# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 996f50f0-551a-5b01-b33d-c150416e5541
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-06-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.06.2009 D-7582/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-7582-2006_2009-06-26.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-7582/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 6 .  J u n i  2 0 0 9

Richter Bendicht Tellenbach (Vorsitz), 
Richter Pietro Angeli-Busi, Richter Hans Schürch, 
Gerichtsschreiber Jürg Hünerwadel.

A.______, dessen Ehefrau B._______, sowie die Kinder 
C._______, und D._______, Serbien,
vertreten durch Advokat Dieter Roth, Zeughausplatz 34, 
Postfach 375, 4410 Liestal,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), vormals Bundesamt 
für Flüchtlinge (BFF), Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 24. No-
vember 2006.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-7582/2006

Sachverhalt:

A.
Die Beschwerdeführer – ethnische Roma serbischer Staatsangehörig-
keit aus E._______ (Provinz Vojvodina) – stellten am 5. Mai 2000 ein 
erstes  Asylgesuch in  der  Schweiz. Zu dessen Begründung brachten 
sie im Wesentlichen vor, der Beschwerdeführer habe Schwierigkeiten 
mit den heimatstaatlichen Militärbehörden, nachdem er im April 2000 
im  Rahmen  der  Zustellung  eines  Marschbefehls  auf  den  Posten 
verbracht und dort  geschlagen worden sei; ferner seien sie aufgrund 
ihrer Ethnie ständig von serbisch-stämmigen Nachbarn behelligt wor-
den.

B.
Mit Verfügung vom 12. September 2000 wies das BFF das Asylgesuch 
der  Beschwerdeführer  ab  und  ordnete  deren  Wegweisung  aus  der 
Schweiz sowie den Vollzug an. Eine gegen diese Verfügung erhobene 
Beschwerde  wurde  von  der  damals  zuständigen  Schweizerischen 
Asylrekurskommission (ARK) mit Urteil vom 3. September 2002 eben-
falls abgewiesen.

C.
Nachdem die Beschwerdeführer in der Folge beim BFF zweimal ver-
geblich um Wiedererwägung der Verfügung vom 12. September 2000 
ersucht hatten, kehrten sie am 28. August 2003 in ihren Heimatstaat 
zurück.

D.
Die  Beschwerdeführer  verliessen  nach  eigenen  Angaben  ihren  Hei-
matstaat am 14. September 2005 erneut und gelangten am 15. Sep-
tember 2005 in die Schweiz, wo sie gleichentags im Empfangs- und 
Verfahrenszentrum Vallorbe neuerlich um Asyl  nachsuchten. Zur Be-
gründung gaben sie  im Rahmen der  summarischen Befragungen im 
Transitzentrum  Altstätten  vom  3. Oktober  2005  (Ehemann)  bezie-
hungsweise vom 5. Oktober  2005 (Ehefrau)  und der  Direktbefragun-
gen durch das BFM vom 3. November 2005 im Wesentlichen an, sie 
hätten sich nach dem erfolglosen Durchlaufen ihres ersten Asylverfah-
rens  wiederum in E._______ niedergelassen. Dort  seien sie am 15. 
Juni  2005  des  nachts  von vier  maskierten  Personen  in  ihrem Haus 
überfallen worden. Die Täter hätten den Beschwerdeführer geschlagen 
und an einen Sessel gebunden und von der Familie die Herausgabe 

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von Geld und Schmuck verlangt. Ferner habe einer der Männer die Be-
schwerdeführerin vergewaltigt, bevor sie das Haus mit einem Bargeld-
betrag von 1'000 Euro sowie Goldschmuck verlassen hätten. Aufgrund 
der  Vergewaltigung  habe  sich  die  Beschwerdeführerin  am  nächsten 
Tag in eine rund 10-tägige Spitalpflege begeben müssen; nach ihrer 
Entlassung hätten sie sich ungefähr am 27. Juni 2005 zu Verwandten 
nach F._______ begeben, wo sie sich bis zu ihrer am 14. September 
2005 erfolgten Ausreise aus dem Heimatstaat aufgehalten hätten. Am 
12. Juli 2005 habe sich der Beschwerdeführer von dort aus in ihr Haus 
in E._______ begeben. Er habe dort zwei Polizeibeamte angetroffen, 
die seinen im selben Haus wohnhaften Vater malträtiert und über ihn 
befragt  hätten.  Als  einer  der  beiden  Polizisten  nach  seinem  Vater 
gegriffen habe, habe er an seiner Hand einen Ring erkannt, welchen 
der  Vergewaltiger  der  Beschwerdeführerin  getragen  hatte.  Er  habe 
diesen Mann mit einem Schaufelstiel niedergeschlagen, worauf er vom 
anderen  Polizisten  mit  dem  Schlagstock  bewusstlos  geschlagen 
worden  sei;  als  er  sein  Bewusstsein  wiedererlangt  habe,  seien  die 
Polizeibeamten  nicht  mehr  anwesend  gewesen.  Er  sei  gleichentags 
nach F._______ zurückgekehrt, wohin ihm sein Vater kurze Zeit später 
eine  Vorladung  der  SUP  E._______  überbracht  habe,  die  per  Post 
zugestellt  worden sei. Aufgrund all  dieser Ereignisse hätten sie sich 
entschieden, ihr Heimatland zu verlassen.

Zur Stützung ihrer Angaben reichten die Beschwerdeführer eine den 
Beschwerdeführer betreffende Vorladung der SUP E._______ vom 18. 
Juli 2005 sowie einen die Beschwerdeführerin betreffenden ärztlichen 
Bericht einer heimatstaatlichen Klinik vom 27. Juni 2005 zu den Akten.

E.
Mit Schreiben vom 21. April  2006 ersuchte das BFM die schweizeri-
sche Vertretung in Belgrad um Abklärungen vor Ort. Am 27. Septem-
ber 2006 übermittelte die Botschaft  der Vorinstanz den entsprechen-
den Bericht, gemäss welchem kein Gerichtsverfahren gegen den Be-
schwerdeführer hängig sei und es sich bei der von ihm eingereichten 
Vorladung der  SUP um ein  gefälschtes  Dokument  handle  sowie  die 
Beschwerdeführerin im Zeitraum vom 15. Juni bis zum 27. Juni 2005 – 
mithin zum Zeitpunkt  der  Ausstellung des  von ihr  zu  den Akten ge-
reichten ärztlichen Berichtes – nicht in der von ihr genannten Klinik un-
tersucht  beziehungsweise  behandelt  worden  sei.  Für  die  übrigen 
schriftlichen Auskünfte der Botschaft wird auf die Akten verwiesen.

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F.
Mit Zwischenverfügung vom 20. Oktober 2006 gewährte das BFM den 
Beschwerdeführern das rechtliche Gehör zur Botschaftsauskunft, von 
welchem  die  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom 30.  Oktober  2006 
Gebrauch machten. Auf die Ausführungen der Beschwerdeführer wird, 
soweit entscheidwesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

G.
Mit an das BFM gerichteter Eingabe vom 9. November 2006 reichten 
die  Beschwerdeführer  einen  die  Beschwerdeführerin  betreffenden 
ärztlichen Bericht vom 6. November 2006 sowie eine schriftliche Einla-
dung der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Poliklinik G._______ vom 
7. November  2006  (betreffend  die  beiden  minderjährigen  Kinder  der 
Beschwerdeführer) zu den Akten.

H.
Mit auf den 27. November 2007 (recte: 24. November 2006) datierter, 
am 27. November 2006 eröffneter Verfügung wies das BFM das Asyl-
gesuch der Beschwerdeführer ab und ordnete deren Wegweisung aus 
der Schweiz sowie den Vollzug an. Zur Begründung führte das Bun-
desamt  im  Wesentlichen  aus,  die  Vorbringen  der  Beschwerdeführer 
vermöchten  den  Anforderungen  von  Art.  7  des  Asylgesetzes  vom 
26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  an  das  Glaubhaftmachen  nicht 
standzuhalten,  weshalb  sie  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht  erfüllten 
und das Asylgesuch abzuweisen sei; den Vollzug der Wegweisung er-
achtete das Bundesamt als zulässig, zumutbar und möglich.

I.
Mit  Eingabe vom 13. Dezember  2006 fochten die  Beschwerdeführer 
die Verfügung des BFM vom 24. November 2006 bei der ARK an. Sie 
beantragten die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Ge-
währung von Asyl, eventualiter die Anordnung der vorläufigen Aufnah-
me. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchten sie um Gewährung der 
unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 des Bundesgeset-
zes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, 
SR 172.021). Auf die Begründung wird, soweit wesentlich, in den Er-
wägungen eingegangen.

J.
Mit an das in der Zwischenzeit zuständige Bundesverwaltungsgericht 
gerichteten  Eingaben  vom 5. und  16. Januar  2007  reichten  die  Be-
schwerdeführer  weitere  Beweismittel  zu  den  Akten,  so  namentlich 

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ärztliche  Zeugnisse betreffend die  gesundheitliche  Situation  der  Be-
schwerdeführerin und der beiden Kinder.

K.
Mit Zwischenverfügung vom 23. Januar 2007 teilte der zuständige Inst-
ruktionsrichter den Beschwerdeführern mit, dass sie den Ausgang des 
Asylverfahrens in der Schweiz abwarten könnten; gleichzeitig verzich-
tete er auf das Erheben eines Kostenvorschusses und verwies für den 
Entscheid  über  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege auf einen späteren Zeitpunkt.

L.
In ihrer Vernehmlassung vom 23. Januar 2009 hielt  das BFM an der 
angefochtenen Verfügung fest und beantragte die Abweisung der Be-
schwerde.  Auf  die  Begründung  wird,  soweit  entscheidwesentlich,  in 
den Erwägungen eingegangen.

M.
Mit  Eingabe  vom  1.  April  2009  zeigte  der  Rechtsvertreter  der  Be-
schwerdeführer  die  Übernahme der  Rechtsvertretung der  Beschwer-
deführer an. Gleichzeitig ersuchte er um Zustellung der entscheidwe-
sentlichen Aktenstücke sowie um Erstreckung der mit Zwischenverfü-
gung vom 23. März 2009 angesetzten Frist zur Stellungnahme bezüg-
lich der Vernehmlassung des BFM.

N.
Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 21. April 2009 reichten die Be-
schwerdeführer  innert  der vom Instruktionsrichter  erstreckten Replik-
frist  ein  ärztliches  Zeugnis  vom  15.  April  2009  betreffend  die  Be-
schwerdeführerin  zu den Akten. Ferner ersuchten sie erneut  um Zu-
stellung der entscheidwesentlichen Aktenstücke sowie um eine erneu-
te Erstreckung der Replikfrist.

O.
Mit Zwischenverfügung vom 27. April  2009 wurden den Beschwerde-
führern  Kopien  der  entscheidwesentlichen  Aktenstücke  zugestellt; 
gleichzeitig  wurde  die  Frist  zur  Stellungnahme  zur  Vernehmlassung 
des BFM bis zum 12. Mai 2009 erstreckt.

P.
Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 12. Mai 2009 reichten die Be-
schwerdeführer einen ärztlichen Bericht betreffend die beiden Kinder 

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ein und stellten ein ärztliches Zeugnis betreffend den Beschwerdefüh-
rer in Aussicht, welches sie mit Eingabe vom 5. Juni 2009 nachreich-
ten. In diesen Eingaben nahmen sie sodann Stellung zur Vernehmlas-
sung  der  Vorinstanz;  auf  die  Begründung  wird,  soweit  entscheidwe-
sentlich, in den Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Ju-
ni 2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört 
zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnah-
me im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungs-
gericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der  vorliegenden Be-
schwerde  und  entscheidet  in  diesem  Bereich  endgültig  (Art. 105 
AsylG;  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Ju-
ni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat am 1. Januar 2007 die Beurtei-
lung der bei der ARK hängigen Rechtsmittel übernommen. Das neue 
Verfahrensrecht ist anwendbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.3 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Die  Be-
schwerdeführer  sind durch  die  angefochtene  Verfügung  berührt  und 
haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungs-
weise  Änderung.  Die  Beschwerdeführer  sind  daher  zur  Einreichung 
der Beschwerde legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1, Art. 50 
und Art. 52 f. VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
3.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt 

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wohnte,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu 
einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen ihrer  politischen An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist  Rechnung 
zu tragen (Art. 3 AsylG).

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen oder zumindest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit  für  gegeben hält. Unglaubhaft  sind insbesondere Vorbringen, 
die in  wesentlichen Punkten zu wenig begründet  oder in sich wider-
sprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich 
auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 
AsylG).

4.
4.1 Das BFM führt in seiner Verfügung vom 24. November 2006 aus, 
die Vorbringen der Beschwerdeführer vermöchten den Anforderungen 
von Art. 7 AsylG an das Glaubhaftmachen nicht standzuhalten.

4.1.1 Im Einzelnen hält die Vorinstanz zunächst dafür, dass den Vor-
bringen der Beschwerdeführer durch die vor Ort vorgenommenen Ab-
klärungen der  schweizerischen Vertretung  jegliche  Grundlage entzo-
gen worden sei. So sei erstellt, dass gegen den Beschwerdeführer in 
E._______  kein  Strafverfahren  hängig  sei  und  es  sich  bei  der 
eingereichten  Vorladung  der  SUP  um  eine  Fälschung  handle,  und 
ferner  sei  die  Beschwerdeführerin  entgegen  ihren  Angaben  im 
fraglichen  Zeitraum  nicht  in  der  von  ihr  genannten  Klinik  behandelt 
worden.  Den  Beschwerdeführern  sei  es  im  Rahmen  des  ihnen 
gewährten  rechtlichen  Gehörs  nicht  gelungen,  diese  Feststellungen 
der Botschaft zu widerlegen. So erscheine es wenig nachvollziehbar, 
weshalb die Polizei  eine Vorladung ausstellen sollte,  wenn sie – wie 
von den Beschwerdeführern in ihrer Stellungnahme vom 30. Oktober 
2006 gemutmasst  – gar nicht daran interessiert  gewesen wäre, eine 
offizielle  Untersuchung  einzuleiten.  Ferner  vermöge  auch  der 
Erklärungsversuch  der  Beschwerdeführer  nicht  zu  überzeugen, 
wonach  der  Aufenthalt  der  Beschwerdeführerin  in  der  von  ihnen 

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angegebenen Klinik möglicherweise wegen der Nichtregistrierung der 
Beschwerdeführerin bei einer Krankenkasse unterblieben sei.

4.1.2 An der festgestellten Unglaubhaftigkeit der Vorbringen vermöge 
sodann auch das im Rahmen des Asylverfahrens eingereichte ärztli-
che Zeugnis vom 6. November 2006 nichts zu ändern. Dieses Beweis-
mittel sei unter Berücksichtigung der übrigen Sachverhaltselemente zu 
würdigen, und diese hätten ergeben,  dass der von der Beschwerde-
führerin  geltend  gemachte  sexuelle  Übergriff  nicht  geglaubt  werden 
könne.  Die  der  Beschwerdeführerin  diagnostizierte  posttraumatische 
Belastungsstörung – welche keineswegs bagatellisiert werden solle – 
könne daher nicht auf diese nicht plausibel gemachte Ursache zurück-
geführt werden und zu anderen Ursachen könne sich das Bundesamt 
nicht  äussern,  weil  die  Beschwerdeführerin  dazu keine Angaben ge-
macht habe.

4.2 Die Beschwerdeführer machen demgegenüber in der Beschwerde-
eingabe vom 13. Dezember 2006 geltend, ihre Vorbringen seien glaub-
haft. So sei zunächst zu berücksichtigen, dass nicht nur die Beschwer-
deführerin, sondern auch der Beschwerdeführer und die beiden Kinder 
aufgrund der Erlebnisse im Heimatstaat gesundheitlich angeschlagen 
seien, was sie mit den auf Beschwerdeebene eingereichten ärztlichen 
Zeugnissen belegen könnten. Ferner habe sich die Beschwerdeführer-
in  auch während des Aufenthaltes in  F._______ in medizinische Be-
handlung begeben müssen, was mit einem entsprechenden Austritts-
bericht der Klinik von F._______ nachgewiesen werde. Bezüglich des 
polizeilichen  Übergriffs  auf  den  Beschwerdeführer  könnten  sie  nun-
mehr  von  einem  Anwalt  beglaubigte  Aussagen  zweier  Zeugen  dar-
bringen und darüber  hinaus zwei  Zeitungsartikel  im Zusammenhang 
mit  körperlichen  Übergriffen  einreichen,  welche  von  Polizeibeamten 
aus E._______ an Zivilpersonen begangen worden seien. Soweit die 
Abklärungen der schweizerischen Vertretung vor Ort betreffend, hätten 
sie  sich  bereits  in  ihrer  schriftlichen  Stellungnahme gegenüber  dem 
Bundesamt geäussert, an welcher sie festhielten. Hinsichtlich des Auf-
enthaltes  der  Beschwerdeführerin  im  Gesundheitszentrum  von 
E._______ hätten sie sodann in der Zwischenzeit einen im Heimatort 
wohnhaften Freund um Zustellung weiterer  Beweismittel  ersucht und 
einen Anwalt eingeschaltet.

4.3 In ihrer Vernehmlassung vom 23. Januar 2009 führt die Vorinstanz 
aus,  die  von den  Beschwerdeführern  eingereichten  Zeitungsberichte 

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betreffend polizeiliche Übergriffe  auf  Zivilpersonen zeigten  auf,  dass 
es  im  Polizeicorps  von  E._______  zu  schweren  Verfehlungen 
gekommen  sei,  gleichzeitig  der  serbische  Staat  aber  diesen 
Verfehlungen  durch  Inhaftierungen,  Anklageerhebungen  und 
Dienstsuspensionen  auch  entschieden  entgegengetreten  sei.  Selbst 
wenn die  von den Beschwerdeführern  geltend gemachten Übergriffe 
seitens  serbischer  Polizeibeamter  geglaubt  werden könnten,  würden 
sie folglich der asylrechtliche Relevanz entbehren; daran vermöchten 
auch  die  schriftlichen  Aussagen  zweier  Zeugen  vom  20.  Dezember 
2006  nichts  zu  ändern,  zumal  sie  als  Gefälligkeitsangaben  zu 
bezeichnen  seien.  Im  Weiteren  sei  die  Beschwerdeführerin  gemäss 
der  von  ihr  auf  Beschwerdeebene  eingereichten  Bestätigung  des 
Gesundheitszentrums  von  F._______  vom  2.  bis  zum  11.  Juli  2005 
wegen  einer  Entzündung  der  Eileiter/Eierstöcke  und  eines 
Spontanabortes  behandelt  worden;  diese  Behandlung  habe  die 
Beschwerdeführerin  indessen  anlässlich  des  erstinstanzlichen 
Asylverfahrens  nie  erwähnt,  so  dass  der  nunmehr  dargebrachten 
Bestätigung kein Beweiswert zukomme. Schliesslich vermöchten auch 
die auf Beschwerdeebene eingereichten ärztlichen Berichte bezüglich 
der  aktuellen  gesundheitlichen  Situation  der  Beschwerdeführer  und 
ihrer Kinder zu keinem anderen Ergebnis zu führen, da die Ursachen 
für  die  gestellten  Diagnosen  nicht  in  den  angeblichen  Übergriffen 
liegen könnten.

4.4 In ihren Stellungnahmen zur vorinstanzlichen Vernehmlassung ge-
hen die Beschwerdeführer – mit  Ausnahme der Angabe, wonach die 
bei den Kindern diagnostizierten posttraumatischen Belastungsstörun-
gen zu den anamnestischen Schilderungen der traumatischen Ereig-
nisse im Heimatland passen würden – nicht näher auf die Ausführun-
gen des BFM ein. Sie machen zur Hauptsache geltend, eine adäquate 
medizinische Behandlung ihrer Leiden sei im Heimatstaat nicht mög-
lich, da es dort namentlich an dem von ihnen benötigten geschützten 
Klima fehle.

5.
Nach Prüfung der Akten gelangt  das Bundesverwaltungsgericht  zum 
Schluss,  dass  das  BFM  die  Vorbringen  der  Beschwerdeführer  zu 
Recht und mit zutreffender Begründung als unglaubhaft erachtet hat.

5.1 Die Beschwerdeführer begründen ihr Asylgesuch im Wesentlichen 
mit zwei Ereignissen aus dem Jahre 2005, nämlich mit einem nächtli-

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chen Überfall vom 15. Juni 2005 auf ihr Haus, bei welchem unter an-
derem die Beschwerdeführerin vergewaltigt worden sei, und einem po-
lizeilichen Übergriff auf den Beschwerdeführer vom 12. Juli 2005, wel-
cher eine Vorladung der SUP E._______ vom 20. Juli 2005 zur Folge 
gehabt habe. Im Zusammenhang mit  diesen beiden Hauptvorbringen 
liess  die  Vorinstanz  durch  die  schweizerische  Vertretung  in  Serbien 
Abklärungen vor Ort vornehmen, welche zum einen ergaben, dass die 
Beschwerdeführerin im fraglichen Zeitraum vom 15. bis zum 27. Juni 
2005 in  der  von ihr  angegebenen Klinik  nicht  behandelt  worden ist, 
und zum anderen aufzeigten, dass gegen den Beschwerdeführer beim 
Gemeindegericht E._______ kein Strafverfahren hängig ist und es sich 
darüber  hinaus  bei  der  von  ihm  eingereichten  Vorladung  der  SUP 
E._______  um  ein  gefälschtes  Dokument  handle.  Die 
Beschwerdeführer  erhielten  von der  Vorinstanz  Gelegenheit,  sich  zu 
den  Abklärungsergebnissen  der  Botschaft  zu  äussern.  In 
Übereinstimmung  mit  der  Vorinstanz  ist  festzustellen,  dass  die 
Entgegnungen  der  Beschwerdeführer  in  ihrer  Stellungnahme  vom 
30. Oktober  2006 beziehungsweise in  ihrer  Beschwerdeeingabe vom 
13. Dezember  2006  nicht  geeignet  sind,  die  ausführlichen  und 
nachvollziehbaren Botschaftsangaben zu entkräften. So ist  entgegen 
der  von  den  Beschwerdeführern  vertretenen  Auffassung  wenig 
wahrscheinlich,  dass  der  mehrtägige  Aufenthalt  der  Be-
schwerdeführerin in einer Klinik nicht registriert worden ist, nur weil sie 
damals  bei  keiner  Krankenkasse  gemeldet  gewesen  sei;  es  ist  viel-
mehr  davon  auszugehen,  dass  die  Gesundheitsinstitutionen  gerade 
auch Aufenthalte von nicht krankenversicherten Patientinnen und Pati-
enten lückenlos erfassen, um eine beweisrechtliche Grundlage für die 
Einforderung der Behandlungskosten zu schaffen. Ferner vermag der 
blosse Hinweis der Beschwerdeführer, wonach es sich bei der einge-
reichten Vorladung vom 20. Juli  2005 nicht  um ein gefälschtes, son-
dern lediglich um ein falsch ausgefülltes Dokument handle, die zahlrei-
chen  von  der  Botschaft  festgestellten  Fälschungsmerkmale  nicht  zu 
erklären. Zur Vermeidung von Wiederholungen kann dabei vollumfäng-
lich auf die Zwischenverfügung des BFM vom 20. Oktober 2006 sowie 
die  Ausführungen  des  Bundesamts  in  der  angefochtenen  Verfügung 
vom 24. November 2006 verwiesen werden.

5.2 Vor dem Hintergrund der eindeutigen Abklärungen der schweizeri-
schen  Vertretung  ist  den  Vorbringen  der  Beschwerdeführer  jegliche 
Grundlage  entzogen;  daran  vermögen  auch  die  von  ihnen  auf  Be-
schwerdeebene eingereichten Beweismittel  nichts  zu ändern. So be-

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ziehen sich die beiden Zeitungsartikel – der eine undatiert und der an-
dere vom 28. Oktober 2005 – zwar auf Fälle von Polizeigewalt gegen-
über  Zivilpersonen,  welche  sich  im Heimatort  der  Beschwerdeführer 
ereignet haben. Diese Vorfälle stehen indessen in keinem Zusammen-
hang zu den Beschwerdeführern, so dass letztere daraus nichts zu ih-
ren Gunsten ableiten können. Ebensowenig ist die am 20. Dezember 
2006  verfasste  schriftliche  Aussage  zweier  angeblicher  Zeugen  des 
geltend gemachten Übergriffes auf den Beschwerdeführer vom 12. Juli 
2005 geeignet, diesen Vorfall glaubhaft erscheinen zu lassen; aufgrund 
der gesamten Aktenlage ist vielmehr davon auszugehen, dass es sich 
dabei  um  einen  Gefälligkeitsakt  zugunsten  des  Beschwerdeführers 
handelt. Schliesslich erscheint der geltend gemachte Überfall auf das 
Haus der Beschwerdeführer und die dabei von der Beschwerdeführe-
rin  angeblich erlittene Vergewaltigung vom 15. Juni 2005 auch durch 
den  mit  Beschwerdeeingabe  vom 13. Dezember  2006  eingereichten 
Austrittsbericht des Gesundheitszentrums von F._______ nicht glaub-
haft. Aus diesem Beweismittel ergibt sich einzig, dass die Beschwerde-
führerin vom 2. bis zum 11. Juli 2005 wegen einer Entzündung der Ei-
leiter  beziehungsweise  Eierstöcke  und  eines  Spontanaborts  in  Be-
handlung  war.  Rückschlüsse  auf  eine  allfällige  Vergewaltigung  lässt 
auch dieses Dokument indessen nicht zu, zumal die Beschwerdeführe-
rin  im  Rahmen  des  erstinstanzlichen  Asylverfahrens  diese  in 
F._______ erfolgte Behandlung nicht angegeben hat.

5.3 Die übrigen von den Beschwerdeführern eingereichten Beweismit-
tel  beziehen  sich  auf  deren  gesundheitliche  Verfassung.  Angesichts 
der übereinstimmenden und nachvollziehbaren,  teilweise von mehre-
ren  Fachpersonen  in  der  Schweiz  vorgenommenen Untersuchungen 
besteht für das Bundesverwaltungsgericht kein Anlass, an den gestell-
ten Diagnosen zu zweifeln (vgl. zur Beweiskraft sogenannter Privatgut-
achten Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylre-
kurskommission  [EMARK]  2002  Nr. 13  E. 6c  S. 115  f.  und  EMARK 
2002 Nr. 18). Es ist demnach namentlich erstellt, dass die Beschwer-
deführer und ihre beiden minderjährigen Kinder an postraumatischen 
Belastungsstörungen  leiden.  In  Übereinstimmung  mit  der  Vorinstanz 
und nach dem bisher Gesagten ist diesbezüglich allerdings festzuhal-
ten,  dass  die  Ursachen  für  die  gesundheitlichen  Beeinträchtigungen 
nicht  in  den von den  Beschwerdeführern  im Asylverfahren sowie  im 
Rahmen  der  anamnestischen  Erhebungen  durch  die  medizinischen 
Fachpersonen angegebenen Behelligungen liegen können, haben sich 
doch die entsprechenden Vorbringen als nicht glaubhaft erwiesen. Bei 

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dieser Sachlage müssen demnach andere als die angegebenen Grün-
de zu den vorab psychischen Leiden geführt haben; mangels jedwel-
cher anderweitiger Anhaltspunkte ist davon auszugehen, dass es sich 
dabei um asylrechtlich unerhebliche Ursachen handelt. Die Frage der 
Schwere der gesundheitlichen Probleme der Beschwerdeführer sowie 
deren Behandelbarkeit im Heimatstaat ist daher nicht an dieser Stelle, 
sondern vielmehr bei der Prüfung allfälliger Wegweisungshindernisse 
zu klären (vgl. nachstehende E. 7.4).

5.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es den Beschwerdefüh-
rern  nicht  gelingt,  die  Flüchtlingseigenschaft  nachzuweisen  oder 
glaubhaft zu machen. Das BFM hat ihr Asylgesuch demnach zu Recht 
abgewiesen. Die  gefälschte  Vorladung  der  SUP E._______  vom 18. 
Juli 2005 ist gestützt auf Art. 10 Abs. 4 AsylG einzuziehen.

6.
6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein-
heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

6.2 Die Beschwerdeführer verfügen weder über eine ausländerrechtli-
che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung ei-
ner  solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht  angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; EMARK 2001 Nr. 21).

7.
7.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]).

7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtun-
gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän-
ders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenste-
hen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus ei-
nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Ge-

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fahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 
5  Abs.  1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]).

Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Über-
einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-
same,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. No-
vember 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

7.3 Die  Vorinstanz  wies  in  ihrer  Verfügung vom 24. November  2006 
zutreffend darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur 
Personen  schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen  (vgl.  MARIO 
GATTIKER,  Das  Asyl- und  Wegweisungsverfahren,  3. Aufl.,  Bern  1999, 
S. 89).  Da es  den Beschwerdeführern  nicht  gelungen ist,  eine  asyl-
rechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu ma-
chen, kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrecht-
lichen Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung 
finden. Eine  Rückkehr  der  Beschwerdeführer  nach Serbien  ist  dem-
nach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführer 
noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer 
Ausschaffung  nach  Serbien  dort  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit 
einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Be-
handlung  ausgesetzt  wären.  Gemäss  Praxis  des  Europäischen  Ge-
richtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Fol-
terausschusses müssten die Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr 
("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihnen im Fall ei-
ner  Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche  Behandlung  drohen 
würde  (vgl.  EMARK  2001  Nr.  16  S.  122,  mit  weiteren  Hinweisen; 
EGMR, Bensaid gegen Grossbritannien, Urteil  vom 6. Februar 2001, 
Recueil des arrêts et décisions 2001-I, S. 327 ff.). Auch die allgemeine 
Menschenrechtssituation  in  Serbien  lässt  den  Wegweisungsvollzug 
zum heutigen Zeitpunkt  klarerweise  nicht  als  unzulässig erscheinen. 
Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne 
der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

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7.4
7.4.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 
7  AuG –  die  vorläufige  Aufnahme zu  gewähren  (vgl.  Botschaft  zum 
Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 8. März 
2002, BBl 2002 3818).

7.4.2 Die  derzeitige  Situation  im  Heimatstaat  der  Beschwerdeführer 
– welcher vom Bundesrat  mit  Beschluss vom 1. April  2009 als "safe 
country" im Sinne von Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG bezeichnet worden 
ist – ist weder von Bürgerkrieg noch von allgemeiner Gewalt gezeich-
net, so dass der Vollzug der Wegweisung dorthin grundsätzlich zumut-
bar erscheint. Ferner stehen die nach wie vor gegebenen Diskriminie-
rungen  von  Roma  im  täglichen  Leben  nach  ständiger  Praxis  der 
schweizerischen  Asylbehörden  für  sich  alleine  einem  Vollzug  nach 
Serbien nicht entgegen. Es ist demnach im vorliegenden Fall einzig zu 
prüfen, ob individuelle Gründe den Vollzug der Wegweisung als unzu-
mutbar erscheinen lassen.

7.4.3 Die Beschwerdeführer machen diesbezüglich geltend, sie seien 
alle  schwer  traumatisiert  und auf  eine fortgesetzte  medizinische Be-
handlung angewiesen. Diese Behandlung müsse namentlich im Falle 
der Beschwerdeführerin in einem geschützten Klima stattfinden, wel-
ches bei einer allfälligen Rückkehr nach Serbien nicht gegeben wäre; 
im  Heimatstaat  würde  vielmehr  eine  Retraumatisierung  drohen. Aus 
diesen Gründen sei  es ihnen nicht  zuzumuten,  in  ihren Heimatstaat 
zurückzuzehren.

7.4.4 Aus den von den Beschwerdeführern im Rahmen des Asylver-
fahrens eingereichten ärztlichen Berichten ergibt sich ohne weiteres, 
dass sowohl die Eltern als auch die beiden minderjährigen Kinder ge-
sundheitlich – insbesondere in ihrer psychischen Verfassung – beein-
trächtigt sind. Die behandelnden Fachpersonen haben bei ihnen post-
traumatische Belastungsstörungen und bei den Eltern weitere Proble-
me  wie  mittelgradige  beziehungsweise  schwere  Depressionen  diag-
nostiziert (vgl. Arztzeugnisse vom 14. Mai 2009 [betr. den Beschwerde-
führer], vom 15. April 2009 [betr. die Beschwerdeführerin] sowie vom 9. 

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Mai 2009 [betr. die Kinder]). Die Beschwerdeführerin musste in diesem 
Zusammenhang in der Schweiz zwischenzeitlich hospitalisiert werden. 
Für  den Fall  einer Rückkehr gehen die behandelnden Fachpersonen 
von einer erneuten Verschlechterung des Gesundheitszustandes sämt-
licher Familienmitglieder aus, namentlich auch der Kinder, welche er-
neut aus einer einigermassen vertrauten Lebenssituation herausgeris-
sen würden.

7.4.5 Nach Prüfung der Akten gelangt das Bundesverwaltungsgericht 
in Übereinstimmung mit der von der Vorinstanz namentlich im Rahmen 
der Vernehmlassung vom 23. Januar 2009 vertretenen Auffassung zum 
Schluss, dass die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung in Ser-
bien  grundsätzlich  so  ausgestaltet  ist,  dass  sämtliche  von  den  Be-
schwerdeführern  benötigten  medizinischen  Behandlungen  durchge-
führt werden können; dies betrifft namentlich auch psychiatrische be-
ziehungsweise  psychologische  Therapien,  welche  flächendeckend 
angeboten werden können. Vor diesem Hintergrund erschiene die me-
dizinische Behandlung der Beschwerdeführer in ihrem Heimatstaat an 
sich  grundsätzlich gesichert. Allerdings ist  die  Frage der  Möglichkeit 
der Behandlung der gesundheitlichen Probleme für sich alleine noch 
kein genügendes Indiz für die Annahme der Zumutbarkeit des Wegwei-
sungsvollzuges. Es ist  vielmehr im Rahmen einer Abwägung der ge-
samten Umstände des Einzelfalles zu beurteilen, ob es den Beschwer-
deführern  angesichts  ihrer  Beeinträchtigungen  voraussichtlich  gelin-
gen würde, sich in Serbien wiederum eine menschenwürdige Existenz 
aufzubauen. Diesbezüglich ist festzuhalten, dass im vorliegenden Fall 
nicht  nur  ein  Familienmitglied,  sondern  sämtliche  Angehörige  der 
Kernfamilie  psychische  Probleme  aufweisen,  mithin  insbesondere 
auch die beiden Elternteile, welche bei einer Reintegration im Heimat-
staat die hauptsächlichen Stützen bilden sollten. Die Beschwerdefüh-
rer könnten in Kikinda zwar auf ein familiäres Beziehungsnetz zurück-
greifen, aber angesichts der Aktenlage erscheint es zweifelhaft, dass 
dieses eine adäquate Betreuung und Unterstützung der vierköpfigen 
Familie  auf  Dauer  sicherstellen  könnte,  zumal  bei  einer  allfälligen 
Rückkehr der Beschwerdeführer in den Heimatstaat  laut  den behan-
delnden Fachpersonen mit einer wesentlichen Verschlechterung ihrer 
gesundheitlichen  Verfassung  zu  rechnen  wäre. Entscheidend  kommt 
schliesslich hinzu, dass es sich bei den Beschwerdeführern um eine 
Familie mit zwei minderjährigen Kindern handelt. Die beiden im heuti-
gen Zeitpunkt  knapp 16- beziehungsweise 11-jährigen Kinder haben 
bereits  im Rahmen des ersten Asylverfahrens von 2000 bis  2003 in 

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der Schweiz gelebt und halten sich seit dem Jahre 2005 wiederum hier 
auf. Sie haben mithin einen Grossteil  ihres Lebens – namentlich die 
prägenden  Jahre  ihrer  Kindheit  beziehungsweise  Pubertät  –  in  der 
Schweiz verbracht und würden bei einer Rückkehr in den Heimatstaat 
zum wiederholten  Male  aus  einem vertrauten  Umfeld  gerissen,  was 
sich nach Ansicht des sie behandelnden Arztes in erheblichem Masse 
negativ auf ihren Gesundheitszustand und ihre Entwicklung auswirken 
würde (vgl. ärztliches Zeugnis vom 9. Mai 2009, S. 3). Unter Berück-
sichtigung  der  angeschlagenen  psychischen  Verfassung  ihrer  Eltern 
spricht daher der Aspekt des Kindeswohl in massgeblicher Weise für 
einen  weiteren Aufenthalt  der  Beschwerdeführer  und  ihrer  Kinder  in 
der  Schweiz  (vgl.  dazu  auch  EMARK 2005  Nr. 6).  Unter  Abwägung 
aller zu berücksichtigenden Elemente gelangt das Bundesverwaltungs-
gericht demnach zum Schluss, dass es den Beschwerdeführern und 
ihren Kindern im heutigen Zeitpunkt kaum gelingen dürfte, sich in ih-
rem Heimatstaat eine menschenwürdige Existenz aufzubauen.

7.5 Nach dem Gesagten ist  festzuhalten, dass der Vollzug der Weg-
weisung derzeit  nicht zumutbar im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG er-
scheint. Da sich aus den Akten gleichzeitig keinerlei Hinweise auf das 
Vorliegen allfälliger Ausschlussgründe gemäss Abs. 7 dieser Bestim-
mung ergeben, sind die Beschwerdeführer demnach vorläufig aufzu-
nehmen.

8.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht verletzt  (Art. 106 AsylG). Die Beschwerde ist nach dem 
Gesagten gutzuheissen, soweit sie die Frage des Vollzuges der Weg-
weisung  betrifft;  im  Übrigen  ist  sie  abzuweisen.  Die  Verfügung  des 
BFM vom 24. November 2006 ist teilweise – soweit die Dispositiv-Zif-
fern 4 und 5 betreffend – aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, 
den Aufenthalt der Beschwerdeführer in der Schweiz nach den Regeln 
über die vorläufige Aufnahme zu regeln.

9.
9.1 Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  wären  die  angesichts  des 
Grades  des  Obsiegens  der  Beschwerdeführer  praxisgemäss  um die 
Hälfte reduzierten Kosten von Fr. 300.-- an sich den Beschwerdefüh-
rern  aufzuerlegen (Art. 63  Abs. 1  und 5  VwVG; Art.  1-3  des  Regle-
ments  vom 21. Februar  2008 über  die  Kosten und Entschädigungen 
vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]).  Ange-

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sichts der ausgewiesenen prozessualen Bedürftigkeit der Beschwerde-
führer und ihrer nicht von vornherein aussichtslosen Rechtsbegehren 
ist  indessen ihr  Gesuch um Gewährung der  unentgeltlichen Rechts-
pflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gutzuheissen, soweit es nicht 
durch die teilweise Gutheissung der Beschwerde gegenstandslos ge-
worden ist, und auf das Erheben von Kosten zu verzichten.

9.2 Angesichts  ihres  praxisgemäss  hälftigen  Obsiegens  ist  den  Be-
schwerdeführern sodann eine reduzierte Parteientschädigung für  die 
ihnen  aus  der  Beschwerdeführer  erwachsenen  notwendigen  Kosten 
auszurichten (Art. 64 Abs. 1 VwVG); diese ist unter Berücksichtigung 
der  Tatsache,  dass  die  Beschwerdeführer  erst  im  Verlaufe  des  Be-
schwerdeverfahrens mit Vollmachten vom 30. und 31. März 2009 einen 
Rechtsvertreter  mit  der  Wahrung  ihrer  Interessen  beauftragt  haben, 
sowie  angesichts  dessen  zuverlässig  abschätzbaren  Zeitaufwandes 
und der anzuwendenden Bemessungsfaktoren von Amtes wegen auf 
insgesamt Fr. 500.-- (inklusive Auslagen und Mehrwertsteuer) festzu-
setzen (Art. 7 Abs. 2, Art. 8 und Art. 14 Abs. 2  des Reglements vom 
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit sie den Vollzug der Weg-
weisung betrifft; im Übrigen wird sie abgewiesen.

2.
Die Verfügung des BFM vom 24. November 2006 wird teilweise – so-
weit  die  Dispositiv-Ziffern 4 und 5 betreffend – aufgehoben und das 
BFM  wird  angewiesen,  den  Aufenthalt  der  Beschwerdeführer  in  der 
Schweiz nach den Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme zu re-
geln.

3.
Die gefälschte Vorladung der SUP E._______ vom 18. Juli 2005 wird 
eingezogen.

4.
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird 
gutgeheissen,  soweit  es nicht  gegenstandslos geworden ist. Es wer-
den keine Kosten erhoben.

5.
Das BFM wird  angewiesen,  den  Beschwerdeführern  eine  reduzierte 
Parteientschädigung von Fr. 500.-- zu entrichten.

6.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter der Beschwerdeführer (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt, mit den Akten (per Kurier; in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Bendicht Tellenbach Jürg Hünerwadel

Versand:

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