# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0ffceebe-69b7-56a1-9863-ad75a75e2654
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-03-31
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 31.03.2017 SB160101
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB160101_2017-03-31.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB160101-O/U/ad 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, Oberrichterin lic. iur. Wasser-

Keller und Ersatzoberrichter lic. iur. Wenker sowie Gerichtsschreiber 

lic. iur. Hafner 

 

Urteil vom 31. März 2017 

 

in Sachen 

 

A._____,  

Beschuldigter und Berufungskläger 

 

verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X1._____, 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend qualifizierte Erpressung etc. 
 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 2. Abteilung, vom  
2. Dezember 2015 (DG150199) 

 

-   2   - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 2. Juli 2015 

ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 33). 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

- der qualifizierten Erpressung im Sinne von Art. 156 Ziffer 1 und 2 sowie 

teilweise Ziffer 3 StGB, 

- des Wuchers im Sinne von Art. 157 Ziffer 1 Abs. 1 StGB, 

- des Verbrechens im Sinne des Betäubungsmittelgesetzes nach Art. 19 

Abs. 1 lit. c in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG, 

- des mehrfachen Vergehens im Sinne des Waffengesetzes nach Art. 33 

Abs. 1 lit. a WG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 lit. a und d WG. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 5 Jahren und 9 Monaten Freiheitsstrafe, 

wovon bis und mit heute 419 Tage durch Haft sowie durch vorzeitigen Straf-

vollzug erstanden sind. 

3. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV vom 23. Juni 2015 beschlag-

nahmten Gegenstände, 

- 1 Mobiltelefon, Nokia, Schwarz, IMEI: ... (A007'542'383) inkl. eingesetz-
ter SIM-Karte mit der Rufnummer: ... sowie 

- 1 SIM-Karte, Lycamobile, Rufnummer "...",  

 werden eingezogen und der Lagerbehörde zur gutscheinenden Verwendung 

überlassen.  

4. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV vom 23. Juni 2015 beschlag-

nahmte Streckmittel, ca. 35.7 Gramm (A007'542'430), wird eingezogen und 

der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen.  

-   3   - 

5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger Schadenersatz im Be-

trag von Fr. 115'900.– zuzüglich Zins von 5 % ab 10. Oktober 2014 zu be-

zahlen. 

Im Mehrbetrag wird das Schadenersatzbegehren des Privatklägers auf den 

Zivilweg verwiesen. 

Es wird vorgemerkt, dass der Beschuldigte das Schadenersatzbegehren des 

Privatklägers im Umfang von Fr. 49'800.– zuzüglich Zins von 5 % ab 10. Ok-

tober 2014 anerkannt hat. 

6. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger eine Genugtuung von 

Fr. 9'000.– zuzüglich Zins von 5 % ab 10. Oktober 2014 zu bezahlen. Im 

Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

7. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 6'000.00 ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 12'000.00   Gebühr Strafuntersuchung  

Fr. 620.00   Auslagen Untersuchung 

Fr. 15'430.60   unentgeltliche Rechtsvertretung  

Fr. 17'346.85   ehemalige amtliche Verteidigung 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

8. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, einschliess-

lich der Kosten der zeitweiligen amtlichen Verteidigung und der unentgeltli-

chen Rechtsverbeiständung der Privatklägers, werden dem Beschuldigten 

auferlegt. Die Kosten der zeitweiligen amtlichen Verteidigung und jene der 

unentgeltlichen Rechtsverbeiständung des Privatklägers werden auf die Ge-

richtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss 

Art. 135 Abs. 4 und Art. 426 Abs. 4 StPO. 

9. Mitteilungssatz. 

10. Rechtsmittel.  

 

-   4   - 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

(Urk. 83 S. 2) 

1. Es sei der Beschuldigte und Berufungskläger im Sinne der Anklage 

schuldig zu sprechen. 

2. Es sei der Beschuldigte zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 3 Jah-

ren Freiheitsentzug zu bestrafen. 

3. Es seien die bis heute erstandene Untersuchungs-, Sicherheitshaft so-

wie der bis heute vollzogene vorzeitige Strafvollzug anzurechnen. 

4. Es sei der Beschuldigte zu verpflichten, dem Privatkläger eine ange-

messene Genugtuung zu leisten, mindestens aber Fr. 9'000.– für die 

erlittene Unbill. 

5. Es sei der Beschuldigte zu verpflichten, dem Privatkläger Schadener-

satz in der Höhe von Fr. 115'900.– zuzüglich Zins von 5 % seit 10. Ok-

tober 2014 zu bezahlen. 

6. Im Übrigen sei das Schadenersatzbegehren auf den Zivilweg zu ver-

weisen. 

7. Es seien die Kosten der Verfahren dem Beschuldigten aufzuerlegen, 

doch aufgrund offensichtlicher Uneinbringlichkeit definitiv abzuschrei-

ben. 

b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich:  

(Urk. 84 S. 1) 

Vollumfängliche Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

-   5   - 

c) Des Vertreters der Privatklägerschaft: 

(Urk. 85 S. 2) 

1. Die Berufung des Beschuldigten und Berufungsklägers sei vollumfäng-

lich abzuweisen und das Urteil der Vorinstanz sei zu bestätigen; 

2. das Berufungsurteil sei in vollständiger Ausführung dem Privatkläger 

mitzuteilen; 

3. dem Privatkläger sei auch im Berufungsverfahren die unentgeltliche 

Prozessführung zu bewilligen und in der Person des Sprechenden wei-

terhin ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen; 

4. die Kosten seien dem Beschuldigten und Berufungskläger aufzuerle-

gen. 

 

________________________ 

Erwägungen: 

I.  Prozessgeschichte und Umfang der Berufung 

1. Vorinstanzliches Urteil 

1.1. Mit Urteil vom 2. Dezember 2015 sprach das Bezirksgericht Zürich, 2. Abtei-

lung, den Beschuldigten der qualifizierten Erpressung im Sinne von Art. 156 Zif-

fern 1 und 2 sowie teilweise Ziffer 3 StGB, des Wuchers im Sinne von Art. 157 Zif-

fer 1 Abs. 1 StGB, des Verbrechens im Sinne des Betäubungsmittelgesetzes 

nach Art. 19 Abs. 1 lit. c in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG sowie des 

mehrfachen Vergehens im Sinne des Waffengesetzes nach Art. 33 Abs. 1 lit. a 

WG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 lit. a und d WG für schuldig. Der Beschuldigte 

-   6   - 

wurde mit 5 Jahren und 9 Monaten Freiheitsstrafe bestraft, wovon im Urteilszeit-

punkt 419 Tage durch Haft sowie durch vorzeitigen Strafvollzug erstanden waren. 

Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV vom 23. Juni 2015 beschlagnahmten 

Gegenstände wurden eingezogen und der Lagerbehörde zur gutscheinenden 

Verwendung (ein Mobiltelefon sowie zwei SIM-Karten) bzw. zur Vernichtung 

(Streckmittel) überlassen. Der Beschuldigte wurde verpflichtet, dem Privatkläger 

Schadenersatz im Betrag von Fr. 115'900.– zuzüglich Zins von 5 % ab 

10. Oktober 2014 zu bezahlen. Im Mehrbetrag wurde das Schadenersatzbegeh-

ren des Privatklägers auf den Zivilweg verwiesen. Dabei wurde vorgemerkt, dass 

der Beschuldigte das Schadenersatzbegehren des Privatklägers im Umfang von 

Fr. 49'800.– zuzüglich Zins von 5 % ab 10. Oktober 2014 anerkannt hat. Der Be-

schuldigte wurde ferner verpflichtet, dem Privatkläger eine Genugtuung von 

Fr. 9'000.– zuzüglich Zins von 5 % ab 10. Oktober 2014 zu bezahlen. Im Mehrbe-

trag wurde das Genugtuungsbegehren abgewiesen. Die Kosten der Untersu-

chung und des gerichtlichen Verfahrens, einschliesslich der Kosten der zeitweili-

gen amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung des 

Privatklägers, wurden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der zeitweiligen 

amtlichen Verteidigung und jene der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung des 

Privatklägers wurden demgegenüber unter dem Vorbehalt einer Nachforderung 

gemäss Art. 135 Abs. 4 und Art. 426 Abs. 4 StPO auf die Gerichtskasse genom-

men. 

1.2. Gegen das Urteil wurde seitens der damaligen erbetenen Verteidigung mit 

Eingabe vom 7. Dezember 2015 rechtzeitig Berufung angemeldet (vgl. Urk. 65). 

Mit Eingabe vom 26. Januar 2016 legte der erbetene Verteidiger, Rechtsanwalt 

lic. iur. X2._____, sein Mandat nieder (Urk. 71). Die schriftliche Berufungserklä-

rung wurde daraufhin seitens der neuen erbetenen Verteidigung des Beschuldig-

ten, Rechtsanwalt lic. iur. X1._____, mit Eingabe vom 19. Februar 2016 erstattet 

(Urk. 75). 

1.3. Mit Präsidialverfügung vom 16. März 2016 wurde der Staatsanwaltschaft 

sowie dem Privatkläger unter Zustellung einer Kopie der Berufungserklärung der 

-   7   - 

Verteidigung Frist angesetzt, um Anschlussberufung zu erheben oder Nichteintre-

ten auf die Berufung zu beantragen (Urk. 77). 

1.4. Seitens der Staatsanwaltschaft wurde mit Eingabe vom 23. März 2016 er-

klärt, dass auf Anschlussberufung verzichtet und die Bestätigung des vorinstanzli-

chen Urteils beantragt werde (Urk. 79). Der Privatkläger liess mit Eingabe vom 

11. April 2016 erklären, dass auf Anschlussberufung verzichtet werde und kein 

Nichteintreten auf die Berufung beantragt werde. Ferner stellte er den Antrag, die 

Berufung des Beschuldigten vollumfänglich abzuweisen und das vorinstanzliche 

Urteil, unter Kostenfolge zulasten des Beschuldigten, zu bestätigen (Urk. 80). 

1.5. Am 10. November 2016 ergingen die Vorladungen an die Staatsanwalt-

schaft, den Privatkläger und den Beschuldigten zur heutigen Berufungsverhand-

lung (vgl. Urk. 81). 

2. Umfang der Berufung 

Die Verteidigung hat ihre Berufung auf die Dispositivziffern 2 und 5 beschränkt.  

Die Dispositiv- Ziffern 1, 3, 4, 6, sowie 7 und 8 des erstinstanzlichen Urteils wur-

den demgegenüber nicht angefochten und sind daher in Rechtskraft erwachsen, 

was vorab mit Beschluss festzustellen ist. 

3. Prozessuales 

Auf die Stellung von Beweisanträgen wurde seitens der Parteien verzichtet 

(Prot. II S. 5 und S. 16). Prozessuale Einwendungen wurden nicht vorgebracht 

(vgl. dazu Prot. II S. 5). 

II.   Sanktion 

1. Strafrahmen 

1.1. Die tat- und täterangemessene Strafe ist – wie seitens der Vorinstanz zutref-

fend festgehalten (Urk. 74 E. IV.1.) – grundsätzlich innerhalb des ordentlichen 

Strafrahmens der schwersten anzuwendenden Strafbestimmung festzusetzen. 

-   8   - 

Dieser Rahmen ist vom Gesetzgeber in aller Regel sehr weit gefasst worden, um 

sämtlichen konkreten Umständen Rechnung zu tragen. In casu drängt sich – mit 

der Vorinstanz (Urk. 74 E. IV.2.) – denn auch keine Erweiterung des ordentlichen 

Strafrahmens auf.  

1.2. Vorliegend besteht – mit der Vorinstanz (Urk. 74 E. IV.1. u. 2.) – hinsichtlich 

der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von 

Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG die höchs-

te abstrakte Strafandrohung, nämlich Freiheitsstrafe von nicht unter einem Jahr 

bis zu 20 Jahren, womit eine Geldstrafe verbunden werden kann. Hiervon ist vor-

liegend auszugehen. Bei der Bildung der Gesamtstrafe nach Art. 49 Abs. 1 StGB 

hat der Richter in einem ersten Schritt den Strafrahmen für die schwerste Straftat 

zu bestimmen und alsdann die Einsatzstrafe für diese Tat, unter Einbezug aller 

straferhöhenden und strafmindernden Umstände, innerhalb dieses Strafrahmens 

festzusetzen. In einem zweiten Schritt hat er diese Einsatzstrafe unter Einbezug 

der anderen Straftaten in Anwendung des Asperationsprinzips angemessen zu 

einer Gesamtstrafe zu erhöhen, wobei er ebenfalls den jeweiligen Umständen 

Rechnung zu tragen hat (BGE 127 IV 101 E. 2b mit Hinweis; Urteil 6B_460/2010 

vom 4. Februar 2011 E. 3.3.4 mit Hinweis, nicht publ. in: BGE 137 IV 57).  

1.3. Die Bildung einer Gesamtstrafe im Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB ist nur bei 

gleichartigen Strafen möglich. Ungleichartige Strafen sind kumulativ zu verhän-

gen, da das Asperationsprinzip nur greift, wenn mehrere gleichartige Strafen aus-

gesprochen werden. Geld- und Freiheitsstrafe sind keine gleichartigen Strafen im 

Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB (BGE 137 IV 57 E. 4.3.1; Trechsel/Affolter-Eijsten, 

in: Praxkomm. StGB, a.a.O., N 7 zu Art. 49 StGB). Die Voraussetzungen von 

Art. 49 Abs. 1 StGB sind erfüllt, wenn das Gericht im konkreten Fall für jeden ein-

zelnen Normverstoss gleichartige Strafen ausfällt. Dass die anzuwendenden 

Strafbestimmungen abstrakt gleichartige Strafen androhen, genügt nicht (BGE 

138 IV 120 E. 5.2). Für Strafen von weniger als sechs Monaten ist grundsätzlich 

eine Geldstrafe oder gemeinnützige Arbeit auszusprechen (Art. 34 Abs. 1, Art. 37 

Abs. 1, Art. 40 und 41 Abs. 1 StGB). Für Strafen von sechs Monaten bis zu einem 

Jahr sieht das Gesetz die Geldstrafe und die Freiheitsstrafe vor (Art. 34 und 40 

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StGB). Zwar stellt die Geldstrafe die Hauptsanktion dar. Sie ist aber nicht die al-

lein mögliche Strafe. Allgemein sind für die Wahl der Sanktionsart die Kriterien, 

die sich aus Art. 47 StGB herleiten lassen, heranzuziehen, namentlich das Ge-

wicht der Tat und das Verschulden des Täters. Grundsätzlich gilt, dass die Strafe 

umso schwerer ausfällt, je grösser das Verschulden ist (MATHYS, Leitfaden Straf-

zumessung, Basel 2016, N 350-351). Als wichtiges Kriterium sind weiter die 

Zweckmässigkeit einer bestimmten Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Täter 

und sein soziales Umfeld sowie ihre präventive Effizienz zu berücksichtigen (BGE 

134 IV 97 E. 4.2). Da Art. 41 StGB in erster Linie bezweckt, dass kein Freiheits-

entzug von weniger als sechs Monaten angeordnet wird, stellt sich dieses Prob-

lem bei der Bildung einer Gesamtstrafe nicht, wenn als Einsatzstrafe für die 

schwerste Straftat eine Freiheitsstrafe festgesetzt und deren Dauer für die weite-

ren Delikte angemessen erhöht wird, solange die Gesamtstrafe mindestens sechs 

Monate beträgt. Massgebend ist die Dauer der Strafe, welche der Beschuldigte al-

lenfalls zu verbüssen hat (Urteil 6B_1246/2015 vom 9. März 2016 E. 1.2.2 mit 

Hinweisen; MATHYS, a.a.O., N 363). 

1.4. Die von der Vorinstanz vorgenommene Bildung einer Deliktsgruppe mit der 

fortgesetzten Erpressung, dem Wucher und der Vergehen im Sinne des Waffen-

gesetzes bei der Verschuldensbewertung (Urk. 74 E. IV.3.) ist im Lichte der bun-

desgerichtlichen Rechtsprechung (Urteil des Bundesgerichts vom 3. Juni 2016, 

6B_51/2016 E. 2.) grundsätzlich nicht zu beanstanden. In casu erweist sich die 

Bildung einer Deliktsgruppe allerdings angesichts der anzuwendenden methodi-

schen Abweichungen bei der Strafzumessung nicht als zweckmässig. 

1.5. Entgegen der Vorinstanz (Urk. 74 E. IV.3.) ist vorab nämlich die Einsatzstra-

fe für die Straftat festzusetzen, deren Strafrahmen abstrakt die höchste Strafan-

drohung darstellt. In casu ist das – wie zuvor erwähnt (E. 1.2.) – die qualifizierte 

Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 

lit. c BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG. Erst in einem zweiten 

Schritt sind die anderen Straftaten in Anwendung des Asperationsprinzips ange-

messen zu einer Gesamtstrafe zu erhöhen, auch wenn diese zum Teil verschul-

densmässig schwerer wiegen sollten (so indes die Vorinstanz: Urk. 74 E. IV.3.).  

-   10   - 

2. Strafzumessungsfaktoren 

Von der Vorinstanz wurden im Weiteren die zu den Kriterien der Strafzumessung 

nötigen theoretischen Ausführungen gemacht. Darauf und auf die aktuelle Recht-

sprechung des Bundesgerichts zum Thema (BGE 136 IV 55 E. 5.4. ff.; 135 IV 130 

E. 5.3.1; 132 IV 102 E. 8.1; je mit Hinweisen) kann vorab verwiesen werden. Zu-

treffend wurde auch festgehalten, dass zwischen der Tat- und Täterkomponente 

sowie der objektiven und subjektiven Tatschwere zu unterscheiden ist (s. Urk. 74 

E. IV.1.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Korrekt und im Einklang mit der bundesgerichtli-

chen Rechtsprechung (Entscheid vom 25. März 2010 6B_865/2009 E. 1.6.1.) 

wurde seitens der Vorinstanz im Übrigen vorgesehen (Urk. 74 E. IV.6.), die Täter-

komponente für alle Delikte erst nach Festlegung der (hypothetischen) Gesamt-

strafe gesamthaft zu würdigen. 

3. Qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 

3.1. Objektive Tatschwere 

Hinsichtlich der Beurteilung der objektiven Tatschwere ist vorab massgebend, 

dass es sich bei den vom Beschuldigten vermittelten insgesamt 90 Gramm rei-

nem Kokain um eine Menge handelt, welche zweifellos die Gesundheit vieler 

Menschen einer Gefahr im Sinne von Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG aussetzt und die 

vom Bundesgericht festgesetzte Grenze für einen schweren Fall von 18 Gramm 

(vgl. BGE 109 IV 145) deutlich übersteigt. Der Beschuldigte vermittelte das Koka-

in wiederholt, in immerhin sechs Fällen, über einen längeren Zeitraum von rund 

eineinhalb Jahren (und entgegen der Vorinstanz nicht von 7 Monaten: Urk. 74 

E. IV.5.1.) hinweg zwischen ca. drei Drogenverkäufern und unbekannten Drogen-

konsumenten, meistens im Bereich von Clubs an der Langstrasse in Zürich 

(Urk. 14/6 S. 11). Mit der Vorinstanz (Urk. 74 E. IV. 5.1.) ist festzustellen, dass der 

Beschuldigte Kommissionsgeschäfte abschloss, ohne – zumindest in ersichtlicher 

Weise – direkten Zugriff auf grössere Mengen Kokain zu haben oder eng in eine 

Organisationsstruktur ein- oder weisungsgebunden zu sein. Diese Umstände wir-

ken sich zu seinen Gunsten aus, weil er dadurch über ein lediglich geringes Mass 

an Kontrolle über den Drogenhandel bzw. die gehandelten Mengen zu verfügen 

-   11   - 

schien. Mit der Vorinstanz (Urk. 74 E. IV.5.1.) ist deshalb davon auszugehen, 

dass der Beschuldigte hierarchisch eine Stellung im eher unteren Bereich des 

Drogenhandels einnahm, auch wenn er finanziell von immerhin jeweils Fr. 400.– 

pro vermitteltem Kokaingeschäft profitierte. Der von ihm erzielte Gesamtumsatz 

von Fr. 2'400.– über einen Zeitraum von rund eineinhalb Jahren gestaltete sich al-

lerdings bescheiden. Vor dem Hintergrund des weiten Strafrahmens ist das objek-

tive Tatverschulden – entgegen der Vorinstanz (Urk. 74 E. IV.5.1.) – als noch 

leicht zu bezeichnen. Es rechtfertigt sich, hierfür eine (hypothetische) Einsatzstra-

fe von 18 Monaten Freiheitsstrafe zu veranschlagen. 

3.2. Subjektive Tatschwere 

Hinsichtlich der Bewertung der subjektiven Tatschwere ist massgebend, dass der 

Beschuldigte aus rein finanziellen, d.h. egoistischen Motiven handelte, da er 

durch die Vermittlung des Kokains eine Provision verdienen wollte (s. auch 

Urk. 14/6 S. 11 und Urk. 83 S. 4). Nicht verschuldenserschwerend wirkt sich der 

Umstand aus, dass der Beschuldigte mit direktem Vorsatz handelte. Insgesamt 

vermag – mit der Vorinstanz: Urk. 74 E. IV.5.1. – die subjektive Tatschwere die 

objektive nicht zu relativieren, weshalb es bei einer Freiheitsstrafe von 18 Mona-

ten bleibt. 

4. Qualifizierte Erpressung 

4.1. Objektive Tatschwere 

4.1.1. Hinsichtlich der Beurteilung der objektiven Tatschwere der Erpressung fal-

len mehrere Umstände verschuldenserschwerend ins Gewicht: Die Vielzahl an 

Erpressungsvorfällen, die dadurch erzielte Deliktssumme sowie die an den Tag 

gelegte brutale Vorgehensweise des Beschuldigten und die sich dadurch erge-

bende einschneidende negative Wirkung auf das Leben des Privatklägers. 

4.1.2. Vorliegend gab es über eine Zeitspanne von rund 16 Monaten die hohe 

Zahl von 13 Erpressungsvorfällen, was sich deutlich verschuldenserschwerend 

auswirkt. Die hohe Intensität des deliktischen Verhaltens des Beschuldigten zeigt 

-   12   - 

sich nicht nur daran, sondern überdies auch an seiner rücksichtslosen Vorge-

hensweise, auf welche noch detaillierter einzugehen sein wird. 

4.1.3. Der Beschuldigte erpresste aus dem Privatkläger insgesamt einen Betrag 

von Fr. 121'900.–, was eine nicht unbeträchtliche Summe darstellt. Auch fällt 

strafschärfend ins Gewicht, dass sich der Privatkläger die Gelder – von immerhin 

durchschnittlich jeweils mehr als Fr. 9'000.– – nicht leichthin verfügbar machen 

konnte, sondern ausnahmslos auf die finanzielle Unterstützung Dritter, insbeson-

dere seiner Mutter, aber sogar auch seines Arbeitgebers (8. Erpressungsvorfall) 

angewiesen war. Diese finanzielle Notlage war für den Beschuldigten von Anfang 

an auch deshalb erkennbar, weil der Privatkläger bereits hinsichtlich des gegen-

über ihm im Jahr 2013 begangenen Wuchers des Beschuldigten (vgl. nachste-

hend unter E. 5.) nicht in der Lage war, jenem die überrissenen Zinsforderungen 

vollständig zu erstatten. 

4.1.4. Das Vorgehen des Beschuldigten erweist sich in mehrfacher Hinsicht als 

brutal und rücksichtslos. Das Verhalten des Beschuldigten kann deshalb – mit der 

Vorinstanz (Urk. 74 E. IV.4.1.) – als berechnend, kaltblütig und professionell be-

zeichnet werden: Der Inhalt der seitens des Beschuldigten ausgestossenen Dro-

hungen ist hierfür bezeichnend: So stellte er dem Privatkläger jeweils massive 

Verletzungen für Leib und Leben in Aussicht (er werde "drunter cho" und "Prob-

leme erhalten", er werde "zum Krüppel" geschlagen), welche aber nicht nur jenen 

selbst, sondern auch seine Familie betrafen: So machte er mehrmals geltend, den 

Vater und Bruder des Privatklägers aufzuschlitzen bzw. abzustechen und dessen 

Mutter zu vergewaltigen bzw. ihnen ein schweres Leid zuzufügen. Auch machte 

der Beschuldigte vor der Bedrohung weiterer Bezugspersonen des Privatklägers 

nicht halt: So bedrohte er dessen Kollegen B._____ unter anderem damit, ihm ein 

paar Kugeln ins Bein zu schiessen und ihn rollstuhlreif zu schlagen (8. Erpres-

sungsvorfall). Es ist augenfällig, dass es der Beschuldigte – um dem Privatkläger 

die Ernsthaftigkeit der Drohungen klar zu machen – nicht bei der blossen Formu-

lierung der in Aussicht gestellten Übel beliess, sondern überdies auch die peri-

pheren Umstände beschrieb (entsprechend die Vorinstanz: Urk. 74 E. IV.4.1.). So 

führte er aus, wie viel Freude es ihm bereiten würde, den Privatkläger "zum Krüp-

-   13   - 

pel" zu schlagen und dass der Privatkläger dann einen Rollstuhl benützen müsste 

und nicht mehr Auto fahren könnte. Wie es die Vorinstanz zutreffend umschrieb 

(Urk. 74 E. IV.4.1.), musste der Privatkläger aufgrund dieser detaillierten und plas-

tischen Umschreibungen davon ausgehen, dass der Beschuldigte sich diese Sze-

narien schon mehrmals durchgedacht hat, und förmlich darauf warte, sie endlich 

wahrmachen zu können.  

4.1.5. Auch schreckte der Beschuldigte nicht davor zurück, anlässlich mehrerer 

Treffen mit dem Privatkläger Waffen (Pistole, Teleskopschlagstock, Pfefferspray) 

und diverse Messer (Security-, Brot- und Fleischmesser) mitzuführen und gegen-

über dem Privatkläger auch wirkungsvoll einzusetzen, wodurch die gegenüber 

diesem aufgebaute Drohkulisse nochmals erheblich verstärkt wurde. Im Einzelnen 

blieb es nicht nur bei der Drohung des Beschuldigten, die Waffen und Messer ge-

gen ihn und mit ihm befreundete und verwandte Personen einzusetzen; in drei 

Fällen ging der Beschuldigte damit auch gezielt tätlich gegen den Privatkläger vor: 

So richtete der Beschuldigte einmal die Klinge des Security Messers gegen den 

Hals des Privatklägers und liess ihn wissen, dass er ihn aufschlitzen werde, wenn 

er seinen Forderungen nicht nachkomme (4. Erpressungsvorfall). Zwei weitere 

Male (11. und 12. Erpressungsvorfall) fuchtelte der Beschuldigte mit einem Brot- 

oder einem Fleischmesser herum und führte Stichbewegungen gegen den Privat-

kläger aus. Einmal ging er darüber hinaus und setzte dem Privatkläger die Mes-

serspitze unmittelbar auf die Brust und stupste jenen damit. Ferner setzte der Be-

schuldigte das Messer gegen den rechten Zeigefinger des Privatklägers und er-

klärte ihm, dass er nun zuerst den Zeigefinger aufschneiden und dann mit der ge-

zackten Klinge des Brotmessers den Fingerknochen absägen werde, wenn der 

Privatkläger seinen Forderungen nicht nachkomme. Dabei blieb es nicht lediglich 

bei der Androhung eines Messereinsatzes: Der Beschuldigte fügte dem Privatklä-

ger vielmehr vor dem Weglegen des Messers noch eine kleine Schnittverletzung 

am Zeigefinger zu, welche nachfolgend zu bluten begann 

(11. Erpressungsvorfall). 

4.1.6. Bezeichnend für das kaltblütige Vorgehen des Beschuldigten sind – mit der 

Vorinstanz (Urk. 74 E. IV.4.1.) – seine Handlungen unterschiedlicher Art, mittels 

-   14   - 

welcher er eine Drohkulisse aufbaute, die wiederum einen immensen psychischen 

Druck auf den Privatkläger erzeugte. Exemplarisch ist hierfür das Vorgehen des 

Beschuldigten bei den zwei Vorfällen mit dem Brot- und dem Fleisch- bzw. Rüst-

messer: Der Beschuldigte baute dabei gekonnt eine perfide Szenerie auf, indem 

er dem Privatkläger Stück für Stück vor Augen führte, was gleich geschehen wer-

de. So nahm der Beschuldigte die Messer, ein Küchentuch und einen Plastiksack 

zur Hand, bedrohte den Privatkläger mit einem der Messer, legte das Küchentuch 

auf den Tisch und stülpte sich den Plastiksack über die Hand, woraufhin er den 

Privatkläger bat, die Hand auf den Tisch zu legen, setzte eines der Messer an 

seinen Finger und erklärte im Detail, was nun geschehen werde (11. Erpres-

sungsvorfall). Doch griff der Beschuldigte nicht nur auf Waffen und Messer zu-

rück, um seinen Drohungen Nachdruck zu verleihen, sondern wandte weitere 

Druckmittel, teilweise unter Anwendung physischer Gewalt an. Einmal packte der 

Beschuldigte den Privatkläger am Kragen und liess jenen wissen, dass er ihn nun 

mitnehmen werde (8. Erpressungsvorfall). Ein anderes Mal versetzte der Be-

schuldigte dem Privatkläger mehrere Fusstritte, ein bis zwei Faustschläge gegen 

die Brust sowie mehrere Ohrfeigen (7. Erpressungsvorfall). Auch suchte der Be-

schuldigte den Privatkläger mehrmals an dessen Arbeitsort auf (12. Erpressungs-

vorfall). Bei mehreren Treffen mit dem Privatkläger (4., 7., 8., 9., 12. und 13. Er-

pressungsvorfall) liess sich der Beschuldigte ferner von mindestens einer weite-

ren mehrheitlich stämmig gebauten männlichen Person begleiten, womit er die 

Ernsthaftigkeit der angedrohten Übel zusätzlich untermauerte. Ausserdem ver-

schärfte er – was ohne Weiteres nachvollziehbar ist – die beim Privatkläger ein-

tretende Wirkung von Angst und Schrecken zusätzlich, weil es der Beschuldigte 

nicht lediglich bei der Bedrohungswirkung, welche bereits durch die blosse physi-

sche Präsenz seiner Begleitpersonen ausging, beliess: So stellte er dem Privat-

kläger nicht nur mehrmals in Aussicht, dass er bzw. seine Leute zu dessen Fami-

lie nach Hause gehen und seinen Vater sowie seinen Bruder abstechen bzw. auf-

schlitzen und seine Mutter vergewaltigen würden, sondern liess die körperliche 

Gewalt auch tatsächlich zu, indem eine der Begleitpersonen dem Privatkläger mit-

tels Fusstritten und einem Faustschlag an der Brust und an den Beinen mehrere 

Hautunterblutungen, welche sich blau verfärbten, zufügte und ihm überdies einen 

-   15   - 

Eckzahn am Unterkiefer abbrach (7. Erpressungsvorfall). Die Unmittelbarkeit der 

Drohungen ergibt sich aber auch daraus, dass der Beschuldigte beispielsweise 

die Personalausweise von Dritten und deren Wohnsitzadresse herausverlangte 

(8. Erpressungsvorfall).  

4.1.7. Die Vorgehensweise des Beschuldigten war denn auch ohne Weiteres ge-

eignet, beim Privatkläger ein Gefühl von grosser Angst hervorzurufen, was für den 

Beschuldigten offensichtlich erkennbar war. Dies zeigt sich beispielsweise daran, 

dass sich der Privatkläger zwischenzeitlich sogar bemüssigt sah, zusammen mit 

seinen Eltern an einem andern Ort, in der Wohnung eines Kollegen, zu übernach-

ten, um der vom Beschuldigten ausgehenden Gefahr auszuweichen 

(8. Erpressungsvorfall). Ausserdem war der Privatkläger auf sein gesamtes ver-

wandtschaftliches, freundschaftliches und sogar berufliches Umfeld angewiesen, 

um sich die erpressten namhaften Geldbeträge beschaffen zu können. Die erheb-

liche Verzweiflung des Privatklägers zeigte sich beispielsweise auch am Um-

stand, dass er aufgrund des seitens des Beschuldigten ausgehenden immensen 

Drucks auch nicht davor zurückschreckte, das Auto seiner Eltern gegen Bargeld 

einzulösen (6. Erpressungsvorfall). Daneben ist nicht ausser Acht zu lassen, dass 

die seitens des Beschuldigten an den Tag gelegte Intensität des delinquenten 

Verhaltens über die lange Zeitspanne von 16 Monaten hinweg den Privatkläger 

nie zur Ruhe kommen liess, was sich weiter erheblich verschuldenserschwerend 

auswirkt. 

4.1.8. In Würdigung dieser wiedergegebenen massgebenden Umstände wiegt 

das objektive Tatverschulden des Beschuldigten als eher schwer.  

4.2. Subjektive Tatschwere 

Hinsichtlich der Bewertung der subjektiven Tatschwere fällt ins Gewicht, dass der 

Beschuldigte in seiner Delinquenz erst durch das Eingreifen der Polizei gestoppt 

wurde. Er handelte aus eigenem, egoistischen Antrieb und nutzte den Privatklä-

ger schamlos aus. Das an den Tag gelegte Vorgehen lässt auf eine hohe krimi-

nelle Energie schliessen. Dass der Beschuldigte mit direktem Vorsatz handelte, 

wirkt sich hinsichtlich des Verschuldens neutral aus. Insgesamt ergeben sich aus 

-   16   - 

der Bewertung der subjektiven Tatschwere – mit der Vorinstanz (Urk. 74 

E. IV.4.2.) – keine Umstände, welche sich relativierend auf das objektive Tatver-

schulden auszuwirken vermögen. 

4.3. Asperation 

Die für die Betäubungsmittel festgesetzte Einsatzstrafe erhöht sich aufgrund der 

qualifizierten Erpressung – unter Berücksichtigung des Asperationsprinzips – auf 

6 Jahre Freiheitsstrafe. 

5. Wucher 

5.1. Objektive Tatschwere 

Hinsichtlich der Beurteilung der objektiven Tatschwere des Wuchers ist augenfäl-

lig, dass der Deliktsbetrag verhältnismässig hoch ist, musste der Privatkläger dem 

Beschuldigten doch dreimal monatliche Zinszahlungen von jeweils Fr. 3'500.– auf 

eine in Frage stehende Schuld von lediglich Fr. 15'000.– entrichten. Die Delikts-

summe ist demnach angesichts des offensichtlichen Missverhältnisses zum ge-

währten Darlehen beträchtlich, auch wenn der nominelle Betrag für sich allein be-

trachtet nicht sehr hoch ist. Demgegenüber blieb es bei lediglich einem einmali-

gen Geschäft. Insgesamt erweist sich das objektive Tatverschulden des Beschul-

digten als gerade noch leicht. 

5.2. Subjektive Tatschwere 

Das Motiv des Beschuldigten war rein finanzieller Art und demnach egoistisch. 

Die kriminelle Energie des Beschuldigten war nicht unerheblich, nutzte er doch 

wissentlich die finanzielle Notlage des Privatklägers aus, da es ihm von Anfang 

klar gewesen sein musste, dass der Privatkläger niemals einen Kredit zu solchen 

Wucherzinsen aufnehmen würde, wenn es ihm möglich gewesen wäre, einen 

normalen Bankkredit aufzunehmen. Alles in allem gesehen vermag die subjektive 

Tatschwere die objektive nicht zu relativieren. 

 

-   17   - 

5.3. Asperation 

Die sich aus der Beurteilung der Betäubungsmitteldelikte und der qualifizierten 

Erpressungen ergebende Strafe erhöht sich angesichts der Erfüllung des Wucher-

tatbestandes asperiert um 4 Monate Freiheitsstrafe. 

6. Vergehen gegen das Waffengesetz 

6.1. Objektive Tatschwere 

Hinsichtlich der Beurteilung der objektiven Tatschwere der Vergehen gegen das 

Waffengesetz ist zu Lasten des Beschuldigten zu berücksichtigen, dass er dies-

bezüglich mehrfach straffällig wurde. Zu seinen Ungunsten fällt auch ins Gewicht, 

dass es sich bei einer der Waffen um eine Faustfeuerwaffe handelt, deren Einsatz 

eine besonders hohe Gefährdung für Leib und Leben von Mitmenschen mit sich 

bringt. Der Beschuldigte besorgte sich die beiden Waffen – nebst der Faustfeuer-

waffe einen Teleskopschlagstock mit einer 30 cm langen, ausfahrbaren Schlagru-

te aus Metall – ca. Ende Sommer 2012, womit er bis zu seiner Verhaftung über 

zwei Jahre – und somit relativ lange – über sie verfügte. Das objektive Tatver-

schulden hinsichtlich der Vergehen gegen das Waffengesetz ist noch als eher 

leicht einzustufen. 

6.2. Subjektive Tatschwere 

Beweggrund des Beschuldigten den Waffenerwerb war, diese zur Einschüchte-

rung seiner Opfer einzusetzen (vgl. Urk. 14/6 S. 8 f.). Er handelte somit aus rein 

egoistischen Motiven. Auch diesbezüglich vermag die subjektive Tatschwere die 

objektive nicht zu relativieren. 

6.3. Asperation 

Die sich aus der Beurteilung der Betäubungsmitteldelikte, der qualifizierten Er-

pressungen und des Wuchers ergebende Strafe erhöht sich angesichts der Ver-

gehen gegen das Waffengesetz asperiert um 2 Monate Freiheitsstrafe. 

-   18   - 

7. Zwischenergebnis 

Nach Beurteilung der jeweiligen Tatkomponenten ergibt sich für die in Frage ste-

henden Delikte eine Gesamtstrafe von 6 ½ Jahren Freiheitsstrafe.  

8. Täterkomponente 

8.1. Persönliche Verhältnisse 

Zur Person des Beschuldigten ergibt sich Folgendes aus den Akten (Urk. 14/4 

S. 10 f. u. 15 f.; Urk. 14/6 S. 43 ff.; Urk. 54A S. 1 ff.; Urk. 55 S. 3): Der Beschuldig-

te wurde am tt. April 1989 in …/Kosovo geboren. Er hat eine ältere Schwester 

sowie einen jüngeren Bruder. Als der Beschuldigte neun Jahre alt war, flüchtete 

die Familie in die Schweiz, wobei sie nach der Meinung des Beschuldigten nicht 

hätten flüchten müssen. Seine Jugendzeit beschreibt der Beschuldigte als gut, er 

sei auch nie Opfer von Gewaltdelikten geworden. Insgesamt habe er sieben Jahre 

die Primarschule besucht, zwei Jahre davon im Kosovo und die restlichen fünf in 

der Schweiz. Anschliessend sei er zwei Jahre in die Realschule gegangen und 

habe danach ein viermonatiges Praktikum als Strassenbauer absolviert. Hernach 

habe er im Reinigungsbereich und später temporär – als Spengler bzw. Dachde-

cker – auf Baustellen gearbeitet. Vor seiner Verhaftung sei er keinem Beruf nach-

gegangen. Er sei seit 2011 arbeitslos, wobei er temporär als Aushilfs-türsteher 

arbeitete. Bei seiner letzten Arbeitsstelle habe er rund 4'300.– pro Monat verdient. 

Im Jahr 2011 habe er dann ein Jahr lang Arbeitslosengelder bezogen. Vom Sozi-

alamt sei er nie abhängig gewesen. Er sei entlassen worden, weil er einen Unfall 

gehabt habe und sein Chef der Meinung gewesen sei, dass er simuliere. Wegen 

seiner Verletzung habe er dann nicht mehr auf dem Bau arbeiten können. Er habe 

ferner auch noch einen Kreuzbandriss erlitten sowie eine weitere Stauchung und 

sei zwei Mal operiert worden. Eine IV-Rente habe er nie bezogen. Er habe dann 

versucht, im Security-Bereich Fuss zu fassen und habe temporär als Security ge-

arbeitet. Damals habe er pro Monat im Durchschnitt Fr. 2'500.– und insgesamt 

Fr. 9'500.– verdient. Er habe bei seinen Eltern gewohnt und deshalb fast keine 

Ausgaben gehabt. Für den Lebensunterhalt seien in erster Linie seine Ehefrau 

-   19   - 

und seine Eltern aufgekommen. Seine Ehefrau habe sehr gut verdient, ca. 

Fr. 4'500.– monatlich. Kinder habe er nicht. Er verfüge weder über Vermögen 

noch Schulden. Sein verletztes Knie sei wieder vollständig geheilt. Zukünftig wolle 

er sich im Security-Bereich selbständig machen. Anlässlich der heutigen Beru-

fungsverhandlung erklärte er, wieder auf dem Bau arbeiten zu wollen (Prot. II S. 

9).  

In Bezug auf die Täterkomponente ist zu bemerken, dass sich aus den persönli-

chen Verhältnissen des Beschuldigten keine strafzumessungsrelevanten Um-

stände ableiten lassen (entsprechend auch die Vorinstanz: Urk. 74 E. IV.6.1.). 

8.2. Vorleben 

In Bezug auf das Vorleben des Beschuldigten ist festzustellen, dass der Beschul-

digte gemäss dem Auszug aus dem Schweizerischen Strafregister über keine 

Vorstrafen verfügt (s. Urk. 26/2), was sich – mit der Vorinstanz (Urk. 74 E. IV.6.2.) 

– strafzumessungsneutral auswirkt. 

8.3. Nachtatverhalten 

8.3.1. Beim Nachtatverhalten ist dem Verhalten des Täters nach der Tat und im 

Strafverfahren Rechnung zu tragen. Ein Geständnis, das kooperative Verhalten 

eines Täters bei der Aufklärung von Straftaten sowie die Einsicht und Reue wir-

ken strafmindernd. Dabei können umfangreiche und prozessentscheidende Ge-

ständnisse eine Strafreduktion von bis zu einem Drittel bewirken (BGE 121 IV 202 

E. 2d/cc). Der Grad der Strafminderung hängt aber insbesondere davon ab, in 

welchem Stadium des Verfahrens das Geständnis erfolgte. Gemäss der bundes-

gerichtlichen Rechtsprechung kann ein Geständnis bei der Analyse des Nachtat-

verhaltens im Rahmen der Strafzumessung zugunsten des Täters berücksichtigt 

werden, wenn es Ausdruck von Einsicht und Reue ist. Ein Verzicht auf Strafmin-

derung kann sich demgegenüber aufdrängen, wenn das Geständnis die Strafver-

folgung nicht erleichtert hat, namentlich weil der Täter nur aufgrund einer erdrü-

ckenden Beweislage oder erst nach Ausfällung des erstinstanzlichen Urteils ge-

stand (Urteile des Bundesgerichts 6B_426/2010 vom 22. Juli 2010 E. 1.5; 

-   20   - 

6B_558/2011 vom 21. November 2011 E. 2.3; 6B_853/2013 vom 20. November 

2014 E. 2.4.7). In der Nichtanfechtung von Schuldsprüchen kann gemäss bun-

desgerichtlicher Rechtsprechung kein Geständnis erblickt werden, welches eine 

Strafreduktion rechtfertigen würde (Urteil 6B_24/2012 vom 19. April 2012 E. 2.4.4 

mit Hinweisen). Entsprechendes gilt, wenn Nebenpunkte, wie die Verpflichtung zu 

Schadenersatzzahlungen, im Berufungsverfahren anerkannt werden. Zudem hat 

der Täter mit der blossen Anerkennung des Schadens noch keine besonderen 

Einschränkungen auf sich genommen und keinen greifbaren Beweis seiner Reue 

erbracht (vgl. Art. 64 al. 7 aStGB und Art. 48 lit. d StGB; Urteil des Bundesgerichts 

6B_680/2012 vom 11. Januar 2013 E. 2.1). Die bundesgerichtliche Praxis zeigt, 

dass nur ein ausgesprochen positives Nachtatverhalten zu einer maximalen Straf-

reduktion von einem Drittel führen kann. Zu einem solchen gehört ein umfassen-

des Geständnis von allem Anfang an und aus eigenem Antrieb, also nicht erst auf 

konkrete Vorwürfe hin oder nach Vorlage entsprechender Beweise. Ferner gehört 

kooperatives Verhalten im Vorverfahren dazu, wozu gehört, dass beispielsweise 

aufgrund des Verhaltens eines Beschuldigten weitere Delikte aufgeklärt oder Mit-

täter zur Rechenschaft gezogen werden können, was ohne sein kooperatives 

Mitwirken nicht möglich gewesen wäre. Schliesslich gehört Einsicht ins Unrecht 

der Tat und Reue dazu. Nur wenn all diese Faktoren erfüllt sind, kann eine Straf-

reduktion von einem Drittel erfolgen. Fehlen einzelne Elemente, ist die Strafe ent-

sprechend weniger stark zu mindern (BSK-StGB I WIPRÄCHTIGER/KELLER, 3. A., 

Art. 47 StGB N 169 ff.; TRECHSEL/AFFOLTER-EIJSTEN, IN: TRECHSEL/PIETH, Schwei-

zerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 2. Auflage, Zürich/St. Gallen 2013, 

N 22 und N 24 zu Art. 47 StGB). 

8.3.3. Der Beschuldigte hat den Anklagesachverhalt in der Untersuchung zu Be-

ginn bestritten, in der Folge dann zuerst teilweise und schliesslich anlässlich der 

Schlusseinvernahme vom 2. Juli 2015 vollumfänglich eingestanden (Urk. 14/6 

S. 4 ff.). Im Rahmen der Hauptverhandlung vom 2. Dezember 2015 widerrief der 

Beschuldigte sein Geständnis indes teilweise wieder. Die Vorinstanz hat gestützt 

darauf mit Bezug auf alle Vorwürfe unter Ausnahme der Widerhandlungen gegen 

das Betäubungsmittelgesetz erwogen, dass zwar keine Strafminderung wie bei 

einem uneingeschränkten Geständnis in Frage komme, was aber nicht bedeute, 

-   21   - 

dass sich nicht dennoch eine deutliche Minderung im Umfang von rund 12 Mona-

ten ergebe. Begründet hat die Vorinstanz diese Reduktion mit der Einsicht des 

Beschuldigten in sein Fehlverhalten und dem Umstand, dass er zu den einzelnen 

Vorwürfen gestanden sei (Urk. 74 E. IV.6.3.). In Bezug auf die Widerhandlungen 

gegen das Betäubungsmittelgesetz hielt die Vorinstanz demgegenüber fest, dass 

der Beschuldigte diesbezüglich völlige Uneinsichtigkeit manifestiere, weshalb ihm 

keine Strafminderung zu Gute gehalten werden könne (Urk. 74 E. IV.6.3.). 

8.3.4. Anlässlich der heutigen Berufungsverhandlung war der Beschuldigte – wie 

bereits anlässlich der Schlusseinvernahme – vollumfänglich geständig (Prot. II 

S. 10).  

8.3.5. In casu erscheint offensichtlich, dass die noch vor Vorinstanz auf Anraten 

des damaligen Verteidigers (vgl. Urk. 83 S. 4) verfolgte Verteidigungsstrategie 

nicht zum gewünschten Ziel führte, konnte die Vorinstanz doch den Anklagesach-

verhalt vollumfänglich erstellen. Abgesehen davon ist nicht ersichtlich, dass ein 

unzulässiger Druck auf den Beschuldigten ausgeübt worden sein soll (s. hierzu 

die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz – auch mit Bezug auf entsprechende 

Aussagen des Beschuldigten vor Vorinstanz: Urk. 54A S. 6 ff. – zur Abweisung 

damit in Zusammenhang stehender Beweisanträge der Verteidigung: Urk. 74 E. 

I.2.4.). Gestützt auf diese Umstände kann entgegen der Ansicht der Verteidigung 

(Urk. 83 S. 4 f.) nicht davon ausgegangen werden, dass das umfassende Ge-

ständnis des Beschuldigten eine Reue und Einsicht reflektiert, welche in einem 

Masse zu berücksichtigen wäre, das über dasjenige der Vorinstanz hinausgeht. 

Dies umso mehr, als der Beschuldigte weder bei den Drogendelikten noch bei der 

Erpressung Angaben zu seinen Mittätern oder den Hintergründen der Delikte 

machte (vgl. Prot. II S. 11). 

Wiedergutmachungshandlungen zu Gunsten des Privatklägers, welche auf eine 

aufrichtige Reue und Einsicht in das Unrecht seiner Taten schliessen lassen wür-

den, konnte der Beschuldigte zudem anlässlich der Berufungsverhandlung nicht 

vorweisen bzw. glaubhaft darlegen. Die Anerkennung der Schadenersatzforde-

rung in der Höhe, wie sie von der Vorinstanz gutgeheissen worden war, sowie 

seine Entschuldigung beim Privatkläger (Urk. 83 S. 2 und S. 8; Prot. II S. 10 f.), 

-   22   - 

ändern daran nichts. Es entsteht deshalb der Eindruck, dass das vor Berufungs-

verhandlung abgegebene umfassende Geständnis lediglich taktisch bedingt ist. 

Unter diesen Umständen erscheint unter Berücksichtigung des Nachtatverhaltens 

des Beschuldigten eine Strafreduktion im Umfang von zwölf Monaten angemes-

sen. 

9. Ergebnis  

Nach Würdigung der Tat- und der Täterkomponente erweist sich eine Freiheits-

strafe im Umfang von 5 ½ Jahren als angemessen. 

10. Vollzug und Anrechnung von Haft/vorzeitigem Strafvollzug 

10.1. In Übereinstimmung mit der Vorinstanz (Urk. 74 E. IV.6.5.) ist durch die 

Ausfällung einer Freiheitsstrafe von mehr als drei Jahren die objektive Vorausset-

zung für die Anordnung eines bedingten oder teilbedingten Strafvollzuges gemäss 

Art. 42 Abs. 1 und Art. 43 Abs. 1 StGB nicht erfüllt. Die festgesetzte Freiheitsstra-

fe von 5 ½ Jahren ist daher zu vollziehen. 

10.2. Gestützt auf Art. 51 StGB rechnet das Gericht die Untersuchungshaft, die 

der Täter während dieses oder eines anderen Verfahrens ausgestanden hat, auf 

die Strafe an. Als Untersuchungshaft gilt jede in einem Strafverfahren verhängte 

Haft, Untersuchungs-, Sicherheits- und Auslieferungshaft (Art. 110 Abs. 7 StGB).  

10.3. Der Beschuldigte wurde am 9. Oktober 2014 verhaftet (Urk. 25/1), befand 

sich danach ununterbrochen in Haft und trat am 2. Juli 2015 den vorzeitigen 

Strafvollzug an (Urk. 25/15-16). Es sind ihm daher 904 Tage durch erstandene 

Haft bzw. erstandenen Strafvollzug gemäss Art. 51 StGB an die Freiheitsstrafe 

anzurechnen. 

11. Zum Strafmass liegt ein Minderheitsantrag auf Aussprechung einer Frei-

heitsstrafe von 5 Jahren und 9 Monaten vor (Urk. 88; Prot. II S. 21.)  

-   23   - 

III.  Zivilforderungen 

1. Bezüglich der rechtlichen Grundlagen für die Zivilforderungen kann vollum-

fänglich auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz zu den Grundlagen 

des Schadenersatz- und Genugtuungsrechts nach den Bestimmungen von 

Art. 41 ff. OR verwiesen werden (Urk. 74 E. V.1.1.-1.2.). Die Rechtsmittelinstanz 

darf der Privatklägerschaft im Rahmen der Zivilklage nicht mehr und nichts ande-

res zusprechen, als diese verlangt, was zudem in Art. 391 Abs. 1 lit. b StPO aus-

drücklich festgehalten wird (BSK STPO-DOLGE, Art. 122 StPO N 5 ff. und N 24 f.; 

SCHMID, Praxiskommentar StPO, Art. 391 StPO N 2). 

2.1. Wie seitens der Vorinstanz zutreffend dargelegt wurde (Urk. 74 E. V.1.3.) 

hat sich der Privatkläger mit Formular vom 17. Oktober 2014 als solcher konstitu-

iert und Schadenersatz in der ungefähren Höhe von Fr. 80'000.– gefordert 

(Urk. 18/3). Anlässlich der Hauptverhandlung vom 2. Dezember 2015 beantragte 

der Privatkläger, der Beschuldigte sei zu einer Schadenersatzzahlung von 

Fr. 130'478.– (Fr. 115'900.– + Fr. 14'578.– Kreditkosten) nebst Zins zu 5 % seit 

dem 10. Oktober 2014 zu verpflichten (Urk. 58 S. 2; Prot. I S. 7 ff.). Dabei handelt 

es sich um den in der Anklage erwähnten Gesamtbetrag von Fr. 121'900.– abzüg-

lich des hinsichtlich des letzten Erpressungsvorfalles involvierten Betrages von 

Fr. 6'000.–, welcher den Besitzer aufgrund der Intervention der Polizei nicht mehr 

dauerhaft wechselte, und zuzüglich der Kreditkosten von Fr. 14'578.– (s. Urk. 33 

S. 18 f.). Anlässlich der Berufungsverhandlung beantragte der Privatkläger die 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 85 S. 2; Prot. II S. 5). 

2.2. Seitens des Beschuldigten wurde die Schadenersatzforderung des Privat-

klägers anlässlich der Berufungsverhandlung im Umfang von Fr. 115'900.– samt 

Zins zu 5 % seit 10. Oktober 2015 anerkannt (Urk. 83 S. 2 und S. 8). 

2.3. Die geltend gemachte Schadenersatzforderung in Höhe von Fr. 115'900.– ist 

gestützt auf den erstellten Sachverhalt ausgewiesen. Demnach ist das vorinstanz-

liche Urteil in diesem Punkt zu bestätigen und der Beschuldigte zu verpflichten, 

dem Privatkläger Schadenersatz im Betrag von Fr. 115'900.– sowie Zins von 5 % 

-   24   - 

seit 10. Oktober 2014 zu bezahlen. Im Mehrbetrag ist das Schadenersatzbegeh-

ren des Privatklägers auf den Zivilweg zu verweisen. 

IV.  Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 3'000.– festgesetzt.  

2. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ob bzw. inwieweit eine 

Partei im Sinne dieser Bestimmung obsiegt oder unterliegt, hängt davon ab, in 

welchem Ausmass ihre vor der zweiten Instanz gestellten Anträge gutgeheissen 

werden (Urteil des Bundesgerichts 6B_1025/2014 vom 9. Februar 2015 E. 2.4.1 

mit Hinweisen; bestätigt in 6B_10/2015 vom 24. März 2015 E. 4.2.1). Wird der 

Entscheid im Rechtsmittelverfahren nur unwesentlich abgeändert, können die 

Kosten nach dem Verursacherprinzip auferlegt werden (Urteil 6B_318/2016 vom 

13. Oktober 2016 E. 4.1 mit Hinweisen). Der Beschuldigte unterliegt vorliegend 

mit seinen Anträgen beinahe vollumfänglich. Eine finanzielle Notlage liegt nicht 

vor, ist der Beschuldigte eigenen Angaben zufolge doch wieder vollständig ar-

beitsfähig und hat - mit Ausnahme der Forderungen aus diesem Verfahren - keine 

Schulden (Prot. II S. 8 f.). Es rechtfertigt sich deshalb, ihm die Kosten des Beru-

fungsverfahrens – ausgenommen diejenigen der unentgeltlichen Rechtsvertretung 

des Privatklägers – aufzuerlegen. Die Rückzahlungspflicht gemäss Art. 138 StPO 

i.V.m. Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt für die Kosten der unentgeltlichen Vertretung 

des Privatklägers vorbehalten. 

3. Der unentgeltliche Vertreter des Privatklägers ist für seinen Aufwand im Be-

rufungsverfahren mit Fr. 3'300.– zu entschädigen.  

-   25   - 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 2. Abteilung, 

vom 2. Dezember 2015 bezüglich der Dispositivziffern 1 (Schuldpunkt), 3 

und 4 (Beschlagnahmungen), 6 (Genugtuung) sowie 7 und 8 (Kostendispo-

sitiv) in Rechtskraft erwachsen ist. 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte wird bestraft mit 5 ½ Jahren Freiheitsstrafe, wovon bis und 

mit heute 904 Tage durch Haft sowie vorzeitigen Strafvollzug erstanden 

sind. 

2. Der Beschuldigte wird gemäss seiner Anerkennung verpflichtet, dem Privat-

kläger Schadenersatz im Betrag von Fr. 115'900.– zuzüglich Zins von 5 % 

ab 10. Oktober 2014 zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Schadenersatz-

begehren des Privatklägers auf den Zivilweg verwiesen. 

3. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'500.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 3'300.–   unentgeltliche Verbeiständung des Privatklägers 

 
4. Die Kosten des Berufungsverfahrens, ausgenommen diejenigen der unent-

geltlichen Vertretung des Privatklägers, werden dem Beschuldigten aufer-

legt. Die Kosten der unentgeltlichen Vertretung des Privatklägers werden auf 

die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten 

bleibt vorbehalten. 

5. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten 
(übergeben) 

-   26   - 

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich (übergeben) 

− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 
Vollzugsdienste  

− den Vertreter des Privatklägers C._____ (übergeben) 
sowie in vollständiger Ausfertigung an 
− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten  

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich  
− den Vertreter des Privatklägers C._____ 

− das Bundesamt für Polizei, fedpol  
− das Bundesamt für Polizei, Zentralstelle Waffen 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste 

− das Migrationsamt des Kantons Zürich  
− die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und 

Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- 
und Löschungsdaten 

− die Sicherheitsdirektion des Kantons Zürich 

− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A. 
 

6. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

-   27   - 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer 

 
 

Zürich, 31. März 2017 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter lic. iur. Spiess 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

lic. iur. Hafner 
 

 
 
 

	Urteil vom 31. März 2017
	Urteil der Vorinstanz:
	10. Rechtsmittel.
	Berufungsanträge:
	1. Es sei der Beschuldigte und Berufungskläger im Sinne der Anklage schuldig zu sprechen.
	2. Es sei der Beschuldigte zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 3 Jahren Freiheitsentzug zu bestrafen.
	3. Es seien die bis heute erstandene Untersuchungs-, Sicherheitshaft sowie der bis heute vollzogene vorzeitige Strafvollzug anzurechnen.
	4. Es sei der Beschuldigte zu verpflichten, dem Privatkläger eine angemessene Genugtuung zu leisten, mindestens aber Fr. 9'000.– für die erlittene Unbill.
	5. Es sei der Beschuldigte zu verpflichten, dem Privatkläger Schadenersatz in der Höhe von Fr. 115'900.– zuzüglich Zins von 5 % seit 10. Oktober 2014 zu bezahlen.
	6. Im Übrigen sei das Schadenersatzbegehren auf den Zivilweg zu verweisen.
	7. Es seien die Kosten der Verfahren dem Beschuldigten aufzuerlegen, doch aufgrund offensichtlicher Uneinbringlichkeit definitiv abzuschreiben.
	Vollumfängliche Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.
	1. Die Berufung des Beschuldigten und Berufungsklägers sei vollumfänglich abzuweisen und das Urteil der Vorinstanz sei zu bestätigen;
	2. das Berufungsurteil sei in vollständiger Ausführung dem Privatkläger mitzuteilen;
	3. dem Privatkläger sei auch im Berufungsverfahren die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen und in der Person des Sprechenden weiterhin ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen;
	4. die Kosten seien dem Beschuldigten und Berufungskläger aufzuerlegen.
	________________________
	Erwägungen:
	I.   Prozessgeschichte und Umfang der Berufung
	II.   Sanktion
	Hinsichtlich der Beurteilung der objektiven Tatschwere ist vorab massgebend, dass es sich bei den vom Beschuldigten vermittelten insgesamt 90 Gramm reinem Kokain um eine Menge handelt, welche zweifellos die Gesundheit vieler Menschen einer Gefahr im S...
	4.1.3. Der Beschuldigte erpresste aus dem Privatkläger insgesamt einen Betrag von Fr. 121'900.–, was eine nicht unbeträchtliche Summe darstellt. Auch fällt strafschärfend ins Gewicht, dass sich der Privatkläger die Gelder – von immerhin durchschnittli...
	4.1.4. Das Vorgehen des Beschuldigten erweist sich in mehrfacher Hinsicht als brutal und rücksichtslos. Das Verhalten des Beschuldigten kann deshalb – mit der Vorinstanz (Urk. 74 E. IV.4.1.) – als berechnend, kaltblütig und professionell bezeichnet we...
	4.1.5. Auch schreckte der Beschuldigte nicht davor zurück, anlässlich mehrerer Treffen mit dem Privatkläger Waffen (Pistole, Teleskopschlagstock, Pfefferspray) und diverse Messer (Security-, Brot- und Fleischmesser) mitzuführen und gegenüber dem Priva...
	4.1.7. Die Vorgehensweise des Beschuldigten war denn auch ohne Weiteres geeignet, beim Privatkläger ein Gefühl von grosser Angst hervorzurufen, was für den Beschuldigten offensichtlich erkennbar war. Dies zeigt sich beispielsweise daran, dass sich der...

	8. Täterkomponente
	8.1. Persönliche Verhältnisse
	Zur Person des Beschuldigten ergibt sich Folgendes aus den Akten (Urk. 14/4 S. 10 f. u. 15 f.; Urk. 14/6 S. 43 ff.; Urk. 54A S. 1 ff.; Urk. 55 S. 3): Der Beschuldigte wurde am tt. April 1989 in …/Kosovo geboren. Er hat eine ältere Schwester sowie eine...
	8.3.4. Anlässlich der heutigen Berufungsverhandlung war der Beschuldigte – wie bereits anlässlich der Schlusseinvernahme – vollumfänglich geständig (Prot. II S. 10).
	III.   Zivilforderungen
	IV.   Kosten- und Entschädigungsfolgen

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 2. Abteilung, vom 2. Dezember 2015 bezüglich der Dispositivziffern 1 (Schuldpunkt), 3 und 4 (Beschlagnahmungen), 6 (Genugtuung) sowie 7 und 8 (Kostendispositiv) in Rechtskraft erwach...
	2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte wird bestraft mit 5 ½ Jahren Freiheitsstrafe, wovon bis und mit heute 904 Tage durch Haft sowie vorzeitigen Strafvollzug erstanden sind.
	2. Der Beschuldigte wird gemäss seiner Anerkennung verpflichtet, dem Privatkläger Schadenersatz im Betrag von Fr. 115'900.– zuzüglich Zins von 5 % ab 10. Oktober 2014 zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Schadenersatzbegehren des Privatklägers auf den ...
	3. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	4. Die Kosten des Berufungsverfahrens, ausgenommen diejenigen der unentgeltlichen Vertretung des Privatklägers, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der unentgeltlichen Vertretung des Privatklägers werden auf die Gerichtskasse genommen. Die ...
	5. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich (übergeben)
	 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 den Vertreter des Privatklägers C._____ (übergeben)
	sowie in vollständiger Ausfertigung an
	 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich
	 den Vertreter des Privatklägers C._____
	 das Bundesamt für Polizei, fedpol
	 das Bundesamt für Polizei, Zentralstelle Waffen
	 die Vorinstanz
	 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich
	 die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- und Löschungsdaten
	 die Sicherheitsdirektion des Kantons Zürich
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A.

	6. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.