# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 735e0a41-9ee3-5060-895d-868c159ec5ae
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-10
**Language:** de
**Title:** Schwyz Verwaltungsgericht 1. Kammer 10.11.2022 I 2022 40
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_003_I-2022-40_2022-11-10.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
Kammer I

I 2022 40

Urteil vom 10. November 2022 

Besetzung Dr.iur. Vital Zehnder, Vizepräsident
Dr.med. Bernhard Zumsteg, Richter
Dr.med. Urs Gössi, Richter
MLaw Joëlle Sigrist, Gerichtsschreiberin

Parteien A.________,
Kläger,
vertreten durch Rechtsanwalt lic.iur. B.________

gegen

C.________ AG,
Beklagte,

Gegenstand Krankenversicherung (Krankentaggeld nach VVG)

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Sachverhalt:

A. A.________ war seit dem 2. April 2001 bei der D.________ AG als Be-
triebsangestellter in der Produktion in einem Vollzeitpensum (41.75h/Wo) unbe-
fristet angestellt (BK-act. 1). Am 7. Oktober 2020 wurde A.________ per 31. Ja-
nuar 2021 gekündigt bei gleichzeitiger sofortiger Freistellung von der Arbeits-
pflicht (BK-act. 5).

B. Am 18. Januar 2021 stellte die Arbeitgeberin der C.________ AG (nachfol-
gend C.________) eine Krankmeldung Kollektiv-Taggeldversi-cherung für 
A.________ zu (BK-act. 1). Er sei seit dem 21. Dezember 2020 krank und in ärzt-
licher Behandlung. Als Art der Krankheit wird 'Arthrose/Hexenschuss' genannt. 
Es sei eine Arbeitsunfähigkeit von unbestimmter Dauer eingetreten. Dr.med. 
E.________ (Allgemeine Innere Medizin FMH) attestierte A.________ mit Zeug-
nis vom 21. Dezember 2020 eine krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit von 
100% vom 21. Dezember 2020 bis 10. Januar 2021, am 11. Januar 2021 verlän-
gert bis 25. Januar 2021 (BK-act. 3, 4). Die C.________ anerkannte ihre Leis-
tungspflicht und erbrachte Taggeldzahlungen (BK-act. 82, 125). Die weitere 
vollständige Arbeitsunfähigkeit attestierte ab 22. Januar 2021 der behandelnde 
Orthopäde (BK-act. 11, 13, 20, 28, 30, 41, 42, 32, 44, 124). Dies nachdem am 
21. Januar 2021 durch Dr.med. F.________ (Facharzt Orthopädie und Unfall-
chirurgie) eine diagnostische Arthroskopie der rechten Schulter sowie eine ar-
throskopische Supra-/Infraspinatussehnenrekonstruktion in PASTA-Repair, Bi-
zeps-sehnentenotomie und Autotenodese nach KIM sowie subacromiale Bursek-
tomie Schulter rechts durchgeführt wurde (BK-act. 16). Nach dem Eingriff vom 
21. Januar 2021 entwickelte A.________ eine massive Frozen Shoulder, welche 
am 6. Mai 2021 eine Arthrolyse und Kapsulotomie notwendig machte (BK-act. 
38, 48). Die vollständige Arbeitsunfähigkeit hielt derweil an (BK-act. 44, 52, 57, 
124). Am 31. Oktober 2021 endete das Arbeitsverhältnis von A.________ mit der 
D.________ AG (krankheitsbedingt verlängerte Kündigungsfrist, BK-act. 58). 

C. Auf entsprechende Anfrage hin (BK-act. 54) riet der Vertrauensarzt der 
C.________ am 21. September 2021, eine orthopädische Untersuchung durch-
führen zu lassen (BK-act. 54 S. 3). Die fachärztliche Untersuchung erfolgte am 
27. Oktober 2021 durch Dr.med. G.________ (Fachärztin Orthopädie und Trau-
matologie des Bewegungsapparates) (BK-act. 59, 60). Aufgrund ihrer Beurteilung 
vom 28. Oktober 2021 (BK-act. 62) teilte C.________ A.________ mit Schreiben 
vom 4. November 2021 mit (BK-act. 64): 

Wir sind nun zum Schluss gekommen, dass Sie in Ihrem angestammten Beruf als 
Betriebsangestellter keine 100-prozentige Arbeitsfähigkeit mehr erlangen werden. 
Es sei Ihnen jedoch möglich und zumutbar, eine 100-prozentige Arbeitsleistung in 
einer Ihrem Leiden angepassten Tätigkeit zu erbringen. Solche Tätigkeiten sind 

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z.B. Hausinterne Dienste, leichte Archiv- oder Magazinerarbeiten sowie Kontroll- 
und Überwachungsfunktionen. Basis für diesen Entscheid sind die uns vorliegen-
den medizinischen Unterlagen und insbesondere die Beurteilung von Dr. med. 
G.________ vom 28.10.2021.

Wenn Sie uns die entsprechenden Artzeugnisse schicken, erhalten Sie noch bis 
am 28.02.2022 das Taggeld in bisheriger Höhe. Danach stellen wir Ihr Taggeld ein.

D. Am 17. Januar 2022 informierte A.________ die C.________, sein Arzt ha-
be ihn weiterhin bis 14. März 2022 krankgeschrieben, worauf sich die 
C.________ bereit erklärte, den Sachverhalt nach Vorlage eines ärztlichen Be-
richts, weshalb eine angepasste Tätigkeit noch immer nicht möglich sei, neu zu 
prüfen (BK-act. 73). Am 7. Februar 2022 reichte A.________ ein Schreiben von 
Dr.med. F.________ ein (BK-act. 74), das gemäss C.________ aber bestätigte, 
dass ihm eine leichte angepasste Tätigkeit medizinisch zumutbar sei (BK-act. 
75).

E. Am 27. Februar 2022 sandte A.________ der C.________ einen weiteren 
Arztbericht zu, wonach er unter einer Coxarthrose links leide und entsprechend 
arbeitsunfähig sei; eine Operation sei für den 4. April 2022 geplant (BK-act. 84-
86). Mit Schreiben vom 11. März 2022 lehnte die C.________ eine Leistungs-
pflicht für die Arbeitsunfähigkeit wegen Coxarthrose ab, da er per 31. Oktober 
2021 aus dem Arbeitsverhältnis ausgeschieden und entsprechend für neue Dia-
gnosen nicht versichert sei (BK-act. 87).

F. Am 30. März 2022 liess A.________ durch seinen Rechtsvertreter bei der 
C.________ Taggeldzahlungen über den 1. März 2022 hinaus einfordern (BK-
act. 99). Nachdem die C.________ bei Dr.med. G.________ eine Stellungnahme 
eingeholt hat (BK-act. 106), lehnte sie die Weiterausrichtung von Taggeldzahlun-
gen über den 1. März 2022 hinaus ab, da A.________ für leichtere Tätigkeiten 
vollständig arbeitsfähig sei (BK-act. 107).

G. A.________ lässt am 19. Juli 2022 beim Verwaltungsgericht des Kantons 
Schwyz Klage gegen die C.________ einreichen mit den Rechtsbegehren:

1. Es sei die Beklagte zu verpflichten, dem Kläger das Taggeld von 01. März 
2022 bis 17. Mai 2022 (78 Tage) im Umfang von CHF 13'602.05 nebst Zins zu 
5% bei mittlerem Verfall seit 01. März 2022, eventualiter was rechtens, zu be-
zahlen.

2. Mehrforderungen werden explizit vorbehalten.
3. Alles unter ordentlicher und ausserordentlicher Kostenfolge zulasten der Be-

klagten.

H. Mit Klageantwort vom 19. September 2022 beantragt C.________:
1. Die Klage vom 19. Juli 2022 sei vollumfänglich abzuweisen.

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2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Klägers.

I. Mit Schreiben (mit Datum vom 9.3.2022, Postaufgabe 19.10.2022, Post-
eingang beim Gericht am 21.10.2022) verzichtet der Kläger auf eine Replik sowie 
eine Hauptverhandlung.

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. Eingeklagt sind vorliegend Taggeldleistungen aus der zwischen der Arbeit-
geberin des Klägers und der Beklagten abgeschlossenen kollektiven Kranken-
taggeldversicherung nach VVG (BK-act. 123). 

1.1.1  Streitigkeiten aus einer Zusatzversicherung zur sozialen Krankenversiche-
rung unterstehen gemäss Art. 2 Abs. 2 Satz 2 des Bundesgesetzes vom 26. Sep-
tember 2014 betreffend die Aufsicht über die soziale Krankenversicherung 
(KVAG; SR 832.12) dem Bundesgesetz vom 2. April 1908 über den Versiche-
rungsvertrag (VVG; SR 221.229.1). Solche Streitigkeiten sind privatrechtlicher 
Natur (BGE 138 III 2 Erw. 1.1). Gestützt auf Art. 1 lit. a der Schweizerischen Zi-
vilprozessordnung (ZPO, SR 272) richtet sich das Verfahren nach der ZPO (Urteil 
BGer 4A_110/2017 vom 27.7.2017 Erw. 3).

Gemäss Art. 7 ZPO vom 19. Dezember 2008 können die Kantone ein Gericht 
bezeichnen, welches als einzige kantonale Instanz für Streitigkeiten aus Zusatz-
versicherungen zur sozialen Krankenversicherung nach dem Bundesgesetz über 
die Krankenversicherung zuständig ist. Der kantonale Gesetzgeber hat in § 24 
Abs. 1 des Einführungsgesetzes zum Bundesgesetz über die Krankenversiche-
rung (EGzKVG, SRSZ 361.100) vom 19. September 2007 das Verwaltungsge-
richt als kantonales Versicherungsgericht bezeichnet. Es ist gemäss § 24 Abs. 2 
EGzKVG auch für die Entscheidung von Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen 
zur sozialen Krankenversicherung zuständig. 

1.1.2  Die Versicherer müssen ihre Verpflichtungen aus Versicherungsverträgen 
am schweizerischen Wohnsitz des Versicherten oder des Versicherungsnehmers 
erfüllen. Der Gerichtsstand richtet sich nach der Schweizerischen Zivilprozess-
ordnung (Art. 46a VVG). Unabhängig davon, ob der vorliegende Lohnausfall-
versicherungsvertrag als Konsumentenvertrag (Art. 32 ZPO) gilt oder unter die 
Grundsatzregel betreffend die örtliche Zuständigkeit für Klagen aus Vertrag 
(Art. 31 ZPO, wonach als Gerichtsstand u.a. der Ort der charakteristischen Leis-
tung in Frage kommt) fällt, kann die Klage am Wohnsitz des Klägers erhoben 
werden. Auch Ziff. 38 der Allgemeinen Versicherungsbedingungen für die 
C.________-Taggeldversicherung nach VVG, Ausgabe 2014, (BK-act. 122; 
nachfolgend AVB) sieht als Gerichtsstand für Klagen aus dem Versicherungsver-

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tag ebenfalls u.a. die Gerichte am schweizerischen Wohnort der Anspruchsbe-
rechtigten vor.  

Die Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts zur Beurteilung der vorliegenden Kla-
ge ist somit gegeben und auch unbestritten.

1.1.3  Bei Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversiche-
rung, für welche die Kantone eine einzige kantonale Instanz nach Art. 7 ZPO be-
zeichnet haben, ist kein vorgängiges Schlichtungsverfahren durchzuführen (BGE 
138 III 558 Erw. 4); das Beibringen einer gültigen Klagebewilligung der Schlich-
tungsbehörde nach Art. 209 ZPO entfällt somit (vgl. BGE 139 III 273 Erw. 2.1). 
Die übrigen Prozessvoraussetzungen sind unbestrittenermassen gegeben, wes-
halb auf die Klage einzutreten ist.

1.2 Nach Art. 243 Abs. 2 lit. f ZPO gilt für vermögensrechtliche Streitigkeiten 
aus Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung nach KVG ohne 
Rücksicht auf den Streitwert das vereinfachte Verfahren. Das Gericht stellt den 
Sachverhalt von Amtes wegen fest (Art. 247 Abs. 2 lit. a ZPO; sog. soziale oder 
auch eingeschränkte Untersuchungsmaxime, vgl. Urteil BGer 5A_2/2013 vom 
6.3.2013 Erw. 4.2). Der sozialpolitisch begründeten Untersuchungsmaxime geht 
es darum, die wirtschaftlich schwächere Partei zu schützen, die Gleichheit zwi-
schen den Parteien herzustellen sowie das Verfahren zu beschleunigen. Die Par-
teien sind jedoch nicht davon befreit, bei der Feststellung des entscheidwesentli-
chen Sachverhalts aktiv mitzuwirken und die allenfalls zu erhebenden Beweise 
zu bezeichnen. Sie tragen auch im Bereich der Untersuchungsmaxime die Ver-
antwortung für die Sachverhaltsermittlung. Das Gericht hat lediglich seine Frage-
pflicht auszuüben, die Parteien auf ihre Mitwirkungspflicht sowie das Beibringen 
von Beweisen hinzuweisen (Urteile BGer 4A_19/2021 vom 6.4.2021 Erw. 5.1 
4A_144/2021 vom 13.9.2021 Erw. 4.2.2 je mit weiteren Hinweisen). Zudem hat 
es sich über die Vollständigkeit der Behauptungen und Beweise zu versichern, 
wenn diesbezüglich ernsthafte Zweifel bestehen (Urteil BGer 4A_360/2015 vom 
12.11.2015 Erw. 4.2 mit weiteren Hinweisen). Das Mass der richterlichen Hilfe 
hängt vom Einzelfall ab, namentlich von der sozialen und intellektuellen Disposi-
tion der Parteien. Das Gericht ist, namentlich bei anwaltlich vertretenen Parteien, 
nicht gehalten, die Akten von sich aus zu durchforschen, um abzuklären, was 
sich daraus zu Gunsten der Partei, die das Beweismittel angerufen hat, herleiten 
liesse. Vielmehr hat es sich bei anwaltlich vertretenen Parteien grundsätzlich 
Zurückhaltung aufzuerlegen wie in einem ordentlichen Verfahren (Urteile BGer 
4A_563/2019 vom 14.7.2020 Erw. 4.2; 4A_519/2010 vom 11.11.2010 Erw. 2.2; 
4A_635/2009 vom 24.3.2010 Erw. 2.2 Botschaft zur Schweizerischen Zivilpro-
zessordnung, BBl 2006 S. 7221 ff., S. 7348). 

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1.3.1  Gemäss Art. 8 Schweizerisches Zivilgesetzbuch (ZGB; SR 210) vom 
10. Dezember 1907 hat, wo es das Gesetz nicht anders bestimmt, derjenige das 
Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu beweisen, der aus ihr Rechte ab-
leitet. Demgemäss hat die Partei, die einen Anspruch geltend macht, die rechts-
begründenden Tatsachen zu beweisen, während die Beweislast für die rechts-
aufhebenden bzw. rechtsvernichtenden oder rechtshindernden Tatsachen bei der 
Partei liegt, die den Untergang des Anspruchs behauptet oder dessen Entste-
hung oder Durchsetzbarkeit bestreitet (BGE 130 III 321 Erw. 3.1; BGE 148 III 105 
Erw. 3.3.1). 

Im Rahmen des Versicherungsvertrags hat die anspruchsberechtigte Person - in 
der Regel der Versicherungsnehmer - die Tatsachen zur Begründung des Versi-
cherungsanspruchs (Art. 39 VVG) zu behaupten und zu beweisen (vgl. Urteil 
BGer 4A_144/2021 vom 13.9.2021 Erw. 4.2.1). 

Den Versicherer trifft demgegenüber die Beweislast für Tatsachen, die ihn zu ei-
ner Kürzung oder Verweigerung der vertraglich vorgesehenen Leistung berechti-
gen oder die den Versicherungsvertrag gegenüber dem Anspruchsberechtigten 
unverbindlich machen, wie u.a. die betrügerische Begründung des Versiche-
rungsanspruchs nach Art. 40 VVG. 

Anspruchsberechtigter und Versicherer haben im Streit um vertragliche Leistun-
gen also je ihr eigenes Beweisthema (BGE 130 III 321 Erw. 3.1; BGE 148 III 105 
Erw. 3.3.1; Urteil BGer 4A_382/2014 vom 3.3.2014 Erw. 5.3 mit Hinweis). Dies 
trifft auch dann zu, wenn sich beide Beweisthemen im gleichen Verfahren ge-
genüberstehen, wie dies bei Taggeldversicherungsansprüchen im Hinblick auf 
die tatsächliche Erwerbsunfähigkeit der Fall sein kann (BGE 141 III 241 Erw. 3.1; 
BGE 130 III 321 Erw. 3.1; Urteil BGer 4A_432/2015 vom 8.2.2016 Erw. 2.1). 

1.3.2  Da der Nachweis rechtsbegründender Tatsachen im Bereich des Versiche-
rungsvertrags mitunter mit Schwierigkeiten verbunden ist, kann der Versiche-
rungsnehmer ausnahmsweise eine Beweiserleichterung insofern geniessen, als 
er für das Bestehen des geltend gemachten Versicherungsanspruchs nur eine 
überwiegende Wahrscheinlichkeit darzutun hat. Den Ausnahmen liegt die Über-
legung zu Grunde, dass die Rechtsdurchsetzung nicht an Beweisschwierigkeiten 
scheitern darf, die typischerweise bei bestimmten Sachverhalten auftreten (vgl. 
BGE 128 III 271 Erw. 2b/aa). Die Beweiserleichterung setzt demnach eine "Be-
weisnot" voraus. Eine Beweisnot liegt nicht schon darin begründet, dass eine 
Tatsache, die ihrer Natur nach ohne weiteres dem unmittelbaren Beweis zugäng-
lich wäre, nicht bewiesen werden kann, weil der beweisbelasteten Partei die Be-
weismittel fehlen. Blosse Beweisschwierigkeiten im konkreten Einzelfall können 
nicht zu einer Beweiserleichterung führen.

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Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung gilt in Versicherungsfällen für den 
Nachweis der behaupteten Arbeitsunfähigkeit nicht das reduzierte Beweismass 
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit, sondern das ordentliche Beweismass der 
vollen Überzeugung (BGE 148 III 105 Erw. 3.3.1; Urteil BGer 4A_144/2021 vom 
13.9.2021 Erw. 5.2). Demnach ist der Beweis erbracht, wenn das Gericht nach 
objektiven Gesichtspunkten von der Richtigkeit einer Sachbehauptung überzeugt 
ist (Urteil BGer 4A_172/2022 vom 31.8.2022 Erw. 2.5).

1.4.1  Die Lohnausfallversicherung als Krankentaggeldversicherung, welche der 
vorliegenden Klage zugrunde liegt, richtet sich nach VVG. Dieses enthält keine 
spezifischen Bestimmungen zum Krankentaggeld. Es ist deshalb grundsätzlich 
auf die vertraglichen Vereinbarungen der Parteien abzustellen (vgl. BGE 133 III 
185 Erw. 2). Vorliegend sind die Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) 
für die C.________-Taggeldversicherung nach VVG, Ausgabe 2014, anwendbar 
(BK-act. 122).

1.4.2  AGB-Klauseln sind, wenn sie in Verträge übernommen werden, grundsätz-
lich nach denselben Prinzipien auszulegen wie andere vertragliche Bestimmun-
gen (BGE 142 III 671 Erw. 3.3 mit Verweisen). Entscheidend ist demnach in ers-
ter Linie der übereinstimmende wirkliche Wille der Vertragsparteien und in zwei-
ter Linie, falls ein solcher - wie hier - nicht festgestellt werden kann, die Ausle-
gung der Erklärungen der Parteien aufgrund des Vertrauensprinzips. Dabei ist 
vom Wortlaut der Erklärungen auszugehen, welche jedoch nicht isoliert, sondern 
aus ihrem konkreten Sinngefüge heraus zu beurteilen sind (BGE 140 III 391 
Erw. 2.3; BGE 138 III 659 Erw. 4.2.1). Demnach ist der vom Erklärenden verfolg-
te Regelungszweck massgebend, wie ihn der Erklärungsempfänger in guten 
Treuen verstehen durfte und musste (BGE 142 III 671 Erw. 3.3; BGE 140 III 391 
Erw. 2.3).

1.4.3  Krankheit ist gemäss Ziff. 3.1 AVB jede Beeinträchtigung der körperlichen, 
geistigen oder psychischen Gesundheit, die nicht Folge eines Unfalles ist und die 
eine medizinische Untersuchung oder Behandlung erfordert oder eine Arbeitsun-
fähigkeit zur Folge hat. Arbeitsunfähigkeit wiederum ist gemäss Ziff. 3.4 AVB Ar-
beitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 
psychischen Gesundheit bedingte volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen 
Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird 
auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich 
berücksichtigt. Die AVB (Ziff. 3.5) regelt auch die Erwerbsunfähigkeit. Sie ist der 
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende 
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht 

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kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt. Für die Beurteilung des Vorliegens 
einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur 
vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist. 

Als Leistungsvoraussetzung der Taggeldversicherung regeln die AVB (Ziff. 12.1), 
dass das Taggeld bei nachgewiesener Arbeitsunfähigkeit von mindestens 25% 
anteilsmässig entsprechend dem Grad der Arbeitsunfähigkeit ausgerichtet wird; 
bei länger dauernder Arbeitsunfähigkeit wird das Taggeld bei einer Erwerbsein-
busse von mindestens 25% entsprechend dem Grad der Erwerbseinbusse aus-
gerichtet. 

Gemäss der Police (BK-act. 123) besteht im Krankheitsfall bei einer Wartefrist 
von 60 Tagen pro Fall ein Anspruch auf ein Taggeld von 80% des effektiven 
Lohnes während 730 Tagen pro Fall.

2. Strittig und nachfolgend zu prüfen ist, ob die Beklagte den Kläger zu Recht 
als ab dem 1. März 2022 in angepasster Tätigkeit vollständig arbeitsfähig qualifi-
zierte und entsprechend einen Anspruch auf Taggelder aus Kollektiv-Kranken-
taggeldversicherung ablehnte.

Hinsichtlich des Gesundheitszustandes bzw. der Arbeitsfähigkeit des Klägers 
lässt sich den Akten folgendes entnehmen:

2.1 Die Krankmeldung erfolgte durch die Arbeitgeberin am 18. Januar 2021 
(BK-act. 1). Dergemäss bestand wegen Krankheit (Arthrose / Hexenschuss) seit 
dem 21. Dezember 2020 eine durch Dr.med. H.________ attestierte vollständige 
Arbeitsunfähigkeit (BK-act. 3). Im ärztlichen Erstbericht vom 17. Februar 2021 
(BK-act. 17) dokumentierte Dr.med. H.________, der Kläger sei wegen der 
Schulter seit dem 2. Dezember 2020 in Behandlung bei ihr. Das Attest der Ar-
beitsunfähigkeit erfolgte ab dem 21. Dezember 2020 (BK-act. 3).

2.2 Am 17. Dezember 2020 erfolgte auf Zuweisung von Dr.med. H.________ 
ein Arthro-MRI des rechten Schultergelenkes bei Indikation 'Schmerzen ohne 
Trauma. Leichtes Impingement' (BK-act. 15). I.________ (FMH Radiologie) ge-
langte zur Beurteilung einer Insertionstendinose der Supra- und Infraspinatus-
sehne mit gelenkseitiger Partialruptur der Supraspinatussehne. In der Folge wies 
Dr.med. H.________ den Kläger der N.________ (Klinik) zu, wo bei Diagnose 
'Supraspinatussehnenruptur mit Bizepstendinitis bei Os acromiale und starkem 
lmpingement' ein operatives Vorgehen geplant wurde (BK-act. 16 S.3).

2.3 Bei OP-Diagnose 'kleinere artikulärseitige Supra-/Infraspinatussehnenpar-
tialläsion, Subluxation lange Bizepssehne Schulter rechts' erfolgte am 21. Januar 

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2021 durch Dr.med. F.________ eine diagnostische Arthroskopie sowie eine ar-
throskopische Supra-/Infraspinatussehnenrekonstruktion in PASTA-Repair, Bi-
zeps-sehnentenotomie und Autotenodese nach KIM sowie subacromiale Bursek-
tomie Schulter rechts (BK-act. 16). Gemäss Operateur gelang die Rekonstruktion 
der Sehnen sehr schön.

2.4 In der Folge entwickelte sich eine massive Frozen Shoulder, die unter kon-
servativer Behandlung nicht besserte, weshalb sich Dr.med. F.________ für ei-
nen zweiten Eingriff entschied. Am 6. Mai 2021 erfolgte durch Dr.med. 
J.________ (Facharzt Chirurgie) bei Diagnose 'Massive Frozen Shoulder mit Cuff 
capture bei St.n. Rotatorenmanschettenrekonstruktion Schulter rechts' eine 
Schulterarthroskopie, arthroskopische Arthrolyse sowie Kapsulotomie (BK-act. 
37). 

2.5 Am 29. Mai 2021 reichte der Kläger bei einer durchgehend seit 21. Dezem-
ber 2020 bestehenden vollständigen Arbeitsunfähigkeit eine IV-Anmeldung beruf-
liche Integration / Rente ein (BK-act. 32). 

2.6 Im Belastungsbericht vom 15. Juni 2021 dokumentierte Dr.med. 
F.________, der Kläger habe nach der ersten Operation vom 21. Januar 2021 
eine massive Frozen Shoulder entwickelt; seit der Arthrolyse und Kapsulotomie 
bestehe aber ein guter Verlauf (BK-act. 38). Er habe noch eine Bewegungslimi-
tierung, jedoch eine deutliche Verbesserung der Gesamtsituation. Die Arbeits-
aufnahme sei noch offen; es sei weder die aktuelle Tätigkeit noch eine ange-
passte Tätigkeit zumutbar. 

2.7 In einem telefonischen Kontakt äusserte der Kläger am 21. Juni 2021 ge-
genüber der Beklagten, es gehe soweit gut. Die Schulter werde - nach der zwei-
ten Operation - immer besser, er mache regelmässig Therapie. Er habe nicht 
mehr die gleichen Schmerzen und die Beweglichkeit komme zurück (BK-act. 40). 

Derweil attestierten die Operateure Dr.med. F.________ resp. Dr.med. 
J.________ weiterhin eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (bis 20.9.2021, BK-act. 
42). 

Am 16. August 2021 berichtete der Kläger, es gehe immer besser. Er mache die 
Boeger-Therapie und könne seinen Arm bereits besser bewegen. Die Therapie 
schmerze, aber er sehe Fortschritte. Bei leichten Beschwerden in der linken 
Schulter habe er ein MRI Schulter links machen lassen (BK-act. 43).

2.8 Am 7. Juli 2021 gelangte Dr.med. K.________ (FMH Radiologie) nach dem 
Arthro-MRI des rechten Schultergelenkes bei Indikation 'St.n. RM-Naht und Ar-
throlyse' zur Beurteilung: "Intakte und breit den Humeruskopf deckende RM-

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Rekonstruktion ohne Defektzone. Vergleichend zum Vor-MRT vom 26.04.2021 
deutliche Regredienz der vorbeschriebenen Veränderungen, welche damals zu 
einer Frozen Shoulder passten" (BK-act. 49). Und nach dem Arthro-MRI linkes 
Schultergelenk vom 9. Juli 2021 bei Indikation 'Schmerzen Schulter links' doku-
mentierte er die Beurteilung:

1. Os acromiale mit degenerativen Veränderungen am ACG und an der Synchon-
drose.

2. Leichte Bursitis subacromialis.

3. Leichtgradige bursaseitige Tendinopathie der Supraspinatussehne im Ansatz, 
ohne Rissbildung.

2.9 Am 8. September 2021 berichtete Dr.med. J.________ der Taggeldversi-
cherung zur Sprechstunde vom 5. Juli 2021, wegen merklicher Schmerzprovoka-
tion bei Bewegung der rechten Schulter sowie Schmerzklage der linken Schulter 
habe man beidseits ein MRI anfertigen lassen. Der Kläger scheine von der Phy-
siotherapie und Boeger-Therapie zu profitieren, weshalb eine zweite Verordnung 
ausgestellt worden sei. Die Arbeitsunfähigkeit bleibe bei 100%, es sei ihm ohne-
hin gekündigt worden (BK-act. 51).

Nach den durchgeführten MRI (vgl. oben Erw. 2.8) dokumentierte Dr.med. 
J.________ zur Sprechstunde vom 26. Juli 2021 folgende Beurteilung (BK-act. 
51):

Linksseitig zeigt sich im Moment eher eine lmpingementkonstellation, auch mit 
Blick auf die heutige Klinik gehe ich nicht davon aus, dass hier die Rotatorenman-
schette im Moment einen erheblichen Teil an der Klinik des Patienten beiträgt. Ich 
empfehle hier eine konservative Behandlung mit Physiotherapie, Zentrierung und 
Koordination. Auf der rechten Seite MR-tomographisch eigentlich auch sehr schö-
ne Situation. Klinisch jedoch noch limitierte Abduktion ab ca. 100°. Die Flexion ist 
bis 150°/160° durchführbar. Die Aussenrotation liegt bei 20°. Hier empfehle ich 
auch ebenfalls eine weitergehende konservative Behandlung mittels Physiothera-
pie. Die Boeger-Therapie scheint gut anzusprechen. Parallel Kraftaufbau und sanf-
te Mobilisation wobei die Aussenrotation nicht versucht werden sollte passiv zu 
mobilisieren. Verlaufskontrolle in 2 Monaten. AU 100%.

2.10 In einem weiteren Belastungsbericht vom 8. September 2021 bestätigt 
Dr.med. F.________ eine weiterhin bestehende vollständige Arbeitsunfähigkeit 
für die angestammte Tätigkeit (BK-act. 52). Als medizinisch-theoretisch zumutba-
re Belastungen beschrieb er Heben bis 10kg (ohne Höhenangabe), Tragen bis 
10kg, Stehen, Gehen, Sitzen (ohne Stundenangabe pro Tag). Nichtmedizinische 
Gründe mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bestünden keine. 

2.11 Nach Vorlage der medizinischen Akten empfahl der Vertrauensarzt der Be-
klagten am 21. September 2021 die Durchführung einer zeitnahen fachärztlichen 

11

(orthopädischen) Untersuchung (BK-act. 54). Es gehe um eine angepasste 
Tätigkeit, diese müsste seines Erachtens möglich sein.

2.12 Am 23. September 2021 informierte die Arbeitgeberin, der Kläger trete per 
31. Oktober 2021 aus der Firma aus (BK-act. 58). Dies, nachdem ihm bereits im 
Oktober 2020 per Ende Januar 2021 unter sofortiger Freistellung gekündigt wur-
de, sich das Anstellungsverhältnis indes krankheitshalber verlängerte (vgl. In-
gress Bst. A).

2.13 Im Auftrag der Beklagten untersuchte Dr.med. G.________ den Kläger am 
27. Oktober 2021 (BK-act. 62). In ihrem Gutachten vom 28. Oktober 2021 ge-
langte sie nach Zusammenfassung des aktenmässigen Verlaufs und der Erhe-
bung der Anamnese sowie eines Befundes nach orthopädischer Untersuchung 
zur Diagnose und Beurteilung:

Diagnosen zum Zeitpunkt der Untersuchung:

Schmerzhafte Funktionseinschränkungen der rechten Schulter bei Rechtshändig-
keit bei Status nach Rekonstruktion der Rotatorenmanschette in 1/2021 und erneu-
ter OP in 5/2021 bei Frozen Shoulder. Zuletzt erfolgte eine Arthroskopie mit Arthro-
lyse und Kapsulotomie. lnzwischen liegt der Status nach Distalisierung des Muscu-
lus bizeps vor mit Anhalt auf Ruptur der langen Bicepssehne.

Schmerzhafte Funktionseinschränkungen der linken Schulter bei bekannten dege-
nerativen Veränderungen.

Rezidivierende Beschwerden der Wirbelsäule bei Fehlstatik, Haltungsinsuffizienz 
und verschmächtigter Rumpfmuskulatur.

Beidseits verkürzte lschiokruralmuskulatur.

Schwäche der hüftumgreifenden Muskulatur beidseits.

Hohl-/Spreizfüsse beidseits bei deutlich verschmächtigten Waden.

Zusammenfassung und Beurteilung:

Die Vorstellung des bald ________ Jahre alten Versicherten ergibt sich über die 
C.________ Versicherung, Bereich Taggeld, bei Zuständigkeit für eine Arbeitsun-
fähigkeit seit 21.12.2020 für die Tätigkeit als Produktionsmitarbeiter Pensum 100 
% in der Herstellung von Betten/Matratzen.

Das Arbeitsverhältnis wurde bereits im Oktober 2020 gekündigt mit Freistellung, 
die Kündigung wird nun wirksam per 31.10.2021.

Die bestehende Arbeitsunfähigkeit ist orthopädisch begründet bei OP rechte Schul-
ter in 1/2021, gefolgt von einer erneuten OP in 5/2021 bei der postoperativen 
Komplikation einer frozen Schulter. Die rechte Schulter zeigte immer noch deutli-
che Funktionseinschränkungen mit Schmerzen im proximalen Oberarm.

Es liegen aber auch deutliche schmerzhafte Funktionseinschränkungen der linken 
Schulter vor bei bekannten degenerativen Veränderungen ohne OP-lndikation.

Ferner bestehen rezidivierende Beschwerden lumbal.

12

In der Untersuchung fallen Fussdeformitäten auf bei verschmächtigten Waden und 
beidseitiger Schwäche der hüftumgreifenden Muskulatur.

Dringend notwendig ist die Intensivierung der Therapie, geeignet um MTT zur Sta-
bilisierung des Rumpfes und Ergotherapie, speziell auch im Hinblick auf Tätigkei-
ten im Alltag wie auch im Hinblick auf spätere berufliche Tätigkeiten.

Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit wird der Versicherte auf Dauer nicht mehr verrich-
ten können.

Per 1.1.2022 ist für körperlich sehr leichte Tätigkeiten, die bevorzugt aus wech-
selnder Ausgangslage verrichtet werden können, wieder volle Arbeitsfähigkeit zu 
erwarten.

Der Versicherte wird Unterstützung für die Arbeitsplatzsuche benötigen durch die 
RAV oder IV.

In Beantwortung der Fragen hielt Dr.med. G.________ zu den funktionellen Ein-
schränkungen fest, solche würden sich im Alltag und Beruf für mittelschwere und 
schwere Tätigkeiten in Kombination mit Heben und Tragen sowie Tätigkeiten in 
Schulterhöhe und über Kopf ergeben; häufiges Bücken sollte ebenfalls vermie-
den werden. Und zur Arbeitsfähigkeit äusserte sie, per 1. Januar 2022 sei für 
körperlich sehr leichte Tätigkeiten volle Arbeitsfähigkeit zu erwarten. 8 ½ Stun-
den pro Arbeitstag ohne Einschränkungen der Leistungsfähigkeit. 

2.14  Am 2. November 2021 stellte der Kläger der Beklagten einen Sprechstun-
denbericht der Q.________ Klinik zu, wo er bereits am 5. Oktober 2021 unter-
sucht wurde (BK-act. 66). Im Bericht vom 28. Oktober 2021 gelangte Dr.med. 
L.________ (Facharzt Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewe-
gungsapparates) zur Diagnose und Beurteilung:

Hauptdiagnosen
1. Verdacht auf subakromiales lmpingement Syndrom mit Tendinopathie der Su-

praspinatussehne Schulter links

2. St.n. Schulterarthroskopie mit Supra- und lnfraspinatussehnen-Rekonstruktion 
21.01.2021 und Autotenodese nach KIM sowie subakromialer Bursektomie mit 
im Verlauf postoperativer Kapsulitis und Revisionsarthroskopie mit arthroskopi-
scher Arthrolyse sowie Kapsulotomie (06.05.2021) Schulter rechts

Beurteilung und Procedere
Rechtsseitig sehe ich bei dem Patienten nach Komplexsituation mit Reoperation 
mit Kapsulotomie noch ein gewisses Rehabilitationsdefizit und Kräftigungsdefizit. 
Hier empfehle ich die weitere Physiotherapie zur glenohumeralen Zentrierung und 
Kräftigung, Detonisierung Haltungskorrektur; auch ein MTT sollte im Verlauf folgen. 
Linksseitig sehe ich keinen strukturellen Schaden, eine Tendinopathie der Supra-
spinatussehne und ein gewisses lmpingement-Syndrom, hier könnte bei deutlichen 
Beschwerden eine diagnostisch/therapeutische subakromiale lnfiltration durchführt 
werden. Der Patient wünscht diese dann heimatnah in der N.________ (Klinik). 
[…]

13

2.15  Am 4. November 2021 reichte der Kläger der Beklagten zwei Berichte der 
Physiotherapie ein (BK-act. 68). Im Bericht vom 20. September 2021 zuhanden 
Dr.med. F.________ betreffend die rechte Schulter führte die Physiotherapeutin 
aus, der Kläger habe nach der zweiten Operation Fortschritte gemacht (viel we-
niger Schmerzen, leichter und schmerzfreier bewegen). Volle Bewegungsfreiheit 
und komplette Schmerzfreiheit habe bislang aber noch nicht erreicht werden 
können. Im Moment stagniere der positive Verlauf, weshalb wichtig sei, mit Phy-
siotherapie weiterzufahren, wozu um eine neue Kostengutsprache ersucht wer-
de. Der Bericht vom 24. September 2021 an Dr.med. H.________ betrifft die Dia-
gnose lumboradikuläre Beschwerden, welche in casu nicht massgeblich sind. 

2.16  Ebenfalls am 4. November 2021 unterrichtete die Beklagte den Kläger 
über die Einstellung der Taggeldzahlungen per Ende Februar 2022, da ihm eine 
100%ige Arbeitsleistung in einer seinem Leiden angepassten Tätigkeit zumutbar 
sei (vgl. Ingress Bst. C). Die Schadenminderungspflicht verlange von ihm, der in 
der angestammten Tätigkeit dauerhaft arbeitsunfähig sei, innert nützlicher Frist 
eine Arbeit in einem anderen Berufs- oder Erwerbszweig zu suchen und anzu-
nehmen, soweit ihm dies zumutbar sei. Da er in einem gekündigten Arbeitsver-
hältnis stehe, könne er sich bei der Arbeitslosenversicherung anmelden, welche 
ihn bei der Arbeitssuche unterstütze (BK-act. 64).

2.17  Der Kläger informierte die Beklagte am 17. Januar 2022, Dr.med. 
F.________ habe ihm weiterhin eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bis 14. März 
2022 attestiert. Da er gemäss Dr.med. G.________ per März 2022 wieder ein-
satzbereit sein solle, erkundige er sich über das weitere Vorgehen (BK-act. 71). 
Die Beklagte zeigte sich zu einer Neuprüfung bereit, wenn eine ausführliche me-
dizinische Stellungnahme eines Facharztes vorliege, wonach eine angepasste 
Tätigkeit nicht möglich sei (BK-act. 72). 

2.18  In einem Bericht vom 7. Februar 2022 führte Dr.med. F.________ aus, 
nach zweimaliger Schulteroperation gestalte sich der Verlauf zögerlich. Über die 
Monate habe sich zwar eine stete Verbesserung von Seiten Beweglichkeit und 
Schmerzhaftigkeit angedeutet, jedoch hätten sich schliesslich relevante Restlimi-
tierungen gezeigt. Man habe mit dem Kläger die Problematik der Arbeitsfähigkeit 
resp. Arbeitsunfähigkeit diskutiert. Und weiter: "Mit Blick auf die aktuelle klinische 
Situation ist nicht davon auszugehen, dass der Patient in vollem Pensum in einer 
angestammten oder ähnlichen Tätigkeit arbeitsfähig wäre. Problematisch ist auf 
Grund dessen lhre Entscheidung, den Patienten ab 01.03.2022 dieses Jahres als 
100% arbeitsfähig einzustufen. lch denke es wäre bereits optimistisch, wenn der 
Patient bis dahin eine Teilarbeitsfähigkeit in zum Beispiel 50% Pensum absolvie-

14

ren könnte. Gerne möchte ich Sie bitten, dies entsprechend nochmals mit dem 
Patienten zu diskutieren" (BK-act. 74).

2.19  Am 11. Februar 2022 liess Dr.med. H.________ wegen starken Schmer-
zen Hüfte und Leiste links bei Fragestellung Hüftarthrose, Adduktoren, ein MRI 
Becken/Hüfte links durchführen. I.________ gelangte dabei zur Beurteilung eines 
grossflächigen Knorpeldefektes am linken Acetabulumdach und korrespondie-
rend kranioventral am linken Femurkopf bei deutlicher Verplumpung des proxi-
malen linken Femurs. Der Befund entspreche einer Arthrose bei CAM-Im-
pingement (BK-act. 78). 

Am 28. Februar 2022 berichtete Dr.med. M.________ (Facharzt Orthopädische 
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates) bei Diagnose 'Sympto-
matische Coxarthrose links', es werde am 4. April 2022 eine Operation mit Hüft-
Totalprothese durchgeführt (BK-act. 85). 

Am 11. März 2022 informierte die Beklagte den Kläger, für die Arbeitsunfähigkeit 
wegen der Diagnose Coxarthrose bestehe kein Anspruch auf ein Taggeld aus 
der Kollektivversicherung, da er per 31. Oktober 2022 [recte 2021] aus dem Ar-
beitsverhältnis ausgeschieden sei.

2.20  Am 16. März 2022 beantwortete Dr.med. F.________ Fragen des Rechts-
vertreters des Klägers (BK-act. 95). Das Schreiben leitete er ein mit der Bemer-
kung: "lch möchte ganz kurz korrigieren, dass ich im Schreiben vom 7. Februar 
annulliert habe, dass ich es bereits als optimistisch empfinden würde wenn der 
Patient einer Teilarbeitsfähigkeit im 50% Pensum nachgehen könnte nach dem 
die Versicherung eine volle Arbeitsfähigkeit postuliert hat" (vgl. zu erwähnten 
Schreiben oben Erw. 2.18).

Bezüglich bestehender Beeinträchtigungen führte Dr.med. F.________ aus, der 
Kläger leide - nach den zwei Operationen - bis heute unter belastungsabhängi-
gen Restbeschwerden sowie vor allem Überkopfschmerzen beim Bewegen des 
Armes in entsprechenden Positionen. Aus chirurgischem Blickwinkel schienen im 
Moment keine erfolgsversprechenden Rückzugsoptionen zu bestehen. Auch die 
über einen langen Zeitraum durchgeführte konservative Behandlung mittels Phy-
siotherapie und intermittierende Infiltrationen habe keine relevante Beschwerde-
regredienz gebracht, so dass er den Kläger am 14. März 2022 schliesslich in ei-
ne Schmerzambulanz zur Beurteilung zugewiesen habe. Dies sei mit der Frage 
erfolgt, nach etwaigen therapeutischen Optionen schmerzlindernd in das Ge-
schehen einzuwirken. Die vom Rechtsvertreter gewünschte Objektivierbarkeit der 
Schmerzen sei schliesslich nicht möglich. In der entsprechenden Bildgebung, re-
spektive in der intraoperativen Dokumentation zeige sich ein schöner Sehnen-
verschluss. Bei der durch den Patienten angegebenen Schmerzhaftigkeit handle 

15

es sich natürlich um eine subjektive Wahrnehmung durch den Kläger, wobei ihm 
(Dr.med. F.________) mit Blick auf die Beschreibung der Schmerzen eine Nach-
vollziehbarkeit bestehe.

Auf die Frage, welche Tätigkeiten dem Kläger noch zumutbar seien, antwortete 
Dr.med. F.________, der Kläger sei in der bisherigen Tätigkeit im relevanten 
Pensum nicht mehr arbeitsfähig. Theoretisch wäre mindestens eine Teilarbeits-
fähigkeit in einer belastungsangepassten Position im Sinne eines Schonarbeits-
platzes denkbar. Voraussetzung hierfür wäre wahrscheinlich noch für einige Mo-
nate eine niedrige körperliche Belastungsschwelle während der Tätigkeit und so-
fern möglich auch eher keine Tätigkeit überhalb der Horizontalen.

Zudem äusserte Dr.med. F.________, die langfristige Prognose bleibe unklar. 
Prinzipiell gehe er im Grunde von einer positiven Entwicklung aus mit Blick auf 
die erkennbare schöne Heilung der rekonstruierten Rotatorenmanschettenantei-
le; eine Garantie auf Schmerzfreiheit bestehe jedoch leider nicht. 

Schliesslich hielt er auf die Frage, ob das Gutachten Dr.med. G.________ die 
beweisrechtlichen Voraussetzungen erfülle, fest, seinerseits bestünden im Mo-
ment keine Anmerkungen zum Gutachten. Gegebenenfalls müsste dies komplex 
im Rahmen eines unabhängigen Gegengutachtens nochmals beurteilt werden.

2.21 Im Rahmen der von Dr.med. F.________ erwähnten Zuweisung in die 
Schmerzsprechstunde erfolgte eine schmerztherapeutische Erstbeurteilung am 
22. März 2022 im Spital O.________ (BK-act. 97). Die Ärzte gelangten dabei zu 
folgender Diagnosestellung und Beurteilung:

Schmerzdiagnosen
ICD-11 MG30.31 Chronic secondary musculoskeletal pain associated with 
structural changes
- Chronische Schulterschmerzen beidseits unklarer Ätiologie
- zusätzlich neuropathische Schmerzkomponte im Innervationsgebiet des N' su-

prascapularis
- Ätiologie: unklar, DD postoperativ (ICD-11 MG30.21 Chronic postsurgical pain)' 

DD degenerativ, DD psychosoziale Komponente bei Rechtsstreit
[…]

Beurteilung
Klinisch-anamnestisch ist bei Herrn …. an eine Frozen Shoulder aufgrund der Ein-
schränkungen und Schmerzsymtomatik auszugehen. Jedoch besteht ebenfalls ein 
hoher Verdacht auf eine neuropathische Schmerzkomponente. Insbesondere zeig-
te sich am lateroventralen Oberarm eine Hyperalgesie. Dieses Gebiet entspricht 
a.e. dem Innervationsgebiet des N. suprascapularis. Die Ätiologie ist unklar, könnte 
postoperativ bedingt sein, jedoch tritt diese Symptomatik beidseits auf. Der Patient 
war 20 Jahre in der Matratzenproduktion tätig, bei welcher von einer erhöhten Be-
lastung in der Schulterpartie auszugehen ist, was auch ursächlich sein könnte für 
die Schmerzproblematik. Wir empfehlen eine schmerzdistanzierende Therapie mit 
trizyklischen Antidepressiva. Auch erhoffen wir, dass sich darunter die Schlafsitua-

16

tion des Patienten verbessern könnte. Auch wurde mit dem Patienten eine dia-
gnostische Infiltration vereinbart, welche bereits am Folgetag stattfinden wird.

2.22 Gegenüber der Beklagten hält der klägerische Rechtsvertreter am 30. März 
2022 fest, gestützt auf die Berichte Dr.med. F.________ und der schmerzthera-
peutischen Erstbeurteilung greife die Beurteilung von Dr.med. G.________ zu 
kurz. Zudem sei die Heilbehandlung noch nicht abgeschlossen, die Einstellung 
der Taggelder damit ohnehin nicht rechtens. Das Leistungsprofil und der Kreis 
möglicher Tätigkeiten sei enger als von Dr.med. G.________ umschrieben; ent-
sprechend sei auch die Schadenminderungspflicht neu zu werten. Entsprechend 
forderte er die Weiterausrichtung der Taggelder (BK-act. 99). 

Am 12. April 2022 stellte er der Beklagten das jüngste Arztzeugnis von Dr.med. 
M.________ zu und bekräftigte, der Kläger sei nach wie vor - bis 19. Mai 2022 - 
zu 100% krankgeschrieben (BK-act. 105).

2.23 Am 6. April 2022 nahm Dr.med. G.________ Stellung zu den jüngsten 
Arztberichten (BK-act. 106). Sie bekräftigte, in ihrem Gutachten festgestellt zu 
haben, dass die angestammte Tätigkeit nicht mehr verrichtet werden könne. In 
ihrem Profil für angepasste Tätigkeiten seien sehr leichte Tätigkeiten genannt, 
die per se zu keiner Belastung der oberen Extremitäten führen könnten. Wenn 
Dr.med. F.________ belastungsabhängige Restbeschwerden vor allem als 
Überkopfschmerzen beschreibe, dann seien solche Tätigkeiten gemäss ihrem 
Gutachten gerade ausgenommen. Sie habe bereits im Oktober Schlafstörungen 
erfragt, weshalb für sie unverständlich sei, dass erst jetzt eine Therapie zur Bes-
serung der Schlafqualität in die Wege geleitet werde. Die nachgereichten Unter-
lagen könnten insgesamt ihre Einschätzung im Gutachten, wonach eine volle Ar-
beitsfähigkeit für angepasste Tätigkeiten bestehe, nicht kippen. 

Mit Schreiben vom 28. April 2022 hielt die Beklagte gegenüber dem Rechtsver-
treter des Klägers am Entscheid vom 4. November 2021 fest (BK-act. 107). 

2.24 Im Nachgang zur Hüftoperation vom 4. April 2022 (Implantation Hüft-Total-
prothese) war der Kläger vom 8. bis 28. April 2022 in der Klinik P.________ zur 
stationären Rehabilitation hospitalisiert (BK-act. 111). Neben der Rehadiagnose 
(Symptomatische Coxarthrose links) wurden im Austrittsbericht in der Diagnose-
liste auch chronische Schulterschmerzen beidseits unklarer Ätiologie aufgeführt. 
Abgesehen vom Vermerk, es sei eine weitere therapeutische Infiltration in die 
rechte Schulter bereits geplant, lassen sich dem Bericht keine Aussagen zu den 
Schulterverhältnissen entnehmen. Es ist unklar, ob die Aussagen betreffend Ab-
setzung der Schmerzmedikation vor Austritt sowie Erreichung der Selbständigkeit 
im Alltag sich nur auf die Rehadiagnose beziehen oder generell gemeint sind. 
Auch im Austrittsbericht des Spitals O.________ vom 4. April 2022 (BK-act. 112) 

17

oder dem Austrittsbericht Pflege des Spitals O.________ vom 7. April 2022 (BK-
act. 115) oder dem Überweisungsbericht der Klinik P.________ vom 25. April 
2022 (BK-act. 113) lassen sich - abgesehen von der Auflistung in der Diagnose-
liste - keine Hinweise auf die Schulterproblematik entnehmen. 

2.25 Auf der Taggeldkarte für Einzel-Taggeldversicherte werden durch die Ärzte 
der N.________(Klinik) ab dem 14. Januar 2021 durchgehend vollständige 
krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeiten ausgewiesen bis zum 29. Juni 2022 
(BK-act. 124, vgl. auch BK-act. 84, 86, 94, 104 und 121). Bei den Konsultationen 
vom 25. Februar 2022, 23. März 2022, 4. April 2022 und 19. Mai 2022 wird dabei 
"Hüfte" angemerkt; auch der nächste Termin (29.6.2022) erfolge die Hüfte betref-
fend bei Dr.med. M.________. Den Einzel-Arztzeugnissen kann entnommen 
werden, dass Dr.med. F.________ dem Kläger am 14. März 2022 letztmals eine 
vollständige Arbeitsunfähigkeit ab 15. März 2022 bis auf Weiteres (Ende April) at-
testiert hatte (BK-act. 94). 

3.1 Zunächst gilt es zu wiederholen, dass der Kläger, der einen Leistungs-
anspruch aus Versicherungsvertrag geltend macht, für die Tatsachen der An-
spruchsvoraussetzungen beweispflichtig ist (vgl. oben Erw. 1.3.1), wobei das or-
dentliche Beweismass der vollen Überzeugung gilt, mithin der Beweis erbracht 
ist, wenn das Gericht nach objektiven Gesichtspunkten von der Richtigkeit einer 
Sachbehauptung überzeugt ist (vgl. oben Erw. 1.3.2). 

Auch wenn die Arbeitsunfähigkeit anfänglich durch die Beklagte anerkannt war 
und sie eine Arbeitsunfähigkeit in angepasster Tätigkeit ab 1. März 2022 bestrei-
tet, so handelt es sich entgegen den Ausführungen des Klägers nicht um eine 
leistungsaufhebende Tatsache, für welche die Beklagte beweispflichtig wäre. 
Vielmehr obliegt es dem Kläger, den Beweis zu erbringen, dass auch ab dem 
1. März 2022 eine krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit selbst in angepasster 
Tätigkeit vorgelegen hatte (vgl. Urteil BGer 4A_25/2015 vom 29.05.2015 Erw. 
3.1). Er hat hierzu den (vollen) Beweis zu erbringen. 

3.2 Was die von den Parteien eingereichten medizinischen Berichte anbelangt, 
so handelt es sich hierbei nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht um ge-
richtlich bestellte Gutachten im Sinne von Art. 168 Abs. 1 lit. d ZPO, sondern um 
sog. Privatgutachten. Sie stellen kein Beweismittel dar, vielmehr ist ihnen die 
Qualität von blossen Parteibehauptungen beizumessen. Wird eine Parteibehaup-
tung von der Gegenpartei substantiiert bestritten, so vermögen Parteigutachten 
als reine Parteibehauptung diese allein nicht zu beweisen. Immerhin vermögen 
sie allenfalls zusammen mit - durch Beweismittel nachgewiesenen - Indizien den 
Beweis zu erbringen (BGE 141 III 433 Erw. 2.6; Urteil BGer 4A_86/2022 vom 
8.4.2022 Erw. 3.2). Soweit bezüglich Arbeitsunfähigkeit der Kläger beweisbelas-

18

tet ist (vgl. oben Erw. 3.1), so vermögen aber die Privatgutachten der Beklagten 
den klägerischen Beweis immerhin scheitern lassen, wenn sie nur schon Zweifel 
an der behaupteten Arbeitsunfähigkeit aufkommen lassen oder wach halten und 
ohne Willkür davon ausgegangen werden kann, auch ein Gerichtsgutachten 
vermöchte diese Zweifel nicht zu zerstreuen (vgl. Urteil BGer 4A_66/2018 vom 
15.5.2019 Erw. 2.4). 

4.1 Der Kläger war zuletzt als Mitarbeiter Produktion in der Herstellung von Ma-
tratzen/Betten in einem Vollzeitpensum tätig. Die körperliche Belastung bei der 
Arbeit wurde als 'mittel' beurteilt, wobei Gewichte bis 18 kg zu heben waren (80 
mal, wobei unklar in welchem Zeitraum) und stehend gearbeitet wurde (BK-act. 
2). 

Es ist zwischen den Parteien unbestritten, dass es sich hierbei um eine für den 
Kläger dauerhaft unzumutbare Tätigkeit handelt. Auch die Beklagte bestätigt ge-
stützt auf die Beurteilung von Dr.med. G.________, dass der Kläger in der ange-
stammten Tätigkeit keine volle Arbeitsfähigkeit mehr erreichen wird.

Für die weitere Beurteilung gilt es allerdings festzuhalten, dass der Kläger seine 
Hausärztin wegen (u.a.) Schulterbeschwerden erstmals am 2. Dezember 2020 
aufsuchte (BK-act. 17) und sie ihn ab 21. Dezember 2020 arbeitsunfähig schrieb, 
ihm seine Anstellung als Produktionsmitarbeiter jedoch bereits im Oktober zuvor 
gekündigt wurde (nicht aus gesundheitlichen Gründen; BK-act. 5). Die Kündigung 
erfolgte per Ende Januar 2021, wobei sich die Beendigung des Anstellungsver-
hältnisses krankheitsbedingt bis Ende Oktober 2021 verzögerte. Mit anderen 
Worten war der Kläger bereits bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit (am 21.12.2020) 
in gekündigter Stellung und im Zeitpunkt, als die Beklagte von einer vollen Ar-
beitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit ausging (1.3.2022) war der Kläger stellen-
los. Die Rückkehr an die bisherige Arbeitsstelle kam somit überhaupt nie in Fra-
ge. Vielmehr stand für den Kläger so oder anders zwingend ein Berufswechsel 
an, den er aufgrund der Kündigung bereits vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit an-
streben musste. Bei diesen Umständen gilt rechtsprechungsgemäss die Grund-
regel, dass der ein Taggeld beanspruchende Kläger den Nachweis erbringen 
müsste, dass er ohne Arbeitsunfähigkeit eine Erwerbstätigkeit ausüben würde. 
Denn die Vermutung, dass er erwerbstätig wäre, gälte nur im Falle, dass die Ar-
beitsunfähigkeit vor Aussprache der Kündigung eingetreten wäre (BGE 147 III 
73). Ob dem Kläger dieser notwendige Nachweis der Erwerbstätigkeit gelänge 
(vgl. auch Ziff. 12.1 AVB), kann vorliegend offen bleiben, da er - wie nachfolgend 
aufzuzeigen ist - den Beweis der Arbeitsunfähigkeit in angepasster Tätigkeit ab 
1. März 2022 ohnehin nicht zu erbringen vermag.

19

4.2 Die Beklagte informierte den Kläger am 4. November 2021 über die Ab-
sicht, die Taggeldzahlungen per Ende Februar 2022 einzustellen, da er in einer 
angepassten Tätigkeit voll arbeitsfähig sei. Zu dieser Überzeugung gelangte die 
Beklagte gestützt auf die Beurteilung von Dr.med. G.________ vom 28. Oktober 
2021. Dr.med. G.________ standen die umfassenden medizinischen Akten zur 
Verfügung und sie untersuchte den Kläger persönlich (vgl. BK-act. 62). Der Klä-
ger macht nicht geltend, zumindest nicht substantiiert, die von ihr erhobenen Be-
funde oder von ihr gestellten Diagnosen seien fehlerhaft oder sie würde seine 
Ausführungen anlässlich der Untersuchung fehlerhaft wiedergeben. Namentlich 
dem von ihr dokumentierten Bewegungsumfang der Schultergelenke wird nicht 
widersprochen und auch die von ihr beschriebenen Schmerzen bei Bewegung 
oder Druck werden nicht als fehlerhaft kritisiert (vgl. auch Untersuchungsbefunde 
der Q.________ Klinik vom 5.10.2021 [BK-act. 67] oder den Bericht Dr.med. 
J.________ [oben Erw. 2.9], welche nicht auffällig von den Befunden Dr.med. 
G.________ abweichen). Bezogen auf die Schulter sind denn die Diagnosen 
schmerzhafter Funktionseinschränkungen der rechten Schulter bei Rechtshän-
digkeit bei Status nach Rekonstruktion der Rotatorenmanschette in 1/2021 und 
erneuter OP in 5/2021 bei Frozen Shoulder sowie schmerzhafter Funktionsein-
schränkungen der linken Schulter bei bekannten degenerativen Veränderungen 
(BK-act. 62 S. 8) nicht zu be-anstanden. Sie stehen auch nicht in Widerspruch 
etwa zur Diagnose, welche 22 Tage vor dem Untersuch bei Dr.med. G.________ 
durch die Q.________ Klinik erhoben wurde (oben Erw. 2.14) oder zum Bericht 
der Physiotherapeutin vom 20. September 2021, welche Fortschritte nach der 2. 
Operation, aber noch keine Heilung beschrieb (vgl. oben Erw. 2.15) oder zur 
Diagnose der schmerztherapeutischen Erstbeurteilung vom 22. März 2022 im 
Spital O.________ (vgl. oben Erw. 2.21). Und wenn der Rechtsvertreter des Klä-
gers Dr.med. F.________ um Beschrieb der aktuellen gesundheitlichen Beein-
trächtigungen ersucht und dieser am 16. März 2022 antwortet, es bestehe ein 
Zustand nach Rotatorenmanschettennaht in Erstoperation und einer Arthrolyse 
(Ausputzen des Gelenkes) im Rahmen eines Zweiteingriffes, der Patient leide bis 
heute unter belastungsabhängigen Restbeschwerden sowie vor allem Überkopf-
schmerzen beim Bewegen des Armes in entsprechenden Positionen, so vermag 
auch dies die Beurteilung von Dr.med. G.________ nicht in Zweifel zu ziehen. 

Mithin kann festgehalten werden, dass an der Beurteilung des Gesundheitszu-
standes des Klägers durch Dr.med. G.________ keine Zweifel bestehen. Ent-
sprechend überzeugend stellte am 6. April 2022 auch Dr.med. G.________ fest, 
die neu eingereichten Unterlagen (Schreiben Rechtsvertreter vom 30.3.2022, Be-
richt Dr.med. F.________ vom 16.3.2022 und Bericht Spital O.________ vom 

20

22.3.2022), zu welchen sie einzeln Stellung bezog, könnten ihre Einschätzung 
vom Oktober 2021 nicht kippen (BK-act. 109).

4.3.1  In ihrem Gutachten vom 28. Oktober 2021 kam Dr.med. G.________ zum 
Schluss, bei gegebenem Gesundheitszustand werde der Kläger die ausgeübte 
Tätigkeit auf Dauer nicht mehr verrichten können. Per 1. Januar 2022 sei für kör-
perlich sehr leichte Tätigkeiten, die bevorzugt aus wechselnder Ausgangslage 
verrichtet werden können, wieder volle Arbeitsfähigkeit zu erwarten (BK-act. 62 
S. 9). Die funktionelle Einschränkung umschrieb sie wie folgt: "Funktionelle Ein-
schränkungen im Alltag und Beruf ergeben sich für mittelschwere und schwere 
Tätigkeiten in Kombination mit Heben und Tragen sowie Tätigkeiten in Schulter-
höhe und über Kopf. Häufiges Bücken sollte ebenfalls vermieden werden." 

4.3.2  Im Auftrag der Beklagten hatte Dr.med. F.________ zweimal einen Belas-
tungsbericht einzureichen. Am 15. Juni 2021 gelangte er zum Schluss, dem Klä-
ger seien bis am 5. Juli 2021 medizinisch-theoretisch keine Belastungen zumut-
bar (BK-act. 38). Im zweiten Bericht vom 8. September 2021 wurde eine 
vollständige Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit ohne Aussicht auf Bes-
serung bestätigt (BK-act. 46). Hingegen beurteilte er es medizinisch-theoretisch 
als zumutbar, bis 10kg zu heben und tragen sowie (ohne Zeitlimit) zu stehen, ge-
hen und sitzen. Darin kann offensichtlich kein Widerspruch zur Beurteilung von 
Dr.med. G.________ gesehen werden. Allein schon der Beschrieb medizinisch-
theo-retisch zumutbarer Tätigkeiten lässt nur den Schluss zu, dass in entspre-
chend angepasster leichter Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit besteht.

4.3.3  Es trifft zu, dass die behandelnden Orthopäden seit dem 21. Januar 2021 
über den 1. März 2022 hinaus dem Kläger stets eine vollständige Arbeitsunfähig-
keit krankheitshalber attestierten (vgl. BK-act. 124). Allerdings beschränken sich 
diese Ärztlichen Zeugnisse auf das Attest der Arbeitsunfähigkeit für einen be-
stimmten Zeitraum. Sie machen hingegen weder genauere Ausführungen zu den 
Ursachen noch zur Frage, ob sich das Attest auf die angestammte Tätigkeit oder 
auch angepasste Tätigkeiten bezieht. Da selbst Dr.med. F.________ in seinem 
Schreiben vom 7. Februar 2022 eine mögliche Teilarbeitsfähigkeit nicht aussch-
liesst (vgl. dazu auch nachfolgend) und dennoch eine vollständige Arbeitsun-
fähigkeit attestiert, muss davon ausgegangen werden, dass diese Arztzeugnisse 
eine Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit nicht ausschliessen. 

Bleibt zu ergänzen, dass die zusammenfassende Taggeldkarte (BK-act. 124) 
Hinweise auf die Ursache der Arbeitsunfähigkeit enthält und ab dem 25. Februar 
2022 mit Ausnahme von zwei Einträgen auf die 'Hüfte' verweist. Was dies für die 
zwei Einträge ohne Vermerk bedeutet, kann nach dem zuvor Ausgeführten offen 
bleiben. Soweit die Hüfte als Grund angegeben wird, stellte die Beklagte ge-

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genüber dem Kläger zu Recht fest, dass hierfür kein Anspruch auf Taggelder aus 
der Kollektivversicherung besteht, weil es kein versichertes Ereignis darstellt (vgl. 
Ingress Bst. E; BK-act. 87). Hieran vermögen auch die Vorbringen des Klägers in 
der Klageschrift und sein Verweis auf die Hüftprobleme (K-act. 2.22) nichts zu 
ändern. Da die Hüfte während der Dauer der Anstellung zu keiner Arbeitsun-
fähigkeit führte, handelt es sich nicht um ein versichertes Ereignis (BGE 142 III 
671 Erw. 3). 

Nachdem der Kläger der Beklagten am 17. Januar 2022 ein weiteres, nicht sub-
stantiiertes Arbeitsunfähigkeitsattest (über 100%) bis 14. März 2022 eingereicht 
hatte, ist es daher nachvollziehbar, dass die Beklagte auf dem Nachweis einer 
ausführlichen medizinischen Stellungnahme eines Facharztes, weshalb eine an-
gepasste Tätigkeit immer noch nicht möglich sei, beharrte (vgl. BK-act. 72).

In der Folge reichte der Kläger das Schreiben Dr.med. F.________ vom 7. Fe-
bruar 2022 ein (BK-act. 74). Darin berichtet dieser von Verbesserungen seitens 
Beweglichkeit und Schmerz, jedoch auch relevanter Restlimitierungen. Ausge-
schlossen wird, dass der Kläger in der angestammten oder ähnlichen Tätigkeit 
wieder volle Arbeitsfähigkeit erlangt - was indessen von keiner Seite behauptet 
wird. Und wenn Dr.med. F.________ weiter ausführt: "Problematisch ist auf 
Grund dessen lhre Entscheidung den Patienten ab 01.03.2022 dieses Jahres als 
100% arbeitsfähig einzustufen. lch denke es wäre bereits optimistisch wenn der 
Patient bis dahin eine Teilarbeitsfähigkeit in zum Beispiel 50% Pensum absolvie-
ren könnte" (vgl. oben Erw. 2.18), so bezieht er sich auch hierbei auf die ange-
stammte Tätigkeit. Weder formuliert er, welche Tätigkeiten noch zumutbar wären, 
noch in welchem Umfang oder mit welchem Rendement. Er korrigiert namentlich 
auch den bisherigen, von ihm eingereichten Belastungsbericht nicht, der ein zu-
mutbares Tätigkeitsprofil umschreibt.

4.3.4 Ein weiterer Bericht von Dr.med. F.________ datiert vom 16. März 2022 
(BK-act. 101), worin er Fragen des klägerischen Rechtsvertreters beantwortet. 
Welche Bedeutung seiner einleitenden Bemerkung (Korrektur der Annullation im 
Schreiben vom 7.2.2022; vgl. Zitat oben Erw. 2.20) beizumessen ist, bleibt un-
klar, ist aber vorliegend nicht entscheidend.

Festgehalten wurde bereits, dass seine Beurteilung der gesundheitlichen Beein-
trächtigung nicht von jener von Dr.med. G.________ abweicht. Er erwähnt belas-
tungsabhängige Restbeschwerden, vor allem Überkopfschmerzen. Er beurteilte 
die Schmerzen als nicht objektivierbar; bei Schmerzangaben handle es sich 
natürlich um eine subjektive Wahrnehmung des Klägers, wobei ihm diese nach-
vollziehbar erscheine. Bei der entscheidenden Frage, wie sich dies auf das funk-
tionelle Leistungsvermögen auswirke, verweist Dr.med. F.________ wieder auf 

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die Antwort betreffend gesundheitliche Beeinträchtigung. Dies kann nicht anders 
gedeutet werden, als dass Überkopfbewegungen zu vermeiden sind. Weitere 
Einschränkungen sind nicht auszumachen. 

Bezüglich noch zumutbarer Tätigkeiten schliesst Dr.med. F.________ die bishe-
rige Tätigkeit aus, was - wie erwähnt - unbestritten ist. Hingegen erachtet er theo-
retisch mindestens eine Teilarbeitsfähigkeit in einer belastungsangepassten Po-
sition im Sinne eines Schonarbeitsplatzes als denkbar. Tätigkeiten über der Hori-
zontalen schliesst er 'sofern möglich eher' aus. Damit ist aber nicht ersichtlich, 
dass Dr.med. F.________ sehr leichte Tätigkeiten in Wechselbelastung ohne Ar-
beiten in Schulterhöhe und über Kopf ausschliesst. Hierfür bestehen keine An-
haltspunkte, stellt der Bericht doch vielmehr eine Bestätigung der Beurteilung von 
Dr.med. G.________ dar. Auf keinen Fall vermag der Kläger mit diesem Arztbe-
richt den Beweis zu erbringen, dass über den 1. März 2022 hinaus eine Arbeits-
unfähigkeit auch in einer angepassten Tätigkeit bestand.

4.3.5  Auch der Bericht zur schmerztherapeutischen Erstbeurteilung vom 
22. März 2022 vermag keine Arbeitsunfähigkeit in angepasster Tätigkeit nachzu-
weisen, keinesfalls im Sinne eines vollen Beweises. Der Bericht bestätigt wohl 
die Anamnese einer Schmerzsituation betreffend Schulter, rechts mehr als links, 
und dass die Schmerzen bei Belastung zunehmen. Der klinische Befund weicht 
nicht von den bereits Bekannten ab. Die Ätiologie wird als unklar bezeichnet. Zu 
funktionellen Leistungseinschränkungen oder zu zumutbaren Tätigkeiten resp. 
generell zur Arbeitsfähigkeit äussert sich der Bericht gar nicht (vgl. BK-act. 102), 
weshalb er diesbezüglich nicht aussagekräftig ist. Was die Medikation anbelangt, 
so enthält die Medikationsliste als einziges Schmerzmittel Ecofenac (Lipogel bei 
Bedarf) sowie Pregabalin als Option, was nicht auf eine erhebliche Schmerzbe-
lastung hinweist. Mithin vermag auch dieser Bericht nicht aufzuzeigen, inwiefern 
dem Kläger keine leichten Tätigkeiten unterhalb der Horizontalen ganztags zu-
mutbar sein sollen. 

4.3.6  Nach der Hüftoperation vom 4. April 2022 weilte der Kläger in der statio-
nären Rehabilitation in der Klinik P.________. Als Rehadiagnose wird im Aus-
tritts-bericht einzig die symptomatische Coxarthrose links genannt, die chroni-
schen Schulterschmerzen beidseits unklarer Ätiologie wird als weitere Diagnose 
aufgeführt (BK-act. 111). Insofern ist es nachvollziehbar, dass sich die Berichte 
der Klinik P.________ unter Therapie und Verlauf zur Rehadiagnose äussern. 
Dennoch fällt aber auf, dass die Schulterbeschwerden (abgesehen vom Vermerk, 
es sei nach Austritt eine therapeutische Infiltration rechte Schulter bereits ge-
plant) überhaupt nicht erwähnt werden, was zu erwarten wäre, wenn diese funk-
tionell einschränkend aufgefallen wären. Schon im Austrittsbericht Pflege des 

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Spitals O.________ vom 7. April 2022 wird die Schulterproblematik wohl in der 
Diagnoseliste aufgeführt, nicht aber im Bericht und im Speziellen auch nicht im 
Assessment, was zu erwarten wäre, würde es für die Rehabilitation ein Problem 
darstellen (BK-act. 115). Wenn dann durch die Rehaklinik dokumentiert wird (BK-
act. 111, 113), der Kläger gehe (bis 1km) an 2 Unterarmgehstöcken und bewälti-
ge 25 Treppenstufen (was nicht ohne Belastung der Schultern möglich ist) und 
die Schmerzmedikation habe vor Austritt abgesetzt werden können, im Alltag 
werde bei Austritt keine Unterstützung benötigt, er werde in gutem Allgemeinzu-
stand entlassen; Ziel des Klägers sei, wieder Motorradfahren zu können, so be-
legt dies keinesfalls, dass dem Kläger zu diesem Zeitpunkt ganztags leichte, 
wechselbelastende Tätigkeiten unterhalb der Horizontalen nicht zumutbar sein 
sollen. 

4.4 Zusammenfassend liegen damit keine (fach-)ärztlichen Berichte im Recht, 
welche die klägerische Behauptung, über den 1. März 2022 hinaus auch in an-
gepasster Tätigkeit gemäss Umschreibung von Dr.med. G.________ vollständig 
arbeitsunfähig gewesen zu sein, irgendwie bestätigen würden. Im Gegenteil. Ei-
nigkeit besteht nicht nur, dass die bisherige Tätigkeit dauerhaft nicht mehr zu-
mutbar ist. Unwidersprochen ist ebenso, dass der Kläger in angepasster leichter 
Tätigkeit, was insbesondere Arbeiten über der Horizontalen ausschliesst, min-
destens (so ausdrücklich Dr.med. F.________) teilarbeitsfähig ist. Damit aber 
vermag der Kläger den Beweis einer über den 1. März 2022 hinaus bestehenden 
vollen Arbeitsunfähigkeit auch für angepasste Tätigkeiten nicht zu erbringen.

4.5 Der Kläger beantragt das Einholen eines Gerichtsgutachtens. Hierzu be-
steht jedoch keine Veranlassung. 

4.5.1  Soweit der Kläger seinen Antrag damit begründet, dass an der (s.E.) versi-
cherungsinternen Beurteilung Dr.med. G.________ mehr als nur geringe Zweifel 
an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestünden, so verweist er diesbezüglich 
auf die sozialversicherungsrechtliche Rechtsprechung, welche vorliegend nicht 
einschlägig ist. 

4.5.2  Der Beweisführungsanspruch nach Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 8 ZGB bezie-
hungsweise Art. 152 ZPO verschafft zwar der beweispflichtigen Partei in allen 
bundesrechtlichen Zivilrechtsstreitigkeiten einen Anspruch darauf, für rechtser-
hebliche Vorbringen zum Beweis zugelassen zu werden, soweit entsprechende 
Anträge im kantonalen Verfahren form- und fristgerecht gestellt worden sind 
(BGE 143 III 297 Erw. 9.3.2). Dies schliesst es dem Gericht aber nicht aus, auf 
ein beantragtes Gerichtsgutachten zu verzichten, wenn es ohne Willkür in vor-
weggenommener Beweiswürdigung annehmen durfte, eine weitere Beweiserhe-

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bung würde seine Überzeugung nicht beeinflussen (BGE 134 I 140 Erw. 5.3), 
oder wenn es dem beantragten Beweismittel die Erheblichkeit oder Tauglichkeit 
abspricht, die behauptete Tatsache zu erstellen (Urteil BGer 4A_66/2018 vom 
15.5.2019 Erw. 2.1.2). 

4.5.3  Nach dem Gesagten bestehen hinsichtlich der relevanten Diagnosen und 
ebenso der klinischen Befunde keine Widersprüche, welche durch ein Gutachten 
zu klären wären. Zudem bezieht sich die strittige Frage auf einen abgeschlosse-
nen Zeitraum (1.3.2022 - 17.5.2022), der mittels persönlichem Untersuch nicht 
mehr beurteilt werden kann. Entsprechend könnte sich ein Gutachten nur auf die 
medizinischen Berichte stützen, welche auch das Gericht in diesem Verfahren 
schon gewürdigt hat, was den Beweiswert eines Gutachtens einschränken würde 
(vgl. Urteil BGer 4A_388/2021 vom 14.12.2021 Erw. 6.3.2). Diesbezüglich ist zu 
wiederholen, dass die behandelnden Ärzte wohl Ärztliche Zeugnisse mit einer 
vollständigen Arbeitsunfähigkeit ausstellten, dies aber nicht auf angepasste 
Tätigkeiten bezogen. Dass keine Arbeitsunfähigkeit in angepasster Tätigkeit be-
stand, hatte aber auch Dr.med. F.________ bestätigt. Entgegen der Darstellung 
in der Klageschrift hat Dr.med. F.________ auch nicht aus Zeitmangel auf eine 
Entgegnung zum Gutachten Dr.med. G.________ verzichtet. Vielmehr hält er 
einzig fest: "Anmerkungen zum Gutachten bestehen von meiner Seite aus im 
Moment nicht" (BK-act. 101); mithin sieht er keine Notwendigkeit für Entgegnun-
gen. Warum diesfalls ein Gutachten zu einer anderen Einschätzung kommen 
sollte, vermag auch der Kläger nicht darzutun. Bei dieser Ausgangslage ist das 
Gericht überzeugt, dass auch ein Gutachten zu keinem anderen Schluss kom-
men würde.

Die Hüftbeschwerden, welche namentlich aufgrund der Operation und Rehabilita-
tion zweifellos eine vollständige Arbeitsunfähigkeit nach sich zogen, müssen - 
wie bereits erwähnt - unbeachtlich bleiben, da die durch sie verursachte Arbeits-
unfähigkeit kein versichertes Ereignis darstellt. Mithin könnten diese auch nicht 
Gegenstand eines Gerichtgutachtens bilden.

4.6 Unbehilflich sind schliesslich die klägerischen Ausführungen zur Schaden-
minderungspflicht. 

4.6.1  Nach Art. 61 Abs. 1 Satz 1 VVG ist der Anspruchsberechtigte verpflichtet, 
nach Eintritt des befürchteten Ereignisses tunlichst für Minderung des Schadens 
zu sorgen. Zur Erfüllung der Schadenminderungsobliegenheit kann insbesondere 
die Wiederaufnahme der Berufstätigkeit notwendig sein. Nach der Rechtspre-
chung ist dabei als Ausdruck des Grundsatzes von Treu und Glauben von einem 
Versicherer, der einem Versicherten zunächst Taggelder ausrichtet, dann jedoch 
davon ausgeht, dessen Arbeitsunfähigkeit sei beendet, zu erwarten, dass er den 

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Versicherten darüber informiert und er die Leistungen während der Frist weiter-
zahlt, welche zur tatsächlichen Wiederaufnahme der Berufstätigkeit erforderlich 
ist. Diese Rechtsprechung bezieht sich in erster Linie auf Berufswechsel und hat 
zum Ziel, dem Versicherten Zeit zu verschaffen, um sich anzupassen und eine 
neue Stelle zu finden (Urteil BGer 4A_1/2020 vom 16.5.2020 Erw. 4.1). 

Zusammen mit der Abmahnung zum Berufswechsel muss dem Versicherten eine 
angemessene Übergangsfrist eingeräumt werden, während derer er sich anpas-
sen und eine neue Stelle finden kann. In der sozialversicherungsrechtlichen 
Rechtsprechung hat sich diesbezüglich eine Frist von drei bis fünf Monaten eta-
bliert, welche auch im Rahmen von Krankentaggeldversicherungen Gültigkeit 
beansprucht (Urteil BGer 4A_384/2019 vom 9.12.2019 Erw. 5.3 m.w.H.). Bei der 
Bemessung dieser Übergangsfrist handelt es sich um einen Ermessensentscheid 
(Urteil BGer 4A_253/2019 vom 5.9.2019 Erw. 4.2). Aus dem Zweck der Überg-
angsfrist folgt, dass während dieser Frist Taggelder weiterhin gemäss der Ar-
beitsunfähigkeit im angestammten Beruf zu leisten sind (vgl. Urteil BGer 
4A_73/2019 vom 29.7.2019 Erw. 3.3.3 m.w.H.).

Sinn und Zweck der Übergangsfrist ist es, der versicherten Person, für welche in 
der angestammten, nicht aber einer angepassten Tätigkeit eine Arbeitsunfähig-
keit besteht, Zeit zur Umorientierung zu gewähren und eine neue Stelle anzutre-
ten. War indes die versicherte Person bereits bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit in 
gekündigter Stellung, so war die versicherte Person ohnehin gehalten, sich neu 
zu orientieren. Eine besondere Aufforderung, sich eine neue Stelle zu suchen, ist 
diesfalls entbehrlich (Urteil BGer 8C_889/2014 vom 23.2.2015 Erw. 4.3.2). 

4.6.2  Vorliegend steht sachverhaltsmässig unbestritten fest, dass dem Kläger 
seine bisherige Anstellung bereits vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit gekündigt 
wurde. Das Anstellungsverhältnis endete (nach verlängerter Kündigungsfrist) am 
31. Oktober 2021. Am 4. November 2021 informierte die Beklagte den Kläger, 
seine bisherige Tätigkeit sei ihm nicht mehr zumutbar, zumutbar aber eine 
100%ige Arbeitsleistung in einer seinem Leiden angepassten Tätigkeit (z.B. 
hausinterne Dienste, leichte Archiv- oder Magazinerarbeiten, Kontroll- und Über-
wachungsfunktionen). Bei entsprechenden Arztzeugnissen werde das Taggeld in 
bisheriger Höhe noch bis 28. Februar 2022 ausgerichtet, danach werde es ein-
gestellt. Damit gewährte die Klägerin dem Beklagten eine Übergangsfrist von 
rund vier Monaten.

4.6.3  In Anbetracht der geschilderten Umstände und in Berücksichtigung der 
Rechtsprechung, wonach eine dem Einzelfall angemessene Übergangsfrist von 3 
bis 5 Monaten zu gewähren ist, ist die konkret gewährte Frist von 4 Monaten 
nicht zu beanstanden. Sie ermöglichte dem Kläger, der ohnehin stellenlos war, 

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sich - mit Unterstützung der Regionalen Arbeitsvermittlung - um eine neue Stelle 
zu bemühen. Weder das Zumutbarkeitsprofil - leichte, wechselbelastende Tätig-
keiten nicht über der Horizontalen - noch das fortgeschrittene Alter (Jg. 1960) er-
forderten eine längere Frist. Da der Kläger ohnehin stellenlos (und bereits bei 
Eintritt der Arbeitsunfähigkeit in gekündigter Stellung) war, bedurfte es auch kei-
ner Konkretisierung möglicher Stellen durch die Beklagte. Anzufügen ist, dass 
der Arbeitsmarkt in der Schweiz auch bereits zu jener Zeit einen Berufskräfte-
bedarf auswies, was die Vermittlungschancen wesentlich erhöhte (vgl. Adecco 
Group swiss Job Market Index 2022 Q1 der Universität Zürich; 12.4.2022; 
www.adeccogroup.com; eingesehen am 4.11.2022). 

4.7 Was schliesslich die klägerische Ausführung betreffend vorzunehmendem 
Einkommensvergleich anbelangt, so gilt es zu wiederholen, dass vorliegend der 
Kläger bereits bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit in gekündigter Stellung war, und 
damit die Vermutung, er wäre ohne Eintritt der Arbeitsunfähigkeit noch erwerbs-
tätig, keine Anwendung findet (vgl. oben Erw. 4.1). 

5. Zusammenfassend steht somit fest, dass dem Kläger der Beweis, über den 
1. März 2022 hinaus in einer leichten, wechselbelastenden Tätigkeit ohne Arbei-
ten über der Horizontalen weiterhin arbeitsunfähig gewesen zu sein, nicht gelingt. 
Auf die Einholung eines Gutachtens kann nach dem Gesagten (oben Erw. 4.5) 
verzichtet werden. Unbegründet ist ebenso der Vorwurf, es sei ihm ohne konkre-
te Stellenhinweise eine zu kurze Übergangsfrist eingeräumt worden. Die Klage 
ist damit abzuweisen.

6. Kosten werden keine erhoben (Art. 114 lit. e ZPO). Die nicht anwaltschaft-
lich vertretene Beklagte hat keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung 
(Art. 95 Abs. 3 lit. b ZPO).

7. Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung 
sind privatrechtlicher Natur, weshalb als Rechtsmittel an das Bundesgericht die 
Beschwerde in Zivilsachen gemäss Art. 72 ff. des Bundesgesetzes über das 
Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) vom 17. Juni 2005 in 
Betracht kommt (BGE 133 III 439 Erw. 2.1; Urteil BGer 4A_695/2011 vom 
18.1.2012 Erw. 1.2). Weil das Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz Streitig-
keiten aus Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung als einzige 
kantonale Instanz beurteilt, ist die Beschwerde in Zivilsachen zulässig, auch 
wenn der Streitwert von Fr. 30'000.-- nicht erreicht werden sollte (BGE 138 III 2, 
Regeste und Erw. 1).

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:

1. Die Klage wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwerde* in 
Zivilsachen beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, erhoben werden (Art. 
42 und 72ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 
173.110] vom 17.6.2005). 

Soweit die Beschwerde in Zivilsachen nicht zulässig ist, kann in derselben 
Rechtsschrift subsidiäre Verfassungsbeschwerde* erhoben und die Verlet-
zung von verfassungsmässigen Rechten gerügt werden (Art. 113ff. BGG).

4. Zustellung an:
- den Rechtsvertreter des Klägers (2/R)
- die Beklagte (R)
- und die Eidg. Finanzmarktaufsicht FINMA, 3003 Bern (A). 

Schwyz, 10. November 2022

Im Namen des Verwaltungsgerichts

Der Vizepräsident:

Die Gerichtsschreiberin:

*Anforderungen an die Beschwerdeschrift 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru-
mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form 
darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die 
sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 
hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen.

Versand: 18. November 2022