# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ed623805-16fe-5481-b204-51eb2c2716e2
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-11-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.11.2010 A-2925/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-2925-2010_2010-11-25.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-2925/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 5 .  N o v e m b e r  2 0 1 0

Richter Daniel Riedo (Vorsitz), 
Richter Pascal Mollard, Richter Michael Beusch, 
Gerichtsschreiberin Claudia Zulauf.

Z._______, ...,
vertreten durch ...,
Beschwerdeführer,

gegen

Eidgenössische Zollverwaltung EZV 
Zollkreisdirektion Schaffhausen,
Nefenstrasse 8, Postfach 604, 9435 Heerbrugg,
handelnd durch die Oberzolldirektion (OZD),
Hauptabteilung Recht und Abgaben,
Monbijoustrasse 40, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Zoll; Einfuhrsteuer; landwirtschaftlicher 
Bewirtschaftungsverkehr.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-2925/2010

Sachverhalt:

A.
Z._______ (nachfolgend Zollpflichtiger, Beschwerdeführer) ist Pächter 
des  Gemüsebaubetriebs  M._______.  Im  Jahr  2004  schloss  er  mit 
Y.W._______und  X.W._______  Verträge  ab,  laut  denen  er  Grund-
stücke in A._______ und B._______ (Österreich) von insgesamt rund 
7 ha zur Pacht  übernahm. In der Folge führte er  von diesen Grund-
stücken  stammende,  landwirtschaftliche  Produkte  im  Rahmen  des 
sogenannten landwirtschaftlichen Bewirtschaftungsverkehrs zollbefreit 
in  die Schweiz ein. Die  zu diesem Zweck vom Zollpflichtigen einge-
reichten Ertragsausweise wurden jeweils vom Zollamt St. Margrethen 
bzw. Schaanwald genehmigt.

B.
Mit Beschluss vom 13. August 2008 wurde gegen den Zollpflichtigen 
eine Zollstrafuntersuchung eröffnet. Im Schlussprotokoll vom 11. März 
2010  wurde  festgehalten,  der  Zollpflichtige  habe  in  der  Zeit  vom 
30. April  2004  bis  23. Oktober  2008  zu  Unrecht  landwirtschaftliche 
Erzeugnisse zollbefreit  in  die Schweiz eingeführt. Y.W._______ habe 
im Zusammenhang mit  der  Bewirtschaftung der  Grundstücke etliche 
Aufgaben übernommen und habe auch einen Teil des Geschäftsrisikos 
getragen; von einer selbständigen Bewirtschaftung durch den Pächter 
–  wie  sie  das  Gesetz  bei  der  zollbefreiten  Einfuhr  im  Rahmen  des 
landwirtschaftlichen Bewirtschaftungsverkehrs verlange – könne nicht 
mehr die Rede sein. Somit habe er sich der Widerhandlungen gegen 
das  Zollgesetz  und  gegen  das  Mehrwertsteuergesetz  schuldig 
gemacht. 

Ebenfalls  am 11. März 2010 erliess  die Zollkreisdirektion  Schaffhau-
sen gegenüber dem Zollpflichtigen eine Verfügung über die Leistungs-
pflicht. Darin wurden die nicht  entrichteten Abgaben im Umfang von 
Fr. 1'532'082.95 nachgefordert (Zoll: Fr. 1'385'683.35; Mehrwertsteuer: 
Fr. 48'423.20; Verzugszins: Fr. 97'976.40).

C.
C.a Mit  Eingabe vom 26. April  2010  erhebt  der  Zollpflichtige  gegen 
diese  Verfügung  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht  und 
stellt folgende Rechtsbegehren:

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"(1.)  Die  Verfügung  über  die  Leistungspflicht  der  Eidgenössischen 
Zollverwaltung EZV, Zollkreisdirektion Schaffhausen, Sektion Zollfahn-
dung, Dienststelle Heerbrugg, vom 11. März 2010 betreffend Abgaben-
Nachbezug sei vollumfänglich aufzuheben. (2.) Es sei davon Vormerk 
zu  nehmen,  dass  der  Beschwerdeführer  Z._______  das  Schluss-
protokoll der Eidgenössischen Zollverwaltung vom 11. März 2010 und 
die ihm darin zur Last gelegten Widerhandlungen nicht anerkennt. (3.) 
Der  Beschwerdeführer  Z._______  sei  zur  nachträglichen  Bezahlung 
der  Abgaben  für  die  durch  die  V._______GmbH  in  C._______ 
vorgenommenen Fahrzeugreparaturen zu verpflichten. Im Übrigen sei 
von  der  Nachbelastung  von  Abgaben  für  die  Sachverhalte,  welche 
Gegenstand  des  vorliegenden  Verfahrens  bilden,  abzusehen.  (4.) 
Eventualiter  sei  die  Angelegenheit  zur  Neubeurteilung im Sinne der 
Erwägungen des Bundesverwaltungsgerichts an die Vorinstanz zurück-
zuweisen. (5.) Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der 
Eidgenössischen Zollverwaltung."

C.b Zur  Begründung  führt  der  Beschwerdeführer  im  Wesentlichen 
aus,  alle  Voraussetzungen  für  die  zollbefreite  Einfuhr  seien  erfüllt 
gewesen.  Insbesondere  habe  zwischen  ihm  und  Y.W._______sowie 
X.W._______ effektiv ein Pachtverhältnis bestanden und er habe die 
gepachteten  Grundstücke  auch  selbständig  bewirtschaftet.  Ebenso 
habe er stets alleine das Geschäftsrisiko getragen. Daran könne auch 
der  Umstand,  dass  W._______ und  dessen  Mitarbeiter  gewisse 
Arbeiten  im  Zusammenhang  mit  der  Bewirtschaftung  übernommen 
hätten, nichts ändern. Die geernteten Produkte seien zudem stets in 
rohem  Zustand  eingeführt  worden,  wie  dies  vom  Gesetz  verlangt 
werde. 

C.c Alternativ  macht  der  Beschwerdeführer  geltend,  die  Verantwort-
lichen der Zollstelle Schaanwald wie später auch die Zollkreisdirketion 
Schaffhausen und die OZD seien aufgrund einer Besprechung im Juli 
2006  und  einer  sich  daraus  ergebenden  Anfrage  des  Beschwerde-
führers über die Abläufe in seinem Betrieb informiert gewesen. Seine 
Anfrage sei  über zwei  Jahre lang unbeantwortet  geblieben; die Zoll -
behörden hätten die bestehenden Verhältnisse somit  akzeptiert  bzw. 
toleriert. Folglich dürften ihn diesbezüglich aufgrund des Vertrauens-
schutzprinzips keine nachteiligen Folgen treffen. 

D.
In  Ihrer  Vernehmlassung  vom  7.  Juli  2010  hält  die  OZD  an  der 

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Verfügung über die Leistungspflicht fest und schliesst auf kostenfällige 
Abweisung  der  Beschwerde.  Zur Begründung  führt  die  OZD  im 
Wesentlichen  aus,  der  Beschwerdeführer  habe  die  zur  Diskussion 
stehenden  Grundstücke  nicht  selbständig  bewirtschaftet.  Die  einge-
führten  Produkte  hätten  sich  zudem  nicht  mehr  in  rohem  Zustand 
befunden. Daher seien mehrere Voraussetzungen des landwirtschaft-
lichen  Bewirtschaftungsverkehrs  nicht  erfüllt  gewesen.  Insbesondere 
mangels  Vertrauensgrundlage  und  überdies  mangels  Vertrauen  des 
Beschwerdeführers in das angebliche Verhalten der Behörden könne 
dem Beschwerdeführer auch kein Vertrauensschutz gewährt werden. 

E.
Auf  die  weiteren  Vorbringen  der  Parteien  wird,  soweit  entscheid-
relevant, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Am  1.  Mai  2007  sind  das  Zollgesetz  vom  18.  März  2005  (ZG, 
SR 631.0)  sowie  die  Zollverordnung  vom  1.  November  2006  (ZV, 
SR 631.01) in Kraft getreten. Zur Bestimmung des anwendbaren mate-
riellen Rechts sind gemäss dem allgemeinen intertemporalrechtlichen 
Grundsatz  in  zeitlicher  Hinsicht  diejenigen Rechtssätze relevant,  die 
bei der Verwirklichung des zu Rechtsfolgen führenden Sachverhaltes 
in Geltung standen (statt vieler BGE 119 Ib 103 E. 5; BVGE 2007/25 
E. 3.1). Die vorliegend zur Diskussion stehenden Einfuhren erfolgten 
zwischen dem 30. April 2004 und dem 23. Oktober 2008. In der Sache 
sind somit –  und entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers – für 
Einfuhren vor dem 1. Mai 2007 die Vorschriften des alten Zollgesetzes 
vom  1. Oktober  1925  (aZG,  AS  42  287  und  BS  6  465)  sowie  der 
Verordnung vom 10. Juli 1926 zum Zollgesetz (aZV, AS 42 339 und BS 
6  514)  anzuwenden. Unabhängig  davon  ist  aber  organisations-  und 
zollverfahrensrechtlich grundsätzlich auf das neue Recht abzustellen, 
soweit das jeweilige Verfahren nicht bereits vor Inkrafttreten des neuen 
Gesetzes hängig war  (Art. 132 ZG,  vgl. auch Art. 132 Abs. 1 BGG; 
Urteile des Bundesgerichts 2C_728/2009 vom 15. März 2010 E. 2.1, 
2C_369/2007 vom 3. April 2008 E. 1.1, 2C_355/2007 vom 19. Novem-
ber 2007 E. 1.2; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-1766/2006 
und A-55/2007 vom 25. September 2008 E. 1.2). Für die Einfuhren ab 
dem 1. Mai 2007 ist vollumfänglich das neue Recht anwendbar.

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1.2
1.2.1 Das  Bundesverwaltungsgericht  beurteilt  gemäss  Art.  31  des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni  2005 über das Bundesverwaltungsge-
richt (Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG, SR 173.32) Beschwerden ge-
gen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021),  sofern 
keine Ausnahme nach Art. 32 VGG gegeben ist. Eine solche liegt nicht 
vor.  (Nicht  erstinstanzliche)  Entscheide  der  Zollkreisdirektionen 
können  dementsprechend  grundsätzlich  beim  Bundesverwaltungs-
gericht angefochten werden. Im Verfahren vor dieser Instanz wird die 
Zollverwaltung durch die OZD vertreten (Art. 116 ZG). Das vorliegende 
Verfahren richtet  sich  –  soweit  das  VGG nichts  anderes  bestimmt  – 
nach dem VwVG (Art. 37 VGG).

1.2.2
1.2.2.1 Das Bundesverwaltungsgericht  prüft  seine  Zuständigkeit  von 
Amtes wegen (Art. 7 Abs. 1 VwVG). Gemäss Art. 116 Abs. 1bis ZG ist 
grundsätzlich die Oberzolldirektion zur Behandlung von Beschwerden 
gegen erstinstanzliche Verfügungen der Zollkreisdirektionen zuständig. 
Von  dieser  Zuständigkeitsordnung  kann  indessen  ausnahmsweise 
abgewichen  werden,  wenn  die  Voraussetzungen  der  sogenannten 
Sprungbeschwerde  (Sprungrekurs)  erfüllt  sind.  Hat  eine  nicht 
endgültig  entscheidende  Beschwerdeinstanz  im  Einzelfall  eine 
Weisung erteilt, dass oder wie eine Vorinstanz verfügen soll, so ist die 
Verfügung  unmittelbar  an  die  nächsthöhere  Instanz  weiterzuziehen, 
wobei in der Rechtsmittelbelehrung darauf aufmerksam zu machen ist 
(Art. 47 Abs. 2 VwVG; BGE 102 Ib 231 E. 1c). In diesem Fall darf der 
Instanzenzug durchbrochen werden. Die Sprungbeschwerde dient der 
Vermeidung  unnötiger  Prozessschritte  und  verhindert  einen  Ver-
fahrensleerlauf,  wenn  der  Vorinstanz  in  concreto  Weisungen  erteilt 
worden  sind.  Eine  der  Tatbestandsvoraussetzungen  der  Sprungbe-
schwerde ist eine konkrete einzelfallbezogene Weisung der funktionell 
zuständigen Behörde. Eine allgemeine Auskunft  stellt  keine Weisung 
dar;  ebenso  wenig  die  blosse  Meinungsübereinstimmung  zweier 
Behörden  (BVGE  2009/30  E. 1.2;  Urteil  des  Bundesverwaltungs-
gerichts A-488/2009 vom 4. März 2009 E. 1.2.2; Entscheid der Eidge-
nössischen Zollrekurskommission [ZRK] vom 24. Oktober 1997, veröff-
entlicht in  Verwaltungspraxis der Bundesbehörden [VPB]  63.22 E 1b; 
REGINA KIENER in:  Auer/Müller/Schindler  (Hrsg.),  Kommentar  zum 
Bundesgesetz  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG),  Zürich  2008, 
Rz. 15  ff.  zu  Art. 47;  ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, 

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Prozessieren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht,  Basel  2008, 
Rz. 2.55 ff., Rz. 2.55 Fn. 168). Nach der Rechtsprechung kann es sich 
–  zur  Vermeidung  eines  Leerlaufs  –  aus  prozessökonomischen 
Gründen  ausnahmsweise  auch  rechtfertigen,  trotz  des  Fehlens  der 
Voraussetzungen  von  Art. 47  Abs. 2  VwVG  vom  Erfordernis  der 
Erschöpfung  des Instanzenzugs abzusehen  und  die  Beschwerde  an 
das  Bundesverwaltungsgericht  (direkt)  zuzulassen.  Dies  ist 
insbesondere  dann  der  Fall,  wenn  auf  Grund  der  Umstände  bereits 
feststeht wie die Beschwerdeinstanz entscheiden werde (BGE 102 Ib 
231  E. 1c;  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1434/2009  und 
A-1435/2009  vom  19. Juli  2010  E.  1.2.2,  A-4811/2007  vom  20. Juli 
2009 E. 1.4.2.2 und E. 1.4.3, A-488/2009 vom 4. März 2009 E. 1.2.2; 
Entscheid der ZRK vom 24. Oktober 1997, veröffentlicht in VPB 63.22 
E. 1b; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 2.56).

1.2.2.2 Ein zweifelsfrei als Weisung zu erkennendes Schreiben ist den 
vorliegenden  Akten nicht  zu  entnehmen. Mit  Schreiben  vom 1. Sep-
tember  2009 schilderte  die  Zollkreisdirektion Schaffhausen der  OZD 
den vorliegend zur Diskussion stehenden Sachverhalt und bat um eine 
"detaillierte Erläuterung". Die OZD teilte der Zollkreisdirektion Schaff -
hausen mit  Schreiben vom  26. Januar  2010 mit, sie  käme ebenfalls 
zum  Schluss,  dass  im  Fall  des  Beschwerdeführers  nicht  alle 
Bedingungen  zur  abgabefreien  Einfuhr  von Waren des  Grenzzonen-
verkehrs  gegeben  seien.  Ihres  Erachtens  sei  deshalb  eine  ent-
sprechende  Nachforderungsverfügung  zu  erlassen.  Gestützt  auf 
Art. 47 Abs. 2 VwVG sei sodann nicht die OZD, sondern das Bundes-
verwaltungsgericht  als  Beschwerdeinstanz  zu  bezeichnen;  der  Ent-
scheid  sei  in  der  Verfügung  deshalb  ausführlich  und  vollständig  zu 
begründen. Aus den Akten geht sodann hervor, dass sich die OZD und 
die Zollkreisdirektion Schaffhausen bereis  im Jahr 2006 über diesen 
Fall austauschten und die OZD die Zollkreisdirektion in diesem Zusam-
menhang  auf  ähnlich  gelagerte  Fälle  und  Entscheide  hingewiesen 
hatte. Ob sich die OZD gegenüber der Zollkreisdirektion Schaffhausen 
zum vorliegenden Fall sonst noch, insbesondere mündlich, äusserte, 
ist nicht bekannt. Es erscheint aufgrund dieser Umstände zweifelhaft,  
ob  das  genannte  Schreiben  der  OZD  vom  26. Januar  2010  als 
Weisung im genannten Sinn angesehen werden kann. In  Anbetracht 
dessen, dass in der Rechtsmittelbelehrung der angefochtenen Verfü-
gung vom 11. März 2010 auf die Sprungbeschwerde hingewiesen wur-
de und dass der Beschwerdeführer und das Bundesverwaltungsgericht 
– insbesondere auch aufgrund der eindeutigen Erläuterungen der OZD 

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in der Vernehmlassung vom 7. Juli 2010 und aufgrund des Umstandes, 
dass sich die Zollkreisdirektion Schaffhausen und die OZD bereits seit 
dem  Jahre  2006  über  den  vorliegenden  Fall  austauschten  – 
vernünftigerweise  nicht  damit  rechnen  können,  dass  die  OZD  eine 
Beschwerde gegen die  Verfügung vom 11. März  2010 der  Zollkreis-
direktion  Schaffhausen  schützen  würde,  rechtfertigt  es  sich  aber 
zumindest  aus  prozessökonomischen  Gründen  vom  Erfordernis  der 
Erschöpfung  des  Instanzenzuges  abzusehen  und  die  Beschwerde 
dennoch  zuzulassen.  Dies  scheint  denn  auch  im  Interesse  des 
Beschwerdeführers zu liegen, zumal er gegen die Sprungbeschwerde 
keine Einwände erhebt.

1.2.2.3 Im Zusammenhang mit der Sprungbeschwerde ist auch auf die 
Verpflichtung der  Behörden,  ihre  Entscheide zu begründen (Begrün-
dungspflicht),  hinzuweisen: Der  Anspruch auf  Begründung lässt  sich 
aus Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidge-
nossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR  101)  ableiten.  Demnach 
muss die Begründung eines Entscheides so abgefasst sein, dass die 
betroffene  Person  ihn  sachgerecht  anfechten  kann.  Dies  ist  nur 
möglich, wenn sowohl sie wie auch die Rechtsmittelinstanz sich über 
die Tragweite des Entscheids ein Bild machen können. In diesem Sinn 
müssen  wenigstens  kurz  die  Überlegungen  genannt  werden,  von 
denen sich die Behörde leiten liess und auf welche sie ihren Entscheid 
stützt  (BGE 134 I  83  E. 4.1,  BGE 129  I  232 E. 3.2;  BVGE 2007/21 
E. 10.2;  Urteile  des Bundesverwaltungsgerichts  A-1606/2006  vom 4. 
März  2010  E. 5.1.1,  A-1765/2006  vom 30. März  2009  E. 3.4.2).  Die 
Behörde  ist  nicht  verpflichtet,  sich  zu  allen  Rechtsvorbringen  der 
Parteien zu äussern. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid 
wesentlichen  Gesichtspunkte  beschränken  (statt  vieler:  BGE 133  III  
439 E. 3.3; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-3123/2008 vom 
27. April 2010 E. 2.2.2, A-3862/2007 vom 22. Januar 2008 E. 4.2). Der 
genaue  Umfang  der  Begründungspflicht  lässt  sich  nur  begrenzt 
abstrakt erfassen; er muss im Einzelfall  individuell  bestimmt werden. 
An die Begründung sind umso strengere Anforderungen zu stellen, je 
unbestimmter die Rechtsgrundlage ist und je grösser der der Behörde 
eingeräumte Spielraum ist (grundlegend: BGE 112 Ia 107 E. 2b, vgl. 
auch: BGE 129 I 232 E. 3.3; BVGE 2008/47 E. 3.2; LORENZ KNEUBÜHLER, 
Die  Begründungspflicht:  Eine  Untersuchung  über  die  Pflicht  der 
Behörden zur Begründung ihrer Entscheide, Bern 1998, S. 33, 186 f.). 
Nach der Rechtsprechung kann eine Verletzung des Gehörsanspruchs 
aber  als  geheilt  gelten,  wenn  die  unterbliebene  Gewährung  des 

