# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 71b73c40-7b4e-59ff-9321-0185a3475499
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-04-12
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 12.04.2012 B 2011/200
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2011-200_2012-04-12.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2011/200

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 12.04.2012

Entscheiddatum: 12.04.2012

Urteil Verwaltungsgericht, 12.04.2012
Steuerrecht, Art. 40 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 41 Abs. 1 lit. c StG (sGS 
811.1).Kraft Stempelsteuergesetz geschuldete Umsatzabgaben sind bei 
selbständig erwerbstätigen Effektenhändlern als geschäftsmässig 
begründete Kosten zum steuerlichen Abzug zugelassen, wenn sie nicht auf 
die Erwerber oder Verkäufer der Urkunden überwälzt worden sind. Ist dieser 
Abzug handelsrechtswidrig unterlassen worden, kann er unter Verweis auf 
das Totalgewinnprinzip grundsätzlich in einer späteren Steuerperiode 
steuerwirksam nachgeholt werden. Dies gilt allerdings nur während der 
Verlustverrechnungsperiode und sofern der Abzug nicht missbräuchlich 
unterlassen worden ist.Betrifft der geltend gemachte Aufwand jedoch 
Geschäftstätigkeiten während der Bemessungslücke, kann er auch 
nachträglich nicht zum Abzug zugelassen werden (Verwaltungsgericht, 
B 2011/200).

Anwesend: Präsident Prof. Dr. U. Cavelti; Verwaltungsrichter lic. iur. A. Linder, 

Dr. B. Heer, lic. iur. A. Rufener, Dr. S. Bietenharder-Künzle; Gerichtsschreiber Dr. M. 

Looser

_______________

 

In Sachen

E. und K. A.,

Beschwerdeführer,

vertreten durch P. B., A.+B., AG für Steuer- und Wirtschaftsberatung,

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gegen

 

Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen,Abteilung I/1, Unterstrasse 28, 

9001 St. Gallen,

Vorinstanz,

und

 

Kantonales Steueramt,Davidstrasse 41, 9001 St. Gallen,

 

betreffend

Staats- und Gemeindesteuern (Einkommen und Vermögen 2005)

 

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:

A./ E. und K. A. waren Gesellschafter der am 29. Mai 1997 gegründeten und am 

14. Dezember 2007 zufolge Liquidation im Handelsregister gelöschten "A. & Co., 

Portfolio Management" (nachfolgend: A.&Co.)mit Sitz an ihrem Wohnort E. Gemäss 

Handelsregister war die Kollektivgesellschaft in den Bereichen Portfolio-Management, 

Vermögensverwaltung, Anlageberatung und Analyse tätig.

B./ Die Eidgenössische Steuerverwaltung (abgekürzt EStV) teilte der A.&Co. am 

15. September 1997 mit, sie erfülle die Voraussetzungen eines abgabepflichtigen 

Effektenhändlers und sei deshalb unter der Nr. 10'000 registriert worden. Weiter wurde 

die A. & Co. darauf aufmerksam gemacht, dass die Stempelabgabepflicht mit 

Aufnahme der Geschäftstätigkeit per 29. Mai 1997 begonnen habe.

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C./ In den Jahren 1998 bis 2002 leistete die A.&Co. Umsatzabgaben von insgesamt 

Fr. 3'745.96. Im Jahr 2003 leitete die EStV bei der A.&Co. Abklärungen betreffend eine 

allfällige Nachforderung von Umsatzabgaben für diese Jahre ein. Wie sich in der Folge 

herausstellen sollte, war der Umsatz mit Urkunden in viel zu geringem Umfang 

deklariert worden. Mit Verfügung vom 7. Mai 2004 stellte die EStV fest, dass für den 

Zeitraum vom 1. Januar 1998 bis zum 31. Dezember 2002 Umsatzabgaben im Betrag 

von insgesamt Fr. 91'092.40 zzgl. 5% Verzugszins geschuldet seien (1998: 

Fr. 47'475.65; 1999: Fr. 27'683.30; 2000: Fr. 8'368.65; 2002: Fr. 7'564.80). Den 

dagegen geführten Einsprache- und Beschwerdeverfahren war kein Erfolg beschieden 

(Urteil A-515/2007 des Bundesverwaltungsgerichts vom 26. März 2010).

