# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5ba6482d-b4b7-5c39-99c2-139024d75192
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-06-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.06.2017 C-2835/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-2835-2014_2017-06-12.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung III 

C-2835/2014 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 2 .  J u n i  2 0 1 7  

Besetzung 
 Richter Christoph Rohrer (Vorsitz), 

Richter Beat Weber, Richterin Madeleine Hirsig-Vouilloz,    

Gerichtsschreiber Yves Rubeli. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, 

vertreten durch Dr. iur. Barbara Wyler, Rechtsanwältin, 

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 
 

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,  

Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Invalidenversicherung, Rentenanspruch 

(Verfügung vom 14. Mai 2014). 

 

 

 

C-2835/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der am (…) 1954 geborene, in (…) (Deutschland) wohnhafte deutsche 

Staatsangehörige A._______ (im Folgenden: Versicherter oder Beschwer-

deführer) ist gelernter Einzelhandelskaufmann, war als Grenzgänger (act. 

1 S. 1) in der Schweiz erwerbstätig gewesen und hatte Beiträge an die 

Schweizerische Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung ent-

richtet (act. 10). Zuletzt war er vollschichtig als Zolldeklarant bei B._______ 

angestellt gewesen, welches Arbeitsverhältnis arbeitgeberseits per 31. Juli 

2012 aufgelöst wurde (letzter effektiver Arbeitstag: 6. Mai 2011, act. 12 

S. 1). 

B.  

Am 9. Juli 2012 (Eingangsdatum) meldete sich der Versicherte unter Hin-

weis auf seit 27. Juli 2011 bestehende psychische Beschwerden (Nieder-

geschlagenheit, Konzentrationsstörung, Erschöpfung, Schmerzen und De-

pression) bei der schweizerischen Invalidenversicherung zum Leistungs-

bezug an (act. 1). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Aargau, IV-

Stelle, traf erwerbliche und medizinische Abklärungen und veranlasste am 

17. Juni 2013 eine bidisziplinäre medizinische Begutachtung in den Fach-

gebieten Rheumatologie und Psychiatrie (act. 26, act. 30 S. 1-3). Im ent-

sprechenden Fragenkatalog wurde ausgeführt, die IV-Stelle erachte aus 

juristischer Sicht trotz des anderslautenden RAD-Vorschlages eine gut-

achterliche Beurteilung als notwendig. Aufgrund der unterschiedlichen An-

gaben aus dem psychiatrischen Fachbereich sowie wahrscheinlich vorhan-

dener syndromaler Anteile sei es für den Rechtsanwender nicht rechts-

genüglich möglich, die Arbeitsfähigkeit in der angestammten und bei einer 

Verweistätigkeit präzis einzuschätzen. Gestützt auf das interdisziplinäre 

Gutachten (vgl. act. 29 S. 17 f.) mit psychiatrischem Teilgutachten von 

Dr. med. C._______, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 

13. September 2013 (act. 29) und rheumatologischem Teilgutachten von 

Dr. med. D._______, Facharzt für Rheumatologie sowie für Physikalische 

Medizin und Rehabilitation, vom 3. Oktober 2013 (act. 30 S. 4-17) forderte 

die IV-Stelle Aargau den Versicherten gestützt auf Art. 21 Abs. 4 des Bun-

desgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozial-

versicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) mit Schreiben vom 1. November 

2013 auf, sich einer operativen Sanierung der rechten Hüfte sowie konser-

vativen Therapiemassnahmen bezüglich Rückenleiden (Physiotherapie, 

Muskelaufbau in Eigenregie, allenfalls interventionelle Schmerztherapie) 

zu unterziehen bzw. innert 30 Tagen zu bestätigen, dass er die erwähnten 

C-2835/2014 

Seite 3 

Massnahmen/Therapien umgehend einleiten werde bzw. stichhaltige Ab-

lehnungsgründe anzugeben, ansonsten die vorgesehene Rentenleistung 

nur bis 31. Dezember 2013 gewährt werden könne (eingeschrieben ver-

sandtes Schreiben betr. Massnahmen zur Verbesserung / Erhalt der Ar-

beitsfähigkeit, act. 32). Nach Erhalt einer Stellungnahme des behandeln-

den Arztes des Versicherten, Dr. med. E._______, Facharzt für Neurologie, 

Psychiatrie und Psychotherapie, vom 11. November 2013, der festhielt, 

eine Hüftoperation sei (dem Versicherten) nicht zumutbar (act. 33), und 

entgegen der Stellungnahme von RAD-Arzt Dr. med. F._______, Facharzt 

für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 19. Dezember 2013, worin dieser 

festhält, die Formulierung der Auflage vom 1. November 2013 unmöglich 

mittragen zu können (act. 34 S. 3), stellte die IV-Stelle Aargau dem Versi-

cherten mit Vorbescheid vom 5. Februar 2014 (act. 36) die Zusprache einer 

vom 1. Januar 2013 bis 31. Dezember 2013 befristeten Dreiviertelsrente in 

Aussicht. 

C.  

Nach Eingang des dagegen erhobenen Einwands des Versicherten (ein-

gegangen am 19. Februar 2014, act. 37 S. 1, mit Beilage einer weiteren 

Stellungnahme des behandelnden Dr. E._______ vom 17. Februar 2014 

[act. 37 S. 2-3 = BVGer-act. 8 Beilage 2]) verfügte die IVSTA (im Folgenden 

auch: Vorinstanz) am 14. Mai 2014 im von der IV-Stelle Aargau angekün-

digten Sinne (Zusprache einer vom 1. Januar 2013 bis 31. Dezember 2013 

befristeten Dreiviertelsrente, act. 41 S. 1). Die Vorinstanz stellte in ihrer 

Verfügung vom 14. Mai 2014 im Wesentlichen fest, Dr. C._______ könne 

gemäss psychiatrischem Gutachten vom 13. September 2013 keinen Ge-

sundheitsschaden mit Krankheitswert erheben. Dr. D._______ stelle an-

lässlich der rheumatologischen Begutachtung vom 3. Oktober 2013 eine 

reduzierte Belastbarkeit der Wirbelsäule und Einschränkungen durch die 

Hüftproblematik fest. Eine leidensangepasste Tätigkeit sei unter Berück-

sichtigung der genannten Einschränkungen jedoch medizinisch theoretisch 

in einem 50%-Pensum zumutbar. Anlässlich der rheumatologischen Begut-

achtung durch Dr. D._______ vom 3. Oktober 2013 hätten sich unausge-

schöpfte Behandlungsmöglichkeiten eruieren lassen. Der Gutachter 

Dr. D._______ habe aufgeführt, dass der Beschwerdeführer mit dem vor-

gesehenen Eingriff medizinisch theoretisch in der Lage sei, in einer optimal 

angepassten Tätigkeit sein Arbeitspensum auf 70% zu steigern. Bis heute 

habe der Beschwerdeführer den im Schreiben vom 1. November 2013 auf-

geführten Massnahmen nicht zugestimmt und sei somit seiner Mitwir-

kungspflicht nicht nachgekommen. Die Dreiviertelsrente könne deshalb 

wie angekündigt lediglich bis zum 31. Dezember 2013 gewährt werden. 

C-2835/2014 

Seite 4 

D.  

Gegen die Verfügung der Vorinstanz vom 14. Mai 2014 erhob der Be-

schwerdeführer mit Beschwerdeschrift vom 21. Mai 2014 (eingegangen am 

26. Mai 2014) Beschwerde und beantragte, es sei ihm eine unbefristete 

Rente auszurichten (Rentenfortzahlung ab 1. Januar 2014), da er weiterhin 

krank sei; die Erkrankung habe sich sogar verschlimmert. Der Beschwer-

deführer bat die Vorinstanz, beim behandelnden Arzt Dr. E._______ nach-

zufragen (vgl. BVGer-act. 1). 

E.  

Mit Zwischenverfügung vom 6. Juni 2014 wurde der Beschwerdeführer auf-

gefordert, bis zum 7. Juli 2014 einen Kostenvorschuss von Fr. 400.– in der 

Höhe der mutmasslichen Verfahrenskosten zu leisten und eingeladen, all-

fällige medizinische Berichte des behandelnden Facharztes in (…) bis zum 

7. Juli 2014 nachzureichen (BVGer-act. 2). 

F.  

Am 26. Juni 2014 ging der einverlangte Kostenvorschuss in der Höhe von 

von Fr. 400.– beim Bundesverwaltungsgericht ein (BVGer-act. 4). 

G.  

Mit Eingabe vom 27. Juni 2014 ersuchte der Beschwerdeführer, von nun 

an vertreten durch Rechtsanwältin Dr. Barbara Wyler (Vollmacht vom 

27. Juni 2014) um Einsichtnahme in die Akten, um Beschwerdeverbesse-

rung, eventualiter um Beschwerdeergänzung, im Abweisungsfall um 

Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels und um Erstreckung der 

Frist zur Einreichung medizinischer Berichte des behandelnden Facharz-

tes (vgl. BVGer-act. 5). 

H.  

Mit prozessleitender Verfügung vom 4. Juli 2014 wurde dem Beschwerde-

führer mitgeteilt, dass er mit Aufforderung zur Replik Einsicht in die Akten 

erhalten werde und ergänzende Ausführungen zur Beschwerde werde ma-

chen können. Zugleich wurde die Frist zur Einreichung medizinischer Be-

richte des behandelnden Facharztes bis zum 1. September 2014 erstreckt 

(vgl. BVGer-act. 7). 

I.  

Mit Eingabe vom 15. August 2014 (BVGer-act. 8) reichte der Beschwerde-

führer teilweise neue medizinische Berichte ein (neue Berichte: Bericht von 

Dr. med. G._______, Arzt für Diagnostische Radiologie, vom 9. März 2014 

C-2835/2014 

Seite 5 

[Beilage 3], Austrittsbericht der Klinik H._______ vom 24. Juni 2014 über 

die stationäre Behandlung vom 4. bis 25. Juni 2014 [Beilage 4], Bericht von 

Dr. E._______ zu Handen des Bundesverwaltungsgerichts vom 26. Juni 

2014 [Beilage 5], Bericht der Klinik H._______ vom 25. Juli 2014 [Beilage 

6]). 

J.  

Mit Vernehmlassung vom 24. September 2014 beantragte die Vorinstanz 

unter Verweis auf die Darlegungen, Erläuterungen und Begründungen in 

der angefochtenen Verfügung sowie auf die entsprechenden Akten (act. 1-

45) die Abweisung der Beschwerde (BVGer-act. 10). Mit prozessleitender 

Verfügung vom 29. September 2014 ging die Vernehmlassung an den Be-

schwerdeführer (act. 11). Mit Eingabe vom 29. September 2014 (BVGer-

act. 12) liess der Beschwerdeführer die Bescheide des Landratsamtes (…), 

Amt für Gesundheit und Versorgung, vom 13. August 2012 und 11. Sep-

tember 2014 zu den Akten reichen (Beilagen 7 und 8). 

K.  

Nach Einsichtnahme in die Akten beantragte der Beschwerdeführer in sei-

ner Replik vom 27. Oktober 2014 (BVGer-act. 13), es sei ihm eine ganze 

und unbefristete Invalidenrente ab 1. Dezember 2012 zuzusprechen. Wei-

ter beantragte er, das psychiatrische Gutachten von Dr. C._______ und 

das rheumatologische Gutachten von Dr. D._______ seien aus dem Recht 

zu weisen (vgl. BVGer-act. 13 S. 2 und 20). Dies begründete er im Wesent-

lichen damit, dass das psychiatrische Gutachten von Dr. C._______ und 

das rheumatologische Gutachten von Dr. D._______ keine verlässlichen 

medizinischen Entscheidgrundlagen darstellten, was der RAD-Arzt 

Dr. F._______ bestätigt habe (vgl. BVGer-act. 13 S. 20 Abs. 3 und S. 20 

am Ende). Wenn schon eine Begutachtung durchgeführt werden sollte, sei 

eine lediglich bidisziplinäre Begutachtung im vorliegenden Fall irregulär, 

nachdem der Beschwerdeführer, welcher in diesem Zusammenhang auf 

das Arztzeugnis von Dr. E._______ vom 20. Oktober 2014 (BVGer-act. 13 

Beilage 9) hinwies, auch noch auf weiteren Fachgebieten als nur psychiat-

risch und rheumatologisch erhebliche medizinische Probleme aufweise 

(BVGer-act. 13 S. 11, vgl. auch S. 21). 

L.  

Nach Abschluss des Schriftenwechsels wurde die Angelegenheit einem 

neuen Instruktionsrichter übertragen. Mit prozessleitender Verfügung vom 

14. Februar 2017 wurde dem Beschwerdeführer die Möglichkeit einge-

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Seite 6 

räumt, zur beabsichtigten Rückweisung Stellung zu nehmen und seine Be-

schwerde allenfalls zurückzuziehen (BVGer-act. 17). Mit Eingabe vom 

10. April 2017 liess der Beschwerdeführer innert erstreckter Frist seinen 

Verzicht auf einen Beschwerderückzug mitteilen und die Honorarnote von 

Rechtsanwältin Dr. Wyler einreichen (BVGer-act. 20). 

M.  

Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, so-

weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG in Verbindung mit Art. 33 lit. d VGG und Art. 69 

Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenver-

sicherung (IVG, SR 831.20) sowie Art. 5 VwVG beurteilt das Bundesver-

waltungsgericht Beschwerden von Personen im Ausland gegen Verfügun-

gen der IVSTA. Eine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. 

1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach 

dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (vgl. Art. 37 VGG). 

Indes findet das VwVG aufgrund von Art. 3 Bst. dbis VwVG keine 

Anwendung in Sozialversicherungssachen, soweit das ATSG anwendbar 

ist. Gemäss Art. 2 ATSG sind die Bestimmungen dieses Gesetzes auf die 

bundesgesetzlich geregelten Sozialversicherungen anwendbar, wenn und 

soweit die einzelnen Sozialversicherungsgesetze es vorsehen. 

 

1.3 Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenom-

men, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung (Art. 59 

ATSG; vgl. auch Art. 48 Abs. 1 VwVG). Er ist daher zur Beschwerde legiti-

miert. 

1.4 Da die Beschwerde im Übrigen frist- und formgerecht eingereicht und 

auch der eingeforderte Verfahrenskostenvorschuss fristgerecht geleistet 

wurde (BVGer-act. 4), ist auf die Beschwerde einzutreten. 

