# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d5e74d86-2763-5066-83b4-77386d5e75c2
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-20
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 20.03.2025 SB240054
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB240054_2025-03-20.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB240054-O/U/cwo

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Ch. Prinz, Präsident, Oberrichterin lic. iur. 

M. Knüsel und Oberrichter lic. iur. R. Faga sowie Gerichtsschreiberin 

MLaw A. Donatsch

Urteil vom 20. März 2025

in Sachen

A._____, 
Beschuldigter und I. Berufungskläger

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____, 

gegen

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich, 
Anklägerin und II. Berufungsklägerin

betreffend Mord etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Winterthur 
vom 22. September 2023 (DG220055)

- 2 -

Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 6. Dezember 

2022 (Urk. 24/1) ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 108 S. 108 ff.)

"Es wird erkannt:

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig

 der vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB,

 der mehrfachen versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 

StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB,

 der mehrfachen einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 in 

Verbindung mit Ziff. 2 Abs. 3 StGB,

 der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne 

von Art. 19 Abs. 1 lit. c und d BetmG,

 der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 in Verbindung mit Abs. 2 lit. a 

StGB sowie

 der Übertretung im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG.

2. Vom Vorwurf der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 in Ver-

bindung mit Ziff. 2 Abs. 3 StGB betreffend den Anklagesachverhalt I lit. d wird der 

Beschuldigte freigesprochen.

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 12 Jahren und 3 Mona-

ten, wovon 223 Tage durch Haft erstanden sind, einer Geldstrafe von 20 Tages-

sätzen zu Fr. 30.– (entsprechend Fr. 600.–) sowie mit einer Busse von Fr. 700.–.

4. a) Die Freiheitsstrafe wird vollzogen.

b) Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt.

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c) Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 7 Tagen.

5. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 11 Jahre des Landes verwie-

sen.

6. Die folgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 

1. Juni 2022 beschlagnahmten und bei der Kantonspolizei Zürich, Asservaten-

Triage, lagernden Betäubungsmittel und Betäubungsmittelutensilien werden einge-

zogen und der Lagerbehörde nach Eintritt der Rechtskraft zur Vernichtung überlas-

sen:

 1 Minigrip, enthaltend ca. 7.7 Gramm Marihuana (A015 '335'087),
 Feinwaage klein (A015'335'134).

7. Die folgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 

1. Juni 2022 beschlagnahmten und bei der Kantonspolizei Zürich, Asservaten-

Triage, lagernden Gegenstände werden den jeweiligen Berechtigten herausgege-

ben:

 Mobiltelefon Samsung Galaxy S10 der Privatklägerin 1 (A015'334'493)
 Mobiltelefon Samsung dem Beschuldigten (A015'334'926)
 Notebook Microsoft dem Beschuldigten (A015'334'960)

Den Berechtigten wird eine Frist von 30 Tagen ab Eintritt der Rechtskraft dieses 

Entscheids angesetzt, um die herauszugebenden Gegenstände selbst (oder durch 

eine bevollmächtigte Person) unter Vorlage dieses Entscheids und eines amtlichen 

Ausweises, nach telefonischer Voranmeldung, bei der genannten Lagerbehörde ab-

zuholen.

Werden die herauszugebenden Gegenstände nicht innert Frist abgeholt, ist die 

Lagerbehörde berechtigt, die Gegenstände gutscheinend zu verwenden bzw. zu 

vernichten.

8. a) Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin 1 

(B._____) aus dem eingeklagten Ereignis dem Grund-satze nach schadener-

satzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges des Schadenersatz-

anspruches wird die Privatklägerin 1 auf den Weg des Zivilprozesses verwie-

sen.

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b) Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 1 (B._____) Fr. 75'000.– 

zuzüglich 5 % Zins ab 12. Juni 2021 als Genugtuung zu bezahlen.

9. a) Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger 2 

(C._____) aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadener-

satzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges des Schadenersatz-

anspruches wird der Privatkläger 2 auf den Weg des Zivilprozesses verwie-

sen.

b) Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 2 (C._____) 

Fr. 55'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 12. Juni 2021 als Genugtuung zu bezah-

len.

10. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:

Fr. 6'000.00 ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 12'500.00   Gebühr für das Vorverfahren; 
Kosten KantonspolizeiFr. 17'374.03   Auslagen (Gutachten); 

Fr. 14'458.25   Obduktion;

Fr. 3'600.00   Telefonkontrolle;

Fr. 502.60   Auslagen;

Fr. 1'010.00   Auslagen Polizei;

Fr. 49'028.90   Entschädigung amtliche Verteidigung, Rechtsanwalt    lic. iur. X._____ (inkl. Barauslagen und MwSt.)

Fr. 8'579.90
  Entschädigung unentgeltlicher Rechtsbeistand der Pri-
  vatklägerin 1, Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ (inkl.
  Barauslagen und MwSt.)

Fr. 15'847.00
  Entschädigung unentgeltlicher Rechtsbeistand des Pri-
  vatklägers 2, Rechtsanwalt lic. iur. Z._____ (inkl.
  Barauslagen und MwSt.)

Fr. 128'900.68   Total

Über die Kosten, die im Verfahren gegen B._____ angefallen sind (Auslagen Ober-

gericht, III. Strafkammer, Geschäfts-Nr. UB210138-O: Beschluss vom 14. Septem-

ber 2021 und Auslagen Zwangsmassnahmengericht des Bezirksgerichts Zürich, 

Geschäfts-Nr. GT210102-L: Verfügung vom 6. September 2021) ist im Verfahren 

gegen B._____ zu entscheiden.

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11. Die Kosten gemäss Dispositiv-Ziffer 10 werden dem Beschuldigten auferlegt. Die 

Kosten der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen Rechtsvertretungen 

werden indessen einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Eine Nachforde-

rung dieser Kosten gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO sowie Art. 138 Abs. 1 StPO bleibt 

vorbehalten.

12. Das Gesuch des Beschuldigten um Zusprechung einer Genugtuung wird abgewie-

sen.

13. (Mitteilungen)

14. (Rechtsmittel)"

Berufungsanträge:
(Prot. II S. 5 ff.)

a) Der Verteidigung des Beschuldigten:

(Urk. 133 S. 1 f.)

1. Der Beschuldigte sei der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungs-

mittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c und d BetmG sowie der Über-

tretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG 

schuldig zu sprechen.

2. Von den weiteren Vorwürfen sei der Beschuldigte freizusprechen.

3. Der Beschuldigte sei mit einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu Fr. 30.00 

sowie mit einer Busse von Fr. 300.00 zu bestrafen.

4. Für die Geldstrafe sei der bedingte Strafvollzug zu gewähren unter Ansetzung 

einer Probezeit von zwei Jahren.

5. Von einer Landesverweisung sei abzusehen.

6. Die beschlagnahmten Betäubungsmittel und Betäubungsmittelutensilien 

seien einzuziehen und zu vernichten.

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7. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass das beschlagnahmte Mobiltelefon 

Samsung sowie das beschlagnahmte Notebook Microsoft dem Beschuldigten 

bereits herausgegeben worden sind.

8. Die von den Privatklägern gestellten Zivilansprüche seien vollumfänglich ab-

zuweisen.

9. Dem Beschuldigten sei eine angemessene Genugtuung zuzusprechen.

10. Die Kosten des Vorverfahrens und des erstinstanzlichen Verfahrens seien mit 

Ausnahme einer angemessenen Gebühr für das Vorverfahren im Zusammen-

hang mit den Betäubungsmitteldelikten auf die Gerichtskasse zu nehmen.

11. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien auf die Gerichtskasse zu nehmen.

b) Der Staatsanwaltschaft:

(Urk. 134 S. 1)

1. Es sei der Beschuldigte in Aufhebung von Dispositiv Ziff. 2 des angefochtenen 

Urteils zusätzlich wegen vorsätzlicher einfacher Körperverletzung im Sinne 

von Art. 123 Ziff.1 in Verbindung mit Zift.2 Abs. 3 StGB (Anklagesachverhalt I 

lit. d) schuldig zu sprechen.

2. Es sei der Beschuldigte mit einer Freiheitsstrafe von 14 Jahren sowie einer 

Busse von Fr. 700.00 zu bestrafen.

3. Es sei eine Landesverweisung von 13 Jahren anzuordnen.

4. Im Übrigen sei das vorinstanzliche Urteil zu bestätigen.

c) Der Vertretung der Privatklägerin B._____:

Die Anträge des Beschuldigten seien abzuweisen und das Urteil der 

Vorinstanz zu bestätigen.

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d) Der Vertretung des Privatklägers C._____:

(Urk. 129)

Das angefochtene Urteil des Bezirksgerichts Winterthur sei im Schuldpunkt 

und in Ziff. 9 lit. a mit der grundsätzlichen Anerkennung der Schadenersatz-

pflicht des Beschuldigten gegenüber C._____ und in Ziff. 9 lit. b mit der Ver-

pflichtung des Beschuldigten, C._____ eine Genugtuung in der Höhe von 

CHF 55'000.00 zuzüglich 5 % Zins ab dem 12. Juni 2021 zu bezahlen, zu be-

stätigen.

Erwägungen:

I. Prozessgeschichte, Berufungsumfang

1. Prozessgeschichte

1.1. Das vorstehend wiedergegebene Urteil vom 22. September 2023 wurde den 

Parteien gleichentags mündlich eröffnet (Urk. 71; Prot. I S. 91 ff.). Der Beschuldigte 

meldete am 25. September 2023 innert Frist Berufung an, ebenso die Staatsan-

waltschaft am 2. Oktober 2023 (Urk. 73 und Urk. 76).

1.2. Nach Zustellung des begründeten Urteils (Urk. 103 und Urk. 104) reichten 

die Staatsanwaltschaft am 25. Januar 2024 und der Beschuldigte am 9. Februar 

2024 fristgerecht die Berufungserklärungen ein (Urk. 109 und Urk. 112). Mit 

Präsidialverfügung vom 12. Februar 2024 wurden die Berufungserklärungen in 

Anwendung von Art. 400 Abs. 2 und 3 und Art. 401 StPO dem Beschuldigten, der 

Staatsanwaltschaft und den Privatklägern zugestellt, um gegebenenfalls 

Anschlussberufung zu erheben oder begründet ein Nichteintreten auf die Berufung 

zu beantragen. Gleichzeitig wurde der Beschuldigte aufgefordert, Unterlagen zu 

seinen finanziellen Verhältnissen einzureichen (Urk. 113). Die Staatsanwaltschaft 

verzichtete auf die Erhebung einer Anschlussberufung (Urk. 115). B._____ (Privat-

klägerin) verzichtete ebenfalls auf Anschlussberufung und beantragte die Gewäh-

rung der unentgeltlichen Rechtspflege (Urk. 116). Der Beschuldigte sowie C._____ 

(Privatkläger) liessen sich nicht vernehmen. Am 20. März 2024 wurde der Privat-

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klägerin die unentgeltliche Rechtspflege gewährt und es wurde ihr Rechtsanwalt 

lic. iur. Y._____ als unentgeltlicher Rechtsbeistand beigegeben (Urk. 119). 

1.3. Am 6. Januar 2025 wurde auf den 20. März 2025 zur Berufungsverhandlung 

vorgeladen (Urk. 123). 

1.4. Mit Eingabe vom 19. Februar 2025 erklärte die Staatsanwaltschaft einen 

Teilrückzug ihrer Berufung. Sie beschränkte ihre Berufung auf den Freispruch vom 

Vorwurf der einfachen Körperverletzung (vorinstanzliche Dispositivziffer 2) und 

beantragte, der Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von 14 Jahren und einer 

Busse von Fr. 700.– zu bestrafen. Zudem sei eine Landesverweisung von 

13 Jahren anzuordnen (Urk. 127).

1.5. Am 20. März 2025 fand die Berufungsverhandlung statt. Es erschienen der 

Beschuldigte in Begleitung seines amtlichen Verteidigers, Rechtsanwalt lic. iur. 

X._____, die Leitende Staatsanwältin Dr. iur. D._____, Assistenz-Staatsanwalt 

lic. iur. E._____ sowie der unentgeltliche Vertreter der Privatklägerin, Rechtswalt 

lic. iur. Y._____. Vorfragen waren keine zu entscheiden und – abgesehen von der 

Einvernahme des Beschuldigten (Urk. 132) – auch keine Beweise abzunehmen 

(Prot. II S. 7 f.). 

1.6. Das Urteil erging im Anschluss an die Berufungsverhandlung (Prot. II S. 17 

ff.).

2. Umfang der Berufung

2.1. Der Beschuldigte wendet sich gegen den Schuldspruch der vorsätzlichen 

Tötung, der mehrfachen versuchten schweren Körperverletzung, der mehrfachen 

einfachen Körperverletzung und der Tätlichkeiten (Dispositivziffer 1, 1., 2., 3. und 5. 

Spiegelstrich), das Strafmass (Dispositivziffer 3), den Vollzug (Dispositivziffer 4), 

die Landesverweisung (Dispositivziffer 5), die Regelung der Zivilansprüche (Dispo-

sitivziffern 8 und 9), die Kostenfolgen (Dispositivziffer 11) und die Abweisung seiner 

Genugtuungsforderung (Dispositivziffer 12). Die Staatsanwaltschaft ficht (nur noch) 

den Freispruch vom Vorwurf der einfachen Körperverletzung (Dispositivziffer 2), 

das Strafmass (Dispositivziffer 3) und die Dauer der Landesverweisung (Disposi-

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tivziffer 5) an. Unangefochten blieben respektive durch den Teilrückzug der 

Berufung nicht mehr beanstandet sind die Verurteilung wegen mehrfacher Wider-

handlung gegen das Betäubungsmittelgesetz und wegen Übertretung des Betäu-

bungsmittelgesetzes (Dispositivziffer 1, 4. und 6. Spiegelstrich), der Entscheid über 

beschlagnahmte Betäubungsmittel und Gegenstände (Dispositivziffern 6 und 7) 

sowie die Kostenfestsetzung (Dispositivziffer 10). Der vorinstanzliche Entscheid ist 

insoweit in Rechtskraft erwachsen, was vorab mittels Beschlusses vorzumerken ist 

(Art. 399 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 437 StPO). 

2.2. Im Übrigen steht der angefochtene Entscheid unter Berücksichtigung des 

Verschlechterungsverbots im Sinne von Art. 391 Abs. 2 StPO zur Disposition.

I. Prozessuales

1.  

Am 1. Januar 2024 traten die revidierten Bestimmungen der StPO in Kraft (AS 2023 

468; BBl 2019 6697). Gemäss Art. 453 Abs. 1 StPO werden Rechtsmittel gegen 

Entscheide, die vor Inkrafttreten der neuen Regelungen gefällt wurden, nach 

bisherigem Recht beurteilt. Infolgedessen ist für das vorliegende Rechtsmittelver-

fahren das frühere Prozessrecht massgebend.

2. Verwertbarkeit der Aussagen der Auskunftspersonen F._____ und G._____

2.1. Die Befragung von F._____, Rettungssanitäter beim Rettungsdienst  

H._____, fand einzig in einer polizeilichen Einvernahme statt ohne spätere 

Wahrung des Konfrontationsanspruchs des Beschuldigten (Urk. 5/5). Gleiches gilt 

betreffend die Einvernahme von G._____, Leiterin der Kindertagesstätte (Urk. 5/2).

