# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ba97f1f9-5258-55e9-9a29-473cdd3dd433
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-02-28
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2015 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2015
**Docket/Reference:** DB.2017.168
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2017_168_do.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

2 DB.2017.168 
2 ST.2017.212 

Entscheid 

28. Februar 2018 

Mitwirkend: 

Einzelrichterin Micheline Roth und Gerichtsschreiber Benjamin Briner 

A ,    

In Sachen 

gegen 

Beschwerdeführer/ 
Rekurrent,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Nord,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

Direkte Bundessteuer 2015 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2015 

betreffend 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 2 - 

hat sich ergeben: 

A.  In  der  Steuererklärung  2015  deklarierte  A  (nachfolgend  der  Pflichtige)  für 

die  direkte  Bundessteuer  2015  ein  steuerbares  Einkommen  von  Fr. 64'291.-  bzw.  für 

die  Staats-  und  Gemeindesteuern  2015  ein  steuerbares  Einkommen  von  Fr. 63'416.- 

sowie ein steuerbares Vermögen von Fr. 175'304.-. 

Am  8.  Mai  2017  veranlagte  das  kantonale  Steueramt  den  Pflichtigen  für  die 

direkte  Bundessteuer  2015  mit  einem  steuerbaren  Einkommen  von  Fr. 67'900.-  bzw. 

schätzte  ihn  für  die  Staats-  und  Gemeindesteuern  2015  mit  einem  steuerbaren  Ein-

kommen  von  Fr. 67'900.-  sowie  mit  einem  steuerbaren  Vermögen  von  Fr. 175'000.- 

ein. Dabei gewährte es dem Pflichtigen anstelle der von ihm geltend gemachten Wei-

terbildungskosten von Fr. 4'140.- lediglich die Pauschale von Fr. 500.-. Weiter wurden 

Verbandsbeiträge von Fr. 300.- (weil mit der Pauschale bereits abgegolten) und Lotto-

einsatzkosten von Fr. … (mangels Nachweis) nicht zum Abzug zugelassen. 

B. Der Pflichtige erhob hiergegen am 31. Mai 2015 Einsprache und beantragte 

sinngemäss  eine  deklarationsgemässe  Veranlagung  bzw.  Einschätzung  betreffend 

Kosten  für  Verbandsbeiträge  und  Weiterbildung.  Zur  Abzugsfähigkeit  der  Weiterbil-

dungskosten  führte  er  zusammengefasst  aus,  dass  er  nur  maximal  alle  drei  Monate 

eine  Trainingseinheit  beim  Arbeitgeber  absolviere  (zwei  bis  vier  Kurse  jährlich).  Um 

sich waffenlos selbstverteidigen zu können, sei er aber auf zusätzliche Kurse angewie-

sen, da er sich als Polizist in einem unsicheren und gefährlichen Umfeld bewege und 

er  zudem  einen  polizeilichen  Auslandeinsatz  plane,  welcher  mehrheitlich  unbewaffnet 

stattfinde. Überdies besuche er diese Kurse im In- und Ausland, um sich einen Aufstieg 

in eine gehobenere Stellung (als Profiinstruktor) im angestammten Beruf zu sichern. 

Mit Entscheiden vom 24. August 2017 wies das kantonale Steueramt die Ein-

sprachen  ab.  Zum  Nichtabzug  der  geltend  gemachten  Weiterbildungskosten  wurde 

ausgeführt, dass die besuchten (zusätzlichen) Kurse im Kampfsportbereich wohl nütz-

lich,  aber  nicht  notwendig  seien  für  die  Ausübung  des  Polizistenberufs.  Es  sei  aber 

nicht so, dass Polizisten, welche keine solche Kurse besuchten, ihren Beruf nicht mehr 

2 DB.2017.168 
2 ST.2017.212 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 3 - 

ausüben  könnten.  Mangels  einem  engen  sachlichen  Zusammenhang  könne  man  die 

Kurskosten nicht zum Abzug zulassen.  

C.  Hiergegen  erhob  der Pflichtige  am  18. September  2017  Beschwerde bzw. 

Rekurs. Darin akzeptierte er die Nichtabzugsfähigkeit der Verbandsbeiträge. Betreffend 

Weiterbildungskosten erneuerte er dagegen seinen Einspracheantrag. Bei den besuch-

ten Kursen "Systema" handle es sich nicht um Wettkämpfe des Kampfsportsbereichs, 

sondern  um  Selbstverteidigung.  Es  sei  sein  Ziel,  sich  in  den  nächsten  15  Jahren  als 

Profiinstruktor in einem Polizeikorps zu etablieren. Damit vollziehe er keinen Wechsel 

in  eine  zu  unterscheidende  höhere  Berufsstellung,  sondern  sei  er  dennoch  (gemeint 

wohl auch weiterhin) als Polizist auf der Strasse tätig. Dazu komme die Aus- und Wei-

terbildung der nebenamtlichen Instruktoren sowie der weiteren Mitarbeiter des Polizei-

korps hinzu. Ein weiteres Ziel in den nächsten Jahren sei ein UN-Pol-Einsatz im Aus-

land,  der  voraussichtlich  ein  Jahr  daure.  Diese  Abzüge  seien  von  den  bisherigen 

Veranlagungsbehörden immer akzeptiert worden. 

In  der  Beschwerde-  bzw.  Rekursantwort  vom  12.  Oktober  2017  schloss  das 

kantonale Steueramt auf kostenpflichtige Abweisung der Rechtsmittel. 

Auf die weiteren Parteivorbringen wird – soweit rechtserheblich – in den nach-

folgenden Erwägungen eingegangen. 

Die Einzelrichterin zieht in Erwägung: 

1. a) Gemäss Art. 25 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer vom 

14. Dezember 1990 (DBG) und § 25 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) wer-

den  zur  Ermittlung  des  Reineinkommens  von  den  gesamten  steuerbaren  Einkünften 

die zur Erzielung notwendigen Aufwendungen abgezogen. Abzugsfähig im Bereich der 

unselbstständigen Erwerbstätigkeit sind nach Art. 26 Abs. 1 lit. d DBG bzw. § 26 Abs. 1 

lit. d StG (jeweils in der bis Ende 2015 geltenden Fassung) unter anderem die mit dem 

Beruf  zusammenhängenden  Weiterbildungs-  und  Umschulungskosten.  Nicht  abzugs-

2 DB.2017.168 
2 ST.2017.212 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 4 - 

fähig sind hingegen die Ausbildungskosten (Art. 34 lit. b DBG bzw. § 33 lit. b StG eben-

falls jeweils in der bis Ende 2015 geltenden Fassung). 

b)  Weiterbildung  im  Gesetzessinn  besteht  in  denjenigen  Bildungsmassnah-

men, die ein Steuerpflichtiger auf sich nimmt, um in seinem Beruf auf dem Laufenden 

und den steigenden Anforderungen seiner beruflichen Stellung gewachsen zu bleiben 

(Philip Funk,  Der  Begriff  der Gewinnungskosten nach schweizerischem  Einkommens-

steuerrecht, 1989, S. 96 f.; Felix Richner, Bildungskosten, ZStP 2002, S. 189 und 264). 

Die  Weiterbildungsausgaben  dienen  der  Erhaltung  und  Verbesserung  der  für  die  ge-

genwärtige Berufsausübung erforderlichen Sachkenntnisse oder der Erhaltung/Sicher-

ung  der  gegenwärtigen  Berufsstellung  (vgl.  Michael  Beusch,  Bildungskosten – Eine 

Analyse der Abgrenzung von Aus- und Weiterbildung anhand neuerer Entwicklungen in 

der Rechtsprechung, "zsis", Zeitschrift für Schweizerisches und Internationales Steuer-

recht, Aufsätze, www.zsis.ch, Ziff. 10; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Kommentar zum 

Zürcher Steuergesetz, 3. A., 2013, § 26 N 64 und 71 ff. StG). 

c)  Unter  nicht  abziehbarer  Ausbildung  im  Sinne  von  Art. 34  lit.  b  DBG  bzw. 

§ 33  lit. b  StG  sind  diejenigen  Bildungsvorgänge  zu  verstehen,  die  nicht  mit  einer  

bereits  ausgeübten  Erwerbstätigkeit  zusammenhängen,  insbesondere  die Ausbildung, 

die  der  erstmaligen  Erlangung  eines  Berufs  oder  der  ersten  Erwerbstätigkeit  dient 

(RB 2004  Nr. 92;  Funk,  S. 95;  Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Handkommentar  zum 

DBG, 3. Aufl. Art. 26 N 7 DBG und § 26 N 8 StG). Sie bilden mangels eines qualifiziert 

engen wesentlichen Zusammenhangs mit einer vorbestehenden/angestammten beruf-

lichen Tätigkeit keine Berufskosten im Sinn des Gesetzes, sondern nicht abzugsfähige 

private Lebenshaltungskosten. 

d)  Das  Merkblatt  des  kantonalen  Steueramts  über  die  Abzugsfähigkeit  von 

Aufwendungen  für  Bildungsmassnahmen  vom  11. November  2009  konkretisiert  die 

Abgrenzung zwischen Aus- und Weiterbildung. 

Demnach sind Ausbildungskosten Auslagen, die anfallen, um die notwendigen 

Fähigkeiten  und  Kenntnisse  zur  Ausübung  eines  bestimmten  Berufs  zu  erlernen.  Als 

Ausbildungskosten  gelten  auch  Auslagen,  die  zum  Aufstieg  in  eine  vom  bisherigen 

Beruf  eindeutig  zu  unterscheidende  höhere  Berufsstellung  (sog.  Berufsaufstiegskos-

ten)  oder  gar  zum  Umstieg  in  einen  anderen  Beruf  dienen.  Solche  Auslagen  stehen 

2 DB.2017.168 
2 ST.2017.212 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 5 - 

nicht  in  einem  "qualifiziert  engen"  und  wesentlichen  Zusammenhang  mit  einer  ange-

stammten  beruflichen  Tätigkeit;  sie  stellen  daher  nicht  abzugsfähige  Lebenshaltungs-

kosten  dar  (Ziff. 3.1  des  Merkblattes).  Darunter  fallen  Aufwendungen  für  Lehrgänge, 

welche die Fähigkeiten und Kenntnisse zur Ausübung eines Berufs überhaupt vermit-

teln  (Ziff. 4.1  des  Merkblatts),  wie  etwa der  Fachausweis  Polizist,  der  dazu  berechtigt 

den Polizeiberuf auszuüben. 

Weiterbildungskosten  sind  demgegenüber  Aufwendungen  zur  Erhaltung  oder 

Sicherung der vom Pflichtigen erreichten beruflichen Stellung oder zum Aufstieg in eine 

gehobenere  Stellung  im  angestammten  Beruf.  Weiterbildungskosten  sind  Auslagen, 

die  getätigt  werden,  um  im  angestammten  Beruf  auf  dem  Laufenden  zu  bleiben  oder 

dessen  steigenden  oder  neuen Anforderungen  zu  genügen,  oder  zum  Erwerb  beson-

derer  Fachkenntnisse  mit  Blick  auf  eine  Spezialisierung  oder  den  Aufstieg  im  ange-

stammten  Beruf.  Der  «qualifiziert  enge»  und  wesentliche  Zusammenhang  mit  einer 

angestammten  beruflichen Tätigkeit  ist  nur gegeben,  wenn sich  die Weiterbildung  auf 

Kenntnisse bezieht,  die bei  dieser  beruflichen Tätigkeit  verwendet  werden  können;  er 

fehlt dagegen, wenn es nur um die persönliche Bereicherung — etwa im Sinne kulturel-

ler Weiterbildung — geht. Zur Anerkennung als abzugsfähige Weiterbildungskosten ist 

es  aber  nicht  notwendig,  dass  der  Steuerpflichtige  das  Erwerbseinkommen  ohne  die 

streitige Auslage überhaupt nicht hätte erzielen können, sondern es ist darauf abzustel-

len,  ob  die  Aufwendungen  für  die  Erzielung  des  Einkommens  nützlich  sind  und  nach 

der Verkehrsauffassung im Rahmen des Üblichen liegen (Ziff. 3.2 des Merkblattes). 

e) Das Verwaltungsgericht verweist in seiner Rechtsprechung zu den Weiter-

bildungskosten auf Art. 30 lit. a und b des Bundesgesetzes über die Berufsbildung vom 

13. Dezember 2002 (BBG; SR 412.10) und hält fest, die Bestimmung enthalte insofern 

ein taugliches Kriterium für den Weiterbildungsbegriff, als die berufsorientierte Weiter-

bildung primär dazu diene, "durch organisiertes Lernen bestehende berufliche Qualitä-

ten  zu  erneuern,  zu  vertiefen  und  zu  erweitern"  (RB 2004  Nr. 92).  Indessen  schliesst 

die in Art. 30 lit. a und b BBG erwähnte Zwecksetzung auch Elemente der Umschulung 

bzw. Ausbildung mit ein ("neue berufliche Qualifikationen" bzw. "berufliche Flexibilität"), 

welche  über  die  steuerlich  abzugsfähige  Weiterbildung  hinausgehen.  Ob  die  Kosten 

eines Lehrgangs als abzugsfähige Weiterbildungskosten zu würdigen sind, kann daher 

nicht allgemein gesagt werden, sondern beurteilt sich aufgrund der konkreten Umstän-

2 DB.2017.168 
2 ST.2017.212 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 6 - 

de, indem es namentlich auf den im Lehrgang vermittelten Stoff einerseits und die be-

rufliche Tätigkeit oder die Grundausbildung des Absolventen andrerseits ankommt. 

f) Der unmittelbare ursächliche Zusammenhang der Weiterbildung mit der Be-

rufstätigkeit  muss  auch  in  zeitlicher  Hinsicht  bestehen.  Weiterbildungskosten  müssen 

daher  für  die  Erzielung  des  Erwerbseinkommens  in  dem  in  der  Berechnungsperiode 

ausgeübten  Beruf  an  sich  in  der  gleichen  Berechnungsperiode  aufgewendet  worden 

sein (VGr, 26. April 2010, SB.2010.00036, E. 2.5). 

g)  Als  steuermindernde  Tatsachen  sind  Weiterbildungskosten  von  den  Steu-

erpflichtigen geltend zu machen, hinreichend darzulegen und nachzuweisen.  

2.  a)  Beim  Pflichtigen  handelt  es  sich  um  einen  Polizisten,  der  im  Jahr  2015 

(ausschliesslich) bei der Polizei der Gemeinde B tätig war. Er machte in seiner Steuer-

erklärung  2015  folgende  "Weiterbildungskosten  im  Kampfsportbereich  inkl.  Fahrtweg" 

von total Fr. 4'140.35 geltend: Kilometerkosten Fr. 2'259.30, Parkkosten Fr. 37.50 und 

Trainingskosten  Fr. 1'843.55.  Strittig  ist,  ob  es  sich  hierbei  um  Weiterbildungs-  oder 

Ausbildungskosten handelt. In einem zu den Berufsauslagen beiliegenden E-Mail führ-

te  der  Pflichtige  dazu  aus,  dass  von  angehenden  Eigensicherungsinstruktoren  in  der 

Stellenausschreibung verlangt werde, aktiv "Kampfsport" oder ähnliches zu betreiben. 

Von  Seiten  der  Arbeitgeberin  würden  in  diesem  Bereich  keine  Kosten  übernommen. 

Als  Instruktor  habe  man  nur  einige  wenige  Weiterbildungen  im  Korps.  Diese  würden 

aber  nicht  ausreichen,  um  sich  effizient  verteidigen  zu können (E-Mail  des Pflichtigen 

vom 23. Juli 2015 an das Steueramt der vor dem Zuzug in den Kanton Zürich zustän-

digen ausserkantonalen Wohnsitzgemeinde betr. Steuererklärung 2014). 

b)  Unterscheiden  lassen  sich  im  Wesentlichen  zwei  Begründungslinien,  mit 

denen  der  Pflichtige  die  Abzugsfähigkeit  der  Kosten  für  den  Besuch  der  "Systema" 

Kurse geltend macht: 

aa) Die erste Begründungslinie zielt darauf ab, dass in den Kursen Selbstver-

teidigungselemente erlernt werden können, um besser für den Berufsalltag als Polizist 

gerüstet zu sein. Dazu wurde im Einschätzungsentscheid ablehnend ausgeführt, dass 

bereits der Arbeitgeber die dazu benötigten Kurse anbiete. Zudem würden die Polizis-

2 DB.2017.168 
2 ST.2017.212 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 7 - 

ten während ihrer Ausbildung in den nötigen Verteidigungstechniken geschult. Im Ein-

spracheentscheid wurde eine Nützlichkeit der "Systema" Kurse für Polizisten nicht ab-

gesprochen, aber die Notwendigkeit zur Berufsausübung. 

Der  soeben  geschilderte  Einwand  des  Steueramts  hat  seine  Berechtigung: 

Die Berufsausübung als solche bleibt einem Polizisten ohne Besuch dieser Kurse nicht 

verwehrt,  diese  sind  anders  gesagt  zur  Einkommenserzielung  nicht  notwendig.  Auch 

erscheinen  in  diesem  Zusammenhang  (von  der  Arbeitgeberin  ungedeckte)  Kurs-

besuche von 67 Tagen im Jahr […] zum Zweck der Erhaltung oder Sicherung des Poli-

zistenberufs  von  Vorneherein  als  nicht  im  Rahmen  des  Üblichen  liegend  bzw.  nicht 

verhältnismässig. Auch sind diese Kurse nicht nur für Polizisten zugänglich, sondern im 

Prinzip für jedermann mit Interesse an Selbstverteidigung. Es ist klar, dass ein Polizist 

berufsbedingt häufiger als ein Durchschnittsbürger in gefährliche Situationen kommen 

kann.  Ersterer  hat  aber  im  Gegensatz  zu  Letzterem  auch eine  mitunter genau  darauf 

fokussierte  Ausbildung  durchlaufen  (nämlich  die  zweijährige  Polizeischule)  und  erhält 

gemäss dem Pflichtigen immerhin alle drei bis sechs Monate eine Auffrischung dieses 

Wissens,  wenn  auch  manchmal  allenfalls  nur  in  technischer  oder  taktischer  Hinsicht, 

was aber sicherlich ebenso dazu gehört. 

Die  Begründung  der  Selbstverteidigung  rechtfertigt  deshalb  keine  Abzugsfä-

higkeit der Kosten für die "Systema Kurse". Es bleibt noch zu prüfen, ob der Pflichtige 

damit  womöglich  den  Aufstieg  in  eine  gehobenere  Stellung  im  angestammten  Beruf 

bezweckt, was seiner zweiten Begründungslinie entspricht, oder ob er damit nicht eine 

vom bisherigen Beruf eindeutig zu unterscheidende höhere Berufsstellung anstrebt. 

bb) In der Aspirantenbroschüre der Polizei der Gemeinde B wird im Abschnitt 

zu […] die "Instruktion" aufgelistet. Dazu wird auf S. … Folgendes erläutert: "Zu einer 

umfassenden  Ausbildung  […]  zum  Polizisten  gehört  auch  eine  professionelle  Ausbil-

dung  im  Umgang  mit  verschiedenen  Waffen  sowie  das  Vermitteln  der  polizeispezifi-

schen Einsatztaktik und Eigensicherung. Die dabei erworbenen Kenntnisse und Fertig-

keiten  gilt  es  während  der  gesamten  Polizeilaufbahn  mit  mehrmals  jährlich  wieder-

kehrenden  Trainingslektionen  auf  dem  höchstmöglichen  Niveau  zu  halten.  Mit  dieser 

wichtigen Aufgabe sind die Profiinstruktoren der Abteilung [...] betraut, welche zugleich 

als Einsatzleiter das Rückgrat einer Interventionseinheit bilden. Die speziell geschulten 

Profiinstruktoren sind nicht nur zuständig für die Aus- und Weiterbildung aller Korpsan-

2 DB.2017.168 
2 ST.2017.212 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 8 - 

gehörigen  in  den  Bereichen  Schiessen,  Polizeimehrzweckstock,  Reizstoffsprühgerät, 

Einsatztaktik und Eigensicherung, sondern darüber hinaus auch für die spezielle Aus-

bildung  der  Interventionseinheit  […]". Weiter  auf  S.  …  (im  Abschnitt  […])  wird  erklärt: 

"Polizeikorps  sind  hierarchisch  aufgebaut  und  verfügen  über  militärische  Grade.  Bei 

Eignung ist es möglich, innerhalb des Korps die Offizierslaufbahn einzuschlagen". 

Der  Pflichtige  (momentan  …jährig)  führte  im  Rekurs  bzw.  der  Beschwerde 

aus, er wolle sich in den nächsten 15 Jahren als  Profiinstruktor in einem Polizeikorps 

etablieren. Um dieses Ziel zu erreichen, seien massive Weiterbildungen nötig. 

Der  Pflichtige  wäre  also bei  plangemässer  Erreichung  seines  Ziels  –  Etablie-

rung in einem Polizeikorps – knapp ... Jahre alt. Auch betreffend UN-Pol-Einsatz äus-

sert  sich  der  Pflichtige nur  vage,  dass  er  diesen "in den  nächsten  Jahren  absolvieren 

werde." Auch ein solcher Einsatz mag zwar nützlich sein, liegt jedoch nicht im Rahmen 

des  Üblichen  zur  Erhaltung  oder  Sicherung  des  Polizistenjobs  in  der  Schweiz.  Daher 

würde es bereits an einem genügend engen zeitlichen Konnex fehlen, um die geltend 

gemachten Berufsauslagen als Weiterbildungskosten in Abzug bringen zu können. 

Das  soeben  Geschilderte  spricht  vorliegend  aber  auch  stark  dafür,  dass  der 

Pflichtige  derzeit  Aufwendungen  auf  sich  nimmt,  um  zu  einem  noch  nicht  genau  ab-

schätzbaren Zeitpunkt in seiner mittel- bis langfristigen Karrierezukunft "in eine von der 

bisherigen Berufstätigkeit zu unterscheidende höhere Stellung" aufzusteigen. Denn er 

will sich spezialisieren als Profiinstruktor und würde damit quasi einen "Seitenwechsel" 

vom weiterzubildenden Polizisten zum Ausbildner vollziehen (hier decken sich übrigens 

die Infos zur "Instruktion" mit den Angaben des Pflichtigen). Zudem würde man damit 

gemäss S. … der Aspiranten-Broschüre der Polizei der Gemeinde B die Funktion des 

Einsatzleiters  einer  Interventionseinheit,  welche  ebenfalls  eine  spezialisierte  und spe-

ziell geschulte Polizeieinheit ist, übernehmen. Wahrscheinlich verschafft man sich so – 

bei Eignung – auch eine bessere Ausgangslage, um erfolgreich eine Offizierslaufbahn 

innerhalb des Polizeikorps zu absolvieren. 

Sofern die Kosten für die "Systema Kurse" tatsächlich die erforderliche spezi-

elle Schulung für einen Profiinstruktor betreffen (und damit eher beruflich bedingt statt 

privater Natur wären, was vorliegend aber nicht geklärt werden muss), müsste man sie 

daher aus steuerrechtlicher Sicht als nicht abzugsfähige Ausbildungskosten qualifizie-

2 DB.2017.168 
2 ST.2017.212 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 9 - 

ren. Auch aus diesem Grund ist der Abzug der geltend gemachten Berufsauslagen von 

Fr. 4'140.- zu Recht verweigert bzw. durch die Pauschale von Fr. 500.- ersetzt worden. 

3.  Der  Pflichtige  führte  aus,  dass  die  bisherigen  Steuerbehörden  die  soeben 

beurteilten  Kosten  bis  anhin  immer  als  abzugsfähig  erachtet  hätten.  Daraus  kann  er 

aber nichts für sich ableiten, denn die Steuerbehörden dürfen die Abzüge grundsätzlich 

in  jeder  Periode  einer  Neuprüfung  unterziehen  und  sind  nicht  an  die  Praxis  anderer 

Kantone gebunden (BGr, 16. Februar 2015, 2C_666/2014 + 2C_667/2014, E. 3.3.2). 

An dieser Stelle sei überdies darauf hingewiesen, dass der geprüfte Sachver-

halt  aus  dem  Blickwinkel  des  bis  Ende  2015  geltenden  Rechts  beurteilt  wurde.  

Ab  dem  1. Januar  2016  gilt  sowohl  auf  Bundesebene  (Art. 33  Abs. 1  lit.  j  DBG;  vgl. 

www.admin.ch/gov/de/start/dokumentation/medienmitteilungen.msg-id-52679.html)  als 

auch im Kanton Zürich (§ 31 lit. k StG) ein revidierter Steuerabzug bis zum maximalen 

Gesamtbetrag von Fr. 12'000.-, der grundsätzlich für alle beruflichen Ausbildungs- (mit 

Ausnahme  der  Erstausbildung),  Weiterbildungs-  und  Umschulungskosten  gilt.  Ab  der 

Steuerperiode 2016 wäre der vorliegende Sachverhalt anhand der geänderten Rechts-

lage wiederum neu zu würdigen. 

4. Ausgangsgemäss sind die Kosten des Verfahrens dem Pflichtigen aufzuer-

legen (Art. 144 Abs. 1 DBG bzw. § 151 Abs. 1 StG). 

Demgemäss erkennt die Einzelrichterin: 

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  Der Rekurs wird abgewiesen. 

[…] 

2 DB.2017.168 
2 ST.2017.212