# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9e5ab952-84a1-5450-a1ae-b0f5446f7257
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-07-14
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 14.07.2005 R 2004 28
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2004-28_2005-07-14.pdf

## Full Text

R 04 28

4. Kammer 

URTEIL
vom 14. Juli 2005

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Baugesuch (BAB)

1. Mit Verfügung vom 21. Oktober 2002 stimmte das Departement des Innern 

und der Volkswirtschaft Graubünden (DIV) der Erteilung einer 

Ausnahmebewilligung für die Erstellung einer Mobilfunkanlage auf der 

Parzelle Nr. 1166 auf dem Gebiet der Gemeinde … zu. In der Folge erteilte 

die Gemeinde dem entsprechenden Gesuch die Bewilligung. Gegen dieses 

Gesuch hatte unter anderen auch …, Eigentümer des 

Landwirtschaftsbetriebes auf der benachbarten Parzelle Nr. 1164, Einsprache 

erhoben. Gegen die Bewilligungserteilung rekurrierte er indessen nicht.

2. a) Das Ehepaar … errichtete in der Folge auf ihrer Parzelle Nr. 1164 einen 

freistehenden, ca. 3.7 m hohen und ca. 30 m langen Zaun aus einem 

Holzgerüst und Aluminiumgitter, mit dem Ziel, ihr Wohnhaus bzw. den 

zugehörigen Stall und seine Umgebung vor nichtionisierenden Strahlen, 

ausgehend von der auf der Nachbarparzelle erstellten Mobilfunkanlage, zu 

schützen. Der Strahlenschutzzaun befindet sich in der Landwirtschaftszone.

b) Das Ehepaar … liess von der „Fachstelle Nichtionisierende Strahlung“ auf 

privater Basis Messungen der Strahlenbelastung an verschiedenen 

Standorten durchführen. Diese bestätigten im Wesentlichen die Resultate der 

im Rahmen des Bewilligungsverfahrens für die Mobilfunkanlage 

durchgeführten Messungen.

3. a) Mit Baugesuch vom 15. Oktober 2003 ersuchten … nachträglich um die 

Erteilung der Baubewilligung für den ohne Bewilligung erstellten 

Strahlenschutzzaun sowie für eine Erweiterung bzw. teilweise Erhöhung 

desselben.

b) Die Gemeinde … beantragte mit Schreiben an das Amt für Raumplanung 

Graubünden (ARP) vom 2. Dezember 2003, das DIV möge dem Bauvorhaben 

unter bestimmten Auflagen zum Schutze der betreffenden Landschaft 

zustimmen.

c) Mit Verfügung vom 11. März 2004 verweigerte das DIV dem Bauvorhaben die 

Zustimmung und wies die Gemeinde an, das Verfahren der Wiederherstellung 

des rechtmässigen Zustandes einzuleiten und zügig durchzuführen. Der 

Strahlenschutzzaun stehe in keinem Zusammenhang mit der 

landwirtschaftlichen Nutzung des Bodens und könne nicht als zonenkonform 

bewilligt werden. Auch eine Ausnahmebewilligung könne nicht erteilt werden, 

da es sich nicht um die Erweiterung einer bestehenden Baute oder Anlage 

handle, sondern um einen Neubau. Zudem stünden der Anlage wichtige 

Anliegen der Raumplanung entgegen. Der Zaun sei nicht standortgebunden, 

da der zulässige Anlagegrenzwert auf der Liegenschaft der Gesuchsteller 

nicht annähernd erreicht werde. Somit bestehe kein technischer oder 

betrieblicher Bedarf für den Zaun. Im Übrigen müsse eine Präjudizwirkung 

und damit eine Durchbrechung des Zersiedelungsverbotes verhindert 

werden.

4. Gegen diese Verfügung liessen die Gesuchsteller am 1. April 2004 Rekurs an 

das Verwaltungsgericht erheben und stellten Antrag auf Aufhebung des 

angefochtenen Entscheides und auf Durchführung eines Augenscheines. Es 

werde nicht bestritten, dass die zulässigen Grenzwerte eingehalten würden, 

allerdings übersteige die gemessene Strahlung auf der Wiese den 

Anlagegrenzwert um ein Mehrfaches. Die Bewohner der Liegenschaft und die 

Feriengäste litten seit Erstellung der Mobilfunkanlage unter starken 

Kopfschmerzen. Auch die Tiere hätten häufiger früher nicht auftretenden 

Krankheiten und Beschwerden. Der Zaun sei mit einer Baute vergleichbar, die 

das Vieh vor Witterungseinflüssen schütze und sei folglich zonenkonform. Die 

Parzelle befinde sich zudem in der Wintersportzone, was einen 

grosszügigeren Massstab rechtfertige. Die Bestandesgarantie gemäss 

Raumplanungsgesetz beziehe sich auf alles, was mit dem bestehenden 

Betrieb zusammenhänge. Folglich könne der schützende Zaun auch unter 

diesem Aspekt bewilligt werden. Er erweise sich zudem als 

standortgebunden. Das Zersiedelungsverbot betreffe in erster Linie Gebäude 

ausserhalb der Bauzone und nicht Anlagen zum Schutz vor existenziellen 

Gefahren. Die Wirksamkeit des Zaunes sei durch Messungen nachgewiesen 

worden. Das Interesse am Schutz der Gesundheit und des Lebens überwiege 

gegenüber dem Interesse an einer optimalen Einfügung in die Landschaft. Die 

Vorinstanz habe es unterlassen eine Interessenabwägung vorzunehmen und 

einen Augenschein durchzuführen.

5. In ihrer Stellungnahme vom 27. April 2004 liess die Gemeinde Antrag stellen 

auf Gutheissung des Rekurses. Der Strahlenschutzzaun sei als 

zonenkonform zu qualifizieren. Er stelle eine bauliche Massnahme dar, 

welche dem Schutz der möglicherweise betroffenen Tiere diene. Zudem sei 

die Baute, da genau am erstellten Standort notwendig, standortgebunden. 

Auch das öffentliche Interesse an Schutzmassnahmen vor 

Strahlenauswirkungen sei zu bejahen.

6. In seiner Vernehmlassung vom 7. Mai 2004 beantragte das DIV die 

Abweisung des Rekurses. Betreffend Zonenkonformität wurde ausgeführt, die 

Baute sei am errichteten Standort objektiv nicht notwendig. 

Landwirtschaftliche Weiden seien keine Orte empfindlicher Nutzung, weshalb 

der Anlagegrenzwert dort nicht eingehalten werden müsse. Die 

Mobilfunkantenne halte die vorgeschriebenen Grenzwerte deutlich ein. Sie 

verursache aus umweltschutzrechtlicher Sicht keine unnötigen oder 

vermeidbaren Emissionen. Zudem stünden der Anlage überwiegende 

Interessen entgegen. Das Zersiedelungsverbot gelte auch für Anlagen. Es sei 

zu berichtigen, dass sich der betreffende Zaun nicht in der Wintersportzone 

befinde. Eine Bewilligung gemäss Art. 24c RPG sei schon deshalb nicht 

möglich, weil Wohnhaus und Ökonomiegebäude zonenkonform seien. Ein 

Augenschein sei nicht notwendig gewesen.

7. Das Amt für Natur und Umwelt Gaubünden (ANU) nahm am 10. Mai 2004 

hierzu Stellung. Die Strahlenbelastung an der Ostecke des Stalles betrage 2.3 

V/m. Ein Stall sei jedoch kein Ort empfindlicher Nutzung.

8. Die Rekurrenten reichten innert Frist keine Replik ein. Das ANU teilte auf 

Anfrage hin mit, dass im vorliegenden Fall keine Kontrollmessungen 

durchgeführt würden.

9. Am 28. September 2004 führte das Verwaltungsgericht einen Augenschein 

an Ort und Stelle durch, an welchem der Anwalt der Rekurrenten, der 

Rekurrent, die Gemeindepräsidentin, ein Vertreter des DIV, ein Vertreter des 

ANU und ein Vertreter der „Fachstelle Nichtionisierende Strahlung“ 

teilnahmen. Allen Anwesenden wurde dabei Gelegenheit erteilt, sich auch 

noch mündlich zu den aufgeworfenen Fragen zu äussern.

10. Nach diversen Vorabklärungen erteilte der Instruktionsrichter dem ANU am 8. 

Dezember 2004 den Auftrag, die Problematik der Auswirkungen 

elektromagnetischer Felder von Mobilfunkanlagen auf Grossvieh zu prüfen 

und einen entsprechenden Bericht auszuarbeiten. 

In seinem Bericht vom 21. März 2005 führte das ANU aus, dass der Zaun in 

seiner heutigen Form aus natur- und landschaftsschützerischer Sicht 

abzulehnen sei. Sofern eine Bepflanzung mit einheimischen, 

standortgerechten Hölzern beidseits des Zauns erfolge, sei dagegen in der 

landwirtschaftlich genutzten Kulturlandschaft kein negativer Eingriff mehr 

vorhanden. Unter dem Aspekt des Naturschutzes hätte eine solche Hecke 

positive Auswirkungen. Allzu hohe Anforderungen an die Beweisführung 

bezüglich der positiven Wirkung des Strahlenschutzzauns auf die 

Tiergesundheit müssten nicht gestellt werden. Dem Tierhalter sei im Rahmen 

einer Interessenabwägung ein gewisses Recht zur Erstellung von 

Abschirmmassnahmen zum Schutz von Nutztieren gegen nichtionisierende 

Strahlung (NIS) einzuräumen.

Ein Vergleich der Feldstärken auf dem Betrieb … mit den Feldstärken der 

relevanten Studien und die übrigen Auswertungen hätten Folgendes gezeigt: 

Die Anlage- und Immissionsgrenzwerte seien auf allen Höfen sehr deutlich 

eingehalten. Die Strahlung auf dem Hof … beziehe sich auf den der 

Mobilfunkanlage nächstgelegenen Punkt des Stalles und basiere auf der 

Berechnung im Standortdatenblatt (Maximalwert bei voller Sendeleistung). 

Die Strahlenbelastung liege damit am oberen Ende bzw. über den 

Feldstärken, welche an Tierpopulationen der Studien 1 und 2 gemessen 

worden seien. Noch höhere Werte seien auf der Weide zwischen Stall und 

Sendeanlage zu erwarten. Folgende Veränderungen hätten sich aus Studien 

1 bis 3 ergeben: Signifikant seltenere und kürzere Wiederkaudauer bei Kühen, 

Tiere liegen weniger (insbesondere Rückgang von kurzen und mittleren 

Liegephasen), „Weben“ (unkontrollierte Bewegungen des Kopfes). Die von 

der Mobilfunksendeanlage auf dem Betrieb … verursachten Feldstärken seien 

gleich hoch oder höher als bei den strahlenbelasteten Gruppen der Studien. 

Das festgestellte veränderte Wiederkauverhalten und andere 

Verhaltensänderungen seien deshalb auch auf dem Hof … zu erwarten. Die 

Schädlichkeit dieser Veränderungen könne nicht beurteilt werden. Weitere 

schädliche Auswirkungen könnten aufgrund der Studienergebnisse 

zumindest mit geringen Auftretenswahrscheinlichkeiten nicht ausgeschlossen 

werden.

11. Mit Schreiben vom 18. April 2005 nahm das Amt für Lebensmittelsicherheit 

und Tiergesundheit Graubünden (ALT) zum Bericht des ANU Stellung. Ein 

gestörtes Wiederkauverhalten könne ein Hinweis darauf sein, dass die 

Anpassungsfähigkeit an die Haltungsbedingungen überschritten worden sei. 

Das allgemeine Wohl- und  Sicherheitsgefühl seien wichtige Voraussetzungen 

dafür, dass Wiederkäuer mit dem sehr wichtigen Verdauungsschritt des 

Wiederkauens beginnen würden. Auch Abweichungen im Liegeverhalten 

liessen auf ein gestörtes Wohlbefinden des Tieres schliessen. Die 

verminderte Wiederkautätigkeit könne ungünstige Folgen auf die Verdauung 

haben. Stoffwechselstörungen und entsprechende Leistungseinbussen seien 

nicht auszuschliessen. Ein verändertes Wiederkauverhalten sei folglich als 

gravierend zu qualifizieren. Verhaltensänderungen könnten von vielen 

verschiedenen Faktoren ausgelöst werden. Eine Abweichung vom normalen 

Wiederkauen könne deshalb im Betrieb … nicht mit Sicherheit ursächlich auf 

die Strahlenbelastung zurückgeführt werden. Umgekehrt könne aber vom 

Fehlen einer Abweichung vom normalen Wiederkauen auch nicht 

geschlossen werden, dass eine negative Auswirkung der Strahlenbelastung 

ausgeschlossen sei. Aufgrund der komplexen Zusammenhänge und der 

daraus folgenden methodischen Schwierigkeiten von Verhaltensstudien sei 

es beinahe unmöglich, auf einem einzelnen Betrieb einen ursächlichen 

Zusammenhang zwischen der Strahlenbelastung und allfälligen 

Verhaltensabweichungen nachzuweisen. Die schädliche Wirkung von 

Mobilfunkanlagen sei nicht nachgewiesen. Da aber auf dem Betrieb … 

aufgrund der gemessenen Feldstärken ein ungünstiger Einfluss der 

Mobilfunksendeanlage auf das Wohlbefinden der Tiere nicht vollständig 

ausgeschlossen werden könne, seien aus tierschützerischen Gründen 

Schutzmassnahmen zu begrüssen.

12. Das DIV nahm am 10. Mai 2005 zu den Berichten Stellung. Laut ALT könne 

im vorliegenden Fall eine schädliche Wirkung der betreffenden 

Mobilfunkanlagen auf das Verhalten der Tiere nicht nachgewiesen werden. 

Es bestehe kein sachlich begründetes Bedürfnis für die Erstellung des 

Zaunes. Folglich könne auch offen bleiben, ob er in Verbindung mit einer 

Heckenanpflanzung mit Natur- und Landschaftsschutzinteressen vereinbar 

sei.

13. In ihrer Stellungnahme vom 1. Juni 2005 bestritten die Rekurrenten, dass ein 

Nachweis der Schädlichkeit von Mobilfunkstrahlung auf Tiere nicht möglich 

sei. Die vorhandenen Beweise müssten indessen richtig gewürdigt werden. 

Der Betrieb sei erst kürzlich geprüft und positiv beurteilt worden, was nicht 

zuletzt dem Strahlenschutzzaun zu verdanken sei. Ein Anspruch auf 

Tierschutz ergebe sich direkt aus dem Umweltschutz- und dem 

Tierschutzgesetz. Wenn der Zaun „eingepackt“ werden müsse, seien 

Alternativen zu prüfen, welche weniger des wertvollen Landwirtschaftslandes 

benötigten.

Auf das Ergebnis des Augenscheins und auf die weiteren Ausführungen der 

Parteien in den Rechtsschriften wird soweit erforderlich in den Erwägungen 

eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsgegenstand ist der Entscheid des Departements des Innern und 

der Volkswirtschaft Graubünden (DIV) vom 11. März 2004. Fraglich und zu 

prüfen ist, ob eine nachträgliche Baubewilligung bzw. die Bewilligung für eine 

Erweiterung des Strahlenschutzzaunes zu Recht verweigert wurde und ob die 

Gemeinde demzufolge zu Recht angewiesen wurde, das Verfahren zur 

Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes einzuleiten und zügig 

durchzuführen.

2. Zunächst rügen die Rekurrenten die Verletzung des rechtlichen Gehörs, da 

die Vorinstanz die Durchführung eines Augenscheins trotz entsprechenden 

Antrages als nicht notwendig erachtete. Eine Verletzung des rechtlichen 

Gehörs im Sinne von Art. 29 Abs. 2 BV führt in der Regel zur Kassation des 

angefochtenen Entscheides und zur Rückweisung der Angelegenheit an die 

Vorinstanz. In der Praxis können Verletzungen im Rechtsmittelverfahren vor 

der oberen Instanz geheilt werden, wenn sie nicht besonders schwer wiegen, 

die Kognition der oberen Instanz gegenüber derjenigen der unteren Instanz 

nicht eingeschränkt ist und den Rekurrenten durch die Heilung kein Nachteil 

erwächst (vgl. SJZ 100 [2004] Nr. 16, Seiler, Abschied von der formellen Natur 

des rechtlichen Gehörs). Vorliegend konnten sich die Rekurrenten in diesem 

Rekursverfahren im Rahmen des Schriftenwechsels mehrfach schriftlich und 

zudem anlässlich des Augenscheins vom 28. September 2004 mündlich 

ausführlich zu den sich stellenden Fragen äussern. Zudem reichten sie – trotz 

gestellten Antrages auf Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels und 

dessen Anordnung durch den Instruktionsrichter – keine Replik ein. Eine 

allfällige Verletzung des rechtlichen Gehörs im vorinstanzlichen Verfahren 

wäre somit jedenfalls als geheilt zu betrachten.

3. Soweit die Rekurrenten Ausführungen zu den Besonderheiten der 

Wintersportzone machen, erweist sich ihre Argumentation als 

gegenstandslos, da sich die Parzelle Nr. 1164 gemäss Zonenplan (1:10'000) 

- entgegen einer ersten falschen Angabe des DIV in der angefochtenen 

Verfügung vom 11. März 2004 - nicht in der Wintersportzone befindet. Das 

DIV berichtigte diese Aussage in seiner Vernehmlassung vom 7. Mai 2004.

4. a) Der von den Rekurrenten errichtete Zaun dient dem Schutz ihrer Liegenschaft 

vor nichtionisierender Strahlung, welche insbesondere von der 

Mobilfunkanlage auf der benachbarten Parzelle ausgeht. Fraglich ist deshalb 

zunächst, ob die Rekurrenten aus der Umweltschutzgesetzgebung etwas zu 

ihren Gunsten ableiten können. 

Die Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NISV; SR 

814.710) bezweckt gemäss Art. 1, den Menschen vor schädlicher oder 

lästiger nichtionisierender Strahlung zu schützen. Das Schutzkonzept der 

NISV ist so ausgestaltet, dass es den beiden Hauptforderungen des 

Bundesgesetzes über den Umweltschutz (USG; SR 814.01) Rechnung trägt, 

indem schädliche und lästige Einwirkungen verhindert (Art. 1 NISV) und 

Einwirkungen, die schädlich oder lästig werden könnten, im Sinne des 

Vorsorgeprinzips so weit wie möglich begrenzt werden müssen (Art. 1 Abs. 2 

USG, Art. 11 Abs. 2 USG). Zum Schutze des Menschen vor wissenschaftlich 

gesicherten schädlichen oder lästigen Einwirkungen wurden in Anhang 2 der 

NISV Immissionsgrenzwerte festgelegt, welche überall dort eingehalten 

werden müssen, wo sich Menschen aufhalten (Art. 13 NISV). Im Anhang 1 

zur NISV sind zudem Anlagegrenzwerte verankert. Diese sind wesentlich 

tiefer als Immissionsgrenzwerte und müssen an allen Orten mit empfindlicher 

Nutzung (OMEN) - wie etwa in Räumen, in denen sich Personen regelmässig 

während längerer Zeit aufhalten - eingehalten werden (Art. 3 Abs. 3 NISV; 

Anh. 1 Ziff. 64 lit. b NISV; Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft 

[BUWAL], Erläuternder Bericht vom 23. Dezember 1999 zur NISV, S. 4 ff.).

b) Gemäss Stellungnahme des ANU vom 16. Januar 2004 bzw. vom 10. Mai 

2004 wird der nach der NISV zulässige Anlagegrenzwert von 6 V/m auf der 

Liegenschaft der Rekurrenten mit einer gemessenen Feldstärke von 2.35 V/m 

eindeutig nicht erreicht. Zu betonen ist zudem, dass dieser Wert beim Stall 

und folglich nicht an einem Ort mit empfindlicher Nutzung gemäss Art. 3 Abs. 

3 NISV gemessen wurde. Die Gesamtbelastung (Summe aller Sender) an 

verschiedenen Messorten beim Wohnhaus der Rekurrenten beträgt ebenfalls 

deutlich weniger als 6 V/m, weshalb davon auszugehen ist, dass die 

betreffende Mobilfunkanlage den Anlagegrenzwert dort ebenfalls einhält. Auf 

den umliegenden Weiden der Rekurrenten hat wiederum nicht der 

Anlagegrenzwert, sondern der Immissionsgrenzwert von 58.34 V/m zu gelten, 

da es sich gemäss Definition nicht um Orte mit empfindlicher Nutzung handelt. 

Auch dieser Wert wird, wie die durchgeführten Messungen bestätigen, 

eingehalten. Es wird denn auch von keiner Seite bestritten, dass die 

Vorschriften der NISV durch die neu erstellte Mobilfunkanlage im 

vorliegenden Fall vollumfänglich eingehalten werden. Diese Messwerte 

wurden durch Kontrollmessungen der „Fachstelle nichtionisierende 

Strahlung“ ebenfalls bestätigt. Eine Verletzung der Bestimmungen der NISV 

ist somit nicht gegeben. 

Gestützt auf das kantonale Umweltschutzgesetz (KUSG; BR 820.100) lässt 

sich ebenfalls kein Anspruch der Rekurrenten auf ein Tätigwerden des ANU 

ableiten. Gemäss Art. 28 Abs. 1 KUSG überwacht das ANU als zuständige 

Fachstelle bei Anlagen, die nichtionisierende Strahlung erzeugen, die 

Einhaltung der Emissionsbegrenzungen. Die von Anlagen verursachten 

Immissionen werden jedoch gemäss Art. 28 Abs. 2 KUSG nur ermittelt, wenn 

Grund zur Annahme besteht, dass die Anlage nicht den Vorschriften 

entspricht. Auch Massnahmen zur Einhaltung der Emissionsbegrenzung bzw. 

die Sanierung einer Anlage können nur angeordnet werden, wenn eine 

Anlage nicht den gesetzlichen Vorschriften entspricht. Im vorliegenden Fall 

sind keine solchen Anhaltspunkte ersichtlich und es wurde auch von 

rekurrentischer Seite nichts dergleichen vorgebracht.

c) Ebenfalls unbestritten und durch Kontrollmessungen bestätigt ist, dass der 

errichtete Zaun zu einer Abschwächung der nichtionisierenden Strahlung 

führt. Dieses Ergebnis ist physikalisch plausibel erklärbar. Der 

Strahlenschutzzaun besteht aus einem Maschengitter aus Draht. Ist der 

Durchmesser der Maschen kleiner als die Wellenlänge der Strahlung, so führt 

dies zu einer Abschwächung derselben. Die Wellenlänge der Strahlung 

beträgt für Mobilfunk zwischen 15 cm (bei 1800 MHz) und 30 cm (bei 900 

MHz). Im vorliegenden Fall einer 1800-MHz-Anlage ist die Wellenlänge 

folglich um einiges grösser als die Maschenweite des Zaunes. Die Grenzwerte 

der NISV werden jedoch wie ausgeführt auch ohne diese zusätzliche 

Abschwächung an allen Messstandorten deutlich eingehalten.

5. a) Wie dargelegt, bezweckt die NISV lediglich den Schutz von Menschen. Diese 

Einschränkung des Schutzbereiches steht im Widerspruch zum Zweckartikel 

des USG, nach welchem nicht nur Menschen, sondern auch Tiere, Pflanzen, 

ihre Lebensgemeinschaften und Lebensräume gegen schädliche oder lästige 

Einwirkungen zu schützen sind (Art. 1 Abs. 1 USG). Zu prüfen ist deshalb, ob 

gestützt auf diese Bestimmung Massnahmen zum Schutz der Tiere der 

Rekurrenten vor nichtionisierender Strahlung ergriffen werden können. 

Allerdings legt das USG selbst keine konkreten Grenzwerte fest. In 

Ermangelung solcher Grenzwerte für den Schutz von Tieren vor 

nichtionisierender Strahlung kann folglich lediglich dann direkt gestützt auf Art. 

1 USG vorgegangen werden, wenn eine schädliche Einwirkung auf Tiere 

effektiv nachgewiesen werden könnte. Fraglich ist zunächst, welche 

Anforderungen an diesen Nachweis zu stellen sind.

b) Das ALT führt in seiner Stellungnahme vom 18. April 2005 aus, dass es 

aufgrund der komplexen Zusammenhänge und der daraus folgenden 

methodischen Schwierigkeiten von Verhaltensstudien praktisch unmöglich 

sei, auf einem einzelnen Betrieb einen ursächlichen Zusammenhang 

zwischen der Strahlenbelastung und allfälligen Verhaltensabweichungen 

nachzuweisen. Da somit ein strikter Beweis in aller Regel gar nicht zu führen 

ist, kann ein solcher nicht gefordert werden und es ist auf 

Höchstwahrscheinlichkeit abzustellen. Daraus folgt, dass der vom DIV 

vorliegend geforderte strikte Nachweis schädlicher Auswirkungen der 

Mobilfunkanlagen auf das Verhalten und somit auf die Gesundheit der Tiere 

nicht erbringbar, jedoch auch nicht erforderlich ist. Da der strikte Beweis im 

Einzelfall regelmässig nicht erbracht werden kann, muss eine hohe 

Wahrscheinlichkeit schädlicher Auswirkungen genügen.

c) Zu prüfen ist folglich, ob auf dem Hof der Rekurrenten mit hoher 

Wahrscheinlichkeit von einem ursächlichen Zusammenhang zwischen 

Strahlenbelastung und allfälligen Verhaltensabweichungen ausgegangen 

werden kann. Die Rekurrenten machen geltend, dass die Tiere wesentlich 

häufiger als früher an Krankheiten litten und vermehrt bisher nicht auftretende 

Beschwerden festzustellen seien.

Zunächst ist festzustellen, dass das Gericht sich am Augenschein vom 28. 

September 2004 davon überzeugen konnte, dass die vom ALT vorgebrachten 

weiteren möglichen Faktoren, welche als Ursache einer Verhaltensänderung 

in Betracht kommen, auf dem Betrieb der Rekurrenten ausgeschlossen 

werden können. Es muss deshalb davon ausgegangen werden, dass allfällig 

auftretende Verhaltensstörungen auf dem Hof der Rekurrenten mit hoher 

Wahrscheinlichkeit auf die nichtionisierende Strahlung zurückzuführen sind.

Gemäss Bericht des ANU vom 21. März 2005 ist die in den geprüften 

Vergleichsstudien festgestellte eindeutig seltenere und kürzere 

Wiederkaudauer der beobachteten Kühe statistisch signifikant. Ebenfalls 

statistisch signifikant sind weitere bei diesen Studien festgestellte 

Verhaltensänderungen wie der Rückgang von kurzen und mittleren 

Liegenphasen und das „Weben“ der Kühe. Die Strahlenbelastung auf dem 

Hof der Rekurrenten an dem der Mobilfunkantenne nächstgelegenen Punkt 

des Stalles ist gleich hoch oder höher als bei den strahlenbelasteten Gruppen 

der analysierten Studien. Deutlich höhere Werte sind zudem auf der 

exponierten Weide zwischen Stall und Sendeanlage zu erwarten. Auch auf 

den in den analysierten Studien untersuchten Betrieben wurden sowohl die 

Immissionsgrenzwerte als auch der Anlagegrenzwert deutlich eingehalten 

bzw. nicht überschritten. Die festgestellten, statistisch signifikanten 

Verhaltensänderungen sind somit trotz Einhaltung der Grenzwerte auch auf 

dem Hof der Rekurrenten zu erwarten.

Belastend kommt vorliegend hinzu, dass die Tiere der Rekurrenten sich über 

sehr lange Zeit entweder im Stall oder im Freilaufbereich auf den Weiden 

neben dem Stall aufhalten müssen und der Strahlung - im Gegensatz etwa zu 

Wildtieren - nicht ausweichen können.

Ein verändertes Wiederkauverhalten bei Kühen ist gemäss Stellungnahme 

des ALT vom 18. April 2005 als gravierend zu qualifizieren. Diese 

Verhaltensänderung lässt auf fehlendes Wohlbefinden schliessen und hat 

einen negativen Einfluss auf die Verdauung. Dies wiederum kann folglich zu 

Leistungseinbussen bei Milchkühen führen. Auch Abweichungen im 

Liegeverhalten lassen auf ein gestörtes Wohlbefinden schliessen.

d) Aus dem Gesagten folgt, dass auf dem Hof der Rekurrenten bereits 

aufgetretene bzw. zukünftig auftretende Verhaltensänderungen der Tiere mit 

hoher Wahrscheinlichkeit auf die Strahlenbelastung - ausgehend 

insbesondere von der Mobilfunkanlage auf der Nachbarparzelle - 

zurückzuführen sind. Diese Verhaltensänderungen sind für die 

Tiergesundheit als gravierend einzustufen. Entsprechende 

Schutzmassnahmen sind deshalb gestützt auf Art. 1 USG aus 

tierschützerischen Gründen zu befürworten. Fraglich ist jedoch, ob der 

errichtete Strahlenschutzzaun, welcher den tierschützerisch erwünschten 

Schutz vor nichtionisierender Strahlung erwiesenermassen gewährleisten 

kann, auch unter raumplanerischen Gesichtspunkten bewilligt werden kann.

6. a) Bauten oder Anlagen dürfen gemäss Art. 22 des Bundesgesetzes über die 

Raumplanung (RPG; SR 700) nur mit behördlicher Bewilligung errichtet 

werden. Voraussetzung einer Bewilligung ist, dass sich die Baute oder Anlage 

als zonenkonform erweist. Seit der Revision des RPG vom 20. März 1998 wird 

die Zonenkonformität von Bauten und Anlagen in der Landwirtschaftszone 

durch Art. 16a RPG umschrieben. Der Gesetzgeber übernahm weitgehend 

die damals gültige bundesgerichtliche Praxis. Als zonenkonform und somit 

zulässig gelten grundsätzlich nur Bauten und Anlagen, welche für die 

landwirtschaftliche Bewirtschaftung notwendig sind. Eine Bewilligung für 

solche Bauten und Anlagen darf gestützt auf Art. 34 Abs. 4 der 

Raumplanungsverordnung (RPV; SR 700.1) dann erteilt werden, wenn die 

Baute oder Anlage für die in Frage stehende Bewirtschaftung nötig ist (lit. a), 

ihr am vorgesehenen Standort keine überwiegenden Interessen 

entgegenstehen (lit. b) und der Betrieb voraussichtlich längerfristig bestehen 

kann (lit. c). Art. 16 Abs. 3 RPG gestattet den Kantonen, in ihren Planungen 

den verschiedenen Funktionen der Landwirtschaftszone angemessen 

Rechnung zu tragen.

b) Die Rekurrenten führen einen traditionellen, bodenabhängigen 

Landwirtschaftsbetrieb und leben in erster Linie von der Viehwirtschaft. 

Fraglich ist nun, ob der Strahlenschutzzaun für diese Art der Bewirtschaftung 

objektiv notwendig ist. Vorausgesetzt wäre eine unmittelbare funktionelle 

Beziehung zum Landwirtschaftsbetrieb. Der Strahlenschutzzaun müsste im 

Hinblick auf die bodenabhängige Nutzung des Landes als unentbehrlich 

erscheinen. Dies ist im vorliegenden Fall zu verneinen. Zwar ist wie bereits 

ausgeführt, davon auszugehen, dass der Zaun durchaus geeignet ist, die 

Strahlenbelastung auf dem Hof der Rekurrenten zu reduzieren und dass beim 

Vieh auftretende Verhaltensänderungen mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die 

Strahlenbelastung zurückzuführen sind, dennoch kann der 

Strahlenschutzzaun für die Produktion landwirtschaftlicher Erzeugnisse nicht 

als erforderlich bezeichnet werden. Eine unmittelbare funktionelle Beziehung 

zwischen dem Zaun und dem Landwirtschaftsbetrieb liegt nicht vor, denn eine 

zweckmässige Bewirtschaftung ist grundsätzlich auch ohne diesen weiterhin 

möglich. Die betriebliche Notwendigkeit ist somit zu verneinen. Zwar zeigt der 

vorliegende Fall, dass ein durchaus verständliches Interesse an der 

Errichtung eines derartigen Strahlenschutzzaunes in der Landwirtschaftszone 

bestehen kann. Eine Bewilligung desselben wäre unter dem Titel der 

Zonenkonformität nicht generell ausgeschlossen, bedürfte jedoch zwingend 

einer näheren Regelung in der kantonalen Raumordnung gestützt auf Art. 16 

Abs. 3 RPG (vgl. hierzu PVG 2002 Nr. 33). Solange das kantonale Recht 

diesbezüglich keine Konkretisierung des landwirtschaftlichen Zonenzwecks 

enthält, ist die Errichtung eines Strahlenschutzzaunes unter dem Titel der 

Zonenkonformität jedoch nicht zulässig, da dieser für den Betrieb nicht 

notwendig ist.

7. a) Da die Zonenkonformität des Strahlenschutzzaunes zu verneinen ist, bleibt 

schliesslich zu prüfen, ob eine Ausnahmebewilligung erteilt werden kann. Eine 

Ausnahmebewilligung gestützt auf Art. 24c RPG kommt offensichtlich nicht in 

Betracht, da es sich vorliegend um einen Neubau handelt. Gemäss Art. 24 

RPG kann abweichend von Art. 22 Abs. 2 lit. a RPG die Bewilligung erteilt 

werden, eine Baute oder Anlage zu errichten oder ihren Zweck zu ändern, 

wenn der Zweck der Baute oder Anlage einen Standort ausserhalb der 

Bauzonen erfordert (lit. a) und wenn keine überwiegenden Interessen 

entgegenstehen (lit. b). Für die Bewilligung zonenwidriger Bauvorhaben 

müssen folglich kumulativ zwei Voraussetzungen erfüllt sein: einerseits muss 

sich die Baute oder Anlage als standortgebunden erweisen, andererseits ist 

eine Interessenabwägung vorzunehmen.

b) Um der Zersiedelung der Landschaft entgegenzuwirken, müssen an das 

Erfordernis der Standortgebundenheit strenge Anforderungen gestellt werden 

(vgl. Hänni, Planungs-, Bau- und besonderes Umweltschutzrecht, 4. Aufl., 

Bern 2002, S. 208; BGE 124 II 256; 117 Ib 281). Ein entsprechendes 

Bauvorhaben muss entweder positiv oder negativ standortgebunden sein. Der 

Begriff der positiven Standortgebundenheit bedeutet objektives 

Angewiesensein auf eine bestimmte Lage. Dies kann sich aus technischen, 

betriebswirtschaftlichen oder aus Gründen der Bodenbeschaffenheit ergeben. 

Subjektive Gründe - etwa finanzielle, persönliche oder Überlegungen der 

Bequemlichkeit - kommen jedoch nicht in Betracht. Die Standortgebundenheit 

muss zudem einem aktuellen und tatsächlichen Bedarf entsprechen. Art. 24 

RPG umfasst zudem auch eine Standortgebundenheit negativer Natur, 

welche lediglich voraussetzt, dass sich die geplante Nutzung nicht in einer 

Bauzone verwirklichen lässt (vgl. zum Ganzen Hänni, a.a.O., S. 208 f. 

m.w.H.). 

Im vorliegenden Fall ist die positive Standortgebundenheit des 

Strahlenschutzzaunes zu bejahen. Wie bereits dargelegt ist unbestritten, 

physikalisch plausibel erklärbar und nachgewiesen, dass der errichtete Zaun 

aus Drahtgitter die von der Mobilfunkantenne auf der Nachbarparzelle 

ausgehende Strahlung abhält bzw. vermindert. Nicht nachgewiesen - aber mit 

der erforderlichen hohen Wahrscheinlichkeit erstellt - ist, dass die 

nichtionisierende Strahlung schädliche Auswirkungen auf das Wohlbefinden 

bzw. auf die Gesundheit der Tiere auf dem Hof … hat, was in ihrem 

veränderten Verhalten zum Ausdruck kommt. Ein aktueller und tatsächlicher 

Bedarf ist somit ohne weiteres ausgewiesen. Das objektive Angewiesensein 

auf eine bestimmte Lage ist ebenfalls zu bejahen. Um die erwünschte Wirkung 

tatsächlich zu erzielen, kommt kein anderer Standort - zum Beispiel 

ausserhalb der Landwirtschaftszone - in Betracht. Zunächst ist offensichtlich, 

dass der Strahlenschutzzaun zwingend zwischen Mobilfunkantenne und Stall 

zu stehen kommen muss. Den Zaun näher beim Stall der Rekurrenten zu 

positionieren ist nicht möglich, da sich das Gelände von der Mobilfunkantenne 

aus gesehen zum Stall hin senkt und somit ein umso höherer Zaun notwendig 

wäre, um den erwünschten Effekt noch erzielen zu können. Daraus folgt, dass 

der Strahlenschutzzaun das Erfordernis der positiven Standortgebundenheit 

gemäss Art. 24 lit. a RPG erfüllt.

c) Dem solchermassen standortgebundenen Bauwerk dürfen sodann gemäss 

Art. 24 lit. b RPG keine überwiegenden Interessen entgegenstehen. 

Lenkender Massstab der vorzunehmenden Interessenabwägung, bei welcher 

sowohl öffentliche als auch private Interessen zu berücksichtigen sind, bilden 

namentlich die Ziele und Grundsätze der Raumplanung gemäss Art. 1 und 

Art. 3 RPG. Im Sinne des Verhältnismässigkeitsprinzips muss nach der 

Interessenabwägung auch geprüft werden, ob eine allfällige Verweigerung 

der Ausnahmebewilligung zum Schutze der entsprechenden Interessen auch 

zweckerforderlich ist, das heisst, ob nicht mildere Massnahmen wie 

entsprechende Auflagen, Bedingungen und Nebenbestimmungen ebenfalls 

genügen würden (vgl. Hänni, a.a.O., S. 211 f. m.w.H.; BGE 117 Ib 31).

Im Vordergrund steht vorliegend die Frage, wie die Auswirkungen des 

rekurrentischen Bauvorhabens unter dem Aspekt des Zersiedelungsverbotes 

zu beurteilen sind. Fraglich ist zudem, ob bei einer Bewilligung des 

Bauvorhabens eine unerwünschte Präjudizwirkung zu befürchten wäre, was 

ebenfalls dem Zersiedelungsverbot zuwiderlaufen könnte. Zweifellos ist 

diesem Aspekt besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Im vorliegenden Fall 

gelangte das Gericht jedoch unter Einbezug aller Umstände des Einzelfalles 

zum Schluss, dass die Interessen der Rekurrenten höher zu gewichten sind. 

Die Schädlichkeit der Strahlung für die Tiere resp. deren 

Verhaltensänderungen, welche auf ein gestörtes Wohlbefinden schliessen 

lassen und damit Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit haben können, 

sind höchstwahrscheinlich auf die nichtionisierende Strahlung 

zurückzuführen. Diese Störungen im Verhalten der Tiere sind aufgrund der 

Berichte des ANU vom 21. März 2005 und des ALT vom 18. April 2005 auf 

dem Hof der Rekurrenten höchstwahrscheinlich zu erwarten, soweit sie noch 

nicht aufgetreten sind. Das Interesse der Rekurrenten auf den Schutz ihrer 

Tiere ist deshalb hoch zu gewichten. Anlässlich des Augenscheins zeigte sich, 

dass der bereits errichtete Strahlenschutzzaun in seiner heutigen Ausführung 

das Landschaftsbild beeinträchtigt und als Fremdkörper empfunden wird. Das 

Gericht konnte sich jedoch davon überzeugen, dass sich die Landschaft in 

der Umgebung dadurch auszeichnet, dass sich dort sehr viele Hecken finden, 

die das Wiesland unterbrechen. Wird der Strahlenschutzzaun nun möglichst 

filigran erstellt und mit geeigneten, einheimischen Sträuchern beidseitig 

bepflanzt, so stellt er in der Folge kein störendes Element mehr dar, sondern 

wird für den Betrachter lediglich als weitere Hecke wahrnehmbar sein, welche 

sich aufgrund der vielgestaltigen Umgebung gut ins Landschaftsbild 

integrieren wird. Unter der Voraussetzung, dass entsprechende Auflagen 

ausgesprochen werden, sprechen keine öffentlichen Interessen gegen das 

Bauvorhaben. Im Gegenteil sind bezüglich Natur- und Landschaftsschutz 

diesfalls positive Auswirkungen zu erwarten. Bei fachgerechter Ausführung 

könnte die Hecke in das regionale Vernetzungskonzept „…“ integriert werden, 

welches die Qualität und Vernetzung von ökologischen Ausgleichsflächen in 

der Landwirtschaft und somit eine vielfältigen Kulturlandschaft fördert. Die neu 

entstehende Hecke wäre bei entsprechender Pflege ein willkommener 

Lebensraum für bestimmte Pflanzenarten, Nützlinge und Vögel. Diese 

positiven Auswirkungen werden durch den Drahtzaun nicht beeinträchtigt. Um 

die fachmännische Ausführung der entsprechenden Arbeiten zu 

gewährleisten, sind diese durch das ANU zu begleiten. Anzumerken bleibt, 

dass die Bewilligungserteilung unter Auflagen das mildeste der möglichen 

Mittel darstellt, da sich der Zaun ohne entsprechende Auflagen als nicht 

bewilligungsfähig erweist. Der nicht zu vermeidende Verbrauch von 

Landwirtschaftsland ist von den Rekurrenten hinzunehmen. Auch eine 

unerwünschte Präjudizwirkung ist schliesslich nicht zu befürchten, da die 

Situation des vorliegenden Falles andernorts nicht ohne weiteres ebenfalls 

anzutreffen ist. Hervorzuheben ist diesbezüglich insbesondere die 

vielgestaltige Landschaft mit vielen Hecken in der näheren und weiteren 

Umgebung. Zudem ist die aussergewöhnliche Konstellation von Nähe und 

Ausrichtung der Mobilfunkantenne bezüglich des Stalles der Rekurrenten zu 

berücksichtigen. 

d) Insgesamt ist somit festzustellen, dass die Interessen der Rekurrenten an der 

Errichtung des Strahlenschutzzaunes höher zu gewichten sind und der Baute, 

unter der Voraussetzung der entsprechenden Auflagen, keine überwiegenden 

Interessen entgegenstehen. Der Baute ist folglich gestützt auf Art. 24 RPG 

unter Auflagen eine Ausnahmebewilligung zu erteilen. Da der Zaun in seiner 

heutigen Ausgestaltung als störendes Element empfunden wird, sind die 

Rekurrenten dazu zu verpflichten, den Zaun auf fachmännische Weise in 

möglichst filigraner Ausführung bis spätestens Ende September 2005 neu zu 

erstellen. Der Zaun ist sodann beidseits mit geeigneten einheimischen 

Sträuchern zu bepflanzen und zu verdecken. Die streifenförmige Bepflanzung 

soll vom Betrachter wie eine natürliche Hecke wahrgenommen werden. Die 

entsprechenden Arbeiten sind vom ANU zu begleiten und sind bis spätestens 

Ende November 2005 abzuschliessen.

8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gemäss Art. 75 

VGG vollumfänglich dem Kanton Graubünden (Departement des Innern und 

der Volkswirtschaft) aufzuerlegen. Er hat die obsiegenden und anwaltlich 

vertretenen Rekurrenten sowie die ebenfalls anwaltlich vertretene Gemeinde 

zudem angemessen aussergerichtlich zu entschädigen.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Der Rekurs wird gutgeheissen. Dem Strahlenschutzzaun wird unter folgenden 

Auflagen:

a) Die Tragkonstruktion des Zaunes ist möglichst filigran auszuführen.

b) Der Zaun ist mit einheimischen Sträuchern beidseitig zu bepflanzen resp. 

zu verdecken. Die streifenförmige Bepflanzung muss wie eine natürliche 

Hecke aussehen.

c) Die Arbeiten sind vom Amt für Natur und Umwelt zu begleiten.

nachträglich die Baubewilligung erteilt. Die Rekurrenten haben den Zaun im 

Sinne der Auflage 1.a) bis spätestens 30. September 2005 neu zu errichten 

und ihn im Sinne der Auflage 1.b) bis spätestens 30. November 2005 beidseits 

zu bepflanzen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 1'500.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 440.--

zusammen Fr. 1'940.--

gehen zulasten des Kantons Graubünden (Departement des Innern und der 

Volkswirtschaft) und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides 

an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. Der Kanton Graubünden entschädigt … aussergerichtlich mit Fr. 1'500.-- (inkl. 

MwSt) und die Gemeinde … mit Fr. 1'000.-- (inkl. MwSt).