# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b56bf75c-b00a-5497-9f00-7839eb567cd5
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-11-09
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 09.11.2021 D-4668/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4668-2021_2021-11-09.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-4668/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  9 .  N o v e m b e r  2 0 2 1  

Besetzung 
 Richterin Chiara Piras (Vorsitz), 

Richter Simon Thurnheer,  

Richter Daniele Cattaneo,  

Gerichtsschreiberin Martina von Wattenwyl. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,   

vertreten durch Alexandre Mwanza, Migrant ARC-EN-CIEL,   

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 27. September 2021 / N (…). 

 

 

 

D-4668/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Eigenen Angaben zufolge verliess A._______ (nachfolgend: der Be-

schwerdeführer), ein sri-lankischer Staatsangehöriger tamilischer Ethnie 

aus der Nordprovinz stammend, am 1. Februar 2021 sein Heimatland. Am 

12. Juli 2021 reiste er in die Schweiz ein, stellte gleichentags ein Asylge-

such und wurde dem Bundesasylzentrum (BAZ) der Region (…) zugewie-

sen. Am 15. Juli 2021 fand die Personalienaufnahme (PA) statt. 

 

A.b Der Beschwerdeführer wurde am 13. August 2021, am 14. September 

2021 sowie am 15. September 2021 zu seinen Asylgründen befragt.   

A.c Zu seinem Lebenslauf legte der Beschwerdeführer dar, dass er mit den 

Eltern, seiner jüngeren Schwester und seinem jüngeren Bruder in 

B._______ aufgewachsen sei. Er habe während elf Jahren die Schule be-

sucht und daneben regelmässig Privatunterricht erhalten. Er habe auch öf-

ters seinem Vater in dessen (…)geschäft ausgeholfen.  

A.d Zur Begründung seines Asylgesuchs brachte der Beschwerdeführer 

im Wesentlichen vor, sein Vater sei während des Bürgerkriegs Kämpfer bei 

den Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) gewesen. Er und seine Fami-

lie seien damals mehrmals vertrieben worden und hätten zuletzt im Flücht-

lingslager in C._______ gelebt, bis sie gegen eine Lösegeldzahlung freige-

kommen seien. Zu dieser Zeit sei er ungefähr fünf Jahre alt gewesen und 

habe zahlreiche Leichen gesehen. Diese Erinnerungen hätten ihn später 

immer wieder belastet. Deshalb habe er an insgesamt zwei Märtyrertag-

kundgebungen teilgenommen und für die Rechte der Tamilen gekämpft. 

Im Januar 2021 habe ihn ein Bekannter respektive ein Kollege angerufen 

und ihm erzählt, dass Armeeangehörige ein bestehendes Denkmal für die 

Opfer von C._______ auf dem Gelände der D._______-Universität zerstö-

ren wollten. In der Folge sei er dorthin gefahren und habe an der Demonst-

ration teilgenommen. Die dort anwesenden Soldaten und Polizisten hätten 

versucht, die Demonstration aufzulösen, wobei es schliesslich zu einem 

Handgemenge gekommen sei und er von einem Armeesoldaten zu Boden 

gestossen worden sei. Da sei er wütend geworden und habe den Soldaten 

angegriffen und niedergeschlagen. Daraufhin seien er und zwei weitere 

Demonstrierende festgenommen und zu einem Polizeiposten in 

D._______ gebracht worden. Man habe sie zusammen in einen Raum ein-

gesperrt. Später seien Polizisten erschienen und hätten sie wahllos wäh-

rend ungefähr zehn Minuten mit einem Holzknüppel, mit den Händen und 

D-4668/2021 

Seite 3 

den Füssen malträtiert. Währenddessen hätten sich zahlreiche Personen 

vor dem Polizeiposten versammelt und für ihre Freilassung demonstriert. 

Aufgrund dieser Intervention habe man sie am nächsten Tag respektive 

nach einer Stunde wieder freigelassen. Einige Tage später, am 12. Januar 

2021, sei er auf dem Nachhauseweg von vier Männern auf zwei Motorrä-

dern dazu gedrängt worden, aufzusteigen und mit ihnen mitzufahren. Er 

sei davon ausgegangen, dass es sich um Sicherheitskräfte handle und sei 

geflohen. Aus Angst vor weiteren Problemen sei er deshalb zu seinem On-

kel nach E._______ gegangen. Bereits einen Tag danach hätten unifor-

mierte Armeesoldaten in seinem Elternhaus seine Mutter bedrängt und be-

droht, damit sie seinen Aufenthaltsort preisgebe. Nachdem seine Mutter 

ihn respektive seinen Onkel informiert habe, habe er sich aus Sicherheits-

gründen ab dem 12. Januar 2021 während ungefähr 18 Tagen bei seinem 

Onkel versteckt. Zwischenzeitlich hätten sich Soldaten und Polizisten unter 

Bedrängungen und Drohungen mehrmals bei den Eltern nach seinem Ver-

bleib erkundigt. Aus diesen Gründen habe er schliesslich Sri Lanka mittels 

eines Reisepasses auf dem Luftweg über Abu Dhabi und eine ihm unbe-

kannte Stadt in der Türkei verlassen. Nach seiner Ausreise seien noch ei-

nige Male Soldaten und Polizisten zum Elternhaus des Beschwerdeführers 

gekommen und hätten seine Familie bedroht. Seine Mutter und seine Ge-

schwister würden aktuell bei der Grossmutter wohnen. Sein Vater über-

nachte in seinem Geschäft.  

 

Der Beschwerdeführer reichte eine Kopie seiner Geburtsurkunde inklusive 

einer Übersetzung in englischer Sprache, eine Kopie seiner Identitätskarte, 

ein als "Affidvit" bezeichnetes Schreiben vom 14. September 2021 und fünf 

Fotos zu den Akten.   

Auf die weiteren Ausführungen des Beschwerdeführers wird, soweit 

wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.   

A.e Mit Eingabe vom 16. September 2021 ersuchte die damalige Rechts-

vertretung beim SEM um eine umfassende und sofortige medizinische 

Sachverhaltsabklärung des Beschwerdeführers.  

B.  

Am 24. September 2021 nahm der Beschwerdeführer – handelnd durch 

seine damalige Rechtsvertretung – zum ihm zuvor ausgehändigten Ent-

scheidentwurf Stellung.  

D-4668/2021 

Seite 4 

C.  

Mit Verfügung vom 27. September 2021 – gleichentags eröffnet – stellte 

das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft 

nicht und lehnte sein Asylgesuch ab. Gleichzeitig ordnete es die Wegwei-

sung aus der Schweiz an und verfügte den Vollzug. Er sei verpflichtet, die 

Schweiz sowie den Schengenraum am Tag nach Eintritt der Rechtskraft 

der Verfügung zu verlassen. Sodann wurden ihm die editionspflichtigen Ak-

ten gemäss Aktenverzeichnis ausgehändigt. 

D.  

Mit Eingabe vom 5. Oktober 2021 legte die damalige Rechtsvertretung ihr 

Mandat nieder.  

E.  

Der Beschwerdeführer focht mit Eingabe seines neuen Rechtsvertreters 

vom 25. Oktober 2021 (Datum Poststempel) die Verfügung des SEM beim 

Bundesverwaltungsgericht an und beantragte, die Verfügung vom 27. Sep-

tember 2021 sei aufzuheben, er sei als Flüchtling anzuerkennen und ihm 

sei Asyl zu gewähren, eventualiter sei ihm die vorläufige Aufnahme zu ge-

währen. Weiter beantragte er die aufschiebende Wirkung. In prozessualer 

Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung 

sowie um Verzicht auf Erhebung eines Kostenvorschusses und um Beiord-

nung einer amtlichen Rechtsverbeiständung.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 des Bundesgesetzes über das Bundesverwaltungsge-

richt vom 17. Juni 2005 (VGG; SR 173.32) beurteilt das Bundesverwal-

tungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesge-

setzes über das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968 (VwVG; 

SR 172.021). Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist 

daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachge-

biet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das 

Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vor-

liegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgül-

tig, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor 

welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 des Asyl-

gesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG; SR 142.31], Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des 

Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 [BGG; 

D-4668/2021 

Seite 5 

SR 173.110]). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 

BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig ent-

scheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der Be-

schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist somit einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

In der Regel entscheidet das Bundesverwaltungsgericht in der Besetzung 

mit drei Richtern beziehungsweise drei Richterinnen. Gestützt auf Art. 111a 

Abs. 1 AsylG kann auch in diesen Fällen auf die Durchführung eines Schrif-

tenwechsels verzichtet werden. 

4.  

4.1 Im vorliegend zu beurteilenden Fall ist zunächst umstritten, ob die  

Vorinstanz zu Recht die Glaubhaftigkeit der Vorbringen des Beschwerde-

führers und in der Folge seine Flüchtlingseigenschaft verneint und sein 

Asylgesuch abgelehnt hat.  

4.2 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

D-4668/2021 

Seite 6 

4.3 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1 In der Stellungnahme zum Entscheidentwurf erklärte der Beschwerde-

führer im Wesentlichen, er habe nach seinem besten Wissen und Gewis-

sen sowie wahrheitsgetreu seine Fluchtgründe dargelegt und sich anläss-

lich der beiden Anhörungen nicht widersprochen, und führte aus, er könne 

die verschiedenen heimatlichen Sicherheitsorgane nicht voneinander ab-

grenzen, ausserdem sähen die Uniformen von Polizisten und Soldaten 

ähnlich aus, so dass es zu unklaren Angaben diesbezüglich gekommen 

sei. Auch habe er sich nicht mehr genau daran erinnern können, wie lange 

er festgehalten worden sei, weil er nach den Schlägen das Zeitgefühl ver-

loren habe. Hinsichtlich seiner angeblich divergierenden Angabe, wo das 

Denkmal Mulliwaikkal Memorial stehe, sei anzumerken, dass er überein-

stimmend an beiden Anhörungen ausgeführt habe, dass sich dieses am 

Gelände der D._______-Universität befinde. Sodann sei zu berücksichti-

gen, dass er trotz seiner guten Bildung jung und unerfahren sei und über 

einen beschränkten Wortschatz verfüge. Diese Umstände wirkten sich ne-

gativ auf sein Aussageverhalten aus und liessen seine Schilderungen rund 

um die Demonstration vom Januar 2021 als vage erscheinen. Auch hätten 

seine starken Kopfschmerzen einen Einfluss auf sein Aussageverhalten 

gehabt. Zudem seien in der heutigen Zeit tamilische Personen immer noch 

täglichen Menschenrechtsverletzungen durch die Behörden ausgesetzt. 

Bei einer Rückkehr fürchte er um sein Leben.  

5.2 Die Vorinstanz begründete ihren Entscheid im Wesentlichen damit, 

dass die Vorbringen des Beschwerdeführers widersprüchlich, teilweise tat-

sachenwidrig oder realitätsfremd, ausgefallen seien, weshalb an der 

Glaubhaftigkeit seiner Fluchtgründe gezweifelt werde. Insbesondere seine 

Schilderungen zum Ort des Geschehens, zum Erhalt der Informationen 

über die Demonstration, zu den ihn verhaftenden Personen und zu seiner 

eigenen Teilnahme seien offensichtlich inkonsistent ausgefallen. So habe 

er zuerst dargelegt, dass die Polizei ihn unmittelbar nach dem Vorfall ver-

haftet habe, wohingegen er bei der zweiten Anhörung ausgeführt habe, 

zuerst von Armeeangehörigen in Gewahrsam genommen und erst danach 

D-4668/2021 

Seite 7 

der Polizei übergeben worden zu sein. Seine Erklärung, zuerst von Solda-

ten festgehalten und danach der Polizei übergeben worden zu sein, weil 

erstere keine Kompetenz hätten, Personen zu verhaften, überzeuge nicht. 

Gemäss allgemein zugänglichen Quellen habe die Demonstration tatsäch-

lich stattgefunden, jedoch seien Demonstrierende von Angehörigen der 

Special Task Force (eine Spezialeinheit der sri-lankischen Polizei) festge-

nommen und nach Zahlung einer Kaution wieder freigelassen worden. 

Diese Beschreibungen stünden im Widerspruch zu den Aussagen des Be-

schwerdeführers. Zum Ort, wo die Demonstration stattgefunden habe, 

habe er in der ersten Anhörung erzählt, dass sie sich innerhalb des Univer-

sitätsgebäudes abgespielt habe, wohingegen er danach dargelegt habe, 

die Kundgebung habe ausserhalb stattgefunden. Ausserdem seien seine 

diesbezüglichen Schilderungen wenig präzise ausgefallen. Des Weiteren 

habe es Widersprüche bezüglich der Haftdauer gegeben. In einer Version 

habe er geschildert, während einer ganzen Nacht festgehalten worden zu 

sein, um später zu erklären, er sei lediglich eine Stunde eingesperrt gewe-

sen. Auch im Zusammenhang mit dem Entführungsversuch sei es zu wi-

dersprüchlichen Angaben gekommen; einmal sei er von den vier Personen 

auf dem Motorrad körperlich, in einer weiteren Version lediglich verbal be-

drängt und bedroht worden. Zudem habe er nicht schlüssig erklären kön-

nen, wie er vor ihnen habe flüchten können. Insgesamt würden die Schil-

derungen zu seinen Fluchtgründen nicht überzeugen, da sie undetailliert, 

realitätsfern und konstruiert ausgefallen seien. Es falle auf, dass jegliche 

Realkennzeichen fehlen würden. Des Weiteren überzeuge seine Erklä-

rung, er habe keine Entlassungspapiere erhalten, weil die sri-lankischen 

Behörden jungen Personen keine Dokumente ausstellen würden, nicht. 

Schliesslich seien die eingereichten Fotos ungeeignet, ein behördliches In-

teresse an ihm zu belegen. Die als "Affidvit" bezeichnete Kopie sei als Ge-

fälligkeitsschreiben zu betrachten und könne nicht auf deren Echtheit über-

prüft werden.  

Auch unter der Annahme, seine Schilderungen hätten sich wie von ihm 

dargestellt zugetragen, müsse von einer legitimen Strafverfolgung ausge-

gangen werden, zumal er aufgrund eines körperlichen Angriffs auf einen 

Beamten in Ausübung dessen Berufs festgenommen worden sei. Eine ille-

gale Ausreise oder eine allfällige daraus resultierende Strafuntersuchung 

sei asylrechtlich nicht relevant. Ausserdem habe er wegen seinen Teilnah-

men an den beiden Märtyrertagkundgebungen und wegen der LTTE-Ver-

gangenheit seines Vaters keine Nachteile erfahren. Obwohl er mehrmals 

nach einer allfälligen Rehabilitation seines Vaters nach Kriegsende gefragt 

D-4668/2021 

Seite 8 

worden sei, habe er diesen Begriff auch nach Erklärungsversuchen nicht 

gekannt, was nicht nachvollziehbar sei.   

5.3 Der Beschwerdeführer monierte demgegenüber, die Vorinstanz 

schweife insgesamt in ihren Begründungen zur Glaubhaftigkeit vom We-

sentlichen ab. Er habe seine Fluchtgründe sehr wohl detailliert und glaub-

haft dargelegt. Die vorinstanzlichen Argumente würden insgesamt jeder 

Logik und Realität entbehren und den gesetzlichen Anforderungen entge-

genstehen, da sie in keinem direkten Zusammenhang mit dem vorliegen-

den Fall stünden. Zudem würden sie sich auf die Interpretationen eines 

singhalesisch-deutschsprechenden Dolmetschers stützen, welcher bei der 

Übersetzung frei und subjektiv interpretiert habe. Die Argumentationen zu 

den angeblichen Widersprüchen seien ebenso wenig nachvollziehbar, wie 

die Begründung, dass einige seiner Schilderungen tatsachenwidrig und re-

alitätsfremd seien, wenn sie in den wesentlichen Punkten den gesicherten 

Erkenntnissen des SEM widersprechen würden. Sodann könne nicht nach-

vollzogen werden, weshalb die eingereichten Fotos und das Schreiben 

vom 14. September 2021 über keinen Beweiswert verfügten. Vielmehr sei 

daraus ersichtlich, dass seine Familie in Sri Lanka wegen ihm weiterhin 

bedroht werde.  

Des Weiteren sei aufgrund seiner glaubhaften Aussagen festzustellen, 

dass er verfolgt worden sei und bei einer Rückkehr ins Heimatland nach 

dem Machtwechsel der Regierung eine zukünftige Gefahr vor Verfolgung 

bestehe. Religiöse und ethnische Minderheiten, wie die tamilische Bevöl-

kerung, seien erneut einer erhöhten Verfolgungsgefahr ausgesetzt, wobei 

eine Kollektivverfolgung nicht ausgeschlossen werden könne.  

6.  

6.1 In Bezug auf die Glaubhaftigkeit ist zunächst darauf hinzuweisen, dass 

Vorbringen grundsätzlich dann glaubhaft sind, wenn sie genügend sub-

stanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in vagen 

Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten widersprüchlich sein 

oder der inneren Logik entbehren und auch nicht den Tatsachen oder der 

allgemeinen Erfahrung widersprechen. Darüber hinaus muss die asylsu-

chende Person persönlich glaubwürdig erscheinen, was insbesondere 

dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vorbringen auf gefälschte oder ver-

fälschte Beweismittel abstützt (vgl. Art. 7 Abs. 3 AsylG), aber auch dann, 

wenn sie wichtige Tatsachen unterdrückt oder bewusst falsch darstellt, im 

Laufe des Verfahrens Vorbringen auswechselt, steigert oder unbegründet 

D-4668/2021 

Seite 9 

nachschiebt, mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige Mit-

wirkung verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet ferner – im Gegensatz 

zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus 

Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des Gesuch-

stellers. Eine Behauptung gilt bereits als glaubhaft gemacht, wenn das Ge-

richt von ihrer Wahrheit nicht völlig überzeugt ist, sie aber überwiegend für 

wahr hält, obwohl nicht alle Zweifel beseitigt sind. Für die Glaubhaftma-

chung reicht es demgegenüber nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen 

zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte wesentliche 

und überwiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdar-

stellung sprechen. Entscheidend ist im Sinne einer Gesamtwürdigung, ob 

die Gründe, die für eine Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung sprechen, 

überwiegen oder nicht; dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustel-

len (vgl. BVGE 2012/5 E. 2.2; 2010/57 E. 2.3). 

6.2 Einleitend ist festzustellen, dass die Vorinstanz ausführlich und über-

zeugend darlegte, weshalb dem Beschwerdeführer nicht geglaubt werden 

kann, dass er in Sri Lanka in asylrechtlich relevanter Weise verfolgt wurde. 

Dabei hat sie sich auf die jeweiligen Stellen aus dem Protokoll gestützt und 

insbesondere sehr ausführlich aufgezeigt, weshalb seine Schilderungen 

widersprüchlich oder vage respektive realitätsfern ausgefallen sind. Dem 

Vorhalt des Beschwerdeführers, die vorinstanzliche Begründung stehe in 

keinem Zusammenhang mit dem vorliegenden Fall, kann nicht gefolgt wer-

den, zumal er auch keine stichhaltigen Argumente für diese Annahme nen-

nen konnte. Im Besonderen sticht der Widerspruch zur Haftdauer ins Auge, 

wonach der Beschwerdeführer bei der ersten Anhörung zu Protokoll gab, 

während einer ganzen Nacht festgehalten worden zu sein, um einen Monat 

später an der weiteren Anhörung zu erklären, lediglich eine Stunde auf dem 

Polizeiposten verbracht zu haben. Angesichts der kurzen Zeitspanne zwi-

schen dem geschilderten Ereignis seiner Festnahme und der Anhörung 

wäre zu erwarten gewesen, dass er sich widerspruchsfrei an die Dauer 

seiner Festnahme erinnern kann, da es sich dabei um ein zentrales Asyl-

vorbringen handelt. Die Begründung, dass er sich an der Anhörung nicht 

wohl fühlte und an Kopfschmerzen litt, kann einen derart zentralen Wider-

spruch nicht erklären. Sodann fällt auf, dass seine Ausführungen insge-

samt sehr oberflächlich, vage und ohne das Vorhandensein von Realkenn-

zeichen ausgefallen sind. So konnte er die genauen Umstände seiner Haft 

und die anschliessenden Misshandlungen nicht näher beschreiben, son-

dern verblieb auch bei Nachfrage und der Bitte, möglichst detailliert zu er-

zählen, in seinen Schilderungen plakativ und unpersönlich (vgl. SEM-Akte 

D-4668/2021 

Seite 10 

17/15, F84, F87-100; SEM-Akte 21/15, F16-27, F32-44). Auch seine Aus-

führungen zur Demonstration fielen in ähnlicher Weise unsubstanziiert und 

ohne erkennbare Details oder Realkennzeichen aus. Insbesondere er-

scheint es nicht glaubhaft, dass er anlässlich einer Demonstration einen 

bewaffneten Soldaten, welcher in Begleitung mehrerer Berufskollegen ge-

wesen sei, tätlich angegriffen haben soll. Der Vorfall vom 12. Januar 2021, 

anlässlich welchem er durch vier Personen auf zwei Motorrädern bedrängt 

worden sein soll, erscheint zwar nicht gänzlich unglaubhaft und ist durch-

aus möglich. Dass er sich diesen Personen durch Wegrennen entziehen 

konnte, erscheint jedoch nicht nachvollziehbar, zumal ein Motorrad ihn 

wohl problemlos innert Kürze hätte einholen können. Zudem handelt es 

sich gemäss seinen Schilderungen um reine Mutmassungen, wenn er be-

hauptet, diese vier Personen seien Beamte gewesen (vgl. SEM-Akte 

21/15, F96). Die Erklärung, er verfüge aufgrund seines jungen Alters über 

einen beschränkten Wortschatz und habe zudem während der Anhörung 

an Kopfschmerzen gelitten, vermögen nicht zu überzeugen und können 

weder die entstandenen Widersprüche noch die Substanzlosigkeit seiner 

Schilderungen erklären. Auch konnte der Beschwerdeführer die Rüge, die 

Begründung des angefochtenen Entscheids stünde in keinem direkten Zu-

sammenhang mit dem vorliegenden Fall und entbehre jeder Logik und Re-

alität, mit keinem stichhaltigen Argument untermauern. Um Wiederholun-

gen zu den einzelnen Punkten respektive den Widersprüchen und den Un-

glaubhaftigkeitselementen zu vermeiden, ist auf die ausführlich begründete 

vorinstanzliche Verfügung zu verweisen, welcher sich das Gericht an-

schliesst.   

6.3 Ferner hat sich die Vorinstanz auch mit den eingereichten Beweismit-

teln auseinandergesetzt und ist dabei – zu Recht – zum Schluss gekom-

men, dass diese nicht tauglich sind, um eine allfällige Verfolgung des Be-

schwerdeführers zu belegen. Seine Begründung, dass sich die Vorinstanz 

auf fehlende Datenangaben der Fotos gestützt habe, um die selbigen als 

untaugliche Beweismittel zu bezeichnen, geht fehl, zumal es unklar bleibt, 

wo und zu welchem Anlass die Aufnahmen erfolgten. Zudem sind die auf 

den Fotos sichtbaren Personen nicht identifizierbar, und es kann nicht fest-

gestellt werden, ob es sich dabei tatsächlich um die Familienangehörigen 

des Beschwerdeführers oder um andere beliebige Personen handelt. Hin-

sichtlich des fehlenden Beweiswerts des Schreibens ist auf die Erklärung 

der vorinstanzlichen Verfügung zu verweisen.  

D-4668/2021 

Seite 11 

6.4 Sodann ist nicht ersichtlich, weshalb der Beschwerdeführer – ohne wei-

tere diesbezügliche Argumente anzubringen – beanstandete, die Begrün-

dung der Vorinstanz stütze sich auf interpretierte Aussagen eines singha-

lesisch-deutschen Dolmetschers. Aus den Anhörungsprotokollen geht ein-

deutig hervor, dass die PA sowie die beiden Anhörungen zu den Asylgrün-

den in tamilischer Sprache stattgefunden haben. Ergänzend ist den Proto-

kollen zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer bestätigte, den jeweili-

gen Dolmetscher gut verstanden zu haben (vgl. SEM-Akten 12/2, S. 2 un-

ten; 17/15, F1, S. 15; 21/15, F1, F104, S. 15).  

6.5 Insgesamt kommt das Gericht zum Schluss, dass es dem Beschwer-

deführer nicht gelungen ist, seine Fluchtgründe glaubhaft darzulegen. 

7.  

Im Übrigen ist der Vorinstanz auch im Punkt der fehlenden Asylrelevanz 

der Vorbringen des Beschwerdeführers beizupflichten. Auch bei Wahrun-

terstellung, dass der Beschwerdeführer nach einem körperlichen Angriff 

auf einen Soldaten festgenommen worden war, muss davon ausgegangen 

werden, dass diese Festnahme aus rechtstaatlich legitimen Gründen er-

folgte, welche keine Asylrelevanz zu entfalten vermag. Da er nach einer 

Nacht respektive einer Stunde wieder freigelassen worden war, ohne dass 

ihm weitere Konsequenzen angedroht worden waren, ist auch nicht von 

einer ungerechtfertigten Behandlung auszugehen.  

8.  

8.1 Es bleibt vorliegend zu prüfen, ob der Beschwerdeführer durch seine 

Ausreise oder wegen seines Verhaltens nach seiner Ausreise bei einer 

Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ernsthafte 

Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG zu befürchten hat, weshalb die Flücht-

lingseigenschaft festzustellen wäre.  

8.2 Gemäss Art. 54 AsylG wird Flüchtlingen kein Asyl gewährt, wenn sie 

erst durch ihre Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat oder wegen 

ihres Verhaltens nach der Ausreise Flüchtlinge im Sinne von Art. 3 AsylG 

wurden (sog. subjektive Nachfluchtgründe). Personen mit subjektiven 

Nachfluchtgründen werden als Flüchtlinge vorläufig aufgenommen. Mass-

gebend ist dabei, ob die heimatlichen Behörden das Verhalten der asylsu-

chenden Person als staatsfeindlich einstufen und diese deswegen bei ei-

ner Rückkehr in den Heimatstaat eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 

D-4668/2021 

Seite 12 

AsylG befürchten muss. Es bleiben damit die Anforderungen an den Nach-

weis einer begründeten Furcht massgeblich (Art. 3 und 7 AsylG; vgl. zum 

Ganzen auch BVGE 2009/29 E. 5.1 und 2009/28 E. 7.1). 

8.3 Vorliegend kam die Vorinstanz zu Recht zum Schluss, es bestehe auf-

grund der Angaben des Beschwerdeführers kein begründeter Anlass zur 

Annahme, dass er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher 

Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zukunft asylrelevanten Verfolgungs-

massnahmen ausgesetzt sein werde. Der Beschwerdeführer weist keine 

Risikofaktoren im Sinne des Referenzurteils E-1866/2015 vom 15. Juli 

2016 auf. Nach der Einschätzung des Gerichts hat der Beschwerdeführer 

vorliegend keine Massnahmen zu befürchten, die über einen sogenannten 

Background Check (Befragungen, Überprüfung von Auslandsaufenthalten 

und Tätigkeiten in Sri Lanka und im Ausland) hinausgehen. Daher hat der 

Beschwerdeführer auch nicht zu befürchten, in Zukunft ins Visier der sri-

lankischen Sicherheitskräfte zu geraten.  

8.4 Dies gilt auch unter Berücksichtigung der Tatsache, dass der Be-

schwerdeführer lediglich über eine Kopie seiner Identitätskarte verfügt. Zu-

dem legte er dar, legal mit einem auf seinen Namen ausgestellten Pass 

problemlos ausgereist zu sein (vgl. SEM-Akten 8/6, F4.02 und 17/15, F49, 

F59). Alleine aus dem Fehlen ordentlicher Identitätspapiere kann er keine 

Gefährdung ableiten. Dieser schwach risikobegründende Faktor, ist nicht 

zur Annahme geeignet, dass er bei einer Rückkehr von den sri-lankischen 

Behörden als Bedrohung wahrgenommen würde und ihm ernsthafte Nach-

teile im Sinne von Art. 3 AsylG drohen könnten. Weiter sind Angehörige der 

tamilischen Ethnie bei einer Rückkehr nach Sri Lanka nicht generell einer 

ernstzunehmenden Gefahr von Verhaftung und Folter ausgesetzt (vgl. Ur-

teil des BVGer E-1866/2015 E. 8.3).  

8.5 In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dann am 16. No-

vember 2019 Gotabaya Rajapaksa zum neuen Präsidenten Sri Lankas ge-

wählt wurde (vgl. Neue Zürcher Zeitung [NZZ], In Sri Lanka kehrt der Raja-

paksa-Clan an die Macht zurück, 17. November 2019; https://www.the-

guardian.com/world/2019/nov/17/sri-lanka-presidential-candidate-rajapa-

ksa-premadas-count-continues, abgerufen am 2. November 2021). Gota-

baya Rajapaksa war unter seinem älteren Bruder, dem ehemaligen Präsi-

denten Mahinda Rajapaksa, der von 2005 bis 2015 an der Macht war, Ver-

teidigungssekretär. Er wurde angeklagt, zahlreiche Verbrechen gegen 

Journalistinnen und Journalisten sowie Aktivisten begangen zu haben. Zu-

D-4668/2021 

Seite 13 

dem wird er von Beobachtern für Menschenrechtsverletzungen und Kriegs-

verbrechen verantwortlich gemacht; er bestreitet die Anschuldigungen (vgl. 

Human Rights Watch [HRW]: World Report 2020 – Sri Lanka, 14. Januar 

2020). Beobachter und ethnische oder religiöse Minderheiten befürchten 

insbesondere mehr Repression und die vermehrte Überwachung von Men-

schenrechtsaktivistinnen und -aktivisten, Journalistinnen und Journalisten, 

Oppositionellen und regierungskritischen Personen (vgl. Schweizerische 

Flüchtlingshilfe [SFH]: Regierungswechsel weckt Ängste bei Minderheiten, 

21. November 2019). Anfang März 2020 löste Gotabaya Rajapaksa das 

Parlament vorzeitig auf und kündigte Neuwahlen an (vgl. NZZ, Sri Lankas 

Präsident löst das Parlament auf, 3. März 2020). Das Bundesverwaltungs-

gericht ist sich dieser Veränderungen in Sri Lanka bewusst. Es beobachtet 

die Entwicklungen aufmerksam und berücksichtigt diese bei seiner Ent-

scheidfindung. Zwar ist beim derzeitigen Kenntnisstand durchaus von einer 

möglichen Akzentuierung der Gefährdungslage auszugehen, der Perso-

nen mit einem bestimmten Risikoprofil ausgesetzt sind beziehungsweise 

bereits vorher ausgesetzt waren (vgl. Referenzurteil des Bundesverwal-

tungsgerichts E-1866/2015 vom 15. Juli 2016, HRW, Sri Lanka: Families of 

"Disappeared" Threatened, 16. Februar 2020). Dennoch gibt es zum heu-

tigen Zeitpunkt keinen Grund zur Annahme, dass seit dem Machtwechsel 

in Sri Lanka ganze Bevölkerungsgruppen kollektiv einer Verfolgungsgefahr 

ausgesetzt wären. Unter diesen Umständen ist im Einzelfall zu prüfen, ob 

ein persönlicher Bezug der asylsuchenden Personen zur Präsidentschafts-

wahl vom 16. November 2019 respektive deren Folgen besteht. 

8.6 Vorliegend konnte der Beschwerdeführer weder glaubhaft machen, von 

den heimatlichen Behörden verfolgt worden zu sein, noch konnte er einen 

persönlichen Bezug zum Machtwechsel an der Spitze der sri-lankischen 

Regierung aufzeigen, sondern verwies lediglich in pauschaler Weise auf 

die politischen Veränderungen in Sri Lanka. Auch vor diesem Hintergrund 

ist das Vorhandensein eines Risikoprofils zu verneinen und es ist nicht da-

von auszugehen, dass ihm bei einer Rückkehr durch die sri-lankischen Be-

hörden eine Gefahr vor einer asylbegründenden Verfolgung im Sinne von 

Art. 3 AsylG droht oder drohen könnte.  

9.  

Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Vorinstanz zu Recht die 

Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers verneint und sein Asylge-

such abgelehnt hat. 

  

D-4668/2021 

Seite 14 

10.  

10.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

10.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 

AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

11.  

11.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 Bundesgesetz vom 16. Dezember 2005 über die Auslände-

rinnen und Ausländer und über die Integration [AIG; SR 142.20]). 

 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

11.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund 

nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-

reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. 

ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-

stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen 

Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV; SR 101), Art. 3 des 

Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere 

grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe 

(FoK; SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter 

D-4668/2021 

Seite 15 

oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung 

unterworfen werden. 

11.3 Das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement schützt nur 

Personen, welche die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 

Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers nach Sri 

Lanka ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers 

noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus-

schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei-

ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung 

ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für 

Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr (real risk) nachweisen 

oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder 

unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi ge-

gen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer, 37201/06, §§ 124–127 

m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Heimatstaat 

lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig 

erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl 

im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

11.4  Der EGMR hat sich mit der Gefährdungssituation im Hinblick auf eine 

EMRK-widrige Behandlung namentlich für Tamilen, die aus einem europä-

ischen Land nach Sri Lanka zurückkehren müssen, wiederholt befasst 

(vgl. Urteil R.J. gegen Frankreich vom 19. September 2013, Beschwerde 

Nr. 10466/11; E.G. gegen Grossbritannien vom 31. Mai 2011, 41178/08; 

T.N. gegen Dänemark vom 20. Januar 2011, 20594/08; P.K. gegen Däne-

mark vom 20. Januar 2011, 54705/08; N.A. gegen Grossbritannien vom 

17. Juli 2008, 25904/07). Dabei unterstreicht der Gerichtshof, dass nicht in 

genereller Weise davon auszugehen sei, zurückkehrenden Tamilinnen und 

Tamilen drohe eine unmenschliche Behandlung. Eine Risikoeinschätzung 

müsse im Einzelfall vorgenommen werden (vgl. Urteil des EGMR R.J. ge-

gen Frankreich vom 19. September 2013, Nr. 10466/11; Rechtsprechung 

zuletzt bestätigt in J.G. gegen Polen vom 11. Juli 2017, Nr. 44114/14). Aus 

den Akten ergeben sich keine konkreten Anhaltspunkte dafür, dass der Be-

D-4668/2021 

Seite 16 

schwerdeführer bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher Wahr-

scheinlichkeit Massnahmen zu befürchten hätte, die über einen so genann-

ten Background Check hinausgehen würden, oder dass er persönlich ge-

fährdet wäre.  

11.5 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

11.6 In Sri Lanka herrscht weder Krieg noch eine Situation allgemeiner Ge-

walt. Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri-lankischen Regierung und 

den LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen. In den beiden Referenzur-

teilen E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 und D-3619/2016 vom 16. Oktober 

2017 hat das Bundesverwaltungsgericht eine aktuelle Einschätzung der 

Lage in Sri Lanka vorgenommen. Dabei stellte es fest, dass der Wegwei-

sungsvollzug sowohl in die Nordprovinz als auch in die Ostprovinz unter 

Einschluss des sogenannten Vanni-Gebiets zumutbar ist, wenn das Vorlie-

gen von individuellen Zumutbarkeitskriterien bejaht werden kann. Zu den 

individuellen Zumutbarkeitskriterien gehören insbesondere das Vorhan-

densein eines tragfähigen familiären oder sozialen Beziehungsnetzes so-

wie Aussichten auf eine gesicherte Einkommens- und Wohnsituation 

(vgl. Referenzurteil des BVGer E-1866/2015 E. 13.2 ff. und Urteil des 

BVGer D-3619/2016 vom 16. Oktober 2017 E. 9.5). 

11.7 Im Zusammenhang mit einer medizinischen Notlage kann nur dann 

auf Unzumutbarkeit geschlossen werden, wenn eine notwendige medizini-

sche Behandlung im Heimatland nicht zur Verfügung steht und die Rück-

kehr zu einer raschen und lebensgefährdenden Beeinträchtigung des Ge-

sundheitszustandes der betroffenen Person führt. Dabei wird als wesent-

lich die allgemeine und dringende medizinische Behandlung erachtet, wel-

che zur Gewährleistung einer menschenwürdigen Existenz absolut not-

wendig ist. Unzumutbarkeit liegt nicht bereits dann vor, wenn im Heimat-

staat eine nicht dem schweizerischen Standard entsprechende medizini-

sche Behandlung möglich ist (vgl. EMARK 2003 Nr. 24 E. 5a und 5b; 

BVGE 2009/2 E.9.3.2; BVGE 2011/50 E. 8.3).  

  

D-4668/2021 

Seite 17 

11.8  

11.8.1 Der Beschwerdeführer machte erstmals auf Beschwerdeebene gel-

tend, er sei in ärztlicher Behandlung und leide unter einer posttraumati-

schen Belastungsstörung, welche sich in Gedankenkreisen, Schlafstörun-

gen, depressiven Verstimmungen, sozialem Rückzug und Suizidgedanken 

äussere. Eine Behandlung psychischer Erkrankungen in seiner Heimatre-

gion im Norden Sri Lankas sei gemäss dem Bericht der SFH vom 3. Sep-

tember 2020 nicht möglich. Ausserdem würde er verschiedenen Berichten 

zufolge aufgrund seiner psychischen Krankheit gesellschaftlich stigmati-

siert.  

11.8.2 Bezüglich seiner gesundheitlichen Beschwerden legte der Be-

schwerdeführer in seinen Anhörungen lediglich dar, an Kopfschmerzen zu 

leiden, sich ansonsten gesund zu fühlen (vgl. SEM-Akten 12/2, S. 2 und 

17/15, F76-79). Nachdem die damalige Rechtsvertretung mit Eingabe vom 

16. September 2021 eine umfassende Abklärung zu seinem Gesundheits-

zustand beantragte, war er untersucht worden. Die Untersuchung ergab, 

dass er seit einem im Januar 2021 erfolgten Schlag auf den Kopf an links-

seitigen Kopfschmerzen leide, wobei der Schädel nach einer radiologi-

schen Untersuchung keinen pathologischen Befund aufweise. Andere phy-

sische und psychische Beschwerden machte er dabei nicht geltend. Die 

auf Beschwerdeebene erstmals erwähnten psychischen Leiden konnte er 

weder mit einem Arztbericht noch mit einem Therapieverlauf belegen und 

erklären, weshalb er diese nicht bereits zuvor geltend machte. Im Übrigen 

ist in diesem Zusammenhang auf die Ausführungen der Vorinstanz in ihrer 

Verfügung zu verweisen.  

11.9 Der Beschwerdeführer stammt aus der Nordprovinz, ist ein junger ge-

sunder Mann mit einer elfjährigen Schulbildung sowie der Option auf eine 

universitäre Ausbildung. Seine Eltern verfügen in B._______ über ein Ei-

genheim, wo er bereits vor seiner Ausreise aus Sri Lanka lebte und auch 

von seinen Eltern finanziell unterstützt wurde. Es ist davon auszugehen, 

dass seine Eltern, insbesondere sein Vater, welcher ein eigenes Geschäft 

führt, weiterhin für ihn aufkommen werden, sodass er seinen Abschluss 

beenden und sich an einer Universität immatrikulieren kann. Neben dem 

familiären und sozialen Netzwerk ist demzufolge auch eine Wohnmöglich-

keit vorhanden. Insgesamt kann davon ausgegangen werden, dass der Be-

schwerdeführer in seinem Heimatland über genügend Ressourcen verfügt, 

um sich nach seiner kurzen Landesabwesenheit erfolgreich zu reintegrie-

ren.  

D-4668/2021 

Seite 18 

Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als 

zumutbar. 

11.10 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zustän-

digen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen 

Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch 

BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als mög-

lich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

11.11 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

12.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen. 

13.  

13.1 Der Beschwerdeführer beantragte die Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege und der Rechtsverbeiständung. Aufgrund der vorstehenden 

Erwägungen ergibt sich, dass seine Begehren als aussichtlos zu bezeich-

nen sind, weshalb die Gesuche abzuweisen sind.  

13.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-

deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– 

festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]).  

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-4668/2021 

Seite 19 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und 

Rechtsverbeiständung werden abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Chiara Piras Martina von Wattenwyl 

 

 

Versand: