# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 96fa239c-b6a8-575a-af3f-93543f922adb
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-09-11
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 11.09.2018 UV 2017/14
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2017-14_2018-09-11.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2017/14

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 11.09.2018

Entscheiddatum: 11.09.2018

Entscheid Versicherungsgericht, 11.09.2018
Art. 16 ATSG. Art. 18 UVG: Rentenanspruch. Verwertbarkeit der 
Restarbeitsfähigkeit bejaht (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 11. September 2018, UV 2017/14). Aufgehoben durch 
Urteil des Bundesgerichts 8C_732/2018, 8C_742/2018.

Entscheid vom 11. September 2018

 

Besetzung                                                                      

Versicherungsrichterin Miriam Lendfers (Vorsitz), Versicherungsrichterin Christiane 

Gallati Schneider und Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiberin Annina 

Janett           

Geschäftsnr.                                                                                                                  

UV 2017/14          

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Rainer Braun, Oberdorfstrasse 6, Postfach 29, 

8887 Mels,

gegen

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Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand                                                                   

Invalidenrente

Sachverhalt

A.   

A.a  A.___ war als Zimmermann bei der von ihm geführten B.___ AG tätig und dadurch 

bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen von 

Unfällen versichert. Am 20. Januar 2012 erlitt er einen Verkehrsunfall mit 

Frontalkollision (Suva-act. 4, vgl. auch den Polizeirapport der Kantonspolizei St. Gallen 

vom 1. Februar 2012, Suva-act. 15-4 ff.). Die behandelnden Ärzte des Spitals C.___, in 

das der Versicherte am Unfalltag eingeliefert worden war, diagnostizierten eine 

mehrfragmentäre Calcaneusfraktur links. Diese wurde am 25. Januar 2012 operativ 

versorgt (offene Reposition und winkelstabile Plattenosteosynthese; Suva-act. 9), und 

der Versicherte war bis am 6. Februar 2012 hospitalisiert (vgl. den Austrittsbericht des 

Spitals C.___ vom 3. Februar 2012, Suva-act. 13). Die Suva erbrachte die gesetzlichen 

Versicherungsleistungen (Heilkosten- und Taggeldleistungen; Suva-act. 11 f., 16).

A.b  Vom 20. März bis 5. April 2012 war der Versicherte aufgrund einer 

Wundheilungsstörung mit Infektion und Osteomyelitis erneut im Spital C.___ 

hospitalisiert (Suva-act. 29). Am 21. März 2012 wurde das Osteosynthesematerial 

entfernt und u.a. eine Biopsie-Entnahme und bakteriologische Analyse durchgeführt 

(vgl. den Operationsbericht vom 27. März 2012, Suva-act. 27). Im Kantonsspital St. 

Gallen (KSSG) wurden eine Pseudoarthrose Calcaneus links mit pathologischem 

Rückfussvalgus sowie eine beginnende posttraumatische USG-Arthrose diagnostiziert 

(vgl. den Bericht des KSSG vom 22. August 2012, Suva-act. 58). Am 9. Dezember 2013 

wurde in der Uniklinik Balgrist eine subtalare Distraktionsarthrodese links durchgeführt, 

wobei es in der Folge erneut zu einer Wundheilungsstörung mit persistierender 

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Sekretion und oberflächlichem Hautdefekt kam (vgl. die Berichte der Uniklinik Balgrist 

vom 16. und 20. Dezember 2013, Suva-act. 136 f., sowie vom 7. und 22. Januar und 

25. Februar 2014, Suva-act. 138, 141, 145).

A.c  Anlässlich der Verlaufskontrollen vom 24. Juni und 23. September 2014 stellten die 

Ärzte der Uniklinik Balgrist die Diagnosen Non-Union subtalar und Ulcus Achillessehne 

links und erachteten eine Revisionsoperation als indiziert (vgl. Suva-act. 163, 191). Am 

4. Februar 2015 wurde in der Uniklinik Balgrist das Osteosynthesematerial entfernt und 

ein ausgiebiges Débridement USG links mit mehrfacher Biopsie-Entnahme und 

Spülung durchgeführt (Suva-act. 210, vgl. auch den Austrittsbericht vom 19. Februar 

2015, Suva-act. 211). Die postoperativ durchgeführten Verlaufskontrollen ergaben 

einen regelrechten Verlauf (vgl. Suva-act. 221, 231, 235).

A.d  Am 31. August 2015 wurde der Versicherte von Suva-Kreisarzt Dr. med. D.___, 

Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, 

untersucht. Dr. D.___ hielt im Bericht vom 1. September 2015 fest, dass von einem 

Endzustand auszugehen sei. Dem Versicherten sei die frühere Tätigkeit als 

Geschäftsinhaber einer Zimmerei mit aktiver Mitarbeit zweifellos nicht mehr zumutbar. 

Zumutbar sei eine überwiegend sitzende Tätigkeit unterbrochen von kurzen 

Gehstrecken ohne Gewichtsbelastung bzw. von kurzen Stehepisoden. In einer solchen 

Tätigkeit erachtete Dr. D.___ den Versicherten als ganztags einsetzbar. Den 

Integritätsschaden schätzte er auf 15% (Suva-act. 244 f.).

A.e  Am 11. September 2015 teilte die Suva dem Versicherten mit, dass die Heilkosten- 

und Taggeldleistungen per 30. September 2015 eingestellt würden (Suva-act. 249).

A.f  Mit Verfügung vom 8. April 2016 sprach die Suva dem Versicherten ab dem 1. 

Oktober 2015 eine Invalidenrente von Fr. 742.35 monatlich aufgrund einer 

Erwerbsunfähigkeit von 20% zu. Den versicherten Jahresverdienst setzte sie auf Fr. 

55‘677.00 fest. Darüber hinaus sprach sie dem Versicherten eine 

Integritätsentschädigung von Fr. 18‘900.00 basierend auf einer Integritätseinbusse von 

15% zu (Suva-act. 274).

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A.g  Die dagegen erhobene Einsprache vom 9. Mai 2016 (Suva-act. 278) hiess die Suva 

mit Entscheid vom 10. Januar 2017 teilweise gut. Dabei errechnete sie neu einen 

Erwerbsunfähigkeitsgrad von 21% und erhöhte den versicherten Jahresverdienst auf 

Fr. 75‘000.00 (Suva-act. 299). Die monatliche Rente belief sich demnach auf Fr. 

1‘050.00 (vgl. Suva-act. 301).

B.   

B.a  Dagegen erhob der Versicherte am 2. Februar 2017 Beschwerde und beantragte, 

der Einspracheentscheid vom 10. Januar 2017 und die Verfügung vom 8. April 2016 

seien aufzuheben und es sei ihm ab dem 1. Oktober 2015 eine Invalidenrente aufgrund 

einer Erwerbsunfähigkeit von 100% und eines versicherten Jahresverdienstes von Fr. 

75‘000.00 zuzusprechen (act. G 1).

B.b  Mit Beschwerdeantwort vom 1. März 2017 beantragte die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde (act. G 3).

B.c  Mit Replik vom 3. April 2017 hielt der Beschwerdeführer unverändert an der 

Beschwerde fest (act. G 5). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung 

einer Duplik (vgl. act. G 7).

B.d  Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der 

übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen.

Erwägungen

1.   

Anfechtungsgegenstand der vorliegenden Beschwerde bildet der Einspracheentscheid 

vom 10. Januar 2017 (Suva-act. 299), welchem die Verfügung vom 8. April 2016 (Suva-

act. 274) zugrunde liegt. Mit der ursprünglichen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin 

dem Beschwerdeführer eine Integritätsentschädigung sowie eine Invalidenrente 

zugesprochen. In der Folge hat der Beschwerdeführer gegen die Höhe der 

zugesprochenen Invalidenrente, nicht aber gegen die Integritätsentschädigung 

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Einsprache und danach Beschwerde erhoben (Suva-act. 278, act. G 1). Der 

Verfügungsteil betreffend die Integritätsentschädigung ist damit unangefochten in 

formelle Rechtskraft erwachsen und bildet nicht Gegenstand des vorliegenden 

Beschwerdeverfahrens. Zwischen den Parteien streitig und zu prüfen ist einzig die 

Höhe des Rentenanspruchs (vgl. auch act. G 1 S. 5).

2.   

2.1  Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über 

die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die 

Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der 

Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 werden 

Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, 

nach bisherigem Recht gewährt. Das vorliegend relevante Ereignis hat sich im Januar 

2012 ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültigen Bestimmungen 

Anwendung finden. Nach Art. 6 Abs. 1 UVG werden Leistungen der Unfallversicherung 

bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das 

Gesetz nichts anderes bestimmt. Ist die versicherte Person infolge des Unfalls zu 

mindestens 10% invalid (Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts, ATSG; SR 830.1), hat sie gemäss Art. 18 Abs. 1 UVG 

Anspruch auf eine Invalidenrente. Die Invalidenrente beträgt bei Vollinvalidität 80% des 

versicherten Verdienstes; bei Teilinvalidität wird sie entsprechend gekürzt (Art. 20 Abs. 

1 UVG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das 

die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung 

gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre (Art. 16 ATSG).

3.   

In medizinischer Hinsicht ist aufgrund der vorliegenden Akten erstellt, dass der 

Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit als Zimmermann nicht mehr 

arbeitsfähig ist. In einer überwiegend sitzenden Tätigkeit unterbrochen von kurzen 

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Gehstrecken ohne Gewichtsbelastung und kurzen Stehepisoden ist der 

Beschwerdeführer gestützt auf die kreisärztliche Beurteilung vom 31. August 2015 

(Suva-act. 244) hingegen zu 100% arbeitsfähig. Es sind den Akten keine Anhaltspunkte 

zu entnehmen, aufgrund derer diese nachvollziehbare und unbestritten gebliebene 

Zumutbarkeitsbeurteilung in Zweifel zu ziehen wäre. Damit ist vorliegend davon 

auszugehen, dass in adaptierten Tätigkeiten medizinisch-theoretisch eine 100%ige 

Arbeitsfähigkeit besteht.

4.   

4.1  Ausgehend von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten ist der 

Invaliditätsgrad zu ermitteln.

4.2  Bei der Festlegung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte 

Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns – vorliegend am 1. Oktober 

2015 – nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 

tatsächlich verdient hätte (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 28. April 2015, 

8C_612/2014, E. 4.2.2.1 mit Hinweisen). Der Beschwerdeführer war seit dem Jahr 1970 

in der als Familienbetrieb geführten Zimmerei als Zimmermann und ab 1988 zusätzlich 

als Geschäftsführer tätig (Suva-act. 38, 182-2, vgl. auch den Handelsregisterauszug, 

IV-act. 78). Er machte geltend, dass er vor Eintritt des Gesundheitsschadens einen 

monatlichen Bruttolohn von Fr. 6‘250.00 erzielt habe (vgl. das Schreiben vom 17. 

Dezember 2015, Suva-act. 263). Die Beschwerdegegnerin stellte im angefochtenen 

Einspracheentscheid auf diese Angabe ab und ging davon aus, dass der 

Beschwerdeführer ohne Unfallfolgen ein Jahreseinkommen von Fr. 81‘250.00 (Fr. 

6‘250.00 x 13) erzielen könnte (Suva-act. 299-8 f., act. G 3). Weder aus den 

vorliegenden betriebswirtschaftlichen bzw. erwerblichen Unterlagen (vgl. Suva-act. 

250, 264-2 ff., IV-act. 49 ff.) noch aus den Ausführungen des Beschwerdeführers 

ergeben sich Hinweise darauf, dass er vor dem Unfallereignis ein höheres Einkommen 

erzielt hat. Es ist gerechtfertigt, davon auszugehen, dass dieses Einkommen seine 

Erwerbsfähigkeit bzw. sein Erwerbspotential ohne Gesundheitsbeeinträchtigung 

zuverlässig wiederspiegelt. Das von der Beschwerdegegnerin festgesetzte 

Valideneinkommen von Fr. 81‘250.00 ist deshalb nicht zu beanstanden.

4.3 

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4.3.1      Der Beschwerdeführer macht geltend, dass er seinen Betrieb aufgrund der 

Unfallfolgen Anfang 2015 an seinen Sohn habe übergeben müssen. Seine Arbeitskraft 

als Arbeitnehmer werde realistischerweise insbesondere aufgrund seines Alters und 

der kurzen Aktivitätsdauer nicht mehr nachgefragt. Damit fehle es an einer 

wirtschaftlich verwertbaren Resterwerbfähigkeit und es liege eine vollständige 

Erwerbsunfähigkeit vor (act. G 1 S. 6 ff., act. G 5 S: 2 f.).

4.3.2      Für die Invaliditätsbemessung ist nicht massgeblich, ob eine invalide Person 

unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig, 

ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn ein 

Gleichgewicht von Angebot an und Nachfrage nach Arbeitskräften bestünde 

(ausgeglichener Arbeitsmarkt, Art. 16 ATSG). An der Massgeblichkeit des theoretisch 

ausgeglichenen Arbeitsmarktes vermag auch der Umstand nichts zu ändern, dass es 

für die versicherte Person im Einzelfall schwierig oder gar unmöglich ist, im 

tatsächlichen Arbeitsmarkt eine entsprechende Stelle zu finden. Der ausgeglichene 

Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und 

Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von 

Seiten des Arbeitgebers rechnen können. Eine Unverwertbarkeit der 

Restarbeitsfähigkeit ist hingegen in denjenigen Fällen anzunehmen, in denen die 

zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der 

ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem 

Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden 

einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (Urteil 

des Bundesgerichts vom 28. November 2014, 9C_485/2014, E. 2 und E. 3.3.1 mit 

Hinweisen).

4.3.3      Der Beschwerdeführer war im massgeblichen Zeitpunkt der kreisärztlichen 

Beurteilung vom 31. August 2015 (vgl. dazu BGE 138 V 457 E. 3.3 und 3.4) __ Jahre alt. 

Dass eine versicherte Person lediglich zufolge ihres Alters keine ihrer gesundheitlichen 

Beeinträchtigung angepasste Arbeit mehr findet, ist ein Problem der Arbeitslosigkeit 

und nicht der Invalidität. In der bundesgerichtlichen Rechtsprechung wird das 

fortgeschrittene Alter, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, jedoch als 

Kriterium anerkannt, das zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen 

Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene 

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Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht 

mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die 

Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumutbar ist. Gemäss der Rechtsprechung lässt 

sich der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene 

Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, nicht nach 

einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den Umständen des Einzelfalls 

ab. Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und 

seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem 

Zusammenhang auch die Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und 

Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von 

Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

vom 22. März 2012, 9C_153/2011, E. 3.1 mit Hinweisen).

4.3.4      Das Alter des Beschwerdeführers schliesst für sich allein die Verwertbarkeit 

seiner Restarbeitsfähigkeit somit nicht aus. Im Falle des Beschwerdeführers ist 

zusätzlich zu berücksichtigen, dass er in medizinischer Hinsicht in einer adaptierten 

Tätigkeit voll arbeitsfähig ist und der ausgeglichene Arbeitsmarkt auch unter 

Berücksichtigung der kreisärztlich aufgestellten Adaptionskriterien (vorwiegend 

sitzende Tätigkeit unterbrochen von kurzen Gehstrecken und Stehepisoden; vgl. 

vorstehende E. 3) ein hinreichend grosses Angebot an Betätigungsmöglichkeiten 

bietet. Dies umso mehr, als an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und 

Verdienstaussichten praxisgemäss nicht übermässige Anforderungen zu stellen sind 

(vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichtes vom 18. Februar 2009, 9C_941/2008, E. 

3.5). Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer über eine fundierte Berufsausbildung 

und über gute sprachliche und intellektuelle Ressourcen verfügt und durch seine 

langjährige Tätigkeit in seiner Zimmerei vertiefte fachliche Kenntnisse erworben hat. 

Insgesamt ist damit im vorliegenden Fall trotz des fortgeschrittenen Alters des 

Beschwerdeführers von einer Verwertbarkeit seiner Restarbeitsfähigkeit auszugehen. 

Diesbezüglich ist anzumerken, dass, obwohl der Beschwerdeführer als Berufsmann 

grundsätzlich einen Anspruch darauf hätte, Umschulungsmassnahmen aufgrund seines 

Alters als unverhältnismässig zu erachten sind und damit ausser Betracht fallen. 

Dennoch ist es dem Beschwerdeführer im Rahmen der ihm obliegenden 

Schadenminderungspflicht zumutbar, eine leidensadaptierte Hilfsarbeit aufzunehmen. 

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Zwar ist dies beruflich mit einem Abstieg verbunden; dies ist jedoch in Kauf zu nehmen 

bzw. nicht durch Invalidenleistungen zu verhindern.

4.4 

4.4.1      Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-

erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist 

kein tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte 

Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich 

zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der 

Rechtsprechung entweder die sogenannten DAP-Zahlen (DAP = Dokumentation von 

Arbeitsplätzen der Suva) oder die LSE-Tabellenlöhne herangezogen werden (BGE 135 

V 297 E. 5.2 mit Hinweisen).

4.4.2      Die Beschwerdegegnerin zog bei der Bemessung des Invalideneinkommens 

den Durchschnittslohn gemäss Tabelle TA1, Kompetenzniveau 2, Total, Männer, der 

Lohnstrukturerhebungen (LSE) 2014 von Fr. 5‘560.00 heran und errechnete unter 

Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung bis 2015 sowie eines 

Tabellenlohnabzugs von 10% ein Invalideneinkommen von Fr. 63‘981.00. Das 

Abstellen auf das Kompetenzniveau 2 (Praktische Tätigkeiten wie Verkauf, Pflege, 

Datenverarbeitung, Administration, Bedienen von Maschinen und elektronischen 

Geräten, Sicherheitsdienst, Fahrdienst) ist vorliegend jedoch nicht überzeugend 

begründbar (vgl. diesbezüglich den ähnlich gelagerten Fall eines Plattenlegers, Urteil 

des Bundesgerichtes vom 14. Juni 2018, 8C_227/2018, E. 4.2.2, bzw. den Entscheid 

des Versicherungsgerichtes des Kantons St. Gallen vom 25. Januar 2018, UV 2016/69, 

E. 5.3; vgl. auch Urteil des Bundesgerichtes vom 11. Oktober 2017, 8C_457/2017, E. 

6.3). Wie der Beschwerdeführer plausibel darlegt, war er vor Eintritt der 

Gesundheitsbeeinträchtigung in seiner eigenen Unternehmung hauptsächlich auf dem 

Bau und in der Werkstatt, mithin handwerklich tätig und führte lediglich im Rahmen von 

etwa 10% Büroarbeiten aus. Aus den Akten ergeben sich sodann keine Anhaltspunkte 

dafür, dass der Beschwerdeführer über die übliche Geschäftsführertätigkeit in einem 

Kleinbetrieb hinausgehende betriebswirtschaftliche Kenntnisse erworben hätte, die er 

in einer Arbeitnehmertätigkeit nutzbringend einsetzen könnte (vgl. act. G 1 S. 6, act. G 

5 S. 2, vgl. Suva-act. 38 f., 48; vgl. auch den Arbeitgeberfragebogen vom 2. Mai 2016, 

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IV-act. 73). Es rechtfertigt sich deshalb entgegen der Argumentation der 

Beschwerdegegnerin, beim Invalideneinkommen auf das Kompetenzniveau 1 

abzustellen. Danach ergibt sich ein Invalideneinkommen von Fr. 66‘653.00 (LSE 2014, 

TA 1, Männer, Fr. 5‘312.00 x 12, angepasst an die betriebsübliche wöchentliche 

Arbeitszeit und die Nominallohnentwicklung bis 2015). Der von der 

Beschwerdegegnerin vorgenommene Tabellenlohnabzug von 10% ist nicht zu 

beanstanden, da auf der einen Seite zwar offenkundig ein Konkurrenznachteil 

gegenüber gesunden Arbeitnehmern besteht, auf der anderen Seite die 

gesundheitlichen Einschränkungen des Beschwerdeführers aber im Wesentlichen 

bereits in das Zumutbarkeitsprofil und damit die Arbeitsfähigkeitsschätzung 

eingeflossen sind. Insgesamt ergibt sich somit ein Invalideneinkommen von Fr. 

59‘969.70.

4.5  Bei einem Valideneinkommen von Fr. 81‘250.00 und einem Invalideneinkommen 

von Fr. 59‘969.70 resultiert ein Invaliditätsgrad von 26%.

5.   

5.1  Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde teilweise 

gutzuheissen, der Einspracheentscheid vom 10. Januar 2017 aufzuheben und dem 

Beschwerdeführer ab 1. Oktober 2015 eine Invalidenrente auf der Basis eines 

Invaliditätsgrades von 26% auszurichten. Zur Festsetzung und Ausrichtung der 

Rentenleistung wird die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

5.2  Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

5.3  Dem Verfahrensausgang entsprechend hat der obsiegende Beschwerdeführer 

Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG). Die Parteientschädigung 

ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei insbesondere der Bedeutung der 

Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen ist. In der Verwaltungsrechtspflege 

beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der 

Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten (HonO; sGS 963.75) pauschal 

Fr. 1'000.00 bis Fr. 12'000.00. Mit Blick auf vergleichbare Fälle ist der Aufwand 

aufgrund der eingeschränkten Streitfrage und wegen der Fallkenntnis in der 

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invalidenversicherungsrechtlichen Streitigkeit (Entscheid des Versicherungsgerichtes 

des Kantons St. Gallen, IV 2016/405, vom 11. September 2018) unterdurchschnittlich, 

weshalb eine Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'000.00 (einschliesslich 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen erscheint.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.   

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Einspracheentscheid 

vom 10. Januar 2017 aufgehoben und dem Beschwerdeführer ab 1. Oktober 2015 eine 

Invalidenrente auf der Basis eines Invaliditätsgrades von 26% zugesprochen. Zur 

Festsetzung und Ausrichtung der Rentenleistung wird die Sache an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.   

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.   

Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer mit Fr. 3‘000.00 (einschliesslich 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

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