# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fbb4496b-1842-51cd-943c-9bee06ce4a04
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-11-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.11.2022 A-4087/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-4087-2022_2022-11-02.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 
 Abteilung I 

 

Postfach 

CH-9023 St. Gallen 

Telefon +41 (0)58 465 25 02 

Fax +41 (0)58 465 29 80 

www.bundesverwaltungsgericht.ch 

 

Geschäfts-Nr. A-4087/2022 

wii/snn 

 
 

 
 Z w i s c h e n v e r f ü g u n g  

v o m  2 .  N o v e m b e r  2 0 2 2  

 

 
 In der Beschwerdesache 

   
Parteien 

 A._______ AG, 

(…), 

vertreten durch 

MLaw Visar Keraj, Rechtsanwalt, 

Adreno AG, 

(…), 

Beschwerdeführerin, 

 

  gegen 

  
Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV, 

Hauptabteilung Ressourcen, 

Schwarztorstrasse 50, 3003 Bern, 

Vorinstanz, 

 

Gegenstand 
 Mehrwertsteuer (1. Quartal 2021); provisorische  

Ermessenseinschätzung und Rechtsöffnung, 

 

 

 

A-4087/2022 

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wird festgestellt und in Erwägung gezogen, 

1.  

dass die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV; nachfolgend: Vor- 

instanz) mit ihrem Einspracheentscheid und der Rechtsöffnung vom 

15. August 2022 die Einsprache der A._______ AG gegen die Rechtsöff-

nungsverfügung vom 2. Dezember 2021 abgewiesen und den proviso-

risch geschuldeten Mehrwertsteuerbetrag von Fr. 84'500.--bestätigt sowie 

den Rechtsvorschlag gegen den Zahlungsbefehl vom (Datum) des Be-

treibungsamtes B._______ im Umfang des zu bezahlenden Betrages 

aufgehoben hat, 

dass die A._______ AG (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 

15. September 2022 Beschwerde gegen den Einspracheentscheid und 

die Rechtsöffnung beim Bundesverwaltungsgericht erhoben hat, 

dass sie mit ihrem Hauptbegehren die Aufhebung des angefochtenen 

Einspracheentscheides und der Rechtsöffnung verlangt (Ziff. 1) sowie 

prozessual beantragt, der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu 

erteilen (Ziff. 4), 

dass die Beschwerdeführerin diesbezüglich im Wesentlichen begründet, 

ihr Verwaltungsrat sei aufgrund seiner (unverschuldeten) langjährigen ge-

sundheitlichen Problemen nur sehr eingeschränkt arbeitsfähig; dass sich 

dies logischerweise auf den Umsatz (des steuerpflichtigen Unternehmens 

bzw. der Beschwerdeführerin) auswirke; dass der Umsatz für das 

1. Quartal 2021 Fr. 0.-- betrage; dass der besagte Verwaltungsrat zudem 

gleichzeitig verantwortlicher Verwaltungsrat von diversen anderen Gesell-

schaften sei und in diesem Zusammenhang in mehrere langwierige und 

kostspielige Steuerjustizverfahren involviert sei, was seinen gesundheitli-

chen Zustand enorm verschlechtert habe; dass der Verwaltungsrat auf-

grund seiner eingeschränkten Arbeitsfähigkeit auch nicht die Möglichkeit 

habe, die nötige Unterstützung durch einen Treuhänder einzuholen; dass 

es dem Verwaltungsrat daher (noch) nicht möglich gewesen sei, die 

Mehrwertsteuerabrechnung für das 1. Quartal 2021 (bei der ESTV) einzu-

reichen; dass die Schätzung der ESTV auf einer «astronomischen Basis, 

welche enorm von der Realität abweicht und dazu geeignet ist, die Ge-

sellschaft bei derartigen Schätzungen sogar in den finanziellen Ruin zu 

treiben» basiere und dass sie (die Beschwerdeführerin) im materiellen 

Steuerjustizverfahren vor Bundesverwaltungsgericht hinsichtlich der 

Steuerperioden 2013 bis 2018 eine (Mehrwertsteuer)-Rückforderung in 

Höhe von Fr. 555'165.50 geltend mache, 

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dass die Vorinstanz am 11. Oktober 2022 – nach gewährter Möglichkeit 

zur Stellungnahme – beantragt, der Antrag betreffend aufschiebende Wir-

kung sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge abzuweisen, soweit da-

rauf eingetreten werden könne, 

dass sie in ihrer diesbezüglichen Stellungnahme insbesondere vorbringt, 

die Beschwerdeführerin habe die eingeforderte Mehrwertsteuerabrech-

nung des 1. Quartals 2021 trotz mehrfacher Zusicherungen nicht einge-

reicht und auch keine Zahlung geleistet; dass seit der Fälligkeit des 

Mehrwertsteuerbetrages inzwischen mehr als ein Jahr und vier Monate 

verstrichen seien; dass bei gesundheitlichen Problemen des Verwaltungs-

rates eine Stellvertretung zu beauftragen gewesen wäre; dass die Be-

schwerdeführerin auch nicht durch Unterlagen glaubhaft darlege, dass im 

1. Quartal 2021 kein Umsatz erzielt worden sei; dass das betreffend die 

Mehrwertsteuerforderungen der Vorjahre 2013 bis 2018 geltend gemach-

te Guthaben von Fr. 555'165.50 nicht anerkannt worden sei; dass der 

Gesetzgeber mit Art. 86 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 12. Juni 2009 

über die Mehrwertsteuer (MWSTG, SR 641.20) die zeitnahe Vollstre-

ckung von quartalsweise festgesetzten Mehrwertsteuerbeträgen habe ga-

rantieren wollen; dass die Beschwerdeführerin durch das systematische 

Hinauszögern der Vollstreckung den Sinn und Zweck dieser Bestimmung 

vereitle und sich nach dem Erwähnten der Antrag auf aufschiebende Wir-

kung als unbegründet erweise, 

dass gemäss Art. 31 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das 

Bundesverwaltungsgericht (VGG, SR 173.32) das Bundesverwaltungsge-

richt Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes 

vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, 

SR 172.021) beurteilt, sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt; 

dass als Vorinstanzen die in Art. 33 VGG genannten Behörden gelten, 

dass wenn die ESTV den in Betreibung gesetzten provisorisch geschul-

deten Steuerbetrag nach pflichtgemässem Ermessen bestimmt hat, ge-

mäss Art. 86 Abs. 5 MWSTG (i.V.m. Art. 33 Bst. i VGG) gegen den Ein-

spracheentscheid der ESTV Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht 

erhoben werden kann; dass eine Ausnahme nach Art. 32 VGG nicht vor-

liegt, 

dass das Bundesverwaltungsgericht daher für die Beurteilung der erho-

benen Beschwerde und folglich auch zum Entscheid über den  

Verfahrensantrag betreffend die Erteilung der aufschiebenden Wirkung 

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zuständig ist; dass dieser Entscheid in die Kompetenz der Instruktions-

richterin fällt (Art. 39 Abs. 1 VGG), 

dass sich das Verfahren nach dem VwVG richtet, soweit das VGG nichts 

anderes bestimmt (Art. 37 VGG), 

dass gemäss Art. 86 Abs. 5 MWSTG einer Beschwerde gegen einen Ein-

spracheentscheid der ESTV keine aufschiebende Wirkung zukommt, die-

se aber im Beschwerdefall auf begründetes Ersuchen hin vom Bundes-

verwaltungsgericht erteilt werden kann (vgl. auch ANDRÉ MOSER ET AL., 

Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, 3. Aufl. 2022, 

Rz. 2.216) und dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig entschei-

det, 

dass die aufschiebende Wirkung der Beschwerde besagt, dass die in ei-

ner Verfügung angeordnete Rechtsfolge vorläufig nicht eintritt, sondern 

bis zum Beschwerdeentscheid vollständig gehemmt werden soll, um die 

beschwerdeführende Partei die nachteiligen Wirkungen einer Verfügung 

so lange nicht spüren zu lassen, bis über deren Rechtmässigkeit ent-

schieden ist (statt vieler BGE 140 II 134 E. 4.2.1 mit Hinweisen; MOSER 

ET AL., a.a.O., Rz. 3.19); dass mit der Anordnung der aufschiebenden 

Wirkung unter anderem auch irreparable Nachteile und präjudizierende 

Wirkungen verhindert werden sollen, die durch einen sofortigen Vollzug 

der Verfügung allenfalls entstünden (HANSJÖRG SEILER, in: Wald-

mann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar VwVG, 2. Aufl. 2016, 

Art. 55 N. 97), 

dass die Gewährung der aufschiebenden Wirkung in Fällen, in denen der 

Gesetzgeber – wie vorliegend – den ansonsten geltenden Grundsatz 

(Art. 55 Abs. 1 VwVG) umgekehrt hat, an qualifizierte Voraussetzungen 

geknüpft ist und sich nur ausnahmsweise rechtfertigen lässt, nämlich, 

wenn wichtige Gründe vorliegen (SEILER, a.a.O., Art. 55 N. 190), 

dass zur Begründung des Antrags auf aufschiebende Wirkung unter an-

derem die Mehrwertsteuerabrechnung vorgelegt und zusätzlich geltend 

gemacht werden kann, dass die Fortsetzung der Betreibung einen nicht 

wieder gutzumachenden Nachteil zur Folge hat (FELIX GEIGER, in: Gei-

ger/Schluckebier [Hrsg.], MWSTG Kommentar, Schweizerisches Bundes-

gesetz über die Mehrwertsteuer mit den Ausführungserlassen sowie Er-

lasse zum Zollwesen, 2. Aufl. 2019, Art. 86 MWSTG N. 22), 

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dass Art. 86 Abs. 2 MWSTG die zeitnahe Vollstreckung der quartalswei-

sen Abrechnungen garantiert, um trotz Finalisierungsmöglichkeit der Ab-

rechnung die Einbringbarkeit von Steuerforderungen sicherzustellen (Si-

cherungsinstrument); dass die Festsetzung der provisorisch abzurech-

nenden Steuer und die Erteilung der Rechtsöffnung lediglich vollstre-

ckungsrechtliche Bedeutung haben und sich nicht zum materiellen Be-

stand und Umfang der Steuerforderung äussern; dass gegen die Rechts-

öffnungsverfügung keine Beschwerdemöglichkeit gegeben ist, was 

gleichzeitig der Verfahrensökonomie und einem zügigen Inkasso dient 

(Botschaft des Bundesrates vom 25. Juni 2008 zur Vereinfachung der 

Mehrwertsteuer [BBl  2008 6885, 7007 f.]; vgl. auch GEIGER, a.a.O., 

Art. 86 MWSTG N. 4, N. 16 und N. 26), 

dass der Beschwerdeinstanz bei ihrem Entscheid über die Erteilung der 

aufschiebenden Wirkung ein gewisser Beurteilungsspielraum zukommt, 

wobei sie «prima facie» aufgrund der Akten zu befinden hat und die Ver-

fahrensaussichten nur berücksichtigen kann, wenn sie sich eindeutig be-

stimmen lassen (statt vieler BGE 129 II 286 E. 3, 124 V 82 E. 6; MOSER 

ET AL., a.a.O., Rz. 3.27; REGINA KIENER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], 

VwVG, Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, Kommentar, 

2. Aufl. 2019, Art. 55 N. 17 und N. 21), 

dass im vorliegenden Verfahren zurzeit noch keine eindeutige Entscheid-

prognose gefällt werden kann, 

dass – ähnlich wie bei ihrer Wiederherstellung – die aufschiebende Wir-

kung dann erteilt werden kann, wenn die Interessen an der Beibehaltung 

des «Status quo ante» die Interessen an der sofortigen Vollziehbarkeit ei-

ner Anordnung überwiegen; mithin eine Abwägung der sich gegenüber-

stehenden Interessen zu erfolgen hat (vgl. MOSER ET AL., a.a.O., Rz. 3.24, 

3.26 f.; siehe auch: KIENER, a.a.O., Art. 55 N. 17; SEILER, a.a.O., Art. 55 

N. 96), 

dass im vorliegenden Fall der provisorisch geschuldete Mehrwertsteuer-

betrag in Höhe von Fr. 84'500.-- für das 1. Quartal 2021 im Streit liegt; 

dass die Beschwerdeführerin betreffend die (definitiven) Mehrwertsteuer-

forderungen der Steuerperioden 2013 bis 2018 bereits eine Beschwerde 

vor Bundesverwaltungsgericht eingereicht hat (Verfahren A-2315/2021), 

in welcher sie die Höhe der ermessensweise festgesetzten Steuerforde-

rung bestreitet; dass vorliegend der provisorisch geschuldete Mehrwert-

steuerbetrag für das 1. Quartal 2021 gestützt auf die Zahlen im Verfahren 

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A-2315/2021 festgesetzt worden ist; dass die Beschwerdeführerin zur 

Begründung ihres Antrages auf aufschiebende Wirkung weder die Mehr-

wertsteuerabrechnung eingereicht hat, noch aufzuzeigen vermag, dass 

die Betreibung einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil zu Folge hat, 

zumal die ESTV der Beschwerdeführerin den Betrag in Höhe von 

Fr. 84'500.-- zurückzuerstatten hätte, wenn diese aufzuzeigen vermögen 

würde, dass die Rechtsöffnung zu Unrecht erteilt und der provisorisch 

festgesetzte Steuerbetrag nicht nach sachlichen Kriterien festgesetzt 

worden wäre; dass das Rechtsmittelverfahren hinsichtlich des proviso-

risch festgesetzten Steuerbetrages in keiner Weise die Festsetzung der 

definitiven Steuerforderung präjudiziert; dass die bereits länger andau-

ernde Krankheit des Verwaltungsrates der Beschwerdeführerin grund-

sätzlich nicht ausreicht, die – von Gesetzes wegen entzogene – auf-

schiebende Wirkung zu begründen, 

dass somit vorliegend – zumindest «prima facie» – keine massgebenden 

Interessen bzw. wichtigen Gründe der Beschwerdeführerin ersichtlich 

sind, welche das Interesse der Vorinstanz an der sofortigen Vollstreck-

barkeit überwiegen würden, 

dass daher keine erheblichen bzw. wichtigen Gründe für die Erteilung der 

aufschiebenden Wirkung der Beschwerde gegeben sind und das ent-

sprechende Gesuch der Beschwerdeführerin abzuweisen ist, 

2.  

dass der Vorinstanz Gelegenheit zur Einreichung einer Vernehmlassung 

in der Hauptsache zu geben ist, 

3.  

dass über die Kosten dieser Zwischenverfügung und einer allfälligen Par-

teientschädigung im Rahmen des Urteils in der Hauptsache zu befinden 

ist. 

 

(Das Dispositiv befindet sich auf der nächsten Seite.) 

  

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Seite 7 

Demnach verfügt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Das Gesuch der Beschwerdeführerin um Erteilung der aufschiebenden 

Wirkung der Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Vorinstanz wird ersucht, bis am 2. Dezember 2022 eine Vernehmlas-

sung in 3 Exemplaren unter Beilage der gesamten Akten (nummeriert und 

in einem Aktenverzeichnis aufgenommen) einzureichen. 

3.  

Über die Kosten dieser Zwischenverfügung und über eine allfällige Par-

teientschädigung wird mit der Hauptsache entschieden. 

4.  

Diese Verfügung geht an die Beschwerdeführerin und die Vorinstanz. 

 

 

 

Die Instruktionsrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Iris Widmer Anna Strässle 

 

 

Versand: 

  

A-4087/2022 

Seite 8 

Zustellung erfolgt an: 

– die Beschwerdeführerin (Einschreiben mit Rückschein) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Einschreiben mit Rückschein)