# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a7bc2aa5-4802-53a0-93cb-c63c46a79ae8
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-02-22
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 22.02.2022 200 2020 848
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-848_2022-02-22.pdf

## Full Text

200 20 848 IV
WIS/SCC/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 22. Februar 2022

Verwaltungsrichterin Wiedmer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichterin Mauerhofer
Gerichtsschreiberin Schertenleib Gamero

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 26. Oktober 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Feb. 2022, IV/20/848, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1965 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich erstmals im Februar 2015 unter Hinweis auf Angstzustände, 
"Hyperventilieren" sowie eine Schlafstörung bei der IV-Stelle Bern (IVB 
bzw. Beschwerdegegnerin) zum Leistungsbezug an (Akten der IVB, [act. II] 
1). Nach einem Belastbarkeitstraining in der C.________ (act. II 20; 23, 30 
S. 2 ff., 31) und stationären bzw. teilstationären sowie ambulanten psychia-
trischen Behandlungen (act. II 49 S. 2; 56 S. 1; 78 S. 2 f.) liess die IVB den 
Versicherten in der MEDAS D.________ (nachfolgend MEDAS) polydiszi-
plinär begutachten (Allgemeine Innere Medizin, Psychiatrie, Rheumatologie 
und Pneumologie; MEDAS-Gutachten vom 12. Januar 2017 [act. II 81.1 
ff.]). Nachdem sie die leistungsablehnende Verfügung vom 24. Mai 2017 
(act. II 90) wiedererwägungsweise aufgehoben hatte (act. II 94), veranlass-
te sie eine Begutachtung durch Dr. med. E.________, Facharzt für Psych-
iatrie und Psychotherapie (Gutachten vom 15. August 2017 [act. II 108.1]). 
Die gegen die Verfügung vom 17. Oktober 2017 (act. II 113), mit welcher 
die IVB eine IV-Rente abgelehnt hatte, erhobene Beschwerde (act. II 117/3 
ff.) wies das Verwaltungsgericht des Kantons Bern mit Urteil vom 23. Fe-
bruar 2018 ab (IV/2017/1002 [act. II 122]). Dieses Urteil ist in Rechtskraft 
erwachsen.

Am 4. September 2019 (act. II 136/12) meldete sich der Versicherte erneut 
bei der IVB an (act. II 136). Die IVB holte verschiedene Berichte der be-
handelnden Ärzte ein (act. II 138, 149, 156) und veranlasste danach eine 
psychiatrische Begutachtung durch Dr. med. F.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, ... Spital G.________, Psychiatrie (Gut-
achten vom 27. August 2020 [act. II 177.1]). Nach durchgeführtem Vorbe-
scheidverfahren (act. II 178, 183) lehnte die IVB mit Verfügung vom 26. 
Oktober 2020 einen Rentenanspruch ab (act. II 185).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Feb. 2022, IV/20/848, Seite 3

B.

Am 17. November 2020 erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsan-
walt B.________, beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern Beschwerde 
und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und ihm sei 
ab 1. März 2020 eine halbe Rente zu gewähren.

Mit Beschwerdeantwort vom 15. Dezember 2020 beantragte die IVB die 
Abweisung der Beschwerde.

Mit Replik vom 4. Januar 2021 und Duplik vom 26. Januar 2021 hielten die 
Parteien an ihren Anträgen fest.   

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Feb. 2022, IV/20/848, Seite 4

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 26. Oktober 2020 (act. 
II 185). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf 
eine Rente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

Am 1. Januar 2022 ist die Änderung vom 19. Juni 2020 des IVG (Weite-
rentwicklung der IV; BBl 2020 5535 ff.) in Kraft getreten. Weil in zeitlicher 
Hinsicht – vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – 
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich sind, die bei der Erfül-
lung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbe-
standes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1 S. 370, 144 V 210 E. 4.3.1 
S. 213) und die angefochtene Verfügung vor dem Inkrafttreten der IVG-
Änderung vom 19. Juni 2020 datiert, ist der Rentenanspruch nach den bis 
31. Dezember 2021 geltenden Normen (fortan aArt.) zu prüfen.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Feb. 2022, IV/20/848, Seite 5

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 145 V 
215 E. 5.1 S. 221). Es ist dem klaren Willen des Gesetzgebers gemäss 
Art. 7 Abs. 2 ATSG Rechnung zu tragen, wonach im Zuge einer objektivier-
ten Betrachtungsweise von der grundsätzlichen „Validität“ der versicherten 
Person auszugehen ist (BGE 141 V 281 E. 3.7.2 S. 295).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG (in der bis 31. Dezember 2021 gültig 
gewesenen Fassung) besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, wenn 
die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsren-
te, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von 
mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.4

2.4.1 Wurde eine Rente wegen eines fehlenden oder zu geringen Invali-
ditätsgrades bereits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur 
geprüft, wenn die versicherte Person glaubhaft macht, dass sich der Grad 
der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 und 3 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invali-
denversicherung [IVV; SR 831.201]; vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.5.3 
S. 351).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Feb. 2022, IV/20/848, Seite 6

2.4.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache 
materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten 
Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch 
tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Er-
lass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren 
hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch 
zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine ren-
tenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) Invalidität zu bejahen, 
und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche mate-
rielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a S. 198; SVR 
2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

2.4.3 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

2.4.4 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2019 IV Nr. 39 S. 124 E. 5).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 181 E. 2.3). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Feb. 2022, IV/20/848, Seite 7

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung vom September 
2019 (act. II 136) eingetreten. Folglich ist die Eintretensfrage durch das 
Gericht nicht zu überprüfen (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Zu prüfen ist, 
ob zwischen der Verfügung vom 17. Oktober 2017 (act. II 117), bestätigt 
mit VGE IV/2017/1002, und der hier angefochtenen Verfügung vom 26. Ok-
tober 2020 (act. II 185) eine wesentliche Änderung in medizinischer bzw. 
erwerblicher Hinsicht eingetreten ist, welche geeignet ist, den Invaliditäts-
grad in anspruchsbegründender Weise zu beeinflussen (vgl. E. 2.4.2 hier-
vor).

3.2 Die rechtskräftige Verfügung vom 17. Oktober 2017 (act. II 117) 
stützte sich in psychiatrischer Hinsicht auf das psychiatrische Gutachten 
von Dr. med. E.________ vom 15. August 2017 (act. II 108.1). Dieser stell-
te keine Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Ohne Einfluss auf 
die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte er einen Verdacht auf dissoziative 
Störung, einen Status nach Anpassungsstörung, längere depressive Reak-
tionen, eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episo-
de (ICD-10 F33.0), Probleme in Verbindung mit Berufstätigkeit und Arbeits-
losigkeit (ICD-10 Z56.-) sowie Probleme in Verbindung mit Wohnbedingun-
gen und ökonomischen Verhältnissen (ICD-10 Z59.-; act. II 108.1/24 
Ziff. 5.2). In der Beurteilung hielt der Gutachter fest, der Beschwerdeführer 
mache vor allem "Anfälle" für seine Arbeitsunfähigkeit verantwortlich. Auch 
in der gutachterlichen Untersuchung sei dies sein Hauptthema. Das Studi-
um der umfangreichen Akten mit ausführlichen neurologischen und ande-
ren somatischen Abklärungen führe zu dem Schluss, dass ein organisches 
Korrelat nicht zu finden sei. Die "Anfälle" könnten jedoch nicht eindeutig mit 
einer psychischen Störung erklärt werden. Möglicherweise bestehe eine 
dissoziative Störung, wobei die Kriterien der ICD-10 als nicht ganz erfüllt 
gelten könnten. Hieraus ergebe sich, dass maximal eine entsprechende 
Verdachtsdiagnose gestellt werden könne. In der gutachterlichen Untersu-
chung habe sich der Beschwerdeführer leidend, allenfalls leicht depressiv 
präsentiert. Während der ganzen Untersuchung sei es ihm möglich gewe-
sen, sich adäquat mitzuteilen und ohne auch nur ein Anzeichen eines "An-
falls" oder einer Angstsymptomatik an der Begutachtung teilzunehmen. Es 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Feb. 2022, IV/20/848, Seite 8

seien auch keine verbalen oder nonverbalen Schmerzäusserungen festge-
stellt worden. Anzeichen für eine Panikstörung liessen sich aktuell ebenfalls 
nicht feststellen (act. II 108.1/28 Ziff. 6.1), ebenso wenig Hinweise für eine 
wahnhafte Störung. Eingedenk des klagsamen Zustandsbildes und des 
Eingebundenseins im sozialen Leben könne maximal von einer leichten 
depressiven Störung ausgegangen werden. Ungünstig sei, dass die Beur-
teilung der Fähigkeiten gemäss ICF nicht habe vorgenommen werden kön-
nen. Schliesslich sei festzustellen, dass es Anzeichen einer Aggravation 
gebe. Diese seien sowohl in den Akten zu finden als auch in der aktuellen 
gutachterlichen Untersuchung. Hervorzuheben sei auch, dass die Angaben 
des Beschwerdeführers über Symptome zu verschiedenen Themen unge-
nau, unklar und zum Teil diskrepant gewesen seien. Da kognitive Defizite 
oder neurologische Ausfälle als Ursache dieser unklaren Angaben ausge-
schlossen werden könnten, sei davon auszugehen, dass andere Faktoren 
dafür eine Rolle spielten. Hier sei vor allem an motivationale Faktoren zu 
denken (unter anderem ein sekundärer Krankheitsgewinn und Aggravation; 
act. II 108.1/29 Ziff. 6.1). Die Verdachtsdiagnose einer dissoziativen 
Störung könne aus versicherungspsychiatrischer Sicht nicht unberücksich-
tigt bleiben und habe zu einer Warnung vor Tätigkeiten mit Maschinen und 
Gerätschaften zu führen. Aus den diagnostizierten psychischen Störungen 
und Auffälligkeiten lasse sich aktuell aus versicherungspsychiatrischer 
Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründen (act. II 108.1/29 
Ziff. 6.2). Aus rein psychiatrischer Sicht bestehe eine 100%ige Arbeits-
fähigkeit für jegliche angepassten Hilfsarbeiten, d. h. ohne Tätigkeiten an 
Maschinen und Gerätschaften oder auf Gerüsten (act. II 108.1/30 Ziff. 6.3). 
Psychosoziale Belastungsfaktoren könnten eine erhebliche Rolle für die 
psychische Befindlichkeit des Beschwerdeführers spielen (act. II 108.1/31 
Ziff. 6.7). 

3.3 Den im Zusammenhang mit der Neuanmeldung eingereichten me-
dizinischen Berichten ist im Wesentlichen das Folgende zu entnehmen:

3.3.1 Im Austrittsbericht der Klinik H.________ vom 19. Juli 2018 dia-
gnostizierten Dr. med. I.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychothe-
rapie, und J.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, – gestützt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Feb. 2022, IV/20/848, Seite 9

auf einen stationären Aufenthalt vom 23. Mai bis 11. Juli 2018 –das Fol-
gende (act. II 138/22):

1. Dissoziative Bewusstseinsstörungen (ED 2015; ICD-10 F44.9)
2. Schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F32.2). 
3. Linksherzinsuffizienz, NYHA III-IV (ICD-10 I50.13) 
4. Kardiovaskuläre Risikofaktoren: Hypercholesterinämie, arterielle Hypertonie, Niko-

tinkonsum, Adipositas Grad I (BMI 32 kg/m2), psychischer Stress
5. Asthma bronchiale (ICD-10 J45.8) 
6. Schlafapnoe Syndrom mit CPAP Therapie (ICD-10 G47.39)
7. Chronische LWS Schmerzen bei Bandscheibenvorfall LWK4/5 mit Rezessussteno-

se 4/5 rechts und LWK5/SWK1 links
- Lumbalgie mit pseudoradikulärer Ausstrahlung 
- Status nach epiduraler Infiltration

8. Benigne Prostatahyperplasie
9. Morphea, ausgeprägt auf Händen bds.
10. Vitamin D-Mangel

Insgesamt hielten sie fest, durch Biographiearbeit sei deutlich geworden, 
dass der Beschwerdeführer stark unter der massiven Mobbingsituation am 
Arbeitsplatz gelitten habe. Diese für den Beschwerdeführer maximal belas-
tende Situation habe zum ersten Anfall geführt. Der Versuch, Stresstole-
ranzskills zu erarbeiten, die einen psychogenen Anfall verhindern könnten, 
habe sich ausserordentlich schwierig gestaltet, da der Beschwerdeführer 
zu wenig Zeit zwischen den ersten Anzeichen eines Anfalles und dem Ein-
treffen des dissoziativen Zustandes habe. Hierbei sei wenig Motivation des 
Beschwerdeführers spürbar gewesen, sich dennoch auf ein Skilltraining 
einzulassen (act. II 138/26).

Im Austrittsbericht der Klinik H.________ vom 21. Januar 2019 wurde – 
gestützt auf den stationären Aufenthalt vom 11. September bis 19. Novem-
ber 2018 – nebst den genannten Diagnosen nunmehr eine passiv-
aggressive (negativistische) Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.81) dia-
gnostiziert (act. II 138/9). Es bestehe neben der schwergradig depressiven 
Episode und den dissoziativen Anfällen eine Persönlichkeitsstörung mit 
vordergründig passiv aggressiven Anteilen, deren Manifestation in Zusam-
menhang stehe mit am Arbeitsplatz zunehmend erlebten multiplen Krän-
kungen. Vom Beschwerdeführer seien vermehrte impulsiv aggressive Ver-
haltenstendenzen benannt worden, die er mit Mühe unterdrückt und da-
durch massive innere Anspannungen erlebt habe, welche letztlich erst 
durch die Entwicklung dissoziativer Anfälle in Form von Bewusstseins-
störungen zu einer für den ihn spürbaren Entlastung geführt haben. Diese 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Feb. 2022, IV/20/848, Seite 10

Zusammenhänge seien auch nach mehreren stationären Aufenthalten und 
intensiver Psychoedukation für den Beschwerdeführer nicht bewusst im 
Sinne von Ursache und Reaktion nachvollziehbar. Es bleibe unklar, ob hier-
für alleine eine unzureichende Introspektionsfähigkeit oder auch ein unzu-
reichendes Sprachverständnis verantwortlich seien. Der Beschwerdeführer 
erlebe durch die fehlende Fähigkeit, die bedingungsanalytischen Zusam-
menhänge zu verstehen, ein nahezu unerträgliches Gefühl der Hilflosigkeit 
und Ohnmacht, was wiederum den Teufelskreis der Symptomaktivierung 
über die passiv-aggressive Persönlichkeitsstörung und das Kränkungserle-
ben aufrechterhalte. Wiederholte Lebensüberdruss- und auch Suizidge-
danken, affektive Instabilität, ausgeprägte depressive Reaktion der Stim-
mungen, chronisches Gefühl der inneren Leere (Anhedonie), unangemes-
sene, sehr heftige Wut oder Schwierigkeiten, Wut angemessen zu kontrol-
lieren mit unangemessener Protest- und Forderungshaltung, Externalisie-
rung sämtlicher Änderungserwartungen ohne Fähigkeit, eigene Anteile zu 
reflektieren und Änderungen zu leisten, mit Kritik bis hin zu Verachtung 
gegenüber Vorgesetzten und anderen Autoritätspersonen in Konfliktsituati-
onen seien die aktuell resultierenden Beschwerden, die gleichzeitig den 
Kriterien der negativistischen Persönlichkeitsstörung nach ICD-10 entspre-
chen würden (act. II 138/12).

3.3.2 Im Austrittsbericht der Klinik K.________ vom 19. März 2019 stell-
ten PD Dr. med. L.________, Facharzt für Neurologie, Dr. med. 
M.________, Facharzt für Neurologie sowie Psychotherapie und Psycho-
therapie, und Assistenzarzt N.________, – gestützt auf einen stationären 
Aufenthalt vom 20. Februar bis 8. März 2019 – die folgenden Hauptdiagno-
sen (act. II 138/3):

1. Psychogene nicht-epileptische Anfälle vom dialeptischen Typ (ED 2015) 
2. Anhaltende, lang dauernde und therapieresistente depressive Störung 
3. Kombinierte Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen; ängstlich vermeiden-

den zwanghaften und z.T. abhängigen Merkmalen
4. Chronische LWS-Schmerzen bei Bandscheibenvorfall LWK 4/5 mit Rezessusste-

nose 4/5 rechts und LWK5/S1 links

Als Zuweisungsgrund wurde die Abklärung von rezidivierenden Episoden 
mit "Bewusstlosigkeit" seit vier Jahren genannt. Die Chronifizierung der 
Beschwerden, der Beginn der Anfälle im höheren Alter und vor allem die 
ausgeprägten psychiatrischen Komorbiditäten seien mögliche prädiktive 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Feb. 2022, IV/20/848, Seite 11

Faktoren für eine ungünstige Prognose. Aufgrund dessen stünde aktuell die 
Fortführung der psychiatrischen/psychotherapeutischen Behandlung der 
psychiatrischen/psychosozialen Komorbiditäten im Vordergrund (act. II 
138/4).

3.3.3 Im Bericht vom 17. Juni 2019 diagnostizierte die behandelnde 
Psychiaterin Dr. med. O.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psycho-
therapie, eine längerdauernde, anhaltende, therapieresistente, depressive 
Störung, gegenwärtig mittlere bis schwere depressive Episode, ohne psy-
chotische Symptome, mit wiederkehrender Suizidalität trotz konstanter 
psychopharmakologischer Behandlung; ICD-10 F32.1-2, kombinierte Per-
sönlichkeitsstörungen mit emotional-instabilen, ängstlich-vermeidenden, 
zwanghaften und zum Teil abhängigen Merkmalen (ICD-10 F61.0), psy-
chogene nicht epileptische Anfälle (PNEA) / dissoziative Störung (ICD-10 
F44.9), chronische LWS-Schmerzen bei Bandscheibenvorfall LWK 4/5 mit 
Rezessusstenose 4/5 rechts und LWK5/SWK1 links (act. II 134/1). Seit 
Anfang 2018 habe eine wesentliche, progrediente und objektivierbare Ver-
schlechterung des allgemeinen und vor allem psychischen Zustandes des 
Beschwerdeführers stattgefunden, die zwei länger dauernde Klinikaufent-
halte notwendig gemacht habe. Durch eine seit Sommer 2017 kontinuierli-
che und intensive ambulante sowie durch die zwei längeren stationären 
Behandlungen sei gleichzeitig die diagnostische Beurteilung ergänzt wor-
den mit der Diagnose einer Persönlichkeitsstörung (act. II 134/2). Der Be-
schwerdeführer leide an einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit ver-
schiedenen Formen der Persönlichkeitspathologie (emotionale Dysregula-
tion, ängstlich-vermeidende, zwanghafte und abhängige Anteile). Sein ma-
ladaptives Persönlichkeitsprofil sei mit sozialer Gehemmtheit, Insuffizienz-
gefühlen, Überempfindlichkeit bei negativer Beurteilung und Vermeidungs-
verhalten in angstauslösenden Situationen und Abhängigkeit von anderen 
geprägt. Seine Tendenz zu strikter Anpassung und überkontrolliertem Ver-
halten spiele eine wichtige Rolle im maladaptiven Verarbeiten nachteiliger 
emotionaler Erfahrungen. In seinem Drang, Verhalten und wahre (negative) 
Emotionen strikt zu kontrollieren, "bewältige" er emotionale Konflikte durch 
Anfälle. Die Anfälle könne man als unwillkürliche, neuropsychologisch be-
dingte, maladaptive Manifestation seiner "Problemlösungsstrategien" sehen 
bzw. im Sinne einer Unfähigkeit, emotionale Erfahrungen zu verarbeiten. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Feb. 2022, IV/20/848, Seite 12

Im Rahmen seiner schweren depressiven Störung leide der Beschwerde-
führer an deutlich depressiver Stimmung mit Freud-, Hoffnungs- und Sinn-
losigkeitsgefühlen. In Weiterem leide er an Verminderung des Antriebs, 
erhöhter Ermüdbarkeit und permanenter Müdigkeit. Er leide an innerer Un-
ruhe und Reizbarkeit und/oder psychomotorischer Gehemmtheit. Er zeige 
ein deutlich vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen mit Scham- 
und Schuldgefühlen, insbesondere seiner Familie gegenüber. Er leide an 
Existenzängsten, negativen Zukunftsperspektiven bis zur Perspektivenlo-
sigkeit. Dazu kämen Schlafstörungen, Libidoverlust und sozialer Rückzug. 
Zudem bestünden permanente Lebensüberdrussgefühle und passive To-
deswünsche und immer wieder Suizidgedanken mit konkreten Handlungs-
vorstellungen (act. II 134/2). 

3.3.4 In der Stellungnahme vom 29. Januar 2020 führte Dr. med. 
P.________, Facharzt für Innere Medizin, Regionaler Ärztlicher Dienst 
(RAD), aus, die behandlungsseitig (psychiatrisch) behauptete Verschlech-
terung der Arbeitsfähigkeit sei anhand der vorliegenden Angaben nicht 
plausibel nachvollziehbar. Es empfehle sich eine Nachbegutachtung (act. II 
160/8). Der Entscheid zu einer neuen Begutachtung wurde von Dr. med. 
Q.________, Fachärztin für Neurologie sowie Psychiatrie und Psychothe-
rapie, am 29. Januar 2020 bestätigt (act. II 161/2).

3.3.5 Im psychiatrischen Gutachten vom 27. August 2020 diagnostizierte 
der Psychiater Dr. med. F.________ das Folgende:

• Dissoziative Störung mit psychogenen nicht-epileptischen Anfällen - PNEA (ICD-
10: F44.9) 

• Kombinierte Persönlichkeitsstörung mit vor allem ängstlich-vermeidenden und ab-
hängigen, aber auch histrionischen Anteilen (ICD-10: F61.0) 

• Rezidivierende depressive Störung, aktuell leichtgradige Ausprägung (ICD-10: 
F33.0)

• Chronifizierte lumbalgiforme Schmerzproblematik 
• Status nach PTSD in der Adoleszenz

Er führte aus, mehr in den Vordergrund rückende interaktionelle Schwierig-
keiten mit gleichzeitig auffallender Regression hätten zur Erhebung der 
Diagnose einer kombinierten Persönlichkeitsstörung bei fortdauernden 
psychogenen Anfällen und einer weitgehenden Behandlungsresistenz ge-
führt. Aus diesem Grund sei eine erneute IV-Anmeldung gemacht worden 
(act. II 177.1/23). Bei der aktuellen Untersuchung habe sich der Beschwer-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Feb. 2022, IV/20/848, Seite 13

deführer leidend, dünnhäutig, die Beschwerden betonend mit einem Hang 
zur Dramatik, aber auch verbittert und mit einer depressiven Grundstim-
mung, geprägt durch Antriebslosigkeit, Perspektivenlosigkeit, Selbstwert-
problematik, sozialen Rückzug und Schlafstörungen gezeigt. Zudem impo-
nierten ausgeprägte Ängste vor Zurückweisung und Entwertung. In den 
Vordergrund seiner Beschwerden stelle der Beschwerdeführer die immer 
wieder auftretenden nicht-epileptischen Anfälle. Für Panikattacken oder 
ausgeprägtere Angstsymptome seien keine weiteren Hinweise zu finden. 
Bei der Beschwerdevalidierung habe sich allerdings eine negative Antwort-
verzerrung gezeigt, auch die Konsistenzprüfung habe ein auffälliges Bild 
ergeben, was die Tendenz zur Aggravation unterstreiche.

Zusammengefasst könne unter Berücksichtigung der Aktenlage und der 
Anamnese festgestellt werden, dass schon seit vielen Jahren auffällige 
Persönlichkeitszüge beschrieben würden, durchgehend auch dissoziative 
Zustände im Sinne von nicht-epileptischen Anfällen. Augenfällig sei zudem 
die Verstärkung der interaktionellen Problematik des Beschwerdeführers 
unter psychosozialer Belastung mit weiterführender Regression und feh-
lender Wirksamkeit von Medikamenten. Diese Entwicklung lasse die Dia-
gnose einer Persönlichkeitsstörung zu, die auch von der aktuellen klini-
schen Beurteilung her plausibel sei. Somit sei eine deutliche Verschlechte-
rung des Zustandsbildes eingetreten und es könne eine Diagnose gestellt 
werden, die in dieser Form bisher nicht gestellt worden sei, nämlich die der 
kombinierten Persönlichkeitsstörung (act. II 177.1/24). 

Problematisch sei bereits bei den ersten Gutachten die Aggravationsten-
denz gewesen. Auch bei der jetzigen Untersuchung habe eine negative 
Antwortverzerrung beobachtet werden können und damit substanzielle 
Zweifel an der Gültigkeit der gelieferten Beschwerdeschilderung. Einerseits 
zeigten Verlauf, Alltagsbeeinträchtigung, auch fremdanamnestisch 
bestätigt, und Therapieresistenz eine relevante psychiatrische Erkrankung, 
die die Arbeitsfähigkeit beeinträchtige. Andererseits imponierten immer 
wieder Tendenzen zu Aggravation und Verdeutlichung (act. II 177.1/24 f.). 
Aus realistischer Sicht sei angesichts des Verlaufs und auch der berufs-
praktischen Abklärungen und unter Berücksichtigung vor allem der deutli-
chen Persönlichkeitsstörung von einer 50%-Arbeitsfähigkeit auszugehen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Feb. 2022, IV/20/848, Seite 14

