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**Case Identifier:** 3ace0ed0-94b0-5e9e-a41c-e9ccca659cb2
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-01-05
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht 05.01.2024 810 23 218
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_003_810-23-218_2024-01-05.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und 

Verwaltungsrecht 

 

vom 5. Januar 2024 (810 23 218) 

____________________________________________________________________ 

 

 

 

Kindes- und Erwachsenenschutzrecht 

 

 

Regelung des persönlichen Verkehrs 

 

 
Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, Kantonsrichter Markus  

Clausen, Hans Furer, Stefan Schulthess, Kantonsrichterin Ana  
Dettwiler, Gerichtsschreiberin i.V. Fiona Loretz 
 
 

Beteiligte A.____, Beschwerdeführerin 
  

 
gegen 
 
 

 Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____, Vorinstanz 
 

 C.____, Beigeladener 
 

  
 

Betreff Regelung des persönlichen Verkehrs  
(Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ vom 
17. August 2023) 

 

 

 

A. D.____, geboren am XX.XX.2007, ist das gemeinsame Kind der nicht verheirateten 

Eltern A.____ und C.____. Für D.____ besteht eine Erziehungsbeistandschaft, welche seit dem 

1. März 2022 durch die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ (KESB) geführt wird 

und für welche E.____, Berufsbeiständin, als Mandatsperson ernannt ist (Beiständin). 

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B. Im Zeitpunkt der Geburt von D.____ war A.____ sechzehn Jahre alt. Anfangs lebten 

sie und der Sohn zu zweit in einer betreuten Wohnstruktur. Während der Kindheit von D.____ 

war seine Mutter diverse Male mit ihm umgezogen. Die Beziehung von D.____ und seiner Mut-

ter war konfliktbelastet. Mit C.____ hatte er jeweils an den Wochenendbesuchen Kontakt, wobei 

die Besuche nicht regelmässig stattfinden konnten. Nachdem D.____ im Juni 2019 seinem Va-

ter und seiner damaligen Beiständin gegenüber den Wunsch geäussert hatte, nicht mehr bei 

seiner Mutter wohnen zu wollen, trat er vorerst stationär in die Einrichtung F.____ in G.____ 

ein. Er hatte seiner Mutter gegenüber Anschuldigungen physischer Gewalt (Schläge, ins Ge-

sicht Spucken) ausgesprochen. Im Oktober 2019 zog D.____ zu seinem Vater. Ab Februar 

2020 wurde sodann von der damals zuständigen Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde 

G.____ das Besuchsrecht der Mutter für jedes zweite Wochenende vorgesehen. Seit Juni 2020 

befand sich D.____ in jugendpsychiatrischer Abklärung. Im Rahmen der Diagnose und Behand-

lung des ADS von D.____ verweigerte seine Mutter mehrere Male die Zustimmung, weswegen 

entsprechende Entscheide des damals zuständigen Familiengerichts H.____ zu ergehen hat-

ten. Die Wochenendbesuche bei der Mutter lösten bei D.____ jeweils grossen Stress aus. Die 

Situation eskalierte im Sommer 2022, worauf D.____ von seiner Mutter weglief und nach einer 

weiteren Anschuldigung physischer Gewalt (Werfen mit einer Tasse) vorübergehend keinen 

Kontakt mehr zu ihr wünschte. Dafür machte sie ihm regelmässig Vorwürfe. Das Zusammenle-

ben mit seinem Vater und dessen neuer Familie war jedoch ebenfalls konfliktbelastet. Deswe-

gen wurde D.____ Anfang 2023 ohne behördliche Verfügung in der Durchgangsgruppe I.____ 

untergebracht.  

 

C. Während des Aufenthalts von D.____ in der Durchgangsgruppe I.____ traf die KESB 

Abklärungen betreffend eine Lösung für die Zukunft. Diesbezüglich äusserte D.____ an der An-

hörung vom 21. Juli 2023 den klaren Wunsch, im Heim J.____ in K.____ platziert zu werden. 

Zudem wünschte er, dass die Beiständin bei der Terminvereinbarung zwischen ihm und der 

Mutter als "Mittelsmann" eingesetzt werde, an welchen die Besuchsanfragen zu richten wären, 

damit sie die Koordination übernehmen könne. A.____ sprach sich an ihrer Anhörung vom 

2. August 2023 gegen diese Regelungen aus. 

 

D. Mit Entscheid der KESB vom 17. August 2023 wurde den Eltern per 20. August 2023 

das Aufenthaltsbestimmungsrecht entzogen und D.____ im Heim J.____ in K.____ platziert. Mit 

Ziffer 3 von ebendiesem Entscheid wurde der persönliche Verkehr zwischen D.____ und 

A.____ dahingehend geregelt, dass zukünftig diesbezügliche Anfragen ausschliesslich an die 

Mandatsperson zu stellen sind, welche im Anschluss für eine Weiterleitung besorgt ist und bei 

Bedarf organisatorisch mitwirkt. Einer allfälligen Beschwerde gegen diesen Entscheid wurde die 

aufschiebende Wirkung entzogen. 

 

E. Dagegen erhob A.____ am 16. September 2023 Beschwerde beim Kantonsgericht 

Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht). Sie bean-

tragt, es sei Ziffer 3 des Dispositivs des Entscheids der KESB aufzuheben und festzuhalten, 

dass das Besuchs- und Kontaktrecht zwischen ihr und D.____ nach gegenseitigem Einver-

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ständnis stattfinden solle. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersucht sie um Gewährung der un-

entgeltlichen Rechtspflege sowie um Akteneinsicht. 

 

F. Mit Einschreiben vom 21. September 2023 gewährte das Kantonsgericht der Be-

schwerdeführerin eine unerstreckbare Nachfrist zur Einreichung des Formulars ʺGesuch um 

unentgeltliche Rechtspflegeʺ und wies sie darauf hin, dass nach Art. 450 Abs. 3 des Schweize-

rischen Zivilgesetzbuches (ZGB) vom 10. Dezember 1907 die Beschwerde beim Gericht schrift-

lich und begründet einzureichen ist. Dieses Einschreiben konnte der Beschwerdeführerin nicht 

zugestellt werden.  

 

G. In ihrer Vernehmlassung vom 25. Oktober 2023 beantragt die KESB die kostenfällige 

vollumfängliche Abweisung der Beschwerde, soweit darauf eingetreten werden könne. Auf die 

weiteren Ausführungen wird soweit erforderlich in den nachfolgenden Erwägungen eingegan-

gen.  

 

H. Mit Verfügung vom 1. November 2023 wurde der Fall der Kammer zur Beurteilung 

überwiesen. Weiter wurde mitgeteilt, dass die Akten der Vorinstanz während 30 Tagen auf der 

Kanzlei des Kantonsgerichts zur Einsichtnahme aufliegen. 

 

 

Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 

 

1. Gemäss Art. 450 Abs. 1 ZGB i.V.m. Art. 314 Abs. 1 ZGB kann gegen Entscheide einer 

Kindesschutzbehörde Beschwerde beim zuständigen Gericht erhoben werden. § 66 Abs. 1 des 

kantonalen Gesetzes über die Einführung des Zivilgesetzbuches (EG ZGB) vom 16. November 

2006 erklärt für die Beurteilung von Beschwerden nach Art. 450 Abs. 1 ZGB das Kantonsge-

richt, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht, für zuständig. Das Verfahren richtet sich 

nach den Art. 450 bis Art. 450e ZGB. Im Übrigen sind die Bestimmungen des kantonalen Ver-

waltungsprozessrechts anwendbar (§ 66 Abs. 2 EG ZGB). Die Beschwerdeführerin ist als direk-

te Verfahrensbeteiligte zur Beschwerdeerhebung legitimiert (Art. 450 Abs. 2 Ziff. 1 ZGB). Da 

auch die übrigen formellen Voraussetzungen gegeben sind, kann auf die Beschwerde eingetre-

ten werden. 

