# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 837f4947-74b4-5c99-ba67-dd91652f63d6
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-09-16
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 16.09.2021 SK 2020 464
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2020-464_2021-09-16.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteilsbegründung
SK 20 464

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 16. September 2021 

Besetzung Oberrichter Aebi (Präsident i.V.), 
Oberrichter Schmid, Oberrichterin Friederich Hörr 
Gerichtsschreiber Schärer

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt B.________

Beschuldigte/Berufungsführerin

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern,
vertreten durch Staatsanwältin D.________, Staatsanwaltschaft 
Berner Jura-Seeland, Ländtestrasse 20, Postfach 1180, 2501 Biel  

Gegenstand Qualifizierte Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelge-
setz, Gehilfenschaft zu qualifizierten Widerhandlungen gegen das 
Betäubungsmittelgesetz, Geldwäscherei, etc. 

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-
Seeland (Kollegialgericht) vom 27. Mai 2020 (PEN 19 993/994)

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Berner Jura-Seeland (nachfolgend Vorinstanz) erklärte die 
Beschuldigte/Berufungsführerin A.________ (nachfolgend Beschuldigte) mit Urteil 
vom 27. Mai 2020 der Gehilfenschaft zu mengenmässig qualifizierten Widerhand-
lungen gegen das Betäubungsmittelgesetz (BetmG; SR 812.121), der Geldwäsche-
rei, der teilweise mehrfachen, teilweise gemeinsam mit C.________ begangenen, 
teilweise mengenmässig qualifizierten und teilweise bandenmässig mit C.________ 
begangenen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, des gemein-
sam mit C.________ begangenen Nichtanzeigen eines Fundes sowie der Wider-
handlung gegen das Waffengesetz (WG; SR 514.54) schuldig. Es verurteilte die 
Beschuldigte zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 28 Monaten (wobei 12 Mo-
nate zu vollziehen sind und der Vollzug für die übrigen 16 Monate bei einer Probe-
zeit von 3 Jahren aufgeschoben wurde), zu einer bedingten Geldstrafe von 10 Ta-
gessäten zu CHF 30.00 bei einer Probezeit von 2 Jahren und zu einer Busse von 
CHF 300.00 und auferlegte ihr vollumfänglich die Verfahrenskosten. 

Freigesprochen wurde die Beschuldigte von der Vorinstanz hingegen von der An-
schuldigung der angeblich gemeinsam mit C.________ begangenen missbräuchli-
chen Verwendung einer Datenverarbeitungsanlage. Für den Freispruch wurden 
keine Verfahrenskosten ausgeschieden und es wurde keine Entschädigung ausge-
richtet. 

Das Strafverfahren gegen die Beschuldigte wegen Widerhandlungen gegen das 
Betäubungsmittelgesetz, angeblich begangen in der Zeit vom 1. Januar 2017 bis 
27. Mai 2017 durch Erwerb zum Eigenkonsum und Konsum einer unbestimmten 
Menge Crystal Meth, wurde infolge Verjährung ohne Ausscheidung von Verfah-
renskosten und ohne Ausrichtung einer Entschädigung eingestellt (zum Ganzen 
S. 2 ff. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs). 

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete Rechtsanwalt B.________ namens und im Auftrag der 
Beschuldigten mit Eingabe vom 4. Juni 2020 fristgerecht Berufung an (pag. 2584). 
Die Berufungserklärung datiert vom 25. November 2020 und ging am 26. Novem-
ber 2020 ebenfalls form- und fristgerecht beim Obergericht ein (pag. 2709 ff.).

Die Generalstaatsanwaltschaft teilte mit Eingabe vom 16. Dezember 2020 fristge-
recht mit, weder ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen noch An-
schlussberufung zu erklären (pag. 2724).

3. Umfang der Berufung / Verfahrensgegenstand

Die Anklageschrift vom 9. Dezember 2019 (pag. 2168.15 ff.; mit Änderungen vom 
11. Mai 2020 [pag. 2420 ff.] und vom 25. Mai 2020 [pag. 2447 f.]; nachfolgend An-

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klageschrift) umschreibt die der Beschuldigten zur Last gelegten Straftaten zu-
sammengefasst folgendermassen:

1. Gehilfenschaft zu mengenmässig qualifizierten Widerhandlungen gegen das 
Betäubungsmittelgesetz zugunsten von C.________, begangen in der Zeit 
vom 21. September 2016 bis zum 28. September 2016 in AH.________ (Ort), 
Biel, Rozvadov (Tschechische Republik) und eventuell anderswo, beim Er-
werb, Befördern und der Einfuhr in die Schweiz von ca. 588 Gramm Crystal 
Meth (440,9 Gramm reines Methamphetamin-Hydrochlorid; Ziff. I.1. der Ankla-
geschrift). Die Vorinstanz sprach die Beschuldigte entsprechend schuldig, run-
dete indes die Menge auf 441 Gramm reines Methamphetamin-Hydrochlorid 
auf (Ziff. A.III.1. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs). Dieser Schuldspruch 
blieb in der Berufung unangefochten und ist damit in Rechtskraft erwachsen. 

2. Geldwäscherei, begangen am 21. September 2016 und am 23. September 
2016 in AH.________ (Ort) und Biel bezüglich eines Totalbetrags von 
CHF 10'000.00 (Ziff. I.2. der Anklageschrift). Die Vorinstanz sprach die Be-
schuldigte schuldig (Ziff. A.III.2. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs). Dieser 
Schuldspruch wurde mit der Berufung angefochten (pag. 2715). 

3. Einfache Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, begangen 
zwischen 2017 und dem 31. Januar 2018 in Biel und eventuell anderswo durch 
Erwerb zum Eigenkonsum und Konsum einer unbestimmten Menge Crystal 
Meth (Ziff. I.3. der Anklageschrift). Die Vorinstanz sprach die Beschuldigte 
schuldig, wobei sie den Deliktszeitraum – teilweise aufgrund der Verjährung – 
auf die Zeit zwischen dem 28. Mai 2017 und dem 31. Januar 2018 beschränkte 
(Ziff. A.III.3. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs). Dieser Schuldspruch blieb 
in der Berufung unangefochten und ist damit in Rechtskraft erwachsen. 

4. Einfache Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfach be-
gangen, eventuell mengenmässig qualifizierte Widerhandlungen gegen das 
Betäubungsmittelgesetz, durch Erwerb zum Weiterverkauf von mindestens 
20 Gramm Crystal Meth, begangen in der Zeit von 2017 bis zum 26. Januar 
2018 in Biel, AI.________ (Ort) und eventuell anderswo. Konkret angeklagt 
wurden ein Erwerb von 10 Gramm Crystal Meth von E.________ zur Weiter-
veräusserung an F.________ und ein Erwerb von 10 Gramm Crystal Meth 
ebenfalls von E.________ zur Weiterveräusserung an G.________ (Ziff. I.4. 
der Anklageschrift). Zum Ergebnis der Vorinstanz und der Berufung vgl. so-
gleich Ziff. 5.

5. Einfache Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfach be-
gangen, eventuell mengenmässig qualifizierte Widerhandlungen gegen das 
Betäubungsmittelgesetz, durch Veräussern von mindestens 25 Gramm Crystal 
Meth (19 Gramm reines Methamphetamin-Hydrochlorid), begangen in der Zeit 
zwischen dem 18. Oktober 2016 und Januar 2018 in Biel und anderswo. Kon-
kret angeklagt wurden eine Veräusserung von 10 Gramm an F.________, eine 
Veräusserung von 10 Gramm an G.________ und eine Veräusserung von 
ca. 5 Gramm an H.________ (Ziff. I.5. der Anklageschrift). Die Vorinstanz 
berücksichtigte im Zusammenhang mit den Erwerbs- und Veräusserungshand-

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lungen in Ziff. I.4. und I.5. der Anklageschrift lediglich die Veräusserungsmen-
gen, da die Erwerbshandlungen zu den zeitlich daran anschliessenden Weiter-
gabehandlungen im Verhältnis der Subsidiarität stünden. Sie stellt damit auf 
eine angeklagte Gesamtmenge von 25 Gramm Crystal Meth ab (pag. 2608; 
S. 24 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Die Vorinstanz kam dann in ih-
rer Beweiswürdigung zum Schluss, die Beschuldigte habe zwei Mal 10 Gramm 
Crystal Meth bei E.________ erworben und davon je 7 Gramm an F.________ 
und G.________ weiterveräussert. Die restlichen je 3 Gramm habe sie zu-
sammen mit F.________ und G.________ konsumiert. Ausserdem habe sie 
5 Gramm Crystal Meth an H.________ veräussert. In Abweichung von der An-
klageschrift erachtete daher die Vorinstanz lediglich eine Verkaufsmenge von 
19 Gramm Crystal Meth als erwiesen (pag. 2610; S. 26 der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung). Sie sprach die Beschuldigte dementsprechend wegen der 
Veräusserung von 19 Gramm Crystal Meth (16,49 Gramm reines Metham-
phetamin-Hydrochlorid) der mehrfachen einfachen Widerhandlung gegen das 
Betäubungsmittelgesetz schuldig (Ziff. A.III.4. des erstinstanzlichen Urteilsdis-
positivs). Der Erwerb von 10 Gramm Crystal Meth bei E.________ zur Weiter-
veräusserung an G.________, der damit zusammenhängende Verkauf von 
10 Gramm an G.________ sowie der Verkauf von ca. 5 Gramm an 
H.________ blieben in der Berufung unangefochten und sind damit in Rechts-
kraft erwachsen. Angefochten hingegen wird die von der Vorinstanz ange-
nommene Transaktion im Zusammenhang mit F.________ (Erwerb von 
E.________ und Verkauf an F.________ von 10 – respektive 7 – Gramm Cry-
stal Meth; pag. 2715). 

6. Einfache Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfach und 
teilweise mittäterschaftlich mit C.________ begangen in der Zeit von ca. Fe-
bruar 2018 bis zum 18. Oktober 2018 in Biel, Bern und eventuell anderswo, 
durch Erwerb zum Eigenkonsum und Konsum einer unbekannten Menge Cry-
stal Meth (Ziff. I.6. der Anklageschrift). Die Vorinstanz sprach die Beschuldigte 
schuldig (Ziff. A.III.5. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs). Dieser Schuld-
spruch blieb in der Berufung unangefochten und ist damit in Rechtskraft er-
wachsen. 

7. Qualifizierte Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mengen-
mässig und bandenmässig qualifiziert mit C.________ begangen in der Zeit 
von ca. Februar 2018 bis zum 18. Oktober 2018 in AI.________ (Ort), Biel und 
anderswo, durch den Erwerb und das Veräussern von mindestens 122 Gramm 
Crystal Meth (ausmachend mindestens 104 Gramm Methamphetamin-
Hydrochlorid). Konkret angeklagt wurden ein Erwerb von mindestens 
10 Gramm bei T.________, ein Erwerb von ca. 3,9 Gramm bei I.________, ein 
Erwerb von mehrfach monatlichen 10-20 Gramm bei J.________ (nachfolgend 
K.________), ein Erwerb von mindestens 3 Gramm bei L.________ (nachfol-
gend M.________), ein Erwerb von 10 Gramm bei F.________, eine Veräus-
serung von ca. 48 Gramm unter mehreren Malen an N.________, eine Ver-
äusserung von mindestens 5 Gramm unter mehreren Malen an O.________ 
und P.________, eine Veräusserung von mindestens 7-9 Gramm unter mehre-
ren Malen an Q.________, eine Veräusserung von ca. 60 Gramm unter meh-

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reren Malen an den Nachbarn R.________, eine Veräusserung von mindes-
tens 2 Gramm an H.________ und eine Veräusserung einer unbekannten klei-
nen Menge an S.________ (Ziff. I.7. der Anklageschrift). Die Vorinstanz erach-
tete folgende Transaktionshandlungen als erwiesen, wobei sie auch hier auf-
grund der Subsidiarität der Erwerbshandlungen gegenüber den zeitlich daran 
anschliessenden Weitergabehandlungen lediglich auf die Verkaufsmengen ab-
stellte (pag. 2618; S. 34 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung): Erwerb von 
insgesamt 15 Gramm bei T.________, Erwerb von 3,9 Gramm bei I.________, 
Erwerb von 65 Gramm bei K.________, Erwerb von 3 Gramm bei 
M.________, Erwerb von 10 Gramm bei F.________, Veräusserung von ins-
gesamt 48 Gramm an N.________, Veräusserung von 5 Gramm an 
O.________ und P.________, Veräusserung von 7 Gramm an Q.________, 
Veräusserung von insgesamt 60 Gramm an den Nachbarn R.________ (auf 
pag. 2645, S. 61 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, werden die 
60 Gramm irrtümlicherweise mit T.________ in Verbindung gebracht; aus den 
Ausführungen auf pag. 2641 ff., S. 57 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung und in Ziff. 7.2.4. der Anklageschrift [pag. 2168.24] ergibt sich aber, dass 
die 60 Gramm dem Nachbarn R.________ zuzurechnen sind), Veräusserung 
von 2 Gramm an H.________ und Veräusserung einer unbekannte Menge 
kleinen an S.________ (pag. 2644 f.; S. 60 f. der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung). Die aus Sicht der Vorinstanz erstellten relevanten Veräusserungs-
handlungen haben damit ein Volumen von total 122 Gramm Crystal Meth. Ent-
sprechend sprach sie die Beschuldigte wegen des Erwerbs und der Veräusse-
rung von 122 Gramm Crystal Meth (113,46 Gramm reines Methamphetamin-
Hydrochlorid) schuldig (Ziff. A.III.6. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs). 
Der Erwerb von 15 Gramm bei T.________, von 3,9 Gramm bei I.________ 
und von 3 Gramm bei M.________ sowie die Veräusserung von 2,9 Gramm an 
N.________, von 5 Gramm an O.________ und P.________, von 7 Gramm an 
Q.________, von 10 Gramm an den Nachbarn R.________ und von 2 Gramm 
an H.________ blieben in der Berufung unangefochten und sind damit in 
Rechtskraft erwachsen. Angefochten hingegen sind der Erwerb bei 
K.________, der Erwerb von 10 Gramm bei F.________ sowie die Veräusse-
rung der übrigen 45,1 Gramm an N.________, der übrigen 50 Gramm an den 
Nachbarn R.________ und der unbekannten kleinen Menge an S.________ 
(pag. 2712 ff.). 

Der Verkauf der übrigen 45,1 Gramm an N.________ wird in der Berufung 
nicht explizit angefochten; dies ergibt sich aber aus dem Umstand, dass von 
der Anschuldigung gemäss Ziff. I.7. der Anklageschrift ein Freispruch bezüg-
lich aller nicht eingestandenen Transaktionen gefordert wird. Von den ange-
klagten 48 Gramm, welche die Beschuldigte an N.________ verkauft haben 
soll, werden in der Berufungserklärung lediglich 2,9 Gramm eingestanden 
(pag. 2915).

8. Diebstahl, eventualiter Nichtanzeigen eines Fundes, mittäterschaftlich began-
gen mit C.________ am 16. Februar 2018 in Biel z.N. U.________. Die Vorin-
stanz kam zum Ergebnis, die Beschuldigte und C.________ hätten die Kredit-
karte, die ID, den Führerausweis und den SwissPass von U.________ im Zug 

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auf dem Boden gefunden und nicht beabsichtigt, den Fund zu melden 
(pag. 2651; S. 67 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Entsprechend 
sprach sie die Beschuldigte des Nichtanzeigens eines Fundes, gemeinsam mit 
C.________ am 16. Februar 2018 in AI.________ (Ort) (Domizil der Beschul-
digten und von C.________) begangen, schuldig (Ziff. A.III.7. des erstinstanzli-
chen Urteilsdispositivs). Dieser Schuldspruch wurde mit der Berufung ange-
fochten (pag. 2716). 

9. Missbräuchliche Verwendung einer Datenverarbeitungsanlage (Ziff. I.9. der 
Anklageschrift). Die Vorinstanz sprach die Beschuldigte von dieser Anschuldi-
gung frei (Ziff. A.II. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs). Der Freispruch ist 
mangels (Anschluss-)Berufung der Generalstaatsanwaltschaft in Rechtskraft 
erwachsen. 

10. Widerhandlungen gegen das Waffengesetz, begangen in der Zeit von ca. Mai 
bis Oktober 2018 in AI.________ (Ort) durch den Erwerb eines Tasers. Die 
Vorinstanz sprach die Beschuldigte schuldig (Ziff. A.III.8. des erstinstanzlichen 
Urteilsdispositivs). Dieser Schuldspruch wurde mit der Berufung angefochten 
(pag. 2716). 

Die Beschuldigte hat das erstinstanzliche Urteil teilweise angefochten. Ihre Beru-
fung richtet sich gegen den Schuldspruch wegen Geldwäscherei, gegen den 
Schuldspruch wegen mehrfacher einfacher Widerhandlung gegen das Betäu-
bungsmittelgesetz (in Bezug auf den Kauf und Verkauf von 10 respektive 7 Gramm 
Crystal Meth an F.________), gegen den Schuldspruch wegen mengenmässig und 
bandenmässig qualifiziert mit C.________ begangener Widerhandlungen gegen 
das Betäubungsmittelgesetz (in Bezug auf den Erwerb von Crystal Meth bei 
K.________, den Erwerb von 10 Gramm Crystal Meth bei F.________, den Ver-
kauf von 45,1 Gramm Crystal Meth an N.________, den Verkauf von 50 Gramm 
Crystal Meth an den Nachbarn R.________ sowie den Verkauf einer unbekannten 
kleinen Menge Crystal Meth an S.________), gegen den Schuldspruch wegen 
Nichtanzeigen eines Fundes und gegen den Schuldspruch wegen Widerhandlun-
gen gegen das Waffengesetz sowie die damit zusammenhängende Bestrafung und 
Kostenauferlegung. Diese Punkte sind durch die Kammer neu zu beurteilen. 

Die übrigen erstinstanzlichen Schuldsprüche sind nicht angefochten und damit in 
Rechtskraft erwachsen. Ebenfalls in Rechtskraft erwachsen ist mangels (An-
schluss-)Berufung durch die Generalstaatsanwaltschaft der erstinstanzliche Frei-
spruch von der Anschuldigung der missbräuchlichen Verwendung einer Datenver-
arbeitungsanlage und die damit einhergehende Kostenregelung (Ziff. A.II. des erst-
instanzlichen Urteilsdispositivs). Rechtskräftig ist ebenfalls die erstinstanzliche Ein-
stellung des Verfahrens wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelge-
setz durch Erwerb zum Eigenkonsum und Konsum von Crystal Meth im Zeitraum 
vom 1. Januar 2017 bis zum 27. Mai 2017 infolge Verjährung und die damit einher-
gehende Kostenregelung (Ziff. A.I. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs). 

Die erstinstanzlichen Verfügungen im Zusammenhang mit den beschlagnahmten 
Drogen, Drogenutensilien und Gegenständen sowie der Waffe sind ebenfalls nicht 
angefochten und deshalb in Rechtskraft erwachsen (Ziff. A.V. des erstinstanzlichen 

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Urteilsdispositivs). Die – ebenfalls unangefochtenen – Verfügungen betreffend Lö-
schung der DNA-Profile und Löschung der erhobenen biometrischen Daten hinge-
gen sind der Rechtskraft von vornherein nicht zugänglich, weshalb die Kammer 
darüber erneut zu befinden hat. 

4. Anträge der Parteien

Rechtsanwalt B.________ beantragte anlässlich der oberinstanzlichen Verhand-
lung vom 14. September 2021 zusammengefasst folgendes (für den konkreten 
Wortlaut der Anträge wird auf die schriftlichen Anträge auf pag. 2912 ff. verwiesen):

1. Die Beschuldigte sei freizusprechen von der Anschuldigung der Geldwäsche-
rei, des Diebstahls, eventuell des Nichtanzeigens eines Fundes, und der Wi-
derhandlung gegen das Waffengesetz (Ziff. A.III.2., A.III.7. und A.III.8. des 
erstinstanzlichen Urteilsdispositivs). 

2. Die Beschuldigte sei teilweise freizusprechen 

2.1. von der Anschuldigung der einfachen Widerhandlungen gegen das Betäu-
bungsmittelgesetz, mehrfach begangen, und zwar betreffend den Erwerb 
zum Weiterverkauf und anschliessenden Weiterverkauf von 10 Gramm 
Crystal Meth bei E.________ an F.________, angeblich begangen im Jahr 
2017 (Ziff. A.III.4. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs).

2.2. von der Anschuldigung der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmit-
telgesetz, mengenmässig und bandenmässig qualifiziert mit C.________ 
begangen, und zwar betreffend folgender Transaktionshandlungen 
(Ziff. A.III.6. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs):

a. angeblicher Erwerb von mehrfach monatlichen 10-20 Gramm Crystal 
Meth (gemäss Vorinstanz insgesamt 65 Gramm) von K.________, 
angeblich begangen in der Zeit von Februar 2018 bis zum 18. Oktober 
2018 in Biel;

b. angeblicher Erwerb von 10 Gramm Crystal Meth von F.________, an-
geblich begangen in der Zeit von Februar 2018 bis zum 18. Oktober 
2018 in Granges;

c. angeblicher Verkauf von 45,1 Gramm Crystal Meth in mehreren Malen 
an N.________, angeblich begangen in der Zeit von ca. Mitte Juli 
2018 bis zum 18. Oktober 2018 in AI.________ (Ort) (vgl. dazu auch 
E. 3 hiervor);

d. angeblicher Verkauf von total 50 Gramm Crystal Meth in mehreren 
Malen an den Nachbarn R.________, angeblich begangen in der Zeit 
von Mai 2018 bis zum 18. Oktober 2018 in AI.________ (Ort);

e. angeblicher Verkauf einer kleinen unbekannten Menge Crystal Meth 
an S.________, angeblich begangen in der Zeit von Mai 2018 bis zum 
18. Oktober 2018 in AI.________ (Ort).

3. Die übrigen erstinstanzlichen Schuldsprüche (Ziff. A.III.1., A.III.3. und A.III.5. 
des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs), der Freispruch (Ziff. A.II. des erstin-

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stanzlichen Urteilsdispositivs) und die Verfahrenseinstellung (Ziff. A.I. des erst-
instanzlichen Urteilsdispositivs) seien zu bestätigen.

4. Die Beschuldigte sei folgendermassen zu verurteilen:

4.1. zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 24 Monaten, wovon 18 Monate 
bei einer Probezeit von 2 Jahren bedingt auszusprechen seien. Die Unter-
suchungshaft von total 180 Tagen sei gesamthaft an die Freiheitsstrafe 
anzurechnen;

4.2. zu einer angemessenen Geldstrafe;

4.3. zur Tragung von 3/5 der erstinstanzlichen Verfahrenskosten, unter Vorbe-
halt der Bestimmungen über die amtliche Verteidigung.

5. Der Beschuldigten sei eine angemessene Entschädigung entsprechend der 
eingereichten Honorarnote für die Kosten ihrer Verteidigung vor zweiter In-
stanz auszurichten.

6. Die oberinstanzlichen Verfahrenskosten seien vollumfänglich dem Staat auf-
zuerlegen. 

Staatsanwältin D.________ beantragte anlässlich der oberinstanzlichen Verhand-
lung zusammengefasst die Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils und die voll-
umfängliche Auferlegung der oberinstanzlichen Verfahrenskosten inkl. einer Ge-
bühr von CHF 500.00 pro Halbtag gemäss Art. 21 des bernisch-kantonalen Verfah-
renskostendekrets (VKD; BSG 161.12) an die Beschuldigte. Auf den Widerruf der 
mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons Neuenburg vom 8. Januar 
2020 und mit Urteil der Eidgenössischen Spielbankenkommission vom 15. April 
2019 ausgesprochenen Strafaufschübe sei zu verzichten. Für den konkreten Wort-
laut der Anträge wird auf die schriftlichen Anträge auf pag. 2922 ff. verwiesen. 

5. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Im Hinblick auf die oberinstanzliche Verhandlung wurde über die Beschuldigte von 
Amtes wegen ein aktueller Strafregisterauszug (datierend vom 24. August 2021; 
pag. 2816 f.) und ein aktueller Leumundsbericht samt Erhebungsformular 
wirtschaftliche Verhältnisse (datierend vom 19. August 2021; pag. 2822 ff.), 
welchem auch ein aktueller Betreibungsregisterauszug (datierend vom 11. August 
2021; pag. 2827 ff.) beiliegt, eingeholt und zu den Akten genommen. Ausserdem 
wurden die Akten des die Beschuldigte betreffenden Verfahrens Nr. .________ des 
Ministère public/Parquet général des Kantons Neuchâtel sowie die Akten des die 
Beschuldigte betreffenden Verahrens Nr. .________ der Eidgenössischen 
Spielbankenkommission ediert und teilweise zu den Akten genommen. In beiden 
Verfahren ergingen während dem laufenden Verfahren wegen der BetmG-
Widerhandlungen Urteile gegen die Beschuldigte. Den Parteien wurden vorgängig 
zur oberinstanzlichen Verhandlung Kopien der wichtigsten Aktenstellen der beiden 
Verfahren zugestellt. Anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung hatten die 
Parteien die Gelegenheit, die vollständigen Akten einzusehen.  

In der oberinstanzlichen Verhandlung wurde die Beschuldigte erneut zur Person 
und zur Sache befragt (pag. 2895 ff.).

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6. Kognition der Kammer

Die Kammer verfügt über volle Kognition (Art. 398 Abs. 3 der Schweizerischen 
Strafprozessordnung [StPO; SR 312.0]). Mangels Anschlussberufung oder ei-
genständiger Berufung durch die Generalstaatsanwaltschaft darf das erstinstanzli-
che Urteil nicht zum Nachteil der Beschuldigten abgeändert werden, es gilt das 
Verschlechterungsverbot (Art. 391 Abs. 2 StPO).

II. Sachverhalt, Beweiswürdigung und Rechtliches

7. Theoretische Grundlagen der Beweiswürdigung

Das Gericht würdigt das Ergebnis der Beweisaufnahme und fällt das Urteil nach 
seiner freien, aus dem gesamten Verfahren gewonnenen Überzeugung (Art. 350 
Abs. 2 i.V.m. Art. 10 Abs. 2 StPO). Freie Beweiswürdigung bedeutet, dass jede 
verurteilende Erkenntnis auf der aus der Beweiswürdigung geschöpften Überzeu-
gung des Gerichts von der Schuld der beschuldigten Person beruhen soll. Die freie 
Beweiswürdigung gründet auf gewissenhaft festgestellten Tatsachen und logischen 
Schlussfolgerungen; sie darf sich nicht auf blossen Verdacht oder blosse Vermu-
tung stützen (vgl. BSK StPO-HOFER, Art. 10 N 58 und 61 mit Hinweisen). Bestehen 
unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraussetzungen der 
angeklagten Tat, so geht das Gericht von der für die beschuldigte Person günstige-
ren Sachlage aus (Art. 10 Abs. 3 StPO).

Der Grundsatz in dubio pro reo als Beweiswürdigungsregel besagt, dass sich das 
Gericht nicht von einem für die angeklagte Person ungünstigen Sachverhalt über-
zeugt erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel bestehen, ob sich der 
Sachverhalt so verwirklicht hat. Dabei sind bloss abstrakte und theoretische Zweifel 
nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und absolute Gewissheit nicht 
verlangt werden kann. Es muss sich um erhebliche und nicht zu unterdrückende 
Zweifel handeln, d.h. um solche, die sich nach der objektiven Sachlage aufdrän-
gen. Liegen keine direkten Beweise vor, ist auch ein indirekter Beweis zulässig. 
Beim Indizienbeweis wird aus bestimmten Tatsachen, die nicht unmittelbar rechts-
erheblich, aber bewiesen sind (Indizien), auf die zu beweisende, unmittelbar 
rechtserhebliche Tatsache geschlossen. Eine Mehrzahl von Indizien, welche für 
sich alleine nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf die Täterschaft oder die 
Tat hinweisen und einzeln betrachtet die Möglichkeit des Andersseins offen lassen, 
können einen Anfangsverdacht verstärken und in ihrer Gesamtheit ein Bild erzeu-
gen, das bei objektiver Betrachtung keine Zweifel bestehen lässt, dass sich der 
Sachverhalt so verwirklicht hat (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_300/2015 vom 
3. Dezember 2015 E. 3.2.2; Urteil des Bundesgerichts 6B_781/2010 vom 13. De-
zember 2010 E. 3.2; Urteil des Bundesgerichts 6B_605/2016 vom 15. September 
2016 2016 E. 2.8).

Aussagen werden nach gängiger Praxis mittels Realkriterien und Lügensignalen 
auf ihre Glaubhaftigkeit hin überprüft (vgl. dazu insb. BENDER/NACK/TREUER, Tat-
sachenfeststellung vor Gericht, 4. Aufl., München 2014, insb. S. 76 ff., sowie PETER 
SCHUMACHER, Die Würdigung von Zeugen- und Parteiaussagen insbesondere im 

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Zivilprozess, AJP 2000 S. 1451 ff., S. 1451 ff.). Realkennzeichen sind in selbster-
lebten Aussagen typischerweise vorhanden, in erfundenen dagegen nicht. Je mehr 
Realkennzeichen bestehen und je deutlicher ausgeprägt sie sind, desto glaubwür-
diger ist die Aussage. Damit die Aussage als zuverlässig gelten kann, müssen 
mehrere Realkennzeichen deutlich hervortreten. Umgekehrt ist die unglaubhafte 
Aussage gekennzeichnet durch das Fehlen von (nicht nur einzelnen) Glaubwürdig-
keitsmerkmalen. 
Wichtige Realkriterien sind beispielsweise: die logische Konsistenz der Aussage, 
quantitativer Detailreichtum, raum-zeitliche Verknüpfungen (die Kernhandlung ist 
mit bestimmten örtlichen Verhältnissen, zeitlichen Gegebenheiten, bestimmten ei-
genen Gewohnheiten oder Gewohnheiten von Personen aus dem sozialen Umfeld 
verwoben), Schilderung ausgefallener oder nebensächlicher Einzelheiten, Origina-
lität, Spontanität, Schilderung eigener psychischer Vorgänge, spontane Verbesse-
rung der eigenen Aussage, Präzisierung, Erweiterung, Lückenfüllung, Eingeständ-
nis von Erinnerungslücken, Selbstbelastungen, Entlastungen des Angeschuldigten 
oder Verzicht auf unnötige Mehrbelastung, Konstanz der Aussage (u.a. logisch 
konsistente Ergänzungen, insbesondere aufgrund erstmals gestellter detaillierter 
Fragen) sowie nacherlebte Gefühlsbeteiligung (Gefühlsregungen während der 
Aussage). 

Typische Lügensignale sind demgegenüber: das Fehlen von Realitätskriterien, 
wahrheitswidrige Bekundungen, übermässige Wahrheitsbeteuerung, Unstimmigkei-
ten und grobe Widersprüche in den Aussagen, dürftige Ergänzungen, Zurücknah-
me oder erhebliche Abschwächungen von eigenen Aussagen, Übersteigerungen 
im Verlaufe mehrerer Einvernahmen, unklare, verschwommene oder ausweichen-
de Antworten, gleichförmige, stereotype und eingeübt wirkende Aussagen, inhaltli-
che Verarmung im Verlaufe der Einvernahmen (statt Ergänzung von stimmigen De-
tails), zielgerichtete Aussagen (klar erkennbare Hintergedanken), nacktes Bestrei-
ten (ohne weitere Angaben, wie sich ein Vorfall abspielte) sowie allgemein karge 
Aussagen. Ein weiteres Lügensignal ist die Meidung des Beweisthemas (die Aus-
kunftsperson meidet das Beweisthema und weicht immer wieder aus, sie beharrt 
auf Nebensächlichkeiten, liefert Begründungen statt Fakten und ergeht sich in Ge-
genangriffen).

‹Aussagen der ersten Stunde› sind in der Regel zuverlässiger als spätere Darstel-
lungen. So kommt es regelmässig bereits aufgrund des Zeitablaufs zu Unschärfen, 
welche bei wahrheitsgetreuen Aussagen betreffend das Kerngeschehen aber im-
merhin weniger wahrscheinlich sind als betreffend Nebensächlichkeiten. Bei Ereig-
nissen, die für den Befragten zum Beobachtungszeitpunkt persönlich nur geringe 
Bedeutung hatten, muss mit höheren Gedächtnisverlusten gerechnet werden (vgl. 
etwa REVITAL LUDEWIG/DAPHNA TAVOR/SONJA BAUMER, Wie können aussagepsy-
chologische Erkenntnisse Richtern, Staatsanwälten und Anwälten helfen?, AJP 
2011 S. 1415 ff., S. 1419 f. und 1430).

11

8. Beweismittel

Die Vorinstanz hat die zur Verfügung stehenden Beweismittel grundsätzlich 
vollständig und korrekt wiedergegeben. Darauf kann verwiesen werden (ab 
pag. 2595 ff., S. 11 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

Die Kammer verzichtet darauf, die einzelnen Beweismittel erneut wiederzugeben 
oder zusammenzufassen. Vielmehr wird im Folgenden jeweils direkt eine Würdi-
gung der für den jeweiligen Vorwurf einschlägigen Beweismittel unter Verweis auf 
die entsprechenden Aktenstellen vorgenommen. 

9. Geldwäscherei (Ziff. I.2. der Anklageschrift)

9.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift

Der Beschuldigten wird in der Anklageschrift vorgeworfen, sie habe am 21. Sep-
tember 2016 in AH.________ (Ort) und am 23. September 2016 in Biel je 
CHF 5'000 Bargeld für C.________ in Euro gewechselt, wobei sie gewusst bzw. 
zumindest in Kauf genommen habe, dass das Geld aus dem Drogenhandel von 
C.________ stammte und dem Kauf von Crystal Meth in Tschechien dienen würde, 
womit eine Einziehung dieser Gelder verunmöglicht würde. 

9.2 Beweisergebnis der Vorinstanz

Die Vorinstanz gelangte im Rahmen ihrer Beweiswürdigung zum Schluss, die Be-
schuldigte habe am 21. September 2016 in AH.________ (Ort) und am 23. Sep-
tember 2016 in Biel für C.________ je CHF 5'000.00 in Euro gewechselt, im Wis-
sen darum, dass die Reise nach Tschechien kurz bevorstand. Die gewechselten 
Euro seien von C.________ für den Erwerb von Crystal Meth in Tschechien einge-
setzt worden, wodurch das Geld den schweizerischen Strafverfolgungsbehörden 
entzogen worden sei. Die Vorinstanz sah es als erwiesen an, dass die Gelder aus 
den Drogengeschäften von C.________ stammen mussten, da dieser keine an-
derweitigen finanziellen Einkünfte hatte. Aufgrund ihrer Bekanntschaft mit 
C.________ habe die Beschuldigte gewusst, dass dieser keine anderen Einkünfte 
als die aus dem Drogenhandel hatte, und es sei ihr deshalb auch bewusst gewe-
sen, dass das zum Geldwechseln erhaltene Geld einzig aus dem Drogenhandel 
von C.________ habe stammen können (pag. 2603 f.; S. 19 f. der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung).

9.3 Oberinstanzliche Vorbringen der Parteien

Rechtsanwalt B.________ brachte an der oberinstanzlichen Verhandlung zusam-
mengefasst vor, die Beschuldigte habe zwar gewusst oder zumindest wissen müs-
sen, dass das von ihr gewechselte Geld für den Drogenhandel benutzt werden soll-
te. Sie habe aber nicht gewusst, dass das Geld kriminellen Ursprungs gewesen sei. 
Sie habe erst im Verlauf des Strafverfahrens erfahren, dass C.________ ein Dro-
gendealer gewesen sei. Da sie ihn jeweils in einem grossen deutschen Auto gese-
hen habe, sei sie davon ausgegangen, er sei vermögend. Wenn überhaupt, müsse 
das Geldwechseln ohnehin im Zusammenhang mit der Gehilfenschaft zur Drogen-
einfuhr (Ziff. I.1. der Anklageschrift) berücksichtigt und gegebenenfalls in diesem 
Zusammenhang sanktioniert werden. Eine separate Geldwäscherei liege nicht vor. 

12

Staatsanwältin D.________ zitierte in diesem Zusammenhang die Aussagen der 
Beschuldigten anlässlich ihrer Einvernahme vom 12. September 2019 (pag. 486 
Z. 97 f.): Auf die Frage, warum C.________ das Geld nicht selber gewechselt ha-
be, habe sie geantwortet: «Er hatte keine Arbeit. Es gab noch mehr Geld, das unter 
seinem Namen gewechselt wurde». Auf Vorhalt, sie hätte gesagt, C.________ ha-
be keine Arbeit gehabt, und dass er das Geld zum Wechseln bei seiner Ex-
Freundin V.________ abgeholt habe, und auf die Frage, was sie denke, woher die-
ses Geld gestammt habe, habe sie weiter angegeben, gewusst zu haben, dass 
C.________ und V.________ schon ihr ganzes Leben lang Drogen verkauft hätten 
(pag. 486 Z. 112 f.). Staatsanwältin D.________ schloss aus diesen Aussagen, die 
Beschuldigte habe schon vor der Reise nach Tschechien gewusst, dass 
C.________ mit Drogen handelte. Sie habe deshalb in Kauf nehmen müssen, dass 
das Geld deliktischen Ursprungs war. 

9.4 Unbestrittener / bestrittener Sachverhalt

Unbestritten ist, dass die Beschuldigte am 21. und 23. September 2016 in 
AI.________ (Ort) und Biel je CHF 5'000.00, welche sie von C.________ erhalten 
hatte, für diesen in Euro wechselte. 

Umstritten ist, ob das gewechselte Geld aus einem Verbrechen (dem Drogenhan-
del von C.________) herrührte und ob die Beschuldigte dies wusste oder anneh-
men musste. Ebenfalls umstritten ist, ob die Beschuldigte wusste, dass das ge-
wechselte Geld für den Drogenkauf in Tschechien verwendet werden sollte, wo-
durch die Einziehung des Geldes verunmöglicht würde. 

9.5 Beweiswürdigung durch die Kammer 

Die beiden Geldwechsel vom 21. September 2016 in AH.________ (Ort) bzw. vom 
23. September 2016 in Biel sind unbestritten. Aufgrund ihrer Aussagen erachtet es 
die Kammer als erstellt, dass die Beschuldigte die Geldwechsel im Wissen tätigte, 
dass das Geld für die Reise nach Tschechien verwendet werden sollte (pag. 355 
Z.64 ff.). Ob sie im Zeitpunkt des Geldwechselns bereits wusste, dass C.________ 
mit dem Geld in Tschechien Drogen kaufen wollte, kann offenbleiben. Dafür spre-
chen aber die dahingehenden Aussagen der Beschuldigten bei der Staatsanwalt-
schaft und an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung (pag. 485 Z.78 f.; pag. 2428 
Z. 33). 

Aus Sicht der Kammer ist ebenfalls erwiesen, dass die Gelder, welche C.________ 
der Beschuldigten zum Wechseln übergeben hat, aus seinem früheren Drogen-
handel und damit aus einem Verbrechen stammten, und die Beschuldigte dies zu-
mindest annehmen musste: 

Im Zeitpunkt seiner Anhaltung im September 2016 hatte C.________ nach eigenen 
Angaben keine Arbeit (vgl. pag. 491). Soweit aus den Akten ersichtlich, ging er 
auch davor keiner (geregelten) Arbeit nach und wurde auch nicht anderweitig fi-
nanziell unterstützt. Seinen eigenen Angaben zufolge finanzierte er seinen Le-
bensunterhalt 2015 und 2016 mit Casinogewinnen, Einzahlungen der W.________ 
AG (CHF 1'044.00) und einer Gutschrift der X.________ (CHF 3'000.00). Er habe 
in diesen Jahren auch keine Steuern bezahlt (pag. 1078 Z. 2404). Letztmals habe 
er im Jahr 2013 oder 2014 ein festes Einkommen gehabt (aus einer Anstellung bei 

13

der Y.________ in Z.________ (Ort); pag. 1077 Z. 2375). Mit Urteil des Regional-
gerichts Bern-Mittelland vom 27. September 2017 wurde er wegen mehrfachen 
qualifizierten Drogenhandels in der Zeit vom 1. Oktober 2013 bis 28. September 
2016 schuldig gesprochen (pag. 1007 ff.; pag. 2346). Auf die Frage, wie er sicher-
gestellt habe, dass sich das Drogengeld nicht mit seinem anderen Geld vermische, 
gab er in der Einvernahme vom 23. Juni 2017 an, die Casinogewinne habe er je-
weils auf sein Konto einbezahlt, während er das Drogengeld bei sich behalten habe 
(pag. 1026 Z. 461 f.). Im Jahr 2016 wohnte er teilweise bei seiner damaligen 
Freundin V.________ (vgl. pag. 491, 505, 534 Z. 55). Die Beschuldigte sagte an-
lässlich ihrer Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft am 12. September 2019 aus, 
C.________ habe das zu wechselnde Geld bei V.________ geholt (pag. 486 Z.103 
f.). Aufgrund der Gesamtumstände ist für die Kammer nicht ersichtlich, woher die 
zu wechselnden CHF 10'000.00 hätten stammen sollen, wenn nicht aus dem Dro-
genverkauf. Dieser wurde von C.________ über mehrere Jahre in qualifiziertem 
Ausmass betrieben. Das Geld lag nicht – wie es nach Aussage von C.________ 
der Fall gewesen wäre, wenn es sich um Casino-Gewinne gehandelt hätte – auf 
einem Bankkonto, sondern war bei seiner damaligen Freundin V.________, bei 
welcher er (zumindest zeitweise) wohnte, und welche gemäss den Akten des Regi-
onalgerichts Bern-Mittelland zumindest teilweise auch in den Drogenhandel invol-
viert gewesen war (pag. 1007 f.). Eine andere namhafte Einnahmequelle hatte 
C.________ nicht. 

Die Beschuldigte kannte C.________ ihren Angaben zufolge im Zeitpunkt der 
Geldwechsel seit ca. zwei Monaten. Seit rund einer Woche seien sie zusammen 
ausgegangen (pag. 339 Z. 82 und 86). Sie habe ihn über seine damalige Lebens-
gefährtin V.________ gekannt, von welcher sie sagte, sie verkaufe schon ihr Leben 
lang zusammen mit C.________ Drogen (pag. 339 Z. 64 ff.; pag. 486 Z. 112 f.). Sie 
(die Beschuldigte) selbst habe ihre Drogen auch bei V.________ und C.________ 
gekauft (pag. 486 Z. 112 f.). Letzterer habe keine Arbeit gehabt und habe immer 
und überall Drogen verkauft (pag. 486 Z. 97 f. und 117 f.). Damit widerspricht sie 
den oberinstanzlichen Ausführungen ihres Verteidigers, wonach sie erst im Verlauf 
des Strafverfahrens erfahren haben soll, dass C.________ ein Drogendealer war. 
Selbst wenn sie ihn – wie von der Verteidigung vorgebracht wegen seines teuren 
Mercedes AMG (vgl. pag. 293) – für vermögend hielt, musste sie demnach davon 
ausgehen, dass das ihr übergebene Geld aus keiner anderen Quelle stammen 
konnte als aus dem Drogenhandel. 

9.6 Beweisergebnis / erstellter Sachverhalt

Die Kammer erachtet folgenden Sachverhalt als erstellt: 

Die Beschuldigte wechselte am 21. September 2016 in AH.________ (Ort) und am 
23. September 2016 in Biel je CHF 5'000 Bargeld für C.________ in Euro, wobei 
sie wusste oder zumindest annehmen musste, dass das Geld aus dem Drogen-
handel von C.________ stammte. Sie wusste im Tatzeitpunkt ebenfalls, dass das 
Geld für die Reise nach Tschechien verwendet werden sollte.

Es ist ebenfalls erstellt, dass das gewechselte Geld aus dem früheren Drogenhan-
del von C.________ stammte. 

14

9.7 Rechtliche Würdigung

9.7.1 Tatbestand

Der Geldwäscherei gemäss Art. 305bis Ziff. 1 des Schweizerischen Strafgesetz-
buchs (StGB; SR 311.0) macht sich strafbar, wer eine Handlung vornimmt, die ge-
eignet ist, die Ermittlung der Herkunft, die Auffindung oder die Einziehung von 
Vermögenswerten zu vereiteln, die, wie er weiss oder annehmen muss, aus einem 
Verbrechen herrühren. 

Durch Geldwäscherei wird typischerweise der Zugriff der Strafverfolgungsbehörden 
auf Verbrechenserlös vereitelt (vgl. PK StGB-PIETH/SCHULTZE 2021, Art. 305bis N 3; 
OFK/StGB/JStG-ISENRING, StGB 305bis N 2).

Täter der Geldwäscherei kann grundsätzlich jedermann sein, nach Ansicht des 
Bundesgerichts auch der Täter der Vortat (BSK StGB-PIETH, Art. 305bis N 1 f. mit 
Hinweisen; BGE 126 IV 255 E. 3.a S. 261 mit Hinweisen). Tatobjekt können alle 
Vermögenswerte sein, die aus einem Verbrechen gemäss Art. 10 Abs. 2 StGB 
herrühren. Die Vortaten zur Geldwäscherei können sich sowohl aus dem StGB als 
auch aus dem Nebenstrafrecht ergeben (PK StGB-PIETH/SCHULTZE 2021, 
Art. 305bis N 10).

Als Tathandlung (Vereitelungshandlung) kommt grundsätzlich jede Handlung in Be-
tracht, die geeignet ist, die Ermittlung der Herkunft, die Auffindung oder die Einzie-
hung der Vermögenswerte zu vereiteln bzw. auch nur schon zu erschweren, etwa 
das Verstecken, das Anlegen, das Wechseln von Bargeld in grössere Noten glei-
cher Währung oder in andere Währungen sowie das Verbringen von Bargeld über 
die Grenze, nicht jedoch die einfache Einzahlung auf das dem üblichen privaten 
Zahlungsverkehr dienende persönliche Bankkonto (OFK/StGB/JStG-ISENRING, 
StGB 305bis N 16 und 17 ff.; PK StGB-PIETH/SCHULTZE 2021, Art. 305bis N 18; BGE 
127 IV 20 E. 3.a und 3.b S. 25 f.; vgl. auch BGE 122 IV 211 E. 2.b und 2.c S. 215 
f.). Zur Strafbarkeit führen auch im Ausland begangene Vortaten, wenn sie auch 
am Begehungsort strafbar sind (Art. 305bis Ziff. 3 StGB). 

Aufgrund des akzessorischen Charakters verlangt der Tatbestand der Geldwä-
scherein neben dem Nachweis der Geldwäschereihandlung den Nachweis der tat-
bestandsmässigen und rechtswidrigen (nicht aber zwingend schuldhaften [limitierte 
Akzessorietät]) Vortat wie auch den Nachweis, dass die Vermögenswerte aus eben 
dieser Vortat herrühren (OFK/StGB/JStG-ISENRING, StGB 305bis N 8; BSK StGB-
PIETH, Art. 305bis N 23). Es genügt, wenn zwischen der Vortat und der Geldwäsche-
rei eine lockere Verbindung besteht; weder der Täter der Vortat noch die genauen 
Umstände der Tat müssen dem Täter der Geldwäscherei bekannt sein (BGE 120 
IV 323 E. 3.d S. 328). 

Als abstraktes Gefährdungsdelikt verlangt Art. 305bis StGB für die Strafbarkeit nicht, 
dass die Vereitelung tatsächlich gelingt. Strafbar ist bereits die Vereitelungshand-
lung als solche (OFK/StGB/JStG-ISENRING, StGB 305bis N 5).

In subjektiver Hinsicht ist Vorsatz erforderlich, wobei mit der Formulierung «weiss 
oder annehmen muss» betont wird, dass Eventualvorsatz genügt (PK StGB-
PIETH/SCHULTZE 2021, Art. 305bis N 21). Nach der sogenannten Parallelwertung in 

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der Laiensphäre muss der Täter im Bewusstsein handeln, dass es sich bei der Vor-
tat mindestens möglicherweise um ein schweres Delikt handeln könnte 
(OFK/StGB/JStG-ISENRING, StGB 305bis N 20a).

9.7.2 Subsumtion

Die Beweiswürdigung hat ergeben, dass die Beschuldigte am 21. September 2016 
in AH.________ (Ort) und am 23. September 2016 in Biel je CHF 5'000 Bargeld für 
C.________ in Euro gewechselt hat. Damit hat sie eine Vereitelungshandlung be-
gangen. 

Es ist weiter beweismässig erstellt, dass das gewechselte Geld aus dem früheren 
Drogenhandel von C.________ herrührte. Letzterer wurde vom Regionalgericht 
Bern-Mittelland mit Urteil vom 27. Dezember 2017 wegen qualifizierter Widerhand-
lungen gegen das Betäubungsmittelgesetz (Art. 19 Abs. 2 Bst. a BetmG; Handel 
mit Crystal Meth) in der Zeit von Oktober 2013 bis zum 28. September 2016 – und 
damit den Zeitraum unmittelbar vor dem Geldwechseln durch die Beschuldigte –
schuldig erklärt und rechtskräftig verurteilt (pag. 1007). Bei einer Tat nach Art. 19 
Abs. 2 Bst. a BetmG handelt es sich um ein Verbrechen i.S.v. Art. 10 Abs. 2 StGB. 
Es liegt damit eine tatbestandsmässig und rechtswidrig begangene Vortat vor.  

Die Beschuldigte wusste oder musste zumindest annehmen, dass das ihr von 
C.________ übergebene Geld aus dem von diesem betriebenen Drogenhandel 
stammte. Sie war sich zumindest aufgrund einer Parallelwertung in der Laiensphä-
re auch bewusst, dass es sich beim Drogenhandel um ein schweres Delikt handelt. 
Sie musste sich nach Überzeugung der Kammer – wiederum aufgrund einer Paral-
lelwertung in der Laiensphäre – bewusst gewesen sein, dass sie mit dem Wech-
seln des Geldes in eine andere Währung (und im Übrigen auch mit dem späteren 
Verbringen des gewechselten Geldes ins Ausland) die Ermittlung der Herkunft, die 
Auffindung oder die Einziehung der Vermögenswerte vereitelte bzw. zumindest er-
schwerte oder ihre Handlung dazu zumindest geeignet war. 

Die Beschuldigte hat damit den objektiven und den subjektiven Tatbestand der 
Geldwäscherei erfüllt. 

Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe liegen keine vor. 

Die Beschuldigte hat sich folglich der Geldwäscherei gemäss Art. 305bis Ziff. 1 
StGB im Umfang von CHF 10'000.00 schuldig gemacht. 

9.8 Konkurrenz zur Gehilfenschaft 

Die Verteidigung machte an der oberinstanzlichen Verhandlung geltend, der Geld-
wechsel stelle keine separate Geldwäschereihandlung dar, sondern müsse – wenn 
überhaupt – im Zusammenhang mit der Gehilfenschaft zur Drogeneinfuhr berück-
sichtigt und gegebenenfalls in diesem Zusammenhang sanktioniert werden.

Die Kammer sieht in dem die Geldwäscherei begründenden Geldwechsel und dem 
(als Gehilfin begangenen) späteren Erwerb der Drogen in Tschechien und deren 
Einfuhr in die Schweiz keine Handlungseinheit, welche eine unechte Konkurrenz 
oder eine straflose Vortat begründen würde (vgl. zu den Konkurrenzen GÜNTER 

16

STRATENWERTH, Schweizerisches Strafrecht Allgemeiner Teil I: Die Straftat, 4. Aufl. 
2011, S. 520 ff.). 

Die Beschuldigte erfuhr nach eigenen Angaben erst am Abend des 23. September 
2016 und damit nach den Geldwechseln vom eigentlichen Ziel der Reise nach 
Tschechien. Sie handelte damit nicht mit Vorsatz auf das bevorstehende Drogen-
geschäft, weshalb der Geldwechsel für letzteres keine Gehilfenschaftshandlung 
darstellen kann. 

Im Übrigen schützen Art. 305bis StGB und Art. 19 BetmG unterschiedliche Rechts-
güter, weshalb das Bundesgericht von vornherein von echter Konkurrenz ausgeht 
(BGE 122 IV 211 E. 4 und 5 S. 221 ff.). 

Die beiden Geldwechsel am 21. und 23. September 2016 sind deshalb als ei-
genständige Geldwäscherei zu sanktionieren.

10. Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfach begangen 
(Verkauf von 10 respektive 7 Gramm Crystal Meth an F.________) (Ziff. I.4. 
und I.5. der Anklageschrift) 

10.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift

Der Beschuldigten wird in der Anklageschrift vorgeworfen, im Jahr 2017 10 Gramm 
Crystal Meth von E.________ zum Weiterverkauf an F.________ erworben zu ha-
ben, welche sie in der Folge ebenfalls 2017 bei G.________ in Biel an F.________ 
verkauft haben soll. 

10.2 Vorbemerkung 

Wie die Vorinstanz unter Verweis auf FINGERHUTH/SCHLEGEL/JUCKER, OFK-BetmG, 
BetmG 19 N 157, zutreffend erwägt, stehen die hier zur Diskussion stehenden Er-
werbshandlungen allesamt zu den zeitlich an diese anschliessenden Weitergabe-
handlungen im Verhältnis der Subsidiarität (pag. 2608; S. 24 der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung). Für die rechtliche Würdigung und die Strafzumessung berück-
sichtigt deshalb auch die Kammer einzig die Verkaufsmengen. 

10.3 Beweisergebnis der Vorinstanz

Die Vorinstanz gelangte im Rahmen ihrer Beweiswürdigung insbesondere gestützt 
auf die Aussagen der Beschuldigten zum Schluss, diese habe zwischen 2017 und 
dem 26. Januar 2018 zwei Mal 10 Gramm Crystal Meth bei E.________ gekauft 
und davon je 7 Gramm an F.________ und G.________ weiterveräussert. Die rest-
lichen je 3 Gramm habe sie zusammen mit F.________ und G.________ konsu-
miert (pag. 2610; S. 26 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

10.4 Oberinstanzliche Vorbringen der Parteien

Rechtsanwalt B.________ brachte an der oberinstanzlichen Verhandlung vor, es 
habe sich hier nicht wie von der Vorinstanz angenommen um zwei Transaktionen, 
d.h. je einen Verkauf an F.________ und einen an G.________, sondern lediglich 
um einen einzigen Verkauf an beide gehandelt. Die fragliche Transaktion sei die 
gleiche wie die, welche die Beschuldigte im Zusammenhang mit G.________ zu-
gegeben habe. F.________ und G.________ hätten damals im gleichen Apartment 

17

gewohnt. Es sei offenbar ein Missverständnis, dass dann von der Staatsanwalt-
schaft und von der Vorinstanz zwei Verkäufe daraus gemacht worden seien. Er fin-
de ausserhalb der Aussagen von F.________ keine Stelle, welche den angeblichen 
Verkauf an diesen belegen würde. Es sei aber aus seiner Sicht nicht auszuschlies-
sen, dass F.________ diesbezüglich gezielt gegen die Beschuldigte ausgesagt ha-
be, um sich an ihr zu rächen. Die Aussage der Beschuldigten, wonach sie (ledig-
lich) 10 Gramm an G.________ verkauft habe, sei klar und konstant. 

Staatsanwältin D.________ äusserte sich an der oberinstanzlichen Verhandlung 
nicht im Detail zum Vorwurf. 

10.5 Unbestrittener / bestrittener Sachverhalt

Unbestritten ist, dass die Beschuldigte im Jahr 2017 10 Gramm – bzw. gemäss 
Beweisergebnis der Vorinstanz 7 Gramm – Crystal Meth bei E.________ bezog 
und an G.________ weiterverkaufte. Unbestritten ist ebenfalls der Verkauf von 
5 Gramm Crystal Meth an H.________. 

Die Beschuldigte bestreitet hingegen, 2017 weitere 10 Gramm – bzw. gemäss Be-
weisergebnis der Vorinstanz 7 Gramm – Crystal Meth bei E.________ bezogen 
und diese dann an F.________ weiterverkauft zu haben.

10.6 Beweiswürdigung durch die Kammer

Die Beschuldigte bestritt zu Beginn der Ermittlungen zunächst konsequent, Crystal 
Meth an F.________ verkauft zu haben (pag. 366 Z. 266 f. und 274 ff.; pag. 387 
Z. 109 und pag. 388 Z. 113). Sie habe überhaupt keine Betäubungsmittel mit 
F.________ ausgetauscht, und auch nicht 10 Gramm Crystal Meth von ihm für die 
Beherbergung erhalten (pag. 420 Z. 261 und 269; pag. 444 Z. 64 f. und 72). 
Später, in der ersten Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft am 25. März 2019, 
räumte sie dann ein, ab Oktober 2017 grammweise Crystal Meth bei F.________ 
bezogen zu haben (pag. 443 Z. 40 und 43; pag. 445 Z. 86). In der oberinstanzli-
chen Verhandlung gab sie ihren früheren Aussagen widersprechend an, sie habe 
von F.________ 10 Gramm erhalten und an G.________ weitergegeben 
(pag. 2896 Z. 32 ff.).  

Über die Konstellation mit E.________, G.________ und F.________ sagte sie 
konstant aus, sie habe 2017 10 Gramm auf Kommission von E.________ erhalten 
und an G.________ übergeben, bei diesem zu Hause (pag. 366 Z. 266 f. und 274 
ff.; pag. 399 Z. 106, 109 und 117; pag. 450 Z. 286). Die Orts- und Zeitangaben er-
folgten jeweils von ihr aus (pag. 399 Z. 109). Am 25. März 2019 sagte sie aus, sie 
habe von E.________ 10 Gramm erhalten, von denen sie zusammen mit 
F.________ und G.________ 3 Gramm geraucht habe. F.________ habe die rest-
lichen 7 Gramm für sich genommen, indes ohne zu bezahlen (pag. 444 Z. 46 ff.). In 
der gleichen Einvernahme sagte sie dann aber auch aus, sie habe kein Crystal 
Meth mit F.________ konsumiert (pag. 444 f. Z. 76 und 81). Anlässlich der Einver-
nahme vom 3. Juni 2019 bestätigte sie auf Vorhalt, sie habe mehrfach ausgesagt, 
im Jahr 2017 von E.________ 10 Gramm Crystal Meth auf Kommission erhalten zu 
haben, erneut, sie habe diese 10 Gramm zu G.________ gebracht (pag. 467 
Z. 133 ff.). Sie habe 3 Gramm mit ihm zusammen konsumiert und er habe die rest-
lichen 7 Gramm für sich behalten. Sie ergänzte dann von sich aus explizit, es habe 

18

noch eine zweite Transaktion mit E.________ gegeben, diese sei mit F.________ 
gewesen. Dieser habe das Crystal Meth aber nicht bezahlt (pag. 467 Z. 133 ff.). 
Auf direkte Nachfrage erklärte sie erneut, E.________ sei zwei Mal mit ihr zu 
G.________ nach Hause gegangen. Sie habe einmal 10 Gramm an G.________ 
und einmal 10 Gramm an F.________ übergeben (pag. 467 Z. 145 ff.). Auf Vorhalt 
der Zusammenfassung der ihr für den Zeitraum vom 18. Oktober 2016 bis Ende 
Januar 2018 zur Last gelegten Drogendelikte bestätigte sie – im Übrigen wie immer 
ab dem 18. Oktober 2018 in Anwesenheit ihres Verteidigers – erneut, es habe je 
eine Veräusserung von 10 Gramm an G.________ und an F.________ gegeben 
(pag. 470 Z. 243). 

Die Beschuldigte sagte sowohl anlässlich der Einvernahme vom 25. März 2019 als 
auch anlässlich der Einvernahme vom 3. Juni 2019 aus, F.________ habe 
7 Gramm für sich behalten und nicht bezahlt. Dass sie sich an diesen Umstand er-
innern kann und ihn konstant widergibt, spricht für die Kammer dafür, dass diese 
Transaktion tatsächlich mit F.________ stattgefunden hat. Aufgrund der von An-
fang an konstanten Aussagen muss es aber auch eine – gleiche – Transaktion mit 
G.________ gegeben haben, bei welcher dieser dann die übrig gebliebenen 
7 Gramm behielt. Dass es zwei Transaktionen über je 10 Gramm gegeben habe, 
bestätigte die Beschuldigte selbst dann anlässlich der Einvernahme vom 3. Juni 
2019 mehrfach. Sie erklärte die entsprechenden Abläufe jeweils detailliert, mit 
raum-zeitlicher Verknüpfung und nachvollziehbar. Die Aussagen sind klar und wur-
den von der Beschuldigten auf mehrfache konkrete Nachfrage hin bestätigt. Sie er-
folgten in Anwesenheit ihres amtlichen Verteidigers. Sollte hier tatsächlich ein 
Missverständnis vorgelegen haben, wie von diesem oberinstanzlich vorgebracht, 
hätte er hier interveniert. 

Dass die Beschuldigte nie Betäubungsmittel mit F.________ ausgetauscht habe, 
muss als reine Schutzbehauptung angesehen werden, welcher die Beschuldigte im 
Übrigen selber mehrfach widersprach. Auch die pauschale Bestreitung von 
F.________, jemals bei der Beschuldigten Betäubungsmittel gekauft zu haben 
(pag. 826 Z. 79, 83 und 89), erscheint vor dem Hintergrund der ausführlichen 
Schilderungen der Beschuldigten unglaubwürdig. Es ist nicht ersichtlich, warum 
sich die Beschuldigte in diesem Zusammenhang wahrheitswidrig selbst belasten 
sollte. Entgegen den Vorbringen der Verteidigung kommen die belastenden Aussa-
gen auch nicht von F.________, sondern von der Beschuldigten selbst. 

Eine Verwechslung mit dem Zeitraum nach der Haftentlassung von C.________, 
also nach Januar 2018 (vgl. E. 11.4 hiernach), kann aus Sicht der Kammer eben-
falls ausgeschlossen werden: Die Beschuldigte konnte anlässlich der Einvernahme 
vom 25. März 2019 die beiden Zeiträume ohne weiteres auseinanderhalten und 
schilderte zunächst, wie sie bei G.________ zu Hause von E.________ 10 Gramm 
erhalten habe, von welchen F.________ 7 Gramm für sich behalten, aber nicht be-
zahlt habe (pag. 444 Z. 46 ff.). In der gleichen Einvernahme führte sie in der Folge 
aus, später, nach der Haftentlassung von C.________, d.h. nach Januar 2018, ha-
be sie gemeinsam mit diesem noch 10 Gramm bei F.________ gekauft (pag. 445 
Z. 95, 98, 101 und 104).

19

Die Kammer ist nach dem Gesagten überzeugt, dass die Beschuldigte – neben den 
beiden unbestrittenen Transaktionen mit G.________ (Verkauf von 7 Gramm) und 
H.________ (Verkauf von 5 Gramm) – zwischen 2017 und dem 26. Januar 2018 
auch an F.________ 7 Gramm Crystal Meth veräusserte, nachdem sie zuvor 
10 Gramm Crystal Meth bei E.________ auf Kommission erworben und davon 
3 Gramm zusammen mit F.________ und G.________ konsumiert hatte. 

10.7 Beweisergebnis / erstellter Sachverhalt

Die Kammer erachtet folgenden Sachverhalt als erstellt:

Die Beschuldigte erwarb in der Zeit von 2017 bis 26. Januar 2018 zwei Mal je 
10 Gramm Crystal Meth bei E.________ und veräusserte davon je 7 Gramm an 
F.________ und G.________ weiter. Die restlichen zwei Mal 3 Gramm konsumierte 
sie zusammen mit F.________ und G.________. Ausserdem verkaufte die Be-
schuldigte 5 Gramm Crystal Meth an H.________. Dies ergibt für den Zeitraum von 
2017 bis 26. Januar 2018 eine Verkaufsmenge von 19 Gramm Crystal Meth. 

10.8 Rechtliche Würdigung

Für die rechtliche Würdigung kann vorab vollumfänglich auf die zutreffenden und 
nicht beanstandeten Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 2610 
ff.; S. 26 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

Bei der Beantwortung der Frage, welcher Grenzwert für den qualifizierenden Fall 
i.S.v. Art. 19 Abs. 2 Bst. a BetmG bei Methamphetamin gilt, hält sich die Kammer 
an die Empfehlungen der Schweizerischen Gesellschaft für Rechtsmedizin (SGRM) 
und damit an die gefestigte Praxis der Strafkammern des Obergerichts des Kan-
tons Bern, wonach bei Methamphetamin ein schwerer Fall bei 12 Gramm reinem 
Drogenwirkstoff vorliegt (vgl. u.a. Urteil des Obergerichts des Kantons Bern SK 18 
345 vom 16. April 2019, E. 20.1 mit Verweis auf das Urteil des Obergerichts des 
Kantons Bern SK 17 436 vom 30. April 2018, E. II., sowie BGE 145 IV 312, 
insb. E. 2.2 und E. 2.4 S. 318 f., wo festgestellt wurde, dass es nicht bundes-
rechtswidrig sei, wenn das Vorliegen eines schweren Falls im Sinne von Art. 19 
Abs. 2 Bst. a BetmG unter dem Hinweis auf eine im Jahr 2010 durch die SGRM er-
stellte Studie bejaht wird, welche für reines Methamphetamin-Hydrochlorid einen 
Grenzwert von 12 Gramm empfiehlt). Die von der Vorinstanz vorgenommene Um-
rechnung des gehandelten Crystal Meth in Methamphetamin-Hydrochlorid ist aus 
Sicht der Kammer korrekt und wurde weder von der Verteidigung noch von der 
Generalstaatsanwaltschaft beanstandet.

Die Vorinstanz addierte mit zutreffender Begründung mangels Handlungseinheit 
die verkauften Mengen nicht (pag. 2611; S. 27 der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung), weshalb auf folgende veräusserten Mengen abzustellen ist: 6,076 Gramm 
Methamphetamin-Hydrochlorid (entsprechen den bei E.________ erworbenen und 
an F.________ verkauften 7 Gramm Crystal Meth), 6,076 Gramm Methamphet-
amin-Hydrochlorid (entsprechen den bei E.________ erworbenen und an 
G.________ verkauften 7 Gramm Crystal Meth) und 4,34 Gramm Methamphet-
amin-Hydrochlorid (entsprechen den an H.________ verkauften 5 Gramm Crystal 
Meth).

20

Wie die Vorinstanz an angegebener Stelle weiter zutreffend festhielt, überschreitet 
keine der Verkaufsmengen – einzig diese sind aufgrund der Subsidiarität der korre-
spondierenden Erwerbshandlungen zu berücksichtigen (vgl. E. 10.2 hiervor) – die 
qualifizierende Menge von 12 Gramm Methamphetamin-Hydrochlorid, weshalb die 
Transaktionen lediglich den objektiven Tatbestand von Art. 19 Abs. 1 Bst. c BetmG 
erfüllen, und zwar in echter Konkurrenz (vgl. FINGERHUTH/SCHLEGEL/JUCKER, OFK-
BetmG, BetmG 19 N 155).

Die Beschuldigte handelte zweifelsohne vorsätzlich. 

Die Beschuldigte hat damit den objektiven und den subjektiven Tatbestand der ein-
fachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz mehrfach erfüllt. 

Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe liegen keine vor. 

Die Beschuldigte hat sich folglich der einfachen Widerhandlungen gegen das 
Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19 Abs. 1 Bst. c BetmG in mehrfacher Tatbe-
gehung schuldig gemacht. 

11. Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mengenmässig und 
bandenmässig qualifiziert mit C.________ begangen (Erwerb von Crystal 
Meth bei K.________, Erwerb von 10 Gramm Crystal Meth bei F.________, 
Veräusserung von 45,1 Gramm Crystal Meth an N.________, Veräusserung 
von 50 Gramm Crystal Meth an den Nachbarn R.________, Veräusserung ei-
ner unbekannten kleinen Menge Crystal Meth an S.________) (Ziff. I.7. der 
Anklageschrift)

11.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift

Der Beschuldigten wird in der Anklageschrift vorgeworfen, in der Zeit von ca. Fe-
bruar 2018 bis zum 18. Oktober 2018 bandenmässig zusammen mit C.________ 
unter anderem mehrfach monatlich 10-20 Gramm Crystal Meth bei K.________ 
und 10 Gramm Crystal Meth bei F.________ erworben sowie total ca. 48 Gramm 
Crystal Meth an N.________, 60 Gramm Crystal Meth an den Nachbarn 
R.________ und eine unbekannte kleine Menge Crystal Meth an S.________ ver-
kauft zu haben. 

Sie soll dabei im Wissen um das Vorliegen einer Drogenmenge gehandelt haben, 
welche die Gesundheit vieler Menschen in Gefahr bringt.

In erster Linie habe C.________ die Einkäufe wie auch die grösseren Verkäufe ab-
gewickelt, während die Beschuldigte für die telefonische Annahme von Bestellun-
gen und Terminvereinbarungen sowie die Kontaktpflege mit den Kunden zuständig 
gewesen sei. Teilweise habe sie aber auch selber direkt verkauft, je nachdem wie 
die Arbeitsteilung gerade zweckmässig erschienen sei. Sie und C.________ hätten 
wissentlich und willentlich eine auf den längerfristigen Verkauf angelegte arbeitstei-
lige Struktur entwickelt, wobei beide ein hohes Interesse am Erfolg des Drogenge-
schäfts gehabt hätten. Während es bei der Beschuldigten primär um die Sicherung 
des Eigenkonsums gegangen sei, sei es bei C.________ insbesondere die Finan-
zierung des Lebensunterhalts gewesen. Sie hätten ein professionelles Vorgehen 
an den Tag gelegt, indem sie umfassende Sicherheitsmassnahmen getroffen hät-

21

ten, wie dass C.________ wegen seiner offenen bedingten Vorstrafen nicht unter 
seinem echten Namen aufgetreten sei oder der Zugang zur gemeinsamen Woh-
nung, in welcher die Drogen verkauft worden seien, nur ausgewählten und identifi-
zierten Personen gewährt worden sei. Durch diese Vorgehensweise hätten sich die 
beiden gegenseitig Schutz geboten und sichergestellt, dass sie über ausreichende 
finanzielle Mittel verfügten, um den Drogenkonsum beider und den Lebensunterhalt 
von C.________ zu decken. 

11.2 Aufbau

Im Folgenden erfolgt zunächst eine isolierte Beweiswürdigung für jede einzelne zur 
Last gelegte Transaktionshandlung (E. 11.3 bis E. 11.7 hiernach). Die rechtliche 
Würdigung erfolgt im Anschluss daran für alle Transaktionshandlungen zusam-
mengefasst, da – wie zu zeigen sein wird – das Ergebnis für sämtliche Transakti-
onshandlungen gilt (E. 11.9 hiernach). 

11.3 Mehrfacher Erwerb von monatlich 10-20 Gramm Crystal Meth bei K.________

11.3.1 Beweisergebnis der Vorinstanz

Die Vorinstanz gelangte im Rahmen ihrer Beweiswürdigung insbesondere gestützt 
auf die Aussagen der Beschuldigten zum Schluss, C.________ habe in der Zeit 
von April bis Mitte Oktober 2018, also in einer Zeitspanne von 6,5 Monaten, in du-
bio pro reo monatlich 10 Gramm, total also 65 Gramm, Crystal Meth bei 
K.________ erworben. C.________ sei das Crystal Meth jeweils bei K.________ in 
Biel abholen gegangen. Obwohl die Beschuldigte bei den Transaktionen nicht da-
bei gewesen sei, seien ihr diese aufgrund der gemeinsamen Vorgehensweise 
ebenfalls zuzurechnen (pag. 2635; S. 51 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

11.3.2 Oberinstanzliche Vorbringen der Parteien

Rechtsanwalt B.________ gab anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung zu 
bedenken, K.________ sei ein wichtiger, gut organisierter Dealer. Er habe nur 
C.________ gekannt, die Beschuldigte habe ihn hingegen nicht gekannt. Sie habe 
Angst vor ihm gehabt, weil sie gehört hätte, er sei gewalttätig. Sie sei bei den 
Transaktionen zwischen C.________ und K.________ auch nie dabei gewesen 
und habe auch nicht gewusst, was die beiden zusammen gemacht hätten. Obwohl 
im Zusammenhang mit ihm eine grosse Drogenmenge im Raum stehe, sei 
K.________ nie befragt worden. 

Staatsanwältin D.________ äusserte sich an der oberinstanzlichen Verhandlung 
nicht im Detail zum Vorwurf.

11.3.3 Unbestrittener / bestrittener Sachverhalt

Der angeklagte Sachverhalt ist gesamthaft bestritten: So bestreitet die Beschuldig-
te einerseits die Erwerbshandlungen zwischen C.________ und K.________. Ins-
besondere bestreitet sie andererseits, die Erwerbshandlungen seien ihr zuzurech-
nen. 

11.3.4 Beweiswürdigung durch die Kammer

Anlässlich der Hausdurchsuchung am damaligen Domizil der Beschuldigten in 
AI.________ (Ort) wurden am 18. Oktober 2018 zwei Minigrip mit 0,42 und 

22

5,40 Gramm Crystal Meth sichergestellt (pag. 971 f.). Zu diesem Fund wurde die 
Beschuldigte in der Folge befragt (vgl. sogleich). Aus den übrigen objektiven Be-
weismitteln lassen sich keine weiteren Schlüsse über die Erwerbshandlungen im 
Zusammenhang mit K.________ ziehen. 

Die Kammer erachtet wie bereits die Vorinstanz die Aussagen der Beschuldigten 
als glaubhaft: Sie erklärte schlüssig und nachvollziehbar, dass C.________ zwei 
Monate nach seiner Haftentlassung sein Geld aufgebraucht gehabt habe (pag. 402 
Z. 208 ff. und 231; pag. 403 Z. 241; pag. 402 Z. 221 f.). Dies deckt sich mit der 
Aussage von C.________ auf pag. 535 Z. 75. Die Beschuldigte sagte weiter aus, 
C.________ habe deshalb den Kontakt zu K.________ geknüpft, von welchem er 
seiner eigenen Aussage zufolge wusste, dass dieser – zumindest früher – mit Dro-
gen handelte (pag. 402 Z. 208 ff. und 231; pag. 403 Z. 241; pag. 562 Z. 342 f.). Da 
er kein Geld gehabt habe, habe er die Drogen jeweils auf Kommission erhalten, 
abhängig davon, wie viel er habe weiterverkaufen können, etwa an N.________ 
(pag. 402 Z. 208 ff. und 231; pag. 403 Z. 241; pag. 402 Z. 208 ff. und 213 ff.; 
pag. 416 Z. 52 ff. und 63 ff.). Im Zusammenhang mit den Mengen erklärte die Be-
schuldigte schlüssig, sie sei zwar bei den Übergaben jeweils nicht dabei gewesen, 
aber C.________ habe ihr jeweils davon erzählt, und sie habe die Drogen dann zu 
Hause auch gesehen (pag. 402 Z. 208 ff. und 231; pag. 403 Z. 241; pag. 451 
Z. 323 ff.; pag. 451 Z. 337; pag. 452 Z. 344 ff., 349 und 352). Die Kammer geht da-
von aus, dass die Beschuldigte aufgrund ihrer Geschichte durchaus fähig ist, ge-
sichtete Drogenmengen exakt einzuschätzen. Nachvollziehbar ist auch ihre Aussa-
ge, wonach K.________ C.________ in der Regel nie mehr als 10 Gramm gege-
ben habe, weil er es letzterem – wegen Geldmangels – lediglich auf Kommission 
gab (pag. 402 Z. 208 ff. und 213 ff.). Sie sagte mehrmals aus, C.________ sei ein- 
bis zweimal pro Monat 10 Gramm holen gegangen (pag. 402 Z. 208 ff. und 213 ff.; 
pag. 403 Z. 241 f. und 247; pag. 451 Z. 337; pag. 452 Z. 344 ff., 349 und 352). 
Später korrigierte sie die Häufigkeit nach unten, ein- bis zweimal pro Monat, 
manchmal auch einmal pro Woche (pag. 452 Z. 366 f.). Die Mengenangaben er-
scheinen auch deshalb glaubhaft, weil sich die Beschuldigte offenbar nicht bewusst 
war, dass sie sich mit diesen aufgrund der gemeinsamen Tatbegehung im Ergebnis 
selber belastete (vgl. dazu E. 11.9.2 hiernach). Erst als sie von der Staatsanwalt-
schaft explizit darauf aufmerksam gemacht wurde, relativierte sie ihre Aussagen 
(pag. 481 Z. 311 f.). Es ist für die Kammer kein Grund ersichtlich, warum die Be-
schuldigte C.________ hier wahrheitswidrig derart hätte belasten sollen. Sie gab 
denn auch konstant an, bei den Übergaben jeweils nicht dabei gewesen zu sein. 
Hätte sie C.________ wahrheitswidrig belasten wollen, hätte sie das nicht getan. 
Schlüssig sind auch ihre Aussagen im Zusammenhang mit den sichergestellten 
Minigrip: Es seien ursprünglich 10 Gramm gewesen, welche C.________ zuvor in 
Biel bei K.________ erworben habe (pag. 403 Z. 241 f. und 247). Die Menge deckt 
sich mit ihren übrigen Angaben zu der bei K.________ besorgten Menge. Überein-
stimmend mit C.________ gab sie an, sie hätten am Vorabend der Hausdurchsu-
chung noch einen beträchtlichen Teil der Drogen konsumiert (pag. 403 Z. 241 f. 
und 247; pag. 538 Z. 187). Dies geht mit der sichergestellten Menge durchaus auf: 
Es wurden insgesamt 5,82 Gramm Crystal Meth sichergesellt. Demnach hätten die 
beiden am Vorabend 4,18 Gramm konsumiert (die ursprünglichen 10 Gramm ab-

23

züglich die sichergestellten 5,82 Gramm). Dies darf durchaus als beträchtliche 
Menge bezeichnet werden. C.________ hingegen behauptete, in den beschlag-
nahmten Minigrip seien ursprünglich 5,5 Gramm Crystal Meth enthalten gewesen, 
von denen bei der Hausdurchsuchung noch 5,01 Gramm vorhanden gewesen sei-
en (pag. 537 Z. 182; pag. 538 Z. 187; pag. 568 Z. 635). Der «gute Teil» davon, 
welchen er am Vorabend der Hausdurchsuchung mit der Beschuldigten konsumiert 
habe, betrage demnach 0,49 Gramm (pag. 538 Z. 191). Es ist aus Sicht der Kam-
mer offensichtlich, dass C.________ hier versuchte, die Menge herunterzuspielen. 
Auch die – wenn auch konstant vorgetragene – Geschichte, wonach er das sicher-
gestellte Crystal Meth bei einer zufälligen Begegnung mit AA.________ im Zug von 
diesem geschenkt bekommen habe, erachtet die Kammer als höchst unglaubhaft 
(pag. 543 Z. 374; pag. 544 Z. 409 ff.; pag. 549 Z. 623; pag. 549 Z. 621 ff.; pag. 558 
Z. 126 ff. und 133; pag. 562 Z. 324 f.). Es ist kaum vorstellbar, dass AA.________ 
eine derart grosse Menge (nach Angaben von C.________ 5,5 Gramm Crystal 
Meth) einfach so verschenkt. Erst recht, da es ja nach dem Geschenk an die Be-
schuldigte bei der angeblichen ersten – ebenfalls zufälligen – Begegnung im Zug 
bereits das zweite Drogengeschenk gewesen sein soll. AA.________ habe – so die 
Aussage von C.________ – die Drogen nur deshalb ihm geschenkt, weil die Be-
schuldigte dieses Mal nicht dabei gewesen sei (pag. 549 Z. 621 ff.). Warum 
AA.________ aber der Beschuldigten zwei Mal Crystal Meth, noch dazu in dieser 
Grössenordnung, schenken sollte, ist nicht ersichtlich. Die Aussagen von 
C.________ – insbesondere auch seine Bestreitung, bei K.________ Drogen ge-
kauft zu haben (er habe mit ihm lediglich im Zusammenhang mit der Vermittlung 
eines Autos Kontakt gehabt; pag. 568 Z. 635 und 639; pag. 561 Z. 275; pag. 562 
Z. 342 ff.; pag. 563 Z. 351; pag. 563 Z. 357, 381 ff. und 395; pag. 589 Z. 340) – 
sind damit insgesamt unglaubhaft, auf sie kann nicht abgestellt werden. 

Schliesslich ist zu bemerken, dass C.________ mit Urteil des Regionalgerichts 
Berner Jura-Seeland vom 27. Mai 2020 u.a. wegen eben des hier strittigen Erwerbs 
von 65 Gramm Crystal Meth bei K.________ rechtskräftig verurteilt wurde 
(pag. 2635).

K.________ wurde im Rahmen des Strafverfahrens nicht befragt. 

Nach dem Gesagten geht die Kammer wie bereits die Vorinstanz davon aus, dass 
C.________ zwei Monate nach seiner Haftentlassung, d.h. im April 2018, begon-
nen hat, bei K.________ Crystal Meth zu beziehen, und dies bis zu seiner neuerli-
chen Festnahme am 18. Oktober 2018, insgesamt also rund 6,5 Monate, tat. Be-
züglich der Menge sagte die Beschuldigte zuletzt aus, es seien ein- bis zweimal 10, 
manchmal auch 20 Gramm monatlich gewesen. In dubio pro reo geht deshalb die 
Kammer davon aus, dass C.________ bei K.________ einmal im Monat, über 
6,5 Monate hinweg, 10 Gramm Crystal Meth bei K.________ bezogen hat. Es er-
gibt sich daraus eine Erwerbsmenge von 65 Gramm. Zu diesem Ergebnis gelangte 
auch bereits die Vorinstanz. 

11.3.5 Beweisergebnis / erstellter Sachverhalt

Die Kammer erachtet folgenden Sachverhalt als erstellt:

24

C.________ erwarb im Zeitraum von April 2018 bis zum 18. Oktober 2018 insge-
samt 65 Gramm Crystal Meth in mehreren Malen bei K.________. Die Beschuldig-
te war bei den Transaktionen jeweils nicht zugegen, erfuhr aber von diesen ander-
weitig durch C.________. 

11.4 Erwerb von 10 Gramm Crystal Meth bei F.________

11.4.1 Vorbemerkung

Es ist vorab zu bemerken, dass es sich hier um eine andere Transaktion als die in 
E. 10 hiervor behandelte handelt. Während die in E. 10 hiervor behandelte Trans-
aktion den Zeitraum von 2017 bis zum 26. Januar 2018, also die Zeit vor der Haft-
entlassung von C.________, betrifft, soll sich die hier in Frage stehende Transakti-
on im Zeitraum von ca. Februar 2018 bis zum 18. Oktober 2018, also nach der 
Haftentlassung von C.________, abgespielt haben (vgl. E. 11.1 hiervor). Darüber 
hinaus geht es hier um eine Erwerbs-, in E. 10 hiervor um eine Veräusserungs-
handlung. 

11.4.2 Beweisergebnis der Vorinstanz

Die Vorinstanz gelangte im Rahmen ihrer Beweiswürdigung gestützt auf die ent-
sprechenden Aussagen der Beschuldigten zum Schluss, diese habe im fraglichen 
Zeitraum zusammen mit C.________ bei F.________ in Grenchen 10 Gramm Cry-
stal Meth bezogen (pag. 2636; S. 52 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

11.4.3 Oberinstanzliche Vorbringen der Parteien

Es wurde von Rechtsanwalt B.________ an der oberinstanzlichen Verhandlung 
explizit nicht bestritten, dass es sich hier um eine andere Transaktion handelt als 
diejenige vor der Haftentlassung von C.________. Die Beschuldigte sei benutzt 
worden, ihr Telefon sei benutzt worden, um Handel zu betreiben. Sie habe zwar 
jeweils das Telefon abgenommen und die Informationen an C.________ weiterge-
leitet, sie habe aber keine Details gekannt und auch nie selber Anrufe getätigt. 

Staatsanwältin D.________ äusserte sich an der oberinstanzlichen Verhandlung 
nicht im Detail zum Vorwurf.

11.4.4 Unbestrittener / bestrittener Sachverhalt

Die Beschuldigte bestreitet, im fraglichen Zeitraum Crystal Meth bei F.________ 
erworben zu haben. 

11.4.5 Beweiswürdigung durch die Kammer

Die Beschuldigte gab anlässlich ihrer Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft 
vom 25. März 2019 an, sie und C.________ hätten in der Zeit nach der Haftentlas-
sung von C.________, d.h. nach Januar 2018, 10 Gramm Crystal Meth von 
F.________ gekauft. Sie seien nach Grenchen gegangen und hätten das Crystal 
Meth gekauft (pag. 445 Z. 95, 98, 101, 104). Sie bestätigte diese Erwerbshandlung 
in der Einvernahme vom 3. Juni 2019 noch einmal explizit (pag. 480 Z. 287). An 
der oberinstanzlichen Verhandlung sagte sie aus, C.________ habe den Stoff von 
F.________ erhalten, und sie sei gezwungen gewesen, auch bei ihm zu kaufen 
(pag. 2896 Z. 41 f.).

25

Es gibt für die Kammer keinen Anlass, an der klaren und in der Einvernahme vom 
3. Juni 2019 bestätigten Aussage der Beschuldigten zu zweifeln. Ihre Aussage 
deckt sich mit den Aussagen von F.________, bei welchem man zu dieser Zeit 
auch grössere Drogenmengen beschaffen konnte (pag. 819 Z. 74 ff.; pag. 821 
Z. 207 f.). Aufgrund der klaren zweimaligen Aussage stellt die Kammer auf die von 
der Beschuldigten geäusserte Menge ab.  

11.4.6 Beweisergebnis / erstellter Sachverhalt

Die Kammer erachtet es als erstellt, dass die Beschuldigte und C.________ in der 
Zeit zwischen ca. Februar 2018 und dem 18. Oktober 2018 10 Gramm Crystal 
Meth bei F.________ erworben haben. 

11.5 Veräusserung von 45,1 Gramm Crystal Meth an N.________

11.5.1 Beweisergebnis der Vorinstanz

Die Vorinstanz kam nach umfassender Beweiswürdigung insbesondere gestützt 
auf die Aussagen von C.________ und N.________ zum Schluss, die Beschuldigte 
und C.________ hätten in der Zeit zwischen ca. Mitte Juli 2018 und dem 18. Okto-
ber 2018 total 48 Gramm Crystal Meth an N.________ veräussert (pag. 2636 ff.; 
S. 52 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 

11.5.2 Oberinstanzliche Vorbringen der Parteien

Rechtsanwalt B.________ brachte an der oberinstanzlichen Verhandlung vor, 
N.________ habe drei Mal unterschiedlich ausgesagt. Die von der Staatsanwalt-
schaft berechneten Mengen seien zu gross, auch wenn die Beschuldigte ein-
geräumt habe, N.________ sei regelmässig gekommen. Die Staatsanwaltschaft 
habe hier eine unzulässige Hochrechnung gemacht. 

Staatsanwältin D.________ äusserte sich an der oberinstanzlichen Verhandlung 
nicht im Detail zur Deliktsmenge.

11.5.3 Unbestrittener / bestrittener Sachverhalt

Der Verkauf an N.________ ist grundsätzlich nicht bestritten. Umstritten ist lediglich 
die Verkaufsmenge.

11.5.4 Beweiswürdigung durch die Kammer

Anlässlich der Hausdurchsuchung vom 18. Oktober 2018 wurden am Domizil der 
Beschuldigten unter anderem 2 Minigrip mit Crystal Meth und zwei Waagen zur 
Abmessung von kleinen Mengen sichergestellt (pag. 971 f.). Bei der zweiten Haus-
durchsuchung am 7. Juni 2019 konnten am Domizil der Beschuldigten erneut Dro-
gen sichergestellt werden (pag. 987). 

Die rückwirkende Randdatenauswertung des Mobiltelefons der Beschuldigten hat 
ergeben, dass diese in der Zeit vom 11. August bis zum 16. Oktober 2018 141 Te-
lefonverbindungen und 177 Nachrichten mit N.________ hatte bzw. austauschte 
(pag. 1766). 

Die Beschuldigte und N.________ sagten übereinstimmend und konstant aus, 
N.________ sei regelmässig bei der Beschuldigten und C.________ gewesen, um 
Crystal Meth zu kaufen (pag. 386 Z. 71 f.; pag. 393 Z. 57 f.; pag. 784 Z. 91 f.; 

26

pag. 786 Z. 16; pag. 793 Z. 179 f.). Nachdem C.________ zunächst bestritt, Crystal 
Meth an N.________ verkauft zu haben (pag. 524 Z. 60; pag. 529 Z. 61 f.; pag. 541 
Z. 308 f.), räumte er dies ab der Einvernahme vom 27. März 2019 – nachdem er er-
fahren hatte, dass nicht P.________ und O.________ ihn mit grossen Mengen be-
lasteten, sondern N.________, und dass dieser und die Beschuldigte übereinstim-
mend ausgesagt hatten, er habe N.________ Crystal Meth verkauft – ein (pag. 556 
Z. 22 f.; pag. 558 Z. 150 ff.; pag. 559 Z. 178; pag. 562 Z. 318). Aufgrund der über-
einstimmenden Aussagen der Beteiligten ist daher für die Kammer erstellt, dass 
C.________ N.________ Crystal Meth verkaufte. Die Beschuldigte und 
N.________ erklärten auch übereinstimmend und nachvollziehbar, es sei die Be-
schuldigte gewesen, die jeweils die Anrufe geführt habe, welche dann zu den 
Transaktionen geführt hätten (pag. 416 Z. 52 ff.; pag. 786 Z. 4 ff.; pag. 792 Z. 113 
ff.; pag. 794 Z. 198 f.). 

Ebenfalls übereinstimmend sagten die Beschuldigte und N.________ aus, sie hät-
ten sich kennengelernt, nachdem N.________ vom Dour-Festival in Belgien 
zurückgekommen sei (pag. 477 Z. 180; pag. 784 Z. 91 f.; pag. 792 Z. 99 ff.; 
pag. 793 Z. 179 f.). Auch auf diese Angabe kann aus Sicht der Kammer abgestellt 
werden. Das Dour-Festival in Belgien fand vom 11.-15. Juli 2018 statt. Der Kontakt 
bestand also von Mitte Juli bis zum 18. Oktober 2018.

Den Ablauf des Drogenhandels schilderte N.________ von sich aus ausgespro-
chen ausführlich, detailliert, nachvollziehbar und gespickt mit örtlichen Verknüpfun-
gen, abgesprochenen Abläufen und ausgefallenen Einzelheiten: Er erzählte, seine 
Dealerin sei A.________, er habe bei ihr jeweils 2 Gramm gekauft und dafür 
CHF 400.00 bezahlt. Die Dealerin wohne in AI.________ (Ort) neben dem 
AB.________ im ersten Stock. Der Handel sie jeweils so abgelaufen, dass er von 
unterwegs aus angerufen habe, und wenn er dort gewesen sei, er ein Zeichen ge-
macht habe, woraufhin die Beschuldigte ihm die Schlüssel runtergeworfen habe. 
Die Beschuldigte wohne mit dem AJ.________ (Nationalität) (Anm.: C.________). 
Man kontaktiere die Beschuldigte, der AJ.________ (Nationalität) nehme dann das 
Geld und gebe die Drogen. Der AJ.________ (Nationalität) habe die Drogen immer 
in Reichweite, in einem Beutel oder einem Sack. Einmal habe er die Drogen sogar 
hinter einem Bild hervorgenommen (pag. 786 Z. 4 ff.; pag. 792 Z. 139 f.; pag. 793 
Z. 149). Diese Schilderung ist aus Sicht der Kammer zu ausgefallen, um erfunden 
zu sein. N.________ präzisierte in der Einvernahme vom 12. März 2019 ungefragt 
und von sich aus, er habe nicht bei der Beschuldigten gekauft, sondern diese finde 
lediglich die Leute, bei denen man kaufen könne, weil sie die Kontakte habe 
(pag. 792 Z. 113 ff.). Die Beschuldigte und C.________ hätten nicht immer Crystal 
Meth da gehabt, manchmal seien sie deshalb auch zusammen los, um das Crystal 
Meth zu besorgen, etwa nach Biel (pag. 793 Z. 163 ff.). Diese Aussagen decken 
sich mit den Aussagen von C.________, wonach die Beschuldigte das Crystal 
Meth auf Anfrage von N.________ bei I.________ besorgt habe (pag. 558 Z. 150 
ff.; pag. 559 Z. 178; pag. 793 Z. 163 ff.). Dieses Vorgehen macht auch mit Blick auf 
die von C.________ selbst geschilderte finanzielle Situation nach seiner Haftent-
lassung Sinn: Da er nicht mehr über viel Geld verfügte, konnte er auch keine grös-
seren Drogenmengen bei sich haben, sondern besorgte die Drogen erst auf Bestel-
lung. In Bezug auf die Örtlichkeiten decken sich die Aussagen von N.________ mit 

27

denen der Beschuldigten, wonach die Transaktionen nicht immer bei ihr in der 
Wohnung, sondern auch in Biel stattgefunden hätten (pag. 386 Z. 71 f.; pag. 416 
Z.52 ff.; pag. 477 Z. 163). 

In der Frage nach der Regelmässigkeit der Besuche von N.________ und der Fra-
ge nach der verkauften Menge sind die Aussagen stark widersprüchlich: Die Be-
schuldigte gab zunächst an, N.________ sei 3-4 Mal bei ihr und C.________ ge-
wesen (pag. 386 Z. 71 f.). Später sagte sie dann, er sei regelmässig vorbeigekom-
men (pag. 393 Z. 57 f.). Anhand der von ihr mit N.________ ausgetauschten Nach-
richten könne man sehen, wie oft (pag. 393 Z. 64 f.). Da sie im Zeitraum zwischen 
August und Oktober 2018 318 Telefonkontakte mit N.________ hatte, geht die 
Kammer davon aus, dass dieser weitaus öfter als nur 4-6 Mal bei der Beschuldig-
ten und C.________ war. C.________ erklärte zunächst, N.________ sei ca. 4-
6 Mal bei ihm und der Beschuldigten gewesen. In der gleichen Einvernahme sagte 
er aber aus, N.________ habe zu jeder Nachtzeit bei ihnen geläutet (pag. 536 
Z. 133 und pag. 549 Z. 598 f.). N.________ gab an, man habe bei der Beschuldig-
ten und C.________ Tag und Nacht Drogen kaufen können (pag. 786 Z. 16). Er sei 
im fraglichen Zeitraum 5 Mal, gemäss einer späteren Aussage 12-13 Mal bei der 
Beschuldigten und C.________ gewesen (pag. 792 Z. 113 ff.; pag. 793 Z. 179 f.). 
Wie die Vorinstanz geht auch die Kammer davon aus, dass N.________ deutlich 
häufiger bei der Beschuldigten und C.________ Drogen gekauft hat, als die drei 
zugeben wollen. Dies zeigt sich schon nur daran, dass alle drei diverse unter-
schiedliche Situationen schildern können, in denen Drogen entweder in der Woh-
nung in AI.________ (Ort) oder in Biel verkauft wurden. Dass N.________ mit der 
Beschuldigten einen Ablauf etablierte (vorher anrufen, Zeichen geben, Schlüssel 
runterwerfen), spricht aus Sicht der Kammer stark gegen lediglich sporadische 
Treffen, sondern für eine Regelmässigkeit der Treffen. Auch bezüglich der bezoge-
nen Mengen geht die Kammer davon aus, dass die Betroffenen in ihren Aussagen 
stark untertreiben: Die Beschuldigte sagte konstant und glaubhaft aus, sie könne 
keine Angaben zu den Mengen machen, da sie bei den Transaktionen jeweils nicht 
zugegen gewesen sei (pag. 386 Z. 71 f.; pag. 393 Z. 57 f.; pag. 404 Z. 303 f.). 
N.________ habe aber maximal 2 Gramm für zwei Wochen gekauft (pag. 406 
Z. 371 f.). 105 Gramm sei in jedem Fall zu viel (pag. 393 Z. 64 f.; pag. 416 Z. 84). 
Auf Vorhalt der Staatsanwaltschaft, wonach nach deren Rechnung N.________ ei-
nen Bedarf von 4 Gramm pro Woche hatte, bestritt die Beschuldigte diese Angabe 
nicht, erklärte aber, N.________ beziehe nicht alles bei ihr und C.________, er ha-
be sein Crystal Meth auch noch anderswo gekauft (pag. 478 Z. 195 f. und 202 f.). 
C.________ gab im Ergebnis lediglich zu, N.________ 3,5 Gramm Crystal Meth 
verkauft zu haben (pag. 562 Z. 318). Dass diese Angabe nicht stimmen kann, zeigt 
sich für die Kammer schon daran, dass C.________ seinen eigenen Aussagen zu-
folge mit N.________ und der Beschuldigten bei mindestens zwei Gelegenheiten 
nach Biel gefahren ist, um Crystal Meth zu besorgen. Dieser Aufwand wäre kaum 
für bloss 3,5 Gramm betrieben worden. Die Angabe ist aus Sicht der Kammer eine 
reine Schutzbehauptung. N.________ erklärte zunächst, er habe bei der Beschul-
digten und C.________ insgesamt mindestens 8 Gramm gekauft (pag. 784 Z. 91 
f.). Später bestätigte er diese Aussage, korrigierte sie in der Folge aber noch auf 
12-14 Gramm (pag. 786 Z. 22 f.; pag. 794 Z. 210 ff.; pag. 794 Z. 231 ff. und 238 

28

ff.). Seinen Bedarf erklärt N.________ folgendermassen: Bei ‹AC.________› habe 
er jeweils 2-3 Gramm ein- oder zweimal pro Woche gekauft (pag. 783 Z. 56 und 
61). Bei der Beschuldigten und C.________ habe er dann jeweils nur 0,2-
0,3 Gramm gekauft, weil er damals seinen Konsum gut im Griff gehabt habe 
(pag. 783 Z. 86 f.). Später gab er an, pro Tag 0,5 Gramm zu konsumieren; unter 
der Woche weniger, am Wochenende mehr (pag. 786 Z. 3 f.). Noch später sagte er 
aus, er habe bei der Beschuldigten jeweils 2 Gramm gekauft (pag. 786 Z. 4 f.). Die 
Kammer geht von einem regelmässigen Drogenhandel zwischen der Beschuldig-
ten/C.________ und N.________ im Zeitraum zwischen Mitte Juli und dem 18. Ok-
tober 2018 aus. Dafür spricht die Vielzahl telefonischer Kontakte zwischen 
N.________ und der Beschuldigten und die Aussage von N.________, wonach 
man bei der Beschuldigten und C.________ Tag und Nacht habe Drogen besorgen 
können. Weiter geht die Kammer davon aus, dass die Beschuldigte und 
C.________ im fraglichen Zeitraum die einzige Bezugsquelle für N.________ wa-
ren: Seiner Aussage zufolge hat letzterer zunächst seinen gesamten Bedarf bei 
seinem früheren Dealer ‹AC.________› gedeckt (pag. 783 Z. 56 und 61). Als dieser 
verhaftet worden sei, habe O.________ ihn mit der Beschuldigten und C.________ 
bekannt gemacht (pag. 783 Z. 86 f.). Bei den beiden habe man Tag und Nacht 
Drogen besorgen können. Es gibt aus Sicht der Kammer keinen Grund, mehr als 
eine Quelle zu haben, wenn man bei einer etablierten Quelle jederzeit Drogen be-
ziehen kann. Ausserdem wurden ihm (N.________) die Beschuldigte und 
C.________ seinen Aussagen zufolge unmittelbar nach der Verhaftung von 
‹AC.________› vorgestellt, so dass er gar nie Anlass hatte, sich nach einer ande-
ren Quelle umzusehen (pag. 783 Z. 79 f.). Er hat mit den beiden auch einen modus 
operandi entwickelt (anrufen, Zeichen geben, Schlüssel runterwerfen), was aus 
Sicht der Kammer für einen auf Dauer ausgelegten Handel spricht. Die Schilderun-
gen von N.________ sind zu detailliert, als dass sie von sporadischen Besuchen 
herrühren könnten. Bezüglich seines Bedarfs gab N.________ an der Einvernahme 
vom 17. Oktober 2018 an, wöchentlich rund 2 Gramm für den Eigenkonsum zu 
benötigen (0,5 Gramm pro Tag, unter der Woche weniger, am Wochenende mehr), 
und 2 weitere Gramm zu verkaufen (pag. 786 Z. 3 f.; pag. 787 Z. 30). Dies stimmt 
in etwa mit seiner Aussage überein, er habe bei ‹AC.________› jeweils 2-3 Gramm 
ein- bis zweimal pro Woche bezogen. Die Aussagen erfolgten frei und ohne direkte 
Nachfrage in einem detaillierten Kontext, was für deren Glaubhaftigkeit spricht. An-
lässlich der Einvernahme vom 12. März 2019 widerrief er die zuvor gemachten An-
gaben, weil er damals von der Polizei unter Druck gesetzt worden sei (pag. 790 
Z. 26). Davon ist aber dem Aussageverhalten von N.________ an der Einvernah-
me vom 17. Oktober 2018 nichts zu entnehmen; vielmehr redete er dort unverblümt 
und machte von sich aus ungefragt ausschweifende Ausführungen. Die Kammer 
geht davon aus, dass die Relativierung der früheren Aussagen in der Einvernahme 
vom 12. März 2019 deshalb erfolgte, weil C.________ an der Einvernahme anwe-
send war und N.________ vor diesem – wie er selber auch aussagte – Respekt 
hatte (pag. 794 Z. 223). 

Nach dem Gesagten geht die Kammer deshalb davon aus, dass N.________ in der 
Zeit von Mitte Juli bis zum 18. Oktober 2018 seinen kompletten Bedarf von 
wöchentlich 4 Gramm Crystal Meth durch Käufe bei der Beschuldigten und 

29

C.________ deckte. Es ergibt sich damit eine Verkaufsmenge von 48 Gramm Cry-
stal Meth (4 Gramm pro Woche = 16 Gramm pro Monat x 3 Monate von Mitte Juli 
bis Mitte Oktober). 

Mit Verweis auf die zutreffenden diesbezüglichen Ausführungen der Vorinstanz ist 
der Verteidigung entgegenzuhalten, dass es sich hier nicht um eine unzulässige 
Hochrechnung handelt. Zunächst basiert die Rechnung durchwegs auf beweis-
mässig erstellten Fakten, nämlich den glaubhaften Mengen- und Zeitangaben der 
Beschuldigten und von N.________. Im Übrigen hat das Obergericht des Kantons 
Bern in seinem Entscheid SK 19 278 vom 6. Dezember 2019 (E. 10.4.4) eine 
Hochrechnung unter Berücksichtigung des Grundsatzes in dubio pro reo als zuläs-
sig erachtet. Auch weil die Kammer wie bereits die Vorinstanz davon ausgeht, dass 
es sich bei den Angaben der Beteiligten um Minimal- und nicht um Maximalanga-
ben handelt, liegt keine den Grundsatz in dubio pro reo verletzende Hochrechnung 
vor. Der Einwand der Verteidigung ist unbegründet. 

11.5.5 Beweisergebnis / erstellter Sachverhalt

Die Kammer erachtet folgenden Sachverhalt als erstellt:

Die Beschuldigte und C.________ verkauften im Zeitraum zwischen Mitte Juli 2018 
und dem 18. Oktober 2018 total 48 Gramm Crystal Meth in mehreren Malen an 
N.________. 

11.6 Veräusserung von 50 Gramm Crystal Meth an den Nachbarn R.________

11.6.1 Beweisergebnis der Vorinstanz

Die Vorinstanz kam nach umfassender Beweiswürdigung gestützt insbesondere 
auf die konstanten Aussagen der Beschuldigten zum Schluss, die Beschuldigte und 
C.________ hätten in der Zeit zwischen ca. Mai 2018 und dem 18. Oktober 2018 
insgesamt 60 Gramm Crystal Meth in mehreren Malen an den Nachbarn 
R.________ verkauft (pag. 2641 ff.; S. 57 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung). 

11.6.2 Oberinstanzliche Vorbringen der Parteien

Rechtsanwalt B.________ machte anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung 
geltend, die Beschuldigte gebe zu, dass 10 Gramm Crystal Meth an den Nachbarn 
R.________ verkauft wurden, vielleicht sei es auch mehr gewesen. Sie wisse das 
aber nicht, weil die Transaktionen direkt mit C.________ abgelaufen seien. Der 
Nachbar R.________ habe weder in die gemeinsame Wohnung der Beschuldigten 
und von C.________ kommen müssen, um die Drogen zu erhalten, noch über-
haupt irgendwie mit der Beschuldigten in Kontakt treten. Er habe ja im selben Haus 
gewohnt. Es sei daher durchaus möglich, dass der Drogenhandel komplett ohne 
Zutun der Beschuldigten stattgefunden habe. 

Auf diese Ausführungen wird im Rahmen der Frage nach der Bandenmässigkeit 
einzugehen sein (E. 11.9.2 hiernach). Die Zurechenbarkeit des Drogenhandels von 
C.________ an die Beschuldigte wird dort zusammengefasst für sämtliche in 
Ziff. I.7. der Anklageschrift zur Last gelegten Transaktionshandlungen thematisiert. 

30

Vorliegend geht es lediglich um die Frage, ob überhaupt und wie viel Crystal Meth 
an den Nachbarn R.________ verkauft wurde.

Staatsanwältin D.________ führte an der oberinstanzlichen Verhandlung aus, die 
ersten 10 Gramm habe die Beschuldigte an den Nachbarn R.________ verkauft; 
erst von da an sei der Handel über C.________ gelaufen. Die Beschuldigte sei 
zweifelsohne Vermittlerin gewesen und habe vom Handel zwischen C.________ 
und dem Nachbarn R.________ gewusst.

11.6.3 Unbestrittener / bestrittener Sachverhalt

Unbestritten ist der Verkauf von 10 Gramm Crystal Meth an den Nachbarn 
R.________. Der der Beschuldigten zur Last gelegte Verkauf von weiteren 
50 Gramm Crystal Meth an den Nachbarn R.________ durch C.________ wird 
hingegen bestritten. 

11.6.4 Beweiswürdigung durch die Kammer

Die Beschuldigte erwähnte den Nachbarn R.________ erstmals in der Einvernah-
me durch die Staatsanwaltschaft vom 18. Januar 2019. Sie sagte dort im Zusam-
menhang mit einem Erwerb von T.________ aus, sie habe 10 Gramm Crystal Meth 
für ihren Nachbarn R.________ besorgt (pag. 408 Z. 430 ff.; pag. 409 Z. 495). Auf 
die spätere offene Frage, was sie über die Verkaufsmengen von C.________ an 
seine Abnehmer erzählen könne, sagte sie dann von sich aus, R.________ habe 
auch von C.________ gekauft, 10 Gramm im Monat (pag. 409 Z. 490). Auf Frage, 
in welchem Zeitraum R.________ bei C.________ Crystal Meth bezogen habe, 
antwortete sie, C.________ habe während ca. 6 bis 7 Monaten an R.________ 
verkauft (pag. 409 Z. 495 f.). Anlässlich der Einvernahme vom 25. März 2019 
bestätigte die Beschuldigte ihre Angaben, wonach der Drogenhandel – abgesehen 
von den von ihr verkauften 10 Gramm – zwischen dem Nachbarn R.________ und 
C.________ stattgefunden habe. R.________ habe ab ca. April oder Mai 2018 
10 Gramm pro Monat gebraucht. Die Verkäufe hätten bei R.________ zu Hause 
stattgefunden. Über den Preis wisse sie nichts (pag. 456 Z. 488, 498, 501). In der 
Einvernahme vom 3. Juni 2019 bestätigte sie auf Nachfrage erneut, ab ca. April 
oder Mai 2018 habe C.________ 10 Gramm Crystal Meth pro Monat an den Nach-
barn R.________ verkauft (pag. 476 Z. 146). Nachdem für sie zusammengefasst 
wurde, dass demnach sie und C.________ als Bande mindestens 50 Gramm Cry-
stal Meth an den Nachbarn R.________ verkauft hätten, und auf die Frage, ob sie 
dazu etwas zu ergänzen oder zu korrigieren habe, antwortete die Beschuldigte, sie 
habe nichts zu ergänzen (pag. 476 Z. 154).

C.________ bestritt bei den wenigen Gelegenheiten, bei welchen er zum Nachbarn 
R.________ befragt wurde, diesem Drogen verkauft zu haben (pag. 567 Z. 579). 

Nachbar R.________ wurde nicht einvernommen. 

Es gibt aus Sicht der Kammer keinen Anlass, an den frei gemachten und konstan-
ten Aussagen der Beschuldigten zu zweifeln. Es ist insbesondere nicht ersichtlich, 
warum sie C.________ hier von sich aus zu Unrecht hätte belasten sollen, insbe-
sondere auch deshalb nicht, weil es abgesehen von ihrer Aussage keine Hinweise 
auf den Nachbarn R.________ und keinen Anlass zu einer Aussage gab. Im Ge-

31

gensatz zu den Mengenangaben bezüglich der von ihr selber gehandelten Drogen, 
bei welchen sie sich zurückhaltend gab und nur vage Aussagen machte, war sie 
bei der Mengenangabe der von C.________ mit dem Nachbarn R.________ ge-
handelten Drogen sehr konkret. Dies führt die Kammer darauf zurück, dass sich die 
Beschuldigte nicht bewusst war, dass sie sich mit den Mengenangaben bezüglich 
R.________ (auch) selber belastete. Auch dies spricht stark für die Glaubhaftigkeit 
ihrer Aussagen. 

Für einen Verkauf über eine längere Zeitspanne spricht auch der Umstand, dass 
R.________ der Nachbar der Beschuldigten und der logistische Aufwand für den 
Drogenhandel deshalb minim war. 

11.6.5 Beweisergebnis / erstellter Sachverhalt

Die Kammer erachtet nach dem Gesagten folgenden Sachverhalt als erstellt:

Die Beschuldigte verkaufte dem Nachbarn R.________ im Zeitraum von ca. März 
bis April 2018 10 Gramm Crystal Meth.

Darüber hinaus verkaufte C.________ dem Nachbarn R.________ im Zeitraum von 
Mai 2018 bis zum 18. Oktober 2018 (5.5 Monate) monatlich weitere 10 Gramm, 
damit total 55 Gramm, Crystal Meth. 

Im Gegensatz zur Staatsanwaltschaft (pag. 2168.24) und der Vorinstanz 
(pag. 2643; S. 59 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung) kommt die Kammer 
damit auf eine Gesamtverkaufsmenge von 65 Gramm. Aufgrund des Verschlechte-
rungsverbots sind davon aber lediglich 60 Gramm zu berücksichtigen. 

11.7 Veräussern einer unbekannten kleinen Menge Crystal Meth an S.________

11.7.1 Beweisergebnis der Vorinstanz

Die Vorinstanz kam nach umfassender Beweiswürdigung gestützt auf die Aussa-
gen der Beschuldigten zum Schluss, C.________ habe S.________ eine unbe-
kannte kleine Menge Crystal Meth zu dessen Eigenkonsum verkauft (pag. 2643; 
S. 59 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 

11.7.2 Oberinstanzliche Vorbringen der Parteien

Rechtsanwalt B.________ verwies an der oberinstanzlichen Verhandlung auf seine 
Ausführungen vor der Vorinstanz. Dort hatte er erklärt, die Veräusserungshandlung 
im Zusammenhang mit S.________ (pag. 2168.24; Ziff. 7.2.6. der Anklageschrift) 
werde nicht bestritten (pag. 2442).

Staatsanwältin D.________ äusserte sich an der oberinstanzlichen Verhandlung 
nicht im Detail zum Vorwurf.

11.7.3 Unbestrittener / bestrittener Sachverhalt

Gemäss den an der oberinstanzlichen Verhandlung schriftlich eingereichten und 
auf Freispruch lautenden Anträgen von Rechtsanwalt B.________ wird der der Be-
schuldigten zur Last gelegte Verkauf einer unbekannten kleinen Menge Crystal 
Meth an S.________ bestritten (pag. 2917).

32

11.7.4 Beweiswürdigung durch die Kammer

Die Beschuldigte erklärte anlässlich ihrer Einvernahmen durch die Staatsanwalt-
schaft vom 18. Januar 2019 und vom 25. März 2019, ihr Sohn S.________ kaufe 
bei C.________ Crystal Meth für seinen Eigenkonsum (pag. 409 Z. 492; pag. 456 
Z. 506). C.________ hingegen stritt dies ab und sagte aus, es sei die Beschuldigte 
gewesen, die S.________ das Crystal Meth verkauft habe (pag. 567 Z. 594).

Aus Sicht der Kammer ist auf die Aussagen der Beschuldigten abzustellen: Es ist 
nicht ersichtlich, warum sie hier C.________ zu Unrecht belasten sollte, wenn sie 
damit gleichzeitig den Drogenkonsum und -erwerb ihres eigenen Sohnes preisgibt. 
Ausserdem geht die Kammer nicht davon aus, dass die Beschuldigte ihrem eige-
nen Sohn Crystal Meth verkaufen würde. Die Bestreitung und die Gegenanschuldi-
gung von C.________ hingegen erscheinen der Kammer nicht glaubhaft. 

So oder anders hat im Übrigen eines der beiden S.________ Crystal Meth verkauft.

11.7.5 Beweisergebnis / erstellter Sachverhalt

Die Kammer erachtet nach dem Gesagten folgenden Sachverhalt als erstellt:

C.________ verkaufte in der Zeit von ca. März 2018 bis zum 18. Oktober 2018 eine 
unbekannte kleine Menge Crystal Meth an S.________. 

11.8 Fazit

Es ist damit für die Kammer erstellt, dass die Beschuldigte und/oder C.________ in 
der Zeit von ca. Februar 2018 bis zum 18. Oktober 2018 total 122 Gramm Crystal 
Meth veräussert haben (5 Gramm an O.________ und P.________, 7 Gramm an 
Q.________, 2 Gramm an H.________, 48 Gramm an N.________ und 60 Gramm 
an den Nachbarn R.________). Die an S.________ verkaufte unbekannte kleine 
Menge kann für die weiteren Berechnungen als vernachlässigbar ausser Acht ge-
lassen werden. 

11.9 Rechtliche Würdigung

11.9.1 Grundtatbestand

Für die theoretischen Ausführungen zum Grundtatbestand gemäss Art. 19 Abs. 1 
Bst. c und d BetmG kann auf E. 10.8 hiervor verwiesen werden. 

Wie die Vorinstanz auf S. 62 ihrer Urteilsbegründung (pag. 2646) zutreffend erläu-
tert, erfüllen die zuvor beschriebenen Erwerbs- und Veräusserungshandlungen alle 
den objektiven Tatbestand der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 
gemäss Art. 19 Abs. 1 Bst. c respektive d BetmG.

Die Beschuldigte wusste von dem Drogenhandel und handelte vorsätzlich. 

11.9.2 Bandenmässigkeit

Für die theoretischen Ausführungen zur Bandenmässigkeit i.S.v. Art. 19 Abs. 2 
Bst. b BetmG kann vollumfänglich auf die zutreffenden Ausführungen der Vorin-
stanz verwiesen werden (pag. 2645 f.; S. 61 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung).

33

Wie die Vorinstanz geht auch die Kammer davon aus, dass sämtliche in E. 11.3 bis 
E. 11.7 hiervor erwähnten Erwerbs- und Veräusserungshandlungen bandenmässig 
i.S.v. Art. 19 Abs. 2 Bst. b BetmG erfolgten: 

Es ist unbestritten, dass die Beschuldigte die Kontakte betreut und die Treffen or-
ganisiert hat, bei welchen C.________ die Drogen veräusserte. Rechtsanwalt 
B.________ beschrieb an der oberinstanzlichen Verhandlung ihren Tatbeitrag als 
«Marketing» (pag. 2905). Es ist ebenfalls unbestritten, dass sie C.________ ihre 
Wohnung zur Verfügung stellte, im Wissen und zum Zweck, dass dieser dort sei-
nen Drogenhandel betrieb (u.a. pag. 392 Z. 28; pag. 539 Z. 251). Sie verschaffte 
damit dem polizeilich bereits bekannten und sich auf Bewährung befindlichen 
C.________ einen diskreten Unterschlupf, von welchem aus er unerkannt den Dro-
genhandel betreiben konnte. Dies zeigt sich unter anderem darin, dass die Klienten 
weder den richtigen Namen noch die Telefonnummer von C.________ kannten, 
sondern der Kontakt jeweils über die Beschuldigte aufgenommen wurde (pag. 786 
Z. 4 ff.; pag. 792 Z. 139 f.; pag. 793 Z. 149). Die Beschuldigte veräusserte auch 
selber kleinere Mengen Crystal Meth oder organisierte solches für den Weiterver-
kauf, wenn gerade keines vorhanden war (pag. 558 Z. 150 ff.; pag. 559 Z. 178; 
pag. 793 Z. 163 ff.). Die Zusammenarbeit mit C.________ diente – neben der emo-
tionalen Liaison (u.a. pag. 365 Z. 215) – der Beschuldigten in erster Linie zur Si-
cherstellung ihres Eigenkonsums (u.a. pag. 402 Z. 200; pag. 536 Z. 121). Sie war 
in der fraglichen Zeit ihren eigenen Angaben zufolge stark von Crystal Meth ab-
hängig (u.a. pag. 400 Z. 130), und es kam ihr auch nach Ansicht ihrer Verteidigung 
gelegen, dass ihr Freund mit Crystal Meth handelte, weil sie dadurch leichten Zu-
gang zu den Drogen hatte und C.________ mit den Verkäufen auch den gemein-
samen Konsum finanzieren konnte. C.________ wiederum diente der Drogenhan-
del nicht nur seinem Eigenkonsum, sondern auch der Bestreitung seines Lebens-
unterhalts (u.a. pag. 535 Z. 75; pag. 537 Z. 148). Die Beschuldigte beherbergte und 
bewirtete C.________ im Wissen um den von ihm betriebenen Drogenhandel und 
erledigte für ihn die Administration (u.a. pag. 398 Z. 73 f.). Sie leistete damit auch 
einen wesentlichen psychologischen Beitrag. Beide waren vom Crystal Meth ab-
hängig und konsumierten täglich (u.a. pag. 392 Z. 46 f.); es ist deshalb für die 
Kammer offensichtlich, dass die beschriebene Zusammenarbeit auf Dauer und zur 
Begehung einer Vielzahl im Vornherein nicht näher umschriebener Delikte ausge-
richtet war (gemeinsamer Tatentschluss). Da die Beschuldigte vom Drogenhandel 
profitierte, war sie zumindest konkludent damit einverstanden, dass C.________ 
Drogengeschäfte jeglicher Art auch ohne ihr direktes Zutun und ohne ihr explizites 
Wissen abwickelte. Auch die Geschäfte, von welchen sie nicht (im Vornherein) ex-
plizit wusste, waren damit von ihrem Vorsatz erfasst und sie leistete auch zu diesen 
Geschäften einen Beitrag, indem sie C.________ Zuflucht gewährte, ihn bewirtete, 
die übrigen Drogengeschäfte für ihn koordinierte und ihn als Freundin psycholo-
gisch unterstützte. Wie Staatsanwältin D.________ zutreffend ausführte, sind die 
Beschuldigte und C.________ immer zusammen gewesen, der gemeinsame Dro-
genhandel und -konsum war ihr Alltag (u.a. pag. 392 Z. 33; pag. 539 Z. 239 f.). Die 
beiden waren ein Team (u.a. pag. 536 Z.121), welches die Rollen jeweils spontan 
verteilte (pag. 558 Z. 150 ff.; pag. 559 Z. 178; pag. 793 Z. 163 ff.; pag. 2897 Z. 32 f. 
und 40 f.). Der Drogenhandel stand und fiel mit dem Beitrag des jeweils anderen: 

34

Ohne die Kunden- und Terminkoordination durch die Beschuldigte hätte 
C.________ keinen anonymen Drogenhandel betreiben können. Entgegen der An-
sicht der Verteidigung sind die Handlungen der Beschuldigten und von C.________ 
eng miteinander verknüpft und gegenseitig einander zuzurechnen. Aus diesem 
Grund sind insbesondere auch die Drogengeschäfte von C.________ mit 
K.________, N.________ und dem Nachbarn R.________ (vgl. E. 11.3,