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rechtlichen  Gehörs  (also  etwa  die  unterlassene  Anhörung, 
Akteneinsicht,  Begründung)  in  einem  Rechtsmittelverfahren 
nachgeholt  wird,  in  dem  die  Beschwerdeinstanz  mit  der  gleichen 
Prüfungsbefugnis entscheidet  wie die untere Instanz. Die Heilung ist 
aber  ausgeschlossen,  wenn  es  sich  um  eine  besonders  schwer-
wiegende  Verletzung  der  Parteirechte  handelt,  zudem  darf  dem 
Beschwerdeführer  kein  Nachteil  erwachsen und  die  Heilung  soll  die 
Ausnahme bleiben (statt vieler: BGE 133 I 201 E. 2.2; BVGE 2009/53 
E. 7.3, BVGE 2008/47 E. 3.3.4; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts 
A-1681/2006 vom 13. März 2008 E. 2.4, A-1737/2006 vom 22. August 
2007  E. 2.2;  ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN,  Allgemeines 
Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Zürich/St. Gallen 2010, Rz. 1710 f.).

Die vorliegend angefochtene Verfügung der Zollkreisdirektion Schaff-
hausen vom 11. März 2010 ist zwar nur rudimentär begründet; es wird 
dabei  hauptsächlich  auf  das  Schlussprotokoll  vom  11.  März  2010 
verwiesen. Durch  die  erfolgte  ausführliche  Vernehmlassung  kann  im 
vorliegenden  Fall  jedoch  die  Begründungspflicht  als  nachgeholt  und 
der Mangel als rechtsgenügend geheilt gelten. Der Beschwerdeführer 
beanstandet die angefochtene Verfügung vom 11. März 2010 zudem in 
formeller Hinsicht nicht, so dass davon ausgegangen werden kann, die 
Verfahrensbeschleunigung  liege  auch  in  seinem Interesse.  Aufgrund 
der ausführlichen Beschwerdeschrift ergibt sich sodann ohnehin, dass 
der Beschwerdeführer die wesentlichen Überlegungen, von denen sich 
die Zollbehörden leiten liessen,  aufgrund des Strafverfahrens bereits 
zur Genüge kannte.

1.2.3 Der  Beschwerdeführer  ist  durch  den  angefochtenen  Entscheid 
berührt und hat grundsätzlich ein schutzwürdiges Interesse an dessen 
Aufhebung (Art. 48 VwVG), nicht jedoch mit Bezug auf den sich auf die 
Reparaturen  beziehenden  Teil  der  Einfuhrabgaben,  welche  der 
Beschwerdeführer  ausdrücklich  nicht  bestreitet  (vgl. Rechtsbegehren 
Ziff. 3).  Auf  die  im  Übrigen  form-  und  fristgerecht  eingereichte 
Beschwerde (Art. 50 ff. VwVG) ist  deshalb mit  dieser Einschränkung 
einzutreten.

1.3 Das  Bundesverwaltungsgericht  kann  die  angefochtenen  Ent-
scheide grundsätzlich in vollem Umfang überprüfen. Der Beschwerde-
führer  kann  neben  der  Verletzung  von  Bundesrecht  (Art. 49  Bst.  a 
VwVG)  und  der  unrichtigen  oder  unvollständigen  Feststellung  des 
rechtserheblichen Sachverhalts (Art. 49 Bst. b VwVG) auch die Rüge 

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der  Unangemessenheit  erheben  (Art.  49  Bst.  c  VwVG;  vgl. 
MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER,  a.a.O.,  Rz.  2.149;  HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, 
a.a.O., Rz. 1758 ff.).

1.4 Nach  höchstrichterlicher  Rechtsprechung  kann  das  Beweisver-
fahren  geschlossen  werden,  wenn  die  noch  im  Raum  stehenden 
Beweisanträge  eine  nicht  erhebliche  Tatsache  betreffen  oder  offen-
sichtlich  untauglich  sind,  etwa weil  ihnen die  Beweiseignung abgeht 
oder umgekehrt  die betreffende Tatsache aus den Akten bereits  ge-
nügend ersichtlich ist (BGE 131 I 153 E. 3 mit Hinweisen; Urteile des 
Bundesverwaltungsgerichts A-7703/2007 vom 15. Februar 2010 E. 4.2, 
A-7366/2006  vom  11. Mai  2009  E. 2.3;  MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, 
a.a.O., Rz. 3.144 mit Hinweisen).

Das  Bundesverwaltungsgericht  erachtet  aufgrund  der  ihm  vorliegen-
den Beweise den Sachverhalt für genügend geklärt. Auf die Erhebung 
weiterer  Beweise,  insbesondere  auf  die  Parteibefragung  sowie  die 
Befragung  der  vom  Beschwerdeführer  angebotenen  Zeugen,  wird 
verzichtet. 

Vorliegend nicht weiter von Belang ist sodann der Umstand, dass der  
Beschwerdeführer  das  Schlussprotokoll  vom  11.  März  2010  nicht 
unterzeichnet hat. Das Schlussprotokoll des Strafverfahrens wurde ihm 
ausgehändigt  und somit  rechtsgenügend eröffnet. Zudem hat  es auf 
das vorliegende Beweisergebnis ohnehin keinen Einfluss.

2.
2.1 Jede Einfuhr von Waren, die über die schweizerische Zollgrenze 
befördert werden, unterliegt grundsätzlich der Zollpflicht (Art. 7 ZG und 
Art. 1  aZG). Es gilt  somit  der Grundsatz der allgemeinen Zollpflicht.  
Ausnahmen bedürfen einer expliziten gesetzlichen oder staatsvertrag-
lichen Ausnahme (Art. 1 Abs. 2 des Zolltarifgesetzes vom 9. Oktober 
1986  [ZTG,  SR  632.10];  vgl.  auch  Urteil  des  Bundesverwaltungs-
gerichts A-1673/2006 vom 20. September 2007 E. 2.1).

2.2 Art. 14  aZG nennt  Ausnahmen von dieser  generellen  Zollpflicht. 
Zollfrei  ist  nach Ziffer  23 dieser  Bestimmung die Einfuhr  von "rohen 
Bodenerzeugnissen – mit Ausnahme der Produkte des Rebbaus – von 
Grundstücken  in  der  ausländischen  Wirtschaftszone,  die  von  ihren 
Eigentümern, Nutzniessern oder durch Pächter bewirtschaftet werden, 
wenn  der  Bewirtschafter  seinen  Wohnsitz  in  der  schweizerischen 
Wirtschaftszone  hat  und  die  Bodenerzeugnisse  selbst  oder  durch 

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seine Angestellte einführt." Die detaillierte Regelung dazu findet sich 
in  Art. 28 aZV. Im Wesentlichen wurden diese Regelungen ins neue 
Recht übernommen: Art. 8 Abs. 2 Bst. j in Verbindung mit Art. 43 ZG 
erteilt  dem  Bundesrat  (unter  anderem)  die  Kompetenz,  Waren  des 
Grenzzonenverkehrs für zollfrei zu erklären, was dieser mit Erlass von 
Art. 23 ZV auch getan hat. Sowohl vom Wortlaut der zur Diskussion 
stehenden  Bestimmungen  her  als  auch  aus  der  Botschaft  vom 
15. Dezember 2003 über ein neues Zollgesetz (BBl 2004 596) ergibt 
sich,  dass  durch  die  Gesetzesrevision  im  Bereich  des 
Grenzzonenverkehrs keine Praxisänderung beabsichtigt war (vgl. auch 
HEINZ SCHREIER in: Martin Kocher/Diego Calvadetscher [Hrsg.], Stämpflis 
Handkommentar  Zollgesetz,  Bern  2009,  Art.  8  N 13). Die  sich  unter 
dem  alten  Recht  zum  landwirtschaftlichen  Bewirtschaftungsverkehr 
entwickelte  Rechtsprechung  ist  somit  auch  für  das  neue  Recht 
heranzuziehen. Unverändert blieb sodann auch das, hier ebenfalls zu 
berücksichtigende, schweizerisch-österreichische Abkommen über den 
Grenzverkehr vom 30. April 1947 (SR 0.631.256.916.31).

2.3 Damit  eine  Tätigkeit  sowohl  nach  altem  als  auch  nach  neuem 
Recht als landwirtschaftlicher Bewirtschaftungsverkehr qualifiziert wird 
und  folglich  die  entsprechenden  Einfuhren  zollbefreit  sind,  müssen 
kumulativ  grundsätzlich  folgende  Voraussetzungen  erfüllt  sein  (vgl. 
zum Ganzen: Art. 14 Ziff. 23 und Art. 28 aZG, Art. 28 Ziff. 5 ff. aZV, 
Art. 8 Abs. 2 Bst. j und Art. 43 ZG in Verbindung mit Art. 23 ZV, Art. 
118  ZV;  ROLF WÜTHRICH in:  Stämpflis  Handkommentar  Zollgesetz, 
a.a.O., Art. 43 N 8 ff.): 

• diejenige  Person,  die  Anspruch  auf  Zollbefreiung  erhebt,  muss 
ihren Wohnsitz in der schweizerischen Grenzzone haben,

• sie  muss  Eigentümerin,  Nutzniesserin  oder  Pächterin  des  be-
treffenden Grundstücks sein,

• sie muss dieses Grundstück selber bewirtschaften,

• bei  den  einzuführenden  Ernteerträgen  muss  es  sich  um  rohe 
Bodenerzeugnisse handeln,

• das Grundstück, von welchem die einzuführenden Bodenerzeug-
nisse stammen, muss in der ausländischen Grenzzone liegen; die 
Grenzzone  erstreckt  sich  auf  beiden  Seiten  der  Zollgrenze  auf 
einen Gebietsstreifen von 10 Kilometer,

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• es  müssen gewisse formelle  Anforderungen wie  das Einreichen 
verschiedener Belege und das Anmelden der Waren erfüllt sein.

2.3.1 Aus der Entstehungsgeschichte der Befreiungsvorschrift für den 
landwirtschaftlichen Bewirtschaftungsverkehr ergibt sich, dass der Ge-
setzgeber damit die Benachteiligung von Landwirten vermeiden wollte, 
die  beidseitig  der  oft  zufällig  verlaufenden  Zollgrenze  Land  bewirt -
schaften.  Um  Missbräuche  zu  verhindern,  wurde  die  Privilegierung 
schon mit der Gesetzesrevision von 1924/25 erneut  davon abhängig 
gemacht,  dass  die  im  Ausland  gelegenen  Grundstücke  tatsächlich 
durch  den  schweizerischen  Eigentümer,  Nutzniesser  oder  Pächter 
bewirtschaftet  werden  (vgl.  Urteile  des  Bundesgerichts  2A.403/2001 
vom 14. Januar 2002 E. 1b, 2A.471/1998 vom 4. Februar 1999 E. 1b; 
Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1673/2006  vom  20. 
September  2007  E. 2.2).  Die  Zollfreiheit  im  Rahmen  des 
landwirtschaftlichen  Bewirtschaftungsverkehrs  ist  daher  nach  der 
Rechtsprechung einschränkend zu verstehen  und denjenigen Eigen-
tümern,  Nutzniessern  und  Pächtern  vorbehalten,  die  diese  Grund-
stücke selber  bewirtschaften. Insbesondere im Bereich  der  Pacht  ist 
somit  zu fordern,  dass die wesentlichen Merkmale einer Pacht  auch 
tatsächlich vorliegen und feststeht, dass der Verpächter dem Pächter 
die  Grundstücke  zur  selbständigen  Bewirtschaftung  übertragen  hat. 
Dies trifft nicht zu, wenn der Verpächter am verpachteten Land selber 
Arbeiten  ausführt  oder  Entscheide  über  die  Art  der  Bewirtschaftung 
trifft,  welche  über  eine  blosse  Kontrolle  hinausgehen  (Urteil  des 
Bundesgerichts  2A.471/1998  vom 4. Februar  1999  E. 1c; Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  A-1673/2006  vom  20.  September  2007 
E. 2.2;  Entscheide  der  Eidgenössischen  Zollrekurskommission  [ZRK] 
vom 13. Oktober  2004  [ZRK 2003-081]  E. 2b/bb,  vom 18. Juli  2001 
[ZRK 2001-001] E. 2b, vom 13. Februar 2001 [2000-013], veröffentlicht 
in  Archiv  für  Schweizerisches Abgaberecht  [ASA] 70/2001 S. 605 ff. 
E. 3b,  vom 20. August  1998 [ZRK 1997-015]  E. 3b). Der  Pächter  ist 
sodann  verpflichtet,  den  landwirtschaftlichen  Betrieb  auf  eigene 
Rechnung und Gefahr zu führen. Dazu gehört insbesondere, dass er 
die  zur  Bewirtschaftung  nötigen  Anordnungen  trifft,  die  Kosten trägt 
und  einen  allfälligen  Gewinn  oder  Verlust  realisiert.  Für  die 
Qualifikation  als  Bewirtschafter  nicht  schädlich  ist,  wenn Angestellte 
die Grundstücke für den Bewirtschafter bewirtschaften oder wenn der 
Bewirtschafter Fachleuten detaillierte Anweisungen erteilt. Erforderlich 
ist  jedoch,  dass  diese  in  seinem  Auftrag  und  auf  seine  Rechnung 
arbeiten (WÜTHRICH, a.a.O., Art. 43 N 11). Zudem hat der Bewirtschafter 

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die Erzeugnisse selber oder durch seine Angestellten einzuführen (vgl.  
Art. 23 Abs. 6 Bst. c ZV, Art. 28 Abs. 1 aZV).

2.3.2 Ein Pachtvertrag liegt vor, wenn sich der Verpächter verpflichtet, 
dem  Pächter  eine  nutzbare  Sache  oder  ein  nutzbares  Recht  zum 
Gebrauch und zum Bezug der Früchte oder Erträgnisse zu überlassen, 
und der  Pächter,  dafür  einen  Pachtzins  zu  leisten  hat  (Art. 275  des 
Obligationenrechts  vom 30. März  1911 [OR,  SR 220]). Der  landwirt-
schaftliche  Pachtvertrag  wird  sodann  als  Verpflichtung  des  Ver-
pächters, dem Pächter ein Gewerbe oder ein Grundstück zur landwirt -
schaftlichen  Nutzung  zu  überlassen  und  eine  solche  des  Pächters, 
dafür  einen  Zins  zu  bezahlen,  umschrieben  (Art.  4  des  Bundes-
gesetzes  vom  4.  Oktober  1985  über  die  landwirtschaftliche  Pacht 
[LPG, 221.213.2]).

2.3.3 Damit ein Bodenerzeugnis noch als "roh" im Sinne der gesetz-
lichen Bestimmungen gilt, ist eine Bearbeitung nur soweit er laubt, als 
dies  zur  Gewinnung  oder  zum  Abtransport  des  Erzeugnisses  not-
wendig  ist  (vgl.  Art.  23  Abs.  3  und  5  ZV,  Art.  28  Abs.  2  aZV).  Mit 
"Abtransport" ist nur der Weg vom Feld zum Hof erfasst. Die Regelung 
will  lediglich  die  Nachteile  beheben,  die  den  Landwirten  aus  der 
grenzüberschreitenden  Felderbewirtschaftung  entstehen.  Eine 
Bevorzugung  der  Landwirte  in  der  Grenzregion  ist  jedoch  nicht 
beabsichtigt.  So  sollen  sie  gegenüber  anderen  keine  Wettbewerbs-
vorteile geniessen, indem sie gewisse Bearbeitungsschritte im kosten-
günstigen  Ausland  vornehmen  lassen  und  diese  Produkte  danach 
abgabefrei  in  die  Schweiz  einführen  (zum  Ganzen  vgl.  Urteil  des 
Bundesgerichts 2A.652/2004 vom 13. September 2005 E. 2 ff.).

2.4 Das  Zollverfahren  wird  vom  Selbstdeklarationsprinzip  bestimmt 
(Art.  21,  25  und  26  ZG,  Art. 24  aZG).  Von den  Zollmeldepflichtigen 
wird  die  vollständige  und  richtige  Deklaration  der  Ware  gefordert. 
Hinsichtlich ihrer Sorgfaltspflichten werden somit hohe Anforderungen 
gestellt (Art. 25 ZG, Art. 31 aZG in Verbindung mit Art. 47 Abs. 2 aZV; 
BGE 112 IV 53 E. 1a; Urteile  des Bundesgerichts  2A.539/2005 vom 
12.  April  2006  E. 4.5,  2A.1/2004  vom  31.  März  2004  E. 2.1, 
2A.457/2000  vom  7. Februar  2001,  veröffentlicht  in  ASA  70  S. 334 
E. 2c;  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-2293/2008  vom 
18. Mai  2010  E. 2.1.1,  A-5612/2007  vom  1.  März  2010  E. 2.1.2; 
BARBARA SCHMID in: Stämpflis Handkommentar Zollgesetz, a.a.O., Art. 18 
N 2  ff.).  Von den  Zollpflichtigen  wird  verlangt,  dass  sie  sich  vorweg 

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über  die  Zollpflicht  sowie  die  jeweiligen  Abfertigungsverfahren  infor-
mieren. Unterlassen sie dies, haben sie dafür prinzipiell selber die Ver-
antwortung  zu  tragen  (Urteil  des  Bundesgerichts  2A.566/2003  vom 
9. Juni  2004,  veröffentlicht  in  ASA  74  246 ff.  E. 3.3;  Urteile  des 
Bundesverwaltungsgerichts  A-2293/2008 vom 18. Mai  2010  E. 2.1.1, 
A-1698/2006 vom 7. Februar 2007 E. 2.4).

2.5 Gegenstände, die gemäss Art. 7 ZG bzw. Art. 1 aZG zollpflichtig 
sind, unterliegen zudem grundsätzlich der Einfuhrsteuer. Am 1. Januar 
2010  ist  das  Bundesgesetz  vom  12. Juni  2009  über  die  Mehrwert-
steuer (MWSTG; SR 641.20) in Kraft getreten. Die bisherigen gesetz -
lichen  Bestimmungen  sowie  die  darauf  gestützt  erlassenen  Vor-
schriften  bleiben  grundsätzlich  weiterhin  auf  alle  während  ihrer 
Geltungsdauer eingetretenen Tatsachen und entstandenen Rechtsver-
hältnisse anwendbar (Art. 112 Abs. 1 MWSTG). Vorliegend gelangen 
somit Art. 72 ff. des Mehrwertsteuergesetzes vom 2. September 1999 
(aMWSTG, AS 2000 1300) zur Anwendung.

Das Objekt der Einfuhrsteuer ist grundsätzlich dasselbe wie beim Zoll.  
Für das Auslösen der Steuer genügt es, dass der Gegenstand über die 
Zollgrenze verbracht wird. Ein (entgeltliches) Umsatzgeschäft ist nicht 
erforderlich (Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-1612/2006 vom 
9.  Juli  2009  E. 3.2,  A-1751/2006  vom  25. März  2009  E.3.3.2  mit 
weiteren  Hinweisen).  Vorbehalten  bleiben  Abweichungen  wie  Zoll-
befreiungen  und  -erleichterungen  sowie  Steuerbefreiungen,  die  sich 
aus  Staatsverträgen  oder  besonderen  Bestimmungen  von  Gesetzen 
oder  Verordnungen  ergeben (Art.  1  Abs. 2  ZTG,  Art.  72  aMWSTG). 
Diese  Ausnahmen  sind  zahlreich.  Auch  dort,  wo  kein  Zoll  erhoben 
wird, unterliegt aber die Einfuhr von Gegenständen der Einfuhrsteuer, 
sofern die Einfuhr nicht ausdrücklich von der Steuer befreit ist (Art. 73 
Abs.  1  aMWSTG; vgl.  auch  Urteil  des  Bundesgerichts  2A.514/2001 
vom 29. Juli 2002 E. 1). Gemäss Art. 74 Abs. 1 Ziff. 4 aMWSTG (bzw. 
Ziff. 5 in der bis 30. April 2007 geltenden Fassung) in Verbindung mit 
Art. 8 Abs. 2 Bst. j und Art. 43 Abs. 1 Bst. a ZG bzw. in Verbindung mit  
Art. 14 Ziff. 23 aZG sind zollfreie Waren des landwirtschaftlichen Be-
wirtschaftungsverkehrs auch von der Einfuhrsteuer befreit.

2.6 Eine Zollübertretung begeht  unter  anderem, wer für  Waren Zoll-
befreiung oder Zollermässigung erwirkt, ohne dass die Voraussetzung-
en für den zollfreien Warenverkehr oder die Zollbegünstigung zutreffen 
(Art. 74  Ziff. 9  aZG).  Im  neuen  Recht  wird  dieser  Tatbestand  von 

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Art. 118 ZG erfasst. Nach Art. 85 aMWSTG macht sich unter anderem 
strafbar,  wer  für  sich  eine  unrechtmässige  Steuerbefreiung  erwirkt. 
Gemäss  Art. 80  Abs. 1  aZG und  Art.  128  ZG sowie  Art.  88  Abs. 1 
aMWSTG  gelangt  bei  Zollwiderhandlungen  und  Widerhandlungen 
gegen  das  Mehrwertsteuergesetz  das  Bundesgesetz  vom  22.  März 
1974  über  das  Verwaltungsstrafrecht  (VStrR,  SR 313.0)  zur  Anwen-
dung. Gemäss Art. 12 Abs. 1 VStrR ist die infolge einer Widerhandlung 
zu Unrecht nicht erhobene Abgabe ohne Rücksicht auf die Strafbarkeit 
einer Person nachzuentrichten. Art. 12 Abs. 2 VStrR ergänzt, dass zur 
Nachleistung verpflichtet ist, wer in den Genuss des unrechtmässigen 
Vorteils  gelangt  ist,  insbesondere  der  zur  Zahlung  der  Abgabe  Ver-
pflichtete oder der Empfänger der Vergütung oder des Beitrages. Vor-
aussetzung für  die Anwendbarkeit  von Art. 12 Abs. 2 VStrR ist  eine 
objektive  Widerhandlung  gegen  die  Verwaltungsgesetzgebung  des 
Bundes (BGE 115 Ib 360 E. 3a, BGE 129 II 385 E. 3.4.3; Urteile des 
Bundesverwaltungsgerichts A-4812/2007 vom 17. Juni 2010 E. 2.2.1, 
A-1673/2006 vom 20. September 2007 E. 2.4; KURT HAURI, Verwaltungs-
strafrecht,  Bern  1998,  S.  36).  Nicht  verlangt  ist  insbesondere  eine 
strafrechtliche  Verantwortlichkeit,  ein  Verschulden  oder  gar  die  Ein-
leitung eines Strafverfahrens; vielmehr genügt es, dass der durch die 
Nichtleistung der Abgabe entstandene unrechtmässige Vorteil  seinen 
Grund in einer Widerhandlung im objektiven Sinn hat (BGE 106 Ib 221 
E. 2c, BGE 129 II 160 E. 3.2; Urteile des Bundesgerichts 2C_132/2009 
vom 7. Januar  2010 E. 4.1,  2A.660/2006 vom 8. Juni  2007  E. 6.2). 
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts hat der unrechtmässige 
Vorteil im Vermögensvorteil zu liegen, der durch die Nichtleistung der 
Abgabe  entstanden  ist,  wobei  ein  Vermögensvorteil  nicht  nur  in  der 
Vermehrung  der  Aktiven,  sondern  auch  in  einer  Verminderung  der 
Passiven  bestehen  kann,  indem  der  Leistungspflichtige  insofern 
unrechtmässig  bevorteilt  ist,  als  er  die  Leistung  infolge  der  Wider-
handlung nicht erbringen muss (BGE 110 Ib 310 E. 2c, BGE 114 Ib 94 
E. 4a; Urteil des Bundesgerichts 2A.199/2004 vom 15. November 2004 
E. 2.1; Urteil des Bundesverwaltungsgericht A-4812/2007 vom 17. Juni 
2010 E. 2.2.1).

3.
3.1 Vorliegend  bestehen  zwischen  dem  Beschwerdeführer  und 
X.W._______  sowie  Y.W._______  Verträge,  gemäss  denen  der 
Beschwerdeführer  mehrere  Grundstücke,  welche  in  der  österreichi-
schen Grenzzone liegen, zur Pacht übernimmt. Unbestrittenermassen 
führte  der  Beschwerdeführer  im  Zeitraum  vom  30. April  2004  bis 

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23. Oktober  2008  von  diesen  Grundstücken  stammende, 
landwirtschaftliche Produkte zollbefreit in die Schweiz ein. Uneinigkeit 
herrscht  demgegenüber  bei  den  Fragen,  ob  der  Beschwerdeführer 
Pächter und selbständiger Bewirtschafter der Grundstücke im Sinn der 
genannten Abgabebefreiungsvorschriften war und ob sich  die einge-
führten Erzeugnisse entsprechend in rohem Zustand befunden haben. 

3.2
3.2.1 Die Aussagen des Beschwerdeführers betreffend die Mitwirkung 
von  X.W._______  bzw.  Y.W._______  bei  der  Bewirtschaftung  der 
Grundstücke sind zum Teil etwas widersprüchlich und stimmen nicht 
immer mit den Feststellungen der Vorinstanz überein. Aus den Akten 
geht hervor, dass vor allem Y.W._______ bei der Bewirtschaftung der 
Felder mitgewirkt hat. Welche Rolle X.W._______ dabei gespielt  hat, 
ist indes nicht genau ersichtlich, aber für den vorliegenden Fall auch 
nicht weiter von Bedeutung. 

Unbestritten ist jedoch, dass (Y.) W._______ bzw. dessen Angestellte 
– ausser bei bei den Karotten und Zwiebeln (vgl. dazu  E. 3.3) –  in der 
Regel zumindest folgende Arbeiten übernahmen: 

• Bestellung der Samen und Jungpflanzen, 

• Durchführung  der  Grundbodenbearbeitung  und  Bepflanzung  der 
Felder,

• Übernahme von Unterhaltsarbeiten (Bewässern,  Pflanzenschutz, 
Hacken),

• Bestellung von Dünger und Spritzmitteln und

• Mithilfe bei der Ernte.

Daneben wurde ein Teil des Gemüses unmittelbar nach der Ernte ge-
waschen und bis zum Abtransport in die Schweiz in den Kühlräumen 
der W._______s gelagert. 

Uneinigkeit herrscht betreffend die Rolle der W._______s bei der Er-
stellung der Fruchtfolge- und Absatzplanung. Die Vorinstanz geht da-
von aus, dass diese jeweils vom Beschwerdeführer und Y.W._______ 
zusammen erstellt wurde. Dies entspricht der Aussage des Beschwer-
deführers  in  der  Einvernahme  vom  4.  November  2008.  Anlässlich 

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seiner Einvernahmen vom 12. Februar 2009 und vom 6. Mai 2009 führt 
der Beschwerdeführer dazu aus, dass jeweils er bestimme, was ange-
baut  werde;  W._______  informiere  ihn  lediglich  über  die  Bodenbe-
schaffenheit und über die bisherige Fruchtfolge. Fest steht damit, dass 
Y.W._______ auch bei  der  Fruchtfolge-  und Absatzplanung zugegen 
war und dabei zumindest eine informierende bzw. beratende Funktion 
übernahm. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass W._______ zahlreiche Aufga-
ben  im  Zusammenhang mit  der  Bewirtschaftung  der  zur  Diskussion 
stehenden  Grundstücke  übernahm.  In  der  Einvernahme  vom 4. No-
vember 2008 führt der Beschwerdeführer sogar aus, W._______ über-
nehme zwei  Drittel  der  im Rahmen der  Bewirtschaftung der  Grund-
stücke anfallenden Arbeiten. 

3.2.2 Aufgrund der engen Zusammenarbeit zwischen dem Beschwer-
deführer und Y.W._______ erscheint es bereits fraglich, ob vorliegend 
überhaupt  von  einem  Pachtverhältnis  ausgegangen  werden  kann. 
Zwar  liegen  entsprechende  Verträge  im  Recht,  nach  denen  der 
Beschwerdeführer mit X.W._______ und Y.W._______ vereinbarte, für 
einen  Pachtzins  von Fr. 4.--  pro  Are  und  Jahr  die  in  den  Verträgen 
aufgelisteten  Grundstücke  zur  "Selbstbewirtschaftung"  zu  überneh-
men, die Verträge wurden aber offensichtlich nicht entsprechend um-
gesetzt.  Wie  erwähnt,  übernahm  der  Beschwerdeführer  die  Bewirt-
schaftung  der  Grundstücke  nicht  selbst,  sondern  zusammen  mit 
Y.W._______ bzw. mit dessen Mitarbeitern. Ob somit noch von einem 
"Überlassen  einer  Sache"  gesprochen  werden  kann,  ist  zweifelhaft 
(vgl. E. 2.3.2). Zudem wurde der Pachtzins (zumindest ab dem Jahre 
2006)  nicht  (mehr)  in  der  vertraglich  festgelegten Art  und Höhe be-
zahlt,  sondern  unter  Berücksichtigung  der  von  Y.W._______  bzw. 
dessen  Angestellten  erbrachten  Dienstleistungen  sowie  später  auch 
der Kosten für die Jungpflanzen, Pflanzenschutzmittel und Dünger in 
Relation  zu  den  vom  Beschwerdeführer  eingeführten  Produkten  in 
Form einer Art "Produktepreis" vergütet. 

3.2.3 Vorliegend  nicht  erfüllt  ist  jedenfalls  das  Kriterium  der  selb-
ständigen  Bewirtschaftung. Auch  wenn der  Beschwerdeführer  die  in 
der  Beschwerdeschrift  vom  26. April  2010  ausdrücklich  geltend 
gemachten  Arbeiten  und  Aufgaben  übernommen  hatte,  ist 
festzustellen, dass die Arbeit auf den Feldern in erheblichem Umfang 
durch  Y.W._______  bzw.  dessen  Angestellte,  also  durch  den 

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"Verpächter"  selber,  geleistet  wurde.  Folglich  kann  nicht  mehr  von 
einer  selbständigen  Bewirtschaftung  im  Sinn  der  höchstrichterlichen 
Rechtsprechung  durch  den  Beschwerdeführer  gesprochen  werden 
(vgl.  E. 2.3.1).  Damit  scheidet  die  Möglichkeit  einer  zollbefreiten 
Einfuhr im Rahmen des landwirtschaftlichen Bewirtschaftungsverkehrs 
für  sämtliche in  Rede stehenden Einfuhren von vornherein aus (vgl. 
E. 2.3).

3.2.4 Der  Beschwerdeführer  wendet  ein,  es  sei  zur  Erfüllung  der 
Voraussetzungen  des  landwirtschaftlichen  Bewirtschaftungsverkehrs 
gar  nicht  notwendig,  dass  der  Bewirtschafter  das  Grundstück selber 
bearbeite. Es könnten auch Angestellte des Bewirtschafters in dessen 
Auftrag  oder  Fachleute  auf  dessen  genaue  Anweisung  hin  das 
Grundstück bearbeiten; so  sei  nicht  schädlich,  wenn mit  W._______ 
die  Person  des  Verpächters  und  jene  des  Beauftragten 
zusammenfielen. 

Es ist unter diesem Gesichtspunkt nichts dagegen einzuwenden, wenn 
die Angestellten des Beschwerdeführers bei der Bewirtschaftung der 
Grundstücke  mithelfen  (vgl. E. 2.3.1).  Davon  zu  unterscheiden  ist 
jedoch  die  Situation,  in  der  der  Verpächter  bzw. dessen  Angestellte 
Aufgaben  bei  der  Bearbeitung  der  Felder  übernehmen.  Nach  lang-
jähriger Rechtsprechung kann im Falle der Mitwirkung durch den Ver-
pächter  eben  nicht  mehr  von  einer  selbständigen  Bewirtschaftung 
durch den Pächter gesprochen werden (vgl. E. 2.3.1). Insofern war es 
entgegen der offenbaren Auffassung des Beschwerdeführers keines-
wegs die Intention des Gesetzgebers zu ermöglichen, dass die grund-
sätzliche  Abgabepflicht  von  Einfuhren  mittels  des  Konstruktes  um-
gangen wird,  wonach die  zur  Abgabebefreiung berechtigende  Pacht 
durch "Beauftragung des Verpächters" zur Bewirtschaftung der Felder 
faktisch wieder rückgängig gemacht wird. 

3.2.5 Daran vermag auch das Vorbringen des Beschwerdeführers, er 
habe  das  gesamte  Geschäftsrisiko  getragen  und  gelte  schon 
deswegen als selbständiger Bewirtschafter, nichts zu ändern. Zudem 
übernahm  (Y.)  W._______  –  entgegen  der  Behauptung  des 
Beschwerdeführers – sehr wohl ein gewisses Geschäftsrisiko. In den 
Einvernahmen vom 4. November 2008 und vom 6. Mai 2009 erklärte 
der  Beschwerdeführer  ausdrücklich,  nicht  die  gesamte  Ernte  des 
gepachteten  Landes  sei  in  die  Schweiz  eingeführt  worden,  sondern 
ein  Teil  sei  jeweils  bei  W._______  verblieben.  Es  sei  richtig,  dass 

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W._______ das Verlustrisiko für Waren getragen habe, welche er, der 
Beschwerdeführer,  in der Schweiz nicht  habe verkaufen können und 
somit  W._______  überlassen  worden  seien.  Ebenfalls  in  der 
Einvernahme vom 4. November 2008 erläuterte der Beschwerdeführer, 
es werde sogar nur ein kleiner Anteil der auf der gepachteten Fläche 
angebauten Produkte im landwirtschaftlichen Bewirtschaftungsverkehr 
in  die  Schweiz  eingeführt,  ein  Grossteil  der  Ernte  verbleibe  bei 
W._______.  Daraus  ergibt  sich,  dass  der  Beschwerdeführer  eben 
gerade  nicht  das  alleinige  Geschäftsrisiko  für  die  vom gepachteten 
Land stammenden Produkte trug. Auch hier  stellt  sich die Frage, ob 
dieser Umstand überhaupt mit der Definition einer Pacht im Sinne der 
Abgabebefreiung vereinbar ist (vgl. E. 2.3.2 und E. 3.2.2). Ein weiteres 
Risiko für (Y.) W._______ ergab sich aufgrund der Art und Weise der 
Abgeltung  der  von ihm  bzw. seinen  Angestellten  erbrachten  Dienst-
leistungen: Gemäss den eigenen Angaben des Beschwerdeführers in 
der Einvernahme vom 4. November 2008 habe W._______ – aufgrund 
der  gewählten  Abrechnungsart  (vgl.  E. 3.2.2.)  –  ein  Interesse  daran 
gehabt,  dass  möglichst  viel  geerntet  werde.  Entsprechend  habe  er 
auch versucht,  Einfluss auf  den Verkauf  zu nehmen. Damit  hing die 
Höhe der Entschädigung W._______s von der Menge der geernteten 
bzw. verkauften  Produkten  ab,  wodurch  er  ebenfalls  ein  erhebliches 
Geschäftsrisiko trug.

3.3 Betreffend  die  Karotten  und  Zwiebeln  macht  der  Beschwerde-
führer  geltend,  er  habe, zusammen mit  seinen Angestellten und mit 
Ausnahme der Düngung, jeweils alle anfallenden Arbeiten selbständig 
erledigt.  Diese  Unterscheidung  zwischen  einzelnen  Produkten  geht 
fehl.  Bei  der  Beurteilung,  ob  für  die  Einfuhr  landwirtschaftlicher 
Erzeugnisse im Rahmen des Grenzzonenverkehrs Zollfreiheit gewährt 
wird oder nicht, werden die Voraussetzungen nicht in Bezug auf jede 
Gemüsesorte einzeln oder gar in Bezug auf jede Ernte einzeln geprüft.  
Das Kriterium der selbständigen Bewirtschaftung bezieht sich vielmehr 
auf das Grundstück an sich und muss gesamthaft erfüllt werden (vgl. 
E. 2.3  und  E. 2.3.1).  Eine  gewisse  Mithilfe  bei  der  Bewirtschaftung 
durch Y.W._______ bzw. seine Angestellten fand zudem auch hier  – 
zumindest durch die Übernahme der Düngung – statt. 

3.4
3.4.1 Da  zumindest  eine  der  erforderlichen  Voraussetzungen  des 
landwirtschaftlichen Bewirtschaftungsverkehrs – die selbständige Be-
wirtschaftung  der  Grundstücke  –  vorliegend  klar  nicht  erfüllt  ist, 

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erübrigte  sich  grundsätzlich  eine  weitergehende  Prüfung.  Der  Voll-
ständigkeit halber sei jedoch kurz auf die Problematik "rohes Boden-
erzeugnis" eingegangen. 

3.4.2 Gemäss den eigenen Angaben des Beschwerdeführers sind die 
geernteten Produkte,  insbesondere der  Kopf-  und Eisbergsalat,  zum 
Teil in Meiningen gewaschen und bis zum Abtransport in die Schweiz 
in  den  Kühlräumen  der  W._______s  gelagert  worden.  Diese  Mass-
nahmen  seien  zur  Erfüllung  der  Qualitätsanforderungen  zwingend 
notwendig.  Das  Gemüse  sei  aber  weder  verarbeitet  noch  verpackt 
oder sortiert worden; die Einfuhr in die Schweiz sei somit – entgegen 
der  Auffassung  der  Zollkreisdirektion  Schaffhausen  und  der  OZD  – 
stets in rohem Zustand erfolgt. 

3.4.3 Weder beim Waschen des Gemüses noch bei dessen Lagerung 
auf  dem Hof  der  W._______s handelt  es  sich  um eine  notwendige 
Bearbeitungshandlung, welche für den Transport vom Feld auf den Hof 
des  Beschwerdeführers  erforderlich  wäre  (vgl.  E. 2.3.3).  Bei  diesen 
Massnahmen geht es vielmehr darum, das Gemüse in eine haltbare 
und lagerfähige Form zu bringen. Auch wenn das Gemüse rasch nach 
der  Ernte  gewaschen werden muss,  ist  nicht  ersichtlich  warum dies 
nicht  auch  auf  dem  Hof  des  Beschwerdeführers  geschehen  kann, 
welcher nur gerade ca. vier Kilometer von jenem W._______s entfernt 
liegt.  Gewaschenes  und  vorgängig  beim  "Verpächter"  (gekühlt) 
gelagertes  Gemüse  gilt  jedenfalls  nicht  mehr  als  roh  im  Sinne  der 
gesetzlichen Bestimmungen. 

3.5 Mehrere  Voraussetzungen  zur  zollfreien  Einfuhr  der  landwirt-
schaftlichen Erzeugnisse sind somit nicht erfüllt. Die zu Unrecht nicht 
entrichteten  Abgaben  sind  entsprechend  nachzuentrichten  (vgl. 
E. 2.6).

4.
4.1 Der  Beschwerdeführer  beruft  sich  ferner  auf  das  Vertrauens-
schutzprinzip  und macht  geltend,  die  Zollbehörden hätten seit  einer 
Besprechung  vom 10.  Juli  2006 beim Zollamt  Schaanwald  von  den 
bestehenden  Unklarheiten  betreffend  die  Erntebearbeitung  gewusst 
und hätten sich nicht mit  Nachdruck dafür eingesetzt,  dass die OZD 
die ungeklärten, für den Beschwerdeführer wesentlichen Fragen, end-
lich beantworte. Die zwingende Auskunft sei aus unerkennbaren Grün-
den unterblieben. Dieses Unterlassen sei der Erteilung einer falschen 
Auskunft  gleichzustellen. Aufgrund  der  erwähnten Besprechung  vom 

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10. Juli  2006 hätten zudem die Zollbehörden vor Ort  alle Abläufe im 
Betrieb des Beschwerdeführers gekannt und diese in der Folge über 
zwei Jahre lang akzeptiert  bzw. toleriert. Aufgrund dieses Verhaltens 
der  Behörden  habe  er  seine  bisherigen  Abläufe  –  wie  er  mit  der 
zuständigen Behörde vereinbart habe – beibehalten und habe dadurch 
Dispositionen  getroffen,  die  heute  nicht  mehr  rückgängig  gemacht 
werden  könnten.  Sämtliche  Voraussetzungen  zur  Gewährung  des 
Vertrauensschutzes seien erfüllt. 

4.2
4.2.1 Jede Person hat Anspruch darauf, von den staatlichen Organen 
ohne Willkür und nach Treu und Glauben behandelt zu werden (Art. 9 
der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom 
18. April  1999 [BV, SR 101]). Nach dem Grundsatz des Vertrauens-
schutzes haben die Privaten Anspruch darauf,  in  ihrem berechtigten 
Vertrauen in  behördliche Zusicherungen oder  in  anderes,  bestimmte 
Erwartungen begründendes Verhalten der Behörden geschützt zu wer-
den (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 627).

4.2.2 Für  die  erfolgreiche  Geltendmachung  des  Vertrauensschutz-
prinzips bedarf es zunächst eines Anknüpfungspunktes; es muss eine 
Vertrauensgrundlage vorhanden sein. Darunter ist das Verhalten eines 
staatlichen Organes zu verstehen,  das  bei  den betroffenen Privaten 
bestimmte  Erwartungen  auslöst.  So  kann  unter  Umständen  eine 
(selbst unrichtige) Auskunft, welche eine Behörde dem Bürger erteilt, 
unter gewissen Umständen Rechtswirkungen entfalten (BGE 129 I 161 
E. 4; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-8485/2007 vom 22. Dez-
ember 2009 E. 2.4; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 631). 

Die Untätigkeit  einer Behörde vermag dagegen grundsätzlich keinen 
Vertrauenstatbestand  zu  schaffen  (Urteile  des  Bundesgerichts 
1A.75/2005 vom 9. November 2005 E. 8.1, 1A.63/2005 vom 22. August 
2005  E. 5.2.1  mit  Hinweisen;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
A-1765/2006  vom 30.  März  2009  E. 2.4).  Auch  die  vorübergehende 
Duldung eines rechtswidrigen Zustandes hindert  die Behörde grund-
sätzlich  nicht  an  der  späteren  Behebung  dieses  Zustandes.  Nur  in 
Ausnahmefällen  wird  durch  die  behördliche  Untätigkeit  eine  Ver-
trauensgrundlage  geschaffen,  die  der  Wiederherstellung  der  Recht-
mässigkeit  ganz  oder  teilweise  entgegensteht;  namentlich  wenn  die 
Behörden  den  rechtswidrigen  Zustand  zuvor  über  Jahre  hinweg 
geduldet hatten, obschon ihnen die Gesetzwidrigkeit bekannt war oder 

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sie  diese  bei  Anwendung  der  gebotenen  Sorgfalt  hätten  kennen 
müssen  (vgl.  BGE  107  Ia  121  E.  1c;  Urteile  des  Bundesgerichts 
1C_176/2009 vom 28. Januar 2010 E. 2.2, 1A.19/2001 vom 22. August 
2001,  veröffentlicht  in  Schweizerisches  Zentralblatt  für  Staats-  und 
Verwaltungsrecht  ZBl.  103  [2002]  582  E. 4b;  HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, 
a.a.O.,  Rz.  652;  BEATRICE WEBER-DÜRLER,  Vertrauensschutz  im 
öffentlichen Recht, Basel/Frankfurt a.M. 1983, S. 231 f.). 

4.2.3 Nebst  einer  Vertrauensgrundlage  müssen  verschiedene  Vor-
aussetzungen kumulativ erfüllt  sein, damit sich der Private mit Erfolg 
auf das Vertrauensschutzprinzip berufen kann. 

So ist  eine unrichtige Auskunft  der  Verwaltungsbehörde nur  bindend 
wenn:

• die Behörde in einer konkreten Situation mit Bezug auf bestimmte 
Personen gehandelt hat,

• sie  dabei  für  die  Erteilung  der  betreffenden  Auskunft  zuständig 
war  oder  wenn  der  Bürger  die  Behörde  aus  zureichenden 
Gründen als zuständig betrachten durfte,

• gleichzeitig der  Bürger die Unrichtigkeit  der Auskunft  nicht  ohne 
weiteres erkennen konnte, 

• er  im  Vertrauen  auf  die  Richtigkeit  der  Auskunft  Disposi tionen 
getroffen hat, die nicht ohne Nachteil rückgängig gemacht werden 
können und 

• die  gesetzliche  Ordnung  seit  der  Auskunftserteilung  keine 
Änderung erfahren hat. 

Zudem muss das private Interesse am Vertrauensschutz  das öffent-
liche Interesse an der richtigen Rechtsanwendung überwiegen, damit 
die  Berufung  auf  Treu und  Glauben  durchdringen  kann  (Urteile  des 
Bundesgerichts 2C_123/2010 vom 5. Mai  2010 E. 4.1,  1C_242/2007 
vom  11.  Juni  2008  E.  3.3.1,  2A.400/2003  vom  7.  September  2004 
E. 2.1;  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-7703/2007  vom 
15. Februar 2010 E. 4.1, A-8485/2007 vom 22. Dezember 2009 E. 2.4, 
A-2036/2008  vom  19.  August  2009  E.  2.4.1,  A-1711/2006  vom 
23. Januar 2009 E. 2.8). 

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Auch pflichtwidrig unterlassene Auskünfte einer Behörde können ver-
haltenswirksame  Erwartungen  auslösen  und  damit  eine  Vertrauens-
grundlage bilden. Die Voraussetzungen müssen dann teilweise umge-
dacht  werden  (BGE  131  V  472  E. 5;  Urteil  des  Bundesgerichts 
1C_393/2009 vom 4. Januar 2010 E. 5.1). So wird Stillschweigen einer 
amtlichen Auskunft nur gleichgestellt, wenn aufgrund gesetzlicher Vor-
schrift oder nach den Umständen im Einzelfall eine ausdrückliche Aus-
kunft geboten gewesen wäre. Zudem darf die Unrichtigkeit der Schlüs-
se, die der Bürger aus dem Schweigen der Behörden ziehen durfte, 
nicht ohne weiteres erkennbar gewesen sein. Das heisst,  der Bürger 
musste  nicht  mit  einer  anderslautenden  ausdrücklichen  Auskunft 
rechnen  (PIERRE TSCHANNEN/ULRICH ZIMMERLI/MARKUS MÜLLER,  Allgemeines 
Verwaltungsrecht, 3. Aufl., Bern 2009, § 22 Rz. 17).

4.2.4 Als Folge der Bedeutung des Legalitätsprinzips im Abgaberecht 
ist  der Vertrauensschutz in diesem Bereich zudem praxisgemäss nur 
mit  Zurückhaltung  zu  gewähren  (BGE 131  II  627  E. 6.1).  Eine  vom 
Gesetz abweichende Behandlung eines Abgabepflichtigen kann nur in 
Betracht  fallen,  wenn  die  Voraussetzungen  des  Vertrauensschutzes 
klar und eindeutig erfüllt sind (so schon BGE 118 Ib 312 E.  3b; Urteil 
des Bundesgerichts 2C_123/2010 vom 5. Mai 2010 E. 4, 2C_728/2009 
vom 15. März 2010 E. 3.2).

4.3 Der  Beschwerdeführer  macht  betreffend  das  Erfordernis  einer 
Vertrauensgrundlage  zweierlei  geltend:  Einerseits  behauptet  er,  die 
Zollbehörden hätten die Abläufe in seinem Betrieb, somit den rechts-
widrigen  Zustand,  geduldet  und  damit  eine  Vertrauensgrundlage 
geschaffen; andererseits habe es die Zollstelle Schaanwald in pflicht-
widriger Weise unterlassen, dem Beschwerdeführer eine Auskunft zu 
erteilen. Dieses Verhalten sei der Erteilung einer unrichtigen Auskunft 
gleichzustellen und stelle eine Vertrauensgrundlage dar. 

4.4
4.4.1 Vorerst  ist  festzuhalten,  dass  sich  der  Beschwerdeführer  bei 
beiden,  von ihm geltend gemachten  Vertrauensgrundlagen  –  sowohl 
bei  der  Duldung  eines  rechtswidrigen  Zustands  als  auch  bei  der 
pflichtwidrigen  Unterlassung  einer  Auskunft  –  auf  die  Besprechung 
vom 10. Juli 2006 stützt (vgl. E. 4.1). Die Frage nach der Gewährung 
des Vertrauensschutzes kann sich  somit  von vornherein  nur  auf  die 
Zeit nach dieser Besprechung beziehen; für den Zeitraum vorher fehlt 

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es bereits an einer Vertrauensgrundlage, auf die sich der Beschwerde-
führer hätte stützen können.

4.4.2 Sodann bezog sich die genannte Besprechung bzw. die Anfrage 
des Beschwerdeführers nur darauf, inwieweit die Produkte bearbeitet 
werden dürfen, um noch als rohes Bodenerzeugnis zu gelten. Konkret 
ging  es  vor  allem um die  Frage,  ob  das  Waschen  und  Lagern  des 
Gemüses  in  der  ausländischen  Grenzzone  der  zollbefreiten  Einfuhr 
im  Rahmen  des  landwirtschaftlichen  Bewirtschaftungsverkehrs  ent-
gegensteht  oder  nicht.  So  bezieht  sich  das  Schreiben  des  Zoll -
inspektorats Schaanwald vom 12. Juli  2006,  in  welchem die Anfrage 
des Beschwerdeführers an die Zollkreisdirektion Schaffhausen weiter-
geleitet wurde, lediglich auf die Frage, ob das Waschen und Bündeln 
der Produkte toleriert  werde. Auch die Gesprächsnotiz vom 20. Feb-
ruar  2009,  welche  anlässlich  eines  Gespräches  zwischen  Vertretern 
der  Zollstellen  Schaanwald  und Oberriet  sowie  der  Zollkreisdirektion 
Schaffhausen  erstellt  wurde,  bestätigt  diesen  Sachverhalt:  Gemäss 
den Angaben von U._______, Zollstelle Schaanwald, und T._______, 
Zollstelle  Oberriet,  sei  die weitergehende Bearbeitung des Gemüses 
nach der Besprechung im Jahre 2006 toleriert worden, da sie von der 
Zollkreisdirektion noch keine Antwort erhalten hätten. Auch sei toleriert 
worden, dass die Produkte teilweise gekühlt eingeführt worden seien. 
Es  sei  lediglich  "gerüchteweise"  bekannt  gewesen,  dass  Mitarbeiter 
von  W._______ auf  den  an  den  Beschwerdeführer  verpachteten 
Grundstücken Arbeiten vorgenommen hätten. In der Einvernahme vom 
12. Februar 2009 erklärte der Beschwerdeführer zudem selber, es sei 
ihm  an  der  Besprechung  vom  10.  Juli  2006  hauptsächlich  um  das 
Waschen der Produkte gegangen. Die gesamten Umstände, insbeson-
dere die enge Zusammenarbeit zwischen dem Beschwerdeführer und 
W._______, waren jedoch offenbar nicht Thema der Besprechung bzw. 
der Anfrage des Beschwerdeführers. Auch wenn die Zollbehörden im 
Laufe  der  Besprechung  bzw.  gerüchteweise  das  eine  oder  andere 
Detail  über  den  Betrieb  des  Beschwerdeführers  vernommen hätten, 
kann noch nicht von Kenntnis der konkreten Umstände betreffend die 
Zusammenarbeit  zwischen  dem  Beschwerdeführer  und  den 
W._______s  gesprochen  werden.  Der  genaue  Ablauf  der 
Bewirtschaftung wurde vielmehr erst im Verlaufe der –  mit Beschluss 
vom  13.  August  2008  eröffneten  und  mit  Schlussprotokoll  vom 
11. März 2010 abgeschlossenen – Untersuchung aufgedeckt. Mangels 
Kenntnis kann somit auch nicht von einem "Tolerieren" bzw. von einem 
"Dulden" eines  rechtswidrigen Zustandes (vgl. E. 4.2.2  hievor)  durch 

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die Zollbehörden gesprochen werden. Die Besprechung vom 10. Juli 
2006 und die darauf folgende Anfrage des Beschwerdeführers – und 
folglich  auch  die  Kenntnisse  der  Zollbehörden  –  beschränkten  sich 
vielmehr  auf  das  Thema  der  Bearbeitung  der  Bodenerzeugnisse. 
Damit  reduziert  sich  auch  die  Frage  nach  der  Gewährung  des 
Vertrauensschutzes einzig auf diesen Punkt, da betreffend die übrigen 
Abläufe der Bewirtschaftung keine Vertrauensgrundlage vorhanden ist.

Selbst wenn nun aber dem Beschwerdeführer in Bezug auf die Bear-
beitung des Gemüses Vertrauensschutz zu gewähren wäre, würde ihm 
dies im Ergebnis nichts nützen. Denn es fehlt vorliegend ohnehin zu-
mindest  eine  der  kumulativ  zu  erfüllenden  Voraussetzungen  des 
landwirtschaftlichen  Bewirtschaftungsverkehrs,  nämlich  jene  der 
selbständigen Bewirtschaftung (vgl. E 3.2.3 f.). 

4.4.3 Es bleibt  anzumerken,  dass  selbst  wenn  die  Zollbehörden die 
Einfuhr  von bearbeitetem Gemüse vorübergehend "geduldet"  hätten, 
dies der Nacherhebung der zu Unrecht nicht bezahlten Abgaben und 
somit  der  späteren  Behebung  des  rechtswidrigen  Zustands  grund-
sätzlich nicht entgegensteht (vgl. E. 4.2.2); eine Duldung der fraglichen 
Einfuhren  über  Jahre  durch  die  Zollbehörden,  obwohl  ihnen  die 
Rechtswidrigkeit bekannt war (vgl. E. 4.2.2), ist jedenfalls nicht ersicht-
lich und wird auch nicht geltend gemacht. Die Zollbehörden akzeptier-
ten vielmehr  die Bearbeitung des Gemüses lediglich unter Vorbehalt 
der  noch erfolgenden Auskunft  der  OZD. Eben gerade aufgrund der 
Unsicherheit,  die bei  den Zollstellen vor Ort  herrschten,  wollten sich 
diese  bis  zur  definitiven  Klärung  der  Frage  der  Bearbeitung  des 
Gemüses nicht festlegen und liessen den Beschwerdeführer nur unter 
Vorbehalt  vorläufig  gewähren.  Die  Zollstellen  wussten  aber  eben 
gerade nicht,  ob die Vorgehensweise des Beschwerdeführers rechts-
widrig war oder nicht,  weswegen auch hier nicht von einer "Duldung 
eines  rechtswidrigen  Zustands"  gesprochen  werden  kann.  Diese 
Unsicherheit  war  denn  auch  dem  Beschwerdeführer  durchaus 
bewusst. So sagte er in der Einvernahme vom 12. Februar 2009 etwa 
aus,  er  habe  an  der  Besprechung  vom 10. Juli  2006  den  Eindruck 
gehabt,  alle  seien  unsicher  und  niemand  wisse  richtig  Bescheid. 
Aufgrund des Verhaltens der Behörde musste der Beschwerdeführer 
damit rechnen, dass er die vorläufig nicht bezahlten Abgaben allenfalls 
später  nachbezahlen  muss. Das Verhalten der  Zollbehörden vermag 
somit  keine  Vertrauensgrundlage  zu  begründen  (vgl.  E. 4.2.2  und 
4.2.3).

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4.4.4 Ebenso fehl schlägt das Argument des Beschwerdeführers, die 
Zollbehörde habe die Auskunft pflichtgemäss unterlassen und dieses 
Verhalten sei dem Erteilen einer falschen Auskunft gleichzustellen. Wie 
soeben ausgeführt, musste der Beschwerdeführer sehr wohl mit einer 
anderslautenden ausdrücklichen Auskunft  rechnen (vgl. E. 4.2.3  und 
E. 4.4.3), weshalb vorliegend auch das Unterlassen einer Auskunft als 
Vertrauensgrundlage ausser Betracht fällt.

4.4.5 Mangelt  es  bereits  an  einer  Vertrauensgrundlage,  erübrigt  es 
sich,  die  weiteren  kumulativ  zu  erfüllenden  Voraussetzungen  des 
Vertrauensschutzes zu prüfen. 

5.
Ausgangsgemäss  ist  die  Beschwerde  abzuweisen,  soweit  darauf 
eingetreten  werden  kann.  Die  Verfahrenskosten  im  Betrag  von 
Fr. 15'000.--  sind  dem Beschwerdeführer  aufzuerlegen  und  mit  dem 
von ihm geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen 
(Art. 63 Abs. 1 VwVG). Eine Parteientschädigung an den Beschwerde-
führer ist nicht zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 15'000.-- werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 15'000.-- verrechnet. 

3.
Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. 64.2.28410.000444.08; Gerichtsurkunde)

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Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Daniel Riedo Claudia Zulauf

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 
Die  Rechtsschrift  ist  in  einer  Amtssprache  abzufassen  und  hat  die 
Begehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die 
Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die 
Beweismittel  sind,  soweit  sie  die beschwerdeführende  Partei  in 
Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

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