2.2. Der in Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK garantierte Anspruch der beschuldigten 

Person, den Belastungszeugen Fragen zu stellen, ist ein besonderer Aspekt des 

Rechts auf ein faires Verfahren. Er wird als Konkretisierung des rechtlichen Gehörs 

(Art. 29 Abs. 2 BV) auch durch Art. 32 Abs. 2 BV gewährleistet. Eine belastende 

Zeugenaussage ist grundsätzlich nur verwertbar, wenn der Beschuldigte wenigs-

tens einmal während des Verfahrens angemessene und hinreichend Gelegenheit 

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hatte, das Zeugnis in Zweifel zu ziehen und Fragen an den Belastungszeugen zu 

stellen (BGE 148 I 295 E. 2 S. 298 ff.; 133 I 33 E. 3.1 S. 41; je mit Hinweisen). Dies 

gilt auch betreffend die Einvernahme von Auskunftspersonen (BGE 150 IV 345 

E. 1.6.3.2 S. 349 mit Hinweis). Damit die Verteidigungsrechte gewahrt sind, muss 

der Beschuldigte namentlich in der Lage sein, die Glaubhaftigkeit einer Aussage 

prüfen und den Beweiswert in kontradiktorischer Weise auf die Probe und infrage 

stellen zu können. Dies setzt in aller Regel voraus, dass sich der Einvernommene 

in Anwesenheit des Beschuldigten (nochmals) zur Sache äussert (BGE 150 IV 345 

E. 1.6.3.2 S. 349 f. mit Hinweisen). Von einer Konfrontation der beschuldigten 

Person mit dem Belastungszeugen oder auf dessen ergänzende Befragung kann 

nur abgesehen werden, wenn besondere Umstände vorliegen, mithin wenn eine 

persönliche Konfrontation nicht (mehr) möglich oder eine Beschränkung des 

Konfrontationsrechts dringend notwendig ist (Urteil 6B_920/2023 vom 22. August 

2024 E. 2.1.2 mit Hinweisen). In solchen Fällen ist gestützt auf Art. 6 Ziff. 1 und 

Ziff. 3 lit. d EMRK erforderlich, dass der Beschuldigte zum streitigen Zeugnis 

hinreichend Stellung nehmen kann, die Aussagen sorgfältig geprüft werden und der 

Schuldspruch nicht alleine darauf abgestützt wird, das heisst der belastenden 

Aussage nicht ausschlaggebende Bedeutung zukommt bzw. sie nicht den einzigen 

oder einen wesentlichen Beweis darstellt. Ausserdem darf der Umstand, dass die 

beschuldigte Person ihre Rechte nicht (rechtzeitig) wahrnehmen konnte, nicht in 

der Verantwortung der Behörde liegen. Ausnahmsweise kann ein streitiges Zeugnis 

von ausschlaggebender Bedeutung ohne Konfrontation mit Belastungszeugen ver-

wertbar sein (BGE 150 IV 345 E. 1.6.3.2 S. 350 mit Hinweisen; vgl. Urteil 

6B_1137/2020 vom 17. April 2023 E. 1.4.2.1 ff.; zum Ganzen: BGE 148 I 295 E. 2 

S. 298 ff. mit Hinweisen).

Die Rechtsprechung hat wiederholt betont, dass auf das Konfrontationsrecht 

vorgängig oder auch im Nachhinein ausdrücklich oder stillschweigend verzichtet 

werden kann, wobei der Verzicht des Beschuldigten auch von seinem Verteidiger 

ausgehen kann. Die beschuldigte Person kann den Behörden grundsätzlich nicht 

vorwerfen, gewisse Zeugen zwecks Konfrontation nicht vorgeladen zu haben, wenn 

sie es unterlässt, rechtzeitig (das heisst spätestens im Berufungsverfahren) und 

formgerecht entsprechende Anträge zu stellen (vgl. anstatt vieler die Urteile des 

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Bundesgerichts 6B_1110/2023 vom 23. Mai 2024 E.3.3.5; 7B_259/2022 vom 

8. April 2024 E. 2; 7B_253/2022 vom 8. Februar 2024 E. 2.3.5; je mit Hinweisen). 

Entscheidend ist nämlich, dass es sich beim Konfrontationsrecht um ein 

Mitwirkungsrecht der beschuldigten Person handelt. Dessen Ziel ist die Wahrung 

der Waffengleichheit und die Gewährung eines fairen Verfahrens (BGE 131 I 476 

E. 2.2 mit Hinweis). Nicht eigentlicher Sinn und Zweck des Konfrontationsrechts ist 

es dagegen, der beschuldigten Person bei unterlassener Konfrontation die 

Entfernung eines womöglich belastenden Beweismittels aus den Akten zu 

ermöglichen. Ob die beschuldigte Person das Recht auf Konfrontation effektiv 

wahrnehmen will, steht ihr demnach frei (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

7B_253/2022 vom 8. Februar 2024 E. 2.3.5 mit weiteren Hinweisen).

2.3. Eine Konfrontation mit den Auskunftspersonen F._____ und G._____ hat 

der Beschuldigte im Untersuchungsverfahren und vor Vorinstanz nicht verlangt 

(vgl. Urk. 17/5, Urk. 17/8, Urk. 70, Prot. I S. 73). Entsprechende Anträge erfolgten 

auch nicht im zweitinstanzlichen Beweisverfahren. Damit sind die Aussagen von 

F._____ und G._____ anlässlich der kantonspolizeilichen Einvernahmen vom 27. 

Juni 2021 und 21. Juni 2021 auch zulasten des Beschuldigten verwertbar.

3. Verwertbarkeit der Aussagen weiterer Auskunftspersonen

C._____, I._____ und J._____ wurden einzig als Auskunftspersonen respektive 

nicht parteiöffentlich befragt (Urk. 5/1, Urk. 5/6, Urk. 5/9). Wie noch zu zeigen sein 

wird, sind deren Aussagen für die Erstellung des Sachverhalts entbehrlich, weshalb 

sich weitere Erwägungen zur Verwertbarkeit erübrigen. 

II. Sachverhalt und rechtliche Würdigung

1.

1.1. Die Vorinstanz hat die theoretischen Grundsätze der richterlichen Beweis-

würdigung dargelegt (Urk. 160 S. 17 ff.). Darauf kann verwiesen werden (Art. 82 

Abs. 4 StPO). Das Konzept einer "allgemeinen Glaubwürdigkeit" wird in der 

Aussagepsychologie als wenig brauchbar bewertet. Der allgemeinen Glaubwürdig-

keit im Sinne einer dauerhaften personalen Eigenschaft einer Person kommt nach 

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heutiger Erkenntnis bei der Würdigung von Aussagen daher kaum mehr relevante 

Bedeutung zu (BGE 147 IV 534 E. 2.3.3 S. 538 f., 409 E. 5.4.3 S. 422; je mit Hin-

weisen). In diesem Sinne legt denn auch die Vorinstanz zu Recht den Fokus auf 

die Aussagenanalyse. 

1.2. Die Berufungsinstanz kann sich auf die für ihren Entscheid wesentlichen 

Punkte beschränken (vgl. BGE 146 IV 297 E. 2.2.7 S. 308; 141 IV 249 E. 1.3.1 

S. 253; 141 III 28 E. 3.2.4 S. 41; je mit Hinweisen).

2.

2.1. B._____ (Privatklägerin) und der Beschuldigte waren ab Januar 2021 ein 

Paar (Urk. 3/1 F/A 7, Urk. 4/1 F/A 10). Aus einer früheren Beziehung zwischen der 

Privatklägerin und C._____ (Privatkläger) entsprang ein Sohn namens K._____ 

(geb. tt.mm.2019). K._____ (nachfolgend: K._____) starb am 12. Juni 2021 nach 

einem irreversiblen Funktionsausfall des Gehirns als Folge eines Schädel-Hirn-

Traumas (Urk. 9/19 S. 35). Die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (nachfol-

gend: Staatsanwaltschaft) wirft dem Beschuldigten in der Hauptsache vor, K._____ 

wiederholt geschlagen und geschüttelt zu haben und für dessen Tod verantwortlich 

zu sein. 

2.2.

2.2.1. Unter den Titeln "Aussageverhalten des Beschuldigten im Rahmen der 

Untersuchung" und "Aussageverhalten von B._____ im Rahmen der 

Untersuchung" hält die Vorinstanz zusammengefasst fest, der Beschuldigte habe 

bereits zu Beginn der Untersuchung zu vielen Fragestellungen, die für die Klärung 

des Todes von K._____ wesentlich gewesen seien, nur beschränkt Auskunft gege-

ben. Sämtliche Verletzungen von K._____ habe er überhaupt nicht erklären kön-

nen. Seine Antworten seien stets auffallend vage, pauschalisierend und wenig de-

tailreich ausgefallen. Bereits zu Beginn der Untersuchung habe er sich an viele 

Einzelheiten nicht mehr erinnern können. Auffallend oft seien Antworten wie "Es 

kann schon möglich sein", "Ich weiss es nicht mehr", "Ich kann mich nicht erinnern" 

und "Keine Ahnung" gefallen, was eher seltsam anmute. Übertrieben wirkten seine 

- 13 -

Aussagen zur eigenen Person, indem der Beschuldigte sich selbst lediglich positive 

Charaktereigenschaften zuschreibe. Gesamthaft sei festzuhalten, dass die Aus-

sagen des Beschuldigten generell unglaubhaft wirken würden. Im Gegensatz dazu 

habe die Privatklägerin detailreiche Ausführungen zu den Geschehnissen rund um 

den Tod von K._____ machen können. So habe sie im Rahmen ihrer ersten Be-

fragung etwa erklärt, K._____ habe ab dem 31. Mai 2021 nicht mehr auf dem linken 

Bein stehen können und ab Anfang mm.2021 abwesend, schläfrig und müde 

gewirkt. Ihre teilweise Überforderung als junge Mutter habe sie offen zugegeben 

und erklärt, Unterstützung von der Sozialpädagogischen Familienbegleitung 

erhalten zu haben. Ihre Aussagen wirkten im Allgemeinen glaubhaft. In der Folge 

setzt sich die Vorinstanz mit den Schilderungen verschiedener Personen aus dem 

Umfeld des Beschuldigten auseinander. L._____ (frühere Partnerin des 

Beschuldigten und Mutter des gemeinsamen Sohnes M._____), N._____ (ebenfalls 

frühere Partnerin des Beschuldigten und Mutter des gemeinsamen Sohnes 

O._____), P._____ (Vater des Beschuldigten) sowie die Privatklägerin hätten den 

Beschuldigten als lieb und hilfsbereit beschrieben, gleichzeitig ihn aber als schnell 

aufbrausend und aggressiv bezeichnet. Auch der Beschuldigte habe festgehalten, 

eigentlich lieb und anständig zu sein. Er könne aber schon einmal ausrasten und 

habe Gewalttätigkeiten gegenüber seiner eigenen Mutter und gegenüber N._____ 

eingeräumt (Urk. 108 S. 10 ff.; Urk. 133 S. 8).

2.2.2. Diese einleitenden Bemerkungen der Vorinstanz bedürfen teilweise einer Re-

lativierung. Zwar ist richtig, dass der Beschuldigte am 25. August 2021 gegenüber 

der Kantonspolizei nicht mehr exakt bestätigen konnte, die Nacht vom 28. Mai 2021 

auf den 29. Mai 2021 bei der Privatklägerin und K._____ verbracht zu haben 

(Urk. 4/2 F/A 28). Ebenso wenig war er am 7. Oktober 2021 in der Lage zu be-

ziffern, wie oft er K._____ zwischen dem 29. Mai 2021 und dem 9. Juni 2021 in 

Abwesenheit der Privatklägerin gehütet hatte (Urk. 4/8 F/A 57 ff.). Dass entspre-

chende Angaben zu einem rund drei respektive vier Monate zurückliegenden Zeit-

punkt nicht eindeutig ausfallen, kann grundsätzlich auch dem Zeitablauf und Erin-

nerungsvermögen geschuldet sein. Hingegen bestätigte der Beschuldigte etwa, er 

sei bei der Untersuchung in der Kinder Permanence vom 29. Mai 2021 wegen der 

Gehschwierigkeiten dabei gewesen (Urk. 4/2 F/A 23). An diese Konsultation, als in 

- 14 -

der H._____ Kinder Permanence die Diagnose eines (in der Folge nicht bestätig-

ten) Verdachts auf Hüftschnupfen links gestellt wurde (Urk. 8/10/10), konnte sich 

der Beschuldigte mithin klar erinnern. Gleichwohl richtig ist, dass der Beschuldigte 

in Bezug auf zahlreiche Fragen keine näheren Erklärungen abgeben konnte. Dass 

aber dessen Aussagen "generell unglaubhaft wirken" (Urk. 108 S. 13), kann – wie 

auch die Verteidigung vorbringt (Urk.133 S. 5) – nicht übernommen werden, dies, 

soweit damit zum Ausdruck gebracht werden sollte, dass die Aussagen des 

Beschuldigten grundsätzlich und von vornherein nicht überzeugen. Vielmehr lässt 

sich die Überzeugungskraft der einzelnen Schilderungen nur eingebettet in das 

jeweilige Beweisfundament beurteilen.

2.3. Zutreffend ist, wie die Vorinstanz das Verhalten des Beschuldigten im Allge-

meinen beleuchtet (Urk. 108 S. 14 ff.). Der Beschuldigte wird von seinen früheren 

Partnerinnen und von seinen Eltern als gute, freundliche, liebevolle und verständ-

nisvolle Person charakterisiert (Urk. 5/16 F/A 28, Urk. 5/7 F/A 23, Urk. 5/19 F/A 18, 

Urk. 5/9 F/A 14, Urk. 5/14 F/A 32 f., Urk. 5/15 F/A 17). Gleichzeitig lässt aufhorchen, 

dass sämtliche Personen auch ein aggressives Verhalten umschreiben (L._____: 

Urk. 5/7 F/A 14, 25, 33, 40, 44, 55 f., Urk. 5/19 F/A 27 f., 34, 38 ff., 65 f.; N._____: 

Urk. 5/9 F/A 14 ff., 28 ff., Urk. 5/16 F/A 42 ff., 46; P._____: Urk. 5/14 F/A 45 ff., 64; 

Q._____: Urk. 5/15 F/A 22 ff.). Dies klammert die Verteidigung aus, indem sie fest-

hält, von den Müttern der beiden Kinder seien Vorwürfe aktenkundig, wonach sich 

der Beschuldigte an den Besuchswochenenden nur ungenügend um die Kinder ge-

kümmert habe (Urk. 70 S. 4). L._____ hatte "Aggressionen ausgehend von 

A._____ gegenüber von M._____ festgestellt […], deswegen wollte ich dann, dass 

M._____ nur noch unter der Aufsicht der Eltern von A._____ sein sollte" (Urk. 5/7 

F/A 14). Der Umgang des Beschuldigten mit M._____ sei mehrheitlich von Aggres-

sionen psychischer Art geprägt gewesen (Urk. 5/7 F/A 40). Der Beschuldigte habe 

mit M._____ wenig Geduld gezeigt und sei jeweils weggelaufen oder wütend ge-

worden (Urk. 5/7 F/A 47 ff., Urk. 5/19 F/A 22). Etwa jedes zweite Mal, als sie 

M._____ bei den Eltern des Beschuldigten abgeholt habe, habe ihr M._____ er-

zählt, dass sein Vater (der Beschuldigte) ihn geschlagen habe (Urk. 5/7 F/A 55). 

M._____ habe "Papi hat mich so gehauen" gesagt und sich dabei an den Hinterkopf 

gefasst (Urk. 5/19 F/A 66). Laut N._____ frage sie O._____ jeweils beim Abholen, 

- 15 -

ob der Beschuldigte ihn während der Obhut geschlagen habe, dies, "weil ich weiss, 

dass er ein Aggressionspotential hat" (Urk. 5/9 F/A 21 f.). Sie selbst sei im Haus 

der Eltern des Beschuldigten gewesen, um O._____ abzuholen, als M._____ ihr 

drei bis fünf Mal gesagt habe, "de Papi hät mich ghaue" und "er hät mich a de Ohre 

zoge" (Urk. 5/9 F/A 37 f.; vgl. auch Urk. 5/16 F/A 55 ff., ). Diese verschiedenen 

Aussagen widerspiegeln mit der Vorinstanz insgesamt ein beträchtliches Gewalt-

potenzial. 

2.4.

2.4.1. Zum Verhalten des Beschuldigten gegenüber K._____ erwägt die Vorinstanz 

insbesondere, der Beschuldigte habe angegeben, dass er K._____ wie seinen 

eigenen Sohn sehe. Er habe ihm nie etwas angetan, sondern ihn über alles geliebt. 

Die Privatklägerin habe ihn auch einmal gefragt, ob er K._____ adoptieren würde, 

worauf er ohne zu zögern ja gesagt habe. Die Privatklägerin ihrerseits habe zum 

Verhältnis zwischen dem Beschuldigten und K._____ ausgeführt, sie sei jeweils 

eingeschritten, wenn der Beschuldigte gegenüber K._____ laut geworden sei. Der 

Beschuldigte habe aber K._____ weder geschüttelt noch geschlagen. Bemerkens-

wert sei, dass die Privatklägerin bereits zu Beginn der Untersuchung geschildert 

habe, dass K._____ einige Wochen vor seinem Tod begonnen habe, sich vom 

Beschuldigten abzugrenzen. K._____ habe zu weinen begonnen, sobald der 

Beschuldigte den Raum betreten oder die Privatklägerin berührt habe, er sei nicht 

mehr zum Beschuldigten hingegangen. Nach dem Auftreten der Gehverweigerung 

sei dies noch schlimmer geworden. K._____ habe regelrecht Angst gehabt vor dem 

Beschuldigten und habe sich nicht mehr von ihm baden oder wickeln lassen. Die 

Privatklägerin habe laut eigenen Aussagen im mm./mm.2021 den Verdacht gehegt, 

dass der Beschuldigte K._____ etwas angetan habe könnte. Dazu habe sie eine 

Situation Ende mm. oder anfangs mm. 2021 geschildert, als sie in der Küche ge-

wesen sei und plötzlich aus dem Nichts gehört habe, dass K._____ angefangen 

habe zu weinen. Sie sei dann ins Wohnzimmer gegangen und habe festgestellt, 

dass K._____ einen ganz roten Arm gehabt habe. Den Beschuldigten, der auf den 

Balkon hinausgegangen sei um zu Rauchen, habe sie nicht zur Rede gestellt, dies 

aus Angst, dass es eine Diskussion geben würde. Auch der Beschuldigte habe be-

- 16 -

stätigt, dass K._____ sich von ihm distanziert habe, er habe aber dafür keine Er-

klärung gehabt. Die Aussagen der Privatklägerin betreffend ihren Verdacht, der Be-

schuldigte könnte K._____ etwas angetan habe, wie auch ihre Schilderungen zur 

Distanzierung von K._____ gegenüber dem Beschuldigten erschienen laut Vorin-

stanz überaus glaubhaft (Urk. 108 S. 17 ff.).

2.4.2. Diese vorinstanzlichen Erwägungen können übernommen werden. Insbe-

sondere die Schilderungen der Privatklägerin, dass sich K._____ Ende mm./Anfang 

mm. 2021 vom Beschuldigten distanziert habe, hat die Privatklägerin ab der Haf-

teinvernahme vom 25. August 2021 in sämtlichen Befragungen wiederholt zu Pro-

tokoll gegeben. Dabei gab sie konkret an, in welchen Situationen K._____ ein sol-

ches Verhalten gezeigt habe, dass dies nach dem Auftreten der Gehverweigerung 

zudem noch ausgeprägter gewesen sei und sie sich Gedanken gemacht habe über 

den Zusammenhang zwischen dem (sich verschlechternden) körperlichen Zustand 

von K._____ und dessen abweisende Reaktion gegenüber dem Beschuldigten 

(Urk. 3/3 F/A 13, 103; Urk. 3/5 F/A 22, 94 f.; Urk. 3/7 F/A 144 f., 179; Urk. 3/9 S. 4 

f., 9, 23). Auch die Beschreibung des Vorfalls, als die Privatklägerin K._____ plötz-

lich weinend und mit einem roten Arm im Wohnzimmer vorfand, wirkt anschaulich. 

Insbesondere fällt bereits an dieser Stelle auf, dass sich das von ihr beschriebene 

Verhalten des Beschuldigten, indem er auf den Balkon und der Situation aus dem 

Weg ging, sich in Erzählungen einer früheren Partnerin wiederfindet (Urk. 5/7 

F/A 49, 59, 74; Urk. 5/19 F/A 22). Diese konkreten und anschaulichen Aussagen 

der Privatklägerin zum veränderten Verhalten K._____s gegenüber dem Beschul-

digten und betreffend ihren Verdacht gegenüber dem Beschuldigten wirken authen-

tisch und lebensnah. Mit der Vorinstanz sind sie als glaubhaft zu qualifizieren. Auch 

der Beschuldigte gab an, dass sich K._____ gegen den Schluss von ihm distanziert 

habe (Urk. 4/3 F/A 38, 94; Prot. I S. 26). Zwar trifft entgegen der Vorinstanz nicht 

zu, dass der Beschuldigte dazu keine Erklärung lieferte (Urk. 108 S. 19). Vielmehr 

stellte er sich auf den Standpunkt, K._____ habe mitbekommen, wie er (der 

Beschuldigte) seine eigenen Kinder scharf gemassregelt ("zusammengeschissen") 

habe, vielleicht habe K._____ deswegen Angst gehabt (Urk. 4/8 F/A 27). Nicht nur 

widerspricht sich der Beschuldigte mit dieser Erklärung (Prot. I S. 30). Sie ist zudem 

mit Blick auf das von K._____ gezeigte Verhalten nur schwer nachvollziehbar. 

- 17 -

Ungeklärt bleibt dabei auch, weshalb K._____ erst in den letzten Wochen gegen-

über dem Beschuldigten auf Distanz ging. Der Beschuldigte bringt nicht etwa vor, 

er habe (anders, als dies sein Umfeld im Haus seiner Eltern wahrnahm) erst in der 

besagten Phase ein entsprechendes Verhalten gegenüber den eigenen Kindern in 

Anwesenheit von K._____ an den Tag gelegt. Die Verteidigung bringt hierzu so-

dann vor, ein "Fremdeln" im Alter von K._____ stelle nichts Aussergewöhnliches 

dar. Die Gründe könnten mannigfaltig sein, beispielsweise eine laute oder tiefe 

Stimme, ein ernster Gesichtsausdruck oder auch verbale Streitigkeiten mit einer 

näheren Bezugspersonen, beispielsweise der Kindsmutter. Aus dem "Fremdeln" 

von K._____ gegenüber dem Beschuldigten könne nichts abgeleitet werden (Urk. 

133 S. 6). Dem ist entgegen zu halten, dass K._____ den Beschuldigten im rele-

vanten Zeitraum bereits einige Monate kannte und letzterer viel Zeit mit ihm und 

der Kindsmutter verbrachte, entsprechend ein "fremdeln" in dieser Form sehr un-

gewöhnlich erscheint, und dass – wie die Staatsanwaltschaft zu recht betont (Prot. 

II S. 10) – K._____ nicht bloss "gefremdelt" hat, er hatte regelrecht Angst vor dem 

Beschuldigten.

2.5.  

2.5.1. Das Mobiltelefon Samsung Galaxy der Privatklägerin sowie das Mobiltelefon 

Samsung des Beschuldigten wurden am 25. respektive 26. August 2021 sicherge-

stellt (Urk. 10/5, Urk. 10/8). Am 1. Juni 2022 wurden beide Geräte (nach einem 

zurückgezogenen Siegelungsgesuch, vgl. Urk. 10/15/5) beschlagnahmt 

(Urk. 10/13) und in der Folge ausgewertet (Urk. 7/2, Urk. 7/3). Aus der Mobiltele-

fonauswertung der Privatklägerin ergibt sich eine umfangreiche WhatsApp-

Kommunikation mit dem Beschuldigten aus der Zeit vor und nach K._____s Tod. 

Die Vorinstanz erwägt dazu, die Privatklägerin und der Beschuldigte hätten täglich, 

teilweise im Minutentakt miteinander kommuniziert, wobei die Privatklägerin dem 

Beschuldigten jeweils ihren aktuellen Gemütszustand mitgeteilt habe. Bemerkens-

wert sei eine Nachricht vom 14. Mai 2021, als die Privatklägerin gegenüber dem 

Beschuldigten die Vermutung geäussert habe, möglicherweise eine Fehlgeburt 

erlitten zu haben. An dieser Unterhaltung sei eindrücklich, dass sich die Privat-

klägerin grosse Vorwürfe gemacht und sich die Schuld an der Fehlgeburt zugewie-

- 18 -

sen habe, da sie im Kantonsspital Winterthur ihre Vermutung einer Schwanger-

schaft für sich behalten und deswegen falsch medikamentiert worden sei. Da die 

Privatklägerin und der Beschuldigte praktisch ununterbrochen über WhatsApp 

kommuniziert hätten und die Privatklägerin über derartige Gefühlslagen sich dem 

Beschuldigten anvertraut habe, könne geschlossen werden, dass sie dem Beschul-

digten wohl auch mitgeteilt hätte, wenn sie K._____ versehentlich oder absichtlich 

etwas angetan hätte. Aufgrund der Art der Kommunikation sei zudem davon aus-

zugehen, dass die Privatklägerin dem Beschuldigten wohl umgehend mitgeteilt 

hätte, wenn K._____ einen Sturz oder Unfall gehabt hätte. Aus den Nachrichten 

gehe weiter hervor, wie die Privatklägerin über den Verlust ihres Kindes gelitten 

und Suizidgedanken gehabt habe und sie ab dem 12. Juni 2021 immer grössere 

Schuldzuweisungen gegen dem Beschuldigten erhoben habe. Auf diese sei der 

Beschuldigte gar nicht eingegangen oder habe pauschal erklärt, K._____ nie etwas 

angetan zu haben. Zusammenfassend hätte die Privatklägerin dem Beschuldigten 

mutmasslich ein allfälliges Fehlverhalten ihrerseits gegenüber K._____ mitgeteilt. 

Da diesbezüglich keine einzige derartige Textnachricht vorhanden sei, liege die 

Vermutung nahe, dass die Privatklägerin K._____ tatsächlich nichts angetan habe 

(Urk. 108 S. 19 ff.). 

2.5.2. Die auf dem Mobiltelefon der Privatklägerin sichergestellte WhatsApp-Kom-

munikation erstreckt sich über einen Zeitraum von rund sieben Monaten respektive 

über 1'300 Seiten. Hebt die Vorinstanz eine Nachricht vom 14. Mai 2021 hervor, tut 

sie das mit gutem Grund. Die Privatklägerin befand sich am 8. und 9. Mai 2021 

aufgrund einer Nierenbeckenentzündung im Kantonsspital Winterthur (Urk. 3/5 

F/A 38). Offenbar vermutete sie damals, vom Beschuldigten schwanger zu sein, 

legte dies aber gegenüber dem Spitalpersonal nicht offen. Ihre Nachrichten an den 

Beschuldigten ("[…] ich weiss ned wie ich mit dem umgah söll"; "Ich cha nid mit 

dem gwüsse lebe es chind umbracht zha… ich bin schuld"; Urk. 7/3, Dokument 

"Liste WhatsApp B._____ - A._____", S. 372 und 376) bringen klar zum Ausdruck, 

wie sie sich selbst vorwarf, für die Fehlgeburt verantwortlich zu sein und wie stark 

sie unter der Vorstellung litt, den Tod eines Embryos verantworten zu müssen. Die 

diesbezüglichen vorinstanzlichen Erwägungen fallen sorgfältig und überzeugend 

aus. Nichts anderes gilt, soweit die Vorinstanz aus Inhalt und Art der Kommunika-

- 19 -

tion den zutreffenden Schluss zieht, dass die Privatklägerin den Beschuldigten als 

Vertrauensperson sah, ihm offen und ungefiltert begegnete und ihm gegenüber 

auch ein (zumindest in ihrer Wahrnehmung) eigenes Fehlverhalten mit dramati-

schen Folgen offenlegte. Ein solcher Umgang legt in der Tat die Vermutung nahe, 

dass die Privatklägerin einen Sturz oder Unfall von K._____ sowie ein allfälliges 

Fehlverhalten ihm gegenüber dem Beschuldigten anvertraut hätte. Entsprechende 

Textnachrichten liegen nicht vor. Dies schliesst die Privatklägerin als mögliche Tä-

terin selbstverständlich nicht aus, sondern ist nur (aber immerhin) ein Indiz, dass 

die Privatklägerin als Urheberin der angeklagten Misshandlungen nicht in Frage 

kommt.

2.6. Zusammenfassend können die vorinstanzlichen Erwägungen unter dem 

Titel "Vorbemerkungen" (Urk. 108 S. 6 ff.) mit oben genannten Ergänzungen 

respektive Relativierungen übernommen werden.

3.

3.1. Dem Beschuldigten wird im Wesentlichen vorgeworfen, das Kind seiner 

damaligen Partnerin ab dem 1. Mai 2021 bis zum 3. Juni 2021 wiederholt geschla-

gen und stark geschüttelt zu haben. Durch die Misshandlungen habe K._____ 

nebst verschiedenen Verletzungen am Kopf und einem Bruch des 8. Brustwirbel-

körpers ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten, welches am 10. Juni 2021 zu einem re-

animationsbedürftigen Herz-Kreislaufstillstand und zwei Tage später zum Tod von 

K._____ geführt habe.

3.2. Der Beschuldigte bestreitet sämtliche Vorwürfe. Vor Vorinstanz führte er 

aus, es sei zutreffend, dass er ab und zu alleine auf K._____ aufgepasst habe. Er 

habe aber niemals körperliche Gewalt ausgeübt. Ebenso wenig sei er in Gegenwart 

von K._____ aggressiv oder laut geworden. Zum schwerwiegendsten Vorwurf, 

K._____ derart stark geschüttelt zu haben, was zu einem Herz-Kreislaufstillstand 

und zum Tod von K._____ geführt habe, hielt der Beschuldigte fest, als Täter 

komme nur die Privatklägerin oder er in Frage. Er selbst habe sich wegen eines 

Bandscheibenvorfalls nicht gross bewegen können (Prot. I S. 21 ff.), worauf auch 

die Verteidigung hinwies (Prot. I S. 77). 

- 20 -

4. Einfache Körperverletzung vom 9. Mai 2021 (Anklage-Ziffer I lit. b)

4.1. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten vor, am 9. Mai 2021 

K._____ mit der Hand kräftig gegen die Stirne und das Ohr geschlagen zu haben, 

eventuell habe der Beschuldigte das Kleinkind zusätzlich kräftig an dessen linkem 

Ohr gerissen. Dadurch habe er K._____ an der Stirne und am Ohr längere Zeit 

sichtbare und schmerzhafte Hämatome zugefügt (Urk. 24/1 S. 3).

4.2. Zum Anklagevorwurf liegen verschiedene Beweismittel vor: Fotos von 

K._____ auf dem Mobiltelefon des Beschuldigten vom 8. Mai 2021 (vgl. Urk. 7/2) 

und auf dem Mobiltelefon der Privatklägerin vom 10. Mai 2021 (vgl. Urk. 7/3), ein 

Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Bonn von Prof. Dr. med. 

R._____ vom 12. Januar 2022 (Urk. 9/19, nachfolgend: Gutachten R._____), die 

Aussagen der Privatklägerin (Urk. 3/5 F/A 38 ff.) und des Beschuldigten (Urk. 4/5 

F/A 66 ff.; Urk. 4/12 F/A 45 f.; Prot. I S. 35 f.) betreffend den zweimaligen Aufenthalt 

der Privatklägerin im Kantonsspital Winterthur vom 8. Mai 2021 (bis abends, ohne 

Übernachtung) und 9. Mai 2021 sowie zwei Sprachnachrichten des Beschuldigten 

an die Privatklägerin vom 9. Mai 2021 um 20.26 Uhr und 20.51 Uhr (Urk. 7/2, 

"Sprachmemo zwischen A._____ und B._____ [2] und [4]"). In Würdigung dieser 

Beweismittel erwägt die Vorinstanz, auf den Fotos vom 8. Mai 2021 ab dem Mobil-

telefon des Beschuldigten seien keine Verletzungen erkennbar. Hingegen würden 

Fotos vom 10. Mai 2021 ab dem Mobiltelefon der Privatklägerin deutliche Verlet-

zungen am linken Ohr und eine Beule an der Stirne zeigen. Gebe der Beschuldigte 

zu, am Nachmittag des 8. Mai 2021 und am Abend des 9. Mai 2021 respektive 

während des Spitalaufenthalts der Privatklägerin alleine auf K._____ aufgepasst zu 

haben, decke sich dies mit den erwähnten zwei Sprachnachrichten. Bis zum Wie-

dereintritt der Privatklägerin ins Spital am 9. Mai 2021 habe K._____ keine Verlet-

zungen aufgewiesen, sondern diese seien erst am 10. Mai 2021 festgestellt wor-

den. Somit sei klar, dass diese Verletzungen am 9. Mai 2021 während der Abwe-

senheit der Privatklägerin entstanden sein müssten. Laut Gutachten R._____ sei 

die Verletzung am Ohr durch Gewalteinwirkung entstanden, während die Verlet-

zung an der Stirne auch durch einen Unfall verursacht sein könnte. Einen solchen 

habe der Beschuldigte hingegen nie behauptet. Da er für diese Verletzung an der 

- 21 -

Stirne keine schlüssige unfallbedingte Erklärung habe abgeben können, müsse da-

von ausgegangen werden, dass auch diese misshandlungsbedingt sei. Die Privat-

klägerin habe glaubhaft ausgeführt, die Verletzung erst am Morgen des 10. Mai 

2021 entdeckt zu haben. Wäre K._____ bereits verletzt gewesen, als die Privatklä-

gerin am 9. Mai 2021 am Nachmittag die Wohnung in Richtung Spital verlassen 

habe, wäre die Verletzung wohl bereits am Nachmittag des 9. Mai 2021 fotografisch 

dokumentiert worden (Urk. 108 S. 30).

4.3. Auf diese vorinstanzlichen Erwägungen kann abgestellt werden. Es bleibt zu 

wiederholen, dass die Privatklägerin die Verletzungen am 10. Mai 2021 um 

8.55 Uhr mit ihrem Mobiltelefon fotografierte (Urk. 3/6/1; Urk. 3/6/2; Urk. 7/3, Fotos 

20210510_085451, 20210510_085519, 20210510_085542). Damit übereinstim-

mend führte die Privatklägerin aus, sie habe die Verletzungen am 10. Mai 2021 

morgens festgestellt und fotografiert. Der Beschuldigte habe darauf angesprochen 

gemeint, die Verletzungen seien auf dem Spielplatz passiert (Urk. 3/5 F/A 43 ff.). 

Entgegen der Verteidigung (Urk. 133 S. 7, 14) hat die Privatklägerin denn auch 

nicht an anderer Stelle angegeben, die Verletzungen am Sonntagabend festgestellt 

zu haben (vgl. Urk. 3/7 F/A 58). Zwar ist theoretisch denkbar, dass sich K._____ 

die Verletzungen in Anwesenheit der Privatklägerin bereits am 8. Mai 2021 (nach 

dem Besuch des Spielplatzes und nach der Rückkehr der Privatklägerin aus dem 

Spital) oder am 9. Mai 2021 (bevor die Privatklägerin erneut das Spital aufsuchte 

respektive nach ihrer Rückkehr) zuzog. Dies stünde aber im Widerspruch zu den 

anschaulichen Schilderungen der Privatklägerin. Insbesondere müsste die Privat-

klägerin die Verletzungen am 8. oder 9. Mai 2021 festgestellt oder K._____ zuge-

fügt und sie erst am 10. Mai 2021 dokumentiert haben. Hätte die Privatklägerin die 

Verletzungen verursacht, hätte sie den Beschuldigten mit einem vorgeschobenen 

Grund nach der Ursache fragen müssen. Dass sie den Beschuldigten tatsächlich 

konfrontierte, wird vom Beschuldigten nicht in Abrede gestellt (Prot. I S. 38 f). Oder 

aber die Privatklägerin hätte die entsprechende Schilderung, vom Beschuldigten 

eine Erklärung verlangt zu haben (Urk. 3/5 F/A 43 ff.), frei erfunden. Gleichwohl 

hätte der Beschuldigte eine mit ihrer Version übereinstimmende Darlegung parat 

gehabt, K._____ habe sich auf dem Spielplatz den Kopf angeschlagen (Prot. I 

S. 39). Beides ist nicht plausibel. Aus dem gleichen Grund wird der Beschuldigte 

- 22 -

entgegen seinem Dafürhalten (Urk. 70 S. 8 f. und 44 f.) durch einen Eintrag in die 

Krankenakte der Hausarztpraxis nicht entlastet (Urk. 8/10/20 S. 6). Aus dem Ein-

trag geht hervor, dass die Kindsmutter den Sturz nicht gesehen habe. Die Privat-

klägerin gab der medizinischen Praxisassistentin offensichtlich nur die Informatio-

nen weiter, die sie vom Beschuldigten erhalten hatte.

Der Gutachter Prof. Dr. med. R._____ qualifiziert die Verletzung am Ohr als eine 

typische misshandlungsbedingte, nicht-akzidentelle Verletzung, während betref-

fend die Verletzung an der Stirn eine Differenzierung zwischen akzidenteller und 

nicht-akzidenteller Entstehungsursache (Schlagwirkung) nicht möglich sei. Die Ver-

letzung am Ohr lasse sich auf ein Quetschen der Ohrmuschel und Reissen am Ohr, 

aber auch auf einen Schlag auf das Ohr zurückführen. Auch beide Gewaltformen 

könnten vorgelegen haben. In Kombination mit der Ohrverletzung sei das auffällig 

grossflächige Hämatom an der Stirn zumindest als verdächtig auf eine nicht-akzi-

dentelle Entstehung anzusehen (Urk. 9/19 S. 43 und 46 f.). Diese gutachterliche 

Einschätzung wird von keiner Seite konkret kritisiert (vgl. Urk. 70 S. 40 ff.). Die 

Verteidigung argumentiert, die Verletzungen könnten auch bei einem heftigen 

Anstossen infolge eines Sturzes passiert sein. Es leuchte nicht ein, wie dies 

forensisch unterschieden werden könne (Urk. 70 S. 42; Urk. 133 S. 14). Damit 

vermag die Verteidigung die anderslautende gutachterliche Einschätzung nicht 

zu erschüttern. Triftige Gründe, die ein Abweichen von der Expertise nahelegen 

würden (vgl. dazu BGE 150 IV 1 E. 2.3.3 S. 5 mit Hinweisen), sind deshalb keine 

ersichtlich. Schliesst die Vorinstanz gestützt darauf auch beim Hämatom an der 

Stirn einen Unfall aus, kann ihr gefolgt werden. Der Beschuldigte konnte sich die 

Verletzung nicht näher erklären (Urk. 4/1 F/A 70; Urk. 4/5 F/A 88; Prot. I S. 39), 

was bei einem Unfall zu erwarten gewesen wäre. Auch bei einem nicht beob-

achteten Sturz hätte der Beschuldigte zumindest von einem Weinen oder 

Schreien berichten können. Wurde K._____ die Verletzung am Ohr willentlich 

zugefügt, bestehen keine Zweifel, dass dies auch auf das gleichzeitig aufgetre-

tene Hämatom an der Stirn gilt.

4.4. Aus den oben dargelegten Gründen kommt die Privatklägerin als Täterin 

nicht in Frage. Dies stimmt mit dem eingangs erwähnten (wenn auch schwachen) 

- 23 -

Indiz zusammen, wonach die Privatklägerin als Täterin ausser Betracht fällt 

(E. III.2.5.). In Bezug auf eine Dritttäterschaft fehlen jegliche Anhaltspunkte. Weder 

der Beschuldigte noch die Privatklägerin geben an, K._____ sei in der fraglichen 

Zeit in der Obhut einer dritten Person gewesen (vgl. Urk. 3/3 F/A 23 ff.). Damit über-

einstimmend geht aus den Untersuchungsakten hervor, dass K._____ am 10. Mai 

2021 nicht in der Kindertagesstätte war (Urk. 5/2, Beilage; der 8. und 9. Mai 2021 

fielen auf ein Wochenende). 

4.5. Damit ist der Tathergang im Sinne der Anklage erstellt. Rechtserhebliche 

Zweifel bestehen keine. Sie wären durch den Umstand, dass K._____ Ende 

April/Anfang Mai 2021 zum Beschuldigten auf Distanz ging, der im Übrigen von 

seinem näheren Umfeld teilweise als gewalttätig beschrieben wird (E. III.2.3. und 

III.2.4.), weggeräumt. Zu Gunsten des Beschuldigten ist in Bezug auf die Ohrver-

letzung von einem Schlag auf das Ohr auszugehen (und nicht von einem zusätzli-

chen Reissen am Ohr), was die Anklage im Hauptpunkt formuliert und sich auch 

mit dem Gutachten R._____ deckt. Nicht zweifelhaft ist zudem, dass der Beschul-

digte wusste, dass kräftige Schläge gegen die Stirne und das Ohr eines Kleinkindes 

schmerzhafte Hämatome bewirken können. Die K._____ zugefügten Verletzungen 

nahm er in Kauf. 

4.6.  

4.6.1. Eine einfache Körperverletzung im Sinne von Art. 123 aZiff. 1 StGB begeht, 

wer vorsätzlich einen Menschen in anderer als schwerer Weise im Sinne von 

Art. 122 StGB an Körper oder Gesundheit schädigt. Begeht der Täter die Tat an 

einem Wehrlosen oder an einer Person, die unter seiner Obhut steht oder für die 

er zu sorgen hat, namentlich an einem Kind, wird er von Amtes wegen verfolgt 

(Art. 123 aZiff. 2 Abs. 3 StGB). 

Bei Blutergüssen, Schürfungen, Kratzwunden oder Prellungen ist die Abgrenzung 

der einfachen Körperverletzung zum Tatbestand der Tätlichkeiten (Art. 126 StGB) 

begrifflich nur schwer möglich. Für die Abgrenzung kommt dem Mass des verur-

sachten Schmerzes entscheidendes Gewicht zu (BGE 134 IV 189 E. 1.3 S. 191 f. 

mit Hinweisen). Wenn vom Eingriff keine äusseren Spuren bleiben, genügt schon 

- 24 -

das Zufügen erheblicher Schmerzen als Schädigung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 

StGB (BGE 107 IV 40; Urteil 6B_1079/2022 vom 8. Februar 2023 E. 6.2; je mit 

Hinweisen).

4.6.2. Der Beschuldigte schlug kräftig mit der Hand gegen die Stirne und das linke 

Ohr von K._____, wodurch der damals rund 1 2/3 Jahre junge und wehrlose 

K._____ je ein Hämatom an der Stirne und am Ohr erlitt. 

Diese objektiven Verletzungsfolgen sind nicht sehr erheblich, überschreiten aber 

die Grenze zwischen Tätlichkeit und Körperverletzung gleichwohl. Das Bundesge-

richt hat einen Faustschlag ins Gesicht, der einen Bluterguss unterhalb des linken 

Auges zur Folge hatte (BGE 119 IV 25), zwei je ca. 2 x 5 cm grosse Schwellungen 

und Rötungen im Bereich der Augenbraue und des Ohrs sowie eine Druckschmerz-

haftigkeit am unteren Rippenbogen (BGE 127 IV 59), einen harten Faustschlag ins 

Gesicht, der Schmerzen unterhalb des Auges und ein Schwindelgefühl zur Folge 

hatte (Urteil 6S.386/2003 vom 18. Mai 2004), einen Faustschlag auf die Stirn, der 

zur Anschwellung der Augen und der Stirn führte (Urteil 6B_149/2017 vom 

16. Februar 2018 E. 9.4), eine schmerzhafte Prellung des Unterkiefers, welche eine 

gewisse Behandlung und Heilungszeit erforderte (Urteil 6B_1079/2022 vom 

8. Februar 2023 E. 6.3), Hautabschürfungen an der Nase und der rechten Wange 

sowie eine Einblutung und Schleimhautabtragung in der Mundschleimhaut (Urteil 

6B_675/2018 vom 26. Oktober 2018 E. 4.3), einen Faustschlag in das Gesicht, der 

zu Nasenbluten und Druck in Kopf sowie Nase führte (Urteil 6B_1232/2021 vom 

27. Januar 2022 E. 1.3.4) und zwei Schläge mit der flachen Hand ins Gesicht, die 

eine leichte Schwellung und Rötung des Gesichts, Schmerzen am Fortsatz des 

Schläfenbeins, Blutungen im Trommelfell sowie eine kleine Schleimhautplatz-

wunde an der Oberlippe bewirkten (Urteil 6B_706/2011 vom 3. April 2012 E. 4.4.2), 

als einfache Körperverletzungen eingestuft. Durch die Schläge des Beschuldigten 

erlitt K._____ zwei Hämatome, die mindestens am Folgetag noch ersichtlich waren. 

Beim Kopf handelt es sich um eine sensible Region, dies gilt umso mehr bei einem 

Kleinkind. Keine Zweifel bestehen, dass K._____ Schmerzen zugefügt wurden, die 

mehrere Tage anhielten. Der Beschuldigte beging nicht nur ein niederschwelliges 

- 25 -

Gewaltdelikt. Ein (altrechtlich) leichter Fall im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 aAbs. 2 

StGB liegt nicht vor.

4.6.3. Den Taterfolg – die bei K._____ verursachten Hämatome – nahm der 

Beschuldigte gestützt auf das Beweisergebnis in Kauf. Damit handelte er eventua-

lvorsätzlich im Sinne von Art. 12 Abs. 2 StGB (vgl. zum Eventualvorsatz BGE 149 

IV 248 E. 6.3 S. 254 mit Hinweisen). Aufgrund eines einzigen Tatentschlusses liegt 

entgegen der Vorinstanz (Urk. 108 S. 35) eine einfache Tatbegehung vor. Der 

Beschuldigte ist demnach schuldig zu sprechen der einfachen Körperverletzung im 

Sinne von Art. 123 aZiff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 123 aZiff. 2 Abs. 3 StGB 

(zum Übergangsrecht vgl. E. IV.1.2. nachfolgend).

5. Einfache Körperverletzung vom 1. Juni 2021 (Anklage-Ziffer I lit. e)

5.1. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten vor, am 1. Juni 2021 

K._____ mit der Faust kräftig gegen das rechte Auge geschlagen zu haben. Da-

durch habe K._____ eine Einblutung in das Augenweiss des Augapfels und eine 

Einblutung des Augenoberlids erlitten (Urk. 24/1 S. 5).

5.2. Zum Anklagevorwurf liegen verschiedene Beweismittel vor. Ein Foto auf 

dem Mobiltelefon des Beschuldigten vom 1. Juni 2021 um 19.44 Uhr zeigt das ver-

letzte Auge K._____s (Urk. 3/6/8; Urk. 7/2, Foto 20210601_194429). Weiter ist auf 

einem Video ab dem Mobiltelefon der Privatklägerin vom 31. Mai 2021 um 12.51 

Uhr keine Einblutung am Auge erkennbar (Urk. 7/3, "Aufnahme von K._____"). 

Beweisgrundlage bilden auch das Gutachten R._____ (Urk. 9/19), die Aussagen 

der Privatklägerin (Urk. 3/5 F/A 78 ff., 89 ff.; Urk. 3/7 F/A 65 ff., 169; Urk. 3/9 S. 15 

f.) und des Beschuldigten (Urk. 4/3 F/A 95 ff.; Urk. 4/8 F/A 70 f., 75; Urk. 4/10 F/A 

148 ff., 230; Urk. 4/12 F/A 80 ff., 88; Prot. I S. 50 f.) sowie die WhatsApp-Kommu-

nikation zwischen der Privatklägerin und dem Beschuldigten vom 1. Juni 2021 

(Urk. 7/3, Dokument "Liste WhatsApp B._____ - A._____", S. 459 ff.). Die 

Vorinstanz erwägt, bei der Verletzung handle es sich laut Gutachten R._____ um 

eine nicht-akzidentelle, welche durch Einwirkung stumpfer Gewalt entstanden sei. 

Mit Blick auf die WhatsApp-Kommunikation seien der Beschuldigte und die Privat-

klägerin am 1. Juni 2021 am früheren Nachmittag sowie zwischen 20.32 Uhr und 

- 26 -

23.40 Uhr nicht zusammen gewesen. Die Verletzung müsse nach der Aufnahme 

des Videos vom 31. Mai 2021 entstanden sein. Der Beschuldigte sei am 1. Juni 

2021 frühestens gegen 17.00 Uhr bei der Privatklägerin angekommen. Das Foto 

habe er um 19.44 Uhr aufgenommen und um 20.32 Uhr seien erste Nachrichten 

zwischen dem Beschuldigten und der Privatklägerin ergangen. Es sei davon aus-

zugehen, dass sich die Privatklägerin und der Beschuldigte nicht unmittelbar nach 

dem Verabschieden Nachrichten gesandt hätten und der Beschuldigte deshalb 

zum Zeitpunkt des Fotos bereits alleine mit K._____ gewesen sei. Unwahrschein-

lich sei, dass K._____ die Verletzung bereits am 31. Mai 2021 erlitten habe, an-

sonsten sie der Privatklägerin am 1. Juni 2021 aufgefallen wäre und sie die Verlet-

zung auch selbst aufgenommen hätte. Für eine Täterschaft der Privatklägerin be-

stünden keinerlei Indizien. Da die Verletzung durch einen Faustschlag und nicht 

durch einen Unfall verursacht worden sei, komme niemand anders als der Beschul-

digte für die Tat in Frage (Urk. 108 S. 46 ff.). 

5.3. Es ist aufgrund der Videoaufnahme vom 31. Mai 2021 um 12.51 Uhr erstellt, 

dass die Verletzung später entstanden sein muss (Urk. 7/3, "Aufnahme von 

K._____"). Mit Blick auf die Häufigkeit der Kommunikation via WhatsApp und 

mangels Nachrichten vom 31. Mai 2021 kann weiter der Schluss gezogen werden, 

dass die Privatklägerin und der Beschuldigte den besagten Tag zusammen 

verbrachten. Am 1. Juni 2021 war die Privatklägerin abends im Stadtpark, während 

der Beschuldigte alleine auf K._____ aufpasste (Prot. I S. 54; Urk. 4/7 F/A 69). Die 

Privatklägerin erklärte betreffend die Verletzung am Auge, sie habe diese am 

1. Juni 2021 bemerkt und sich gefragt, ob sich K._____ mit dem Griff des Schop-

pens verletzt habe. Das habe sie am 7. Juni 2021 so den Kinderarzt gefragt 

(Urk. 3/5 F/A 78 ff.). Laut Arzt habe es ausgesehen, als sei ein Äderchen im Auge 

geplatzt (Urk. 3/7 F/A 66). Der Beschuldigte schilderte dazu, sie hätten beide die 

Verletzung gesehen. Weshalb man am 7. Juni 2021 mit K._____ zum Kinderarzt 

gegangen sei, wisse er nicht (Urk. 4/3 F/A 95 ff., 103). Sie seien wohl wegen der 

Augenverletzung zum Arzt gegangen, er wisse es nicht genau (Urk. 4/10 

F/A 148ff.). Er erinnere sich an das fragliche Foto. Immer, wenn er bei K._____ 

etwas gesehen habe, habe er das der Privatklägerin mitgeteilt (Urk. 4/8 F/A 70). 

Das mit dem Auge sei ihm aufgefallen, darum habe er es fotografiert und der 

- 27 -

Privatklägerin gezeigt (Urk. 4/12 F/A 80). Diese Darstellungen der Privatklägerin 

und des Beschuldigten wirken grundsätzlich konkret und anschaulich. Nicht nach-

vollziehbar ist aber, dass der Beschuldigte die Verletzung sah und fotografierte, 

aber keinerlei Angaben dazu machen konnte, wer diese (nicht unfallbedingte) 

Verletzung K._____ mittels Faustschlag hätte zufügen können. Eine solche 

Darstellung ist nur schwer nachvollziehbar und setzt bei der Glaubhaftigkeit der 

Schilderungen ein Fragezeichen. Denn aus den Erklärungen des Beschuldigten 

wird klar, dass der Beschuldigte die Verletzung fotografierte, um sie der Privat-

klägerin zu zeigen (vgl. auch Urk. 4/8 F/A 116). Dafür hätte keine Notwendigkeit 

bestanden, wäre die Privatklägerin vor Ort gewesen. Wäre die Privatklägerin 

anwesend gewesen, hätte sie die Verletzung unmittelbar begutachten können und 

wäre es nicht nötig gewesen, diese für sie fotografisch festzuhalten. Entgegen der 

Verteidigung belastet diese Aufnahme den Beschuldigten (Urk. 70 S. 13; Urk. 133 

S. 19). Die Ausführungen des Beschuldigten anlässlich der Befragung vor 

Berufungsgericht, er habe die Verletzungen für einen allfälligen Arztbesuch fotodo-

kumentiert (Urk. 132 S. 18, Urk. 133 S. 19), vermögen an dieser Stelle nicht zu 

überzeugen. Auch das Argument, es sei realitätsfremd, dass jemand von ihm ver-

ursachte Verletzungen unmittelbar nach deren Begehung selber festhalten und da-

durch gegen ihn verwendbare Beweismittel schaffen würde (Urk. 133 S. 19) dringt 

nicht durch. Vielmehr ist darin die Motivation zur vermeintlichen Transparenz und 

zur Beschwichtigung der Privatklägerin zu sehen, mit dem Ziel, den antizipierten 

Argwohn zu entkräften. Damit passt überein, dass ein entsprechendes Foto auf 

dem Mobiltelefon der Privatklägerin nicht vorhanden war (vgl. Urk. 7/3; Urk. 7/1). 

Aus der WhatsApp-Kommunikation lässt sich schlussfolgern, dass der Beschul-

digte am Nachmittag des 1. Juni 2021 frühestens gegen 17.00 Uhr bei der Privat-

klägerin erschien (Urk. 7/3, Dokument "Liste WhatsApp B._____ - A._____", S. 459 

ff.). Die Augenverletzung wurde um 19.44 Uhr fotografisch festgehalten (Urk. 7/2, 

Foto 20210601_194429) und zwischen 20.32 Uhr bis 23.54 Uhr wurde die Kom-

munikation via WhatsApp fortgeführt (Urk. 7/3, Dokument "Liste WhatsApp 

B._____ - A._____", S. 462 ff.; vgl. etwa die Nachricht der Privatklägerin an den 

Beschuldigten um 23.40 Uhr: "Bi ufem weg"). Die Privatklägerin hatte am besagten 

Abend die Wohnung (in Richtung Stadtpark) bereits verlassen, wobei nicht anzu-

- 28 -

nehmen ist, dass die Privatklägerin und der Beschuldigte gleich unmittelbar nach 

dem Verlassen der Wohnung ihre Kommunikation wieder aufnahmen. Mit der Vor-

instanz kann deshalb davon ausgegangen werden, dass der Beschuldigte (auch 

seiner Erklärung folgend) zum Zeitpunkt des Fotos bereits alleine mit K._____ war. 

Diese zeitliche Koinzidenz ist bemerkenswert. Unwahrscheinlich ist weiter, dass 

K._____ die Verletzung bereits am 31. Mai 2021 (nach der Videoaufnahme und in 

Gegenwart der Privatklägerin) oder am 1. Juni 2021 erlitt, bevor die Privatklägerin 

abends in den Stadtpark ging. In diesem Fall wäre bereits gestützt auf die Erklä-

rungen des Beschuldigten nicht notwendig gewesen, die Verletzungen für die Pri-

vatklägerin zu dokumentieren. Und diese hätte wohl selbst die Verletzungen aufge-

nommen. 

Der Gutachter Prof. Dr. med. R._____ qualifiziert die Verletzung am linken Auge 

als eine klassische durch Misshandlung verursachte Verletzung. Sie entspreche 

dem typischen Bild einer Faustschlagverletzung. Der Augapfel liege in der 

knöchernen Augenhöhle und werde bei Anstössen und Stürzen in der Regel nicht 

verletzt (Urk. 9/19 S. 44 f.). Gründe, welche ein Abweichen von der Expertise 

nahelegen würden (vgl. dazu BGE 150 IV 1 E. 2.3.3 S. 5 mit Hinweisen), sind 

auch hier keine ersichtlich. Die Argumentation der Verteidigung, wonach anstatt 

eines Faustschlags ebenso ein Hinfallen mit erheblicher Krafteinwirkung auf 

einen Gegenstand denkbar sei (Urk. 70 S. 42; Urk. 133 S. 18), vermag die Über-

zeugungskraft der Expertise nicht in Frage zu stellen. Ein Unfall kann mithin 

ausgeschlossen werden. 

5.4. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass K._____ die Verletzung 

am Auge durch einen Faustschlag zugefügt wurde, als sich dieser in der Obhut des 

Beschuldigten befand. Die Privatklägerin kommt aufgrund der dargelegten Um-

stände als Täterin nicht in Frage. Dies stimmt mit dem eingangs erwähnten (wenn 

auch schwachen) Indiz zusammen, wonach die Privatklägerin als Täterin ausser 

Betracht fällt (E. III.2.5.). In Bezug auf eine Dritttäterschaft fehlen jegliche Anhalts-

punkte. Die Privatklägerin hatte K._____ für den 1. Juni 2021 in der Kindertages-

stätte abgemeldet (Urk. 3/3 F/A 96 f.; vgl. Urk. 5/2, Beilage). Weder der Beschul-

- 29 -

digte noch die Privatklägerin geben an, K._____ sei in der fraglichen Zeit in der 

Obhut einer dritten Person gewesen (vgl. Urk. 3/3 F/A 23 ff.). 

5.5. Damit ist der Tathergang im Sinne der Anklage erstellt. Rechtserhebliche 

Zweifel bestehen keine. Sie wären durch den Umstand, dass K._____ Ende 

April/Anfang Mai 2021 zum Beschuldigten auf Distanz ging, der im Übrigen von 

seinem näheren Umfeld teilweise als gewalttätig beschrieben wird (E. III.2.3. und 

III.2.4.), weggeräumt. Nicht zweifelhaft ist zudem, dass der Beschuldigte wusste, 

dass ein kräftiger Faustschlag gegen das Auge Einblutungen im und rund ums 

Auge bewirken können. Indem er derart auf K._____ einschlug, wollte er ihm die 

fraglichen Verletzungen zufügen.

5.6. In Bezug auf die theoretischen Erwägungen zum Tatbestand der einfachen 

Körperverletzung kann auf die oben stehenden Erwägungen verwiesen werden 

(vgl. E. III.4.6.1. und 4.6.2.). Der Beschuldigte fügte K._____ die Verletzungen 

durch einen starken Faustschlag ins Gesicht zu. Damit wirkte er auf eine sensible 

Region ein. Noch viel mehr muss dies bei einem Kleinkind bejaht werden. Ein nur 

niederschwelliges Gewaltdelikt und damit ein (altrechtlich) leichter Fall im Sinne 

von Art. 123 Ziff. 1 aAbs. 2 StGB liegt nicht vor. Gestützt auf das Beweisergebnis 

wollte der Beschuldigte den Taterfolg, weshalb er mit direktem Vorsatz handelte 

(widersprüchlich die Vorinstanz in Urk. 108 S. 49 und 88). Der Beschuldigte ist 

demnach schuldig zu sprechen der einfachen Körperverletzung im Sinne von 

Art. 123 aZiff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 123 aZiff. 2 Abs. 3 StGB (zum Überg-

angsrecht vgl. E. IV.1.2. nachfolgend).

6. Versuchte schwere Körperverletzung vom 1. Mai 2021 (Anklage-Ziffer I lit. a)

6.1. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten vor, am 1. Mai 2021 

K._____ mit einem nicht bekannten Gegenstand wuchtig gegen die linke Wange 

geschlagen zu haben. Dadurch habe er K._____ in eine nahe Todesgefahr ver-

setzt, da der ungeschützte Kopf stark beschleunigt worden sei und das Risiko von 

Einblutungen in die Schädelhöhle, Verletzungen der Halsschlagadern oder auch 

Verletzungen oder gar Brüche der Halswirbelsäule bestanden habe (Urk. 24/1 

S. 3).

- 30 -

6.2. Der Anklagevorwurf fusst auf verschiedenen Beweismitteln: ein Foto von 

K._____ auf dem Mobiltelefon des Beschuldigten vom 1. Mai 2021 um 13.16 Uhr 

(Urk. 7/3, Fotos 20210501_131558; Urk. 4/9/6), das Gutachten R._____ 

(Urk. 9/19), die Aussagen der Privatklägerin (Urk. 3/9 S. 7 ff.) und des Beschuldig-

ten (Urk. 4/8 F/A 115; Urk. 4/12 F/A 28 ff.; Urk. 4/16 F/A 56 ff.; Prot. I S. 32 f.), die 

WhatsApp-Kommunikation zwischen der Privatklägerin und dem Beschuldigten 

vom 1. Juni 2021 (Urk. 7/3, Dokument "Liste WhatsApp B._____ - A._____", S. 294 

ff.) und ein Verlaufsbericht der Praxis S._____ betreffend die Krankengeschichte 

(Urk. 8/10/20 S. 5). Die Vorinstanz hält zusammengefasst fest, laut Gutachten 

R._____ lasse sich auf eine körperliche Misshandlung mit einem Gegenstand so-

wie auf eine abstrakte Lebensgefahr schliessen. Vor dem 1. Mai 2021 habe die 

Verletzung noch nicht bestanden, da K._____ am 30. April 2021 laut Verlaufsbe-

richt der Praxis S._____ im bestem Allgemeinzustand beschrieben worden sei. Auf-

grund der fehlenden WhatsApp-Kommunikation zwischen dem 30. April 2021 um 

12.07 Uhr und dem 1. Mai 2021 um 15.07 Uhr sei grundsätzlich zu schliessen, dass 

die Privatklägerin und der Beschuldigte in dieser Zeit zusammen gewesen seien. 

Erstellt sei gestützt auf das Gutachten R._____, dass K._____ mit einem 

Gegenstand geschlagen worden sei und dass dieser hätte lebensbedrohlich ver-

letzt werden können. Der Beschuldigte habe das Foto vom 1. Mai 2021 aufgenom-

men. Da er laut eigenen Aussagen immer, wenn er etwas Auffälliges festgestellt 

habe, sofort ein Foto aufgenommen habe, sei davon auszugehen, dass der 

Beschuldigte alleine mit K._____ gewesen sei, als das Foto entstanden sei. Nicht 

nachvollziehbar sei, dass der Beschuldigte K._____s Verletzung aufgenommen 

habe, aber zu deren Entstehung nichts sagen könne. Dies lasse stark an der Glaub-

haftigkeit seiner Aussagen zweifeln. Da der Beschuldigte K._____ im Zeitpunkt der 

Entstehung des Fotos betreut habe, komme ausser ihm niemand als Täter in Frage 

(Urk. 108 S. 23 ff.).

6.3. Diese vorinstanzlichen Erwägungen können mehrheitlich übernommen 

werden. Präzisierend und ergänzend kann Folgendes festgehalten werden. Die 

Privatklägerin konnte die Verletzung nicht erklären (Urk. 3/9 S. 7 ff.). Gleiches hielt 

der Beschuldigte fest. Wenn das Bild in seinem Mobiltelefon gewesen sei, dann 

bedeute dies, dass er die Aufnahme gemacht habe (Urk. 4/12 F/A 28 ff.). Den 

- 31 -

Grund der Aufnahme konnte er klar angeben (Urk. 4/8 F/A 115 ff.: "[…] immer, 

wenn ich etwas festgestellt hatte, hatte ich es fotografiert und wenn sie anwesend 

war, hatte ich ihr das immer sofort gezeigt, wenn ich bei K._____ etwas festgestellt 

habe"; "Und wenn sie nicht da war, hatte ich Fotos gemacht und ihr dann gezeigt 

oder geschickt, damit sie nicht etwas behaupten kann"; "Ich wollte einfach, dass sie 

zum Beispiel so eine Rötung wie auf diesem Bild [gemeint: die Aufnahme vom 

1. Mai 2021] auch sofort sieht. Deshalb hatte ich immer alles bei K._____, Ver-

letzungen oder was ich sonst gesehen habe, fotografiert und ihr immer gleich 

Bescheid gegeben"). Zwar wird nicht übersehen, dass der Beschuldigte später vor 

Vorinstanz – wie auch vor Berufungsgericht – relativierend festhielt, sie hätten 

manchmal auch zusammen Fotos gemacht, beispielsweise, um sie dem Kinderarzt 

zu zeigen (Prot. I S. 33 f.; Urk. 132 S. 18). Diese Erklärung wirkt zum einen nach-

geschoben. Zum andern wäre bei Anwesenheit der Privatklägerin zu erwarten, 

dass sich entsprechende Aufnahmen auch auf ihrem Mobiltelefon finden liessen. 

Dies ist nicht der Fall (vgl. Urk. 7/3; Urk. 7/1). Dass das Foto für die Privatklägerin 

und nicht für den Kinderarzt bestimmt war, zeigt schliesslich auch der Verlaufsbe-

richt der Praxis S._____. Die Verletzung vom 1. Mai 2021 blieb unerwähnt. Nach 

dem Besuch des Kinderarztes am Nachmittag des 30. April 2021 ("bester AZ 

[Allgemeinzustand]") folgt am 10. Mai 2021 die Mitteilung an die Praxisassistentin 

betreffend die Verletzungen vom 9. Mai 2021 (Urk. 8/10/20 S. 5 f.). Damit kann mit 

der Vorinstanz und entgegen der Verteidigung (Urk. 70 S. 43; Urk. 133 S. 11 f.) 

festgehalten werden, dass der Beschuldigte mit K._____ alleine war, als er das 

Foto aufnahm. Dem steht nicht entgegen, dass die Aufnahme am 1. Mai 2021 um 

13.16 Uhr entstand (Urk. 7/3, Foto 20210501_131558; vgl. Urk. 4/8 F/A 64 betref-

fend die koordinierte Weltzeit UTC) und ab dem 30. April 2021 um 14.07 Uhr bis 1. 

Mai 2021 um 17.07 Uhr keine WhatsApp-Nachrichten ausgetauscht wurden 

(Urk. 7/3, Dokument "Liste WhatsApp B._____ - A._____", S. 294; unzutreffend in 

Urk. 108 S. 25). Zwar ist das Fehlen von Nachrichten dahingehend zu würdigen, 

dass die Privatklägerin und der Beschuldigte während der besagten Zeit grundsätz-

lich zusammen waren. Hingegen schliesst dies selbstredend nicht aus, dass dies 

zwischendurch nicht der Fall war und sich K._____ kurzweilig in der Obhut der 

Privatklägerin oder des Beschuldigten befand. 

- 32 -

Richtig ist, dass das Gutachten R._____ betreffend die Verletzung an der linken 

Wange die Diagnose einer körperlichen Misshandlung stellt. Die Aufnahme vom 

1. Juni 2021 um 13.15 Uhr (gemeint: 1. Mai 2021 um 13.15 Uhr) zeige einen 

Negativabdruck des einwirkenden Objektes auf die Haut und lasse den Schluss zu, 

dass K._____ mit einem Gegenstand massiv gegen die linke Gesichtshälfte 

geschlagen worden sei. Diese Gewalteinwirkung sei als abstrakt lebensbedrohlich 

zu werten, da bei Säuglingen und Kleinkindern eine derartige Schlageinwirkung zur 

abrupten erheblichen Kopfbeschleunigung mit Einblutungen in die Schädelhöhle, 

Verletzungen der Halsschlagadern oder auch Verletzungen der Halswirbelsäule 

führen könne (Urk. 9/19 S. 41 f., 44).

Nach den überzeugenden Ausführungen von Prof. Dr. R._____ wurde K._____ 

mithin misshandelt und lassen sich seine Verletzungen nicht auf einen Unfall 

zurückführen. Die gegenteilige Ansicht der Verteidigung, wonach ebenso ein 

Hinfallen mit erheblicher Krafteinwirkung auf einen Gegenstand denkbar sei 

(Urk. 70 S. 42; Urk. 133 S. 10 f.), vermag die Überzeugungskraft der Expertise 

nicht in Frage zu stellen. Auch hier ist mit der Vorinstanz nicht nachvollziehbar, 

dass der Beschuldigte die Verletzung sah und in Abwesenheit der Privatklägerin 

fotografierte, aber keinerlei Angaben dazu machen konnte, wer diese (nicht 

unfallbedingte) Verletzung K._____ mit einem Gegenstand hätte zufügen 

können. Eine solche Darstellung ist nur schwer nachvollziehbar und belastet den 

Beschuldigten.

6.4. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass K._____ mit einem nicht 

bekannten Gegenstand wuchtig gegen die linke Wange geschlagen wurde. Der 

Beschuldigte sah und fotografierte die Verletzung an der Wange, als er alleine auf 

K._____ aufpasste. Dies belastet den Beschuldigten. Belastet wird der Beschul-

digte zudem durch die Tatsache, dass er K._____ wenig später am 9. Mai 2021 

und 1. Juni 2021 Schläge gegen den Kopf verabreichte und ihn somit in ähnlicher 

Art und Weise misshandelte (E. III.4. und III.5.). Auf der anderen Seite deutet nichts 

auf eine Urheberschaft der Privatklägerin. In Bezug auf eine Dritttäterschaft fehlen 

abermals jegliche Anhaltspunkte. Am 1. Mai 2021 war K._____ nicht in der Kinder-

tagesstätte (Urk. 5/2, Beilage). Weder der Beschuldigte noch die Privatklägerin 

- 33 -

geben an, K._____ sei in der fraglichen Zeit in der Obhut einer dritten Person 

gewesen (vgl. Urk. 3/3 F/A 23 ff.).

6.5. Damit ist der Tathergang im Sinne der Anklage erstellt. Rechtserhebliche 

Zweifel bestehen keine. Sie wären durch den Umstand, dass K._____ just ab der 

fraglichen Zeit zum Beschuldigten auf Distanz ging, der im Übrigen von seinem 

näheren Umfeld teilweise als gewalttätig beschrieben wird (E. III.2.3. und III.2.4.), 

weggeräumt. Nicht zweifelhaft ist zudem, dass der Beschuldigte wusste, dass ein 

kräftiger Schlag mit einem Gegenstand gegen den Kopf eines Kleinkindes lebens-

gefährlich sein kann. Der Beschuldigte erklärte vor Schranken, bei Schlägen gegen 

den Kopf könne vieles passieren. "Das Hirn wackelt fest hin und her und dann gibt 

es Hirnfehler" (Prot. I S. 31). Indem er K._____ im Wissen darum gleichwohl kräftig 

gegen den Kopf schlug, nahm er in Kauf, ihn lebensgefährlich zu verletzen. 

6.6.  

6.6.1. Gemäss aArt. 122 StGB macht sich strafbar, wer vorsätzlich einen Menschen 

lebensgefährlich verletzt, wer vorsätzlich den Körper, ein wichtiges Organ oder 

Glied eines Menschen verstümmelt oder ein wichtiges Organ oder Glied unbrauch-

bar macht, einen Menschen bleibend arbeitsunfähig, gebrechlich oder geisteskrank 

macht, das Gesicht eines Menschen arg und bleibend entstellt oder wer vorsätzlich 

eine andere schwere Schädigung des Körpers oder der körperlichen oder geistigen 

Gesundheit eines Menschen verursacht.

6.6.2. K._____ erlitt abgesehen von einer grossflächigen Verletzung an der linken 

Wange keine weiteren Verletzungen und schwebte nicht in Lebensgefahr. Somit ist 

der Taterfolg, eine Schädigung im Sinne von aArt. 122 StGB, nicht eingetreten und 

der objektive Tatbestand ist nicht erfüllt. Zu prüfen ist, ob eine versuchte schwere 

Körperverletzung gemäss aArt. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB zu 

bejahen ist.

6.6.3. Ein Versuch gemäss Art. 22 Abs. 1 StGB liegt vor, wenn der Täter, nachdem 

er mit der Ausführung eines Verbrechens oder Vergehens begonnen hat, die straf-

bare Tätigkeit nicht zu Ende führt oder wenn der zur Vollendung der Tat gehörende 

- 34 -

Erfolg nicht eintritt oder dieser nicht eintreten kann. Schlägt der Täter ein Kleinkind 

wuchtig mit einem Gegenstand gegen das Gesicht, hat er offensichtlich den ent-

scheidenden Schritt zu einer möglichen schweren Körperverletzung vollzogen und 

auch alles dafür getan, den verpönten Erfolg eintreten zu lassen. Deshalb ist von 

einem vollendeten Versuch einer schweren Körperverletzung auszugehen. Die 

objektiven Voraussetzungen sind erfüllt.

6.6.4. Ein Versuch gemäss Art. 22 Abs. 1 StGB setzt Vorsatz in Bezug auf die 

Erfüllung aller objektiven Merkmale des betreffenden Tatbestands voraus. Even-

tualvorsatz genügt den Anforderungen, soweit der Straftatbestand nicht eine 

abweichende Vorsatzform erfordert (DONATSCH/GODENZI/TAG, Strafrecht I, Verbre-

chenslehre, 10. Aufl. 2022, S. 140). Der Tatbestand der schweren Körperver-

letzung setzt mindestens Eventualvorsatz voraus (ANDREAS DONATSCH, Strafrecht 

III, Delikte gegen den Einzelnen, 11. Aufl. 2018, S. 54).

6.6.5. Nach ständiger Rechtsprechung ist Eventualvorsatz gegeben, wenn der 

Täter den Eintritt des Erfolgs beziehungsweise die Tatbestandsverwirklichung für 

möglich hält, aber dennoch handelt, weil er den Erfolg für den Fall seines Eintritts 

in Kauf nimmt, sich mit ihm abfindet, mag er ihm auch unerwünscht sein (BGE 149 

IV 248 E. 6.3 S. 254 mit Hinweisen). Für den Nachweis des Vorsatzes kann sich 

das Gericht – soweit der Täter nicht geständig ist – regelmässig nur auf äusserlich 

feststellbare Indizien und auf Erfahrungsregeln stützen, die ihm Rückschlüsse von 

den äusseren Umständen auf die innere Einstellung des Täters erlauben. Zu den 

äusseren Umständen, aus denen der Schluss gezogen werden kann, der Täter 

habe die Tatbestandsverwirklichung in Kauf genommen, zählt auch die Grösse des 

dem Täter bekannten Risikos der Tatbestandsverwirklichung und die Schwere der 

Sorgfaltspflichtverletzung. Je grösser dieses Risiko ist und je schwerer die Sorg-

faltspflichtverletzung wiegt, desto eher darf gefolgert werden, der Täter habe die 

Tatbestandsverwirklichung in Kauf genommen (BGE 147 IV 439 E. 7.3.1 S. 448; 

135 IV 12 E. 2.3.2 S. 17; 134 IV 26 E. 3.2.2 S. 28 f.; je mit Hinweisen).

6.6.6. Bei der Kopfregion handelt es sich um einen besonders sensiblen Bereich 

des menschlichen Körpers. Kopfverletzungen, insbesondere Verletzungen der 

Hirnregion, können gravierende Folgen nach sich ziehen. Nach der bundesgericht-

- 35 -

lichen Rechtsprechung ist für die Erfüllung des Tatbestandes der schweren Körper-

verletzung nicht vorausgesetzt, dass neben den eigentlichen Schlägen gegen den 

Kopf ein aggravierendes Moment, etwa eine besondere Heftigkeit der Tritte, die 

Wehrlosigkeit des Opfers, die Traktierung mit weiteren Gegenständen oder die Ein-

wirkung mehrerer Personen, hinzutreten muss (Urteil 6B_402/2022 vom 24. April 

2023 E. 1.5 mit Hinweisen). Die Rechtsprechung bejahte verschiedentlich eine 

(versuchte) schwere Körperverletzung, dies insbesondere bei wiederholten Faust-

schlägen, bei einem heftigen Schlag ins Gesicht von körperlich beeinträchtigten 

bzw. in ihrem Reaktionsvermögen eingeschränkten Opfern sowie beim (sich 

verwirklichten) Risiko eines unkontrollierten Sturzes auf den Boden (Urteil 

6B_321/2023 vom 16. Juni 2023 E. 3.2.5 mit Hinweisen). 

