# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** aa42fa31-9fb5-5c9e-a0c9-922356feaeea
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-01-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.01.2012 D-222/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-222-2009_2012-01-13.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung IV
D­222/2009

U r t e i l   v om   1 3 .   J a nua r   2 0 1 2

Besetzung Richter Thomas Wespi (Vorsitz),
Richterin Muriel Beck Kadima, Richter Martin Zoller,
Gerichtsschreiber Stefan Weber.

Parteien A._______, geboren V._______,
B._______, geboren W._______,
C._______, geboren X._______,
D._______, geboren Y._______,
E._______, geboren Z._______,
Syrien,
alle vertreten durch lic. iur. LL.M. Tarig Hassan,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,  
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 10. 
Dezember 2008 / N_______.

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Sachverhalt:

A.  
A.a Eigenen Angaben zufolge verliessen die Beschwerdeführer, syrische 
Staatsangehörige  kurdischer  Ethnie  aus  F._______,  G._______, 
zusammen  mit  ihren  Kindern  C._______  und  D._______  ihren 
Heimatstaat am 22. März 2008 auf dem Landweg. Über H._______ und 
ihnen unbekannte Länder seien sie am 3. April 2008 unter Umgehung der 
Grenzkontrolle  in die Schweiz gelangt. Am gleichen Tag  reichten sie  im 
I._______  ihre Asylgesuche  ein. Nach  der Kurzbefragung  vom 11. April 
2008 wurden die Beschwerdeführer mit Verfügung vom 14. April 2008 für 
den  Aufenthalt  während  des  Asylverfahrens  dem  Kanton  I._______ 
zugewiesen.  Am  19. Mai  2008  wurden  sie  vom  BFM  zu  ihren 
Asylgründen angehört.

Zur  Begründung  seines  Gesuchs  führte  der  Beschwerdeführer  im  We­
sentlichen  aus,  seit  (...)  Jahren  Mitglied  der  Partei  K._______  und  für 
diese  propagandastisch  tätig  gewesen  zu  sein.  Es  gebe  eine 
Organisation  namens  L._______,  deren  Mitglieder  viele  kurdische 
Parteien  –  darunter  auch  ihre  –  seien.  Ihr  Parteiziel  sei,  wie  auch 
dasjenige von L._______, die syrische Regierung zu stürzen. Er habe für 
die  K._______  Flugblätter  verteilt,  Sitzungen  organisiert  und  daran 
teilgenommen.  Die  Sitzungen  hätten  wöchentlich  jeweils  heimlich  im 
Haus  von  Freunden  oder  –  einmal  im  Monat  –  bei  ihnen  zu  Hause 
stattgefunden. Am (...) sei es  in M._______ zu Unruhen gekommen und 
überall in Syrien, wo Kurden gewohnt hätten, habe man Demonstrationen 
durchgeführt.  Zirka  (...)  Tage  später  sei  er  –  nebst  vielen  anderen 
Personen  auch  –  von  syrischen  Sicherheitsleuten  festgenommen  und 
wegen  angeblicher  Teilnahme  an  der  Intifada  während  (...)  Monate 
inhaftiert  worden.  Im  Jahre  (...)  sei  er  von  Sicherheitsleuten  respektive 
Angehörigen des Geheimdienstes erneut festgenommen worden, welche 
ihm  seine  Parteimitgliedschaft  zum  Vorwurf  gemacht  hätten.  Da  er  die 
Vorwürfe  bestritten  habe,  habe  man  ihn  nach  zwei  Tagen  wieder 
freigelassen.  Am  (...)  habe  er  zusammen  mit  zwei  weiteren 
Parteimitgliedern bei sich zu Hause ein Seminar organisiert, an welchem 
sich  zirka  50  Personen  beteiligt  hätten.  An  dieser  Sitzung  sei  über  die 
Ziele  der  Organisation  L._______  gesprochen  worden.  Ein  paar  Tage 
später  habe  er  von  zwei  Freunden  erfahren,  dass  die  Behörden  von 
seinen Kontakten mit Leuten der L._______ wüssten und er sich daher in 
Acht  nehmen beziehungsweise  untertauchen  solle. Aus Angst  vor  einer 
erneuten  Verhaftung  habe  er  sich  danach  zur  Flucht  entschlossen  und 

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sich  zunächst  zusammen  mit  Frau  und  Kindern  nach  N._______ 
begeben.  Dort  habe  er  seinen  Onkel  getroffen,  der  ebenfalls 
Parteimitglied  der  K._______  sei  und  ihm  mitgeteilt  habe,  dass  die 
Behörden  nach  ihm  fragen  würden.  Er  wisse  nicht,  wie  dieser  von  der 
behördlichen Suche nach ihm erfahren habe. Er vermute aber, sein Onkel 
habe  es  aufgrund  dessen  hoher  Stellung  innerhalb  der  Partei  gewusst. 
Nach seiner Ausreise aus Syrien sei weiterhin nach ihm gesucht worden.

Die  Beschwerdeführerin  ihrerseits  machte  keine  eigenen  Probleme 
geltend  und  führte  aus,  sie  hätten  wegen  der  Schwierigkeiten  ihres 
Mannes mit den syrischen Behörden das Land verlassen.

Zum  Beleg  ihrer  Vorbringen  reichten  die  Beschwerdeführer  mehrere 
Beweismittel zu den Akten (Auflistung Beweismittel).

A.b Die Vorinstanz ersuchte am 17. September 2008 die Schweizerische 
Vertretung  in  Damaskus  um  Abklärungen  vor  Ort.  Gemäss  dem 
Abklärungsergebnis  der  Botschaft  vom  17.  November  2008  hätten  die 
Beschwerdeführer  im  Besitze  von  Reisepässen  Syrien  am  U._______ 
über  O._______  verlassen.  Weiter  liege  gegen  die  Beschwerdeführer 
nichts vor und diese würden von den syrischen Behörden nicht gesucht.

A.c Am 12. November 2008 brachte die Beschwerdeführerin E._______ 
zur Welt.

B. 
Mit  Schreiben  des  BFM  vom  25.  November  2008  wurden  den 
Beschwerdeführern  die  Botschaftsanfrage  und  der  entsprechende 
Botschaftsbericht unter Abdeckung der geheim zu haltenden Stellen zur 
Stellungnahme unterbreitet. Mit Eingabe vom 5. Dezember 2008 (Datum 
Eingangsstempel  BFM)  reichten  die  Beschwerdeführer  ihre 
Stellungnahme zur Botschaftskorrespondenz ein.

C. 
Mit Verfügung vom 10. Dezember 2008 – eröffnet am 12. Dezember 2008 
– lehnte  das  BFM  die  Asylbegehren  der  Beschwerdeführer  ab  und 
ordnete  gleichzeitig  die  Wegweisung  und  deren  Vollzug  an.  Die 
Vorinstanz  begründete  ihre Verfügung  im Wesentlichen  damit,  dass  die 
Schilderungen  der  Beschwerdeführer  die  Anforderungen  von Art.  7  des 
Asylgesetzes  vom  26.  Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  an  die 
Glaubhaftigkeit  nicht  erfüllten,  so  dass  ihre  Asylrelevanz  nicht  geprüft 

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werden  müsse.  Ferner  sei  der  Vollzug  der  Wegweisung  als  zulässig, 
zumutbar und möglich zu erachten.

D. 
Mit Eingabe vom 12. Januar 2009 beantragten die Beschwerdeführer die 
Aufhebung  der  vorinstanzlichen  Verfügung,  die  Feststellung  der 
Flüchtlingseigenschaft und die Gewährung von Asyl. Eventualiter sei die 
Unzulässigkeit  oder  zumindest  die  Unzumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs  festzustellen  und  die  vorläufige  Aufnahme 
anzuordnen. In prozessualer Hinsicht sei die unentgeltliche Rechtspflege 
im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  und  2  des  Bundesgesetzes  vom  20. 
Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) zu 
gewähren  und  von  der  Erhebung  eines Kostenvorschusses  abzusehen. 
Auf  die  Begründung  wird,  soweit  entscheidwesentlich,  in  den 
Erwägungen eingegangen.

E. 
Mit  Eingabe  vom  16.  Januar  2009  reichten  die  Beschwerdeführer 
(Nennung Beweismittel) zu den Akten.

F. 
Mit Verfügung  des  Instruktionsrichters  vom 20.  Januar  2009 wurde  den 
Beschwerdeführern mitgeteilt,  dass  sie  den Ausgang  des  Verfahrens  in 
der  Schweiz  abwarten  könnten.  Die  Beurteilung  des  Gesuchs  um 
Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  gemäss  Art.  65  Abs.  1 
VwVG wurde  auf  einen  späteren  Zeitpunkt  verwiesen,  das  Gesuch  um 
unentgeltliche Rechtsverbeiständung abgewiesen und gleichzeitig auf die 
Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtet.

G. 
Mit  Eingabe  vom  10.  September  2009  reichten  die  Beschwerdeführer 
zum  Beleg  der  weitergeführten  exilpolitischen  Tätigkeit  des 
Beschwerdeführers  eine  Kopie  eines  von  diesem  verfassten  und  im 
Internet publizierten Artikels sowie dessen Übersetzung zu den Akten, in 
welchem  der  Beschwerdeführer  das  syrische  Regime  massiv  kritisiere 
und  die  kurdischen Parteien  aufrufe,  sich  gegen  die Unterdrückung  der 
Kurden zu wehren.

H. 
Mit  Eingaben  vom  26.  Januar  2010,  22. September  2010  und  11.  Juli 

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2011  legten  die  Beschwerdeführer  weitere  Beweismittel  ins  Recht, 
(Auflistung Beweismittel).

I. 
Mit  Verfügung  vom  8.  September  2011  hob  das  BFM  im  Rahmen  des 
Schriftenwechsels  seine  Verfügung  vom  10.  Dezember  2008  bezüglich 
der  Dispositivziffern  1,  4  und  5  auf,  anerkannte  den  Beschwerdeführer 
A._______  gestützt  auf  Art.  3  AsylG  sowie  seine  Ehefrau  und  die 
gemeinsamen  Kinder  gestützt  auf  Art.  51  Abs.  1  AsylG  als  Flüchtlinge 
und  gewährte  den  Beschwerdeführern  wegen  Unzulässigkeit  des 
Wegweisungsvollzugs die vorläufige Aufnahme in der Schweiz.

J. 
Mit  Verfügung  vom  16.  September  2011  wurde  festgestellt,  dass  die 
Beschwerde  vom  12.  Januar  2009  durch  den Entscheid  der  Vorinstanz 
vom  8.  September  2011,  soweit  die  Feststellung  der 
Flüchtlingseigenschaft  und  den  Vollzug  der  Wegweisung  betreffend, 
gegenstandslos geworden sei. Gleichzeitig wurden die Beschwerdeführer 
ersucht,  bis  zum  3.  Oktober  2011  mitzuteilen,  ob  sie  ihre  Beschwerde 
vom  12. Januar  2009  zurückziehen.  Bei  ungenutzter  Frist  werde  von 
einem  Festhalten  an  den  Rechtsbegehren  ausgegangen,  soweit  diese 
nicht gegenstandslos geworden seien.

Mit  Schreiben  vom  3.  Oktober  2011  teilte  der  Rechtsvertreter  der 
Beschwerdeführer – unter Beilage seiner Kostennote gleichen Datums – 
mit, dass an der Beschwerde im Asylpunkt festgehalten werde.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.  
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art.  5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den 
Behörden  nach  Art.  33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme 
im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist  zuständig  für  die  Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und 
entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen 
eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 

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beschwerdeführende Person Schutz sucht  (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d 
Ziff.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  [BGG,  SR 
173.110]). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG 
liegt  in  casu  nicht  vor.  Das  Bundesverwaltungsgericht  entscheidet 
demnach endgültig.

1.2.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Die 
Beschwerdeführer  haben  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
und  haben  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung.  Sie  sind  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde  legitimiert  (Art.  108 AsylG  sowie Art.  105 AsylG  i.V.m. Art. 
37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde  ist 
einzutreten.

1.3. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

1.4. Die Abteilungen des Bundesverwaltungsgerichts entscheiden  in der 
Regel  in der Besetzung mit drei Richtern oder Richterinnen  (vgl. Art. 21 
Abs. 1 VGG.

2.  
2.1.  Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Als  Flüchtling  wird  eine  ausländische  Person 
anerkannt,  wenn  sie  in  ihrem  Heimatstaat  oder  im  Land,  in  dem  sie 
zuletzt  wohnte,  wegen  ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  Zugehörigkeit 
zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen 
Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden.  Als  ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck 
bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen 
(Art. 3 AsylG).

2.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 

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widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich 
auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art.  7 
AsylG).

3.  
3.1.  Die  Vorinstanz  führte  zur  Begründung  des  ablehnenden 
Asylentscheides  im Wesentlichen an, der Beschwerdeführer hätte sich – 
wäre er tatsächlich seitens der Behörden verdächtigt worden, ein Mitglied 
einer  illegalen Organisation zu sein, und deswegen auch festgenommen 
worden  –  davor  gehütet,  bei  sich  zu Hause  jeden Monat Sitzungen mit 
seinen  Parteikollegen  abzuhalten.  Im  vorliegend  zu  beachtenden 
Länderkontext  hätte  der  Beschwerdeführer  nämlich  damit  rechnen 
müssen,  seitens  der  Behörden  überwacht  zu  werden,  weshalb  er  mit 
derartigen  Sitzungen  nicht  nur  sich  selbst,  sondern  insbesondere  auch 
alle  anderen  Teilnehmenden  sowie  die  Organisation  selbst  gefährdet 
hätte.  Ferner  wäre  der  Beschwerdeführer  anlässlich  einer  angeblichen 
Festnahme  im  Jahre  (...)  erwartungsgemäss  nicht  nach  kurzer  Zeit 
freigelassen  worden,  wenn  seitens  des  Sicherheitsdienstes  ihm 
gegenüber  der  Vorwurf  bestanden  hätte,  ein  Mitglied  einer  illegalen 
Organisation  zu  sein.  Sein  Vorbringen,  man  habe  ihn  nach  (...)  Tagen 
freigelassen, weil er den Vorwurf abgestritten habe, sei  im vorliegenden 
Länderkontext als fern der Realität einzustufen.

Weiter  hätten  sich  die  Beschwerdeführer  bezüglich  des  Zeitpunktes, 
wann das Seminar (...) bei ihnen zu Hause durchgeführt worden sei, des 
angegebenen Ortes der Verhaftung des Beschwerdeführers im Jahre (...) 
sowie  des  Zeitpunkts  der  Festnahme  im  Jahre  (...)  in  Widersprüche 
verstrickt, was die Zweifel am Wahrheitsgehalt ihrer Vorbringen bestätige.

Zudem  seien  die  Schilderungen  des  Beschwerdeführers  zu  den 
Erlebnissen  der  Jahre  (...)  und  (...)  als  ausgesprochen  vage  und 
schemenhaft  zu  qualifizieren.  So  würden  diese  keinerlei  Hinweise 
enthalten, welche erkennen  lassen würden,  dass er  über effektiv  selber 
durchlebte Ereignisse berichte, von denen er  in Mitleidenschaft gezogen 
worden  sei.  Realkennzeichen  würden  durchwegs  fehlen  und  die 
Ausführungen  würden  sich  weitgehend  auf  die  Wiedergabe  von 
hinlänglich  bekannten  Fakten  beschränken.  Ferner  würden  auch  die 
vagen  und  stereotypen  Aussagen  des  Beschwerdeführers  zu  seinen 
angeblichen  politischen  Tätigkeiten  in  keiner  Weise  erkennen  lassen, 
dass er seit (...) Jahren als Mitglied einer illegalen Organisation tätig und 
während der vergangenen (...) Jahre Verantwortlicher dieser Organisation 

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in der Region F._______ gewesen sein soll. Somit würden die Zweifel an 
der  Glaubhaftigkeit  der  Vorbringen  der  Beschwerdeführer  durch  ihre 
unsubstanziierten Aussagen bestätigt.

Der Beschwerdeführer habe überdies geltend gemacht,  früher einen bis 
im  Jahre  (...)  gültigen  Reisepass  besessen  zu  haben.  Die 
Beschwerdeführerin  ihrerseits  habe  vorgebracht,  nie  im  Besitz  eines 
Reisepasses gewesen zu sein. Abklärungen der Schweizer Vertretung in 
Damaskus  hätten  jedoch  ergeben,  dass  beide  Beschwerdeführer  im 
Besitz  von Reisepässen  seien. Weiter  hätten  die Abklärungen  ergeben, 
dass  die  Beschwerdeführer  entgegen  ihren  anderslautenden 
Äusserungen  am  U._______  behördlich  kontrolliert  nach  O._______ 
ausgereist seien und nicht gesucht würden.  Im Rahmen des  rechtlichen 
Gehörs  hätten  die  Beschwerdeführer  zugegeben,  im  Besitz  von 
Reisepässen  zu  sein,  was  sie  auf  Empfehlung  des  Schleppers 
verschwiegen  hätten,  und  am  U._______  nach  O._______  gereist  zu 
sein.  Weil  die  syrische  Polizei  sie  gesucht  habe,  hätten  sie  „dem 
Schlepper  viel  Geld  gegeben“.  Es  treffe  jedoch  nicht  zu,  dass  sie  in 
Syrien  nicht  gesucht  würden,  weil  die  syrischen  Behörden  dies  nie 
zugeben  würden.  Diese  Erklärungen  seien  jedoch  als 
Schutzbehauptungen  zu  werten,  da  nämlich  in  keiner  Weise 
nachvollziehbar  sei,  weshalb  die  Beschwerdeführer  unwahre  Angaben 
zum Zeitpunkt der Ausreise hätten machen und behaupten müssen, sie 
seien nach H._______ ausgereist, wenn  ihre Vorbringen den Tatsachen 
entsprechen  würden.  Somit  würden  die  dargelegten  Zweifel  an  der 
Glaubhaftigkeit  der  Vorbringen  durch  die  Abklärungsergebnisse  der 
Botschaft  bestätigt.  Es  könne  daher  nicht  geglaubt  werden,  dass  der 
Beschwerdeführer  in  Syrien  in  der  von  ihm  geltend  gemachten  Art  und 
Weise  seitens  der  Behörden  verfolgt  worden  sei  beziehungsweise 
Verfolgungsmassnahmen  zu  befürchten  habe.  Ausserdem  sei  nicht 
glaubhaft,  dass  er  in  Syrien  die  von  ihm  behaupteten  politischen 
Aktivitäten ausgeübt habe.

Zwar  hätten  die  Beschwerdeführer  ein  Bestätigungsschreiben  der 
K._______  Schweiz  sowie  einen  Zettel  mit  Telefonnummern  von 
Parteimitgliedern eingereicht. Diesbezüglich sei darauf hinzuweisen, dass 
gemäss  den  Erkenntnissen  des  BFM  Bestätigungsschreiben  dieser  Art 
grosszügig  ausgestellt  würden  und  daher  in  aller  Regel  als 
Gefälligkeitsschreiben  einzustufen  seien,  weshalb  ihnen  aus  diesem 
Grund kein genügender Beweiswert zukomme. Ferner entfalte der „Zettel 
mit  Telefonnummern  von  Parteimitgliedern“  überhaupt  keinen 

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Beweiswert, weil ein solches Schriftstück beliebig verfasst werden könne.

Sodann vermöchten auch die von den Beschwerdeführern eingereichten 
Beweisstücke,  welche  die  exilpolitischen  Tätigkeiten  des 
Beschwerdeführers  in  der  Schweiz  belegen  sollten,  die  dargelegte 
Einschätzung  nicht  umzustossen.  Einerseits  handle  es  sich  dabei  um 
zwei Schreiben, welche keinen Bezug zum Beschwerdeführer  erkennen 
lassen würden. Bezüglich des Fotos, auf welchem dieser als Teilnehmer 
an  einer  Kundgebung  vor  dem  (...)  Konsulat  in  I._______  zu  erkennen 
sei, sei auf Folgendes hinzuweisen: Zwar sei dem BFM bekannt, dass der 
syrische Geheimdienst auch im Ausland aktiv sei und Informationen über 
dort  lebende  Personen  aus  Syrien  sammle.  Gemäss  Einschätzung  des 
BFM  geschehe  diese  Überwachung  indessen  selektiv  und  beschränke 
sich  erwartungsgemäss  auf  Personen,  die  in  der  Schweiz  qualifizierte 
exilpolitische  Tätigkeiten  ausübten,  welche  einen  hohen  Grad  an 
Öffentlichkeit erreichten und von den zuständigen syrischen Organen als 
Gefahr  für  das  politische  System  in  Syrien  eingestuft  würden.  Diese 
Voraussetzungen  seien  vorliegend  nicht  gegeben.  Diese  Einschätzung 
werde  im  Übrigen  dadurch  bestätigt,  dass  die  Abklärungen  seitens  der 
Schweizer Vertretung ergeben hätten, dass gegen die Beschwerdeführer 
nichts vorliege und sie nicht gesucht würden.

3.2.  In  ihrer  Beschwerdeschrift  bringen  die  Beschwerdeführer  zunächst 
vor, das Argument der Vorinstanz, es sei nicht nachvollziehbar, dass sich 
der  Beschwerdeführer  auch  nach  der  Haft  weiterhin  politisch  engagiert 
habe,  erscheine  fragwürdig.  Wer,  wie  der  Beschwerdeführer  und  viele 
andere  Kurden  in  Syrien,  überzeugt  sei,  sich  gegen  die  Unterdrückung 
durch den Staat aufzulehnen, werde sich durch Repression nicht davon 
abschrecken  lassen.  Andernfalls  hiesse  dies,  dass  der  Staat mit  seiner 
Vorgehensweise  gewonnen  hätte  und  die  erlittenen  Nachteile  umsonst 
geduldet  worden  seien.  Die  vom  Beschwerdeführer  vorgebrachte 
Argumentation  ist  im  fraglichen  Punkt  aber  nicht  als  stichhaltig  zu 
erachten.  So  brachte  die  Vorinstanz  in  ihren  Erwägungen  –  wie  der 
Beschwerdeführer  zu  verkennen  scheint  –nicht  vor,  es  sei  nicht 
nachvollziehbar,  dass  er  sich  auch  nach  der  Haft  weiterhin  politisch 
engagiert  habe. Vielmehr hielt  die Vorinstanz  in  zutreffender Weise und 
mit korrekter Begründung fest, dass die Häufigkeit der Treffen sowie die 
Örtlichkeiten  derselben  (beim  Beschwerdeführer  zu  Hause)  als 
unglaubhaft einzustufen seien, da aufgrund des Verdachts der syrischen 
Sicherheitskräfte, es handle sich beim Beschwerdeführer um ein Mitglied 

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einer  illegalen  Organisation,  die  den  Sturz  des  Regimes  beabsichtige, 
dieser  in  der  Tat  mit  einer  Überwachung  seiner  Person  hätte  rechnen 
müssen.

Weiter wenden die Beschwerdeführer  ein,  der Vorhalt widersprüchlicher 
Aussagen  sei  nicht  nachvollziehbar.  Die  äusserst  ausführliche  und 
detailgetreue  Schilderung  der  Vorfälle  durch  den  Beschwerdeführer 
spreche vielmehr für die hohe Glaubhaftigkeit derselben. Zudem habe die 
Beschwerdeführerin  angeführt,  dass  ihr  Ehemann  das  Seminar 
eineinhalb  bis  zwei  Monate  "ab  jetzt"  (Anhörungsdatum  BFM) 
durchgeführt  habe.  Diese  Einwände  sind  jedoch  als  unbehelflich  zu 
qualifizieren.  So  kann  einerseits  von  einer  allenfalls  ausführlichen 
Schilderung  des  Sachverhaltes  noch  nicht  ohne  weiteres  auf  einen 
widerspruchsfreien  und  glaubhaften  Sachverhaltsvortrag  geschlossen 
werden.  Andererseits  bezieht  sich  die  auf  Seite  5  der 
Rechtsmitteleingabe  zitierte  Protokollstelle  der  Beschwerdeführerin  (act. 
A11/8,  S.  5)  auf  einen  anderen  Sachzusammenhang,  als  vom  BFM  in 
seinem  Entscheid  auf  Seite  4  oben  angegeben  wurde;  die  Vorinstanz 
zitierte denn auch dementsprechend eine andere Stelle  im Protokoll  als 
die  Beschwerdeführer  (vgl.  act.  A11/8,  S.  4).  Die  Beschwerdeführerin 
bezog  sich  in  der  vom  BFM  angegebenen  Protokollstelle  unzweideutig 
auf  den  Zeitpunkt  ihrer  Ausreise.  Demgegenüber  steht  die  von  den 
Beschwerdeführern  in  ihrer  Beschwerdeschrift  zitierte  Protokollstelle  im 
Zusammenhang mit  dem Telefonanruf  des Beschwerdeführers an  seine 
Ehefrau, in welchem er ihr mitgeteilt habe, dass sie sich auf die Ausreise 
vorbereiten solle. Soweit die Beschwerdeführer bezüglich der Festnahme 
des Beschwerdeführers im Jahre (...) ergänzend anführen, dass dieser in 
P._______ verhaftet  und nach M._______  ins dortige Gefängnis  verlegt 
worden sei, wo er während (...) Tage festgehalten und anschliessend bis 
zu seiner Entlassung in ein Gefängnis der AMN­DULA verlegt worden sei, 
ist  festzustellen,  dass  sich  diese  Ergänzung  durch  die  entsprechenden 
Befragungsprotokolle nicht erhärten lässt. So lassen die diesbezüglichen 
Protokollstellen, wie sie von der Vorinstanz  im angefochtenen Entscheid 
zitiert  werden,  weder  einen  derartigen  Interpretationsspielraum  noch 
irgendwelche  Zweifel  zu,  welche  die  Argumentation  der 
Beschwerdeführer  zu  stützen  und  den  von  der  Vorinstanz  erkannten 
Widerspruch aufzulösen vermöchte.

Überdies  wenden  die  Beschwerdeführer  ein,  es  könne  der 
Schlussfolgerung  der  Vorinstanz,  wonach  das  Abklärungsergebnis  der 
Botschaft  verdeutliche,  dass  kein  Verfahren  gegen  sie  hängig  sei  und 

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somit  keine  Verfolgung  drohe,  nicht  gefolgt  werden.  So  zeige  das 
Abklärungsergebnis  lediglich,  dass  gegen  den  Beschwerdeführer  vor 
keinem  der  ordentlichen  Gerichte  ein  Verfahren  hängig  sei  und  keine 
offiziellen  Ermittlungen  gegen  diesen  laufen  würden.  Zudem  seien 
gemäss  einem  Bericht  der  Schweizerischen  Flüchtlingshilfe  (SFH)  vom 
20.  August  2008  die  Geheimdienste  die  massgebliche  Gewalt  in  ihrer 
Heimat.  Eine  Verfolgung  finde  mit  grösster  Wahrscheinlichkeit  in 
Eigenregie  eines  Geheimdienstes  statt,  wozu  dieser  weder  einen 
Haftbefehl  noch  irgendeine  offizielle  Erlaubnis  benötige.  Die  vier 
unabhängigen  Geheimdienste  würden  ausschliesslich  dem  Präsidenten 
Rechenschaft  schulden. Wenn  also  die  Schweizer  Vertretung  nicht  den 
Präsidenten als Auskunftsperson habe hinzuziehen können – wovon nicht 
auszugehen sei –, seien die Ergebnisse der Abklärung das Papier nicht 
wert, auf dem sie geschrieben worden seien.  Insofern sich das BFM auf 
diese  Abklärungsergebnisse  stütze,  könne  der  Argumentation  demnach 
nicht  gefolgt  werden.  Diese  Einschätzung  der  Beschwerdeführer  ist 
jedoch  unbehelflich.  So  ist  zunächst  festzuhalten,  dass  sich  die 
Ausführungen  des Beschwerdeführers  zu  den  angeblichen  Festnahmen 
und  Inhaftierungen  durch die  syrischen Sicherheitskräfte  respektive  den 
Geheimdienst  aufgrund  obiger  Feststellungen  als  unglaubhaft  erweisen. 
Die  Beschwerdeführer  konnten  somit  nicht  glaubhaft machen,  dass  der 
Beschwerdeführer  tatsächlich  im  Visier  der  syrischen  Geheimdienste 
gestanden  sein  könnte  und  angesichts  der  von  ihm  angeführten 
Aktivitäten für die K._______ und des Verdachts der Sicherheitskräfte, er 
gehöre  einer  verbotenen  Organisation  an,  mit  einer  willkürlichen 
Verhaftung  hätte  rechnen  müssen.  Soweit  die  Beschwerdeführer  die 
Verlässlichkeit  des  Abklärungsergebnisses  kritisieren,  ist  diesbezüglich 
zunächst  festzustellen,  dass  sie  sich  in  ihrer  Kritik  lediglich  darauf 
beziehen,  dass  sie  von  den  syrischen  Behörden  nicht  gesucht  würden 
und  nichts  gegen  sie  vorliege.  Die  weiteren  Abklärungsergebnisse,  so 
hinsichtlich der Ausstellung von Reisepässen und der legalen Ausreise in 
den  O._______,  wurden  von  den  Beschwerdeführern  weder  in  ihrer 
Stellungnahme  vom  5.  Dezember  2008  (Datum Eingangsstempel  BFM) 
noch  in  ihrer  Beschwerdeschrift  bestritten.  In  diesem  Zusammenhang 
bleibt der Umstand – selbst wenn der Kritik am Abklärungsergebnis  zur 
behördlichen  Suche  nach  den  Beschwerdeführern  gefolgt  würde – 
bestehen,  wonach  gemäss  Abklärungsergebnis  der  Botschaft  die 
Beschwerdeführer  das  Land  auf  kontrolliertem  Weg  im  Besitz  von 
gültigen Reisepässen verliessen. Dies wäre den Beschwerdeführern aber 
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht möglich gewesen, wenn einer 
der  Geheimdienste  den  Beschwerdeführer  hätte  festnehmen  wollen.  In 

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diesem  Zusammenhang  ist  zu  berücksichtigen,  dass  syrische 
Staatsangehörige,  um  in  den  Besitz  eines  Reisepasses  zu  gelangen, 
zahlreiche  Bedingungen  erfüllen  müssen.  Sind  die  Formalitäten  einmal 
erfüllt  und  liegen  die  Meinungen  der  verschiedenen  staatlichen  Stellen 
vor, wird dem Gesuchsteller respektive der Gesuchstellerin ein regulärer 
Reisepass  ausgehändigt.  Angesichts  der  diversen  Hürden  zum  Erhalt 
eines  Reisepasses  und  insbesondere  der  Abklärungen  bei  mehreren 
Amtsstellen  ist  mit  an  Sicherheit  grenzender  Wahrscheinlichkeit 
auszuschliessen,  dass  gegen  die  Beschwerdeführer  etwas  von 
behördlichem Interesse vorgelegen haben könnte, ansonsten diesen die 
Ausstellung  eines  Reisepasses  ganz  einfach  verweigert  und  mithin  die 
legale Ausreise verunmöglicht worden wäre.

3.3. Die  Beschwerdeführerin,  die  auf  die  Asylgründe  ihres  Ehemannes 
verwies, machte keine eigenen Asylgründe geltend, weshalb auf den von 
ihr vorgebrachten Sachverhalt nicht weiter einzugehen ist.

3.4.  Nach  dem  Gesagten  ist  insgesamt  festzuhalten,  dass  die 
Beschwerdeführer  für  die  Zeit  vor  dem  Verlassen  ihres  Heimatlandes 
keine  begründete  Furcht  vor  Verfolgung  im  Sinne  von  Art.  3  AsylG 
glaubhaft darzulegen vermochten. Eine begründete Furcht liegt vor, wenn 
konkreter Anlass zur Annahme besteht, eine Verfolgung hätte sich – aus 
der Sicht im Zeitpunkt der Ausreise – mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 
und  in absehbarer Zeit  verwirklicht  beziehungsweise werde  sich – auch 
aus  heutiger  Sicht  –  mit  ebensolcher  Wahrscheinlichkeit  in  absehbarer 
Zukunft  verwirklichen.  Eine  bloss  entfernte  Möglichkeit  künftiger 
Verfolgung genügt nicht; es müssen konkrete  Indizien vorliegen, welche 
den Eintritt der erwarteten – und aus einem der vom Gesetz aufgezählten 
Motive  erfolgenden  –  Benachteiligung  als  wahrscheinlich  und 
dementsprechend  die  Furcht  davor  als  realistisch  und  nachvollziehbar 
erscheinen  lassen  (vgl.  BVGE  2010/57  E.  2.4  S.  827  m.w.H., 
Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2006 Nr. 18 E. 7 und 8 S. 190 ff., 2005 
Nr. 21 E. 7 S. 193 f.).

Die  Beschwerdeführer  konnten  keine  hinreichend  überzeugenden  und 
glaubhaften  Indizien  vorbringen,  die  auf  eine  Vorverfolgung  schliessen 
lassen  könnten.  Aus  ihren  Vorbringen  lassen  sich  entsprechend  auch 
keine ausreichenden Hinweise auf eine begründete Furcht vor Verfolgung 
ableiten, die zum Zeitpunkt der Ausreise aus Syrien zu bejahen gewesen 
wäre.

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3.5. Bei dieser Sachlage und in Würdigung der gesamten Umstände und 
Vorbringen  der  Beschwerdeführer  ist  zusammenfassend  festzustellen, 
dass  diese  die  Voraussetzungen  für  die  Zuerkennung  der 
Flüchtlingseigenschaft aufgrund der vorgebrachten Vorfluchtgründe nicht 
erfüllen.  Die  Vorinstanz  lehnte  die  Asylbegehren  der  Beschwerdeführer 
demzufolge zu Recht ab.

4.  
4.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht 
ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 
der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

4.2. Die Beschwerdeführer verfügen weder über eine ausländerrechtliche 
Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer 
solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 
Abs.  1  AsylG;  vgl.  BVGE  2009/50  E.  9  S.  733,  BVGE  2008/34  E.  9.2 
S. 510, EMARK 2001 Nr. 21).

5. 
5.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 
nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 
den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von 
Ausländern  (Art.  44  Abs.  2  AsylG;  Art.  83  Abs.  1  des  Bundesgesetzes 
vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG, 
SR 142.20]).

5.2. Die Beschwerdeführer wurden  vom BFM  in  seinem Entscheid  vom 
8. September 2011 aufgrund von Nachfluchtgründen beziehungsweise in 
Beachtung  von  Art.  51  Abs.  1  AsylG  wiedererwägungsweise  als 
Flüchtlinge  anerkannt  und  wegen  Unzulässigkeit  des 
Wegweisungsvollzugs  vorläufig  in  der  Schweiz  aufgenommen.  Daher 
erübrigt  sich  eine  Prüfung  der  Frage  der  Zumutbarkeit  sowie  der 
Möglichkeit des Wegweisungsvollzugs (vgl. BVGE 2009/51 E. 5.4 S. 748, 
EMARK  2006  Nr.  6  E.  4  S.  54  f.).  Die  Beschwerde  gegen  den 
ursprünglich  angeordneten  Wegweisungsvollzug  erweist  sich  demnach 
als gegenstandslos und ist diesbezüglich abzuschreiben.

6. 
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung – 
die Vorfluchtgründe, die Verweigerung von Asyl und die Wegweisung als 

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solche  betreffend  –  Bundesrecht  nicht  verletzt,  den  rechtserheblichen 
Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 
AsylG). Die Beschwerde  ist nach dem Gesagten abzuweisen, soweit sie 
nicht als gegenstandslos geworden abzuschreiben ist.

7. 
7.1. Bei  diesem  Verfahrensausgang  ist  von  einem  teilweisen  Obsiegen 
der  Beschwerdeführer  auszugehen.  Demnach  wäre  ihnen  nach  dem 
Grad  des Durchdringens  praxisgemäss  ein Drittel  der Verfahrenskosten 
aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG; Art. 1­3 des Reglements vom 
21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Jedoch ersuchten die 
Beschwerdeführer  in  ihrer  Beschwerdeschrift  um  die  Gewährung  der 
unentgeltlichen  Prozessführung  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  VwVG. 
Diesbezüglich  wird  eine  Partei,  die  nicht  über  die  erforderlichen  Mittel 
verfügt, auf Antrag hin von der Bezahlung der Verfahrenskosten befreit, 
sofern  ihr Begehren nicht aussichtslos erscheint  (Art. 65 Abs. 1 VwVG). 
Dabei verfügt eine Person dann nicht über die erforderlichen Mittel, wenn 
sie  ohne  Beeinträchtigung  des  notwendigen  Lebensunterhaltes  die 
Prozesskosten  nicht  zu  bestreiten  vermag.  Eine  Beschwerde  gilt  ferner 
dann als aussichtslos, wenn die Gewinnaussichten beträchtlich geringer 
sind als die Verlustgefahren und deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet 
werden können (vgl. BGE 125 II 265 E. 4b S. 275). Vorliegend ist von der 
Bedürftigkeit  der  Beschwerdeführer  auszugehen.  Auch  können  die 
Begehren der Beschwerde nicht als aussichtslos bezeichnet werden. Das 
Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  ist  somit 
gutzuheissen, weshalb keine Verfahrenskosten aufzuerlegen sind.

7.2.  Bei  Gegenstandslosigkeit  des  Verfahrens  ist  der 
beschwerdeführenden Partei eine Entschädigung für die ihr erwachsenen 
notwendigen Kosten  zuzusprechen,  sofern  sie  die Gegenstandslosigkeit 
nicht durch ihr eigenes Verhalten bewirkt hat (Art. 15 i.V.m. Art. 5 VGKE). 
Diese  Voraussetzungen  sind  vorliegend  gegeben,  da  die 
Gegenstandslosigkeit  durch  die  wiedererwägungsweise  Gewährung  der 
vorläufigen  Aufnahme  durch  das  BFM  herbeigeführt  wurde.  Den 
vertretenen  Beschwerdeführern  ist  folglich  in  Anwendung  von  Art.  64 
VwVG  und  Art.  7  Abs.  2  VGKE  eine  praxisgemäss  um  einen  Drittel 
reduzierte  Entschädigung  für  die  ihnen  notwendigerweise  erwachsenen 
Parteikosten zuzusprechen. Von der Rechtsvertretung wurde mit Eingabe 
vom  3.  Oktober  2011  eine  Kostennote  eingereicht.  Das  darin 
ausgewiesene  Honorar  (Stundenansatz  von  Fr. 200.­)  von  total  Fr. 

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2637.50  ist  auf  Fr.  2530.­  zu  kürzen,  da  für  die  Leistungen  vom 
20. August  2009  ohne  weitere  Begründung  ein  Stundenansatz  von 
Fr. 250.­  aufgeführt  wird  und  der  Aufwand  für  die  Erstellung  und 
Einreichung der Honorarnote praxisgemäss nicht angerechnet wird, weil 
es  sich  um  eine  Sekretariatsarbeit  handelt,  deren  Aufwendungen  im 
Stundenansatz  bereits  enthalten  sind.  Gestützt  auf  die  in  Betracht  zu 
ziehenden  Bemessungsfaktoren  (vgl.  Art.  7­14  VGKE)  sowie  auf  die 
eingereichte  und  im  erwähnten Umfang  zu  kürzende Kostennote  ist  die 
um  einen  Drittel  reduzierte  Parteientschädigung,  welche  vom  BFM  zu 
entrichten ist, auf Fr. 1'892.­ (inkl. Auslagen und MWSt) festzusetzen.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die  Beschwerde  wird  abgewiesen,  soweit  sie  nicht  als  gegenstandslos 
geworden abgeschrieben wird.

2. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  im 
Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird gutgeheissen.

3. 
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

4. 
Das  BFM  wird  angewiesen,  den  Beschwerdeführern  eine 
Parteientschädigung  in  der  Höhe  von  Fr.  1'892.­  (inkl.  Auslagen  und 
MWSt) zu entrichten. 

5. 
Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführer, das BFM und die zuständige 
kantonale Behörde.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Thomas Wespi Stefan Weber

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