# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 11c65805-635b-5357-ab10-6f512984d0cc
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-05-23
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 23.05.2024 F-3704/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-3704-2023_2024-05-23.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-3704/2023, F-3708/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 3 .  M a i  2 0 2 4  

Besetzung 
 Einzelrichter Sebastian Kempe, 

mit Zustimmung von Richterin Deborah D'Aveni, 

Gerichtsschreiberin Aisha Luisoni. 

   

Parteien 

 
1. A._______, geb. (…), 

2. B._______, geb. (…), 

Syrien, 

beide vertreten durch Lara Hoeft, Verein Pikett Asyl, 

Beschwerdeführende, 

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration SEM, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Ver-

fahren - Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG); 

Verfügung des SEM vom 21. Juni 2023. 

 

 

 

F-3704/2023, F-3708/2023 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführenden, bei denen es sich um Bruder (Beschwerdefüh-

rer 1) und Schwester (Beschwerdeführerin 2) handelt, ersuchten am 

30. Mai 2023 in der Schweiz um Asyl (Vorakten [SEM-act.] 1/2 und 1/2). 

B.  

Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Zentralein-

heit EURODAC) ergab, dass sie am 15. Mai 2023 in Rumänien Asylgesu-

che gestellt hatten (SEM-act. 8/1 und 8/1). 

C.  

Am 8. Juni 2023 ersuchte die Vorinstanz die rumänischen Behörden in zwei 

separaten Gesuchen (SEM-act. 12/5 und 12/7) um Wiederaufnahme der 

Beschwerdeführenden gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b der Verordnung 

(EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 

26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung 

des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehö-

rigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf inter-

nationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO). 

D.  

Anlässlich der Dublin-Gespräche vom 13. Juni 2023 (SEM-act. 15/3 und 

16/3) gewährte die Vorinstanz den Beschwerdeführenden jeweils in Anwe-

senheit der damaligen Rechtsvertretung das rechtliche Gehör, unter ande-

rem zur Zuständigkeit Rumäniens für die Durchführung des Asyl- und Weg-

weisungsverfahrens, zum beabsichtigten Nichteintretensentscheid, zur 

Wegweisung in diesen Dublin-Mitgliedstaat sowie zum Gesundheitszu-

stand. 

E.  

Am 19. Juni 2023 reichte die Rechtsvertretung den Arztbericht vom 

15. Juni 2023 betreffend den Beschwerdeführer 1 zu den vorinstanzlichen 

Akten (SEM-act. 17/5). 

F.  

Die rumänischen Behörden hiessen die Gesuche um Wiederaufnahme der 

Beschwerdeführenden vom 8. Juni 2023 gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b 

Dublin-III-VO am 20. Juni 2023 gut (SEM-act. 18/1 und 17/1). 

G.  

Nachdem die Vorinstanz am 21. Juni 2023 Abklärungen zum 

F-3704/2023, F-3708/2023 

Seite 3 

medizinischen Sachverhalt getroffen hatte (SEM-act. 19/1 und 18/1), trat 

sie mit separaten Verfügungen vom gleichen Tag, eröffnet am 23. Juni 

2023, in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b des Asylgesetzes (AsylG, 

SR 142.31) auf die Asylgesuche der Beschwerdeführenden nicht ein, ord-

nete deren Wegweisung aus der Schweiz nach Rumänien an und forderte 

sie auf, die Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist 

zu verlassen. Gleichzeitig wies die Vorinstanz auf die einer allfälligen Be-

schwerde von Gesetzes wegen fehlende aufschiebende Wirkung hin und 

beauftragte den Kanton Zürich mit dem Vollzug der Wegweisung (Akten im 

Beschwerdeverfahren [BVGer-act.] 1). In der Beilage der Verfügung vom 

21. Juni 2023 definierte die Vorinstanz die Überstellungmodalitäten von der 

Schweiz nach Rumänien (SEM-act. 21/1 und 19/1). 

H.  

Am 23. Juni 2023 teilte die damalige Rechtsvertretung der Vorinstanz die 

Beendigung der Mandatsverhältnisse mit (SEM-act. 23/1 und 21/1). 

I.  

Mit separaten Rechtsmitteleingaben je vom 30. Juni 2023 (BVGer-act. 1 

und 1) gelangten die Beschwerdeführenden gegen die Verfügung vom 

21. Juni 2023 an das Bundesverwaltungsgericht. Beide Beschwerden ent-

halten identische Rechtsbegehren. Die Beschwerdeführenden beantra-

gen, die angefochtene Verfügung sei vollständig aufzuheben und die Vo-

rinstanz sei anzuweisen, auf ihre Asylgesuche einzutreten. Weiter seien 

ihre beiden Asylverfahren zu koordinieren. Eventualiter seien die Ent-

scheide aufzuheben und die Angelegenheit zu weiteren Sachverhaltsab-

klärungen an die Vorinstanz zurückzuweisen. Subeventualiter sei die Vo-

rinstanz anzuweisen, von den zuständigen Behörden Zusicherungen ein-

zuholen, dass ab dem Zeitpunkt der Ankunft in Rumänien umgehend Ob-

dach, Nahrung, eine adäquate und regelmässige sowie medizinische so-

wie psychologische Behandlung zur Verfügung steht. Subsubeventualiter 

sei die Vorinstanz anzuweisen, im Falle einer Wegweisung die für den Voll-

zug zuständigen Behörden zu informieren, die Überstellungen der Be-

schwerdeführenden zu koordinieren. 

In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragen sie die Gewährung der unent-

geltlichen Prozessführung und den Verzicht auf die Erhebung eines Kos-

tenvorschusses sowie die Erteilung der aufschiebenden Wirkung im Sinne 

vorsorglicher Massnahmen und die Anweisung an die Vollzugsbehörden, 

von einer Überstellung nach Rumänien abzusehen, bis das Bundesverwal-

tungsgericht über die vorliegenden Beschwerden entschieden hat. 

F-3704/2023, F-3708/2023 

Seite 4 

J.  

Am 3. Juli 2023 lagen dem Bundesverwaltungsgericht die Akten in elektro-

nischer Form vor und der Instruktionsrichter setzte den Vollzug der Über-

stellung gestützt auf Art. 56 VwVG einstweilen aus (BVGer-act. 2 und 2). 

K.  

Mit Zwischenverfügung vom 6. Juli 2023 verfügte das Bundesverwaltungs-

gericht die Vereinigung der beiden Beschwerdeverfahren, erkannte den 

Beschwerden die aufschiebende Wirkung zu und hiess die Gesuche um 

Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gut (BVGer-act. 4). 

L.  

In der Vernehmlassung vom 16. August 2023 beantragte die Vorinstanz die 

Abweisung der Beschwerden (BVGer-act. 6). 

M.  

Mit Replik vom 20. September 2023 hielten die Beschwerdeführenden an 

sämtlichen Anträgen fest und beantragten gestützt auf Art. 102m Abs. 1 

Bst. a AsylG die Beiordnung der rubrizierten Rechtsvertretung als amtliche 

Rechtsbeiständin (BVGer-act. 9). 

N.  

Die Vorinstanz reichte am 6. November 2023 eine Duplik ein 

(BVGer-act. 12). 

O.  

Das Bundesverwaltungsgericht hiess mit Zwischenverfügung vom 15. No-

vember 2023 das Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung vom 

20. September 2023 gut und ordnete den Beschwerdeführenden die rubri-

zierte Rechtsvertretung als amtliche Rechtsbeiständin bei (BVGer-act. 13). 

P.  

Die Beschwerdeführenden nahmen mit Triplik vom 1. Dezember 2023 zur 

Replik Stellung (BVGer-act. 14). 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1. Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 6 AsylG). 

F-3704/2023, F-3708/2023 

Seite 5 

1.2. Gemäss Art. 105 AsylG in Verbindung mit Art. 31 VGG ist das Bundes-

verwaltungsgericht zur Beurteilung von Beschwerden auf dem Gebiet des 

Asyls zuständig. Es entscheidet über diese in der Regel – wie auch vorlie-

gend – endgültig (vgl. Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Die Beschwerdeführen-

den sind zur Einreichung der Beschwerden legitimiert (Art. 105 AsylG und 

Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichten Be-

schwerden ist somit einzutreten (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 

VwVG). 

2.  

2.1. Mit Beschwerde können die Verletzung von Bundesrecht (einschliess-

lich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige 

und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts ge-

rügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

2.2. Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 

(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-

deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu 

Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 

2012/4 E. 2.2; je m.w.H.). 

2.3. Wie sich aus den nachfolgenden Erwägungen ergibt, erweist sich die 

Beschwerde – nach Ergänzung des Sachverhalts – als offensichtlich un-

begründet, weshalb sie im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit 

Zustimmung eines zweiten Richters bzw. einer zweiten Richterin (Art. 111 

Bst. e AsylG) zu behandeln ist. 

3.  

3.1. Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG). In diesem Fall verfügt das SEM die Wegweisung aus 

der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG). 

3.2. Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem 

einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III 

(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch 

Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO). Das Verfahren zur Bestimmung des zuständi-

gen Mitgliedstaates wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals 

ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO). 

F-3704/2023, F-3708/2023 

Seite 6 

3.3. Im Rahmen des vorliegend interessierenden Wiederaufnahmeverfah-

rens (engl.: take back) findet grundsätzlich keine (erneute) Zuständigkeits-

prüfung nach Kapitel III statt. Demgegenüber sind im Fall eines sogenann-

ten Aufnahmeverfahrens (engl.: take charge) die in Kapitel III (Art. 8–15 

Dublin-III-VO) genannten Kriterien in der dort aufgeführten Rangfolge 

(Prinzip der Hierarchie der Zuständigkeitskriterien; Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-

VO) anzuwenden, und es ist von der Situation im Zeitpunkt, in dem der 

Antragsteller erstmals einen Antrag in einem Mitgliedstaat gestellt hat, aus-

zugehen (Art. 7 Abs. 2 Dublin-III-VO; vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5 

E. 6.2 und 8.2.1 m.w.H.). 

3.4. Erweist es sich als unmöglich, einen Antragsteller an den zunächst als 

zuständig bestimmten Mitgliedstaat zu überstellen, da es wesentliche 

Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahme-

bedingungen für Antragsteller in diesem Mitgliedstaat systemische 

Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder 

entwürdigenden Behandlung im Sinne des Art. 4 der EU–Grund-

rechtecharta mit sich bringen, so setzt der die Zuständigkeit prüfende Mit-

gliedstaat die Prüfung der in Kapitel III vorgesehenen Kriterien fort, um fest-

zustellen, ob ein anderer Mitgliedstaat als zuständig bestimmt werden 

kann. Kann keine Überstellung gemäss diesem Absatz an einen aufgrund 

der Kriterien des Kapitels III bestimmten Mitgliedstaat oder an den ersten 

Mitgliedstaat, in dem der Antrag gestellt wurde, vorgenommen werden, so 

wird der die Zuständigkeit prüfende Mitgliedstaat der zuständige Mitglied-

staat (Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO). 

3.5. Abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO kann jeder Mitgliedstaat 

beschliessen, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staa-

tenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn 

er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prü-

fung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 erster Satz Dublin-III-VO). Dieses soge-

nannte Selbsteintrittsrecht ist zwingend auszuüben, wenn die Überstellung 

der betroffenen Person in den an sich zuständigen Mitgliedstaat zu einer 

Verletzung völkerrechtlicher Verpflichtungen der Schweiz führen würde 

(vgl. BVGE 2015/9 E. 8.2.1). 

3.6. Gemäss Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 

(AsylV 1, SR 142.311) kann zudem das SEM das Asylgesuch «aus huma-

nitären Gründen» auch dann behandeln, wenn dafür gemäss Dublin-III-VO 

ein anderer Staat zuständig wäre. Bei dieser Entscheidung kommt dem 

SEM Ermessen zu; das Bundesverwaltungsgericht darf sein eigenes 

F-3704/2023, F-3708/2023 

Seite 7 

Ermessen nicht an dessen Stelle setzen (vgl. BVGE 2015/9 E. 7.6 und 

E. 8.1 in fine). 

4.  

4.1. Ein Abgleich der Fingerabdrücke der Beschwerdeführenden mit der 

Eurodac-Datenbank ergab, dass diese vor ihrer Einreise in die Schweiz am 

15. Mai 2023 in Rumänien um Asyl nachgesucht hatten, weshalb die Vo-

rinstanz am 6. Juni 2023 zu Recht gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-

III-VO die rumänischen Behörden um Wiederaufnahme der Beschwerde-

führenden ersuchte. Diese haben dem Wiederaufnahmegesuch der Vo-

rinstanz innert der in Art. 25 Abs. 1 Dublin-III-VO festgelegten Frist gestützt 

auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO am 20. Juni 2023 zugestimmt. Die 

grundsätzliche Zuständigkeit Rumäniens für die Durchführung des Asyl- 

und Wegweisungsverfahrens ist somit gegeben. 

4.2. Die Vorbringen der Beschwerdeführenden, dass ihnen die Fingerab-

drücke in Rumänien zwangsweise und unter Verletzung ihres Rechts auf 

Informationen abgenommen worden seien, stellen die Zuständigkeit dieses 

Staats nicht in Frage. Die Abnahme der Fingerabdrücke von illegal einge-

reisten ausländischen Personen und Asylsuchenden stützt sich auf Art. 14 

Abs. 1 der Eurodac-Verordnung. Im Übrigen sind keine konkreten Anhalts-

punkte ersichtlich, dass sie in Rumänien durch Festhaltung zur Stellung 

von Asylgesuchen gezwungen oder durch Falschinformationen des Dol-

metschers dazu verleitet worden wären. Es ist denn auch nicht ersichtlich, 

weshalb sie die rumänischen Behörden dazu zwingen oder verleiten soll-

ten. Es steht den Beschwerdeführenden nicht frei zu wählen, ob und wann 

ihre Fingerabdrücke abgenommen und an die «Eurodac»-Datenbank über-

mittelt werden und die Dublin-III-VO räumt kein Recht ein, den einen Asyl-

antrag prüfenden Staat selber auswählen zu können (vgl. BVGE 2010/45 

E. 8.3; Urteile des BVGer F-80/2024 vom 17. Januar 2024 E. 5.2; 

D-7125/2023 vom 4. Januar 2024 E. 7.3). Das von den Beschwerdefüh-

renden geschilderte Vorgehen der rumänischen Behörden ist daher inso-

weit nicht zu beanstanden (vgl. Urteil des BVGer F-4369/2023 vom 21. Au-

gust 2023 E. 6.4). 

5.  

5.1. In den Beschwerden wird auf die gewaltsamen Push-Backs und die 

Wirtschaftslage in Rumänien hingewiesen und aufgrund geltend gemach-

ter systemischer Mängel um Asyl- und Aufnahmesystem Rumäniens die 

Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO gefordert. Es drohe ihnen eine 

illegale Kettenabschiebung und damit eine Verletzung des Non-Refoule-

ment-Gebots. 

F-3704/2023, F-3708/2023 

Seite 8 

5.2. Wie die Vorinstanz zutreffend ausgeführt hat, gibt es gemäss der 

Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts keine wesentlichen 

Gründe für die Annahme, dass das Asylverfahren und die Aufnahmebedin-

gungen für asylsuchende Personen in Rumänien systemische Schwach-

stellen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 zweiter und dritter Satz Dublin-III-VO hät-

ten, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder entwürdigenden Behand-

lung im Sinne des Art. 4 der EU-Grundrechtecharta mit sich bringen wür-

den (vgl. etwa zuletzt die Urteile des BVGer F-6643/2023 vom 6. Dezem-

ber 2023 E. 5.2; E-6400/2023 vom 29. November 2023 E. 7.2; 

F-5400/2023 vom 11. Oktober 2023 E. 5.2 m.H.). Auch unter Berücksichti-

gung der auf Beschwerdeebene zitierten Berichte (Bericht von KlikAktiv 

«Rumänien missbraucht Rückübernahmeabkommen: Dublin-Fällen droht 

Kettenabschiebung nach Serbien» vom 27. Januar 2023; Asylum Infor-

mation Database AIDA, Country Report: Romania 2021; «Whips, sticks 

and batons: Romanian border police accused of violence against migrants, 

Eurnews» vom 23. September 2020; “Nobody hears you”: Migrants, Refu-

gees Beaten on Balkan Borders, Balkaninsight vom 13. Juni 2019 [alle un-

ter Beschwerden Ziff. 2.a)]) und der vorgebrachten Entscheide eines nie-

derländischen Gerichts (NL22.24529 und NL22.24530 vom 3. Februar 

2023) sowie der von den Beschwerdeführenden geltend gemachten Erleb-

nisse (vgl. E. 6.4) in Rumänien ist nicht davon auszugehen, Rumänien 

verstosse zum heutigen Zeitpunkt systematisch gegen seine vertraglichen 

Verpflichtungen als zuständiger Dublin-Mitgliedstaat im Falle einer Rück-

überstellung von Asylsuchenden. Für eine Änderung der Rechtsprechung 

(zu den Voraussetzungen hierfür siehe BGE 147 V 342 E. 5.5.1 m.w.H.) 

besteht in Würdigung der von den Beschwerdeführenden gemachten 

Äusserungen keine Veranlassung. 

5.3. Unter diesen Umständen ist die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Dublin-

III-VO nicht gerechtfertigt. 

6.  

6.1. Nachfolgend ist zu prüfen, ob die Vorinstanz das Selbsteintrittsrecht 

nach Art. 17 Abs. 1 erster Satz Dublin-III-VO, konkretisiert in Art. 29a 

Abs. 3 AsylV1, zu Recht nicht ausgeübt hat. 

6.2. Rumänien ist Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 

10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche 

oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Ab-

kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, 

SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls zur FK vom 31. Januar 1967 

(SR 0.142.301). Ausserdem wird Rumänien durch die Richtlinien des 

F-3704/2023, F-3708/2023 

Seite 9 

Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 

zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des in-

ternationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom 

26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, 

die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie) gebun-

den. 

6.3. Mangels systemischer Mängel im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO 

kann vermutungsweise davon ausgegangen werden, dass Rumänien sei-

nen völker- und gemeinschaftsrechtlichen Verpflichtungen gegenüber Per-

sonen in der Situation der Beschwerdeführenden nachkommt und insbe-

sondere auch die Rechte respektiert und schützt, die sich aus der Verfah-

rens- und der Aufnahmerichtlinie ergeben. Diese Vermutung kann zwar im 

Einzelfall widerlegt werden; hierfür bedarf es aber konkreter und ernsthaf-

ter Hinweise, die von der betroffenen Person glaubhaft darzutun sind 

(vgl. BVGE 2010/45 E. 7.4 f.; Urteil des BVGer F-651/2023 vom 17. Feb-

ruar 2023 E. 8.2). 

6.4. Die Beschwerdeführenden machen geltend, sie seien beim Grenz-

übertritt von der rumänischen Polizei aufgegriffen und der Beschwerdefüh-

rer 1 anschliessend geschlagen worden. Die Polizisten hätten sie gefilmt, 

und ausgelacht. Da sie sich geweigert hätten, ihre Fingerabdrücke abzu-

geben, seien sie mit 40-45 weiteren Personen eingesperrt worden. Am 

nächsten Tag sei der Beschwerdeführer 1 wieder geschlagen worden. Auf-

grund eines Schlags in die Nierengegend leide er noch immer unter 

Schmerzen und müsse willkürlich urinieren. Er sei von den Behörden ge-

foltert worden und man habe ihm gedroht, ihn nach Syrien zurückzuschi-

cken. Auch sei er eine Nacht lang bei Kälte und Regen in einem Hof fest-

gehalten worden. Die Beschwerdeführerin 2 habe mitansehen müssen, wie 

ihr Bruder zusammengeschlagen wurde, weswegen sie in Ohnmacht ge-

fallen sei. Die Beschwerdeführenden hätten kein Essen und Trinken be-

kommen und ihnen sei der Toilettengang verweigert worden. Die entspre-

chenden Vorwürfe sind ernst zu nehmen. Gleichwohl vermögen die Be-

schwerdeführenden mit diesen Vorbringen nicht rechtsgenügend darzutun, 

die bei einer Rückführung nach Rumänien im Rahmen des Dublin-Verfah-

rens zu erwartenden Bedingungen seien derart schlecht, dass sie zu einer 

Verletzung von Art. 4 der EU-Grundrechtecharta beziehungsweise Art. 3 

EMRK führen könnten. Den Akten sind denn auch keine Gründe für die 

Annahme zu entnehmen, Rumänien werde in ihrem Fall den Grundsatz 

des Non-Refoulement missachten und sie zur Ausreise in ein Land zwin-

gen, in dem Leib, Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 

Abs. 1 AsylG gefährdet wäre oder in dem sie Gefahr laufen würden, zur 

F-3704/2023, F-3708/2023 

Seite 10 

Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden. Insgesamt haben die 

Beschwerdeführenden keine individuellen Umstände geltend gemacht, ge-

stützt auf welche sich die Annahme rechtfertigen würde, Rumänien werde 

ihnen nach einer Überstellung im Rahmen des Dublin-Verfahrens dauer-

haft die ihnen gemäss Aufnahmerichtlinie zustehenden minimalen Lebens-

bedingungen vorenthalten. Bei einer allfälligen vorübergehenden Ein-

schränkung könnten sie sich ausserdem nötigenfalls an die dortigen Be-

hörden wenden und die ihnen zustehenden Aufnahmebedingungen auf 

dem Rechtsweg einfordern (vgl. Art. 26 Aufnahmerichtlinie). 

6.5.  

6.5.1. Bezüglich der gesundheitlichen Aspekte ist festzuhalten, dass eine 

zwangsweise Rückweisung von Personen mit gesundheitlichen Problemen 

nur ausnahmsweise einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK darstellt. Dies ist 

insbesondere dann der Fall, wenn Schwerkranke durch die Rückführung – 

mangels angemessener medizinischer Behandlung im Zielstaat – mit 

einem realen Risiko konfrontiert würden, einer ernsten, raschen und 

unwiederbringlichen Verschlechterung ihres Gesundheitszustands 

ausgesetzt zu werden, die zu intensivem Leiden oder einer erheblichen 

Verkürzung der Lebenserwartung führen würde (vgl. anstatt vieler Urteil 

des BVGer F 3746/2023 vom 11. Juli 2023 E. 6.4 unter Verweis auf das 

Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte [EGMR] 

Paposhvili gegen Belgien vom 13. Dezember 2016, Grosse Kammer, 

41738/10, §§ 180–193; letzteres bestätigt durch Urteil des EGMR Savran 

gegen Dänemark vom 7. Dezember 2021, Grosse Kammer, 57467/15, 

§§ 121 ff.). 

6.5.2. Der Beschwerdeführer 1 macht in seiner Beschwerde geltend, seit 

den Schlägen in Rumänien grosse Probleme mit dem Urinieren zu haben. 

Auch habe er dreimalig Ohnmachtsanfälle erlitten und psychisch gehe es 

ihm gar nicht gut. Er habe sogar in der Schweiz Angst vor Polizisten. Er 

kämpfe oft mit Suizidgedanken und obwohl er mehrfach um Betreuung 

gebeten habe, habe er keinen Psychotherapeuten sprechen können. Im 

Konsultationsbericht des Beschwerdeführers 1 vom 30. Juni 2023 der 

docstation – Gesundheitszentrum Stettbach (nachfolgend: docstation) wird 

von subjektiv verstärktem Harndrang berichtet. Die Konsultation fand 

gemäss Kurzbericht vom 30. Juni 2023 am 22. Juni 2023 statt und erfolgte 

auf Zuweisung der Medic-Help vom 15. Juni 2023 (beide Beilage zu 

BVGer-act. 1). Gemäss diesem Zuweisungsschreiben leide der 

Beschwerdeführer 1 an einer Pollakisurie unklarer Genese ohne 

Schmerzen beim Wasserlösen und an einer depressiven Episode, wofür er 

Medikamente erhalten habe. Er habe von psychischen Problemen 

F-3704/2023, F-3708/2023 

Seite 11 

berichtet und wolle einen Psychologen sprechen. Ausserdem leide er an 

Nackenschmerzen. Die Überweisung an und Behandlung durch einen 

Spezialisten hielt der behandelnde Arzt nicht für angezeigt. Den anlässlich 

der Vernehmlassung eingeholten und dieser beigelegten Auskünften zum 

medizinischen Sachverhalt vom 11. und 15. August 2023 (BVGer-act. 6) ist 

zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer 1 um Schlafmedikamente und 

um einen Termin beim Psychologen gebeten habe. Er sei 

niedergeschlagen und habe Mühe mit der Ungewissheit, wie es mit ihm 

weitergehe. Da nur notfallmässige psychiatrisch-psychologische 

Interventionen angesetzt werden könnten, sei bislang keine 

psychologische Konsultation angesetzt worden. Suizidgedanken habe er 

zu keinem Zeitpunkt geäussert. Auch im Kurzbericht vom 26. Juli 2023 auf 

das Zuweisungsschreiben der Medic-Help vom 24. Juli 2023 hin (Beilage 

zu BVGer-act. 6) wurde die Überweisung an einen Spezialisten für nicht 

angezeigt beurteilt und der im Juni 2023 noch dokumentierte subjektiv 

verstärkte Harndrang mit keinem Wort mehr erwähnt. Die Laborwerte 

sowie die Leberwerte vom 27. Juli 2023 waren unauffällig und es 

bestanden keine Hinweise auf eine Augenentzündung. Der Triplik vom 

1. Dezember 2023 (BVGer-act. 14) war die Anordnung der docstation für 

eine psychologische Psychotherapie vom 27. September 2023 beigelegt. 

Seither haben die fachkundig vertretenen Beschwerdeführenden keine 

weiteren medizinischen Unterlagen mehr eingereicht, was bei relevanten 

Neuerungen – trotz des zwischenzeitlich abgeschlossenen 

Schriftenwechsels – zu erwarten gewesen wäre. 

6.5.3. Die Beschwerdeführerin 2 bringt zu ihrem Gesundheitszustand vor, 

sie leide an einem noch unbehandelten, stark juckenden Hautausschlag 

und es gehe ihr psychisch nicht gut. Auch sie habe panische Angst vor 

Polizisten. Sie habe sich deswegen zweimal beim Gesundheitsdienst im 

«Camp» (gemeint ist das Bundesasylzentrum Dübendorf) gemeldet, habe 

jedoch keinen Termin erhalten. Gemäss Sprechstundenbericht vom 

15. Juni 2023 litt die Beschwerdeführerin 2 an vaginalem Juckreiz (BVGer-

act. 1). Im Zusammenhang mit der von ihr geschilderten Depression und 

den Schlafstörungen seien ihr gemäss Auskunft des Gesundheitsdiensts 

zum medizinischen Sachverhalt vom 11. August 2023 zwei rezeptfreie Prä-

parate abgegeben worden und sie sei aufgefordert worden, sich nach einer 

Woche erneut beim Gesundheitsdienst zur Evaluation zu melden. Dieser 

Aufforderung sei sie aber nicht nachgekommen. Für die Beschwerdeführe-

rin 2 liegen keine weiteren ärztlichen Berichte vor. 

6.5.4. Die Abklärungen der Vorinstanz vom 21. Juni 2023 (SEM-act. 19/1 

und 18/1) und die eingeholten Auskünfte zum medizinischen Sachverhalt 

F-3704/2023, F-3708/2023 

Seite 12 

vom 11. und 15. August 2023 (BVGer-act. 6) bestätigen die genannten 

Befunde. Weitere gesundheitliche Einschränkungen – insbesondere im 

Zusammenhang mit den geltend gemachten Ohnmachtsanfällen und der 

Suizidalität des Beschwerdeführers 1 – sind nicht aktenkundig. Die 

Vorinstanz hat den Gesundheitszustand der Beschwerdeführenden 

ausreichend abgeklärt, sodass sie sich ein hinreichendes Bild machen und 

über die Zulässigkeit der Wegweisung nach Rumänien sowie über die 

Anwendung der Souveränitätsklausel befinden konnte. Von zusätzlichen 

medizinischen – namentlich psychiatrischen und nephrologischen – 

Abklärungen wären nach dem Gesagten keine rechtserheblichen neuen 

Erkenntnisse zu erwarten gewesen, weshalb seitens der Vorinstanz keine 

Veranlassung bestand, weitere Abklärungen vorzunehmen (zur 

antizipierten Beweiswürdigung vgl. BGE 141 I 60 E. 3.3; 136 I 229 E. 5.3). 

Die vorgebrachten gesundheitlichen Beschwerden der 

Beschwerdeführenden sind nicht von derartiger Schwere (vgl. E. 6.5.1), 

dass sie für den Fall einer Überstellung nach Rumänien eine drohende 

Verletzung von Art. 3 EMRK zu begründen vermöchten. Folglich verstösst 

eine Überstellung nach Rumänien auch mit Blick auf den 

Gesundheitszustand der Beschwerdeführenden nicht gegen Art. 3 EMRK, 

zumal Rumänien über eine ausreichende medizinische Infrastruktur 

verfügt (vgl. Urteil des BVGer E-1592/2023 E. 6.4.3 m.w.H.) und die Dublin-

Überstellungsmodalitäten vom 21. Juni 2023 (SEM-act. 21/1 und 19/1) 

über die genannten Befunde informieren und im Falle des 

Beschwerdeführers 1 die Einholung eines Arztberichts anordnen. Der 

Beschwerdeführer 1 wird in Rumänien demnach grundsätzlich eine 

ambulante psychiatrische und/oder psychologische Behandlung in 

Anspruch nehmen können (vgl. Urteile des BVGer E-5168/2022 vom 

13. Februar 2023 E. 6.2.3; F-1880/2023 vom 5. Juli 2023 E. 5.2). 

6.6. Gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts verfügt die Vorinstanz 

bei der Anwendung der Kann-Bestimmung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 

über einen Ermessensspielraum (vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.). Die angefoch-

tene Verfügung ist unter diesem Blickwinkel nicht zu beanstanden; insbe-

sondere sind den Akten keine Hinweise auf einen Ermessensmissbrauch 

oder ein Über- respektive Unterschreiten des Ermessens zu entnehmen. 

Das Gericht enthält sich deshalb in diesem Zusammenhang einer weiteren 

Überprüfung. 

6.7. Es liegen somit weder völkerrechtliche Vollzugshindernisse vor, wel-

che die Schweiz zum Selbsteintritt verpflichten würden, noch bestehen 

Rechtsfehler bei der Ermessensbetätigung. Es besteht folglich kein Grund 

F-3704/2023, F-3708/2023 

Seite 13 

für einen Selbsteintritt der Schweiz gemäss Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 in Ver-

bindung mit Art. 17 Dublin-III-VO. 

7.  

Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass es sich bei der in 

der Schweiz lebenden Schwester (N […]) der Beschwerdeführenden we-

der um eine Familienangehörige im Sinne von Art. 9 Dublin-III-VO in Ver-

bindung mit Art. 2 Bst. g Dublin-III-VO handelt, noch ein Abhängigkeitsver-

hältnis im Sinne von Art. 16 Abs. 1 Dublin-III-VO ersichtlich ist und dies 

auch nicht geltend gemacht wird, weshalb ein Übergang der Zuständigkeit 

auf die Schweiz aufgrund der genannten Bestimmungen nicht in Betracht 

kommt. 

8.  

Nach den obigen Darlegungen (E. 6) erscheint es auch nicht angezeigt, die 

Vorinstanz im Sinne des Subeventualantrags dazu zu verpflichten, von den 

rumänischen Behörden vor einer Überstellung individuelle Zusicherungen, 

namentlich bezüglich Obdach, Nahrung und einer adäquaten, regelmässi-

gen medizinischen sowie psychologischen Behandlung einzuholen. 

9.  

Die Vorinstanz ist daher zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b 

AsylG auf die Asylgesuche der Beschwerdeführenden nicht eingetreten. 

Da die Beschwerdeführenden nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts- 

oder Niederlassungsbewilligung sind, wurde die Überstellung nach Rumä-

nien in Anwendung von Art. 44 AsylG ebenfalls zu Recht angeordnet 

(Art. 32 Bst. a AsylV 1). Nach dem Gesagten sind die Beschwerden abzu-

weisen. 

10.  

Angesichts der offenkundig engen familiären Beziehung der Beschwerde-

führenden 1 und 2 ist die Vorinstanz anzuweisen, im Rahmen der Überstel-

lungsmodalitäten dafür zu sorgen, dass diese gemeinsam überstellt wer-

den. 

11.  

Der am 3. Juli 2023 verfügte Vollzugsstopp und die mit Zwischenverfügung 

vom 6. Juli 2023 erteilte aufschiebende Wirkung fallen mit dem vorliegen-

den Urteil dahin. 

 

F-3704/2023, F-3708/2023 

Seite 14 

12.  

12.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich 

den Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Nachdem 

aber mit Zwischenverfügung vom 6. Juli 2023 die unentgeltliche Prozess-

führung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG gewährt wurde, sind keine Verfah-

renskosten zu erheben. 

12.2. Mit Zwischenverfügung vom 15. November 2023 wurde den Be-

schwerdeführenden auf deren Antrag gestützt auf Art. 102m Abs. 1 Bst. a 

AsylG die rubrizierte Rechtsvertretung als amtliche Rechtsbeiständin bei-

geordnet, nachdem die ihnen nach Art. 102h AsylG zugewiesene Rechts-

vertretung die Mandate am 23. Juni 2023 niedergelegt hatte. Der amtlichen 

Rechtsbeiständin ist zu Lasten des Gerichts ein amtliches Honorar auszu-

richten. Dieses ist auf Grundlage der massgebenden Bemessungskriterien 

auf Fr. 400.– festzusetzen (Art. 9 ff. und namentlich Art. 10 Abs. 2 des Reg-

lements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor 

dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der Betrag ist von 

den Beschwerdeführenden zurückzuerstatten, sollten sie später zu hinrei-

chenden Mitteln gelangen. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

F-3704/2023, F-3708/2023 

Seite 15 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerden werden abgewiesen.  

2.  

Die Vorinstanz wird angewiesen, im Rahmen der Überstellungsmodalitäten 

dafür zu sorgen, dass die Beschwerdeführenden gemeinsam überstellt 

werden. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.  

Der amtlichen Rechtsbeiständin wird zu Lasten der Gerichtskasse ein Ho-

norar von Fr. 400.– zugesprochen. 

Gelangen die Beschwerdeführenden später zu hinreichenden Mitteln, so 

haben sie diesen Betrag dem Bundesverwaltungsgericht zurückzuerstat-

ten. 

5.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die kanto-

nale Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Sebastian Kempe Aisha Luisoni 

 

 

Versand: