# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d167b382-0060-5c19-9cc4-ff620a7352f8
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-11-12
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 12.11.2009 UV 2009/1
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2009-1_2009-11-12.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2009/1

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 27.04.2020

Entscheiddatum: 12.11.2009

Entscheid Versicherungsgericht, 12.11.2009
Art. 6 UVG: Abklärung der Rechtmässigkeit einer Leistungseinstellung knapp 
zwei Jahre nach einem Schleudertrauma-Unfall. Prüfung der adäquaten 
Unfallkausalität (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 12. November 2009, UV 2009/1).

Präsident Martin Rutishauser, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider und 

Versicherungsrichter Joachim Huber ; Gerichtsschreiber Walter Schmid  

Entscheid vom 12. November 2009

in Sachen

R.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Fabio Schlüchter, Scheffelstrasse 2,

9000 St. Gallen,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

vertreten durch Fürsprecherin Dr. iur. Marianne Sonder, Rossimattstrasse 17,

3074 Muri b. Bern,

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betreffend

Versicherungsleistungen

Sachverhalt:

A.       

R.___ war bei A.___ als Autospengler tätig und dadurch bei der Suva unfallversichert, 

als am 3. Dezember 2006 ein Fahrzeug auf das von ihm gelenkte, stehende Auto 

auffuhr (UV-act. 1, 10). Pract. med. B.___ diagnostizierte als erstbehandelnder Arzt im 

Bericht vom 15. Januar 2007 ein kranio-zervikales Beschleunigungstrauma mit 

Nacken-, Hals- und Kopfschmerzen und bescheinigte eine volle Arbeitsunfähigkeit ab 

4. Dezember 2006 (UV-act. 2). Die Suva anerkannte ihre Leistungspflicht. Nach 

Durchführung von weiteren Behandlungen und medizinischen Abklärungen eröffnete 

sie dem Rechtsvertreter des Versicherten mit Verfügung vom 9. Oktober 2008, die 

noch geklagten Beschwerden seien organisch nicht hinreichend nachweisbar. Die 

adäquate Unfallkausalität sei zu verneinen, weshalb die Versicherungsleistungen auf 

den 31. Oktober 2008 eingestellt würden (UV-act. 79). Die gegen diese Verfügung 

erhobene Einsprache (UV-act. 83) wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 24. 

November 2008 ab (UV-act. 88).

B.       

B.a   Gegen diesen Einspracheentscheid erhob Rechtsanwalt Dr. iur. F. Schlüchter, 

St. Gallen, für den Versicherten mit Eingabe vom 6. Januar 2009 Beschwerde mit den 

Anträgen, der Entscheid sei aufzuheben und dem Beschwerdeführer seien die 

gesetzlichen Leistungen auszurichten. Der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung 

zu erteilen. Eventualiter sei eine multidisziplinäre Begutachtung unter Einschluss der 

Neuropsychologie durchzuführen. Es sei die unentgeltliche Prozessführung zu 

gewähren. Zur Begründung legte der Rechtsvertreter unter anderem dar, die von der 

Rehaklinik Bellikon empfohlene Psychotherapie sei nicht in genügendem Ausmass 

durchgeführt worden. Die Behandlung bei Dr. med. C.___, Facharzt für Psychiatrie und 

Psychotherapie FMH, sei zwar aufgenommen worden. Die Beschwerdegegnerin habe 

jedoch vor deren Ende verfügt, dass von Therapien keine weiteren namhaften 

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Verbesserungen zu erwarten seien. Die medizinischen Empfehlungen des 

Kantonsspitals St. Gallen (weitere medikamentöse Behandlung, Vorstellung des 

Beschwerdeführers in der interdisziplinären Schmerzambulanz) seien nicht 

aufgenommen worden. Die Frage nach erfolgversprechenden medizinischen 

Massnahmen und jene des kausalen Zusammenhangs der Beschwerden mit dem 

Unfall könne bei komplexen Sachverhalten nur mit Hilfe medizinischer Gutachten 

beantwortet werden. Eine solche Begutachtung sei vorliegend in jedem Fall 

vorzunehmen, da die empfohlenen medizinischen Massnahmen von der Verwaltung 

nicht einfach als sinnlos beurteilt werden dürften, und ohne die von der 

Rechtsprechung geforderte umfassende Begutachtung die abschliessende Beurteilung 

der medizinischen Kausalität gar nicht möglich sei. Damit sei der Fall verfrüht 

abgeschlossen worden, weshalb eventualiter eine interdisziplinäre Begutachtung 

beantragt werde. Gemäss Arztzeugnis sei der Beschwerdeführer nach wie vor zu 25% 

arbeitsunfähig. Er sei vor dem Unfall beschwerdefrei gewesen und habe trotz 

erheblicher Beschwerden die Arbeitsfähigkeit kontinuierlich gesteigert. Mit dem 

Haftpflichtversicherer des Unfallverursachers sei eine Vereinbarung zur Erhaltung des 

Arbeitsplatzes abgeschlossen worden. Daraus sei zu ersehen, wie die Arbeitsfähigkeit 

weiter gesteigert werden solle. Der Beschwerdeführer habe sich seit dem Unfall trotz 

