# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b62eb9a6-204b-530f-942c-f91d793dfb77
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht Praxis des Verwaltungsgerichts (PVG) 00.00.0000 PVG 2016 13
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_006_PVG-2016-13_0000-00-00.pdf

## Full Text

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Vermögenssteuer. Steuerobjekt. Vermögensbewertung. 
Bewertung von Grundstücken. Amtliche Schätzung.
– Steuerobjekt der Vermögenssteuer (E.2a).
– Bewertung des Vermögens (E.2b).
– Bewertung von Grundstücken; liegt nach dem Bemes- 

sungsstichtag und bevor eine Veranlagung erfolgte, eine 
neue Schätzung vor, welche zeitlich näher am Stichtag 
liegt als die bisherige Schätzung, so gilt − unabhängig 
davon, ob die neue Schätzung höher oder tiefer ausge- 
fallen ist als die alte − die natürliche Vermutung, dass 
die darin enthaltenen Schätzungswerte näher an der 
Realität bzw. an den effektiven Werten liegen als dieje- 
nigen der alten Schätzung (E.2c).

Imposta sulla sostanza. Oggetto dell’imposta. Valutazio- 
ne della sostanza. Valutazione della sostanza immobiliare. 
Stima ufficiale.
– Oggetto fiscale dell’imposta sulla sostanza (cons. 2a).
– Valutazione della sostanza (cons. 2b).
– Valutazione della sostanza immobiliare; se vi è una nuo- 

va stima, che è stata fatta prima del giorno determinan- 
te per la definizione della sostanza e prima che sia stata 
effettuata un’imposizione, vale – indipendentemente 
dalla questione di sapere se la nuova stima sia superio- 
re o inferiore alla vecchia – la presunzione naturale che 
i valori della recente stima siano più vicini alla realtà, 
rispettivamente al valore effettivo, di quelli della stima 
più remota nel tempo (cons. 2c).

Erwägungen:
2.a) Das Steuerharmonisierungsgesetz schreibt den Kan-

tonen zwingend vor, von den natürlichen Personen eine Vermö- 
genssteuer zu erheben (vgl. Art. 2 Abs. 1 lit. a StHG). Art. 54 Abs. 1 
StG bestimmt im Einklang mit Art. 13 Abs. 1 StHG, dass das Rein- 
vermögen der Vermögenssteuer unterliegt. Steuerbar sind danach 
alle Aktiven, soweit sie nicht durch besondere gesetzliche Vorgabe 
von der objektiven Steuerpflicht ausgenommen sind. Es gilt somit 
ein Vermögensbegriff, der vom Grundsatz der Gesamtvermögens- 
steuer geprägt ist und dem Gedanken der Besteuerung nach der 
wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit entspricht; er umfasst sämt- 
liche einer Person zivilrechtlich zustehenden und rechtlich rea- 
lisierbaren geldwerten Rechte an Sachen sowie an Forderungen

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und Beteiligungen, seien sie dinglicher oder obligatorischer Natur, 
unabhängig davon, ob es sich um privates oder geschäftliches, 
bewegliches oder unbewegliches Vermögen  handelt.  Steuerfrei 
ist nur, was keinen rechtlich realisierbaren Anspruch auf geldwer- 
te Rechte darstellt oder was vom Gesetz ausdrücklich als steuer- 
frei bezeichnet wird, namentlich der Hausrat und die persönlichen 
Gebrauchsgegenstände (vgl. Art. 13 Abs. 4 StHG und Art. 58 Abs. 3 
StG). Ebenfalls nicht steuerbar sind Vermögenswerte, deren Geld- 
wert zu ungewiss ist, beispielsweise selbstgeschaffener, nicht ak- 
tivierbarer Goodwill. Keine steuerbaren geldwerten Rechte stellen 
sodann blosse Anwartschaften dar, d.h. ungewisse Aussichten auf 
einen künftigen Rechtserwerb. Keine Voraussetzung für die Zu- 
rechnung zum steuerbaren Vermögen ist hingegen die Fälligkeit 
einer Forderung (vgl. BGE 138 II 311 E.3.1; Urteil des Bundesgerich- 
tes 2C_821 und 822/2010 vom 4. April 2011 E.4.4 sowie die dort er- 
wähnten Urteile und Autoren).

b) Nach Art. 14 Abs. 1 StHG ist das Vermögen nach dem 
Verkehrswert zu besteuern, wobei der Ertragswert angemessen 
berücksichtigt werden kann. Die land- und forstwirtschaftlich ge- 
nutzten Grundstücke werden zum Ertragswert bewertet. Das kan- 
tonale Recht kann bestimmen, dass bei der Bewertung der Ver- 
kehrswert mitberücksichtigt wird oder im Falle der Veräusserung 
oder Aufgabe der land- oder forstwirtschaftlichen Nutzung des 
Grundstücks eine Nachbesteuerung für die Differenz zwischen Er- 
trags- und Verkehrswert erfolgt (Art. 14 Abs. 2 StHG). Ausser für die 
land- oder forstwirtschaftlich genutzten Grundstücke enthält das 
StHG keine ausdrücklichen Bewertungsvorschriften. Dementspre- 
chend kommt für die nicht land- oder forstwirtschaftlich genutz- 
ten Grundstücke grundsätzlich der in Art. 14 Abs. 1 StHG veranker- 
te Grundsatz der Verkehrswertbewertung zur Anwendung, wobei 
der Ertragswert angemessen berücksichtigt werden kann (Zigerlig / 
Jud, in: Zweifel / AthAnAs [Hrsg.], Kommentar zum schweizerischen 
Steuerrecht, Band I/1, Bundesgesetz über die Harmonisierung der 
direkten Steuern der Kantone und Gemeinden [StHG], 2. Aufl., Ba- 
sel 2002, Art. 14 Rz. 3). Übereinstimmend mit Art. 14 Abs. 1 StHG 
sieht Art. 56 Abs. 1 StG als Steuerwert der Grundstücke den Ver- 
kehrswert unter angemessener Berücksichtigung des Ertrages und 
der Ertragsfähigkeit vor. Wohn- und Geschäftshäuser sind zum 
Mittel des Verkehrswerts und des zweifachen Ertragswerts der 
letzten drei Jahre zu bewerten (Art. 56 Abs. 2 StG). Sowohl bei der 
Bestimmung des Verkehrswerts als auch des Ertragswerts ist auf 
die allgemein anerkannten Schätzungsgrundsätze abzustellen. Bei

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der Ermittlung des Verkehrswerts ist davon auszugehen,  dass  es 
sich dabei um jenen Preis  handelt,  der  für  einen  Vermögenswert 
bei einer Veräusserung im gewöhnlichen Geschäftsverkehr erzielt 
werden kann. Der Verkehrswert entspricht somit sinngemäss dem 
mittleren Preis, zu dem Grundstücke gleicher oder ähnlicher Grös-  
se, Lage und Beschaffenheit in der betreffenden Region verkauft 
werden. Der Ertragswert ist in der Regel durch  Kapitalisierung  ei- 
nes Rohertrages zu einem Zinssatz vorzunehmen, welcher ausser 
einer angemessenen Verzinsung des investierten Kapitals auch die 
bei richtiger Bewirtschaftung des Grundstücks entstehenden Un- 
kosten berücksichtigt. Dabei ist grundsätzlich auf den erzielbaren und 
nicht auf den effektiven Ertrag abzustellen (Zigerlig / Jud, a.a.O., Art. 
14 Rz. 5).

c) Gemäss Art. 17 Abs. 1 StHG sowie Art. 68 Abs. 1 StG be- 
misst sich das steuerbare Vermögen nach dem Stand am Ende 
der Steuerperiode oder der Steuerpflicht, wobei als Steuerperio- 
de nach Art. 15 Abs. 1 StHG bzw. Art. 66 Abs. 2 StG grundsätzlich 
das Kalenderjahr gilt. Dieser Stand am Ende der Steuerperiode ist 
nicht nur für die Zusammensetzung des steuerbaren Vermögens 
als Ganzes massgebend, sondern auch für die Wertbemessung der 
einzelnen Vermögensbestandteile (locher, System des schweizeri- 
schen Steuerrechts, 7. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2016, S. 288). Mass- 
gebend für die Wertbemessung der Vermögensbestandteile ist 
dementsprechend jeweils der 31. Dezember des betreffenden Steu- 
erjahres (Stichtagsprinzip). Kotierte Wertpapiere sowie Bankgutha- 
ben werden beispielsweise zum Kurswert der Wertpapiere bzw. 
zum Nominalwert am Ende der jeweiligen Steuerperiode besteu- 
ert. Auch bei Grundstücken erfolgt eine Besteuerung entsprechend 
dem Steuerwert der Liegenschaft per 31. Dezember des betreffen- 
den Steuerjahres. Massgebend ist dabei grundsätzlich die amtliche 
Schätzung, welche am Bemessungsstichtag in Rechtskraft ist. In 
der Wegleitung zur Steuererklärung des Jahres 2013 der Steuerver- 
waltung des Kantons Graubünden (abrufbar unter www.stv.gr.ch › 
Steuererklärung › Wegleitungen/Merkblätter › Steuerperiode 2013
› Wegleitungen/Merkblätter) wird auf S. 51 denn auch explizit aus- 
geführt, dass in der Regel die Verkehrs- und Ertragswerte der letz- 
ten amtlichen Gebäudeschätzung massgebend seien. Liegt jedoch 
nach dem Bemessungsstichtag und bevor eine Veranlagung er- 
folgte, eine neue Schätzung vor, welche zeitlich näher am Stichtag 
liegt als die bisherige Schätzung, so gilt − unabhängig davon, ob 
die neue Schätzung höher oder tiefer ausgefallen ist als die alte − 
die natürliche Vermutung, dass die darin enthaltenen Schätzungs-

http://www.stv.gr.ch/

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werte näher an der Realität bzw. an den effektiven Werten liegen 
als diejenigen der alten Schätzung (vgl. Urteil des Verwaltungsge- 
richtes des Kantons Graubünden A 10 29 vom 23. April 2010 E.3). 
Vorliegend muss dies umso mehr gelten, als die alte Schätzung 
vom 28. Juli 1997 im Zeitpunkt des massgeblichen Stichtags, mit- 
hin am 31. Dezember 2013, bereits über 15 Jahre alt war und die 
neue Schätzung weniger als drei Monate nach dem massgebenden 
Stichtag erstellt wurde. Vor diesem Hintergrund kann vorliegend 
ohne Weiteres davon ausgegangen werden, dass die neue Schät- 
zung vom 19. März 2014 die objektiven Verkehrs- und Ertragswerte 
der Privatliegenschaft des Beschwerdeführers besser wiedergibt 
als die alte Schätzung vom 28. Juli 1997. Die Beschwerdegegnerin 
hat dementsprechend für die Veranlagung der Steuerperiode 2013 
zu Recht die neue Schätzung vom 19. März 2014 bzw. die darin ent- 
haltenen Werte herangezogen (anders gehandhabt wird dies bei- 
spielsweise im Kanton St. Gallen, wo in jedem Fall die Schätzung, 
welche am Bemessungsstichtag [31. Dezember] in Rechtskraft oder 
wenigstens eröffnet ist, massgebend ist [vgl. St. Galler Steuerbuch 
[StB] 57 Nr. 1]).
A 15 13 Urteil vom 19. Januar 2016