# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4e3b8538-e844-540e-88db-7ac46b8d9b8d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-04-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.04.2022 C-5048/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-5048-2021_2022-04-21.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung III 

C-5048/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 1 .  A p r i l  2 0 2 2  

Besetzung 
 Richter Christoph Rohrer (Vorsitz), 

Richterin Madeleine Hirsig-Vouilloz,  

Richterin Caroline Bissegger,    

Gerichtsschreiber Milan Lazic. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, (Deutschland)  

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 
 

B._______ AG, (Schweiz)  

Beschwerdegegnerin,  

 

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,  

Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100,  

1211 Genf 2,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Invalidenversicherung, Drittauszahlung  

einer Invalidenrentennachzahlung 

(Verfügung vom 22. Oktober 2021). 

 

 

 

C-5048/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Mit zwei unangefochten in Rechtskraft erwachsenen Verfügungen vom 

27. August 2021 sprach die IV-Stelle für Versicherte im Ausland (IVSTA; im 

Folgenden auch: Vorinstanz) A._______ (im Folgenden: Versicherter, Be-

schwerdeführer) für die Zeit vom 1. November 2017 bis 31. Januar 2018 

und ab dem 21. April 2021 eine ganze IV-Rente zu (vgl. Akten der Vor-

instanz [im Folgenden: Dok.] 275 und 276). 

B.  

Mit weiterer Verfügung vom 22. Oktober 2021 sprach die Vorinstanz – nach 

Verrechnung mit dem IV-Taggeld – den gesamten Renten-Nachzahlungs-

betrag von Fr. 12'785.80 der ehemaligen Arbeitgeberin des Versicherten, 

der B._______ AG (im Folgenden auch: Beschwerdegegnerin) zu. Zur Be-

gründung hielt sie fest, gemäss Art. 22 Abs. 2 ATSG könne die Renten-

nachzahlung mit Vorschussleistungen verrechnet werden (Dok. 282). 

C.  

C.a Mit Eingabe vom 19. November 2021 reichte der Beschwerdeführer 

per DHL-Kurier Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht ein und be-

antragte sinngemäss die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung vom 

22. Oktober 2021 sowie die Überweisung des gesamten IV-Rentennach-

zahlung an ihn. Er brachte vor, der Rentenanspruch bestehe seit dem 

1. November 2017. Zu diesem Zeitpunkt habe er sich bereits innerhalb ei-

nes Sozialplanes seines ehemaligen Arbeitgebers befunden, welcher ihm 

zwei Optionen angeboten habe: Entweder die Auszahlung einer Abfindung, 

oder die Umwandlung der Abfindung in Zeit. Durch die Wahl der zweiten 

Option sei er länger im Unternehmen verblieben; dabei sei er jedoch von 

jeglicher Arbeitsleistung und der Anwesenheitspflicht befreit gewesen. Ent-

sprechend sei für ihn unklar, aus welchen Gründen die aufgelaufene Ren-

tennachzahlung seiner ehemaligen Arbeitgeberin zustehen soll (vgl. Akten 

im Beschwerdeverfahren [im Folgenden: BVGer-act.] 1).  

C.b Mit Vernehmlassung vom 14. Dezember 2021 beantragte die Vor-

instanz die teilweise Gutheissung der Beschwerde. Sie führte aus, dass 

zwischen den beiden Nachzahlungszeiträumen (1. November 2017 bis 31. 

Januar 2018 bzw. ab dem 1. April 2021) zu differenzieren sei. Aufgrund der 

in den Akten vorhandenen Angaben erachte sie die Voraussetzungen für 

die Nachzahlung an die ehemalige Arbeitgeberin für den ersten Zeitraum 

als erfüllt. Hingegen erachte sie die Voraussetzungen für eine Überwei-

sung der Nachzahlung für die Zeit ab dem 1. April 2021 an die ehemalige 

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Seite 3 

Arbeitgeberin (Betrag von Fr. 8'150) wegen mangelnder zeitlicher Kongru-

enz der Ansprüche als nicht erfüllt (BVGer-act. 4).   

C.c Mit Beschwerdeantwort vom 6. Januar 2022 beantragte die Beschwer-

degegnerin die Gutheissung der Beschwerde, unter o/e-Kostenfolge. Die 

IV-Rentennachzahlung in Höhe von 12'785.80 sei an das (vom Beschwer-

deführer noch anzugebende) Konto zu überweisen. Zur Begründung gab 

sie im Wesentlichen an, aufgrund des Stellenverlustes seien dem Be-

schwerdeführer mit der Kündigung Sozialplankonditionen gemäss Sozial-

plan vom 21. Oktober 2016 angeboten worden. Der Beschwerdeführer 

habe korrekt dargelegt, dass er die Option Umwandlung der Abgangsent-

schädigung in Zeit gewählt habe. Entsprechend und obwohl das offizielle 

Anstellungsverhältnis am 30. September 2017 geendet hatte, habe er sich 

daher noch bis zum 31. März 2019 im Angestelltenverhältnis befunden. Die 

in dieser Zeit erhaltene Abfindungszahlung stehe jedoch in keinem Zusam-

menhang mit einer Lohnfortzahlungspflicht, sondern sei als Entschädigung 

für die betriebsbedingte Kündigung zu betrachten. Die IVSTA verkenne, 

dass die Beschwerdegegnerin nicht Vorschusszahlungen geleistet habe, 

sondern eine gestützt auf den Sozialplan vom 21. Oktober 2016 monatliche 

Abfindungszahlung. Sie verzichte daher auf den ihr zugesprochenen Be-

trag von Fr. 12'785.80 (BVGer-act. 5).   

C.d Der Beschwerdeführer liess sich nicht mehr vernehmen. 

C.e In ihren Schlussbemerkungen vom 3. März 2022 beantragte die Vor-

instanz unter Hinweis auf die Ausführungen der Beschwerdegegnerin in 

deren Beschwerdeantwort ebenfalls die vollumfängliche Gutheissung der 

Beschwerde und die Zusprache der ganzen Nachzahlung von 

Fr. 12'785.80 an den Beschwerdeführer (BVGer-act. 9).  

C.f Auf die weiteren Ausführungen der Parteien sowie die eingereichten 

Unterlagen wird – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen.  

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden Be-

schwerde zuständig (Art. 31, 32 und 33 Bst. d VGG; Art. 69 Abs. 1 Bst. b 

IVG [SR 831.20]; Art. 40 Abs. 2 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über 

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die Invalidenversicherung [IVV, SR 831.201], vgl. auch Rz. 4006, 4007 und 

4009 des Kreisschreibens über das Verfahren in der Invalidenversicherung 

[gültig ab 1. Januar 2010, Stand: 1. Januar 2018]) 

1.1. Der Beschwerdeführer ist als Adressat der angefochtenen Verfügung 

durch diese besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an 

deren Aufhebung oder Abänderung, weshalb er zur Erhebung der Be-

schwerde legitimiert ist (Art. 48 Abs. 1 VwVG; siehe auch Art. 59 ATSG [SR 

830.1]). Nachdem die Beschwerde frist- und formgerecht eingereicht 

wurde, ist auf sie einzutreten (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG; siehe 

auch Art. 60 ATSG).  

1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach 

dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (vgl. Art. 37 VGG). 

Gemäss Art. 3 Bst. dbis VwVG sind in sozialversicherungsrechtlichen Ver-

fahren die besonderen Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 6. Okto-

ber 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; 

SR 830.1) vorbehalten. Gemäss Art. 2 ATSG i.V.m. Art. 1 des Bundesge-

setzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) 

sind die Bestimmungen des ATSG auf die IV anwendbar (Art. 1a - 26bis und 

28 - 70 IVG), soweit das IVG nicht ausdrücklich eine Abweichung vom 

ATSG vorsieht. Nach den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln fin-

den diejenigen Verfahrensregeln Anwendung, welche im Zeitpunkt der Be-

schwerdebeurteilung in Kraft stehen (BGE 130 V 1 E. 3.2) 

1.3 Anfechtungsobjekt und damit Begrenzung des Streitgegenstandes des 

vorliegenden Beschwerdeverfahrens (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1) bildet die 

Verfügung vom 22. Oktober 2021, mit welcher die Vorinstanz abrechnungs-

weise – nach Verrechnung mit dem IV-Taggeld – gestützt auf Art. 22 Abs. 2 

ATSG den gesamten Renten-Nachzahlungsbetrag von Fr. 12'785.80 der 

ehemaligen Arbeitgeberin des Versicherten zusprach. Streitig und zu prü-

fen ist, ob die Rentennachzahlung der ehemaligen Arbeitgeberin zusteht 

oder ob sie, wie vom Beschwerdeführer beantragt, an ihn auszurichten ist. 

1.4 Mit der Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann gerügt 

werden, die angefochtene Verfügung verletze Bundesrecht (einschliesslich 

der Überschreitung oder des Missbrauchs von Ermessen), beruhe auf ei-

ner unrichtigen oder unvollständigen Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts oder sei unangemessen (Art. 49 VwVG). 

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1.5 Das sozialversicherungsrechtliche Verfahren ist vom Untersuchungs-

grundsatz beherrscht (Art. 43 ATSG). Danach hat die Verwaltung und im 

Beschwerdeverfahren das Gericht von Amtes wegen für die richtige und 

vollständige Abklärung des erheblichen Sachverhalts zu sorgen. Dieser 

Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet zum einen sein 

Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (Art. 28 ff. ATSG; 

BGE 125 V 195 E. 2, BGE 122 V 158 E. 1a, je mit Hinweisen). Im Sozial-

versicherungsprozess hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Ge-

setz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der über-

wiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines be-

stimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Ge-

richt hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen 

möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt 

(BGE 138 V 218 E. 6 mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3; 

SVR 2011 UV Nr. 11 S. 39, 8C_693/2010 E. 10; vgl. auch Urteil des 

BGer 9C_732/2015 vom 29. März 2016 E. 3.1.2; BGE 126 V 360 E. 5b und 

125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen). 

1.6 Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu 

würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Beschwerdeverfahren 

gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versiche-

rungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne 

förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. 

Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Gericht alle Be-

weismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen 

und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver-

lässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten (BGE 125 V 

351 E. 3a). 

2.  

Im Folgenden sind die weiteren, im vorliegenden Verfahren im Wesentli-

chen anwendbaren Normen und Rechtsgrundsätze darzustellen. 

2.1 Der Beschwerdeführer ist deutscher Staatsangehöriger und wohnt in 

Deutschland. Damit gelangen das Freizügigkeitsabkommen vom 21. Juni 

1999 (FZA, SR 0.142.112.681) und die Regelwerke der Gemeinschaft zur 

Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit gemäss Anhang II des 

FZA, insbesondere die für die Schweiz am 1. April 2012 in Kraft getretenen 

Verordnungen (EG) Nr. 883/2004 (SR 0.831.109.268.1) und Nr. 987/2009 

(SR 0.831.109.268.11), zur Anwendung (vgl. zum Ganzen BGE 141 V 246 

E. 2.1). Seit dem 1. Januar 2015 sind auch die durch die Verordnungen 

http://links.weblaw.ch/BGE-126-V-353
http://links.weblaw.ch/BGE-125-V-193

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(EU) Nr. 1244/2010, Nr. 465/2012 und Nr. 1224/2012 erfolgten Änderun-

gen in den Beziehungen zwischen der Schweiz und den EU-Mitgliedstaa-

ten anwendbar. Soweit das FZA, wie vorliegend, keine abweichenden 

Bestimmungen vorsieht, sind mangels einer einschlägigen gemeinschafts- 

bzw. abkommensrechtlichen Regelung die Ausgestaltung des Verfahrens 

sowie die Prüfung der Anspruchsvoraussetzungen in der Sozialversiche-

rung grundsätzlich Sache der innerstaatlichen Rechtsordnung (BGE 141 V 

246 E. 2.2; BGE 137 V 282 E. 3.3; BGE 130 V 51 ff.; SVR 2004 AHV Nr. 

16 S. 49; Urteil des EVG [heute: BGer] H 13/05 vom 4. April 2005 E. 1.1; 

vgl. auch Urteil des BVGer C-1056/2015 vom 29. Dezember 2016 E. 3.4). 

2.2 In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze mass-

geblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechts-

folgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 132 V 215 E. 3.1.1). 

Im vorliegenden Verfahren finden demnach jene Vorschriften Anwendung, 

die spätestens beim Erlass der Verfügung vom 22. Oktober 2021 (Dok. 

282) in Kraft standen; weiter aber auch solche, die zu jenem Zeitpunkt be-

reits ausser Kraft getreten waren, die aber für die Beurteilung allenfalls frü-

her entstandener Leistungsansprüche von Belang sind (vgl. BGE 130 V 

445). Damit findet vorliegend grundsätzlich die ab dem 1. Januar 2012 gel-

tende Fassung des IVG (in der Fassung vom 18. März 2011 [AS 2011 5659; 

6. IV-Revision, erstes Massnahmenpaket]) sowie die Verordnung vom 

17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung [IVV, SR 831.201] in der 

entsprechenden Fassung Anwendung. Ferner sind das ATSG und die Ver-

ordnung vom 11. September 2002 über den Allgemeinen Teil des Sozial-

versicherungsrechts (ATSV, SR 830.11) anwendbar. Noch keine Anwen-

dung findet vorliegend das am 1. Januar 2022 in Kraft getretene Massnah-

menpaket betreffend Weiterentwicklung der IV (IVG in der Fassung vom 

19. Juni 2020 [AS 2021 705]). 

2.3  

2.3.1 Gemäss Art. 22 ATSG ist der Anspruch auf Leistungen weder abtret-

bar noch verpfändbar. Jede Abtretung oder Verpfändung ist nichtig 

(Abs. 1). Nachzahlungen von Leistungen des Sozialversicherers können 

jedoch abgetreten werden: dem Arbeitgeber oder der öffentlichen oder pri-

vaten Fürsorge, soweit diese Vorschusszahlungen leisten (Abs. 2 Bst. a); 

einer Versicherung, die Vorleistungen erbringt (Abs. 2 Bst. b).  

2.3.2 Die Nachzahlung an bevorschussende Dritte ist in Art. 85bis der Ver-

ordnung über die Invalidenversicherung (IVV, SR 831.201) für den Bereich 

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der IV-Leistungen im Einklang mit Art. 22 ATSG (vgl. dazu Urteil des Eid-

genössischen Versicherungsgerichts [EVG, ab 1. Januar 2007: Sozial-

rechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] I 518/05 vom 14. August 2006 

vom E. 2.1) näher geregelt. Danach können Arbeitgeber, Einrichtungen der 

beruflichen Vorsorge, Krankenversicherungen, öffentliche und private Für-

sorgestellen oder Haftpflichtversicherungen mit Sitz in der Schweiz, welche 

im Hinblick auf eine Rente der Invalidenversicherung Vorschusszahlungen 

erbracht haben, verlangen, dass die Nachzahlung dieser Rente bis zur 

Höhe ihrer Vorschussleistung verrechnet und an sie ausbezahlt wird 

(Abs.  1). Als Vorschussleistungen gelten: freiwillige Leistungen, sofern die 

versicherte Person zu deren Rückerstattung verpflichtet ist und sie der Aus-

zahlung der Rentennachzahlung an die bevorschussende Stelle schriftlich 

zugestimmt hat (Abs. 2 lit. a); vertraglich oder aufgrund eines Gesetzes 

erbrachte Leistungen, soweit aus dem Vertrag oder dem Gesetz ein ein-

deutiges Rückforderungsrecht infolge der Rentennachzahlung abgeleitet 

werden kann (Abs. 2 lit. b). Die Nachzahlung der bevorschussenden Stelle 

darf dabei höchstens im Betrag der Vorschussleistung und für den Zeit-

raum, in welchem diese erbracht worden ist, ausbezahlt werden (Abs. 3). 

Die koordinationsrechtlichen Regelungen von Art. 22 ATSG und Art. 85bis 

IVV bezwecken die Vermeidung des Doppelbezugs von Leistungen der In-

validenversicherung und jenen von Dritten für denselben Zeitraum (Urteil 

I 518/05 E. 2.1; vgl. dazu auch BGE 136 V 381 E. 4.1 und 4.2; 135 V 2 

E. 2).  

3.  

Vorliegend ist einzig zu prüfen, ob die Vorinstanz die Überweisung der Ren-

tennachzahlung betreffend die beiden Zeiträume 1. November 2017 bis 

31. Januar 2018 und ab 1. April 2021 in der Höhe von insgesamt 

Fr. 12'785.80 an die ehemalige Arbeitgeberin verfügen durfte. 

3.1 Aufgrund der Stellungnahme im Rahmen des vorliegenden Beschwer-

deverfahrens insbesondere der Beschwerdegegnerin und der von ihr pen-

dente lite eingereichten Dokumenten ist unter den Parteien zu Recht nicht 

mehr streitig, dass der ganze nachzuzahlende IV-Rentenbetrag an den Be-

schwerdeführer auszurichten ist.  

3.2 Einerseits fehlt es, wie die Vorinstanz vernehmlassungsweise zutref-

fend vorgebracht hat, für die Nachzahlung an die ehemalige Arbeitgeberin 

für die Zeit ab dem 1. April 2021 (Fr. 8'150.-, vgl. IV-act. 275) bereits an der 

erforderlichen zeitlichen Kongruenz der Ansprüche. Denn die Arbeitgeberin 

erbrachte infolge Reorganisation des Betriebs mit Stellenverlust per 

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30. September 2017 dem Beschwerdeführer im Rahmen des errichteten 

Sozialplans monatliche Abfindungsleistungen nur bis zum 31. März 2019, 

während sich die Nachzahlung der IV-Rente auf den späteren Zeitraum ab 

1. April 2021 bezieht.  

3.3 Was die Renten-Nachzahlung für den Zeitraum 1. November 2017 bis 

31. Januar 2018 betrifft (Fr. 4635.80, vgl. Dok. 276), steht weiter fest, dass 

die ehemalige Arbeitgeberin ab dem offiziellen Ende des Arbeitsverhältnis-

ses (30. September 2017) keine Lohnfortzahlungen geleistet hat, sondern, 

gestützt auf den Sozialplan – anstelle einer "Einmalzahlung als Abfindung" 

(Option 1) – , bis am 31. März 2019 monatliche Abfindungsleistungen er-

bracht hat entsprechend der vom Beschwerdeführer gewählten Option 2 

"Umwandlung der Abfindung in Zeit". Wie die Beschwerdegegnerin aus-

führt, steht diese Abfindungszahlung in keinem Zusammenhang mit einer 

Lohnfortzahlungspflicht, sondern ist als Entschädigung für die betriebsbe-

dingte Kündigung zu betrachten. Diesen Abfindungszahlungen mangelt es 

somit von vornherein klar am notwendigen Vorschusscharakter im Hinblick 

auf zu erwartende Leistungen der Invalidenversicherung (vgl. REMO DOLF, 

in: Basler Kommentar, Allgemeiner Teil des Sozialversicherungsrechts, 

2020, N 16 zu Art. 22; UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 4. Auflage, 2020, 

Art. 22 Rz. 51 f.). Da die ehemalige Arbeitgeberin in dieser Zeitperiode so-

mit keine Vorschussleistungen erbracht hat, sondern gestützt auf den So-

zialplan vom 21. Oktober 2016 monatliche Abfindungszahlungen als Ent-

schädigung für die betriebsbedingte Kündigung, beantragte auch die Vor-

instanz in ihren Schlussbemerkungen zu Recht die vollumfängliche Gut-

heissung der Beschwerde. Es ist aufgrund des Dargelegten und der Akten 

kein Grund ersichtlich, vom übereinstimmenden Antrag der Parteien auf 

Gutheissung der Beschwerde abweichend zu verfahren. 

3.4 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist zusammenfassend festzu-

halten, dass in Gutheissung der Beschwerde vom 19. November 2021 die 

Verfügung vom 22. Oktober 2021 aufzuheben und die Vorinstanz anzuwei-

sen ist zu veranlassen, dass die IV-Rentennachzahlung im Betrag von 

Fr. 12'785.80 als einmalige Zahlung an den Beschwerdeführer ausgerich-

tet wird. Dabei wird sie zu prüfen haben, ob allenfalls Verzugszinsen ge-

schuldet sind (Art. 26 ATSG).  

4. Zu befinden bleibt über die Verfahrenskosten und eine allfällige Partei-

entschädigung. 

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Seite 9 

4.1 Das Beschwerdeverfahren um den Auszahlungsmodus von IV-Leistun-

gen ist kostenlos (vgl. Art. 61 Bst. a ATSG; Art. 69 Abs. 1bis IVG e contrario; 

BGE 129 V 362 E. 2; 121 V 17 E. 2; Urteil des BGer I 632/2003 vom 9. De-

zember 2005 E. 1.1). 

4.2 Der obsiegenden Partei kann vom Amtes wegen oder auf Begehren 

eine Entschädigung für erwachsene notwendige und verhältnismässig 

hohe Kosten zugesprochen werden (Art. 64 Abs. 1 VwVG). Dem nicht an-

waltlich vertretenen obsiegenden Beschwerdeführer sind keine unverhält-

nismässig hohen Kosten entstanden, weshalb ihm keine Parteientschädi-

gung zuzusprechen ist (vgl. auch Art. 7 Abs. 4 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Bei diesem Verfahrensaus-

gang hat auch die Vorinstanz als Bundesbehörde (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG 

in Verbindung mit Art. 7 Abs. 3 und 4 VGKE) wie auch die unterliegende 

Gegenpartei keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.  

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen, die angefochtenen Verfügung vom 

22. Oktober 2021 aufgehoben und die Vorinstanz angewiesen, die Auszah-

lung der IV-Rentennachzahlung im Betrag von Fr. 12'785.80 in einer ein-

maligen Zahlung an den Beschwerdeführer im Sinne der Erwägungen zu 

veranlassen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.  

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, die Beschwerdegegnerin und 

die Vorinstanz sowie an das Bundesamt für Sozialversicherungen. 

 

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Seite 10 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Christoph Rohrer Milan Lazic 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 

BGG). Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten 

Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der 

Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder 

konsularischen Vertretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die 

Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Be-

weismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid 

und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in 

Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

 

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