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**Case Identifier:** f7ec14b3-f9ee-5b2f-810b-8a18828f9819
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-07-14
**Language:** de
**Title:** Schwyz Verwaltungsgericht 1. Kammer 14.07.2021 I 2021 21
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_003_I-2021-21_2021-07-14.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
Kammer I

I 2021 21

Entscheid vom 14. Juli 2021 

Besetzung lic.iur. Gion Tomaschett, Vizepräsident
Dr.med. Bernhard Zumsteg, Richter
Dr.med. Urs Gössi, Richter
MLaw Stefanie Zlauwinen, a.o. Gerichtsschreiberin

Parteien A.________,
Beschwerdeführer,
gesetzlich vertreten durch die Eltern B.________,
alle vertreten durch Rechtsanwalt Dr.iur. C.________,

gegen

IV-Stelle Schwyz, Rechtsdienst, Postfach 53, 6431 Schwyz,
Vorinstanz,

Gegenstand Invalidenversicherung (Anspruch auf medizinische Massnahmen/ 
Geburtsgebrechen Ziffer 405)

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Sachverhalt:

A. Am 2. April 2017 unterzeichnete B.________ für den Sohn A.________ 
(geboren am ___2014) eine IV-Anmeldung, welche sinngemäss mit einem Seh-
fehler begründet wurde (IV-act. 1). Daraufhin erkundigte sich die IV-Stelle bei der 
Kinderärztin Dr.med. D.________, welche am 13. April 2017 eine aktuelle Be-
handlung verneinte (IV-act. 4). Die Augenärztin Dr. med. E.________ 
(F.________) bestätigte in einem bei der IV-Stelle am 20. April 2017 eingegan-
genen Bericht sinngemäss, dass bei A.________ das Geburtsgebrechen Ziffer 
425 (angeborene Refraktionsanomalien mit Visusverminderung) vorliegt (siehe 
IV-act. 5). Daraufhin erteilte die IV-Stelle am 5. Mai 2017 Kostengutsprache für 
die Behandlung des Geburtsgebrechens Ziff. 425 und die ärztlich verordneten 
Behandlungs-geräte in einfacher und zweckmässiger Ausführung (IV-act. 7).

B. Am 30. Oktober 2020 ging bei der IV-Stelle eine neue Anmeldung zum Be-
zug von IV-Leistungen für A.________ ein. Die Art der gesundheitlichen Beein-
trächtigungen wurde mit "Asperger Autismus Syndrom" umschrieben (IV-act. 8). 
Nach diversen Abklärungen wurde die Sache der RAD-Ärztin G.________ 
(Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -Psychotherapie) unterbreitet, 
welche in ihrer Stellungnahme vom 11. Dezember 2020 festhielt, dass die versi-
cherungsmässigen Voraussetzungen für ein Geburtsgebrechen Ziffer 405 nicht 
ausgewiesen seien, weil bis zum vollendeten 5. Lebensjahr (5.3.2019) keine 
krankheitsspezifischen, therapiebedürftigen Symptome vorlägen (IV-act. 16). Ge-
stützt darauf kündigte die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 14. Dezember 2020 an, 
keine Kostengutsprache zu erteilen (IV-act. 18). Dagegen erhob B.________ am 
12. Januar 2021 Einwände (IV-act. 22). Dazu äusserte sich die RAD-Ärztin 
G.________ in einer Stellungnahme vom 18. Februar 2021 (IV-act. 31-2/2).

C. Am 22. Februar 2021 verfügte die IV-Stelle, dass keine Kostengutsprache 
für medizinische Massnahmen erteilt werde (IV-act. 32). 

Dagegen liessen die Eltern von A.________ rechtzeitig am 22. März 2021 beim 
Verwaltungsgericht Beschwerde erheben mit den folgenden Rechtsbegehren:

1. Es sei die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 22.02.2021 aufzuheben 
und es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer 
die gesetzlichen Leistungen nach IVG betreffend Geburtsgebrechen zu erbrin-
gen bzw. die medizinischen Massnahmen der IV in diesem Zusammenhang zu 
gewähren.

2. Eventualiter sei die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 22.02.2021 auf-
zuheben und zur Beurteilung des Leistungsanspruchs des Beschwerdeführers 
ein gerichtliches Gutachten zur Frage einzuholen, ob beim Beschwerdeführer 
das Asperger-Syndrom vorliegt und erkennbar war, bevor er sein fünftes Le-
bensalter vollendet hatte und es sei nach Vorliegen dieses Gutachtens neu 

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über den Leistungsanspruch gemäss Ziff. 1 des Rechtsbegehrens zu ent-
scheiden.

3. Subeventualiter sei die Streitsache an die Beschwerdegegnerin zurückzuwei-
sen und diese zu verpflichten, ein gerichtliches Gutachten zur Frage einzuho-
len, ob beim Beschwerdeführer das Asperger-Syndrom vorliegt und erkennbar 
war, bevor er sein fünftes Lebensalter vollendet hatte und es sei nach Vorlie-
gen des Gutachtens neu über den Leistungsanspruch gemäss Ziff. 1 des 
Rechtsbegehrens zu entscheiden.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin.

D. Mit Vernehmlassung vom 3. Mai 2021 beantragte die IV-Stelle, die Be-
schwerde sei abzuweisen, unter Kostenfolge zulasten des Beschwerdeführers.

Mit Eingabe vom 17. Mai 2021 nahm der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers 
zur vorinstanzlichen Vernehmlassung Stellung. Die IV-Stelle äusserte sich dazu 
in einer weiteren Eingabe vom 14. Juni 2021.

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.1 Versicherte haben bis zum vollendeten 20. Altersjahr Anspruch auf die zur 
Behandlung von Geburtsgebrechen (Art. 3 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den 
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]) notwendigen 
medizinischen Massnahmen (Art. 13 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Der Bundesrat bezeichnet die 
Gebrechen, für welche diese Massnahmen gewährt werden. Er kann Leistungen 
ausschliessen, wenn das Gebrechen von geringfügiger Bedeutung ist (Abs. 2; 
vgl. auch Art. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 
831.201]).

