# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 334f62a5-a003-596c-b88e-7d0b073e1895
**Source:** Uri (UR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-04-14
**Language:** de
**Title:** Uri Obergericht Zivilrechtliche Abteilung 14.04.2021 2021_OG Z 20 10
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/UR_Gerichte/UR_OG_005_2021-OG-Z-20-10_2021-04-14.pdf

## Full Text

Zivilprozessrecht. Rechtsmittel der Berufung. Art. 271 lit. a, 276, 308 Abs. 1 lit. b 
ZPO. Der Antrag auf Leistung eines Prozesskostenvorschusses gestützt auf das 
Eherecht für ein Eheschutz- oder Scheidungsverfahren ist eine 
Eheschutzmassnahme nach Art. 172 ZGB beziehungsweise eine vorsorgliche 
Massnahme im Scheidungsverfahren im Sinne von Art. 276 ZPO. Erstinstanzliche 
Entscheide über vorsorgliche Massnahmen sind grundsätzlich berufungsfähig, in 
vermögensrechtlichen Angelegenheiten jedoch nur, wenn der Streitwert mindestens 
CHF 10‘000.00 beträgt (Art. 308 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 ZPO). Die unzutreffende 
Rechtsmittelbelehrung der Vorinstanz und die falsche Bezeichnung der 
Rechtsmitteleingabe sind indes für den Berufungskläger nicht nachteilig. Das 
Rechtsmittel wird ungeachtet der Bezeichnung nach den zutreffenden Vorschriften 
der Berufung behandelt.  
 
Obergericht, 14. April 2021, OG Z 20 10 
 

Aus den Erwägungen: 
 
 
1.2 Der Antrag auf Leistung eines Prozesskostenvorschusses gestützt auf das Eherecht (Art. 
159 Abs. 3 ZGB) für ein Eheschutz- oder Scheidungsverfahren ist eine 
Eheschutzmassnahme nach Art. 172 ZGB beziehungsweise eine vorsorgliche Massnahme 
im Sinne von Art. 276 ZPO. Es ist das summarische Verfahren anwendbar (Art. 271 und Art. 
276 ZPO). Erstinstanzliche Entscheide über vorsorgliche Massnahmen sind grundsätzlich 
berufungsfähig, in vermögensrechtlichen Angelegenheiten jedoch nur, wenn der Streitwert 
mindestens CHF 10'000.00 beträgt (Art. 308 Abs. 1 Bst. b und Abs. 2 ZPO). Zur Ermittlung 
des Streitwertes ist nicht auf die Hauptsache abzustellen, sondern nur auf die umstrittene 
vorsorgliche Massnahme (vergleiche Reetz/Theiler, in: Sutter-
Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen 
Zivilprozessordnung, 3. Aufl., Zürich 2016, N. 41 zu Art. 308 ZPO). Massgebend ist das 
zuletzt vor der Vorinstanz aufrechterhaltene Rechtsbegehren (Reetz/Theiler, a.a.O., N. 39 zu 
Art. 308 ZPO). Vorliegend geht es um die Leistung eines Prozesskostenvorschusses von 
insgesamt CHF 10'000.00. Die Streitwertgrenze von Art. 308 Abs. 2 ZPO ist somit erreicht. 
Die Anfechtung des Entscheids der Vorinstanz hat demnach mit dem Rechtsmittel der 
Berufung zu erfolgen (Art. 308 Abs. 1 Bst. b ZPO). Die unzutreffende Rechtsmittelbelehrung 
der Vorinstanz und die falsche Bezeichnung der Rechtsmitteleingabe sind indes für den das 
Rechtsmittel erhebenden X. (nachfolgend: Berufungskläger) nicht nachteilig. Das 
Rechtsmittel wird ungeachtet der Bezeichnung nach den zutreffenden Vorschriften der 
Berufung behandelt (so auch die Praxis des Obergerichts des Kanton Zürichs, siehe 
Beschluss und Urteil PC190044 vom 09.07.2020, E. 2.1.).