1.5  

C-2835/2014 

Seite 7 

1.5.1 Gemäss Art. 40 Abs. 2 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die 

Invalidenversicherung (IVV, SR 831.201) ist bei Grenzgängern die IV-

Stelle, in deren Tätigkeitsgebiet diese eine Erwerbstätigkeit ausüben, zur 

Entgegennahme und Prüfung der Anmeldungen zuständig. Dies gilt auch 

für ehemalige Grenzgänger, sofern sie bei der Anmeldung ihren ordentli-

chen Wohnsitz noch in der benachbarten Grenzzone haben und der Ge-

sundheitsschaden auf die Zeit ihrer Tätigkeit als Grenzgänger zurückgeht. 

Die Verfügungen werden von der IVSTA erlassen.  

1.5.2 Da der Beschwerdeführer bei Eintritt des geltend gemachten Ge-

sundheitsschadens als Grenzgänger mit Wohnsitz in Deutschland im Kan-

ton Aargau einer Arbeit nachging und zum Anmeldungszeitpunkt (nach wie 

vor) in (…) Wohnsitz hatte, war die IV-Stelle Aargau für die Entgegen-

nahme und Prüfung der Anmeldung zuständig und wurde die angefochtene 

Verfügung vom 14. Mai 2014 zu Recht von der IVSTA erlassen. 

2.  

Mit der Beschwerde kann gerügt werden, die angefochtene Verfügung ver-

letze Bundesrecht (einschliesslich der Überschreitung oder des Miss-

brauchs von Ermessen), beruhe auf einer unrichtigen oder unvollständigen 

Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts oder sei unangemessen 

(Art. 49 VwVG). 

2.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist gemäss dem Grundsatz der Rechts-

anwendung von Amtes wegen nicht an die Begründung der Begehren der 

Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Im Rahmen seiner Kognition 

kann es die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten 

Gründen gutheissen oder den angefochtenen Entscheid im Ergebnis mit 

einer Begründung bestätigen, die von jener der Vorinstanz abweicht (vgl. 

FRITZ GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Auflage, Bern 1983, 

S. 212; vgl. BGE 128 II 145 E. 1.2.2, BGE 127 II 264 E. 1b). 

2.1.1 Das Sozialversicherungsverfahren ist vom Untersuchungsgrundsatz 

beherrscht. Danach haben die Verwaltung und das Gericht von Amtes we-

gen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen 

Sachverhalts zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneinge-

schränkt. Zum einen findet er sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der 

Parteien (BGE 125 V 193 E. 2, BGE 122 V 157 E. 1a, je mit Hinweisen), 

zum anderen umfasst die behördliche und richterliche Abklärungspflicht 

nicht unbesehen alles, was von einer Partei behauptet oder verlangt wird. 

C-2835/2014 

Seite 8 

Vielmehr bezieht sie sich nur auf den im Rahmen des streitigen Rechtsver-

hältnisses (Streitgegenstand) rechtserheblichen Sachverhalt. Rechtser-

heblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den 

streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist (vgl. FRITZ GYGI, 

a.a.O., S. 43 und 273). In diesem Rahmen haben Verwaltungsbehörden 

und Sozialversicherungsgerichte zusätzliche Abklärungen stets vorzuneh-

men oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder 

anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte hinreichender An-

lass besteht (vgl. BGE 117 V 282 E. 4a mit Hinweis; Urteil des EVG I 520/99 

vom 20. Juli 2000). 

2.1.2 Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – 

das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn 

sie von ihrem Bestehen überzeugt sind (MAX KUMMER, Grundriss des Zivil-

prozessrechts, 4. Auflage, Bern 1984, S. 136). Im Sozialversicherungs-

recht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Ab-

weichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr-

scheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachver-

halts genügt den Beweisanforderungen nicht. Der Richter und die Richterin 

haben vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die sie von allen 

möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigen (BGE 

126 V 360 E. 5b, mit Hinweisen). 

3.  

3.1 Der Beschwerdeführer ist deutscher Staatsangehöriger mit Wohnsitz in 

seiner Heimat, so dass vorliegend das am 1. Juni 2002 in Kraft getretene 

Freizügigkeitsabkommen (FZA, SR 0.142.112.681) anwendbar ist (Art. 80a 

IVG). Das Freizügigkeitsabkommen setzt die verschiedenen bis dahin gel-

tenden bilateralen Abkommen zwischen der Schweizerischen Eidgenos-

senschaft und den einzelnen Mitgliedstaaten der Europäischen Union in-

soweit aus, als darin derselbe Sachbereich geregelt wird (Art. 20 FZA). 

Gemäss Art. 8 Bst. a FZA werden die Systeme der sozialen Sicherheit ko-

ordiniert, um insbesondere die Gleichbehandlung aller Mitglieder der Ver-

tragsstaaten zu gewährleisten. 

3.1.1 Nach Art. 3 Abs. 1 der bis zum 31. März 2012 in Kraft gewesenen 

Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 des Rates vom 14. Juni 1971 (SR 0.831. 

109.268.1) hatten die Personen, die im Gebiet eines Mitgliedstaates wohn-

ten, für die diese Verordnung galt, die gleichen Rechte und Pflichten auf-

C-2835/2014 

Seite 9 

grund der Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaates wie die Staatsangehö-

rigen dieses Staates selbst, soweit die Bestimmungen dieser Verordnung 

nichts anderes vorsehen. Dabei war im Rahmen des FZA und der Verord-

nung auch die Schweiz als „Mitgliedstaat“ zu betrachten (Art. 1 Abs. 2 von 

Anhang II des FZA). 

3.1.2 Mit Blick auf den Verfügungszeitpunkt (14. Mai 2014) finden vorlie-

gend auch die am 1. April 2012 in Kraft getretenen Verordnungen (EG) 

Nr. 883/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 29. April 

2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit (SR 

0.831.109.268.1) sowie (EG) Nr. 987/2009 des Europäischen Parlaments 

und des Rates vom 16. September 2009 zur Festlegung der Modalitäten 

für die Durchführung der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 über die Koordi-

nierung der Systeme der sozialen Sicherheit (SR 0.831.109.268.11) An-

wendung. Gemäss Art. 4 der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 haben Perso-

nen, für die diese Verordnung gilt, sofern (in dieser Verordnung) nichts an-

deres bestimmt ist, die gleichen Rechte und Pflichten aufgrund der Rechts-

vorschriften eines Mitgliedstaats wie die Staatsangehörigen dieses Staa-

tes.  

3.1.3 Im Rahmen ihres Geltungsbereichs tritt diese Verordnung an die 

Stelle aller zwischen den Mitgliedstaaten geltenden Abkommen über sozi-

ale Sicherheit. Einzelne Bestimmungen von Abkommen über soziale Si-

cherheit, die von den Mitgliedstaaten vor dem Beginn der Anwendung die-

ser Verordnung geschlossen wurden, gelten jedoch fort, sofern sie für die 

Berechtigten günstiger sind oder sich aus besonderen historischen Um-

ständen ergeben und ihre Geltung zeitlich begrenzt ist. Um weiterhin An-

wendung zu finden, müssen diese Bestimmungen in Anhang II aufgeführt 

sein. Ist es aus objektiven Gründen nicht möglich, einige dieser Bestim-

mungen auf alle Personen auszudehnen, für die diese Verordnung gilt, so 

ist dies anzugeben (Art. 8 Abs. 1 der Verordnung [EG] Nr. 883/2004). Die 

Bestimmung des anwendbaren Rechts ergibt sich aus Art. 11 ff. der Ver-

ordnung (EG) Nr. 883/2004. Die Bestimmung der Invalidität und die Be-

rechnung der Rentenhöhe richten sich auch nach dem Inkrafttreten des 

FZA nach schweizerischem Recht (BGE 130 V 253 E. 2.4; Urteil BGer 

9C_573/2012 vom 16. Januar 2013 E. 4 m.w.H.; vgl. auch Art. 46 Abs. 3 

der Verordnung [EG] Nr. 883/2004 i.V.m. Anhang VII). Ferner besteht für 

die rechtsanwendenden Behörden in der Schweiz keine Bindung an Fest-

stellungen und Entscheide ausländischer Versicherungsträger, Kranken-

kassen, Behörden und Ärzte bezüglich Invaliditätsgrad und Anspruchsbe-

ginn (vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4; vgl. auch Urteil BGer 8C_329/2015 vom 

C-2835/2014 

Seite 10 

5. Juni 2015; AHI-Praxis 1996, S. 179; vgl. auch Zeitschrift für die Aus-

gleichskassen [ZAK] 1989 S. 320 E. 2). Vielmehr unterstehen auch aus 

dem Ausland stammende Beweismittel der freien Beweiswürdigung durch 

das Gericht (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG, 

seit 1. Januar 2007 Bundesgericht] vom 11. Dezember 1981 i.S. D.; vgl. 

auch BGE 125 V 351 E. 3a). 

3.1.4 Demnach beurteilt sich vorliegend die Frage, ob Anspruch auf IV-

Rentenleistungen der schweizerischen Invalidenversicherung besteht bzw. 

ob die dem Beschwerdeführer ab 1. Januar 2013 zugesprochenen Renten-

leistungen zu Recht per 1. Januar 2014 eingestellt wurden, allein aufgrund 

der innerstaatlichen schweizerischen Rechtsvorschriften. 

4.  

4.1 Nach ständiger Rechtsprechung stellt das Sozialversicherungsgericht 

bei der Beurteilung einer Streitsache in der Regel auf den bis zum Zeit-

punkt des Erlasses des streitigen Entscheides eingetretenen Sachverhalt 

ab (BGE 129 V 1 E. 1.2 mit Hinweis). Tatsachen, die jenen Sachverhalt 

seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Ver-

waltungsverfügung sein (BGE 121 V 362 E. 1b). Weiter sind in zeitlicher 

Hinsicht grundsätzlich diejenigen materiellen Rechtssätze massgebend, 

die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung 

hatten (BGE 130 V 329). Ein allfälliger Leistungsanspruch ist für die Zeit 

vor einem Rechtswechsel aufgrund der bisherigen und ab diesem Zeit-

punkt nach den neuen Normen zu prüfen (pro rata temporis-Regel; vgl. 

BGE 130 V 445). 

4.1.1 Damit finden vorliegend grundsätzlich jene materiellen Rechtsvor-

schriften Anwendung, die bei Erlass der angefochtenen Verfügungen vom 

14. Mai 2014 in Kraft standen; weiter aber auch solche Vorschriften, die zu 

jenem Zeitpunkt bereits ausser Kraft getreten waren, die aber für die Beur-

teilung des streitigen Sachverhalts (Antrag des Beschwerdeführers auf Zu-

sprache einer ganzen Rente ab 1. Dezember 2012, BVGer-act. 12 S. 2) im 

vorliegend massgebenden Zeitraum von Belang sind (das IVG in der Fas-

sung vom 18. März 2011 [AS 2011 5659; 6. IV-Revision, erstes Massnah-

menpaket, in Kraft seit 1. Januar 2012]; die Verordnung vom 17. Januar 

1961 über die Invalidenversicherung [IVV, SR 831.201] in der entspre-

chenden Fassung). 

C-2835/2014 

Seite 11 

4.1.2 Ferner sind das ATSG und die Verordnung vom 11. September 2002 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV, SR 

830.11) anwendbar. Die im ATSG enthaltenen Formulierungen der Arbeits-

unfähigkeit (Art. 6), Erwerbsunfähigkeit (Art. 7) sowie Invalidität (Art. 8) ent-

sprechen den von der Rechtsprechung zur Invalidenversicherung entwi-

ckelten Begriffen und Grundsätzen (vgl. BGE 130 V 343 E. 3.1, 3.2 und 

3.3). Daran hat sich auch nach Inkrafttreten der 5. und 6. IV-Revision nichts 

geändert, weshalb im Folgenden auf die dortigen Begriffsbestimmungen 

verwiesen wird. 

4.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidi-

tät kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 

Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körper-

lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zu-

mutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil-

weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des 

Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der 

gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä-

higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar 

ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG; der am 1. Januar 2008 in Kraft getretene Abs. 2 hat 

den Begriff der Erwerbsunfähigkeit nicht modifiziert, BGE 135 V 215 

E. 7.3). Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperli-

chen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teil-

weise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare 

Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in 

einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG). 

4.3 Anspruch auf eine Invalidenrente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG (in 

der seit 1. Januar 2008 gültigen Fassung) Versicherte, die ihre Erwerbsfä-

higkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht 

durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten 

oder verbessern können (Bst. a), während eines Jahres ohne wesentlichen 

Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) 

gewesen sind (Bst. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% 

invalid (Art. 8 ATSG) sind (Bst. c). 

4.4 Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% besteht Anspruch auf 

eine Viertelsrente, bei mindestens 50% auf eine halbe Rente, bei mindes-

tens 60% auf eine Dreiviertelsrente und bei mindestens 70% auf eine 

C-2835/2014 

Seite 12 

ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG [in der seit 1. Januar 2008 gültigen Fas-

sung], Art. 28 Abs. 1 IVG [in der ab 1. Januar 2004 bis 31. Dezember 2007 

gültigen Fassung]). 

4.5 Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG (in der seit 1. Januar 

2008 geltenden Fassung) frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach 

Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, je-

doch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Altersjahres folgt 

(Abs. 1). Die Rente wird vom Beginn des Monats an ausbezahlt, in dem 

der Rentenanspruch entsteht (Abs. 3). 

5.  

5.1 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und 

im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche 

und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-

ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand 

zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-

züglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im 

Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Be-

urteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person 

noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4; 125 V 256 E. 4). 