1.2 Nach Art. 1 der Verordnung über Geburtsgebrechen (GgV; SR 831.232.21) 
gelten als Geburtsgebrechen im Sinne von Art. 13 IVG Gebrechen, die bei 
vollendeter Geburt bestehen. Die blosse Veranlagung zu einem Leiden gilt nicht 
als Geburtsgebrechen. Der Zeitpunkt, in dem ein Geburtsgebrechen als solches 
erkannt wird, ist unerheblich (Abs. 1). Die Geburtsgebrechen sind in der Liste im 
Anhang (GgV Anhang) aufgeführt (Abs. 2 Satz 1).  

1.3 Autismus-Spektrum-Störungen werden gemäss Ziff. 405 GgV Anhang als 
Geburtsgebrechen anerkannt, wenn sie bis zum vollendeten 5. Lebensjahr 
erkennbar werden. Nach den Verwaltungsweisungen, wie sie in Randziffer (Rz.) 
405 des Kreisschreibens über die medizinischen Eingliederungsmassnahmen 
der Invalidenversicherung (KSME, in der geltenden Fassung) enthalten sind, 
müssen die entsprechenden krankheitsspezifischen, therapiebedürftigen 
Symptome bis zum vollendeten 5. Lebensjahr erkennbar sein. Dies soll es 

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ermöglichen, die prä- oder perinatale Autismus-Spektrum-Störung von 
nachgeburtlich entstandenen gleichartigen Leiden abzugrenzen (vgl. Art. 3 Abs. 
2 ATSG). Daher ist die Altersgrenze, bis zu welcher sich das Gebrechen 
manifestiert haben muss, relativ tief angesetzt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
9C_37/2020 vom 19.5.2020 Erw. 2.3.1 mit Verweis auf das Urteil 9C_682/2012 
vom 1.5.2013 Erw. 3.2.1).

1.4 Ziffer 405 GgV Anhang setzt keine diagnostische Festlegung vor 
Vollendung des 5. Lebensjahres voraus. Das Erfordernis "krankheitsspezifischer, 
therapiebedürftiger Symptome" ist auch nicht so zu verstehen, dass die 
Symptomatik vor dem 5. Geburtstag so klar ausgebildet gewesen sein müsste, 
dass bereits damals ohne weiteres die zutreffende spezifische Diagnose hätte 
gestellt werden können. Vielmehr besteht nach der gesetzmässigen Konzeption 
der GgV bei nachträglicher Diagnose schon dann hinreichende Gewissheit 
darüber, dass die Störung auf die Geburt zurückreicht, wenn bis zum 5. 
Geburtstag autismustypische Symptome verzeichnet wurden (vgl. zit. Urteil 
9C_37/2020 Erw. 2.3.2 mit Verweis auf das Urteil 9C_244/2012 vom 25.4.2012 
Erw. 3.2.2). Anhand dieser Symptome muss zum einen festgestanden haben, 
dass überhaupt eine (differenzialdiagnostisch noch nicht endgültig 
spezifizierbare) Störung im fachmedizinischen Sinn vorlag; zum andern müssen 
die damaligen Befunde in die spätere definitive Diagnose einfliessen (vgl. zit. 
Urteil 9C_37/2020 Erw. 2.3.2 mit Verweis auf SVR 2014 IV Nr. 21 S. 77, 
9C_639/2013 Erw. 2.3; Urteile 9C_682/2012 vom 1.5.2013 Erw. 3.2.2; 
8C_269/2010 vom 12.8.2010 Erw. 5.1.1; Urteil des Eidg. Versicherungsgerichts I 
302/05 vom 31.10.2005 Erw. 2).  

1.5 Aus der Möglichkeit einer retrospektiven diagnostischen Festlegung (siehe 
vorstehend) ergibt sich, dass nicht nur "echtzeitlich" getroffene ärztliche 
Feststellungen massgebend sind, sondern auch spätere, soweit sie 
Rückschlüsse auf 
eine rechtzeitige Erkennbarkeit der Störung zulassen. Allerdings ist eine 
nachträgliche Schilderung von Symptomen mit zunehmender zeitlicher Distanz 
kritisch zu würdigen, weil sie oftmals von späteren Beobachtungen überlagert 
sein dürfte. Aus diesem Grund muss im Einzelfall schlüssig dargetan sein, dass 
die 
betreffende Anamnese nicht bloss aktuelle Feststellungen in die Vergangenheit 
projiziert (vgl. zit. Urteil 9C_37/2020 Erw. 2.3.3 mit Verweis auf 9C_682/2012 
vom 1.5.2013 Erw. 3.2.3; SVR 2014 IV Nr. 21 S. 77, Urteil 9C_739/2013 vom 
13.1.2014 Erw. 2.4). 

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1.6 Charakteristisch für Autismus-Spektrum-Störungen wie den frühkindlichen 
Autismus (ICD-10 F84.0) und das Asperger-Syndrom (ICD-10 F84.5) ist die 
Beeinträchtigung der sozialen Kontaktfähigkeit, wobei diese Beziehungsstörung 
beim Asperger-Syndrom weniger tiefgreifend und schwerwiegend ist als beim 
frühkindlichen Autismus (vgl. zit. Urteil 9C_37/2020 Erw. 2.3.4 mit Verweis auf 
Hans-Christoph Steinhausen, Psychische Störungen bei Kindern und 
Jugendlichen, 2019, S. 81, 83 und 90). 

1.7 Beim frühkindlichen Autismus bestehen die Symptome in einer 
spezifischen, schweren und allgemeinen Störung, soziale Beziehungen 
einzugehen (grundlegendes Defizit, welches sich äussert als unangemessene 
Wahrnehmung sozioemotionaler Reize, mangelnde Reaktion auf Emotionen 
Dritter, mangelnde Verhaltensmodulation hinsichtlich des sozialen Kontextes, 
mangelnder Einsatz sozialer Signale und defizitäres soziokommunikatives 
Repertoire), in einer spezifischen Störung der Kommunikation, die sich eher als 
Abweichung denn als Entwicklungsverzögerung manifestiert (grundlegendes 
Defizit des Einsatzes der Sprache für die soziale Kommunikation, welches sich 
äussert als mangelnde Synchronizität und Reziprozität in der Konversation, 
mangelnde Flexibilität des sprachlichen Ausdrucks, mangelnde Kreativität der 
Denkprozesse und ungenügende Modulation des Sprechens) sowie in 
verschiedenen eingeschränkten, sich wiederholenden und stereotypen 
Verhaltensmustern, Interessen und Aktivitäten (welche sich manifestieren in 
stereotypen und eingeschränkten Interessen, Bindungen an ungewöhnliche 
Objekte, zwanghaften Ritualen, motorischen Stereotypen, Fixierung an 
Teilelementen oder nichtfunktionalen Teilen von Spielmaterialien oder in Zeichen 
affektiver Belastung bei kleinen Veränderungen der Umwelt; vgl. zit. Urteil 
9C_37/2020 Erw. 2.3.4.1, mit Verweis auf Steinhausen, a.a.O., S. 83; vgl. auch 
Dilling/Freyberger [Hrsg.], Taschenführer zur ICD-10-Klassifikation psychischer 
Störungen, 9. Aufl. 2019, S. 294ff.). 

