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**Case Identifier:** 51fb9cf6-3926-569e-895a-77a4d9cbb6c0
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-01-17
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 17.01.2013 UV 2012/29
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2012-29_2013-01-17.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2012/29

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 09.09.2019

Entscheiddatum: 17.01.2013

Entscheid Versicherungsgericht, 17.01.2013
Art. 6 UVG, Art. 11 UVV: Rückfallkausalität einer Omarthrose im rechten 
Schulterhauptgelenk zu einer vor rund zehn Jahren erlittenen 
Claviculafraktur rechts verneint (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 17. Januar 2013, UV 2012/29).

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), a.o. Versicherungsrichterin 

Gertrud Condamin-Voney, Versicherungsrichter Joachim Huber: Gerichtsschreiberin 

Vera Holenstein Werz

Entscheid vom 17. Januar 2013

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch MLaw Véronique Dumoulin, c/o Glaus & Partner Anwaltspraxis, 

Obergasse 28, Postfach 133, 8730 Uznach,

gegen

Basler Versicherung AG, Aeschengraben 21, Postfach, 4002 Basel,

Beschwerdegegnerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Simon Krauter, S-E-K Advokaten, 

Zürcherstrasse 310, 8500 Frauenfeld,

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betreffend

Versicherungsleistungen

Sachverhalt:

A.

A.a  A.___ war seit 1. Januar 1994 als Sekretärin bei B.___ tätig und dadurch bei der 

Basler Versicherungs-Gesellschaft (nachfolgend: Basler) gegen die Folgen von Unfällen 

versichert. Am 3. Januar 2002 meldete die Arbeitgeberin der Basler einen Unfall. Die 

Versicherte sei am 15. Dezember 2001 beim Skifahren gestürzt und habe sich das 

rechte Schlüsselbein gebrochen (act. G5.1/34). Dr. med. C.___, FMH Physikalische 

Medizin und Rehabilitation, Sportmedizin (SGSM), Manuelle Medizin (SAMM), 

bestätigte im Bericht vom 7. März 2002 eine Erstbehandlung am Unfalltag und stellte 

gestützt auf das Ergebnis einer röntgenologischen Untersuchung die Diagnose einer 

Claviculafraktur mittleres Drittel rechts, welche mit einem Rucksackverband und 

Ponstan behandelt worden sei (act. G5.1/23, vgl. auch act. G1.3). Der 

nachbehandelnde Hausarzt Dr. med. D.___, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, 

attestierte der Versicherten bis am 8. Januar 2002 eine Arbeitsunfähigkeit. Der 

Behandlungsabschluss erfolgte am 7. Januar 2002 (act. G5.1/24, G5.1/39). Die Basler 

erbrachte für den Unfall vom 15. Dezember 2001 die gesetzlichen Leistungen 

(Heilkosten- und Taggeldleistungen) (act. G5.1/25 ff.).

A.b  Am 5. September 2011 erfolgte durch die Arbeitgeberin eine als Rückfall zum 

Unfall vom 15. Dezember 2001 bezeichnete Schadenmeldung (act. G5.1/37). Laut 

Arztzeugnis von Dr. D.___ vom 9. September 2011 hatte sich die Versicherte wegen 

seit Anfang August 2011 andauernder Schulterprobleme rechts bei ihm gemeldet 

(Erstbehandlung am 12. August 2011). Den Angaben der Versicherten zufolge seien 

diese plötzlich, ohne aktuelles Trauma aufgetreten. Seit längerem verspüre sie ein 

gelegentliches "Knacken" und habe gelegentlich auch etwas Schmerzen gehabt. Die 

von Dr. D.___ durchgeführte röntgenologische Untersuchung beider Schultern ergab 

rechts gegenüber links Anzeichen einer gleno-humeralen Arthrose, insbesondere eine 

Aufrauhung des unteren Glenoidalrandes und des Humeruskopfs an der 

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korrespondierenden Stelle. Der Hausarzt diagnostizierte eine beginnende Omarthrose 

rechts, ein zeitweises leichtes Impingement sowie eine leichte diffuse Periarthropathie 

bei Status nach Claviculafraktur 2001 durch Sturz beim Skilaufen und somit möglicher 

bis wahrscheinlicher Mittraumatisierung der Schulter (act. G5.1/38 f.).

A.c  Nach Einholung einer Beurteilung durch ihren beratenden Arzt, Dr. med. E.___, 

FMH orthopädische Chirurgie, vom 6. Dezember 2011 (act. G5.1/40 f.) und Eingang 

eines weiteren Berichts von Dr. D.___ vom 8. Dezember 2011 (act. G5.1/42 f.) eröffnete 

die Basler der Versicherten mit Verfügung vom 14. Dezember 2011, dass zwischen 

dem Ereignis vom 15. Dezember 2001 und den heutigen Beschwerden kein natürlicher 

Kausalzusammenhang bestehe. Die Basler sei demzufolge nicht leistungspflichtig (act. 

G5.1/44 f.).

B.

Die vom Rechtsvertreter der Versicherten, MLaw Thomas Buser, Uznach, erhobene 

Einsprache vom 27. Januar 2012 (act. G5.1/72 ff.), der weitere Schreiben von Dr. D.___ 

an die Versicherte und die Basler vom 19. und 23. Dezember 2011 (G5.1/54 f., 49 f.) 

beigelegt wurden, wies die Basler mit Einspracheentscheid vom 5. März 2012 ab (act. 

G5.1/79 ff.).

C.  

C.a  Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die Beschwerde vom 20. April 

2012 mit den Anträgen, der Einspracheentscheid sei abzuweisen, es sei die 

Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin festzustellen und sie habe für die 

Behandlungs- und Therapiekosten der Beschwerdeführerin aufzukommen. Eventualiter 

sei die Verfügung aufzuheben, die Angelegenheit zur Vornahme weiterer Abklärungen 

an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen und gestützt darauf neu über die 

Leistungspflicht zu entscheiden. Die Beschwerdeführerin sei in diesem Fall durch einen 

unabhängigen Facharzt zu untersuchen und zu begutachten, unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin (act. G1). Zusammen mit der 

Beschwerde legte die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin, Rechtsanwältin MLaw 

Véronique Dumoulin, Uznach, insbesondere ein an Dr. med. F.___, Leitender Arzt der 

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Chirurgischen Klinik Orthopädie des Spitals G.___, gerichtetes Schreiben von Dr. D.___ 

vom 14. März 2012 (act. G1.14) sowie einen Bericht von Dr. F.___ vom 17. April 2012 

(act. G1.16) vor.

C.b  Mit Beschwerdeantwort vom 8. Juni 2012 beantragt die Beschwerdegegnerin 

Abweisung der Beschwerde (act. G5).

C.c  Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin verzichtete mit Schreiben vom 

2. Juli 2012 auf eine materielle Replik. Sie teilte mit, die Beschwerdeführerin halte 

vollumfänglich an den bisherigen Anträgen und Ausführungen fest (act. G7).

C.d  Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die weiteren 

Ausführungen in den medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den 

nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:

1. 

1.1 Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Einspracheentscheid die auch bei 

Rückfällen (Art. 11 der Verordnung über die Unfallversicherung [UVV; SR 832.202]) 

geltende rechtliche Voraussetzung des für eine Leistungspflicht des Unfallversicherers 

erforderlichen natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen Unfall und 

in dessen Folge eingetretener Gesundheitsschädigung (Art. 6 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]); BGE 129 V 181 E. 3.1) 

zutreffend dar. Darauf ist zu verweisen. Die Beurteilung des natürlichen 

Kausalzusammenhangs erfolgt aufgrund der Feststellungen bei den medizinischen 

Untersuchungen und ist Aufgabe des Arztes oder der Ärztin. Demgegenüber obliegt es 

dem Gericht, die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang zu beantworten 

(BGE 123 III 110 und 112 V 30; PVG 1984 Nr. 82, 174). Bei physischen Unfallfolgen hat 

allerdings die Adäquanz gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch 

keine selbständige Bedeutung (BGE 118 V 291 f. E. 3a).

1.2 Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für 

die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 

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beklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in 

der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 

des Experten oder der Expertin begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert 

eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels 

noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als 

Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). Den Berichten 

versicherungsinterner Ärzte kann rechtsprechungsgemäss gleichfalls Beweiswert 

beigemessen werden, sofern sie schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet 

sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit 

bestehen (RKUV 1991 Nr. U 133 S. 312 f. E. 1b).

1.3 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. 

Danach haben die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von Amtes wegen für 

die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. 

Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den 

Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a, je mit 

Hinweisen; vgl. auch BGE 130 I 183  f. E. 3.2). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst 

die Beweislast im Sinn der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im 

Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien die Beweislast nur insofern, als 

im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus 

dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Bei der hinsichtlich 

Rückfall zu erfüllenden Anspruchsvoraussetzung eines erneuten natürlichen 

Kausalzusammenhangs handelt es sich um eine anspruchsbegründende Tatsache. Die 

diesbezüglichen Konsequenzen bei Beweislosigkeit trägt damit die versicherte Person 

(RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b; Alexandra Rumo-Jungo, Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, 3. Aufl. Zürich 2003, S. 71 f.). Die Verwaltung als verfügende 

Instanz und - im Beschwerdefall - das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als 

bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozial­

versicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nichts 

Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt für die 

Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 117 V 360 E. 4a mit Hinweisen).

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2. 

Streitig und zu prüfen ist, ob zwischen den im August 2011 bei der Versicherten 

aufgetretenen und im September 2011 gemeldeten Beschwerden in der rechten 

Schulter und ihrem am 15. Dezember 2001 erlittenen Skiunfall ein natürlicher 

Kausalzusammenhang besteht, so dass ein Rückfall bejaht werden kann. Während die 

Beschwerdegegnerin gestützt auf die Beurteilung ihres beratenden Arztes Dr. E.___ 

vom 6. Dezember 2011 (act. G5.1/40 f.) davon ausgeht, die natürliche Kausalität 

zwischen den fraglichen Schulterbeschwerden und dem Unfall vom 15. Dezember 

2001 sei nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahr­

scheinlichkeit nachgewiesen, stellt sich die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin 

insbesondere gestützt auf den Bericht des behandelnden Hausarztes Dr. D.___ vom 

8. Dezember 2011 (act. G5.1/42 f.) auf den Standpunkt, der Unfall spiele für die 

fragliche Schulterproblematik mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit eine kausale Rolle.

3.   

3.1 Die von Dr. D.___ am 22. August 2011 (vgl. act. G1.16) durchgeführte 

röntgenologische Untersuchung beider Schultern zeigte rechts ein organisches 

Substrat bzw. eine strukturelle Gesundheitsschädigung in Form einer gleno-humeralen 

Arthrose. Anzeichen dafür bildeten Aufrauhungen des unteren Glenoidalrandes und des 

Humeruskopfs an der korrespondierenden Stelle. Entsprechend diagnostizierte 

Dr. D.___ im Arztzeugnis vom 9. September 2011 eine beginnende Omarthrose rechts 

(act. G5.1/39). Diese stellt eine degenerative Erkrankung dar, bei welcher grundsätzlich 

beide von den Verfahrensparteien vertretenen Kausalitäten denkbar sind. So kann eine 

Arthrose sowohl im Rahmen eines normalen Alterungsprozesses oder durch 

Überbeanspruchung entstehen, aber auch als unfallkausaler Gesundheitsschaden 

sekundär, d.h. als Spätfolge einer primären Verletzung - hauptsächlich nach einer 

schlecht verheilten intraartikulären Fraktur, geheilt ohne anatomisch exakte Reposition 

- auftreten (vgl. dazu Alfred M. Debrunner, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 

4. Aufl. Bern 2002, S. 579 ff., S. 693 ff., S. 735; Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 

262. Aufl. Berlin 2010, S. 169 f.). Nachfolgend ist damit zu entscheiden, von welcher 

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Kausalität (Krankheits- oder Unfallkausalität) mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit auszugehen ist.

3.2 Dr. E.___ bezeichnet in seiner Beurteilung vom 6. Dezember 2001 (act. G5.1/40 f.) 

die Kausalität des Rückfalls zum Ereignis vom 15. Dezember 2001 lediglich als möglich 

und nicht als wahrscheinlich oder gar sicher. Der Umstand, dass er seine Beurteilung 

ausschliesslich aufgrund der Akten abgegeben und die Beschwerdeführerin nicht 

selbst untersucht hat, steht deren Beweiswert nicht entgegen. Für die 

Beweistauglichkeit entscheidend ist, dass genügend Unterlagen von persönlichen 

Untersuchungen vorliegen (vgl. dazu PVG 1996 Nr. 89, 265 E. 3b; RKUV 1988 Nr. U 56 

S. 371 E. 5b). Den Anmerkungen von Dr. E.___ ist zu entnehmen, dass er seine 

Einschätzung in Kenntnis der Vorakten - insbesondere auch gestützt auf das 

ausführliche Arztzeugnis von Dr. D.___ vom 9. September 2011 (act. G5.1/38 f.) - 

abgegeben hat. Er fügt ihr zwar keine eigentliche Begründung an (vgl. Rubrik: 

"Begründung?"). Angesichts seiner weiteren Angaben betrachtet er jedoch 

offensichtlich die ursprüngliche Unfalldiagnose (Claviculafraktur rechts 2001), deren 

damalige erfolgreiche konservative Behandlung, die im Rahmen des Rückfalls 

erhobene Diagnose (Schulterarthrose rechts) sowie die Latenzzeit zwischen Unfall und 

Rückfall von rund zehn Jahren als entscheidend für eine Verneinung der Kausalität. Mit 

Blick auf diese im Rahmen der Kausalitätsbeurteilung massgebenden Beurtei­

lungskriterien erscheint die Folgerung von Dr. E.___ durchaus schlüssig und 

überzeugend. Die verschiedenen Darlegungen von Dr. D.___ vermögen demgegenüber 

die Unfallkausalität der als Rückfall gemeldeten Schulterbeschwerden nicht als 

überwiegend wahrscheinlich nachzuweisen.

3.3 Zunächst bildet die bei einem Unfall erlittene Verletzung, d.h. die Unfalldiagnose, 

den massgebenden Ausgangspunkt für traumatische Folgeschäden. Im konkreten Fall 

ist in den ereignisnahen Akten als primäre Unfallverletzung einzig die Claviculafraktur 

rechts dokumentiert (act. G5.1/17, 23). Im Rahmen des Rückfalls bzw. im Arztzeugnis 

vom 9. September 2011 führte Dr. D.___ nun eine mögliche bis wahrscheinliche 

Mittraumatisierung der Schulter an (act. G5.1/39). Er geht damit offensichtlich von 

weiteren, bis anhin nicht festgestellten Unfallverletzungen der Beschwerdeführerin im 

Bereich der Schulter aus. Im Einzelfall ist es zwar denkbar, dass sich eine strukturelle 

Verletzung im Ereigniszeitpunkt nicht derart schmerzhaft zeigt, dass sie 

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wahrgenommen wird, oder bei Erleiden mehrerer Verletzungen zunächst der 

schwersten Verletzung am meisten Beachtung geschenkt wird, und in beiden Fällen die 

ärztliche Feststellung damit erst in einem späteren Zeitpunkt erfolgt. Im Regelfall tritt 

jedoch eine massgebende Verletzung im Anschluss an den Unfall oder zumindest 

unfallnah mit den entsprechenden Schmerzen und Funktionseinschränkungen zutage 

und wird von ärztlicher Seite auch erkannt. Es darf davon ausgegangen werden, dass 

der erstbehandelnde, qualifizierte Arzt Dr. C.___ beim Sturz der Beschwerdeführerin auf 

die rechte Schulter im Rahmen seiner Untersuchung nicht nur die Claviculafraktur in 

Erwägung zog, sondern die Schulter umfassend untersuchte. Die nach dem Unfall 

durchgeführte, insbesondere entscheidende röntgenologische Untersuchung hat 

jedenfalls keine weitere Schulterverletzung gezeigt. Der Behandlungsabschluss 

bezüglich der Claviculafraktur ist am 7. Januar 2002 erfolgt (act. G5.1/24, 39). Laut 

medizinischen Akten fanden bis zum 5. September 2011 (Rückfallmeldung) keine die 

rechte Schulter betreffenden ärztlichen Behandlungen mehr statt. Je grösser der 

zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen 

Beeinträchtigungen ist, desto strengere Anforderungen sind an den 

Wahrscheinlichkeitsbeweis des natürlichen Kausalzusammenhangs zu stellen. 

Angesichts des zeitlichen Ablaufs im vorliegenden Fall kann jedoch höchstens die 

Möglichkeit eines Zusammenhangs angenommen werden. In Anbetracht des Gesagten 

liegen damit massgebende Indizien für das Fehlen einer damals zusätzlich zur 

Claviculafraktur erfolgten traumatischen Verletzung vor. Dr. D.___ zieht denn auch mit 

der von ihm gewählten Formulierung "möglich bis wahrscheinlich" die blosse 

Möglichkeit einer weiteren Schulterverletzung nicht weniger in Betracht, als deren 

Wahrscheinlichkeit. Der Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ist damit 

jedoch nicht erfüllt. Auch seine weiteren Ausführungen genügen dieser 

Beweisanforderung nicht. So hielt er in seinem Schreiben vom 14. März 2012 (act. 

G1.14) fest, man habe in den letzten Jahren bei den Schultern gelernt, viel 

differenzierter zu denken, und habe in der Diagnostik grosse Fortschritte gemacht. Man 

habe auch gelernt, dass simple Stürze auf den Ellbogen oft grössere Verletzungen im 

Bereich der Schulter auslösen könnten, als man dies früher gewusst habe. Er habe den 

Eindruck, dass es sich der Mediziner manchmal zu leicht gemacht habe, wenn eine 

Claviculafraktur vorgelegen habe. Dies sei eine Art psychologischer Effekt: Die 

Clavicula ist kaputt, hier haben wir ein Problem, Behandlung unklar (meist konservativ, 

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Operationsindikation nicht verpassen) und meist sei es gut gegangen. 

Zusatzverletzungen seien vielleicht häufiger verpasst worden, als geahnt, vor allem 

deshalb, weil man ja die Schultern im frischen Stadium gar nicht richtig habe 

untersuchen können. Er habe mit mehreren Chirurgen und Orthopäden gesprochen 

und etwas in der Literatur herumgeschaut. Offenbar seien Zusatzverletzungen bei 

Claviculafrakturen kaum ein Thema - ob zu Recht oder fälschlicherweise könne er allein 

natürlich nicht sagen. Ohne die Ausführungen von Dr. D.___ in Zweifel zu ziehen, 

müssen sie doch als ganz und gar allgemein bezeichnet werden. Eine weitere, im Falle 

der Beschwerdeführerin erlittene Verletzung der Schulter vermögen sie jedenfalls in 

keiner Weise überwiegend wahrscheinlich zu belegen. Es wäre zumindest zu erwarten 

gewesen, dass Dr. D.___ eine konkrete Verletzung in Erwägung zieht bzw. eine solche 

benennt. Erhoben wurde jedoch von ihm nur die Omarthrose. Zuvor ist er zwar in 

seinem Schreiben vom 23. Dezember 2011 an die Beschwerdegegnerin konkreter 

geworden und hat eine Bankhart-Läsion vermutet (act. G 5.1/50). Eine Vermutung 

vermag jedoch wiederum nur die blosse Möglichkeit zu belegen, was angesichts der 

fraglichen Diagnose auch angemessen erscheint. So ist eine Bankhart-Läsion eine 

Abrissverletzung bei einer vorderen Schultergelenkluxation. Eine solche aber hat die 

Beschwerdeführerin nicht erlitten, denn es ist sehr unwahrscheinlich, dass sie im 

Unfallzeitpunkt nicht erkannt worden wäre, handelt es sich dabei doch um eine 

äusserst schmerzhafte und leicht zu diagnostizierende Verletzung (vgl. dazu Debrunner, 

a.a.O., S. 721 f.; Pschyrembel, a.a.O., S. 227, S. 1867 f.). Mit den Ausführungen von 

Dr. D.___ im Schreiben an die Beschwerdeführerin vom 19. Dezember 2011 werden 

ebenfalls keinerlei Hinweise auf eine zusätzliche Schulterverletzung beigebracht. 

Dr. D.___ schreibt wiederum gänzlich allgemein und ohne konkrete Erkenntnisse für 

den Fall der Beschwerdeführerin, dass es gerade im Bereich der Schulter und 

beispielsweise auch der Halswirbelsäule (HWS) durchaus Unfallschäden gäbe, die erst 

nach Jahren Probleme bereiten könnten. Er habe es wiederholt erlebt, dass noch nach 

Jahren überraschenderweise erhebliche Verletzungen festgestellt worden seien. Aus 

dem von Dr. D.___ weiter geschilderten Fall eines Schulkollegen mit einer HWS-

Verletzung können sodann in Bezug auf den vorliegenden Fall ebenfalls keine 

Schlussfolgerungen gezogen werden, zumal das Unfallereignis des Schulkollegen 

unbekannt ist, davon offensichtlich ein anderes Körperteil betroffen war, unmittelbar 

nach dem Unfall Beschwerden aufgetreten sind und sich vor allem nachträglich eine 

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Unfallläsion objektivieren liess. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass angesichts der 

obigen Ausführungen eine beim Unfall vom 15. Dezember 2001 zusätzlich zur 

Claviculafraktur rechts erlittene Schulterverletzung nicht mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist. Wie die nachfolgende Erwägung 

(3.4) zeigt, liegt in dieser Schlussfolgerung auch die massgebende Grundlage für die 

Verneinung einer überwiegend wahrscheinlichen Unfallkausalität der 

unbestrittenermassen bei der Beschwerdeführerin diagnostizierten Omarthrose rechts.

3.4 Wie bereits erwähnt, kann eine Omarthrose keine primäre Unfallverletzung sein, 

sondern sie ist eine degenerative Erkrankung. Als unfallkausaler Gesundheitsschaden 

kann eine Omarthrose lediglich sekundär, d.h. als Spätfolge einer primären 

Unfallverletzung - hauptsächlich einer Gelenkfraktur - auftreten (siehe Erwägung 3.1; 

Debrunner, a.a.O., S. 581, S. 735). Die Beschwerdeführerin erlitt jedoch eine 

Claviculafraktur ausserhalb der Gelenkshöhle, welche nicht geeignet ist, eine Arthrose 

im Gelenk zu verursachen. Im Übrigen wies Dr. D.___ im Bericht vom 9. September 

2011 darauf hin, dass er bei Abschluss der Behandlung der Claviculafraktur 

palpatorisch eine gute Stellung der Fraktur festgestellt habe, die Schulter praktisch frei 

beweglich gewesen sei und die Schulterkonturen sowie die Sensibilität allesamt in 

Ordnung gewesen seien (act. G5.1/39). Die Omarthrose wurde bei der 

Beschwerdeführerin sodann am Schulterhauptgelenk, d.h. am Glenohumeralgelenk, 

und nicht an den Schulternebengelenken - Akromioclaviculargelenk oder 

Sternoclaviculargelenk - festgestellt, welche zumindest eine Verbindung zu den 

Schlüsselbeinenden bilden würden (vgl. dazu <http://www.schulterinfo.de/Info/

Allgemeines/aufbau.htm>; <http://www.dr-gumpert.de/html/Schluesselbein.html>, 

abgerufen am 6. Dezember 2012; Debrunner, a.a.O., S. 715). Es erscheint jedoch 

offensichtlich, dass ein vom Unfall nicht betroffener Körperteil in der Regel keine 

Verletzung mit nachfolgenden Beschwerden zeitigen kann und genauso eine Degene­

ration in der Regel im Bereich der primären Läsion und nicht abseits derselben auftritt. 

Angesichts des Gesagten ist vorliegend eine Unfallkausalität der Omarthrose nicht 

überwiegend wahrscheinlich. Ein zusätzliches Indiz für einen rein degenerativen 

Prozess bildet sodann auch der zeitliche Abstand von rund zehn Jahren zwischen 

Unfallereignis und Diagnose der - zudem erst beginnenden (vgl. act. G5.1/39) - 

Omarthrose. Die Entstehung einer rein degenerativen Arthrose ist über so viele Jahre 

ohne weiteres möglich. Die Aussage von Dr. D.___ im Bericht vom 8. Dezember 2011 

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(act. G5.1/59), für ihn sei der Zusammenhang zwischen den geltend gemachten 

Beschwerden und dem fraglichen Unfall überwiegend wahrscheinlich, überzeugt 

angesichts des Gesagten nicht, zumal auch nicht nachvollziehbar ist, wie er letztlich zu 

dieser Beurteilung kommt, wenn er im voranstehenden Satz noch aussagt, die Frage 

der Unfallkausalität könne nicht klar mit einem "ja" oder "nein" beantwortet werden. 

Dieselbe Widersprüchlichkeit ist dem Bericht von Dr. F.___ vom 17. April 2012 (act. 

G1/16) zu entnehmen, der zunächst festhielt, dass die Frage, ob die beginnende 

Omarthrose eine Unfallfolge darstelle, sicher schwierig zu beweisen sei, in der Folge 

jedoch äusserte, die Wahrscheinlichkeit sei sicher gegeben. Letztlich basieren die 

Kausalitätsbeurteilungen von Dr. D.___ und Dr. F.___ lediglich auf dem Umstand, dass 

die als Rückfall gemeldeten Beschwerden nach dem Unfall vom 15. Dezember 2001 

aufgetreten sind. Dieser Aspekt vermag jedoch für sich nach konstanter 

bundesgerichtlicher Praxis keinen Beweis für eine Unfallkausalität zu erbringen, da der 

zeitliche Aspekt allein keine wissenschaftlich genügende Erklärung liefert. Andernfalls 

würde man sich mit dem blossen Anschein des Beweises bzw. mit der blossen 

Möglichkeit begnügen und davon ausgehen, dass eine gesundheitliche Schädigung 

schon dann durch den Unfall verursacht sei, wenn sie nach diesem auftrat (Alfred 

Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 460 N 1205; 

BGE 119 V 340 f. E. 2b/bb). Abgesehen davon, dass die Berichte von Dr. D.___ und 

Dr. F.___ keine eigentliche, fallbezogene Begründung enthalten, ist ihnen vor allem 

entgegen zu halten, dass sie angesichts der vorstehenden Erwägungen in der 

Schlussfolgerung nicht überzeugen. Mehr als der bereits von Dr. E.___ ohne jede 

Begründung postulierte mögliche Kausalzusammenhang zwischen den als Rückfall 

gemeldeten Schulterbeschwerden mit dem Skiunfall vom 15. Dezember 2001 vermö­

gen sie jedenfalls nicht nachzuweisen. Da nicht zu erwarten ist, dass weitere 

Abklärungen den erforderlichen Nachweis liefern, können, ist darauf zu verzichten 

(antizipierte Beweiswürdigung; BGE 122 V 157 E. 1d).

4. 

Zusammenfassend ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin einen 

Anspruch der Beschwerdeführerin auf erneute Leistungen abgelehnt hat. Von einer 

Prüfung des adäquaten Kausalzusammenhangs kann unter den genannten Umständen 

abgesehen werden.

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5. 

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen den angefochtenen 

Einspracheentscheid vom 5. März 2012 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu 

erheben (Art. 61 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 

VRP entschieden:

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.  Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 17.01.2013
	Art. 6 UVG, Art. 11 UVV: Rückfallkausalität einer Omarthrose im rechten Schulterhauptgelenk zu einer vor rund zehn Jahren erlittenen Claviculafraktur rechts verneint (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 17. Januar 2013, UV 2012/29).

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