# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 30a94f34-7bec-55e3-b6ce-c962846286ee
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-05-04
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2008 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2008
**Docket/Reference:** DB.2011.7
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2011_7_su.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

2 DB.2011.7 
2 ST.2011.9 

Entscheid 

 4. Mai 2011 

Mitwirkend: 

Einzelrichter Alexander Widl und Gerichtsschreiberin Nadja Obreschkow 

In Sachen 

A ,    

vertreten durch Zürichberg Treuhand AG,  
Postfach, 8044 Zürich,  

gegen 

Beschwerdeführerin/ 
Rekurrentin,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Stadt Zürich,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

Direkte Bundessteuer 2008 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2008 

betreffend 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. A (nachfolgend die Pflichtige) ist Eigentümerin des selbstbewohnten Einfa-

milienhauses im B in C und beschäftigt ihren Sohn D als Hauswart. In der Steuererklä-

rung  2008  machte  sie  diesbezüglich  bei  einem  Eigenmietwert  von  brutto  Fr. 16‘500.- 

Liegenschaftsunterhaltskosten  von  Fr. 34‘473.-  geltend.  Darin  eingeschlossen  waren 

Lohnkosten,  Vorsorge-  und  Sozialversicherungsbeiträge  sowie  Unfall-  und  Kranken-

kassenprämien für ihren Sohn im Betrag von Fr. 24‘372.-. 

Das  kantonale  Steueramt  schätzte  die  Pflichtige  am  27.  August  2010  für  die 

Staats-  und  Gemeindesteuern,  Steuerperiode  2008,  mit  einem  steuerbaren  Einkom-

men  von  Fr. 124‘500.-  und  einem  steuerbaren  Vermögen  von  Fr. 901‘000.-  ein.  Am 

13. September  erging  die  entsprechende  Veranlagung  betreffend  die  direkte  Bundes-

steuer mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 125‘500.-. Dabei setzte das  kanto-

nale Steueramt die abzugsfähigen Liegenschaftsunterhaltskosten auf Fr. 17‘151.- fest. 

Darin enthalten waren die nachgewiesenen Unterhaltskosten von Fr. 10‘151.- für Tank-

revision,  Elco  Jahresrevision  und  Gebäude(sach)versicherungen.  Die  Zahlungen  an 

ihren Sohn berücksichtigte es nur im Umfang von Fr. 7000.-. Diesbezüglich erging der 

Entscheid  in  Anwendung  von  Art. 130  Abs. 2  des  Bundesgesetzes  über  die  direkte 

Bundessteuer vom 14. Dezember 1990 (DBG) bzw. § 139 Abs. 2 des Steuergesetzes 

vom 8. Juni 1997 (StG) nach pflichtgemässem Ermessen, weil die Pflichtige trotz Auf-

lage und Mahnung vom 29. April resp. 7. Juni 2010 keine detaillierten Auskünfte über 

die vom Sohn erbrachten Leistungen beigebracht hatte. 

B.  Dagegen  erhobene  Einsprachen  der  Pflichtigen  wies  das  kantonale  Steu-

eramt am 9. Dezember 2010 ab. 

C.  Mit  Rekurs  und  Beschwerde  vom  10.  Januar  2011 liess  die  Pflichtige  der 

Steuerrekurskommission  (ab  1.  Januar  2011  Steuerrekursgericht)  beantragen,  das 

steuerbare Einkommen für die Staats- und Gemeindesteuern, Steuerperiode 2008, auf 

Fr. 108‘765.-  und  für  die  direkte  Bundessteuer  2008  auf  Fr. 109‘815.-  festzusetzen. 

Ferner beantragte sie eine mündliche Verhandlung. 

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In  der  Rekurs-  und  Beschwerdeantwort  vom  14.  Februar  2011  schloss  das 

kantonale Steueramt auf Abweisung der Rechtsmittel. 

Auf  die  Parteivorbringen  wird,  soweit  rechtserheblich,  in  den  nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen. 

Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

1. Gemäss Art. 140 und 142 DBG und §§ 147 Abs. 1 und 148 Abs. 1 StG fin-

det  das  Beschwerde-  und  Rekursverfahren  im  Rahmen  eines  einfachen  Schriften-

wechsels im schriftlichen Verfahren statt. Gemäss  § 148 Abs. 2 StG kann ausnahms-

weise  ein  zweiter  Schriftenwechsel  oder  eine  mündliche  Verhandlung  angeordnet 

werden. Eine Verpflichtung zur Anordnung eines zweiten Schriftenwechsel oder einer 

mündlichen Verhandlung besteht nur zur Wahrung des rechtlichen Gehörs, wenn bei-

spielsweise in der Beschwerde-/Rekursantwort neue Tatsachen oder Beweismittel vor-

gebracht  werden.  Im  Übrigen  besteht  darauf  kein  Anspruch  (Richner/Frei/Kauf-

mann/Meuter,  Handkommentar  zum  DBG,  2. A.,  2009,  Art. 142  N 9  und  10  DBG  und 

Kommentar zum harmonisierten Zürcher Steuergesetz, 2. A., 2006, § 148 N 9 StG; RB 

1976 Nr. 71, RB 2000 Nr. 131). 

Da vorliegend in der Beschwerde-/Rekursantwort keine neuen Tatsachen oder 

Beweismittel  vorgebracht  werden,  besteht  kein  Anlass,  die  von  der  Pflichtigen  bean-

tragte mündliche Verhandlung durchzuführen (siehe hierzu auch E. 6.a). 

2. a) Gemäss Art. 25 DBG und § 25 StG werden zur Ermittlung des Reinein-

kommens die gesamten steuerbaren Einkünfte um die zu ihrer Erzielung notwendigen 

Aufwendungen  und  die  allgemeinen  Abzüge  vermindert.  Dazu  gehören  nach  Art. 32 

Abs. 2  DBG  und  § 30  Abs. 2  StG  bei  Liegenschaften  im  Privatvermögen  die  Unter-

haltskosten,  die  Versicherungsprämien  und  die  Kosten  der  Verwaltung  durch  Dritte 

(Satz 1). Den Unterhaltskosten sind Investitionen gleichgestellt, die dem Energiesparen 

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und dem Umweltschutz dienen, soweit sie bei der direkten Bundessteuer abzugsfähig 

sind (Satz 2).  

b)  Gemäss  Urteil  des  Bundesgerichts  vom  2.  Februar  2005  (StE  2005  A  23.1 

Nr. 10) kann der Begriff der Unterhaltskosten unter dem Geltungsbereich des Steuer-

harmonisierungsgesetzes im kantonalen Recht nicht anders ausgelegt werden als auf 

dem  Gebiet  der  direkten  Bundessteuer.  Aufgrund  dessen  gelten  die  nachfolgenden 

Erwägungen  sowohl  für  das  Rekursverfahren  betreffend  die  Staats-  und  Gemeinde-

steuern  2008  als  auch  für  das  Beschwerdeverfahren  betreffend  die  direkte  Bundes-

steuer 2008. 

3. a) Nach Lehre und Rechtsprechung sind unter Unterhaltskosten Aufwendun-

gen zu verstehen, deren Ziel nicht die Schaffung neuer, sondern die Erhaltung bisheri-

ger  Werte  ist  und  die  in  längeren  oder  kürzeren  Zeitabständen  wiederkehren  (Rich-

ner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Art. 32  N 37  DBG  und  § 30  N 36  ff.  StG).  Dazu  gehören 

einerseits  die  Aufwendungen  für  den  laufenden  Unterhalt – wie  Kosten  für  Ausbesse-

rungsarbeiten aller Art und Ersatzanschaffungen – sowie die mit dem Grundstück ver-

bundenen jährlich wiederkehrenden Abgaben. Abzugsfähig sind sodann auch Aufwen-

dungen 

für  periodische  Renovationen  grösseren  Ausmasses 

(Fassaden, 

Dachrenovation,  zeitbedingte  Änderung  der  Zentralheizung,  Anpassung  der  elektri-

schen Einrichtung an  geänderte Vorschriften u. dgl.). Mit anderen Worten sind  Unter-

haltskosten  im  Sinn  von  Art. 32  Abs. 2  DBG  und  § 30  Abs. 2  StG  Kosten,  die  der  In-

standhaltung des Grundstücks oder seiner Instandstellung dienen, d.h. der Nachholung 

unterbliebener  Instandhaltung  (VGr,  22. April  1986  =  StE 1987  B 44.13.1  Nr. 1;  Rich-

ner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Art. 32  N 30  ff.  DBG  und  § 30  N 43  StG),  so  dass  das 

Grundstück  weiterhin – allenfalls  "modernisiert" – seinen  bisherigen  Verwendungs-

zweck erfüllen kann.  

b)  Nicht  abzugsfähig  sind  -  vorbehältlich  von  Energiesparaufwendungen  –

Aufwendungen,  welche  zur  Wertvermehrung  eines  Grundstücks  führen  (Art. 34  lit. d 

DBG,  § 33  lit. d  StG).  Dazu  gehören  alle  Aufwendungen,  welche  ein  Grundstück  in 

einen besseren Zustand versetzen, d.h. ein Haus in den Rang eines besser ausgestat-

teten,  wertvolleren  Gebäudes  aufrücken 

lassen  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, 

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Art. 32  N 48  DBG  und  § 30  N 48  StG).  Ferner  sind  all  jene  Aufwendungen  nicht  ab-

zugsfähig,  die  sich  als  Lebenshaltungskosten  erweisen  (Art.  34  lit.  a  DBG,  § 33  lit. a 

StG). Dies ist der Fall, wenn die Aufwendungen weder dem Unterhalt noch der Schaf-

fung liegenschaftlicher Werte, sondern dem Unterhalt des Steuerpflichtigen und seiner 

Familie bzw. der Befriedigung persönlicher  Bedürfnisse und Neigungen  eines Steuer-

pflichtigen dienen und damit  Einkommensverwendung darstellen (Peter Locher, Kom-

mentar zum DBG, I. Teil, Art. 1 – 48 DBG, 2001, Art. 34 N 4).  

c)  Als steuermindernde Tatsachen  sind  Liegenschaftsunterhaltskosten von der 

hierfür beweisbelasteten Steuerpflichtigen geltend zu machen, hinreichend (substanzi-

iert)  darzutun  und  hinsichtlich  Bestand  und  Umfang  nachzuweisen.  Als  substanziiert 

gilt  eine  Sachdarstellung,  welche  hinsichtlich  Art,  Motiv  und  Rechtsgrund  alle  Tatsa-

chenbehauptungen enthält, die – ohne weitere Untersuchung, aber unter Vorbehalt der 

Beweiserhebung – die  rechtliche  Würdigung  der  geltend  gemachten  Steueraufhebung 

oder -minderung  erlaubt  (RB 1992  Nr. 32).  Überdies  hat  sie  die  zum  Beweis  für  ihre 

Darstellung erforderlichen Beweismittel einzureichen oder unter genauer Bezeichnung 

zumindest  anzubieten  (RB  1975  Nr.  55,  1986  Nr.  49).  Ergeben  sich  die  zur  Prüfung 

erforderlichen Angaben und Beweismittel nicht bereits aus der Steuererklärung, obliegt 

es gemäss Art. 123 DBG und § 132 StG der Steuerbehörde, die Pflichtige zur Beibrin-

gung entsprechender Auskünfte und Unterlagen aufzufordern. Die Pflichtige muss da-

bei mitwirken und alles tun, um eine vollständige und richtige Einschätzung zu ermögli-

chen (Art. 126 Abs. 1 DBG, § 135 Abs. 1 StG). 

d)  Wirkt  die  Pflichtige  bei  der  Sachverhaltsermittlung  nicht  gehörig  mit  und  ist 

nicht  erstellt,  ob  bestimmte  Kosten  überhaupt  angefallen  sind  bzw.  Unterhaltskosten 

darstellen,  führt  dies  bereits  nach  der  ersten  Aufforderung  zur  vollständigen  Aufrech-

nung der geltend gemachten Kosten. Eine Mahnung ist nicht erforderlich. Ist dagegen 

erwiesen,  dass  der  Pflichtigen  Unterhaltskosten  erwachsen  sind  und  ist  einzig  deren 

Höhe ungewiss, darf ein Unterhaltskostenabzug nicht vollständig verweigert werden. In 

diesem  Fall  sind  die  Liegenschaftsunterhaltskosten  nach  der  zweiten  nicht  gehörig 

erfüllten  Mitwirkungsaufforderung  (Mahnung)  nach  pflichtgemässem  Ermessen  ge-

mäss  Art.  130  Abs.  2  DBG  und  §  139  Abs.  2  StG  zu  schätzen  (VGr,  21.  Mai  2003, 

SB.2002.000015 und SB.2003.00004, www.vgrzh.ch). 

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4. Vorliegend hat das kantonale Steueramt den geltend gemachten Hauswarts-

lohn  in  Höhe  von  Fr. 24‘372.-  (inkl.  Sozialversicherungsbeiträge  und  Versicherungs-

prämien) zu Recht nicht ungeprüft in voller Höhe bei den Liegenschaftsunterhaltskos-

ten berücksichtigt. Denn beim Empfänger handelt es sich um den Sohn der Pflichtigen, 

somit um eine nahe stehende Person. Bei Rechtsgeschäften zwischen nahestehenden 

Personen gilt das Prinzip der effektiven Kostenanrechnung, welches besagt, dass an-

rechenbare Aufwendungen bzw. Abzüge – vorbehältlich Steuerumgehung und gesetz-

licher  Limiten  –  unbekümmert  ihres  objektiven  Werts  in  der  Höhe  des  tatsächlich  be-

zahlten  Betrags  anzurechnen  sind,  nicht  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  § 221  N  8 

und 67). Zahlungen an nahestehende Personen können, sofern sie aufgrund ihrer Na-

tur  zum  Liegenschaftsunterhalt  gehören  und  die  Kosten  belegt  sind,  nur  dann  in  be-

zahlter  Höhe  vom  Bruttomietertrag  abgezogen  werden,  wenn  sie  einem  Drittvergleich 

standhalten.  Mit  anderen  Worten  ist  der  in  Frage  stehende  Hauswartslohn  nur  dann 

vollumfänglich  abzugsfähig,  wenn  die  Pflichtige  einem  aussenstehenden  Dritten  für 

dieselbe  Tätigkeit ebenfalls einen Lohn in dieser Höhe bezahlt hätte. Massgebend ist 

somit  der  Marktwert  der  betreffenden  Leistung  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  § 221 

N 68). 

Bei  selbstbewohnten  Einfamilienhäusern  ist  der  Abschluss  von  Hauswartsver-

trägen schon für sich allein betrachtet ungewöhnlich. Hinzu kommt, dass die Pflichtige 

ihren Sohn schon seit längerer Zeit unterstützt, weil dieser trotz aller Bemühungen kei-

ne  “richtige“ Arbeitsstelle findet. Unter diesen Umständen  war fraglich, ob  dem Haus-

wartslohn  liegenschaftsbezogene  Leistungen  ihres  Sohnes  in  entsprechender  Höhe 

zugrunde  lagen.  Damit  erwies  es  sich  als  zulässig  und  notwendig,  die  Pflichtige  am 

29. April  2010  aufzufordern,  eine  detaillierte,  d.h.  überprüfbare  Aufstellung  über  die 

vom Sohn erbrachten Leistungen einzureichen. Dieser Aufforderung ist sie trotz Mah-

nung vom 7. Juni 2010 nicht genügend nachgekommen. Zwar reichte sie 13 Fotos ein 

und lieferte knappe Angaben zu den Leistungen ihres Sohnes. Danach habe er im Jahr 

2008  Gartenarbeiten  erledigt,  vor  allem  Rasen  gemäht  und  Bäume/Hecken  geschnit-

ten. Ferner habe er Maurer-, Dachdecker-, Elektroarbeiten erbracht und sei für die Hei-

zungsanlage verantwortlich gewesen. Anhand dieser nicht detaillierten Sachdarstellung 

lässt  sich  jedoch  der  Marktwert  der  vom  Sohn  erbrachten  Unterhaltsarbeiten  nicht 

überprüfen.  Die  Fotos  sind  gänzlich  beweisuntauglich,  da  sich  daraus  das  Datum 

(Jahr) der Vornahme der betreffenden Leistungen nicht ergibt. Da die Pflichtige Auflage 

und Mahnung, die vorschriftsgemäss unter Androhung der gesetzlichen Säumnisfolgen 

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und  Anfechtungserschwernisse  ergingen  (T-act.  20  und  22),  nicht  erfüllte,  blieb  dem 

kantonalen Steueramt gar keine andere Wahl, als die abzugsfähigen Liegenschaftsun-

terhaltskosten  –  unter  Berücksichtigung  der  belegten  Kosten  für  Leistungen  aussen-

stehender Dritter – nach pflichtgemässem Ermessen gemäss Art. 130 Abs. 2 DGB und 

§ 139 Abs. 2 StG zu schätzen. Es berücksichtigte dabei Unterhalts- und Verwaltungs-

kosten von insgesamt Fr. 17‘151. Dabei entfielen Fr. 7‘000.- für die vom Sohn erbrach-

ten Leistungen. 

Im  Einspracheverfahren  hielt  das  kantonale  Steueramt  zu  Recht  an  seiner  Er-

messenseinschätzung  fest,  da  die  detaillierten  Angaben  über  die  Leistungen  ihres 

Sohnes in der Einsprache weiterhin fehlten. 

5. a) Eine zu Recht ergangene Ermessenseinschätzung kann der Steuerpflich-

tige laut Art. 132 Abs. 3 DBG und § 140 Abs. 2 StG einzig wegen offensichtlicher Un-

richtigkeit  anfechten.  Diese  Norm  beinhaltet  eine  Kognitionsbeschränkung  der  Prü-

fungsinstanzen.  Letztere  können  eine  zu  Recht  getroffene  Ermessenseinschätzung 

bzw. -veranlagung nur aufheben, wenn sie sich als offensichtlich falsch erweist (so im 

Ergebnis Martin Zweifel, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Band I/2b, 

2. A., 2008, Art. 130 N 33 DBG). Den entsprechenden Nachweis kann der Steuerpflich-

tige  auf  zwei  Arten  erbringen  (Martin  Zweifel,  in:  Kommentar  zum  Schweizerischen 

Steuerrecht, Band I/1, 2. A., 2002, Art. 48 N 46 ff. StHG, auch zum Folgenden): Vorab 

kann er den tatsächlichen Sachverhalt dartun und den entsprechenden Nachweis leis-

ten,  mit  der  Folge,  dass  die  im  Streit  stehende  Ermessenseinschätzung  durch  eine 

ordentliche Einschätzung ersetzt wird und die Steuerfaktoren nach den für "gewöhnli-

che"  Einschätzungen  geltenden  Regeln  ermittelt  werden.  Ist  die  Ermessensveranla-

gung  Folge  einer  versäumten  Mitwirkungspflicht,  so  muss  der  Steuerpflichtige  dabei 

insbesondere  die  versäumten  Handlungen  innerhalb  der  Rechtsmittelfrist  nachholen 

(RB 1999 Nr. 150). 

Ist  dieser  Nachweis  nicht  möglich  oder  misslingt  er,  kann  der  Steuerpflichtige 

sodann  noch  darlegen  und  nachweisen,  dass  die  angefochtene  Einschätzung  offen-

sichtlich unrichtig (namentlich zu hoch) ist. Als offensichtlich unrichtig erweist sich eine 

Schätzung dann, wenn sie sachlich nicht begründbar (z.B. erkennbar pönal oder fiska-

lisch  begründet)  ist,  sich  auf  sachwidrige  Schätzungsgrundlagen,  -methoden  oder  

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-hilfsmittel  stützt  oder  sonst  wie  mit  den  konkreten  aktenkundigen  Verhältnissen  auf-

grund der Lebenserfahrung vernünftigerweise nicht vereinbar ist (Zweifel, Art. 48 N 59 

StHG,  mit  Hinweisen).  Ist  dieser  Nachweis  geleistet,  bleibt  es  zwar  bei  einer  Ermes-

senseinschätzung,  doch  wird  die  angefochtene  durch  eine  neue  (tiefere)  Schätzung 

der Rechtsmittelinstanz ersetzt. 

b)  Im  Beschwerde-  und  Rekursverfahren  betreffend  eine  Ermessenseinschät-

zung sind dem Steuerrekursgericht weitere Untersuchungen verwehrt. Es hat vielmehr 

bei seiner eingeschränkten Überprüfung des angefochtenen Entscheids auf offensicht-

liche Unrichtigkeit hin nur jene im Zeitpunkt der Entscheidfällung vorhandenen Schrift-

stücke zu berücksichtigen, welche den behaupteten Sachverhalt sofort beweisen oder 

zumindest als sehr wahrscheinlich erscheinen lassen (VGr, 27. Mai 1986, SB 10/1986 

und  11. September  1986,  SB 38/1986;  Martin  Zweifel,  Die  Sachverhaltsermittlung  im 

Steuerveranlagungsverfahren, 1989, S. 144). 

6. a) Die Pflichtige lieferte auch im Beschwerde-/Rekursverfahren keine detail-

lierten  Angaben  zu  den  Leistungen  ihres  Sohnes.  Bei  der  Anfechtung  einer  zu  Recht 

ergangenen  Ermessensveranlagung  ist  ihr  Angebot,  die  Leistungen  ihres  Sohnes  im 

Rahmen einer persönlichen Besprechung vor dem Steuerrekursgericht näher darzule-

gen, nicht zulässig (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Art. 132 N 57 DBG und § 140 N 67 

StG).  Die  Anfechtung  einer  Ermessensveranlagung  verlangt  eine  qualifizierte  schriftli-

che Begründung, die den bisher ungewiss gebliebenen Sachverhalt erhellen muss und 

dementsprechend  substanziiert  auszufallen  hat 

(Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, 

Art. 132 N 57 und § 140 N 67). Diese Begründung (inkl. Nennung der Beweismittel) hat 

innerhalb der jeweiligen Rechtsmittelfristen zu erfolgen. Nach Ablauf dieser Frist kann 

die  Begründung  nicht  mehr  nachgebracht  werden  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, 

Art. 132  N  60  und  § 140  N  72).  Somit  ist  an  den  Ermessensveranlagungen  weiterhin 

festzuhalten  und  kann  das  Steuerrekursgericht  die  Schätzung  lediglich  noch  hinsicht-

lich ihrer Höhe auf offensichtliche Unrichtigkeit überprüfen. 

b) Diesbezüglich erweist sich die Schätzung des kantonalen Steueramts 

nicht als willkürlich. Denn solange eine detaillierte Sachdarstellung über die vom Sohn 

im  Einzelnen  erbrachten  Gärtner-  und  Handwerkerleistungen,  unter  Angabe  des  Zeit-

punkts der Verrichtung, des dabei verwendeten Materials (Art, Menge, Ausmasse) und 

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der aufgewendeten Arbeitszeit fehlt, besteht kein Anlass, von der Schätzung abzuwei-

chen. Mit Ausnahme von Gartenarbeiten, die üblicherweise jährlich anfallen, steht nicht 

fest,  dass  die  übrigen  Arbeiten  wie  Dachreparaturen,  Dachkanäle  säubern,  Ziegel  er-

setzen, Estrich und Keller isolieren, die Montage einer neuen Treppenhausbeleuchtung 

und weitere Elektroarbeiten im Jahr 2008 erfolgten. Materialrechnungen, die bei Isola-

tions-  und  Elektroarbeiten  üblicherweise  anfallen  und  welche  die  Erbringung  dieser 

Leistungen im Jahr 2008 hätten belegen können, sind nicht geltend gemacht worden. 

Bei  dieser  Sachlage  wäre  das  Steueramt  auch  bei  einer  tieferen  Schätzung  nicht  in 

Willkür verfallen. 

Somit sind Beschwerde und Rekurs abzuweisen. 

7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten der Pflichtigen 

aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG und § 151 Abs. 1 StG). 

Demgemäss erkennt der Einzelrichter: 

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  Der Rekurs wird abgewiesen. 

[…] 

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