Dauerschmerzen darum bemüht, Anforderungen am Arbeitsplatz im Rahmen seiner 

Arbeitsfähigkeit zu erfüllen. Es sei unsinnig, die Leistungen zum heutigen Zeitpunkt 

einzustellen, weil damit der Arbeitgeber praktisch gezwungen werde, dem 

Beschwerdeführen zu kündigen, was für diesen katastrophale Folgen hätte. Gerade 

das von der Beschwerdegegnerin propagierte Case Management verlange die 

Ausschöpfung aller Massnahmen, welche die Erhaltung des bestehenden 

Arbeitsplatzes förderten. Das sei vorliegend nur ansatzweise erfolgt. Die gesamthaft 

grundsätzlich positive Entwicklung erfordere gemäss den Grundsätzen des Case 

Managements eine Weiterführung der Leistungen zur Erhaltung des Arbeitsplatzes. Aus 

diesem Grund habe der Haftpflichtversicherer des Unfallverursachers die Bemühungen 

um den Arbeitsplatz auch unterstützt. Die adäquate Unfallkausalität sei zu Unrecht 

verneint worden. Mehrere Adäquanzkriterien seien erfüllt. Die medizinische Kausalität 

sei unbestrittenermassen gegeben. 

B.b   In der Beschwerdeantwort vom 9. März 2009 beantragte Rechtsanwältin

Dr. iur. Marianne Sonder, Muri, für die Beschwerdegegnerin Abweisung der 

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Beschwerde. Auf das Rechtsbegehren betreffend Erteilung der aufschiebenden 

Wirkung der Beschwerde sei mangels Begründung nicht einzutreten. Zur materiellen 

Begründung verwies die Rechtsvertreterin auf die Darlegungen im angefochtenen 

Entscheid und führte unter anderem aus, Tatsache bleibe, dass keine strukturellen 

Veränderungen vorliegen würden. Von Seiten der Rehaklinik Bellikon seien eine 

Symptomausweitung und Selbstlimitierung festgestellt worden. Der Beschwerdeführer 

habe die ihm von den Ärzten empfohlenen Übungen nicht durchgeführt (UV-act. 60 

Ziffer 4). Er sei seiner Schadenminderungspflicht nicht nachgekommen. Angesichts des 

niedrigen Delta-v-Werts sei von einem leichten Unfall auszugehen. Der adäquate 

Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den psychischen 

Gesundheitsstörungen könne deshalb ohne weiteres verneint werden. Sollte der Unfall 

- wider Erwarten - als mittelschweres Ereignis an der Grenze zu den leichten Unfällen 

qualifiziert werden, sei der adäquate Kausalzusammenhang ebenfalls zu verneinen. Die 

von der Rechtsprechung aufgestellten Adäquanzkriterien seien nicht erfüllt.

B.c   Mit Replik vom 25. März 2009 bestätigte der Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers seine Anträge und Ausführungen und legte unter anderem 

zusätzlich dar, der von der Rehaklinik Bellikon im Austrittsbericht unterschätzten 

Arbeitsbelastung sei der Beschwerdeführer nicht gewachsen gewesen. Der Aufenthalt 

in Bellikon habe für den Beschwerdeführer keine Verbesserung seiner gesundheitlichen 

Probleme gebracht. Dass er die entsprechenden Entspannungsübungen, die ihm 

bereits in Bellikon keine Besserung gebracht hätten, nicht weitergeführt habe, sei gut 

nachvollziehbar. Die Unterlassung der empfohlenen Entspannungsübungen habe damit 

im Rahmen des gesamten Falles überhaupt keine Bedeutung. Die unverändert 

bestehenden Dauerschmerzen seien nach wie vor das Dauerthema für die ärztliche 

Behandlung (act. G 12.1/20). Die Einstellung der Taggeldleistungen habe dazu geführt, 

dass die Kündigung in der Zwischenzeit ausgesprochen worden sei, obwohl dem 

Arbeitgeber viel daran gelegen habe, den Beschwerdeführer weiter zu beschäftigen 

(act. G 12.1/21). Der verfrühte Fallabschluss ohne die nötige Durchführung eines 

multidisziplinären Gutachtens und unter Verstoss gegen die bundesgerichtliche 

Beurteilung zur adäquaten Kausalität habe dazu geführt, dass der Arbeitgeber als 

Kleinunternehmer das "Verlustgeschäft" der Beschäftigung des Beschwerdeführers 

nicht mehr länger habe tragen können.

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B.d   Mit Präsidialentscheid vom 31. März 2009 wurde das Begehren um 

Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde abgewiesen.

B.e   In der Duplik vom 1. April 2009 bestätigte die Rechtsvertreterin der

Beschwerdegegnerin ihren Standpunkt.

B.f    Am 2. April 2009 bewilligte der Gerichtspräsident die unentgeltliche 

Rechtsverbeiständung des Beschwerdeführers für das vorliegende Verfahren.

Erwägungen:

1.        

Streitig ist, ob die Leistungen, welche von der Beschwerdegegnerin im Anschluss an 

das Unfallereignis vom 3. Dezember 2006 ausgerichtet wurden, auf den 31. Dezember 

2008 eingestellt werden durften oder nicht. Gemäss ständiger Praxis des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts (EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche 

Abteilungen des Bundesgerichts) kann ein nach einem versicherten Unfall 

aufgetretenes Leiden nur dann als dessen Folge betrachtet werden, wenn und soweit 

es sicher oder doch zumindest überwiegend wahrscheinlich von jenem Unfall herrührt 

(natürliche Kausalität; BGE 115 V 133 sowie 117 V 359 und 134 V 109). Die blosse 

Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung des 

Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181 Erw. 3.1; BGE 119 V 338 Erw. 1 und 118 V 

289 Erw. 1b je mit Hinweisen). Der Unfallversicherer haftet sodann nur für jene Folgen, 

die mit dem Unfall adäquat-kausal zusammenhängen (SVR 2000 UV Nr. 14 S. 45). 

Während es Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist, den natürlichen 

Kausalzusammenhang zu beurteilen, obliegt es dem Gericht, die Fragen nach dem 

adäquaten Kausalzusammenhang zu beurteilen (BGE 123 III 110 Erw. 3a). Im Bereich 

klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn von nachweisbaren strukturellen 

Veränderungen (ein organisches Substrat konnte mit Bild gebenden 

Untersuchungsmethoden [Röntgen, Computertomogramm, EEG] nachgewiesen 

werden) spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen 

Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine 

Rolle. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne weiteres zu bejahen (BGE 

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127 V 103 Erw. 5b/bb, 123 V 102 Erw. 3b, 118 V 291 Erw. 3a, 117 V 365 Erw. 5d/bb 

mit Hinweisen). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar, ist 

eine eigenständige Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei welcher wie folgt zu 

differenzieren ist: Hat die versicherte Person beim Unfall kein Schleudertrauma bzw. 

keine schleudertraumaähnliche Verletzung erlitten, gelangt die Rechtsprechung 

gemäss BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen indessen 

das Vorliegen einer Schleudertraumaverletzung, muss geprüft werden, ob die zum 

typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen 

zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den 

Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE 

115 V 140 Erw. 6c/aa für Unfälle mit psychischen Unfallfolgen aufgestellten Grundsätze 

massgebend (BGE 123 V 99 Erw. 2a). Andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz 

gemäss den in BGE 117 V 359 festgelegten und in BGE 134 V 109 präzisierten 

Kriterien. Die Anwendung der Rechtsprechung zum adäquaten Kausalzusammenhang 

bei Schleudertraumen der HWS setzt voraus, dass die psychischen Beschwerden aus 

dem Unfall hervorgehen und zusammen mit den organischen Beschwerden, die 

ebenfalls auf das Unfallereignis zurückzuführen sind, ein komplexes Gesamtbild 

ergeben (RKUV 2000 Nr. U 397 S. 328 Erw. 3b).

2.        

2.1    Eine Abklärung in der Klinik für Orthopädische Chirurgie am Kantonsspital

St. Gallen ergab gemäss Berichten vom 7. und 13. Dezember 2006 unauffällige 

Befunde in der HWS und BWS ohne Anhaltspunkte für eine ossäre Läsion bzw. einen 

Status nach älterer BWK5-7 Fraktur (UV-act. 5, 7). Im Nachgang zu einem stationären 

Aufenthalt vom 27. Juni bis 29. August 2007 wurde von der Rehaklinik Bellikon 

berichtet, dass die Resultate der physischen Leistungstests infolge 

Symptomausweitung und Selbstlimitierung für die Beurteilung der zumutbaren 

Belastbarkeit nur teilweise verwertbar gewesen seien. Es sei davon auszugehen, dass 

bei gutem Effort eine bessere Leistung erbracht werden könne, als sie bei den Tests 

und Therapien gezeigt worden sei. Das Ausmass der demonstrierten physischen 

Einschränkungen lasse sich mit den gering ausgeprägten objektivierbaren 

pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung und bildgebenden Abklärung 

sowie den Diagnosen aus somatischer Sicht nur zum Teil erklären. Die Beurteilung der 

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Zumutbarkeit stütze sich deshalb auch auf medizinisch-theoretische Überlegungen, 

ergänzt durch die Beobachtungen bei den Leistungstests und im 

Behandlungsprogramm. Eine weitergehende Einschränkung der Belastbarkeit lasse 

sich medizinisch-theoretisch nicht begründen. Es habe eine Anpassungsstörung eruiert 

werden können, welche differentialdiagnostisch auch einer niederschwelligen leichten 

depressiven Episode gleichkommen könnte. Es liege aber keine psychiatrische Störung 

mit Krankheitswert vor, welche eine arbeitsrelevante Leistungsminderung begründen 

könnte. Die berufliche Tätigkeit als Karosseriespengler sei ganztags zumutbar (aktuell 

ohne längerdauernde Tätigkeiten über Kopfhöhe). Ab 3. September 2007 sei eine 

Arbeitsfähigkeit von 75% zu attestieren. Eine Steigerung auf ein 100%-Pensum sollte 

binnen acht Wochen möglich sein (UV-act. 44, 51). Am 3. Dezember 2007 teilte der 

Arbeitgeber mit, das Arbeitstempo des Beschwerdeführers sei massiv verlangsamt 

("Zeitlupentempo"). Alles in allem könne maximal von einer halben Leistung während 

der Präsenzzeit (75%) ausgegangen werden. Die Taxation wurde daher rückwirkend 

per 1. September 2007 auf eine Arbeitsfähigkeit von 50 % festgelegt und eine 

psychotherapeutische Begleitung des Beschwerdeführers in Betracht gezogen (UV-act. 

55).

2.2    Zuhanden der Beschwerdegegnerin hielt Dr. C.___ im Bericht vom 27. Februar 

2008 unter anderem fest, aus psychiatrischer Sicht bestünden keine objektivierbaren 

Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit. Aus dem Psychostatus und der Anamnese sei 

die berichtete Verlangsamung des Arbeitstempos nicht nachvollziehbar (UV-act. 60). 

Eine Untersuchung in der Klinik für Neurologie im Kantonsspital St. Gallen (KSSG) 

ergab gemäss Bericht vom 3. Juli 2008 unter anderem das Bestehen eines chronischen 

Kopf- und Nackenschmerzes nach HWS-Beschleunigungstrauma. Die Beschwerden 

seien organischer Natur, da kein Hinweis auf Simulation der Beschwerden bestehe. Die 

Beschwerden würden erst seit dem Unfallereignis angegeben. Der Unfallhergang passe 

zu einem HWS-Distorsionstrauma. Der psychopathologische Befund deute auf ein 

reaktiv depressives Syndrom hin. In der klinischen Untersuchung gebe es keinen 

Anhaltspunkt für eine anderweitige neurologische Störung. Auch die Diagnostik habe 

keinen richtungsweisenden pathologischen Befund gezeigt (UV-act. 68). Die Klinik für 

Orthopädische Chirurgie des KSSG bestätigte am 3. September 2008, aus 

orthopädisch/wirbelsäulenchirurgischer Sicht liege konventionell radiologisch kein 

Korrelat für die Beschwerden vor (UV-act. 75). Der Suva-Kreisarzt bestätigte am 18. 

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September 2008, dass keine weiteren Massnahmen oder Therapien zu empfehlen 

seien. Durch weitere Therapien sei keine namhafte Verbesserung des 

Gesundheitszustandes mehr zu erwarten (UV-act. 77). Der Arbeitgeber teilte am 9. 

Oktober 2008 mit, der Beschwerdeführer sei nicht zur Arbeit erschienen. Immer wieder 

weise er Absenzen auf. Man habe wirklich viel Rücksicht auf die Arbeitszuteilung bzw. 

generell auf den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers genommen. Die Leistung 

sei - wenn überhaupt - maximal auf 50% zu taxieren (UV-act. 78).

3.        

3.1    Eine manuelle ärztliche Untersuchung der versicherten Person fördert klinische, 

nicht aber somatisch-strukturelle Ergebnisse zu Tage. Bei letzteren handelt es sich um 

Ergebnisse, die reproduzierbar und von der Person des Untersuchenden und den 

Angaben des Patienten unabhängig sind. Würde auf Ergebnisse klinischer 

Untersuchungen abgestellt, so würde fast in allen Fällen ein organisches Substrat 

namhaft gemacht. Folglich kann von organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen 

erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/

bildgebenden Abklärungen bestätigt werden (vgl. BGE 134 V 109 Erw. 9, 117 V 359 

Erw. 5d/aa; SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81 Erw. 5.4 mit Hinweisen [U 479/05]). Diese 

Untersuchungsmethoden müssen zudem wissenschaftlich anerkannt sein (BGE 134 V 

231 Erw. 5.1 mit Hinweisen). Beispielsweise sind ein Thoracic outlet Syndrom (TOS), 

myofasziale und tendinotische bzw. myotendinotische Befunde für sich allein nicht als 

organisch hinreichend nachweisbare Unfallfolgen zu betrachten. Auch Verhärtungen 

und Verspannungen der Muskulatur, Druckdolenzen im Nacken sowie 

Einschränkungen der HWS-Beweglichkeit können für sich allein nicht als klar 

ausgewiesenes organisches Substrat der Beschwerden qualifiziert werden. Gleiches 

gilt für Nackenverspannungen bei Streckhaltung der HWS mit Retrohaltung (Urteil des 

Bundesgerichts vom 17. Oktober 2008 i/S H.B.-G. [8C_124/2008] mit vielen Hinweisen, 

sowie vom 7. Februar 2008 i/S D. [U13/07] Erw. 3.2 und 3.3). Im vorliegenden Fall 

ergaben die medizinischen Abklärungen keine durch den Unfall bedingten organisch-

strukturellen Befunde. Wenn im Bericht der Klinik für Neurologie des KSSG vom 3. Juli 

2008 festgehalten wurde, die Beschwerden seien organischer Natur, weil kein Hinweis 

auf Simulation bestehe (UV-act. 68 S. 3), so ist festzuhalten, dass sich mit dieser 

Begründung ein organisches Substrat als Ursache für die Beschwerden nicht belegen 

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lässt. Im selben Bericht wurde denn auch ausgeführt, es gebe keinen Anhaltspunkt für 

eine anderweitige neurologische Störung. Ein richtungsweisender pathologischer 

Befund wurde verneint (UV-act. 68).

Ist ein Schleudertrauma oder eine äquivalente Verletzung der HWS diagnostiziert und 

liegt - wie dies konkret der Fall ist - kein fassbarer organischer (unfallbedingter) Befund 

an der HWS im erwähnten Sinn vor, muss für die Bejahung der natürlichen Kausalität 

ein typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie diffuse 

Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, 

rasche Ermüdbarkeit und Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, 

Wesensveränderung usw. vorliegen (BGE 117 V 359 Erw. 4b; vgl. auch BGE 117 V 369 

Erw. 3e; Bestätigung in BGE 134 V 109 Erw. 9). Dieses Beschwerdebild mit einer 

Häufung von Beschwerden muss jedoch nicht in seiner umfassenden Ausprägung 

innerhalb von 24 bis höchstens 72 Stunden nach dem Unfall auftreten. Vielmehr genügt 

es, wenn sich in diesem Zeitraum Beschwerden in der Halsregion oder an der HWS 

manifestieren (Urteile des Bundesgerichts vom 30. Januar 2007 i/S T. [U 215/05] und 

vom 15. März 2007 i/S G. [U 258/06]; RKUV 2000 Nr. U 359 S. 29 Erw. 5e). Im Weiteren 

muss nach der Rechtsprechung (vgl. z.B. Urteil des EVG vom 4. November 2005 i/S K. 

[U 312/05]) nicht der gesamte Beschwerdekatalog vorliegen, um von einer 

Unfallkausalität ausgehen zu können.

3.2    Gemäss Bericht von pract. med. B.___ vom 15. Januar 2007 bestanden im 

Nachgang zum kranio-zervikalen Beschleunigungstrauma vom 3. Dezember 2006 

Nacken-, Hals- und Kopfschmerzen (UV-act. 2). Im Dokumentationsbogen für 

Erstkonsultationen nach kranio-zervikalem Beschleunigungstrauma gab der 

Beschwerdeführer am 5. Dezember 2006 an, nach dem Unfall an Nacken- und 

Kopfschmerzen sowie Schwindel gelitten zu haben. Es habe ein Kopfanprall an der 

Kopfstütze stattgefunden. Eine Bewusstlosigkeit und eine Gedächtnislücke verneinte 

er, bejahte jedoch eine Angst- und Schreckreaktion. Bereits 1997 habe ein Unfall mit 

HWS- und Kopfbeteiligung stattgefunden. Vor dem Unfall hätten 

behandlungsbedürftige Beschwerden im Rücken bestanden (UV-act. 4). In dem am 31. 

Januar 2007 ausgefüllten Erhebungsblatt für die Abklärung von HWS-Fällen gab der 

Beschwerdeführer zusätzlich Rückenschmerzen (sofort nach dem Unfall) sowie 

Schulter- und Ohrenschmerzen (nach Wochen) an. Als Vorzustand führte er Kopf- und 

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Rückenbeschwerden sowie einen früheren Unfall vom 21. August 1998 an (UV-act. 13). 

Angesichts dieser Aktenlage kann - entgegen der von der Beschwerdegegnerin 

vertretenen Auffassung - vom Auftreten eines typischen Beschwerdebilds unmittelbar 

nach dem Unfall gesprochen werden, das mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als 

natürlich-kausale Unfallfolge eines HWS-Traumas zu betrachten ist. Entsprechend 

anerkannte die Beschwerdegegnerin denn ja auch einen Leistungsanspruch des 

Beschwerdeführers bis zum 31. Oktober 2008.

4.        

4.1    Die Leistungspflicht des Unfallversicherers entfällt erst, wenn das Dahinfallen 

jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens 

mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist. Da es 

sich dabei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast - 

anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher 

Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim 

Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 Erw. 2 mit Hinweisen). Dabei muss nicht 

etwa der Beweis für unfallfremde Ursachen erbracht werden. Welche Ursachen ein 

nach wie vor geklagtes Leiden hat, ist unerheblich. Denn es ist nicht so, dass der 

Unfallversicherer bei einmal bejahter Unfallkausalität so lange haftet, als er unfallfremde 

Ursachen nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachzuweisen vermag. 

Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre 

kausale Bedeutung verloren haben, also dahin gefallen sind (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 

329 Erw. 3b). Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen 

Beweis zu verlangen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliegt oder dass die 

versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei (Urteile des EVG vom 18. Dezember 

2003 i/S Z. [U 258/02], vom 25. Oktober 2002 i/S L. [U 143/02] und vom 31. August 

2001 i/S O. [U 285/00] ).

4.2    Aufgrund der in der Erw. 2.1 und 2.2 dargelegten medizinischen Akten kann 

die Frage, ob es sich bei den nach dem streitigen Einstellungszeitpunkt (31. Oktober 

2008) weiter bestehenden Gesundheitsstörungen an der HWS noch um eine natürliche 

(Teil-)Folge des versicherten Unfalls handelt, nicht mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit beantwortet werden. Eine Rückweisung der Sache 

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zwecks weiterer Abklärung des natürlichen Zusammenhangs erübrigt sich jedoch, weil 

es - wie nachstehend zu zeigen sein wird - an der Adäquanz des 

Kausalzusammenhangs fehlt. Angesichts der geschilderten medizinischen 

Gegebenheiten erscheint es angezeigt, die Adäquanz nach Massgabe der in BGE 117 

V 359 Erw. 6 entwickelten und in BGE 134 V 109 Erw. 10 präzisierten Kriterien zu 

beurteilen und dabei auf eine Differenzierung zwischen psychischen und physischen 

Komponenten zu verzichten, kann doch nach Lage der Akten - bei Verneinung einer 

psychisch begründbaren Arbeitsfähigkeits-Einschränkung (vgl. UV-act. 44, 51, 60) - 

eine eindeutige Dominanz psychischer Probleme (vgl. BGE 123 V 98 Erw. 2a) nicht als 

nachgewiesen gelten.

4.3    Zu prüfen ist sodann, ob per 31. Oktober 2008 noch eine unfallbedingte 

Behandlungsbedürftigkeit vorlag bzw. ob von einem Fallabschluss im Sinn von Art. 19 

Abs. 1 UVG - als Voraussetzung für die Adäquanzprüfung (BGE 134 V 109 Erw. 4) - 

ausgegangen werden durfte oder nicht. Von der Rehaklinik Bellikon wurde im 

September 2007 die Weiterführung des Heimprogramms sowie einer 

psychotherapeutischen Betreuung empfohlen (UV-act. 51). Der Psychiater Dr. C.___ 

erachtete im Bericht vom 27. Februar 2008 eine psychotherapeutische Behandlung 

aufgrund der nachvollziehbaren Einschränkung der Lebensqualität zwar als indiziert, 

hielt jedoch fest, eine wesentliche Verbesserung der Arbeitsfähigkeit sei damit 

überwiegend wahrscheinlich nicht zu erreichen (UV-act. 60). Zur Frage, ob die 

psychotherapeutische Behandlung einen unfallbedingten Hintergrund habe, äusserten 

sich weder die Fachärzte der Rehaklinik Bellikon noch Dr. C.___. Hingegen hielt dieser 

fest, physikalische Therapieoptionen, wie sie zum Beispiel in der Rehaklinik Bellikon 

angeboten und instruiert worden seien, würden vom Beschwerdeführer auf Nachfrage 

negiert, und auf Konfrontation mit Zitaten aus dem Austrittsbericht beiläufig und 

emotionslos kommentiert. Die Suche nach einer geeigneten Therapie, um den Schmerz 

zu beherrschen, fehle über weite Teile. Man vermisse bald das Interesse und das 

Engagement des Patienten, durch eigene Beiträge im Erfahrungsaustausch etwas an 

der Situation zu verändern (UV-act. 60 S. 3 unten). In der Folge wurde nach Angaben 

des Hausarztes die Therapie bei Dr. C.___ durchgeführt (act. G 1.1/10). Von Seiten der 

Klinik für Neurologie des KSSG wurde am 3. Juli 2008 einzig eine 

schmerzdistanzierende medikamentöse Behandlung empfohlen. Eine eigentliche 

Zustandsverbesserung stand in diesem Bericht nicht zur Diskussion (UV-act. 68). Von 

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Seiten der Klinik für Orthopädie des KSSG kamen - bei Verneinung eines Korrelats für 

die geklagten Beschwerden - keine Behandlungsvorschläge (UV-act. 75). Diese 

Aktenlage spricht dafür, dass auf Ende Oktober 2008 von den Unfallfolgen her zu 

Recht von einem Behandlungsabschluss im vorerwähnten Sinn ausgegangen wurde 

(vgl. UV-act. 77). Aber selbst wenn von einer unfallbedingten Notwendigkeit einer 

psychotherapeutischen Weiterbetreuung über das erwähnte Datum hinaus auszugehen 

wäre, müsste - wie nachstehend zu zeigen sein wird - die Adäquanz verneint werden. 

Von einer interdisziplinären Begutachtung im Sinn einer Gesamtschau (vgl. dazu BGE 

134 V 109 Erw. 10.2.4) kann vor diesem Hintergrund abgesehen werden.

5.        

5.1    Bei der in Frage stehenden Auffahrkollision (UV-act. 1, 10) ist – wofür auch die 

kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung des Fahrzeugs des Beschwerdeführers 

von zwischen 7 und 10.6 km/h (UV-act. 31) spricht – praxisgemäss von einem 

mittelschweren Ereignis im Grenzbereich zu den leichten Unfällen auszugehen (RKUV 

2005

Nr. U 549 S. 236). Die Adäquanz des Kausalzusammenhangs ist somit zu bejahen, 

wenn ein einzelnes der in die Beurteilung einzubeziehenden Kriterien in besonders 

ausgeprägter Weise vorliegt oder die zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder 

auffallender Weise gegeben sind (BGE 117 V 359 Erw. 6b). Von besonders 

dramatischen Begleitumständen oder einer besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls 

kann nicht gesprochen werden. Sodann vermag die Diagnose eines HWS-

Distorsionstraumas die Schwere oder besondere Art der Verletzung für sich allein nicht 

zu begründen. Es bedarf hierzu einer besonderen Schwere der für das 

Schleudertrauma typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, welche das 

Beschwerdebild beeinflussen können. Diese können beispielsweise in einer beim Unfall 

eingenommenen Körperhaltung und den dadurch bewirkten Komplikationen bestehen. 

Solche Umstände sind hier nicht gegeben. Der am Unfallort anwesende Polizeibeamte 

wies den Beschwerdeführer zwar darauf hin, dass seine Sitzposition sehr schlecht sei, 

da er fast im Auto liege und auch die Kopfstützen falsch eingestellt seien. Bei dieser 

Sitzposition könne er nur beschränkt eine Vollbremsung machen und riskiere eine 

Kopfverletzung (UV-act. 10/11, 10/12). Den Akten lässt sich jedoch nicht entnehmen, 

dass die beim konkreten Unfall eingenommene Sitzposition tatsächlich (für sich allein 

http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=Diskushernie+HWS&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F117-V-359%3Ade&number_of_ranks=0#page359

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oder zusätzlich) das Beschwerdebild an der HWS beeinflusste. Insbesondere ist auch 

eine Kopfverletzung, welche sich wegen der mangelnden Fixierung des Körpers bei 

einer (zu) flachen Sitzposition unter Umständen ergeben könnte, weder behauptet noch 

aus den Akten ersichtlich. Vom Beschwerdeführer wurde denn auch lediglich ein 

Anprall des Kopfes an der (weichen) Kopfstütze angegeben. Es liegt auch keine 

besondere Schwere der für das Schleudertrauma typischen Beschwerden vor (vgl. 

BGE 134 V 109 Erw. 10.2.2 mit Hinweisen).

5.2    Was das Kriterium der fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen 

Behandlung (vgl. BGE 134 V 109 Erw. 10.2.3) betrifft, ist festzuhalten, dass der 

Beschwerdeführer nach Lage der Akten seit dem Unfall in ärztlicher/

physiotherapeutischer Behandlung stand und sich zudem während rund zwei Monaten 

in der Rehaklinik Bellikon aufhielt, ohne dass damit eine länger andauernde Besserung 

eingetreten wäre. In Anbetracht der Aktenlage lässt sich eine fortgesetzt spezifische, 

den Beschwerdeführer belastende ärztliche Behandlung nicht ohne weiteres in Abrede 

stellen (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 13. Juni 2008 i/S S. [8C_331/2007], 

Erw. 4.2.3). Dies insbesondere unter der - allerdings nicht aktenmässig belegten - 

Annahme, dass zusätzlich eine psychotherapeutische Behandlung unfallbedingt 

notwendig war (vgl. vorangehende Erw. 4.3 am Schluss). Anderseits wecken die 

erwähnten Darlegungen von Dr. C.___ (UV-act. 60 S. 3 unten) Zweifel am spezifischen 

und belastenden Charakter der vom Beschwerdeführer tatsächlich durchgeführten 

Behandlungen. Beim geschilderten Sachverhalt erscheint es dennoch gerechtfertigt, 

das Vorliegen des erwähnten Kriteriums - wenn auch in nicht sehr ausgeprägtem 

Umfang - zu bejahen.

5.3    Adäquanzrelevant können im Weiteren in der Zeit zwischen dem Unfall und dem 

Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG ohne wesentlichen Unterbruch bestehende 

erhebliche Beschwerden sein. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach den glaubhaften 

Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person durch die 

Beschwerden im Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 109 Erw. 10.2.4). Der 

Beschwerdeführer klagte gegenüber den Ärzten der Rehaklinik Bellikon über 

belastungsverstärkte Nacken- und Schulterschmerzen links mit Ausstrahlung in den 

Oberarm sowie in den Hinterkopfbereich. Ab und zu würden belastungsabhängig auch 

Rückenschmerzen im thorakalen Bereich auftreten (UV-act. 51 S. 5). In ähnlicher Weise 

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äusserte er sich auch gegenüber Dr. C.___ (UV-act. 60 S. 2). Letzterer hielt allerdings 

fest, es präsentiere sich ein widersprüchliches Bild: der Beschwerdeführer beschreibe 

starke subjektive Einschränkungen durch Nacken und Kopfschmerzen, welche mit 

potenten Medikamenten kaum beeinflusst werden könnten. Auf die Beweglichkeit 

während, vor und nach den (drei) Gesprächen hätten sich diese für den Beobachter 

jedoch nicht ausgewirkt (UV-act. 60 S. 3 unten). Die Beschwerdeangaben sind auch 

unter Berücksichtigung der Feststellung der Ärzte der Rehaklinik Bellikon zu sehen, 

wonach infolge Symptomausweitung und Selbstlimitierung die Resultate der 

physischen Leistungstests nur teilweise verwertbar gewesen seien (UV-act. 51 s. 2 

oben). Überdies können die vorerwähnten Beschwerden im thorakalen Rücken nicht 

als unfallbedingt gelten, nachdem diese bereits vor dem Unfall bestanden (UV-act. 4 

und 13 S. 3) und eine Unfallbeteiligung des thorakalen

Rückens weder behauptet ist noch durch den Unfallablauf erklärbar wäre. Bei dieser 

Aktenlage kann das Kriterium dauerhafte und erhebliche (unfallbedingte) Beschwerden 

höchstens mit geringer Ausprägung angenommen werden.

5.4    Sodann lassen sich ein schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche 

Komplikationen nicht schon dann bejahen, wenn eine Vielzahl von verschiedenen 

Therapien zu keinem Heilungserfolg führt. Diese Kriterien können nicht als erfüllt gelten. 

Auch kann von einer ärztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich 

verschlimmert hat, nicht gesprochen werden.

5.5    Was schliesslich das Kriterium der Arbeitsfähigkeit anbelangt, ist gemäss BGE 

134 V 109 Erw. 10.2.7 dem Umstand Rechnung zu tragen, dass bei leichten bis 

mittelschweren Schleudertraumen der HWS und ähnlichen Verletzungen ein längerer 

oder gar dauernder Ausstieg aus dem Arbeitsprozess vom medizinischen Standpunkt 

aus als eher ungewöhnlich erscheint. Nicht die Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist daher 

massgebend, sondern eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit als solche, die zu überwinden 

die versicherte Person ernsthafte Anstrengungen unternimmt. Konkret muss ihr Wille 

erkennbar sein, sich durch aktive Mitwirkung raschmöglichst wieder in den 

Arbeitsprozess einzugliedern. Solche Anstrengungen der versicherten Person können 

sich insbesondere in ernsthaften Arbeitsversuchen trotz allfälliger persönlicher 

Unannehmlichkeiten manifestieren. Sodann können Bemühungen um alternative, der 

gesundheitlichen Einschränkung besser Rechnung tragende Tätigkeiten ins Gewicht 

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fallen. Nur wer in der Zeit bis zum Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG in 

erheblichem Masse arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen auszuweisen vermag, 

kann das Kriterium erfüllen (BGE 134 V 109 Erw. 10.2.7). - Der Beschwerdeführer brach 

zwei Arbeitsversuche unmittelbar nach dem Unfall schmerzbedingt ab (vgl. UV-act. 14). 

In der Folge war er ab März 2007 am angestammten Arbeitsplatz zu 50% mit 

belastungsarmen Arbeiten beschäftigt, wobei der Arbeitgeber die Leistung auf 25% 

bezifferte (vgl. UV-act. 29, 35). Im September 2007 gelangten die Ärzte der Rehaklinik 

Bellikon gestützt auf die Ergebnisse eines zweimonatigen stationären Aufenthalts zum 

Schluss, dass dem Beschwerdeführer die Tätigkeit als Karrosseriespengler (aktuell 

ohne längerdauernde Tätigkeiten über Kopf) ganztags zumutbar sei. Ab 3. September 

2007 sei von einer Arbeitsfähigkeit von 75% mit Steigerung auf 100% innerhalb von 

acht Wochen auszugehen (UV-act. 51). Dr. C.___ verneinte im Februar 2008 einen die 

Arbeitsfähigkeit beeinträchtigenden psychiatrischen Gesundheitsschaden (UV-act. 60). 

Der Hausarzt ging ab Februar 2008 weiterhin von einer Arbeitsfähigkeit von 75% 

(Arbeitsunfähigkeit 25%) aus (act. G 1.1/7, 1.1/10). Trotz Rücksichtnahme auf die 

gesundheitliche Situation am Arbeitsplatz mit entsprechender Arbeitszuteilung 

erbrachte der Beschwerdeführer lediglich eine tiefe Arbeitsleistung (UV-act. 55, 78). 

Nachdem sich hierfür jedoch weder eine somatische noch eine psychische Ursache 

finden liess (vgl. UV-act. 60, 68, 75), ist bezogen auf das hier streitige 

Einstellungsdatum (31. Oktober 2008) von der Einschätzung der Rehaklinik Bellikon 

auszugehen. Die Vereinbarung des Beschwerdeführers mit dem Haftpflichtversicherer 

des Unfallverursachers betreffend stufenweise Erhöhung der Arbeitsfähigkeit bzw. 

Arbeitsleistung (act. G 1.1/12) vermag zu keinem anderen Schluss zu führen, zumal 

auch in der Vereinbarung für die Zeit nach dem streitigen Einstellungsdatum von einer 

achtstündigen Präsenzzeit an fünf Tagen pro Woche ausgegangen wurde. Eine 

erhebliche unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit im Einstellungszeitpunkt ist daher in jedem 

Fall zu verneinen. Im Weiteren sind - abgesehen von den Arbeitsversuchen unmittelbar 

nach dem Unfall - ausgewiesene Anstrengungen im erwähnten Sinn nicht aktenkundig, 

obwohl der Arbeitgeber den gesundheitlichen Gegebenheiten bei der Arbeitszuteilung 

Rechnung trug (vgl. UV-act. 29, 35, 55, 78). Die vorerst im ambulanten Assessment der 

Rehaklinik Bellikon gemachten Feststellungen und die verhalten optimistisch gestellte 

Prognose (UV-act. 39) bestätigten sich anlässlich des späteren stationären Aufenthalts 

nicht (UV-act. 51). Während der Beschwerdeführer anlässlich des Assessments noch in 

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der Lage war, Gewichte zwischen 17.5 und 25 kg zu bewältigen und ihm die 

Abklärungspersonen eine gute Leistungsbereitschaft bescheinigten (UV-act. 39 S. 3), 

wurden bei der späteren Abklärung eine reduzierte Motivation und 

Leistungsbereitschaft, Symptomausweitung und Selbstlimitierung attestiert, welche 

sich auch durch den psychiatrischen Befund nicht erklären liessen (UV-act. 51 S. 2f).

5.6    Unter diesen Umständen können - mit geringer Ausprägung - lediglich das 

Kriterium der fortgesetzt spezifischen belastenden Therapien und dasjenige der 

erheblichen Beschwerden als erfüllt angesehen werden, womit dem streitigen Unfall 

keine adäquanzrechtlich massgebende Bedeutung für die über den 31. Oktober 2008 

hinaus andauernden Beschwerden zukommt. Die Einstellung der Leistungen auf den 

31. Oktober 2008 erscheint demgemäss ausgewiesen.

6.        

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des 

Einspracheentscheids vom 24. November 2008 zu bestätigen. Gerichtskosten sind 

keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ist 

zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung durch den Staat zu 

entschädigen. Es rechtfertigt sich, die Entschädigung, ausgehend von der üblichen 

Entschädigung von Fr. 4'000.-- und unter Berücksichtigung einer Reduktion um einen 

Fünftel (Art. 31 Abs. 3 AnwG [sGS 963.70]), auf Fr. 3'200.-- festzulegen (einschliesslich 

Barauslagen und Mehrwertsteuer).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.       Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.       Der Staat entschädigt den Rechtsbeistand des Beschwerdeführers mit Fr. 

3'200.--.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 12.11.2009
	Art. 6 UVG: Abklärung der Rechtmässigkeit einer Leistungseinstellung knapp zwei Jahre nach einem Schleudertrauma-Unfall. Prüfung der adäquaten Unfallkausalität (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 12. November 2009, UV 2009/1).

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