# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 867961be-2275-5ea3-9c31-f6c9043db072
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-05-08
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 08.05.2015 LB150017
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LB150017_2015-05-08.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: LB150017-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. A. Katzenstein, Vorsitzende, Oberrichterin 

lic. iur. E. Lichti Aschwanden und Ersatzrichter lic. iur. H. Meister 

sowie Gerichtsschreiberin lic. iur. O. Canal. 

Urteil vom 8. Mai 2015 

 

in Sachen 

 
A._____,  

Klägerin und Berufungsklägerin 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ 

 

gegen 

 
B._____,  

Beklagte und Berufungsbeklagte 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____ 

betreffend Forderung 

Berufung gegen ein Urteil der 10. Abteilung des Bezirksgerichtes Zürich 

vom 3. Februar 2015; Proz. CG120110 

- 2 - 

Rechtsbegehren: 
(act. 1 S. 1) 

"Es sei die Beklagte zu verpflichten, der Klägerin CHF 190'000.00 zuzüglich 
Zins zu 5% ab 29. März 2011 zu bezahlen, unter Kosten- und Entschädi-
gungsfolgen zulasten der Beklagten." 

 

Urteil des Bezirksgerichtes Zürich (10. Abt.) vom 3. Februar 2015: 
(act. 82 S. 37) 

1. Die Klage wird abgewiesen. 

2. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 12'350.‒ die Barauslagen betragen: 

Fr.   Gutachten 

Fr. 450.‒ Zeugen 

Fr.   Kosten Grundbuchamt 

 

 
3. Die Gerichtskosten werden der klagenden Partei auferlegt und mit den geleisteten 

Vorschüssen der Parteien verrechnet.  

4. Die klagende Partei wird verpflichtet, der beklagten Partei eine Parteientschädigung 

von Fr. 29'389.50.– (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.  

5. Schriftliche Mitteilung. 

6. Rechtsmittel.  

Berufungsanträge: 

der Klägerin und Berufungsklägerin (act. 80 S. 2): 
 
"1. Es sei das Urteil vom 3. Februar 2015 aufzuheben und es sei in Gutheissung der 

Klage die Beklagte zu verpflichten, der Klägerin Fr. 190'000.‒ zuzüglich Zins zu 5% 
ab 29. März 2011 zu bezahlen.  

 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, auch für das erstinstanzliche Verfahren, 
zulasten der Beklagten." 

- 3 - 

Erwägungen: 

I. 

1. Die Klägerin und Berufungsklägerin (nachfolgend Klägerin) ist die Mutter des 

am tt. Dezember 2010 verstorbenen C._____, die Beklagte und Berufungsbeklag-

te (nachfolgend Beklagte) dessen Witwe und Rechtsnachfolgerin. Die Parteien 

streiten um die Rückzahlung von Darlehensbeträgen in der Höhe von total CHF 

190'000.‒, welche die Klägerin ihrem Sohn in den Jahren 2000/2002 und 2003 für 

den Kauf bzw. Umbau eines Einfamilienhauses gezahlt haben will. C._____ und 

die Beklagte hatten im Jahr 2000 für CHF 700'000.‒ ein Einfamilienhaus in 

D._____ gekauft und in der Folge für CHF 800'000.‒ um- und ausgebaut. Nach 

dem Tode von C._____ wurde das Haus für CHF 2,25 Mio. verkauft. Die Beklagte 

bestreitet sowohl die Auszahlung des Darlehens wie auch eine Pflicht zur Rück-

zahlung.  

2. Am 27. September 2012 erhob die Klägerin bei der Vorinstanz Klage (act. 1 

und 2). Nachdem Vergleichsbemühungen nach Eingang der Klageantwort keine 

Einigung brachten, nahm das Verfahren mit dem Beweisbeschluss, der Haupt- 

und Beweisverhandlung sowie den Schlussvorträgen seinen Fortgang. Für die 

Prozessgeschichte im Einzelnen kann auf den angefochtenen Entscheid verwie-

sen werden. Am 3. Februar 2015 erging das erstinstanzliche Urteil (act. 82). Die-

ses wurde den Parteien am 5. Februar 2015 zugestellt (act. 76 und 77).  

3. Am 25. Februar 2015 erhob die Klägerin und Berufungsklägerin Berufung 

(act. 80). Den ihr mit Verfügung vom 2. März 2015 auferlegten Prozesskostenvor-

schuss leistete sie innert Frist (act. 83 - 85). Da sich die Berufung sofort als unbe-

gründet erweist kann auf die Einholung einer Berufungsantwort verzichtet werden 

(Art. 312 Abs. 1 ZPO). Das Verfahren ist spruchreif.  

II. 

1. Die Berufung ist bei der Rechtsmittelinstanz innert 30 Tagen seit Zustellung 

des begründeten Entscheides schriftlich und begründet sowie mit einem Antrag 

versehen einzureichen (Art. 311 Abs. 1 ZPO). Dies ist vorliegend erfolgt. Die Klä-

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gerin ist durch den angefochtenen Entscheid formell und materiell beschwert und 

zur Rechtsmittelerhebung legitimiert. Auf die Berufung ist einzutreten.  

2. Die Berufung führende Partei hat die Mängel, welche der erstinstanzliche 

Entscheid ihrer Meinung nach aufweist, gestützt auf die zugelassenen Berufungs-

gründe geltend zu machen. Die Kognition der Berufungsinstanz ist umfassend 

(Art. 310 ZPO), was bedeutet, dass die Berufungsinstanz sämtliche gerügten 

Mängel frei und unbeschränkt überprüfen kann: sowohl die unrichtige Rechtsan-

wendung wie auch die unrichtige Feststellung des Sachverhaltes und auch die 

Angemessenheit des erstinstanzlichen Entscheides. Bei der Ermessenskontrolle 

ist zu unterscheiden, ob eine Ermessensüber- oder -unterschreitung geltend ge-

macht wird oder aber ein Ermessensmissbrauch. Diese drei Arten von Ermes-

sensfehlern stellen Rechtsverletzungen dar und können frei und umfassend ge-

prüft werden. Die ebenfalls umfassend mögliche Angemessenheitsüberprüfung 

übt die Rechtsmitteilinstanz dagegen in aller Regel mit einer gewissen Zurückhal-

tung aus (vgl. dazu: REETZ/THEILER, ZK ZPO, 2. Aufl., Art. 310 N 5/6 und N 34 ff.). 

In der Berufungsbegründung hat sich die Berufung führende Partei mit den Ent-

scheidgründen des angefochtenen Entscheides im Einzelnen auseinanderzuset-

zen. Verlangt ist eine sachbezogene Auseinandersetzung, eine nur pauschale Kri-

tik oder der Verweis auf die Vorbringen im vorinstanzlichen Verfahren genügen 

nicht (REETZ/THEILER, a.a.O., N 36). 

3. Die Klägerin wirft der Vorinstanz eine willkürliche Beweiswürdigung vor. Sie 

macht geltend, die Vorinstanz habe zwar die Zeugen einvernommen, deren mass-

geblichen Ausführungen zum Thema Darlehen jedoch insgesamt mit der pau-

schalen und nicht substantiierten Begründung unberücksichtigt gelassen, dass bei 

den Zeugen das Risiko der Beeinflussung beziehungsweise die Existenz eines 

Erwartungsdrucks hoch gewesen sei. Im Weiteren habe die Vorinstanz die Ver-

jährungsbestimmungen unzutreffend angewendet. Bei beidem handelt es sich um 

die Rüge der unrichtigen Rechtsanwendung im Sinne von Art. 310 lit. a ZPO. Es 

ist nachstehend im Einzelnen auf die Rügen einzugehen, soweit dies für die Ent-

scheidfindung notwendig erscheint.  

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Beweiswürdigung 

4.1 Beweiswürdigung bedeutet, dass das Gericht die Ergebnisse der Beweiser-

hebung feststellt und sie bewertet. Es gilt der Grundsatz der freien richterlichen 

Beweiswürdigung, was bedeutet, dass das Gericht im Normalfall an keine Be-

weisregeln gebunden ist und die Bewertung der Beweisergebnisse nach pflicht-

gemässem Ermessen vorzunehmen hat (LEU, DIKE-Komm-ZPO online, Art. 157 

N 7 und 48; HASENBÖHLER, ZK ZPO, Art. 157 N 11). Das Regelbeweismass ist der 

strenge, volle Beweis. Er ist erbracht, wenn das Gericht von der Verwirklichung 

der umstrittenen Tatsache "überzeugt" ist. Der Beweis muss nach objektiven Ge-

sichtspunkten erstellt sein, wobei es genügt, wenn die (regelmässig auch) vor-

handenen Zweifel als nicht erheblich erscheinen und gesamthaft betrachtet nicht 

ins Gewicht fallen (LEU, a.a.O., Art. 157 N 60 ff.; GUYAN, BSK ZPO, 2. Aufl., 

Art. 157 N 7).  

Die Vorinstanz hat zutreffend festgehalten (act. 82 S. 9 und 10), dass die Klägerin 

die Beweislast dafür trägt, dass sie wie von ihr behauptet ihrem Sohn Geld zu-

kommen liess und dass sie mit ihrem Sohn ein Darlehen vereinbart hat. Für das 

Zustandekommen der Vereinbarung bedarf es der übereinstimmenden, gegensei-

tigen Willenserklärungen; was von den Vertragsparteien gegenüber Dritten gesagt 

wurde, mag als Indiz dafür dienen.  

4.2 Das Beweismass betrifft den Grad der Überzeugung, der beim Gericht ge-

geben sein muss. Die im Gesetz abschliessend aufgezählten, verschiedenen Be-

weismittel sind an sich gleichwertig, es gibt unter ihnen grundsätzlich keine Rang-

folge. Dennoch lässt sich in allgemeiner Weise in der Praxis feststellen, dass die 

(echte und richtige) Urkunde häufig als zuverlässigstes Beweismittel betrachtet 

wird, Zeugen- und Parteiaussagen hingegen in der Regel als weniger verlässlich, 

da Parteien wie Zeugen Wahrnehmungs- Verarbeitungs- und Erinnerungsstörun-

gen unterliegen können, welche den Beweiswert ihrer Aussage in Frage stellen 

können, auch wenn sie sich noch so redlich bemühen, "die Wahrheit" zu sagen. 

Bei der Würdigung ist der Wahrheitsgehalt von Aussagen nach Glaubwürdigkeits- 

und Glaubhaftigkeitskriterien zu beurteilen, sodann sind die Motivations- und Inte-

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ressenlagen wie auch das Aussageverhalten zu berücksichtigen (LEU, a.a.O., 

Art. 157 N 20 ff.; N 41).  

Die Vorinstanz hat insgesamt Zahlungen in der Höhe von CHF 110'000.‒ als be-

wiesen betrachtet, was in der Berufungsbegründung konkret nicht beanstandet 

wird. Mit Beweisbeschlüssen vom 17. Juni 2013 und 11. April 2014 hat sie zu den 

behaupteten Zahlungen sowie dazu, dass C._____ der Klägerin bzw. am 4. Okto-

ber 2010 im Spital Zollikerberg gegenüber dem Stiefvater (und Ehemann der Klä-

gerin) sowie dem Stiefbruder versprochen habe, die gewährten Darlehen bzw. die 

CHF 190'000.‒ zurück zu zahlen, diverse Zeugen als Beweismittel abgenommen 

(Prot. VI S. 45 - 78 und S. 85 - 95). Die Klägerin rügt in der Berufungsbegrün-

dung, die Vorinstanz habe den Zeugen generell und unbegründet den Hut von 

Beeinflussung und Erwartungsdruck aufgesetzt; sie hält dies für unzulässig und 

willkürlich (act. 80 S. 3/4). Dass der Vorinstanz bei der Beweiswürdigung ein ge-

wisses Ermessen zusteht, hat die Klägerin indes ausdrücklich anerkannt (act. 80 

S. 2 und 7).  

4.3 Soweit die Klägerin Urteilserwägungen der Vorinstanz im Zusammenhang 

mit der Würdigung der Zeugenaussagen E._____ und F._____ zitiert (act. 80 S. 

3), ist darauf nicht näher einzugehen, weil die Klägerin daraus nichts Konkretes 

ableitet. Die Vorinstanz erachtete denn auch trotz der geäusserten Bedenken die 

von der Zeugin E._____ (– der jüngeren Tochter der Klägerin –) erwähnte Geld-

übergabe der Klägerin an C._____ in der Höhe von CHF 10'000.‒ als erwiesen an 

(act. 82 S. 14/15). Zu Recht beanstandet die Klägerin sodann die Feststellung 

nicht, dass sich aus der Zeugenaussage von E._____ nichts Konkretes darüber 

sagen lässt, wofür die Zahlung erfolgte und ob und was konkret mit Bezug auf ei-

ne Rückzahlung abgemacht war. Zur Aussage der älteren Tochter der Klägerin, 

F._____, hielt die Vorinstanz zutreffend fest, dass sie weder konkrete Beträge 

noch Daten für die Zahlungen nennen konnte. Mit einer gewissen Sicherheit 

konnte die Zeugin einzig sagen, dass es ihrem verstorbenen Bruder offenbar 

wichtig gewesen sein soll, dass die Klägerin das Geld zurück erhalte. Sie ging so-

dann davon aus, dass er das Geld auch sicher zurück zahlen musste. Der Bruder 

soll ihr gegenüber von einem Darlehen gesprochen haben, wovon die Zeugin 

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denn auch ausging. Auf eine entsprechende Vereinbarung zwischen der Klägerin 

und C._____, wie die Zeugin dies noch in ihrer auf Wunsch der Klägerin ergange-

nen Bestätigung erwähnt hatte (act. 4/18), lässt sich aus der Zeugenaussage al-

lerdings nicht mit Sicherheit schliessen, insbesondere nicht unter Berücksichti-

gung des sich aus dem Beweisverfahren klar ergebenden Umstands, dass es 

auch noch andere wirtschaftliche Verflechtungen zwischen der Klägerin, ihrem 

verstorbenen Sohn und dessen Unternehmen G._____ AG gab, wie die Vo-

rinstanz feststellte und von der Klägerin nicht beanstandet wird (act. 82 S. 19). 

Unabhängig von Beeinflussungsrisiken bringt damit die Zeugenaussage von 

F._____ für die Streitfragen keine Klarheit.  

4.4.1   Hinsichtlich des Gesprächs, welches am 4. Oktober 2010 beim Besuch von 

H._____ (Ehemann der Klägerin) und I._____ (Stiefsohn der Klägerin) am Kran-

kenbett von C._____ im Spital Zollikerberg stattgefunden hat, rügt die Klägerin in 

der Berufung, die Vorinstanz habe klare und eindeutige Aussagen der Depositio-

nen des Zeugen I._____ in unzulässiger Weise pauschal verkürzt wiedergegeben. 

Sodann sei ein Eintrag in der Agenda von H._____ zwar richtig wiedergegeben 

und in einem ersten Schritt als Beweisresultat festgestellt worden, dass C._____ 

am 4. Oktober 2010 gegenüber H._____ sowie gegenüber I._____ den Betrag 

von CHF 190'000.‒ als Darlehen von … [Initialen] (= A._____) bestätigt habe. 

Ohne nachvollziehbaren Grund seien dann aber weitere, mit dem massgeblichen 

Beweissatz nicht in direktem Zusammenhang stehende Gesprächspunkte dazu 

herangezogen worden, die klare und unzweifelhafte Bestätigung des Darlehens in 

ein nebulöses Umfeld zu stellen. Es liege keine genügende Begründung vor, 

wenn die Vorinstanz zwar positiv festhalte, dass keine "eingeübte Inszenierung" 

zwischen den beiden Zeugen H._____ und I._____ vorliege, dann aber dennoch 

schliesse, dass ernsthafte, unüberwindliche Zweifel an der Darstellung der beiden 

Zeugen bestünden und mehr als eine entfernte theoretische Möglichkeit bestehe, 

dass C._____ zwar über die CHF 190'000.‒ gesprochen habe, aber nicht mit der 

notwendigen Klarheit. Die Vorinstanz vermische unzulässigerweise die klaren 

Aussagen mit weiteren Bemerkungen und lege damit dem Urteil einen nicht mas-

sgeblichen Sachverhalt zugrunde. Die Vorinstanz habe unzulässigerweise eine 

Beweisregel geschaffen, indem sie die behauptete Existenz von Beeinflussungs-

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risiken dazu verwendet habe, die Glaubwürdigkeit der Aussagen zu verneinen 

(act. 80 S. 4 - 7).  

