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**Case Identifier:** fb7b6604-2a38-585b-b18b-77b21dcf03d1
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-06-28
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 28.06.2021 200 2021 175
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-175_2021-06-28.pdf

## Full Text

200 21 175 UV
JAP/SCM/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 28. Juni 2021

Verwaltungsrichter Jakob, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Mauerhofer, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiberin Schädeli

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________, substituiert durch Rechtsanwäl-
tin Dr. jur. C.________
Beschwerdeführer

gegen

Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft AG
Richtiplatz 1, 8304 Wallisellen, Zustelladresse: Postfach, 8010 Zürich
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 16. Februar 2021 
(Ref.: 2014 7445185)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Juni 2021, UV/21/175, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1992 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) war 
über seine Arbeitgeberin bei der Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft 
AG (Allianz bzw. Beschwerdegegnerin) obligatorisch unfallversichert, als er 
am 22. August 2014 als Fussgänger von einem Auto angefahren wurde 
(Akten der Allianz [act. II, IIA, IIB] act. IIA 2001, 2006). Die Allianz gewährte 
im Zusammenhang mit diesem Ereignis zunächst die gesetzlichen Unfall-
versicherungsleistungen in Form von Heilbehandlung und Taggeld. Mit 
Verfügung vom 25. August 2020 (act. IIA 2118) stellte sie die vorüberge-
henden Leistungen per 10. März 2020 ein, lehnte Versicherungsleistungen 
im Zusammenhang mit den psychischen Beschwerden sowie den An-
spruch auf eine Invalidenrente ab und sprach eine auf einer Integritätsein-
busse von 30 % basierende Integritätsentschädigung zu. Die dagegen hin-
sichtlich der Rentenabweisung erhobene Einsprache (act. IIB 2122) wies 
die Allianz mit Entscheid vom 16. Februar 2021 (act. IIB 2131) ab.

B.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, am 2. März 2021 Beschwerde. Er lässt beantragen, der ange-
fochtene Einspracheentscheid sei aufzuheben und ihm sei eine UVG-Rente 
soweit rechtens zuzusprechen.

Mit Beschwerdeantwort vom 15. April 2021 schliesst die Beschwerdegeg-
nerin auf Abweisung der Beschwerde.

Am 17. Mai 2021 vervollständigte die Beschwerdegegnerin aufforderungs-
gemäss die amtlichen Akten.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Juni 2021, UV/21/175, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 16. Februar 
2021 (act. IIB 2131). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch im Zu-
sammenhang mit dem Ereignis vom 22. August 2014 (act. IIA 2001). Die 
mit Verfügung vom 25. August 2020 (act. IIB 2120) zugesprochene Inte-
gritätsentschädigung von 30 % war im Einspracheverfahren nicht umstritten 
(vgl. act. IIB 2122, 2131/4 Ziff. C.1.2), sodass die Verfügung insoweit in 
Teilrechtskraft erwachsen ist (vgl. BGE 119 V 347 E. 1b S. 350; RKUV 
1998 U 308 S. 454 E. 2a). Ausserhalb des Anfechtungs- und Streitgegen-
standes liegen der Motorradunfall vom 7. Juli 2017 (act. II 2034, Bericht 
des Spitals D.________) sowie der über die E.________ Versicherungen 
AG regulierte Glatteissturz vom 18. Januar 2016 (act. IIA 2050/3).

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2017 sind die Änderung vom 25. September 2015 des 
Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung (UVG; SR 
832.20) und die Änderung vom 9. November 2016 der Verordnung vom 
20. Dezember 1982 über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in 
Kraft getreten. Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich – wie vorlie-
gend (vgl. act. IIA 2001) – vor dem Inkrafttreten der Änderung vom 
25. September 2015 des UVG ereignet haben, werden nach bisherigem 
Recht gewährt (Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 
25. September 2015 des UVG). Dies wirkt sich indes nicht entscheidrele-
vant aus.

2.2 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 UVG). 
Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines 
ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine 
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 
oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.3 Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung 
setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammen-
hang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 
129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 2018 UV Nr. 3 S. 9 E. 3.1, 2012 UV 
Nr. 2 S. 6 E. 3.1).

2.3.1 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 
nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten 
gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja-
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 

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Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 
ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be-
dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 
beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden 
kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 
(„conditio sine qua non“; BGE 142 V 435 E. 1 S. 438, 129 V 177 E. 3.1 
S. 181; SVR 2019 IV Nr. 9 S. 26 E. 3.1; Entscheid des Bundesgerichts 
[BGer] vom 21. September 2018, 8C_781/2017, E. 5.1).

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 
worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 
der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu be-
finden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für die 
Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 142 V 435 E. 1 S. 438, 
129 V 177 E. 3.1 S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

2.3.2 Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursa-
che eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der 
Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, 
einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt die-
ses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint 
(BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181, 125 V 456 E. 5a S. 461; SVR 2010 UV 
Nr. 30 S. 122 E. 5.2). Bei organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen 
deckt sich die adäquate Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausa-
lität; die Adäquanz hat hier praktisch keine selbstständige Bedeutung (BGE 
140 V 356 E. 3.2 S. 358; SVR 2018 UV Nr. 3 S. 10 E. 3.1).

Ob beim Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen 
dem versicherten Ereignis und der eingetretenen gesundheitlichen Schädi-
gung auch der erforderliche adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalzu-
sammenhang besteht, ist eine Rechtsfrage, die nach den von Doktrin und 
Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist. Dabei hat die Beantwortung 
der Frage nach der Adäquanz von Unfallfolgen als einer Rechtsfrage – im 
Gegensatz zur Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang – nicht 

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nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu erfolgen 
(BGE 112 V 30 E. 1b S. 33).

2.4 Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10 % 
invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (aArt. 18 
Abs. 1 UVG in der bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Fassung). Der 
Bundesrat regelt die Bemessung des Invaliditätsgrades in Sonderfällen. Er 
kann dabei auch von Art. 16 ATSG abweichen (Art. 18 Abs. 2 UVG). 

2.5 Zur Klärung der Leistungspflicht des Unfallversicherers, insbeson-
dere der Frage der natürlichen Kausalität, ist die Verwaltung (und im Be-
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und gege-
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe 
des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen 
und dazu Stellung zu nehmen (vgl. BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 
E. 4 S. 99; SVR 2018 IV Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

3.

3.1 Es ist zu Recht unbestritten, dass das Ereignis vom 22. August 
2014 (act. IIA 2001) die kumulativen Tatbestandsvoraussetzungen des 
Unfallbegriffs gemäss Legaldefinition (vgl. E. 2.2 hiervor) erfüllt. Die Be-
schwerdegegnerin hat denn auch entsprechende Versicherungsleistungen 
erbracht (vgl. act. IIA 2024). Umstritten ist hingegen, ob die im Zeitpunkt 
der Leistungseinstellung vom 10. März 2020 noch beklagten psychischen 
Beschwerden in einem anspruchsbegründenden natürlichen und adäqua-
ten Kausalzusammenhang mit diesem Unfall standen sowie ob Anspruch 
auf die Ausrichtung einer Invalidenrente besteht.

3.2 In medizinischer Hinsicht basiert der angefochtene Einspracheent-
scheid (act. IIB 2131) massgeblich auf dem zuhanden der Invalidenversi-
cherung (IV) erstellten polydisziplinären Gutachten der F.________ GmbH 
(MEDAS) vom 22. Juni 2020 (act. II 1085). In der interdisziplinären Ge-
samtbeurteilung hielten die Experten nach einer allgemein-internistischen, 
einer psychiatrischen, einer orthopädischen, einer neurologischen und ei-

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ner neuropsychologischen Untersuchung die folgenden Diagnosen fest 
(act. II 1085 1.1/13 f. Ziff. 4.2):

Mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit:
• Dissoziale Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.2)
• Chronische Becken-, Bein- und Fussbeschwerden links (ICD-10 

T91.2/T93.1/T93.2/M79.65/M79.60/Z98.8)

Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit:
• Ängstlich-depressive Störung (ICD-10 F41.4)
• Stottern (ICD-10 F98.5)
• Schmerzverarbeitungsstörung (ICD-10 F54)
• Zustand nach Commotio cerebri (ICD-10 S06.0) 2014

Aus neurologischer Sicht bestehe für körperlich leichte bis mittelschwere 
und punktuell auch schwere Tätigkeiten in Tagesschicht ohne Publikums-
verkehr eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 90 % (act. II 1085 1.1/14 
Ziff. 4.3; Einschränkung in einem Vollzeitpensum aufgrund eines erhöhten 
Anleitungsbedarfs [act. II 1085 1.5/6 Ziff. 8.2]). Aus psychiatrischer Sicht 
sei für angepasste, einfache Hilfstätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit von 80 % 
(ganztags mit um 20 % reduzierter Leistungsfähigkeit aufgrund der Persön-
lichkeitsstörung) festzulegen. Aus orthopädischer Sicht bestehe für über-
wiegend gehend und stehend zu verrichtende Tätigkeiten ohne wiederhol-
tes Heben und Tragen von Lasten über 10 kg eine Arbeitsfähigkeit von 
50 % (Halbtagespensum ohne Leistungsminderung). Von neuropsychologi-
scher und allgemeininternistischer Seite her proklamierten die Experten 
keine Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit (act. II 1085 1.1/14-15 Ziff. 4.3). 
Insgesamt liege in körperlich leichten, immer wieder auch sitzend zu ver-
richtenden wechselbelastenden einfachen Hilfstätigkeiten, ohne häufig 
wiederholtes Heben und Tragen von Lasten über 10 kg und ohne längeres 
Gehen und Stehen eine uneingeschränkte Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
vor (act. II 1085 1.1/15 Ziff. 4.3). Die Einschränkungen der beiden Fachrich-
tungen (Psychiatrie und Orthopädie) ergänzten sich, sie addierten sich 
nicht (act. II 1085 1.1/16 Ziff. 4.8). Seit August 2014 sei die Arbeitsfähigkeit 
in nicht adaptierten Tätigkeiten bleibend aufgehoben, wobei in einer ange-
passten Tätigkeit seither bzw. seit Januar 2015 von der attestierten Arbeits-
fähigkeit auszugehen sei (abgesehen von postoperativen Rekonvaleszen-
zen; act. II 1085 1.1/16 Ziff. 4.7.5). 

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3.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.4 Das MEDAS-Gutachten vom 22. Juni 2020 (act. II 1085) erfüllt die 
von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert einer Ex-
pertise gestellten Anforderungen und überzeugt. Insbesondere basiert die 
Beurteilung auf umfassenden Untersuchungen, berücksichtigt die geklag-
ten Beschwerden und wurde in Kenntnis und nach Auseinandersetzung mit 
den Vorakten erstattet. Sie leuchtet in der Darlegung der medizinischen 
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein. 
Ausserdem haben die Experten die vom Unfallversicherer gestellten zu-
sätzlichen Fragen beantwortet (vgl. act. II 1085 1.3/10-12, 1.4/10-13, 1.5/7-
9, 1.6/8-10). Folglich kommt dem Gutachten voller Beweiswert zu. 

Die dagegen erhobene Kritik des Beschwerdeführers ist nicht substantiiert 
und betrifft einzig das psychiatrische Teilgutachten (vgl. Beschwerde S. 4-5 
Ziff. III Art. 2.4). Unter sorgfältiger Anamnese- und Befunderhebung leitete 
der psychiatrische Experte die Diagnose einer dissozialen Persönlichkeitss-

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törung (ICD-10 F60.2) her, wobei er differentialdiagnostisch eine organi-
sche Persönlichkeitsstörung mit dissozialen Zügen (ICD-10 F07.0) in Be-
tracht zog (act. II 1085 1.3/5-6 Ziff. 6.1 und 6.3). Die Diagnosestellung er-
folgte im Einklang mit den diesbezüglichen Leitlinien (vgl. hierzu DIL-
LING/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], Internationale Klassifikation psychischer 
Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 10. Aufl., 
2015, S. 101 ff. und 274 ff.) und ist mit Blick auf die weiteren Akten schlüs-
sig und nachvollziehbar dargetan. Dies steht auch damit in Einklang, dass 
der Beschwerdeführer bereits vor dem Unfallereignis vom 22. August 2014 
deutliche psychische Auffälligkeiten zeigte. Impulsivität und mangelnde 
Befolgung von Normen und Regeln wurden schon früher wiederholt doku-
mentiert (act. II 1085 1.3/8 Ziff. 7.3.3). Dies ergibt sich unter anderem aus 
den Berichten der kantonalen Erziehungsberatung bzw. der Psychiatri-
schen Dienste G.________, Kinder- und Jugendpsychiatrische Poliklinik 
H.________, der Jahre 2006 bis 2008 oder demjenigen des „FIRSTEP“ zur 
Abklärung hinsichtlich beruflicher Eingliederungsmassnahmen der IV vom 
Juli 2013 (beide in act. II 1074). Ausserdem diagnostizierte ebenso der 
Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der IV bereits im Oktober 2013 eine be-
ginnende Persönlichkeits(entwicklungs)störung (act. II 1074, Untersu-
chungsbericht von Dr. med. I.________, Fachärztin für Kinder- und Ju-
gendpsychiatrie und -psychotherapie, vom 10. Oktober 2013). Damit ist 
erstellt, dass die psychiatrischen Einschränkungen bereits vor dem 22. Au-
gust 2014 vorlagen und demnach nicht unfallbedingt entstanden sind. Mit-
hin stehen sie in keinem natürlichen Kausalzusammenhang zu besagtem 
Ereignis. Selbst wenn die natürliche Kausalität zu bejahen wäre, zeigte die 
Beschwerdegegnerin zutreffend auf, dass es ohnehin an der adäquaten 
Kausalität fehlte (act. IIA 2118/3-4), was vom Beschwerdeführer nicht in 
Abrede gestellt wird (vgl. zur Adäquanzprüfung bei Unfällen mit psychi-
schen Folgeschäden BGE 115 V 133). 

In somatischer Hinsicht ist unbestritten und aufgrund der Akten erstellt, 
dass sich der Beschwerdeführer anlässlich des Ereignisses vom 22. Au-
gust 2014 eine Schambeinastfraktur, eine Fraktur der Massa lateralis, eine 
Symphysensprengung, eine Femurschaft-, laterale Tibiaplateau- und pro-
ximale Fibulafraktur sowie eine Rippenkontusion zugezogen hat (vgl. u.a. 
act. II 1001-1002, 1009-1012). Dies bedingte mehrere operative Eingriffe in 

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den Jahren 2014, 2016 und 2019 (vgl. act. II 1002, 1011, 1047, 1070). Da-
mit wie auch aufgrund der vom orthopädischen Experten erhobenen Unter-
suchungsbefunde (act. II 1085 1.4/3-6 Ziff. 4.3) überzeugen die mit Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit gestellte Diagnose chronischer Becken-, Bein- 
und Fussbeschwerden links (ICD-10 T91.2/T93.1/T93.2/ 
M79.65/M79.60/Z98.8; act. II 1085 1.4/6 Ziff. 6.1) sowie die diesbezüglich 
attestierten Einschränkungen. Schlüssig und nachvollziehbar legte der 
Gutachter dar, dass für überwiegend stehend und gehend zu verrichtende 
Tätigkeiten ohne wiederholtes Heben und Tragen von Lasten über 10 kg 
eine Arbeitsfähigkeit von 50 % (Halbtagespensum ohne Leistungsminde-
rung) bestehe (act. II 1085 1.4/8 Ziff. 8.1), wohingegen eine angepasste 
körperlich leichte Tätigkeit (immer wieder auch sitzend, unter Wechselbe-
lastung, ohne häufig wiederholtes Heben und Tragen von Lasten über 
10 kg und ohne längeres Gehen und Stehen) zeitlich und leistungsmässig 
uneingeschränkt zumutbar sei (act. II 1085 1.4/9 Ziff. 8.2).

Auf dieser medizinischen Grundlage ist nachfolgend die Invaliditätsbemes-
sung vorzunehmen.

4.

4.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

4.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 
E. 4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1). Lässt sich aufgrund der 

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tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung rea-
lisierbare Einkommen nicht hinreichend genau beziffern, ist auf statistische 
Werte wie die Lohnstrukturerhebungen (LSE) abzustellen. Auf sie darf je-
doch im Rahmen der Invaliditätsbemessung nur unter Mitberücksichtigung 
der für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen 
und beruflichen Faktoren abgestellt werden (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110; 
SVR 2019 UV Nr. 40 S. 153 E. 6.2.3).

4.3 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für 
Statistik (BFS) herausgegebenen LSE herangezogen werden (BGE 
143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2019 IV Nr. 28 S. 88 E. 5.1.3).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 
135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 
S. 148 E. 3.3). Zu beachten ist, dass allfällige bereits in der Beurteilung der 
medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkun-
gen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs ein-
fliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts 
führen dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 S. 20).

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4.4 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222). Im Bereich der obligatorischen Unfallversicherung er-
gibt sich der massgebliche Zeitpunkt aus Art. 19 Abs. 1 Satz 1 UVG, wo-
nach der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztli-
chen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands 
mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der 
Invalidenversicherung abgeschlossen sind (BGE 143 V 148 E. 3.1.1 
S. 151, 137 V 199 E. 2.1 S. 201). Zwischen den Parteien ist unbestritten, 
dass der medizinische Endzustand im Zeitpunkt der orthopädischen Unter-
suchung vom 10. März 2020 (act. II 1085 1.4/1) erreicht war (vgl. Be-
schwerde S. 3 Ziff. III Art. 1), was aufgrund der Akten denn auch erstellt ist 
(vgl. u.a. Dr. med. J.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, Konsultation vom 23. Januar 
2020, wonach die Behandlung bezüglich der Knieproblematik abgeschlos-
sen sei [act. II 1085 hinten]). Soweit der orthopädische Gutachter angab, 
der medizinische Endzustand sei noch nicht erreicht, beruhte diese Ein-
schätzung offensichtlich auf einem falschen Verständnis dieses rechtstech-
nischen Begriffs, denn der Experte erklärte gleichzeitig, dass mit überwie-
gender Wahrscheinlichkeit durch weitere ärztliche Behandlungen keine 
namhafte Verbesserung des Gesundheitszustandes erreicht werden könne 
(act. II 1085 1.4/11 Ziff. 2). Damit ist der Einkommensvergleich auf das Jahr 
2020 hin vorzunehmen. 

4.5 Zwar war der Beschwerdeführer nie in der freien Wirtschaft tätig, er 
absolvierte aber im Unfallzeitpunkt eine Vorlehre und schloss später eine 
Berufslehre zum … mit eidgenössischem Berufsattest (EBA) ab (vgl. act. II 
1085 1.2/2 Ziff. 3.2.3, act. IIA 2001, 2017). Dass er über keine „ange-
stammte Tätigkeit“ verfügt (vgl. act. II 1085 1.1/16 Ziff. 4.6.1), ist irrelevant, 
denn massgebend ist, dass er im Zeitpunkt des frühestmöglichen Renten-
beginns per 10. März 2020 im hypothetischen Gesundheitsfall überwiegend 
wahrscheinlich in diesem Berufsfeld tätig gewesen wäre. Damit ist das Va-
lideneinkommen – entsprechend den aktuellsten statistischen Daten – 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Juni 2021, UV/21/175, Seite 13

gemäss der LSE 2018, Tabelle TA1, Wirtschaftszweig Ziff. 47 (Detailhan-
del), Männer, Kompetenzniveau 2 (praktische Tätigkeiten wie Ver-
kauf/Pflege/Datenverarbeitung und Administration/Bedienen von Maschi-
nen und elektronischen Geräten/Sicherheitsdienst/ Fahrdienst), zu bestim-
men (Fr. 4'963.--). 

Das Invalideneinkommen ist ebenfalls gestützt auf die Tabellenlöhne der 
LSE zu ermitteln, da der Beschwerdeführer seine Restarbeitsfähigkeit nicht 
verwertet. … (Beruf) beraten in einem … die Kundschaft, bedienen die … 
und … die …. Sie achten darauf, dass immer genügend … da sind (vgl. 
<www.berufsberatung.ch>, Berufe suchen). Ob die daraus resultierenden 
Anforderungen mit dem gutachterlich formulierten Zumutbarkeitsprofil ver-
einbar sind, ist fraglich. Einerseits gibt es auf dem ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt in dieser Branche viele rein sitzende Tätigkeiten mit aussch-
liesslicher Arbeit an der …. Andererseits könnte der Beschwerdeführer – 
nebst der regelmässig wohl stehend zu verrichtenden Kundenberatung – 
jedenfalls die Warenbestellungen, das Verpacken der Ware sowie das Ein-
kassieren in sitzender Position bewerkstelligen. Damit könnte er seine Be-
rufsbildung in einer körperlich leichten, immer wieder auch sitzend zu ver-
richtenden Tätigkeit unter Wechselbelastung wohl verwerten. Folglich 
wären auch für das Invalideneinkommen die statistischen Werte gemäss 
LSE 2018, Tabelle TA1, Wirtschaftszweig Ziff. 47 (Detailhandel), Männer, 
Kompetenzniveau 2, heranzuziehen. Sind Validen- und Invalideneinkom-
men ausgehend vom selben Tabellenlohn zu berechnen, entspricht der 
Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit – hier 0 % – unter Berück-
sichtigung des Abzuges vom Tabellenlohn (SVR 2018 UV Nr. 29 S. 103 
E. 5.2). Selbst wenn jedoch davon ausgegangen würde, dass der Be-
schwerdeführer aus medizinischer Sicht nicht als … tätig sein könnte und 
für das Invalideneinkommen vom Totalwert gemäss LSE 2018, Tabelle 
TA1, und dem Kompetenzniveau 1 (einfache Tätigkeiten körperlicher oder 
handwerklicher Art) ausgegangen würde, läge dieser Wert mit Fr. 5'417.-- 
höher als jener für das Valideneinkommen (Fr. 4'963.--). Denn ein leidens-
bedingter Abzug ist hier nicht gerechtfertigt. Insbesondere weicht der 
Sachverhalt des vom Beschwerdeführer angeführten Bundesgerichtsent-
scheids (8C_548/2010 vom 23. Dezember 2010; Beschwerde S. 5 Ziff. III 
Art. 2.5) mit einer Teil-Arbeitsfähigkeit von 65 % vom vorliegenden Fall ab, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Juni 2021, UV/21/175, Seite 14

womit der höchstrichterliche Entscheid hier nicht einschlägig ist. Da über-
dies beide Vergleichseinkommen anhand statistischer Werte bestimmt 
werden, rechtfertigen die übrigen Einzelfallkriterien (Alter, Dienstjahre, Na-
tionalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad) von vornherein 
keinen Abzug, wären diese doch bei beiden Einkommen zu berücksichtigen 
(Entscheid des BGer vom 19. Januar 2009, 8C_42/2008, E. 5). Soweit der 
Beschwerdeführer schliesslich auf das Rechtsgutachten „Grundprobleme 
der Invaliditätsbemessung in der Invalidenversicherung“ vom 22. Januar 
2021 von GÄCHTER/MEIER/FILIPO (Rechtsgutachten sowie Schlussfolgerun-
gen vom 27. Januar 2021 abrufbar unter <www.wesym.ch>, Rubrik: Down-
loads) verweist (vgl. Beschwerde S. 5-6 Ziff. III Art. 2.6), vermag er eben-
falls nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. Die Autoren des Gutachtens 
„Nutzung Tabellenmedianlöhne LSE zur Bestimmung der Vergleichslöhne 
bei der IV-Rentenbemessung“ vom 8. Januar 2021 des Büros für arbeits- 
und sozialpolitische Studien BASS AG (BASS [abrufbar unter 
<www.wesym.ch>, a.a.O.]) und des Rechtsgutachtens kommen gestützt 
auf empirische Erhebungen im Wesentlichen zum Schluss, dass der Medi-
anlohn von Erwerbstätigen mit starken gesundheitlichen Einschränkungen 
– unabhängig davon, ob sie eine IV-Rente beziehen oder nicht – signifikant 
tiefer ist als jener von voll leistungsfähigen Erwerbstätigen, wobei der weit-
aus grösste Anteil der Lohnunterschiede nicht auf lohnrelevante Faktoren 
wie bspw. Geschlecht, Alter, Kompetenzniveau oder Brancheneffekte 
zurückzuführen sei. Der Faktor „starke gesundheitliche Einschränkungen“ 
wird dabei definiert als (sehr) schlechter allgemeiner Gesundheitszustand 
(IZ40/4 bzw. IZ40/5) oder (kumulativ) eine länger andauernde Krankheit 
bzw. gesundheitliche Probleme (IZ41/1) sowie mindestens sechs Monate 
dauernde starke Einschränkung des täglichen Lebens wegen gesundheitli-
cher Probleme (IZ42/1; vgl. BASS-Gutachten S. 17 Fn. 4 bzw. Schlussfol-
gerung Rechtsgutachten S. 38 Rz. 109; vgl. auch BFS, Schweizerische 
Arbeitskräfteerhebung [SAKE], Variablenliste 2020, Variablenliste und 
Struktur des SAKE-Fragebogens 2019, S. 18, 44 und 98 [abrufbar unter 
<www.bfs.admin.ch>]). Im vorliegenden Fall weist der Beschwerdeführer 
keinen unfallbedingt schlechten oder sogar sehr schlechten Allgemeinzu-
stand auf. Zudem ist er bei voller Präsenzzeit für den orthopädischen Gut-
achter lediglich teilweise nachvollziehbar begründet eingeschränkt (vgl. 
act. II 1085 1.4/8 Ziff. 7.3.1), womit er im täglichen Leben unfallbedingt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Juni 2021, UV/21/175, Seite 15

nicht „stark eingeschränkt“ ist. Daraus können aus dem Gutachten des 
BASS wie auch aus dem Rechtsgutachten von GÄCHTER/MEIER/FILIPO kei-
ne Schlussfolgerungen abgeleitet werden, die hier für einen Tabellenlohn-
abzug sprächen.

4.6 Da sich aus der Gegenüberstellung der beiden Vergleichseinkom-
men so oder anders keine Erwerbseinbusse ergibt, besteht kein Rentenan-
spruch. Demnach ist der angefochtene Einspracheentscheid vom 16. Fe-
bruar 2021 (act. IIB 2131) nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene 
Beschwerde abzuweisen.

5.

5.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG 
(Umkehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu 
erheben.

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Juni 2021, UV/21/175, Seite 16

3. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin Dr. jur. C.________ z.H. des Beschwerdeführers
- Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft AG  
- Bundesamt für Gesundheit

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.