# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9cb6cec5-da01-568f-9b8d-d077de1cdc68
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-04-25
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 25.04.2013 IV 2011/162
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2011-162_2013-04-25.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2011/162

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 25.04.2013

Entscheiddatum: 25.04.2013

Entscheid Versicherungsgericht, 25.04.2013
Art. 17 IVG. Anspruch auf Umschulung. Geeignetheit einer Umschulung von 
der Pflegehelferin SRK zur Fachangestellten Gesundheit nicht genügend 
abgeklärt. Rückweisung zu ergänzenden Abklärungen (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. April 2013, IV 
2011/162).

Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichter Joachim Huber, 

Versicherungsrichterin Marie-Theres Rüegg Haltinner; Gerichtsschreiberin Jeannine 

Bodmer

 

Entscheid vom 25. April 2013

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Nadeshna Ley, Blumenbergplatz 1,

9000 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

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betreffend

berufliche Massnahmen

 

Sachverhalt:

A.       

A.a   A.___, geboren 1968, meldete sich am 4. September 2008 zum Bezug von 

Invalidenleistungen (berufliche Massnahmen/Rente) an, da sie infolge eines 

Verkehrsunfalls vom 16. Mai 2006 unter Nacken- und Kopfschmerzen, 

Konzentrationsschwierigkeiten, Schlafstörungen, massivem Gewichtsverlust und 

Nervosität leide (act. G 4.1.1, 4.1.6-11). Gemäss eigenen Angaben sei sie im Jahr 2003 

in den Pflegedienst zurückgekehrt und habe ein ca. 60%-Pensum als Nachtwache in 

einem privaten Altersheim ausgeübt. Im Jahre 2006 habe sie eine 80%-Stelle im 

Tagesdienst eines Pflegeheims angenommen (act. G 4.1.66-10). Diese Stelle als 

Pflegerin SRK kündigte sie am 30. Juni 2008 per 30. September 2008, um an der 

Höheren Fachschule für Gesundheit ein Studium aufzunehmen (act. G 4.1.22-7). Der 

Hausarzt Dr. med. B.___, gab gegenüber dem RAD-Arzt am 13. Oktober 2008 

telefonisch die Diagnosen chronische Nackenschmerzen mit Exazerbationen vor allem 

bei kalter Witterung, muskuläre Verspannungen im Schulter-Nackenbereich, 

Kopfschmerzen und Schlafstörungen an. Gestützt darauf bestehe eine mindestens 

50%ige Arbeitsunfähigkeit, weshalb sich die Versicherte mit einem 80%-Pensum als 

Schwesternhilfe am Limit bewege (act. G 4.1.21).

A.b   Da die Versicherte während der Ausbildung zur Pflegefachfrau HF auf Grund des 

vielen Sitzens, der erforderlichen Konzentration und dem ungewohnten Lernen immer 

wieder blockiert gewesen sei, habe sie diese schliesslich abgebrochen. Im August 

2009 habe sie eine Ausbildung zur Fachangestellten Gesundheit (FAGE) begonnen. 

Während dieser zweijährigen Ausbildung sei sie weiterhin im Spital C.___ mit einem 

90%-Pensum angestellt gewesen. Zwei Tage in der Woche habe sie die Schule 

besucht und 50% normal in der Pflege gearbeitet (act. G 4.1.45).

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A.c   Mit Gutachten vom 10. Dezember 2009 berichteten die Ärzte des Zentrums für 

Medizinische Begutachtung (ZMB), Basel, über ihre polydisziplinären Untersuchungs­

ergebnisse anlässlich eines stationären Aufenthalts der Versicherten vom 12. bis 

22. Oktober 2009. Als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hielten sie einen 

Status nach Autounfall (Heckkollision) mit HWS-Distorsionstrauma am 16.05.2006 mit 

muskulärem Cervikalsyndrom mit Dysbalance im Schultergürtelbereich und 

Kopfschmerzen nach HWS-Beschleunigungsverletzung fest. Als adaptiert definierten 

sie Tätigkeiten ohne repetitives Heben von Lasten über 10kg, ohne Tätigkeiten in 

Retroflexion des Kopfes, ohne Tätigkeiten, welche abrupte Bewegungen der 

Halswirbelsäule benötigten (Chauffeurtätigkeiten etc.) und ohne reine Bildschirmarbeit 

(act. G 4.1.66).

A.d   Am 12. Mai 2010 führte die Eingliederungsverantwortliche mit der Versicherten ein 

Gespräch. In der Stellungnahme vom 17. Mai 2010 hielt sie zur Selbsteinschätzung der 

Versicherten fest, dass jene auch als FAGE voll in der Pflege tätig sei. Eine Option 

bestehe evtl. in der Säuglingspflege, jedoch favorisiere sie eher die Möglichkeit, sich 

nach ihrem Abschluss zur FAGE-Ausbildnerin weiterzubilden. Die 

Eingliederungsverantwortliche kam zum Schluss, dass eine weitere Unterstützung 

allenfalls erst nach Abschluss der Ausbildung angezeigt sei. Dies, weil auch in der 

Tätigkeit als FAGE weiter Einschränkungen vorlägen, welche sich nicht wesentlich von 

denjenigen als Pflegehelferin unterschieden (act. G 4.1.44-2).

A.e   In der Stellungnahme vom 12. August 2010 befand RAD-Ärztin Dr. med. D.___ 

das ZMB-Gutachten als sorgfältig erstellt, umfassend, widerspruchsfrei und in den 

Schlussfolgerungen gut nachvollziehbar. Danach sei die angestammte Tätigkeit als 

Pflegehelferin auf Grund einer Restarbeitsfähigkeit von 50% nicht zu empfehlen. In 

einer adaptierten Tätigkeit liege jedoch eine volle Arbeitsfähigkeit vor. Die begonnene 

Ausbildung zur Pflegefachfrau HF habe sich aus verschiedenen, vorwiegend nicht 

medizinischen Gründen als zu anspruchsvoll erwiesen (act. G 4.1.49-2).

A.f    Im Vorbescheid vom 10. August 2010 stellte die IV-Stelle der Versicherten die 

Abweisung des Anspruchs auf berufliche Massnahmen in Aussicht, da die Tätigkeit als 

FAGE medizinisch nur teilweise zumutbar sei, weshalb die Umschulung nicht 

unterstützt werden könne (act. G 4.1.48).

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A.g   Auf Grund des dagegen erhobenen Einwands vom 21. September 2010 (act. 

G 4.1.51) teilte die IV-Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom 21. Januar 2011 und 

neuer Begründung erneut eine Abweisung der beantragten beruflichen Massnahmen 

mit (act. G 4.1.55). Am 18. Februar 2011 reichte die Versicherte auch gegen diesen 

Vorbescheid Einwand ein (act. G 4.1.58-1ff.).

A.h   Mit Verfügung vom 23. März 2011 bestätigte die IV-Stelle ihre Abweisung der 

beruflichen Massnahmen im Sinn des Vorbescheids vom 21. Januar 2010. Zur 

Begründung hielt sie fest, dass die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Pflegehelferin SRK 

keine Ausbildung mit eidgenössischem Fähigkeitsausweis sei und somit als 

Hilfstätigkeit gewertet werde. Zudem müsse für einen Umschulungsanspruch bei der 

Berechnung des Validen- und Invalideneinkommens eine mindestens 20%ige 

Einschränkung vorliegen, was vorliegend auf Grund eines Invaliditätsgrads von 13% 

nicht erfüllt sei (act. G 4.1.59).

B.       

B.a   Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde vom 6. Mai 2011 mit dem 

Antrag auf Aufhebung der angefochtenen Verfügung, auf Zusprache von beruflichen 

Massnahmen im Sinn der Umschulung zur Fachangestellten Gesundheit und 

Ausrichtung von Taggeldern für die Dauer der Umschulung; unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen. Die Beschwerdeführerin begründete dies damit, dass sie auf 

Grund der Unfallfolgen vom Mai 2006 zuerst die Nachtwache und später den Beruf als 

Pflegehelferin SRK habe aufgeben müssen. Nach einer gescheiterten Umschulung zur 

Pflegefachfrau HF habe sie im Sommer 2009 mit der Umschulung zur Fachangestellten 

Gesundheit begonnen und werde nach Abschluss dieser Ausbildung ihre 

Restarbeitsfähigkeit optimal verwerten können. Dies sei auch im ZMB-Gutachten 

festgehalten, wonach eine Ausbildung zur Fachangestellten Gesundheit aus 

medizinischer Sicht sehr zu befürworten sei. Die Ausbildung entspreche im 

Wesentlichen dem Tätigkeitsprofil der adaptierten Konditionen. Da zudem unter 

Berücksichtigung von Wochenend-, Feiertags- und Nachtzulagen beim 

Valideneinkommen und eines Leidensabzugs von 10% beim Invalideneinkommen ein 

Invaliditätsgrad von 26% resultiere, seien die Voraussetzungen für einen Anspruch auf 

Massnahmen beruflicher Art klar erfüllt (act. G 1).

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B.b   Mit Beschwerdeantwort vom 8. August 2011 beantragte die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung machte sie neu geltend, beim 

Valideneinkommen könne nicht auf das durch die Beschwerdeführerin ab November 

2006 erzielte Einkommen abgestellt werden, weil es sich dabei bereits um Einkommen 

der Invalidenkarriere handle. Zudem habe die Beschwerdeführerin diese Tätigkeit per 

Ende September 2008 beendet, weil sie sich habe weiterbilden wollen. Es gebe ent­

gegen der Behauptung der Beschwerdeführerin keine Hinweise, dass sie diese 

Arbeitsstelle aus gesundheitlichen Gründen aufgegeben habe, zumal sie auch nur 

wenige Absenzen aufgewiesen habe. Da die Beschwerdeführerin auch keine 

Erwerbstätigkeit im zumutbaren Ausmass ausübe, sei beim Invalideneinkommen nicht 

auf dieses, sondern ebenfalls auf die Tabellenlöhne abzustellen. Nachdem die 

Beschwerdeführerin immer noch körperlich mittelschwere Tätigkeiten ausüben könne, 

sei auch kein Leidensabzug zu gewähren. Weil somit Validen- und Invalideneinkommen 

gleich hoch seien, bestehe keine Invalidität. Allein aus diesem Grund bestehe kein 

Anspruch auf Umschulung. Hinzu komme, dass die beantragte Umschulung zur 

Fachangestellten Gesundheit nicht leidensadaptiert sei, weshalb sie gegen den 

Verhältnismässigkeitsgrundsatz verstossen würde. Bei allfälligem Bedarf der 

Beschwerdeführerin sei es jedoch nach Beendigung der Ausbildung möglich, ihr eine 

Unterstützung bei der Stellensuche (Arbeitsvermittlung) oder für eine gewisse Zeitdauer 

Einarbeitungszuschüsse zu gewähren (act. G 4).

B.c   In der Replik vom 18. Oktober 2011 hielt die Beschwerdeführerin an ihren 

Anträgen fest (act. G 8). Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik 

verzichtet (act. G 10).

 

Erwägungen:

1.      

1.1    Streitig ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf berufliche Massnahmen 

bzw. eine Umschulung zur Fachangestellten Gesundheit.

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1.2    Gemäss Art. 17 Abs. 1 IVG besteht ein Anspruch auf eine Umschulung in eine 

neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge der Invalidität notwendig ist und 

dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder wesentlich verbessert 

werden kann. Nach der Rechtsprechung ist unter Umschulung grundsätzlich die 

Summe der Eingliederungsmassnahmen berufsbildender Art zu verstehen, die 

notwendig und geeignet sind, der vor Eintritt der Invalidität bereits erwerbstätig 

gewesenen versicherten Person eine ihrer früheren annähernd gleichwertige 

Erwerbsmöglichkeit zu vermitteln (BGE 124 V 109 f. E. 2a). Die Umschulung hat die 

versicherte Person in die Lage zu versetzen, eine solche Erwerbstätigkeit auszuüben 

(BGE 122 V 79 E. 3b/bb). Invalid im Sinn des Art. 17 Abs. 1 IVG ist eine versicherte 

Person, die "wegen der Art und Schwere des eingetretenen Gesundheitsschadens in 

den bisher ausgeübten und in den für sie ohne zusätzliche berufliche Ausbildung offen 

stehenden noch zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit 

dauernde Erwerbseinbusse von etwa 20% erleidet; dabei bemisst sich die 

Erwerbseinbusse an dem vor dem Eintritt des Gesundheitsschadens erzielten 

Erwerbseinkommen" (Ulrich Meyer, Die Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 

2. Aufl. Zürich 2010, S. 191). Der Umschulungsanspruch setzt nicht nur einen 

ausreichenden, massnahmenspezifischen Invaliditätsgrad, d.h. eine 

behinderungsbedingte Erwerbseinbusse voraus. Notwendig ist auch, dass diese 

Erwerbseinbusse durch die Umschulung beseitigt würde. Die Umschulung müsste also 

eingliederungswirksam sein (vgl. Meyer, a.a.O., S. 200). Bei ausgebildeten Personen 

bemisst sich die Erwerbseinbusse durch Vergleich des Einkommens, das sie in dem 

vor der Invalidität ausgeübten Beruf erzielen konnten, mit dem Einkommen, das sie mit 

Invalidität dort noch erzielen können.

2.        

2.1    Vorliegend ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin gemäss dem Gutachten 

des ZMB in ihrer angestammten Tätigkeit als Pflegehelferin in einem Alters- und 

Pflegeheim nur noch zu höchstens 50% arbeitsfähig ist. Dies da sie dort allein 

mehrheitlich bettlägerige, schwere, zum Teil demente Patienten mobilisieren müsse 

(act. G 4.1.66-41). Im Anstellungsvertrag des Alters- und Pflegeheims E.___ vom 15. 

April 2004, wo die Beschwerdeführerin bei Eintritt des Unfalls im Mai 2006 arbeitete, 

wurde die Tätigkeit mit "Nachtwache (max. 8 Nächte je Monat) sowie 

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hauswirtschaftliche Aufgaben" und "Einzelne Tagesdienste im Sinn von 'Notfall-

Einsätzen' nach Weisungen der Heimleitung" umschrieben (act. G 4.1.4-7). Dass die 

Beschwerdeführerin diese Anstellung schliesslich kündigte und per 1. November 2006 

ins Pflegezentrum F.___ als Pflegehelferin SRK wechselte, scheint jedoch auch einer 

natürlichen beruflichen Entwicklung entsprochen zu haben, die mit oder ohne den 

Unfall stattgefunden haben dürfte. Entgegen den Vorbringen der Beschwerdegegnerin 

ist bezüglich dieser Anstellung nämlich nicht von einer Invalidenkarriere auszugehen, 

da die Beschwerdeführerin durch den Wechsel von der Nacht- zur Tagesschicht mit 

der Aufnahme weiterer bzw. zusätzlicher Aufgaben keinen Schritt zurück, sondern 

vielmehr eine Karriereentwicklung nach vorne machte. Auf Grund des 

Anforderungsbeschriebs in körperlicher Hinsicht dürfte es sich aber auch bei der Arbeit 

als Pflegehelferin SRK im Pflegezentrum F.___ nicht um eine leidensadaptierte Tätigkeit 

gehandelt haben. So beinhalte die Tätigkeit laut dem Fragebogen für Arbeitgebende 

vom 29. Oktober 2008 manchmal, d.h. eine halbe Stunde bis ca. drei Stunden, Heben 

und Tragen von 0 - 10kg und Heben und Tragen von 10 - 25kg, sowie selten, also bis 

eine halbe Stunde, Heben und Tragen von über 25kg (act. G 4.1.22-5).

2.2    Umstritten und zu prüfen ist in der Folge, ob der von der Rechtsprechung (vgl. 

auch BGE 130 V 491, 124 V 111 E. 2b, je mit Hinweisen) verlangte Invaliditätsgrad von 

etwa 20% gegeben ist. Da es sich bei der Anstellung als Pflegehelferin SRK nicht um 

eine Tätigkeit mit einem eigentlichen Berufsabschluss handelt, ist das Einkommen, das 

sie vor der Invalidität erzielt hat, mit dem Einkommen zu vergleichen, welches sie in 

einer der Behinderung angepassten Hilfsarbeit noch erzielen könnte. Dazu ist für das 

Valideneinkommen auf jenes Einkommen abzustellen, welches die Beschwerdeführerin 

in der Tätigkeit als Pflegehelferin SRK verdiente. Gemäss dem Auszug aus dem 

Individuellen Konto (IK-Auszug) erzielte die Beschwerdeführerin im Jahr 2007 

insgesamt, d.h. mit Samstags-/Sonntags- und Feiertagszulagen, für ihr 80%-Pensum 

ein Einkommen von Fr. 49'620.-- (act. G 4.1.8-1). Hochgerechnet auf ein 100%-

Pensum entspricht dies einem Jahreseinkommen von Fr. 62'025.--. Angesichts dessen, 

dass der Beschwerdeführerin in anderen Tätigkeiten ohne repetitives Heben von 

Lasten über 10kg, ohne Tätigkeiten mit Retroflexion des Kopfes, ohne Tätigkeiten, die 

abrupte Bewegungen der Halswirbelsäule benötigen (Chauffeurtätigkeiten etc.) und 

ohne reine Bildschirmarbeit (vgl. act. G 4.1.66-39) ein volles Pensum zumutbar ist, kann 

für das Invalideneinkommen 2007 auf den LSE-Tabellenlohn für Frauen, Niveau 4, von 

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Fr. 51'047.-- abgestellt werden. Unter Berücksichtigung dieser Einkommen würde eine 

Erwerbseinbusse von Fr. 10'978.-- (Fr. 62'025.-- - Fr. 51'047.--) bzw. ein 

Invaliditätsgrad im Erwerb von aufgerundet 18% ([100 : Fr. 62'025.--] x Fr. 10'978.--) 

resultieren. Auf Grund des gemäss Rechtsprechung nur vage definierten Grenzwerts 

von "etwa 20%", ist diese Voraussetzung somit zu bejahen. Dies rechtfertigt sich umso 

mehr, als der Beschwerdeführerin in Analogie zum ursprünglichen 

"Schwerarbeiterabzug" auf Grund ihrer früheren, gegenüber durchschnittlichen 

Hilfsarbeiterinnentätigkeiten doch als qualifizierter einzustufenden SRK 

Pflegehelferinnentätigkeit mit relativ hohem erzieltem Einkommen wohl auch ein 

Tabellenlohnabzug von 10% gewährt werden könnte, womit der Invaliditätsgrad 

aufgerundet sogar 26% ([100 : Fr. 62'025.--] x Fr. 16'082.70) betragen würde. Letztlich 

kann jedoch offen bleiben, ob ein solcher Abzug vom Tabellenlohn vorzunehmen ist, 

nachdem die Anspruchsvoraussetzung - wie gesagt - ohnehin zu bejahen ist. Weil die 

erste Voraussetzung damit erfüllt ist, muss weiter geprüft werden, ob es sich bei der 

von der Beschwerdeführerin selbständig in Angriff genommenen Umschulung zur 

Fachangestellten Gesundheit um eine ihren Behinderungen angepasste Tätigkeit 

handelt.

2.3    Die Beschwerdeführerin gab gegenüber der Eingliederungsberaterin an, nach 

Abbruch der Ausbildung zur Pflegefachfrau HF habe ihr ein Berufsberater geraten, die 

Ausbildung zur Fachangestellten Gesundheit zu machen (vgl. act. G 4.1.44-1). Ob 

dieser Berufsberater allerdings in Kenntnis ihrer gesundheitlichen Beschwerden war, ist 

zu bezweifeln; immerhin ist den Akten dazu nichts zu entnehmen. Fest steht, dass sich 

von der IV-Seite her nie ein Berufsberater mit der Frage befasst hat, ob die Tätigkeit 

einer Fachangestellten Gesundheit vorliegend als leidensadaptierte Tätigkeit zu 

qualifizieren ist und sie somit einen Anspruch auf Umschulung samt Taggelder zu 

begründen vermag. Lediglich die Stellungnahme der Eingliederungsverantwortlichen 

vom 17. Mai 2010, wonach es sich gemäss der Beschwerdeführerin bei der 

Fachangestellten Gesundheit ebenfalls um eine Pflegetätigkeit handle, worin auch 

Einschränkungen vorlägen (act. G 4.1.44-2), kann das Versäumnis nicht kompensieren. 

Zwar äusserten sich die Gutachter des ZMB dahingehend, dass die Umschulung zur 

Fachangestellten Gesundheit aus medizinischer Sicht zu befürworten sei, da es sich 

hierbei um eine adaptierte Tätigkeit handle. Ihre diesbezügliche Begründung überzeugt 

jedoch nicht. So hielten sie fest, die Beschwerdeführerin würde in der Tätigkeit als 

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Fachangestellte Gesundheit in einem Spital arbeiten, wo sie nicht mehr selber 

Patienten mobilisieren, sondern lediglich Hilfestellung bei der Mobilisation durch eine 

Physiotherapeutin leisten müsse. Es bestehe somit eine deutlich weniger grosse 

körperliche Belastung der Beschwerdeführerin als in der Tätigkeit als Pflegehelferin. 

Obgleich letzteres zwar durchaus nachvollziehbar sein mag, irritiert die Aussage 

bezüglich der Hilfestellung bei der Arbeit mit Physiotherapeuten. Da deren 

Behandlungen auf einen ganzen Tag bezogen wohl meist nur eine sehr kurze Sequenz 

ausmachen, bleibt die Frage offen, ob sich im normalen Tagesverlauf dieser Tätigkeit 

nicht auch unabhängig von Physiotherapiebehandlungen eine nicht geringe Anzahl 

weiterer Mobilisationen von Patienten ergibt. Auch nahmen die ZMB-Gutachter 

überhaupt nicht Bezug auf die Angaben des Spitals G.___ zum individuellen 

Tätigkeitsbeschrieb einer Fachangestellten Gesundheit. Immerhin geht dieser Bericht 

davon aus, dass die Tätigkeit manchmal Heben und Tragen von 10 - 25kg beinhaltet 

und selten sogar Heben und Tragen von über 25kg (act. G 4.1.50-7). Somit kann 

hinsichtlich der Frage, ob die Tätigkeit einer Fachangestellten Gesundheit tatsächlich 

leidensadaptiert ist, nicht auf das ZMB-Gutachten abgestellt werden. Nachdem weitere 

nachvollziehbare Angaben fehlen, ist die Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen, damit sie diese Frage noch abkläre.

2.4    Nach dem Gesagten ist der Sachverhalt bezüglich der beruflichen Aussichten und 

der Geeignetheit einer Umschulung zur Fachangestellten Gesundheit in berufs­

beraterischer und allenfalls medizinischer Sicht nicht hinreichend abgeklärt. Die Sache 

ist daher an die Beschwerdegegnerin zu entsprechenden Abklärungen zurückzuweisen.

3.      

3.1    In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung vom 

23. März 2011 aufzuheben. Die Sache ist zur ergänzenden Abklärung und zu neuer 

Verfügung im Sinn der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

3.2    Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als volles 

bis

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Obsiegen (BGE 132 V 215 E. 6.2). Somit unterliegt die Beschwerdegegnerin 

vollumfänglich. Sie hat deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu 

bezahlen. Der geleistete Kostenvorschuss der Beschwerdeführerin von Fr. 600.-- ist ihr 

zurückzuerstatten.

3.3    Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine 

Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei 

insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen 

ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Die Rechtsvertreterin 

der Beschwerdeführerin hat auf die Einreichung einer Honorarnote verzichtet. Der 

Bedeutung und dem Aufwand der Streitsache angemessen erscheint eine 

Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'000.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer).

 

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

 

entschieden:

1.       In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 

23. März 2011 aufgehoben. Die Sache wird zur ergänzenden Abklärung und zu neuer 

Verfügung im Sinn der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.       Die Beschwerdegegnerin bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--. Der 

Beschwerdeführerin wird der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- zurück­

erstattet.

3.       Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung 

von Fr. 3'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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