# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6db08707-bcef-5757-9572-4a8d35eca711
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-09-03
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 03.09.2019 200 2019 253
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2019-253_2019-09-03.pdf

## Full Text

200 19 253 IV und
200 19 270 IV und
200 19 271 IV (3)
ACT/BOC/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 3. September 2019

Verwaltungsrichter Ackermann, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Furrer, Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiberin Bossert

A.________
vertreten durch ihren Ehemann B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügungen vom 20. Februar und 26. März 2019

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Sept. 2019, IV/19/253, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1961 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherte bzw. Beschwer-
deführerin), diplomierte ... und ..., meldete sich am 23. Mai 2005 bei der 
Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an und verwies auf eine Wahr-
nehmungsstörung, das Raum- und Zeitgefühl sei verändert, es bestehe 
eine starke innere Unruhe, welche sich oft im Kopf und im Ohr manifestie-
re, zudem bestünden auch Ängste (Akten der IV-Stelle Bern [nachfolgend: 
IVB bzw. Beschwerdegegnerin], Antwortbeilage [AB] 2). Nach durchgeführ-
ten Abklärungen sprach die IVB mit Verfügung vom 16. November 2006 
rückwirkend ab dem 1. Februar 2005 bei einem unter Anwendung der ge-
mischten Methode ermittelten Invaliditätsgrad von 87 % eine ganze Invali-
denrente zu (AB 27). Die Weiterausrichtung der ganzen Rente wurde nach 
zwei Revisionen von Amtes wegen mit Mitteilungen vom 3. Februar 2009 
(AB 54) und 16. Oktober 2013 (AB 85) bestätigt. 

Mit Verfügungen vom 6. Juli 2009 (AB 60) und 15. Mai 2012 (AB 76) ver-
neinte die IVB einen Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung.

B.

Mit Schreiben vom 9. Mai 2018 (AB 86) liess die Versicherte der IVB durch 
ihren Ehemann mitteilen, seit 2014 habe sich ihre Erwerbsfähigkeit dank 
guter ärztlich-psychologischer Betreuung verbessert. Sie sei derzeit in der 
Lage, wöchentlich rund 15 Stunden zu arbeiten, was einem Pensum von 
zirka 35 % entspreche. Die IVB klärte in der Folge den Leistungsanspruch 
revisionsweise ab (AB 89, 90.1 - 90.5, 95, 97), insbesondere liess sie einen 
Abklärungsbericht für Selbstständigerwerbende erstellen (Bericht vom 
6. Dezember 2018 [AB 99]). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren 
(AB 100 - 103, 106) setzte die IVB mit Verfügung vom 20. Februar 2019 
(AB 107) – nach Durchführung der Invaliditätsbemessung anhand der ge-
mischten Methode – die bisherige ganze Rente bei einem Invaliditätsgrad 
von 57 % rückwirkend per 1. September 2016 auf eine halbe Rente herab 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Sept. 2019, IV/19/253, Seite 3

und erhöhte diese ab dem 1. Januar 2018 bei einem Invaliditätsgrad von 
60 % auf eine Dreiviertelsrente. Gleichzeitig verwies die IVB auf das Vor-
liegen einer Verletzung der Meldepflicht für die Zeit vom 1. September 
2016 bis 30. April 2018; die in diesem Zeitraum zu Unrecht bezogenen 
Leistungen seien zurückzuerstatten, worüber eine separate Verfügung er-
lassen werde. Am 26. März 2019 erliess die IVB in der Folge zwei Rücker-
stattungsverfügungen. Für die Zeit vom 1. September 2016 bis 30. April 
2018 forderte sie einen Betrag von Fr. 9‘660.-- und für die Zeit vom 1. Mai 
2018 bis 31. März 2019 einen solchen von Fr. 1‘323.-- zurück (AB 111 f.). 

C.

Gegen die Verfügung vom 20. Februar 2019 erhob die Versicherte mit 
Schreiben vom 21. März 2019 bei der IVB Beschwerde, welche von jener 
am 27. März 2019 an das Verwaltungsgericht weitergeleitet wurde (Verfah-
ren IV/2019/253). Die Beschwerdeführerin beantragt sinngemäss die Auf-
hebung der angefochtenen Verfügung und die weitere Ausrichtung einer 
ganzen Invalidenrente.

Mit Beschwerdeantwort vom 22. Mai 2019 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde.

Gegen die beiden Rückerstattungsverfügungen vom 26. März 2019 erhob 
die Versicherte mit Schreiben vom 4. April 2019 ebenfalls Beschwerde 
(Verfahren IV/2019/270 und IV/2019/271). Sie beantragt sinngemäss die 
Aufhebung der angefochtenen Verfügungen und damit die Annullation der 
Rückforderungen.

Mit Beschwerdeantwort vom 29. Mai 2019 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Sept. 2019, IV/19/253, Seite 4

Erwägungen:

1.

1.1 Aus prozessökonomischen Gründen ist eine Vereinigung der Ver-
fahren IV/2019/253, IV/2019/270 und IV/2019/2071, welche dieselbe Be-
schwerdeführerin betreffen und zueinander in einem engen sachlichen 
Zusammenhang stehen, vorzunehmen.

