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**Case Identifier:** afb8c716-f4a1-5e12-b342-a145f162daf9
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-07
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 07.11.2023 200 2023 370
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-370_2023-11-07.pdf

## Full Text

200 23 370 UV
KOJ/ISD/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 7. November 2023

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiber Isliker

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt MLaw B.________
Beschwerdeführer

gegen

Suva
Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 11. April 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Nov. 2023, UV/23/370, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1984 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) war 
ab dem 1. Juli 2013 bei der C.________ GmbH als … des … der 
D.________ AG in … angestellt und dadurch bei der Schweizerischen Un-
fallversicherungsanstalt (Suva bzw. Beschwerdegegnerin) obligatorisch 
gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Am 
28. März 2021 erlitt er als Motorradfahrer bei einer Kollision mit einem ent-
gegenkommenden Auto verschiedene Verletzungen (Akten der Suva, Ant-
wortbeilage [AB] 4 f.; vgl. auch AB 35). Die Suva erbrachte die gesetzlichen 
Versicherungsleistungen (vgl. AB 9), traf medizinische Abklärungen, insbe-
sondere holte sie zwei von der E.________ AG (nachfolgend: Haftpflicht-
versicherung) veranlasste medizinische Aktenbeurteilungen (AB 159/1-6, 
159/7-38) und die Unterlagen der ebenfalls im Auftrag der Haftpflichtversi-
cherung erfolgten Observation des Versicherten (AB 160, vgl. auch 
AB 165) ein. Mit Schreiben vom 11. August 2022 (AB 168) setzte die Suva 
den Versicherten über den Beizug der Haftpflichtversicherungsakten ein-
schliesslich der Observationsunterlagen in Kenntnis und gab ihm Gelegen-
heit zur Stellungnahme. Am 15. September 2022 holte die Suva eine ärztli-
che Beurteilung ihres Zentrums F.________ zum Observationsmaterial ein 
(AB 178). Gestützt darauf kam die Suva mit Verfügung vom 23. September 
2022 (AB 185) auf ihre bisherige Leistungsausrichtung zurück und forderte 
zu Unrecht bezahlte Taggelder ab dem 25. Januar 2022 im Betrag von 
Fr. 30'550.50 zurück. Ferner verneinte sie einen weitergehenden Leis-
tungsanspruch gegenüber der obligatorischen Unfallversicherung im Zu-
sammenhang mit dem Ereignis vom 28. März 2021. Die dagegen erhobene 
Einsprache (AB 198) wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 11. April 
2023 ab (AB 224).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Nov. 2023, UV/23/370, Seite 3

B.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, mit Eingabe vom 15. Mai 2023 Beschwerde und beantragte, 
in Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids sei von der Rück-
forderung von Taggeldern ab dem 25. Januar 2022 im Betrag von 
Fr. 30'550.50 abzusehen und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, 
ihm die Versicherungsleistungen (Heilkosten, Taggelder) weiterhin respek-
tive über den 25. Januar 2022 hinaus zu erbringen. Eventualiter sei die 
Sache zwecks Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzuwei-
sen. Weiter beantragte der Beschwerdeführer, der Beschwerde sei die auf-
schiebende Wirkung zu erteilen respektive davon Vormerk zu nehmen, 
dass der Beschwerde aufschiebende Wirkung zukomme.

Mit Beschwerdeantwort vom 1. Juni 2023 beantragte die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde.

Mit Verfügung vom 6. Juni 2023 wies der Instruktionsrichter das Gesuch 
um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde ab. 

Mit Replik vom 13. Juni 2023 (Posteingang; erneute Zustellung am 15. Juni 
2023) bzw. Duplik vom 22. Juni 2023 hielten die Parteien an ihren Stand-
punkten und Anträgen fest. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-

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anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 11. April 
2023 (AB 224). Streitig und zu prüfen ist die Leistungspflicht der Be-
schwerdegegnerin im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 28. März 
2021 über den 24. Januar 2022 hinaus sowie die Rückforderung von Tag-
geldern ab dem 25. Januar 2022 in der Höhe von Fr. 30'550.50. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 UVG). 
Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines 
ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine 
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 
oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.2 Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung 
setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammen-
hang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 

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147 V 161 E. 3.1 S. 162, 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; Entscheid des 
Bundesgerichts [BGer] vom 12. Juli 2022, 8C_596/2021 [zur Publikation 
vorgesehen], E. 3).

Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um-
stände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als einge-
treten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit ein-
getreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für 
die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, 
dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher 
Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit 
anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicher-
ten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge-
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche 
Störung entfiele ("conditio sine qua non"; BGE 147 V 161 E. 3.2 S. 163).

2.3 Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf 
die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (vgl. auch Art. 54 und 28 
Abs. 1 UVG). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teil-
weise arbeitsunfähig, so hat sie Anspruch auf ein Taggeld (Art. 16 Abs. 1 
UVG; zur Höhe der Taggelder vgl. Art. 17 UVG und Art. 22 ff. der Verord-
nung vom 20. Dezember 1982 über die Unfallversicherung [UVV; 
SR 832.202]). Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der 
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder 
teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare 
Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in 
einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG).

2.4

2.4.1 Der Unfallversicherer hat den Fall unter Einstellung von Heilbehand-
lung und Taggeld sowie Prüfung des Anspruchs auf Invalidenrente und 
Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der 
ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustan-
des mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen 
der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE 
143 V 148 E. 3.1.1 S. 151, 137 V 199 E. 2.1 S. 201). Die Besserung be-

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stimmt sich namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung 
oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbedingt beein-
trächtigt, wobei die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Besse-
rung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen genügen 
nicht (BGE 134 V 109 E. 4.3 S. 115). Diese Frage ist prospektiv zu beurtei-
len (SVR 2010 UV Nr. 3 S. 14 E. 8.2; zum Ganzen SVR 2020 UV Nr. 40 
S. 163 E. 2.3).

Der Unfallversicherer hat die Möglichkeit, die durch Ausrichtung von Heil-
behandlung und Taggeld anerkannte Leistungspflicht mit Wirkung ex nunc 
et pro futuro ohne Berufung auf den Rückkommenstitel der Wiedererwä-
gung oder der prozessualen Revision einzustellen, d.h. den Fall abzusch-
liessen, dies mit der Begründung, ein versichertes Ereignis liege – bei rich-
tiger Betrachtungsweise – gar nicht vor. In gleichem Sinne ist auch hin-
sichtlich der Prüfung der adäquaten Kausalität zwischen Unfall und Ge-
sundheitsschaden zu entscheiden. Danach kann der Unfallversicherer trotz 
vorheriger Ausrichtung von Heilbehandlung und Taggeld ohne Berufung 
auf Wiedererwägung oder prozessuale Revision die Adäquanz verneinen 
und gestützt hierauf die Leistungen ex nunc einstellen. Nur im Rahmen 
einer allfälligen Leistungsrückerstattung sind die Rückkommensvorausset-
zungen zu beachten (vgl. BGE 130 V 380 E. 2.3.1 S. 384).

2.4.2 Formell rechtskräftige Verfügungen und Einspracheentscheide 
müssen in Revision gezogen werden, wenn die versicherte Person oder 
der Versicherungsträger nach deren Erlass erhebliche neue Tatsachen 
entdeckt oder Beweismittel auffindet, deren Beibringung zuvor nicht mög-
lich war (Art. 53 Abs. 1 ATSG), und die geeignet sind, zu einer anderen 
rechtlichen Beurteilung zu führen (BGE 127 V 466 E. 2c S. 469). Aus-
schlaggebend ist, dass das Beweismittel nicht bloss der Sachverhaltswür-
digung, sondern der Sachverhaltsfeststellung dient. Es bedarf dazu neuer 
Elemente tatsächlicher Natur, welche die Entscheidungsgrundlagen als 
objektiv mangelhaft erscheinen lassen (BGE 138 V 324 E. 3.2 S. 328). Das 
Institut der prozessualen Revision bezweckt die Verwirklichung des materi-
ellen Rechts, indem eine Verfügung zurückgenommen werden soll, die auf 
von Anfang an fehlerhaften tatsächlichen Grundlagen beruht hat (BGE 115 
V 308 E. 4a aa S. 313). Die prozessuale Revision kommt auch bei formlo-

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sen, rechtsbeständig gewordenen Leistungszusprechungen zur Anwen-
dung (BGE 143 V 105 E. 2.1 S. 107).

Die prozessuale Revision ist gestützt auf Art. 55 Abs. 1 ATSG nur innerhalb 
der in Art. 67 Abs. 1 Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren vom 
20. Dezember 1968 (SR 172.021) enthaltenen Fristen zulässig. Nach 
Abs. 1 dieser Bestimmung ist eine relative 90-tägige Frist zu beachten, die 
mit der Entdeckung des Revisionsgrundes zu laufen beginnt. Zudem gilt 
eine absolute zehnjährige Frist, deren Lauf mit der Eröffnung des Entschei-
des einsetzt (BGE 143 V 105 E. 2.1 S. 107; SVR 2012 UV Nr. 17 S. 63 
E. 3).

Grundsätzlich bestimmt sich der Zeitpunkt, in welchem die Partei den ange-
rufenen Revisionsgrund hätte entdecken können, nach dem Prinzip von 
Treu und Glauben. Praxisgemäss beginnt die relative 90-tägige Revisions-
frist zu laufen, sobald bei der Partei eine sichere Kenntnis über die neue 
erhebliche Tatsache oder das entscheidende Beweismittel vorhanden ist. 
Blosse Vermutungen oder gar Gerüchte genügen dagegen nicht und ver-
mögen den Lauf der Revisionsfristen nicht in Gang zu setzen. Die sichere 
Kenntnis ist nicht erst dann gegeben, wenn der Revisionskläger die neue 
erhebliche Tatsache sicher beweisen kann, sondern es genügt ein auf si-
cheren Grundlagen fussendes Wissen darüber (BGE 143 V 105 E. 2.4 
S. 108).

Ergeben sich aus den neu entdeckten Tatsachen und Beweismitteln (ledig-
lich) gewichtige Indizien für das Vorliegen eines prozessualen Revisions-
grundes, sind innert angemessener Frist zusätzliche Abklärungen vorzu-
nehmen, um diesbezüglich hinreichende Sicherheit zu erhalten. In solchen 
Fällen beginnt die relative 90-tägige Revisionsfrist erst zu laufen, wenn die 
Unterlagen die Prüfung der Erheblichkeit des geltend gemachten Revisi-
onsgrundes erlauben oder bei Säumnis in dem Zeitpunkt, in welchem der 
Versicherungsträger den unvollständigen Sachverhalt mit dem erforderli-
chen und zumutbaren Einsatz hätte hinreichend ergänzen können (BGE 
143 V 105 E. 2.4 S. 109; SVR 2012 IV Nr. 36 S. 141 E. 4.2).

Neu sind Tatsachen, die sich vor Erlass der formell rechtskräftigen Verfü-
gung oder des Einspracheentscheides verwirklicht haben, jedoch dem Re-

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visionsgesuchsteller trotz hinreichender Sorgfalt nicht bekannt waren. Die 
neuen Tatsachen müssen erheblich sein, d.h. sie müssen geeignet sein, 
die tatbeständliche Grundlage des zur Revision beantragten Entscheids zu 
verändern und bei zutreffender rechtlicher Würdigung zu einer anderen 
Entscheidung zu führen (BGE 144 V 245 E. 5.2 S. 249).

2.5 Gestützt auf Art. 43a ATSG kann der Versicherungsträger eine ver-
sicherte Person verdeckt observieren und dabei Bild- und Tonaufzeichnun-
gen machen und technische Instrumente zur Standortbestimmung einset-
zen, wenn aufgrund konkreter Anhaltspunkte anzunehmen ist, dass die 
versicherte Person unrechtmässig Leistungen bezieht oder zu erhalten 
versucht und die Abklärungen sonst aussichtslos wären oder unverhältnis-
mässig erschwert würden (Abs. 1 lit. a und b). Der Versicherungsträger 
kann das Material einer Observation, die von einem anderen Versiche-
rungsträger oder einem Versicherer nach dem Bundesgesetz vom 17. De-
zember 2004 betreffend die Aufsicht über Versicherungsunternehmen 
(Versicherungsaufsichtsgesetz, VAG; SR 961.01) selbst oder in deren Auf-
trag durchgeführt wurde, verwenden, wenn bei der Observation die 
Voraussetzungen nach den Abs. 1 - 5 erfüllt waren (Art. 43a Abs. 6 ATSG).

2.6 Unrechtmässig bezogene Leistungen sind zurückzuerstatten. Wer 
Leistungen in gutem Glauben empfangen hat, muss sie nicht zurückerstat-
ten, wenn eine grosse Härte vorliegt (Art. 25 Abs. 1 ATSG). Zu Unrecht 
bezogene Geldleistungen, die auf einer formell rechtskräftigen Verfügung 
beruhen, können, unabhängig davon, ob die zur Rückforderung Anlass 
gebenden Leistungen förmlich oder formlos verfügt worden sind, nur 
zurückgefordert werden, wenn entweder die für die Wiedererwägung (we-
gen zweifelloser Unrichtigkeit und erheblicher Bedeutung der Berichtigung; 
Art. 53 Abs. 2 ATSG) oder die für die prozessuale Revision (wegen vorbe-
standener neuer Tatsachen oder Beweismittel; Art. 53 Abs. 1 ATSG) be-
stehenden Voraussetzungen erfüllt sind (BGE 142 V 259 E. 3.2 S. 260, 130 
V 318 E. 5.2 S. 320; SVR 2019 UV Nr. 3 S. 10 E. 3.1; Entscheid des BGer 
vom 2. Juli 2021, 9C_321/2020, E. 4.2).

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3.

3.1 Fest steht und zwischen den Parteien unbestritten ist, dass das Er-
eignis vom 28. März 2021 die kumulativen Tatbestandsvoraussetzungen 
des Unfallbegriffs (vgl. vorne E. 2.1) erfüllt. Umstritten ist hingegen, ob die 
Beschwerdegegnerin zu Recht gestützt auf die von der Haftpflichtversiche-
rung erhobenen Observationsunterlagen (AB 160) sowie die versicherungs-
interne ärztliche Beurteilung von Dr. med. G.________, Fachärztin für All-
gemeine Innere Medizin, vom 15. September 2022 (AB 178) von einem 
spätestens am 24. Januar 2022 erreichten medizinischen Endzustand aus-
ging, einen Leistungsanspruch gegenüber der obligatorischen Unfallversi-
cherung ab dem Folgetag verneinte und im Rahmen der prozessualen Re-
vision (Art. 53 Abs. 1 ATSG; vgl. E. 2.7 hiervor) Taggeldleistungen von 
Fr. 30'550.50 zurückgefordert hat.

3.2 Die Beschwerdegegnerin zog unter anderem die Unterlagen der von 
der Haftpflichtversicherung in Auftrag gegebenen Observation des Be-
schwerdeführers bei (AB 160). Der Beschwerdeführer bestreitet die Zuläs-
sigkeit der Verwertung des Observationsmaterials im vorliegenden Verfah-
ren, da die formellen Voraussetzungen für die Observation nicht erfüllt ge-
wesen seien, keine hinreichenden Verdachtsmomente für die Anordnung 
einer Überwachung vorgelegen hätten und die Beschwerdegegnerin es 
unterlassen habe, mildere medizinische Massnahmen zur Abklärung des 
Sachverhalts anzuordnen. Zudem würde die Observation inhaltlich keine 
sachdienlichen Erkenntnisse liefern (Beschwerde S. 6 f. Rz. 22 ff.).

3.2.1 Zu den formellen Voraussetzungen der Observation (vgl. Art. 43a 
Abs. 2-5 und 9; siehe auch vorne E. 2.5) ist festzustellen, dass deren An-
ordnung durch eine Person mit Direktionsfunktion i.S.v. Art. 43a Abs. 2 
ATSG der Haftpflichtversicherung erfolgte (vgl. AB 165/2 [E-Mail der Haft-
pflichtversicherung an die Beschwerdegegnerin vom 10. August 2022, 
Antwort auf Frage 3], 167/3; vgl. Handelsregisterauszug der Haftpflichtver-
sicherung [abrufbar unter www.zefix.ch]) und im Rahmen der Observation 
keine genehmigungspflichtigen technischen Instrumente zur Standortbe-
stimmung eingesetzt wurden (Art. 43a Abs. 3 ATSG; vgl. AB 165/2 [E-Mail 
der Haftpflichtversicherung an die Beschwerdegegnerin vom 10. August 
2022, Antwort auf Frage 4], 166/7 Ziff. 5.3, 167/2 Ziff. 4). Die Observation 

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selber erfolgte zwischen dem 25. Januar und dem 8. Februar 2022 an ins-
gesamt sechs Tagen (vgl. AB 160/4 Ziff. 6) und somit in zeitlicher Hinsicht 
innerhalb der Vorgaben gemäss Art. 43a Abs. 5 ATSG. Sie beschränkte 
sich zudem auf allgemein zugängliche Orte oder von allgemein zugängli-
chen Orten her frei einsehbare Orte (vgl. Überwachungsjournal 
[AB 1604 ff.]; siehe dazu Art. 43a Abs. 4 ATSG). Die mit der Observation 
beauftragten Personen verfügten zudem gemäss der Bestätigung der Haft-
pflichtversicherung über sämtliche notwendigen kantonalen und eidgenös-
sischen Bewilligungen (AB 165/2 [E-Mail der Haftpflichtversicherung an die 
Beschwerdegegnerin vom 10. August 2022]; vgl. Art. 43a Abs. 9 ATSG 
i.V.m. Art. 7 ff. der Verordnung vom 11. September 2002 über den allge-
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSV; SR 830.11]). Damit sind 
die formellen Voraussetzungen für die beweisrechtliche Verwertung der 
Observationsergebnisse im Sozialversicherungsverfahren erfüllt. 

3.2.2 Für die Anordnung der Observation bestanden sodann hinreichende 
Verdachtsmomente für einen (versuchten) unrechtmässigen Leistungsbe-
zug (Art. 43a Abs. 1 lit. a ATSG). Diese legte die Haftpflichtversicherung im 
internen Antragsschreiben betreffend Personenobservation vom 21. Januar 
2022 (AB 167) einlässlich und überzeugend begründet dar. Insbesondere 
führte sie aus, dass der Beschwerdeführer im Rahmen des Aufenthalts in 
der Rehaklinik H.________ zwischen Ende September und November 
2021 wiederholt ein auffälliges Schmerz- und Leistungsverhalten gezeigt 
habe, wenig interessiert an einer Verbesserung im Schmerzumgang gewe-
sen sei und bei den Belastungstrainings keine Bereitschaft zur Leistungs-
steigerung gezeigt habe (vgl. auch AB 89/2-5). Damit übereinstimmend 
wurde von den behandelnden Ärzten bereits im Rahmen verschiedener 
früherer fachärztlicher Untersuchungen eine hochgradige bzw. gar 
vollständige Diskrepanz zwischen den Beschwerdeangaben respektive 
dem klinischen Beschwerdebild und den objektiven Befunden beschrieben 
(vgl. AB 45/2, 49, 61). Die von den behandelnden Ärzten bei einer damals 
fraglich vorhandenen psychischen Störung empfohlene psychiatrisch-
psychotherapeutische Behandlung (vgl. AB 49/2, 89/3) lehnte der Be-
schwerdeführer wiederholt ab (AB 86/1, 148/4), was sich mit den geltend 
gemachten erheblichen Schmerzen und Einschränkungen ebenfalls nicht 
vereinbaren lässt. Weiter beschrieb die Haftpflichtversicherung Wider-

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sprüche zwischen den Schmerz- und Gefühlsangaben des Beschwerdefüh-
rers während eines persönlichen Gesprächs vom 20. Dezember 2021; 
auch hielt sie fest, dass bei Abklärungen in einem anderen Fall im Sinne 
eines Zufallsfundes festgestellt worden sei, dass der Beschwerdeführer ein 
Auto gelenkt, sich ausserhalb des Fahrzeugs ohne Gehstock bewegt und 
nach dem Mittagessen die Kinder zur Schule gefahren habe (AB 167/1 f.). 
Insgesamt bestanden damit mehrere konkrete Verdachtsmomente für ei-
nen unrechtmässigen Leistungsbezug.

3.2.3 Schliesslich war für eine zuverlässige Feststellung des tatsächlichen 
funktionellen Leistungsvermögens – wie von der Beschwerdegegnerin im 
angefochtenen Einspracheentscheid zutreffend dargelegt (vgl. AB 224/4 f.) 
– die Durchführung einer Observation erforderlich und angezeigt. Denn 
trotz weitreichender medizinischer Abklärungen wäre eine effektive Ab-
klärung des funktionellen Leistungsvermögens angesichts der weiterhin 
auffälligen und inkonsistenten Schmerzangaben sowie der unzureichenden 
Leistungsbereitschaft des Beschwerdeführers bei den Therapiemassnah-
men (vgl. etwa AB 89/4 f.) nicht möglich respektive zumindest unverhält-
nismässig erschwert gewesen (vgl. Art. 43a Abs. 1 lit. b ATSG). Daran än-
dert nichts, dass die Haftpflichtversicherung die Frage der Beschwerde-
gegnerin nach vorgängig erfolgten anderweitigen Abklärungen mit "Nein" 
beantwortete (vgl. AB 165/2 [E-Mail der Haftpflichtversicherung an die Be-
schwerdegegnerin vom 10. August 2022]), da die Beschwerdegegnerin 
bereits selber vor der Einsichtnahme in das Observationsmaterial weitrei-
chende medizinische Abklärungen einschliesslich einer mehrwöchigen mul-
timodalen stationären Behandlung des Beschwerdeführers (vgl. dazu 
AB 89) veranlasst hatte, mithin der ihr zukommenden vorrangingen Ab-
klärungspflicht (Art. 43 ATSG) zur Genüge nachgekommen war. Die Be-
schwerdegegnerin orientierte den Beschwerdeführer sodann vor Erlass der 
dem angefochtenen Einspracheentscheid zugrundeliegenden Verfügung 
vom 23. September 2022 (AB 185) mit Schreiben vom 11. August 2022 
(AB 168) über den Einbezug des Observationsmaterials (vgl. dazu Art. 43a 
Abs. 7 ATSG).

3.2.4 Der Beschwerdeführer macht schliesslich geltend, die Ergebnisse 
der Observation seien nicht zu berücksichtigen, da sie keine sachdienli-

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chen Erkenntnisse zu liefern vermöchten (Beschwerde S. 7 Rz. 24). Dem 
ist nicht zu folgen. Vielmehr ist dem Observationsbericht vom 9. Februar 
2022 (AB 160) zu entnehmen, es hätten beim Beschwerdeführer keine An-
zeichen einer gesundheitlichen Beeinträchtigung festgestellt werden kön-
nen. Der Beschwerdeführer habe keine Gehhilfe benutzt. Er habe sich oft-
mals um die Kinder gekümmert, sie morgens mit dem Auto zur Schule ge-
bracht und mittags wieder abgeholt. Diese Tätigkeit habe er sich mit seiner 
Ehefrau aufgeteilt. Ob der Beschwerdeführer im Alltag bzw. bei Haushalts-
arbeiten Unterstützung erfahre, habe nicht festgestellt werden können, da 
der Beschwerdeführer nicht beim Verrichten von Haushaltsarbeiten habe 
beobachtet werden können. Ausser Hause sei er in der Regel alleine un-
terwegs gewesen. Er habe mehrmals zwei verschiedene auf ihn lautende 
Fahrzeuge gelenkt. Während der überwachten Zeitspanne sei der Be-
schwerdeführer keinen Freizeitbeschäftigungen nachgegangen. Der Be-
schwerdeführer habe wiederholt an seinem Arbeitsplatz (… der 
D.________ AG in …) gearbeitet, habe vorwiegend organisatorische und 
administrative Arbeiten erledigt und den Angestellten Anweisungen erteilt 
(AB 160/2 f.). Dem Observationsbericht sind damit verschiedene Anhalts-
punkte zum beobachteten Gesundheitszustand und der Arbeits- sowie 
Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers zu entnehmen. Auch wenn al-
leine gestützt darauf rechtsprechungsgemäss keine abschliessenden 
Sachverhaltsfeststellungen möglich sind, vermögen die erhobenen Obser-
vationsergebnisse offenkundig wichtige Sachverhaltsgrundlagen sowie 
Hinweise für die ärztliche Beurteilung zu liefern (vgl. hinten E. 3.4). 

3.2.5 Zusammenfassend sind die Voraussetzungen für die Verwendung 
des Observationsmaterials erfüllt (Art. 43a Abs. 6 i.V.m. Abs. 1 bis 5 
ATSG). Die Beschwerdegegnerin durfte daher den Observationsbericht 
vom 9. Februar 2022 (AB 160) im Rahmen der weiteren medizinischen 
Abklärungen berücksichtigen.

3.3 Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen Einspra-
cheentscheid vom 11. April 2023 (AB 224) in medizinischer Hinsicht im 
Wesentlichen auf die versicherungsinterne ärztliche Beurteilung von 
Dr. med. G.________ vom 15. September 2022 (AB 178). Dieser ist zu 
entnehmen, die beim Ereignis vom 28. März 2021 erlittenen Frakturen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Nov. 2023, UV/23/370, Seite 13

(nicht dislozierte Fibulafraktur und nicht dislozierte Fraktur der Eminentia 
interkondylaris links) seien konservativ behandelt worden, wobei sich drei 
Monate nach dem Unfall radiologisch eine Konsolidation ohne sekundäre 
Dislokation gezeigt habe. Als einschränkend seien Schmerzen und eine 
Quadrizepsschwäche beschrieben worden. Neurologisch hätten keine De-
fizite gemessen werden können. Ebenso habe dreieinhalb Monate nach 
dem Unfall keine Muskelatrophie bestanden. Während des Aufenthalts in 
der Rehaklinik H.________ (zwischen dem 28. September und dem 
29. Oktober 2021 [vgl. dazu AB 89]) seien chronifizierte belastungs- und 
bewegungsabhängige Schmerzen des linken Knies, ein Flexionsdefizit, 
eine reduzierte Belastbarkeit des linken Beines, eine reduzierte Mobilität 
(Gehen am Stock) und Hypästhesien beschrieben sowie eine mässige 
Symptomausweitung beobachtet worden. Das Ausmass der demonstrierten 
physischen Einschränkungen habe sich mit den objektivierbaren pathologi-
schen Befunden, der klinischen Untersuchung und den bildgebenden Ab-
klärungen sowie den Diagnosen nur ungenügend erklären lassen. Ein Ver-
laufs-MRI vom 14. Oktober 2021 (vgl. dazu AB 89/3) zeige eine konsolidier-
te Avulsionsfraktur der Eminentia interkondylaris mit Frakturausläufer ins 
posterolaterale Tibiaplateau, ohne grössere intraartikuläre Gelenkstufe, mit 
intakten Menisken und Kreuzbändern. Eine neurologische und psychoso-
matische Verlaufsbeurteilung im März 2022 habe unveränderte Befunde 
gezeigt. Im Mai 2022 habe ein Aufenthalt "auf der Psychosomatik" im Spital 
I.________ stattgefunden. Hier sei eine chronische Schmerzstörung mit 
somatischen und psychischen Faktoren diagnostiziert worden. Über die 
bekannten strukturellen Befunde, wie die traumatische Verletzung der lin-
ken unteren Extremität, hinausgehend würden Hinweise auf eine funktio-
nelle Symptomausweitung mit einer sensomotorischen Ausfallsymptomatik 
links bestehen (AB 178/3).

Zum Observationsmaterial hielt Dr. med. G.________ zusammenfassend 
fest, der Beschwerdeführer sei offenbar häufig mit dem Auto unterwegs, 
habe die Kinder zur Schule gebracht und immer wieder stundenweise bei 
seinem Arbeitgeber gearbeitet. Im Filmmaterial sei zu sehen, dass dem 
Beschwerdeführer das Ein- und Aussteigen ins/aus dem Auto keine Pro-
bleme bereite. Er sei ausnahmslos ohne Gehhilfe unterwegs gewesen und 
nur selten könne ein diskretes linksseitiges Hinken festgestellt werden. In 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Nov. 2023, UV/23/370, Seite 14

einigen Sequenzen sei ein rasches und sehr zügiges Gehen ohne jegliches 
Hinken dargestellt. Im … stehe er längere Zeit, wobei eine Gewichtsverla-
gerung auf das gesunde rechte Bein nicht auszumachen sei. Mehrmals sei 
zu beobachten, dass der Beschwerdeführer in die Hocke gehe und offen-
bar auch Arbeiten bodennah verrichte. In keiner Filmsequenz würden sich 
Hinweise für Schmerzen zeigen, wie ein schmerzverzerrtes Gesicht oder 
ein Fassen des linken Knies mit der Hand (AB 178/3).

Gestützt auf das Observationsmaterial schloss Dr. med. G.________, dass 
in der angestammten Tätigkeit als … keinerlei Einschränkungen bestehen, 
entsprechend einer Arbeitsfähigkeit von 100 %. Nach einer Verletzung, wie 
sie der Beschwerdeführer erlitten habe, bestehe in der Regel für die Tätig-
keit als … in einem … eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für drei Monate, 
eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit für weitere zwei Monate "und noch zwei 
weitere Monate 0 % für angepasste Tätigkeiten", anschliessend sei bei 
konsolidiertem Zustand der Frakturen, wie beim Beschwerdeführer der Fall, 
nach sechs Monaten mit einer vollen Arbeitsfähigkeit zu rechnen. Es seien 
keine weiteren medizinisch-somatischen Behandlungen mehr angezeigt 
(AB 178/4). 

3.4 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweis-
wert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet 
sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverläs-
sigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354; SVR 2022 UV Nr. 3 S. 8 
E. 3.2). Auch reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern ein 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Nov. 2023, UV/23/370, Seite 15

lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztli-
che Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts 
geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in 
den Hintergrund rückt (SVR 2020 IV Nr. 38 S. 134 E. 4.3). Urteilt das Ge-
richt indessen abschliessend gestützt auf Beweisgrundlagen, die aus dem 
Verfahren vor dem Sozialversicherungsträger stammen, sind an die Be-
weiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur ge-
ringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Fest-
stellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 
E. 5.1 S. 65, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 122 V 157 E. 1d S. 162).

Ein Observationsbericht bildet für sich allein keine sichere Basis für Sach-
verhaltsfeststellungen betreffend den Gesundheitszustand und die Arbeits-
fähigkeit der versicherten Person. Er kann diesbezüglich höchstens An-
haltspunkte liefern oder Anlass zu Vermutungen geben. Sichere Kenntnis 
des Sachverhalts kann in dieser Hinsicht erst die ärztliche Beurteilung des 
Observationsmaterials liefern. Die Abklärung durch den Arzt kann gestützt 
auf die Resultate der Überwachung erfolgen, ohne dass es nötig ist, in je-
dem Fall ein medizinisches Gutachten in Auftrag zu geben. Am Versicherer 
oder am Gericht ist es, gemäss dem Grundsatz der freien Beweiswürdi-
gung die Tragweite der Ergebnisse einer Überwachung zu würdigen (BGE 
143 V 105 E. 2.4 S. 109; SVR 2019 IV Nr. 19 S. 60 E. 7.2, 2015 IV Nr. 20 
S. 60 E. 4.1).

3.5

3.5.1 Die Aktenbeurteilung von Dr. med. G.________ vom 15. September 
2022 (AB 178) erfüllt die Anforderungen der Rechtsprechung an den Be-
weiswert einer versicherungsinternen medizinischen Beurteilung (vgl. 
E. 3.4 hiervor) und überzeugt. Die Beurteilung erfasst den gesamten mass-
gebenden medizinischen Sachverhalt und Dr. med. G.________ stützte 
sich im Beurteilungszeitpunkt auf den vollständigen fachärztlichen Befund 
bzw. Behandlungsverlauf, namentlich den vollständigen Behandlungsver-
lauf durch das Spital J.________ (vgl. AB 36, 45, 49, 61), die Rehaklinik 
H.________ (vgl. AB 89) und das Spital I.________ (vgl. AB 99, 124 f., 
148, 162) sowie das Material der Observation (AB 160). Damit sind die 
Voraussetzungen für einen rechtsgenüglichen Aktenbericht erfüllt (vgl. E. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Nov. 2023, UV/23/370, Seite 16

3.4 hiervor), weshalb nicht zu beanstanden ist, dass Dr. med. G.________ 
auf eine eigene Untersuchung des Beschwerdeführers verzichtete. Dr. 
med. G.________ legte sodann nachvollziehbar und überzeugend begrün-
det sowie insbesondere in Übereinstimmung mit den vertrauensärztlichen 
Aktenbeurteilungen zuhanden der Haftpflichtversicherung von Dr. med. 
K.________, Facharzt für Chirurgie, vom 25. April 2022 (AB 159/1-6; ohne 
Kenntnis der Observationsunterlagen) und Dr. med. L.________, Facharzt 
für Neurologie, vom 9. Mai 2022 (AB 159/7-38; inklusive Beurteilung der 
Observationsunterlagen) dar, dass angesichts der spätestens seit Herbst 
2021 vollständig konsolidierten unfallkausalen Frakturen (vgl. dazu AB 45, 
53), gestützt auf das im Rahmen der bisherigen Behandlung demonstrierte 
Beschwerde- und Leistungsverhalten und eine ärztliche Auswertung der 
Observationsunterlagen (vgl. dazu E. 3.4 hiervor) weder eine weitere medi-
zinische Behandlung der Unfallfolgen noch eine Einschränkung der Arbeits- 
bzw. Leistungsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als … besteht (vgl. 
AB 178/3 f.). Dies überzeugt namentlich auch deshalb, weil Dr. med. 
K.________ in der vertrauensärztlichen Beurteilung vom 25. April 2022 
(AB 159/1-6) in Würdigung des somatischen Heilungsverlaufs bereits per 
8. September 2021 anhand der Bildgebung von einer vollständig konsoli-
dierten Fraktur und damit einem Status quo sine, das heisst einem medizi-
nischen Zustand wie ohne Unfall, ausging und mangels objektivierbarer 
pathologischer unfallkausaler Befunde von einer wieder uneingeschränkten 
Arbeitsfähigkeit ausging (AB 159/5 f. Ziff. 4 f. und 10). Auch ist ohne weite-
res nachvollziehbar, weshalb Dr. med. G.________ von ihrer vormaligen 
groben Einschätzung vom 21. Juli 2022 (AB 163/2) teilweise abwich. Denn 
ihre letzte Einschätzung, dass eine zumindest halbtägige Arbeitsfähigkeit in 
einer angepassten Tätigkeit bestehe, und die Empfehlung einer psychiatri-
schen Abklärung erfolgten in Unkenntnis der zwischenzeitlich erfolgten 
Observation und der diesbezüglichen vertrauensärztlichen Beurteilung. 
Ebenso ist festzustellen, dass Dr. med. G.________ bereits in der Stel-
lungnahme vom 21. Juli 2022 (AB 163/2) die von den behandelnden Ärzten 
attestierte vollständige Arbeitsunfähigkeit für nicht gerechtfertigt hielt und 
betreffend die Kniebeschwerden keine wesentliche Besserung mehr erwar-
tete. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Nov. 2023, UV/23/370, Seite 17

3.5.2 Den von der Beschwerdegegnerin beigezogenen vertrauensärztli-
chen Aktenbeurteilungen der Dres. med. K.________ und L.________ ist – 
anders als vom Beschwerdeführer vertreten (vgl. Beschwerde S. 6 Rz. 21) 
– alleine aufgrund der Tatsache, dass es sich hierbei nicht um versiche-
rungsexterne Gutachten i.S.v. Art. 44 ATSG handelt, nicht von vorherein 
jegliche Beweiskraft abzusprechen. Vielmehr sind die beratenden Ärzte 
eines Versicherungsträgers, was den Beweiswert ihrer Berichte angeht, 
rechtsprechungsgemäss den versicherungsinternen Ärzten gleichzusetzen 
(SVR 2021 UV Nr. 34 S. 155 E. 2.3). Als solche erfüllen sie die Vorausset-
zungen für eine beweiskräftige Aktenbeurteilung (vgl. vorne E. 3.4) eben-
falls und ergeben zusammen mit den Observationsunterlagen und der da-
mit inhaltlich sowie im Ergebnis übereinstimmenden versicherungsinternen 
Beurteilung von Dr. med. G.________ ein in sich stimmiges Gesamtbild, 
aufgrund dessen eine zuverlässige Beurteilung des tatsächlichen funktio-
nellen Leistungsvermögens des Beschwerdeführers aus unfallkausaler 
Sicht möglich ist.

3.5.3 Soweit der Beschwerdeführer demgegenüber – im Wesentlichen 
unter Bezugnahme auf die Beurteilung der behandelnden Ärzte (vgl. zur 
beweisrechtlichen Bedeutung der auftragsrechtlichen Vertrauensstellung 
von Hausärzten und behandelnden Spezialärzten BGE 125 V 351 E. 3b cc 
S. 353; SVR 2015 IV Nr. 26 S. 80 E. 5.3.3.3) Dr. med. M.________, Fach-
arzt für Allgemeine Innere Medizin, (vgl. AB 196, Beschwerdebeilage 
[BB] 3) und Prof. Dr. med. N.________, Fachärztin für Orthopädische Chir-
urgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, (vgl. AB 207, 216, 
BB 5) – entgegen der Beurteilung von Dr. med. G.________ (AB 178) fort-
bestehende behandlungsbedürftige bzw. invalidisierende unfallkausale 
Beschwerden geltend macht, ist ihm nicht zu folgen. Denn unabhängig da-
von, inwieweit die Berichte der behandelnden Ärzte – diese basieren teil-
weise auf Abklärungen bzw. datieren nach dem Erlass des angefochtenen 
Einspracheentscheids vom 11. April 2023 (AB 224) und liegen damit in 
zeitlicher Hinsicht grundsätzlich ausserhalb des massgebenden medizini-
schen Sachverhalts (vgl. BGE 131 V 242 E. 2.1 S. 243, 130 V 138 E. 2.1 S. 
140) – vorliegend überhaupt zu berücksichtigen sind, lassen sich ihnen 
keine wesentlichen neuen objektiven Befunde oder anderweitige Aspekte 
entnehmen, welche im Rahmen der versicherungsmedizinischen Beurtei-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Nov. 2023, UV/23/370, Seite 18

lung von Dr. med. G.________ unerkannt oder ungewürdigt geblieben 
wären. Insbesondere erfolgte darin weder eine differenzierte Auseinander-
setzung mit der Beurteilung von Dr. med. G.________ vom 15. September 
2022 (AB 178) respektive den damit im Wesentlichen übereinstimmenden 
Aktenbeurteilungen der Dres. med. K.________ (AB 159/1-6) und 
L.________ (AB 159/7-38) noch mit dem Material der Observation 
(AB 160). Insoweit ist die von Dr. med. M.________ respektive durch das 
Spital J.________ weiterhin attestierte vollständige Arbeitsunfähigkeit in 
der angestammten Tätigkeit (vgl. BB 3 f.) nicht nachvollziehbar. Die von 
Dr. med. M.________ geäusserte Verdachtsdiagnose eines komplexen 
regionalen Schmerzsyndroms (obwohl die Diagnosekriterien eines CRPS 
nicht erfüllt waren [vgl. BB 3]) vermag ein (unfallkausales) gesundheitliches 
Leiden nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahr-
scheinlichkeit nachzuweisen (vgl. Entscheid des BGer vom 3. November 
2020, 8C_539/2020, E. 6.2.1) und ist mit Blick auf die während der Obser-
vation gezeigten Alltags- und Arbeitsaktivitäten (vgl. dazu AB 160 i.V.m. 
159/19 ff. bzw. 178/4) ohnehin nicht überzeugend. Ebenso vermag die von 
Prof. Dr. med. N.________ wiederholt beschriebene, einzig klinisch erho-
bene Kraftminderung respektive Muskelschwäche im linken Quadrizeps 
unklarer Genese und ohne apparative Objektivierbarkeit (vgl. dazu BGE 
138 V 248 E. 5.1 S. 251; SVR 2020 UV Nr. 34 S. 137 E. 3.2; AB 206, 217; 
BB 5) keine auch nur geringen Zweifel an der Vollständigkeit und Schlüs-
sigkeit der Beurteilung von Dr. med. G.________ zu wecken. Vielmehr war 
einerseits rund drei Monate nach dem Unfallereignis keine Muskelatrophie 
festzustellen (vgl. AB 49/1 in fine), mithin wäre eine später infolge medizi-
nisch nicht begründeter Schonhaltung eingetretene Atrophie (siehe aber 
AB 89/1 und 9) offensichtlich nicht als unfallkausal zu werten, und konnte 
andererseits im Rahmen der Observation keine massgebende Kraftminde-
rung oder Bewegungseinschränkung festgestellt werden (vgl. AB 178/3f. 
bzw. AB 159/19 ff.). Die Testergebnisse sind zudem vor dem Hintergrund 
der vom Beschwerdeführer wiederholt gezeigten Selbstlimitierung (vgl. et-
wa AB 89/2 und 4) zu relativieren. Hierzu nahm Prof. Dr. med. N.________ 
keine Stellung, was die Aussagekraft ihrer Stellungnahmen zusätzlich 
schmälert.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Nov. 2023, UV/23/370, Seite 19

Schliesslich vermag der Beschwerdeführer aus der fortwährend wahrge-
nommenen Physiotherapie (vgl. Beschwerde S. 5 Rz. 19) und der zwischen 
dem 4. und 25. Mai 2022 erfolgten stationären Abklärung im Spital 
I.________, die ohne Kenntnis der Observationsunterlagen erfolgte, nichts 
zu seinen Gunsten abzuleiten. Denn alleine die Inanspruchnahme von the-
rapeutischen Massnahmen bzw. die Fortsetzung von medizinischen Ab-
klärungen vermag weder das Bestehen eines (unfallkausalen) Gesund-
heitsschadens noch eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu belegen. 
Hinsichtlich der im Rahmen der stationären Abklärung fachfremd gestellten 
Diagnose einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychi-
schen Anteilen (ICD-10 F45.41; vgl. dazu AB 148) ist zudem festzuhalten, 
dass der entsprechende Bericht – ohne erkennbare neue objektivierbare 
Befunde – auf dem für die Belange der Rechtsanwendung im Sozialversi-
cherungsrecht nicht massgebenden bio-psycho-sozialen Krankheitsmodell 
beruht (BGE 143 V 418 E. 6 S. 426, 127 V 294 E. 5a S. 299). Mangels ei-
nes fachärztlich einwandfrei diagnostizierten (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1 
S. 221) psychischen Gesundheitsschadens mit massgebendem Einfluss 
auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit bedarf es schliesslich praxisgemäss 
keines strukturierten Beweisverfahrens (vgl. Entscheid des BGer vom 
12. Dezember 2019, 8C_597/2019, E. 7.2.3 mit Hinweisen).

3.6 Dem Voranstehenden zufolge bildet die Beurteilung von Dr. med. 
G.________ vom 15. September 2022 (AB 178) eine zuverlässige Grund-
lage für die Beurteilung des anspruchsrelevanten medizinischen Sachver-
halts. Gestützt darauf bestehen aus unfallkausaler Sicht spätestens ab dem 
25. Januar 2022 (erster Observationstag, vgl. AB 160/1) weder behand-
lungsbedürftige gesundheitliche Beeinträchtigungen noch eine massge-
bende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Die Beschwerdegegnerin hat 
den medizinischen Sachverhalt hinreichend abgeklärt und von weiteren 
medizinischen Abklärungen sind keine entscheidwesentlichen neuen Er-
kenntnisse zu erwarten, sodass darauf verzichten werden kann (antizipierte 
Beweiswürdigung; BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 
V 157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4).

4.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Nov. 2023, UV/23/370, Seite 20

4.1 Die Beschwerdegegnerin leistete gestützt auf die formlose Aner-
kennung der Leistungspflicht mit Schreiben vom 9. April 2021 (AB 9; siehe 
auch AB 19) bei einer durch die behandelnden Ärzte fortwährend attestier-
ten vollständigen Arbeitsunfähigkeit (vgl. AB 164) unter anderem ein Tag-
geld in der Höhe von Fr. 197.10 pro Kalendertag (AB 32). Frühestens mit 
dem Zugang der Observationsunterlagen am 8. Juli 2022 (vgl. AB 160 Ein-
gangsdatum) erlangte die Beschwerdegegnerin erstmals Kenntnis davon, 
dass die tatsächliche alltägliche funktionelle Leistungsfähigkeit erheblich 
von dem im Rahmen der bisherigen medizinischen Abklärungen gezeigten 
Schmerz- und Beschwerdeverhalten abwich. Diese Diskrepanz bzw. die 
mittlerweile bestehende Aggravation (vgl. AB 159/5 f.) liess sich auch unter 
Berücksichtigung der bestandenen Verdachtsmomente (vgl. dazu vorne 
E. 3.2.2) trotz umfangreicher multidisziplinärer medizinischer Abklärungen 
zuvor nicht abbilden. Sie war damit der Beschwerdegegnerin trotz der von 
ihr aufgebrachten hinreichenden Sorgfalt (vgl. vorne E. 2.4.2) bei der Sach-
verhaltsermittlung nicht bekannt. Ebenso sind die anlässlich der Observati-
on erhobenen Tatsachen zum Gesundheitszustand und der Arbeitsfähigkeit 
im Hinblick auf den Anspruch auf Heilbehandlung und Taggeldleistungen 
als erheblich zu werten, da gestützt darauf eine fortwährende (vollständige) 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sowie eine weitere Behandlungsbedürf-
tigkeit zu verneinen war (vgl. AB 178/4). Nach dem Erhalt der Observati-
onsunterlagen im Juli 2022 hat die Beschwerdegegnerin unverzüglich die 
weiteren notwenigen Abklärungen (medizinische Beurteilung der Observa-
tionsunterlagen) eingeleitet und gestützt auf die Beurteilung der Dr. med. 
G.________ mit Verfügung vom 23. September 2022 (AB 185) den rück-
wirkenden Fallabschluss verfügt. Damit sind sowohl die formellen (insbe-
sondere 90-tägige Frist gemäss Art. 55 Abs. 1 ATSG i.V.m. Art. 67 Abs. 1 
VwVG) wie die materiellen Voraussetzungen einer prozessualen Revision 
erfüllt und die Beschwerdegegnerin hat den Fall zu Recht rückwirkend ab-
geschlossen.

4.2 Der Rückforderungsbetrag von Fr. 30'550.50, entsprechend 
155 Taggeldern zu einem Taggeldsatz von Fr. 197.10 pro Kalendertag (vgl. 
AB 32), wird in masslicher Hinsicht nicht bestritten und es ergeben sich 
diesbezüglich auch aus den Akten keine Anhaltspunkte für Unstimmigkei-
ten. Schliesslich erfolgte die Rückerstattungsforderung mit Verfügung vom 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Nov. 2023, UV/23/370, Seite 21

23. September 2022 (AB 185) sowohl innerhalb der (relativen) dreijährigen 
Verwirkungsfrist seit Kenntnisnahme des unrechtmässigen Leistungsbe-
zugs als auch vor Ablauf der (absoluten) Fünfjahresfrist nach Auszahlung 
der jeweiligen Taggeldleistungen (vgl. Art. 25 Abs. 2 ATSG).

4.3 Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin zu Recht die form-
los erfolgte Ausrichtung von Taggeldern für die Zeit ab dem 25. Januar 
2022 in Revision gezogen (Art. 53 Abs. 1 ATSG) und zu Unrecht bezogene 
Taggelder in der Höhe von Fr. 30'550.50 zurückgefordert. Die Beschwerde 
ist auch insoweit unbegründet.

5.

Nach dem Dargelegten ist der angefochtene Einspracheentscheid vom 
11. April 2023 (AB 224) nicht zu beanstanden. Die dagegen erhobene Be-
schwerde ist abzuweisen.

6.

6.1 Verfahrenskosten sind keine zu erheben (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. 
Art. 61 lit. fbis ATSG [Umkehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639]).

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat weder der unterliegende 
Beschwerdeführer noch die obsiegende Beschwerdegegnerin Anspruch auf 
eine Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG; 
BGE 126 V 143 E. 4a S. 150).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Nov. 2023, UV/23/370, Seite 22

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt MLaw B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- Suva  
- Bundesamt für Gesundheit

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Nov. 2023, UV/23/370, Seite 23

fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.