# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 556dda8f-7d48-54d0-b3aa-f16ffe612f44
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-11-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.11.2023 D-5226/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5226-2023_2023-11-10.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-5226/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 0 .  N o v e m b e r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Einzelrichterin Susanne Bolz-Reimann, 

mit Zustimmung von Richter Simon Thurnheer;  

Gerichtsschreiberin Regula Aeschimann. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,  

(…), 

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl (ohne Wegweisungsvollzug);  

Verfügung des SEM vom 31. August 2023 / N (…). 

 

 

 

D-5226/2023 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer, ein afghanischer Staatsangehöriger tadschiki-

scher Ethnie, suchte am 3. Dezember 2022 in der Schweiz um Asyl nach. 

Auf dem Personalienblatt gab er an, am (…) geboren und damit noch min-

derjährig zu sein. Daraufhin wurde am 21. März 2023 eine Erstbefragung 

für minderjährige Asylsuchende (EB UMA) durchgeführt. Direkt im An-

schluss fand die Anhörung zu den Asylgründen statt.  

A.b Mit Verfügung vom 28. März 2023 wies das SEM den Beschwerdefüh-

rer dem erweiterten Verfahren zu. Schliesslich führte es am 2. Juni 2023 

eine ergänzende Anhörung durch.  

B.  

B.a Der Beschwerdeführer machte geltend, er stamme aus dem Dorf 

B._______ (Distrikt C._______, Provinz D._______). Er habe siebenein-

halb Jahre die Schule besucht und daneben in einer Autowerkstatt gear-

beitet. Nach der Machtübernahme der Taliban habe es keine Schule mehr 

gegeben und mit Ausnahme von Andrab und Panjshir sei ganz Afghanistan 

von den Taliban kontrolliert worden. Der Widerstand habe in den Bergen 

stattgefunden, wobei sich sein Bruder E._______ sowie ein Onkel mütter-

licherseits diesem angeschlossen hätten. Um seinen Bruder unter Druck 

zu setzen, hätten die Taliban daraufhin seinen Vater und seinen Bruder 

F._______ festgenommen. Die Weissbärtigen hätten interveniert und die 

Taliban hätten versprochen, sie freizulassen. Nach acht Tagen hätten sie 

aber ihre Leichen, welche schwere Folterspuren aufgewiesen hätten, auf 

einem Feld vorgefunden. Kurze Zeit später sei ihr Haus von den Taliban 

durchsucht worden, angeblich um nach Waffen zu suchen. Dabei hätten 

sie ihm die Hände auf den Rücken gebunden, eine Waffe an den Kopf ge-

halten und vor seinen Augen seine Schwester vergewaltigt. Nach diesem 

Vorfall habe er seine Mutter und seine Schwester zu ihrem Onkel ge-

schickt. In der Folge habe der Onkel ihm eine Adresse genannt, an welcher 

er eine Bombe habe abholen können. Er habe ihn angewiesen, diese am 

Fahrzeug des Taliban-Anführers anzubringen, der seinen Vater getötet und 

seine Schwester vergewaltigt habe. Als das betreffende Auto an der 

Strasse gestanden sei, wo er jeweils gearbeitet habe, habe er die Bombe 

daran befestigt. Daraufhin habe er seinen Onkel informiert und sich vom 

Ort entfernt. Wenige Minuten später sei die Bombe explodiert, wobei der 

Taliban-Anführer getötet und seine beiden Bodyguards verletzt worden 

seien. Er sei dann in die Berge zur Widerstandsfront gegangen. Da ihn eine 

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Person beim Anbringen der Bombe beobachtet und gegen Geldzahlung die 

Taliban entsprechend informiert habe, hätten diese gewusst, dass er für 

den Tod des Anführers verantwortlich sei. Nach etwa drei Monaten habe er 

die Berge wieder verlassen müssen, wobei er zu Fuss rund 70 Kilometer 

gelaufen sei, bis er die Ortschaft G._______ erreicht habe. Dort habe er 

sich für etwa fünf Monate bei Verwandten in einem Stall versteckt. 

Schliesslich sei ihm klar geworden, dass die Taliban nicht besiegt werden 

könnten, weshalb er sich zur Ausreise entschieden habe. Als er in der Tür-

kei gewesen sei, habe ihm sein Onkel mitgeteilt, dass sein Bruder 

E._______ im Gefecht mit den Taliban ums Leben gekommen sei.  

B.b Als Beweismittel reichte der Beschwerdeführer eine Kopie seiner 

Tazkira, verschiedene Fotografien, Screenshots von Google Maps und ein 

Bild mit einer afghanischen Flagge und einem Slogan ein.  

C.  

Mit Verfügung vom 31. August 2023 – eröffnet am 1. September 2023 – 

stellte das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigen-

schaft nicht. Es lehnte sein Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung 

aus der Schweiz an. Gleichzeitig hielt es fest, dass der Vollzug der Weg-

weisung derzeit nicht zumutbar sei, weshalb er vorläufig aufgenommen 

werde.  

D.  

Der Beschwerdeführer erhob mit Eingabe vom 27. September 2023 beim 

Bundesverwaltungsgericht Beschwerde gegen diesen Entscheid. Darin be-

antragte er, die angefochtene Verfügung sei in den Dispositivziffern 1, 2 

und 3 aufzuheben, es sei seine Flüchtlingseigenschaft festzustellen und 

ihm Asyl zu gewähren. Eventualiter sei die Sache zur korrekten Erstellung 

des Sachverhalts und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuwei-

sen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um Gewährung der un-

entgeltlichen Prozessführung, Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses und Beiordnung eines amtlichen Rechtsbeistands. Der Be-

schwerde lagen der Asylentscheid sowie eine Unterstützungsbestätigung 

des kantonalen Migrationsamtes bei.  

E.  

Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte am 28. September 2023 den 

Eingang der Beschwerde.  

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F.  

Mit Eingabe vom 29. September 2023 reichte der Beschwerdeführer wei-

tere Beweismittel zu den Akten.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist folglich 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig 

(Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).  

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG und dem VGG, soweit das 

AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer-

deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 

angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-

teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung; er ist daher zur 

Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 2 

AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist 

einzutreten.  

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG.  

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt wird, handelt es sich vorliegend um ein solches Rechts-

mittel, weshalb das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a 

Abs. 2 AsylG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchfüh-

rung eines Schriftenwechsels verzichtet. 

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Seite 5 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1 Zur Begründung seiner Verfügung führte das SEM aus, dass sich in 

den Aussagen des Beschwerdeführers verschiedene Widersprüche fän-

den. So habe er angegeben, er habe die Bombe am Auto des Taliban-An-

führers anbringen können, weil ihn niemand verdächtigt habe. Später habe 

er ausgeführt, dass er beim Ankleben der Bombe von einer Person beo-

bachtet worden sei, welche ihn an die Taliban verraten habe. Auf die Frage, 

warum die Person die Taliban nicht vor der Explosion der Bombe informiert 

habe, habe er erklärt, diese hätten die Person umgebracht, wenn sie ihnen 

umgehend von der Bombe erzählt hätte. Erst nach der Explosion habe sie 

den Taliban sagen können, sie habe ihn dabei beobachtet, wie er die 

Bombe am Auto angebracht habe. Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb 

die Taliban eine Person umbringen würden, welche den Tod eines Anfüh-

rers verhindert hätte, nicht aber jemanden, der offensichtlich von der 

Bombe gewusst, dies aber erst nach der Explosion mitgeteilt habe. Weiter 

habe der Beschwerdeführer angegeben, der Bruder des getöteten Anfüh-

rers habe ihm, als er an der Front gewesen sei, ausrichten lassen, wenn er 

ihm seine Ländereien gebe, würde er die Taliban nicht über diesen Vorfall 

informieren. Dies lasse sich nicht mit seiner vorangehenden Aussage ver-

einbaren, wonach ihn die Person, die ihn beobachtet habe, direkt an die 

Taliban verraten habe; diese hätten somit längst über die betreffende Infor-

mation verfügt. Angesichts der verschiedenen Ungereimtheiten in Bezug 

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auf dieses Schlüsselereignis bestünden erhebliche Zweifel an seinen Vor-

bringen. Der Beschwerdeführer habe zwar geltend gemacht, die Angehöri-

gen des getöteten Taliban-Anführers hätten Anspruch auf die Ländereien 

seiner Familie sowie auf seine Schwester erhoben. Seinen Aussagen 

könnten jedoch keine Hinweise darauf entnommen werden, dass seine Fa-

milie in Afghanistan deswegen unter Druck gesetzt worden wäre, obwohl 

seine Mutter und seine Schwester nach wie vor in B._______ lebten. Dabei 

handle es sich um ein kleines Dorf und es wäre für die Angehörigen des 

Taliban-Anführers nicht schwierig, sie dort ausfindig zu machen, zumal sie 

ebenfalls aus dieser Region stammten. Er stehe telefonisch in Kontakt mit 

seiner Mutter und diese habe von keinen entsprechenden Vorkommnissen 

berichtet. Die Ereignisse lägen mehr als ein Jahr zurück und es gebe, ob-

wohl die Taliban gewusst hätten, dass er einen ihrer Anführer getötet und 

sich der Widerstandsbewegung angeschlossen habe, keine konkreten Hin-

weise dafür, dass sie je gezielt nach ihm gesucht hätten. Folglich sei es 

ihm nicht gelungen, eine Racheabsicht der Taliban substanziiert und nach-

vollziehbar darzulegen. Insgesamt hielten seine Vorbringen den Anforde-

rungen an die Glaubhaftigkeit nicht stand, weshalb die Asylrelevanz nicht 

geprüft werden müsse.  

5.2 In seiner Beschwerde merkte der Beschwerdeführer einleitend an, es 

falle ihm schwer, über das Erlebte zu berichten. Seine Erlebnisse seien 

sehr traumatisierend gewesen, er verdränge diese und es sei emotional 

enorm anstrengend, sich daran zu erinnern. Trotzdem fänden sich in sei-

nen Schilderungen viele Details, welche als Indizien dafür zu werten seien, 

dass er das Geschilderte tatsächlich erlebt habe. So habe er etwa detailliert 

beschrieben, wie er die Bombe am Auto befestigt habe und wie der Überfall 

auf seine Familie stattgefunden habe. Bei der Anhörung habe er auf die 

Frage, wie er die Bombe abgeholt habe, unter anderem geantwortet, dass 

ihn niemand verdächtigt habe. Diese Aussage beziehe sich auf die Be-

schaffung der Bombe und nicht das Anbringen am Auto, weshalb in dieser 

Hinsicht kein Widerspruch bestehe. Weiter habe die Person, welche ihn 

beim Ankleben der Bombe beobachtet habe, die Brüder des getöteten Ta-

liban-Anführers informiert. Diese seien ebenfalls Angehörige der Taliban 

gewesen. Bei der Anhörung habe er jeweils von den Taliban gesprochen 

und damit einerseits die Familienmitglieder des getöteten Anführers und 

andrerseits die Organisation der Taliban als Ganzes gemeint. Dies habe 

seitens des SEM zu Verständnisproblemen geführt, die nun fälschlicher-

weise als Widerspruch gedeutet würden. Sodann habe die Person, die ihn 

beobachtet habe, die Taliban nicht bereits vor der Explosion informieren 

können. Sie habe nicht wissen können, was er am Auto gemacht habe, 

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zumal er als Mechaniker an dieser Strasse gearbeitet habe. Erst nach der 

