# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bdd333ad-d4a5-5eb5-bbee-8dc123445880
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-07
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 07.05.2024 BK 2024 173
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2024-173_2024-05-07.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Beschwerdekammer in 
Strafsachen

Cour suprême
du canton de Berne

Chambre de recours pénale

Beschluss
BK 24 173

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 09
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 7. Mai 2024

Besetzung Oberrichter Bähler (Präsident), Oberrichter Gerber,
Oberrichterin Hubschmid
Gerichtsschreiberin Lauber

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwältin B.________

Beschuldigter/Beschwerdeführer

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern
v.d. C.________

Gegenstand Anordnung Sicherheitshaft

Strafverfahren wegen banden- und gewerbsmässigen Diebstahls 
sowie mehrfachen Hausfriedensbruchs

Beschwerde gegen den Entscheid des Kantonalen Zwangsmass-
nahmengerichts vom 10. April 2024 (KZM 24 642)

2

Erwägungen:

1. Die Regionale Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland (nachfolgend: Staatsanwalt-
schaft) führt – nach Übernahme des Verfahrens von der Staatsanwaltschaft Basel-
Landschaft – ein Strafverfahren gegen den Beschuldigten A.________ (nachfol-
gend: Beschwerdeführer) wegen banden- und gewerbsmässigen Diebstahls sowie 
mehrfachen Hausfriedensbruchs. Mit Entscheid vom 30. November 2023 ordnete 
das Zwangsmassnahmengericht Basel-Landschaft auf Antrag der damals zustän-
digen Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft Untersuchungshaft über den Be-
schwerdeführer für drei Monate an. Mit Entscheid vom 27. Februar 2024 verlänger-
te das Kantonale Zwangsmassnahmengericht (nachfolgend: Zwangsmassnahmen-
gericht) auf Antrag der neu zuständigen Staatsanwaltschaft die Untersuchungshaft 
um weitere sechs Wochen bis am 8. April 2024. Am 26. März 2024 erhob die 
Staatsanwaltschaft beim Regionalgericht Bern-Mittelland (nachfolgend: Regional-
gericht) gegen den Beschwerdeführer Anklage wegen der oben genannten Delikte. 
Mit gleichtägiger Eingabe ersuchte sie das Zwangsmassnahmengericht um Anord-
nung von Sicherheitshaft. Mit Entscheid vom 10. April 2024 versetzte das 
Zwangsmassnahmengericht den Beschwerdeführer bis zum Zeitpunkt des Urteils 
des Regionalgerichts, längstens jedoch bis zum 8. Mai 2024 in Sicherheitshaft. Da-
gegen erhob der Beschwerdeführer, amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin 
B.________, am 22. April 2024 Beschwerde. Er beantragte Folgendes: 
1. Der Entscheid des Kantonalen Zwangsmassnahmengerichts vom 10.04.2024 (KZM 24 642) sei 

aufzuheben und A.________ sei unverzüglich aus der Haft zu entlassen. 
2. A.________ sei eine Entschädigung aus entstandener Überhaft von mehr als 15 Tagen eine 

Entschädigung in gerichtlich festzusetzender Höhe auszurichten, mindestens im Betrag von 
CHF 3'000.00.

3. Eventualiter sei festzustellen, dass der Entscheid des Kantonalen Zwangsmassnahmengerichts 
vom 10.04.2024 (KZM 24 642) das rechtliche Gehör von A.________ verletzt hat. 

- unter Kosten- und Entschädigungsfolge -

Das Zwangsmassnahmengericht reichte am 29. April 2024 eine Stellungnahme ein. 
Die delegierte Stellungnahme der Staatsanwaltschaft datiert vom 29. April 2024. 
Mit Entscheid vom 1. Mai 2024 erklärte das Regionalgericht den Beschwerdeführer 
des gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls sowie des mehrfachen Hausfrie-
densbruchs schuldig und verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten. 
Der Vollzug der Freiheitsstrafe wurde aufgeschoben und die Probezeit auf drei Jah-
re festgesetzt. Weiter wurde der Beschwerdeführer zu einer Landesverweisung von 
sechs Jahren verurteilt. Der Beschwerdeführer wurde zuhanden des Amtes für Be-
völkerung und Migration des Kantons Freiburg aus der Haft entlassen. 

2.

2.1 Gemäss Art. 222 i.V.m. Art. 393 Abs. 1 Bst. c der Schweizerischen Strafprozess-
ordnung (StPO; SR 312.0) können Entscheide über die Anordnung der Sicher-
heitshaft durch die verhaftete Person mit Beschwerde angefochten werden. Zu-
ständig ist die Beschwerdekammer in Strafsachen (Art. 35 des Gesetzes über die 
Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; 
BSG 161.1] i.V.m. Art. 29 Abs. 2 des Organisationsreglements des Obergerichts 

3

[OrR OG; BSG 162.11]). Zur Beschwerde legitimiert ist jede Partei, die ein rechtlich 
geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung eines Entscheides hat 
(Art. 222 und Art. 382 Abs. 1 StPO). Das Rechtschutzinteresse bzw. die Beschwer 
muss im Zeitpunkt des Entscheides über die Beschwerde noch gegeben, d.h. aktu-
ell sein. Zur abstrakten Beantwortung einer Rechtsfrage steht die Beschwerde 
grundsätzlich nicht zur Verfügung. 

2.2 Nach der Entlassung des Beschwerdeführers aus der Sicherheitshaft fehlt es die-
sem an einem aktuellen praktischen Interesse an der Behandlung der Beschwerde. 
Dem materiellen Begehren um unverzügliche Haftentlassung wurde mittels des Ur-
teils des Regionalgerichts vom 1. Mai 2024 zwischenzeitlich faktisch entsprochen. 
Das Beschwerdeverfahren ist demnach – unter Vorbehalt des Nachstehenden – als 
gegenstandslos abzuschreiben. 

2.3 Soweit der Beschwerdeführer beantragt, es sei ihm aufgrund entstandener Über-
haft eine Entschädigung auszurichten, ist auf die Beschwerde von vornherein nicht 
einzutreten. Über allfällige Entschädigungs- und Genugtuungsansprüche gestützt 
auf Art. 431 Abs. 1 StPO (rechtswidrig angewandte Haft) ist nicht im Haftbe-
schwerdeverfahren zu befinden, sondern von Amtes wegen am Schluss des Ver-
fahrens im Endentscheid (vgl. WEHRENBERG/FRANZ, in: Basler Kommentar, 
Schweizerische Strafprozessordnung, a.a.O., N. 3b zu Art. 431 StPO; GRIESSER, 
in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2020, N. 1b zu 
Art. 431 StPO, Urteil des Bundesgerichts 1B_351/2012 vom 20. September 2012 
E. 2.3.2, in: Pra 2012 Nr. 134). Der diesbezügliche Entscheid obliegt nicht der Be-
schwerdekammer in Strafsachen (vgl. insoweit auch die zutreffenden Ausführun-
gen auf S. 2 der oberinstanzlichen Stellungnahme der Staatsanwaltschaft vom 
29. April 2024). 

2.4 Einzugehen ist auf die in der Beschwerde gerügte und beantragte Feststellung der 
Verletzung des verfassungsmässigen Anspruchs auf rechtliches Gehör. Diese ver-
fassungsmässige Rüge ist trotz Wegfalls des aktuellen praktischen Interesses zu 
behandeln, zumal sie offensichtlich ist (vgl. BGE 136 I 274 E. 1.3). 

2.5 Der Beschwerdeführer macht geltend, das Zwangsmassnahmengericht habe die 
namens und im Auftrag von ihm verfasste Stellungnahme der amtlichen Verteidige-
rin vom 2. April 2024, welche beim Zwangsmassnahmengericht fristgerecht am 
3. April 2024 eingelangt sei, vollkommen unberücksichtigt gelassen und im ange-
fochtenen Entscheid festgehalten, dass er sich nicht innert Frist habe vernehmen 
lassen. Damit habe sie sein rechtliches Gehör in schwerwiegender Weise verletzt. 

2.6 Das Zwangsmassnahmengericht hält in der oberinstanzlichen Stellungnahme fest, 
dass die Erklärung der Verteidigung des Beschwerdeführers, wonach sie am 3. 
April 2024 dem Zwangsmassnahmengericht ihre Stellungnahme zum staatsanwalt-
schaftlichen Antrag auf Anordnung der Sicherheitshaft zugestellt habe, nicht bestrit-
ten werde. Das entsprechende Schriftstück sei jedoch bis heute beim Zwangs-
massnahmengericht nicht eingegangen. Das Verschwinden des Dokuments in den 
Räumlichkeiten des Berner Amtshauses könne nicht nachvollzogen oder rekonstru-
iert werden. 

4

2.7 Der Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der 
Schweizerischen Eidgenossenschaft [BV; SR 101] und Art. 107 StPO) räumt dem 
Betroffenen mit Parteistellung das Recht ein, sich vor Erlass eines in seine Rechts-
stellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise bei-
zubringen und Einsicht in die Akten zu nehmen (Recht auf Stellungnahme; 
BGE 144 I 11 E. 5.3 mit weiteren Hinweisen; GETH/REIMANN, in: Basler Kommentar 
zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2023, N. 103 zu Art. 3 StPO). 
Mit dem Anspruch auf effektive Mitwirkung korrespondiert, dass die Behörde die 
Vorbringen der Beteiligten tatsächlich hört, prüft und berücksichtigt und ihren Ent-
scheid vor diesem Hintergrund begründet (BGE 141 IV 249 E. 1.3.1, 136 I 229 
E. 5.2, 134 I 83 E. 4.1, 129 I 232 E. 3.2; je mit Hinweisen). 

2.8 Aus den Akten ergibt sich, dass die Stellungnahme des Beschwerdeführers vom 
2. April 2024 betreffend den Antrag der Staatsanwaltschaft auf Anordnung von Si-
cherheitshaft vom 26. März 204 dem Zwangsmassnahmengericht gemäss Track-
and-Trace-Auszug der Schweizerischen Post (Sendungsverfolgungsnummer: 
98.00.300008.02711304) am 3. April 2024 und damit innert der mit verfahrenslei-
tender Verfügung vom 26. März 2024 gewährten Frist von drei Tagen ab Erhalt der 
Verfügung (Erhalt: 28. März 2024) zugestellt worden ist (vgl. Art. 90 Abs. 1 und 2 
sowie Art. 91 Abs. 2 StPO). Auch das Zwangsmassnahmengericht selbst stellt 
nicht (mehr) in Abrede, dass der Beschwerdeführer fristgerecht eine Stellungnah-
me eingereicht hat. Insbesondere wird vom Zwangsmassnahmengericht kein Zu-
stellungsfehler durch die Schweizerische Post geltend gemacht und es sind auch 
von Amtes wegen keine derartigen Hinweise erkennbar. Die Stellungnahme des 
Beschwerdeführers wurde vom Zwangsmassnahmengericht im angefochtenen 
Entscheid nicht berücksichtigt. Es wurde vielmehr wahrheitswidrig festgehalten, 
dass sich die Verteidigung nicht innert Frist habe vernehmen lassen (vgl. S. 2 des 
angefochtenen Entscheides). Da die fristgerechte Eingabe des Beschwerdeführers 
vom Zwangsmassnahmengericht nicht berücksichtigt worden ist, hat dieses das 
rechtliche Gehör des Beschwerdeführers verletzt, was nach bereits erfolgter Ent-
lassung des Beschwerdeführers aus der Sicherheitshaft in teilweiser Gutheissung 
im Dispositiv des vorliegenden Abschreibungsbeschlusses festzuhalten ist. Damit 
und in Verbindung mit der für den Beschwerdeführer vorteilhaften Kostenregelung 
(vgl. E. 4.1 hiernach) wird diesem eine hinreichende Wiedergutmachung verschafft. 

3. Zusammengefasst ist die Beschwerde zufolge der festgestellten Gehörsverletzung 
teilweise gutzuheissen. Soweit weitergehend ist das Verfahren abzuschreiben, so-
weit auf die Beschwerde einzutreten ist. 

4.

4.1 Zufolge der teilweisen Gutheissung der Beschwerde rechtfertigt es sich, dass der 
Kanton Bern ein Drittel der Verfahrenskosten von CHF 1'200.00, ausmachend 
CHF 400.00, trägt (Art. 423 Abs. 1 i.V.m. Art. 428 Abs. 1 StPO). 

4.2 Die zwei verbleibenden Drittel der Verfahrenskosten von CHF 1'200.00, ausma-
chend CHF 800.00, betreffen den gegenstandslos gewordenen Teil des Verfahrens 
(inkl. die Aufwendungen betreffend den Nichteintretensentscheid). Bei Gegen-
standslosigkeit des Verfahrens ist über die Verlegung der Prozesskosten mit sum-

5

marischer Begründung aufgrund der Sachlage vor Eintritt des Erledigungsgrundes 
zu entscheiden. Dabei ist in erster Linie auf den mutmasslichen Verfahrensaus-
gang abzustellen, ohne die Prozessaussichten im Einzelnen zu prüfen (BGE 129 IV 
113 E. 3.1). Lässt sich der mutmassliche Ausgang des Verfahrens nicht ohne Wei-
teres feststellen, ist auf allgemeine prozessrechtliche Kriterien zurückzugreifen. 
Danach wird in erster Linie jene Partei kosten- und entschädigungspflichtig, die das 
gegenstandslos gewordene Verfahren veranlasst hat oder bei der die Gründe ein-
getreten sind, die zur Erledigung des Verfahrens geführt haben (vgl. Urteil des 
Bundesgerichts 1B_438/2015 vom 27. Januar 2016 E. 2.1).

4.3 Die Anordnung von Sicherheitshaft ist nur zulässig, wenn die beschuldigte Person 
eines Verbrechens oder Vergehens dringend verdächtigt wird und ein besonderer 
Haftgrund – etwa Fluchtgefahr, Kollusionsgefahr und/oder Wiederholungsgefahr – 
vorliegt (vgl. Art. 221 Abs. 1 und 1bis StPO). Die Haftanordnung muss zudem dem 
Grundsatz der Verhältnismässigkeit entsprechen (Art. 197 Abs. 1 Bst. c und d und 
Art. 212 StPO). Fluchtgefahr ist gemäss Art. 221 Abs. 1 Bst. a StPO gegeben, 
wenn ernsthaft zu befürchten ist, dass sich die beschuldigte Person durch Flucht 
dem Strafverfahren oder der zu erwartenden Sanktion entzieht. 

Eine summarische Prüfung der Haftvoraussetzungen ergibt Folgendes: 

4.4 Die Staatsanwaltschaft hat am 26. März 2024, d.h. am selben Tag, an welchem sie 
beim Zwangsmassnahmengericht Antrag auf Anordnung von Sicherheitshaft ge-
stellt hat, gegen den Beschwerdeführer beim Regionalgericht Anklage wegen ban-
den- und gewerbsmässigen Diebstahls (4 Sachverhalte) sowie mehrfachen Haus-
friedensbruchs erhoben. Damit wäre der dringende Tatverdacht voraussichtlich zu 
bejahen gewesen, zumal der Beschwerdeführer nicht darzutun vermag, dass die 
Annahme eines dringenden Tatverdachts unhaltbar wäre (vgl. betreffend die Anfor-
derungen an den dringenden Tatverdacht bei erfolgter Anklageerhebung: Urteile 
des Bundesgerichts 1B_458/2022 vom 23. September 2022 E. 4.2., 1B_262/2021 
vom 11. Juni 2021 E. 3.2). Soweit der Beschwerdeführer die Auffassung vertritt, es 
bestehe lediglich betreffend eines Vorfalls ein hinreichender Tatverdacht gegen ihn 
(Beweis in Form eines DNA-Hits; vgl. S. 1 der Stellungnahme des Beschwerdefüh-
rers vom 2. April 2024 an das Zwangsmassnahmengericht mit Verweis auf seine 
Stellungnahme vom 26. Februar 2024), ist auf die diesbezüglichen einlässlichen 
und bei einer summarischen Prüfung als schlüssig erscheinenden Ausführungen im 
Entscheid des Zwangsmassnahmengerichts vom 27. Februar 2024 betreffend die 
Verlängerung der Untersuchungshaft (S. 3 f.), im Entscheid des Zwangsmassnah-
mengerichts Basel-Landschaft vom 30. November 2023 betreffend die Anordnung 
von Untersuchungshaft (S. 4 f.) sowie im Antrag der Staatsanwaltschaft um Ver-
längerung der Untersuchungshaft vom 21. Februar 2024 (S. 3 f.) zu verweisen, 
wonach der äusserst enge zeitliche, örtliche und sachliche Zusammenhang im Sin-
ne einer Indizienkette für eine Tatbeteiligung des Beschwerdeführers auch an den 
anderen ihm vorgeworfenen Einbruchdiebstählen (teilweise Versuch) spricht und 
objektive Spurenergebnisse, welche einem der Begleiter des Beschwerdeführers 
zuzuweisen seien, indirekt auch auf diesen selbst wirkten. Diese Erwägungen er-
scheinen offensichtlich nicht als gänzlich unhaltbar. 

6

4.5 Auch der besondere Haftgrund der Fluchtgefahr wäre vorliegend aufgrund des 
gänzlich fehlenden Bezugs des Beschwerdeführers zur Schweiz (algerischer 
Staatsangehöriger; weder Wohnsitz noch Arbeitsstelle in der Schweiz; Gegen-
standslos-Abschreiben seines in der Schweiz gestelltes Asylgesuchs, weil er sich 
den Behörden nicht zur Verfügung gestellt hatte und untergetaucht war; Ausreise 
nach Frankreich kurze Zeit nach dem Stellen des Asylgesuchs) und der drohenden 
obligatorischen Landesverweisung (vgl. Art. 66a Abs. 1 Bst. d des Schweizerischen 
Strafgesetzbuches [StGB; SR 311.0]), deren Wahrscheinlichkeit sich mit der An-
klageerhebung und dem diesbezüglichen Antrag weiter erhöht hatte, aller Voraus-
sicht nach als gegeben erachtet worden. Es trifft zwar zu, dass die Staatsanwalt-
schaft mit Anklageschrift vom 26. März 2024 die Verurteilung des Beschwerdefüh-
rers zu einer bedingten Freiheitsstrafe von elf Monaten beantragt hatte, was ge-
stützt auf die vorliegende Aktenlage voraussichtlich als plausibel erachtet worden 
wäre, womit vor diesem Hintergrund sein Anreiz, sich dem Strafverfahren oder dem 
Strafvollzug zu entziehen, als gering hätte erachtet werden müssen. Dagegen 
drohte dem Beschwerdeführer die seitens der Staatsanwaltschaft beantragte obli-
gatorische Landesverweisung von acht Jahren, was – gleichermassen wie die per-
sönlichen Verhältnisse des Beschwerdeführers – als Fluchtindiz zu werten gewe-
sen wäre (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1B_292/2021 vom 17. Juni 2021 E. 3.1). 
Zudem wäre hinzugekommen, dass der Beschwerdeführer die ihm vorgeworfenen 
Einbruchdiebstähle weitestgehend bestreitet (vgl. insoweit einlässlich das Protokoll 
der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 12. Februar 2024). Unter diesen 
Umständen wäre bei einer summarischen Prüfung vermutlich die Anwesenheit des 
Beschwerdeführers zur Absicherung des nötigen Beweisverfahrens mit Befragung 
der Beschuldigten resp. für die Urteilsfindung als notwendig erachtet worden. Was 
das angerufene junge Alter des 19-jährigen Beschwerdeführers sowie den Ein-
wand, dass ihm der mangelnde Kontakt zu seiner Familie stark zusetze, anbelangt, 
hätte dies voraussichtlich an der anzunehmenden ausgeprägten Fluchtgefahr 
nichts zu ändern vermocht. 

4.6 Unter dem Gesichtspunkt der Verhältnismässigkeit wäre die Haftandrohung nicht 
zu beanstanden gewesen. Der Beschwerdeführer wurde am 27. November 2023 
festgenommen. Die vorinstanzliche bis zum Zeitpunkt des Urteils des Regionalge-
richts, längstens jedoch bis zum 8. Mai 2024 angeordnete Sicherheitshaft führte zu 
einer Haftdauer von insgesamt etwas mehr als fünf Monaten, womit unter Berück-
sichtigung der mit der Anklageschrift vom 26. März 2024 beantragten elfmonatigen 
Freiheitsstrafe und des vorstehend angenommenen dringenden Tatverdachts be-
treffend die in der Anklageschrift geschilderten vier Einbruchdiebstähle voraussicht-
lich nicht davon auszugehen gewesen wäre, dass die Haft in grosse zeitliche Nähe 
der im Falle einer rechtskräftigen Verurteilung konkret zu erwartenden Dauer der 
freiheitsentziehenden Sanktion gerückt wäre und damit eine Überhaft gedroht hät-
te. Zwar hätte es auch bei der Verhältnismässigkeitsprüfung zu berücksichtigen 
gegeben, dass das Regionalgericht – wie seitens der Staatsanwaltschaft mit An-
klageschrift beantragt – mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf eine bedingte 
Freiheitsstrafe erkannt hätte. Wie in E. 4.5 hiervor dargelegt, hätte die Anwesenheit 
des Beschwerdeführers vor dem Regionalgericht allerdings als unumgänglich er-
achtet werden müssen. Eine Dispensation wäre voraussichtlich ausser Betracht ge-

7

fallen, nachdem der Beschwerdeführer die Vorwürfe weitestgehend bestritten hatte 
und nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ein Beweisverfahren durchge-
führt werden musste. Es wäre voraussichtlich befunden worden, dass es im Rah-
men der Urteilsfindung wichtig sei, dass sich das Regionalgericht ein persönliches 
Bild vom Beschwerdeführer machen könne. Trotz der grossen Wahrscheinlichkeit 
eines bedingten Strafvollzugs galt es, dessen Anwesenheit im Strafverfahren zu 
gewährleisten. Daneben drohte dem Beschwerdeführer eine obligatorische Lan-
desverweisung, deren Vollzug es sicherzustellen galt. 

4.7 Ersatzmassnahmen, mit welchen der Fluchtgefahr wirksam hätten begegnet wer-
den können, wurden vom Beschwerdeführer nicht geltend gemacht und wären 
auch nicht ersichtlich gewesen.  

4.8 Nach dem Gesagten hätte die Beschwerdekammer in Strafsachen sämtliche Haft-
voraussetzungen mutmasslich bejaht und die Beschwerde insoweit – unter vorgän-
giger Heilung der Gehörsverletzung (vgl. BGE 147 IV 340 E. 4.11.3 mit Hinweisen, 
betreffend die Voraussetzungen der Heilung der Gehörsverletzung, welche im vor-
liegenden Fall erfüllt gewesen wären) – abgewiesen. Die auf die Abschreibung des 
Verfahrens anfallenden zwei Drittel der Verfahrenskosten von CHF 1'200.00, aus-
machend CHF 800.00, hat demnach der Beschwerdeführer zu tragen (vgl. E. 4.2 
hiervor). Darin mitenthalten sind auch die Aufwendungen für das Nichteintreten auf 
den Antrag um Ausrichtung einer Entschädigung gestützt auf Art. 431 Abs. 1 StPO 
(vgl. Art. 428 Abs. 1 StPO). 

4.9 Die Entschädigung der amtlichen Verteidigerin für ihre Aufwendungen im Be-
schwerdeverfahren wird gestützt auf die eingereichte Honorarnote vom 6. Mai 2024 
auf CHF 1'413.40 festgesetzt. Der Beschwerdeführer hat dem Kanton Bern zwei 
Drittel davon, ausmachend CHF 942.25, zurückzuzahlen, sobald es seine wirt-
schaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO). Für das verbleibende 
Drittel, ausmachend CHF 471.15, besteht keine Rückzahlungspflicht. 

8

Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:

1. Die Beschwerde wird insoweit gutgeheissen, als festgestellt wird, dass das rechtliche 
Gehör des Beschwerdeführers verletzt worden ist. Soweit weitergehend wird das Ver-
fahren als gegenstandslos abgeschrieben, soweit auf die Beschwerde eingetreten 
wird. 

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 1'200.00, werden zu zwei 
Drittel, ausmachend CHF 800.00, dem Beschwerdeführer auferlegt. Das verbleibende 
Drittel der Verfahrenskosten in der Höhe von CHF 400.00 trägt der Kanton Bern. 

3. Die amtliche Entschädigung für das Beschwerdeverfahren wird auf CHF 1'413.40 
festgesetzt. Der Beschwerdeführer hat dem Kanton Bern zwei Drittel davon, ausma-
chend CHF 942.25, zurückzuzahlen, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse er-
lauben. Für das verbleibende Drittel, ausmachend CHF 471.15, besteht keine Rück-
zahlungspflicht. 

4. Zu eröffnen:
- dem Beschuldigten/Beschwerdeführer, a.v.d. Rechtsanwältin B.________

(per Einschreiben)
- Staatsanwalt C.________, Regionale Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland

(per Einschreiben)

Mitzuteilen:
- dem Kantonalen Zwangsmassnahmengericht, Gerichtspräsident D.________

(mit den Akten – per Einschreiben)
- der Generalstaatsanwaltschaft (per Kurier)
- dem Regionalgericht Bern-Mittelland (per Kurier)

Bern, 7. Mai 2024 Im Namen der Beschwerdekammer
in Strafsachen

Der Präsident:

Oberrichter Bähler

Die Gerichtsschreiberin:

Lauber

Die amtliche Entschädigung für das Beschwerdeverfahren wird durch die Beschwerdekammer in Strafsachen 
entrichtet. 
Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden durch die Beschwerdekammer in Strafsachen in Rechnung 
gestellt.
Die Rechtsmittelbelehrung folgt auf der nächsten Seite. 

9

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgerichtsgeset-
zes (BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entspre-
chen.