# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d05f3cb8-55ce-5803-a079-785a087f8192
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-01-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.01.2012 E-8314/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-8314-2007_2012-01-27.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung V
E­8314/2007

U r t e i l   v om   2 7 .   J a nua r   2 0 1 2  

Besetzung Richterin Christa Luterbacher (Vorsitz),
Richterin Regula Schenker Senn, Richter Daniel Willisegger,
Gerichtsschreiberin Sarah Diack.

Parteien A._______, geboren am (…),
B._______, geboren am (…),
C._______, geboren am (…),
D._______, geboren am (…),
Mongolei,
(…),
Beschwerdeführende, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz

Gegenstand Asyl und Wegweisung (Beschwerde gegen einen 
Wiedererwägungsentscheid);
Verfügung des BFM vom 13. November 2007 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
Die  Beschwerdeführenden,  Staatsangehörige  der  Mongolei  mit  letztem 
Wohnsitz  in  Ulaanbaatar,  verliessen  eigenen  Angaben  zufolge  ihren 
Heimatstaat am 28. Februar 2006 und gelangten am 9. März 2006 in die 
Schweiz,  wo  sie  gleichentags  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum 
(EVZ)  (…)  um  Asyl  nachsuchten.  Dabei  machten  sie  im  Wesentlichen 
geltend,  die  Beschwerdeführerin  habe  in  einem  Schönheitssalon 
gearbeitet.  Als  eines  Tages  eine  Kundin  infolge  einer  Faltenspritze,  die 
die  Beschwerdeführerin  ihr  verabreicht  habe,  gestorben  sei,  habe  die 
Chefin  ihr  die Verantwortung  zugeschoben;  schliesslich  sei  gegen  sie – 
obwohl sie unschuldig sei  – ein Strafverfahren eingeleitet worden.

B. 
Mit Verfügung vom 29. März 2006  lehnte das BFM die Asylgesuche der 
Beschwerdeführenden  ab  und  ordnete  deren  Wegweisung  aus  der 
Schweiz sowie den Vollzug an.

Die damals zuständige Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) trat 
auf  eine  dagegen  eingereichte  Beschwerde  mit  Urteil  vom  3. Juli  2006 
nicht  ein,  nachdem  der  einverlangte  Kostenvorschuss  nicht  geleistet 
worden war.

Für den Inhalt des ordentlichen Verfahrens wird auf die Akten verwiesen. 
Soweit  entscheidrelevant,  wird  nachfolgend  in  den  Erwägungen  darauf 
Bezug genommen.

C. 
Am (…) wurde die Tochter der Beschwerdeführenden, D._______, in der 
Schweiz geboren. 

D. 
Mit an das BFM gerichtetem Wiedererwägungsgesuch vom 6. November 
2007  (Eingang  beim  BFM)  beantragte  die  Beschwerdeführerin  für  sich 
und  ihre  Familie,  es  sei  anhand  der  eingereichten  Beweismittel  ihr 
Asylantrag nochmals  zu überprüfen. Die polizeiliche Vorladung  von  (…) 
2006  –  welche  sie  bisher  nur  in  Kopie  habe  einreichen  können  –  sei 
mittlerweile  per  Post  aus  der  Mongolei  eingetroffen;  eine  weitere 
polizeiliche Vorladung von (…) 2006 liege ebenfalls vor. Damit könne sie 

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nun  ihre  Furcht  vor  einer  unrechtmässigen  und  unverhältnismässigen 
Verfolgung  und  einer  eventuellen  Gefängnisstrafe  beweisen.  Einem 
Freund  sei  es  zudem  gelungen,  auf  dem  Polizeiposten  ein  Foto  der 
gegen sie gestarteten Suchaktion zu machen. Nachdem im ordentlichen 
Verfahren  eine  objektiv  nachvollziehbare  Furcht  vor  Verfolgung  noch 
verneint  worden  sei,  könne  sie  nun  diesbezüglich  weitere 
Beweisunterlagen  vorlegen.  In  diesem  Zusammenhang  reichte  die 
Beschwerdeführerin  zwei Polizeivorladungen, datiert  vom  (…) 2006 und 
vom  (…)  2006,  das  erwähnte  Fahndungsschreiben mit  ihrem Foto  vom 
16. Januar  2007  und  das  Foto  des  Polizeibüros,  auf  dem  das 
Fahndungsschreiben ersichtlich ist, zu den Akten.

Sinngemäss beantragte die Beschwerdeführerin  sodann eventualiter,  es 
sei wegen  ihrer gesundheitlichen Probleme und derjenigen  ihrer Tochter 
und  aufgrund  der  Tatsache,  dass  die  medizinischen 
Behandlungsmöglichkeiten  in  der  Mongolei  sehr  rückständig  und 
beschränkt seien, der Wegweisungsvollzug neu zu überprüfen. Sie habe 
wegen  der  erlebten  Ereignisse  und  dem  unerträglichen  Druck  seit  der 
Geburt  ihrer  Tochter  gesundheitliche  Probleme;  so  leide  sie  stets  an 
Schlafstörungen  und  könne  nur  noch  mit  Schlafmitteln  einschlafen.  Ihr 
Blutdruck  sei  sehr  hoch  und  sie  habe  deshalb  von  ihrem  Hausarzt 
Medikamente  verschrieben  bekommen.  Letzten  Monat  sei  es  ihr  so 
schlecht ergangen, dass  ihr  linkes Auge beinahe herausgesprungen sei. 
Sie  habe  einen  solchen  Druck  im  Kopf  gehabt,  dass  sie  sich  habe 
umbringen wollen.  Im ärztlichen Attest von Dr. med. E._______, Arzt  für 
allgemeine  Medizin,  (…),  vom  28. September  2007  wurden  eine 
Anpassungsstörung,  eine  depressive  Verstimmung  und  ein  hoher 
Blutdruck  diagnostiziert  und  die  benötigten  Medikamente  aufgelistet. 
Weiter macht die Beschwerdeführerin geltend, ihre Tochter habe seit der 
Geburt Probleme mit dem Harnfluss und sei deswegen im März operiert 
worden. Sie legte dem Gesuch eine Terminbestätigung für die Operation 
am  (…)  im  [Spital]  bei.  Der  Bestätigung  des  Oberarztes  F._______, – 
datierend vom (…) 2007–  ist sodann zu entnehmen, dass die Operation 
erfolgte  und  dass  sich  die  Tochter  weiter  in  ambulanter  Behandlung 
befinde.  Weiter  reichte  die  Beschwerdeführerin  eine  am  (…)  2007 
ausgestellte  Entlassungsverordnung  von  G._______,  sowie  eine 
Terminbestätigung für eine weitere Untersuchung am 12. Dezember 2007 
zu  den  Akten.  Die  Beschwerdeführerin  führt  weiter  aus,  viele  Leute  zu 
kennen, die  in der Mongolei an hohem Blutdruck gestorben seien. Falls 
sie in die Mongolei zurückkehren müsse, würde sie sofort von der Polizei 
inhaftiert  werden,  wobei  sie  sich  sicher  sei,  dass  sie  in  der  Haft  keine 

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Medikamente  erhalten  werde,  geschweige  denn  ein  faires  Verfahren 
durchgeführt werden würde. Daher und aufgrund der Tatsache, dass sie 
nicht  wisse,  was  dann  mir  ihr  und  mit  ihren  Kindern  passieren  würde, 
mache sie sich grosse Sorgen.

E. 
Mit  Verfügung  vom  13. November  2007  –  eröffnet  am  14. November 
2007 –  wies  das  BFM  das  Wiedererwägungsgesuch  ab,  erkannte  die 
Verfügung vom 29. März 2006 als  rechtskräftig und vollstreckbar,  erhob 
eine  Gebühr  in  Höhe  von  Fr.  1'200.–  und  hielt  fest,  einer  allfälligen 
Beschwerde komme keine aufschiebende Wirkung zu. 

Zur Begründung seines ablehnenden Entscheides erwog das BFM, dass 
die  geltend  gemachte  Verfolgung  bereits  Gegenstand  des  ordentlichen 
Verfahrens  gewesen  sei,  wo  das  BFM  und  die  ARK  zum  Schluss 
gekommen  seien,  dass  diese  Vorbringen  den  Anforderungen  an  die 
Flüchtlingseigenschaft  nicht  standhalten  würden.  Die  ARK  habe  den 
diesbezüglich  eingereichten Dokumenten mit  Instruktionsverfügung  vom 
9.  Juni  2006  (betreffend  Abweisung  des  Gesuchs  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen  Prozessführung  wegen  Aussichtslosigkeit  der 
Beschwerdebegehren  und  Einverlangung  eines  Kostenvorschusses)  die 
Beweiskraft  und  Asylrelevanz  abgesprochen.  Die  mit  dem 
Wiedererwägungsgesuch  eingereichten  Beweismittel  würden  nicht  zu 
einem  anderen  Schluss  führen,  da  diese  sich  auf  den  gleichen,  bereits 
von  der  ARK  als  nicht  asylrelevant  gewürdigten  Sachverhalt  beziehen 
würden.

Im  Wesentlichen  mache  die  Beschwerdeführerin  die  Anpassung  einer 
ursprünglich  fehlerfreien  Verfügung  im  Wegweisungspunkt  an  eine 
nachträglich eingetretene Veränderung der Sachlage geltend,  indem sie 
namentlich  die  gesundheitlichen  Beschwerden  ihrer  Tochter  sowie  ihre 
eigenen  anführe.  Die  Operation  der  Tochter  sei  zwischenzeitlich 
durchgeführt  worden  und  komplikationslos  verlaufen;  die  Tochter  habe 
das Spital am gleichen Tag verlassen können. Routinemässige Kontrollen 
und  Nachuntersuchungen  nach  einem  Harnabflussleiden  seien  ohne 
Weiteres  auch  in  der  Mongolei  in  den  dortigen  Kliniken  möglich.  Dies 
gelte  ebenso  für  die Behandlung  von Depressionen  und Bluthochdruck. 
Da die geltend gemachten gesundheitlichen Beschwerden allesamt in der 
Mongolei behandelbar seien, hätten die Beschwerdeführenden bei einer 
Rückkehr  nicht  eine  lebensbedrohliche  Verschlechterung  des 
Gesundheitszustandes zu befürchten. Daher sei ein Wegweisungsvollzug 

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in  die  Mongolei  zumutbar.  An  dieser  Einschätzung  würden  die 
eingereichten Beweismittel nichts ändern.

F. 
In  ihrer Beschwerde  vom 8. Dezember 2007  (Datum des Poststempels) 
beantragten die Beschwerdeführenden die Aufhebung der angefochtenen 
Verfügung,  die  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  aufgrund  des 
neuen Sachverhaltes und der Beweismittel, eventualiter die Feststellung 
der  Unzulässigkeit  und  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs.  In 
verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde um Gewährung der unentgeltlichen 
Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom 
20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) 
ersucht.

Sie  führten  dabei  nochmals  ihre  zuvor  bereits  dargelegten  Asylgründe 
aus. Die Schweizer Behörden hätten sie zweimal über ihre Fluchtgründe 
befragt  und  trotzdem  ihr  Asylgesuch  abgelehnt.  Weil  sie  hier  nicht 
arbeiten könnten, seien sie nicht in der Lage gewesen, den von der ARK 
verlangten Kostenvorschuss zu leisten (vgl. oben Bst. B). Das BFM habe 
ihnen  im ordentlichen Verfahren nicht geglaubt, weil sie keine originalen 
Dokumente vorgelegt hätten. Nun seien sie aber in der Lage, ihre Furcht 
vor  einer  unrechtmässigen  und  unverhältnismässigen  Verfolgung  und 
einer eventuellen Gefängnisstrafe mittels den eingereichten Dokumenten 
zu bekräftigen und beweisen. Namentlich hätten sie nun das Original der 
polizeilichen Vorladung, welches sie während des Verfahrens lediglich in 
Kopie  hätten  einreichen  können,  per  Post  aus  der  Mongolei  erhalten. 
Zudem könnten sie ein Foto einreichen, welches zeige, dass die Polizei 
eine  Suchaktion  mit  Foto  veranlasst  habe.  Die  Beschwerdeführerin  sei 
unschuldig  angezeigt  worden,  aber  auch  ihre  Anwältin  habe  ihr  nicht 
helfen  können.  Ihre  damalige  Chefin  habe  alles  zu  ihren  Gunsten 
gewendet und sie sei sowohl vom Staat als auch von den Hinterbliebenen 
der  Verstorbenen  verfolgt  worden.  Sie  wisse  nicht,  wie  sie  beweisen 
solle, dass der mongolische Staat ihr gegenüber nicht schutzwillig sei.

Ausserdem  sei  die  Beschwerdeführerin  vermutlich  wegen  dieser  Sache 
erkrankt;  nach  der  Geburt  ihres  jüngeren  Kindes  sei  ihr  Blutdruck  sehr 
hoch  gestiegen,  sie  habe  Atemprobleme  bekommen  und  letzten Monat 
fast  ihr  linkes  Auge  verloren.  Ihr  jüngeres  Kind  habe  nach  der  Geburt 
Probleme mit  dem Harnfluss  gehabt,  weshalb  es  habe  operiert  werden 
müssen. Falls sie  legal  in die Mongolei zurückkehre, würde sie bei  ihrer 
Ankunft  von  der  Polizei  inhaftiert  werden.  Die  Menschenrechtssituation 

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sei in der Mongolei jedoch schlecht, die Haftbedingungen seien grausam 
und  unmenschlich.  Der  Zugang  zu  medizinischer  Versorgung  und 
sanitären  Einrichtungen  sei  unzureichend  und  die  Zahl  der 
Tuberkuloseerkrankungen  unter  den  Zelleninsassen  steige  ständig.  So 
bekäme sie gewiss keine medizinische Betreuung. Falls sie  illegal  in die 
Mongolei  einreise,  müsse  sie  sich  verstecken  und  könne  keine 
medizinische  Hilfe  beim  Arzt  oder  im  Krankenhaus  beanspruchen.  Sie 
kenne viele Leute, die in der Mongolei wegen hohem Blutdruck gestorben 
seien.  Ausserdem  sei  fraglich,  was  dann  mit  ihren  Kindern  passieren 
würde.

G. 
Mit  Verfügung  vom  12. Dezember  2007  setzte  die  zuständige 
Instruktionsrichterin  im  Sinne  einer  vorsorglichen  Massnahme  den 
Vollzug  der  Wegweisung  gestützt  auf  Art. 56  VwVG  aus,  hiess  das 
Gesuch  um Gewährung  der  unentgeltlichen Rechtspflege  im Sinne  von 
Art.  65  Abs.  1  VwVG  gut  und  verzichtete  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses. Gleichzeitig lud sie die Vorinstanz ein, sich bezüglich 
der  Frage,  ob  die  Beschwerdeführerin  die  gemäss  eigenen  Angaben 
benötigten  Medikamente  in  der  Mongolei  gegebenenfalls  auch  in 
Untersuchungshaft  beziehungsweise  im  Strafvollzug  erhalten  würde,  zu 
äussern.

H. 
Mit Vernehmlassung vom 21. Dezember 2007 führte die Vorinstanz aus, 
die  ARK  habe  bereits  in  ihrer  Verfügung  vom  9. Juni  2006  den 
Dokumenten  –  welche  nunmehr  mit  dem  Wiedererwägungsgesuch 
eingereicht  worden  waren  –  sowohl  die  Asylrelevanz  als  auch  die 
Beweiskraft  abgesprochen.  Darüber  hinaus  stehe  die  mongolische 
Staatsbürgerschaft der Beschwerdeführerin gar nicht fest, da sie keinerlei 
Identitätspapiere  eingereicht  habe.  Daher  sei  gar  nicht  glaubhaft 
dargetan,  dass  die  Beschwerdeführerin  bei  einer  Rückkehr  überhaupt 
eine  Untersuchungshaft  oder  einen  Strafvollzug  antreten  müsse.  Es 
könne  weiter  nicht  Sache  der  Asylbehörden  sein,  jede  auch  nur 
ansatzweise  mögliche  Gefährdungssituation  im  Heimatland  der 
Beschwerdeführerin abklären zu müssen; hier  finde der  in Art. 12 VwVG 
verankerte  Untersuchungsgrundsatz  seine  Grenzen  in  der 
Mitwirkungspflicht  gemäss  Art. 8  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998 
(AsylG, SR 142.31). Daher sei die Beschwerde abzuweisen.

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I. 
Der  Replikeingabe  der  Beschwerdeführenden  vom  15. Januar  2008  ist 
sinngemäss  zu  entnehmen,  dass  sie  weiterhin  beantragen,  ihr 
Asylgesuch  sei  gutzuheissen  und  eventualiter  sei  ein 
Wegweisungsvollzug  als  unzumutbar  zu  erklären.  So  rügt  die 
Beschwerdeführerin,  das  BFM  habe  ihren  Asylvorbringen  zu  Unrecht 
keinen Glauben geschenkt, und die Ausführungen des BFM, wonach ihre 
Identität  nicht  belegt  sei,  seien  nicht  korrekt,  da  sie  die  polizeiliche 
Vorladungen im Original,  ihr Berufsdiplom im Original, die Führerscheine 
des  Beschwerdeführers  und  der  Beschwerdeführerin  im  Original 
eingereicht hätten. Zudem habe sie zur Ausstellung der Geburtsurkunde 
ihres  Kindes  die  Heiratsurkunde  beim  Zivilstandsamt  (…)  einreichen 
müssen. Das Bundesamt habe das Vorhandensein der von ihr benötigten 
Medikamente  gegen Depressionen  und  Bluthochdruck  nicht  geprüft.  Es 
entspreche  jedoch  den  Tatsachen,  dass  sie  bei  einer  Rückkehr  den 
Strafvollzug  antreten  müsse.  Im  Gefängnis  seien  die  benötigten 
Medikamente nicht erhältlich. Sie sei momentan so angeschlagen, dass 
sie  sich  kürzlich  einer  eintägigen  Untersuchung  [im  Spital]  habe 
unterziehen müssen. Diesbezüglich reichte sie die Terminbestätigung zu 
den Akten.

J. 
Mit Eingabe vom 17. August 2011 gelangte die Beschwerdeführerin ans 
Bundesverwaltungsgericht  und  ersuchte  um  eine  baldige 
Verfahrenserledigung. Sie erwähnte dabei unter anderem, dass sie noch 
immer  unter  hohem  Bluthochdruck  und  Depressionen  leide,  deswegen 
Medikamente  einnehmen  und  sich  immer  wieder  Untersuchungen 
unterziehen müsse. Die Ungewissheit  über  ihre  Zukunft  beschäftige  sie 
sehr,  ihr  Ehemann  könne  ohne  Aufenthaltsbewilligung  keine  Arbeit 
finden. Sie und ihr Mann würden Deutschkurse besuchen, ihr älteres Kind 
besuche dieses Jahr die [Schule] und das jüngere Kind beginne mit dem 
Kindergarten.

Sie  legte  ihrer  Eingabe  Kopien  der  Kursausweise  der  besuchten 
Deutschkurse  (…),  Kopien  der  vom  Migrationsamt  ausgestellten 
Aufenthaltsverlängerungen  mit  Stempeln  bis  zum  September  2009  und 
verschiedene Schulzeugnisse ihres älteren Kindes bei.

K. 
Mit  Verfügung  vom  14. Dezember  2011  räumte  die  zuständige 
Instruktionsrichterin  den  Beschwerdeführenden  mit  Frist  bis  zum 

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30. Dezember  2011  Gelegenheit  ein,  zu  der  vom 
Bundesverwaltungsgericht  veranlassten Botschaftsabklärung Stellung zu 
nehmen.  Zugleich  wurden  sie  aufgefordert,  innerhalb  derselben  Frist 
aktuelle  Arztzeugnisse  aller  behandelnden  Ärzte  inklusive 
Entbindungserklärungen von der ärztlichen Schweigepflicht einzureichen. 
Sie wurden darauf hingewiesen, dass die Arztberichte eine Diagnose und 
Prognose  beinhalten  und  die  benötigten  Medikamente  (Inhaltsstoffe) 
detailliert darlegen sollten.

Die  Botschaftsauskunft  der  Schweizerischen  Vertretung  in  Ulaanbaatar 
betraf  Fragen der Erhältlichkeit  blutdrucksenkender Medikamente  in  der 
Mongolei,  namentlich  auch  in  den  Gefängnissen  des  Landes,  sowie 
Fragen betreffend die Finanzierung der Medikamente. Auf den Inhalt der 
Auskünfte im Einzelnen wird in den Erwägungen Bezug genommen.

L. 
Am 30. Dezember  2011  (Postaufgabe  vom  29. Dezember  2011)  gingen 
beim Bundesverwaltungsgericht  kommentarlos  folgende Dokumente ein: 
Ein  Arztzeugnis  von  med.  pract.  H._______,  Allgemeine  Medizin  FMH, 
(…),  datierend  vom  27. Dezember  2011,  eine  Bestätigung  der 
fürsorgerischen  Freiheitsentziehung  (FFE)  [psychiatrische  Klinik]  vom 
29. November 2009, ein Bericht von Dr. med.  I._______, datierend vom 
21. April  2008  und  eine  Erklärung  betreffend  Entbindung  von  der 
ärztlichen  Schweigepflicht  der  die  Beschwerdeführerin  behandelnden 
Ärzte. 

Im aktuellen Arztbericht der Allgemeinmedizinerin med. pract. H._______ 
vom 27. Dezember 2011 wird neben weiteren Krankheitsbildern (…) zum 
einen der Bluthochdruck der Beschwerdeführerin  (…),  zum andern eine 
rezidivierende  depressive Stimmungslage  diagnostiziert. Die Ärztin  führt 
aus,  die Hypertonie werde  derzeit  nicht  behandelt  und  die Therapie  sei 
sistiert, nachdem die Beschwerdeführerin wieder normale entsprechende 
Werte  aufweise.  Diese  Werte  würden  allerdings  stark  schwanken  und 
könnten  unter  vermehrter  Belastung  wieder  ansteigen.  Die  grösste 
gesundheitliche Gefährdung der Beschwerdeführerin liege derzeit bei den 
psychischen,  depressiven  Problemen,  die  im  Jahr  2009  bei  akuter 
Suizidalität  einen  fürsorgerischen  Freiheitsentzug  (FFE)  mit 
anschliessender  einjähriger  psychiatrischer  ambulanter  Behandlung 
erforderlich gemacht hätten. Derzeit bestehe eine latente Suizidalität und 
die Beschwerdeführerin werde medikamentös behandelt.

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Der  ärztlichen  Einweisung  vom  29.  November  2009  ist  sodann  zu 
entnehmen,  dass  aufgrund  einer  tätlichen  Auseinandersetzung  im 
Durchgangszentrum  ein  Wechsel  in  ein  anderes  Zentrum 
bevorgestanden  habe,  die  Beschwerdeführerin  sich  deshalb  gegenüber 
ihrer  Familie  und  sinngemäss  ihren  Kindern  schuldig  gefühlt  habe  und 
sich daher mit dem Messer habe töten wollen.

Der  ältere  Arztbericht  vom  21.  April  2008  bestätigt  schliesslich  die 
damalige  ambulante  Therapie  und  hält  fest,  dass  damals  infolge  einer 
Eskalation  (Handgreiflichkeiten)  im  Durchgangszentrum  bei  der 
Beschwerdeführerin latente Suizidalität festgestellt worden sei.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 

1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art.  5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den 
Behörden  nach  Art.  33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme 
im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 
entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen 
eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m. 
Art. 31 – 33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 
17. Juni  2005  [BGG,  SR 173.110]).  Ein  solches  Auslieferungsersuchen 
liegt nicht vor.

1.2.  Das  Bundesverwaltungsgericht  beurteilt  gemäss  ständiger  Praxis 
letztinstanzlich  auch  Beschwerden  gegen  Verfügungen,  in  denen  das 
Bundesamt  es  ablehnt,  einen  früheren  Entscheid  auf  Gesuch  hin  in 
Wiedererwägung zu ziehen.

1.3.    Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die 
unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen 

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Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 
AsylG).

1.4.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Die 
Beschwerdeführenden  haben  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen,   sind  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders 
berührt  und  haben  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung.  Sie  sind  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde legitimiert (Art. 108 AsylG, Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG 
und  Art. 48  Abs.  1  und  Art.  52  VwVG).  Auf  die  Beschwerde  ist 
einzutreten.

2. 

2.1. Die Wiedererwägung im Verwaltungsverfahren ist ein gesetzlich nicht 
geregelter  Rechtsbehelf,  auf  dessen  Behandlung  durch  die  verfügende 
Behörde  grundsätzlich  kein  Anspruch  besteht.  Der  Sinn  der 
Wiedererwägung  –  wie  auch  der  Revision  –  ist  nicht  die  erneute 
rechtliche  Würdigung  eines  bereits  hinlänglich  erstellten  und  endgültig 
beurteilten Sachverhalts  (vgl. EMARK 1999 Nr. 4 E. 5a S. 24  f.). Es  ist 
unzulässig, ein  rechtskräftig abgeschlossenes Verfahren unter dem Titel 
eines  Wiedererwägungsgesuchs  faktisch  zu  wiederholen,  indem  die 
rechtliche Beurteilung der verfügenden Behörde (erneut) in Frage gestellt 
wird;  in diesem Fall wird mangels qualifizierter Wiedererwägungsgründe 
auf  das  Wiedererwägungsgesuch  nicht  eingetreten.  Zudem  ist  auf  ein 
Wiedererwägungsgesuch nicht einzutreten, wenn zu dessen Begründung 
lediglich unsubstanziierte Behauptungen aufgestellt werden und aus der 
Rechtsschrift  die  tatsächlichen  Anhaltspunkte,  die  auf  das  Vorliegen 
eines  Wiedererwägungsgrundes  hindeuten  sollen,  nicht  ersichtlich  sind 
(vgl. EMARK  2005  Nr.  25  E.  4.2  S.  227  f.,  EMARK  2003  Nr.  17  E.  2a 
S. 103 f., EMARK 2001 Nr. 20 E. 3c.dd S. 156).

2.2.  Gemäss  herrschender  Lehre  und  ständiger  Praxis  des 
Bundesgerichts  wird  jedoch  aus  Art.  29  der  Bundesverfassung  der 
Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR  101) 
unter  bestimmten  Voraussetzungen  ein  verfassungsmässiger  Anspruch 
auf Wiedererwägung  abgeleitet  (vgl.  BGE  127  I  133  E.  6, mit  weiteren 
Hinweisen).  Danach  hat  die  zuständige  Behörde  eine  selbst  getroffene 
Verfügung in Wiedererwägung zu ziehen, wenn sich der rechtserhebliche 
Sachverhalt seit Eintritt der Rechtskraft – am Tag nach Ablauf der nicht 
genutzten  Rechtsmittelfrist  oder  durch  bestätigendes  Urteil  der  mit 

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Beschwerde  angerufenen  Rechtsmittelinstanz  –  in  wesentlicher  Weise 
verändert  hat  und mithin  eine Anpassung der  (ursprünglich  fehlerfreien) 
Verfügung  erforderlich  ist,  ohne  dass  deren  Gegenstand  neu  beurteilt 
wird.  Im  Weiteren  können  auch  Revisionsgründe  einen  Anspruch  auf 
Wiedererwägung  begründen,  sofern  sie  sich  auf  eine  rechtskräftige 
Verfügung  beziehen,  die  entweder  unangefochten  blieb  oder  niemals 
einer  materiellen  Prüfung  unterzogen  wurde,  weil  das  angehobene 
Beschwerdeverfahren  mit  einem  formellen  Urteil  endete.  Ein 
solchermassen  als  qualifiziertes  Wiedererwägungsgesuch  zu 
bezeichnendes  Rechtsmittel  ist  grundsätzlich  nach  den  Regeln  des 
Revisionsverfahrens gemäss Art. 66 ff. VwVG zu behandeln (vgl. EMARK 
2003 Nr. 17 E. 2a S. 103 f. mit weiteren Hinweisen).

2.3. Beweismittel  sind  neu  im  revisionsrechtlichen  Sinne,  sofern  sie  bis 
zum  Abschluss  des  ordentlichen  Verfahrens  bestanden  haben,  jedoch 
trotz aller pflichtgemässen Sorgfalt nicht bekannt waren und daher nicht 
geltend  gemacht  werden  konnten,  beziehungsweise  deren  rechtzeitige 
Beibringung  nicht  zumutbar  war  (EMARK  1995  Nr.  21  E.  3a  S.  207). 
Ebenfalls  als  neu  im  Sinne  der  revisionsrechtlichen  Bestimmungen  des 
VwVG  gelten  Beweismittel,  die  zwar  aus  der  Zeit  nach  Abschluss  des 
Beschwerdeverfahrens  stammen,  sich  aber  auf  Tatsachen  beziehen, 
welche sich vor dem betreffenden Entscheid zugetragen haben (ALFRED 
KÖLZ  /  ISABELLE  HÄNER,  Verwaltungsverfahren  und 
Verwaltungsrechtspflege des Bundes, Zürich, 2. Auflage 1998, Rz. 741). 
Erheblich sind Beweismittel dann, wenn sie zu einem anderen Entscheid 
hätten führen können.

3. 

3.1. 

3.1.1.  Die  Beschwerdeführenden  machen  erstens  geltend,  neu 
eingebrachte Beweismittel würden nun belegen, dass ihre im ordentlichen 
Verfahren  geltend gemachten Vorbringen asylrelevant  seien. Mit  diesen 
Vorbringen  machen  sie  das  Vorliegen  von  rechtserheblichen  neuen 
Tatsachen und Beweismitteln im Sinne von Art. 66 Abs. 1 Bst. a VwVG – 
also  Revisionsgründe  –  geltend,  die  darauf  abzielen,  dass  die 
rechtskräftige  Verfügung  vom  29. März  2006  fehlerhaft  sei.  Diese 
Begehren sind als qualifiziertes Wiedererwägungsgesuch zu behandeln, 
wonach zu prüfen  ist,  ob die eingereichten Beweismittel  tatsächlich neu 
und erheblich sind.

http://links.weblaw.ch/EMARK-1995/21%20S.207
http://links.weblaw.ch/EMARK-1995/21%20S.207
http://links.weblaw.ch/EMARK-1995/21%20S.207
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http://links.weblaw.ch/EMARK-1995/21%20S.207

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3.1.2. Hierbei  sind die diesbezüglichen vorinstanzlichen Erwägungen zu 
stützen,  wonach  der  vorgebrachte  Sachverhalt  bereits  im  ordentlichen 
Verfahren  als  nicht  asylrelevant  erwogen  worden  sei  und  die  neu 
eingereichten Beweismittel  sich genau auf diesen Sachverhalt  beziehen 
würden;  die  eingereichten  polizeilichen  Vorladungen,  das 
Fahndungsschreiben  und  das  Foto  der  Polizeistation  vermögen  keine 
Veränderung  des  mit  Verfügung  vom  29.  März  2006  festgestellten 
Sachverhalts zu bewirken und sind daher –  ungeachtet ihrer Authentizität 
– unerheblich.  Das  BFM  zog  in  seiner  Verfügung  vom  29.  März  2006 
namentlich  in  Erwägung,  dass  die  Beschwerdeführerin  zu  Protokoll 
gegeben habe, die Polizei habe keine Beweise gegen sie gehabt, die ihre 
angebliche  Schuld  hätten  belegen  können,  vielmehr  habe  die 
gerichtsmedizinische  Untersuchung  ergeben,  dass  keine 
aussergewöhnlichen Medikamente eingesetzt worden seien, sondern die 
später verstorbene Kundin eine starke allergische Reaktion gezeigt habe, 
die zum Tod geführt habe. Das BFM erachtete die behauptete Furcht der 
Beschwerdeführerin  vor  einer  asylrechtlich  relevanten  Verfolgung  in 
diesem  Zusammenhang  als  unbegründet.  Wie  das  BFM  zutreffend 
festgehalten  hat,  sind  im  ordentlichen  Verfahren  die  nunmehr 
wiedererwägungsweise  dargelegten  Vorbringen,  soweit  sie  sich  auf  die 
Geltendmachung  der  Flüchtlingseigenschaft  beziehen,  allesamt  bereits 
bekannt  gewesen  und  gewürdigt  worden.  Ergänzend  kann  festgehalten 
werden,  dass  einer  allfälligen  Strafverfolgung  gegen  die 
Beschwerdeführerin  aufgrund  eines  Todesfalls  im  Schönheitssalon,  wo 
sie  gearbeitet  hatte,  keine  Verfolgungsmotivation  im  Sinne  von  Art.  3 
AsylG  zu Grunde  liegen würde,  sondern  es  sich  um  eine  grundsätzlich 
rechtsstaatlich  legitime  gemeinrechtliche  Strafuntersuchung  ohne 
flüchtlingsrechtliche  Relevanz  handeln  würde.  Soweit  im  vorliegenden 
Wiedererwägungsverfahren  die  wiedererwägungsweise  Feststellung  der 
Flüchtlingseigenschaft und die Asylgewährung beantragt werden, hat das 
BFM das Gesuch mithin zu Recht abgewiesen.

3.2. 

3.2.1.  Zweitens  machen  die  Beschwerdeführenden  als 
Wiedererwägungsgründe  sinngemäss  nachträgliche Veränderungen  des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  geltend.  Namentlich  habe  sich  die 
gesundheitliche  Situation  der  Beschwerdeführerin  und  diejenige  der 
Tochter  sinngemäss  seit  Abschluss  des  ordentlichen  Verfahrens  in 
vollzugshinderndem  Masse  verschlechtert.  Diese  Vorbringen  zielen 
darauf  ab,  die  ursprünglich  fehlerfreie  rechtskräftige  Verfügung  vom 

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29. März  2006,  mit  welcher  das  BFM  die  Asylgesuche  der 
Beschwerdeführenden ablehnte sowie die Wegweisung aus der Schweiz 
und deren Vollzug anordnete, in Bezug auf den Vollzug der Wegweisung 
nachträglich anzupassen.

Zu  prüfen  ist  demnach,  ob  hinsichtlich  des  Wegweisungsvollzugs  eine 
seit  dem  Abschluss  des  ordentlichen  Verfahrens  (das  heisst  seit  dem 
29. März  2006)  erheblich  veränderte  Sachlage  im 
wiedererwägungsrechtlichen Sinne vorliegt. Hierbei ist für das Gericht die 
Situation heute, zum Zeitpunkt des Entscheids, massgeblich.

3.2.2. In Bezug auf die gesundheitliche Lage der Beschwerdeführerin und 
ihrer Tochter wurden bis zum Abschluss des ordentlichen Verfahrens am 
29. März  2009  keine  Probleme  aktenkundig.  Diesbezüglich  hat  sich  die 
Lage seither geändert. Was die Kinder betrifft, präsentiert sich heute die 
Lage  insofern anders, als dass das zweite Kind noch nicht geboren war 
und  sich  beide  seit  Abschluss  des  ordentlichen  Verfahren  nun  sechs 
Jahre in der Schweiz aufhalten. Im Folgenden ist zu prüfen, ob aufgrund 
der veränderten Sachlage die Anordnung des Wegweisungsvollzugs zum 
heutigen  Zeitpunkt  in Wiedererwägung  gezogen  werden müsse  und  ob 
der  Vollzug  heute  aufgrund  einer  veränderten  Sachlage  als  unzulässig, 
unzumutbar oder unmöglich eingeschätzt werden müsse.

4. 
Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht 
möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den 
gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von 
Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG). 

4.1. 

Der Vollzug  ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der 
Schweiz  einer Weiterreise  der  Ausländerin  oder  des  Ausländers  in  den 
Heimat­,  Herkunfts­  oder  in  einen  Drittstaat  entgegenstehen  (Art. 83 
Abs. 3 AuG).

Weiter  darf  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  FK).  Da  die 
Flüchtlingseigenschaft  der  Beschwerdeführenden  bereits  rechtskräftig 

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verneint  wurde  und  diesbezüglich  nach  dem  Gesagten  auch  das 
Wiedererwägungsgesuch  vom  BFM  zu  Recht  abgewiesen  wurde,  kann 
das  in  Art. 5  AsylG  verankerte  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen  Non­
Refoulements  im vorliegenden Verfahren keine Anwendung  finden. Eine 
Rückkehr  der  Beschwerdeführenden  in  die Mongolei  ist  demnach  unter 
dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Gemäss  Art.  25  Abs. 3  BV,  Art.  3  des  Übereinkommens  vom 
10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche 
oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR  0.105)  und  der 
Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der 
Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  darf  niemand 
der  Folter  oder  unmenschlicher  oder  erniedrigender  Strafe  oder 
Behandlung  unterworfen  werden.  Gemäss  Rechtsprechung  des  EGMR 
können  unter  sehr  aussergewöhnlichen  Umständen  ("very  exceptional 
circumstances")  gesundheitliche  Probleme  unter  Art.  3  EMRK  fallen, 
wenn  im  Heimatstaat  ausgeprägte  unzulängliche  medizinische 
Bedingungen  herrschen  und  wenn  damit  massive  Verstösse  gegen  die 
Menschenwürde,  namentlich  Massnahmen,  die  den  betroffenen 
Menschen seelisch und meist auch körperlich schwer treffen, verbunden 
sind (vgl. die im Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E­5822/2008 vom 
17. Februar 2011 mit weiteren Hinweisen zitierte Praxis des EGMR). Die 
Beschwerdeführerin  macht  geltend,  ein  Wegweisungsvollzug  in  die 
Mongolei sei aus gesundheitlichen Gründen unzulässig, weil sie in einem 
Gefängnis in der Mongolei keine Medikamente gegen zu hohen Blutdruck 
erhalten  würde;  im  aktuellsten  Arztzeugnis  ist  zudem  von  latenter 
Suizidalität  die  Rede.  Dieses  Vorbringen  vermag  jedoch  klarerweise 
keine solche aussergewöhnliche Umstände im Sinne der Rechtsprechung 
darzulegen;  die  gesundheitlichen  Probleme  sind  im  Hinblick  auf  eine 
allfällige  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  zu  würdigen,  sind 
aber nicht geeignet, eine Unzulässigkeit des Vollzugs zu begründen. 

Sodann  ergeben  sich  weder  aus  den  Aussagen  der 
Beschwerdeführenden noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie 
für  den  Fall  einer  Ausschaffung  in  die  Mongolei  dort  mit  beachtlicher 
Wahrscheinlichkeit  einer nach Art.  3 EMRK oder Art.  1 FoK verbotenen 
Strafe  oder  Behandlung  ausgesetzt  wären.  Gemäss  Praxis  des  EGMR 
sowie  jener  des  UN­Anti­Folterausschusses  müssten  die 
Beschwerdeführenden eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder 
glaubhaft machen,  dass  ihnen  im  Fall  einer Rückschiebung  Folter  oder 
unmenschliche  Behandlung  drohen  würde  (vgl.  EGMR,  [Grosse 

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Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde 
Nr. 37201/06,  §§ 124­127,  mit  weiteren  Hinweisen).  Ein  aufgrund  einer 
strafrechtlichen Tat rechtstaatlich durchgeführtes Verfahren fällt hier nicht 
darunter. Auch die  allgemeine Menschenrechtssituation  in  der Mongolei 
lässt  den  Wegweisungsvollzug  zum  heutigen  Zeitpunkt  nicht  als 
unzulässig erscheinen.

Nach  dem Gesagten  ist  der  Vollzug  der Wegweisung  sowohl  im  Sinne 
der asyl­ als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

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Seite 16

4.2. 

4.2.1. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug  für Ausländerinnen 
und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­  oder 
Herkunftsstaat  aufgrund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg, 
allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind. 
Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 
83 Abs.  7  AuG  –  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl.  Botschaft 
zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 
2002, BBl 2002 3818).

Falls  Kinder  vom  Wegweisungsvollzug  betroffen  sind,  ist  gemäss  der 
Rechtsprechung  des  Bundesverwaltungsgerichts  das  Kindeswohl  im 
Rahmen der Zumutbarkeitsprüfung vorrangig zu gewichten, da sich dies 
aus einer  völkerrechtskonformen Auslegung  von Art.  83 Abs.  4 AuG  im 
Lichte von Art. 3 Abs. 1 des Übereinkommens vom 20. November 1989 
über die Rechte des Kindes (KRK, SR 0.107) ergibt.

Demzufolge sind unter dem Aspekt des Kindswohls sämtliche Umstände 
einzubeziehen  und  zu  würdigen,  die  im  Hinblick  auf  eine  Wegweisung 
wesentlich erscheinen. Namentlich sind in Bezug auf das Kindeswohl  im 
Rahmen  einer  Gesamtwürdigung  Kriterien  wie  Alter  des  Kindes,  Reife, 
Abhängigkeit,  Art  der  Beziehung  (Nähe,  Intensität,  Tragfähigkeit), 
Eigenschaften  der  Bezugsperson  (insbesondere 
Unterstützungsbereitschaft und ­fähigkeit), Stand und Prognose bezüglich 
Entwicklung  und  Ausbildung  des  Kindes  und  der  Grad  der  erfolgten 
Integration  bei  einem  längeren Aufenthalt  in  der  Schweiz  zu  beurteilen. 
Gerade  letzterer Aspekt, die Dauer des Aufenthaltes  in der Schweiz,  ist 
im  Hinblick  auf  die  Prüfung  der  Chancen  und  Hindernisse  einer 
Reintegration im Heimatland als gewichtiger Faktor zu werten, da Kinder 
nicht  ohne  guten  Grund  aus  einem  vertrauten  Umfeld  herausgerissen 
werden  sollten.  Zu  differenzieren  ist  freilich,  ob  sich  das  Kind  noch  in 
einem jungen, stark von der Familie und vom Elternhaus geprägten Alter 
befindet  und  demnach  durch  einen  Wegweisungsvollzug  weniger  stark 
entwurzelt würde, als dies für einen Jugendlichen bereits im adoleszenten 
Alter  zutreffen  würde,  der  sich  im  Aufenthaltsstaat,  wo  er  seine 
massgebliche  Erziehung  erhalten  hat,  bereits  stark  in  sein  Umfeld 
eingebunden hat, namentlich soziale Kontakte geknüpft hat und aufgrund 
dessen seine eigene Identität entwickelt hat (vgl. BVGE 2009/28 E. 9.3.2 
S. 367 f. und BVGE 2009/51 E. 5.6, je mit weiteren Hinweisen).

http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/28
http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/28
http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/28
http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/51
http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/51
http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/51

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4.2.2.  Aufgrund  der  allgemeinen  politischen  Lage,  der 
Menschenrechtssituation  sowie  den  allgemeinen  Lebensumständen  in 
der Mongolei, die mit Beschluss des Bundesrates vom 28. Juni 2000 zu 
einem  verfolgungssicheren  Staat  ("safe  country")  erklärt  wurde,  ist  eine 
Rückkehr  der  Beschwerdeführenden  unter  dem Aspekt  der Gefährdung 
durch  Gewaltsituationen  als  zumutbar  zu  erachten.  In  der  Mongolei 
herrscht weiterhin keine Situation von Krieg, Bürgerkrieg oder allgemeiner 
Gewalt,  aufgrund  derer  eine  konkrete  Gefährdung  der 
Beschwerdeführenden angenommen werden müsste.

4.2.3. Betreffend die geltend gemachten gesundheitlichen Probleme der 
Tochter sind die vorinstanzlichen Erwägungen zu stützen, wonach diese 
mittels  der  komplikationslos  erfolgten  Operation  im  Jahr  2007  behoben 
werden  konnten  (vgl.  Arztzeugnis  F._______  vom  (…)  2007;  oben  Bst. 
D).  Spätere  Arztzeugnisse  betreffend  gesundheitliche  Probleme  der 
Tochter sind nicht eingereicht worden. Es darf mithin davon ausgegangen 
werden, dass allfällige Nachkonsultationen auch in der Mongolei, welche 
über  ein  funktionierendes  Gesundheitssystem  und  eine  Vielzahl  von 
Spitälern verfügt, möglich sind. 

4.2.4. Betreffend die geltend gemachten gesundheitlichen Beschwerden 
der  Beschwerdeführerin  wies  die  Vorinstanz  in  ihrer  angefochtenen 
Verfügung  darauf  hin,  dass  entsprechende  Therapie­  und 
Behandlungsmöglichkeiten in der Mongolei vorhanden seien und dass die 
Beschwerdeführerin wegen der geltend gemachten Schwierigkeiten nicht 
einer  lebensbedrohlichen  Gefahr  ausgesetzt  würde.  Gemäss  dem 
aktuellsten  Arztbericht  von  med.  pract.  H._______  vom  27.  Dezember 
2011  ist  wegen  des  überhöhten  Blutdrucks  seit  2010,  mithin  seit  zwei 
Jahren,  keine  Medikamentierung  mehr  nötig,  nachdem  sich  die  Werte 
normalisiert hätten und die Therapie habe sistiert werden können. Es wird 
im Arztbericht vermerkt, es könne nicht ausgeschlossen werden, dass die 
Beschwerdeführerin  in  Zukunft  erneut  auf  eine  medikamentöse 
Behandlung  wegen  erhöhten  Blutdrucks  angewiesen  sein  könnte. 
Nachdem  nicht  auszuschliessen  ist,  dass  die  Beschwerdeführerin  nach 
einer  Rückkehr  in  die  Mongolei  aufgrund  des  Strafverfahrens  in 
Untersuchungshaft  genommen  würde  oder  direkt  den  Strafvollzug 
antreten müsste, sowie aufgrund der bekannten Tatsache, dass bei stark 
überhöhtem  Blutdruck  die  Nichteinnahme  von  entsprechenden 
Medikamenten zum Tod führen kann, hat das Bundesverwaltungsgericht 
zur Erhältlichkeit entsprechender Medikamente in der Mongolei durch die 
Schweizer  Vertretung  Abklärungen  vornehmen  lassen.  Gemäss  den 

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Botschaftsauskünften  sei  die medizinische  Versorgung  in Gefängnissen 
der  Mongolei  nicht  gut;  diverse  blutdrucksenkende  Medikamente 
(namentlich  Magnesiuminjektionen,  NAP,  Captopril,  Nifedipin, 
„Bursanid“und CaCl­Injektionen)  seien aber  auch  für Gefängnisinsassen 
erhältlich. Diese Medikamente seien  für die Patienten kostenlos; Frauen 
würden  betreffend  medizinische  Betreuung  und  Haftbedingungen  nicht 
anders  behandelt  als  Männer.  Sollte  ein  Patient  andere  Medikamente 
brauchen, müssten diese auf Kosten seiner Angehörigen besorgt werden. 
Aufgrund dieser Überlegungen muss nicht davon ausgegangen werden, 
dass  die  Beschwerdeführerin  bei  einer  Rückkehr  wegen  ihrer 
gesundheitlichen  Probleme  betreffend  hohen  Blutdruck  in  eine 
lebensbedrohliche Lage geraten würde.

Soweit  in  den  vorliegenden  Arztberichten  schliesslich  von  früheren 
Episoden  akuter  Suizidalität,  die  einen  fürsorgerischen  Freiheitsentzug 
nötig gemacht hätten, und einer aktuellen Phase  latenter Suizidalität bei 
rezidivierenden  depressiven  Stimmungslagen  die  Rede  ist,  ist 
festzuhalten,  dass  bisher  die  früheren  akuten  Episoden  mittels 
Medikamentierung  behandelt  werden  konnten.  Aus  dem  aktuellsten 
ärztlichen  Bericht  geht  nicht  hervor,  dass  die  Beschwerdeführerin  sich 
noch in einer Psychotherapie befindet. Das Gericht geht davon aus, dass 
der  schwierigen  Situation,  wie  sie mit  einer  zwangsweisen Rückkehr  in 
die  Mongolei  verbunden  ist,  im  Rahmen  der  konkreten 
Vollzugsmodalitäten  Rechnung  zu  tragen  ist,  und  dass  namentlich  in 
Zusammenarbeit mit den behandelnden Ärzten sicherzustellen sein wird, 
dass  der  Beschwerdeführerin  für  die Rückkehr  die  allfällig  notwendigen 
Medikamente  ausgehändigt  werden.  Eine  Behandlung  psychischer 
Probleme  ist  auch  in  der  Mongolei  möglich;  gemäss  öffentlich 
zugänglichen  Quellen  (vgl.  United  States  Department  of  State  2010 
Human  Rights  Report:  Mongolia,  April  2011,  verfügbar  unter: 
http://www.state.gov/g/drl/rls/hrrpt/2010/eap/154394.htm,  abgerufen  am 
12.  Januar  2012)  befinden  sich  in  den  mongolischen  Gefängnissen 
ausgebildete  Psychologen,  womit  eine  fachliche  Betreuung  der 
Beschwerdeführerin,  falls  sich  dies  als  notwendig  erweisen  würde, 
gewährleistet ist.

Somit  erweist  sich  ein  Wegweisungsvollzug  der  Beschwerdeführenden 
auch  unter  dem  Aspekt  der  gesundheitlichen  Probleme  der 
Beschwerdeführerin als zumutbar.

http://www.state.gov/g/drl/rls/hrrpt/2010/eap/154394.htm

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4.2.5. Die  beiden  Kinder  der  Beschwerdeführenden  sind  zum  heutigen 
Zeitpunkt (…) und (…) Jahre alt. Sowohl ein (…) als auch ein (…)jähriges 
Kind ist noch vorwiegend geprägt durch den Familienkern und nicht durch 
soziale  Bindungen  ausserhalb  der  Familie.  Die  beiden  Kinder  befinden 
sich noch im anpassungsfähigen Alter und eine Rückkehr reisst sie nicht 
derart  aus  ihrer  Lebensstruktur  heraus,  dass  von  einer  eigentlichen 
Entwurzelung  gesprochen  werden  müsste.  Es  ist  davon  auszugehen, 
dass sich die beiden Kinder nach erfolgter Umgewöhnungsphase  in der 
Mongolei  in  das  Schulsystem  eingliedern  und  sich  mit  zunehmendem 
Alter ein soziales Umfeld ausserhalb der Familie aufbauen werden. Zwar 
ist davon auszugehen, dass sich die Mutter – falls sie einen Strafvollzug 
antreten sollte – für diese Zeit nicht um die Kinder kümmern könnte. Aus 
den Akten ist jedoch ersichtlich, dass die Beziehung zum Vater intakt ist, 
womit davon ausgegangen werden kann, dass er die Rolle der primären 
Bezugs­ und Betreuungsperson würde wahrnehmen können. Daher ist es 
den beiden Kindern auch unter dem Aspekt des Kindswohls zuzumuten, 
in ihr Heimatland zurückzukehren.

4.2.6. Den  Akten  sind  sodann  keine  konkreten  Anhaltspunkte  dafür  zu 
entnehmen,  dass  die  Beschwerdeführenden  bei  einer  Rückkehr  in  die 
Mongolei aus individuellen Gründen wirtschaftlicher und sozialer Natur in 
eine existenzbedrohende Situation geraten würden. Aus den Vorbringen 
der  Beschwerdeführenden  ergibt  sich,  dass  [Verwandte]  im  Heimatland 
leben  (vgl.  A1 S. 2) weshalb  sie  bei  einer Rückkehr  auf  ein  tragfähiges 
soziales  Netz  zurückgreifen  können.  Der  Beschwerdeführer  verfügt 
gemäss  seinen  Angaben  über  Berufserfahrung,  womit  angenommen 
werden  kann,  dass  er  sich  bei  einer  Rückkehr  beruflich  reintegrieren 
kann. Daher  ist davon auszugehen, die Beschwerdeführer brächten alle 
Voraussetzungen mit, um in der Mongolei wieder Fuss zu fassen und aus 
eigenen Kräften ein Auskommen zu finden.

4.2.7. Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung der 
Beschwerdeführenden auch heute weiterhin als zumutbar.

4.3.  Schliesslich  obliegt  es  den  Beschwerdeführenden,  sich  bei  der 
zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr 
notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (Art.  8  Abs.  4  AsylG) 
weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist 
(Art. 83 Abs. 2 AuG, BVGE 2008/34 E.12).

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Seite 20

4.4.  Zusammenfassend  ist  festzustellen,  dass  es  den 
Beschwerdeführenden nicht gelungen ist, eine wiedererwägungsrechtlich 
relevante Veränderung der Sachlage darzulegen, welche es rechtfertigen 
würde, die rechtskräftige vorinstanzliche Verfügung vom 29. März 2006 in 
Wiedererwägung  zu  ziehen.  Die  Vorinstanz  hat  das 
Wiedererwägungsgesuch daher zu Recht abgewiesen. 

5. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist demnach abzuweisen.

6. 
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätzlich 
den  Beschwerdeführenden  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG).  Da 
jedoch  mit  Verfügung  vom  12. Dezember  2007  das  Gesuch  um 
Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss  Art. 65  Abs. 1 
VwVG gutgeheissen wurde und aufgrund der Aktenlage nach wie vor von 
der  prozessualen  Bedürftigkeit  der  Beschwerdeführenden  auszugehen 
ist, sind keine Kosten zu erheben.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Christa Luterbacher Sarah Diack

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