# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3d732652-f10b-5dad-8c74-07574bb50bc6
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-10-13
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 13.10.2020 RE200012
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_RE200012_2020-10-13.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: RE200012-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. D. Scherrer, Vorsitzende, Oberrichter  

lic. iur. M. Spahn und Oberrichter lic. iur. A. Huizinga sowie  

Gerichtsschreiberin lic. iur. H. Lampel 

Beschluss vom 13. Oktober 2020 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Gesuchsgegner und Beschwerdeführer 

 

vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Bezirksgericht Meilen,  
Beschwerdegegner 

 

betreffend Eheschutz (Rechtsverzögerung) 
 
Beschwerde im Verfahren des Bezirksgerichts Meilen (EE180057-G) 
 

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Erwägungen: 

1.1. Im vorinstanzlichen Eheschutzverfahren EE180057-G erliess das 

Einzelgericht im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Meilen am 23. De-

zember 2019 das unbegründete Urteil und die Verfügung, womit das Getrenntle-

ben zwischen der Gesuchstellerin B._____ (fortan Gesuchstellerin) und dem Ge-

suchsgegner und Beschwerdeführer A._____ (fortan Beschwerdeführer) bewilligt 

und die Folgen davon geregelt wurden (Urk. 4/1 = Vi Urk. 89).  

Der unbegründete Endentscheid wurde den Parteien am 27. Januar 2020 zuge-

stellt und vom Beschwerdeführer am 4. Februar 2020 in Empfang genommen 

(Vi Urk. 90/2). Mit Eingabe vom 14. Februar 2020, bei der Vorinstanz eingegan-

gen am 17. Februar 2020, ersuchte der Beschwerdeführer um eine schriftliche 

Begründung des Entscheids (Vi Urk. 91). 

1.2. Mit Eingabe vom 28. August 2020, eingegangen am 31. August 2020, 

erhob der Beschwerdeführer Rechtsverzögerungsbeschwerde in Bezug auf das 

vorinstanzliche Eheschutzverfahren (Urk. 1). Er beantragt die Gutheissung der 

Rechtsverzögerungsbeschwerde, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu 

Lasten des Staates, sowie die Anweisung an die Vorinstanz, den Parteien den 

begründeten Eheschutzentscheid ohne weiteren Verzug zuzustellen. Zur Begrün-

dung führt der Beschwerdeführer aus, er warte seit seinem am 14. Februar 2020 

gestellten Begehren auf die Begründung des Entscheids vom 23. Dezember 

2019. Die Gesuchstellerin entziehe ihm seit einer tätlichen Auseinandersetzung 

zwischen ihm und dem neuen Partner der Gesuchstellerin am 15. Februar 2020 

die beiden Töchter C._____, geb. tt.mm.2011, und D._____, geb. tt.mm.2013, 

welche er bis dahin jeweils wöchentlich von Mittwochabend bis Samstagabend 

betreut habe. Die Entziehung der Kinder entgegen dem vorinstanzlichen Ehe-

schutzurteil greife massiv in die Persönlichkeit der Kinder und des Beschwerde-

führers ein. Die Vorinstanz habe Kenntnis vom Vorfall vom 15. Februar 2020, sei 

sie doch auf die daraufhin von der Gesuchstellerin gestellten Anträge hinsichtlich 

der Kinderbetreuung mit Verfügung vom 19. Februar 2020 nicht eingetreten (vgl. 

Urk. 4/3; Geschäfts-Nr. EE200008-G). Inzwischen habe die Gesuchstellerin das 

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Scheidungsverfahren vor Bezirksgericht Hinwil anhängig gemacht, welches man-

gels durchsetzbarer Regelung der elterlichen Kinderbetreuung mit Verfügung vom 

24. Juli 2020 superprovisorisch eine Beistandschaft für die Kinder errichtet habe 

(vgl. Urk. 4/2; Geschäfts-Nr. FE200137-E). Die Vorinstanz zögere die gebotene 

Begründung des Endentscheids vom 23. Dezember 2019 über Gebühr hinaus 

und verstosse dadurch gegen das Verbot der Rechtsverzögerung. 

2.1. Den vorinstanzlichen Akten ist zu entnehmen, dass der Endentscheid 

vom 23. Dezember 2019 am 28. August 2020 in begründeter Form an die Partei-

en versandt wurde (Vi Urk. 101). Dem Beschwerdeführer wurde der Entscheid am 

7. September 2020 zugestellt (vgl. Vi Akten, nicht acturierter Empfangsschein), 

was der Beschwerdeführer mit Noveneingabe vom 10. September 2020 auch mit-

teilte. Ferner führte er aus, die Rechtsverzögerungsbeschwerde vom 28. August 

2020 sei zu Recht erfolgt, aber durch die nun vorliegende Urteilsbegründung ge-

genstandslos geworden (Urk. 6). Gegen den begründeten Endentscheid vom 

23. Dezember 2019 haben beide Parteien Berufung erhoben, welche Verfahren 

hierorts unter den Geschäfts-Nummern LE200046-O und LE200048-O angelegt 

wurden. 

2.2. Mit der Zustellung des begründeten Endentscheids vom 23. Dezem-

ber 2019 ist die Rechtsverzögerungsbeschwerde des Beschwerdeführers gegen-

standslos geworden. Das Beschwerdeverfahren ist dementsprechend abzuschrei-

ben (Art. 242 ZPO). Auf das Einholen einer Vernehmlassung der Vorinstanz ge-

mäss Art. 324 ZPO kann unter diesen Umständen verzichtet werden. 

3.1. Das Gericht verteilt die Prozesskosten nach Ermessen, wenn das 

Verfahren als gegenstandslos abgeschrieben wird und das Gesetz nichts anderes 

vorsieht (Art. 107 Abs. 1 lit. e ZPO). Für die Kostenverlegung ist je nach Lage des 

Einzelfalles zu berücksichtigen, welche Partei Anlass zur Klage gegeben hat, wel-

ches der mutmassliche Prozessausgang gewesen wäre, bei welcher Partei die 

Gründe eingetreten sind, die zur Gegenstandslosigkeit des Prozesses geführt ha-

ben und welche Partei unnötigerweise Kosten verursacht hat (Botschaft zur ZPO 

vom 28. Juni 2006, BBl 2006 7221, S. 7297; BSK ZPO-Rüegg/Rüegg, Art. 107 

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N 8; BSK ZPO-Gschwend/Steck, Art. 242 N 19; BGer 4A_667/2015 vom 22. Ja-

nuar 2016, E. 2.2 m.H.). 

3.2.1. Zur Beurteilung des mutmasslichen Prozessausgangs sind die Krite-

rien für die Bejahung einer Rechtsverzögerung zu berücksichtigen. 

3.2.2. Eine Rechtsverzögerung kann jederzeit mit Beschwerde geltend ge-

macht werden (vgl. Art. 319 lit. c ZPO). Wann eine Rechtsverzögerung vorliegt, 

regelt die ZPO nicht näher. Die Kriterien zu deren Prüfung ergeben sich aus der 

Praxis zu dem in Art. 29 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK verankerten Beschleu-

nigungsgebot. Dabei entzieht sich die Beurteilung der angemessenen Verfahrens-

dauer starren Regeln. Es ist in jedem Einzelfall zu prüfen, ob sich die Dauer unter 

den konkreten Umständen als angemessen erweist. Die Rechtsprechung berück-

sichtigt namentlich folgende Kriterien: Bedeutung des Verfahrens für den Betrof-

fenen, Komplexität des Falles (Art des Verfahrens, Umfang und Komplexität der 

aufgeworfenen Sachverhalts- und Rechtsfragen), Verhalten der Verfahrensbetei-

ligten und Behandlung des Falles durch die Behörden (BGer 5A_207/2018 vom 

26. Juni 2018, E. 2.1. m.H.). Die Beschwerdeinstanz prüft mit freier Kognition, ob 

eine Rechtsverweigerung oder -verzögerung vorliegt. Es ist der Gestaltungsspiel-

raum des erstinstanzlichen Gerichts zu berücksichtigen, weshalb eine Pflichtver-

letzung nur in klaren Fällen angenommen werden sollte (Blickenstorfer, DIKE-

Komm-ZPO, Art. 319 N 51; Freiburghaus/Afheldt, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/ 

Leuenberger, ZPO Komm., Art. 320 N 7). Dem Gericht ist eine Rechtsverzöge-

rung dann vorzuwerfen, wenn es ohne ersichtlichen Grund und ohne ausglei-

chende Aktivität während längerer Perioden untätig geblieben ist. Ob eine 

Rechtsverzögerung vorliegt, beurteilt sich aber auch danach, ob die betroffene 

Partei mit ihrem Verhalten selber zur Verzögerung beigetragen hat (BGer 

5A_207/2018 vom 26. Juni 2018, E. 2.1. m.H.). 

3.2.3. Vorliegend dauerte es über ein halbes Jahr, bis die Vorinstanz auf 

entsprechendes Begehren hin den begründeten Endentscheid im Eheschutzver-

fahren erliess. Dabei war der Vorinstanz bereits seit Mitte Februar 2020 bekannt, 

dass die Regelung des Besuchsrechts des Beschwerdeführers für die beiden 

Töchter zwischen den Parteien auch nach Erlass des unbegründeten Endent-

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scheids vom 23. Dezember 2019 höchst strittig blieb. Das Ersuchen um Aktenzu-

stellung durch das Bezirksgericht Hinwil vom 14. Juli 2020 (Vi Urk. 97), bei wel-

chem seit 6. Juli 2020 das Scheidungsverfahren zwischen den Parteien hängig ist 

(vgl. Urk. 4/2), wurde von der Vorinstanz telefonisch dahingehend beantwortet, 

dass die Akten zwecks Ausarbeitung des begründeten Eheschutzentscheids wei-

terhin am Bezirksgericht Meilen benötigt würden (Vi Urk. 102; vgl. auch Urk. 4/2 

S. 4). Danach vergingen erneut rund sechs Wochen bis zum Versand des be-

gründeten Endentscheids, welcher dem Beschwerdeführer erst nach Erhebung 

der Rechtsverzögerungsbeschwerde zugestellt wurde. Mit Blick auf die summari-

sche Natur des Eheschutzverfahrens und unter Berücksichtigung der vorliegen-

den Umstände ist davon auszugehen, dass die Rechtsverzögerungsbeschwerde 

mutmasslich gutgeheissen worden wäre. Auch die weiteren, unter E. 3.1 skizzier-

ten Kriterien indizieren keine Auferlegung der Prozesskosten zulasten des Be-

schwerdeführers. 

4.1. Insgesamt gilt demnach der Kanton als unterliegende Partei (vgl. BGE 

139 III 471 E. 3.3; BGE 140 III 501 E. 4.1.1). Ihm werden in Zivilverfahren keine 

Gerichtskosten auferlegt (Art. 116 Abs. 1 ZPO i.V.m. § 200 lit. a GOG). Entspre-

chend sind keine Kosten zu erheben. 

4.2. Hingegen ist der Beschwerdeführer für das Beschwerdeverfahren in 

Anwendung von § 13 Abs. 1 und 2 i.V.m. § 5 Abs. 1 und § 11 Abs. 1 AnwGebV 

mit Fr. 500.– aus der Gerichtskasse zu entschädigen (BGE 142 III 110 E. 3.2). 

Es wird beschlossen: 

1. Das Beschwerdeverfahren wird abgeschrieben. 

2. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Kosten erhoben. 

3. Der Beschwerdeführer wird mit Fr. 500.00 aus der Gerichtskasse entschä-

digt. 

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4. Schriftliche Mitteilung an den Beschwerdeführer, an die Gesuchstellerin im 

Verfahren EE180057-G sowie an die Vorinstanz, an die Gesuchstellerin und 

die Vorinstanz unter Beilage von Doppeln von Urk. 1 und Urk. 6, je gegen 

Empfangsschein. 

Die vorinstanzlichen Akten EE180057-G gehen in das hängige Berufungs-

verfahren LE200048-O. 

5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 
30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 BGG.  

Es handelt sich um eine nicht vermögensrechtliche Angelegenheit.  

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. 
 
 
Zürich, 13. Oktober 2020 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Zivilkammer 
Die Gerichtsschreiberin: 

 
 
 

lic. iur. H. Lampel 

 
 
versandt am: 
rl 
 

	Beschluss vom 13. Oktober 2020
	Erwägungen:
	Es wird beschlossen:
	1. Das Beschwerdeverfahren wird abgeschrieben.
	2. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Kosten erhoben.
	3. Der Beschwerdeführer wird mit Fr. 500.00 aus der Gerichtskasse entschädigt.
	4. Schriftliche Mitteilung an den Beschwerdeführer, an die Gesuchstellerin im Verfahren EE180057-G sowie an die Vorinstanz, an die Gesuchstellerin und die Vorinstanz unter Beilage von Doppeln von Urk. 1 und Urk. 6, je gegen Empfangsschein.
	5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...