# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 353ee3b6-58d7-5ba8-8c52-7b8d60363cc4
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-08-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.08.2020 D-5923/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5923-2018_2020-08-17.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-5923/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 7 .  A u g u s t  2 0 2 0  

Besetzung 
 Richterin Daniela Brüschweiler (Vorsitz), 

Richterin Barbara Balmelli,  

Richterin Claudia Cotting-Schalch,    

Gerichtsschreiberin Regula Frey. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

B._______, geboren am (…), 

C._______ (recte: D._______), geboren am (…), 

E._______, geboren am (…), 

alle Afghanistan,   

alle vertreten durch Melanie Aebli, Rechtsanwältin,  

Beschwerdeführende,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl (ohne Wegweisungsvollzug);  

Verfügung des SEM vom 18. September 2018 / N (…). 

 

 

 

D-5923/2018 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführenden suchten am 11. Oktober 2015 in der Schweiz 

um Asyl nach. Am 23. Oktober 2015 erfolgten die Befragungen zur Person 

(BzP) und am 10. Februar 2017 wurden die vertieften Bundesanhörungen 

(BA) durchgeführt. Am 12. September 2018 fand eine ergänzende Anhö-

rung von A._______ (nachfolgend: Beschwerdeführer) statt. 

B.  

Am (…) wurde die Tochter E._______ geboren. 

C.   

C.a Zur Begründung seines Asylgesuchs machte der Beschwerdeführer im 

Wesentlichen geltend, er sei Tadschike und in F._______ (Distrkit 

G._______, Provinz Baghlan) aufgewachsen. Nach Abschluss des Gym-

nasiums habe er eine Arbeitsstelle in Kabul gefunden. Dort habe er in ver-

schiedenen Camps für amerikanische Arbeitgeber (…) verlegt. Weil er mit 

Ausländern – mit «Ungläubigen» – zusammengearbeitet habe, seien er 

wie auch Familienangehörige wiederholt getadelt und bedroht worden. Er 

solle aufhören, mit den Ungläubigen zusammenzuarbeiten. Aufgrund die-

ser Behelligungen habe er sich an seinen Arbeitgeber gewandt. Dieser 

habe ihm keinen Schutz gewähren können und ihn an die Polizei verwie-

sen, die aber auch nichts habe tun können. Eines Tages, als er mit zwei 

Arbeitskollegen im Auto seines Vaters von Kabul unterwegs nach 

G._______ gewesen sei, seien sie von mehreren Taliban angehalten und 

durchsucht worden. Bei seinen Kollegen hätten sie deren Arbeitskarten 

vorgefunden. Bei ihm seien sie nicht fündig geworden, da er auf Anraten 

seines Vaters keine Dokumente auf sich getragen habe, welche einen Hin-

weis auf seinen Arbeitgeber erlaubten. Seine Arbeitskollegen seien von 

den Taliban gefesselt und mit dem auf den Kopf gerichteten Gewehrlauf 

bewacht worden. Ihm sei von einem Taliban mit dem Gewehrkolben ins 

Gesicht geschlagen worden, nachdem er wiederholt angegeben habe, 

keine Karte zu besitzen und lediglich als Sammeltaxifahrer unterwegs ge-

wesen zu sein. Danach habe er keine Erinnerungen mehr und könne auch 

nicht sagen, wie lange er bewusstlos gewesen sei. Als er wieder bei Be-

wusstsein gewesen sei, seien weder die Taliban noch seine Kollegen vor 

Ort gewesen. Auch sein beziehungsweise das Auto seines Vaters habe 

nicht mehr dort gestanden. Er habe sich kaum mehr bewegen können, sein 

rechtes Auge habe gebrannt und er habe geblutet. Er habe einen LKW an-

gehalten, der ihn einen Teil der Wegstrecke zu seinen Eltern mitgenommen 

D-5923/2018 

Seite 3 

habe. Als er bei seinen Eltern angekommen sei, habe er seinem Vater von 

dem Vorfall berichtet. Sein Vater habe in der Folge die Angehörigen der 

verschwundenen Arbeitskollegen über den Vorfall informiert. Diese hätten 

den Beschwerdeführer offenbar beschuldigt, die Arbeitskollegen den Tali-

ban ausgeliefert zu haben, weshalb er am Abend von Polizisten festge-

nommen und auf den Bezirksposten gebracht worden sei. Sie hätten ihn 

beschuldigt, ein Ungläubiger geworden zu sein und zwei junge Leute den 

Taliban ausgeliefert zu haben. Am Folgetag sei er aus der Haft befreit wor-

den und kurz darauf gemeinsam mit seiner Frau und dem Sohn geflüchtet. 

Sein Vater habe die Freilassung mittels Geldleistung erwirkt und auch 

seine Ausreise in die Wege geleitet. Im Weiteren gab der Beschwerdefüh-

rer zu Protokoll, dass er nach seiner Ankunft in der Schweiz vom gewalt-

samen Tod seines Bruders erfahren habe und glaube, dass die Tötung sei-

nes Bruders im Zusammenhang mit ihm beziehungsweise den vorerwähn-

ten Geschehnissen stehe. Sodann sei seine Schwester Anfang 2018, ver-

mutlich von den Taliban, entführt worden. Er habe seither keine weiteren 

Informationen über ihren Verbleib erhalten. 

C.b Die Asylgründe der Beschwerdeführerin stützen sich im Wesentlichen 

auf die Asylvorbringen ihres Ehemannes. Sie bestätigte seine Angaben, 

wonach er eines Tages verletzt zu Hause angekommen und in der Folge 

von der Polizei dort abgeholt worden sei. Sie habe Angst, ihr Mann würde 

hingerichtet. Überdies gab sie zu Protokoll, dass vor ihrer Heirat mit dem 

Beschwerdeführer ein anderer (viel älterer) Mann, der (…) des Dorfes, um 

ihre Hand angehalten gehabt habe.  

C.c Die Beschwerdeführenden reichten verschiedene Beweismittel, unter 

anderem eine Tazkira und deren Übersetzung (je in Kopie) sowie verschie-

dene Dokumente die Arbeitstätigkeit des Beschwerdeführers betreffend, zu 

den Akten.  

D.  

Mit Verfügung vom 18. September 2018 – eröffnet am 19. September 2018 

– stellte das SEM fest, die Beschwerdeführenden erfüllten die Flüchtlings-

eigenschaft nicht, lehnte deren Asylgesuche ab und ordnete die Wegwei-

sung aus der Schweiz an. Weil der Vollzug der Wegweisung zurzeit nicht 

zumutbar sei, wurde die vorläufige Aufnahme der Beschwerdeführenden 

angeordnet. 

E.  

Mit Eingabe vom 16. Oktober 2018 reichten die Beschwerdeführenden 

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Seite 4 

beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde ein und beantragten die Auf-

hebung der vorinstanzlichen Verfügung, die Feststellung der Flüchtlingsei-

genschaft und die Gewährung von Asyl. In verfahrensrechtlicher Hinsicht 

ersuchten sie sinngemäss um Ansetzung einer Frist zur Nachreichung von 

im Heimatland angeforderten Beweismitteln, um Gewährung der unentgelt-

lichen Prozessführung und Rechtsverbeiständung sowie um Verzicht auf 

die Erhebung eines Kostenvorschusses.  

Der Beschwerdeschrift lag eine Fürsorgebestätigung (datiert vom 16. Ok-

tober 2018) bei. 

F.  

Mit Schreiben vom 18. Oktober 2018 bestätigte das Bundesverwaltungs-

gericht den Eingang der Beschwerde. 

G.  

Mit Zwischenverfügung vom 25. Oktober 2018 hiess die Instruktionsrichte-

rin das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gut 

und verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Gleichzeitig 

wurden die Beschwerdeführenden aufgefordert, innert angesetzter Frist 

den Namen des von ihnen bestimmten Rechtsbeistands oder der Rechts-

beiständin mitzuteilen und eine entsprechende Vollmacht einzureichen, 

verbunden mit dem Hinweis, dass über das Gesuch um Beiordnung einer 

unentgeltlichen Rechtsvertretung nach Ablauf der besagten Frist entschie-

den werde. Sodann setzte sie zur Nachreichung weiterer Beweismittel eine 

Frist von 30 Tagen ab Erhalt der Zwischenverfügung an, mit dem Hinweis, 

dass das Verfahren bei ungenutzter Frist aufgrund der Aktenlage weiterge-

führt werde. 

H.  

Mit Eingabe vom 7. November 2018 erklärte Rechtsanwältin Melanie Aebli 

ihre Bereitschaft zur Übernahme der amtlichen Rechtsverbeiständung und 

ersuchte gleichzeitig um Erstreckung der Frist zur Nachreichung von Be-

weismitteln. 

I.  

Mit Zwischenverfügung vom 12. November 2018 hiess die Instruktionsrich-

terin das Gesuch um Gewährung der amtlichen Rechtsverbeiständung gut 

und ordnete Rechtsanwältin Melanie Aebli den Beschwerdeführenden als 

unentgeltliche Rechtsbeiständin bei. Das Gesuch um Erstreckung der Frist 

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Seite 5 

zur Nachreichung weiterer Beweismittel wurde – unter Hinweis auf Art. 32 

Abs. 2 VwVG – abgewiesen.  

J.  

Am 26. November 2018 reichten die Beschwerdeführenden weitere Be-

weismittel zu den Akten. 

K.  

Am 30. November 2018 wurden die Akten dem SEM zur Vernehmlassung 

übermittelt.  

L.  

In ihrer Vernehmlassung vom 17. Dezember 2018 schloss die Vorinstanz 

sinngemäss auf Abweisung der Beschwerde.  

M.  

Mit Instruktionsverfügung vom 8. Januar 2019 wurde den Beschwerdefüh-

renden die vorinstanzliche Vernehmlassung zugestellt und ihnen Gelegen-

heit zur Einreichung einer Replik eingeräumt. 

N.  

Innert (zweimalig erstreckter) Frist nahmen die Beschwerdeführenden mit 

Eingabe vom 20. Februar 2019 zur Vernehmlassung des SEM Stellung. 

O.  

Am 13. Mai 2019 wurde eine fachärztliche Bescheinigung betreffend den 

Beschwerdeführer nachgereicht. 

P.  

Am 29. Juli 2019 reichten die Beschwerdeführenden ein aktualisiertes (Be-

schwerde-)Beilagenblatt, eine psychiatrische Stellungnahme betreffend 

den Beschwerdeführer sowie eine Kostennote zu den Akten. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten 

(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht 

(vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 

25. September 2015). 

D-5923/2018 

Seite 6 

1.2 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-

lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig 

und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorlie-

gend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG).  

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die Be-

schwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben 

ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und aArt. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf 

die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG. 

3.  

Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bilden die Fragen 

der Flüchtlingseigenschaft, des Asyls und der Wegweisung. Der Wegwei-

sungsvollzug ist nicht mehr zu prüfen, nachdem die Vorinstanz die Be-

schwerdeführenden wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs 

vorläufig aufgenommen hat.  

  

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden 

(Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Ge-

fährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, 

die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

 

Eine asylsuchende Person erfüllt die Flüchtlingseigenschaft gemäss 

Art. 3 AsylG, wenn sie Nachteile von bestimmter Intensität erlitten hat be-

ziehungsweise mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zu-

kunft begründeterweise befürchten muss (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.2). Eine 

bloss entfernte Möglichkeit künftiger Verfolgung genügt nicht; vielmehr 

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Seite 7 

müssen konkrete Indizien die Furcht vor erwarteten Benachteiligungen re-

alistisch und nachvollziehbar erscheinen lassen (vgl. BVGE 2010/57 

E. 2.5). 

 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss gemäss Art. 7 AsylG die Flüchtlingsei-

genschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen (Abs. 1). Glaub-

haft gemacht ist die Flüchtlingseigenschaft, wenn die Behörde ihr Vorhan-

densein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält (Abs. 2). 

Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu 

wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht 

entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismit-

tel abgestützt werden (Abs. 3). 

Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaft-

machen der Vorbringen in einem publizierten Entscheid dargelegt und folgt 

dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 

2015/3 E. 6.5.1 m.w.H.).  

5.  

5.1 Das SEM kam in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, die Vor-

bringen des Beschwerdeführers hielten den Anforderungen an die Glaub-

haftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht stand, weshalb deren Asylrelevanz 

nicht geprüft werden müsse. 

5.2 In seinem Entscheid stellte das SEM zunächst fest, dass die Identität 

des Beschwerdeführers nicht feststehe, dies jedoch eine unabdingbare 

und zentrale Voraussetzung für die Abklärung des Sachverhalts darstelle. 

Die Aktenlage deute darauf hin, dass er möglicherweise beabsichtige, den 

Asylbehörden seine Identität zu verheimlichen, was erste Zweifel am Wahr-

heitsgehalt seiner Asylbegründung wecke. Weiter führte die Vorinstanz 

aus, im Kontext von Afghanistan sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

nicht zu erwarten, dass sich eine von den Taliban bedrohte Person immer 

wieder an den Ort der Bedrohung begeben würde. Sowohl der Vater als 

auch der Bruder des Beschwerdeführers seien in der Wohnregion in der 

Provinz Baghlan von geistlichen Würdenträgern und anderen Personen 

verschiedentlich wegen seiner Arbeit für amerikanische Unternehmen kri-

tisiert und gewarnt worden. Diese geistlichen Würdenträger hätten mit den 

Taliban sympathisiert. Auch habe er selbst während eines Aufenthalts in 

der Provinz Baghlan einen Drohbrief erhalten. In Anbetracht dieser War-

nungen und Drohungen hätte er damit rechnen müssen, angesichts deren 

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nachrichtendienstlichen Möglichkeiten von den Taliban im Heimatdorf beo-

bachtet, aufgespürt und festgenommen zu werden. Dies gelte umso mehr, 

als die Provinz Baghlan seit längerem im Einflussbereich der Taliban liege. 

Diese Unstimmigkeiten seien weitere Anzeichen dafür, dass seine Asylbe-

gründung fingiert sein könnte. Sodann seien seine Aussagen zu den an-

geblichen Drohungen in mehrfacher Hinsicht widersprüchlich ausgefallen 

und die Schilderungen bezüglich Anzahl und Fahrzeuge der Taliban beim 

Überfall wie auch bezüglich der behaupteten Mitnahme durch die Polizei 

würden zahlreiche Unstimmigkeiten aufweisen. Auf Vorhalt sei er nicht im-

stande gewesen, die Widersprüchlichkeiten überzeugend aufzulösen. Die 

festgestellten Ungereimtheiten würden in einer Gesamtwürdigung zum 

Schluss führen, dass er sich auf eine konstruierte Asylbegründung ab-

stütze, weshalb es sich erübrige, auf weitere Unstimmigkeiten näher ein-

zugehen. Weiter sei zu bemerken, dass die Vorbringen, wonach sein Bru-

der nach seiner Ausreise getötet worden sei und man von seiner Schwes-

ter – welche im Jahr 2018 mutmasslich von den Taliban entführt worden 

sei – keine Informationen erhalten habe, selbst unter Wahrunterstellung 

nicht geeignet seien, eine begründete Frucht im flüchtlingsrechtlichen 

Sinne zu attestieren. So liege einerseits das Motiv für die Tötung seines 

Bruders im Dunkeln und andererseits sei die Entführung junger Frauen in 

Afghanistan ein weitverbreitetes Phänomen. Die Vorbringen hielten den 

Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht 

stand. Bezüglich der von der Beschwerdeführerin geltend gemachten 

Probleme mit dem (…) im Jahr 2006 beziehungsweise 2007 erachtete die 

Vorinstanz die Voraussetzungen an einen Kausalzusammenhang in zeitli-

cher und sachlicher Hinsicht als nicht erfüllt.  

5.3 Auf Beschwerdeebene wurde im Wesentlichen an der Glaubhaftigkeit 

der gemachten Angaben festgehalten. Bezüglich der nichtbelegten Identi-

tät des Beschwerdeführers wurde die Nachreichung der Tazkira im Original 

sowie weiterer Originaldokumente (Badge-Karten, eine Arbeitsbestätigung 

sowie ein Empfehlungsschreiben) in Aussicht gestellt. Die abweichenden 

Angaben zu seinem Geburtsdatum würden sich aus dem Umstand erklä-

ren, dass bei seiner Geburt in Afghanistan chaotische Zustände geherrscht 

hätten, weshalb er über kein Dokument verfüge, aus welchem sein Ge-

burtsdatum ersichtlich sei. Auch seine Mutter könne sein Geburtsdatum 

nicht sicher angeben. Da er über kein entsprechendes Dokument verfüge, 

sei bei der Ausstellung seines Personalausweises ein «Geburtsdatum 

nach Gutdünken» eingetragen worden. Daraus ergebe sich die Differenz 

zwischen der von ihm vorgetragenen Lebensgeschichte und dem auf der 

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Seite 9 

Tazkira aufgeführten Geburtsdatum «(…)». Bezüglich den von der Vo-

rinstanz angeführten Unstimmigkeiten in seinen Aussagen sei sodann auf 

das eingereichte psychiatrische Zeugnis zu verweisen, welches ihm unter 

anderem eine schwere posttraumatische Belastungsstörung attestiere. Er 

habe während der Anhörung mehrfach darauf hingewiesen, dass es für ihn 

sehr schwierig sei, sich unter diesen Umständen zu konzentrieren und ihm 

das Erinnern ausgesprochen schwerfalle. Zudem sei er bei der ergänzen-

den Anhörung explizit angewiesen worden, sich kurz zu fassen. Als Folge 

des Übergriffs leide er noch heute an schweren Schlafstörungen, Migrä-

nen, Erinnerungslücken sowie Schuldgefühlen, weil er seinen Kollegen 

nicht habe helfen können. Es sei ein bekanntes Phänomen, dass sich trau-

matisierte Personen nicht immer gleich präzise an die traumatisierenden 

Ereignisse erinnern könnten. Zudem hätten sich die Befragungsmodi der 

ersten und der zweiten Anhörung erheblich unterschieden. Die so entstan-

denen Differenzen in seinen Darstellungen als Widersprüche zu taxieren, 

welche auf eine erfundene Fluchtgeschichte schliessen liessen, sei des-

halb eine inakzeptable Unterstellung, die einer näheren Prüfung nicht 

standhalte. Sodann sei, entgegen der Einschätzung der Vor-      instanz, 

glaubhaft, dass sich der Beschwerdeführer mit seinen Fahrten von Kabul 

zu seiner Familie nach Baghlan einer Gefahr – der Bedrohung durch die 

Taliban – bewusst ausgesetzt habe. Aus der Inkaufnahme dieses Risikos 

zu schliessen, dass sein Verhalten dem erwartbaren, logischen Handeln 

widerspreche und seine Fluchtgründe deshalb als fingiert zu werten seien, 

sei unhaltbar. Bezüglich der vorinstanzlichen Zweifel, dass zwischen den 

gegen den Beschwerdeführer ausgesprochenen Drohungen seitens der 

Taliban, dem Mord an seinem Bruder und der Entführung seiner Schwester 

ein Zusammenhang bestehe, wurde auf Beschwerdeebene entgegnet, 

dass im Einzelnen zutreffen möge, dass Frauen in Afghanistan allgemein 

einem erhöhten Risiko ausgesetzt seien, entführt zu werden, allerdings sei 

die Häufung der Gewalttaten gegen Mitglieder der Familie (…) auch für 

afghanische Verhältnisse auffällig.   

5.4 In seiner Vernehmlassung hielt das SEM fest, die Beschwerdeschrift 

enthalte keine neuen erheblichen Tatsachen oder Beweismittel, welche 

eine Änderung ihres Standpunktes rechtfertigen könnten. Die Beweismittel 

Nr. 3, 4 und 5 seien bereits im ordentlichen Verfahren eingereicht worden 

und dem Beweismittel Nr. 6 komme kein ausreichender Beweiswert zu, da 

nicht von der Hand zu weisen sei, dass es sich dabei um ein Gefälligkeits-

schreiben handeln könnte. Das Beweismittel Nr. 3 (ein Bericht über Dro-

hungen vom 22. Dezember 2014) stamme vom Beschwerdeführer selbst 

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Seite 10 

und die darin enthaltenen Angaben seien vom ebenfalls bereits eingereich-

ten (undatierten) Empfehlungsschreiben übernommen worden. Auch den 

beiden letztgenannten Beweismitteln komme kein genügender Beweiswert 

zu, da wiederum nicht mit ausreichender Sicherheit ausgeschlossen wer-

den könne, dass es sich bei der Empfehlung um ein Gefälligkeitsschreiben 

handeln könnte. Im Übrigen sei auf die Erwägungen in der angefochtenen 

Verfügung zu verweisen, an denen vollumfänglich festgehalten werde. 

5.5 In ihrer Replik wendeten die Beschwerdeführenden im Wesentlichen 

ein, die Stellungnahme des SEM sei sehr knapp ausgefallen und es sei 

weder auf die Vorbringen noch auf die Beweismittel hinreichend eingegan-

gen worden. Es sei richtig, dass die Beweismittel Nr. 3, 4 und 5 bereits im 

erstinstanzlichen Verfahren eingebracht worden seien, diese würden nun 

aber im Original vorliegen, was den Beweiswert erhöhe und die Glaubhaf-

tigkeit der Aussagen untermauere. Bezüglich der neu eingereichten Be-

weismittel Nr. 2 und 6 sei festzuhalten, dass der Beschwerdeführer zur Be-

schaffung dieser im Original eingereichten Beweismittel ein grosses Risiko 

auf sich genommen habe. Er habe nämlich seinen Vater gebeten, die vor-

genannten Beweismittel, welche sich noch im Büro des Camps befunden 

hätten, wo er zuletzt gearbeitet habe, zu beschaffen. Entgegen der ent-

sprechenden Qualifizierung durch die Vorinstanz handle es sich um keine 

Gefälligkeitsschreiben, sondern um Beweismittel welche bestätigten, dass 

der Beschwerdeführer für ein ausländisches Unternehmen gearbeitet habe 

und in seiner Funktion bedroht worden sei. Sodann ermögliche die Beibrin-

gung der «englischen Tazkira im Original» seine Identifikation, womit der 

vom SEM erwähnte Mangel aufgehoben und eine Untermauerung des 

Wahrheitsgehaltes seiner Aussagen darstelle. Darüber hinaus wird der be-

reits aktenkundige Sachverhalt wiederholt aufgeführt und auf sein hohes 

Risikoprofil aufgrund seiner Tätigkeiten für ausländische Unternehmen ver-

wiesen. Neu wird vorgebracht, dass der Vater des Beschwerdeführers, 

nachdem er die vorerwähnten Beweismittel im Camp beschaftt habe, ver-

schwunden sei. Es sei anzunehmen, dass auch er von den Taliban entführt 

worden sei.  

6.  

6.1 Die Beschwerdeführenden verweisen unter Ziffer 3 der Beschwerde-

schrift darauf, der Beschwerdeführer habe in der ergänzenden Anhörung 

ein psychiatrisches Zeugnis vorgelegt, welches ihm eine schwere posttrau-

matische Belastungsstörung attestiere. Er habe während der Anhörung 

mehrfach darauf hingewiesen, dass ihm die Aussagen zu diesem Vorfall 

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Seite 11 

grosse Probleme verursache, es schwierig für ihn sei, sich zu konzentrie-

ren und ihm das Erinnern deshalb ausgesprochen schwerfalle.  

6.2 Auch wenn weder die Beschwerdeschrift noch die Replik eine aus-

drückliche formelle Rüge diesbezüglich beinhalten, erscheinen dennoch 

folgende Anmerkungen angezeigt. 

6.2.1 Richtig ist, dass der Beschwerdeführer im Rahmen der ergänzenden 

Anhörung auf gesundheitliche Beschwerden hinwies und zu Protokoll gab, 

er sei seit drei oder vier Wochen bei einer Psychiaterin in Behandlung (vgl. 

A34/19 zu F6 f.). Ein entsprechendes Terminkärtchen gab er zu den Akten. 

Entgegen der Darstellung in der Beschwerde reichte er indessen (der Vor-

instanz) kein ärztliches Zeugnis ein. In der Folge kontaktierte der Befrager 

– mit dem Einverständnis des Beschwerdeführers (vgl. A34/19 zu F10) und 

auf Anregung der Hilfswerkvertretung (vgl. Unterschriftenblatt) die behan-

delnde Psychiaterin (vgl. A35). Gemäss deren Auskunft ist der Beschwer-

deführer seit Ende (…) 2018 in Behandlung, es habe vier Termine gegeben 

und er erhalte ein Antidepressiva. Die Symptome würden auf eine Post-

traumatische Belastungsstörung (PTBS) hindeuten. Eine engmaschige Be-

treuung sei angedacht. Allein dies lässt noch nicht auf eine eingeschränkte 

Befragungs- beziehungsweise Aussagefähigkeit des Beschwerdeführers 

schliessen; dies umso weniger als es bei den Befragungen im Wesentli-

chen darum geht, über selbst Erlebtes zu berichten (vgl. nachstehende 

Ausführungen).  

6.2.2 Aus den drei Protokollen (BzP, erste und zweite Anhörung) sind keine 

Auffälligkeiten erkennbar, die auf krankheitsbedingt herabgesetzte Kon-

zentrations- und Verständigungsschwierigkeiten oder andere krankheits-

bedingte Schwierigkeiten zur Bewältigung der Anhörungen hinweisen wür-

den. Sodann machte der Beschwerdeführer weder während der BzP noch 

der ersten Anhörung zu irgendeinem Zeitpunkt geltend, aufgrund psychi-

scher Probleme den gestellten Fragen nicht folgen oder diese unvollstän-

dig oder nur in rudimentärer Weise beantworten zu können. Auch erklärte 

er sowohl im Rahmen der BzP als auch der ersten Anhörung explizit, er sei 

gesund beziehungsweise es gehe ihm gut (vgl. A7/11 S. 7 und A28/19 S. 

2). Er bestätigte denn auch am Schluss der Befragung im EVZ respektive 

am Ende der ersten Anhörung mit seiner Unterschrift die Wahrheit und Kor-

rektheit beziehungsweise bezüglich der Anhörung auch die Vollständigkeit 

seiner Asylgründe, nachdem ihm die Protokolle rückübersetzt worden wa-

ren (vgl. A7/11 S. 8; A28/19 S. 17) und er anlässlich der Rückübersetzung 

teilweise auch die Möglichkeit nutzte, Ergänzungen oder Verbesserungen 

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Seite 12 

am Protokoll anzubringen (vgl. A28/19 S. 17). Die anwesende Hilfswerks-

vertretung fand denn auch keinen Anlass zum Vermerk von Einwänden o-

der Anregungen. Anlässlich der ergänzenden Anhörung machte der Be-

schwerdeführer erstmals gesundheitliche Probleme geltend und verwies 

auf eine laufende Gesprächstherapie mit einer Psychiaterin. Grund der ge-

sundheitlichen Probleme seien die vor ungefähr acht Monaten erhaltenen 

Informationen über Geschehnisse in seinem Heimatland (mutmassliche 

Entführung seiner Schwester sowie Umzug seiner Familie nach H._______ 

aufgrund von Problemen). Seitdem sei er sehr vergesslich, leide unter 

Stress und mache sich ständig Sorgen (vgl. A34/19 S. 3). Eine Überprü-

fung des Protokolls der ergänzenden Anhörung lässt jedoch keine Anzei-

chen erkennen, die auf Schwierigkeiten bei der Befragung aufgrund ge-

sundheitlicher Gründe hindeuten würden, die an der Verwertbarkeit dieses 

Protokolls ernsthafte Zweifel aufkommen lassen müssten. Der Beschwer-

deführer zeigte sich in der Lage, die diversen vertiefenden Nachfragen zu 

den aktuellsten Vorfällen bezüglich seiner Familie, seinem Arbeitgeber, so-

wie zu seinen Asylgründen zu beantworten. Auch weiterführende Fragen 

im Zusammenhang mit festgestellten Abweichungen in seinen Aussagen 

vermochte er zu beantworten und die Umstände zu begründen, welche zu 

den Abweichungen führten (vgl. A34/19 S. 16 f.). Sodann bestätigte er 

auch im Anschluss an die erfolgte Zweitanhörung die Vollständigkeit und 

Wahrheit der protokollierten Aussagen mit seiner Unterschrift (vgl. A34/19 

S. 18). Die anwesende Hilfswerksvertretung wies auf die gesundheitliche 

Situation des Beschwerdeführers hin und regte die Einholung eines Arzt-

berichts der behandelnden Psychiaterin an, ohne aber zu bemängeln, der 

Beschwerdeführer sei in seiner Fähigkeit nachhaltig beeinträchtigt, bei der 

Anhörung sachgerecht mitzuwirken.  

6.3 Nach dem Gesagten bestand für die Vorinstanz weder Anlass zur Vor-

nahme weiterer Abklärungen, noch steht die Verwertbarkeit der Protokolle 

in Frage. Formelle Mängel sind nicht zu erkennen. Ob und inwiefern die 

gesundheitliche Situation des Beschwerdeführers bei der Würdigung sei-

ner Aussagen zu berücksichtigen war, stellt eine Frage der Beweiswürdi-

gung dar.  

7.  

7.1 Nachfolgend ist zu prüfen, ob das SEM die Flüchtlingseigenschaft der 

Beschwerdeführenden im Sinne von Art. 3 AsylG gestützt auf die geltend 

gemachten Vorfluchtgründe zu Recht verneint hat.  

D-5923/2018 

Seite 13 

7.2 Glaubhaftmachung im Sinne des Art. 7 Abs. 2 AsylG bedeutet – im Ge-

gensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt 

durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des 

Gesuchstellers. Entscheidend ist, ob die Gründe, die für die Richtigkeit der 

gesuchstellerischen Sachverhaltsdarstellung sprechen, überwiegen oder 

nicht. Dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen. Grundsätzlich 

sind Vorbringen dann glaubhaft gemacht, wenn sie genügend substantiiert, 

in sich schlüssig und plausibel sind. Sie dürfen sich nicht in vagen Schilde-

rungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten nicht widersprüchlich sein, 

der inneren Logik entbehren oder den Tatsachen oder der allgemeinen Er-

fahrung widersprechen. Vorbringen sind substantiiert, wenn sie sich auf 

detaillierte, präzise und konkrete Schilderungen stützen. Als schlüssig gel-

ten Vorbringen, wenn sie innerhalb einer Anhörung, zwischen Befragungen 

oder im Vergleich zu Aussagen Dritter keine Widersprüche aufweisen. 

Kleine, marginale Widersprüche sowie solche, die nicht die zentralen Asyl-

vorbringen betreffen, können zwar in die Gesamtbetrachtung einfliessen, 

sollten jedoch nicht die alleinige Begründung für die Verneinung der Glaub-

haftigkeit darstellen. Darüber hinaus muss die gesuchstellende Person 

persönlich glaubwürdig erscheinen, was insbesondere dann nicht der Fall 

ist, wenn sie wichtige Tatsachen unterdrückt oder bewusst falsch darstellt, 

im Laufe des Verfahrens Vorbringen auswechselt, steigert oder unbegrün-

det nachschiebt oder die nötige Mitwirkung am Verfahren verweigert. Für 

die Glaubhaftmachung reicht es demnach nicht aus, wenn der Inhalt der 

Vorbringen zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte we-

sentliche und überwiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sachver-

haltsdarstellung sprechen (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1 m.w.H. sowie ANNE 

KNEER und LINUS SONDEREGGER, Glaubhaftigkeitsprüfung im Asylverfah-

ren – Ein Überblick über die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsge-

richts, Asyl 2/2015 S. 5).  

7.3 Vorab ist festzustellen, dass die Vorinstanz die verschiedenen Arbeits-

tätigkeiten des Beschwerdeführers für amerikanische Arbeitgeber nicht be-

zweifelt. Angesichts der substantiierten, von Detailreichtum und Realkenn-

zeichen geprägten Ausführungen zu seiner beruflichen Tätigkeit, den An-

gaben zum Gehalt und der erfolgten Gehaltserhöhung, den Sicherheitsvor-

kehrungen in den Camps, den Leibesvisitationen sowie den diversen ein-

gereichten Beweismitteln – Arbeitsbestätigungen und Empfehlungsbrief – 

erachtet auch das Bundesverwaltungsgericht die diesbezüglichen Anga-

ben als glaubhaft. 

 

D-5923/2018 

Seite 14 

7.4  

7.4.1 Die Vorinstanz qualifiziert die Identität des Beschwerdeführers auf-

grund fehlender rechtsgenüglicher Identitätspapiere als unbelegt, wodurch 

Zweifel am Wahrheitsgehalt seiner Asylgründe geweckt würden. Diesbe-

züglich ist festzuhalten, dass vorliegend die afghanische Staatsangehörig-

keit aufgrund der Schilderungen des Beschwerdeführers sowie der einge-

reichten Beweismittel nicht in Zweifel zu ziehen ist. Allerdings trifft zu, dass 

der Beschwerdeführer zu seinem Geburtsdatum unterschiedliche Angaben 

gemacht hat. Es ist indessen notorisch, dass afghanische Staatsangehö-

rige in Unkenntnis ihres exakten Geburtsdatums oft ungefähre Daten an-

geben. Ebenso wird auf den afghanischen Tazkiras nicht selten nur ange-

geben, wie alt die betroffene Person im Zeitpunkt der Ausstellung des Pa-

piers war, ohne den Tag und Monat des Geburtsjahres zu nennen. Sodann 

stehen die vom Beschwerdeführer beigebrachten, teilweise mit Foto ver-

sehenen Beweismittel (Badges, Tazkira und Bestätigungsschreiben) in 

Übereinstimmung mit seinen Aussagen. Entgegen der vorinstanzlichen 

Auffassung vermögen die Angaben des Beschwerdeführers zu seiner Iden-

tität (vgl. Art. 1a Bst. a der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 [AsylV 

1, SR 142.311]) keine Zweifel am Wahrheitsgehalt seiner Asylgründe zu 

rechtfertigen.  

7.4.2  In der angefochtenen Verfügung beschränkt sich die vorinstanzliche 

Beurteilung der Glaubhaftigkeit im Wesentlichen darauf, dass das Verhal-

ten des Beschwerdeführers nicht der Logik entspreche. So sei mit über-

wiegender Wahrscheinlichkeit nicht zu erwarten, dass sich eine von den 

Taliban bedrohte Person immer wieder an den Ort der Bedrohung begeben 

würde. Sowohl der Vater als auch der Bruder des Beschwerdeführers seien 

wiederholt wegen seiner Arbeit für amerikanische Unternehmen kritisiert 

und gewarnt worden. In Anbetracht dieser Warnungen und Drohungen 

hätte er damit rechnen müssen, von den Taliban im Heimatdorf beobachtet, 

aufgespürt und festgenommen zu werden. Dieser vorinstanzlichen Ein-

schätzung ist entgegenzuhalten, dass nicht als realitätsfremd zu werten ist, 

dass sich der Beschwerdeführer im Wissen um mögliche durch die Taliban 

sporadisch und zufällig durchgeführte Strassenkontrollen bewusst einem 

gewissen Risiko ausgesetzt hat, um die Strecke zwischen seinem Arbeits-

ort und dem Wohnort seiner Familie zurückzulegen. Bezeichnenderweise 

hat er diesbezüglich auch zu Protokoll gegeben, sein Vater habe ihn in be-

stimmten Fällen angerufen und gesagt, er solle nicht nach Hause kommen 

(vgl. A28/19 zu F63). Zudem hat der Beschwerdeführer wiederholt darauf 

hingewiesen, aus Sicherheitsgründen stets darauf geachtet zu haben, 

während der Fahrt nie seinen Badge oder Identitätsdokumente auf sich zu 

D-5923/2018 

Seite 15 

tragen, um bei Strassenkontrollen durch die Taliban keine Rückschlüsse 

auf seine Identität und seinen ausländischen Arbeitgeber zu ermöglichen. 

Der Beschwerdeführer hat damit nachvollziehbar dargelegt, dass und wel-

che Vorkehrungen er zur Wahrung seiner Sicherheit getroffen hat. Sodann 

ist festzuhalten, dass ein Grossteil der im Einflussbereich der Taliban le-

benden Bevölkerung den Behelligungen seitens dieser – insbesondere im 

Rahmen von Strassenkontrollen – ausgesetzt ist. Wie der Beschwerdefüh-

rer zu Recht moniert, kann aus der Inkaufnahme dieses Risikos nicht der 

Schluss gezogen werden, sein Verhalten widerspreche dem erwartbaren, 

logischen Handeln. Insofern erachtet es das Bundesverwaltungsgericht als 

glaubhaft, dass der Beschwerdeführer während seiner Erwerbstätigkeit 

zwischen Kabul und seinem Herkunftsort hin und her gereist ist, um seine 

Familie zu besuchen. Ebenso nachvollziehbar und plausibel erscheinen 

seine Schilderungen bezüglich des geltend gemachten Übergriffs seitens 

der Taliban. Diesbezüglich ist festzuhalten, dass es das SEM unterlassen 

hat, in seinen Erwägungen die zahlreichen Elemente, die für die Glaubhaf-

tigkeit der Darstellung des Beschwerdeführers sprechen, genügend zu 

würdigen. So hat der Beschwerdeführer den erlittenen Vorfall beziehungs-

weise die Strassenkontrolle und die Misshandlung durch die Taliban wie 

auch das Wiedererlangen des Bewusstseins und sein Nachhausekommen 

umfassend und erlebnisgeprägt dargelegt. Seine Schilderungen weisen 

zahlreiche Details, direkte Rede, persönlichen Emotionen sowie weitere 

Realkennzeichen auf. Ebenso brachte er seine gesundheitliche Ver-

schlechterung, sobald er sich an das Geschehen zurückerinnern müsse, 

deutlich und nachvollziehbar zum Ausdruck. Schliesslich ergeben sich 

auch keine Unstimmigkeiten zwischen den Angaben des Beschwerdefüh-

rers im Asylverfahren und den eingereichten medizinischen Dokumenten. 

Insgesamt gelangt das Bundesverwaltungsgericht somit zum Ergebnis, 

dass wesentliche und zentrale Umstände für die Glaubhaftigkeit der ge-

schilderten Strassenkontrolle, der damit verbundenen Misshandlungen des 

Beschwerdeführers durch die Taliban, der Mitnahme seiner Arbeitskollegen 

nach Entdeckung deren Arbeitskarten sowie deren Tötung sprechen. 

7.5 Hingegen vermögen seine Ausführungen zu den Ereignissen nach der 

Rückkehr zu seiner Familie nicht vollständig zu überzeugen. Die Vorinstanz 

hat diesbezüglich zu Recht auf Unstimmigkeiten in den Aussagen des Be-

schwerdeführers hingewiesen. Sodann haben sich seine Aussagen bezüg-

lich seines Aufenthalts im Polizeiposten in rudimentären und unsubstanzi-

ierten Angaben erschöpft. Den diesbezüglichen Erwägungen vermag der 

Beschwerdeführer in seiner Rechtsmitteleingabe nichts Substanzielles ent-

gegenzusetzen.  

D-5923/2018 

Seite 16 

7.6 Im Rahmen einer Gesamtwürdigung ist somit nach den vorstehenden 

Ausführungen davon auszugehen, dass die Vorbringen des Beschwerde-

führers, wegen seiner beruflichen Tätigkeit durch die Taliban bedroht und 

Opfer von Misshandlungen durch diese geworden zu sein, glaubhaft sind.   

8.  

8.1 Die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG erfüllt eine asylsu-

chende Person nach Lehre und Rechtsprechung dann, wenn sie Nachteile 

von bestimmter Intensität erlitten hat beziehungsweise mit beachtlicher 

Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft begründeterweise befürch-

ten muss, welche ihr gezielt und aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive 

durch Organe des Heimatstaates oder durch nichtstaatliche Akteure zu-

gefügt worden sind beziehungsweise zugefügt zu werden drohen (vgl. 

BVGE 2008/4 E. 5.2 S. 37). Begründete Furcht vor Verfolgung im Sinne 

von Art. 3 Abs. 1 AsylG liegt vor, wenn ein konkreter Anlass zur Annahme 

besteht, letztere hätte sich – aus der Sicht im Zeitpunkt der Ausreise – mit 

beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zeit verwirklicht oder 

werde sich – aus heutiger Sicht – mit ebensolcher Wahrscheinlichkeit in 

absehbarer Zukunft verwirklichen (BVGE 2010/57 E. 2.5). Aufgrund der 

Subsidiarität des flüchtlingsrechtlichen Schutzes setzt die Anerkennung 

der Flüchtlingseigenschaft ausserdem voraus, dass die betroffene Person 

in ihrem Heimatland keinen ausreichenden Schutz finden kann (vgl. BVGE 

2011/51 E. 7, 2008/12 E. 7.2.6.2, 2008/4 E. 5.2). Gemäss der Schutztheo-

rie ist somit die flüchtlingsrechtliche Relevanz einer nichtstaatlichen Verfol-

gung vom Vorhandensein eines adäquaten Schutzes durch den Heimat-

staat abhängig. Dieser Schutz ist als hinreichend zu qualifizieren, wenn die 

betroffene Person effektiven Zugang zu einer funktionierenden und effi-

zienten Schutzinfrastruktur hat und ihr die Inanspruchnahme eines solchen 

innerstaatlichen Schutzsystems individuell zumutbar ist (vgl. BVGE 

2011/51 E. 7.3). 

8.2 Mit Urteil E-5800/2016 vom 13. Oktober 2017 (als Referenzurteil publi-

ziert) hat das Bundesverwaltungsgericht festgestellt, dass sich bei der Be-

urteilung der Sicherheitslage Afghanistans Gruppen von Personen definie-

ren lassen, die aufgrund ihrer Exponiertheit einem erhöhten Verfolgungsri-

siko ausgesetzt sind. Dazu gehören unter anderem Personen, welche der 

afghanischen Regierung oder der internationalen Gemeinschaft inklusive 

den internationalen Militärkräften nahestehen oder als Unterstützer dersel-

ben wahrgenommen werden sowie westlich orientierte oder der afghani-

schen Gesellschaftsordnung aus anderen Gründen nicht entsprechende 

D-5923/2018 

Seite 17 

Personen (vgl. dazu: UN High Commissioner for Refugees [UNHCR]), Eli-

gibility Guidelines for Assessing the International Protection Needs of 

Asylum-Seekers from Afghanistan vom 30. August 2018, https://www.ref-

world.org/docid/5b8900109.html, S. 40 ff. [abgerufen am 12. August 2020] 

sowie die beiden Berichte des European Asylum Office [EASO] «Country 

of Origin Information Report: Afghanistan: Individuals targeted by armed 

actors in the conflict» vom Dezember 2017, S. 34 f. und «Country Guid-

ance: Afghanistan: Guidance note and common analysis» vom Juni 2018, 

S. 41 ff.). Auch andere Quellen berichten von gezielten Angriffen auf Mitar-

beiter der afghanischen Regierung oder internationaler Organisationen 

und einem erhöhten Risiko dieser Personen, einem Gewaltakt – insbeson-

dere durch die Hände der Taliban – ausgesetzt zu werden (vgl. Australian 

Department of Foreign Affairs and Trade [DFAT]: «Country Information Re-

port Afghanistan» vom 18. September 2017, Ziff. 3.19 und 3.23; Schweize-

rische Flüchtlingshilfe [SFH]: «Afghanistan: Die aktuelle Sicherheitslage» 

vom 12. September 2018, insbesondere S. 9; ACCORD: «Aktuelle Sicher-

heitslage in Afghanistan und Chronologie für Kabul» vom 11. September 

2018, Kapitel 1.2). 

8.3 Demnach ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer zu einer Perso-

nengruppe gehört, für welche ein erhöhtes Gefährdungsrisiko nicht ausge-

schlossen werden kann. Er hat glaubhaft dargelegt, während längerer Zeit 

als (…) in verschiedenen amerikanischen Camps in Kabul und damit für 

ausländische Arbeitgeber gearbeitet zu haben. Des Weiteren hat er glaub-

haft machen können, dass er selber wegen dieser beruflichen Tätigkeit von 

den Taliban bereits bedroht worden war und sich auch sein Vater diesbe-

züglich Vorhaltungen machen lassen musste. Auch wenn dem Beschwer-

deführer als (…) keine überaus exponierte Stellung zugesprochen werden 

kann, ist er dennoch bereits ins Visier der Taliban geraten. In subjektiver 

Hinsicht hat er glaubhaft machen können, dass er miterleben musste, wie 

zwei seiner Arbeitskollegen von den Taliban entführt und später tot aufge-

funden wurden, nachdem ihre berufliche Verbindung zu ausländischen Ar-

beitgebern wegen des Mitführens ihrer Arbeitskarten im Rahmen der Stras-

senkontrolle aufgedeckt geworden war. Es ist davon auszugehen, dass der 

Beschwerdeführer dem gleichen Schicksal nur deshalb zu entgehen ver-

mochte, weil den die Kontrolle durchführenden Talibanangehörigen seine 

eigene Arbeitstätigkeit im damaligen Zeitpunkt nicht bekannt war. Vor die-

sem Hintergrund hatte der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt der Ausreise 

sowohl in objektiver als auch in subjektiver Hinsicht begründete Furcht vor 

Verfolgungsmassnahmen im Sinne von Art. 3 AsylG seitens der Taliban. 

Nachdem sich die Sicherheitslage in Afghanistan seit seiner Ausreise im 

D-5923/2018 

Seite 18 

Jahr 2015 keineswegs verbessert, sondern über alle Regionen hinweg wei-

ter verschlechtert hat (siehe E. 7.8.1), ist anzunehmen, dass er im Falle 

einer Rückkehr nach Afghanistan begründeterweise auch zum heutigen 

Zeitpunkt künftige Übergriffe seitens der Taliban oder ihr nahestender 

Gruppierungen zu befürchten hat. Ob sich Familienmitglieder des Be-

schwerdeführers – wie von ihm geschildert beziehungsweise vermutet – 

nach seiner Ausreise ebenfalls Verfolgungshandlungen ausgesetzt sahen, 

muss bei dieser Sachlage nicht abschliessend geprüft werden. Schliesslich 

ist die Inanspruchnahme von staatlicher Schutzinfrastruktur zu verneinen, 

namentlich steht auch in Kabul keine funktionierende und effiziente Schutz-

infrastruktur zur Verfügung (vgl. dazu Urteile des BVGer D-2879/2018 vom 

7. Mai 2020 E. 7.6 sowie E-4454/2017 vom 10. Oktober 2019 E. 6.3.4). 

Eine innerstaatliche Schutzalternative fällt sodann ausser Betracht, nach-

dem die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug als unzumutbar erachtet hat. 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass der Beschwerdeführer die 

Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG erfüllt. Da den Akten 

keine Hinweise zu entnehmen sind, die auf das Vorliegen von Ausschluss-

gründen (Art. 53 AsylG) hindeuten, ist ihm in der Schweiz Asyl zu gewäh-

ren (vgl. Art. 49 AsylG). Hinsichtlich der (eigenen) Asylvorbringen der Be-

schwerdeführerin kann vollumfänglich auf die zutreffenden Ausführungen 

in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden. Ihr und den gemein-

samen Kindern ist gestützt auf Art. 51 Abs. 1 AsylG die Flüchtlingseigen-

schaft zuzuerkennen und ihnen ist Asyl zu gewähren, zumal sich aus den 

Akten keine besonderen Umstände ergeben, die der Anwendung von 

Art. 51 Abs. 1 AsylG entgegenstehen könnten. Die Beschwerde ist dem-

nach gutzuheissen, die angefochtene Verfügung vom 18. September 2018 

aufzuheben und das SEM anzuweisen, den Beschwerdeführenden Asyl zu 

gewähren. 

10.  

10.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben 

(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). 

10.2 Den vertretenen Beschwerdeführenden ist angesichts ihres Obsie-

gens in Anwendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements 

vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-

desverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine Entschädigung für die 

ihnen notwendigerweise erwachsenen Parteikosten zuzusprechen.  

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Seite 19 

Die Rechtsvertreterin hat mit Eingabe vom 29. Juli 2019 eine Kostennote 

zu den Akten gereicht, die einen zeitlichen Vertretungsaufwand von 

11.9 Stunden ausweist, was nicht vollumfänglich angemessen erscheint. 

Der für die Replik geltend gemachte Aufwand von 300 Minuten ist ange-

sichts des Umfanges der Eingabe (einschliesslich des Fristerstreckungs-

gesuches) auf 240 Minuten zu kürzen. Die Parteientschädigung – welche 

von der Vorinstanz zu leisten ist – ist demnach auf Fr. 3'017.45 (inkl. Aus-

lagen und Mehrwertsteueranteil) festzusetzen und das SEM ist anzuwei-

sen, den Beschwerdeführenden diesen Betrag zu entrichten. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

 

 

  

D-5923/2018 

Seite 20 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die Verfügung vom 18. September 

2018 wird aufgehoben.  

2.  

Der Beschwerdeführer erfüllt die Flüchtlingseigenschaft und das SEM wird 

angewiesen, ihm Asyl zu gewähren. 

3.  

Das SEM wird angewiesen, die Beschwerdeführerin und die Kinder in die 

Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers einzubeziehen und ihnen 

Asyl zu gewähren. 

4.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

5.  

Das SEM wird angewiesen, den Beschwerdeführenden für das Verfahren 

vor dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von insge-

samt Fr. 3'017.45 auszurichten. 

6.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die kanto-

nale Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Daniela Brüschweiler Regula Frey 

 

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