# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e1ce3038-abf8-5d20-b288-c66b681e3713
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-10-27
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 27.10.2015 ZK1 2014 148
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2014-148_2015-10-27.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 27. Oktober 2015 Schriftlich mitgeteilt am:
ZK1 14 148 15. Dezember 2017

(Mit Urteil 5A_103/2018 und 5A_111/2018 vom 06. November 2018 hat das Bun-
desgericht die gegen dieses Urteil erhobenen Beschwerden abgewiesen, soweit 
darauf einzutreten war.)

Urteil
I. Zivilkammer

Vorsitz Michael Dürst
Richter Brunner und Schnyder
Aktuar Pers

In der zivilrechtlichen Berufung

des X._____, Beklagter und Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. 
iur. Hans-Martin Allemann, Alte Landstrasse 105A, 8707 Uetikon am See, 

gegen

den Entscheid des Bezirksgerichts Prättigau/Davos vom 4. September 2014, mit-
geteilt am 31. Oktober 2014, in Sachen der Y._____, Klägerin und Berufungsbe-
klagte, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Peter Portmann, Quaderstrasse 18, 
Postfach 551, 7002 Chur, gegen den Beklagten und Berufungskläger,

betreffend Nebenfolgen der Ehescheidung,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. Y._____ (ehemals Y._____), L.1_____ Staatsangehörige, geboren am 
_____1970, und X._____, L.2_____ Staatsangehöriger, geboren am _____1979, 
lernten sich anlässlich eines Ferienaufenthaltes von Y._____ in L.2_____ kennen 
und heirateten am 15. Oktober 2010 vor dem Zivilstandsamt O.1_____. Aus dieser 
Ehe ging das gemeinsame Kind A._____, geboren am _____2010, hervor. Bei 
den nachgeburtlichen Untersuchungen ergab sich beim Kind der Verdacht auf ei-
ne Trisomie 21, welcher sich in der Folge bestätigte. Ausserdem wurde ein kleiner 
Herzfehler (Vorhofseptumdefekt) festgestellt, welchem nach fachärztlicher Ein-
schätzung allerdings kein Krankheitswert zukommt.

B.1. Bereits wenige Tage nach der Geburt des Kindes kam es zwischen den 
Parteien zu Auseinandersetzungen, in deren Folge sich Y._____ mit dem Kind für 
rund zehn Tage auf der Mutter-Kind-Station der Psychiatrischen Klinik B._____ 
aufhielt. Noch während des Klinikaufenthaltes versuchte sie mit anwaltlicher Un-
terstützung beim zuständigen Zivilstandsamt eine Namensänderung für ihren 
Sohn durchzusetzen. Zudem informierte sie die Fremdenpolizei über die Trennung 
und die beabsichtigte Scheidung, was dazu führte, dass die Aufenthaltsbewilligung 
von X._____ mit Verfügung vom 18. April 2011 widerrufen und ihm nach erfolglos 
gebliebener Anfechtung bis vor Bundesgericht schliesslich Frist zum Verlassen 
der Schweiz bis zum 17. Juli 2012 angesetzt wurde. Da er dieser Aufforderung 
keine Folge leistete, wurde er ab dem 27. November 2012 in Ausschaffungshaft 
genommen. Diese wurde  nachdem auch während der verlängerten Haftdauer 
kein Reisepapier beschafft werden konnte und eine Ausschaffung innerhalb der 
höchstzulässigen Haftdauer als nicht mehr durchführbar erachtet wurde  mit 
Haftentlassungsverfügung des Amtes für Migration und Zivilrecht Graubünden 
vom 5. Februar 2014 mit sofortiger Wirkung aufgehoben, wobei die Ausreisepflicht 
von X._____ unverändert bestehen blieb. Eigener Aussage zufolge lebt er seither 
bei Freunden und Kollegen, von denen manche in O.2_____ und andere in 
O.3_____ wohnhaft sind. Genaue Adressangaben will er aus Angst, dass seine 
Bekannten dann fremdenpolizeilichen Massnahmen ausgesetzt sein könnten, we-
der gegenüber dem Gericht noch gegenüber der Gegenpartei oder der Kindesver-
treterin machen.

2. Am 7. Dezember 2010 hatte Y._____ gegen den Ehemann Strafantrag we-
gen Drohung und Missbrauch einer Fernmeldeanlage gestellt. Gemäss Strafbefehl 
vom 27. September 2012 soll X._____ in der Zeit vom 7. November 2010 bis 7. 

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Dezember 2010 seiner Frau mehrfach gesagt haben, den Sohn nach L.2_____ 
mitzunehmen, und sie in der Zeit vom 27. November 2010 bis 5. Dezember 2010 
mit einer Vielzahl von Anrufen und SMS belästigt haben. Schuldig gesprochen 
wurde X._____ sodann wegen Ungehorsams gegen die im Eheschutzverfahren 
angeordnete Verpflichtung zur Löschung der im Namen der Ehefrau geführten 
Facebook-Seite, was Y._____ am 10. Juli 2012 zur Anzeige gebracht hatte. Ge-
gen den genannten Strafbefehl hat X._____ Einsprache erhoben, worauf das 
Strafverfahren ergänzt und  nachdem er gegen einen zweiten Strafbefehl vom 8. 
April 2014, mit dem er zusätzlich wegen rechtswidrigen Aufenthalts gemäss Art. 
115 Abs. 1 lit. b AuG verurteilt worden war, ebenfalls Einsprache eingelegt hatte  
an das Bezirksgericht Prättigau/Davos zur Durchführung des ordentlichen Verfah-
rens überwiesen wurde. Mit Urteil vom 2. April 2015 sprach das Strafgericht 
X._____ von der Anklage des Missbrauchs einer Fernmeldeanlage gemäss 
Art. 179septies StGB sowie des Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen gemäss 
Art. 292 StGB frei, verurteilte ihn hingegen wegen mehrfacher Drohung gemäss 
Art. 180 Abs. 2 lit. a StGB sowie rechtswidrigen Aufenthalts gemäss Art. 115 
Abs. 1 lit. b AuG zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe und einer Busse. Auf 
Berufung von X._____ bestätigte die I. Strafkammer des Kantonsgerichts von 
Graubünden mit Urteil vom 7. Oktober 2015 (SK1 15 20) den Schuldspruch wegen 
des ausländerrechtlichen Vergehens. Von der Anklage der mehrfachen Drohung 
wurde X._____ zweitinstanzlich dagegen freigesprochen. 

C.1. Am 9. Dezember 2010 war X._____ mit einem sinngemässen Gesuch um 
Erlass von Eheschutzmassnahmen an das Bezirksgericht Prättigau/Davos ge-
langt. Nach Einholung einer Stellungnahme der Ehefrau stellte das Bezirksge-
richtspräsidium Prättigau/Davos das gemeinsame Kind A._____ mit superproviso-
rischer Verfügung vom 29. Dezember 2010 unter die alleinige elterliche Obhut von 
Y._____ und ersuchte das Amt für Polizeiwesen und Zivilrecht Graubünden, be-
züglich des Geburtseintrags des Kindes A._____ mit sofortiger Wirkung eine Da-
tensperre im Sinne von Art. 46 Abs. 1 der Zivilstandsverordnung zu erlassen. Mit 
Verfügung vom 25. März 2011 bestätigte der Bezirksgerichtspräsident Prätti-
gau/Davos die Berechtigung des Getrenntlebens der Parteien seit dem 23. No-
vember 2010, wies das eheliche Wohnhaus zur alleinigen Benutzung der Ehefrau 
und dem Sohn zu, räumte dem Ehemann und dem Sohn A._____ ein begleitetes 
Besuchsrecht von zwei Tagen im Monat unter der Auflage der vorgängigen Hinter-
legung des Reisepasses ein, sah von Unterhaltsbeiträgen des Ehemannes an den 
Sohn ab, hielt an der superprovisorisch verfügten Datensperre fest und ordnete 
zwischen den Eheleuten mit Wirkung ab 23. Dezember 2010 die Gütertrennung an 

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(Proz. Nr. 130-2010-162 oder neu 135-2010-19). Die daraufhin erhobene Beru-
fung von X._____ wurde mit Verfügung des Vorsitzenden der I. Zivilkammer des 
Kantonsgerichts von Graubünden vom 14. Juni 2011 abgewiesen (ZK1 11 25).

2. In der Folge sistierte der Bezirksgerichtspräsident Prättigau/Davos mit su-
perprovisorischer Verfügung vom 24. August 2011 das dem Ehemann bezüglich 
seines Sohnes A._____ eingeräumte begleitete Besuchsrecht und verbot ihm un-
ter Androhung der Straffolgen gemäss Art. 292 StGB, sich der Ehefrau und dem 
Sohn näher als 500 m anzunähern oder sich in einem Umkreis von 500 m vom 
Wohnort der Ehefrau und des Sohnes aufzuhalten (Proz. Nr. 135-2011-325). Mit 
Entscheid vom 1. Juni 2012 wurden die superprovisorisch verfügten Massnahmen 
bestätigt und X._____ zusätzlich verpflichtet, alles über die Ehefrau von ihm im 
Internet (Facebook) Veröffentlichte umgehend zu entfernen. Zudem wurde ihm 
untersagt, inskünftig erneut Angaben, Fotos, persönliche Daten etc. über die Ehe-
frau im Internet (Facebook) zu veröffentlichen (Proz. Nr. 135-2011-325). Auf Beru-
fung von X._____ wurde die Sache zur Ergänzung der Beweise und zur neuen 
Entscheidung an das Bezirksgericht Prättigau/Davos zurückgewiesen (ZK1 12 38). 
Dessen Präsident ergänzte daraufhin die Beweise und gewährte X._____ mit Ent-
scheid vom 12./18. Februar 2013 in Abweichung zum bisherigen eheschutzrichter-
lichen Entscheid ein begleitetes Besuchsrecht von zwei Tagen pro Monat. Das 
Annäherungsverbot gegenüber dem Sohn A._____ wurde aufgehoben, während 
das Verbot, sich näher als 500 m zum Wohnort der Ehefrau und des Sohnes auf-
zuhalten, aufrecht erhalten wurde (Proz. Nr. 135-2012-464). Die dagegen von 
Y._____ erhobene Berufung wurde vom Kantonsgericht von Graubünden mit Ur-
teil vom 3. Februar 2014 teilweise gutgeheissen und der Entscheid des Massnah-
merichters insofern geändert, als die Sistierung des Besuchsrechts von X._____ 
gegenüber seinem Sohn bis zur Entlassung des Kindsvaters aus der Ausschaf-
fungshaft weitergeführt wurde. Für die Zeit nach seiner Haftentlassung wurde dem 
Ehemann unter der Auflage der Hinterlegung seines Reisepasses ein begleitetes 
Besuchsrecht von zwei Tagen pro Monat gewährt. Für dessen Organisation und 
Überwachung wurde eine Beistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 2 ZGB ange-
ordnet. Mit dem Vollzug wurde die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde 
(KESB) Prättigau/Davos beauftragt (ZK1 13 28). Dieser Entscheid blieb unange-
fochten.

3. Mit Entscheid vom 11. September 2014 ernannte die KESB Prätti-
gau/Davos, nachdem X._____ über seinen Rechtsvertreter mehrmals um Veran-
lassung der begleiteten Besuchstage ersucht hatte und den Parteien das rechtli-
che Gehör zur vorgeschlagenen Mandatsträgerin gewährt worden war, F._____ 

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von der Berufsbeistandschaft Prättigau/Davos zur Beiständin von A._____ und 
beauftragte sie mit der Organisation und der Überwachung des väterlichen Be-
suchsrechts gemäss den gerichtlichen Vorgaben. Die Bemühungen der Beiständin 
zur Ermöglichung eines Kontaktes zwischen Vater und Sohn scheiterten in der 
Folge daran, dass X._____ bei seiner ersten Besprechung vom 20. Januar 2015 
erklärte, keinen Reisepass zu haben, und Y._____ der Beiständin beim Treffen 
vom 3. Februar 2015 mitteilte, keinem Vater-Kind-Besuch ohne Reisepass zuzu-
stimmen. Das Kind A._____ lernte die Beiständin am 9. März 2015 kennen. 

D.1. Am 18. Dezember 2012 machte Y._____ die Scheidungsklage beim Be-
zirksgericht Prättigau/Davos rechtshängig (Proz. Nr. 115-2012-65). Dabei stellte 
sie in der ohne Begründung eingereichten Klage das folgende Rechtsbegehren:

1. Die zwischen den Parteien am 15.10.2010 geschlossene Ehe sei ge-
stützt auf Art. 114 ZGB zu scheiden.

2. Das am _____2010 geborene Kind A._____ sei unter die alleinige el-
terliche Sorge der Ehefrau zu stellen.

3. Dem Ehemann sei kein Besuchs- und Ferienrecht zu gewähren.

4. Dem Ehemann sei zu verbieten, sich näher als 500 m Y._____ 
und/oder dem Sohn A._____ anzunähern bzw. sich in einem Umkreis 
von 500 m vom Wohnort von Y._____ und dem Sohn A._____ aufzu-
halten; dies unter ausdrücklicher Androhung der Straffolgen bei Nicht-
beachtung im Sinne von Art. 292 StGB.

5. Der Ehemann sei zu verpflichten, der Ehefrau an den Unterhalt von 
Sohn A._____ einen monatlich pränumerando je auf den Ersten eines 
jeden Monats zu leistenden Unterhaltsbeitrag in der Höhe von Fr. 
900.00 zu bezahlen, zuzüglich allfälliger gesetzlicher und/oder vertrag-
licher Kinder- und/oder Familienzulagen;

Die Unterhaltspflicht des Ehemannes gegenüber dem Sohn A._____ 
sei bis zum Erreichen der Mündigkeit zu bestimmen, dies unter Vorbe-
halt einer weitergehenden Unterhaltspflicht gestützt auf Art. 277 Abs. 2 
ZGB (späterer Abschluss der ersten ordentlichen Ausbildung) sowie 
aufgrund von Art. 286 Abs. 3 ZGB (besonderer Beitrag bei nicht vor-
hergesehenen ausserordentlichen Bedürfnissen, zum Beispiel ausser-
ordentlichen zahnärztlichen Behandlungen).

6. Der Unterhalt gemäss Ziff. 5 sei ordentlich zu indexieren.

7. Die güterrechtliche Auseinandersetzung sei gestützt auf die am 
25.03.2011 durch den Bezirksgerichtspräsidenten Prättigau/Davos per 
23.11.2010 (recte 23.12.2010) angeordnete Gütertrennung zu vollzie-
hen.

8. In Bestätigung der provisorischen Verfügung des Bezirksgerichtspräsi-
diums Prättigau/Davos vom 24.03.2011 sei das Amt für Polizeiwesen 
und Zivilrecht Graubünden zu ersuchen, bezüglich des Geburtsein-
trags des Kindes A._____, geb. _____2010, weiterhin eine Datensper-

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re im Sinne von Art. 46 Abs. 1 der Zivilstandsverordnung aufrecht zu 
erhalten.

9. Das in Ziff. 4 beantragte Annäherungsverbot sei superprovisorisch, 
d.h. ohne vorherige Anhörung des Beklagten anzuordnen, eventuell 
zumindest provisorisch für die Dauer des Scheidungsverfahrens.

10. Unter voller Kosten- und Entschädigungsfolgen einschliesslich der ge-
setzlichen Mehrwertsteuer zu Lasten des Beklagten.

2. Die auf den 8. Januar 2013 anberaumte Einigungsverhandlung musste ab-
gesetzt werden, weil X._____ die Teilnahme daran aus gesundheitlichen Gründen 
nicht möglich war. Mit prozessleitender Verfügung vom 7. Januar 2013 stellte der 
Bezirksgerichtspräsident Prättigau/Davos fest, dass infolge der mehr als zwei Jah-
re dauernden Trennung der Eheleute der Scheidungsgrund von Art. 114 ZGB ge-
geben sei. Die Ehefrau wurde zudem aufgefordert, eine schriftliche Klagebegrün-
dung einzureichen. Die Begründung der Scheidungsanträge datiert vom 11. Fe-
bruar 2013 und erfolgte innert erstreckter Frist.

3. Mit innert Nachfrist eingereichter Klageantwort vom 6. Mai 2013 beantragte 
X._____ was folgt:

1. Das klägerische Rechtsbegehren sei abzuweisen.

2. Die Obhut und das Sorgerecht über das gemeinsame Kind der Par-
teien, A._____, geboren am _____2010, seien nach richterlichem 
Ermessen zu regeln.

3. a) Falls und solange der Beklagte (Vater) keine dauernde Aufenthalts-
bewilligung der Schweiz besitzt, sei ihm das Recht einzuräumen, den 
Sohn A._____ jährlich für zwei Monate Ferien zu sich in seinen jewei-
ligen Wohnsitzstaat auf Besuch zu nehmen.

b) Falls und solange der Beklagte (Vater) eine dauernde Aufenthaltsbe-
willigung der Schweiz besitzt, sei ihm das Recht einzuräumen, den 
Sohn A._____ jedes zweite Wochenende von Freitag 18.00 Uhr bis 
Sonntag 18.00 Uhr sowie jährlich drei Wochen Ferien zu sich auf Be-
such zu nehmen.

4. Es sei für das Kind A._____, geboren am _____2010, eine Beistand-
schaft im Sinne von Art. 308 ZGB zur Überwachung seiner medizini-
schen Betreuung und des persönlichen Verkehrs zu errichten.

5. Der Kindesunterhalt sei nach richterlichem Ermessen zu bestimmen.

6. Die Klägerin sei zu verpflichten,

a) ihre vollständigen Einkommensverhältnisse vom 1. Januar 2010 bis 
zur Scheidung und

b) ihre vollständigen Vermögensverhältnisse

offenzulegen.

7. Die Klägerin sei zu verpflichten, dem Beklagten für die Dauer von 
zwei Jahren nach Rechtskraft des Scheidungsurteils im Voraus zahl-

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bare monatliche Unterhaltsbeiträge von je CHF 1'000.00 auszurich-
ten.

8. Es sei die güterrechtliche Auseinandersetzung per 23. Dezember 
2010 vorzunehmen.

9. a) Die Klägerin sei zu verpflichten, alle ihre Einrichtungen der berufli-
chen Vorsorge (Pensionskassen und Freizügigkeitseinrichtungen) 
bekannt zu geben.

b) Die Klägerin sei zu verpflichten, die Höhe ihrer von der Heirat am 15. 
Oktober 2010 bis zur Scheidung erworbenen Ansprüche auf Austritts-
leistungen bei allen ihren Einrichtungen der beruflichen Vorsorge 
(Pensionskassen und Freizügigkeitseinrichtungen) bekannt zu geben.

c) Die von der Klägerin von der Heirat am 15. Oktober 2010 bis zur 
Scheidung erworbenen Ansprüche auf Austrittsleistungen der berufli-
chen Vorsorge seien hälftig auf die Parteien aufzuteilen.

d) Es sei der dem Beklagten zu überweisende Betrag gerichtlich festzu-
legen und bei den beteiligten Einrichtungen der beruflichen Vorsorge 
unter Ansetzung einer Frist eine Durchführbarkeitsbestätigung einzu-
holen; eventuell sei die Sache dem kantonalen Verwaltungsgericht 
Graubünden zu überweisen.

10. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Klägerin.

Verfahrensantrag:

Dem Kind A._____, geboren am _____2010, sei im vorliegenden Verfahren 
eine Kindesvertretung im Sinne von Art. 299 ZPO zu bestellen.

4. Mit Vorladung vom 16. Mai 2013 wurde auf den 12. Juni 2013 eine zweite 
Einigungsverhandlung angesetzt. Gleichzeitig wurde Y._____ die Möglichkeit ein-
geräumt, zu den Anträgen auf Errichtung einer Beistandschaft für A._____ im Sin-
ne von Art. 308 ZGB und auf Bestellung einer Kindesvertretung im Sinne von Art. 
299 ZPO Stellung zu nehmen. Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs setzte 
der Bezirksgerichtspräsident Prättigau/Davos mit Entscheid vom 4. Juni 2013 
Rechtsanwältin Dr. iur. Silvia Däppen als Kindesvertreterin von A._____ im Sinne 
von Art. 299 ZPO für sämtliche eherechtliche Verfahren zwischen den Parteien ein 
(Proz. Nr. 135-2013-201). Anlässlich der Einigungsverhandlung vom 12. Juni 2013 
einigten sich die Parteien über den Fortgang des weiteren Verfahrens und er-
mächtigten die Kindesvertreterin, bei allen Stellen und Behörden die notwendigen 
Auskünfte direkt und ohne deren Zutun für die Dauer des Ehescheidungsverfah-
rens einzuholen.

5. Mit Eingabe vom 12. Juli 2013 stellte die Kindesvertreterin folgende Anträ-
ge:

1. Es sei der Sohn A._____, geboren am _____2010, unter die alleinige 
elterliche Sorge und Obhut der Mutter zu stellen.

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2. Es sei dem Beklagten während vier Jahren zweimal pro Jahr ein durch 
einen Beistand begleitetes Besuchsrecht von jeweils einer Stunde an 
drei Tagen hintereinander, ausübbar im Wohnsitzkanton von A._____, 
einzuräumen.

3. Der Beistand sei zu verpflichten, nach Ablauf von vier Jahren der dann 
zuständigen Behörde einen Antrag betreffend der inskünftigen Ausge-
staltung des Besuchsrechts zu stellen.

4. Es sei auf die Festsetzung eines Ferienrechts zu verzichten.

5. Es sei für A._____ eine Beistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 1 und 2 
ZGB zu errichten. Dem Beistand seien die Aufgaben zu übertragen, 
mit den Eltern die Besuche zu planen und die Ausübung des Besuchs-
rechts zu überwachen, bei Problemen im Zusammenhang mit der Aus-
übung des Besuchsrechts zu vermitteln und dafür besorgt zu sein, 
dass der Beklagte die ihm zustehenden Informationen erhält. Der Bei-
stand sei zu berechtigen, den Eltern bei Bedarf verbindliche Weisun-
gen erteilen zu können.

6. Die Kosten der Kindesvertretung seien den Eltern, eventualiter dem 
Kanton Graubünden aufzuerlegen.

6. Mit Eingaben vom 20. September 2013 nahmen die Parteien zu den Anträ-
gen der Kindesvertreterin Stellung. Während Y._____ an ihren bisherigen Rechts-
begehren festhielt, beantragte X._____ die Abweisung der von der Kindesvertrete-
rin gestellten Rechtsbegehren. Betreffend die Kinderbelange verlangte er im Ver-
gleich zu seiner Klageantwort vom 6. Mai 2013 neu folgendes:

1. Die Obhut über das gemeinsame Kind der Parteien, A._____, geboren 
am _____2010, sei der Mutter zu übertragen.

2. Das Sorgerecht über das gemeinsame Kind der Parteien, A._____, 
geboren am _____2010, sei den Eltern gemeinsam zu übertragen.

7. Nachdem am 23. Mai 2014 die Beweisverfügung erlassen und unter ande-
rem der Beizug sämtlicher Akten der vorangegangen Massnahmeverfahren ange-
ordnet worden war, fand am 4. September 2014 die erstinstanzliche Hauptver-
handlung statt. Dabei stellten alle Parteien teilweise abgeänderte Rechtsbegeh-
ren:

Ehefrau:

1. (unverändert).

2. (unverändert).

3. Dem Ehemann sei kein Besuchs- und Ferienrecht zu gewähren.

Eventuell: Es sei bis zum 12. Altersjahr von A._____, mithin bis No-
vember 2022, auf die Anordnung eines Besuchsrechts zu verzichten, 
und es sei im November 2022 aufgrund der persönlichen und kogniti-
ven Entwicklung von A._____ zu überprüfen, ob die Anordnung eines 
Besuchsrechts ab 2023 dem Kindesinteresse entspricht.

Seite  9 — 57

4.-10. (unverändert).

In Bezug auf die Kinderbelange wurde im Wesentlichen geltend gemacht, dass 
sich das Kind unter der Sorge und Obhut der Ehefrau wunderbar entwickle, wo-
hingegen der Vater illegal in der Schweiz lebe, ohne bekannten Aufenthalt, ohne 
Arbeit und ohne ausreichende Deutschkenntnisse. Ein Besuchsrecht für die Dauer 
eines Aufenthalts in der Schweiz habe der Kindsvater bisher gar nicht beantragt. 
Der Eventualantrag der Kindesvertreterin werde eventuell unterstützt, sofern die-
ser dem Kind mit 12 Jahren zugemutet werden könne.

Ehemann:

1. Das klägerische Rechtsbegehren sei abzuweisen, ausgenommen die 
Punkte Scheidung und Güterrecht.

2. Das Rechtsbegehren der Kindesvertreterin sei abzuweisen.

3. Das Sorgerecht über das gemeinsame Kind der Parteien, A._____, 
geboren am _____2010, sei den Parteien gemeinsam zuzuweisen.

4. Die Obhut über das gemeinsame Kind der Parteien, A._____, geboren 
am _____2010, sei dem Vater zuzuweisen.

5. Eventualanträge für den Fall, dass die Obhut über das Kind A._____ 
der Mutter zugeteilt wird:

a) Falls und solange der Beklagte (Vater) ausserhalb der Schweiz lebt, 
sei ihm das Recht einzuräumen, den Sohn A._____ jährlich für zwei 
Monate Ferien an einen Ort seiner Wahl zu sich auf Besuch zu neh-
men.

b) Falls und solange der Beklagte (Vater) in der Schweiz lebt, sei ihm das 
Recht einzuräumen, den Sohn A._____ jedes zweite Wochenende von 
Freitag 18.00 Uhr bis Sonntag 18.00 Uhr sowie jährlich für drei Wo-
chen Ferien zu sich auf Besuch zu nehmen.

c) Es sei für das Kind A._____, geboren am _____2010, eine Beistand-
schaft im Sinne von Art. 308 ZGB zur Überwachung seiner medizini-
schen Betreuung und des persönlichen Verkehrs zu errichten.

6. Der Kindesunterhalt sei nach richterlichem Ermessen zu bestimmen.

7. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Klägerin.

Im Zusammenhang mit den Kinderbelangen liess X._____ vortragen, dass es kei-
nen objektiven Grund gebe, ihm das Sorgerecht vorzuenthalten. Er liebe sein Kind 
und sei bereit, dafür Verantwortung zu übernehmen. Zudem könne er als medizi-
nische Fachperson eine wertvolle Ergänzung zur Mutter bilden. Für eine Obhuts-
zuteilung an ihn spreche, dass er im Gegensatz zu seiner Ehefrau den Kontakt 
zwischen dem Kind und dem nicht obhutsberechtigten Elternteil nicht verhindern 
würde. Die Kindsmutter indes habe mit ihrer Obstruktionspolitik gezeigt, dass sie 
nicht fähig oder willens sei, das Kindeswohl an die erste Stelle zu setzen und zu 
respektieren.

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Kindesvertreterin:

1. Es sei der Sohn A._____, geboren am _____2010, unter die alleinige 
elterliche Sorge und Obhut der Mutter zu stellen.

2. Es sei bis zum 12. Altersjahr von A._____, mithin bis November 2022, 
auf die Anordnung eines Besuchsrechts zu verzichten.

3. Es sei im November 2022 aufgrund der persönlichen und kognitiven 
Entwicklung von A._____ zu überprüfen, ob die Anordnung eines Be-
suchsrechts ab 2023 dem Kindesinteresse entspricht.

Eventualiter sei dem Vater während vier Jahren zweimal pro Jahr ein 
durch einen Beistand begleitetes Besuchsrecht von jeweils einer Stun-
de an drei Tagen hintereinander, ausübbar im Wohnsitzkanton von 
A._____, einzuräumen, und eine Beistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 
1 und 2 ZGB zu errichten. Dem Beistand seien die Aufgaben zu über-
tragen, mit den Eltern die Besuche zu planen und die Ausübung des 
Besuchsrechts zu überwachen, bei Problemen im Zusammenhang mit 
der Ausübung des Besuchsrechts zu vermitteln und dafür besorgt zu 
sein, dass der Vater die ihm zustehenden Informationen erhält. Der 
Beistand sei zu berechtigen, den Eltern soweit für die Ausübung des 
Besuchsrechts notwendig, verbindliche Weisungen erteilen zu können.

4. Es sei auf die Festsetzung eines Ferienrechts zu verzichten.

5. Die Kosten der Kindsvertretung seien den Eltern, eventualiter dem Kan-
ton Graubünden aufzuerlegen.

Die Kindesvertreterin machte geltend, dass der Kindsvater das Sorgerecht aus 
dem Ausland wahrnehmen müsste, da er sich nicht in der Schweiz aufhalten dür-
fe. Diese Distanz und die Tatsache, dass die Eltern seit der Geburt von A._____ 
über verschiedene Instanzen streiten würden und sich nicht einmal darin einig sei-
en, welchen Rufnamen ihr Kind tragen oder wie dessen medizinische Behandlung 
aussehen soll, spreche gegen ein gemeinsames Sorgerecht. Zudem habe der 
Kindsvater seit 2011 nicht versucht, sich in irgendeiner Weise am Leben des Kin-
des zu beteiligen. Seit seiner Geburt sei die Mutter die Bezugsperson, weshalb ihr 
das alleinige Sorge- sowie auch das Aufenthaltsbestimmungsrecht zuzuweisen 
seien. Ferner sei auch auf ein Besuchs- und Ferienrecht zugunsten des Kindsva-
ters zu verzichten, weil dieser keine Bereitschaft und Fähigkeit zur Kooperation 
gezeigt und auch sein Interesse am Kind nicht unter Beweis gestellt habe. Zudem 
hätten Vater und Kind seit 2011 keinen Kontakt mehr miteinander gehabt. Der Va-
ter sei für A._____ ein Fremder, welcher eine Sprache spreche, die A._____ nicht 
verstehe. Mit der Beeinträchtigung durch das Down-Syndrom gehe eine schnelle 
Überforderung von A._____ einher. Für die Ausübung des Besuchsrechts bedürfe 
es jedoch eines stabilen Vertrauensverhältnisses zwischen Vater und Sohn, was 
nur mit einer engen Bindung des Sohnes zu einem Beistand möglich sei. Diese 
Beistandschaft könne aber nicht die Mutter wahrnehmen, da sie und der Kindsva-

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ter heftig zerstritten seien. Zu einem späteren Zeitpunkt sei A._____ möglicher-
weise in der Lage, das System der familiären Bindung so zu verstehen, dass ein 
Kontakt zum Vater möglich werde. Aus diesem Grund sei ein Besuchsrecht neu zu 
prüfen, wenn A._____ das zwölfte Altersjahr erreicht habe. Eventualiter sei ein 
begleitetes Besuchsrecht zweimal pro Jahr an jeweils drei Tagen hintereinander 
zu prüfen. Ein solches könne aber nur eine Übergangslösung sein und scheide 
aus, wenn die Besuche nicht innert absehbarer Zeit ohne Begleitung möglich sei-
en. Von der Anordnung eines Gutachtens sei abzusehen, da seit drei Jahren keine 
Vater-Kind-Beziehung bestehe, die untersucht werden könnte.

8. Mit Entscheid vom 4. September 2014, mitgeteilt am 31. Oktober 2014, er-
kannte das Bezirksgericht Prättigau/Davos wie folgt:

1. Die von Y._____ und X._____ am 15. Oktober 2010 vor Zivilstandsamt 
O.1_____ GR geschlossene Ehe wird geschieden.

2. Die elterliche Sorge über den aus der Ehe hervorgegangenen Sohn 
A._____, geboren am _____2010, wird X._____ entzogen und 
Y._____ allein übertragen.

3. Der aus der Ehe hervorgegangene Sohn A._____, geboren am 
_____2010, wird unter die Obhut von Y._____ gestellt und ihr zur Pfle-
ge und Erziehung anvertraut.

4. Von der Anordnung eines Besuchs- und Ferienrechts zwischen dem 
Sohn A._____, geboren am _____2010, und dem Vater, X._____, wird 
einstweilen abgesehen.

5. Von der Errichtung einer Beistandschaft nach Art. 308 ZGB wird einst-
weilen abgesehen.

6. Mangels Leistungsfähigkeit wird auf das Zusprechen von Unterhalt an 
den Sohn A._____, geboren am _____2010, zu Lasten des Kindsva-
ters X._____ abgesehen.

7. Y._____ und X._____ sind güterrechtlich auseinandergesetzt.

8. Y._____ und X._____ sind vorsorgerechtlich auseinandergesetzt.

9. X._____ bleibt es unter Androhung der Straffolgen von Art. 292 StGB 
weiterhin untersagt, sich näher als 500 m dem Sohn A._____ an-
zunähern bzw. sich in einem Umkreis von 500 m vom Wohnort des 
Sohnes A._____ aufzuhalten.

10. Das Amt für Migration und Zivilrecht (vormals Amt für Polizeiwesen 
und Zivilrecht Graubünden) wird ersucht, bezüglich des Geburtseintra-
ges des Kindes A._____, geboren am _____2010, weiterhin eine Da-
tensperre im Sinne von Art. 46 Abs. 1 der Zivilstandsverordnung auf-
rechtzuerhalten.

11. Im Übrigen werden die Anträge der Parteien abgewiesen.

12. Die Gerichtskosten des Bezirksgerichts Prättigau/Davos von CHF 
12'408.00 (Entscheidgebühr von CHF 5'000.00 + Kosten für die Vertre-
tung des Kindes von CHF 6'659.00 + Kosten für die Übersetzung von 

Seite  12 — 57

CHF 749.00) gehen zu einem Drittel (= CHF 4'136.00) zu Lasten von 
Y._____ und zu zwei Dritteln (= CHF 8'272.00) zu Lasten von X._____. 
Beide auf die Eheleute entfallenden Geldbeträge gehen mit Rücksicht 
auf die Entscheide des Bezirksgerichts Prättigau/Davos betreffend un-
entgeltliche Rechtspflege (Proz. Nr. 135-2012-477 und Proz. Nr. 135-
2013-95) – unter Vorbehalt von Art. 123 ZPO – zu Lasten des Kantons 
Graubünden und werden auf die Gerichtskasse genommen.

13. X._____ wird verpflichtet, Y._____ mit CHF 4'099.50 ausseramtlich zu 
entschädigen.

14. Die Regulierung der Entschädigungen der unentgeltlichen Rechtsbei-
stände Rechtsanwalt lic. iur. Peter Portmann und Rechtsanwalt Dr. iur. 
Hans-Martin Allemann erfolgt in separaten Verfahren.

15. (Rechtsmittelbelehrung Hauptentscheid).

16. (Rechtsmittelbelehrung Kostenentscheid).

17. (Mitteilung).

Für die Zuweisung des alleinigen Sorgerechts an die Mutter führte das Bezirksge-
richt Prättigau/Davos nebst einer mangelnden Kooperationsbereitschaft und 
-fähigkeit unter den Parteien auch die fehlende Basis für ein Vertrauensverhältnis 
zwischen Vater und Sohn ins Feld, weil der letzte Kontakt zwischen ihnen im 
Sommer 2011 stattgefunden habe, was im Verhältnis zum Alter von A._____ eine 
sehr lange Zeit sei. Der Vater müsse für A._____ eine weitgehend fremde Person 
sein, sei doch nicht aktenkundig, dass er in irgendeiner Art und Weise Kontakt mit 
A._____ aufgenommen habe oder solches zumindest nachhaltig versucht hätte. 
Insgesamt habe er kein nach aussen sichtbares Interesse am Kind gezeigt. Aus 
den gleichen Gründen wurde auch eine Obhutszuweisung an den Vater abge-
lehnt. Der entsprechende Antrag des Kindsvaters erscheine vor dem Hintergrund 
des von ihm bewusst offen gelassenen heutigen Aufenthalts sowie des Fehlens 
von Hinweisen, wie denn der Tagesablauf von A._____ aussehen und in welchem 
Umfeld er vollzogen werden soll, sollte dem Kindsvater die Obhut über A._____ 
zugeteilt werden, als geradezu abwegig. Was das Besuchsrecht anbelange, so sei 
es für A._____ zwar von grosser Bedeutung, mit seinem Vater in Kontakt treten zu 
können. Jedoch würden zum heutigen Zeitpunkt aus den genannten Überlegun-
gen –mangelndes Interesse seitens des Vaters, dessen unbekannter Aufenthalts-
ort, schnellere Überforderung des Kindes aufgrund seines Geburtsgebrechens 
(Down-Syndrom), Sprachhürde zwischen Vater und Sohn – gewichtige Gründe 
gegen die Einräumung eines Besuchsrechts sprechen. Aus all diesen Gründen sei 
es dem Gericht zurzeit nicht möglich, ein Besuchsrecht zu verfügen, welches das 
Wohl A._____s nicht massiv beeinträchtige, weshalb davon abzusehen sei. Für 
die Anordnung einer Beistandschaft zur Überwachung der medizinischen Bedürf-
nisse von A._____ bestünden schliesslich keine Gründe, erhelle aus den Akten 

Seite  13 — 57

doch, dass die Entwicklung des Kindes als überdurchschnittlich gut beurteilt wer-
de, was gegen eine Vernachlässigung der Förderung spreche.

E.1. Gegen diesen Entscheid liess X._____ mit Eingabe vom 4. Dezember 2014 
Berufung an das Kantonsgericht von Graubünden erheben, wobei er das folgende 
Rechtsbegehren stellte:

1. Die Ziffern 2., 4., 5., 9., 12., 13. und 14. des angefochtenen Ent-
scheids seien aufzuheben.

2. Das Sorgerecht über das gemeinsame Kind der Parteien, A._____, 
geboren am _____2010, sei den Parteien gemeinsam zuzuweisen.

3. a) Falls und solange der Berufungskläger (Vater) ausserhalb der 
Schweiz lebt, sei ihm das Recht einzuräumen, den Sohn A._____ 
jährlich für zwei Monate Ferien an einen Ort seiner Wahl zu sich auf 
Besuch zu nehmen.

b) Falls und solange der Berufungskläger (Vater) in der Schweiz lebt, 
sei ihm das Recht einzuräumen, den Sohn A._____ jedes zweite Wo-
chenende von Freitag 18.00 Uhr bis Sonntag 18.00 Uhr sowie jährlich 
für drei Wochen Ferien zu sich auf Besuch zu nehmen.

4. Es sei für das Kind A._____, geboren am _____2010, eine Beistand-
schaft im Sinne von Art. 308 ZGB zur Überwachung seiner medizini-
schen Betreuung und des persönlichen Verkehrs zu errichten.

5. Unter  Kosten- und  Entschädigungsfolge  für  die  Verfahren  vor  der 
Vorinstanz sowie vor der Berufungsinstanz zu Lasten der Berufungs-
beklagten.

Der Berufungskläger wirft der Vorinstanz im Wesentlichen eine qualifiziert unrich-
tige und damit willkürliche Ermittlung des Sachverhalts sowie eine nicht nur fal-
sche, sondern geradezu willkürliche Rechtsanwendung vor. 

2. Mit Berufungsantwort vom 26. Januar 2015 beantragte Y._____ die vollum-
fängliche Abweisung der Berufung, unter voller Kosten- und Entschädigungsfolge 
zu Lasten des Gesuchsgegners (recte Berufungsklägers) zuzüglich der Mehrwert-
steuer (8%).

3. Ebenfalls mit Eingabe vom 26. Januar 2015 stellte auch die Kindesvertrete-
rin Antrag auf kostenfällige Abweisung der Berufung.

4. Mit Verfügung vom 18. Februar 2015 ordnete die Vorsitzende der I. Zivil-
kammer die Durchführung einer mündlichen Berufungsverhandlung an und stellte 
verschiedene Beweisabnahmen in Aussicht (Beizug der Akten der vorangegange-
nen Massnahmeverfahren sowie der Akten des Berufungsverfahrens ZK1 13 28, 
Einholung einer schriftlichen Auskunft der Beiständin des Kindes, Edition sämtli-
cher Akten betreffend Beistandschaft für das Kind A._____ aus Händen der KESB 

Seite  14 — 57

Prättigau/Davos und Edition des Urteils im Strafverfahren gegen den Berufungs-
kläger wegen Belästigung und mehrfacher Drohung etc. aus Händen des Bezirks-
gerichts Prättigau/Davos). Weder die Parteien noch die Kindesvertreterin erhoben 
dagegen irgendwelche Einwände. In der Folge gingen die vom Bezirksgericht und 
der KESB angeforderten Editionen wie auch die schriftliche Auskunft der Beistän-
din, datierend vom 25. Mai 2015, fristgerecht ein und wurden den Parteien zu-
sammen mit der Vorladung vom 2. September 2015 zur Kenntnis gebracht. Zu-
dem wurden der Rechtsvertreter von Y._____ und die Kindesvertreterin je mit ei-
nem Doppel der Noveneingabe von X._____ vom 11. März 2015 bedient.

5. Mit Schreiben vom 20. Oktober 2015 wurde den Parteien und der Kindes-
vertreterin angezeigt, dass die im Strafverfahren gewonnenen Erkenntnisse der I. 
Strafkammer (SK1 15 20) für die in gleicher Zusammensetzung tagende I. Zivil-
kammer gerichtsnotorisch seien und gestützt auf Art. 296 ZPO auch im vorliegen-
den Verfahren berücksichtigt würden. In Ergänzung der bisherigen Beweisanord-
nungen wurde daher der Beizug der Strafakten verfügt. 

6. Am 27. Oktober 2015 fand die mündliche Berufungsverhandlung vor dem 
Kantonsgericht von Graubünden statt. Anwesend waren der Berufungskläger und 
die Berufungsbeklagte sowie deren beiden Rechtsvertreter. Ebenfalls zugegen 
waren Rechtsanwältin Däppen in ihrer Funktion als Kindesvertreterin sowie 
C._____ als Dolmetscher. Einwände gegen die Zuständigkeit und die Zusammen-
setzung des Gerichts wurden nicht erhoben, woraufhin die Vorsitzende das Ge-
richt für legitimiert erklärte. Anschliessend hielt sie fest, dass beiden Parteien die 
unentgeltliche Rechtspflege bewilligt wurde, weshalb X._____ von der Leistung 
eines Kostenvorschusses befreit war. Im Einverständnis mit den Parteien verzich-
tete die Vorsitzende auf ein Verlesen der Berufungsanträge. Die Rechtsvertreter 
der Parteien und die Kindesvertreterin erhielten daraufhin das Wort für die ersten 
Parteivorträge. Rechtsanwalt Allemann hielt dabei unverändert an den Anträgen 
gemäss Berufung vom 4. Dezember 2014 fest, während sowohl Rechtsanwalt 
Portmann als auch Rechtsanwältin Däppen die Abweisung der Berufung beantrag-
ten. In der Folge wurden die Parteien von der Vorsitzenden befragt, wobei insbe-
sondere die aktuelle Aufenthaltssituation von X._____ und die damit zusammen-
hängende Frage der Ausgestaltung eines allfälligen Besuchsrechts thematisiert 
wurden. Ebenfalls Gegenstand der Befragung bildete dessen fehlende Aufent-
haltsbewilligung und der Umstand, dass er an sich verpflichtet wäre, die Schweiz 
zu verlassen. Weitere Themen waren unter anderem das Verhältnis der Parteien 
untereinander, der gesundheitliche Zustand des gemeinsamen Sohnes bzw. des-
sen Fortschritte sowie eine mögliche Annäherung der Parteien zum Zwecke des 

Seite  15 — 57

Kindeswohls. Da im Anschluss daran keine neuen Beweisanträge gestellt wurden, 
konnte das Beweisverfahren geschlossen werden. Die Rechtsvertreter erhielten 
sodann die Gelegenheit, ihre Schlussvorträge zu halten, wovon alle Gebrauch 
machten; von einer Replik sah Rechtsanwalt Allemann ab. Alle Rechtsvertreter 
gaben je eine Abschrift ihrer mündlichen Plädoyers sowie ihre Honorarnoten zu 
Handen des Aktuars ab, wobei Rechtsanwalt Allemann auf Einsicht in die Hono-
rarnote der Gegenseite verzichtete.

7. Auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid, die Ausführungen der 
Rechtsvertreter der Parteien in den Rechtsschriften und anlässlich der Berufungs-
verhandlung sowie auf die Aussagen der Parteien im Rahmen der richterlichen 
Befragung wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen einge-
gangen.

II. Erwägungen

1. Zutreffend und unter den Parteien unstreitig sind die Feststellungen des 
Bezirksgerichts Prättigau/Davos (seit dem 1. Januar 2017 Regionalgericht Prätti-
gau/Davos), wonach es sich im vorliegenden Fall um einen internationalen Sach-
verhalt handelt und gestützt auf die massgeblichen Bestimmungen des Bundes-
gesetzes über das Internationale Privatrecht (IPRG; SR 291) sowie das Haager 
Kindesschutzübereinkommen (HKsÜ; SR 0.211.231.011) die schweizerischen Ge-
richte örtlich zuständig sowie das schweizerische Recht anwendbar sind.

