# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1f2d1986-9999-5c27-a122-5786693e24b6
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-10-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.10.2008 E-4546/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4546-2006_2008-10-07.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-4546/2006/ame

{T 0/2}

U r t e i l  v o m  7 .  O k t o b e r  2 0 0 8

Richter Kurt Gysi (Vorsitz), Richter Maurice Brodard, 
Richterin Marianne Teuscher, 
Gerichtsschreiber Christoph Berger.

A._______, geboren _______, Sudan,
vertreten durch Zürcher Freiplatzaktion für Asylsuchende, 
_______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Flüchtlingseigenschaft und Asyl; Verfügung des BFM vom 
10. Juni 2005 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-4546/2006

Sachverhalt:

A.
Der Beschwerdeführer  verliess  den Sudan am 5. Oktober  2004 und 
gelangte  über  Katar  auf  dem  Luftweg  am  6.  Oktober  2004  in  die 
Schweiz. Am 11. Oktober 2004 suchte er in der Empfangsstelle Vallor-
be um Asyl  nach. Am 21. Oktober 2004 wurde er  im Transitzentrum 
Altstätten und am 4. November 2004 durch die zuständige kantonale 
Behörde zu den Ausreisegründen angehört.

B.
Bezüglich  der  Begründung  seines  Asylgesuches  im  Einzelnen  kann 
auf die Akten und bezüglich der Zusammenfassung des Sachverhaltes 
auf die angefochtene Verfügung verwiesen werden (vgl. angefochtene 
Verfügung vom 10. Juni 2005 S. 2). Im Wesentlichen machte der Be-
schwerdeführer  geltend,  er  habe  seit  dem  Jahre  1999  bei  der 
International Federation of Red Cross (IFRC) in (...) als (...) gearbeitet. 
Im  Februar  2001  sei  er  von  Mitgliedern  des  sudanesischen 
Geheimdienstes  aufgefordert  worden,  ausländische  Mitarbeiter  des 
IFRC  auszuspionieren  und  entsprechende  Informationen  an  den 
Geheimdienst  weiterzuleiten. Da er  dieser Aufforderung nicht  gefolgt 
sei, sei er vom Geheimdienst festgenommen und mit einer Eisenstan-
ge auf den Kopf geschlagen worden, worauf er sich in spitalärztliche 
Pflege habe begeben müssen. Nachdem er die Arbeit  wieder aufge-
nommen und sich weiterhin geweigert habe, die Bespitzelungsaufträge 
wahrzunehmen,  sei  er  bis  im  Oktober  2002  etwa  dreissig  Mal  vom 
Sicherheitsdienst mitgenommen worden. Er habe die Arbeit beim IFRC 
aufgegeben  und  sich  zwischen  Oktober  2002  und  Juli  2003  am 
Wohnort  seiner  Familie  in  Süddarfur  aufgehalten,  bevor  er  von 
Beamten  des  Sicherheitsdienstes  unter  dem  Vorwurf,  Kontakte  zur 
Volkskongresspartei  (PNC)  zu  pflegen,  festgenommen  und  nach 
Khartum gebracht worden sei. Er sei über Mitglieder der Partei befragt 
und aufgefordert worden, Informationen über die Partei zu beschaffen, 
der sein Bruder angehört habe. Weiter sei er angehalten worden, für 
den Roten Halbmond zu arbeiten und Informationen über ausländische 
Mitarbeiter  dieser  Organisation  zu  beschaffen.  Da  er  sich  dem 
wiederum verweigert habe, sei er erneut ein paar Mal festgenommen 
und  geschlagen  worden,  so  dass  er  sich  zur  Ausreise  aus  seinem 
Heimatland entschlossen habe. Auf ein Einladungsschreiben des su-
danesischen Roten Halbmondes für  einen Kurs in  Genf habe er auf 
der Schweizerischen Botschaft in Khartum ein Visum erhalten. Als er 

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am 3. Oktober 2004 die Reise in die Schweiz habe antreten wollen, sei 
er frühmorgens von Sicherheitskräften festgenommen worden. Am 5. 
Oktober 2004 habe er mit Hilfe eines ihm unbekannten Mannes, den 
ihm  ein  Freund  vermittelt  habe,  die  Kontrollen  am  Flughafen  von 
Khartum passieren können und sei mit eigenem Pass und im Besitze 
eines Einreisevisums in die Schweiz gelangt.

C.
Das BFM stellte mit Verfügung vom 10. Juni 2005 fest, der Beschwer-
deführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht und lehnte sein Asyl-
gesuch ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung des Beschwerde-
führers aus der Schweiz und ordnete den Wegweisungsvollzug an. Zur 
Begründung stellte das BFM im Wesentlichen fest,  der Beschwerde-
führer habe im Verlaufe des Verfahrens zu wesentlichen Punkten un-
terschiedliche und somit widersprüchliche Angaben gemacht. Im Wei-
teren seien seine Vorbringen bezüglich der geltend gemachten zahlrei-
chen Festnahmen zwischen Februar 2001 und Oktober 2002 vage und 
ohne Detailreichtum ausgefallen. Zudem sei der Beschwerdeführer mit 
einem am 23. April 2002 erhaltenen und am 13. September 2004 er-
neuerten Pass und im Besitze einer Ausreisegenehmigung der suda-
nesischen  Behörden  legal  über  den  offiziellen  Grenzübergang  am 
Flughafen in Khartum aus dem Sudan ausgereist, was gegen eine Su-
che  oder  Verfolgung seiner  Person  spreche. Der  Erklärungsversuch, 
eine ihm unbekannte Person habe ihm bei der Ausreise über den Flug-
hafen Khartum geholfen, sei wenig detailliert und teils widersprüchlich 
ausgefallen. Auch gehe aus den Visumsunterlagen der Schweizer Bot-
schaft  sowie  der  Einschätzung  des  Schweizer  Geschäftsträgers  in 
Khartum hervor, dass jeder Mitarbeiter einer NGO im Sudan durch die 
Humanitarian Aid Commission (HAG) auf seine Zuverlässigkeit hin ge-
prüft werde und der Beschwerdeführer keine Probleme mit den suda-
nesischen  Regierungs-  oder  Sicherheitsbehörden  gehabt  habe.  Im 
Rahmen  des  anlässlich  der  Bundesanhörung  gewährten  rechtlichen 
Gehörs zu diesen Auskünften habe der Beschwerdeführer keine plau-
sible Erklärung für die Glaubhaftigkeit seiner geltend gemachten Ver-
folgung vorbringen können. Der geltend gemachte Sachverhalt vermö-
ge demnach den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 
des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht stand-
zuhalten,  weshalb  der  Beschwerdeführer  die  Flüchtlingseigenschaft 
nicht erfülle und das Asylgesuch abzulehnen sei.

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D.
Mit Beschwerde vom 7. Juli  2005 an die Schweizerische Asylrekurs-
kommission  (ARK)  beantragte  der  Beschwerdeführer  durch  seine 
Rechtsvertretung  die  Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung,  die 
Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und die Gewährung von Asyl. 
Eventualiter sei in Feststellung der Unzulässigkeit des Wegweisungs-
vollzuges der Beschwerdeführer vorläufig aufzunehmen. In prozessua-
ler Hinsicht wurde die unentgeltliche Rechtspflege und insbesondere 
der Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses beantragt.

E.
Mit Zwischenverfügung der ARK vom 15. Juli 2005 wurde das Gesuch 
um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gutgeheissen  und 
das BFM zur Vernehmlassung eingeladen.

F.
Mit Vernehmlassung vom 21. Juli 2005 beantragte das BFM die Abwei-
sung der Beschwerde.

G.
Mit Verfügung vom 22. März 2006 forderte die ARK den Beschwerde-
führer auf, aufgrund seiner Heirat mit einer Schweizer Bürgerin ein all-
fälliges Gesuch um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung bei den kan-
tonalen Behörden zu dokumentieren.

H.
Mit  Schreiben vom 31. März 2006 reichte der  Beschwerdeführer ein 
Gesuch um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung bei der zuständigen 
kantonalen Behörde ein.

I.
Der  Beschwerdeführer  wurde  mit  Schreiben  der  ARK vom 21.  April 
2006 angefragt, ob er angesichts der ihm am 5. April 2006 infolge Hei-
rat  mit  einer  Schweizer  Staatsbürgerin  erteilten  fremdenpolizeilichen 
Aufenthaltsbewilligung  an der  Beschwerde  festhalten  oder  diese  zu-
rückziehen wolle. Gleichzeitig stellte die ARK fest, dass das vorliegen-
de  Beschwerdeverfahren  hinsichtlich  der  angeordneten  Wegweisung 
und deren Vollzugs (Dispositiv-Ziffer 3 und 4 der vorinstanzlichen Ver-
fügung vom 10. Juni 2005) zufolge Wegfalls des Rechtschutzinteres-
ses  gegenstandslos  geworden  sei.  Zu dieser  Rückzugsanfrage  liess 
sich der Beschwerdeführer nicht vernehmen.

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J.
Der Beschwerdeführer wurde mit  Verfügung des Bundesverwaltungs-
gerichtes  vom 15. August  2007  erneut  angefragt,  ob  er  an  der  Be-
schwerde festhalten oder diese zurückziehen wolle, wobei er auf die 
Einschätzung der nicht erheblichen Erfolgsaussichten der Beschwerde 
bezüglich der Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft  und somit  der 
Erteilung von Asyl hingewiesen wurde.

K.
Mit Erklärung vom 29. August 2007 teilte der Beschwerdeführer mit, er 
halte weiterhin an seiner Beschwerde fest.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsge-
richt Beschwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgeset-
zes vom 20. Dezember 1968 über  das Verwaltungsverfahren (VwVG, 
SR 172.021). Das Bundesamt für Migration (BFM) gehört zu den Be-
hörden nach  Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundes-
verwaltungsgerichts. Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Ausnahme im 
Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde 
und entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG;  Art. 83 
Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [BGG, 
SR 173.110]).

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat am 1. Januar 2007 die Beurtei-
lung der bei der ARK hängigen Rechtsmittel übernommen. Das neue 
Verfahrensrecht ist anwendbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.3 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Der  Be-
schwerdeführer ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat 
ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Der  Beschwerdeführer  ist  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1, Art. 50 Abs. 1 
und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde wurde zu Recht einge-
treten.

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2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.  

3.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimat-
staat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, 
Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen 
Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nach-
teilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nach-
teilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten nament-
lich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit  sowie 
Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. 
Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 
AsylG).

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen oder zumindest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit  für  gegeben hält. Unglaubhaft  sind insbesondere Vorbringen, 
die in  wesentlichen Punkten zu wenig begründet  oder in sich wider-
sprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich 
auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 
AsylG).

4.

4.1 Entgegen der  Rüge in  der  Rechtsmitteleingabe ist  festzustellen, 
dass der  geltend gemachte Sachverhalt  vom BFM zu Recht  und im 
Resultat  mit  zutreffender  Begründung  als  unglaubhaft  im  Sinne  von 
Art. 7 AsylG erachtet worden ist.

4.2 Die Vorinstanz hat erhebliche Widersprüche in zentralen Elemen-
ten der Aussagen des Beschwerdeführers überzeugend dargelegt und 
die entsprechenden Protokollstellen aufgezeigt und benannt. Die dies-
bezüglichen Einwände in der Beschwerde sind nicht stichhaltig. So er-
kannte das BFM zu Recht auf einen Widerspruch, wenn der Beschwer-
deführer in der Empfangsstelle zu Protokoll  gab, es sei  ihm im Rah-
men der Festnahme im Juli 2003 und somit im Anschluss an seinen 

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Aufenthalt  in  Süddarfur  sowie  im  Zusammenhang  mit  seiner  Rück-
führung nach Khartum die Nase gebrochen worden (A1/11 S. 5), dem-
gegenüber bei der kantonalen Anhörung dieses Ereignis in das Jahr 
2002 vor den Aufenthalt in Süddarfur vom Oktober 2002 bis Juli 2003 
setzt  (A8/46 S. 23 und 29). Die  Entgegnung in  der  Beschwerde,  es 
könne durchaus vorkommen, dass sich bei längeren Befragungen ein-
mal  Fehler  einschleichen  könnten,  kann  in  diesem  Zusammenhang 
nicht gehört werden. So handelt es sich vorliegend nicht um eine blos-
se  versehentliche  Verwechslung  einer  Jahreszahl,  sondern  der  Be-
schwerdeführer hat das Ereignis nicht nur zeitlich, sondern auch sach-
lich  in  einen  widersprüchlichen  Zusammenhang  gestellt,  was  ange-
sichts der erheblichen Verletzung und einer fünfmonatigen Heilungs-
dauer (A8/46 S. 23) nicht nachvollziehbar erscheinen würde, hätte er 
dies tatsächlich erlebt. Auch bezüglich der geltend gemachten letzten 
Festnahme vom 3. Oktober 2004 hat das BFM zu Recht widersprüchli-
che Aussagen festgestellt, wenn er einerseits die Haftdauer auf einein-
halb Tage (A1/11 S. 6) und andererseits auf zirka neun Stunden fest-
legt  (A8/46  S.  19).  Die  Entgegnung  in  der  Beschwerde,  die  unter-
schiedlichen Angaben würden bloss auf einer falschen Ausdruckswei-
se beruhen, vermag nicht zu überzeugen. Ebenso sind die Erwägun-
gen  des  BFM bezüglich  der  widersprüchlichen  Angaben  zur  Anzahl 
und den Zeitpunkten der angeblichen Festnahmen im Jahre 2004 nicht 
zu beanstanden und die Erklärungsversuche in der Rechtsmitteleinga-
be als unbehelflich und hinsichtlich der Aktenlage nicht kongruent zu 
bezeichnen, hat der Beschwerdeführer doch die angeblich im August 
2004  stattgefundenen  Festnahmen  in  der  Empfangsstelle  nicht 
angeführt.

4.3 Auch hat die Vorinstanz zu Recht erwogen, wonach der Beschwer-
deführer zu wesentlichen Punkten nicht in der Lage war, konkrete und 
hinreichend substanziierte Angaben zu machen, wozu er jedoch hätte 
befähigt gewesen sein müssen, hätte er den vorgebrachten Sachver-
halt tatsächlich persönlich erlebt. Die Schilderungen zu den Festnah-
men sind in der Tat ohne Realkennzeichen geblieben, die bei entspre-
chenden Erlebnissen jedoch erwartet  werden dürften und in Berück-
sichtigung  der  gesamten  Aktenlage  entgegen  der  Vorbringen  in  der 
Beschwerde  dieser  Mangel  vorliegend  nicht  erklärbar  ist.  Dem  Be-
schwerdeführer ist zwar insoweit zu folgen, als er in der Beschwerde 
ausführt, ein vorgebrachter Sachverhalt müsse als Ganzes einen Sinn 
ergeben.  Dies  erscheint  gerade  vorliegend  nicht  erfüllt,  entbehrt  es 
doch in Beachtung länderkundlicher Erkenntnisse einer realen Grund-

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lage,  dass sich der  sudanesische Geheimdienst  und dessen Sicher-
heitskräfte in der vom Beschwerdeführer geschilderten Art über Jahre 
von diesem hätten hinhalten lassen.

4.4 Die Vorinstanz hat in zutreffender Weise die Voraussetzungen für 
den Erhalt beziehungsweise die Erneuerung eines sudanesischen Rei-
sepasses und die Ausreisegenehmigung der sudanesischen Behörden 
benannt. Vor diesem Hintergrund und in Berücksichtigung der strengen 
Handhabung zur Erteilung einer Ausreisegenehmigung durch die su-
danesischen Sicherheitskräfte und der einlässlichen Kontrollen bei der 
Ausreise  über  den  internationalen  Flughafen  in  Khartum wäre  nicht 
nachvollziehbar, dass der  Beschwerdeführer mit  eigenem Pass legal 
sein Heimatland hätte verlassen können, wenn er ernsthaften Nach-
stellungen  der  sudanesischen  Behörden  ausgesetzt  gewesen  wäre. 
Auch ist der Erklärungsversuch des Beschwerdeführers, eine ihm un-
bekannte Person habe ihm bei der Ausreise über den Flughafen Khar-
tum geholfen, in Bestätigung der vorinstanzlichen Erwägungen wenig 
detailliert und teils widersprüchlich ausgefallen. Die bloss gegenteilige 
Behauptung in der Beschwerde vermag nicht durchzudringen.

4.5 Dem Beschwerdeführer ist es damit nicht gelungen, für den Zeit-
punkt seiner Ausreise aus dem Sudan eine Verfolgung im Sinne von 
Art. 3 AsylG nachzuweisen oder glaubhaft zu machen. Vor diesem Hin-
tergrund ist zu schliessen, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunk der 
Ausreise aus dem Sudan in den Augen der sudanesischen Behörden 
als unbescholtener Bürger galt. Es ist aufgrund der Aktenlage davon 
auszugehen, dass er auf Einladung der Organisation des Roten Halb-
mondes und nach einer sicherheitsrelevanten Überprüfung der zustän-
digen sudanesischen Behörden sein Heimatland zum Zweck des Be-
suches eines Kurses in Genf legal verlassen hat.

4.6 In  der Rechtsmitteleingabe wird nunmehr vorgebracht,  die Leute 
vom Roten Halbmond und somit auch die Sicherheitsbeamten hätten 
von der Flucht des Beschwerdeführers erfahren und weil er sich hier in 
der Schweiz über die Vorgänge innerhalb des Roten Halbmondes und 
die Bedrohung seitens der Sicherheitsbeamten geäussert habe, beste-
he  für  ihn  das  grosse  Risiko,  bei  einer  Rückkehr  in  den  Sudan  un-
menschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung ausgesetzt 
zu werden. Wer sich darauf beruft, dass durch sein Verhalten nach der 
Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat - insbesondere durch 
politische Exilaktivitäten -  eine  Gefährdungssituation  erst  geschaffen 

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worden ist, sich somit auf das Vorliegen subjektiver Nachfluchtgründe 
beruft,  hat  begründeten  Anlass  zur  Furcht  vor  künftiger  Verfolgung, 
wenn  der  Heimat-  oder  Herkunftsstaat  mit  erheblicher 
Wahrscheinlichkeit  von den Aktivitäten  im Ausland erfahren hat  und 
die Person deshalb bei einer Rückkehr in flüchtlingsrechtlich relevanter 
Weise verfolgt würde (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der ARK 
[EMARK]  2006  Nr.  1  E.  6.1  S.  10;  2000  Nr.  16  E.  5a  S.  141  f.). 
Subjektive  Nachfluchtgründe  begründen  zwar  die  Flüchtlingsei-
genschaft im Sinne von Art. 3 AsylG, führen jedoch nach Art. 54 AsylG 
zum Ausschluss der Asylgewährung. Die vom Gesetzgeber bezweckte 
Bestimmung  subjektiver  Nachfluchtgründe  als  Asylausschlussgrund 
verbietet ein Addieren solcher Gründe mit Fluchtgründen vor der Aus-
reise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat, die für sich allein nicht zur 
Anerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  ausreichen  (vgl.  EMARK 
1995 Nr. 7 E. 7b und 8 S. 67 und 70).

4.7 Das Interesse der sudanesischen Behörden ist in Wirklichkeit be-
schränkt  auf  die  eigentlichen  Regimegegner,  welche  gegebenenfalls 
mit  den zur  Verfügung stehenden,  beschränkten Personalressourcen 
überwacht werden, soweit dies überhaupt möglich ist. Der Beschwer-
deführer gehört  nicht zu dieser Kategorie von Zielpersonen. Dies er-
gibt sich zum einen aus dem Umstand, dass ihm die sudanesischen 
Behörden einen Reisepass ausgestellt und erneuert sowie seine lega-
le Ausreise über den bestens kontrollierten Flughafen von Khartoum 
zugelassen haben. Der Beschwerdeführer verfügt über kein Profil, wel-
ches  die  sudanesischen  Behörden  als  staatsfeindliche  Aktivität  im 
Ausland auffassen könnten. Man darf darüber hinaus berechtigterwei-
se  auch  davon  ausgehen,  dass  die  sudanesischen  Behörden  kein 
Interesse an unterschwelligen Aktivitäten ihrer Landsleute haben, mit 
denen  Emigranten  offensichtlich  eine  vorläufige  Aufnahme  in  ihrem 
Zielland anvisieren. Zudem sind die entsprechenden Vorbringen in der 
Rechtsmitteleingabe, wonach der Beschwerdeführer die Vorgänge in-
nerhalb des Roten Halbmondes und die Bedrohung seitens der Sicher-
heitsbehörden  geäussert  habe,  bezüglich  deren  Inhalts  derart  vage 
und unsubstanziiert  und bezüglich der Zielgruppe derart  unbestimmt 
sowie im Verlaufe des Beschwerdeverfahrens mit keinen verwertbaren 
Konkretisierungen gestützt, so dass kein Sachverhalt erstellt ist, der im 
Rahmen subjektiver Nachfluchtgründe eine Furcht vor flüchtlingsrele-
vanten Nachteilen begründet  erscheinen liesse. Dasselbe gilt  für  die 
vagen Vermutungen,  wonach die Schweizer Botschaft  keine Gewähr 
habe leisten können,  dass seine Geschichte den Leuten vom Roten 

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Halbmond  nicht  bekannt  geworden  sei.  Vor  diesem  Hintergrund  be-
steht kein hinreichender Anlass zur Annahme, dass der Beschwerde-
führer bei der Rückkehr in den Sudan mit ernsthaften Nachteilen von 
Seiten des sudanesischen Regimes zu rechnen hätte.
Bei dieser Sachlage ist die geltend gemachte Furcht vor künftiger Ver-
folgung als unbegründet zu erkennen, weshalb das Vorliegen von sub-
jektiven Nachfluchtgründen im Sinne von Art. 54 AsylG zu verneinen 
ist.

4.8 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen erübrigt es sich, im Zu-
sammenhang mit der Frage der flüchtlingsrechtlichen Relevanz auf die 
weiteren Ausführungen in der Beschwerde im Einzelnen einzugehen, 
weil  sie  am Ergebnis  nichts  ändern  können. Unter  Berücksichtigung 
der gesamten Umstände folgt, dass der Beschwerdeführer keine Grün-
de nach Art. 3 AsylG nachweisen oder glaubhaft  machen kann. Das 
Bundesamt hat sein Asylgesuch zu Recht abgelehnt.

5.

5.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein-
heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). Gemäss Art. 32 Bst. a Asylver-
ordnung 1  vom  11. August  1999  über  Verfahrensfragen  (AsylV 1, 
SR  142.311)  wird  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  nicht  verfügt, 
wenn die Asyl suchende Person im Besitz einer gültigen Aufenthalts- 
oder Niederlassungsbewilligung ist.

5.2 Der Beschwerdeführer verfügt über eine fremdenpolizeiliche Auf-
enthaltsbewilligung.  Somit  erübrigen  sich  weitere  Ausführungen  hin-
sichtlich der Wegweisung und der Durchführbarkeit des Wegweisungs-
vollzugs.

6.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  AsylG). Das 
Bundesamt hat zu Recht die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerde-
führers  verneint  und das Asylgesuch abgewiesen.  Bezüglich  dieser 
Punkte  ist  die  vorinstanzliche  Verfügung  zu  bestätigen  und  die  Be-
schwerde abzuweisen. Soweit  die  Frage der  Wegweisung betreffend 

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ist die Beschwerde als gegenstandslos geworden abzuschreiben (Art. 
58 VwVG).

7.
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  wären  die  reduzierten  Kosten 
dem Beschwerdeführer  aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Jedoch 
besteht aufgrund der Akten keine Veranlassung, auf die Gutheissung 
des Gesuches um unentgeltliche Rechtspflege zurückzukommen, so-
dass keine Verfahrenskosten aufzuerlegen sind (Art. 65 Abs. 1 VwVG).

8.
Der Beschwerdeführer  ist  mit  seinem Rechtsbegehren bezüglich der 
Wegweisung  und  des  Wegweisungsvollzuges  letztlich  durchgedrun-
gen, jedoch ist keine Parteientschädigung zuzusprechen, da das Ver-
fahren  einerseits  aus  einem  ausserhalb  des  objektiv  vorgegebenen 
Prozessgegenstandes liegenden Grund -  alleine aufgrund der Heirat 
mit einer Schweizer Bürgerin - gegenstandslos geworden ist und an-
derseits  die  Beschwerde  im  Wegweisungs-  und  Vollzugspunkt  -  bei 
nicht erfolgter Heirat - aufgrund der Aktenlage hätte abgewiesen wer-
den müssen (Art. 64 Abs. 1 VwVG; Art. 15 und Art. 7 des Reglements 
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsge-
richt vom 21. Februar 2008 [VGKE, SR 173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 11

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit sie die Frage der Anerken-
nung der Flüchtlingseigenschaft und der Gewährung von Asyl betrifft; 
soweit die Frage der Wegweisung betreffend, wird die Beschwerde als 
gegenstandslos geworden abgeschrieben.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

3.
Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-

ten Ref.-Nr. N_______ (per Kurier; in Kopie)
- Y._______ (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Kurt Gysi Christoph Berger

Versand: 

Seite 12