# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fbdc6946-368e-5a6b-a0b6-647ff9544dbd
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-09-15
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 15.09.2014 E-7036/2013
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-7036-2013_2014-09-15.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-7036/2013 

 

 

  U r t e i l  v o m  1 5 .  S e p t e m b e r  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Richterin Muriel Beck Kadima (Vorsitz), 

Richterin Esther Karpathakis, Richter Daniel Willisegger,    

Gerichtsschreiberin Alexandra Püntener. 

   Parteien 
 

A._______, 

Kolumbien,   

vertreten durch Kathrin Stutz, Zürcher Beratungsstelle für 

Asylsuchende (ZBA), (…), 

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des BFM vom 11. November 2013 / N (…). 

 

 

E-7036/2013 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin verliess ihren Heimatstaat eigenen Angaben zu-

folge am 25. Januar 2011 und gelangte nach Venezuela, wo sie bis am 

1. August 2012 blieb. Am 3. August 2012 reiste sie in die Schweiz ein, wo 

sie am 15. Oktober 2012 um Asyl nachsuchte. Am 29. Oktober 2012 wur-

de sie im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) (…) befragt. Am 1. 

März 2013 folgte eine einlässliche Anhörung durch das Bundesamt.  

Im Wesentlichen machte die Beschwerdeführerin geltend, die Familie ih-

res Ehemannes, mit dem sie seit dem (…) 2007 verheiratet sei, habe 

aufgrund von Drohungen Kolumbien verlassen. Ihr Schwiegervater sei in 

Kolumbien ein Menschenrechtsaktivist gewesen. Am (…) 2008 sei ihr 

Ehemann in die Schweiz gereist. Am (…) 2011 habe sie einen Drohanruf 

von der paramilitärischen Gruppe Águilas Negras auf ihr Mobiltelefon er-

halten, wobei sie nach ihrem Ehemann gefragt worden sei. Bis dahin sei 

sie persönlich nie behelligt worden. Sie habe ihr Handy danach ausge-

schaltet. Auf Rat ihres Ehemannes hin, den sie daraufhin telefonisch kon-

taktiert habe, habe sie sich nicht an die Behörden gewendet und statt-

dessen ihre Ausreise vorbereitet. Ihr Ehemann sei in der Schweiz eben-

falls Menschenrechtsaktivist geworden. Sie sei mit einem venezolani-

schen Reisepass, den sie legal erworben habe, ausgereist, habe diesen 

aber nach der Einreise in die Schweiz zerstört, da sie Kolumbianerin sei. 

Sie habe erst zwei Monate nach ihrer Einreise in die Schweiz ein Asylge-

such eingereicht, nachdem das Asylgesuch ihres Ehemannes respektive 

dessen Beschwerde abgelehnt worden sei.  

Für den Inhalt der weiteren Aussagen und Einzelheiten wird auf die Akten 

verwiesen. 

Die Beschwerdeführerin reichte folgende Beweismittel in Kopie zu den 

Akten: 

– Internet-Ausdruck "(…)", 

– Schreiben der [Non governmental organization, NGO] vom (…) 2012 

und (…) 2011 sowie ein Bericht vom (…) 2011, 

– Erklärung der [NGO] über Kolumbien vom (…) 2011, 

– Erklärung der [NGO] über die Unterstützung des (…) vom (…) 2011, 

– Internetartikel vom (…) über die Tötung eines [Berufsbezeichnung] in 

(…), 

– Internet-Ausdruck "Amnistia Internacional" vom (…) 2012. 

E-7036/2013 

Seite 3 

 

B.  

Das BFM stellte mit Verfügung vom 11. November 2013 – eröffnet am 

13. November 2013 – fest, die Beschwerdeführerin erfülle die Flücht-

lingseigenschaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig ordne-

te es ihre Wegweisung aus der Schweiz an. Die Vorinstanz begründete 

ihre Verfügung im Wesentlichen damit, dass die geltend gemachten Vor-

bringen den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft nicht standhal-

ten würden. Den Vollzug nach Kolumbien befand die Vorinstanz für zu-

lässig, zumutbar und möglich. Auf die weitere Begründung wird in den 

nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

C.  

Mit Eingabe vom 13. Dezember 2013 an das Bundesverwaltungsgericht 

beantragte die Beschwerdeführerin durch ihre Rechtsvertreterin die Auf-

hebung der angefochtenen Verfügung und die Gewährung von Asyl oder 

jedenfalls die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft; eventualiter sei die 

Unzulässigkeit des Vollzugs der Wegweisung festzustellen. In verfahrens-

rechtlicher Hinsicht sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu 

verzichten und die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren. Ferner 

sei das Verfahren mit demjenigen ihres Ehemannes (E-7045/2013) zu 

koordinieren. 

D.  

Mit verfahrensleitender Verfügung vom 20. Dezember 2013 wurde fest-

gestellt, über das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozess-

führung werde zu einem späteren Zeitpunkt entschieden und auf die Er-

hebung eines Kostenvorschusses werde verzichtet. Zudem habe die Be-

schwerdeführerin eine Fürsorgebestätigung einzureichen. 

E.  

Am 10. Januar 2014 wurde eine Unterstützungsbestätigung sowie eine 

Budget-Aufstellung für die Beschwerdeführerin und ihren Ehemann ein-

gereicht.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu 

E-7036/2013 

Seite 4 

den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bun-

desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im 

Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist 

daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen ei-

nes Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerde-

führende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d 

Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 

BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig 

entscheidet. 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Die 

Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, 

ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf 

die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

3.  

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchfüh-

rung eines Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder 

begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden 

(Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Ge-

fährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, 

die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifi-

schen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

E-7036/2013 

Seite 5 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentli-

chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den 

Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ver-

fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1 Das Bundesamt begründete seinen ablehnenden Entscheid im We-

sentlichen damit, die Vorbringen der Beschwerdeführerin seien asylrecht-

lich nicht relevant. Es sei zwar eine Tatsache, dass Reflexverfolgung in 

Kolumbien vorkommen könne und Paramilitärs Familienangehörige von 

Personen, welche sie zum militärischen Ziel erklärt hätten, verfolgen wür-

den. Im Fall der Beschwerdeführerin sei jedoch kein hohes Risikoprofil 

ersichtlich. Bei dem von der Beschwerdeführerin erwähnten Anruf handle 

es sich um die einzige gegen sie gerichtete konkrete Drohung. Da der An-

ruf zudem auf das Mobiltelefon erfolgt sei, könne nicht automatisch davon 

ausgegangen werden, dass die Paramilitärs auch den Wohnort der Be-

schwerdeführerin ausfindig gemacht hätten. Zudem entspreche die Tat-

sache, dass sie bei ihren Eltern gewohnt habe, gegen eine akute Gefähr-

dung. Würden die Paramilitärs die Beschwerdeführerin verfolgen, so wäre 

mit Sicherheit zuerst bei Verwandten nach ihr gesucht worden. Ausser-

dem bestehe zwischen der Ausreise der Beschwerdeführerin und der 

Ausreise ihres Ehemannes ein enger Zusammenhang. So habe sie er-

klärt, sie sei in die Schweiz gereist, weil die Familie ihres Ehemannes Ko-

lumbien verlassen habe und sie sich zu ihrem Ehemann habe begeben 

wollen. Das Asylgesuch ihres Ehemannes sei mit Verfügung vom 8. März 

2010 abgelehnt und die dagegen erhobene Beschwerde mit Urteil vom 

6. August 2012 vom Bundesverwaltungsgericht abgewiesen worden. Das 

am 1. Oktober 2012 eingereichte Wiedererwägungsgesuch sei am 

11. November 2013 abgewiesen worden. Somit bestehe auch kein Anlass 

zur Annahme, dass die Beschwerdeführerin einer Verfolgung ausgesetzt 

gewesen sei. 

5.2 Die Beschwerdeführerin hält dazu in ihrer Rechtsmitteleingabe fest, 

sie sei aufgrund ihrer Heirat am (…) 2007 die einzige Person in Kolum-

bien mit einer Beziehung zur Familie B._______ gewesen. Sie habe das 

Haus kurz nach der Ausreise ihres Ehemannes verlassen und seit dem 

Jahr 2010 bei ihren Eltern in (…) gelebt. Die Person, die sie am (…) 2011 

angerufen habe, habe nach C._______ gesucht. Da ihr Schwiegervater 

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Seite 6 

weiterhin gesucht werde und auch ihr Ehemann in der Schweiz als Men-

schenrechtsaktivist bei der [NGO] tätig sei, fürchte sie Reflexverfolgung 

seitens der Paramilitärs. 

6.  

6.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Prüfung der Akten zum 

Schluss, dass das Asylgesuch der Beschwerdeführerin zu Recht abge-

wiesen worden ist. Die Vorinstanz hat den Sachverhalt genügend abge-

klärt und in ihrem Entscheid die Gründe angeführt, welche auf die fehlen-

de Asylrelevanz der Vorbringen der Beschwerdeführerin schliessen las-

sen.  

6.2 Insbesondere ist in Übereinstimmung mit den vorinstanzlichen Erwä-

gungen festzuhalten, dass der einzige gegen die Beschwerdeführerin ge-

richtete Drohanruf auf ihr Mobiltelefon nicht als asylrelevant eingestuft 

werden kann. Jedenfalls kann daraus nicht auf eine gegen sie gerichtete 

Reflexverfolgung geschlossen werden. Das Argument in der Beschwer-

deschrift, die Beschwerdeführerin habe sich möglichst selten ausserhalb 

des Hauses aufgehalten, lässt keinen anderen Schluss zu, zumal es für 

die Paramilitärs einfach gewesen wäre, sie an ihrer Arbeitsstelle oder bei 

ihren Eltern, wo sie seit 2010 gewohnt habe (vgl. Akten D11 S. 4 und D20 

S. 3), ausfindig zu machen. Dass sie dort nicht aufgesucht wurde, lässt 

darauf schliessen, dass die Paramilitärs offenbar kein Interesse an ihr 

gehabt haben. Schliesslich steht fest, dass die von ihrem Ehemann in 

dessen Asylgesuch geltend gemachte Reflexverfolgung nicht geglaubt 

werden kann. Zudem ist dessen Wiedererwägungsgesuch, das mit eige-

nen exilpolitischen Aktivitäten für die [NGO] begründet hat, mit Verfügung 

vom 13. November 2013 ebenfalls abgelehnt und die dagegen erhobene 

Beschwerde mit Urteil des Bundesverwaltungsgerichts (mit gleichem Da-

tum wie der vorliegende Entscheid) abgewiesen worden. Daher kann sich 

die Beschwerdeführerin nicht auf eine von ihrem Ehemann abgeleitete 

Reflexverfolgung berufen.  

6.3 In Übereinstimmung mit dem BFM gelangt das Bundesverwaltungs-

gericht daher zum Schluss, dass die Vorbringen der Beschwerdeführerin 

den Anforderungen von Art. 3 AsylG nicht genügen und insbesondere der 

Drohanruf kein ernsthafter Nachteil darstellt. 

6.4 An dieser Einschätzung vermögen weder die weiteren Ausführungen 

in der Beschwerdeeingabe noch die eingereichten Beweismittel, welche 

die exilpolitische Tätigkeit des Ehemannes der Beschwerdeführerin bes-

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tätigen sollen, etwas zu ändern, weshalb darauf verzichtet werden kann, 

darauf einzugehen. Die Vorinstanz hat die Flüchtlingseigenschaft dem-

nach zu Recht verneint und zutreffenderweise das Asylgesuch abgelehnt. 

7.  

7.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, 

so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der 

Familie (Art. 44 AsylG). 

7.2 Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 

AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 

den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 

AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie 

bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu bewei-

sen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens 

glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

8.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in 

den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 

Abs. 3 AuG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-

zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 

10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche 

oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der 

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Seite 8 

Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder 

erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

8.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend dar-

auf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es der Be-

schwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Ge-

fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 

AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden 

Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerdeführe-

rin in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG 

rechtmässig. 

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführerin 

noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Aus-

schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei-

ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behand-

lung ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtsho-

fes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-

Folterausschusses müsste die Beschwerdeführerin eine konkrete Gefahr 

(«real risk») nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihr im Fall einer 

Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde 

(vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse 

Kammer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Auch die allgemeine Menschen-

rechtssituation in Kolumbien lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen 

Zeitpunkt klarerweise nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesag-

ten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch 

der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

8.4  Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat 

aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und 

medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Ge-

fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die 

vorläufige Aufnahme zu gewähren. 

8.4.1 In Kolumbien herrscht keine Situation allgemeiner Gewalt. Aufgrund 

der Akten besteht kein Grund zur Annahme, die Beschwerdeführerin ge-

rate im Falle einer Rückkehr dorthin aus individuellen Gründen wirtschaft-

licher, sozialer oder gesundheitlicher Natur in eine existenzbedrohende 

Situation, die den Vollzug der Wegweisung unzumutbar machen würde. 

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Seite 9 

Sie verfügt – wie im Übrigen auch ihr Ehemann – über einen Universi-

tätsabschluss sowie Berufserfahrungen (vgl. D11 S. 4). Im Weiteren ver-

fügt sie mit ihren Eltern und Geschwistern, welche weiterhin in Kolumbien 

wohnen (vgl. Akte D11 S. 5), über ein familiäres Beziehungsnetz, auf das 

sie beim Aufbau einer Existenzgrundlage bei Bedarf zurückgreifen kann. 

Es steht ihr im Übrigen frei, zusammen mit ihrem Ehemann, dessen Be-

schwerdeverfahren mit Urteil gleichen Datums abgewiesen worden ist, in 

ihren Heimatstaat zurückzukehren. 

8.4.2 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch 

als zumutbar. 

8.5 Schliesslich obliegt es der Beschwerdeführerin, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen 

Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch 

BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als 

möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 

8.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung 

der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 

AuG). 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist 

abzuweisen. 

10.  

Das BFM ist darauf aufmerksam zu machen, dass die Ausreisefrist der 

Beschwerdeführerin mit derjenigen ihres Ehemannes (E-7045/2013) zu 

koordinieren ist. 

11.  

Eine Partei, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, wird auf Antrag 

hin von der Bezahlung der Verfahrenskosten befreit, sofern ihr Begehren 

nicht aussichtslos erscheint (Art. 65 Abs. 1 VwVG). Mit verfahrensleiten-

der Verfügung vom 20. Dezember 2013 wurde die Behandlung des Ge-

suchs um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von 

Art. 65 Abs. 1 VwVG auf einen späteren Zeitpunkt verwiesen, jedoch an-

tragsgemäss auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtet. Das 

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Seite 10 

Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von 

Art. 65 Abs. 1 VwVG ist gutzuheissen, weil die Beschwerdebegehren zum 

Zeitpunkt der Einreichung der Beschwerde nicht aussichtslos erschienen 

und in Berücksichtigung der eingereichten Fürsorgebestätigung von der 

prozessualen Bedürftigkeit auszugehen ist. Die Beschwerdeführerin ist 

von der Bezahlung der Verfahrenskosten zu befreien. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird 

gutgeheissen. Die Beschwerdeführerin wird von der Bezahlung der Ver-

fahrenskosten befreit. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das BFM und die kantona-

le Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Muriel Beck Kadima Alexandra Püntener 

 

 

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