# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a3faa3aa-7583-58ab-9d25-b0ccd2f7bc03
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-10-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.10.2023 D-5126/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5126-2023_2023-10-06.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-5126/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  6 .  O k t o b e r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Einzelrichterin Daniela Brüschweiler, 

mit Zustimmung von Richter Simon Thurnheer;   

Gerichtsschreiberin Kathrin Mangold Horni. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Ukraine,  

(…), 

Beschwerdeführerin,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Verweigerung vorübergehender Schutz; 

Verfügung des SEM vom 4. September 2023. 

 

 

 

D-5126/2023 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Die Beschwerdeführerin ersuchte am 20. März 2023 im Bundesasyl-

zentrum (BAZ) der B._______ um Gewährung des vorübergehenden 

Schutzes. 

 

A.b Die erste Befragung vom 24. März 2023 wurde aufgrund der gesund-

heitlichen Situation der Beschwerdeführerin abgebrochen.  

 

A.c Am 17. Mai 2023 wurde eine zweite Befragung durchgeführt. Dabei 

gab die Beschwerdeführerin an, sie sei ukrainische Staatsangehörige und 

habe sich am 28. April 2021 in Deutschland niedergelassen. Die ersten 

sechs Monate habe sie als "[…]" gearbeitet und einen Sprachkurs absol-

viert. Danach habe sie als (…) in C._______ (D._______) gearbeitet. Im 

Jahr 2021 sei sie zweimal für kurze Besuche in die Ukraine gereist. Kurz 

nach Kriegsbeginn im Frühjahr 2022 sei sie erneut in die Ukraine gereist, 

um ihre (…) und ihr Enkelkind abzuholen. Ihre (…) und das Enkelkind hät-

ten sich dann in E._______ (F._______) niedergelassen. Um näher bei ih-

ren Angehörigen zu sein, habe sie – die Beschwerdeführerin – ihre Stelle 

in C._______ gekündigt und sei nach G._______ (F._______) gezogen, 

wo sie in einem (…) als (…) gearbeitet habe. Wegen gesundheitlicher 

Probleme sei sie allerdings im Sommer 2022 für einen Monat arbeitsunfä-

hig gewesen. 

 

Ihre (…) hätten jedoch aus Heimweh in die Ukraine zurückkehren wollen, 

weshalb sie im Januar 2023 ihre Stelle in G._______ gekündigt und sich 

bei der zuständigen Ausländerbehörde abgemeldet habe. Anfang Februar 

2023 sei sie mit ihrer Familie in ihre Heimatstadt H._______ zurückgekehrt 

und habe ihrer (…) bei der Wohnungssuche geholfen. Sie selber sei dort 

keiner Arbeit nachgegangen und habe im Gastgebäude einer Kirche ge-

wohnt. Aufgrund ihrer andauernden gesundheitlichen Probleme habe sie 

die Ukraine aber bereits am 17. März 2023 wieder verlassen und sei nach 

Deutschland zurückgekehrt. In der Meinung, ihr Aufenthaltstitel in Deutsch-

land sei an ein bestehendes Arbeitsverhältnis gebunden, und weil ihre (…) 

ihr gesagt habe, die Schweiz sei ein schönes Land und sie würde hierzu-

lande medizinische und psychologische Hilfe erhalten, sei sie unverzüglich 

in die Schweiz weitergereist. Ihre (…) und ihr Enkelkind seien in der Ukra-

ine geblieben. 

 

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Seite 3 

Auf entsprechende Nachfrage hin konnte die Beschwerdeführerin keine 

Gründe, die gegen ihre Rückkehr sprechen würden, nennen. Falls ihr Ge-

such um vorübergehenden Schutz abgelehnt würde, würde sie höchst-

wahrscheinlich nicht nach Deutschland, sondern in die Ukraine zurückkeh-

ren.  

 

A.d Am 26. Mai 2023 ersuchte das SEM die deutschen Behörden um 

Rückübernahme der Beschwerdeführerin. Die deutschen Behörden stimm-

ten dem Ersuchen noch gleichentags zu.  

 

B.  

Mit Verfügung vom 4. September 2023 – eröffnet am 6. September 2023 – 

lehnte das SEM das Gesuch um vorübergehenden Schutz ab, verfügte die 

Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Wegweisungsvollzug an. 

Gleichzeitig wurde die Beschwerdeführerin dem Kanton I._______ zuge-

wiesen.  

 

C.  

