# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6691d0e1-b6d3-5b44-add5-54eb0a6d459a
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-04-08
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 4. Kammer 08.04.2005 A 2005 12
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_004_A-2005-12_2005-04-08.pdf

## Full Text

A 05 12

3. Kammer 

URTEIL
vom 8. April 2005

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Kantonssteuer

1. Der in … wohnhafte … hat seit 15. März 2003 seinen Wochenaufenthalt in 

der ... Seit dem 1. Dezember 2003 arbeitet er in … als Manager 

Qualitätssicherung. In der Steuerklärung 2003 machte er u.a. für 6 Tage die 

Fahrtkosten mit dem Privatfahrzeug für die Strecke … - … retour geltend. Die 

Steuerverwaltung anerkannte diese Kosten in der Veranlagungsverfügung 

nebst anderen Abzügen nicht. Die vom Steuerpflichtigen dagegen erhobene 

Einsprache wies die Steuerverwaltung mit Entscheid vom 7. Januar 2005 

diesbezüglich ab.

2. Dagegen erhob … am 4. Februar 2005 betreffend die Kantonssteuer Rekurs 

mit dem Antrag, die Kosten für die Benützung des Privatfahrzeuges im 

Dezember 2003 in Höhe von Fr. 639.60 zum Abzug vom Einkommen 

zuzulassen. Er macht geltend, die Fahrten von … nach … seien rein 

berufsbedingt.

3. Die Steuerverwaltung beantragt in ihrer Vernehmlassung die Abweisung des 

Rekurses. Zur Begründung brachte sie im Wesentlichen die gleichen 

Argumente vor wie im angefochtenen Entscheid.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften wird, 

soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Gemäss Art. 31 Abs. 1 lit. a des Steuergesetzes für den Kanton Graubünden 

(StG) und Art. 26 lit. a des Gesetzes über die direkte Bundessteuer (DBG) 

können die notwendigen Kosten für Fahrten zwischen Wohn- und 

Arbeitsstätte bei Unselbständigerwerbenden als Berufsunkosten abgezogen 

werden. Nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtes wird in der 

Regel bei der Verwendung eines Privatfahrzeuges nur ein Abzug in Höhe 

jener Auslagen gestattet, welche der Steuerpflichtige bei Benützung eines 

öffentlichen Verkehrsmittels gehabt hätte. Bei notwendigem 

Wochenaufenthalt werden nach der Praxis der Steuerverwaltung zusätzliche 

Fahrtkosten zwischen Aufenthalts- und Arbeitsort nur anerkannt, wenn sie im 

betreffenden Agglomerationsbereich anfallen. Diese Praxis liegt darin 

begründet, dass ein Abzug von Fahrspesen generell nur dann in Betracht 

gezogen werden kann, wenn es sich um eindeutig geschäftsmässig 

begründete Berufsunkosten handelt, welche mit der Einkommenserzielung 

des Unselbständigerwerbenden in einem unmittelbaren Zusammenhang 

stehen (vgl. PVG 1990 Nr. 59 E.4b; 1987 Nr. 55 E.3 mit weiteren Hinweisen). 

Wenn ein berufstätiger Wochenaufenthalter seinen Aufenthaltsort während 

der Woche nicht in der Nähe zum oder am Arbeitsort wählt, so ist das seine 

private Entscheidung. Mit der Einkommenserzielung steht dies jedoch in 

keinerlei unmittelbarem Zusammenhang. So verhält es sich auch vorliegend. 

Der Rekurrent bringt keine beruflichen Gründe vor, weshalb er seinen 

Aufenthaltsort nicht in der Nähe des Arbeitsortes gewählt hat. Für seinen 

Aufenthalt weitab vom Arbeitsort führt er im Gegenteil ausschliesslich private 

Gründe an. Er ist demnach nicht aus beruflichen Gründen auf die Benützung 

des Privatfahrzeuges für den Arbeitsweg angewiesen, sondern allein deshalb, 

weil er seinen Aufenthaltsort aus privaten Gründen fern vom Arbeitsort 

genommen hat. Die Vorinstanz hat dem Rekurrenten demnach zu Recht den 

Abzug für die Benützung des Privatfahrzeuges verwehrt. Der Rekurs ist 

infolgedessen abzuweisen. 

2. Bei diesem Ausgang gehen die Verfahrenskosten zulasten des Rekurrenten.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Der Rekurs wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 1'200.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 68.--

zusammen Fr. 1'268.--

gehen zulasten von … und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses 

Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu 

bezahlen.