# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2e7aadee-1f25-5b30-b6c1-52cd952e7593
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-12-20
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 20.12.2018 100 2018 43
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2018-43_2018-12-20.pdf

## Full Text

100.2018.43/44U
HAT/SPA/ROS

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 20. Dezember 2018

Verwaltungsrichter Häberli
Gerichtsschreiber Spring

A.________
Beschwerdeführer

gegen

Steuerverwaltung des Kantons Bern
Brünnenstrasse 66, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

und

Steuerrekurskommission des Kantons Bern
Sägemattstrasse 2, Postfach 54, 3097 Liebefeld

betreffend Kantons- und Gemeindesteuern sowie direkte Bundessteuer 
2012 (Entscheide der Steuerrekurskommission des Kantons Bern vom 
26. Januar 2018; 100 17 416, 200 17 349)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.12.2018, Nrn. 100.2018.43/44U, 
Seite 2

Sachverhalt:

A.

A.________ ist Geschäftsführer der B.________ AG, in deren Eigentum die 
von ihm bewohnte Liegenschaft C.________ Gbbl. Nr. 1________ steht. 
Die Steuerverwaltung des Kantons Bern bestimmte sein steuerbares Ein-
kommen 2012 für die Kantons- und Gemeindesteuern auf Fr. 31'000.-- und 
für die direkte Bundessteuer auf Fr. 39'500.-- (Einspracheentscheide vom 
5.9.2017).

B.

Am 2. Oktober 2017 gelangte A.________ mit Rekurs und Beschwerde an 
die Steuerrekurskommission des Kantons Bern (StRK), welche die Rechts-
mittel mit Entscheiden vom 26. Januar 2018 abwies.

C.

In einer einzigen Rechtsschrift vom 20. Februar 2018 hat A.________ so-
wohl bezüglich der Kantons- und Gemeindesteuern als auch der direkten 
Bundessteuer 2012 Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben. Er beantragt 
sinngemäss die Aufhebung der angefochtenen Entscheide sowie eine Re-
duktion des steuerbaren Einkommens um insgesamt Fr. 9'690.--.

Am 21. Februar 2018 hat der Abteilungspräsident die Verfahren betreffend 
die Kantons- und Gemeindesteuern sowie die direkte Bundessteuer 2012 
vereinigt.

Die StRK und die Steuerverwaltung schliessen mit Beschwerdevernehm-
lassung vom 28. März 2018 bzw. Beschwerdeantwort vom 26. April 2018 je 
auf Abweisung der Beschwerden.

Am 28. Mai 2018 hat A.________ erneut zur Sache Stellung genommen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.12.2018, Nrn. 100.2018.43/44U, 
Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerden als 
letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; 
BSG 155.21) zuständig (vgl. auch Art. 201 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 
21. Mai 2000 [StG; BSG 661.11] und Art. 145 Abs. 1 des Bundesgesetzes 
vom 14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer [DBG; SR 642.11] 
sowie Art. 9 Abs. 3 der Verordnung vom 18. Oktober 2000 über den Voll-
zug der direkten Bundessteuer [BStV; BSG 668.11]). Der Beschwerdefüh-
rer hat am vorinstanzlichen Rekurs- und Beschwerdeverfahren teilgenom-
men, ist durch die angefochtenen Entscheide besonders berührt und hat 
ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung und Änderung (Art. 79 
Abs. 1 VRPG; vgl. auch Art. 201 Abs. 2 StG sowie Art. 145 Abs. 2 i.V.m. 
Art. 140 Abs. 1 DBG). Auf die im Übrigen form- und fristgerecht einge-
reichten Beschwerden ist einzutreten.

1.2 Sind sowohl Entscheide bezüglich der Kantons- und Gemeinde-
steuern als auch der direkten Bundessteuer angefochten, so muss das Ver-
waltungsgericht zwei Urteile fällen, zumal es sich um verschiedene Steuern 
handelt, die unterschiedlichen Gemeinwesen zustehen und in getrennten 
Verfahren veranlagt werden. Allerdings können die Entscheide in ein und 
derselben Urteilsschrift getroffen werden (vgl. BGE 142 II 293 E. 1.2, 
135 II 260 E. 1.3.1, 130 II 509 E. 8.3). Weil in vorliegender Angelegenheit 
die einschlägigen Bestimmungen des kantonalen und eidgenössischen 
Rechts weitgehend gleich lauten, rechtfertigt sich die gemeinsame Beur-
teilung der Streitigkeit hinsichtlich kommunaler, kantonaler und eidge-
nössischer Steuern.

1.3 Eine Gutheissung der Beschwerden hätte für den Beschwerdeführer 
sowohl bei den Kantons- und Gemeindesteuern als auch bei der direkten 
Bundessteuer eine Ersparnis von deutlich unter Fr. 20'000.-- zur Folge, 
weshalb die Streitigkeit in die einzelrichterliche Zuständigkeit fällt (Art. 57 
Abs. 1 des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Ge-
richtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.12.2018, Nrn. 100.2018.43/44U, 
Seite 4

1.4 Das Verwaltungsgericht überprüft die angefochtenen Entscheide auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).

2.

Zu prüfen ist zunächst die strittige Aufrechnung von Fr. 3'690.--. Sie grün-
det auf der Differenz zwischen dem Mietzins, den der Beschwerdeführer 
der B.________ AG bezahlt, und dem Eigenmietwert der vermieteten Lie-
genschaft.

2.1 Der Einkommenssteuer unterliegen alle wiederkehrenden und ein-
maligen Einkünfte (Art. 19 Abs. 1 StG; Art. 16 Abs. 1 DBG). Steuerbar sind 
namentlich die Einkünfte aus unselbständiger Erwerbstätigkeit einschliess-
lich der Nebeneinkünfte (Art. 20 Abs. 1 StG; Art. 17 Abs. 1 DBG). Als 
solche gelten alle Leistungen, die ihren hauptsächlichen Grund im Arbeits-
verhältnis haben. Letzteres trifft zu, wenn zwischen der Leistung, die die 
steuerpflichtige Person erhält, und deren Erwerbstätigkeit ein derartiger 
wirtschaftlicher Zusammenhang besteht, dass die bezogene Leistung Folge 
der Tätigkeit ist und die steuerpflichtige Person sie im Hinblick auf ihre Tä-
tigkeit erhält (BGer 2C_357/2014 und 2C_358/2014 vom 23.5.2016 E. 2.2, 
2C_618/2014 und 2C_619/2014 vom 3.4.2015 E. 5.1, 2A.381/2006 und 
2A.382/2006 vom 29.11.2006, in ASA 78 S. 95 E. 2.1 S. 98). Steuerbar 
sind daher sämtliche geldwerten Vorteile, die eine Arbeitnehmerin bzw. ein 
Arbeitnehmer als Gegenleistung für ihre bzw. seine auf ein Arbeitsverhält-
nis gestützte Tätigkeit erhält (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkom-
mentar zum DBG, 3. Aufl. 2016, Art. 17 N. 28). Darunter fallen nicht nur 
Geld-, sondern auch Naturalleistungen der Arbeitgeberin bzw. des Arbeit-
gebers wie das Zurverfügungstellen von Gütern (etwa eines Autos) oder 
einer Unterkunft (z.B. einer Dienstwohnung), deren Benutzung üblicher-
weise mit Kosten verbunden ist (VGE 2015/197/198 vom 8.8.2016 E. 2.1 
mit Hinweisen).

2.2 Naturalleistungen sind grundsätzlich nach ihrem Markt- bzw. Ver-
kehrswert zu bemessen (Art. 19 Abs. 2 StG; Art. 16 Abs. 2 DBG), worunter 
der Wert zu verstehen ist, der am Markt durch Angebot und Nachfrage 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.12.2018, Nrn. 100.2018.43/44U, 
Seite 5

gleicher oder zumindest ähnlicher Leistungen zustande kommt bzw. der 
Preis, der im gewöhnlichen Geschäftsverkehr mutmasslich erzielt worden 
wäre (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 16 N. 83 ff.; Peter 
Locher, Kommentar zum DBG, I. Teil, 2001, Art. 16 N. 58; Leuch/Ammon, 
in Leuch/Kästli/Langenegger [Hrsg.], Praxis-Kommentar zum Berner Steu-
ergesetz, Band 1, 2. Aufl. 2014, Art. 19 N. 13 f.). Im Interesse einer rechts-
gleichen Veranlagung einerseits und einer administrativen Vereinfachung 
andererseits haben die Steuerbehörden Richtlinien für die Bewertung der 
häufigsten Naturalleistungen wie von Verpflegung und Unterkunft erarbeitet 
(Reich/Weidmann, in Zweifel/Beusch [Hrsg.], Kommentar zum Schweize-
rischen Steuerrecht, 3. Aufl. 2017, Art. 16 DBG N. 41 und Art. 17 DBG 
N. 18; VGE 2015/197/198 vom 8.8.2016 E. 3.1). Danach gilt als Marktwert 
für die seitens der Arbeitgeberin bzw. des Arbeitgebers der steuerpflichti-
gen Person zur Verfügung gestellte Unterkunft der ortsübliche Mietzins 
(vgl. Merkblatt N 2/2007 der Eidgenössischen Steuerverwaltung [ESTV] 
über die Bewertung von Verpflegung und Unterkunft von Unselbständig-
erwerbenden; vgl. auch Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 16 
N. 95). Lässt sich der Marktwert nicht feststellen, ist er aufgrund von Schät-
zungen zu ermitteln, wobei aus verwaltungsökonomischen Gründen auch 
auf Erfahrungszahlen und pauschalisierte Vergleichswerte zurückgegriffen 
wird (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 16 N. 94; Leuch/Ammon, 
a.a.O., Art. 19 N. 14).

2.3 Die Vorinstanz hat erwogen, dass der Beschwerdeführer – wie be-
reits in Bezug auf das Steuerjahr 2010 erörtert – aufgrund seiner Stellung 
als Geschäftsführer Arbeitnehmer der B.________ AG sei. Bei der Vermie-
tung der im Eigentum der Aktiengesellschaft stehenden Liegenschaft an 
den Beschwerdeführer sei deshalb der übliche Marktmietwert zu berück-
sichtigen, sodass die Aufrechnung der Differenz zwischen dem Eigenmiet-
wert und dem vom Beschwerdeführer bezahlten Vorzugsmietzins recht-
mässig sei (angefochtene Entscheide E. 4). – Der Beschwerdeführer wen-
det ein, die StRK habe in den Verfahren betreffend das Steuerjahr 2010 
zwar Beschwerde und Rekurs abgewiesen. Weil die Aufrechnung im Dis-
positiv der Entscheide vom 5. Juni 2015 aber keine Erwähnung gefunden 
habe, sei bezüglich der Differenz zum Eigenmietwert damals rechtskräftig 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.12.2018, Nrn. 100.2018.43/44U, 
Seite 6

zu seinen Gunsten entschieden worden. Diesem Umstand müsse im vor-
liegenden Verfahren Rechnung getragen werden (Beschwerde Ziff. 1.2). 

2.4 Bei periodischen Steuern gilt grundsätzlich, dass Taxationen in 
früheren Steuerperioden für spätere Veranlagungen keine Verbindlichkeit 
haben. Jede Veranlagung stellt ein eigenes, von früheren weitgehend un-
abhängiges Verfahren dar, wobei die Behörden sowohl die tatsächliche als 
auch die rechtliche Ausgangslage vollumfänglich neu beurteilen dürfen. 
Rechtsbeständig wird jeweils nur die einzelne Veranlagung, die als be-
fristeter Verwaltungsakt ausschliesslich für die betreffende Steuerperiode 
Rechtswirkung entfaltet (statt vieler VGE 2016/209/210 vom 8.3.2018 
E. 3.3.3 mit Hinweisen). Deshalb kann der Beschwerdeführer aus seiner 
steuerrechtlichen Behandlung im Steuerjahr 2010 von vornherein nichts zu 
seinen Gunsten ableiten. Gleichzeitig kann die hier vorzunehmende Beur-
teilung der Aufrechnung nur für die im Streit liegenden Steuern des Jahres 
2012 und – entgegen den Wünschen des Beschwerdeführers (vgl. Be-
schwerde S. 2) – nicht auch für die Zukunft erfolgen. 

2.5 Schliesslich legt der Beschwerdeführer nicht nachvollziehbar dar, in-
wiefern die streitige Aufrechnung «verfahrenstechnisch» oder «rechtsstaat-
lich» bedenklich sein soll (Beschwerde Ziff. 1.4). Die diesbezüglichen Er-
wägungen der Vorinstanz sind denn auch nicht zu beanstanden: Indem die 
B.________ AG die ihr gehörende Liegenschaft zu einem unter dem Eigen-
mietwert liegenden Mietzins vermietete, floss dem Beschwerdeführer in 
Form eines Vorzugsmietzinses ein geldwerter Vorteil zu, der ihm von der 
Aktiengesellschaft aufgrund seiner Tätigkeit als Geschäftsführer gewährt 
worden ist. Naturalleistungen sind grundsätzlich nach ihrem Marktwert zu 
bewerten, sodass hier an sich der ortsübliche Mietzins massgebend wäre 
(vorne E. 2.2). Dieser ist für die streitbetroffene Liegenschaft der 
B.________ AG jedoch nicht bekannt und weder aus den Akten noch aus 
Angaben des Beschwerdeführers oder seiner Arbeitgeberin ergeben sich 
Hinweise dazu. Deshalb durften Steuerverwaltung und StRK insoweit auf 
den Eigenmietwert abstellen, der zwar dem Marktmietwert entsprechen 
sollte, aber in aller Regel unter diesem zu liegen kommt (vgl. 
BGE 143 I 137 E. 3.3 f.; Leuch/Ammon, a.a.O., Art. 25 N. 30 f.). Vor 
diesem Hintergrund dürften die angefochtenen Entscheide für den Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.12.2018, Nrn. 100.2018.43/44U, 
Seite 7

schwerdeführer insoweit gar günstig sein. Jedenfalls kann das Überlassen 
der Liegenschaft ohne Rechtsverletzung im Umfang der Differenz zwischen 
bezahltem Mietzins und Eigenmietwert als steuerbare Naturalleistung er-
fasst werden (vgl. Leuch/Ammon, a.a.O., Art. 19 N. 12 und Art. 20 N. 10; 
Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 17 N. 42 und Art. 21 N. 73; 
Markus Reich, Steuerrecht, 2. Aufl. 2012, § 13 N. 12). Inwieweit die vor-
liegende Streitigkeit mit dem Sachverhalt vergleichbar sein sollte, der dem 
Urteil des Bundesgerichts 2A.535/2003 vom 28. Januar 2005 (StE 2005 
B 25.2 Nr. 7) zugrunde lag, ist weder ersichtlich noch nachvollziehbar dar-
getan (vgl. Beschwerde Ziff. 1.5; Eingabe des Beschwerdeführers vom 
28.5.2018). Damit ist die hinsichtlich des Steuerjahres 2012 von der StRK 
bestätigte Aufrechnung der Differenz zwischen dem bezahlten Mietzins 
(Fr. 10'860.--) und dem Eigenmietwert der gemieteten Liegenschaft 
(Fr. 14'550.--) in der Höhe von Fr. 3'690.-- nicht zu beanstanden.

3.

Umstritten ist weiter die Aufrechnung eines Ermessenszuschlags von 
Fr. 6'000.-- aufgrund der Vermögensentwicklung beim Beschwerdeführer.

3.1 Die Veranlagungsbehörde stellt zusammen mit der steuerpflichtigen 
Person die für eine vollständige und richtige Besteuerung massgebenden 
tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse fest (Art. 166 Abs. 2 StG; 
Art. 123 Abs. 1 DBG). Aus dem Untersuchungsgrundsatz ergibt sich die 
Pflicht (und das Recht) der Veranlagungsbehörde, den rechtserheblichen 
Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären; diese hat insbesondere die 
Steuererklärung zu prüfen und die erforderlichen Untersuchungen vorzu-
nehmen, um den materiell wahren Sachverhalt zu erforschen (vgl. Art. 166 
Abs. 3 Satz 1, Art. 174 Abs. 1 StG; Art. 123 Abs. 2 Satz 1, Art. 130 Abs. 1 
DBG; vgl. auch Art. 46 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 
1990 über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Ge-
meinden [StHG; SR 642.14]; vgl. zum Ganzen auch 
Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 130 N. 3 ff.; Zweifel/Hunziker, 
in Zweifel/Beusch [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, 
3. Aufl. 2017, Art. 130 DBG N. 2). Die steuerpflichtige Person hat ihrerseits 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.12.2018, Nrn. 100.2018.43/44U, 
Seite 8

alles zu tun, um eine vollständige und richtige Veranlagung zu ermöglichen 
(Art. 167 Abs. 1 StG; Art. 126 Abs. 1 DBG; vgl. auch Art. 42 Abs. 1 StHG). 
Sie muss insbesondere die Steuererklärung und Einlageblätter wahrheits-
gemäss und vollständig ausfüllen, persönlich unterzeichnen und samt den 
vorgeschriebenen Beilagen fristgerecht bei der zuständigen Behörde ein-
reichen (Art. 170 Abs. 2 Satz 1 StG; Art. 124 Abs. 2 DBG; zum Ganzen 
etwa auch VGE 2014/294/295 vom 17.10.2016 E. 2.1 mit Hinweisen).

3.2 Hat die steuerpflichtige Person trotz Mahnung ihre Verfahrens-
pflichten nicht erfüllt oder können die Steuerfaktoren mangels zuverlässiger 
Unterlagen nicht einwandfrei ermittelt werden, so nimmt die Steuerverwal-
tung die Veranlagung nach pflichtgemässem Ermessen vor (Art. 174 Abs. 2 
Satz 1 StG; Art. 130 Abs. 2 Satz 1 DBG; vgl. auch Art. 46 Abs. 3 StHG). 
Anlass zu einer Ermessensveranlagung bietet jede nicht zu beseitigende 
Ungewissheit im Sachverhalt, welche es der Veranlagungsbehörde verun-
möglicht, die Steuerfaktoren oder Teile davon einwandfrei zu ermitteln. Die 
Ungewissheit über den massgebenden Sachverhalt kann, muss aber nicht 
auf einer Nicht- bzw. Schlechterfüllung von Verfahrenspflichten beruhen 
(Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 130 N. 26, 30, 38, 41; 
Zweifel/Hunziker, a.a.O., Art. 130 DBG N. 30, 41; VGE 2014/294/295 vom 
17.10.2016 E. 2.2 mit Hinweisen). Bevor eine Ermessensveranlagung vor-
genommen werden darf, ist im Beweisverfahren anhand der angebotenen 
oder anhand anderer geeigneter Beweismittel zu prüfen, ob die geltend ge-
machten Tatsachen ausgewiesen sind. Die Anforderungen an das ein-
wandfreie Vorliegen des steuerlich relevanten Sachverhalts dürfen nicht 
überspannt werden. Hat die steuerpflichtige Person alle Mitwirkungspflich-
ten erfüllt, findet bei ungewissem Sachverhalt grundsätzlich die allgemeine 
Beweislastregel Anwendung, wonach die Veranlagungsbehörde für die 
steuerbegründenden bzw. -erhöhenden Tatsachen, die steuerpflichtige 
Person für die steueraufhebenden bzw. -mindernden Tatsachen die 
Beweislast trägt. Die Veranlagungsbehörde darf nur dann eine Schätzung 
vornehmen, wenn das Beweisverfahren genügend Anhaltspunkte für einen 
steuerbegründenden bzw. -mehrenden oder steueraufhebenden bzw. -
mindernden Sachverhalt ergeben hat, ohne dass im Quantitativen eine ein-
deutige Abklärung möglich war. Die Ungewissheit über die Höhe der 
Steuerfaktoren muss so gross sein, dass der korrekt handelnden steuer-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.12.2018, Nrn. 100.2018.43/44U, 
Seite 9

pflichtigen Person zugemutet werden darf, in einem allfälligen Rechtsmittel-
verfahren das Gegenteil der Schätzung zu beweisen (vgl. zum Ganzen 
VGE 2014/294/295 vom 17.10.2016 E. 2.2 mit Hinweisen).

3.3 Die Ermessensveranlagung besteht in einer Schätzung der Steuer-
faktoren oder einzelner Einkommens- bzw. Gewinnbestandteile und beruht 
auf einer Sachverhaltsfeststellung durch Wahrscheinlichkeitsschluss. Ziel 
der ermessensweisen Schätzung ist die bestmögliche Annäherung an den 
wirklichen Sachverhalt. Die Veranlagungsbehörde hat die amtliche 
Schätzung pflichtgemäss vorzunehmen. Sie kann dabei Erfahrungszahlen, 
Vermögensentwicklung und Lebensaufwand der steuerpflichtigen Person 
berücksichtigen (Art. 174 Abs. 2 StG; Art. 130 Abs. 2 DBG; vgl. auch 
Art. 46 Abs. 3 StHG). Der steuerpflichtigen Person steht allerdings der 
Nachweis offen, dass sie besonders sparsam gelebt hat oder ihren Lebens-
unterhalt durch Vermögensverzehr oder steuerfreie Einkünfte bestritten hat 
(vgl. zum Ganzen VGE 2014/294/295 vom 17.10.2016 E. 2.3 mit Hin-
weisen; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 130 N. 61 f., 71; 
Zweifel/Casanova/Beusch/Hunziker, Schweizerisches Steuerverfahrens-
recht, Direkte Steuern, 2. Aufl. 2018, § 19 N. 18 f.). Eine Ermessensveran-
lagung wird etwa dann vorgenommen, wenn das deklarierte und belegte 
Einkommen in nicht erklärbarer Weise niedriger ist als der Aufwand der 
davon lebenden Personen. Liegen über die Entwicklung der Vermögens-
verhältnisse verlässliche bzw. überprüfbare Angaben vor, so ist von der 
Differenz des jeweiligen Vermögensstands am Anfang und am Ende der 
Bemessungsperiode auszugehen und zum so ermittelten Betrag der ge-
schätzte Lebens- und Privataufwand hinzuzurechnen 
(Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 130 N. 70 ff.).

3.4 Eine Veranlagung nach pflichtgemässem Ermessen kann die 
steuerpflichtige Person nur wegen offensichtlicher Unrichtigkeit anfechten; 
die Einsprache ist zu begründen und muss allfällige Beweismittel nennen 
(Art. 191 Abs. 3 und 5 StG; Art. 132 Abs. 3 DBG; vgl. auch Art. 48 Abs. 2 
StHG), wobei diese Erfordernisse Prozessvoraussetzungen darstellen (vgl. 
BGE 131 II 548 E. 2.3; BVR 2006 S. 174 E. 2.4.1; VGE 2014/294/295 vom 
17.10.2016 E. 2.4, 2015/298/299 vom 3.8.2016 E. 3.4.1). Die gegenüber 
der Einsprache im ordentlichen Verfahren qualifizierte Anforderung folgt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.12.2018, Nrn. 100.2018.43/44U, 
Seite 10

aus der besonderen Natur der Ermessensveranlagung. Weil sich der be-
tragsmässige Umfang der zu bestimmenden Steuerfaktoren nicht genau 
feststellen lässt, ist er zu schätzen. Die Schätzung beruht notwendiger-
weise auf Annahmen und Vermutungen. Da die Ermessensveranlagung 
deshalb zwangsläufig gewisse Ungenauigkeiten aufweist, ist die Möglich-
keit, sie anzufechten, entsprechend eingeschränkt. Mithilfe eines um-
fassenden Unrichtigkeitsnachweises hat die steuerpflichtige Person die be-
stehende Ungewissheit bezüglich des Sachverhalts zu beseitigen; blosse 
Teilnachweise genügen nicht. In der Begründung der Einsprache ist daher 
der Sachverhalt in substantiierter Weise darzulegen, und es sind die Be-
weismittel für diese Sachverhaltsdarstellung zu nennen. Es reicht nicht aus, 
die Einschätzung in pauschaler Weise zu bestreiten oder lediglich einzelne 
Positionen der Einschätzung als zu hoch zu bezeichnen 
(BGer 2C_930/2016 und 2C_931/2016 vom 20.3.2017 E. 3.2.3; 
VGE 2014/294/295 vom 17.10.2016 E. 2.4; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, 
a.a.O., Art. 132 N. 54; Zweifel/Hunziker, a.a.O., Art. 132 DBG N. 42). 
Offensichtlich unrichtig ist eine Schätzung dann, wenn sie an einem in die 
Augen springenden, qualifizierten Fehler leidet. Dies ist der Fall, wenn ein 
wesentlicher erwägenswerter Gesichtspunkt übergangen oder falsch ge-
würdigt worden ist (statt vieler BGer 2C_796/2016 und 2C_797/2016 vom 
3.5.2017 E. 3.1 mit Hinweisen) oder wenn die Schätzung sachlich nicht be-
gründbar, insbesondere erkennbar pönal oder fiskalisch motiviert ist, sich 
auf sachwidrige Schätzungsgrundlagen, -methoden oder -hilfsmittel stützt 
oder aus sonstigen Gründen mit den aktenkundigen Verhältnissen des Ein-
zelfalls nicht vereinbar ist (BVR 2008 S. 181 E. 4.3 mit Hinweisen; 
Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 132 N. 68; Zweifel/Hunziker, 
a.a.O., Art. 132 DBG N. 52).

4.

4.1 Die Vorinstanz hat erwogen, die festgestellte Vermögensent-
wicklung lasse sich mit dem geringen deklarierten Einkommen nicht er-
klären, weshalb die Steuerverwaltung zu Recht eine Ermessensschätzung 
vorgenommen habe. Dabei habe sie den Lebensaufwand des Beschwerde-
führers und den aufzurechnenden Einkommensfehlbetrag korrekt ermittelt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.12.2018, Nrn. 100.2018.43/44U, 
Seite 11

(angefochtene Entscheide E. 5). – Der Beschwerdeführer bestreitet zu-
nächst, dass die Voraussetzungen für die Vornahme einer Ermessenver-
anlagung erfüllt sind (Beschwerde Ziff. 2.1 f.).

4.2 Der Beschwerdeführer hat für das Jahr 2012 steuerbare Einkünfte 
von Fr. 30'153.-- und ein Reinvermögen von Fr. 61'603.-- deklariert, das die 
Steuerverwaltung auf Fr. 73'378.-- korrigierte (Veranlagungsverfügungen 
und Schlussabrechnungen vom 22.5.2017, Vorakten Steuerverwaltung 
[act. 4B] pag. 100 und 103-102). Sein Reinvermögen war im Jahr 2011 auf 
Fr. 66'912.-- veranlagt worden (Veranlagungsverfügung und Schlussab-
rechnungen vom 21.11.2016, act. 4B pag. 75), womit 2012 im Vergleich 
zum Vorjahr ein Zuwachs von Fr. 6'466.-- resultiert. Die Steuerverwaltung 
kam zum Schluss, es sei dem Beschwerdeführer mit dem deklarierten Ein-
kommen nicht möglich gewesen, sowohl den festgestellten Vermögenszu-
wachs als auch seinen Lebensunterhalt zu finanzieren. Aus diesem Grund 
erstellte sie eine Vermögensvergleichsberechnung, in der sie zunächst die 
Veränderung im Bruttovermögen ermittelte (Fr. 8'756.--) und diesem Betrag 
anschliessend das – um einzelne Aufwendungen, Lohnaufrechnungen so-
wie einen Ermessenszuschlag (Fr. 6'000.--) – bereinigte deklarierte Ein-
kommen und die Gewinnungskosten gegenüberstellte, abzüglich der be-
zahlten Steuern (Fr. 1'720.--). Daraus ergaben sich die zur Verfügung 
stehenden Mittel (Fr. 33'696.--), von denen die Steuerverwaltung dann die 
Lebenshaltungskosten gemäss den Erhebungen des Bundesamts für 
Statistik (Fr. 14'000.--), die Mietausgaben sowie den Privatanteil Fahrzeuge 
in Abzug brachte. Aus dieser Berechnung resultierte ein ungeklärter Fehl-
betrag von Fr. 5'473.-- bzw. Fr. 11'473.-- zusammen mit dem bereits vorge-
nommenen Ermessenszuschlag von Fr. 6'000.-- (Berechnung der Ver-
mögensentwicklung und des Privataufwands vom 14.6.2017, act. 4B 
pag. 116-115). 

4.3 Trotz der wenig substantiierten Einwände des Beschwerdeführers 
hat die Vorinstanz diese Berechnung einer Überprüfung unterzogen und 
die Vornahme einer (teilweisen) Ermessensveranlagung für rechtmässig er-
achtet. Dies ist nach dem Gesagten nicht zu beanstanden, hat doch der 
Beschwerdeführer Einkünfte deklariert, die nach allgemeiner Erfahrung 
nicht ausreichen, um – nebst dem ermittelten Vermögenszuwachs – sein 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.12.2018, Nrn. 100.2018.43/44U, 
Seite 12

notwendiges Auskommen zu finanzieren. Aus diesem Umstand ergibt sich 
die natürliche Vermutung, dass er über zusätzliche (steuerbare) Ein-
kommensquellen verfügt haben muss. Es lagen damit genügend Anhalts-
punkte für einen steuerbegründenden bzw. -mehrenden Sachverhalt vor, 
sodass es Sache des Beschwerdeführers gewesen wäre, sie zu widerlegen 
(vgl. vorne E. 3.2). Dies ist ihm jedoch weder im Verfahren vor der Steuer-
verwaltung noch in jenem vor der StRK gelungen. Inwiefern bei diesen Ge-
gebenheiten der Grundsatz der Besteuerung nach der wirtschaftlichen 
Leistungsfähigkeit (Art. 127 Abs. 2 der Bundesverfassung [BV; SR 101]) 
der Vornahme einer Ermessensveranlagung entgegenstehen soll, ist nicht 
ersichtlich (Beschwerde Ziff. 2.2).

4.4 Weiter macht der Beschwerdeführer geltend, der Ermessenszu-
schlag von Fr. 6'000.-- sei offensichtlich unrichtig bzw. verstosse gegen das 
Rechtsgleichheitsgebot (Art. 8 Abs. 1 BV; Art. 10 der Verfassung des Kan-
tons Bern [KV; BSG 101.1]) und das Willkürverbot (Art. 9 BV; Art. 11 Abs. 1 
KV; Beschwerde Ziff. 2.3). Allerdings verzichtet er darauf, dieses Vor-
bringen näher zu begründen oder mit Beweismitteln zu belegen, weshalb 
der erforderliche umfassende Unrichtigkeitsnachweis (vorne E. 3.4) von 
vornherein nicht erbracht ist. Weiter ist der Ermessensveranlagung eigen, 
dass die betroffenen Steuerfaktoren geschätzt werden, wobei solche 
Schätzungen zwangsläufig auf Annahmen und Vermutungen beruhen. Das 
Vorgehen von Steuerverwaltung und StRK, die dem Beschwerdeführer 
trotz eines geschätzten Einkommensfehlbetrags von Fr. 11'473.-- beim 
steuerbaren Einkommen einen Ermessenszuschlag von bloss Fr. 6'000.--
aufgerechnet haben, strapaziert Rechtsgleichheitsgebot und Willkürverbot 
sicherlich nicht zum Nachteil des Beschwerdeführers. Damit ist eine Ver-
fassungsverletzung weder ersichtlich noch dargetan. 

5.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass weder die Aufrechnung der 
Differenz von Fr. 3'690.-- zwischen dem vom Beschwerdeführer der 
B.________ AG bezahlten Mietzins und dem Eigenmietwert der 
Liegenschaft noch die Aufrechnung eines Ermessenszuschlags von 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.12.2018, Nrn. 100.2018.43/44U, 
Seite 13

Fr. 6'000.-- aufgrund der Vermögensentwicklung beim Beschwerdeführer 
Recht verletzt. Die vorinstanzlichen Entscheide halten der Rechtskontrolle 
stand und die Beschwerden erweisen sich als unbegründet; sie sind 
abzuweisen.

6.

Bei diesem Ausgang der Verfahren wird der Beschwerdeführer kosten-
pflichtig (Art. 151 StG i.V.m. Art. 108 Abs. 1 VRPG; Art. 145 Abs. 2 i.V.m. 
Art. 144 Abs. 1 DBG). Parteikosten sind keine zu sprechen (Art. 151 StG 
i.V.m. Art. 108 Abs. 3 und Art. 104 Abs. 3 VRPG; Art. 145 Abs. 2 i.V.m. 
Art. 144 Abs. 4 DBG und Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG; SR 172.021]).

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern 2012 
wird abgewiesen.

2. Die Beschwerde betreffend die direkte Bundessteuer 2012 wird abge-
wiesen.

3. Die Kosten der Verfahren vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von insgesamt Fr. 1'500.--, werden dem Be-
schwerdeführer auferlegt.

4. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

5. Zu eröffnen:
- dem Beschwerdeführer
- der Steuerverwaltung des Kantons Bern
- der Steuerrekurskommission des Kantons Bern

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.12.2018, Nrn. 100.2018.43/44U, 
Seite 14

- der Eidgenössischen Steuerverwaltung

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 
Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das 
Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.