# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** eafa318e-d4a2-594f-b072-ecdc7661cadb
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-06-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.06.2010 E-2483/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2483-2010_2010-06-07.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-2483/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  7 .  J u n i  2 0 1 0

Einzelrichter Markus König, 
mit Zustimmung von Richter Gérard Scherrer;
Gerichtsschreiber Rudolf Bindschedler.

A._______,
Türkei,
vertreten durch lic. iur. Salman Fesli,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 12. März 2010 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-2483/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  der  Beschwerdeführer  eigenen  Angaben zufolge  am 9. Januar 
2009 sein Heimatland von B._______ aus verliess und über angeblich 
unbekannte Länder am 19. Januar 2009 in die Schweiz einreiste, wo er 
am 9. Februar 2009 – nach einer Polizeikontrolle – um Asyl nachsuch-
te,

dass er anlässlich der Kurzbefragung im Empfangs- und Verfahrens-
zentrum C._______ vom 12. Februar 2009 sowie der Bundesanhörung 
Anhörung vom 3. März 2009 zur Begründung des Asylgesuchs im We-
sentlichen geltend machte,  er  sei  Kurde,  habe bis  im März 2006 im 
heimatlichen  Dorf  in  der  Provinz  D._______  gelebt,  habe  wegen 
ungefähr  dreissig  mit  Folter  verbundenen  Festnahmen  damals  die 
Türkei verlassen und sei nach E._______ gereist,  wo er ein Asylge-
such gestellt habe,

dass er nach Ablehnung seines Asylgesuchs im Oktober 2007 in die 
Türkei  zurückgekehrt  sei  und  sich  daraufhin  in  seinem  Heimatdorf  
sowie bei seinem Bruder in F._______ aufgehalten habe,

dass er  indessen wieder  Schwierigkeiten mit  den  Behörden,  welche 
ihn der Unterstützung der Partiya Karkerên Kurdistan (PKK) bezichtigt 
hätten, gehabt habe,

dass er mit der Demokratik Toplum Partisi (DTP) sympathisiert und ge-
legentlich der PKK mit Lebensmittellieferungen geholfen habe,

dass er im Jahr 2008 mehrmals festgenommen und gefoltert  worden 
sei, die Unterdrückung der Kurden sowie seine persönliche Lage nicht 
mehr  ertragen habe  und  deshalb  die  Türkei  im Januar  2009  erneut 
verlassen habe,

dass das BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers mit Verfügung 
vom 12. März 2010 – eröffnet am 16. März 2010 – ablehnte und die 
Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,

dass  das  BFM  zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  die  Vor-
bringen  des  Beschwerdeführers  seien  erfahrungswidrig,  unsubstan-
ziiert, enthielten zahlreiche Ungereimtheiten und hielten den Anforde-
rungen an  die  Glaubhaftigkeit  gemäss  Art.  7  des Asylgesetzes vom 
26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht stand,

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dass die Ausführungen in Bezug auf die Benachteiligungen der kurdi -
schen Bevölkerung in der Türkei im Sinne von Art. 3 AsylG nicht asyl -
relevant seien,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  13. April 2010  gegen 
diesen Entscheid  beim Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde erhob 
und dabei materiell die Aufhebung der Verfügung vom 12. März 2010, 
die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft, die Gewährung von Asyl 
und eventualiter  die Feststellung der  Unzulässigkeit,  Unzumutbarkeit 
sowie Unmöglichkeit des Wegweisungsvollzugs beantragte,

dass er in prozessualer Beziehung die Gewährung der unentgeltlichen 
Rechtspflege  gemäss  Art.  65  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 
172.021)  sowie den Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschus-
ses beantragte,

dass der Instruktionsrichter mit Zwischenverfügung vom 29. April 2010 
die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege sowie 
um Verzicht  auf  die  Erhebung  eines Kostenvorschusses  abwies  und 
den Beschwerdeführer zur Leistung eines Kostenvorschusses bis zum 
14. Mai 2010 aufforderte,

dass der Kostenvorschuss am 12. Mai 2010 fristgerecht geleistet wur-
de,

und das Bundesverwaltungsgericht erwägt,

dass es im Asylbereich endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-
gen (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-
33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [VGG, 
SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG 
richtet,  soweit  das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und 
Art. 6 AsylG),

dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  angefochtene  Verfügung 
besonders berührt  ist,  ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhe-

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bung beziehungsweise Änderung hat  und daher zur Einreichung der 
Beschwerde legitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist-  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird  (Art. 111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl  gewährt  (Art.  2 
Abs. 1  AsylG),  wobei  als  Flüchtling  eine  ausländische  Person  an-
erkannt wird, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie 
zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  Zugehörig-
keit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen 
Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete 
Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden  (Art.  3  Abs. 1 
AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaub-
haft gemacht werden muss (Art. 7 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft  glaubhaft  gemacht ist,  wenn die Be-
hörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für 
gegeben  hält  und  Vorbringen  insbesondere  dann  unglaubhaft  sind, 
wenn  sie  in  wesentlichen  Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeb-
lich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden,

dass das BFM in der angefochtenen Verfügung in Anbetracht der pro-
tokollierten  Aussagen  des Beschwerdeführers  nachvollziehbar,  über-

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zeugend und praxiskonform dargelegt hat, weshalb die Asylvorbringen 
des Beschwerdeführers als  im Wesentlichen unglaubhaft  (und dane-
ben auch asylrechtlich unerheblich) sind,

dass  dem Beschwerdeführer  in  der  Zwischenverfügung  des  Instruk-
tionsrichters vom 29. April  2010 bereits ausführlich dargelegt  wurde, 
weshalb  die  Vorbringen  in  der  Beschwerdebegründung  unbehelflich 
seien und die überzeugenden Erwägungen des BFM nicht in Frage zu 
stellen vermöchten,

dass zur  Umgehung unnötiger  Wiederholungen vorab auf  die  Darle-
gungen in der Zwischenverfügung vom 29. April 2010 zu verweisen ist,

dass die Vorbringen des Beschwerdeführers einen widersprüchlichen, 
lebensfremden und unlogischen Eindruck hinterlassen und von einem 
auffälligen  Mangel  an  so  genannten  Realitätskennzeichen  geprägt 
sind,

dass  es  dem Beschwerdeführer  somit  nicht  gelingt,  die  Flüchtlings-
eigenschaft  nachzuweisen  oder  zumindest  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb das Bundesamt das Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat  (Art. 44  Abs. 1 AsylG),  vorliegend der  Kanton keine Aufenthalts-
bewilligung  erteilt  hat  und  zudem kein  Anspruch auf  Erteilung einer 
solchen besteht (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweize-
rischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2001  Nr. 21),  weshalb  die 
verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen 
steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern 
regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumut-
bar  oder  nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG; Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  des Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 
Vorgängerorganisation  ARK der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft  gilt,  dass  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn 

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der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, 
Ausländerrecht, 2. Auflage, Basel 2009, Rz. 11.148), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrecht-
liche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtli-
chen Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung 
findet  und  keine  Anhaltspunkte  für  eine  menschenrechtswidrige  Be-
handlung ersichtlich sind, die im Heimat- oder Herkunftsstaat droht,

dass  sich  der  Vollzug  für  Ausländerinnen  und  Ausländer  als 
unzumutbar  erweist,  wenn  sie  im  Heimat-  oder  Herkunftsstaat  auf 
Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und 
medizinischer Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass weder die gegenwärtige allgemeine Lage im Heimatland noch in-
dividuelle Gründe gegen die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges 
des nach eigenen Angaben gesunden (vgl. Protokoll der Bundesanhö-
rung S. 14) und über berufliche Erfahrung als Landwirt und Bauarbei -
ter verfügenden Beschwerdeführers sprechen, zumal dieser in seinem 
Heimatland über ein familiäres Beziehungsnetz verfügt,

dass sich aus den Akten keine Hinweise für die Annahme ergeben, der 
Beschwerdeführer geriete im Falle der Rückkehr in die Heimat aus in-
dividuellen  Gründen  wirtschaftlicher,  sozialer  oder  gesundheitlicher 

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Natur in eine existenzbedrohende Situation,  weshalb der Vollzug der 
Wegweisung zumutbar ist (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  in  den 
Heimatstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse be-
stehen (Art. 83  Abs. 2 AuG),  und es  dem Beschwerdeführer  obliegt, 
bei  der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art.  8 Abs. 4 
AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletze,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststelle 
oder  unangemessen  sei  (Art. 106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde 
abzuweisen ist,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art. 63 
Abs. 1 VwVG), diese indessen durch den am 12. Mai 2010 geleisteten 
Kostenvorschuss beglichen sind.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Diese sind durch den am 12. Mai 2010 geleisteten Kosten-
vorschuss beglichen.

3.
Dieses Urteil geht an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, das 
BFM und die kantonale Ausländerbehörde.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Markus König Rudolf Bindschedler

Versand:

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