# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bdde01d6-7ab9-52d7-9256-fd7673ee9db0
**Source:** Appenzell Innerrhoden (AI)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-08-26
**Language:** de
**Title:** Appenzell Innerrhoden Bezirksgericht 26.08.2025 (publiziert) V 16-2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AI_Aktuell/AI_BZG_001_V-16-2024_2025-08-26.pdf

## Full Text

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 IVG-Beschwerde  

 
Wenn der Versicherungsträger der zu begutachtenden Person den Namen der sachverstän-
digen Person vor Begutachtung bekannt gibt und innert zehn Tagen keine Ablehnung erfolgt, 
erfolgen Einwendungen gegen eine Gutachterperson erst anlässlich der Beschwerde zu spät 
(Art. 44 Abs. 2 ATSG). 
 
Weder eine im Vergleich zu früheren ärztlichen Einschätzungen von zwei die Beschwerdefüh-
rerin behandelnden Psychiater ungleich attestierte Arbeitsunfähigkeit noch eine unterschiedli-
che diagnostische Einordnung des geltend gemachten Leidens genügt, um auf einen geän-
derten Gesundheitszustand zu schliessen; notwendig ist vielmehr eine veränderte Befundlage. 
 
 
 
Erwägungen: 

I. 

 

1. 
1.1. A., geboren 1979, meldete sich erstmals am 26. November 2011 wegen Depression und 

Ängsten seit ca. 2007 zur Ausrichtung einer IV-Rente an.  
 
1.2. Die IV-Stelle Appenzell I.Rh. beauftragte am 30. März 2012 Dr. med. B. mit einer medi-

zinischen Abklärung von A. Am 5. September 2012 reichte Dr. med. B. das psychiatri-
sche Gutachten ein. Er gab an, es könne keine psychiatrische Diagnose (z.B. Depres-
sion oder Angststörung) gestellt werden. Die Arbeitsfähigkeit sei darum aus psychiatri-
scher Sicht nicht eingeschränkt. Es hätten sich im Rahmen der Untersuchung keine Hin-
weise für das Vorliegen einer organischen, einschliesslich einer symptomatischen psy-
chischen Störung, einer neurotischen, Belastungs- oder somatoformen Störung gefun-
den. Weder in den Akten noch bei der Anamnese oder in der aktuellen Untersuchung 
hätten sich irgendwelche Hinweise gefunden, die für das Vorliegen einer Persönlich-
keitsstörung sprechen würden. 

 
1.3. Die IV-Stelle Appenzell I.Rh. wies mit Verfügung vom 30. Januar 2013 das Leistungsbe-

gehren von A. ab. So liege der Invaliditätsgrad unter 40% und die medizinische Abklä-
rung hätte zudem ergeben, dass sie ab 1. Juni 2012 wieder voll erwerbsfähig sei. 

 
2. A. meldete sich am 25. August 2017 erneut zur Ausrichtung einer IV-Rente an, diesmal 

wegen Depressionen, Nervosität, Angst- und Panikattacken.  
 
3. Die IV-Stelle Appenzell I.Rh. wies mit Vorbescheid vom 14. Juli 2020 das Leistungsbe-

gehren ab. Es bestehe kein Anspruch auf eine Invalidenrente. 
 
4.  Die damalige Rechtsvertreterin von A. erhob mit Schreiben vom 20. Oktober 2020 Ein-

wand und reichte am 27. November 2020 die Begründung nach.  
 
5. 
5.1. Die IV-Stelle Appenzell I.Rh. gab am 8. September 2022 ein interdisziplinäres Gutachten 

in Auftrag.  
 
5.2. Die SMAB AG Bern führte die interdisziplinäre Begutachtung durch und reichte der IV-

Stelle Appenzell I.Rh. am 4. Januar 2023 das Gutachten ein.  
 

 

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 Die Gutachter stellten keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit der letz-
ten Tätigkeit. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit der letzten Tätigkeit wurden Dys-
thymia (ICD-10:F34.1; chronische, mehrere Jahre andauernde depressive Verstim-
mung, welche vieles gemeinsam mit den Konzepten der depressiven Neurose habe und 
die in Bezug auf ihr eigentliches Ausmass die Kriterien einer rezidivierenden depressiven 
Störung nicht erfülle, obwohl einzelne depressive Episoden von leichter Ausprägung 
durchaus vorkommen könnten), Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Le-
bensbewältigung (lCD-10: 273) im Sinne einer Akzentuierung von Persönlichkeitszügen 
mit asthenischer sowie partiell emotional instabiler Komponente, psychische und Ver-
haltensstörungen durch Tabak, Abhängigkeitssyndrom - ständiger Substanzgebrauch 
(ICD-10: F17.25), aktenanamnestisch eine rezidivierende depressive Störung (ICD-10: 
F33), gegenwärtig komplett remittiert, diffuse muskuloskelettale Schmerzen ohne Hin-
weise für eine orthopädisch-traumatologische oder rheumatologische Gesundheitsstö-
rung oder Erkrankung sowie Adipositas Grad I (BMI 34.8 kg/m2) diagnostiziert (S. 6, 32 
und 33). Eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1) schlossen die Gut-
achter aus. 

 
 Hinweise auf eine Persönlichkeitsstörung entsprechend den diesbezüglich seitens der 

lCD-10 definierten Kriterien hätten sich nicht offenbart, wohl aber auf eine Akzentuierung 
von Persönlichkeitszügen mit asthenischer sowie partiell emotional instabiler Kompo-
nente. ln körperlicher Hinsicht seien der Versicherten vor dem Hintergrund ihrer subjek-
tiven Beschwerdesymptomatik leichte bis mittelschwere Arbeiten zumutbar, weitere Ein-
schränkungen hingegen seien nicht zu begründen. Als positive Ressourcen seien ein 
gut gefestigtes soziales Umfeld von enger familiärer Verbundenheit, eine aktive Alltags-
gestaltung sowie nachhaltige Erfahrungen im Rahmen einer mehrjährig aktiv ausgeüb-
ten Berufstätigkeit zu benennen. Fachübergreifend hätten keine relevanten Einschrän-
kungen der Arbeitsfähigkeit identifiziert werden können. Diese sei derzeit sowohl in Be-
zug auf die bisherige als auch eine etwaig angepasste Tätigkeit vollumfänglich erhalten 
(Arbeitsunfähigkeit 0%). Es habe zu keinem Zeitpunkt eine länger dauernde Einschrän-
kung der Arbeitsfähigkeit bestanden. 

 
 Die Einschätzung des die Versicherte ambulant behandelnden Arztes C. vom 11. März 

2021 im Sinne der Präsenz einer bereits «seit Anfang der 90er-Jahre» «auf einem 
schwergradigen Niveau» anhaltenden und «inzwischen chronifizierten» rezidivierenden 
depressiven Störung werde nicht geteilt. Dies unter anderem vor dem Hintergrund einer 
nachweislich bewussten Beschwerdeakzentuierung bei zugleich vorliegender, das sich 
jeweils phänotypisch darstellende psychopathologische Zustandsbild richtungsweisend 
verfälschender, neurotischer Begleitkomponente. 

 
 Der Plasmaspiegel des Wirkstoffs Escitalopram (Antidepressivum mit additivem Wirkef-

fekt bei Angst-, Zwangs- und Panikstörungen) habe sich innerhalb, die der Präparate 
Solian (Neuroleptikum zur Behandlung schizophrener Störungen) und Quetiapin (Neu-
roleptikum mit sedativer und affektiv stabilisierender Komponente) unterhalb des zu er-
wartenden Messbereichs bzw. der Bestimmungsgrenze befunden, sodass zumindest 
anteilig von einer bestenfalls unregelmässigen Einnahme habe ausgegangen werden 
müssen. Bei der neuropsychologischen Erhebung erwiesen sich die Ergebnisse eines 
gut standardisierten Leistungsvalidierungsverfahrens (Tombaugh, 1996) als auffällig. 
Sämtliche Werte seien im Zufallsbereich gelegen. Darüber hinaus zeigten sich lnkonsis-
tenzen zwischen der klinischen Beobachtung und der allgemeinen Testdiagnostik, für 
deren Resultate keine ausreichenden ätiologischen Faktoren hätten identifiziert werden 
können und welche sich auch durch die in den Akten beschriebene «rezidivierende de-
pressive Störung» nicht hätten erklären lassen. ln der Gesamtschau aller verfügbaren 
Informationen und in Anlehnung an den Entscheidungsalgorithmus von Sherman et al. 
(2020) sei eine Aggravationstendenz von Beschwerden und Symptomen unter der 

 

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Voraussetzung als wahrscheinlich anzunehmen, insoweit die bezeichneten Auffälligkei-
ten nicht vollständig durch eine schwere, mit einer kognitiven Beeinträchtigung verbun-
dene psychiatrische, neurologische oder andere medizinische Störung hätten erklärt 
werden können. Da zusammenfassend von nicht-authentischen kognitiven Befunden 
auszugehen gewesen sei, habe sich eine adäquate Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aus 
neuropsychologischer Sicht als nicht möglich erwiesen. Ein im Rahmen der klinisch-psy-
chiatrischen Untersuchung durchgeführter standardisierter Beschwerdevalidierungstest 
[SRSI «Self-Report Symptom Inventory»] habe, bei alIseits hochauffälligen Parametern, 
den faktischen Beweis einer nicht-authentischen Beschwerdeschilderung erbracht. 

 
 Es habe sich der zweifelsfreie Eindruck des Bestehens von Problemen mit Bezug auf 

Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung (ICD-10: 273) im Sinne einer Akzentuierung 
von Persönlichkeitszügen mit asthenischer sowie partiell emotional instabiler Kompo-
nente, jedoch nicht im pathologischen Ausmass einer entsprechenden Störungsspezifi-
tät gemäss den Vorgaben im Katalog der lCD-10 ergeben. Die Versicherte erfülle die 
Kriterien für eine spezifische Persönlichkeitsstörung nicht.  

 
 Die Angaben der Versicherten wirkten im Rahmen ihrer durch verschiedene neurotische 

Faktoren beeinflussten Primärpersönlichkeitsstruktur aus klinischer Sicht erheblich über-
lagert von einem ausgeprägt subjektiv determinierten Bewertungshorizont im Ausmass 
eines bewussten Verdeutlichungsbestrebens und deshalb wenig plausibel. Diese Ein-
schätzung sei durch hochauffällige Resultate in den testpsychologisch durchgeführten 
standardisierten Leistungsvalidierungsverfahren gestützt worden. Darüber hinaus habe 
in Anbetracht der sich labortechnisch aufzeigenden Befunde der begründete Verdacht 
auf eine zumindest anteilig unregelmässige Medikamenteneinnahme erhoben werden 
müssen, so dass die Präsenz eines authentischen Leidensdrucks als unwahrscheinlich 
erachtet worden sei. 

 
 Eine rezidivierende depressive Störung (ICD-10: F33) habe sich bestätigen lassen, wäh-

rend die Angststörung (ICD-10: F41.1) nicht in ausreichender Form erfüllt gewesen sei. 
Eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1) habe ausgeschlossen wer-
den können. Die durchschnittliche Dauer einer unbehandelten posttraumatischen Belas-
tungsstörung umfasse gemäss der internationalen Literatur einen Zeitraum von etwa 64 
Monaten. Nur selten erfolge der Übergang in eine andauernde Persönlichkeitsänderung 
nach Extrembelastung (ICD-10: F62.0), für die es im hier vorliegenden Fall keine rich-
tungsweisenden Anzeichen gebe. 

 
 Im Vergleich zur medizinischen Aktenlage, die der massgeblichen Verfügung vom 

30. Januar 2013 zugrunde gelegen habe, habe sich keine Veränderung des Gesund-
heitszustandes ergeben und es bestehe auch aktuell uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. 

 
6.  Die IV-Stelle Appenzell I.Rh. wies mit Vorbescheid vom 8. August 2023 das Leistungs-

begehren erneut ab. 
 
7.  Gegen diesen Vorbescheid erhob A. am 24. August 2023 mündlich und ihr Rechtsver-

treter mit Eingabe vom 18. Oktober 2023 schriftlich begründet Einwand. 
 
8.  Die IV-Stelle Appenzell I.Rh. wies mit Verfügung vom 26. September 2024 das Leis-

tungsbegehren von A. ab.  
 
 So mache die Beschwerdeführerin geltend, ihr behandelnder Arzt bescheinige in seinem 

Bericht vom 12. Oktober 2023 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit und zähle diverse 
Diagnosen auf. Die Gutachter hätten hingegen über eine Einschätzung des behandeln-
den Arztes C. verfügt, wo er ebenfalls eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiere. Es 

 

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seien Untersuchungen vorgenommen worden, welche zwar gesundheitliche Einschrän-
kungen belegten, aber keine solchen mit Einfluss auf die Erwerbsfähigkeit, weder kör-
perlich noch psychisch. Das Gutachten bescheinige, dass A. in der Lage sei, der bishe-
rigen Tätigkeit im Vollpensum nachzugehen. Es liege somit keine Invalidität vor.  

 
9.  Gegen diese Verfügung reichte der Rechtsvertreter von A. (folgend: Beschwerdeführe-

rin) am 24. Oktober 2024 beim Kantonsgericht, Abteilung Verwaltungsgericht, Be-
schwerde ein und stellte die Rechtsbegehren, die Verfügung sei aufzuheben und ihr sei 
ab 25. August 2017 eine ganze IV-Rente auszurichten, eventualiter sei ein erneutes 
ärztliches Gutachten einzuholen in Bezug auf neu diagnostizierte Krankheiten, insbe-
sondere betreffend die posttraumatische Belastungsstörung (ICD-11: 6b41). Gleichzeitig 
reichte er den an die Beschwerdeführerin zuhanden ihres Rechtsvertreters adressierten 
Bericht von Dr. med. D., Klinik E., vom 21. Oktober 2024 ein. 

 
 In diesem Bericht führte Dr. med. D. an, die Patientin sei vom 23. September 2008 bis 

9. Februar 2020 bei der Klinik E. in ambulanter psychiatrisch-psychotherapeutischer Be-
handlung gestanden. Am 19. Oktober 2023 habe die Patientin die ambulante psychiat-
risch-psychotherapeutische Behandlung erneut bei ihrer Klinik aufgenommen, nachdem 
sie über drei Jahre von C. behandelt worden sei. Initial seien sie in diagnostischer Hin-
sicht von einer depressiven Episode, vorbestehender generalisierter Angststörung sowie 
intermittierenden dissoziativen Sensibilitäts- und Empfindungsstörungen ausgegangen. 
Mittlerweile könne bei der Patientin nach mehrmaligen depressiven Episoden in unter-
schiedlichem Symptomausmass von einer rezidivierenden depressiven Störung ausge-
gangen werden. Die im therapeutischen Setting weiterhin erhobenen anamnestischen 
Angaben über die traumatischen Lebensereignisse sowie dominante Symptome und 
Krankheitsverlauf deuteten auf eine komplexe posttraumatische Belastungsstörung hin, 
weshalb sie ihre Diagnose anstatt einer kombinierten Persönlichkeitsstörung auf eine 
komplexe posttraumatische Belastungsstörung revidieren müssten. Die Patientin habe 
insbesondere während der ersten Ehe wiederkehrende massive traumatische Ereig-
nisse erlebt und bereits 2008 habe sie über Albträume und dissoziative Symptome, die 
er leider damals nicht auf die posttraumatische Symptomatik zurückgeführt habe, unter 
anderem, weil erst nach ICD 11 eine komplexe posttraumatische Belastungsstörung als 
eigentliche Krankheit anerkannt worden sei. Der weitere Krankheitsverlauf sei jedoch 
geprägt gewesen durch anhaltende Wahrnehmung der potenziell bedrohenden Lebens-
situationen (übermässige Wachsamkeit und Schreckhaftigkeit), anhaltende und tiefgrei-
fende Störungen der Emotionsregulation mit ausgeprägter Affektlabilität, deutlich nega-
tivem Selbstkonzept mit Minderwertigkeitsgefühlen, Wertlosigkeit, Scham- und Schuld-
gefühlen, Reviktimisierung auch in der gegenwärtigen Ehe mit der totalen Vernachlässi-
gung der eigenen Bedürfnisse und eigener Ansprüche und wiederkehrende massive dis-
soziative Symptomatik sowohl im Sinne der dissoziativen Sensibilitäts- und Empfin-
dungsstörungen als auch Depersonalisationserleben. Damit könne bei der Patientin vor-
dergründig in diagnostischer Hinsicht von einer komplexen posttraumatischen Belas-
tungsstörung (ICD-11: 6b41) ausgegangen werden, die bereits im Gutachtenbericht 
nach ICD 10: ab posttraumatische Belastungsstörung festgestellt, jedoch bei der Beur-
teilung der Arbeitsfähigkeit der Patientin nicht mitberücksichtigt worden sei. Bei der Pa-
tientin könne von einem erheblich chronifizierten Krankheitsverlauf ausgegangen wer-
den und bei schweren Störungen der allgemeinen psychischen Belastbarkeit, allgemei-
ner psychophysischer Ausdauer, der sozialen Fertigkeiten sowie zunehmender emotio-
naler, sozialer und körperlicher Verwahrlosung könne der Patientin keine verwertbare 
Arbeitsfähigkeit auf dem freien Wirtschaftsmarkt attestiert werden. 

 
10.  Die IV-Stelle Appenzell I.Rh. (folgend: Beschwerdegegnerin) reichte am 3. Dezember 

2024 eine Vernehmlassung ein und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Als in-
tegrierenden Bestandteil ihrer Vernehmlassung reichte sie gleichzeitig die 

 

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Stellungnahme von Dr. med. F., Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, 
RAD Ostschweiz, vom 29. November 2024 zur Beschwerdeschrift und zum Arztbericht 
von Dr. med. D. vom 21. Oktober 2024 ein.  

 
 In diesem Bericht hält Dr. med. F. fest, im als Beweis vorgelegten Arztbericht würden 

traumatische Erlebnisse aus den Jahren 1995 bis 2000 als entscheidende Ereignisse 
dargestellt. Die von Dr. med. D. beschriebenen Symptome einer komplexen posttrauma-
tischen Störung seien im Gutachten anamnestisch erwähnt und ausführlich diskutiert 
worden, hätten jedoch in der gutachterlichen Situation und unter Berücksichtigung der 
Aktenlage nicht bestätigt und es hätten keine Hinweise auf das Vorliegen einer PTBS 
festgestellt werden können. Es sei unklar, was Dr. med. D. mit «der totalen Vernachläs-
sigung der eigenen Bedürfnisse» und «der zunehmenden emotionalen, sozialen und 
körperlichen Verwahrlosung» meine, da diese Begriffe in seinem Bericht nicht näher er-
läutert würden. Den vorliegenden Akten sei zu entnehmen, dass die Versicherte sich 
kontinuierlich in hausärztlicher, psychiatrischer sowie alternativmedizinischer Behand-
lung befinde. In keinem der Berichte sei ein mangelnder Pflegezustand, ein unzureichen-
der Ernährungszustand, unpassende Kleidung oder soziale Isolation beschrieben wor-
den. Die Versicherte präsentiere sich in der gutachterlichen Situation in einem guten 
Allgemein- und Pflegezustand und trage angemessene Kleidung und Schuhwerk. Bei 
zwei von vier gutachterlichen Untersuchungen sei die Versicherte von ihrem Sohn be-
gleitet worden, und die Interaktion sei als ungestört beschrieben worden. Die im Arztbe-
richt vom 21. Oktober 2024 erhobenen Befunde seien auch im Gutachten erwähnt wor-
den; der Gutachter sei jedoch zu einer anderen Beurteilung desselben medizinischen 
Sachverhalts aus der Perspektive der Versicherungsmedizin gekommen. Zusammen-
fassend stünden die neuen Befunde im Widerspruch zu den in den Akten vorhandenen 
Befunden (einschliesslich anderer Arztberichte und der Plausibilisierung der Arbeitsfä-
higkeit vom 14. März 2023). Eine rasche Entwicklung der Verwahrlosung seit März 2023, 
die auf eine vor mehr als 20 Jahren stattgefundene Traumatisierung zurückgeführt wer-
den solle, erscheine aus versicherungsmedizinischer Sicht überwiegend unwahrschein-
lich. Dass sich der Zustand der Versicherten seit der Erstellung des Gutachtens durch 
die SMAB AG Bern chronisch verschlechtert habe, könne nicht bestätigt werden. Laut 
der Plausibilisierung der Arbeitsfähigkeit vom 14. März 2023 durch Frau Dr. G., Fach-
ärztin für Psychiatrie, sei eine vorübergehende Arbeitsunfähigkeit festgestellt, prognos-
tisch eine vollständige Arbeitsfähigkeit ab dem 1. September 2023 als möglich erachtet 
worden. Obwohl der Zustand der Versicherten als verschlechtert beschrieben worden 
sei, seien die Behandlungsmethoden nicht intensiviert worden. Die Arzttermine hätten 
weiterhin im Abstand von zwei bis drei Wochen stattgefunden, teilweise mit größeren 
Abständen (z.B. vom 12. Januar bis 30. März 2023, vom 13. April bis 14. Mai 2023 und 
vom 5. Juli 2023 bis 28. September 2023). Es habe keine teilstationären oder stationären 
Behandlungen gegeben. Auch die medikamentöse Therapie sei seit 2018 bis April 2024 
unverändert fortgeführt worden, was bei einer relevanten und anhaltenden Verschlech-
terung des Zustands nicht nachvollziehbar sei. Um die Arbeitsfähigkeit zu beurteilen, 
reiche eine allein ärztlich gestellte Diagnose nicht aus. Die aktuelle Rechtsprechung ver-
lange für die versicherungsmedizinische Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im Rahmen der 
Rentenprüfung die Anwendung eines strukturierten Beweisverfahrens, das durch syste-
matisierte Indikatoren definiert sei. Im Arztbericht von Dr. med. D. vom 21. Oktober 2024 
sei der funktionelle Schweregrad nicht erläutert worden. Die Befunde seien nicht objek-
tiviert worden und stünden im Widerspruch zu anderen in den Akten vorhandenen Arzt-
berichten. Auch im interdisziplinären SMAB-Gutachten vom 4. Januar 2023 hätten die 
erhobenen Befunde aufgrund einer bewussten Tendenz zur Verdeutlichung nicht objek-
tiviert werden können. Zudem entspreche die gestellte Diagnose einer komplexen post-
traumatischen Belastungsstörung nicht den diagnostischen Kriterien. Trotz der angebli-
chen Verschlechterung des Gesundheitszustands sei die Behandlung nicht intensiviert 
worden. Auffällig sei, dass sich der Gesundheitszustand der Versicherten trotz intensiver 

 

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psychiatrisch-psychotherapeutischer und alternativmedizinischer Behandlung sowie an-
tidepressiver Medikation seit Beginn der Arbeitsunfähigkeit zunehmend verschlechtert 
haben solle. Dies sei aus versicherungsmedizinischer Sicht nicht nachvollziehbar. Ge-
mäß den eigenen Angaben der Versicherten im Rahmen der Plausibilisierung der Ar-
beitsfähigkeit vom 14. März 2023 sei beschrieben worden, dass sie ein gutes Verhältnis 
zu ihrem Arbeitgeber gehabt habe und nach einer Besserung in der Lage gewesen sei, 
ihre Arbeit wieder aufzunehmen. Ein Eingliederungsversuch habe jedoch nie stattgefun-
den. In der Persönlichkeitsdiagnostik und hinsichtlich persönlicher Ressourcen zeigten 
sich positive Aspekte wie ein gut gefestigtes soziales Umfeld mit enger familiärer Ver-
bundenheit, eine aktive Alltagsgestaltung sowie nachhaltige Erfahrungen aus einer 
mehrjährigen Berufstätigkeit. Die Versicherte sei in zweiter Ehe verheiratet. Trotz der 
Traumatisierungen in der ersten Ehe sei es ihr gelungen, stabile Beziehungen innerhalb 
der Familie aufzubauen und aufrechtzuerhalten, was gegen eine komplexe posttrauma-
tische Belastungsstörung spreche. Laut den eigenen Angaben der Versicherten im Rah-
men der Plausibilisierung der Arbeitsfähigkeit vom 14. März 2023 beschreibe sie ihren 
zweiten Ehemann als sehr gut zu ihr, was im Widerspruch zu den angegebenen Schwie-
rigkeiten und der totalen Vernachlässigung ihrer eigenen Bedürfnisse stehe. Trotz der 
angegebenen Verschlechterung des Gesundheitszustands führe die Versicherte stabile 
und tragfähige Beziehungen innerhalb der Familie. Es seien keine Konflikte oder Schwie-
rigkeiten am Arbeitsplatz bekannt. Das soziale Umfeld bleibe seit Jahrzehnten unverän-
dert, was aus versicherungsmedizinischer Sicht für gute Ressourcen der Versicherten 
spreche. Die Versicherte gebe an, keine Hobbys zu haben, jedoch gehe sie am Nach-
mittag spazieren und fahre seit mehreren Jahren als Beifahrerin mit dem Auto in ihre 
Heimat. Sie erledige ihre Hausarbeit selbstständig, koche für die Familie zum Mittag- 
und Abendessen und tätige auch die Einkäufe eigenständig. Insgesamt hätten seit 2007, 
dem angeblichen Beginn der Beschwerden, keine versicherungsrelevanten Einschrän-
kungen im privaten Lebensbereich festgestellt werden können. Laut der im Rahmen der 
SMAB-Begutachtung durchgeführten neuropsychologischen Untersuchung sowie in der 
Konsensbeurteilung sei bestätigt worden, dass die Angaben der Versicherten im Rah-
men ihrer durch verschiedene neurotische Faktoren beeinflussten Primärpersönlich-
keitsstruktur aus klinischer Sicht erheblich von einem ausgeprägt subjektiv bestimmten 
Bewertungshorizont geprägt seien, was den Eindruck eines bewussten Verdeutlichungs-
bestrebens erwecke und daher wenig plausibel erscheine. Diese Einschätzung sei durch 
auffällige Ergebnisse in den testpsychologisch durchgeführten standardisierten Leis-
tungsvalidierungsverfahren gestützt worden. Darüber hinaus habe in Anbetracht der la-
bortechnisch festgestellten Befunde der begründete Verdacht auf eine zumindest teil-
weise unregelmässige Medikamenteneinnahme erhoben werden müssen, sodass die 
Präsenz eines authentischen Leidensdrucks als unwahrscheinlich erachtet worden sei. 

 
(…) 
 
III. 
 
1. 
1.1. Die Beschwerdeführerin wirft Fragen zur Unabhängigkeit und Objektivität des Gutach-

tens der SMAB AG Bern vom 4. Januar 2023 auf. So praktiziere der für das psychiatri-
sche Gutachten zuständige Sachverständige Dr. med. H. offenbar üblicherweise in Ham-
burg. Es sei davon auszugehen, dass dieser nur während einer beschränkten Zeit im 
Jahr in der Schweiz als Gutachter tätig sei und sonst keinen weiteren Bezug zur Schweiz 
habe und entsprechend mit den schweizerischen Gepflogenheiten zu wenig vertraut sei. 
Das Vertrauen in die Objektivität und Fairness des Verfahrens könne durch die Tatsache 
beeinträchtigt werden, dass das psychiatrische Gutachten von einem Arzt erstellt wor-
den sei, der sich nicht regelmässig und in der Hauptsache mit den Schweizer Rahmen-
bedingungen auseinandersetze. Dies könne bei der Beschwerdeführerin den Eindruck 

 

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erwecken, dass ihre spezifische Situation nicht angemessen berücksichtigt worden sei. 
Die Schweiz und Deutschland verfügten über unterschiedliche Sozial- und Gesundheits-
systeme, welche sich in der Praxis und in Bezug auf die rechtlichen Rahmenbedingun-
gen stark unterscheiden würden. Diese Unterschiede könnten zu abweichenden Ein-
schätzungen führen, was insbesondere bei IV-relevanten Beurteilungen problematisch 
sein könne. Aufgrund des Auftraggeber-Verhältnisses nicht nur zwischen der IV-Stelle 
und der Gutachterfirma, sondern auch zwischen der Gutachterfirma und dem federfüh-
renden ausländischen Gutachter bestehe zudem die ernstzunehmende Gefahr, dass 
nicht vollständig unabhängig agiert werde. Insbesondere die finanzielle Verbindung 
könnte, bewusst oder unbewusst, eine Voreingenommenheit zugunsten der IV-Stelle er-
zeugen, was im Rahmen eines fairen Verfahrens nicht hinnehmbar sei. 

 
1.2. Die Beschwerdegegnerin erwidert, die Staatsangehörigkeit oder der Ausbildungsort ei-

nes Gutachters hätten keinen Einfluss auf die Qualität oder Verwertbarkeit seines Gut-
achtens, sofern dieses in Übereinstimmung mit den schweizerischen Anforderungen und 
Standards erstellt worden sei. Deutsche Gutachter, die in der Schweiz tätig seien, ver-
fügten in der Regel über eine gleichwertige oder vergleichbare Ausbildung und Erfah-
rung. Der betreffende Gutachter habe die entsprechende Ausbildung. Die Kompetenz 
werde durch den Umstand, dass er aus Deutschland stamme oder sich häufig in 
Deutschland aufhalte, in keiner Weise gemindert. Entscheidend seien die fachliche Ex-
pertise und die Einhaltung der einschlägigen Richtlinien. Es gebe vorliegend keinen 
Grund, an der Kompetenz des Gutachters zu zweifeln. 

 
1.3. Muss der Versicherungsträger zur Abklärung des Sachverhaltes ein Gutachten bei ei-

nem oder mehreren unabhängigen Sachverständigen einholen, so gibt er der Partei de-
ren Namen bekannt. Diese kann innert zehn Tagen aus den Gründen nach Art. 36 Abs. 
1 ATSG Sachverständige ablehnen und Gegenvorschläge machen (Art. 44 Abs. 2 
ATSG). 

 
1.4. Die Beschwerdegegnerin hat der damaligen Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin 

mit Schreiben vom 19. September 2022 mitgeteilt, dass die Begutachtung durch die 
SMAB AG Bern bzw. die Abklärung Psychiatrie und Psychotherapie durch Dr. med. H. 
erfolge. Sie wurde darauf hingewiesen, dass Ausstandsgründe gegen eine oder mehrere 
der genannten Sachverständigen innerhalb zehn Tagen bei der Beschwerdegegnerin 
schriftlich eingereicht werden könnten und sie ohne Rückmeldung davon ausgehe, dass 
sie mit den genannten Gutachtern einverstanden sei. Die Einwendungen des Rechts-
vertreters der Beschwerdeführerin gegen eine der Gutachterpersonen erst anlässlich der 
Beschwerde erfolgen somit zu spät.  

 
 Im Übrigen muss gemäss konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung ein Gutachter 

nicht zwingend über eine FMH-Ausbildung verfügen; verlangt ist eine Fachausbildung, 
die auch im Ausland erworben sein kann (vgl. BGE 137 V 210 E. 3.3.2; Urteile des Bun-
desgerichts 9C_270/2008 vom 12. August 2008 E. 3.3; 8C_646/2012 vom 14. März 2013 
E. 3.2.3; 8C_460/2017 vom 1. Februar 2018 E. 5.5). So handelt es sich bei der Medizin 
um eine internationale Wissenschaft, weshalb dieses Fachwissen und die praktische Er-
fahrung nicht zwingend in der Schweiz erworben worden sein müssen (vgl. Urteil des 
Bundesgerichts 8C_767/2019 vom 19. Mai 2020 E. 3.3.2). Vorliegend wurde die Gut-
achterstelle via SuisseMED@P (Zufallsprinzip) generiert und die interdisziplinäre Ge-
samtbeurteilung kam nach Konsens-Besprechung zwischen den einzelnen Gutachtern, 
unter anderem auch Dr. med. I., welcher die medizinische Verantwortung für das Gut-
achten trägt, zustande. Im Weiteren bestehen keine Anhaltspunkte, dass es dem Gut-
achter Dr. med. H. an der fachlichen Qualität oder an Kenntnissen der hiesigen Lebens-
verhältnisse fehlen könnte, sofern sich diese überhaupt grundsätzlich von denjenigen in 
Deutschland unterscheiden. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin beschränkt 

 

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sich auf pauschal formulierte Einwände, welche sich nicht gegen konkrete Angaben von 
Dr. med. H. im Gutachten richten. Auch macht er weder geltend, dass der Gutachter 
keine Fachausbildung habe, noch legt er dar, worin sich die Sozial- und Gesundheits-
systeme der Schweiz und Deutschland bezüglich der rechtlichen Rahmenbedingungen 
unterscheiden würden. Es bestehen somit keine Zweifel an der Unabhängigkeit und Ob-
jektivität der Gutachter der SMAB AG Bern. 

 
2. 
2.1. Die Beschwerdeführerin macht im Wesentlichen geltend, ihr Krankheitsverlauf sei als 

erheblich chronifiziert zu beurteilen. Ihr behandelnder Arzt, Dr. med. D., gehe heute neu 
davon aus, dass sie unter einer rezidivierenden depressiven Störung leide und die Diag-
nose müsse auf eine komplexe posttraumatische Belastungsstörung (ICD-11: 6b41) re-
vidiert werden, nachdem anfänglich eine kombinierte Persönlichkeitsstörung diagnosti-
ziert worden sei. 

 
 Die Diagnoseänderung lasse sich wie folgt erklären: Gemäss zahlreichen Studien wür-

den die Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung spätestens sieben Jahre 
nach der Traumaexposition auftreten. Ausserdem trete eine posttraumatische Belas-
tungsstörung nach dem Ereignis der aussergewöhnlichen Bedrohung (meistens einma-
lig) auf, was bei der Beschwerdeführerin nicht der Fall gewesen sei. Nach protrahiertem 
Verlauf der posttraumatischen Symptomatik sei man nach ICD:10 von einer andauern-
den Persönlichkeitsänderung ausgegangen, die sich unter anderem mit der emotionalen 
Leere oder Stumpfheit und Meidung der möglichen Retraumatisierungen äussere. Die 
Beschwerdeführerin habe aber unter ausgeprägter Affektlabilität und Reviktimisierung 
gelitten, was diagnostisch nach ICD:10 eher einer Persönlichkeitsstörung habe zugeord-
net werden können. Erst nach ICD:11 hätten die Affektlabilität (Störungen der Affektkon-
trolle) und Reviktimisierung sowie die gravierende Selbstwertproblematik bei mehrmals 
traumatisierten Menschen einer komplexen posttraumatischen Belastungsstörung zuge-
ordnet werden können. Diese komplexe posttraumatische Belastungsstörung sei im Gut-
achten der SMAB AG Bern leider bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht berück-
sichtigt worden. Das Gutachten sei daher fälschlicherweise zum Schluss gekommen, 
dass die Beschwerdeführerin zu 100% arbeitsfähig sei. Tatsache sei, dass der Be-
schwerdeführerin aufgrund ihrer ärztlich diagnostizierten Krankheit keine verwertbare 
Arbeitsfähigkeit auf dem freien Wirtschaftsmarkt attestiert werden könne. Der Gesund-
heitszustand der Beschwerdeführerin habe sich seit der Erstellung des interdisziplinären 
Gutachtens durch die SMAB AG Bern chronisch verschlechtert. Die ärztlich diagnosti-
zierte Krankheit der posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-11: 6b41) müsse bei der 
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit und folglich auch bei der Beurteilung der Ausrichtung 
von IV-Leistungen zwingend berücksichtigt werden. Die Diagnose lasse keinen anderen 
Schluss zu, als dass der Beschwerdeführerin die beantragte IV-Rente zuzusprechen sei.  

 
2.2. Die Beschwerdegegnerin erwidert, das Gutachten SMAB AG Bern habe der Beschwer-

deführerin eine 100%ige Arbeitsfähigkeit ohne Leistungseinschränkung bescheinigt. Der 
RAD habe das Gutachten als verwertbar eingestuft und habe zudem festgehalten, dass 
ein bewusstes Verdeutlichungsbestreben festgestellt worden sei, die Resultate der Tes-
tung hochauffällig gewesen seien und die Befunde des Labors gezeigt hätten, dass die 
Medikamenteneinnahme unregelmässig erfolgt sein müsse. Letzteres weise auf fehlen-
den Leidensdruck hin.  

 
 Das Gutachten der SMAB AG Bern erfülle sowohl die formellen als auch die materiellen 

Anforderungen. Es sei entsprechend den geltenden gesetzlichen und fachlichen Vorga-
ben erstellt worden und sei daher vollumfänglich verwertbar. Die Dokumentation der 
Analyse sowie die Begründung der Schlussfolgerungen seien nachvollziehbar und wi-
derspruchsfrei. Dr. med. F., RAD Ostschweiz, habe sich in ihrer Stellungnahme vom 

 

 9 - 15 

7. März 2023 mit dem Gutachten ausführlich auseinandergesetzt und die Einschätzung 
des Gutachters bestätigt. Die Einschätzung der behandelnden Ärzte hingegen unter-
scheide sich sehr stark von jener der Gutachter und der RAD-Ärztin. Es sei anerkannt, 
dass ein Gutachten aufgrund seiner Objektivität und Unabhängigkeit grundsätzlich einen 
höheren Beweiswert besitze als die Berichte des behandelnden Arztes. Der behan-
delnde Arzt stehe in einem engen, oft therapeutischen Verhältnis zum Patienten, was 
die Neutralität seiner Beurteilung potenziell beeinflussen könne. Hingegen sei der Gut-
achter in seiner Bewertung ausschließlich an die ihm vorliegenden Fakten und medizini-
schen Standards gebunden, was die Verlässlichkeit und Unparteilichkeit seiner Ein-
schätzungen sicherstellten. Es sei daher nicht ungewöhnlich, dass sich die Einschätzung 
der Arbeitsfähigkeit des Gutachters von derjenigen des behandelnden Arztes unter-
scheide. Die grosse Divergenz im vorliegenden Dossier lasse sich zusätzlich mit dem 
festgestellten Aggravationsverhalten der Versicherten erklären.  

 
 Die im Vorbescheidverfahren eingereichten Arztberichte seien wiederum dem RAD vor-

gelegt worden, zudem sei durch diesen ein Echtzeit-Behandlungsbericht eingefordert 
worden. Im Beschwerdeverfahren werde erneut ein Bericht der Klinik E. eingereicht. 
Auch dieser sei Dr. med. F., RAD, vorgelegt worden, welche sich in ihrer Stellungnahme 
vom 29. November 2024 fundiert und detailliert zu den medizinischen Einwänden in der 
Beschwerdeschrift äusserte. Sie halte zusammenfassend an ihrer Einschätzung der vol-
len Arbeitsfähigkeit fest.  

 
2.3. Die Beschwerdeführerin lässt erwidern, sie leide unter einer komplexen posttraumati-

schen Belastungsstörung [ICD-11: 6b41), wie bereits im Bericht vom 21. Oktober 2024 
von Dr. med. D. festgehalten worden sei. Im gleichen Bericht sei festgehalten worden, 
dass der Beschwerdeführerin anlässlich der psychiatrischen Begutachtung durch die 
SMAB AG Bern die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung gestellt wor-
den sei, wobei die Symptome einer postkomplexen posttraumatischen Belastungsstö-
rung im Sinne der ausgeprägten Affektlabilität, Selbstwertproblematik und dissoziativen 
Symptomatik nicht der posttraumatischen Symptomatik zugeordnet worden seien, was 
nach ICD-10 auch fachgerecht nicht möglich gewesen sei. Den behandelnden Ärzten 
könnten aber keine Wissenslücken vorgeworfen werden, weil die oben erwähnte Symp-
tomatik auch bei bekannten Traumatisierungen weder von Dr. med. D. noch von C. di-
agnostisch nach ICD-10 hätte zugeordnet werden können. Erst nach ICD-11 könne die 
Symptomatik - unter Mitberücksichtigung der mehreren sehr traumatischen Lebenser-
eignisse und posttraumatischen Symptome unter Berücksichtigung der jahrelangen 
deutlichen Leistungseinschränkungen der Beschwerdeführerin und sehr eingeschränk-
ten sozialen Kontakten mit zunehmender körperlicher und emotionaler Verwahrlosung - 
einer komplexen posttraumatischen Belastungsstörung zugeordnet werden. Weil die ge-
nannten Begründungen von den RAD-Ärzten offensichtlich bei deren Beurteilung nicht 
mitberücksichtigt worden seien, könne die von Dr. med. D. gestellte Diagnose einer kom-
plexen posttraumatischen Belastungsstörung nur durch eine erneute psychiatrische Be-
gutachtung plausibilisiert und das Leistungsniveau der Beschwerdeführerin inklusive ih-
rer Arbeitsfähigkeit fachgerecht beurteilt werden. 

 
 Gemäss Rücksprache mit Dr. med. D. seien der Beschwerdeführerin die folgenden di-

agnostischen Kriterien einer komplexen posttraumatischen Belastungsstörung festzu-
stellen: (1) Mehrere, wiederkehrende gravierende Gewalterfahrungen mit Reviktimisie-
rung, (2) Jahrelange intrusive Erinnerungen mit ausgeprägter Affektlabilität sowie jahre-
lange Albträume und Schlafstörungen, (3) Jahrelange erhöhte Schreckhaftigkeit, die zur 
Entwicklung einer generalisierten Angststörung geführt habe, (4) Funktionale Beein-
trächtigungen der Leistungsfähigkeit, Unterwerfung und Vernachlässigung der eigenen 
Bedürfnisse in der Familie, (5) Erhebliche jahrelange soziale Rückzugstendenzen, (6) 
Deutlich eingeschränkte emotionale Schwingungsfähigkeit und erhöhte Reizbarkeit, (7) 

 

 10 - 15 

Anhaltendes negatives Selbstbild und (8) Anhaltende Scham-, Schuld- und Versagens-
gefühle. 

 
2.4. Das Gericht stützt sich bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit auf Unterlagen, die von 

ärztlichen und gegebenenfalls auch anderen Fachleuten zur Verfügung zu stellen sind. 
Ärztliche Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu 
nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person 
arbeitsunfähig ist. Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG ein-
geholten, den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechenden Gutachten externer 
Spezialärztinnen und Spezialärzte darf das Gericht rechtsprechungsgemäss grundsätz-
lich vollen Beweiswert zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverläs-
sigkeit der Expertise sprechen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_161/2024 vom 30. Ja-
nuar 2025 E. 5.1). Das Gericht hat zu prüfen, ob das Gutachten für die Beantwortung 
der gestellten Fragen umfassend ist und auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun-
gen beruht, ob es die geklagten Beschwerden berücksichtigt, ob es in Kenntnis und ge-
gebenenfalls in Auseinandersetzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in 
der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die 
Schlussfolgerungen der sachverständigen Person in einer Weise begründet sind, dass 
die rechtsanwendende Behörde sie prüfend nachvollziehen kann, und ob die sachver-
ständige Person nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche ihr die 
Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deutlich 
macht (vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1; Urteil des Bundesgerichts 8C_309/2018 vom 2. Au-
gust 2018 E. 3.1; KIESER, Kommentar ATSG, 2020, Art. 44 N 78). Überzeugungskraft 
ergibt sich namentlich aus der Klarheit der Antworten, deren schlüssiger und für den 
medizinischen Laien nachvollziehbarer Begründung, der Widerspruchslosigkeit und der 
inneren Logik (vgl. RIEMER-KAFKA, Versicherungsmedizinische Gutachten, 3. Auflage, 
2017, S. 35).  

 
 Ein Indiz, welches gegen die Zuverlässigkeit der Expertise spricht, wären Gesichts-

punkte, welche eine behandelnde Arztperson objektiv festgestellt hat, die im Rahmen 
der Begutachtung unerkannt geblieben waren und die geeignet sind, zu einer anderen 
Beurteilung zu führen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_830/2007 vom 29. Juli 2008 
E. 4.3; 8C_204/2021 vom 26. Mai 2021 E. 4.1.5). Die einen längeren Zeitraum abde-
ckende und umfassende Betreuung durch einen behandelnden Arzt vermag oft wertvolle 
Erkenntnisse zu erbringen. Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des the-
rapeutisch tätigen Facharztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestell-
ten fachmedizinischen Experten andererseits lässt es jedoch nicht zu, ein Administrativ- 
oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen 
zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelan-
gen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, 
weil die behandelnden Ärzte wichtige Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutach-
tung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
9C_425/2019 vom 10. September 2019 E. 3.4). 

 
2.5. Im Folgenden ist zu prüfen, ob dem Gutachten der SMAB AG Bern vollumfänglicher 

Beweiswert zugesprochen und darauf abgestützt werden kann. 
 
3. 
3.1. Das Gericht erachtet das interdisziplinäre Gutachten der SMAB AG Bern vom 4. Januar 

2023 als umfassend, schlüssig, überzeugend und begründet. Die Gutachterstelle wurde 
wie bereits erwähnt via SuisseMED@P (Zufallsprinzip) generiert und die Untersuchun-
gen wurden unter Beizug eines Dolmetschers für die bosnische Sprache durchgeführt. 
Die vorliegend massgebliche psychiatrische Untersuchung vom 15. November 2022 
durch Dr. med. H. dauerte von 12.25 bis 13.52 Uhr und die am 9. November 2022 durch 

 

 11 - 15 

lic. phil. J. erfolgte neuropsychologische Untersuchung dauerte von 14.05 bis 17.15 Uhr. 
Auch beruhen die Teilgutachten auf allseitigen Untersuchungen wie systemische, bio-
graphische, soziale und Familienanamnese, Laboruntersuchungen vom 15. November 
2022 (Anhang), graphische Darstellung der neuropsychologischen Befunde (Anhang) 
und Messblätter der Wirbelsäule und der oberen Gliedmassen (Anhang), und sie wurden 
in Kenntnis der Vorakten abgegeben. Die Gutachter hielten die objektiven Befunde und 
die geklagten Beschwerden fest. Sie haben sich mit früheren Einschätzungen anderer 
Ärzte auseinandergesetzt. Schliesslich wurden sämtliche Fragen der Beschwerdegeg-
nerin und des RAD sowie die damalige Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin be-
antwortet. Im Übrigen hat die Beschwerdeführerin das Gutachten der SMAB AG Bern 
nicht substantiiert kritisiert. Das Gutachten ist somit überzeugend und schlüssig. 

 
3.2. Nachfolgend ist zu prüfen, ob den Berichten der die Beschwerdeführerin behandelnden 

Ärzte, welche nach dem Gutachten der SMAB AG Bern erstellt worden sind, konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit des Gutachten der SMAB AG Bern vom 4. Januar 
2023 zu entnehmen sind bzw. objektive Feststellungen im Rahmen der Begutachtung 
unerkannt geblieben und geeignet sind, zu einer anderen Beurteilung zu führen oder ob 
sich der Gesundheitszustand seit der Begutachtung der Fachärzte der SMAB AG Bern 
im November 2022 bis zur Verfügung vom 26. September 2024 massgeblich verschlech-
tert hat.  

 
 Dabei ist zu berücksichtigen, dass weder eine im Vergleich zu früheren ärztlichen Ein-

schätzungen ungleich attestierte Arbeitsunfähigkeit noch eine unterschiedliche diagnos-
tische Einordnung des geltend gemachten Leidens genügt, um auf einen geänderten 
Gesundheitszustand zu schliessen; notwendig ist vielmehr eine veränderte Befundlage 
(vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_531/2022 vom 23. August 2023 E. 3.2.2; 
8C_247/2022 vom 24. März 2023 E. 3.3.2; 9C_556/2021 vom 3. Januar 2022 E. 6.1; 
8C_121/2021 vom 27. Mai 2021 E. 4.2.2; 8C_703/2020 vom 4. März 2021 E. 5.2.1.1).   

 
4. 
4.1. Dr. med. G., Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Herisau, untersuchte die Beschwer-

deführerin am 10. März 2023, somit rund drei Monate nach der Begutachtung durch die 
SMAB AG Bern, und erstellte am 14. März 2023 ihren Bericht «Plausibilisierung Arbeits-
unfähigkeit». Darin stellte sie die Diagnosen einer Traumafolgestörung aufgrund zahlrei-
cher Traumatas in der Kindheit und 1. Ehe (ICD-F43.1) und rez. depressive Störung 
ggw. mittelgradig mit somatischem Syndrom (F33.11). Eine volle Arbeitsfähigkeit sei ab 
dem 1. September 2023 rein theoretisch und versicherungsmedizinisch denkbar. Aus 
fachärztlicher und psychotherapeutischer Sicht sollten folgende Therapieziele verfolgt 
werden: Fortsetzung der ambulanten fachpsychiatrischen und psychotherapeutischen 
Behandlung im dreiwöchigen Intervall und der Psychopharmaka-Therapie sowie Etab-
lierung der angstlindernden und schlafanstossenden antidepressiven Medikation.  

 
 Zu diesem Bericht äusserte sich Dr. med. F., RAD Ostschweiz, am 27. Juni 2023 dahin-

gehend, als dass sich die Beurteilung auf die subjektiven Angaben der Explorandin, die 
Selbsteinschätzungsfragebogen sowie auf einen eigenen klinischen Eindruck stütze. Die 
beklagte Symptomatik sei kaum objektiviert gewesen. Die Gutachterin verzichte auf eine 
eigene Beurteilung der Funktionseinschränkungen und übernehme die von der Explo-
randin angegebenen Einschränkungen ohne kritische Auseinandersetzung damit. Die im 
Gutachten der SMAB AG vom 4. Januar 2023 nachgewiesenen Verdeutlichungs- und 
Aggravationstendenzen seien nicht berücksichtigt worden. Aus versicherungsmedizini-
scher Sicht seien die Kriterien einer posttraumatischen Belastungsstörung nicht erfüllt. 
Zudem beziehe die Gutachterin psychosoziale Faktoren wie fehlende Sprachkenntnisse 
und fehlende Qualifikationsnachweise in der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit mit ein. Aus 

 

 12 - 15 

Sicht des RAD sei die aktuelle AUF-Beurteilung von Dr. med. G. nicht plausibel und 
nachvollziehbar. 

 
 Die Einschätzung von Dr. med. F., RAD Ostschweiz, welche sich ausführlich mit dem 

Bericht von Dr. med. G. auseinandergesetzt hat, ist nachvollziehbar und überzeugt. Aus 
dem Arztbericht von Dr. med. G. ist zudem keine Verschlechterung erkennbar, erachtet 
sie doch selbst eine volle Arbeitsfähigkeit nach einem halben Jahr nach ihrer Untersu-
chung der Beschwerdeführerin als denkbar. Auch können keine neuen Erkenntnisse 
bzw. Befunde gewonnen werden. 

 
4.2. Dem Bericht des die Beschwerdeführerin behandelnden Arztes C., Facharzt Psychiatrie 

und Psychotherapie, vom 13. April 2023 ist zu entnehmen, die Patientin sei nach wie vor 
schwergradig depressiv, hoffnungslos und leide an Zukunftsängsten. Ausserdem be-
stünden mehrmals täglich auftretende Panikattacken und Angstzustände. Für die nächs-
ten fünf Monate bestehe eine 100% Arbeitsunfähigkeit. Ab dem 1. September 2023 
könne die Patientin wieder zu 100% in ihrer angestammten Tätigkeit als Hotelangestellte 
arbeiten. 

 
 C. erachtete somit eine volle Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin ab 1. September 

2023 als möglich. Entsprechend ist mit diesem Bericht keine Verschlechterung des Ge-
sundheitszustands erkennbar. Ebenfalls können daraus keine neuen Erkenntnisse und 
Befunde gewonnen werden. Vielmehr können die Feststellungen von Dr. med. F., RAD 
Ostschweiz, vom 27. Juni 2023, C. habe auf eine detaillierte Beschreibung der Symp-
tome und Funktionseinschränkungen verzichtet und stattdessen eine Arbeitsunfähigkeit 
postuliert, bestätigt werden. 

 
4.3. C. stellt in seinem Arztbericht vom 14. Mai 2023 die Diagnose schwere depressive Epi-

sode (F32.2) und kombinierte Persönlichkeitsstörung (F61.0). Durch Arbeitsüberlastung 
sei es zu einem schweren depressiven Einbruch seit Herbst 2022 gekommen. Die Pati-
entin sei schwer depressiv. Es bestünden Ein- und Durchschlafstörungen, Tagesmüdig-
keit und Antriebslosigkeit. Die Prognose sei aufgrund des tiefgreifenden Charakters der 
Depression als infant anzusehen. Art und Umfang der gegenwärtigen Behandlung sei 
eine integriert psychiatrische Therapie in wöchentlichem Abstand und die Fortführung 
der Medikation mit Solian 100 mg 0-0-0-1 und Trimipramin 100 mg 0-0-0-1. 

 
 Diesem Arztbericht sind keine konkreten Indizien zu entnehmen, um zu einer anderen 

Beurteilung als derjenigen der Gutachter der SMAB AG Bern zu kommen. Vielmehr wi-
derspricht er den Angaben der Beschwerdeführerin anlässlich ihrer Begutachtung vom 
15. November 2022, seit nunmehr eineinhalb Monaten sei sie aufgrund ihrer Panikatta-
cken - und nicht wegen Arbeitsüberlastung - zu 100% arbeitsunfähig. Die Beschwerde-
führerin war seit Januar 2023 einzig fünf Mal, nämlich am 27. Januar 2023, am 10. Feb-
ruar 2023, am 10. März 2023, am 21. April 2023 und am 24. April 2023, bei C. in Thera-
pie. Ob danach die Therapiesitzungen wöchentlich erfolgt sind, lässt sich den Akten nicht 
entnehmen. Es ist somit nicht nachvollziehbar, weshalb trotz der angeblich erheblichen 
Verschlechterung der psychischen Verfassung keine intensivere Behandlung der Be-
schwerdeführerin erfolgte. 

 
4.4. Auch dem Arztbericht von C. vom 12. Oktober 2023, welcher rund einen Monat nach der 

letzten ärztlichen Kontrolle vom 7. September 2023 erstellt wurde, sind keine neuen Er-
kenntnisse bzw. Verschlechterungen des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin 
zu entnehmen. So führt er einzig an, dass die Patientin nach wie vor schwergradig de-
pressiv und hoffnungslos sei sowie an Zukunftsängsten leide. Ausserdem bestünden 
mehrmals täglich auftretende Panikattacken und Angstzustände. Diese Angaben sind 
identisch mit den Angaben in seinem Arztbericht vom 13. April 2023, somit vor einem 

 

 13 - 15 

halben Jahr. Hinzu kommt, dass diesem Arztbericht die psychiatrischen Befunde und 
Angaben zur Therapie fehlen, welche eine Verschlechterung nachvollziehen liessen.  

 
4.5. Der Bericht von Dr. med. D. vom 17. April 2024 widerspiegelt dessen Angaben, die Be-

schwerdeführerin sei mindestens zweimal im Monat bei ihm in Behandlung gewesen, 
nicht genau: So war sie am 19. Oktober 2023, am 24. Oktober 2023, am 9. November 
2023, am 14. November 2023, am 12. Dezember 2023, am 23. Januar 2024, am 
13. Februar 2024, am 27. Februar 2024 sowie am 19. März 2024 in Therapiesitzungen 
bei Dr. med. D. Somit war die Beschwerdeführerin jedenfalls nicht dauernd mindestens 
zweimal im Monat in dessen Behandlung. Auch liegt die von ihm erwähnte stationäre 
Behandlung im November 2019 rund 4,5 Jahre zurück. Jedoch erwähnt er, dass sich die 
psychische Verfassung der Beschwerdeführerin nachhaltig gebessert habe; die schwer-
wiegenden strukturellen Persönlichkeitsdefizite der Patientin seien immer mehr in den 
Vordergrund gerückt. Diese Aussage der Verbesserung des gesundheitlichen Zustands 
unterstreicht er gar selbst, indem er keine Depression, sondern nur eine depressive Stö-
rung diagnostizierte. Auch rückte er nicht von der bisher erfolgten therapeutischen Be-
handlung, nämlich den ambulanten psychologischen Gesprächen, ab. Dass auf eine In-
tensivierung der Behandlung verzichtet worden ist, spricht ebenfalls gegen eine Ver-
schlechterung des Gesundheitszustands. Mit den gestellten Diagnosen einer rezidivie-
renden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradigen Episode mit somatischen 
Symptomen (ICD-10: F33.11), sowie einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit vor-
dergründig ängstlich-abhängigen Zügen (ICD-10: F61.0) wurden folglich keine wesentli-
chen und dauerhaften Verschlechterungen des Gesundheitszustands der Beschwerde-
führerin festgestellt. Im Vergleich zum Bericht von C. vom 14. Mai 2023, in welchem 
noch die Diagnose einer schweren depressiven Episode (F 32.2) festgehalten wurde, 
wurde damit gar eine Verbesserung aufgezeigt. Die Beurteilung von Dr. med. F., RAD 
Ostschweiz, welche am 7. Mai 2024 angab, im Arztbericht von Dr. med. D. vom 17. April 
2024 seien keine neuen Befunde im Vergleich zum MEDAS Gutachten vom 4. Januar 
2023 beschrieben, sondern die bereits bekannten Befunde seien anders beurteilt wor-
den, ist nachvollziehbar und schlüssig. 

 
4.6. Schliesslich ist der im Beschwerdeverfahren eingereichte Bericht von Dr. med. D. vom 

21. Oktober 2024, in welchem er bei der Beschwerdeführerin die Diagnose von einer 
kombinierten Persönlichkeitsstörung auf eine komplexe posttraumatische Belastungs-
störung revidierte, zu prüfen.  

 
 Zu diesem Bericht nahm Dr. med. F., RAD Ostschweiz, mit Schreiben vom 29. Novem-

ber 2024 Stellung, welcher vollumfänglich zugestimmt werden kann: Es wurde nämlich 
im Gutachten - entgegen den Ausführungen von Dr. med. D. - keine posttraumatische 
Belastungsstörung festgestellt und keine solche Diagnose gestellt, sondern sie wurde 
lediglich thematisiert: So könne eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: 
F43.1) von anhaltender Aktivität, welche einzig im Kurzgutachten von Dr. K., Psychiatrie 
und Psychotherapie, vom 28. Mai 2018 Erwähnung finde, ausgeschlossen werden. In-
wiefern im Unterschied zur Begutachtung durch die SMAB AG Bern eine veränderte ge-
sundheitliche Situation, und nicht nur eine andere Beurteilung derselben gesundheitli-
chen Situation, vorgelegen habe, kann dem Bericht nicht entnommen werden: Die von 
Dr. med. D. aufgeführten Symptome der Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit 
den traumatischen Ereignissen während der ersten Ehe waren bereits im Gutachten der 
SMAB AG Bern beschrieben worden. Er konnte die von ihm erwähnten Befunde mittels 
Testungen auch nicht objektivieren und kritisierte im Übrigen auch die im Gutachten der 
SMAB AG Bern nach erfolgten standardisierten Validierungstests festgestellte Be-
schwerdeakzentuierung und das wahrscheinliche Fehlen eines Leidensdrucks zufolge 
unregelmässiger Medikamenteneinnahme nicht. Auch ist unklar und wird von Dr. med. 
D. nicht erläutert, woraus er die von ihm erwähnte totale Vernachlässigung der 

 

 14 - 15 

Bedürfnisse der Beschwerdeführerin, die zunehmend emotionale, soziale und körperli-
che Verwahrlosung sowie die Reviktimisierung in der gegenwärtigen Ehe ableite: Viel-
mehr schildert die Beschwerdeführerin anlässlich der Begutachtung durch die SMAB AG 
Bern einen geregelten Tagesablauf mit Beginn zwischen 6 und 7 Uhr mit anschliessen-
der Erledigung verschiedener Hausarbeiten, Vorbereiten des familiären Mittagessens 
um 12 Uhr und nachmittäglichen Spaziergängen und Einkäufen, Abendessen um 18 Uhr 
und Zubettgehen um 22 bis 23 Uhr. Auch erzählte sie von einer dreiwöchigen Reise 
nach Bosnien mit dem Auto. Insbesondere sprach sie selbst von ihrem lieben zweiten 
Ehemann, was sie gegenüber Dr. med. G. bestätigte, wonach ihr zweiter Ehemann sehr 
gut zu ihr sei, sie abgöttisch liebe und sie nie emotional verletzt habe. Dies alles spricht 
gegen eine psychische, physische und emotionale Vernachlässigung der Beschwerde-
führerin. Dass sich seit seinem letzten Bericht vom 17. April 2024, in welcher er eine 
nachhaltige Verbesserung der psychische Verfassung der Beschwerdeführerin festhielt, 
der Gesundheitszustand verschlechtert haben solle, macht Dr. med. D. nicht geltend, 
sondern führt gleich selbst wiederum lediglich eine depressive Störung, nicht jedoch eine 
Depression an. Wiederum zeigt er nicht auf, dass eine zwischenzeitlich intensivierte Be-
handlung der Beschwerdeführerin erfolgt sei. 

 
4.7. Die Beschwerdeführerin beruft sich pauschal auf den Arztbericht von Dr. med. D. vom 

21. Oktober 2024, ohne sich mit der Stellungnahme von Dr. med. F., RAD Ostschweiz, 
vom 29. November 2024 auseinanderzusetzen und aufzuzeigen, inwiefern an deren Zu-
verlässigkeit und Schlüssigkeit wenigstens geringe Zweifel bestehen könnten. Es wird 
einzig die eigene Sichtweise dargelegt, wie die medizinischen Akten zu würdigen und 
welche Schlüsse daraus zu ziehen seien. Dies genügt jedoch nicht, die Feststellungen 
der Beschwerdegegnerin zum Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin als unzu-
treffend erscheinen zu lassen. Insbesondere wird die Feststellung von Dr. med. F., RAD 
Ostschweiz, die von Dr. med. D. gestellte Diagnose einer komplexen posttraumatischen 
Belastungsstörung entspreche nicht den diagnostischen Kriterien, nicht in Frage gestellt. 

 
 Den Stellungnahmen von Dr. med. F., RAD Ostschweiz, vom 27. Juni 2023 und 29. No-

vember 2024 ist deshalb zu folgen, wonach sich der Gesundheitszustand der Beschwer-
deführerin seit der Erstellung des Gutachtens durch die SMAB AG Bern nicht chronisch 
verschlechtert hat und die Kriterien einer posttraumatischen Belastungsstörung nicht er-
füllt sind. Im Gegenteil nimmt Dr. med. D. eine andere Beurteilung desselben medizini-
schen Sachverhalts vor bzw. stellt eine andere Diagnose nach ICD 11 für dasselbe Be-
schwerdebild bzw. für dieselben Befunde. Die Intensivierung der Therapie ist den Akten 
nicht zu entnehmen: Einerseits ist die Einnahme der verschriebenen Medikamente nicht 
belegt. Praxisgemäss lässt ein fehlender Medikamentenspiegel hinsichtlich verordneter 
Arzneimittel auf eine mangelnde Compliance und damit einen fehlenden Leidensdruck 
schliessen (vgl. BGE 140 V 260 E. 3.3.3; Urteile des Bundesgerichts 8C_288/2024 vom 
29. Oktober 2024 E. 8.5.1; 8C_317/2024 vom 22. Januar 2025 E. 8.3). Andererseits 
musste sich die Beschwerdeführerin seit 2019 nicht mehr stationär behandeln lassen, 
was ebenfalls gegen eine massgebliche Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes 
spricht. In welchen zeitlichen Abständen die Beschwerdeführerin seit Mai 2024 Thera-
piesitzungen bei Dr. med. D. wahrgenommen hat, wurde weder von diesem noch von 
der Beschwerdeführerin aufgezeigt. Schliesslich wird von der Beschwerdeführerin nicht 
angegeben, dass sie sich seit der Begutachtung durch die SMAB AG Bern in ihrer zwei-
ten Ehe nicht in sicherer Umgebung befindet oder gewisse Ereignisse (wie solche, wel-
che Dr. med. K., Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, in seinem Bericht vom 
28. Mai 2018 schilderte, nämlich der Tod der Schwiegermutter, die Kündigung sowie der 
schwerwiegende Herzinfarkt des Ehemannes, welche das Erleben von Ausgelieferts-
eins, Hilflosigkeit und Ohnmacht reaktiviert hätten) allfällig vorbestehende Traumaerfah-
rungen reaktiviert hätten. Anzeichen für eine komplexe posttraumatische Belastungsstö-
rung sind somit nicht erkennbar. 

 

 15 - 15 

 
 Insgesamt lassen sich den im Recht liegenden Arztberichten der beiden die Beschwer-

deführerin behandelnden Psychiater C. und Dr. med. D. sowie dem Untersuchungsbe-
richt von Dr. med. G. keine neuen medizinischen Aspekte oder Befunde seit der Begut-
achtung durch die SMAB AG Bern entnehmen, die im Rahmen der Begutachtung vom 
November 2022 unerkannt oder ungewürdigt geblieben wären oder die eine massgebli-
che Verschlechterung des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin seit der Be-
gutachtung im November 2022 glaubhaft machen würden. Auf die Einholung eines 
neuen Gutachtens kann somit verzichtet werden.  

 
5. Die Beschwerde ist folglich abzuweisen und die leistungsabweisende Verfügung der IV-

Stelle des Kantons Appenzell I.Rh. vom 26. September 2024 ist zu bestätigen. 
 

 

Kantonsgericht Appenzell I.Rh., Verwaltungsgericht, 
Entscheid V 16-2024 vom 1. April 2025