# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9447b13d-8ed2-5cd7-829a-31607166af1f
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-30
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 30.11.2023 720 21 65 / 273 (720 2021 65 / 273)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-21-65---273_2023-11-30.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 30. November 2023 (720 21 65 / 273) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Bestimmung des massgebenden medizinischen Sachverhalts aufgrund eines Gerichtsgut-

achtens; Verneinung des Anspruchs auf eine Invalidenrente. 

 

 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichterin Elisabeth Berger 

Götz, Kantonsrichter Jürg Pulver, Gerichtsschreiberin Katja Wagner 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch André Baur, Advokat, 
Advokaturbüro, Greifengasse 1, Postfach 1644, 4001 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  

 
 
 
A.a Die 1966 geborene A.____ meldete sich erstmals mit Gesuch vom 16. Juli 2013 bei der 
Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Nach Abklärung der er-
werblichen und gesundheitlichen Verhältnisse sprach die damals zuständige IV-Stelle für Versi-
cherte im Ausland mit Verfügung vom 23. September 2015 rückwirkend für die Zeit vom 1. Januar 
2014 bis 31. Dezember 2014 eine halbe Invalidenrente zu. Für die Zeit danach verneinte sie 

 

 
 
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einen Rentenanspruch. Die hiergegen erhobene Beschwerde hiess das Bundesverwaltungsge-
richt mit Entscheid vom 5. Oktober 2018 in dem Sinne gut, als es die angefochtene Verfügung 
aufhob und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung und zum anschliessenden Erlass einer 
neuen Verfügung an die nunmehr zuständige IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) zurückwies.  
 
A.b In Nachachtung des Bundesverwaltungsgerichtsurteils veranlasste die IV-Stelle ein psy-
chiatrisches Gutachten sowie eine Verlaufsexpertise bei Dr. med. B.____, FMH Psychiatrie und 
Psychotherapie, welche am 30. Juli 2019 bzw. 3. März 2020 erstattet wurden. Gestützt darauf 
verneinte sie mit Verfügung vom 14. Januar 2021 einen Rentenanspruch unter Hinweis auf einen 
Invaliditätsgrad von 20%.  
 
B. Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte mit Eingabe vom 13. Februar 2021 Be-
schwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantons-
gericht). Darin beantragte sie sinngemäss die Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie 
die Neuentscheidung über die Invalidenrente unter Berücksichtigung weiterer erwerbsmindernder 
Aspekte, die hinzugekommen seien. Zur Begründung machte sie im Wesentlichen geltend, dass 
die Evaluierung der gesundheitlichen Einschränkungen durch Dr. B.____ oberflächlich sei und 
ihrer stark eingeschränkten Arbeitsfähigkeit nicht gerecht werde. Eine regelmässige Berufstätig-
keit sei auch wegen der neuen Belastungen nicht mehr möglich.  
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 5. März 2021 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Be-
schwerde.  
 
D. Mit prozessleitender Verfügung vom 22. April 2021 bewilligte die instruierende Präsiden-
tin der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Prozessführung. Mit Eingabe vom 26. April 2021 
teilte Advokat André Baur dem Gericht mit, dass er seitens der Beschwerdeführerin mit der Wah-
rung der Interessen beauftragt worden sei. Gleichzeitig stellte er den Antrag auf unentgeltliche 
Verbeiständung, welchem mit prozessleitender Verfügung vom 28. April 2021 stattgegeben 
wurde.  
 
E. Mit Replik vom 24. Juni 2021 stellte Advokat Baur namens und im Auftrag der Beschwer-
deführerin folgende Rechtsbegehren: In Gutheissung der Beschwerde sei die angefochtene Ver-
fügung aufzuheben und es sei zur Ermittlung der Restarbeitsfähigkeit ein gerichtliches Gutachten 
aus dem psychiatrischen Fachbereich bei einer weiblichen Fachperson einzuholen; danach sei 
über den Leistungsanspruch zu entscheiden (Ziff. 1). Eventualiter sei die Beschwerdegegnerin 
zu verurteilen, der Beschwerdeführerin rückwirkend ab 1. Januar 2014 eine ganze Invalidenrente 
auszurichten, und diese Leistung sei ab 1. Januar 2016 mit 5% zu verzinsen (Ziff. 2). Ferner 
werde beantragt, Dr. B.____ wegen falscher ärztlicher Zeugnisse bei der Strafverfolgungsbe-
hörde anzuzeigen (Ziff. 3); unter o/e-Kostenfolge. Ferner stellte er die folgenden Verfahrensan-
träge: Der Beschwerdeführerin sei zu einer allfälligen Duplik der Beschwerdegegnerin ein Triplik-
recht einzuräumen (Ziff. 1); Es sei eine öffentliche Verhandlung im Sinne von Art. 6 Ziff. 1 EMRK 
durchzuführen (Ziff. 2) und es seien der Beschwerdeführerin die Ratingbogen Mini-lCF-APP zur 
Einsichtnahme und Kommentierung zur Verfügung zu stellen (Ziff. 3).  
 

 

 
 
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F. Auf Nachfrage seitens des Kantonsgerichts teilte Dr. B.____ am 4. Oktober 2021 mit, 
dass er keinen schriftlichen Ratingbogen Mini-ICF-APP verfasst habe. Seine Einschätzung des 
Fähigkeitsniveaus der Versicherten anhand des Ratingbogens erfolge jeweils während der gut-
achterlichen Untersuchung und werde im Kapital 7.4 "Würdigung von Ressourcen und Belastun-
gen" jeweils erläutert.  
 
G. Anlässlich der Parteiverhandlung vom 17. März 2022 gelangte das Kantonsgericht zur 
Auffassung, dass eine abschliessende Beurteilung der Angelegenheit gestützt auf die vorhande-
nen medizinischen Akten nicht möglich sei. Das Gericht beschloss deshalb, den Fall auszustellen 
und zur Klärung des medizinischen Sachverhalts ein Gerichtsgutachten bei Dr. med. C.____, 
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, anzuordnen.  
 
H. Das Gutachten von Dr. C.____ erging am 24. Februar 2023. Die Parteien erhielten in 
der Folge Gelegenheit, sich zum Inhalt des Gutachtens und zur Frage zu äussern, wie sich des-
sen Ergebnisse auf den Leistungsanspruch des Versicherten auswirken würden. Mit Stellung-
nahme vom 17. März 2023 erachtete die IV-Stelle das Gerichtsgutachten als beweiskräftig und 
hielt fest, dass gestützt auf die medizinischen Erkenntnisse im Gerichtsgutachten seit Januar 
2015 von einer Arbeitsfähigkeit von 80% auszugehen sei. Vor diesem Zeitpunkt sei am ehesten 
von einer Arbeitsfähigkeit von 50% auszugehen, womit Anspruch auf eine halbe Rente vom 1. Ja-
nuar 2014 bis Ende März 2015 resultiere. Mit Stellungnahme vom 11. Mai 2023 machte die Be-
schwerdeführerin geltend, dass nicht auf das Gerichtsgutachten abgestellt werden könne, wobei 
sie dieses aus verschiedenen Gründen als nicht beweiskräftig erachtete.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1.1 Auf die beim örtlich und sachlich zuständigen Gericht und im Weiteren form- und fristge-
recht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 
 
1.2 Am 1. Januar 2022 ist die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Änderung 
des IVG ("Weiterentwicklung der IV", WEIV) in Kraft getreten. Auf alle Rentenansprüche, die ab 
dem 1. Januar 2022 entstehen, finden grundsätzlich die Bestimmungen des IVG und der Verord-
nung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 sowie diejenigen des Bundes-
gesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 
in der Fassung gültig ab 1. Januar 2022 Anwendung (Kreisschreiben über Invalidität und Rente 
in der Invalidenversicherung [KSIR], gültig ab 1. Januar 2022, Rz. 9100). Vorliegend steht ein 
möglicher Rentenanspruch vor dem 1. Januar 2022 zur Diskussion. Entsprechend den allgemei-
nen Grundsätzen des intertemporalen Rechts und des zeitlich massgebenden Sachverhaltes 
(statt vieler: BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 129 V 354 E. 1 mit Hinweisen) sind daher die Bestimmungen 
des IVG und diejenigen der IVV sowie des ATSG in der bis Ende 2021 geltenden Fassung an-
wendbar. Sie werden im Folgenden jeweils in dieser Version wiedergegeben, zitiert und ange-
wendet. 
 

 

 
 
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2.1 Vorab ist auf den Antrag der Beschwerdeführerin einzugehen, wonach Dr. B.____ we-
gen falschen ärztlichen Zeugnisses bei der Strafverfolgungsbehörde anzuzeigen sei. Soweit er-
sichtlich sieht die Beschwerdeführerin vorliegend konkret den Tatbestand der Urkundenfälschung 
im Amt gemäss Art. 317 Ziff. 2 des Schweizerischen Strafgesetzbuchs vom 21. Dezember 1937 
als erfüllt an. Hierzu macht sie zunächst geltend, dass den begutachtenden Fachpersonen im 
Rahmen der Erstellung von Gutachten zuhanden der IV rechtsprechungsgemäss die mit einem 
Bundesbeamten bzw. einer Bundesbeamtin vergleichbare Funktion zukomme. Ferner weist sie 
darauf hin, dass in anderen Gutachten desselben Experten die gleichen Redewendungen zu fin-
den seien und zitiert hierzu aus einer Auswahl von Gutachten (Replik, Ziff. 10). Darüber hinaus 
verweist sie auf ein Verfahren vor dem Sozialversicherungsgericht X.____, in dessen Rahmen 
der Gutachter bekräftigt habe, dass er seine Schlussfolgerungen ausschliesslich auf ein persön-
liches Explorationsgespräch mit der versicherten Person und damit auf seine subjektiven Eindrü-
cke eines einzigen Gesprächs stütze sowie grundsätzlich auf den Beizug von jeglichen weiteren 
Hilfsmitteln und Informationen verzichte.  
 
2.2 Wie eingangs dargelegt, sprach das Kantonsgericht im Rahmen seiner Parteiverhand-
lung vom 17. März 2022 dem im vorliegenden Verfahren seitens der IV-Stelle eingeholten Gut-
achten von Dr. B.____ jegliche Beweiskraft ab (vgl. auch E. 5.1 hiernach). Indessen besteht kein 
Anlass zu einer Anzeige des Experten bei der Strafverfolgungsbehörde. Anhand der Zitate aus 
anderen Gutachten, die jeweils gleichlautende Redewendungen enthalten sollen, kann für den 
vorliegenden Fall jedenfalls nichts weiter abgeleitet werden. Sofern Dr. B.____ anlässlich seiner 
Begutachtungen entsprechende Befunde erhoben bzw. Beobachtungen gemacht hat, kann ihm 
nicht in strafrechtlich relevanter Hinsicht zum Vorwurf gemacht werden, dass er hierfür jeweils die 
gleichen Terminologien verwendet. Des Weiteren sind vorliegend weder Hinweise für ein straf-
rechtlich bedeutsames Verhalten ersichtlich noch werden konkrete Anhaltspunkte für ein solches 
seitens der Beschwerdeführerin geltend gemacht. Im Übrigen steht es der Beschwerdeführerin 
frei, die Strafanzeige selbst bei der zuständigen Behörde einzureichen. 
 
3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während ei-
nes Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig ge-
wesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). 
 
3.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebre-
chen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be-
einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach 
zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen 
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). 
 
3.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt abgestuft: 
Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf 

 

 
 
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eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindes-
tens 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 
 
3.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG an-
wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrads das Er-
werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- 
rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), 
in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise 
zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau 
ermittelt und einander gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der 
Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 
E. 1).  
 
3.5 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychischen Gesundheitsbeeinträchti-
gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich an-
erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 49 E. 1.2, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Zu 
betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltenden psychischen Leiden belastenden 
psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen kein Krankheitswert zukommt. Ein 
invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 
Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbs-
fähigkeit wesentlich beeinträchtigt. In BGE 143 V 409 und 143 V 418 hat das Bundesgericht ent-
schieden, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweis-
verfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind. Dieses für somatoforme Leiden entwickelte 
Vorgehen definiert systematisierte Indikatoren, die – unter Berücksichtigung von leistungshin-
dernden äusseren Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressour-
cen) anderseits – erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 
141 V 281 E. 2, E. 3.4 bis 3.6 und 4.1). Entscheidend ist dabei, unabhängig von der diagnosti-
schen Einordnung des Leidens, ob es gelingt, auf objektivierter Beurteilungsgrundlage den Be-
weis einer rechtlich relevanten Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei die versi-
cherte Person die materielle Beweislast zu tragen hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 mit Hinweis auf 
BGE 141 V 281 E. 3.7.2). 
 
4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä-
higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Un-
terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu 
stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen 
und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi-
cherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grund-
lage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zuge-
mutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 

 

 
 
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4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) − wie alle ande-
ren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ge-
statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Pro-
zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, 
warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des 
Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange 
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück-
sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me-
dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 
ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 
E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).  
 
4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch 
BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So führte das Bundesgericht zu den Gerichtsgutachten aus, dass 
das Gericht "nicht ohne zwingende Gründe" von den Einschätzungen des medizinischen Exper-
ten abweicht, dessen Aufgabe es ist, seine Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu 
stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen (BGE 125 V 351 E. 3b/aa). 
Gleichwohl wie bei Gutachten externer Spezialärzte, welche von Versicherungsträgern im Ver-
fahren nach Art. 44 ATSG eingeholt wurden und den Anforderungen der Rechtsprechung ent-
sprechen, darf das Gericht insbesondere einem von ihm eingeholten Gerichtsgutachten vollen 
Beweiswert zuerkennen, solange "nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit" der Exper-
tise sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4). Schliesslich lässt es die Natur des Begutachtungsauftrags 
eines amtlich bestellten fachmedizinischen Experten nicht zu (BGE 124 I 170 E. 4 S. 175; Urteil 
des EVG vom 13. Juni 2001, I 506/00, E. 2b), ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in 
Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn andere Ärzte zu an-
derslautenden Einschätzungen gelangen (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, 
E. 2.2.1, mit Hinweisen). Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung 
aufdrängt, weil beispielsweise die behandelnden Ärzte wichtige − und nicht rein subjektiver ärzt-
licher Interpretation entspringende − Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung uner-
kannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, 
E. 2.2.1, mit Hinweisen). 
 
5.1 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom 14. Januar 2021 bei der 
Beurteilung des medizinischen Sachverhalts im Wesentlichen auf das psychiatrische Gutachten 
von Dr. B.____ vom 30. Juli 2019 sowie dessen Verlaufsexpertise vom 3. März 2020. Gestützt 
darauf verneinte sie einen Rentenanspruch. Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens einge-

 

 
 
Seite 7   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

holten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobach-
tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erör-
terung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Be-
weiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise 
sprechen (vgl. E. 4.3 hiervor). Anlässlich der in dieser Angelegenheit erfolgten Urteilsberatung 
vom 17. März 2022 gelangte das Kantonsgericht nun allerdings zur Auffassung, dass diesem 
Gutachten keine ausschlaggebende Beweiskraft zukomme. Anlass, an den entsprechenden 
Schlussfolgerungen des Gutachtens zu zweifeln, gab zum einen der Umstand, dass Dr. B.____ 
zwar in Übereinstimmung mit den involvierten Fachpersonen eine rezidivierende depressive Stö-
rung diagnostizierte, jedoch die für den Leistungsanspruch zentrale Frage nach den Auswirkun-
gen dieser Diagnose auf die Arbeitsfähigkeit ungeklärt blieb. So griff bspw. der Verweis auf eine 
stabile Arbeitssituation sowie einen funktionierenden Freundeskreis zu kurz, zumal eine stabile 
Arbeitssituation aktenkundig schon über zehn Jahre nicht mehr vorgelegen hatte. Ferner man-
gelte es dem Gutachten an einer sorgfältigen Diskussion der ICF-Kriterien, welche gerade eine 
umfassende Würdigung der das Leistungsvermögen abbildenden Fähigkeiten der Versicherten 
ermöglichen würde. Der Gutachter begnügte sich diesbezüglich mit einem kurzen Hinweis auf 
einzelne Kriterien, die als eingeschränkt zu betrachten seien. Es fehlte indessen an einer ent-
sprechenden Textwiedergabe sowie einer Begründung, um diese Kriterien bzw. deren Einschrän-
kung überprüfen und hinreichend nachvollziehen zu können. Erhebliche Zweifel bestanden je-
doch auch an der Verneinung einer Persönlichkeitsstörung. Hierbei stützte sich der Gutachter im 
Wesentlichen auf weitgehend erhaltene Alltagsfunktionen und eine unauffällige soziale Integra-
tion bzw. die jahrelange Berufstätigkeit in einem vollschichtigen Pensum. Er liess aber eine Aus-
einandersetzung mit den für eine Persönlichkeitsstörung erforderlichen Kardinalkriterien sowie 
eine Diskussion der innerpsychischen Struktur der Versicherten vermissen. Im vorliegenden Fall 
gab es indessen einige Anhaltspunkte dafür, dass es der Versicherten nach einigen Jahren im 
Berufsleben nicht mehr möglich gewesen war, sich der Arbeitswelt anzupassen. Hinzu trat, dass 
die beruflichen Massnahmen mehrfach gescheitert waren. Insgesamt blieben das Diagnosebild 
sowie insbesondere die daraus resultierenden funktionellen Einbussen mit Auswirkung auf das 
Leistungsvermögen unklar. Namentlich fehlte es auch an einer schlüssigen retrospektiven Beur-
teilung der Beschwerden und der Arbeits(un)fähigkeit seit 2013. Unter diesen Umständen war 
der gutachterliche Schluss auf eine Arbeitsfähigkeit von 80% nicht nachvollziehbar und in Zweifel 
zu ziehen. Nach Auffassung des Gerichts vermochten indessen auch die versicherungsinternen 
Beurteilungen keine verlässliche Entscheidungsgrundlage zu bilden. Nachdem sich dementspre-
chend mit Beschluss des Kantonsgerichts vom 17. März 2022 die Einholung eines gerichtlichen 
Gutachtens als unerlässlich erwiesen hatte, steht nunmehr das gerichtliche Gutachten von Dr. 
C.____ vom 24. Februar 2023 im Zentrum der medizinischen Beurteilung.  
 
5.2 In diesem Gutachten werden eine rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F33.4) so-
wie ferner eine Persönlichkeitsakzentuierung mit emotional instabilen Zügen (ICD-10 Z73) diag-
nostiziert. Die Gerichtsgutachterin gelangt diesbezüglich im Wesentlichen zur Auffassung, dass 
sich laut sämtlichen Informationsquellen bei der Versicherten in der Vergangenheit mehrmals 
depressive Episoden leichten bis mittelschweren Ausmasses (ohne somatisches Syndrom) ge-
zeigt hätten. Schwere depressive Episoden seien bisher nicht dokumentiert. Da bereits zwei de-

 

 
 
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pressive Episoden unabhängig vom Ausprägungsgrad für die Diagnose einer rezidivierenden de-
pressiven Störung ausreichen würden, sei diese Diagnose bei der Explorandin zu bestätigen. Bei 
der aktuellen Untersuchung habe sich die rezidivierende Störung remittiert gezeigt. Die Exploran-
din weise keine depressive Symptomatik auf, dies unter einer geringen Dosis eines Johannis-
kraut-Präparats. In der Vergangenheit seien bei der Explorandin verschiedene Persönlichkeits-
anteile, teils als Akzentuierung, teils als Störung, diagnostiziert worden. Bei der aktuellen Begut-
achtung hätten sich Hinweise auf überdauernde emotional-instabile Persönlichkeitszüge gefun-
den. Diese würden sich in chronischen Stimmungsschwankungen äussern. D.h. es könne ohne 
Auslöser oder aufgrund von Kleinigkeiten zu depressiv getönten Stimmungseinbrüchen kommen, 
aber auch zu positiven Stimmungen mit Freude, Schwung und Lebensmut. In Stimmungstiefs 
fühle sich die Explorandin unglücklich, unzufrieden und unsicher, sei leicht irritier- und kränkbar, 
neige zum Grübeln und verharre in negativen Gedanken. Die Stimmungsinstabilität mache sich 
auch dadurch bemerkbar, dass die Explorandin insbesondere in Konfliktsituationen teilweise im-
pulsiv-unbedacht reagiere. Hiermit zeige sich ein dysfunktionaler Umgang, indem sie jegliche An-
forderungs- und potentielle Konfliktsituation durch Rückzug und Kontaktabbruch konsequent ver-
meide. Die Explorandin habe im Querschnittsbild keinerlei misstrauische oder gar paranoide 
Züge aufgewiesen. Eine solche Symptomatik sei auch in der Vorgeschichte nicht in einer solchen 
Ausprägung dokumentiert, so dass sich der Verdacht auf eine überdauernde Persönlichkeits-
problematik ergeben würde. Es werde zwar festgehalten, dass die Explorandin sich oftmals 
schlecht behandelt, diskriminiert, hintergangen oder ausgenutzt gefühlt und zum Schutz eine 
"Mauer" um sich errichtet habe. Dies könne jedoch mit der erhöhten Irritierbarkeit und Kränkbar-
keit im Rahmen ihrer emotionalen Instabilität hinreichend erklärt werden. Ebenso sei die von Dr. 
med. D.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierte depressive Persönlichkeits-
störung mit den häufigen depressiven Stimmungseinbrüchen im Rahmen ihrer emotional-instabi-
len Persönlichkeit zu vereinbaren, in denen Unzufriedenheit und Gefühle von Unglücklichsein 
vorherrschen würden. Allerdings würden auch positive, eher etwas euphorisch getönte Stim-
mungshochs vorkommen, so dass eine rein depressive Persönlichkeitsproblematik zu kurz greife. 
Die emotional-instabilen Persönlichkeitszüge der Explorandin könnten sich unter ungünstigen 
Entwicklungsbedingungen in der Kindheit (Migrationshintergrund mit kultureller Entwurzelung / 
Fremdheitsgefühlen, Wechsel der Bezugspersonen bei zwischenzeitlichem Aufenthalt bei Gros-
seltern in der Türkei, chronisch angespannte häusliche Atmosphäre) herausgebildet haben. Die 
emotional-instabilen Züge hätten sicher einen Einfluss auf das Verhalten der Explorandin gehabt. 
So habe sie wichtige Entscheidungen im Leben wenig abgewogen, sondern unbedacht gehandelt 
und sich selbst in schwierige Situationen gebracht, z.B. durch die unüberlegte Heirat mit 17 Jah-
ren, die sie gegen den Willen ihrer Eltern durchgesetzt habe. Auch schienen familiäre und beruf-
liche Beziehungen zum Teil durch ihre persönlichkeitsbedingt geringen Kritik- und Konfliktfähig-
keiten gelitten zu haben, was sich beispielsweise in impulsiven Stellenkündigungen oder Kon-
taktabbrüchen gezeigt habe. Die emotionale Instabilität erschwere es der Explorandin, in kriti-
schen Situationen ruhig zu bleiben und mit Herausforderungen zielführend, geduldig und kon-
struktiv umzugehen. Trotz der geschilderten Persönlichkeitsproblematik sei es ihr aber auch ge-
lungen, die Schule abzuschliessen, eine Ausbildung zu machen und rund 20 Jahre in verschie-
denen, teils langjährigen Anstellungsverhältnissen (z.B. knapp zehn Jahre bei der Y.____ Bank) 
zu arbeiten. Dabei sei sie phasenweise noch in der Lage gewesen, Nebenjobs auszuüben und 

 

 
 
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sich um ihren Sohn zu kümmern. Sie habe zudem zwei längere Partnerschaften gehabt und un-
terhalte gute Beziehungen zum Sohn sowie zu mehreren Freundinnen/Freunden. Zuletzt habe 
sie auch ihr Verhältnis zu den Eltern als deutlich gebessert beschrieben. Angesichts dieser hohen 
Alltagsfunktionalität könnten die sozialen Schwierigkeiten im Leben der Explorandin nicht einsei-
tig und vollständig auf ihre emotionale Instabilität zurückgeführt werden. Die sozialen Probleme 
und Schwierigkeiten würden zu einem grossen Teil nicht auf gesundheitlichen Einschränkungen 
(Persönlichkeitsauffälligkeiten), sondern auf ungünstigen sozialen Umständen oder falschen Ent-
scheidungen / Fehlern der Explorandin beruhen. Gegen eine manifeste Persönlichkeitsstörung 
spreche auch, dass bei ihr keine erheblichen selbstschädigenden und/oder fremdgefährlichen 
Verhaltensweisen dokumentiert seien. Es sei offenbar nie zu krisenhaften Zuspitzungen mit der 
Notwendigkeit von akuten Hospitalisierungen bzw. Kriseninterventionen (freiwillig oder per für-
sorgerischer Unterbringung) gekommen. Auch sei die Diagnose von früheren Behandler zwar 
gestellt, jedoch keine intensive auf diese spezifische Problematik zugeschnittene Therapie er-
folgt, weder ambulant noch stationär. Stattdessen habe die Explorandin die dortige Behandlung 
aufgegeben. Was die Therapiefähigkeit angehe, die bei Persönlichkeitsstörungen vielfach deut-
lich eingeschränkt sei, so sei die Explorandin zwar öfters unzufrieden im Kontakt mit Therapeuten 
gewesen, vor allem wenn Anforderungen (Hausaufgaben) an sie gestellt worden seien. Sie habe 
aus Verärgerung oder Enttäuschung mehrfach Behandlungen abgebrochen, teilweise aber aus 
dem Grund, weil sie nicht entsprechend versichert gewesen sei. Andererseits habe sie doch ein 
Vertrauensverhältnis zur ersten Psychiaterin aufbauen und eine langjährige therapeutische Be-
ziehung zu ihr aufrechterhalten können. Somit erscheine sie durchaus in der Lage, sich selbst-
ständig eine Therapiestelle zu suchen und längerfristig mit einer Fachperson zusammenzuarbei-
ten, was für eine prinzipiell unbeeinträchtigte Kontakt-, Kommunikations- sowie Therapiefähigkeit 
spreche. Ihre Fähigkeit, Bindungen einzugehen und zu behalten, werde auch dadurch gestützt, 
dass die Explorandin von Freunden berichte, die sie immer wieder einladen würden. Sie be-
schreibe sich auch als kontaktfreudig, da sie auf Wallfahrten und bei Einsätzen bei Urlaub gegen 
Hand immer wieder neue Leute kennenlerne. Die Persönlichkeitsproblematik der Explorandin er-
scheine insgesamt nicht so ausgeprägt, dass sie mehrere Lebensbereiche anhaltend negativ be-
einflusst hätte. Bei der Explorandin sei keine so schwer ausgeprägte Persönlichkeitspathologie 
zu erkennen, die es ihr verunmöglicht hätte, gewissen sozialen Herausforderungen angemesse-
ner und konstruktiver zu begegnen. So habe sie beispielsweise während der zweiten Ehe eine 
jahrelange Phase privater und beruflicher Stabilität und relativer Unbeschwertheit gezeigt. Es sei 
diagnostisch daher von einer Persönlichkeitsakzentuierung auszugehen, d.h. einer noch im weit-
gefassten Normbereich liegenden Persönlichkeitsauffälligkeit, nicht aber von einer im pathologi-
schen Bereich liegenden Persönlichkeitsstörung.  
 
Zur Frage der Arbeitsfähigkeit führte die Gutachterin aus, dass die Explorandin zu 80% arbeits-
fähig sei als Büroangestellte. Dabei sei ihr 8 Stunden Arbeitstätigkeit pro Tag (100% Anwesen-
heit) zumutbar, wobei sie aufgrund erhöhtem Zeit- und Pausenbedarf zu 80% leistungsfähig sei 
(20% Minderung der Leistungsfähigkeit). Für besonders intensive Teamarbeit, Kundenbetreuung 
oder Personalverantwortung sei sie nicht geeignet. Nach langer Entwöhnung sei der Explorandin 
ein schrittweiser Einstieg, beginnend mit circa 4 Stunden täglich, zu empfehlen. Diese Beurteilung 
gelte durchgängig ab 1. Januar 2015 bis heute. Davor sei der Explorandin von der IV eine Ar-
beitsunfähigkeit von 50% vom 1. Januar 2013 bis zur ersten Begutachtung (Gutachten Dr. E.____ 

 

 
 
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vom 29. September 2014) attestiert worden, was zur Zusprache einer halben Rente für das Jahr 
2014 geführt habe. Neben der angestammten Tätigkeit als Büroangestellte sei die Explorandin 
auch für andere prinzipiell infrage kommende Tätigkeiten auf dem ersten Arbeitsmarkt zu 80% 
arbeitsfähig zu beurteilen.  
 
5.3 Wie oben ausgeführt (E. 4.3 hiervor), weicht das Gericht bei Gerichtsgutachten nicht 
ohne zwingende Gründe von der Einschätzung des medizinischen Experten ab, dessen Aufgabe 
es ist, seine Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten 
Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Vorliegend besteht kein Anlass, von den Ergebnissen des 
zitierten Gerichtsgutachtens abzuweichen. Das Gutachten ist umfassend und die darin dargeleg-
ten medizinischen Zusammenhänge sowie die jeweils vorgenommenen Schlussfolgerungen sind 
nachvollziehbar und überzeugend. Dr. C.____ hat die Versicherte persönlich untersucht, eine 
umfassende Anamnese erhoben und geht einlässlich auf ihre Angaben und Beschwerden ein. 
Sie setzt sich zudem fundiert mit den bei den Akten liegenden medizinischen Berichten ausei-
nander und begründet abweichende Einschätzungen in überzeugender Weise.  
 
Die Gerichtsgutachterin vermag dabei namentlich schlüssig zu begründen, dass die erforderli-
chen Kardinalkriterien für eine Persönlichkeitsstörung anhand der zur Verfügung stehenden Ak-
ten und Informationen nicht als erfüllt betrachtet werden können, sondern die präsentierte Symp-
tomatik mit einer emotional instabilen Persönlichkeit zu vereinbaren ist. Ihre Beurteilung gründet 
auf einer eingehenden Würdigung der Berufs-, Sozial- und Familienanamnese. Wenngleich Dr. 
C.____ ferner eine remittierte depressive Störung diagnostiziert, trägt sie den in der Vergangen-
heit bestehenden leichten bis mittelgradigen Episoden gleichwohl Rechnung. Dies zeigt sich na-
mentlich anhand der eingehenden und sorgfältigen Diskussion der Standardindikatoren (vgl. 
hierzu ausführlich Gutachten S. 82 ff.) sowie der berücksichtigten Minderung der Leistungsfähig-
keit von 20% aufgrund eines erhöhten Zeit- und Pausenbedarfs bezogen auf ein 100%-Pensum. 
Insgesamt sind die medizinisch-diagnostischen Feststellungen im Gutachten bzw. namentlich die 
daraus resultierenden Schlussfolgerungen betreffend die funktionelle Leistungsfähigkeit umfas-
send und plausibel begründet worden, und es ergibt sich ein lückenloses Bild der Gesundheits-
schädigung und der Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit der Versicherten. 
 
5.4 Ihrer Stellungnahme zum Gerichtsgutachten vom 11. Mai 2023 legte die Beschwerde-
führerin einen Bericht ihres Behandlers Dr. D.____ vom 15. April 2023 bei, worin dieser in ver-
schiedener Hinsicht Kritik am Gerichtsgutachten äussert (vgl. hierzu ausführlich die Stellung-
nahme vom 11. Mai 2023). Unter Berücksichtigung des vorstehend Dargelegten vermögen die 
Feststellungen von Dr. D.____ das Gerichtsgutachten indessen nicht infrage zu stellen. So gibt 
er darin unter anderem zu bedenken, dass die Remission der rezidivierenden depressiven Stö-
rung temporär sei und eine neue depressive Episode jederzeit, auch drei Tage nach einer Kon-
sultation, wieder neu auftreten könne, weshalb die Begutachtung nur eine Momentaufnahme dar-
stelle. Diesbezüglich ist darauf hinzuweisen, dass Dr. C.____ – wie dargelegt (E. 5.3 hiervor) – 
gerade nicht ausschliesslich auf den in der Untersuchung angetroffenen Gesundheitszustand ab-
gestützt, sondern die ganze Krankheitsentwicklung in ihre Überlegungen und auch in die Ein-
schätzung der Arbeitsfähigkeit miteinbezogen hat. Ferner trifft es entgegen den weiteren Ausfüh-
rungen des Behandlers nicht zu, dass die Gerichtsgutachterin es unterlassen hat, darzustellen, 

 

 
 
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aus welchen Gründen die Neurasthenie und die neurotisch-depressive Persönlichkeitsstörung 
als Diagnosen nicht infrage kommen würden. Vielmehr findet sich im Gutachten auch eine sorg-
fältige Auseinandersetzung mit den verworfenen Diagnosen. Namentlich wird schlüssig aufge-
zeigt, dass einerseits die Neurasthenie formal nicht gleichzeitig mit einer affektiven Erkrankung 
wie einer Depression diagnostiziert werden kann, und andererseits keine Hinweise dafür beste-
hen, dass die Beschwerdeführerin von Jugend an die für eine Neurasthenie vorausgesetzte psy-
chische Grundverfassung gehabt hätte (vgl. Gerichtsgutachten, S. 60 ff.). Soweit Dr. D.____ 
schliesslich kritisiert, dass eine Persönlichkeitsstörung nicht in einer Begutachtungssitzung bejaht 
oder verneint werden könne, ist hervorzuheben, dass die vorliegende Aktenlage bereits mehrere 
psychiatrische Gutachten und Berichte umfasst, worunter auch stationäre Behandlungen doku-
mentiert sind, aus denen hinreichend hervorgeht, unter welchen Symptomen die Beschwerdefüh-
rerin im zeitlichen Verlauf gelitten hat. Alsdann ist erneut zu bekräftigen, dass das Gutachten eine 
sorgfältige Diskussion der für eine Persönlichkeitsstörung erforderlichen Kardinalkriterien sowie 
eine ausführliche Berufs-, Sozial- und Familienanamnese und eine vertiefte Auseinandersetzung 
mit den Vorakten umfasst, auf deren Grundlage Dr. C.____ eine umfassende Darstellung der 
gesundheitlichen Situation und der Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit vorgenommen hat.  
 
5.5 Vor diesem Hintergrund vermögen auch die Vorbringen der Beschwerdeführerin keine 
andere Auffassung zu begründen:  
 
5.5.1 Soweit die Beschwerdeführerin zunächst geltend macht, die Gerichtsgutachterin kläre 
nicht, wie oft depressive Phasen auftreten und wie sich diese auf die Arbeitsfähigkeit auswirken 
würden, kann vollumfänglich auf das unter Erwägung 5.3 und 5.4 hiervor Gesagte verwiesen 
werden, wonach Dr. C.____ unter anderem trotz im Gutachtenszeitpunkt festgestellter remittierter 
Depression die im Verlauf dokumentierten leichten bis mittelgradigen Episoden bei der Festset-
zung der Arbeitsfähigkeit berücksichtigt hat. Gleichermassen verhält es sich in Bezug auf die in 
den Raum gestellte Behauptung, wonach die anamnestisch beschriebenen Rückzüge die Versi-
cherte auch ausserhalb intensiver Teamarbeit, Personalverantwortung oder Kundenbetreuung 
beeinträchtigen würden, so dass sie einem Arbeitgeber bzw. einer Arbeitgeberin im ersten Ar-
beitsmarkt ohne übermässiges Entgegenkommen nicht zugemutet werden könne. Dr. C.____ 
nimmt auf Seite 55 des Gutachtens ausführlich auf die entsprechenden Stimmungsschwankun-
gen Bezug und belegt ihre Ausführungen zusätzlich mit den übereinstimmenden Ergebnissen 
aus der Mini-ICF-APP-Prüfung.  
 
5.5.2 Ferner kann auch den Einwänden in Bezug auf die Verneinung einer Persönlichkeitsstö-
rung nicht gefolgt werden. Hierbei macht die Beschwerdeführerin insbesondere geltend, dass die 
Gerichtsgutachterin chronische Stimmungsschwankungen beschreibe und ihr zugestanden 
habe, oftmals "schlecht behandelt", "diskriminiert", "hintergangen" oder "ausgenutzt" worden zu 
sein und deshalb zum Schutz eine "Mauer" um sich errichtet habe. Diese Aspekte seien dann 
aber im Rahmen der emotionalen Instabilität interpretiert worden, was sich als verharmlosend 
erweise. Dies gelte auch für die Behauptung, die von Dr. D.____ diagnostizierte depressive Per-
sönlichkeitsstörung sei bloss im Rahmen einer emotional instabilen Persönlichkeitsproblematik 
zu sehen. Vorliegend würden die Persönlichkeitszüge aktenkundig den Ausprägungsgrad einer 
Persönlichkeitsstörung erreichen. Daran ändere auch nichts, dass sie in der Lage gewesen sei, 

 

 
 
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die Schule abzuschliessen, eine Ausbildung zu machen und immer wieder in Anstellungsverhält-
nissen zu stehen. Auch sei die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung nicht bereits dann falsch, 
wenn eine Behandlung nicht lege artis erfolge. 
 
Dieser Argumentation kann nicht gefolgt werden. Dr. C.____ äussert sich eingehend zur Frage, 
wann die Grenze zu einem krankheitswertigen Zustand überschritten ist und erklärt in diesem 
Zusammenhang einleuchtend, weshalb die Persönlichkeitsproblematik der Versicherten nicht so 
ausgeprägt ist, dass sie mehrere Lebensbereiche anhaltend und negativ beeinflusst hätte, wie 
dies für die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung eben erforderlich ist. Sodann hat die Gerichts-
gutachterin die Verneinung der Persönlichkeitsstörung nicht allein unter Hinweis auf den berufli-
chen Werdegang der Versicherten (Schulabschluss, Ausbildung etc.) oder mit der nicht lege artis 
erfolgten Behandlung begründet (vgl. E. 5.3 und E. 5.4 hiervor). Dessen ungeachtet verkennt die 
Beschwerdeführerin, dass es sich hierbei gleichwohl um zentrale Aspekte für die Frage handelt, 
ob die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung tatsächlich erfüllt ist oder nicht. Soweit die Be-
schwerdeführerin in diesem Kontext ferner mit Hinweis auf ein rezidivierendes Krankheitsgesche-
hen die von Dr. C.____ festgestellte hohe Alltagsfunktionalität infrage stellt, greift sie damit zum 
einen die bereits in Bezug auf die diagnostizierte Depression angeführte Argumentation wieder 
auf (vgl. E. 5.5.1 hiervor). Zum anderen übersieht sie, dass eine Persönlichkeitsstörung eine 
überdauernde, anhaltende negative Beeinflussung sämtlicher relevanter Lebensbereiche voraus-
setzt, die gemäss den überzeugenden Darlegungen der Gerichtsgutachterin gerade nicht erho-
ben werden konnte. Daran vermag nicht zu ändern, dass die Alltagsfunktionalität auch Schwan-
kungen unterliegt, zumal die Stimmungsschwankungen bei der Festlegung der Arbeitsfähigkeit 
Berücksichtigung gefunden haben. Genauso wenig stützt Dr. C.____ entsprechend einem weite-
ren Einwand der Beschwerdeführerin ihre Beurteilung auf das in zeitlicher Hinsicht nicht mehr 
aktuelle Gutachten von Dr. E.____ vom 29. September 2014, sondern nimmt unter Einbezug 
sämtlicher vorliegender Akten eine eigene ausführliche Beurteilung vor.  
 
5.5.3 Soweit die Beschwerdeführerin des Weiteren auch bemängelt, dass die Gerichtsgutach-
terin die Diagnose einer Panikstörung nicht bestätigen konnte, kann ihr ebenfalls nicht gefolgt 
werden. Sie bemängelt die seitens der Gutachterin getätigte Aussage, wonach bei der Versicher-
ten zwar diverse lebensgeschichtliche Belastungen festzustellen seien, jedoch kein Ereignis von 
aussergewöhnlicher Bedrohung und katastrophalem Ausmass. Dabei kritisiert die Beschwerde-
führerin diese Feststellung als falsch und unbegründet und führt an, dass nicht weiter dargelegt 
oder untersucht worden sei, weshalb beispielsweise die Ehe mit Gewalterfahrung nicht als aus-
serordentliche Bedrohung zu werten sei.  
 
Diesbezüglich trifft es zwar zu, dass sich eine dahingehende Begründung der Gerichtsgutachterin 
im Gutachten nicht finden lässt. Entscheidend ist jedoch, dass Dr. C.____ ihre Einschätzung in 
Kenntnis der gesamten Aktenlage und nach gut dokumentierter eingehender Erhebung eigener 
Befunde abgab. Ferner wurde der invalidisierenden Wirkung des erhobenen Beschwerdebilds im 
Rahmen der Arbeitsfähigkeit vollumfänglich Rechnung getragen. Hierbei ist daran zu erinnern, 
dass für die Belange der Invalidenversicherung nicht die Diagnose, sondern insbesondere die 
sozial-praktische Auswirkung der Erkrankung, mithin die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit, mass-
gebend ist (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 23. April 2019, 9C_184/2019, E. 4.2 und vom 

 

 
 
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27. September 2017, 8C_820/2016, E. 5.4). Vor diesem Hintergrund läuft denn schliesslich auch 
der Einwand ins Leere, wonach für die Feststellung der Restarbeitsfähigkeit nicht auf die Diag-
nostik allein abgestellt werden dürfe, sondern vielmehr die tatsächlichen Auswirkungen der erho-
benen Beschwerden mittels Indikatorenprüfung zu erforschen und zu bewerten seien.  
 
6. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 4.3 hiervor), weicht das Gericht bei einem Gerichtsgutach-
ten nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung der medizinischen Experten ab, deren 
Aufgabe es ist, ihre Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen be-
stimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Solche zwingenden Gründe liegen im vorliegen-
den Fall keine vor, weshalb kein Anlass besteht, von den Ergebnissen des zitierten Gerichtsgut-
achtens abzuweichen. Für die Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit der 
Versicherten kann demnach auf das überzeugende Gutachten von Dr. C.____ vom 24. Februar 
2023 abgestellt werden. 
 
7.1 Mit Blick auf die erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlichen Beeinträchtigungen 
eingehender zu beleuchten ist indessen der retrospektive Verlauf der Arbeitsunfähigkeit.  
 
7.2 Wie bereits dargelegt (vgl. E. 3.1 hiervor), besteht nach Art. 28 Abs. 1 IVG Anspruch auf 
eine Rente für Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich 
zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder 
verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindes-
tens 40% invalid sind (lit. c). Nach Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht der Rentenanspruch darüber hinaus 
frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach 
Art. 29 Abs. 1 ATSG. 
 
7.3 Nachdem die Beschwerdeführerin sich am 16. Juli 2013 bei der Invalidenversicherung 
zum Leistungsbezug angemeldet hat, kann der Rentenanspruch unter Berücksichtigung der Ka-
renzfrist von sechs Monaten frühestens per 1. Januar 2014 entstehen. Dr. C.____ geht retrospek-
tiv ab 1. Januar 2015 von einer durchgehenden Arbeitsfähigkeit von 80% sowohl für die ange-
stammte als auch eine allfällige leidensadaptierte Tätigkeit aus, was unter Berücksichtigung der 
vorstehenden Erwägungen nicht in Zweifel zu ziehen ist. Für den Zeitraum davor weist sie darauf 
hin, dass der Explorandin von der IV eine Arbeitsunfähigkeit von 50% vom 1. Januar 2013 bis zur 
ersten Begutachtung (Gutachten Dr. E.____ vom 29. September 2014) attestiert worden sei, was 
zur Zusprache einer halben Rente für das Jahr 2014 geführt habe. Damit nimmt sie im Wesentli-
chen auf die versicherungsrechtlichen Gegebenheiten Bezug, wie sie durch die damalige Verfü-
gung vom 23. September 2015 festgestellt wurden. Diese Verfügung wurde indessen mit Ent-
scheid des Bundesverwaltungsgerichts vom 5. Oktober 2018 aufgehoben. Der entsprechende 
Verweis ("von der IV" […] "attestiert") scheint denn auch weniger von medizinischen Überlegun-
gen getragen zu sein, abgesehen von der Tatsache, dass Dr. C.____ für den damaligen Zeitpunkt 
namentlich das Gutachten von Dr. E.____ vom 29. September 2014 erwähnt. Die zwischenzeit-
lich aufgehobene Verfügung ist denn auch nicht mit den aktuellen medizinischen Erhebungen 
bzw. den beweiskräftigen Feststellungen im Gerichtsgutachten vereinbar. Im Rahmen ihrer Stel-
lungnahme zu anderslautenden ärztlichen Beurteilungen führt Dr. C.____ an, dass die seitens 

 

 
 
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der Behandlerin Dr. F.____ für den Zeitraum ab 1. Januar 2013 attestierte Arbeitsunfähigkeit von 
100% nicht nachvollzogen werden könne. Ferner hält sie auch fest, dass die von Dr. F.____ im 
Mai 2015 attestierte Arbeitsunfähigkeit von 50% nur noch auf sporadischen Konsultationen beruht 
habe, weil die Versicherte sich damals in Norddeutschland aufgehalten habe. Im Ergebnis kann 
sie der Arbeitsunfähigkeitseinschätzung von Dr. F.____ daher nicht folgen. Dr. E.____ konnte in 
seinem Gutachten vom 29. September 2014 keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für eine 
leidensangepasste Tätigkeit zuerkennen, wobei er diese Beurteilung mindestens als seit dem 
Untersuchungszeitpunkt bestehend betrachtete und gleichzeitig festhielt, es müsse vermutet wer-
den, dass schon seit mehreren Monaten ein remittierter Zustand vorliege. Auf entsprechende 
Nachfrage der IV-Stelle präzisierte Dr. E.____ am 27. November 2014, dass die Arbeitsfähigkeit 
seit anfangs 2013 allenfalls zeitweise eingeschränkt gewesen sei, aber keine präziseren Angaben 
möglich seien. In medizinischer Hinsicht relevant ist jedoch, dass ein Vergleich der aktuellen Er-
hebungen von Dr. C.____ mit den Feststellungen des Gutachtens von Dr. E.____ kein bedeutend 
verändertes Beschwerdebild zeigt. Insbesondere hat Dr. C.____ seit der Begutachtung durch Dr. 
E.____ am 29. September 2014 keine erheblichen Veränderungen bezüglich der aus dem Be-
schwerdebild resultierenden Einschränkungen feststellen können. Wie dargelegt, hat Dr. C.____ 
zwar eine Remission der depressiven Störung im Gutachtenszeitpunkt festgestellt, den im Verlauf 
auftretenden leichten bis mittelgradigen Episoden aber durch eine Reduktion der Arbeitsfähigkeit 
von 20% Rechnung getragen. Demgegenüber hat Dr. E.____ den schwankenden Verlauf bei 
seiner Einschätzung wohl nicht berücksichtigt, was vorliegend nicht von Relevanz ist. Vor diesem 
Hintergrund ist aber mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von der gleichen zumindest bereits im 
Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns bestehenden Einschränkung von 20% bzw. von 
einer Arbeitsfähigkeit von 80% für jegliche Tätigkeit auszugehen, wie sie die Gerichtsgutachterin 
im weiteren Verlauf attestiert hat. 
 
8. Was den Einkommensvergleich (vgl. E. 3.4 hiervor) anbelangt, so kann bei dieser Sach-
lage grundsätzlich auf die seitens der Beschwerdegegnerin in der Verfügung vom 14. Januar 
2021 verwendeten Bemessungsgrundlagen abgestellt werden. Mit Blick auf den frühestmögli-
chen Rentenbeginn massgebend ist in Abweichung zur besagten Verfügung indessen die 
Schweizerische Lohnstrukturerhebung 2014. Gestützt auf die Tabelle T17, Sektor Allgemeine 
Büro- und Sekretariatskräfte, Frauen (30-49 Jahre) ergibt sich bei einem monatlichen Einkommen 
von Fr. 5'985.-- und unter Berücksichtigung der wöchentlichen Arbeitszeit von 41,7 Stunden ein 
Valideneinkommen von Fr. 74'872.--. Entsprechend einer verbleibenden Restarbeitsfähigkeit von 
80% auch für die angestammte Tätigkeit resultiert ein Invalideneinkommen von Fr. 59'898.--. An-
hand einer Gegenüberstellung der Vergleichseinkommen resultiert ein Invaliditätsgrad von ge-
rundet 20%, womit kein Anspruch auf eine Invalidenrente besteht. Die angefochtene Verfügung 
vom 14. Januar 2021 ist damit im Ergebnis nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene 
Beschwerde abzuweisen.  
 
9.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be-
willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert 
im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen 
infolge wiederholter Urteilsberatungen durch das Kantonsgericht ein grosser Verfahrensaufwand 

 

 
 
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entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Berücksichtigung des bundesrechtli-
chen Kostenrahmens auf Fr. 1'000.-- fest. Die Verfahrenskosten werden gestützt auf § 20 
Abs. 3 VPO in der Regel in angemessenem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. In casu 
hat deshalb die Beschwerdeführerin als unterliegende Partei die Verfahrenskosten zu tragen. Ihr 
ist allerdings mit verfahrensleitender Verfügung vom 22. April 2021 die unentgeltliche Prozess-
führung bewilligt worden, weshalb die Verfahrenskosten zulasten der Gerichtskasse gehen.  
 
9.2 Im Zusammenhang mit den Kosten für die gerichtliche Begutachtung ist Art. 45 Abs. 1 
ATSG zu beachten. Dieser Bestimmung zufolge hat der Versicherungsträger die Kosten der Ab-
klärung zu übernehmen, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen 
angeordnet, so hat er deren Kosten dennoch zu übernehmen, wenn die Massnahmen für die 
Beurteilung des Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil nachträglich zugesprochener 
Leistungen bildeten. Wie das Bundesgericht in BGE 137 V 210 entschieden hat, sind in jenen 
Fällen, in denen zur Durchführung der vom Gericht als notwendig erachteten Beweismassnah-
men an sich eine Rückweisung in Frage käme, eine solche indessen mit Blick auf die Wahrung 
der Verfahrensfairness entfällt, die Kosten der durch das Gericht in Auftrag gegebenen MEDAS-
Begutachtung den IV-Stellen aufzuerlegen (das soeben zitierte Urteil E. 4.4.2). Vorliegend war 
das Kantonsgericht anlässlich seiner Urteilsberatung vom 17. März 2022 zum Ergebnis gelangt, 
dass ein Sachentscheid gestützt auf die damals vorhandene Aktenlage nicht möglich war. Es 
kann in dieser Hinsicht vollumfänglich auf die Erwägungen im Beschluss des Kantonsgerichts 
vom 17. März 2022 verwiesen werden (vgl. auch E. 4.1 hiervor). In Anbetracht der dort erwogenen 
Umstände war die gerichtliche Begutachtung durch Dr. C.____ nicht nur angezeigt, sondern un-
erlässlich. Es tritt hinzu, dass das Gerichtsgutachten nunmehr zweifellos die Grundlage für die 
dem Beschwerdeführer zuzusprechende Invalidenrente bildet. Im Lichte der geschilderten Recht-
sprechung sind die daraus resultierenden Kosten, welche sich gemäss Honorarrechnung vom 
24. Februar 2023 insgesamt auf Fr. 8'960.-- belaufen, demnach der Beschwerdegegnerin aufzu-
erlegen.  
 
9.3 Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend wird keine Parteientschädigung ausgerich-
tet. Da der Beschwerdeführerin mit prozessleitender Verfügung vom 28. April 2022 auch die un-
entgeltliche Verbeiständung mit ihrem Rechtsvertreter bewilligt worden ist, hat dessen Entschä-
digung aus der Gerichtskasse zu erfolgen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältin-
nen und Anwälte vom 17. November 2003 beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeistän-
dung Fr. 200.-- pro Stunde. Der Honorarnote vom 2. Februar 2022 zufolge beläuft sich der gel-
tend gemachte Aufwand von Advokat Baur auf insgesamt 32 Stunden und 40 Minuten, was um-
fangmässig in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen zwar als hoch, 
aber noch als angemessen zu bezeichnen ist. Ebenfalls nicht zu beanstanden sind die geltend 
gemachten Auslagen im Umfang von insgesamt Fr. 162.10. Ihm ist deshalb ein Honorar in der 
Höhe von Fr. 7'212.10 (32 Stunden und 40 Minuten à Fr. 200.-- zuzüglich Spesen und Auslagen 
von Fr. 162.10 sowie 7,7% Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten.  
 
Die Beschwerdeführerin wird jedoch ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Orga-
nisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufmerksam gemacht, wonach eine Partei, 

 

 
 
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der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie 
dazu in der Lage ist. 
  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen.  

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1’000.-- werden der Be-
schwerdeführerin auferlegt. 

Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung werden die Ver-
fahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 

 3. Die Kosten für die gerichtliche Begutachtung in der Höhe von Fr. 8’960.-
- werden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. 

 4. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 

Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung wird dem 
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von 
Fr. 7'212.10 (inkl. Auslagen und 7,7% Mehrwertsteuer) ausgerichtet.   

 

 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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