# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dfafa6df-8228-51d2-8d8c-e8ea13eaac9f
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-10-13
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 13.10.2015 200 2015 587
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-587_2015-10-13.pdf

## Full Text

200 15 587 BV
MAW/SHE/LIA/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 13. Oktober 2015

Verwaltungsrichter Matti, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Grütter, Verwaltungsrichter Scheidegger 
Gerichtsschreiber Schnyder

A.________
vertreten durch B.________
Klägerin

gegen

Pensionskasse C.________
vertreten durch Rechtsanwalt D.________
Beklagte

betreffend Klage vom 22. Juni 2015

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2015, BV/15/587, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1924 geborene E.________ wurde per 1. Oktober 1984 infolge Invali-
dität pensioniert (Akten der C.________ [nachfolgend PK C.________ bzw. 
Beklagte], Klageantwortbeilage [AB] 1 Beleg 1] und bezog in der Folge eine 
Invalidenpension aus der Pensions- und Hilfskasse (PHK; AB 1 Belege 3 
und 4). Am 26. März 2003 wurde die am 3. Juni 1950 zwischen 
E.________ und A.________ (nachfolgend Klägerin) geschlossene Ehe 
geschieden. Nach dem Scheidungsurteil des Gerichts F.________ vom 
xx.xx.xxxx (AB 1 Beleg 5) wurde A.________ die Hälfte der Pensionskas-
senrente zugesprochen und die PK C.________ angewiesen, die halbe 
Rente direkt an A.________ zu überweisen (S. 2 Ziff. 2.3).

Am 30. März 2015 verstarb E.________ (AB 2), woraufhin die PK 
C.________ A.________ am 21. Mai 2015 (Akten von A.________, Klage-
beilage [KB] 1) mitteilte, dass sie ab 1. April 2015 keinen Anspruch mehr 
auf Leistungen von ihnen habe. Nachdem A.________, vertreten durch 
B.________, mit Schreiben vom 30. Mai 2015 (KB 2) um Weiterausrichtung 
der Rente ersucht hatte, hielt die PK C.________ mit Schreiben vom 11. 
Juni 2015 (KB 3) an der Leistungsablehnung fest.

B.

Mit Eingabe vom 22. Juni 2015 liess A.________, vertreten durch ihren 
Schwager B.________, Klage beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern, 
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, erheben und beantragte sinn-
gemäss die Weiterausrichtung der (geteilten) Rente oder mindestens die 
Auszahlung einer einmaligen Abfindung.

Mit Klageantwort vom 28. August 2015 schloss die Beklagte auf Abweisung 
der Klage.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2015, BV/15/587, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Verwaltungsge-
richts des Kantons Bern ist als einzige kantonale Instanz sachlich und funk-
tionell zuständig zur Beurteilung der mit Klage vom 22. Juni 2015 geltend 
gemachten berufsvorsorgerechtlichen Ansprüche (Art. 73 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes vom 25. Juni 1982 über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- 
und Invalidenvorsorge [BVG; SR 831.40] i.V.m. Art. 87 lit. c des kantonalen 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; 
BSG 155.21] und Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 11. Ju-
ni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwalt-
schaft [GSOG; BSG 161.1]). Gerichtsstand ist nach Art. 73 Abs. 3 BVG der 
schweizerische Sitz oder Wohnsitz des Beklagten oder der Ort des Betrie-
bes, bei dem die versicherte Person angestellt wurde. Dabei kommt es für 
den Wahlgerichtsstand nicht darauf an, ob die Vorsorgeeinrichtung, der 
Arbeitgeber oder die versicherte Person klagende Partei ist (SVR 2006 
BVG Nr. 17 S. 62 E. 2.3). Der Sitz des Betriebs, bei dem E.________ tätig 
war, liegt im Kanton Bern (vgl. www.zefix.ch), womit die örtliche Zuständig-
keit gegeben ist. Auch die übrigen Prozessvoraussetzungen sind erfüllt. 
Namentlich ist die Klage formgerecht eingelangt (Art. 32 VRPG) und der 
Vertreter der Klägerin gehörig bevollmächtigt (Art. 15 Abs. 1 VRPG; vgl. 
Schreiben der Klägerin vom 30. Juni 2015 [in den Gerichtsakten]). Auf die 
Klage ist somit einzutreten.

1.2 Aufgrund des im Recht der beruflichen Vorsorge auf kantonaler 
Ebene vorgeschriebenen Klageverfahrens ergibt sich der Streitgegenstand 
einzig aus den Rechtsbegehren der Klage. Innerhalb des Streitgegenstan-
des ist das Gericht in Durchbrechung der Dispositionsmaxime nicht an die 
Begehren der Parteien gebunden (BGE 135 V 23 E. 3.1 S. 26; vgl. Art. 92 
Abs. 3 VRPG). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Hinter-
lassenenrente als geschiedene Witwe gegenüber der Beklagten ab dem 
1. April 2015.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2015, BV/15/587, Seite 4

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

2.

2.1 Vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen sind in 
zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich, die 
bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führen-
den Tatbestandes Geltung haben (BGE 132 V 215 E. 3.1.1 S. 220). Das 
Prinzip gilt sinngemäss auch im Fall einer Änderung von Reglementen oder 
Statuten einer Vorsorgeeinrichtung (BGE 126 V 163 E. 4b S. 165; 
SVR 2007 BVG Nr. 23 S. 79 E. 4.1).

2.2 Nach Art. 19 Abs. 1 BVG hat der überlebende Ehegatte Anspruch 
auf eine Witwen- oder Witwerrente, wenn er beim Tod des Ehegatten für 
den Unterhalt eines oder mehrerer Kinder aufkommen muss (lit. a) oder 
das 45. Altersjahr zurückgelegt hat (lit. b). Gestützt auf die Delegations-
norm von Art. 19 Abs. 3 BVG hat der Bundesrat in Art. 20 der Verordnung 
über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge vom 18. 
April 1984 (BBV 2; SR 831.441.1) Bestimmungen über den Anspruch der 
geschiedenen Ehegatten auf Hinterlassenenleistungen erlassen. Danach 
ist der geschiedene Ehegatte nach dem Tod seines früheren Ehegatten der 
Witwe oder dem Witwer gleichgestellt, sofern die Ehe mindestens zehn 
Jahre gedauert hat (Abs. 1 lit. a) und dem geschiedenen Ehegatten im 
Scheidungsurteil eine Rente oder eine Kapitalabfindung für eine lebens-
längliche Rente zugesprochen wurde (Abs. 1 lit. b). 

Eine entsprechende Bestimmung enthält Art. 52 Abs. 1 des zum Zeitpunkt 
des Hinscheidens von E.________ geltenden Vorsorgereglements der Be-
klagten (nachfolgend: Vorsorgereglement; gültig ab 1. Oktober 2012). 
Demgemäss hat der geschiedene überlebende Ehegatte Anspruch auf eine 
Rente des geschiedenen Ehegatten, wenn er aufgrund des Scheidungsur-
teils Anspruch auf eine Rente oder eine Kapitalabfindung für eine lebens-
längliche Rente hat (lit. a) und er während mindestens zehn Jahren mit 
dem Verstorbenen verheiratet war (lit c.) sowie zusätzlich zu Art. 20 Abs. 1 
BVV 2 mindestens 45 Jahre alt ist oder wenn er eines oder mehrere unter-

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haltsberechtigte Kinder hat (lit. b). Ausserdem regelt das Vorsorgeregle-
ment in Art. 52 Abs. 4 Satz 2, dass die Rente an den geschiedenen Ehe-
gatten höchstens dem Betrag der Ehegattenrente gemäss BVG-Minimum 
entspricht. 

3.

3.1 Zwischen den Parteien ist unbestritten, dass die Klägerin die Vor-
aussetzungen des Art. 52 Abs. 1 des Vorsorgereglements grundsätzlich 
erfüllt. Strittig und zu prüfen ist, ob die geschiedene Ehegattin Anspruch auf 
eine Hinterlassenenrente nach BVG hat. 

3.1.1 Während die Klägerin geltend macht, es sei von Seiten der Pensi-
onskasse unterlassen worden, das damals noch verheiratete Ehepaar im 
Zeitpunkt der Pensionierung über die Folgen im Falle einer Ehescheidung 
aufzuklären, stellt sich die Beklagte auf den Standpunkt, dass den damali-
gen Verantwortlichen der PHK kein Vorwurf gemacht werden könne, da die 
bei Eintritt des Vorsorgefalls gültigen Statuten der Pensionskasse 
C.________ vom 9. Oktober 1950 (AB 4) keinen Leistungsanspruch der 
geschiedenen Witwe gekannt hätten (Klageantwort S. 6 Ziff. 6 zu Art. 3). 
Zudem habe der Versicherte das Pensionierungsdatum nicht willkürlich 
gewählt und die Rentenhöhe betrage gemäss Art. 52 Abs. 4 des Vorsorge-
reglements Fr. 0.--, da der geschiedene Ehemann nie nach BVG versichert 
gewesen sei, weil der Vorsorgefall am 1. Oktober 1984 und somit vor In-
krafttreten des BVG am 1. Januar 1985 eingetreten sei (S. 5 Ziff. 2). Weiter 
beruft sich die Beklagte zur Untermauerung ihres Standpunktes auf ein 
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. August 2004, 
BV 64133, welches mit Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts 
(EVG; heute Bundesgericht) vom 20. Dezember 2005, B 85/04, bestätigt 
wurde (S. 5 f. Ziff. 4). Höchstrichterlich wurde entschieden, dass der Ren-
tenanspruch der geschiedenen Ehegattin anhand des BVG-Alterskapitals 
zu ermitteln sei. In E. 3.3 hat das Eidgenössische Versicherungsgericht 
damals festgehalten, dass sein in anderer Zusammensetzung ergangenes 
Urteil vom 22. Mai 2000, B 59/99, nicht einschlägig sei, weil die dort anzu-

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wendenden Bestimmungen die entscheidende Wendung, wonach der An-
spruch den "Minimalleistungen" nach BVG entspreche, nicht enthielten.

3.1.2 Der Ehemann der Klägerin wurde per 1. Oktober 1984 infolge Inva-
lidität vor der Einführung des BVG-Obligatoriums pensioniert und war damit 
nie dem BVG unterstellt. Art. 52 Abs. 4 des Vorsorgereglements verweist 
hinsichtlich der Hinterlassenenrente der geschiedenen Ehegatten auf das 
BVG-Minimum. Nach Art. 21 Abs. 1 BVG beträgt die Hinterlassenenrente 
des überlebenden Ehegatten 60% der vollen Invalidenrente, auf die der 
Versicherte Anspruch gehabt hätte. Hat die versicherte Person beim Tod 
eine Alters- oder Invalidenrente bezogen, beträgt die Witwenrente 60% der 
zuletzt ausgerichteten Alters- oder Invalidenrente (Abs. 2).

3.2 Die Klägerin erfüllt die Anspruchsvoraussetzungen von Art. 52 
Abs. 1 des Vorsorgereglements. Die Höhe der Geschiedenenrente ent-
spricht laut Abs. 4 höchstens dem Betrag der Ehegattenrente gemäss 
BVG-Minimum. Diese beträgt nach Art. 21 Abs. 1 BVG 60% der vollen In-
validenrente, auf die der Versicherte Anspruch gehabt hätte (vgl. E. 3.1.2). 
Da der verstorbene geschiedene Ehemann vor dem Inkrafttreten des BVG 
infolge Invalidität pensioniert wurde, war er nicht dem BVG unterstellt bzw. 
nicht BVG-versichert. Dementsprechend hatte er keinen Anspruch auf eine 
BVG-Invalidenrente und konnte auch kein BVG-Altersguthaben anhäufen. 
Folglich kann die Klägerin keinen Rentenanspruch nach BVG aus dem 
nicht entstandenen Versicherungsverhältnis zwischen dem Verstorbenen 
und der Beklagten ableiten. Dem Verstorbenen wurde zwar eine Invaliden-
rente ausbezahlt, jedoch handelte es sich hierbei um eine solche der Pen-
sionskasse bzw. gestützt auf Art. 21 der Statuten der PHK (AB 4) und nicht 
um eine BVG-Leistung. Demnach findet auch Abs. 2 von Art. 21 BVG vor-
liegend keine Anwendung (vgl. E. 3.1.2 hiervor). 

3.3 Soweit die Klägerin vorbringt, dass ein Versäumnis der damaligen 
Pensionskassenverantwortlichen vorliege, da sie und ihr damaliger Ehe-
mann im Zeitpunkt der Pensionierung weder über die Folgen einer mögli-
chen Scheidung noch über die Möglichkeit, die Pensionierung auf einen 
Zeitpunkt nach Inkrafttreten des BVG zu verschieben, aufgeklärt worden 
seien, kann dem nicht gefolgt werden. So war der Versicherte wegen Inva-
lidität pensioniert worden (vgl. AB 1) – womit der Vorsorgefall zwingend 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2015, BV/15/587, Seite 7

eintrat und nicht freiwillig ausgewählt wurde – und konnte demnach ohne-
hin nicht einen anderen Zeitpunkt für seine Pensionierung wählen bzw. das 
Inkrafttreten des BVG abwarten. Zudem kannten die Statuten der PHK kei-
ne Leistungen für geschiedene Ehegatten im Todesfall einer versicherten 
Person. Hinzu kommt, dass mit einer Scheidung angesichts der damals 
schon 34 Jahre dauernde Ehe und dem bereits fortgeschrittenen Alter der 
Eheleute nicht gerechnet werden musste. Ausserdem bleibt anzumerken, 
dass selbst wenn die Versicherteneigenschaft des Verstorbenen nach BVG 
bejaht werden würde, die Hinterlassenenrente der Klägerin Fr. 0.-- betra-
gen würde, da der Verstorbene kein BVG-Altersguthaben anhäufen konnte.

3.4 Nach dem Gesagten folgt, dass die Klägerin keinen Anspruch auf 
eine Hinterlassenenrente nach BVG infolge Todes ihres geschiedenen 
Ehemannes hat, da der Verstorbene nie nach BVG versichert war. Die Kla-
ge ist demnach unbegründet und abzuweisen.

4.

4.1 Verfahrenskosten sind in Anwendung von Art. 73 Abs. 2 BVG keine 
zu erheben. 

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Klägerin keinen An-
spruch auf eine Parteientschädigung (Art. 109 Abs. 1 VRPG [Umkehr-
schluss]). Die obsiegende Beklagte hat als Sozialversicherungsträgerin 
ebenfalls keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (BGE 126 V 143 
E. 4b S. 150).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Okt. 2015, BV/15/587, Seite 8

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Klage wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä-
digung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. der Klägerin
- Rechtsanwalt D.________ z.H. der Beklagten
- Bundesamt für Sozialversicherungen

zur Kenntnis:
- Bernische BVG- und Stiftungsaufsicht (BBSA), Belpstrasse 48, Post-

fach, 3000 Bern 14

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.