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**Case Identifier:** b39d315c-f7cb-5a72-ab84-dfab22205097
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-07-27
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 27.07.2022 SK.2022.16
**Docket/Reference:** SK.2022.16
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_SK-2022-16_2022-07-27

## Full Text

Qualifizierter politischer Nachrichtendienst (Art. 272 Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 StGB) sowie vorsätzliche Ausübung einer Erwerbstätigkeit ohne Bewilligung i. S. des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration (Art. 115 Abs. 1 lit. c AIG);;Qualifizierter politischer Nachrichtendienst (Art. 272 Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 StGB) sowie vorsätzliche Ausübung einer Erwerbstätigkeit ohne Bewilligung i. S. des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration (Art. 115 Abs. 1 lit. c AIG);;Qualifizierter politischer Nachrichtendienst (Art. 272 Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 StGB) sowie vorsätzliche Ausübung einer Erwerbstätigkeit ohne Bewilligung i. S. des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration (Art. 115 Abs. 1 lit. c AIG);;Qualifizierter politischer Nachrichtendienst (Art. 272 Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 StGB) sowie vorsätzliche Ausübung einer Erwerbstätigkeit ohne Bewilligung i. S. des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration (Art. 115 Abs. 1 lit. c AIG)

Beschluss vom 27. Juli 2022 
Strafkammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Martin Stupf, Vorsitz 

Stefan Heimgartner und Alberto Fabbri, 

Gerichtsschreiberin Elena Inhelder  

Parteien  BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch 

Staatsanwältin des Bundes Sabrina Beyeler, 

 

 
gegen 

  
A., amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Daniel 

Gränicher 

 

Gegenstand  
Qualifizierter politischer Nachrichtendienst sowie 

vorsätzliche Ausübung einer Erwerbstätigkeit ohne 

Bewilligung i.S. des Bundesgesetzes über die Aus-

länderinnen und Ausländer und über die Integration 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer:  SK.2022.16 

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SK.2022.16 

In Erwägung, dass 

 B. am 17. Mai 2019 um 16:00 Uhr bei der Regionalpolizei Seeland-Berner Jura 

Anzeige gegen A. (nachfolgend Beschuldigter) wegen politischen Nachrichten-

dienstes (Art. 272 StGB) erstattete (BA pag. 10.1.1 ff.) und er der Polizei glei-

chentags das Mobiltelefon des Beschuldigten übergab; 

 der Beschuldigte seinerseits am 17. Mai 2019 um 11:30 Uhr bei der Regionalpo-

lizei Seeland-Berner Jura Anzeige wegen Freiheitsberaubung (Art. 183 Ziff. 1 

StGB), Nötigung (Art. 181 StGB), Drohung (Art. 180 Abs. 1 StGB), einfacher Kör-

perverletzung (Art. 123 Ziff. 1 und 2 StGB) und eventualiter Tätlichkeit (Art. 126 

Abs. 1 StGB) u.a. gegen B., C., D. und E. sowie gegen Unbekannt erstattete, 

wobei er der Anzeige den Sachverhalt zu Grunde legte, er sei von den vorge-

nannten Personen am Abend des 7. Mai 2019 im Keller des Restaurants «F.» 

in  Z. während rund 6.25 Stunden gewaltsam festgehalten und verhört, dabei ins-

besondere mit dem Tode bedroht sowie mit der Faust geschlagen worden und 

man habe ihm sein Mobiltelefon weggenommen (Akten BE pag. 287 ff.); 

 die Anklage der Staatsanwaltschaft Region Berner Jura-Seeland in vorgenannter 

Sache am 24. Dezember 2021 beim Regionalgericht Berner Jura-Seeland gegen 

die vier vorgenannten beschuldigten Personen einging (Verfahrensnummer: 

PEN [...]; BA pag. 18.7.4 ff.); 

 die Bundesanwaltschaft (nachfolgend BA) am 20. April 2022 bei der Strafkammer 

des Bundesstrafgerichts Anklage gegen den Beschuldigten wegen qualifizierten 

politischen Nachrichtendienstes (Art. 272 Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 StGB) sowie Aus-

übung einer Erwerbstätigkeit ohne Bewilligung (Art. 115 Abs. 1 lit. c des Bundes-

gesetzes über Ausländerinnen und Ausländer und deren Integration vom 16. De-

zember 2005 [AIG; SR.142.20]) erhob (TPF pag. 5.100.001 ff.); 

 die Anklage dem Beschuldigten in Zusammenhang mit politischem Nachrichten-

dienst vorwirft, er habe in der Zeit vom 13. August 2018 bis 7. Mai 2019, insge-

samt 59 Nachrichten mit politischen Inhalten, d.h. mit nicht offenkundigen oder 

öffentlich nicht leicht zugänglichen Informationen über verschiedene in der 

Schweiz befindliche Personen mit Bezug zur Organisation I. in der Schweiz, u.a. 

per WhatsApp an den türkischen Geheimdienst MIT und andere sicherheitspoli-

tische, staatliche Akteure aus der Türkei übermittelt sowie in der Zeit vom 

31. März 2019 bis 11. April 2019 mit seinem Mobiltelefon insgesamt sieben An-

rufe an die Polizei in Y. getätigt, davon einen Anruf an das Terrordezernat der 

Polizeidirektion in Y., wobei er den türkischen Polizeibeamten politische Inhalte, 

u.a. den Einreisezeitpunkt von Personen mit Bezug zur Organisation I. in der 

Schweiz mitgeteilt habe, was zur Verhaftung und Verurteilung eines in der 

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Schweiz wohnhaften türkischen Staatsangehörigen bei dessen Einreise in die 

Türkei am 31. März 2019 geführt haben soll; 

 das Gericht seine Zuständigkeit von Amtes wegen prüft, wobei die Delikte des 

dreizehnten Titels des StGB (Verbrechen und Vergehen gegen den Staat und 

die Landesverteidigung) gemäss Art. 35 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Organisation der Strafbehörden des Bundes vom 19. März 2010 (StBOG; 

SR.173.71) i.V.m. Art. 23 Abs. 1 lit. h StPO der Bundesgerichtsbarkeit unterlie-

gen, die BA das Verfahren betr. Widerhandlung gegen das AIG mit dem vorlie-

genden vereinigte (BA pag. 1.1.2 f.) und somit die Zuständigkeit des Bundesstraf-

gerichts für die Beurteilung beider angeklagter Straftatbestände gegeben ist; 

 die Strafkammer des Bundesstrafgerichts als verfahrensleitende Behörde ge-

mäss Art. 329 Abs. 1 StPO prüft, ob die Anklageschrift und die Akten ordnungs-

gemäss erstellt sind (lit. a), die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind (lit. b) und 

Verfahrenshindernisse bestehen (lit. c); 

 das Gericht das Verfahren nach Art. 329 Abs. 2 StPO sistiert und die Anklage, 

falls erforderlich, zur Ergänzung oder Berichtigung an die Staatsanwaltschaft zu-

rückweist, sollte sich aus der Prüfung (oder später im Verfahren) ergeben, dass 

ein Urteil zurzeit nicht ergehen kann und es zudem entscheidet, ob ein sistierter 

Fall bei ihm hängig bleibt (Art. 329 Abs. 3 StPO); 

 die Strafbehörden die Obliegenheit haben, im Sinne des Grundsatzes der Ver-

fahrenseinheit (Art. 29 StPO), sich widersprechende Urteile, sei dies bei der 

Sachverhaltsfeststellung, der rechtlichen Würdigung oder der Strafzumessung, 

so weit wie möglich zu verhindern (vgl. BGE 138 IV 29 E. 3.2); 

 sich die Sistierung eines Strafverfahrens mit Blick auf ein anderes Verfahren 

nach der bundesgerichtlichen Praxis nur rechtfertigt, wenn der Ausgang des an-

deren Verfahrens tatsächlich eine Rolle für das Ergebnis des sistierten Strafver-

fahrens haben kann und dadurch die Beweisaufnahme in jenem Verfahren er-

heblich erleichtert (Urteile des Bundesgerichts 1B_318/2020 vom 11. März 2021 

E. 2.1; 1B_365/2019 vom 7. April 2020 E. 2.1; 1B_21/2015 E. 2.1 vom 

15. Juli 2015 E. 2.1; 1B_421/2012 vom 19. Juni 2013 E. 2.1; 1B_721/ 2011 vom 

7. März 2012 E. 3.1; je mit Hinweisen); 

 das beschlagnahmte Mobiltelefon des Beschuldigten im vorliegenden Strafver-

fahren für die Wahrheitsfindung ein zentrales Beweismittel darstellt (so auch die 

BA im Entsiegelungsantrag, BA pag. 21.1.5), womit die Klärung der Umstände 

der Wegnahme desselben insbesondere mit Blick auf die Frage der Verwertbar-

keit privat erlangter Beweismittel für das hiesige Verfahren von besonderer Be-

deutung ist; 

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 nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung von Privaten rechtmässig erlangte 

Beweismittel grundsätzlich verwertbar sind, rechtswidrig erlangte Beweismittel 

hingegen nur verwertbar sind, wenn sie von den Strafverfolgungsbehörden recht-

mässig hätten erlangt werden können und kumulativ dazu eine Interessenabwä-

gung für deren Verwertung spricht, die Verwertung indes nur dann zulässig ist, 

wenn dies zur Aufklärung einer schweren Straftat unerlässlich ist (BGE 146 IV 

226 E. 2 m.w.H.; Urteile des Bundesgerichts 6B_902/2019 vom 8. Januar 2020 

E. 1.2 m.w.H.; 6B_1468/2019 vom 1. September 2020 E.1.3); 

 sich aus den Akten  wie sich nachfolgend zeigen wird  nicht klar ergibt, wie und 

unter welchen Umständen das Mobiltelefon von den Privaten erlangt wurde; 

 der Beschuldigte anlässlich seiner Einvernahme als Geschädigter im nun vor 

dem Regionalgericht Berner Jura-Seeland hängigen Verfahren PEN [...] auf die 

Frage, zu welchem Zeitpunkt ihm das Mobiltelefon abgenommen worden sei, zu 

Protokoll gab: «Nachdem eben G. gesagt hat: ‘Wir werden dich jetzt befragen. 

Du bist jetzt ein Häftling. Da haben sie mir das Portemonnaie, das Handy und die 

Schlüssel weggenommen. Alles was ich bei mir hatte, haben sie mir weggenom-

men» (Akten BE pag. 415); er sich zu diesem Zeitpunkt im Keller des besagten 

Restaurants befunden habe, in den er zuvor von mindestens drei Personen, mit-

unter von B., nach Betreten des Restaurants unter Schlägen verbracht worden 

sei (Akten BE pag. 373; 374; 411; 412; 414; 468); 

 der Beschuldigte auch im hiesigen Verfahren wiederholt aussagte, dass ihm das 

Telefon von B. «weggenommen» (BA pag. 13.1.81 Z. 21, vgl. auch 13.1.12 Z. 22 

f.; 13.1.108 Z. 9 f.; Akten BE pag. 468) respektive durch diese Leute «beschlag-

nahmt» worden sei (BA pag. 13.1.97 Z. 23; 13.1.98 Z. 8); 

 B. demgegenüber anlässlich seiner Einvernahmen als Auskunftsperson zu-

nächst zu Protokoll gab, der Beschuldigte habe sein Mobiltelefon dem Vorstand 

des Vereins abgegeben und dieser habe es ihm übergeben (BA pag. 12.1.3 

Z. 107 ff.), er in der Folge allerdings aussagte, der Beschuldigte habe ihm das 

Mobiltelefon «gegeben», nachdem er ihm gesagt habe, dass er es kontrollieren 

möchte (BA pag. 12.1.29 Z. 10 f.), der Beschuldigte «damit einverstanden» ge-

wesen sei und ihm «auch seinen Zutrittscode zum Gerät, dies freiwillig» gegeben 

habe (BA pag. 12.1.30 Z. 6), wobei er anlässlich der Hafteinvernahme als be-

schuldigte Person dazu befragt ausführte: «Das Handy habe ich ihm abgenom-

men, das stimmt [...] Ich habe ihm gesagt, ich müsse sein Handy kontrollieren 

und er hat mir dieses ohne Probleme gegeben» (Akten BE pag. 82); 

 sich die weiteren im Berner Verfahren PEN [...] angeklagten Personen unter-

schiedlich zur Abnahme des Telefons äusserten (D.: «Ich habe ihm das Handy 

http://links.weblaw.ch/6B%201468/2019

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nicht weggenommen» [Akten BE pag. 19]; E.: «Niemand hat das Handy wegge-

nommen. B. hat das Handy von A. verlangt. Er hat es gegeben.» [Akten BE pag. 

137], wobei er in der Folge im Verfahren der BA indes ausführte, er wisse nicht, 

ob der Beschuldigte sein Mobiltelefon freiwillig an B. übergeben habe [BA 

pag. 12.4.9]; C.: «Oben haben sie im Handy und Computer nach Beweisen ge-

sucht. Sie haben A. auch gefragt, ob er sonst noch etwas auf sich trage. Wir 

haben verlangt, dass er uns seine Sachen zeigt.» [Akten BE pag. 233]); 

 selbst die BA im Entsieglungsantrag einräumte, dass die Frage «Wie das Mobil-

telefon von A. zu B. gelangt ist, [...] nicht abschliessend geklärt werden» konnte 

(BA pag. 21.1.4); 

 der Sachverhalt hinsichtlich der Abnahme des Mobiltelefons nach dem Gesagten 

(noch) nicht klar erstellt ist; 

 vor diesem Hintergrund die Geschehnisse des fraglichen Abends, insbesondere 

die konkreten Umstände, der zeitliche Ablauf sowie das Vorliegen allfälliger Straf-

taten, für die Beantwortung der Frage, wie es zur Abnahme des Mobiltelefons 

gekommen ist und ob dieses von den eingangs erwähnten Privaten rechtswidrig 

erlangt wurde, von wesentlicher Bedeutung sind; 

 der betreffende Sachverhalt in der Anklageschrift vom 24. Dezember 2021 der 

Staatsanwaltschaft Region Berner Jura-Seeland im Verfahren PEN [...] u.a. wie 

folgt umschrieben ist: «B., D. und E. A., als dieser [...] eintraf, festhielten und ihn 

zusammen mit C. sowie ‚H.‘ unter Schlägen und Stössen via Treppe in den Keller 

des Restaurants brachten, wo sie ihn zwangen, an einem zuvor bereitgestellten 

Tisch mit Stühlen Platz zu nehmen und sein Mobiltelefon, sein Portemonnaie so-

wie seine Schlüssel abzugeben und mit dem Verhör begannen»; 

 B. und E., konfrontiert mit den Aussagen des hier Beschuldigten, wonach er an-

gegriffen und gewaltsam in den Keller verbracht worden sei, angaben, dieser sei 

an besagtem Abend «zufällig» respektive selbstverschuldet die Treppe in den 

Keller hinuntergestürzt (Akten BE pag. 80; 135), D. zwar ebenfalls einen Trep-

pensturz erwähnte, dabei aber ausführte, der Beschuldigte sei zuvor von B. an-

gegriffen und anlässlich eines Fluchtversuchs die Treppe hinuntergestürzt (Akten 

BE pag. 296) und C. keine eigenen Angaben dazu machen konnte, indes aus-

führte, es könne sein, «dass sie ihn packen wollten und er dabei zu Fall kam» 

(Akten BE pag. 779); 

 es im Berner Verfahren PEN [...] vor dem Regionalgericht Berner Jura-Seeland 

nach dem Gesagten mitunter um die Frage geht, ob der Beschuldigte unter Ge-

waltanwendung in den Keller verbracht, dort festgehalten und in diesem Zusam-

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menhang gezwungen wurde, sein Mobiltelefon abzugeben, wie dies die Ankla-

geschrift im Verfahren PEN [...] ausführt, womit die Geschehnisse des fraglichen 

Abends und damit verbunden insbesondere die Umstände vor, während und 

nach der Abnahme respektive Wegnahme des Mobiltelefons Gegenstand dieses 

Verfahrens bilden; 

 das Regionalgericht Berner Jura-Seeland somit auch darüber zu entscheiden 

hat, wie sich der Vorfall am 7. Mai 2019 zugetragen hat und ob es im Rahmen 

dessen u.a. zu allfälligen Straftaten gegen die körperliche Integrität des im vor-

liegenden Verfahren Beschuldigten A. gekommen ist; 

 zwischen dem Strafverfahren vor dem hiesigen Gericht und jenem vor dem Re-

gionalgericht Berner Jura-Seeland somit ein enger sachlicher Zusammenhang 

besteht, zumindest hinsichtlich der Geschehnisse des fraglichen Abends und da-

mit verbunden der Erlangung des Mobiltelefons des Beschuldigten durch die im 

Berner Verfahren PEN [...] angeklagten Personen; 

 die Strafkammer der Beweiswürdigung durch das Sachgericht bei einer unklaren 

Beweislage nicht vorgreifen darf; 

 das Berner Verfahren PEN [...] die Beweiswürdigung im vorliegenden Strafver-

fahren somit nicht nur erheblich erleichtern dürfte, sondern hinsichtlich des frag-

lichen Vorfalls und der Umstände, unter denen es zur Abnahme des Mobiltele-

fons gekommen sein soll, mitunter Grundlage bildet, um Widersprüche in Bezug 

auf vorliegendes Verfahren zu vermeiden; 

 der Ausgang des beim Regionalgerichts Berner Jura-Seeland hängigen Verfah-

rens PEN [...] für die Ermittlung der (materiellen) Wahrheit bzw. den Ausgang des 

vorliegenden Verfahrens nach dem Gesagten eine nicht unwesentliche Rolle 

spielt; 

 das Berner Verfahren PEN [...] zudem insoweit fortgeschritten ist, als die Anklage 

dem Regionalgericht Berner Jura-Seeland überwiesen und eine Hauptverhand-

lung (für Januar 2023) bereits angesetzt wurde, mithin in absehbarer Zeit ein 

Urteil ergehen dürfte; 

 das vorliegende Verfahren unter diesen Umständen bis zum Vorliegen eines 

rechtskräftigen Entscheids in Zusammenhang mit dem Strafverfahren  

PEN [...] zu sistieren ist; 

 es in dieser Konstellation der Anklagebehörde zu prüfen obliegt, ob die Anklage-

schrift durch allfällige neue Erkenntnisse aufgrund des Entscheids des entspre-

chenden Sachgerichts zu ändern ist, wobei sich je nach Konstellation die Frage 

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der Wiedereinreichung der Anklage, der Wiederaufnahme des Vorverfahrens  

oder der Einstellung stellt; 

 es bei dieser Sachlage angezeigt ist, die Rechtshängigkeit beim Gericht aufzu-

heben und diese wieder an die Bundesanwaltschaft zu übertragen; 

 für diesen Beschluss keine Kosten zu erheben sind; 

 der Beschluss aufgrund der Konnexität mit dem Berner Verfahren  

PEN [...] nebst den Parteien auch dem Regionalgericht Berner Jura-Seeland mit-

zuteilen ist (Art. 68 Abs. 1 StBOG). 

 

  

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Die Strafkammer beschliesst: 

1. Das Verfahren SK.2022.16 wird sistiert. 

2. Die Rechtshängigkeit geht an die Bundesanwaltschaft über. 

3. Für diesen Beschluss werden keine Kosten erhoben. 

4. Dieser Beschluss wird den Parteien und dem Regionalgericht Berner Jura-See-

land schriftlich mitgeteilt. 

 

Im Namen der Strafkammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

 

Der Vorsitzende Die Gerichtsschreiberin 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Beschwerde an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts 

Gegen Verfügungen und Beschlüsse sowie die Verfahrenshandlungen der Strafkammer des Bundesstrafge-

richts als erstinstanzliches Gericht, ausgenommen verfahrensleitende Entscheide, kann innert 10 Tagen 

schriftlich und begründet Beschwerde bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts geführt werden 

(Art. 393 Abs. 1 lit. b und Art. 396 Abs. 1 StPO; Art. 37 Abs. 1 StBOG). 

 

Mit der Beschwerde können gerügt werden: a. Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Miss-

brauch des Ermessens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung; b. die unvollständige oder unrichtige 

Feststellung des Sachverhalts; c. Unangemessenheit (Art. 393 Abs. 2 StPO). 

Einhaltung der Fristen 

Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der Frist bei der Strafbehörde abgegeben oder zu deren Handen 

der Schweizerischen Post, einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung oder, im 

Falle von inhaftierten Personen, der Anstaltsleitung übergeben werden (Art. 91 Abs. 2 StPO). 

 

 

 

 

 

 

Versand: 27. Juli 2022