# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 92306c1b-f4e8-5a87-b546-5e07435b860f
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-11-16
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 16.11.2017 SK 2017 197
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2017-197_2017-11-16.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil 
SK 17 197

Hochschulstrasse 17
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 16. November 2017

Besetzung Oberrichter Zihlmann (Präsident i.V.), 
Obergerichtssuppleantin Schaer, Oberrichter Guéra
Gerichtsschreiberin Piccioni

Verfahrensbeteiligte A.________
verteidigt durch Rechtsanwalt B.________

Beschuldigte/Berufungsführerin

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstras-
se 10, Postfach 6250, 3001 Bern

Gegenstand Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Emmental-
Oberaargau (Einzelgericht) vom 8. März 2017 (PEN 2016 339 / 
340)

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Inhaltsverzeichnis 

I. Formelles..........................................................................................................................3
1. Erstinstanzliches Urteil ................................................................................................3
2. Berufung ......................................................................................................................3
3. Anträge der Parteien....................................................................................................3
4. Oberinstanzliche Beweisergänzung ............................................................................4
5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer.....................................................4

II. Sachverhalt ......................................................................................................................4
6. Vorgeschichte ..............................................................................................................4
7. Strafbefehl ...................................................................................................................5
8. Bestritten/Unbestrittener Sachverhalt ..........................................................................5
9. Beweismittel.................................................................................................................6
10. Beweiswürdigung Vorinstanz ....................................................................................6
11. Vorbringen Verteidigung............................................................................................6
12. Beweiswürdigung Kammer........................................................................................7

III. Rechtliche Würdigung ....................................................................................................13
13. Widerhandlungen gegen Art. 19 Abs. 1 BetmG / Tatbeteiligung.............................13

IV.Kosten und Entschädigung ............................................................................................14
14. Verfahrenskosten ....................................................................................................14
15. Entschädigung.........................................................................................................15

V. Verfügungen...................................................................................................................16
VI.Dispositiv ........................................................................................................................17

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil
Mit Urteil des Regionalgerichts Emmental-Oberaargau (Einzelgericht) vom 8. März 
2017 wurde A.________ (nachfolgend: Beschuldigte) schuldig erklärt der 
Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, begangen durch Erwerb, 
Anbau und Herstellung von Drogenhanf (Marihuana) in Mittäterschaft zu 
C.________ und D.________, festgestellt am 6. November 2014 in E.________. 
Hierfür wurde die Beschuldigte verurteilt zu einer bedingten Geldstrafe von 100 
Tagessätzen zu CHF 90.00, ausmachend total CHF 9‘000.00, sowie zu einer 
Verbindungsbusse von CHF 1‘800.00, wobei die Ersatzfreiheitsstrafe bei 
schuldhafter Nichtbezahlung auf 20 Tage festgesetzt wurde. Weiter wurden der 
Beschuldigten die auf sie entfallenden Verfahrenskosten, bestimmt auf CHF 
2‘572.65, auferlegt.

2. Berufung
Gegen dieses Urteil meldete Rechtsanwalt B.________ namens und im Auftrag der 
Beschuldigten am 13. März 2017 form- und fristgerecht die Berufung an (pag. 246). 
Mit Verfügung der 1. Strafkammer des Obergerichts vom 8. Juni 2017 wurde den 
Parteien die schriftliche Urteilsbegründung zugestellt (pag. 305 f.). Hierauf reichte 
die Verteidigung am 2. Juli 2017 die Berufungserklärung ein und erklärte die 
vollumfängliche Berufung (pag. 302 f.). Mit Schreiben vom 14. Juni 2017 teilte die 
Generalstaatsanwaltschaft mit, auf eine Teilnahme am oberinstanzlichen Verfahren 
zu verzichten (pag. 308). Gestützt auf den Beschluss der 1. Strafkammer des 
Obergerichts vom 16. Juni 2017 erklärte sich die Verteidigung mit der 
Durchführung des schriftlichen Verfahrens nicht einverstanden (pag. 310, 313), 
weshalb mit Verfügung vom 28. Juni 2017 zur mündlichen Verhandlung vorgeladen 
wurde (pag. 319). Die Berufungsverhandlung fand am 16. November 2017 statt 
(pag. 334 ff.).

3. Anträge der Parteien
An der Berufungsverhandlung vom 16. November 2017 stellte Rechtsanwalt 
B.________ folgende Anträge (pag. 340, 353):

1. A.________ sei freizusprechen vom Vorwurf der Widerhandlungen gegen das 
Betäubungsmittelgesetz durch Erwerb, Anbau und Herstellung von Drogen-
hanf, angeblich begangen im Laufe des Jahres 2014 in E.________,

unter Auferlegung der Verfahrenskosten an den Staat und 

unter Aufrichtung einer Entschädigung in Höhe von CHF 6‘570.85 für die an-
gemessene Ausübung ihrer Verfahrensrechte.

2. Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten seien dem Kanton Bern aufzuerlegen.

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3. A.________ sei für das erstinstanzliche Verfahren eine Entschädigung in Höhe 
von CHF 5‘901.75 auszurichten.

4. Oberinstanzliche Beweisergänzung
a) Von Amtes wegen wurden oberinstanzlich ein aktueller Strafregisterauszug und 

ein aktueller Leumundsbericht über die Beschuldigte eingeholt (pag. 320, 
327 ff.).

b) Mit Schreiben vom 2. Juni 2017 (pag. 303) stellte Rechtsanwalt B.________ 
den Antrag auf Zeugeneinvernahme von C.________ und auf Einvernahme der 
Beschuldigten. Mit Beschluss der 1. Strafkammer des Obergerichts vom 16. 
Juni 2017 wurden die genannten Beweisanträge begründet abgewiesen. Auf 
die entsprechende Begründung wird verwiesen (pag. 310).

c) An der Berufungsverhandlung vom 16. November 2017 stellte Rechtsanwalt 
B.________ erneut den Antrag auf Zeugeneinvernahme von C.________ und 
auf Einvernahme der Beschuldigten. Weiter stellte er den Antrag, folgende 
Unterlagen zu den Akten zu erkennen: Factsheet Lüfter, Internetauszug der 
Webseite Hydrodream (bzgl. Trocknungsbox), Internetauszug der Webseite 
Zamnesia, Kontoauszug der Beschuldigten vom 30. November 2011. Der 
Antrag auf Einvernahme der Beschuldigten und der Antrag, die obgenannten 
Unterlagen zu den Akten zu erkennen, wurden gutgeheissen. Der Antrag auf 
Einvernahme von C.________ wurde dagegen begründet abgewiesen (pag. 
336).

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer
Da die Beschuldigte ihre Berufung vorliegend nicht beschränkte, ist das gesamte 
angefochtene Urteil in Bezug auf A.________ zu überprüfen (Ziff. B und C: Schuld-
punkt, Strafzumessung, Kostenpunkt, Verfügungen).

Der Rechtsmittelinstanz kommt im Berufungsverfahren volle Kognition zu (Art. 398 
Abs. 2 StPO). Aufgrund der alleinigen Berufung der Beschuldigten gilt das 
Verschlechterungsverbot (Verbot der reformatio in peius), d.h. das Urteil darf nicht 
zuungunsten der Beschuldigten abgeändert werden (Art. 391 Abs. 2 StPO).

II. Sachverhalt

6. Vorgeschichte
Die damals 23-jährige Beschuldigte bewohnte zur Tatzeit eine Mietwohnung in ei-
nem Mehrfamilienhaus an der F.________ in E.________. Dieses Mehrfamilien-
haus war im Eigentum von D.________. D.________ und sein Sohn C.________ 
bewohnten ebenfalls gemeinsam eine der Wohnungen dieses Mehrfamilienhauses. 
Die Beschuldigte führte zur Tatzeit eine Liebesbeziehung mit C.________; nach 
der Hausdurchsuchung durch die Polizei trennte sie sich jedoch von ihm.

Zur Hausdurchsuchung kam es auf Grund des Hinweises eines Informanten und 
weiterer polizeilicher Ermittlungen in Zusammenhang mit dem Stromverbrauch, 

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worauf die Kantonspolizei Bern vermutete, dass sich in den von den Herren 
C.________ und D.________ und der Beschuldigten bewohnten Räumlichkeiten 
des Mehrfamilienhauses an der F.________ in E.________ eine Hanf-
Indooranlage befinden könnte (pag. 11). Bei der Hausdurchsuchung vom 6. 
November 2014 wurde in der Wohnung und im Keller der Herren C.________ und 
D.________ unter anderem je eine Hanf-Indooranlage mit 55 und 155 Pflanzen 
gefunden (pag. 11, 89 ff.). In der Wohnung der Beschuldigten, welche sich am Tag 
der Hausdurchsuchung auf dem Weg nach G.________ befand, wurden diverse 
Gerätschaften zum Betrieb einer Hanf-Indooranlage (u.a. Waage, Trocknungszelt 
für Indoorhanf etc.) sowie Marihuana und Hanfsamen sichergestellt (pag. 13, 78 
ff.). Gestützt hierauf wurde ein Strafverfahren gegen die Vorgenannten unter 
anderem wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz eröffnet 
(pag. 1 ff.). Am 8. September 2016 erliess die Staatsanwaltschaft gegen 
D.________ und C.________ sowie gegen die Beschuldigte Strafbefehle (pag. 146 
ff., 154 ff., 164 ff.), mit welchen sie alle drei unter anderem wegen 
Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz durch Erwerb, Anbau und 
Herstellung von Drogenhanf in Mittäterschaft schuldig sprach und sie zu 
Geldstrafen und Bussen verurteilte. C.________ akzeptierte den Strafbefehl und 
stellte sich auf den Standpunkt, die Hanf-Indooranlagen alleine betrieben zu haben. 
Sein Vater D.________ und die Beschuldigte erhoben Einsprache gegen die 
Strafbefehle, die Schuldsprüche wurden jedoch in der Folge vorinstanzlich bestätigt 
(pag. 238 ff.). Während D.________ den vorinstanzlichen Schuldspruch 
akzeptierte, legte die Beschuldigte Berufung ein und beantragt nun oberinstanzlich 
einen Freispruch.

7. Strafbefehl
Mit Strafbefehl vom 8. September 2016 (pag. 146) wurde der Beschuldigten 
konkret vorgeworfen, zusammen mit C.________ und D.________ im Keller eine 
Hanfindooranlage mit 155 Pflanzen (THC-Gehalt zwischen 0.45 und 6,0%) und in 
der Wohnung der Herren C.________ und D.________ eine Anlage mit 55 
Pflanzen (THC-Gehalt zwischen 1,3 und 15,2%) betrieben zu haben. Die 
Beschuldigte habe die Hanfpflanzen gross gezogen, geerntet und getrocknet. Der 
Hanf sei zum Konsum von Betäubungsmittel, mindestens teilweise zum Verkauf 
oder zur Weitergabe an Dritte bestimmt gewesen. In der Wohnung von A.________ 
hätten die beschuldigten Personen Marihuana und Hanfsamen, welche für den 
Anbau von Drogenhanf bestimmt gewesen sei, gelagert. 

8. Bestritten/Unbestrittener Sachverhalt
Der Vorwurf gemäss Strafbefehl wird von der Beschuldigten weitgehend bestritten. 
Sie habe zwar gewusst, dass C.________ Hanf anbaue, sie habe aber weder beim 
Anbau und Betrieb der Hanf-Indooranlage von C.________ noch bei der 
Weiterverarbeitung des gewonnen Hanfs mitgeholfen. Auch habe sie weder 
geholfen, ein allfälliges Geschäft mit dem gewonnen Hanf zu finanzieren, noch 
habe sie daraus Profit gezogen. Unbestritten ist lediglich, dass die Beschuldigte 
C.________ erlaubt habe, gewisse Gerätschaften, mit welchen sie nichts zu tun 
haben wollte, bei ihr in der Wohnung zu deponieren. Von der Lagerung der 

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Blechbüchse mit Marihuanaschnittresten im Entrée und dem Luftpolstercouvert mit 
Hanfsamen im Kühlschrank habe sie aber nichts gewusst. Es wird somit im 
Folgenden die Rolle der Beschuldigten zu ermitteln sein.

9. Beweismittel
Als subjektive Beweismittel liegen die Aussagen von C.________, D.________ und 
die Aussagen der Beschuldigten vor. Als objektive Beweismittel liegen dem Gericht 
das Durchsuchungsprotokoll der Wohnung der Beschuldigten (pag. 9, 78 f., 82), 
der Wohnung der C.________ und D.________ und des Kellers (pag. 89) sowie 
die Edition der Stromdaten der Wohnung der Beschuldigten (pag. 111) und der 
Wohnung der C.________ und D.________ (pag. 113) vor. Die Vorinstanz hat die 
wesentlichen Aussagen und Beweismittel teilweise vorab dargelegt und teilweise in 
ihrer ausführlichen Beweiswürdigung integriert und wiedergegeben (pag. 258 ff.). 
Es wird darauf verzichtet, die Beweismittel erneut zusammenzufassen, sondern es 
wird auf die ausführlichen vorinstanzlichen Ausführungen verweisen. Soweit 
Ergänzungen in den Beweismitteln anzubringen sind, erfolgen diese im Rahmen 
der oberinstanzlichen Beweiswürdigung. 
Ergänzend liegen nunmehr die an der Berufungsverhandlung durch die 
Verteidigung eingereichten Unterlagen (Factsheet Lüfter, Internetauszug der 
Webseite Hydrodream bzgl. Trocknungsbox, Internetauszug der Webseite 
Zamnesia, Kontoauszug der Beschuldigten vom 31. November 2014, pag. 344 ff.) 
vor. Weiter wurde die Beschuldigte oberinstanzlich nochmals zur Sache 
einvernommen (pag. 337 ff.).

10. Beweiswürdigung Vorinstanz
Die Vorinstanz führte zusammenfassend aus, die Aussagen von C.________ und 
D.________ würden etliche Lügensignale enthalten, weshalb diese nur mit Vorsicht 
zu verwerten seien. Auch die Aussagen der Beschuldigten erachtete die Vorinstanz 
als nicht besonders glaubhaft, zudem habe die Beschuldigte ihre Aussagen den 
übrigen Beteiligten anpassen können. Die Vorinstanz erachtete nach erfolgter 
Beweiswürdigung als erwiesen, dass die Beschuldigte aktiv am Anbau, an der 
Herstellung und am Handel mit dem Drogenhanf von C.________ beteiligt 
gewesen sei. Die Beschuldigte habe trotz Kenntnis der Hanf-Indooranlage und des 
Handels mit Marihuana durch C.________ die Lagerung und Aufbewahrung von 
Gerätschaften der Hanf-Indooranlage und von Marihuana und Hanfsamen, sowie 
die Weiterverarbeitung des Dorgenhanfs in ihrer Wohnung mindestens erlaubt und 
die dazu notwendigen Kosten (Miete, Strom etc.) bezahlt. Weiter ging die 
Vorinstanz davon aus, dass die Beschuldigte (quasi als Gegenleistung) Marihuana 
der Indooranlage zum Eigenkonsum sowie eine finanzielle Beteiligung an den 
Marihuana-Verkäufen erhalten habe.

11. Vorbringen Verteidigung
Die Verteidigung führte an der Berufungsverhandlung zusammenfassend aus, die 
vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung sei teilweise falsch. Es sei davon 
auszugehen, dass die Beschuldigte an den Indoor-Anlagen nicht beteiligt gewesen 
sei, sie habe weder mit der Aufzucht, der Trocknung noch mit der Ernte etwas zu 

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tun gehabt. Die Beschuldigte habe C.________ lediglich erlaubt, für eine kurze Zeit 
Säcke und Kartons in ihre Wohnung zu stellen, von den Gerätschaften habe sie 
gewusst. Sie habe ihm aber nicht erlaubt, Hanfsamen oder Marihuana in ihrer 
Wohnung aufzubewahren, davon habe sie nichts gewusst. Die Hanfpflanze auf 
dem Balkon habe C.________ gehört, die Beschuldigte habe gewusst, dass er die 
Pflanze bei ihr auf den Balkon gestellt hatte, sie habe sich aber nicht darum 
gekümmert, weil sie diese nicht als ihr Eigentum erachtet habe. Die Vorinstanz 
habe der Beschuldigten eine weitergehende Rolle zugeschrieben und ihr 
unterstellt, sie habe die Indoor-Anlage durch das Zurverfügungstellen der Wohnung 
und dem Bezahlen der Stromrechnung mitfinanziert. Als Gegenwert habe sie 
Marihuana erhalten und sei finanziell beteiligt worden. Diese Annahme sei falsch 
und willkürlich. 

12. Beweiswürdigung Kammer
12.1. Aussagewürdigung C.________ und D.________

Die Vorinstanz führte nach eingehender Aussagewürdigung in Bezug auf 
C.________ zusammenfassend aus, seine Aussagen würden kaum 
Realkennzeichen, dafür umso mehr Lügensignale enthalten. Seine Aussagen seien 
nicht sehr glaubhaft und aufgrund der Tatsache, dass er sich selber, seinen Vater 
und seine Ex-Freundin zu schützen versuche, mit Vorsicht zu werten. 
Entsprechend sei auf seine Aussagen nur dort abzustellen, wo sie mit anderen 
Aussagen und Beweismitteln übereinstimmen würden. Die Aussagen von 
D.________ erachtete die Vorinstanz ebenfalls als nicht besonders glaubhaft, da 
diese etliche Lügenkriterien enthalten würden. Seine Aussagen seien ebenfalls nur 
mit Vorsicht zu würdigen. Die Kammer kann sich diesen Ausführungen 
anschliessen, es wird auf die diesbezügliche vorinstanzliche Aussagewürdigung 
von C.________ und D.________ verwiesen (pag. 261 - 265).

12.2. Aussagewürdigung Beschuldigte im Allgemeinen
Die Vorinstanz erachtete die Aussagen der Beschuldigten als ebenso wenig 
glaubwürdig wie jene von D.________. Die Kammer kann sich diesen 
Ausführungen nicht ganz anschliessend, weshalb hierauf näher einzugehen ist. Die 
Vorinstanz führte aus, die Beschuldigte habe anlässlich der polizeilichen 
Einvernahme vom 20. November 2011 ihre Aussage verweigert (pag. 47). Dies sei 
zwar ihr gutes Recht und nicht gegen sie zu verwenden, es stelle sich aber 
trotzdem die Frage, weshalb sie keine Aussagen gemacht habe, wenn sie doch 
gemäss ihren Angaben gar nichts mit der Indoor-Anlage zu tun gehabt habe. 
Gerade das hätte sie ja bei der ersten Einvernahme auch aussagen können. 
Zudem habe sie dann bei der erstinstanzlichen Hauptverhandlung auf Grund der 
vorgängigen Aussageverweigerung Gelegenheit gehabt, vor der Einvernahme die 
Akten zu studieren und ihre Aussagen den Beteiligten anzupassen. Hierzu ist 
festzuhalten, dass die Aussageverweigerung durch die Beschuldigte ein 
gesetzlicher Anspruch (Art. 158 Abs. 1 lit. b StPO) darstellt, welcher im Rahmen 
der Aussagewürdigung nicht zu ihren Lasten gewertet werden darf, was die 
Vorinstanz letztlich dennoch gemacht hat. Aus der Aussageverweigerung darf 
insbesondere nicht im Umkehrschluss auf eine Beteiligungsform an der Hanfanlage 

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geschlossen werden. Denkbar ist nämlich auch, dass die Beschuldigte keine 
Aussagen gemacht hat, um ihren damaligen Freund und seinen Vater zu schützen 
bzw. nicht zu belasten. Die Beschuldigte konnte überdies nachvollziehbar erklären, 
dass ihr Anwalt ihr damals geraten habe, keine Aussagen zu machen (pag. 338). 
Gleich verhält es sich mit der Weigerung zum Drogenschnelltest; es sei ihr Anwalt 
gewesen, der ihr geraten habe, den Test zu verweigern (pag. 340). Dies ist in der 
Tat in der Praxis nicht selten der Fall, zumal die Verteidigung oft ihre Klienten und 
den Sachverhalt zu Beginn noch nicht genau kennt und sicherheitshalber zu einer 
Weigerung rät, um damit grundsätzlich die Gefahr einer allfälligen Selbstbelastung 
zu minimieren. Die Verweigerung zur Aussage und zum Drogenschnelltest ist in 
casu durchaus nachvollziehbar, dürfte aber auch ohne nachvollziehbare Erklärung 
nicht zu ihren Ungunsten gewürdigt werden.
Die Vorinstanz führte weiter aus, die Aussagen der Beschuldigten würden eine 
geringe Detailgenauigkeit aufweisen, sie seien knapp und karg ausgefallen. Sie 
habe beim vorinstanzlichen Gericht den Eindruck erweckt, dass sie nichts Falsches 
habe sagen wollen. Zudem habe sie auf Fragen zu einem möglichen Tatbeitrag 
noch knapper als sonst, dafür aber bestimmt und unter Verwendung von 
zusätzlichen bzw. bekräftigenden Verneineinungswörtern geantwortet, was ihre 
Aussagen als einstudiert erschienen liessen. Die Kammer konnte sich an der 
Berufungsverhandlung selber einen unmittelbaren Eindruck der Beschuldigten 
verschaffen. Sie hinterliess bei der Strafkammer nicht den Eindruck, nichts 
Falsches sagen zu wollen, sondern eher zu bereuen, in diese Sache mithinein-
gezogen worden zu sein. Die Beschuldigte gab während der oberinstanzlichen 
Einvernahme breitwillig zu den Fragen Auskunft. Dass sie zum eigentlichen 
Tatbeitrag eher knapp und verneinend antwortete, erklärt sich nachvollziehbar 
damit, dass sie mit den Handlungen ihres Freundes ganz einfach nichts zu tun 
haben wollte, was sie durchs Band weg auch so ausgesagt hat. Zudem stand die 
Beschuldigte mit ihrer Mietwohnung auch in einer gewissen Abhängigkeit zum 
Vater ihres Freundes, weshalb auch mit Blick auf ihre jugendliche Naivität erklärbar 
ist, dass sie gewisse Handlungen zuliess (wie z.B. das Abstellen der Kartons), 
ohne direkt etwas damit zu tun zu haben. Die angeblich zusätzlichen 
Verneinungswörter in ihren Aussagen sind entgegen der Ansicht der Vorinstanz 
nicht speziell auffallend oder aussergewöhnlich; vielmehr bestreitet sie lediglich mit 
Entschiedenheit, aktiv mitgemacht zu haben. Daraus kann nichts Negatives 
abgeleitet werden.
Die Vorinstanz führte zudem aus, die Aussagen der Beschuldigten stünden im 
Widerspruch mit den objektiven Beweismitteln und verwies hierzu beispielhaft auf 
den erhöhten Stromverbrauch. Es sei auch nicht erklärbar, weshalb die 
Beschuldigte die im Oktober erhaltene Rechnung trotz angeblicher Unerklärbarkeit 
des hohen Stromverbrauchs dennoch bezahlt habe. Dem ist entgegen zu halten, 
dass die Stromrechnung für die 3 Monate Juli bis September 2014 CHF 286.45 
betrug; zwar ist dieser Betrag für ihr bescheidenes Einkommen nicht unbeachtlich, 
aber auch nicht gerade exorbitant. Dass sie die Rechnung letztlich nach 
Rücksprache mit ihrem Vater einfach bezahlt habe, weil in ihrem Leben gerade 
etwas viel am Laufen gewesen sei und sie keine Mahnung habe riskieren wollen, 

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klingt plausibel und für ihr Alter und ihre Situation nicht lebensfremd (weitere 
Ausführungen zum erhöhten Stromverbrauch nachfolgend in Ziff. 12.3. lit. c). 
Aus den Akten sind weiter keine Anhaltspunkte ersichtlich, welche die Beschuldigte 
generell als unglaubwürdig erscheinen liessen, zumal sie auch nicht vorbestraft ist 
(pag. 204). Die allgemeine Aussagewürdigung der Beschuldigten durch die 
Vorinstanz ist insofern zu relativieren, als dass gewisse Verhaltensweisen ihr gutes 
Recht sind und auch plausibel erklärt werden können. Die Aussagen der 
Beschuldigten sind nach Ansicht der Kammer nicht unglaubwürdig, auch wenn sie 
auf Grund der Verknüpfung mit der Familie C.________ und D.________ etwas mit 
Vorsicht zu werten sind. Es wird Aufgabe der Kammer sein, im Rahmen der 
nachfolgenden konkreten Beweiswürdigung festzustellen, welche Tathandlungen 
der Beschuldigten effektiv nachgewiesen werden können.

12.3. Konkrete Beweiswürdigung

a) Kenntnis der Hanf-Indooranlage
Es ist der Vorinstanz insofern zuzustimmen, als dass die Beschuldigte Kenntnis 
von den im Keller und in der Wohnung von D.________ betriebenen Hanf-
Indooranlagen gehabt haben muss. Dies wird von der Beschuldigten auch nicht 
bestritten. Die Beschuldigte konnte nach Ansicht der Kammer glaubhaft darlegen, 
dass sie um die Indooranlagen wusste, jedoch selber nichts damit zu tun haben 
wollte. Es ist davon auszugehen, dass die Beschuldigte auch den Umfang bzw. die 
Grössenordnung mitbekommen haben muss. Hieraus jedoch auf die Kenntnis 
eines Hanfhandels durch C.________ abzustellen, geht nach Ansicht der Kammer 
zu weit. Ob C.________ damit effektiv Handel betrieben hat, kann nach Ansicht der 
Kammer vorliegend offen gelassen werden, kann der Beschuldigten doch ohnehin 
nicht nachgewiesen werden, dass sie gegebenenfalls davon gewusst hat, und 
schon gar nicht, dass sie sich daran beteiligt oder auch nur davon profitiert hätte. 
Weiter kann entgegen der vorinstanzlichen Ausführungen aus der Tatsache, dass 
die Beschuldigte den Drogenschnelltest verweigert und eine dürre Hanfpflanze auf 
dem Balkon gestanden hat, nicht geschlossen werden, dass sie dem 
Marihuanakonsum nicht abgeneigt gewesen sei. In Bezug auf die dürre 
Hanfpflanze auf dem Balkon konnte die Beschuldigte nachvollziehbar erklären, 
dass diese C.________ gehört und er diese bei ihr auf dem Balkon abgestellt habe; 
weil diese aber nicht ihr gehört habe, habe sie sich auch nicht darum gekümmert. 
Davon ist auszugehen. Betreffend den Drogenschnelltest konnte sie ebenfalls 
plausibel erklären, dass ihr der Anwalt zu einer Verweigerung geraten hatte. 

b) Hilfe beim Anbau und Betrieb der Hanf-Indooranlage
Die Kammer ist in Übereinstimmung mit der Vorinstanz der Ansicht, dass davon 
auszugehen ist, dass D.________ seinem Sohn beim Aufbau und Betrieb der Hanf-
Indooranlage geholfen hat. Bezüglich der Beschuldigten führte die Vorinstanz in 
ihrer konkreten Würdigung auf pag. 272 aus, dass mangels genügender Beweise 
davon auszugehen sei, dass sie beim Aufbau oder bei der Bewirtschaftung der 
Hanf-Indooranlage nicht mitgeholfen habe. Diesen Ausführungen ist zuzustimmen. 
Eine Mithilfe beim Anbau und Betrieb der Hanf-Indooranlage kann ihr nicht 
nachgewiesen werden. Umso mehr erstaunt, dass die Vorinstanz entgegen ihrer 

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konkreten Würdigung im Ergebnis dann doch von einer aktiven Beteiligung am 
Anbau und Herstellung ausgegangen ist (pag. 278)

c) Hilfe bei der Weiterverarbeitung des gewonnen Hanfs
In der Wohnung der Beschuldigten wurden am 6. November 2014 unter anderem 
im Gang/Entrée eine Waage, eine Blechbüchse mit Marihuanaschnittresten, fünf 
Kunststoffdeckel und ein Massbecher gefunden; sodann im Kühlschrank ein Luft-
polstercouvert mit verschiedenen Hanfsamen und im Abstellzimmer ein schwarzes 
Trocknungszelt inkl. Lüfter und Schläuchen sowie weiteren Gegenständen dazu 
(pag. 78). Es ist davon auszugehen, dass diese Gerätschaften der Weiter-
verarbeitung des gewonnenen Hanfs dienten, namentlich zur Trocknung und zur 
Portionierung des Marihuanas. Es stellt sich mithin die Frage, inwieweit die 
Beschuldigte bei der Weiterverarbeitung des gewonnenen Hanfs mitgeholfen hat. 
Die Vorinstanz leitete aus den in der Wohnung der Beschuldigten vorgefundenen 
Gerätschaften und insbesondere aus dem sichergestellten Trocknungszelt ab, dass 
das Marihuana nicht nur zum Eigenkonsum hergestellt worden, sondern 
mindestens teilweise auch zum Verkauf an Dritte bestimmt gewesen sei, was der 
Beschuldigten habe bekannt sein müssen. Weiter ging die Vorinstanz auf Grund 
der Aussagen von C.________ und dem erhöhten Stromverbrauch davon aus, 
dass C.________ ab Juli 2014 in der Wohnung der Beschuldigten Hanf im 
Trocknungszelt getrocknet habe, wobei die Beschuldigte zwar nicht aktiv 
mitgeholfen, dies aber mitbekommen und zumindest toleriert habe. Eine aktive 
Beteiligung könne ihr nicht nachgewiesen werden.
 
Aus den sichergestellten Gerätschaften auf einen Cannabis-Handel und auf das 
diesbezügliche Wissen der Beschuldigten zu schliessen, ist nachvollziehbar. Die 
Frage ist vorliegend allerdings, ob sich die Beschuldigte daran in irgendeiner Form 
beteiligt hat resp. ob ihr solches rechtsgenüglich nachgewiesen werden kann.

Auf Grund der Beweismittel und der Aussagen von C.________ selbst hierzu ist 
erstellt, dass das Trocknungszelt mindestens gelegentlich in der Wohnung der 
Beschuldigten in Betrieb gewesen sein muss. In welchem Umfang muss jedoch 
offen gelassen werden. Ein Teil des erhöhten Stromverbrauchs in der Wohnung 
der Beschuldigten dürfte auf den Betrieb dieses Trocknungszelts zurückzuführen 
sein. Der Stromverbrauch hat sich in der Zeit von Juli 2014 bis September 2014 
jedoch verfünf- bis versechsfacht. Den eingereichten Dokumenten der Verteidigung 
zum Trocknungsschrank mit Lüfter und Ventilator lässt sich nun aber entnehmen, 
dass dies - selbst wenn der Trocknungsschrank inklusive Lüfter und Ventilation in 
der gesamten Zeitperiode durchgehend auf maximaler Stufe gelaufen wäre - nicht 
zu einer derartigen Erhöhung des Stromverbrauchs geführt haben kann. Der 
erhöhte Stromverbrauch in der Wohnung der Beschuldigten lässt sich daher nicht 
einfach durch den Einsatz des Trocknungszeltes erklären. Das heisst dann aber 
auch, dass ihr nicht nachgewiesen werden kann, dass sie generell den Betrieb des 
Zeltes in ihrer Wohnung toleriert hat. Nach Ansicht der Kammer kann der 
Beschuldigten nicht mit genügender Sicherheit nachgewiesen werden, dass sie 
jeweils vom Betrieb dieses Trocknungszeltes in ihrer Wohnung wusste oder dass 

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sie dessen Betrieb gar gebilligt hätte. Immerhin wurde das Zelt in einem separaten 
Zimmer, das offenbar als Abstellzimmer gedient hat, gefunden, als die 
Beschuldigte nicht zuhause sondern unterwegs nach G.________ war, so dass 
nicht ausgeschlossen ist, dass C.________ das Zelt dort lediglich zweitweise und 
allenfalls gar in Abwesenheit der Beschuldigten und ohne deren Wissen betrieben 
hat. Die Kammer geht daher davon aus, dass die Beschuldigte bei der 
Weiterverarbeitung des gewonnen Hanfs nicht aktiv mitgeholfen hat; das Gegenteil 
ist ihr zumindest nicht nachzuweisen. Sie hat jedoch dem Deponieren gewisser 
Gerätschaften in ihrer Wohnung, von denen sie einen Zusammenhang mit den 
Indooranlagen annehmen musste, zugestimmt und diese Gerätschaften dort auch 
geduldet. Dies sagte sie auch selber in ihrer Einvernahme vom 16. November 2017 
(pag. 338). Weiter ist davon auszugehen, dass das Trocknungszelt nicht erst am 
Tag vor der Hausdurchsuchung in ihrer Wohnung deponiert wurde, sondern bereits 
deutlich früher, und dass C.________ ab Juli 2014 damit in ihrer Wohnung 
zumindest gelegentlich Hanf getrocknet hat. 

d) Lagerung/Aufbewahrung von Marihuana und Hanfsamen
Anlässlich der Hausdurchsuchung vom 6. November 2014 wurden in der Wohnung 
der Beschuldigten u.a. Marihuanaschnittreste in einer Blechbüchse im Gang und 
Hanfsamen in einem Luftpolstercouvert im Kühlschrank gefunden (pag. 9, 79). 
C.________ und die Beschuldigte machten übereinstimmend geltend, dass 
C.________ diese beiden Dinge während ihrer Abwesenheit (Reise nach 
G.________) in ihrer Wohnung deponiert und die Beschuldigte nichts davon 
gewusst habe (pag. 212, 223). Die Vorinstanz erachtete dies als 
Schutzbehauptung und somit als nicht glaubwürdig und stellte entsprechend nicht 
darauf ab. Die Kammer ist dagegen der Ansicht, dass nicht nachgewiesen werden 
kann, zu welchem Zeitpunkt die Blechbüchse mit den Marihuanaschnittresten und 
das Luftpolstercouvert mit den Hanfsamen in der Wohnung der Beschuldigten resp. 
in deren Kühlschrank deponiert wurden. Die Aussagen der Beteiligten in diesem 
Punkt sind einstimmig und durch nichts zu widerlegen. In dubio pro reo ist somit 
von dieser Version auszugehen. Der Beschuldigten kann letztlich nicht 
nachgewiesen werden, dass sie um die Lagerung der Marihuanaschnittresten und 
der Hanfsamen in ihrer Wohnung wusste. 

e) Zurverfügungstellung und Finanzierung von Räumlichkeiten und Strom
Die Vorinstanz führte aus, die Beschuldigte habe ihre Wohnungsmiete und den 
Strom, der ihrer Wohnung belastet wurde, bezahlt und habe sich dadurch, dass 
ihre Wohnung zumindest teilweise auch für einzelne Abläufe in der 
Hanfverarbeitung benutzt wurde, der (Mit-)Finanzierung des Betriebs der Indoor-
anlagen schuldig gemacht. Von der Zurverfügungstellung der Räumlichkeit für das 
Deponieren von Gerätschaften kann nicht schon auf eine Mitfinanzierung 
geschlossen werden; das wäre viel zu weit hergeholt. Dies um so mehr, als man ihr 
ohnehin nicht nachweisen kann, dass sie vom Betrieb der Trocknungsanlage in 
ihrer Wohnung etwas gewusst hat. Von einer Zurverfügungstellung von Raum und 
Strom kann nicht die Rede sein. Auch aus der Zahlung des Mietzinses der alleine 
von ihr bewohnten Wohnung kann nicht auf eine Mitfinanzierung der Indooranlagen 

12

in der Wohnung der beiden Herren C.________ und D.________ und im Keller 
geschlossen werden, da die Zahlung des Mietobjekts eine vertragliche Pflicht ist. 
Der Mietzins scheint auch nicht in einem unproportionalen Verhältnis gewesen zu 
sein. Aus der Bezahlung der Stromrechnung kann ebenfalls nicht auf eine 
Mitfinanzierung der Indooranlage geschlossen werden. Die fragliche 
Stromrechnung war die erste erhöhte Stromrechnung und wurde am 13. Oktober 
2014 verschickt mit Zahlungsfirst bis 12. November 2014. Die Beschuldigte zahlte 
einen ersten Teil Ende November und einen zweiten Teil der Rechnung Anfangs 
Dezember. Aus dieser Zahlung indirekt auf eine rückwirkende Mitfinanzierung der 
Indooranlage zu schliessen ist wiederum sehr weit her geholt. Überdies war der 
Betrag auch nicht dermassen überhöht, dass es für die Beschuldigte existenziell 
bedrohend gewesen wäre. Dass sie eine einmal leicht erhöhte Rechnung einfach 
bezahlte, mit der Begründung, dass sie gerade viel um die Ohren gehabt habe und 
keine Mahnung riskieren wollte, erscheint in ihrer Lebenssituation plausibel und 
nicht lebensfremd.

f) Persönlicher Profit
Auf Grund der vorgefundenen Pflanzen wurde vom Institut für Rechtsmedizin die 
erzielbare Menge an Drogenhanf berechnet (pag. 17). Die Vorinstanz ging gestützt 
auf diese Berechnungen davon aus, dass viel mehr Drogenhanf produziert worden 
ist, als die drei Beteiligten selber hätten konsumieren können, womit erwiesen sei, 
dass damit Handel betreiben worden sei. Die Vorinstanz hielt fest, dass es 
allerdings keine konkreten Anhaltspunkte dafür gebe, dass die Beschuldigte selber 
auch Marihuana verkauft habe oder sonst wie am Verkauf von Hanf beteiligt 
gewesen sei. Trotzdem kam die Vorinstanz zum Schluss, dass die Beschuldigte 
aufgrund ihrer Mitfinanzierung der Hanf-Indooranlage auch an den Verkäufen aus 
dem Handel finanziell beteiligt worden sein müsse. Die Kammer erachtet 
vorangehend als erwiesen, dass die Beschuldigte die Hanf-Indooranlage nicht 
mitfinanziert hat. Damit scheitert bereits der Umkehrschluss auf eine finanzielle 
Beteiligung der Beschuldigten als Gegenwert für die angebliche Mitfinanzierung. 
Überdies wäre es ohnehin rein spekulativ, aufgrund einer allfälligen Mitfinanzierung 
automatisch auf den Erhalt eines finanziellen Gegenwertes/Profit aus (nicht 
erstellten) Verkäufen zu schliessen. Auch hierfür fehlen jegliche Anhaltspunkte.

12.4. Fazit
Die Kammer geht zusammenfassend davon aus, dass die Beschuldigte wusste, 
dass C.________ Hanf anbaute und eine Indooranlage betrieb. Sie kannte auch 
den ungefähren Umfang der Anlagen. Die Beschuldigte konnte jedoch glaubwürdig 
darlegen, dass sie mit den Indooranlagen nichts zu tun haben wollte. Sie half 
weder beim Anbau noch beim Betrieb der Hanfindooranlage mit. Was die 
Weiterverarbeitung des gewonnen Hanfs anbelangt, ist davon auszugehen, dass 
die Beschuldigte C.________ erlaubte, gewisse Gegenstände, darunter auch das 
Trocknungszelt und Kartons mit verschiedenen Gerätschaften in ihrer Wohnung zu 
deponieren. Sie wusste, dass er Gegenstände, von denen sie annehmen musste, 
dass sie einen Zusammenhang mit den Hanfindooranlagen haben könnten, in den 
Gang und in das separate Zimmer ihrer Wohnung gestellt hatte. Ebenfalls geht die 

13

Kammer davon aus, dass C.________ tatsächlich auch in ihrer Wohnung zeitweise 
Hanf getrocknet hat. Der Beschuldigten kann jedoch nicht nachgewiesen werden, 
dass sie sich daran in irgendeiner Weise beteiligt hat; ja nicht einmal, dass sie dies 
wusste oder das Trocknungszelt gar in Betrieb gesehen hätte. Auch kann der 
Beschuldigten nicht nachgewiesen werden, dass sie um die Blechbüchse mit 
Marihuanaschnittresten im Gang und um die Hanfsamen im Luftpolstercouvert im 
Kühlschrank wusste. Des Weiteren verneint die Kammer eine Mitfinanzierung der 
Hanfindooranlagen durch die Beschuldigte sowie deren finanziellen Beteiligung an 
einem allfälligen Hanfhandel. 

Die Kammer erachtet somit den Sachverhalt gemäss Strafbefehl (pag. 146) in 
grossen Teilen nicht als erstellt. Was der Beschuldigten letztlich noch vorgeworfen 
werden kann, ist lediglich, dass sie C.________ erlaubt hat, die vorgefundenen 
Gerätschaften für Indooranlagen bei ihr in der Wohnung zu deponieren resp. dass 
sie die Lagerung dieser Gerätschaften in ihrer Wohnung duldete. Eine 
weiterführende Rolle kann der Beschuldigten nicht nachgewiesen werden. Ob das 
Erlauben oder auch schon nur das Dulden der Lagerung dieser Gerätschaften 
strafrechtlich relevant ist, wird im nachfolgenden zu prüfen sein.

III. Rechtliche Würdigung

13. Widerhandlungen gegen Art. 19 Abs. 1 BetmG / Tatbeteiligung

13.1. Rechtliches
Die Vorinstanz hat die theoretischen Grundlagen zu den Widerhandlungen gegen 
Art. 19 Abs. 1 BetmG und zu den Beteiligungsformen der Mittäterschaft und 
Gehilfenschaft ausführlich wiedergegeben, hierauf wird verwiesen (pag. 278 ff.).

13.2. Subsumption
Konkret bleibt zu prüfen, ob die Beschuldigte durch das Erlauben und Dulden der 
Lagerung der Gerätschaften in ihrer Wohnung an der im Strafbefehl ausgeführten 
Haupttat von C.________ (pag. 146), nämlich dem Grossziehen, Ernten und 
Trocknen der Hanfpflanzen sowie an der Lagerung von Marihuana und Hanfsamen 
in der Wohnung der Beschuldigten, in massgeblicher oder untergeordneter Weise 
mitgewirkt hat und somit nach Art 19 Abs. 1 BetmG schuldig zu sprechen ist.

Hat die Beschuldigte durch das Erlauben und Dulden der Lagerung diverser Gerät-
schaften in ihre Wohnung beim Grossziehen und Ernten der Hanfpflanzen durch 
C.________ mitgewirkt?
Das Grossziehen und Ernten der Hanfpflanzen durch C.________ erfolgte in seiner 
eigenen Wohnung und im Keller, die Beschuldigte hatte nichts damit zu tun und 
auch nicht geholfen. In der Wohnung der Beschuldigten hat C.________ keine 
Hanfpflanzen grossgezogen und geerntet. Das Erlauben und Dulden der Lagerung 
von Gerätschaften in der Wohnung der Beschuldigten ist nach Ansicht der Kammer 
zu weit weg von der eigentlichen Haupthandlung des Grossziehens und Erntens 

14

der Hanfpflanzen durch C.________ in seiner Wohnung und im Keller. Nach 
Fingerhut/Schlegel/Jucker, OFK-BetmG, BetmG Art. 19 N 31 wäre beispielsweise 
das gelegentliche Wässern der Pflanzen als Tätigkeit eines Gehilfen zu 
qualifizieren. Das Beispiel zeigt in der Beteiligungshandlung eine gewisse Nähe zur 
eigentlichen Tathandlung, welche in unserem Fall gerade nicht vorhanden ist. Die 
Beschuldigte hat weder in Mittäterschaft noch in Gehilfenschaft beim Grossziehen 
und Ernten i.S. von BetmG Art. 19 Abs. 1 mitgewirkt.  

Soweit C.________ in der Wohnung der Beschuldigten zweitweise Hanf getrocknet 
hat, besteht namentlich mit der Lagerung von Gerätschaften zum 
Trocknen/Verarbeiten von Hanf wie z.B. dem Trocknungszelt in der Wohnung der 
Beschuldigten eine gewisse Nähe zur Tathandlung von C.________. Da aber 
sachverhaltsmässig nicht erwiesen ist, dass die Beschuldigte vom gelegentlichen 
Trocknen von Hanf in ihrer Wohnung durch C.________ wusste, fehlt es ihr am 
Vorsatz zu einer Mitwirkungshandlung, womit auch hier in Bezug auf die 
Beschuldigte keine Tatbestandsmässigkeit nach Art. 19 Abs. 1 BetmG nachge-
wiesen ist. 

Kann vom Erlauben und Dulden der Lagerung diverser Gerätschaften in ihrer 
Wohnung auch auf eine Mitwirkung bei der Lagerung von Marihuanaschnittresten 
und Hanfsamen geschlossen werden? Beweismässig lässt sich der Beschuldigten 
nicht einmal nachweisen, dass sie von der Lagerung von Hanfresten in ihrer 
Wohnung und etwas Samen im Kühlschrank durch C.________ auch nur Kenntnis 
hatte, womit es ihr von vornherein an einem Vorsatz für eine mögliche 
Mitwirkungshandlung fehlt. 

Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass der Beschuldigten weder eine 
selbständig verübte tatbestandsmässige Handlung noch auch bloss eine strafrecht-
lich relevante Tatbeteiligung nachgewiesen werden kann. Es hat somit ein Frei-
spruch zu erfolgen.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass es, selbst wenn man den für die 
Beschuldigte erwiesenen Sachverhalt nicht als aktives Tun, sondern insbesondere 
das Dulden der Gerätschaften durch die Beschuldigte als (unechte) Unterlassungs-
handlung qualifizieren würde, an der fehlenden Tatbestandsmässigkeit scheitern 
würde. Für ein unechtes Unterlassungsdelikt fehlt es nämlich von vornherein an 
einer Garantenstellung der Beschuldigten, da diese in keinerlei Hinsicht eine 
Rechtspflicht zum Handeln traf. Auch unter diesem Aspekt wäre die Beschuldigte 
freizusprechen. 

IV. Kosten und Entschädigung

14. Verfahrenskosten
Fällt die Rechtsmittelinstanz selber einen neuen Entscheid, so befindet sie darin 
auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 Abs. 3 
StPO). Bei einem Freispruch trägt grundsätzlich der Kanton die Verfahrenskosten 
(vgl. 423 Abs. 1 StPO). Die Beschuldigte wurde oberinstanzlich vollumfänglich 

15

freigesprochen, somit trägt der Kanton Bern die erstinstanzlichen Verfahrenskosten 
von CHF 2‘572.65.

Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres 
Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Beschuldigte hat mit 
ihrem Antrag auf Freispruch obsiegt, weshalb die oberinstanzlichen 
Verfahrenskosten von CHF 2‘000.00 ebenfalls dem Kanton Bern aufzuerlegen sind 
(Art. 5 i.V.m. Art. Art. 24 Bst. a VKD). 

15. Entschädigung
Wird die beschuldigte Person freigesprochen, so hat sie im erstinstanzlichen 
Verfahren Anspruch auf Entschädigung ihrer Aufwendungen für die angemessene 
Ausübung ihrer Verfahrensrechte (Art. 429 Abs. 1 Bst. a StPO). Gemäss Art. 436 
StPO richten sich Ansprüche auf Entschädigung im Rechtsmittelverfahren ebenfalls 
nach Art. 429-434 StPO, womit Art. 429 Abs. 1 Bst. a StPO auch im 
Rechtsmittelverfahren anwendbar ist.

Gemäss Art. 41 Abs. 3 des kantonalen Anwaltsgesetzes (KAG; BSG 168.11) 
bemisst sich die Entschädigung innerhalb des Rahmentarifs nach dem in der 
Sache gebotenen Zeitaufwand, der Bedeutung der Streitsache und der 
Schwierigkeit des Prozesses. Gemäss Art. 17 Abs. 1 Bst. b der Parteikosten-
verordnung (PKV; BSG 168.811) beträgt das Honorar in Verfahren vor dem 
Einzelgericht des Regionalgerichts zwischen CHF 500.00 und CHF 25‘000.00. In 
Rechtsmittelverfahren beträgt das Honorar 10 bis höchstens 50 % des 
erstinstanzlichen Honorars (Art. 17 Abs. 1 Bst. f PKV). 

Die Beschuldigte macht gemäss Kostennote von Rechtsanwalt B.________ vom 7. 
März 2017 für das erstinstanzliche Verfahren eine Entschädigung inkl. Auslagen 
und MwSt von CHF 5‘901.75 geltend, was einem Aufwand von rund 21 Stunden 
entspricht (pag. 97 f.). Die Kammer erachtet auf Grund der Bedeutung der 
Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses den für das erstinstanzliche 
Verfahren insgesamt geltend gemachte Aufwand als angemessen.

Die Beschuldigte macht gemäss Kostennote von Rechtsanwalt B.________ vom 
15. November 2017 für das oberinstanzliche Verfahren eine Entschädigung im 
Rahmen von CHF 6‘570.85 inkl. Auslagen und MwSt geltend; dies entspricht einem 
Aufwand von 24 Stunden (pag. 354 f.). Mit Blick auf Art. 41 Abs. 3 KAG i.V.m. Art. 
17 Abs. 1 Bst. f PKV sowie unter Berücksichtigung der für das erstinstanzliche 
Verfahren zugesprochenen Entschädigung erscheint der geltend gemachte 
Aufwand als übersetzt bzw. als über dem gebotenen Aufwand liegend. Unter 
Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des 
Prozesses erachtet die Kammer für das oberinstanzliche Verfahren einen 
Zeitaufwand von maximal 12 Stunden für geboten. Damit entspricht der Aufwand 
für das oberinstanzliche Verfahren ca. 50% des Aufwands für das erstinstanzliche 
Verfahren. Für die angemessene Ausübung ihrer Verfahrensrechte vor oberer 
Instanz wird der Beschuldigten somit eine Entschädigung inkl. Auslagen und MwSt 
in der Höhe von CHF 3‘330.80 (Entschädigung 12h x CHF 250.00 = 
CHF  3‘000.00, Auslagen CHF 84.10, 8% MwSt CHF 246.70) zugesprochen.

16

V. Verfügungen

Die beschlagnahmten Drogen und Drogenutensilien werden zur Vernichtung 
eingezogen (Art. 69 StGB).

17

VI. Dispositiv

Die 1. Strafkammer erkennt:

I.

A.________ wird freigesprochen

von der Anschuldigung der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, an-
geblich begangen durch Erwerb, Anbau und Herstellung von Drogenhanf (Marihuana) in 
Mittäterschaft zu C.________ und D.________, festgestellt am 06.11.2014 in E.________;

unter Auferlegung der erstinstanzlichen Verfahrenskosten, insgesamt ausmachend 
CHF 2‘572.65, an den Kanton Bern, 

unter Auferlegung der oberinstanzlichen Verfahrenskosten, insgesamt bestimmt auf 
CHF 2‘000.00, an den Kanton Bern,

unter Ausrichtung einer Entschädigung an A.________ von CHF 5‘901.75 (inkl. Auslagen 
und MwSt) für die angemessene Ausübung ihrer Verfahrensrechte vor erster Instanz,

unter Ausrichtung einer Entschädigung an A.________ von CHF 3‘330.80 (inkl. Auslagen 
und MwSt) für die angemessene Ausübung ihrer Verfahrensrechte vor oberer Instanz.

II.

Weiter wird verfügt:

Die beschlagnahmten Drogen und Drogenutensilien werden zur Vernichtung eingezogen 
(Art. 69 StGB).

Mündlich eröffnet und begründet:
- der Beschuldigten, v.d. Rechtsanwalt B.________

Schriftlich zu eröffnen:
- der Beschuldigten, v.d. Rechtsanwalt B.________
- der Generalstaatsanwaltschaft

Mitzuteilen:
- der Vorinstanz
- der Koordinationsstelle Strafregister (nur Dispositiv)

18

Bern, 16. November 2017
(Ausfertigung: 06. April 2018)

Im Namen der 1. Strafkammer

Der Präsident i.V.:

Oberrichter Zihlmann

Die Gerichtsschreiberin:

Piccioni

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim Bundesge-
richt, Av. du Tribunal fédéral 29, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 
90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 
173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.