1.8 Diagnostische Kriterien für das Asperger-Syndrom sind eine soziale 
Beeinträchtigung (ausgeprägte Egozentrizität, wobei mindestens zwei der 
folgenden Merkmale erfüllt sein müssen: Schwierigkeiten in der Interaktion mit 
Gleichaltrigen; Indifferenz hinsichtlich Kontakten mit Gleichaltrigen; 
Schwierigkeiten bei der Interpretation sozialer Schlüsselreize; sozial und 
emotional unangemessenes Verhalten), eingeschränkte Interessen (wobei 
mindestens eines der folgenden Merkmale erfüllt sein muss: Ausschluss anderer 
Aktivitäten; repetitives Kleben an Interessen; mehr mechanische als 
bedeutungsvolle Aktivitäten), das zwanghafte Bedürfnis nach Einführung von 
Routinen und Interessen (wobei mindestens 

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eines der folgenden Merkmale erfüllt sein muss: mit Auswirkung auf alle Aspekte 
des Alltags des Betroffenen; mit Auswirkung auf Dritte), die Eigentümlichkeit von 
Sprache und Sprechen (wobei mindestens eines der folgenden Merkmale erfüllt 
sein muss: verzögerte Sprachentwicklung; oberflächlich perfekte Expressiv-
sprache; formale und pedantische Sprache; ungewöhnliche Stimmlage 
[Prosodie], eigentümliche Stimmqualität; Sprachverständnisstörung mit 
Fehlinterpretationen wörtlicher/ impliziter Bedeutungen), nonverbale 
Kommunikationsprobleme (wobei mindestens eines der folgenden Merkmale 
erfüllt sein muss: reduzierter Einsatz von Gesten; unbeholfene/ungeschickte 
Körpersprache; eingeschränkter Gesichtsausdruck; unangemessener 
Gesichtsausdruck; eigentümlicher, starrer Blick) sowie eine motorische 
Ungeschicklichkeit (niedrige Leistung bei der entwicklungsneurologischen 
Untersuchung; vgl. zit. Urteil 9C_37/2020 Erw. 2.3.4.2 mit Verweis auf 
Steinhausen, a.a.O., S. 91 in Anlehnung an die diagnostischen Kriterien nach 
Gillberg und Gillberg; vgl. auch Dilling/Freyberger, a.a.O., S. 304f.; SVR 2014 IV 
Nr. 21 S. 77, Urteil 9C_639/2013 Erw. 3.3.1).  

2. Streitig und zu prüfen ist insbesondere, ob beim Beschwerdeführer bis zum 
6. März 2019, als er sein 5. Altersjahr vollendete, Symptome einer Autismus-
Spektrum-Störung im Sinne von Geburtsgebrechen Ziffer 405 GgV Anhang 
erkennbar waren. Dies wird von den Eltern des Beschwerdeführers und von den 
ihn unterstützenden Fachpersonen der H.________ (Kinder- und 
Jugendpsychiatrie I.________, nachfolgend H.________ genannt) bejaht, 
während die beigezogene RAD-Fachärztin und deswegen die IV-Stelle die 
(hinreichende) Erkennbarkeit autismustypischer Symptome vor dem 5. 
Geburtstag verneinen.

2.1 Bei der ersten Anmeldung für IV-Leistungen, welche bei der IV-Stelle am 
10. April 2017 einging, wurden ausschliesslich Visusprobleme thematisiert (vgl. 
IV-act. 1). Mithin waren damals, als der Versicherte dreijährig war, nach der 
Aktenlage keine autismustypischen Symptome erkennbar. Im Einklang damit 
steht, dass die in der ersten IV-Anmeldung angeführte Kinderärztin nach einer 
entsprechenden Rückfrage am 13. April 2017 der IV-Stelle erklärte, der 
Versicherte sei in keiner Behandlung (vgl. IV-act. 4). Analog ergab das 
standardisierte Befragungsinstrument, welches sich zur Erfassung und 
Differenzialdiagnostik von Störungen aus dem autistischen Spektrum ab einem 
Entwicklungsalter von 2 Jahren eignet (siehe dazu die nachfolgenden 
Ausführungen unter Erw. 2.2.1f.), dass bis zum 3. Lebensjahr keine abnorme 
Entwicklung festgestellt werden konnte (vgl. IV-act. 10-3/4 Ziff. 2.6).

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2.2 Am 17. April 2020 (und mithin im Alter von 6 Jahren) war der Knabe im 
Kinderspital des J.________ untersucht worden. Anlass war ein unklares 
Ereignis gewesen, als ein erstmaliger Krampfanfall auftrat und von einem 
Verdacht auf eine neurokardiogene Synkope ausgegangen wurde. Im 
Sprechstundenbericht des Kinderspitals an die Kinderärztin Dr.med. D.________ 
wurde das Ergebnis einer EEG-Untersuchung wie folgt zusammengefasst (vgl. 
Bf-act. 2, S. 2):

Auffälliges Wach-EEG: Leicht dysrhythmische Verlangsamung der Grundaktivität, 
diskreter Herdbefund rechts prä-zentro-temporal, zusätzliche fokale 
Spitzenaktivität links prä-zentro-temporal

In der Beurteilung wurde u.a. ausgeführt, dass als Ursache für die Synkope am 
ehesten eine (familiäre) Neigung für neurokardiogene Synkopen in Betracht 
kämen; die Kürze des Ereignisses sowie die sofortige Reorientierung hiernach 
würden gegen einen eventuellen epileptischen Anfall sprechen. Eher 
nebenbefundlich habe sich im EEG eine multifokale, genetisch bedingte 
Spitzenaktivität gezeigt, die als genetisch bedingtes Merkmal häufiger bei 
Kindern mit Auffälligkeiten von Aufmerksamkeit, Motorik und anderen 
schulischen Teilleistungen gesehen würden. Die neurologische Untersuchung 
zeige die bekannte feinmotorische Koordinationsstörung, zusätzlich habe sich 
der Eindruck eines stark vermehrten Bewegungsdrangs und einer vermehrten 
Impulsivität ergeben (vgl. Bf-act. 2).

2.3.1  Am 16. November 2020 erstatteten Dr.med. K.________ und die 
Psychologin M.Sc. L.________ als involvierte H.________ der IV-Stelle einen 
Bericht, wonach beim Versicherten erstmals am 27. Oktober 2020 die 
Diagnose eines Asperger-Syndroms (ICD-10 F84.5) gestellt wurde (IV-act. 10). 
Dazu wurde u.a. ausgeführt, dass seit dem Kindergarteneintritt Auffälligkeiten 
beobachtet worden seien, namentlich falle die Sozialkompetenz des Versicherten 
auf. Pausen würde er für sich alleine verbringen. Die Kindergartenperson habe 
am 3. Juni 2019 berichtet, dass das Kind auf klare Strukturen angewiesen sei; er 
brauche Zeit, bis er eine Änderung akzeptiere. Er sei überfordert, wenn er etwas 
Neues selbständig machen müsse. Seine äusserst gute Sprache mit 
Fremdwörtern sei schon damals aufgefallen. Im Spiel gehe er kaum auf das 
Gegenüber ein. Den Blickkontakt im Gespräch könne er nicht halten. Auch habe 
die frühere Kindergartenlehrperson von einem repetitiven Spielverhalten 
berichtet, so habe er immer wieder die gleichen Steckbilder gemacht. Auch dem 
Ergotherapeuten, welcher den Knaben im August 2019 besucht habe, sei 
aufgefallen, dass der Knabe sehr wenig Kontakt zu anderen Kindern gesucht und 
sich hauptsächlich alleine beschäftigt habe (IV-act. 10-1/4).

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2.3.2  Hinsichtlich Anamnese hielten die erwähnten H.________ fest, die 
sprachliche Entwicklung sei unauffällig verlaufen. Er habe früh sehr gut 
gesprochen und auch aufgeschnappte Ausdrücke verwendet. Seine Sprache 
habe deutlich reifer gewirkt; er habe aber lange von sich in der 3. Person 
gesprochen. Beim (nicht näher datierten) Mukiturnen habe der Knabe während 
eines halben Jahres das Geschehen beobachtet, bevor er aktiv teilgenommen 
habe. Ab dem Kindergarteneintritt seien deutliche soziale Schwierigkeiten 
aufgefallen. Aufgrund von grob- und feinmotorischen Auffälligkeiten gehe er in 
die Ergotherapie. Es gelinge ihm nicht, Velo zu fahren. Auch habe er grosse 
Schwierigkeiten mit Berührungen. Er interessiere sich sehr für 
naturwissenschaftliche Themen und könne lange darüber monologisieren, wobei 
er nicht bemerke, ob das Gegenüber an den Inhalten interessiert sei. Er habe 
eine detailorientierte Wahrnehmung. Zwischen dem 4. und 5. Lebensjahr habe er 
wiederholt sozial inadäquate Fragen gestellt und in diesem Alter sei das 
Spielverhalten auffällig gewesen (Legos und Jasskarten wiederholt sortiert/ oft 
dasselbe Buch angeschaut). Sein Spiel sei repetitiv gewesen. Er habe keine 
Berührungsängste vor Fremden, wenn er etwas von ihnen wissen wolle; es 
komme vor, dass er fremde Leute berühre, duze und um Informationen 
nachfrage. Er sei sehr empfänglich für Strukturen und Regeln. Auch habe er 
einen starken Gerechtigkeitssinn und er störe sich daran, wenn Regeln nicht 
befolgt würden. Auf Annäherungsversuche anderer Kinder habe er oft nicht 
reagiert. Er habe grosse Schwierigkeiten mit Übergängen und Veränderungen. 
Er sei geräuschempfindlich. Zudem mache er Hand- Finger- und komplexe 
Manierismen (Faust machen bei Aufregung etc., vgl. IV-act. 10-2f./4).

2.4 Eine Rückfrage der IV-Stelle, ob in der Vergangenheit heilpädagogische 
Früherziehung oder Logopädie durchgeführt worden sei, wurde von den Eltern 
des Beschwerdeführers verneint (IV-act. 13).

2.5 Die RAD-Ärztin G.________ (Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie 
und -Psychotherapie) gelangte in ihrer Stellungnahme vom 11. Dezember 2020 
nach Prüfung der Aktenlage zum Ergebnis, dass sinngemäss krankheitsspezifi-
sche, therapiebedürftige Symptome bis zum vollendeten 5. Lebensjahr nicht hin-
reichend ersichtlich seien.

2.6 Am 15. Dezember 2020 berichtete Dr.med. M.________ (Co-Chefarzt 
Neuropädiatrie, Kinderspital, J.________) der Kinderärztin Dr.med. D.________ 
von einem am Vortag erhobenen, auffälligen EEG-Befund. In der Anamnese 
erwähnte dieser Facharzt, dass es sich um eine geplante EEG-Kontrolle 
gehandelt habe, nachdem es im Frühjahr 2020 zu Ausnahmezuständen mit 
eingeschränktem Bewusstsein mit "Verdacht auf möglich epileptogen bedingte 

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Absenzen gekommen war". In der Beurteilung führte er aus, dass sich im EEG 
kein veränderter Befund zum April ergeben habe und insbesondere sich keine 
epileptogen bedingte Absenzen nachweisen liessen. Am ehesten dürfte es sich 
bei der Episode um Tagträumereien gehandelt haben. Die weitere Betreuung 
hinsichtlich der zwischenzeitlich festgestellten Asperger-Symptomatik sei 
aufgegleist. Beim Auftreten von eventuellen neuen, anfallsverdächtigen 
Symptomen stehe das Kinderspital für eine Re-Evaluation zur Verfügung. 
Routinemässige weitere EEG-Kontrollen seien nicht vorgesehen (vgl. Bf-act. 4).

2.7.1  Daraufhin reichte die Mutter des Versicherten am 12. Januar 2021 eine 
Stellungnahme ein, welche u.a. folgende Aspekte und Unterlagen beinhaltet (IV-
act. 22):

- Am 21. August 2014 (und mithin als der Versicherte 5 Monate und 2 Wochen alt 
war) suchte die Mutter des Versicherten die regionale Mütter- und 
Väterberatungsstelle auf. In den Unterlagen der N.________ wurde 
diesbezüglich u.a. vermerkt (IV-act. 24): 

o A.________ hatte anfangs August Infekt, Fieber und Ausschlag, sei 
viraler Infekt gewesen
1. Zahn kommt
A.________ weine meist beim Autofahren, könne nicht alleine mit ihm 
fahren, ev. übel?

- Am 22. April 2016 (und mithin als der Versicherte 2 Jahre und 6 Wochen alt war) 
suchte die Mutter des Versicherten erneut die regionale Mütter- und 
Väterberatungsstelle auf. In den Unterlagen der N.________ wurde 
diesbezüglich u.a. vermerkt (vgl. IV-act. 25):

o Beobachtung/ Thematik
schlafe besser durch, esse momentan nicht gut, trinke lieber Schoppen, 
Erz. fragen, nehme D. [= Schwester des Versicherten, Jahrgang 20_] 
Spielsachen weg

o Empfehlung/ Massnahmen
gebe Info zum Trotzen und EB zum Trotzen/ Kinderängste

- Am 22. Juli 2016 (und mithin als der Versicherte 2 Jahre, 4 Monate und 2 
Wochen alt war) konsultierte die Mutter des Versicherten wieder die regionale 
Mütter- und Väterberatungsstelle, welche in den Unterlagen dazu u.a. vermerkte 
(vgl. IV-act. 23):

o Beobachtung/ Thematik
A.________ schlafe immer noch sehr schlecht, komme wieder 2-3mal 
nachts
Schlimm zum Autofahren, drehe fast durch, müsse ihn ablenken, 
überlegt sich DVD im Auto einzurichten

- Am 30. Oktober 2017 (und mithin als der Versicherte 3 Jahre und nahezu 8 
Monate alt war) wurde der Knabe in einer Praxis für Kinder- und 
Jugendzahnmedizin in O.________ behandelt (Zahnsanierung in Vollnarkose). 
Dazu führte die betreffende Zahnärztin in einem Bericht vom 4. Januar 2021 u.a. 
aus, dass der Knabe wenig Compliance gezeigt habe, sehr aktiv und auch 
extrem unruhig für sein Alter gewesen sei (z.B. habe er alle Schränke 
aufgemacht und er habe es abgelehnt, auf den Behandlungsstuhl zu sitzen bzw. 

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zu liegen). Auch die folgenden Kontrollen seien für bzw. mit dem Knaben 
schwierig gewesen, da er sehr ängstlich gewesen sei.
Am 30. Oktober 2020 (und mithin als der Versicherte 6 Jahre und nahezu 8 
Monate alt war) sei er erneut in der Praxis gewesen: "Hier zeigte sich eindeutig 
ein Verhalten, was nicht seinem Alter entspricht. Er hatte 'Höhenangst' auf dem 
Behandlungsstuhl und reagierte sehr sensibel auf verschiedene Gerüche/ 
Geschmacksrichtungen. Das Zähne-Putzen liess er zwar gerade so zu, aber nur 
mit bestimmter Zahnpasta, aufgrund des Geschmacks. Man kann mit 
A.________ zwar für seine Situation gut kommunizieren, aber dennoch findet 
man keinen Zugang zu ihm. Wir mussten eine kleine Füllung machen - was 
aufgrund seiner ausgeprägten Angst nicht möglich war. Er hat vor sämtlichen 
Instrumenten und Materialien Angst - auch wenn man alles genau zeigt und 
erklärt. Dieses Verhalten deutet für mich schon sehr auf eine autistische Form, 
zum Beispiel das Asperger-Syndrom, hin und erklärt auch die von Anfang an 
bestehende ausgeprägte Angst vor allen neuen Sachen und dass es sehr 
schwierig ist, einen Zugang zu A.________ zu finden und Vertrauen aufzuheben 
(IV-act. 26).

2.7.2  Des Weiteren verwies die Mutter des Versicherten auf Unterlagen aus dem 
Kindergartenbesuch ihres Sohnes. Diesen Unterlagen sind u.a. die folgenden 
Angaben zu entnehmen (vgl. Bf-act. 6, in eckiger Klammer das damalige Alter, 
nicht im Original enthalten):

31.08.18 
[bald 4 1/2-jährig]

A.________ sitzt beim Umziehen da und fängt nicht alleine 
an mit umziehen. Gebe ihm den Auftrag, die Stiefel 
auszuziehen und die Turnsachen anzuziehen. Zieht die 
Stiefel aus und sitzt wieder dort und wartet. Er hat keinen 
Plan, was er machen muss (…)

21.09.18
[4 ½-jährig]

Verlangt von Mutter, sie solle draussen warten vor dem 
Mittag. Am Montag kommt sie wieder hinein (nur im Gang) 
und er schreit sie an.

13.11.18 LOGO RU: Eltern riefen an Logo an, wollten nicht, dass 
A.________ am Reihenuntersuch teilnimmt. Er sei noch so 
jung und sie wollen ihn noch nicht in solch eine Testsituation 
versetzen. Vater hat selber Lega, sie haben das Gefühl, 
dass alles i.O. sei, ansonsten würden es die 
Kindergartenlehrpersonen schon melden

19.11.18 Er räumt mit andern Kindern den Marktstand auf. Es stresst 
ihn enorm, dass Kinder die Früchte einfach gemischt in die 
Kistchen versorgen. Ich erkläre ihm, dass dies kein Problem 
ist. Er ist aber hartnäckig und dem Weinen nah (…).

13.11.18 Elterngespräch mit Vater und Mutter: (…) Feinmotorik fällt 
auch den Eltern auf (Erklärung dafür könnte die starke 
Sehschwäche (Weitsichtigkeit) sein (Brille mit 2.5 Jahren, 
grosse Unterschiede zwischen den beiden Augen), 
A.________ spricht in der 3. Person von sich, Eltern haben 
Vermutung, dass es vom Besitzanspruch (Spielsachen…) 
gegenüber der Schwester sein könnte (…)
(…) Ausflug ins Verkehrshaus: war noch nie mit dem Bus 
und Zug unterwegs, Frage: Zieht Arme und Hände in der 
Anspannung unruhig nach oben, Eltern möchten wissen, ob 

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es dafür eine Erklärung gibt? (…)
23.11.18 Turnen: A.________ braucht beim Purzelbaum noch Hilfe. 

An den Ringen turnt er verhalten. Fällt ihm schwer zu 
schwingen. Er hat gerne die Füsse auf dem Boden. Beim 
"Ringritiseilen" macht er ein angespanntes Gesicht (…)

(…)

In ihrem Bericht vom 3. Juni 2019 umschrieb die Kindergartenlehrperson ihre 
Beobachtungen u.a. dahingehend, dass der Versicherte ein interessierter und 
intelligenter Knabe zu sein scheine. Seine Sprache sei sehr korrekt und mit 
Fremdwörtern gespickt. Struktur sei ihm sehr wichtig. Er habe noch wenige 
Strategien im selbständigen Handeln. (...) Er scheine überfordert, wenn er etwas 
Neues selbständig machen sollte. Wenn etwas Ausserordentliches komme, 
melde er dies sofort und brauche Zeit, bis er die Änderung akzeptiere. (…) Im 
Spiel gehe er kaum aufs Gegenüber ein. (…) Es falle ihm noch schwer, den 
Mittelpunkt des Körpers zu überschreiten (Schwungübungen, Kreuzen der Arme, 
…). Sobald er selbständig einen Auftrag mit mehr als einem Kriterium erfüllen 
sollte, habe er keine Strategie (z.B. "hol ein Bleistift und schreibe den Namen 
aufs Blatt" → A.________ bleibt stehen und sucht mit seinem Blick Bleistifte, wird 
unruhig: braucht lange, bis er kommt und nach dem Ort der Bleistifte fragt, 
obwohl sie schon das ganze Jahr am gleichen Ort sind und mehrere Kinder 
gleichzeitig zum Ort laufen, könnte also abschauen). 

Gestützt darauf empfahl die Kindergartenlehrperson am 3. Juni 2019, eine 
Ergotherapie-Abklärung mit anschliessendem Therapiestart vorzunehmen (vgl. 
Bf-act. 5).

2.8 In einer Stellungnahme vom 19. Januar 2021 (zum negativ lautenden 
Vorbescheid der IV-Stelle) führten die H.________ u.a. aus, die bei der 
zahnärztlichen Untersuchung vom 30. Oktober 2017 beschriebenen 
Auffälligkeiten (Schwierigkeiten, Zugang zum Knaben zu finden; erhöhte 
motorische Unruhe, sensorische Überempfindlichkeit, ängstliches Verhalten, 
Schwierigkeiten mit neuen Situationen) würden rückblickend deutlich auf eine 
Autismus-Spektrum-Störung hinweisen. Auch die Kindergartenlehrperson habe in 
ihrem Bericht vom 3. Juni 2019 auf die Besonderheiten beim Knaben 
hingewiesen (u.a. grosser Zeitbedarf, um mit Veränderungen umgehen zu 
können). Aus kinderpsychiatrischer Sicht könne eindeutig die Diagnose eines 
Asperger-Syndroms (F84.5) gestellt werden, zumal die Diagnose auf den 
Ergebnissen des ADOS (Autism Diagnostic Observation Schedule), dem ADI-R 
(Autism Diagnostic Interview), klinischen Beobachtungen und interdisziplinären 
fremdanamnestischen Angaben beruhe (vgl. IV-act. 27).

12

2.9 Die RAD-Ärztin G.________ nahm zu den vorstehenden, von der Mutter 
der Versicherten eingereichten Unterlagen am 18. Februar 2021 dahingehend 
Stellung, dass die geschilderten Schwierigkeiten des Kindes bis zum Stichtag 
(6.3.2019) aus fachlicher Sicht nicht ausreichend symptomspezifisch seien, bzw. 
keine autistische Kernsymptomatik - eine qualitative Beeinträchtigung 
wechselseitiger sozialer Interaktionen - dokumentiert sei. Zudem sei keine 
Behandlungsbedürftigkeit festgestellt worden. Ergänzend sei festzuhalten, dass 
die Abklärungen der H.________ "schmalspurig, nicht leitliniengerecht erfolgt" 
sei. Es fehle nach der interdisziplinären S3-Leitlinie zu 
Autismusspektrumstörungen Teil 1 Diagnostik eine Entwicklungs-
/mehrdimensionale Intelligenzdiagnostik, eine standarisierte Erfassung der 
Sprachentwicklung, eine internistisch neurologische Untersuchung und die 
Abklärung von Komorbiditäten (IV-act. 31-2/2). 

