# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 342caa4c-b169-536a-9a98-956d0be90656
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-10-16
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 16.10.2014 SB140072
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB140072_2014-10-16.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB140072-O/U/eh 
 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. P. Marti, Präsident, lic. iur. M. Langmeier und 

Ersatzoberrichterin lic. iur. M. Knüsel sowie der Gerichtsschreiber  

lic. iur. P. Rietmann 

Urteil vom 16. Oktober 2014 

 

in Sachen 

 
A._____,  

Beschuldigter und I. Berufungskläger 

verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____  

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis,  

vertreten durch Leitende Staatsanwältin lic. iur. C. Wiederkehr,  

Anklägerin und II. Berufungsklägerin (Rückzug) 

 

sowie 

 

B._____,  

Privatkläger und Berufungsbeklagter 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____  

 

betreffend  

Veruntreuung etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Horgen, Einzelgericht, vom  

15. November 2013 (GG130020) 

- 2 - 

 
Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis vom 27. August 2013 

(Urk. 51) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz:  
(Urk. 68 S. 35 ff.) 

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig der mehrfachen Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 

Abs. 1 StGB. 

2. Vom Vorwurf des Wuchers im Sinne von Art. 157 Ziff. 1 Abs. 1 StGB wird der Beschuldigte 

freigesprochen. 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu Fr. 50.–  

(insgesamt Fr. 9'000.–) sowie mit einer Busse von Fr. 1'800.–.  

4. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. 

Die Busse ist zu bezahlen. 

5. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatz-

freiheitsstrafe von 18 Tagen. 

6. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger aus dem eingeklag-

ten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des 

Umfanges des Zivilanspruchs wird der Privatkläger auf den Weg des Zivilprozesses ver-

wiesen. 

7. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 3'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 3'000.00   Gebühr Anklagebehörde 

Die Kosten werden im Umfang von vier Fünfteln dem Beschuldigten auferlegt und im  

Übrigen auf die Gerichtskasse genommen. 

Verlangt keine der Parteien eine schriftliche Begründung des Urteils, ermässigt sich die 

Entscheidgebühr auf zwei Drittel. 

- 3 - 

8. Dem Beschuldigten wird eine reduzierte Prozessentschädigung in der Höhe von Fr. 3'100.– 

(inkl. MwSt.) für die anwaltliche Verteidigung aus der Gerichtskasse zugesprochen. 

9. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger für das gesamte Verfahren eine  

Prozessentschädigung in der Höhe von Fr. 14'400.– (inkl. MwSt.) zu bezahlen. 

10.  (Mitteilungen.) 

11.  (Rechtsmittel.)" 

Berufungsanträge: 

a)  der Verteidigung des Beschuldigten (Urk. 101): 

1. Der Beschuldigte sei in allen Anklagepunkten, also auch bezüglich der 

mehrfachen Veruntreuung von Schuld und Strafe freizusprechen. 

2. Die Zivilansprüche des Privatklägers seien vollumfänglich abzuweisen.  

3. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens der  

Vorinstanz seien auf die Staatskasse zu nehmen. 

4. Dem Beschuldigten sei für das erstinstanzliche Verfahren eine angemesse-

ne volle Umtriebsentschädigung im Betrag von CHF 16'483.50 auszurichten. 

5. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen. 

7. Dem Beschuldigten sei für das Berufungsverfahren eine angemessene  

Prozessentschädigung von CHF 4'460.60 (8% MwSt. im Betrag von 

CHF 329.10 eingeschlossen) zuzüglich die Aufwendungen für die  

Berufungsverhandlung auszurichten. 

b)  der Privatklägerschaft (Urk. 103): 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

Zusprechung einer angemessenen Prozessentschädigung für das Berufungs-

verfahren. 

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Erwägungen: 

I. Prozessgeschichte 

 1. Zum Verfahrensgang vor erster Instanz kann auf das angefochtene  

Urteil verwiesen werden (Urk. 65 S. 5 = Urk. 68 S. 5 [nachfolgend: Urk. 68]). 

 2. Mit Urteil des Bezirksgerichts Horgen, Einzelgericht, vom 

15. November 2013 wurde der Beschuldigte der mehrfachen Veruntreuung im 

Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB schuldig gesprochen und mit einer  

bedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu Fr. 50.– sowie einer Busse von 

Fr. 1'800.– bestraft; vom Vorwurf des Wuchers im Sinne von Art. 157 Ziff. 1 Abs. 1 

StGB wurde der Beschuldigte freigesprochen (Urk. 68 S. 35 f.). Gegen diesen 

Entscheid liess der Beschuldigte mit Eingabe vom 17. November 2013  

fristgerecht Berufung anmelden (Urk. 60). Die Anklagebehörde meldete – eben-

falls innert Frist – mit Eingabe vom 25. November 2013 Berufung an (Urk. 61).  

 3. Nach Zustellung des begründeten Urteils zog die Anklagebehörde ihre 

Berufung am 3. März 2014 zurück (Urk. 70). Der Beschuldigte liess innert Frist die 

Berufungserklärung vom 10. März 2014 einreichen und stellte gleichzeitig einen 

Beweisantrag (Urk. 72). Mit Präsidialverfügung vom 12. März 2014 wurde dem 

Privatkläger B._____ (nachfolgend: "Privatkläger") sowie der Anklagebehörde 

Frist angesetzt, um Anschlussberufung zu erheben oder um begründet ein  

Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen sowie um zum Beweisantrag des 

Beschuldigten Stellung zu nehmen (Urk. 74). Mit Eingabe vom 28. März 2014 

liess der Privatkläger erklären, dass er keine Anschlussberufung erhebe;  

bezüglich Beweisantrag des Beschuldigten verwies er auf die Ausführungen im 

vorinstanzlichen Urteil in dessen Ziffer 2.9.5 (Urk. 76). Die Anklagebehörde liess 

sich innert Frist (vgl. Urk. 75) nicht vernehmen. Am 2. Mai 2014 gingen bei der 

Kammer das einverlangte Datenerfassungsblatt, Steuerunterlagen sowie die 

Lohnabrechnungen des Beschuldigten ein (Urk. 82/1-3). Mit Kurzbrief vom 2. Mai 

2014 wurden die Eingabe der Staatsanwaltschaft vom 3. März 2014 sowie jene 

des Privatklägervertreters vom 28. März 2014 dem Beschuldigten zur  

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freigestellten Stellungnahme bis 12. Mai 2014 zugesandt (Urk. 84). Der  

Beschuldigte liess sich innert Frist nicht (mehr) vernehmen. 

 4. Mit Präsidialverfügung vom 26. Mai 2014 wurde der Beweisantrag des 

Beschuldigten auf Einholung einer schriftlichen Auskunft bei der Zürcher Pfand-

leihkasse über die Auslösung der vom Privatkläger im Jahr 2011 als Sicherheit für 

ein Darlehen hinterlegten Uhr "Rolex Datejust" gutgeheissen (Urk. 85). Die ent-

sprechende Anfrage erging unter dem gleichen Datum (Urk. 87) und wurde von 

der Zürcher Kantonalbank namens der Zürcher Pfandleihkasse am 12. Juni 2014 

unter Beilage diverser Unterlagen beantwortet (Urk. 88; Urk. 90/1-2). Mit Präsidi-

alverfügung vom 17. Juni 2014 wurde den Parteien Frist zur diesbezüglichen frei-

gestellten Vernehmlassung angesetzt (Urk. 91). Der Privatkläger erklärte mit 

Schreiben vom 20. Juni 2014 seinen Verzicht auf Stellungnahme, unter Vorbehalt 

von Äusserungen hierzu im Rahmen der Parteivorträge (Urk. 93).  

 5. Am 22. Juli 2014 wurde zur Berufungsverhandlung auf den 16. Oktober 

2014 vorgeladen (Urk. 95).  

 Zur heutigen Berufungsverhandlung erschienen der Beschuldigte in  

Begleitung seines erbetenen Verteidigers Rechtsanwalt lic. iur. X._____ sowie der 

Privatkläger in Begleitung seines Vertreters Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____ (Prot. 

II. S. 6).  

 Zu Beginn der Verhandlung waren keine Vorfragen zu entscheiden (Prot. 

II S. 7). 

II.  Prozessuales 

 1. Die Berufung hat im Umfang der Anfechtung aufschiebende Wirkung 

(Art. 402 StPO). Die nicht von der Berufung erfassten Punkte erwachsen in 

Rechtskraft (SCHMID, StPO Praxiskommentar, 2. Auflage, Zürich/St.Gallen 2013, 

N 1 zu Art. 402; Art. 437 StPO). 

 

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 2.1. Die Anklagebehörde hat ihre rechtzeitig erhobene Berufung am 

3. März 2014 zurückgezogen (Urk. 70), was vorzumerken ist.  

 2.2. Der Beschuldigte hat das erstinstanzliche Urteil mit Ausnahme des in 

Dispositiv-Ziffer 2 ergangenen Freispruchs und der durch die Vorinstanz in  

Dispositiv-Ziffer 7 Abs. 1 vorgenommenen Kostenfestsetzung vollumfänglich  

angefochten (Urk. 72 S. 2; Prot. II S. 8). Der nicht von der Berufung erfasste  

Freispruch betreffend Wucher im Sinne von Art. 157 Ziff. 1 Abs. 1 StGB erwächst 

in Rechtskraft (SCHMID, StPO Praxiskommentar, a.a.O., N 1 zu Art. 402; Art. 437 

StPO), wovon vorab Vormerk zu nehmen ist. 

 3. Dem Antrag des Beschuldigten auf Beweisergänzung (Urk. 72 S. 3) 

wurde mit Präsidialverfügung vom 26. Mai 2014 entsprochen (Urk. 85). Im  

Übrigen wurde keine neuen Beweisanträge gestellt (Prot. II S. 9).  

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III. Sachverhalt 

 A Anklagevorwurf 

 1. Gemäss Anklageschrift vom 27. August 2013 sah sich der Beschuldigte 

A._____ (nachfolgend "Beschuldigter") mit folgenden Vorwürfen konfrontiert (Urk. 

