# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ca7bff42-fe2a-5be0-a82d-65c7cf79ea6c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-12-01
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 01.12.2017 C-754/2017
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-754-2017_2017-12-01.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung III 

C-754/2017 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 .  D e z e m b e r  2 0 1 7  

Besetzung 
 Richter David Weiss (Vorsitz), 

Richter Vito Valenti,  

Richterin Viktoria Helfenstein,    

Gerichtsschreiberin Tania Sutter. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, (Italien), 

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 
 

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,  

Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Invalidenversicherung, Rente,  

Verfügung der IVSTA vom 27. Dezember 2016. 

 

 

 

C-754/2017 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A._______ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) wurde am (…) geboren und 

ist schweizerische Staatsangehörige (vgl. Akten der Vorinstanz [act.] 2 

S. 4). Vom 10. August 1998 bis zum Eintritt ihrer Arbeitsunfähigkeit am 

31. Oktober 2000 absolvierte sie im Alter von 15 bis 17 Jahren in der 

Schweiz eine Lehre als Kaminfegerin (act. 67 S. 1 und 7; 72 S. 1 und 4). 

In der Folge wurde ihr mit Wirkung ab dem 1. Februar 2001 (Monat nach 

Vollendung des 18. Altersjahrs) mit Beschluss vom 12. Januar 2004 zu-

nächst eine ganze ausserordentliche Rente der Invalidenversicherung (IV) 

zugesprochen (vgl. act. 2 S. 17 und 58 ff.). Mit Verfügung vom 27. Novem-

ber 2015 der IV-Stelle Thurgau wurde der Invaliditätsgrad neu ermittelt und 

die ganze auf eine halbe ausserordentliche IV-Rente herabgesetzt (act. 25; 

28). Mit Schreiben vom 7. Dezember 2016 teilte die Beschwerdeführerin 

mit, dass sie ihren Wohnsitz per 9. Dezember 2016 nach Italien verlege 

(act. 29). Die IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA (nachfolgend: Vo-

rinstanz) teilte der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 27. Dezember 

2016 mit, dass sie zufolge Wegzugs ins Ausland ab 1. Januar 2017 keinen 

Anspruch mehr auf eine ausserordentliche IV-Rente habe (act. 31). 

B.  

Gegen die Verfügung vom 27. Dezember 2016 erhob die Beschwerdefüh-

rerin mit Eingabe vom 26. Januar 2017 Beschwerde und beantragte sinn-

gemäss, es sei ihr weiterhin ihre halbe ausserordentliche Rente auszube-

zahlen. Zur Begründung führte sie an, mit einer halben Rente könne sie in 

Italien überleben, weshalb sie entschieden habe, die Schweiz zu verlas-

sen. Von der IV-Stelle sei ihr mündlich versichert worden, dass sie ihre 

Rente mit Sicherheit weiter erhalte, wenn sie nach Italien auswandere. Sie 

hätte die Schweiz nie verlassen, wenn sie gewusst hätte, dass sie eine 

ausserordentliche Rente habe, die sie verliere, wenn sie die Schweiz ver-

lasse (Akten im Beschwerdeverfahren [BVGer act.] 1). 

C.  

Die Vorinstanz beantragte mit Vernehmlassung vom 23. März 2017 die Ab-

weisung der Beschwerde respektive die Bestätigung der angefochtenen 

Verfügung (BVGer act. 9). Zur Begründung führte sie insbesondere aus, 

dass die ausserordentliche IV-Rente nicht dem Prinzip des Leistungsex-

ports gemäss Art. 7 der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 des Europäischen 

Parlaments und des Rates vom 29. April 2004 zur Koordinierung der Sys-

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Seite 3 

teme der sozialen Sicherheit (SR 0.831.109.268.1; nachfolgend: Verord-

nung Nr. 883/2004) unterliege. Im Übrigen stelle sich die Frage des Exports 

einer ausserordentlichen Rente gemäss Rz. 5014 des Kreisschreibens 

über das Verfahren zur Leistungsfestsetzung in der AHV/IV/EL (KSBIL; 

Stand 4. April 2016) vorliegend auch nicht, da die Beschwerdeführerin 

während ihrer Erwerbstätigkeit vor dem Eintritt der Arbeitsunfähigkeit auf-

grund ihres Alters der Beitragspflicht i.S.v. Art. 3 Abs. 2 Bst. a AHVG 

(SR 831.10) nicht unterstellt gewesen sei. Schliesslich sei nirgends in den 

Akten eine Zusicherung der IV-Stelle zu finden, wonach die Beschwerde-

führerin ihre halbe Rente mit Sicherheit weiter erhalten würde, wenn sie 

nach Italien auswandere. Mangels gegenteiliger Beweise könne sich die 

Beschwerdeführerin nicht auf den Grundsatz von Treu und Glauben beru-

fen. 

D.  

Mit Zwischenverfügung vom 5. April 2017 wurde der Beschwerdeführerin 

die unentgeltliche Rechtspflege im Sinne der Befreiung von der Bezahlung 

von Verfahrenskosten gewährt (BVGer act. 12). 

E.  

Mit Instruktionsverfügung vom 26. Mai 2017 wurde zur Kenntnis genom-

men und gegeben, dass die Beschwerdeführer auf die Einreichung einer 

Replik verzichtet hat (BVGer act. 16). 

F.  

Auf die Ausführungen der Parteien und die Beweismittel ist, soweit erfor-

derlich, in den folgenden Erwägungen näher einzugehen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden Be-

schwerde zuständig (Art. 31, 32 und 33 Bst. d VGG; Art. 69 Abs. 1 Bst. b 

IVG [SR 831.20]). Die Beschwerdeführerin ist durch die angefochtene Ver-

fügung berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, 

womit sie zur Erhebung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 59 ATSG 

[SR 830.1]). Somit ist auf die – unter Berücksichtigung des Fristenstillstan-

des vom 18. Dezember bis und mit 2. Januar (Art. 38 Abs. 4 Bst. c ATSG) 

– frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde vom 26. Januar 2017 

(italienischer Poststempel: 30. Januar 2017) einzutreten (Art. 60 ATSG; 

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Art. 52 Abs. 1 VwVG; Art. 51bis der Verwaltungsvereinbarung betreffend die 

Durchführung des Abkommens zwischen der Schweizerischen Eidgenos-

senschaft und der Italienischen Republik über Soziale Sicherheit 

[SR  0.831.109.454.23]). 

2.  

Anfechtungsobjekt und damit Begrenzung des Streitgegenstandes des 

vorliegenden Beschwerdeverfahrens (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1) bildet die 

Verfügung vom 27. Dezember 2016, mit welcher der Anspruch der Be-

schwerdeführerin auf eine ausserordentliche Rente infolge Wegzugs ins 

Ausland per 1. Januar 2017 aufgehoben wurde. 

3.  

3.1 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht 

einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens, 

die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG). 

3.2 Es ist gemäss dem Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes we-

gen nicht an die Begründung der Begehren der Parteien gebunden (Art. 62 

Abs. 4 VwVG). Im Rahmen seiner Kognition kann es die Beschwerde auch 

aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder den an-

gefochtenen Entscheid im Ergebnis mit einer Begründung bestätigen, die 

von jener der Vorinstanz abweicht (vgl. Urteil des BGer 2C_393/2015 vom 

26. Januar 2016 E. 1.2; BGE 132 II 47 E. 1.3 m.H.). 

3.3 Nach ständiger Rechtsprechung beschränkt sich die Prüfung des So-

zialversicherungsgerichts auf die Verhältnisse, wie sie sich bis zum Erlass 

der angefochtenen Verwaltungsverfügung entwickelt haben (vgl. Urteil des 

BGer 8C_489/2016 vom 29. November 2016 E. 5.2 m.H. auf BGE 132 V 

215 E. 3.1.1; 130 V 138 E. 2.1; 121 V 362 E. 1b). Tatsachen, die jenen 

Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand  

einer neuen Verwaltungsverfügung sein (BGE 121 V 362 E. 1b). 

4.  

4.1 Die Beschwerdeführerin ist schweizerische Staatsangehörige und 

wohnt in Italien. Damit gelangen das Freizügigkeitsabkommen vom 

21. Juni 1999 (FZA, SR 0.142.112.681, in Kraft getreten am 1. Juni 2002) 

und die Regelwerke der Gemeinschaft zur Koordinierung der Systeme der 

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sozialen Sicherheit gemäss Anhang II des FZA – darunter insbesondere 

die Verordnung Nr. 883/2004 – zur Anwendung.  

4.2 In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze mass-

gebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes 

Geltung haben (BGE 132 V 215 E. 3.1.1), weshalb jene Vorschriften An-

wendung finden, die spätestens beim Erlass der Verfügung vom 27. De-

zember 2016 in Kraft standen, weiter aber auch Vorschriften, die zu jenem 

Zeitpunkt bereits ausser Kraft getreten waren, die aber für die Beurteilung 

allenfalls früher entstandener Leistungsansprüche von Belang sind. 

5.  

Umstritten und nachfolgend zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin auch 

nach der Verlegung ihres Wohnsitzes von der Schweiz nach Italien im De-

zember 2016 Anspruch auf Ausrichtung einer ausserordentlichen Rente 

der Invalidenversicherung hat (Leistungsexport). 

5.1 Der Anspruch von Schweizer Bürgern auf ausserordentliche Renten 

richtet sich gemäss Art. 39 Abs. 1 IVG nach den Bestimmungen des AHVG 

(SR 831.10). Nach Art. 42 Abs. 1 AHVG haben Anspruch auf eine ausser-

ordentliche Rente Schweizer Bürger mit Wohnsitz und gewöhnlichem Auf-

enthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz, die während der gleichen Zahl von 

Jahren versichert waren wie ihr Jahrgang, denen aber keine ordentliche 

Rente zusteht, weil sie bis zur Entstehung des Rentenanspruchs nicht wäh-

rend eines vollen Jahres der Beitragspflicht unterstellt gewesen sind. Ge-

stützt auf diese Bestimmungen wurden der damals noch in der Schweiz 

wohnhaften Beschwerdeführerin zunächst eine ganze und später eine 

halbe ausserordentliche IV-Rente zugesprochen. Nachdem die Beschwer-

deführerin ihren Wohnsitz unbestrittenermassen im Dezember 2016 von 

der Schweiz nach Italien verlegt hat (act. 29), besteht weder Wohnsitz noch 

gewöhnlicher Aufenthalt in der Schweiz, sodass diese für die Ausrichtung 

einer ausserordentlichen Rente erforderlichen Voraussetzungen nicht 

mehr erfüllt sind. 

5.2 Zu prüfen ist aber, ob die Beschwerdeführerin einen Anspruch auf die 

streitige Leistung aus den Bestimmungen des FZA und den dazugehörigen 

Gemeinschaftsverordnungen ableiten kann. Die massgeblichen Bestim-

mungen werden im Folgenden kurz dargestellt. 

5.2.1 Unter dem Titel Aufhebung der Wohnortklausel bestimmt Art. 7 der 

Verordnung Nr. 883/2004 dass, sofern diese Verordnung nichts anderes 

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bestimmt, Geldleistungen, die nach den Rechtsvorschriften eines oder 

mehrerer Mitgliedstaaten oder nach dieser Verordnung zu zahlen sind, 

nicht aufgrund der Tatsache gekürzt, geändert, zum Ruhen gebracht, ent-

zogen oder beschlagnahmt werden dürfen, dass der Berechtigte oder 

seine Familienangehörigen in einem anderen als dem Mitgliedstaat wohnt 

bzw. wohnen, in dem der zur Zahlung verpflichtete Träger seinen Sitz hat. 

Diese Bestimmung entspricht im Wesentlichen dem Art. 10 Abs. 1 der Ver-

ordnung (EWG) des Rates Nr. 1408/71 des Rates vom 14. Juni 1971 zur 

Anwendung der Systeme der sozialen Sicherheit auf Arbeitnehmer und 

Selbstständige sowie deren Familienangehörige, die innerhalb der Ge-

meinschaft zu- und abwandern (nachfolgend: Verordnung Nr. 1408/71), 

welche bis zum 31. März 2012 auf die Beziehungen zwischen der Schweiz 

und den Mitgliedstaaten der EU anwendbar war. Diese vom Gemein-

schaftsrecht vorgesehene Aufhebung der Wohnortklausel führt im Ergeb-

nis zu einer Gleichstellung der Staatsgebiete der Mitgliedstaaten hinsicht-

lich der Leistungsberechtigung (vgl. BGE 141 V 530 = Pra 105 (2016) 

Nr. 21 E. 7.1.2 m.H.). 

5.2.2 Gemäss Art. 70 Abs. 1 und 3 der Verordnung Nr. 883/2004 gelten 

Art. 7 der Verordnung Nr. 883/2004 und die anderen Kapitel des Titels III 

der Verordnung Nr. 883/2004 nicht für die besonderen beitragsunabhängi-

gen Geldleistungen, welche nach Rechtsvorschriften gewährt werden, die 

aufgrund ihres persönlichen Geltungsbereichs, ihrer Ziele und/oder ihrer 

Anspruchsvoraussetzungen sowohl Merkmale der Rechtsvorschriften der 

sozialen Sicherheit als auch Merkmale der Sozialhilfe aufweisen. Art. 70 

Abs. 4 der Verordnung Nr. 883/2004 sieht sodann vor, dass diese Leistun-

gen ausschliesslich in dem Mitgliedstaat, in dem die betreffenden Perso-

nen wohnen, und nach dessen Rechtsvorschriften gewährt werden. Ge-

mäss Art. 70 Abs. 2 der Verordnung Nr. 883/2004 bezeichnet der Ausdruck 

besondere beitragsunabhängige Geldleistungen die Leistungen: 

a) die dazu bestimmt: 

i) einen zusätzlichen ersatzweisen oder ergänzenden Schutz gegen die 

Risiken zu gewähren, die von den in Artikel 3 Absatz 1 genannten 

Zweigen der sozialen Sicherheit gedeckt sind, und den betreffenden 

Personen ein Mindesteinkommen zur Bestreitung des Lebensunter-

halts garantieren, das in Beziehung zu dem wirtschaftlichen und sozi-

alen Umfeld in dem betreffenden Mitgliedstaat steht, oder 

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ii) allein dem besonderen Schutz des Behinderten zu dienen, der eng mit 

dem sozialen Umfeld dieser Person in dem betreffenden Mitgliedstaat 

verknüpft ist, und 

b) deren Finanzierung ausschliesslich durch obligatorische Steuern zur De-

ckung der allgemeinen öffentlichen Ausgaben erfolgt und deren Gewährung 

und Berechnung nicht von Beiträgen hinsichtlich der Leistungsempfänger ab-

hängen. Jedoch sind Leistungen, die zusätzlich zu einer betragsabhängigen 

Leistung gewährt werden, nicht allein aus diesem Grund als betragsabhängige 

Leistungen zu betrachten, und 

c) die in Anhang X aufgeführt sind. 

5.2.3 Gemäss Bst. d des Eintrags der Schweiz im Anhang X der Verord-

nung Nr. 883/2004 stellen beitragsunabhängige ausserordentliche Invali-

denrenten für Menschen mit Behinderungen (Art. 39 IVG), die vor Eintritt 

ihrer Arbeitsunfähigkeit nicht aufgrund einer Tätigkeit als Arbeitnehmer  

oder Selbständige unter schweizerisches Recht gefallen sind, besondere 

beitragsunabhängige Geldleistungen im Sinne von Art. 70 Abs. 2 Bst. c der 

Verordnung Nr. 883/2004 dar. 

Die Erwähnung der ausserordentlichen Renten der Invalidenversicherung 

als besondere beitragsunabhängige Geldleistungen war im entsprechen-

den Anhang der bis zum 31. März 2012 anwendbaren Verordnung 

Nr. 1408/71 nicht enthalten. Im Rahmen der Nachführung des Anhangs II 

zum FZA zur Integrierung des modernisierten Systems der Koordinierung 

der Systeme der sozialen Sicherheit, das in der Europäischen Union gilt 

(nämlich hauptsächlich die Verordnung Nr. 883/2004 und die Verordnung 

[EG] Nr. 987/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 

16. September 2009 zur Festlegung der Modalitäten für die Durchführung 

der Verordnung Nr. 883/2004 [SR 0.831.109.268.11]), beantragte die 

Schweizerische Eidgenossenschaft ausdrücklich hinsichtlich der Verord-

nung Nr. 883/2004, die auch für Nichterwerbstätige gilt, dass die ausseror-

dentlichen Renten für nicht erwerbstätige Personen mit Behinderungen in 

die Liste der besonderen beitragsunabhängigen Geldleistungen aufge-

nommen werden. Damit sich die Situation gegenüber dem Status quo nicht 

verschlechterte, wurde dieser von der Schweiz vorgeschlagene Eintrag je-

doch auf Personen beschränkt, die vor Eintritt ihrer Arbeitsunfähigkeit nicht 

aufgrund einer abhängigen Beschäftigung (z.B. als Lehrling) oder einer 

selbständigen Tätigkeit dem schweizerischen Recht unterlagen (vgl. Vor-

schlag der Europäischen Kommission vom 28. Juni 2010 für einen Be-

schluss des Rates über den im Namen der Union im Gemischten Aus-

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schuss, der mit dem Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Europä-

ischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten einerseits und der Schwei-

zerischen Eidgenossenschaft andererseits über die Freizügigkeit einge-

setzt wurde, zu vertretenden Standpunkt der Ersetzung des Anhangs II 

über die Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit, S. 5 ff., Doku-

ment einsehbar unter < http://eur-lex.europa.eu/ > [CELEX-Nummer 

52010PC0333]; nachfolgend: Vorschlag vom 28. Juni 2010). 

5.3 Aus den dargelegten Bestimmungen ergibt sich im Fall der Beschwer-

deführerin was folgt: 

5.3.1 In BGE 141 V 530 hielt das Bundesgericht fest, dass die ausseror-

dentliche Rente der Invalidenversicherung alle Kriterien erfülle, um als eine 

besondere beitragsunabhängige Leistung im Sinne von Art. 70 Abs. 2 

Bst. a Punkt i der Verordnung Nr. 883/2004 gelten zu können. Insofern als 

sie nur gewährt wird, wenn kein Anspruch auf eine ordentliche Rente der 

Invalidenversicherung besteht, da die Voraussetzung der Mindestbeitrags-

dauer nicht erfüllt ist, deckt sie, als Ersatz, das Invaliditätsrisiko, indem sie 

es aus wirtschaftlichen und sozialen Erwägungen ermöglicht, den seit der 

Geburt oder seit der Kindheit invaliden Personen, die nie die Gelegenheit 

hatten, bis zur Entstehung des Rentenanspruchs Beiträge zu entrichten, 

ein Mindesteinkommen zu sichern (vgl. BGE 141 V 530 E. 7.4.2). 

5.3.2 Sodann ist die ausserordentliche Rente beitragsunabhängig, weil sie 

nicht durch Beiträge, sondern ausschliesslich durch den Bund finanziert 

wird (vgl. Art. 77 Abs. 2 IVG; BGE 141 V 530 E. 7.3.3 a.E.). Damit erfüllt 

die ausserordentliche Rente der Invalidenversicherung auch die Voraus-

setzungen gemäss Art. 70 Abs. 2 Bst. b der Verordnung Nr. 883/2004. 

5.3.3 Schliesslich wird die beitragsunabhängige ausserordentliche Invali-

denrente nach Art. 39 IVG im Anhang X der Verordnung Nr. 883/2004 auf-

geführt, jedoch nur soweit die betroffene Person vor Eintritt ihrer Arbeits-

unfähigkeit nicht aufgrund einer Erwerbstätigkeit unter schweizerisches 

Recht gefallen ist. Diese Bestimmung bezweckt nämlich die Ausnahme von 

ausserordentlichen Renten für nicht erwerbstätige Personen mit Behinde-

rung vom Grundsatz der Aufhebung der Wohnsitzklausel (vgl. E. 5.2.3 vor-

stehend). Die Beschwerdeführerin absolvierte jedoch unbestrittenermas-

sen bis zum Eintritt ihrer Arbeitsunfähigkeit am 31. Oktober 2000 im Alter 

von 15 bis 17 Jahren in der Schweiz eine Lehre. Aufgrund dieser Erwerbs-

tätigkeit unterlag sie gemäss Art. 2 IVG i.V.m. Art. 3 Abs. 1 erster Satz 

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AHVG grundsätzlich der Beitragspflicht, auch wenn sie bis zum 31. De-

zember des Jahres, in welchem sie das 17. Altersjahr zurückgelegt hatte, 

davon befreit war (Art. 3 Abs. 2 Bst. a AHVG). Demzufolge fiel die Be-

schwerdeführerin vor Eintritt ihrer Arbeitsunfähigkeit aufgrund ihrer Er-

werbstätigkeit als Lehrling unter schweizerisches Recht (vgl. Vorschlag 

vom 28. Juni 2010 S. 9). Damit stellt die ausserordentliche IV-Rente der 

Beschwerdeführerin keine besondere beitragsunabhängige Geldleistung 

im Sinne von Art. 70 Abs. 2 Bst. c i.V.m. Bst. d des Eintrags der Schweiz in 

Anhang X der Verordnung Nr. 883/2004 dar und ist infolgedessen auch 

nicht vom Grundsatz der Aufhebung der Wohnortklausel ausgenommen. 

5.3.4 Nichts anderes ergibt sich aus dem Kreisschreiben über das Verfah-

ren zur Leistungsfestsetzung in der AHV/IV/EL (KSBIL; Stand 4. April 

2016). In Rz 5014 wird in Übereinstimmung mit den vorstehenden Erwä-

gungen und mit Hinweis auf das Urteil des BGer 9C_446/2013, 

9C_469/2013 vom 21. März 2014 ausgeführt, dass ausserordentliche Ren-

ten von Schweizerinnen und Schweizern oder EU-Staatsangehörigen 

grundsätzlich auch in einen EU-Staat ausgerichtet werden, sofern die leis-

tungsberechtigte Person vor dem Eintritt der Arbeitsunfähigkeit in der 

Schweiz oder in einem EU-Mitgliedstaat erwerbstätig gewesen sei und so-

fern die Voraussetzungen nach Art. 39 Abs. 1 IVG bzw. Art. 42 Abs. 1 

AHVG erfüllt seien. Dies bedeute, dass ausserordentliche Renten von Per-

sonen, die in der Schweiz oder in einem EU-Mitgliedstaat nie erwerbstätig 

gewesen seien, nicht exportiert, und als beitragsunabhängige Geldleistun-

gen nur bei Wohnsitz in der Schweiz gewährt werden. Wie soeben ausge-

führt, war die Beschwerdeführerin vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit in der 

Schweiz erwerbstätig. Zudem erfüllte sie auch die Voraussetzungen für 

eine ausserordentliche Rente (vgl. Beschluss vom 12. Januar 2004 und 

Verfügung vom 27. November 2015, mit welchen der Beschwerdeführerin 

ein ganze bzw. halbe ausserordentliche IV-Rente zugesprochen wurde). 

5.4 Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin auch 

nach ihrem Wegzug aus der Schweiz nach Italien im Dezember 2016 An-

spruch auf Ausrichtung einer – aktuell halben – ausserordentlichen Rente 

der Invalidenversicherung hat. Demzufolge ist die Beschwerde gutzuheis-

sen und ist die angefochtene Verfügung vom 27. Dezember 2016 aufzuhe-

ben. 

5.5 Bei diesem Ausgang des Verfahrens erübrigt sich eine Prüfung der 

Frage, ob die Beschwerdeführerin ihren Anspruch auf Ausrichtung ihrer 

ausserordentlichen IV-Rente auf die von ihr behaupteten – aber bislang 

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nicht nachgewiesenen – mündlichen Zusicherung einer nicht näher be-

zeichneten IV-Stelle stützen könnte. 

6.  

6.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig (Art. 69 Abs. 1bis und 2 

IVG), wobei die Verfahrenskosten gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG in der Re-

gel der unterliegenden Partei auferlegt werden. Der unterliegenden Vor-

instanz sind jedoch keine Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 2 

VwVG). 

6.2 Die Beschwerdeinstanz kann der ganz oder teilweise obsiegenden 

Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr er-

wachsene notwendige und verhältnismässige hohe Kosten zusprechen 

(Art. 64 Abs. 1 VwVG). Da die obsiegende Beschwerdeführerin nicht an-

waltlich vertreten ist und ihr aufgrund der Aktenlage auch keine notwendi-

gen, verhältnismässig hohen Kosten entstanden sind, wird ihr keine Par-

teientschädigung zugesprochen. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Für das Dispositiv wird auf die nächste Seite verwiesen). 

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 

27. Dezember 2016 aufgehoben. Die Beschwerdeführerin hat weiterhin 

Anspruch auf die Ausrichtung einer ausserordentlichen Rente der Invali-

denversicherung. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben und keine Parteientschädigun-

gen zugesprochen. 

3.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Einschreiben mit Rückschein) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Einschreiben) 

– das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben) 

 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

 

 

David Weiss Tania Sutter 

 

 

 

 

(Für das die Rechtmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen). 

 

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Seite 12 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 

BGG). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Ent-

scheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Hän-

den hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

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