# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 64b20816-e695-559c-9f9a-1f4574a3e385
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2007-04-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.04.2007 B-7452/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-7452-2006_2007-04-17.pdf

## Full Text

Abtei lung II
B-7452/2006
{T 0/2}

Urteil vom 17. April 2007

Mitwirkung: Richter David Aschmann (vorsitzender Richter),
Richter Hans Urech, Richter Claude Morvant; 
Gerichtsschreiber Philipp J. Dannacher.

Z._______,
vertreten durch Advokat Dr. Felix H. Thomann, Elisabethenstrasse 30, 4010 
Basel,

Beschwerdeführerin

gegen

Y._______,
vertreten durch Zimmerli, Wagner & Partner AG, Patente, Marken, Design, 
Löwenstrasse 19, Postfach, 8021 Zürich,

Beschwerdegegnerin

Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum, Einsteinstrasse 2, 3003 
Bern,

Vorinstanz

betreffend

Verfügung vom 24. Mai 2006 in den Marken-Widerspruchsverfahren 
Nr. 6271, 6276 und 6282, CH 370'584, CH 341'060, CH 340'999 MARTINI / 
IR 786'063 martini (fig.)

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

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Sachverhalt:

A. Die internationale Marke IR 786 063 martini (fig.) der Beschwerdegegnerin 
wurde  am  17.  Oktober  2002,  gestützt  auf  eine  italienische  Basiseintra-
gung, in der Gazette OMPI des marques internationales veröffentlicht. Die 
Marke sieht wie folgt aus:

und wurde ursprünglich für folgende Waren registriert:

21 Ustensiles et récipients pour le ménage ou la cuisine (ni en métaux 
précieux, ni en plaqué); peignes et éponges; brosses (à l'exception  
des pinceaux);  matériaux pour la brosserie;  matériel  de nettoyage;  
paille de fer; verre brut ou mi-ouvré (à l'exception du verre de const-
ruction); verrerie, porcelaine et faïence non comprises dans d'autres  
classes.

B. Am 31. Januar 2003 erhob die Beschwerdeführerin 29 Widersprüche ge-
gen diese Eintragung. 26 davon zog sie am 5. Mai 2003 wieder zurück. Die 
drei aufrechterhaltenen Widersprüche basierten auf folgenden Marken der 
Beschwerdeführerin:

• CH  P-340'999  MARTINI,  eingetragen  für  verschiedene  Waren  der 
Klassen 3, 9, 12, 16, 18, 22 bis 28 und 31 bis 33,

• CH  370'584 ,  eingetragen  für  "Vins,  spiritueux  et  li-
queurs in Klasse 33",

• CH P-341'060 ,  eingetragen für  "Malt,  bière,  ale  et  por-
ter, eaux minérales et gazeuses et autres boissons non alcooliques,  
sirops  et  autres  préparations  pour  faire  des  boissons,  vins,  ver-
mouth, spiritueux et liqueurs" in den Klassen 31-33.

C. Am 5. Februar 2004 wurde, auf Antrag der Beschwerdegegnerin, folgende 
Ergänzung (Einschränkung)  des Warenverzeichnisses der angefochtenen 
Marke  für die Schweiz und Deutschland  in den Gazettes  OMPI des mar-
ques internationales Nr. 25/2003 veröffentlicht: "...à l'exclusion des verres  
à boire, ainsi que des ustensiles de cuisine utilisés pour les boissons."

D. Mit  Stellungnahme  vom 27.  April  2004  bestritt  die  Beschwerdegegnerin 
den rechtserhaltenden Gebrauch der Widerspruchsmarken und das Beste-
hen  einer  Verwechslungsgefahr  zwischen  den  Widerspruchsmarken  und 
der angefochtenen Marke nach Massgabe des geänderten Warenverzeich-
nisses.

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E. Mit Verfügung vom 13. Mai 2004 wurden die drei Widerspruchsverfahren 
und der Widerspruch einer Drittpartei  gegen die gleiche Marke zu einem 
Verfahren vereinigt. Auf gemeinsamen Wunsch der Parteien  ruhte dieses 
Verfahren vom 8. Oktober 2004 bis zum 6. Oktober 2005. Dann wurde es 
auf Antrag der Beschwerdeführerin fortgeführt.

F. Mit  Replik vom 9. Dezember 2005 erläuterte die Beschwerdeführerin die 
fast  hundertfünfzigjährige  Geschichte  ihrer  Wermutprodukte.  Als  Ge-
brauchsnachweis ihrer Marken reichte sie Angaben über Verkaufsumsätze 
und Werbeausgaben, Auszüge aus Büchern und Werbekampagnen, Bele-
ge für Merchandising-Produkte und ausländische Gerichtsurteile über die 
Bekanntheit der Marke an die Vorinstanz ein. Sie führte aus, dass das Pu-
blikum von einem "Branchenriesen"  geradezu erwarte, dass er in benach-
barte Warensparten diversifiziere.  In solche Sparten gehörten die Waren 
der  angefochtenen  Marke,  so  dass  Warengleichartigkeit  mit  den  Wider-
spruchsmarken bestehe.

G. Die Beschwerdegegnerin hielt  mit  Duplik vom 18. Januar 2006 an ihrem 
Rechtsstandpunkt fest, bezeichnete die vorgelegten Gebrauchsbelege als 
ungenügend und bestritt  das Vorliegen von gleichartigen Waren. Sie trug 
vor, dass "Martini" überdies ein verbreiteter Familienname und daher un-
geeignet sei, ein Unternehmen herkunftsmässig zu individualisieren.

H. Am 24. Mai 2006 wies die Vorinstanz die Widersprüche der Beschwerde-
führerin vollumfänglich ab. Zur Begründung führte sie aus, der rechtserhal-
tende Gebrauch der Widerspruchsmarken in der Schweiz sei zwar für alko-
holische  Getränke,  nicht  aber  für  die  übrigen  Waren  der  Marke  CH 
P-340'999 MARTINI glaubhaft  gemacht,  und zwischen alkoholischen Ge-
tränken und den von der angefochtenen Marke beanspruchten Waren be-
stehe keine Warengleichartigkeit, so dass eine Verwechslungsgefahr nicht 
vorliege.

I. Gegen diese Verfügung erhob die Beschwerdeführerin am 26. Juni 2006, 
gestützt  auf  ihre bisherigen Argumente,  Beschwerde an die Rekurskom-
mission für geistiges Eigentum (hiernach: "RKGE") mit den Rechtsbegeh-
ren:

"1. Es seien die Entscheide des Eidgenössischen Instituts für Geistiges Eigen-
tum vom 24. Mai 2006 betreffend die Widerspruchsverfahren Nr. 6271, 6276 
und 6282 aufzuheben und die Widersprüche der Beschwerdeführerin gutzu-
heissen.

2. Unter  Kosten-  und  Entschädigungsfolgen zulasten  der  Beschwerdegegne-
rin."

J. Die Vorinstanz beantragte mit Vernehmlassung vom 20. Oktober 2006, die 
Beschwerde abzuweisen.

K. Die Beschwerdegegnerin beantragte mit  Stellungnahme vom 20. Dezem-
ber 2006, die Beschwerde unter Kosten- und Entschädigungsfolgen abzu-
weisen.

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L. Mit Verfügung vom 15. November 2006 wurde das Verfahren per 1. Januar 
2007 an das Bundesverwaltungsgericht überwiesen.

M. Auf die Durchführung einer mündlichen und öffentlichen Verhandlung ha-
ben beide Parteien stillschweigend verzichtet.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. Das Bundesverwaltungsgericht  ist  zur  Beurteilung  von Beschwerden  ge-
gen Entscheide der Vorinstanz in Widerspruchssachen zuständig (Art. 31, 
32 und 33 lit. d des Bundesgesetzes über das Bundesverwaltungsgericht 
vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]). Es hat das vorliegende Verfahren 
am 1. Januar 2007 von der RKGE übernommen (Art. 53 Abs. 2 VGG). Die 
Beschwerde wurde in der gesetzlichen Frist von Art. 50 des Bundesgeset-
zes über das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 
172.021) am 26. Juni 2006 eingereicht und der verlangte Kostenvorschuss 
wurde rechtzeitig  geleistet.  Als Adressatin  der  angefochtenen Verfügung 
ist die Beschwerdeführerin zur Beschwerde legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf 
die Beschwerde ist daher einzutreten.

2. Vom Markenschutz ausgeschlossen sind Zeichen, die einer älteren Marke 
ähnlich und für gleiche oder gleichartige Waren oder Dienstleistungen be-
stimmt sind wie diese, so dass sich daraus eine Verwechslungsgefahr er-
gibt (Art. 3 Abs. 1 lit. c des Markenschutzgesetzes vom 28. August 1992 
[MSchG, SR 232.11]). Ob eine Verwechslungsgefahr besteht, wird aus der 
Sicht  der  massgeblichen  Verkehrskreise,  namentlich  der  Letztabnehmer 
beurteilt,  welche die  Marken in  ihrem Erinnerungsbild  auseinanderhalten 
können sollen (BGE 121 III 378 E. 2a Boss, 119 II 477 E. 2d Radion). Da 
das Widerspruchsverfahren auf die Beurteilung der Verwechslungsgefahr 
beschränkt ist (Art. 31 Abs. 1 MSchG), ist auch eine allfällige Berühmtheit 
der  Widerspruchsmarke  nur  im  Rahmen  von  Art.  3  Abs.  1  MSchG  und 
nicht auch im Hinblick auf die Beeinträchtigung ihrer Unterscheidungskraft 
oder auf die Ausnützung oder Beeinträchtigung ihres Rufs gemäss Art. 15 
MSchG zu berücksichtigen. Hingegen ist eine durch den Gebrauch der Wi-
derspruchsmarke im Verkehr erworbene Bekanntheit zu beachten (RKGE 
in sic! 1999 S. 570 E. 3 Hermès, sic! 2000 S. 607 E. 6 Red Bull). Sie führt 
zu einem erweiterten Schutz der Marke, da starke Marken einen grösseren 
Schutzumfang verdienen (BGE 122 III 382 Kamillosan).

3. Zwischen  der  Zeichenähnlichkeit  und  der  Waren-  und  Dienstleistungs-
gleichartigkeit  als  Kriterien  für  die  Verwechslungsgefahr  besteht  eine 
Wechselwirkung:  An die Verschiedenheit  der  Zeichen sind umso höhere 
Anforderungen zu stellen, je ähnlicher sich die Waren oder Dienstleistun-
gen der zu vergleichenden Marken sind, und umgekehrt (LUCAS DAVID,  in: 
Kommentar  zum  schweizerischen  Privatrecht,  Markenschutzgesetz  / 
Muster-  und  Modellgesetz,  Basel  1999,  MSchG  Art.  3 N.  8).  Allerdings 

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verlangt Art. 3 Abs. 1 lit. c für jedes Kriterium auch ein gewisses Minimum 
an  Ähnlichkeit  (EUGEN MARBACH,  Gleichartigkeit  –  ein  markenrechtlicher 
Schlüsselbegriff  ohne  Konturen?,  Zeitschrift  für  Schweizerisches  Recht 
[ZSR], 2001, S. 259; RKGE in sic! 2001 S. 136 E. 5 Kraft). Die Vorinstanz 
hat das Bestehen einer Verwechslungsgefahr deshalb im vorliegenden Fall 
verneint, weil die zu vergleichenden Waren und Dienstleistungen gänzlich 
ungleichartig seien, was die Beschwerdeführerin bestreitet.

4. Zunächst ist zu prüfen, für welche der eingetragenen Waren und Dienstlei-
stungen die Widerspruchsmarken rechtserhaltend  gebraucht  wurden und 
somit noch geschützt sind (Art. 11 MSchG).

4.1 Zu Recht  hat  die  Beschwerdeführerin  ihre vor  der  Vorinstanz  vertretene 
Ansicht nicht mehr vorgebracht, die Beschwerdegegnerin habe ihre Nicht-
gebrauchseinrede ungenügend substanziert, indem sie sie nur mit "Nicht-
wissen" begründete. Die Beschwerdegegnerin hat in ihrer ersten materiel-
len Stellungnahme an die Vorinstanz bestritten,  "dass die Widerspruchs-
marken in ausreichendem Umfang sowie in der eingetragenen Form be-
nutzt  worden  sind".  Als  Behauptung  des  Nichtgebrauchs,  die  sie  weder 
glaubhaft machen noch nachweisen muss (Art. 32 MSchG), ist diese Erklä-
rung genügend substanziert.

4.2 Die Beschwerdeführerin rügt, die Vorinstanz habe die in den Replikbeila-
gen des erstinstanzlichen Verfahrens erwähnten und von mit ihr verbunde-
nen Konzerngesellschaften unter der Marke MARTINI vertriebenen Waren 
zu Unrecht als Hilfswaren taxiert. Selbst als Hilfswaren hätte sie sie über-
dies als Nachweis für einen rechtsgenüglichen Markengebrauch anerken-
nen  müssen.  Die  Widerspruchsmarke  CH  340'999  ist  für  "Préparations 
pour blanchir, autres substances pour lessiver; préparations pour nettoyer,  
polir,  dégraisser et abraser;  savons;  parfumerie, huiles essentielles, cos-
métiques,  lotions pour les cheveux;  dentifrices;  lunettes et  étuis  pour lu-
nettes; véhicules; appareils de locomotion par terre, par air ou par eaux;  
papier, carton, articles en papier et carton pour emballer, étiquettes auto-
collantes; imprimés; journaux et périodiques, livres; articles pour reliures;  
photographies; papeterie, matières adhésives (pour la papeterie);  matéri-
aux pour les artistes; pinceaux;  machines à écrire et articles de bureau;  
matériel  d'instruction  ou  d'enseignement;  cartes  à  jouer,  caractères 
d'imprimerie; clichés; sacs et sacoches en cuir et imitations de cuir, para-
pluies;  cordes,  ficelles,  filets,  tentes,  bâches,  voiles,  sacs;  matières  de 
rembourrage (crin, kapok, plumes, algues de mer), matières textiles fibreu-
ses brutes; fils; tissus; couvertures de lit et de table; vêtements, y compris  
les bottes, les souliers et les pantoufles; dentelles et broderies, rubans et 
lacets; boutons, boutons à pression, crochets et oeillets, épingles et aiguil-
les;  fleurs artificielles;  tapis,  paillassons,  nattes,  linoléums et autres  pro-
duits  servant  à  couvrir  les  planchers;  tentures;  jeux,  jouets;  articles  de  
gymnastique et de sport; ornements et décorations pour arbres de Noël;  
malt; bière, ale et porter; eaux minérales et gazeuses et autres boissons 
non  alcooliques;  sirops  et  autres  préparations  pour  faire  des  boissons,  
vins, vermouth, spiritueux et liqueurs" eingetragen, die Widerspruchsmarke 
CH P-341'060 für "Malt, bière, ale et porter, eaux minérales et gazeuses et  

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autres boissons non alcooliques, sirops et autres préparations pour faire  
des  boissons,  vins,  vermouth,  spiritueux  et  liqueurs",  die  Widerspruchs-
marke CH 370'584 für "Vins, spiritueux et liqueurs". Die Beschwerdeführe-
rin  führt  allerdings  nicht  substanziert  aus,  für  welche  Waren  die  Wider-
spruchsmarken ihrer  Ansicht  nach gebraucht  worden seien.  Sie erwähnt 
bloss unter MARTINI verkaufte Gläser, Bareinrichtungen, Arbeitsgeräte für 
die Restauration sowie Geschirr. Für solche Waren ist indessen keine der 
Widerspruchsmarken eingetragen. Sie kommen in den vorgenannten Auf-
zählungen nicht vor.  Zu Unrecht  hält  die Beschwerdeführerin  daher pau-
schal  an ihrer  Behauptung eines rechtserhaltenden Gebrauchs "auch für 
nicht der Klasse 33 zugehörige Güter"  fest.  Weitere Beweismittel  hat sie 
nicht  angeboten.  Da  die  Waren,  für  welche  sie  einen  rechtserhaltenden 
Gebrauch  substanziert  behauptet,  in  den Warenlisten der  Widerspruchs-
marke fehlen, erübrigt sich die Prüfung der Fragen, ob es sich dabei um 
Hilfswaren handelt und ob dieser Gebrauch durch Dritte der Beschwerde-
führerin  zuzurechnen  wäre.  Es  erübrigen  sich  ebenso  weitere  Sachver-
haltsabklärungen zum Gebrauch dieser Marken (Art. 13 Abs. 2 VwVG).

4.3 Die Vorinstanz hat die eingereichten Belege ausführlich gewürdigt und den 
Gebrauch der Marke ausschliesslich  für  alkoholische Getränke (Wermut) 
bejaht. Dies ist auf Grund des Gesagten nicht zu beanstanden.

5. Damit ist als nächstes zu prüfen, ob Alkoholische Getränke (Wermut) mit 
"Ustensiles et récipients pour le ménage ou la cuisine (ni en métaux préci-
eux,  ni  en  plaqué);  peignes et  éponges;  brosses  (à l'exception  des  pin-
ceaux);  matériaux pour la brosserie; matériel  de nettoyage; paille de fer;  
verre brut  ou mi-ouvré (à l'exception du verre de construction);  verrerie,  
porcelaine et faïence non comprises dans d'autres classes,  à l'exclusion 
des verres à boire,  ainsi  que des ustensiles  de cuisine  utilisés pour les 
boissons" gleichartig  sind.  Die  Rechtsprechung  bejaht  Gleichartigkeit 
grundsätzlich zwischen Esswaren des täglichen Bedarfs, die in der Küche 
Verwendung finden (RKGE in sic! 1997 S. 178 f. E. 3 Gourmet House, sic! 
2000 S. 801 E. 5  Naturella/Naturessa), ausser zwischen Essen und Trin-
ken (RKGE in sic! 2002 S. 433 E. 5  San Pellegrino). Zwischen essbaren 
und nicht  essbaren Waren,  die wie Käse und ein  Käsehobel  thematisch 
miteinander  verbunden  sind,  kann  im  Einzelfall  Gleichartigkeit  bestehen 
(RKGE in sic! 2006 S. 37 E. 6  Käserosette), doch müssen dafür mehrere 
Kriterien zusammenkommen:  Für das Bestehen gleichartiger Waren spre-
chen  Übereinstimmungen  zwischen  den  Herstellungsstätten  der  Waren, 
dem  fabrikationsspezifisch  erforderlichen  Know-how,  den  Vertriebskanä-
len, den Abnehmerkreisen und dem Verwendungszweck der Waren, deren 
Substituierbarkeit, verwandte oder gleiche technologische Indikationsberei-
che sowie das Verhältnis von Hauptware und Zubehör (RKGE in sic! 2004 
S. 864 E. 6 Harry/Harry's Bar, sic! 2006 S. 36 E. 5 Käserosette). Eher ge-
gen das Vorliegen von Gleichartigkeit sprechen getrennte Vertriebskanäle 
innerhalb derselben Käuferschicht sowie das Verhältnis von Hilfsware oder 
Rohstoff zu Haupt-, Zwischen- oder Fertigware (RKGE in sic! 2004 S. 864 
E. 6 Harry/Harry's Bar, MARBACH, a. a. O., S. 264 ff.).

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6. Übertragen auf den Gleichartigkeitsbereich eines international  bekannten 
Apéritifgetränks  kann auf  Grund dieser  Kriterien  durchaus davon ausge-
gangen werden, dass bestimmte Haushalts- und Küchengeräte sowie -be-
hälter, die spezifisch auf eine Verwendung an der Bar, in der Zubereitung 
oder beim Service von Drinks konstruiert sind, in der Vorstellung des ange-
sprochenen,  breiten  Publikums  eine  übereinstimmende  betriebliche  Her-
kunft  wie die des bekannten Wermuts erwarten lassen. Diese Erwartung 
entsteht  infolge  der  spezialisierten  Barkeeper-  und  Drinkmix-Kultur,  aus 
welcher derartige Geräte und Behälter (Messbecher, Mixer, Mixstab, Sieb 
etc.) bekannt sind. Daher ist sie allerdings auf Geräte im Zusammenhang 
mit der Zubereitung von Getränken beschränkt. Zwar mag Wermut grund-
sätzlich auch bei der Zubereitung gewisser Speisen,  namentlich Saucen, 
Verwendung finden. Die Beschwerdeführerin hat den Gebrauch ihrer Wer-
mut-Getränke als Kochzutaten indessen weder vor der Vorinstanz noch im 
Beschwerdeverfahren behauptet  oder  dargetan.  Für  eine Verwendung in 
der Küche sind die Widerspruchsmarken – im Unterschied zu Apéritifge-
tränken wie Sherry oder Marsala – jedenfalls nicht bekannt. In der Erwar-
tung des Publikums werden die Wermutprodukte der Beschwerdeführerin 
darum auch dann nicht mit allen Arten von Haushalts- und Küchenmaschi-
nen,  namentlich  Maschinen  für  Lebensmittel,  in  Verbindung  gebracht, 
wenn  die  Widerspruchsmarken  als  bekannt  vorausgesetzt  werden.  Viel-
mehr  fehlen in diesem Zusammenhang die genannten Kriterien  überein-
stimmender Vertriebskanäle und Verwendungszwecke. Noch weniger be-
stehen ähnliche technologische Indikationsbereiche, gleiche Herstellungs-
stätten oder sind die Waren miteinander substituierbar.

7. Eine Warengleichartigkeit,  die  eine Verwechslungsgefahr  mit  den Wider-
spruchsmarken begründen könnte, ist somit nur für spezifisch auf die Zu-
bereitung für  Getränke  ausgerichtete  Bar-  oder  Küchengeräte  festzustel-
len.  Diesen  Warenbereich  hat  die  Beschwerdegegnerin  mit  ihrer  Ein-
schränkung "à l'exclusion des verres à boire, ainsi que des ustensiles de  
cuisine  utilisés  pour  les  boissons"  ausgeschlossen,  weshalb  die  für  das 
Bestehen  einer  Verwechslungsgefahr  erforderliche  Gleichartigkeit  zwi-
schen den zu vergleichenden Waren vorliegend fehlt.

8. Überdies ist die Bedeutung von "Martini" vielfältig. Der als "martini dry" be-
kannte,  klassische Drink stammt als  Sachbezeichnung aus Amerika  und 
hat nichts mit den Widerspruchsmarken zu tun (JEAN WATIN-AUGOUARD, Histo-
ires de Marques, Paris 2006, S. 470). Der italienische Name "Martini" ist 
mit dem Vornamen "Martin" verwandt und kommt in der Schweiz auch als 
Nachname vor. Ausserdem bezeichnet "Martini" im Volksmund den 11. No-
vember.  Die Beschwerdeführerin  stellt  nicht  alle Arten von alkoholischen 
Getränken  oder  Digestives  her,  sondern  ein  bestimmtes  alkoholisches 
Apérogetränk mit dem Geschmack von Wermut. Ausser bei dieser engen 
thematischen Warenverbindung liegt die Annahme einer zufälligen Gleich-
namigkeit mit einem anderen Hersteller daher grundsätzlich näher als die 
Vermutung einer gleichen betrieblichen Herkunft mit der Beschwerdeführe-
rin. Da die Marke der Beschwerdeführerin in Majuskeln, diejenige der Be-

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schwerdegegnerin in Kleinbuchstaben geschrieben ist, reichen die Unter-
schiede  in  der  Zeichendarstellung  deshalb  aus,  auch  in  allfälligen  über-
schneidenden Randgebieten der beiden Warenlisten eine Verwechslungs-
gefahr zu verhindern.  Die Vorinstanz hat  das Vorliegen einer Verwechs-
lungsgefahr  zwischen  den  zu  vergleichenden  Marken  deshalb  zu  Recht 
verneint. Die Beschwerde ist somit abzuweisen.

9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Beschwerdeführerin für das 
Beschwerdeverfahren kosten- und entschädigungspflichtig (Art. 63 Abs. 1 
und 64 Abs. 1 VwVG). Der Kostenanspruch ist mit dem geleisteten Kosten-
vorschuss zu verrechnen. Wie die Beschwerdeführerin zu Recht rügt, ver-
mochte die Beschwerdegegnerin eine Verwechslungsgefahr nur zu verhin-
dern, indem sie ihr Warenverzeichnis während des vorinstanzlichen Ver-
fahrens einschränkte, mag dies im Vergleich zum Gesamtumfang des Ver-
zeichnisses auch nur einen eher geringen Teil der Waren betroffen haben. 
Es rechtfertigt sich daher, die ihr erstinstanzlich zugesprochene Parteient-
schädigung um Fr. 200.-- angemessen zu reduzieren.

10. Die  Spruchgebühr  des  Beschwerdeverfahrens  (Gerichtsgebühr)  ist  nach 
Umfang und Schwierigkeit der Streitsache, Art der Prozessführung und fi-
nanzieller Lage der Parteien zu bestimmen (Art. 63 Abs. 4bis VwVG, Art. 2 
Abs. 1 des Reglements über Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Im Widerspruchsbeschwer-
deverfahren  ist  dafür  das  Interesse  der  Widersprechenden  an  der  Lö-
schung, beziehungsweise der Widerspruchsgegnerin am Bestand der an-
gefochtenen Marke zu veranschlagen. Es würde allerdings zu weit führen 
und  könnte  im Verhältnis  zu  den  geringen  Kosten  des  erstinstanzlichen 
Verfahrens  abschreckend  wirken,  wenn  dafür  stets  konkrete  Aufwands-
nachweise im Einzelfall  verlangt  würden.  Mangels  anderer  streitwertrele-
vanter  Angaben ist  der Umfang der Streitsache darum nach Erfahrungs-
werten auf Fr. 40'000.-- festzulegen (JOHANN ZÜRCHER, Der Streitwert im Im-
materialgüter- und Wettbewerbsprozess, sic! 2002, 505;  LEONZ MEYER, Der 
Streitwert in Prozessen um Immaterialgüterrechte und Firmen, sic!  2001, 
559 ff., LUCAS DAVID, in: Roland von Büren / Lucas David [Hrsg.], Schweize-
risches Immaterialgüter- und Wettbewerbsrecht, Bd. I/2, Der Rechtsschutz 
im Immaterialgüterrecht,  Basel 1998, S. 29 f.). Die von der Beschwerde-
gegnerin mit Kostennote vom 20. Dezember 2006 ausgewiesenen Aufwen-
dungen von Fr. 1'200.-- erscheinen angemessen und sind ihr als Parteient-
schädigung zuzusprechen (Art. 34 MSchG, Art. 64 Abs. 1 VwVG).

11. Dieses Urteil unterliegt keiner Beschwerde ans Bundesgericht  und  ist da-
her  rechtskräftig  (Art.  73  des  Bundesgesetzes  über  das  Bundesgericht 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, und Ziff. 1-3 und 5 der Verfügung des 
Eidgenössischen Instituts für Geistiges Eigentum vom 24. Mai 2006 (Wi-
derspruchsverfahren Nr. 6271, 6276 und 6282) werden bestätigt.

2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 4'000.-- wird der Beschwerdeführerin auferlegt 
und mit dem erhobenen Kostenvorschuss von Fr. 3'500.-- verrechnet. Die 
Beschwerdeführerin hat damit noch Fr. 500.-- zu bezahlen.

3. Die Beschwerdeführerin hat die Beschwerdegegnerin für das Beschwerde-
verfahren mit Fr. 1'200.-- (inkl. MWST) zu entschädigen.

4. Ziff. 4 der Verfügung des Eidgenössischen Instituts für Geistiges Eigentum 
vom 24. Mai 2006 in den Widerspruchsverfahren Nr. 6271, 6276 und 6282 
wird aufgehoben und die Beschwerdeführerin verpflichtet, die Beschwerde-
gegnerin für das erstinstanzliche Verfahren mit  Fr. 1'800.-- zu entschädi-
gen.

5. Dieses Urteil wird eröffnet: 

- der Beschwerdeführerin (eingeschrieben, Beschwerdebeilagen zurück)
- der Beschwerdegegnerin (eingeschrieben)
- der  Vorinstanz  (Ref-Nr.  Wspr.  Nr.  6271,  6276,  6282;  eingeschrieben,  

Vorakten zurück)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

David Aschmann Philipp J. Dannacher

Versand am: 23. April 2007