2.10  In einer zusätzlichen Stellungnahme vom 10. Mai 2021 äusserten sich die 
H.________ zu den Einwendungen der RAD-Ärztin G.________. Dabei führten 
sie u.a. aus, im Erstgespräch hätten sich eher unauffällige psychopathologische 
Befunde (Sprache/ Gedanken geordnet) gezeigt. Situationsgebunden (ADOS) 
hätten sich die Schwierigkeiten spezifischer gezeigt. Nachdem keine 
Sprachentwicklungsverzögerung oder Sprachentwicklungsstörung vorlägen, 
sondern die sprachlichen Schwierigkeiten als autismusspezifisch eingeordnet 
würden (Sprache wirke deutlich reifer, lange von sich in der 3. Person 
gesprochen), habe sich keine weitere Sprachabklärung aufgedrängt. Das 
heterogene Intelligenzprofil habe dazu geführt, dass der Candit 
(computergestützte Diagnostik) durchgeführt worden sei; insgesamt habe es 
wenig Hinweise für das Vorliegen einer ADHS ergeben. Das Diagnose-System 
nach ICD 10 sei veraltet, die Arbeiten an ICD-11 seien abgeschlossen und die 
englische Version sei veröffentlicht. Die deutsche Version sei für 1.1.2022 
angekündigt. ICD-11 lehne sich im Autismus-Bereich stark an das in Amerika seit 
2013 verwendete Diagnose-System DSM-5 an. In allen Diagnose-Systemen sei 
die Autismus-Diagnose unabhängig vom IQ des Kindes und von allfälligen 
genetischen oder neurologischen Krankheiten. Dahinter stehe das Wissen, dass 
auch bei schwer geistig behinderten, bei blinden oder gelähmten Kindern nur 
eine Minderheit autistisches Verhalten zeige. Dieses werde im multiaxialen 
Diagnose-System als psychiatrische Diagnose auf der Achse I erfasst, der IQ auf 
Achse III und allfällige körperliche Leiden auf der Achse IV.

Da die Diagnose einer Autismus-Spektrum-Störung auf einem klar definierten 
Raster von spezifischen Verhaltensweisen beruhe, gebe es keine Differential-
diagnosen im klassischen Sinne. Diagnostische Probleme könnten sich allenfalls 
bei jungen Kindern mit einer schweren geistigen Behinderung oder einer 

13

gravierenden sensorischen Beeinträchtigung (Visus, Gehör) stellen, was aber auf 
den Versicherten nicht zutreffe.

Die algorithmische Auswertung des ADPS sei im Abklärungsbericht tatsächlich 
unerwähnt geblieben und werde hier nachgeliefert: "Durchgeführt wurde der 
ADOS-2/Modul 3. Sozialer Affekt (SA) Gesamt 12; Restriktive und Repetitive 
Verhaltensweisen (RRV) Gesamt 2, SA + RRV Gesamt 14 (Cut-off 9). ADOS-
Vergleichswert 8 (Symptomlevel autistisches Spektrum ist hoch)". 

Dass sich vor dem 5. Lebensjahr kaum Hinweise auf eine ASS fänden, könnte 
allenfalls damit erklärt werden, dass der Knabe das erste Kind dieser Eltern sei 
und die Verhaltensprobleme des Knaben nach der Geburt der jüngeren 
Schwester (welche ein Schreibaby gewesen sei) durch deren 
Verhaltensauffälligkeiten in den Hintergrund gedrängt worden seien.

Die vermutete Konzentrationsstörung sowie Impulsivität seien im Rahmen der 
Abklärung berücksichtigt und in die diagnostischen Überlegungen einbezogen 
worden.

Ängstlichkeit und grosse Unruhe seien tatsächlich keine autismusspezifischen 
Symptome, sie seien aber häufig bei Menschen mit einer ASS komorbid zu 
beobachten.

Zusammenfassend könne gesagt werden, dass es tatsächlich schwierig sei, die 
Hinweise für das Vorliegen einer ASS vor dem 5. Lebensjahr mit Belegen 
nachzuweisen. Dies könne auch damit zusammenhängen, dass die 
Besonderheiten, welche als Frühsymptome des Asperger-Syndroms gelten, 
weniger spezifisch seien als diejenigen beim frühkindlichen Autismus. Bei 
normaler oder lediglich leicht verminderter Intelligenz und eher leichtem 
Ausprägungsgrad eines Autismus würden sich diagnostisch grössere 
Herausforderungen stellen und ein verzögertes Erkennen der Kernproblematik 
sei nicht atypisch. So sei es möglich, dass sich kaum autistische Symptome in 
Einzelsituationen mit Erwachsenen zeigen würden, indes solche erst in der 
Gruppe mit anderen Kindern zum Vorschein gelangen würden.

2.11 Daraufhin hielt die RAD-Ärztin in einer Stellungnahme vom 28. April 2021 
u.a. fest, dass weiterhin "erhebliche diagnostische Mängel bestehen". 
Inkonsistenzen in der Beschreibung des kindlichen Verhaltens zwischen 
schriftlichen und mündlichen Berichten des Kindergartens seien nicht aufgelöst 
worden. Trotz Hinweisen auf sprachliche und motorische Schwierigkeiten seien 
diese ohne weitere Abklärung geblieben. Selbst das inhomogene Intelligenzprofil, 
eine deutlich verringerte Arbeitsgeschwindigkeit und Schwierigkeiten im 
Instruktionsverständnis hätten nicht zu einer vertieften Abklärung geführt. Zum 

14

ADOS fehle die algorithmische Auswertung und eine nachvollziehbare 
Befundung. Gesamthaft sei fraglich, ob die Komplexität der Aufgabenstellung 
einer ASS-Diagnostik im konkreten Fall verstanden worden sei.

3.1 Eine gerichtliche Würdigung der vorliegenden, vorstehend 
zusammengefassten Angaben zeitigt die nachfolgenden Ergebnisse. Entgegen 
der Auffassung der RAD-Ärztin erweist sich die von den H.________ gestellte 
Diagnose eines Asperger-Syndroms (ICD-10 F84.5) als nachvollziehbar und 
gegeben. Die entsprechenden diagnostischen Kriterien sind nach der derzeit 
noch massgebenden ICD-10-Klassifikation u.a. durch folgende Elemente geprägt 
(vgl. Horst Dilling/ Harald J. Freyberger, Taschenführer zur ICD-10-Klassifikation 
psychischer Störungen, 9. Aktualisierte Auflage 2019):

- Es fehlt eine klinisch eindeutige allgemeine Verzögerung der gesprochenen oder 
rezeptiven Sprache oder der kognitiven Entwicklung; Meilensteine der 
motorischen Entwicklung können etwas verspätet auftreten und eine motorische 
Ungeschicklichkeit ist ein übliches (aber kein notwendiges) diagnostisches 
Merkmal (A);

- Qualitative Beeinträchtigungen der gegenseitigen sozialen Interaktion, 
entsprechend den Kriterien für Autismus (B);

- Ein ungewöhnlich intensives umschriebenes Interesse oder begrenzte, repetitive 
und stereotype Verhaltensmuster, Interessen und Aktivitäten (C);

- Die Störung ist nicht einer anderen tiefgreifenden Entwicklungsstörung (wie z.B. 
schizotype Störung F21 oder Zwangsstörung F42) zuzuordnen (D).

Diese Elemente (A bis D) werden in den vorliegenden Unterlagen hinreichend 
aufgezeigt und thematisiert (vgl. oben Erw. 2.3.1, 2.3.2, 2.7.1, 2.7.2, 2.8 und 
2.10). Soweit die betreffende RAD-Ärztin in ihrer Kritik an der Diagnosestellung 
der H.________ fachliche Mängel und sinngemäss eine unzureichende 
Berücksichtigung der sogenannten S3-Leitlinie zu Autismus-Spektrum-Störungen 
vorwirft (vgl. Erw. 2.9 und 2.11), übersieht sie insbesondere, dass es sich dabei 
um Empfehlungen von deutschen Fachgesellschaften handelt, welche nicht tel 
quel im schweizerischen Sozialversicherungsrecht Anwendung finden. 
Abgesehen davon haben die H.________ zutreffend darauf hingewiesen, dass 
das aktuell geltende Diagnose-System in Überarbeitung ist, was es aber nicht 
ausschliesst, dass hier im konkreten Fall auf die bisher geltenden Elemente zur 
Diagnostik und Therapierung (und nicht auf die von der erwähnten RAD-Ärztin 
favorisierte S3-Leitlinie) abgestellt wird. In diesem Sinne kann im vorliegenden 
Beschwerdeverfahren offenbleiben, wie das konkrete Störungsbild inskünftig 
nach einem überarbeiteten Diagnose-System beurteilt werden wird.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die tätig gewordene H.________ und 
ihre Fachpersonen kompetent waren bzw. sind, um beim Beschwerdeführer nach 

15

Massgabe der angesprochenen Elemente nachvollziehbar das Vorliegen eines 
Asperger-Syndroms (ICD-10 F84.5) zu diagnostizieren, ohne dass es 
diesbezüglich noch eines zusätzlichen Gutachtens bedarf. Sodann wurden nach 
der Aktenlage bereits vor der Vollendung des 5. Lebensjahres hinreichende 
Elemente festgestellt, welche als damalige Erkenntnisse in die spätere Diagnose 
einflossen. Dazu gehören namentlich die Angaben der Zahnärztin, diejenigen der 
Kindergartenlehrperson und auch Feststellungen beim Besuch der regionalen 
Mütter- und Väterberatungsstelle (siehe dazu namentlich u.a. repetitives 
Spielverhalten "immer gleiche Steckbilder", sehr wenig Kontakt zu anderen 
Kindern, hauptsächlich mit sich alleine beschäftigt, stört sich daran, wenn Regeln 
nicht befolgt würden, grosse Schwierigkeiten mit Veränderungen, sensorische 
Überempfindlichkeit z.B. beim Fahren als Kleinkind im PW; beim Aufräumen im 
Kindergarten "enorm gestresst", wenn Kinder Früchte nicht sortiert, sondern 
gemischt in Kistchen versorgen etc.).

3.2 Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als begründet und die 
IV-Stelle wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer die gesetzlichen Leistungen 
nach IVG (betreffend Geburtsgebrechen) zu erbringen.

3.3 Diesem Ergebnis entsprechend werden die Verfahrenskosten der IV-Stelle 
auferlegt. Dies wird zahlungsverkehrsmässig so umgesetzt, dass das Gericht 
hinsichtlich der Verfahrenskosten den vom Beschwerdeführer bezahlten 
Kostenvorschuss einbehält und die Vorinstanz dem Rechtsvertreter des 
Beschwerdeführers Fr. 500.-- zu bezahlen hat. 

3.4 Zudem wird dem Beschwerdeführer für sein Obsiegen vor Gericht zu 
Lasten der IV-Stelle eine Parteientschädigung zugesprochen. In Beachtung des 
kantonalen Gebührentarifs für Rechtsanwälte (GebTRA; SRSZ 280.411), welcher 
für das Honorar in Verfahren vor dem Verwaltungsgericht in § 15 GebTRA einen 
Rahmen von Fr. 300.-- bis Fr. 8'400.-- vorsieht sowie unter Beachtung der in 
§ 2 GebTRA enthaltenen Kriterien (Wichtigkeit der Streitsache, Schwierigkeit, 
Umfang und der Art der Arbeitsleistung, notwendiger Zeitaufwand) und in 
Ausübung des pflichtgemässen Ermessens ist das Honorar (inkl. Auslagen und 
MwSt) auf Fr. 2'000.-- festzulegen. 

 

16

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung aufge-
hoben und die IV-Stelle wird im Sinne der Erwägungen verpflichtet, dem 
Beschwerdeführer die gesetzlichen Leistungen (betreffend Geburtsgebre-
chen) zu erbringen.

2. Die Verfahrenskosten werden auf Fr. 500.-- festgelegt und der Vorinstanz 
auferlegt. Dies wird zahlungsverkehrsmässig so abgewickelt, dass das 
Verwaltungsgericht den vom Beschwerdeführer bezahlten Kostenvor-
schuss von Fr. 500.-- einbehält und ihm (bzw. seinem Rechtsvertreter) 
noch Fr. 500.-- durch die Vorinstanz zu bezahlen sind.

3. Dem Beschwerdeführer wird zu Lasten der Vorinstanz eine Parteientschä-
digung von Fr. 2'000.-- (inkl. MwSt und Auslagen) zugesprochen (Auszah-
lung an den Rechtsvertreter).

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwer-
de* in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, Schwei-
zerhofquai 6, 6004 Luzern, erhoben werden (Art. 42 und 82ff. des Bundes-
gesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110] vom 17.6.2005).

5. Zustellung an:
- den Vertreter des Beschwerdeführers (2/R)
- die Vorinstanz (R)
- und das Bundesamt für Sozialversicherungen BSV, 3003 Bern (A).

Schwyz, 14. Juli 2021

Im Namen des Verwaltungsgerichts

Der Vizepräsident:

Die a.o. Gerichtsschreiberin:

*Anforderungen an die Beschwerdeschrift 
Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru-
mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form 
darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die 
sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 
hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen.

Versand: 4. August 2021