4.4.2   Der Zeuge H._____, Ehemann der Klägerin und Stiefvater von C._____, 

erklärte als Zeuge, dass er über den vorliegenden Prozess orientiert sei und mit 

der Klägerin alle Details bespreche. Die streitgegenständlichen Geldzahlungen an 

C._____ stammten nach seiner Darstellung von der Klägerin und von ihm; es soll 

sich zur Hälfte um sein eigenes Geld gehandelt haben (Prot. VI S. 57, 58, 60, 

61/62, 63). Auch erklärte der Zeuge, dass der Betrag für ihn und die Klägerin 

"schon ein Kostenpunkt", und es zu viel Geld sei, um es zu verschenken (Prot. VI 

S. 60 und S. 62/63). Die Interessenlage des Zeugen entspricht damit derjenigen 

der Klägerin, was allein eine gewisse Zurückhaltung bei der Würdigung seiner 

Aussagen gebietet. Wenn H._____ sodann – wie er selber ausführte – die Kläge-

rin insoweit in der Prozessführung begleitet, als er die Details des Prozesses mit 

ihr bespricht, ist auch nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz von einem ge-

wissen Beeinflussungsrisiko spricht und der Gefahr, dass sich Erinnerungen an 

ein bestimmtes Ereignis – hier das Gespräch vom 4. Oktober 2010 am Spitalbett 

von C._____ – mit anderen Gesprächen über die Geldzahlungen oder auch mit 

Wunschdenken in gewisser Weise vermischen. Für den Zeitpunkt, als das Geld 

an C._____ geflossen ist, gab der Zeuge an, nicht mehr zu wissen, ob er mit 

C._____ darüber gesprochen habe. Über eine Abmachung zwischen der Klägerin 

und C._____ hat er nach eigener Darstellung einzig über die Klägerin erfahren, 

dass es sich bei den Geldflüssen um zinslose Darlehen gehandelt haben soll 

(Prot. VI S. 58). Er hielt sodann klar fest, dass im Verhältnis zwischen der Kläge-

rin und dem Sohn nie etwas schriftlich festgelegt wurde und das nicht nachzuho-

len sei. Man wisse jetzt natürlich nicht, ob es ein Darlehen gewesen sei oder 

nicht, denn es gebe nichts Schriftliches (Prot. VI S. 62). Eine Schenkung schloss 

er wegen der Höhe des Betrages aus (Prot. VI S. 62/63) und zur Möglichkeit ei-

nes Erbvorbezuges konnte er nichts sagen. Er verwies hiezu an die Klägerin 

(Prot. VI S. 63) und erklärte zum Schluss, dass beim Gespräch vom 4. Oktober 

2010 C._____ einfach gesagt habe, dass aus dem Erlös des Verkaufs der Lie-

genschaft die Klägerin CHF 190'000.‒ erhalten solle. Von einem Erbanteil oder 

dergleichen habe er damals nicht gesprochen (Prot. VI S. 64).  

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Zu diesen oft vagen Darstellungen des Zeugen kontrastiert die – wie die Klägerin 

zutreffend bemerkt – klare Aussage von H._____, C._____ sei beim Gespräch am 

4. Oktober 2010 bei klarem Bewusstsein gewesen, habe nach dem Telefonat mit 

der Beklagten das Thema gewechselt und von sich aus gesagt, er werde die CHF 

190'000.‒, also das gesamte Darlehen zurück zahlen. Er werde das aus dem Er-

lös des Hausverkaufs begleichen und er habe noch 5% darüber hinaus zugebilligt 

(Prot. VI S. 59 und S. 64). Auf mögliche weitere Gespräche mit C._____ in die-

sem Zeitraum angesprochen sagte der Zeuge, dass C._____ von Oktober bis zu 

seinem Tod im Dezember kaum in der Lage gewesen sei, Geschäftliches zu be-

sprechen (Prot. VI S. 60). Im Agenda-Eintrag vom 4. Oktober 2010 (act. 46) hat 

H._____ den Gesprächsinhalt festgehalten. Es wird dort ebenfalls ein Darlehen 

erwähnt.  

4.4.3   Der Zeuge I._____, der Sohn von H._____, Stiefsohn der Klägerin und 

Stiefbruder von C._____, welcher zusammen mit H._____ beim Spitalbesuch da-

bei war, erklärte in der Zeugenbefragung, C._____ habe ihm beim Gespräch am 

4. Oktober 2010 versichert, dass die Eltern von ihm Geld bekommen würden. Sie 

würden das Eigenkapital, also die CHF 190'000.‒ Darlehen von der Mutter plus 

5% Provision erhalten (Prot. VI S. 88). Er bestätigte, dass C._____ bei jenem Be-

such nach einem Telefongespräch mit der Beklagten, über welches er sich geär-

gert haben soll, zum Thema Geld gewechselt habe. Seine, des Zeugen, Eltern 

seien nicht auf Rosen gebettet, ihre Altersvorsorge sei immer ein Thema und er, 

der Zeuge, habe die Eltern auch schon unterstützt. C._____ habe ihm dann seine 

Versicherung abgegeben, dass sie die CHF 190'000.‒ erhalten sollen, mit der 

Provision würden total also rund CHF 300'000.‒ von der Seite von C._____ an die 

Eltern fliessen. Das zweite geschäftliche Thema, das er und C._____ besprochen 

hätten, sei die G._____ gewesen. Er, der Zeuge, habe C._____ vorgeschlagen, 

die Aktien für CHF 300'000.‒ zu kaufen. Ziel sei es gewesen, dass er den Eltern 

Gewinne und Dividende als Altersrente zukommen lasse. Das sei so angedacht 

gewesen, die Zeit sei aber zu kurz gewesen, um alles umzusetzen (Prot. VI S. 

88/89).  

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4.4.4   Weder H._____ noch I._____ konnten als Zeugen eine Darlehensvereinba-

rung zwischen der Klägerin und C._____ bestätigen. Aus ihren Aussagen, zu-

sammen mit dem Agenda-Eintrag von H._____ lässt sich einzig schliessen, dass 

C._____ ihnen gegenüber am 4. Oktober 2010 von einem Darlehen gesprochen 

hat, was als Indiz für den Bestand einer solchen Vereinbarung gewertet werden 

kann. Auch wenn C._____ am 4. Oktober 2010 indes den Zeugen gegenüber von 

Darlehen gesprochen hat, beweist dies eine entsprechende Vereinbarung zwi-

schen ihm und der Klägerin, welche von der Klägerin gegenüber der Beklagten 

als dessen Erbin rechtlich durchsetzbar ist, nicht – jedenfalls nicht  mit hinrei-

chender Sicherheit. Nach den Aussagen des Zeugen I._____ ging es beim Ge-

spräch darum, den Eltern, d.h. der Klägerin und H._____ die Altersvorsorge zu si-

chern. Erhaltene Gelder sollten von C._____ zurückbezahlt werden und I._____ 

will seinerseits C._____ den Kauf der G._____ AG angeboten haben, um daraus 

für die Eltern Geld zu generieren. Daraus ergibt sich, dass C._____ damals eine 

Rückzahlung der erhaltenen Gelder wollte. Dass C._____ die Rückzahlung der 

Gelder nicht nur wollte und sich allenfalls moralisch dazu auch verpflichtet fühlte, 

sondern er der Klägerin gegenüber auch entsprechend vertraglich verpflichtet 

war, lässt sich aus der Aussage von I._____ indes nicht ohne weiteres schliessen. 

H._____ konnte das Eingehen einer solchen Verpflichtung wie gesehen ebenfalls 

nicht bestätigen.  

Mehr für den Standpunkt der Klägerin ergibt sich auch aus den Aussagen der 

beiden Töchter der Klägerin nicht. Der Hinweis der Klägerin in der Berufung 

(act. 80 S. 8/9), diese hätten eindrücklich und glaubwürdig dargelegt, dass es ih-

rem Bruder wichtig gewesen sei, dass die Mutter das Geld zurück erhalte, bestä-

tigen nicht mehr als den damaligen Willen von C._____, sagen aber nichts dar-

über aus, dass er sich gegenüber der Klägerin entsprechend verpflichtet hatte. 

Der Gehalt der Aussagen der befragten Zeugen an sich genügt nicht zum rechts-

genügenden Nachweis einer Darlehensvereinbarung. Ob und wenn ja in welchem 

Ausmass sie unter einem Erwartungsdruck standen oder beeinflusst waren, kann 

letztlich offen bleiben. Auch die zum Teil enge Familienbande zwischen den Zeu-

gen und der Klägerin auf der einen und die teilweise negative Einstellung der 

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Zeugen gegenüber der Beklagten auf der andern Seite sind letztlich nicht ent-

scheidend. Ebenso wenig die Interessenlage insbesondere von H._____. Die Vo-

rinstanz hat schliesslich zu Recht darauf hingewiesen, dass die Zeugen jedenfalls 

keine detaillierten Kenntnisse über die Geldangelegenheiten der Familie hatten, 

auch wenn in der Familie offen über Geldangelegenheiten gesprochen worden 

sein soll.   

4.5.1   Die Klägerin rügt die vorinstanzliche Beweiswürdigung auch mit Bezug auf 

die Zeugenaussage von J._____, einem Mitarbeiter der mit dem Verkauf der Lie-

genschaft in D._____ betrauten K._____, der mit ihr und auch mit C._____ in 

Kontakt gestanden hatte. Die Vorinstanz erwog, es sei nicht auszuschliessen, 

dass J._____ von einem Darlehen gesprochen habe, weil er es von der Klägerin 

so gehört habe und die Gefahr bestehe, dass er eigene Wahrnehmungen der für 

ihn irrelevanten Äusserungen von C._____ und Schilderungen der Klägerin in 

seinem Gedächtnis vermenge (act. 82 S. 27-29).  

4.5.2   Der Zeuge J._____ hatte neun Monate nach dem Tod von C._____ auf 

Wunsch der Klägerin in einer E-Mail bestätigt, dass der Erlös aus dem Hausver-

kauf unter anderem die Kosten der kostenintensiven Behandlungen decken und 

zum anderen zur Tilgung des Darlehens, welches die Klägerin dem Ehepaar beim 

Kauf/Umbau zur Verfügung gestellt hatte, herangezogen werden sollte (act. 4/17). 

In der Zeugenbefragung erklärte der Zeuge, dass er die E-Mail aufgrund der An-

gaben von C._____ geschrieben habe (Prot. VI S. 75). Auf die Frage, weshalb er 

überhaupt etwas darüber wisse, wie der Verkaufserlös habe verwendet werden 

sollen, erklärte er, C._____ sei sehr offen gewesen und habe auch Dinge erzählt, 

die für den Verkauf nicht relevant gewesen seien. Er, der Zeuge, habe im damali-

gen Zeitpunkt aber nicht gewusst, dass es um ein Darlehen der Klägerin gegan-

gen sei. C._____ habe einfach von einem Darlehen gesprochen (Prot. VI S. 78).  

4.5.3   Unabhängig davon, ob und allenfalls unter welchem Erwartungsdruck der 

Zeuge J._____ bei der Zeugenbefragung gestanden haben mag und unabhängig 

von der Zuverlässigkeit seiner Erinnerungen liesse sich aus der Zeugenaussage 

höchstens ableiten, dass C._____ ihm gegenüber ein Darlehen erwähnte. Der 

Zeuge bestätigte in der Zeugenaussage nicht, dass es sich um ein Darlehen der 

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Klägerin gehandelt hatte, welches beim Kauf/Umbau des Hauses zur Verfügung 

gestellt worden war, wie er dies noch in der E-Mail vom 24. September 2011 ge-

schrieben hatte. Zum Nachweis der Streitfrage lässt sich daher aus dem Zeugnis 

von J._____ auch dann nichts ableiten, wenn vollumfänglich auf dessen Aussage 

abgestellt würde.  

4.6 Aus der Vollmachtserteilung von C._____ an die Klägerin über die Konti bei 

der UBS leitet die Klägerin schliesslich im Berufungsverfahren wie schon vor Vo-

rinstanz ab, sie sei befugt gewesen, aus dem Verkaufserlös vorab die Rückzah-

lung selbst zu veranlassen (act. 80 S. 13). Die Vorinstanz erwog, der Umstand, 

dass diese Möglichkeit bestanden habe, heisse nicht, dass die Klägerin dies auch 

hätte tun dürfen (act. 82 S. 27/8). Dieser Auffassung ist zuzustimmen. Wie die Vo-

rinstanz zutreffend dargelegt hat, konnte der hiezu als Zeuge angerufene Bank-

angestellte L._____ sich an die Umstände der Bevollmächtigung nicht erinnern 

(Prot. VI S. 94). Die Klägerin äussert sich im Berufungsverfahren hiezu nicht. Mit 

Bezug auf die Aussage des Zeugen J._____ bleibt der oberwähnte Vorbehalt, 

wonach dieser – entgegen seiner E-Mail-Bestätigung (act. 4/17) – damals nicht 

wusste, dass es um ein Darlehen der Klägerin gegangen war. Die E-Mail kann 

somit auch nicht als Beweis für die klägerische Behauptung herangezogen wer-

den. Die vor Vorinstanz umstrittene Behauptung, dass C._____ der Klägerin er-

laubt hat, vom Erlös aus dem beabsichtigten Verkauf des Einfamilienhauses am 

M._____-Weg ... in D._____ vorab CHF 190'000.‒ zur Tilgung des Darlehens auf 

ein eigenes Konto zu überweisen (Prot. VI S. 18/19 und S. 81), blieb vielmehr 

beweislos.  

4.7 Weiteres zum Nachweis der Darlehensvereinbarung rügt die Klägerin in der 

Berufung nicht. Zu erwähnen bleibt, dass die behaupteten Darlehensbeträge in 

den Steuererklärungen der Klägerin nicht ausgewiesen worden waren (act. 33/4-

13).  

4.8 Zusammenfassend erweisen sich die von der Klägerin in der Berufung vor-

gebrachten Rügen im Zusammenhang mit der vorinstanzlichen Beweiswürdigung 

als unbegründet. Der Nachweis einer Darlehensvereinbarung zwischen der Klä-

gerin und ihrem verstorbenen Sohn C._____ konnte nicht erbracht werden. Die 

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Berufung ist daher abzuweisen und das vorinstanzliche Urteil ist zu bestätigen. 

Nur der Vollständigkeit halber ergehen daher die nachstehenden Ausführungen 

zur Frage der Verjährung. 

Verjährung 

5.1. Mit Bezug auf die Frage der Verjährung hält die Klägerin im Berufungsver-

fahren an ihrer bereits vor Vorinstanz vertretenen Auffassung fest, dass es nicht 

zu überzeugen vermöge, auf den Zeitpunkt der frühest möglichen Fälligstellung 

abzustellen. Bei unbefristeten und unverzinslichen Darlehen beginne die Verjäh-

rung vielmehr an dem durch die Kündigung bestimmten effektiven Beendigungs-

tag (act. 80 S. 15 i.V.m. act. 42 S. 12). Das Bundesgericht hält demgegenüber an 

seiner Rechtsprechung fest, dass auch für unbefristete, zinslose Darlehen die 

Verjährungsfrist mit der Auszahlung, bzw. nach Ablauf von sechs Wochen nach 

der Auszahlung beginnt. Dabei hat es sich in seinem Entscheid 4A_699/2011 vom 

22. September 2011 (dort E. 4) insbesondere auch mit den von der Klägerin zitier-

ten abweichenden Lehrmeinungen auseinandergesetzt und seine Rechtspre-

chung im Entscheid 4A_181/2012 vom 10. September 2012 bestätigt. Gründe, 

welche es rechtfertigten, von dieser Rechtsprechung im vorliegend zu beurteilen-

den Fall abzuweichen, hat die Klägerin nicht dargetan und sind auch nicht ersicht-

lich. Mit der Vorinstanz, auf deren Erwägungen ergänzend verwiesen werden 

kann (act. 82 S. 10/11), ist daher festzustellen, dass die Verjährung eines nach-

gewiesenen Darlehens mit Ablauf von sechs Wochen nach dessen Auszahlung 

zu laufen beginnt.  

5.2 Für den Fall, dass man die Zahlungen und den Abschluss eines Darlehens-

vertrages als bewiesen ansähe, geht die Vorinstanz davon aus, dass die Forde-

rung im Umfang von CHF 120'000.‒ bereits beim Gespräch im Spital Zollikerberg 

am 4. Oktober 2010 verjährt war und damals nicht mehr unterbrochen werden 

konnte. C._____ hätte viel mehr auf die Verjährung verzichten müssen, was nicht 

angenommen werden könne (act. 82 Ziff. 7, S. 34/35).  

5.3 Die Klägerin rügt in der Berufungsbegründung, die Vorinstanz gehe in Bezug 

auf die Darlehenstranchen, welche in den Jahren 2000 - 2003 ausbezahlt wurden, 

- 14 - 

ohne weitere Begründung davon aus, es habe sich um "separate Willenseinigun-

gen" gehandelt, nachdem nicht von Anfang an ein Darlehen über CHF 190'000.‒ 

vereinbart worden bzw. der weitere Geldbedarf für den Umbau (bei der Vereinba-

rung der ersten Darlehenstranche) nicht "vorhersehbar" gewesen sei. Dies sei 

nicht nur realitätsfremd, sondern entspreche auch weder den der Vorinstanz vor-

getragenen Tatsachen noch dem Beweisergebnis. Es sei nie von separaten Dar-

lehen die Rede gewesen. Unter Verweis auf ihre entsprechenden Ausführungen 

in der Klagebegründung (act. 2 Ziff. 5 S. 7 - 9) macht sie geltend, das im Jahr 

2000 gewährte Darlehen sei in den Jahren 2002 / 2003 über weitere Tranchen 

erhöht worden, nachdem dieser weiteres Kapital für den Umbau der Immobilie 

benötigt habe; im Rahmen der Vertragsfreiheit hätten die Parteien das Darle-

hensverhältnis jederzeit anpassen können. C._____ habe sodann am 4. Oktober 

2010 über den Totalbetrag gesprochen; damit sei er gemäss klarer Willensäusse-

rung von einem einheitlichen Rechtsgeschäft ausgegangen. Die letzte Erhöhung 

des geborgten Betrages sei am 7. August 2003 erfolgt, weshalb die Verjährung 

des gesamten Darlehens frühestens dann begonnen habe. Selbst wenn man der 

Vorinstanz aber folge, wäre keine Verjährung eingetreten, weil mit jeder Erhöhung 

die früheren Tranchen anerkannt worden seien und damit die Verjährungsfrist der 

einzelnen Tranchen neu zu laufen begonnen habe (act. 80 S. 14/15; vgl. auch vo-

rinstanzliche Replik, act. 42 S. 12).  

5.4 Die Beklagte hatte vor Vorinstanz geltend gemacht, dass C._____ lediglich 

anfänglich für den Erwerb der Einfamilienhausliegenschaft in D._____ einen An-

stossbeitrag gewünscht habe. Alle weiteren Geldbedürfnisse seien von ihm un-

vorhergesehen und deshalb nicht von Anfang an abgemacht erst im Verlaufe der 

Zeit und im Zusammenhang der später anfallenden Umbaukosten vorgebracht 

worden (act. 54 S. 3/4).  

5.5 In der Klagebegründung hatte die Klägerin ausführen lassen, dass sie zum 

Zweck der Finanzierung der Liegenschaft bzw. von deren Unterhalt ihrem Sohn 

verschiedentlich Darlehen gewährt habe. Sie erwähnt die einzelnen Tranchen von 

zweimal CHF 60'000.‒ am 8. und 25. Februar 2000, dann je CHF 10'000.‒ am 

11., 17. und 30. Oktober 2002 und schliesslich CHF 40'000.‒ am 30. August 2003 

- 15 - 

"…in Erhöhung des Darlehens…" (act. 2 S. 7 und 8). In der Replik liess sie fest-

halten, dass die ersten Tranchen des Darlehens im Jahr 2000 für den Ankauf und 

die folgenden Tranchen in den Jahren 2002/2003 für den Umbau ausbezahlt wur-

den. Dieser Verwendungszweck belege, dass es nicht um gesonderte Rechtsge-

schäfte gegangen sei. Auch wenn es 2000 nur um den Ankauf gegangen und wei-

tere Darlehen kein Thema gewesen seien, sei der Sachverhalt den Bedürfnissen 

angepasst worden (act. 42 S. 12). In der persönlichen Befragung anlässlich der 

Instruktionsverhandlung vom 5. Juni 2013 schilderte die Klägerin, dass ihr Sohn 

sie am Anfang des Jahres 2000 gefragt habe, ob sie ihm beim Hauskauf finanziell 

helfen würde. Auf die Frage, wie es nach der Bezahlung der zwei Tranchen im 

Februar 2000 eineinhalb Jahre später zu weiteren Auszahlungen gekommen sei, 

führte die Klägerin aus, im Jahre 2001 habe C._____ als Folge der Ereignisse des 

11. September einen grossen Teil seiner Kunden verloren und finanzielle Schwie-

rigkeiten gehabt. Sie habe dreimal CHF 10'000.‒ gegeben, da er die Arbeiten 

nicht mehr habe bezahlen können. Sie habe nicht immer Geld gegeben, er habe 

öfters gefragt (Prot. VI S. 7 ff., insbes. S.8, 10 und 11).  

5.6 Die Klägerin räumt ein, dass im Jahr 2000 ausschliesslich von 

CHF 120'000.‒ die Rede war und keine Gedanken an eine spätere Erhöhung be-

standen. Weitere Zahlungen erfolgten nach den Vorbringen der Klägerin selbst im 

Zusammenhang mit den Folgen der Ereignisse vom 11. September 2001, welche 

als solche sowie auch hinsichtlich der Konsequenzen nicht vorhersehbar waren. 

Wenn die Vorinstanz bei dieser Konstellation von separaten Willenseinigungen 

spricht, ist dies jedenfalls nicht zu beanstanden. Auch aus der Aussage von 

H._____ als Zeuge lässt sich denn auch nichts anderes schliessen. Er erklärte, 

dass C._____ sie (ihn und die Klägerin) zuerst angefragt habe, ob sie ihm Eigen-

kapital für den Hauskauf zur Verfügung stellten. Er habe zuerst das Haus gekauft 

und dann habe er es umgebaut. Während des Umbaus habe immer wieder Geld 

gefehlt, weshalb ihm die Klägerin Geld gegeben habe (Prot. VI S. 57/58). Die 

neuen Verhältnisse bedurften einer Anpassung, eines Überdenkens und führten 

dazu, dass weitere Zahlungen gewährt wurden. Auch wenn es letztlich die Sum-

me erhöhte und der Verwendungszweck immer das Haus in D._____ war, kann 

nicht von einer einheitlichen Darlehensgewährung im Gesamtbetrag von CHF 

- 16 - 

190'000.‒ gesprochen werden. Für die zeitlich erheblich später erfolgten, neuerli-

chen Zahlungen bedurfte es einer neuen Willenseinigung. Es war nicht so und 

wurde von der Klägerin so auch nicht behauptet, dass das ursprüngliche Darlehen 

so verstanden werden konnte und wollte, dass nötigenfalls auch Erhöhungen ge-

währt würden. Die im Februar 2000 gewährten Beträge als einzelnes Darlehen zu 

betrachten, welches hinsichtlich der Verjährung ein eigenes Schicksal hatte, er-

weist sich daher als sachgerecht. Für die beiden ersten Beträge trat damit die 

Verjährung eines Rückforderungsanspruches grundsätzlich bereits in der ersten 

Hälfte des Jahres 2010 ein.  

5.7 Soweit die Klägerin in der Berufungsbegründung geltend macht, auch eine 

Aufteilung in Tranchen hätte im Ergebnis keine Verjährung der ersten 

CHF 120'000.‒ zur Folge, weil davon ausgegangen werden müsste, dass 

C._____ mit dem Einverständnis zu jeder Erhöhung des geborgten Betrages den 

bisherigen Betrag anerkannte und damit die Verjährungsfrist der einzelnen Darle-

henstranchen mit jeder Erhöhung des Darlehens von neuem zu laufen begonnen 

hätte (act. 80 S. 15 Rz 6.4.), handelt es sich um einen neuen Einwand. Dieser 

kann – da er rechtlicher Natur ist – im Berufungsverfahren vorgebracht werden 

(Art. 317 Abs. 1 ZPO). Die Klägerin tut indes nicht dar und es ergibt sich dies ins-

besondere auch nicht aufgrund ihrer vorinstanzlichen Vorbringen, aus welchen 

Tatsachen sie bei den jeweiligen Erhöhungen auf die jeweils neu angenommenen 

Anerkennungen bezüglich der früher ergangenen Darlehenstranchen schliesst. 

Eine Anerkennungshandlung nach Art. 135 Ziff. 1 OR setzt keinen auf Unterbre-
chung der Verjährung gerichteten Willen voraus. Als Anerkennung mit Unterbre-

chungswirkung im Sinne von Art. 135 Ziff. 1 OR gilt jedes Verhalten des Schuld-

ners, das vom Gläubiger nach Treu und Glauben im Verkehr als Bestätigung sei-

ner rechtlichen Verpflichtung aufgefasst werden darf, wobei sich die Anerken-

nungserklärung an den Gläubiger richten muss. Eine Ankerkennungshandlung 

setzt insbesondere keinen auf Unterbrechung der Verjährung gerichteten Willen 

voraus und es steht der Anerkennung auch nicht entgegen, dass der geschuldete 

Betrag allenfalls strittig ist (BGE 134 III 591 E. 5.2.1 und 5.2.2 mit weiteren Hin-

weisen). Eine Anerkennungserklärung oder -handlung als solche wird vorliegend 

aber nicht behauptet. Entgegen der Auffassung der Klägerin kann allein aus der 

- 17 - 

Tatsache der Erhöhung bzw. aus dem Erbeten um weitere Beträge nichts für die 

bisher gewährten Darlehenstranchen geschlossen werden.  

Die Vorinstanz hat zudem erwogen, dass weder behauptet noch anzunehmen sei, 

C._____ habe am 4. Oktober 2010 um die Verjährung gewusst und bewusst da-

rauf verzichtet (act. 82 S. 35). Die Klägerin setzt dem in der Berufung nichts ent-

gegen, weshalb es dabei sein Bewenden hat. Die Vorinstanz ging im Ergebnis zu 

Recht davon aus, dass im Umfang von CHF 120'000.‒ die Klage jedenfalls auch 

zufolge Verjährung abzuweisen wäre.  

III. 

Beim vorgenannten Ausgang des Verfahrens bleibt es auch bei der vorinstanzli-

chen Kosten- und Entschädigungsregelung und die Klägerin wird auch für das Be-

rufungsverfahren kostenpflichtig. Parteientschädigungen sind keine zuzuspre-

chen, der Klägerin nicht, weil sie unterliegt, der Beklagten nicht, weil ihr im Beru-

fungsverfahren keine entschädigungspflichtigen Aufwendungen entstanden sind.  

 

Es wird erkannt: 

1. Die Berufung wird abgewiesen. Das Urteil des Bezirksgerichts Zürich 

(10. Abteilung) vom 3. Februar 2015 wird bestätigt. 

2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 12'300.‒ festgesetzt. 

3. Die Gerichtskosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden der Klägerin 

und Berufungsklägerin auferlegt und mit ihrem Kostenvorschuss verrechnet.  

4. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.  

5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Beklagte und Berufungsbeklag-

te unter Beilage des Doppels von act. 80, sowie an das Bezirksgericht Zü-

rich (10. Abt.) und an die Obergerichtskasse, je gegen Empfangsschein. 

- 18 - 

Nach unbenutztem Ablauf der Rechtsmittelfrist gehen die erstinstanzlichen 

Akten an die Vorinstanz zurück. 

6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG.  
Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt 
Fr. 190'000.‒. 
Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer 

 
 Die Vorsitzende               Die Gerichtsschreiberin: 

 
 
 

 lic. iur. A. Katzenstein             lic. iur. O. Canal 
 
 
versandt am: 
 

	Urteil vom 8. Mai 2015
	Rechtsbegehren: (act. 1 S. 1)
	Urteil des Bezirksgerichtes Zürich (10. Abt.) vom 3. Februar 2015: (act. 82 S. 37)
	1. Die Klage wird abgewiesen.
	2. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:
	3. Die Gerichtskosten werden der klagenden Partei auferlegt und mit den geleisteten Vorschüssen der Parteien verrechnet.
	4. Die klagende Partei wird verpflichtet, der beklagten Partei eine Parteientschädigung von Fr. 29'389.50.– (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
	5. Schriftliche Mitteilung.
	6. Rechtsmittel.
	Berufungsanträge:
	Erwägungen:
	Es wird erkannt:
	1. Die Berufung wird abgewiesen. Das Urteil des Bezirksgerichts Zürich (10. Abteilung) vom 3. Februar 2015 wird bestätigt.
	2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 12'300.‒ festgesetzt.
	3. Die Gerichtskosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden der Klägerin und Berufungsklägerin auferlegt und mit ihrem Kostenvorschuss verrechnet.
	4. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
	5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Beklagte und Berufungsbeklagte unter Beilage des Doppels von act. 80, sowie an das Bezirksgericht Zürich (10. Abt.) und an die Obergerichtskasse, je gegen Empfangsschein.
	6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...