# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 870c13d5-ac6f-59e5-aedd-74405b629c97
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-12-31
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht Praxis des Verwaltungsgerichts (PVG) 31.12.2005 PVG 2005 11
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_006_PVG-2005-11_2005-12-31.pdf

## Full Text

7/11 Sozialversicherung PVG 2005

IVG. Anspruch auf Invalidenrente. Berechnung.
– Der Invaliditätsgrad beurteilt sich nicht nach der medi- 

zinischen Arbeitsunfähigkeit, sondern nach der wirt- 
schaftlichen Erwerbsunfähigkeit; liegt kein rentenrele- 
vanter Einkommensverlust trotz ärztlich festgestellter 
Gesundheitsschäden vor, kann von vornherein auch 
kein Anspruch auf eine IV-Rente bestehen ( E.1a ).

– Die Methode des Einkommensvergleichs verlangt nach 
zuverlässigen und nachvollziehbaren Berechnungs- 
grundlagen ( E.1b ).

– Für die Festsetzung des Valideneinkommens ist in der 
Regel auf das zuletzt erzielte Einkommen als Gesunder 
abzustellen ( E.1c ).

LAI. Diritto alla rendita d’invalidità. Calcolo.
– Il grado d’invalidità non si calcola in base all’inabilità la- 

vorativa dal profilo medico, ma giusta l’incapacità lucra- tiva 
da un punto di vista economico; se malgrado il danno 
alla salute medicalmente accertato non vi è uno scapito 
economico in termini di reddito, non può nep- pure 
sussistere già per principio alcun diritto ad una rendita 
d’invalidità (cons. 1a).

– Il metodo del paragone dei redditi presuppone basi di 
calcolo attendibili e controllabili (cons. 1b).

– Per la determinazione del reddito conseguibile senza 
danno alla salute, di regola è dato fondarsi sull’ultimo 
reddito percepito da persona sana ( cons. 1c).

Erwägungen:
1. a) Strittig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine IV-

Rente. Uneins sind sich die Parteien zunächst darin geblieben, wel- 
che Berechnungsmethode zur Ermittlung des Invaliditätsgrads 
anwendbar sei. Sodann sind die Bemessungsgrundlagen und 
Höhen des mutmasslichen Einkommens ohne Gesundheitsscha- 
den ( Valideneinkommen [ VE ]) und des gesundheitlich noch zu- 
mutbaren Einkommens  trotz  Behinderung  ( Invalideneinkommen 
[ IE ]) kontrovers geblieben, was zu einer enormen Diskrepanz bei 
den Auffassungen bezüglich des IV-Grads führte. Zu betonen gilt 
es vorweg, dass es für die Ermittlung des IV-Grads letztlich einzig 
auf die wirtschaftliche  Erwerbsunfähigkeit  und  nicht  etwa  auf  
die medizinische Arbeitsunfähigkeit ankommt ( so schon PVG 1982 
Nr. 80 ). Liegt folglich kein rentenrelevanter Einkommensverlust

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bzw. Minderverdienst trotz ärztlich festgestellter Gesundheits- 
schäden vor, kann von vornherein auch kein Anspruch auf eine IV- 
Rente bestehen.

b) Als Invalidität im Sinne des ATSG gilt die durch einen 
Gesundheitsschaden verursachte längerfristige Erwerbsunfähig- 
keit, wobei es grundsätzlich keine Rolle spielt, ob ein Voll- oder 
Teilzeitbeschäftigter sein Einkommen auf einem Berufszweig oder 
auf mehreren Tätigkeitsgebieten erzielt ( Art. 7, 8 ATSG; Art. 4, 28 
IVG und Art. 27 bis IVV ). Bei Erwerbstätigen errechnet sich der IV- 
Grad laut Art.16 ATSG nach der Methode des Vergleichs der Ein- 
kommen mit und ohne Behinderung ( BGE 128 V 30 E. 1). Diese 
Methode vermag nur dann nicht zu befriedigen, wenn  sich die 
zwei mutmasslichen Einkommen ( VE/IE ) ziffernmässig nicht ge- 
nau und zuverlässig bestimmen lassen, was insbesondere bei 
Selbständigerwerbenden der Fall sein kann. Entgegen der Dar- 
stellung des Beschwerdeführers trifft es im konkreten Fall aber ge- 
rade nicht zu, dass die vorhandenen Einkommens-, Steuer- und 
Sozialversicherungsauszüge – wie gleich noch gezeigt wird – keine 
zuverlässige Berechnung der strittigen Einkommen zugelassen 
hätten. Die Vorinstanz wandte deshalb hier zu Recht die ordentli- 
che Methode nach Art.16 ATSG und nicht die ausserordentliche 
bzw. gemischte Methode gestützt auf Art. 27 bzw. Art. 27 bis IVV an. 
Mit dem Einwand der falschen Berechnungsmethode dringt der 
Beschwerdeführer demzufolge nicht durch.

c) Was die wirtschaftlich verwertbare Restarbeitsfähigkeit 
und damit letztlich den als zu tief bezeichneten  IV-Grad  von  
32,44 % ( Verfügung Februar 2005 ) bzw. 0 % ( Einspracheentscheid 
Juli 2005 ) betrifft, gilt es vorab klarzustellen, dass ein Einkommen 
als Gesunder für 2004 mit Fr. 56 205.– keineswegs als unrealistisch 
tief bezeichnet werden kann. Jene Annahme deckt sich sowohl mit 
dem ordentlichen IK-Auszug vom 13.02.2003 bzw. der AHV-Bei- 
tragsverfügung vom 24.07.2003 für die repräsentativen Einkom- 
mensperioden als Selbständigerwerber ( SE ) in der Doppelfunk- 
tion als Metzger und Landwirt ( Jahreseinkommen 2000–2001 im 
Schnitt Fr. 52 650.–; zzgl. Teuerung bis 2004 ) als auch mit den ehe- 
mals erzielten Jahreseinkünften (1992–1999 ) als Gesunder von im 
Durchschnitt Fr. 59 426.–. Die Tatsache, dass der Versicherte dieses 
Einkommen jeweils auf der Basis einer langen und harten 70 Std.- 
Woche ( im Verhältnis: 2/3 Fleischtrocknerei und 1/ 3 Landwirtschaft) 
erzielte, bedarf indes keiner weiteren Umrechnung, da es gerade 
Sinn und Zweck des VE ist, den mutmasslichen Verdienst zu be- 
stimmen,  den  der  Versicherte  als  Gesunder  überwiegend wahr-

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scheinlich tatsächlich erzielt hätte. Vom zuletzt erzielten Einkom- 
men ist bloss dann abzuweichen, wenn konkrete Anhaltspunkte 
vorliegen, dass sich die Einkommenssituation künftig verändert 
hätte ( RKUV 1993 Nr. U 168 S. 101 E. 3b; BGE 129 V 224 E. 4.3.1, 128
V 30 ). Jede gegenteilige Ansicht würde in letzter Konsequenz dazu 
führen, einen von den Erwerbsverhältnissen losgelösten und 
demnach realitätsfremden IV-Grad zu bestimmen, was der Kon- 
zeption der Invalidenversicherung ( nämlich Erwerbsverluste aus- 
zugleichen) diametral zuwiderlaufen würde. Indizien, wonach der 
Versicherte die seit 1975 gerne ausgeübte Erwerbstätigkeit ausge- 
rechnet bei Eintritt des Gesundheitsschadens ( ab Februar 2002 zu 
50 % arbeitsunfähig) hätte wechseln wollen, finden sich aber 
keine, weshalb die Vorinstanz bei ihrer Ermittlung korrekt vorging. 
An einem mutmasslichen VE für 2004 in der Grössenordnung von 
Fr. 56 000.– gibt es deshalb nichts auszusetzen.
S 05 115 Urteil vom 8. November 2005

Dagegen an das Eidgenössische Versicherungsgericht erhobene 
Verwaltungsgerichtsbeschwerde noch hängig.

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