# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f598b1d4-b715-5324-b803-14bc30c728b3
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-06-22
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 22.06.2021 200 2021 103
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-103_2021-06-22.pdf

## Full Text

200 21 103 IV
KOJ/IMD/STL/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 22. Juni 2021

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Mauerhofer, Verwaltungsrichter Jakob
Gerichtsschreiber Imhasly

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 30. Dezember 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Juni 2021, IV/21/103, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1957 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich am 20. Mai 2009 unter Hinweis auf chronische Schmerzen bei 
der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an 
(Akten der IV [act. II] 5). Nach Vornahme medizinischer und beruflicher 
Abklärungen verneinte die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) 
mit Verfügung vom 12. Oktober 2011 einen Leistungsanspruch mangels 
eines invalidisierenden Gesundheitsschadens (act. II 56). 

Mit Gesuch vom 12. Juli 2017 meldete sich die Versicherte erneut bei der 
IVB zum Leistungsbezug an (act. II 58). Gestützt auf das interdisziplinäre 
Gutachten der Dres. med. C.________, Facharzt für Psychiatrie und Psy-
chotherapie, und D.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und 
für Rheumatologie, vom 20. März 2020 (act. II 133.1 ff.) und den Ab-
klärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 29. Mai 2020 (act. II 134) stellte die 
IVB mit Vorbescheid vom 5. Juni 2020 die Abweisung des Leistungsge-
suchs hinsichtlich einer Invalidenrente bei einem Status von 80 % Erwerb 
und 20 % Aufgabenbereich Haushalt sowie einem IV-Grad von 33 % in 
Aussicht (act. II 135). Nach dagegen erhobenen Einwänden (act. II 146) 
und diesbezüglichen Stellungnahmen durch den Regionalen Ärztlichen 
Dienst (RAD; act. II 152 S. 3 ff.) und den Abklärungsdienst (act. II 154 S. 2 
ff.) verfügte die IVB am 30. Dezember 2020 wie in Aussicht gestellt (act. II 
155). 

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin 
B.________, mit Eingabe vom 1. Februar 2021 Beschwerde mit den 
Rechtsbegehren, die Verfügung vom 30. Dezember 2020 sei aufzuheben 
und ihr sei, seit wann rechtens, eine ganze IV-Rente zuzusprechen. Even-
tualiter sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit 

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diese, nach erneuten medizinischen Abklärungen, den Leistungsanspruch 
erneut beurteile. 

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 4. März 
2021 auf Abweisung der Beschwerde. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 30. Dezember 2020 
(act. II 155). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführe-
rin auf eine Rente der Invalidenversicherung. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 145 V 
215 E. 5.1 S. 221). Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist noch 
nicht gesagt, dass dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob dies 
zutrifft, beurteilt sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem Ein-
fluss, den der Gesundheitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit 
hat. Entscheidend ist, ob der versicherten Person wegen des geklagten 
Leidens nicht mehr zumutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb 
gilt eine objektivierte Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berück-

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sichtigung von Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 
106 E. 4.4 S. 110). 

2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades Erwerbstätiger wird das 
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität 
und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein-
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegli-
chener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Er-
werbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden 
wäre (Art. 16 ATSG). 

Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbs-
tätig sind, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Wa-
ren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für 
diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermittelt (Art. 28a 
Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der 
Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditäts-
grad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. gemischte Methode; BGE 144 
I 21 E. 2.1 S. 23, 142 V 290 E. 4 S. 293).

Bei Teilerwerbstätigen, die sich zusätzlich im Aufgabenbereich nach Art. 7 
Abs. 2 IVG betätigen, werden für die Bestimmung des Invaliditätsgrads der 
Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invaliditätsgrad in 
Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich summiert (Art. 27bis Abs. 2 
der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung [IVV; 
SR 831.201]). Die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Er-
werbstätigkeit richtet sich nach Art. 16 ATSG. Dabei sind Validen- und In-
valideneinkommen auf der Grundlage einer hypothetischen Vollzeittätigkeit 
zu ermitteln (BGE 145 V 370). Die prozentuale Erwerbseinbusse wird 
schliesslich anhand des Beschäftigungsgrads, den die Person hätte, wenn 

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sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet (Art. 27bis Abs. 3 IVV). Für die 
Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im Aufga-
benbereich wird der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der 
Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die versi-
cherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Er wird anhand des 
Anteils des Aufgabenbereichs gewichtet (Art. 27bis Abs. 4 IVV).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

2.6 Wird ein Gesuch um Revision eingereicht, so ist darin glaubhaft zu 
machen, dass sich der Grad der Invalidität oder der Hilflosigkeit oder die 
Höhe des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwands oder Hilfebedarfs des 
Versicherten in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 IVV). Wurde eine Rente, eine Hilflosenentschädigung oder 
ein Assistenzbeitrag wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades, wegen 
fehlender Hilflosigkeit oder weil aufgrund des zu geringen Hilfebedarfs kein 
Anspruch auf einen Assistenzbeitrag entsteht, verweigert, so wird eine 
neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzung nach Abs. 2 erfüllt 
ist (Art. 87 Abs. 3 IVV, vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.5.3 S. 351). Dies gilt 
analog, wenn die versicherte Person nach vorausgegangener rechtskräfti-
ger Ablehnung erneut eine Eingliederungsmassnahme beantragt (BGE 113 
V 22 E. 3b S. 27; ZAK 1991 S. 262 E. 1a). Erheblich ist eine Sachver-
haltsänderung, wenn angenommen werden kann, der Anspruch auf eine 
Invalidenrente (oder deren Erhöhung) sei begründet, falls sich die geltend 
gemachten Umstände als richtig erweisen sollten (SVR 2014 IV Nr. 33 S. 
121 E. 2). Diese Eintretensvoraussetzung soll verhindern, dass sich die 
Verwaltung immer wieder mit gleichlautenden und nicht näher begründe-

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ten, d.h. keine Veränderung des Sachverhalts darlegenden Rentengesu-
chen befassen muss (BGE 133 V 108 E. 5.3.1 S. 112).

Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsgesuch ein, 
so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die 
von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invali-
ditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass der Invali-
ditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Verän-
derung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie 
zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um 
nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) Invali-
dität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt 
die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 
E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invaliditätsgrad 
erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmeldungsver-
fahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – durch Ver-
gleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materiellen Beur-
teilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjenigen zur 
Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 130 V 
71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b). 

Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Rentenan-
spruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter Berück-
sichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlaggeben-
den Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invaliditäts-
schätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b S. 200; 
SVR 2019 IV Nr. 39 S. 124 E. 5).

3.

3.1 Zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine IV-
Rente. Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung vom 12. Juli 
2017 (act. II 58) eingetreten und hat den Leistungsanspruch materiell ge-
prüft. Praxisgemäss ist die Eintretensfrage durch das Gericht daher nicht 

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Juni 2021, IV/21/103, Seite 8

zu beurteilen (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Indes ist durch einen Ver-
gleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der leistungsverneinenden Verfügung 
vom 12. Oktober 2011 (act. II 56) mit demjenigen im Zeitpunkt der ange-
fochtenen Verfügung vom 30. Dezember 2020 (act. II 155) zu prüfen, ob 
eine wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten 
ist, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad in anspruchsbegründender Weise 
zu beeinflussen. Gegebenenfalls ist anschliessend der Leistungsanspruch 
in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig zu prüfen (vgl. E. 2.6 hier-
vor).

3.2 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei Erlass der leistungsabwei-
senden Verfügung vom 12. Oktober 2011 (act. II 56) auf das interdisziplinä-
re Gutachten der Dres. med. C.________ und E.________, Facharzt für 
Physikalische Medizin und Rehabilitation und für Rheumatologie, vom 29. 
Juni 2010 samt Ergänzung vom August 2011, in welchem die Gutachter 
eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit feststellten (act. II 38, 50 f.). 

Im Februar 2017 wurde bei der Beschwerdeführerin ein Mammakarzinom 
in der linken Brust diagnostiziert (act. II 90 S. 14 f.), welches anlässlich ei-
ner Operation vom 28. Februar 2017 entfernt wurde (act. II 61.2 S. 2 f.). 
Zudem stellte Dr. med. C.________ anlässlich der Begutachtung vom 2. 
März 2020 (act. II 133.3 S. 2) in psychischer Hinsicht eine gesundheitliche 
Verschlechterung mit entsprechender Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
fest (act. II 133.3 S. 16). Damit ist eine wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen, ohne Weiteres ausgewiesen. Unter 
diesen Umständen ist der Rentenanspruch frei zu prüfen (vgl. E. 2.6 hier-
vor).

3.3 Der medizinische Sachverhalt, der die Grundlage für die Verfügung 
vom 30. Dezember 2020 (act. II 155) bildet, präsentiert sich im Wesentli-
chen wie folgt: 

3.3.1 Im Austrittsbericht vom 21. März 2017 (act. II 90 S. 12 f.) berichtete 
Dr. med. F.________, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, über 
ein Mammakarzinom in der linken Brust, welches bei der Patientin am 17. 
Februar 2017 mittels TruCut Biopsie diagnostiziert (act. II 90 S. 14 f.) und 

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anlässlich einer Operation vom 28. Februar 2017 (act. II 61.2 S. 2 f.) ent-
fernt wurde. 

3.3.2 Im Konsiliarbericht vom 15. Juni 2017 berichtete Dr. med. 
F.________ über einen schlechten Allgemeinzustand der Patientin auf-
grund von starken Schmerzen, Schweissausbrüchen und Schlafstörungen 
und äusserte den Verdacht auf eine schwere Depression. Es bestehe kein 
Hinweis auf Tumorpersistenz (act. II 90 S. 6 f.). 

3.3.3 Dr. med. G.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychothera-
pie, diagnostizierte am 12. Juli 2017 (act. II 97 S. 2 ff.) eine anhaltende 
somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) und einen Verdacht auf eine 
Anpassungsstörung, Angst und depressive Reaktion gemischt (ICD-10: 
F43.2). Als Differentialdiagnose nannte sie eine rezidivierende depressive 
Störung, Panikstörung und Somatisierungstendenz bei psychischer Belas-
tung. Sie hielt fest, die Patientin sei während der Sprechstunde vom 6. Juni 
2017 psychomotorisch angespannt gewesen. Es sei ein affektiver Rapport 
herstellbar, die affektive Schwingungsfähigkeit sei teilweise etwas reduziert 
und die Stimmung leicht gedrückt gewesen. Die Patientin sei sehr antriebs-
arm, ziehe sich sozial zurück und leide an Durchschlafstörungen. Es wür-
den ausgeprägte berufliche und soziale Funktionsbeeinträchtigungen sowie 
ein hoher subjektiver Leistungsdruck bestehen. Die Bewältigung der alltäg-
lichen Routine sei mit grosser Anstrengung verbunden. 

3.3.4 Dr. med. H.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und 
für Medizinische Onkologie, berichtete am 11. Januar 2018 über einen or-
dentlichen Allgemeinzustand der Patientin, wobei die Schmerztherapie nur 
mässig erfolgreich sei (act. II 99 S. 2 f.). 

3.3.5 Am 24. März 2018 diagnostizierte Dr. med. I.________, Fachärztin 
für Anästhesiologie, eine Fatigue und Schmerzen mit Medikamentenunver-
träglichkeit (act. II 88 S. 3 ff.). Die Patientin sei aktuell vollständig arbeitsun-
fähig und könne Arzttermine nur in Begleitung wahrnehmen. Abhängig von 
ihrer gesundheitlichen Entwicklung sei im weiteren Verlauf wieder für ein 
bis zwei Stunden täglich eine Arbeit in der angestammten Tätigkeit mög-
lich. Die Ärztin beurteilte die gesundheitliche Entwicklung aufgrund der be-
reits über ein Jahr anhaltenden Fatigue als schlecht. 

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3.3.6 Im Arztbericht vom 24. Juli 2019 (act. II 115) hielt Dr. med. 
J.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, fest, die bereits 
vorbestehende Fatigue habe durch die Krebserkrankung stark zugenom-
men. Es komme immer wieder zu depressiven Einbrüchen mit dem Gefühl 
von Wertlosigkeit und Versagen. Die Patientin wirke erschöpft, ratlos, 
ängstlich und traurig, habe eine schmerzvermittelnde Mimik und Gestik. Sie 
sei bei klarem Bewusstsein, könne während eines 50-minütigen Ge-
spräches aufmerksam bleiben, sei jedoch im formalen Denken auf die ak-
tuelle Problematik eingeengt. Dr. med. J.________ diagnostizierte mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit unter anderem eine chronische 
Schmerzstörung mit physischen und psychischen Anteilen, rezidivierende 
depressive Episoden, gegenwärtig leicht depressiv (ICD-10: F33.0), und 
eine Akzentuierung der Persönlichkeit mit selbstunsicheren und abhängi-
gen Zügen. Sie erachtete ein Pensum von 40 % in einer Anstellung mit klar 
definierten Zuständigkeitsbereichen und regelmässigen Arbeitszeiten für 
zumutbar. 

3.3.7 Die Dres. med. C.________ und D.________ stellten im interdiszi-
plinären Gutachten vom 20. März 2020 (act. II 133.1) die folgenden Dia-
gnosen (act. II 133.1 S. 3 f.): 

1. mit langdauernder Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit

- Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4)

2. ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit

- Dysthymie (ICD-10: F34.1)
- Finanzielle Probleme (ICD-10: Z59)
- Vergebliche Stellensuche (ICD-10: Z56)
- Akzentuierte Persönlichkeitszüge (ICD-10: Z73.1)
- Chronisches, generalisiertes Schmerzsyndrom

- nicht ausreichend somatisch abstützbar
- krankheitsfremde Faktoren
- primäres Fibromyalgie-Syndrom
- diffuse Druckschmerzangabe
- Polyarthralgien
- multiple Beschwerden wie Schlafstörungen, Müdigkeit, Schmer-

zen im Brustkorb und Bauchraum, Atembeschwerden, Konzen-
trationsstörungen, Brennen im Körper, Kraftverluste im Körper, 
ungerichtete Steh- und Gehunsicherheit

- Panvertebralsyndrom mit spondylogener Ausstrahlung
- Fingerpolyarthrose
- Nikotinkonsum von circa 10 pack years

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- anamnestisch Reizmagen-Syndrom.

Im psychiatrischen Teilgutachten vom 20. März 2020 (act. II 133.3) führte 
Dr. med. C.________ aus, im Vergleich zur Situation im Zeitpunkt der Ver-
fügung vom 12. Oktober 2011 habe sich der Gesundheitszustand der Pati-
entin durch die verstärkte somatoforme Schmerzstörung wesentlich verän-
dert (act. II 133.3 S. 16 f.). Die Schmerzsituation habe sich insbesondere 
nach Entdeckung des Mammakarzinoms deutlich verschlechtert. Das Le-
ben der Patientin werde überwiegend durch die Schmerzen, welche im 
Körper umherwandern und von einer starken Müdigkeit begleitet würden, 
bestimmt. Das Ausmass und die Stärke der Schmerzen sei dabei von den 
jeweiligen Lebenssituationen abhängig. Die Lebensprobleme und die aus-
sichtslose Stellensuche führten gelegentlich zu Verstimmungen. Die De-
pression stehe nicht im Vordergrund und sei die Folge der ständigen 
Schmerzen. Die Kriterien der ICD-10 seien diesbezüglich nicht erfüllt, es 
sei daher nachvollziehbar, dass sich die Patientin kaum je ambulant psych-
iatrisch habe behandeln lassen. Die affektive Störung könne weiterhin als 
Dysthymie bezeichnet werden (act. II 133.3 S. 11). Die finanzielle Situation 
sei schwer, die Patientin sei motiviert, eine Teilzeitstelle zu finden und zu 
arbeiten. Sie habe anlässlich der Untersuchung unsicher gewirkt, wobei es 
sich vermutlich um akzentuierte Persönlichkeitszüge handeln würde (act. II 
133.3 S. 12). Die Schmerzstörung sei für die Lebensführung der Patientin 
prägend geworden. Es könne ein mittlerer Schweregrad attestiert werden 
(act. II 133.3 S. 11). Die Versicherte sei sich bewusst, dass sie schmerz-
krank sei, sie weise keinerlei Einschränkungen in der Fremd- und Selbst-
wahrnehmung auf, prüfe die Realität korrekt, die Urteilsbildung und Impuls-
kontrolle seien in Ordnung, wobei die Affekte nicht immer optimal gesteuert 
seien. Die Erschöpfung wirke sich dabei auf sämtliche Funktionen negativ 
aus (act. II 133.3 S. 14). Bezogen auf ihre bisherige Tätigkeit als ..., welche 
als angepasst zu betrachten sei, verbleibe aufgrund der Einschränkungen 
durch Schmerzen und der starken Ermüdbarkeit (act. II 133.3 S. 16 f.) eine 
Arbeitsfähigkeit von fünf Stunden täglich (60 %; act. II 133.3 S. 15).

Dr. med. D.________ hielt im rheumatologischen Teilgutachten vom 
31. März 2020 (act. II 133.2) fest, die Versicherte demonstriere während 
der Untersuchung eine schmerzvermittelnde Mimik und Gestik, wechsle 
wiederholt die Körperposition (Sitzen/Stehen). Sie schildere diffuse Druck-

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schmerzen, wobei das Bewegen aller axialen und peripheren Gelenke 
schmerzhaft sei. Die Schmerzen könnten nicht auf ein bekanntes soma-
tisch-pathologisches Krankheitsbild abgestützt werden (act. II 133.2 S. 12). 
Ein Fibromyalgie-Syndrom könne bestätigt werden, auf die vordergründig 
nicht somatisch abstützbaren Beschwerden sei bereits im medizinischen 
Konsiliumsbericht vom 29. Dezember 2008 (richtig: 6. Oktober 2008; vgl. 
act. II 25 S. 30 ff.) hingewiesen worden. Hinweise auf ein sekundäres Fi-
bromyalgie-Syndrom respektive auf eine Erkrankung aus dem entzündli-
chen Bereich oder eine Kristallablagerungserkrankung seien bei der Unter-
suchung nicht gefunden worden (act. II 133.2 S. 12). Damit bestehe eine 
Diskrepanz zwischen den geschilderten Beschwerden und den objektivier-
baren Befunden (act. II 133.2 S. 13). Insgesamt seien die von der Versi-
cherten geschilderten Beschwerden bezüglich Umfang und bezüglich In-
tensität höchstens partiell auf die objektivierbaren somatisch-
pathologischen Befunde abstützbar (act. II 133.2 S. 15). Für die bisher 
ausgeübte berufliche Tätigkeit sei einzig während der Behandlung des 
Mammakarzinoms eine zeitlich limitierte (Februar – Juni 2017) anhaltende 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründbar, ansonsten sei die Versi-
cherte voll arbeitsfähig (act. II 133.2 S. 17).

Aus interdisziplinärer Sicht sei von einer Arbeitsfähigkeit von ca. fünf Stun-
den in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als ..., als auch in ähnlichen Tätig-
keiten auszugehen (act. II 133.1 S. 5).

3.3.8 Dr. med. J.________ nahm am 15. Juli 2020 zum psychiatrischen 
Gutachten von Dr. med. C.________ Stellung (act. II 146 S. 3 ff.) und führ-
te aus, dass die Leistungsfähigkeit der Patientin in den vergangenen Mona-
ten deutlich abgenommen habe. Die Versicherte sei erschöpft, leide an 
Konzentrationsschwierigkeiten, sie empfinde die eigene Situation als sehr 
bedrückend und ausweglos, sehne den Tod herbei und vernachlässige 
zugunsten anderer ihre eigenen Bedürfnisse (act. II 146 S. 4). Sie müsse, 
um ihr Leben trotz den vielen negativen Erlebnissen autonom und sinner-
füllt zu bewältigen, einen enormen Aufwand betreiben, wodurch Erschöp-
fung und Stressintoleranz zunehmen würden. Die Arbeitsfähigkeit habe 
sich vermindert und liege bei einer Tätigkeit als ... bei 30 %, wobei eine 
maximale Leistungsfähigkeit von 50 % bestehe. Die Versicherte benötige 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Juni 2021, IV/21/103, Seite 13

regelmässige Pausen und deutlich mehr Zeit für die Vor- und Nachberei-
tung ihrer Tätigkeit. In einer angepassten Tätigkeit, an einem maximal 20 - 
30 Minuten entfernten Arbeitsort, in einem strukturierten Umfeld mit regel-
mässigen Arbeitszeiten, sei bei der Übernahme einzelner Gruppen oder 
bestimmter Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit von maximal 40 % denkbar. 

3.3.9 Die RAD-Ärztin Dr. med. K.________, Fachärztin für Psychiatrie 
und Psychologie, nahm am 19. November 2020 (act. II 152 S. 3 ff.) im 
Rahmen des Vorbescheidverfahrens zu den Einwendungen von Dr. med. 
J.________ und dem Gutachten von Dr. med. C.________ Stellung. Die 
Diagnose der somatoformen Schmerzstörung sei unter Zugrundelegung 
des ICD-10-Klassifikationssystems ausführlich hergeleitet. Die erforderli-
chen Kriterien einer depressiven Episode seien nach ICD-10 nicht erfüllt, 
so behalte die Versicherte weiterhin ihre Interessen (kreative Tätigkeiten) 
bei, die Stimmung sei auslenkbar und ein affektiver Rapport sei gut her-
stellbar. Die Funktionseinschränkungen seien von Dr. med. C.________ 
ausführlich dargelegt worden. Auf sein Gutachten könne (weiterhin) abge-
stellt werden.

3.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.5 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Juni 2021, IV/21/103, Seite 14

Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spe-
zialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersu-
chungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der 
Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Werden bei 
deren Anordnung Beteiligungsrechte der versicherten Person (vgl. insbe-
sondere BGE 137 V 210 E. 3.4.2.9 S. 258, 139 V 349 E. 5.4 S. 357) ver-
letzt, so machen bereits relativ geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und 
Schlüssigkeit der Expertise eine neue Begutachtung erforderlich (BGE 139 
V 99 E. 2.3.2 S. 103, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 2019 IV Nr. 40 
S. 128 E. 3, 2018 IV Nr. 27 S. 87 E. 4.2.2).

