# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0389f8f5-365e-51eb-a82c-3ce3fdea0d51
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-02-14
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 14.02.2025 SK 2022 602
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2022-602_2025-02-14.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 22 602

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 12. September 2024 

Besetzung Oberrichter Wuillemin (Präsident i.V.)
Oberrichterin Schwendener, Oberrichterin Weingart
Gerichtsschreiberin Corvi

Verfahrensbeteiligte A.________
v.d. Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern
v.d. Staatsanwalt C.________, Kantonale Staatsanwaltschaft für 
Wirtschaftsdelikte, Speichergasse 12, 3011 Bern  

Anschlussberufungsführerin

Gegenstand gewerbsmässiger Betrug, Veruntreuung

Berufung gegen das Urteil des Kantonalen Wirtschaftsstrafge-
richts (Kollegialgericht) vom 22. Juli 2022 (WSG 21 27)

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Mit Urteil vom 22. Juli 2022 erkannte das kantonale Wirtschaftsstrafgericht (nach-
folgend Vorinstanz) was folgt (pag. 18 162 ff.; Hervorhebungen im Original):

I.

A.________, vgt., wird freigesprochen vom Vorwurf des gewerbsmässigen Betruges, angeblich 
mehrfach begangen in der Zeit vom 21.11.2012 bis am 21.11.2014 und am 01.11.2017 in 
D.________ und E.________ zum Nachteil von F.________ sel. im Deliktsbetrag von 
CHF 152'000.00 (Ziff. I.1. der Anklageschrift),

unter Auferlegung der anteilsmässigen Verfahrenskosten von CHF 8'560.00 an den Kanton Bern 
und unter Ausrichtung einer Entschädigung von CHF 11'227.75 (inkl. MWST und Auslagen) an 
A.________, vgt., für die angemessene Ausübung seiner Verfahrensrechte (Art. 429 Abs. 1 lit. a 
StPO).

II.

A.________, vgt., wird schuldig erklärt der Veruntreuung, mehrfach begangen in der Zeit vom 
23.02.2015 bis am 13.09.2018 in D.________ zum Nachteil von F.________ sel. im Deliktsbetrag von 
CHF 143'900.00 (Ziff. I.2.1. der Anklageschrift)

und er wird in Anwendung der
Art. 40, 42 Abs. 1, 44 Abs. 1, 47, 49 Abs. 1 und 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB
sowie Art. 422 und 426 Abs. 1 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 16 Monaten.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.

Zur Bezahlung der auf den Schuldspruch entfallenden Verfahrenskosten in der Höhe von 
CHF 8'560.00, sich zusammensetzend aus:
den Kosten der Voruntersuchung
Gebühr CHF 11’100.00

den Kosten der Hauptverhandlung (inkl. schriftlicher Begründung)
Gebühr CHF 5’000.00
Auslagen (Zeugengelder) CHF 20.00

den Kosten der Staatsanwaltschaft für das Führen der Anklage vor Gericht
Gebühr CHF 1’000.00

Total ausmachendTotal Verfahrenskosten CHF 17’120.00

./. den durch den Kanton Bern zu bezahlenden Anteil von 50% CHF -8’560.00

Total anteilsmässige Verfahrenskosten CHF 8’560.00

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Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um CHF 500.00. Die 
auf den Schuldspruch entfallenden reduzierten Verfahrenskosten betragen damit insgesamt 
CHF 8'060.00.

[Eröffnungsformel]

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldeten der Beschuldigte und Berufungsführer A.________ 
(nachfolgend Beschuldigter), vertreten durch Rechtsanwalt B.________, mit 
Schreiben vom 25. Juli 2022 (pag. 18 167) und die Staatsanwaltschaft für Wirt-
schaftsdelikte (nachfolgend Staatsanwaltschaft) mit Schreiben vom 28. Juli 2022 
(pag. 18 170) fristgerecht Berufung an. Die erstinstanzliche Urteilsbegründung da-
tiert vom 8. November 2022 (pag. 18 176 ff.) und wurde den Parteien gleichentags 
mit Verfügung zugestellt (pag. 19 398 f.). Die Staatsanwaltschaft zog ihre Berufung 
mit Schreiben vom 16. November 2022 zurück (pag. 19 403). Die Berufungser-
klärung des Beschuldigten datiert vom 25. November 2022 und ging form- und 
fristgerecht beim Obergericht des Kantons Bern ein (pag. 19 413 ff.). 

Mit Eingabe vom 16. Dezember 2022 erklärte die Staatsanwaltschaft (von der Ge-
neralstaatsanwaltschaft mit der Wahrnehmung der staatsanwaltschaftlichen Aufga-
ben auch im oberinstanzlichen Verfahren betraut, pag. 19 402) Anschlussberufung 
(pag. 19 425 f.). 

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Im Hinblick auf die oberinstanzliche Verhandlung reichte Rechtsanwalt B.________ 
namens des Beschuldigten mit Eingabe vom 10. Januar 2024 eine Fotoaufnahme 
von G.________ und F.________ sel. inkl. den dazugehörigen Metadaten ein mit 
dem Antrag, diese zu den Akten zu erkennen. Dieser Antrag wurde mit Verfügung 
vom 16. Januar 2024 gutheissen (pag. 19 464 f.). An der oberinstanzlichen Ver-
handlung reichte Rechtsanwalt B.________ zudem diverse Unterlagen in Bezug 
auf das Zivilverfahren zwischen dem Beschuldigten und seiner Frau einerseits so-
wie H.________ und I.________ andererseits ein. Nachdem seitens der Staatsan-
waltschaft keine Einwände gegen die Unterlagen vorgebracht wurden, wurden die-
se von der Kammer ebenfalls zu den Akten erkannt (pag. 19 519 ff.).

Von Amtes wegen wurde über den Beschuldigten ein aktueller Leumundsbericht 
inkl. Bericht über die wirtschaftlichen Verhältnisse, datierend vom 6. August 2024, 
sowie ein aktueller Strafregisterauszug, datierend vom 15. August 2024, eingeholt 
(pag. 19 481 ff. und pag. 19485). Überdies wurde der Beschuldigte – ebenfalls von 
Amtes wegen – an der oberinstanzlichen Verhandlung nochmals zur Person und 
zur Sache einvernommen (pag. 19 489 ff.).

4. Anträge der Parteien

Rechtsanwalt B.________ beantragte für den Beschuldigten an der oberinstanzli-
chen Verhandlung Folgendes (pag. 19 530 f., Hervorhebungen im Original): 

I.

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In Bestätigung von Ziffer I des Urteils des kantonalen Wirtschaftsstrafgerichts vom 22. Juli 2022 
(WSG 21 27) und unter Abweisung der Anschlussberufung der Generalstaatsanwaltschaft des Kan-
tons Bern sei A.________,

vom Vorwurf des gewerbsmässigen Betruges, angeblich mehrfach begangen in der Zeit vom 
21.11.2012 bis am 21.11.2014 und am 01.11.2011 in D.________ und E.________ zum Nachteil von 
F.________ sel. resp. deren Nachlass im Deliktsbetrag von CHF 152'000.00 (Ziff. I.1. der Anklage-
schrift)

freizusprechen. 

II.

In Abänderung von Ziffer II des Urteils des kantonalen Wirtschaftsstrafgerichts vom 22. Juli 2022 
(WSG 21 27) und unter Abweisung der Anschlussberufung der Generalstaatsanwaltschaft des Kan-
tons Bern sei A.________

vom Vorwurf der Veruntreuung, angeblich mehrfach begangen vom 23.02.2015 bis 26.10.2018 in 
D.________ und E.________ zum Nachteil von F.________ sel. resp. deren Nachlass im Deliktsbe-
trag von CHF 201'161.20 (Ziff. I.2.1. der Anklageschrift bzw. Ziffer 2 der Anschlussberufung)

freizusprechen.

III.

In teilweiser Abänderung von Ziffer I und II des Urteils des kantonalen Wirtschaftsstrafgerichts vom 
22. Juli 2022 (WSG 21 27) seien die Verfahrenskosten für das erstinstanzliche Verfahren vollständig 
durch den Kanton Bern zu tragen.

IV.

In teilweiser Abänderung von Ziffer I und II des Urteils des kantonalen Wirtschaftsstrafgerichts vom 
22. Juli 2022 (WSG 21 27) sei A.________ eine Parteientschädigung für die Ausübung seiner Verfah-
rensrechte im erstinstanzlichen Verfahren, ausmachend CHF 22'455.45 (inkl. MWST und Auslagen), 
gemäss eingereichter Kostennote (pag. 18 153 ff.) auszurichten.

V.

Die Verfahrenskosten für das Berufungsverfahren seien vollumfänglich dem Kanton Bern aufzuerle-
gen.

VI.

A.________ sei eine Parteientschädigung für die Ausübung seiner Verfahrensrechte im Berufungsver-
fahren, ausmachend CHF 9'960.05 (inkl. MWST und Auslagen), gemäss heute eingereichter Kosten-
note zu bezahlen.

VII.

Weitere Verfügungen seien soweit nötig von Amtes wegen zu erlassen.

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Die Staatsanwaltschaft stellte demgegenüber anlässlich der oberinstanzlichen Ver-
handlung folgende Anträge (pag. 19 536; Hervorhebungen im Original):

I.

A.________ sei schuldig zu erklären:

1. des Betrugs, mehrfach und gewerbsmässig begangen in der Zeit vom 21.11.2012 bis am 
21.11.2014 und am 01.11.2017 in D.________ und E.________ z.N. von F.________ sel. im 
Deliktsbetrag von total CHF 152'000.00.

2. der Veruntreuung, mehrfach begangen in der Zeit vom 23.02.2015 bis 26.10.2018 in 
D.________ und E.________ zum Nachteil von F.________ sel. im Deliktsbetrag von total 
CHF 201'161.20 (davon CHF 164'500.00 durch Barbezüge sowie CHF 36'661.20 durch Bankü-
berweisung).

und er sei in Anwendung von Art. 40, 43 f., 47, 49 Abs. 1, 146 Abs. 1 und 2, Art. 138 Ziff. 1 StGB 

zu verurteilen:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren. Davon seien 18 Monate zu vollziehen. Für eine Teilstra-
fe von 18 Monaten sei der Vollzug aufzuschieben und die Probezeit auf 2 Jahre festzusetzen.

2. Zur Bezahlung der Verfahrenskosten (inkl. einer Gebühr von CHF 1'000.00 gemäss Art. 21 
VKD).

II.

Im Weiteren sei zu verfügen:

- Das Urteil sei den nötigen Stellen soweit erforderlich mitzuteilen.

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochte-
nen Punkten (Art. 404 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; 
SR 312.0]). Der Beschuldigte hat das erstinstanzliche Urteil hinsichtlich des 
Schuldspruchs wegen mehrfacher Veruntreuung inkl. der Straf- und Kostenfolgen 
angefochten, die Staatsanwaltschaft hinsichtlich des Freispruchs wegen mehrfa-
chen und gewerbsmässigen Betrugs, den Schuldspruch wegen mehrfacher Verun-
treuung, soweit seitens der Vorinstanz gewisse angeklagte Beträge unberücksich-
tigt geblieben sind, die Bemessung der Strafe sowie die Kosten- und Entschädi-
gungsfolgen. Das erstinstanzliche Urteil ist von der Kammer damit gesamthaft, mit-
hin einschliesslich des Eventualantrags gemäss Ziff. 2.2 der Anklageschrift, zu 
überprüfen.

Die Kammer verfügt dabei über volle Kognition (Art. 398 Abs. 2 StPO) und ist nicht 
an die Anträge der Parteien gebunden (Art. 391 Abs. 1 Bst. b StPO). Aufgrund der 
Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft darf die Kammer das erstinstanzliche 
Urteil auch zum Nachteil des Beschuldigten abändern; das Verschlechterungsver-
bot gilt nicht (Art. 391 Abs. 2 StPO e contrario).

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II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Allgemeine Grundlagen der Beweiswürdigung

Betreffend die allgemeinen Grundlagen der Beweiswürdigung kann auf die zutref-
fenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 18 240 f., S. 65 f. der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

Gemäss Art. 10 Abs. 3 StPO geht das Gericht von der für die beschuldigte Person 
günstigeren Sachlage aus, wenn unüberwindliche Zweifel daran bestehen, dass die 
tatsächlichen Voraussetzungen der angeklagten Tat erfüllt sind. Diese Bestimmung 
operationalisiert den verfassungsmässigen Grundsatz der Unschuldsvermutung 
("in dubio pro reo"; Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK). Sie verbietet es, bei 
der rechtlichen Würdigung eines Straftatbestands von einem belastenden Sach-
verhalt auszugehen, wenn nach objektiver Würdigung der gesamten Beweise 
ernsthafte Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt tatsächlich so verwirklicht hat, 
oder wenn eine für die beschuldigte Person günstigere Tatversion vernünftigerwei-
se nicht ausgeschlossen werden kann (dazu eingehend BGE 144 IV 345 E. 2.2). In 
seiner Funktion als Beweiswürdigungsmaxime kommt dem Grundsatz "in dubio pro 
reo" keine über das Willkürverbot gemäss Art. 9 BV hinausgehende Bedeutung zu 
(BGE 146 IV 88 E. 1.3.1; 145 IV 154 E. 1.1; 144 IV 345 E. 2.2.3.3; je mit Hinwei-
sen; zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts [BGer] 6B_595/2021 vom 24. Juni 
2022 E. 5.3.1 mit Hinweisen).

Auf die Frage, welche Beweismittel zu berücksichtigen und wie sie gegebenenfalls 
zu würdigen sind, findet der In-dubio-Grundsatz keine Anwendung. Er kommt erst 
zum Tragen, nachdem alle aus Sicht des urteilenden Gerichts notwendigen Bewei-
se erhoben und ausgewertet worden sind, das heisst, bei der Beurteilung des Re-
sultats der Beweisauswertung (BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.1 f.; Urteile des BGer 
6B_595/2021 vom 24. Juni 2022 E. 5.3.1; 6B_257/2020 vom 24. Juni 2021 
E. 4.8.1, nicht publ. in: BGE 147 IV 409; 6B_986/2020 vom 6. Januar 2021 E. 2; je 
mit Hinweisen). Insoweit stellt der In-dubio-Grundsatz gerade keine Beweiswürdi-
gungsregel dar. Im Falle einer uneinheitlichen, widersprüchlichen Beweislage muss 
das Gericht die einzelnen Gesichtspunkte gegeneinander abwägen und als Resul-
tat dieses Vorgangs das Beweisergebnis feststellen. Dieses kann je nach Würdi-
gung als gesichert erscheinen – sofern die Widersprüche bereinigt werden konnten 
– oder aber mit Unsicherheiten behaftet bleiben. Das Beweisergebnis kann aber 
auch deswegen zweifelhaft sein, weil es im Kontext der feststehenden Tatsachen 
verschiedene Deutungen zulässt und damit verschiedene Sachverhaltsalternativen 
in den Raum stellt (BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.1 f. mit Hinweisen). Wenn zu einer 
entscheiderheblichen Frage beispielsweise divergierende Gutachten vorliegen, 
muss der Richter ohne Rücksicht auf die Unschuldsvermutung prüfen, welcher Ein-
schätzung er folgen will. Er darf nicht einfach der für den Beschuldigten günstige-
ren Expertise folgen. Das gilt sinngemäss für alle Arten von Beweisen (BGE 144 IV 
345 E. 2.2.3.1; Urteile des BGer 6B_595/2021 vom 24. Juni 2022 E. 5.3.1; 
6B_257/2020 vom 24. Juni 2021 E. 4.8.1, nicht publ. in: BGE 147 IV 409; vgl. 
6B_824/2016 vom 10. April 2017 E. 13.1, nicht publ. in: BGE 143 IV 214; je mit 

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Hinweisen; zum Ganzen Urteil des BGer 6B_160/2022 vom 5. Oktober 2022 
E. 2.3.2.).

7. Sachverhalt

7.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift

Mit Anklageschrift vom 2. Dezember 2021 wird dem Beschuldigten mehrfacher und 
gewerbsmässiger Betrug gemäss Art. 146 Abs. 1 und 2 StGB, begangen zwischen 
dem 21. November 2012 und dem 21. November 2014 sowie am 1. November 
2017 in D.________ und E.________, und mehrfache Veruntreuung gemäss 
Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB, eventualiter gewerbsmässiger betrügerischer Miss-
brauch einer Datenverarbeitungsanlage gemäss Art. 147 Abs. 1 und 2 StGB, be-
gangen vom 23. Februar 2015 bis am 26. Oktober 2018 ebenfalls in D.________ 
und E.________, alles zum Nachteil von F.________ sel. bzw. deren Erbmasse, 
vorgeworfen. 

Bezüglich des Betrugsvorwurfs soll der Beschuldigte gemäss Anklage F.________ 
sel. vorgetäuscht haben, sie gewähre ihm und seiner Ehefrau G.________ 
Darlehen, obwohl sie weder jemals in der Lage gewesen seien, diese Beträge 
zurückzuzahlen noch sie hätten zurückzahlen wollen. Eine Überprüfung des 
Rückzahlungswillens des Beschuldigten sei für F.________ sel. nicht oder nur mit 
besonderer Mühe möglich resp. nicht zumutbar gewesen, denn aufgrund der 
Beratung von F.________ sel. in finanziellen Dingen durch den Beschuldigten und 
des Beistands gegenüber F.________ sel. durch G.________ in alltäglichen 
Belangen habe ein Näheverhältnis zu den Ehegatten AG.________ bestanden, 
weswegen F.________ sel. dem Beschuldigten vertraut habe. Diese Täuschungen 
hätten dazu geführt, dass F.________ sel. in der irrigen Annahme, es handle sich 
um rückzahlbare Darlehen, insgesamt 14 Überweisungen ab ihrem Konto bei der 
J.________(Unternehmen) veranlasst habe. In der Anklageschrift wurden die ein-
zelnen Überweisungen zwischen dem 21. November 2012 und dem 21. November 
2014 sowie am 1. November 2017 einzeln aufgelistet, mit einem Total von insge-
samt CHF 152'000.00 (pag. 16 002 001 ff.).

Bezüglich des Vorwurfs der mehrfachen Veruntreuung, eventualiter des gewerbs-
mässigen betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage, soll der 
Beschuldigte von F.________ sel. ab deren Heimeintritt am 16. Februar 2015 über 
seine Ehefrau G.________ und ab dem 26. Mai 2015 per Generalvollmacht Zugriff 
auf das Konto von F.________ sel. bei der J.________(Unternehmen) erhalten 
haben, um deren finanzielle Geschäfte besorgen zu können. In der Zeit vom 
23. Februar 2015 bis am 13. September 2018 habe der Beschuldigte mittels 
Bankkarte der J.________ (Unternehmen), lautend auf F.________, und 
entsprechendem PIN-Code gesamthaft CHF 162'500.00 in bar an 
Geldausgabeautomaten bezogen. Die 103 Bezüge wurden in der Anklageschrift je 
einzeln aufgeführt. Weiter habe der Beschuldigte nach dem Tod von F.________ 
sel. am 28. September 2018 und am 2.  Oktober 2018 je CHF 1'000.00 bezogen 
und sich per 26. Oktober 2018 CHF 36'661.20 auf sein persönliches Konto bei der 
K.________ (Unternehmen) überweisen lassen. Diese Beträge – mit Ausnahme 
von Ausflugskosten in der Zeit von März 2015 bis September 2018 von gesamthaft 

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CHF 2'580.00 (monatlich CHF 60.00) und von weiteren CHF 6'961.10 (der im 
Erbschaftsinventar aufgenommene Saldo per Todestag von CHF 12'777.05 
abzüglich Todesfallkosten von CHF 5'815.95, welche über das Konto abgerechnet 
worden seien) – habe der Beschuldigte nicht im Interesse von F.________ sel. 
verwaltet und verwendet, sondern für eigene Zwecke verbraucht. Dies habe zu 
einem Schaden von CHF 191'620.10 zum Nachteil von F.________ sel. bzw. deren 
Erbmasse geführt (pag. 16 002 003). 

7.2 Unbestrittener und bestrittener Sachverhalt

7.2.1 F.________ sel. und ihr Verhältnis zu den Ehegatten AG.________

Das dem vorliegenden Strafverfahren zu Grunde liegende Verhältnis zwischen 
F.________ sel. und dem Beschuldigten sowie seiner Ehefrau ist – abgesehen von 
der später noch eingehend darzustellenden persönlichen Beziehung zwischen dem 
Beschuldigten und F.________ sel. – in weiten Teilen unbestritten. Soweit unbe-
stritten hat die Vorinstanz diesbezüglich ausgeführt, dass sich ca. im Jahre 2006 
zunächst die Herren L.________ sel., damals 85 Jahre alt, und der Beschuldigte, 
damals 48 Jahre alt, kennengelernt hätten, dies im Zusammenhang mit einem 
Schadenfall, den der bei der T.________(Versicherung) versicherte L.________ 
sel. und der dort angestellte Beschuldigte miteinander geregelt hätten. Daraus ha-
be sich offensichtlich rasch eine nähere Bekanntschaft entwickelt, die bald auch die 
jeweiligen Ehegattinnen miteinbezogen habe. Auf Vorschlag des Beschuldigten 
habe L.________ sel. seine Vermögenswerte aufgrund der anlässlich der Finanz-
krise von 2008 erlittenen Verluste zur K.________(Unternehmen) transferiert. Am 
21. Mai 2011 sei L.________ sel. verstorben. Aufgrund der Charakterisierung 
durch alle vier Befragten der 1924 geborenen F.________ sel. sei davon auszuge-
hen, dass diese sich ihrem Mann eher untergeordnet habe, aber eigentlich eine 
durchaus originelle und witzige bzw. sarkastische und wohl eher etwas spröde Frau 
gewesen sei, die Wert auf ihr Äusseres gelegt habe und sich das auch etwas habe 
kosten lassen. Sie sei als ________ (Beruf) oder ________ (Beruf) gut ausgebildet 
und zeitlebens berufstätig gewesen und habe nach dem Tod ihres Mannes und bis 
zu ihrem Schlaganfall ihre finanziellen Angelegenheiten trotz ihres fortgeschrittenen 
Alters selber erledigt (pag. 18 243 f.). Ab dem Heimeintritt von F.________ sel. im 
Februar 2015 hätten die Ehegatten AG.________ die gesamte Administration für 
sie erledigt, wobei es im «Innenverhältnis» der Beschuldigte gewesen sei, der sich 
um die finanziellen Angelegenheiten von F.________ sel. gekümmert habe. Dabei 
habe diese in einer ersten Phase aber weiterhin die Zahlungsaufträge selber unter-
zeichnet und auch den Kundenberater der K.________(Unternehmen), 
M.________, empfangen. Erst ab Juli 2017 habe der Beschuldigte – mit gewissen 
Ausnahmen – die Administration vollumfänglich selbständig erledigt. Unbestritten 
sei, dass der Beschuldigte, G.________ und F.________ sel. häufig Kontakt hatten 
und der Kontakt insbesondere zu G.________ eng gewesen ist (vgl. pag. 18 243 
ff., S. 68 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 

Auf diese Ausführungen der Vorinstanz zum grundsätzlich unbestrittenen Sachver-
halt kann vollumfänglich verwiesen werden. Anzufügen ist lediglich, dass der Be-
schuldigte sein persönliches Verhältnis zu F.________ sel. beschönigend – näm-
lich frei von Erwartungen auf geldwerte Zuwendungen – darstellte, worauf später 

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noch zurückzukommen sein wird. Festzustellen ist zudem, dass zwischen der Ver-
schiebung der gesamten Vermögenswerte von L.________ sel. sowie dessen 
Schadenfall, welchen der Beschuldigte damals als Mitarbeiter der 
T.________(Versicherung) regelte, eine Verflechtung bestand. Damit wurden die 
geschäftliche und private Beziehung zwischen dem Beschuldigten und L.________ 
sel. bereits zu diesem Zeitpunkt vermischt, was dazu führte, dass für den Beschul-
digten eine noch grössere Sorgfaltspflicht bestand, als ihn als ________(Beruf) oh-
nehin schon traf.

7.2.2 Die finanzielle Situation des Beschuldigten und seiner Ehefrau einerseits und von 
F.________ sel. andererseits

Die finanzielle Situation des Beschuldigten bzw. der Ehegatten AG.________ und 
F.________ sel. ist im Wesentlichen unbestritten. Während F.________ sel. als 
vermögend bezeichnet werden kann, war die finanzielle Situation des Beschuldig-
ten und seiner Ehefrau schon vor dem hier angeklagten Zeitraum angespannt. Der 
Beschuldigte und seine Ehefrau waren, zumindest für einen grossen Teil des hier 
fraglichen Zeitraums, finanziell von F.________ sel. abhängig. Vom Beschuldigten 
wird nicht bestritten, dass ohne die entsprechende Unterstützung ein Gang zum 
Sozialamt unumgänglich geworden wäre (pag. 05 001 010 Z. 326 ff.).

F.________ sel. hatte ein monatliches Renteneinkommen. Gemäss Berechnungen 
im Steuerinventar L.________ sel. verfügte sie per Todestag ihres Ehemannes zu-
dem über ein rechnerisches Vermögen von CHF 1'188'907.25 (pag. 07 003 045). 
Unter Berücksichtigung der Passiven ergibt sich ein Nachlassvermögen von 
F.________ sel. von insgesamt CHF 934'365.39 (pag. 04 001 287 ff.).

Demgegenüber deklarierten der Beschuldigte und seine Ehefrau im Jahr 2010 ein 
gemeinsames steuerbares Einkommen von CHF 84'000.00 (pag. 07 002 020). Im 
Jahre 2011 waren es dann noch knapp CHF 60'000 (pag. 07 002 047) und im Fol-
gejahr knapp CHF 53'000.00 (pag. 07 002 077). Ab 2013 belief sich das steuerbare 
Einkommen auf noch rund CHF 15'000 (pag. 07 002 096 oben) und pendelte sich 
dann bis und mit 2018 zwischen CHF 20'000.00 und 25'000.00 ein (z.B. pag. 07 
002 116 oder 211). In der Vergangenheit wurden mehrfach Kredite aufgenommen 
(so etwa am 11. August 2010 ein Privatkredit von CHF 30'000.00, pag. 07 102 001 
ff.). Zudem gewährte L.________ sel. dem Beschuldigten im Jahr 2010 ein Darle-
hen in Höhe von CHF 50'000.00 (pag. 05 001 007). Unklar ist in diesem Zusam-
menhang, ob der Beschuldigte und seine Ehefrau bzw. insbesondere der Beschul-
digte F.________ sel. über die finanzielle Lage in Kenntnis gesetzt hatte; darauf 
wird zurückzukommen sein. 

7.2.3 Die einzelnen, in der Anklageschrift aufgeführten Transaktionen

Unbestritten ist, dass es zu den in der Anklage aufgeführten Überweisungen und 
Abhebungen gekommen ist: Im Zeitraum vom 21. November 2012 bis 
am 1. November 2017 wurden Überweisungen ab dem Konto von F.________ sel. 
im Umfang von insgesamt CHF 152'000.00 gemacht. Im Zeitraum vom 23. Februar 
2015 bis am 13. September 2018 wurden zudem zahlreiche Abhebungen – unbe-
strittenermassen durch den Beschuldigten – im Umfang von CHF 162'500.00 ab 
dem Konto der J.________(Unternehmen) von F.________ sel., zwei weitere Be-

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züge nach deren Tod von je CHF 1'000.00 und eine Überweisung auf das persönli-
che Konto des Beschuldigten in Höhe von CHF 36'661.20 getätigt.

Bestritten ist in diesem Zusammenhang, was in Bezug auf die fraglichen Transakti-
onen vereinbart bzw. zwischen den Parteien besprochen worden war, insbesonde-
re, ob es sich um Darlehen oder Schenkungen handelte, ob eine Rückzahlung vor-
gesehen war oder nicht und falls ja, bis wann diese zu erfolgen hatte. Bestritten re-
sp. unklar ist weiter, ob F.________ sel. über die finanzielle Situation des Beschul-
digten und seiner Ehefrau in Kenntnis gesetzt wurde, ob sie über die Bargeldabhe-
bungen und Überweisungen vorab oder nachträglich informiert wurde und damit 
einverstanden war sowie inwiefern und insbesondere in welcher Höhe mit den frag-
lichen Beträgen auch Auslagen bzw. Ausgaben von F.________ sel. gedeckt wur-
den. 

8. Beweiswürdigung

8.1 Beweismittel

Der Kammer liegen zur Beurteilung des angeklagten Sachverhalts im Wesentlichen 
folgende Beweismittel vor: 

- Strafanzeige inkl. Beilagen von H.________ und I.________ vom 
18. Februar 2020 gegen den Beschuldigten und seine Ehefrau (pag. 04 001 
001 ff.; Beilagen teilweise überschneidend mit den von Amtes wegen ein-
geholten Unterlagen);

- Pflegedossier von F.________ sel. vom Alters- und Pflegeheim N.________ 
in E.________ (pag. 19 005 ff.); 

- Diverse Arztzeugnisse, so etwa ein Schreiben von Dr. med. O.________ 
vom 20. Dezember 2019 (pag. 04 001 318), der Heimärztin Dr. med. 
P.________ vom 29. Mai 2015 (pag. 07 056 010), des Heimarztes Dr. med. 
Q.________ an Notar R.________ vom 4. April 2017 (pag. 07 005 025) so-
wie an Herr S.________ vom Sozialdienst D.________ vom 30. Oktober 
2017 (pag. 07 005 025); 

- Unterlagen der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) betreffend 
F.________ sel. inkl. der Gefährdungsmeldung von H.________ und 
I.________ sowie dem Bericht von S.________ vom Sozialdienst 
D.________ vom 23. November 2017 (pag. 07 005 002 ff.; vgl. auch 
pag. 04 001 319 ff.); 

- Unterlagen zu diversen Konten von F.________ sel. resp. teilweise (noch) 
von ihr und ihrem Mann L.________ sel. (Heimkonto N.________ [pag. 07 
200 005 ff.], Konto J.________(Unternehmen) [pag. 07 080 001 ff.; vgl. 
auch Vollmacht für G.________ ab dem 2. Februar 2015 und Vollmacht für 
den Beschuldigten ab dem 12. Juni 2016, die von der Verteidigung einge-
reichten Auszüge auf pag. 15 002 007 ff.] sowie Konto 
K.________(Unternehmen) [pag. 07 050 004 ff.; vgl. auch pag. 04 001 016 
ff.; pag. 04 001 124 ff.);

11

- sämtliche Rechnungen der Stiftung N.________ für die Heimkosten von 
F.________ sel. (pag. 07 200 017 ff.);

- Steuerunterlagen von L.________ sel. und F.________ sel. der Jahre 2010 
bis 2018 (pag. 07 003 001 ff.; vgl. auch pag. 04 001 041 ff.);

- Steuerinventar Erbschaft L.________ sel. (pag. 04 001 281 ff.; vgl. auch 
pag. 07 003 045);

- Abänderungsvertag inkl. notarielle Beglaubigung betreffend Lebensversi-
cherung T.________ (Versicherung) (pag. 04 001 302 f.);

- letztwillige Verfügungen von F.________ sel. (pag. 04 001 304 ff.; pag. 04 
001 315 ff.);

- eine Patientenverfügung von F.________ sel. vom 17. Februar 2015 
(pag. 07 005 014 ff. und pag. 14 003 021 ff.), einen Vorsorgeauftrag von 
F.________ sel. vom 26. Mai 2015 (pag. 04 001 307 f.) sowie eine glei-
chentags datierte beglaubigte Generalvollmacht (04 001 309 f.);

- Schenkungsvertrag vom 3. Dezember 2015 (pag. 04 001 311 ff.);

- Steuerinventar Erbschaft F.________ sel. (pag. 04 001 287 ff.);

- handschriftliche Aufstellung des Beschuldigten der Überweisungen auf das 
Konto bei der K.________(Unternehmen) sowie die Bargeldbezüge ab dem 
Konto der J.________(Unternehmen) (pag. 05 001 016);

- diverse Unterlagen zu Konten und Krediten des Beschuldigten und seiner 
Ehefrau (K.________(Unternehmen), lautend auf den Beschuldigten 
[pag. 07 065 001 ff.], K.________(Unternehmen), lautend auf G.________ 
[pag. 07 070 001 ff.], U.________ (Bank), lautend auf den Beschuldigten 
[pag. 07 090 004 ff.).], V.________ (Bank), Privatkredit lautend auf den Be-
schuldigten [pag. 07 100 004 ff.] sowie W.________ (Unternehmen), Lea-
singkredit lautend auf den Beschuldigten [pag. 07 110 004 ff.]);

- Steuerunterlagen des Beschuldigten und seiner Ehefrau der Jahre 2010 bis 
2020 (pag. 07 002 001 ff.);

- Unterlagen betreffend das hängige Zivilverfahren CIV ________ zwischen 
dem Beschuldigten und seiner Ehefrau einerseits sowie H.________ und 
I.________ andererseits (pag. 19 143 ff.);

- eingereichte Fotografie von F.________ sel. und G.________ (pag. 19 456 
f.).

Neu hinzu kommen die von der Verteidigung namens des Beschuldigten einge-
reichten Beweismittel anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung. Wie bereits 
unter Ziff. 3 hiervor erwähnt, handelt es sich dabei um Unterlagen aus dem (lau-
fenden bzw. sistierten) Zivilverfahren zwischen dem Beschuldigten und seiner Ehe-
frau einerseits sowie H.________ und I.________ andererseits, konkret um einen 
Entwurf einer Saldovereinbarung zwischen den Parteien sowie Auszüge aus einem 
E-Mailverkehr zwischen Rechtsanwalt B.________ als Vertreter des Beschuldigten 
und seiner Ehefrau und Fürsprecher X.________ als Vertreter der gegnerischen 

12

Partei (pag. 19 519 ff.). Bereits an dieser Stelle ist dazu festzuhalten, dass die ent-
worfene Saldovereinbarung nicht zu belegen vermag, was die Absicht des Be-
schuldigten im angeklagten Zeitraum war, sondern lediglich, was seine Absicht 
heute ist. Der wirkliche Wille des Beschuldigten zum Tatzeitpunkt lässt sich daraus 
nicht ableiten, weshalb die eingereichten Unterlagen nichts zur Beweiswürdigung 
beizutragen vermögen.

Im Laufe des Verfahrens wurden sodann verschiedene Personen befragt: Die 
Staatsanwaltschaft befragte den Beschuldigten am 23. Juli 2020 und am 19. Mai 
2021 (pag. 05 001 001 ff.; pag. 05 001 017 ff.), dessen Ehefrau, G.________, am 
3. Dezember 2020 und am 15. Juni 2021 (pag. 05 002 001 ff.; pag. 05 002 0018 ff.) 
sowie H.________ am 19. November 2020 (pag. 05 003 001 ff.). Die Vorinstanz 
vernahm an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung den Beschuldigten (pag. 18 
124 ff.), H.________ (pag. 18 115 ff.) und M.________ (pag. 18 106 ff.). Auch an-
lässlich der Berufungsverhandlung wurde der Beschuldigte nochmals ergänzend 
zur Person und zur Sache befragt (pag. 19 489 ff.). 

Die Vorinstanz listete die sich in den Akten befindlichen Beweismittel vollständig 
auf und stellte diese umfassend dar; darauf kann vollumfänglich verwiesen werden 
(pag. 18 188 ff., S. 13 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Es wird darauf 
verzichtet, die neu hinzugekommenen Beweismittel an dieser Stelle zusammenge-
fasst wiederzugeben; sofern von Relevanz, wird darauf direkt im Rahmen der nach-
folgenden Beweiswürdigung eingegangen.

8.2 Konkrete Würdigung

8.2.1 Aussagen des Beschuldigten

Zu den Aussagen des Beschuldigten erwog die Vorinstanz Folgendes (pag. 18 
242, S. 67 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

Bezüglich der Glaubhaftigkeit der Aussagen der befragten Personen erachtet das Gericht, lässt man 
die Frage der Gründe für die Geldbezüge ausser Acht, zunächst die Aussagen von A.________ 
durchaus als glaubhaft und stellt darauf ab, wenn es um seine Schilderungen des äusseren Sachver-
haltes geht, d.h. die Jahre, seit sich die Ehegatten FL.________ und die Ehegatten AG.________ 
kennenlernten, über den Tod von L.________ und die damit einhergehenden praktischen Verände-
rungen sowie die Zeit ab dem Heimeintritt und bis zum Tod von F.________. Seine diesbezüglichen 
Aussagen finden denn auch ihre Entsprechung in denjenigen von G.________, aber auch von 
H.________ und M.________ sowie teilweise auch den schriftlichen Unterlagen, den notariell beglau-
bigten Urkunden oder den Kontoauszügen. Hingegen sind seine Aussagen zu seinem Verhältnis zu 
F.________ bzw. schon vorher zu den Ehegatten FL.________ und vor allem zum Hintergrund der 
Geldbezüge teilweise unvollständig, beschönigend oder es handelt sich auch um eigentliche Schutz-
behauptungen, worauf noch einzugehen sein wird.

Diese Einschätzung ist zutreffend. Der Beschuldigte schilderte einerseits diejenigen 
Umstände des äusseren Sachverhalts glaubhaft, welche sich gestützt auf die ob-
jektiven Beweismittel nachvollziehen lassen. Andererseits erweisen sich seine Aus-
führungen zu den Überweisungen und Barbezügen als unvollständig und beschö-
nigend. 

13

Der Beschuldigte legte zwar unumwunden dar, dass seine Ehefrau und er von 
F.________ sel. ab dem Jahr 2012/2013 unterstützt worden seien, als sich sein 
Einkommen massiv reduziert habe (pag. 05 001 006 Z. 203 ff.). Auch legte er offen, 
dass F.________ sel. seiner Ehefrau und ihm die Gelder zur Verfügung gestellt 
hatte, damit sie ihr Leben hätten weiterleben können (pag. 05 001 023 Z. 210 ff.), 
seine Ehefrau und er von der finanziellen Unterstützung von F.________ sel. ab-
hängig gewesen seien (pag. 05 001 027 Z. 357 f.) und sie ohne dieses Geld aufs 
Sozialamt hätten gehen müssen (pag. 05 001 030 Z. 472 ff.). 

Den Umfang der durch F.________ sel. gewährten finanziellen Unterstützung stell-
te der Beschuldigte anlässlich seiner ersten Einvernahme bei der Staatsanwalt-
schaft vom 23. Juli 2020 in einer ersten Phase indes erheblich kleiner dar, als sie 
tatsächlich war und letztlich unbestrittenermassen festgestellt werden konnte: So 
gab der Beschuldigte neben der – nicht angeklagten – Schenkung von F.________ 
sel. an G.________ über CHF 50'000.00 im Jahr 2015 an, sie hätten «ein weiteres 
Mal CHF 10'000.00» und «auch Mal Geld für die Ferien» erhalten. Darüber hinaus 
habe F.________ sel. ihnen «monatlich eine Entlöhnung für unsere Leistungen be-
zahlt, das waren mal CHF 1'000.000, mal [CHF] 2'000.00 pro Monat» (pag. 05 001 
007 Z. 218 ff.). Die (sinngemässe) Frage, ob es sonst noch weitere Unterstützung 
durch F.________ sel. gegeben habe, verneinte der Beschuldigte (pag. 05 001 007 
Z. 228 f.). Demgegenüber steht der deutlich höhere Umfang der tatsächlich erhal-
tenen finanziellen Unterstützung des Beschuldigten und seiner Ehefrau durch 
F.________ sel., wovon das – nicht den ganzen Geldfluss umfassende – Total der 
angeklagten Überweisungen und Bargeldbezüge etwas mehr als CHF 340'000.00 
beträgt. Im Laufe der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 23. Juli 2020 leg-
te der Beschuldigte dar, mehr Geld von F.________ sel. bezogen zu haben und 
reichte eine handschriftliche Auflistung der (von F.________ sel. bezogenen) 
Überweisungen und Bargeldbezüge ein, die summiert (CHF 183'000.00) etwas 
mehr als die Hälfte des letztlich festgestellten und angeklagten Betrags ergaben 
(pag. 05 001 016). Bei dieser Aufstellung fällt auf, dass sämtliche «kleineren» Be-
züge im Umfang von CHF 500.00 resp. CHF 1'000.00, welche der Beschuldigte – 
letzten Endes unbestrittenermassen – insgesamt 92 Mal zwischen dem 19. März 
2015 und dem 13. September 2018 vom Konto von F.________ sel. bei der 
J.________(Unternehmen) getätigt hatte, total ausmachend CHF 89'500.00, nicht 
enthalten sind. Auch seine damalige Aussage gegenüber der Staatsanwaltschaft, 
er habe bis Ende 2015 bis auf die Schenkung von CHF 50'000.00 – kein Geld mehr 
von F.________ sel. erhalten, obschon er im Jahr 2015 von ihrem Konto bei der 
J.________(Unternehmen) 25 Barbezüge über jeweils CHF 1'000.00 getätigt hatte, 
lässt erkennen, dass er diese «kleineren» Bezüge gegenüber der Strafverfol-
gungsbehörde ursprünglich nicht offenlegen wollte. Seine vor der Vorinstanz in die-
sem Zusammenhang abgegebene Erklärung, wonach er die erwähnte Frage der 
Staatsanwaltschaft vielleicht falsch verstanden habe (pag. 18 134 Z. 380 f.), ist je-
denfalls nicht überzeugend und als Schutzbehauptung zu taxieren. 

Obschon der Beschuldigte die «kleineren» Bezüge von sich aus nicht darlegte, 
sprach er wie bereits dargelegt von einer monatlichen Entlöhnung, die seine Ehe-
frau und er von F.________ sel. für ihre Leistungen erhalten hätten (pag. 05 001 
007 Z. 224). Abgesehen davon, dass diese Sichtweise namentlich im notariell auf-

14

gesetzten Vorsorgeauftrag keine entsprechende Grundlage (pag. 04 001 307 ff.) 
findet – was gegebenenfalls zu erwarten gewesen wäre – steht diese Aussage im 
Widerspruch zur übrigen Darstellung des Beschuldigten bezüglich seiner persönli-
chen Beziehung zu F.________ sel. («Wir haben sie bei uns aufgenommen wie ein 
Familienmitglied. Sie hat beispielsweise Weihnachten bei uns mit meiner Familie 
verbracht. Sie war für uns wie ein Mutterersatz, ich habe meine Mutter schon früh 
verloren, Frau FL.________ hat mich sehr an meine Mutter erinnert», pag. 05 001 
003 Z. 95 ff.), zumal bei einer mit einer familiären Verbindung vergleichbaren 
freundschaftlichen Beziehung weder sprachlich noch inhaltlich an zu «entlöhnende 
Leistungen» zu denken wäre.

Als der Beschuldigte bei seiner ersten Einvernahme am 23. Juli 2020 gefragt wur-
de, was er zum Vorwurf des unrechtmässigen Geldbezugs sage, führte er Folgen-
des aus: «Ich gebe es zu, wir haben Geld abgezwackt, aber sie hat uns unter-
stützt» (pag. 05 001 013 Z. 460 ff.). Der Umstand, dass er diese Aussage gegen 
Ende seiner ersten Einvernahme tätigte, deutet nach Auffassung der Kammer dar-
auf hin, dass er dabei wohl an die bis dahin nicht dargelegten kleineren Bezüge 
gedacht haben dürfte. In der zweiten Einvernahme am 19. Mai 2021 wurde diese 
Aussage dem Beschuldigten vorgehalten, worauf er ausführte, dies sei ein guter 
Ausdruck, er habe Geld von ihrem Konto abgezogen, sie hätten eine Verfügung 
über das Konto gehabt und mit der Karte habe er Geld abgehoben. Das Geld sei 
für die gemeinsamen Angelegenheiten seiner Ehefrau und ihm abgehoben worden. 
Er habe damit aber auch Sachen für die Belange von F.________ sel. abgehoben» 
(pag. 05 001 021 Z. 151 ff.). Damit bestätigte der Beschuldigte nicht nur, dass er 
die fraglichen Geldbezüge vom Konto der J.________(Unternehmen) von 
F.________ sel. getätigt hatte, sondern auch, dass die abgehobenen Mittel weder 
in Absprache mit F.________ sel. noch in ihrem Sinne verwendet wurden. Auch 
wenn der Beschuldigte im Widerspruch dazu an seiner ersten Einvernahme aus-
führte, er habe F.________ sel. immer zuerst gefragt, ob er das Geld abheben 
könne bzw. ihr auf den Kontoauszügen auch die Barbezüge gezeigt und ihr erklärt 
habe, wofür er das Geld verwendet habe (pag. 05 001 011 Z. 362 ff.), ist ange-
sichts der hiervor wiedergegebenen Bestätigung seiner Aussage im Rahmen der 
zweiten Einvernahme und des Hinweises, dass «Abzwacken» ein guter Ausdruck 
sei, nicht davon auszugehen, dass der Beschuldigte seine Aussagen nicht wörtlich 
gemeint haben könnte. Daran ändert auch die erstmalige Aussage des Beschuldig-
ten anlässlich der erstinstanzlichen Verhandlung nichts, wo er erstmals ausführte, 
F.________ sel. habe gesagt, er könne Geld abzwacken, da sie ja genug habe 
(pag. 18 137 Z. 475 ff.). Vorab dürfte es dem Beschuldigten bereits in der Vorun-
tersuchung in den Sinn gekommen sein, wenn dieser Begriff tatsächlich von 
F.________ sel. selber verwendet worden wäre. Weiter verwendete er in seiner 
ersten Einvernahme den Ausdruck «Zugeben», was inhaltlich kaum Sinn ergeben 
würde, wenn das «Abzwacken» nicht mit Wissen von F.________ sel. geschehen 
wäre, zumal er bei seinem Zugeständnis bei der Staatsanwaltschaft offenbar auch 
von seinen Emotionen überwältigt wurde (pag. 05 001 013 Z. 460: «Verbal: Der 
Beschuldigte weint.»). Sodann konnte der Beschuldigte auch keine nachvollziehba-
re Erklärung dafür abgeben, weshalb er H.________ gegenüber im Jahr 2017 an-
gab, dass sich bei den Finanzen von F.________ sel. die Einnahmen und Ausga-

15

ben in etwa in Waage halten würden, zumal er bestätigte, dass von den Konti bei 
der K.________(Unternehmen) insgesamt CHF 370'000.00 auf das Konto von 
F.________ sel. bei der J.________(Unternehmen) abflossen (vgl. pag. 18 135 
Z. 434 ff.).

Anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung konnte sich die Kammer ein eigenes 
Bild vom Beschuldigten machen. Dieser erschien grundsätzlich korrekt und nicht 
unehrlich. Als unglaubhaft erweisen sich seine Aussagen jedoch dort, wo es um in-
nere Absichten ging. So wurde der Beschuldigte im Zusammenhang mit dem Auf-
trag der KESB, der von H.________ und I.________ im Zusammenhang mit der 
Betreuung des Beschuldigten für F.________ sel. in Auftrag gegeben wurde, be-
fragt. Konkret machte der Beschuldigte geltend, nie etwas vom Ausgang dieses 
Verfahrens erfahren bzw. keine Kenntnis vom Abschlussbericht gehabt zu haben. 
Daraufhin angesprochen, wieso er sich nicht danach erkundigt hatte, obwohl er 
sich von H.________ und I.________ angeklagt gefühlt hatte, führte der Beschul-
digte sinngemäss aus, kein Interesse am Ausgang dieses Verfahrens gehabt zu 
haben (pag. 19 498 ff. Z. 22 ff.), was der Kammer unglaubhaft erscheint. Gleich 
verhält es sich mit der verneinenden Antwort des Beschuldigten anlässlich der obe-
rinstanzlichen Einvernahme, wonach er sich nie überlegt habe, dass er möglicher-
weise im Rahmen der Erbteilung betreffend Nachlass von F.________ sel. Re-
chenschaft über die bezogenen Gelder ablegen müsse (pag. 19 507 Z. 24 ff.). Vor 
dem Hintergrund, dass der Beschuldigte über einen Abschluss als ________(Be-
ruf) verfügt und sich damit einhergehend mit Dokumentationspflichten auskennt, 
erscheint unglaubhaft, dass er sich zu keinem Zeitpunkt Gedanken darüber ge-
macht hatte, dass eine fehlende, saubere und lückenlose Dokumentierung später 
zu Schwierigkeiten führen könnte.

Schliesslich erwecken die Aussagen des Beschuldigten im gesamten Verfahren 
den Eindruck, dass er das Gefühl hatte, zumindest gewissermassen einen (morali-
schen) Anspruch auf das Geld von F.________ sel. gehabt zu haben (oder immer-
hin auf eine konstante Unterstützung resp. im bisherigen Ausmass), zumal er offen 
zu erkennen gab, dass er dies als Gegenleistung für die von seiner Ehefrau und 
ihm geleistete Betreuung von F.________ sel. (pag. 05 001 007 Z. 224 ff.) resp. als 
«geschenkter» finanzieller Ausgleich der von ihnen geleisteten Hilfe (pag. 05 001 
022 Z. 167 f.) betrachtete und somit eben wohl auch erwartete. Darüber hinaus 
scheint der Beschuldigte auch eine Art innere Überzeugung (gehabt) zu haben, 
dass seiner Ehefrau und ihm das gesamte Vermögen von F.________ sel. zusteht, 
da er erstens aussagte, die von ihnen erhaltenen Leistungen würden die ebenfalls 
begünstigten H.________ und I.________ nichts angehen (weshalb diese bei der 
Testamentseröffnung auf Frage nicht offengelegt worden seien, pag. 05 001 032 
Z. 551 ff.), und es zweitens als «perfid» und «kurlige Situation» bezeichnete, dass 
die erwähnten Verwandten von F.________ sel. ebenfalls als Erben eingesetzt 
worden waren (pag. 005 001 032 Z. 674 ff.). Diese sonderbare Auffassung des Be-
schuldigten lässt sich allenfalls damit erklären, dass F.________ sel. ursprünglich 
ihr gesamtes Vermögen der Y.________ testamentarisch vermachen wollte, worauf 
sie – offenbar auf Anregung des Beschuldigten hin – ihr Testament geändert und 
(vorerst) die Ehefrau des Beschuldigten sowie drei Familienmitglieder begünstigen 
wollte (vgl. die Ausführungen von Rechtsanwalt Z.________ in der Klageantwort 

16

vom 16. Oktober 2019 in den beigezogenen Akten des Zivilverfahren CIV  
________ zwischen G.________ und dem Beschuldigten einerseits und 
H.________ und I.________ andererseits, pag. 19 196).

8.2.2 Aussagen von G.________

Die Vorinstanz hielt in Bezug auf die Aussagen von G.________ Folgendes fest 
(pag. 18 242, S. 67 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

G.________ erteilte ausführliche Auskünfte, wenn es um das Rahmengeschehen und das persönli-
che Verhältnis von ihr und ihrem Mann zu F.________ ging. Auch ihre Angaben stimmen diesbezüg-
lich nicht nur mit denjenigen ihres Mannes, sondern auch der anderen befragten Personen und soweit 
gegeben mit den Unterlagen überein und können insoweit als glaubhaft bezeichnet werden. Aufgrund 
ihrer Ehe mit dem Beschuldigten A.________ werden die Aussagen von G.________ allerdings bloss 
vereinzelt beigezogen und – mit wenigen Ausnahmen – dann, wenn sie die Angaben von A.________ 
bestätigen. Wenn es hingegen um finanzielle Fragen ging, konnte oder wollte G.________ sich nicht 
erinnern bzw. erklärte, dass sie damit nichts zu tun gehabt habe und dazu keine Auskünfte erteilen 
könne. Es kann offengelassen werden, ob das glaubhaft ist, nachdem die Staatsanwaltschaft das Ver-
fahren gegen sie eingestellt hat. 

Diesen Ausführungen kann sich die Kammer grundsätzlich anschliessen. Anzu-
merken ist vorab, dass G.________ als in diesem Verfahren ehemals selber Be-
schuldigte, Ehefrau des Beschuldigten und von F.________ sel. eingesetzte Erbin 
nicht gänzlich neutral ist bzw. ein eigenes Interesse am Ausgang des Verfahrens 
hatte. Dies vermag ihre Aussagen aber nicht per se in Frage zu stellen, sondern ist 
im Rahmen der Würdigung zu berücksichtigen. G.________ wurde zwei Mal ein-
vernommen und machte hierbei gleichbleibende, im Wesentlichen glaubhafte Aus-
sagen. Sie vermochte jedoch zum Kerngeschehen weder belastende noch entlas-
tende Aussagen tätigen, weshalb ihre Aussagen zur Klärung der beweisrelevanten 
Fragen nur bedingt beizutragen vermögen. Aus ihren Aussagen geht im Wesentli-
chen lediglich hervor, dass finanzielle Angelegenheiten – generell und auch in Be-
zug auf F.________ sel. – von ihrem Mann erledigt wurden.

8.2.3 Aussagen von H.________

Auch hinsichtlich der Aussagen von H.________ kann sich die Kammer vorab den 
Ausführungen der Vorinstanz anschliessen (pag. 18 242, S. 67 der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung):

H.________ wiederum hat – wie auch die Ehegatten AG.________ – aufgrund seiner Beteiligung an 
der Erbengemeinschaft F.________ bzw. im Zusammenhang mit dem hängigen Zivilverfahren betref-
fend den Nachlass von F.________ offensichtlich ein erhebliches persönliches Interesse am Ausgang 
des vorliegenden Strafverfahrens. Seine Aussagen können daher nicht a priori als neutral bezeichnet 
werden. Festzuhalten ist aber auch, dass er bei der Staatsanwaltschaft als auch beim Gericht kon-
stant und übereinstimmend ausgesagt hat und seine Angaben detailreich sind und diverse Anekdoten 
enthalten, die sich zwanglos in die Darstellung des Sachverhaltes durch die anderen befragten Per-
sonen einordnen lassen. Offensichtlich schildert er die Geschehnisse so, wie sie seinem subjektiven 
Empfinden entsprechen. Er macht die Ehegatten AG.________ bzw. A.________ denn auch nicht 
schlecht, sondern räumt durchaus ein, dass sich diese während Jahren gut um F.________ geküm-
mert hatten. Zwar dürfte H.________ es beim Heimeintritt von F.________ ein wenig empfunden ha-
ben, dass diese nicht ihn und damit ein Familienmitglied, sondern die Ehegatten AG.________ be-

17

vollmächtigt hatte. Offensichtlich arrangierte er sich aber dann rasch damit bzw. war offenbar sogar 
eher froh darüber, zumal sein Verhältnis zu F.________ eigenen Angaben gemäss letztlich nicht allzu 
eng war. Erst rund 2½ Jahre später wurde er dann zusammen mit seiner Cousine I.________ wieder 
aktiv, als er die offenbar teilweise wenig schmeichelhaften Aussagen von F.________ bezüglich 
A.________ mit dem ihm neu zur Kenntnis gebrachten Umstand, dass diese recht vermögend war, 
zusammenbrachte. Das Gericht stellt deswegen insgesamt auf die Aussagen von H.________ ab.

Ergänzend bzw. teilweise wiederholend ist festzuhalten, dass auch H.________ – 
als mit Anteil 1/4 eingesetzter Erbe – ein erhebliches Interesse am Ausgang des 
vorliegenden Strafverfahrens hatte und demzufolge ebenfalls nicht als neutraler 
Zeuge betrachtet werden kann. Er schilderte den Sachverhalt im Rahmen seiner 
zwei Einvernahmen allerdings gleichbleibend und mit einigen speziellen Details, 
wenn auch etwas subjektiv gefärbt. So ergibt sich aus seinen Aussagen klar, dass 
er (jedenfalls mittlerweile) nicht mehr viel vom Beschuldigten und G.________ hält. 
Dennoch belastete er sie bzw. insbesondere den Beschuldigten mit seinen Aussa-
gen nicht übermässig. So sagte er auf entsprechende Frage hin aus, dass sie nie 
daran gehindert worden seien, F.________ sel. zu besuchen und betonte mehr-
fach, dass sich der Beschuldigte und G.________ über längere Zeit gut um 
F.________ sel. gekümmert hätten und dass dies für ihn in Ordnung gewesen sei. 
Aufgrund seiner Aussagen entsteht gar der Eindruck, dass er gewissermassen froh 
über diese «Drittbetreuung» war. Weiter sagte H.________ aus, er habe den Be-
schuldigten «eigentlich gar nicht so schlimm gefunden», dieser sei ein ________ 
(Beruf) gewesen, der gewusst habe, wie man spreche und sich benehme. Dass er 
dieser Auffassung war, ergibt sich auch aus seinen übrigen Aussagen und dem von 
ihm geschilderten eigenen Verhalten im Zusammenhang mit F.________ sel. So 
liess er den Beschuldigten über längere Zeit gewähren, obwohl er eigenen Anga-
ben zufolge mehrfach einschlägige Gespräche mit F.________ sel. hatte. Er fand 
ihn offenbar wirklich «gar nicht so schlimm». Betreffend G.________ ist ihm zwar 
ein negatives Erlebnis in Erinnerung geblieben, er schilderte aber, dass insbeson-
dere auch sie ein nahes Verhältnis zu F.________ sel. gehabt habe. H.________ 
gab indes auch einige Aussagen zu Protokoll, welche den Beschuldigten belasten. 
So etwa, dass ihm F.________ sel. sinngemäss gesagt habe, der Beschuldigte sei 
nur auf ihr Geld aus (Handzeichen für Geld, Ferien auf ihre Kosten etc.) bzw. sie 
habe ihn «geerbt» von ihrem Mann, was auch nicht sonderlich schmeichelhaft ist. 
Wie nachfolgend zu zeigen sein wird, ist nicht auszuschliessen, dass F.________ 
sel. effektiv solche Aussagen gemacht hatte. Wie die Verteidigung oberinstanzlich 
jedoch zu Recht ausführte, ist gut möglich, dass F.________ sel. gegenüber den 
verschiedenen Beteiligten jeweils das gesagt hatte, was diese hören wollten 
(pag. 19516). Zu berücksichtigen ist jedoch auch, dass H.________ den Beschul-
digten bzw. dessen Ehefrau noch erheblich schwerer hätte belasten können, wenn 
er etwas hätte erfinden wollen. Zudem wäre in diesem Zusammenhang wohl auch 
davon auszugehen, dass er viel früher reagiert bzw. Strafanzeige eingereicht hätte. 
Insgesamt können seine Aussagen bei der Staatsanwaltschaft bzw. vor der Vor-
instanz als glaubhaft erachtet werden. 

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8.2.4 Aussagen von M.________

Die Vorinstanz hielt zu den Aussagen von M.________ Folgendes fest (pag. 18 
243, S. 68 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

Schliesslich ist noch kurz auf M.________ einzugehen, der relativ ausführliche, detailreiche und spon-
tane Aussagen gemacht und Wissenslücken offen eingeräumt hat. Es ist auch nicht ersichtlich, wel-
ches Interesse M.________ als Kundenberater der Vermögensverwalterin K.________(Unternehmen) 
von F.________ daran gehabt hätte, falsche oder zu Gunsten oder zu Lasten von A.________ oder 
F.________ angepasste Aussagen zu machen. Dessen Angaben erscheinen daher insgesamt glaub-
haft und es kann darauf abgestellt werden.

Dieser Ansicht schliesst sich die Kammer vollumfänglich an. Aus den Aussagen 
von M.________ können keine entscheidenden Schlüsse gezogen werden. Sie wa-
ren – auch wenn es sich um einen ehemaligen Arbeitskollegen des Beschuldigten 
bei der K.________(Unternehmen) handelte – neutral und nicht auffällig beschöni-
gend. M.________ schilderte den Sachverhalt nachvollziehbar und aus relativ neu-
traler Position. So gab er etwa an, dass F.________ sel. für ihn unnahbar gewesen 
sei, es mit ihrer Gesundheit dann schon schlechter geworden sei bzw. sich ihr Ge-
sundheitszustand verändert habe (wobei sie einfach verlangsamt gewesen sei), sie 
sich gemessen am Volksdurchschnitt wohl eher weniger in Geldfragen ausgekannt 
habe, ihr Geld eher zusammengehalten habe, in Bezug auf den Beschuldigten und 
dessen Ehefrau aber grosszügig gewesen sei. Am Anfang habe sie den normalen 
Zahlungsverkehr wohl schon noch selber durchführen können, gegen Schluss aber 
nicht mehr. Im Jahr 2018 sei er nicht mehr bei ihr gewesen (pag. 18 108 ff. Z. 78 
ff.). Die Kammer sieht keinen Anlass, nicht auf die Aussagen von M.________ ab-
zustellen.

8.2.5 Zum Verhältnis zwischen dem Beschuldigten und F.________

Die Beziehung des Beschuldigten und seiner Ehefrau zu F.________ sel. wurde 
grundsätzlich bereits im Rahmen des unbestrittenen Sachverhalts dargestellt. 

Der Beschuldigte betonte im vorliegenden Verfahren mehrfach, dass er mit 
F.________ sel. immer im besten Einvernehmen gestanden habe und erklärte, die-
se sei wie eine Mutter für ihn gewesen (zuletzt an der oberinstanzlichen Verhand-
lung, vgl. pag. 19 490 Z. 2 ff.). Diese Aussage hatte er offensichtlich auch gegenü-
ber H.________ gemacht, der in diesem Zusammenhang glaubhaft aussagte, dass 
er F.________ sel. einmal auf diese Bemerkung angesprochen habe, worauf sie 
mit der Hand das Zeichen für Geld gemacht habe. Nicht nur gestützt auf diesen 
Umstand, sondern auch auf weitere Hinweise in den Akten geht die Kammer davon 
aus, dass der Beschuldigte das persönliche Verhältnis zwischen ihm und 
F.________ sel. beschönigte bzw. die beiden sich persönlich doch weniger nahe 
standen, als der Beschuldigte geltend machte. Die Vorinstanz wich insofern zutref-
fend von der Darstellung des Beschuldigten ab, als dass sie (auch) pekuniäre Moti-
ve beim Beschuldigten im Zusammenhang mit seiner Beziehung zu F.________ 
sel. erblickte und erwog, dieser habe aufgrund der guten finanziellen Verhältnisse 
von F.________ sel. mehr in diese Beziehung investiert, als er es getan hätte, 
wenn F.________ sel. mittellos gewesen wäre, was F.________ sel. jedoch durch-
aus bewusst gewesen sei. Zumindest zeigen die von H.________ geschilderte 

19

Bemerkung von F.________ sel. (Handzeichen für Geld) sowie die von ihm er-
wähnten Bezeichnungen des Beschuldigten als «________» sowie «________» 
auch auf, dass F.________ sel. sich hinsichtlich Zuwendung/Unterstützung durch 
den Beschuldigten keinen Illusionen hingab. Auch sie bezeichnete den Beschuldig-
ten offenbar zeitweise als «Finanzminister». Letztlich fielen aber auch die Aussa-
gen des Beschuldigten etwas widersprüchlich aus, wenn er zwar betonte, 
F.________ sel. sei für ihn wie eine Mutter gewesen, für seine Dienste aber gleich-
zeitig eine Art monatliche Entschädigung resp. Abgeltung von CHF 1'000.00 bis 
CHF 2'000.00 entgegennahm resp. wohl auch etwas erwartete, was das angeblich 
mütterliche Verhältnis erheblich relativiert. Schliesslich gab auch der Beschuldigte 
zu Protokoll, dass insbesondere seine Frau ein besonders enges Verhältnis zu 
F.________ sel. gehabt habe.

Die Vorinstanz hielt in diesem Zusammenhang zu Recht fest, dass die beiden 
Frauen offensichtlich einen Draht zueinander gefunden und sich gemocht hätten. 
Dies ergibt sich sowohl aus den Aussagen des Beschuldigten als auch aus den 
Aussagen von G.________. Auch die aktenkundigen Unterlagen zeigen ein relativ 
klares Bild: So räumte F.________ sel. im Februar 2015 zunächst G.________ ei-
ne Vollmacht über das Konto bei der J.________(Unternehmen) ein und nannte sie 
in ihrem Vorsorgeauftrag an erster Stelle, dies, obwohl sich gemäss übereinstim-
menden Aussagen der Beschuldigte um die finanziellen Angelegenheiten kümmer-
te. Darüber hinaus wurde G.________ im Rahmen der Lebensversicherung be-
günstigt (Leibrente) und bereits einige Zeit vor dem Beschuldigten als Erbin einge-
setzt. Gemäss den zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz realisierte 
F.________ sel. aber auch, dass sie die Bekanntschaft mit G.________ nicht unter 
Ausschluss des Beschuldigten hätte pflegen können, weshalb sie sich damit abge-
funden und durchaus auch ihre Vorteile daraus gezogen hatte. Da aber 
F.________ sel. – wie erwähnt – vermutlich durchaus realisiert hatte, worauf die 
«Zuneigung» des Beschuldigten ihr gegenüber basierte, ging die Vorinstanz nach 
Auffassung der Kammer zu Recht davon aus, dass sich F.________ sel. die Auf-
merksamkeit des Beschuldigten teilweise auch bewusst erkauft hatte (pag. 18 244, 
S. 69 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung), zumal auch dem Bericht der KESB 
zu entnehmen ist, dass der Beschuldigte und seine Ehefrau für F.________ sel. 
insbesondere auch ein Zeitvertrieb waren (pag. 07 005 020). 

Angesichts der unbestrittenen finanziellen Abhängigkeit des Beschuldigten und 
seiner Ehefrau von F.________ sel. liegt es auf der Hand, dass der Geldfluss von 
F.________ sel. zu diesen beiden (zumindest mit der Zeit) ein konstanter und wich-
tiger Bestandteil der Beziehung zwischen F.________ sel. und dem Beschuldigten 
darstellte, zumal der Beschuldigte für die finanziellen Angelegenheiten von sich 
und seiner Ehefrau verantwortlich und zuständig war. Vor diesem Hintergrund er-
staunt es nicht, dass der Beschuldigte im Laufe der Zeit mit dieser finanziellen Un-
terstützung weiterhin rechnete und diese in einem gewissen Sinne wohl auch et-
was erwartete, zumal die Alternative der offensichtlich unangenehme Gang zum 
Sozialamt gewesen wäre. An dieser Stelle ist nochmals darauf hinzuweisen, dass 
damit auch immer wie mehr eine Verflechtung von Beruflichem und Privatem beim 
Beschuldigten vorlag, zumal der Ursprung dieser Bekanntschaft darin fusste, dass 
der Beschuldigte als ________ (Beruf) den Ehemann von F.________ sel. zuerst 

20

im Rahmen eines Schadensfalles kennenlernte und anschliessend in finanziellen 
Belangen beriet. Damit einhergehend traf den Beschuldigten in Bezug auf die fi-
nanziellen Angelegenheiten von F.________ sel. eine noch grössere Sorgfalts-
pflicht, als er sie von Berufes wegen ohnehin schon hatte.

8.2.6 Zum hypothetischen Willen von F.________ sel. betreffend Transaktionen

8.2.6.1 Vorbemerkungen

Die Vorinstanz wies zu Recht darauf hin, dass F.________ sel. aus strafrechtlicher 
Sicht grundsätzlich nach Belieben über die in der Anklageschrift aufgeführten Gel-
der, welche sich in ihrem Eigentum befanden, verfügen konnte und es in ihrem Be-
lieben stand, dem Beschuldigten und seiner Ehefrau unter verschiedenen Titeln 
Geld zukommen zu lassen, sofern dies gewünscht war. Für die Beantwortung der 
Frage, ob die unbestrittenen Geldflüsse von F.________ sel. tatsächlich so gewollt 
waren, prüfte die Vorinstanz eingehend das hypothetische Wissen und den hypo-
thetischen Willen von F.________ sel. in Bezug auf die angeklagten Geldflüsse vor 
und während ihres Aufenthalts im Altersheim N.________. Diese chronologische 
Vorgehensweise erweist sich als zielführend, weshalb sie im Rahmen der nachfol-
genden Prüfung ebenfalls beibehalten wird.

8.2.6.2 Bis zum Heimantritt im Jahr 2015

Die Vorinstanz erwog in zutreffender Weise, dass sich aus den Akten keine Hin-
weise ergeben würden, wonach die von F.________ sel. bis zu ihrem Schlaganfall 
und Heimeintritt getätigten finanziellen Verfügungen nicht ihrem Willen entsprochen 
hätten, zumal sie die Zahlungen selber erledigte, namentlich sämtliche Zahlungs-
aufträge eigenhändig (mit «________» oder «________») unterzeichnete (siehe 
dazu pag. 007 083 096, 099, 100, 106 [wobei hier der über CHF 10'962.10 lauten-
de Zahlungsauftrag zwar als Beleg vorhanden ist, im Kontoauszug aber nicht als 
solcher erkennbar wird], 110, 113, 121, 135, 140, 142, 145, 151, 158), und auch di-
verse Einzahlungsscheine ihre Schrift aufweisen. Gegenteiliges ergibt sich denn 
auch nicht aus den Aussagen der befragten Personen, insbesondere denjenigen 
des Beschuldigten, welcher später für die administrativen bzw. finanziellen Belange 
von F.________ sel. zuständig war. 

Auf den kurzen Arztbericht des Hausarztes Dr. med. O.________ vom Dezember 
2019, welcher bezogen auf anfangs 2015 eine deutlich eingeschränkte Merkfähig-
keit, leichte Beeinflussbarkeit und beginnende larvierte Demenz beschrieb, stellte 
die Vorinstanz nicht ab mit dem Hinweis, dass der Beschuldigte und seine Ehefrau 
F.________ sel. zwar für sich eingenommen hätten, indem sie ihr mit Blick auf den 
Umstand, dass man sich erst im Jahr 2006 kennen gelernt habe, eine recht grosse 
Aufmerksamkeit geschenkt und sich um sie gekümmert hätten, weshalb sich 
F.________ sel. im Gegenzug natürlich auch eher gewillt gezeigt habe, sich finan-
ziell grosszügig zu zeigen; insgesamt habe sich dies angesichts der konkreten Um-
stände aber in einem solchen Rahmen gehalten, bei dem zu Gunsten des Be-
schuldigten davon ausgegangen werden könne, dass sich F.________ sel. ihrer 
Handlungen durchaus bewusst gewesen sei. Zudem würden die drei späteren 
Arztzeugnisse, ausgestellt von zwei verschiedenen Ärzten am 29. Mai 2015, 4. 
April 2017 sowie 30. Oktober 2017 u.a. im Zusammenhang mit finanziellen Verfü-

21

gungen, F.________ sel. zu den jeweiligen Zeitpunkten volle Urteilsfähigkeit attes-
tieren. Auch dem Pflegebericht des N.________ würden sich jedenfalls bis im 
Herbst 2016 keine dahingehenden Hinweise entnehmen lassen, wonach 
F.________ sel. nicht mehr in der Lage gewesen sei, eigene Entscheidungen zu 
treffen (pag. 18 246 f., S. 71 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Diese 
Sichtweise ist zutreffend. Vorab wurde das Arztzeugnis von Dr. med. O.________ 
– mithin das einzige Element, welches diese Einschätzung in Frage stellen könnte 
– im Dezember 2019 und somit einige Jahre später ausgestellt als die übrigen, zeit-
lich näheren Zeugnisse, die jeweils von vollständiger Urteilsfähigkeit ausgegangen 
waren. Auch mit Blick auf den Pflegebericht sowie die Aussagen der befragten 
Personen drängt sich keine andere Sichtweise auf. In diesem Zusammenhang ist – 
wie von der Vorinstanz zutreffend festgehalten – insbesondere auch auf den Pfle-
gebericht des N.________ abzustellen. Die Pflegenden, welche für die Einträge 
zuständig waren, sahen F.________ sel. täglich, kannten sie und konnten sie ent-
sprechend gut einschätzen. Aufgrund der sogenannten Beobachtungszeiten ist der 
Verlauf denn auch in zeitlicher Hinsicht gut nachvollziehbar. Dafür, dass dieser Be-
richt in irgendeine Richtung geschönt worden wäre, liegen keine Hinweise vor bzw. 
sind keine Gründe ersichtlich. 

8.2.6.3 Ab Heimeintritt im Februar 2015

In nachvollziehbarer Weise stützte sich die Vorinstanz für die Zeit ab dem Heimein-
tritt im Februar 2015 vorab auf die als glaubhaft eingestuften Schilderungen des 
Beschuldigten und G.________. Demnach erlitt F.________ sel. wenige Tage nach 
einem ersten Schlaganfall am 3. Februar 2015 einen zweiten und musste daraufhin 
zunächst hospitalisiert werden. Aus dem zweiten Schlaganfall habe eine halbseiti-
ge Lähmung resultiert, welche einen Heimeintritt nötig gemacht habe; dieser sei am 
16. Februar 2015 erfolgt. Somit sei es anfangs Februar 2015 zu einer grossen Ver-
änderung und einer Verschlechterung des Zustands der damals 91-jährigen 
F.________ gekommen (pag. 18 247, S. 72 der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung). Diesen unbestrittenen Ausführungen kann vorbehaltlos gefolgt werden. Ins-
besondere der aktenkundige Pflegebericht vermittelt einen guten Überblick über die 
gesundheitliche Situation von F.________ sel. ab Heimeintritt, wobei sich ihr Auf-
enthalt dort gemäss zutreffender Ausführungen der Vorinstanz grob in drei Phasen 
unterteilen lässt:

Februar 2015 bis Herbst 2016

Für diese erste Zeit ihres Heimaufenthaltes bis Herbst 2016 ging die Vorinstanz – 
insbesondere gestützt auf den Pflegebericht – zusammengefasst davon aus, dass 
F.________ sel. in der Lage war, eigene Entscheidungen in finanzieller Hinsicht zu 
treffen, namentlich auch darüber, ob und gegebenenfalls unter welchen Vorausset-
zungen sie dem Beschuldigten und dessen Ehefrau habe Geld zukommen lassen 
wollen (pag. 18 247 f., S. 72 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 

Im besagten Pflegebericht wurde F.________ sel. zunächst als zufriedene, witzige 
und humorvolle Person geschildert (z.B. am 19. Februar 2015, pag. 19 008). Sie 
habe sich an den Gemeinschaftsaktivitäten beteiligt, noch selbständig Zeitschriften 
gelesen, Kreuzworträtsel gelöst und habe klare Auskünfte geben sowie Gespräche 

22

führen können (z.B. am 22. Februar 2015, pag. 19 009, am 2. Juni 2015, pag. 19 
018, im November 2015, pag. 19 029, sowie am 23. Juli 2016, pag. 19 041). Dem 
Eintrag vom 17. August 2015 ist zwar zu entnehmen, dass F.________ sel. Mühe 
gehabt habe, sich auszudrücken und Botschaften oft in "Sprüche" verpackt habe, 
wobei nicht klar gewesen sei, ob das bewusst erfolgt sei oder es sich um eine Be-
wältigungsstrategie gehandelt habe (pag. 19 023). Gut drei Monate später, am 
25. November 2015, findet sich demgegenüber erneut ein Eintrag des Arztes, wo-
nach F.________ sel. klar gesprochen habe und allseits orientiert und urteilsfähig 
gewesen sei (pag. 19 029). Die Bemerkungen im Pflegebericht – welche im Übri-
gen indirekt auch mit den Aussagen des Beschuldigten und G.________ überein-
stimmen – sprechen nach dem Gesagten nicht dafür, dass F.________ sel. im ge-
nannten Zeitraum nicht mehr in der Lage gewesen wäre, eigene (finanzielle) Ent-
scheidungen zu treffen. Dies ergibt sich auch aus den übrigen aktenkundigen Un-
terlagen: In zeitlicher Nähe zum Heimeintritt räumte F.________ sel. am 2. Februar 
2015 G.________ (später dann ab 12. Juni 2016 auch dem Beschuldigten) eine 
Vollmacht für ihre Konti bei der J.________(Unternehmen) ein (pag. 07 082 003 f.). 
Kurze Zeit später, am 17. Februar 2015, liess F.________ sel. beim Notar 
R.________ eine Patientenverfügung erstellen, in welcher sie betreffend «Sterbe-
begleitung» den Wunsch festhielt, durch G.________ und den Beschuldigten be-
treut zu werden, wobei sie unter dem Titel Vorsorgeauftrag den Beschuldigten er-
wähnte (pag. 07 005 014 ff., pag. 14 003 017 ff. und 021 ff., pag. 07 005 016). Am 
26. Mai 2015 liess F.________ sel. wiederum bei Notar R.________ einen Vorsor-
geauftrag beglaubigen, mit dem sie für den Fall ihrer Urteilsunfähigkeit G.________ 
und den Beschuldigten mit ihrer umfassenden Personen- und Vermögensvorsorge 
beauftragte, wobei dem Vorsorgeauftrag keine Entschädigungsregelung für allfälli-
ge Aufwände zu entnehmen ist (pag. 04 001 307 ff.). Gleichentags räumte 
F.________ sel. G.________ und dem Beschuldigten eine Generalvollmacht ein, 
wiederum beglaubigt durch Notar R.________ (pag. 04 001 309 f.). 

Die anfallenden Heimkosten wurden über das Konto der 
J.________(Unternehmen) von F.________ sel. beglichen (erste Belastung über 
CHF 2'594.65 am 13. April 2015, nachfolgend monatliche Belastungen über rund 
CHF 6'000.00), wie auch die übrigen Kosten von F.________ sel. wie namentlich 
Krankenkasse, Steuern, Arztrechnungen, Spenden etc. Am 2. Juli 2015 erfolgte die 
Bezahlung einer Rechnung über CHF 1'400.00 für die Räumung der Wohnung von 
F.________ sel. (pag. 07 083 176 und 177/3). Nach dem Heimeintritt bis im Juni 
2017 unterschrieb F.________ sel. jeweils die Zahlungsaufträge, welche der Be-
schuldigte vorbereitet hatte (vgl. die letzte selbstständige Unterzeichnung, pag. 07 
083 232). Dem Arztzeugnis der Heimärztin Dr. med. P.________ vom 2. Mai 2015 
ist zu entnehmen, dass F.________ sel. aus medizinischer Sicht als urteilsfähig 
eingeschätzt wurde (pag. 07 056 010). 

Mit der Vorinstanz ist gestützt auf diese Aktenlage nicht davon auszugehen, dass 
F.________ sel. nicht in der Lage gewesen wäre, eigenständig darüber zu ent-
scheiden, ob sie dem Beschuldigten oder dessen Ehefrau Gelder zukommen las-
sen wollte, zumal ihr Zahlungsaufträge für Überweisungen ab ihrem Konto bei der 
J.________(Unternehmen) nach wie vor zur Unterzeichnung vorgelegt wurden (vgl. 
dazu pag. 07 083 234).

23

Ab Herbst 2016

Für die Zeit ab Herbst 2016 hielt die Vorinstanz Folgendes fest (pag. 18 248, S. 73 
der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

Erste Anzeichen für eine sukzessive Verschlechterung des körperlichen, aber auch geistigen Ge-
sundheitszustandes von F.________ ergeben sich aus dem Pflegebericht für die Zeit ab Herbst 2016 
bis anfangs Februar 2018. Während dort zunächst vor allem festgestellt wurde, dass F.________ zu-
nehmend vergesslich wurde, wird erstmals am 09.05.2017 festgehalten, dass sie für grössere Ent-
scheidungen wie finanzielle Angelegenheiten Hilfe und Beratung benötige. Dem steht das dritte Arzt-
zeugnis vom 30.10.2017 entgegen, das ihr (sinngemäss) weiterhin volle Urteilsfähigkeit attestierte 
und das im Zusammenhang mit der Gefährdungsmeldung gegenüber der KESB erfolgt war. Dr. med. 
Q.________ dürfte es mit der durchaus naheliegenden Idee ausgestellt haben, dass es um die Tes-
tierfähigkeit oder sonst eine spezielle, mit F.________ besprochene Angelegenheit gehe und nicht, ob 
diese die volle Übersicht über die regelmässigen Bezüge von ihren Konten durch A.________ gehabt 
habe. Diese Bezüge bzw. deren Ausmass war soweit ersichtlich Aussenstehenden, auch dem Sozial-
dienst D.________ bzw. der KESB, gar nicht bekannt. Das Gericht geht deswegen davon aus, dass 
F.________ bezüglich der letztwilligen Verfügung vom 07.04.2017 (zur Überweisung von CHF 25'000 
vom 01.11.2017 vgl. Ziff. II.C.5 hienach) in der Lage war, zu erfassen, um was es ging, und entschei-
den konnte, ob sie das mit ihrer Unterschrift veranlassen wollte oder nicht. Es handelte sich um einen 
auch für sie aus der täglichen Routine herausstechenden Akt, bei dem nichts darauf hinweist, dass 
Notar R.________ seinen Pflichten nicht nachgekommen wäre, sondern die letztwillige Verfügung 
bzw. deren Inhalt mit ihr besprochen hatte. Dass sich der Zustand von F.________ aber insgesamt 
verschlechterte, ergibt sich auch daraus, dass F.________ die Zahlungsaufträge – mit einer Ausnah-
me, auf die wie gesagt zurückzukommen sein wird – ab Juli 2017 nicht mehr selber unterzeichnete. 
Zwar empfing sie auch noch im Jahre 2017 den Kundenberater der K.________ (Unternehmen) 
M.________, der allerdings ebenfalls erklärte, ihr Gesundheitszustand habe sich verschlechtert. Zu-
sammengefasst geht das Gerichts davon aus, dass F.________ bezüglich der alltäglichen Angele-
genheiten zunehmend Mühe hatte, den Überblick zu behalten und Entscheidungen ihrem Willen ent-
sprechend zu treffen. In dubio geht das Gericht aber auch davon aus, dass sich F.________ auf spe-
zielle Ereignisse wie Arztbesuche, Besprechungen mit M.________ oder Notar R.________ sowie die 
grösseren Überweisungen, soweit sie sie weiterhin selber veranlasste, konzentrieren konnte und ge-
gen aussen einen guten Eindruck hinterlassen wollte. Anders verhält es sich mit den alltäglichen, in 
der Gleichförmigkeit des Heimalltags untergehenden Vorgängen und Transaktionen, worauf später 
einzugehen ist.

Ergänzend zu diesen zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz ist auf die folgen-
den Anmerkungen aus dem Pflegebericht hinzuweisen: 

So wurde etwa notiert, F.________ sel. habe am 28. August 2016 vergessen, dass 
ihr die Pflegeperson kurz zuvor gesagt habe, sie werde nochmals vorbeikommen 
(pag. 19 044). Zwei Monate später, am 31. Oktober 2016 bzw. 1. November 2016, 
wurde unter anderem festgehalten, dass F.________ sel. zwar noch eigene Ent-
scheidungen im Alltag treffen und gut Sätze formulieren könne, jedoch Mühe habe, 
ein Gespräch zu führen. Es wurde auch erstmals festgehalten, dass sie sich zwar 
noch an frühere, aber nicht mehr gut an kürzlich stattgefundene Ereignisse erin-
nern könne (pag. 19 046). Am 26. Dezember 2016 wurde notiert, dass F.________ 
sel. gemeint habe, sie werde zum Mittagessen abgeholt, sich aber um drei Tage 
getäuscht habe (pag. 19 050). Im Frühling des Jahres 2017 wurde sodann notiert, 

24

dass sie sich hinsichtlich der täglichen Routine weiterhin klar habe äussern können, 
auch wenn sie manchmal «den Faden verloren» oder Worte nicht gefunden habe 
(vgl. die Einträge vom 25. April 2017, vom 28. April 2017, pag. 19 056, vom 29. 
April 2017, pag. 19 057, und vom 3. Mai 2017, pag. 19 059). Festgehalten wurde 
im Pflegebericht auch, dass sie sich an Geschehnisse aus der Vergangenheit lü-
ckenhaft erinnere. Alltägliche Dinge könne sie zwar eigenständig entscheiden, für 
grössere Entscheidungen (wie finanzielle Angelegenheiten) benötige sie aber Hilfe 
und Beratung (so am 9. Mai 2017, pag. 19 059 f., am 24. Oktober 2017, pag. 19 
068, am 30. Oktober 2017, pag. 19 069 f. und am 1. November 2017, pag. 19 071). 
Von Seiten der Physiotherapeutin wurde festgehalten, dass sich F.________ sel. 
schnell ablenken lasse (am 27. Juni 2017, pag. 19 063, und am 22. August 2017, 
pag. 19 065). 

Wie die Vorinstanz zu Recht festhielt, ging es F.________ sel. bis Ende 2017 kör-
perlich und insbesondere auch geistig zunehmend schlechter. Diesen Eindruck 
vermitteln nebst den dokumentierten Ausfällen im Pflegebericht auch die Aussagen 
von M.________. Er erklärte anlässlich seiner Einvernahme bei der Vorinstanz ge-
fragt nach dem geistigen Zustand von F.________ sel., dass sich dieser wahr-
scheinlich schon verändert habe. Er habe nicht den Eindruck gehabt, dass sie nicht 
mehr gewusst habe, was sie sage, das Tempo habe sich aber verlangsamt. Ob sie 
hinsichtlich des normalen Zahlungsverkehrs habe Entscheide treffen können, kön-
ne er nicht beurteilen. Am Anfang habe sie das wohl schon gekonnt, dann nicht 
mehr (pag. 18 108 f. Z. 105 f.).

Ab Februar 2018

Zum Zustand ab Februar 2018 hielt die Vorinstanz Folgendes fest (pag. 18 248 f., 
S. 73 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung): 

Die Oberschenkelfraktur im Februar 2018 stellte schliesslich nochmals eine deutliche Zäsur dar, von 
der sich F.________ nicht mehr erholte. Im Gegensatz zu A.________ erklärten denn auch 
G.________ und H.________, dass F.________ seit der Oberschenkelfraktur bzw. im letzten halben 
Lebensjahr sehr abgegeben habe. F.________ verbrachte ihre Tage im Pflegeheim zunehmend im 
Bett und dem Pflegebericht ist eindrücklich das langsame Sterben eines Menschen zu entnehmen. 
F.________ zog sich immer mehr in sich selber zurück und interessierte sich ganz offensichtlich und 
wenn überhaupt nur noch für immer kürzer werdende Besuche durch ihre Bezugspersonen, aber si-
cher nicht mehr für finanzielle Angelegenheiten. Wie ausgeführt unterzeichnete F.________ denn 
auch keine Zahlungsaufträge mehr, wurde nicht mehr vom Kundenberater M.________ besucht und 
traf keine aktiven Entscheidungen mehr, was ihre finanziellen Angelegenheiten anbelangte. Das Ge-
richt geht deswegen davon aus, dass F.________ ab Februar 2018 bis zu ihrem Tod am 27.09.2018 
nicht mehr in der Lage war, sich um ihre finanziellen Angelegenheiten zu kümmern und entsprechen-
de Entscheidungen zu treffen.

Auf diese zutreffenden Ausführungen kann vorab ebenfalls integral verwiesen wer-
den. Eindrücklich lässt sich der sich zunehmend verschlechternde gesundheitli-
che/geistige Zustand von F.________ sel. auch dem aktenkundigen Pflegebericht 
entnehmen: So sei F.________ sel. nach einem Sturz aus dem Rollstuhl operiert 
worden, zurück im Pflegeheim hätten ihre körperlichen Einschränkungen aber zu 
einer zunehmenden Unzufriedenheit geführt. Sie habe auch immer häufiger geäus-

25

sert, dass sie nicht mehr leben wolle und ihr geistiger Zustand habe sich ver-
schlechtert (z.B. am 9. Februar 2018, pag. 19 076, und am 12. Februar 2018, 
pag. 19 078). An den Unfall oder die Operation habe sie sich nicht erinnern können 
(vgl. die Einträge am 10. Februar 2018, pag. 19 077, und am 15. Februar 2018, 
pag. 19 081). Am 13. Februar 2018 wurde unter anderem notiert, dass F.________ 
sel. keine Entscheidungen mehr treffe und dies durch das Pflegepersonal über-
nommen werde. Sie benutze wiederkehrend immer die gleichen Wörter, könne sich 
aber mitteilen. Werde in einfachen, kurzen und klaren Sätzen mit ihr gesprochen, 
verstehe sie es. Weiter wurde festgehalten, dass sie am Nachmittag Besuch erhal-
ten habe, es am Abend aber nicht mehr gewusst habe (pag. 19 078 f.). Am 
20. September 2018 wurde notiert, dass der Beschuldigte über den sich ver-
schlechternden Gesundheitszustand von F.________ sel. informiert worden sei 
(pag. 19 119). Am 27. September 2018 sei F.________ sel. schliesslich im Pflege-
heim verstorben (pag. 19 122, vgl. auch pag. 07 082 06 f.).

Wie die Vorinstanz zu Recht festhielt, lassen auch die Aussagen von M.________, 
G.________ und AA.________ auf einen sich klarerweise verschlechternden Ge-
sundheitszustand von F.________ sel. schliessen. So sagte M.________ unter an-
derem aus, dass er im Jahr 2018 nicht mehr bei F.________ gewesen sei, ihr Ge-
sundheitszustand habe sich verschlechtert. Auch G.________ gab im Dezember 
2020 an, in den letzten 1.5 Jahren – und mit jeder Krankheit – habe sich der Zu-
stand von F.________ sel. verschlechtert. AA.________ äusserte sich dahinge-
hend, dass es nach der Rückkehr aus dem Spital aufgrund des Oberschenkel-
bruchs «schon abwärts» gegangen sei (pag. 05 004 005). Zusammengefasst ist 
davon auszugehen, dass F.________ sel. im Zeitraum Februar 2018 bis zu ihrem 
Tod nicht mehr in der Lage war, sich um ihre finanziellen Belange zu kümmern und 
entsprechende Entscheidungen zu treffen. Daran vermag auch die von Seiten der 
Verteidigung eingereichte Fotografie vom 13. April 2018 (pag. 19 456) nichts zu 
ändern, zumal sie über den gesundheitlichen und insbesondere auch den geistigen 
Zustand von F.________ sel. nichts auszusagen vermag. 

8.2.7 Zu den angeklagten Überweisungen an den Beschuldigten (Ziff. I.1 der AKS)

Wie die Vorinstanz zu Recht festhielt, überwies F.________ sel. im angeklagten 
Zeitraum vom 21. November 2012 bis am 1. November 2017 unter 13 Malen 
insgesamt CHF 152‘000.00 an den Beschuldigten und dessen Ehefrau, was nicht 
bestritten wird und sich darüberhinausgehend auch aus den Kontoauszügen von 
F.________ sel. bei der J.________(Unternehmen) und denjenigen des 
Beschuldigten bei der K.________(Unternehmen) ergibt. Es handelt sich hierbei 
um folgende Transaktionen ab dem Konto der J.________(Unternehmen) von 
F.________ sel., welche von der Vorinstanz korrekt in folgender Übersicht 
dargestellt wurden (pag. 18 195, S. 20 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

Datum: Belastung: Text Kontoauszug: Text Einzahlungs-
schein:

Pagina:

21.11.2012 CHF 10'000.00 Zahlungsauftrag Kein Text 07 083 096/1 f.

28.12.2012 CHF 10'000.00 Zahlungsauftrag Kein Text 07 083 099/1 f.

18.01.2013 CHF 10'000.00 Zahlungsauftrag Kein Text 07 083 100/1 
und 100/3

26

15.03.2013 CHF 10'000.00 Bezahlte Einzahlungen 
Poststelle D.________

Kein Text 07 083 105

25.04.2013 CHF 10'000.00 Zahlungsauftrag Privatdarlehen 07 083 110/1 f.

15.05.2013 CHF 10'000.00 Zahlungsauftrag Privatdarlehen 07 083 113/1 
und 113/3

22.08.2013 CHF 12'000.00 Zahlungsauftrag Privatdarlehen 07 083 121/1 
und 121/3

26.02.2014 CHF 12'000.00 Zahlungsauftrag Privatdarlehen 07 083 135/1 f.

17.04.2014 CHF 5'000.00 Zahlungsauftrag Darlehen 07 083 140/1 
und 140/3

15.05.2014 CHF 8'000.00 Zahlungsauftrag Darlehen 07 083 142/1 f.

01.07.2014 CHF 10'000.00 Zahlungsauftrag Privatdarlehen 07 083 145/1 
und 145/4

25.08.2014 CHF 10'000.00 Zahlungsauftrag Privatdarlehen 07 083 151/1 f.

21.11.2014 CHF 10'000.00 Zahlungsauftrag Privatdarlehen 07 083 158/1 
und 158/4

01.11.2017 CHF 25'000.00 Zahlungsauftrag Darlehen 07 083 242/1 f.

CHF 152'000.00

Die aufgeführten Zahlungsaufträge wurden eigenhändig von F.________ sel. 
unterzeichnet (pag. 07 083 096/2; pag. 07 083 099/2; pag. 07 082 100/2 f.; pag. 07 
083 105 f.; pag. 07 083 110/2; pag. 07 083 113/2 f.; pag. 07 082 121/2 f.; pag. 07 
083 135/2; pag. 07 083 140/2 f.; pag. 07 083 142/1 f.; pag. 07 083 145/2 ff.; pag. 07 
083 151/2; pag. 07 083 158/2 ff.; pag. 07 083 242/2). Bei den Überweisungen vom 
25. April 2013, 15. Mai 2013, 22. August 2013, 26. Februar 2014, 17. April 2014, 
15. Mai 2014, 1. Juli 2014, 25. August 2014, 21. November 2014 und 1. November 
2017 wurden auf den Einzahlungsscheinen seitens des Beschuldigten die 
Vermerke „Privatdarlehen“ bzw. „Darlehen“ angebracht. 

Der Vorinstanz ist zuzustimmen, dass angesichts des dargelegten hypothetischen 
Willens von F.________ sel. bis zu ihrem Heimeintritt im Jahr 2015 ohne Weiteres 
von einem entsprechenden Wissen und Willen ihrerseits bezüglich sämtlicher an-
geklagter Geldüberweisungen vom 2012 bis 2014 auszugehen ist (vgl. pag. 18 
251). Der sich aus den Akten ergebende Gesundheitszustand von F.________ sel. 
steht einer entsprechenden Schlussfolgerung nicht entgegen. Wie erwähnt kommt 
in diesem Zusammenhang hinzu, dass sie die diesbezüglichen Zahlungsaufträge 
selber unterzeichnete und gemäss Beweisergebnis auch noch selbstständig für ih-
re Finanzen zuständig war. Mit der Vorinstanz ist weiter davon auszugehen, dass 
F.________ sel. – obwohl sich ihr Gesundheitszustand ab Herbst 2016 verschlech-
terte – auch betreffend die Überweisung vom 1. November 2017 über 
CHF 25'000.00 Bescheid wusste, diese mit dem Beschuldigten aktiv besprochen 
hatte und sie auch wollte, zumal sie den entsprechenden Zahlungsauftrag selber 
unterzeichnete und dem Beschuldigten bereits früher erhebliche Zahlungen hatte 
zukommen lassen. Dieser Einschätzung stehen die Bemerkungen im Pflegebericht 
nicht per se entgegen, zumal es sich um einen – im Quervergleich – hohen Betrag 
handelt. Dem Bericht des Sozialdienstes D.________, welcher drei Wochen später 
verfasst wurde und sich unter anderem auf ein Gespräch mit F.________ sel. vom 
2. November 2017 stützte, ist zu entnehmen, dass Letztere auf die von ihr angeb-
lich gemachten Äusserungen angesprochen wurde, wonach sie nicht wisse, was 

27

der Beschuldigte mit ihrem Geld mache. Daraufhin habe sie gefragt, ob sie sich 
denn Sorgen machen müsse und habe geäussert, dass ihr das viele Geld in ihrer 
aktuellen Situation nichts mehr bringe, sie auf die hilfeleistenden Personen ange-
wiesen sei und die Hilfe des Beschuldigten und dessen Ehefrau weiterhin in An-
spruch nehmen wolle (pag. 07 005 018 ff.). Der Beschuldigte wäre sodann – wenn 
er die besagte Überweisung hätte verschleiern bzw. verheimlichen wollen – auch 
nicht auf die Mitwirkung von F.________ sel. angewiesen gewesen. Er hatte für 
das betreffende Konto bei der J.________(Unternehmen) eine Vollmacht und 
darüberhinausgehend auch eine Generalvollmacht. 

Bezüglich der Frage, ob es sich bei den Geldüberweisungen wie angeklagt um 
rückzahlbare Darlehen gehandelt habe oder ob die Zahlungen mit einer anderen 
Idee erfolgt seien, namentlich als Schenkungen, erwog die Vorinstanz, für die Qua-
lifikation als Darlehen würden vorab die entsprechenden, vom Beschuldigten ange-
brachten Vermerke auf den Einzahlungsscheinen sprechen sowie auch der Um-
stand, dass dieser erklärt habe, die Absicht gehabt zu haben, die Gelder zurückzu-
zahlen, wozu es aber mangels Verbesserung seiner finanziellen Verhältnisse nicht 
gekommen sei. F.________ sel. habe – davon sei zu Gunsten des Beschuldigten 
auszugehen – im Zeitpunkt der jeweiligen Überweisungen indes von den finanziel-
len Problemen der Ehegatten AG.________ sowie auch davon gewusst, dass die-
se mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht in der Lage sein würden, die ausgerichteten 
Zahlungen zurückzuerstatten. Aus diesem Grund ging die Vorinstanz beweismäs-
sig davon aus, bei den angeklagten Geldüberweisungen von insgesamt 
CHF 152'000.00 handle es sich – trotz der teilweise angebrachten Vermerke – 
nicht um Darlehen. Bei den Geldüberweisungen dürfte es sich, so die Vorinstanz 
weiter, indes auch nicht um Schenkungen gehandelt haben, da F.________ sel. 
zwar die (nicht angeklagten) Überweisungen vom 29. September 2011 über 
CHF 100'000.00 (in der Steuererklärung) und vom 29. Dezember 2015 über 
CHF 50'000.00 (in einem Schenkungsvertrag) als Schenkungen bezeichnet habe, 
aber eben nicht die hier zu diskutierenden Geldüberweisungen, die wie erwähnt 
auch vom Beschuldigten auf den Einzahlungsscheinen als Darlehen betitelt worden 
seien. Vielmehr sei mit «guter Wahrscheinlichkeit» davon auszugehen, dass 
F.________ sel. die Zahlungen als ausgleichungspflichtige Erbvorzüge betrachtet 
habe, was sich u.a. aus der durch den Beschuldigten wiedergegebenen Aussage 
von F.________ sel. ergebe, wonach die Erben über die Zahlungen würden strei-
ten können (pag. 18 251 ff., S. 76 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 

Zunächst ist davon auszugehen, dass F.________ sel. – zumindest in den Grund-
zügen – über die angespannte finanzielle Situation des Beschuldigten und seiner 
Ehefrau Bescheid wusste bzw. realisierte, dass sie sie finanziell unterstützte. 
F.________ sel. und die Ehegatten AG.________ kannten sich seit etwa 2006 und 
verbrachten insbesondere ab dem Tod von L.________ sel. unbestrittenermassen 
viel Zeit miteinander. F.________ sel. leistete während dieser Zeit mehrfach (auch 
vor dem hier angeklagten Zeitraum) umfangreiche Zahlungen an den Beschuldig-
ten und dessen Ehefrau. Wie die Vorinstanz zu Recht festhält, wäre es kaum zu 
den als Schenkungen deklarierten Überweisungen (nicht angeklagt) und schon gar 
nicht zu den weiteren (hier relevanten) Überweisungen gekommen, wenn 
F.________ sel. in Bezug auf die finanzielle Situation der Ehegatten AG.________ 

28

unwissend gewesen wäre. F.________ sel. hätte die Ehegatten AG.________ in 
diesem Fall auch „nur“ im Rahmen ihrer letztwilligen Verfügung begünstigen 
können. Der Beschuldigte bestritt denn auch nicht, F.________ sel. jeweils um fi-
nanzielle Unterstützung gebeten zu haben, wenn das Geld knapp wurde (pag. 05 
001 022 Z. 256 ff.). Solches ergibt sich – jedenfalls indirekt – auch aus den akten-
kundigen Kontoauszügen: Die hier fraglichen Geldüberweisungen fanden immer 
dann statt, wenn der Saldo auf dem Konto des Beschuldigten bei der 
K.________(Unternehmen) jeweils eher gering bzw. teilweise sogar sehr gering 
war. Diesbezüglich ist auf die Übersicht der Vorinstanz bzw. einen Auszug hiervon 
zu verweisen (pag. 18 202, S. 27 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

Datum: Gutschrift: Text: Kontosaldo vor 
der Überweisung

Pagina:

22.11.2012 CHF 10'000.00 Gutschrift 
J.________(Unternehmen)

CHF 1'089.31 07 066 108

03.01.2013 CHF 10'000.00 Gutschrift 
J.________(Unternehmen)

CHF 3’405.38 07 066 113

21.01.2013 CHF 10'000.00 Gutschrift 
J.________(Unternehmen)

CHF 4'154.07 07 066 115

19.03.2013 CHF 10'000.00 Gutschrift 
J.________(Unternehmen)

CHF -724.56 07 066 121

26.04.2013 CHF 10'000.00 Gutschrift CHF 5'055.48 07 066 125

16.05.2013 CHF 10'000.00 Gutschrift CHF 5'182.63 07 066 128

23.08.2013 CHF 12'000.00 Gutschrift CHF 5'723.34 07 066 136

27.02.2014 CHF 12'000.00 Gutschrift CHF 2'391.91 07 066 155

22.04.2014 CHF 5'000.00 Gutschrift CHF 1'932.43 07 066 161

16.05.2014 CHF 8'000.00 Gutschrift CHF 3'825.98 07 066 165

02.07.2014 CHF 10'000.00 Gutschrift CHF -2'696.12 07 066 171

26.08.2014 CHF 10'000.00 Gutschrift CHF 4'855.48 07 066 176

24.11.2014 CHF 10'000.00 Gutschrift CHF 4'795.19 07 066 185

30.12.2015 CHF 25'000.00 Gutschrift – Schenkung 
F.________ – Teilbetrag

CHF 1'900.71 07 066 221

02.11.2017 CHF 25'000.00 Gutschrift CHF 40.04 07 06 278

Auch dieser Umstand deutet darauf hin, dass F.________ sel. sehr wohl die 
schwierigen finanziellen Verhältnisse der Ehegatten AG.________ kannte. Wenn 
der Beschuldigte zudem geltend macht, F.________ sel. habe sie unterstützen 
wollen, als er viel weniger Einkommen erzielt habe, ist das – wie die Vorinstanz 
treffend festhielt – nicht nur nicht zu widerlegen, sondern mit Blick auf die sich 
zunehmend verschlechternden finanziellen Verhältnisse der Ehegatten 
AG.________ auch sehr naheliegend.

Zu prüfen ist, unter welchem Titel F.________ sel. dem Beschuldigten das Geld 
jeweils überwiesen hatte bzw. ob es sich – wie angeklagt – um rückzahlbare Darle-
hen handelte. 

Für Darlehen (und damit gegen Schenkungen) spricht zwar zunächst, dass einige 
der hier fraglichen Überweisungen durch eine Anmerkung des Beschuldigten auf 
den Einzahlungsscheinen als Privatdarlehen bzw. Darlehen bezeichnet wurden. 
Zudem gab der Beschuldigte im Rahmen der erstinstanzlichen Verhandlung auch 

29

selber an, dass er im Zeitpunkt des Bezugs der Gelder die Hoffnung gehabt habe, 
diese zurückzahlen zu können (pag. 18 138). Demgegenüber sprach er indes auch 
davon, F.________ sel. habe ihm bzw. ihm und seiner Frau das Geld "zur Verfü-
gung gestellt", "gegeben", "ausgeliehen", "geschenkt" und nicht zurückgewollt. In 
den Akten finden sich keine Darlehensverträge und es sind – bis auf die soeben 
gemachten Ausführungen – auch keine (weiteren) Hinweise auf Darlehen zu ent-
nehmen. Da die finanzielle Situation des Beschuldigten und seiner Ehefrau 
F.________ sel. in den Grundzügen bekannt war bzw. sie wusste, dass sie die 
Ehegatten finanziell unterstützte, ist davon auszugehen, dass es F.________ sel. 
schlicht egal war, ob die geleisteten Beträge jemals zurückbezahlt wurden oder 
nicht. Ein offensichtlicher Grund, weshalb F.________ sel. die ausgerichteten 
Summen im hier angeklagten Zeitraum vor ihrem Ableben hätte zurückerhalten 
wollen, ergibt sich aus den Akten nicht. Vielmehr ist an dieser Stelle nochmals die 
Bemerkung im Bericht des Sozialdienstes hervorzuheben, wonach F.________ sel. 
sich im Jahre 2017 dahingehend geäussert habe, dass ihr das viele Geld in der ak-
tuellen Situation nichts bringe. In Bezug auf die handschriftlichen Anmerkungen 
des Beschuldigten ist schliesslich darauf hinzuweisen, dass die Überweisung vom 
1. November 2017 über CHF 25'000.00 – gemäss welcher es sich nach den Aus-
sagen des Beschuldigten um einen Teil der «Leibrente» gehandelt habe (pag. 05 
001 025 f.) – von ihm ebenfalls als «Darlehen» bezeichnet wurde, was mit Blick auf 
den Umstand, dass G.________ Begünstigte der fraglichen Lebensversicherung 
war bzw. ist, jedoch keinen Sinn ergibt. 

Mit der Vorinstanz grundsätzlich übereinstimmend kann demgegenüber aber auch 
nicht einfach von Schenkungen ausgegangen werden, zumal F.________ sel. ent-
sprechende Zuwendungen in der Vergangenheit explizit als Schenkungen dekla-
riert hatte (Überweisungen vom 29. September 2011 über CHF 100'000.00 und 
vom 29. Dezember 2015 über CHF 50'000.00) und auch der Beschuldigte nicht 
aussagte, F.________ sel. habe die Zahlungen explizit als Schenkungen bezeich-
net. Die Vorinstanz stellte sich daher in der Folge die Frage, was F.________ sel. 
mit den fraglichen Überweisungen sonst bezwecken wollte und kam im Rahmen ih-
rer Beweiswürdigung zum Schluss, dass es sich bei den Überweisungen gemäss 
Ziff. I.1. der AKS um Erbvorzüge gehandelt habe. Dies gestützt auf die Aussage 
des Beschuldigten, wonach F.________ sel. ihm gesagt habe, die Erben würden 
sich dann über die Zahlungen streiten können, aber auch gestützt auf die Aussage 
von H.________, wonach sich F.________ sel. jeweils beruhigt habe, wenn er ihr 
gesagt habe, der Beschuldigte müsse bei ihrem Tod alles offenlegen und Rechen-
schaft ablegen. Hierzu passe auch, so die Vorinstanz weiter, dass F.________ sel. 
G.________ bereits als Miterbin eingesetzt habe, noch bevor sie eine erste Zah-
lung vorgenommen habe, oder dass die Ehegatten AG.________ anlässlich der 
Aufnahme des Steuerinventars nicht über die erhaltenen Zahlungen informiert hät-
ten (pag. 252 f., S. 77 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 

Gegen die vorinstanzliche Annahme eines ausgleichungspflichtigen Erbvorbezugs 
spricht der Umstand, dass der Beschuldigte erst mit Testament vom 7. April 2017 
als Erbe eingesetzt wurde und es sich somit vorher, also bei 13 der 14 zu beurtei-
lenden Geldüberweisungen, höchstens um Erbvorbezüge für G.________ gehan-
delt haben könnte, was bereits daran scheitern dürfte, dass die Zahlungen auf das 

30

Konto des Beschuldigten bei der K.________(Unternehmen) gingen. Unter Berück-
sichtigung der Gesamtumstände erscheint der Kammer plausibel resp. nahelie-
gend, dass F.________ sel. die Gelder einfach mal überwiesen hatte und über die 
Rückzahlung nichts Konkretes vereinbart wurde. Entgegen der Ansicht der Gene-
ralstaatsanwaltschaft (pag. 19513 f.) ist auch nicht davon auszugehen, dass 
F.________ sel. in Rechtsstrukturen dachte, mithin, ob es sich bei den Überwei-
sungen um Darlehen gemäss Art. 312 ff. des schweizerischen Obligationenrechts 
(OR; SR 220), Schenkungen nach Art. 239 ff. OR oder um Erbvorbezüge im Sinne 
von Art. 626 des schweizerischen Zivilgesetzbuchs (ZGB; SR 210) handelte. Viel-
mehr entsteht gestützt auf die Akten der Eindruck, dass F.________ sel. gerne 
Geld abgegeben hatte und es ihr – mit Blick auf ihre Aussagen, wonach sich die 
Erben dann nach ihrem Tod darüber streiten könnten – schlicht egal war, wie diese 
Überweisungen deklariert wurden und sie keine zivilrechtlichen Begriffe im Kopf 
hatte. Ob F.________ sel. somit einen Erbvorbezug, eine Schenkung oder, wie es 
die Anklageschrift festhält, ein Darlehen im Sinn hatte, kann und muss – nicht zu-
letzt auch mit Blick auf den hängigen Zivilprozess – nicht abschliessend geklärt 
werden. In Bezug auf ein allfälliges Darlehen kann gestützt auf die gemachten Aus-
führungen sachverhaltsmässig nicht erstellt werden, dass der Beschuldigte ihr in 
Bezug auf eine damit verbundene Rückzahlungspflicht etwas vorgemacht resp. 
verschwiegen oder sie gar angelogen hätte. 

8.2.8 Zu den angeklagten Bargeldbezügen und Transaktionen (Ziff. I.2. der AKS)

Vorab ist wiederum festzuhalten, dass der Beschuldigte unbestrittenermassen 
sämtliche der angeklagten Bargeldbezüge vom Konto der 
J.________(Unternehmen) von F.________ sel. tätigte. Wie die Vorinstanz zutref-
fend ausführte, ist mit Blick auf die von F.________ sel. am 2. Februar 2015 an 
G.________ eingeräumte Vollmacht über ihr J.________(Unternehmen) Konto, die 
bereits während ihres Spitalaufenthalts erfolgte Aushändigung ihrer Kontokarte 
mitsamt PIN-Code an den Beschuldigten sowie die am 26. Mai 2015 von 
F.________ sel. für das Ehepaar AG.________ eingeräumte Generalvollmacht 
klar, dass F.________ sel. den Ehegatten AG.________ mit Wissen und Willen 
Zugang zu ihrem Konto einräumte, zumal sie in dieser ersten Phase ihres Aufent-
haltes im N.________ in finanzieller Hinsicht ohne Weiteres eigene Entscheidun-
gen treffen konnte (pag. 18 254, S. 79 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; vgl. 
auch Ziff. 8.2.6.2 hiervor). 

8.2.8.1 Kenntnis von F.________ sel. über die einzelnen Barbezüge vor ihrem Tod

Der erste Bargeldbezug über CHF 10'000.00 tätigte der Beschuldigte am 23. Fe-
bruar 2015. Diesbezüglich ging die Vorinstanz davon aus, dass es der Beschuldig-
te weder gewagt hätte, F.________ sel. unmittelbar nach ihrem schweren Schick-
salsschlag, der eine halbseitige Lähmung und ihren Heimaufenthalt zur Folge hat-
te, gleich wieder um Geld zu bitten, noch hinter ihrem Rücken einen derart hohen 
Betrag von CHF 10'000.00 ohne Absprache mit ihr zu beziehen, weshalb zu Guns-
ten des Beschuldigten davon auszugehen sei, dass er F.________ sel. vorab über 
diesen Geldbezug informiert habe (pag. 18 254, S. 79 der erstinstanzlichen Urteils-
begründung). Diese Ansicht teilt die Kammer. Es dürfte dem Beschuldigten in der 

31

beschriebenen Situation kaum in den Sinn gekommen sein, ohne Wissen von 
F.________ sel. einen derart hohen Betrag zu beziehen. 

Ab 19. März 2015 bis am 13. September 2018 tätigte der Beschuldigte dann insge-
samt 92 Barbezüge über CHF 1'000.00 resp. CHF 500.00 vom Konto von 
F.________ sel. bei der J.________(Unternehmen), ausmachend total 
CHF 89'500.00. Daneben bezog er vom 24. Oktober 2016 bis am 30. Mai 2018 
elfmal in grösseren Tranchen Bargeld, ausmachend total CHF 63'000.00. 

Bezüglich der sog. kleineren Barbezüge (92 Bezüge à CHF 1'000.00 resp. 
CHF 500.00 von total CHF 89'500.00) taxierte die Vorinstanz die Aussagen des 
Beschuldigten, er habe diese Bezüge mit F.________ sel. jeweils dann bespro-
chen, wenn er mit ihr die einzelnen Posten der monatlichen Kontoauszüge durch-
gegangen sei, als Schutzbehauptung. Zur Begründung wurde zusammengefasst 
ausgeführt, es werde so sein, dass der Beschuldigte jedenfalls bis im Herbst 2016, 
evtl. Sommer 2017, einmal monatlich die Kontoauszüge dabeigehabt und, wenn es 
sich ergeben habe, F.________ sel. das Angebot gemacht habe, diese mit ihr 
durchzugehen. Die Vorinstanz ging davon aus, dass die Zahlungen bis zu jenem 
Zeitpunkt besprochen worden seien, als diese dann nicht mehr von F.________ 
sel. unterschrieben worden seien. Daran würden auch die handschriftlichen Zei-
chen bzw. Notizen auf den Original-Auszügen nichts zu ändern vermögen, diese 
seien typisch für eine Kontrolle durch den Beschuldigten, nicht aber dafür, dass er 
diese im Beisein von F.________ sel. abgehakt habe. Letztere sei immer wie weni-
ger daran interessiert gewesen, ihre Zeit mit den Ehegatten AG.________ mit dem 
Besprechen von Kontoauszügen zu verbringen, zumal sie davon ausgegangen sei, 
dass das Geld reiche. Die Vorinstanz führte weiter aus, selbst wenn der Beschul-
digte F.________ sel. auf die Bezüge aufmerksam gemacht hätte, hätte sie nicht 
realisiert, um welche jährliche Summe es sich handle. Es sei daran zu erinnern, 
dass der Beschuldigte und G.________ mit F.________ sel. eine langjährige, enge 
und vertrauensvolle Beziehung gepflegt hätten und es daher für F.________ sel. 
auch keinen Anlass gegeben habe, die Kontoauszüge zu kontrollieren. Der Be-
schuldigte habe zudem selber eingeräumt, dass er bei den Bezügen von 
CHF 1'000.00 und CHF 500.00 nicht vorgängig die Erlaubnis eingeholt habe, was 
angesichts der hohen Anzahl an Abhebungen denn auch unwahrscheinlich sei. Aus 
all diesen Umständen schloss die Vorinstanz, dass es F.________ sel. verborgen 
geblieben sei, wie viel Bargeld der Beschuldigte in der fraglichen Zeit abgehoben 
habe. Dies habe genau der Absicht des Beschuldigten entsprochen, deswegen ha-
be er in den ersten 1.5 Jahren ab Heimeintritt – als F.________ sel. geistig noch 
reger gewesen sei – immer wieder «nur» CHF 1'000.00 statt grösserer Beträge be-
zogen (pag. 18 255, S. 80 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 

Diese Beweiswürdigung erweist sich in den Augen der Kammer aus folgenden 
Gründen als zutreffend: 

Vorab ist daran zu erinnern, dass der Beschuldigte in seiner ersten Einvernahme 
vom 23. Juli 2020 die von F.________ sel. bezogene finanzielle Unterstützung ge-
nerell erheblich kleiner darstellte, als sie tatsächlich war, und im Speziellen die 
kleineren Barbezüge der Strafverfolgungsbehörde nicht von sich aus offenlegte 
(dazu Ziff. 8.2.1 hiervor). Sodann führte der Beschuldigte bei der Staatsanwalt-

32

schaft selber aus, er «gebe es zu (…) Geld abgezwackt» zu haben, wobei er das 
Wort «abzwacken» in der zweiten Einvernahme explizit bestätigte und sogar als 
guten Ausdruck bezeichnete. Auch oberinstanzlich bestätigte der Beschuldigte, er 
habe diesen Ausdruck einmal verwendet im Sinne von, sie hätten Geld von 
F.________ sel. bezogen. Darauf angesprochen, dass «abzwacken» eher einem 
Nehmen entspreche, ohne dass jemand dies sehen könne, bestätigte der Beschul-
digte, dies sei genau so, nur um in der Folge auf konkrete Nachfrage hin nachzu-
schieben, dass er dies natürlich nicht so gemeint habe (pag. 19 501 Z. 11 ff.). Wie 
bereits erwähnt, bestätigte der Beschuldigte trotz seiner letzten Aussage, dies nicht 
so gemeint zu haben, mit dem Begriff «abzwacken» nicht nur, dass er die fragli-
chen Geldbezüge vom Konto der J.________(Unternehmen) von F.________ sel. 
tätigte, sondern indirekt auch, dass die abgehobenen Mittel in kleinen Tranchen 
weder in Absprache mit F.________ sel. noch in ihrem Sinne verwendet wurden 
(dazu Ziff. 8.2.1 hiervor). Weiter fällt mit Blick auf die Aussagen des Beschuldigten 
auf, dass er verschiedene Angaben dazu machte, ob resp. wann er F.________ 
sel. jeweils über die Barbezüge in Kenntnis setzte: Bei der ersten staatsanwalt-
schaftlichen Einvernahme führte der Beschuldigte aus, er habe F.________ sel. 
jeweils anhand des Kontoauszugs die Barbezüge gezeigt und erklärt, wofür er das 
Geld verwendete, wobei er sie «immer zuerst gefragt [habe], ob [er] das Geld ab-
heben» könne (pag. 05 001 011 Z. 362). Eine vergleichbare Aussage tätigte der 
Beschuldigte anlässlich der erstinstanzlichen Verhandlung auf die Frage, ob ihm 
F.________ sel. bei der Aushändigung der Karte gesagt habe, er dürfe auch Geld 
für sich beziehen: «Ja, und das habe ich dann auch gemacht. Ich habe Bargeld be-
zogen ab dem Konto von ihr. Ich habe sie vorher immer gefragt» (pag. 18 131 
Z. 290 ff.). Im Gegensatz zu dieser behaupteten vorgängigen Absprache führte der 
Beschuldigte an der erstinstanzlichen Verhandlung aber auch aus, er habe grösse-
re Beträge vorher erklärt und die kleineren Bargeldbeträge habe er jeden Monat 
anhand des Kontoauszugs mit F.________ sel. angeschaut (pag. 18 138 Z. 515 f), 
ebenso an der oberinstanzlichen Verhandlung (pag. 19 496 f. Z. 28 ff.), womit nun 
von einer Information resp. Absprache im Nachhinein die Rede war. Im Sinne einer 
dritten Version führte der Beschuldigte sowohl bei der Staatsanwaltschaft als auch 
bei der Vorinstanz und vor oberer Instanz aus, F.________ sel. habe gewollt, dass 
sie m