# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 25de3c51-acda-52d1-9332-67248a3c369b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-11-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.11.2022 F-80/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-80-2021_2022-11-18.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-80/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 8 .  N o v e m b e r  2 0 2 2  

Besetzung 
 Richterin Susanne Genner (Vorsitz), 

Richter Andreas Trommer,  

Richter Gregor Chatton,  

Gerichtsschreiber Rudolf Grun. 
 

 
 

Parteien 
 A.______,  

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,  

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Übernahme der Einreisekosten; 

Verfügung des SEM vom 7. Dezember 2020 / N […]. 

 

 

 

F-80/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer (Staatsangehöriger von Eritrea, geb. 1982) er-

suchte in der Schweiz um Asyl. Mit Entscheid vom 17. Mai 2019 aner-

kannte die Vorinstanz seine Flüchtlingseigenschaft und gewährte ihm Asyl. 

B.  

Mit Verfügung vom 25. Juli 2019 bewilligte die Vorinstanz der Ehefrau des 

Beschwerdeführers (geb. 1986) und den drei gemeinsamen Kindern (geb. 

2007, 2011 und 2014) die Einreise in die Schweiz.  

C.  

Am 2. Oktober 2019 ersuchte der Beschwerdeführer die Vorinstanz erst-

mals um Übernahme der Einreisekosten für seine Familienangehörigen.  

D.  

Am 15. August 2020 reisten die Familienangehörigen in die Schweiz ein. 

Zur Finanzierung der Einreise hatte der Beschwerdeführer ein Darlehen 

von Fr. 1'840.- aufgenommen. 

E.  

Mit Verfügung vom 7. Dezember 2020 wies die Vorinstanz das Gesuch um 

nachträgliche Übernahme der Einreisekosten ab. 

F.  

Mit Rechtsmitteleingabe vom 7. Januar 2021 gelangte der Beschwerdefüh-

rer ans Bundesverwaltungsgericht und beantragte die Aufhebung der 

vorinstanzlichen Verfügung und die Übernahme der Einreiskosten von 

Fr. 1'840.-. Ferner ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Rechts-

pflege samt Einsetzung eines amtlichen Rechtsbeistandes nach seiner 

Wahl. 

G.  

Mit Zwischenverfügung vom 27. Januar 2021 hiess die Instruktionsrichterin 

das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege in Bezug auf 

die Verfahrenskosten gut, lehnte jedoch das Gesuch um Gewährung der 

unentgeltlichen Rechtsverbeiständung (Einsetzung eines amtlichen 

Rechtsbeistandes) ab. 

F-80/2021 

Seite 3 

H.  

In ihrer Vernehmlassung vom 3. Februar 2021 beantragte die Vorinstanz 

die Abweisung der Beschwerde. 

I.  

Am 27. Juli 2022 gab die zuständige Instruktionsrichterin dem Beschwer-

deführer Gelegenheit, den Sachverhalt zu aktualisieren (aktuelle finanzielle 

Situation, Möglichkeit in Bezug auf ratenweise Rückzahlung des Darle-

hens) und abschliessende Bemerkungen anzubringen. Davon machte er 

mit Eingabe vom 25. August 2022 Gebrauch und reichte entsprechende 

Belege ein (u.a. einen Arbeitsvertrag vom 1. April 2022, eine Lohnabrech-

nung vom Juli 2022 und einen Auszug seines Privatkontos vom Juli 2022). 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist zuständig für die Beurteilung von 

Beschwerden gegen Verfügungen des SEM (Art. 105 AsylG [SR 142.31], 

Art. 31 und 33 Bst. b VGG). Auf dem Gebiet des Asyls entscheidet es in 

der Regel – und so auch vorliegend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Der Beschwerdeführer ist zur Beschwerde legitimiert (Art. 48 Abs. 1 

VwVG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde 

ist einzutreten (Art. 108 Abs. 6 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

2.  

Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet 

das Bundesrecht von Amtes wegen an und kann die Beschwerde auch aus 

anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen 

(Art. 62 Abs. 4 VwVG). 

  

F-80/2021 

Seite 4 

3.  

3.1 Art. 92 Abs. 1 AsylG sieht vor, dass der Bund die Kosten der Ein- und 

Ausreise von Flüchtlingen und Schutzbedürftigen übernehmen kann. Ge-

mäss Art. 92 Abs. 4 AsylG regelt der Bundesrat die Voraussetzungen und 

das Verfahren zur Ausrichtung und Abrechnung der Beiträge. Der Bundes-

rat hat von der ihm übertragenen Rechtssetzungsbefugnis Gebrauch ge-

macht, indem er in Art. 53 der Asylverordnung 2 vom 11. August 1999 

(AsylV 2, SR 142.312) den Kreis der Personen, für welche Einreisekosten 

übernommen werden können, festgelegt hat. Dazu gehören gemäss 

Art. 53 Bst. d AsylV 2 Personen, denen die Einreise im Rahmen der Fami-

lienzusammenführung mit anerkannten Flüchtlingen nach Art. 51 Abs. 4 

AsylG oder nach Art. 85 Abs. 7 des Ausländer- und Integrationsgesetzes 

(AIG, SR 142.20) bewilligt wird. 

3.2 Die Übernahme von Einreisekosten soll verhindern, dass sich durch die 

Verzögerung der Ausreise aus dem Herkunftsland eine Gefahr für die 

schutzbedürftige Person ergibt. Praxisgemäss ist die Übernahme der Ein-

reisekosten jedoch restriktiv zu handhaben und kommt nur dann in Frage, 

wenn die Person keine andere Möglichkeit zur Finanzierung hat (Prinzip 

der Subsidiarität [vgl. Urteil des BVGer F-7064/2018 S. 5 f. m.H.]).  

3.3 Ist die betreffende Person bereits in die Schweiz eingereist, so werden 

die Kosten grundsätzlich nicht übernommen, da die notwendigen finanziel-

len Mittel offensichtlich aufgebracht werden konnten. Lediglich in Ausnah-

mefällen sind solche Kosten dennoch zu berücksichtigen, wobei es hierbei 

die Art der Finanzierung der Reisekosten und die Frage, ob sich die Person 

im Ausland in akuter Gefahr befunden hat, zu berücksichtigen gilt. So kann 

in Fällen, bei denen sich die Person wegen fehlender finanzieller Mittel 

durch Aufnahme eines Darlehens bei einem Kreditinstitut verschulden 

musste, beziehungsweise wenn die finanziellen Mittel von dritter Seite vor-

gestreckt werden mussten, um einer akut gefährdeten Person die Ausreise 

zu ermöglichen, eine Kostenübernahme durch den Bund nicht von vornhe-

rein ausgeschlossen werden (vgl. Urteile des BVGer F-1392/2021 vom 

17  März 2022 E. 3.3, F-1429/2020 vom 26. November 2020 E. 3.3, 

F-1534/2019 vom 11. September 2020 E. 4.2 je m.w.H.). 

4.  

4.1 Zur Begründung der Abweisung der Übernahme der Einreisekosten 

führt die Vorinstanz aus, dem Beschwerdeführer sei es gelungen, die Ein-

reise seiner Familienangehörigen mittels Aufnahme eines Darlehens zu or-

ganisieren. Weil er dieses Darlehen innerhalb eines Jahres zurückzahlen 

F-80/2021 

Seite 5 

könne, sei es für ihn zumutbar, selbständig für die Einreisekosten aufzu-

kommen. Zwar befinde er sich in einer angespannten finanziellen Situation. 

Diese Phase sei jedoch vorübergehender Natur und könne durch eine 

kluge, vorausschauende Budgetplanung abgemildert werden. Zudem wür-

den der Beschwerdeführer und seine Ehefrau über Verwandte in der 

Schweiz verfügen, die sie allenfalls unterstützen könnten. 

4.2 Der Beschwerdeführer macht in seiner Rechtsmitteleingabe geltend, er 

habe seine finanzielle Situation umfassend und ausführlich in mehreren 

Schreiben dokumentiert und dargelegt, wieso es nicht möglich sei, die Kos-

ten für die Einreise zu begleichen, letztmals am 20. Juli 2020 auch in Bezug 

auf die finanzielle Situation seiner Schwester. In jenem Schreiben habe er 

auch darauf hingewiesen, dass die Lebensbedingungen seiner Familie in 

Khartum aufgrund der Covid-19-Pandemie prekär geworden seien. Nach-

dem der Flughafen in Khartum wieder für den internationalen Flugverkehr 

offen gewesen sei, hätten sie die Selbstinitiative ergriffen und die Reise in 

die Schweiz gebucht. Aus diesem Grund habe er ein Darlehen aufgenom-

men, da er den Entscheid des SEM nicht mehr habe abwarten können, 

zumal sie Angst vor einer erneuten Schliessung des Flughafens gehabt 

hätten. Entgegen der Auffassung des SEM sei es für ihn und seine Familie 

sehr schwierig, das Darlehen zurückzuzahlen. Bis jetzt habe er auch keine 

Rückzahlungen tätigen können. Der monatlich zurückzuzahlende Betrag 

von Fr. 153.30 stelle über 6 Prozent des Haushaltsbudgets dar, was für 

seine Familie unzumutbar sei. Es sei ferner nicht nachvollziehbar, dass 

Geschwister zur Unterstützung bzw. Begleichung ihrer Einreisekosten her-

angezogen würden. Einerseits seien gemäss Art. 323 ZGB nur Verwandte 

in auf- und absteigender Linie, welche in günstigen Verhältnissen lebten, 

dazu verpflichtet. Andererseits seien sie gar nicht in der Lage, die Kosten 

zu übernehmen. 

4.3 In seiner ergänzenden Eingabe vom 25. August 2022 bringt der Be-

schwerdeführer vor, dass er seit einigen Monaten getrennt von seiner Ehe-

frau lebe und in eine eigene Wohnung umgezogen sei. Zudem habe er per 

1. April 2022 sein Arbeitspensum erhöhen können, erziele nun einen Brut-

tolohn von monatlich Fr. 4'500.- und beziehe keine Sozialhilfe mehr. Die 

Kinder- und Ausbildungszulagen gingen direkt an die Sozialhilfe (zuhanden 

seiner Frau und seiner Kinder). Unterhaltsbeiträge für die Kinder seien 

noch keine vereinbart worden. Es sei nicht sicher, ob er solche leisten 

müsse. Das Darlehen, welches er habe aufnehmen müssen, habe er auf-

grund seiner nach wie vor knappen finanziellen Verhältnisse noch nicht 

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Seite 6 

vollständig zurückzahlen können. Es sei immer noch ein Betrag von 

Fr. 1'140.- ausstehend. Auch verfüge er über keine Vermögenswerte. 

5.  

Die Vorinstanz ging in der angefochtenen Verfügung zu Recht von einer 

vorübergehenden, angespannten finanziellen Situation des Beschwerde-

führers aus. Zwar ist es ihm nicht gelungen, das Darlehen innerhalb eines 

Jahres zurückzuzahlen. Seit er aber sein Arbeitspensum ab April 2022 er-

höhen konnte und einen Bruttolohn von monatlich Fr. 4'500.- (zuzüglich 

Kinder- und Ausbildungszulagen von Fr. 825.-) erzielt, ist es ihm gelungen, 

einen grossen Teil des Darlehens (Fr. 700.-) zurückzuzahlen. Er selber be-

zieht auch keine Sozialhilfe mehr. Gemäss dem von ihm eingereichten Aus-

zug seines Privatkontos vom Juli 2022 gelingt es ihm sogar, Reserven zu 

bilden. So betrug der Kontostand am 30. Juni 2022 Fr. 1'175.51 und am 

31. Juli 2022 Fr. 2'361.96. Die vollständige Rückzahlung des Darlehens 

dürfte ihm somit in kürzester Zeit möglich sein. Schon aufgrund des oben 

erwähnten Subsidiaritätsprinzips (vgl. E. 3.2) können in einem solchen Fall 

die Einreisekosten nicht vom Bund übernommen werden. 

Bei dieser Sachlage braucht nicht näher geprüft zu werden, ob sich die 

Familienangehörigen des Beschwerdeführers bei der Ausreise in akuter 

Gefahr befunden haben. Auch kann die Frage, ob Geschwister eines Ge-

suchstellers zur Unterstützung bzw. Begleichung von Einreisekosten her-

angezogen werden können, offen gelassen werden. 

6.  

Zusammenfassend ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung im Er-

gebnis nicht zu beanstanden ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwerde ist daher 

abzuweisen. 

7.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aufgrund der mit 

Zwischenverfügung vom 27. Januar 2021 gewährten unentgeltlichen 

Rechtspflege (Art. 65 Abs. 1 VwVG) ist jedoch auf die Erhebung von Ver-

fahrenskosten zu verzichten. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 7 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer und die Vorinstanz. 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Susanne Genner Rudolf Grun 

 

 

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