3.6

3.6.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei Erlass der angefochtenen 
Verfügung vom 30. Dezember 2020 (act. II 155) auf die interdisziplinäre 
Beurteilung der Dres. med. C.________ und D.________ vom 20. März 
2020 (act. II 133.1). Diese erfüllt die von der höchstrichterlichen Rechtspre-
chung an den Beweiswert eines medizinischen Berichts gestellten Anforde-
rungen und überzeugt. Die Fachärzte haben sich in ihrer Beurteilung in 
Kenntnis der medizinischen Vorakten sorgfältig mit den gesundheitlichen 
Einschränkungen der Beschwerdeführerin auseinandergesetzt und ihre 
Schlussfolgerungen gestützt auf die Vorakten und ihre eigenen Untersu-
chungen getroffen. Die Ausführungen in der Beurteilung der medizinischen 
Zusammenhänge sind einleuchtend und die gezogenen Schlussfolgerun-
gen zum Gesundheitszustand sowie der zumutbaren Tätigkeiten sind 
nachvollziehbar begründet. Folglich kommt dem Gutachten voller Beweis-
wert zu (vgl. E. 3.5 hiervor). 

3.6.2 Soweit die Beschwerdeführerin unter Hinweis auf die Stellungnah-
me von Dr. med. J.________ vom 15. Juli 2020 (act. II 146 S. 3 ff.) dem 
psychiatrischen Gutachten von Dr. med. C.________ (act. II 133.3) den 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Juni 2021, IV/21/103, Seite 15

Beweiswert abspricht (Beschwerde S. 8 f.), ist ihr nicht zu folgen. Vorab sei 
angemerkt, dass Dr. med. J.________ als Internistin nicht über den für die 
Beurteilung des hier im Zentrum stehenden Gesundheitsschadens erforder-
lichen Facharzttitel verfügt (vgl. dazu Entscheid des Bundesgerichts [BGer] 
vom 6. Oktober 2014, 9C_139/2014, E. 5.2).

Das Vorbringen der Beschwerdeführerin, wonach sie ein Arbeitspensum 
von 30 - 40 % – wie auch Dr. med. J.________ – mit Schonauflagen für 
zumutbar (Beschwerde S. 7 ff., act. II 146 S. 4) erachte, ist praxisgemäss 
nicht relevant. So vermögen die subjektiven Angaben der versicherten Per-
son eine invalidenversicherungsrechtlich relevante Arbeitsunfähigkeit nicht 
ohne weiteres rechtsgenüglich nachzuweisen (vgl. BGE 140 V 290 E. 3.3.1 
S. 296; Entscheid des BGer vom 17. März 2020, 9C_92/2020, E. 3.1). Was 
die unterschiedliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit (60 % resp. 40 %) 
betrifft, ist überdies dem Umstand Rechnung zu tragen, dass die medizini-
sche Folgenabschätzung eine hohe Variabilität aufweist und unausweislich 
Ermessenszüge trägt (BGE 140 V 193 E. 3.1 S. 195; 137 V 210 E. 3.4.2.3 
S. 253; vgl. auch BGE 143 V 418 E. 6. S. 426 f.). 

Soweit Dr. med. J.________ die Diagnosestellung kritisiert, verkennt sie, 
dass seit ihrem letzten Bericht vom 24. Juli 2019 (act. II 115) und der Er-
stellung des Gutachtens vom 20. März 2020 (act. II 133.1) keine objektiven 
resp. aktenkundigen Veränderungen des Gesundheitszustandes eingetre-
ten sind und solche weder von ihr noch der Beschwerdeführerin vorge-
bracht werden. Die ICD-10-typischen Symptome einer depressiven Episo-
de (vgl. ICD-10: F32.-) sind, entgegen den Ausführungen von Dr. med. 
J.________, nicht erfüllt, so geht die Beschwerdeführerin weiterhin ihren 
Interessen nach (act. II 133.3 S. 8), zeigt Humor (act. II 133.3 S. 9), der 
Appetit ist nicht vermindert (act. 133.3 S. 8) und Schlafprobleme sind nicht 
aktenkundig. Das Selbstwertgefühl scheint nur phasenweise vermindert 
(act. II 115 S. 3). Diese Entwicklung ist denn auch dem Bericht von Dr. 
med. H.________ zu entnehmen, welcher einen ordentlichen Allgemeinzu-
stand feststellte (vgl. E. 3.3.4). Einzig das Symptom des "verminderten 
Antriebs" kann als dauerhaft angesehen werden (vgl. act. II 133.3 S. 8). Die 
Funktionseinschränkungen werden im Gutachten umfassend aufgelistet 
und umschrieben. Dr. med. C.________ beschreibt in seinem Gutachten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Juni 2021, IV/21/103, Seite 16

(act. II 133.3 S. 9) eine phasenweise reduzierte Konzentrationsfähigkeit, 
eine etwas eingeschränkte Aufmerksamkeit sowie eine "nicht immer opti-
male Steuerung der Affekte" (act. II 133.3 S. 14). Die von Dr. med. 
C.________ aufgeführten Einschränkungen der Konzentrationsfähigkeit 
und Aufmerksamkeit werden durch Dr. med. J.________ gar bestätigt 
(act. II 146 S. 4 Absatz 2 und 4). Die weiteren von ihr aufgeführten 
Funktionseinschränkungen bleiben im Gutachten als nicht medizinisch 
begründete Funktionseinschränkungen nicht unerwähnt (act. II 133.3 S. 14 
f.). Die Feststellungen von Dr. med. C.________ werden von der RAD-
Ärztin Dr. med. K.________ mit einer einlässlichen und überzeugenden 
Begründung bestätigt (act. II 152 S. 3 ff.). Schliesslich ist bezüglich der 
Ausführungen von Dr. med. J.________ der Erfahrungstatsache Rechnung 
zu tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche 
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussa-
gen (BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 353; SVR 2015 IV Nr. 26 S. 80 E. 5.3.3.3). 
Dies gilt nicht nur für den allgemein praktizierenden Hausarzt, sondern 
ebenso für den behandelnden Spezialarzt und erst recht für den schmerz-
therapeutisch tätigen Arzt mit seinem besonderen Vertrauensverhältnis und 
dem Erfordernis, den geklagten Schmerz zunächst bedingungslos zu ak-
zeptieren (Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; 
heute BGer] vom 20. März 2006, I 655/05, E. 5.4)

Der Sachverhalt ist mithin rechtsgenüglich abgeklärt, auf weitere Beweis-
massnahmen kann in antizipierter Beweiswürdigung verzichtet werden 
(BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d 
S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4). 

4.

Die Beschwerdegegnerin nahm die Invaliditätsbemessung in Anwendung 
der gemischten Methode vor (vgl. E. 2.4 hiervor); dies unter Berücksichti-
gung eines Status von 80 % Erwerb und 20 % Aufgabenbereich Haushalt 
(act. II 134 S. 5). Im Abklärungsbericht vom 29. Mai 2020 (act. II 134 S. 4 
Ziff. 3.4) sowie in der Stellungnahme des Abklärungsdienstes vom 15. De-
zember 2020 (act. II 154) wurde der Status plausibel begründet. Die Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Juni 2021, IV/21/103, Seite 17

schwerdeführerin bringt insoweit, anders als noch im Vorbescheidverfahren 
(act. II 146 S. 1 f.), denn auch keine Einwendungen mehr vor, vielmehr 
bestätigt sie diesen Status nunmehr explizit (Beschwerde S. 7). Für die 
nachfolgende Invaliditätsbemessung ist damit der von der Beschwerde-
gegnerin festgesetzte Status heranzuziehen. 

5.

5.1 Zu prüfen ist im Folgenden, wie es sich mit der Invalidität im Er-
werbsbereich verhält. Dabei ist die Einschränkung nach der allgemeinen 
Methode des Einkommensvergleichs zu bestimmen (vgl. E. 2.4 hiervor).

5.2 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222). Unter Berücksichtigung der sechsmonatigen Karenz-
frist von Art. 29 Abs. 1 IVG und der Leistungsanmeldung vom 12. Juli 2017 
(act. II 58) liegt der Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns im Ja-
nuar 2018, wenn zu diesem Zeitpunkt das Wartejahr (Art. 28 Abs. 1 lit. b 
IVG) abgelaufen war. Gestützt auf die in den Akten enthaltenen Arbeitsun-
fähigkeitsatteste (act. II 119 S. 9 ff.) war dies (erst) am 18. Februar 2018 
der Fall. Auf diesen Zeitpunkt hin ist nachfolgend der Einkommensvergleich 
durchzuführen.

5.3 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
(vgl. E. 5.2 hiervor) nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein-
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am 
zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommens-
entwicklung angepassten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 
S. 110, 134 V 322 E. 4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1).

Die Beschwerdegegnerin hat das Valideneinkommen anhand des gemäss 
Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug) im Jahr 2016 als ... mit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Juni 2021, IV/21/103, Seite 18

einem Pensum von 80 % (act. II 76 S. 3) im L.________ erzielten Einkom-
mens in der Höhe von Fr. 65'534.-- (act. II 68 S. 1) berechnet (vgl. act. II 
134 S. 6 Ziff. 5.2), was korrekt ist und von der Beschwerdeführerin denn 
auch nicht bestritten worden ist. Aufgerechnet auf ein Pensum von 100 % 
und unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung ergibt sich ein 
massgebliches Valideneinkommen von Fr. 82'406.-- (Fr. 65'534.-- / 0.8 / 
100.7 x 101.3 [Tabelle T.1.2.15, Nominallohnindex, Frauen, Gesundheits-
wesen 86 - 89, Indices 2016 bzw. 2018]).

5.4 Bezüglich des Invalideneinkommens ist zunächst zu prüfen, ob die 
Beschwerdeführerin mit Jahrgang 1957 ihre Arbeitsfähigkeit auf dem (aus-
geglichenen) Arbeitsmarkt überhaupt noch verwerten kann. 

5.4.1 Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfrem-
der Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zu-
sammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu 
führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbs-
fähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht 
mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf 
die Selbsteingliederungslast nicht mehr zumutbar ist. Der Einfluss des Le-
bensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungsvermögen auf 
dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer 
allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den Umständen des Ein-
zelfalls ab. Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesund-
heitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einar-
beitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitss-
truktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher 
Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem ange-
stammten Bereich sein. Fehlt es an einer wirtschaftlich verwertbaren Res-
terwerbsfähigkeit, liegt eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, die einen 
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente begründet (BGE 145 V 2 E. 5.3.1 
S. 16, 138 V 457 E. 3.1 S. 460; SVR 2020 IV Nr. 5 S. 20 E. 7.1).

5.4.2 Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem ausgegli-
chenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt davon ab, welcher 
Zeitraum der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem 
auch für einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht. Mass-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Juni 2021, IV/21/103, Seite 19

geblicher Stichtag für die Beantwortung der Frage nach der Verwertbarkeit 
der (Rest-)Arbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter ist der Zeitpunkt, in wel-
chem die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbstätigkeit feststeht. 
Dies ist der Fall, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine 
zuverlässige Sachverhaltsfeststellung erlauben (BGE 146 V 16 E. 7.1 
S. 25, 138 V 457 E. 3.2 S. 460 und E. 3.3 S. 462; SVR 2020 IV Nr. 5 S. 20 
E. 7.1 und Nr. 44 S. 156 E. 4.2). Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit 
ist anzunehmen, wenn die zumutbare Tätigkeit in nur so eingeschränkter 
Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht 
kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durch-
schnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entspre-
chenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (Ent-
scheide des BGer vom 30. Oktober 2017, 9C_183/2017, E. 4.2 und vom 8. 
Oktober 2015, 8C_582/2015, E. 5.11).

5.4.3 Die Begutachtungen durch die Dres. med. C.________ und 
D.________ erfolgten am 2. (act. II 133.3 S. 2) resp. 19. März 2020 (act. II 
133.2 S. 1); die interdisziplinäre Beurteilung, worin eine Arbeitsfähigkeit von 
60 % festgestellt wurde, datiert auf den 20. (act. II 133.1 S. 6) resp. 31. 
März 2020 (act. II 133.2 S. 1). Die Beschwerdeführerin war in diesem Zeit-
punkt ca. 62.5 Jahre alt. Sie stand damit zum massgeblichen Zeitpunkt 
(vgl. E. 5.4.2 hiervor) anderthalb Jahre vor ihrer Pensionierung und befand 
sich zweifellos im vorgerückten Alter. 

Sie verfügt indessen über langjährige Berufserfahrung als ... mit diversen 
Weiterbildungen und ist damit gut qualifiziert (act. II 74 S. 2 f.). Der Um-
stand, dass die Beschwerdeführerin im Januar 2019 eine neue Anstellung 
als ... mit einem Pensum von 50 % antrat und anschliessend ab April 2019 
ein Praktikum als ... mit einem Pensum von 40 % absolvierte (act. II 134 
S. 4) zeigt, dass ihr fortgeschrittenes Alter kein Hindernis bei der Stellensu-
che darstellt und sie die Restarbeitsfähigkeit auch auf dem realen Arbeits-
markt verwerten kann, womit zweifelsfrei auch die Verwertbarkeit auf dem 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt gegeben ist. Aufgrund ihrer grossen Berufser-
fahrung ist nur ein geringer Einarbeitungsaufwand zu erwarten, womit sie 
die geringe Arbeitsdauer von anderthalb Jahren wettmachen kann. Die von 
der Rechtsprechung an die Unverwertbarkeit gestellten Anforderungen sind 

https://www.koordination.ch/fileadmin/files/urteile/9c17/9c_183_2017.pdf
https://www.koordination.ch/fileadmin/files/urteile/9c17/9c_183_2017.pdf
https://www.koordination.ch/fileadmin/files/urteile/8c15/8c_582_2015.pdf

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Juni 2021, IV/21/103, Seite 20

damit nicht erfüllt. Die Beschwerdeführerin ist trotz ihres vorgerückten Al-
ters in der Lage, die Restarbeitsfähigkeit zu verwerten. 

5.5

5.5.1 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für 
Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen 
werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2019 IV Nr. 28 S. 88 E. 5.1.3).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481).

Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, 
hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkre-
ten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Na-
tionalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämt-
licher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem 
Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchs-
tens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 
E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3). Zu beachten ist, dass 
allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit ent-
haltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemes-
sung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten 
Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 
S. 20). 

5.5.2 Die Beschwerdegegnerin hat das Invalideneinkommen analog zum 
Valideneinkommen (vgl. E. 5.3 hiervor) auf Basis des als ... effektiv erziel-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Juni 2021, IV/21/103, Seite 21

ten Einkommens im Jahr 2016 auf das Jahr 2018 indexiert und dem zu-
mutbaren Beschäftigungsgrad von 60 % angepasst. Daraus errechnete sie 
ein Invalideneinkommen von Fr. 48'684.-- (act. II 134 S. 6 Ziff. 5.2).

Die Beschwerdeführerin bringt dagegen vor, das Invalideneinkommen sei 
gestützt auf die LSE-Tabelle 2018, TA1, Ziff. 86 - 88, Total Frauen, zu be-
stimmen, da sie seit dem 17. Februar 2017 nicht mehr gearbeitet (vgl. Be-
schwerde S. 4) und zum (massgeblichen) Zeitpunkt kein Arbeitsverhältnis 
mehr bestanden habe. Weiter sei ein leidensbedingter Abzug von 15 % 
vom Tabellenlohn vorzunehmen.

Mit Blick auf das Nachfolgende kann offen bleiben, ob das Invalidenein-
kommen anhand des bei Ablauf des Wartejahres erzielten Einkommens 
oder anhand eines LSE-Tabellenlohnes zu bestimmen ist. 

5.5.3 Entgegen der Beschwerdeführerin ist bei der Berechnung des Inva-
lideneinkommens anhand der LSE-Tabelle 2018, TA1 nicht der Totalwert 
für das Gesundheits- und Sozialwesen, Ziff. 86 - 88, heranzuziehen. In ih-
rer angestammten Tätigkeit als ... ist die Beschwerdeführerin weiterhin (teil-
)erwerbsfähig. Diese Tätigkeit stellt hohe Anforderungen an die praktischen 
Fähigkeiten im Umgang mit Klienten und bedarf eines grossen Wissens um 
Therapieformen. Dementsprechend erscheint es mit Blick auf die Aus- und 
Weiterbildungen der Beschwerdeführerin sowie ihr Fachwissen (vgl. act. II 
9, 74) gerechtfertigt, den Lohn gemäss Ziff. 86 - 88 der LSE-Tabelle 2018 
TA1, im Kompetenzniveau 3 ("Komplexe praktische Tätigkeiten welche ein 
grosses Wissen in einem Spezialgebiet voraussetzen") festzusetzen. Dar-
aus ergibt sich bei einer zumutbaren Arbeitsfähigkeit von 60 % und unter 
Berücksichtigung der betriebsüblichen Wochenarbeitszeit zunächst ein 
Wert von Fr. 48'058.-- (Fr. 6'418.-- x 12 / 40 x 41.6 [BUA, Ziff. 86 - 88, 
2018] x 0.6).

Was die Frage eines Tabellenlohnabzuges betrifft, vermag der Umstand, 
dass die Beschwerdeführerin auf die Rücksichtnahme ihrer Arbeitskollegen 
angewiesen ist (Beschwerde S. 5 f.), keinen eigenständigen Abzug zu be-
gründen (Entscheid des BGer vom 15. Juni 2020, 8C_187/2020, E. 5.3). 
Demgegenüber ist mit der Beschwerdeführerin aufgrund der verlangsamten 
Arbeitsweise und der notwendigen Pausen (vgl. Beschwerde S. 5) ein Ab-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Juni 2021, IV/21/103, Seite 22

zug von 10 % angemessen. Dementsprechend resultiert ein zumutbares 
Invalideneinkommen von Fr. 43'252.-- (Fr. 48'058.-- x 0.9). 

5.6 Wird das Invalideneinkommen anhand des bei Ablauf des Wartejah-
res erzielten Einkommens festgesetzt (vgl. E. 5.5.2 hiervor), ergibt sich eine 
Erwerbseinbusse von Fr. 33'722.-- (Fr. 82'406.-- - Fr. 48'684.--), was einem 
(ungewichteten) IV-Grad von 40.9 % (Fr. 33'722.-- / Fr. 82'406.-- x 100) 
entspricht.

Bei Abstellen auf einen Tabellenlohn (vgl. E. 5.5.3 hiervor) resultiert eine 
Erwerbseinbusse von Fr. 39'154.-- (Fr. 82'406.-- - Fr. 43'252.--) bzw. ein 
(ungewichteter) IV-Grad von 47.5 % (Fr. 39'154.-- / Fr. 82'406.-- x 100).

6.

Ferner sind die Einschränkungen im Bereich Haushalt zu prüfen 
(vgl. E. 2.4).

6.1 Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts sind verschiedene 
Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer 
qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und räumli-
chen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge-
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Anga-
ben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Mei-
nungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext 
schliesslich muss plausibel begründet und bezüglich der einzelnen Ein-
schränkungen angemessen detailliert sein und in Übereinstimmung mit den 
an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Ab-
klärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift in das Ermessen der 
die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein-
schätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die 
fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist 
als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 140 V 543 E. 3.2.1 
S. 547, 130 V 61 E. 6.2 S. 63, SVR 2018 IV Nr. 69 S. 224 E. 3.2).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Juni 2021, IV/21/103, Seite 23

6.2 Im Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 29. Mai 2020 
(act. II 134 S. 2 ff.) ermittelte die Beschwerdegegnerin anhand des Betäti-
gungsvergleiches eine Einschränkung im Bereich Haushalt von ungewich-
tet 4 % (act. II 134 S. 11), was gewichtet einer Einschränkung von 0.8 % 
(4 % x 0.2 [Anteil Haushalt; vgl. E. 4 hiervor]) entspricht. Der Bericht wurde 
vom spezialisierten Abklärungsdienst der Beschwerdegegnerin aufgrund 
einer telefonischen Besprechung mit der Beschwerdeführerin verfasst. Auf-
grund der Corona-Pandemie wurde auf eine Erhebung vor Ort verzichtet. 
Das Ergebnis stützt sich auf die Angaben der Beschwerdeführerin zu den 
sozialen und erwerblichen Verhältnissen und zum Haushalt. Die im Ab-
klärungsbericht enthaltene Umschreibung der Haushaltsaufgaben ent-
spricht den Vorgaben des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit 
in der Invalidenversicherung des Bundesamtes für Sozialversicherungen in 
der ab 1. Januar 2018 gültigen Fassung (KSIH, Rz. 3087). Die Gewichtung 
der einzelnen Aufgabenbereiche hält sich sodann innerhalb der dort ange-
gebenen Bandbreiten und ist in Anbetracht der konkreten Umstände nicht 
zu beanstanden. Was die Gewichtung der einzelnen Einschränkungen an-
belangt, ist der Betätigungsvergleich nachvollziehbar begründet und hinrei-
chend detailliert. Der Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 29. Mai 2020 
(act. II 134 S. 2 ff.) ist demnach voll beweiskräftig, was von der Beschwer-
deführerin nicht bestritten wird. 

7.

Nach dem Dargelegten resultiert unter Berücksichtigung des Status von 
80 % Erwerb und 20 % Aufgabenbereich Haushalt sowie den Einschrän-
kungen im Erwerb (vgl. E. 5.6 hiervor) und im Haushalt (vgl. E. 6.2 hiervor) 
ein gewichteter Invaliditätsgrad von gerundet (vgl. BGE 130 V 121 E. 3.2 
und 3.3 S. 123) 34 % (32.7 % [40.9 % x 0.8] + 0.8 % [4 % x 0.2]) bzw. ma-
ximal 39 % (38 % [47.5 % x 0.8] + 0.8 % [4 % x 0.2]). 

Ein Rentenanspruch ist damit unabhängig davon, wie das Invalidenein-
kommen zu bestimmen ist, zu verneinen. Die angefochtene Verfügung vom 
30. Dezember 2020 (act. II 155) ist demzufolge nicht zu beanstanden und 
die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Juni 2021, IV/21/103, Seite 24

8.

8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss in 
gleicher Höhe entnommen. 

8.2 Es besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 1 
Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]). 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ent-
nommen. 

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Juni 2021, IV/21/103, Seite 25

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.