6.6.7. Die Vorinstanz gelangt zur Überzeugung, dass für K._____ aufgrund des 

heftigen Schlages gegen die linke Gesichtshälfte eine abstrakte Lebensgefahr 

bestand (Urk. 108 S. 28 f.). Diese Schlussfolgerung ist zu übernehmen. Sie basiert 

auf den Erklärungen des Gutachters, wonach bei Säuglingen und Kleinkindern eine 

derartige Schlageinwirkung zur abrupten erheblichen Kopfbeschleunigung mit 

Einblutungen in die Schädelhöhle, Verletzungen der Halsschlagadern oder auch 

Verletzungen der Halswirbelsäule führen könne (Urk. 9/19 S. 44).

Der Beschuldigte schlug K._____ wuchtig mit einem unbekannten Gegenstand ins 

Gesicht. Schlag und Gegenstand waren derart, dass sie im Gesicht von K._____ 

einen Negativabdruck des Objekts hinterliessen. Die Handlung des Beschuldigten 

wiegt schwer. Es bedarf keiner besonderen Intelligenz, um zu erkennen, dass ein 

solcher Schlag gegen das Gesicht eines Kleinkinds, welches den Schlag nicht 

abwehren und nicht ausweichen kann, einen lebensgefährlichen Zustand oder 

schwere bleibende Schädigungen verursachen kann. Der Beschuldigte wusste, 

dass ein kräftiger Schlag mit einem Gegenstand gegen den Kopf eines Kleinkindes 

lebensgefährlich sein kann (s. vorstehend). Nicht entlastet wird der Beschuldigte, 

indem Prof. Dr. med. R._____ die geschaffene Gefahr als abstrakt lebensgefährlich 

bezeichnet. Dass die vorhandene und erkennbare Gefahr letztlich nicht in eine 

schwere Verletzung umgeschlagen ist, der Taterfolg der schweren Körperverlet-

zung nicht eingetreten ist, belegt nicht, dass die Gefahr lediglich theoretisch und für 

- 36 -

den Beschuldigten nicht vorhersehbar war. Gegenteiliges anzunehmen hätte zur 

Folge, dass ein Vorsatz bei einer nur versuchten schweren Körperverletzung nie 

denkbar wäre. Ein Eventualvorsatz muss hier selbst für den Fall bejaht werden, 

wenn man annimmt, das Risiko einer schweren Körperverletzung sei nicht hoch 

gewesen. Eventualvorsatz kann auch vorliegen, wenn der Eintritt des tatbestands-

mässigen Erfolgs nicht sehr wahrscheinlich, sondern bloss möglich war. Doch darf 

nicht allein aus dem Wissen des Täters um die Möglichkeit des Erfolgseintritts auf 

dessen Inkaufnahme geschlossen werden. Vielmehr müssen weitere Umstände 

hinzukommen (BGE 133 IV 9 E. 4.1 S. 17 mit Hinweisen; BGE 133 IV 1 E. 4.5 S. 6 

f.). Solche Umstände liegen namentlich vor, wenn der Täter das ihm bekannte Ri-

siko nicht kalkulieren und dosieren kann und das Opfer keine Abwehrchancen hat 

(BGE 133 IV 1 E. 4.5 S. 7 mit Hinweisen). Indem der Beschuldigte wuchtig mit ei-

nem unbekannten Gegenstand gegen das Gesicht von K._____ schlug, konnte er 

das geschaffene Risiko (etwa das Risiko von Einblutungen in die Schädelhöhle) 

nicht kalkulieren und kontrollieren. Darüber hinaus hatte der damals rund 1 2/3 

Jahre junge K._____ keine Möglichkeit, dem Schlag auszuweichen oder ihn abzu-

wehren. Es ist nicht erkennbar, inwiefern der Beschuldigte die Gefahr durch eige-

nes Verhalten hätte abwenden können. Das wuchtige Schlagen mit einem Gegen-

stand gegen den Kopf verdeutlicht vielmehr, dass er das Geschehen preisgab und 

nicht ernsthaft auf einen glimpflichen Ausgang vertrauen konnte. Der Nichteintritt 

des Erfolgs hing überwiegend von Glück und Zufall ab. 

Dem Beschuldigten musste sich bei seinem Übergriff die Möglichkeit schwerer 

Körperverletzungen als so wahrscheinlich aufdrängen, dass sein Verhalten – ent-

gegen der Verteidigung (Urk. 133 S. 11) – vernünftigerweise als Billigung dieses 

Erfolgs ausgelegt werden muss.

6.7. Der Beschuldigte ist schuldig zu sprechen der versuchten schweren Körper-

verletzung im Sinne von aArt. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB 

(zum Übergangsrecht vgl. E. IV.1.2. nachfolgend).

- 37 -

7. Versuchte schwere Körperverletzung vom 28./29. Mai 2021 (Anklage-Ziffer I 
lit. c)

7.1. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten vor, K._____ zwischen dem 

28. und 29. Mai 2021 am Oberkörper respektive an den Oberarmen gepackt und 

äusserst gewaltsam geschüttelt zu haben, so dass sich der Rücken extrem gebeugt 

und überstreckt habe. Eventuell habe der Beschuldigte K._____ an den Füssen 

oder Beinen gepackt und ihn hin und her geschleudert. Dadurch habe der Beschul-

digte den 8. Brustwirbelkörper des Kleinkindes gebrochen. Es habe die Gefahr 

einer invalidisierenden Querschnittslähmung, cerebraler Nervenverletzungen oder 

schwerer (damit tödlicher) inneren Blutungen und damit gesamthaft invalidisieren-

der und lebensbedrohlicher Verletzungen bestanden. Als Folge des Bruchs des 

8. Brustwirbelkörpers habe K._____ in den kommenden Wochen starke, in die 

Hüfte ausstrahlende Schmerzen gehabt, welche dazu geführt hätten, dass K._____ 

nicht mehr habe gehen wollen und nur eingeschränkt gekrabbelt habe (Urk. 24/1 

S. 4).

7.2. Zum Anklagevorwurf liegen verschiedene Beweismittel vor: ein Gutachten 

des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Zürich von Prof. Dr. med. T._____ 

vom 24. August 2021 (Urk. 9/3, nachfolgend: Gutachten T._____), das Gutachten 

R._____ (Urk. 9/19), die Aussagen der Privatklägerin (Urk. 3/9 S. 11 ff.; Urk. 3/5 

F/A 53) und des Beschuldigten (Urk. 4/2 F/A 23 ff.; Urk. 4/8 F/A 34 ff.; Urk. 4/12 F/A 

57 ff.; Urk. 4/15 S. 14 f.; Urk. 4/16 F/A 69 ff.; Prot. I S. 41 ff.), die Aussagen von 

G._____ als Leiterin der Kindertagesstätte (Urk. 5/2) sowie die WhatsApp-

Kommunikation zwischen der Privatklägerin und dem Beschuldigten (Urk. 7/3, 

Dokument "Liste WhatsApp B._____ - A._____", S. 449 ff.). In Würdigung dieser 

Beweismittel erwägt die Vorinstanz, laut Gutachten könne die Impressionsfraktur 

des 8. Brustwirbelkörpers durch peitschenschlagartige Bewegungen der Wirbel-

säule bei einem Schüttelvorgang entstehen und komme zusammen mit einem 

Schütteltrauma vor. Laut Gutachten sei es wahrscheinlich, dass K._____ unmittel-

bar vor dem erstmaligen Auftreten der Gehverweigerung am 29. Mai 2021 das 

Trauma der Wirbelsäule erlitten habe. Derartige Verletzungen der Wirbelsäule 

könnten mit Schädigungen des Rückenmarks und von Nervenfasern einhergehen, 

so dass das Risiko einer schweren Gesundheitsschädigung mit körperlicher Behin-

- 38 -

derung bestehe. Die Vorinstanz unterstreicht, dass die Gehverweigerung erstmals 

am 29. Mai 2021 aufgefallen sei. Diese sei laut Gutachten R._____ unmittelbare 

Folge des Bruchs der Brustwirbelsäule gewesen, wobei dieser durch einen Schüt-

telvorgang entstanden sei. In der Kindertagesstätte seien am 28. Mai 2021 keine 

Besonderheiten festgestellt worden. Am Abend des 28. Mai 2021 sei K._____ min-

destens eine kürzere Zeit alleine mit dem Beschuldigten gewesen. Für die Verlet-

zung des Brustwirbels lägen keine Anhaltspunkte vor, dass die Privatklägerin 

K._____ diese Verletzung hätte zufügen können. Mangels Anhaltspunkte für einen 

Unfall sei davon auszugehen, dass die Verletzung misshandlungsbedingt sei. Da 

der Beschuldigte am Vorabend der aufgetretenen Gehverweigerung, mithin am 

28. Mai 2021 alleine mit K._____ gewesen sei und keine Indizien für eine Dritttä-

terschaft vorlägen, komme als Täter lediglich der Beschuldigte in Frage (Urk. 108 

S. 36 ff.).

7.3. K._____ erlitt laut Gutachten T._____ und R._____ einen Deckplattenim-

pressionsbruchs des 8. Brustwirbelkörpers (Urk. 9/19 S. 38; Urk. 9/3 S. 24). Dieser 

Bruch fiel erst nach erneuter Durchsicht der Kernspintomographie im Kinderspital 

Zürich auf und wurde dem IRM Zürich nach der Obduktion mitgeteilt (Urk. 9/3 

S. 34).

Unbestritten und erstellt ist, dass K._____ den Freitag, 28. Mai 2021 in der Kinder-

tagesstätte verbrachte (Prot. I S. 44; Urk. 3/9 S. 12; Urk. 5/2, Beilage). Dies trifft 

auch auf die unmittelbar vorangegangenen Betreuungstage am Dienstag und Don-

nerstag (25. und 27. Mai 2021) zu (Urk. 3/1 F/A 34 f.; Urk. 5/2, Beilage). K._____s 

Verhalten in der besagten Woche in der Kindertagesstätte wurde als unauffällig 

bezeichnet (Urk. 5/2 F/A 52 ff.). Die Gehverweigerung fiel der Privatklägerin und 

dem Beschuldigten am Morgen des 29. Mai 2021 auf (Urk. 3/9 S. 11; Urk. 4/2 

F/A 25 ff.). Am gleichen Tag wurde in der Kinder Permanence der Verdacht auf 

einen Hüftschnupfen (eine vorübergehende Entzündung eines Hüftgelenks mit 

typischerweise deutlicher Ergussbildung und laborchemischem Anstieg von 

Entzündungsparametern, Urk. 9/19 S. 48) gestellt, nachdem berichtet wurde, dass 

K._____ seit dem Morgen Probleme mit dem rechten Fuss habe, das Draufstellen 

und Belasten verweigere und im Rahmen der Untersuchung deutliche Schmerzen 

- 39 -

beim Beugen der Hüfte links festgestellt wurden (Urk. 8/11/6). Diese am 29. Mai 

2021 aufgetretene Gehverweigerung sei laut Gutachten R._____ hochgradig 

verdächtig auf eine unmittelbare Reaktion von K._____ auf die Verletzung der 

Brustwirbelsäule. Aus rechtsmedizinischer Sicht sei es deshalb wahrscheinlich, 

dass K._____ unmittelbar vor dem erstmaligen Auftreten der Gehverweigerung am 

29. Mai 2021 das Trauma der Wirbelsäule erlitten habe (Urk. 9/19 S. 49). Diese 

überzeugende gutachterliche Einschätzung wird durch das Gutachten T._____ 

nicht umgestossen. Danach könne nicht ausgeschlossen werden, dass die Sym-

ptome auf einen Bruch der Brustwirbelsäule hinweisen könnten. Als weitere Mög-

lichkeit könnten die Auffälligkeiten des Gangbildes unabhängig und zufällig vor dem 

Zuzug des Brustwirbelkörperbruches bestanden haben (Urk. 9/3 S. 35). Gestützt 

darauf stellt sich die Verteidigung auf den Standpunkt, die Gehverweigerung sei 

unabhängig von der Brustwirbelfraktur aufgetreten (Urk. 70 S. 46; Urk. 133 S. 15 

f.). Diese im Gutachten T._____ aufgeworfene, aber nicht näher begründete wei-

tere Möglichkeit scheint eher theoretischer Natur zu sein. Prof. Dr. med. R._____ 

unterstreicht, bei K._____ habe zu keinem Zeitpunkt eine konkret fassbare Ursache 

für die Gehverweigerung in Form eindeutiger klinischer Befunde oder 

Laborparameter festgestellt werden können (Urk. 9/19 S. 48). Auf dessen schlüs-

sige Einschätzung, die sich grundsätzlich auch im Gutachten T._____ findet, ist 

abzustellen.

Erstellt ist damit, dass K._____ die Gehverweigerung nach dem Besuch der Kin-

dertagesstätte am Freitag, 28. Mai 2021, entwickelte und diese am nächsten Mor-

gen festgestellt wurde. Erstellt ist weiter, dass die Gehverweigerung eine unmittel-

bare Reaktion auf die Verletzung der Brustwirbelsäule darstellte. Die Privatklägerin 

führte aus, sie sei am 28. Mai 2021 abends in den Stadtpark gewesen, während 

der Beschuldigte zuhause K._____ gehütet habe. Sie sei höchstens 30 Minuten 

weg gewesen, möglicherweise sei sie auch länger abwesend gewesen (Urk. 3/9 

S. 12). Der Beschuldigte hielt dazu fest, es sei möglich, dass er vom Freitag, 28. 

Mai 2021, auf Samstag, 29. Mai 2021, bei der Privatklägerin übernachtet habe 

(Urk. 4/2 F/A 28). Ebenfalls sei es möglich, dass er am besagten Abend alleine mit 

K._____ gewesen sei, er wisse es nicht mehr (Prot. I S. 45). Die Darstellung der 

Privatklägerin stellt der Beschuldigte mithin nicht in Abrede. Sie wird durch die 

- 40 -

WhatsApp-Kommunikation gestützt. Diese zeigt in einer ersten Phase, dass die Pri-

vatklägerin und der Beschuldigte am besagten Tag zwischen 12.39 Uhr und 20.31 

Uhr keine WhatsApp-Nachrichten austauschten, was dafür spricht, dass sie in die-

ser Zeit zusammen waren (Urk. 7/3, Dokument "Liste WhatsApp B._____ - 

A._____", S. 451). Dies wird durch den Auswertungsbericht der Kantonspolizei vom 

21. Juni 2022 nicht umgestossen. Gemäss RTI-Daten wurde das Mobiltelefon der 

Privatklägerin am 28. Mai 2021 zwischen ca. 16.09 Uhr und ca. 17.07 Uhr im 

Stadtpark beim Spielplatz lokalisiert. Das Mobiltelefon des Beschuldigten wurde 

(entgegen dem unzutreffenden Vorhalt durch die Staatsanwaltschaft anlässlich der 

Befragung des Beschuldigten am 5. Oktober 2022, Urk. 4/16 F/A 69) um 16.56 Uhr 

und 17.01 Uhr ebenfalls am besagten Ort lokalisiert, ohne dass im Übrigen längere 

Zeitbereiche festgestellt werden konnten (Urk. 1/5 S. 7 f.). In einer zweiten Phase 

tauschten die Privatklägerin und der Beschuldigte aber ab 20.31 Uhr bis spätnachts 

um 02.21 Uhr WhatsApp-Nachrichten aus. Solches zeigt, dass die Privatklägerin 

und der Beschuldigte damals getrennt waren. Dies geht einher mit der Schilderung 

der Privatklägerin, am Abend sei eine Kollegin auf Besuch gekommen, die sie in 

den Stadtpark zurückbegleitet habe. Sie sei höchstens 30 Minuten respektive 

möglicherweise auch länger abwesend gewesen (Urk. 3/9 S. 12). Entgegen der 

Verteidigung (Urk. 133 S. 17) impliziert sodann der Umstand, dass die Privat-

klägerin dem Beschuldigten um 20.31 Uhr folgende WhatsApp-Nachricht schrieb: 

"26.6.2020 folg 48 staffel 2" (Urk. 7/3, Dokument "Liste WhatsApp B._____ - 

A._____", S. 451) nicht, dass die Privatklägerin gerade TV schaute und sich ent-

sprechend mit K._____ alleine zuhause aufhielt. Es ist diesbezüglich – wie bereits 

ausgeführt – auf die glaubhaften Schilderungen der Privatklägerin abzustellen, wel-

che durch die WhatsApp-Kommunikation gestützt und vom Beschuldigten selbst 

auch nicht in Abrede gestellt werden.

Zur Entstehung der Verletzung wird im Gutachten R._____ dargelegt, unfallbe-

dingte Brüche der Wirbelsäule fänden sich bei Kindern ausgesprochen selten, näm-

lich nur nach erheblichen Gewalteinwirkungen wie beispielsweise schweren Stür-

zen aus der Höhe oder Verkehrsunfällen. Ohne plausible Anamnese seien Verlet-

zungen der Wirbelsäule hochsuspekt auf eine misshandlungsbedingte Ursache. 

Derartige Verletzungen seien die Folgen massiver Gewalteinwirkung durch ex-

- 41 -

treme Beugungs- und Überstreckungsbewegungen der Wirbelsäule, wie sie auch 

beim Schütteltrauma auftreten würden. Der bei K._____ festgestellte Bruch lasse 

auf eine massive Peitschenschlagbewegung der Wirbelsäule schliessen. Dass 

K._____ zwischen zwei Erwachsenen Personen über eine kurze Distanz in auf-

rechter Position einige Male hin- und hergeworfen worden sei, sei nicht geeignet, 

die festgestellte Wirbelsäulenverletzung hervorzurufen (Urk. 9/19 S. 47 ff.). Triftige 

Gründe, die ein Abweichen von diesen gutachterlichen Erklärungen nahelegen 

würden, sind auch hier keine ersichtlich. Ein Unfall wird von keiner Seite konkret 

behauptet und kann mithin ausgeschlossen werden. 

7.4. Damit kann festgehalten werden, dass der Deckplattenimpressionsbruch 

des 8. Brustwirbelkörpers K._____ in der Zeitspanne zwischen dem Verlassen der 

Kindertagesstätte am 28. Mai 2021 und dem folgenden Morgen vom 29. Mai 2021 

zugefügt wurde. In dieser Phase war K._____ zeitweise in der alleinigen Obhut des 

Beschuldigten. Dies belastet den Beschuldigten. Belastet wird der Beschuldigte 

zudem durch die Tatsache, dass er K._____ bereits am 1. und 9. Mai 2021 massive 

Schläge gegen den Kopf verabreicht hatte und die Misshandlungen wenige Tage 

später am 1. Juni 2021 fortsetzte (E. III.6., III.4., III.5.). Auf der anderen Seite deutet 

nichts auf eine Urheberschaft der Privatklägerin, selbst wenn sie selbstredend auch 

die Gelegenheit gehabt hätte, K._____ die entsprechende Verletzung zuzufügen. 

In Bezug auf eine Dritttäterschaft fehlen – entgegen der Verteidigung (Urk. 133 

S. 17) – abermals jegliche Anhaltspunkte. Weder der Beschuldigte noch die Privat-

klägerin geben an, K._____ sei nach dem Verlassen der Kindertagesstätte am 28. 

Mai 2021 in der Obhut einer dritten Person gewesen. Soweit die Verteidigung fest-

hält, es sei auch möglich, dass K._____ die Gewalttätigkeiten in der Kindertages-

stätte zugefügt worden seien (Urk. 70 S. 3 und 47), ist dies richtig. Konkrete An-

haltspunkte dafür liegen aber mit der Vorinstanz keine vor (Urk. 108 S. 56), weshalb 

der Einwand des Beschuldigten nicht über eine theoretische Möglichkeit hinaus-

geht. Anlässlich der Berufungsverhandlung führte der Beschuldigte denn hierzu 

auch an, es sei noch alles gut gewesen und K._____ sei noch gelaufen, als sie ihn 

am 28. Mai 2021 von der Kindertagesstätte abgeholt hätten; am nächsten Tag sei 

dem nicht mehr so gewesen (Urk. 132 S. 20).

- 42 -

7.5. Damit ist der Tathergang im Sinne der Anklage erstellt. Rechtserhebliche 

Zweifel bestehen keine. Sie wären durch den Umstand, dass K._____ Ende 

April/Anfang Mai zum Beschuldigten auf Distanz ging, der im Übrigen von seinem 

näheren Umfeld teilweise als gewalttätig beschrieben wird (E. III.2.3. und III.2.4.), 

weggeräumt. Zu Gunsten des Beschuldigten ist davon auszugehen, dass er 

K._____ nicht an Füssen oder Beinen packte und ihn derart gewaltsam hin und her 

schleuderte, sondern dass er K._____ am Oberkörper packte und ihn äusserst 

gewaltsam schüttelte. Wie bereits ausgeführt, wusste der Beschuldigte, was bei 

einem Schlag gegen den Kopf eines Kleinkindes passieren kann (E. III.6.5.). Auch 

war ihm bekannt, dass kräftiges Schütteln eines Kleinkindes Verletzungen von 

Rücken und Gehirn, vor allem auch zu Nervenverletzungen und Blutungen im 

Gehirn führen und schliesslich tödlich enden können (Prot. I S. 60 f.). Der Beschul-

digte erklärte, kleine Kinder seien zerbrechlich und ihre Knochen seien noch nicht 

stabil (Urk. 4/8 F/A 12). Indem er K._____ im Wissen darum gleichwohl äusserst 

gewaltsam schüttelte, nahm er in Kauf, ihm invalidisierende und lebensbedrohliche 

Verletzungen zuzufügen. 

7.6.  

7.6.1. Zum Tatbestand der schweren Körperverletzung im Sinne von aArt. 122 

StGB kann auf die vorstehenden Erwägungen verwiesen werden (E. III.6.6.1).

7.6.2. Durch die Misshandlung zeigte K._____ in der Folge eine Gehverweigerung. 

Der Deckplattenimpressionsbruch des 8. Brustwirbelkörpers bewirkte keine lebens-

gefährliche Verletzung (Urk. 9/19 S. 48). Der Taterfolg, eine Schädigung im Sinne 

von aArt. 122 StGB, ist nicht eingetreten und der objektive Tatbestand ist nicht 

erfüllt. Zu prüfen ist, ob eine versuchte schwere Körperverletzung gemäss aArt. 122 

StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB zu bejahen ist.

7.6.3. Zur Strafbarkeit des Versuchs und zum Eventualvorsatz kann auf die vor-

stehenden Erwägungen verwiesen werden (E. III.6.6.3.-6.6.5.). 

7.6.4. Es wurde im Zusammenhang mit der Misshandlung vom 1. Mai 2021 

(Anklage-Ziffer I lit. a) ausgeführt, dass der Beschuldigte durch das wuchtige Schla-

- 43 -

gen mit einem Gegenstand gegen den Kopf eines Kleinkindes die Zufügung einer 

schweren Körperverletzung in Kauf genommen hat (E. III.6.6.7.). Nichts anderes 

gilt, wenn der Täter ein Kleinkind äusserst gewaltsam schüttelt. Prof. Dr. med. 

R._____ unterstreicht, das Schütteltrauma zähle zu den schwersten Formen der 

Kindesmisshandlung. Es bestehe wissenschaftlicher Konsens darüber, dass das 

Schütteln so gewaltsam sei, dass die Gefährlichkeit und Lebensbedrohlichkeit der 

Gewalteinwirkung auch für den medizinischen Laien unmittelbar erkennbar seien 

(Urk. 9/19 S. 37). Die Handlung des Beschuldigten wiegt schwer. Auch bei miss-

handelten Kindern finden sich Verletzungen der Wirbelsäule nur in 2 bis 3 % der 

Fälle, was offenbart, dass die K._____ zugefügte Verletzung die Folge massiver 

Gewalt war (Urk. 9/19 S. 47 f.). Der Beschuldigte wusste, dass ein starkes Schüt-

teln eines Kleinkinds invalidisierende und lebensbedrohliche Verletzungen zur 

Folge haben kann. Auch bei diesem Vorfall gilt es zu unterstreichen, dass die Ge-

fahr nicht nur theoretischer Natur und für den Beschuldigten nicht vorhersehbar 

war. Indem der Beschuldigte derart auf K._____ einwirkte, konnte er das geschaf-

fene Risiko (etwa einer Querschnittlähmung durch Schädigungen des Rücken-

markes und von Nervenfasern) nicht kalkulieren und kontrollieren. Es ist nicht 

erkennbar, inwiefern der Beschuldigte, während er K._____ massiv schüttelte, die 

Gefahr durch eigenes Verhalten hätte abwenden können. Vielmehr verdeutlichen 

die Misshandlungen, dass der Beschuldigte das Geschehen preisgab und nicht 

ernsthaft auf einen glimpflichen Ausgang vertrauen konnte. Der Nichteintritt des 

Erfolgs hing abermals überwiegend von Glück und Zufall ab.

Dem Beschuldigten musste sich bei seinem Übergriff die Möglichkeit schwerer 

Körperverletzungen als so wahrscheinlich aufdrängen, dass sein Verhalten ver-

nünftigerweise als Billigung dieses Erfolgs ausgelegt werden muss.

7.7. Der Beschuldigte ist schuldig zu sprechen der versuchten schweren Körper-

verletzung im Sinne von aArt. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB 

(zum Übergangsrecht vgl. E. IV.1.2. nachfolgend). 

- 44 -

8. Einfache Körperverletzung vom 30. Mai 2021 (Anklage-Ziffer I lit. d)

8.1. Dem Beschuldigten wird zur Last gelegt, am 30. Mai 2021 K._____ mit der 

Hand oder Faust, eventuell mit einem Gegenstand, heftig gegen dessen Stirne 

geschlagen zu haben. Dadurch habe er K._____ ein grosses und schmerzhaftes 

Hämatom auf der Stirne zugeführt (Urk. 24/1 S. 4 f.).

8.2. Betreffend den Anklagevorwurf liegen verschiedene Beweismittel vor: ein 

Video von K._____ auf dem Mobiltelefon der Privatklägerin vom 31. Mai 2021 um 

12.51 Uhr (Urk. 7/3, "Aufnahme von K._____"), das Gutachten R._____ (Urk. 9/19), 

die Aussagen der Privatklägerin (Urk. 3/7 F/A 169) und des Beschuldigten (Urk. 4/8 

F/A 63 ff.; Prot. I S. 54), die WhatsApp-Kommunikation zwischen der Privatklägerin 

und dem Beschuldigten vom 30. Mai 2021 (Urk. 7/3, Dokument "Liste WhatsApp 

B._____ - A._____", S. 453 ff.) sowie die Akten der Kinder Permanence 

(Urk. 8/11/6). Die Vorinstanz erwägt zusammengefasst, die Videoaufnahme vom 

31. Mai 2021 zeige K._____ mit einer Beule auf der Stirn. Gemäss Gutachten 

R._____ gehöre die Stirn bei einem Kleinkind zu den sturz- und anstosstypischen 

Regionen. In Kombination mit der Verletzung an Auge und Wange sei sie zumin-

dest als verdächtig für eine nicht-akzidentelle Entstehung durch Schlageinwirkung 

anzusehen. Die WhatsApp-Kommunikation vom 30. Mai 2021 ab 22.46 Uhr zeige, 

dass die Privatklägerin und der Beschuldigte am besagten Abend nicht zusammen 

gewesen seien. Dies entspreche auch der Darstellung des Beschuldigten, wonach 

er K._____ am Abend vom 30. Mai 2021 alleine gehütet habe. Von einem Hämatom 

sei am 29. Mai 2021 beim Besuch der Kinder Permanence nichts vermerkt worden. 

Mithin müsse das Hämatom nach diesem Besuch entstanden sein. Das Gutachten 

R._____ gehe davon aus, dass das Hämatom insbesondere in Kombination mit der 

Verletzung an Auge und Wange verdächtig für eine nicht-akzidentelle Entstehung 

sei. Die Verletzung an der Wange stamme jedoch vom 1. Mai 2021 und nicht, wie 

vom Gutachter angenommen, vom 1. Juni 2021. Da die Kombination der Verlet-

zung an der Stirn mit der Verletzung an der Wange nicht für die Begründung für 

eine Misshandlung herangezogen werden könne, lasse sich der Sachverhalt nicht 

abschliessend erstellen (Urk. 108 S. 44 f.).

- 45 -

8.3. Diese vorinstanzlichen Erwägungen können grundsätzlich übernommen 

werden. Richtig ist, dass Prof. Dr. med. R._____ das Hämatom an der Stirn in Kom-

bination mit weiteren Verletzungen am Auge und Wange als verdächtig für eine 

nicht-akzidentelle Entstehung durch Schlageinwirkung qualifiziert (Urk. 9/19 S. 45). 

Die Verletzung an der Wange stammt jedoch bereits vom 1. Mai 2021 und die Ver-

letzung am Auge wurde K._____ erst am 1. Juni 2021 zugefügt (E. III.6. und III.5.). 

Dies zeigt auch die Videoaufnahme vom 31. Mai 2021 um 12.51 Uhr (Urk. 7/3, "Auf-

nahme von K._____"). Beide vom Gutachter erwähnten Verletzungen an Auge und 

Wange sind in den Aufnahmen nicht erkennbar. Damit kann die Kombination der 

Verletzung an Stirn mit den Verletzungen an Wange und Auge nicht für die Begrün-

dung herangezogen werden. Nicht auszuschliessen ist deshalb, dass sich K._____ 

die auf der Videoaufnahme vom 31. Mai 2021 erkennbare Verletzung an der Stirn 

durch einen Sturz oder ein Anstossen zugezogen hat. An dieser Einschätzung ver-

mögen denn auch die Ausführungen der Staatsanwaltschaft (Urk. 134 S. 2) nichts 

zu ändern. Auch wenn K._____ aufgrund des Bruchs des 8. Brustwirbelkörpers 

grundsätzlich das Laufen und Krabbeln verweigerte, hat er sich in den folgenden 

Tagen dennoch bewegt und es wurden mit ihm (wie auch die Verteidigung vor-

bringt; Prot. II S. 13) Dinge unternommen, bei welchen es zu einem entsprechen-

den Sturz bzw. Anstossen mit entsprechender Verletzungsfolge hätte kommen kön-

nen. Der diesbezügliche Anklagesachverhalt lässt sich nicht zweifelsfrei erstellen.

8.4. Der Beschuldigte ist vom Vorwurf der einfachen Körperverletzung im Sinne 

von Art. 123 aZiff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 123 aZiff. 2 Abs. 3 StGB freizu-

sprechen. 

9. Vorsätzliche Tötung zwischen dem 30. Mai 2021 und dem 3. Juni 2021 
(Anklage-Ziffer I lit. f)

9.1. K._____ erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma, welches am 12. Juni  2021 zu einem 

reanimati