# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6b5c4e03-ddac-5a8f-aa83-e2d0d578c86a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-01-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.01.2022 E-4074/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4074-2020_2022-01-11.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-4074/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  11 .  J a n u a r  2 0 2 2  

Besetzung 
 Richter Markus König (Vorsitz), 

Richterin Daniela Brüschweiler,  

Richter Lorenz Noli, 

Gerichtsschreiber Nicholas Swain. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,   

amtlich verbeiständet durch Fürsprecher Thomas Wenger,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 13. Juli 2020 / N (…). 

 

 

 

E-4074/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

I. 

A.  

Der Beschwerdeführer – ein aus B._______, Nordprovinz stammender Ta-

mile − reiste am (…) Februar 2017 in die Schweiz ein und stellte am glei-

chen Tag im damaligen Empfangs- und Verfahrenszentrum C._______ ein 

Asylgesuch. Am 15. Februar 2017 fand seine summarische Befragung zur 

Person (BzP) statt.  

B.  

Mit Verfügung vom 10. März 2017 trat das SEM gestützt auf Art. 31a Abs. 1 

Bst. b AsylG (SR 142.31) auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht 

ein und ordnete seine Überstellung in den zuständigen Dublin-Staat  

(Ungarn) an.  

Eine gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde vom 22. März 2017 

hiess das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil E-1753/2017 vom 20. Juni 

2017 gut; es hob die Verfügung der Vorinstanz vom 10. März 2017 auf und 

wies die Sache zur vollständigen Sachverhaltsfeststellung und zu neuer 

Entscheidung an die Vorinstanz zurück. 

C.  

Mit Verfügung vom 4. April 2018 stellte das SEM fest, das Dublin-Verfahren 

werde beendet und das Asylgesuch des Beschwerdeführers in der 

Schweiz geprüft. 

II. 

D.  

Am 3. Oktober 2019 fand eine Anhörung des Beschwerdeführers zu den 

Asylgründen gemäss Art. 29 Abs. 1 AsylG statt. 

E.  

E.a Bei der BzP brachte der Beschwerdeführer zur Begründung seines 

Asylgesuchs vor, sein Schwager, der sich seit etwa sechs Jahren (2011) in 

D._______ aufhalte, sei Mitglied der LTTE (Liberation Tigers of Tamil 

Eelam) gewesen. Die sri-lankische Armee habe von seinem Vater die Aus-

lieferung des Schwagers verlangt, und der Vater habe deshalb regelmässig 

E-4074/2020 

Seite 3 

bei der Armee Unterschrift leisten müssen. Er selber habe sich vom (…) 

2013 bis zum (…) 2015 in E._______ aufgehalten. Etwa zwei Wochen 

nach seiner Rückkehr nach Sri Lanka hätten ihn drei Soldaten von zu 

Hause auf den Polizeiposten in F._______ mitgenommen, und er sei dort 

drei Tage lang festgehalten worden. Am dritten Tag sei sein Vater auf den 

Polizeiposten gekommen, worauf er zwar freigelassen, stattdessen aber 

der Vater festgenommen worden sei. Nach vier Tagen sei dann auch er 

freigelassen worden; dies unter der Auflage, wöchentlich seine Unterschrift 

zu leisten. Er selber sei einen Tag nach seiner Freilassung zu einer Tante 

in G._______ gegangen, wo er sich etwa drei Monate aufgehalten habe 

und von wo aus er dann nach H._______ gegangen sei. Am (…) Juni 2016 

sei er von H._______ aus auf dem Luftweg via I._______ in den J._______ 

und von dort auf dem Landweg in die Türkei gereist. Dort habe er sich etwa 

vier bis fünf Monate aufgehalten und sei danach über Griechenland und 

die sogenannte Balkanroute in die Schweiz weitergereist. 

E.b Im Rahmen der Anhörung gab der Beschwerdeführer ergänzend zu 

Protokoll, er sei im Jahr 2007 von den LTTE zwangsrekrutiert worden und 

habe für sie bis ins Jahr 2009 Arbeiten wie Waschen, Küchendienst und 

Versorgung von Verletzten verrichten müssen. Kurz vor dem Ende des  

Bürgerkriegs sei er bei einer Bombenexplosion verletzt worden und habe 

anschliessend im Spital behandelt werden müssen. Er habe von diesem 

Vorfall immer noch (…). Seine Schwester habe sich im Jahr 2006 ihrem 

Ehemann bei den LTTE-Rebellen angeschlossen, und sie seien bis zum 

Kriegsende bei diesen geblieben. Sein Schwager sei zuerst nach 

D._______ ausgereist und habe später seine Ehefrau (Schwester des Be-

schwerdeführers) nachgeholt. Nach deren Ausreise sei er (Beschwerde-

führer) von Militärpersonen unter Druck gesetzt worden, da sie Informatio-

nen über den Verbleib und die Aktivitäten der Schwester und ihres Ehe-

mannes verlangt hätten. Sein Schwager, der bei den LTTE eine hochran-

gige Position bekleidet und sehr bekannt gewesen sei, habe längere Zeit 

bei seiner Familie gewohnt. Er (Beschwerdeführer) sei aus Angst vor  

diesen Behelligungen 2013 nach E._______ ausgereist. Im Jahr 2015 sei 

er nach Sri Lanka zurückgekehrt, weil er sein Visum nicht habe verlängern 

können. Etwa 20 Tage nach seiner Rückkehr, Ende 2015, seien er und ein 

Freund, als sie zusammen mit dem Motorrad unterwegs gewesen seien, 

von Militärpersonen angehalten worden, weil jemand eine LTTE-Fahne 

aufgehängt gehabt habe. Sie seien beschuldigt worden, für diese Fahne 

verantwortlich zu sein und zusammen mit zehn weiteren Personen fest-

genommen und ins Armee-Camp in F._______ gebracht worden. Dort 

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Seite 4 

seien sie während dreier Tage inhaftiert und mit verbundenen Augen ver-

hört und geschlagen worden. Nachdem sein Vater von ihrer Festnahme 

erfahren habe, habe er sich beim Armee-Camp nach ihm erkundigt, jedoch 

habe die Armee seine Festnahme abgestritten. In der Folge sei er selber 

freigelassen, jedoch sein Vater vorgeladen und verhaftet worden. Ihm  

(Beschwerdeführer) sei eine Unterschriftspflicht auferlegt worden, welcher 

er aber nicht nachgekommen, sondern nach G._______ gegangen sei. 

Auch dem Vater sei bei dessen Freilassung die Auflage gemacht worden, 

täglich seine Unterschrift zu leisten. Er selber sei Anfang des Jahres 2016  

(Januar/Februar) ausgereist, weil er befürchtet habe, von der Armee um-

gebracht zu werden. Das Militär müsse sich in Sri Lanka vor niemandem 

rechtfertigen. Sein Vater habe die Ausreise organisiert. Im Übrigen hätten 

auch nach den Bombenexplosionen im Jahr 2019 Leute bei seinen Ange-

hörigen in Sri Lanka nach ihm gesucht. Da er aus dem Vanni-Gebiet 

stamme, werde er verdächtigt, immer noch für die "Bewegung" aktiv zu 

sein. Sein Vater unterliege nach wie vor der Unterschriftspflicht, und werde 

jedes Mal gefragt, wo er (Beschwerdeführer) sich aufhalte und weshalb er 

seiner Unterschriftspflicht nicht nachkomme. Er habe seine eigene Tätig-

keit für die LTTE sowie den Vorfall im Zusammenhang mit der LTTE-Fahne 

bei der BzP verschwiegen, weil er befürchtet habe, von den Schweizer  

Behörden nach Ungarn und von dort nach Sri Lanka zurückgeschickt zu 

werden sowie dass dann seine gegenüber den Schweizer Behörden ge-

machten Aussagen bekannt würden. Ausserdem habe man ihm bei der 

BZP nicht erlaubt, frei zu erzählen. 

E.c Zum Beleg seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer eine  

(…) in Kopie, eine beglaubigte Kopie eines Geburtsscheins sowie eine 

ärztliche Bescheinigung vom 1. Oktober 2019 ein. 

F.  

Mit Verfügung vom 5. Februar 2020 stellte das SEM fest, der Beschwerde-

führer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte sein Asylgesuch ab 

und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an. 

G.  

Die gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde vom 6. März 2020 

wurde vom Bundesverwaltungsgericht mit Urteil E-1340/2020 vom 

25. März 2020 gutgeheissen, soweit die Aufhebung der angefochtenen 

Verfügung beantragt worden war, und die Sache zur korrekten Durchfüh-

rung des Asylverfahrens sowie zur neuen Beurteilung an das SEM zurück-

gewiesen. 

E-4074/2020 

Seite 5 

H.  

Mit Verfügung vom 13. Juli 2020 (eröffnet am 15. Juli 2020) stellte das SEM 

erneut fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, 

lehnte sein Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz 

sowie den Wegweisungsvollzug an. 

I.  

I.a Mit Eingabe seiner Rechtsvertretung an das Bundesverwaltungsgericht 

vom 14. August 2020 erhob der Beschwerdeführer gegen die Verfügung 

der Vorinstanz Beschwerde und beantragte, dieser Entscheid sei aufzu-

heben, er sei als Flüchtling anzuerkennen und es sei ihm in der Schweiz 

Asyl zu gewähren; eventualiter sei vom Vollzug der Wegweisung abzuse-

hen und er in der Schweiz vorläufig aufzunehmen. In verfahrensrechtlicher 

Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung 

und Verbeiständung unter Beiordnung seines Rechtsvertreters als amtli-

cher Rechtsbeistand sowie um den Verzicht auf die Erhebung eines Kos-

tenvorschusses. 

I.b Zum Beleg seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer folgende 

Beweismittel ein:  

− Unterlagen zum Asylverfahren des Schwagers in D._______, in Kopie 

(schriftliches Asylgesuch vom 7. Februar 2012, Entscheid betreffend 

Anerkennung als Flüchtling vom 31. Oktober 2012, D._______ Aufent-

haltsausweis) 

− Eheschein des Schwagers. und der Schwester des Beschwerdeführers 

in Kopie 

− D._______ Aufenthaltsausweis der Schwester in Kopie 

− ärztliche Bescheinigungen von Dr. med. K._______, FMH Allgemein- 

medizin, L._______, vom 19. Februar 2020, 21. Juli 2020 und 11. Au-

gust 2020 

− zwei Berichte der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) betreffend die 

Lage in Sri Lanka vom 19. Dezember 2019 und 10. April 2020 

− Ausdrucke von zwei Internet-Medienartikeln vom 6. März 2020 und 

10. August 2020 

  

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Seite 6 

J.  

Mit Zwischenverfügung vom 20. August 2020 hiess der Instruktionsrichter 

die Gesuche um unentgeltliche Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 

VwVG sowie um unentgeltliche Verbeiständung gemäss aArt. 110a AsylG 

gut, setzte antragsgemäss Fürsprecher Thomas Wenger als unentgeltli-

chen Rechtsbeistand ein und verzichtete auf die Erhebung eines Kosten-

vorschusses. Ferner wurde die Vorinstanz zur Einreichung einer Vernehm-

lassung eingeladen. 

K.  

In ihrer Vernehmlassung vom 4. September 2020 hielt die Vorinstanz an 

ihrer Verfügung fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. 

L.  

Mit Eingabe vom 9. Oktober 2020 machte der Beschwerdeführer innert er-

streckter Frist von dem ihm (mit Instruktionsverfügung vom 7. September 

2020) eingeräumten Recht zur Replik Gebrauch, wobei er an seinen Be-

schwerdeanträgen vollumfänglich festhielt. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche 

Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb 

das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

  

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Seite 7 

1.3 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten 

(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht 

(vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 

25. September 2015). 

1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108 

Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG).  

1.5 Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Die Vorinstanz begründete ihre Verfügung im Wesentlichen folgender-

massen: 

3.1.1 Der Beschwerdeführer habe das behauptete Engagement von ihm 

und seiner Schwester für die LTTE sowie seine Probleme im Zusammen-

hang mit einer aufgehängten LTTE-Fahne anlässlich der BzP nicht er-

wähnt, sondern sein Asylgesuch einzig mit der LTTE-Zugehörigkeit seines 

Schwagers begründet. Die von ihm für das Verschweigen dieser zentralen 

Sachverhaltselemente angegebenen Gründe vermöchten nicht zu über-

zeugen; ein Zusammenhang der Erwähnung dieser Gründe mit einer all-

fälligen Überstellung nach Ungarn sei nicht ersichtlich. Demnach sei davon 

auszugehen, dass es sich bei diesen Vorbringen um blosse Behauptungen 

handle, denen die Glaubhaftigkeit abzusprechen sei. Im Weiteren seien die 

Ausführungen des Beschwerdeführers mit zahlreiche Widersprüchen be-

haftet. So habe er divergierende Aussagen zu den Umständen seiner drei-

tägigen Haft (wo und unter welchen Umständen er festgenommen worden 

und wo er anschliessend hingebracht worden sei), zu der seinem Vater 

auferlegten Unterschriftspflicht, sowie zum Zeitpunkt seiner Ausreise  

zu Protokoll gegeben. Diese Divergenzen würden ernsthafte Zweifel an der 

Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen rechtfertigen. Die eingereichten medi- 

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Seite 8 

zinischen Unterlagen seien nicht geeignet, deren Glaubhaftigkeit zu unter-

mauern. Namentlich lasse die ärztliche Bescheinigung von Striemen auf 

(…) des Beschwerdeführers keinen Rückschluss darauf zu, unter welchen 

Umständen und aus welchen Motiven ihm diese zugefügt worden seien. 

Zudem könnten diese Beweismittel die genannten Ungereimtheiten nicht 

ausräumen. Im Weiteren sei zu berücksichtigen, dass der Beschwerdefüh-

rer gemäss seinen Angaben im Jahr 2013 legal und ohne Probleme auf 

dem Luftweg aus seinem Heimatstaat ausgereist sei. Dies entspreche nicht 

dem Verhalten einer angeblich staatlich verfolgten Person. Eine Prüfung 

anhand der vom Bundesverwaltungsgericht in seinem Referenzurteil  

E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 definierten Risikofaktoren lasse ebenfalls 

nicht auf eine begründete Furcht des Beschwerdeführers vor asylrelevan-

ten Verfolgungsmassnahmen im Falle einer Rückkehr nach Sri Lanka 

schliessen. Eine allenfalls zu erwartende Befragung bei der Wiedereinreise 

oder Überwachungsmassnahmen am Wohnort seien nicht als asylrele-

vante Nachteile zu qualifizieren. Der Beschwerdeführer habe keine Vorver-

folgung glaubhaft gemacht, sondern vielmehr auch nach dem Ende des 

Bürgerkrieges noch sieben Jahre lang in Sri Lanka gelebt. Allenfalls im 

Zeitpunkt seiner Ausreise bestandene Risikofaktoren vermöchten dem-

nach keine Verfolgung auszulösen, und es würden sich aus den Akten 

keine Hinweise dafür ergeben, dass sich hieran seither etwas geändert 

hätte.  

Namentlich vermöge auch der Sieg von Gotabaya Rajapaksa bei den Prä-

sidentschaftswahlen vom 16. November 2019 an dieser Einschätzung 

nichts zu ändern. Es gebe keinen Anlass zur Annahme, dass ganze Volks-

gruppen unter seiner Präsidentschaft kollektiv einer Verfolgungsgefahr 

ausgesetzt seien. Ein persönlicher Bezug des Beschwerdeführers zu der 

genannten Wahl und ihren Konsequenzen sei nicht dargetan worden. 

3.1.2 Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) habe 

mehrfach festgestellt, es sei nicht generell davon auszugehen, dass zu-

rückkehrenden Tamilinnen und Tamilen in Sri Lanka eine unmenschliche 

Behandlung drohe. Weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers 

noch aus den Akten würden sich Anhaltspunkte dafür ergeben, dass ihm 

eine durch Art. 3 EMRK verbotene Bestrafung oder Behandlung drohe. 

Schliesslich würden auch keine Gründe gegen die Zumutbarkeit des Weg-

weisungsvollzugs sprechen. Das Ergebnis der Präsidentschaftswahlen 

von 2019 vermöge nichts daran zu ändern, dass in Sri Lanka keine Situa-

tion allgemeiner Unruhe herrsche, die zu einer Gefährdung aller Rückkeh-

rer unabhängig von deren individuellem Hintergrund führen würde. Somit 

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sei in Sri Lanka aktuell nicht von einer Situation allgemeiner Gewalt auszu-

gehen. Ferner würden auch keine individuellen Gründe vorliegen, welche 

der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs entgegenstehen würden. Der 

Beschwerdeführer sei jung und habe den Grossteil seines Lebens in sei-

nem Heimatstaat verbracht. Zudem verfüge er mit seinen Eltern in  

Sri Lanka und seiner Schwester in D._______ über ein tragfähiges Bezie-

hungsnetz, auf dessen Unterstützung er zählen könne. Er habe zu Proto-

koll gegeben, dass die wirtschaftliche Situation seiner Familie gut sei.  

Die mit ärztlichen Zeugnissen dokumentierten gesundheitlichen Probleme 

des Beschwerdeführers seien nicht von lebensbedrohlicher Schwere.  

Zudem bestünden in Sri Lanka medizinische Einrichtungen, die eine thera-

peutische und medikamentöse Behandlung anbieten würden. Es sei für 

alle Staatsbürger eine kostenlose Behandlung in den staatlichen Spitälern 

gewährleistet. Überdies könne er gegebenenfalls medizinische Rückkehr-

hilfe in Anspruch nehmen. 

3.2  

3.2.1 Zur Begründung der Beschwerdeeingabe wurde vorgebracht, die  

Familie des Beschwerdeführers sei vergleichsweise vermögend. Zudem 

sei bemerkenswert, dass er lieber bei seiner Familie in Sri Lanka leben 

würde, er aber sein Land wegen der beschriebenen Misshandlungen und 

seiner Angst vor weiteren Übergriffen habe verlassen müssen. Hieraus 

könne geschlossen werden, dass seiner Ausreise keine wirtschaftlichen 

Motive zugrunde gelegen hätten. Dass sein Verschweigen von Sachver-

haltselementen bei der BzP aus Angst vor einer Überstellung nach Ungarn 

objektiv nicht nachvollziehbar sei, ändere nichts daran, dass er subjektiv 

tatsächlich Angst empfunden habe. Es sei gut vorstellbar, dass er deswe-

gen unter einem Stress gestanden habe, der zu den von der Vorinstanz 

gerügten Widersprüchen geführt habe, sowie dazu, dass er mehrere wich-

tige Elemente seiner Fluchtgeschichte erst bei der Anhörung erwähnt 

habe. Diese Umstände seien jedoch nicht geeignet, die Glaubhaftigkeit sei-

ner Vorbringen generell in Frage zu stellen. Aus den eingereichten Doku-

menten betreffend seinen Schwager gehe hervor, dass dieser für die LTTE 

tätig gewesen und von der sri-lankischen Armee als Spitzel angeheuert 

worden sei. Zudem sei belegt, dass der Schwager in D._______ ein Asyl-

gesuch gestellt habe und als Flüchtling anerkannt worden sei, ebenso wie, 

dass er mit der Schwester des Beschwerdeführers verheiratet sei und 

diese mit ihm in D._______ lebe. Demnach habe als erstellt zu gelten, dass 

sein Schwager sowie seine Schwester tatsächlich Mitglieder der LTTE ge-

wesen seien. Dies sei ein wesentlicher Grund für seine eigenen Probleme 

mit den sri-lankischen Behörden. Es sei nachvollziehbar, dass der immer 

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grösser werdende Druck ihn zu einer ersten Ausreise bewogen habe. 

Diese Vorbringen hätten als erwiesen zu gelten. Ebenso sei unabhängig 

von gewissen Abweichungen erstellt, dass er nach seiner Rückkehr nach 

Sri Lanka aufgrund des Zwischenfalles mit der LTTE-Fahne während eini-

gen Tagen festgehalten und insbesondere geschlagen worden sei. Er habe 

die erlittene Folter detailliert beschrieben und seine Angaben stünden im 

Einklang mit dem ärztlich festgestellten Verletzungsbild. Die Argumentation 

der Vorinstanz, wonach diese Verletzungen die anderen Widersprüchlich-

keiten nicht aufzuwiegen vermöchten, könne demnach nicht gefolgt wer-

den.  

3.2.2 Seine Gefährdung aufgrund des Profils seines in D._______ als 

Flüchtling anerkannten Schwagers sei offensichtlich. Die sri-lankischen 

Behörden wollten den Schwager als Informationsquelle gegenüber der ta-

milischen Bevölkerung benutzen. Dass der Schwager sich dieser Zwangs-

situation entzogen habe, mache ihn offensichtlich zur Zielscheibe der sri-

lankischen Behörden, da diese davon ausgehen müssten, er engagiere 

sich wiederum für die Anliegen der tamilischen Bevölkerung anstatt für die 

Regierung zu spionieren. Es sei somit naheliegend, dass diese verwandt-

schaftlichen Beziehungen auch ihn selber in Gefahr bringen würden, falls 

er nach Sri Lanka zurückkehren müsste. Seine eigene Geschichte gepaart 

mit seiner Verwandtschaft zum Ehemann seiner Schwester lasse befürch-

ten, dass er bei einer Rückkehr mit unabsehbaren, auch asylrelevanten 

Nachteilen rechnen müsste. Der Grund für seine definitive Flucht aus Sri 

Lanka im Jahre 2016 liege in den Vorkommnissen nach seiner Rückkehr 

aus E._______ Ende 2015. Die Flucht im Jahr 2016 sei von seinem Vater 

unter Beizug eines Schleppers organisiert worden und nicht mit seinem 

richtigen Pass erfolgt. Es sei möglich, dass ihm bezüglich des Zeitpunkts 

der Flucht Verwechslungen unterlaufen seien. Nachvollziehbar sei auch, 

dass ergemeint habe, er sei drei Monate, nachdem er von G._______ nach 

H._______ gegangen sei, ausgereist. Ebenfalls erklärbar seien die Diver-

genzen bezüglich der Meldepflicht des Vaters. Dieser habe sich zuerst täg-

lich und anschliessend – wie auch heute noch – wöchentlich bei den Be-

hörden melden müssen. Seit seiner Flucht gebe es weitere Hinweise, wel-

che auf eine Fortdauer seiner Gefährdung sprechen würden: Sein Vater 

werde immer wieder nach seinem Aufenthaltsort befragt; dieser Druck 

habe sich nach den Bombenanschlägen von Ostern 2019 noch erhöht, da 

seitens der Behörden der Verdacht aufgekommen sei, dass Tamilen hinter 

diesen Attentaten stecken könnten. Zusammenfassend habe er in seiner 

Heimat, insbesondere aufgrund der erlittenen Folter, bereits asylrelevante 

Nachteile erlitten, und er habe begründete Furcht, bei einer Heimkehr nach 

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Seite 11 

Sri Lanka auch künftig solche zu erleiden. Schliesslich müsse auch die ak-

tuelle politische Situation in Sri Lanka berücksichtigt werden. Nach dem 

Wahlsieg von Gotabaya Rajapaksa im November 2019 habe sich die  

Situation für vom Ausland nach Sri Lanka zurückkehrende Tamilen mit Ver-

bindung zu den LTTE deutlich verschlechtert. Gemäss Berichten der SFH 

hätten sie zu befürchten, bei einer Rückkehr am Flughafen Colombo wäh-

rend Stunden bis Tagen befragt zu werden, und es drohe ihnen Haft und 

Folter. Ein solches Szenario erscheine in seinem Fall durchaus realistisch. 

Die Argumentation der Vorinstanz, wonach nicht alle Tamilen bei einer 

Rückkehr mit Repressionen zu rechnen hätten, vermöge in seinem Fall  

angesichts seiner dargelegten Verbindungen zu den LTTE nicht zu über-

zeugen. Nach dem erneuten Wahlsieg der Brüder Rajapaksa sei zu  

befürchten, dass sich die Repressionen gegen die Tamilen im Allgemeinen 

und für solche mit Verbindungen zur LTTE im Besonderen noch verschär-

fen würden. Eventualiter sei er aufgrund seiner gesundheitlichen Probleme 

physischer und psychischer Natur in der Schweiz vorläufig aufzunehmen.  

Insbesondere lasse sich sein Foltertrauma nicht in Sri Lanka behandeln. 

Im Übrigen sei es derzeit unmöglich, mit einem Passagierflugzeug nach Sri 

Lanka zu reisen, da der Flughafen von Colombo aufgrund der Corona- 

Pandemie für internationale Flüge geschlossen sei. Es sei unabsehbar, wie 

lange dieser Zustand noch andauern werde. 

3.3 Die Vorinstanz führte in ihrer Vernehmlassung aus, die vom Beschwer-

deführer angeführte Stresssituation bei der BzP vermöge die erheblichen 

Widersprüche in seinen Ausführungen nicht zu erklären. Ferner sei daran 

festzuhalten, dass die Erklärung, er habe gewisse Sachverhaltselemente 

bei der BzP aus Furcht vor einer Überstellung nach Ungarn verschwiegen, 

nicht zu überzeugen vermöge. Da er schon in der ersten Befragung die 

Mitgliedschaft seines Schwagers bei den LTTE erwähnte habe, wäre ohne 

Weiteres zu erwarten gewesen, dass er auch seine eigene Tätigkeit für 

diese Bewegung vorgebracht hätte. Seine Ausführungen zu den erlittenen 

Misshandlungen seien eher oberflächlich und wenig detailliert. Namentlich 

habe er nicht genau angeben können, wie er geschlagen worden sei. Es 

werde daran festgehalten, dass die eingereichten Arztzeugnisse nicht 

glaubhaft zu machen vermöchten, dass er diese Verletzungen unter den 

beschriebenen Umständen erlitten habe. Der Schwager des Beschwerde-

führers habe im Jahr 2012 in D._______ um Asyl ersucht. Wäre er von den 

sri-lankischen Behörden als Gefahr eingestuft worden, hätten sie den Be-

schwerdeführer nicht erst drei Jahre später, im Jahr 2015, befragt, sondern 

schon zu einem viel früheren Zeitpunkt einschneidendere Massnahmen er-

griffen, um Informationen über den Schwager zu erlangen. Der Umstand, 

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Seite 12 

dass er im Jahr 2013 ohne Probleme aus Sri Lanka habe ausreisen kön-

nen, sei ein zusätzliches Indiz dafür, dass er von Seiten der heimatlichen 

Behörden keine Repressalien zu befürchten gehabt habe. Angesichts der 

Unglaubhaftigkeit der Vorbringen des Beschwerdeführers sei ferner nicht 

davon auszugehen, dass er wegen des Profils seines Schwagers in abseh-

barer Zeit asylrelevante Nachteile zu befürchten habe. Die von ihm geschil-

derten Tätigkeiten, die er für die LTTE verrichtet habe, gingen nicht weiter 

als die von einem Grossteil der tamilischen Bevölkerung der Nordprovinz 

erbrachten Hilfsleistungen. Demnach könne daraus nicht auf ein heraus-

ragendes Profil des Beschwerdeführers geschlossen werden, das geeignet 

wäre, die Aufmerksamkeit der sri-lankischen Behörden zu erregen. Die ein-

gereichten Berichte allgemeiner Natur zur Situation in Sri Lanka hätten kei-

nen persönlichen Bezug zu ihm und vermöchten somit die Glaubhaftigkeit 

seiner Aussagen nicht zu unterstreichen. Sollte aufgrund der Pandemie-

Situation eine Ausreise innert der eingeräumten Frist nicht möglich sein, 

stehe es dem Beschwerdeführer frei, ein Gesuch um Verlängerung der 

Ausreisefrist zu stellen.     

3.4 In seiner Replik hielt der Beschwerdeführer daran fest, dass es sich bei 

einer Gesamtbetrachtung seiner Asylvorbringen nicht rechtfertige, diese 

aufgrund gewisser Widersprüche in seinen Aussagen als insgesamt un-

glaubhaft zu erachten. Im Übrigen habe sein noch in Sri Lanka lebender 

Bruder am (…) 2020 an einer durch das Regime verbotenen Gedenkfeier 

für einen LTTE-Helden teilgenommen und sei deswegen festgenommen 

und geschlagen worden. Am (…) 2020 sei sein Bruder erneut zu Hause 

festgenommen und während zweier Tage geschlagen worden. Bei seiner 

Freilassung sei er verpflichtet worden, sich am (…) 2020 im Armeecamp 

zu melden. Aus Angst halte der Bruder sich derzeit in einem Unterschlupf 

in G._______ versteckt. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

E-4074/2020 

Seite 13 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1 Grundsätzlich sind Vorbringen dann glaubhaft gemacht, wenn sie ge-

nügend substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind. Sie dürfen sich 

nicht in vagen Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten nicht 

widersprüchlich sein, der inneren Logik nicht entbehren oder den Tatsa-

chen oder der allgemeinen Erfahrung widersprechen. Vorbringen sind  

substanziiert, wenn sie sich auf detaillierte, präzise und konkrete Schilde-

rungen stützen. Als schlüssig gelten Vorbringen, wenn sie innerhalb einer 

Anhörung, zwischen Anhörungen oder im Vergleich zu Aussagen Dritter 

keine Widersprüche aufweisen. Allerdings sollten kleine, marginale Wider-

sprüche sowie solche, die nicht die zentralen Asylvorbringen betreffen, 

zwar in die Gesamtbetrachtung einfliessen, jedoch nicht die alleinige Be-

gründung für die Verneinung der Glaubhaftigkeit darstellen. Darüber hin-

aus muss die gesuchstellende Person persönlich glaubwürdig erscheinen, 

was insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn sie wichtige Tatsachen un-

terdrückt oder bewusst falsch darstellt, im Laufe des Verfahrens Vorbringen 

auswechselt, steigert oder unbegründet nachschiebt oder die nötige Mit-

wirkung am Verfahren verweigert. Glaubhaftmachen bedeutet ferner – im 

Gegensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt 

durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen der 

gesuchstellenden Person. Entscheidend ist, ob die Gründe, welche für die 

Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung sprechen, überwiegen oder nicht. 

Dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen (vgl. BVGE 2012/5 

E. 2.2, 2010/57 E. 2.2 und 2.3; Entscheidungen und Mitteilungen der 

Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2005 Nr. 21 E. 6.1 

S. 190 f.; ANNE KNEER und LINUS SONDEREGGER, Glaubhaftigkeitsprüfung 

im Asylverfahren – Ein Überblick über die Rechtsprechung des Bundes-

verwaltungsgerichts, in: ASYL 2015/2 S. 5). 

Aussagewidersprüche zwischen den Protokollen der summarischen ersten 

Befragung und der einlässlichen Anhörung dürfen gemäss konstanter  

Praxis für die Beurteilung der Glaubhaftigkeit herangezogen werden, wenn 

klare Angaben bei der Befragung zur Person in wesentlichen Punkten der 

E-4074/2020 

Seite 14 

Asylbegründung von späteren Aussagen in der Anhörung zu den Asylgrün-

den diametral abweichen, oder wenn bestimmte Ereignisse oder Befürch-

tungen, welche später als zentrale Asylgründe genannt werden, nicht be-

reits in der Empfangsstelle zumindest ansatzweise erwähnt werden (vgl. 

bereits EMARK 1993 Nr. 3). 

5.2 Nach Lehre und Rechtsprechung erfüllt eine asylsuchende Person die 

Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG, wenn sie Nachteile von 

bestimmter Intensität erlitten hat, beziehungsweise solche mit beachtlicher 

Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft befürchten muss, sofern ihr 

die Nachteile gezielt und aufgrund bestimmter, in Art. 3 Abs. 1 AsylG auf-

gezählter Verfolgungsmotive zugefügt worden sind, respektive zugefügt zu 

werden drohen, und vor denen sie keinen ausreichenden staatlichen Schutz 

erwarten kann (vgl. BVGE 2007/31 E. 5.2 f. und 2008/4 E. 5.2, je m.w.H.). 

Eine begründete Furcht vor Verfolgung im Sinne dieser Bestimmung liegt 

vor, wenn ein konkreter Anlass zur Annahme besteht, Letztere hätte sich  

– aus der Sicht im Zeitpunkt der Ausreise – mit beachtlicher Wahrschein-

lichkeit und in absehbarer Zeit verwirklicht oder werde sich – auch aus heu-

tiger Sicht – mit ebensolcher Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zukunft ver-

wirklichen. Es müssen demnach hinreichende Anhaltspunkte für eine kon-

krete Bedrohung vorhanden sein, die bei jedem Menschen in vergleichba-

rer Lage Furcht vor Verfolgung und damit den Entschluss zur Flucht her-

vorrufen würden. Aufgrund der Subsidiarität des flüchtlingsrechtlichen 

Schutzes setzt die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft ausserdem vo-

raus, dass die betroffene Person in ihrem Heimat- oder Herkunftsstaat kei-

nen ausreichenden Schutz finden kann (vgl. BVGE 2011/51 E. 6, 2008/12 

E. 7.2.6.2 und 2008/4 E. 5.2). Ausgangspunkt für die Beurteilung der 

Flüchtlingseigenschaft ist die Frage nach der im Zeitpunkt der Ausreise 

vorhandenen Verfolgung oder begründeten Furcht vor einer solchen. Die 

Situation im Zeitpunkt des Asylentscheids ist jedoch im Rahmen der Prü-

fung nach der Aktualität der Verfolgungsfurcht ebenfalls wesentlich. Verän-

derungen der objektiven Situation im Heimatstaat zwischen Ausreise und 

Asylentscheid sind deshalb zugunsten und zulasten der das Asylgesuch 

stellenden Person zu berücksichtigen (vgl. zum Ganzen BVGE 2011/51 

E. 6 S. 1016 f., 2011/50 E. 3.1.1 und 3.1.2 S. 996 ff., 2010/57 E. 2, 2008/34 

E. 7.1 S. 507 f., 2008/12 E. 5.2 S. 154 f. und 2008/4 E. 5.2 S. 37, jeweils 

m.w.H.; WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax / Rudin / Hugi Yar / Geiser 

[Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., 2009, Rz. 11.17 und 11.18). 

  

E-4074/2020 

Seite 15 

6.  

6.1 Vorab ist festzustellen, dass das SEM sich – nach der Rückweisung 

der Sache an die Vorinstanz mit Urteil BVGer E-1340/2020 vom 25. März 

2020 – in seiner Verfügung vom 13. Juli 2020 hinreichend ausführlich mit 

den beim Beschwerdeführer festgestellten Folterspuren sowie seiner ge-

sundheitlichen und familiären Situation auseinandergesetzt hat. Der Sach-

verhalt kann – auch in Anbetracht der im Beschwerdeverfahren eingereich-

ten Arztberichte – nunmehr als genügend erstellt erachtet werden. Es  

wurden denn auch keine entsprechenden formellen Rügen in der Be-

schwerde vorgebracht. 

6.2  

6.2.1 In Bezug auf die Frage der Glaubhaftigkeit teilt das Gericht die Auf-

fassung der Vorinstanz, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers  

erhebliche Ungereimtheiten enthalten: 

6.2.2 Während er im Rahmen der Anhörung neben Repressalien wegen 

seines in D._______ als Flüchtling anerkannten Schwagers auch auf das 

Profil seiner Schwester sowie auf eigene Unterstützungstätigkeiten für die 

LTTE verwies, erwähnte er in der BzP als Grund für die angeblich erlittenen 

Nachteile durch die sri-lankischen Behörden einzig das Profil seines 

Schwagers. Demnach hat der Beschwerdeführer wesentliche Sachver-

haltselemente erst im Rahmen der zweiten Befragung vorgebracht. Seine  

Erklärung, er habe diese Umstände in der BzP verschwiegen, weil er be-

fürchtet habe, seine Vorbringen könnten bei einer Überstellung nach  

Ungarn bekannt werden, vermag nicht zu überzeugen, nachdem ihm die 

vertrauliche Behandlung seiner Aussagen ausdrücklich zugesichert und er 

auf seine Mitwirkungspflicht hingewiesen worden waren (vgl. Protokoll BzP 

A5/12 S. 1 f.). Auch der Einwand, man habe ihm bei der BzP nicht erlaubt 

frei zu erzählen, kann angesichts der offen gestellten Fragen zu den Ge-

suchsgründen nicht gehört werden (vgl. Protokoll BzP A5/12 S. 7 f.).  

6.2.3 Darüber hinaus hat der Beschwerdeführer nicht nur nachgeschobene 

Aussagen gemacht, sondern es sind auch erhebliche Widersprüche in sei-

nen Ausführungen festzustellen: So schilderte er die Umstände der be-

haupteten Festnahme im Dezember 2015 in den beiden Befragungen 

gänzlich unterschiedlich: In der BzP brachte er vor, er sei zu Hause fest-

genommen und auf den Polizeiposten F._______ gebracht worden, wo er 

drei Tage lang festgehalten worden sei (vgl. Protokoll BzP A5/12 S. 7). Hin-

gegen brachte er in der Anhörung vor, er sei auf der Strasse zusammen 

E-4074/2020 

Seite 16 

mit einem Freund sowie zehn weiteren Personen vom Militär im Zusam-

menhang mit einer aufgehängten LTTE-Fahne festgenommen und ins  

Armee-Camp in F._______ gebracht worden (vgl. Protokoll Anhörung 

A37/15 S. 11 F96 ff.). Diese Schilderungen sind in keiner Weise in Einklang 

zu bringen.  

6.2.4 Widersprüchliche Angaben machte der Beschwerdeführer auch zu 

seinem Verhalten nach der Freilassung aus der Haft: Während er in der 

BzP zu Protokoll gab, er habe sich drei Monate bei einer Tante in 

G._______ aufgehalten und sei danach am (…) Juni 2016 von H._______ 

aus ausgereist (vgl. Protokoll BzP A5/12 S. 6 f.), brachte er bei der Anhö-

rung vor, bereits Anfangs 2016 (Januar/Februar), respektive drei Monate 

nach der Rückkehr nach Sri Lanka im Dezember 2015, ausgereist zu sein 

(vgl. Protokoll Anhörung A37/15 F108 S. 12). Ein allfälliger emotionaler 

Stress im Zeitpunkt der BzP oder eine blosse Verwechslung vermag diese 

klaren Widersprüche nicht zu erklären.  

6.2.5 Ferner ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer die Schläge, die 

er gemäss seiner Darstellung bei der Anhörung im Rahmen der dreitägigen 

Haft im Dezember 2015 erlitt, bei der BzP nicht erwähnte. Seine Aussagen 

im Rahmen der Anhörung zu diesen Misshandlungen waren überdies, 

auch auf explizite Nachfrage hin, detailarm und wenig substanziiert und 

vermitteln kaum den Eindruck einer Schilderung realer Erlebnisse. Der  

Beschwerdeführer hat mehrere Bestätigungsschreiben eines Allgemein-

mediziners eingereicht, in welchen das Vorhandensein von "Striemen- 

marken" auf (…) attestiert wurde, die auf Peitschenhiebe zurückzuführen 

sein könnten. Zudem wurde bei ihm von diesem Arzt eine Depression mit 

Posttraumatischer Belastungsstörung diagnostiziert (vgl. Arztzeugnisse 

vom 1. Oktober 2019, 14. Februar 2020 und 11. August 2020). Diese Be-

funde sind zwar als Indizien dafür zu werten, dass der Beschwerdeführer 

tatsächlich Schläge mit länglichen Gegenständen erlitten haben könnte, 

vermögen aber letztlich keinen eindeutigen Aufschluss über die wahren Ur-

sachen dieser Verletzungen zu geben. Wie die Vorinstanz zu Recht fest-

stellte, kann nicht ausgeschlossen werden, dass ihm die Striemenmarken 

unter anderen als den geschilderten Umständen zugefügt worden sind. 

Letztlich vermögen diese die erwähnten eklatanten Ungereimtheiten in den 

Vorbringen des Beschwerdeführers nicht aufzuwiegen. 

  

E-4074/2020 

Seite 17 

6.2.6 Nach dem Gesagten gelangt das Gericht unter Berücksichtigung aller 

Umstände zum Schluss, dass die vom Beschwerdeführer als Grund für 

seine Ausreise im Jahre 2016 genannte Festnahme, Inhaftierung und  

Folter im Dezember 2015 als unglaubhaft zu qualifizieren sind. Demnach 

ist auch seiner Behauptung, es sei ihm nach seiner Freilassung von den 

Behörden eine Unterschriftspflicht auferlegt worden, die glaubhafte Grund-

lage entzogen. 

6.3  

6.3.1 Angesichts der im Beschwerdeverfahren eingereichten Dokumente 

ist als erstellt zu erachten, dass der Schwager des Beschwerdeführers  

im Jahr 2012 in D._______ ein Asylgesuch stellte und dort als Flüchtling 

anerkannt wurde. Der Beschwerdeführer schilderte in der Anhörung, das 

sri-lankische Militär habe vor seiner ersten Ausreise angefangen, ihn unter 

Druck zu setzen. Sie seien "ab und zu" zu seiner Familie nach Hause ge-

kommen und hätten nach dem Aufenthaltsort und den Aktivitäten des 

Schwagers und seiner Schwester gefragt (vgl. Protokoll Anhörung A37/15 

S. 6 F53 und S. 9 F85). Diese Schilderungen lassen nicht auf Behelligun-

gen asylrechtlich relevanter Intensität schliessen. Die Verfolgungsfurcht 

des Beschwerdeführers wird zudem dadurch weiter relativiert, dass er nach 

seiner 2013 erfolgten ersten Ausreise im Jahr 2015 wieder in seinen  

Heimatstaat zurückkehrte, sowie dass er bei diesen Gelegenheiten offen-

bar legal und unbehelligt aus Sri Lanka aus- und zwei Jahre später wieder 

einreisen konnte. Wie oben dargelegt, vermochte er sodann nicht glaubhaft 

zu machen, dass er nach seiner Rückkehr in den Heimatstaat im Jahr 2015 

relevante Verfolgungsmassnahmen erlitten hat. Im Übrigen lassen die  

Unterlagen des Asylverfahrens des Schwagers darauf schliessen, dass 

dieser entgegen den Aussagen des Beschwerdeführers bei den LTTE 

keine hochrangige Position bekleidete, sondern von diesen lediglich mit 

Hilfstätigkeiten ([…]) beauftragt wurde (vgl. schriftliches Asylgesuch vom 

7. Februar 2012). Dass dem Schwager von den sri-lankischen Behörden 

ein namhaftes exilpolitisches Engagement unterstellt werde,  

ist eine blosse, nicht weiter substanziierte Behauptung. Es sind demnach 

keine Anhaltspunkte für ein besonderes Verfolgungsinteresse am Schwa-

ger und der Schwester des Beschwerdeführers erkennbar. Insgesamt  

besteht bei dieser Aktenlage somit kein Grund zur Annahme einer begrün-

deten Furcht vor Reflexverfolgungsmassnahmen wegen des Profils dieser 

Angehörigen.  

  

E-4074/2020 

Seite 18 

6.3.2 Auch aus dem Umstand, dass der Bruder des Beschwerdeführers im 

Jahr 2020 wegen seiner Teilnahme an einer Gedenkveranstaltung zweimal 

kurzzeitig festgenommen und geschlagen worden sein soll (vgl. Replik 

S. 2 f.), ist nicht auf eine relevante Gefährdung des Beschwerdeführers zu 

schliessen: Er hat weder geltend gemacht, dass der Bruder von den sri-

lankischen Behörden aktiv gesucht werde oder weitere Nachteile erlitten 

habe, noch, dass die übrigen in Sri Lanka lebenden Familienangehörigen 

in diesem Zusammenhang Verfolgungsmassnahmen erlitten hätten.  

6.4 Der Umstand, dass der Beschwerdeführer seine eigenen Hilfs- 

leistungen für die LTTE in den Jahren 2007 bis 2009 erst im Rahmen der 

Anhörung erwähnte, gibt Anlass zu Zweifeln an der Glaubhaftigkeit dieses 

Vorbringens. Jedenfalls ist diesem aber keine asylrechtliche Relevanz bei-

zumessen: Aus den Akten ergeben sich keine konkreten Anhaltspunkte da-

für, dass die sri-lankischen Behörden Kenntnis von diesem Engagement 

erhalten hätten, und der Beschwerdeführer hat denn auch nicht geltend 

gemacht, deswegen vor seiner Ausreise Nachteile erlitten zu haben. Zu-

dem liegt klarerweise kein zeitlicher und sachlicher Zusammenhang mit 

seiner Ausreise im Jahre 2016 vor. 

6.5 Eine begründete Verfolgungsfurcht des Beschwerdeführers lässt sich 

im Weiteren auch nicht aus den Risikofaktoren gemäss Referenzurteil des 

Bundesverwaltungsgerichts E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 ableiten: 

6.5.1 Das Gericht orientiert sich gemäss diesem Urteil bei der Beurteilung 

des Risikos von Rückkehrenden, in Sri Lanka Opfer ernsthafter Nachteile 

in Form von Verhaftung und Folter zu werden, an verschiedenen Risiko-

faktoren. Dabei handelt es sich um das Vorhandensein einer tatsächlichen 

oder vermeintlichen, aktuellen oder vergangenen Verbindung zu den LTTE, 

um die Teilnahme an exilpolitischen regimekritischen Handlungen, und um 

das Vorliegen früherer Verhaftungen durch die sri-lankischen Behörden, 

üblicherweise im Zusammenhang mit einer tatsächlichen oder vermuteten 

Verbindung zu den LTTE (sog. stark risikobegründende Faktoren, vgl. 

a.a.O., E. 8.4.1–8.4.3). Einem gesteigerten Risiko, genau befragt und 

überprüft zu werden, unterliegen ausserdem Personen, die ohne die erfor-

derlichen Identitätspapiere nach Sri Lanka einreisen wollen, die zwangs-

weise zurückgeführt werden oder die über die Internationale Organisation 

für Migration (IOM) nach Sri Lanka zurückkehren, sowie Personen mit gut 

sichtbaren Narben (sog. schwach risikobegründende Faktoren, vgl. a.a.O., 

E. 8.4.4 und 8.4.5). Das Gericht wägt im Einzelfall ab, ob die konkret glaub-

haft gemachten Risikofaktoren eine asylrechtlich relevante Gefährdung der 

betreffenden Person ergeben. Dabei zieht es in Betracht, dass insbeson-

E-4074/2020 

Seite 19 

dere jene Rückkehrenden eine begründete Furcht vor ernsthaften Nachtei-

len im Sinne von Art. 3 AsylG haben, denen seitens der sri-lankischen  

Behörden zugeschrieben wird, dass sie bestrebt sind, den tamilischen  

Separatismus wiederaufleben zu lassen (vgl. a.a.O., E. 8.5.1).  

6.5.2 Der Beschwerdeführer ist keiner dieser Risikogruppen zuzurechnen: 

Gestützt auf die vorangehenden Erwägungen besteht kein Grund zur An-

nahme, dass er im Zeitpunkt seiner Ausreise unter dem Verdacht stand, 

massgebliche Kontakte zu den LTTE gehabt zu haben. Demnach sind 

keine Hinweise dafür ersichtlich, dass er aufgrund seiner Vorgeschichte ins 

Visier der sri-lankischen Behörden geraten könnte und diese ein asylrecht-

lich relevantes Verfolgungsinteresse an ihm haben. Es ist nicht davon aus-

zugehen, dass der Beschwerdeführer befürchten muss, die sri-lankischen 

Behörden könnten ihm aufgrund der von ihm geltend gemachten früheren, 

niederschwelligen Hilfsleistungen für die LTTE im Zeitraum von 2007 bis 

2009 im heutigen Zeitpunkt eine Verbindung zu den LTTE unterstellen. Wie 

oben dargelegt, vermochte er eine relevante Vorverfolgung nicht glaubhaft 

darzutun. Auch seine Behauptung, die sri-lankischen Behörden würden 

sich bei seinem Vater regelmässig nach ihm erkundigen, und er werde von 

diesen verdächtigt, nach wie vor für die LTTE aktiv zu sein, namentlich an 

den Bombenanschlägen von Ostern 2019 beteiligt gewesen zu sein, ist in 

Anbetracht obiger Erwägungen sowie des niederschwelligen Profils des 

Beschwerdeführers als unglaubhaft zu qualifizieren.  

Unter Würdigung aller Umstände ist somit anzunehmen, dass der Be-

schwerdeführer von der sri-lankischen Regierung nicht zu jener Gruppe 

von Personen gezählt wird, die bestrebt ist, den tamilischen Separatismus 

wiederaufleben zu lassen, und so eine Gefahr für den sri-lankischen Ein-

heitsstaat darstellt. Es ist auch nicht damit zu rechnen, dass er auf der 

"Stop List" aufgeführt wird. Somit liegen in seinem Fall keine stark risiko-

begründenden Faktoren im Sinne des erwähnten Urteils vor.  

6.5.3 Die (ohnehin nur leicht risikobegründenden) Narben des Beschwer-

deführers (…) lassen sich ohne Weiteres verdecken. Die Narbe (…), wel-

che nach Angaben des Beschwerdeführers auf eine Granatsplitterverlet-

zung im Jahre 2009 zurückzuführen ist, führte bei seinen früheren Ausrei-

sen und der Wiedereinreise offenbar zu keinen Problemen und dürfte zu-

dem kaum sichtbar sein. Schliesslich besteht kein Grund zur Annahme ei-

nes aktuellen relevanten Verfolgungsrisikos wegen seiner Zugehörigkeit 

zur tamilischen Ethnie, aufgrund seiner mehrjährigen Landesabwesenheit 

sowie des Fehlens ordentlicher Identitätspapiere. 

E-4074/2020 

Seite 20 

6.6  

6.6.1 Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers lässt schliesslich 

auch die aktuelle allgemeine Situation in seinem Heimatstaat nicht auf eine 

asylrelevante Gefährdung schliessen. Seit Einreichung des Asylgesuchs 

durch den Beschwerdeführer war die Lage in Sri Lanka verschiedenen Ver-

änderungen unterworfen, wobei namentlich politische Spannungen, die 

verheerenden Terroranschläge an Ostern 2019 sowie zuletzt die Wahl von 

Gotabaya Rajapaksa zum Präsidenten von Sri Lanka zu erwähnen sind. 

6.6.2 Das Bundesverwaltungsgericht ist sich der Veränderungen der letz-

ten Zeit in Sri Lanka bewusst, beobachtet die Entwicklungen aufmerksam 

und berücksichtigt sie bei der Entscheidfindung. Zwar ist beim derzeitigen 

Kenntnisstand durchaus von einer möglichen Akzentuierung der Gefähr-

dungslage für Personen, die bestimmte Risikofaktoren erfüllen, auszuge-

hen (vgl. Referenzurteil E‑1866/2015, a.a.O.; HUMAN RIGHTS WATCH,  

Sri Lanka: Families of "Disappeared" Threatened, 16.02.2020). Dennoch 

gibt es zum heutigen Zeitpunkt keinen Grund zur Annahme, dass seit dem 

Machtwechsel in Sri Lanka ganze Bevölkerungsgruppen kollektiv einer 

Verfolgungsgefahr ausgesetzt wären. Unter diesen Umständen ist im Ein-

zelfall zu prüfen, ob ein persönlicher Bezug der asylsuchenden Personen 

zur Präsidentschaftswahl vom 16. November 2019 respektive deren Fol-

gen besteht. 

Ein solcher Bezug ist, wie sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt, 

vorliegend nicht ersichtlich. 

6.7 Zusammenfassend ist es dem Beschwerdeführer somit nicht gelungen, 

eine relevante Verfolgungsgefahr im Sinn von Art. 3 AsylG glaubhaft dar-

zutun. Das SEM hat folglich zu Recht seine Flüchtlingseigenschaft verneint 

und sein Asylgesuch abgelehnt. 

7.  

7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

7.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

E-4074/2020 

Seite 21 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

8.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

8.2.1 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 

EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender 

Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

8.2.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-

rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 

Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den 

Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

  

E-4074/2020 

Seite 22 

8.2.3 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerde-

führers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer 

Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 

einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behand-

lung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des EGMR sowie jener des UN-Anti-

Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr 

("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer 

Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. 

Urteil des EGMR Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 

37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Die allgemeine Menschenrechtssituation 

in Sri Lanka lässt den Wegweisungsvollzug nicht als unzulässig erscheinen 

(vgl. Referenzurteil E-1866/2015, a.a.O., E. 12.2). Auch der EGMR hat sich 

wiederholt mit der Gefährdungssituation von Tamilen befasst, die aus ei-

nem europäischen Land nach Sri Lanka zurückkehren müssen (vgl. etwa 

EGMR, R.J. gegen Frankreich, Urteil vom 19. September 2013, Beschwer-

de Nr. 10466/11; T.N. gegen Dänemark, Urteil vom 20. Januar 2011, Be-

schwerde Nr. 20594/08; P.K. gegen Dänemark, Urteil vom 20. Januar 

2011, Beschwerde Nr. 54705/08; Rechtsprechung bestätigt in J.G. gegen 

Polen, Entscheidung vom 11. Juli 2017, Beschwerde Nr. 44114/14). Dabei 

unterstreicht der Gerichtshof, dass nicht generell davon auszugehen sei, 

zurückkehrenden Tamilen drohe eine unmenschliche Behandlung. Den  

Akten lassen sich keine stichhaltigen Hinweise dafür entnehmen, dass 

diese Einschätzung nicht mehr zutreffend wäre. 

8.2.4 Es ergeben sich aus den Akten keine konkreten Anhaltspunkte dafür, 

dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beacht-

licher Wahrscheinlichkeit Massnahmen zu befürchten hätte, die über einen 

"Background Check" (Befragung und Überprüfung von Tätigkeiten im In- 

und Ausland) hinausgehen würden, oder dass er persönlich gefährdet 

wäre. 

8.2.5 Der Vollzug erweist sich damit als zulässig. 

8.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

E-4074/2020 

Seite 23 

8.3.1 Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri-lankischen Regierung und 

den LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen, und in Sri Lanka herrscht 

weder Krieg noch eine Situation allgemeiner Gewalt (vgl. BVGE 2011/24 

E. 13.2.1). Im Referenzurteil E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 ist das Gericht 

nach einer eingehenden Analyse der Sicherheitslage in Sri Lanka zum 

Schluss gekommen, dass der Vollzug von Wegweisungen in die Nord- 

provinz grundsätzlich zumutbar ist (vgl. E. 13.2). Betreffend den Distrikt 

Jaffna hielt es zusammenfassend fest, dass es den Wegweisungsvollzug 

dorthin als zumutbar erachte, wenn das Vorliegen der individuellen Zumut-

barkeitskriterien – insbesondere Existenz eines tragfähigen familiären oder 

sozialen Beziehungsnetzes sowie Aussichten auf eine gesicherte Einkom-

mens- und Wohnsituation – bejaht werden könne (vgl. E. 13.3.3). In einem 

weiteren als Referenzurteil publizierten Entscheid qualifizierte das Bundes-

verwaltungsgericht auch den Vollzug von Wegweisungen ins "Vanni-Ge-

biet" grundsätzlich als zumutbar (vgl. Urteil D-3619/2016 vom 16. Oktober 

2017 E. 9.5). An dieser Einschätzung vermögen auch die vom Beschwer-

deführer erwähnten Ereignisse (Präsidentschaftswahl im Jahr 2019, diplo-

matische Krise zwischen der Schweiz und Sri Lanka Ende 2019) nichts zu 

ändern und sie bleibt weiterhin aktuell (vgl. dazu etwa die Urteile des 

BVGer D-2635/2020 vom 1. März 2021 E. 8.2 oder E-5504/2019 vom 

25. Februar 2021 E.10.3.2). 

8.3.2 Nach Auffassung des Gerichts hat die Vorinstanz ferner zu Recht 

auch das Bestehen individueller Wegweisungshindernisse verneint. Der 

Beschwerdeführer verfügt gemäss Aktenlage über ein tragfähiges soziales 

Beziehungsnetz in seinem Heimatstaat, auf dessen Unterstützung er zur 

Sicherung seiner wirtschaftlichen Existenz mutmasslich zählen kann. Sein 

Vater hat einen Landwirtschaftsbetrieb in B._______, und gemäss seinen  

Angaben ist die wirtschaftliche Situation seiner Familie gut (vgl. Protokoll 

Anhörung A37/15 S. 2 F7 ff., Replik S. 1). Es besteht kein Grund zur  

Annahme, dass er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka in eine existenzielle 

Notlage geraten wird.  

8.3.3 Die vom Beschwerdeführer vorgebrachten und mit ärztlichen Attes-

ten vom 24. Juli 2017, 19. Februar 2020, 21. Juli 2020 und 11. August 2020 

belegten gesundheitlichen Beeinträchtigungen (Depression mit Posttrau-

matischer Belastungsstörung, chronische Rückenbeschwerden (…), Me-

niskusläsion, Verdacht auf epileptische Anfälle) lassen nicht auf eine medi-

zinische Notlage schliessen. Den Arztberichten ist nicht zu entnehmen, 

dass er wegen den diagnostizierten psychischen Problemen oder der Epi-

lepsie gegenwärtig in Behandlung ist, und die eingeleitete Behandlung der 

E-4074/2020 

Seite 24 

im Arztbericht vom 21. Juli 2020 erwähnten orthopädischen Beschwerden 

dürfte weitestgehend abgeschlossen sein. Überdies kann davon ausge-

gangen werden, dass Sri Lanka grundsätzlich über ein funktionierendes 

öffentliches Gesundheitssystem verfügt, welches in der Lage ist, eine adä-

quate medizinische Versorgung zu gewährleisten (vgl. Urteil des BVGer D-

3647/2019 vom 14. April 2021 E. 9.8; UK Home Office, Country Policy and 

Information Note, Sri Lanka: Medical Treatment and Healthcare, July 2020, 

insbesondere Ziff. 8 S. 34 ff.). Allfälligen spezifischen Bedürfnissen könnte 

– auf Gesuch hin – im Rahmen der medizinischen Rückkehrhilfe (vgl. 

Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG, Art. 75 der Asylverordnung 2 vom 11. August 

1999 [AsylV 2, SR 142.312]) sowie bei der Ausgestaltung der Vollzugsmo-

dalitäten Rechnung getragen werden.  

Unter diesen Umständen ist nicht davon auszugehen, dass die Rückkehr 

des Beschwerdeführers in den Heimatstaat zu einer raschen und lebens-

gefährdenden Beeinträchtigung seines Gesundheitszustandes führen wird 

(vgl. BVGE 2011/50 E. 8.3 S. 1003 f., BVGE 2009/2 E. 9.3.2 S. 21). 

8.3.4 Die Tatsache, dass auch Sri Lanka von Covid-19-Erkrankungen be-

troffen ist, führt praxisgemäss nicht bereits zur Annahme der Unzumutbar-

keit des Wegweisungsvollzugs. Es handelt sich dabei – wenn überhaupt – 

um ein temporäres Vollzugshindernis, welchem im Rahmen der Vollzugs-

modalitäten durch die kantonalen Behörden Rechnung zu tragen ist, indem 

etwa der Zeitpunkt des Vollzugs der Situation in Sri Lanka angepasst wird 

(vgl. etwa Urteil des BVGer E-3200/2021 vom 21. Juli 2021 E. 8.4.2 

m.w.H.).  

8.3.5 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch 

als zumutbar. 

8.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

8.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

  

http://links.weblaw.ch/BVGer-E-3200/2021

E-4074/2020 

Seite 25 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

10.  

10.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da indessen mit 

Zwischenverfügung vom 20. August 2020 sein Gesuch um unentgeltliche 

Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG gutgeheissen wurde und 

keine Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass sich seine finanzielle Lage seit-

her entscheidrelevant verändert hat, ist von der Auflage von Verfahrens-

kosten abzusehen. 

10.2 Mit der Zwischenverfügung vom 20. August 2020 wurde auch das 

Gesuch des Beschwerdeführers um amtliche Verbeiständung gutgeheis-

sen (aArt. 110a Abs. 1 AsylG) und sein Rechtsvertreter als amtlicher 

Rechtsbeistand eingesetzt. Demnach ist diesem durch das Gericht ein  

Honorar für seine notwendigen Aufwendungen im Beschwerdeverfahren 

auszurichten. Es wurde keine Kostennote zu den Akten gereicht, weshalb 

die notwendigen Parteikosten aufgrund der Akten zu bestimmen sind 

(Art. 14 Abs. 2 in fine VGKE). Das Honorar für die amtliche Rechtsverbei-

ständung wird unter Berücksichtigung der massgeblichen Bemessungs-

faktoren und in Anwendung der am 20. August 2020 kommunizierten Stun-

denansätze demnach von Amtes wegen auf insgesamt Fr. 1800.– (inkl. 

Auslagen und Mehrwertsteueranteil) festgelegt. 

 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

E-4074/2020 

Seite 26 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Das Honorar des amtlichen Rechtsbeistands wird auf insgesamt Fr. 1800.− 

bestimmt und durch die Gerichtskasse vergütet. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Markus König Nicholas Swain 

 

 

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