# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2bb1de55-50a0-5060-b95d-a1cc76461f3d
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-10-17
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Sozialversicherungsgerichtshöfe 17.10.2017 605 2016 137
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_011_605-2016-137_2017-10-17.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 1654, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00, F +41 26 304 15 01
www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

605 2016 137

Urteil vom 17. Oktober 2017

I. Sozialversicherungsgerichtshof

Besetzung Präsident: Marc Boivin 
Richter: Dominique Gross, Marianne Jungo 
Gerichtsschreiber-Berichterstatter: Bernhard Schaaf 

Parteien A.________, Beschwerdeführer     

gegen

INVALIDENVERSICHERUNGSSTELLE DES KANTONS FREIBURG, 
Vorinstanz     

Gegenstand Invalidenversicherung

Beschwerde vom 9. Juni 2016 gegen die Verfügung vom 9. Mai 2016

Kantonsgericht KG
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Sachverhalt

A. A.________, geboren 1957, in zweiter Ehe verheiratet, Vater eines volljährigen und eines 
1999 geborenen Kindes, wohnhaft in B.________, absolvierte in Deutschland die Ausbildung zum 
Pferdewirt (Berufsrennreiter). Nach vier Jahren in diesem Bereich war er in diversen Berufen tätig. 
Ab 2002 arbeitete er temporär vorwiegend als Dachdecker, zuletzt seit dem 20. September 2011 
bei der C.________ SA,. Seit dem 3. Dezember 2011 bestand eine ärztlich attestierte Arbeits-
unfähigkeit. 

Am 21. Mai 2012 meldete er sich aufgrund einer seit Jahren bestehenden Hüftarthrose für den 
Leistungsbezug bei der Invalidenversicherungsstelle des Kantons Freiburg (nachfolgend: IV-
Stelle), Givisiez, an und beantragte eine berufliche Integration bzw. eine Rente.

Mit Mitteilung vom 7. November 2012 sprach ihm die IV-Stelle eine Hilfe bei der Arbeitsvermittlung 
zu. Gemäss den Unterlagen sei ihm eine angepasste Tätigkeit zumutbar.

Am 9. April 2013 gewährte die IV-Stelle die Kostenübernahme für die Durchführung eines Assess-
ments zur Evaluation der Integrationsfähigkeit und für eine funktionsorientierte medizinische Abklä-
rung zur Evaluation des Zumutbarkeitsprofils (FOMA) beim D.________. Aus dieser ergab sich, 
dass in einer angepassten Tätigkeit von einer vollen Arbeitsfähigkeit mit einer um 20% 
verminderten Leistungsfähigkeit auszugehen ist. Wegen psychischen Auffälligkeiten empfahl das 
D.________ eine psychiatrische und neuropsychologische Abklärung.

Am 14. Oktober 2013 erhielt A.________ von der IV-Stelle eine Aufforderung zur Schadenminde-
rungs- und Mitwirkungspflicht. Er wurde dazu aufgefordert, eine adäquate psychiatrische wöchent-
liche Behandlung während sechs Monaten aufzunehmen.

Mit Verfügung vom 9. Mai 2016 verneinte die IV-Stelle den Anspruch auf eine Invalidenrente (Inva-
liditätsgrad 20%). In einer angepassten Tätigkeit sei es ihm möglich, zu 80% zu arbeiten.

B. Am 9. Juni 2016 erhebt A.________ Beschwerde beim Kantonsgericht Freiburg und bean-
tragt, die Verfügung der IV-Stelle vom 9. Mai 2016 sei aufzuheben und die IV-Stelle sei anzu-
halten, über den Fall neu zu entscheiden. Seit der Abklärung bei der D.________ habe sich sein 
Zustand drastisch verschlechtert. Gemäss seinem behandelnden Psychiater bestehe eine 
Arbeitsunfähigkeit von 70%–80%.

Am 14. Juli 2016 begleicht der Beschwerdeführer den Kostenvorschuss von CHF 800.-.

Die IV-Stelle hält in ihren Bemerkungen vom 23. September 2016 an ihrer Verfügung fest und be-
antragt die Abweisung der Beschwerde. Aus den medizinischen Unterlagen ergebe sich die Zu-
mutbarkeit einer angepassten Arbeit zu einem Pensum von 80%.

Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels bringen die Parteien keine wesentlichen neuen Argu-
mente vor.

Mit Schreiben vom 1. Februar 2016 wird der E.________, als von der Verfügung betroffener BVG-
Versicherer, Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben. In ihrer Vernehmlassung vom 7. März 2017 
erklärt sie, die massgebende Arbeitsunfähigkeit habe am 30. November 2011 begonnen, der 
Beschwerdeführer sei aber nur bis am 29. November 2011 versichert gewesen, weshalb die 
E.________ nicht zuständig sei.

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Ebenso wird mit Schreiben vom 21. Februar 2016 der F.________ AG, als weiterer von der 
Verfügung betroffener BVG-Versicherer, Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben, worauf diese 
am
1. Mai 2017 innerhalb der verlängerten Frist verzichtet.

Beide Stellungnahmen der BVG-Versicherer wurden den Parteien am 3. Mai 2017 für eine even-
tuelle Stellungnahme eingereicht, worauf diese explizit bzw. implizit verzichteten.

Es fand kein zusätzlicher Schriftenwechsel statt.

Die weiteren Elemente des Sachverhalts ergeben sich, soweit sie für die Urteilsfindung mass-
gebend sind, aus den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen.

Erwägungen

1. Die Beschwerde vom 9. Juni 2016 gegen die Verfügung der IV-Stelle vom 9. Mai 2016 ist 
fristgerecht bei der sachlich und örtlich zuständigen Beschwerdeinstanz eingereicht worden. Der 
Beschwerdeführer hat ein schutzwürdiges Interesse, dass das Kantonsgericht, I. Sozialversiche-
rungsgerichtshof, prüft, ob er Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung hat.

Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2. a) Im Sinne von Art. 8 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen 
Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1), welches hier aufgrund von Art. 1 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) zur Anwen-
dung kommt, ist Invalidität die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 
teilweise Erwerbsunfähigkeit. Gemäss Art. 4 Abs. 1 IVG kann Invalidität die Folge von Geburtsge-
brechen, Krankheit oder Unfall sein.

Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen 
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze 
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit 
sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er-
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 
Abs. 2 ATSG).

Versicherte haben gemäss Art. 28 IVG Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 
70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie 
mindestens zu 50%, oder auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40% invalid sind.

b) Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körper-
liche Gesundheitsschäden eine Invalidität i. S. v. Art. 4 Abs. 1 IVG i. V. m. Art. 8 ATSG bewirken. 
Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrecht-
lich nicht als relevant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person 
bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden 
könnte; das Mass des Erwartbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt (BGE 131 V 49; 102 
V 165; AHI 2001 S. 228 E. 2b mit Hinweisen; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). Die An-
nahme eines psychischen Gesundheitsschadens setzt zunächst eine fachärztlich (psychiatrisch) 
gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich anerkannten Klassifikationssystem voraus. Wie 

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jede andere psychische Beeinträchtigung begründet indes eine diagnostizierte Krankheit als sol-
che noch keine Invalidität. Vielmehr muss unter Berücksichtigung der Schadenminderungspflicht, 
insbesondere auch unter Berücksichtigung von zumutbaren Therapiemassnahmen, eine Beein-
trächtigung der Arbeitsfähigkeit bestehen bleiben. Ausschlaggebend ist somit die zumutbare Will-
lensanstrengung, die von einem Versicherten verlangt werden darf und muss (MEYER-BLASER, Der 
Rechtsbegriff der Arbeitsunfähigkeit und seine Bedeutung in der Sozialversicherung, namentlich 
für den Einkommensvergleich in der Invaliditätsbemessung, in Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], 
Schmerz und Arbeitsunfähigkeit, 2003, S. 77).

c) Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall 
der Richter auf Unterlagen angewiesen, die der Arzt und gegebenenfalls andere Fachleute zur 
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen 
(Befunderhebung, Diagnosestellung) und Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten der Versicherte in seinen körperlichen bzw. geistigen Funktionen durch das 
Leiden eingeschränkt, d. h. arbeitsunfähig ist (BGE 130 V 97 E. 3.3.2; 115 V 133 E. 2c; 107 V 17 
E. 2b; 105 V 156 E. 1). Der Grad der Arbeitsfähigkeit wird nach dem Mass bestimmt, in welchem 
der Versicherte aus gesundheitlichen Gründen an seinem angestammten Arbeitsplatz zumutbarer-
weise nicht mehr nutzbringend tätig sein kann. Nicht massgebend ist hingegen die bloss medi-
zinisch-theoretische Schätzung der Arbeitsunfähigkeit (BGE 111 V 235 E. 1b mit Hinweisen). Bei 
langdauernder Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf hat der Versicherte andere ihm offen 
stehende Erwerbsmöglichkeiten auszuschöpfen (BGE 115 V 404 E. 2; 114 V 281 E. 1d). Auch die 
Zumutbarkeit einer Invalidentätigkeit ist vor allem aus medizinischer Sicht zu beurteilen, wobei 
dieser Sachverhalt aufgrund des objektiven Befundes durch die Ärzte bestimmt wird (BGE 107 V 
20 E. 2b; OMLIN, Die Invalidität in der obligatorischen Unfallversicherung, 1995, S. 201). Insbeson-
dere ist dabei nicht auf das subjektive Empfinden des Versicherten abzustellen, hätte es doch 
dieser ansonsten in der Hand, seinen Invaliditätsgrad selbst zu bestimmen.

Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Per-
son nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und all-
fälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, 
wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG). Für diesen Einkommensvergleich sind die 
Verhältnisse im Zeitpunkt des Beginns des – möglichen – Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige renten-
wirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Erlass des Einspracheentscheides zu 
berücksichtigen sind (vgl. BGE 129 V 222).

d) Der Sozialversicherungsrichter prüft objektiv alle Beweismittel, unabhängig davon, von 
wem sie stammen und entscheidet danach, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beur-
teilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf er bei einander widerspre-
chenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial 
zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum er auf die eine und nicht auf die andere medizi-
nische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob 
der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch 
die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben wor-
den ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizi-
nischen Situation einleuchtend ist und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. 
Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismit-
tels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht 

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oder Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). In Bezug auf Berichte von Hausärzten darf 
und soll der Richter der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick 
auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten 
aussagen (BGE 125 V 351 E. 3cc mit Hinweisen). 

3. Streitig und nachfolgend zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Invali-
denrente hat bzw. ob die Angelegenheit für weitere Abklärungen an die IV-Stelle zurückzuweisen 
ist.

a) Der Beschwerdeführer bringt vor, die Abklärungen beim D.________ würden drei Jahre 
zurückliegen. Sein Gesundheitszustand habe sich in der Zwischenzeit drastisch verschlechtert. 
Dies werde von seinem behandelnden Psychiater, Dr. med. G.________, Facharzt für Psychiatrie 
und Psychotherapie (Deutschland), gemäss welchem eine Arbeitsunfähigkeit von 70%–80% 
vorliege, bestätigt. Er habe deshalb Anspruch auf eine ganze Rente.

b) Die IV-Stelle stützt sich für ihren Entscheid auf den Assessment-Bericht des 
D.________ vom 18. Juli 2013 (IV-Akten, S. 142 ff.) sowie die funktionsorientierte medizinische 
Abklärung (FOMA) des D.________ vom 26. August 2013 (IV-Akten, S. 169 ff.), durchgeführt von 
Dr. med. H.________, Facharzt FMH für Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin, sowie
Dr. med. I.________ Facharzt FMH für Physikalische Medizin und Rehabilitation sowie 
Rheumatologie.