Die genaue Verteilung der Einschränkung auf Volumen und Leistungs-
fähigkeit müsste allenfalls im Rahmen einer arbeitsmarktlich-medizinischen 
Abklärung objektiviert werden (act. II 177.1/25). Seit Februar 2015 sei der 
Beschwerdeführer in der bisherigen Tätigkeit als ... nicht mehr arbeitsfähig 
(act. II 177.1/26). Eine optimal angepasste Tätigkeit impliziere wechselbe-
lastende Arbeiten in einem zugewandten Umfeld mit einfachen und repetiti-
ven Aufgaben ohne zu grossen Zeitdruck (act. II 177.1/27). Grundsätzlich 
sei davon auszugehen, dass ein Arbeitsvolumen von 70 % möglich sein 
sollte, das heisse sechs Arbeitsstunden täglich. Die Leistung sei wohl um 
30 % reduziert vor allem aufgrund der persönlichkeitsbedingten interaktio-
nellen Schwierigkeiten und Störung von Konzentration und Durchhalte-
fähigkeit. Die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit betrage insge-
samt 50 % (act. II 177.1/27). Es sei davon auszugehen, dass seit Februar 
2015 auch in einer angepassten Tätigkeit eine gewisse Einschränkung vor-
gelegen habe, die angesichts der damals nachgewiesenen Aggravation 
nicht quantifiziert werden könne. Eine Verschlechterung der psychischen 
Situation sei spätestens mit der psychiatrischen Hospitalisation im Mai 
2018 erfolgt, seit diesem Zeitpunkt sei von einer auch weiterhin geltenden 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit um 50 % auszugehen, auch wenn in-
termittierend höherprozentige Arbeitsunfähigkeiten bestanden hätten (act. II 
177.1/28).

3.4

3.4.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.4.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Feb. 2022, IV/20/848, Seite 15

nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352). Der Beweiswert eines zwecks Rentenrevision – 
bzw. hier im Neuanmeldungskontext – erstellten Gutachtens hängt wesent-
lich davon ab, ob es sich ausreichend auf das Beweisthema – erhebliche 
Änderung(en) des Sachverhalts – bezieht (SVR 2018 IV Nr. 13 S. 40 E. 4.2 
und 4.2.1).

3.5 Die rechtskräftige Verfügung vom 17. Oktober 2017 (act. II 117), 
welche hier den Vergleichszeitpunkt bildet (vgl. E. 3.1 hiervor), stützte sich 
in psychiatrischer Hinsicht auf das Gutachten von Dr. med. E.________ 
vom 15. August 2017 (act. II 108.1). Mit VGE IV/2017/1002, E. 3.4, wurde 
entschieden, dass dieses Gutachten vollen Beweis erbrachte, da es die 
Voraussetzungen der Rechtsprechung an Expertisen erfüllte (act. II 
122/18). Dieses Gutachten war hinsichtlich Anamneseerhebung, Sympto-
merfassung und Verhaltensbeobachtung insgesamt nachvollziehbar be-
gründet (act. II 122/19). Das Gericht hielt fest (E. 3.4.1), dass die Arbeits-
fähigkeit des Beschwerdeführers massgeblich durch invaliditätsfremde 
Faktoren wie sekundären Krankheitsgewinn und Aggravation beeinflusst 
worden sei. Der Gutachter Dr. med. E.________ habe objektiv fassbare 
Indizien genannt, die den (indirekten) Schluss auf Aggravation hinreichend 
und nachvollziehbar begründeten. So habe die getroffene Schlussfolge-
rung, wonach es "Anzeichen einer Aggravation" gebe (act. II 108.1/29), auf 
einer testmässigen Erhebung basiert (act. II 108.1/24) sowie auf einer un-
genauen, unklaren und zum Teil diskrepanten Symptomschilderung des 
Beschwerdeführers (act. II 108.1/21/29). Insbesondere habe keine eindeu-
tige Beurteilung der Fähigkeiten mittels ICF (Mini-ICF-Rating für Aktivitäts- 
und Partizipationsstörungen bei psychischen Erkrankungen) erfolgen 
können, weil sich die Angaben des Beschwerdeführers als zu diskrepant 
zur Verhaltensbeobachtung erwiesen hätten (act. II 122/20). In VGE 
IV/2017/1002, E. 3.5.1, konnte die Frage, ob die Leistungseinschränkung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Feb. 2022, IV/20/848, Seite 16

ausschliesslich auf eine Aggravation zurückzuführen sei mit der Folge, 
dass von vornherein keine versicherte Gesundheitsschädigung vorläge, 
offenbleiben (act. II 122/21). Denn so oder anders habe gestützt auf das 
Gutachten von Dr. med. E.________ mit Bezug auf eine angepasste Tätig-
keit respektive für jegliche angepassten Hilfsarbeiten, d.h. ohne Tätigkeiten 
an Maschinen und Gerätschaften oder auf Gerüsten, eine 100%ige Arbeits-
fähigkeit bestanden, was mit Blick auf die im Gutachten erhobene, allein 
bescheidene Befundlage überzeugt habe (act. II 122/21 f.). Infolgedessen 
ist für die Beurteilung des Gesundheitszustandes bei Erlass der Verfügung 
vom 17. Oktober 2017 ebenfalls auf das Gutachten von Dr. med. 
E.________ vom 15. August 2017 (act. II 108.1) abzustellen. 

Demgegenüber ist mit VGE IV/2017/1002 ausdrücklich entschieden wor-
den, dass dem MEDAS-Gutachten vom 12. Januar 2017 (act. II 81.1) in 
psychiatrischer Hinsicht kein Beweiswert zukomme. Laut VGE 
IV/2017/1002, E. 3.3.3, stellte der psychiatrische MEDAS-Gutachter im 
Teilgutachten fest, der Beschwerdeführer habe im Psychostatus aggraviert 
und dessen Passivität sei durch einen "starken sekundären Krankheitsge-
winn" gefördert worden bzw. er habe machen können, was er wolle, man 
habe sich um ihn gekümmert. Entsprechend habe der Gutachter zur Kon-
sistenz festgestellt, er sei vom Bestehen der geltend gemachten Behinde-
rungen nur teilweise überzeugt worden. Hinzu komme, dass der psychiatri-
sche Gutachter sowohl aufgrund der dissoziativen Störung wie auch der 
Agoraphobie "keinen ständig aktiven Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit" at-
testiert, sondern lediglich festgehalten habe, dass das Führen von Maschi-
nen und das Arbeiten in Gefahrenbereichen nicht möglich sei. Auch hin-
sichtlich der als leicht eingestuften depressiven Störung habe er lediglich 
"wenig Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit" anerkennen können. Gemäss 
VGE IV/2017/1002, E. 3.3.3, wiesen all diese Umstände auf einen geringen 
Ausprägungsgrad einer potentiell invalidisierenden psychischen Beein-
trächtigung hin, weshalb die dennoch attestierte hochgradige Arbeitsun-
fähigkeit von 65 % hinsichtlich der den Leiden angepassten Tätigkeiten 
nicht schlüssig war (act. II 122/17).

3.6 Somit ist der medizinische Sachverhalt in psychiatrischer Hinsicht 
(in somatischer Hinsicht vgl. E. 4 hiernach) bis zum Erlass der Verfügung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Feb. 2022, IV/20/848, Seite 17

vom 17. Oktober 2017 (act. II 113) im Sinne der obigen Ausführungen fest-
gelegt. Dieser ist zu vergleichen mit demjenigen, wie er sich im Zeitpunkt 
der angefochtenen Verfügung vom 26. Oktober 2020 (act. II 185) darlegte. 
Letztere stützte sich in psychiatrischer Hinsicht auf das Gutachten von Dr. 
med. F.________ vom 27. August 2020, welches grundsätzlich die Anfor-
derungen an den Beweiswert einer medizinischen Expertise erfüllt (vgl. 
E. 3.4.2 hiervor), denn die darin enthaltenen Ausführungen und Feststel-
lungen beruhen auf eingehenden fachärztlichen Abklärungen und sind in 
Kenntnis der Vorakten sowie unter Berücksichtigung der geklagten Be-
schwerden getroffen worden. In seiner Beurteilung ging Dr. med. 
F.________ davon aus, dass schon seit vielen Jahren auffällige Persön-
lichkeitszüge beschrieben worden seien, durchgehend auch dissoziative 
Zustände im Sinne von nicht-epileptischen Anfällen; zudem bestehe eine 
Verstärkung der interaktionellen Problematik des Beschwerdeführers unter 
psychosozialer Belastung mit weiterführender Regression und fehlender 
Wirksamkeit von Medikamenten. Der Gutachter führte aus, dass eine deut-
liche Verschlechterung des Zustandsbildes eingetreten sei, weshalb die 
Diagnose einer kombinierten Persönlichkeitsstörung gestellt werden könne 
(act. II 177.1/24). Er hielt zudem fest, dass einerseits eine relevante psy-
chische Erkrankung vorliege, was Verlauf, Alltagbeeinträchtigung und The-
rapieresistenz zeigten (act. II 177.1/25). Dr. med. F.________ führte weiter 
an, dass angesichts des Verlaufs, der berufspraktischen Abklärungen und 
vor allem der deutlichen Persönlichkeitsstörung lediglich eine 50%ige Ar-
beitsfähigkeit bestehe (act. II 177.1/25). Dr. med. F.________ ging davon 
aus, dass für die Zeit ab Februar 2015, spätestens seit der psychiatrischen 
Hospitalisation im Mai 2018, eine Verschlechterung des Gesundheitszu-
standes eingetreten sei (act. II 177.1/28 Ziff. 5). 

Wie nachfolgend aufgezeigt, handelt es sich bei seiner Einschätzung ledig-
lich um eine andere Beurteilung des gleichen Sachverhalts. Anlässlich der 
jeweiligen Untersuchungen zeigten sich bei Dr. med. E.________ und bei 
Dr. med. F.________ ähnliche Befunde. Letzterer beschrieb den Be-
schwerdeführer als leidend, dünnhäutig, die Beschwerden betonend mit 
einem Hang zur Dramatik, aber auch verbittert und mit einer depressiven 
Grundstimmung, geprägt durch Antriebslosigkeit, Perspektivlosigkeit, 
Selbstwertproblematik, sozialem Rückzug und Schlafstörungen (act. II 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Feb. 2022, IV/20/848, Seite 18

177.1/25). Im Vergleich dazu hatte sich der Beschwerdeführer bereits bei 
Dr. med. E.________ als leidend, allenfalls leicht depressiv präsentiert 
(psychiatrisches Gutachten vom 15. August 2017 [act. II 108.1/28]). Dr. 
med. E.________ ging im August 2017 davon aus, dass die Veränderun-
gen ab 2014 sehr wahrscheinlich in psychosozialen Umständen am Ar-
beitsplatz begründet seien (act. II 108.1/25). Auch Dr. med. F.________ 
beobachtete eine Verstärkung der interaktionellen Problematik unter psy-
chosozialer Belastung (act. II 177.1/24). Bereits im Gutachten von Dr. med. 
E.________ war eine Veränderung des Verhaltens des Beschwerdeführers 
seit 2014 thematisiert und beurteilt worden. Darin beschrieb Dr. med. 
E.________ im Wesentlichen dasselbe Verhalten bzw. dieselben Reaktio-
nen wie später der Gutachter Dr. med. F.________. Übereinstimmend war 
die Einschätzung der Gutachter ausserdem bezüglich der festgestellten 
Aggravationstendenz. Dr. med. E.________ hob diesbezüglich hervor, 
dass es "Anzeichen einer Aggravation" gebe (act. II 108.1/29), was sich auf 
eine testmässige Erhebung (act. II 108.1/24) sowie auf der ungenauen, 
unklaren und zum Teil diskrepanten Symptomschilderung des Beschwerde-
führers stützte. Auch Dr. med. F.________ beobachtete anlässlich der Be-
gutachtung eine negative Antwortverzerrung, was substantielle Zweifel an 
der Beschwerdeschilderung ergeben habe (act. II 177.1/24 f.). 

3.7 Wegen dieser beobachteten Antwortverzerrung bzw. Tendenz zu 
Aggravation in Begutachtungssituationen hat Dr. med. F.________ seine 
Einschätzung vorab aufgrund der Aktenlage und der Anamnese der Be-
handler vorgenommen und nicht aufgrund der eigenen Untersuchungen 
(act. II 177.1/24). Auch ein Vergleich des Gutachtens von Dr. med. 
E.________ mit den späteren Berichten der behandelnden Ärzte, auf wel-
che Dr. med. F.________ abgestellt hat, zeigt, dass sich der Gesundheits-
zustand des Beschwerdeführers nicht wesentlich verändert hat.

3.7.1 In der Eintrittsanamnese des Berichts der Klinik H.________ vom 
19. Juli 2018 wurde dargelegt, der Beschwerdeführer habe sich nach ei-
nem Führungswechsel am Arbeitsplatz ungerecht behandelt gefühlt (act. II 
138/22). Es sei deutlich geworden, dass er stark unter der massiven Mob-
bingsituation gelitten habe (act. II 138/26). Im psychopathologischen Auf-
nahmebefund wurde u.a. beschrieben, der Beschwerdeführer wirke depri-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Feb. 2022, IV/20/848, Seite 19

miert und müde, es bestehe ein ausgeprägtes Grübeln wegen der Arbeits-
losigkeit und der gesundheitlichen Probleme, es bestünden Existenz- und 
Zukunftsängste, die Stimmung sei bedrückt und der Antrieb vermindert 
(act. II 138/23). Beim Gespräch mit der Familie sei deutlich zum Ausdruck 
gekommen, dass die Familie Unterstützung und Ressource für den Be-
schwerdeführer sei (act. II 138/27). Damit beschrieben die behandelnden 
Ärzte eine nicht wesentlich veränderte Situation, denn während dieses Auf-
enthalts standen die Mobbingsituation sowie psychosoziale Belastungsfak-
toren und ein sekundärer Krankheitsgewinn, wie sie be-
reits Dr. med. E.________ erwähnt hatte, im Vordergrund (vgl. act. II 
108.1/25/29/31).

3.7.2 Im Bericht der Klinik H.________ vom 21. September 2019 wurde 
dargelegt, der Beschwerdeführer leide an massiven Anspannungszustän-
den (act. II 138/10). Vom Beschwerdeführer seien vermehrt impulsiv ag-
gressive Verhaltenstendenzen benannt worden, die er mit Mühe unter-
drückt und dadurch massive innere Anspannungen erlebt habe und welche 
letztlich erst durch die Entwicklung dissoziativer Anfälle in Form von Be-
wusstseinsstörungen zu einer für ihn spürbaren Entlastung geführt haben 
(act. II 138/12). Ferner nannten die Ärzte den Verlust der zuvor finanziell 
gut entlohnten Tätigkeit, das auf dem Kränkungserleben am Arbeitsplatz 
resultierende reduzierte Selbstwertgefühl, welches zum vorherrschenden 
Verbitterungserleben geführt habe (act. II 138/12). Bereits Dr. med. 
E.________ hatte beschrieben, dass die affektive Resonanz leicht zum 
Negativen hin verschoben sei, sie könne jedoch ausgelenkt werden. Auffäl-
lig sei ein klagender und leidender Grundton in der Kommunikation (act. II 
108.1/21). Die behandelnden Ärzte beschrieben im Vergleich zum Gutach-
ten von Dr. med. E.________ einen nicht wesentlich geänderten Zustand, 
gingen jedoch von einer negativistischen Persönlichkeitsstörung aus, wobei 
sie diese nicht testdiagnostisch sicherten (act. II 138/12). Sie stellten insbe-
sondere auch auf die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers ab. 
Infolgedessen ist von einer anderen Beurteilung desselben Sachverhalts 
auszugehen.

3.7.3 Die Zuweisung für den Aufenthalt in der Klinik K.________ erfolgte 
laut Bericht der Psychoedukation vom 20. März 2019 zur Diagnosesiche-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Feb. 2022, IV/20/848, Seite 20

rung der psychogenen, nicht epileptischen Anfälle (act. II 156/19). In der 
Störungsanamnese erklärte der Beschwerdeführer, dass er Schwierigkei-
ten habe, sein Leben so zu akzeptieren wie es jetzt sei. Er fühle sich wert-
los und könne nicht arbeiten. Er leide insbesondere unter dem Verlust des 
Arbeitsplatzes, der Erwerbslosigkeit und der finanziellen Situation (act. II 
156/20). Diese Beschreibung entspricht der psychosozialen Belastungssi-
tuation wie sie bereits Dr. med. E.________ beurteilt hatte. Weiter wurden 
die bereits bekannten rezidivierenden Episoden mit Bewusstlosigkeit bzw. 
nicht epileptischen Anfälle thematisiert und Entspannungstechniken ein-
geübt sowie die Familienmitglieder informiert, damit sie besser mit den An-
fällen umgehen könnten (vgl. act. II 138/4, 156/21). Eine Verschlechterung 
der gesundheitlichen Situation ist aus diesem Bericht ebenfalls nicht er-
sichtlich.

3.7.4 In den Berichten vom 17. Juni 2019 (act. II 134) und vom 15. Sep-
tember 2019 (act. II 149/3 ff.) begründete die behandelnde Psychiaterin Dr. 
med. O.________ eine von ihr postulierte Verschlechterung mit den zwei 
längeren psychiatrischen Hospitalisierungen. Wie oben dargelegt, ist je-
doch seit 2017 keine Verschlechterung der Situation nachgewiesen. Zudem 
ist – insbesondere bezüglich der geltend gemachten vorübergehenden 
schweren depressiven Episoden – anzumerken, dass keiner der Hospitali-
sierungen länger als drei Monate dauerte (vom 23. Mai bis 11. Juli 2018 
[act. II 138/22] und vom 19. September bis 19. November 2018 [act. II 
138/9]; vgl. Art. 88a Abs. 2 IVV).

3.8 Schliesslich handelt es sich bei den unterschiedlichen Diagnosen 
ebenfalls um eine andere Beurteilung desselben medizinischen Sachver-
halts. Im Gegensatz zur Beurteilung durch Dr. med. E.________ ging Dr. 
med. F.________ – wie bereits erwähnt (vgl. E. 3.6 hiervor) – nunmehr von 
einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit vor allem ängstlich-
vermeidenden und abhängigen, aber auch histrionischen Anteilen (ICD-10 
F61.0 [act. II 177.1/22]) aus, welche die Arbeitsfähigkeit massgeblich be-
einflusse (act. II 177.1/25). Zur Begründung der Diagnose führte er aus, es 
liege eine Verstärkung der interaktionellen Problematik des Beschwerde-
führers unter psychosozialer Belastung mit weiterführender Regression und 
fehlender Wirksamkeit von Medikamenten vor, diese Entwicklung lasse die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Feb. 2022, IV/20/848, Seite 21

Diagnose einer Persönlichkeitsstörung zu, die auch mit Blick auf die aktuel-
le klinische Beurteilung plausibel sei (act. II 177.1/24). Soweit der Gutach-
ter Dr. med. F.________ die Diagnose einer kombinierten Persönlichkeitss-
törung ausdrücklich mit der psychosozialen Situation und daraus folgender 
Reaktion des Beschwerdeführers im Sinne einer Verschlechterung des 
Zustandsbildes begründet, ist dies nicht auf eine Veränderung des Ge-
sundheitszustandes zurückzuführen, nannte er doch die gleichen Befunde 
wie sie bereits durch Dr. med. E.________ beschrieben wurden: Der Be-
schwerdeführer zeige sich leidend, mit einem Hang zur Dramatik, verbittert, 
mit einer depressiven Grundstimmung, antriebs- und perspektivlos (act. II 
177.1/24 oben). Auch mit dem Verlauf (vgl. act. II 177.1/25) und aufgrund 
der Hospitalisationen (vgl. E. 3.7 hiervor) lässt sich keine Verschlechterung 
im Sinne einer nunmehr entstanden kombinierten Persönlichkeitsstörung 
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit begründen. Abgesehen davon könnte 
sich eine Persönlichkeitsstörung auch nicht erst seit Erlass der Verfügung 
vom 17. Oktober 2017 entwickelt haben. Spezifische Persönlichkeitss-
törungen, kombinierte und sonstige Persönlichkeitsstörungen und anhal-
tende Persönlichkeitsänderungen (F60-F62) umfassen tief verwurzelte, 
anhaltende Verhaltensmuster, die sich in starren Reaktionen auf unter-
schiedliche persönliche und soziale Lebenslagen zeigen. Persönlichkeitss-
törungen unterscheiden sich von Persönlichkeitsänderungen durch den 
Zeitpunkt und die Art und Weise ihres Auftretens. Sie beginnen in der 
Kindheit oder Adoleszenz und dauern bis ins Erwachsenenalter an (DIL-
LING/MOMBOUR/SCHMITT [Hrsg.], Internationale Klassifikation psychischer 
Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 10. Aufl., 
S. 274). Es wird nicht nachvollziehbar dargelegt, dass diese Voraussetzun-
gen erfüllt wären, denn der Gutachter Dr. med. F.________ thematisierte 
keinen Beginn in der Kindheit oder Adoleszenz, sondern erwähnte in der 
Krankheitsanamnese, dass es in der Kindheit und Jugend keine Auffällig-
keiten gegeben habe, mit Ausnahme des Suizids eines ..., was den Be-
schwerdeführer sehr "mitgenommen" habe, dann sei es ihm allerdings wie-
der bessergegangen und er habe ein normales Familien- und Arbeitsleben 
geführt. Dr. med. F.________ führte weiter aus, es sei erst im Jahr 2014 – 
nachdem der Beschwerdeführer Probleme mit einem Vorgesetzten be-
kommen habe – zu einer extremen Belastung und zu den ersten nicht-
epileptischen Anfällen gekommen (act. II 177.1/15). Ferner verwies er auf 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Feb. 2022, IV/20/848, Seite 22

den bisherigen Verlauf seit 2014, welcher durch eine stetige Verschlechte-
rung seit 2014 mit weitgehender Behandlungsresistenz gekennzeichnet 
gewesen sei und veranschlagte eine gewisse Einschränkung in einer an-
gepassten Tätigkeit bereits seit Februar 2015, d.h. bereits zu einem Zeit-
punkt, welcher schlüssig durch Dr. med. E.________ beurteilt worden war. 
Er kritisierte denn auch indirekt das Gutachten von Dr. med. E.________, 
indem er darlegte, die Diagnosen (in Bezug auf die Persönlichkeitszüge 
und die dissoziativen Zustände im Sinne von nicht-epileptischen Anfällen) 
seien "unterlassen" worden (act. II 177.1/24) bzw. führte dies selber auf 
eine unterschiedliche Bewertung des gleichen Sachverhalts zurück. Der 
medizinische Sachverhalt wurde jedoch bis zur Verfügung vom 17. Oktober 
2017 abschliessend abgeklärt und dessen Auswirkungen auf die Arbeits-
fähigkeit in der durch das Verwaltungsgericht geschützten Verfügung 
rechtskräftig beurteilt. Dazu wurde auf das schlüssige Gutachten von Dr. 
med. E.________ von August 2017 abgestellt, in welchem keine Persön-
lichkeitsstörung diagnostiziert worden war (vgl. VGE IV/2017/1002, E. 
3.1.14 [act. II 122/12], E. 3.4 [act. II 122/18]). Dem Vorbringen des Be-
schwerdeführers, die Diagnose von Dr. med. F.________ stehe in Kontinu-
ität zu den diagnostizierten akzentuierten ängstlich-unsicheren Persönlich-
keitszügen des psychiatrischen MEDAS-Teilgutachtens vom 28. Oktober 
2016 (Beschwerde S. 4), kann nicht gefolgt werden, kommt doch diesem 
Gutachten – wie bereits erwähnt (vgl. E. 3.5 hiervor) – kein Beweiswert zu.

3.9 Unter diesen Umständen kann die Frage, ob die vom Gutachter Dr. 
med. F.________ attestierte Arbeitsunfähigkeit von 50 % auch in einer an-
gepassten Tätigkeit auf Aggravation zurückzuführen ist, letztlich offenblei-
ben.

3.10 Zusammenfassend steht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit fest, 
dass im massgebenden Zeitraum (vgl. E. 3.1 hiervor) in psychiatrischer 
Hinsicht keine wesentliche Änderung des medizinischen Sachverhalts und 
der damals festgestellten Arbeitsfähigkeit eingetreten ist. Es gilt weiterhin 
eine Arbeitsfähigkeit von 100 % in einer angepassten Hilfstätigkeit (vgl. act. 
II 108.1/30; VGE IV/2017/1002, E. 3.6 [act. II 122/23]). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Feb. 2022, IV/20/848, Seite 23

4.

In somatischer Hinsicht ist von der Beurteilung des RAD-Arztes Dr. med. 
P.________ auszugehen, wonach keine neuen Gesichtspunkte mit Leis-
tungsrelevanz vorlägen. Diese Einschätzung wird schlüssig begründet, 
insbesondere steht fest, dass bei einer Zunahme des Linsenstars ein ope-
rativer Eingriff die Beschwerden beheben könne (act. II 160/6 f.). Damit 
liegen auch aus somatischer Sicht keine Hinweise auf eine wesentliche 
Änderung des medizinischen Sachverhalts vor. Der Beschwerdeführer 
bringt dagegen keine substantiierten Argumente vor.

5.

Aus den Dargelegten geht hervor, dass im revisionsrechtlichen Kontext 
eine unerhebliche andere Beurteilung des im Wesentlichen gleich geblie-
benen Sachverhalts vorliegt. Da kein Revisionsgrund nach Art. 17 ATSG 
(analog) auszumachen ist, verneinte die Beschwerdegegnerin mit ange-
fochtener Verfügung vom 26. Oktober 2020 zu Recht einen Rentenan-
spruch des Beschwerdeführers. Die Beschwerde ist abzuweisen.

6.

6.1 Gemäss aArt. 69 Abs. 1bis IVG in der bis 31. Dezember 2020 gültig 
gewesenen und hier anwendbaren Fassung (vgl. Art. 82a ATSG) ist das 
Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitig-
keiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen kosten-
pflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig 
vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer die Verfah-
renskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen (Art. 108 Abs. 1 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Feb. 2022, IV/20/848, Seite 24

VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss gleicher Höhe 
entnommen.

6.2 Es besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehr-
schluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Die Kammerpräsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Feb. 2022, IV/20/848, Seite 25

fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.