51 S. 2 ff.): Er habe am 14. April 2011 als Vertreter der C._____ GmbH, ...strasse 

..., D._____, für welche Gesellschaft er als Vorsitzender der Geschäftsführung mit 

Einzelunterschrift im Handelsregister eingetragen sei, auf dem Gebiet des Kan-

tons Zürich mit dem Privatkläger einen Darlehensvertrag geschlossen. Demge-

mäss habe die C._____ GmbH dem Privatkläger ein Darlehen über EUR 15'000.– 

gewährt, rückzahlbar bis spätestens am 20. Mai 2011, bei einem vom Privatkläger 

zu leistenden Darlehenszins von 10% für diese fünf Wochen. Nach diversen Er-

suchen des Privatklägers um Aufschub der Rückzahlung habe dieser schliesslich 

am 24. November 2011 für die Darlehensvaluta von EUR 15'000.– in den Ge-

schäftsräumlichkeiten der C._____ GmbH an der ...strasse ... in D._____ einen 

Betrag von EUR 10'000.– an E._____, Ehefrau des Beschuldigten, und am 13. 

Dezember 2011 einen Betrag von EUR 8'000.– an den Beschuldigten persönlich 

als jeweilige Vertreter der C._____ GmbH geleistet.  

 Im Rahmen der Vertragsschliessung sei der Beschuldigte als Vertreter 

der C._____ GmbH mit dem Privatkläger des Weiteren übereingekommen, dass 

dieser für die ihm gewährte Darlehensvaluta von EUR 15'000.– entsprechende 

Sicherheiten einzurichten habe. In der Folge habe der Privatkläger am 14. April 

2011 in den Geschäftsräumlichkeiten der C._____ GmbH an der ...strasse ... in 

D._____ als Sicherheiten für das Darlehen den Fahrzeugschein und die Schlüssel 

des Motorbootes der Marke "Boesch 510 Sport de Luxe" (Stamm-Nr. ...), welches 

ca. einen Wert von CHF 50'000.– aufgewiesen habe und sich im Zeitpunkt der 

Übergabe des Fahrzeugscheins und der Schlüssel zum Zwecke der Restauration 

noch in der Werft "F._____" an der …strasse … in … befunden habe, sowie den 

Fahrzeugausweis für sein Fahrzeug der Marke "BMW 330Ci Cabrio", Kennzei-

chen …, an E._____, Ehefrau des Beschuldigten, zu Handen des Beschuldigten 

übergeben.  

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 Nachdem der Privatkläger das Fahrzeug der Marke "BMW 330Ci Cabrio" 

entgegen der ursprünglichen Vereinbarung mit dem Beschuldigten zwischen-

zeitlich verkauft gehabt habe, habe er dem Beschuldigten am 15. August 2011 auf 

dem Gebiet der Stadt Zürich als neue (zusätzliche) Sicherheiten einen Pfand-

schein der Pfandleihkasse der Zürcher Kantonalbank für eine Uhr der Marke  

"Rolex Datejust" (Ref. …) im Wert von ca. CHF 6'000.– sowie die Dokumente für 

seinen Bootsanhänger Marke "Stöger 1700 A" (Fahrgestell-Nr. …) im Wert von 

ca. CHF 10'000.– übergeben, wobei der Privatkläger in der gleichzeitig hand-

schriftlich verfassten Zusatzvereinbarung zum Darlehensvertrag vom 14. April 

2011 festgehalten habe, dass sämtliche Sicherheiten in das Eigentum des Be-

schuldigten übergehen würden, sofern keine Rückzahlung des Darlehens bis am 

31. Dezember 2011 durch B._____ erfolge.  

 Anstelle der ordnungsgemässen Aufbewahrung der diversen lediglich als 

Sicherheiten übergebenen Gegenstände und vereinbarungsgemässer Rückgabe 

an den Privatkläger nach restlos erfolgter Rückzahlung des Darlehens inklusive 

Zins habe der Beschuldigte vor Eintritt der vereinbarten "Verfallsklausel" per 

31. Dezember 2011 über das Motorboot samt Bootsanhänger und auch die Uhr 

"Rolex Datejust" verfügt. So habe er das Motorboot zu einem nicht weiter  

bekannten Zeitpunkt nach dem 11. August 2011 in der Werft "F._____" abgeholt, 

dieses zunächst an die Anlegestelle "…" in Zürich verbracht und schliesslich (in 

den Sommermonaten 2012) zu einem Preis von Fr. 17'600.– an G._____ in … 

verkauft. Zudem habe der Beschuldigte, ebenfalls bereits am 17. August 2011, 

die Uhr "Rolex Datejust" gegen Zahlung von CHF 1'055.– bei der Pfandleihkasse 

der ZKB ausgelöst und diese hernach in den Sommermonaten 2012 für einige 

CHF 100.– auf dem Flohmarkt auf dem ... in Zürich an eine nicht weiter bekannte 

Drittperson verkauft. 

 Der Beschuldigte habe über diese Sicherheiten verfügt, obwohl er  

gewusst habe, dass durch den Privatkläger per 24. November 2011 und 

13. Dezember 2011 in den Geschäftsräumlichkeiten der C._____ GmbH an der 

...strasse ... in D._____ bereits eine vollumfängliche Rückzahlung des Darlehens 

inklusive Zins erfolgt sei.  

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 2. Soweit sich der Anklagevorwurf um die Zinsmodalitäten und die  

angebliche Notlage des Privatklägers drehte, welche der Beschuldigte bewusst 

ausgenützt haben soll, wurde dieser von der Vorinstanz als nicht erstellt erachtet 

(Urk. 68 S. 23). Dementsprechend erging unter dem Titel "Wucher" ein Freispruch 

(Urk. 68, Dispositiv-Ziffer 2). Weiterhin konfrontiert sieht sich der Beschuldigte  

indes mit dem Vorwurf, die als Sicherheit für das Darlehen übergebenen Gegen-

stände veruntreut zu haben. 

 3. Die Vorinstanz sah den Sachverhalt diesbezüglich als erstellt an. Sie 

hielt dafür, dass weder auf die Aussagen des Privatklägers noch auf diejenigen 

des Beschuldigten abgestellt werden könne, um den Sachverhalt gemäss  

Anklageschrift zu erstellen. In beiden Aussagen lägen Widersprüche vor, welche 

kein in sich stimmiges Bild ergeben würden. Hingegen sei aufgrund der Aussage 

von H._____, der E-Mails, der SMS und der Quittungen erstellt, dass der Privat-

kläger und der Beschuldigte am 14. April 2011 einen Vertrag über ein Darlehen in 

der Höhe von EUR 15'000.– mit einer Laufzeit bis zum 20. Mai 2011 geschlossen 

hätten. Ebenso sei erwiesen, dass der vereinbarte Zinssatz 10% der Darlehens-

summe für fünf Wochen betragen habe und dass als Sicherheiten das Fahrzeug 

"BMW 330 Ci Cabrio", das Motorboot "Boesch 510 Sport de Luxe", der Bootsan-

hänger "Stöger 1700 A" und die Uhr "Rolex Datejust" bestellt worden seien. Zwar 

lasse sich der genaue Zeitpunkt der Bestellung der jeweiligen Sicherheiten nicht 

mehr bestimmen, doch sei dieser für den eingeklagten Tatbestand unerheblich. 

Relevant sei, dass die Sachen als Sicherheiten dem Beschuldigten anvertraut 

worden seien. Weiter sei erwiesen, dass der Privatkläger im November und De-

zember 2011 insgesamt EUR 18'000.– zurückbezahlt habe und dadurch 20% 

Zinsen für acht Monate bezahlt habe. Von Anfang an unbestritten gewesen sei, 

dass der Beschuldigte das Boot, den Bootsanhänger und die Uhr trotz Rückzah-

lung verkauft habe. Damit bestehe für die Vorinstanz kein vernünftiger Zweifel da-

ran, dass sich der in der Anklageschrift vorgeworfene Sachverhalt in Bezug auf 

die bezüglich des Darlehens und der Sicherheiten relevanten Punkte tatsächlich 

verwirklicht habe (Urk. 68 S. 23).  

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 4. Da der Beschuldigte die ihm noch vorgeworfenen Taten nach wie vor 

bestreitet (vgl. Urk. 100 S. 4 ff. und Urk. 101), ist der eingeklagte Sachverhalt zu 

erstellen. 

 B Beweiswürdigung 

 1.1. Die heute zu beurteilenden Taten wurden vom Privatkläger am 

9. August 2012 gegen den Beschuldigten zur Anzeige gebracht (Urk. 1). Gleich-

zeitig erhob der Privatkläger gegen die C._____ GmbH, handelnd durch ihren 

Geschäftsführer bzw. den Beschuldigten, Zivilklage auf Herausgabe der angeblich 

vom Beschuldigten veruntreuten Gegenstände (Urk. 1 S. 10).  

 1.2. Der Gang der Untersuchung und damit der produzierten Beweismittel 

erweist sich insofern als atypisch, als die Anklagebehörde zunächst bei der  

Verteidigung und der Rechtsvertretung des Privatklägers einen mehrfachen 

Schriftenwechsel durchführte (Urk. 6; Urk. 11; Urk. 14; Urk. 19; Urk. 22; Urk. 27), 

bis die Privatklägerschaft am 19. März 2013 die Staatsanwaltschaft auffordern 

liess, "endlich die erforderlichen Untersuchungshandlungen an Hand zu nehmen" 

(Urk. 30 S. 3). Dies führt(e) dazu, dass ein grosser Teil der Sachdarstellungen via 

Anzeige und Stellungnahmen des Vertreters des Privatklägers (Urk. 1; Urk. 13; 

Urk. 21; Urk. 30) und des Verteidigers (Urk. 9; 16; Urk. 16; Urk. 25; Urk. 36)  

zusammengetragen wurden, bevor es am 5. Juni 2013 zur ersten formellen  

Einvernahme des Beschuldigten (Urk. 31) und des Privatklägers (Urk. 32) kam. 

Am 6. Juni 2013 ersuchte die Staatsanwaltschaft die Verteidigung wie auch die 

Rechtsvertretung des Privatklägers abermals um schriftliche Klärung bzw.  

Präzisierung des Sachverhalts (Urk. 33; Urk. 34). So kam es zu weiteren  

Stellungnahmen via Parteivertretungen (Urk. 36; Urk. 37).  

 Zwar kann sich die Staatsanwaltschaft für das gewählte Vorgehen auf 

Art. 145 StPO abstützen, doch ist es vorliegend mehr als fraglich, ob die hier 

praktizierte Vorgehensweise auch sinnvoll war. Einvernahmen erfolgen grund-

sätzlich mündlich zu Protokoll und in direkter Begegnung der einvernehmenden 

mit der einzuvernehmenden Person (Godenzi, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber, 

ZH-Kommentar zur StPO, 2. Auflage 2014, Art. 145 N 1). Die Beweiserhebungs-

methode des schriftlichen Berichts i.S.v. Art. 145 StPO unterliegt strikter Subsidia-

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rität, da sie das Verfahrensziel der Wahrheitsfindung und die Gewährung der 

Teilnahmerechte gefährdet. Vorab ist bei der hier gewählten Vorgehensweise 

nicht klar, welches die originären Despositionen der Kontrahenten gewesen wä-

ren, zumal die Stellungnahmen durch die Vertreter verfasst wurden. 

 An Aussagen liegen sodann jene von E._____ (Ehefrau des Beschuldig-

ten) und von H._____ (Bootsbauer) vor, welche Drittpersonen als Auskunftsper-

sonen einvernommen wurden (Urk. 38; Urk. 39).  

 An Beweismitteln hatte die Vorinstanz sodann diverse Urkunden zur  

Prüfung vorliegen (Urk. 2/3-15; Urk. 10/1-2; Urk. 17/1-3; Urk. 26/1-2; Anhang von 

Urk. 37; Anhang von Urk. 44).  

 Zweitinstanzlich wurden die Beweismittel ergänzt (Urk. 85; Urk. 87) um 

die Auskunft der Zürcher Pfandleihkasse über die Auslösung der vom Privatkläger 

im Jahr 2011 hinterlegten Uhr "Rolex Date-just" (Urk. 88; Urk. 90/1-2).  

 2.1. Mit den Grundsätzen der Beweiswürdigung, namentlich der Würdi-

gung von Aussagen, hat sich die Vorinstanz ausführlich und korrekt befasst, so 

dass auf die entsprechenden Erwägungen zu verweisen ist (Urk. 68 S. 6 ff.; 

Art. 82 Abs. 4 StPO). Zu den Ausführungen betreffend die generelle Glaub-

würdigkeit des befragten Privatklägers und der Auskunftsperson H._____ ist  

anzumerken, dass ein Hinweis auf die Art. 303 bis Art. 305 StGB nicht per se zu 

einer erhöhten Glaubwürdigkeit der einvernommenen Person führt. Im Übrigen 

sind die Erwägungen zur generellen Glaubwürdigkeit des Privatklägers, des  

Beschuldigten und der Auskunftsperson H._____ jedoch zutreffend, weshalb auf 

sie verwiesen werden kann (Urk. 68 S. 8 f.).  

 2.2. Zu ergänzen ist, dass auch die Ehefrau des Beschuldigten, E._____, 

in Anwesenheit des Beschuldigten und des Privatklägers als Auskunftsperson 

einvernommen wurde (Urk. 38). Als Ehefrau des Beschuldigten sowie Gesell-

schafterin und Geschäftsführerin der mit ihm geführten "C._____ GmbH" (Urk. 

2/2) kann auf ihrer Seite ein Interesse, im Sinne des Beschuldigten und allenfalls 

auch der gemeinsamen Firma auszusagen, wohl nicht von der Hand gewiesen 

werden.  

- 12 - 

 2.3. Entscheidend ist aber richtigerweise vielmehr der materielle Gehalt 

der Ausführungen, mithin die Glaubhaftigkeit der jeweiligen Aussagen und ob  

diese anhand weiterer (objektiver) Umstände verifizierbar sind. Dies ist  

nachfolgend zu prüfen. 

 3.1. Der Anklagevorwurf entspricht im Wesentlichen der vom Privatkläger 

eingereichten Strafanzeige (Urk. 1). Der Beschuldigte bestreitet die gegen ihn 

verbleibenden Vorwürfe. Als zutreffend bezeichnet er, dass die C._____ GmbH 

dem Privatkläger ein Darlehen über EUR 15'000.– gewährt hat. Dem Anklage-

sachverhalt hält er zusammenfassend folgende Darstellung entgegen (Urk. 9; 

Urk. 16; Urk. 31; Urk. 36; Urk. 44; Urk. 45; Urk. 55; Urk. 57; Urk. 100; Urk. 101): 

Einen schriftlichen Vertrag über das Darlehen habe es nicht gegeben. Vielmehr 

sei mündlich vereinbart worden, dass das Darlehen bis längstens 1 Jahr gewährt 

werde, mit einem Zins von 10 % bzw. 9 % (Urk. 9 S. 3; Urk. 100 S. 5 f.). Der  

Privatkläger hätte das Darlehen mithin erst im April 2012, Ende März oder  

April 2012 zurückzahlen müssen (Urk. 55 S. 6). Als Sicherheit für das Darlehen 

hätten sie das BMW Cabrio des Privatklägers vereinbart (Urk. 55 S. 10; Urk. 100 

S. 5 f.). Es stimme nicht, dass das Boot samt Anhänger und die Uhr als neue  

Sicherheiten dazu gekommen seien, nachdem der Privatkläger das Auto (verein-

barungswidrig) verkauft gehabt habe (Urk. 55 S. 11; Urk. 110 S. 8). Er habe gar 

nichts vom Verkauf des Autos gewusst; er habe den Ausweis und damit die  

Sicherheit noch gehabt. Vom Verkauf des BMW habe er erst im Verfahren erfah-

ren (Urk. 55 S. 11; Urk. 110 S. 8). Das Boot und den Anhänger habe er vom  

Privatkläger in Zürich für Fr. 17'000.– käuflich erworben, ebenso die Uhr, nach-

dem ihn der Privatkläger immer wieder um Kreditgewährung ersucht habe  

(Urk. 31 S. 4; Urk. 100 S. 8). Das Boot habe er im eigenen Namen und nicht im 

Namen der C._____ GmbH gekauft (Urk. 31 S. 5), und zwar durch Barzahlung 

(Urk. 55 S. 14). Die Bezahlung dieses Betrages durch ihn an den Privatkläger sei 

mit gleichzeitiger Übergabe von Fahrzeugausweis und Schlüssel des Bootes 

durch den Privatkläger an ihn in den Geschäftsräumlichkeiten der C._____ GmbH 

erfolgt. Bezüglich des Trailers habe der Privatkläger noch etwas vorkehren  

müssen, da dieser das "Papier" nicht mehr gefunden habe (Urk. 31 S. 4). Die Uhr 

habe er bei der Kantonalbank im Pfandbüro abgeholt. Für diese Uhr habe er  

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insgesamt Fr. 1'500.– oder Fr. 1'700.– bezahlt. Einen Teil dieses Betrages habe 

er dem Privatkläger irgendwo unterwegs gegeben. Den Rest habe er ja bei der 

Pfandleihkasse für die Auslösung der Uhr bezahlen müssen (Urk. 31 S. 9). Der 

Privatkläger sei dabei gewesen, dieser habe das Geschäft abgewickelt (Urk. 55  

S. 16 f.). Da er dem Privatkläger die entsprechenden Kaufpreise bezahlt habe für 

das Motorboot samt Anhänger und die Uhr, habe er frei über diese Gegenstände 

verfügen können (vgl. hierzu im Einzelnen auch die Stellungnahmen der Verteidi-

gung [Urk. 9; Urk. 16; Urk. 36; Urk. 45; Urk. 57] und die Aussagen des Beschul-

digten persönlich [Urk. 31; Urk. 44; Urk. 55; Urk. 100]).  

 3.2. Die Vorinstanz hat die Aussagen des Beschuldigten ausführlich  

gewürdigt. Auf diese Würdigung ist vorab zu verweisen; es ist ihr im Ergebnis zu-

zustimmen (Urk. 68 S. 14 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Es trifft insbesondere zu, dass 

sich der Beschuldigte in einige Widersprüche verstrickt hat und in seinen Aus-

sagen auch zahlreiche Ungereimtheiten zu finden sind. Insbesondere erscheint es 

mehr als unüblich, dass eine GmbH, an der auch eine Drittperson, nämlich die 

Ehefrau des Beschuldigten, beteiligt ist (Urk. 2/2), ein Darlehen über den doch 

namhaften Betrag von EUR 15'000.– aufgrund bloss mündlicher Vereinbarung 

gewährt. Dieses Vorgehen widerspricht nicht zuletzt auch den vom Beschuldigten 

selber stipulierten Anforderungen an eine korrekte Buchhaltung (Urk. 9 S. 4). Die 

vorgelegten Belege über den angeblichen Bargeldbezug korrelierten sodann nicht 

mit dem behaupteten Zahlungsdatum, wie die Vorinstanz richtigerweise festhielt 

(vgl. hierzu Urk. 68 S. 14). Gleiches ist mit Bezug auf die vom Beschuldigten  

gemäss seiner Darstellung später gekauften Gegenstände, nämlich das Boot 

samt Anhänger und die Uhr, zu sagen, auch wenn er diese als Privatperson  

erstanden haben will. Es fehlen hierzu von seiner Seite jegliche Belege über den 

Kauf. Weiter gehen die Behauptungen des Beschuldigten zur Rückzahlung des 

Darlehens auch nicht ohne weiteres auf, wie die Vorinstanz richtig festhielt  

(Urk. 68 S. 14). Der in diesem Zusammenhang behauptete und vom Privatkläger 

bestrittene Schmuckverkauf ergibt ebenfalls nicht viel Sinn, zumal der Privatkläger 

ja einerseits ständig finanzielle Schwierigkeiten und andererseits gar keine Ver-

wendung für einen Verlobungsring hatte (Urk. 32 S. 20; Urk. 56 S. 8 f.). Auch  

zahlenmässig verblieben hier Unklarheiten (Urk. 68 S. 20 ff.). Schliesslich  

- 14 - 

erscheint auch die Darstellung des Beschuldigten zum Bootskauf und -verkauf an 

sich fragwürdig, hätte er doch bei den gegebenen Zahlen innert kürzester Zeit  

einen Verlust eingefahren. So will er dem Privatkläger Fr. 17'000.– und H._____ 

von der Bootswerft Fr. 6'000.– bezahlt haben, um das Boot kurze Zeit später für 

Fr. 17'600.– an eine Drittperson zu verkaufen (Urk. 31 S. 4 ff.; Urk. 100 S. 12 f.). 

Seine hierfür anlässlich der Berufungsverhandlung angeführten Gründe, dass 

aufgrund der Schwangerschaft seiner Ehefrau keine Verwendung für das Boot 

bestanden habe und dieses aufgrund der hohen Stand- und Versicherungskosten 

mit Verlust habe verkauft werden müssen (Urk. 100 S. 12 f.), lassen seine Aus-

führungen nur unwesentlich glaubhafter erscheinen. Ein nicht nachvoll- 

ziehbares Geschäft besteht auch bei der angeblich käuflich erworbenen Uhr. 

Auch dort hätte er einen Verlust erzielt, indem er dem Privatkläger insgesamt  

Fr. 1'500.– oder Fr. 1'700.– bezahlt haben will, wofür es wiederum an Belegen 

oder einer Quittung der zwei Vertragsparteien fehlt. Wenn er diese Uhr dann  

später für ein paar hundert Franken – wiederum ohne Beleg – am ... auf dem 

Flohmarkt verkauft haben will (Urk. 31 S. 6), so ist auch dieses Geschäft nicht 

nachvollziehbar, zumal sich der Beschuldigte ja offenbar nicht in einer  

finanziellen Notlage befand. Bezüglich der Uhr ist weiter davon auszugehen, dass 

er als Goldschmied ein allenfalls beschädigtes Glas (Urk. 31 S. 6; Urk. 100 S. 13) 

selber repariert hätte oder es zu relativ günstigen Konditionen hätte reparieren 

lassen können, um alsdann doch noch einen Gewinn zu erzielen. Schliesslich 

liegt es auch nicht gerade auf der Hand, dass der Inhaber eines Goldschmiede-

geschäfts auf dem Platz Zürich eine Uhr auf dem Flohmarkt verkauft, auch wenn 

der Beschuldigte geltend macht, sein Geschäft verkaufe eben nur selber her-

gestellte Schmuckstücke und keine Uhren (Urk. 31 S. 6). Abschliessend ist noch 

auf die teilweise widersprüchlichen Erklärungen des Beschuldigten zum E-Mail-

Verkehr mit dem Privatkläger im vorinstanzlichen Urteil zu verweisen, welche 

auch nicht der Klärung dienten und mit denen er folglich seiner Darstellung auch 

nicht weiter zum Durchbruch zu verhelfen vermag (Urk. 68 S. 14), wobei der  

Beschuldigte anlässlich der Berufungsverhandlung geltend machte, dass seine 

widersprüchlichen Aussagen vor Vorinstanz darauf zurückzuführen seien, dass er 

anlässlich der Befragung nicht genau aufgepasst habe (Urk. 100 S. 4).  

- 15 - 

 3.3. Insgesamt ergibt sich, dass die Darstellung des Beschuldigten auf-

grund seines beschriebenen Geschäftsgebarens und der diversen Widersprüche 

mit der Vorinstanz nicht ohne weiteres als glaubhaft erscheint. Auch die durch 

den Beschuldigten während der Berufungsverhandlung getätigten Äusserungen 

zur Sache (Urk. 100 S. 4 ff.) vermögen hieran nichts zu ändern. 

 Allerdings ist es nicht Aufgabe des Beschuldigten, seine Unschuld zu bewei-

sen, sondern Sache der Strafverfolgungsbehörde bzw. des Sachgerichts, seine 

Schuld zu beweisen. Es ist daher anhand der weiteren Beweismittel nachfolgend 

zu prüfen, ob sich der Sachverhalt gemäss Anklageschrift verwirklicht hat.  

 4.1. Die Vorinstanz hat die Sachverhaltsdarstellung des Privatklägers, 

welche sich aus seinen eigenen Aussagen und den Stellungnahmen seines  

Vertreters ergibt, korrekt wiedergegeben, weshalb zur Vermeidung von  

Wiederholungen vorab auf diese zu verweisen ist (Urk. 68 S. 9 ff.; Art. 82 Abs. 4 

StPO).  

 4.2. Im Rahmen der Aussagenwürdigung hat die Vorinstanz die  

vorhandenen Widersprüche aufgezeigt (Urk. 68 S. 11 f.) und den Schluss  

gezogen, dass sich der Sachverhalt mit den Aussagen des Privatklägers auch 

nicht erstellen lasse (Urk. 68 S. 11 f. und S. 16). Diesem Fazit ist im Ergebnis zu-

zustimmen.  

 Die Tatsache, dass der Privatkläger als Darlehensnehmer den angeblich 

vorhandenen schriftlichen und unterzeichneten Darlehensvertrag vom 14. April 

2011 nicht vorzulegen vermochte, spricht eher für die Behauptung des  

Beschuldigten und der Auskunftsperson E._____, welche die Existenz eines 

schriftlichen Vertrages bestreiten (Urk. 31 S. 9 bzw. Urk. 38 S. 3 f.). Der Privat-

kläger reichte zur Untermauerung seines Standpunktes ein nicht unterzeichnetes 

Vertragsexemplar ein, dessen Wortlaut mit dem unterzeichneten identisch sei 

(Urk. 2/3). Allerdings führt dieser an Sicherheiten nebst dem Fahrzeugausweis für 

den BMW noch den Schiffsausweis und den Motorbootschlüssel auf (Urk. 2/3). 

Die zwei letztgenannten Sicherheiten sollen aber gemäss eigener Darstellung des 

Privatklägers erst nachträglich gestellt worden sein, nachdem er – der Privat-

kläger – vereinbarungswidrig den BMW aufgrund finanzieller Engpässe für 

- 16 - 

Fr. 8'500.– verkauft habe (Urk. 32 S. 5). Der Verkauf soll erst im Juli 2011  

stattgefunden haben (Urk. 32 S. 12). Diesen Widerspruch vermag der Privatkläger 

mit seinem Hinweis, dass er da von seinem Rechtsvertreter offenbar falsch  

verstanden worden sei (Urk. 32 S. 11), nicht überzeugend aufzulösen. Abgesehen 

davon, dass die dort aufgeführten Sicherheiten nicht mit seinen eigenen  

Aussagen übereinstimmen, bestehen auch Widersprüche in zeitlicher Hinsicht. 

Der Vertrag über die Darlehensgewährung (und die Sicherheiten) soll vom 

14. April 2011 datieren. In seiner ersten Einvernahme gab der Privatkläger zu 

Protokoll, er sei am besagten Tag pünktlich um 14 Uhr in den Geschäfts-

lokalitäten der C._____ GmbH eingetroffen, wo er die im Vertrag angeführten  

Dokumente/Schlüssel sowie zwei von ihm in Anwesenheit von E._____ vor Ort 

unterzeichnete Exemplare des Darlehensvertrags übergeben habe (Urk. 32 S. 4). 

Weil er keinen gegengezeichneten Vertrag erhalten habe, habe er dem Beschul-

digten am 14. April 2011 zur Sicherheit noch eine E-Mail geschrieben, in welcher 

er die vereinbarten Konditionen nochmals schriftlich festgehalten habe (Urk. 32 S. 

5). Der später eingereichte E-Mail-Ausdruck enthält allerdings als Versandzeit 

"09:50:58 MESZ" des genannten Tages, was einem Zeitpunkt vor der Vertragsun-

terzeichnung in der Firma C._____ GmbH entspricht (Urk. 32, Anhang 1). Auch 

diesen Widerspruch bezeichnete der Privatkläger lapidar als Irrtum (Urk. 32 S. 8), 

was als Erklärung nicht überzeugt. Das gilt umso mehr, als der Verteidiger des 

Beschuldigten an der Einvernahme vom 5. Juni 2013 eine textlich gleichlautende 

E-Mail einreichte, welche nicht nur mit einer anderen Versandzeit und Zeitbe-

zeichnung ("08:50 AM") versehen ist, sondern auch mit ausgeschriebenem Datum 

bzw. Tag ("Thursday, April 14, 2011, 08:50 AM; Urk. 32 Anhang 2). Die Erklärung 

des Privatklägers für die unterschiedlichen Zeitangaben, wonach es sich beim 

Beschuldigten wohl um jene von London handeln dürfte (Urk. 32 S. 8; vgl. auch 

Prot. II S. 11), vermag die genannten Widersprüche nicht aufzulösen, zumal es 

auch um mehr als nur die Uhrzeit geht. Weiterhin widersprüchlich bleibt, dass in 

dieser Bestätigung als Sicherheit wiederum nur das Boot bzw. der zugehörige 

Bootsschein genannt wird, wohingegen gemäss angeblichem Vertragsdoppel vom 

14. April 2011 der Schiffsausweis, der Motorbootschlüssel und der Fahrzeugaus-

weis für den BMW aufgeführt werden. Gemäss Strafanzeige will der Privatkläger 

die drei Sicherheiten sodann am 20. Mai 2011 dem Beschuldigten übergeben ha-

- 17 - 

ben (Urk. 1 S. 5). Dieses Datum macht schliesslich mit dem behaupteten Rück-

zahlungstermin vom 20. Mai 2011 überhaupt keinen Sinn, wären diese Sicherhei-

ten ja in diesem Zeitpunkt obsolet geworden. Diese Ungereimtheit erklärt der Pri-

vatkläger abermals mit einem Missverständnis in der Instruktion seines Rechts-

vertreters (Urk. 32 S. 12), was nicht überzeugt. 

 Das Nichtvorhandensein des behaupteten Vertrages vom 14. April 2011 

mutet sodann nicht nur insofern merkwürdig an, als der Privatkläger als  

ehemaliger Wirtschaftswissenschafts-Student mit finanziellen Angelegenheiten 

bewandert, international tätiger Geschäftsmann und faktischer Vermögens-

verwalter ist, indem er sich um den Nachlass des Vaters bzw. das Erbe der  

Familie kümmerte (Urk. 32 S. 9). Vor diesem Hintergrund wäre anzunehmen, 

dass er über ihn betreffende finanzielle Verpflichtungen ordentlich dokumentiert 

ist. Eine entsprechende Dokumentation wäre im Übrigen insofern sehr in seinem 

Interesse gelegen, als er – immer nach seiner Darstellung – für den gewährten 

Kredit Sicherheiten gestellt hätte, die einen weitaus höheren Betrag aufwiesen als 

der Darlehensbetrag. Der hierzu als Grund angeführte Vertrauensbeweis durch 

den Beschuldigten ergibt – mit der Vereidigung (Urk. 57 S. 9) – wenig Sinn 

(Urk. 32 S. 10). 

 Nicht überzeugender macht es die vom Privatkläger erst an der  

Einvernahme vom 5. Juni 2013 vorgetragene Geschichte über einen angeblichen 

zweiten, handschriftlichen Vertrag. Diesen will er im Juli/August 2011 in  

Anwesenheit des Beschuldigten und I._____ aufgesetzt haben. Dies soll am Tag 

gewesen sein, als es zur Übergabe des Fahrzeugausweises des Bootsanhängers 

und des Pfandleihscheins bezüglich der Uhr gekommen sei (Urk. 32 S. 10 f. und 

S. 16 f.). Der Vertrag sei im Doppel von ihm erstellt worden. Sein Exemplar sei 

leider nicht mehr auffindbar (Urk. 32 S. 16). Der Beschuldigte bestritt ohnehin jeg-

lichen schriftlichen Vertrag. Da diese angebliche Zusatzvereinbarung in der Straf-

anzeige und den zahlreichen vorherigen schriftlichen Stellungnahmen der 

Rechtsvertretung unerwähnt blieb und der Privatkläger diesen auch in der Unter-

suchung nicht vorlegen konnte, erscheint auch dessen Existenz mehr als fraglich.  

- 18 - 

 Der Privatkläger sagte erst in der zweiten Einvernahme ("Gerade fällt mir 

ein…", Urk. 32 S. 16), dass er in dieser Vereinbarung festgehalten habe,  

sämtliche Sicherheiten würden in das Eigentum des Beschuldigten übergehen, 

sofern keine Rückzahlung bis am 31. Dezember 2011 durch ihn erfolge. Dieser 

zeitlich nach hinten verlegte Rückzahlungstermin hätte in der ganzen Darstellung 

einen zentralen Punkt dargestellt, so offenbar auch aus Sicht des Privatklägers, 

der hierzu meinte: "Dies stellt auch Grund dar, dass ich so erpicht darauf war, 

A._____ das Geld unbedingt vor dem 31. Dezember 2011 zurückzuzahlen" (Urk. 

32 S. 17). Auf die Frage der Anklagebehörde, wieso dieser doch nicht unwesentli-

che Teil bisher in sämtlichen schriftlichen Eingaben seines Rechtsvertreters un-

erwähnt geblieben sei, sagte er: "Zwischen mir und meinem Anwalt wurde dies 

kommuniziert. Allerdings wurde dies wohl nicht erwähnt, da ich bereits über kein 

unterzeichnetes Exemplar des ursprünglichen Darlehensvertrags verfügte und es 

komisch ausgesehen hätte, wenn dann die Existenz gar noch eines zweiten 

Schriftstücks behauptet wird, über welches ich ebenfalls nicht verfügte" (Urk. 32 

S. 17). Die behauptete Strategie macht keinen Sinn. Das Nichterwähnen eines 

gewichtigen Arguments bzw. hier eines Zusatzvertrags mit anderen Rückzah-

lungs- und Verfallbedingungen spricht vielmehr dafür, dass dieser zweite hand-

schriftliche Vertrag wohl (ebenfalls) nicht existierte.  

 Soweit sich der Privatkläger schliesslich zur Untermauerung seines 

Standpunktes auf den E-Mail-Verkehr mit der Auskunftsperson H._____ stützt, 

muss mit der Verteidigung gesagt werden (Urk. 57 S. 3), dass der Inhalt der  

E-Mails die Version des Privatklägers eher widerlegt als bestätigt, da niemand, 

der sich noch als rechtmässiger Eigentümer eines Bootes sieht und dieses als 

veruntreut betrachtet, davon sprechen würde, dieses zurückzukaufen, wie im  

E-Mail vom 9. Mai 2012 geschrieben (Urk. 2/10c). Im Gesamtkontext kann dies 

nicht bloss als "missglückte Formulierung" betrachtet werden, wie der Privatkläger 

argumentiert (Urk. 13 S. 4).  

 4.3. Nicht mit der Darstellung des Privatklägers vereinbar ist sodann der 

Umstand, dass er nach Anzeigeerstattung den Beschuldigten nochmals um einen 

Kredit gefragt hat (Urk. 32 S. 14). Mit dem Verteidiger ist hierzu zu sagen, dass 

- 19 - 

sich so niemand verhält, der angeblich um Zehntausende von Franken geschädigt 

worden sein soll (Urk. 25 S. 3).  

 4.4. Insgesamt sind die Aussagen des Privatklägers derart von  

Widersprüchen und nicht überzeugenden Erklärungsversuchen gespickt, dass 

diese als unglaubhaft bezeichnet werden müssen. Damit lässt sich der Sach-

verhalt gemäss Anklageschrift jedenfalls nicht erstellen, wie auch die Vorinstanz 

festhielt (Urk. 68 S. 12 und S. 16). 

 5.1. Die Ehefrau des Beschuldigten, E._____, wurde nur als Auskunfts-

person einvernommen, aber in Gegenwart des Beschuldigten und des Privatklä-

gers (Urk. 38 S. 1). Sie ist Gesellschafterin und Geschäftsführerin der C._____ 

GmbH (Urk. 28 S. 2). In dieser Funktion habe sie mit dem Privatkläger zu tun ge-

habt im Zusammenhang mit dem Kredit. Sie verneinte, dass es im Vorfeld der 

Darlehensgewährung – wie vom Privatkläger behauptet – zu einem gemeinsamen 

Nachtessen mit dem Privatkläger und ihrem eigenen Vater gekommen sei (Urk. 

38 S. 3 und S. 7). Von einem unterzeichneten Darlehensvertrag wusste sie nichts 

(Urk. 38 S. 4). Der Privatkläger sei einmal bei ihr im Geschäft gewesen, als er ei-

nen Teil des Geldes zurückbezahlt habe. Sie sei es gewesen, die den Erhalt einer 

Rückzahlung von EUR 10'000.– durch ihn quittiert habe (Urk. 38 S. 4 f.). Diese 

Quittung liegt als Urk. 2/8 bei den Akten. Sicherheiten habe er ihr nie  

ausgehändigt (Urk. 38 S. 5 f.).  

 5.2. Die Auskunftsperson E._____ wurde nach Hinweis auf die Strafbe-

stimmungen von Art. 303-305 StGB einvernommen. Ihre Aussagen sind nicht 

sehr ergiebig, fördern aber weder eigentliche Widersprüche noch konkrete Belas-

tungen des Beschuldigten zu Tage. Gegenteils wird im Kern dessen Darstellung 

bestätigt. Einen Schmuckkauf durch den Privatkläger, wie ihn der Beschuldigte 

behauptet hatte, wurde von ihr nicht erwähnt. Andererseits findet die Sachver-

haltsdarstellung des Privatklägers und damit die nach wie vor gegen den Be-

schuldigten bestehenden Veruntreuungshandlungen darin keine Bestätigung.  

 6.1. Der Bootsbauer bzw. hier Bootsrestaurateur H._____ wurde ebenfalls 

(nur) als Auskunftsperson einvernommen (Urk. 39). Der Beschuldigte und der Pri-

vatkläger wohnten der Einvernahme bei (Urk. 39 S. 1). Die Vorinstanz hat seine 

- 20 - 

Aussagen im angefochtenen Urteil wiedergegeben; auf diese ist zu verweisen 

(Urk. 68 S. 16; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

 6.2. Mit der Vorinstanz kann gesagt werden, dass die inhaltliche Konstanz 

des für die Auskunftsperson subjektiv Wichtigen auffällt (Urk. 68 S. 16 f.), so  

betreffend den Ablauf des Auftrages für die Restauration des Bootes. Auffallend 

ist aber auch, dass sich die Auskunftsperson immer wieder in ihren schriftlichen 

Unterlagen absichern wollte, bevor sie bei der Staatsanwaltschaft Aussagen 

machte, woraufhin der Staatsanwalt sie aufforderte, ihre eigenen Erinnerungen 

wiederzugeben (Urk. 39 S. 3). Sodann ergeben sich in den Aussagen der  

Auskunftsperson einige Ungereimtheiten. So sagte sie aus, es sei ihr vom  

Beschuldigten ein Darlehensvertrag vorgelegt worden. Sie erinnere sich nicht an 

den genauen Betrag. Aufgeführt gewesen seien das Boot, irgendein Auto und  

eine Uhr als Sicherheit (Urk. 39 S. 5). Im eingereichten, nicht unterzeichneten, 

Darlehensvertrag vom 14. April 2011 war die Uhr allerdings nicht als Sicherheit 

aufgeführt (act. 2/3). Auf Vorhalt des vom Privatkläger eingereichten, wenn auch 

nicht unterzeichneten Vertragsdoppels sagte die Auskunftsperson: "Ich habe das 

Gefühl, die Darstellung beim mir vorgelegten Darlehensvertrag war anders. Ich 

meine, das Layout war anders. Mir fällt gerade auf, dass im Inhalt des mir von 

Ihnen vorgelegten Vertrages keine Uhr aufgeführt ist." (Urk. 39 S. 5). Diese  

Umstände sprechen zwar dafür, dass durch den Beschuldigten allenfalls ein  

Vertragsdokument vorgelegt wurde, um das Schiff herauszubekommen, dass es 

sich aber auch um ein anderes Dokument gehandelt haben könnte.  

 Im Zusammenhang mit der Würdigung der Aussagen der Auskunfts-

person H._____ ist zu beachten, dass das fragliche Boot ca. im September 2009 

zu ihm gekommen sei. Die Auskunftsperson habe eine Offerte gestellt über 

Fr. 32'000.–, worauf der Privatkläger um Bedenkzeit ersucht habe. Der Privat-

kläger habe am 14. Dezember 2010 eine Anzahlung geleistet, worauf sie mit den 

Reparaturarbeiten begonnen habe. Der Arbeitsaufwand habe ca. 240 Stunden 

betragen. Der Kontakt zum Privatkläger sei im Verlaufe des Frühlings 2011  

abgebrochen. Die Arbeiten seien damals zu 80 % oder 90 % abgeschlossen  

gewesen (Urk. 39 S. 3 f.). Im Zeitpunkt der Kontaktaufnahme durch den  

Beschuldigten habe sie vergeblich versucht, mit dem Privatkläger bzw.  

- 21 - 

Bootseigner in Kontakt zu treten (Urk. 39 S. 4). Ein oder zwei Monate nachdem 

der Beschuldigte das Boot abgeholt habe, habe sich der Privatkläger mit einer 

neuen Telefonnummer gemeldet. Der Privatkläger habe ihr "den Fall" geschildert 

und gesagt, dass er das Geld inkl. Zinsen wieder zurückbezahlt habe (Urk. 39 

S. 4). Dass die Auskunftsperson unter diesen doch aussergewöhnlichen  

Umständen keine Kopien der vom Beschuldigten angeblich vorgelegten  

Dokumente angefertigt hat (Urk. 39 S. 8), wirft Fragezeichen auf und  

insbesondere eben auch die Möglichkeit, dass gar kein Darlehensvertrag  

vorgezeigt wurde.  

 Sodann ist zu bemerken, dass der Privatkläger am 12. Dezember 2011 

gemäss E-Mail-Verkehr mit der Auskunftsperson H._____ Kontakt aufnahm um 

bestätigen zu lassen, "dass mein Boesch bei Ihnen bezahlt und abgeholt worden 

ist" (Urk. 2/10a). In der Folge schilderte der Privatkläger die genauen Umstände 

der Kreditgewährung, Rückzahlung und der Sicherheiten (Urk. 2/10c). Daraus 

ergibt sich, dass die Auskunftsperson über die Hintergründe des Darlehens  

detailliert unterrichtet wurde, und zwar auch über Belange, die den Boots-

restaurateur eigentlich nicht näher zu interessieren hatten (z.B. betr. die Rolex-

Uhr, die genauen Modalitäten des Darlehens). Dies bedeutet, dass die  

Kenntnisse der Auskunftsperson über "den Fall" vor allem aus der (faktischen)  

Instruktion durch den Privatkläger stammten und bei der Einvernahme somit nicht 

primär eigene Wahrnehmungen im Vordergrund standen.  

 Entgegen der Ansicht der Vorinstanz hatte die Auskunftsperson durchaus 

ein eigenes Interesse, im Sinne des Privatklägers, ihres offenbar langjährigen 

Kunden, auszusagen. Zum einen hatte sie keine Dokumente in den Händen,  

welche die Berechtigung zur Bootsherausgabe rechtfertigten, was ihr Geschäfts-

gebaren als fragwürdig erscheinen lässt und für sie schlechte Karten im Fall eines 

Rückgriffs oder einer anderen Einschätzung der Eigentumsverhältnisse betreffend 

das (ohne Entgegennahme der vorgelegten Papiere) herausgegebene Boot  

bedeuten könnte. Mit den Vorwürfen des Privatklägers konfrontiert (Urk. 2/10d), 

war es für sie sodann einfacher, sich auf dessen Seite zu stellen und faktisch den 

Beschuldigten zu belasten. 

- 22 - 

 Sodann wurde die Auskunftsperson – gemäss ihrer Darstellung – mit  

einer grösseren offenen Rechnung für die von ihr erbrachten Arbeiten am Boot 

zurückgelassen. Am 9. Mai 2012 erkundigte sich die Auskunftsperson per E-Mail 

beim Privatkläger, bis wann sie mit dem Geld rechnen könne (Urk. 2/10c). Der 

Privatkläger antwortete ihr gleichentags: "Ich bin bereit, dass wir dann, nachdem 

sie das Boot zurueckerhalten haben, das Boot zurueckzukaufen." (Urk. 2/10c). 

Dieser Dialog vermochte bei der Auskunftsperson berechtigte Hoffnung  

erwecken, dass ihr erbrachter Arbeitsaufwand durch den Privatkläger dennoch 

dereinst bezahlt werden könnte, was ein weiterer Beweggrund sein kann, zu  

dessen Gunsten auszusagen.  

 Zusammenfassend ergibt sich, dass auch die Aussagen der Auskunfts-

person H._____ erhebliche Widersprüche und Ungereimtheiten aufweisen. Sie 

hat sodann – wie dargelegt – ein eigenes finanzielles Interesse am Ausgang des 

Verfahrens und stand insoweit in einer indirekten Abhängigkeit des Privatklägers. 

Um ihn auf ihrer Seite zu haben und mit Blick auf die erhoffte Begleichung der  

offenen Rechnung für die Reparaturarbeiten am Boot, machte es für die  

Auskunftsperson am meisten Sinn, für den Privatkläger und damit faktisch gegen 

den Beschuldigten auszusagen. Wie der Standpunkt des Privatklägers war,  

wusste sie aufgrund der von ihm erhaltenen detaillierten E-Mails. Die  

Veruntreuungshandlungen lassen sich damit – entgegen der Schlussfolgerung 

der Vorinstanz (Urk. 68 S. 16 f. und S. 23) – auch nicht mit den Aussagen der  

Auskunftsperson und der zwischen ihr und dem Privatkläger geführten  

Korrespondenz erstellen.  

 7. Soweit von der Vorinstanz zur Sachverhaltserstellung auf die E-Mails 

des Privatklägers an den Beschuldigten abgestellt wird (vgl. Urk. 68 S. 17),  

wurden relevante Ungereimtheiten bereits bei der Würdigung der Aussagen des 

Privatklägers aufgezeigt (so betr. Versandzeit, dann diese in Relation zum Datum 

der angeblichen Vertragsunterzeichnung, weiter betr. Inhalt, Tagesbezeichnung). 

Richtig ist, dass sich auch der Beschuldigte unterschiedlich zu diesen E-Mails 

äusserte, indem er deren Existenz teilweise bestritt, dann wieder auf diese Bezug 

nahm und zum Teil nicht wusste, ob er diese empfangen habe, wie die Vorinstanz 

dargelegt hat (Urk. 68 S. 18). Anlässlich der Berufungsverhandlung machte der 

- 23 - 

Beschuldigte nun geltend, dass es zu diesen Widersprüchen gekommen sei, da 

er anlässlich der Befragung vor Vorinstanz nicht genau aufgepasst habe (Urk. 100 

S. 4). Dies erscheint wenig glaubhaft. Die E-Mails sind jedoch als Ganzes ohne-

hin nicht geeignet, die Veruntreuungshandlungen gemäss Anklageschrift zu er-

stellen, womit der Vorinstanz auch in diesem Punkt nicht zugestimmt werden 

kann (Urk. 68 S. 19 und 23). Auch wenn eher schwer vorstellbar ist, dass der  

Privatkläger die E-Mails allesamt selbst erstellt hat, einzig um sie vor Gericht ein-

zureichen, sowie dass der Beschuldigte kein einziges dieser E-Mails erhalten hat, 

kann letzteres – zumindest betreffend einzelner E-Mails – vorliegend nicht gänz-

lich ausgeschlossen werden. Nachdem die Privatklägerschaft auf die beweis-

mässige Verifizierung der E-Mails – z.B. mittels Beweisantrag auf entsprechende 

Nachforschungen bei den Internet-Providern – verzichtet hat, kann die Kenntnis-

nahme der E-Mails durch den Beschuldigten somit nicht rechtsgenügend erstellt 

werden. 

 8.1. Was weiter den SMS-Verkehr zwischen dem Privatkläger und dem 

Beschuldigten betrifft, erachtete die Vorinstanz die SMS, deren Echtheit und  

deren Versand vom Beschuldigten bestritten wurden, insgesamt als detailgetreu 

und mit den eingereichten E-Mails übereinstimmend. Insbesondere der hohe  

Detailgrad dieser SMS, insbesondere was die Thematik mit dem Bruder des  

Beschuldigten betreffe, spreche gegen eine Fälschung und dafür, dass diese 

Kommunikation tatsächlich so zwischen dem Beschuldigten und dem Privatkläger 

abgelaufen sei. Eine Fälschung aller E-Mails und SMS in einer derartigen  

Detailtreue würde darüber hinaus eine hohe kriminelle Energie voraussetzen. Es 

bestünden keine Anhaltspunkte, weshalb dies dem Privatkläger unterstellt werden 

könnte. Es sei deshalb unglaubhaft, dass diese nachträglich erstellt worden seien. 

Das Gericht sei deshalb von der Echtheit der SMS überzeugt (Urk. 68 S. 20).  

 8.2. Der Beschuldigte bestätigte, dass zwischen ihm und dem Privat-

kläger gewisse SMS "hin- und hergegangen" seien (Urk. 9 S. 2). Soweit der  

Privatkläger unter anderem als Beweismittel SMS-Abschriften vorlege, werde die 

Richtigkeit dieser Angaben aber grundsätzlich bestritten, da solche SMS  

Aufzeichnungen sowohl im Gerät als auch bei der Abschrift manipuliert werden 

könnten. Er selber habe diese Aufzeichnungen nicht mehr, so dass er sie nicht 

- 24 - 

überprüfen könne. Er könne nur aus der Erinnerung von Fall zu Fall angeben, an 

was er sich erinnern könne. An Mitteilungen gemäss der Abschrift könne er sich 

so nicht erinnern (Urk. 9 S. 2).  

 Der Einwand der Verteidigung wurde zu Recht erhoben. Zwar lässt sich 

der Abschrift ein grundsätzlich stimmiger Gesprächsverlauf entnehmen 

(Urk. 2/12), aber die Echtheit der SMS lässt sich – trotz des unbestrittenermassen 

vorhandenen Detailgrades der Kommunikation – überhaupt nicht verifizieren. 

Folglich ist auch nicht objektivierbar, ob diese Kommunikation tatsächlich so und 

auch zwischen dem Beschuldigten und dem Privatkläger stattgefunden hat. Damit 

ist – in Abweichung der vorinstanzlichen Einschätzung (Urk. 68 S. 20 und 23) – 

auch die SMS-Abschrift nicht als taugliches Beweismittel zur Sachverhalts-

erstellung anzusehen.  

 9. Mit Bezug auf die vorgelegten Quittungen der Darlehensrückzahlung 

und des Schmuckverkaufs wies die Vorinstanz auf die vorhandenen  

Ungereimtheiten hin. Auf diese ist zu verweisen (Urk. 68 S. 20 ff.; Art. 82 Abs. 4 

StPO). Die Rückzahlung des Darlehens ist an sich nicht bestritten. Mit Bezug auf 

den Differenzbetrag und den Schmuckkauf kann auf die Erwägungen bei der 

Aussagenwürdigung des Beschuldigten verwiesen werden (Ziff. III. B 3.2 des vor-

liegenden Urteils).  

 10. Die im Berufungsverfahren eingeholte schriftliche Auskunft bei der 

Zürcher Pfandleihkasse über die Auslösung der vom Zivilkläger im Jahr 2011 als 

Sicherheit für ein Darlehen hinterlegten Uhr "Rolex Datejust" (Urk. 85) fällt bei der 

Sachverhaltserstellung insofern neutral aus, als nicht mehr eruierbar war, wer der 

Vorweiser des Versatzscheines war und die genannte Uhr ausgelöst hat 

(Urk. 88). Dem Beschuldigten kann damit nicht widerlegt werden, dass er  

zusammen mit dem Privatkläger bei der Pfandleihkasse vorsprach. 

 11. Im Sinne einer Gesamtwürdigung ist festzuhalten, dass mit der  

Vorinstanz der Sachverhalt aufgrund der Aussagen des Beschuldigten und des 

Privatklägers nicht erstellt werden kann.  

- 25 - 

 Hingegen vermögen auch die Aussagen der Auskunftspersonen und die 

übrigen bei den Akten liegenden Beweismittel keinen überzeugenden Beitrag für 

die Erstellung des eingeklagten Sachverhalts zu leisten.  

 Insgesamt sind zwar Anhaltspunkte gegeben, die für die Veruntreuungs-

handlungen des Beschuldigten im Sinne des Anklagevorwurfs sprechen. So sind 

insbesondere das selber behauptete Geschäftsgebaren und das widersprüchliche 

Aussageverhalten des Beschuldigten ein Indiz dafür, dass sich das Geschehen 

anders als von ihm dargelegt abgespielt haben könnte bzw. er die gestellten  

Sicherheiten tatsächlich unberechtigterweise eingelöst und eben nicht  

unabhängig vom Darlehen für sich privat käuflich erworben hat. Andererseits  

ergeben sich bereits für sich betrachtet anhand der widersprüchlichen Aussagen 

des immer wieder Ausflüchte suchenden Privatklägers erhebliche Zweifel, dass 

sich das Geschehen tatsächlich so abgespielt hat, wie es in der Anklageschrift 

geschildert ist. Der Privatkläger, der sich gemäss eigener Zugabe im Rahmen 

dieses Darlehensschuldverhältnisses vertragswidrig verhalten hat, indem er  

seinen als Sicherheit gestellten BMW verkauft hat, vermochte insbesondere für 

seine Darstellung keinen der behaupteten zwei schriftlichen und gegen- 

gezeichneten Verträge vorzulegen. Aufgrund seiner offenbar ständigen finanziel-

len Engpässe und der bemerkenswerten Liste der gegen ihn laufenden Betrei-

bungen (Urk. 17/3), kann ein Motiv für eine konstruierte Geschichte zur Wieder-

erlangung der verkauften Gegenstände nicht ganz von der Hand gewiesen wer-

den. Nicht zuletzt hätte die vom ihm angestrengte Strafuntersuchung auch dazu 

dienen können, (weiteren) Prozessstoff und Beweismittel in dem von ihm gleich-

zeitig gegen die Firma des Beschuldigten in der gleichen Sache eingeleiteten  

Zivilverfahren (Urk. 1 S. 10) zu sammeln. Dass diese Klage nicht weiterverfolgt 

wurde, ändert an dieser möglichen Motivation nichts.  

 Somit ist vorliegend zwar nicht völlig ausgeschlossen, dass sich der 

Sachverhalt im Zusammenhang mit den Veruntreuungen gemäss Anklageschrift 

zugetragen hat, aber doch recht unwahrscheinlich. Es verbleiben daran mithin  

erhebliche und nicht überwindbare Zweifel. Da sich – wie oben erwähnt – die  

fehlende Nachweisbarkeit von Tatsachen nicht zum Nachteil des Beschuldigten 

- 26 - 

auswirken darf, ist er in Anwendung des Grundsatzes "in dubio pro reo" vom  

Vorwurf der mehrfachen Veruntreuung freizusprechen. 

IV. Zivilansprüche 

 1. Nach Art. 122 Abs. 1 StPO kann der als Privatkläger konstituierte  

Geschädigte zivilrechtliche Ansprüche aus der Straftat adhäsionsweise geltend 

machen, wobei er diese nach Art. 123 StPO zu beziffern und kurz zu begründen 

hat. Wird die beschuldigte Person freigesprochen, so hat das Gericht über die  

anhängig gemachte Zivilklage zu entscheiden, es sei denn, der Sachverhalt  

erweise sich diesbezüglich als nicht spruchreif. Diesfalls ist die Zivilklage auf den 

Weg des Zivilprozesses zu verweisen (vgl. Art. 126 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 lit. d 

StPO). Dabei hat das Gericht im Falle eines Freispruchs keine Beweis-

erhebungen für die Zivilklage mehr zu machen (BSK StPO, Basel 2014, DOLGE, 

Art. 126 N 19 und 41). 

 

 2. Die Voraussetzungen der Gutheissung eines Schadenersatz-

anspruches bestimmen sich dabei nach Art. 41 OR. Voraussetzung für die  

Zusprechung von Schadenersatz ist demnach, dass ein Schaden vorliegt, welcher 

durch ein widerrechtliches und schuldhaftes Verhalten adäquat kausal verursacht 

wurde. 

 3.   Da sich der vorliegende Sachverhalt in zivilrechtlicher Hinsicht als 

nicht spruchreif erweist, ist das Schadenersatzbegehren des Privatklägers auf 

den Zivilweg zu verweisen. 

V. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

 1. Die erstinstanzliche Kostenfestsetzung an sich (Dispositiv-Ziffer 7 

Abs. 1) ist nicht angefochten (Prot. II S. 8) und zu bestätigen, hingegen sind die 

Kosten der Untersuchung sowie des erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens aus-

- 27 - 

gangsgemäss auf die Gerichtskasse zu nehmen (Art. 426 Abs. 1 und 2 StPO;  

Art. 428 Abs. 1 StPO). 

 2.1. Wird die beschuldigte Person freigesprochen, so hat sie Anspruch 

auf Entschädigung ihrer Aufwendungen für die angemessene Ausübung ihrer  

Verfahrensrechte, Entschädigung der wirtschaftlichen Einbussen, die aus ihrer 

notwendigen Beteiligung am Strafverfahren entstanden sind und Genugtuung für 

besonders schwere Verletzungen ihrer persönlichen Verhältnisse, insbesondere 

bei Freiheitsentzug (Art. 429 Abs. 1 lit. a-c StPO). Zu den Entschädigungen für 

Aufwendungen zur Wahrung der Verfahrensrechte (Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO) 

gehören primär die Kosten der frei gewählten Verteidigung, wenn die Verbei-

ständung angesichts der tatsächlichen oder rechtlichen Komplexität des Falls  

geboten war (Schmid, Handbuch StPO, 2. Aufl., N. 1810). 

 2.2. Vorliegend war der Beizug einer anwaltlichen Verteidigung gerecht-

fertigt.  

 2.3. Der Beschuldigte beantragt für das erstinstanzliche Verfahren eine 

Umtriebsentschädigung von Fr. 16'483.50 (Urk. 72 S. 2). Vor Vorinstanz veran-

schlagte er einen Aufwand für die Verteidigung von 60.45 Stunden à Fr. 250.– 

(Urk. 57 S. 23). Dies erweist sich insbesondere in Anbetracht des für die Vertre-

tungen sehr aufwändig geführten Vorverfahrens – wo die Sachverhaltsabklärung 

mit dem mehrfachen Schriftenwechsel zu Beginn faktisch zu einem grossen Teil 

an die Rechtsvertretungen delegiert wurde – als angemessen. Dem Beschuldig-

ten ist für das Untersuchungsverfahren und das erstinstanzliche Gerichtsver-

fahren somit eine Prozessentschädigung von Fr. 16'483.50 aus der Gerichtskasse 

zuzusprechen. 

 3. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr ist auf Fr. 3'000.– festzusetzen. 

 4.1 Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach  

Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO).  

 4.2 Der Beschuldigte dringt mit seinen Anträgen in der Sache vollumfäng-

lich durch. Die Staatsanwaltschaft hat ihre Berufung zurückgezogen, die Privat-

klägerschaft hat weder Berufung noch Anschlussberufung erhoben, jedoch  

- 28 - 

Anträge in der Sache gestellt, mit welchen sie vollumfänglich unterliegt. Aus-

gangsgemäss sind die Kosten des Berufungsverfahrens somit im Umfang von  

¾ dem Privatkläger aufzuerlegen und – zufolge des Rückzugs der Berufung durch 

die Staatsanwaltschaft – im Umfang von ¼ auf die Gerichtskasse zu nehmen. 

 5. Für das Berufungsverfahren beantragt der Beschuldigte die Ausrich-

tung einer Entschädigung von Fr. 4'462.– auf der Basis eines Aufwands von 

16.15 Stunden à Fr. 250.– (inklusive der hierbei zudem bereits berücksichtigten 

Barauslagen von Fr. 94.– und der MwSt. in Höhe von 8%; Urk. 102). Dieser für 

den Zeitraum vor der Berufungsverhandlung geltend gemachte Betrag erscheint 

angemessen. Für die Berufungsverhandlung ist sodann ein zusätzlicher Aufwand 

von fünf Stunden, entsprechend Fr. 1'250.–, zu entschädigen, wobei wiederum 

8% MwSt., entsprechend Fr. 100.–, zu berücksichtigen sind. Die Prozessent-

schädigung des Beschuldigten für das Berufungsverfahren ist folglich auf insge-

samt Fr. 5'812.– festzusetzen.  

 

 6. Die Art. 429 ff. StPO betreffend die Entschädigung des Beschuldigten 

gelten kraft Verweises in Art. 436 Abs. 1 StPO auch im Berufungsverfahren. Wie 

bereits zum erstinstanzlichen Verfahren erläutert (Ziff. V. 2.), hat die beschuldigte 

Person, insbesondere wenn sie freigesprochen wird, gemäss Art. 429 Abs. 1 lit. a 

StPO Anspruch auf Entschädigung ihrer Aufwendungen für die angemessene 

Ausübung ihrer Verfahrensrechte. Art. 432 Abs. 1 StPO sieht dabei vor, dass die 

obsiegende beschuldigte Person gegenüber der Privatklägerschaft Anspruch auf 

angemessene Entschädigung der durch die Anträge im Zivilpunkt verursachten 

Aufwendungen hat. Wenn die beschuldigte Person im Schuldpunkt obsiegt und es 

sich um ein Antragsdelikt handelt, so können die antragstellende Partei oder die 

Privatklägerschaft, sofern sie mutwillig oder grob fahrlässig vorgegangen sind und 

dadurch den guten Ablauf des Verfahrens behindert oder dessen Durchführung 

erschwert haben, gemäss Art. 432 Abs. 2 StPO dazu verpflichtet werden, der  

beschuldigten Person die Aufwendungen für die angemessene Ausübung der 

Verfahrensrechte zu ersetzen. Die Verteidigungskosten betreffend den Strafpunkt 

gehen also grundsätzlich zu Lasten des Staates. Der Grundsatz, dass die  

- 29 - 

Verantwortung für die Strafverfolgung dem Staat obliegt, ist dabei gemäss  

Bundesgericht u.a. für solche Situationen zu korrigieren, in denen das Verfahren 

mehr im Interesse der Privatklägerschaft geführt wurde. Handelt es sich um eine 

Entschädigung, welche anlässlich eines Berufungsverfahrens gewährt wird,  

müssen die kraft Verweises von Art. 436 Abs. 1 StPO anwendbaren  

Bestimmungen angesichts dieser speziellen Situation ausgelegt werden (Urteil 

des Bundesgerichts 6B_802/2011 vom 8. November 2012, übersetzt in Pra 2013 

Nr. 60). Auch wenn die Privatklägerschaft – im Unterschied zum zitierten Ent-

scheid des Bundesgerichts – vorliegend keine Berufung erhoben hat, liegt auf-

grund des Engagements der Privatklägerschaft im Berufungsverfahren auch vor-

liegend eine vergleichbare Situation vor, wie sie in Art. 432 StPO umschrieben ist.  

 Der Privatkläger ist somit zu verpflichten, dem Beschuldigten ¾ der  

Prozessentschädigung für das Berufungsverfahren (Fr. 4'359.–) zu bezahlen. Im 

Umfang von ¼ ist die Prozessentschädigung für das Berufungsverfahren 

(Fr. 1'453.–) dem Beschuldigten aus der Gerichtskasse zu bezahlen. 

 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird vorgemerkt, dass die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis ihre  

Berufung am 3. März 2014 zurückgezogen hat.  

2. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Horgen, Einzel-

gericht, vom 15. November 2013 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 

"1. (…) 

2. Vom Vorwurf des Wuchers im Sinne von Art. 157 Ziff. 1 Abs. 1 StGB wird der  

Beschuldigte freigesprochen. 

3.-9. (…) 

10. (Mitteilungen.) 

11. (Rechtsmittel.)" 

- 30 - 

3. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist der mehrfachen Veruntreuung im Sinne von 

Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB nicht schuldig und wird vollumfänglich freige-

sprochen. 

2. Das Schadenersatzbegehren des Privatklägers B._____ wird auf den 

Zivilweg verwiesen. 

3. Die erstinstanzliche Kostenfestsetzung (Dispositiv-Ziff. 7 Abs. 1) wird be-

stätigt. 

4. Die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens 

werden auf die Gerichtskasse genommen. 

5. Dem Beschuldigten wird für das Untersuchungsverfahren und das erstin-

stanzliche Gerichtsverfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 16'483.50 

aus der Gerichtskasse zugesprochen. 

6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird auf Fr. 3'000.-- festgesetzt. 

7. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden im Umfang von ¾ dem Privat-

kläger auferlegt und im Umfang von ¼ auf die Gerichtskasse genommen. 

8. Die Prozessentschädigung des Beschuldigten für das Berufungsverfahren 

wird auf Fr. 5'812.– festgesetzt.  

9. Der Privatkläger wird verpflichtet, dem Beschuldigten ¾ der Prozessent-

schädigung für das Berufungsverfahren (Fr. 4'359.–) zu bezahlen. Im Um-

fang von ¼ wird die Prozessentschädigung für das Berufungsverfahren 

(Fr. 1'453.–) dem Beschuldigten aus der Gerichtskasse bezahlt. 

- 31 - 

10. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten 
(übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis (versandt) 
− Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____, …, … [Adresse], im Doppel für sich und 

zuhanden des Privatklägers (übergeben) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten 
− die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis 
− Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____, …, … [Adresse], im Doppel für sich und 

zuhanden des Privatklägers 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung all-

fälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 

− das Migrationsamt des Kantons Zürich 
− die Koordinationsstelle VOSTRA mittels Kopie von Urk. 69 mit dem 

Vermerk Freispruch 

11. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 

- 32 - 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
 

Zürich, 16. Oktober 2014 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter lic. iur. P. Marti 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

lic. iur. P. Rietmann 
 

 

 

	Urteil vom 16. Oktober 2014
	Anklage:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig der mehrfachen Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB.
	2. Vom Vorwurf des Wuchers im Sinne von Art. 157 Ziff. 1 Abs. 1 StGB wird der Beschuldigte freigesprochen.
	3. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu Fr. 50.–  (insgesamt Fr. 9'000.–) sowie mit einer Busse von Fr. 1'800.–.
	4. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen.
	5. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 18 Tagen.
	6. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges des Zivilanspruchs wird der Privatkläger auf den Weg des Zivi...
	7. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:
	Fr. 3'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: Fr. 3'000.00   Gebühr Anklagebehörde
	Die Kosten werden im Umfang von vier Fünfteln dem Beschuldigten auferlegt und im  Übrigen auf die Gerichtskasse genommen.
	Verlangt keine der Parteien eine schriftliche Begründung des Urteils, ermässigt sich die Entscheidgebühr auf zwei Drittel.
	8. Dem Beschuldigten wird eine reduzierte Prozessentschädigung in der Höhe von Fr. 3'100.– (inkl. MwSt.) für die anwaltliche Verteidigung aus der Gerichtskasse zugesprochen.
	9. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger für das gesamte Verfahren eine  Prozessentschädigung in der Höhe von Fr. 14'400.– (inkl. MwSt.) zu bezahlen.
	10. (Mitteilungen.)
	11. (Rechtsmittel.)"
	Berufungsanträge:
	a)  der Verteidigung des Beschuldigten (Urk. 101):
	Erwägungen:
	I.  Prozessgeschichte
	II.  Prozessuales
	III.  Sachverhalt
	IV.  Zivilansprüche
	V.  Kosten- und Entschädigungsfolgen

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird vorgemerkt, dass die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis ihre  Berufung am 3. März 2014 zurückgezogen hat.
	2. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Horgen, Einzelgericht, vom 15. November 2013 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	"1. (…)
	2. Vom Vorwurf des Wuchers im Sinne von Art. 157 Ziff. 1 Abs. 1 StGB wird der  Beschuldigte freigesprochen.
	3.-9. (…)
	10. (Mitteilungen.)
	11. (Rechtsmittel.)"
	3. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist der mehrfachen Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB nicht schuldig und wird vollumfänglich freigesprochen.
	2. Das Schadenersatzbegehren des Privatklägers B._____ wird auf den Zivilweg verwiesen.
	3. Die erstinstanzliche Kostenfestsetzung (Dispositiv-Ziff. 7 Abs. 1) wird be-stätigt.
	4. Die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens werden auf die Gerichtskasse genommen.
	5. Dem Beschuldigten wird für das Untersuchungsverfahren und das erstinstanzliche Gerichtsverfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 16'483.50 aus der Gerichtskasse zugesprochen.
	6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird auf Fr. 3'000.-- festgesetzt.
	7. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden im Umfang von ¾ dem Privatkläger auferlegt und im Umfang von ¼ auf die Gerichtskasse genommen.
	8. Die Prozessentschädigung des Beschuldigten für das Berufungsverfahren wird auf Fr. 5'812.– festgesetzt.
	9. Der Privatkläger wird verpflichtet, dem Beschuldigten ¾ der Prozessentschädigung für das Berufungsverfahren (Fr. 4'359.–) zu bezahlen. Im Umfang von ¼ wird die Prozessentschädigung für das Berufungsverfahren (Fr. 1'453.–) dem Beschuldigten aus der ...
	10. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis (versandt)
	 Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____, …, … [Adresse], im Doppel für sich und zuhanden des Privatklägers (übergeben)
	 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis
	 Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____, …, … [Adresse], im Doppel für sich und zuhanden des Privatklägers
	 die Vorinstanz
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mittels Kopie von Urk. 69 mit dem Vermerk Freispruch

	11. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.
	Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen W...
	Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsgesetzes.