# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c0860155-988a-5c23-9cbd-2500bbaa4d3c
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-21
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Kammer für Kindes-und Erwachsenenschutz 21.05.2024 XBE.2024.8
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_002_XBE-2024-8_2024-05-21.pdf

## Full Text

Obergericht 

Kammer für Kindes- und Erwachsenenschutz 

 

XBE.2024.8  
(KEMN.2022.253)  

Art. 24 

 

Entscheid vom 21. Mai 2024 
 

 

Besetzung  Oberrichterin Merkofer, Präsidentin  

Oberrichter Lindner         

Oberrichter Giese  

Gerichtsschreiberin B. Gloor 

 

 
   

Beschwerde-

führer  

 A._____,   

[…]   
 

    
   

Betroffene 

Person  

 B._____,   

[…]   
 

 
   

Mutter   C._____,   

[…]   

vertreten durch Dr. Claudia M. Mordasini, Advokatin,  

[…]    
 

 
   

Beiständin 

(bis 30.11.2023)  

 D._____,    

[…]  
 

 
   

Beiständin  

(ab 1.2.2024) 

 E._____,    

[…]  
 

 

Anfechtungs- 

gegenstand 

 Entscheid des Familiengerichts Rheinfelden vom 19. Oktober 2023 

 

 

Betreff  Änderung einer Massnahme / persönlicher Verkehr  

 

 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

 

   

Die Kammer für Kindes- und Erwachsenenschutz entnimmt den 

Akten: 

 

1. 

1.1. 

B._____ (nachfolgend: die Betroffene), geboren am tt.mm.2019, ist die 

Tochter der geschiedenen Eltern C._____ und A._____. Die Betroffene 

steht unter der gemeinsamen elterlichen Sorge und unter der Obhut der 

Mutter.  

 

1.2. 

Die Eltern trennten sich in den ersten Lebensmonaten der Betroffenen. Seit 

dem 9. Juni 2020 besteht für die Betroffene eine Besuchsrechtsbeistand-

schaft gemäss Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB (vgl. Präsidialentscheid des Zi-

vilkreisgerichts Q._____ vom 9. Juni 2020, act. 14 ff.). Um sich auf der El-

ternebene besser zu verständigen und die Besuchszeiten zum Wohl der 

Betroffenen vereinbaren zu können, haben die Eltern während eineinhalb 

Jahren (März 2021 bis September 2022) gemeinsam eine Beratung einer 

Kinderpsychologin in Anspruch genommen.  

 

Mit Scheidungsurteil des Zivilkreisgerichts Q._____, Präsidium, vom 

2. März 2022 wurde die Vereinbarung der Eltern über das Besuchsrecht 

vom 16. Februar 2022 genehmigt und die Beistandsperson beauftragt, den 

sukzessiven Aufbau des persönlichen Verkehrs zwischen dem Vater und 

der Tochter zu fördern, wobei der vereinbarte Stufenplan als Leitlinie die-

nen und in ca. zweimonatigen Abständen auf Anpassungsbedarf unter-

sucht werden solle (act. 58 ff.; Beschwerdebeilage 2). 

 

1.3. 

1.3.1. 

Nachdem die Mutter mit Eingabe vom 16. Juni 2022 beim Familiengericht 

Rheinfelden ein Gesuch um Wechsel der Beistandsperson F._____ stellte 

(act. 67 f.; vgl. Verfahren KEMN.2022.253), nahm das Familiengericht 

Rheinfelden entsprechende Abklärungen vor und hörte die Eltern am 

10. Januar 2023 persönlich an (act. 118 ff.).  

 

1.3.2. 

Mit vorsorglicher Verfügung vom 1. März 2023 ordnete das Familiengericht 

Rheinfelden sodann einen Mandatsträgerwechsel an und übertrug die Bei-

standschaft an D._____, Berufsbeistandschaft H._____ (act. 162 ff.).  

 

1.3.3. 