Die Beschwerdeführerin erhob mit (nicht unterschriebener) Eingabe vom 

20. September 2023 (Poststempel: 22. September 2023) beim Bundesver-

waltungsgericht Beschwerde gegen diese Verfügung. Zur Begründung 

reichte sie verschiedene medizinische Unterlagen in Kopie ein. 

D.  

Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte am 25. September 2023 den 

Eingang der Beschwerde. 

E.  

Ebenfalls am 25. September 2023 reichte die Beschwerdeführerin eine 

nunmehr mit ihrer Unterschrift versehene Beschwerde sowie eine Termin-

bestätigung des J._______ (Anästhesieabklärung und Operation) ein. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-

lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig 

und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – und auch vorlie-

gend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). 

 

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Seite 4 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG. 

 

1.3 Die Beschwerde ist – nach Eingang des unterzeichneten Exemplars – 

frist- und formgerecht eingereicht worden. Die Beschwerdeführerin hat am 

Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene 

Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an de-

ren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Sie ist daher zur Einreichung 

der Beschwerde legitimiert (Art. 72 AsylG i.V.m. Art. 108 Abs. 6 AsylG, 

Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutre-

ten. 

1.4 Die Beschwerdefrist ist zwar noch nicht abgelaufen, es ergibt sich aber 

aus der Beschwerde, dass diese als abschliessend zu verstehen ist, wes-

halb das Urteil gefällt werden kann (vgl. Urteil des BVGer E-4045/2023 vom 

27. Juli 2023 E. 1.3 m.w.H.).  

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich, soweit die Verweigerung vorübergehenden Schutzes betref-

fend, nach Art. 106 Abs. 1 AsylG (i.V.m. Art. 72 AsylG), im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).  

3.  

Die Beschwerde erweist sich – wie nachfolgend aufgezeigt wird – als of-

fensichtlich unbegründet, weshalb sie im Verfahren einzelrichterlicher Zu-

ständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer 

zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Durchführung eines Schrif-

tenwechsels und mit summarischer Begründung, zu behandeln ist (Art. 72 

AsylG i.V.m. Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG).  

4.  

4.1 Gestützt auf Art. 4 AsylG kann die Schweiz Schutzbedürftigen für die 

Dauer einer schweren allgemeinen Gefährdung, insbesondere während  

eines Krieges oder Bürgerkrieges sowie in Situationen allgemeiner Gewalt, 

vorübergehenden Schutz gewähren. Der Bundesrat entscheidet, ob und 

nach welchen Kriterien Gruppen von Schutzbedürftigen vorübergehender 

Schutz gewährt wird (Art. 66 Abs. 1 AsylG). 

4.2 Am 11. März 2022 hat der Bundesrat gestützt auf Art. 66 Abs. 1 AsylG 

eine Allgemeinverfügung zur Gewährung des vorübergehenden Schutzes 

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im Zusammenhang mit der Situation in der Ukraine erlassen (BBI 2022 

586). Gemäss Ziff. I der Allgemeinverfügung gilt der Schutzstatus S für fol-

gende Personenkategorien:  

a) schutzsuchende ukrainische Staatsbürgerinnen und -bürger und ihre 

Familienangehörige (Partnerinnen und Partner, minderjährige Kinder und 

andere enge Verwandte, welche zum Zeitpunkt der Flucht ganz oder teil-

weise unterstützt wurden), welche vor dem 24. Februar 2022 in der Ukra-

ine wohnhaft waren;  

b) schutzsuchende Personen anderer Nationalitäten und Staatenlosen ge-

mäss Definition in Buchstabe a, welche vor dem 24. Februar 2022 einen 

internationalen oder nationalen Schutzstatus in der Ukraine hatten;  

c) Schutzsuchende anderer Nationalität und Staatenlosen sowie ihren Fa-

milienangehörigen gemäss Definition in Buchstabe a, welche mit einer gül-

tigen Kurzaufenthalts- oder Aufenthaltsbewilligung belegen können, dass 

sie über eine gültige Aufenthaltsberechtigung in der Ukraine verfügen und 

nicht in Sicherheit und dauerhaft in ihre Heimatländer zurückkehren kön-

nen. 

5.  

5.1 Die Vorinstanz führte zur Begründung der angefochtenen Verfügung im 

Wesentlichen aus, die Beschwerdeführerin falle nicht unter die Kategorie 

gemäss Ziff. I Bst. a der Allgemeinverfügung vom 11. März 2022, weil sie 

zum Zeitpunkt des Kriegsausbruchs nicht in der Ukraine wohnhaft gewe-

sen sei. Namentlich habe sie zwischen April 2021 und Februar 2023 mehr 

oder weniger ununterbrochen in Deutschland gelebt und gearbeitet, womit 

sich ihr Lebensmittelpunkt dorthin verschoben habe. Dass sie sich in der 

Ukraine nicht abgemeldet habe und dort ein Haus besitze, ändere daran 

ebenso wenig wie die kurzzeitigen Besuche in der Heimat seit 2021. Ins-

besondere vermöge auch der Aufenthalt in H._______ zwischen Februar 

2023 und März 2023 keine Rückverlagerung des Lebensmittelpunktes in 

die Ukraine zu begründen, dies nicht zuletzt aufgrund der kurzen Dauer, 

der temporären Natur der Unterkunft und der fehlenden Integration in den 

dortigen Arbeitsmarkt. 

5.2 Die Beschwerdeführerin wendet dagegen ein, ihr Lebensmittelpunkt 

habe sich trotz ihrer Erwerbstätigkeit in Deutschland in der Ukraine befun-

den. In Deutschland habe sie lediglich ein Zimmer in einem (…) bewohnt, 

da ihre Aufenthaltsgenehmigung nur mit einem Arbeitsvertrag gültig 

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Seite 6 

gewesen sei und sie wegen ihrer gesundheitlichen Probleme nicht darauf 

habe vertrauen können, diese Tätigkeit länger auszuüben. Ihr Wohnort 

K._______ (Oblast H._______) befinde sich seit Ende Februar in russisch 

besetztem Gebiet, weshalb eine Rückkehr dorthin ausgeschlossen sei. 

5.3 Dazu ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin zwar unbestritte-

nermassen ukrainische Staatsangehörige ist. Es besteht indes kein Zweifel 

daran, dass sie vor dem 24. Februar 2022 nicht in der Ukraine wohnhaft 

war. Sie gab in der Befragung selber an – und bestreitet dies auch in ihrer 

Beschwerde nicht –, seit dem 28. April 2021 in Deutschland gelebt zu ha-

ben und erst nach Kriegsausbruch Anfang März nach H._______ gereist 

zu sein, um (…) und ihr Enkelkind nach Deutschland zu holen (vgl. SEM-

Akten 1241585-17 zu F13 f.). Die Beschwerdeführerin erfüllt die Voraus-

setzung(en) gemäss Buchstabe a der Allgemeinverfügung vom 11. März 

2022 somit offensichtlich nicht. Daran vermöchte auch die – von der Vo-

rinstanz bemerkte, jedoch durch nichts belegte – fehlende Abmeldung aus 

der Ukraine nichts zu ändern. Die Vorinstanz hat das Gesuch um vorüber-

gehenden Schutz demnach zu Recht abgelehnt. 

6.  

Die Ablehnung des Gesuchs um Gewährung des vorübergehenden Schut-

zes hat in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge (Art. 69 

Abs. 4 AsylG). Da der Beschwerdeführerin vorliegend keine Aufenthaltsbe-

willigung erteilt wurde und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen besteht (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.), steht 

die verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen 

und wurde demnach von der Vorinstanz ebenfalls zu Recht angeordnet. 

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (vgl. Art. 69 

Abs. 4 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]).  

 

Gemäss der Praxis des Bundesverwaltungsgerichts sind Wegweisungs-

vollzugshindernisse zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und 

andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 

m.w.H.). 

 

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Seite 7 

7.2  

7.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

 

7.2.2 Die Beschwerdeführerin hat in der Schweiz nicht um Asyl nachge-

sucht und den Akten sind keine Hinweise auf eine Verletzung des flücht-

lingsrechtlichen Refoulement-Verbots (Art. 5 Abs. 1 AsylG, Art. 33 Abs. 1 

des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge 

[FK, SR 0.142.30]) zu entnehmen.  

Wie in der angefochtenen Verfügung zutreffend bemerkt wurde, ist ange-

sichts der vorliegenden expliziten Zustimmung von Deutschland zur Rück-

übernahme davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin nach 

Deutschland zurückkehren kann; Anhaltspunkte für die Gefahr einer völ-

kerrechtswidrigen Kettenabschiebung sind nicht ersichtlich. Schliesslich 

sind auch keine Anhaltspunkte für eine in Deutschland drohende men-

schenrechtswidrige Behandlung im Sinne von Art. 25 Abs. 3 BV, von Art. 3 

des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere 

grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe 

(FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK ersichtlich, zumal Deutsch-

land als sicherer Drittstaat gilt. 

7.2.3 Demnach ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- 

als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

7.3  

7.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren.  

7.3.2 Die Beschwerdeführerin wies zwar bereits im vorinstanzlichen Ver-

fahren auf gesundheitliche Beschwerden hin, erklärte dann aber in der Be-

fragung vom 17. Mai 2023, es gebe, abgesehen von ihrer Arbeitsunfähig-

keit, keine Gründe, die gegen ihre Rückkehr nach Deutschland sprechen 

würden; die Schweiz sei schön und sie wolle zumindest momentan 

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beziehungsweise "intuitiv" nicht dorthin zurückkehren (vgl. SEM-Akten 

1241585-17 zu F72 und F93–96). 

 

In ihrer Beschwerde macht sie geltend, sie sei bei verschiedenen Ärzten 

und in Kliniken in Behandlung, und reichte – jeweils in Kopie – verschie-

dene Unterlagen (Terminbestätigungen sowie je ein ärztliches Rezept und 

einen Sprechstundenbericht) der L._______ des J._______ und der 

M._______ des N._______ ein. Daraus ergibt sich einerseits, dass der Be-

schwerdeführerin "(…)", ein (…) vorab zur Behandlung von (…), verschrie-

ben wurde. Andererseits wurden gemäss dem Sprechstundenbericht der 

L._______ vom 28. August 2023 der Verdacht auf (…) an der (…) sowie 

ein (…) links diagnostiziert. Dabei wurde die operative Entfernung des (…) 

empfohlen; gemäss dem Schreiben der L._______ wurde zudem für den 

5. Oktober 2023 ein Termin in der (…) und für den 13. Oktober 2023 ein 

Termin für einen ambulanten Eingriff reserviert. 

 

7.3.3 Wie das SEM in der angefochtenen Verfügung zutreffend bemerkte, 

suchte die Beschwerdeführerin bereits im Sommer 2022 – offenbar vorab 

wegen psychischer Probleme beziehungsweise (…) – in Deutschland ei-

nen Arzt auf, welcher ihr Medikamente verabreichte und sie für einen Mo-

nat krankschrieb (vgl. SEM-Akten 1241585-17 zu F55–57). Entgegen der 

Behauptung der Beschwerdeführerin, dort keine richtige Behandlung er-

halten zu haben (vgl. SEM-Akten 1241585-17 zu F57) beziehungsweise 

bei einer Rückkehr die in der Schweiz begonnenen Behandlungen "nicht 

zeitnah anschliessen" zu können (vgl. Beschwerde), ist davon auszuge-

hen, dass die Beschwerdeführerin auch in Deutschland ohne weiteres die 

erforderliche Behandlung ihrer als nicht lebensbedrohlich zu qualifizieren-

den gesundheitlichen Beschwerden (falls nötig, auch der für den 13. Okto-

ber 2023 in I._______ geplante Eingriff) erhalten wird. 

 

Sodann verfügt die Beschwerdeführerin über ein Diplom sowie Erfahrung 

in (…) und über gute Deutschkenntnisse (vgl. SEM-Akten 1241585-17 zu 

F75). Ihre Chancen, im deutschen (…) wieder eine Anstellung zu finden, 

sind demnach als durchaus intakt zu bezeichnen. Wie in der angefochte-

nen Verfügung ebenfalls zu Recht angeführt wurde, steht es der Beschwer-

deführerin auch frei, sich bei andauernder fehlender Erwerbsfähigkeit über 

ihre Ansprüche auf Sozialleistungen zu informieren und diese geltend zu 

machen, womit auch eine drohende wirtschaftliche Notlage in Deutschland 

ausgeschlossen werden kann. 

 

 

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Seite 9 

7.3.4 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung auch zumutbar.  

7.4 Es ist schliesslich auch ohne weiteres von der Möglichkeit des Weg-

weisungsvollzugs auszugehen (Art. 83 Abs. 2 AIG), da die Beschwerdefüh-

rerin im Besitz eines gültigen ukrainischen Reisepasses sowie einer gülti-

gen deutschen Aufenthaltsbewilligung ist und sich Deutschland ausdrück-

lich zu ihrer Wiederaufnahme bereit erklärt hat. 

7.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 72 i.V.m. Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit 

diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuwei-

sen. 

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Beschwerdefüh 

rerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– fest-

zusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 

und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden der Beschwerdeführerin aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Daniela Brüschweiler Kathrin Mangold Horni 

 

 

Versand: