# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3519748e-db38-5324-a76c-379a4365b53f
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-05-06
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 06.05.2015 IV 2014/222
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2014-222_2015-05-06.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2014/222

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 26.05.2020

Entscheiddatum: 06.05.2015

Entscheid Versicherungsgericht, 06.05.2015
Art. 28 IVG. Würdigung Gerichtsgutachten. Anspruch auf rückwirkend 
abgestufte Rentenleistungen. Höhe Tabellenlohnabzug (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 6. Mai 2015, IV 2014/222).

Entscheid vom 6. Mai 2015

Besetzung

Vizepräsidentin Marie-Theres Rüegg Haltinner, Versicherungsrichterinnen Monika 

Gehrer-Hug und Marie Löhrer; Gerichtsschreiber Philipp Geertsen

Geschäftsnr.

IV 2014/222

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Kreso Glavas,

Advokatur Glavas AG, Haus zur alten Dorfbank, 9313 Muolen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt:

A.    

A.a  Mit Verfügung vom 5. Juli 2011 sprach die IV-Stelle A.___ ausgehend von einer 

60%igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten mit Wirkung ab 

1. Dezember 2007 eine Viertelsrente zu (IV-act. 87). In teilweiser Gutheissung der 

dagegen erhobenen Beschwerde sprach das Versicherungsgericht der 

Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1. Dezember 2007 eine halbe Rente zu (siehe 

hierzu sowie bis zum dahin eingetretenen Sachverhalt Entscheid des 

Versicherungsgerichts vom 30. September 2013, IV 2011/261). Auf Beschwerde in 

öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten der IV-Stelle hin hob das Bundesgericht den 

kantonalen Entscheid auf und wies die Sache zur Neubegutachtung an das 

Versicherungsgericht zurück (Urteil des Bundesgerichts vom 3. April 2014, 

8C_774/2013, act. G 1).

A.b  Nach der Gewährung des rechtlichen Gehörs zur in Aussicht gestellten 

Begutachtung (act. G 2; die Beschwerdeführerin erhob dagegen keine Einwände, act. 

G 3; die Beschwerdegegnerin liess die Frist für eine Stellungnahme unbenützt 

verstreichen) beauftragte das Gericht am 5. Juni 2014 die MEDAS asim Begutachtung 

Universitätsspital Basel mit einer polydisziplinären (internistischen, rheumatologischen 

und psychiatrischen) Begutachtung (act. G 4). Am 5. und 8. August 2014 wurde die 

Beschwerdeführerin in der MEDAS asim polydisziplinär (internistisch, rheumatologisch 

und psychiatrisch) untersucht. Im Gesamtgutachten vom 29. Dezember 2014 gaben die 

Gutachter an, die Beschwerdeführerin leide mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit an: 

einer Supraspinatussehnenruptur (ICD-10: M75.1) beidseits, einer Gonarthrose 

beidseits (ICD-10: M17), einem panvertebralen Schmerzsyndrom (ICD-10: M54.80); 

einer rezidivierenden depressiven Störung gegenwärtig mittelgradige Episode mit 

somatischem Syndrom (ICD-10: F33.11) und einer anhaltenden somatoformen 

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Schmerzstörung (ICD-10: F45.4). Für die angestammte Tätigkeit als Verpackerin in 

einer Metzgerei bestehe schon aus rein somatischen Gründen keine Arbeitsfähigkeit 

mehr. Aufgrund der psychischen Erkrankung sei die Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin ab Datum der RAD-Beurteilung vom 28. Oktober 2009 in einer 

leichten (aus rheumatologischer Sicht) leidensangepassten Tätigkeit um 40% 

eingeschränkt. Zuvor habe seit Dezember 2006 eine volle Arbeitsunfähigkeit 

bestanden. Es liege nicht primär eine sogenannte syndromale Diagnose vor, sondern 

eine klare somatische Einschränkung mit einer darauf aufgepfropften reaktiven 

depressiven Erkrankung und im Rahmen derselben einer gewissen 

Symptomausweitung. Die überwertige Interpretation der Schmerzen und der 

Einschränkungen seitens der Beschwerdeführerin sei vor allem im Rahmen der 

rezidivierenden depressiven Krankheit zu interpretieren. Es könne zwar eine 

somatoforme Störung als Zusatzdiagnose zur Depression gestellt werden, jedoch sei 

für die Beurteilung einerseits der somatische Status massgebend, aus psychiatrischer 

Sicht andererseits die "Depressivität". Psychosoziale oder soziokulturelle Faktoren 

seien hier nicht massgebend, sondern die initial und weiterhin klare somatische 

Einschränkung und die dadurch bedingte reaktive psychische Dekompensation (act. 

G 7).

A.c  Die Beschwerdeführerin führt zum Gerichtsgutachten aus, es frage sich, warum 

der rheumatologische Experte die Rückenproblematik bei der Umschreibung einer 

Verweistätigkeit nicht mitgewichtet habe. Des Weiteren hätten die Gutachter 

übersehen, dass die erste RAD-Beurteilung vor der Reruptur der Supraspinatussehnen 

erfolgt sei. Offensichtlich würden die Beschwerdenherde in der Schulter dazu neigen, 

sich zu wiederholen, was ebenfalls unberücksichtigt geblieben sei. Das 

Gerichtsgutachten erscheine nicht vollständig schlüssig. Schliesslich macht die 

Beschwerdeführerin mit Blick auf das Invalideneinkommen unterdurchschnittliche 

Verdienstmöglichkeiten geltend. Eine "volle Rente" (ganze Rente) sei mindestens ab 

Datum der RAD-Beurteilung vom 28. Oktober 2009 bis zur Begutachtung zu gewähren. 

Danach könne eine halbe Rente verfügt werden (act. G 9). Die Beschwerdegegnerin hat 

die Frist für eine Stellungnahme zum Gerichtsgutachten unbenützt verstreichen lassen.

Erwägungen:

1.

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Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch 

der Beschwerdeführerin. Bezüglich der für die Beurteilung des Rentenanspruchs 

massgebenden rechtlichen Grundlagen kann auf die Ausführungen im Entscheid des 

Versicherungsgerichts vom 30. September 2013, IV 2011/261, E. 1, 2.1 f. und E. 3.4, 

verwiesen werden. Ergänzend ist mit Blick auf Gerichtsgutachten anzuführen, dass das 

Gericht "nicht ohne zwingende Gründe" von den Einschätzungen der medizinischen 

Experten abweicht. Auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat 

diesbezüglich erwogen, der Meinung der von einem Gericht ernannten Experten 

komme bei der Beweiswürdigung vermutungsweise hohes Gewicht zu (BGE 135 V 469 

f. E. 4.4 mit Hinweisen).

2.

Zunächst ist die Frage zu beantworten, ob das Gerichtsgutachten eine beweiskräftige 

Grundlage für die Beurteilung des Rentenanspruchs bildet.

2.1  Die Beschwerdeführerin bringt gegen das Gerichtsgutachten verschiedene Mängel 

vor (act. G 9).

2.1.1      Als erstes rügt sie, der rheumatologische Gutachter habe bei der 

Umschreibung der

Verweistätigkeit das Rückenleiden nicht mitgewichtet (act. G 9, S. 1). Unbestritten ist 

(siehe die Darstellung der Beschwerdeführerin in der Eingabe vom 26. Januar 2015, 

zweiter Satz), dass sich der rheumatologische Gutachter im Rahmen der 

Diagnoseerhebung (panvertebrales Schmerzsyndrom; act. G 7, S. 14) und der 

allgemeinen Beurteilung mit den geklagten Rückenschmerzen auseinander gesetzt hat 

("Um die Rückenschmerzen zu verdeutlichen kann sie z.B. mit der rechten Hand auf 

ihre lumbale Wirbelsäule fassen. Bei der Aufforderung, eine Innenrotation 

durchzuführen, ist dies kaum möglich", act. G 7, S. 13; vgl. auch die Ausführungen 

betreffend die Hüfte, act. G 7, S. 13; "Ausserdem vom Rücken ausgehende Lumbalgien 

der lateralen Seite des rechten Oberschenkels"; act. G 7, S. 2 des rheumatologischen 

Teilgutachtens; "Hinsichtlich der Wirbelsäule ist die Beweglichkeit auch hier auf Grund 

der starken Schmerzangabe eingeschränkt beurteilbar. Es scheint aber eine 

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weitgehend normale Beweglichkeit mit unauffälligem Schober-Test vorzuliegen. Auch 

hier kann keine radikuläre Symptomatik festgestellt werden"; act. G 7, S. 4 des 

rheumatologischen Teilgutachtens). Angesichts dessen, dass der rheumatologische 

Gutachter nachvollziehbar davon ausging, dass eine weitgehend normale 

Beweglichkeit der Wirbelsäule besteht (act. G 7, S. 4 des rheumatologischen 

Teilgutachtens), stellt es keinen den Beweiswert des Gerichtsgutachtens 

erschütternden Mangel dar, wenn er über die von ihm aufgrund der 

Supraspinatussehnen-Läsionen und der aktivierten AC-Gelenkarthrose zu beachtenden 

Anforderungen an eine leichte Verweistätigkeit hinaus (siehe hierzu act. G 7, S. 13 f.) 

unter dem Aspekt des geklagten Rückenleidens keine zusätzlichen Bedingungen 

formuliert hat. Damit geht einher, dass nach der Auffassung der Beschwerdeführerin 

die Schulterschmerzen im Vordergrund stehen ("Hauptproblem", "Schulterschmerzen 

das sei das Schlimmste"; act. G 7, S. 4) und das vom rheumatologischen Gutachter 

umschriebene Anforderungsprofil mit den Schmerzklagen (siehe hierzu act. G 7, S. 4 f.) 

der Beschwerdeführerin vereinbar ist.

2.1.2      Des Weiteren macht die Beschwerdeführerin den Gerichtsgutachtern zum 

Vorwurf, sie hätten offenbar danach getrachtet, dem ursprünglichen RAD-Bericht um 

jeden Preis Recht zu geben. Dabei hätten sie noch übersehen, dass die erste RAD-

Beurteilung vor der Reruptur der Supraspinatussehnen erfolgt sei (act. G 9, S. 2). 

Dieser Vorwurf erweist sich als unbegründet. So legte der psychiatrische Gutachter 

schlüssig in eingehender Diskussion der Vorakten dar, weshalb er die Einschätzung im 

RAD-Bericht vom 4. Januar 2010 (Untersuchung vom 28. Oktober 2009; IV-act. 45) für 

die plausibelste hielt (act. G 7, S. 11 und 17). Die Beschwerdeführerin benennt ferner 

keine konkreten Mängel an der gutachterlichen Einschätzung, die ihre Sichtweise 

bekräftigen würden. Zu ergänzen bleibt, dass der rheumatologische Gutachter eine von 

der rheumatologischen RAD-Beurteilung (100%ige Arbeitsfähigkeit für 

leidensangepasste Tätigkeiten, IV-act. 45-8) abweichende Beurteilung (80%ige 

Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten; act. G 7, S. 13) vorgenommen und 

im Rahmen der Begründung der eigenen Einschätzung nicht die RAD-Beurteilung 

herangezogen hat. Deshalb und da der rheumatologische Gutachter eine "chronische 

Ruptur/Re-Ruptur" diagnostiziert (act. G 7, S. 12) und die entsprechenden 

Verletzungen gewürdigt ("Supraspinatussehnen-Läsionen"; act. G 7, S. 13; zur 

berücksichtigten einschlägigen Voraktenlage siehe act. G 7, S. 17 ff.) sowie bei der 

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Verlaufsbeurteilung berücksichtigt hat ("Passager ist nach Schulterarthroskopie vom 

16. November 2010 von einer vollen Arbeitsunfähigkeit für jede Tätigkeit von ca. drei 

Monaten auszugehen."; act. G 7, S. 17), ist ein Mangel nicht erkennbar.

2.1.3      Aus der Sicht der Beschwerdeführerin ist schliesslich zu Unrecht 

unberücksichtigt geblieben, dass die Beschwerdenherde in der Schulter dazu neigen 

würden, sich zu wiederholen (act. G 9, S. 2). Dieser Einwand erweist sich allein schon 

angesichts der vom rheumatologischen Gutachter diagnostizierten "chronischen 

Ruptur/Re-Ruptur der Supraspinatussehne" (act. G 7, S. 14) als aktenwidrig, weshalb 

sich Weiterungen erübrigen.

2.2  Bei der Würdigung des Gerichtsgutachtens fällt ins Gewicht, dass es auf 

eigenständigen gründlichen Abklärungen beruht und für die streitigen Belange 

umfassend ist. Die medizinischen Vorakten wurden verwertet und die von der 

Beschwerdeführerin geklagten Leiden berücksichtigt und gewürdigt. Die darin 

vorgenommene Arbeitsfähigkeitsschätzung leuchtet in der Darlegung der 

medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein. 

Weiter bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass objektiv wesentliche Tatsachen nicht 

berücksichtigt worden wären. Aus medizinischer Sicht ist deshalb davon auszugehen, 

dass die Beschwerdeführerin für den Zeitraum von Dezember 2006 bis zum 

27. Oktober 2009 vollständig arbeitsunfähig gewesen ist und seit 28. Oktober 2009 

(Datum RAD-Untersuchung) über eine 60%ige Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste 

Tätigkeiten verfügt (act. G 7, S. 17).

3.

Zu prüfen bleibt die invalidenversicherungsrechtliche Erheblichkeit der psychiatrisch 

bescheinigten Arbeitsunfähigkeit.

3.1  Die Gutachter begründeten die bescheinigte Arbeitsunfähigkeit - nebst dem 

somatischen Leiden - einzig mit der rezidivierenden depressiven Störung gegenwärtig 

mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F33.11). Es liege nicht 

primär eine sogenannte syndromale Diagnose vor, sondern eine klare somatische 

Einschränkung mit einer darauf aufgepfropften reaktiven depressiven Erkrankung und 

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im Rahmen derselben einer gewissen Symptomausweitung. Die überwertige 

Interpretation der Schmerzen und der Einschränkungen seitens der 

Beschwerdeführerin sei v.a. im Rahmen der rezidivierenden depressiven Krankheit zu 

interpretieren. Es könne zwar eine somatoforme Störung als Zusatzdiagnose zur 

Depression gestellt werden. Jedoch sei für die Beurteilung einerseits der somatische 

Status massgebend, aus psychiatrischer Sicht andererseits die "Depressivität" (act. 

G 7, S. 15). Die aktuelle Einschätzung der Arbeitsfähigkeit "orientiert sich an den für 

uns fassbaren und plausiblen Erkrankungen somatisch und psychiatrisch" (act. G 7, 

S. 16). Die Gutachter haben damit den festgestellten Beeinträchtigungen der 

Arbeitsfähigkeit ein somatisches sowie ein selbstständiges depressives (zur Bejahung 

der "psychiatrischen Komorbidität" siehe act. G 7, S. 14 des psychiatrischen 

Teilgutachtens) und damit kein somatoformes Leiden zugrunde gelegt.

3.2  Im Licht dieser Umstände besteht kein Anlass, die von den Gutachtern 

bescheinigte Arbeitsunfähigkeit aus rechtlicher Sicht in Frage zu stellen. Daran ändert 

die u.a. mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (an letzter Stelle) diagnostizierte anhaltende 

somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4; act. G 7, S. 14) nichts. Denn die 

Rechtsprechung zu den syndromalen Gesundheitsschädigungen (BGE 130 V 352) 

kommt hier nicht zum Tragen, weil sich die somatoforme Schmerzstörung (wenn 

überhaupt) höchstens auf die Rahmenbedingungen einer zumutbaren Tätigkeit 

auswirkt. Die zentrale Frage, wie weit das anrechenbare Leistungsvermögen quantitativ 

eingeschränkt ist, stellt sich nur mit Blick auf die Depression und die somatischen 

Leiden (vgl. vorstehende E. 3.1). Hierfür ist die erwähnte Rechtsprechung nicht 

einschlägig (Urteil des Bundesgerichts vom 7. Januar 2015, 9C_140/2014, E. 2). 

Schliesslich ergeben sich auch aus dem Gerichtsgutachten keine Hinweise, welche die 

Selbstständigkeit des depressiven Leidens in Frage zu stellen vermögen, oder dass 

das depressive Leiden in psychosozialen oder soziokulturellen Umständen aufginge 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 7. Januar 2015, 9C_140/2014, E. 3.4.1). Vielmehr 

führten die Gutachter nachvollziehbar in Diskussion dieser Thematik aus, insgesamt 

seien die psychosozialen oder soziokulturellen Faktoren hier nicht massgebend, 

sondern die klare somatische Einschränkung und die damit bedingte reaktive 

psychische Dekompansation. Dabei besteht nach den Ausführungen der Gutachter die 

rezidivierende depressive Störung trotz Psychotherapie und Psychopharmakotherapie 

seit 2007 ohne Remission (act. G 7, S. 16). Gestützt auf das Gerichtsgutachten kann 

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ein erhebliches psychisches Leiden angenommen werden, welches die zumutbare 

Willensanspannung beeinträchtigt und invalidisierenden Charakter hat.

4.    Zu beurteilen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der bescheinigten 

Arbeitsunfähigkeiten.

4.1  Vorliegend ergeben sich keine Gesichtspunkte - und solche werden auch nicht von 

den Parteien vorgebracht -, die ein Abweichen von dem im Entscheid vom 

30. September 2013, IV 2011/261, E. 4.1, festgelegten Valideneinkommen (Stand: 

2007) von Fr. 59'719.-nahe legen.

4.2  Hinsichtlich der Bestimmung des Invalideneinkommens kann auf die Ausführungen 

im Entscheid vom 30. September 2013, IV 2011/261, E. 4.2, verwiesen werden, worin 

der einschlägige LSE-Hilfsarbeiterinnenlohn (Stand 2007: Fr. 51'047.--) herangezogen 

und ein Tabellenlohnabzug von 10% gewährt wurde. Die Beschwerdeführerin bringt 

verschiedene Gründe vor, die aus ihrer Sicht einen höheren Tabellenlohnabzug 

rechtfertigen, ohne diesen indessen zu quantifizieren.

4.2.1      Was die zu beachtenden Anforderungen an eine Verweistätigkeit und die 

daraus zu erwartenden lohnmindernden Auswirkungen anbelangt, so kann an dem im 

erwähnten Entscheid aus leidensbedingtem Blickwinkel gewährten Abzug von 10% 

festgehalten werden.

4.2.2      Das von der Beschwerdeführerin (sinngemäss) geltend gemachte erhöhte 

Absenzenrisiko (sie muss sich "wegen der vielen Beschwerdenherde stets in 

medizinische Behandlung geben", act. G 9, S. 2) findet in den Akten, insbesondere im 

Gerichtsgutachten (aus rheumatologischer Sicht wurden keine medizinischen 

Massnahmen empfohlen; act. G 7, S. 5 des rheumatologischen Teilgutachtens; zu den 

psychiatrischen Behandlungsoptionen, die keine wesentliche Einschränkung der 

Arbeitspräsenz bewirken siehe act. G 7, S. 18 f.) keine Stütze.

4.2.3      Sodann führt die Beschwerdeführerin ins Feld, es "ist erstellt, dass die Leute 

vom Balkan ca. 20% generell weniger verdienen, selbst wenn sie gesund sind. Wenn 

sie angeschlagen sind, haben sie erst recht Mühe, wieder integriert zu werden, was 

selbst die Spatzen vom Dach pfeifen". Sie ersucht das Gericht, einmal die Statistiken 

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des Bundesamtes für Statistik zu beschaffen, die eindeutig belegen, wie es mit den 

Chancen "von Balkanstämmigen" in der Arbeitswelt aussehe (act. G 9, S. 2). 

Entscheidend fällt im hier zu beurteilenden Fall ins Gewicht, dass die 

Beschwerdeführerin als Gesunde im Vergleich zum durchschnittlichen LSE-

Hilfsarbeiterinnenlohn einen erheblich höheren Lohn zu erzielen vermochte (siehe 

vorstehende E. 4.1 und 4.2). Die Beschwerdeführerin legt weder dar noch ist plausibel, 

dass sie als gesundheitlich beeinträchtigte Person nun wegen ihrer ethnischen 

Herkunft auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zusätzlich zu den leidensbedingten 

Einflüssen (siehe hierzu vorstehende E. 4.2.1) einen Lohnnachteil zu gewärtigen hat. 

Ergänzend ist mit Blick auf die Statistik zu bemerken, dass die Beschwerdeführerin 

über die Niederlassungsbewilligung verfügt (IV-act. 2). Gemäss Tabelle TA12, 

Monatlicher Bruttolohn (Zentralwert und Quartilbereich), Schweizer/innen und 

Ausländer/innen, nach beruflicher Stellung und Geschlecht, Tabelle "ohne 

Kaderfunktion", 2008, beträgt der durchschnittliche Monatslohn für eine 

Niedergelassene (bei 40-stündiger Arbeitswoche) Fr. 4'264.--, was über dem 

durchschnittlichen Hilfsarbeiterinnenlohn des Jahres 2008 (bei 40-stündiger 

Arbeitswoche) von Fr. 4'116.-- (vgl. Anhang 2: Lohnentwicklung, IVG-Gesetzesausgabe 

der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2015) liegt. Damit spricht auch die Statistik 

gegen die nicht substanziierte Mutmassung der Beschwerdeführerin.

4.2.4      Insgesamt ist damit ein 10%iger Tabellenlohnabzug zu gewähren.

4.3  Für die Dauer von Dezember 2006 bis 27. Oktober 2009 war die 

Beschwerdeführerin vollständig arbeitsunfähig (act. G 7, S. 17). Für diesen Zeitraum 

beträgt der Invaliditätsgrad 100% und die Beschwerdeführerin hat ab 1. Dezember 

2007 (zum Rentenbeginn siehe E. 4.3 des Entscheids des Versicherungsgerichts vom 

30. September 2013, IV 2011/261) bis 31. Januar 2010 (Art. 88a Abs. 1 der Verordnung 

über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]) Anspruch auf eine ganze Rente. Ab 

28. Oktober 2009 beträgt die Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten 60% 

(act. G 7, S. 17). Daraus resultieren ein Invalideneinkommen von Fr. 27'565.-- 

(Fr. 51'047.-- x 0.6 x 0.9), eine Erwerbseinbusse von Fr. 32'154.-- (Fr. 59'719.-- - 

Fr. 27'565.--) und ein Invaliditätsgrad von aufgerundet 54% ([Fr. 32'154.-- / 

Fr. 59'719.--] x 100), womit die Beschwerdeführerin ab 1. Februar 2010 Anspruch auf 

eine halbe Rente hat.

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5.

5.1  In Gutheissung der Beschwerde ist die Verfügung vom 5. Juli 2011 aufzuheben 

und der Beschwerdeführerin für die Dauer vom 1. Dezember 2007 bis 31. Januar 2010 

eine ganze und ab 1. Februar 2010 eine halbe Rente zuzusprechen. Zur Festsetzung 

der Rentenhöhe sowie zur Ausrichtung der geschuldeten Leistungen ist die Sache an 

die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

5.2  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Aufgrund der Einholung eines 

Gerichtsgutachtens und des damit verbundenen Zusatzaufwands erscheint eine 

Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.-- in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als 

angemessen. Der vollständig unterliegenden Beschwerdegegnerin sind die 

Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 1'000.-- aufzuerlegen. Der Beschwerdeführerin ist 

der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- zurückzuerstatten.

5.3  Die Kosten des Gerichtsgutachtens von Fr. 9'608.80 (act. G 7.1) hat die 

Beschwerdegegnerin zu tragen (BGE 137 V 265 f. E. 4.4.2).

5.4  Gemäss Art. 61 lit. g des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) hat die obsiegende beschwerdeführende 

Partei Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach 

Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Im hier 

zu beurteilenden Fall erscheint wegen des im Zusammenhang mit dem 

Gerichtsgutachten verbundenen Mehraufwands eine Parteientschädigung Fr. 4'500.-- 

(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 

VRP

bis

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entschieden:

1.      In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 5. Juli 2011 aufgehoben. 

Der Beschwerdeführerin wird für die Dauer vom 1. Dezember 2007 bis 31. Januar 2010 

eine ganze und ab 1. Februar 2010 eine halbe Rente zugesprochen. Zur Festsetzung 

der Rentenhöhe sowie zur Ausrichtung der geschuldeten Leistungen wird die Sache an 

die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.      Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 1'000.-- zu bezahlen. Der 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin zurück­

erstattet.

3.      Die Beschwerdegegnerin hat die Kosten des Gerichtsgutachtens von Fr. 9'608.80

zu bezahlen.

4.      Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung 

von Fr. 4'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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