5.2 Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist ent-

scheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend 

ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden 

ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beur-

teilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolge-

rungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 

E. 5.1; 125 V 351 E. 3a). 

5.3 Rechtsprechungsgemäss darf das Gericht Gutachten externer Spezi-

alärzte, welche von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG 

eingeholt wurden und den einschlägigen Anforderungen entsprechen, vol-

len Beweiswert zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zu-

verlässigkeit der Expertise sprechen. Demgegenüber stehen die behan-

delnden Ärztinnen und Ärzte in einem auftragsrechtlichen Verhältnis zur 

versicherten Person und haben sich zudem in erster Linie auf die Behand-

lung zu konzentrieren. Ihre Berichte verfolgen daher nicht den Zweck einer 

C-2835/2014 

Seite 13 

den abschliessenden Entscheid über die Versicherungsansprüche erlau-

benden objektiven Beurteilung des Gesundheitszustandes und erfüllen 

deshalb kaum je die materiellen Anforderungen an ein Gutachten gemäss 

BGE 125 V 352 E. 3a. Aus diesen Gründen und aufgrund der Erfahrungs-

tatsache, dass Hausärzte – beziehungsweise regelmässig behandelnde 

Spezialärzte (vgl. Urteil des Bundesgerichts I 551/06 vom 2. April 2007 E. 

4.2) – mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung 

im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen, wird im Streitfall 

eine direkte Leistungszusprache einzig gestützt auf die Angaben der be-

handelnden Ärztinnen und Ärzte kaum je in Frage kommen (vgl. etwa Urteil 

des Bundesgerichts 8C_1055/2010 vom 17. Februar 2011 E. 4.1 mit Hin-

weisen). 

5.4 Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 

Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be-

gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 

Zuverlässigkeit bestehen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 122 V 157 

E. 1c; vgl. auch 123 V 331 E. 1c). Selbst eine Aktenbeurteilung ohne eigene 

Untersuchung kann beweiskräftig sein, sofern ein lückenloser Befund vor-

liegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an 

sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte 

ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt. 

Dies gilt grundsätzlich auch in Bezug auf Berichte und Stellungnahmen der 

RAD (Urteil des BGer 9C_335/2015 vom 1. September 2015 E. 3.1 mit 

Hinweisen; vgl. auch BGE 137 V 210 E. 1.2.1). Nach der Rechtsprechung 

ist es dem Sozialversicherungsgericht nicht verwehrt, einzig oder im We-

sentlichen gestützt auf die (versicherungsinterne) Beurteilung des RAD zu 

entscheiden. In solchen Fällen sind an die Beweiswürdigung jedoch 

strenge Anforderungen in dem Sinne zu stellen, dass bei auch nur geringen 

Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststel-

lungen ergänzende Abklärungen vorzunehmen sind (Urteil des BGer 

9C_335/2015 vom 1. September 2015 E. 3.2). 

5.5 Nach Art. 43 Abs. 1 Satz 1 ATSG prüft der Versicherungsträger die Be-

gehren, nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und 

holt die erforderlichen Auskünfte ein. Das Gesetz weist dem Durchfüh-

rungsorgan die Aufgabe zu, den rechtserheblichen Sachverhalt nach dem 

Untersuchungsgrundsatz abzuklären, so dass gestützt darauf die Verfü-

gung über die in Frage stehende Leistung ergehen kann. Auf dem Gebiet 

der Invalidenversicherung obliegen diese Pflichten der Invalidenversiche-

C-2835/2014 

Seite 14 

rungsstelle. Was den für die Invaliditätsbemessung erforderlichen medizi-

nischen Sachverstand angeht, kann die IV-Stelle sich hierfür auf den RAD, 

die Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte oder auf externe me-

dizinische Sachverständige wie die medizinischen Abklärungsstellen (ME-

DAS) stützen. Ständiger und damit wichtigster medizinischer Ansprech-

partner in der täglichen Arbeit sind für die IV-Stellen die RAD, welche ihnen 

nach Art. 59 Abs. 2bis IVG Satz 1 zur Beurteilung der medizinischen Vo-

raussetzungen des Leistungsanspruches zur Verfügung stehen (Satz 1); 

die RAD setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG mass-

gebende funktionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumut-

bare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben (Satz 

2; vgl. BGE 137 V 210 E. 1.2.1 mit Hinweisen). Die Festsetzung der Er-

werbsfähigkeit und des Invaliditätsgrades ist und bleibt der Sachbearbei-

tung der IV-Stelle vorbehalten (vgl. Kreisschreiben über Invalidität und 

Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung (KSIH, gültig ab 1. Januar 2014, 

Rz. 3048; vgl. URS MÜLLER, Das Verwaltungsverfahren in der Invalidenver-

sicherung, 2010, S. 81 Rz. 459). 

5.5.1 Bei der in Art. 43 Abs. 1 ATSG statuierten Sachverhaltsabklärung von 

Amtes wegen liegt es im Ermessen des Versicherungsträgers, darüber zu 

befinden, mit welchen Mitteln diese zu erfolgen hat. Im Rahmen der Ver-

fahrensleitung kommt ihm ein grosser Ermessensspielraum bezüglich Not-

wendigkeit, Umfang und Zweckmässigkeit von medizinischen Erhebungen 

zu. Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der jeweiligen Sach- und Rechts-

lage. Gestützt auf den Untersuchungsgrundsatz ist der Sachverhalt soweit 

zu ermitteln, dass über den Leistungsanspruch zumindest mit dem Beweis-

grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschieden werden kann 

(vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 9C_1037/2010 vom 10. Oktober 2011 

E. 5.1 mit Hinweisen, vgl. auch UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. 

2015, N. 27 zu Art. 43 ATSG). Die Notwendigkeit der Einholung von Admi-

nistrativgutachten ist unter Berücksichtigung der im Verfahren bereits bei-

gezogenen Berichte zu beurteilen. Sie ist etwa zu bejahen, wenn an der 

Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit von Berichten versicherungsinterner Ärz-

tinnen und Ärzte auch nur geringe Zweifel bestehen (BGE 122 V 157 

E. I.1.d; SUSANNE LEUZINGER-NAEF, Die Auswahl der medizinischen Sach-

verständigen im Sozialversicherungsverfahren [Art. 44 ATSG], in Soziale 

Sicherheit - Soziale Unsicherheit, FS MURER, 2010, S. 414 am Ende). 

  

C-2835/2014 

Seite 15 

6.  

6.1 Entzieht oder widersetzt sich eine versicherte Person einer zumutbaren 

Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche 

Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit 

verspricht, oder trägt sie nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu 

bei, so können ihr die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt  

oder verweigert werden. Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die 

Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit 

einzuräumen. Behandlungs- oder Eingliederungsmassnahmen, die eine 

Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen, sind nicht zumutbar (Art. 21 

Abs. 4 ATSG). 

Für die Beantwortung der Frage nach der Zumutbarkeit der Behandlung 

oder Eingliederungsmassnahme im Sinne von Art. 21 Abs. 4 ATSG hielt 

das Bundesgericht im (von der Vorinstanz erwähnten) Urteil 8C_128/2007 

vom 14. Januar 2008 betreffend die Zumutbarkeit einer Hüfttotalendopro-

these fest, zu berücksichtigen seien die gesamten persönlichen Verhält-

nisse, namentlich die berufliche und soziale Stellung der versicherten Per-

son. Massgebend sei aber das objektiv Zumutbare, nicht die subjektive 

Wertung des Versicherten. Die gesetzliche Vorgabe, wonach Massnah-

men, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit darstellten, nicht zumutbar 

seien, bedeute nicht, dass eine Vorkehr, die keine solche Gefahr darstelle, 

automatisch zumutbar sei; sie weise aber doch daraufhin, dass nur Gründe 

von einer gewissen Schwere zur Unzumutbarkeit führten. Die Zumutbarkeit 

sei sodann in Relation einerseits zur Tragweite der Massnahme, anderer-

seits zur Bedeutung der in Frage stehenden Leistung zu beurteilen. Insbe-

sondere bei medizinischen Massnahmen, die einen starken Eingriff in die 

persönliche Integrität der versicherten Person darstellen können, sei an die 

Zumutbarkeit kein strenger Massstab anzulegen (bzw. der Begriff der Zu-

mutbarkeit zurückhaltend anzuwenden, vgl. Botschaft des Bundesrates 

vom 24. Oktober 1958, BBl 1958 II 1198). Umgekehrt sei die Zumutbarkeit 

eher zu bejahen, wenn die fragliche Massnahme unbedenklich sei. Sodann 

seien die Anforderungen an die Schadenminderungspflicht dort strenger, 

wo eine erhöhte Inanspruchnahme der Invalidenversicherung in Frage 

stehe, namentlich wenn der Verzicht auf schadenmindernde Vorkehren 

Rentenleistungen auslöse (vgl. 8C_128/2007 E. 3.1). Eine Kürzung oder 

Verweigerung der Leistung sei nach Art. 21 Abs. 4 ATSG sodann davon 

abhängig, dass die fragliche Massnahme eine wesentliche Verbesserung 

der Erwerbsfähigkeit verspreche. Vorausgesetzt werde also, dass die me-

C-2835/2014 

Seite 16 

dizinische oder erwerbliche Vorkehr geeignet sei, eine erhebliche Minde-

rung des versicherten Schadens zu bewirken (vgl. 8C_128/2007 E. 3.2). 

Die Frage, ob die verweigerte Leistung zu einer Steigerung der Erwerbsfä-

higkeit beigetragen hätte, werde zuweilen unter dem Aspekt der Zumutbar-

keit, jedenfalls aber als Problem des Kausalzusammenhangs zwischen der 

Verweigerung und dem Ausbleiben der Zustandsverbesserung behandelt. 

Die Kausalität müsse notwendigerweise prospektiv und damit hypothetisch 

beurteilt werden. Es bedürfe keines strikten Beweises, dass die verwei-

gerte Massnahme tatsächlich zum erwarteten Erfolg geführt hätte; es ge-

nüge, wenn die Vorkehr mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit erfolgreich 

gewesen wäre. Der erforderliche Grad an Wahrscheinlichkeit sei wiederum 

unter Berücksichtigung der Schwere des mit der Massnahme verbundenen 

Eingriffs in Persönlichkeitsrechte zu beurteilen: Bei therapeutischen Mass-

nahmen, welche mit einem nur geringen Eingriff verbunden seien, dürften 

an die Wahrscheinlichkeit der zu erwartenden Besserung keine hohen An-

forderungen gestellt werden. Sei der Eingriff erheblich, werde eine höhere 

Wahrscheinlichkeit, aber nicht ein sicherer Erfolg verlangt. In diesem Sinne 

habe das Eidgenössische Versicherungsgericht eine Leistungsverweige-

rung geschützt, nachdem die versicherte Person eine wirbelsäulenortho-

pädische Operation mit einer Erfolgswahrscheinlichkeit von 70-80% abge-

lehnt hatte. Massgebend sei hinsichtlich der fraglichen operativen Mass-

nahme somit eine vorgängige Betrachtungsweise. Im vom Bundesgericht 

zu beurteilenden Fall ergab die gutachterliche Abklärung, dass die Arbeits-

fähigkeit in einer angepassten und zumutbaren Tätigkeit nach dem erfolg-

reichen Einsetzen einer beidseitigen Hüfttotalendoprothese mit an Sicher-

heit grenzender Wahrscheinlichkeit markant gesteigert werden könne. Der 

Erfolg der vorgeschlagenen Massnahme durfte gemäss Bundesgericht, 

obgleich diese als nicht unerheblicher Eingriff zu werten war und die Anfor-

derungen an die zu erwartende Erfolgswahrscheinlichkeit deshalb relativ 

hoch zu stecken waren, – prospektiv betrachtet – als äusserst günstig be-

urteilt werden. Auch unter diesem Titel kamen mithin die in Art. 21 Abs. 4 

ATSG verankerten Rechtsfolgen zum Tragen, zumal die Operation unbe-

strittenermassen eine zumutbare Vorkehr darstellte (vgl. 8C_128/2007 

E. 3.2.1 f. mit Hinweisen). 

6.2 Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine befristete Rente 

zu und wird beschwerdeweise einzig die Befristung der Leistungen ange-

fochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechts-

mittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen 

Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert bleiben. Die gerichtliche 

C-2835/2014 

Seite 17 

Prüfung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungs-

weise geregelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die 

Aufhebung der Rente zu erfassen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 

31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 131 V 164).  

Vorliegend hat der Beschwerdeführer zwar erst mit Replik vom 27. Oktober 

2014 sowohl die Aufhebung als auch den Zeitpunkt der Zusprechung der 

Rente angefochten, indem er über den beschwerdeweise gestellten Antrag 

hinaus Antrag auf eine ganze und unbefristete Invalidenrente ab 1. Dezem-

ber 2012 stellte (vgl. BVGer-act. 13). Gemäss dargestelltem Recht ist dies 

insofern unerheblich, als das Rechtsverhältnis umfassend zu prüfen ist. 

7.  

Streitig und zu prüfen ist vorliegend mithin einerseits der Rentenanspruch 

des Beschwerdeführers (Begründetheit, Rentenbeginn, Rentenhöhe), an-

dererseits, ob die dem Beschwerdeführer zugesprochenen Rentenleistun-

gen gegebenenfalls zu Recht gestützt auf Art. 21 Abs. 4 ATSG per 1. Ja-

nuar 2014 eingestellt worden sind. 

7.1 In ihrer Verfügung vom 14. Mai 2014, mit welcher sie dem Beschwer-

deführer eine vom 1. Januar 2013 bis 31. Dezember 2013 befristete Drei-

viertelsrente zusprach, stellte die Vorinstanz fest, Dr. C._______ könne ge-

mäss psychiatrischem Gutachten vom 13. September 2013 keinen Ge-

sundheitsschaden mit Krankheitswert erheben. Dr. D._______ stelle an-

lässlich der rheumatologischen Begutachtung vom 3. Oktober 2013 eine 

reduzierte Belastbarkeit der Wirbelsäule und Einschränkungen durch die 

Hüftproblematik fest. Eine leidensangepasste Tätigkeit sei unter Berück-

sichtigung der vom Experten genannten Einschränkungen medizinisch the-

oretisch in einem 50%-Pensum zumutbar. Beim entsprechenden Einkom-

mensvergleich resultiere ein Invaliditätsgrad von 60%, bei welchem An-

spruch auf eine Dreiviertelsrente der Invalidenversicherung bestehe. Der 

Beschwerdeführer sei aufgrund seiner Schadenminderungspflicht ver-

pflichtet, von sich aus das ihm Zumutbare zur Verbesserung der Erwerbs-

fähigkeit beizutragen, in erster Linie durch Ausschöpfung sämtlicher medi-

zinischer Behandlungs- und weiterer therapeutischer Möglichkeiten. An-

lässlich der rheumatologischen Begutachtung durch Dr. D._______ vom 3. 

