# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 601b793b-84b0-5b5c-807e-4d97d2f9847e
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-01-09
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 09.01.2006 ZF 2005 50
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZF-2005-50_2006-01-09.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 9. Januar 2006 Schriftlich mitgeteilt am: 
ZF 05 50

Urteil
Zivilkammer

Vorsitz Präsident Brunner
RichterInnen Rehli, Riesen-Bienz, Tomaschett-Murer und Vital
Aktuarin ad hoc Bäder Federspiel

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In der zivilrechtlichen Berufung

des X., Kläger und Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Bruno 
Maranta, c/o Degiacomi/Riedi/Schreiber/Schmid, Advokatur und Notariat, Hartbert-
strasse 11, Postfach 180, 7002 Chur,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Hinterrhein vom 9. März 2005, mitgeteilt am 8. Juli 
2005, in Sachen des Klägers und Berufungsklägers gegen die E v a n g e l i s c h e  
K i r c h g e m e i n d e  A . ,  Beklagte und Berufungsbeklagte, vertreten durch Rechts-
anwalt lic. iur. Luzi Bardill, Poststrasse 43, 7002 Chur,

betreffend Notwegrecht (Kostenzuteilung),

hat sich ergeben:

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A. X. war Eigentümer der Parzelle C., Grundbuchplan 3, in A.. Im 
Dezember 2003 wurde diese Parzelle auf Antrag des Eigentümers in zwei 
Parzellen, nämlich in die Parzelle C. mit Wohnhaus und Stall und in die etwas höher 
gelegene Parzelle E. mit Holzschopf aufgeteilt. Gleichzeitig wurde zu Gunsten der 
neu entstandenen Parzelle E. und zu Lasten der Parzelle C. ein Fusswegrecht im 
Grundbuch eingetragen. Die Parzelle E. grenzt an die Parzelle D., die sich im 
Eigentum der Evangelischen Kirchgemeinde A. befindet.

Am 17. Dezember 2003 verkaufte X. die Parzelle C.. Da die ihm verbleibende 
Parzelle E. keinen Zugang zu einer öffentlichen Strasse hat, liess X. bereits vor dem 
Verkauf verschiedene Varianten für eine Zufahrt prüfen. In diesem Zusammenhang 
gelangte er auch an die Evangelische Kirchgemeinde A. als Eigentümerin der 
Parzelle D. mit der Anfrage, ob jene bereit wäre, ihm eine Fuss- und 
Wegrechtsdienstbarkeit auf ihrer Parzelle einzuräumen. Die ordentliche 
Kirchgemeindeversammlung stimmte dem Antrag von X. am 7. Mai 2003 zunächst 
zu. Auf ein Wiedererwägungsgesuch hin musste X. indes einen neuen Antrag 
stellen. Dieser wurde von der Kirchgemeindeversammlung am 5. Mai 2004 
abgelehnt.

B. Mit Vermittlungsbegehren vom 16. Februar 2004 machte X. beim 
Kreispräsidenten Thusis gegen die Evangelische Kirchgemeinde A. eine Klage 
betreffend Notwegrecht anhängig. Nach erfolglos verlaufener Sühneverhandlung 
vom 26. April 2004 erstellte der Vermittler am 30. Juni 2004 den Leitschein mit fol-
genden Rechtsbegehren:

„Rechtsbegehren des Klägers

1. Es sei dem Grundstück Parzelle/Hauptbuchblatt E., A., des Klägers, zu-
lasten Grundstück Parzelle/Hauptbuchblatt D., A., der Beklagten, 
gemäss dem angefügten Plan, eventuell gemäss Anordnung des Ge-
richts, ein Notwegrecht einzuräumen.

2. Es sei die Entschädigung für das Notwegrecht gerichtlich festzusetzen.

3. Es sei das Grundbuchamt Thusis anzuweisen, das Notwegrecht nach 
Zahlung der gerichtlich festgesetzten Entschädigung als Grunddienst-
barkeit zu Lasten Hauptbuchblatt/Parzelle D., A., und zu Gunsten Par-
zelle/Hauptbuchblatt E., A., ins Grundbuch einzutragen.

4. Unter kreisamtlicher, gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und 
Entschädigungsfolge zu Lasten der Beklagten.

Rechtsbegehren der Beklagten

1. Die Klage sei abzuweisen.

2. Unter kreisamtlicher, gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und 
Entschädigungsfolge zu Lasten des Klägers.“

3

Mit Prozesseingabe vom 17. August 2004 prosequierte X. den Leitschein mit 
unveränderten Rechtsbegehren an das Bezirksgericht Hinterrhein. Die Evangeli-
sche Kirchgemeinde A. als Beklagte stellte in ihrer Prozessantwort vom 3. Novem-
ber 2004 die folgenden Rechtsbegehren:

„1. Die Klage sei, sofern darauf eingetreten werden kann, vollumfänglich 
abzuweisen.

2. Unter voller gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschä-
digungsfolge zuzüglich 7,6% Mehrwertsteuer auf die ausseramtliche 
Entschädigung zulasten der Klägerschaft.“

C. Die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Hinterrhein fand am 9. 
März 2005 statt. Mit Urteil vom 9. März 2005, mitgeteilt am 8. Juli 2005, erkannte 
das Bezirksgericht Hinterrhein wie folgt:

„1.a)Die Klage wird im Sinne der Erwägungen gutgeheissen und dem Grund-
stück Parzelle/Hauptbuchblatt E., A., des Klägers, wird zulasten des 
Grundstücks Parzelle/Hauptbuchblatt D., A., der Beklagten, gegen 
Nachweis der Entschädigungszahlung ein Notwegrecht (Fuss- und 
Fahrwegrecht) gemäss dem Situationsplan von B. vom 22. November 
2003 (Variante 1) eingeräumt.

b) Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten als Entschädigung CHF 
22'750.00 zu bezahlen.

2. Das Grundbuchamt Thusis wird angewiesen, das Notwegrecht (Fuss- 
und Fahrwegrecht) gemäss dem Situationsplan von B. vom 22. Novem-
ber 2003 (Variante 1) gegen Nachweis der Entschädigungszahlung von 
CHF 22'750.00 als Grunddienstbarkeit zu Lasten von Hauptbuch-
blatt/Parzelle D., A., und zu Gunsten Parzelle/Hauptbuchblatt E., A., ins 
Grundbuch einzutragen.

3. Die Kosten des Kreisamtes Thusis in Höhe von CHF 200.00 sowie die 
Kosten des Bezirksgerichtes Hinterrhein, bestehend aus

- Gerichtsgebühren CHF 5'350.00

- Schreibgebühren CHF 500.00

Total CHF 5’850.00

gehen zu Lasten des Klägers, der die Beklagte ausseramtlich mit CHF 
9'436.50 inklusive Mehrwertsteuer zu entschädigen hat.

4. (Mitteilung).“

Das Bezirksgericht Hinterrhein war zur Erkenntnis gelangt, dass für die Par-
zelle C. des Klägers eine Wegenot besteht. Es hiess dessen Begehren auf Einräu-
mung eines Notwegrechts über die Parzelle der Beklagten gut und verurteilte ihn 
zur Leistung einer Entschädigung von Fr. 22'750.-- an die Beklagte. Die Kosten des 
Verfahrens wurden dem Kläger auferlegt. Überdies wurde jener verpflichtet, der Be-
klagten die ausseramtlichen Kosten vollumfänglich zu entschädigen.

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D. Gegen dieses Urteil liess X. am 30. August 2005 die Berufung an das 
Kantonsgericht von Graubünden erklären. Er stellte die folgenden Rechtsbegehren:

„1. Ziff. 3 des angefochtenen Urteils sei aufzuheben.

2. Die Kosten des Kreisamtes Thusis von Fr. 200.-- sowie die Kosten des 
Bezirksgerichtes Hinterrhein von total Fr. 5'850.-- seien je zur Hälfte 
dem Berufungskläger und der Berufungsbeklagten aufzuerlegen.

3. Die ausseramtlichen Kosten für das Verfahren vor dem Kreisamt Thusis 
und Bezirksgericht Hinterrhein seien wettzuschlagen.

4. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Be-
klagten.

5. Verfahrensantrag:

Auf eine Berufungsverhandlung sei zu verzichten und dem Berufungs-
kläger sei Frist anzusetzen, um die Berufungsanträge schriftlich zu be-
gründen.“

Mit Verfügung vom 8. September 2005 ordnete der Kantonsgerichtspräsident 
gestützt auf Art. 224 Abs. 2 ZPO die Durchführung des schriftlichen Berufungsver-
fahrens an. Am 27. September 2005 reichte der Berufungskläger seine schriftliche 
Berufungsbegründung ein. In der Berufungsantwort vom 2. Dezember 2005 liess 
die Berufungsbeklagte die vollumfängliche Abweisung der Berufung unter Kosten- 
und Entschädigungsfolge zu Lasten des Berufungsklägers beantragen.

Auf die Erwägungen im angefochtenen Urteil sowie die Ausführungen der 
Rechtsvertreter in den Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, nachfolgend einge-
gangen.

Die Zivilkammer zieht in Erwägung :

1. Gegen Urteile der Bezirksgerichte über vermögensrechtliche Streitig-
keiten im Betrag von über Fr. 8'000.-- kann innert zwanzig Tagen seit Mitteilung 
Berufung an das Kantonsgericht ergriffen werden (Art. 218 Abs. 1 ZPO in Verbin-
dung mit Art. 19 ZPO, Art. 219 ZPO). Die Zuständigkeit des Kantonsgerichts von 
Graubünden zur Beurteilung der vorliegenden Streitsache als Berufungsinstanz ist 
damit gegeben. Die Berufung wurde im Übrigen frist- und formgerecht eingereicht, 
so dass darauf eingetreten werden kann.

2. Gegenstand der vom Kantonsgericht zu beurteilenden Berufung bildet 
die Verteilung der gerichtlichen und der aussergerichtlichen Kosten des erstinstanz-

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lichen Verfahrens. Die Einräumung des Notwegrechts und die Festsetzung der ent-
sprechenden Entschädigung blieben unangefochten.

a. Gemäss Art. 122 Abs. 1 ZPO wird der in einem Zivilverfahren unterlie-
gende Teil in der Regel zur Übernahme sämtlicher Kosten des Verfahrens verpflich-
tet. Hat keine Partei vollständig obsiegt, können die Kosten verhältnismässig verteilt 
werden. Von diesen Regeln kann insbesondere dann abgewichen werden, wenn 
die unterliegende Partei sich in guten Treuen zur Prozessführung veranlasst sah 
oder der genaue Umfang des Anspruchs für den Kläger aus objektiven Gründen 
nicht überblickbar war. Die unterliegende Partei wird zudem in der Regel verpflich-
tet, der obsiegenden Partei alle ihr durch den Rechtsstreit verursachten, notwendi-
gen Kosten zu ersetzen. Fällt das Urteil nicht ausschliesslich zugunsten einer Partei 
aus, können die aussergerichtlichen Kosten nach den gleichen Grundsätzen wie die 
gerichtlichen verteilt werden (Art. 122 Abs. 2 ZPO). Hat eine Partei unnötigerweise 
gerichtliche oder aussergerichtliche Kosten verursacht, werden sie ihr nach Art. 122 
Abs. 3 ZPO ohne Rücksicht auf den Ausgang des Prozesses auferlegt.

Bei Prozessen um Notwegrechte kann von der Kostenverteilung nach Art. 
122 ZPO abgewichen werden. Mit der Natur des Notwegrechtsanspruchs als eines 
enteignungsähnlichen Eingriffs aus Nachbarrecht erscheint es nämlich nicht verein-
bar, den sich widersetzenden Nachbar bei Gutheissung des Anspruchs in vollem 
Mass kosten- und entschädigungspflichtig zu erklären. Anderseits darf nicht über-
sehen werden, dass der Anspruchsberechtigte durch die starre Weigerung des 
Nachbarn geradezu gezwungen sein kann, den Prozessweg zu beschreiten. Der 
besonderen Art eines solchen Rechtsstreits wird man durch entsprechende Heran-
ziehung enteignungsrechtlicher Kostennormen gerecht. Demnach ist der Grund-
satz, dass der unterliegende Teil zur Übernahme sämtlicher Verfahrenskosten ver-
pflichtet wird und der obsiegenden Partei alle ihr durch den Rechtsstreit verursach-
ten, notwendigen Kosten zu ersetzen hat, unter Berücksichtigung enteignungsrecht-
licher Regeln abzuschwächen (vgl. PKG 1991 Nr. 10; PKG 1965 Nr. 5).

Diese enteignungsrechtlichen Kostenregeln stellen sich wie folgt dar: 
Gemäss Art. 114 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Enteignung (EntG; SR 711) 
trägt der Enteigner die aus der Geltendmachung des Enteignungsrechts entstehen-
den Kosten. Der Enteigner hat überdies für die notwendigen aussergerichtlichen 
Kosten des Enteigneten eine angemessene Parteientschädigung zu bezahlen (Art. 
115 Abs. 1 EntG). Werden die Begehren des Enteigneten ganz oder zum grösseren 
Teil abgewiesen, kann von der Zusprechung einer Parteientschädigung ganz oder 

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teilweise abgesehen werden (Art. 115 Abs. 2 EntG). Nach Art. 22 Abs. 1 der Ent-
eignungsverordnung des Kantons Graubünden (EntV; BR 803.110) gehen die Kos-
ten des erstinstanzlichen Verfahrens bei der formellen Enteignung zu Lasten des 
Enteigners; dieser kann in begründeten Fällen auch zur Leistung einer ausseramt-
lichen Entschädigung verpflichtet werden. Im Enteignungsverfahren gilt demnach 
als Regel, dass der Enteigner die Kosten des Enteignungsverfahrens zu tragen hat. 
Dem liegt die Überlegung zugrunde, dass der Enteignete ohne Verschulden in die-
ses Verfahren verwickelt wird, so dass nach dem Verursacherprinzip der Enteigner, 
der dieses Verfahren veranlasst hat, für die damit verbundenen Kosten aufkommen 
muss, wobei für die Parteientschädigung - im Gegensatz zu den Verfahrenskosten 
- eher eine dem Zivilprozess angenäherte Kostenregelung gilt (PKG 1991 Nr. 10, 
m.w.H.).

Zu beachten ist, dass die in Art. 122 ZPO für ordentliche Zivilverfahren gere-
gelte Kostenverteilung in Notwegrechtsprozessen als enteignungsähnlichen Ver-
fahren aufgrund des Gesagten lediglich abgeschwächt, von der enteignungsrechtli-
chen Kostenregelung aber nicht völlig verdrängt wird. Überdies muss es dem Ge-
richt bei der Verteilung der Verfahrenskosten weiterhin möglich bleiben, das Verhal-
ten der Parteien im Prozess zu würdigen. Dementsprechend wurden die Verfah-
renskosten in den zitierten Entscheidungen (PKG 1991 Nr. 10; PKG 1965 Nr. 5) 
denn auch nicht vollumfänglich dem Notwegrechtsberechtigten, sondern den Par-
teien je hälftig auferlegt. Die aussergerichtlichen Kosten wurden wettgeschlagen.

b. Das vorinstanzliche Urteil befasste sich im Wesentlichen mit der 
Frage, ob bzw. zu Lasten welcher Parzelle X. Anspruch auf ein Notwegrecht hat 
sowie mit der Frage dessen Abgeltung. Wie bereits erwähnt, gelangte das Bezirks-
gericht zur Erkenntnis, dass ein solcher Notwegrechtsanspruch (hauptsächlich) zu 
Lasten der Parzelle D. der Evangelischen Kirchgemeinde A. bestehe. Das Bezirks-
gericht entsprach damit den Rechtsbegehren des Klägers, mit Ausnahme der Weg-
variante, die indes nur gering von der eingeklagten Variante abwich. Der Kläger 
drang damit mit seinen Anträgen im erstinstanzlichen Verfahren grundsätzlich 
durch. Im Gegensatz dazu wurde dem Rechtsbegehren der Evangelischen Kirch-
gemeinde A. auf Abweisung der Klage nicht entsprochen. Zu berücksichtigen ist 
ferner, dass letztlich das Verhalten der Beklagten den Kläger dazu veranlasste, den 
Klageweg zu beschreiten. X. hatte sich um eine gütliche Einigung bemüht und ver-
schiedene Varianten zur Behebung der Wegnot seiner Parzelle geprüft. Die Evan-
gelische Kirchgemeinde weigerte sich nach anfänglicher Zustimmung indes, dem 
Kläger gegen Entschädigung ein Wegrecht einzuräumen. Im Übrigen ist an dieser 

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Stelle festzuhalten, dass X. - entgegen der in der Berufungsantwort wiederholt 
geäusserten Ansicht der Berufungsbeklagten - die Wegenot der Parzelle E. nicht in 
eigener Verantwortung herbeigeführt hat. Die Vorinstanz hielt dies im angefochte-
nen Urteil zutreffend und klar fest. Sie war zur Erkenntnis gelangt, dass der Kläger 
die Wegenot einerseits nicht durch die Abparzellierung leichtfertig verursacht oder 
in Kauf genommen habe. Vielmehr habe diese für den oberen Teil der ursprüngli-
chen Parzelle C. aufgrund des ungenügenden Zugangs zur öffentlichen Strasse be-
reits vor dessen Abparzellierung bestanden. Anderseits könne dem Kläger unter 
den konkreten Umständen nicht vorgeworfen werden, dass er kein Quartierplanver-
fahren angestrebt habe (vgl. Erwägung 2.b. des angefochtenen Urteils).

Alle diese Umstände würden in einem ordentlichen Zivilprozess dazu führen, 
dass die Beklagte sämtliche Gerichtskosten zu übernehmen und dem Kläger über-
dies eine volle Parteientschädigung zu leisten hätte. Aufgrund der einleitend ge-
nannten Rechtsprechung ist diese Kosten- und Entschädigungspflicht nun aber ab-
zuschwächen. Dies rechtfertigt unter den konkreten Umständen allerdings nicht, 
den Kläger vollumfänglich kosten- und entschädigungspflichtig zu erklären, wie dies 
die Vorinstanz tat. Vielmehr erscheint es angemessen, die gerichtlichen Kosten des 
vorinstanzlichen Verfahrens hälftig zu teilen und die aussergerichtlichen Kosten 
wettzuschlagen. Die Berufung ist daher gutzuheissen.

3.a. Im Berufungsverfahren gelten gemäss Art. 223 ZPO im Grundsatz die 
Vorschriften über das Verfahren vor Bezirksgericht. Dies gilt auch für die Kosten-
verteilung, so dass grundsätzlich die Regelung von Art. 122 ZPO zur Anwendung 
gelangt. Gemäss Praxis des Kantonsgerichts sind in Notwegrechtsprozessen im 
erstinstanzlichen Verfahren die enteignungsrechtlichen Grundsätze stärker zu 
berücksichtigen, während sich die Kostenregelung im zweitinstanzlichen Verfahren 
schwergewichtig nach zivilprozessualen Grundsätzen im Sinne von Art. 122 ZPO 
richtet, ohne dabei die enteignungsrechtliche Komponente völlig aus den Augen zu 
lassen (PKG 1965 Nr. 4; PKG 1991 Nr. 10; vgl. auch PVG 1979 Nr. 61). Vorliegend 
ist zusätzlich zu berücksichtigen, dass in der Berufung nicht mehr das Notwegrecht 
als solches, sondern nur noch die Kostenverteilung im erstinstanzlichen Verfahren 
streitig war. Es rechtfertigt sich unter diesen Umständen, für die Kostenverteilung 
vollumfänglich auf Art. 122 ZPO abzustellen.

b. Der Berufungskläger ist mit seinen Anträgen zur erstinstanzlichen 
Kostenregelung vollumfänglich durchgedrungen, während die Berufungsbeklagte 
unterlag. Es rechtfertigt sich deshalb, die Kosten des Berufungsverfahrens vollum-

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fänglich der Berufungsbeklagten aufzuerlegen. Diese hat den Berufungskläger für 
das Berufungsverfahren zudem angemessen ausseramtlich zu entschädigen.

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Demnach erkennt die Zivilkammer :

1. Die Berufung wird gutgeheissen und Ziffer 3 des angefochtenen Urteils wird 
aufgehoben.

2. Die Kosten des Kreisamts Thusis von Fr. 200.-- und des Bezirksgerichts Hin-
terrhein von Fr. 5'850.-- (Gerichtsgebühr Fr. 5'350.--, Schreibgebühren Fr. 
500.--) gehen zu je 1/2 zu Lasten des Klägers und der Beklagten.

Die ausseramtlichen Kosten für das vorinstanzliche Verfahren werden wett-
geschlagen.

3. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 1'635.-- (Gerichtsgebühr Fr. 
1'500.--, Schreibgebühren Fr. 135.--) gehen zu Lasten der Berufungsbeklag-
ten, die den Berufungskläger für das Berufungsverfahren zudem ausseramt-
lich mit Fr. 800.-- inkl. MwSt. zu entschädigen hat.

4. Mitteilung an:

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Für die Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Präsident: Die Aktuarin ad hoc: