# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4813a4e3-aaac-55a1-84e0-7e5938ac8ad0
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-02-06
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 06.02.2025 B 2024/164
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2024-164_2025-02-06.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 1/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2024/164

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 08.05.2025

Entscheiddatum: 06.02.2025

Entscheid Verwaltungsgericht, 06.02.2025
Ausländerrecht, Scheinehe, Art. 42Abs. 1 i.V.m. Art. 51 Abs. 1 lit. a AIG. 
Bedeutung des strafrechtlichen nemo-tenetur-Grundsatzes im 
ausländerrechtlichen Verfahren, wo die Mitwirkungspflicht gilt (E. 3). Ob eine 
Scheinehe vorliegt, entzieht sich in der Regel dem direkten Beweis und ist 
nur durch Indizien zu erstellen. Diesbezügliche Indizien müssen klar und 
konkret sein. Der die Behörden betreffende Untersuchungsgrundsatz wird 
durch die Mitwirkungspflicht der betroffenen Personen relativiert Weisen 
bereits gewichtige Hinweise mit grosser Wahrscheinlichkeit auf eine 
Scheinehe hin, ist es an der betroffenen Person, die entsprechende 
Vermutung zu entkräften. Vorliegend gelang dies der Beschwerdeführerin, 
die als Masseuse an verschiedenen Orten in der Schweiz tätig ist und nicht 
mit dem Schweizer Ehemann zusammenwohnt, nicht (Verwaltungsgericht, B 
2024/164). Die gegen dieses Urteil erhobene Beschwerde ans Bundesgericht 
wurde mit Urteil vom 8. Oktober 2025 abgewiesen (Verfahren 2C_153/2025)

Entscheid siehe pdf.

Kanton St.Gallen 

Gerichte 

 
 

 

 
 
Verwaltungsgericht 

Abteilung II 

 

 

 

 

 

 

 Entscheid vom 6. Februar 2025 

Besetzung  Abteilungspräsident Brunner; Verwaltungsrichterin Reiter, Verwaltungs-

richter Zogg; Gerichtsschreiberin Schmid Etter  

   

Geschäftsnr.   B 2024/164 

 

   

Verfahrens- 

beteiligte 

 

 A.__, 

Beschwerdeführerin,  

vertreten durch Rechtsanwältin M.A. HSG Marion Enderli, Advokatur 

107, Rorschacher Strasse 107, 9000 St. Gallen,  

 

 

  gegen 

  Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons St. Gallen,  

Oberer Graben 32, 9001 St. Gallen,  

Vorinstanz,  

 

 

  

Gegenstand  Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung 

 

 

 

 

 

B 2024/164 

 

2/21 

Das Verwaltungsgericht stellt fest: 

A.  

a. 

Die chinesische Staatsangehörige A.__, geb. 19__, heiratete am ___ 2016 den Schweizer 

Bürger B.__, geb. 19__. Am 28. April 2016 stellte B.__ ein Gesuch um Familiennachzug für 

seine Ehefrau. Diese war am 26. April 2016 von Polen herkommend in die Schweiz einge-

reist. Am 4. Mai 2016 wurde A.__ eine Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei ihrem Ehe-

mann erteilt (gültig bis 4. Februar 2017). A.__ meldete sich an der Adresse ihres Eheman-

nes an der C.__-strasse 001_ in der Stadt Z.__ an. In derselben Wohnung lebt seit 2011 

bis heute auch D.__, die frühere Lebenspartnerin von B.__. Bereits in früheren Jahren 

(2007, 2010 und 2013) war A.__ in der Schweiz bei Kontrollen im Rotlichtmilieu polizeilich 

aktenkundig geworden (Migrationsakten [MA] 178).  

b. 

Auf Gesuch vom 9. Januar 2017 hin wurde die Aufenthaltsbewilligung von A.__ bis 4. Feb-

ruar 2019 verlängert. Nachdem D.__ am 12. April 2017 bei einem Gespräch auf dem Sozi-

alamt der Stadt Z.__ erzählt hatte, dass A.__ nicht an der C.__-strasse 001_ wohne, teilte 

B.__ am 2. Juni 2017 auf Nachfrage mit, dass A.__ im Januar 2017 nach China zurückge-

kehrt sei. Daraufhin wurde sie am 11. Juli 2017 rückwirkend ab 1. Januar 2017 bei den 

Bevölkerungsdiensten der Stadt Z.__ abgemeldet.  

c. 

Am 25. Januar 2019 sprachen A.__ und B.__ bei den Bevölkerungsdiensten der Stadt Z.__ 

vor und ersuchten um Verlängerung bzw. Erteilung der Aufenthaltsbewilligung. Sie gaben 

an, wieder zusammen in Z.__ zu wohnen. B.__ stellte noch gleichentags ein Gesuch um 

Familiennachzug für seine Ehefrau. Am 16. April 2019 meldete das Ehepaar sich nach Y.__ 

ab, wo A.__ und B.__ ab 1. April 2019 eine Einzimmerwohnung gemietet hatten. In der 

Folge tätigte das Migrationsamt des Kantons St. Gallen Abklärungen wegen Verdachts auf 

eine Scheinehe.  

d. 

Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs verlängerte das Migrationsamt die Aufenthalts-

bewilligung von A.__ mit Verfügung vom 26. September 2023 nicht und wies sie an, die 

Schweiz und die Europäische Union innert 60 Tagen nach Rechtskraft der Verfügung zu 

verlassen. Zur Begründung führte es im Wesentlichen an, aufgrund von diversen Indizien 

sei davon auszugehen, dass eine Scheinehe geführt werde, um ausländerrechtliche An-

sprüche nicht untergehen zu lassen.  

 

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3/21 

B.  

Das Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons St. Gallen wies den gegen die ab-

schlägige Verfügung des Migrationsamts von A.__ erhobenen Rekurs mit Entscheid vom 

5. August 2024 ab. Es erwog, aufgrund der vorhandenen Indizien sei auf eine Scheinehe 

zu schliessen und A.__ berufe sich rechtsmissbräuchlich auf ihren Anspruch auf Familien-

nachzug. 

C.  

Gegen den Entscheid des Sicherheits- und Justizdepartements (Vorinstanz) erhob A.__ 

(Beschwerdeführerin) mit Eingabe ihrer Rechtsvertreterin vom 20. August 2024 beim Ver-

waltungsgericht Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, die Entscheide der Vorinstanz und 

des Migrationsamts seien aufzuheben und ihre Aufenthaltsbewilligung sei zu verlängern, 

eventualiter sei die Angelegenheit zur Neubeurteilung zurückzuweisen, unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge zuzüglich Mehrwertsteuer. In formeller Hinsicht beantragte die Be-

schwerdeführerin die Durchführung einer mündlichen Verhandlung und die Einvernahme 

diverser Zeugen. Die Vorinstanz beantragte in der Vernehmlassung vom 3. September 

2024 die Abweisung der Beschwerde und verwies zur Begründung auf die Erwägungen des 

angefochtenen Entscheids. 

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung: 

1.  

Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59bis Abs. 1 des 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Die Beschwerdeführerin, 

die im Rekursverfahren hinsichtlich Verlängerung ihrer Aufenthaltsbewilligung unterlag, ist 

zur Ergreifung des Rechtsmittels berechtigt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). 

Die Beschwerde gegen den am 5. August 2024 versandten Rekursentscheid wurde mit 

Eingabe vom 20. August 2024 rechtzeitig erhoben und erfüllt formal und inhaltlich die ge-

setzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 

2 VRP). Darauf ist einzutreten.  

  

 

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4/21 

2.  

2.1.  

Die Beschwerdeführerin erachtet den angefochtenen Entscheid als willkürlich, da ihr An-

spruch auf rechtliches Gehör und ein faires Verfahren mit der Geheimhaltung entlastender 

Akten über Jahre hinweg verletzt worden sei. Ein Vergleich der am 11. November 2020 und 

am 30. März 2023 gewährten Akteneinsichten habe gezeigt, dass ihr zahlreiche bereits 

vorhandenen Akten aus der Zeit bis im November 2020 damals nicht zur Verfügung gestellt 

worden seien. Dabei habe es sich um entlastende Akten gehandelt, z.B. um solche der 

Kantonspolizei Aargau, aus denen hervorgehe, das E.__ die Ehe der Beschwerdeführerin 

mit B.__ nicht vermittelt habe, oder um E-Mails zwischen dem Migrationsamt und der Stadt-

verwaltung betreffend den Wohnsitz von B.__ an der C.__-strasse 001_ in Z.__.  

2.2.  

Das Recht auf Akteneinsicht ergibt sich aus dem verfassungsrechtlichen Anspruch gemäss 

Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR 101, 

BV) wie auch aus Art. 16 Abs. 1 VRP. Unabhängig davon, ob der Beschwerdeführerin am 

11. November 2020 Einsicht in alle damals vorhandene Akten gewährt worden war, steht 

fest, dass sie spätestens seit der Akteneinsicht vom 30. März 2023 über sämtliche Akten 

verfügte und somit in Kenntnis sämtlicher Akten vor Erlass der Verfügung des Migrations-

amts ordnungsgemäss Stellung nehmen konnte. Eine allfällige Verletzung des rechtlichen 

Gehörs liegt daher nicht vor.  

3.  

3.1.  

Die Beschwerdeführerin macht geltend, die von ihr und ihrem Ehemann im Strafverfahren 

anlässlich der polizeilichen Befragungen vom 17. Mai 2019 gemachten Aussagen seien 

wegen falscher vorgängiger Belehrungen zum Aussageverweigerungsrecht nicht verwend-

bar. Für die betroffene Person müsse jederzeit erkennbar sein, ob sie sich in einem Straf-

verfahren oder in einem verwaltungsrechtlichen Verfahren befinde. Sie und ihr Ehemann 

seien damals gleichzeitig auf das Aussageverweigerungsrecht im Strafverfahren und die 

Mitwirkungspflicht im Verwaltungsverfahren hingewiesen worden, was nicht zulässig sei. 

Nach entsprechenden Interventionen ihrer Rechtsvertreter seien die Befragungen an-

schliessend am 24. September 2021 wiederholt worden. Trotzdem habe das Migrationsamt 

in seinem Entscheid auf nicht verwertbare Aussagen vom 17. Mai 2019 abgestellt. Jene 

Befragungen seien als Beweismittel nicht zuzulassen.  

 

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5/21 

3.2.  

Im Gegensatz zum Strafverfahren, wo das aus der Unschuldsvermutung hergeleitete Recht 

besteht, sich selber nicht zu belasten (nemo tenetur se ipsum accusare), hat dieser Grund-

satz im Verwaltungsverfahren keine Bedeutung. Hier gilt eine weitgehende Mitwirkungs-

pflicht der Parteien (Art. 90 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer 

und über die Integration, SR 142.20, AIG). Die Betroffenen müssen über den rechtserheb-

lichen Sachverhalt Auskünfte erteilen. Die Verweigerung der Mitwirkung wirkt sich so aus, 

dass zum Nachteil ein Sachverhalt unterstellt werden kann. Aus diesen unterschiedlichen 

Prozessmaximen wird gefolgert, dass Informationen, die in einem Verwaltungsverfahren 

aufgrund der Mitwirkungspflicht erhoben worden sind, in einem Strafverfahren nicht verwer-

tet werden dürfen. Umgekehrt dürfen Informationen, die in einem Strafverfahren korrekt 

erhoben worden sind, in einem Verwaltungsverfahren verwendet werden (vgl. BGer 

2C_613/2019 vom 14. November 2019 E. 2.3 mit Hinweisen). Dieser Praxis liegt die An-

nahme zugrunde, dass die strafrechtlichen Garantien dem Beschuldigten einen besseren 

rechtsstaatlichen Schutz gewähren, als dies im Verwaltungsverfahren der Fall ist (vgl. zum 

Ganzen H. SEILER, Parallele Straf-, Zivil- und Verwaltungs(justiz)verfahren: Schnittmengen 

und Reibungsflächen in der Praxis des Bundesgerichts, ZBl 2024, S. 66 ff.).  

3.3.  

Vor diesen Hintergrund kann es mit Blick auf den nemo-tenetur-Grundsatz problematisch 

sein, wenn Beweismittel, die unter Geltung einer strafbewehrten Mitwirkungspflicht in ei-

nem Verwaltungsverfahren erhoben werden (vgl. Art. 90 AIG und Art. 118 AIG), in ein pa-

rallel geführtes Strafverfahren einfliessen. Inwiefern aber umgekehrt der nemo-tenetur-

Grundsatz der Verwendung von Akten aus dem Strafverfahren im Ausländerrechtsverfah-

ren entgegenstehen könnte, ist nicht ersichtlich (vgl. BGer 2C_671/2020 vom 16. März 2023 

E. 4.2, 2C_613/2019 vom 14. November 2019 E. 2.3). Es kann in diesem Zusammenhang 

auch auf die Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Verhältnis zwischen Steuerhinter-

ziehungs- und Nachsteuerverfahren verwiesen werden (vgl. BGE 144 II 427 E. 2.3.3; 

BGer 2C_288/2018 vom 1. Februar 2019 E. 2.4). Da die Beschwerdeführerin und ihr Ehe-

mann hinsichtlich des vorliegenden verwaltungsrechtlichen Verfahrens zur Mitwirkung, na-

mentlich zu zutreffenden und vollständigen Angaben über die für die Regelung des Aufent-

halts wesentlichen Tatsachen (Art. 90 lit. a AIG) verpflichtet waren, können ihre bei der 

Polizei am 17. Mai 2019 gemachten Aussagen unabhängig von der damals widersprüchli-

chen vorgängigen Belehrung (einerseits Hinweis auf das Aussage- und Zeugnisverweige-

rungsrecht bezüglich des Strafverfahrens, anderseits Hinweis auf die Mitwirkungspflicht im 

ausländerrechtlichen Verfahren, MA 92 f. und 101) ohne Weiteres verwendet werden. 

Selbst wenn sie damals Aussagen zu ihrem Nachteil gemacht hätten, waren sie dazu ver-

pflichtet. Wie in einem allfälligen Strafverfahren damit umzugehen wäre, ist hier nicht zu 

entscheiden. Zudem wurde in der Folge kein Strafverfahren eröffnet.  

 

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4.  

4.1.  

Ausländische Ehegatten und ledige Kinder unter 18 Jahren von Schweizerinnen und 

Schweizern haben nach Art. 42 Abs. 1 AIG Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der 

Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesen zusammenwohnen. Dieser Anspruch erlischt, 

wenn er rechtsmissbräuchlich geltend gemacht wird, namentlich um die Vorschriften dieses 

Gesetzes und seiner Ausführungsbestimmungen über die Zulassung und den Aufenthalt zu 

umgehen (Art. 51 Abs. 1 lit. a AIG). Hierunter fällt unter anderem die sogenannte Scheinehe 

oder Ausländerrechtsehe, bei der ein Ehegatte oder die Ehegatten von vornherein keine 

echte eheliche Gemeinschaft beabsichtigten (BGer 2C_1020/2016 vom 4. April 2017 E. 4.1 

mit Hinweisen), sowie die Berufung auf eine nur (noch) formell und ohne Aussicht auf Auf-

nahme bzw. Wiederaufnahme einer ehelichen Gemeinschaft bestehende Ehe (BGE 128 II 

145 E. 2.2 mit Hinweisen). Bei Vorliegen einer Scheinehe oder Ausländerrechtsehe besteht 

folglich kein Anspruch auf Erteilung bzw. Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung nach 

Art. 42 AIG. Eine Scheinehe liegt gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht bereits 

dann vor, wenn auch ausländerrechtliche Motive für den Eheschluss entscheidend waren. 

Vielmehr bedarf es für die Annahme einer Ausländerrechtsehe konkreter Hinweise dafür, 

dass die Ehegatten nicht eine eigentliche Lebensgemeinschaft zu führen beabsichtigten, 

sondern die Beziehung nur aus aufenthaltsrechtlichen Überlegungen eingegangen wurde. 

Erforderlich ist, dass der Wille zur Führung der Lebensgemeinschaft im Sinne einer auf 

Dauer angelegten wirtschaftlichen, körperlichen und spirituellen Verbindung zumindest bei 

einem Ehepartner fehlt(e). Ein solcher Wille fehlt, wenn die Ehegatten nicht die Absicht 

haben, eine echte, tatsächlich gelebte Beziehung – eine sogenannte Realbeziehung – zu 

führen. Letztere wiederum setzt voraus, dass minimale Kenntnisse über wesentliche Le-

bensumstände des Partners und ein gewisses solidarisches, nicht allein auf Gleichgültigkeit 

beruhendes Verhalten vorliegen (BGer 2C_906/2021 vom 1. Juni 2021 E. 4.2 mit Hinwei-

sen). Indizien für eine Scheinehe können äussere Begebenheiten sein wie die Umstände 

des Kennenlernens, eine kurze Dauer der Bekanntschaft, eine drohende Wegweisung, das 

Fehlen einer Wohngemeinschaft, ein erheblicher Altersunterschied, Schwierigkeiten in der 

Kommunikation, fehlende Kenntnisse über den anderen oder die Bezahlung einer Entschä-

digung für die Heirat. Sie können aber auch innere (psychische) Vorgänge betreffen (BGer 

2C_613/2019 vom 14. November 2019 E. 3.6.3 mit Hinweisen).  

4.2.  

Ob eine Scheinehe im Sinne von Art. 51 Abs. 1 lit. a AIG geschlossen wurde bzw. ob die 

Migrationsbehörde über den fehlenden Willen zur Aufnahme einer tatsächlichen, ehelichen 

Lebensgemeinschaft getäuscht wurde, entzieht sich in der Regel dem direkten Beweis und 

ist nur durch Indizien zu erstellen. Grundsätzlich muss die Migrationsbehörde die 

 

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Scheinehe nachweisen. Dass eine solche vorliegt, darf dabei nicht leichthin angenommen 

werden. Diesbezügliche Indizien müssen klar und konkret sein. Der die Behörden betref-

fende Untersuchungsgrundsatz wird aber durch die Mitwirkungspflicht der betroffenen Per-

sonen relativiert (vgl. Art. 90 AIG). Diese kommt insbesondere bei Tatsachen zum Tragen, 

die eine Partei besser kennt als die Behörden und die ohne ihre Mitwirkung gar nicht oder 

nicht mit vernünftigem Aufwand erhoben werden können. Weisen bereits gewichtige Hin-

weise mit grosser Wahrscheinlichkeit auf eine Scheinehe hin, ist es an der betroffenen Per-

son, die entsprechende Vermutung zu entkräften. Von den Ehegatten wird erwartet, dass 

sie von sich aus substantiierte Umstände vorbringen, die den echten Ehewillen glaubhaft 

machen und dagegensprechen, dass durch die betroffene Ehe ausländerrechtliche Vor-

schriften umgangen werden sollen (BGer 2C_331/2022 vom 26. Juli 2022 E. 4.1 mit Hin-

weisen).  

5.  

Die Vorinstanz hat zahlreiche aktenkundige Indizien, die für oder gegen das Bestehen einer 

Scheinehe sprechen, gegeneinander abgewogen (vgl. act. 2, E. 4b und 4c), was im Fol-

genden zu prüfen ist.   

5.1.  

5.1.1.  

Ein erstes Indiz für eine Scheinehe erblickte die Vorinstanz darin, dass die Beschwerdefüh-

rerin als beruflich nicht besonders qualifizierte Drittstaatsangehörige ohne Heirat keine re-

alistischen Aussichten auf Erhalt einer Aufenthaltsbewilligung gehabt hätte. Bereits in den 

Jahren vor der Eheschliessung habe sie in der Schweiz im Rotlichtmilieu verkehrt, woraus 

zu schliessen sei, dass ihr Interesse an einer dauerhaften Aufenthaltsbewilligung gross ge-

wesen sei. Auf der anderen Seite habe ihr Ehemann trotz Festanstellung als Lastwa-

genchauffeur immer wieder mit finanziellen Problemen zu kämpfen, was rechtsprechungs-

gemäss ein typisches Merkmal der Zielgruppen für Scheinehen darstelle (act. 2, E. 4b.aa).  

 

Diese Erwägungen der Vorinstanz erweisen sich als zutreffend. Dem von der Beschwerde-

führerin dagegen erhobenen Einwand, der Hinweis auf die finanziellen Verhältnisse des 

Ehemannes sei tendenziös und stelle eine pauschale Vorverurteilung dar, kann angesichts 

der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht gefolgt werden (vgl. BGer 2C_695/2022 

vom 25. Januar 2024 E. 5.2.1 mit Hinweisen).  

5.1.2.  

Weiter führt die Vorinstanz aus, über das Kennenlernen der Eheleute finde sich kaum etwas 

in den Akten. Bezüglich des Zeitpunkts hätten die Eheleute unterschiedliche Angaben 

 

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gemacht. Eine eigentliche Hochzeitsfeier habe nicht stattgefunden. Bei der Heirat seien 

lediglich die Trauzeugen und eine Übersetzerin anwesend gewesen. Ringe seien keine ge-

tauscht worden. Beim anschliessenden Essen im F.__ seien nebst dem Brautpaar nur die 

Übersetzerin, nicht aber die Trauzeugen anwesend gewesen. Es mache daher den An-

schein, dass die Eheschliessung ein reiner Verwaltungsakt gewesen sei (act. 2, E. 4b.bb). 

  

 

Die Qualifikation der nüchternen Umstände der Eheschliessung als weiteres Indiz für eine 

Scheinehe erweist sich als stimmig. Diese allein auf die (finanziell) einfachen Verhältnisse 

der Eheleute zurückzuführen, überzeugt nicht. Auch ohne grosse monetäre Ausgaben ist 

es möglich, eine (Liebes)Hochzeit mit der Einladung von einigen Verwandten und/oder 

Freunden in einem würdigen Rahmen zu feiern. Vorliegend waren nicht einmal die Trau-

zeugen beim anschliessenden Essen dabei.  

5.1.3.  

Gemäss der Vorinstanz habe eine Chinesin namens E.__, die in der Schweiz verschiedene 

Erotiketablissements betreibe, in denen die Beschwerdeführerin gearbeitet habe, und ge-

gen die im Kanton Aargau ein Strafverfahren unter anderem wegen Vermittlung von Schein-

ehen geführt worden sei, bei der Hochzeit als Übersetzerin fungiert (MA 82). Auch wenn 

nicht feststehe, dass die Ehe der Beschwerdeführerin von ihr vermittelt worden sei, er-

scheine es doch bemerkenswert, dass E.__ bei der Hochzeit der Beschwerdeführerin und 

als einzige auch beim anschliessenden Essen im F.__ anwesend gewesen sei (act. 2, E. 

4b.cc).  

 

Die Beschwerdeführerin macht geltend, E.__ habe im Strafverfahren die Vermittlung von 

Scheinehen zugegeben, jedoch ausgesagt, dass sie diese Ehe nicht vermittelt habe, wovon 

auszugehen sei. Die Vorinstanz hat zutreffend ausgeführt, der Ausgang des Strafverfah-

rens gegen E.__ sei nicht aktenkundig. Nichtsdestotrotz passt der Umstand, dass eine 

Frau, die zugegebenermassen Scheinehen vermittelte, als Übersetzerin bei der Hochzeit 

der Beschwerdeführerin fungierte und anschliessend als einzige Person mit dem Brautpaar 

im F.__ essen ging – namentlich an einem Ort, wo sie wiederholt mit anderen Personen 

Abmachungen über Scheinehen getroffen hatte (MA 234, 243) –, im Zusammenhang mit 

der Frage nach dem Vorliegen einer Scheinehe ins Bild, auch wenn der Nachweis, dass 

die Ehe der Beschwerdeführerin mit B.__ von E.__ vermittelt worden ist, nicht erbracht ist.  

  

 

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5.1.4.  

5.1.4.1.  

Als Hauptindiz erachtet die Vorinstanz das Fehlen einer tatsächlichen Wohngemeinschaft 

des Ehepaares. Sie hat diesbezüglich über eine längere Zeit Abklärungen vorgenommen 

und Untersuchungen angestellt. Sie kam aufgrund der Aktenlage zum Schluss, dass die 

Beschwerdeführerin und B.__ nie eine Wohngemeinschaft geführt hätten, weder in Z.__ 

oder G.__ noch in Y.__. Vielmehr bestünden keine vernünftigen Zweifel daran, dass B.__ 

seinen Lebensmittelpunkt zusammen mit D.__ an der C.__-strasse 001_ in Z.__ habe. Die 

immer wieder ändernden Aussagen bzw. Erklärungsversuche von B.__ und der Beschwer-

deführerin schienen einzig darauf abzuzielen, eine nicht bestehende Wohngemeinschaft 

glaubhaft erscheinen zu lassen. Nachdem die Anmeldung der Beschwerdeführerin an der 

C.__-strasse den Verdacht einer Scheinehe nicht zu entkräften vermocht habe, hätten die 

Ehegatten zum Schein eine Wohnung in Y.__ gemietet. Sie hätten sich dort angemeldet, 

ohne tatsächlich je dort gewohnt zu haben bzw. zu wohnen. Dass die Beschwerdeführerin 

und B.__ vor solchem Gebaren nicht zurückschreckten, hätten sie teilweise selbst durch-

schimmern lassen, indem sie etwa zu einer früheren Aussage ausführen liessen, diese sei 

bewusst wahrheitswidrig erfolgt, um den Verdacht einer Scheinehe möglichst zu zer-

streuen. Trotz zahlreicher Kontrollen an den angeblichen Wohnorten sei die Beschwerde-

führerin nie angetroffen worden. Viel wahrscheinlicher als die verschiedenen Darstellungen 

der Beschwerdeführerin zur Wohnsituation mit B.__ erscheine, dass diese in S.__ oder an 

einem anderen Ort lebe und einzig für notwendige Behördengänge nach Z.__ komme. In 

S.__ scheine die Beschwerdeführerin denn auch über eine Wohnung bzw. ein Zimmer zu 

verfügen, in dem sie teilweise über mehreren Wochen verweile, wie die Ehegatten überein-

stimmend ausgesagt hätten. Um den geringen Stromverbrauch in Y.__ vom 7. Oktober 

2020 bis 31. Dezember 2020 zu erklären, habe B.__ sogar ausgesagt, die Beschwerdefüh-

rerin habe während diesen gesamten rund drei Monaten in S.__ gelebt. Dies lege den 

Schluss nahe, dass die Beschwerdeführerin gar kein Interesse daran habe, eine Lebens-

gemeinschaft mit B.__ zu führen (act. 2, E. 4b.dd.iii). 

5.1.4.2.  

In E. 4b.dd des angefochtenen Entscheids hat die Vorinstanz ausführlich und unter Verweis 

auf zahlreiche Aktenstücke überzeugend dargelegt, dass die Eheleute seit dem Zuzug der 

Beschwerdeführerin weder an der C.__-strasse in Z.__ oder in G.__ noch ab 1. April 2019 

in Y.__ über längere Zeit zusammengewohnt haben. Die dagegen in der Beschwerde er-

hobenen Rügen sind unbehelflich und wurden bereits im vorinstanzlichen Entscheid mit 

ausführlicher und nachvollziehbarer Begründung widerlegt, auf welche grundsätzlich ver-

wiesen werden kann.  

 

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5.1.4.3.  

Die Wohnsitznahme des Ehepaares nach dem Zuzug der Beschwerdeführerin am 26. April 

2016 war von Beginn weg undurchsichtig. B.__ war damals an der C.__-strasse 001_ in 

Z.__ gemeldet, wo er seit 2011 mit seiner früheren Partnerin D.__ lebte. Auch die Be-

schwerdeführerin wurde in der Folge dort angemeldet. Nachdem D.__ dem Sozialamt der 

Stadt Z.__ am 26. April 2017 mitgeteilt hatte, dass die Beschwerdeführerin nicht dort wohne, 

erklärte B.__, seine Ehefrau sei nach China zurückgekehrt. Als das Ehepaar im Januar 

2019 die Aufenthaltsbewilligung verlängert wollte, konnte er sich jedoch nicht mehr daran 

erinnern (MA 40). Bei der Befragung vom 17. September 2019 gab B.__ an, sie hätten etwa 

drei Jahre lang zu dritt zusammen an der C.__-strasse 001_ in Z.__ gewohnt, da er und 

seine Ehefrau keine eigene Wohnung hätten finden können. Die Beschwerdeführerin gab 

bei jener Befragung ebenfalls an, bis 2019 dort gewohnt zu haben. Es habe noch ein ande-

rer Mann dort gewohnt, mit dem es viel Streit gegeben habe; eine Frau habe dort nicht 

gewohnt, D.__ kenne sie nicht (MA 108). Am 21. Oktober 2019 teilte die Rechtsvertreterin 

von B.__ dem Migrationsamt mit, dieser habe damals (2017) fälschlicherweise angegeben, 

seine Ehefrau sei nicht mehr hier. Tatsächlich hätten sie beide stets bei Frau D.__ gewohnt 

(MA 141). Offensichtlich traf dies aber nach Angaben von D.__, welche nicht einmal wusste, 

dass B.__ geheiratet hatte, die Beschwerdeführerin nicht kennt und nie gesehen hat, nicht 

zu (MA 146). In der Eingabe der Rechtsvertreterin vom 1. November 2019 wurde erstmals 

behauptet, dass die Beschwerdeführerin und B.__ nie zusammen mit D.__ in Z.__ gewohnt 

hätten; stattdessen hätten sie sich über mehrere Jahre in der Wohnung eines Freundes in 

G.__ aufgehalten (MA 151). Dafür fehlt es jedoch an überzeugenden Nachweisen. Das 

Ehepaar hat sich in G.__ weder angemeldet noch eine Adressänderung vorgenommen, 

obschon es angeblich während drei Jahren dort gelebt haben will, was keinen Übergangs-

zustand darstellt. B.__ konnte sich auf Nachfrage nicht einmal an die Adresse erinnern (MA 

541). Es liegt weder eine schriftliche Bestätigung des genannten Freundes vor, noch wurde 

dieser im Rekurs- und Beschwerdeverfahren als Zeuge offeriert. Allein einige wenige Fotos 

vor oder auf dem Balkon einer Liegenschaft in G.__ sowie die Aussage von B.__ im Mai 

2016, er habe eventuell eine Wohnung in G.__ in Aussicht (MA 11), reichen entgegen der 

Annahme der Beschwerdeführerin für den Nachweis, dass sie mit B.__ dort während drei 

Jahren zusammengewohnt habe, nicht aus. In der Befragung vom 24. September 2021 gab 

die Beschwerdeführerin wiederum an, bevor sie nach Y.__ gezügelt seien, hätten sie an 

der C.__-strasse in Z.__ gewohnt. Dass sie damit nicht einfach den amtlichen Wohnsitz 

meinte, wie in der Beschwerde postuliert wird, zeigt ihre Aussage, dass sie mit ihrem Mann 

und dessen Freund H.__ dort gewohnt haben will (MA 538). Bei dieser einfachen Frage und 

Antwort gibt es im Protokoll keinen Hinweis auf allfällige Übersetzungsprobleme.  

5.1.4.4.  

B.__ ist zusammen mit seiner früheren Lebenspartnerin D.__ bis heute Mieter der Wohnung 

 

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an der C.__-strasse 001_ in Z.__. Er bezahlt hierfür auch unverändert einen Mietanteil von 

CHF 500. Türklingel und Briefkasten waren mindestens bis Ende März 2022 – sechs Jahre 

nach dem angeblichen Wegzug – mit seinem Namen beschriftet (MA 583). Dass eine Aus-

wechslung der Schilder mit hohen Kosten verbunden wäre, ist als reine Schutzbehauptung 

zu werten. Sein Name könnte ohne jeglichen Aufwand auch einfach überklebt werden. Of-

fensichtlich nimmt B.__ dort und nicht in Y.__ seine Post entgegen, was von D.__ bestätigt 

wurde (MA 155). Auch der Stromanschluss lautet immer noch auf B.__ und nicht auf D.__. 

Ferner wurde B.__ bei mehreren Kontrollen in der Wohnung in Z.__ angetroffen (so am 26. 

April 2017, am 14. April 2019 [obschon er ab 1. April 2019 eine Wohnung in Y.__ gemietet 

hatte], und am 15. Dezember 2019 [Sonntagvormittag]). D.__ sagte gegenüber dem Sozi-

alamt der Stadt Z.__ und der Polizei wiederholt aus, dass B.__ bei ihr wohne. Sie beschrieb 

konkret, dass B.__ in der Wohnung schlafe, esse, seine Post entgegennehme und auch 

seine Kleider dort habe. Morgens gehe er um 04.00 Uhr aus dem Haus (Aussagen in den 

Jahren 2017, 2019, 2020 und 2022; MA 39, 146, 155, 159, 318 und 580). Es ist kein Grund 

ersichtlich, weshalb D.__ nicht die Wahrheit sagen sollte. Auch eine Wohnungsnachbarin 

erklärte, B.__ häufig im Haus anzutreffen (MA 166). Dieser selbst sagte aus, er habe noch 

Möbel und Kleider in der Wohnung in Z.__ und mache dort seine Wäsche (MA 544). Auf 

das Indiz der Herrenschuhe im Eingangsbereich der Wohnung hat die Vorinstanz bei ihrer 

Beweiswürdigung nicht abgestellt, weshalb auf das entsprechende Vorbringen in der Be-

schwerde nicht näher einzugehen ist. Die Angabe von B.__, Kleider in der Wohnung an der 

C.__-strasse zu haben, schliesst allerdings wohl auch Schuhe ein. Die Erklärung der Be-

schwerdeführerin, B.__ könne den Mietvertrag nicht kündigen, da D.__ als Sozialhilfebezü-

gerin ansonsten die Wohnung verlassen müsse, erscheint vor dem Hintergrund, dass er 

sich dort nachweislich sehr häufig aufhält, vorgeschoben zu sein. Eine entsprechende Be-

stätigung des Vermieters liegt nicht bei den Akten. Auch eine angebliche moralische Ver-

pflichtung zur Bezahlung des halben Mietzinses erscheint nach mehr als zehn Jahren seit 

der Auflösung der Beziehung mit D.__ nicht als glaubwürdig. Es besteht eben gerade keine 

gesetzliche Unterhaltspflicht und D.__ würde, wenn sie alleine dort wohnen würde, vom 

Sozialamt Geld für eine zumutbare Wohnung erhalten und nicht auf der Strasse stehen. 

Hinzu kommt, dass B.__ gemäss eigenen Angaben in finanziell angespannten Verhältnis-

sen lebt, was eine allein moralische Mietzinsleistung umso mehr als unglaubwürdig erschei-

nen lässt. All dies sind in diesem Kontext gewichtige Indizien, die keinen anderen Schluss 

zulassen, als dass B.__ sich hauptsächlich an der C.__-strasse 001_ in Z.__ aufhält und 

hier seinen Lebensmittelpunkt hat. 

5.1.4.5.  

Per 1. April 2019 mieteten die Eheleute eine Einzimmerwohnung in Y.__ und verlegten 

ihren amtlichen Wohnsitz von Z.__ dorthin. Bei mehreren Kontrollen im Zeitraum November 

/ Dezember 2019 konnte dort nie jemand angetroffen werden (MA 169). Auch eine 

 

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Nachbarin gab an, die Eheleute höchstens einmal im Monat in der Liegenschaft angetroffen 

zu haben (MA 170). Zudem war der Stromverbrauch mit rund 400 kWh pro Jahr, was nicht 

einmal einem Viertel des durchschnittlichen Stromverbrauchs für einen Einpersonenhaus-

halt entspricht, äusserst niedrig, was sich weder mit der berufsbedingt behaupteten selte-

nen Anwesenheit der Eheleute noch dem Verzicht auf Fernseher und weitere technische 

Geräte erklären lässt, sondern vielmehr zum Schluss führt, dass in jener Wohnung kein 

dauerhaftes Zusammenleben des Ehepaares stattfindet.   

5.1.4.6.  

Die Beschwerdeführerin ist als Masseuse tätig und hält sich an wechselnden Orten in der 

Schweiz auf (X.__, W.__, V.__, U.__, T.__, S.__, R.__), wobei sie gemäss eigenen Anga-

ben jeweils während mehreren Tagen oder Wochen nicht nach Y.__ zurückkehrt. Bei den 

zahlreichen Kontrollen, sowohl in Z.__ als auch in Y.__, konnte sie denn auch nie angetrof-

fen werden. Demgegenüber wurde sie an diversen Orten in der Schweiz, wo sie jeweils 

arbeitete, mehrfach polizeilich erfasst, zuletzt Ende Oktober 2024 in Zug. Dies ist ein wei-

teres Indiz dafür, dass die Beschwerdeführerin nicht in einer Wohngemeinschaft mit ihrem 

Ehemann lebt.  

5.1.4.7.  

Insgesamt bestehen erdrückende Indizien, dass die Eheleute nie eine Wohngemeinschaft 

führten. Der Lebensmittelpunkt von B.__ befindet sich trotz Heirat unverändert in der Woh-

nung an der C.__-strasse 001_ in Z.__, wo sich wiederum die Beschwerdeführerin nie auf-

gehalten hat. In der Wohnung in Y.__ hielten sich weder die Beschwerdeführerin noch B.__ 

je für längere Zeit auf. Die Beschwerdeführerin hat ihren Lebensmittelpunkt an ihren jewei-

ligen Arbeitsorten in der gesamten Schweiz. Die im Verfahrensverlauf stetig ändernden, 

unzutreffenden und widersprüchlichen Angaben der Beschwerdeführerin und ihres Ehe-

mannes zu ihrer Wohnsituation zielten offensichtlich darauf ab, eine bestehende Wohnge-

meinschaft vorzuspiegeln.  

5.1.5.  

Die Vorinstanz erachtet ferner auch den Umstand, dass B.__ kaum etwas von der Familie 

der Ehefrau wisse, als Indiz für das Vorliegen einer Scheinehe. Er kenne weder den Namen 

und das Alter ihres Sohnes noch ihrer Eltern. Zudem hätte das Ehepaar nie gemeinsam 

Ferien verbracht. Die Beschwerdeführerin sei über den normalen Tagesablauf ihres Ehe-

mannes nicht informiert, habe sie doch angegeben, dass dieser jeweils mitten in der Nacht 

zur Arbeit gehe, obschon dies normalerweise erst um 5.00 Uhr morgens der Fall sei. 

Schliesslich könnten sie sich aufgrund des sprachlichen Hintergrunds kaum verständigen 

(act. 2, E. 4b.ee).   

 

 

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13/21 

Diese Erwägungen wurden von der Beschwerdeführerin nicht bestritten. Sie erweisen sich 

als aktenmässig belegt sowie nachvollziehbar und stellen damit weitere Indizien für das 

Vorliegen einer Scheinehe dar.  

5.2.  

5.2.1.  

Die Vorinstanz würdigte auf der anderen Seite auch Indizien gegen das Vorliegen einer 

Scheinehe. Sie führte aus, dass die Ehegatten einzelne Angaben voneinander richtig hätten 

wiedergeben können. Die einzelnen übereinstimmenden Aussagen erschienen jedoch eher 

oberflächlich und seien kaum geeignet, die Vielzahl der Indizien, die für eine Scheinehe 

sprächen, zu entkräften. Da es bei den Befragungen um die Abklärung betreffend Schein-

ehe gegangen sei, hätten sie sich ferner zuvor abstimmen können. Dasselbe gelte für das 

Eröffnen eines gemeinsamen Bankkontos wie auch die gemeinsame Unterzeichnung des 

Mietvertrags. Bei den eingereichten Chatverläufen handle es sich um floskelhafte, schein-

bar orchestrierte, kurze Mitteilungen zu bestimmten Anlässen wie Geburtstag, Valentinstag, 

Silvester oder bezüglich Behördenterminen oder Dokumenten. Es sei kaum nachvollzieh-

bar, wenn in einer tatsächlichen Ehegemeinschaft über acht Jahre keine persönlicheren 

oder alltäglicheren Konversationen eingereicht werden könnten, zumal die Eheleute unbe-

strittenermassen während mehreren Tagen, Wochen oder auch Monaten (bei Reisen nach 

China) getrennt gewesen seien. Die Fotos, auf denen das Ehepaar gemeinsam zu sehen 

sei, vermöchten eine gelebte Beziehung nicht nachzuweisen, sondern zeigten höchstens 

eine freundschaftliche Beziehung bzw. Momentaufnahmen. Fotos könnten zudem leicht in-

szeniert werden, so beispielsweise das Foto, auf welchem das Ehepaar im Bett liege und 

die Beschwerdeführerin demonstrativ den goldenen Ring am Finger zeige und das bezeich-

nenderweise nur wenige Tage vor der Befragung betreffend Scheinehe aufgenommen wor-

den sei.  

5.2.2.  

Die Beschwerdeführerin rügt, sie habe den Chatverlauf mit ihrem Ehemann über mehrere 

Jahre eingereicht. Weshalb dieser floskelhaft oder scheinbar orchestriert sein solle, be-

gründe die Vorinstanz nicht. Dieser Eindruck entstehe, wenn überhaupt, aufgrund der Über-

setzung der Nachrichten, welche sie jeweils in ihrer je eigenen Muttersprache schreiben 

würden. Ferner pflegten sie keinen regelmässigen Chataustausch, da sie die Angelegen-

heiten persönlich oder per Video-Telefonie besprechen würden. Die zahlreichen Fotos wäh-

rend der gesamten Ehedauer zeigten, dass sie gemeinsam unterwegs seien, an Anlässen 

mit Freunden teilnehmen oder kuscheln würden. Indem die Vorinstanz dazu eine vorge-

fasste Meinung habe oder die Fotos ignoriere, habe sie die Beweise willkürlich gewürdigt. 

Es habe auch Fotos aus dem Jahr 2016 dabei, weshalb nicht gesagt werden könne, 

 

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14/21 

sämtliche Fotos seien im Hinblick auf den Vorwurf der Scheinehe gemacht worden. Die 

Darstellungen auf den Fotos deuteten klar auf eine eheliche Beziehung hin und könnten 

nicht als freundschaftlich betrachtet werden.  

5.2.3.  

Die Vorinstanz hat zutreffend ausgeführt, die teils übereinstimmenden Aussagen, das ge-

meinsame Bankkonto und die Unterzeichnung des Mietvertrags durch beide Eheleute seien 

nicht geeignet, die Schlussfolgerung auf eine Scheinehe zu zerstreuen. Dies wird von der 

Beschwerdeführerin auch nicht beanstandet. Hinsichtlich des Bankkontos liegt ein Auszug 

für den Zeitraum vom 11. Januar 2019 bis 7. Oktober 2020 bei den Akten. Daraus geht 

hervor, dass von diesem Konto lediglich zweimal die Miete für die Wohnung in Y.__ im Mai 

und Juni 2019 und ansonsten monatliche Beiträge an die I.__ bezahlt wurden (MA 424 ff.). 

Auf der Einnahmenseite finden sich einzig unregelmässige Bareinzahlungen, weshalb da-

von auszugehen ist, dass jeder Ehegatte noch über ein eigenes Konto verfügt. Auf eine 

gemeinsame Bestreitung des Lebensunterhalts und damit auf eine wirtschaftliche Verbin-

dung des Ehepaares kann daraus nicht geschlossen werden. Mit den Chatnachrichten ver-

mag die Beschwerdeführerin nicht aufzuzeigen, dass die Ehegatten über die elektronischen 

Kommunikationsmittel in regem Kontakt gestanden haben. Diese in Anbetracht der Zeitpe-

riode (Zeitraum 2017 bis 2020) nicht häufigen Nachrichten wurden in unregelmässigen Ab-

ständen ausgetauscht und beinhalten kurze, eher oberflächliche, allgemein gehaltene – und 

mit Blick auf den behaupteten Ehewillen – bereits daher nicht aussagekräftige Unterhaltun-

gen, meist zu bestimmten Anlässen wie Neujahr, Geburtstag oder Valentinstag (MA 558 

ff.). Bei einer ehelichen Beziehung, bei welcher sich die Eheleute aufgrund der räumlichen 

Trennung nicht jeden Tag, sondern manchmal über mehrere Wochen hinweg nicht sehen, 

wäre zu erwarten gewesen, dass ein intensiverer Austausch stattfindet und aufgezeigt wer-

den kann. Es ist auch nicht so, dass im Gegenzug häufig Video-Calls stattgefunden hätten. 

Die eingereichte Liste enthält sieben Screenshots, auf denen die Jahreszahl mit einer Aus-

nahme nicht ersichtlich ist (MA 555 f.). Der Nachweis, dass die Eheleute anstelle von re-

gelmässigen Chatnachrichten häufig telefonieren würden, liegt damit nicht vor. Dabei würde 

sich ohnehin die Frage stellen, wie sie sich am Telefon sprachlich verständigen würden. 

Die eingereichten Fotos umfassen den Zeitraum von 2016 bis 2020 (act. 3/5). Zumindest 

aus Fotos, auf denen beide Ehegatten abgebildet sind, geht hervor, dass die Eheleute zu-

weilen gemeinsame Zeit verbringen. Daraus auf die Qualität der Beziehung zu schliessen, 

ist indessen kaum möglich, können doch solche Fotos, wie von der Vorinstanz zutreffend 

festgestellt, auch bewusst inszeniert werden.  

5.3.  

Im Ergebnis beschränkt sich die Beschwerdeführerin im Wesentlichen darauf, die vo-

rinstanzlich ermittelten Indizien je einzeln zu relativieren. Sie bringt in tatsächlicher Hinsicht 

 

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15/21 

keine Anhaltspunkte vor, die geeignet erscheinen, trotz der gewichtigen gegenteiligen Indi-

zien ihren Ehewillen überzeugend darzulegen. Selbst wenn sich einzelne Indizien isoliert 

betrachtet allenfalls im Sinne der Beschwerdeführerin noch umdeuten liessen, so lässt de-

ren Gesamtbetrachtung die gestützt darauf getroffene, überwiegend wahrscheinliche An-

nahme einer Scheinehe ohne Weiteres zu. Insbesondere der Umstand, dass die Beschwer-

deführerin und ihr Ehemann nicht zusammenwohnen, fällt schwer ins Gewicht. In diesem 

Zusammenhang fällt auf, dass die Beschwerdeführerin ihre Tätigkeit als Masseuse generell 

nicht im Raum Ostschweiz ausübt. Ansonsten wäre es ihr nämlich möglich, häufiger (nach 

Y.__) zu ihrem Ehemann zurückzukehren. Dies ist ein weiteres Indiz dafür, dass die Be-

schwerdeführerin keinen Willen zur Führung einer tatsächlichen Ehegemeinschaft hat. 

Rechtsprechungsgemäss müssten zudem bei einer langjährigen Partnerschaft wesentliche 

Unterlagen vorhanden sein, welche einen echten Partnerschaftswillen dokumentieren 

könnten (BGer 2C_1127/2014 vom 2. Juli 2015 E. 5.2). Solches ist vorliegend indes nicht 

der Fall. Es wurden auch keine aktuellen Beweismittel, beispielsweise zum Stromverbrauch 

in der Wohnung in Y.__, neue Fotos oder Chatprotokolle oder Unterlagen zur wirtschaftli-

chen Verbindung, eingereicht, womit es der Beschwerdeführerin gelungen wäre, die Ver-

mutung zu entkräften. Aufgrund ihrer Mitwirkungspflicht wäre sie verpflichtet gewesen, von 

sich aus substantiierte Umstände vorzubringen, die den echten Ehewillen glaubhaft ma-

chen. Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin als Drittstaatsangehörige ohne Heirat 

keinen Anspruch auf eine Aufenthaltsbewilligung hat, auf welche sie für die Ausübung ihrer 

beruflichen Tätigkeit angewiesen ist und ihr ohne eine solche die Wegweisung droht. Die 

Schlussfolgerung, dass der Wille für eine echte, tatsächlich gelebte Beziehung im Sinne 

einer auf Dauer angelegten wirtschaftlichen, körperlichen und spirituellen Verbindung zu-

mindest bei ihr fehlt, erweist sich vor diesem Hintergrund als stringent. Es liegt somit eine 

Scheinehe vor, und die Beschwerdeführerin beruft sich rechtsmissbräuchlich auf ihren An-

spruch auf Familiennachzug.  

6.  

6.1.  

Wie die Vorinstanz zutreffend ausführt, vermag an diesem Ergebnis auch die angebotene 

Einvernahme diverser Zeugen nichts zu ändern. Zum Anspruch auf rechtliches Gehör, wie 

er sich für das Verfahren vor Verwaltungsgericht aus Art. 64 in Verbindung mit Art. 12 und 

15 VRP und Art. 29 Abs. 2 BV ableitet, gehört das Recht des Betroffenen auf Abnahme der 

rechtzeitig und formrichtig angebotenen rechtserheblichen Beweismittel (BGE 127 I 54 

E. 2b). Die Verfassungsgarantie steht einer vorweggenommenen Beweiswürdigung indes-

sen nicht entgegen. Das Gericht kann auf die Abnahme von Beweisen verzichten, wenn es 

aufgrund bereits abgenommener Beweise seine Überzeugung gebildet hat und ohne Will-

kür annehmen kann, seine Überzeugung werde durch weitere Beweiserhebungen nicht 

 

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16/21 

geändert (BGE 134 I 140 E. 5.3, 130 II 425 E. 2.1). Der Untersuchungsgrundsatz der Mig-

rationsbehörden wird durch die Mitwirkungspflicht der betroffenen Personen relativiert 

(vgl. Art. 90 AIG). Diese kommt insbesondere bei Tatsachen zum Tragen, die eine Partei 

besser kennt als die Behörden und die ohne ihre Mitwirkung gar nicht oder nicht mit ver-

nünftigem Aufwand erhoben werden können (BGer 2C_613/2019 vom 14. November 2019 

E. 3.6.4 mit Hinweisen). Insbesondere wenn bereits gewichtige Hinweise für eine Schein-

ehe sprechen, wird von den Ehegatten erwartet, dass sie von sich aus substanziiert Um-

stände vorbringen, die den echten Ehewillen glaubhaft machen (BGer 2C_855/2020 vom 

6. April 2021 E. 4.2, 2C_613/2019 vom 14. November 2019 E. 3.6.4, 2C_782/2018 vom 

21. Januar 2019 E. 3.2.4). In einer solchen Fallkonstellation obliegt den Betroffenen der 

Gegenbeweis. Dies korreliert mit der Pflicht der Migrationsbehörden, die ordentlich ange-

botenen Beweise abzunehmen, sofern diese dazu geeignet sind, das Vorliegen einer ehe-

lichen Gemeinschaft zu belegen (BGer 2C_379/2018 vom 23. April 2019 E. 2.2). Wenn also 

die Vorinstanz davon ausgegangen ist, dass die Indizienlage für das Bestehen einer 

Scheinehe so gewichtig ist, dass der Beschwerdeführerin der Gegenbeweis obliegen 

würde, können die angebotenen Beweise nicht leichthin abgelehnt werden, da ansonsten 

die Verfahrensrechte des zur Mitwirkung Verpflichteten ausgehebelt würden 

(BGer 2C_732/2022 vom 2. März 2023 E. 5.3, 2C_613/2019 vom 14. November 2019 

E. 3.6.4).  

6.2.  

Wie zuvor ausgeführt, bestehen aufgrund der Indizienlage keine vernünftigen Zweifel da-

ran, dass der Beschwerdeführerin der Wille zur Führung einer tatsächlichen Ehegemein-

schaft fehlt. Die Befragung weiterer Personen aus dem Umfeld der Beschwerdeführerin 

kann in antizipierter Beweiswürdigung unterbleiben, da sie nichts an der Überzeugung des 

Gerichts zu ändern vermöchte (BGer 2C_723/2022 vom 2. März 2023 E. 5.7). Davon, dass 

von der Befragung der genannten Zeugen, die in der Nähe der Wohnung des Ehepaares in 

Y.__ wohnen, sachdienliche Angaben zu erwarten sind, ist nicht auszugehen, da sich die 

Beschwerdeführerin und ihr Ehemann gemäss eigenen Angaben nur sehr selten dort auf-

halten, was auch durch die Tatsache des minimalen Stromverbrauchs erhärtet ist. Der Vo-

rinstanz ist weiter zuzustimmen, wenn sie in Übereinstimmung mit der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung ausführt, den Aussagen von Bekannten und Freunden komme von Vorn-

herein nur ein geringer Beweiswert zu, da sie den Ehegatten gegenüber wohlwollend ein-

gestellt sein dürften. Das Bundesgericht geht davon aus, dass sich die Aussagen aussen-

stehender Drittpersonen nicht eignen, einen besseren Eindruck der tatsächlichen Absichten 

bzw. der inneren Tatsachen wie etwa des Ehewillens zu vermitteln (BGer 2C_403/2018 

vom 19. Februar 2019 E. 4.2). Ein unzulässiger Zirkelschluss, wie von der Beschwerdefüh-

rerin gerügt, liegt damit nicht vor. Was die Befragung des Ehemannes B.__ angeht, so kann 

nicht ausgeschlossen werden, dass die Beschwerdeführerin ihre tatsächlichen Absichten 

 

B 2024/164 

 

17/21 

und damit ihren fehlenden Ehewillen auch vor ihm verheimlicht. Sofern er ebenfalls keinen 

Ehewillen haben sollte, sieht er sich dem Vorwurf der Täuschung der Behörden ausgesetzt. 

In der Nichtabnahme der beantragten Zeugeneinvernahmen sind somit weder eine unvoll-

ständige oder unrichtige Sachverhaltsermittlung noch eine Verletzung des rechtlichen Ge-

hörs der Beschwerdeführerin zu erblicken, zumal schriftliche Bestätigungen der genannten 

Personen hätten eingereicht werden können und auch müssen, worauf bereits das Migra-

tionsamt in seiner Verfügung hingewiesen hatte. Während im Zivilprozess die Zeugenein-

vernahme die Regel und der Einzug von Auskünften die Ausnahme bildet, verhält es sich 

im vornehmlich schriftlich geführten Verwaltungsprozess genau umgekehrt, kommt doch 

die Zeugeneinvernahme nur zum Zug, wenn der Sachverhalt auf andere Weise, beispiels-

weise durch Auskünfte von Drittpersonen, nicht hinreichend abgeklärt werden kann (vgl. 

BGE 130 II 169 E. 2.3.4). Inwiefern mit den angeblich ausserordentlich minimalistischen 

Abklärungen der Vorinstanz sowie der Nichtabnahme offerierter Beweise der Beschwerde-

führerin jegliche Möglichkeit zur Beweisführung genommen worden sein soll, erschliesst 

sich nicht. Auch wenn das Verfahren betreffend Vorliegen einer Scheinehe im konkreten 

Fall nicht gerade beförderlich behandelt wurde, hinderte dies die Beschwerdeführerin nicht 

daran, weitere Beweise einzureichen.  

6.3.  

Es ist auch nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz keine mündliche Verhandlung durch-

geführt hat. Gemäss Art. 55 Abs. 1 VRP wird eine mündliche Verhandlung ausserhalb des 

Anwendungsbereichs von Art. 6 Ziff. 1 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte 

und Grundfreiheiten (SR 0.101, EMRK) angeordnet, wenn sie zur Wahrung der Parteirechte 

notwendig ist oder zweckmässig erscheint. Der Wortlaut zeigt, dass kein Anspruch auf 

mündliche Verhandlung besteht, wenn das rechtliche Gehör auch schriftlich gewahrt wer-

den kann (A. FEDI, in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], Gesetz über die Verwaltungsrechts-

pflege des Kantons St. Gallen, Praxiskommentar, 2020, N 2 f. und N 8 zu Art. 55 VRP). 

Zudem kann eine mündliche Anhörung trotz entsprechenden Antrags im Hinblick auf die 

gebotene Verfahrensökonomie unterbleiben, wenn von ihr von Vornherein keine Auswir-

kungen auf den zu fällenden Entscheid erwartet werden können (FEDI, a.a.O., N 5 zu Art. 55 

VRP).   

 

Die Beschwerdeführerin substantiiert nicht, welche neuen entscheidrelevanten Erkennt-

nisse, die sich nicht bereits aus den Akten ergeben, das Gericht anlässlich einer mündlichen 

Anhörung gewinnen könnte. Ihr Vorbringen, dass es für sie um äusserst viel gehe, stehe 

doch mit dem Entzug der Aufenthaltsbewilligung nicht nur ihre Ehe, sondern auch ihre ge-

samte Existenz auf dem Spiel, die sie sich in den letzten Jahren in der Schweiz aufgebaut 

habe, vermag daran nichts zu ändern. Sie konnte sich im Rahmen des gesamten Verfah-

rens vor dem Migrationsamt und der Vorinstanz hinreichend äussern. Auch im 

 

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18/21 

Beschwerdeverfahren ist der Antrag auf Durchführung einer mündlichen Verhandlung aus 

demselben Grund abzulehnen.  

7.  

Schliesslich darf im verwaltungsrechtlichen Verfahren entgegen den Ausführungen der Be-

schwerdeführerin praxisgemäss vom Strafverfahren in Sachen Scheinehe abgewichen wer-

den, selbst wenn dort ein Freispruch erfolgte oder – wie vorliegend – ein solches mangels 

Anfangsverdachts nicht anhand genommen wurde (vgl. VerwGE B 2022/162 vom 11. Ja-

nuar 2023 E. 4.1). Die Vorinstanz hat somit zusammenfassend zu Recht auf Vorliegen einer 

Scheinehe geschlossen, womit der Erlöschensgrund von Art. 51 Abs. 1 lit. a AIG erfüllt ist.  

8.  

8.1.  

Zu prüfen bleibt die Verhältnismässigkeit der Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung 

(vgl. Art. 96 AIG). Die Vorinstanz hat die rechtlichen Grundlagen sowie die Rechtsprechung 

dazu im angefochtenen Entscheid zutreffend wiedergegeben (vgl. act. 2, E. 7a). Darauf 

kann hier verwiesen werden.  

 

Mit Beschwerde beim Verwaltungsgericht können gemäss Art. 61 Abs. 1 und 2 VRP ledig-

lich Rechtsverletzungen geltend gemacht werden. Das Verwaltungsgericht kann deshalb 

die Ausübung des Ermessens durch das Migrationsamt und die Vorinstanz nur überprüfen, 

soweit eine rechtsfehlerhafte Ermessenshandhabung – und nicht lediglich die Unangemes-

senheit – in Frage steht. 

8.2.  

Die Vorinstanz erwog zur Verhältnismässigkeit, die Beschwerdeführerin lebe seit April 2016 

und damit seit (damals) gut acht Jahren in der Schweiz. Vorher habe sie scheinbar eine 

Zeit lang in Polen gelebt, jedoch den grössten Teil ihres Lebens in ihrem Heimatland ver-

bracht, wo auch ihr volljähriger Sohn und ihre Eltern lebten. Während dieser Zeit habe sie 

wiederholt längere Zeit in China verbracht und scheine mit ihrer Heimat kulturell und gesell-

schaftlich nach wie vor bestens vertraut zu sein. Eine besondere Integration in der Schweiz 

sei nicht aktenkundig. Deutschkenntnisse schienen kaum vorhanden zu sein, zumal bei den 

Befragungen stets ein Dolmetscher benötigt worden sei. Auch gemäss Angaben des Ehe-

mannes spreche sie nur wenige deutsche Worte. Auch wenn keine Sozialhilfe bezogen 

werde und keine strafrechtlichen Verurteilungen aktenkundig seien, erweise sich die In-

tegration als eingeschränkt. Insgesamt überwiege das öffentliche Interesse an der Nicht-

verlängerung der Aufenthaltsbewilligung das persönliche Interesse an einem weiteren Ver-

bleib in der Schweiz.  

 

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19/21 

8.3.  

Gegen die Verhältnismässigkeit der Wegweisung aus der Schweiz an sich erhebt die Be-

schwerdeführerin keine stichhaltigen Einwände, insbesondere beruft sie sich nicht auf den 

Anspruch auf Privatleben nach Art. 8 EMRK. Wie bereits erwähnt trifft es zwar zu, dass die 

Prüfung des Familiennachzugsgesuchs der Beschwerdeführerin viel Zeit in Anspruch ge-

nommen hat. Die durch die lange Verfahrensdauer und den geduldeten prozeduralen Auf-

enthalt überhaupt erst ermöglichte, zumindest wirtschaftliche Integration in die hiesigen 

Verhältnisse ist daher zugunsten der Beschwerdeführerin angemessen zu berücksichtigen. 

Bei der Gewichtung des Aufenthalts ist allerdings auch in Betracht zu ziehen, dass Aufent-

halten, bei denen die ausländische Person über keine Aufenthaltsbewilligung verfügt, son-

dern lediglich geduldet wird, nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ein geringerer 

Stellenwert beigemessen wird als einer bewilligten Anwesenheit (vgl. BGE 137 II 10 E. 4.3; 

BGer 2C_403/2018 vom 19. Februar 2019 E. 5.3 mit Hinweisen). Hinzu kommt, dass die 

Beschwerdeführerin angesichts des seit 2019 laufenden Verfahrens betreffend Scheinehe 

jederzeit damit rechnen musste, das Land wieder verlassen zu müssen. Der mittlerweile 

knapp neunjährige Aufenthalt der Beschwerdeführerin in der Schweiz vermag vor diesem 

Hintergrund nichts daran zu ändern, dass die öffentlichen Fernhalteinteressen überwiegen, 

die bei der Verweigerung oder Nichtverlängerung von Aufenthaltsbewilligungen, die auf ei-

ner Scheinehe beruhen, erheblich sind. Dass sie strafrechtlich nicht in Erscheinung trat und 

ihren Lebensunterhalt selbst finanziert, stellt den Regelfall das und begründet keine über-

durchschnittliche Integration.  

 

In Anbetracht aller Umstände erscheint die vorinstanzliche Ermessensausübung, wonach 

sie das öffentliche Interesse an der Entfernung der Beschwerdeführerin höher gewichtete 

als das private Interesse der Beschwerdeführerin an einem Verbleib in der Schweiz, nicht 

als rechtsfehlerhaft. Die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung der Beschwerdefüh-

rerin im Familiennachzug zu ihrem Ehemann erweist sich somit als rechtmässig.  

9.  

Schliesslich erweist sich entgegen dem Vorbringen der Beschwerdeführerin die Wegwei-

sung nicht nur aus der Schweiz, sondern aus dem gesamten Schengen-Raum und der Eu-

ropäischen Union als rechtmässig, da sie aktuell über keine entsprechende Aufenthaltsbe-

willigung verfügt. Die frühere Aufenthaltsbewilligung für die Republik Polen aus dem Jahr 

2016 ist längst nicht mehr gültig (MA 12). Die Wegweisung aus dem Schengen/EU-Raum 

erfolgte gestützt auf die anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen zu Recht. Es kann dazu 

auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (act. 2, E. 8b).  

10.  

Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist abzuweisen. 

 

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20/21 

Dementsprechend sind die amtlichen Kosten der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 95 

Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von CHF 1’500 ist angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der 

Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Sie ist mit dem von der Beschwerdeführerin ge-

leisteten Kostenvorschuss in der Höhe von CHF 1’500 gedeckt.  

Ausseramtliche Kosten sind bei diesem Verfahrensausgang nicht zu entschädigen (Art. 98 

Abs. 1 und 98bis VRP). 

  

 

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21/21 

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht auf dem Zirkulationsweg zu Recht:  

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Beschwerdeführerin bezahlt die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens von 

CHF 1'500; diese sind mit dem von ihr in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss ge-

deckt. 

3.  

Ausseramtliche Kosten werden nicht entschädigt.  

 

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Verwaltungsgericht, 06.02.2025
	Ausländerrecht, Scheinehe, Art. 42Abs. 1 i.V.m. Art. 51 Abs. 1 lit. a AIG. Bedeutung des strafrechtlichen nemo-tenetur-Grundsatzes im ausländerrechtlichen Verfahren, wo die Mitwirkungspflicht gilt (E. 3). Ob eine Scheinehe vorliegt, entzieht sich in der Regel dem direkten Beweis und ist nur durch Indizien zu erstellen. Diesbezügliche Indizien müssen klar und konkret sein. Der die Behörden betreffende Untersuchungsgrundsatz wird durch die Mitwirkungspflicht der betroffenen Personen relativiert Weisen bereits gewichtige Hinweise mit grosser Wahrscheinlichkeit auf eine Scheinehe hin, ist es an der betroffenen Person, die entsprechende Vermutung zu entkräften. Vorliegend gelang dies der Beschwerdeführerin, die als Masseuse an verschiedenen Orten in der Schweiz tätig ist und nicht mit dem Schweizer Ehemann zusammenwohnt, nicht (Verwaltungsgericht, B 2024/164). Die gegen dieses Urteil erhobene Beschwerde ans Bundesgericht wurde mit Urteil vom 8. Oktober 2025 abgewiesen (Verfahren 2C_153/2025)

		2026-01-28T04:45:14+0100
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen