# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a2581f62-d255-5b3b-9126-334fbcabf414
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-20
**Language:** de
**Title:** Zug Obergericht Zivilabteilung 20.03.2025 Z2 2025 9
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Obergericht/ZG_OG_001_Z2-2025-9_2025-03-20.pdf

## Full Text

20250314_110913_ANOM.docx

II. Zivilabteilung Z2 2025 9

Oberrichter A. Staub, Abteilungspräsident
Oberrichter P. Huber
Oberrichter A. Sidler
Gerichtsschreiber I. Cathry

Urteil vom 20. März 2025 [rechtskräftig]

in Sachen

A.________ KmG,
Berufungsklägerin,

betreffend

Massnahmen gemäss Art. 939 OR
(Berufung gegen den Entscheid der Einzelrichterin am Kantonsgericht Zug vom 31. Januar 2025)

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Rechtsbegehren 

Berufungsklägerin

1. Es sei in Gutheissung der Berufung der vorinstanzliche Entscheid aufzuheben und von der Anordnung 
der Liquidation der Berufungsführerin sei abzusehen.

2. Eventualiter sei die Angelegenheit zwecks Abklärung des Sachverhalts und zur materiellen Beurteilung 
an die Vorinstanz zurückzuweisen.

3. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Kan-
tons Zug aus der Staatskasse zu tragen.

Sachverhalt

1.1 Am 28. Mai 2024 teilte die Zuger Polizei dem Handelsregisteramt des Kantons Zug im Zuge 
einer Domizilabklärung mit, dass an der Adresse der A.________ KmG (nachfolgend: Beru-
fungsklägerin) kein Briefkasten mit dieser Firmenbezeichnung angeschrieben sei (Vi 
act. 1/1). Mit Schreiben vom 14. August 2024 forderte das Handelsregisteramt die Beru-
fungsklägerin auf, innert 30 Tagen ein neues Rechtsdomizil zu wählen und im Handelsregis-
ter einzutragen oder zu bestätigen, dass das eingetragene Rechtsdomizil noch gültig sei. 
Diese Aufforderung konnte der Berufungsklägerin nicht zugestellt werden (Vi act. 1/2). 

1.2 Nachdem die Berufungsklägerin von Dritten von dieser erfolglosen Kontaktaufnahme erfah-
ren hatte, teilte sie dem Handelsregisteramt mit Schreiben vom 26. August 2024 mit, dass sie 
seit der Gründung ununterbrochen ihre Geschäftsräume an der ________ (Adresse) habe. 
Zum Nachweis reichte sie insbesondere ein Foto des unter anderem mit "A.________" be-
schrifteten Briefkastens ein (Vi act. 8).

1.3 Mit E-Mail vom 27. August 2024 forderte das Handelsregisteramt die Berufungsklägerin dar-
aufhin auf, einen gültigen Mietvertrag, eine Bestätigung des Grundeigentümers, wonach die 
Berufungsklägerin vor Ort über einen gültigen Mietvertrag verfüge und die Berechtigung ha-
be, den Briefkasten zu nutzen, sowie eine Bestätigung der Post, dass die Postweiterleitung 
entfernt worden sei, einzureichen (Vi act. 8). 

1.4 Mit E-Mails vom 4. und vom 5. September 2024 reichte die Berufungsklägerin dem Handels-
registeramt den Mietvertrag, eine Bestätigung der B.________ GmbH, wonach die Beru-
fungsklägerin Mieterin in deren Bürogebäude an der ________ (Adresse) sei, sowie eine 
Bestätigung der Post, dass keine Postweiterleitung mehr bestehe, ein (Vi act. 8). 

1.5 Mit E-Mail vom 2. Oktober 2024 teilte das Handelsregisteramt der Berufungsklägerin im We-
sentlichen mit, es habe einen (Unter-)Mietvertrag erhalten, wonach die Berufungsklägerin 
angeblich ein eigenes Büro an der ________ (Adresse) habe. Ihm liege allerdings auch ein 
Polizeibericht vor, wonach die Berufungsklägerin der Liegenschaftseigentümerin unbekannt 
sei. Das Handelsregisteramt forderte die Berufungsklägerin auf, eine Bestätigung der Lie-
genschaftseigentümerin und der Vermieterin vorzulegen, wonach sie vor Ort berechtigt sei, 
das Büro zu nutzen (Vi act. 8). 

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1.6 Mit E-Mail vom 4. Oktober 2024 nahm die Berufungsklägerin dazu Stellung und teilte dem 
Handelsregisteramt mit, dass die B.________ GmbH Eigentümerin des Bürogebäudes an der 
________ (Adresse) und auch ihre Vermieterin sei. Zum Nachweis reichte sie einen Auszug 
aus dem Grundbuch sowie eine Bestätigung der B.________ GmbH ein (Vi act. 8).

1.7 Mit Schreiben vom 5. November 2024 teilte das Handelsregisteramt der Berufungsklägerin 
mit, es nehme aufgrund ihrer Akten zur Kenntnis, dass die Berufungsklägerin ihre Post an die 
C.________ AG weiterleite, scannen und digital archivieren lasse oder dies zumindest in der 
Vergangenheit gemacht habe. Aus dem Handelsregister sei erkennbar, dass die eingetrage-
ne natürliche Person ihren Wohnsitz in ________ (RU) habe. Eine natürliche, geschäfts-
führende Person, die in der Nähe der ________ (Adresse) wohne, sei nicht bekannt. Auf-
grund der bisherigen Eingaben der Berufungsklägerin sei für das Handelsregisteramt nach 
wie vor unklar, inwiefern vor Ort effektiv das administrative Leistungsangebot der Gesell-
schaft erbracht werde. Das Handelsregisteramt forderte die Berufungsklägerin auf, bis 
spätestens 22. November 2024 mit physischer Post Beweismittel (z.B. Kopien von Arbeits-
bewilligungen, Kopien von Arbeitsverträgen von Personal, das effektiv vor Ort im Büro arbei-
te, wobei die Lohnangaben oder persönliche Daten geschwärzt werden dürften, jedoch die 
Angabe über das effektiv physisch vor Ort geleistete Arbeitspensum benötigt werde) einzu-
reichen, anhand welcher erkennbar sei, dass die Berufungsklägerin vor Ort effektiv ihr admi-
nistratives Angebot erbringe. Sollten die Zweifel betreffend eine allfällig vorhandene c/o-
Adresse nicht ausgeräumt werden, würde das Handelsregisteramt den Fall dem zuständigen 
Zivilrichter vorlegen (Vi act. 8).

1.8 Mit Eingabe vom 26. November 2024 teilte die Berufungsklägerin dem Handelsregisteramt 
mit, dass sie sich für die administrative Arbeit hauptsächlich auf die Dienste ihrer Mitarbeite-
rin D.________ stütze. Zum Nachweis reichte sie eine Kopie von deren Arbeitsvertrag ein (Vi 
act. 8).

1.9 Mit Schreiben vom 27. November 2024 informierte das Handelsregisteramt die Berufungs-
klägerin, dass aufgrund der vorliegenden Akten die Berufungsklägerin eine c/o-Adresse an-
melden müsse. Es setzte der Berufungsklägerin eine Frist bis am 4. Dezember 2024, um 
eine entsprechende Anmeldung vorzunehmen (Vi act. 8).

1.10 Mit Schreiben vom 3. Dezember 2024 führte die Berufungsklägerin gegenüber dem Handels-
registeramt aus, dass aufgrund des Geschäftsmodells, das auf Digitalisierung, Automatisie-
rung und Outsourcing setze, die Anzahl und die Arbeitsbelastung der Mitarbeiter ausreichend 
sei. Dies erlaube es auch, seit dem Jahr 2019 ihre Dienstleistungen im Büro an der 
________ (Adresse) zu erbringen. Daher werde keine c/o-Adresse angemeldet (Vi act. 8).

1.11 Da die Berufungsklägerin bis am 4. Dezember 2024 keine c/o-Adresse angemeldet hatte, 
überwies das Handelsregisteramt die Angelegenheit mit Eingabe vom 9. Dezember 2024 
dem Kantonsgericht Zug zur Ergreifung der erforderlichen Massnahmen (Vi act. 1).

2.1 Der Einzelrichter am Kantonsgericht Zug forderte die Berufungsklägerin am 11. Dezember 
2024 zur Stellungnahme innert 10 Tagen auf (Vi act. 3). 

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2.2 Mit Eingabe vom 27. Dezember 2024 nahm die Berufungsklägerin im Wesentlichen wie folgt 
Stellung: 

Seit 2019 miete sie eigene Büroräumlichkeiten an der ________ (Adresse). Das Büro sei so 
ausgestattet, dass es alle betrieblichen Anforderungen erfülle. Das Bürogebäude sei nicht mit 
einer Eingangsklingel ausgerüstet, jedoch hätten die Besucher die Möglichkeit, eine Sprach-
nachricht an der Türklingel der Berufungsklägerin zu hinterlassen. Zudem sei sie ständig 
über elektronische Kommunikationskanäle, insbesondere per Telefon und E-Mail, erreichbar. 
Die Weiterleitung der Post an den Scanservice der C.________ AG sei beendet worden. Die 
gesamte Korrespondenz gehe nun direkt an der Büroadresse ein. Sie (die Berufungskläge-
rin) verfüge über einen eigenen physischen Briefkasten vor Ort, der eindeutig mit dem Fir-
mennamen beschriftet sei. Obwohl ihr Geschäftsmodell auf Digitalisierung und Outsourcing 
setze, habe sie sichergestellt, dass eine ausreichende lokale Präsenz aufrechterhalten wer-
de. Sie beschäftige eine Mitarbeiterin, die vor Ort arbeite und eine funktionierende lokale 
Präsenz sicherstelle (Vi act. 8). 

2.3 Das Handelsregisteramt führte in seiner Stellungnahme vom 13. Januar 2025 aus, die Beru-
fungsklägerin lege nicht dar, inwiefern sie die gesetzlichen Vorgaben für eigene Büros erfül-
le, insbesondere ständige Erreichbarkeit und dauerndes administratives Angebot während 
den Büro-Öffnungszeiten vor Ort durch von der Gesellschaft angestelltem Personal. Sämt-
liche im Handelsregister eingetragenen Personen hätten ihre Wohnsitze weit weg vom 
Rechtsdomizil oder im Ausland. Ein regelmässiger Aufenthalt vor Ort werde von keiner Per-
son der Rechtseinheit behauptet oder bewiesen. Der von der Berufungsklägerin ins Recht 
gelegte Arbeitsvertrag weise einzig ein Arbeitspensum von 10 % aus. Dieses reiche bei wei-
tem nicht aus, um die genannten Kriterien zu erfüllen (Vi act. 10).

2.4 Mit Schreiben vom 14. Januar 2025 teilte die neu für das vorinstanzliche Verfahren zuständi-
ge Einzelrichterin am Kantonsgericht der Berufungsklägerin mit, sie (die Berufungsklägerin) 
sei vom Handelsregisteramt am 14. August 2024 aufgefordert worden, den Mangel in der ge-
setzlich zwingend vorgeschriebenen Organisation der Gesellschaft zu beheben. Dieser Auf-
forderung sei sie nicht nachgekommen. Sie habe zwar zur Überweisung des Handelsregis-
teramts vom 9. Dezember 2024 Stellung genommen, indes sei damit aber nicht dargetan 
worden, dass der vom Handelsregister gerügte Organisationsmangel behoben worden sei. 
Die Einzelrichterin forderte die Berufungsklägerin letztmals auf, beim Handelsregisteramt bis 
spätestens am 17. Februar 2025 den rechtmässigen Zustand der Gesellschaft wiederherzu-
stellen (Vi act. 11). 

2.5 Mit Eingabe vom 22. Januar 2025 hielt die Berufungsklägerin fest, sie erfülle sämtliche Krite-
rien für ein eigenes Rechtsdomizil. Der Handelsregistereintrag sei daher korrekt und es könn-
te keine Änderung angemeldet werden (Vi act. 12).

2.6 Mit Entscheid vom 31. Januar 2025 löste die Einzelrichterin am Kantonsgericht die Beru-
fungsklägerin androhungsgemäss auf und ordnete deren konkursamtliche Liquidation an 
(Vi act. 13).

Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, mit dem Mietvertrag und der entsprechen-
den Bestätigung des Vermieters sei zwar das Erfordernis des Rechtstitels, über eigene 

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Räumlichkeiten zu verfügen, dargetan. Nicht nachgewiesen sei jedoch der Mittelpunkt der 
administrativen Tätigkeit, zumal die Gesellschaft gemäss eigenen Angaben (vor Ort) lediglich 
über eine Mitarbeiterin verfüge, die nur in einem Pensum von 10 % für die Gesellschaft tätig 
und gemäss den Vorbringen der Gesellschaft lediglich an "mindestens einem Tag pro Wo-
che" bzw. "wenige Tage pro Monat" vor Ort sei. Ferner sei auch die Erreichbarkeit an der im 
Handelsregister eingetragenen Adresse der Gesellschaft nicht hinreichend nachgewiesen, 
sei doch die Aufforderungen des Handelsregisteramtes Zug vom 14. August 2024 von der 
Post mit dem Hinweis auf die erfolgte Postweiterleitung über den Scanning-Service 
C.________ AG retourniert worden. Demzufolge liege – entgegen der Auffassung der Ge-
sellschaft – ein Organisationsmangel nach Art. 731b Abs. 1 Ziff. 5 OR vor.

3. Gegen diesen Entscheid reichte die Berufungsklägerin mit Eingabe vom 14. Februar 2025 
Berufung mit eingangs genanntem Rechtsbegehren ein (act. 1).

Sie macht geltend, dass der gerügte Organisationsmangel (fehlendes Rechtsdomizil) nicht 
bestanden habe und sich ihr Domizil wie bis anhin an der ________ (Adresse) befinde 
(act. 1).

Erwägungen

1. Die Gesellschafter einer Kommanditgesellschaft haben diese in das Handelsregister eintra-
gen zu lassen (vgl. Art. 594 OR). Dabei ist auch das Rechtsdomizil im Handelsregister einzu-
tragen (Art. 41 Abs. 2 lit. b HRegV). Das Rechtsdomizil ist die Adresse, unter der die Recht-
seinheit an ihrem Sitz erreicht werden kann (Art. 2 lit. b HRegV). Diese Adresse muss als 
Rechtsdomizil ins Handelsregister eingetragen werden (Art. 117 Abs. 2 HRegV). Eine Recht-
seinheit kann entweder über ein eigenes Rechtsdomizil verfügen oder über ein Domizil, das 
von einem Dritten (Domizilhalter) zur Verfügung gestellt wird (sog. c/o-Adresse; Art. 117 Abs. 
3 HRegV). Nach Lehre und Rechtsprechung liegt ein eigenes Rechtsdomizil 
im zivilrechtlichen Sinne vor, wenn folgende drei Voraussetzungen erfüllt sind:

1.1 Erstens muss die Rechtseinheit an ihrem Sitz über physische Geschäftsräumlichkeiten ver-
fügen. Ein blosser Briefkasten oder ein blosses (physisches oder elektronisches) Postfach 
reichen nicht. Das Recht, über die Räumlichkeiten tatsächlich zu verfügen, muss auf einem 
Rechtstitel beruhen; dieser kann dinglicher Natur (beispielsweise Eigentum oder Nutznies-
sung) oder vertraglicher Natur (beispielsweise Miete oder Untermiete) sein (Meyer/Caveng, 
Eigenes Rechtsdomizil nach der Praxismitteilung EHRA 2/15 – Zwei auslegungsbedürftige 
Begriffe, Reprax 2017 S. 2; Tagmann/Zihler, Sitz, Rechtsdomizil und weitere Adresse – 
Kritik an einem Entscheid des Kantonsgerichts St. Gallen vom 27. März 2012, Reprax 2012 
S. 54 f.; BGE 100 Ib 455 E. 4; Praxismitteilung des Eidgenössischen Handelsregisteramtes 
[EHRA] 2/15 vom 30. November 2015 [abrufbar unter: ehra.fenceit.ch; nachfolgend: EHRA-
Praxismitteilung] Rz 6).

1.2 Zweitens muss in diesen Geschäftsräumlichkeiten der Mittelpunkt der administrativen Tätig-
keit der Rechtseinheit liegen (BGE 100 Ib 455 E. 4). Die Infrastruktur am Rechtsdomizil muss 
ein "administratives Leistungsangebot" garantieren. Die "administrative Tätigkeit" umfasst die 
alltäglichen administrativen Arbeiten wie insbesondere Post-, E-Mail- und Telefondienst. Der 

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"Mittelpunkt" ist dann gegeben, wenn – nebst den vor Ort zu erbringenden alltäglichen admi-
nistrativen Tätigkeiten – auch die geschäftsrelevanten Dokumente (Dauerakten) wie insbe-
sondere Statuten, Protokolle von Generalversammlungen und Sitzungen, Verträge, Jahres-
abschlüsse, Gründungs- und weitere Öffentliche Urkunden dort aufbewahrt werden (vgl. 
Meyer/Caveng, a.a.O., S. 3; Tagmann/Zihler, a.a.O., S. 53; EHRA-Praxismitteilung Rz 6 f.). 
Angesichts zunehmender Digitalisierung und Spezialisierung kann dem Kriterium, dass sich 
der Mittelpunkt der administrativen Tätigkeit aus der (physischen) Lagerung von Dauerakten 
ableitet, nicht mehr viel Gewicht beigemessen werden. So schreiben etwa auch Art. 958f OR 
sowie die Verordnung über die Führung und Aufbewahrung der Geschäftsbücher (GeBüV; 
SR 221.431) nicht vor, Geschäftsbücher müssten am Rechtsdomizil aufbewahrt werden; vor-
ausgesetzt ist einzig, dass sie "innert angemessener Frist eingesehen" werden können (vgl. 
Art. 6 Abs. 1 GeBüV). Schliesslich ist zu beachten, dass der Mittelpunkt der administrativen, 
nicht aber auch der übrigen Aktivitäten einer Rechtseinheit am Domizil liegen muss (Riemer, 
Berner Kommentar, 1993, Art. 56 ZGB N 11; Reitze, Basler Kommentar, 7. A. 2022, Art. 56 
ZGB N 7).

1.3 Drittens muss die Gesellschaft am Ort der Räumlichkeiten erreichbar sein. Diese Vorausset-
zung ist erfüllt, wenn eine natürliche Person für die Gesellschaft vor Ort Mitteilungen aller Art 
entgegennimmt (BGE 100 Ib 455 E. 4; Meyer/Caveng, a.a.O., S. 3; Riemer, a.a.O., Art. 56 
ZGB N 11; Reitze, a.a.O., Art. 56 ZGB N 7). Erreichbar muss vor Ort primär das Personal der 
Rechtseinheit sein (EHRA-Praxismitteilung Rz 7). Zu den "Mitteilungen aller Art" gehören 
zum Beispiel auch Zahlungsbefehle (BGE 119 II 57 E. 3c), welche auch physisch durch den 
Betreibungsbeamten oder einen Angestellten des Betreibungsamtes zugestellt werden kön-
nen (Art. 72 Abs. 1 SchKG). Unter dem Kriterium der Erreichbarkeit wird gemäss EHRA-
Praxismitteilung (Rz 6) verlangt, dass die Rechtseinheit am Rechtsdomizil für "Behörden […] 
und Klientinnen und Kunden […] physisch erreichbar" ist. Ein Briefkasten reicht dafür, wie 
erwähnt, genauso wenig aus wie ein physisches oder elektronisches Postfach oder eine au-
tomatische Postweiterleitung (vgl. Tagmann/Zihler, a.a.O., S. 57 f.; Meisterhans/Gwelessiani, 
Praxiskommentar zur Handelsregisterverordnung, 4. A. 2021, Art. 117 HRegV N 500). 
Gemäss der EHRA-Praxismitteilung werden keine konkreten Anforderungen an die Anwe-
senheit des Personals, das für Mitteilungen erreichbar sein muss, vorausgesetzt. Verlangt 
wird bloss abstrakt die Erreichbarkeit für "Behörden (u.a. für die Zustellung amtlicher Doku-
mente, Aufbewahrung von Dokumenten) und Klientinnen und Kunden (u.a. für vertragliche 
Ansprüche, Konsumentenschutzaspekte, allgemeine Fragen)". Diese offene Formulierung er-
laubt bzw. gebietet eine branchenbezogene Definition des Anwesenheitserfordernisses. Aus-
schlaggebend ist das Zielpublikum der Rechtseinheit. Diese muss für Kunden (Leistungs-
empfänger), Lieferanten (Leistungserbringer) und Behörden erreichbar sein. Für diese muss 
das Personal der Rechtseinheit anwesend sein. Für die Bestimmung der konkreten Anwe-
senheitserfordernisse bieten sich in erster Linie die in der Branche der Rechtseinheit übli-
chen Geschäftszeiten an. Dabei ist zu berücksichtigen, dass in gewissen Branchen aussch-
liesslich über Telefon und E-Mail kommuniziert wird und diese Kommunikationsmittel keine 
physische Anwesenheit erfordern. Eine lokale physische Anwesenheit vermag die Erreich-
barkeit für Kunden beispielsweise nicht zu verbessern, wenn die betreffende Rechtseinheit 
geschäftsbedingt keinen direkten physischen Kundenkontakt unterhält. Wo beispielsweise 
weder mit Leistungserbringern noch mit Leistungsempfängern physisch in Kontakt getreten 
wird, richtet sich das Anwesenheitserfordernis einzig noch nach der Personenkategorie 
Behörden; eine regelmässige Anwesenheit vor Ort von einigen Tagen pro Monat, um innert 

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nützlicher Frist von höchstens 10 Tagen auf behördliche Sendungen reagieren zu können, 
kann in einem solchen (Ausnahme-)Fall ausreichend sein (vgl. Meyer/Caveng, a.a.O., S. 6 
f.).

2. Mit Bezug auf die Berufungsklägerin ergibt sich für die drei Voraussetzungen Folgendes:

2.1 Die Berufungsklägerin mietet Büroräumlichkeiten im 1. OG im Büro- und Gewerbegebäude 
"E.________" an der ________ (Adresse) (vgl. Mietvertrag vom 18. November 2019 sowie 
Bestätigung der Vermieterin vom 27. August 2024, wonach der Mietvertrag ungekündigt ist 
[Vi act. 8]). Die erste Voraussetzung (physische Geschäftsräumlichkeiten) ist somit erfüllt.

2.2 Fraglich ist, ob diese Büroräumlichkeiten den Mittelpunkt der administrativen Tätigkeit der 
Berufungsklägerin bilden. Den eingereichten Unterlagen kann jedoch entnommen werden, 
dass die Berufungsklägerin über einen angeschriebenen Briefkasten verfügt und folglich 
Postsendungen empfangen kann. Die von der Berufungsklägerin gemieteten Büroräumlich-
keiten sind zudem mit zwei Arbeitstischen ausgestattet, die für sechs Personen Platz bieten. 
Auch sind ein Drucker sowie WiFi in den Räumlichkeiten verfügbar. Mithin können in den 
Büroräumlichkeiten der Berufungsklägerin administrative Tätigkeiten verrichtet werden. Zwar 
sind weder ein Telefon noch ein Computer auf den eingereichten Fotos erkennbar. Doch er-
folgt heutzutage die telefonische Kommunikation genauso über das Mobiltelefon, wie auch 
Mitarbeiter regelmässig über ein portables Notebook verfügen. Da die Räumlichkeiten des 
Weiteren über Fächerschränke verfügen, ist sodann davon auszugehen, dass die Dauerak-
ten der Berufungsklägerin entweder physisch in den Büroräumlichkeiten vorhanden sind oder 
mindestens aber von dort aus innert angemessener Frist eingesehen werden können. Die in 
den Büroräumlichkeiten vorhandene Infrastruktur garantiert demnach ein administratives 
Leistungsangebot. Anhaltspunkte, dass dieses administrative Leistungsangebot nicht primär 
vom Personal der Berufungsklägerin sondern von einer Domizilgeberin – wie einer Treu-
handgesellschaft oder Anwaltskanzlei – erbracht werden, bestehen keine. Somit ist auch die 
zweite Voraussetzung erfüllt.

2.3 In Bezug auf die Erreichbarkeit der Berufungsklägerin, gilt zwar zu beachten, dass die wohl 
einzige Mitarbeiterin der Berufungsklägerin in einem 10%-Arbeitspensum tätig ist und sich 
daher nicht durchgehend während den üblichen Büro-Öffnungszeiten (Montag bis Freitag 
von 8.00 Uhr bis 17.00 Uhr mit Mittagpause) in den Büroräumlichkeiten aufhält. Dies ist vor-
liegend aber auch nicht erforderlich. Denn beim Geschäft, wie es die Berufungsklägerin be-
treibt – ________ – kann eine ständige physische Erreichbarkeit während den Büro-
Öffnungszeiten am Rechtsdomizil weder verlangt werden noch ist eine solche notwendig. 
Denn für ihre Kunden ist die Berufungsklägerin offenbar nicht auf direkten physischen Kon-
takt angewiesen, blieb doch unwidersprochen, dass Domizilgeberinnen – wie im Falle der 
Berufungsklägerin – fast ausschliesslich per E-Mail oder Telefon mit diesen kommunizieren. 
Sollte ausnahmsweise ein physischer Kundenkontakt erforderlich sein, sind Termine mit der 
Berufungsklägerin nach vorgängiger Vereinbarung möglich (vgl. Vi act. 13 S. 2). Für Behör-
den schliesslich ist die Erreichbarkeit gegeben. Es ist aktenkundig, dass der Berufungskläge-
rin – mit Ausnahme eines einzigen Schreibens des Handelsregisteramts vom 14. August 
2024 – sämtliche Schreiben des Handelsregisteramts sowie des Kantonsgerichts zugestellt 
werden konnten und von dieser auch immer beantwortet wurden. Damit steht fest, dass die 
Berufungsklägerin an der im Handelsregister als Rechtsdomizil eingetragenen Adresse er-

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reicht werden kann. Von ihr kann nicht verlangt werden, dass sie mangels ständiger Erreich-
barkeit zu Büro-Öffnungszeiten vor Ort einen Domizilhaltervertrag mit einem Drittunterneh-
men abschliesst und im Handelsregister eine c/o-Adresse einträgt.

3. Zusammenfassend ist demnach festzuhalten, dass die Berufungsklägerin an der im Handels-
register eingetragenen Adresse über ein korrektes Rechtsdomizil verfügt und die Einleitung 
eines gerichtlichen Organisationsmängelverfahrens nicht erforderlich war. Damit erweist sich 
die Berufung als begründet. Der angefochtene Entscheid ist aufzuheben und das Verfahren 
als gegenstandslos abzuschreiben.

4. Abschliessend ist über die Kosten- und Entschädigungsfolgen zu befinden.

4.1 Gemäss Art. 108 ZPO hat unnötige Prozesskosten derjenige zu bezahlen, der sie verursacht 
hat. Aufgrund der dargelegten Umstände kann jedoch nicht gesagt werden, die Berufungs-
klägerin habe das Verfahren verursacht. Sie wies keinen Organisationsmangel auf und hat 
sich gegenüber dem Handelsregisteramt verlauten lassen. Die Kosten sowohl des erst- als 
auch des zweitinstanzlichen Verfahrens sind daher gestützt auf Art. 107 Abs. 2 ZPO auf die 
Staatskasse zu nehmen.

4.2 Eine Parteientschädigung ist der nicht anwaltlich vertretenen Berufungsklägerin mangels gel-
tend gemachter erheblicher prozessualer Umtriebe nicht zuzusprechen (Art. 95 Abs. 3 lit. c 
ZPO; Urteil des Obergerichts Zug vom 17. Dezember 2013, in: GVP 2013 S. 202 f.).

5. Der Streitwert ist vom Gericht festzusetzen, sofern das Rechtsbegehren nicht auf eine be-
stimmte Geldsumme lautet und sich die Parteien darüber nicht einigen können (vgl. Art. 91 
Abs. 2 ZPO). Rechtsmittelbegehren in Organisationsmängelverfahren lauten nie auf eine be-
stimmte Geldsumme. Bei Organisationsmängelverfahren, die vom Handelsregisteramt ge-
stützt auf Art. 939 Abs. 2 OR initiiert werden, handelt es sich zudem um Einparteienverfah-
ren. Der Streitwert ist folglich vom Gericht festzusetzen. Da die Verfahren nach Art. 939 OR 
ein Massengeschäft sind, wird der Streitwert in solchen Verfahren nach der Praxis der II. Zi-
vilabteilung des Obergerichts Zug stets pauschaliert bestimmt. Dabei wird jeweils auf das 
nominelle, im Handelsregister eingetragene Gesellschaftskapital abgestellt. Bei Gesellschaf-
ten, die nicht über ein solches Gesellschaftskapital verfügen (namentlich Kollektivgesell-
schaften, Kommanditgesellschaften, Genossenschaften und Vereine), wird der Streitwert 
stets auf CHF 20'000.00 festgesetzt, entsprechend dem Mindeststammkapital einer Gesell-
schaft mit beschränkter Haftung (Art. 773 Abs. 1 OR; Urteil des Obergerichts Zug Z2 2024 12 
vom 10. April 2024 E. 7).

Urteilsspruch

1. In Gutheissung der Berufung wird der Entscheid der Einzelrichterin am Kantonsgericht Zug 
vom 31. Januar 2025 aufgehoben und das Verfahren wird zufolge Gegenstandslosigkeit ab-
geschrieben.

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2. Die Kosten sowohl des erstinstanzlichen Verfahrens als auch des Berufungsverfahrens von je 
CHF 800.00 werden auf die Staatskasse genommen. Der von der Berufungsklägerin bezahlte 
Kostenvorschuss von CHF 1'600.00 wird ihr von der Gerichtskasse zurückerstattet.

3. Der Berufungsklägerin wird für das Berufungsverfahren keine Parteientschädigung zugespro-
chen.

4. Gegen diesen Entscheid mit einem Streitwert von unter CHF 30'000.00 ist die Beschwerde in 
Zivilsachen nach den Art. 72 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) nur zulässig, wenn sich 
eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung stellt. Andernfalls ist die subsidiäre Verfas-
sungsbeschwerde nach Art. 113 ff. BGG gegeben. Die Beschwerdegründe richten sich nach 
den Art. 95 ff. bzw. Art. 116 BGG. Eine allfällige Beschwerde ist innert 30 Tagen seit Zustel-
lung des Entscheids schriftlich, begründet und mit bestimmten Anträgen sowie unter Beilage 
des Entscheids und der Beweismittel (vgl. Art. 42 BGG) beim Schweizerischen Bundesge-
richt, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Wird gleichzeitig ordentliche Beschwerde und Verfas-
sungsbeschwerde geführt, sind beide Rechtsmittel in der gleichen Rechtsschrift einzureichen. 
Die Beschwerde hat nach Art. 103 Abs. 1 BGG in der Regel keine aufschiebende Wirkung.

5. Mitteilung an:
- Berufungsklägerin
- Kantonsgericht Zug, Einzelrichterin (ES 2024 1'040)
- Gerichtskasse (im Dispositiv)
- Handelsregisteramt Zug (zur Kenntnisnahme)
- Betreibungsamt ________ (zur Kenntnisnahme)
- Konkursamt Zug (zur Kenntnisnahme sowie unter Beilage des Entscheids der Einzel-

richterin am Kantonsgericht Zug vom 31. Januar 2025) 
- Amt für Grundbuch und Geoinformation Zug (zur Kenntnisnahme sowie unter Beilage 

des Entscheids der Einzelrichterin am Kantonsgericht Zug vom 31. Januar 2025)

Obergericht des Kantons Zug 
II. Zivilabteilung

A. Staub I. Cathry
Abteilungspräsident Gerichtsschreiber

versandt am: