# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 28061d5f-5d32-5b27-8004-0bbf7e3575bf
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-01-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.01.2012 D-6942/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6942-2011_2012-01-04.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung IV
D­6942/2011/sed

U r t e i l   v om   4 .   J a nua r   2 0 1 2

Besetzung Einzelrichter Bendicht Tellenbach,
mit Zustimmung von Richter Daniele Cattaneo;  
Gerichtsschreiber Lorenz Mauerhofer.

Parteien A._______, geboren am … , und 
B._______, geboren am … , 
Serbien, 
Beschwerdeführende, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 21. Dezember 2011 / N … .

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass die Beschwerdeführenden – Staatsangehörige von Serbien, welche 
sich  der  ethnischen  Minderheit  der  Roma  zurechnen  und  aus  dem 
südserbischen Städtchen X._______  stammen –  am 5. Dezember  2011 
in der Schweiz um Asyl ersuchte, 

dass  am  gleichen  Tag  eine  ganze  Gruppe  von  Roma  aus  X._______ 
Asylgesuche  einreichten,  wobei  diese  Personen  –  mit  gültigen 
Reisepässen  und  eigenen  Angaben  zufolge  mit  einem  Reisebus  von 
Serbien  über  Ungarn  und  Österreich  kommend  –  in  die  Schweiz 
eingereist waren, 

dass  die  Beschwerdeführenden  vom  BFM  am  16.  Dezember  2011 
summarisch  befragt  und  am  20. Dezember  2011  einlässlich  zu  ihren 
Gesuchsgründen angehört wurden, 

dass sie dabei vorbrachten, sei hätten sich ab 1992 als Asylsuchende in 
Deutschland  aufgehalten,  sie  seien  jedoch  2002  freiwillig  in  die  Heimat 
zurückgekehrt,  nachdem  ihnen  die  deutschen  Behörden  mit  einer 
Ausschaffung gedroht hätten, 

dass sie von da an wieder  in  ihrem Heimatort X._______ gelebt hätten, 
wo sie ein eigenes Haus besässen, welches sich in einem bewohnbaren 
Zustand befinde (gemäss dem Beschwerdeführer) respektive eigentlich in 
einem guten Zustand, da es über drei Zimmer verfüge und an Strom und 
Wasser angeschlossen sei (gemäss der Beschwerdeführerin), 

dass  ihre  verheiratete  Tochter  mit  ihrer  Familie  weiterhin  in  X._______ 
wohnhaft  sei,  wie  auch  zwei  Brüder  und  eine  Schwester  der 
Beschwerdeführerin, wogegen  ihr Sohn als Gastarbeiter  in Deutschland 
lebe und der Kontakt zu ihm abgebrochen sei, 

dass sie vor ihrer Ausreise zum einen Marktstand geführt hätten und zum 
andern der Beschwerdeführer als Musiker tätig gewesen sei, indem er … 
auf  der  Strasse  oder  bei  Gelegenheit  auch  an  an  Hochzeits­  und 
Geburtstagsfeiern gespielt habe, 

dass  sie  zum  Grund  für  ihre  erneute  Ausreise  aus  der  Heimat 
vorbrachten, sie hätten vor rund einem Monat im Fernsehen einen Bericht 
über den Bau von Barrikaden durch die Serben gesehen (respektive ein 
Bericht  über  den  Konflikt  im  Nordkosovo),  worauf  sie  beide  respektive 

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namentlich der Beschwerdeführer Angst bekommen hätten, da er bereits 
seit Jahren psychische Probleme habe, 

dass sie diesbezüglich vorbrachten, … [vor mehr als zehn Jahren] sei die 
Mutter  des  Beschwerdeführers  in  ihrem  Haus  von  einem  Unbekannten 
erstickt  und  danach  vergewaltigt  worden,  wobei  dieser  Mordfall  nie 
aufgeklärt worden sei und das Ereignis den Beschwerdeführer bis heute 
sehr  belaste,  zumal  er  fürchte,  von  den  gleichen  Leuten  ebenfalls 
umgebracht zu werden, 

dass  beispielsweise  gerade  kürzlich  nach  Mitternacht  von  unbekannter 
Seite respektive von Serben an ihre Haustür geklopft worden sei, was sie 
beide und namentlich den Beschwerdeführer sehr geängstigt habe, 

dass sie zudem als Roma oft nicht korrekt behandelt, beleidigt oder gar 
beschimpft würden, etwa beim Arzt, auf der Strasse oder beim Einkaufen, 

dass  der  Beschwerdeführer  beispielsweise  gerade  kürzlich  bei  einem 
Auftritt als Musiker von einem Serben geschlagen worden sei, nur weil er 
eine Pause gemacht habe, und er danach auch noch seinen Lohn habe 
zurückzahlen müssen, ansonsten er verprügelt worden wäre, 

dass sie zudem seit einem Jahr – wie alle anderen Roma auch – von der 
Polizei  von  ihrem  Marktstand  vertrieben  würden,  auch  wenn  sie  die 
Marktgebühren  bezahlten,  da  seit  einiger  Zeit  auf  dem  Marktplatz  der 
Handel mit alten Waren nicht mehr akzeptiert werde, 

dass  im  Weiteren  etwa  vor  zwei  Monaten  ihre  Enkeltochter  von  drei 
respektive  nur  einem  Mann  belästigt  worden  sei,  was  sie  zwar  zur 
Anzeige gebracht hätten, worauf die Polizei aber nicht tätig geworden sei, 

dass  die  Beschwerdeführerin  zudem  einmal  vom  80­jährigen  Nachbarn 
mit  einem  Regenschirm  geschlagen  worden  sei,  nachdem  sich  dieser 
völlig zu Unrecht über sie geärgert habe, 

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  21.  Dezember  2011  –  eröffnet  am 
gleichen Tag –  in Anwendung von Art. 34 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 
26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  auf  die  Asylgesuche  der 
Beschwerdeführenden  nicht  eintrat  und  deren  Wegweisung  aus  der 
Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug anordnete,

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dass  das  Bundesamt  zur  Begründung  seines  Entscheides  im 
Wesentlichen  ausführte,  gemäss  Beschluss  des  Bundesrates  vom  6. 
März  2009  handle  es  sich  bei  Serbien  um  einen  verfolgungssicheren 
Staat und weder mit der geltend gemachten Furcht vor einer angeblichen 
Verwicklung  in den Konflikt um den Nordkosovo noch mit  ihren weiteren 
Vorbringen  über  Benachteiligungen  als  Roma  gelinge  es  den 
Beschwerdeführenden,  die  Vermutung  fehlender  Verfolgung  zu 
widerlegen,

dass das Bundesamt  in seinen diesbezüglichen Erwägungen vereinzelte 
Benachteiligungen  und  Schikannen  gegenüber  Roma  nicht  ausschloss, 
im Übrigen aber auf eine grundsätzliche Verbesserung der Lage  für die 
Angehörigen der ethnischen Minderheit der Roma in Serbien verweis, 

dass  das  Bundesamt  abschliessend  den  Wegweisungsvollzug  als 
zulässig, zumutbar und möglich erklärte,

dass  die  Beschwerdeführenden  am  23.  Dezember  2011  (Poststempel) 
gegen diesen Entscheid Beschwerde erhoben, wobei sie in ihrer Eingabe 
sinngemäss  die  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft,  eventualiter  die 
Gewährung  von  Zuflucht  nach Art.  3  der  Konvention  vom  4. November 
1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 
0.101) beantragten sowie um Erlass der Verfahrenskosten ersuchten, 

dass sie in ihrer Eingabe geltend machten, an ihrem Heimatort X.______ 
sei  es  seit  dem  Krieg  zu  verhängnisvollen  politischen  Veränderungen 
gekommen,  indem  die  Albaner  und  die  Roma  von  dort  durch 
verschiedenste Massnahmen systematisch vertrieben würden, 

dass  zudem  in  der  Nähe  ihres  Heimatdorfes  Barrikaden  aufgebaut 
worden seien, da es sich hier um das Grenzgebiet zum Kosovo handle, 
und es auch zu schweren Ausschreitungen gekommen sei, 

dass  …  [vor  mehr  als  zehn  Jahren]  bereits  die  Mutter  des 
Beschwerdeführers  von  serbischen  Extremisten  getötet  und 
anschliessend  geschändet  worden  sei,  weshalb  er  seither  traumatisiert 
sei,  

dass sie namentlich vor diesem Hintergrund und der unruhigen Situation 
in  Südserbien  befürchtet  hätten,  demnächst  einer  "ethnischen 
Säuberungsaktion" zum Opfer zu fallen, weshalb sie auf den Schutz der 

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Schweiz  angewiesen  seien,  zumal  sie  in  ihrer  Heimat  auch  jegliche 
Lebensgrundlage verloren hätten, 

dass  am  27.  Dezember  2011  die  vorinstanzlichen  Akten  in  Kopie  beim 
Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über Beschwerden gegen Verfügungen des BFM entscheidet, ausser bei 
Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (vgl.  dazu  Art. 105  AsylG 
i.V.m.  Art.  31  und  33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005  [VGG,  SR  173.32]  sowie  Art.  83  Bst.  d  Ziff.  1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  Bundesgesetz  vom  20.  Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) richtet, soweit 
das VGG oder  das AsylG  nichts  anderes  bestimmen  (vgl.  Art.  37 VGG 
sowie Art. 6 und 105 AsylG),

dass mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  die  Verletzung 
von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass die Beschwerdeführenden legitimiert sind und sich ihre Eingabe als 
frist­  und  formgerecht  erweist  (vgl. Art.  48 Abs.  1 VwVG sowie Art. 108 
Abs.  2  AsylG  und  Art. 52  Abs.  1  VwVG),  weshalb  auf  die  Beschwerde 
– unter Vorbehalt der nachfolgenden Erwägungen – einzutreten ist, 

dass die Beurteilung von Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide 
nach Art. 32 ­ 35 AsylG, mit denen es das BFM ablehnt, ein Asylgesuch 
auf  seine materielle  Begründetheit  hin  zu  überprüfen,  grundsätzlich  auf 
die Überprüfung der Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf 
das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  sich  das  Bundesverwaltungsgericht  dementsprechend  –  sofern  es 
den  Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  einer 

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selbständigen  materiellen  Prüfung  enthält,  die  angefochtene  Verfügung 
aufhebt und die Sache zur neuen Entscheidung ans BFM zurückweist,

dass  demzufolge  die  Frage  der  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft 
respektive  einer  allfälligen  Asylgewährung  nicht  Gegenstand  des 
Verfahrens bildet, weshalb auf das diesbezügliche Beschwerdebegehren 
nicht einzutreten ist, 

dass  demgegenüber  hinsichtlich  der  Frage  der Wegweisung  und  deren 
Vollzuges  die  Beurteilungszuständigkeit  des  Bundesverwaltungsgerichts 
nicht  beschränkt  ist,  da  sich  das  BFM  diesbezüglich  auch materiell  zur 
Sache zu äussern hatte, 

dass sich die vorliegende Beschwerde – wie nachfolgend aufgezeigt – als 
offensichtlich unbegründet erweist, weshalb darüber  in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer zweiten Richterin zu entscheiden ist (Art. 111 Bst. e AsylG), 

dass  auf  einen  Schriftenwechsel  zu  verzichten  und  der  Entscheid  nur 
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG),

dass gemäss Art. 34 Abs. 1 AsylG auf Gesuche oder Beschwerden von 
Asylsuchenden aus verfolgungssicheren Staaten nach Art. 6a Abs. 2 Bst. 
a AsylG  (sogenannte  "safe  countries")  nicht eingetreten wird,  ausser es 
gebe Hinweise auf Verfolgung,

dass der Bundesrat mit Beschluss vom 6. März 2009  (in Kraft  seit dem 
1. April  2009) Serbien  zum  "safe  country"  (im Sinne  von Art.  6a Abs.  2 
Bst. a  AsylG)  erklärt  hat,  in  welchem  nach  seinen  Feststellungen 
Sicherheit vor Verfolgung besteht,

dass  bei  dieser  Sachlage  die  Grundvoraussetzung  für  einen 
Nichteintretensentscheid  in Anwendung  von Art.  34 Abs.  1 AsylG erfüllt 
ist,

dass somit  auf das Gesuch der Beschwerdeführenden nicht einzutreten 
ist,  es  sei  denn,  ihren  Vorbringen  wären  Hinweise  auf  Verfolgung  zu 
entnehmen,  mithin  die  fehlende  Verfolgung  im  Herkunftsland  lediglich 
vermutet wird und diese Vermutung widerlegt werden kann,

dass bei der Prüfung, ob Hinweise auf Verfolgung vorliegen, erstens ein 
weiter  Verfolgungsbegriff  gilt,  der  alle  erlittenen  oder  befürchteten 

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Nachteile umfasst, die von Menschenhand zugefügt werden, und zweites 
nur einem tiefen Beweismass Genüge getan werden muss, weshalb auf 
ein Gesuch  einzutreten  ist, wenn Verfolgungshinweise  geltend  gemacht 
werden, die nicht bereits auf den ersten Blick als haltlos zu erkennen sind 
(vgl.  dazu  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 5 m.w.H.),

dass  die  Beschwerdeführenden  ihre  Asylgesuche  vorab  mit  der 
angeblichen  Furcht  vor  einer  Eskalation  des  Konfliktes  um  den 
Nordkosovo begründet haben, wovon auch sie betroffen werden könnten,  

dass  die  diesbezüglichen  Gesuchsvorbringen  indes  als  bloss 
vorgeschoben  zu  erkennen  sind,  da  die  Beschwerdeführenden  als 
angeblichen  Auslöser  für  die  geltend  gemachte  Furcht  einzig  auf  einen 
Fernsehbericht  verwiesen,  was  als  insgesamt  nicht  nachvollziehbar 
erscheint, 

dass das Vorbringen betreffend eine angeblich mögliche Verwicklung  in 
die nordkosovarische Konfliktlage aufgrund der heutigen Verhältnisse  in 
Serbien  ohnehin  als  haltlos  zu  bezeichnen  ist,  wobei  in  dieser  Hinsicht 
– anstelle  einer  Wiederholung  –  auf  die  zutreffenden  Erwägungen  des 
BFM verwiesen werden kann (Art. 111a Abs. 2 AsylG), 

dass  der  Beschwerdeführer  zwar  vor  …  [mehr  als  zehn]  Jahren  seine 
Mutter  durch  ein  Gewalt­  respektive  Sexualverbrechen  verloren  haben 
soll, was grundsätzlich als ein sehr tragisches Ereignis zu bezeichnen ist, 

dass  dieses  Ereignis  jedoch  weit  in  der  Vergangenheit  liegt  und 
keinesfalls auf das Vorliegen einer aktuellen Gefährdungslage schliessen 
lässt, 

dass  sich  die  Beschwerdeführenden  im  Weiteren  namentlich  darauf 
berufen, als Angehörige der ethnischen Minderheit der Roma würden sie 
ständig benachteiligt, oft beleidigt und sogar konkret behelligt, 

dass  sie  sich  in  dieser  Hinsicht  jedoch  durchwegs  auf  Nachteile  bloss 
allgemeiner  oder  sehr  geringer  Natur  berufen  können,  welchen  sie  als 
Roma ausgesetzt gewesen seien, 

dass  sie  demgegenüber  nicht  in  der  Lage  sind,  ohne  ein  konkretes 
Erlebnis von relevanter Bedeutung substanziiert zu schildern, 

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dass  weder  die  Vorbringen  über  angebliche  Probleme  mit  ihrem 
Marktstand, noch die Ausführungen über einen nachbarschaftlichen Streit 
mit  einem  sehr  alten  Mann  oder  einen  Vorfall  mit  einem  Betrunkenen 
anlässlich  eines  musikalischen  Engagements  darauf  schliessen  lassen, 
die Beschwerdeführenden hätten  ihre Heimat  aus  einem dieser Gründe 
verlassen respektive verlassen müssen, 

dass die Beschwerdeführenden vielmehr nicht in der Lage waren, ein mit 
der Ausreise aus ihrer Heimat in einem zeitlich kausalen Zusammenhang 
stehendes  Ereignis  nachvollziehbar  zu  konkretisieren,  womit  die 
Vermutung  der  Verfolgungssicherheit  in  Serbien  –  mangels  konkretem 
Verfolgungshinweis – auch nicht ansatzweise widerlegt ist, 

dass sich die allgemeine Lage für Angehörige der ethnischen Minderheit 
der Roma in Serbien – wie vom BFM zu Recht erwogen – in den letzten 
Jahren grundsätzlich verbessert hat, auch wenn sich die Verhältnisse für 
Roma  in  sozialer  und  insbesondere  wirtschaftlicher  Hinsicht  zum  Teil 
nach wie vor als sehr schwierig darstellen, 

dass  diese  Umstände  jedoch  die  grundsätzliche  Feststellung  der 
Verfolgungssicherheit  nicht  umzustossen  vermögen, weshalb alleine die 
Berufung auf eine angeblich schwierige allgemeine Lage nicht als Ersatz 
für einen konkreten Verfolgungshinweis dienen kann, 

dass  schliesslich  die  Beschwerdevorbringen  betreffend  eine  angebliche 
Zuspitzung  der  Lage  gerade  in  X._______  und  eine  dort  angeblich 
drohende  "ethnische Säuberungsaktion"  als  reine Schutzbehauptung  zu 
erkennen  sind,  da  sich  die  Ortschaft  noch  hinter  Vranje  (dem Hauptort 
des  südserbischen  Bezirkes  Pčinja)  und  damit  relativ  weit  entfernt  von 
der  kosovarisch­serbischen  Grenze  befindet,  weshalb  es  dort  auch  zu 
keinen Auseinandersetzungen, Barrikadenbauten oder anderen Vorfällen 
im behaupteten Zusammenhang gekommen ist, 

dass zusammenfassend im Falle der Beschwerdeführenden – auch unter 
Berücksichtigung  eines  weiten  Verfolgungsbegriffes  und  eines  tiefen 
Beweismasses  –  kein  konkretes,  ausreiserelevantes  Ereignis  und 
insbesondere keine rechtserheblichen Hinweise auf Verfolgung ersichtlich 
sind,  weshalb  der  Nichteintretensentscheid  in  Anwendung  von  Art.  34 
Abs. 1 AsylG zu bestätigen ist,

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dass die Anordnung der Wegweisung  im Einklang mit  den gesetzlichen 
Bestimmungen steht und zu bestätigen ist (vgl. dazu Art. 44 Abs. 1 AsylG 
sowie BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 m.w.H.),

dass  somit  zu  prüfen  bleibt,  ob  es  Gründe  gibt,  die  dem  Vollzug  der 
Wegweisung entgegenstehen, da das BFM eine vorläufige Aufnahme von 
Ausländern  anzuordnen  hat,  wenn  der  Vollzug  der  Wegweisung  als 
unzulässig, unzumutbar oder unmöglich zu erkennen ist (vgl. Art. 44 Abs. 
2  AsylG  i.V.m.  Art.  83  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom  16. Dezember 
2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass im Falle der Beschwerdeführenden aufgrund der Akten jedoch keine 
Gründe  ersichtlich  sind,  die  in  rechtserheblicher Weise  gegen  den  vom 
BFM  angeordneten  Vollzug  der  Wegweisung  sprechen  würden,  mithin 
von  der  Zulässigkeit,  Zumutbarkeit  und  Möglichkeit  des 
Wegweisungsvollzuges auszugehen ist (Art. 83 Abs. 2 ­ 4 AuG), 

dass sich der Vollzug der Wegweisung in Beachtung der massgeblichen 
völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen als zulässig erweist, da die 
Beschwerdeführenden  keine  Hinweise  auf  eine  konkrete 
Verfolgungssituation  darzulegen  vermochten  und  –  entgegen  ihren 
anders lautenden Beschwerdevorbringen – auch keine Anhaltspunkte für 
eine  menschenrechtswidrige  Behandlung  im  Sinne  von  Art.  3  EMRK 
ersichtlich sind,

dass im Weiteren auch von der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges 
auszugehen  ist,  da  im  Falle  der  Beschwerdeführenden  –  ein  älteres 
Ehepaar,  welches  bereits  seit  Jahren  wieder  in  X._______  lebt,  wo  es 
über ein eigenes Haus und engste familiäre Anknüpfungspunkte verfügt – 
keine individuellen Vollzugshindernisse zu erblicken sind, 

dass  letztlich  auch  ohne  weiteres  von  der  Möglichkeit  des 
Wegweisungsvollzugs nach Serbien auszugehen ist, 

dass  zusammenfassend  die  Anordnung  einer  vorläufigen  Aufnahme  in 
der Schweiz aufgrund der Akten ausser Betracht fallen muss, womit auch 
die Anordnung des Wegweisungsvollzuges zu bestätigen ist,

dass  nach  vorstehenden  Erwägungen  die  angefochtene  Verfügung  zu 
bestätigen  und  die  eingereichte  Beschwerde  als  offensichtlich 
unbegründet abzuweisen ist,

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Seite 10

dass  aufgrund  der  gesamten  Aktenlage  die  Beschwerdeanträge  als 
aussichtslos bezeichnet werden müssen, weshalb das Gesuch um Erlass 
der Verfahrenskosten – unbesehen der geltend gemachten prozessualen 
Bedürftigkeit – abzuweisen ist (vgl. Art. 65 Abs. 1 VwVG),

dass  demnach  die  Kosten  des  Verfahrens  von  Fr.  600.–  den 
Beschwerdeführenden aufzuerlegen sind (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG sowie 
Art. 1  ­  3  des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird – soweit darauf einzutreten ist – abgewiesen.

2. 
Das Gesuch um Erlass der Verfahrenskosten wird abgewiesen.  

3. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  den  Beschwerdeführenden 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Bendicht Tellenbach Lorenz Mauerhofer

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