# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 234f8513-850a-5633-a5cf-ce05af258e22
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-07-03
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 03.07.2020 IV 2018/344
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_IV-2018-344_2020-07-03.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2018/344

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 12.11.2020

Entscheiddatum: 03.07.2020

Entscheid Versicherungsgericht, 03.07.2020
Art. 28 IVG, Art. 16 ATSG. Würdigung eines polydisziplinären Gutachtens. 
Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers bejaht. 
Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 3. Juli 2020, IV 2018/344).

Entscheid vom 3. Juli 2020

Besetzung

Präsidentin Miriam Lendfers, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider und 

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiberin Annina Janett

Geschäftsnr.

IV 2018/344

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Fürsprecher lic. iur. Daniel Küng, Anwaltskanzlei St. Jakob, 

St. Jakob Strasse 37, 9000 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ war seit dem Jahr 2001 als Reinigungsfachmann bei der B.___ tätig. Am 4. 

August 2015 zog er sich bei der Arbeit eine Schnittverletzung an den Fingern der 

rechten Hand zu (Fremd-act. 2-63). Der Versicherte wurde gleichentags im 

Kantonsspital St. Gallen (KSSG) vorstellig, wo er am 5. August 2015 bei Diagnose 

tangenitale Schnittverletzung D4 und D5 der rechten Hand mit Beugesehnenläsion 

FDP-Sehne Zone 1 D4 und 100%iger Durchtrennung N8 und A8 operiert wurde 

(Austrittsbericht vom 7. August 2015, Fremd-act. 2-47; vgl. auch Fremd-act. 2-51, 

2-61). Bei postoperativ unkompliziertem Verlauf wurde dem Versicherten eine 

ergotherapeutische Behandlung verordnet (Fremd-act. 2-41 ff., vgl. auch IV-act. 10). Er 

war bis am 22. November 2015 zu 100% und ab dem 23. November 2015 zu 50% 

arbeitsunfähig (vgl. Fremd-act. 2-6).

A.a. 

Am 21. Dezember 2015 meldete sich der Versicherte bei der IV-Stelle des Kantons 

St. Gallen zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-act. 1).

A.b. 

Im Verlaufsbericht vom 31. Dezember 2015 attestierten die Ärzte des KSSG dem 

Versicherten ab Januar 2016 eine 80%ige Arbeitsfähigkeit (Fremd-act. 3). Am 18. 

Januar 2016 teilte der Versicherte dem Unfallversicherer telefonisch mit, dass er seine 

Arbeitstätigkeit aufgrund von starken Schmerzen wieder habe auf 50% reduzieren 

müssen (Fremd-act. 5, 7). Am 4. Februar 2016 berichteten die Ärzte der Klinik für 

Hand-, Plastische- und Wiederherstellungschirurgie des KSSG, dass der Versicherte 

aus handchirurgischer Sicht zu 100% arbeitsfähig wäre, dies ihm aber aufgrund der 

von ihm berichteten diffusen Schmerzen nicht möglich sei. Die Ergotherapie habe der 

Versicherte abgebrochen (Fremd-act. 13-2 f.).

A.c. 

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Am 22. Februar 2016 wurde der Versicherte im Zusammenhang mit dem 

Unfallereignis kreisärztlich untersucht. Der Kreisarzt des Unfallversicherers hielt fest, 

dass klinisch Hinweise auf ein beginnendes CRPS mit persistierender Einschränkung 

der Fingerbeweglichkeit bei nicht nachvollziehbaren Beschwerden an der rechten Hand 

vorlägen. Er empfahl die Vereinbarung eines Behandlungstermins in der Klinik C.___. 

Bis zur Vorlage des entsprechenden Behandlungsberichts bezeichnete er die 

"bisherige 50%ige Arbeitsfähigkeit" als ausgewiesen (Fremd-act. 20).

A.d. 

Am 29. März 2016 fand in der Rheumatologie der Klinik C.___ eine konsiliarische 

Untersuchung des Versicherten statt. Diese ergab die Diagnose eines neuropathischen 

Schmerzbilds D4 rechts, differentialdiagnostisch CRPS, in partieller Remission. Dem 

Versicherten wurde eine Arbeitsunfähigkeit von weiterhin 50% attestiert (Fremd-act. 

29). Im April und Mai 2016 fanden erneut Nachkontrollen im KSSG statt (Fremd-act. 37, 

41).

A.e. 

Anlässlich einer vom Unfallversicherer veranlassten handchirurgischen 

Untersuchung vom 22. August 2016 wurde dem Versicherten eine posttraumatische 

Bewegungseinschränkung der rechten Hand mit neuropathischem Schmerzbild 

diagnostiziert und eine neurologische Abklärung empfohlen (Bericht von Dr. med. D.___ 

vom 24. August 2016, Fremd-act. 63). Diese ergab keine klinischen Anhaltspunkte für 

ein Neurom und keine konkreten Hinweise für ein CRPS, die Sensibilitätsstörungen und 

die Berührungsüberempfindlichkeit/Allodynie am rechten Ringfinger wurde jedoch 

durch die Verletzung des Interdigitalnervs N8 als gut erklärt bezeichnet (Bericht von 

Dr. med. E.___ vom 31. Oktober 2016, Fremd-act. 70). Im Rahmen der Abklärungen im 

Schmerzzentrum des KSSG (vgl. auch IV-act. 30) fand in der Klinik für Psychosomatik 

ein psychologisches Assessment statt, anlässlich welchem die Ärzte eine mittelgradige 

depressive Episode (ICD-10 F32.1) diagnostizierten (Berichte vom 18. November und 

14. Dezember 2016, Fremd-act. 77, 84-4 f.).

A.f. 

Am 4. Januar 2017 notierte der IV-interne Regionale Ärztliche Dienst (RAD) 

gestützt auf die Akten, dass das vorgetragene Beschwerdebild nicht umfassend 

plausibilisiert werden könne. Medizinisch theoretisch sei der Versicherte in einer die 

rechte Hand weitgehend schonenden Tätigkeit voll arbeitsfähig (IV-act. 26).

A.g. 

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Am 3. Mai 2017 fand die kreisärztliche Abschlussuntersuchung statt. Der Kreisarzt 

diagnostizierte ein unfallabhängiges, residuelles, aber weitgehend regredientes CRPS 

mit verbleibender residueller Funktionsbeeinträchtigung der rechten Hand mit 

Bewegungseinschränkung der Fingergrund-, Fingermittel- und Fingerendgelenke und 

des Kleinfingers rechts, Sensibilitätsstörungen und neuropathischem Schmerzsyndrom 

Ringfinger rechts und mittelgradigem Kraftverlust der Hand bei Faustschluss nach 

kombinierter Sehnen-, Gefäss- und Nervenverletzung des Ring- und Kleinfingers der 

rechten Hand am 4. August 2015. Der Kreisarzt hielt fest, dass dem Versicherten 

aufgrund der Unfallfolgen ein grösserer oder wiederholter Krafteinsatz der rechten 

Hand mit wiederholten Bewegungen des Ring- und Kleinfingers, Arbeiten mit 

feinmotorischen Anforderungen oder mit Vibrationen oder Schlägen in Bezug auf die 

Hand, Tätigkeiten unter Hitze oder Kälteexposition, Arbeiten mit Maschinen mit 

Gefahrenpotentialen und repetitive Tätigkeiten auf Leitern, Gerüsten oder sonstigen 

absturzgefährdeten Stellen wegen der eingeschränkten Haltefunktion nicht mehr 

zuzumuten seien. Für leichte bis gelegentlich mittelschwere körperliche Arbeiten könne 

er unter Beachtung dieses Zumutbarkeitsprofils vollschichtig eingesetzt werden (IV-act. 

38 = Fremd-act. 86-3 ff.).

A.h. 

Vom 3. bis 28. Juli 2017 war der Versicherte in integrativer tagesklinischer 

Behandlung in der Klinik F.___. Die behandelnden Ärzte berichteten, dass beim 

Versicherten eine Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion (ICD-10 F 43.21) sowie 

ein chronisches Schmerzsyndrom (ICD-10 R52.1) bestünden. Bei Austritt habe 

insgesamt von einer leichten Rückbildung der depressiven Symptomatik sowie von 

einer leichten Verbesserung des psychophysischen Gesamtzustandes ausgegangen 

werden können (IV-act. 52; vgl. auch den Bericht vom 5. Juli 2017, IV-act. 48).

A.i. 

Im Dezember 2017 und Januar 2018 wurde der Versicherte im Auftrag der IV-Stelle 

durch das Medizinische Zentrum Römerhof (MZR) polydisziplinär (chirurgisch-

internistisch, orthopädisch, neurologisch, neuropsychologisch und psychiatrisch) 

begutachtet (Gutachten vom 28. März 2018, IV-act. 72). Die Gutachter berichteten, 

beim Versicherten bestünde mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein 

neuropathisches Schmerzsyndrom D4 bei Status nach Schnittverletzung D4 und D5 

am 4. August 2015 mit Beugedefizit der Finger der rechten Hand. Ohne Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit bestünden u.a. eine distal symmetrische axonale sensible 

A.j. 

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B.  

Polyneuropathie, eine längere depressive Reaktion im Rahmen einer 

Anpassungsstörung (ICD-10 F 43.21) sowie eine chronische Schmerzstörung mit 

somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41). Der Versicherte sei in der 

zuletzt ausgeübten Erwerbstätigkeit als Reinigungskraft seit November 2015 zu 50% 

arbeitsfähig. In einer dem Leiden optimal angepassten, leichten bis mittelschweren 

Tätigkeit ohne belastende feinmotorische Arbeiten für die rechte Hand bestehe aus 

interdisziplinärer Sicht eine uneingeschränkte 100%ige Arbeitsfähigkeit (IV-act. 72-82 

ff.). Der RAD erachtete das Gutachten als plausibel und nachvollziehbar 

(Stellungnahme vom 5. April 2018, IV-act. 73).

Am 5. April 2018 teilte der Versicherte der IV-Stelle mit, dass das Arbeitsverhältnis 

zwei Monate zuvor gekündigt worden sei. Er fühle sich aktuell nicht in der Lage, sich 

um eine neue Arbeitsstelle zu bemühen (IV-act. 74-3 f.). Daraufhin wies die IV-Stelle 

das Leistungsbegehren um berufliche Massnahmen ab mit der Begründung, der 

Versicherte fühle sich nicht in der Lage, an Eingliederungsbemühungen mitzuwirken 

(Mitteilung vom 11. April 2018, IV-act. 78).

A.k. 

Mit Vorbescheid vom 23. Mai 2018 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die 

Abweisung des Leistungsbegehrens bei einem Invaliditätsgrad von 0% in Aussicht (IV-

act. 83). Fristerstreckungen zur Einreichung eines begründeten Einwands liess der 

Versicherte unbenützt verstreichen (vgl. IV-act. 88 ff.). Am 18. September 2018 verfügte 

die IV-Stelle entsprechend ihrem Vorbescheid (IV-act. 93).

A.l. 

Gegen diese Verfügung vom 18. September 2018 liess der Versicherte am 15. 

Oktober 2018 durch seinen Rechtsvertreter Beschwerde erheben und die Aufhebung 

der Verfügung und die Zusprache einer ganzen Invalidenrente spätestens ab Juni 2016 

beantragen. Eventualiter seien weitere Abklärungen zu veranlassen und dem 

Beschwerdeführer sodann eine ganze Invalidenrente spätestens ab Juni 2016 

zuzusprechen. Zudem ersuchte der Rechtsvertreter um Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege samt Rechtsverbeiständung (act. G 1).

B.a. 

Mit Beschwerdeantwort vom 28. November 2018 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 3).

B.b. 

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Erwägungen

1.  

2.  

Am 30. November 2018 bewilligte das Gericht die unentgeltliche Rechtspflege für 

das Verfahren vor dem Versicherungsgericht (act. G 4).

B.c. 

Am 11. Februar 2019 liess der Beschwerdeführer an seinen Ausführungen 

festhalten (act. G 8). Daraufhin wurde der Schriftenwechsel am 15. Februar 2019 

abgeschlossen (vgl. act. G 9).

B.d. 

Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der 

Rentenanspruch des Beschwerdeführers gegenüber der Invalidenversicherung.

1.1. 

Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die 

ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht 

durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder 

verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses 

Jahres zu mindestens 40% invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende 

oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG, 

SR 830.1). Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 

Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, 

geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 

und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten 

auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

1.2. 

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4).

1.3. 

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In medizinischer Hinsicht liegt insbesondere das MZR-Gutachten vom 28. März 

2018 (IV-act. 72) im Recht. Dieses beruht auf fachärztlichen chirurgisch-internistischen, 

orthopädischen, neurologischen, neuropsychologischen und psychiatrischen 

Untersuchungen und wurde in Kenntnis und Würdigung der Vorakten (S. 2 bis 19 des 

Gutachtens) abgegeben. Die chirurgische Gutachterin und der internistische Gutachter 

konnten bei Vorliegen eines unauffälligen Allgemeinzustands weder in der 

angestammten noch in einer angepassten Verweistätigkeit eine Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit feststellen (IV-act. 72-87). Die orthopädische Gutachterin hielt fest, 

dass die Beschwerden des Beschwerdeführers nur zu einem minimalen Anteil 

nachvollziehbar seien und insgesamt von einer massiven Schmerz- und 

Symptomausweitung auszugehen sei. Die vom Beschwerdeführer gezeigte 

Gebrauchseinschränkung der rechten Hand sei bei fehlender Schwellung, reizlosen 

Sehnenscheiden, normalem Hautkolorit, unauffälligem Nagelwachstum und 

radiologisch fehlenden degenerativen Veränderungen nicht nachvollziehbar. Ein CRPS 

sei auszuschliessen. Die angegebenen Beschwerden der linken Hand seien bei 

vollkommen regelrechten klinischen und radiologischen Untersuchungsbefunden 

überhaupt nicht nachvollziehbar. Es sei von einer vollständigen Ausheilung der 

beschriebenen moderaten Ansatztendinopathie und Peritendinopathie des linken 

Ellbogens auszugehen. Auch bei der Untersuchung der LWS hätten sich massive 

Diskrepanzen zwischen der demonstrierten passiv eingeschränkten Beweglichkeit und 

der freien spontanen Beweglichkeit gezeigt. Die Gutachterin erachtete den 

Beschwerdeführer sowohl in der bisherigen Tätigkeit als auch in einer adaptierten 

Tätigkeit ohne feinmotorische Arbeiten mit der rechten Hand als zu 100% arbeitsfähig 

(IV-act. 72-87 f.). Der neurologische Gutachter wies ebenfalls auf gewisse 

Diskrepanzen hin. Sichere Hinweise für die Diagnose eines CRPS fänden sich nicht. 

Aus neurologischer Sicht liege ein neuropathisches Schmerzsyndrom am Ringfinger 

bei nachgewiesener Schnittverletzung der Fingernerven vor. Die vordiagnostizierte, 

distal symmetrische axonale sensible Polyneuropathie beeinträchtige die 

Arbeitsfähigkeit nicht. In Anbetracht der Diskrepanzen sei die Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers durch die Schmerzen am Ringfinger lediglich für körperlich 

schwere Tätigkeiten mit vermehrter Benutzung der rechten Hand entsprechend der 

angestammten Tätigkeit zu 50% eingeschränkt. Leichte bis mittelschwere, 

wechselbelastende Tätigkeiten könne der Versicherte aus neurologischer Sicht 

vollschichtig ausführen (IV-act. 72- 88 f.). Der psychiatrische Gutachter ging von einer 

100%igen Arbeitsfähigkeit aus (vgl. diesbezüglich auch IV-act. 76). Die Ausprägung der 

depressiven Symptomatik sei leichtgradig und genüge nicht für die Erfüllung der 

Kriterien entsprechend einer leichten depressiven Episode nach ICD-10. Der Einfluss 

der psychiatrischen Diagnosen auf die Arbeitsfähigkeit sei aufgrund der teils fehlenden 

2.1. 

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Behandlung bzw. der nicht nachvollziehbaren Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch 

die Behandler retrospektiv nicht nachvollziehbar. Die den Beschwerdeführer 

untersuchende Neuropsychologin schloss unter Hinweis auf die Befunde auf ein 

Aggravationsverhalten. Daher könnten die Ergebnisse der Leistungstests nicht 

inhaltlich ausgewertet werden und lieferten wegen mangelnder Mitarbeit des 

Beschwerdeführers keine verwertbaren neuropsychologischen Befunde (IV-act. 72-66, 

vgl. auch 72-89 f.). Im Rahmen der interdisziplinären Gesamtwürdigung erachteten die 

MZR-Gutachter den Beschwerdeführer in der angestammten Tätigkeit als 

Reinigungskraft seit November 2015 als zu 50% arbeitsfähig. In einer 

leidensangepassten, leichten bis mittelschweren Tätigkeit ohne belastende 

feinmotorische Arbeiten für die rechte Hand bestehe eine uneingeschränkte 100%ige 

Arbeitsfähigkeit (IV-act. 72-92).

Der Beschwerdeführer macht unter Hinweis auf die Einschätzung des 

Unfallversicherers geltend, dass ihm die bisherige Tätigkeit nicht zu 50%, sondern gar 

nicht mehr zumutbar sei (act. G 1). Er bringt allerdings keine (substantiierte) Kritik an 

den gutachterlichen Ausführungen vor und auch aus den Akten ergeben sich keine 

objektiven Gesichtspunkte, welche die Gutachter ausser Acht gelassen haben könnten. 

Ihre Einschätzungen beruhen auf persönlichen Untersuchungen des 

Beschwerdeführers unter Einbezug der geschilderten Beschwerden. Die medizinischen 

Zusammenhänge wurden von den Gutachtern einleuchtend dargelegt und die 

Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar begründet. Unter diesen Umständen besteht 

kein Anlass, von der gutachterlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung abzuweichen. Dies 

umso weniger, als grundsätzlich auch vom Beschwerdeführer unbestritten geblieben 

ist, dass in einer seinem Leiden angepassten Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit 

besteht. Dem Gutachten ist voller Beweiswert beizumessen. Da von weiteren 

Sachverhaltsabklärungen keine wesentlichen neuen Erkenntnisse zu erwarten sind, ist 

entgegen dem Eventualantrag des Beschwerdeführers (act. G 1) in antizipierter 

Beweiswürdigung darauf zu verzichten.

2.2. 

Zusammenfassend ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der 

Beschwerdeführer in einer angepassten leichten bis mittelschweren Tätigkeit ohne 

belastende feinmotorische Arbeiten der rechten Hand zu 100% arbeitsfähig ist.

2.3. 

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3.  

 3.1. 

Ausgehend von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten ist 

der Invaliditätsgrad zu ermitteln. Der Beschwerdeführer macht geltend, dass er seine 

noch vorhandene Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht mehr 

verwerten könne (act. G 1).

3.1.1. 

Für die Invaliditätsbemessung ist nicht massgeblich, ob eine invalide Person 

unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig, 

ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn ein 

Gleichgewicht von Angebot an und Nachfrage nach Arbeitskräften bestünde 

(ausgeglichener Arbeitsmarkt, Art. 16 ATSG). An der Massgeblichkeit des theoretisch 

ausgeglichenen Arbeitsmarktes vermag auch der Umstand nichts zu ändern, dass es 

für die versicherte Person im Einzelfall schwierig oder gar unmöglich ist, im 

tatsächlichen Arbeitsmarkt eine entsprechende Stelle zu finden. Der ausgeglichene 

Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und 

Arbeitsangebote, bei welchen gesundheitlich beeinträchtigte Personen mit einem 

sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können. Eine 

Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ist lediglich in denjenigen Fällen 

anzunehmen, in denen die zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich 

ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter 

nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich 

wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als 

ausgeschlossen erscheint (Urteil des Bundesgerichts vom 28. November 2014, 

9C_485/2014, E. 2 und E. 3.3.1 mit Hinweisen).

3.1.2. 

Dass eine versicherte Person lediglich zufolge ihres Alters keine ihrer 

gesundheitlichen Beeinträchtigung angepasste Arbeit mehr findet, ist grundsätzlich ein 

Problem der Arbeitslosigkeit und nicht der Invalidität. In der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung wird das fortgeschrittene Alter, obgleich an sich ein invaliditätsfremder 

Faktor, dann als Kriterium anerkannt, wenn es zusammen mit weiteren persönlichen 

und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person 

verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch 

gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumutbar ist. Gemäss der 

Rechtsprechung lässt sich der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das 

verbliebene Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, 

3.1.3. 

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4.  

nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den Umständen des 

Einzelfalls ab (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 22. März 2012, 9C_153/2011, E. 3.1 

mit Hinweisen).

Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers schliesst sein Alter (Jahrgang 

1962) die Verwertbarkeit seiner Restarbeitsfähigkeit nicht ohne Weiteres aus. Der 

Beschwerdeführer war im massgebenden Zeitpunkt des Verfügungserlasses 56 Jahre 

alt und hatte damit eine noch relativ lange Aktivitätsdauer vor sich. Zusätzlich ist zu 

berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer in medizinischer Hinsicht in einer 

adaptierten Tätigkeit voll arbeitsfähig ist und der ausgeglichene Arbeitsmarkt auch 

unter Berücksichtigung der aufgestellten Adaptionskriterien (leichte bis mittelschwere 

Tätigkeiten ohne belastende feinmotorische Tätigkeiten der rechten Hand, vgl. 

vorstehende E. 2) ein hinreichend grosses Angebot an Betätigungsmöglichkeiten 

bietet. Dies umso mehr, als an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und 

Verdienstaussichten praxisgemäss keine übermässigen Anforderungen zu stellen sind. 

Darüber hinaus ist gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung davon 

auszugehen, dass der ausgeglichene Arbeitsmarkt gar für funktionell Einarmige ein 

hinreichend grosses Angebot an realistischen Betätigungsmöglichkeiten bietet (vgl. 

statt vieler: Urteil des Bundesgerichtes vom 18. Februar 2009, 9C_941/2008 E. 3.5; vgl. 

zur funktionellen Einarmigkeit das Urteil des Bundesgerichts vom 9. März 2015, 

9C_842/2014 E. 3.2 mit Hinweisen). Damit ist die Verwertbarkeit der 

Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers vorliegend gegeben.

3.1.4. 

Basierend auf einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten erübrigt 

sich die genaue Bemessung des Invaliditätsgrads. Der Beschwerdeführer hat vor 

Eintritt der gesundheitlichen Probleme keinen das statistische durchschnittliche 

Einkommen eines Hilfsarbeiters erreichenden, geschweige denn übersteigenden Lohn 

erzielt (vgl. etwa den IK-Auszug, IV-act. 9, sowie den Fragebogen für Arbeitgebende, 

IV-act. 13). Bei einer vollen Arbeitsfähigkeit adaptiert bleibt der Invaliditätsgrad 

offenkundig unter der rentenbegründenden Schwelle von 40%, sodass auch die 

Bemessung des Tabellenlohnabzugs (maximal 25%; BGE 126 V 75) offenbleiben kann. 

Die Beschwerdegegnerin hat den Rentenanspruch des Beschwerdeführers somit zu 

Recht verneint.

3.2. 

Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.4.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

4.2. 

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Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Der Beschwerdeführer wird von der Bezahlung der Gerichtsgebühr in der Höhe von 

Fr. 600.-- zufolge unentgeltlicher Rechtspflege befreit.

3.

Der Staat entschädigt den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers zufolge 

unentgeltlicher Rechtsverbeiständung mit Fr. 2'400.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer).

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem 

unterliegenden Beschwerdeführer sind die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 600.-- 

aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist er von der Bezahlung zu 

befreien.

bis

Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der 

Rechtsvertretung des Beschwerdeführers. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 

61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor 

Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (HonO; sGS 963.75) 

pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat 

keine Honorarnote eingereicht. Angesichts des nur einfachen Schriftenwechsels und 

mit Blick auf vergleichbare Fälle erscheint eine pauschale Parteientschädigung von 

Fr. 3'000.-- angemessen. Diese ist um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 des 

Anwaltsgesetzes, sGS 963.70). Somit hat der Staat den Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers pauschal mit Fr. 2'400.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

4.3. 

Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur 

Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).

4.4. 

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