# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d28dada2-4bc4-5167-9c65-43b8f5182fd7
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-03-23
**Language:** de
**Title:** Stadt Zürich. Kantonale Gestaltungspläne "USZ-Kernareal Ost", "Wässerwies" und "Schmelzbergareal" im Hochschulgebiet Zürich-Zentrum.
**Docket/Reference:** BRGE I Nrn. 0029-0031/2018
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/entscheidauszug_aus_brge_i_nrn._0029-0031-2018_vom_23._maerz_2018.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

G.-Nrn. 
BRGE I Nrn. 

R1S.2017.05133, R1S.2017.05143 und R1S.2017.05145 
0029/2018, 0030/2018 und 0031/2018 

Entscheid vom 23. März 2018 

Mitwirkende 

Abteilungspräsident  Walter  Linsi,  Baurichter  Jürg  Trachsel,  Baurichter 
Claude Reinhardt, Gerichtsschreiber Andreas Mahler     

in Sachen 

Rekurrierende 

R1S.2017.05133 
G. S., [….]  

R1S.2017.05143 
1. – 11. [….] 

R1S.2017.05145 
1.  Verein Zukunft Hochschulgebiet Zürich AGBB, [….]  
2.  A. M., [….] 

gegen 

Rekursgegnerin 

1.  Baudirektion Kanton Zürich, Walchetor, Walcheplatz 2, Postfach, 

8090 Zürich  

Mitbeteiligte 

2.  Stadt Zürich, Lindenhofstrasse 21, 8021 Zürich  

betreffend 

Verfügungen  der  Baudirektion  Kanton  Zürich  Nrn.  BVV  1172/17,  1173/17, 
1174/17  vom  29.  August  2017;  Festsetzung  Kantonale  Gestaltungspläne 
USZ Kernareal Ost, Wässerwies und Schmelzbergareal, Zürich 
______________________________________________________ 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
  
 
 
 
hat sich ergeben: 

A. 

Mit Verfügungen vom 29. August 2017 setzte die Baudirektion Kanton Zü-

rich  die  kantonalen  Gestaltungspläne  "USZ-Kernareal  Ost",  "Wässerwies" 

und "Schmelzbergareal", alle im Hochschulgebiet Zürich-Zentrum, fest. 

B. 

Gegen  diese  Verfügungen  erhob  G.  S.  mit  Eingabe  vom  29. September 

2017  fristgerecht  Rekurs  beim  Baurekursgericht  des  Kantons  Zürich  mit 

dem  Hauptantrag,  die  Entscheide  seien  aufzuheben,  unter  Kosten-  und 

Entschädigungsfolgen zulasten der Rekursgegnerin. 

Mit Eingabe vom 2. Oktober 2017 erhoben sodann  L. E. und zehn weitere 

Rekurrierende fristgerecht Rekurs und beantragten die Aufhebung der Ent-

scheide unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Rekursgeg-

nerin. 

Schliesslich reichten mit Eingabe vom 2. Oktober 2017 der Verein Zukunft 

Hochschulgebiet Zürich AGBB und A. M. einen Rekurs ein und beantragten 

in  der  Hauptsache  ebenfalls  die  Aufhebung  der  Entscheide  unter  den  ge-

setzlichen Kosten- und Entschädigungsfolgen. 

C. 

Mit Verfügungen vom 3. bzw. 5. Oktober 2017 wurden die Rekurseingänge 

unter  den  Geschäfts-Nrn.  R1S.2017.05133  (G.  S.,  nachfolgend  Rekurrent 

1),  R1S.2017.05143  (L.  E.  etc.,  nachfolgend  Rekurrentschaft  2)  und 

R1S.2017.05145 (Verein Zukunft Hochschulgebiet Zürich AGBB und A. M., 

nachfolgend  Rekurrentschaft  3)  vorgemerkt  und  die  Vernehmlassungsver-

fahren eröffnet.  

D. 

Mit Eingaben vom 1. bzw. 3. November 2017 beantragte die Vorinstanz die 
Abweisung der Rekurse. 

R1S.2017.05133 

Seite 2 

 
 
E. 

Mit  Repliken  vom  30.  November  2017  und  4.  Dezember  2017  hielten  die 

Rekurrierenden an ihren Anträgen fest.   

F. 

Mit Verfügungen vom 4. Dezember 2017 wurde die Stadt Zürich als Mitbe-

teiligte  in  das  Rekursverfahren  beigeladen  und  es  wurde  ihr eine Frist  zur 

Stellungnahme zu den bisherigen Eingaben angesetzt. 

G. 

Mit Eingaben vom 3. Januar 2018 erstattete die Baudirektion ihre Dupliken, 

wobei  sie  an  ihrem  Antrag  festhielt.  Mit  Eingaben  vom  3.  Januar  2018 

reichte  auch  die  Stadt  Zürich  ihre  Stellungnahmen  ein  und  beantragte  die 

Abweisung der Rekurse unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten 

der Rekurrierenden. 

H. 

In ihren weiteren Stellungnahmen vom 29. Januar 2018 hielten die Rekur-

rierenden wiederum an ihren Anträgen fest. 

I. 

Auf  die  Vorbringen der Parteien  wird,  soweit  zur Entscheidbegründung  er-

forderlich, in den nachfolgenden Erwägungen Bezug genommen. 

Es kommt in Betracht: 

1. 

Die Rekurse beziehen sich auf dieselben Gestaltungspläne. Die Verfahren 

sind daher aus prozessökonomischen Gründen zu vereinigen. 

R1S.2017.05133 

Seite 3 

 
 
2.1. 

Zum Rekurs und zur Beschwerde ist berechtigt, wer durch die angefochte-

ne Anordnung berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an ihrer Aufhe-

bung  oder  Änderung  hat.  Dasselbe  gilt  für  die  Anfechtung  von  Erlassen 

(§ 338a des Planungs- und Baugesetzes [PBG]). 

Das  Erfordernis  des  Berührtseins  beinhaltet,  dass  der  Rekurrent  in  einer 

besonderen,  beachtenswerten,  nahen  Beziehung  zum  Streitgegenstand 

stehen  und  stärker  als  beliebige  Dritte  oder  die  Allgemeinheit  von  diesem 

betroffen sein muss. Das vom Gesetz alsdann verlangte schutzwürdige In-

teresse  (Anfechtungsinteresse)  setzt  voraus,  dass  der  Rekurrent  mit  der 

Gutheissung  des  Rekurses  einen  Nutzen  erlangt  bzw.  einen  Nachteil  ab-

wendet. Sofern und soweit der Rekurs mit hierzu von  vornherein ungeeig-

neten  Rügen  begründet  wird,  fehlt  es  am  Anfechtungsinteresse.  Das  Inte-

resse  kann  rechtlicher  oder  tatsächlicher  Natur  sein.  Das  Kriterium  der 

Schutzwürdigkeit zeigt indes an, dass nicht jedes beliebige Interesse aner-

kannt wird; ob ein Interesse schutzwürdig ist, ergibt sich aus seiner rechtli-

chen Würdigung. Der angestrebte Nutzen muss stets ein eigener sein. Al-

lein  die  Wahrnehmung  von  öffentlichen  Interessen  oder  Interessen  Dritter 

genügt  demnach  nicht.  Der  Rekurrent  muss  zudem  von  der  Anordnung 

unmittelbar betroffen  sein.  Schliesslich  ist  zu  verlangen,  dass  das Anfech-

tungsinteresse aktuell ist (Martin Bertschi, in: Kommentar VRG, 3. Aufl., Zü-

rich/Basel/Genf 2014, § 21 Rz. 10 ff. und 53 ff.). 

Werden  gestützt  auf  §  338a  PBG  raumplanungsrechtliche  Festlegungen 

angefochten, sei es durch den Eigentümer einer von der Festlegung erfass-

ten Parzelle, sei es durch einen Dritten (Nachbarn), entsprechen die Legi-

timationsvoraussetzungen  grundsätzlich  den  vorstehend  dargelegten  für 

die Anfechtung von baurechtlichen Entscheiden. Dies mit dem Unterschied, 

dass das Interesse des Rekurrenten nicht zwingend aktuell sein muss. So 

kann  bei  Nachbarrekursen  gegen  Ein-  oder  Aufzonungen  die  Legitimation 

nicht  mit  der  Begründung  in  Frage  gestellt  werden,  die  Beeinträchtigung 

trete erst später mit der Ausschöpfung der neuen oder erweiterten Baube-

fugnisse ein (Bertschi, § 21 Rz. 69). Zudem kann, je nach Geltungsbereich 

bzw. Auswirkungen der angefochtenen raumplanerischen Anordnung, eine 

Vielzahl von Grundstücken bzw. Personen betroffen sein, ohne dass diese 

deswegen als - nicht legitimierte - Allgemeinheit zu betrachten wären (Bert-

schi, § 21 Rz. 14).  

R1S.2017.05133 

Seite 4 

 
 
2.2. 

Der Rekurrent 1 ist Eigentümer einer Stockwerkeinheit auf dem Grundstück 

Kat.-Nr.  [….]  an  der  M.-Strasse  in  Zürich.  Die  Rekurrierenden  der  Rekur-

rentschaft  2  sind  –  mit  einer  Ausnahme  –  wie  der  Rekurrent 1  ebenfalls 

Stockwerkeigentümer  dieser  Liegenschaft.  Einer  der  Rekurrierenden  ist 

Miteigentümer  der  Autoeinstellhalle  in  diesem  Gebäude  und  Eigentümer 

der Nachbarliegenschaft Kat.-Nr. [….] an der G.-Strasse. Von den genann-

ten Grundstücken besteht eine Sichtverbindung zu den Perimetern der drei 

angefochtenen Gestaltungspläne bzw. zu den dort geplanten Bauvolumen. 

Aufgrund der erheblichen Ausmasse der Bauvolumen ist die legimitations-

begründende Betroffenheit trotz Distanzen von teilweise mehr als 300 m zu 

bejahen.  Da  auch  die übrigen  Prozessvoraussetzungen  erfüllt  sind,  ist  auf 

die Rekurse des Rekurrenten 1 und der Rekurrentschaft 2 einzutreten.  

2.3.1. 

Die Rekurrentschaft 3 führt zur Legitimation zunächst aus, die angefochte-

nen Gestaltungspläne seien ein Teil einer einheitlichen Planung im gesam-

ten Hochschulquartier. Die insgesamt sechs kantonalen Gestaltungspläne, 

wovon  bislang  deren  drei  festgesetzt  worden  seien,  würden  eine  planeri-

sche  Einheit  bilden.  Die  Gestaltungspläne  könnten  nicht  isoliert  voneinan-

der beurteilt werden. Deshalb sei für die Frage der Legitimation die gesam-

te Planung zu betrachten. Sei ein Rekurrent von einem Gestaltungsplan be-

troffen,  sei er auch  zur Anfechtung  der anderen  Gestaltungspläne berech-

tigt. 

Im Weiteren sei der Verein Zukunft Hochschulgebiet Zürich AGBB zur ego-

istischen Verbandsbeschwerde zuzulassen. Die Rekurrentin 2 im Verfahren 

G.-Nr. R1S.2017.05145 wohne in einer Distanz von rund 75 m zum Gestal-

tungsplanperimeter "Schmelzbergareal" und rund 110 m zum Gestaltungs-

plangebiet  "USZ-Kernareal  Ost".  Aufgrund  der  Hanglage  bestehe  direkte 

Sichtverbindung zu den im Gebiet "USZ-Kernareal Ost" geplanten Bauvor-

haben. 

2.3.2. 

Zunächst  ist  entgegen  der  Auffassung  der  Rekurrentschaft  festzuhalten, 

dass die Legitimationsvoraussetzungen für die drei angefochtenen Gestal-

tungspläne  je  einzeln  zu  beurteilen  sind.  Sie  sind  zwar  Teil  einer  gesamt-
haften  Planung,  es  besteht  aber  keine  unmittelbare  Abhängigkeit  der  Ge-

R1S.2017.05133 

Seite 5 

 
 
staltungspläne untereinander in der Art, dass die Änderung oder Aufhebung 

eines der Gestaltungspläne  zwingend  eine Überarbeitung  oder Aufhebung 

der übrigen Gestaltungspläne nach sich zöge. 

2.3.3. 

Die  oben  genannten  Legitimationsvoraussetzungen  (§ 338a  PBG)  gelten 

auch  bei  der  sogenannten  egoistischen  Verbandsbeschwerde.  Hierbei 

handelt  es  sich  um  eine  Form  der  Prozessstandschaft,  die  darin  besteht, 

dass eine Vereinigung zwar im eigenen Namen, aber ausschliesslich im In-

teresse  ihrer  Mitglieder  ein  Rechtsmittel  ergreift.  Zur  Bejahung  der  Legiti-

mation  müssen  verschiedene  Voraussetzungen  kumulativ  erfüllt  sein.  Bei 

der Vereinigung muss es sich um eine juristische Person handeln, und die 

Wahrung der betreffenden Interessen ihrer Mitglieder muss eine ihrer statu-

tarischen  Aufgaben  sein.  Von  den  Mitgliedern  muss  zumindest  eine  be-

trächtliche  Anzahl  von  der  angefochtenen  Anordnung  so  betroffen  sein, 

dass  jeder  Einzelne  auch  für  sich  betrachtet  nach  §  338a  PBG  anfech-

tungsbefugt wäre. Von der Erfüllung dieser Voraussetzung kann nicht etwa 

deshalb abgesehen werden, weil der entsprechende Nachweis gegebenen-

falls nur schwer zu erbringen ist. 

2.3.4. 

Beim Verein Zukunft Hochschulgebiet Zürich AGBB handelt es sich um ei-

ne  juristische  Person.  Sein  Zweck  besteht  gemäss  Statuten  (act.  6.2., 

G.-Nr. R1S.2017.05145) unter anderem in der Wahrung der gegen Bauvor-

haben wie das Hochschulgebiet Zürich Zentrum gerichteten Interessen sei-

ner  Mitglieder.  Er  ist  laut  Statuten  zu  diesem  Zwecke  befugt,  im  Namen 

seiner  Mitglieder  die  hierzu  erforderlichen  Rechtsmittel  zu  ergreifen.  Auf-

grund  der  Lage  der  im  Eigentum  der  Vereinsmitglieder  befindlichen  oder 

von  diesen  gemieteten  Liegenschaften 

(act.  6.3.  und  6.4.,  G.-

Nr. R1S.2017.05145)  kann  davon  ausgegangen  werden,  dass  betreffend 

die  drei  angefochtenen  Gestaltungspläne  jeweils  eine  Mehrheit  von  ihnen 

auch  für  sich  betrachtet  rekursberechtigt  wäre.  Dies  allein  aufgrund  der 

Sichtverbindung  zu  den  Gestaltungsplanperimetern  bzw.  zu  den  dort  ge-

planten Bauvolumen. Auch hier gilt, das die legimitationsbegründende Be-

troffenheit  aufgrund  der  erheblichen  Ausmasse  der  Bauvolumen  trotz  Dis-

tanzen  von  teilweise  mehr  als  400  m  zu  bejahen  ist.  Der  Verein  Zukunft 

Hochschulgebiet  Zürich  AGBB  ist  somit  zum  Rekurs  legitimiert.  Gleiches 
gilt aufgrund der gegebenen Sichtverbindungen auch für die Rekurrentin 2 

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Seite 6 

 
 
im  Verfahren  G.-Nr.  R1S.2017.05145.  Da  die  übrigen  Prozessvorausset-

zungen ebenfalls erfüllt sind, ist auf den Rekurs der Rekurrentschaft 3 ein-

zutreten. 

3.1. 

Die Rekurrierenden machen unter anderem geltend, mit den drei angefoch-

tenen und drei weiteren, noch nicht festgesetzten kantonalen Gestaltungs-

plänen  ("USZ-Kernareal  West",  "USZ-Kernareal  Mitte"  und  "Gloriarank"), 

werde nicht bloss eine "Baute oder Anlage" im Sinne von § 84 Abs. 2 PBG 

geplant,  vielmehr  werde  ein  ganzes  Quartier  umgeplant;  mithin  handle  es 

sich um eine Ortsplanung. Gestaltungspläne seien indes nur für "bestimmt 

umgrenzte Gebiete" zulässig (§ 83 Abs. 1 PBG). Die Grösse der vorliegend 

erfassten  Gebiete  sprenge  den  Anwendungsbereich  von  Gestaltungsplä-

nen.  Veränderungen  von  solchem  Ausmass  seien  via  BZO-Änderung  vor-

zunehmen.  Die  losgelöste  Festlegung  von  Gestaltungsplänen  für  das  ge-

samte  Hochschulquartier  verstosse  auch  gegen  die  Vorgaben des  Stufen-

baus der Planung gemäss Art. 6 ff. und 14 ff. RPG sowie §§ 18 ff. und 45 ff. 

PBG.  Mit  den  Gestaltungsplänen  werde  zudem  die  gesetzliche  Zuständig-

keitsordnung  unterlaufen,  wonach  für  den  Erlass  der  Bau-  und  Zonenord-

nung  die  Gemeinden  und  nicht  der  Kanton  zuständig  sei  (§  45  PBG).  Es 

werde  in  unzulässiger  Weise  in  die  Planungshoheit  der  Gemeinde  einge-

griffen. 

3.2. 

Die  Baudirektion  führt  aus,  das  Planungs-  und  Baugesetz  sehe  vor,  dass 

der Kanton Gestaltungspläne für Bauten und Anlagen festsetze, die im kan-

tonalen  oder  in  den  regionalen  Richtplänen  enthalten  seien  (vgl.  §  84 

Abs. 2  PBG).  Mit  diesem  Instrument  werde  die  kantonale  Aufgabenerfül-

lung  ermöglicht.  Dahinter  stehe  teilweise  auch  die  Absicht,  die  räumliche 

Abstimmung bestimmter Vorhaben im kantonalen Interesse von Anfang bis 

Ende sicherzustellen und zu verhindern, dass Abstimmung sowie kantonale 

Aufgabenerfüllung durch kommunale Planungen beeinträchtigt oder behin-

dert würden. Der Kantonsrat habe im kantonalen Richtplan in Bezug auf die 

Schaffung  der  grundeigentümerverbindlichen  Nutzungsplanung  im  Hoch-

schulgebiet  explizit  festgehalten,  dass  der  Kanton  im  Hochschulgebiet  in 

der Regel kantonale Gestaltungspläne festsetze.  Darin  liege  de facto  eine 

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Seite 7 

 
 
Auslegung  des  Gesetzgebers seiner  eigenen  kantonalen  Bestimmung  von 

§ 84 Abs. 2 PBG. 

Die  Festsetzung  der  drei  Gestaltungspläne  sei  gestützt  auf  §  84  Abs. 2 

PBG erfolgt. Es liege keine Verletzung der gesetzlichen Zuständigkeitsord-

nung vor (§§ 2 lit. b und c sowie 84 Abs. 2 PBG). Das Verfahren sei bun-

desrechtskonform  und  die  Rechte  der  Stimmbürger  würden  nicht  umgan-

gen.  

Mit  dem  kantonalen  Richtplaneintrag  zum  Hochschulgebiet  bestehe  die 

notwendige Grundlage für die kantonalen Gestaltungspläne. Im regionalen 

Richtplan  der  Stadt  Zürich  sei  das  Hochschulgebiet  als  Gebiet  mit  ÖBA 

Nr. 3  "Hochschulgebiet,  Unispital"  und  dem  Koordinationshinweis  auf 

Pt. 6.1.2. des kantonalen Richtplans festgelegt. Die kommunale Zonierung 

werde  nur  schon  aufgrund  des  regionalen  Richtplans  nachzuführen  sein. 

Des  Weiteren  würden  die  drei  Gestaltungsplanperimeter  im  Hochhausge-

biet  III  gemäss  BZO  der  Stadt  Zürich  liegen.  Damit  sei  eine  qualitätsvolle 

Weiterentwicklung des Gebietscharakters bzw. der Stadtsilhouette und eine 

gegenüber  dem  Bestand  geänderte  Höhenentwicklung  vorweggenommen 

worden. Die Planungspflicht werde nicht dadurch erfüllt, dass ein Vorhaben 

schematisch  alle  Entscheidungsetappen  eines  planerischen  Stufenbaus 

abhake,  sondern  dadurch,  dass  die  angemessenen  Stationen  aufgesucht 

würden.  Unter  dem  Aspekt  der  Verwirklichung  der  übergeordneten  kanto-

nalen  Richtplanung  sei  der  gewählte  Weg  rechtmässig.  Sämtliche  raum- 

und umweltrelevanten Aspekte seien stufengerecht untersucht worden. 

Die  Stadt  Zürich  habe  kein  Rechtsmittel  gegen  den  kantonalen  Richt-

planeintrag erhoben. Mithin habe der Grosse Gemeinderat der Stadt Zürich 

als Legislativorgan in der streitbetroffenen Planung keine Verletzung seiner 

Planungsautonomie  erblickt.  Der  Stadtrat  habe  sich  sowohl  bei  der  kanto-

nalen  Richtplanung  wie  auch  im  Gestaltungsplanverfahren  in  den  Pla-

nungsprozess  eingebracht.  Auf  eine  Einigungsverhandlung  nach  §  84 

Abs. 2 PBG sei verzichtet worden. Die Anträge und Hinweise seien sachge-

recht berücksichtigt worden, so dass keine Differenzen zwischen der Stadt 

und der Baudirektion bestünden. 

Die Gestaltungspläne würden räumlich und sachlich nur soweit gehen, als 
dies  zur  Sicherstellung  des  langfristigen  Betriebs  und  der  Weiterentwick-
lung der betroffenen Institutionen notwendig sei. Die von den Rekurrieren-

den behauptete Beschränkung ergebe sich nicht aus dem Planungsinstru-

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Seite 8 

 
 
ment  des  kantonalen  Gestaltungsplans.  In  den  vom  Gestaltungsplan  be-

troffenen Gebieten könnten mehrere Bauten und Anlagen enthalten sein. 

3.3. 

Die  Stadt  Zürich  verweist  auf  die  richtplanerische  Grundlage  der  Gestal-

tungspläne. Die gewichtigen überkommunalen öffentlichen Interessen wür-

den  eine  Festsetzung  der  Nutzungsplanung  durch  eine  kantonale  Instanz 

begründen.  §  84  Abs. 2  PBG  regle  die  Zuständigkeit  abschliessend  zu-

gunsten der zuständigen Direktion und lasse in einem Fall wie dem vorlie-

genden keinen Raum für eine autonome Festsetzung der Sondernutzungs-

planung  durch  die  Gemeinde.  Die  Gemeindeautonomie  werde  somit  nicht 

verletzt. 

Auf Grundlage der Richtplanung werde der Stadtrat im ersten Quartal des 

Jahres  2018  dem  Gemeinderat  eine  Vorlage  überweisen,  welche  die  Teil-

revision  der  Bau-  und  Zonenordnung  für  das  Hochschulgebiet  Zürich-

Zentrum  zum  Gegenstand  habe.  Die  öffentliche  Auflage  dieser  BZO-

Teilrevision habe vom 7. April bis 12. Juni 2017 stattgefunden. Das Hoch-

schulgebiet  werde  der  Zone  für  öffentliche  Bauten  zugewiesen,  und  zwar 

gebietsweise  differenziert  von  Oe2  bis  Oe7  gemäss  dem  baulichen  Be-

stand und unter Beachtung der vorgesehenen öffentlichen Bauten. Derge-

stalt  werde  in der Grundordnung  in differenzierter Weise  eine  Bebauungs-

struktur  nutzungsplanerisch  vorgegeben,  welche  die  für  diesen  Zonentyp 

geltenden Grundmasse fortführe und zugleich die öffentlichen Bauvorhaben 

im  Gebiet  angemessen  berücksichtige.  Damit  würden  im  Sinne  von  § 60 

PBG von der Regelbauweise abweichende Vorschriften aufgestellt, welche 

die  Erfüllung  der  öffentlichen  Aufgaben  im  Sinne  der  Masterplanung  und 

Richtplanung  erleichtern  würden.  Es  gelangten  die  Grundmasse  gemäss 

Art.  24a  BZO  zur  Anwendung.  Ausserdem  werde  beantragt,  dass  für  das 

Hochhausgebiet  (recte  wohl  Hochschulgebiet)  Zürich-Zentrum  eine  maxi-

mal zulässige Höhenkote von 512 m ü. M. gelten soll, dies gestützt auf die 

kantonale Richtplanrevision vom 13. März 2017, die eine solche Höhenbe-

schränkung  behördenverbindlich  vorschreibe.  Dieses  Regelwerk  gemäss 

BZO-Teilrevision  werde  überall  dort  im  Hochschulgebiet  Anwendung  fin-

den, wo keine kantonalen Gestaltungspläne in Kraft treten würden. Die drei 

streitbetroffenen  Gestaltungspläne,  welche  die  jeweils  gültige  Rahmennut-

zungsplanung (teilweise) suspendieren würden, seien in ihren Vorschriften 
spezifischer und/oder abweichend (Baubereiche und Gebäudemantellinien, 

R1S.2017.05133 

Seite 9 

 
 
freie  Geschossigkeit  innerhalb  der  Höhenkoten,  Nutzungsmasse),  oder 

auch strenger (publikumsorientierte Erdgeschossnutzungen, besonders gu-

te Gesamtwirkung, Pflicht zur Durchführung von Architekturwettbewerben). 

Die kantonalen Gestaltungspläne stellten letztlich eine aus städtebaulicher 

Sicht willkommene sondernutzungsplanerische "Schärfung" der zukünftigen 

"ZöBa"-Grundordnung dar.  

In Bezug auf die Grösse des Gestaltungsplangebietes weist die Mitbeteilig-

te  auf  die  Gestaltungspläne  "Escher-Wyss-Gebiet",  "Manegg",  "Stadtraum 

HB"  und  "Überlandpark"  hin,  wo  ebenfalls  für  grosse  Gebiete  und  eine 

grosse Anzahl von Bauten und Anlagen Gestaltungsplanvorschriften als In-

strument  der  Nutzungsplanung  eingesetzt  worden  seien.  Analog  zu  § 79 

Abs. 1 PBG habe der Geltungsperimeter des Gestaltungsplans im Hinblick 

auf  den  Zweck  bzw.  das  öffentliche  Interesse  geeignet  zu  sein.  Die  Ge-

bietsausscheidung  müsse  eindeutig  sein,  sodass  klar  sei,  welche  Liegen-

schaften von den Gestaltungsplanvorschriften betroffen seien. Dies sei vor-

liegend  sichergestellt.  Das  Ausmass  der  Areale  ergebe  sich  aus  der  Not-

wendigkeit der Erfüllung der überkommunalen Aufgabe und sei somit durch 

ein überwiegendes öffentliches Interesse begründet. 

3.4.1. 

Der Gestaltungsplan im Sinne von §§ 83 ff. PBG ist ein Institut der kommu-

nalen  Nutzungsplanung.  Es  handelt  sich  um  einen  Sondernutzungsplan, 

der  eine  städtebaulich,  architektonisch  und  wohnhygienisch  einwandfreie 

Überbauung anstrebt. Zu diesem Zweck stellt er für ein bestimmtes Gebiet 

eine  Spezialbauordnung  auf,  welche  von  den  allgemeinen  Festlegungen 

der Bau- und Zonenordnung abweicht und diese überlagert. So werden mit 

Gestaltungsplänen  für  bestimmt  umgrenzte  Gebiete  Zahl,  Lage,  äussere 

Abmessungen  sowie  die  Nutzweise  und  Zweckbestimmung  der  Bauten 

bindend festgelegt; dabei darf von den Bestimmungen über die Regelbau-

weise  und  von  den  kantonalen  Mindestabständen  abgewichen  werden 

(§ 83 Abs. 1 PBG). Der Gestaltungsplan hat auch die Erschliessung sowie 

die gemeinschaftlichen Ausstattungen und Ausrüstungen zu ordnen, soweit 

sie  nicht  schon  durch  einen  Quartierplan  geregelt  sind;  überdies  kann  er 

Festlegungen  über  die  weitere  Umgebungsgestaltung  enthalten  (§ 83 

Abs. 3  PBG).  Anders  als  bei  Arealüberbauungen  und  Sonderbauvorschrif-

ten  sind  die  Grundeigentümer  im  Perimeter  eines  Gestaltungsplans  an 
dessen  Festlegungen gebunden.  Die  Grundordnung  wird  also  ersetzt,  wo-

R1S.2017.05133 

Seite 10 

 
 
mit nur noch gestaltungsplankonform gebaut werden darf (vgl. zum Ganzen 

Walter  Haller/Peter  Karlen,  Raumplanungs-,  Bau-  und  Umweltrecht,  Bd. I, 

3. Aufl., Zürich 1999, Rz. 317 ff.). 

3.4.2. 

Die Bau- und Zonenordnung wird durch die Gemeinden erlassen (§§ 2 lit. c 

und 45 Abs. 1 PBG). Nach § 84 Abs. 2 PBG kann indes die zuständige Di-

rektion für Bauten und Anlagen, die im kantonalen oder in einem regionalen 

Richtplan enthalten sind, öffentliche Gestaltungspläne festlegen (sogenann-

te  "kantonale  Gestaltungspläne").  Dem  Kanton  steht  insoweit  die  Kompe-

tenz zu, anstelle der Gemeinde bzw. des für den Erlass der Bau- und Zo-

nenordnung  zuständigen Organs  (§  86 PBG) die  Nutzungsordnung  für ein 

bestimmt umgrenztes Gebiet im Rahmen eines Gestaltungsplans zu regeln. 

Dabei kann er sich aber nach  dem Gesagten  nicht  beliebig  über die  kom-

munale Grundordnung hinwegsetzen. Der Gestaltungsplan hat sich grund-

sätzlich am Rahmennutzungsplan zu orientieren. Er soll diesen präzisieren 

und ergänzen. In einem gewissen Rahmen darf er vom Rahmennutzungs-

plan  abweichen.  Er  darf  ihm  aber  nicht  grundsätzlich  widersprechen.  Die 

Abweichungen dürfen nicht dazu führen, dass die planerisch und demokra-

tisch  abgestützte  Grundordnung 

ihres  Sinngehalts  entleert  wird 

(Heinz Aemisegger,  Samuel  Kissling,  Praxiskommentar  RPG,  Nutzungs-

planung, hrsg. von Heinz Aemisegger/Alfred Kuttler/Pierre Moor/Alexander 

Ruch, Zürich/Basel/Genf 2016, Vorbem. Rz. 76; BGE 135 II 209 E. 5.2). In-

soweit  ist  der  Gestaltungsplan  an  die  Grundordnung  gebunden.  Er  darf 

namentlich  die  vom  Bundesrecht  erwartete  Gesamtsicht  nicht  unterlaufen 

(vgl. Pierre Tschannen, Kommentar zum Bundesgesetz über die Raumpla-

nung,  hrsg.  von  Heinz  Aemisegger/Alfred  Kuttler/Pierre  Moor/Alexander 

Ruch, Zürich 1999, Art. 2 Rz. 29). 

3.5. 

In den Planungsberichten (Art. 47 RPV) zu den drei angefochtenen Gestal-

tungsplänen  wird  ausgeführt,  die  Festsetzungszuständigkeit  entspreche 

derjenigen überkommunaler Nutzungszonen (§§ 36 und 39 PBG). Bei den 

kantonalen  Gestaltungsplänen  handle  es  sich  um  eine  Nutzungsplanung 

höherer Stufe im Sinne von § 16 Abs. 1 PBG, welche folglich die kommuna-

le  Nutzungsplanung  übersteuere.  Das  bedeute  auch,  dass  der  Frage  der 

Sinnentleerung  durch  Abweichung  von  der  kommunalen  Grundordnung  in 
diesem  Kontext  nicht  die  gleiche  Bedeutung  zukomme.  Entscheidend  sei 

R1S.2017.05133 

Seite 11 

 
 
vielmehr,  dass  die  Legitimation  und  planerische  Abstimmung  über  das 

Festsetzungsverfahren  des  kantonalen  oder  regionalen  Richtplans  erfolge 

(Planungsberichte, Ziff. 3.4.).  

Dies trifft nach dem Gesagten nicht zu. Die Zuständigkeit der Baudirektion 

gemäss § 84 Abs. 2 PBG zur Festsetzung von kantonalen Gestaltungsplä-

nen  ändert  nichts  an  der  Einordnung  des  Gestaltungsplans  in  die  planeri-

sche  Stufenfolge.  Unabhängig  davon,  ob  es  sich  um  einen  öffentlichen 

(§ 84  PBG)  oder  um  einen  privaten  (§  85  PBG)  Gestaltungsplan  handelt, 

und  unabhängig  von  der  entsprechenden  Festsetzungskompetenz  bleiben 

Gestaltungspläne  im  Sinne  von  §  83  PBG  Institute  der  kommunalen  Nut-

zungsplanung  auf  gleicher  Stufe  wie  der  Rahmennutzungsplan  (vgl. 

BGr 1C_146/2007 vom 4. März 2008, E. 2.4.). Dies ergibt sich aus der Sys-

tematik  des  Planungs-  und  Baugesetzes  und  zeigt  sich  auch  in  der  Be-

stimmung von § 84 Abs. 2 PBG. Demgemäss hat die Baudirektion die Ge-

meinden vor der Festsetzung über das Ergebnis der Planauflage zu orien-

tieren, auf ihr Verlangen hin die Gemeinderäte zu einer Einigungsverhand-

lung  einzuladen  und  berechtigten  Begehren  der  Gemeinden  zu  entspre-

chen (§ 84 Abs. 2 PBG). Mit der Festlegung eines kantonalen Gestaltungs-

plans  (§  84  Abs. 2  PBG)  wird  mithin  kein  Gebiet  ausgeschieden,  welches 

wie  die  Landwirtschaftszone  und  die  kantonalen  Freihaltezonen  (§§  36  ff. 

PBG) der kantonalen Rahmennutzungsplanung unterliegt.  

3.6.1. 

Das  Gebiet  des  kantonalen  Gestaltungsplans  "Wässerwies"  ist  nach  gel-

tender  Zonenordnung  etwa  zur  Hälfte  der  Freihaltezone  FC  (Sport-  und 

Badeanlagen,  Art.  81  BZO)  zugeordnet.  Heute  befindet  sich  dort  eine 

Sport-Aussenanlage.  Der  Gestaltungsplan  sieht  an  dieser  Stelle  einen 

Baubereich für Hochhäuser vor. Damit setzt sich dieser Gestaltungsplan in 

einen  offensichtlich  unzulässigen  Widerspruch  zur  geltenden  Grundord-

nung.  Geplant  ist  zwar  eine  Teilrevision  der  BZO  im  Hochschulgebiet  Zü-

rich-Zentrum, die den Perimeter des Gestaltungsplans "Wässerwies" einer 

Zone  für  öffentliche  Bauten  zuschlägt.  Indes  dürfen  die  vorliegend  ange-

fochtenen  Gestaltungspläne  nicht  in  Kraft  treten,  bevor  die  revidierte  Zo-

nenordnung  rechtskräftig  wird  (siehe  dazu  die  nachfolgenden  Ausführun-

gen). 

R1S.2017.05133 

Seite 12 

 
 
3.6.2. 

Der übrige Bereich des Gestaltungsplanperimeters "Wässerwies" sowie die 

von  den  Gestaltungsplänen  "USZ-Kernareal  Ost"  und  "Schmelzbergareal" 

erfassten  Gebiete  sind  keiner  Zone  gemäss  geltender  Bauordnung  1991 

zugewiesen.  Mehrheitlich  gelten  hier  noch  die  Festlegungen  der  Bauord-

nung der Stadt Zürich vom 12. Juni 1963. Demgemäss gehören die streit-

betroffenen Gestaltungsplangebiete der Wohnzone B und  – zu einem klei-

nen  Teil  im  Bereich  Schmelzbergareal  –  der  Wohnzone  C  gemäss  Art. 3 

Bauordnung  1963  an.  Das  nicht  gemäss  geltender  Bauordnung  zonierte 
Hochschulgebiet  umfasst  eine  Fläche  von  ca.  0,23  km2.  Die  Frage,  inwie-
fern  die  angefochtenen  Gestaltungspläne  der  altrechtlichen  Grundordnung 

entsprechen,  kann  unter  den  vorliegend  gegebenen  Umständen  offenblei-

ben, wie sich aus den nachfolgenden Ausführungen ergibt. 

Die  Bauordnung  1963  wurde  vor  Erlass  des  Planungs-  und  Baugesetzes 

vom  7.  September  1975  (PBG)  erlassen.  Sie  enthält  keine  Angaben  dar-

über, welche  Nutzungen  in  den Wohnzonen  zulässig  sind.  Auch das  Bau-

gesetz  für  Ortschaften  mit  städtischen  Verhältnissen  vom  23.  April  1893, 

welches gemäss Art. 1 Abs. 2 der Bauordnung 1963 vorbehalten bleibt, hilft 

hier nicht weiter. Nach § 52 PBG sind Wohnzonen in erster Linie für Wohn-

bauten  bestimmt.  Die  heute  tatsächlich  vorhandene  und  die  in  den  Richt-

plänen  vorgesehene  künftige  Nutzung  des  Hochschulgebiets  Zürich-

Zentrum  entspricht  offensichtlich  nicht  derjenigen  einer  Wohnzone  nach 

§ 52  PBG.  Die  Zonierung  nach  Bauordnung  1963  ist  folglich  nicht  PBG-

konform. Bemühungen, dieses Gebiet einer Zone für öffentliche Bauten zu-

zuordnen,  sind  in der Vergangenheit  gescheitert.  Die Stadt  Zürich ist  aber 

nach § 45 PBG verpflichtet, eine Bau- und Zonenordnung zu erlassen, die 

den  Instituten,  Begriffen,  Mess-  und  Berechnungsweisen  sowie  den  Min-

destanforderungen  des  kantonalen  Rechts  entspricht.  Eine  solche  Grund-

ordnung  fehlt  bislang  im  Hochschulgebiet  Zürich-Zentrum,  ist  aber  –  wie 

noch  weiter  auszuführen  sein  wird  –  Voraussetzung  für  die  Festsetzung 

von Gestaltungsplänen. Erst mit der Festlegung der Grundordnung wird der 

Rahmen für Abweichungen  davon abgesteckt  und  steht fest,  inwiefern  die 

Grundordnung überhaupt zu präzisieren und zu ergänzen ist.  

3.6.3. 
Im Entscheid vom 30. September 2004 (VB.2004.00041) hielt es das Ver-
waltungsgericht "unter dem Aspekt der planerischen Stufenfolge" und "un-

ter  dem  Aspekt  der  Verwirklichung  der  übergeordneten  Richtplanung"  für 

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Seite 13 

 
 
zulässig,  anstelle  eines  kommunalen  Rahmennutzungsplans  unmittelbar 

einen Gestaltungsplan zu erlassen. Dazu ist zu bemerken, dass nur schon 

die  Tatsache,  dass  sich  dem  Verwaltungsgericht  die  Frage  stellte,  ob  das 

Fehlen einer kommunalen Rahmennutzungsplanung der Festsetzung eines 

Gestaltungsplans entgegensteht,  darauf  schliessen  lässt,  dass  es sich  um 

eine ungewöhnliche Konstellation handelt. Der Entscheid ist wohl vor dem 

Hintergrund  der  aussergewöhnlichen  Planungsgeschichte  des  betroffenen 

Gebietes zu verstehen und erging ausserdem noch vor dem wegleitenden 

Entscheid "Rüti" des Bundesgerichts, demgemäss die Abweichungen eines 

Gestaltungsplans von der Grundordnung nicht dazu führen dürfen, dass die 

planerisch  und  demokratisch  abgestützte  Grundordnung  ihres  Sinngehalts 

entleert würde (BGE 135 II 209, E. 5.2.). Dies setzt eine Grundordnung vo-

raus, bevor ein Gestaltungsplan erlassen wird. Weiter geht aus den Erwä-

gungen  des  Verwaltungsgerichtsentscheids  nicht  hervor,  weshalb  jenes 

Vorgehen  nicht  nur  unter  dem  Aspekt  der  planerischen  Stufenfolge,  son-

dern auch unter dem Aspekt des Verhältnisses von Grundordnung und Ge-

staltungsplan als zulässig erachtet wurde. Als wesentlicher Unterschied er-

scheint  sodann  der  Umstand,  dass  jenem  privaten  Gestaltungsplan  –  an-

ders als in den vorliegenden Fällen – die Stimmberechtigten der betreffen-

den Gemeinde und damit das Organ, welches für den Erlass der Bau- und 

Zonenordnung zuständig ist, zugestimmt haben (§ 86 PBG). Die Bau- und 

Zonenordnung wurde somit – wenn auch in Form eines Gestaltungplans – 

so doch von der dafür zuständigen Instanz erlassen (§ 45 PBG) und nicht 

von der Baudirektion.  

3.6.4.1. 

Gegen  die  Festsetzung  der  vorliegend  angefochtenen  Gestaltungspläne 
anstelle  einer  PBG-konformen  kommunalen  Rahmennutzungsordnung 
spricht zunächst die Zuständigkeitsregelung gemäss § 45 Abs. 1 PBG. Die 

Baudirektion hat die Kompetenz, im Rahmen der von der Gemeinde erlas-

senen  Grundordnung  bzw.  im  Rahmen  der  zulässigen  Abweichungen  da-

von, öffentliche Gestaltungspläne zu erlassen. Soweit den öffentlichen Ge-

staltungsplänen  mangels  einer  gesetzeskonformen  Grundordnung  (auch) 

die  Funktion  einer  kommunalen  Rahmennutzungsordnung  zukommt,  steht 

ihr diese Kompetenz nicht zu. 

R1S.2017.05133 

Seite 14 

 
 
3.6.4.2. 

Gegen  die  Festsetzung  der  vorliegend  angefochtenen  Gestaltungspläne 
anstelle  einer  PBG-konformen  kommunalen  Rahmennutzungsordnung 
sprechen  sodann  die  Vorgaben  des  Raumplanungsgesetzes  (Art.  2  und 

14 ff.  RPG,  Art.  3  Raumplanungsverordnung  [RPV]).  Danach  hat  die  Nut-

zungsplanung  das  ganze  Planungsgebiet  vollständig  zu  erfassen  und  soll 

aus einer Gesamtsicht heraus erfolgen, unter umfassender Abwägung und 

Abstimmung  aller  räumlich  wesentlichen  Interessen  und  Gesichtspunkte. 

Der  unkoordinierte  Erlass  von  Sondernutzungsordnungen  für  Teile  des 

Gemeindegebietes widerspricht der Planungspflicht von Art. 2 Abs. 1 RPG. 

Werden  Sondernutzungsplanungen  im  Zuge  einer  Gesamtrevision  der 

kommunalen Zonenplanung vorgezogen, müssen sie sich in deren planeri-

sches Gesamtkonzept einordnen, d.h. sie dürfen nicht ohne Bezug zur üb-

rigen Ortsplanung erlassen werden. Das Bundesgericht hielt eine vorgezo-

gene Teilplanung für eine Fraktion (im Rahmen der Totalrevision des bun-

desrechtswidrigen  kommunalen  Zonenplans)  nur  für  zulässig,  wenn  sich 

die Teilplanung ins planerische Gesamtkonzept der Gemeinde einfüge und 

die weitere Planung für den Rest des Gemeindegebietes nicht präjudiziere 

(BGr  1C_573/2015  vom  5.  Juli  2016,  E.  2.2  f.).  Aus  dem  Entscheid  des 

Bundesgerichts ergibt sich sodann, dass eine materielle Koordination nicht 

genügt und es auch einer formellen Koordination bedarf. Demnach hätte in 

jenem Fall das Inkrafttreten des Sondernutzungsplans von der Rechtskraft 

des Zonenplans abhängig gemacht werden müssen (E. 2.4). 

3.7. 

Damit  die  im  Masterplan  Hochschulgebiet  Zürich-Zentrum  genannten  Pro-

jekte  bewilligungsfähig  werden,  ist  eine  rechtsverbindliche  planerische 

Grundlage  notwendig.  Das  vom  kantonalen  Richtplan  entsprechend  dem 

Masterplan erfasste, planungsbedürftige Gebiet geht weit über die streitbe-

troffenen  Gestaltungsplanperimeter  hinaus.  Das  Planungsgebiet  wird  von 

den  Gestaltungsplänen  somit  nicht  vollständig  erfasst.  Deren  Festsetzung 

könnte  darum  –  selbst  wenn  eine  gesetzeskonforme  Grundordnung  gege-

ben  wäre  –  der  Teilrevision  der  Bau-  und  Zonenordnung  für  das  Hoch-

schulgebiet Zürich-Zentrum nur vorgezogen werden, wenn sich die Gestal-

tungspläne  in  das  nutzungsplanerische  Gesamtkonzept  der  Stadt  für  das 

Hochschulgebiet Zürich-Zentrum einfügen.  

R1S.2017.05133 

Seite 15 

 
 
Der kantonale Richtplan (Teilrevision des kantonalen Richtplans betreffend 

die  Gebietsplanung  Hochschulgebiet  Zürich-Zentrum,  Beschluss  des  Kan-

tonsrates  vom  13.  März  2017)  enthält  in  Pt.  6.2.1  eine  Liste  und  in  Abbil-

dung 6.2 eine Karte mit den in den angefochtenen Gestaltungsplänen vor-

gesehen Objekten. Er nennt sodann Eckwerte der Gebietsentwicklung, et-
wa die Erweiterung der heutigen Geschossfläche von rund 870'000 m2 um 
max.  320'000  m2  und  eine  Bauhöhe  von  (wohl  maximal)  512  m  ü.  M.  für 
Neubauten.  Weiter  werden  Grundsätze  und  Vorgaben  für  die  Sicherung 

und  Entwicklung  der Standortqualität festgelegt,  u.a.  in  Bezug  auf  die  ver-

kehrliche  Erschliessung,  städtebauliche  Aspekte,  prioritäre  Nutzungen, 

Erdgeschossnutzungen und den Bedarf an Sportflächen. 

Der  regionale  Richtplan  Stadt  Zürich  definiert  das  Hochschulgebiet  als 

Zentrumsgebiet  und  als  Gebiet  für  öffentliche  Bauten.  Zu  den  Funktionen 

und Entwicklungszielen wird Folgendes aufgeführt: "Weiterentwicklung des 

Hochschulgebiets  (Hochschulen,  Universitätsspital).  Publikumsorientierte 

Erdgeschossnutzungen,  die  den  Bezug  zwischen  spezifischen  Nutzungen 

im  Hochschulquartier  und  dem  öffentlichen  Raum  (Rämistrasse)  herstel-

len."  

Auf  Stufe  der  kommunalen  Nutzungsplanung  ist  für  das  gesamte  Hoch-

schulgebiet eine gesamtheitliche Grundordnung festzusetzen, die – anders 

als die im betreffenden Gebiet heute geltende Bauordnung 1963 – mit dem 

kantonalen Recht und dem Bundesrecht konform ist und der Richtplanung 

entspricht. Dabei ist der kommunale Planungsgeber zwar an die Vorgaben 

der Richtpläne  gebunden, die  Nutzungsordnung  ist  aber nicht bloss  deren 

Ableitung  oder Vollzug  (vgl.  Tschannen,  Art. 2  Rz.  27; Walter Haller/Peter 

Karlen, Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht, Bd. I, 3. Aufl., Zürich 1999, 

Rz. 165). Die Richtpläne belassen der Gemeinde Spielraum bei der Umset-

zung  der  Vorgaben.  Es  ist  deshalb  nicht  ausgeschlossen,  dass  zwischen 

den angefochtenen Gestaltungsplänen und der Grundordnung unzulässige 

Widersprüche entstehen, auch wenn sowohl Gestaltungspläne wie auch die 

Rahmennutzungsordnung  der  übergeordneten  Richtplanung  zu  entspre-

chen haben (§ 16 Abs. 1 PBG). Bevor für grössere Vorhaben Gestaltungs-

pläne wie die vorliegend angefochtenen festgelegt werden, ist die Bau- und 

Zonenordnung  im  Hochschulgebiet  zu  revidieren.  Ansonsten  bestünde  die 

Gefahr, dass die Gestaltungspläne die BZO-Teilrevision negativ präjudizie-

ren. Anhand der Grundordnung wird zu beurteilen sein, ob sich die Gestal-
tungspläne mit dem planerischen Gesamtkonzept vereinbaren lassen, wel-

R1S.2017.05133 

Seite 16 

 
 
ches der Grundordnung zugrunde liegen muss. Dass die Gestaltungspläne 

eine  rechtskräftige  und  gesetzeskonforme  Grundordnung  voraussetzen, 

zeigt  sich  auch  in  Art.  3  Abs. 1  der  Gestaltungsplanvorschriften.  Demge-

mäss  gelten,  soweit  der  kantonale  Gestaltungsplan  nichts  Anderes  be-

stimmt,  die  Bestimmungen  der  Bau-  und  Zonenordnung  (BZO)  der  Stadt 

Zürich sowie die Baubegriffe des Planungs- und Baugesetzes (PBG) samt 

zugehöriger Verordnungen. 

Im  Ergebnis  ist  Folgendes  festzuhalten:  Um  widersprüchliche  Entscheide 

zu  verhindern  und  weil  die  Zulässigkeit  der  Gestaltungspläne  anhand  der 

städtischen  Bauordnung  zu  beurteilen  ist,  setzt  deren  Erlass  eine  rechts-

kräftige Grundordnung voraus. Die vorliegend angefochtenen Gestaltungs-

pläne dürfen somit nicht in Kraft treten, bevor die revidierte Zonenordnung 

Hochschulgebiet Zürich-Zentrum rechtskräftig wird. Eine nur inhaltliche Ko-

ordination,  wie  sie  vorliegend  erfolgt  sein mag  oder mit  Blick  auf  die  richt-

planerischen  Festsetzungen  erfolgen  muss  (§  16  Abs. 1  PBG),  genügt 

nicht. Die Festsetzung der Gestaltungspläne hätte auch formell koordiniert 

werden  müssen,  was  nicht  geschehen  ist  (vgl.  BGr  1C_843/2013  vom 

22. April 2015, E. 2.4., und BGr 1C_573/2015 vom 5. Juli 2016, E. 2.3. f). In 

Gutheissung  der  Rekurse  sind  die  angefochtenen  Gestaltungspläne  somit 

aufzuheben. 

4. 

Zusammengefasst sind die Rekurse gutzuheissen.  

Demgemäss  sind die Verfügungen der Baudirektion  vom 29.  August  2017 

betreffend  die  Festsetzung  der  kantonalen  Gestaltungspläne  "USZ-

Kernareal Ost", "Wässerwies" und "Schmelzbergareal" aufzuheben. 

[….] 

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