# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** da2d8e00-c382-585e-adcb-00c3ac4b5072
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-09-17
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 17.09.2015 200 2014 101
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-101_2015-09-17.pdf

## Full Text

200 14 101 IV
KNB/REL/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 17. September 2015

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Kölliker, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiberin Renz

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 20. Dezember 2013

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2015, IV/14/101, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1964 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
arbeitete seit dem 1. Juni 1992 als ... und meldete sich am 17. August 2012 
unter Hinweis auf seit 2006 bestehende psychische Probleme und Alkohol-
probleme bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Ant-
wortbeilage der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerdegegnerin, AB] 2). In 
der Folge nahm die IVB Abklärungen in erwerblicher und medizinischer 
Hinsicht vor und holte unter anderem die Akten des zuständigen Taggeld-
versicherers, der Versicherung C.________, ein (AB 15.1 bis AB 15.22).

Nach Einholen eines Abklärungsberichtes Haushalt (AB 38) stellte die IVB 
mit Vorbescheid vom 30. September 2013 (AB 40) die Abweisung des Ren-
tenbegehrens in Aussicht, da die Versicherte bei einem Invaliditätsgrad (IV-
Grad) von 35 % nicht in rentenbegründendem Ausmass in ihrer Arbeits- 
und Erwerbsfähigkeit eingeschränkt sei. Damit zeigte sich die durch 
Rechtsanwältin B.________ vertretene Versicherte mit Einwand vom 
14. November 2013 nicht einverstanden (AB 44). Nach Rücksprache so-
wohl mit dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der IV-Stellen 
Bern/Freiburg/Solothurn (AB 47) als auch mit dem Abklärungsdienst 
(AB 49) verfügte die IVB am 20. Dezember 2013 (AB 50) dem Vorbescheid 
entsprechend und verneinte den Anspruch auf eine Invalidenrente (IV-
Rente). 

B.

Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte – weiterhin vertreten durch 
Rechtsanwältin B.________ – am 30. Januar 2014 Beschwerde beim Ver-
waltungsgericht des Kantons Bern und beantragte, die Beschwerdegegne-
rin sei zu verpflichten, ihr rückwirkend ab dem 1. Februar 2013 eine halbe 
Invalidenrente auszurichten. Eventualiter sei die Beschwerdegegnerin zu 
verpflichten, ihr rückwirkend ab dem 1. Februar 2013 eine Viertels-IV-Rente 
auszurichten. Subeventualiter sei die Streitsache zu ergänzenden Ab-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2015, IV/14/101, Seite 3

klärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Zudem sei ihr die 
unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren, seien die Gerichtskosten zu er-
lassen und sei Rechtsanwältin B.________ als unentgeltliche Rechtsvertre-
terin einzusetzen. 

Nachdem die Rechtsschutzversicherung ihrer Tochter Kostengutsprache 
für das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht des Kantons Bern erteilt 
hatte, liess die Beschwerdeführerin das Gesuch um unentgeltliche Rechts-
pflege und Verbeiständung mit Schreiben vom 10. Februar 2014 zurück-
ziehen. Dieses wurde mit prozessleitender Verfügung vom 11. Februar 
2014 als erledigt abgeschrieben.

Am 7. März 2014 beantragte die Beschwerdegegnerin unter anderem unter 
Hinweis auf eine Stellungnahme des Abklärungsdienstes vom 3. März 2014 
die Abweisung der Beschwerde. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung vom 
19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über Frist 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2015, IV/14/101, Seite 4

(Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 
des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 
1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzu-
treten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 20. Dezember 2013 
(AB 50). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin 
auf eine IV-Rente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 (IVG; SR 831.20) haben jene Versicherten An-
spruch auf eine Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im 
Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungs-
massnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) 
und die zusätzlich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 
durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen 
sind und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 
ATSG) sind (lit. b und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch 
auf eine ganze Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, der-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2015, IV/14/101, Seite 5

jenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei 
einem IV-Grad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Ren-
te und bei einem IV-Grad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Vier-
telsrente.

2.3 Für die Bestimmung des IV-Grades wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG). 

2.4 Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil 
erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der 
Ehegattin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG 
festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die 
Invalidität für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermit-
telt (Art. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätig-
keit beziehungsweise der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegat-
ten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich 
festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen 
(sog. gemischte Methode; BGE 125 V 146 E. 2a S. 150). 

Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig Erwerbstätige 
oder als Nichterwerbstätige einzustufen ist – was je zur Anwendung einer 
anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, 
Betätigungsvergleich, gemischte Methode) führt –, ergibt sich aus der Prü-
fung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine 
gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (BGE 125 V 146 E. 2c S. 150). 
Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versi-
cherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in 
welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 133 V 504 
E. 3.3 S. 508).

2.5 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden kön-
nen auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2015, IV/14/101, Seite 6

Art. 7 ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens 
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Ein-
schränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei 
Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu ver-
werten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitge-
hend objektiv bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 
S. 353; SVR 2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1).

2.6 Nach ständiger Rechtsprechung begründen Alkoholismus, Medi-
kamentenmissbrauch und Drogensucht für sich allein keine Invalidität im 
Sinne des Gesetzes. Vielmehr wird eine solche Sucht invalidenversiche-
rungsrechtlich erst relevant, wenn sie eine Krankheit oder einen Unfall be-
wirkt hat, in deren Folge ein körperlicher, geistiger oder psychischer, die 
Erwerbsfähigkeit beeinträchtigender Gesundheitsschaden eingetreten ist, 
oder wenn sie selber Folge eines körperlichen, geistigen oder psychischen 
Gesundheitsschadens ist, dem Krankheitswert zukommt (BGE 124 V 265 
E. 3c S. 268; SVR 2012 BVG Nr. 14 S. 62 E. 4.4.2).

2.7 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 In medizinischer Hinsicht lassen sich den Akten im Wesentlichen 
folgende Angaben entnehmen:

3.1.1 Der Oberarzt der psychiatrischen Klinik D.________, Dr. med. 
E.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, diagnosti-
zierte in seinem Gutachten vom 4. April 2012 zu Handen des Regierungs-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2015, IV/14/101, Seite 7

statthalteramtes … (AB 7 S. 4 ff.) eine zumindest akzentuierte Persönlich-
keit mit vor allem abhängigen Anteilen mit anhaltender Alkoholabhängigkeit 
und Benzodiazepinmissbrauch (S. 10 Ziff. 3.1). Eine weitere stationäre Be-
handlung sei nicht angezeigt, sollte es jedoch zu einem erneuten Rückfall 
in das alte Konsumverhalten kommen, müsse eine längerdauernde statio-
näre Entwöhnungstherapie diskutiert werden (Ziff. 3.2). Die Anamnese zei-
ge, dass unter Kontrolle eine weitgehende Abstinenz eingehalten werden 
könne, es ohne Antabusschutz aber umgehend aufgrund fehlender Co-
pingstrategien zu einem Rückfall in das alte Konsumverhalten komme 
(S. 9). Zur Arbeitsfähigkeit äusserte sich der Psychiater nicht.

In der Austrittsmeldung der psychiatrischen Klinik D.________ vom 
13. April 2012 zur Hospitalisation vom 10. März bis zum 14. April 2012 
(AB 15.19) wurden die Diagnosen einer Alkoholabhängigkeit, aktuell Rück-
fall bei psychosozialer Belastungssituation (ICD-10: F43.21), eines Status 
nach Distraneurin- und Benzodiazepinabusus, aktuell abstinent, sowie De-
pressionen, unter Cipralex remittiert, aufgeführt. 

3.1.2 In seinem Bericht vom 31. Oktober 2012 (AB 18) hielt der behan-
delnde Hausarzt Dr. med. F.________, Facharzt für Allgemeine Innere Me-
dizin FMH, die folgenden Diagnosen fest: chronische Depression, Alkohol-
krankheit, Status nach Benzodiazepin-Überkonsum, akzentuierte Persön-
lichkeit mit abhängigen Anteilen, Status nach Mittelfussfraktur und Belas-
tung durch Tochter mit Lymphom (Ziff. 1). Die bisherige Tätigkeit sei ab 
dem 1. August 2012 zu 50 % ausführbar und die Leistungsfähigkeit sei 
dabei normal (Ziff. 1.6).

3.1.3 Der behandelnde Psychiater Dr. med. G.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, nannte in seinem Bericht vom 6. Novem-
ber 2012 (AB 23) als Diagnosen rezidivierende depressive Episoden bei 
unreifer narzisstischer Persönlichkeitsstörung mit Perioden von schwerer 
Adipositas und Alkoholabhängigkeit, aktuell unter beschützenden Bedin-
gungen abstinent und Benzodiazepinabusus, aktuell unter schützenden 
Bedingungen abstinent (Ziff. 1.1). Seit August 2012 bis zum Frühjahr 2013 
bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50 % zeitlicher Belastung bei 100 % Leis-
tung und ab Frühjahr 2013 eine solche von 70 % (S. 2 Ziff. 1.6 bis 1.9).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2015, IV/14/101, Seite 8

Mit Schreiben vom 4. März 2013 (AB 29) korrigierte Dr. med. G.________ 
seine Aussage, wonach ab dem Frühjahr 2013 eine Arbeitsfähigkeit von 
70 % bestehe. Vielmehr empfehle er dringend eine zeitliche Arbeitsbelas-
tung von 50 % bis zum 16. Lebensjahr der Tochter zu bewahren.

3.1.4 Der RAD-Arzt Dr. med. H.________, Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie, diagnostizierte in seinem Bericht vom 10. Januar 2013 
(AB 25) eine Persönlichkeitsstörung mit abhängigen Zügen und Selbst-
wertproblematik bei langjähriger traumatisierender Belastungssituation in 
der Partnerschaft mit Entwicklung einer vorübergehenden erheblichen Ess-
störung mit Adipositas (ICD-10: F60.8, Differenzialdiagnose kombinierte 
abhängig-ängstlich vermeidende Persönlichkeitsstörung [ICD-10: F61.0]), 
depressiven Episoden (ICD-10: F33) und einer bis März 2012 langjährig 
bestehenden Alkohol- und Benzodiazepin-Abhängigkeit (ICD-10: F10.23 
und ICD-10: F13.20). Aktuell sei seit dem 1. August 2012 eine 50 %ige 
Arbeitsfähigkeit ausgewiesen (S. 4). Die bisherige Tätigkeit sei vermutlich 
weiterhin zumutbar, eine langsame Steigerung der Belastung und Tätigkeit 
ohne übermässigen emotionalen Stress und Leistungsdruck in wohlwollen-
der Atmosphäre empfehlenswert. Berufliche Massnahmen zur Unterstüt-
zung und Förderung des beruflichen Wiedereinstiegs würden sehr sinnvoll 
erscheinen.

3.1.5 In ihrem mit „Rasche Zweitmeinung zur aktuellen Arbeitsfähigkeit“ 
betitelten Bericht vom 11. März 2013 zuhanden der Versicherung 
C.________ (AB 30) hielt Dr. med. I.________, Fachärztin für Psychiatrie 
und Psychotherapie, folgende Diagnosen fest: Abhängigkeit von Alkohol, 
gegenwärtig abstinent unter Antabus (ICD-10: F10.23), Abhängigkeit von 
Sedativa, gegenwärtig abstinent (ICD-10: F13.20) und Persönlichkeitss-
törung mit abhängigen Zügen (ICD-10: F60.7 [S. 4]). Die Beschwerdeführe-
rin habe in der Vergangenheit bei Belastung wieder angefangen zu trinken, 
eine Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit zu 50 % könne versucht 
werden im Rahmen eines Eingliederungsversuchs durch die IV. Dabei soll-
ten nächtliche Arbeit, Verantwortung und Zugang zu Schlaf- oder Beruhi-
gungsmitteln vermieden werden. Da das Ausmass der kognitiven Ein-
schränkung bei der Untersuchung nur grob habe geschätzt werden können, 
wäre eine neuropsychologische Testung sinnvoll. Die Beschwerdeführerin 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2015, IV/14/101, Seite 9

sei zu 100 % arbeitsunfähig für eine Arbeit als Schichtverantwortliche in 
einem Heim oder in einem Akutspital wegen des unkontrollierten Zugangs 
zu Beruhigungsmitteln und wegen der festgestellten Störung von Konzen-
tration und Gedächtnis. Eine 50 %-Stelle in der Heimpflege ohne Verant-
wortung könne möglich sein, falls keine zu gravierenden kognitiven Störun-
gen beständen.

3.1.6 Im Bericht vom 22. März 2013 (AB 31) hielt der RAD-Arzt 
Dr. med. H.________ fest, dass den Einschätzungen der Dres. med. 
I.________ und G.________ gefolgt werden könne und mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit mittelfristig vom Vorliegen einer weiterhin auf 50 % ein-
geschränkten Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit ausgegangen wer-
den müsse. Innert einem Jahr könne möglicherweise eine weitere Verbes-
serung der Belastbarkeit und Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin um 
20 % bis 30 % erreicht werden. Eine entsprechende Überprüfung des me-
dizinischen Sachverhalts erscheine in spätestens einem Jahr sinnvoll, wo-
bei gegebenenfalls auch weitere medizinische Abklärungen (z.B. eine neu-
ropsychologische Untersuchung) sinnvoll wären.

3.1.7 Dr. med. G.________ stellte in seinem Bericht vom 15. April 2013 
(AB 33) fest, dass der Zustand der Beschwerdeführerin stationär sei und 
dass eine Arbeitsfähigkeit von 50 % bis zur Volljährigkeit der Tochter be-
stehe.

3.1.8 Der RAD-Arzt Dr. med. H.________ hielt in seiner Stellungnahme 
zum Einwand der Beschwerdeführerin vom 21. November 2013 (AB 47) 
fest, dass er eine neuropsychologische Abklärung erst bei Scheitern der 
beruflichen Wiedereingliederung oder Verschlechterung der Arbeitsfähig-
keit für sinnvoll erachte. 

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2015, IV/14/101, Seite 10

ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a). 

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.3 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der hier angefochtenen Ver-
fügung vom 20. Dezember 2013 (AB 50) massgeblich auf die Einschätzun-
gen des RAD-Arztes Dr. med. H.________ in seinem Bericht vom 10. Ja-
nuar 2013 (AB 25) und seiner Stellungnahme vom 21. November 2013 
(AB 47) gestützt.

3.3.1 Diese Berichte des RAD-Arztes erfüllen die von der höchstrichter-
lichen Rechtsprechung an den Beweiswert eines medizinischen Berichts 
gestellten Anforderungen (vgl. E. 3.2 hiervor). Der RAD-Psychiater geht 
hier davon aus, dass bei der Beschwerdeführerin unter anderem eine Per-
sönlichkeitsstörung mit abhängigen Zügen und Selbstwertproblematik vor-
liegt. Diese Einschätzung findet ihren Rückhalt im Bericht von Dr. med. 
I.________ vom 11. März 2013 (AB 30), welche ebenfalls eine Persönlich-
keitsstörung mit abhängigen Zügen diagnostiziert. Beide Fachärzte gehen 
dabei davon aus, dass eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % besteht, was auch 
mit der Einschätzung des behandelnden Psychiaters Dr. med. G.________ 
übereinstimmt: auch dieser geht in seinen Berichten vom 6. November 
2012 (AB 23) und vom 4. März 2013 (AB 29) davon aus, dass die Be-
schwerdeführerin aus psychischen Gründen zu maximal 50 % arbeitsfähig 
sei – wobei er am 6. November 2012 ab Frühjahr 2013 prognostisch noch 
eine 70 %ige Arbeitsfähigkeit für zumutbar gehalten hatte (AB 23). Diese 
schlüssigen und nachvollziehbaren Einschätzungen der behandelnden wie 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2015, IV/14/101, Seite 11

auch der begutachtenden Fachärzte stimmen damit mehrheitlich überein 
und überzeugen. Es kann darauf abgestellt werden, zumal ein invalidisie-
render Gesundheitsschaden von der Beschwerdegegnerin auch nicht be-
zweifelt wird. 

3.3.2 In seinem Bericht vom 22. März 2013 (AB 31) hält der RAD-
Psychiater Dr. med. H.________ mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 
eine mittelfristige Verbesserung für möglich, wenn er ausführt, dass innert 
einem Jahr möglicherweise eine weitere Verbesserung der Arbeitsfähigkeit 
und Belastbarkeit um 20 % bis 30 % erreicht werden könne, weshalb eine 
Überprüfung des medizinischen Sachverhalts mit allenfalls einer neuropsy-
chologischen Abklärung im Frühjahr 2014 sinnvoll erscheine. Die Be-
schwerdegegnerin hat danach jedoch bereits im Dezember 2013 – und 
damit nur gut neun Monate später – die hier angefochtene Verfügung er-
lassen und einen Rentenanspruch verneint, ohne erneute Abklärungen 
bezüglich der gesundheitlichen Situation zu tätigen (AB 50). Ob die von 
Dr. med. H.________ prognostizierte Verbesserung der Arbeits- und Leis-
tungsfähigkeit auch tatsächlich eingetreten ist oder nicht, ist unklar. Insbe-
sondere finden sich – abgesehen von der Stellungnahme des RAD-
Psychiaters vom 21. November 2013 (AB 47) – keine Berichte in den Ak-
ten, welche eine entsprechende Verbesserung oder allenfalls auch Ver-
schlechterung dokumentieren würden.

Ebenfalls nicht abschliessend geklärt ist, inwieweit die vorliegende – wenn 
auch zurzeit offenbar remittierte – Alkohol- und Benzodiazepinabhängigkeit 
auf der einen Seite (vgl. E. 2.6 vorstehend) und das depressive Geschehen 
auf der anderen Seite (vgl. E. 2.5 vorstehend) als psychischer Gesund-
heitsschaden mit Krankheitswert im Sinne der IV gewertet werden können 
oder ob vielmehr eine – von den Fachärzten der psychiatrischen Klinik 
D.________ in der Austrittsmeldung vom 13. April 2012 (AB 15.19) festge-
haltene – psychosoziale Belastungssituation mit Alkoholkonsum vorliegt, 
welche als psychosozialer Faktor und damit als äusserer Umstand nicht als 
gesundheitliche Beeinträchtigung im Sinne des Gesetzes verstanden wer-
den könnte (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299; SVR 2012 IV Nr. 52 S. 189 
E. 3.2). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2015, IV/14/101, Seite 12

3.3.3 Nach dem Dargelegten ist für die Zeit bis März 2013 ein invalidi-
sierender Gesundheitsschaden mit einer Arbeitsfähigkeit bzw. -unfähigkeit 
von 50 % erstellt (vgl. E. 3.3.1 vorstehend). Für die Zeit danach hat die 
Beschwerdegegnerin, welche bisher kein IV-Gutachten veranlasst hat, bei 
der unklaren Entwicklung der gesundheitlichen Verhältnisse ab März 2013 
den Sachverhalt eingehender abzuklären und namentlich ein psychiatri-
sches Gutachten bei einem bis anhin mit der Sache nicht befassten Fach-
arzt in Auftrag zu geben, der sich nach einer eigenen Untersuchung – unter 
anderem – zur aus medizinischer Sicht zumutbaren Arbeits- und Leistungs-
fähigkeit der Beschwerdeführerin zu äussern hat. Dabei wird es im Ermes-
sen des beauftragten Gutachters liegen, ob – nach Einholen aktueller Be-
richte bei den behandelnden Ärzten – zusätzlich eine neuropsychologische 
Testung, wie sie von Dr. med. I.________ vorgeschlagen (vgl. AB 30 S. 4 
Ziff. 4) und von der Beschwerdeführerin beantragt wurde (vgl. Beschwerde 
vom 30. Januar 2014 S. 4), notwendig erscheint. Die Beschwerdeführerin 
erklärt sich in ihrer Beschwerde vom 30. Januar 2014 denn auch bereit, 
sich einer weiteren Abklärung zu unterziehen, indem sie subeventualiter die 
Rückweisung der Streitsache zu ergänzenden Abklärungen beantragt (S. 2 
Rechtsbegehren 3).

4.

Hinsichtlich der Statusfrage bzw. des erwerblichen Sachverhalts ergibt sich 
folgendes:

4.1 Im Rahmen der Rückweisung wird die Beschwerdegegnerin die 
Statusfrage nochmals zu prüfen haben, wobei bereits an dieser Stelle fest-
zuhalten ist, dass der Erwerbsanteil jedenfalls nicht unter 80 % liegt.

Im Abklärungsbericht Haushalt vom 26. September 2013 (AB 38) wurde 
„nach der allgemeinen Lebenserfahrung“ davon ausgegangen, dass die 
Beschwerdeführerin als ... bei guter Gesundheit ein Teilzeitpensum erfüllen 
würde, weshalb der Status auf 80 % Erwerbstätigkeit und 20 % Haushalt 
festgelegt wurde (S. 4 Ziff. 3.5). Gegen einen solchen Status von 80 % Er-
werbstätigkeit spricht indes, dass die Beschwerdeführerin zwar in der … im 
J.________ in einem 80 %-Pensum angestellt war, wie es auch im Ab-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2015, IV/14/101, Seite 13

klärungsbericht vom 26. September 2013 (AB 38 S. 3 Ziff. 3.2) festgehalten 
wurde und womit ein Erwerbspensum von mindestens 80 % als Gesunde 
ausgewiesen ist. Daneben war die Beschwerdeführerin jedoch seit dem 
Jahr 2009 zusätzlich noch in der … tätig, wie aus dem Auszug aus dem 
individuellen Konto (IK-Auszug) ersichtlich ist (AB 14 S. 4). Das effektive 
Pensum war damit höher als 80 %. Nicht klar ist dabei allerdings, in wel-
chem Umfang sie noch zusätzlich arbeitete und ob sie auch vor der Geburt 
der Tochter im Jahr 1998 mehr als in den unbestrittenen 80 % im 
J.________ – möglicherweise sogar vollzeitlich – tätig war und gegebenen-
falls in welcher Form. Das konkrete Ausmass der bisher geleisteten Ar-
beitszeit ist aufgrund der Akten nicht feststellbar, denn entsprechende Be-
lege fehlen. 

Unklar ist zudem weiter, wie es sich hinsichtlich der Statusfrage mit der 
Tochter der Beschwerdeführerin verhält: Zu berücksichtigen ist zum einen 
die Tatsache, dass die Tochter fast erwachsen ist und grundsätzlich nicht 
mehr der gleichen Betreuung durch ihre Mutter bedarf, sondern vielmehr 
auch eigene Aufgaben in der Haushaltsführung übernehmen kann. Auf der 
anderen Seite ist jedoch auch abzuklären, ob die Tochter aufgrund ihrer 
früheren Krebserkrankung noch einen gewissen erhöhten Betreuungsauf-
wand durch die Beschwerdeführerin braucht, was eher für die Annahme 
eines Teilzeitpensums sprechen würde.

Zu prüfen ist schliesslich auch, ob die Finanzierung des Lebensunterhalts 
ein Vollzeitpensum bedingen würde. Dass dies durch ein 80 %-Pensum 
sichergestellt wäre, wird im Abklärungsbericht vom 26. September 2013 
(AB 38) nicht aufgezeigt.

4.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 
E. 4.1 S. 325). Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne 
gesundheitliche Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinrei-
chend genau beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte gemäss 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2015, IV/14/101, Seite 14

Tabellenlohn der vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebenen 
Lohnstrukturerhebungen (LSE) abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen 
der Invaliditätsbemessung nur unter Mitberücksichtigung der für die Entlöh-
nung im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen 
Faktoren abgestellt werden (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30; Entscheid des 
EVG vom 30. Oktober 2002, I 517/02, E. 1.2).

Die Beschwerdeführerin hat ihre letzte feste Arbeitsstelle beim J.________ 
aus betrieblichen Gründen und damit aus invaliditätsfremden Gründen ver-
loren (AB 35 S. 2 Ziff. 2.2). Sie würde deshalb auch ohne Eintritt des Ge-
sundheitsschadens nicht mehr in dieser Stelle arbeiten. Bei der neu vorzu-
nehmenden Berechnung des IV-Grades ist daher auf die LSE abzustellen.

4.3 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2014 IV Nr. 37 
S. 133 E. 7.1). Übt die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität eine 
Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsver-
hältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende 
Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem 
das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als So-
ziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invaliden-
lohn (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2014 IV Nr. 37 S. 133 E. 7.1).

Ob die Beschwerdeführerin im Rahmen ihrer aktuellen Tätigkeit als … im 
K.________ (AB 38 S. 5 Ziff. 3.8) ihre Arbeitsfähigkeit voll ausschöpft oder 
nicht, ist vorliegend angesichts des noch zu ermittelnden Umfangs der ihr 
ab März 2013 noch zumutbaren Arbeitsfähigkeit (vgl. E. 3.3.3 vorstehend) 
unklar. Sollte sich anlässlich der weiteren Abklärungen ergeben, dass die 
verbliebene Arbeitsfähigkeit mit dem aktuell ausgeübten Pensum nicht 
ausgeschöpft wird, wäre zur Ermittlung des Invalideneinkommens ebenfalls 
ein LSE-Lohn heranzuziehen. 

4.4 Schliesslich ist – soweit aufgrund der Statusfestsetzung der IV-
Grad nach der gemischten Methode zu bestimmen ist – auch abzuklären, 
wie sich die bei der Beschwerdeführerin diagnostizierten psychischen Be-
einträchtigungen auf ihre Tätigkeit im Haushalt auswirken. Wenn die Beur-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2015, IV/14/101, Seite 15

teilung psychischer Erkrankungen im Vordergrund steht, ist nach der Praxis 
in der Regel den ärztlichen Stellungnahmen mehr Gewicht einzuräumen als 
dem Bericht über die Haushaltsabklärung. Dies insbesondere wenn sich 
die Ergebnisse der Abklärung vor Ort und die fachmedizinischen Feststel-
lungen zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre gewohnten Aufgaben zu 
erfüllen, widersprechen. Denn der Abklärungsperson ist es regelmässig nur 
beschränkt möglich, das Ausmass des psychischen Leidens und die damit 
verbundenen Einschränkungen zu erkennen (SVR 2012 IV Nr. 19 S. 87 
E. 2). Auch insoweit bedürfte es noch weiterer ergänzender Abklärungen. 
Der zu beauftragende fachärztliche Gutachter (vgl. E. 3.3.3 vorstehend) 
wird sich deshalb auch zum Ausmass der gesundheitlichen Einschränkung 
der Beschwerdeführerin im Aufgabenbereich zu äussern haben.

4.5 Damit erweisen sich auch die Statusfrage und der erwerbliche 
Sachverhalt in Bezug auf das Invalideneinkommen sowie die Einschrän-
kungen im Bereich Haushalt als nicht genügend abgeklärt und es drängen 
sich weitere Abklärungen auch in dieser Hinsicht auf.

5.

Nach den vorstehenden Ausführungen erweisen sich sowohl der rechtser-
hebliche medizinische Sachverhalt ab März 2013 als auch der erwerbliche 
und Haushaltsbereich als ungenügend abgeklärt. Die angefochtene Verfü-
gung vom 20. Dezember 2013 (AB 50) ist daher in Gutheissung der Be-
schwerde aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurück-
zuweisen, damit sie die notwendigen medizinischen und erwerblichen Ab-
klärungen im Sinne der Erwägungen veranlasse. Gestützt auf diese weite-
ren Abklärungen wird die Beschwerdegegnerin einen neuen Abklärungsbe-
richt Haushalt zu erstellen haben, auf dieser Grundlage die Statusfrage neu 
zu prüfen (d.h. den Anteil Erwerb auf 80 % oder mehr festzusetzen) und 
anschliessend über den Rentenanspruch neu zu entscheiden haben.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2015, IV/14/101, Seite 16

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.– bis Fr. 1’000.– festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.–, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E.  4). Der geleistete Kostenvor-
schuss von Fr. 700.– ist der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechts-
kraft des Urteils zurückzuerstatten.

6.2 Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikos-
ten zu ersetzen. Diese werden vom Versicherungsgericht festgesetzt und 
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und 
nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). 

In ihrer Kostennote vom 15. Dezember 2014 macht Rechtsanwältin 
B.________ ein Honorar von Fr. 4‘140.–, Auslagen in der Höhe von 
Fr. 153.50 sowie die Mehrwertsteuer im Betrag von Fr. 343.80 geltend. Der 
zeitliche Aufwand wurde mit 18 Stunden angegeben. Dieser Betrag er-
scheint – mit Blick auf den ebenfalls von der Rechtsanwältin verfassten 
Einwand vom 14. November 2013 (AB 44), welcher inhaltlich in weiten Tei-
len mit der Beschwerde vom 30. Januar 2014 übereinstimmt – als zu hoch 
und ist demnach zu kürzen (vgl. BGE 114 V 83 E. 4b S. 87). Als angemes-
sen erscheint ein zeitlicher Aufwand von rund zwölf Stunden, weshalb die 
geltend gemachte Position entsprechend zu reduzieren und der Beschwer-
deführerin unter diesem Titel pauschal ein Betrag von Fr. 3‘500.– (inkl. 
Auslagen und Mehrwertsteuer) zuzusprechen ist. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2015, IV/14/101, Seite 17

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 20. Dezember 2013 aufgehoben und die Sache an 
die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie – nach Vornahme 
der Abklärungen im Sinne der Erwägungen – über den Rentenan-
spruch neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.– werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der von der Beschwerdeführerin geleistete 
Kostenvorschuss von Fr. 700.– wird nach Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet. 

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 3‘500.– (inkl. Auslagen und Mehrwertsteu-
er), zu ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.