Dem Assessment-Bericht ist zu entnehmen, dass sich der Beschwerdeführer über allgemeine Ge-
lenkbeschwerden (Hüft, Knie, Ellbogen, Wirbelsäule) beklagte. Ferner fühle er sich sehr "down", er 
wolle aber nicht zu einem Psychiater. Der Beschwerdeführer erachte sich nicht mehr als arbeits-
fähig und gebe allgemein nur vage Antworten. Alles habe seiner Ansicht nach mit den Leisten-
brüchen (ca. 2003) begonnen. Gemäss der Case-Managerin sind keine Ressourcen ersichtlich. 
Die medizinische Situation sei unklar, vor allem die psychiatrische Seite sei zu wenig abgeklärt. 
Der Beschwerdeführer zeige ein auffälliges Verhalten.

Gemäss der FOMA lagen beim Beschwerdeführer folgende Diagnosen vor: Primär ein chronisches 
unspezifisches generalisiertes Schmerzsyndrom am Bewegungsapparat mit/bei Hüft- und Gesäss-
schmerzen beidseits bei Status nach Hüft-TP links (2012), Hüft-TP rechts (2009), postoperativer 
Beckenasymmetrie (Beckentiefstand rechts ca. 1.5 cm, Beinlängenverkürzung rechts ca. 1 cm), 
chronischen lumbospondylogenen Syndrom bei Wirbelsäulenfehlform, normaler LWS-Beweglich-
keit, beginnende mediale Pangonarthrose rechts. Ferner wurden ein Asthma bronchiale, eine Poly-
allergie sowie ein Status nach beidseitiger Inguinalhernienoperation (ca. 2000/2003) notiert. Ak-
tuell präsentiere sich eine relativ unspezifische Schmerzchronifizierung mit Symptomausweitung. 
Die Leistungsbereitschaft wurde als fraglich zuverlässig beurteilt. Es gab Hinweise auf eine gewis-
se Selbstlimitierung, die Konsistenz bei den Tests war mässig. Insgesamt bestehe in einer ange-
passten leichten bis mittelschweren Tätigkeit in Wechselpositionierung und Vermeidung von länger 
vorgeneigtem Stehen und der Arbeit über Kopf (manchmal möglich) eine ganztägige Arbeitsfähig-
keit mit einer um 20% verminderten Leistungsfähigkeit wegen erhöhter Erschöpfbarkeit aus rheu-
matologisch-orthopädischer Sicht. Aufgrund von psychischen Auffälligkeiten, auf die weiter unten 
eingegangen wird, empfahlen sie weitere Abklärungen.

c) Aus der Zeit vor der Begutachtung bei der D.________ liegt, was die somatische Seite 
des Falls betrifft, ein durch den Krankentaggeldversicherer in Auftrag gegebenes Gutachten vor. 
Die Gutachterin Dr. med. J.________, Fachärztin FMH für orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, hielt am 11. September 2012 (IV-Akten, S. 83 ff.) 
vergleichbare Diagnosen wie das D.________ fest, mit Ausnahme der offenbar noch nicht 

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aktuellen Rückenbeschwerden. Innerhalb von 1–2 Monaten könne in einer angepassten, vor allem 
sitzenden Tätigkeit, eine volle Arbeitsfähigkeit erreicht werden.

Weiter liegen diverse Berichte von Dr. med. K.________, Facharzt FMH für Chirurgie sowie 
orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vor, welcher die linke Hüft-
TP eingesetzt hatte. Dieser notierte in seinem Bericht vom 21. Juni 2012 (IV-Akten, S. 59 ff.) an 
die IV-Stelle einzig die Hüftproblematik und bestätigte eine volle Arbeitsunfähigkeit vom 
15. Februar bis 24. Juli 2012. Am 30. Oktober 2012 (IV-Akten, S. 91 f. u. 96 f.) erklärte er, der 
bisherige Beruf sei nicht mehr möglich. In einer angepassten leichten wechselbelastenden Arbeit 
bestehe eine um 20%–50% verminderte Leistungsfähigkeit, was er jedoch nicht weiter begründete. 
Am 30. Juli 2013 (IV-Akten, S. 151 f.) ging er von einem stationären Gesundheitszustand aus, 
nannte aber neu eine chronische Lumboischialgie auf der rechten Seite mit Facettenarthrose 
L4/L5 und L5/S1. Dennoch erachtete er die Wiederaufnahme einer Arbeit mit einer zunächst 
gewährten Leistungsminderung als möglich an, allenfalls sei dies sogar hilfreich für die muskulären 
Probleme.

Die Gutachter des D.________ haben somit alle damals vorliegenden gesundheitlichen Probleme 
des Beschwerdeführers berücksichtigt und an ihrer Einschätzung einer vollen Arbeitsfähigkeit mit 
einer um 20% verminderten Leistungsfähigkeit bei der dargestellten Aktenlage ist nichts 
auszusetzen. So erachtete auch Dr. med. K.________ eine Wiederaufnahme einer Arbeit als 
möglich.

d) Aus den späteren medizinischen Unterlagen ergibt sich was folgt.

Dr. med. L.________, Facharzt FMH für Neurologie, erwähnte am 19. März 2014 (IV-Akten, 
S. 274), die neurologische Untersuchung sei bland. Die geltend gemachten Schmerzen seien wohl 
muskulär bedingt.

Dr. med. M.________, Facharzt FMH für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewe-
gungsapparates des N.________, berichtete an 10. September 2014 (IV-Akten, S. 250 f.) zu 
Handen der IV-Stelle von einem neu hinzugekommenen beidseitigem Karpaltunnelsyndrom mit 
Rechtsbetonung. Ferner notiert er radikuläre Schmerzen und eine bekannte laterale Diskushernie 
L5/S1 rechts mit Verlagerung der Wurzel S1 sowie Diskopathie L1 und L2 gemäss einem MRI von 
2009 (nicht in den Unterlagen). Er habe nie eine Arbeitsunfähigkeit attestiert.

Dr. med. O.________, Facharzt FMH für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewe-
gungsapparates, diagnostizierte in seinem Bericht vom 13. Februar 2015 (IV-Akten, S. 305 f.) an 
die IV-Stelle nicht defizitäre Lumboischialgien in der L5-Region rechts bei multietageren degenera-
tiven Veränderungen insbesondere Facettengelenksarthrose mit Hypertrophie des Ligamentum fla-
vum L4/L5 und L5/S1 mit Foraminalstenose L5/S1 mehr rechts als links sowie mobiler Diskusher-
nie L4/L5 mit Irritation der Nervenwurzel L5 beidseits. Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit in einer an-
gepassten Tätigkeit äusserte er sich nicht; es müsse die weitere Entwicklung abgewartet werden. 
In seinem Vorbericht vom 7. November 2014 (IV-Akten, S. 273) attestierte er eine vollständige Ar-
beitsunfähigkeit, wobei angenommen werden muss, dass er sich hierbei auf die bisherige relativ 
schwere Arbeit als Dachdecker bezog. In einem weiteren Bericht vom 27. November 2015 (IV-
Akten, S. 332 ff.) erklärte derselbe, die Situation habe sich verschlimmert und ein EMG habe eine 
chronische Irritation der Wurzel L5 ergeben. Rein bezogen auf die lumbale Situation sei von einer 
um 20%–30% verminderten Leistungsfähigkeit auszugehen. Zu den Hüften könne er sich nicht 
äussern. Er schlug eine pluridisziplinäre Abklärung vor.

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Ferner war der Beschwerdeführer in Folge eines plötzlich aufgetretenen Schwindels, diffusen 
Kopfschmerzen und Übelkeit nach Synkope kurzfristig im N.________ hospitalisiert. Die durchge-
führten Untersuchungen ergaben keine pathologischen Befunde. Bei den Nebendiagnosen wurden 
linksthorakale Schmerzen und Druckgefühl notiert (vgl. Bericht vom 29. August 2014; IV-Akten, 
S. 277 f.). In der Folge fand eine umfassende kardiologische Abklärung statt. Dem Bericht von Dr. 
med. P.________, Facharzt für Kardiologie (Deutschland) sowie Allgemeine Innere Medizin 
(Deutschland) vom 27. April 2015 (IV-Akten, S. 324 ff.) ist zu entnehmen, dass offenbar seit einem 
Jahr ein Tinnitus vorliegt. Ein durchgeführtes Stressecho ergab eine volle Leistungsfähigkeit. Im 
Übrigen wurde eine leichte Sinustachykardieneigung festgehalten, welche ätiologisch nicht voll-
ständig geklärt sei. Trotz der körperlichen Arbeit auf dem Hof und der muskuloskelettären Be-
schwerden solle soweit möglich ein Aufbautraining, z. B. auf dem Home-Velo, aufgebaut werden. 
Der Kardiologe attestierte keine Arbeitsunfähigkeit.

e) Somit bestehen beim Beschwerdeführer neu ein Tinnitus sowie ein beidseitiges Karpal-
tunnelsyndrom. Der Beschwerdeführer ist jedoch daran zu erinnern, dass das Auftreten von zu-
sätzlichen Diagnosen nicht gleichbedeutend ist mit einer Verschlechterung der Arbeitsfähigkeit. 
Bezüglich dieser Diagnosen wurde in den vorliegenden Akten keine Arbeitsunfähigkeit festgehal-
ten.

Weiter können die Berichte des Hausarztes, Dr. med. Q.________, Facharzt FMH für Allgemeine 
Innere Medizin, nicht berücksichtigt werden. Dieser hielt im Bericht vom 9. September 2013 (IV-
Akten, S. 204 ff.) zu Handen der IV-Stelle fest, eventuell liesse sich die Situation durch eine 
psychiatrische Behandlung verbessern. Nachdem der Beschwerdeführer diese aufgenommen 
hatte, verneinte der Hausarzt am 23. Dezember 2014 (IV-Akten, S. 280 ff.) ohne jegliche 
Begründung die Zumutbarkeit einer anderen Arbeit. Der Beschwerdeführer sehe sich dazu nicht in 
der Lage, was klar nicht genügen und deshalb nicht berücksichtigt werden kann. Am 
11. September 2015 (IV-Akten, S. 320 f. u. S. 329) erklärte der Hausarzt, der Gesundheitszustand 
habe sich verschlechtert, die Diagnosen seien aber dieselben. Der Tinnitus sei schlimmer 
geworden. Erneut verneinte er ohne jegliche Begründung die Zumutbarkeit einer angepassten 
Arbeit.

Demgegenüber hat sich die Situation in der Lumbalregion seit der Begutachtung im D.________ 
weiterentwickelt. Das D.________ notierte einzig ein chronisches lumbospondylogenes Syndrom 
bei Wirbelsäulenfehlform und normaler LWS-Beweglichkeit. Das D.________ nahm keine 
Röntgenaufnahmen vor, sondern bezog sich diesbezüglich auf die Aussagen von Dr. med. 
J.________, welche jedoch keine bildgebenden Abklärungen betreffend den Rücken vornahm. 
Zudem stand damals eindeutig die Hüftproblematik im Vordergrund, weshalb davon ausgegangen 
werden muss, dass sich die vom D.________ festgehaltene Leistungsminderung von 20% 
hauptsächlich auf diese Problematik bezog.

Zwar nannte Dr. med. M.________ in seinem vorerwähnten Bericht vom 10. September 2014 radi-
kuläre Schmerzen und eine bekannte laterale Diskushernie L5/S1 rechts mit Verlagerung der Wur-
zel S1 sowie Diskopathie L1 und L2 gemäss einem sich nicht in den Akten befindlichen MRI aus 
dem Jahr 2009. Damit lag offenbar beim Beschwerdeführer seit längerem eine Rückenproblematik 
vor, die aber nicht symptomatisch bzw. nicht in relevanter Art und Weise symptomatisch war.

Dr. med. O.________ seinerseits wies am 13. Februar 2015 auf multietagere degenerative Verän-
derungen, insbesondere eine Facettengelenksarthrose mit Hypertrophie des Ligamentum flavum 
L4/L5 und L5/S1 mit Foraminalstenose L5/S1 mehr rechts als links sowie mobiler Diskushernie 
L4/L5 mit Irritation der Nervenwurzel L5 beidseits hin, schätzte diese Lumboischialgien in der L5-

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Region rechts aber nicht als defizitär ein. Aufgrund der durch EMG bestätigten chronischen 
Reizung der Wurzel L5 ging er, rein bezogen auf die lumbale Situation, von einer um 20%–30% 
verminderten Leistungsfähigkeit aus.

Deshalb kann der Bericht von Dr. med. R.________, Facharzt FMH für Anästhesiologie des 
Regionalen Ärztlichen Dienstes der IV-Stellen Bern/Freiburg/Solothurn (nachfolgend: RAD), vom 
19. Januar 2016 (IV-Akten, S. 341 f.), worin dieser in Kenntnis der dargestellten Unterlagen die 
Meinung vertrat, die aktuellen Berichte würden keine objektive Verschlechterung aufzeigen, die zu 
einer anderen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit führen würden, nicht überzeugen. So kann klar 
nicht gesagt werden, Dr. med. O.________ gehe von einer um 20%–30% verminderten 
Leistungsfähigkeit aus, was vergleichbar mit der Meinung des D.________ sei, da – wie gesehen – 
Dr. med. O.________ bereits wegen der lumbalen Problematik von einer um 20%–30% 
verminderten Arbeitsunfähigkeit ausgeht, wohingegen die um 20% verminderte Leistungsfähigkeit 
des D.________ vorwiegend die damals im Vordergrund stehende Hüftproblematik betraf.

Somit ist bei dieser Aktenlage nicht auszuschliessen, dass die körperlichen Beschwerden des Be-
schwerdeführers zu einer höheren Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führen, als vom D.________ 
angenommen und ebenso kann eine objektivierte Verschlechterung des Gesundheitszustands 
kann nicht ausgeschlossen werden.

f) Was die psychische Seite betrifft, wurde schon im vorerwähnten Assessment-Bericht 
darauf hingewiesen, der Fall sei in psychiatrischer Hinsicht zu wenig abgeklärt. Dies wurde anläss-
lich der FOMA bestätigt. So lag gemäss den Gutachtern ein Verdacht auf eine Persönlichkeitsstö-
rung (anamnestisch depressive Phasen, Angst- und Panikattacken) sowie auf eine psychische 
Überlagerung der chronifizierten Beschwerden vor mit chronischer Müdigkeit, Konzentrationsstö-
rungen und Vergesslichkeit bis hin zu möglicherweise depressivem Erscheinungsbild bei Verlang-
samung des Versicherten sowohl im Bewegungsablauf als auch im Denken. Sie empfahlen des-
halb eine psychiatrische sowie neuropsychologische Abklärung.

Dr. med. S.________, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie des RAD, teilte am 
30. September 2013 (IV-Akten, S. 217 f.) diese Ansicht nicht. Eine Begutachtung sei nicht 
lösungsorientiert. Vielmehr solle der Beschwerdeführer während einem Zeitraum von sechs 
Monaten wöchentlich einer psychiatrischen Behandlung folgen. Die IV-Stelle erliess in diesem 
Sinne am 14. Oktober 2013 eine Aufforderung zur Schadenminderungs- und Mitwirkungspflicht. 
Der Beschwerdeführer begab sich darauf in psychiatrische Behandlung.

Der behandelnde Psychiater erklärte am 1. Juli 2014 (IV-Akten, S. 228 f.), abgesehen von einer 
gewissen Apathie und Hoffnungslosigkeit, lägen in psychischer Hinsicht keine Auffälligkeiten vor. 
Im Widerspruch zu dieser Angabe ging er ohne weitere Begründung von einer Arbeitsfähigkeit von 
lediglich 20%–30% aus. Mit Ausnahme einer aktuell offenbar nicht ausgeprägten rezidivierenden 
Depression, bestehend seit 2003, hielt er einzig somatische Diagnosen fest. Es muss deshalb 
davon ausgegangen werden, dass er der Ansicht ist, der Beschwerdeführer sei aus somatischen 
Gründen nur noch in einem geringen Grad arbeitsfähig. Zur somatischen Seite des Falls hat er 
sich als Facharzt der Psychiatrie aber nicht zu äussern, weshalb dieser Einschätzung nicht gefolgt 
werden kann. Die gleiche Problematik besteht bei seinen übrigen Berichten. Am 4. Februar 2015 
(IV-Akten, S. 293 ff.) gab er an, der Beschwerdeführer komme halbjährlich zur Konsultation und 
bestätigte seine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit, da der Beschwerdeführer aus orthopädisch/ 
neurologischen Gründen invalid sei. Keine neuen Angaben ergeben sich aus seinem Bericht vom 
8. Juni 2016 (zusammen mit der Beschwerde eingereicht).

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g) Damit erweist sich der Fall als ungenügend abgeklärt. Die Angelegenheit ist für eine Er-
gänzung des Gutachtens des D.________ (vgl. BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4) an die IV-Stelle 
zurückzuweisen. So stellt sich die Frage, ob aufgrund der im lumbalen Bereich festgestellten 
Veränderungen und des Zeitablaufs seit dem Gutachten des D.________ nicht von einem 
grösseren Einfluss der somatischen Beschwerden auf die Arbeitsfähigkeit auszugehen ist.

Zudem wäre es, obwohl gemäss den dargestellten Ansicht des behandelnden Psychiaters in psy-
chiatrischer Hinsicht keine relevanten Probleme vorliegen, allenfalls sinnvoll, den Beschwerde-
führer dennoch auch psychiatrisch zu begutachten, da die Gutachter des D.________ doch sehr 
deutlich auf eine psychische Komponente hingewiesen haben.

4. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Angelegenheit für weitere Abklärungen und Neuent-
scheid an die IV-Stelle zurückzuweisen ist. Die Verfügung vom 9. Mai 2016 wird aufgehoben und 
die Beschwerde wird gutgeheissen.

Die Gerichtskosten werden auf CHF 800.- zu Lasten der IV-Stelle festgesetzt. Dem Beschwerde-
führer ist der geleistete Kostenvorschuss von CHF 800.- zurückzuerstatten.

Der Hof erkennt:

I. Die Beschwerde von A.________ wird gutgeheissen.

Die Angelegenheit wird im Sinne der Erwägungen an die Invalidenversicherungsstelle des 
Kantons Freiburg zurückgewiesen.

II. Es werden Gerichtskosten von CHF 800.- zu Lasten der Invalidenversicherungsstelle des 
Kantons Freiburg erhoben. A.________ wird der geleistete Kostenvorschuss von CHF 800.- 
zurückerstattet.

III. Zustellung.

Gegen diesen Entscheid kann innerhalb einer Frist von 30 Tagen ab Erhalt beim Bundesgericht, 
Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 
eingereicht werden. Diese Frist kann weder verlängert noch unterbrochen werden. Die 
Beschwerdeschrift muss in drei Exemplaren abgefasst und unterschrieben werden. Dabei müssen 
die Gründe angegeben werden, weshalb die Änderung dieses Urteils verlangt wird. Damit das 
Bundesgericht die Beschwerde behandeln kann, sind die verfügbaren Beweismittel und der 
angefochtene Entscheid mit dem dazugehörigen Briefumschlag beizulegen. Das Verfahren vor 
dem Bundesgericht ist grundsätzlich kostenpflichtig.

Freiburg, 17. Oktober 2017/bsc

Präsident Gerichtsschreiber-Berichterstatter