sichtbaren Detonation der Bombe habe die Person mit hoher Wahrschein-

lichkeit annehmen können, dass er beim Auto eine Bombe angebracht und 

nicht etwa eine mechanische Arbeit ausgeführt habe. Hätte die Person die 

Taliban vor der Explosion informiert, hätten diese annehmen müssen, dass 

sie in den Anschlag involviert gewesen sei. Das SEM zweifle ferner an der 

Aktualität der Verfolgung, da seine Familie in Afghanistan zum Zeitpunkt 

der Anhörung keinem Druck von Seiten der Taliban ausgesetzt gewesen 

sei. Unterdessen habe sich die Situation aber geändert. Die Taliban such-

ten sie regelmässig auf und wollten wissen, wo er sich befinde. Dabei seien 

seine Mutter und seine Schwester geschlagen und getreten worden. Diese 

Wendung lasse sich damit erklären, dass die Taliban aufgrund der Turbu-

lenzen um die Machtübernahme nicht die Ressourcen gehabt hätten, sich 

um ihn zu kümmern. Dies scheine sich nun geändert zu haben. Er habe 

eine hochrangige Person beseitigt und sich sowohl politisch als auch reli-

giös gegen die Taliban gestellt. Neben der Verfolgung durch die Taliban an 

sich drohe ihm auch von der Familie des getöteten Anführers eine Gefahr, 

da Selbstjustiz in Form von Blutrache in Afghanistan an der Tagesordnung 

sei. Schliesslich verkenne das SEM, dass er über ein erhöhtes Risikoprofil 

verfüge. Er habe am Widerstand gegen die Taliban in den Bergen teilge-

nommen und ein Attentat auf einen Taliban-Anführer verübt. Auch sein Bru-

der E._______ sei ein aktiver Kämpfer an der Widerstandsfront gewesen 

und später im Kampf ums Leben gekommen. Um diesen Bruder unter 

Druck zu setzen, seien sein Vater und sein anderer Bruder F._______ ge-

tötet worden. Weiter würde er als Rückkehrender aus Europa unter dem 

Verdacht stehen, sich der europäischen Kultur und westlichen Lebens-

weise angepasst zu haben. Auch deswegen habe er mit Diskriminierungen 

und Verfolgung zu rechnen. Er sei in seiner Heimat an Leib und Leben 

gefährdet und folglich als Flüchtling anzuerkennen. Überdies habe ihn das 

SEM nicht mit den vermeintlichen Widersprüchen konfrontiert, was den Un-

tersuchungsgrundsatz verletze. Eventualiter sei die Sache daher an die 

Vorinstanz zurückzuweisen. 

5.3 Mit Eingabe vom 29. September 2023 reichte der Beschwerdeführer 

drei Haftbefehle ein, welche ihm seine Verwandten aus Afghanistan per 

Whatsapp übermittelt hätten. Diese würden beweisen, dass er gesucht 

werde.  

6.  

6.1 Glaubhaftmachung im Sinne von Art. 7 Abs. 2 AsylG bedeutet – im Ge-

gensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt 

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durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen ei-

nes Beschwerdeführers. Eine Behauptung gilt bereits als glaubhaft ge-

macht, wenn das Gericht von ihrer Wahrheit nicht völlig überzeugt ist, sie 

aber überwiegend für wahr hält. Eine wesentliche Voraussetzung für die 

Glaubhaftmachung eines Verfolgungsschicksals ist eine die eigenen Erleb-

nisse betreffende, substanziierte, weitgehend widerspruchsfreie und kon-

krete Schilderung der Vorkommnisse, welche bei objektiver Betrachtung 

plausibel erscheint. Von unglaubhaften Ausführungen ist dagegen bei 

wechselnden, widersprüchlichen, gesteigerten oder nachgeschobenen 

Vorbringen auszugehen. Entscheidend ist, ob bei einer Gesamtbeurteilung 

die Gründe, die für die Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung des Be-

schwerdeführers sprechen, überwiegen oder nicht. Demgegenüber reicht 

es für die Glaubhaftmachung nicht aus, wenn der Inhalt eines Vorbringens 

zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Umstände wesentliche 

Elemente gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung sprechen (vgl. 

BVGE 2015/3 E. 6.5.1, BVGE 2013/11 E. 5.1). 

6.2 Bei den Schilderungen des Beschwerdeführers fällt auf, dass sich sei-

nen Darstellungen kaum eigene Empfindungen, Gedankengänge oder de-

taillierte Beschreibungen entnehmen lassen. Auch von gravierenden Erleb-

nissen wie der Ermordung seines Vaters und Bruders, deren Leichen mit 

Folterspuren aufgefunden worden seien, berichtet er emotionslos und un-

substanziiert (vgl. SEM-Akte […]-20/7 [nachfolgend Akte 20] F1). Auf die 

Frage, was in ihm vorgegangen sei, als er vom Tod des Taliban-Anführers 

durch eine von ihm gelegte Bombe erfahren habe, beschränkte er sich auf 

die Angabe, er sei froh gewesen, dass der Mörder seines Vaters tot sei 

(vgl. Akte 20, F16). Diese oberflächliche Darlegung zentraler Lebensereig-

nisse ist schwer nachvollziehbar, ebenso der Umstand, dass der Be-

schwerdeführer offenbar ohne sich weiter Gedanken darüber zu machen 

eine Bombe abholt und diese in Anwesenheit von mehreren anderen Per-

sonen an einem Auto anbringt, das bei einer Waschanlage direkt unterhalb 

seines Hauses parkiert war (vgl. Akte 20, F1 S. 2, F11 ff., F31; SEM-Akte 

[…]-34-15 [nachfolgend Akte 34], F86). Das SEM wies im Übrigen zutref-

fend darauf hin, dass er in Bezug auf das Anbringen der Bombe und nicht 

etwa deren Abholung erklärte, niemand habe ihn verdächtigt (vgl. Akte 20, 

F12), was in einem gewissen Widerspruch zu seiner späteren Aussage 

steht, er sei bei dieser Tat beobachtet worden (vgl. Akte 20, F31). Von zent-

raler Bedeutung erscheint aber, dass er die Ausführung des Attentats an 

sich wenig substanziiert und weitgehend ohne Realkennzeichen schildert. 

Es ist auch schwer vorstellbar, dass er gesehen haben will, dass bei der 

Explosion zwei Bodyguards verletzt zu Boden gefallen seien und der 

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Anführer tot gewesen sei (vgl. Akte 20, F1 S. 2). Selbst wenn die Gegend 

flach ist, dürfte es schwierig sein, dies aus einer Entfernung von drei bis 

vier Kilometern zu erkennen (vgl. Akte 34, F59, F61).  

6.3 Entgegen den Ausführungen in der Beschwerde erweist sich auch die 

Darstellung der Hausdurchsuchung durch die Taliban keineswegs als de-

tailliert. Vielmehr beschrieb der Beschwerdeführer diese jeweils in wenigen 

Sätzen, teilweise – namentlich hinsichtlich der geltend gemachten Verge-

waltigung seiner Schwester – mit fast gleichlautenden Worten (vgl. Akte 20, 

F1 S. 2, F17; Akte 34, F100). Er vermochte auch keine näheren Angaben 

dazu zu machen, was er im Anschluss getan habe (vgl. Akte 20, F18 f.). 

Auf die Frage, wer das Haus durchsucht habe, führte er aus, es seien die-

jenigen gewesen, die seinen Vater und seinen Bruder getötet hätten 

(vgl. Akte 34, F51). Zudem erwähnte er einen Taliban-Kommandanten 

(vgl. Akte 34, F52), dessen Bodyguards sowie weitere teilweise maskierte 

Taliban (vgl. Akte 34, F102 f.), ohne nähere Angaben zu deren Anzahl, Aus-

sehen oder Verhalten zu machen.  

6.4 Unsubstanziiert sind auch die Aussagen des Beschwerdeführers zu 

seinem Aufenthalt an der Widerstandsfront in den Bergen, wo er rund drei 

Monate verbracht haben will (vgl. Akte 20, F1 S. 2). Er erwähnte lediglich, 

sie hätten ihr Brot auf Steinen gebacken und ganz selten habe es auch 

Reis gegeben (vgl. Akte 20, F23). Seine einzige Aufgabe sei es gewesen, 

bewaffnet Wache zu halten (vgl. Akte 20, F28 f.; Akte 34, F110). Es habe 

zwei Kämpfe mit den Taliban gegeben, wobei er nach dem zweiten Mal die 

Berge verlassen habe (vgl. Akte 20, F1 S. 2). Präzisere Angaben zum All-

tag bei der Widerstandsfront, den erwähnten Kämpfen oder zum rund 70 

Kilometer langen Weg nach G._______, den er teilweise nachts zu Fuss 

zurückgelegt haben will (vgl. Akte 34, F62, F88), finden sich in seinen Aus-

führungen nicht. Ebenso oberflächlich sind die Schilderungen zu den fünf 

Monaten ausgefallen, welche der Beschwerdeführer in einem Stall in 

G._______ verbracht haben will. Seine diesbezüglichen Angaben be-

schränken sich im Wesentlichen darauf, dass er zwischen Tieren gelebt, 

von deren Wasser getrunken und sich mit diesem auch gewaschen habe. 

Gelegentlich habe ihm eine Frau zu Essen gebracht. Es sei wie ein Ge-

fängnis gewesen, er habe sich dort versteckt und fünfmal täglich gebetet 

(vgl. Akte 34, F62 ff.). Diese Angaben sind sehr spärlich für eine Zeit-

spanne, die rund fünf Monate umfasst haben soll. Es bleibt auch unklar, 

weshalb er sich genau nach dieser Zeit zur Ausreise entschieden habe. 

Anfänglich gab er an, dass er während seines Aufenthalts im Stall mit nie-

mandem Kontakt gehabt habe (vgl. Akte 34, F66). Kurze Zeit später führte 

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er aus, ihm sei nach einem Telefonat mit seinem Onkel und seinem Bruder 

klar geworden, dass sie die Taliban nicht besiegen könnten (vgl. Akte 34, 

F75 f.). Auf Nachfrage erklärte er, dass er mehrmals mit seinen Verwand-

ten telefoniert habe (vgl. Akte 34, F78), was im Widerspruch zu seiner vo-

rangehenden Aussage steht, wonach er mit niemandem Kontakt gehabt 

habe.  

6.5 Eigenen Angaben zufolge befürchtet der Beschwerdeführer, dass er 

bei einer Rückkehr von den Taliban als Organisation sowie von den Brü-

dern des von ihm getöteten Taliban-Anführers umgebracht werden tttrhh-

könnte. Letztere hätten verlangt, dass er ihnen «wegen des  Bruders» die 

Ländereien, das Haus sowie seine Schwester gebe (vgl. Akte 20, F30). 

Diese Forderung sei bereits zu dem Zeitpunkt gestellt worden, als er an 

der Front gewesen sei (vgl. Akte 34, F81), mithin etwa zu Beginn des Jah-

res 2022 (vgl. Akte 20, F9). Das SEM wies indessen zu Recht darauf hin, 

dass der Familie des Beschwerdeführers in diesem Zusammenhang nichts 

mehr geschehen sei, obwohl seine Mutter und seine Schwester weiterhin 

in B._______, einer relativ kleinen Ortschaft, gelebt hätten (vgl. SEM-Akte 

[…]-18/13 [nachfolgend Akte 18], Ziff. 1.16.04 und 2.01). Darüber hinaus 

hat der Beschwerdeführer angegeben, er stehe mit seiner Mutter in Kon-

takt und diese habe ihm gesagt, es gehe ihr und seiner Schwester gut 

(vgl. Akte 34, F8 ff., F38). Sie wohnten in B._______ bei seinem Onkel und 

lebten von den Einnahmen ihrer Ländereien und Läden (vgl. Akte 34, 

F18 ff.). Zudem erklärte er, nach seiner Ausreise sei im Zusammenhang 

mit den von ihm geschilderten Schwierigkeiten nichts mehr passiert (vgl. 

Akte 34, F95). Anlässlich der ergänzenden Anhörung, die im Juni 2023 

stattfand, machte der Beschwerdeführer somit nicht geltend, seitens der 

Taliban gezielt gesucht worden zu sein. Auf Beschwerdeebene führte er 

aus, dass sich die Situation diesbezüglich verändert habe. Seine Mutter 

und seine Schwester würden nun regelmässig von den Taliban aufgesucht, 

welche nach seinem Aufenthaltsort fragten. Dabei seien sie geschlagen 

und getreten worden (vgl. Beschwerde, S. 4). Dieses nachträgliche Vor-

bringen von Behelligungen seiner Familie erscheint wenig überzeugend. 

Angeblich hat der Beschwerdeführer ungefähr im Herbst 2021 eine Bombe 

gelegt, welche einen Taliban-Anführer getötet habe, und sich danach dem 

Widerstand in den Bergen angeschlossen (vgl. Akte 20, F6 ff.). Bis im Juni 

2023 soll seine Familie in diesem Zusammenhang keine Probleme erhal-

ten haben, während sie nun – drei Monate später und im Anschluss an den 

ablehnenden Asylentscheid – regelmässig von den Taliban aufgesucht und 

behelligt werde. Auch wenn die Taliban kurz nach ihrer Machtübernahme 

im August 2021 allenfalls nicht die Kapazitäten hatten, sich um Personen 

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wie den Beschwerdeführer zu kümmern, ist kaum anzunehmen, dass sie 

rund eineinhalb Jahre zugewartet hätten, bevor sie bei seiner Familie nach 

ihm fragen.  

6.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer seine 

Vorbringen äusserst unsubstanziiert und oberflächlich schilderte. Seinen 

Ausführungen lassen sich kaum Realkennzeichen entnehmen und sie er-

weisen sich teilweise auch als wenig plausibel, insbesondere hinsichtlich 

des Umstands, dass die Taliban seine Familie mehr als ein Jahr in Ruhe 

gelassen haben sollen und sie nun – unmittelbar nach dem negativen Asyl-

entscheid des SEM – regelmässig aufsuchen und behelligen würden. Ins-

gesamt weisen die Aussagen des Beschwerdeführers nicht die Qualität 

auf, welche zu erwarten wäre, wenn eine Person von einschneidenden per-

sönlichen Erlebnissen berichtet. Auch unter Berücksichtigung des Um-

stands, dass er seine Heimat in einem jungen Alter verlassen hat und es 

ihm schwerfalle, über das Erlebte zu sprechen, sind die Anforderungen an 

das Glaubhaftmachen gemäss Art. 7 AsylG vorliegend nicht erfüllt. Somit 

ist nicht davon auszugehen, dass er seitens der Taliban eine Verfolgung zu 

befürchten hätte, weil er für den Tod eines ihrer Anführer verantwortlich 

sein soll und sich kurzzeitig dem Widerstand angeschlossen habe.  

6.7 An dieser Einschätzung vermögen auch die drei auf Beschwerdeebene 

eingereichten Haftbefehle, welche der Beschwerdeführer per Whatsapp 

von seinen Verwandten erhalten habe, nichts zu ändern. Einerseits handelt 

es sich dabei lediglich um Kopien, deren Echtheit nicht überprüft werden 

kann. Andrerseits geht das Gericht davon aus, dass auch im Original ein-

gereichten afghanischen Dokumenten nur ein geringer Beweiswert zu-

kommt, da diese oft nicht über Sicherheitsmerkmale verfügen und leicht 

käuflich erworben werden können. Vorliegend sind zwei der Haftbefehle 

vorgeblich von der Verwaltung des Distrikts C._______, H._______ zuhan-

den des lokalen Polizeikommandos ausgestellt, der dritte von der Geheim-

dienstdirektion D._______ zuhanden des Geheimdienstdirektors der Pro-

vinz D._______. Wie die Verwandten in den Besitz dieser Dokumente ge-

langt sein wollen, wird nicht dargelegt. Zudem wird als Wohnort des Be-

schwerdeführers das Dorf I._______ respektive J._______ oder 

K._______ aufgeführt, obwohl er eigenen Angaben zufolge stets in einem 

Ort namens B._______ gelebt hat (vgl. Akte 18, Ziff. 1.07). Insgesamt er-

scheinen die in Kopie vorgelegten Haftbefehle daher nicht geeignet, eine 

Verfolgung seitens der Taliban zu belegen.  

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Seite 12 

6.8 Angesichts der unglaubhaften Angaben des Beschwerdeführers zu sei-

nen Fluchtgründen kann auch nicht davon ausgegangen werden, dass er 

über ein relevantes Risikoprofil verfügt, aufgrund dessen er bei einer Rück-

kehr ins Visier der Taliban geraten würde. Abschliessend ist festzuhalten, 

dass der Beschwerdeführer bei der Anhörung respektive der ergänzenden 

Anhörung ausreichend Gelegenheit erhielt, seine Asylgründe darzulegen 

und umfassend darüber zu berichten. Das SEM stellte ihm verschiedene 

präzisierende Nachfragen und gab ihm dadurch die Möglichkeit, seine An-

gaben näher auszuführen. Es liegt daher keine Verletzung des rechtlichen 

Gehörs oder des Untersuchungsgrundsatzes vor aufgrund des Umstands, 

dass er bei den Anhörungen nicht mit allen im Asylentscheid erwähnten 

Widersprüchen konfrontiert worden war.  

6.9 Nach dem Gesagten ist festzuhalten, dass das SEM zu Recht die 

Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers verneint und sein Asylge-

such abgelehnt hat.  

7.  

Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt 

es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug 

an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 

AsylG). Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtli-

che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer 

solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht angeordnet 

(vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

Nachdem der Beschwerdeführer in der angefochtenen Verfügung wegen 

Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in der Schweiz vorläufig aufge-

nommen wurde, stellt sich die Frage nach dem Vorliegen von anderen 

Wegweisungsvollzugshindernissen – Unzulässigkeit und Unmöglichkeit – 

nicht. Die drei möglichen Vollzugshindernisse sind alternativer Natur; so-

bald eines erfüllt ist, gilt der Wegweisungsvollzug als undurchführbar 

(vgl. BVGE 2009/51 E. 5.4). 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und auch sonst nicht zu 

beanstanden ist. Die Beschwerde ist daher abzuweisen. 

D-5226/2023 

Seite 13 

10.  

10.1 Mit dem vorliegenden Entscheid in der Hauptsache ist das Gesuch 

um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos 

geworden. In der Beschwerde wurde sowohl um unentgeltliche Prozess-

führung als auch Einsetzung eines amtlichen Rechtsbeistands ersucht. 

Wie sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt, sind die in der Be-

schwerde gestellten Begehren jedoch als zum vornherein aussichtslos zu 

erachten. Damit ist eine der kumulativ zu erfüllenden Voraussetzungen für 

die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 

Abs. 1 VwVG nicht gegeben, weshalb die entsprechenden Gesuche um 

unentgeltliche Prozessführung und amtliche Rechtsverbeiständung – un-

abhängig von der geltend gemachten Fürsorgeabhängigkeit – abzuweisen 

sind.  

10.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dessen Kosten dem Be-

schwerdeführer aufzuerlegen und auf Fr. 750.– festzusetzen (Art. 63 

Abs. 1 und 5 VwVG; Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über 

die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

D-5226/2023 

Seite 14 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen.  

2.  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Ein-

setzung eines amtlichen Rechtsbeistands werden abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen.  

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Susanne Bolz-Reimann Regula Aeschimann 

 

 

Versand: