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**Case Identifier:** 3a78dc1d-efa9-533f-abe6-290d7873d960
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-01-31
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht 31.01.2024 810 2019 28 (810 19 28)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_003_810-2019-28_2024-01-31.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und 

Verwaltungsrecht 

 

vom 31. Januar 2024 (810 19 28) 

____________________________________________________________________ 

 

 

 

Ausländerrecht 

 

 

Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung aus der Schweiz / Dua-

lismusverbot / Landesverweisung  

 

 
Besetzung Vizepräsident Daniel Ivanov, Kantonsrichter Hans Furer, Niklaus 

Ruckstuhl, Stefan Schulthess, Kantonsrichterin Ana Dettwiler, Ge-
richtsschreiberin Nathalie Droeser 
 
 

Beteiligte A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Sandro Horlacher, Advokat 
  

 
gegen 
 
 

 Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft, Vorinstanz 
 

  
  
Betreff Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung aus der 

Schweiz (RRB Nr. 103 vom 29. Januar 2019) 
 
 
A. Der 1996 in der Schweiz geborene sri-lankische Staatsangehörige A.____ (nachfolgend 
Beschwerdeführer genannt) ist im Besitz einer Aufenthaltsbewilligung.  
 
B. In der Schweiz trat der Beschwerdeführer mehrmals strafrechtlich in Erscheinung. Mit 
Strafbefehl der Jugendanwaltschaft vom 4. Mai 2009 erhielt er wegen Entwendung zum Ge-
brauch einen Verweis. Am 19. Dezember 2013 verurteilte ihn die Jugendanwaltschaft mit Straf-
befehl wegen Raubes zu einer persönlichen Leistung von 60 Tagen (à 8 Stunden, davon 25 

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Tage unbedingt vollziehbar und 35 Tage bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von 24 Mona-
ten). Daraufhin wurde der Beschwerdeführer am 24. Januar 2014 ausländerrechtlich verwarnt. 
Mit Urteil des Strafgerichts vom 2. Dezember 2016 wurde er wegen qualifizierten Raubes 
(durch Mitführen einer gefährlichen Waffe) sowie Hausfriedensbruchs zu einer teilbedingt voll-
ziehbaren Freiheitsstrafe von 2 Jahren und 3 Monaten (davon 12 Monate unbedingt vollziehbar) 
verurteilt.  
 
C. Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs verfügte das Amt für Migration und Bürger-
recht am 18. Oktober 2018 die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung des Beschwerde-
führers und wies diesen aus der Schweiz aus. 
 
D. Die am 2. November 2018 dagegen erhobene Beschwerde wies der Regierungsrat mit 
Beschluss Nr. 103 am 29. Januar 2019 ab und ordnete an, der Beschwerdeführer habe die 
Schweiz zum Zeitpunkt der (bedingten) Entlassung aus dem Strafvollzug zu verlassen. Die mit 
Strafgerichtsurteil vom 2. Dezember 2016 ausgesprochene teilbedingt vollziehbare Freiheits-
strafe von zwei Jahren und drei Monaten stelle zweifelsohne ein Widerrufsgrund dar. Die öffent-
lichen Interessen könnten im vorliegenden Fall einzig durch eine Fernhaltung des Beschwerde-
führers geschützt werden, womit das Kriterium der Erforderlichkeit erfüllt sei. Auch sei die 
Wegweisung aus der Schweiz verhältnismässig, da es dem Beschwerdeführer insbesondere 
aufgrund seines jungen Alters zuzumuten sei, in Sri Lanka – allenfalls mit finanzieller Unterstüt-
zung seiner hier lebenden Verwandten – eine neue Existenz aufzubauen. Ein schwerwiegender 
persönlicher Härtefall sei nicht ersichtlich. 
 
E. Dagegen erhob der Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt Sandro Horlacher, 
mit Eingabe vom 6. Februar 2019 beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwal-
tungsrecht (Kantonsgericht), Beschwerde mit den Rechtbegehren, der Entscheid der Vorinstanz 
sei aufzuheben, die Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers sei zu verlängern und von 
einer Wegweisung sei abzusehen. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vor-
instanz zurückzuweisen, unter o/e-Kostenfolge. Dem Beschwerdeführer sei zudem die unent-
geltliche Rechtspflege zu gewähren und es sei eine mündliche Parteiverhandlung durchzufüh-
ren.  
 
F. Mit Präsidialverfügung vom 26. März 2019 wurde das Gesuch um unentgeltliche Pro-
zessführung und Verbeiständung bewilligt. 
 
G. Am 21. August 2019 fand eine Parteiverhandlung statt. Gleichentags verfügte das Kan-
tonsgericht die Sistierung des Verfahrens bis zum Entscheid des Strafgerichts im zurzeit gegen 
den Beschwerdeführer hängigen Strafverfahren betreffend Vergewaltigung und sexueller Nöti-
gung sowie Fahren in fahrunfähigem Zustand.  
 
H. Der Beschwerdeführer wurde mit Urteil des Strafgerichts vom 13. März 2020 der mehr-
fachen Vergewaltigung und der sexuellen Nötigung in gemeinsamer Tatbegehung, des mehrfa-
chen Diebstahls, der groben Verletzung der Verkehrsregeln, des Führens eines Motorfahrzeugs 
in fahrunfähigem Zustand sowie des Nichttragens von Sicherheitsgurten für schuldig erklärt und 

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als Zusatzstrafe zum Urteil des Strafgerichts vom 2. Dezember 2016 zu einer Freiheitsstrafe 
von 1 Jahr und 9 Monaten sowie zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 90 Tagessätzen 
zu je Fr. 30.--, bei einer Probezeit von 2 Jahren, und einer Busse in der Höhe von Fr. 100.-- 
verurteilt. Eine Landesverweisung gemäss Art. 66abis Schweizerisches Strafgesetzbuch (StGB) 
vom 21. Dezember 1937 wurde nicht angeordnet.  
 
I. Mit Präsidialverfügung vom 23. März 2021 wurde die Sistierung des Verfahrens bis zur 
rechtskräftigen Erledigung des gegen den Beschwerdeführer hängigen Strafverfahrens auf-
rechterhalten. 
 
J. Das Kantonsgericht, Abteilung Strafrecht, verurteilte den Beschwerdeführer mit Urteil 
vom 15. Oktober 2021 zu einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren und 6 Monaten. Im Übrigen wurde 
das Urteil des Strafgerichts vom 13. März 2020 bestätigt. Der Beschwerdeführer beantragte am 
31. Dezember 2021 das Verfahren zufolge Gegenstandslosigkeit abzuschreiben, da beim Be-
schwerdeführer auf eine Landesverweisung verzichtet worden sei. Mit Verfügung vom 8. Juni 
2023 hob das Kantonsgericht die Sistierung auf.  
 
K. Der Regierungsrat schloss am 6. Juli 2023 auf vollumfängliche Abweisung der Be-
schwerde. 
 
L. Für die Parteistandpunkte und die Erwägungen der Vorinstanz wird grundsätzlich auf die 
Akten verwiesen. Soweit erforderlich, ist nachfolgend darauf einzugehen. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 
 
1.1 Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessord-
nung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügungen und Entscheide des Regierungs-
rats die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Kantonsgericht zulässig. Da weder ein Aus-
schlusstatbestand nach § 44 VPO noch ein spezialgesetzlicher Ausschlusstatbestand vorliegt, 
ist die Zuständigkeit des Kantonsgerichts zur Beurteilung der Beschwerde gegeben. Der Be-
schwerdeführer ist vom angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse 
an dessen Aufhebung, womit er gestützt auf § 47 Abs. 1 lit. a VPO zur Beschwerde legitimiert 
ist. Die weiteren formellen Voraussetzungen sind ebenfalls erfüllt, sodass auf die Beschwerde 
eingetreten werden kann. 
 
1.2 Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können nach § 45 Abs. 1 lit. a und b 
VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts gerügt wer-
den. Die Beurteilung der Angemessenheit ist dem Kantonsgericht dagegen – abgesehen von 
hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen – untersagt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO e contrario). 
 
2.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, das Strafgericht habe unter Berücksichtigung sei-
nes gesamten Vorlebens sowie der Verurteilung vom 2. Dezember 2016 ausdrücklich von einer 

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Landesverweisung abgesehen und damit die Aufenthaltsbeendigung aufgrund deliktischen Ver-
haltens abschliessend und für die Migrationsbehörde respektive das Kantonsgericht bindend 
beurteilt. Die Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers könne demnach nicht mehr wider-
rufen werden.  
 
2.2 Der Regierungsrat bringt dagegen vor, da das Strafgericht in seiner Prüfung des Härte-
falls die vorher begangenen Delikte nicht umfassend berücksichtigt habe, sei die Nichtverlänge-
rung bzw. der Widerruf der Aufenthaltsbewilligung folglich trotz des Kompetenzwechsels wei-
terhin möglich. Vorliegend seien als Anlasstaten für eine Landesverweisung eine grobe Verlet-
zung von Verkehrsregeln sowie das Führen eines Motorfahrzeugs in fahrunfähigem Zustand 
vorgelegen. Die weitaus schwerer wiegenden, mehrfach begangenen Sexualdelikte seien da-
gegen nicht berücksichtigt worden, da diese vor dem 1. Oktober 2016 begangen worden seien. 
Es erscheine stossend, dass die weitaus weniger schwerwiegenden Anlasstaten einem Bewilli-
gungswiderruf entgegenstehen sollen, schliesslich wäre die Bewilligung des Beschwerdeführers 
nach altrechtlicher, migrationsrechtlicher Praxis des Bundesgerichts für die begangenen Sexu-
aldelikte mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit widerrufen worden. Anders zu ent-
scheiden würde bedeuten, dass derjenige, der nach dem 1. Oktober 2016 erneut delinquiert 
habe, privilegiert werde gegenüber demjenigen, der sich seither nichts mehr zu Schulden habe 
kommen lassen. Eine solche Konsequenz wäre ein krasser Wertungswiderspruch, der sich dem 
Gesetz nicht entnehmen lasse und sowohl von der Schweizerischen Stimmbevölkerung als 
auch vom Gesetzgeber nicht gewollt sei. 
 
3.1 Die Aufenthaltsbewilligung kann namentlich dann widerrufen werden, wenn die auslän-
dische Person zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt wurde (Art. 62 Abs. 1 lit. b des 
Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration [AIG] vom 
16. Dezember 2005). Als längerfristig im Sinne von Art. 62 Abs. 1 lit. b AIG gilt eine Freiheits-
strafe, wenn ihre Dauer ein Jahr überschreitet (Urteil des Bundesgerichts 2C_305/2023 vom 
9. November 2023 E. 4.1 mit Hinweisen). Der Beschwerdeführer wurde mit Urteil des Strafge-
richts vom 2. Dezember 2016 zu einer teilbedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 2 Jahren 
und 3 Monaten (davon 12 Monate unbedingt vollziehbar) verurteilt. Damit liegt ein Widerrufs-
grund nach Art. 62 Abs. 1 lit. b AIG vor, was vom Beschwerdeführer zu Recht nicht bestritten 
wird.  
 
