# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5d05298c-7566-5786-8a15-c3a4a17f6542
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-04-24
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 24.04.2012 S 2011 158
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2011-158_2012-04-24.pdf

## Full Text

S 11 158

URTEIL
vom 24. April 2012

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

1. ... ..., geboren 1963, war als kaufmännischer Angestellter der 

Gemeindeverwaltung ... bei der ... Kranken- und Unfallversicherungen AG (...) 

obligatorisch unfallversichert, als er am 12. Mai 1996 nach dem Joggen 

kollabierte und mit dem Gesicht auf einer Holzbank aufschlug. Der 

erstbehandelnde Arzt, Dr. med. Fischer, führte den Sturz auf eine vasovagale 

Synkope zurück und diagnostizierte den Ausbruch von vier frontalen Zähnen, 

Weichteilverletzungen im Mundbereich und eine HWS-Distorsion. In der Folge 

traten chronische Nacken- und Kopfschmerzen auf, welche vom Hausarzt Dr. 

med. ... mittels Physiotherapie und Krafttraining und von Dr. med. ... mit 

chiropraktorischen Massnahmen behandelt wurden. Im September 1999 hielt 

Dr. med. ... fest, der Zustand habe sich sowohl subjektiv wie auch objektiv 

deutlich verbessert. Die ... erbrachte die gesetzlichen Leistungen. 

2. Im Januar 2000 zog sich der Versicherte ein Verhebetrauma zu, welches zu 

einer massiven Verschlechterung der gesundheitlichen Situation im HWS-

Bereich führte. Dr. med. ... diagnostizierte im Februar 2000 ein 

cervicoradikuläres Reizsyndrom links und im Juni 2000 ein chronisches 

cervicocephales und cervicobrachiales Schmerzsyndrom und Osteochondrose 

C6/7. In der Folge veranlasste er verschiedene Abklärungen; eine 

Kernspintomographie am 4. Februar 2000 zeigte einen Bandscheibenvorfall 

C6/7 links betont; eine neurochirurgische Abklärung durch Dr. med. ... im 

Kantonsspital ... im März 2000 ergab, dass die bisher durchgeführte 

konservative Therapie relativ gut angeschlagen habe und deren Fortsetzung 

gerechtfertigt sei; eine neurologische Untersuchung durch Dr. med. ... im 

August 2001 zeigte ein leichtes sensibles neurogenes 

Schultergürtelkompressionssyndrom infolge Fehlstellung der HWS und daraus 

resultierende Verspannung der Nacken- und Schultergürtelmuskulatur. 

Im Februar 2002 und im Februar 2004 wurden erneut Rückfälle gemeldet. Die 

Behandlung erfolgte auf Verordnung von Dr. med. ... wie zuvor mit 

Physiotherapie und Osteopathie. Gestützt auf die Beurteilung ihres 

Vertrauensarztes, Dr. med. ..., anerkannte die ... die Beschwerden als Rückfall 

und erbrachte die gesetzlichen Leistungen.

3. Am 20. März 2005 erlitt der Versicherte erneut einen Unfall. Er verlor das 

Gleichgewicht, als er auf einem Sitzball sitzend nach einem Ordner griff. In der 

Kernspintomographie vom 4. April 2005 fand sich eine kleine Diskushernie LWK 

1/2 ohne Wurzelaffektion neben Spondylarthrosen der unteren LWS, vor allem 

L5/S1. Eine neurologische Abklärung bei Dr. med. ... am 12. Mai 2005 zeigte 

eine Läsion des Nervus ischiadicus, ausgelöst wahrscheinlich durch eine akute 

Hämatombildung.

4. Mit Bericht vom 25. September 2006 hielt Dr. med. ... gestützt auf ein 

funktionelles MRI fest, bei C6/7 zeige sich eine fortgeschrittene 

Diskusdegeneration, Randwulstbildungen der Wirbelkörper und Unkarthrosen. 

Die Stabilität sei leicht vermindert, es gebe eine diskrete Diskusprotrusion und 

eine Einengung der Neuroforamina. Bei C4/5 gebe es eine deutliche 

rechtsseitige Unkarthrose mit Einengung des rechten Neuroforamens. Mit 

Gutachten vom 23. Juni 2008 empfahl Dr. med. ... von der Klinik ... eine gezielte 

osteopathische Behandlung. 

5. Anlässlich einer Besprechung am 3. März 2009 unterbreitete die ... dem 

Versicherten den Vorschlag, den Unfall von 2005 abzuschliessen und im Bezug 

auf den Unfall von 1996 eine Entschädigungsvereinbarung abzuschliessen. Mit 

Schreiben vom 23. April 2009 konkretisierte sie diesen Vorschlag. Am 22. 

September 2009 fand eine vertrauensärztliche Besprechung statt. Mit Bericht 

vom 21. Oktober 2009 hielt Dr. med. ... dazu fest, es sei nicht eindeutig 

auszumachen, ob nun das Unfallereignis zu einer richtunggebenden 

Verschlimmerung der HWS-Befunde geführt habe, oder ob typische und zu 

erwartende degenerative Veränderungen nun vermehrt zum Tragen kämen und 

stärkere Beschwerden ausgelöst hätten. Er schlug vor, dem Versicherten pro 

Jahr ärztliche Behandlung für HWS-Beschwerden bis zu einem Betrag vom Fr. 

1'200.-- in Aussicht zu stellen. Anlässlich einer Besprechung am 19. November 

2009 erklärte sich der Versicherte mit einem solchen Vorgehen einverstanden. 

Dabei wurde er gemäss Eintrag im Case Management Dokument auf eine 

eventuelle Adäquanzprüfung hingewiesen. Mit Verfügung vom 15. Dezember 

2009 legte die ... fest, dass für physiotherapeutische Behandlungen ein 

Maximalbetrag von Fr. 1'200.-- pro Jahr vergütet werde. Diese Verfügung 

erwuchs unangefochten in Rechtskraft. In der Folge unterzog sich der 

Versicherte einer regelmässigen physiotherapeutischen Behandlung. Sein 

neuer Hausarzt, Dr. med. ..., gab im November 2010 an, der Zustand sei stabil 

und die Physiotherapie sei für den Erhalt des Gesundheitszustandes weiterhin 

nötig.

6. Mit Verfügung vom 2. August 2011 lehnte die ... ihre Leistungspflicht im 

Zusammenhang mit dem Unfall von 1996 ab dem 31. Juli 2011 infolge 

fehlender Adäquanz ab. Wegen formellen und materiellen Mängeln hob sie 

diese Verfügung mit Schreiben vom 24. August 2011 wieder auf und teilte mit, 

sie werde für das Jahr 2011 die vereinbarten Fr. 1'200.-- bezahlen. Mit 

Verfügung vom 29. August 2011 lehnte die ... ihre Leistungspflicht ab Datum 

der Verfügung aufgrund fehlender adäquater Kausalität ab. Die vom 

Versicherten und von dessen Krankenversicherer, der ... Versicherungen AG 

erhobenen Einsprachen wies die ... mit Entscheid vom 2. November 2011 ab.

7. Gegen diesen Entscheid erhob die ... am 5. Dezember 2011 Beschwerde an 

das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Sie beantragte, der 

angefochtene Entscheid und die diesem zugrunde liegende Verfügung seien 

aufzuheben, und die ... habe die Leistungen gemäss ihrer Verfügung vom 15. 

Dezember 2009 zu erbringen. Zur Begründung machte die Beschwerdeführerin 

geltend, mit der Verfügung vom 15. Dezember 2009 habe sich die 

Beschwerdegegnerin verpflichtet, jährlich Fr. 1'200.-- an physiotherapeutische 

Behandlungen zu bezahlen. Diese Verfügung sei unangefochten in Rechtskraft 

erwachsen. Sie könne nur unter den Voraussetzungen von Art. 53 Abs. 1 ATSG 

in Revision gezogen werden. Vorliegend seien diese Voraussetzungen nicht 

erfüllt, es lägen weder neue Beweismittel noch erhebliche neue Tatsachen vor, 

da schon länger festgestanden habe, dass von keiner namhaften Besserung 

des Gesundheitszustandes mehr auszugehen sei. Die Voraussetzungen für eine 

Wiedererwägung gemäss Art. 53 Abs. 2 ATSG seien ebenfalls nicht erfüllt. Der 

Entscheid, dem Versicherten jährlich Fr. 1'200.-- für Physiotherapie zu 

bezahlen, sei nicht offensichtlich unrichtig gewesen. Zudem sei die geforderte 

Erheblichkeit der Korrektur bei einem Betrag von Fr. 1'200.-- pro Jahr nicht 

gegeben. Weiter machte die Beschwerdeführerin geltend, die Verfügung vom 

15. Dezember 2009 habe keine zeitliche Befristung vorgesehen. Eine solche 

zeitlich unbefristete Zusicherung medizinischer Leistungen sei keineswegs 

unhaltbar, insbesondere wenn wie vorliegend mit diesen Leistungen gezielt eine 

Stabilisierung des Gesundheitszustandes erreicht werden sollte nachdem immer 

wieder Rückfälle aufgetreten seien.

8. Die ... beantragte die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie 

auf den angefochtenen Entscheid und machte im Wesentlichen geltend, die 

Verfügung vom 15. Dezember 2009 sei nicht in materielle Rechtskraft 

erwachsen. Dem Beschwerdeführer seien die Fr. 1'200.-jährlich keineswegs 

zeitlich unbefristet zugesprochen worden, die Adäquanzprüfung habe sie sich 

ausdrücklich vorbehalten. Bei einem zeitlich gefächerten Leistungsanspruch 

könne der Versicherer, ohne dass die Voraussetzungen einer Wiedererwägung 

gegeben wären, entscheiden, für die Zukunft keine Leistungen mehr zu 

gewähren. 

9. Der Versicherte nahm als Beigeladener ebenfalls Stellung. Er gab an, er 

unterstütze die Beschwerde der ... . Seit dem 12. Mai 1996 sei nichts mehr 

gleich wie bis dahin. Er habe täglich teils massive Rücken-, Nacken- und 

Kopfschmerzen, habe dadurch „Ausfälle“ in den Händen, könne nicht mehr als 

zwei Stunden sitzen, habe die Stelle bei der Gemeindeverwaltung aufgegeben 

und könne viele seiner Hobbys nicht mehr ausüben. Eine Reduktion des 

Arbeitspensums sei für ihn nie in Frage gekommen. Er sei davon ausgegangen, 

das Angebot der … , Fr. 1'200.-- pro Jahr zu bezahlen, habe längerfristige 

Gültigkeit, denn ohne die regelmässige Physiotherapie sei eine 

Verschlechterung seines Zustandes vorprogrammiert.

10. Die ... verzichtete auf eine Replik, und die .... verzichtete auf eine 

Stellungnahme zu den Ausführungen des Versicherten.

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften und auf den 

angefochtenen Entscheid wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen 

eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Beschwerdegegenstand ist die Frage, ob die ... ihre Leistungspflicht im 

Zusammenhang mit dem Unfall vom 12. Mai 1996 zu Recht ab dem 29. August 

2011 ablehnt, und ob sie berechtigt ist, die mit Verfügung vom 15. Dezember 

2009 vereinbarten Fr. 1'200.-- pro Jahr für Physiotherapiebehandlungen ab 

2012 einzustellen.

2. Gemäss Art. 10 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG / SR 

832.20) hat der Versicherte Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der 

Unfallfolgen. Allerdings besteht der Anspruch auf Heilbehandlung nur so lange, 

wie der Unfall für die gesundheitlichen Beschwerden natürlich und adäquat 

kausal ist (vgl. nachstehend Erw. 3), und der Fall nicht infolge Erreichens eines 

Endzustandes abgeschlossen werden kann (vgl.  nachstehend Erw. 8.).

3. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind nach der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung alle Umstände, ohne deren 

Vorhandensein der eingetretene Gesundheitsschaden nicht als eingetreten 

oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit 

eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für 

die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass 

ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 

ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen 

Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 

beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, 

ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 

177 E. 3.1). Im vorliegenden Fall nimmt die Beschwerdegegnerin gestützt auf 

die medizinischen Akten und die Aussagen des Versicherten zu Recht an, dass 

der natürliche Kausalzusammenhang zwischen den gesundheitlichen 

Beschwerden und dem Unfall von 1996 auch zum Zeitpunkt des 

Verfügungserlasses am 29. August 2011 noch gegeben war.

4. Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt nebst dem natürlichen auch 

einen adäquaten Kausalzusammenhang voraus. Nach der Rechtsprechung hat 

ein Unfall dann als adäquate Ursache eines Gesundheitsschadens zu gelten, 

wenn er nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen 

Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Schaden von der Art des 

eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Schadens also durch den 

Unfall allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V E. 3.2). Der 

Voraussetzung des adäquaten Kausalzusammenhangs kommt die Funktion 

einer Haftungsbegrenzung zu. Diese spielt im Bereich organisch objektiv 

ausgewiesener Unfallfolgen praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate 

weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt. Anders verhält es sich bei 

natürlich unfallkausalen, aber organisch nicht objektiv ausgewiesenen 

Beschwerden, wie sie vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen, 

Schleudertraumen und äquivalenten Verletzungen der HWS sowie Schädel-

Hirntraumen vorkommen (BGE 134 V 109 E. 2.1). Im vorliegenden Fall zog sich 

der Versicherte beim Unfall 1996 ein HWS-Distorsionstrauma zu; durch den 

äusserst heftigen Aufprall des Gesichtsschädels auf die Bank wurde die HWS 

heftig nach hinten überstreckt. In der Folge traten Verspannungen und 

Schmerzen im Nacken- und Schulterbereich und Kopfschmerzen auf, also 

Beschwerden wie sie bei Schleudertraumen typischerweise auftreten. Die 

Voraussetzungen einer Adäquanzprüfung mittels der so genannten 

Schleudertrauma-Praxis sind damit vorliegend erfüllt.

5. In BGE 134 V 109 hat das Bundesgericht die bestehende Schleudertrauma-

Praxis (BGE 117 V 359) bekräftigt und präzisiert (vgl. nachstehend Erw. 6). Für 

die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs ist nach der 

Rechtsprechung im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall eine massgebende 

Bedeutung für die Entstehung der gesundheitlichen Probleme zukommt. Dies 

trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten 

ernsthaft ins Gewicht fällt. Für die Beurteilung dieser Frage ist an das 

Unfallereignis anzuknüpfen, wobei - ausgehend vom augenfälligen 

Geschehensablauf - zwischen banalen bzw. leichten Unfällen einerseits, 

schweren Unfällen anderseits und schliesslich dem dazwischen liegenden 

mittleren Bereich unterschieden wird. Im vorliegenden Fall wurde der Unfall 

vom 12. Mai 1996 als mittelschwer an der Grenze zu leicht qualifiziert. Dies ist 

auf Grund der Aktenlage nicht zu beanstanden. Die von der 

Beschwerdegegnerin vorgenommene Qualifizierung wurde denn auch von der 

Beschwerdeführerin zu Recht nicht in Zweifel gezogen.

6. Während der adäquate Kausalzusammenhang in der Regel bei schweren 

Unfällen ohne Weiteres bejaht und bei leichten Unfällen verneint werden kann, 

lässt sich die Frage der Adäquanz bei Unfällen aus dem mittleren Bereich nicht 

aufgrund des Unfallgeschehens allein schlüssig beantworten. Es sind weitere, 

objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall in 

Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen 

davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Nach der 

bundesgerichtlichen (präzisierten) Praxis sind dies folgende Kriterien (BGE 134 

V 109 E. 10.3):

- besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des 

Unfalls;

- die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;

- fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung; 

- erhebliche Beschwerden; 

- ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;

- schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;

- erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.

7. Geht es, wie vorliegend, um einen mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu 

den leichten Fällen, so müssen für die Bejahrung der Adäquanz entweder vier 

der genannten Kriterien oder einzelne Kriterien in besonders ausgeprägter oder 

auffallender Weise erfüllt sein (Urteile des Bundesgerichts 8C_897/2009 vom 

29. Januar 2010 E. 4.5 und 8C_487/2009 vom 7. Dezember 2009 E. 5). Die 

Beschwerdegegnerin erachtet nur die zwei Kriterien der fortgesetzt 

spezifischen, belastenden ärztlichen Behandlung und des schwierigen 

Heilungsverlaufs als erfüllt, weil die Behandlungsbedürftigkeit und die 

gesundheitlichen Probleme beim Versicherten nach dem Unfall über viele Jahre 

anhielten. Dabei geht die Beschwerdegegnerin jedoch nicht davon aus, dass 

diese beiden Kriterien in besonders ausgeprägter oder auffallender Weise erfüllt 

sind. Dies ist auf Grund der Aktenlage nicht zu beanstanden und es kann auf 

die entsprechenden Ausführungen im angefochtenen Entscheid verwiesen 

werden. Somit ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin die adäquate 

Kausalität zu Recht verneint hat.

8. Nach der Praxis des Bundesgerichtes zählen die Leistungen der 

Unfallversicherer für Heilbehandlung und Taggeld zu den vorübergehenden 

Leistungen (BGE 133 V 57 E. 6.6). Gemäss Art. 19 Abs. 1 UVG haben die 

Versicherer die Heilbehandlung und Taggeldleistungen nur solange zu 

gewähren, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch eine 

namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann. Trifft 

dies nicht mehr zu, ist der Fall unter Einstellung der vorübergehenden 

Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente 

und auf eine Integritätsentschädigung abzuschliessen (BGE 134 V 109 E. 4.1). 

Zur Beurteilung der Frage, bis zu welchem Zeitpunkt von der Fortsetzung der 

ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des 

Gesundheitszustandes erwartet werden kann, sind Sozialversicherer und 

Gerichte auf die Angaben medizinischer Experten angewiesen. Im vorliegenden 

Fall gab der frühere Hausarzt, Dr. med. ..., bereits im 2007 an, die 

Beschwerden seien chronisch und regelmässige Physiotherapie sei zur 

Aufrechterhaltung der Arbeitsfähigkeit notwendig. Dr. med. ..., der aktuelle 

Hausarzt, hielt in seinem Arztbericht vom 14. Dezember 2010 fest, dass der 

Verlauf stabil sei; die Physiotherapie diene dem Erhalt des Status quo mit 

100%iger Arbeitsfähigkeit, eine namhafte Verbesserung des 

Gesundheitszustandes durch die Physiotherapiebehandlung sei nicht zu 

erwarten. Er empfehle die Weiterführung der Physiotherapie im bisherigen 

Rahmen. Gestützt auf diese Beurteilungen hat die Beschwerdegegnerin den 

Fall zu Recht wegen Erreichens des Endzustands abgeschlossen.

9. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin den Fall zu 

Recht per 29. August 2011 infolge Erreichens des Endzustandes 

abgeschlossen und die Leistungen für Heilbehandlung infolge fehlender 

Adäquanz eingestellt hat. Die Beschwerdeführerin bemängelt dies denn auch 

nicht. Sie ist aber der Ansicht, die Beschwerdegegnerin sei nicht befugt, die 

Leistungen für Physiotherapie per Ende 2011 einzustellen, weil dem 

Versicherten mit Verfügung vom 15. Dezember 2009 Fr. 1'200.-- pro Jahr für 

physiotherapeutische Behandlungen zugesprochen worden seien. Im 

Folgenden ist zu prüfen, ob diese Sichtweise zutrifft.

10. Die Verfügung vom 15. August 2009 enthält folgende Kernaussage: „Zur 

Erhaltung des Gesundheitszustandes sind weiterhin physiotherapeutische 

Behandlungen notwendig. Wir vergüten Ihnen an diese Kosten einen 

Maximalbetrag von Fr. 1'200.-- pro Jahr.“ Die Beschwerdeführerin interpretiert 

dies in dem Sinne, dass dem Versicherten unbefristet  Fr. 1'200.-- 

zugesprochen worden seien. Der Wortlaut alleine würde diese Interpretation 

erlauben. Aus dem Zusammenhang ergibt sich indessen, dass nur gemeint sein 

kann, dass die Fr. 1'200.-- „bis auf weiteres“ respektive „auf Zusehen hin“ 

geleistet würden, das heisst also solange, als die Situation sich unverändert 

präsentiert. Dies ergibt sich einerseits daraus, dass das geltende 

Unfallversicherungsrecht die Möglichkeit, Leistungen für Heilbehandlung als 

Dauerleistung zuzusprechen, gar nicht vorsieht (vgl. oben Erw. 8). Weiter ist 

entscheidend, dass ein Verfügungstext nie isoliert für sich alleine auszulegen 

ist, sondern immer auf dem Hintergrund der wesentlichen vorangehenden 

Vorkommnisse. Vorliegend nimmt die Verfügung vom 15. August  2009 explizit 

Bezug auf die Besprechung zwischen dem Versicherten und dem Case 

Manager der ... vom 19. November 2009 und die vertrauensärztliche 

Untersuchung vom 21. Oktober 2009. Letztere hatte ergeben, dass es nicht 

eindeutig auszumachen sei, ob das Unfallereignis zu einer richtungsgebenden 

Verschlimmerung der Halswirbelsäulenbefunde geführt habe, oder ob typische 

und zu erwartende degenerative Veränderungen nun vermehrt zum Tragen 

kämen. Der Vertrauensarzt hatte geraten, auf die gutachterliche Klärung der 

Unfallkausalität vorerst zu verzichten und dem Versicherten die Übernahme von 

Physiotherapiekosten im Umfang von Fr. 1'200.-- pro Jahr anzubieten. Gemäss 

Case Management Bericht hatte der Case Manager der ... dem Versicherten 

daraufhin das Ergebnis der vertrauensärztlichen Abklärung erörtert und ihm 

vorgeschlagen, die ... könne „für eine unkomplizierte Fallbearbeitung“ jährlich 

Fr. 1'200.-- für Heilbehandlung übernehmen. Zudem – und das ist vorliegend 

entscheidend - hatte der Case Manager den Versicherten darauf hingewiesen, 

dass die ... „irgendwann die Adäquanz durch ihren RA Dr. ... prüfen“ werde. Die 

Beschwerdegegnerin ging somit offensichtlich davon aus, dass die Übernahme 

von Physiotherapiekosten bis maximal Fr. 1'200.-- pro Jahr eine 

vorübergehende Lösung darstellte und gemäss dem Case Management Bericht 

hatte sie den Versicherten auch entsprechend informiert.

11. Somit ergibt sich, dass die Einstellung der Leistungen für Physiotherapie per 

Ende 2011 ohne weiteres damit vereinbar ist, dass dem Versicherten mit 

Verfügung vom 15. Dezember 2009 bis auf weiteres Fr. 1'200.-- pro Jahr für 

physiotherapeutische Behandlungen zugesprochen worden waren. Der 

angefochtene Entscheid und die Verfügung vom 15. Dezember 2009 stehen mit 

anderen Worten nicht in Widerspruch zueinander. Entgegen der Ansicht der 

Beschwerdeführerin zieht der angefochtene Entscheid somit die Verfügung vom 

15. Dezember 2009 nicht in Revision oder Wiedererwägung. Ob die 

Voraussetzungen für eine Revision gemäss Art. 53 Abs. 1 des Bundesgesetzes 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG / SR 830.1) 

beziehungsweise eine Wiedererwägung (Art. 53 Abs. 2 ATSG) erfüllt sind, ist 

deshalb entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin irrelevant und nicht zu 

prüfen.

12. Es bleibt festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht durch 

die Ausrichtung der Fr. 1'200.-- für physiotherapeutische Behandlungen bis 

Ende 2011 nur jeweils für die aktuelle Zeit und nicht  auch für eine unbefristete 

Zukunft anerkannt hat. Gestützt auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung 

durfte sie diese Heilbehandlungsleistung ex nunc et pro futuro ohne Berufung 

auf den Rückkommenstitel der Wiedererwägung oder der prozessualen 

Revision einstellen (BGE 130 V 380 E. 2.3; Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl., 

2009, N 30 zu Art. 53). Die Beschwerdegegnerin weist in diesem 

Zusammenhang zu Recht darauf hin, dass auch nach der Lehre der Versicherer 

bei einem zeitlich gefächerten Leistungsanspruch befugt ist, zu einem 

bestimmten Zeitpunkt zu entscheiden, für die Zukunft keine Leistungen mehr zu 

gewähren (Kieser, Das Verwaltungsverfahren in der Sozialversicherung, 1999, 

S. 300). Die Beschwerdeführerin macht geltend, es sei bereits 2009 von keiner 

namhaften Besserung des Gesundheitszustandes mehr auszugehen gewesen. 

In den ärztlichen Unterlagen finden sich in der Tat Hinweise, welche dafür 

sprechen, dass bereits zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses am 15. 

Dezember 2009 ein Endzustand vorlag, und die Physiotherapie bereits damals 

nur dem Erhalt des Gesundheitszustandes und nicht zur Verbesserung diente. 

Ob dies zutrifft, kann indessen offen bleiben, ist doch die Einstellung von 

Heilbehandlungsleistungen ex nunc et pro futuro ohne Berufung auf den 

Rückkommenstitel der Wiedererwägung oder der prozessualen Revision 

sowohl in den Fällen möglich, in denen die erbrachte Leistung tatsächlich 

geschuldet war, als auch in denjenigen Fälle, in denen die Leistung materiell zu 

Unrecht erbracht wurde (BGE 130 V 380 E.2.3.1, 119 V 479 E. 1b/cc). 

13. Der Vollständigkeit halber bleibt zu erwähnen, dass die Verfügung vom 15. 

Dezember 2009, wie von der Beschwerdegegnerin zu Recht festgehalten, nicht 

in materielle Rechtskraft erwachsen ist, zumal nicht über einen 

abgeschlossenen Sachverhalt entschieden wurde, sondern Leistungen in der 

Zukunft Entscheidungsgegenstand bildeten (Kieser, Schweizerisches 

Sozialversicherungsrecht, 2007, S. 442 f.). Entgegen der Ansicht der 

Beschwerdeführerin wäre vorliegend aber auch die Voraussetzung der 

Erheblichkeit erfüllt, da diese nach der Praxis des Bundesgerichtes bei 

periodischen Leistungen immer gegeben ist (BGE 119 V 475 E.1c; Kieser, 

ATSG-Kommentar, a.a.O., N 34 zu Art. 53; Locher, Grundriss des 

Sozialversicherungsrechts, 2003, S. 470).

14. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin die Leistungen 

für Heilbehandlung zu Recht per 29. August 2011 wegen Erreichens des 

Endzustandes und Fehlens der adäquaten Kausalität eingestellt hat, und dass 

der Versicherte (Beigeladene) beziehungsweise dessen Krankenversicherer 

(Beschwerdeführerin) aus der Verfügung vom 15. Dezember 2009 keine 

weitergehenden Ansprüche ableiten können. Der angefochtene 

Einspracheentscheid vom 2. November 2011 erweist sich somit als 

rechtmässig, und die Beschwerde ist abzuweisen

15. Gerichtskosten werden keine erhoben, da das kantonale Beschwerdeverfahren 

in Sozialversicherungsstreitigkeiten gemäss Art. 61 lit. a ATSG grundsätzlich 

kostenlos ist. Die obsiegende Beschwerdegegnerin hat keinen Anspruch auf 

Parteientschädigung (Art. 61 lit.g ATSG e contrario).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.