# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8e7c23f6-649b-5c6d-9f83-8f61d5a904f9
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-02-13
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 13.02.2018 S 2017 72
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2017-72_2018-02-13.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 17 72 und S 17 74

2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Moser
Richter Meisser, Racioppi 

Aktuarin ad hoc Jauch

URTEIL

vom 13. Februar 2018

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,
vertreten durch Fürsprecherin Andrea Lanz Müller,

Beschwerdeführerin im Verfahren S 17 72

B._____,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Nina Tinner,

Beschwerdeführerin im Verfahren S 17 74
gegen 

C._____ AG,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Martin Schmid,

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

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1. B._____ ist seit dem 1. November 2008 in einem Alters- und Pflegeheim 

als Pflegefachfrau tätig und in dieser Funktion bei der C._____ AG 

obligatorisch unfallversichert. Am 20. August 2016 rutschte sie beim 

Versorgen eines Medikamententabletts auf dem nassen Boden aus und 

stürzte auf den rechten Oberarm. Anlässlich der gleichentags erfolgten 

Erstbehandlung im Spital wurde eine Kontusion des rechten Oberarms 

diagnostiziert. Die Röntgenuntersuchung zeigte keine frischen ossären 

Läsionen und eine leichte AC-Gelenks-Arthrose auf. Die C._____ 

anerkannte ihre Leistungspflicht für die Folgen dieses Ereignisses und 

erbrachte die gesetzlichen Leistungen. 

2. Zur weiteren diagnostischen Abklärung fand am 29. August 2016 eine 

Arthro-MRI-Untersuchung der rechten Schulter im Diagnose-Zentrum 

Belmont in Chur statt. Gestützt darauf kam Dr. med. D._____ zu 

folgender Beurteilung: Transmurale Ruptur im vorderen/mittleren Anteil 

der Supraspinatussehne insertionsnahe. Restliche Rotatorenmanschette 

intakt. Keine Knorpelpathologie glenohumeral, leicht degeneratives 

Labrum. Deutliche hypertrophe und aktivierte AC-Gelenksarthrose. 

3. Tags darauf überwies der Hausarzt von B._____, Dr. med. E._____, 

Erstgenannte an Dr. med. F._____ vom Kantonsspital Graubünden zur 

orthopädischen Beurteilung. Dieser bestätigte in seinem Arztbericht vom 

21. September 2016 die Diagnose einer transmuralen Läsion der 

Supraspinatussehne rechts und empfahl B._____ eine Arthroskopie und 

Refixation der Sehne. Die Operation (Arthroskopie Schulter rechts, 

Rotatorenmanschette-Nath [SSp], subacrominale Dekompression 

[Arthrex, 1x Corkscew]) wurde in der Folge am 30. September 2016 

durchgeführt. Gemäss Austrittsbericht vom 2. Oktober 2016 gestaltete 

sich der peri- und postoperative Verlauf komplikationslos. Dr. med. 

F._____ attestierte B._____ vom 29. September 2016 bis zum 14. 

November 2016 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %. 

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4. Zur Beurteilung der medizinischen Sachlage zog die C._____ ihren 

beratenden Arzt pract. med. G._____ bei. In der Aktenbeurteilung vom 

1. November 2016 hielt dieser fest, dass ein Kausalzusammenhang 

zwischen dem Ereignis vom 20. August 2016 und den geklagten 

Beschwerden sowie der Operation bloss möglich sei. Bei der 

Rotatorenmanschetten-Ruptur handle es sich um einen degenerativen 

Prozess. Mit der bei der Röntgenuntersuchung vom 21. August 2016 

festgestellten leichten AC-Gelenk-Arthrose sowie der bei der MRI-

Untersuchung vom 29. August 2016 festgestellten deutlich aktivierten AC-

Gelenksarthrose bestünde ein unfallfremder Vorzustand. Der Status quo 

sine sei per 29. August 2016 erreicht. Dabei stützte er auf die MRI-

Untersuchung ab. 

5. Mit Schreiben vom 8. November 2016 informierte die C._____ B._____ 

darüber, dass sie gestützt auf die Beurteilung ihres beratenden Arztes 

pract. med. G._____ einen Leistungsanspruch aus der Unfallversicherung 

für die Folgen des Unfalls vom 20. August 2016 ab 30. August 2016 

aufgrund unfallfremder Vorzustände ablehne. Die in Vorleistung 

erbrachten Taggelder würden für die Zeit vom 1. September 2016 bis 

30. September 2016 von der Arbeitgeberin zurückverlangt. 

6. Zur Kontrolluntersuchung von B._____ im Kantonsspital Graubünden hielt 

Dr. med. F._____ im Arztbericht vom 14. November 2016 ein regelrechter 

Verlauf sechs Wochen postoperativ fest. B._____ wurden Analgetika 

sowie Physiotherapie verschrieben. Ebenso wurde ihr bis zur nächsten 

Kontrolle vom 22. Dezember 2016 weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit von 

100 % attestiert.

7. Mit Schreiben vom 22. November 2016 teilte B._____ gegenüber der 

C._____ mit, dass sie mit der Leistungseinstellung nicht einverstanden 

sei. Sie hätte vor dem Unfallereignis vom 20. August 2016 keinerlei 

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Beschwerden an der Schulter gehabt. Zur Bestätigung ihrer Aussage 

legte sie dem Schreiben ein Bericht von Dr. med. E._____ bei.

8. Gestützt darauf erfolgte am 30. November 2016 eine erneute Beurteilung 

der medizinischen Akten durch pract. med. G._____. Darin kommt er 

nach einer eingehenden Begründung erneut zum Schluss, dass die von 

B._____ geklagten Beschwerden sowie die Operation nur in einem 

möglichen natürlichen Kausalzusammenhang zum Unfallereignis vom 

20. August 2016 stünden. Der Status quo sine sei per 29. August 2016 

mit dem mittels CT objektiv dokumentierten Nachweises der 

degenerativen Veränderungen in der Rotatorenmanschette erreicht. 

Damit bestätigte er seine ursprüngliche Beurteilung vom 1. November 

2016.

9. Anlässlich der Verlaufskontrolle von B._____ bei Dr. med. F._____ am 

22. Dezember 2016 zeigte sich ein hartnäckiger Verlauf bei Ausbildung 

einer Frozen Shoulder und eingeschränkter passiver glenohumeraler 

Beweglichkeit bei kapsulitischer Reaktion. B._____ wurde weiterhin bis 

zum 12. Februar 2017 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert, wobei 

jedoch leichtere Tätigkeiten vor dem Körper bis max. 5 kg mit einem 

Teilarbeitspensum zu bewerkstelligen seien. 

10. Mit Verfügung vom 5. Januar 2017 bestätigte die C._____ gestützt auf die 

Beurteilungen von pract. med. G._____ die Leistungseinstellung per 

29. August 2016 und führte aus, die zu viel ausgerichteten Taggelder für 

die Zeit vom 1. September 2016 bis 30. September 2016 würden beim 

Arbeitgeber zurückgefordert werden. 

11. Dagegen erhob B._____ am 10. Januar 2017 Einsprache und beantragte 

die weitere Ausrichtung der Leistungen aus der Unfallversicherung für die 

Folgen des Unfalls vom 20. August 2016. Ebenso erhob die 

Krankenversicherung von B._____, die A._____, am 19. Januar 2017 

vorläufige Einsprache. Mit ergänzender Eingabe vom 24. Januar 2017 

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hielt die A._____ an ihrer vorläufigen Einsprache fest und beantragte, die 

Verfügung vom 5. Januar 2017 sei aufzuheben und die C._____ habe die 

gesetzlichen Leistungen für das Ereignis vom 20. August 2016 über den 

29. August 2016 hinaus weiterhin zu erbringen. 

12. Mit Einspracheentscheid vom 3. April 2017 wies die C._____ die 

Einsprachen ab, wobei die angefochtene Verfügung insoweit korrigiert 

wurde, als dass auf die Rückforderung bereits erbrachter Taggelder 

verzichtet wurde. 

13. In der Folge verfasste Dr. med. F._____ am 12. Mai 2017 eine 

Beurteilung zu Handen der A._____, in welcher er zum Schluss gelangte, 

dass die Problematik des Supraspinatus im kausalen Zusammenhang mit 

dem Ereignis vom 20. August 2016 als überwiegend wahrscheinlich sei 

und folglich der Status quo sine nicht per 29. August 2016 erreicht sein 

könne. Dieser Beurteilung schloss sich die Vertrauensärztin der A._____, 

Dr. med. H._____, in ihrem Bericht vom 15. Mai 2017 an. 

14. Gegen den Einspracheentscheid vom 3. April 2017 erhoben am 18. Mai 

2017 (S 17 72) die A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführerin 1) sowie 

am 19. Mai 2017 (S 17 74) B._____ (nachfolgend: Beschwerdeführerin 2) 

Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Beide 

beantragten die Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids 

und die weitere Ausrichtung von Leistungen aus der Unfallversicherung 

für die Folgen des Unfalls vom 20. August 2016 über den 29. August 

2016 hinaus; alle unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der 

C._____.

15. Zur Begründung führte die Beschwerdeführerin 1 im Wesentlichen aus, es 

sei aktenkundig, dass die Beschwerdeführerin 2 vor ihrem Sturz vom 

20. August 2016 keinerlei Schulterbeschwerden gehabt und aufgrund des 

MRI-Befundes keine Atrophie des Muskels als Zeichen einer 

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vorbestehenden Läsion oder Schädigung älteren Datums bestanden 

habe. Damit könne der Rechtsauffassung der Beschwerdegegnerin nicht 

gefolgt werden und beim Unfall vom 20. August 2016 nicht auf eine 

Gelegenheits- oder Zufallsursache geschlossen werden. Es habe 

vorliegend keine alltägliche Bewegung, sondern ein Sturz zur Läsion der 

Supraspinatussehne geführt. Zudem sei mangels vorbestehender 

degenerativer Veränderungen der Sehnen kein labiler, prekärer 

Vorzustand vorhanden. Selbst wenn ein Vorzustand im Sinne einer 

leichten AC-Gelenks-Arthrose mit Kapselverdichtung und Ödem bestehe, 

erscheine aufgrund des Unfallherganges eines Sturzes evident, dass 

dieser geeignet gewesen sei, eine richtungsgebende Verschlimmerung 

des degenerativen Vorzustandes herbeizuführen, womit die 

Beschwerdegegnerin bis zur Erreichung des Status quo ante 

leistungspflichtig bleibe. Schliesslich hielt sie fest, dass gemäss 

Arztbericht von Dr. med. H._____ der Status quo ante ohne operativen 

Eingriff nicht habe erreicht werden können. Somit habe die 

Beschwerdegegnerin Versicherungsleistungen auch über den 29. August 

2016 hinaus zu erbringen.

16. Die Beschwerdeführerin 2 monierte in ihrer Beschwerdebegründung die 

Ausführungen der Beschwerdegegnerin bezüglich der fehlenden 

Kausalität und machte im Wesentlichen geltend, laut dem Hausarzt 

Dr. med. E._____ habe sie seit der Erstbehandlung vom 8. Juni 1999 an 

keinerlei Schulterbeschwerden oder Erkrankungen gelitten. Der MRI-

Befund zeige zwar eine Arthrose des Schulter-Eck-Gelenkes, allerdings 

attestiere das MRI keinen Gewebeschwund, intakte Sehnen, keine 

Knorpeldefekte und eine intakte Rotatorenmanschette. Es sei damit von 

keiner Vorschädigung der Rotatorenmanschette auszugehen. Zu diesem 

Schluss gelange auch Dr. med. F._____ in seiner Beurteilung vom 

12. Mai 2017. Demzufolge seien die Schulterbeschwerden mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Sturz vom 20. August 2016 

zurückzuführen. Der Status quo ante habe ohne operativen Eingriff nicht 

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erreicht werden können. Im Übrigen pflichtete sie den Ausführungen der 

Beschwerdeführerin 1 ausdrücklich bei. 

17. Vor Einreichung ihrer Vernehmlassung beantragte die C._____ 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) mit Schreiben vom 24. Mai 2017 in 

formeller Hinsicht, die beiden Beschwerdeverfahren S 17 72 und S 17 74 

zu vereinigen.

18. In ihrer Vernehmlassung vom 3. Juli 2017 beantragte die 

Beschwerdegegnerin sodann die Abweisung der Beschwerden. Zur 

Begründung stützte sie sich, wie bereits in ihrem Einspracheentscheid 

vom 3. April 2017, hauptsächlich auf die Beurteilung ihres beratenden 

Arztes vom 30. November 2016. Im Wesentlichen führte sie aus, gemäss 

pract. med. G._____ würde eine Rotatorenmanschettenläsion bei älteren 

Menschen nach einem sogenannten Bagatelltrauma auftreten, wobei der 

degenerative Vorschaden der Sehne von Bedeutung sei. Auch 

wiederkehrende Mikrotraumata könnten eine Rotatorenmanschetten-

Ruptur begünstigen. Im konkreten Fall habe er die Unfallkausalität der 

Beschwerden bloss als möglich bezeichnet und den Status quo für die 

unfallbedingte Verletzung am 29. August 2016 als eingetreten erachtet. 

Weiter hielt sie fest, dass auch Dr. med. F._____ diese Feststellungen in 

seinem Bericht vom 12. Mai 2017 bestätige, mit Ausnahme der 

Schlussfolgerung betreffend den Status quo sine. Allerdings würden 

dessen Ausführungen nicht auf vollständigen Grundlagen beruhen, da 

ihm die Ergebnisse der CT-Untersuchung nicht vorgelegen hätten. Zudem 

bestätige Dr. med. F._____, dass Vorschädigungen der 

Rotatorenmanschette bei über 60-jährigen bis zu 50 % vorliegen könnten. 

Er wende jedoch ein, dass bei der Beschwerdeführerin 2 keine 

längerfristige degenerative Veränderung des Supraspinatus im Sehnen- 

sowie Muskelanteil im MRI nachweisbar sei. Die beratende Ärztin der 

Beschwerdeführerin 1 habe sich dieser Beurteilung angeschlossen mit 

der Begründung, es seien keine Schonungszeichen als Folgen 

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degenerativer Veränderungen sichtbar. Ein Status quo hätte ohne 

operativen Eingriff nie erreicht werden können. Dieser Argumentation sei 

zu entgegnen, dass Schonungszeichen nur mit der Dauer der Schonung 

erkennbar würden und damit nur vorhanden seien, wenn die Schädigung 

eine gewisse zeitlang bereits bestanden habe. Die Beurteilung, dass 

lediglich eine Zufallsursache vorliege, sei mit dem Hinweis auf fehlende 

Schonungszeichen nicht widerlegt. Degenerative Sehnenveränderungen 

an der Schulter seien ein weit verbreiteter Befund und nicht von einem 

Unfallgeschehen abhängig. Das Bundesgericht habe bursaseitige 

Partialläsionen der Supraspinatussehne mit Urteil 8C_595/2016 vom 

2. November 2016 als häufig degenerativer Natur bezeichnet. Zudem 

bestehe nach der bundesgerichtlicher Rechtsprechung auch keine 

Leistungspflicht des Unfallversicherers, wenn der Unfall lediglich die 

Gelegenheits- oder Zufallsursache sei. Die Beurteilung von pract. med. 

G._____ stehe damit im Einklang mit der medizinischen Fachliteratur und 

mit der Rechtsprechung des Bundesgerichts zu Schulterbeschwerden. 

19. Die Beschwerdeführerin 1 hielt in ihrer Replik vom 15. August 2017 an 

ihren bisherigen Anträge sowie Ausführungen fest. In Bezug auf die 

Vorbringen der Beschwerdegegnerin führte sie insbesondere aus, dass 

gemäss Arztbericht vom Dr. med. F._____ vom 12. Mai 2017 davon 

auszugehen sei, dass eine strukturelle Veränderung der 

Rotatorenmanschette mit Abriss praktisch kein Status quo sine ohne 

operativen Eingriff mit Refixation der Sehne und mit Sicherheit nicht neun 

Tage posttraumatisch erreichen könne. Die Beschwerdegegnerin habe 

damit den Beweis des Wegfalls des Kausalzusammenhangs nicht 

erbringen können. Weiter hielt sie fest, es sei nicht von Belang, dass Dr. 

med. F._____ bei seiner Beurteilung nicht über das CT verfügt habe, da 

dieser unter Beachtung des MRI vom 29. August 2016 zum selben 

Schluss wie pract. med. G._____ gelange, nämlich zu einer 

degenerativen Veränderung des AC-Gelenks. Ferner könne nicht auf das 

bundesgerichtliche Urteil 8C_595/2016 abgestellt werden, würde dem 

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vorliegenden Fall ein ganz anderer Sachverhalt zugrunde liegen, da bei 

der Beschwerdeführerin 2 von keiner Vorschädigung der 

Rotatorenmanschette auszugehen sei. 

20. In ihrer Replik vom 17. August 2017 hielt auch die Beschwerdegegnerin 2 

an ihren bisherigen Anträgen und Ausführungen fest. Den Ausführungen 

der Beschwerdegegnerin, wonach die Beurteilung von Dr. med. F._____ 

auf unvollständigen Grundlagen beruhen würde, entgegnet sie, bei 

Dr. med. F._____ handle es sich um den Operateur der Schulter. 

Demnach beruhe seine Beurteilung nicht nur auf den Akten, sondern auf 

unmittelbaren Feststellungen am verletzten Körperteil. Zudem seien bei 

einer MRI-Untersuchung die Aufnahmen viel höher aufgelöst als bei einer 

CT-Untersuchung. 

21. Duplikando hielt die Beschwerdegegnerin am 29. August 2017 an ihren 

Rechtsbegehren und Ausführungen fest. Weiter ergänzte sie, Dr. med. 

F._____ trage bei seiner Kausalitätsbeurteilung der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung zur Unfallkausalität nicht Rechnung. Das Unfallereignis 

sei nicht geeignet, die behandelte Supraspinatusläsion zu bewirken. 

Vielmehr wäre hierfür erforderlich gewesen, dass die 

Beschwerdeführerin 2 versucht hätte, sich mit den Armen aufzufangen. 

Dagegen sprächen nebst der Hergangsschilderung die festgestellten 

Kontusionen am Oberarm. Ferner machte sie geltend, der Entscheid des 

Bundesgerichts 8C_595/2016 vom 2. November 2016 sei sehr wohl 

einschlägig, äussere sich dieser zur Unfallkausalität von 

Schulterbeschwerden. Aufgrund der Ausführungen des Bundesgerichts in 

diesem Entscheid sowie im Entscheid 8C_100/2016 vom 17. Mai 2016, 

auf welchen Erstgenannter verweise, erweise sich die Beurteilung von 

pract. med. G._____ als überzeugend.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften und 

auf den angefochtenen Einspracheentscheid sowie auf die im Recht 

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liegenden Beweismittel wird, soweit rechtserheblich, in den 

nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die Beschwerden S 17 72 und S 17 74 richten sich gegen den nämlichen 

Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 3. April 2017. Beiden 

Eingaben liegt derselbe Sachverhalt zugrunde und es stellen sich bei 

deren Beurteilung identische Rechtsfragen, weshalb es sich ohne 

weiteres rechtfertigt, die beiden Beschwerdeverfahren gestützt auf Art. 6 

lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) 

zu vereinigen und in einem einzigen Urteil zu erledigen.

2. a) Anfechtungsobjekt der vorliegenden Beschwerden ist der 

Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 3. April 2017. Ein 

solcher Entscheid kann gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) i.V.m. Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 

des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) beim Versicherungsgericht 

desjenigen Kantons angefochten werden, in dem die versicherte Person 

oder der beschwerdeführende Dritte zur Zeit der Beschwerdeerhebung 

Wohnsitz hat. Die versicherte Beschwerdeführerin 2 wohnte im 

massgeblichen Zeitpunkt in X._____, weshalb die örtliche Zuständigkeit 

des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden für die Beurteilung der 

vorliegenden Beschwerde gegeben ist. Dessen sachliche und funktionelle 

Zuständigkeit ergibt sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a 

VRG. Damit ist die Zuständigkeit des angerufenen Gerichts für die 

Beurteilung der vorliegenden Streitsache zu bejahen. 

b) Gemäss Art. 59 ATSG ist zur Beschwerde berechtigt, wer durch den 

angefochtenen Einspracheentscheid berührt ist und ein schutzwürdiges 

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Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung hat. Diese Voraussetzung 

erfüllt die Beschwerdeführerin 1 als Krankenversicherer der Beschwerde-

führerin 2, da der Leistungsansprüche verneinende Einspracheentscheid 

unmittelbar ihre prinzipielle Leistungspflicht begründet (BGE 134 V 153 

E.5.3.1). Die Beschwerdeführerin 2 ist als formelle und materielle 

Adressatin des angefochtenen Entscheides ebenfalls zur Beschwerde 

legitimiert. Die Beschwerdelegitimation der Beschwerdeführerin 1 und 2 

ist daher zu bejahen, und auf die im Übrigen frist- und formgerecht 

eingereichten Beschwerden ist einzutreten (Art. 1 UVG i.V.m. Art. 60 und 

Art. 61 lit. a ATSG).

c) Streitig und zu prüfen ist vorliegend, ob zwischen dem Unfall vom 

20. August 2016 einerseits und den geklagten Schulterbeschwerden 

rechts (Läsion der Supraspinatussehne rechts) sowie der Notwendigkeit 

der Operation vom 30. September 2016 andererseits ein 

Kausalzusammenhang überwiegend wahrscheinlich (weiter) besteht oder 

nicht bzw. ob davon ausgegangen werden kann, dass der Status quo sine 

vel ante per 29. August 2016 mit dem erforderlichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit erreicht war, und die 

Beschwerdegegnerin daher die im Anschluss an das Unfallereignis vom 

20. August 2016 ausgerichteten Versicherungsleistungen zu Recht auf 

den 30. August 2016 eingestellt hat. 

3. Seit dem 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des UVG und 

der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in Kraft 

(Änderung vom 25. September 2015). Gemäss Abs. 1 der 

Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 werden 

Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem Inkrafttreten der 

Änderung vom 25. September 2015 ereignet haben, und für 

Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach 

bisherigem Recht gewährt. Vorliegend ereignete sich der fragliche Unfall 

im August 2016, so-dass diesbezüglich grundsätzlich die bis zum 

http://links.weblaw.ch/de/BGE-134-V-153

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31. Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung finden. 

Hinsichtlich der für die vorliegenden Verfahren anwendbaren 

Bestimmungen haben sich indessen mit Inkrafttreten der neuen 

Rechtssätze keine Änderungen ergeben.

4. a) Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG werden Versicherungsleistungen des Unfall-

versicherers bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und 

Berufskrankheiten gewährt. Als Unfall gilt gemäss Art. 4 ATSG die 

plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines 

ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine 

Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen 

Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Die Leistungspflicht des 

Unfallversicherers setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und 

der gesundheitlichen Schädigung ein natürlicher und adäquater 

Kausalzusammenhang besteht (Urteil des Bundesgerichts 8C_269/2017 

vom 13. September 2017 E.4.1 mit Hinweis auf BGE 129 V 177 E.3). Für 

die Bejahung der natürlichen Unfallkausalität eines Beschwerdebilds 

genügt eine Teilursächlichkeit (Urteil des Bundesgerichts 8C_715/2016 

vom 6. März 2017 E.4.1 mit Hinweis auf BGE 134 V 109 E.9.5), wobei 

sich die Leistungspflicht des obligatorischen Unfallversicherers auch auf 

mittelbare bzw. indirekte Unfallfolgen erstreckt (Urteil des Bundesgerichts 

8C_715/2016 E.4.1 mit Hinweis auf den nicht publ. E.3a des Urteils BGE 

127 V 491 u.a.). Im Bereich organisch objektiv ausgewiesener 

körperlicher Beeinträchtigungen - wie sie vorliegend in Frage stehen - 

spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem 

natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des 

Unfallversicherers praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate 

weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE 140 V 356 E.3.2; 

BGE 138 V 248 E.4).

b) Vorliegend anerkannte die Beschwerdegegnerin anfänglich ihre 

Leistungspflicht für die Folgen des Unfalls vom 20. August 2016 und 

http://links.weblaw.ch/de/8C_269/2017
http://links.weblaw.ch/de/BGE-129-V-177
http://links.weblaw.ch/de/8C_715/2016
http://links.weblaw.ch/de/BGE-134-V-109
http://links.weblaw.ch/de/8C_715/2016
http://links.weblaw.ch/de/BGE-127-V-491
http://links.weblaw.ch/de/BGE-140-V-356
http://links.weblaw.ch/de/BGE-138-V-248

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erbrachte die gesetzlichen Leistungen. Diese Anerkennung der 

Leistungspflicht durch den Unfallversicherer ist in rechtlicher Hinsicht von 

Belang. Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen 

Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, entfällt die deswegen anerkannte 

Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht die 

natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, 

wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden 

Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) 

Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat 

(Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem 

schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne 

Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist. 

Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang 

muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten 

Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im 

Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse 

Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des 

Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende 

Tatfrage handelt, liegt die entsprechende Beweislast - anders als bei der 

Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang 

gegeben ist - nicht bei der Versicherten, sondern beim Unfallversicherer. 

Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei 

Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten 

massgebend (vgl. zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts 8C_715/2016 

vom 6. März 2017 E.4.2 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 

8C_17/2017 vom 4. April 2017 E.2.2).

c) Mit dem Erreichen des Status quo sine vel ante entfällt eine 

Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden (Urteil des 

Bundesgerichts 8C_715/2016 vom 6. März 2017 E.4.3 mit Hinweisen). 

Solange jedoch der Status quo sine vel ante noch nicht wieder erreicht ist, 

http://links.weblaw.ch/de/8C_715/2016
http://links.weblaw.ch/de/8C_17/2017
http://links.weblaw.ch/de/8C_715/2016

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hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel 

neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu 

übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 

UVG fallen. Demnach hat die versicherte Person bis zum Erreichen des 

Status quo sine vel ante auch Anspruch auf eine zweckgemässe 

Behandlung, die auch operative Eingriffe umfassen kann (Urteil des 

Bundesgerichts 8C_715/2016 vom 6. März 2017 E.4.3 mit Hinweisen).

d) Im Sozialversicherungsprozess tragen die Parteien in der Regel eine 

Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu 

Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen 

Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift erst Platz, 

wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des im 

Verwaltungsverfahren wie auch im kantonalen 

Sozialversicherungsprozess geltenden Untersuchungsgrundsatzes 

aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sach-verhalt zu ermitteln, der 

zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu 

entsprechen (Urteil des Bundesgerichts 8C_17/2017 vom 4. April 2017 

E.2.2; BGE 138 V 218 E.6).

e) Sowohl das Verwaltungsverfahren wie auch der kantonale 

Sozialversicherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz 

beherrscht (Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben 

Verwaltung und Sozialversicherungsgericht den rechtserheblichen 

Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen. Diese Untersuchungspflicht 

dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs 

erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht. Bleiben 

erhebliche Zweifel an der Vollständigkeit und/oder Richtigkeit der bisher 

getroffenen Tatsachenfeststellungen, ist weiter zu ermitteln, soweit von 

zusätzlichen Abklärungsmassnahmen noch neue wesentliche 

Erkenntnisse zu erwarten sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_616/2013 

vom 28. Januar 2014 E.2.1 mit Hinweisen).

http://links.weblaw.ch/de/8C_715/2016
http://links.weblaw.ch/de/8C_17/2017
http://links.weblaw.ch/de/BGE-138-V-218
http://links.weblaw.ch/de/8C_616/2013

- 15 -

f) Zur Beurteilung des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 

Sozialversicherungsträger und Sozialversicherungsrichter auf Unterlagen 

angewiesen, die ihnen vorab von Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist dabei entscheidend, 

ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 

Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, 

in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der 

Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung 

der medizinischen Situation einleuchtet, und schliesslich ob die 

Schlussfolgerun-gen des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E.5.1; 

BGE 125 V 351 E.3a). Zur Frage der Berichte und Gutachten 

versicherungsinterner Fach-personen gilt der Grundsatz, dass ein 

Anstellungsverhältnis dieser Person zum Versicherungsträger alleine 

nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen lässt 

(BGE 135 V 465 E.4.4; BGE 125 V 351 E.3b/ee). Soll ein 

Versicherungsfall aber ohne Einholung eines externen Gutachtens 

entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge 

Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der 

Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen 

Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 

V 465 E.4.4; BGE 122 V 157 E.1d).

5. a) Im vorliegenden Fall stützte die Beschwerdegegnerin zur Begründung 

ihres Einspracheentscheids vom 3. April 2017 vollumfänglich auf die 

Aktenbeurteilungen von pract. med. G._____ vom 1. November 2016 

sowie vom 30. November 2016 ab. So hielt sie im besagten Entscheid 

fest, gemäss der Beurteilung von pract. med. G._____ sei davon 

auszugehen, dass die Schulterverletzung nicht überwiegend 

wahrscheinlich oder bloss im Sinne einer Zufallsursache auf den Sturz 

vom 20. August 2016 zurückzuführen sei. Diese Einschätzung beruhe auf 

praktischer Erfahrung und werde durch die medizinische Literatur 

untermauert, ebenso stehe sie im Einklang mit der Rechtsprechung im 

http://links.weblaw.ch/de/BGE-134-V-231
http://links.weblaw.ch/de/BGE-125-V-351
http://links.weblaw.ch/de/BGE-135-V-465
http://links.weblaw.ch/de/BGE-125-V-351
http://links.weblaw.ch/de/BGE-135-V-465
http://links.weblaw.ch/de/BGE-135-V-465
http://links.weblaw.ch/de/BGE-122-V-157

- 16 -

Zusammenhang mit Schulterbeschwerden, womit auf diese abgestellt 

werden könne (Beilagen Beschwerdeführerin 1 [Bf1-act.] 2, Beilagen 

Beschwerdeführerin 2 [Bf2-act.] 2).

b) Vorliegend ist damit zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht auf 

die Aktenbeurteilungen ihres beratenden Arztes, pract. med. G._____, 

abgestellt hat oder ob die übrigen medizinischen Akten, insbesondere die 

Berichte des operierenden Arztes, Dr. med. F._____, sowie der Ver-

trauensärztin der Beschwerdeführerin 2, Dr. med. H._____, daran 

zumindest geringe Zweifel (vgl. BGE 135 V 465 E.4.4) zu wecken 

vermögen. In diesem Fall wären weitere Abklärungen erforderlich und 

seitens der Beschwerdegegnerin vorzunehmen.

c) Pract. med. G._____, Facharzt Anästhesiologie und beratender Arzt der 

Beschwerdegegnerin, führte in seiner Beurteilung vom 30. November 

2016 (Bf2-act. 8, Beilagen Beschwerdegegnerin [Bg-act.] 15) in den 

Vorbemerkungen aus, eine Rotatorenmanschetten-Ruptur würde bei 

älteren Menschen nach sog. Bagatelltrauma auftreten, wobei der 

degenerative Vorschaden der Sehne von Bedeutung sei. Die Ursache 

hierfür liege darin, dass die Durchblutung der Sehne im Bereich einer sog. 

"letzten Wiese" der Blutgefässe liege. Dies bedeute, dass es keine 

Möglichkeiten gebe, Ersatzgefässe einspriessen zu lassen. Somit werde 

die Durchblutung im Lauf der Jahre nach und nach immer schlechter, was 

bewirke, dass die Reissfestigkeit der Sehne abnehme. Aber auch 

wiederkehrende Mikrotraumata (kleinste Verletzungen der Sehnenfasern) 

z.B. durch Einklemmung der Supraspinatussehne zwischen Oberarmkopf 

und einem Knochensporn am Unterrand des Schulterdachs (sog. 

Impingement-Syndrom) oder durch lange chronische Überbelastung 

könnten eine Rotatorenmanschetten-Ruptur begünstigen. Aus diesen 

Gründen könne bei älteren Menschen schon eine alltägliche Bewegung, 

die die mechanische Belastbarkeit des Sehnengewebes überschreite, zu 

einem spontanen Riss im Schultersehnenmantel führen. Pract. med. 

http://links.weblaw.ch/de/BGE-135-V-465

- 17 -

G._____ kommt alsdann zum Schluss, dass die geklagten Beschwerden 

der Beschwerdeführerin 2 und die Operation vom 30. September 2016 in 

einem möglichen natürlichen kausalen Zusammenhang zum 

Unfallereignis vom 20. August 2016 stünden. Der Status quo sine sei per 

29. August 2016 mit dem mittels CT objektiv dokumentierten Nachweises 

der degenerativen Veränderungen in der Rotatorenmanschette erreicht.

d) Dieser Beurteilung steht insbesondere die Einschätzung des Operateurs 

Dr. med. F._____, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und 

Traumatologie des Bewegungsapparates, in seinem Bericht vom 12. Mai 

2017 (Bf1-act. 5, Bf2-act. 9) entgegen, in welchem er zur Beurteilung von 

pract. med. G._____ Stellung nimmt. Darin diagnostizierte er eine 

transmurale Läsion der Supraspinatussehne rechts mit aktuell Frozen 

Shoulder und führte aus, dass es sich um eine Verletzung der 

Rotatorenmanschette handle, welche erst direkt nach dem Unfallereignis 

vom 20. August 2016 funktionell auffällig gewesen sei. Wenn die 

vorherige Schulterfunktion ohne Einschränkungen wahrgenommen 

worden sei und es zu keiner Veranlassung eines vorherigen 

Arztbesuches geführt habe, müsse letztendlich mit einem kausalen 

Zusammenhang der strukturellen Veränderungen der Schulteranatomie 

ausgegangen werden. Es gehe hier nicht um die Beurteilung 

vorbestehender Veränderungen und aktuelle Verletzungen am AC-

Gelenk, sondern um die Rotatorenmanschette selbst. Diese weise 

praktisch in der kompletten Muskulatur des Subscapularis, Supraspinatus, 

Infraspinatus und Teres minor gleichwertige muskuläre Schnitte auf, 

besonders im parasagittalen Schnittbild. Es gebe praktisch in dem Muskel 

selbst keine muskuläre Verfettung. Lediglich durch die Retraktion der 

Supraspinatussehne nach Patte Grad II sei der Querschnitt des 

Supraspinatus auf Höhe der Basis des Coracoids reduziert. Es sei zwar 

korrekt, dass die Literatur Hinweise gebe, dass Vorschädigungen der 

Rotatorenmanschette bei über 60-jährigen bis zu 50 % vorliegen könnten. 

Im Fall der Beschwerdeführerin 2 sei allerdings keine längerfristige 

- 18 -

degenerative Veränderung des Supraspinatus im Sehnen- sowie im 

Muskelanteil im MRI nachweisbar. Zusammenfassend hielt Dr. med. 

F._____ daher fest, dass er die Problematik des Supraspinatus im 

kausalen Zusammenhang mit dem Ereignis vom 20. August 2016 nicht 

nur als möglich, sondern als überwiegend wahrscheinlich einschätze. 

Daraus ergebe sich mit Sicherheit keine Status quo sine-Situation per 

29. August 2016. Eine strukturelle Veränderung der Rotatorenmanschette 

mit Abriss könne praktisch keinen Status quo sine ohne operativen 

Eingriff mit Refixation der Sehne erreichen und mit Sicherheit nicht neun 

Tage posttraumatisch.

e) Der Beurteilung von Dr. med. F._____ schloss sich auch die 

Vertrauensärztin der Beschwerdeführerin 1, Dr. med. H._____, 

Rheumatologie und Innere Medizin FMH, vollumfänglich an. Sie hielt in 

ihrer Beurteilung vom 15. Mai 2017 (Bf1-act. 6) fest, dass sowohl die MRI- 

und CT-Befundberichte keine Hinweise auf eine relevante vorbestehende 

degenerative Veränderung der Sehnen zeige. Insbesondere gebe es 

keine (fettigen) Muskelhypotrophien der Rotatorenmanschetten-

Muskulatur, was auf eine vorbestehende nötige Schonung durch 

Beschwerden der Sehnen hinweisen würde. Damit könne die 

Beschwerdeführerin 2 nicht dem statistischen Anteil der über 60-jährigen 

mit relevanten degenerativen Veränderungen der Rotatorenmanschette 

zugeordnet werden. Im Übrigen hätte ein Status quo ante ohne 

operativen Eingriff nie erreicht werden können und eine Kontusion der 

Rotatorenmanschette allein, ohne Riss, könne bereits sechs bis acht 

Wochen lang Beschwerden verursachen. Zudem machte sie darauf 

aufmerksam, dass MRI-Befunde häufig nicht mit relevanten objektiven 

Ausmass der Schädigung in der Arthroskopie korrelieren würden. Daher 

sei die Stellungnahme des operierenden Arztes Dr. med. F._____ den 

technischen Untersuchungsresultaten übergeordnet. Dr. med. H._____ 

kommt zum Schluss, dass die gesamte Behandlung und die Abklärungen 

im Anschluss an den Sturz vom 20. August 2016 sowie die Operation der 

- 19 -

Rotatorenmanschette sowie die postoperative Behandlung in den 

Zuständigkeitsbereich des Unfallversicherers gehörten.

6. a) Vorliegend sind damit divergierende ärztliche Meinungen zur 

Unfallkausalität der diagnostizierten Ruptur der Supraspinatussehne 

vorhanden. Während pract. med. G._____ lediglich von einer möglichen 

Kausalität zwischen dem Unfallereignis vom 20. August 2016 und den 

geklagten Beschwerden der Beschwerdeführerin 2 sowie der Operation 

vom 30. September 2016 ausgeht, vertreten die beiden anderen Ärzte, 

Dr. med. F._____ sowie Dr. med. H._____, die Ansicht, dass die 

geklagten Beschwerden sowie die Operation mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit mit dem Unfallereignis in einem 

Kausalzusammenhang stehen. 

b) Im Zusammenhang mit den unterschiedlichen Beurteilungen der Ärzte ist 

zunächst auf den Einwand der Beschwerdegegnerin einzugehen, wonach 

die Ausführungen von Dr. med. F._____ auf nicht vollständigen 

Unterlagen beruhen würden, da ihm die Ergebnisse der CT-

Untersuchung, welche pract. med. G._____ in seiner Beurteilung vom 

30. November 2016 erwähnt habe, nicht vorgelegen hätten. 

Diesbezüglich ist festzuhalten, dass sich in den Akten der 

Beschwerdegegnerin kein CT-Bericht findet. Alsdann geht aus dem 

Bericht von pract. med. G._____ nicht hervor, wann diese angebliche CT-

Untersuchung stattgefunden haben soll (vgl. Bf2-act. 8, Bg-act. 15). 

Aktenkundig ist, dass er bei seiner ersten Beurteilung vom 1. November 

2016 zur Frage des Status quo sine auf die MRI-Untersuchung vom 

29. August 2016 Bezug nahm und seiner Ansicht nach der Status quo 

sine per diesem Datum erreicht sein soll (Bg-act. 10). In seiner 

Beurteilung vom 30. November 2016 kam er in Bezug auf den Eintritt des 

Status quo sine nochmals zum selben Schluss wie in der Beurteilung vom 

1. November 2016. Aufgrund der Angaben von pract. med. G._____ in 

seinen Beurteilungen vom 1. November 2016 und 30. November 2016 ist 

- 20 -

deshalb davon auszugehen, dass er sich auch bei seiner zweiten 

Beurteilung vom 30. November 2016 ebenfalls auf die MRI-Untersuchung 

vom 29. August 2016 bezog. Diese hat Dr. med. F._____ vorgelegen, 

womit der Einwand der Beschwerdegegnerin ins Leere zielt.

c) Die unterschiedlichen Meinungen der Ärzte rühren hauptsächlich daher, 

dass pract. med. G._____ mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

degenerative Veränderungen in der Rotatorenmanschette der 

Beschwerdeführerin 2 als Ursache der Rotatorenmanschetten-Ruptur 

sieht, was von Dr. med. F._____ sowie Dr. med. H._____ in Abrede 

gestellt wird. Pract. med. G._____ stellte für die degenerativen 

Veränderungen bei der Beschwerdeführerin 2 auf die angebliche CT-

Untersuchung ab. 

d) Wie bereits ausgeführt, liegt kein Bericht über eine CT-Untersuchung bei 

den Akten und es ist äusserst fraglich, ob eine solche überhaupt 

stattgefunden hat. Aus dem MRI-Befund vom 29. August 2016 geht aber 

hervor, dass, abgesehen von der transmuralen Ruptur im 

vorderen/mittleren Anteil der Supraspinatussehne insertionsnahe, die 

restliche Rotatorenmanschette intakt ist und kein Gewebeschwund sowie 

keine Knorpeldefekte bestehen. Allerdings weist der Befund eine 

deutliche AC-Arthrose mit Kapselverdichtung und Ödem und damit 

degenerative Veränderungen im besagten AC-Gelenk auf (Bf2-act. 4, Bg-

act. 4). Dr. med. F._____ und Dr. med. H._____ hielten in ihren 

Beurteilungen fest, dass im MRI-Befund keine Hinweise auf längerfristige 

degenerative Veränderungen der Sehnen feststellbar seien. Insbesondere 

sei im Fall der Beschwerdeführerin 2 keine degenerative Veränderung 

des Supraspinatus im Sehnen- sowie Muskelanteil im MRI nachweisbar 

(Bf1-act. 5, Bf1-act. 6, Bf2-act. 9). Damit konnten nach diesen ärztlichen 

Beurteilungen bildgebend keine degenerativen Veränderungen an den 

Sehnen festgestellt werden, sondern nur im AC-Gelenk. Auch der 

Hausarzt der Beschwerdeführerin 2, Dr. med. E._____, Facharzt FMH 

- 21 -

Innere Medizin, hielt in seinem ärztlichen Zeugnis vom 17. November 

2016 zuhanden der Beschwerdegegnerin fest, dass der MRI-Befund 

keine Atrophie des Muskels als Zeichen einer vorbestehenden Läsion 

oder Schädigung älteren Datums aufweise (Bf2-act. 7, Bg-act. 13).

e) Pract. med. G._____ setzte sich mit dem Umstand, dass an den Sehnen 

der Beschwerdeführerin 2 keine degenerativen Veränderungen 

festgestellt werden konnten, in seinen Beurteilungen nicht auseinander 

(vgl. Bf2-act. 8, Bg-act. 10, Bg-act. 15), obwohl er in seiner Beurteilung 

vom 30. November 2016 ausführte, dass bei älteren Menschen häufig 

eine Rotatorenmanschetten-Ruptur nach einem sog. Bagatelltrauma 

auftreten würde und dabei explizit darauf hinwies, dass hierfür 

insbesondere der degenerative Vorschaden der Sehnen von Bedeutung 

sei. Vorliegend sind sich alle beteiligten Ärzte darin einig, dass 

degenerative Sehnenveränderungen an der Schulter ein weit verbreiteter 

Befund sind und häufig eine typische Alterserscheinung darstellen, 

gerade bei über 60-jährigen. Dies ergibt sich auch ohne weiteres aus der 

medizinischen Fachliteratur (vgl. dazu DEBRUNNER, Orthopädie/Orthopäd 

Chirurgie, 4. Aufl., 2002/2005, S. 724 ff.). Gemäss den Beurteilungen von 

Dr. med. F._____ und Dr. med. H._____ konnten nun aber bildgebend 

genau solche degenerativen Veränderungen an den Sehnen der 

Beschwerdeführerin 2 eben nicht festgestellt werden, sondern nur solche 

am AC-Gelenk. Damit erscheinen die Feststellungen von pract. med. 

G._____ in seiner Beurteilung vom 30. November 2016 nicht schlüssig.

f) Entgegen der Argumentation der Beschwerdegegnerin kann damit auch 

nicht von einer Zufalls- oder Gelegenheitsursache ausgegangen werden. 

Denn hierfür müsste ein derart labiler prekärer Vorzustand vorgelegen 

haben, so dass jederzeit mit einem Eintritt der (organischen) Schädigung 

zu rechnen gewesen wäre, sei es aus eigener Dynamik der pathogenen 

Schadensanlage oder wegen Ansprechens auf einen beliebigen anderen 

Zufallsanlass (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_380/2011 vom 

http://links.weblaw.ch/de/8C_616/2013

- 22 -

20. Oktober 2011 E.4.2.2). Wenn nun aber – wie vorstehend ausgeführt – 

bei der Beschwerdeführerin 2 bildgebend keine degenerativen 

Veränderungen der Sehnen festgestellt werden konnten, kann nicht auf 

einen solchen Vorzustand geschlossen werden. 

g) Da die Beurteilungen des operierenden Facharztes, Dr. med. F._____, 

sowie der Vertrauensärztin der Beschwerdeführerin 1, Dr. med. H._____, 

inhaltlich durchaus einleuchten und der beratende Arzt der 

Beschwerdegegnerin, pract. med. G._____, in seinen Beurteilungen den 

Umstand, dass bei der Beschwerdeführerin 2 im MRI keine degenerativen 

Sehnenveränderungen nachweisbar waren, nicht thematisierte, vermögen 

sie nach Ansicht des Gerichts zumindest geringe Zweifel an den 

Beurteilungen von pract. med. G._____ zu wecken. Daher kann zur 

Beurteilung der Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin nicht auf 

dessen Beurteilungen vom 1. November 2016 (Bg-act. 10) und 

30. November 2016 (Bf2-act. 8, Bg-act. 15) abgestellt werden. 

h) Im Übrigen lassen sowohl der zeitliche Konnex zwischen dem 

Sturzereignis am 20. August 2016 und der Feststellung der 

Rotatorenmanschetten-Ruptur als auch die Schilderung des 

Unfallhergangs durch die Beschwerdeführerin 2 eine Unfallkausalität 

vermuten. In Bezug auf den zeitlichen Konnex ist festzuhalten, dass die 

Beschwerdeführerin 2 unmittelbar nach dem Sturz am 20. August 2016 

relativ starke Schmerzen am rechten Arm verspürte. Anlässlich der 

ambulanten Erstbehandlung gleichentags im Spital konnten zwar 

radiologisch keine frischen ossären Läsionen festgestellt werden, jedoch 

war bereits dannzumal die Motorik in der Schulter schmerzbedingt 

deutlich eingeschränkt (vgl. Bg-act. 5). Zehn Tage später hielt der 

Hausarzt der Beschwerdeführerin 2, Dr. med. E._____, in seinem 

Überweisungsschreiben vom 30. August 2016 an Dr. med. F._____ fest, 

dass sich klinisch bereits Zeichen einer Läsion der Supraspinatussehne 

gezeigt hätten und sich dies im durchgeführten MRI bestätigt habe (vgl. 

- 23 -

Bg-act. 3). Weiter geht aus der Schilderung der Beschwerdeführerin 2 

gegenüber der Beschwerdegegnerin am 28. Oktober 2016 zum Sturz 

hervor, dass sie beim Ausrutschen auf dem nassen Boden nach hinten 

gefallen sei. Damit sie nicht auf den Rücken und Kopf gefallen sei, habe 

sie probiert, auf die Seite zu fallen und dadurch eine „Drehung“ des 

Körpers verursacht. Den Arm habe sie nicht mehr ausstrecken oder den 

Sturz mit Abstützen des Arms verhindern können (vgl. Bg-act. 9). Ebenso 

berichtete die Beschwerdeführerin 2 bereits am Unfalltag gegenüber den 

Ärzten im Spital, dass sie direkt seitlich auf den rechten Oberarm gefallen 

sei (vgl. Bg-act. 5). Demzufolge kann davon ausgegangen werden, dass 

ein heftiger Aufprall auf die rechte Schulter erfolgte, womit der Sturz 

grundsätzlich geeignet erscheint, eine Läsion der Supraspinatussehne 

herbeizuführen. 

7. a) Angesichts der gesamten Umstände kommt das Gericht damit zum 

Schluss, dass die Ausführungen des operierenden Arztes, Dr. med. 

F._____, sowie der Vertrauensärztin der Beschwerdeführerin, Dr. med. 

H._____, geeignet sind, zumindest geringe Zweifel an der Schlüssigkeit 

der Einschätzung des beratenden Arztes der Beschwerdegegnerin, pract. 

med. G._____, zu wecken. Für die Frage der Kausalität zwischen dem 

Unfall vom 20. August 2016 und den geklagten Schulterbeschwerden (im 

Rahmen der diagnostizierten transmuralen Ruptur der 

Supraspinatussehne) bzw. für die Frage des Eintritts des Status quo sine 

vel ante und in der Folge der Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin 

kann jedoch vorliegend auch nicht auf die Beurteilungen von Dr. med. 

F._____ vom 12. Mai 2017 (Bf1-act. 5, Bf2-act. 9) und von Dr. med. 

H._____ vom 15. Mai 2017 (Bf1-act. 6) abgestellt werden. Dies deshalb, 

da pract. med. G._____ zu deren Ausführungen und damit insbesondere 

zur entscheidenden Tatsache, dass bei der Beschwerdeführerin 2 

bildgebend an der Schulter rechts keine degenerativen 

Sehnenveränderungen festgestellt werden konnten, keine Stellung nahm 

und die Sache damit nicht ausreichend abgeklärt ist. Demzufolge hat die 

- 24 -

Beschwerdegegnerin ein versicherungsexternes fachärztliches Gutachten 

zur Frage des Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall vom 

20. August 2016 und dem Gesundheitsschaden an der rechten Schulter 

der Beschwerdeführerin 2 (transmurale Ruptur der Supraspinatussehne 

rechts) sowie der Operation vom 30. September 2016 und – falls ein 

natürlicher Kausalzusammenhang bejaht wird – zur Frage des Erreichens 

des medizinischen Endzustands einzuholen (vgl. BGE 135 V 465 E.4.4). 

Nach Vorliegen des versicherungsexternen fachärztlichen Gutachtens 

wird die Beschwerdegegnerin über den Leistungsanspruch des 

Beschwerdeführers neu zu verfügen haben.

b) Zusammenfassend kann somit festgehalten werden, dass die 

medizinische Beweislage in Bezug auf die Frage des natürlichen 

Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall vom 20. August 2016 

einerseits und dem Gesundheitsschaden an der rechten Schulter 

(transmurale Ruptur der Supraspinatussehne rechts) der 

Beschwerdeführerin 2 und den daraus resultierenden Beschwerden sowie 

der Operation vom 30. September 2016 andererseits unvollständig ist und 

keine zuverlässige Beurteilung erlauben. Die Einstellung der 

Versicherungsleistungen per 29. August 2016 erweist sich damit als nicht 

rechtens. Die Beschwerde ist folglich gutzuheissen, der angefochtene 

Einspracheentscheid aufzuheben und die Angelegenheit zur ergänzenden 

medizinischen Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

8. a) Gerichtskosten werden vorliegend keine erhoben, da das kantonale Be-

schwerdeverfahren in Sozialversicherungsstreitigkeiten gemäss Art. 61 

lit. a ATSG grundsätzlich kostenlos ist. 

b) Die Beschwerdeführerin 1 hat keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG e contrario).

http://links.weblaw.ch/de/BGE-135-V-465

- 25 -

c) Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende 

Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Rückweisung der 

Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuem Entscheid 

gilt als vollständiges Obsiegen (Urteil des Bundesgerichts 8C_192/2017 

vom 25. August 2017 E.8.1), weshalb die anwaltlich vertretene 

Beschwerdeführerin 2 Anspruch auf eine Parteientschädigung hat. Diese 

wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den 

Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit 

des Prozesses bemessen. Vorliegend hat die Rechtsvertreterin der 

Beschwerdeführerin 2 mit Schreiben vom 31. August 2017 ihre 

Honorarnote im Umfang von Fr. 2‘108.95 eingereicht. Dieser Betrag setzt 

sich zusammen aus einem Honorar von Fr. 2‘047.50 für 9.75 

Arbeitsstunden à Fr. 210.-- zuzüglich 3 % Spesen von Fr. 61.45. Der 

geltend gemachte Arbeitsaufwand von 9.75 Arbeitsstunden erscheint dem 

Gericht als angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat die 

Beschwerdeführerin 2 demzufolge im Umfang von Fr. 2‘108.95 (inkl. 

Spesen) aussergerichtlich zu entschädigen.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerden S 17 72 und S 17 74 werden vereinigt. 

2. Die Beschwerde S 17 72 der A._____ und die Beschwerde S 17 74 von 

B._____ werden gutgeheissen, der angefochtene Einspracheentscheid 

vom 3. April 2017 wird aufgehoben und die Sache zur weiteren 

medizinischen Abklärung im Sinne der Erwägungen und zu neuem 

Entscheid über den Anspruch auf Versicherungsleistungen gemäss UVG 

über den 29. August 2016 hinaus an die C._____ AG zurückgewiesen.

3. Es werden keine Kosten erhoben.

http://links.weblaw.ch/de/9C_995/2012

- 26 -

4. Die C._____ AG hat B._____ aussergerichtlich mit Fr. 2‘108.95 (inkl. 

Spesen) zu entschädigen.

5. [Rechtsmittelbelehrung]

6. [Mitteilungen]