# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e304d67c-ac4d-50b0-81d0-2e0a727a0fbf
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-26
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 26.10.2023 UV 2021/71
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2021-71_2023-10-26.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2021/71

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 18.12.2023

Entscheiddatum: 26.10.2023

Entscheid Versicherungsgericht, 26.10.2023
Die Adäquanz der psychischen Beschwerden und gegebenenfalls des 
Schmerzsyndroms und des Tinnitus können, da beim Sturz aus sieben 
Metern von einem mittelschweren Ereignis im Grenzbereich zu den 
schweren Unfällen auszugehen ist und deshalb bereits die Erfüllung eines 
einzigen Adäquanzkriteriums ausreicht – entgegen der Ansicht des 
Unfallversicherers – nicht ohne Weiteres ausgeschlossen werden. Da die 
medizinische Aktenlage zur Beurteilung der natürlichen Kausalität, der 
Adäquanz und der Arbeitsfähigkeit sowie des Integritätsschadens 
unzureichend ist, bedarf es einer externen interdisziplinären Begutachtung 
des Beschwerdeführers. Rückweisung der Sache an die 
Beschwerdegegnerin zwecks Einholung eines externen interdisziplinären 
Gutachtens und Neuverfügung über die Leistungsansprüche des 
Beschwerdeführers (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 26. Oktober 2023, UV 2021/71).

Entscheid vom 26. Oktober 2023

Besetzung

Versicherungsrichter Michael Rutz (Vorsitz), Versicherungsrichterinnen Christiane 

Gallati Schneider und Tanja Petrik-Haltiner; Gerichtsschreiber Markus Jakob

Geschäftsnr.

UV 2021/71

Parteien

A.___,

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Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Daniel J. Senn, Museumstrasse 47, 9000 St. 

Gallen,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Invalidenrente / Integritätsentschädigung

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter) war bei der B.___ AG als Steinbruch-Mitarbeiter 

tätig und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: 

Suva) gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er am 19. Mai 2017 bei der Arbeit in 

einem Steinbruch einen Unfall erlitt. Der Versicherte wurde von einem 

"fehlfunktionierenden" Arbeitsgerät (Drucklufthebekissen, vorliegend eingesetzt zum 

Trennen/Abspalten von Sandsteinblöcken) am Oberkörper getroffen und 

weggeschleudert, worauf er sieben Meter in die Tiefe stürzte und auf dem Boden 

aufschlug (vgl. UV-act. 1, 37-2, 61, 62-1, 74). Dabei zog er sich insbesondere 

Verletzungen an der rechten Hand (perilunäre Luxationsfraktur), im Beckenbereich 

(undislozierte Sakrumfraktur, obere Schambeinastfraktur), am rechten Ellbogen 

(Rissquetschwunde) und am rechten Oberschenkel (Rissquetsch- und Schürfwunden) 

zu (vgl. UV-act. 3, 5, 8). Noch am Unfalltag wurde der Versicherte im Kantonsspital St. 

Gallen (nachfolgend: KSSG) am rechten Handgelenk operiert (offene Reposition des Os 

lunatum, Karpaldachspaltung und Anlage eines handgelenksüberbrückenden Fixateurs) 

und es wurde die Wunde am rechten Oberschenkel versorgt. Hinsichtlich der Frakturen 

A.a. 

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im Beckenbereich entschied man sich für eine konservative Behandlung (UV-act. 4 f., 

8, 44).

Anschliessend an die Hospitalisation im KSSG wurde der Versicherte vom 2. Juni 

bis 11. Juli 2017 in der Rehaklinik Valens behandelt. Während dieser Zeit trat beim 

Versicherten ein beidseitiger Tinnitus auf und es wurde eine Anpassungsstörung mit 

vorwiegender Störung von anderen Gefühlen (ICD-10: F43.23) diagnostiziert (vgl. UV-

act. 3, 9, 23, 34 ff.).

A.b. 

Die weitere Behandlung erfolgte wieder im KSSG, insbesondere in der Klinik für 

Hand-, Plastische- und Wiederherstellungschirurgie (nachfolgend: Handchirurgie des 

KSSG) und in der Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 

Bewegungsapparates (nachfolgend: Orthopädie des KSSG; vgl. UV-act. 43, 47 ff., 

59 f.). Die Klinikärzte verordneten insbesondere Physio- und Ergotherapien (UV-act. 

51 f., 56). Die wegen den persistierenden Schmerzen im Bereich des rechten 

Hüftgelenks im November 2017 durchgeführten Infiltrationen brachten nur eine 

vorübergehende Verbesserung der Beschwerdesymptomatik (vgl. UV-act. 90). Nicht 

die erhofften Beschwerdeverbesserungen brachten eine Denervation des rechten 

Handgelenks am 23. November 2017 (vgl. UV-act. 92, 106) und die Infiltration der 

Iliosakralgelenke (nachfolgend: ISG) zusammen mit einem Sakralblock am 26. Januar 

2018 (UV-act. 113; vgl. UV-act. 111). Eine am 17. September 2018 in der Hals-Nasen-

Ohrenklinik des KSSG (nachfolgend: HNO des KSSG) durchgeführte Untersuchung 

ergab das glaubhafte Vorliegen eines beidseitigen Tinnitus (UV-act. 147). Daraufhin 

empfahl Suva-Versicherungsmediziner Dr. med. C.___, Facharzt für Oto-Rhino-

Laryngologie, im Bericht vom 15. Februar 2019 die Anerkennung der Tinnitus-

Beschwerden zulasten des Unfalls. Den Integritätsschaden schätze er auf 5 % (UV-act. 

176). Die den Versicherten behandelnde dipl. Psychologin D.___, diagnostizierte im von 

Dr. med. E.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, mitunterzeichneten 

Bericht vom 29. November 2018 eine mittelgradige depressive Episode mit 

somatischem Syndrom (ICD-10: F33.11) sowie eine posttraumatische 

Belastungsstörung (ICD-10: F43.1; UV-act. 157).

A.c. 

Mit Schreiben vom 22. Januar 2019 teilte die Invalidenversicherung (nachfolgend: 

IV) dem Versicherten die Abweisung des Leistungsbegehrens um berufliche 

A.d. 

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Massnahmen mit, da solche aufgrund des Gesundheitszustands derzeit nicht möglich 

seien (UV-act. 160).

Vom 10. Februar bis 2. März 2019 war der Versicherte erneut in stationärer 

Behandlung in der Klinik Valens. Die Klinikärzte diagnostizierten insbesondere ein 

chronifiziertes Schmerzsyndrom, eine chronische Schmerzstörung mit somatischen 

und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41), eine depressive Episode (ICD-10: F32.1) 

und einen chronischen Tinnitus seit ca. 2017. Sie erachteten die zuletzt ausgeübte 

Tätigkeit dem Versicherten nicht mehr als zumutbar. Für leichte, wechselbelastende 

Tätigkeiten ohne langes Stehen gingen sie aus rheumatologischer Sicht seit dem 3. 

März 2019 von einer 50%igen und aus psychiatrischer Sicht ebenfalls von einer 

50%igen Arbeitsfähigkeit aus (UV-act. 178).

A.e. 

Im Arztbericht vom 26. Juni 2019 führte Dr. med. F.___, Facharzt für Neurologie 

FMH, Neurologisches Zentrum G.___, insbesondere aus, dass die klinisch-

neurologische und elektroneurographische Untersuchung weder eine Neuropathie 

noch eine chronisch neurogene Schädigung der rechten unteren Extremität gezeigt 

hätten. Posttraumatisch liege ein chronisch ausgeweitetes Schmerzsyndrom vor (UV-

act. 211). Im Arztbericht vom 12. August 2019 führte Dr. F.___ gestützt auf neu erstellte 

MRI-Bilder im Bereich der Beckenstruktur rechts (vgl. UV-act. 212, 217) aus, dass eine 

multifaktoriell bedingte, höhergradige Spinalkanalstenose LWK3/4 und eine 

hochgradige neuroforaminale Stenose LWK4/5 links vorliege (UV-act. 232). Im Bericht 

über ein am 12. September 2019 durchgeführtes Konsilium erklärte Dr. med. H.___, 

Facharzt für Neurochirurgie, Wirbelsäulenchirurgie, Klinik I.___, dass die 

Wirbelkanalstenose die rechtsseitigen schweren Ausstrahlungen nicht erklären würde 

und die drei abgenutzten Bandscheiben nicht unfallbedingt seien. Die Diskushernie sei 

aber durch den Unfall zumindest mit ausgelöst worden. Das Krankheitsbild insgesamt 

sei klar unfallbedingt (UV-act. 250).

A.f. 

Am 13. September 2019 wurde der Versicherte in der Handchirurgie des KSSG 

operiert. Vorgenommen wurde eine 4-Corner-Fusion (Teilarthrodese) an der rechten 

Hand (UV-act. 255 ff., 260; vgl. UV-act. 240 f., 245). Im Untersuchungsbericht der 

Orthopädie des KSSG vom 13. November 2019 wurde erklärt, dass es aus 

hüftorthopädischer Sicht keine behandlungsbedürftigen Diagnosen gebe (UV-act. 261).

A.g. 

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Im psychiatrischen Bericht vom 6. Januar 2020 diagnostizierte Dr. E.___ eine 

mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F32.11), 

Erstdiagnose Mai 2017, und eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1). 

Im Weiteren führte er aus, dass der Versicherte eingeengt sei auf seine multiplen 

körperlichen Beschwerden. Es würden erhebliche Defizite der Kognition und der 

Affektivität bestehen. Die Behandlung beinhalte eine engmaschige psychiatrische-

psychotherapeutische Betreuung in der Muttersprache des Versicherten. Für 

Eingliederungsmassnahmen würden keine Ressourcen bestehen. Es sei mit einem 

längeren Krankheitsverlauf zu rechnen (UV-act. 266).

A.h. 

Im Bericht der Handchirurgie des KSSG vom 20. Februar 2020 über die 

Untersuchung vom Vortag wurde erklärt, dass trotz mehrerer Eingriffe nie eine 

Beschwerdebesserung habe erzielt werden können, weshalb von einem chronischen 

Beschwerdebild auszugehen sei. Weitere Operationen wurden als nicht sinnvoll 

erachtet (UV-act. 275; vgl. vorangehenden Bericht vom 15. November 2019, UV-act. 

265). Im Bericht vom 14. Mai 2020 führte Dr. med. J.___, Chefarzt Handchirurgie, Klinik 

K.___, im Rahmen einer Zweitmeinung zuhanden der Suva aus, dass die 4-Corner-

Fusion verheilt sei. Das in der klinischen Untersuchung erhobene sehr diffuse 

Schmerzbild liesse sich keinem anatomisch pathologischen Substrat genau zuordnen, 

da fast das ganze Handgelenk zirkular schmerzhaft sei. Es liege eine chronifizierte 

Schmerzsituation des rechten Handgelenks vor. Auch Dr. J.___ empfahl, im Moment 

von weiteren handchirurgischen Eingriffen abzusehen (UV-act. 296). Im Bericht der 

Handchirurgie des KSSG vom 20. Mai 2020 über die gleichentags durchgeführte 

Untersuchung wurde erneut ausgeführt, da trotz multiplen Eingriffen keine Erfolge 

hätten erzielt werden können, sei ein weiterer Eingriff wenig erfolgversprechend (UV-

act. 297). Im Verlaufsbericht der Schmerzklinik des KSSG vom 13. Juli 2020 über die 

Untersuchung vom 10. Juli 2020 wurde festgehalten, dass sich seitens der 

Schmerzsituation und Lokalisation nichts Wesentliches verändert habe. Derzeit würden 

die Beschwerden in der rechten Hand im Vordergrund stehen (UV-act. 303; vgl. auch 

den vorangehenden Bericht vom 4. März 2020, UV-act. 280). Im Bericht der 

Schmerzklinik des KSSG vom 2. Oktober 2020 wurde erklärt, dass sie keine weiteren 

therapeutischen Optionen anzubieten hätten (UV-act. 314).

A.i. 

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Am 17. November 2020 erfolgte eine orthopädische Untersuchung des 

Versicherten durch Suva-Kreisarzt Dr. med. L.___, Facharzt für Orthopädische 

Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates. Als Hauptdiagnosen nannte er: 

1. ein SLAC (scapholunate advanced collapse) Wrist Grad III rechts, 2. eine passagere 

ISG-Symptomatik rechts, 3. einen Status nach undislozierter Sakrumfraktur sowie zum 

Acetabulum ziehender, oberer Schambeinfraktur rechts vom 19. Mai 2017 – 

konservativ radiologisch folgenlos ausgeheilt, 4. eine Entwicklung eines chronifizierten 

nozizeptiv-neuropathischen Schmerzsyndroms (Lokalisation: gluteal rechts mit 

pseudo-radikulärer Ausstrahlung in den Oberschenkel und die Hand rechts) und 5. eine 

paramediale Diskushernie LWK 4/5 mit Kompression der Nervenwurzel L5 links sowie 

eine foraminale Kompression des Ganglions der Nervenwurzel L4 links – nicht 

unfallkausal. Im Weiteren führte Dr. L.___ aus, dass rein somatisch ein stabiler Zustand 

vorliege. Sowohl von schmerztherapeutischer als auch von somatischer Seite sei die 

Behandlung gemäss vorliegenden Berichten im Mai respektive im Oktober 2020 

beendet worden. Mit weiteren Behandlungsmassnahmen könne mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit keine Verbesserung mehr erzielt werden. Zur Arbeitsfähigkeit führte 

er aus, dass dem Versicherten aus rein somatischer Sicht leichte körperliche 

Tätigkeiten wechselbelastend vollschichtig ganztags zumutbar seien. Als zu 

beachtende, spezielle qualitative Einschränkungen wurden genannt: kein Heben und 

Tragen von Lasten über ein Kilogramm für die rechte Hand, keine Arbeiten mit 

Vibrationen oder Stauchungen für das rechte Handgelenk, keine Arbeiten mit 

vermehrter Belastung für Pronation und Supination des rechten Handgelenks (UV-act. 

323). Gleichentags beurteilte Dr. L.___ auch den Integritätsschaden aus orthopädischer 

Sicht. Hinsichtlich des rechten Handgelenks ging er von einem Integritätsschaden von 

15 % aus (UV-act. 322).

A.j. 

Mit Schreiben vom 3. Dezember 2020 teilte die Suva dem Versicherten mit, dass 

die Heilkosten- und Taggeldleistungen per 31. Dezember 2020 eingestellt würden, da 

eine unfallbedingte Behandlung nicht mehr notwendig sei. Weiterhin übernommen 

würden die Kosten der Schmerzmittel inklusive Magenschoner und Temesta (UV-act. 

327).

A.k. 

Im Bericht der HNO-Klinik des KSSG über die Untersuchung des Versicherten vom 

1. Februar 2021 wurde ausgeführt, dass der Versicherte über ein Ohrgeräusch 

A.l. 

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berichtet habe, das wie summende Bienen oder ein Maschinengeräusch klinge. Dieses 

sei permanent vorhanden und nicht pulsatil. Insbesondere in Ruhe nehme die 

Wahrnehmung zu. Das Einschlafen sei deswegen erschwert. Im Alltag störe das 

Ohrgeräusch sehr und er könne sich nicht konzentrieren. Zum im Tinnitus Handicap 

Inventory angegebenen katastrophalen Handicap (Grad 5) wurde erklärt, dass dies in 

der Regel einem dekompensierten Tinnitus mit entsprechendem Leidensdruck 

entspreche. Trotzdem sei es nicht zu einer entsprechenden Behandlung gekommen. 

Da insgesamt einige Angaben und Befunde nicht kongruent seien, bestehe der 

Eindruck, dass noch weitere Faktoren eine Rolle spielen würden (z.B. Psychosomatik, 

nicht-organische [funktionelle] Ursache, Aggravation). Die objektiven Tests hätten eine 

regelgerechte Ableitung beidseits gezeigt, so dass in der Gesamtschau von einem 

normalen Hörvermögen beidseits auszugehen sei. Diagnostiziert wurden ein Tinnitus 

beidseits (rechts mehr als links), der Ausschluss einer peripheren Hörstörung beidseits 

und ein Status nach Sturz am 19. Mai 2017 mit/bei diversen Frakturen und eine 

Anpassungsstörung (UV-act. 336).

In der Beurteilung vom 11. Februar 2021 interpretierte der um Stellungnahme 

gebetene Suva-Versicherungsmediziner Dr. C.___ die bisherigen HNO-Berichte 

dahingehend, dass von einem subjektiven Tinnitus ohne eine objektivierbare ORL-

Pathologie auszugehen sei. Aufgrund der fehlenden Objektivierung sei davon 

auszugehen, dass die vorliegenden Tinnitus-Beschwerden auf einer psychischen 

Grundlage bzw. im Bereich der Psychosomatik zu lokalisieren seien. Die Tinnitus-

Beschwerden seien deshalb durch die Spezialisten der Psychiatrie/Psychosomatik 

abzuklären und weiter zu beurteilen. Zu dem von ihm im Bericht vom 15. Februar 2019 

vorgeschlagenen Integritätsschaden von 5 % (vgl. UV-act. 176) führte er aus, dass 

dieser aufgrund eines dekompensierten Tinnitus beidseits mit einem Handicap 5 

ermittelt worden sei. Anhand der derzeitigen objektiven Befunde in Bezug auf das 

Gehör könne keine Integritätseinbusse/-schädigung, welche mit dem Unfallereignis im 

Zusammenhang stehe, festgestellt werden (UV-act. 343).

A.m. 

Im Arztbericht vom 2. Februar 2021 wies Dr. E.___ darauf hin, dass der psychische 

Zustand des Versicherten instabil sei und die gestellten Diagnosen – mittelgradige 

depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F32.11) und posttraumatische 

Belastungsstörung (ICD-10: F43.1) – in kausalen Zusammenhang mit dem Unfall vom 

A.n. 

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B.  

19. Mai 2017 ständen. Die Weiterführung der engmaschigen psychiatrischen-

psychotherapeutischen Behandlung sei aufgrund der psychischen Folgen des Unfalls 

notwendig. Im Weiteren erklärte Dr. E.___, dass die vom Suva-Kreisarzt empfohlene 

Abgabe von Temesta und Schmerzmitteln inklusive Magenschoner ohne Konsultation 

beim Psychiater fachlich bedenklich sei und zu unabsehbaren gesundheitlichen 

Schäden führen könne (UV-act. 335, vgl. UV-act. 342).

Mit Verfügung vom 16. Februar 2021 teilte die Suva dem Versicherten mit, da mit 

einem ermittelten Invaliditätsgrad von 9 % keine erhebliche unfallbedingte 

Beeinträchtigung der Erwerbstätigkeit vorliege, bestehe kein Anspruch auf eine 

Invalidenrente. Zugesprochen wurde wegen der Handproblematik eine 

Integritätsentschädigung auf Basis einer Integritätseinbusse von 15 % (UV-act. 349).

A.o. 

Gegen die Verfügung erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. 

Daniel J. Senn, St. Gallen, mit Eingabe vom 15. März 2021 und ergänzender 

Begründung vom 19. April 2021 Einsprache. Beantragt wurde, die Verfügung vom 16. 

Februar 2021 aufzuheben, den Rentenanspruch wie auch die Integritätsentschädigung 

nach Beendigung der ärztlichen Behandlung resp. nach Durchführung einer 

unabhängigen psychiatrischen bzw. interdisziplinären Begutachtung neu festzusetzen, 

dem Versicherten für die Dauer des Verfahrens mit Wirkung ab 1. Januar 2021 

Taggelder zu bezahlen und dem Versicherten die unentgeltliche Verbeiständung zu 

gewähren. Beanstandet wurde insbesondere die Nichtberücksichtigung der 

psychischen Leiden und des Tinnitus bzw. die Verneinung des adäquaten 

Kausalzusammenhangs dieser Beschwerden zum Unfall vom 19. Mai 2017 (UV-act. 

354).

B.a. 

Mit Einspracheentscheid vom 31. August 2021 wies die Suva die Einsprache des 

Versicherten vom 15. März 2021 ab (Dispositiv-Ziffer 1). Einer allfälligen Beschwerde 

gegen den Entscheid entzog sie die aufschiebende Wirkung (Dispositiv-Ziffer 2). Sie 

erhob keine Verfahrenskosten und sprach dem Versicherten keine Parteientschädigung 

zu (Dispositiv-Ziffer 3). Begründet wurde die Verneinung eines Rentenanspruchs 

insbesondere damit, dass der adäquate Kausalzusammenhang zwischen den nicht 

organischen nachweisbaren Beschwerden und dem Unfall vom 19. Mai 2017 zu 

B.b. 

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C.  

verneinen sei. Die Integritätsentschädigung sei aufgrund der beeinträchtigten rechten 

Hand gewährt worden. Hinsichtlich des Gehörs sei, da objektive Befunde fehlten, keine 

Integritätsentschädigung geschuldet. Im Weiteren wurde mitgeteilt, dass über das 

Gesuch betreffend unentgeltliche Rechtsverbeiständung separat entschieden werde 

(Dispositiv-Ziffer 4; UV-act. 360).

Gegen den Einspracheentscheid vom 31. August 2021 liess der Versicherte 

(nachfolgend: Beschwerdeführer) durch seinen Rechtsvertreter am 1. Oktober 2021 

Beschwerde erheben mit folgenden Rechtsbegehren: 1. Die Ziffern 1, 2 und 3.2 

(Satzteil betreffend Parteientschädigung) des angefochtenen Einspracheentscheids 

vom 31. August 2021 seien aufzuheben. 2. Der Rentenanspruch des 

Beschwerdeführers wie auch dessen Integritätsentschädigung seien, eventuell nach 

Durchführung einer psychiatrischen bzw. interdisziplinären Begutachtung, neu 

festzusetzen. 3. Dem Beschwerdeführer sei für den Fall des Unterliegens die 

unentgeltliche Rechtsverbeiständung zu gewähren. 4. Unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen (act. G 1).

C.a. 

In ihrer Beschwerdeantwort vom 29. Oktober 2021 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde vom 1. Oktober 2021. Im 

Weiteren wurde informiert, dass das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche 

Rechtsverbeiständung im Einspracheverfahren antragsgemäss gutgeheissen worden 

sei (act. G 4, G 4.1).

C.b. 

Am 17. November 2021 bewilligte das Versicherungsgericht des Kantons St. 

Gallen das Gesuch des Beschwerdeführers um Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtsverbeiständung für das Beschwerdeverfahren (act. G 8).

C.c. 

Mit Schreiben vom 17. Dezember 2021 verzichtete der Beschwerdeführer auf die 

Einreichung einer Replik. Eingereicht wurde eine Kostennote (act. G 10, G 10.1).

C.d. 

Am 27. Dezember 2021 reichte der Beschwerdeführer einen Bericht der Klinik für 

Neurologie des KSSG vom 21. Dezember 2021 über die am 29. Oktober und 16. 

C.e. 

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Erwägungen

1.  

November 2021 durchgeführten Abklärungen nach (act. G 12, G 12.1). Am 25. Januar 

2022 nahm die Beschwerdegegnerin dazu Stellung (act. G 14).

Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet der 

Einspracheentscheid vom 31. August 2021 (UV-act. 360). Streitig und zu prüfen ist, ob 

die Beschwerdegegnerin zu Recht den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine 

Invalidenrente und eine höhere Integritätsentschädigung verneint hat.

1.1. 

Der Beschwerdeführer macht in der Beschwerde vom 1. Oktober 2021 geltend, 

dass nebst den somatischen auch die psychischen Beschwerden und der Tinnitus auf 

den Unfall vom 19. Mai 2017 zurückzuführen seien. Da der natürliche und der adäquate 

Kausalzusammenhang zwischen den subjektiven bzw. psychischen Störungen und 

dem Unfallereignis gegeben seien, müssten die Auswirkungen dieser Leiden bei der 

Leistungsprüfung mitberücksichtigt werden, wobei allenfalls zuvor eine psychiatrische 

bzw. interdisziplinäre Begutachtung durchzuführen sei. Für die Anerkennung der 

Adäquanz spreche insbesondere, dass es sich beim unkontrollierten Sturz aus sieben 

Meter Höhe um einen schweren Unfall im Sinne der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung handle. Er leide seit dem Unfall an erheblichen körperlichen 

Dauerschmerzen und habe sich mehreren Operationen und einer jahrelangen 

komplizierten Heilbehandlung unterzogen. Die Dauer der verschiedenen ärztlichen 

Behandlungen sei auch angesichts der deutlich verzögerten Rekonvaleszenz 

ungewöhnlich lange. Zu berücksichtigen seien auch die Dauer der physisch bedingten 

Arbeitsunfähigkeit und der Verlust der Arbeitsstelle (act. G 1).

1.2. 

Die Beschwerdegegnerin stützt sich bei der Begründung ihres 

Einspracheentscheids in orthopädischer Hinsicht im Wesentlichen auf die beiden 

Beurteilungen ihres Kreisarztes Dr. L.___ vom 19. November 2020 (UV-act. 322 f.) und 

in Bezug auf den Tinnitus auf die Beurteilung ihres Versicherungsmediziners Dr. C.___ 

vom 11. Februar 2021 (UV-act. 343). Dass die psychischen Leiden und der Tinnitus 

nicht berücksichtigt worden sind, wird damit begründet, dass der adäquate 

Kausalzusammenhang zwischen den nicht organisch nachweisbaren Beschwerden 

und dem Unfall vom 19. Mai 2017 zu verneinen sei. Das Unfallereignis sei, da ein Sturz 

aus gewisser Höhe vorliege, praxisgemäss als mittelschwer im engeren Sinne 

einzustufen. Infolgedessen müssten mindestens drei der massgeblichen Kriterien 

1.3. 

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2.  

beziehungsweise eines davon in ausgeprägter Weise erfüllt sein. Vorliegend sei jedoch 

keines dieser Kriterien erfüllt (UV-act. 360, act. G 4).

Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 

832.20) werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen, 

Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes 

bestimmt.

2.1. 

Als Unfall gilt gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die plötzliche, nicht beabsichtigte 

schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den 

menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen 

Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.

2.2. 

Ist die versicherte Person infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig 

(Art. 6 ATSG), so hat sie Anspruch auf ein Taggeld (Art. 16 Abs. 1 UVG). Sie hat zudem 

Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Art. 10 UVG). Ist die 

versicherte Person infolge des Unfalls mindestens zu 10 Prozent invalid, so hat sie 

Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person 

durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder 

psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene 

Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Der Rentenanspruch entsteht und die 

vorübergehenden Leistungen (Heilbehandlung, Taggeld) fallen dahin, wenn allfällige 

Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind und von 

der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des 

Gesundheitszustands der versicherten Person mehr erwartet werden kann (vgl. Art. 19 

Abs. 1 UVG). Die Integritätsentschädigung wird mit der Invalidenrente festgesetzt oder, 

falls kein Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung der ärztlichen Behandlung 

gewährt (Art. 24 Abs. 2 Satz 1 UVG).

2.3. 

Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht nur für Gesundheitsschäden, 

die natürlich und adäquat kausal mit einem versicherten Unfallereignis 

zusammenhängen (BGE 129 V 181 E. 3; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz 

über die Unfallversicherung, 4. Aufl. 2012, S. 53 ff.; André Nabold, N 48 ff. zu Art. 6, in: 

Marc Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 

Kommentar zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 2018 [nachfolgend zitiert: 

KOSS UVG]; Irene Hofer, N 63 ff. zu Art. 6, in: Ghislaine Frésard-Fellay/Susanne 

2.4. 

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Leuzinger/Kurt Pärli [Hrsg.], Unfallversicherungsgesetz, Basler Kommentar, 2019 

[nachfolgend zitiert: BSK UVG]). Ursachen im Sinne des natürlichen 

Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein die 

gesundheitliche Beeinträchtigung nicht oder nicht in gleicher Weise oder nicht zur 

gleichen Zeit eingetreten wäre. Für die Bejahung des natürlichen 

Kausalzusammenhangs ist nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder 

unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende 

Ereignis zusammen mit anderen Faktoren für die Schädigung verantwortlich, d.h. 

zumindest teilkausal ist, der Unfall mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, 

ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 181 

E. 3.1, 119 V 337 E. 1, 118 V 289 E. 1b, 117 V 376 E. 3a, 117 V 360 E. 4a, je mit 

Hinweisen; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 53). Für die Tatfrage nach dem Bestehen 

natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel 

auf Angaben ärztlicher Experten und Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem 

adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht 

nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist (BGE 129 V 181 

E. 3.1 und 112 V 32 f. E. 1; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55 und 58 f.; KOSS UVG-

Nabold, N 53 und 59 zu Art. 6; BSK UVG-Hofer, N 65 f. und 74 zu Art. 6). Im Bereich 

klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn von nachweisbaren strukturellen 

Veränderungen spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der aus dem natürlichen 

Kausalzusammenhang sich ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine 

Rolle (vgl. BGE 117 V 364 f. E. 5d/bb, 118 V291 f. E. 3a). Sind dagegen die Unfallfolgen 

organisch nicht (hinreichend) fassbar, bewirkt die Bejahung der natürlichen Kausalität 

nicht automatisch auch die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs. In diesen 

Fällen ist eine eigenständige Adäquanzbeurteilung nach der Rechtsprechung gemäss 

BGE 115 V 140 E. 6c/aa (Praxis zu den psychischen Unfallfolgen) vorzunehmen.

Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (BGE 

125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a, je mit Hinweisen; vgl. auch BGE 130 I 183 f. E. 3.2). 

Dieser schliesst eine Beweislast im Sinn der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. 

Die Parteien tragen aber eine Beweislast insofern, als im Fall der Beweislosigkeit der 

Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesenen Sachverhalt 

Rechte ableiten wollte (BGE 129 V 177 E. 3.1, 117 V 360 E. 4a, je mit Hinweisen; Urteile 

des Bundesgerichts vom 6. August 2008, 8C_101/2008, E. 2.2, und vom 20. August 

2009, 8C_363/2009, E. 1; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 

27. April 2005, U 6/05; Thomas Locher/Thomas Gächter, Grundriss des 

Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. 2014, § 70 N 58 f.; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 4, 

54 f.). Hat der Unfallversicherer seine Leistungspflicht im Grundfall einmal anerkannt, 

2.5. 

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so entfällt sie erst dann wieder, wenn der Unfall nicht (mehr) die natürliche oder 

adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also letzterer nur noch 

und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Ebenso wie der 

leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder 

kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit 

dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit gänzlich fehlender 

Auswirkungen des Unfalls genügt nicht (Urteil des Bundesgerichts vom 6. August 2008, 

8C_101/2008, E. 2.2; Locher/Gächter, a.a.O., § 70 N 58 f.). Da es sich hierbei um eine 

anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – 

anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher 

Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim 

Unfallversicherer (Urteile des Bundesgerichts vom 3. August 2022, 8C_698/2021, 

E. 3.3, und vom 24. August 2016, 8C_263/2016, E. 4.2; Urteil des EVG vom 9. 

September 1999, U 355/98, E. 2, in: RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45).

Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln 

sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

auch die beklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in 

der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 

des Experten oder der Expertin begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert 

ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der 

eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten 

(BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). Insofern kann 

rechtsprechungsgemäss auch Berichten und Gutachten, welche die Versicherungen 

während des Administrativverfahrens von ihren eigenen Ärzten und Ärztinnen oder von 

ihren Vertrauensärztinnen und -ärzten einholen, Beweiswert beigemessen werden, 

sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich 

widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 135 

V 467 ff. E. 4, 125 V 353 f. E. 3b/ee, je mit Hinweisen). Soll ein Versicherungsfall jedoch 

ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die 

2.6. 

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3.

Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass 

zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, 

Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Dies ist nachfolgend zu prüfen.

Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel 

an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen oder 

vertrauensärztlichen Feststellungen, ist eine versicherungsexterne Begutachtung 

anzuordnen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 229 E. 5.2 mit Hinweis, 135 V 465 E. 4.4 und 

E. 4.7).

Unbestrittenermassen bestanden zum Zeitpunkt der Leistungseinstellung per 31. 

Dezember 2020 beim Beschwerdeführer noch organisch objektivierbare 

Unfallrestfolgen (bei einem Status nach Verletzungen an der rechten Hand, im 

Beckenbereich, am rechten Ellbogen und am rechten Oberschenkel [vgl. Sachverhalt 

A.a] und mehreren unfallbedingten Operationen [vgl. Sachverhalt A.a, A.c, A.g]). Im 

Bericht vom 19. November 2020 nannte Dr. L.___ als unfallkausale somatische 

Diagnosen insbesondere ein SLAC Wrist Grad III rechts, eine passagere ISG-

Symptomatik rechts, einen Status nach undislozierter Sakrumfraktur sowie zum 

Acetabulum ziehende, obere Schambeinfraktur rechts, eine Entwicklung eines 

chronifizierten nozizeptiv-neuropathischen Schmerzsyndroms sowie eine paramediale 

Diskushernie LWK 4/5 (UV-act. 323; die Diagnosen entsprechen denjenigen, welche die 

Fachärzte des KSSG in ihren Berichten stellten, vgl. UV-act. 297, 304). Die genannten 

Diagnosen und das Bestehen von damit zusammenhängenden Restbeschwerden zum 

Zeitpunkt des Fallabschlusses (31. Dezember 2020) bzw. der Zeitpunkt des 

Fallabschlusses an sich wurden von den Parteien nicht in Frage gestellt.

3.1. 

Hinsichtlich des von Dr. L.___ diagnostizierten Schmerzsyndroms besteht dennoch 

Abklärungsbedarf. Im Bericht der Klinik Valens vom 11. März 2019 wurde ein 

chronifiziertes nozizeptiv-neuropathisches Schmerzsyndrom als Folge des beim Unfall 

vom 19. Mai 2017 erlittenen Polytraumas und den anschliessenden mehrfachen 

Operationen diagnostiziert (UV-act. 178-12; vgl. UV-act. 211-2 und 211-4: 

chronifiziertes Schmerzsyndrom bei Status nach Polytrauma nach Sturz am 19. Mai 

2017). Der Neurochirurg Dr. H.___ stufte in seinem Bericht vom 19. September 2019 

das Krankheitsbild (hinsichtlich der Schmerzen/Beschwerden im Bereich des Beckens 

und des rechten Beins) insgesamt als klar unfallbedingt ein (UV-act. 250-2; vgl. dazu 

die Stellungnahme des Suva-Versicherungsmediziners Dr. med. M.___, Facharzt für 

Chirurgie, speziell Unfallchirurgie, vom 20. September 2019) und Suva-

3.2. 

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Versicherungsmediziner Dr. med. N.___, Facharzt für Chirurgie, erachtete in seinem 

Bericht vom 9. März 2020 die Schmerzen ausgehend von der rechten Hand bzw. des 

rechten Handgelenks ohnehin als somatisch bedingt (vgl. UV-act. 278). Dr. L.___ hielt 

sodann aber fest, dass es im Verlauf zu einer deutlich verzögerten Rekonvaleszenz im 

Sinne einer chronischen Schmerzentwicklung gekommen sei. Im Schmerzzentrum des 

KSSG sei ein chronifiziertes nozizeptiv-neuropathisches Schmerzsyndrom mit 

Lokalisation rechts gluteal und Ausstrahlung in den Oberschenkel diagnostiziert 

worden, ferner ein Schmerzsyndrom der rechten Hand bei Status nach offener 

Reposition des OS lunatum (UV-act. 323-13). Zudem stellte er bei seiner Untersuchung 

Diskrepanzen zwischen der subjektiven Beschwerdeschilderung und den 

objektivierbaren Befunden fest, die aus seiner Sicht am ehesten als 

Schmerzverarbeitungsstörung zu interpretieren sei. Er hielt dazu aber ausdrücklich fest, 

dass er nicht beurteilen könne, ob dies bewusstseinsnah oder bewusstseinsfern sei 

(UV-act. 323-14). Vor diesem Hintergrund ist unklar, ob die vom Beschwerdeführer 

geltend gemachten Schmerzen ausschliesslich durch die Hand- und 

Beckenproblematik und damit organisch bedingt sind oder ob es noch weitere 

Ursächlichkeiten – wie eine psychische Bedingtheit der Schmerzen – gibt. Die 

Beschwerdegegnerin wird solche Abklärungen – im Rahmen einer zu veranlassenden 

versicherungsexternen Begutachtung – nachzuholen haben.

Nicht ausreichend geklärt ist ausserdem die Ursächlichkeit des vom 

Beschwerdeführer beklagten Tinnitus. Ein solcher gilt nach der Rechtsprechung nicht 

als körperliches bzw. organisch objektiv ausgewiesenes Leiden, sofern er nicht einer 

organischen Ursache zuzuordnen ist (BGE 138 V 248 E. 5.10). Hinsichtlich des Tinnitus 

empfahl Dr. C.___ zwar in seiner ersten Beurteilung vom 15. Februar 2019 noch die 

Anerkennung der Tinnitus-Beschwerden zulasten des Unfallversicherers (UV-act. 176). 

Aufgrund des Berichts der HNO-Klinik des KSSG vom 3. Februar 2021, in welchem 

vom Vorliegen eines Tinnitus beidseits (rechts mehr als links), jedoch von keiner 

peripheren Hörstörung ausgegangen worden war (vgl. UV-act. 336), ging Dr. C.___ im 

Bericht vom 15. Februar 2021 nun vom Vorliegen eines subjektiven Tinnitus ohne eine 

objektivierbare ORL-Pathologie aus. Da die Tinnitus-Beschwerden auf einer 

psychischen Grundlage bzw. im Bereich der Psychosomatik zu lokalisieren seien, 

müssten diese durch die Spezialisten der Psychiatrie/ Psychosomatik abgeklärt und 

weiter beurteilt werden (UV-act. 343). Auch der behandelnde Arzt der HNO-Klinik des 

KSSG hatte den Eindruck, dass noch weitere Faktoren eine Rolle spielen (z.B. 

Psychosomatik, nicht-organische[funktionelle] Ursache, Aggravation; UV-act. 336). 

Gemäss den vorliegenden Akten veranlasste die Beschwerdegegnerin keine 

3.3. 

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diesbezüglichen Abklärungen. Auch dies wird die Beschwerdegegnerin mittels einer 

versicherungsexternen Begutachtung nachzuholen haben.

Ungewissheit besteht auch hinsichtlich der Kausalität der psychischen 

Beschwerden. Bereits wenige Monate nach dem Unfall wurde der Beschwerdeführer 

psychiatrisch-psychotherapeutisch behandelt. Informationen dazu enthalten 

insbesondere die Berichte der Klinik Valens vom 12. und 13. Juli 2017 (UV-act. 34, 37), 

der Bericht der Psychologin D.___ vom 29. November 2018 (UV-act. 157), die Berichte 

der Klinik Valens vom 2. und 7. März 2019 (UV-act. 178-1 ff., 178-10 ff.) sowie die 

Berichte des Psychiaters Dr. E.___ vom 6. Januar 2020 (UV-act. 266) und 2. Februar 

2021 (UV-act. 335). In den Berichten der Klinik Valens vom 12. und 13. Juli 2017 wird 

auf den Zusammenhang zwischen den unfallbedingten deutlichen Einschränkungen der 

Beweglichkeit sowie den psychischen Leiden hingewiesen (Anpassungsstörung mit 

vorwiegender Störung von anderen Gefühlen [in absteigender Reihenfolge: Sorge, 

Anspannung, Zukunftsangst, Depression, ICD-10: F43.23]). Die sich beim 

Beschwerdeführer darstellende bzw. bei ihm resultierte Symptomatik stuften die 

Klinikärzte als situationsspezifisch und dem Erwartungswert entsprechend ein (UV-act. 

34-2, 37-3). Am 1. Dezember 2017 erteilte die Beschwerdegegnerin die 

Kostengutsprache für eine psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung (UV-act. 

95, vgl. UV-act. 94). Folglich dürfte die Beschwerdegegnerin – zumindest zum 

damaligen Zeitpunkt – von der Kausalität der psychischen Beschwerden ausgegangen 

sein. In den von der Beschwerdegegnerin bei den behandelnden medizinischen 

Fachpersonen nach einem Jahr bzw. zwei Jahren eingeholten Berichten wurde Bezug 

genommen auf den Unfall vom 19. Mai 2017 bzw. das dabei erlittene Trauma (vgl. 

psychotherapeutischer Bericht von dipl. Psychologin D.___, mitunterzeichnet von Dr. 

E.___, vom 29. November 2018, UV-act. 157, und psychiatrischer Bericht von Dr. E.___ 

vom 6. Januar 2020, UV-act. 266). Im Arztbericht vom 2. Februar 2021 ging Dr. E.___ 

von einem kausalen Zusammenhang zwischen den psychischen Leiden (Diagnosen: 

mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom [ICD-10: F32.11] und 

posttraumatische Belastungsstörung [ICD-10: F43.1]) und dem Unfall vom 19. Mai 

2017 aus. Hinsichtlich der genannten Berichte ist festzuhalten, dass es diesen an einer 

nachvollziehbaren diagnostischen Einordnung sowie einer ausreichenden Beurteilung 

der natürlichen Kausalität in Bezug auf den Unfall (und die unfallbedingten 

medizinischen Eingriffe) fehlt. Es ist daher unklar, ob eine unfallkausale psychische 

Fehlentwicklung nach einem Unfall (allenfalls nach einer unfallbedingten Operation oder 

einem organisch bedingten Schmerzsyndrom) vorliegt und/oder ob es sich um ein 

unfallnahes, allenfalls natürlich unfallkausales psychisches Leiden im Sinne einer 

Anpassungsstörung handelt, das oft nach einer gewissen Zeit verarbeitet wird, oder 

3.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/22

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4.

Ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, wenn dem Unfall eine massgebende 

Bedeutung für die Entstehung der nicht (hinreichend) objektivierbaren bzw. 

psychischen Beschwerden zukommt. Zur Bejahung des adäquaten 

Kausalzusammenhangs bedarf es in solchen Fällen einer eigenständigen 

Adäquanzbeurteilung.

eine posttraumatische Belastungsstörung gegeben ist. Ungeklärt sind dabei 

insbesondere auch der Zusammenhang zwischen den psychischen Leiden und dem 

Tinnitus sowie dem Schmerzsyndrom. Folglich besteht auch hinsichtlich der 

psychischen Leiden noch Abklärungsbedarf, welchen die Beschwerdegegnerin 

nachzuholen haben wird.

Zusammenfassend ist soweit festzuhalten, dass der natürliche 

Kausalzusammenhang zwischen den geltend gemachten psychischen Beschwerden, 

dem Schmerzsyndrom und dem Tinnitus sowie dem Unfall vom 19. Mai 2017 nach 

dem Gesagten nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit abschliessend beurteilt 

werden kann. Ohne verlässliche medizinische Entscheidungsgrundlagen, welche sich 

über das Vorliegen psychischer Beschwerden, deren Auswirkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit sowie den natürlichen Kausalzusammenhang zum Unfallereignis 

äussern, kann aus rechtlicher Sicht nicht darauf geschlossen werden, einem 

Unfallereignis komme für die Entstehung einer psychisch bedingten Arbeits- oder 

Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zu. Zudem wäre die vorhergehende 

Anerkennung eines adäquaten Kausalzusammenhangs allenfalls geeignet, den 

psychiatrischen Experten - ob bewusst oder unbewusst - in seiner Einschätzung zu 

beeinflussen und dadurch das Ergebnis einer im Nachhinein vorgenommenen 

medizinischen Beurteilung zu verzerren (vgl. BGE 148 V 309 f. E. 4.5.1). Vor dem 

Hintergrund, dass der adäquate Kausalzusammenhang entgegen der 

Beschwerdegegnerin nicht ohne Weiteres verneint werden kann und in Nachachtung 

der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, kann diese Frage vorliegend entgegen der 

Ansicht der Beschwerdegegnerin nicht offengelassen werden (hierzu nachstehend 

Erwägung 4).

3.5. 

Dazu werden in objektivierter Betrachtungsweise die Unfälle nach ihrer 

erfahrungsgemässen Eignung, psychische Beschwerden zu bewirken, in banale und 

leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle andererseits und in einen 

dazwischenliegenden Bereich der mittelschweren Unfälle eingeteilt. Massgebend für 

die Einteilung nach der Unfallschwere sind nicht die Folgen des Unfalles oder die 

4.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/22

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Begleitumstände, die nicht direkt dem Unfallgeschehen zugeordnet werden können, 

sondern der augenfällige Geschehensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften. 

Derartigen Faktoren ist gegebenenfalls bei den Adäquanzkriterien Rechnung zu tragen. 

Dies gilt etwa für die – ein eigenes Kriterium bildenden – Verletzungen, welche sich die 

versicherte Person zuzieht (Urteil des Bundesgerichts vom 11. März 2011, 

8C_584/2010, E. 4.2.2).

 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung werden Stürze aus einer Höhe 

zwischen etwa zwei (vgl. Urteil vom 14. Februar 2002, U 410/00, E. 2c) und etwa vier 

Metern (vgl. Urteil vom 8. Juni 2009, 8C_316/2009) in die Tiefe noch als mittelschwere 

Unfälle im engeren Sinne qualifiziert (vgl. auch Urteile vom 9. September 2008, 

8C_584/2007, E. 4.1, vom 4. September 2003, U 3/03, E. 3.4, und vom 2. Februar 

2007, U 41/06, E. 9); landet die versicherte Person auf den Füssen, so ist selbst bei 

einer Sturzhöhe von fünf Metern nicht ein Unfall im Grenzbereich zu den schweren 

Ereignissen anzunehmen (vgl. Urteil vom 27. Februar 2008, U 11/07, E. 4.2.2). Im 

Entscheid vom 9. Juli 2014, 8C_202/2014, E. 4.1, führte das Bundesgericht aus, es 

habe Stürze aus einer Höhe von einigen Metern regelmässig dem eigentlich mittleren 

Bereich zugeordnet (vgl. Urteile vom 4. März 2013, 8C_811/2012, E. 7.2, vom 13. 

September 2010, 8C_742/2009, E. 5.1, vom 21. April 2010, 8C_855/2009, E. 8.2, vom 

28. Juli 2009, 8C_115/2009, E. 6.2, vom 9. September 2008, 8C_584/2007, E. 1, vom 

30. Mai 2008, 8C_396/2007, E. 3.3, und vom 12. April 2007, U 239/06, E. 4.3.2). Nicht 

zum eigentlich mittleren Bereich gezählt hat es namentlich den Sturz von einem 

Baugerüst über 5.4 bis acht Meter (Urteil vom 16. Dezember 2005, U 392/05, E. 2.1), 

den Sturz vom obersten Balkon im dritten Stock eines sich im Bau befindlichen 

Mehrfamilienhauses aus einer Höhe von etwa sieben bis acht Metern (Urteil vom 8. 

Oktober 2004, U 168/04, E. 5.2), den Sturz über sechs bis acht Meter beim 

Fensterreinigen im ersten Stock (Urteil vom 8. Februar 2000, U 167/99, E. 3b) oder den 

Sturz aus einer Höhe von fünf Metern auf einen Asphaltboden (RKUV 1998 Nr. U 307 

S. 448, U 169/97, E. 3b). Diese Fälle wurden seien jeweils als mittelschweres Ereignis 

im Grenzbereich zu den schweren Unfällen qualifiziert worden. Den schweren Unfällen 

zugeordnet hat es den Absturz eines Kranführers mit einem an der Decke eines 

Bahntunnels montierten Krans über wenigstens acht Meter (Urteil vom 23. Dezember 

1997, U 83/97, E. 2c, zitiert in: RKUV 1998 Nr. U 307 S. 448, U 169/97, E. 3a) sowie 

einen Gleitschirmabsturz (BGE 120 V 352 E. 5b/cc). Im Entscheid vom 12. August 2005 

(U 191/2004, E. 5.1) hatte das Bundesgericht ferner erläutert, als schwerer Unfall 

gewichtet worden sei der Sturz von einer Leiter aus einer Höhe von vier bis fünf Metern 

auf den Gehsteig mit verschiedenen gravierenden Knochenbrüchen. Einem 

mittelschweren Ereignis an der Grenze zu den schweren Fällen habe es den Sturz aus 

4.2. 

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einer Höhe von fünf Metern auf den Boden zugeordnet, bei dem sich der Versicherte 

eine Radiustrümmerfraktur rechts mit Abriss des Griffelfortsatzes der Elle, eine 

Ellenbogenschleimbeutelentzündung sowie eine Rissquetschwunde über dem rechten 

Auge zugezogen habe. Als Ereignis im mittleren Bereich habe es einen Unfall 

betrachtet, bei dem der Versicherte aus einer Höhe von zweieinhalb bis drei Metern 

von einer Leiter gestürzt sei und diverse Prellungen erlitten habe. Ausserdem sei ein 

Sturz von einer Leiter aus vier bis fünf Metern Höhe als mittelschwer qualifiziert 

worden, der zu einer Schnittwunde am Kinn mit Schleimhautbeteiligung, einer 

Radiusköpfchenfraktur, multiplen Zahnverletzungen und einer Ellbogenluxation mit 

dauerhaft verminderter Belastbarkeit des Ellenbogens geführt habe. Dieselbe 

Einstufung habe der Sturz von einer Leiter aus einer Höhe von ca. zwei Metern auf den 

rechten Ellenbogen, der eine proximale Radius- und Ulnatrümmerfraktur zur Folge 

gehabt habe, erfahren. Ausserdem seien auch der Sturz rückwärts aus einer Höhe von 

ca. dreieinhalb Metern auf das Gesäss mit Deckplattenimpressionsfraktur sowie der 

Sturz aus drei bis vier Metern Höhe vom Heuboden in das Futtertenn mit 

Lendenwirbelkörper-Kompressionsfraktur als mittelschwer qualifiziert worden.

Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer bei Arbeiten in einem Steinbruch beim 

Trennen von Sandsteinblöcken von einem fehlgeleiteten Hebekissen am Oberkörper 

getroffen wurde, das Gleichgewicht verlor und infolgedessen über eine Abbruchkante 

sieben Meter in die Tiefe stürzte und auf dem Boden aufschlug. Gemäss der Aktenlage 

ist davon auszugehen, dass sich auf dem Boden Sandsteinausbruchmaterial befand. 

Dass es sich beim "Haufen Sand" um feinen, losen und nachgiebigen Sand in einer 

Schichtdicke handelte, der die beim Aufprall aus sieben Metern auf den Körper 

wirkenden Kräfte in einem relevanten Umfang hätte mildern können, ist aus den Akten 

– entgegen den beschwerdegegnerischen Ausführungen in act. G 4 und UV-act. 

360-12 f. Ziff. 5.1 mit Verweis auf UV-act. 61 f. – nicht ersichtlich und damit reine 

Hypothese. Auch gibt es keine Anhaltspunkte, dass die beim Aufprall auf den Körper 

wirkenden Kräfte sonst wie gemindert worden wären (bspw. wie bei einem Aufprall auf 

einer schrägen Ebene, wenn ein Teil der Aufprallenergie in eine Rotationsbewegung 

umgewandelt wird). Anderweitige unfallfolgenmindernde Faktoren wie Sicherheits-/

Auffangnetze sind vorliegend ebenfalls nicht ersichtlich. Hinzu kommt, dass der Körper 

des Beschwerdeführers infolge des Wegkatapultierens durch das Hebekissen bereits 

vor dem eigentlichen Fall in Bewegung war, was einerseits die beim Aufprall auf den 

Boden wirkenden Kräfte erhöht haben und andererseits einen "kontrollierten" Sturz 

verunmöglicht haben dürfte. Im Vergleich mit der zuvor genannten Kasuistik ist der 

Unfall vom 19. Mai 2017 aufgrund seiner Unfallschwere bzw. den beim Aufprall auf den 

Boden auf den Körper wirkenden Kräften (zumindest) in der Kategorie mittelschwerer 

4.3. 

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Unfall im Grenzbereich zu den schweren Unfällen einzustufen (vgl. dazu die von der 

Beschwerdegegnerin publizierten Informationen zu Absturzunfällen mit Angaben zur 

Korrelation zwischen Sturzhöhe und Aufprallgeschwindigkeit, abrufbar unter: 

www.suva.ch/de-ch/download/factsheets/absturz-am-arbeitsplatz--infografik-zur-

versicherungsstatistik).

Während bei banalen Unfällen der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem 

Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel ohne weiteres verneint 

werden kann, weil auf Grund der allgemeinen Lebenserfahrung davon ausgegangen 

werden kann, dass ein solcher Unfall nicht geeignet ist, einen invalidisierenden 

psychischen Gesundheitsschaden zu verursachen, ist bei schweren Unfällen dagegen 

der adäquate Kausalzusammenhang in der Regel zu bejahen, denn nach dem 

gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung sind solche 

Unfälle geeignet, invalidisierende psychische Gesundheitsschäden zu bewirken (vgl. 

BGE 120 V 355 E. 5b/aa; Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 

vom 18. Mai 2022, UV 2021/38, E. 4.1). Bei Unfällen im mittleren Bereich lässt sich die 

Frage, ob zwischen dem Unfall und der psychisch bedingten Erwerbsunfähigkeit ein 

adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalls allein schlüssig 

beantworten. Vielmehr sind weitere, objektiv fassbare Umstände, welche unmittelbar 

mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte bzw. indirekte Folge davon 

erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Die wichtigsten Kriterien sind 

dabei besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des 

Unfalls; die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzung, insbesondere ihre 

erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen; ungewöhnlich 

lange Dauer der ärztlichen Behandlung; körperliche Dauerschmerzen; ärztliche 

Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; schwieriger 

Heilungsverlauf oder erhebliche Komplikationen sowie Grad und Dauer der physisch 

bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 115 V 138 ff. E. 6 f.). Bei der Prüfung der 

Adäquanzkriterien sind die Folgen der organisch nicht ausgewiesenen Beschwerden 

nicht in die Beurteilung miteinzubeziehen (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 28. 

April 2010, 8C_903/2009, E. 4.6).

4.4. 

Da von einem mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den schweren Unfällen 

auszugehen ist, genügt bereits die Erfüllung eines einzigen der in die Adäquanzprüfung 

miteinzubeziehenden Kriterien (BGE 115 V 133 E. 6c/bb; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., 

S. 62 ff.).

4.5. 

In Frage kommen insbesondere die Kriterien schwieriger Heilungsverlauf oder 

erhebliche Komplikationen, ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung 

4.6. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/22

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5.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich die Frage nach dem natürlichen 

Kausalzusammenhang gestützt auf die vorhandenen medizinischen Akten nicht mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit beurteilen lässt (vgl. Erwägung 3 hiervor), womit sich 

der Sachverhalt insgesamt als noch nicht spruchreif erweist. Die Sache ist daher an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie die notwendigen Abklärungen 

durchführt. Sie wird eine verwaltungsexterne interdisziplinäre Beurteilung des 

Gesundheitsschadens, unter Einschluss der psychischen Leiden, des 

Schmerzsyndroms und des Tinnitus des Beschwerdeführers, des kausalen 

Zusammenhangs der von ihm beklagten Leiden zum Unfall vom 19. Mai 2017, der 

Auswirkungen der Leiden auf seine Arbeitsfähigkeit sowie des Integritätsschadens 

einholen müssen. Anschliessend wird sie erneut umfassend über den Rentenanspruch 

und den Anspruch auf eine Integritätsentschädigung verfügen müssen. Diese 

Vorgehensweise steht auch im Einklang mit der neueren bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung (vgl. BGE 147 V 211 E. 6.1).

sowie körperliche Dauerschmerzen. So wurde der Beschwerdeführer mehrmals 

stationär behandelt und es wurden wiederholt Eingriffe bzw. Operationen durchgeführt 

(vgl. dazu den kreisärztlichen Bericht vom 18. Januar 2020, UV-act. 323). Die durch die 

ärztlichen Behandlungen erhoffte Verbesserung der gesundheitlichen Situation trat 

jedoch nie ein. Der Beschwerdeführer dürfte stets an erheblichen Dauerschmerzen 

insbesondere in der rechten Hand, welche sich trotz den durchgeführten 

Behandlungen bzw. operativen Eingriffen nicht verringerten, gelitten haben (Angaben 

zu auftretenden Schmerzen in der Hand siehe insbesondere UV-act. 5-2, 8-2, 9-2, 

23-2, 265, 275, 296, 323). In diesem Zusammenhang ist die noch abzuklärende Frage, 

inwieweit das Schmerzsyndrom organisch oder psychisch bedingt ist (siehe Erwägung 

3.2 hiervor), für die Adäquanzprüfung von erheblicher Bedeutung. Vor diesem 

Hintergrund durfte die Beschwerdegegnerin die Adäquanz nicht ohne Weiteres 

verneinen.

Es besteht daher zumindest die realistische Möglichkeit, dass – wie erforderlich – 

zumindest ein Kriterium erfüllt ist. Damit wäre der adäquate Kausalzusammenhang 

zwischen dem Unfall vom 19. Mai 2017 und den geltend gemachten psychischen 

Beschwerden, dem Schmerzsyndrom und dem Tinnitus gegebenenfalls zu bejahen.

4.7. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 22/22

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6.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird unter Aufhebung des Einspracheentscheids vom 31. August 2021 

im Sinne der Erwägungen insofern gutgeheissen, als die Sache zu ergänzenden 

medizinischen Abklärungen und anschliessend neuer Verfügung an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.

Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von 

Fr. 3'000.- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des 

angefochtenen Einspracheentscheids vom 31. August 2021 (UV-act. 360) dahingehend 

gutzuheissen, dass die Sache zu ergänzenden medizinischen Abklärungen und neuer 

Verfügung im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist.

6.1. 

Bei Streitigkeiten über Leistungen ist das Verfahren kostenpflichtig, wenn dies im 

jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen ist (Art. 61 lit. f  ATSG). Im UVG ist eine solche 

Kostenpflicht nicht vorgesehen. Das Verfahren ist deshalb kostenlos.

6.2. 
bis

Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als volles Obsiegen (BGE 

132 V 215 E. 6.2). Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende 

Partei Anspruch auf den Ersatz der Parteikosten. In der Verwaltungsrechtspflege 

beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der 

Honorarordnung (HonO; sGS 963.75; in der vorliegend anwendbaren, seit 1. Januar 

2019 gültigen Fassung, siehe Art. 30 HonO) pauschal Fr. 1'500.- bis Fr. 15'000.-. In der 

vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit erscheint in Anbetracht des lediglich 

einfachen Schriftenwechsels eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'000.- 

(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen. Die bereits 

bewilligte unentgeltliche Rechtsverbeiständung (vgl. act. G 8) wird damit 

gegenstandslos.

6.3. 

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	Entscheid Versicherungsgericht, 26.10.2023
	Die Adäquanz der psychischen Beschwerden und gegebenenfalls des Schmerzsyndroms und des Tinnitus können, da beim Sturz aus sieben Metern von einem mittelschweren Ereignis im Grenzbereich zu den schweren Unfällen auszugehen ist und deshalb bereits die Erfüllung eines einzigen Adäquanzkriteriums ausreicht – entgegen der Ansicht des Unfallversicherers – nicht ohne Weiteres ausgeschlossen werden. Da die medizinische Aktenlage zur Beurteilung der natürlichen Kausalität, der Adäquanz und der Arbeitsfähigkeit sowie des Integritätsschadens unzureichend ist, bedarf es einer externen interdisziplinären Begutachtung des Beschwerdeführers. Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin zwecks Einholung eines externen interdisziplinären Gutachtens und Neuverfügung über die Leistungsansprüche des Beschwerdeführers (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 26. Oktober 2023, UV 2021/71).

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