 

2. Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerde Rechtsverletzungen (lit. a), 

die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts (lit. b) sowie die Unangemes-

senheit (lit. c) gerügt werden. Dem Kantonsgericht kommt bei der Beurteilung der vorliegenden 

Beschwerde somit volle Kognition zu. Da es sich um einen klaren Fall handelt, wird vorliegend 

im Zirkularverfahren entschieden (§ 1 Abs. 4 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwal-

tungsprozessordnung [Verwaltungsprozessordnung, VPO] vom 16. Dezember 1993). 

 

3.1 Die Vorinstanz begründet die Regelung des persönlichen Verkehrs im angefochtenen 

Entscheid im Wesentlichen damit, dass dem geäusserten Wunsch des unbestrittenermassen 

urteilsfähigen D.____ zu entsprechen sei. Er habe anlässlich der Anhörung vom 21. Juli 2023 in 

Anwesenheit von zwei Mitgliedern der Kindesschutzbehörde unmissverständlich seinen Willen 

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kundgetan, dass er eine Organisation der Besuche über die Mandatsperson wünsche und dass 

diese die entsprechende Koordination übernehmen solle. Mit dieser Regelung könne verhindert 

werden, dass er im Rahmen der Abmachungen mit der Beschwerdeführerin nicht unter Druck 

gerate. Zudem könne dadurch seinen Schwierigkeiten, sich abzugrenzen, Rechnung getragen 

werden. Dass spontane Treffen dadurch erschwert würden, sei im Sinne einer Gesamtabwä-

gung in Kauf zu nehmen, da der persönliche Verkehr an sich weiterhin möglich sei.  

 

3.2 Die Beschwerdeführerin bringt dagegen vor, dass die Anordnung der Vorinstanz eine 

behördliche Entfremdung ihres Sohnes bewirke, ohne dass diese ausreichend begründet sei. 

Ihr Sohn könne ihr selber sagen, wenn er nur gelegentlichen Kontakt wünsche und unter wel-

chen Modalitäten. Sie sei in der Vergangenheit jeweils schleppend über den Verfahrensstand 

und die Massnahmen betreffend ihren Sohn informiert worden. 

 

3.3 Die Vorinstanz hält in ihrer Vernehmlassung zusammengefasst fest, dass sich die ge-

troffene Regelung des persönlichen Verkehrs als angemessen erweise und in zentraler Weise 

den Willen und die objektiven Interessen von D.____ berücksichtige. Es bestehe bei ihm ein 

Schwächezustand, welcher sich in einer Überanpassung gegenüber den Eltern äussere. Durch 

die Einwirkung der Beschwerdeführerin auf D.____ werde er weiterhin gebunden und stark ver-

unsichert. Solange er sich der Beschwerdeführerin gegenüber nur ungenügend abgrenzen kön-

ne, sei die Regelung des persönlichen Verkehrs seiner Bereitschaft anzupassen. 

 

4. Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens sind ausschliesslich die Modalitäten des 

persönlichen Verkehrs zwischen der Beschwerdeführerin und D.____. Es gilt somit zu prüfen, 

was das Kindeswohl von D.____ für eine Ausgestaltung des persönlichen Verkehrs mit der Be-

schwerdeführerin gebietet und ob die von der KESB diesbezüglich getroffene Kindesschutz-

massnahme als verhältnismässig erscheint. Weiter ist darauf hinzuweisen, dass dem Gesuch 

um Akteneinsicht bereits entsprochen wurde (vgl. Sachverhalt lit. H hiervor). Schliesslich ist 

festzuhalten, dass darüber hinaus keine Verletzung anderweitiger Verfahrensrechte ersichtlich 

ist, da die Beschwerdeführerin im Verfahren vor der Vorinstanz noch kein Gesuch um Aktenein-

sicht gestellt hatte, ihre Anfragen bezüglich Informationen jeweils beantwortet wurden und sie 

vor der Entscheidfindung durch die KESB angehört wurde.  