Mit Schreiben vom 1. Februar 2023 teilte das Familiengericht Rheinfelden 

den Eltern mit, es sei in einem weiteren Schritt die Ausweitung der Be-

suchszeiten zu prüfen, da der ausgearbeitete Stufenplan betreffend die 

 - 3 - 

 

 

Besuchszeiten vom 16. Februar 2022 Ende September 2022 ausgelaufen 

sei (act. 138 f.; vgl. Verfahren KEMN.2022.253). In der Folge nahm die  

Vorinstanz entsprechende Abklärungen vor und hörte am 11. September 

2023 die Mutter (act. 229 ff.) und am 20. September 2023 den Vater 

(act. 242 ff.) persönlich an.  

 

1.3.4. 

Mit Entscheid vom 19. Oktober 2023 erkannte das Familiengericht Rhein-

felden folgendes (KEMN.2022.253): 

 

" 1. 
Die vorsorgliche Verfügung vom 1. März 2023 wird wie folgt bestätigt:  
 
1.1. 
Es wird festgestellt, dass das Mandat von F._____, Beratungsdienst 
G._____, […], per 28. Februar 2023 erloschen ist. 
 
1.2. 
Der Beratungsdienst G._____ wird aufgefordert, einen Schlussbericht für 
die Periode vom 1. Juli 2022 bis 28. Februar 2023 bis zum 31. Mai 2023 
einzureichen. 
 
Es wird festgestellt, dass der Schlussbericht durch den Beratungsdienst 
G._____ in der Zwischenzeit bereits eingereicht wurde und dieser in einem 
separaten Verfahren geprüft und genehmigt wird.  
 
1.3. 
Der bisherige Beistand F._____ hat der neuen Beiständin die notwendigen 
Unterlagen zu übergeben. 
 
1.4. 
Das Mandat wird per 1. März 2023 an D._____, Berufsbeistandschaft 
H._____, […], übertragen. 
 
1.5. 
Der nächste ordentliche Bericht für die Periode vom 1. März 2023 bis 
29. Februar 2024 ist von der Berufsbeistandschaft H._____, D._____, bis 
zum 31. Mai 2024 einzureichen. 
 
2. 
Der Auftrag der Beiständin wird wie folgt angepasst: 
- die Eltern in der Sorge um ihr Kind mit Rat und Tat zu unterstützen und 

die Entwicklung des Kindes zu begleiten, 
- die Eltern bei der Planung, Organisation und Umsetzung des Besuchs-

rechts zu unterstützen und mit ihnen die für erfolgreiche Besuche erfor-
derlichen Themen zu bearbeiten, 

- soweit nötig die Zusammenarbeit mit den involvierten Fachpersonen zu 
pflegen.  

 
3. 
Das Besuchsrecht des Vaters wird folgendermassen festgelegt: 
 
3.1. 
Der Vater wird berechtigt erklärt, die Tochter B._____ ab Dezember 2023 
jeweils am Mittwoch von 14:15 bis 18:00 Uhr sowie jedes zweite 

 - 4 - 

 

 

Wochenende am Samstag von 10:00 bis 17:00 Uhr und Sonntag von 10:00 
bis 17:00 Uhr zu sich auf Besuch zu nehmen.  
 
3.2. 
In den Weihnachtsferien 2023 und den Sportferien 2024 wird der Vater 
berechtigt erklärt, das Kind an drei aufeinanderfolgenden Tagen jeweils 
von 10:00 bis 17:00 Uhr ohne Übernachtung zu sich auf Besuch zu neh-
men.  
 
3.3. 
An Ostern und Pfingsten 2024 wird der Vater berechtigt erklärt, das Kind 
an zwei aufeinanderfolgenden Tagen mit einer Übernachtung zu sich auf 
Besuch zu nehmen.  
 
3.4. 
In den Sommerferien 2024 wird der Vater berechtigt erklärt, das Kind an 
mehreren Tagen mit maximal zwei Übernachtungen zu sich auf Besuch zu 
nehmen.  
 
3.5. 
Ab August 2024 wird der Vater berechtigt erklärt, das Kind jeweils an ei-
nem freien Nachmittag bis 18:00 Uhr sowie jedes zweite Wochenende von 
Samstag, 10:00 Uhr, bis Sonntag, 17:00 Uhr, mit Übernachtung zu sich auf 
Besuch zu nehmen.  
 
3.6. 
Die Beiständin wird ersucht, per 31. August 2024 einen Zwischenbericht 
zur Regelung der Ferienbesuche des Kindes beim Vater für die Periode 
von September 2024 bis März 2025 einzureichen.  
 
3.7. 
Vom Vater abgesagte oder verpasste Besuchstermine können nicht kom-
pensiert werden. Dies gilt auch für Absagen, welche aus gesundheitlichen 
Gründen erfolgt sind.  
 
3.8. 
Die Mutter informiert den Vater und die Beiständin zeitnah, wenn die Be-
suche des Kindes beim Vater aus triftigen Gründen nicht stattfinden kön-
nen.  
 
3.9. 
Die Mutter als Inhaberin der Obhut kommuniziert gegenüber dem Kinder-
garten und der Tagesschule, wenn sich Änderungen betreffend Besuchs-
zeiten am Mittwoch bzw. am Besuchsnachmittag ergeben sollten.  
 
3.10. 
Die Eltern werden gestützt auf Art. 307 Abs. 3 ZGB angewiesen, mit der 
Beiständin die für die Übergaben und Besuche nötigen Aspekte und The-
men zu besprechen.  
 
4. 
Auf die Erhebung einer Entscheidgebühr wird verzichtet. Die Kosten des 
Arztberichts von Fr. 163.20 sowie allfällige weitere Gerichtskosten gehen 
zu Lasten der Staatskasse.  
 
5. 
Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen." 

 - 5 - 

 

 

 

2. 

2.1. 

Gegen diesen ihm am 1. Februar 2024 in begründeter Ausfertigung zuge-

stellten Entscheid erhob der Vater (nachfolgend: Beschwerdeführer) mit 

Eingabe vom 12. Februar 2024 Beschwerde bei der Kindes- und Erwach-

senenschutzkammer des Obergerichts des Kantons Aargau. 

 

2.2. 

Die Vorinstanz verzichtete mit Schreiben vom 26. Februar 2024 auf eine 

Vernehmlassung unter Hinweis auf die Begründung des angefochtenen 

Entscheids. 

 

2.3. 

Mit Beschwerdeantwort vom 25. März 2024 beantragte die Mutter die kos-

tenfällige Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei.  

 

2.4. 

Die Beiständin liess sich innert Frist nicht vernehmen.  

 

2.5. 

Mit Entscheid des Präsidiums des Familiengerichts Rheinfelden vom 

7. Februar 2024 wurde die Beendigung des Mandats der Beiständin 

D._____ per 30. November 2023 festgestellt und das Mandat für Dezember 

2023 und Januar 2024 ad interim besetzt. Ab Februar 2024 wurde das Man-

dat auf E._____ übertragen.  

 

 

 
 

   

Die Kammer für Kindes- und Erwachsenenschutz zieht in Erwä-

gung: 

 

1. 

1.1. 

Zuständig für Beschwerdeverfahren gegen Entscheide der Kindes- und Er-

wachsenenschutzbehörde wie das vorliegende ist die Kammer für Kindes- 

und Erwachsenenschutz des Obergerichts des Kantons Aargau als einzige 

Beschwerdeinstanz (§ 41 EG ZGB i.V.m. § 10 Abs. 1 lit. c EG ZPO und 

§ 10 Abs. 1 der Geschäftsordnung des Obergerichts des Kantons Aargau 

vom 21. November 2012 [GKA 155.200.3.101] i.V.m. deren Anhang 1 

Ziff. 5 Abs. 7 lit. b).  

 

1.2. 

Zur Beschwerde befugt sind die am Verfahren beteiligten Personen, die der 

betroffenen Person nahestehenden Personen und Personen, die ein recht-

 - 6 - 

 

 

lich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefoch-

tenen Entscheids haben (Art. 450 Abs. 2 ZGB). Der Beschwerdeführer ist 

als Vater der Betroffenen gemäss Art. 450 Abs. 2 ZGB zur Beschwerde 

legitimiert. Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist daher 

einzutreten. 

 

1.3. 

