# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4bcc340e-3c63-537a-948a-5b04b6ab049d
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-08-09
**Language:** de
**Title:** Schwyz Verwaltungsgericht 1. Kammer 09.08.2018 I 2016 134
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_003_I-2016-134_2018-08-09.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
Kammer I

I 2016 134

Urteil vom 9. August 2018

Besetzung Dr.iur. Vital Zehnder, Vizepräsident
Dr.med. Bernhard Zumsteg, Richter
Dr.med. Pierre Lichtenhahn, Richter
MLaw Stefan Getzmann, Gerichtsschreiber

Parteien A.________,
Kläger,
vertreten durch Rechtsanwalt V.________, 

gegen

B.________ AG,
Beklagte,

Gegenstand Krankenversicherung (Krankentaggeld nach VVG)

2

Sachverhalt:

A. Mit Krankheitsanzeige vom 27. August 2014 (Eingang B.________ am 
23.9.2014) meldete die C.________ AG der B.________ AG (in der Folge 
B.________) die am 28. Februar 2014 eingetretene, krankheitsbedingte Arbeits-
unfähigkeit ihres Angestellten A.________ (Jg. 1955), Versicherungsbroker. Die 
Meldung erfolgte im Rahmen des zwischen der C.________ AG und B.________ 
abgeschlossenen Vertrages über eine Lohnausfallversicherung für Unternehmen 
(VVG) mit Vertragsbeginn 1. Dezember 2009, Policen-Nr. _____ (BK-act. 1).

Die voraussichtliche Dauer der Arbeitsunfähigkeit von A.________ wurde als un-
bekannt bezeichnet. Der Anzeige lag ein am 26. August 2014 durch den Haus-
arzt Dr.med. E.________ ausgestelltes Arbeitsunfähigkeitszeugnis (100% AUF 
vom 28.2.14 bis inkl. 26.6.14) sowie eine am 28. August 2014 von Dr.med. 
G.________ (Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie) ausgestellte ärztliche 
Bestätigung einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit vom 26. Juni 2014 (Erstattest 
vom Hausarzt) bis 30. September 2014 bei (BK-act. 3). In der Folge bestätigte 
Dr.med. G.________ (monatlich) eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bis am 30. 
November 2016 (BK-act. 40). Gemäss Schreiben vom 13. März 2017 wurde 
A.________ durch Dr.med. G.________ ab dem 28. Oktober 2016 als aus 
psychiatrischen Gründen voll arbeitsfähig beurteilt (K-act. 26).

B. Der Eingang der Krankheitsanzeige wurde am 23. September 2014 durch 
B.________ bestätigt und gleichzeitig wurden Abklärungen für die Leistungser-
bringung angekündigt (BK-act. 6). 

Am 9. Dezember 2015 teilte B.________ A.________ mit, aus psychiatrischer 
Sicht liege kein Gesundheitsschaden mit Krankheitswert vor, womit eine Arbeits-
unfähigkeit zu verneinen sei. Aus somatischer Sicht sei eine Arbeitsunfähigkeit 
von 100% für die Monate April 2014 sowie September 2015 feststellbar. Auf-
grund der verspäteten Anmeldung sowie der Leistungssperre infolge verspäteter 
Prämienzahlung sei man für die Arbeitsunfähigkeit vom April 2014 jedoch nicht 
leistungspflichtig (BK-act. 28). Für September 2015 werde eine Leistung in der 
Höhe von Fr. 4'356.-- erbracht. 

C. Mit Schreiben vom 8. Februar 2016 forderte der damalige Rechtsvertreter 
von A.________ von B.________ eine Abrechnung über die geschuldeten Tag-
geldleistungen und die Ausrichtung der ihm zustehenden Leistungen sowie im 
Falle einer Leistungsverweigerung einen Verjährungsverzicht bis mindestens 31. 
Dezember 2016 ein. Nachdem ihm das Schreiben vom 9. Dezember 2015 (In-
gress Bst. B) zugestellt wurde, forderte er zwecks Prüfung des Anspruches resp. 
der Leistungsverweigerung durch B.________ die gesamten Akten ein. Am 19. 

3

April 2016, nach Prüfung der zugestellten Akten, forderte der Anwalt B.________ 
auf, "Ihre Leistungspflicht zu anerkennen und die längst fälligen Taggelder end-
lich auszurichten" (BK-act. 31). Für den Fall der Weigerung stellte er die gerichtli-
che Geltendmachung des Anspruchs in Aussicht (BK-act. 31). Am 5. August 
2016 teilte B.________ dem damaligen Rechtsvertreter von A.________ mit, ihre 
Vertrauensärzte würden auch nach Lektüre der weiteren ärztlichen Berichte 
bestätigen, dass kein Gesundheitsschaden mit einer Arbeitsunfähigkeit vorliege. 
Man halte am Entscheid vom 9. Dezember 2015 fest und erbringe keine weiteren 
Leistungen (BK-act. 36). 

Nachdem der damalige Rechtsanwalt von A.________ von B.________ am 14. 
September 2016 einen Verjährungsverzicht für Leistungen aus der A.________ 
betreffenden Police bis mindestens 31. Dezember 2017 forderte, erklärte 
B.________ am 3. Oktober 2016, auf die Einrede der Verjährung bis zum 31. 
Dezember 2017 zu verzichten, soweit die Verjährung bis zum heutigen Zeitpunkt 
(3.10.2016) nicht bereits eingetreten sei (BK-act. 41 und 42). 

D. Am 28. November 2016 lässt A.________ gegen die B.________ Klage be-
treffend Taggeldleistungen einreichen mit den Anträgen:

1. Dem Kläger seien durch die Beklagte Taggeldleistungen in Höhe von CHF 
229'202.90 nebst Zins zu 5% seit 1. März 2015 (mittlerer Verfall) zu bezahlen.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklagten.

E. Mit Klageantwort vom 14. Februar 2017 beantragt die B._______:

1. Die Klage vom 28. November 2016 sei vollumfänglich abzuweisen.

2. Unter o/e Kostenfolge zu Lasten des Klägers.

Mit Replik vom 27. März 2017 hält der Kläger an den mit Klage vom 28. Novem-
ber 2016 geltend gemachten Rechtsbegehren fest. Ebenso bestätigt die Beklagte 
mit Duplik vom 15. Mai 2017 ihre Rechtsbegehren in der Klageantwort. Nach Zu-
stellung der Duplik stellt der Kläger am 29. Mai 2017 eine weitere Eingabe in 
Aussicht. 

Am 2. Juni 2017 teilt der instruierende Richter den Parteien die Absicht mit, die 
IV-Akten beizuziehen, wozu die Parteien bis am 15. Juni 2017 Stellung nehmen 
könnten. Mit Schreiben vom 14. Juni 2017 verzichtet der Kläger auf Einwände 
gegen den Aktenbeizug sowie auf Einsicht in die IV-Akten. Gleichzeitig nimmt er 
Stellung zur Duplik. Ebenso erhebt die Beklagte keine Einwände (Schreiben da-
tiert vom 27.4.2017, Postaufgabe 15.6.2017), wünscht jedoch Akteneinsicht. Am 
29. Juni 2017 werden der Beklagten die IV-Akten sowie die Eingabe des Klägers 
vom 14. Juni 2017 zugestellt. Mit Schreiben vom 3. August 2017 teilt der instruie-

4

rende Richter den Parteien mit, auf eine mündliche Hauptverhandlung zu ver-
zichten, soweit nicht eine Partei bis am 21. August 2017 Einspruch gegen den 
Verzicht erhebe. Innert erstreckter Frist teilt der neue Rechtsvertreter des Klägers 
am 23. Oktober 2017 mit, an der Durchführung der mündlichen Hauptverhand-
lung festzuhalten, wobei gleichzeitig eine Parteibefragung sowie die Befragung 
der genannten Zeugen durchzuführen sei. Nach Rücksprache mit den Parteien 
erfolgte am 7. Februar 2018 die mündliche Hauptverhandlung mit persönlicher 
Befragung des Klägers.

F. Am 8. Februar 2018 teilte das Verwaltungsgericht den Parteien mit, dass 
aufgrund der Parteibefragung weitere Beweismittel eingeholt werden. Mit Schrei-
ben vom 6. März 2018 ersuchte das Verwaltungsgericht folgende Personen (wel-
che der Kläger vom Berufsgeheimnis gegenüber dem Gericht entbunden hat) um 
Zustellung der relevanten Akten betreffend die Behandlung des Klägers für die 
Zeit von 2014 bis 2016: PD Dr.med. N.________ (Gastroenterologie 
D.________), Dr.med. I.________ (Gastroenterologie D.________), Dr.med. 
G.________, Dr.med. J.________, Dr.med. E.________, und Raphael Schuma-
cher (F.________ [Physiotherapie]). Am 14. März 2018 ersuchte das Gericht 
auch den Hausarzt Dr.med. K.________ (Hausarztpraxis ___) um Auskunft und 
Aktenedition. Die eingegangenen Akten wurden den Parteien am 17. April 2018 
zur Einreichung einer allfälligen Stellungnahme zugestellt.

Am 7. Juni 2018 reicht die Beklagte ihre Stellungnahme zu den eingegangenen 
Akten ein. Am 13. Juli 2018 nimmt der Kläger Stellung zu den eingegangenen 
Akten sowie der Stellungnahme der Beklagten.

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. Eingeklagt sind vorliegend Taggeldleistungen aus der zwischen der Arbeit-
geberin des Klägers und der Beklagten abgeschlossenen Lohnausfallversiche-
rung für Unternehmen nach VVG (BK-act. 1). 

1.1.1  Streitigkeiten aus einer Zusatzversicherung zur sozialen Krankenversiche-
rung unterstehen gemäss Art. 2 Abs. 2 Satz 2 des Bundesgesetzes vom 26. Sep-
tember 2014 betreffend die Aufsicht über die soziale Krankenversicherung 
(KVAG; SR 832.12) dem Bundesgesetz vom 2. April 1908 über den Versiche-
rungsvertrag (VVG; SR 221.229.1). Streitigkeiten aus solchen Versicherungen 
sind privatrechtlicher Natur (BGE 138 III 2 Erw. 1.1). Gestützt auf Art. 1 lit. a der 
Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO; SR 272) vom 19. Dezember 2008 
richtet sich das Verfahren nach der ZPO (Urteil BGer 4A_110/2017 vom 
27.7.2017 Erw. 3).

5

Gemäss Art. 7 ZPO vom 19. Dezember 2008 können die Kantone ein Gericht 
bezeichnen, welches als einzige kantonale Instanz für Streitigkeiten aus Zusatz-
versicherungen zur sozialen Krankenversicherung nach dem Bundesgesetz über 
die Krankenversicherung zuständig ist. Der kantonale Gesetzgeber hat in § 24 
Abs. 1 des Einführungsgesetzes zum Bundesgesetz über die Krankenversiche-
rung (EGzKVG, SRSZ 361.100) vom 19. September 2007 das Verwaltungsge-
richt als kantonales Versicherungsgericht bezeichnet. Es ist gemäss § 24 Abs. 2 
EGzKVG auch für die Entscheidung von Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen 
zur sozialen Krankenversicherung zuständig. 

1.1.2  Die Versicherer müssen ihre Verpflichtungen aus Versicherungsverträgen 
am schweizerischen Wohnsitz des Versicherten oder des Versicherungsnehmers 
erfüllen. Der Gerichtsstand richtet sich nach der Schweizerischen Zivilprozess-
ordnung (Art. 46a VVG). Unabhängig davon, ob der vorliegende Lohnausfallver-
sicherungsvertrag als Konsumentenvertrag (Art. 32 ZPO) gilt oder unter die 
Grundsatzregel betreffend die örtliche Zuständigkeit für Klagen aus Vertrag 
(Art. 31 ZPO, wonach als Gerichtsstand u.a. der Ort der charakteristischen Leis-
tung in Frage kommt) fällt, kann die Klage am Wohnsitz des Klägers, welcher 
sich am gleichen Ort befindet, wie der Sitz der Arbeitgeberin, erhoben werden. 
Ziffer 13 der Allgemeinen Versicherungsbedingungen zur Lohnausfallversiche-
rung (VVG), Ausgabe 2008, (BK-act. 2) sieht als Gerichtsstand für Klagen aus 
dem Versicherungsvertag ebenfalls u.a. die Gerichte am schweizerischen Wohn-
ort der klagenden Partei vor.  

Die Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts zur Beurteilung der vorliegenden Kla-
ge ist somit gegeben und auch unbestritten.

1.1.3  Bei Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversiche-
rung, für welche die Kantone eine einzige kantonale Instanz nach Art. 7 ZPO be-
zeichnet haben, ist kein vorgängiges Schlichtungsverfahren durchzuführen (BGE 
138 III 558 Erw. 4); das Beibringen einer gültigen Klagebewilligung der Schlich-
tungsbehörde nach Art. 209 ZPO entfällt somit (vgl. BGE 139 III 273 Erw. 2.1). 
Die übrigen Prozessvoraussetzungen (namentlich auch direktes Forderungs-
recht, Art. 87 VVG) sind unbestrittenermassen gegeben, weshalb auf die Klage 
einzutreten ist.

1.2 Nach Art. 243 Abs. 2 lit. f ZPO gilt für vermögensrechtliche Streitigkeiten 
aus Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung nach KVG ohne 
Rücksicht auf den Streitwert das vereinfachte Verfahren. Das Gericht stellt den 
Sachverhalt von Amtes wegen fest (Art. 247 Abs. 2 lit. a ZPO; sog. soziale oder 
auch eingeschränkte Untersuchungsmaxime, vgl. Urteil BGer 5A_2/2013 vom 

6

6.3.2013 Erw. 4.2). Der sozialpolitisch begründeten Untersuchungsmaxime geht 
es darum, die wirtschaftlich schwächere Partei zu schützen, die Gleichheit zwi-
schen den Parteien herzustellen sowie das Verfahren zu beschleunigen. Die Par-
teien sind jedoch nicht davon befreit, bei der Feststellung des entscheidwesentli-
chen Sachverhalts aktiv mitzuwirken und die allenfalls zu erhebenden Beweise 
zu bezeichnen. Sie tragen auch im Bereich der Untersuchungsmaxime die Ver-
antwortung für die Sachverhaltsermittlung. Das Gericht hat lediglich seine Frage-
pflicht auszuüben, die Parteien auf ihre Mitwirkungspflicht sowie das Beibringen 
von Beweisen hinzuweisen (Urteile BGer 5A_875/2015 vom 22.4.2016 Erw. 
3.2.2; 5A_2/2013 vom 6.3.2013 Erw. 4.2; 4A_79/2012 vom 27.8.2012 Erw. 4.3). 
Zudem hat es sich über die Vollständigkeit der Behauptungen und Beweise zu 
versichern, wenn diesbezüglich ernsthafte Zweifel bestehen (Urteil BGer 
4A_360/2015 vom 12.11.2015 Erw. 4.2 mit weiteren Hinweisen). Das Mass der 
richterlichen Hilfe hängt vom Einzelfall ab, namentlich von der sozialen und intel-
lektuellen Disposition der Parteien. Stehen sich anwaltlich vertretene Parteien 
gegenüber, soll sich das Gericht zurückhalten (Botschaft zur Schweizerischen Zi-
vilprozessordnung, BBl 2006 S. 7221 ff. S. 7348; Urteile BGer 4A_519/2010 vom 
11.11.2010 Erw. 2.2; 4A_635/2009 vom 24.3.2010 Erw. 2.2). 

1.3.1  Der Anspruchsberechtigte - in der Regel der Versicherungsnehmer, der 
versicherte Dritte oder der Begünstigte - hat die Tatsachen zur Begründung des 
Versicherungsanspruches (Art. 39 VVG) zu beweisen, also namentlich das Be-
stehen eines Versicherungsvertrags, den Eintritt des Versicherungsfalls und den 
Umfang des Anspruchs. Dies gilt auch dann, wenn die Versicherung zunächst 
Taggelder ausbezahlt hat; macht sie geltend, die Umstände hätten sich geändert 
oder die Leistungen seien von vornherein zu Unrecht erbracht worden und die 
versicherte Person sei (wieder) arbeitsfähig, so hat die versicherte Person zu 
beweisen, dass sie (weiterhin) arbeitsunfähig ist und daher Anspruch auf Tag-
gelder hat (BGE 141 III 241 Erw. 3.1; Bundesgerichtsurteile 4A_66/2017 vom 
14.7.2017 Erw. 3.2; 4A_246/2015 vom 17.8.2015 Erw. 2.2).

Den Versicherer trifft demgegenüber die Beweislast für Tatsachen, die ihn zu ei-
ner Kürzung oder Verweigerung der vertraglich vorgesehenen Leistung berechti-
gen oder die den Versicherungsvertrag gegenüber dem Anspruchsberechtigten 
unverbindlich machen, wie u.a. die betrügerische Begründung des Versiche-
rungsanspruchs nach Art. 40 VVG (BGE 130 III 321 Erw. 3; Bundesgerichtsurtei-
le 4A_393/2008 vom 17.11.2008 Erw. 4.1).

Anspruchsberechtigter und Versicherer haben im Streit um vertragliche Leistun-
gen also je ihr eigenes Beweisthema (BGE 130 III 321 Erw. 3.1; Bundesgerichts-
urteil 4A_382/2014 vom 3.3.2014 Erw. 5.3 mit Hinweis). Dies trifft auch dann zu, 

7

wenn sich beide Beweisthemen im gleichen Verfahren gegenüberstehen, wie 
dies bei Taggeldversicherungsansprüchen im Hinblick auf die tatsächliche Er-
werbsunfähigkeit der Fall sein kann (BGE 141 III 241 Erw. 3.1; BGE 130 III 321 
Erw. 3.1; Urteil BGer 4A_432/2015 vom 8.2.2016 Erw. 2.1). 

1.3.2  Da der Nachweis rechtsbegründender Tatsachen im Bereich des Versiche-
rungsvertrags regelmässig mit Schwierigkeiten verbunden ist, geniesst der Versi-
cherungsnehmer insofern eine Beweiserleichterung, als er nur eine überwiegen-
de Wahrscheinlichkeit für das Bestehen des geltend gemachten Versicherungs-
anspruchs darzutun hat. Allerdings kann der Versicherer im Rahmen des Ge-
genbeweises Indizien geltend machen, welche die Glaubwürdigkeit des Anspre-
chers erschüttern oder erhebliche Zweifel an seinen Schilderungen erwecken. 
Gelingt der Gegenbeweis, dürfen die vom Anspruchsberechtigten behaupteten 
Tatsachen nicht als überwiegend wahrscheinlich und damit nicht als bewiesen 
anerkannt werden. Der Hauptbeweis ist vielmehr gescheitert. Beim Beweismass 
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ist verlangt, dass die Möglichkeit, es 
könnte sich auch anders verhalten, zwar nicht ausgeschlossen ist, sie aber für 
die betreffende Tatsache weder eine massgebende Rolle spielen noch vernünfti-
gerweise in Betracht fallen darf (BGE 141 III 241 Erw. 3.1; BGE 130 III 321 Erw. 
3.3; Urteile BGer 4A_516/2014 vom 11.3.2015 Erw. 4.1; 4A_186/2009 vom 
3.3.2010 Erw. 6.2.1). Von der Anwendbarkeit dieses Beweismasses ist auch hin-
sichtlich jener Fälle auszugehen, in welchen eine Arbeitsunfähigkeit als Voraus-
setzung für den Anspruch auf Krankentaggelder gestützt auf Tatsachen geltend 
gemacht wird, welche nicht vollständig objektiviert werden können, so namentlich 
bezüglich psychischer Störungen und Schmerzsymptomatiken. 

1.3.4  Nach Art. 168 Abs. 1 ZPO sind als Beweismittel das Zeugnis (lit. a), die 
Urkunde (lit. b), der Augenschein (lit. c), das Gutachten (lit. d), die schriftliche 
Auskunft (lit. e) sowie die Parteibefragung und die Beweisaussage (lit. f) zulässig. 
Diese Aufzählung ist abschliessend; im Zivilprozessrecht besteht insofern ein 
numerus clausus der Beweismittel (BGE 141 III 433 Erw. 2.3; Bundesgerichtsur-
teil 5A_957/2012 vom 28.5.2013 Erw. 2). 

Nach der Rechtsprechung stellen Privatgutachten keine Gutachten im Sinne von 
Art. 168 Abs. 1 lit. d ZPO dar. Bei Letzteren handelt es sich vielmehr einzig um 
die vom Gericht eingeholten Gutachten (BGE 141 III 433 E. 2.5.2). Des Gleichen 
handelt es sich bei Privatgutachten nicht um Urkunden im Sinne von Art. 168 
Abs. 1 lit. b ZPO (BGE 141 III 433 E. 2.5.3). Von der Partei eingereichte Arzt-
zeugnisse, fachärztliche Berichte und dergleichen gelten beweisrechtlich be-
trachtet als blosse Privatgutachten, die nach bundesgerichtlicher Rechtspre-
chung als Bestandteil der Parteivorbringen und nicht als eigentliche Beweismittel 

8

anzusehen sind (BGE 141 III 433 Erw. 2.5.2 u. Erw. 2.6; 140 III 16 Erw. 2.5 u. 
Erw. 3.3.3 je mit Hinweisen; Bundesgerichtsurteile 4A_243/2017 vom 30.6.2017 
Erw. 3.1.3; 4A_505/2012 vom 6.12.2012 Erw. 3.5; vgl. BGE 132 III 83 Erw. 3.4).

1.3.4  Zu beweisen sind nur Tatsachenbehauptungen, die ausdrücklich bestritten 
sind. Bestreitungen sind so konkret zu halten, dass sich bestimmen lässt, welche 
einzelnen Behauptungen damit bestritten werden (BGE 117 II 113 E. 2); die Be-
streitung muss ihrem Zweck entsprechend so konkret sein, dass die Gegenpartei 
weiss, welche einzelne Tatsachenbehauptung sie beweisen muss (BGE 115 II 1 
Erw. 4). Der Grad der Substantiierung einer Behauptung beeinflusst insofern den 
erforderlichen Grad an Substantiierung einer Bestreitung; je detaillierter einzelne 
Tatsachen eines gesamten Sachverhalts behauptet werden, desto konkreter 
muss die Gegenpartei erklären, welche dieser einzelnen Tatsachen sie bestrei-
tet. Je detaillierter mithin ein Parteivortrag ist, desto höher sind die Anforderun-
gen an eine substantiierte Bestreitung. Diese sind zwar tiefer als die Anforderun-
gen an die Substantiierung einer Behauptung; pauschale Bestreitungen reichen 
indessen nicht aus. Erforderlich ist eine klare Äusserung, dass der Wahrheitsge-
halt einer bestimmten und konkreten gegnerischen Behauptung infrage gestellt 
wird (BGE 141 III 433 Erw. 2.6).

Parteibehauptungen, denen ein Privatgutachten zugrunde liegt, werden indes 
meist besonders substantiiert sein. Entsprechend genügt eine pauschale Bestrei-
tung nicht; die Gegenpartei ist vielmehr gehalten zu substantiieren, welche ein-
zelnen Tatsachen sie konkret bestreitet. Wird jedoch eine Tatsachenbehauptung 
von der Gegenpartei substantiiert bestritten, so vermögen Parteigutachten als 
reine Parteibehauptungen diese allein nicht zu beweisen. Als Parteibehauptun-
gen mögen sie allenfalls zusammen mit - durch Beweismittel nachgewiesenen - 
Indizien den Beweis zu erbringen. Werden sie aber nicht durch Indizien gestützt, 
so dürfen sie als bestrittene Behauptungen nicht als erwiesen erachtet werden 
(BGE 141 III 433 Erw. 2.6).

1.3.5  Die Beweislastverteilung regelt die Folgen der Beweislosigkeit. Gelangt ein 
Gericht dagegen in Würdigung der Beweise zum Schluss, eine Tatsachenbe-
hauptung sei bewiesen oder widerlegt, ist die Beweislastverteilung gegenstands-
los. Tatsächliche Vermutungen lassen den Schluss auf das Vorhandensein oder 
das Fehlen bestimmter Tatsachen zu und bilden Teil der Beweiswürdigung (BGE 
141 III 241 Erw. 3.2 mit Hinweisen u.a. auf BGE 138 III 359 Erw. 6.3; BGE 135 II 
161 Erw. 3; BGE 134 III 235 Erw. 4.3.4). 

1.4.1  Die Lohnausfallversicherung als Krankentaggeldversicherung, welche der 
vorliegenden Klage zugrunde liegt, richtet sich nach VVG. Dieses enthält keine 

9

spezifischen Bestimmungen zum Krankentaggeld. Es ist deshalb grundsätzlich 
auf die vertraglichen Vereinbarungen der Parteien abzustellen (BGE 133 III 185 
Erw. 2). Die Police verweist auf die Allgemeinen Versicherungsbedingungen 
AVB, Ausgabe 2008, sowie die Vertragsbedingungen Trust Pool, Ausgabe 2009 
(BK-act. 1).

1.4.2  Gemäss Versicherungspolice Nr. ______ ist der namentlich erwähnte Klä-
ger versicherte Person mit dem Modell "Versicherungsdeckung mit Gesundheits-
deklaration" bei einer fixen Lohnsumme von Fr. 130'000.--. Die Leistungshöhe 
beträgt 100% des versicherten Lohnes für eine Leistungsdauer von 730 Tagen 
mit einer Wartefrist von 30 Tagen je Fall (BK-act. 1). 

Die Versicherungsdeckung mit Gesundheitsdeklaration bezweckt die Versiche-
rung des Erwerbsausfalles infolge Krankheit und Folgen von Unfällen, die nach 
Beginn des Versicherungsschutzes auftreten (AVB Ziff. 4.2.1). Dazu erfolgt bei 
Eintritt eine Gesundheitsprüfung anhand einer Deklaration der versicherten Per-
son auf dem von der Beklagten zur Verfügung gestellten Formular (AVB 
Ziff. 4.2.4). 

1.4.3 Als Krankheit (als Leistungsvoraussetzung) gilt eine Beeinträchtigung der 
körperlichen oder geistigen Gesundheit, die nicht Folge eines Unfalles ist und die 
eine medizinische Untersuchung oder Behandlung erfordert und eine Arbeitsun-
fähigkeit zur Folge hat (AVB Ziff. 8.1.1). Arbeitsunfähigkeit liegt vor, wenn die 
versicherte Person infolge Krankheit, Unfall oder Geburt ganz oder teilweise aus-
serstande ist, ihren Beruf oder eine andere zumutbare Erwerbstätigkeit auszuü-
ben. Teilweise Arbeitsunfähigkeit liegt vor, wenn eine Arbeitsunfähigkeit von 
mindestens 25% besteht (AVB Ziff. 8.1.4). Taggeldleistungen setzen eine ärztli-
che Bescheinigung über die Arbeitsunfähigkeit der versicherten Person voraus. 
Rückdatierungen von ärztlichen Zeugnissen und Krankheits- oder Unfallmeldun-
gen sind maximal bis zu drei Tagen möglich (AVB Ziff. 8.1.5). 

Die Leistung beginnt nach Ablauf der vereinbarten Wartefrist. Diese beginnt an 
dem Tag, an dem nach ärztlicher Bescheinigung die Arbeitsunfähigkeit einsetzt, 
frühestens jedoch drei Tage vor der ersten ärztlichen Behandlung. Ohne gegen-
teilige Vereinbarung werden die Wartefristen für jeden Krankheitsfall oder Unfall 
neu berechnet (AVB Ziff. 8.3). Die Leistungsdauer von 730 Tagen (BK-act. 1), an 
welche die Wartefrist angerechnet wird (AVB Ziff. 8.4.2), bemisst sich je Versi-
cherungsfall (AVB Ziff. 8.4.1). Das erneute Auftreten einer Krankheit gilt dann als 
neuer Versicherungsfall, wenn die versicherte Person seit dem letzten Auftreten 
der gleichen Krankheit während zwölf Monaten ununterbrochen arbeitsfähig war 
(AVB Ziff. 8.4.3). 

10

2.1 Der Kläger fordert Taggeldleistungen in der Höhe von Fr. 229'202.90 zzgl. 
Zins zu 5% seit 1. März 2015 (mittlerer Verfall). Er begründet dies mit einer ärzt-
lich attestierten Arbeitsunfähigkeit seit dem 28. Februar 2014, einer vertraglich fi-
xierten Lohnsumme von Fr. 130'000.--, der Leistungsdauer von 730 Tagen mit 
einer Wartefrist von 30 Tagen sowie den von der Beklagten bereits geleisteten 
Taggeldern in der Höhe von Fr. 15'396.65. Der Krankheitsanzeige vom 27. Au-
gust 2014 legte der Kläger das Arbeitsunfähigkeitszeugnis von Dr.med. 
E.________ vom 26. August 2014 bei, der eine volle Arbeitsunfähigkeit für die 
Zeit vom 28. Februar bis 26. Juni 2014 attestiert, sowie die ärztliche Bestätigung 
von Dr.med. G.________, der eine volle Arbeitsunfähigkeit für die Zeit vom 26. 
Juni bis 30. September 2014 attestiert (K-act. 4-6). Des Weitern attestiert 
Dr.med. G.________ eine lückenlose volle Arbeitsunfähigkeit bis 30. November 
2016 (BK-act. 40), wobei er ihn dann ab 28. Oktober 2016 aus psychiatrischen 
Gründen wieder für voll arbeitsfähig erachtete (K-act. 26).

2.2 Die Beklagte beantragt die Abweisung der Klage. Sie hält dabei fest:
- Für den Monat April 2014 werde eine Arbeitsunfähigkeit von 100% aus soma-

tischer Sicht anerkannt.
- Für den Monat September 2015 werde eine Arbeitsunfähigkeit von 100% aus 

somatischer Sicht anerkannt.
- Aus psychiatrischer Sicht liege kein Gesundheitsschaden mit Krankheitswert 

vor, eine Arbeitsunfähigkeit wird verneint.
- Wegen Prämienausständen bestehe für die Zeit vom 31. März bis 17. Juni 

2014 eine Leistungssperre, weswegen eine Leistungspflicht für die Arbeitsun-
fähigkeit im Monat April 2014 entfalle.

- Wegen der Verletzung der vertraglichen Pflicht, die Krankheitsanzeige innert 
30 Tagen einzureichen (AVB Ziff. 8.1 lit. a), bestehe für die Zeit vom 28. Fe-
bruar 2014 bis 23. September 2014 (Eingang der Krankheitsanzeige) keine 
Leistungspflicht.

- Der Verzicht auf die Verjährungseinrede sei per 3. Oktober 2016 ausgespro-
chen worden; entsprechend bestehe kein Anspruch auf bis dahin verjährte 
Taggeldleistungen. 

Weil sie die Mahnung betreffend Prämienausstände (BK-act. 46) der Arbeitgebe-
rin des Klägers nicht eingeschrieben zugestellt habe, könne sie die Vorausset-
zungen für die Leistungssperre nicht beweisen. Die Beklagte lässt daher die klä-
gerische Behauptung des Nichterhalts der Mahnung gegen sich gelten. 

2.3 Strittig und für den Taggeldanspruch des Klägers zu prüfen sind somit die 
Fragen:

11

- Liegen ein oder mehrere Versicherungsfälle vor?
- Liegt ein somatischer und/oder psychischer Gesundheitsschaden mit Krank-

heitswert (eine Krankheit) vor, welcher zu einer Taggelder auslösenden Ar-
beitsunfähigkeit geführt hat?

- Liegen Verletzungen vertraglicher (Melde-)Pflichten vor, welche eine Leis-
tungspflicht ausschliessen?

- Trat eine Verjährung ein und in welchem Umfang?

Dazu werden nachfolgend die in den Akten liegenden medizinischen Berichte 
dargestellt (Erw. 3) und anschliessend die Leistungsvoraussetzungen überprüft.

3.1 Mit Austrittsbericht vom 30. April 2014 berichtet med.pract. J.________ 
(Facharzt Allg. Innere Medizin, Klinik D.________) über die Hospitalisation des 
Klägers in der Klinik D.________ vom 22. bis 30. April 2014 (Bk-act. 9). Der Klä-
ger sei infolge sich rasch ausdehnender Rötung, beginnend am Vorderfuss 
rechts mit Übergang zum Unterschenkel mit Schmerzen an jener Lokalisation 
selbst notfallmässig in der Klinik D.________ vorstellig geworden. Er sei seit län-
gerem anlässlich einer Nagelmykose unter lokaler antimykotischer Therapie in 
Behandlung. Es habe sich das Bild eines klassischen Erysipels präsentiert. Zu-
dem wurde neu ein Diabetes mellitus Typ 2 diagnostiziert. Der Kläger wurde dar-
auf hingewiesen, dass unter einer Gewichtsreduktion und regelmässiger sportli-
cher Tätigkeit im Ausdauerbereich möglicherweise langfristig auf eine antidiabe-
tische Therapie verzichtet werden könne. Aufgrund einer interkurenten Hämor-
rhoidalblutung wurde zudem eine Kolonoskopie mit Polypektomie durchgeführt. 
Es wurde eine Kontrolluntersuchung in einem Jahr empfohlen. Des Weitern wur-
de eine Arterielle Hypertonie, OSAS (unter CPAP Therapie), eine aethyl-toxische 
Hepatopathie (mit spontaner Erholung unter Alkoholkarenz) sowie normochrome 
normozytäre Blutungsanämie i.R. Dg 3 und St.n. 2-maliger komplizierter Unter-
schenkel/USG Fraktur rechts diagnostiziert.

3.2 Mit der Krankheitsanzeige vom 27. August 2014 reichte der Kläger Arbeits-
unfähigkeitszeugnisse von Dr.med. E.________ für die Zeit vom 28. Februar 
2014 bis 26. Juni 2014 ein (BK-act. 4 auch K-act. 27; Zeugnis vom 2.6.2017). 
Trotz Aufforderung der Versicherung (inkl. aktenkundiger Mahnung sowie Auffor-
derung an den Kläger), unterbreitete Dr.med. E.________ der Beklagten keinen 
ärztlichen Bericht (BK-act. 7, 15, 24). Aktenkundig ist ein ärztliches Zeugnis von 
Dr.med. E.________ zuhanden des klägerischen Anwaltes vom 31. Mai 2016. Er 
führt darin aus (BK-act. 34):

Diagnose: AZ-Verschlechterung bei unklarer Hepatopathie

Im Verlaufe des Jahres 2015 ist es beim Patienten zu wiederholten, Kollaps ähnli-
chen Zuständen gekommen. Dabei traten immer wieder sogenannte Kreislaufzu-

12

sammenbrüche auf. Diese Anfälle dauerten insgesamt immer wenige Sekunden 
und es kam zu keinem eigentlichen Bewusstseinsverlust.

Eine akute Situation ergab sich am 15.09.2015 mit einem erneuten Ereignis, wor-
auf der Patient in die Notfallstation der Klinik D.________ eingewiesen worden ist. 
Die damals durchgeführten Abklärungen und Therapien in der Klinik D.________ 
waren adäquat.

Meine letzte Bestätigung einer Arbeitsunfähigkeit fand vom 28.02.14 bis 26.06.14 
zu 100% statt. Anschliessend wurden durch mich keine Arbeitsunfähigkeiten aus-
gestellt.

Aus medizinischer Sicht kann die verspätete Anmeldung des Krankheitsfalles bei 
der Versicherung nachvollzogen werden.

Betreffend Prognose kann aus jetziger Sicht keine Angabe gemacht werden, da 
der Patient nicht mehr in meiner ärztlichen Behandlung steht.

Am 14. Juni 2017 reichte der Kläger dem Gericht einen Auszug aus der von 
Dr.med. E.________ geführten Krankengeschichte ein (K-act. 28). Dergemäss 
wurde Dr.med. E.________ am 8. Februar 2014 von der Schwester des Klägers 
kontaktiert. Sie erwähnte den drohenden Privatkonkurs des Klägers sowie eine 
Burnout Symptomatik. Am 9. Februar 2014 fand eine Besprechung/Beratung mit 
dem Kläger statt, wobei nur Blutdruck-Schwankungen dokumentiert werden. In 
der Sitzung vom 26. Februar 2014 (Grund: BD-Kontrolle) dokumentierte Dr.med. 
E.________ unter subjektiv: "Massive Beeinträchtigung durch finanziel-
le/geschäftliche Probleme." Im März stand dann ein Infekt im Vordergrund. Zu-
dem meldete eine Schwägerin, sie befürchte einen Suizid des Klägers; er sei 
komplett erschöpft, stehe vor einem Konkurs. Nach einer weiteren Besprechung 
verneinte Dr.med. E.________ eine Suizidalität, der Kläger habe dies glaubhaft 
verneint. Am 26. August 2014 notiert Dr.med. E.________, der Kläger wünsche 
ein Zeugnis ab Krankheitsbeginn bis 26. Juni 2014. 

Am 16. Juni 2014 überweist Dr.med. E.________ den Kläger an Dr.med. 
G.________ (K-act. 29). Der Kläger leide unter progredienten Symptome eines 
emotionalen Erschöpfungszustandes. Die Situation habe sich die letzten zwei 
Jahre entwickelt, wobei vor allem berufliche Gründe ausschlaggebend seien. Ak-
tuell sei der Kläger in seinen Alltagsaktivitäten deutlich eingeschränkt und brau-
che dringend eine fachärztliche Beurteilung.

3.3 Von Dr.med. G.________ liegen ärztliche Bestätigungen für eine durchge-
hende vollständige Arbeitsunfähigkeit vom 26. Juni 2014 bis 30. November 2016 
vor (BK-act. 40). Zudem berichtete er zuhanden der Beklagten sowie der IV-
Stelle.

3.3.1 Am 13. Oktober 2014 unterbreitete Dr.med. G.________ der Beklagten fol-
genden Bericht (BK-act. 10):

13

1. Diagnose:
ICD-10: F32.11 Depressive Störung, ggw. mittelgradige Episode mit somati-
schem Syndrom

Betreffend seiner somatischen Beschwerden (zwei Infektionen im Februar 
und April 2014 und seither regelmässige Fieberschübe) ist Herr A.________ 
bei seinem Hausarzt Dr. med. E.________, FMH Innere Medizin, […], in Be-
handlung.

2. Biographische und soziale Anamnese:
Herr A.________ sei in L.________ zur Welt gekommen. Er sei der vierte 
von insgesamt fünf Kindern. Seine Kindheit sei v. a. durch seinen strengen 
Vater, der M.________ gewesen sei, geprägt gewesen. Nach seiner Primar- 
und Sekundarschulzeit habe er eine 4jährige O.________lehre abgeschlos-
sen. Drei Jahre nach seinen Lehrabschluss habe er in die Versicherungs-
branche gewechselt und sei dort sehr rasch erfolgreich gewesen. Auch führe 
er im Militär den Rang eines Oberstleutnants. 2001 habe er mit acht weite-
ren Geschäftspartnern einen ________(Fonds) gegründet. Von 2004 bis 
2006 sei es zu Veruntreuungen durch drei seiner Partner gekommen, die 
2006 auch strafrechtlich in erster Instanz verurteilt worden seien. Jedoch 
seien alle Stiftungsräte, darunter auch Herr A.________, auf zivilrechtlichem 
Wege zu sehr hohen Geldbeträgen verurteilt worden. Ende 2014 werde in 
zweiter Instanz entschieden werden. 2008 habe Herr A.________ eine eige-
ne Firma gegründet, die jedoch nicht den gewünschten Erfolg gebracht ha-
be. Mittlerweile habe er sein umfangreiches Privatvermögen aufgebraucht 
und werde tlw. von seinen Geschwistern finanziell unterstützt.

3. Krankheitsentwicklung und frühere Krankheitsepisoden:
Durch die oben beschriebene Situation sei Herr A.________ seit 2006 be-
lastet gewesen, v. a. die Tatsache zivilrechtlich verurteilt worden zu sein, 
obwohl er sich nie etwas zuschulden habe kommen lassen. Doch sei es ihm 
immer wieder gelungen, v. a. durch seinen Einsatz und seine "Kämpferna-
tur" weiterzumachen. Im Februar 2014 sei es zur ersten Infektion mit hohem 
Fieber gekommen. Im April 2014 sei im Kantonsspital eine Blutvergiftung 
diagnostiziert worden. Damals habe er innerhalb weniger Wochen 14 kg an 
Gewicht verloren. Seitdem gehe es ihm auch psychisch deutlich schlechter. 
Er mache sich grosse Sorgen um seine Gesundheit, da seit der Blutvergif-
tung seine Blutwerte noch immer nicht stimmen würden und bis dato regel-
mässig Fieberschübe auftreten würden. Belastend sei für ihn auch die Unsi-
cherheit betreffend des Urteils in 2. Instanz und die ungewisse Zukunft. Er 
wolle auch sein Umfeld, v. a. seine Partnerin, mit der er seit 10 Jahren zu-
sammenlebe nicht mit seinen Sorgen belasten. Er trage alles alleine und sei 
daran, bis Ende Nov. 2014 weitere Beweise für das Gericht zu sammeln, um 
seine Unschuld zu beweisen und ein günstigeres Urteil zu erwirken.

4. Noxen: 1 Glas Wein pro Tag, keine Zigaretten, keine Drogen.

5. Soziale Situation:
Herr A.________ lebe seit 10 Jahren in einer stabilen Partnerschaft. Er lebe 
mit seiner Partnerin in einer Wohnung. Seine Partnerin arbeite als 
S.________ Mitarbeiterin.

6. Befunde:

14

59jähriger, altersentsprechend wirkender, leicht übergewichtiger, elegant 
gekleideter Mann. Herr A.________ hält Blickkontakt im Gespräch. Im Ge-
spräch etwas weitschweifig. Er ist bewusstseinsklar und allseits orientiert. 
Auffassung und Merkfähigkeit sind nicht vermindert, subjektiv verminderte 
Konzentrations- und Kurzzeitgedächtnisstörungen. Er berichtet starkes Grü-
beln und Gedankendrängen. Phobien, Zwänge wurden nicht erfragt. Es gibt 
keinen Hinweis auf wahnhafte Störungen. Sinnestäuschungen und Ich-
Störungen sind nicht vorhanden. Im Affekt depressiv vermindert, deutlicher 
Kraft- und Energieverlust, Existenz-, Zukunftsängste und Ängste um seine 
Gesundheit (seit der Blutvergiftung treten regelmässig Fieberschübe auf), 
innere Unruhe, keine Gereiztheit, bei Belastung rasche Ermüdung und auch 
tlw. Schweissausbrüche. Er ist im Antrieb vermindert, jedoch psychomoto-
risch ruhig. Sozialer Rückzug ist vorhanden. Suizidalität wird verneint.

7. Aktuelle Therapie:
Herr A.________ kommt wöchentlich zu den Konsultationen. Aktuelle Medi-
kation: Deprivita 900mg 1-0-0-0.

8. Bisheriger Therapieverlauf:
Herr A.________ befindet sich seit 26.06.2014 bei mir in psychiatrisch-
psychotherapeutischer Behandlung. In den ersten Sitzungen versuchte Herr 
A.________ "sein Gesicht zu wahren". Doch im weiteren Therapieverlauf ge-
lang es ihm, Vertrauen zu fassen und seine Geschichte, die sehr stark 
schambesetzt ist, zu erzählen. Das entlastet ihn sehr, da er, wie oben schon 
erwähnt, sein soziales Umfeld nicht belasten wolle. In den Konsultationen 
geht es um eine Stabilisierung und Verringerung der depressiven Sympto-
matik.

9. Geplante therapeutische Massnahmen:
Es werden weiterhin Konsultationen im wöchentlichen, fallweise je nach Be-
lastung von Herrn A.________, auch zwei Sitzungen pro Woche stattfinden.

10. Arbeitsfähigkeit aktuell und in Zukunft:
Seit Behandlungsbeginn bei uns (26.06.2014) ist Herr A.________ bis dato 
zu 100% arbeitsunfähig. Der Zeitpunkt einer zukünftigen Arbeitsfähigkeit ist 
aktuell noch nicht abschätzbar.

11. Ist die Anmeldung bei der Eidg. Invalidenversicherung erfolgt: Nein.

3.3.2 Im Bericht vom 7. September 2015 bestätigt Dr.med. G.________ die Dia-
gnose vom 13. Oktober 2014 und verweist auch in den übrigen Punkten auf die-
sen Bericht (BK-act 18). Zu Biographie und sozialer Anamnese ergänzt er, der 
Kläger sei seit dem letzten Bericht intensiv damit beschäftigt, die vom Siche-
rungsfond gegen ihn angestrebte Pfändung von mehreren Millionen Franken ab-
zuwenden und eine für ihn günstigere Lösung zu verhandeln. Betreffend Krank-
heitsentwicklung und frühere Krankheitsepisoden halte der Kläger fest, vor seiner 
zivilrechtlichen Verurteilung im Zusammenhang mit seinem Stiftungsratsmandat 
in einer R.________ habe er weder somatische noch psychische Beschwerden 
gekannt, seither seien sowohl somatische Beschwerden wie Infektionen und 
ausgeprägte Magenbeschwerden als auch depressive Symptome aufgetreten. 

15

Zudem belaste ihn seine unsichere finanzielle und berufliche Zukunft. Er habe 
aufgrund der Belastungen vorher schon 10kg und seit einem Jahr weitere 26kg 
abgenommen. Zwischenzeitlich hätten sich auch seine Geschwister von ihm ab-
gewandt, was zusätzlich belaste. Als Befund hält Dr.med. G.________ fest:

6. Befunde:
59 jähriger, altersentsprechend wirkender, normgewichtiger, elegant geklei-
deter Mann. Herr A.________ hält Blickkontakt im Gespräch. Im Gespräch 
immer wieder weitschweifig. Er wirkt sehr belastet, weint immer wieder, ver-
sucht jedoch die Fassade zu wahren.

Er ist bewusstseinsklar und allseits orientiert. Auffassung und Merkfähigkeit 
sind nicht vermindert, verminderte Konzentrations- und Kurzzeitgedächtniss-
törungen. Im formalen Denken etwas verlangsamt, kohärent. Es ist starkes 
Grübeln und Gedankendrängen vorhanden. Es sind keine Phobien und 
Zwänge vorhanden. Es gibt keinen Hinweis auf wahnhafte Störungen. Sin-
nestäuschungen und Ich-Störungen sind nicht vorhanden. Im Affekt depres-
siv vermindert, deutlicher Kraft- und Energieverlust, Existenz-, Zukunfts-
ängste und Ängste um seine Gesundheit, innere Unruhe, keine Gereiztheit, 
rasche Ermüdung und auch tlw. Schweissausbrüche. Er ist im Antrieb ver-
mindert, jedoch psychomotorisch ruhig. Sozialer Rückzug ist vorhanden. Er 
klagt über immer wieder auftretende Durchschlafstörungen, Magenbe-
schwerden, Übelkeit und Erbrechen. Suizidalität wird verneint.

Es würden weiterhin wöchentliche Konsultationen stattfinden, bei denen es um 
eine Stabilisierung und Verringerung der depressiven Symptomatik gehe. Die 
Medikation werde laufend überprüft. Der Zeitpunkt einer zukünftigen Arbeits-
fähigkeit sei noch nicht abschätzbar.

3.3.3 Im Bericht vom 19. Februar 2016 nennt Dr.med. G.________ gegenüber 
der IV-Stelle Schwyz als Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit neben der 
bekannten zusätzlich eine Leberzirrhose Child B mit ikterischer Steatohepatitis 
(BK-act. 32). Diese Diagnosen bestünden seit 2006 [sic]. Als Diagnose ohne 
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nennt er Alkoholabhängigkeit, ggw. absti-
nent ICD-10 F10.20. Als Befund wiederholt er den am 13. Oktober 2014 gegenü-
ber der Beklagten festgehaltenen Befund (Erw. 3.2.1 Ziff. 6). Bezüglich Verlauf 
führt Dr.med. G.________ aus:

Wichtig ist festzuhalten, dass der Patient bezügl. der bei ihm bestehenden Alko-
holproblematik, die auch zu einer äthyltoxischen Hepatopathie geführt hatte, ge-
genüber dem Referenten und seiner Psychotherapeutin Stillschweigen bewahrt 
hat. Die Berichte der Klinik D.________ wurden uns erst im gegen Ende 2015 zu-
gestellt, als der Patient dann wegen einer dekompensierten, alkoholbedingten Le-
berzirrhose sich akut in stationäre Behandlung in die Klinik D.________ begeben 
musste.

Während der Behandlung beim Referenten gab es erstaunlicherweise keine An-
zeichen für einen Alkoholmissbrauch bzw. -abhängigkeit, keinen alkoholischen 

16

Mundfötor, keine eindeutigen Entzugssymptome. Jedoch war der Patient wegen 
der Präsentation der Laborbefunde seitens eines Hausarztes immer ausweichend.

Inzwischen muss festgehalten werden, dass der Patient als körperlich sehr schwer 
krank zu beurteilen ist und aufgrund der schweren körperlichen Erkrankung (ikteri-
sche Steatohepatitis bei Leberzirrhose Child B) es zu vermutlich psychischen Fol-
gestörungen gekommen ist, der Patient ist kognitiv deutlich beeinträchtigt, affektiv 
abgeflacht.

Dr.med. G.________ stellt eine ungünstige Prognose aus. Die beim Patienten 
bestehenden Störungsbilder seien in keiner Weise mit seiner bisherigen Tätigkeit 
vereinbar. Fragen zu möglichen Eingliederungsmassnahmen seien aktuell nicht 
mit Sicherheit zu beurteilen, zuerst müsse der Verlauf der Lebererkrankung ab-
gewartet werden. Die psychischen Folgestörungen seien vermutlich chronisch. 
Mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit könne nicht gerechnet wer-
den.

3.3.4 Zuhanden des klägerischen Rechtsanwaltes wiederholt Dr.med. 
G.________ am 31. Mai 2016 die gegenüber der IV-Stelle genannten Diagnosen 
(BK-act. 33). Seit Behandlungsbeginn (26.6.2014) bestehe eine mittelgradige 
Depression. Der Kläger beklage Störungen der Aufmerksamkeit, der Konzentra-
tion, des Gedächtnisses. Er sei im Antrieb gemindert, in der Stimmung depressiv 
ausgelenkt, in der Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit deutlich eingeschränkt. Er 
habe sich sozial stark zurückgezogen. Sowohl die subjektiven Beschwerden als 
auch die objektiven Befunde würden korrelieren. Als Hauptgrund der Arbeitsun-
fähigkeit sei die depressive Störung zu betrachten. Er sei nicht mehr in der Lage, 
das Belastungs- und Anforderungsprofil seines Ursprungsberufes, aber auch in 
sämtlichen Verweistätigkeiten, zu erfüllen. Es bestehe bis auf weiteres eine volle 
Arbeitsunfähigkeit. Die bisherigen Behandlungsmethoden seien adäquat; wegen 
der schweren Lebererkrankung habe die antidepressive Medikation allerdings 
beendet werden müssen. Auf weitere Fragen antwortet Dr.med. G.________:

7. Hätten andere Massnahmen (welche?) zu einem anderen Verlauf der 
Krankheit geführt? Wäre die Arbeitsfähigkeit rascher zu steigern gewesen?
Nein, bei dem Pat. wurde anfangs neben der Psychotherapie auch eine 
hochdosierte antidepressive Medikation eingesetzt. Bedauerlicherweise ha-
ben die schwierigen sozialen Umstände und Belastungen des Pat. sich in 
sehr negativer Weise auf den Krankheitsverlauf ausgewirkt. Es wurde mit 
zunehmendem Therapieverlauf deutlich, dass das Therapieziel nicht mehr 
Remission heissen kann, sondern Aufrechterhaltung einer labilen Stabilität 
und Suizidprävention.

8. Prognose? Künftige Behandlungen?
Aufgrund des bisherigen Krankheitsverlaufes muss die Prognose als un-
günstig betrachtet werden. Die weitere Behandlung wird leitliniengerecht ge-
führt und dient v.a. der Stabilisierung des Pat.. Aufgrund der hohen Be-
schämung des Pat. besteht vermutlich eine anhaltende latente Suizidalität.

17

9. Weitere Bemerkungen des Arztes, insbesondere allfällige Stellungnahme zu 
abweichenden Einschätzungen der beratenden Ärzte der B.________?
Die Einschätzungen der beratenden Ärzte der B.________ liegen dem Ref. 
leider nicht vor.

3.3.5 Am 30. August 2016 geht der IV-Stelle Schwyz ein weiterer Bericht von 
Dr.med. G.________ ein (der Bericht ist [wohl irrtümlich] mit 24.8.2015 datiert). 
Bekanntgegeben wird eine Veränderung der Diagnoseliste. Er nennt neben der 
bekannten Alkoholabhängigkeit (ggw. abstinent ICD-10 F10.20) neu eine de-
pressive Störung ggw. leicht- bis mittelgradige Episode mit somatischem Syn-
drom ICD-10 F32.01 sowie V.a. organisch bedingte kognitive Defizite bei Leber-
zirrhose Child B mit ikterischer Steatohepatitis (BK-act. 38). Zum Verlauf / verän-
derte Befunde hält Dr.med. G.________ fest:

3. Verlauf / veränderte Befunde: 

Die Leberzirrhose wurde akut in der Klinik D.________ behandelt und mittlerweile 
hat sich Herr A.________ davon erholt. Die depressive Symptomatik hat sich beim 
Pat. verbessert, wobei es jedoch immer wieder zu mittelgradig depressiven Ein-
brüchen kommt. Herr A.________ versucht mit allen Mitteln eine Fassade aufrecht 
zu erhalten. Auch hat sich der körperliche Zustand verbessert - Herr A.________ 
ist wieder mehr zu Kräften gekommen, ermüdet aber nach wie vor sehr rasch. In-
zwischen muss festgehalten werden, dass es bei Herrn A.________ durch die ikte-
rische Steatohepatitis bei Leberzirrhose Child B vermutlich zu psychischen Folge-
störungen gekommen ist. Herr A.________ wirkt kognitiv beeinträchtigt. Die ge-
nauen Einschränkungen sind jedoch unklar. Herr A.________ wurde daher kürzlich 
zur neuropsychologischen Untersuchung ins  […]-spital zugewiesen.

Herr A.________ war mindestens seit Anfang 2014 nicht mehr in der Lage, an 
wichtigen Besprechungen teilzunehmen, hat seine Post nicht mehr geöffnet, hat 
versäumt Prämienzahlungen, Steuern, Versicherungsbeiträge fristgerecht einzu-
zahlen und hatte generell Mühe mit den Anforderungen des privaten und geschäft-
lichen Lebens. Er wurde diesbezüglich seit 2012 intermittierend von seinen Ge-
schwistern unterstützt.

Aufgrund der schweren Lebererkrankung des Pat. musste die antidepressive Me-
dikation beendet werden, da diese zu einer weiteren schweren Leberschädigung 
führen könnte. Die Behandlungsmöglichkeiten sind daher eingeschränkt. 

Der Pat. ist krankheitsbedingt nicht mehr in der Lage, das Belastungs- und Anfor-
derungsprofil seines Ursprungsberufes, aber auch sämtlicher Verweistätigkeiten, 
zu erfüllen.

Psychostatus: 

60jähriger, elegant gekleideter Mann. Herr A.________ hält Blickkontakt im Ge-
spräch. Im Gespräch weitschweifig und teilweise im Kontakt läppisch wirkend und 
leicht distanzgemindert, mit Bagatellisierungstendenz seiner Leiden.

Er ist bewusstseinsklar und allseits orientiert. Auffassung und Merkfähigkeit sind 
nicht vermindert, subjektiv verminderte Konzentrations- und Kurzzeitgedächtniss-
törungen. Er berichtet Grübeln und Gedankendrängen. Phobien, Zwänge wurden 

18

nicht erfragt. Es gibt keinen Hinweis auf wahnhafte Störungen. Sinnestäuschungen 
und Ich-Störungen sind nicht vorhanden.

Im Affekt leicht bis mittelgradig depressiv vermindert und verflacht, schwankend, 
Kraft- und Energieverlust, Existenz-, Zukunftsängste und Ängste um seine Ge-
sundheit sind vorhanden. Innere Unruhe, bei Belastung rasche Ermüdung und 
auch tlw. Schweissausbrüche sind vorhanden. Er ist im Antrieb vermindert, jedoch 
psychomotorisch ruhig. Ein- und Durchschlafstörungen treten immer wieder auf. 
Sozialer Rückzug ist vorhanden. Suizidalität wird verneint.

Die vollständige Arbeitsunfähigkeit wird bestätigt, ebenso die ungünstige Pro-
gnose. Im Rahmen der integrierten psychiatrisch-psychotherapeutischen Thera-
pie fänden seit 26. Juni 2014 regelmässige Konsultationen statt mit dem Ziel, die 
depressive Symptomatik zu verringern, was zum Teil auch gelungen sei. Nach 
wie vor gebe es, ausgelöst durch die schwierige Situation, jedoch auch wieder 
mittelgradige depressive Einbrüche.

3.3.6 Am 27. Oktober 2016 bestätigt Dr.med. G.________ eine weiterhin beste-
hende, vollständige Arbeitsunfähigkeit bis am 30. November 2016 (BK-act. 40).

3.3.7 Mit Schreiben vom 13. März 2017 gibt Dr.med. G.________ gegenüber 
dem klägerischen Rechtsanwalt eine psychiatrische Stellungnahme ab (K-act. 
26). Er bestätigt, dass der Kläger seit dem 26. Juni 2014 bei ihm in integrierter 
psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung stehe (wobei die psychothera-
peutischen Gespräche delegiert bei seiner Ehefrau stattgefunden hätten). Bei der 
Erstkonsultation habe ein mittelgradig depressives Zustandsbild bestanden. Zu-
erst habe er als antidepressive Medikation ein Johanniskrautpräparat (Deprivita, 
siehe Erw. 3.2.1) erhalten, aufgrund mangelnder Wirksamkeit sei auf mehrere 
andere Antidepressiva (Fluoxetin, zuletzt Venlafaxin) umgestellt worden, jedoch 
habe die Medikation wegen der Lebererkrankung sistiert werden müssen. Die 
Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit sei aufgrund des komplexen Falles nicht ein-
fach gewesen, da er neben den psychiatrischen Störungsbildern auch körperli-
che Probleme geboten habe. Zudem habe der Kläger seinen Alkoholmissbrauch 
lange verheimlicht. Er gehe davon aus, dass die depressive Symptomatik schon 
viele Jahre bestanden habe, schon vor der Erstkonsultation, und dass der Kläger 
aufgrund dessen schon längere Zeit Alkoholmissbrauch betrieben habe, im Sinne 
einer Selbstmedikation seiner Depression. Der Krankheitsverlauf sei durch die 
schwere äthyltoxische Lebererkrankung beeinflusst. Nach internistischer Be-
handlung im Jahr 2016 [recte 2015] sei es zunehmend zu einer Stabilisierung der 
körperlichen und psychischen Situation des Klägers gekommen. Zum Ausschluss 
von psychischen Ursachen allfälliger kognitiver Probleme habe er daher eine 
neuropsychologische Untersuchung veranlasst. Diese Untersuchung vom 28. 
Oktober 2016 [recte: 24.10.2016] habe ein normgerechtes kognitives Leistungs-

19

profil ergeben. Aufgrund dieses Ergebnisses habe er den Kläger ab dem 28. Ok-
tober 2016 als voll arbeitsfähig aus psychiatrischen Gründen beurteilt. Im Übri-
gen hielt er an seinen bisherigen Berichten fest.

3.3.8 Am 21. März 2018 reicht Dr.med. G.________ die Krankenakte und Ver-
laufsdokumentation ein, in welcher er die integrierte psychiatrisch-
psychotherapeutische Behandlung des Klägers in der Zeit vom 26. Juni 2014 bis 
23. März 2017 dokumentiert. 

3.4 Am 15. September 2015 berichtet Dr.med. I.________ (Fachärztin für Gas-
troenterologie) über die am 2. September 2015 durchgeführte Oesophago-
Gastro-Duodenoskopie und Ileo-Koloskopie (BK-act. 20). Einerseits habe es sich 
um die reguläre, empfohlene Koloskopie nach einem Jahr gehandelt (vgl. Erw. 
3.1) und zudem habe der Kläger eine Gastroskopie gewünscht, da er sich seit 
rund 1.5 Monaten gehäuft räuspern müsse und dann einen schleimigen Auswurf 
beobachte. Sie hielt dazu fest, der Kläger habe bei Adipositas im letzten Jahr wil-
lentlich das Gewicht reduziert von initial 112.4kg auf aktuell 85.2kg. Nun fühle er 
sich jedoch energielos und sei appetitlos. Endoskopisch fanden sich eine Reflu-
xoesophagitis Grad A nach L.A. und ein präpylorisches Ulcus ventriculi. Schleim-
hautveränderungen im Magenkorpus wurden DD als portal-hypertensive Gastro-
pathie gewertet. 2014 sei eine aethyltoxische Hepatopathie postuliert worden, 
weshalb sie eine Kontrolle der Leberwerte empfehle.