D./ In den Jahresrechnungen der Jahre 2003 und 2004 machte die A. & Co. 

Rückstellungen für Stempelsteuern von Fr. 22'773.-- und Fr. 34'159.70 geltend. Der 

entsprechende Aufwand wurde zwar steuerlich zugelassen, in der 

Veranlagungsverfügung 2004 wurde jedoch festgehalten, nun seien die notwendigen 

Rückstellungen für die geschuldeten Umsatzabgaben der Jahre 1998 bis 2002 

vollumfänglich gebildet. Weitere Rückstellungen, insbesondere für die in die 

Bemessungslücke fallenden Jahre 1999 und 2000, würden nicht mehr zugelassen.

Trotzdem wurde in der per 31. Dezember 2005 erstellten Bilanz der A.&Co. die 

Rückstellung "Stempelsteuer" um Fr. 34'159.70 auf den von der EStV geforderten 

Gesamtbetrag von Fr. 91'092.40 erhöht. Am 26. Juli 2007 wurden E. und K. A. für die 

Staats- und Gemeindesteuern 2005 mit einem steuerbaren Einkommen von 

Fr. 114'500.-- veranlagt. Wie im Jahr 2004 angekündigt, liess die Veranlagungsbehörde 

die Erhöhung der Rückstellung nicht zu und rechnete den entsprechenden Betrag dem 

Einkommen auf. Eine dagegen gerichtete Einsprache vom 27. August 2007 wurde 

sistiert, bis über die Umsatzabgabepflicht entschieden worden war. Am 17. Juni 2010, 

nachdem das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Rechtskraft erwachsen war, 

wurde die Einsprache schliesslich abgewiesen.

E./ Gegen den Einspracheentscheid der Kantonalen Steuerverwaltung liessen E. und K. 

A. mit Eingabe ihrer Vertreterin vom 16. Juli 2010 Rekurs bei der 

Verwaltungsrekurskommission erheben. Sie beantragten, die Erhöhung der 

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Rückstellung um Fr. 34'159.70 sei in der Steuerperiode 2005 einkommensmindernd zu 

berücksichtigen und das steuerbare Einkommen auf Fr. 79'700.-- festzulegen.

Die Verwaltungsrekurskommission wies den Rekurs mit Entscheid vom 18. August 

2011 ab.

F./ Gegen den Entscheid der Verwaltungsrekurskommission vom 18. August 2011 

liessen E. und K. A. mit Eingabe ihrer Vertreterin vom 27. September 2011 Beschwerde 

beim Verwaltungsgericht erheben. Sie beantragen unverändert, die Erhöhung der 

Rückstellung um Fr. 34'159.70 sei in der Steuerperiode 2005 einkommensmindernd zu 

berücksichtigen und das steuerbare Einkommen sei auf Fr. 79'700.-- festzulegen.

In der Stellungnahme vom 14. Oktober 2011 schliesst die 

Verwaltungsrekurskommission auf Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung 

verweist sie auf den angefochtenen Entscheid. Mit Vernehmlassung vom 7. November 

2011 beantragt auch das Kantonale Steueramt die kostenpflichtige Abweisung.

Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten sowie die Ausführungen im angefochtenen 

Entscheid wird - soweit notwendig - in den folgenden Erwägungen eingegangen.

 

Darüber wird in Erwägung gezogen:

1. (…).

2. Streitgegenstand bildet die Frage, ob die von der A. & Co. im Jahr 2005 gebildete 

Rückstellung von Fr. 34'159.70 in der Steuerperiode 2005 für die Beschwerdeführer 

einkommensmindernd zu berücksichtigen ist.

2.1. Gemäss Art. 31 Abs. 1 StG sind alle Einkünfte aus einem Handels-, Gewerbe-, 

Land- und Forstwirtschaftsbetrieb, aus einem freien Beruf sowie aus jeder anderen 

selbständigen Erwerbstätigkeit steuerbar. Kollektivgesellschaften verfügen als 

Personengemeinschaften über keine juristische Persönlichkeit und sind folglich nicht 

steuerpflichtig. Steuersubjekt ist der einzelne Gesellschafter; sein Anteil am 

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Einkommen und Vermögen der Gesellschaft wird fiskalisch als selbständige 

Erwerbstätigkeit erfasst (Art. 21 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 StG).

Zur Ermittlung des als Bemessungsgrundlage dienenden Reineinkommens werden von 

den gesamten steuerbaren Einkünften die Aufwendungen und die allgemeinen Abzüge 

gemäss Art. 39 ff. in Abzug gebracht (Art. 38 StG). Bei selbständiger Erwerbstätigkeit 

bestehen die Abzüge in den geschäfts- oder berufsmässig begründeten Kosten 

(Art. 40-43 StG). Im Gegensatz zu den juristischen Personen (Art. 84 Abs. 2 lit. a StG) 

ist der Steueraufwand bei den natürlichen Personen, namentlich für Einkommens-, 

Vermögens-, Quellen-, Grundstückgewinn-, Erbschafts-, Schenkungs-, 

Handänderungs- und Vergnügungssteuern sowie für gleichartige ausländische Steuern, 

nicht abzugsfähig (Art. 47 StG).

Dieses Abzugsverbot erfährt jedoch eine Ausnahme, wenn es sich um Mehrwertsteuern 

oder um kraft Bundesgesetz über die Stempelabgaben (SR  641.10, abgekürzt 

Stempelsteuergesetz) geschuldete Emissions- und Umsatzabgaben handelt. Diese 

werden allein durch den Geschäftsbetrieb verursacht und sind daher als 

Gewinnungskosten zu verstehen (vgl. Reich/Züger, in: Zweifel/Athanas (Hrsg.), 

Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, Kommentar, 2. Aufl., Basel 2008, N 30 

zu Art. 27 mit Hinweisen). Die Abzugsfähigkeit ist daher unter dem Titel von Art. 40 

Abs. 1 StG zu bejahen, sofern die Umsatzabgaben nicht von den Erwerbern oder 

Verkäufern der Urkunden getragen werden mussten.

Dem steuerlichen Abzug der Umsatzabgaben steht demnach grundsätzlich nichts im 

Weg. Dies ist auch nicht streitig.

2.2. Streitig ist jedoch der Zeitpunkt, in dem die Umsatzabgaben steuerlich zum Abzug 

gebracht werden können.

2.2.1. Für Steuerpflichtige, die eine kaufmännische Buchhaltung führen, gelten die für 

die Ermittlung des Gewinns juristischer Personen massgeblichen Grundsätze (Art. 31 

Abs. 3 i.V.m. Art. 82 StG). Das bedeutet, dass die steuerliche Erfolgsermittlung an die 

handelsrechtliche anzuknüpfen hat, sofern die handelsrechtlichen Vorschriften 

eingehalten wurden (sog. Massgeblichkeitsprinzip). Vorbehalten bleiben die 

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steuerlichen Korrekturvorschriften. Folglich entfällt die steuerliche Verbindlichkeit der 

Jahresrechnung nur insoweit, als diese offensichtlich den zwingenden Vorschriften des 

Handelsrechts zuwiderläuft oder als steuerliche Korrekturvorschriften zu beachten sind 

(BGer 2A.44/2007 vom 6. Juni 2007 E. 4.1; 2A.549/2005 vom 16. Juni 2006 E. 2.1 mit 

Hinweisen).

2.2.2. Das schweizerische Steuerrecht folgt grundsätzlich dem Periodizitätsprinzip, 

wonach ein Unternehmen im Steuerjahr denjenigen Gewinn zu versteuern hat, den es 

in der entsprechenden Steuerperiode erzielt hat. Die Ergebnisse der Geschäftsperioden 

dürfen folglich nicht untereinander ausgeglichen werden. Unzulässig ist es, die 

Ergebnisse einer bestimmten Periode zu Gunsten oder zu Lasten einer anderen zu 

vermindern oder zu erhöhen. Fehlt der Periodenbezug eines Aufwandes, so ist dieser 

nicht geschäftsmässig begründet und darf nicht vom steuerbaren Einkommen 

abgezogen werden. Wird das Periodizitätsprinzip offensichtlich verletzt, so ist dies 

grundsätzlich steuerlich zu korrigieren. Das gilt ebenfalls bei Personenunternehmen 

resp. bei selbständiger Erwerbstätigkeit (vgl. dazu B. Knüsel, in: Zweifel/Athanas 

(Hrsg.), Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, Kommentar, 2. Aufl., Basel 2008, 

N 6 zu Art. 26; Reich/Züger, a.a.O., N 37 zu Art. 27 und N 10 zu Art. 29; P. Locher, 

Kommentar zum DBG, 1. Teil, Therwil/Basel 2001, N 22 zu Art. 25).

2.2.3. Gesetzlich nicht geregelt ist der massgebliche Zeitpunkt des Zuflusses der 

Einkünfte und des Abflusses der abziehbaren Ausgaben. Abziehbare 

Steuerforderungen entstehen nach konstanter Rechtsprechung mit der Verwirklichung 

des Steuertatbestands, der staatliche Steueranspruch bei Stempelabgaben namentlich 

bei der Ausgabe und der entgeltlichen Übertragung von Effekten (StE 2005 B 23.44.4 

Nr.6 E. 2).

Für die hier interessierende Umsatzabgabe bedeutet das konkret, dass die 

Steuerforderung bei den gemäss Art. 13 Abs. 3 Stempelsteuergesetz als 

Effektenhändler bezeichneten und damit steuerpflichtigen Personen in der Regel mit 

Abschluss des Geschäfts entsteht (Art. 15 Stempelsteuergesetz). Fälligkeit und 

Zeitpunkt der Veranlagung bleiben für die Entstehung dagegen ohne Einfluss. Keine 

konstitutive Wirkung entfaltet namentlich die Selbstveranlagung gemäss Art. 34 Abs. 2 

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Stempelsteuergesetz. Diese hält lediglich die am Ende der Steuerperiode bestehende 

Steuerschuld nachträglich fest (vgl. zum Ganzen StE 2005 B 23.44.4 Nr.6 E. 2.a).

Dieser steuerrechtliche Befund reflektiert die handelsrechtlichen und 

betriebswirtschaftlichen Erfordernisse an die Rechnungslegung. Wer nach den Art. 

957 ff. des Obligationenrechts (SR 220) zur kaufmännischen Buchführung verpflichtet 

ist, hat sich dabei strikt nach der strengen Soll-Methode zu richten. Für den 

Einkommenszufluss stellt diese grundsätzlich auf den Forderungs- oder 

Eigentumserwerb ab. Für den Einkommensabfluss, und somit für die zeitliche 

Zurechnung der Abzüge, ist der Zeitpunkt der Entstehung der Verpflichtung 

massgebend (vgl. Richner/Frei/ Kaufmann/Meuter, Kommentar zum harmonisierten 

Zürcher Steuergesetz, 2. Aufl., Zürich 2006, N 125 zu § 18). In Übereinstimmung mit 

den Grundsätzen des Realisations- und Periodizitätsprinzips verlangt die 

Steuergesetzgebung also, dass Ertrag und Aufwand derjenigen Steuerperiode 

zuzurechnen sind, in welcher sie begründet worden sind.

Für die geschuldeten Steuern bedeutet dies, dass bereits vor deren Veranlagung 

entsprechende Rückstellungen gebildet und am Ende der Steuerperiode bilanziert 

werden müssen. Dieser Grundsatz gilt unbekümmert davon, ob die anwendbare 

Steuergesetzgebung den bilanzierten Steueraufwand zum Abzug zulässt oder nicht 

(vgl. StE 2002, B 72.14.2 Nr. 29).

In strenger Anwendung des Periodizitätsprinzips, wie sie vom Bundesgericht gefordert 

wird (vgl. z.B. BGer 2C_429/2010, Urteil vom 16. Februar 2009 E. 2.1 passim mit 

Hinweisen), ergibt sich folglich, dass Steueraufwand, für den in der entsprechenden 

Periode entgegen den handelsrechtlichen Gepflogenheiten keine Rückstellung gebildet 

worden ist, später nicht mehr berücksichtigt werden kann. Bildet der durch mangelnde 

Rückstellungen fehlerhafte handelsrechtliche Abschluss Grundlage einer 

Steuerveranlagung, so kann der Mangel nur beseitigt werden, wenn deren Rechtskraft 

aufgehoben wird. Das ist nur unter den Voraussetzungen der Revision resp. der 

Nachsteuer möglich (StE 2005 B 23.44.4 Nr.6 E. 2.c).

2.2.4. Von dieser Auffassung weichen Lehre und kantonale Rechtsprechung mitunter 

zugunsten des Steuerpflichtigen wesentlich ab. Das Periodizitätsprinzip wird in diesen 

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Fällen mit der Argumentation durchbrochen, es vertrage sich nicht mit den Werten des 

Gesetzgebers, der Bilanzkontinuität einen höheren Stellenwert einzuräumen als deren 

Richtigkeit. Es dürfe nicht auf eine Handelsbilanz abgestellt werden, die infolge 

fehlerhafter Buchführung ihrerseits handels- und steuerrechtswidrig sei. Offenkundige 

verschleppte Bilanzierungsfehler seien daher in den Folgejahren richtig zu stellen (vgl. 

z.B. VerwGE ZH vom 23. März 2005, StE 2005 B 21.2 Nr. 21 E. 1.2; vgl. auch Richner/

Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N 18 zu § 50, mit Hinweisen).

Als Korrektiv wird auf das sog. Totalgewinnprinzip verwiesen. Dieses besagt, dass die 

Summe aller Periodeneinkünfte den totalen Einkünften entsprechen soll und trägt damit 

namentlich dem Leistungsfähigkeitsgedanken Rechnung. Verwirklicht wurde es im 

Unternehmenssteuerrecht, und zwar durch die Möglichkeit der Verlustverrechnung 

(Art. 42 resp. 86 StG; vgl. Richner/Frei/ Kaufmann/Meuter, a.a.O., N 12 ff. zu § 50). 

Nach der überzeugenden Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts des Kantons 

Zürich ist das Totalgewinnprinzip auch für den Fall anzuwenden, dass die Bildung einer 

Rückstellung in der nach dem Periodizitätsprinzip massgeblichen und rechtskräftig 

veranlagten Steuerperiode handelsrechtswidrig unterlassen worden ist. Unter Verweis 

auf das Totalgewinnprinzip wird deren steuerwirksame Nachholung in einer späteren 

Steuerperiode gestattet. Beschränkt wird diese Möglichkeit allerdings auf die 

Verlustverrechnungsperiode. Vorausgesetzt wird weiter, dass der Rückstellungsgrund 

im Zeitpunkt der Nachholung noch besteht und die Unterlassung nicht missbräuchlich 

erfolgt ist (vgl. zum Ganzen VerwGE ZH vom 23. März 2005, a.a.O., E. 1.2; RB 2003 

Nr. 89).

2.3. Vorliegend hat das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 26. März 2010 

entschieden, die A.&Co. sei von der EStV zu Recht als Effektenhändlerin im Sinne von 

Art. 13 Abs. 3 lit. b Ziff. 2 des Bundesgesetzes über die Stempelabgaben eingestuft 

worden. Diese Beurteilung bewirkt, dass die Gesellschaft für ihre Geschäftstätigkeit im 

Zeitraum vom 1. Januar 1998 bis zum 31. Dezember 2002 zusätzliche Umsatzabgaben 

in der Höhe von Fr. 91'092.40 (zzgl. 5% Verzugszins) zu entrichten hat.

2.3.1. In den Jahresrechnungen der Jahre 1998 bis 2002 wurden für die A.&Co. keine 

Rückstellungen für Umsatzabgaben gebildet, obwohl die Beschwerdeführer dazu 

verpflichtet gewesen wären. Dies, weil nach der Soll-Methode der Steueraufwand jener 

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Periode zuzurechnen ist, in der der Steuertatbestand verwirklicht worden ist. Damit 

entsprechen die Jahresrechnungen der Jahre 1998 bis 2002 nicht den 

handelsrechtlichen Vorschriften.

Indem die Veranlagungsbehörde in den Abschlüssen der Jahre 2003 und 2004 

periodenfremde, sich auf die Steuerforderungen der Jahre 1998 und 2002 beziehende 

Rückstellungen von Fr. 22'773.-- resp. 34'159.70 zum Abzug zugelassen hat, wurde 

der vorgängig entstandene verschleppte Bilanzierungsfehler durch Anwendung des 

Totalgewinnprinzips bis zu einem gewissen Grad korrigiert. Unberücksichtigt waren bis 

dahin jene Umsatzabgaben im Betrag von Fr. 34'159.70 geblieben, die in Bezug zu den 

Geschäftstätigkeiten der Jahre 1999 und 2000 standen. Ob für diesen Betrag im Jahr 

2005 eine Rückstellung zuzulassen ist, wird nachfolgend entschieden.

2.3.2. Die Vorinstanz begründet den abweisenden Entscheid vom 18. August 2011 im 

Wesentlichen damit, dass den Beschwerdeführern spätestens seit dem 7. Mai 2004, 

jenem Datum also, an dem die EStV über die ausstehenden Umsatzabgaben in der 

Höhe von Fr. 91'092.40 verfügt hatte, der volle Rückstellungsbedarf bekannt gewesen 

sei. Folglich hätte nach Ansicht der Vorinstanz die vollumfängliche Rückstellung in der 

Steuerperiode 2004 gebildet sein müssen. Im Vorgehen der Beschwerdeführer 

erkannte sie eine unzulässige Ausgleichung der Geschäftsergebnisse, um so die 

durchschnittliche Steuerbelastung zu senken. Das Entgegenkommen der 

Veranlagungsbehörden in den Jahren 2003 und 2004 begründe ferner keinen Anspruch 

auf weitere, nicht periodengerechte Rückstellungen.

Die Beschwerdeführer bringen vor, sie hätten das Stempelsteuergesetz falsch 

interpretiert und daher im Zeitpunkt der Entstehung der Steuerforderung keine 

Rückstellungen gebildet. Das definitive Bestehen der Abgabepflicht stehe erst seit dem 

bundesverwaltungsgerichtlichen Urteil fest. Die Höhe der Rückstellung sei demnach 

laufend den Prozessaussichten angepasst worden, was im Ermessensspielraum der 

Beschwerdeführer gelegen habe. Wenn der volle Rückstellungsbedarf im Jahr 2004 so 

offensichtlich gewesen wäre, wie dies von der Vorinstanz dargestellt worden sei, wäre 

die Veranlagungsbehörde zudem gehalten gewesen, diesen offensichtlichen 

Bilanzierungsfehler zu korrigieren. Im Jahr 2004 nicht zu korrigieren, im 

darauffolgenden Jahr aber die Erhöhung der Rückstellung zu verweigern, verstosse 

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gegen Treu und Glauben. Ferner sei es der Vorinstanz nicht gelungen, den 

Beschwerdeführern ein missbräuchliches Verhalten nachzuweisen, das die 

Verweigerung der Rückstellung gerechtfertigt hätte.

2.3.3. Beide Argumentationen zielen indessen an der Sache vorbei. Entscheidend ist, 

wie dies bereits die Veranlagungsbehörde erkannt hat, dass die im Jahr 2005 erfolgte 

Erhöhung der Rückstellungen betragsmässig ungefähr denjenigen Umsatzabgaben 

entspricht, die durch die Geschäftstätigkeit der Jahre 1999 und 2000 geschuldet sind.

Der nachträglich geltend gemachte Steueraufwand betrifft somit die sog. 

Bemessungslücke, die sich beim Wechsel von der zweijährigen 

Vergangenheitsbemessung zur einjährigen Gegenwartsbemessung in den Jahren 1999 

und 2000 ergeben hat. Der Systemwechsel von der zweijährigen Pränumerando- zur 

einjährigen Postnumerandobesteuerung führte dazu, dass die Geschäftsergebnisse der 

erwähnten beiden Jahre steuerlich nicht erfasst wurden. Sowohl die Zu- als auch die 

Abflüsse waren steuerlich zu keinem Zeitpunkt relevant.

Bei diesem Wechsel der zeitlichen Bemessung drängt sich daher eine besonders 

strenge Periodenabgrenzung auf. Widrigenfalls besteht die Gefahr, dass Aufwände 

während der Bemessungslücke absichtlich nicht berücksichtigt wurden, um diese erst 

später, wenn sie sich wieder steuerlich auswirken, geltend zu machen (BGer 2A.

55/2007 vom 6. Juni 2007 E. 4.2; M. Simonek, Die steuerrechtliche Rechtsprechung 

des Bundesgerichts im Jahre 2004, Direkte Bundessteuer, in: ASA 75[2006/07], S. 13 

mit Hinweisen). Die Nachholung für während der Bemessungslücke 

handelsrechtswidrig unterlassene Rückstellungen fällt daher gänzlich ausser Betracht. 

Weder die während der Bemessungslücke erzielten Gewinne noch die entsprechenden 

Gewinnungskosten wurden steuerlich jemals erfasst. Deshalb können für diese Periode 

auch keine nachträglich geltend gemachten Abzüge zugelassen werden.

3. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde abzuweisen ist. Allein die 

Tatsache, dass der streitige Steueraufwand die geschäftlichen Aktivitäten der A. & Co. 

während der Bemessungslücke betrifft, verunmöglicht dessen nachträgliche 

steuerliche Berücksichtigung.

4. (…).

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Demnach hat das Verwaltungsgericht

 

zu Recht erkannt:

1./ Die Beschwerde wird abgewiesen.

2./ Die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 2'000.-- bezahlen die 

Beschwerdeführer durch Verrechnung des geleisteten Kostenvorschusses in gleicher 

Höhe.

3./ Ausseramtliche Kosten werden nicht entschädigt.

 

V.          R.           W.

 

Der Präsident:                   Der Gerichtsschreiber:

 

Versand dieses Entscheides an:

-   die Beschwerdeführer (durch P. B.)

-   die Vorinstanz

-   den Beschwerdegegner

 

am:

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Rechtsmittelbelehrung:

Sofern eine Rechtsverletzung nach Art. 95 ff. BGG geltend gemacht wird, kann gegen 

diesen Entscheid gestützt auf Art. 82 lit. a BGG i.V.m. Art. 73 StHG innert 30 Tagen 

nach Eröffnung beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde 

erhoben werden.

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