# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 75e8f5be-c8a9-5647-a40f-40aeac48054b
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-09-22
**Language:** de
**Title:** Persönliche Beiträge eines Selbständigerwerbenden; Rückweisung zur Neuberechnung aufgrund einer rektifizierten Steuermeldung und zum Abzug des Zinses auf dem im Betrieb investierten Eigenkapital vor Aufrechnung der persönlichen Beiträge.
**Docket/Reference:** AB.2014.00007
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/AB.2014.00007.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
AB.2014.00007
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna
Ersatzrichterin Bänninger Schäppi
Gerichtsschreiber Hübscher
Urteil
vom
22. September 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Mit Nachtragsverfügung
en
vom
16
.
November
201
2
setzte die
Sozialversiche
rungs
anstalt
des Kantons Zürich, Ausg
leichskasse, die persön
lichen Beiträge
(inkl. Verwaltungskosten)
von
X.___
für Einkommen aus selb
ständi
ger
Erwerbstätigkeit
für
die
Beitragsj
ahr
e
200
1
bis 2005 auf Fr.
7
‘769.40 (
Beitrags
jahr
2001),
Fr.
8‘346.60 (Beitragsjahr 2002),
Fr.
10‘567
.
80
(Beitragsjahr 2003),
Fr.
5‘978.40 (Beitragsjahr 2004) sowie
Fr.
20‘83
2
.60 (Beitragsjahr 2005) fest (
Urk.
9/76).
Hierbei stützte sie sich jeweils auf die
rektifizierten
Nachs
teuer
meldungen
des
Kantonalen Steueramtes
Zürich
vom 2
7.
September 2012 (Urk.
9/67-71). Gegen die Nachtragsverfügungen vom 16.
November 2012 erhob
X.___
am 1
5.
Dezember 2012 Einsprache (
Urk.
9/85). Die
Aus
gleichskasse
holte die Auskunft des Steueramtes des Kantons Zürich vom 20. Oktober 2013 (Urk. 9/90) ein. Mit Entscheid vom
7.
Januar 2014 wies sie
d
ie Ein
sprache von
X.___
ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X.___
a
m 10. Fe
bruar 2014 Beschwerde
(Urk. 1,
Urk.
4)
und ersuchte gleichzeitig um Sistierung des Verfahrens
. Die
Beschwer
de
gegnerin
beantragte mit Beschwerdeantwort vom 20. März 2014 teilweise Gut
heissung der Beschwerde und Rückweisung an die Vorinstanz zum Erlass einer neuen Verfügung bezüglich der persönlichen Bei
träge 200
5.
Im Übrigen bean
tragte sie Abweisung der Beschwerde
und hielt weiter fest, dass entgegen den Aus
führungen des Beschwerdeführers kein Grund für eine Verfahrenssistierung bestehe
(Urk. 8, unter Beilage ihrer Akten
[
Urk. 9/1-101
]
).
Mit Gerichtsverfügung vom 2. April 2014 wurde dem Beschwerdeführer Frist an
gesetzt
,
um zur Beschwerdeantwort Stellung zu nehmen (Replik),
mit der Auf
forderung, dem Gericht mitzuteilen, mit wel
chem Antrag und mit welcher Be
gründung er an der Beschwerde festhalten wolle, und einen all
fälligen Antrag auf
Sistierung des Beschwerdeverfahrens zu begründen (Urk. 10).
Der Beschwerdeführer
nahm
mit Eingabe vom 13. Mai 2014
keine
Stellung
zu den
materiellen
Anträgen und Vorbringen der Beschwerdegegnerin
,
hielt
indes
am Antrag auf
Sistierung des Beschwerdeverfahrens
fest
. Für den Fall, dass das
Beschwerde
ver
fahren
nicht sistiert würde, ersuchte er um Ansetzung einer Frist bis zum 30. Juni 2014 zur weiteren Begründung seiner Beschwerde (Urk. 12).
Mit Verfügung vom 26. Mai 2014 wurde
dem Beschwerdeführer letztmals eine Frist
von 10 Tagen an
gesetzt
, um seinen Beschwerdeantrag zu begründen
, und der Beschwerdegegnerin je eine Kopie der Eingabe des Beschwerdeführers vom
1
3.
Mai 2014 (
Urk.
12) und deren Beilagen (
Urk.
13/1-4) zugestellt
(Urk. 14).
Die Frist ist unbenutzt abgelaufen
.
Der Antrag des Beschwerdeführers auf Verfahrenssistierung wurde mit Ver
fü
gung
vom 2
8.
Juli 2014 abgewiesen (
Urk.
17).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
Strittig und zu prüfen sind die
persönlichen
Beiträge des Beschwerdeführers vom
Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit für die
Beitragsj
ahre 2001 bis 2005.
2.
2.1
Gemäss
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenen
versicherung
(AHVG) werden vom Einkommen aus selbständiger Erwerbstätig
keit Beiträge erhoben.
Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit
ist
jedes
Er
werbseinkommen
, das nicht Ent
gelt für in unselbständiger Stellung geleistete Arbeit darstellt
(
Art.
9
Abs.
1 AHVG)
. Es wird ermittelt, indem das rohe Ein
kom
men um die in
Art.
9
Abs.
2
lit
. a bis f AHVG aufgeführten Abzüge vermin
dert wird.
Es kann namentlich der Zins des im Betrieb eingesetzten Kapitals ab
gezogen wer
den (
Art.
9
Abs.
2
lit
. f AHVG).
2.2
Gemäss
Art.
22 der Verordnung über die Alters- und
Hinterlassenenver
siche
rung
(AHVV) werden die Beiträge vom Einkommen aus selbständiger Er
werbs
tätig
keit für jedes Beitragsjahr festgesetzt, wobei das Kalenderjahr als
Bei
trags
jahr
gilt.
Die
Beiträge bemessen sich aufgrund des im Beitragsjahr tatsäch
lich erzielten
Er
werbs
einkommens
und des am 3
1.
Dezember im Betrieb inves
tierten
Eigen
kapi
tals
.
2.3
Nach
Art.
23
Abs.
1 AHVV obliegt es in der Regel den Steuer
behörden, das für die Bemessung der Beiträge
Selbständigerwerbender
massge
bende
Erwerbsein
kom
men
aufgrund der rechtskräftigen Veranlagung für die direkte Bundessteuer
und das im Betrieb investierte Eigenkapital aufgrund der entsprechenden rechts
kräftigen kantonalen Veranlagung unter Berück
sich
tigung der interkanto
nalen
Repartitionswerte zu ermitteln. Die Angaben der Steuerbehörden hierüber sind für die Ausgleichskassen verbindlich (
Art.
23 Abs.
4 AHVV).
Nach der Rechtsprechung begründet jede rechtskräftige Steuerveranlagung die nur
mit Tatsachen widerlegbare Vermutung, dass sie der Wirklichkeit ent
spre
che.
Da die Ausgleichskassen an die Angaben der Steuerbehörden gebunden sind und
das Sozialversicherungsgericht grundsätzlich nur die Kassenverfügung auf ihre
Gesetzmässigkeit zu überprüfen hat, darf das Gericht von rechts
kräf
ti
gen
Steuer
taxationen
bloss dann abweichen, wenn diese klar ausgewiesene Irr
tümer ent
halten, die ohne weiteres richtig gestellt werden können, oder wenn sachliche Um
stände gewürdigt werden müssen, die steuerrechtlich belanglos,
sozialver
si
che
rungsrechtlich
aber bedeutsam sind. Blosse Zweifel an der Rich
tigkeit einer
Steuertaxation genügen
hiezu
nicht; denn die ordentliche
Ein
kom
menser
mitt
lung
obliegt den Steuerbehörden, in deren Aufgabenkreis das
Sozial
versicherungs
ge
richt
nicht mit eigenen Veranlagungsmassnahmen ein
zugreifen hat. Die
selb
stän
diger
werbenden
Versicherten haben demnach ihre Rechte, auch im Hinblick auf die AHV-rechtliche Beitragspflicht, in erster Linie im
Steuerjus
tizverfahren
zu wahren (BGE 110 V 83 E. 4 und 370 f., 106 V 129 E. 1, 102 V 27 E. 3a; AHI 1997 S. 25 E. 2b mit Hinweis).
3.
3.1
Gemäss einem allgemeinen Grundsatz des Sozialversicherungsrechts kann die
Verwaltung auf formell rechtskräf
tige Verfügungen oder
Einspracheentscheide
, die nicht Gegenstand materieller richterlicher Beurteilung gebildet haben, zu
rück
kommen, wenn sie zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheb
licher Bedeutung ist (Art. 53 Abs. 2
des Bundesgesetz über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
; BGE 133 V 50 E.
4.1).
Ferner bestimmt Art. 39 AHVV, dass eine
Ausgleichs
kasse
, wenn sie Kenntnis davon erhält, dass ein Beitragspflichtiger keine oder zu niedrige Beiträge bezahlt hat, die Nachzahlung der geschuldeten Beiträge zu verlan
gen und nötigenfalls durch Verfügung festzusetzen hat. Vorbehalten bleibt die Verjährung nach Art. 16 Abs. 1 AHVG. In Ausgestaltung dieser Bestimmung sieht die vom Bundesamt für Sozialversicherungen herausge
gebene, und für die Verwaltung verbindliche,
Wegleitung über die Beiträge der
Selbständigerwerbenden
und
Nichter
wer
b
s
tätigen
in der AHV, IV und EO (WSN; gültig ab 1. Januar 2008, Stand 1. Januar 2015) unter Randziffer (
Rz
) 1198 folgendes vor:
Erhält die Beschwerdegegnerin – nachdem die Beitragsverfügung in Rechtskraft erwachsen ist – für dieselbe Periode eine Nachsteuermeldung oder eine rektifi
zierte Meldung, hat sie die
Differenz zwischen den festgesetzten und den nach
dieser Steuermeldung geschuldeten Beiträgen durch eine
Nachzahlungsverfü
gun
g
geltend zu machen
3.2
3.2.1
Mit Nachsteuermeldungen vom 2
7.
September 2012 meldete
das Kantonale Steuer
amt
für das Jahr 2001 ein Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit
des Beschwerdeführers von
Fr.
73‘036.-- sowie
ein
im Betrieb investiertes
Ei
gen
kapital
von
Fr.
36‘036.-- (
Urk.
9/70), für das Jahr 2002 ein Einkommen von Fr.
77‘721.-- und ein Eigenkapital von
Fr.
14‘004.
--
(
Urk.
9/67), für das Jahr 2003 ein Einkommen von
Fr.
98‘175.-- und ein Eigenkapital von Fr.
18‘133.-- (
Urk.
9/71), für das Jahr 2004 ein Einkommen von Fr.
57‘435.-- und ein
Eigen
k
apital
von
Fr.
0.-- (
Urk.
9/69) sowie für das Jahr 2005 ein Ein
kommen von Fr. 193‘657.-- und ein Eigenkapital von Fr. 53‘242.-- (Urk. 9/68).
Gestützt auf diese Nachsteuermeldungen setzte die Beschwerdegegnerin die vom
Beschwerdeführer als
Selbständigerwerbenden
zu entrichtenden persönlichen
Bei
träge für die Beitragsjahre 2001
bis
200
4
mit Nachtragsverfügungen vom
1
6.
November 2012
wie folgt fest:
F
ür die Beitragsperiode 2001
errechnete sie
ein
beitragspflichtiges
Einkommen von
gerundet
Fr.
79‘400.
--
(reines Eink
ommen aus selbständiger Erwerbs
tätig
keit 2001
Fr.
73‘036
.
-- sowie aufzurechnende persönliche Beiträge Fr.
7‘667
.--, ab
züglich
Zins
von Fr. 1
'
295
.--, resp. 3.5 % Zins vom investierten Eigenkapital per 31. Dezember 200
1
im Um
fang von Fr.
37‘000
.--)
.
Die neue Verfügung ersetzte diejenige vom 16.
Oktober 2003
(
Urk.
9/28)
[
Urk.
9
/
76/1].
Für die Beitragsperiode 2002
setzte sie das
beitragspflicht
ig
e
Einkommen
auf
ge
rundet
Fr. 85‘300.-- (reines Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit 2002 Fr. 77‘721
.
-- sowie aufzurechnende persönliche Beiträge Fr. 8‘159.--, ab
züglich
Zins von Fr. 525.--, resp. 3.5 % Zins vom investierten Eigenkapital per 31. De
zember 2002 im Um
fang von Fr. 15‘000.--)
fest.
Die neue Verfügung ersetzte diejenige vom 24. Dezember 2004
(
Urk.
9
/34
)
[Urk.
9
/76/2].
Für die Beitragsperiode 2003
beruhen die
festgesetzten Beiträge auf einem
bei
tragspflicht
ig
e
n
Einkommen von
gerundet
Fr. 108‘000.-- (reines Einkommen aus
selbständiger Erwerbstätigkeit 2003 Fr. 98‘175
.
-- sowie aufzurechnende persön
liche Beiträge Fr. 10‘306.--, ab
züglich
Zins von Fr. 475.--, resp. 2.5 % Zins vom investierten Eigenkapital per 31. De
zember 2003 im Um
fang von Fr. 19‘000.--)
.
Die neue Verfügung ersetzte diejenige vom 13. Oktober 2006 (Urk. 9/4
1
) [Urk. 9/76/
3
]
.
Für die Beitragsperiode 2004
bemass sie das
beitragspflicht
ig
e
Einkommen
auf
gerundet Fr. 61‘100.-- (reines Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit
2004
Fr. 55‘382
.
-- sowie aufzurechnende persönliche Beiträge Fr. 5‘814.--)
.
Die neue Verfügung ersetzte die
je
nige vom 21.
Juni
2007
(
Urk. 9/4
5
)
[Urk. 9/76/
4
].
3.2.2
Für das Beitragsjahr
2005
erhob die Beschwerdegegnerin gestützt auf die
Nach
steuer
meldung
vom 2
7.
September 2012
(
Urk.
7/68) mit Nachtragsverfügung vom 16. November 2012 persönliche Beiträge im Umfang von
Fr.
20‘832.60
(Urk.
7
/76/5).
I
n der Folge
wurde
die Steuerm
eldung hinsichtlich des Einkom
men
s
2005
(erneut)
rektifiziert und das Kantonale Steueramt meldete der
Beschwerde
gegnerin
am 1
4.
März 2014 ein
um Fr. 110.-- reduziertes
Einkommen von
Fr.
193‘547.--
(Urk. 9/99, Urk.
9/101).
Gestützt darauf beantragt
diese
im vorlie
genden Verfahren
, die vom Be
schwerdeführer als
Selbständigerwerbenden
für
das Beitragsjahr 2005 zu ent
richtenden persön
lichen Beiträge seien auf
grund eines
beitragspflichten Ein
kommens von gerundet Fr. 212‘700.-- (reines Ein
kom
men aus selbständiger Er
werbstätigkeit 2005 Fr. 193‘547.-- sowie auf
zu
rech
nende per
sönliche Beiträge Fr. 20‘317.--, abzüglich
Zins von Fr. 1‘065.--, resp. 2 % Zins vom investierten Eigenkapital per 31. De
zember 2005 im Um
fang von Fr. 5
3
‘242.--)
festzusetzen.
3.3
Vorab ist festzuhalten, dass die in Art. 16 Abs. 1 AHVG statuierte und von
Amtes wegen zu beachtende Festsetzungsverjährungsfrist eingehalten wurde. Das
Nachsteuerveranlagungsverfahren bezüglich der direkten Bundessteuer (wie auch
der Staats- und Gemeindesteuern) der Perioden 2000 bis 2005 wurde mit Ver
fügung des kantonalen Steueramtes vom 19. September 2012
beziehungsweise
Einsprache
entscheid
vom 15. März 2013 abgeschlossen (vgl. E.
1.2 der einzelrichterlichen
Verfügung des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich vom 20. November 2013
betreffend Strafbescheid wegen Steuerhinterziehung [Urk. 9/100]; vgl. auch das in den Steuermeldungen vom 27. September 2012 vermerkte Datum der Einschät
zung [Urk. 9/6
7-71
]). Damit wurde mit Nachtragsverfügungen vom 16.
November 2012 (Urk. 9/
76
) die einjährige Verwirkungsfrist von Art. 16 Abs. 1 Satz 2 AHVG jedenfalls gewahrt, was auch nicht strittig ist.
3.
4
Während der Be
schwerdeführer mit Einsprache vom 1
5.
Dezember 2012 noch
geltend machte, dass die Steuereinschätzungen für die Jahre 2001 bis 2005 noch
nicht rechts
kräftig sei
en
(Urk.
9/
85), bringt er im vorliegenden Verfahren im Wes
entlichen vor, dass die noch offenen strafrechtlichen Ver
fahren abzu
warten seien
.
Zudem werde das Kantonale Steueramt ein Nach- und
Strafsteuer
ver
fah
ren
gegen
die Erben
seines ehemaligen Willensvollstreckungsmandanten
eröffnen, dessen Ausgang Rückwirkungen auf seine Bemessungsgrundlagen für die per
sönlichen Beiträge aus selbständiger Erwerbstätigkeit haben werde (Urk. 12). Wie
bereits mit Verfügung vom 2
8.
Juli 2014 (
Urk.
17) ausgeführt, ist d
er Ent
scheid be
treff
end die persönlichen Beiträge des Beschwerdeführers in den
Bei
trags
jahren
200
1
und 2005
weder vom Ausgang des strafrechtlichen Ver
fahrens gegen den Be
schwer
deführer noch von einem allfälligen Nach- und
Strafsteuer
verfahren
gegen
Drittpersonen abhängig, denn seine Steuerveranlagungen be
treffend die
Steuer
perioden
2001 bis 2005 sind bereits rechtskräftig
(
Urk.
9/90,
Urk. 9/96-101).
Die Steuermel
dungen des Kantonalen Steueramtes
und damit die
Nachtragsver
fü
gungen
der Beschwerdegegnerin
beruhen mithin auf den rechtskräftigen Steuer
veranlagungen
des Beschwerdeführers. Irrtümer in den Steuermeldungen oder sachliche Umstände, die steuerrechtlich belanglos,
sozi
alversicherungs
rechtlich
aber bedeutsam sind, sind keine auszumachen und werden vom Be
schwer
de
führer auch nicht dargetan. Die vom Kantonalen Steu
eramt
am 14.
März 2014
übermittelte
rektifizierte Steuermeldung für das Jahr 2005 (Urk.
9/101)
ist
zu berücksichtigen
,
und
es ist
entsprechend dem Antrag der
Beschwer
degegnerin
(
Urk.
8 S.
2) z
u Gunsten des Beschwerdeführers
vom gemel
deten Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit 2005 von Fr. 193‘547
.
-- auszugehen.
Zu berücksichtigen ist ferner
von Amtes wegen
,
dass das Bundesgericht mit dem
zur Publikation vorgesehen Urteil 9C_13/2015 vom 1
1.
August
2015
Rz
1172 der WSN,
wo
nach vom Einkommen gemäss
Rz
1166
und nach Aufrechnung d
er AHV/IV/EO-Beiträge gemäss
Rz
1170 f. der Zins von dem im Betrieb investie
ren Eigenkapital gemäss
Rz
1174
abzuziehen ist,
für bundesrechtswidrig erklärt hat.
Wird der Zins auf dem investierten Eigenkapital erst abgezogen, nachdem die AHV-Beiträge auf dem rohen Einkommen aufge
rech
net wurden, resultiert ins
ge
samt eine (leicht) höhere Beitragsbelastung, ins
be
sondere bei höherem
Ei
gen
kapital
. Bei der Umrechnung des Nettoeinkom
mens gemäss Steuermeldung ins Bruttoeinkommen wird der Eigenkapitalzins erst nach der Umrechnung vom Bruttoeinkommen in Abzug gebracht. Da
mit wird der Zinsabzug zu einem Teil des beitragspflichtigen Einkommens. Auf den Zinse
n
für das investierte
Ei
gen
kapital
dürfen allerdings von Gesetzes we
gen (
Art.
9
Abs.
2
lit
. f AHVG, vgl. BGE 139 V 537) keine AHV-Beiträge er
hoben werden (Urteil des Bundes
gerichts 9C_13/2015 vom 1
1.
August 2015 E. 4).
In den Nachtragsverfügungen vom 1
6.
November 2012 betreffend die Beitragsjahre 2001 bis 2003 wurde
n der bis
herigen
Praxis folgend
zum ge
meldeten Einkommen die persönlichen Beiträge auf
gerechnet und
da
nach
der Zinsabzug vorgenommen, was nach dem Gesag
ten zu korrigieren ist.
Keine Korrektur hat hinsichtlich der persönlichen Beiträge für das Beitragsjahr 2004 zu erfolgen, da b
ei der Festsetzung
dieser
Be
i
träge mangels inves
tierte
n
Eigen
kapitals
kein Zinsabzug
und auch keine übrigen Ab
züge (vgl.
Art.
9
Abs.
2
lit
. a bis e AHVG) vorzunehmen waren
(
Urk.
9/76/4)
.
3.5
Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass die
Beschwerdegegnerin die
per
sönlichen Beiträge
des Beschwerdeführers für
die Beitragsjahre 2001 bis 2003
sowie für das Beitragsjahr 2005 neu festzusetzen hat. Hinsichtlich der
Beitrags
jahre
2001 bis 2003
ist
jeweils
auf
das
mit Nachsteuermeldung
en
vom 27.
Sep
tem
ber 2012
gemeldete Einkommen und investierte Eigenkapital
(
Urk.
9/67,
Urk.
9/70,
Urk.
9/71)
und betreffend da
s Beitragsjahr
2005 auf das mit
Nach
steuermeldung
vom 2
7.
September 2012 gemeldete Eigenkapital
von Fr. 53‘242.--
(
Urk.
9/68)
und das am 14.
März 2014 gemeldete
E
inkommen von Fr.
193‘547.--
(
Urk.
9/101)
abzustellen.
Bei der Neufestsetzung der persönlichen Bei
träge ist
je
weils zuerst vom gemeldeten Einkommen der Zins auf dem
im Betrieb
inve
s
tierten Eigenkapital abzuziehen. Zu diesem Ein
kommen nach Zinsabzug sind dann
die AHV/IV/EO-Beiträge aufzurech
n
en.
In diesem Sinne ist die Beschwerde
teilweise
g
ut
zu
heiss
en
und der angefochtene
Einspracheentscheid
vom 7. Januar 2014 in Bezug auf die Beitragsjahre 2001 bis 2003 sowie 2005 aufzuheben. Die Sache ist zur Neuberechnung der per
sön
lichen Beiträge 2001, 2002, 2003 und 2005 an die Ausgleichskasse zurück
zu
weisen
.
Im Übrigen
ist
die Beschwerde ab
zu
w
ei
sen
.
Das Gericht erkennt:
1.
In teilweiser
Gutheissung der Beschwerde wird der
Einspracheentscheid
der Sozialver
sicherungsanstalt des Kantons Zür
ich, Ausgleichskasse, vom
7.
Januar 2014 betreffend
d
i
e persönlichen Beitr
ä
ge des Beschwerdeführers für die Beitragsjahre 2001, 2002, 2003
und 2005 aufgehoben und
die Sache zur Neuberechnung
der Beiträge
im Sinne
der Erwägungen an die Ausgleichskasse zurückgewiesen.
Im Übrigen
wird
die Beschwer
de
ab
gewie
sen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
X.___
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
HurstHübscher