Die Rechtsmittelinstanz prüft den erstinstanzlichen Entscheid von Amtes 

wegen in Anwendung der Untersuchungs- und Offizialmaxime – in der 

Regel beschränkt auf den Umfang der Anfechtung – in rechtlicher und tat-

sächlicher Hinsicht umfassend und beurteilt ihn neu (Art. 446 Abs. 4 ZGB; 

Botschaft zum Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kindesrecht, nach-

folgend: BBl 2006 7001 ff., S. 7083). 

 

2. 

Der Beschwerdeführer rügt in verschiedenen Punkten die Formulierung der 

vorinstanzlichen Entscheidbegründung und beantragt deren Änderung. 

Hierauf ist mangels eines zulässigen Anfechtungsobjekts nicht einzutreten. 

Die Begründung erwächst nicht in Rechtskraft und der Beschwerdeführer 

hat folglich kein Rechtsschutzinteresse an der Änderung der Begründung 

(vgl. BGE 106 II 117 E. 1). 

 

3. 

Soweit der Beschwerdeführer u.a. das in einer ersten Phase durch die 

Vorinstanz angeordnete Besuchsrecht bereits ab November 2023 bean-

tragt oder bereits ab Januar 2023 ein ausgedehntes Besuchsrecht mit 

Übernachtung fordert, ist festzuhalten, dass diese geforderten Besuchszei-

ten in der Vergangenheit liegen und nicht (mehr) Gegenstand einer Rege-

lung durch die Beschwerdeinstanz sein können. Insofern mangelt es dies-

bezüglich an einem aktuellen Rechtsschutzinteresse, weshalb auf diese 

Anträge nicht einzutreten ist bzw. sie gegenstandslos geworden sind.  

 

4. 

4.1. 

Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens ist die Prüfung der 

künftig angeordneten Besuchsrechtsregelung.  

 

4.2. 

Gemäss dem vorinstanzlichen Entscheid ist der Beschwerdeführer derzeit 

berechtigt, die Betroffene jeweils am Mittwoch von 14:15 bis 18:00 Uhr so-

wie jedes zweite Wochenende am Samstag von 10:00 bis 17:00 Uhr und 

Sonntag von 10:00 bis 17:00 Uhr zu sich auf Besuch zu nehmen.  

 

In den Sommerferien 2024 ist der Beschwerdeführer berechtigt, die Be-

troffene an mehreren Tagen mit maximal zwei Übernachtungen zu sich auf 

Besuch zu nehmen.  

 - 7 - 

 

 

 

Ab August 2024 ist der Vater berechtigt, die Betroffene jeweils an einem 

freien Nachmittag bis 18:00 Uhr sowie jedes zweite Wochenende von 

Samstag, 10:00 Uhr, bis Sonntag, 17:00 Uhr, mit Übernachtung zu sich auf 

Besuch zu nehmen.  

 

4.3. 

Die Vorinstanz führt zur Begründung des angeordneten Besuchsrechts 

aus, mit Blick auf das Kindeswohl seien in den nächsten Monaten die Be-

suchszeiten zu den Wachzeiten der Betroffenen auszudehnen, um diese 

nicht zu überfordern. Auch die Eltern benötigten Zeit, um sich auf den 

schrittweisen Ausbau der Besuchszeiten einzulassen und die Elternzusam-

menarbeit aufzubauen. Ein zu schnelles und zu forsches Vorgehen berge 

die nicht zu unterschätzende Gefahr, dass einerseits das Kind emotional 

und kräftemässig überfordert werde, sowohl was die Veränderungen als 

auch die Tatsache betreffe, dass es sich zwischen den Spannungsfeldern 

der Eltern bewegen müsse; andererseits brauche es Zeit und Erfahrungs-

felder, um einen Ausweg aus der Kommunikationsblockade und dem Posi-

tionskampf zu finden. Die Eltern seien ernsthaft gefordert, eine Vertrauens-

basis aufzubauen und im Sinne der gemeinsamen elterlichen Sorge ihren 

Blick auf das Wohl des Kindes zu richten (E. 4.3 des angefochtenen Ent-

scheids).  

 

4.4. 

Der Beschwerdeführer beantragt bezüglich seines Besuchsrechts zum ei-

nen ab sofort ein Besuchsrecht jedes zweite Wochenende mit Übernach-

tung und strebt zum anderen eine zeitliche Ausdehnung der jeweiligen Be-

suchskontakte an. Überdies fordert er nach drei geglückten Wochenenden 

zusätzlich ein Besuchsrecht mit Übernachtung unter der Woche.  

 

Bezüglich des Ferienrechts beantragt der Beschwerdeführer, die Be-

troffene in den Sommerferien 2024 während einer Woche und in den 

Herbstferien 2024 während zwei Wochen zu sich auf Besuch zu nehmen.  

 

Für die Zeit nach den Sommerferien 2024 beantragt der Beschwerdeführer 

die hälftige Betreuung der Betroffenen. Sinngemäss fordert er damit die 

Anordnung einer alternierenden Obhut (Beschwerde, S. 7 ff.).  

 

4.5. 

Zur Begründung seiner Anträge führt der Beschwerdeführer im Wesentli-

chen aus, die bisherige Regelung, wonach er die Betroffene um 14 Uhr im 

Kindergarten abgeholt und sie um 18 Uhr zu der Mutter zurückgebracht 

habe, habe sich bewährt. Die Verkürzung seiner Betreuungszeit würde den 

Alltag der Betroffenen beeinträchtigen und seine etablierten Abläufe sowie 

diejenigen der Schule stören. Der Rückgabezeitpunkt sei zudem auf 19 Uhr 

festzusetzen, damit er mit der Betroffenen ein gemeinsames Abendessen 

 - 8 - 

 

 

gestalten und das Nachmittagsprogramm abrunden könne. Die Verkürzung 

der Besuchszeit am Wochenende würde zu unnötigem Stress führen, da 

dies eine Verdichtung der Aktivitäten in einer begrenzten Zeitspanne zur 

Folge habe und auch die Flexibilität für Ausflüge stark einschränke. Mit dem 

Start der Besuchszeit um 10 Uhr werde ihm zudem die Möglichkeit genom-

men, mit der Betroffenen ein entspanntes Frühstück zu geniessen (Be-

schwerde, S. 7 f.).  

 

Mit den Übernachtungen der Betroffenen bei ihm werde der Aufbau einer 

kontinuierlichen und stabilen Beziehung zwischen ihm und der Betroffenen 

ermöglicht. Zudem könne das Übernachten bei beiden Elternteilen dazu 

beitragen, dass das Kind unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven 

sammeln sowie besser mit Veränderungen umgehen könne und sich in ver-

schiedenen Umgebungen wohl fühle. Auch die emotionale Bindung zwi-

schen dem Kind und den Eltern werde durch die Übernachtungen gestärkt 

und die gemeinsame elterliche Verantwortung gefördert (Beschwerde, 

S. 8).  

 

4.6. 

Für die Ausgestaltung des persönlichen Verkehrs (Art. 273 ZGB) steht das 

Kindeswohl im Vordergrund und allfällige Interessen der Eltern haben zu-

rückzutreten. Welche Ordnung des persönlichen Verkehrs zwischen Eltern 

und Kindern angemessen ist, lässt sich nicht objektiv und abstrakt um-

schreiben, sondern entscheidet sich im konkreten Einzelfall nach gerichtli-

chem Ermessen. Bei der Regelung des Kontaktrechts ist zu berücksichti-

gen, dass der Kontakt zum getrennt lebenden Elternteil für das Kind von 

grosser Bedeutung ist. Bei Kleinkindern ist die Bindung an einen Elternteil 

und die Intensität der Beziehung zum Besuchsberechtigten zentral. Län-

gere Zeitabstände zwischen den Besuchen können bei Kleinkindern zur 

Ungewissheit führen, ob sie den entsprechenden Elternteil je wieder sehen. 

Deshalb geht es nicht um einen Kontakt von einigen Stunden alle zwei Wo-

chen, sondern um Kontakte von einigen Stunden innerhalb zweier Wochen 

(BÜCHLER/CLAUSEN, Das "gerichtsübliche" Besuchsrecht, FamPra 2020 

S. 539). Ab welchem Alter Übernachtungen im Kindeswohl liegen, wird un-

terschiedlich beantwortet. Während die einen solche erst ab dem Kinder-

gartenalter befürworten (vgl. z.B. STAUB, Bedeutung des Bindungskon-

zepts im interdisziplinären Diskurs, ZKE 2013, 235, 247 ff.), empfehlen an-

dere Fachleuchte Übernachtungen schon im Kleinkindalter (KELLY/LAMB, 

zit. in: Staub, Bedeutung des Bindungskonzepts im interdisziplinären Dis-

kurs, ZKE 2013, 235, 246).  

 

4.7. 

4.7.1. 

Das Betreuungsrecht am Mittwochnachmittag ist zum einen sinnvoll, weil 

damit dem Bedürfnis nach kürzeren Zeitintervallen zwischen den Besuchen 

entsprechend dem kindlichen Zeitgefühl Rechnung getragen werden kann 

 - 9 - 

 

 

und zum anderen, weil dieses zusätzliche Kontaktrecht unter der Woche 

auch der Stärkung der Vater-Tochter-Beziehung dient. Vater und Tochter 

können so mehr Zeit miteinander verbringen und ihr Verhältnis Schritt für 

Schritt aufbauen. Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers in 

der Beschwerde hat sein Besuchsrecht am Mittwoch jeweils nicht bereits 

um 14 Uhr begonnen, sondern stets erst um 14.15 Uhr. Dies hat er auch 

anlässlich seiner vorinstanzlichen Anhörung vom 20. September 2023 ent-

sprechend mitgeteilt (act. 243) und ist von der Mutter auch so bestätigt wor-

den (act. 232). Wie bereits bis anhin gehandhabt, wurde das Besuchsrecht 

am Mittwoch bis 18 Uhr angeordnet (vgl. auch Anhörung des Beschwerde-

führers vom 20. September 2023, act. 243). Der Beschwerdeführer fordert 

nun eine Verlängerung der Besuchszeit bis 19 Uhr, um mit der Betroffenen 

noch gemeinsam Abend zu essen. Wie der Beschwerdeführer in seiner Be-

schwerde selbst ausführt, hat sich die bisherige Regelung des Besuchs-

rechts am Mittwoch als äusserst positiv erwiesen (Beschwerde, S. 7). Eine 

Änderung dieser Betreuungszeiten drängt sich daher vorläufig nicht auf.  

 

4.7.2. 

Die Besuchskontakte am Wochenende waren bisher auf jeden zweiten 

Samstag von 8 bis 18 Uhr festgelegt. Anlässlich der Anhörungen der Eltern 

zeigte sich, dass der Beschwerdeführer mit der Betroffenen viel unternimmt 

(act. 245 f.) und die Betroffene jeweils nach den Besuchen beim Beschwer-

deführer sehr müde und erschöpft ist (act. 232, 234 und 246). Die Be-

troffene beginnt unter der Woche jeweils um 8 Uhr mit dem Kindergarten 

und hat in der Ganztagesschule einen strengen und strukturierten Alltag 

(act. 230 und 236). Es ist daher besonders wichtig, dass sie am Wochen-

ende auch zur Ruhe kommen und ausschlafen darf. Der Beginn des Be-

suchsrechts am Wochenende erst um 10 Uhr liegt damit im Interesse des 

Kindeswohls. Damit die Abendrituale der Betroffenen stets gleich ablaufen 

und die Betroffene auch abends zur Ruhe kommen kann, steht ausserdem 

auch die Rückgabe um 17 Uhr mit dem Stabilitätsbedürfnis der Betroffenen 

im Einklang und ist zu bestätigen. Die minimalen Änderungen der Betreu-

ungszeiten am Wochenende entsprechenden somit den kindlichen Bedürf-

nissen der Betroffenen. Weder die Beziehungsqualität zwischen dem Be-

schwerdeführer und der Betroffenen wird dadurch beeinflusst, da das Be-

suchsrecht kontinuierlich ausgeweitet wird, noch wird das Tagesprogramm 

durch die Änderungen der Betreuungszeiten erheblich beeinträchtigt.  

 

4.7.3. 

Vor Erlass des angefochtenen Entscheids haben noch keine Übernachtun-

gen der Betroffenen beim Beschwerdeführer stattgefunden. Wie bereits in 

E. 4.6 hiervor ausgeführt wurde, gibt es keine fixe Altersgrenze für Über-

nachtungen, sondern ist auf den konkreten Einzelfall abzustellen und hat 

sich das Besuchsrecht immer am Kindeswohl zu orientieren. Die Betroffene 

ist fünf Jahre alt und in einem Alter, in welchem Übernachtungen beim nicht 

hauptbetreuenden Elternteil durchaus in Betracht gezogen werden können. 

 - 10 - 

 

 

Da die Besuche beim Beschwerdeführer bereits regelmässig stattfinden, ist 

die Betroffene mit dem Beschwerdeführer vertraut und kennt dessen Um-

gebung bereits. Gemäss den Ausführungen der Mutter, mache die Be-

troffene teilweise auch ihren Mittagsschlaf beim Beschwerdeführer 

(act. 234). Dies zeigt, dass sich die Betroffene beim Beschwerdeführer ent-

spannen und einschlafen kann. Abgesehen von der konfliktbehafteten El-

ternbeziehung und der schwierigen Kommunikation zwischen den Eltern in 

Bezug auf das Besuchsrecht funktionieren die Besuche der Betroffenen 

beim Beschwerdeführer gut und es sind keine kindswohlgefährdenden Si-

tuationen bekannt. Aufgrund dieser Entwicklung ist davon auszugehen, 

dass die Betroffene vom Beschwerdeführer während der Übernachtungen 

gut versorgt wird. In Bezug auf die von der Mutter vorgebrachten Bedenken 

betreffend die Wahrnehmung der hygienischen Bedürfnisse der Betroffe-

nen (Beschwerdeantwort, S. 8), ist der Beschwerdeführer von der Beistän-

din hierauf zu sensibilisieren. Er sollte in der Lage sein, die hygienischen 

Bedürfnisse der Betroffenen zu beachten. Ein Grund am Verantwortungs-

bewusstsein des Vaters zu zweifeln, stellt dies jedoch nicht dar. Der  

Vorinstanz ist somit beizupflichten, dass das Besuchsrecht zukünftig auch 

Übernachtungen beim Beschwerdeführer beinhalten soll. 

 

Mit der vorinstanzlichen Regelung wird das Besuchsrecht schrittweise aus-

gedehnt und die Betroffene behutsam an die Übernachtungen beim Be-

schwerdeführer gewöhnt. Ein zu schnelles Vorgehen ist in Übereinstim-

mung mit der Vorinstanz nicht angebracht, weshalb bei der Ausdehnung 

des Besuchsrechts in einer ersten Phase zu Recht auf Übernachtungen 

verzichtet wurde. Mit dem Wunsch auf sofortige Anordnung von Übernach-

tungen stellt der Beschwerdeführer seine eigenen Interessen über das Kin-

deswohl. Mit den vorgesehenen Übernachtungen an Ostern sowie an 

Pfingsten 2024 und den beiden Übernachtungen in den Sommerferien 

2024 wird der Betroffenen genügend Zeit gegeben, sich an diese Auswei-

tung des Besuchsrechts zu gewöhnen und allfällige Ängste abzubauen, so 

dass ab August 2024 eine regelmässige Übernachtung jedes zweite Wo-

chenende stattfinden kann. Im Rahmen dieser Angewöhnungsphase ha-

ben die Eltern positiv auf die Ausweitung des Besuchsrechts hinzuwirken 

und alles zu unternehmen, was zur gedeihlichen Entwicklung des Kindes 

erforderlich ist.  

 

4.7.4. 

Mit Blick auf die Vorgeschichte, die elterlichen Spannungen und die 

Schwierigkeiten in der Kommunikation ist darüber hinaus die vom Be-

schwerdeführer beantragte Übernachtung unter der Woche sowie ein 

mehrwöchiges Ferienrecht erst nach etabliertem Verlauf des von der  

Vorinstanz angeordneten Besuchsrechts angezeigt und zu gegebenem 

Zeitpunkt entsprechend zu prüfen. Im Übrigen werden diese Anträge vom 

Beschwerdeführer im vorliegenden Beschwerdeverfahren nicht substanzi-

iert vorgebracht.  

 - 11 - 

 

 

 

4.7.5. 

Sowohl das Besuchsrecht als auch die Obhut betreffen die Betreuungsre-

gelung. Die Grenzen zwischen einem ausgedehnten Besuchsrecht und ei-

ner alternierenden Obhut sind fliessend. Eine alternierende Obhut wurde 

im vorinstanzlichen Verfahren thematisiert (act. 247). Die Vorinstanz hat 

sodann in Dispositiv-Ziffer 3.6 des angefochtenen Entscheids im Herbst 

2024 eine Überprüfung der Betreuungsregelung vorgesehen. Bis dahin ist 

mit Blick auf die bereits gemachten Ausführungen keine alternierende Ob-

hut angezeigt. Abgesehen davon, dass zum jetzigen Zeitpunkt noch kein 

gefestigtes und regelmässiges Besuchsrecht mit Übernachtung besteht, 

was einer alternierenden Obhut ohnehin entgegenstehen würde, ist ergän-

zend festzuhalten, dass eine alternierende Obhut mit hälftiger Betreuung 

noch höhere Anforderungen an die elterliche Kommunikation und funktio-

nierende Absprachefähigkeit stellt, welchen die Eltern aktuell nicht zu ge-

nügen vermöchten.  

 

4.8. 

Insgesamt ist die vorinstanzliche Regelung des Besuchsrechts im wohlver-

standenen Interesse der Betroffenen, weshalb die Beschwerde abzuwei-

sen ist, soweit darauf überhaupt einzutreten bzw. sie nicht gegenstandslos 

geworden ist.  

 

5. 

5.1. 

Im Beschwerdeverfahren sind die Verfahrenskosten nach den Bestimmun-

gen der Zivilprozessordnung zu verlegen (§ 38 Abs. 3 EG ZGB i.V.m. 

Art. 106 Abs. 1 ZPO). Der Beschwerdeführer unterliegt mit seiner Be-

schwerde vollständig. Bei diesem Verfahrensausgang sind die obergericht-

lichen Verfahrenskosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.  

 

5.2. 

Der Beschwerdeführer ist zu verpflichten, der verfahrensbeteiligten Mutter 

eine Parteientschädigung zu bezahlen (Art. 38 Abs. 3 EG ZGB i.V.m. 

Art. 106 Abs. 1 ZPO).  

 

Für das Beschwerdeverfahren vor der Kammer für Kindes- und Erwachse-

nenschutz ist von einer Grundentschädigung von Fr. 2'700.00 auszugehen 

(§ 3 Abs. 1 lit. b AnwT). Diese ist wegen der im Grundhonorar inbegriffenen 

und vorliegend wegfallenden Teilnahme an einer Verhandlung (§ 6 Abs. 2 

AnwT) um 20 % auf Fr. 2'160.00 zu kürzen. Weil es sich um ein Rechtsmit-

telverfahren handelt, wird gestützt auf § 8 AnwT ein Abschlag von 20 % 

vorgenommen. Unter Berücksichtigung des pauschalen Auslagenersatzes 

von 3 % (Fr. 51.85; § 13 Abs. 1 AnwT) und der Mehrwertsteuer von 8.1 % 

(Fr. 144.15) sind die Parteikosten der Mutter für das Beschwerdeverfahren 

vor Obergericht auf Fr. 1'924.00 festzusetzen.  

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Die Kammer für Kindes- und Erwachsenenschutz entscheidet: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird und sie 

nicht gegenstandslos geworden ist.  

 

2. 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten von Fr. 1'500.00 werden dem Be-

schwerdeführer auferlegt.  

 

3. 

Der Beschwerdeführer wird verpflichtet, der Mutter eine Parteientschädi-

gung von Fr. 1'924.00 (inkl. Auslagen und MwSt.) zu bezahlen.