3.2 Gemäss Art. 62 Abs. 2 AIG ist ein Widerruf der Aufenthaltsbewilligung unzulässig, der 
nur damit begründet wird, dass ein Delikt begangen wurde, für das ein Strafgericht bereits eine 
Strafe oder Massnahme verhängt, jedoch von einer Landesverweisung abgesehen hat. Mit die-
ser am 1. Oktober 2016 in Kraft getretenen Kollisionsbestimmung mit übergangsrechtlicher 
Komponente beabsichtigte der Gesetzgeber, den Dualismus von strafrechtlicher Landesverwei-
sung und ausländerrechtlichem Bewilligungswiderruf zu verhindern. Die ebenfalls am 1. Okto-
ber in Kraft getretenen Art. 66a ff. StGB zur (strafrechtlichen) Landesverweisung sind zudem 
nur auf Delikte anwendbar, welche nach dem 1. Oktober 2016 begangen wurden. Mit Art. 62 
Abs. 2 AIG soll vermieden werden, dass zwei unterschiedliche staatliche Behörden, nämlich die 
Strafbehörden und die Migrationsbehörden, sich mit den Folgen des deliktischen Verhaltens für 
den Aufenthaltsstatus einer ausländischen Person befassen. Hat der Strafrichter das deliktische 

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Verhalten beurteilt und von einer Landesverweisung abgesehen, auch wenn die Motive des 
Strafrichters für den Verzicht auf die Landesverweisung nicht verständlich sein mögen oder die 
Möglichkeit der Landesverweisung schlicht übersehen wurde, können die Migrationsbehörden 
diesbezüglich die Aufenthaltsbewilligung der betroffenen Person nicht mehr widerrufen. Andern-
falls würde der Dualismus von strafrechtlicher Landesverweisung und administrativer Wegwei-
sung wieder eingeführt und es bestünde das Risiko widersprüchlicher Urteile. Es ist mit anderen 
Worten nicht Sache der Migrationsbehörden, allfällige Versäumnisse der Strafbehörden bezüg-
lich Landesverweisung zu korrigieren. Wenn, dann obliegt es der Staatsanwaltschaft, durch 
Einlegung eines Rechtsmittels die Anordnung einer Landesverweisung zu verlangen. Art. 62 
Abs. 2 AIG möchte verhindern, dass die Straf- und Migrationsbehörden sich bezüglich Aufent-
haltsstatus mit demselben Sachverhalt befassen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_305/2023 
vom 9. November 2023 E. 4.3 f. mit Hinweisen).  
 
3.3 Weiter ist zu beachten, dass eine obligatorische (Art. 66a StGB) oder fakultative 
(Art. 66abis StGB) Landesverweisung zwar nicht aufgrund von Delikten ausgesprochen werden 
darf, welche vor dem 1. Oktober 2016 begangen wurden, aber solche Delikte bei der Prüfung 
eines Härtefalls (Art. 66a Abs. 2 StGB) bzw. bei der Prüfung der Verhältnismässigkeit der Lan-
desverweisung aufgrund von nach dem 1. Oktober 2016 begangenen Delikten berücksichtigt 
werden dürfen. Wenn solche Delikte bei der Härtefall- bzw. Verhältnismässigkeitsprüfung be-
rücksichtigt wurden, können die Migrationsbehörden für den administrativen Widerruf der Auf-
enthalts- oder Niederlassungsbewilligung nicht mehr auf diese Delikte abstellen. Andernfalls 
würde der Dualismus, den Art. 62 Abs. 2 AIG beseitigt, wieder eingeführt (Urteil des Bundesge-
richts 2C_305/2023 vom 9. November 2023 E. 4.5 mit Hinweisen). 
 
3.4 Sind mehrere Strafurteile ergangen, wobei ein Strafurteil ausschliesslich vor dem 
1. Oktober 2016 begangene Delikte behandelt und das andere Strafurteil sich mit nach dem 
1. Oktober 2016 begangenen Delikten auseinandersetzt (welche die Anordnung einer obligato-
rischen oder fakultativen Landesverweisung ermöglichen), gilt Folgendes: Es kommt darauf an, 
ob sich aus der Begründung des anderen Strafurteils oder zumindest dem Antrag der Staats-
anwaltschaft ergibt, dass das gesamte deliktische Verhalten der ausländischen Person, also 
auch die Vorstrafen (für vor dem 1. Oktober 2016 begangene Delikte), bei der Prüfung der Lan-
desverweisung berücksichtigt wurden. Ist dies der Fall, können die Migrationsbehörden auf-
grund der vor dem 1. Oktober 2016 begangenen Delikte die Aufenthalts- oder Niederlassungs-
bewilligung nicht mehr widerrufen, da sie sonst den vom Strafgericht gewürdigten Sachverhalt 
nochmals beurteilen würden. Umgekehrt bleibt die Kompetenz der Migrationsbehörden, eine 
Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung für vor dem 1. Oktober 2016 begangene Delikte zu 
widerrufen, erhalten, wenn sich dem Strafurteil (bezüglich der nach dem 1. Oktober 2016 be-
gangenen Delikte) keine Begründung entnehmen lässt, wonach die vor dem 1. Oktober 2016 
begangenen Delikte bei der Prüfung der Landesverweisung einbezogen worden wären. Praxis-
gemäss ist dies dann der Fall, wenn sich weder der Urteilsbegründung noch dem Antrag der 
Staatsanwaltschaft irgendein Hinweis zur Landesverweisung entnehmen lässt oder aufgrund 
der Geringfügigkeit des nach dem 1. Oktober 2016 begangenen Delikts davon auszugehen ist, 
dass auch eine fakultative Landesverweisung von vornherein nicht in Betracht gezogen wurde 
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_305/2023 vom 9. November 2023 E. 4.6 f. mit Hinweisen). 

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4. Vorliegend stellt sich die Frage, ob das Strafgericht mit seinem Urteil vom 13. März 2020 
einen Entscheid gefällt hat, welcher auch die Migrationsbehörden hinsichtlich der Landesver-
weisung bindet.  
 
4.1 Das Strafgericht hat sich im Urteil vom 13. März 2020 explizit mit der Landesverweisung 
auseinandergesetzt und von dieser abgesehen (vgl. S. 87 Ziffer 3), obwohl der Beschwerdefüh-
rer mit der groben Verletzung von Verkehrsregeln sowie das Führen eines Motorfahrzeugs in 
fahrunfähigem Zustand mit einer fakultativen Landesverweisung hätte sanktioniert werden kön-
nen. Unter dem Titel der Landesverweisung (vgl. S. 78 Ziffer 4.7) erwähnt die Urteilsbegrün-
dung des Strafgerichts die Vorstrafe vom 2. Dezember 2016, auf welche die Vorinstanz ihren 
Widerruf der Aufenthaltsbewilligung stützt, nicht. Allerdings ist diese Vorstrafe ausdrücklich Ge-
genstand der Strafzumessung und der Erwägungen bezüglich des Widerrufs der Vorstrafe vom 
2. Dezember 2016 (vgl. S. 75 ff., vor allem Ziffern 4, 4.2, 4.3 und 4.6). Vorstrafen werden in der 
Regel bei jeder Strafzumessung gewürdigt und alleine daraus kann noch keine Bindungswir-
kung für die Migrationsbehörden hinsichtlich des administrativen Widerrufs einer Aufenthalts-
bewilligung entstehen. Jedoch war die Landesverweisung vorliegend ausdrücklich Gegenstand 
der Erwägungen des Strafurteils und fiel damit aufgrund der Umstände nicht von vornherein 
ausser Betracht (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 2C_305/2023 vom 9. November 2023 
E. 6.4.2. mit Hinweisen).  
 
4.2 Das Strafgericht hat eine rudimentäre Interessenabwägung vorgenommen, indem es 
erwog, auch wenn aufgrund der teilweise schweren Delinquenz vor dem 1. Oktober 2016 auf 
eine nicht unerhebliche Gefährdung der öffentlichen Sicherheit geschlossen werden müsse, 
erscheine in der anzustellenden Gesamtwürdigung eine Wegweisung des hier geborenen und 
aufgewachsenen Beschwerdeführers als nicht verhältnismässig, weshalb von der Anordnung 
der strafrechtlichen Landesverweisung abgesehen werde (vgl. S. 79 letzter Abschnitt). Trotz 
dieser knappen Erwägung ist angesichts des Umstandes, dass das Strafgericht auch bei der 
fakultativen Landesverweisung im Rahmen der Verhältnismässigkeitsprüfung die Vorstrafen 
berücksichtigen durfte (vgl. E. 3.3 oben) und bei der Strafzumessung sowie beim Widerruf die 
Vorstrafe würdigte, davon auszugehen, dass bei der Prüfung der Landesverweisung die Vor-
strafe vom 2. Dezember 2016 eingeflossen ist. Jedenfalls ist es wenig einsichtig, dass im sel-
ben Strafurteil eine gravierende Vorstrafe bei der Strafzumessung sowie beim Widerruf berück-
sichtigt wird, aber bei der Landesverweisung, welche daran anschliessend explizit geprüft wird, 
überhaupt keine Rolle spielt. Auch das Kantonsgericht ging davon aus, dass das Strafurteil vom 
13. März 2020 respektive vom 15. Oktober 2021 eine präjudizielle Wirkung für das ausländer-
rechtliche Widerrufsverfahren haben könnte und sistierte deshalb Letzteres. 
 
4.3 Nach dem Gesagten ist davon auszugehen, dass auch die Vorstrafe gemäss Urteil vom 
2. Dezember 2016 bei der Beurteilung bzw. Ablehnung der Landesverweisung im Strafurteil 
vom 13. März 2020 in Betracht gezogen wurde. In diesem Sinne liegt rechtsprechungsgemäss 
die Konstellation vor, bei welcher das gesamte deliktische Verhalten der ausländischen Person 
bei der Prüfung der Landesverweisung berücksichtigt wurde. Derselbe Sachverhalt kann dem-
nach aufgrund von Art. 62 Abs. 2 AIG nicht nochmals im Rahmen eines administrativen Wider-

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rufsverfahrens beurteilt werden. Der Widerruf der Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdefüh-
rers erweist sich deshalb wegen Verletzung von Art. 62 Abs. 2 AIG als unzulässig.  
 
5. Die Beschwerde erweist sich demnach als begründet und ist gutzuheissen. Der vor-
instanzliche Entscheid ist aufzuheben und die Angelegenheit zur Neuverlegung der Kosten an 
den Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft zurückzuweisen. 
 
6.1 Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. 
Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der 
Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Ausgangsgemäss sind 
die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'500.-- dem Beschwerdegegner aufzuerlegen.  
 
6.2 Nach § 21 Abs. 1 VPO kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei für den Bei-
zug eines Anwalts oder einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung zu Lasten der 
Gegenpartei zugesprochen werden. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens ist dem Be-
schwerdeführer eine Parteientschädigung zulasten des Beschwerdegegners zuzusprechen. In 
seiner Honorarnote vom 17. August 2023 macht der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers 
einen Aufwand von 21.25 Stunden à Fr. 200.-- und Auslagen in der Höhe von Fr. 197.10 gel-
tend, was nicht zu beanstanden ist. Demzufolge hat der Beschwerdegegner dem Beschwerde-
führer eine Parteientschädigung in der Höhe von insgesamt Fr. 4'789.55 (inkl. Auslagen und 
7.7 % MWST) zu bezahlen.  
 
  

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Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 
 
://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Beschluss des Regierungsrates 

Nr. 103 vom 29. Januar 2019 aufgehoben. Die Angelegenheit wird zur 
Neuverlegung der Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens an den Regie-
rungsrat des Kantons Basel-Landschaft zurückgewiesen. 

   
 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'500.-- werden dem Regie-

rungsrat des Kantons Basel-Landschaft auferlegt. 
   
 3. Der Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft hat dem Beschwerde-

führer eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 4'789.55 (inkl. Aus-
lagen und 7.7 % MWST) auszurichten. 

 
 
 
 
Vizepräsident 
 
 
 
 

Gerichtsschreiberin