1.2 Die angefochtenen Entscheide sind in Anwendung von Sozialversi-
cherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist in den vorinstanzlichen Verfahren mit ihren An-
trägen nicht durchgedrungen, durch die angefochtenen Entscheide berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb sie zur 
Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gege-
ben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über 
Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs-
rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwer-
den einzutreten. 

1.3 Angefochten sind die Verfügung vom 20. Februar 2019 (AB 107) 
und die beiden Verfügungen vom 26. März 2019 (AB 111 f.). Streitig ist 
zunächst der Anspruch auf eine Invalidenrente und dabei, ob die Be-
schwerdegegnerin die laufende ganze Rente (vgl. AB 27) auf eine halbe 
Rente respektive eine Dreiviertelsrente reduzieren (AB 107) durfte. Streitig 
ist weiter, ob es zulässig war, dass die Beschwerdegegnerin zu viel ausge-
richtete Leistungen zurückgefordert hat.

1.4 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

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1.5 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend (Beschwerde vom 21. März 
2019, S. 2 Ziff. 3), die Beschwerdegegnerin habe das rechtliche Gehör 
bzw. die Begründungspflicht verletzt. Obwohl sie mit Schreiben vom 
14. Januar 2019 Einwände gegen den Vorbescheid vorgebracht habe, ha-
be keine Anhörung stattgefunden. Es sei ihr damit verunmöglicht worden, 
die der Bestimmung des Invaliditätsgrades zu Grunde gelegten Zahlen 
nachvollziehen zu können. 

2.2 Die Verfügungen sind zu begründen, wenn sie den Begehren der 
Parteien nicht voll entsprechen (Art. 49 Abs. 3 ATSG). Die Begründungs-
pflicht ist wesentlicher Bestandteil des Anspruchs auf rechtliches Gehör im 
Sinne von Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung (BV; SR 101). Sie soll ver-
hindern, dass sich die Behörde von unsachlichen Motiven leiten lässt, und 
den Betroffenen ermöglichen, die Verfügung gegebenenfalls sachgerecht 
anzufechten. Dies ist nur möglich, wenn sowohl die betroffene Person als 
auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheids ein 
Bild machen können. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überle-
gungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und 
auf welche sich ihre Verfügung stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass 
sie sich ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem 
rechtlichen Einwand auseinandersetzen muss. Vielmehr kann sie sich auf 
die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 136 
I 229 E. 5.2 S. 236, 124 V 180 E. 1a S. 181; SVR 2017 KV Nr. 6 S. 30 
E. 5).

2.3 Die Beschwerdegegnerin hat das rechtliche Gehör nicht verletzt, da 
sich die Beschwerdeführerin äussern konnte (vgl. AB 101 f.); das Vorbe-
scheidverfahren gemäss Art. 57a IVG verlangt keine Anhörung im Sinne 
der Möglichkeit, sich mündlich zu äussern, sondern das Verfahren ist in der 
Regel schriftlich. Die Beschwerdegegnerin muss sich im Übrigen nicht aus-

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drücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen 
Einwand auseinandersetzen; vielmehr kann sie sich auf die für den Ent-
scheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (vgl. E. 2.2 hiervor). Dies 
hat sie hier getan (AB 107/2).

3.

3.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur 
Arbeitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeits-
bereich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende 
Erwerbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem aus-
geglichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). Für die Beurteilung des Vorliegens 
einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitli-
chen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt 
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 
Abs. 2 ATSG).

3.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Ren-
te, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine Drei-
viertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe 
Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf 
eine Viertelsrente.

3.3 Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenan-
spruchs als auch anlässlich einer Rentenrevision stellt sich unter dem Ge-
sichtspunkt von Art. 8 ATSG die Frage nach der anwendbaren 
Invaliditätsbemessungsmethode (Art. 16 ATSG sowie Art. 28a Abs. 2 und 3 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Sept. 2019, IV/19/253, Seite 7

IVG). Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig Erwerbstäti-
ge oder als Nichterwerbstätige einzustufen ist – was je zur Anwendung 
einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, 
Betätigungsvergleich, gemischte Methode) führt –, ergibt sich aus der Prü-
fung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine 
gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (BGE 141 V 15 E. 3.1 S. 20). 
Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versi-
cherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in 
welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 144 I 28 E. 2.3 
S. 30).

3.4 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird bei einer erwerbs-
tätigen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt 
der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und 
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit 
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre (Art. 16 ATSG). Bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die 
im Aufgabenbereich tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätig-
keit nicht zugemutet werden kann (Art. 5 Abs. 1 IVG und Art. 8 Abs. 3 
ATSG), wird für die Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 
ATSG darauf abgestellt, in welchem Mass sie unfähig sind, sich im Aufga-
benbereich zu betätigen (Art. 28a Abs. 2 IVG; spezifische Methode [Betäti-
gungsvergleich]; BGE 142 V 290 E. 4 S. 293). 

Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbs-
tätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegat-
tin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. 
Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität 
für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermittelt (Art. 
28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder 
der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin 
und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invali-
ditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. gemischte Methode; 
BGE 144 I 21 E. 2.1 S. 23, 142 V 290 E. 4 S. 293).

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3.5 Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol-
gen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig 
möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf 
sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. 
Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermit-
telt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten 
Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte mitein-
ander zu vergleichen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; 
BGE 128 V 29 E. 1 S. 30, 104 V 135 E. 2b S. 136; SVR 2017 IV Nr. 70 S. 
217 E. 2.2).

Lassen sich die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen nicht zuverläs-
sig ermitteln oder schätzen, so ist in Anlehnung an die spezifische Methode 
für Nichterwerbstätige (Art. 28a Abs. 2 IVG) zunächst anhand eines Betäti-
gungsvergleichs die leidensbedingte Behinderung festzustellen. Diese ist 
alsdann im Hinblick auf ihre erwerblichen Auswirkungen noch besonders zu 
gewichten. Eine bestimmte Einschränkung im funktionellen Leistungsver-
mögen einer erwerbstätigen Person kann zwar, braucht aber nicht notwen-
digerweise eine Erwerbseinbusse gleichen Umfangs zur Folge zu haben 
(ausserordentliches Bemessungsverfahren; BGE 128 V 29 E. 1 S. 31, 104 
V 135 E. 2c S. 138).

3.6 Bei Teilerwerbstätigen, die sich zusätzlich im Aufgabenbereich nach 
Art. 7 Abs. 2 IVG betätigen, werden für die Bestimmung des Invaliditäts-
grads der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invali-
ditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich summiert (Art. 
27bis Abs. 2 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversi-
cherung [IVV; SR 831.201]).

Die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbstätigkeit 
richtet sich nach Art. 16 ATSG. Das Erwerbseinkommen, das die versicher-
te Person durch die Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht 
invalid geworden wäre, wird dabei auf ein Vollpensum hochgerechnet. Die 
prozentuale Erwerbseinbusse wird schliesslich anhand des Beschäfti-
gungsgrads, den die Person hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, 
gewichtet (Art. 27bis Abs. 3 IVV).

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Für die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im 
Aufgabenbereich wird der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der 
Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die versi-
cherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Er wird anhand des 
Anteils des Aufgabenbereichs gewichtet (Art. 27bis Abs. 4 IVV).

3.7

3.7.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).

3.7.2 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 
ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der 
Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 E. 
2.3 S. 10; SVR 2018 UV Nr. 22 S. 79 E. 2.2.1).

3.7.3 Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeit-
punkt der ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur 
Zeit der streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 
E. 3.5.2 S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369; SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1). 
Wurde die Rente zuvor bereits revidiert oder bestätigt, so ist als zeitliche 
Vergleichsbasis die letzte rechtskräftige Verfügung heranzuziehen, sofern 
eine materielle Überprüfung des Leistungsanspruches tatsächlich stattge-
funden hat, d.h. eine rechtskonforme (medizinische) Sachverhaltsab-
klärung, eine Beweiswürdigung und gegebenenfalls – sofern Hinweise für 
eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszu-

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stands bestanden – ein Einkommensvergleich durchgeführt worden sind 
(BGE 133 V 108 E. 5.4 S. 114; SVR 2013 IV Nr. 44 S. 135 E. 3.1.2).

3.7.4 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b S. 
200; SVR 2018 UV Nr. 22 S. 79 E. 2.2.1).

3.7.5 Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, 
sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeeinflussende 
Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem 
Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass 
sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu 
berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Mona-
te angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 88a 
Abs. 1 IVV).

3.7.6 Die Herabsetzung oder Aufhebung der Renten erfolgt rückwirkend 
ab Eintritt der für den Anspruch erheblichen Änderung, wenn der Bezüger 
die Leistung zu Unrecht erwirkt hat oder der ihm nach Art. 77 IVV 
zumutbaren Meldepflicht nicht nachgekommen ist, unabhängig davon, ob 
die Verletzung der Meldepflicht oder die unrechtmässige Erwirkung ein 
Grund für die Weiterausrichtung der Leistung war (Art. 88bis Abs. 2 lit. b 
IVV). 

4.

4.1 Zu vergleichen ist der Sachverhalt zur Zeit der rentenzusprechen-
den Verfügung vom 16. November 2006 (AB 27) mit demjenigen, der sich 
bis zum Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung betreffend 
Rentenherabsetzung vom 20. Februar 2019 (AB 107) entwickelt hat. Revi-
sionsrechtlich nicht massgebend sind die Revisionen 2008/2009 (AB 43 - 
54) und 2013 (AB 78 - 85), da damals keine umfassende Prüfung erfolgte 
(vgl. E. 3.7.3 hiervor); ebenso nicht zu beachten ist das Verfahren hinsicht-

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lich des Anspruchs auf eine Hilflosenentschädigung (2009: AB 60; 
2011/2012: AB 63 - 76), da es nicht die Rente betroffen hat. 

4.2 Seit 2014 arbeitet die Beschwerdeführerin in einem höheren Pen-
sum als 2006 (Meldung des Ehemannes der Beschwerdeführerin an die 
Beschwerdegegnerin vom 9. Mai 2018; AB 86/1), was sich mit den Ein-
kommen gemäss individuellem Konto deckt, die seit 2014 stark angestie-
gen sind (AB 97/2). Damit ist der Tatbeweis erbracht, dass sich der 
Gesundheitszustand verbessert hat bzw. sich die Auswirkungen des Ge-
sundheitsschadens auf die Erwerbsfähigkeit verringert haben, was 
C.________, Fachpsychologin für Psychotherapie FSP, und Dr. med. 
D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, sowohl im Be-
richt vom 9. April 2018 als auch in demjenigen vom 18. August 2018 
bestätigten, indem sie von einer Verbesserung seit zwei bis drei Jahren 
(AB 86/3 Ziff. 4) resp. seit 2015 (AB 95/2 f. Ziff. 1, 4) ausgingen. Diese Ver-
besserung des Gesundheitszustandes stellt einen Revisionsgrund dar, 
welcher zu einer freien Prüfung des Rentenanspruchs führt (vgl. E. 3.7.4 
hiervor).

5.

5.1 Seit der Meldung der verbesserten Arbeitsfähigkeit durch den Ehe-
mann der Beschwerdeführerin im Mai 2018 (AB 86) bzw. der Einleitung des 
Revisionsverfahrens ist den Akten in medizinischer Hinsicht im Wesentli-
chen das Folgende zu entnehmen:

5.1.1 Im Bericht der Psychologin C.________ und des Dr. med. 
D.________ vom 9. April 2018 (AB 86/2 f.) wurde die folgende Diagnose 
aufgeführt:

 Chronisch paranoide Schizophrenie, episodisch remittierend (ICD-10: 
F20.03).

Es wurde festgehalten, in den letzten Jahren habe ein stabiles Helfernetz 
mit und für die Beschwerdeführerin aufgegleist werden können. Von den 
paranoiden Ängsten, welche nur noch selten aufträten, könne sich die Be-

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schwerdeführerin unterdessen meistens sehr gut distanzieren oder diese 
erkennen und von sich aus mit dem Helfernetz kommunizieren, um die 
nötigen Massnahmen zu ergreifen, wie zum Beispiel die Medikation und 
Therapiefrequenz vorübergehend zu erhöhen. Dadurch habe die Medikati-
on auf ein Minimum reduziert werden können, was zu vermehrter Energie 
und besserer Lebensqualität geführt habe. So gelinge auch die Alltagsbe-
wältigung mit Unterstützung (Psychiatriespitex und Haushalthilfe) immer 
besser. Eine Klinikeinweisung habe mit den erwähnten Massnahmen und 
Unterstützung seit 2015 verhindert werden können. Des weiteren seien 
soziale Aktivitäten und tragfähige Beziehungen, insbesondere zu ihrem 
Mann, eine zusätzliche Ressource und Verbesserung der Lebensqualität. 
Es sei anzunehmen, dass die Beschwerdeführerin ihre frühere Arbeits-
fähigkeit wohl nicht mehr erlangen und weiterhinauf die IV-Rente angewie-
sen sein werde. Sollte die Verbesserung, die in den letzten zwei bis drei 
Jahren erlangt worden sei, weiter stabil bleiben, so könne von einer guten 
Funktionalität im Alltag ausgegangen werden. Bei der Beschwerdeführerin 
werde jedoch wohl weiterhin eine Vulnerabilität für psychische Krisen be-
stehen.

5.1.2 In einem weiteren Bericht der Psychologin C.________ und des Dr. 
med. D.________ vom 18. August 2018 (AB 95/1 - 7) wurde die folgende 
Diagnose aufgeführt:

 Nach ICD-10: F20.3 Undifferenzierte Schizophrenie

Es wurde von einem verbesserten Gesundheitszustand berichtet und fest-
gehalten, die letzte schwere schizophrene Episode sei 2015 gewesen und 
habe eine Hospitalisation (vom 3. April 2015 - 6. Mai 2015) in den psychia-
trischen Diensten E.________ erfordert, wo die Diagnose "F20.2 katatone 
Schizophrenie" gestellt worden sei. Seit Mai 2015 habe sich eine zuneh-
mende Abnahme der wahnhaften Symptomatik abgezeichnet und es sei 
eine Zunahme der psychischen Stabilität mit höherer Funktionalität im All-
tag erfolgt. Leichte wahnhafte, paranoide Ängste hätten sich letztmals Ende 
2017 manifestiert, wobei die Beschwerdeführerin die Frühwarnzeichen ha-
be erkennen und sich rechtzeitig habe mitteilen können und somit eine 
schwerere Krise dank rascher medikamentöser Einstellung und psychothe-
rapeutischen Interventionen habe abgewendet werden können. Aktuell sei 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Sept. 2019, IV/19/253, Seite 13

die Beschwerdeführerin recht stabil. Zwischenmenschliche Spannungen 
oder Unstimmigkeiten könnten sie nach wie vor über längere Zeit verunsi-
chern und gedanklich beschäftigen. Menschenansammlungen, volle öffent-
liche Transportmittel oder öffentliche Räume erzeugten Stress und würden 
wenn möglich vermieden. Die behandelnden Medizinalpersonen attestier-
ten eine 70 %-ige Arbeitsunfähigkeit. Die Beschwerdeführerin arbeite als 
selbstständige ... und könne sich ihre Zeit selbstständig einteilen. Unter den 
aktuellen Umständen sei die Erwerbstätigkeit (zirka 30 % und mindestens 
zwölf Wochen Ferien über das Jahr verteilt) zumutbar und auch erwünscht. 
Bei der Alltagsbewältigung (Haushalt, soziale Kontakte) sei sie auf die Un-
terstützung ihres Mannes angewiesen, welcher ihr auch emotionale Si-
cherheit vermittle. Es bestünden erhöhte Ermüdbarkeit und reduzierte 
Belastbarkeit, insbesondere in Gruppen oder grösseren Menschenan-
sammlungen bestehe die Vulnerabilität, bei sozialem Stress mit Angst, 
Verunsicherung oder Panik zu reagieren. Bei anhaltendem Stress mit 
Angst sei es möglich, dass die Ängste in den wahnhaften Bereich kippen 
könnten. Einerseits benötige die Beschwerdeführerin eine regelmässige 
Tagesstruktur, andererseits müsse sie die Möglichkeit haben, flexibel auf 
körperliche und psychische Ermüdung zu reagieren. Ausserdem seien 
genügend grosse Erholungsphasen (Ferien) angezeigt.

5.2 Gestützt auf den überzeugenden Bericht (zum Beweiswert eines 
medizinischen Berichtes vgl. BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 
5.1 S. 232, 125 V 351 E. 3a S. 352) der Psychologin C.________ und des 
Dr. med. D.________ vom 18. August 2018 ist erstellt, dass die Beschwer-
deführerin ihre Restarbeitsfähigkeit als selbstständigerwerbende ... mit dem 
aktuell ausgeübten Pensum von zirka 30 % optimal verwertet (AB 95/5 Ziff. 
13 f.). Darauf ist abzustellen. 

5.3 Zu Recht nicht umstritten ist der Status (vgl. E. 3.3 hiervor) von 
90 % Erwerb und 10 % Haushalt (AB 99/3 Ziff. 2), so dass die Invaliditäts-
bemessung aufgrund der gemischten Methode (vgl. E. 3.4 und 3.6 hiervor) 
durchzuführen ist.

5.3.1 Im Erwerbsbereich hat die Beschwerdegegnerin zu Recht die aus-
serordentliche Bemessungsmethode (vgl. E. 3.5 hiervor) angewandt (AB 
99/9): Anders als in der Beschwerde vom 21. März 2019, S. 1 f., ange-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Sept. 2019, IV/19/253, Seite 14

nommen, kann nicht bestimmt werden, welches Einkommen die Beschwer-
deführerin als Gesunde in einer Tätigkeit als ... erzielen würde; insbesonde-
re kann nicht direkt auf Stundenansätze abgestellt werden, da diese einer-
seits nicht reines Einkommen sind, sondern davon Aufwände abzuziehen 
wären, und andererseits nicht klar ist, mit wie vielen Stunden dieser Betrag 
zu multiplizieren wäre, ist doch völlig unklar, wie viele … die Beschwerde-
führerin als Gesunde hätte und wie sich der hypothetische Geschäftsver-
lauf gestaltete. Die konkrete Bemessung der Invalidität aufgrund der 
ausserordentlichen Methode ist nicht zu beanstanden (zunächst Feststellen 
der behinderungsbedingten Einschränkungen [AB 99/5], anschliessend 
Bestimmung der erwerblichen Einbusse aufgrund eines Tabellenlohnes 
[Tabelle TA1_tirage_skill_level, Ziff. 86 - 88 Gesundheits- und Sozialwe-
sen, Frauen, Kompetenzniveau 4] mit einem Jahreslohn ohne Einschrän-
kung von Fr. 80'644.-- [= 90 % von 7'467.-- x 12 Monate] respektive einem 
Jahreslohn mit Einschränkungen von Fr. 32‘257.-- [= 40 % {entsprechend 
der Restarbeitsfähigkeit gemäss AB 99/5 „Arbeit an …“} von 90 % von 
Fr. 7'467.-- x 12 Monate; AB 99/9]). Damit beträgt die Einschränkung im 
Erwerbsbereich 60 % (AB 99/9), was gewichtet mit dem Anteil des Er-
werbsbereiches von 90 % zu einer Einschränkung von 54 % führt. 

5.3.2 Der Abklärungsbericht (zum Beweiswert eines solchen vgl. BGE 
140 V 543 E. 3.2.1 S. 547, 130 V 61 E. 6.2 S. 63) vom 6. Dezember 2018 
ist auch hinsichtlich Einschränkungen im Aufgabenbereich nicht zu bean-
standen, was zu einer Einschränkung von 25.9 %, gewichtet zu 2.59 %, 
führt (AB 99/11 ff.).

5.4 Bei einer Gesamtinvalidität von 57 % besteht Anspruch auf eine 
halbe Rente (vgl. E. 3.2 hiervor). Nicht zu beanstanden ist, dass die Be-
schwerdegegnerin gestützt auf den Gesundheits- und Geschäftsverlauf 
diesen Invaliditätsgrad ab September 2016 annimmt (AB 99/15). Damit 
besteht ab diesem Zeitpunkt allein Anspruch auf eine halbe Rente.

5.5 Die Beschwerdeführerin hat die Verbesserung ihres Gesundheits-
zustandes erst 2018 (AB 86) gemeldet, obwohl sie dies offensichtlich früher 
hätte tun müssen und können. In der Folge ist die ganze Rente gemäss 
Art. 88bis Abs. 2 lit. b IVV (vgl. E. 3.7.6 hiervor) rückwirkend auf September 
2016 auf eine halbe Rente zu reduzieren. Die Dreimonatsfrist des Art. 88a 

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Abs. 1 IVV ist hier im Übrigen nicht zu berücksichtigen, da Art. 88bis Abs. 2 
lit. b IVV explizit den Eintritt der Änderung als massgebend vorschreibt. 

5.6 Die Neuregelung der Invaliditätsbemessung bei Teilerwerbstätigen 
(Art. 27bis IVV; vgl. E. 3.6 hiervor) per Januar 2018 stellt einen in der Ver-
ordnung vorgesehenen Revisionsgrund dar (Abs. 1 der Übergangsbestim-
mungen zur Änderung vom 1. Dezember 2017). Dies gilt auch im 
Anwendungsbereich der ausserordentlichen Methode, da in dieser Konstel-
lation ebenfalls neu von einem hypothetischen Vollzeitpensum auszugehen 
ist. In der Folge hatte die Beschwerdegegnerin per Januar 2018 zur Prü-
fung des Rentenanspruchs eine neue Invaliditätsbemessung durchzuführen 
(vgl. Beschwerde vom 21. März 2019, S. 2 Ziff. 2). 

Die Invaliditätsbemessung durch die Beschwerdegegnerin ist auch für die 
Zeit ab Januar 2018 nicht zu beanstanden (AB 99/10; neu wird von einem 
Jahreslohn ohne Einschränkungen aufgrund eines Vollzeitpensums ausge-
gangen, d.h. es erfolgt keine Umrechnung mehr auf ein Pensum von 90 %). 
Damit beträgt die Einschränkung im Erwerbsbereich neu 64 % (AB 99/10), 
gewichtet 57.6 %, was mit der – auch weiterhin massgebenden – gewichte-
ten Einschränkung von 2.59 % im Aufgabenbereich (vgl. E. 5.3.2 hiervor) 
zu einer Gesamtinvalidität von 60 % und damit ab Januar 2018 zum An-
spruch auf eine Dreiviertelsrente führt (vgl. E. 3.2 hiervor). 

6.

6.1 Unrechtmässig bezogene Leistungen sind zurückzuerstatten. Wer 
Leistungen in gutem Glauben empfangen hat, muss sie nicht zurückerstat-
ten, wenn eine grosse Härte vorliegt (Art. 25 Abs. 1 ATSG).

6.2 Zu Unrecht bezogene Geldleistungen, die auf einer formell rechts-
kräftigen Verfügung beruhen, können, unabhängig davon, ob die zur Rück-
forderung Anlass gebenden Leistungen förmlich oder formlos verfügt 
worden sind, nur zurückgefordert werden, wenn entweder die für die Wie-
dererwägung (wegen zweifelloser Unrichtigkeit und erheblicher Bedeutung 
der Berichtigung) oder die für die prozessuale Revision (wegen vorbestan-
dener neuer Tatsachen oder Beweismittel) bestehenden Voraussetzungen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Sept. 2019, IV/19/253, Seite 16

erfüllt sind (BGE 142 V 259 E. 3.2 S. 260, 130 V 318 E. 5.2 S. 320; Ent-
scheid des Bundesgerichts [BGer] vom 5. Juli 2018, 8C_121/2017, E. 3.1).

6.3 Der Versicherungsträger kann auf formell rechtskräftige Verfügun-
gen oder Einspracheentscheide zurückkommen, wenn diese zweifellos 
unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist 
(Art. 53 Abs. 2 ATSG). Die Wiedererwägung dient der nachträglichen Kor-
rektur einer ursprünglich unrichtigen Rechtsanwendung oder Sachverhalts-
feststellung durch die Verwaltung (BGE 117 V 8 E. 2c S. 17; SVR 2018 IV 
Nr. 33 S. 107 E. 5.3; Entscheid des BGer vom 30. Oktober 2012, 
9C_396/2012, E. 2.1).

6.4 Der Rückforderungsanspruch erlischt mit dem Ablauf eines Jahres, 
nachdem die Versicherungseinrichtung davon Kenntnis erhalten hat, 
spätestens aber mit dem Ablauf von fünf Jahren nach der Entrichtung der 
einzelnen Leistung. Wird der Rückerstattungsanspruch aus einer strafbaren 
Handlung hergeleitet, für welche das Strafrecht eine längere Verjährungs-
frist vorsieht, so ist diese Frist massgebend (Art. 25 Abs. 2 ATSG).

Für den Beginn der relativen einjährigen Verwirkungsfrist ist nicht das 
erstmalige unrichtige Handeln und die daran anknüpfende unrechtmässige 
Leistungsausrichtung massgebend. Unter der Wendung "nachdem die Ver-
sicherungseinrichtung davon Kenntnis erhalten hat", ist der Zeitpunkt zu 
verstehen, in dem die Verwaltung bei Beachtung der ihr zumutbaren Auf-
merksamkeit hätte erkennen müssen, dass die Voraussetzungen für eine 
Rückerstattung bestehen, oder mit andern Worten, in welchem sich der 
Versicherungsträger hätte Rechenschaft geben müssen über Grundsatz, 
Ausmass und Adressat des Rückforderungsanspruchs, was – unter ande-
rem – voraussetzt, dass über die Unrechtmässigkeit des Leistungsbezugs 
rechtmässig verfügt (bzw. im Beschwerdefall gerichtlich befunden) wurde 
(BGE 140 V 521 E. 2.1 S. 525; SVR 2017 BVG Nr. 7 S. 29 E. 5.1, 2011 EL 
Nr. 7 S. 22 E. 3.2.1). 

6.5 Obwohl ab September 2016 allein Anspruch auf eine halbe Rente 
und ab Januar 2018 auf eine Dreiviertelsrente bestand (vgl. E. 5.4 - 5.6 
hiervor), bezog die Beschwerdeführerin während dieser Zeit eine ganze 
Rente. Die Leistungsausrichtung war deshalb zweifellos unrichtig und die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Sept. 2019, IV/19/253, Seite 17

Berichtigung ist von erheblicher Bedeutung (vgl. E. 6.3 hiervor), weshalb 
die Beschwerdegegnerin darauf zurückkommen durfte. In der Folge ist die 
Leistungsausrichtung teilweise zu Unrecht erfolgt, weshalb die Beschwer-
degegnerin die zu viel ausgerichteten Leistungen zurückfordern musste. 

Die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Rückforderung ist jedoch 
nicht korrekt:

Mit der Verfügung vom 26. März 2019 (AB 112) betreffend den Zeitraum 
vom 1. September 2016 bis 30. April 2018 (Verfahren IV/2019/270) hat sie 
die ausgerichtete ganze Rente im Betrag von monatlich Fr. 483.-- bzw. total 
Fr. 9‘660.-- (20 x Fr. 483.--) zurückgefordert, ohne jedoch für diese Zeit-
spanne diejenigen Rentenbetreffnisse anzurechnen, auf welche die Be-
schwerdeführerin tatsächlich Anrecht hatte. Es sind dies für die Zeit vom 
1. September 2016 bis 31. Dezember 2017 eine halbe Rente im Betrag von 
Fr. 242.-- monatlich bzw. Fr. 3'872.-- (16 x Fr. 242.--) und für die Zeit vom 
1. Januar 2018 bis 30. April 2018 eine Dreiviertelsrente im Betrag von 
Fr. 363.-- monatlich bzw. Fr. 1‘452.-- (4 x Fr. 363.--). Für die Zeit vom 
1. September 2016 bis 30. April 2018 reduziert sich somit der Rückforde-
rungsbetrag von Fr. 9‘660.-- um total Fr. 5‘324.-- (Fr. 3‘872.-- + Fr. 1‘452.--) 
auf Fr. 4‘336.--. 

Für die Zeit vom 1. Mai 2018 bis 31. März 2019 wurde mit Verfügung vom 
26. März 2019 (AB 111; Verfahren IV/2019/271) unter Anrechnung der zu-
stehenden Ansprüche ein Betrag von Fr. 1‘323.-- zurückgefordert, was kor-
rekt ist.

Gesamthaft resultiert damit in den beiden Verfahren IV/2019/270 und 
IV/2019/271 anstatt ein Rückforderungsbetrag von total Fr. 10‘983.-- 
(Fr. 9‘660.-- + Fr. 1‘323.--) ein solcher von total Fr. 5‘659.-- (Fr. 4‘336.-- + 
Fr. 1‘323.--). 

6.6 Da die Verwaltung innert Jahresfrist nach Kenntnis des Rückforde-
rungsanspruchs die Leistungen zurückgefordert hat und diese Leistungen 
nicht mehr als fünf Jahre vorher entrichtet worden sind, ist die Rückforde-
rung nicht verwirkt (vgl. E. 6.4 hiervor).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Sept. 2019, IV/19/253, Seite 18

7.

Nach dem Dargelegten sind die Beschwerden in den Verfahren 
IV/2019/253 betreffend Rente und IV/2019/271 betreffend Rückforderung 
für die Zeit vom 1. Mai 2018 bis 31. März 2019 abzuweisen. Die Beschwer-
de im Verfahren IV/2019/270 betreffend Rückforderung für die Zeit vom 
1. September 2016 bis 30. April 2018 ist teilweise gutzuheissen und die 
angefochtene Verfügung vom 26. März 2019 (AB 112) ist dahingehend 
abzuändern, als sich der Rückforderungsbetrag auf Fr. 4‘336.-- beläuft; im 
Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen. 

8.

8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. Die Kosten sind auch bei vereinigten 
Verfahren so zu verlegen, wie wenn die verschiedenen Eingaben getrennt 
behandelt worden wären (vgl. MERKLI/AESCHLIMANN/HERZOG, Kommentar 
zum bernischen VRPG, 1997, Art. 17 N. 7).

Vorliegend handelt es sich sowohl beim Verfahren hinsichtlich der Herab-
setzung der Rente (Verfahren IV/2019/253) als auch bei denjenigen betref-
fend Rückerstattung zu Unrecht bezogener Rentenleistungen (Verfahren 
IV/2019/270 und IV/2019/271) um Streitigkeiten im Zusammenhang mit der 
Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen, so dass alle Verfahren 
kostenpflichtig sind. 

8.1.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens IV/2019/253 betreffend Ren-
tenanspruch hat die unterliegende Beschwerdeführerin die Verfahrenskos-
ten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). 
Diese sind dem geleisteten Kostenvorschuss gleicher Höhe zu entnehmen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Sept. 2019, IV/19/253, Seite 19

8.1.2 Mit Blick darauf, dass die Beschwerdeführerin in den Verfahren 
IV/2019/270 und IV/2019/271 anstatt Fr. 10‘983.-- nur Fr. 5‘659.-- an zu viel 
bezogenen Rentenleistungen zurückerstatten muss (vgl. E. 6.5 hiervor), ist 
von einem hälftigen Obsiegen der Beschwerdeführerin auszugehen. Die 
gesamthaft für diese beiden Verfahren auf Fr. 500.-- bestimmten Verfah-
renskosten haben somit die Beschwerdegegnerin und die Beschwerdefüh-
rerin je zur Hälfte, d.h. im Umfang von je Fr. 250.-- zu tragen (Art. 108 Abs. 
1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der Anteil der Beschwerdeführerin ist 
dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 500.-- zu entnehmen. Der Be-
schwerdeführerin sind nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils die ver-
bleibenden Fr. 250.-- zurückzuerstatten.

8.2

8.2.1 Bei diesen Verfahrensausgängen in den Verfahren IV/2019/253 und 
IV/2019/271 besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehr-
schluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

8.2.2 Die nicht anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin hat trotz des 
teilweisen Obsiegens im Verfahren IV/2019/270 keinen Anspruch auf eine 
Parteientschädigung, da es sich beim vorliegenden Beschwerdeverfahren 
nicht um eine komplizierte Sache handelt und die Interessenwahrung der 
Beschwerdeführerin auch nicht einen Arbeitsaufwand erfordert hat, der den 
Rahmen dessen überschreitet, was der oder die einzelne üblicher- und 
zumutbarerweise nebenbei zur Besorgung der persönlichen Angelegenhei-
ten auf sich zu nehmen hat (BGE 127 V 205 E. 4b S. 207).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Verfahren IV/2019/253, IV/2019/270 und IV/2019/271 werden ver-
einigt.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Sept. 2019, IV/19/253, Seite 20

2. Im Verfahren IV/2019/253 betreffend Rente wird die Beschwerde ab-
gewiesen. 

3. Im Verfahren IV/2019/271 betreffend Rückforderung für die Zeit vom 
1. Mai 2018 bis 31. März 2019 wird die Beschwerde abgewiesen. 

4. Im Verfahren IV/2019/270 betreffend Rückforderung für die Zeit vom 
1. September 2016 bis 30. April 2018 wird die Beschwerde teilweise 
gutgeheissen und die Verfügung der IV-Stelle Bern vom 26. März 2019 
wird insoweit abgeändert, als sich der Rückforderungsbetrag auf 
Fr. 4‘336.-- beläuft. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen. 

5. Die Verfahrenskosten im Verfahren IV/2019/253 von Fr. 800.-- werden 
der Beschwerdeführerin zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten 
Kostenvorschuss in gleicher Höhe entnommen.

6. Die Verfahrenskosten in den Verfahren IV/2019/270 und IV/2019/271 
von Fr. 500.-- haben die Beschwerdegegnerin und die Beschwerdefüh-
rerin je zur Hälfte, d.h. im Umfang von je Fr. 250.-- zu bezahlen. Der 
Anteil der Beschwerdeführerin wird dem geleisteten Kostenvorschuss 
von Fr. 500.-- entnommen. Der Beschwerdeführerin werden nach Ein-
tritt der Rechtskraft dieses Urteils die verbleibenden Fr. 250.-- zurück-
erstattet. 

7. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

8. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 

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Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.