Oktober 2013 hätten sich unausgeschöpfte Behandlungsmöglichkeiten 

eruieren lassen. Mit Schreiben vom 1. November 2013 (act. 32) habe die 

IV-Stelle Aargau den Beschwerdeführer insbesondere aufgefordert, im 

Rahmen seiner Schadenminderungspflicht seine rechte Hüfte mit einer 

Hüft-Totalprothese operativ sanieren zu lassen (vgl. act. 32 S. 1). Entziehe 

C-2835/2014 

Seite 18 

oder widersetze sich eine versicherte Person einer angeordneten zumut-

baren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesent-

liche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglich-

keit verspreche oder trage sie nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare 

dazu bei, seien ihr die Leistungen vorübergehend oder dauernd zu kürzen 

oder zu verweigern (vgl. Art. 21 Abs. 4 ATSG). Im rheumatologischen Gut-

achten von Dr. D._______ vom 3. Oktober 2013 werde angegeben, dass 

der Beschwerdeführer mit dem vorgesehenen Eingriff medizinisch theore-

tisch in der Lage sei, in einer optimal angepassten Tätigkeit sein Arbeits-

pensum auf 70% zu steigern. Konkrete medizinische Befunde, weIche ei-

nen operativen Eingriff verunmöglichten bzw. die im Schreiben vom 11. No-

vember 2013 aufgeführten Angaben des behandelnden Dr. E._______ un-

termauern würden, seien keine eingereicht worden. Vielmehr seien keine 

medizinischen und persönlichen Gründe objektivierbar, welche durch ihre 

Schwere die Unzumutbarkeit der Hüftoperation annehmen liessen. Bei der 

vorgesehenen Operation handle es sich um einen erfahrungsgemäss un-

bedenklichen, nicht mit Lebensgefahr verbundenen Eingriff, der mit Sicher-

heit oder grosser Wahrscheinlichkeit eine erhebliche Besserung des Hüft-

leidens und damit verbunden eine wesentliche Erhöhung der Erwerbsfä-

higkeit erwarten lasse. Es handle sich um eine zumutbare Behandlungs-

möglichkeit, zumal die Hüftsanierung unabhängig von der aktuellen Leis-

tungsprüfung aus ärztlicher Sicht dringend angezeigt sei. Bis heute habe 

der Beschwerdeführer den im Schreiben vom 1. November 2013 aufge-

führten Massnahmen nicht zugestimmt und sei somit seiner Mitwirkungs-

pflicht nicht nachgekommen. Die Dreiviertelsrente könne deshalb wie an-

gekündigt lediglich bis zum 31. Dezember 2013 gewährt werden (vgl. auch 

Vernehmlassung vom 24. September 2014, BVGer-act. 10). 

7.2 Der Beschwerdeführer begründete seinen Antrag auf Zusprache einer 

ganzen und unbefristeten Invalidenrente ab 1. Dezember 2012 im Wesent-

lichen damit, dass das psychiatrische Gutachten von Dr. C._______ und 

das rheumatologische Gutachten von Dr. D._______ aus dem Recht zu 

weisen seien, weil sich die Verwaltungsangestellte Frau I._______ von der 

IV-Stelle Aargau als Sachbearbeiterin über die klaren Instruktionen des 

medizinisch-ärztlichen Diensts der Invalidenversicherung, der weder mit 

der Begutachtung als solcher noch mit der Auflage der Hüfttotalprothesen-

operation und mit dem Mahn- und Bedenkzeitverfahren einverstanden ge-

wesen sei, hinweggesetzt habe, wozu sie nicht berechtigt bzw. kompetent 

gewesen sei (vgl. Replik, BVGer-act. 13 S. 2 und 20). Zudem seien das 

psychiatrische Gutachten von Dr. C._______ und das rheumatologische 

C-2835/2014 

Seite 19 

Gutachten von Dr. D._______ keine verlässlichen medizinischen Ent-

scheidgrundlagen, was der RAD-Arzt Dr. F._______ bestätigt habe (vgl. 

BVGer-act. 13 S. 20 Abs. 3 und S. 20 am Ende). Im Weiteren sei eine le-

diglich bidisziplinäre Begutachtung im vorliegenden Fall, wenn schon eine 

Begutachtung durchgeführt werden sollte, irregulär, nachdem der Be-

schwerdeführer auch noch auf weiteren Fachgebieten als nur psychiatrisch 

und rheumatologisch erhebliche medizinische Probleme aufweise. Wenn 

schon eine Begutachtung stattfinden sollte, dann hätte er auch orthopä-

disch, internistisch-endokrinologisch und ophthalmologisch begutachtet 

werden müssen (BVGer-act. 13 S. 11, vgl. auch S. 21). Dabei verwies der 

Beschwerdeführer auf das Arztzeugnis von Dr. E._______ vom 20. Okto-

ber 2014 (BVGer-act. 13 Beilage 9). 

8.  

Den medizinischen Akten ist hinsichtlich der sich vorliegend stellenden Fra-

gen im Wesentlichen Folgendes zu entnehmen: 

8.1 Dr. med. J._______, Praxis für Neurochirurgie, hielt in seinem Operati-

onsbericht vom 29. Juli 2011 als Diagnose eine lumbale Spinalkanalste-

nose mit Ganglion L3/4 fest und bezeichnete seine, am 27. Juli 2011 durch-

geführte, Operation als knöcherne Dekompression des Spinalkanals L3/4 

von links mit Entfernung des Ganglions (act. 5 S. 5). 

8.2 Die Ärzte der orthopädischen Abteilung der Rehaklinik K._______ hiel-

ten in ihrem Entlassungsbericht an die Deutsche Rentenversicherung vom 

26. September 2011 (act. 21 S. 23 ff.) über den stationären Aufenthalt des 

Beschwerdeführers vom 26. August bis 16. September 2011 folgende Di-

agnosen fest:  

 lumbale Spinalkanalstenose L3/4 mit Ganglion (ICD-10 M48.06) 

 Dekompression von links und Entfernung des Ganglions am 27. Juli 2011 

(ICD-10 Z98.8) 

 Coxarthrose rechts grösser als links (ICD-10 M16.0) 

 chronische Bronchitis (ICD-10 J42) 

In ihrem Entlassungsbericht gaben die Ärzte der Rehaklinik K._______ ein 

Leistungsvermögen des Beschwerdeführers – entsprechend dem positiven 

und negativen Leistungsbild – von sechs Stunden und mehr an (auf dem 

allgemeinen Arbeitsmarkt, act. 21 S. 24 am Ende). In ihrer sozialmedizni-

schen Epikrise hielten die Reha-Ärzte fest, der Beschwerdeführer arbeite 

als Deklarant beim Zoll im Warenverkehr, wo er eine überwiegend sitzende 

C-2835/2014 

Seite 20 

Bürotätigkeit ausübe. Einen weiteren komplikationslosen postoperativen 

Verlauf vorausgesetzt, sei damit zu rechnen, dass der Beschwerdeführer 

ab 10. Oktober 2011 seine zuletzt ausgeübte, als leidensgerecht einzustu-

fende Tätigkeit wieder in vollem Umfang ausüben können werde (vgl. 

act. 21 S. 31 Mitte).  

8.3 Der behandelnde Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychothe-

rapie, Dr. E._______, hielt in seinem Bericht vom 28. Februar 2012 an die 

L._______ Versicherungs-Gesellschaft AG, welche für den Beschwerde-

führer ab dem 8. Juni 2011 Krankentaggeldleistungen erbrachte (gestützt 

auf eine vollständige Arbeitsunfähigkeit, vgl. act. 18 S. 3-15), als Diagnose 

im Wesentlichen einen Zustand nach knöcherner Dekompression des Spi-

nalkanals L3/4 von links fest und gab an, eine Arbeitsunfähigkeit bestehe 

aufgrund noch massiver lumboischialger Schmerzen, dem Dermatorm L4 

links entsprechend. Dr. E._______ erwähnte in seinem Bericht vom 

28. Februar 2012 keine psychische Problematik (vgl. act. 5 S. 4).  

8.4 In seinem Bericht vom 21. Juni 2012 an Dr. med. M._______, Vertrau-

ensarzt der L._______ Versicherungs-Gesellschaft AG, nannte 

Dr. E._______ folgende Diagnosen: 

 schwere depressive Störung 

 somatoforme Schmerzstörung 

 Neurodermitis 

 chronische Schmerzstörung 

 Osteochondrose und Spondylarthrose der LWS mit spinaler Enge in Höhe 

L3/4 linksbetont sowie Zustand nach Ganglionbildung in Höhe L3/4 

 Zustand nach OP (des Ganglions, vgl. act. 14 S. 8) vom 27. Juli 2011 

 kalter Knoten in der Schilddrüse, linke Seite, OP vorgesehen 

Er führte aus, der weitere Verlauf sei unbefriedigend. Bereits vom 23. März 

bis 4. Mai 2005 sei der Beschwerdeführer aufgrund einer schweren de-

pressiven Störung stationär im Krankenhaus H._______ behandelt wor-

den. Seither sei eine weitere ambulante nervenärztliche Behandlung er-

folgt. Durch die Operation im Bereich der LWS vom 27. Juli 2011 habe lei-

der keine Beschwerdefreiheit erreicht werden können. Die oben genannten 

Erkrankungen seien chronifiziert. Die weitere Prognose sei ungünstig. Es 

werde ein weiterer stationärer Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik 

nach einer Schilddrüsenoperation in Erwägung gezogen (act. 3 = BVGer-

act. 8 Beilage 1). 

C-2835/2014 

Seite 21 

8.5 Dr. med. M._______, Spezialarzt für Rheuma- und Wirbelsäulener-

krankungen, hielt in seinem Untersuchungsbericht vom 6. Juli 2012 

(act. 14) an die L._______ Versicherungs-Gesellschaft AG nach konsiliari-

scher Untersuchung des Beschwerdeführers vom 22. Juni 2012 folgende 

Diagnosen fest (S. 3 Ziff. 3): 

1. chronisches lumbales spondylogenes Schmerzsyndrom bei Status nach 

Dekompression des Spinalkanals bei Spinalkanalstenose L3/L4 mit Ent-

fernung eines Ganglions 

2. massive depressive Verstimmung mit intermittierender Tendenz zur Sui-

zidalität 

3. somatoforme Schmerzstörung 

Anamnestisch hielt Dr. M._______ – neben geklagten massiven lumbalen 

Schmerzen mit Ausstrahlung ins linke Bein – in psychischer Hinsicht fest, 

der Patient klage über eine massive Niedergeschlagenheit, Lustlosigkeit 

und Antriebslosigkeit. Er sei erschöpft, habe Durchschlaf- und Konzentra-

tionsstörungen. Diese Situation habe sich seit dem 30. April 2012 bzw. seit 

der arbeitgeberseitigen Kündigung seiner Anstellung nochmals massiv ver-

schlechtert. Er fühle sich wertlos und nicht mehr brauchbar (vgl. act. 14 

S. 1). Tendenziell sei eine Suizidalität nicht auszuschliessen (S. 3 Ziff. 4). 

In Bezug auf die Behandlung zur Zeit gab Dr. M._______ eine medikamen-

töse Therapie mit Targin sowie die Psychopharmaka Tetrazepam, 

Mirtazapin und Opipramol an. Dadurch seien die Beschwerden etwas er-

träglicher. Der psychische Zustand habe sich jedoch nicht wesentlich ge-

bessert. Im Weiteren erwähnte Dr. M._______, die sozialen Kontakte seien 

eingeschränkt (vgl. S. 2). In seiner Arbeitsfähigkeitseinschätzung hielt der 

Rheumatologe fest, die prozentuale Arbeitsfähigkeit des Patienten in sei-

nem ehemaligen Beruf als Zolldeklarant betrage ungefähr 25%. Dies einer-

seits aus somatischen Gründen und andererseits aber vor allem aus psy-

chischen Gründen. Auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt sei die Arbeitsfähig-

keit nicht besser zu veranschlagen (vgl. Ziff. 5). In Bezug auf die Frage, 

welche Körperbelastungen/Verrichtungen/Arbeiten aufgrund der gesund-

heitlichen Beeinträchtigung nicht mehr ausführbar seien, gab Dr. 

M._______ an, der Patient habe Probleme beim Sitzen, Stehen und Ge-

hen. Diese schränkten ihn auch in seiner Bürotätigkeit massiv ein. Dazu 

komme die deutliche Verlangsamung durch die depressive Erkrankung des 

Patienten und auch die Konzentrationslosigkeit (Ziff. 6). In Bezug auf die 

Frage, ob von einer weiteren ärztlichen Behandlung eine namhafte Besse-

rung zu erwarten sei bzw. welche Behandlung/Therapie erfolgsverspre-

chend sei, erklärte Dr. M._______, eine psychosomatische Rehabilitation 

C-2835/2014 

Seite 22 

könnte ein erfolgsversprechender Ansatz sein (vgl. Ziff. 6). Die Prognose 

sei eher als schlecht zu beurteilen. Angesichts der Gesamtumstände 

werde eine vollständige Integration in den Arbeitsprozess nicht möglich 

sein (Ziff. 7). Eine psychosomatische Rehabilitation wäre sehr sinnvoll. Die 

psychische Situation des Patienten sei zur Zeit prekär (vgl. Ziff. 8). 

8.6 Dr. E._______ nannte in seinem Formularbericht E 213 zu Handen der 

IV-Stelle Aargau vom 3. September 2012 (Eingangsstempel) die in seinem 

Bericht an Dr. M._______ erwähnten Diagnosen mit Ausnahme des kalten 

Knotens in der Schilddrüse (dazu vgl. nachfolgend; vgl. act. 13 S. 8 und 

act. 3 S. 2, vgl. E. 8.4 hievor). 

8.7 Dr. med. N._______, Innere Medizin, Endokrinologie, berichtete am 

8. November 2012 über eine Schilddrüsenhormonbehandlung bei Hypo-

thyreose nach Thyreoidektomie 08/2012 (ICD-10 E89.0G; act. 21 S. 18). 

8.8 In seinem Befundbericht an die Deutsche Rentenversicherung vom 

23. November 2012 (act. 21 S. 21 f.) gab Dr. E._______ folgende Diagno-

sen an:  

1. schwere depressive Störung (ICD-10 F32.9; recte wohl: ICD-10 F32.2 [vgl. 

RAD-Stellungnahme vom 7. Mai 2013, act. 23, S. 3]) 

2. somatoforme Störung (ICD-10 F45.9) 

3. chronische Schmerzstörung (ICD-10 G57.9) 

4. Zustand nach Ganglionbildung in Höhe L3/4 (OP 27. Juli 2011) (ICD-10 

D36.1) 

5. Neurodermitis (ICD-10 L20.8) 

In seiner Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeit gab der den Beschwerdefüh-

rer seit März 2005 regelmässig behandelnde Psychiater an, der Beschwer-

deführer sei seit dem 27. Juli 2011 wegen massiver lumboischialgiformer 

Schmerzen und depressiver Störung arbeitsunfähig. Eine Besserung der 

Leistungsfähigkeit sei nicht möglich. Die genannten Erkrankungen seien 

chronifiziert. Die Prognose sei ungünstig. Mit einer weiteren Verschlechte-

rung der genannten Symptomatik müsse gerechnet werden. Stationäre 

Rehabilitationsmassnahmen oder Teilhabe am Arbeitsleben seien wegen 

des bisherigen Verlaufes völlig sinnlos. Eine ausreichende berufliche Be-

lastbarkeit und Leistungsfähigkeit liege nicht mehr vor (act. 21 S. 22).  

8.9 Dr. O._______, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie sowie Psycho-

therapeutische Medizin, nannte in seinem Gutachten auf dem Gebiet bzw. 

Teilgebiet Nervenheilkunde und psychosomatische Medizin zu Handen der 

C-2835/2014 

Seite 23 

Deutschen Rentenversicherung vom 8. Januar 2013 (act. 21 S. 4 ff.) nach 

seiner Untersuchung vom 4. Januar 2013 als seit 1. Mai 2011 bestehende 

Diagnosen eine somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) sowie eine 

rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig etwa mittelgradige Symp-

tomatik (ICD-10 F33.1; act. 21 S. 6). Er gab für die letzte berufliche Tätig-

keit des Beschwerdeführers als Zolldeklarant eine Arbeitsfähigkeit von un-

ter drei Stunden seit 1. Mai 2011 an. Hinsichtlich des allgemeinen Arbeits-

marktes empfahl Dr. O._______ in Bezug auf das positive Leistungsbild 

eine wechselbelastende (stehend, gehend, sitzend) leichte bis mittel-

schwere Arbeit in Tages- oder Früh- bzw. Spätschicht. In Bezug auf das 

negative Leistungsbild wies Dr. O._______ auf eine eingeschränkte geis-

tige bzw. psychische Belastbarkeit sowie Einschränkungen in Bezug auf 

den Bewegungs- bzw. Haltungsapparat hin. In seiner Beschreibung des 

Leistungsbildes erklärte Dr. O._______, es bestehe ein eingeschränktes 

Umstellungs- und Anpassungsvermögen, Stress-Situationen fühle sich der 

Patient nicht mehr gewachsen, es bestehe auch eine eingeschränkte Kon-

fliktfähigkeit. Der Beschwerdeführer sei keinen schweren körperlichen Be-

lastungen gewachsen, könne nicht schwer heben und tragen. Eine Tätig-

keit entsprechend dem positiven und negativen Leistungsbild könne im 

zeitlichen Umfang von drei bis unter sechs Stunden ausgeübt werden (act. 

21 S. 5). Leistungen zur medizinischen Rehabilitation oder zur Teilhabe am 

Arbeitsleben seien nicht angezeigt (act. 21 S. 6). In seiner zusammenfas-

senden Beurteilung hielt Dr. O._______ abschliessend fest, beim Patienten 

bestehe eine Leistungsfähigkeit von unter drei Stunden. Sowohl aus kör-

perlicher als auch aus seelischer Sicht erscheine der Patient derzeitig ent-

sprechenden Anforderungen nicht mehr gewachsen. Er könnte lediglich 

stundenweise einfache vertraute Tätigkeiten ausführen. Die Prognose sei 

aufgrund der chronifizierten Symptomatik und fixierten Charakterbildung 

relativ ungünstig (vgl. act. 21 S. 14 f.). 

8.10 Der RAD-Arzt Dr. med. F._______, Facharzt für Psychiatrie und Psy-

chotherapie, hielt in seiner Stellungnahme vom 26. April 2013 (act. 22) fest, 

auch dem erfahrenen Rheumatologen Dr. M._______ (Bericht vom 6. Juli 

2012) sei es erlaubt, eine Einschätzung fachübergreifend vorzunehmen. Er 

halte dessen Bericht für stimmig. Neben der teilweise offensichtlich mittel-

schweren bis schweren Depression – Beginn mit Hospitalisation 2005, Su-

izidalität, 2-3 Mal Psychopharmaka, noch 2012 als teilweise schwer einge-

schätzt – habe der Versicherte einiges zu bewältigen gehabt. Da auch für 

den Rheumatologen die psychiatrische Problematik zentral sei – er nenne 

als Facharzt (für Rheumatologie) trotzdem „seine“ Diagnose an erster 

C-2835/2014 

Seite 24 

Stelle – sei nicht dessen Arbeitsfähigkeitseinschätzung von 2012 zu über-

nehmen, sondern die aktuellste des Psychiaters mit einer medizinisch/the-

oretischen Arbeitsfähigkeit von drei Stunden im Rahmen einer einfachen, 

vertrauten Tätigkeit (vgl. Gutachten von Dr. O._______ vom 8. Januar 

2013, S. 10 [act. 21 S. 15]). Die aus der Biographie abgeleitete, einge-

schränkte Umstellungsfähigkeit stütze diese Einschätzung (act. 22 S. 3 

Mitte). Weiter hielt Dr. F._______ in Beantwortung der Fragen der Sachbe-

arbeiterin fest, ein Gesundheitsschaden mit Krankheitswert, der eine län-

ger dauernde oder bleibende erhebliche Einschränkung der Arbeitsfähig-

keit begründe, bestehe seit mindestens Mai 2011 (vgl. IV-act. 22 S. 3 Ziff. 

1). Vorliegend würden in psychischer und somatischer Hinsicht nicht die 

psychosozialen Faktoren überwiegen; diese hätten lediglich als Trigger in 

einer jahrelangen Entwicklung gewirkt (Ziff. 2). In Bezug auf die Frage nach 

der rückwirkenden Beurteilung des Verlaufs der Arbeitsfähigkeit der versi-

cherten Person sowohl in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Zolldeklarant 

wie auch in einer angepassten Tätigkeit erklärte Dr. F._______, die Arbeits-

fähigkeit von drei Stunden in angepasster Tätigkeit gelte ab dem Bericht 

1/2013 (Gutachten von Dr. O._______ vom 8. Januar 2013). Davor habe 

die Arbeitsunfähigkeit 100% betragen, vorwiegend aus psychiatrischer 

Sicht, so gemäss Formularbericht E 213 von Dr. E._______ vom 3. Sep-

tember 2012 (Eingangsstempel, act. 13). Die Teilarbeitsfähigkeit aus rheu-

matologischer Sicht, nach der postoperativen Erholung, sei dadurch nicht 

relevant (vgl. S. 2 und 3 Ziff. 4). Dr. F._______ hielt zudem fest, wegen der 

eingeschränkten Umstellungsfähigkeit des 59-Jährigen, welche psychiat-

risch bestätigt sei, sei die Prognose hinsichtlich einer etwaigen Verbesse-

rung der Arbeitsfähigkeit wahrscheinlich ungünstig (vgl. S. 2 und 3 Ziff. 5). 

Die Arbeitsfähigkeit könne v.a. durch psychiatrische Massnahmen verbes-

sert werden (vgl. S. 2 und 4 Ziff. 6). Weitere Abklärungen, eventuell eine 

Begutachtung, seien nicht angezeigt (vgl. S. 2 und 4 Ziff. 7). 

8.11 In seiner weiteren Stellungnahme vom 7. Mai 2013 (act. 23) hielt der 

RAD-Arzt Dr. F._______ fest, zusammenfassend lägen drei umfangreiche, 

aktuellere Berichte, mit kleinen Mängeln, von Fachärzten vor (Dr. 

M._______, Dr. E._______, Dr. O._______), von denen zwei eine 25%ige 

oder gut 30%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit sähen und 

einer gar keine Arbeitsfähigkeit mehr. Alle drei würden die Prognose für 

ungünstig halten. Dr. F._______ hielt daraufhin fest, er habe sich in seiner 

Stellungnahme vom 26. April 2013 (act. 22) für die Einschätzung im aktu-

ellsten Bericht von Dr. O._______ von Januar 2013 entschieden – Dr. 

E._______ sei zudem behandelnder Arzt –, d.h. für eine medizinisch-theo-

retische Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit von drei Stunden pro Tag. 

C-2835/2014 

Seite 25 

In Beantwortung der Fragen der Sachbearbeiterin hielt Dr. F._______ wei-

ter fest, ein syndromales Beschwerdebild liege nicht vor. In seinem Kom-

mentar nach Besprechung verwies der RAD-Arzt Dr. F._______ auf seine 

frühere Stellungnahme und betonte, die Frage nach weiterem Abklärungs-

bedarf, insbesondere nach einer Begutachtung, habe er klar verneint (vgl. 

act. 23). 

8.12 Dr. med. D._______, Facharzt für Rheumatologie sowie für Physika-

lische Medizin und Rehabilitation, stellte in seinem rheumatologischen 

(Teil-)Gutachten vom 3. Oktober 2013 folgende Diagnosen mit Auswirkun-

gen auf die Arbeitsfähigkeit (BVGer-act 30 S. 12 Ziff. 4.1): 

1. Chronische vertebrale und spondylogene Beschwerden lumbal linksbe-

tont mit/bei: 

 mehrsegmentaler LWS-Degeneration L2-S1 

 St. nach Dekompression und Zystenentfernung im Bereich des Seg-

mentes L3/L4 am 07.2011. Mögliche Instabilität L3/L4 

2. Vertebrale und linksbetonte spondylogene Beschwerden zervikal mit/bei: 

 mehrsegmentaler HWS-Degeneration 

3. Bilaterale, rechtsbetonte deformierende Coxarthrose mit coxogenen 

Schmerzausstrahlungen in die Oberschenkel und Kniegelenke 

Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nannte er (S. 12 

Ziff. 4.2): 

1. St. nach Thyreoidektomie 

 Anamnestisch Thyreoideadysfunktion 

2. In Abklärung begriffene gastroenterologische Probleme mit Stuhlunregel-

mässigkeiten 

3. Katarakt 

In seiner Beurteilung und Diskussion hielt Dr. D._______ im Wesentlichen 

fest, aus somatischer Sicht stünden zur Zeit die Wirbelsäulenprobleme zer-

vikal und lumbal und die rechtsbetonte Hüftarthrose ganz im Vordergrund. 

Objektivierbare radiologische Befunde mit deutlichen degenerativen Ske-

lettveränderungen begründeten eine reduzierte Wirbelsäulen- und Hüftbe-

lastbarkeit. Stark limitierend scheine eine rechtsbetonte Coxarthrose. Ra-

diologisch sei eine massivste rechtsbetonte Hüftarthrose ausgewiesen. 

Das gesamte Beschwerdebild werde vermutlich durch psychogene Fakto-

ren überlagert, welche sich ebenfalls im postoperativen Verlauf akzentuiert 

hätten. Ihren Ausdruck finde diese Problematik auch bei der klinischen Un-

tersuchung, welche durch Zittern, Gegensperren und affirmatives 

C-2835/2014 

Seite 26 

Schmerzverhalten weitestgehend verunmöglicht werde. Seitens Psychiat-

rie würden in den Akten eine rezidivierende depressive Störung und eine 

somatoforme Schmerzstörung erwähnt. Therapeutisch sei betreffend zer-

vikale Wirbelsäulenproblematik ein konservatives Therapiekonzept, medi-

kamentös, physikalisch-therapeutisch, allenfalls mittels interventioneller 

Schmerztherapie auszuschöpfen. Lumbal stünden, trotz chronifiziertem 

Beschwerdeverlauf, ebenfalls konservative Massnahmen im Vordergrund. 

Hier habe die interventionelle Schmerztherapie nicht die erhoffte Wirkung 

gezeigt. Diskutabel wäre allenfalls noch eine Behandlung mittels Schmerz-

stimulator. Diskutiert werden müsse möglicherweise mittel- bis langfristig 

eine Stabilisationsoperation L3/L4. An die Hand zu nehmen sei die Hüft-

problematik mit möglichst baldigem Hüftgelenksersatz, sowohl rechts wie 

links. Aus Sicht Rheumatologie sei die Belastbarkeit der Wirbelsäule als 

etwas reduziert zu taxieren. Stark limitierend sei die Hüftproblematik, auch 

wenn diese Aussage nicht durch präzise funktionelle Untersuchungsresul-

tate untermauert werden könne. Limitierungen bestünden somit aus Sicht 

Rheumatologie für langes Stehen und Sitzen, Heben, Tragen, Ziehen und 

Stossen und das Überwinden von Hindernissen. Das Besteigen von Fahr-

zeugen zur Inspektion der Waren, wie dies im früheren Arbeitsumfeld er-

forderlich gewesen sei, sei nicht mehr denkbar. Die Ausübung der früheren 

Berufstätigkeit sei aus rheumatologischer Sicht nicht mehr möglich. Denk-

bar wäre allenfalls eine Verweistätigkeit mit leichter wechselbelastender 

Aktivität unter Berücksichtigung der genannten Limitierungen. Aktuell wäre 

aus rheumatologischer Sicht medizinisch-theoretisch in einem leidens-

adaptierten Arbeitsumfeld eine maximale Arbeitstätigkeit von 50% denkbar, 

nach Hüftprothesenversorgung sei aus Sicht Rheumatologie medizinisch-

theoretisch eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 70% denkbar. In Bezug 

auf die Vorakten (Zusatzfrage Ziff. 8) erklärte Dr. D._______, die radiolo-

gisch gut objektivierbare Verschlechterung der somatischen Befunde ge-

lange in den Vorakten nicht ausreichend zur Darstellung. 

8.13 Der psychiatrische Gutachter Dr. C._______ hielt in Bezug auf das 

jetzige Leiden des Beschwerdeführers unter anderem fest, der Versicherte 

habe erklärt, dass es ihm schlecht gehe, da er seit Jahren unter Rücken-

schmerzen leide. Er habe viele weitere körperliche Beschwerden und Prob-

leme. Der Knorpelschaden an beiden Hüftgelenken sei dermassen massiv, 

dass wahrscheinlich zwei Prothesen eingesetzt werden müssten. Wegen 

der Schmerzen nehme er regelmässig Morphine, was bei ihm Müdigkeit 

auslöse. Psychisch gehe es ihm eigentlich gut. Sein heutiger psychischer 

Zustand sei jedoch mit demjenigen von 2005 nicht zu vergleichen. Er sei 

im Moment nicht depressiv, sondern im Grunde genommen überfordert 

C-2835/2014 

Seite 27 

durch die chronischen Schmerzen (act. 29 S. 5 f.). In seiner psychiatri-

schen Anamnese hielt Dr. C._______ in Bezug auf die Depression von 

2005 fest, in diesem Zustand habe der Beschwerdeführer Dr. E._______, 

Neurologe und Psychiater konsultiert. Nach drei Monaten sei die Depres-

sion ausgeklungen. 2012 habe eine weitere Konsultation (nach sieben Jah-

ren) stattgefunden. Er habe diesmal den Arzt wegen neurologischer, nicht 

jedoch wegen psychischer Probleme konsultiert (S. 6 f.). In seinem Befund 

gab Dr. C._______ unter anderem an, ein sozialer Rückzug habe nicht 

ausgemacht werden können (S. 29 Mitte). In seiner medizinischen und ver-

sicherungsmedizinischen Beurteilung hielt Dr. C._______ insbesondere 

fest (Kp. 5.1. Diagnosen und Zusammenfassung der bisherigen persönli-

chen, beruflichen, gesundheitlichen und sozialen Entwicklung, S. 10 ff.), in 

der heutigen Untersuchung seien keine psychopathologischen Befunde zu 

eruieren gewesen. Anamnestisch bestehe eine durch das Schmerzerleben 

bedingte Einschränkung der Auffassung und der Konzentration sowie 

Müdigkeit und Kraftlosigkeit im Zusammenhang mit der Medikation mit 

Morphinen. Beim Versicherten müsse von einem psychisch gesunden Ex-

ploranden ausgegangen werden (S. 12). In Bezug auf die Angaben im Be-

richt von Dr. E._______ vom 21. Juni 2012 hielt er insbesondere fest, in 

der heutigen Untersuchung habe weder eine schwere depressive Störung 

noch eine somatoforme Störung diagnostiziert werden können, auch nicht 

Angst- und Panikattacken. Die erwähnten suizidalen Ideen hätten heute 

auch nicht festgestellt werden können. Nach weiterer Diskussion früherer 

psychischer Befunde und Diagnosen in den medizinischen Vorakten führte 

Dr. C._______ in seiner Diskussion und versicherungsmedizinischen Wür-

digung aus, der Beschwerdeführer sei psychisch gesund. Es könne keine 

psychiatrische Diagnose gestellt werden. Aus diesem Grund bestehe eine 

Arbeitsfähigkeit von 100% bei einer Leistungsfähigkeit von 100% für jegli-

che ihm zumutbare berufliche Tätigkeit. Die Einschränkung der Arbeitsfä-

higkeit sei als rein somatisch bedingt zu beurteilen. Er habe gute Ressour-

cen. Die meisten seiner Fähigkeiten könne er jedoch nicht anwenden, da 

er durch die Schmerzen völlig eingeschränkt sei. Der Beginn der Arbeits-

fähigkeit von 100% aus rein psychiatrischer Sicht könne retrospektiv nicht 

zuverlässig angegeben werden, da die diesbezüglichen Angaben des Ver-

sicherten unpräzise seien. Den Akten sei zu entnehmen, dass vorgängig 

wohl depressive Verstimmungszustände vorgelegen haben. Der genaue 

Beginn der Verbesserung des psychischen Zustandes und somit der Be-

ginn der Arbeitsfähigkeit von 100% aus rein psychiatrischer Sicht könne 

somit nicht präzise angegeben werden (S. 14 f.). 

C-2835/2014 

Seite 28 

8.14 Der RAD-Arzt Dr. F._______ verwies in seiner Stellungnahme vom 

11. Oktober 2013 (act. 31) in Bezug auf die medizinischen Unterlagen bzw. 

relevanten Akten auf den Bericht der Deutschen Rentenversicherung, auf 

die Beurteilung durch einen erfahrenen Rheumatologen 2012 (Einschät-

zung als Vertrauensarzt) sowie auf RAD-Berichte. Drei Fachärzte hätten 

die Arbeitsfähigkeit von 0 bis gut 30% eingeschätzt. Der Psychiater und 

Neurologe Dr. O._______ habe die Arbeitsfähigkeit angepasst auf drei bis 

sechs Stunden veranschlagt. In Bezug auf das psychiatrische Teilgutach-

ten hielt Dr. F._______ fest, die Behinderung durch die somatischen 

Schmerzen sei offensichtlich. Der Tagesablauf sei durch die Schmerzen 

äusserst eingeschränkt. Es bestehe keinerlei Aggravation. Das psychiatri-

sche Teilgutachten sei anamnestisch knapper auch bezüglich Psyche als 

das ausführliche rheumatologische Gutachten. Nebenwirkungen durch 

Opiate, keine Angaben zur Durchschnittsdosis. Die vom Rheumatologen 

dokumentierte antidepressive Therapie werde nicht erwähnt. Aus psychiat-

rischer Sicht sei der Versicherte gesund. Dies gelte ab Untersuchungsda-

tum. Der anamnestische Rückblick sei knapp. Die immerhin 6-wöchige 

psychiatrische Hospitalisation 2005 werde nicht erwähnt. Während der 

Rheumatologe erwähne, dass die Aussenbeziehungen massiv gelitten hät-

ten unter den Schmerzen, erwähne der Psychiater „viele Freunde“. In Be-

zug auf das rheumatologische Teilgutachten bemerkte der Psychiater 

Dr. F._______, in diesem Gutachten würden die fachärztlich wichtigen Ak-

ten erwähnt. Der Versicherte habe insgesamt über 26 Jahre als Zolldeklar-

ant gearbeitet. Der letzte Arbeitstag werde fälschlich im Juli 2012 angege-

ben, wahrscheinlich sei Mitte 2011. Anamnestisch ergebe sich mit Spazier-

gängen um das Haus, der Anstellung von Spitex und der Einnahme von 

Opiaten eine erhebliche Behinderung. Weiter hielt der RAD-Arzt 

Dr. F._______ in Bezug auf das rheumatologische Teilgutachten fest, die-

ses schildere mit dem operierten engen Spinalkanal, der möglichen Insta-

bilität L3/4, und den rechtsbetont erheblichen Coxarthrosen – die Verkür-

zungen führten zu lumbaler Mehrbelastung – eine sehr ungünstige Situa-

tion. Ein 50%-Pensum angepasst sei denkbar, die chirurgische Sanierung 

der Hüften, allenfalls auch der Wirbelsäule, aber vorrangig. Die Situation 

habe sich zu den Vorakten radiologisch klar verschlechtert, respektive sei 

früher nicht erfasst worden. Die wesentlichen Punkte seien erfasst. In Be-

zug auf das psychiatrische Teilgutachten hielt RAD-Arzt Dr. F._______ er-

gänzend fest, dieses sei sehr knapp formuliert. Bestätigt werde eine Ver-

besserung, dokumentiert ab dem Untersuchungsdatum. Die Konsensbeur-

teilung werde nach telefonischer Rückfrage bestätigt. Sie sei im psychiat-

rischen Gutachten enthalten. Dort sei aber ausdrücklich nur aus psychiat-

rischer Sicht beurteilt worden. 

C-2835/2014 

Seite 29 

8.15 Nach Aufforderung des Beschwerdeführers durch die IV-Stelle Aar-

gau, sich einer operativen Sanierung der rechten Hüfte sowie konservati-

ven Therapiemassnahmen bezüglich Rückenleiden (Physiotherapie, Mus-

kelaufbau in Eigenregie, allenfalls interventionelle Schmerztherapie) zu un-

terziehen (Schreiben vom 1. November 2013, act. 32), hielt Dr. E._______ 

in seinem Schreiben an die IV-Stelle Aargau vom 11. November 2013 fest, 

der Beschwerdeführer mache seit Jahren Physiotherapie, ferner werde er 

schmerztherapeutisch versorgt. Die bisherigen Therapiemassnahmen hät-

ten eine Chronifizierung der Beschwerdesymptomatik nicht verhindern 

können. Deshalb würden weitere physiotherapeutische Massnahmen, 

Muskelaufbau und noch mehr Schmerztherapie nichts bringen. Die rechte 

Hüfte des Beschwerdeführers sei „verschlissen“. Der Beschwerdeführer 

habe jedoch Angst, sich einer Operation zu unterziehen, zumal das Ope-

rationsergebnis nicht garantiert werden könne. Seit seiner letzten Schild-

drüsenoperation habe der Beschwerdeführer vermehrt organische Prob-

leme und er befürchte, dass sich diese nach der Hüftoperation noch ver-

stärken könnten. Aus medizinischer Sicht sei der Beschwerdeführer dies-

bezüglich ein Risikopatient. Es lägen stichhaltige medizinische Gründe vor, 

weswegen weitere konservative Therapiemassnahmen bezüglich des Rü-

ckenleidens unsinnig seien, da die Beschwerden schon chronifiziert seien 

und bezüglich der Hüftoperation medizinische stichhaltige Gründe wegen 

erhöhtem Operationsrisiko bestünden. Deshalb sei eine Operation nicht 

zumutbar (vgl. act. 33). 

8.16 Der RAD-Arzt Dr. F._______ stellte in seiner letzten Stellungnahme 

(vom 19. Dezember 2013, act. 34) in seiner Würdigung der Akten und ver-

sicherungsmedizinischen Beurteilung fest, die Sachbearbeiterin müsse 

sich im Vorgehen bezüglich Begutachtung nicht an die Empfehlungen des 

RAD halten. Die Sachbearbeiterin könne sich (jedoch) nicht auf ein bidis-

ziplinäres Gutachten stützen, das wesentliche Punkte nicht berücksichtigt 

und in der interdisziplinären Würdigung nicht korrekt sei. Auch der rheuma-

tologische Gutachter benenne nicht genügend die Komplexität der Störung 

von zwei relevanten Coxarthrosen und der vermuteten lumbalen Instabilität 

bei dem 59-Jährigen. Der rheumatologische Gutachter äussere sich prog-

nostisch, was bei dieser komplexen Situation sehr problematisch sei. Die 

Sachbearbeiterin wolle sich auf diese Prognose abstützen bezüglich Auf-

lage. Der RAD habe von einer Auflage zur TP-Hüftoperation abgeraten, 

aus den oben genannten Gründen. Die Formulierung der Auflage vom 

1. November 2013 könne er unmöglich mittragen. In Bezug auf die Frage, 

ob sich eine operative Hüftsanierung respektive Hüft-TP auf die Schild-

drüse auswirken könne, erklärte Dr. F._______, das Operationsrisiko sei 

C-2835/2014 

Seite 30 

wohl minim erhöht. Auf die Frage, ob aus versicherungsmedizinischer Sicht 

Gründe, u.a. auch Nebenbefunde, bestünden, welche eine Hüftsanierung 

unzumutbar machten, antwortete Dr. F._______, die Prognose einer ein-

seitigen Hüftsanierung allein sei kaum zu präzisieren. Die Sanierung der 

Gesamtsituation – im Verlauf könnte auch eine Reevaluation lumbal oder 

die Operation der zweiten Hüfte notwendig sein – könne, mit der notwen-

digen Rehabilitation, beim 59-jährigen Beschwerdeführer Jahre dauern. 

8.17  Mit Stellungnahme vom 17. Februar 2014 (Beilage zur Einsprache 

des Beschwerdeführers vom 12. Februar 2014 gegen den Vorbescheid der 

IV-Stelle Aargau vom 5. Februar 2014) hielt Dr. E._______ im Wesentli-

chen fest, der Rheumatologe Dr. (…) (recte: Dr. D._______) sei der Mei-

nung, nach einer Hüftoperation rechts sei eine Steigerung der Arbeitsfähig-

keit auf 70% aus rheumatologischer Sicht denkbar. Dies sei Wunschden-

ken. Der Beschwerdeführer sei nicht nur wegen der rechten Hüfte, sondern 

auch wegen seiner massiven depressiven Störung zu 100% arbeitsunfä-

hig. Schilddrüsenpatienten (wie der Beschwerdeführer) hätten ein erhöhtes 

Risiko z.B. für Herzrhythmusstörungen und damit per se ein erhöhtes Ope-

rationsrisiko. Schilddrüsenhormone hätten direkte inotrope und chronot-

rope Effekte. Daher sei das perioperative Risiko bei einer Hyperthyreose 

vor allem durch kardiovaskuläre Auswirkungen bedingt. Selbst wenn die 

rechte Hüfte erfolgreich operiert sei, komme doch jetzt auch die linke Hüfte 

dazu und bleibe der Beschwerdeführer schon alleine wegen der depressi-

ven Störung zu 100% arbeitsunfähig. Niemand dürfe einen Patienten zur 

Operation zwingen (vgl. act. 37 S. 2-3 = BVGer-act. 8 Beilage 2). 

8.18 Ein MRT der LWS vom 8. März 2014 ergab keinen Nachweis eines 

lumbalen Bandscheibenvorfalls und keine Spinalkanalstenose, jedoch eine 

deutliche Spondylarthrose LWK3-SWK1 sowie eine Osteochondrose 

LWK3-SWK1 (Bericht von Dr. med. G._______, Arzt für Diagnostische Ra-

diologie, vom 9. März 2014 [BVGer-act. 8 Beilage 3]). 

8.19 Nach Erlass der angefochtenen Verfügung datieren folgende Be-

richte, welche gemäss dargestellter Rechtslage insoweit zu berücksichti-

gen sind, als sie Rückschlüsse auf die Zeit vor Verfügungserlass erlauben 

(vgl. E. 4.1 hiervor): 

8.19.1 Im Austrittsbericht der Klinik H._______ vom 24. Juni 2014 über die 

stationäre Behandlung vom 4. Juni 2014 bis 25. Juni 2014 wurden folgende 

Diagnosen genannt (BVGer-act. 8 Beilage 4): 

C-2835/2014 

Seite 31 

 rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode 

(ICD-10 F33.1) 

 kombinierte Persönlichkeitsstörung mit paranoiden und abhängigen Antei-

len (ICD-10 F61.0) 

 Zustand nach Agoraphobie 2005 (ICD-10 F40.00) 

 Pannikulitis, mehrere Lokalisationen der Wirbelsäule (ICD-10 M54.00)  

 Hypothyreose nach medizinischen Massnahmen (ICD-10 E89.0) 

 

Die Entlassung sei arbeitsunfähig erfolgt (vgl. auch Bericht der Klinik 

H._______ vom 25. Juli 2014 [BVGer-act. 8 Beilage 6 S. 3]). 

8.19.2 Dr. E._______ nannte in seinem Bericht vom 26. Juni 2014 (BVGer-

act. 8 Beilage 5) folgende Diagnosen:  

 schwere depressive Störung 

 50%ige arteriosklerotische Arteria carotis interna, Abgangsstenose rechts 

 Gesichtsfelddefekt links oben aussen rechtes Auge unklarer Genese 

 deutliche Spondylarthrose LWK3-SWK1 und Osteochondrose LWK3-

SWK1 

 somatoforme Störung, 

 Psoriasis 

 Zustand nach Schilddrüsenoperation 

 Hypertonie 

 Verlust der Sehkraft links um 50% mit Einschränkung des Gesichtsfeldes 

unklarer Genese 

 Kopfschmerzen 

Dr. E._______ führte aus, vom 4. Juni 2014 bis 25. Juni 2014 sei ein stati-

onärer Aufenthalt in der Klinik H._______ wegen depressiver Störung er-

folgt. Beim Beschwerdeführer zeige sich eine nur geringe Stimmungsauf-

hellung. Eine ausreichende berufliche Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit 

liege nicht mehr vor; sie liege unter drei Stunden pro Tag; seine Arbeitsfä-

higkeit liege bei 0%. Durch eine Hüftoperation könne die Arbeitsfähigkeit 

beim multimorbiden Patienten nicht mehr hergestellt werden. Ein weiterer 

stationärer Aufenthalt in der Augenklinik (…) zur diagnostischen Abklärung 

und Therapie der Sehproblematik sei geplant. Danach sei zudem ein stati-

onärer Aufenthalt in einer neurologischen Universitätsklinik in (…) geplant. 

Ein erneuter stationärer Aufenthalt in der Psychiatrie in der Klinik 

H._______ sei eventuell in Abhängigkeit der Ergebnisse Augenklinik bzw. 

neurologische Klinik Ende 2014 vorgesehen. 

C-2835/2014 

Seite 32 

8.19.3 In seinem letzten Bericht (vom 20. Oktober 2014, BVGer-act. 13 

Beilage 9) führte Dr. E._______ unter anderem aus, der Beschwerdeführer 

sei schwer krank. Aus psychiatrisch-psychotherapeutischer Sicht sei das 

Gutachten von Dr. C._______ vom 13. September 2013 nicht nachvollzieh-

bar. Wenn der Gutachter Dr. C._______ urteile, dass keine psychopatho-

logischen Befunde beim Beschwerdeführer zu eruieren seien und von ei-

nem psychisch gesunden Exploranden ausgegangen werden müsse, 

müsse er sich doch fragen, wieso denn der Beschwerdeführer jahrelang 

Psychopharmaka eingenommen habe. Er nehme auch jetzt noch 

Mirtazapin 15 mg zur Nacht, Opipramol 50 mg nach Bedarf, Tramal Trop-

fen, Pantoprazol, L-Thyroxin 115 µg und Morphine ein. Weiter führte er aus, 

aus ärztlicher Sicht sei es keinesfalls nachvollziehbar, dass ein Rheumato-

loge über orthopädische Eingriffe an den Hüften oder der Wirbelsäule ur-

teilen dürfe. Dies sei Fachgebiet der Orthopädie und nicht der Rheumato-

logie. Zudem sei der Zwang, sich einem lebensgefährlichen operativen Ein-

griff unterziehen zu müssen, aus ärztlicher Sicht völlig abwegig. Zwischen-

zeitlich sei der Beschwerdeführer auch an der Schilddrüse operiert worden. 

Diesbezüglich wäre eine internistisch-endokrinologische Begutachtung er-

forderlich. Aufgrund seiner Sehstörung mit Gesichtsfeldeinengung wäre 

zusätzlich eine augenärztliche Begutachtung erforderlich. 

9.  

Nach dem Dargestellten besteht vorliegend eine sehr widersprüchliche 

medizinische Aktenlage. 

Die Vorinstanz stützte sich bei der Zusprache der vom 1. Januar 2013 bis 

31. Dezember 2013 befristeten Dreiviertelsrente auf das bidisziplinäre psy-

chiatrisch-rheumatologische Gutachten der Dres. C._______ und 

D._______, welches im Folgenden auf seine Zuverlässigkeit und Schlüs-

sigkeit zu prüfen ist. 

9.1 Hinsichtlich des psychiatrischen Teilgutachtens von Dr. C._______ ist 

festzustellen, dass dieser die von verschiedenen Ärzten zuvor angegebene 

psychische Problematik gestützt auf seine Untersuchung vom 20. August 

2013, bei welcher er keine psychopathologischen Befunde eruieren konnte 

(act. 29 S. 12), verneinte bzw. nicht bestätigte. Dr. C._______ erklärte, es 

sei möglich, dass sich der psychische Zustand des Versicherten seit 2012 

verbessert habe (act. 29 S. 15 Mitte). In diesem Fall hätte Dr. C._______ 

aufgrund der mehrfach angegebenen erheblichen psychischen Probleme 

(vgl. Dr. O._______, Gutachten vom 8. Januar 2013, vgl. auch behandeln-

der Neurologe und Psychiater Dr. E._______) allfällige Gründe für eine 

C-2835/2014 

Seite 33 

Verbesserung des psychischen Gesundheitszustands prüfen und plausibel 

erklären müssen, was er nicht getan hat. Der blosse Hinweis von Dr. 

C._______ auf offensichtlich gute psychische Ressourcen des Versicher-

ten (vgl. act. 29 S. 13) genügt diesbezüglich nicht. Auch ist nicht nachvoll-

ziehbar, dass Dr. C._______ einerseits festhält, der Versicherte verfüge 

über gute Ressourcen, und er anderseits erklärt, der Versicherte könne die 

meisten seiner Fähigkeiten nicht anwenden, da er durch die Schmerzen 

völlig eingeschränkt sei (act. 29 S. 14). Dr. C._______ äusserte sich auch 

nicht zur von verschiedenen Ärzten angegebenen Behandlung des Be-

schwerdeführers mit Psychopharmaka, was Dr. E._______ und der RAD-

Arzt Dr. F._______ zu Recht kritisierten (in den Vorakten als Medikation 

festgehalten etwa Opipramol oder Mirtazapin [vgl. Gutachten von Dr. 

O._______ vom 8. Januar 2013 „Opipramol 50 mg: 2 x 1 Tbl.; Mirtazapin 

15 mg: 1 Tbl.“ und letzter Bericht von Dr. E._______ vom 20. Oktober 2014 

„Opipramol 50 mg nach Bedarf; Mirtazapin 15 mg zur Nacht“]). Zu prüfen 

gewesen wäre in diesem Zusammenhang im Rahmen des eingeholten 

Gutachtens auch die Medikamenten-Compliance des Beschwerdeführers. 

Vorliegend fehlt bei progredienten Leiden, den geklagten Schmerzen und 

bei einer in psychischer Hinsicht unklaren Aktenlage insbesondere eine in-

terdisziplinäre Gesamtschau mit Diskussion der Wechselwirkungen der 

Leiden und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (vgl. act. 29 S. 17 

und 18; entgegen der Angabe von Dr. C._______ fehlt – mit Ausnahme 

einer Arbeitsfähigkeitsfestlegung – eine interdisziplinäre Beurteilung). Die 

Erklärung von Dr. C._______, der Beschwerdeführer sei im Moment nicht 

depressiv, sondern im Grunde genommen überfordert durch die chroni-

schen Schmerzen (S. 6 oben) oder die blosse Bestätigung der Konsens-

beurteilung nach eingehender Besprechung durch die Gutachter Dres. 

D._______ und C._______ (vgl. act. 29 S. 18) genügen diesbezüglich 

nicht.  

9.2 In Bezug auf das rheumatologische Teilgutachten von Dr. D._______ 

ist sodann zu bemerken, dass die Angabe von Dr. D._______, nach einer 

Hüftprothesenversorgung sei aus rheumatologischer Sicht medizinisch-

theoretisch eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit von 50% auf 70% denkbar 

(zu verstehen als vorstellbar, möglich), zu vage formuliert ist. Eine pros-

pektiv bloss denkbare, mithin bloss mögliche Steigerung der Arbeitsfähig-

keit von 50% auf 70% entspricht nicht den rechtsprechungsmässigen An-

forderungen an die prospektiv zu beurteilende Wahrscheinlichkeit einer 

Leistungssteigerung bei vorliegend in Frage stehendem nicht ganz uner-

heblichem operativem Eingriff (vgl. dazu oben E. 6.1). Vorliegend fällt ins-

besondere ins Gewicht, dass nicht ersichtlich ist, worauf RAD-Arzt 

C-2835/2014 

Seite 34 

Dr. F._______ (vgl. act. 34) zu Recht hingewiesen hat, dass Dr. D._______ 

die Instabilität lumbal in die vage Prognose einbezogen hat. Hinsichtlich 

der von Dr. E._______ wiederholt betonten (vgl. act. 37 S. 2-3, act. 33) und 

von RAD-Arzt Dr. F._______ relativierten besonderen Risikofaktoren für 

die in Frage stehende einseitige Hüft-Totalprothesen-Versorgung ist auf-

grund der vorliegenden Aktenlage zudem (völlig) unklar, wie diese zu be-

werten sind. Anzumerken ist in diesem Zusammenhang ebenfalls, dass 

2011 und 2012 operative Eingriffe trotz allenfalls vorhandener besonderer 

Risikofaktoren erfolgt sind und aufgrund von Hinweisen in den Akten sich 

offenbar die Frage nach einer beidseitigen Sanierung der Hüftgelenke stellt 

(vgl. insbesondere act. 42 S. 11 unten). Wie dem auch sei: Es ist festzu-

halten, dass aufgrund der mangelhaften Abklärung bereits nicht schlüssig 

erstellt ist, dass durch eine einseitige Hüft-Totalprothesen-Versorgung 

(rechts) prospektiv mit genügender Wahrscheinlichkeit eine wesentliche 

Verbesserung der Arbeitsfähigkeit erzielt werden kann, weshalb die dem 

Beschwerdeführer in somatischer Hinsicht auferlegte Schadenminderung 

insgesamt auf ungenügender Grundlage beruht. 

9.3 Wie ausgeführt stellt das psychiatrisch-rheumatologische Gutachten 

der Dres. C._______ und D._______ weder für die Rentenzusprache – ins-

besondere aufgrund des Fehlens einer zuverlässigen psychiatrischen Be-

urteilung – noch für die Rentenaufhebung – insbesondere mangels genü-

gender Grundlage der auferlegten somatischen Schadenminderung – eine 

beweiskräftige medizinische Entscheidungsgrundlage dar. 

9.4 Entgegen dem Einwand des Beschwerdeführers, der die Zusprache ei-

ner ganzen IV-Rente beantragt hat, kann vorliegend auch nicht auf die Ar-

beitsfähigkeitsbeurteilungen der anderen involvierten Ärzte abgestellt wer-

den: Die Ärzte der orthopädischen Abteilung der Rehaklinik K._______ di-

agnostizierten in ihrem Entlassungsbericht vom 26. September 2011 aus-

drücklich eine Coxarthrose rechts grösser als links (ICD-10 M16.0, act. 21 

S. 23). Sie rechneten, einen weiteren komplikationslosen operativen Ver-

lauf (der Rückenoperation) vorausgesetzt, damit, dass der Beschwerde-

führer ab 10. Oktober 2011 seine zuletzt ausgeübte, als leidensgerecht ein-

gestufte Tätigkeit wieder in vollem Umfang werde ausüben können (vgl. 

act. 21 S. 31 Mitte) und äusserten sich nicht zu einem etwaigen Hüftge-

lenksersatz. Der erste begutachtende Rheumatologe Dr. M._______ (act. 

14), der behandelnde Dr. E._______ (act. 21 S. 21 f.) und der RAD-Psy-

chiater Dr. F._______ (Stellungnahmen vom 26. April 2013 und 7. Mai 

2013, act. 22 und act. 23 S. 2 f.) erwähnten in ihren späteren Berichten 

bzw. Stellungnahmen keine Hüftproblematik. Einzig Dr. O._______ hielt in 

C-2835/2014 

Seite 35 

seinem Gutachten (auf dem Gebiet bzw. Teilgebiet der Nervenheilkunde 

und psychosomatischen Medizin) unter jetziges Leiden anamnestisch fest, 

es sei kürzlich eine Hüftarthrose festgestellt worden (act. 21 S. 8). Schliess-

lich erklärte der Gutachter Dr. D._______ in seinem rheumatologischen 

Teilgutachten vom 3. Oktober 2013, die radiologisch gut objektivierbare 

Verschlechterung der somatischen Befunde gelange in den Vorakten nicht 

ausreichend zur Darstellung (IV-act. 30 S. 17 Ziff. 7), und auch der RAD-

Arzt Dr. F._______ hielt in seiner darauffolgenden Stellungnahme vom 11. 

Oktober 2013 fest, eine Coxarthrose sei als erheblich eingestuft worden 

(act. 31 S. 2). Damit blieb in den bis zur Gutachtenanordnung der IV-Stelle 

Aargau vorliegenden medizinischen Berichten bereits hinsichtlich der nur 

in einzelnen Berichten erwähnten Hüftproblematik eine relevante Frage in 

Bezug auf den Gesundheitszustand und dessen Auswirkungen auf die 

funktionelle Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers offen, weshalb die 

IV-Stelle Aargau zu Recht eine interdisziplinäre Begutachtung anordnete, 

welche jedoch, wie dargestellt, nicht beweiskräftig ist. Im Weiteren ist in 

Bezug auf die Stellungnahmen zur Arbeitsfähigkeit von RAD-Arzt 

Dr. F._______ zu bemerken, dass diese widersprüchlich sind. So gab Dr. 

F._______ in seinen Stellungnahmen vom 26. April 2013 (act. 22) und 7. 

Mai 2013 (act. 23) eine „zu übernehmende“ medizinisch-theoretische Ar-

beitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit von drei Stunden pro Tag an (im 

Rahmen einer einfachen, vertrauten Tätigkeit, ab dem Gutachten von 

Dr. O._______ vom 8. Januar 2013, act. 22 S. 3) und hielt in seiner späte-

ren Stellungnahme vom 11. Oktober 2013 fest, der Psychiater und Neuro-

loge Dr. O._______ habe die Arbeitsfähigkeit angepasst auf drei bis sechs 

Stunden veranschlagt (act. 31 S. 3 am Anfang; vgl. auch act. 29 S. 4 und 

act. 30 S. 7 am Ende: im psychiatrischen Teilgutachten von Dr. C._______: 

„dreistündliche Leistungsfähigkeit für stundenweise einfache vertraute Tä-

tigkeiten“; im rheumatologischen Teilgutachten von Dr. D._______: „mögli-

che Tätigkeit im Rahmen von drei bis sechs Stunden“). In Bezug auf das 

Gutachten von Dr. O._______ (auf dem Gebiet bzw. Teilgebiet Nervenheil-

kunde und psychosomatische Medizin) vom 8. Januar 2013 ist sodann ins-

besondere zu berücksichtigen, dass es sich hierbei um die Beurteilung ei-

nes neurologischen und psychiatrischen Facharztes handelt und darin eine 

interdisziplinäre rheumatologische Beurteilung fehlt (vgl. E. 9.1), weshalb 

nicht auf die Einschätzung der Arbeits- bzw. Leistungsfähigkeit in ange-

passter Tätigkeit im Gutachten von Dr. O._______ abgestellt werden kann. 

Auch auf die Arbeitsfähigkeitseinschätzungen des behandelnden 

Dr. E._______ kann nicht abgestellt werden, äusserte sich dieser nicht 

bloss zur Arbeitsfähigkeit, sondern zugleich auch zur Rentenfrage, in dem 

er eine Umwandlung in eine unbefristete Invalidenrente für angebracht hielt 

C-2835/2014 

Seite 36 

(vgl. act. 37 S. 2-3). Insbesondere ist unklar, auf welchen psychopatholo-

gischen Befunden seine Arbeitsfähigkeitsbeurteilungen beruhen. Hier 

muss mitunter die Erfahrungstatsache berücksichtigt werden, dass regel-

mässig behandelnde Spezialärzte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche 

Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussa-

gen, weshalb im Streitfall eine direkte Leistungszusprache einzig gestützt 

auf ihre Angaben kaum je in Frage kommt (vgl. E. 5.3 hievor; vgl. auch 

Einschätzung von RAD-Arzt Dr. F._______ in seiner Stellungnahme vom 

7. Mai 2013, act. 23 S. 3). Auch auf die Einschätzung des ersten rheuma-

tologischen Gutachters Dr. M._______ kann nicht abgestützt werden, da 

Dr. M._______, der Rheumatologe und nicht psychiatrischer Facharzt ist, 

die von ihm attestierte Arbeitsfähigkeit in jeder Tätigkeit von ungefähr 25% 

vor allem mit psychischen Beschwerden begründete (Arbeitsunfähigkeit 

von 25% einerseits aus somatischen und andererseits aber vor allem aus 

psychischen Gründen, act. 14 S. 3 Ziff. 4).  

9.5 Zusammenfassend fehlt vorliegend nicht nur eine nachvollziehbare 

und plausible prospektive Beurteilung der Verbesserung der Arbeitsfähig-

keit durch eine Hüft-Totalprothesen-Versorgung rechts sowie eine medizi-

nisch umfassende Analyse allfälliger Risikofaktoren für einen entsprechen-

den operativen Eingriff, sondern überhaupt eine sämtliche Leiden berück-

sichtigende, den rechtsprechungsmässigen Beweisanforderungen genü-

gende medizinische Entscheidungsgrundlage für die Gesundheitsbeein-

trächtigungen und deren Auswirkungen bezüglich sowohl der bisherigen 

Tätigkeit als Zolldeklarant als auch einer leidensangepassten Tätigkeit. Der 

Invaliditätsgrad lässt sich daher vorliegend für die zu beurteilende Zeitper-

iode bis zur angefochtenen Verfügung aufgrund der vorhandenen unvoll-

ständigen und z.T. widersprüchlichen medizinischen Aktenlage nicht mit 

dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit be-

stimmen. Die Vorinstanz hätte sich unter diesen Umständen nicht mit den 

eingeholten Gutachten der Dres. C._______ und D._______ begnügen 

dürfen, sondern hätte mit Blick auf die unklare Aktenlage, welche wesent-

liche Fragen unbeantwortet liess, weitere medizinische Abklärungen täti-

gen müssen, bevor sie über die Rentenfrage einen Entscheid fällt. 

9.6 Da die angefochtene Verfügung gestützt auf eine unvollständige Sach-

verhaltsabklärung ergangen ist, ist die Sache in Anwendung von Art. 61 

Abs. 1 VwVG zur Vornahme der notwendigen medizinischen Abklärungen 

und hernach neuem Entscheid an die Vorinstanz zurückzuweisen. Diese 

Rückweisung an die Vorinstanz erfolgt in Übereinstimmung mit der bun-

desgerichtlichen Rechtsprechung, gemäss welcher eine Rückweisung an 

C-2835/2014 

Seite 37 

die IV-Stelle insbesondere im Falle einer notwendigen Erhebung einer bis-

her vollständig ungeklärten Frage möglich ist (BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4), 

wenn wie vorliegend zur Erstellung des rechtserheblichen Sachverhalts 

Abklärungen in relevanten medizinischen Disziplinen nicht durchgeführt 

wurden. Die IVSTA wird nach Aktualisierung der medizinischen Akten bei 

bisher nicht mit der Beurteilung des Beschwerdeführers befassten medizi-

nischen Fachpersonen in der Schweiz ein interdisziplinäres, insbesondere 

orthopädisches, internistisches und psychiatrisches MEDAS-Gutachten 

einzuholen haben (bei Bedarf, siehe dazu nachfolgend, sind auch weitere 

Disziplinen einzubeziehen [Endokrinologie, Augenheilkunde, Anästhesie 

hinsichtlich eines allfällig erhöhten Operationsrisikos]). Eine polydiszipli-

näre Expertise ist praxisgemäss auch dann einzuholen, wenn der Gesund-

heitsschaden zwar bloss als auf eine oder zwei medizinische Disziplinen 

fokussiert erscheint, die Beschaffenheit der Gesundheitsproblematik aber 

noch nicht vollends gesichert ist. Dabei ist zu beachten, dass die beauf-

tragten Sachverständigen letztverantwortlich sind einerseits für die fachli-

che Güte und die Vollständigkeit der interdisziplinär erstellten Entschei-

dungsgrundlage, anderseits aber auch für eine wirtschaftliche Abklärung 

(BGE 139 V 349 E. 3.2 und 3.3). Im Rahmen der erneuten Begutachtung 

ist die neue Gutachterstelle nach dem Zufallsprinzip gemäss Zuweisungs-

system "SuisseMED@P" zu ermitteln und sind dem Beschwerdeführer die 

ihm zustehenden Mitwirkungsrechte einzuräumen (vgl. BGE 137 V 210 

E. 3.4.2.9). 

9.7 Sollten die bisher nicht mit der Beurteilung des Beschwerdeführers be-

fassten medizinischen Fachpersonen zum Ergebnis kommen, dass vorlie-

gend auch erhebliche unklare Beschwerden im Sinne der diagnostizierten 

somatoformen Schmerzstörung bestünden, wäre von den Gutachtern zu 

prüfen, ob eine Erwerbstätigkeit trotz vorhandener Beschwerden aus ob-

jektiver medizinischer Sicht zumutbar ist. Die Gutachter hätten sich in ih-

rem Gutachten somit auch mit der geänderten Praxis des Bundesgerichts 

zu den Voraussetzungen, unter denen anhaltende somatoforme Schmerz-

störungen und vergleichbare psychosomatische Leiden eine rentenbe-

gründende Invalidität zu begründen vermögen, auseinanderzusetzen, d.h. 

die Indikatoren zu prüfen (BGE 141 V 281). 

10.  

Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige Par-

teientschädigung. 

C-2835/2014 

Seite 38 

10.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig (Art. 69 Abs. 1bis i.V.m. 

Art. 69 Abs. 2 IVG), wobei das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 63 

Abs. 1 VwVG die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei 

auferlegt. Die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zu weiterer Ab-

klärung und neuer Verfügung gilt praxisgemäss als volles Obsiegen der 

Beschwerde führenden Partei (vgl. BGE 132 V 215 E. 6.1). Dem obsiegen-

den Beschwerdeführer sind keine Kosten aufzuerlegen und der geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 400.– (vgl. BVGer-act. 4) ist ihm nach Eintritt der 

Rechtskraft dieses Urteils zurückzuerstatten. Der Vorinstanz sind ebenfalls 

keine Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 2 VwVG). 

10.2 Der obsiegende, durch eine schweizerische Anwältin vertretene Be-

schwerdeführer hat Anspruch auf eine Parteientschädigung, die von der 

Vorinstanz zu leisten ist (Art. 64 Abs. 1 und 2 VwVG i.V.m. Art. 7 ff. des 

Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 

vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Nach Art. 8 

Abs. 1 VGKE umfasst die Entschädigung die Kosten der Vertretung sowie 

allfälliger weiterer Auslagen. Gemäss Art. 8 Abs. 2 VGKE wird unnötiger 

Aufwand nicht entschädigt. Das Anwaltshonorar wird nach dem notwendi-

gen Zeitaufwand des Vertreters bemessen (Art. 10 Abs. 1), wobei der Stun-

denansatz für Anwälte mindestens Fr. 200.– und höchstens Fr. 400.– be-

trägt (Art. 10 Abs. 2 VGKE). 

Rechtsanwältin Dr. Barbara Wyler macht in ihrer Honorarnote vom 10. April 

2017 (Beilage zu BVGer-act. 20) einen Aufwand von Fr. 8'827.75 geltend 

(Aufwand bis und mit 6. April 2017; einschliesslich Auslagen von Fr. 479.60 

sowie 8% MWSt). Der geltend gemachte Zeitaufwand beträgt 37,49 Stun-

den und beinhaltet insbesondere Aktenstudium, Replikredaktion (25 Sei-

ten, grosser Schriftsatz) und zweimalige Einreichung von (medizinischen 

und anderen) Akten (BVGer-act. 8 und 12) und eine Stellungnahme vom 

10. April 2017, Korrespondenz mit dem Klienten und Dr. E._______. Der in 

der Honorarnote vom 10. April 2017 angewendete Stundenansatz liegt bei 

Fr. 220.–. 

Dieser von Rechtsanwältin Dr. Barbara Wyler geltend gemachte Aufwand 

erscheint angesichts der Bedeutung der Streitsache, der sich stellenden 

Fragen und der Schwierigkeit des Prozesses und des Aktenumfangs nicht 

als angemessen, sondern als klar überhöht. 

Daher und angesichts des Umfangs der vorinstanzlichen Akten sowie der 

in ähnlichen Fällen zugesprochenen Entschädigungen ist das Honorar von 

C-2835/2014 

Seite 39 

Rechtsanwältin Dr. Wyler vorliegend auf Fr. 2'860.– festzusetzen (13 Stun-

den à Fr. 220.–). 

Die in der Honorarnote vom 10. April 2017 geltend gemachten Auslagen 

von insgesamt Fr. 479.60 (davon Auslagen für Fotokopien von Fr. 355.–, 

für das Klientendossier von Fr. 5.– sowie für Porti von Fr. 117.60 und Tele-

fon von 2 Fr.) sind nicht substantiiert, insofern jegliche Angaben zur Anzahl 

gemachter Photokopien und der verwendeten Porti fehlen. Überhaupt er-

scheinen die geltend gemachten Auslagen für Fotokopien von Fr. 355.– 

angesichts des Umfangs der vorinstanzlichen Akten von rund 150 Doppel-

seiten und der eingereichten Beilagen im Umfang von 21 Seiten und die 

Auslagen für Porti von Fr. 117.60 für die vorliegend ausgewiesenen sechs 

eingeschrieben versandten Eingaben von Rechtsanwältin Wyler als klar 

überhöht. Für Kopien können 50 Rappen pro Seite berechnet werden (vgl. 

Art. 11 Abs. 4 VGKE) und der Preis einer Einschreibe-Sendung beträgt 

Fr. 6.30. Die Auslagen von Rechtsanwältin Dr. Wyler sind entsprechend 

vom Gericht auf insgesamt Fr. 210.– festzulegen. 

Daraus ergibt sich eine Parteientschädigung von insgesamt Fr. 3'070.–, 

wobei für im Ausland wohnende Personen, welche die Dienste einer in der 

Schweiz ansässigen Rechtsvertreterin in Anspruch nehmen, keine Mehr-

wertsteuer geschuldet und zu entschädigen ist (vgl. Art. 1 Abs. 2 Bst. a des 

Bundesgesetzes vom 2. September 1999 über die Mehrwertsteuer 

[MWSTG, SR 641.20] i.V.m. Art. 8 Abs. 1 MWSTG und Art. 9 Abs. 1 Bst. c 

VGKE [vgl. dazu etwa Urteil des BVGer C-3110/2015 vom 28. September 

2016]; Art. 9 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 10 Abs. 2 VGKE]). 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen und die Verfügung vom 14. Mai 2014 

aufgehoben. Die Sache wird an die Vorinstanz zurückgewiesen, damit 

diese, nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen, über den An-

spruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente neu verfüge. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Dem Beschwerdeführer wird 

der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 400.– nach Eintritt der Rechtskraft 

des vorliegenden Urteils zurückerstattet. 

C-2835/2014 

Seite 40 

3.  

Dem Beschwerdeführer wird zu Lasten der Vorinstanz eine Parteientschä-

digung von Fr. 3'070.– zugespr