 

5.1 Gemäss Art. 307 Abs. 1 ZGB trifft die Kindesschutzbehörde die geeigneten Massnah-

men zum Schutz des Kindes, wenn das Wohl des Kindes gefährdet ist und die Eltern nicht von 

sich aus für Abhilfe sorgen oder sie dazu ausserstande sind. Von einer Gefährdung des Kin-

deswohls wird nach herrschender Auffassung dann ausgegangen, wenn nach den konkreten 

Umständen die ernstliche Möglichkeit einer gegenwärtigen oder zumindest unmittelbar bevor-

stehenden Gefahr für die Kindesentwicklung abzusehen ist, die bei ihrer Fortdauer eine erhebli-

che Beeinträchtigung des physischen oder psychischen Wohls des Kindes voraussehen lässt 

(vgl. Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 

25. Juni 2021 [810 20 288] E. 5.1; PETER BREITSCHMID, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler 

Kommentar zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch I, 7. Aufl., Basel 2022, N 18 zu Art. 307; 

CHRISTOPH HÄFELI, in: Kren Kostkiewicz/Wolf/Amstutz/Fankhauser [Hrsg.], ZGB Kommentar, 

4. Aufl., Zürich 2021, N 3 zu Art. 307). Alle Kindesschutzmassnahmen müssen erforderlich sein 

(Subsidiarität), und es ist immer die mildeste, Erfolg versprechende Massnahme anzuordnen 

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(Proportionalität); diese sollen elterliche Bemühungen nicht ersetzen, sondern ergänzen (Kom-

plementarität) (vgl. KGE VV vom 17. Januar 2023 [810 22 272] E. 4.2; Urteil des Bundesge-

richts 5A_561/2013 vom 10. Januar 2014 E. 7.2). 

 

5.2 Gemäss Art. 273 Abs. 1 ZGB haben Eltern, denen die elterliche Sorge oder Obhut 

nicht zusteht, und das minderjährige Kind gegenseitig Anspruch auf angemessenen persönli-

chen Verkehr. Dabei handelt es sich um ein gegenseitiges Pflichtrecht, das in erster Linie dem 

Interesse des Kindes dient (vgl. BGE 122 III 404 E. 3a; Urteil des Bundesgerichts 5A_111/2019 

vom 9. Juli 2019 E. 2.3). Oberste Richtschnur für die Ausgestaltung des persönlichen Verkehrs 

ist das Kindeswohl (vgl. BGE 131 III 209 E. 5; Urteil des Bundesgerichts 5A_848/2021 vom 

5. Mai 2022 E. 3.1; vgl. auch BGE 141 III 328 E. 5.4). Entsprechend hat sich das Gericht in ers-

ter Linie an den Bedürfnissen des Kindes zu orientieren; die Interessen der Eltern haben hinter 

dem vorrangig massgebenden Kindeswohl zurückzustehen (vgl. BGE 130 III 585 E. 2.1 m.H.; 

Urteil des Bundesgerichts 5A_238/2020 vom 28. Juli 2020 E. 3.1). In diesem Sinn hat der per-

sönliche Verkehr zum Zweck, die positive Entwicklung des Kindes zu gewährleisten und zu för-

dern. In der Entwicklung des Kindes sind seine Beziehungen zu beiden Elternteilen wichtig, da 

sie bei seiner Identitätsfindung eine entscheidende Rolle spielen können (vgl. BGE 131 III 209 

E. 4; Urteil des Bundesgerichts 5A_56/2020 vom 17. August 2020 E. 4.1). Bei der Regelung 

des Besuchsrechts sind folgende Umstände in Betracht zu ziehen: Alter des Kindes, Persön-

lichkeit und Bedürfnisse des Kindes und des Besuchsberechtigten, Beziehung des Kindes zum 

Besuchsberechtigten, Beziehung der Eltern untereinander, zeitliche Beanspruchung bzw. Ver-

fügbarkeit aller Beteiligten, Gesundheitszustand der Beteiligten, Geschwister, Entfernung bzw. 

Erreichbarkeit der Wohnorte, Wohnverhältnisse beim besuchsberechtigten Elternteil (vgl. 

INGEBORG SCHWENZER/MICHELLE COTTIER, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar 

zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch I, 7. Aufl., Basel 2022, N 10 zu Art. 273). 

 

5.3 Der aus Art. 273 Abs. 1 ZGB fliessende Anspruch kann gestützt auf Art. 274 Abs. 2 

ZGB verweigert oder entzogen werden, wenn das Wohl des Kindes gefährdet wird, wenn ihn 

der betreffende Elternteil pflichtwidrig ausgeübt hat, wenn sich dieser nicht ernstlich um das 

Kind gekümmert hat oder wenn andere wichtige Gründe vorliegen. Eine Gefährdung des Wohls 

des Kindes im genannten Sinn liegt dann vor, wenn dessen ungestörte körperliche, seelische 

oder sittliche Entwicklung durch ein auch nur begrenztes Zusammensein mit dem nicht obhuts-

berechtigten Elternteil bedroht ist (vgl. BGE 122 III 404 E. 3b; Urteil des Bundesgerichts 

5A_306/2019 vom 29. Januar 2020 E. 4.4). Bei der Beschränkung des persönlichen Verkehrs 

ist stets das Gebot der Verhältnismässigkeit zu beachten. Massnahmen bezüglich des persönli-

chen Verkehrs, mit welchen das Kindeswohl ohne kompletten Ausschluss des Besuchsrechts 

gewahrt werden kann, haben einem solchen vorzugehen (vgl. SCHWENZER/COTTIER, a.a.O., 

N 16 zu Art. 274). Es ist jedoch auch zu berücksichtigen, dass das Recht auf persönlichen Ver-

kehr dem nicht obhutsberechtigten Elternteil um seiner Persönlichkeit willen zusteht und ihm 

daher nicht ohne wichtige Gründe ganz abgesprochen werden darf. Eine Gefährdung des Kin-

deswohls ist daher unter diesem Gesichtspunkt nicht leichthin anzunehmen und kann nicht 

schon deswegen bejaht werden, weil beim betroffenen Kind eine Abwehrhaltung gegen den 

nicht obhutsberechtigten Elternteil festzustellen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_306/2019 

vom 29. Januar 2020 E. 4.4; betreffend Weigerung von Kindern vgl. Zusammenfassung der 

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Rechtsprechung in Urteil des Bundesgerichts 5A_200/2015 vom 22. September 2015 

E. 7.2.3.1, in: FamPra.ch 2016 S. 302; sowie 5A_831/2018 vom 23. Juli 2019 E. 6.2). 

 

6.1 Sowohl die Wünsche von D.____ als auch die Einschätzungen von Fachpersonen be-

züglich des Kontakts zwischen D.____ und der Beschwerdeführerin sind den Akten zu entneh-

men. Das Kindeswohl gebietet in diesem Fall eine Ausgestaltung des persönlichen Verkehrs, 

innert der es D.____ möglich ist, sich von der Beschwerdeführerin abzugrenzen und sich frei zu 

entfalten. Es darf ihn kein Zwang treffen, sich an die Wünsche anderer anpassen zu müssen. 

Für die Entwicklung von D.____ ist es elementar, dass er den Raum erhält, um das Interagieren 

mit den Eltern ohne Überanpassung an deren Bedürfnisse zu lernen (vgl. Antrag der Beiständin 

auf Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts und Regelung der Besuche vom 30. Juni 2023; 

Bericht der Bedarfsabklärung der Universitären Psychischen Kliniken Basel [UPK] vom 10. Mai 

2023). 

 

6.2 Alsdann sind den Akten diverse Hinweise zu entnehmen, dass der bis anhin gelebte 

persönliche Verkehr zwischen der Beschwerdeführerin und D.____ eine Kindeswohlgefährdung 

zur Folge hatte. In der Vergangenheit verfiel er weit vor den Treffen mit der Beschwerdeführerin 

regelmässig in einen blockierten Gemütszustand (vgl. Besprechung der KESB mit der Beistän-

din vom 29. November 2022). Die Besuche lösten bei ihm grossen Stress aus. Er erschien im 

Vorlauf zu den Besuchen als angespannt und selbstkontrolliert. Solche Anspannungen können 

Resultat eines Anpassungszwangs sein, im Rahmen eines welchen es nicht möglich ist, die 

eigene Identität zu entwickeln (vgl. Antrag der Beiständin auf Entzug des Aufenthaltsbestim-

mungsrechts und Regelung der Besuche vom 30. Juni 2023). Nach fachpsychologischer Ein-

schätzung ist es jedoch gerade wichtig, dass D.____ an Selbstwert gewinnt. Insbesondere 

wenn negative Gefühle nicht zum Ausdruck gebracht werden können, kann dies sogar in Sui-

zidgedanken und selbstverletzendem Verhalten münden (vgl. Bericht der Bedarfsabklärung der 

UPK vom 10. Mai 2023). Dies stellt eine konkrete Gefahr für die seelische und körperliche Ent-

wicklung von D.____ dar. Die Beschwerdeführerin neigt dazu, D.____ bei Wunschversagen 

Vorwürfe zu machen (vgl. Besprechung der KESB mit der Beiständin vom 29. November 2022). 

Wenn mit solchen Verhaltensweisen konfrontiert, erscheint es als naheliegend, dass D.____ 

erneut unter Druck gerät, sich anpassen zu müssen und seine eigenen Grenzen nicht wahren 

zu können. Da D.____ namentlich in der Kommunikation mit der Beschwerdeführerin Schwie-

rigkeiten hat, seine Bedürfnisse auszudrücken (vgl. Antrag der Beiständin auf Entzug des Auf-

enthaltsbestimmungsrechts und Regelung der Besuche vom 30. Juni 2023), droht ohne behörd-

liche Intervention eine aus der vorbeschriebenen Kommunikations- und Beziehungsdynamik 

resultierende Kindeswohlgefährdung. Eine völlig freie Ausgestaltung des persönlichen Verkehrs 

würde der Identitätsfindung von D.____ und seiner persönlichen Entwicklung ins Erwachsenen-

alter entgegenstehen. 

 

6.3 Da D.____ beim Kontakt mit der Beschwerdeführerin nicht erneut unter Druck geraten 

darf, ist die behördliche Mitwirkung bei der Vereinbarung der Besuche entgegen der Auffassung 

der Beschwerdeführerin als erforderlich zu qualifizieren. Um den Stress bei D.____ zu vermei-

den, wird sodann kein kompletter Kontaktabbruch vorgesehen, sondern lediglich die Mitwirkung 

der Beiständin bei der Terminvereinbarung. Damit wird das Recht auf persönlichen Verkehr, 

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das der Beschwerdeführerin um ihrer Persönlichkeit willen zusteht, gewahrt. Gleichzeitig wird 

der Maxime entsprochen, dass sich die Ausgestaltung des persönlichen Verkehrs in erster Linie 

nach dem Wohl des Kindes zu richten hat. Das Interesse der Beschwerdeführerin an Aufrecht-

erhaltung der Spontanität hat hinter den ausgesprochenen Bedürfnissen von D.____ zurückzu-

treten. Auf Grund seines Alters kann ohne Weiteres auf seine Äusserungen zur Ausgestaltung 

des Besuchsrechts abgestellt und dementsprechend entschieden werden. Dass er die Termin-

vereinbarungen über die Mandatsperson als "Mittelsmann" wünscht, erscheint auch im Lichte 

der Einschätzungen der Fachpersonen als die mildeste, Erfolg versprechende Massnahme  

(vgl. dazu E. 5.1 hiervor). Es ist somit kein milderes Mittel ersichtlich, mit welchem die zuvor 

beschriebene Kindeswohlgefährdung abgewendet werden kann, während das Pflichtrecht auf 

persönlichen Verkehr gleichwohl gewahrt wird. Damit erweist sich die Anordnung gemäss Zif-

fer 3 des angefochtenen Entscheids ohne Weiteres als verhältnismässig. 

 

7. Zusammengefasst ist festzuhalten, dass der angefochtene Entscheid in keiner Weise 

zu beanstanden ist. Die Regelung des persönlichen Verkehrs erfolgt im Einklang mit dem Kin-

deswohl. Die daraus resultierende Einschränkung des Besuchsrechts ist als verhältnismässig 

zu qualifizieren. Folglich ist die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen. 

 

8.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor 

Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die 

Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass 

auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'200.-- sind ausgangs-

gemäss der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Die Parteikosten sind wettzuschlagen (§ 21 

Abs. 1 VPO). 

 

8.2 Die Beschwerdeführerin beantragt für das vorliegende Verfahren die unentgeltliche 

Rechtspflege. 

 

8.3 Nach § 22 Abs. 1 VPO wird einer Partei die unentgeltliche Prozessführung gewährt, 

wenn ihr die nötigen Mittel fehlen und ihr Begehren nicht offensichtlich als aussichtslos er-

scheint. Als aussichtslos sind Rechtsbegehren anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten 

beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und sie deshalb kaum als ernsthaft bezeich-

net werden können. Dagegen gilt ein Begehren nicht als aussichtslos, wenn sich Gewinnaus-

sichten und Verlustgefahren ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als 

diese. Massgebend ist, ob eine Partei, die über die nötigen finanziellen Mittel verfügt, sich bei 

vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde; eine Partei soll einen Prozess, 

den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb anstrengen können, 

weil er sie nichts kostet (KGE VV vom 18. Juni 2020 [810 19 218] E. 9.2; BGE 142 III 138 

E. 5.1; BGE 139 III 475 E. 2.2). Vor dem Hintergrund der vorstehenden Erwägungen konnten 

die Gewinnaussichten für die vorliegende Beschwerde kaum als ernsthaft bezeichnet werden, 

zumal die Beschwerdeführerin keinerlei stichhaltigen Argumente gegen die von der KESB vor-

gesehene Ausgestaltung des Besuchsrechts vorbringt. Sie stützt sich auf die Behauptung, dass 

D.____ es ihr selbständig kommunizieren könne, welche Formen von Kontakt er wünsche. In-

des verkennt sie mit dieser Aussage, dass D.____ nach wie vor Mühe hat, sich ihr gegenüber 

abzugrenzen, was im vorinstanzlichen Entscheid sodann als Begründung der Regelung ange-

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führt wurde. Die von ihr behauptete Entfremdung ihres Sohnes substantiiert sie sodann nicht 

ansatzweise. Auch anderweitig setzt sie sich nicht in sachlicher Art mit der Begründung des 

erstinstanzlichen Entscheids auseinander. Ihr persönlicher Wunsch, dass ihr Kontakt zu D.____ 

spontan und ohne behördliches Zutun erfolgen würde, vermag an der Aussichtslosigkeit der 

Beschwerde nichts zu verändern. Infolge Aussichtslosigkeit ist das Gesuch der Beschwerdefüh-

rerin um unentgeltliche Rechtspflege abzuweisen. 

 

 

  

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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

   

 2. Das Gesuch der Beschwerdeführerin um Bewilligung der unentgeltlichen 

Rechtspflege wird abgewiesen. 

   

 3. Die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 1'200.-- werden der Beschwerde-

führerin auferlegt. 

   

 4. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. 

 

 

 

Präsidentin 
 
 
 
 
 
 

Gerichtsschreiberin i.V. 
 
 
 
 
 
 

 

 

 

 

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