2.1. Beim angefochtenen Entscheid des Bezirksgerichts Prättigau/Davos han-
delt es sich um einen erstinstanzlichen Endentscheid, welcher mit Berufung ange-
fochten werden kann (Art. 308 Abs. 1 lit. a ZPO). Strittig sind vorliegend die Zutei-
lung der gemeinsamen elterlichen Sorge, die Regelung des Besuchs- und Ferien-
rechts, die fehlende Anordnung einer Beistandschaft sowie das verfügte Annähe-
rungsverbot. Die Streitigkeit ist somit nicht vermögensrechtlicher Natur, so dass 
die Berufungsfähigkeit nicht vom Erreichen eines bestimmten Streitwerts abhängt. 
Die Zuständigkeit des Kantonsgerichts von Graubünden zur Beurteilung der Beru-
fung ergibt sich schliesslich aus Art. 7 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zur 
Schweizerischen Zivilprozessordnung (EGzZPO; BR 320.100). Innerhalb des Kan-
tonsgerichts liegt die Zuständigkeit für zivilrechtliche Berufungen auf dem Rechts-
gebiet des Zivilgesetzbuches bei der I. Zivilkammer (Art. 6 der Kantonsgerichts-
verordnung [KGV; BR 173.100]).

Seite  16 — 57

2.2. Gemäss Art. 311 ZPO ist die Berufung unter Beilage des angefochtenen 
Entscheids innert 30 Tagen seit Zustellung des begründeten Entscheids bezie-
hungsweise seit der nachträglichen Zustellung der Entscheidbegründung schrift-
lich und begründet bei der Rechtsmittelinstanz einzureichen. Der Berufungskläger 
nahm den am 31. Oktober 2014 mitgeteilten Entscheid des Bezirksgerichts Prätti-
gau/Davos am 4. November 2014 in Empfang (act. B.2). Mit Eingabe vom 4. De-
zember 2014 wurde die vorliegende Berufung folglich fristgerecht eingereicht. Die 
Berufung entspricht alsdann auch den übrigen Formerfordernissen, so dass 
grundsätzlich darauf eingetreten werden kann.

3.1. Wie bereits erwähnt, wendet sich X._____ mit der vorliegenden Berufung – 
unter Erneuerung seiner diesbezüglichen Anträge vor der Vorinstanz – gegen die 
Verweigerung der gemeinsamen elterlichen Sorge, die Abweisung des von ihm 
beantragten Besuchs- und Ferienrechts, das Absehen von einer Beistandschaft 
sowie gegen das verfügte Annäherungsverbot. Nicht angefochten wird dagegen 
die Obhutsregelung, was anlässlich der mündlichen Hauptverhandlung ausdrück-
lich festgehalten wurde (vgl. act. D.17 S. 1), und die Weiterführung der Datensper-
re. Was ersteres anbelangt, hätte sich eine Zuweisung der Obhut an die Mutter mit 
der Übertragung des alleinigen Sorgerechts an sich erübrigt, zumal gemäss Art. 
301a Abs. 1 ZGB die elterliche Sorge das Recht zur Bestimmung des Aufenthalts-
orts des Kindes einschliesst. Einer Regelung der Obhut (im Sinne der Befugnis, 
mit dem minderjährigen Kind in häuslicher Gemeinschaft zu leben und dessen 
Betreuung im Alltag wahrzunehmen) bedarf es demnach nur, wenn den Eltern 
nach der Scheidung die gemeinsame elterliche Sorge belassen wird und keine 
Aussicht besteht, dass sie sich diesbezüglich einigen (vgl. Art. 298 Abs. 2 ZGB 
und Ingeborg Schwenzer/Michelle Cottier, in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler 
Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 5. Aufl., Basel 2014, N 4 zu Art. 298 ZGB). Die An-
träge des Berufungsklägers zur Obhut – so namentlich in der Stellungnahme vom 
20. September 2013 (vgl. act. I.8: Übertragung der Obhut an die Mutter) und an 
der vorinstanzlichen Hauptverhandlung (vgl. act. I.12: Zuweisung der Obhut an 
den Vater) – erfolgten denn auch stets in Verbindung mit dem Antrag auf Zuwei-
sung des gemeinsamen Sorgerechts. Mit dessen Abweisung und der Übertragung 
des alleinigen Sorgerechts an die Mutter entfiel somit auch die Grundlage für die 
beantragte Obhutszuteilung bzw. bestand kein Anlass mehr, darüber separat zu 
entscheiden. Die diesbezüglichen Erwägungen der Vorinstanz (vgl. angefochtener 
Entscheid E. 4.6 S. 20) wären vielmehr im Rahmen des Sorgerechtsentscheids als 
zusätzliches Kriterium für die Zuweisung der Alleinsorge an die Mutter anzuführen 
gewesen. Indem nun mit der Berufung einzig der Antrag auf Zuweisung des ge-

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meinsamen Sorgerechts erneuert wird und die nur für diesen Fall notwendige Ob-
hutsregelung unangefochten bleibt, kommt zum Ausdruck, dass der Berufungsklä-
ger insoweit wieder zu seinen ursprünglichen Rechtsbegehren zurückgekehrt ist 
und er den einzig mit der fehlenden Bindungstoleranz der Mutter begründeten Ob-
hutsantrag nicht weiterverfolgt. Dies wäre mit Blick auf die Bedürfnisse des Kin-
des, welches seit der Geburt von der Mutter betreut wird und den Vater gar nicht 
kennt, denn auch offensichtlich aussichtslos gewesen. Ob – wie von der Kindes-
vertreterin in ihrer Berufungsantwort argumentiert wird – aus dem prozessualen 
Verhalten des Berufungsklägers Rückschlüsse auf dessen Eignung zur Ausübung 
der gemeinsamen elterlichen Sorge zu ziehen sind, wird nachfolgend zu behan-
deln sein.

3.2. Im Kostenpunkt wird seitens des Berufungsklägers zum einen die "unvoll-
ständige Regulierung der Anwaltskosten" beanstandet, womit die fehlende Fest-
setzung der Entschädigung der unentgeltlichen Rechtspflege gemeint sein muss, 
und zum anderen eine Verteilung der Prozesskosten nach Massgabe der "richti-
gen Beurteilung der Scheidungsnebenfolgen" verlangt. Dass die Prozesskosten 
auch bei Bestätigung des vorinstanzlichen Entscheids anders zu verlegen wären, 
wird nicht geltend gemacht. Über die vorinstanzlichen Kosten ist daher nur im Fall 
einer (mindestens teilweisen) Gutheissung der Berufung in der Sache selber neu 
zu entscheiden (Art. 318 Abs. 3 ZPO). Was die erstgenannte Rüge anbelangt, so 
ist diese zwar grundsätzlich begründet, da die Festsetzung der Entschädigung für 
die unentgeltliche Prozessführung gemäss Art. 122 ZPO zur Liquidation der Pro-
zesskosten gehört, welche das sachlich zuständige Gericht im Endentscheid sel-
ber vorzunehmen hat (Art. 104 Abs. 1 ZPO). Ein separates Verfahren zur Festset-
zung der Entschädigung der unentgeltlichen Rechtsvertretung kennt die Schwei-
zerische Zivilprozessordnung – im Gegensatz zum früheren bündnerischen Pro-
zessrecht – nicht mehr. Durch die entsprechende Unterlassung der Vorinstanz 
beschwert ist jedoch einzig der unentgeltliche Rechtsvertreter selbst, weshalb er in 
diesem Punkt in eigenem Namen hätte Beschwerde erheben müssen. Das blosse 
Begehren auf Aufhebung der betreffenden Dispositiv-Ziffer ohne darzulegen, wie 
nach Meinung des Berufungsklägers stattdessen zu verfahren sein soll, erweist 
sich zudem ohnehin als ungenügend. Insofern kann auf seinen Antrag, wonach 
Ziffer 14 des angefochtenen Entscheids aufzuheben sei, nicht eingetreten werden.

4.1. Das Bezirksgericht Prättigau/Davos konstatierte in Bezug auf die Zuteilung 
der gemeinsamen elterlichen Sorge zunächst, dass der Ehemann zurzeit kein 
Aufenthaltsrecht in der Schweiz habe und nach seinen eigenen Angaben die 
Passdokumente verloren und keine neuen erhalten habe, weshalb er auch nicht 

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nach L.2_____ ausreisen könne. Zu seinem derzeitigen Aufenthaltsort habe er 
keine Angaben gemacht. Wo und wie der Kindsvater augenblicklich lebe, sei un-
bekannt. Er habe sich auch nicht dazu geäussert, wie er sich die Ausübung der 
elterlichen Sorge konkret vorstelle. Hinzu komme, dass die Eheleute seit längerem 
nicht mehr miteinander kommunizierten. Der diesbezüglichen Unmöglichkeit habe 
sogar mit einem Annäherungsverbot begegnet werden müssen. Der einzige Kon-
takt zwischen den Parteien bestehe nur noch aufgrund der hängigen Gerichtsver-
fahren. Ferner seien sich die Eheleute weder über die Namensgebung noch über 
die notwendigen medizinischen Belange, die man A._____, der wegen seines Ge-
burtsgebrechens besondere Bedürfnisse habe, angedeihen lassen sollte, einig. 
Diese mangelnde Kooperationsbereitschaft und auch -fähigkeit spreche gegen die 
Belassung des gemeinsamen Sorgerechts. Darüber hinaus – so das Bezirksge-
richt weiter – erfordere die Ausübung der elterlichen Sorge einer Beziehung und 
eines Vertrauensverhältnisses zwischen dem Elternteil und dem Kind, weil der 
Elternteil nur so auf das Kind und dessen Bedürfnisse eingehen und es erziehen 
könne. Eine solche Basis fehle vorliegend zwischen Vater und Sohn. Der letzte 
Kontakt zwischen den beiden habe an einem begleiteten Besuchstag im Sommer 
2011 stattgefunden. Seitdem seien drei Jahre vergangen, was im Verhältnis zum 
Alter von A._____ eine sehr lange Zeit sei. Es sei davon auszugehen, dass sich  
A._____ an seinen letzten persönlichen Kontakt mit dem Vater nicht mehr erinnern 
könne. Der Vater müsse für A._____ eine weitgehend unbekannte Person sein, 
sei doch nicht aktenkundig, dass der Ehemann in irgendeiner Art und Weise Kon-
takt mit A._____ aufgenommen habe oder solches zumindest nachhaltig versucht 
hätte. Er habe A._____ weder Fotos von sich zukommen lassen noch beispiels-
weise auf postalischem Weg Kontakt zu ihm gesucht. Solche Bemühungen wären 
dem verfügten Annäherungsverbot nicht zuwidergelaufen. Der Ehemann habe 
ferner – mit Ausnahme seiner Darlegungen während verschiedener Gerichtsver-
fahren – kein nach aussen sichtbares Interesse am Kind gezeigt. So sei zum Bei-
spiel nicht aktenkundig, dass er bei Ärzten, dem Rechtsvertreter der Ehefrau oder 
der KESB Prättigau/Davos vorstellig geworden wäre, um Kenntnisse über A._____ 
in Erfahrung zu bringen oder einen Kontakt zu ihm herzustellen. Freilich hätten 
ungenügende Kenntnisse der deutschen Sprache ein Hindernis bilden können, 
doch hätte erwartet werden dürfen, dass der Ehemann zumindest über seinen 
Rechtsvertreter versuchen würde, einen Kontakt aufzubauen. Aus all diesen Er-
wägungen sei eine Belassung des Sorgerechts über A._____ beiden Parteien 
gemeinsam nicht mit dem Wohl von A._____ vereinbar, weshalb das Sorgerecht 
allein der Ehefrau zuzuweisen sei (angefochtener Entscheid E. 4.4 S. 18 f.).

Seite  19 — 57

4.2. Der Berufungskläger erblickt in der Verweigerung der Erteilung der gemein-
samen elterlichen Sorge einen Verstoss gegen Art. 296 Abs. 2 und Art. 298 Abs. 1 
ZGB, da seiner Auffassung nach keine Gründe vorliegen, welche den Entzug sei-
nes Sorgerechts zu begründen vermöchten. Mit Blick auf das Urteil des Bundes-
gerichts 5A_923/2014 vom 28. August 2015 und ausgehend vom Grundsatz der 
gemeinsamen elterlichen Sorge (Art. 296 Abs. 2 ZGB) sei zu prüfen, ob es dem 
Kindeswohl diene bzw. es dem Kind besser gehe, wenn die elterliche Sorge allein 
der Mutter übertragen werde. Dies sei vorliegend nicht der Fall. So habe A._____ 
unter dem Thema der gemeinsamen elterlichen Sorge trotz der gravierenden 
Kommunikations- und Beziehungsproblematik bisher nicht gelitten. Da die Eltern 
keine Kommunikation unterhalten hätten, habe es auch nicht zu Streitigkeiten 
kommen können, welche das Kind belastet hätten. Es stelle sich daher allein die 
Frage, ob die Zuteilung der elterlichen Sorge an beide Elternteile in Zukunft zu 
erheblichen Belastungen für das Kind führen würde. Wenn sich die bisherige 
Kommunikationsstruktur wie bisher fortsetze, bedeute dies, dass er kommunizie-
ren und einvernehmliche Lösungen im Kindesinteresse erzielen möchte, während 
sich die Mutter weiterhin jedem Gespräch verweigern werde. Es werde somit nicht 
zu persönlichen Streitigkeiten kommen, sondern bei Uneinigkeit über die relativ 
wenigen am Sorgerecht aufgehängten Fragen (insbesondere Ausbildung, Ge-
sundheitsfrage, Aufenthalt) zu einem Patt. Daraus aber würden – mangels direkter 
Kommunikation zwischen den Eltern – keine Belastungen für das Kind entstehen. 
Diesfalls werde die beantragte Beistandschaft, eventuell die KESB, die gesetzlich 
vorgesehene Unterstützung leisten müssen. Allein der Umstand, dass diese Or-
gane allenfalls beigezogen werden müssten, rechtfertige nicht die Verweigerung 
der elterlichen Sorge für den Vater, zumal die Kommunikationsverweigerung im 
vorliegenden Fall nun wirklich allein von der Berufungsbeklagten ausgegangen 
sei. An sich würde sich sogar die Frage stellen, ob nicht ihr das Sorgerecht zu 
entziehen wäre, was er jedoch gar nicht wolle. Vielmehr sei er der Überzeugung, 
dass das Sorgerecht beiden Eltern zustehen soll. Im Ergebnis stehe fest, dass das 
Kindeswohl durch die gemeinsame elterliche Sorge nicht beeinträchtigt werde. Im 
Sinne von Art. 298 Abs. 1 ZGB sei es unter dem Gesichtswinkel des Kindesrechts 
somit nicht erforderlich, vom Grundsatz der gemeinsamen elterlichen Sorge ab-
zurücken. Schliesslich bilde auch sein fremdenrechtlich unzulässiger Status kein 
Hindernis für die Ausübung der elterlichen Sorge. Denn auch wenn er in seinen 
Heimatstaat zurückkehre, werde es möglich sein, die aus der gemeinsamen elter-
lichen Sorge fliessenden Rechte und Pflichten wahrzunehmen. Das Gesetz ge-
währe die gemeinsame elterliche Sorge nicht nur Eltern, die in der Schweiz 

Seite  20 — 57

Wohnsitz hätten. Bei einer Ausreise aus der Schweiz habe er somit gleich wie 
heute Anspruch auf die gemeinsame elterliche Sorge.

4.3. Die Berufungsbeklagte wirft dem Berufungskläger vor, die Tragweite der 
neuen Art. 296 und 298 ZGB zu verkennen. Zwar sei nach Art. 296 ZGB auch bei 
einer Scheidung die gemeinsame elterliche Sorge die Regel. Über die Zuteilung 
der elterlichen Sorge müsse aber bei der Scheidung neu entschieden werden, 
wenn dies zur Wahrung des Kindeswohls nötig sei. Gerade im Lichte der neuen 
bundesgerichtlichen Rechtsprechung rechtfertige es sich im vorliegenden Fall, die 
elterliche Sorge für A._____ einzig der Mutter zuzuweisen. So gehe es im zu beur-
teilenden Fall um Eltern, die nie eine gemeinsame elterliche Sorge gelebt hätten. 
Der Vater kenne sein Kind nicht und habe sich nachweislich nie ernsthaft um das 
Kind und dessen Wohlergehen bemüht. Zudem lebe er illegal in der Schweiz; er 
habe keine Adresse, gebe keine Telefonnummer preis, habe kein Einkommen, 
verfüge über keine Ausbildung und kooperiere mit keiner Behörde. Demgegenüber 
gebe die Wahrung des Kindeswohls durch die Mutter bei sämtlichen involvierten 
Fachstellen und Behörden zu keinerlei Tadel Anlass. Die Kindesvertreterin 
schliesst sich dieser Auffassung an. So sei aus den Akten erstellt, dass die Partei-
en bis heute nicht in der Lage gewesen seien, sich über Kinderbelange zu einigen. 
Vielmehr werde seit der Geburt des Sohnes über Gerichtsverfahren und über die 
Anwälte gestritten. Da die Parteien unterschiedliche kulturelle und religiöse Hin-
tergründe hätten, bestünden zusätzlich zu den sich immer stellenden Kinderfragen 
auch noch betreffend Religionszugehörigkeit, Name, Art der Erziehung und ärztli-
che Betreuung diametral entgegengesetzte Vorstellungen. Ohne eine einigermas-
sen funktionierende Gesprächskultur zwischen den Eltern könnten diese Fragen 
nicht gemeinsam beantwortet werden. Zwar lasse der Berufungskläger ausführen, 
dass er kooperationswillig und -fähig sei, gleichzeitig weigere er sich aber, mit den 
verschiedenen involvierten Personen zusammenzuarbeiten. Er halte auch ohne 
Begründung daran fest, dass es einer Überwachung der gesundheitlichen Ent-
wicklung des Sohnes durch einen Beistand bedürfe, obschon der Kinderarzt attes-
tiert habe, dass A._____ gut versorgt sei. Damit zeige der Berufungskläger, dass 
er nicht gewillt oder nicht in der Lage sei, von seinen Vorstellungen abzuweichen, 
was zum Wohl des Sohnes jedoch erforderlich wäre. Vor diesem Hintergrund sei 
der Entscheid der Vorinstanz im Interesse des Kindes zu schützen.

4.4. Gemäss dem neuen Recht der elterlichen Sorge, welches am 1. Juli 2014 
in Kraft getreten ist, gilt die gemeinsame elterliche Sorge als Regelfall, unabhängig 
vom Zivilstand der Eltern sowie dem Stadium der Beziehung. Das Kind hat einen 
Anspruch darauf, dass seine Eltern gemeinsam Verantwortung für seine Entwick-

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lung und Erziehung übernehmen. Die Mutter und der Vater sollen dabei gleichbe-
handelt werden. Mit dem Regelfall der gemeinsamen elterlichen Sorge verbindet 
sich die Aufforderung an die Gerichte, nicht nur der Rollenverteilung während der 
Ehe Rechnung zu tragen, sondern auch der möglichen Entwicklung dieser Rollen 
nach der Scheidung (Botschaft zu einer Änderung des Schweizerischen Zivilge-
setzbuches [Elterliche Sorge] vom 16. November 2011, BBI 2011 S. 9092; vgl. 
auch Schwenzer/Cottier, a.a.O., N 8b zu Art. 296 ZGB). Auch im Rahmen der 
Scheidung und des Eheschutzes wird den Eltern im Regelfall die gemeinsame 
elterliche Sorge belassen, während die Übertragung der alleinigen elterliche Sorge 
auf einen Elternteil die Ausnahme bleiben soll (Schwenzer/Cottier, a.a.O., N 2 und 
N 12 zu Art. 298 ZGB). So überträgt das Gericht in einem Scheidungs- oder Ehe-
schutzverfahren einem Elternteil die alleinige elterliche Sorge nur dann, wenn dies 
zur Wahrung des Kindeswohls nötig ist (Art. 298 Abs. 1 ZGB). Was den Massstab 
für die Anordnung eines alleinigen Sorgerechts betrifft, ist der Vorinstanz – und 
auch der Kindesvertreterin – zu widersprechen, wenn sie in Anlehnung an die 
bundesgerichtliche Rechtsprechung zu aArt. 134 Abs. 1 und aArt. 298 Abs. 2 ZGB 
bereits den Antrag der Mutter auf Zuteilung des alleinigen elterlichen Sorgerechts 
als Indiz dafür wertet, dass die gemeinsame elterliche Sorge nicht mehr dem Kin-
deswohl entspricht (angefochtener Entscheid E. 4.4. S. 18). Ein derartiger Antrag 
ist wohl Beleg für die fehlende Kooperationsbereitschaft der Mutter, was für sich 
allein jedoch nicht für die Zuteilung des alleinigen Sorgerechts genügen kann. Im 
ersten Leitentscheid zum neuen Sorgerecht (5A_923/2014, zwischenzeitlich publi-
ziert als BGE 141 III 473) hat das Bundesgericht klargestellt, dass bei der Beurtei-
lung der Frage, ob das Kindeswohl die Übertragung der alleinigen elterlichen Sor-
ge gemäss Art. 298 ff. ZGB erfordere, nicht die gleichen Voraussetzungen wie für 
den auf Art. 311 ZGB gestützten Entzug des Sorgerechts gälten und auch andere 
bzw. weniger gravierende Gründe die Alleinzuteilung der elterlichen Sorge recht-
fertigen könnten. Dies treffe namentlich bei einem schwerwiegenden elterlichen 
Dauerkonflikt oder anhaltender Kommunikationsunfähigkeit zu, sofern sich der 
Mangel negativ auf das Kindeswohl auswirke und von einer Alleinzuteilung eine 
Verbesserung erwartet werden könne (E. 4.6). Gleichzeitig wurde aber der Aus-
nahmecharakter einer solchen Entscheidung betont und festgehalten, dass für ein 
Abweichen vom Regelfall der gemeinsamen elterlichen Sorge in jedem Fall eine 
Erheblichkeit und Chronizität des Konflikts oder der gestörten Kommunikation er-
forderlich sei; punktuelle Auseinandersetzungen oder Meinungsverschiedenheiten, 
wie sie in allen Familien vorkommen und insbesondere mit einer Trennung oder 
Scheidung einhergehen könnten, dürften angesichts des mit der Gesetzesnovelle 
klarerweise angestrebten Paradigmenwechsels nicht Anlass für eine Alleinzutei-

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lung des elterlichen Sorgerechts sein. Hingewiesen wurde sodann auf die Subsi-
diarität einer solchen Massnahme gegenüber der Möglichkeit eines richterlichen 
Entscheids über einzelne Inhalte des Sorgerechts bzw. einer richterlichen Allein-
zuweisung spezifischer Entscheidungsbefugnisse in den betreffenden Angelegen-
heiten, wenn ein Konflikt zwar schwerwiegend sei, aber singulär erscheine (E. 
4.7). Geäussert hat sich das Bundesgericht schliesslich auch zur Frage, inwieweit 
die Verantwortlichkeit eines Elternteils am bestehenden Konflikt eine Rolle spielen 
kann. Dabei hat es erwogen, dass im Zusammenhang mit der Sorgerechtszutei-
lung nicht die "Schuldfrage" auf Elternebene, sondern das Kindeswohl entschei-
dend sei. Gehe die Blockade einseitig auf das Konto des einen Elternteils, was in 
der Praxis eher selten der Fall sein dürfte, aber durchaus vorkommen könne, und 
sei das Kindeswohl beeinträchtigt, stehe die Prüfung der Alleinzuteilung des Sor-
gerechts an den kooperativen Elternteil im Vordergrund, insbesondere wenn die-
ser auch eine gute Bindungstoleranz aufweise, während die Kooperations- oder 
Kommunikationsunfähigkeit des anderen Teils mit der Tendenz einhergehe, das 
Kind dem anderen Elternteil zu entfremden (E. 5.1). Eine solche Reaktion auf ei-
nen einseitig verursachten Missstand scheidet nach Auffassung der I. Zivilkammer 
allerdings dann aus, wenn der "schuldige" Elternteil in der Vergangenheit zugleich 
die Hauptbetreuungsperson des Kindes war und beim anderen Elternteil noch gar 
keine für die Wahrnehmung des mit der Alleinsorge verbundenen Obhutsrechts 
erforderliche Beziehung zum Kind besteht. In einer derartigen Konstellation wird 
das Gericht, sofern bei einem Festhalten an der gemeinsamen elterlichen Sorge 
mit negativen Folgen für das Kind gerechnet werden muss und auch allfällige Kin-
desschutzmassnahmen keine Besserung (mehr) erwarten lassen, nicht umhin 
kommen, im Sinne des Primats des Kindeswohls dennoch auf eine Zuteilung der 
Alleinsorge an den "schuldigen" Elternteil zu erkennen ist (so offenbar auch die 
Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs in Deutschland: vgl. Beschluss XII ZB 
158/05 vom 12. Dezember 2007). 

4.5. Dass die bisherige Rechtsprechung zum Indiziencharakter eines Antrags 
auf Alleinsorge unter dem neuen Recht keine Geltung mehr beanspruchen kann, 
ist eine unmittelbare Folge des bereits erwähnten Paradigmenwechsels und der 
klaren Absicht des Gesetzgebers, dass die gemeinsame elterliche Sorge auch 
gegen den Willen eines Elternteils angeordnet oder aufrechterhalten werden kann, 
solange das Kindeswohl keine andere Regelung erfordert. Die Anforderungen an 
die tatsächlichen Umstände, die eine Alleinsorge gebieten, müssen daher höher 
sein als nach bisherigem Recht (vgl. Schwenzer/Cottier, a.a.O., N 3 zu Art. 298d 
ZGB). Aus dem Gesetz selber geht sodann hervor, dass unterschiedliche Anträge 

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der Eltern im Rahmen eines Scheidungsverfahrens für sich allein keinen Grund 
bilden können, um die Voraussetzungen für die Ausübung der gemeinsamen elter-
lichen Sorge in Frage zu stellen und daraus auf eine fehlende Kooperationsbereit-
schaft bzw. Kooperationsfähigkeit zu schliessen. So sieht Art. 298 Abs. 2 ZGB 
explizit vor, dass sich das Gericht bei voraussichtlicher Uneinigkeit der Eltern hin-
sichtlich der Obhut, des persönlichen Verkehrs oder der Betreuungsanteile auf 
eine Regelung dieser Punkte – unter Belassung der gemeinsamen elterliche Sor-
ge – beschränken kann. Selbst die fehlende Einigkeit über diese für das Kind 
grundlegenden Fragen schliesst demzufolge eine gemeinsame elterliche Sorge 
nicht aus und darf deshalb nicht als Indiz für die mangelnde Kooperationsfähigkeit 
der Eltern gewertet werden. Vor diesem Hintergrund geht auch die Auffassung der 
Kindesvertreterin, wonach der Berufungskläger mit seinem zeitweiligen Antrag auf 
Obhutszuteilung an ihn gezeigt habe, dass er nicht in der Lage oder nicht gewillt 
sei, das Bedürfnis des Sohnes nach einem Verbleib bei der Mutter zu respektie-
ren, was auf dessen fehlende Eignung zur Ausübung der gemeinsamen elterlichen 
Sorge schliessen lasse (act. A.3 S. 5), zu weit. Zwar trifft es zu, dass der besagte 
Antrag in offensichtlichem Widerspruch zu den Kindesinteressen stand. Ein Indiz 
dafür, dass der Berufungskläger bei Entscheiden über wichtige Fragen generell 
seine eigenen Interessen vor diejenigen des Kindes stellen würde oder er aus 
Ressentiments gegenüber der Berufungsbeklagten a priori einen für den Schutz 
der Gesundheit, die Weiterführung der Ausbildung oder die Sicherstellung der an-
gemessenen medizinischen Pflege und Erziehung des Kindes notwendigen Ent-
scheid blockieren würde, kann darin indessen nicht erblickt werden. Dasselbe gilt 
für das Festhalten des Berufungsklägers an einer Beistandschaft zur Überwa-
chung der medizinischen Betreuung des Kindes. Einer solchen bedarf es mit Blick 
auf die im Recht liegenden ärztlichen Berichte (vgl. act. IV.3-4, act. II.1 [zur Stel-
lungnahme der Ehefrau vom 20. September 2013 sowie act. VII.36 [Beilage 4 zum 
Mail der Kindesvertreterin) zwar offensichtlich nicht. Wie aus der Berufungsbe-
gründung hervorgeht, soll die beantragte Beistandschaft indessen weniger einer 
eigentlichen Überwachung der ärztlichen Versorgung des Kindes  im Sinne einer 
Kontrolle der diesbezüglichen Bemühungen der Mutter  dienen, sondern sich auf 
eine blosse Beobachtung der gesundheitlichen Entwicklung des Kindes beschrän-
ken. Vor dem Hintergrund, dass die Kindesvertreterin in ihrer ersten Stellungnah-
me vom 12. Juli 2013 selber noch zum Schluss gekommen war, dass die Errich-
tung einer Beistandschaft zur Sicherstellung des Informationsflusses unumgäng-
lich sei, weil die Mutter in der Vergangenheit die Elternrechte des Vaters unzuläs-
sigerweise beschnitten habe (vgl. act. I.6 S. 8 f.), kann der Antrag des Berufungs-
klägers somit auch als Mittel zur Durchsetzung seines Informationsanspruchs in 

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medizinischen Belangen verstanden werden. Der Vorwurf, dass die Mutter nicht 
ausreichend für die medizinische Behandlung des Kindes sorge, findet sich in der 
Berufung jedenfalls nicht mehr. 

4.6. Ob die Voraussetzungen für eine gemeinsame elterliche Sorge gegeben 
sind oder wegen der fehlenden Kooperationsfähigkeit/-bereitschaft und der gestör-
ten elterlichen Kommunikation im Interesse des Kindeswohls eine Alleinsorge an-
zuordnen ist, kann ferner nicht losgelöst vom konkreten Betreuungsmodell für das 
Kind beantwortet werden. So stellt eine gemeinsame elterliche Sorge mit alternie-
render Betreuung und Erziehung des Kindes durch beide Elternteile (sog. Wech-
selmodell) naturgemäss wesentlich höhere Anforderungen an die Fähigkeit und 
Bereitschaft der Eltern zur Zusammenarbeit in Kinderbelangen als die Ausübung 
der gemeinsamen Sorge bei alleiniger Obhut eines Elternteils (sog. Residenzmo-
dell; vgl. hierzu auch Gisela Kilde, Der persönliche Verkehr: Eltern – Kind – Dritte, 
Diss. Zürich 2015, N 290 ff.). Im letzteren Fall – der auch vorliegend gegeben ist, 
nachdem die Obhutszuteilung an die Mutter nicht Gegenstand der Berufung bildet 
– beschränkt sich die gemeinsame elterliche Sorge auf die Zusammenarbeit bei 
Entscheidungen über für die Pflege und Erziehung des Kindes bedeutsame Ange-
legenheiten (z.B. Einschulung, medizinische Eingriffe, religiöse Fragen, Form und 
Umfang einer Fremdbetreuung). Für alltägliche oder dringliche Entscheidungen 
steht dem obhutsberechtigten (betreuenden) Elternteil dagegen von Gesetzes we-
gen eine Alleinentscheidungsbefugnis zu (Art. 301 Abs. 1bis Ziff. 1 ZGB). Vor die-
sem Hintergrund erscheint auch ein allfälliger (freiwilliger oder erzwungener) Weg-
zug des nicht betreuenden Elternteils ins Ausland nicht als zwingender Grund für 
eine Aufhebung des gemeinsamen Sorgerechts, auch wenn durch die geografi-
sche Distanz die notwendige Abstimmung zwischen Eltern und Kind zweifellos 
erschwert wird (vgl. Schwenzer/Cottier, a.a.O., N 16 zu Art. 298 ZGB). Dasselbe 
muss grundsätzlich im Falle einer ungeklärten Wohnsituation des betreffenden 
Elternteils gelten, kann es darauf doch nur ankommen, wenn eine Mitbetreuung 
des Kindes zur Diskussion steht. Zwingend erforderlich ist aber jedenfalls die Be-
reitschaft des Elternteils zur Bekanntgabe der nötigen Kontaktdaten, wie er schrift-
lich (Postadresse/E-Mail-Adresse) und telefonisch erreichbar ist, ansonsten die 
Belassung einer gemeinsamen elterlichen Sorge nutzlos wäre. Zu relativieren ist 
für den Fall des sog. Residenzmodells schliesslich die – im vorliegenden Fall auch 
von der Vorinstanz angeführte (vgl. E. 4.4 S. 19) – Prämisse, dass die Ausübung 
der elterlichen Sorge eine Beziehung bzw. ein Vertrauensverhältnis zum Kind vor-
aussetze, da der Elternteil nur so auf das Kind und dessen Bedürfnisse eingehen 
und es erziehen könne. Freilich erfordert auch die Mitentscheidung in wichtigen 

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Angelegenheiten einen gewissen Einblick in die Entwicklung, Bedürfnisse und Le-
bensumstände des Kindes, da ohne deren Kenntnis eine den Interessen des Kin-
des dienende Mitwirkung gar nicht vorstellbar ist. Würde die gemeinsame elterli-
che Sorge jedoch vom Bestehen einer vertrauensvollen Beziehung zum Kind ab-
hängig gemacht werden, wäre sie in Fällen, in denen es bereits kurz nach der Ge-
burt des Kindes zu einer Trennung der Eltern kam und ein Beziehungsaufbau bis 
zum Sorgerechtsentscheid wegen des trennungsbedingten Elternkonflikts unmög-
lich war, von vornherein ausgeschlossen, was angesichts des Regelfalls der ge-
meinsamen elterlichen Sorge offensichtlich nicht dem Willen des Gesetzgebers 
entsprechen kann.

4.7. Für den vorliegenden Fall gilt es sodann vorab darauf hinzuweisen, dass 
der Entscheid über das elterliche Sorgerecht – wie anschliessend auch jener über 
das Besuchsrecht – unabhängig von der ausländerrechtlichen Situation des Beru-
fungsklägers zu treffen ist. Zurzeit hält sich dieser unbestrittenermassen illegal in 
der Schweiz auf und wäre seit seiner Entlassung aus der Ausschaffungshaft ver-
pflichtet, die Schweiz zu verlassen. Mit dem weiteren Verbleib in der Schweiz 
macht er sich somit strafbar. Gleiches dürfte im Übrigen auch für Personen gelten, 
die ihm Unterkunft gewähren, was wiederum die Weigerung des Berufungsklägers 
zur Offenlegung seines Aufenthaltsorts bzw. der Adressen seiner Freunde und 
Bekannten erklärt. Allein aus diesem Umstand auf eine generelle Unfähigkeit oder 
Unwilligkeit des Berufungsklägers zur Beachtung der schweizerischen Rechtsord-
nung und zur Zusammenarbeit mit den Behörden etc. zu schliessen, wie dies die 
Berufungsbeklagte in ihren Rechtsschriften wiederholt macht, erscheint indes nicht 
sachgerecht. Immerhin ist aus dem Strafverfahren gegen den Berufungskläger 
bekannt, dass er der Auflage, sich regelmässig beim Migrationsamt zu melden, bis 
anhin Folge geleistet hat. Dass er sich ausserhalb der ausländerrechtlichen Ver-
fahren renitent verhalten hätte, ist nicht aktenkundig und auch die verschiedenen 
Strafanzeigen der Berufungsbeklagten führten letztlich nicht zu einer Verurteilung. 
Entzogen wurde ihm die Aufenthaltsbewilligung bereits wenige Monate nach der 
Trennung, wobei entgegen den diesbezüglichen Beteuerungen der Berufungsbe-
klagten in ihrer Berufungsantwort (S. 3) ihre eigenen mehrfachen Interventionen 
beim damaligen Amt für Polizeiweisen und Zivilrecht Graubünden (APZ) den frag-
lichen Entscheid zweifellos massgeblich beeinflusst haben (vgl. dazu die bei den 
Strafakten liegende Verfügung des APZ vom 18. April 2011 [act. 2.3 der Staats-
anwaltschaft]). Der Entzug der Aufenthaltsbewilligung wurde nach erfolgloser An-
fechtung durch den Berufungskläger zwar rechtskräftig und erfuhr bisher auch auf 
zahlreiche Wiedererwägungsgesuche hin keine Änderung. Dennoch muss es dem 

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Gericht im zivilrechtlichen Verfahren über die Kinderbelange freistehen, die elterli-
che Sorge ungeachtet des bereits erfolgten ausländerrechtlichen Entscheids und 
in eigener Beurteilung der Kindesinteressen zu regeln. Dabei soll der Entscheid 
über die Sorgerechtszuteilung keinesfalls von ausländerrechtlichen Motiven gelei-
tet werden. Mit anderen Worten soll die gemeinsame elterliche Sorge nicht allein 
deswegen belassen werden, um dem Berufungskläger den Erhalt einer Aufent-
haltsbewilligung zu ermöglichen; andererseits soll sie aber auch nicht einzig des-
halb aufgehoben werden, weil er derzeit über kein Aufenthaltsrecht in der Schweiz 
verfügt. Für den Sorgerechtsentscheid ist auch bei ausländischen Elternteilen auf 
die persönlichen Eigenschaften und Fähigkeiten der Beteiligten und die Beziehun-
gen innerhalb der Familie abzustellen und anschliessend die dem Kindeswohl ent-
sprechende Lösung zu finden. 

4.8. Was nun die konkreten Umstände des vorliegenden Falles anbelangt, steht 
für das Kantonsgericht zweifelsfrei fest, dass der elterliche Konflikt sowohl in Be-
zug auf die Erheblichkeit als auch in Bezug auf die Chronizität das vom Bundesge-
richt für die Alleinzuteilung des elterlichen Sorgerechts geforderte Mass erreicht. 
Fakt ist, dass die Differenzen zwischen den Parteien bereits kurz nach der Geburt 
des Kindes zu Tage getreten sind, und zwar in einem Ausmass, dass für die Beru-
fungsbeklagte ein weiteres Zusammenleben mit dem Berufungskläger nicht mehr 
in Frage kam. Was bei der Berufungsbeklagten konkret zum Trennungsentscheid 
geführt hat, bleibt zwar im Dunkeln. Genannt wurden von ihr hauptsächlich die für 
sie zermürbenden Diskussionen um die Namensgebung des Kindes, welche sich 
– wie aus dem Strafverfahren bekannt ist – allerdings einzig auf die zusätzlichen 
Vornamen bezogen haben können, da der Name A._____ in der SMS-Korres-
pondenz der Parteien bereits Wochen vor der Geburt verwendet wurde. Generell 
scheint der Berufungsbeklagten Mühe bereitet zu haben, dass der Berufungsklä-
ger seine religiösen Traditionen durchzusetzen versuchte, sprach sie bei ihrer 
staatsanwaltlichen Einvernahme doch davon, dass er einen Koran ins Kindsbett 
gelegt und sie unter Druck gesetzt habe, damit sie in eine Beschneidung einwilli-
ge. Ob der Berufungskläger bereits in diesem Zusammenhang mit einer Mitnahme 
des Kindes nach L.2_____ drohte – so die Darstellung der Berufungsbeklagten – 
oder er erst als Reaktion auf den für ihn schwer verständlichen Trennungswunsch 
äusserte, das Kind (später) nach L.2_____ mitnehmen zu wollen, konnte im Straf-
verfahren nicht abschliessend geklärt werden. Seitens der Berufungsbeklagten 
wurden die Äusserungen des Berufungsklägers jedenfalls als Drohung empfun-
den, was diese denn auch zu einer entsprechenden Strafanzeige und einer umge-
henden Meldung an die Ausländerbehörden veranlasste. Dass sich die Beru-

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fungsbeklagte nicht mit zivilrechtlichen Schritten zur Regelung des Getrenntlebens 
begnügte, sondern sie vorab einen sofortigen Widerruf der Aufenthaltsbewilligung 
bewirkte, lässt darauf schliessen, dass ihr Handeln schon damals vom Wunsch 
geprägt war, den Berufungskläger aus ihrem Leben und damit auch aus dem Le-
ben des gemeinsamen Kindes zu eliminieren. Zugute zu halten ist ihr immerhin, 
dass sie anfänglich noch Hand zu Kontakten zwischen Vater und Sohn im Rah-
men der von der KJBE organisierten Begleiteten Besuchstage geboten hat. Erst 
seit den Vorkommnissen rund um das letzte Treffen bei der KJBE anfangs Juni 
2011 lehnt die Berufungsbeklagte jeden weiteren Kontakt des Berufungsklägers 
mit seinem Kind kategorisch ab. Damals hat der Berufungskläger – wenn auf die 
verschiedenen Berichte von D._____, Koordinatorin Begleitete Besuchstage 
Graubünden, und des Kinderarztes E._____, Allgemeinmedizin FMH, abgestellt 
wird (act. II.1 und II.5 zur Stellungnahme vom 20. September 2013 [act. I.7] sowie 
Proz. Nr. 135-2012-464 act. 26 und 27) – einen angeblichen Herzanfall des Kin-
des während des Treffens in den Räumen der KJBE zum Anlass genommen, am 
Folgetag beim Kinderarzt vorstellig zu werden und auf einer sofortigen Behand-
lung seines Sohnes zu bestehen. Von Frau D._____ wurde der vom Berufungs-
kläger geschilderte Zwischenfall vehement in Abrede gestellt und vor dem Hinter-
grund seiner früherer Äusserungen, wonach die Berufungsbeklagte dem Kind die 
erforderliche ärztliche Hilfe verweigere, als Versuch gewertet, die Mutter zu dis-
kreditieren und dadurch das Sorgerecht für seinen Sohn zugesprochen zu erhal-
ten. Bereits vorher soll sich der Berufungskläger gegenüber den Mitarbeiterinnen 
der KJBE verbal ausfällig und drohend verhalten haben, weil ihn diese nicht bei 
seinem fragwürdigen Kampf um seinen Sohn unterstützt hätten. Seitens der KJBE 
wurde eine Wiederaufnahme der Begleiteten Besuchstage daher ausgeschlossen. 
In der Folge scheint sich bei der Berufungsbeklagten die Überzeugung verfestigt 
zu haben, dass der Berufungskläger gar kein echtes Interesse am Kontakt zu sei-
nem Sohn habe, sondern es ihm nur darum gehe, über das Kind eine Aufenthalts-
bewilligung in der Schweiz zu erlangen. Diese Haltung zeigte sich auch im Rah-
men der persönlichen Befragung anlässlich der mündlichen Berufungsverhand-
lung, bei welcher die Berufungsbeklagte wiederholt auf ihre anfängliche Bereit-
schaft zur Ermöglichung einer Vater-Kind-Beziehung zu sprechen kam, deren 
Aufbau indessen am Verhalten des Berufungsklägers gescheitert sei. Selbst auf 
die Frage, wie sie den unabhängig von der elterlichen Sorge bestehenden An-
spruch des Berufungsklägers auf Informationen über die Entwicklung des Kindes 
zu erfüllen gedenke, verwies sie auf ihre negativen Erfahrungen mit dem Beru-
fungskläger und begründete ihre Weigerung, diesem beispielsweise eine Kinder-
zeichnung des Sohnes zu geben, mit der Befürchtung, dass er diese bloss zum 

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Zwecke eines weiteren Gerichtsverfahrens verwenden werde. Sie habe derzeit 
einfach null Vertrauen. Auf die Frage, wie sie sich denn einen Kontaktaufbau vor-
stelle, den sie nach eigenem Bekunden unterstützen wolle, wenn das Kind selber 
eines Tages nach seinem Vater frage, blieb die Berufungsbeklagte zunächst eine 
Antwort schuldig und meinte lediglich, dass es für sie etwas anderes wäre, wenn 
sie tatsächlich sehe, dass sich der Berufungskläger um das Kind bemühe und 
nicht bloss über das Kind den Aufenthalt erwirken wolle. Ein wirkliches Interesse 
für das Kind habe sie bisher nie gesehen, was auch die Fachpersonen belegen 
würden. Dass er nicht Deutsch gelernt und nur ganz kurz gearbeitet habe, spreche 
ebenfalls dafür, dass er null Interesse gehabt habe, irgendetwas beizutragen. Da-
mit sie selber wieder Vertrauen gewinnen könne, müsse der Berufungskläger ganz 
konkret etwas tun, wie etwa nach L.2_____ ausreisen, dort verdienen und jeden 
Monat irgendwie CHF 200.00 für das Kind schicken. Auf die Frage nach ihrer ei-
genen Bereitschaft, an einer Verbesserung des elterlichen Verhältnisses mitzuwir-
ken, hielt die Berufungsbeklagte abschliessend fest, dass sie sich nicht vorstellen 
könne, dass der Berufungskläger überhaupt wisse, was es heisse, Vater zu sein 
und ein Kind zu haben. Von seiner Kultur her habe sie ein gewisses Verständnis 
dafür, er stelle ja nur Forderungen. Bei dem, was sie an der heutigen Verhandlung 
wieder gehört habe, könne sie sich aber nicht vorstellen, dass es anders sei als 
damals nach der Geburt. Bis sie zu einer Zusammenarbeit bereit sei, müsse sich 
einiges ändern (vgl. act. G.1 S. 6 ff.). Diese Ausführungen machen deutlich, dass 
auf Seiten der Berufungsbeklagten jede Kooperationsbereitschaft fehlt, wobei die 
Gründe für ihre ablehnende Haltung nach ihrer eigenen Wahrnehmung im Verhal-
ten des Berufungsklägers zu suchen sind. Ob diese negative Einstellung auch ob-
jektiv begründet ist, kann dahingestellt bleiben, da es für den Sorgerechtsent-
scheid letztlich nicht darauf ankommt, ob und gegebenenfalls welchem Elternteil 
die Schuld am elterlichen Konflikt anzulasten ist. Selbst wenn der Berufungsbe-
klagten eine aus objektiver Sicht unverhältnismässige Reaktion auf das Verhalten 
des Berufungskläger vorzuwerfen wäre, würde dies nichts daran ändern, dass mit 
ihrer kompromisslosen Ablehnung jeglicher Form der Zusammenarbeit eine 
Grundvoraussetzung für die gemeinsame Ausübung der elterlichen Sorge fehlt. 
Hinzu kommt, dass der Berufungskläger derzeit selber keine Bereitschaft zu einer 
direkten Zusammenarbeit mit der Berufungsbeklagten zeigt. So weigerte er sich 
anlässlich der Berufungsverhandlung explizit, dem Gericht seine E-Mail-Adresse 
oder seine Telefonnummer bekannt zu geben, und begründete dies damit, dass 
ihm daraus allenfalls erneut Probleme entstehen könnten. Auf die Frage, welche 
Art Probleme er denn befürchte, kam er auf die Strafanzeige der Berufungsbeklag-
ten wegen Belästigung mit SMS und Anrufen zu sprechen. Erst nach einigem In-

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sistieren erklärte er sich bereit, zumindest der Beiständin seine Telefonnummer 
und seine E-Mail-Adresse zukommen zu lassen (vgl. act. G.1 S. 2 ff.). Eine direkte 
Kommunikation mit der Berufungsbeklagten scheint demnach auch der Beru-
fungskläger zum jetzigen Zeitpunkt auszuschliessen. In der Tat war ein direkter 
Kontakt zwischen den Parteien seit geraumer Zeit nicht mehr möglich, sondern hat 
eine Kommunikation nur noch über deren Rechtsvertreter oder mittelbar im Rah-
men von hängigen Gerichtsverfahren stattgefunden. Vor diesem Hintergrund bleibt 
zu konstatieren, dass beidseits keine Bereitschaft zu einer Verbesserung des ge-
genseitigen Verhältnisses besteht und jede Vertrauensbasis fehlt. Angesichts die-
ses langjährigen und gravierenden Konflikts kann offenkundig nicht mehr von le-
diglich punktuellen Auseinandersetzungen oder Meinungsverschiedenheiten, wie 
sie in allen Familien vorkommen und insbesondere mit einer Trennung oder 
Scheidung einhergehen können, gesprochen werden. Ebenso wenig ist der Kon-
flikt bloss singulärer Natur, was dem Gericht immerhin noch Raum für einen Ent-
scheid über einzelne Inhalte des Sorgerechts liesse. Vielmehr fehlt es vorliegend – 
einerseits als Folge des nur kurzen Bestehens der ehelichen Gemeinschaft und 
der seit Jahren andauernden Gerichtsverfahren, anderseits aber auch wegen des 
völlig unterschiedlichen kulturellen und religiösen Hintergrundes der Parteien – 
gänzlich an einer tragfähigen sozialen Beziehung unter den Eltern sowie an der für 
die Ausübung der gemeinsamen elterlichen Sorge zwingend erforderlichen Kom-
munikations- und Kooperationsbasis. Entgegen der Auffassung des Berufungsklä-
gers sind die vorhandenen Kommunikationsstörungen auch nicht alleine von der 
Berufungsbeklagten zu verantworten, sondern sind zumindest teilweise auf das 
eigene Verhalten des Berufungsklägers zurückzuführen. Ist aber zwischen den 
Eltern nicht ansatzweise ein Austausch möglich, ist schlechterdings nicht vorstell-
bar, wie die Eltern in Ausübung der gemeinsamen elterlichen Sorge jemals zu ei-
ner gemeinsamen Entscheidung über wichtige Angelegenheiten des Kindes ge-
langen sollten. Dies scheint ohne Beizug einer unabhängigen, zwischen den Par-
teien vermittelnden Drittperson nicht möglich zu sein. Selbst der Rechtsvertreter 
des Berufungsklägers ist in seinem Parteivortrag davon ausgegangen, dass man-
gels einer direkten Kommunikation unter den Eltern die notwendigen Entschei-
dungen über die am Sorgerecht aufgehängten Fragen nur mit Unterstützung der 
beantragten Beistandschaft oder allenfalls gar der KESB gefällt werden könnten. 
Dies führt unweigerlich zu Verzögerungen bei wichtigen Entscheidungen wie etwa 
über eine notwendige medizinische Behandlung, was nicht im Interesse des Kin-
des liegt. Hinzu kommt, dass kaum ersichtlich ist, worin der Beitrag des Beru-
fungsklägers als Mitinhaber der elterlichen Sorge konkret bestehen soll. Diesbe-
züglich vermochten auch die Antworten des Berufungsklägers selbst keinen Auf-

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schluss zu geben, welche im Zusammenhang mit der Frage, was das gemeinsa-
me Sorgerecht für ihn bedeute und wie er sich die Ausübung desselben vorstelle, 
stets äusserst ausweichend, vage und teilweise gar kryptisch waren. Es entstand 
mithin der Eindruck, dass er sich der mit dem gemeinsamen Sorgerecht verbun-
denen Rechte und Pflichten überhaupt nicht bewusst ist und keine Vorstellung 
davon hat, wie er sich einbringen könnte. In der Tat vermag sich – namentlich vor 
dem Hintergrund seiner mangelnden Sprachkenntnisse und den damit einherge-
henden Verständigungs- und Verständnisschwierigkeiten sowie seiner unzurei-
chenden Kenntnisse des schweizerischen Schul- und Bildungssystems – auch 
dem Gericht nicht zu erschliessen, wie der Berufungskläger in der Lage sein soll-
te, vom Sorgerecht in effektiver Weise Gebrauch zu machen und im Interesse des 
Kindes, dessen Bedürfnisse er als Folge des seit Jahren unterbundenen persönli-
chen Kontaktes gar nicht kennt, bei wichtigen Entscheidungen mitzuwirken. Unter 
Würdigung der gesamten Umstände ist das Gericht deshalb zur festen Überzeu-
gung gelangt, dass dem Kind mit der Beibehaltung der gemeinsamen elterlichen 
Sorge kein Gefallen getan würde. Somit ist der vorinstanzliche Entscheid betref-
fend Zuteilung der alleinigen elterlichen Sorge an die Berufungsbeklagte zu 
bestätigen und die Berufung in diesem Punkt abzuweisen.

5.1. Was das vom Berufungskläger beantragte Besuchs- und Ferienrecht anbe-
langt, zog das Bezirksgericht Prättigau/Davos in Erwägung, dass es für A._____ 
zwar von grosser Bedeutung sei, mit seinem Vater in Kontakt treten zu können, 
zum heutigen Zeitpunkt jedoch gewichtige Gründe gegen die Einräumung eines 
Besuchsrechts sprächen. Der Kindsvater habe anlässlich der Hauptverhandlung 
nicht dargelegt, wie er sich die Ausübung des Besuchsrechts konkret vorstelle. Es 
sei weder bekannt, wo er zurzeit wohne, noch in welches Umfeld A._____ bei der 
Ausübung von (unbegleiteten) Besuchstagen gegeben würde. Aus dem Umstand, 
dass seit der Entlassung des Kindsvaters aus der Ausschaffungshaft am 5. Fe-
bruar 2014 keine begleiteten Besuchstage stattgefunden hätten, könne er sodann 
nichts zu seinen Gunsten ableiten, zumal ihm ja die Möglichkeit offen gestanden 
wäre, durch Interventionen bei der KESB Prättigau/Davos auf die Einrichtung der 
Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 2 ZGB zu drängen bzw. via diese Behörde an-
derweitigen Kontakt zu A._____, beispielweise brieflichen, herzustellen. Das Feh-
len solcher handfester Bemühungen ist nach Auffassung des Bezirksgerichts Aus-
druck eines mangelnden Interesses an A._____ und/oder ein Hinweis darauf, dass 
der Kindsvater selber davon ausgegangen sei, dass sich aufgrund seines aktuel-
len Aufenthaltsstatus in der Schweiz ein begleitetes Besuchsrecht nicht in die Tat 
umsetzen lasse. Hinzu komme, dass A._____ aufgrund seines Geburtsgebre-

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chens mit neuen Situationen schneller überfordert sei als ein Kind ohne Down-
Syndrom. Dieser Umstand werde durch die bescheidenen Deutschkenntnisse des 
Vaters nicht erleichtert; vielmehr erschwere die Sprachhürde den persönlichen 
Verkehr in Anbetracht des geringen Alters von A._____. Schon von vornherein 
ausser Betracht falle ein zweimonatiges Besuchsrecht für den Fall, dass der Ehe-
mann sich im Ausland niederlassen sollte. Mit Rücksicht auf das Alter von 
A._____ von knapp vier Jahren könnten zum jetzigen Zeitpunkt nur kurze Besuche 
ohne lange Trennung von der Mutter dem Kindeswohl entsprechen. Eine Tren-
nung von der Mutter für zwei Monate wäre unter diesem Gesichtspunkt viel zu 
lange, und dies selbst dann, wenn sich Vater und Sohn näher kennen würden. 
Den beschriebenen Schwierigkeiten lasse sich auch nicht mit einem begleiteten 
Besuchsrecht beikommen. Die Anordnung und vor allem Umsetzung einer solchen 
Massnahme setze eine gewisse Kooperationsbereitschaft und Offenheit des 
Kindsvaters voraus, die sich beispielsweise auch darin zeigen sollte, dass er of-
fenlege, wo und wie er lebe sowie wo und wann er sein Kind am besten treffen 
könnte. Hierunter tappe man völlig im Dunkeln. Dass vor diesem Hintergrund die 
Mutter verpflichtet werden soll, A._____ einer Begleitperson zu übergeben und 
diese dann an einem bestimmten Ort auf den Kindsvater warten und für diesen 
erreichbar sein soll, erscheine dem Kindeswohl nicht angemessen. Aus all diesen 
Gründen sei es dem Gericht nicht möglich, ein Besuchsrecht zu verfügen, welches 
das Wohl des Kindes nicht massiv beeinträchtige, weshalb davon abzusehen sei. 
Dasselbe gelte für das Ferienrecht.

5.2. Der Berufungskläger wirft der Vorinstanz aufgrund der Verweigerung eines 
Besuchs- und Ferienrechts eine Verletzung von Art. 273 Abs. 1 ZGB, Art. 11 und 
Art. 14 BV, Art. 8 Abs. 1 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und 
Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) sowie Art. 3 des Übereinkommens über die 
Rechte des Kindes (SR 0.107) vor. Seiner Auffassung nach besteht kein Grund, 
ihm und dem Kind Besuche und Ferien zu untersagen. Gemäss bundesgerichtli-
cher Rechtsprechung dürfe das Vater und Kind zustehende Recht auf angemes-
senen persönlichen Verkehr nur als ultima ratio gänzlich ausgeschlossen werden. 
Ein Entzug sei demzufolge "einzig statthaft, wenn sich die nachteiligen Auswirkun-
gen eines Besuchsrechts nicht anderweitig in für das Kind vertretbaren Grenzen 
halten lassen". Im Entscheid des Kantonsgerichts von Graubünden vom 3. Febru-
ar 2014 sei dargelegt worden, "dass grundsätzlich weder die bis anhin fehlende 
Vater-Kind-Beziehung noch die Fremdsprachigkeit des Vaters eine weitere Aus-
setzung [des Besuchsrechts] rechtfertigen". Dies treffe nach wie vor zu. Der An-
ordnung eines Besuchs- und Ferienrechts stehe nichts entgegen, wenn es – wie 

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beantragt – von einer Beistandschaft begleitet werde. Im Gegenteil wäre es der 
gesunden psychischen Entwicklung des Kindes abträglich, wenn es nicht Gele-
genheit erhielte, mit seinem Vater eine Beziehung aufzubauen und zu pflegen. Es 
sei in der Entwicklungspsychologie und überhaupt allgemein anerkannt, dass ein 
Kind beide Elternteile brauche, um sich vollständig entwickeln und entfalten zu 
können. Auch der Vater habe einen Anspruch darauf, dass er sein eigenes Kind 
wenigstens für Besuche und Ferien treffen dürfe und mit ihm zusammen sein kön-
ne. Wie von ihm beantragt, sei das Besuchs- und Ferienrecht so auszugestalten, 
dass es dem Umstand flexibel Rechnung trage, ob er in Zukunft in der Schweiz 
oder im Ausland leben werde. Diese Aufgabe stelle sich bei vielen binationalen 
Ehen und bilde für sich keinen Grund, ein Besuchs- und Ferienrecht für den Fall 
zu verweigern, dass ein Elternteil seinen Wohnsitz in ein Land ausserhalb Eur-
opas verlegen könnte.

5.3. Nach Meinung der Berufungsbeklagten beschränkt sich die gegnerische 
Berufung im Wesentlichen auf appellatorische Kritik am vorinstanzlichen Ent-
scheid. Die Behauptung, wonach es dem Wohl des Kindes abträglich wäre, seinen 
Vater nicht zu kennen, sei schon dadurch widerlegt, dass das Kind seinen Vater 
derzeit überhaupt nicht kenne und sich trotz seiner Vorbelastungen einwandfrei 
entwickeln könne. Die Vorinstanz habe zutreffend erkannt, dass der einzige Kon-
takt bzw. die einzige Verbindung zwischen Vater und Kind nur noch aufgrund der 
hängigen Gerichtsverfahren bestehe. Der Berufungskläger habe es in all seinen 
Rechtsschriften und selbst vor Schranken versäumt, dem Gericht darzulegen, wie 
er sich die allfällige Ausgestaltung eines Besuchsrechts vorstelle. Die Vorinstanz 
und die Kindesvertreterin seien zur Erkenntnis gekommen, dass es vorliegenden-
falls den Interessen des Kindes zuwiderliefe, wenn es aufgrund formaler Rechts-
ansprüche einem ihm völlig fremden, fremdländischen und fremdsprachigen Mann 
in den Arm gedrückt werde, der jegliche Kooperation vermissen lasse, seit Jahren 
kein sichtbares Interesse an seinem Kind zeige, in der Illegalität lebe und offen-
sichtlich völlig mittellos sei. Die Vorinstanz habe zudem die speziellen Veranla-
gungen von A._____ gewürdigt und auch mildere Massnahmen geprüft, wobei es 
zur Erkenntnis gelangt sei, dass den vorliegenden Schwierigkeiten auch mit einem 
begleiteten Besuchsrecht nicht beizukommen sei. Ebenso wenig mit dem Kindes-
wohl vereinbar wäre es, dem Berufungskläger das Kind gleich für mehrere Wo-
chen zu übergeben. Die Kindesvertreterin schliesst sich dem Antrag der Beru-
fungsbeklagten, zumindest zum heutigen Zeitpunkt von der Anordnung eines Be-
suchsrechts abzusehen, an. Zur Begründung bringt sie vor, dass es der Beru-
fungskläger durch seine faktische Kontaktverweigerung und das Ausschweigen 

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über Angaben zu seinen Wohnverhältnissen, zu konkreten Vorschlägen, wie ein 
Besuchsrecht aussehen müsste, oder auch zu seinen Vorstellungen betreffend 
seines zukünftigen Aufenthalts unmöglich mache, ein Besuchsrecht festzulegen, 
welches einerseits auf die speziellen Bedürfnisse von A._____ Rücksicht nehme 
und andererseits auch durchführbar wäre. Ein zweimonatiges Besuchsrecht sei 
schliesslich angesichts des Alters von A._____ und der besonderen Bedürfnisse 
mit dem Kindeswohl nicht vereinbar. Diesbezüglich habe die Beiständin in ihrem 
Bericht unmissverständlich klar gemacht, dass die besondere Fürsorge, welcher 
A._____ bedürfe, bei einem Besuchsrecht im Ausland nicht gewährleistet werden 
könne. Insbesondere wäre es nicht möglich, eine in Trisomie 21 geschulte Fach-
person, welche A._____ auch genügend kenne, für solche Besuche im Ausland 
aufzubieten.

5.4. Eltern, denen die elterliche Sorge oder Obhut nicht zusteht, und das un-
mündige Kind haben gegenseitig Anspruch auf angemessenen persönlichen Ver-
kehr (Art. 273 Abs. 1 ZGB). Dabei handelt es sich um ein gegenseitiges Pflicht-
recht, wobei es in erster Linie dem Interesse des Kindes dient und oberste Richt-
schnur für seine Ausgestaltung das Kindeswohl ist, welches anhand der Umstän-
de des konkreten Einzelfalls zu beurteilen ist (BGE 131 III 209 E. 5 S. 212). 
Während früher der Zweck des Besuchsrechts vor allem darin gesehen wurde, es 
dem Besuchsberechtigten zu ermöglichen, die verwandtschaftlichen Beziehungen 
zum Kind aufrechtzuerhalten, wird heute vor allem das Bedürfnis des Kindes be-
tont, regelmässige Kontakte zu beiden Eltern zu haben. So ist bekannt, dass ein 
Kind die Trennung der Eltern leichter verarbeitet, wenn es zu beiden Eltern Kon-
takt behält. Auch wo noch keine emotionale Eltern-Kind-Beziehung bestand, ist 
heute anerkannt, dass aus Gründen der Persönlichkeitsentwicklung des Kindes 
der Aufbau einer solchen Beziehung durch persönlichen Verkehr gefördert werden 
sollte. Nur durch Besuchskontakte kann einer in der Phantasie des Kindes statt-
findenden Idealisierung oder Dämonisierung des abwesenden Elternteils gegen-
gesteuert werden. Bei der Festsetzung des Besuchsrechts geht es somit nicht 
darum, einen gerechten Interessenausgleich zwischen den Eltern zu finden, son-
dern den elterlichen Kontakt mit dem Kind in dessen Interesse zu regeln (Schwen-
zer/Cottier, a.a.O., N 6 zu Art. 273 ZGB mit weiteren Hinweisen; BGE 130 III 585 
E. 2.2.2 S. 590). Was unter einem angemessenen persönlichen Verkehr im Sinne 
von Art. 273 Abs. 1 ZGB zu verstehen ist, lässt sich grundsätzlich nur anhand der 
Umstände des Einzelfalls unter Berücksichtigung des Zwecks des Besuchsrechts 
bestimmen. In Betracht zu ziehen sind dabei unter anderem das Alter des Kindes, 
die Persönlichkeit und Bedürfnisse des Kindes und des Besuchsberechtigten, die 

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Beziehung des Kindes zum Besuchsberechtigten, die Beziehung der Eltern unter-
einander, die zeitliche Beanspruchung bzw. Verfügbarkeit aller Beteiligten sowie 
auch deren Gesundheitszustand. Oberste Richtschnur für die Ausgestaltung des 
persönlichen Verkehrs ist stets das Kindeswohl; allfällige Interessen der Eltern 
haben zurückzustehen (Schwenzer/Cottier, a.a.O., N 10 zu Art. 273 ZGB; Andrea 
Büchler, in: Ingeborg Schwenzer [Hrsg.], FamKomm Scheidung, Band I: ZGB, 3. 
Aufl., Bern 2017, N 25 zu Art. 273 ZGB).

Der aus Art. 273 Abs. 1 ZGB fliessende Anspruch kann gestützt auf Art. 274 Abs. 
2 ZGB verweigert oder entzogen werden, wenn das Wohl des Kindes durch den 
persönlichen Verkehr gefährdet wird, wenn ihn der betreffende Elternteil pflichtwid-
rig ausgeübt hat, wenn sich dieser nicht ernsthaft um das Kind gekümmert hat  
oder wenn andere wichtige Gründe vorliegen. Eine Gefährdung des Wohls des 
Kindes im genannten Sinn liegt dann vor, wenn dessen ungestörte körperliche, 
seelische oder sittliche Entfaltung durch ein auch nur begrenztes Zusammensein 
mit dem nicht obhutsberechtigten Elternteil bedroht ist. Bei der Beschränkung des 
persönlichen Verkehrs ist stets das Gebot der Verhältnismässigkeit zu beachten. 
So darf er in der Regel nicht allein wegen elterlicher Konflikte dauerhaft einge-
schränkt werden, jedenfalls soweit das Verhältnis zwischen dem besuchsberech-
tigten Elternteil und dem Kind gut ist. Der gänzliche Ausschluss eines Elternteils 
vom persönlichen Verkehr kommt schliesslich nur als ultima ratio infrage; er ist 
einzig dann statthaft, wenn sich die nachteiligen Auswirkungen eines Besuchs-
rechts nicht anderweitig in für das Kind vertretbaren Grenzen halten lassen (Urteil 
des Bundesgerichts 5A_661/2014 vom 27. März 2015 E. 3.2 mit zahlreichen Hin-
weisen). Kommen weniger einschneidende Massnahmen in Betracht, durch die 
das Kindeswohl gewahrt bleiben kann (begleitetes Besuchsrecht, Ermahnungen 
und Weisungen), sind diese einem Ausschluss des Besuchsrechts vorzuziehen 
(Schwenzer/Cottier, a.a.O., N 16 zu Art. 274 ZGB).

5.5. Die I. Zivilkammer hat sich bereits in seinem Urteil vom 3. Februar 2014 
(ZK1 13 28) – in Zusammenhang mit der damals seitens der Mutter beantragten 
Weiterführung der Sistierung des väterlichen Besuchsrechts – mit der Frage be-
fasst, ob die Voraussetzungen für eine dauernde Verweigerung des Kontakts zwi-
schen dem Berufungskläger und seinem Sohn gegeben waren. Dabei hat sich die 
I. Zivilkammer zunächst mit den Vorfällen auseinandergesetzt, welche zur Sistie-
rung des begleiteten Besuchsrechts geführt hatten, und ist zum Schluss gekom-
men, dass sich der Berufungskläger im Frühjahr 2011 zwar durchaus pflichtwidrig 
verhalten haben mag, sein in erster Linie gegen die Mutter gerichtetes Fehlverhal-
ten vom Vorderrichter aber zu Recht nicht als Grund für eine weitere Sistierung 

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des Besuchsrechts gewertet worden sei. Insbesondere vermochte das Gericht die 
von der Mutter damals heraufbeschworene Gefahr einer Misshandlung des Kindes 
– etwa durch unerlaubte Verabreichung von Medikamenten – nicht zu erkennen 
(E. 3.c S. 17 f.). Keinen Sistierungsgrund erblickte die I. Zivilkammer sodann im 
damals hängigen Strafverfahren gegen den Vater. Konkrete Anhaltspunkte für ei-
ne mögliche Gewaltbereitschaft des Vaters seien nicht ersichtlich und eine allfälli-
ge Entführungsgefahr, soweit eine solche aufgrund der im Strafverfahren zur Dis-
kussionen stehenden Drohungen im Raum stehe, könne durch die Anordnung ei-
nes begleiteten Besuchsrechts in Verbindung mit der seit 2010 bestehenden Da-
tensperre ausreichend gebannt werden (E. 3.d S. 18). Anschliessend ist die I. Zi-
vilkammer auf die weiteren Einwände der Mutter eingegangen und hat dazu fol-
gendes erwogen (vgl. E. 3.e-3.g S. 18 ff): 

„3.e. Vom Vorderrichter im Ergebnis korrekt bewertet wurde im Weiteren 
auch das Verhalten des Berufungsbeklagten seit der Sistierung des Be-
suchsrechts. Dass er sich – was in der Berufungsantwort unbestritten ge-
blieben ist – nach der Darstellung der Berufungsklägerin seither nie nach 
dem Kind und dessen Befinden erkundigt haben soll, ist zu einem wesentli-
chen Teil dem ausserordentlich belasteten Verhältnis zur Berufungsklägerin 
zuzuschreiben, welche mit dem von ihr erwirkten Annäherungsverbot und 
der Strafanzeige wegen Belästigung durch Telefonanrufe und SMS kaum ei-
ne aussichtsreiche Grundlage für weitere Kontaktversuche geschaffen hat. 
Ein direkter brieflicher oder telefonischer Kontakt zum Kind war sodann auf-
grund dessen Alters ausgeschlossen. Abgesehen davon stellt eine allfällige 
Vernachlässigung des Kindes für sich allein ohnehin keinen Verweigerungs-
grund dar, sondern kann – sofern die sofortige Wiederaufnahme von Be-
suchskontakten das Kindeswohl gefährden würde – höchstens eine zeitwei-
lige Aussetzung des Besuchsrechts rechtfertigen (vgl. Büchler/ Wirz, a.a.O., 
N 11 zu Art. 274 ZGB mit Verweis auf das Urteil des Bundesgerichts 
5C.96/2000 vom 29. Mai 2000, E. 4.c). Ob letzteres geboten ist, hängt aller-
dings nicht vom Grad der Vernachlässigung in der Vergangenheit, sondern 
in erster Linie von den Bedürfnissen des Kindes sowie allenfalls von den ge-
genwärtigen persönlichen Verhältnissen des Besuchsberechtigten ab.

f. Eine andere Frage ist, ob aus dem passiven Verhalten des Berufungs-
beklagten auf eine zweckwidrige und mithin rechtsmissbräuchliche Geltend-
machung des Besuchsrechts als Mittel zur Erlangung einer Aufenthaltsbewil-
ligung geschlossen werden kann, wovon das Amt für Migration und Zivilrecht 
Graubünden bereits beim Widerruf der Aufenthaltsbewilligung wie auch in 
den gegenwärtigen Wiedererwägungsverfahren ausgegangen ist (…). Dafür 
bestehen nach Auffassung des Gerichts keine ausreichenden Anhaltspunkte. 
Dass das Besuchsrecht in den ausländerrechtlichen Verfahren ein zentrales 
Thema bildet, liegt bei der gegenwärtigen Rechtslage auf der Hand und be-
weist nicht, dass der Wunsch nach Kontakt zu seinem Sohn lediglich vorge-
schoben ist. Die bisherige Passivität des Berufungsbeklagten ist – wie darge-
legt – noch als Folge der Trennungsumstände und der hängigen Verfahren 
zu werten. Selbst wenn schliesslich der Kontaktwunsch des Berufungsbe-
klagten überwiegend ausländerrechtlich motiviert sein sollte, ändert dies 
nichts daran, dass der Kontakt zum Vater im Interesse des Kindes zu regeln 

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ist, welchem damit die für seine Persönlichkeitsentwicklung wichtige Kennt-
nis und persönliche Erfahrung seines Vaters ermöglicht werden soll, dient 
das Recht auf persönlichen Verkehr doch dem Aufbau und der Pflege der in-
neren Verbundenheit zwischen den Eltern und dem unmündigen Kind (Büch-
ler/Wirz, a.a.O., N 2 zu Art. 273 ZGB). 

g. Zu Recht unberücksichtigt gelassen und keinen weiteren Abklärungen 
unterzogen hat der Vorderrichter den ausländerrechtlichen Status des Beru-
fungsbeklagten. Wie der Entscheid über die Sorgerechtszuteilung soll auch 
derjenige über die Gewährung des Besuchsrechts nicht durch ausländer-
rechtliche Motive verfälscht werden: weder bildet das fehlende Aufenthalts-
recht in der Schweiz für sich alleine einen Grund zur Verweigerung bezie-
hungsweise weiteren Sistierung des Besuchsrechts noch rechtfertigt die 
Möglichkeit, wegen des Besuchsrechts eine Aufenthaltsbewilligung erhalten 
zu können, eine Aufhebung der Sistierung, solange das Kindeswohl einer 
solchen entgegensteht. Ob sich der Berufungsbeklagte legal oder illegal in 
der Schweiz aufhält, ändert am Bestand eines Besuchsrechts nichts, son-
dern beeinflusst höchstens die Modalitäten seiner Ausübung. Soweit ein ille-
galer Aufenthalt als Indiz für eine erhöhte Entführungsgefahr zu werten wäre, 
wird dieser Gefahr mit der Anordnung eines begleiteten Besuchsrechts aus-
reichend begegnet. Auch der Umstand, dass die Erteilung einer Aufenthalts-
bewilligung für die Schweiz derzeit unwahrscheinlich ist, schliesst die Ge-
währung eines Besuchsrechts nicht aus, sondern erfordert gegebenenfalls 
eine Anpassung der Modalitäten (Konzentration mehrerer Besuche auf den 
von der jeweiligen Einreisebewilligung gedeckten Zeitraum). Zudem steht im 
heutigen Zeitpunkt noch keineswegs fest, dass die Bemühungen der Behör-
den um eine Rückführung des Berufungsbeklagten in sein Heimatland erfolg-
reich sein werden. Sollte die Ausschaffungshaft als Folge der gesetzlichen 
Höchstdauer oder des Übermassverbotes aufgehoben werden müssen, wird 
der Berufungsbeklagte möglicherweise trotz fehlender Aufenthaltsbewilligung 
in der Schweiz verbleiben können, was zwar zu strafrechtlichen Sanktionen 
und ausländerrechtlichen Massnahmen (Ein- oder Ausgrenzung) führen 
kann, der Ausübung eines Besuchsrechts aber nicht entgegensteht (vgl. 
BGE 135 II 105 E. 2.3.2). Dass sich der Berufungsbeklagte gegenüber den 
Ausländerbehörden und namentlich auch in der von ihm als Unrecht emp-
fundenen Ausschaffungshaft renitent verhalten hat (…), verdient sc