3.5 Vom 15. bis 25. September 2015 war der Kläger in der D.________ hospi-
talisiert (BK-act. 21). Die Vorstellung auf der Notfallstation der Klinik D.________ 
erfolgte am 15. September 2015, nachdem es beim Kläger innert Wochenfrist zu 
zwei kollaptischen Zuständen gekommen sei (übers Jahr zum wiederholten Male 
(vgl. Eintrittsdokumentation in den med. Akten Dr.med. E.________, VG-act. 60). 
Der Eintritt erfolgte bei AZ-Verschlechterung, intermittierenden Fieberschüben, 
Nachtschweiss und einem Gewichtsverlust von 25kg in den letzten 12 Monaten. 
Anamnestisch habe der Kläger über eine starke berufliche und private Belas-
tungssituation sowie gelegentlichen Alkoholkonsum berichtet. Aufgrund der Un-
tersuchungen wurde die Diagnose einer Leberzirrhose Child B gestellt und als 
Ursache eine äthyltoxische vermutet. Die aktuelle Situation wurde als ikterische 
Steatohepatitis interpretiert, wobei eine Glukokortikoidtherapie als nicht notwen-
dig erachtet wurde. Dem Kläger wurde die Notwendigkeit einer konsequenten Al-
koholabstinenz aufgezeigt. Schliesslich habe er bei gutem AZ am 25. September 
2015 entlassen werden können. 

3.6.1 Am 25. November 2015 erstellte PD Dr.med. N.________ (Facharzt für 
Gastroenterologie und allgemeine innere Medizin), der den Kläger in der Klinik 

20

D.________ behandelt hat, zuhanden der Beklagten folgenden Versicherungsbe-
richt (BK-act. 22):

1. Diagnose: Leberzirrhose Child B. am ehesten ethyltoxisch-bedingt, Ulcus 
ventriculi. Diabetes mellitus Typ II, Art. Hypertonie, obstruktives Schlafapnoe-
syndrom.

2. Prognose: Unter absoluter Alkoholkarenz zeigt sich nun doch eine allmähli-
che Besserung der Leberzirrhose, allerdings weiterhin im Stadium Child B.

3. Beginn der Symptome: Hospitalisation am 15 09.2015 in der D.________.

4. Behandlungsbeginn: 15.09.2015

5. Welche Behandlungsmassnahmen haben sie veranlasst: Keine unmittel-
bare Behandlungen, ausser der absoluten Alkoholkarenz.

6. Arbeitsunfähigkeit: Vom Zeitpunkt der Hospitalisation und in den nachfol-
genden Wochen hat sicherlich eine gewisse Arbeitsunfähigkeit bestanden, 
das Ausmass kann ich aber nicht beurteilen.

6.1 Wiederaufnahme der Arbeitstätigkeit: Kann ich nicht beurteilen

6 2 Ist der Patient eigeschränkt in: Der Patient ist nicht eingeschränkt beim Ge-
hen und beim Sitzen. Möglicherweise gewisse Einschränkung bei Tragen von 
Lasten.

6.3 Bestehen ihrerseits Zweifel an der Arbeitsunfähigkeit: Wie gesagt, es be-
steht eine gewisse Arbeitsunfähigkeit. Das Ausmass kann ich nicht beurteilen.

6 4 Sind weitere Ärzte, Therapeuten oder Kliniken In die Behandlung invol-
viert: Der Hausarzt ist involviert. Meines Wissen sonst keine weiteren 
Hausärzte.

6.5 Sollten weitere Abklärungen vorgenommen werden: Aus hepatologischer 
Sicht keine. 

6.6 Haben sie für andere Versicherungen Zeugnisse ausgefüllt: Nein.

6 7 Ist eine IV-Anmeldung erfolgt? Nicht von meiner Seite.

3.6.2 Gegenüber dem Hausarzt berichtet PD Dr.med. N.________ zur Verlaufs-
untersuchung vom 27. November 2015 (Ultraschall Abdomen + obere Endosko-
pie) von einer sich klinisch wie auch labormässig weiterhin zeigenden dekom-
pensierten Leberzirrhose (Child B) mit zunehmend Aszites und Oesophagusvari-
zen 
Grad I-II. Der Kläger habe wieder an Gewicht zugenommen, der AZ sonst habe 
sich gebessert (BK-act. 29).

3.6.3 Anlässlich der Verlaufskontrolle vom 15. Januar 2016 berichtet PD Dr.med. 
N.________ von einem sehr erfreulichen Verlauf unter absoluter Alkoholkarenz. 
Der Kläger sei neu in einem Stadium Child A (BK-act. 30).

21

3.7 Auf Zuweisung durch Dr.med. G.________ führte das ____-spital am 24. 
Oktober 2016 eine Verhaltensneurologische/Neuropsychologische Untersuchung 
durch bei Fragestellung: "Lassen sich kognitive Defizite objektivieren?" und fol-
gender Beurteilung (BK-act. 43):

Die neuropsychologische Untersuchung von Hr A.________ ergibt bis auf eine dis-
krete Einschränkung in der phasischen Alertness durchwegs normgerechte test-
diagnostische Befunde in den Bereichen Aufmerksamkeit, Lernen/Gedächtnis, 
Exekutivfunktionen und Visuokonstruktion. Kursorisch geprüft ebenfalls unauffällig 
sind basale visuell-gnostische, sprachliche und rechnerische Leistungen. Dazu 
passend fällt der Summenwert im Mentalscreening unauffällig aus (MoCA: 27/30 
P.). Im klinischen Eindruck sowie in einem zusätzlich durchgeführten Fragebogen-
verfahren ergeben sich Hinweise auf eine leichtgradige Fatiguesymptomatik, zu-
dem bestätigt sich die bekannte Affektsymptomatik.

Angesichts des insgesamt normgerechten kognitiven Leistungsprofils ist aus rein 
neuropsychologischer Sicht inhaltlich mit keinen Einschränkungen bei beruflichen 
Tätigkeiten zu rechnen. Ob und wann Hr. A.________ wieder einer Tätigkeit im 
ersten Arbeitsmarkt nachgehen kann, hängt primär vom weiteren Verlauf der 
psychiatrischen Erkrankung ab und sollte aus fachärztlicher Sicht beurteilt werden.

Nach Zugang dieses Berichts erklärte Dr.med. G.________, der Kläger sei aus 
psychiatrischen Gründen ab dem 28. Oktober 2016 voll arbeitsfähig (vgl. 
Erw. 3.3.7).

3.8 Zur Abklärung ihrer Leistungspflicht veranlasste die Beklagte eine Untersu-
chung des Klägers bei Prof. Dr.med. P.________, welche am 10. November 
2015 stattfand. Im Anschluss gab Prof. P.________ eine psychiatrische Kurzbe-
urteilung ab (BK-act. 25): 

3. Befund und Diagnosen im Hinblick auf die Arbeitsfähigkeit: Klar orien-
tiert in allen Qualitäten. Antrieb und Motivation leicht vermindert. Affekt und 
Emotion uneinheitlich, wenig mitschwingend im Gespräch. Kognitiv ohne 
Einschränkungen. Denken geordnet und weitgehend problemzentriert. Gut 
strukturiertes Vermögen im Hinblick auf die Etablierung einer Tagesstruktur. 
Keine Suizidalität. Keine psychotischen Zeichen. (ICD-10: F 41.2; F 45.41; Z 
73.0; Z 73.1; F 10.20; Z 56.-)

4. Prognose und Therapievorschläge: Der Versicherte wird kontinuierlich 
hausärztlich und internistisch ambulant und stationär (zuletzt im April 2015) 
behandelt. Die intensiven Behandlungen haben nach Angaben des Versi-
cherten bis heute zu keiner ausreichenden Besserung seiner umfangreichen 
körperlichen Beschwerden (Schmerzentwicklung, Bewegungseinschränkun-
gen, Magen-Darm-Probleme) geführt.

Ambulant psychiatrisch wird der Versicherte mit wöchentlichen Terminen 
ohne spezifische Medikation seit Ende Juni 2014 behandelt. Der Versicherte 
gibt an, durch die wöchentlich stattfindenden Termine bei seinem Psychiater 
oder dessen Ehefrau, die ebenfalls vom Fach sei, in seinem Verhalten eini-
germassen stabilisiert zu werden.

22

Bislang findet keine koordiniert durchgeführte therapeutische und berufliche 
Integration des Versicherten statt.

Vor dem Hintergrund der akzentuierten Persönlichkeitsstruktur, dem Le-
bensalter des Versicherten und der eingetretenen Chronifizierung der Be-
schwerden erscheint heute eine gelingende Eingliederungsprognose unbe-
stimmt.

Die geschilderten psychosomatischen Beschwerden des Versicherten 
(Schlafstörungen, Erschöpfung und Müdigkeit) sind inzwischen deutlich 
chronifiziert, und es hat eine markante Fixierung des Versicherten auf die 
körperlich empfundenen Verhaltenseinschränkungen stattgefunden.

Am 13.9.2015 ist eine Anmeldung bei der IV erfolgt zur Prüfung des An-
spruchs des Versicherten auf den Bezug von Sozialleistungen.

Eine zeitnahe Anmeldung beim RAV ist angezeigt.

5. Arbeitsfähigkeit in bisheriger Tätigkeit: Aktuell aus psychiatrischer Sicht kei-
ne krankheitswertige Einschränkung der AF in angestammter Tätigkeit als Ver-
sicherungsexperte. Eine mögliche somatisch gegebene Einschränkung bedarf 
einer gesonderten fachärztlichen Prüfung.

6. Arbeitsfähigkeit in anderer Tätigkeit: Ebenso.

7. Beeinträchtigungen der Arbeitsfähigkeit durch nicht medizinische Pro-
bleme: Das psychosomatische Beschwerdebild des Versicherten zeigt sich 
durch eine psychosoziale Belastungssituation (Probleme des Angestelltenver-
hältnisses in der inzwischen aufgegebenen, von den Brüdern des Versicherten 
geleiteten Firma sowie inzwischen eingetretener finanzieller Schwierigkeiten) 
überlagert.

3.9 Die Beklagte unterbreitete ihrer Konsiliarärztin Psychiatrie, Dr.med. 
Q.________ (FMH Psychiatrie und Psychotherapie, zertifizierte Gutachterin Sim, 
Vetrauensärztin SGV), sowie ihrem Konsiliararzt Dr.med. T.________ (FMH All-
gemeine Innere Medizin, FA Vertrauensarzt SGV) unter Vorlage einer Kurzbe-
schreibung der Ausgangslage verschiedene Fragen betreffend die Arbeitsun-
fähigkeit. 

3.9.1 In der Beurteilung vom 21. November 2015 hielt Dr.med. Q.________ fest, 
sie könne aus ihrer Sicht keine medizinisch begründete Arbeitsunfähigkeit fest-
stellen. Es stünden äussere, krankheitsfremde Faktoren im Vordergrund (BK-act. 
26). In einer zweiten Stellungnahme vom 17. August 2016 äussert sie, daran än-
dere sich auch nichts für die Zeit ab dem 1. Oktober 2015; der Kläger sei aus 
psychiatrischer Sicht 100% arbeitsfähig. Die medizinischen Unterlagen würden 
vor allem das subjektive Erleben des Klägers wiedergeben; anhand von objekti-
ven Befunden sei kein Leiden von erheblicher Schwere ausgewiesen (BK-act. 
35).

23

3.9.2 Eine weitere ausführliche Einschätzung von Dr.med. Q.________ folgte am 
9. Januar 2017, gestützt auf die medizinischen Akten der Beklagten sowie der IV 
(BK-act. 45). Darin kommt sie zusammenfassend zum Schluss, dass beim Kläger 
zu keinem Zeitpunkt ein psychiatrisches Leiden mit Einfluss auf die Arbeitsfähig-
keit belegt worden sei, es seien keine psychiatrisch bedingten Funktionsein-
schränkungen aus den medizinischen Akten ersichtlich, die eine Berufsausübung 
verunmöglicht hätten. Der Kläger habe sich mit schädlichem Alkolholkonsum sei-
ne Leber geschädigt und seine Befindlichkeit insgesamt belastet; es handle sich 
dabei aber nicht um eine psychiatrische Störung von Krankheitswert. Belegt sei-
en erhebliche Probleme und Belastungen in Zusammenhang mit der beruflichen 
Tätigkeit und dem wirtschaftlichen Fortkommen; dabei handle es sich um krank-
heitsfremde Faktoren, die für das Attestieren einer Arbeitsunfähigkeit nicht her-
angezogen werden könnten. 

3.9.3  Am 28. Mai 2018 gab Dr.med. Q.________ gegenüber der Beklagten eine 
weitere Einschätzung zur Arbeitsfähigkeit des Klägers aus psychiatrischer Sicht 
für die Zeit vom 28. Februar 2014 bis 30. November 2016 unter Einbezug der 
neuen (vom Gericht einverlangten) Aktenstücke ab (BK-act. 49). In der Beurtei-
lung hält Dr.med. Q.________ fest, dass die Ausgangslage unverändert sei. (…). 
Von besonderem Interesse sei, dass der Versicherte das Antidepressivum Ven-
lafaxin am 2. Februar 2016 selber gestoppt habe, was nahelege, dass der Lei-
densdruck punkto Niedergestimmtheit am 2. Februar 2016 mässig bis leicht ge-
wesen sei. Gleichermassen von Interesse sei, dass der Psychiater 
(Dr.med. G.________) in keinem einzigen Eintrag Rechenschaft über die Suizi-
dalität abgegeben habe. Dies sei einzig und allein damit zu erklären, dass der 
Versicherte diesbezüglich nie Hinweise abgegeben habe und sich der Arzt des-
wegen nie Sorgen gemacht habe (…). Dieses Vorgehen sei einzig und allein 
damit zu erklären, dass der Versicherte nicht erheblich depressiv gewesen sei 
(…) (BK-act. 49 S. 3).

Aus der Krankengeschichte des Hausarztes und dem Bericht der Klinik 
D.________ vom 15. September 2015 schliesst Dr.med. Q.________, dass beim 
Versicherten gesundheitlich die Alkoholproblematik im Zentrum gestanden haben 
müsse. 

Im Weitern hält Dr.med. Q.________ fest, dass Prof.Dr.med. P.________ in sei-
nem Kurzgutachten eine depressive Reaktion und Angst festgestellt habe, diese 
aber als Symptomatik einer Anpassungsstörung ICD-10 F41.2 gewertet habe. 
Definitionsgemäss könne es sich dabei nur um eine leichte Angstsymptomatik 
handeln. In Übereinstimmung mit seiner Diagnosestellung habe Prof.Dr.med. 

24

P.________ keine krankheitswertige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit seitens 
der Psyche festgestellt (BK-act. 49 S. 4 oben). 

Dr.med. Q.________ gelangte zur gleichen Einschätzung wie bereits am 9. Ja-
nuar 2017 (vgl. vorn Erw. 3.9.2).

3.9.4 Dr.med. T.________ bestätigte am 2. Dezember 2015 eine Arbeitsunfähig-
keit aus somatischer Sicht für den ganzen Monat April 2014 sowie für vier Wo-
chen im September 2015. Eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit sei somatisch nicht 
begründbar. Der angebliche Gewichtsverlust sei nicht organisch bedingt, sondern 
gewünscht (BK-act. 27). Am 15. Juni 2016 ergänzt er, somatisch lasse sich eine 
Arbeitsunfähigkeit ab dem 1. Oktober 2015 nicht begründen (BK-act. 35).

3.9.5 Am 4. Januar 2017 unterbreitete Dr.med. T.________ der Beklagten eine 
versicherungsmedizinische Stellungnahme betreffend Klärung einer geltend ge-
machten Arbeitsunfähigkeit ab 28. Februar 2014 aus somatischer Sicht sowie am 
5. Januar 2017 eine Ergänzung nach Vorlage der IV-Akten (BK-act. 44). Mit Ver-
weis auf die Berichte von PD Dr.med. N.________, der am 15. Januar 2016 noch 
eine Leberzirrhose Child A diagnostiziert habe, betont er die wesentliche Verbes-
serung des Gesundheitszustandes. Bei einer kompensierten Leberzirrhose sei 
eine Arbeitsunfähigkeit nicht nachvollziehbar. Hingegen könne eine vollständige 
Arbeitsunfähigkeit für vier Wochen ab 15. September 2015 sowie allenfalls eine 
leichte Einschränkung bis 15. Januar 2016 aus somatischer Sicht akzeptiert wer-
den. Auch aufgrund der neuropsychologischen Untersuchung lasse sich eine Ar-
beitsunfähigkeit nicht bestätigen. Es sei nicht nachvollziehbar, dass ein Versi-
cherter, der neuropsychologisch keine relevante Einschränkung aufweise, daue-
rhaft wegen einer äthyltoxischen Leberzirrhose in leichter körperlicher Tätigkeit 
arbeitsunfähig sein solle. Auch die IV-Akten würden bestätigen, dass somati-
scherseits keine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit bestätigt werden könne. Eine sol-
che sei nur für April 2014 sowie ab 15. September 2015 für vier Wochen 
bestätigt.

3.9.6  Zuhanden der Beklagten gab Dr.med. T.________ am 1. Mai 2018 eine 
weitere versicherungsmedizinische Stellungnahme ab (BK-act. 48). Er stellte 
aufgrund der Akten fest, dass spätestens am 15. Januar 2016 ein kompensierter 
Zustand bestanden habe, der Versicherte habe sich im Stadium Child A befun-
den (BK-act. 48-7/10). Es sei aufgrund der nachgereichten Akten diskutabel, ob 
von Oktober 2015 bis 15. Januar 2016 aus somatischer Sicht eine Arbeitsun-
fähigkeit anerkannt werden dürfe. Jedoch spätestens ab 15. Januar 2016 mit ei-
ner kompensierten Leberzirrhose Stadium Child A könne aus somatischer Sicht 
keine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit attestiert werden. Dies habe auch PD 

25

Dr.med. N.________ in seinem Schreiben vom 12. April 2018 an das Verwal-
tungsgericht bestätigt. Darin schreibe er, dass er den Kläger im September 2015 
erstmalig wegen der dekompensierten Leberzirrhose beurteilt habe. Damals sei 
der Kläger im Stadium Child B gewesen (…). Mitte Januar 2016 habe sich dann 
wieder eine kompensierte Leberleistung (Child A) gezeigt. Bei einer Leberzirrho-
se sei in der Regel davon auszugehen, dass in einem kompensierten Stadium 
Child B oder Child C eine Leistungseinschränkung bzw. eine verminderte Ar-
beitsfähigkeit vorliege. In einem Stadium Child A sei in der Regel die Arbeits-
fähigkeit wieder grossmehrheitlich vorhanden, sofern keine hepatische Enzepha-
lopathie, d.h. leberbedingte Bewusstseinseinschränkung vorliege. Eine solche 
habe bei dem Kläger nie bestanden (BK-act. 48-7/10).

Im Weitern hält Dr.med. T.________ fest (BK-act. 48-7/10):

Unbestritten ist, dass im Akutstadium der dekompensierten Leberzirrhose mit ent-
zündlicher Komponente eine volle Arbeitsunfähigkeit bestanden hat. Bei weiterhin 
100%ig attestierter Arbeitsunfähigkeit ist in der Erholungsphase eine volle Arbeits-
unfähigkeit zwar umstritten, insbesondere da PD Dr.med. N.________ keine rele-
vanten Einschränkungen geltend gemacht hat, sei es im Sitzen oder Stehen und 
Gehen. Es kann im Sinne eines Kompromisses vom 15.09.2015 bis 15.01.2016 
aus somatischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit teilweise anerkannt werden. Jedoch 
ab 15.01.2016 ist bei stabiler kompensierter Leberzirrhose Child A keine Arbeitsun-
fähigkeit mehr aktenkundig belegt. Eine Arbeitsunfähigkeit bis November 2016 
kann Hepatopathie bedingt aus somatischer Sicht nicht bestätigt werden. So zei-
gen auch die Laborwerte eine kontinuierliche Verbesserung. Auch klinisch konnten 
Diuretika im Januar 2016 wieder sistiert werden. Folglich kann ich aus somatischer 
Sicht keine Gründe für eine Attestierung einer Arbeitsunfähigkeit bis November 
2016 [finden]. 

Sodann verweist Dr.med. T.________ auf Widersprüche zwischen der Beurtei-
lung von Dr.med. K.________ vom 27. November 2016 und dessen Schreiben 
an das Verwaltungsgericht vom 21. März 2018 (recte: 31.3.2018) (BK-act. 48-
8/10).

Dr.med. T.________ gelangt zur folgenden Konklusion (BK-act. 48-9/10):

Eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit ab 28.02.2014 bis 30.11.2016 kann aus soma-
tischer Sicht nicht mit der notwendigen Wahrscheinlichkeit bewiesen werden. Es 
liegen relevante psychosoziale Faktoren vor, welche keine Arbeitsunfähigkeit be-
gründen. 
Lediglich vom 03.03.2014 bis 14.03.2014 Harnwegsinfekt-bedingt sowie ab 
22.04.2014 für 4 Wochen im Rahmen des Fussinfektes und ab 15.09.2015 für 4 
Wochen kann eine Arbeitsunfähigkeit aus somatischer Sicht bestätigt werden. Die 
Arbeitsunfähigkeit ab 15.09.2015 kann aufgrund der nachgereichten Akten allen-
falls bis 15.01.2016 anerkannt werden. Jedoch ab 15.01.2016 ist aus somatischer 
Sicht keine Arbeitsunfähigkeit mehr mit der notwendigen Wahrscheinlichkeit be-
wiesen. 

26

3.10.1 Am 7. September 2015 füllte der Kläger das Meldeformular Früherfassung 
der IV aus und reichte es der IV-Stelle Luzern ein (IV-act. 3). Als Grund der Ar-
beitsunfähigkeit wurde Krankheit angegeben, wobei die gesundheitliche Proble-
matik, die Art des Leidens nicht benannt wurde. Am 13. Oktober 2015 fand das 
Erstgespräch statt. Der Kläger nannte dabei als Leiden die Magen-/ Darmpro-
bleme sowie psychische Probleme. Er habe in den letzten 1½-2 Jahren über 
30kg abgenommen, fühle sich extrem müde und habe für gar nichts Kraft. Selber 
könne er seine Situation kaum einschätzen, es werde einfach nicht besser; es 
seien Abklärungen am Laufen. Gestützt auf das Gespräch ging die IV-Beraterin 
von einer Arbeitsunfähigkeit aus; in der Frühintervention sah sie keine Unterstüt-
zungsmöglichkeiten (IV-act. 6). 

3.10.2 Nach mehreren Hinweisen durch die IV-Stelle meldete sich der Kläger am 
14. Januar 2016 bei der IV an (IV-act. 12). Der Kläger nannte als gesundheitliche 
Beeinträchtigung "Blaseninfektion, Erysipel etc., verlangen Sie die Arzt-Berichte". 
Als behandelnde Ärzte nannte er die Dres. N.________, J.________, 
H.________, E.________ und H.________ [ein weiterer Name ist unlesbar]; im 
Begleitmail erwähnte er zusätzlich noch Dr.med. G.________, welchen er im 
Formular vergessen habe.

3.10.3 Am 12. Februar 2016 berichtet PD Dr.med. N.________ der IV als Dia-
gnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: Wahrscheinlich aethyltoxische 
Leberzirrhose Child B (ohne Auswirkungen: Diabetes mellitus Typ II, Arterielle 
Hypertonie, obstruktive Schlafapnoesyndrom). Die bis anhin dekompensierte Le-
berzirrhose (aktuell sich erholend) spreche für eine gewisse Arbeitsunfähigkeit. 
Die Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit sei nicht ganz auszuschliessen 
aufgrund der sich erholenden Leberfunktion (IV-act. 16).

Am 19. Februar 2016 berichtet Dr.med. G.________ der IV-Stelle (vgl. 
Erw. 3.3.3).

Am 4. Mai 2016 gab die RAD-Ärztin U.________ die Stellungnahme ab, die Le-
berzirrhose sei unter Alkoholstopp in Besserung, es liege nun nur noch Child A 
vor. Anzunehmen sei zurzeit noch eine Teilarbeitsunfähigkeit, es würden keine 
genauen Angaben gemacht. Es seien aber weitere Verlaufsberichte einzuholen. 
Medizinisch könne noch nicht von Endzustand ausgegangen werden (IV-act. 24). 

3.10.4 Am 24. August 2016 berichtete Dr.med. G.________ (vgl. Erw. 3.3.5). Er 
stellte eine ungünstige Prognose und nannte eine Arbeitsunfähigkeit von 100%.

Am 20. September 2016 erstattete PD Dr.med. N.________ einen weiteren Be-
richt. Die Fragen betreffend Arbeitsunfähigkeit konnte er nicht beantworten.

27

Am 31. Oktober 2016 erhielt die IV-Stelle den Bericht der Verhaltensneurologi-
schen/ Neuropsychologischen Untersuchung am ____-spital vom 24. Oktober 
2016 (vgl. Erw. 3.7).

Da PD Dr.med. N.________ seinem Bericht keinen aktuellen Befund beigelegt 
hat, forderte die IV einen solchen nach. Dieser wurde am 21. Dezember 2016 
eingereicht (IV-act. 36). Er sehe den Kläger einmal monatlich zur hepatologi-
schen Kontrolle; am 1. Juli 2016 habe er ihn sonographisch beurteilt, am 9. No-
vember 2016 endoskopisch; ansonsten hätten keine weiteren Abklärungen statt-
gefunden. Dem Hausarzt berichtete er nach dem Ultraschall-Untersuch von ei-
nem weiterhin sehr erfreulichen Verlauf unter absoluter Alkoholabstinenz; sono-
graphisch wie auch labormässig keine Hinweise für ein HCC. Und nach der En-
doskopie berichtete er, erfreulicherweise zeige sich im Gleichschritt mit der Lebe-
rerholung auch ein deutlicher Rückgang der Oesophagusvarizen.

3.11 Im März 2018 holte das Gericht vom behandelnden Hausarzt Dr.med. 
K.________ (FMH Allgemeinmedizin) eine schriftliche Auskunft und die Kran-
kengeschichte ein (VG-act. 58). Daraus erhellt, dass PD Dr.med. N.________ 
dem Kläger nach der notfallmässigen Hospitalisation im September 2015 emp-
fahl, sich einen Hausarzt zu nehmen und ihn an Dr.med. K.________ verwies. 
Dieser führte im Februar 2016 das Erstgespräch durch und ist seither behan-
delnder Hausarzt. Im Bericht vom 31. März 2018 führte er aus, "dass abgesehen 
von einer Stellungnahme in einem einzigen Zeugnis vom 25.09.2016 (Ihnen be-
kannt [K-act. 25]), die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch mich als Hausarzt im 
Verlauf der Behandlung kein Thema war." Aus den Verlaufseinträgen erhellt so-
dann, dass als Probleme, die in den Hausarzt-Konsultationen seit Februar 2016 
behandelt wurden, eine Periarthritis humeroscapularis, eine allgemeine Muskel-
atrophie bei Status nach Dekonditionierung 2015, Leberzirrhose Child B (ED 
2015), psychosoziale Belastung sowie V.a. psychomotorische Verlangsamung im 
Zentrum standen.

4.1 Die materiellen Voraussetzungen einer Leistungspflicht sind nur zu prüfen, 
soweit ein entsprechender Anspruch nicht ohnehin verjährt ist. In diesem Sinne 
gilt es vorab die Verjährungsfrage zu prüfen, da sich im Falle der Verjährung die 
materiellen Fragestellungen erübrigen (Urteil BGer 4A_471/2014 vom 2.2.2015 
Erw. 2.3.2).

4.2 Die Beklagte bestreitet einen Anspruch des Klägers auf Taggeldleistungen 
mangels Erfüllung der Voraussetzungen und sie macht zusätzlich auch geltend, 
sie habe mit Schreiben vom 3. Oktober 2016 auf die Einrede der Verjährung ver-
zichtet, soweit diese bis zum 3. Oktober 2016 nicht bereits eingetreten sei (BK-

28

act. 42). Ein allfälliger Anspruch auf Taggeldzahlungen für bereits verjährte For-
derungen bestehe damit ohnehin nicht.

Nach Darstellung des Klägers wurde indes die Verjährung mit der Erbringung 
von Teilzahlungen in den Jahren 2014 wie 2016 jeweils unterbrochen und sie 
habe neu zu laufen begonnen (Replik Ziff. 19). Dem entgegnet die Beklagte, 
dass Taggelder pro Leistungsfall ausgerichtet würden. Eine Arbeitsunfähigkeit in-
folge psychischer Krankheit sei nie anerkannt worden, weshalb eine allfällige 
Zahlung diesbezüglich nie unterbrechend habe wirken können. Und auch für die 
Arbeitsunfähigkeit wegen somatischer Krankheit im April 2014 sei aufgrund der 
ausstehenden Prämienzahlung sowie der zu späten Anmeldung nie ein Taggeld 
geleistet worden; dieser Anspruch sei daher am 3. Oktober 2016 verjährt (Duplik 
Ziff. 9).

4.3 Nach Art. 46 Abs. 1 VVG (SR 221.229.1) verjähren die Forderungen aus 
dem Versicherungsvertrag in zwei Jahren nach Eintritt der Tatsache, welche die 
Leistungspflicht begründet. Die gleichlautende Bestimmung enthält auch die AVB 
(Ziff. 10.6.5). Da die Taggeldzahlungen ihrer Natur nach das laufende Einkom-
men des Versicherten ersetzen sollen, werden sie in der Regel fortlaufend gefor-
dert und erbracht. Diesem Zweck entspricht es, die Taggeldforderungen 
grundsätzlich fortlaufend verjähren zu lassen (Urteile BGer 4A_229/2015 vom 
14.4.2016 Erw. 4.1; 4A_471/2014 vom 2.2.2015 Erw. 4.1; BGE 139 III 418 Erw. 3 
und 4). 

Gemäss Art. 135 Ziff. 2 des Bundesgesetzes betreffend die Ergänzung des 
Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Fünfter Teil: Obligationenrecht, OR; SR 220) 
vom 30. März 1911 wird die Verjährung unterbrochen durch Schuldbetreibung, 
Schlichtungsgesuch, Klage oder Einrede vor einem staatlichen Gericht oder ei-
nem Schiedsgericht sowie durch Eingabe im Konkurs. Sie wird sodann gemäss 
Art. 135 Ziff. 1 OR unterbrochen durch Anerkennung der Forderung von Seiten 
des Schuldners. Eine Anerkennungshandlung nach Art. 135 Ziff. 1 OR setzt kei-
nen auf eine Unterbrechung der Verjährung gerichteten Willen voraus. Als Aner-
kennung mit Unterbrechungswirkung gilt jedes Verhalten des Schuldners, das 
vom Gläubiger nach Treu und Glauben im Verkehr als Bestätigung seiner rechtli-
chen Verpflichtung aufgefasst werden darf. Für die Unterbrechung der Ver-
jährung genügt es, dass der Schuldner erklärt, unter gewissen Voraussetzungen 
zur Leistung weiterer Zahlungen bereit zu sein und somit das Bestehen einer 
Restschuld nicht ausschliesst. Die Anerkennung der grundsätzlichen Schuld-
pflicht genügt. Sie braucht sich nicht auf einen bestimmten Betrag zu beziehen. 
Ob eine Erklärung des Schuldners als Anerkennung zu deuten ist, welche die 
Verjährung unterbricht, ist mit Blick auf den konkreten Einzelfall zu entscheiden 

29

(BGE 134 III 591 Erw. 5.2.1; Urteile BGer 4A_532/2009 vom 5.3.2010 Erw. 2.5, 
4A_590/2009 vom 14.5.2010 Erw. 4.1 und 9C_262/2010 vom 12.7.2010 Erw. 
4.2).

4.4 Dr.med. T.________ hielt gegenüber der Beklagten fest, für den Monat 
April 2014 könne eine krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit anerkannt werden 
(Erw. 3.9.4). Die Beklagte selber anerkennt denn auch, dass der Kläger im April 
2014 wegen somatischer Krankheit arbeitsunfähig war (Erw. 2.2). Dennoch ver-
neinte sie durchwegs einen Taggeld-Anspruch des Klägers. Dies ursprünglich 
wegen Prämienverzug sowie wegen zu später Anmeldung. Nachdem der Kläger 
bestreitet, je eine Mahnung wegen Prämienverzug erhalten zu haben und die 
Beklagte ihrerseits den Verzug nicht nachweisen kann, verzichtete sie mit Duplik 
auf die Geltendmachung eines Prämienverzugs (Duplik Ziff. 2). Hingegen bestrei-
tet sie einen Anspruch weiterhin infolge verspäteter Anmeldung. Mithin hat die 
Beklagte einen Anspruch des Klägers auf Taggelder für den Monat April 2014 
und darüber hinaus nie anerkannt. Sie hat sich nie in einer Weise geäussert, 
dass der Kläger in guten Treuen davon ausgehen konnte, die Beklagte anerken-
ne seinen Anspruch auf Taggelder für die Arbeitsunfähigkeit im Monat April 2014 
und darüber hinaus, so dass er nicht handeln müsste (BGE 134 III 591 Erw. 
5.2.1). Im Gegenteil hat sie diesen Anspruch stets ausdrücklich bestritten.

Die Beklagte anerkannte den krankheitsbedingten Arbeitsausfall des Klägers im 
September 2015 sowie einen entsprechenden Leistungsanspruch und sie be-
zahlte Taggelder. Entgegen der Darstellung des Klägers kommt dieser Anerken-
nung resp. Taggeldzahlung jedoch keine verjährungsunterbrechende Wirkung 
hinsichtlich des geltend gemachten Anspruches für den Monat April 2014 zu. Wie 
die Beklagte zu Recht festhält, bildete die Krankheit im September 2015 (Leber-
erkrankung) einen eigenen Krankheits- resp. Versicherungsfall und einen von der 
Krankheit vom April 2014 (Infekt) unabhängigen Taggeldanspruch. Die Beklagte 
hatte im Schreiben vom 9. Dezember 2015 denn auch ausdrücklich unterschie-
den zwischen dem Taggeldanspruch für den Monat April 2014, für welchen sie 
eine Leistungspflicht explizit ablehnte, und dem Anspruch vom September 2015, 
den sie anerkannte (BK-act. 28).

Einen anderen Grund, welcher die Verjährung unterbrochen hätte (Art. 135 Ziff. 2 
OR), wird vom Kläger zu Recht nicht geltend gemacht.

Was die Taggeldleistungen aufgrund der psychischen Krankheit anbelangt, die 
von Dr.med. G.________ ab 26. Juni 2014 ausgewiesen wird und für welche er 
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestierte, so stellt diese einen eigenen, von 
den somatischen Krankheiten unabhängigen Krankheits- resp. Versicherungsfall 
dar. Einen Anspruch auf Taggelder hat die Beklagte stets bestritten, nie aner-

30

kannt. Einen Einredenverzicht gab sie am 3. Oktober 2016 ab, soweit die Forde-
rung nicht ohnehin bereits verjährt sei (BK-act. 42). Mithin besteht aufgrund der 
eingetretenen Verjährung bis zum 2. Oktober 2014 selbst dann kein Taggeldan-
spruch, wenn in diesem Zeitraum eine Arbeitsunfähigkeit wegen psychischer 
Krankheit ausgewiesen wäre.

4.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass allfällige Forderungen des Klä-
gers auf Taggelder bis zum 2. Oktober 2014 - unabhängig des Versicherungsfal-
les - verjährt sind. Nicht weiter zu prüfen ist damit auch die Frage, ob die Krank-
heitsanzeige des Klägers vom 27. August 2014 (BK-act. 3) verspätet erfolgt ist 
und aufgrund der verspäteten Anzeige für die Zeit davor keine Leistungspflicht 
der Beklagten besteht (wie es die Beklagte geltend macht).

5. Für die Zeit ab 3. Oktober 2014 sind die zwei Krankheitsfälle Arbeitsun-
fähigkeit wegen psychischer Krankheit (vom 26.6.2014, resp. 3.10.2014 bis 
27.10.2016 [vgl. Erw. 3.3.7]) sowie Arbeitsunfähigkeit wegen somatischer Krank-
heit (vom September 2015) zu unterscheiden und betreffend Taggeldanspruch 
zu überprüfen.

5.1.1 Im April 2014 war der Kläger wegen einem Infekt am Vorfuss und Unter-
schenkel rechts hospitalisiert. Im Spital wurde zudem ein Diabetes mellitus Typ II 
diagnostiziert sowie eine äthyltoxische Hepatopathie festgestellt. Namentlich der 
Infekt führte nachvollziehbar zu einer faktischen Arbeitsunfähigkeit, was im 
Grundsatz auch von der Beklagten nicht bestritten wird. Allfällige Ansprüche bis 
zum 2. Oktober 2014 sind indes verjährt (vgl. Erw. 4). Dass diese im April 2014 
unbestrittenermassen bestandene somatische Krankheit und Arbeitsunfähigkeit 
über diesen Zeitpunkt hinaus weiter andauerte, ist indes nicht anzunehmen. Es 
bestehen denn auch keine entsprechenden Arztberichte; namentlich der von 
Dr.med. E.________ geführten Krankengeschichte (K-act. 28) kann nicht ent-
nommen werden, dass die Krankheit andauerte und behandelt worden wäre. Er 
selber attestierte denn auch eine Arbeitsunfähigkeit nur bis zum 26. Juni 2014 
(K-act. 27) und bestätigte, keine darüber hinausgehende Arbeitsunfähigkeit attes-
tiert zu haben (BK-act. 34).

5.1.2 Bereits im Schreiben vom 9. Dezember 2015 anerkannte die Beklagte, 
dass der Kläger im September 2015 wegen somatischer Krankheit arbeitsunfähig 
war und entsprechend Anspruch auf Taggeld hatte (BK-act. 28). Entsprechend 
leistete die Beklagte vom 1. bis 30. September 2015 Taggelder in der Höhe von 
Fr. 10'684.50 (K-act. 22). Die Anerkennung der Arbeitsunfähigkeit basierte dabei 
im Wesentlichen auf dem Bericht des Konsiliararztes Dr.med. T.________ vom 2. 
Dezember 2015, welcher eine Arbeitsunfähigkeit für vier Wochen im September 

31

2015 bejahte (BK-act. 27). Am 15. Juni 2016 hielt Dr.med. T.________ auf An-
frage der Beklagten hin fest, ab dem 1. Oktober 2015 lasse sich somatisch keine 
Arbeitsunfähigkeit mehr begründen (BK-act. 35). Dies steht allerdings in gewis-
sem Widerspruch zum Bericht des behandelnden Arztes PD Dr.med. 
N.________, der am 25. November 2015 ausführte, vom Zeitpunkt der Hospitali-
sation und in den nachfolgenden Wochen habe sicherlich eine gewisse Arbeits-
unfähigkeit bestanden; das Ausmass könne er allerdings nicht beurteilen (BK-act. 
22). Und auch noch am 12. Februar 2016 hielt PD Dr.med. N.________ gegenü-
ber der IV fest, die bis anhin dekompensierte Leberzirrhose (aktuell sich erho-
lend) spreche für eine gewisse Arbeitsunfähigkeit. Die Wiederaufnahme resp. 
Erhöhung der Einsatzfähigkeit hielt er aufgrund der sich erholenden Leberfunkti-
on für nicht ganz ausgeschlossen (IV-act. 16). Die RAD-Ärztin U.________ beur-
teilte gestützt darauf am 4. Mai 2016, zurzeit könne noch eine Teilarbeitsunfähig-
keit angenommen werden (IV-act. 24). 

5.1.3 Mit diesen Widersprüchen setzt sich Dr.med. T.________ in seinen Stel-
lungnahmen vom 4. und 5. Januar 2017 auseinander (BK-act. 44). Er hält fest, im 
Dezember 2015 habe labormässig und klinisch noch eine dekompensierte Le-
berzirrhose Child B mit Aszites bestanden. Am 15. Januar 2016 habe sich unter 
Therapie und Alkoholkarenz eine gute Erholung gezeigt, so dass PD Dr.med. 
N.________ eine Leberzirrhose Child A festgehalten habe. Damit sei eine we-
sentliche Verbesserung nachgewiesen, weshalb nicht nachvollziehbar sei, dass 
PD Dr.med. N.________ am 12. Februar 2016 gegenüber der IV als Diagnose 
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine aethyltoxische Leberzirrhose Child 
B nenne. Dies sei falsch, es habe eine kompensierte Leberzirrhose vorgelegen. 
Dr.med. T.________ hält daran fest, dass gesichert nur eine Arbeitsunfähigkeit 
ab dem 15. September 2015 für vier Wochen vorgelegen habe (so im Bericht 
vom 5.1.2017; im Bericht vom 4.1.2017 spricht er von einer Arbeitsunfähigkeit im 
September 2015; vgl. BK-act. 44). In der Stellungnahme vom 1. Mai 2018 (BK-
act. 48-9/10) führt er aus, allenfalls könne aufgrund der dem Gericht neu einge-
reichten medizinischen Akten eine Arbeitsunfähigkeit bis 15. Januar 2016 aus 
somatischer Sicht akzeptiert werden. Diesbezüglich hält er allerdings auch fest, 
gemäss PD Dr.med. N.________ bestünden beim Gehen und Sitzen keine Ein-
schränkungen, allenfalls beim Tragen von Lasten. Auch werde keine cerebrale 
Einschränkung durch Leberzirrhose im Sinne einer äthylischen Encephalopathie 
aufgezeigt. Es sei daher insgesamt nicht nachvollziehbar, dass der Kläger, der 
beim Gehen und Stehen keine Einschränkungen aufweise, somatisch in sitzen-
der Tätigkeit längerfristig eingeschränkt sein soll. 

32

5.1.4 Die versicherungsmedizinischen Stellungnahmen von Dr.med. T.________ 
sind weitgehend nachvollziehbar und schlüssig (vgl. aber auch nachfolgend Erw. 
5.1.5 zweitletzter Absatz). Er weist zu Recht darauf hin, dass PD Dr.med. 
N.________ betreffend Arbeitsfähigkeit unklar bleibt, sich später explizit gar nicht 
zu dieser Frage äussern will. Auch zeigt er zu Recht auf, dass verschiedene ärzt-
liche Berichte zu Unrecht noch nach dem 15. Januar 2016 von einer Leberzirrho-
se Child B sprechen, obwohl PD Dr.med. N.________ bereits Mitte Januar 2016 
Child A festgestellt habe, nachdem es nach komplettem Alkoholstopp zu einer 
sehr schönen klinischen und auch hepatologischen Erholung gekommen sei (BK-
act. 30). Den weiteren Arztberichten kann sodann entnommen werden, dass un-
ter Fortbestehen des Alkoholstopps die Erholung weiterging (IV-act. 36). 

5.1.5 Nachdem keine anderen, die Arbeitsfähigkeit beeinflussenden somatischen 
Diagnosen aktenkundig sind, und der Krankheitsfall vom September 2015 nicht 
zu einer dauerhaften Arbeitsunfähigkeit geführt hat, ist ein entsprechend dauer-
hafter (resp. bis zur Maximaldauer andauernder) Leistungsanspruch des Klägers 
infolge Leberzirrhose zu verneinen. Hingegen ist es nicht nachvollziehbar, dass 
der Kläger bereits zwei Wochen nach dem 15. September 2015 (Zeitpunkt der 
notfallmässigen Hospitalisation) wieder vollständig arbeitsfähig gewesen sein 
soll. Nach dem Untersuch vom 27. November 2015 konnte PD Dr.med. 
N.________ zwar sonst eine Erholung und Besserung des Allgemeinzustandes 
feststellen, stellte aber nach wie vor die Diagnose einer dekompensierten Leber-
zirrhose Child B mit zunehmend Aszites und neu Oesophagusvarizen Grad I-II. 
Eine Behandlung mit Diuretika und Carvedilol wurde erforderlich.

Gegenüber dem Verwaltungsgericht gab PD Dr.med. N.________ in seinem 
Kurzbericht vom 12. April 2018 an (VG-act. 63), dass er keine Angaben über das 
genaue Ausmass der Arbeitsunfähigkeit machen könne. Dies lässt es aber auch 
nicht zu, aufgrund der Berichte von PD Dr.med. N.________ vom 27. November 
2015 und vom 15. Januar 2016, in welchen dem Kläger eine fortschreitende Er-
holung von der Leberzirrhose attestiert wird, auf die (vollständige) Wiedererlan-
gung der Arbeitsfähigkeit zu schliessen. 

Die vom Verwaltungsgericht eingeholten, ergänzenden Untersuchungs- und Ver-
laufsberichte von PD Dr.med. N.________ zeigen auf, dass zwar die akute äthyl-
toxische Leberschädigung (ikterische Steatohepatitis) innerhalb von rund 3 Mo-
naten nach Spitalaustritt deutlich zurückgegangen ist (Rückgang von Transami-
nasen und Bilirubin), jedoch sich die Leberzirrhose noch bis Mitte Dezember 
2015 offensichtlich verschlechtert hat, insbesondere der Pfortaderhochdruck zu-
nahm und sich Oesophagusvarizen und zunehmender Aszites entwickelten. Erst 
im Bericht vom 15. Januar 2016, vier Monate nach Hospitalisation, sprach PD 

33

Dr.med. N.________ von einer schönen Erholung, einem Stadium Child A, sowie 
weitgehendem Verschwinden des Aszites (minimalst Aszites perihepatisch). Auf-
grund der Leberzirrhose ist deshalb ab der Hospitalisation im September 2015 
bis 14. Januar 2016 von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit des Klägers aus-
zugehen. Hierfür sprechen auch die glaubhaften Äusserungen des Klägers an 
der Hauptverhandlung, nach denen er sich an seine Handlungen im Januar 2016 
nicht mehr erinnern könne und der Hausarzt im Erstgespräch vom 2. Februar 
2016 notierte, das Hauptproblem sei die allgemeine Schwäche, eine Leistungsin-
toleranz (VG-act. 58). Darüber hinaus entspricht es einem medizinischen Erfah-
rungswert, dass eine über mehrere Monate im Stadium Child B verlaufende Le-
berzirrhose (deutliche Funktionseinschränkung) markante Auswirkungen auf das 
Allgemeinbefinden haben kann (allgemeine Müdigkeit und Schwäche, Inappe-
tenz, Fehlernährung und Gewichtsabnahme, Muskelabbau, Dekonditionierung 
etc.). Es ist deshalb auch nicht davon auszugehen, dass der Kläger ab Einstu-
fung der Leberzirrhose als Child A sofort wieder vollständig arbeitsfähig war. 
Vielmehr ist von einer mehrmonatigen Rekonvaleszenzphase auszugehen, 
während der dem Kläger eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit zu attestieren ist. Ab 
Mitte Januar 2016 begann sich sein Allgemeinzustand langsam zu verbessern, 
was sich mit weiteren Indizien untermauern lässt, wie etwa dem Wiedererreichen 
eines stabilen Gewichtszustandes (84-85 kg), einer Intensivierung der Physiothe-
rapiebesuche (VG-act. 57) sowie den Verlaufseinträgen des Hausarztes (VG-act. 
58). In der Verlaufskontrolle vom 2. Mai 2016 hielt PD Dr.med. N.________ eine 
normalisierte Leberfunktion fest (VG-act. 63 Beilage 1 S. 2). Es rechtfertigt sich 
deshalb, erst ab 1. Mai 2016 von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit des Klägers 
auszugehen. 

Angesichts der weiteren vom Gericht eingeholten Unterlagen, lässt sich die von 
Dr.med. T.________ vorgenommene Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit des 
Klägers (ab 15.9.2015 vier Wochen 100% AUF, allenfalls leichte Einschränkung 
bis 15.1.2016, ab dann vollständige Arbeitsfähigkeit; vgl. seine versicherungs-
medizinische Stellungnahme vom 1.5.2018 S. 10 [BK-at. 49]) somit nicht bestäti-
gen. Der Annahme von Dr.med. T.________, dass ab 15. Januar 2016 eine 
vollständige Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit ab 15. Januar 2016 infolge 
kompensierter Leberleistung (Child A) eingetreten sei, kann aus den vorgenann-
ten Gründen nicht gefolgt werden, da - wie bereits erwähnt - im vorliegenden Fall 
die Rekonvaleszenphase bei einer über mehrere Monate im Stadium Child B ver-
laufende Leberzirrhose längere Zeit dauert und das Abklingen der Leberzirrhose 
auf Stadium Child A nicht mit einer vollständigen Wiederherstellung der Arbeits-
fähigkeit gleichzusetzen ist. Aus diesen Gründen kann auch der Beklagten nicht 
gefolgt werden, wenn sie in ihrer Stellungnahme vom 7. Juni 2018 (S. 2 unten) 

34

für die Zeit ab 15. Januar 2016 von einer allenfalls gesundheitlichen Dekonditio-
nierung ausgeht, welche für die körperlich leichte Tätigkeit als Versicherungsbro-
ker nicht zu einer Arbeitsunfähigkeit führe.

Anderseits findet sich für die klägerische Forderung, es sei eine volle Arbeitsun-
fähigkeit bis mindestens Oktober 2016 zu anerkennen (Stellungnahme vom 
13.7.2018, Ziff. VIII), in den medizinischen Akten keine Grundlage. Der Hausarzt 
hält explizit fest, die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch ihn sei nie Thema ge-
wesen. Seinen Verlaufseinträgen ist keine Diagnose von Krankheitswert zu ent-
nehmen, die auf eine Arbeitsunfähigkeit schliessen liesse (vgl. Erw. 3.11). PD Dr. 
N.________ äusserte sich ebenso wenig zur Arbeitsfähigkeit. Seine Einträge zu 
den regulären Kontrollen ab Februar 2016 zeigen einen stabilen Verlauf, ab April 
ein stabiles Gewicht (84-85kg); am 2. Mai 2016 notiert er eine normalisierte Le-
berfunktion. Auffälligkeiten finden sich keine (VG-act. 63 Beilage 1). Den Einträ-
gen der Physiotherapie ist zu Beginn eine gewisse Dekonditionierung zu ent-
nehmen; bereits im März 2016 ist aber eine Besserung dokumentiert. Im April 
2016 ist festgehalten, der Kläger komme ohne sich zu halten aus dem Auto. 
Vermerkt sind in der Folge insbesondere Knie- und Schulterbeschwerden, so 
dass im Mai 2016 ein MRI der Schulter durchgeführt wurde. Aus den Einträgen 
der Physiotherapeuten lässt sich nicht auf eine über Ende April 2016 andauernde 
Arbeitsunfähigkeit schliessen (vgl. VG-act. 57). In der Befragung vom 8. Februar 
2018 hielt auch der Kläger fest, mit dem Beginn der Physiotherapie sei er wieder 
zu Kraft gekommen, es sei stetig aufwärts gegangen, das habe viel gebracht 
(Frage 10). Schliesslich spricht auch die Kurzbeurteilung der RAD-Ärztin vom 4. 
Mai 2016 nicht gegen die ab Mai 2016 wieder vorhandene Arbeitsfähigkeit. So 
hält sie ohne weitere Begründung - sowie gestützt auf die Berichte vom Februar 
2016 - fest, es könne noch von einer Teilarbeitsunfähigkeit ausgegangen wer-
den, notiert aber auch, zum Gesundheitszustand würden keine genaueren Anga-
ben gemacht, es seien weitere Berichte notwendig (Erw. 3.10.3). Der weitere 
Verlauf von Februar bis zum Berichtsdatum vom 4. Mai 2016 blieb dabei un-
berücksichtigt. Damit aber ist eine weiter andauernde Arbeitsunfähigkeit nicht 
überwiegend wahrscheinlich erstellt.

Für die Zeit vor der notfallmässigen Hospitalisation (15.9.2015) ist eine Arbeits-
unfähigkeit wegen somatischer Krankheit nicht mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit erwiesen. Einerseits wurde durch den (damaligen) Hausarzt ab dem 26. 
Juni 2014 keine Arbeitsunfähigkeit mehr attestiert. Anderseits konnten - trotz ent-
sprechender Aufforderungen - bis zum gastroenterologischen Untersuch vom 2. 
September 2015 keine Arztberichte betreffend somatischer Leiden zu den Akten 
genommen werden; einen Hausarzt hatte der Kläger erst wieder ab Februar 
2016. Auch der Kläger bestätigte in der Befragung vom 8. Februar 2018, in der 

35

fraglichen Zeit keinen Hausarzt aufgesucht zu haben (Ergänzungsfrage 2). Aus 
der von Dr.med. G.________ geführten Krankengeschichte ist zwar ersichtlich, 
dass der Kläger ab und an in Behandlung war (allerdings auch wegen Schulter-
problemen) und Dr.med. E.________ erwähnt, dass es beim Kläger im Verlaufe 
des Jahres 2015 zu wiederholten, Kollaps ähnlichen Zuständen gekommen sei, 
was der Anamnese des Eintrittsberichts der Klinik D.________ vom 15. Septem-
ber 2015 entspricht (VG-act. 60 Beleg 3). Dies lässt sich ebenso aus der Ver-
laufsdokumentation von Dr.med. G.________ lesen, wobei es sich um vom Klä-
ger geschilderte kurzzeitige Einzelereignisse handelte. Weder liegen medizini-
sche Befunde vor, noch wurde dem Kläger (abgesehen von Dr.med. 
G.________) eine Arbeitsunfähigkeit attestiert. Im Gegenteil berichtet Dr.med. 
N.________ am 6. Juli 2015, er habe den Kläger zu der mit ihm 2014 vereinbar-
ten Kontrolluntersuchung aufbieten wollen, was dieser mit dem Hinweis, es gehe 
ihm gut und er wünsche im Moment keine Untersuchung, abgelehnt habe (VG-
act. 63 Beleg 12). Ohne entsprechende medizinische Befunde ist eine krank-
heitsbedingte Arbeitsunfähigkeit indes nicht begründbar (vgl. auch von Dr.med. 
K.________ erfasste persönliche Anamnese von 2000 bis 9/2015, worin nur die 
bekannten Ereignisse aufgelistet sind, VG-act. 58).

Zusammenfassend hat die Beklagte die Taggeldleistung an den Kläger Ende 
September 2015 zu Unrecht eingestellt. Vielmehr bestand ab dem notfallmässi-
gen Eintritt am 15. September 2015 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bis am 
14. Januar 2016 und anschliessend ab dem 15. Januar 2016 eine 50%ige Ar-
beitsunfähigkeit noch bis zum 30. April 2016. In diesem Umfang hat der Kläger 
(über die von der Beklagten im ganzen Monat September 2015 geleisteten Tag-
gelder hinaus) Anspruch auf ein Taggeld. 

5.2.1 Der Krankheitszustand des Klägers ist gemäss Klageschrift insbesondere 
durch die psychiatrische Diagnose geprägt. Mit Überweisungsschreiben vom 16. 
Juni 2014 ersuchte Dr.med. E.________ den Facharzt Dr.med. G.________, den 
Kläger fachärztlich zu beurteilen und therapieren. Er leide unter progredienten 
Symptomen eines emotionalen Erschöpfungszustandes, wobei vor allem berufli-
che Gründe ausschlaggebend seien (K-act. 29). Vom 26. Juni 2014 an befand 
sich der Kläger in Behandlung bei Dr.med. G.________. Von diesem Zeitpunkt 
an attestierte dieser dem Kläger eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bis er ihn ab 
dem 28. Oktober 2016 wieder als voll arbeitsfähig beurteilt hat. Im Zeitpunkt der 
Klageerhebung war der Kläger noch immer in wöchentlichen Therapiesitzungen 
beim Psychiater (Klage Ziff. 26). Entsprechend begründet der Kläger seinen An-
spruch denn auch im Wesentlichen mit den ärztlichen Berichten von Dr.med. 
G.________ (vgl. dazu Erw. 3.3). Dieser diagnostizierte am 13. Oktober 2014 ei-

36

ne depressive Störung, ggw. mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom, 
ICD-10 F32.11 (BK-act. 10), was er am 7. September 2015 (BK-act. 18) sowie 
am 19. Februar 2016 (BK-act. 32) und 31. Mai 2016 (BK-act. 33) bestätigte (für 
die ausführliche Verlaufsdokumentation von Dr.med. G.________ vgl. VG-act. 
56). Ab 19. Februar 2016 ergänzte er zudem Leberzirrhose Child B mit ikteri-
scher Steatohepatitis und ab 31. Mai 2016 Alkoholabhängigkeit, ggw. abstinent. 
Am 30. August 2016 nannte er eine depressive Störung ggw. leicht- bis mittel-
gradige Episode mit somatischem Syndrom ICD-10 F32.01 (BK-act. 38). 

5.2.2 Ob Prof. P.________, der von der Beklagten mit einer psychiatrischen 
Kurzbeurteilung beauftragt wurde, neben dem Standortgespräch vom 10. No-
vember 2015 weitere Unterlagen, namentlich Arztberichte, zur Verfügung stan-
den, ergibt sich aus seiner Kurzbeurteilung nicht (vgl. Erw. 3.8). Es muss daher 
davon ausgegangen werden, dass er allein aufgrund der Besprechung vom 10. 
November 2015 zur Beurteilung gelangt ist, aus psychiatrischer Sicht sei der 
Kläger vollständig arbeitsfähig. Zudem weist er darauf hin, das psychosomati-
sche Beschwerdebild des Klägers zeige sich überlagert durch eine psychosoziale 
Belastungssituation durch die berufliche, persönliche und finanzielle Situation. 

Ebenso wenig erhellt aus den Akten, auf welcher Basis Dr.med. Q.________ die 
ihr gestellten Fragen am 21. November 2015 beantwortet hat (BK-act. 26), ob al-
lein auf der kurzen Beschreibung der Ausgangslage (welche nachweislich, na-
mentlich in der Chronologie fehlerhaft ist), oder aufgrund eines vollständigen Ak-
tendossiers. Immerhin verweist Dr.med. Q.________ auf das Kurzgutachten von 
Prof. P.________, weshalb anzunehmen ist, dass ihr dies vorgelegen hat. In 
Übereinstimmung mit diesem hält sie denn auch fest, es stünden beim Kläger 
äussere, krankheitsfremde Faktoren im Vordergrund. Allerdings wird dies nicht 
weiter begründet und vermag daher einen Leistungsanspruch des Klägers nicht 
zu verneinen. 

5.2.3 Anders als in den Kurzberichten verfasste Dr.med. Q.________ am 9. Ja-
nuar 2017 eine ausführliche Einschätzung gestützt auf die medizinischen Akten 
der Beklagten und der IV (BK-act. 45). Sie kommt dabei erneut zum Schluss, 
dass eine medizinisch-psychiatrisch begründete ganze oder teilweise Arbeitsun-
fähigkeit des Klägers in der Zeit vom 28. Februar 2014 bis 30. November 2016 
nicht vorgelegen habe. Damit steht ihre Beurteilung im Widerspruch zu den At-
testen des behandelnden Facharztes Dr.med. G.________, zumindest was die 
Zeit vom 26. Juni 2014 bis 27. Oktober 2016 anbelangt. Sie setzt sich denn auch 
ausführlich mit den Berichten von Dr.med. G.________ auseinander, was ihre 
Schlussfolgerung für das Gericht nachvollziehbar macht. So weist sie einerseits 
zu Recht darauf hin, dass die Berichte von Dr.med. G.________ während sehr 

37

langer Zeit nachweislich in keiner Weise auf die belegte Alkoholproblematik und 
die Hepatopathie eingingen, was mitunter doch auch erstaunt, fanden doch 
wöchentliche (teilweise zweimal wöchentlich) Therapiesitzungen statt. Vor allem 
relativiert dies auch die Aussage des Klägers, wonach Dr.med. G.________ sich 
im Gegensatz zu den begutachtenden Ärzten stets ein umfassendes Bild habe 
machen können (Klage Ziff. 24). Für Dr.med. Q.________ ist der festgestellte Al-
koholmissbrauch von Relevanz, da ursächlich in den Jahren und Monaten vor 
September 2015 ein erheblicher Alkoholmissbrauch stattgefunden haben muss, 
die fortschreitende Leberaffektion nur so erklärbar sei. Auch weist Dr.med. 
Q.________ zu Recht darauf hin, dass Dr.med. G.________ zwar den Gewichts-
verlust thematisiere, indes nicht darauf hinweise, dass dieser von internistischer 
Seite her dem Kläger ausdrücklich empfohlen wurde (vgl. Erw. 3.1 und 3.4). 
Wenn Dr.med. G.________ im August 2016 berichte, der Kläger habe seit An-
fang 2014 an keinen wichtigen Besprechungen mehr teilnehmen können, die 
Post und Zahlungen nicht mehr erledigt, dann widerspreche er seinen eigenen 
früheren Berichten, in welchen er festgehalten habe, der Kläger sei intensiv damit 
beschäftigt, die vom Sicherungsfond angestrebte Pfändung von mehreren Millio-
nen Franken abzuwenden und eine für ihn günstigere Lösung zu verhandeln 
(diesbezüglich ist darauf hinzuweisen, dass sich ebenso aus den Verlaufseinträ-
gen von Dr.med. G.________ ergibt, dass der Kläger ihm gegenüber regelmäs-
sig berichtet, mit verschiedenen Verfahren rund um die frühere 
R.________tätigkeit befasst und belaste