# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ce611f84-2e5e-5fa2-aecb-e20627951dd1
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-12-23
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 23.12.2011 LE110057
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LE110057_2011-12-23.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: LE110057-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichter Dr. R. Klopfer, Vorsitzender, Oberrichterin Dr. D. Scher-

rer und Ersatzoberrichterin lic. iur. R. Blesi Keller sowie Gerichts-

schreiber lic. iur. K. Vogel 

Beschluss vom 23. Dezember 2011 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beklagte und Berufungsklägerin 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ 

 

gegen 

 

B._____,  
Kläger und Berufungsbeklagter 

 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ 

 

betreffend Eheschutz (Unterhaltsbeiträge, Auskunftspflicht) 
 
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts am Bezirksgericht Andelfingen 
vom 29. August 2011 (EE100008-B) 

- 2 - 

Erwägungen: 

I. 

 1. Die Parteien standen seit dem 29. April 2010 in einem Eheschutz-

verfahren vor dem Einzelgericht im summarischen Verfahren des Bezirkes Andel-

fingen (Urk. 1). Mit Urteil vom 29. August 2011 entschied die Vorinstanz unter an-

derem das Folgende (Urk. 147 S. 36 ff.): 

"[…] 

 7. Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten für sich und den gemeinsamen Sohn 
C._____ rückwirkend ab 10. Dezember 2009 monatliche, im Voraus auf den Ers-
ten eines jeden Monats zahlbare Unterhaltsbeiträge von total Fr. 5'200.– zuzüg-
lich allfälliger gesetzlicher oder vertraglicher Kinderzulagen zu bezahlen, nämlich 
Fr. 2'500.– für sie persönlich sowie Fr. 2'700.– zuzüglich allfälliger gesetzlicher 
oder vertraglicher Kinderzulagen für C._____. 

 8. Vom Kläger für den Zeitraum ab 10. Dezember 2009 an die Beklagte bereits ge-
leistete Unterhaltszahlungen sind mit den vorstehend genannten Unterhaltsbei-
trägen zu verrechnen. Ebenso sind die vom Kläger bezahlten Krankenkassen-
prämien für C._____ fürs gesamte Jahr 2010 sowie die vom Kläger für die Be-
klagte bezahlten Autoversicherungsprämien anzurechnen. Die ausstehenden 
Unterhaltsbeiträge werden innert 30 Tagen ab Rechtskraft dieses Urteils fällig. 

 9. Zudem ist der Beklagte zu verpflichten, ab 1. Januar 2011 jeweils die Hälfte der 
an ihn ausbezahlten Boni und übrigen erfolgsabhängigen Vergütungen seiner 
Arbeitgeberin innert 30 Tagen an die Beklagte weiterzuleiten. Davon abzuziehen 
sind die von der Beklagten tatsächlich bereits bezogenen Boni.  

10. Die Parteien haben sich bezüglich ihrer jeweiligen Einkommensverhältnisse ge-
genseitig unaufgefordert zu informieren. 

[…]" 

 Gegen diesen Entscheid erhob die Beklagte mit Eingabe vom 16. Septem-

ber 2011 rechtzeitig Berufung, mit folgenden Anträgen (Urk. 146 S. 2): 

"Es sei Ziff. 7, 8 und 9 des Urteils des BG Andelfingen vom 29. August 2011 aufzu-
heben und im Sinne der nachfolgenden Begründung zu ändern, alles unter Kosten- 
und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Klägers. 

Der Berufung sei die aufschiebende Wirkung in Bezug auf die Anordnung von Unter-
haltsbeiträgen gemäss Ziff. 7 zu entziehen und der Kläger sei zu verpflichten, der Be-
klagten die von der Vorinstanz festgesetzten monatlichen Unterhaltsbeiträge im Be-
trag von Fr. 5'200, plus Kinderzulagen, ab 1. Oktober 2011 für die Dauer des Beru-
fungsverfahrens zu bezahlen. 

Ferner sei der Kläger zu verpflichten, der Beklagten für das Berufungsverfahren einen 
Prozesskostenvorschuss von Fr. 4'000 zu bezahlen, im Eventualfall sei der Beklagten 
UP und UR zu gewähren." 

- 3 - 

 2. Das Rechtsmittelverfahren steht unter der Herrschaft der am 1. Januar 

2011 in Kraft getretenen Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO; Art. 405 

Abs. 1 ZPO).  

 3. Die Berufung hemmt die Rechtskraft des angefochtenen Entscheids nur 

im Umfang der Anträge (Art. 315 Abs. 1 ZPO). Die nicht angefochtenen Teile des 

Entscheids werden demnach formell rechtskräftig und vollstreckbar. Vorliegend 

wurde der Eheschutzentscheid der Vorinstanz vom 29. August 2011 in den nicht 

angefochtenen Teilen, nämlich den Dispositivziffern 1 bis 6, 10 bis 13, 15 und 16, 

mit Ablauf der Berufungsfrist am 19. September 2011 (Urk. 142) rechtskräftig.  

 4. Mit Präsidialverfügung vom 30. September 2011 wurde die vorzeitige 

Vollstreckung in Bezug auf die Dispositivziffer 7 des angefochtenen Entscheids 

(Unterhaltsbeiträge) bewilligt (Art. 315 Abs. 2 Satz 1 ZPO; Urk. 150).  

 5. Der Berufungsbeklagte beantwortete die Berufung fristgerecht mit Ein-

gabe vom 19. Oktober 2011 (Art. 312 ZPO; Urk. 151). Er stellte seinerseits fol-

gende Anträge: 

"1. Die Anträge der Beklagten und Berufungsklägerin seien vollumfänglich abzu-
weisen. 

 2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beklagten und  
Berufungsklägerin. 

[…] Das Gesuch um Leistung eines Prozessvorschusses von CHF 4'000.00 durch 
den Kläger und Berufungsbeklagten sowie das Gesuch um Bewilligung der un-
entgeltlichen Prozessführung und Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsver-
treters seien abzuweisen." 

 6. Mit ihrem Einverständnis wurden die Parteien zur Vergleichsverhand-

lung vorgeladen (Prot. II S. 4, Urk. 154). Diese fand am 16. Dezember 2011 statt; 

es erschienen Rechtsanwalt Dr. X._____ namens und in Begleitung der Beru-

fungsklägerin sowie Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ namens und in Begleitung 

des Berufungsbeklagten (Prot. II S. 6). Unter Mitwirkung des Gerichtsschreibers 

(§ 133 Abs. 2 GOG) schlossen die Parteien anlässlich dieser Verhandlung einen 

Vergleich mit folgendem Inhalt (Prot. II S. 6, Urk. 159): 

- 4 - 

"1. Die Berufungsklägerin zieht die Berufung zurück, inklusive ihres Ge-

suchs um unentgeltliche Rechtspflege und ihres Antrags auf Prozess-

kostenvorschuss. 

 2. Die Parteien vereinbaren was folgt: 

a) Der Berufungsbeklagte anerkennt gegenüber der Berufungsklägerin 

folgende Schuld: 

Fr.  35'550.00 ausstehende Unterhaltsalimente (Ehegatten- und 
Kinderunterhaltsbeiträge) bis 30. September 2011 

Fr.   5'000.00 Anteil an Bonus für das Jahr 2010 

Fr.  40'550.00 Total 

b) Diese Schuld wird wie folgt durch Verrechnung getilgt: 

Fr.  2'800.00 vom Berufungsbeklagten übernommene Visa-
Rechnungen der Berufungsklägerin  

Fr.   1'250.00 vom Berufungsbeklagten übernommene Telefon-
kosten der Berufungsklägerin 

Fr.   6'500.00 vorgeschossene Mieterkaution für die Wohnung der 
Berufungsklägerin an der …str. … in D._____ 

Fr.   10'000.00 Rückerstattungsanspruch gegenüber E._____  
(Vater der Berufungsklägerin) 

Fr.  20'550.00 Total 

In Bezug auf die vorstehenden Verrechnungsforderungen verweisen 

die Parteien zur Spezifikation auf das Schreiben von Rechtsanwältin 

lic. iur. Y._____ an Rechtsanwalt Dr. X._____ vom 14. Dezember 

2011. 

c) Die Restschuld von noch Fr. 20'000.00 wird wie folgt bezahlt: 

Fr. 10'000.00 bis am 31. Dezember 2011 

Fr. 10'000.00 bis am 1. März 2012. 

 3. Der Berufungsbeklagte verpflichtet sich, der F._____ [Bank] innert 20 Tagen 

ab heute die Erklärung abzugeben, dass er auf sämtliche Ansprüche aus der 

geleisteten Mieterkaution verzichtet. 

  4. Der Berufungsbeklagte erklärt hiermit, dass damit die erwähnte Forderung 

gegenüber E._____ über Fr. 10'000.– getilgt ist. 

- 5 - 

  6. [recte 5.] Die Parteien vereinbaren, die Kosten des Berufungsverfahrens je  

zur Hälfte zu tragen und verzichten gegenseitig auf Parteientschädigungen." 

II. 

 Indem die Berufungsklägerin ihre Berufung zurückzieht, akzeptiert sie die  

Regelungen der Vorinstanz. Die Ziffern 2 bis 4 des Vergleichs enthalten weitere 

Bestimmungen schuldrechtlicher bzw. vollstreckungsrechtlicher Natur (Urk. 159, 

vgl. auch Urk. 160). Der Inhalt des Vergleichs unterliegt der Parteiautonomie.  

 Ein Vergleich hat die Wirkung eines rechtskräftigen Entscheides (Art. 241 

Abs. 2 in Verbindung mit Art. 219 ZPO). Der Prozess ist demzufolge abzuschrei-

ben (Art. 241 Abs. 3 ZPO), unter vereinbarungsgemässer Regelung der Kosten- 

und Entschädigungsfolgen. 

III. 

 Die Berufungsklägerin zog auch ihren Antrag betreffend Prozesskosten-

bevorschussung / unentgeltliche Rechtspflege zurück (Urk. 159 Ziff. 1, 2. Teil). 

 Die Entscheidgebühr für das Berufungsverfahren ist in Anwendung von  

§ 2 lit. a, c und d sowie § 12 Abs. 1 und 2 in Verbindung mit § 5 Abs. 1, § 6 Abs. 2 

lit. b und § 10 Abs. 1 der Gebührenverordnung des Obergerichts (GebV OG) auf 

Fr. 1'500.– festzusetzen. 

 Die Prozesskosten werden bei einem Vergleich grundsätzlich nach Mass-

gabe des Vergleichs getragen (Art. 109 Abs. 1 ZPO; vgl. dazu Urk. 159 Ziff. 6). 

Dementsprechend sind die zweitinstanzlichen Gerichtskosten vereinbarungsge-

mäss den Parteien je zur Hälfte aufzuerlegen und ist davon abzusehen, Partei-

entschädigungen für das Berufungsverfahren zuzusprechen. 

- 6 - 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird davon Vormerk genommen, dass der erstinstanzliche Eheschutz-

entscheid vom 29. August 2011 in den Dispositivziffern 1 bis 6, 10 bis 13,  

15 und 16 mit Ablauf der Berufungsfrist am 19. September 2011 in Rechts-

kraft erwachsen ist. 

2. Das Berufungsverfahren wird abgeschrieben. 

3. Der Rückzug des Gesuchs der Berufungsklägerin um unentgeltliche Rechts-

pflege wird vorgemerkt.  

4. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 1'500.– festgesetzt. 

5. Die Gerichtskosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden den Parteien 

je zur Hälfte auferlegt. 

6. Vom gegenseitigen Verzicht auf Parteientschädigungen wird Vormerk ge-

nommen. 

7. Schriftliche Mitteilung an die Parteien sowie an das Bezirksgericht Andelfin-

gen, je gegen Empfangsschein. 

Nach unbenutztem Ablauf der Rechtsmittelfrist gehen die erstinstanzlichen 

Akten an die Vorinstanz zurück. 

8. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG und zugleich ein Entscheid über 
vorsorgliche Massnahmen im Sinne von Art. 98 BGG.  

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert übersteigt 
Fr. 30'000.–. 

- 7 - 

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. In diesem Verfahren stehen die 
Fristen nicht still. 

Die Anfechtung einer Parteierklärung (Vergleich, Anerkennung oder Rückzug des Be-
gehrens) hat nicht mit Beschwerde an das Bundesgericht, sondern mit Revision beim 
Obergericht zu erfolgen (Art. 328 ff. ZPO). 

 

 
Zürich, 23. Dezember 2011 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Zivilkammer 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

lic. iur. K. Vogel 
 
 
versandt am: 
se 

	Beschluss vom 23. Dezember 2011
	Erwägungen:
	I.
	a) Der Berufungsbeklagte anerkennt gegenüber der Berufungsklägerin folgende Schuld:
	b) Diese Schuld wird wie folgt durch Verrechnung getilgt:
	c) Die Restschuld von noch Fr. 20'000.00 wird wie folgt bezahlt:

	II.
	III.
	Es wird beschlossen:
	1. Es wird davon Vormerk genommen, dass der erstinstanzliche Eheschutzentscheid vom 29. August 2011 in den Dispositivziffern 1 bis 6, 10 bis 13,  15 und 16 mit Ablauf der Berufungsfrist am 19. September 2011 in Rechtskraft erwachsen ist.
	2. Das Berufungsverfahren wird abgeschrieben.
	3. Der Rückzug des Gesuchs der Berufungsklägerin um unentgeltliche Rechtspflege wird vorgemerkt.
	4. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 1'500.– festgesetzt.
	5. Die Gerichtskosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt.
	6. Vom gegenseitigen Verzicht auf Parteientschädigungen wird Vormerk genommen.
	7. Schriftliche Mitteilung an die Parteien sowie an das Bezirksgericht Andelfingen, je gegen Empfangsschein.
	8. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...