# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** de349d2b-a246-55e4-a18c-03558e6602d8
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-02
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 02.03.2022 SK 2021 223
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2021-223_2022-03-02.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 21 223

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 2. März 2022 

Besetzung Oberrichter Schmid (Präsident i.V.),
Oberrichterin Bratschi, Oberrichter Horisberger
Gerichtsschreiber Engel

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer 1

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

Berufungsführerin 2

und

C.________

Straf- und Zivilklägerin 1

und

D.________

Straf- und Zivilkläger 2

und

2

E.________
im Zivilpunkt v.d. F.________

Straf- und Zivilklägerin 3

und

G.________

Strafkläger

und

H.________

Zivilkläger/Berufungsführer 3

Gegenstand gewerbsmässiger evtl. mehrfacher Betrug, Verfügung über mit 
Beschlag belegte Vermögenswerte sowie Widerrufsverfahren

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Kollegialgericht) vom 16. März 2021 (PEN 19 495/593/20 813)

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Mit Urteil vom 16. März 2021 bzw. Urteilsberichtigung vom 17. März 2021 fällte das 
Regionalgericht Bern-Mittelland (Kollegialgericht) folgenden Entscheid:

I.

A.________ wird freigesprochen:

von der Anschuldigung des Betrugs, angeblich mehrfach begangen

- anfangs März 2011 in Bern, Zofingen und ev. anderswo zum Nachteil von H.________ (AKS 
vom 12.06.2019 Ziff. 1.6.); 

- Ende 2011 und im Juni 2012 in Bern, Muri und ev. anderswo zum Nachteil von I.________ 
(AKS vom 12.06.2019 Ziff. 1.8.);

- in der Zeit zwischen dem 16. und dem 18. November 2010 in Bern zum Nachteil von 
J.________ (AKS vom 20.10.2020 Ziff. 1.1.c).

unter Ausrichtung einer Entschädigung an A.________ von CHF 2'333.90 für die angemessene 
Ausübung seiner Verfahrensrechte sowie unter Auferlegung der anteilsmässigen Verfahrenskosten 
(20 % der Verfahrenskosten exkl. Kosten amtliche Verteidigung), sich zusammensetzend aus Ge-
bühren von CHF 5'829.80 und Auslagen von CHF 248.60, insgesamt bestimmt auf CHF 6'078.40, an 
den Kanton Bern.

Für die amtliche Verteidigung von A.________ wird Rechtsanwalt B.________ eine Entschädigung 
von CHF 4'393.40 ausgerichtet. 

II.

A.________ wird schuldig erklärt:

1. des Betrugs, gewerbsmässig begangen

1.1 Ende Mai/anfangs Juni 2010 in Bern, Thun und ev. anderswo zum Nachteil von G.________ 
(AKS vom 12.06.2019 Ziff. 1.3.);

1.2 in der Zeit zwischen Oktober 2010 und Dezember 2011 in Bern und ev. anderswo zum 
Nachteil von K.________ (AKS vom 12.06.2019 Ziff. 1.4.);

1.3 am 10. Dezember 2010 in Bern und ev. anderswo zum Nachteil von D.________ (AKS vom 
12.06.2019 Ziff. 1.5.);

1.4 in der Zeit zwischen Frühling und Sommer 2011 in Bern, Zürich und ev. anderswo zum 
Nachteil von E.________ (AKS vom 12.06.2019 Ziff. 1.7.);

1.5 Am 25. Oktober 2010 in Bern zum Nachteil von J.________ (AKS vom 20.10.2020 Ziff. 
1.1.a);

1.6 am 10.11.2010 in Bern zum Nachteil von J.________ (AKS vom 20.10.2020 Ziff. 1.1.b).

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1.7 in der Zeit zwischen dem 23. und dem 24. November 2011 in Bern zum Nachteil von 
L.________ (AKS vom 20.10.2020 Ziff. 1.2.a);

1.8 am 30. November 2011 in Bern zum Nachteil von L.________ (AKS vom 20.10.2020 Ziff. 
1.2.b);

1.9 am 7. Dezember 2011 in Bern zum Nachteil von L.________ (AKS vom 20.10.2020 Ziff. 
1.2.c);

2. des Betrugs, mehrfach begangen 

2.1 im Juli 2008 in Bern, Uetendorf und ev. anderswo zum Nachteil von C.________ (AKS vom 
12.06.2019 Ziff. 1.1.);

2.2 im Sommer 2009 in Bern, Uetendorf und ev. anderswo zum Nachteil von C.________ (Ver-
such; AKS vom 12.06.2019 Ziff. 1.2.);

3. der Verfügung über mit Beschlag belegte Vermögenswerte, mehrfach begangen

3.1 in der Zeit zwischen November 2014 und Oktober 2015 in Bern, Thun und ev. anderswo zum 
Nachteil der Gläubiger der Pfändungsgruppe .________ (AKS vom 12.06.2019 Ziff. 2.1.);

3.2 in der Zeit zwischen September 2016 und Januar 2017 in Bern, Muri und ev. anderswo zum 
Nachteil der Gläubiger der Pfändungsgruppe .________ (AKS vom 12.06.2019 Ziff. 2.2.);

3.3 in der Zeit zwischen August und November 2017 in Bern, Muri und ev. anderswo zum Nach-
teil der Gläubiger der Pfändungsgruppe .________ (AKS vom 12.06.2019 Ziff. 2.3.);

3.4 in der Zeit zwischen Dezember 2017 und März 2018 in Bern, Muri und ev. anderswo zum 
Nachteil der Gläubiger der Pfändungsgruppe .________ (AKS vom 12.06.2019 Ziff. 2.4.);

und in Anwendung der Art. 22 Abs. 1, 40, 43, 44, 47, 49 Abs. 1, 146 Abs. 1 und 2, 169 Al. 1 StGB
Art. 426 ff. StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten.

Davon sind 12 Monate zu vollziehen. Für eine Teilstrafe von 18 Monaten wird der Vollzug aufge-
schoben und die Probezeit auf 4 Jahre festgesetzt.

2. Zu den auf den Schuldspruch entfallenden Verfahrenskosten (80 % der Verfahrenskosten), sich 
zusammensetzend aus Gebühren von CHF 23'319.20 und Auslagen von CHF 994.40, insgesamt 
bestimmt auf CHF 24'313.60 (ohne Kosten für die amtliche Verteidigung).

[Kostentabelle]

III.

1. Der A.________ mit Urteil der Staatsanwaltschaft Oberland vom 14.11.2016 für eine Geldstrafe 
von 80 Tagessätzen à CHF 100.00 gewährte bedingte Vollzug wird widerrufen. Die Strafe ist zu 
vollziehen.

2. Die Verfahrenskosten für das Widerrufsverfahren von CHF 300.00 werden A.________ aufer-
legt.

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IV.

[Festlegung der amtlichen Entschädigung von Rechtsanwalt B.________]

V. Zivilklagen

Betreffend Zivilpunkt wird in Anwendung von Art. 41 OR sowie Art. 126 und 432 ff. StPO erkannt:

1. A.________ wird verurteilt:

1.1 Zur Bezahlung von CHF 200'000.00 Schadenersatz zuzüglich 5 % Zins seit dem 
31.10.2009 an die Privatklägerin 1, C.________.

1.2 Zur Bezahlung von EUR 6'565.00 Schadenersatz zuzüglich 5 % Zins seit dem 20.01.2011 
an den Privatkläger 3, D.________.

1.3 Zur Bezahlung von CHF 152'565.00 Schadenersatz zuzüglich 5 % Zins seit dem 
31.10.2011 an die Privatklägerin 5, E.________.

2. Die Zivilklage des Privatklägers 4, H.________, wird auf den Zivilweg verwiesen (Art. 126 Abs. 2 
Bst. d StPO).

3. Für die Beurteilung der Zivilklagen werden keine Kosten ausgeschieden.

VI.

[Eröffnungsformel]

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldeten die Staatsanwaltschaft am 22. März 2021 
(pag. 2370), Rechtsanwalt B.________ namens und im Auftrag von A.________ 
(nachfolgend: Beschuldigter) am 26. März 2021 (pag. 2368) und H.________ am 
26. März 2021 (pag. 2366) die Berufung an. Die erstinstanzliche Urteilsbegründung 
datiert vom 25. Mai 2021 (pag. 2375 ff.). Am 11. Juni 2021 erklärten Rechtsanwalt 
Dr. iur. M.________ für H.________ (pag. 2503 ff.) bzw. am 17. Juni 2021 die Ge-
neralstaatsanwaltschaft (pag. 2510 ff.) und Rechtsanwalt B.________ 
(pag. 2513 ff.) form- und fristgerecht die Berufung. Keine der Parteien beantragte 
ein Nichteintreten auf die Berufung einer anderen Partei oder erklärte Anschlussbe-
rufung (pag. 2527 ff.). Mit Schreiben vom 24. August 2021 gab Rechtsanwalt Dr. 
iur. M.________ bekannt, dass er H.________ per sofort nicht mehr vor Gericht 
vertrete (pag. 2542).

3. Unentschuldigtes Nichterscheinen des Beschuldigten

Im Rahmen der Terminumfrage zur Ansetzung der oberinstanzlichen Berufungs-
verhandlung teilte Rechtanwalt B.________ mit, dass keiner der vorgeschlagenen 
Verhandlungstermine möglich sei, und schlug stattdessen andere Termine vor 
(pag. 2541). Hintergrund war, dass sich der Beschuldigte drei Mal pro Woche für 
einen halben Tag zur Dialyse begeben muss (pag. 2559). Um im Sinne von 
Art. 202 Abs. 2 StPO angemessene Rücksicht auf die Abkömmlichkeit des Be-
schuldigten Rücksicht zu nehmen, wurde eine erneute Terminumfrage durchgeführt 
und die Berufungsverhandlung schliesslich auf Freitag, 25. Februar 2022, ange-
setzt, mit Reservetermin am darauffolgenden Montag, 28. Februar 2022, und Ur-

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teilseröffnung am Mittwoch, 2. März 2022 (pag. 2551). Sämtliche Termine entspra-
chen den Vorschlägen von Rechtsanwalt B.________ (pag. 2541), der auf Nach-
frage die Abkömmlichkeit des Beschuldigten an den genannten Daten nochmals 
bestätigte (pag. 2549). In der Folge wurde der Beschuldigte mit Verfügung vom 2. 
September 2021 ordentlich vorgeladen mit der Verpflichtung zum persönlichen Er-
scheinen (pag. 2551).

Acht Tage vor dem Verhandlungstermin, am Donnerstag, 17. Februar 2022, liess 
der Beschuldigte durch seinen Verteidiger um Absetzung der Berufungsverhand-
lung ersuchen (pag. 2583). Zur Begründung war u.a. ein Arztzeugnis von Dr. med. 
N.________ beigelegt, datierend vom 11. Februar 2022, in welchem dieser angab, 
«[a]ufgrund der aktuell erheblichen Belastung im Rahmen der weiterhin 3 x wöchentlich laufenden 
Nierenersatztherapie sowie der parallel geplanten Transplantationsabklärung in multiplen Fachgebie-
ten, erachte ich es als medizinisch angezeigt, die Berufungsverhandlung vor dem Obergericht des 
Kantons Bern von Ende Februar 2022 um drei Monate (frühstens auf Ende Mai 2022) zu verschieben, 
damit die Vorbereitung der Nierentransplantation erfolgreich abgeschlossen werden kann» 
(pag. 2589). Da sich das Arztzeugnis weder zur Durchführbarkeit der geplanten 
maximal 1.5-stündigen Einvernahme des Beschuldigten noch zu dessen Verhand-
lungsfähigkeit äusserte, bat der Vorsitzende Dr. med. N.________ um entspre-
chende Präzisierung seiner Angaben (pag. 2617 f.). Daraufhin rief Dr. med. 
N.________ den Vorsitzenden an und teilte ihm mit, dass er über die Umstände 
der Einvernahme nicht bzw. falsch informiert worden sei und eine solche von ma-
ximal 1.5 Stunden, bei Bedarf mit Pause, in psychischer und physischer Hinsicht 
ohne weiteres möglich sei (pag. 2621). In der Folge wurde mit Verfügung vom 21. 
Februar 2022 das Gesuch um Absetzung der Berufungsverhandlung abgewiesen 
(pag. 2626 f.). 

Einen Tag vor der Berufungsverhandlung liess der Beschuldigte erneut ein Gesuch 
um deren Absetzung einreichen. Nach Einreichen des ersten Absetzungsgesuchs, 
d.h. seit dem 18. Februar 2022, sei ihm schwindelig geworden und am Tag nach 
Erhalt der Gesuchsabweisung durch die Kammer, d.h. am 23. Februar 2022, sei er 
notfallmässig ins Inselspital überwiesen worden (pag. 2653). Dem Gesuch beige-
legt war u.a. eine E-Mail von Dr. med. N.________ ans Notfallzentrum des Inselspi-
tals, wonach der Beschuldigte auf eigenen Wunsch («Der Patient möchte…») weiter-
führende Abklärungen im Zentrum habe durchführen lassen wollen (pag. 2656 f.). 
Weiter fand sich in der eingereichten Diagnoseliste eine neue Ziff. 17, wonach der 
Beschuldigte gegenüber Dr. med. N.________ «anamnestisch unklare synkopale Ereignis-
se» behauptet habe (pag. 2659). Mit Verfügung vom 24. Februar 2022 wurde auch 
dieses Gesuch abgewiesen mit der Begründung, dass wieder kein Arztzeugnis ein-
gereicht worden sei, welches sich zur Verhandlungsfähigkeit des Beschuldigten 
sowie zu den Umständen der geplanten Einvernahme äussere. Ferner wurde der 
Beschuldigte darauf hingewiesen, dass allfälligen weiteren Gesuchen ein Arzt-
zeugnis beigelegt werden müsse, welches die Frage nach der Durchführbarkeit ei-
ner Einvernahme von maximal 1.5 Stunden am 25. Februar 2022, ersatzweise am 
28. Februar 2022, allenfalls unter ärztlicher Aufsicht, sowie zur Gefahr von bleiben-
den Gesundheitsschädigungen im Rahmen einer solchen Einvernahme, beantwor-
te (pag. 2648 f.).

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Am Tag der Berufungsverhandlung, 25. Februar 2022, war der Beschuldigte trotz 
Vorladung mit der Verpflichtung zum persönlichen Erscheinen nicht anwesend. 
Rechtsanwalt B.________ stellte ein erneutes, drittes Absetzungsgesuch und 
reichte ein Arztzeugnis von Dr. med. O.________ inklusive Entbindungserklärung 
zu den Akten, in welchem stand: «Hiermit bestätige ich, dass [der Beschuldigte] seit dem 
23.02.2022 und bis auf weiteres wegen eines immobilisierenden Schwindels auf unsere Bettenstation 
hospitalisiert ist. Insbesondere ist ein Gehen und Sitzen in aufrechter Position für den Patienten mit 
erheblichem Schwindelgefühl verbunden. Eine mögliche gesundheitliche Schädigung ergibt sich aus 
dem damit erhöhten Sturzrisiko, insbesondere, da der Patient gemäss eigenen Angaben im häusli-
chen Umfeld bereits gestürzt sei aufgrund des Schwindels. Weitere Abklärungen zur Ursache sind ak-
tuell noch ausstehend (u.a. MRI, Schellong-Test). Bitte beachten Sie, dass wir als behandelnde Ärzte 
keine Gutachtensfunktion übernehmen können» (pag. 2691). Die Kammer wies das Abset-
zungsgesuch ab und erklärte den Beschuldigten als der Berufungsverhandlung un-
entschuldigt ferngeblieben. Dabei standen für sie vor allem folgende Überlegungen 
im Vordergrund (vgl. auch pag. 2665 f.):

- Auch das Arztzeugnis vom 24. Februar 2022 äussert sich nicht zu den relevan-
ten Fragen. In der Verfügung vom 24. Februar 2022 wurde ausdrücklich betont, 
dass sich allfällige weitere Eingaben zur Möglichkeit einer maximal 1.5-
stündigen Einvernahme, wenn nötig im Beisein eines Arztes, sowohl am 
25. Februar 2022 als auch am Ersatztermin am 28. Februar 2022, äussern 
müssten, sowie dazu, inwiefern dem Beschuldigten dadurch bleibende Ge-
sundheitsschäden drohten. Die Angabe, der Beschuldigte sei «bis auf weite-
res» hospitalisiert, genügt diesen Anforderungen nicht. Der «Sturzgefahr» hätte 
mit organisiertem Transport und ärztlichem Support an der Berufungsverhand-
lung begegnet werde können. Von einer bleibenden Gesundheitsschädigung 
wäre nicht auszugehen gewesen. Zu den Umständen der Einvernahme (Bei-
sein eines Arztes, maximal 1.5 Stunden) wird in keiner Weise Bezug genom-
men. Schliesslich war der Beschuldigte offensichtlich zumindest insofern ver-
nehmungsfähig, als er Dr. med. O.________ seine Symptomatik sowie Ereig-
nisse, die mehrere Tage zurückgelegen haben sollen, schildern konnte. Zur 
Verhandlungsfähigkeit des Beschuldigten äussert sich das Arztzeugnis im Üb-
rigen ebenfalls nicht.

- Die Diagnose basiert auf den subjektiven Angaben des Beschuldigten. Bereits 
die Überweisung auf die Notstation geschah auf seinen Wunsch hin und wurde 
nicht etwa ärztlich angeordnet (pag. 2657). Das angebliche «Schwindelgefühl» 
konnte ganz offensichtlich nicht objektiviert werden, andernfalls nicht weitere 
Abklärungen (u.a. MRI, Schellong-Test) zu dessen Ursache hätten durchge-
führt werden müssen. Bezüglich des behaupteten Sturzes im häuslichen Um-
feld macht das Arztzeugnis klar, dass diese Information auf den Angaben des 
Beschuldigten basieren und nicht etwa irgendwelche Verletzungen gefunden 
worden wären. In dieser Hinsicht unterscheidet sich auch die Aufgabe von Dr. 
med. O.________ und diejenige der Kammer: Während ersterer in erster Linie 
auf die subjektiven Angaben des Beschuldigten abzustellen hat, um ihm zu hel-
fen, ist die Kammer an die Untersuchungsmaxime gebunden und hat Parteibe-
hauptungen zu hinterfragen (Art. 6 StPO). Auch Dr. med. O.________ hielt es 
für angezeigt, im Arztzeugnis prominent in einem eigenen Absatz auf diesen 

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Unterschied hinzuweisen: «Bitte beachten Sie, dass wir als behandelnde Ärzte keine Gut-
achtensfunktion übernehmen können».

- Die zeitlichen Zusammenhänge werfen Fragen auf. Es sticht ins Auge, dass der 
Beschuldigte just am Tag nach Erhalt der Ablehnung seines ersten Abset-
zungsgesuchs zu seinem Arzt ging und um Überweisung in die Notfallaufnah-
me ersuchte. Auslöser sollen Schwindelgefühle gewesen sein, die zufälliger-
weise genau am Tag nach Einreichen des ersten Absetzungsgesuchs ange-
fangen haben sollen, so dass er sie in diesem noch nicht hat geltend machen 
können. Wunderlich an der Geschichte ist schliesslich auch, wieso der Be-
schuldigte trotz angeblich immobilisierendem Schwindel fünf Tage zuwartete 
(18.–23. Februar 2022), bevor er sich in ärztliche Behandlung begab und stati-
onär einweisen liess.

- Der Beschuldigte machte falsche Angaben gegenüber Dr. med. N.________. 
Die Unterschiede in den Angaben von Dr. med. N.________ im Arztzeugnis 
vom 11. Februar 2022 sowie anlässlich des Telefonats vom 18. Februar 2022 
sind evident. Es stellte sich heraus, dass Dr. med. N.________ vom Beschul-
digten nicht korrekt über die Umstände der geplanten Einvernahme informiert 
worden war. Als ihm diese durch den Vorsitzenden mitgeteilt wurden, war für 
Dr. med. N.________ klar, dass eine Einvernahme ohne weiteres möglich ist. 
Die Kammer erachtet diese Einschätzung als glaubhaft, da es sich bei Dr. med. 
N.________ um den behandelnden Arzt des Beschuldigten handelt, der ihn drei 
Mal pro Woche für die Dialyse trifft und daher dessen Gesundheitszustand bes-
tens kennt. Bezeichnend ist in dieser Hinsicht auch, dass der Beschuldigte für 
das zweite Absetzungsgesuch kein Arztzeugnis von Dr. med. N.________ 
mehr erhältlich machte.

- Das gleiche «Spiel» hatte sich auch schon vor der Vorinstanz ereignet. Nach-
dem die Vorinstanz den Termin für die erstinstanzliche Hauptverhandlung be-
reits einmal wegen eines kurz vorher eingereichten Arztzeugnisses absetzen 
musste (pag. 1990 ff.), reichte der Beschuldigte kurz vor dem Ersatztermin wie-
derum ein Arztzeugnis von Dr. med. N.________ ein, das ihm Verhandlungsun-
fähigkeit attestierte, weswegen die Hauptverhandlung ein zweites Mal abge-
setzt werden musste (pag. 2235 ff.). Der zuständige Gerichtspräsident kontak-
tierte daraufhin Dr. med. N.________ und erklärte ihm die genauen Umstände 
einer solchen Verhandlung, so namentlich, dass der Beschuldigte nicht 
während den ganzen drei Verhandlungstagen anwesend sein müsse und seine 
Einvernahme maximal einen halben Tag in Anspruch nehme. Dr. med. 
N.________ erklärte daraufhin, dass eine Einvernahme unter den skizzierten 
Bedingungen aus medizinischer Sicht zu verantworten sei (pag. 2239). In der 
Folge konnte die Vorinstanz – beim dritten Anlauf – eine Einvernahme mit dem 
Beschuldigten in Form einer vorgängigen Beweisabnahme durchführen, aller-
dings ohne Privatklägerschaften oder Öffentlichkeit (pag. 2243 ff.). Von der neu 
angesetzten Hauptverhandlung liess sich der Beschuldigte dispensieren 
(pag. 2249). Für die Kammer ist daher klar, dass der Beschuldigte genau wuss-
te, dass er auch in oberer Instanz nicht an sämtlichen Verhandlungstagen hätte 
anwesend sein müssen. Trotzdem teilte er dies Dr. med. N.________ so mit, 

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um von ihm ein Arztzeugnis zu erlangen, das ihn dispensiert. Er bewies damit 
seine Bereitschaft, auch Ärzte anzulügen, um nicht an einer öffentlichen Ge-
richtsverhandlung teilnehmen zu müssen. Dass es sich vorliegend bereits um 
sein sechstes Dispensationsgesuch handelte, liess in diesem Zusammenhang 
ebenfalls Bedenken an dessen Begründetheit aufkommen.

Nach Auffassung der Kammer stellte das eingereichte Arztzeugnis somit keinen 
hinreichenden Entschuldigungsgrund für das Nichterscheinen des Beschuldigten 
dar. Nach dem Verhältnismässigkeitsprinzip wurde ihm Gelegenheit eingeräumt, 
bis um 11:30 Uhr doch noch zur Berufungsverhandlung zu erscheinen und so die 
versäumte Verfahrenshandlung nachzuholen. Auf telefonische Kontaktaufnahme 
durch Rechtsanwalt B.________ liess der Beschuldigte aber – in Kenntnis des Be-
schlusses der Kammer und der entsprechenden Rechtsfolgen – verlauten, er wer-
de auch innert der gesetzten Nachfrist nicht erscheinen (pag. 2667). Da der Be-
schuldigte Berufungskläger ist und zur Berufungsverhandlung nur sein Verteidiger, 
nicht aber er selber erschienen ist, wurde die Berufungsverhandlung schliesslich 
ohne den säumigen Beschuldigten durchgeführt (Art. 407 Abs. 2 StPO e contrario; 
Urteil des Bundesgerichts 6B_1293/2018 vom 14. März 2019 E. 3.3.2).

4. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Im Hinblick auf die oberinstanzliche Berufungsverhandlung wurden vom Amtes we-
gen über den Beschuldigten ein Leumundsbericht inklusive Erhebungsformular 
wirtschaftliche Verhältnisse, datierend vom 3. Februar 2022 (pag. 2558 ff.), sowie 
ein Strafregisterauszug, datierend vom 8. Februar 2022 (pag. 2574 f.), eingeholt. 
Ferner wurden aus den Akten O 21 2746 der regionalen Staatsanwaltschaft Ober-
land Kopien erstellt und zu den Akten erkannt (pag. 2580.1 ff.), desgleichen von 
den Pfändungsprotokollen Nr. .________, .________ und .________ 
(pag. 2631 ff.).

Anlässlich der Berufungsverhandlung wurde zudem H.________ nochmals einläss-
lich zur Sache befragt (pag. 2668 ff.).

Auf das Einholen eines forensischen Gutachtens über den Beschuldigten wurde 
verzichtet. Soweit Rechtsanwalt B.________ dies anlässlich der oberinstanzlichen 
Berufungsverhandlung monierte (vgl. pag. 2675), ist ihm entgegenzuhalten, dass 
keine Anzeichen für eine Verminderung der Schuldfähigkeit des Beschuldigten be-
standen oder bestehen. Zudem wurde ein solches Gutachten von der Verteidigung 
auch nie beantragt.

5. Anträge der Parteien

Anlässlich der oberinstanzlichen Berufungsverhandlung stellte und begründete 
Rechtsanwalt B.________ folgende Anträge (pag. 2694 ff.):

A.

I.

Es sei festzustellen, dass die Bestimmung der amtlichen Entschädigung für die amtliche Verteidigung 
von A.________ für das erstinstanzliche Verfahren gemäss IV. des Urteils vom 16. März 2021 in 
Rechtskraft erwachsen ist. 

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II.

1. Der Beschuldigte, A.________, sei freizusprechen von den Vorwürfen des gewerbsmässigen 
Betrugs 

1.1. angeblich begangen Ende Mai/anfangs Juni 2010 in Bern, Thun und evtl. anderswo zum 
Nachteil von G.________ (AKS vom 12. Juni 2019 Ziff 1.3.); 

1.2. angeblich in der Zeit zwischen Oktober 2010 und Dezember 2011 in Bern und evtl. an-
derswo zum Nachteil von K.________ (AKS vom 12. Juni 2019 Ziff. 1.4.); 

1.3. angeblich begangen am 10. Dezember 2010 in Bern und evtl. anderswo zum Nachteil von 
D.________ (AKS vom 12. Juni 2019 Ziff. 1.5.); 

1.4. angeblich begangen in der Zeit zwischen Frühling und Sommer 2011 in Bern, Zürich und 
evtl. anderswo zum Nachteil von E.________ (AKS vom 12. Juni 2019 Ziff. 1.7.); 

1.5. angeblich begangen am 25. Oktober 2010 in Bern zum Nachteil von J.________ (AKS vom 
20. Oktober 2020 Ziff. 1.1.a); 

1.6. angeblich begangen am 10. November 2010 in Bern zum Nachteil von J.________ (AKS 
vom 20. Oktober 2020 Ziff 1.1.b); 

1.7. angeblich begangen in der Zeit zwischen dem 23. und dem 24. November 2011 in Bern 
zum Nachteil von L.________ (AKS vom 20. Oktober 2020 Ziff. 1.2.a);

1.8. angeblich begangen am 30. November 2011 in Bern zum Nachteil von L.________ (AKS 
vom 20. Oktober 2020 Ziff. 1.2.b); 

1.9. angeblich begangen am 7. Dezember 2011 in Bern zum Nachteil von L.________ (AKS 
vom 20. Oktober 2020 Ziff. 1.2.c). 

2. Der Beschuldigte, A.________, sei freizusprechen von den Vorwürfen des mehrfachen Betrugs 

2.1. angeblich begangen im Juli 2008 in Bern, Uetendorf und evtl. anderswo zum Nachteil von 
C.________ (AKS vom 12. Juni 2019 Ziff. 1.1.); 

2.2. angeblich begangen im Sommer 2009 in Bern, Uetendorf und evtl. anderswo zum Nachteil 
von C.________ (Versuch; AKS vom 12. Juni 2019 Ziff. 1.2.).

III.

1. Der Beschuldigte, A.________, sei hingegen schuldig zu sprechen wegen Verstrickungs-brüche 
resp. wegen Verfügung über mit Beschlag belegten Vermögenswerte 

1.1 begangen in der Zeit zwischen November 2014 und Oktober 2015 in Bern, Thun und evtl. 
anderswo zum Nachteil der Gläubiger der Pfändungsgruppe .________ (AKS vom 12. Juni 
2019 Ziff. 2.1.); 

1.2 begangen in der Zeit zwischen September 2016 und Januar 2017 in Bern, Muri und evtl. an-
derswo zum Nachteil der Gläubiger der Pfändungsgruppe .________ (AKS vom 12. Juni 
2019 Ziff. 2.2.); 

1.3 begangen in der Zeit zwischen August und November 2017 in Bern, Muri und evtl. anderswo 
zum Nachteil der Gläubiger der Pfändungsgruppe .________ (AKS vom 12. Juni 2019 Ziff 
2.3.); 

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1.4 in der Zeit zwischen Dezember 2017 und März 2018 in Bern, Muri und evtl. anderswo zum 
Nachteil der Gläubiger der Pfändungsgruppe .________ (AKS vom 12. Juni 2019 Ziff. 2.4.) 
und in Anwendung der einschlägigen Gesetzesbestimmungen 

2. zu einer Geldstrafe von 140 Tagessätzen à CHF 30.00, insgesamt CHF 4200.00 zu verurteilen. 
Der Vollzug der Geldstrafe sei aufzuschieben unter Ansetzung einer Probezeit von 4 Jahren.

IV.

Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten seien anteilsmässig den Schuldsprüchen wegen den Verstri-
ckungsbrüchen resp. wegen Verfügung über mit Beschlag belegten Vermögenswerte betreffend dem 
Beschuldigten und im Übrigen dem Kanton Bern aufzuerlegen. 

Die zweitinstanzlichen Verfahrenskosten seien ebenfalls den Schuldsprüchen wegen den Verstri-
ckungsbrüchen resp. wegen Verfügung über mit Beschlag belegten Vermögenswerte betreffend vom 
Beschuldigten und die Freisprüche betreffend vom Kanton Bern zu tragen. 

V.

Das Honorar der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten, A.________, sei für das zweitinstanzliche 
Verfahren gemäss separat einzureichender Honorarnote gerichtlich festzusetzen. * 

Dem Beschuldigten, A.________, sei für das erst- und zweitinstanzliche Verfahren Entschädigungen 
für die anteilsmässig auf die Freisprüche fallenden Parteikosten auszurichten. 

VI.

Sämtliche Zivilklagen seien aufgrund der beantragten Freisprüche auf den Zivilweg zu verweisen. 

B.

Die mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Oberland vom 14. November 2016 bedingt ausgesproche-
ne Geldstrafe sei nicht zu widerrufen.

* In diesem Fall ist zu berücksichtigen, dass die Behandlung der einzelnen Betrugsvorwürfe einen höheren Auf-
wand generierte, ebenso die Tätigkeiten vor der Hauptverhandlung im Zusammenhang mit der An- resp. Abwe-
senheit des Beschuldigten.

Die Generalstaatsanwaltschaft stellte demgegenüber folgende Anträge 
(pag. 2701):

I.

Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 16. März 2021 hinsicht-
lich des Schuldspruchs wegen Verfügung über mit Beschlag belegte Vermögenswerte, begangen

1. in der Zeit zwischen November 2014 und Oktober 2015 in Bern, Thun und ev. anderswo zum 
Nachteil der Gläubiger der Pfändungsgruppe .________ (AKS vom 12.06.2019 Ziff. 2.1.); 

2. in der Zeit zwischen September 2016 und Januar 2017 in Bern, Muri und ev. anderswo zum 
Nachteil der Gläubiger der Pfändungsgruppe .________ (AKS vom 12.06.2019 Ziff. 2.2.); 

3. in der Zeit zwischen August und November 2017 in Bern, Muri und ev. anderswo zum Nachteil 
der Gläubiger der Pfändungsgruppe .________ (AKS vom 12.06.2019 Ziff. 2.3.); 

4. in der Zeit zwischen Dezember 2017 und März 2018 in Bern, Muri und ev. anderswo zum Nach-
teil der Gläubiger der Pfändungsgruppe .________ (AKS vom 12.06.2019 Ziff. 2.4.);

12

in Rechtskraft erwachsen ist.

II.

A.________ sei schuldig zu erklären:

Des Betrugs, gewerbsmässig begangen 

1. im Juli 2008 in Bern, Uetendorf und ev. anderswo zum Nachteil von C.________ (AKS vom 
12.06.2019 Ziff. 1.1); 

2. im Sommer 2009 in Bern, Uetendorf und ev. anderswo zum Nachteil von C.________ (Versuch; 
AKS vom 12.06.2019 Ziff. 1.2); 

3. Ende Mai/anfangs Juni 2010 in Bern, Thun und ev. anderswo zum Nachteil von G.________ 
(AKS vom 12.06.2019 Ziff. 1.3.); 

4. am 25. Oktober 2010 in Bern zum Nachteil von J.________ (AKS vom 20.10.2020 Ziff. 1.1.a); 

5. in der Zeit zwischen Oktober 2010 und Dezember 2011 in Bern und ev. anderswo zum Nachteil 
von K.________ (AKS vom 12.06.2019 Ziff. IA.);

6. am 10. November 2010 in Bern zum Nachteil von J.________ (AKS vom 20.10.2020 Ziff. 1.1.b); 

7. in der Zeit zwischen dem 16. und dem 18. November 2010 in Bern zum Nachteil von 
J.________ (AKS vom 20.10.2020 Ziff. 1.1.c); 

8. am 10. Dezember 2010 in Bern und ev. anderswo zum Nachteil von D.________ (AKS vom 
12.06.2019 Ziff. 1.5.); 

9. anfangs März 2011 in Bern, Zofingen und ev. anderswo zum Nachteil von H.________ (AKS 
vom 12.06.2019 Ziff. 1.6.); 

10. in der Zeit zwischen Frühling und Sommer 2011 in Bern, Zürich und ev. anderswo zum Nachteil 
von E.________ (AKS vom 12.06.2019 Ziff. 1.7.);

11. in der Zeit zwischen dem 23. und dem 24. November 2011 in Bern zum Nachteil von 
L.________ (AKS vom 20.10.2020 Ziff. 1.2.a);

12. am 30. November 2011 in Bern zum Nachteil von L.________ (AKS vom 20.10.2020 Ziff. 1.2.b);

13. am 7. Dezember 2011 in Bern zum Nachteil von L.________ (AKS vom 20.10.2020 Ziff. 1.2.c);

14. Ende 2011 und im Juni 2012 in Bern, Muri und ev. anderswo zum Nachteil von I.________ (AKS 
vom 12.06.2019 Ziff. 1.8.);

und er sei in Anwendung der einschlägigen Gesetzesartikel

zu verurteilen:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 56 Monaten;

2. zur Bezahlung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. eine angemessene 
Gebühr gemäss Art. 21 VKD).

III.

1. Der A.________ mit Urteil der Staatsanwaltschaft Oberland vom 14. November 2016 für eine 
Geldstrafe von 80 Tagessätzen à CHF 100.00 gewährte bedingte Vollzug sei zu widerrufen. Die 
Strafe sei zu vollziehen. 

13

2. Die Verfahrenskosten für das Widerrufsverfahren seien A.________ aufzuerlegen.

IV.

Im Weiteren sei zu verfügen:

Das Honorar der amtlichen Verteidigung sei gerichtlich zu bestimmen (Art. 135 StPO).

H.________ beantragte sinngemäss, der Beschuldigte sei zur Bezahlung von 
CHF 25'000.00 an ihn zu verurteilen. Einen Zins machte er nicht geltend 
(pag. 2686).

F.________ beantragte hinsichtlich seiner Klientin sinngemäss, das erstinstanzli-
che Urteil sei zu bestätigen (pag. 2686).

6. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Die Berufung des Beschuldigten richtet sich gegen Ziff. II.1–2 (Schuldsprüche we-
gen gewerbsmässig begangenen Betrugs sowie wegen mehrfach und teilweise 
versucht begangenen [nichtqualifizierten] Betrugs), Ziff. III (Widerruf) und 
Ziff. V.1.1–1.3 (Verurteilungen zur Bezahlung von Schadenersatz) des erstinstanz-
lichen Urteildispositivs. 

Die Berufung der Generalstaatsanwaltschaft richtet sich gegen Ziff. I (Freisprüche) 
und Ziff. II.2.1–2.2 (Schuldsprüche wegen [nichtqualifizierten] Betrugs) des erstin-
stanzlichen Urteildispositivs sowie gegen das Strafmass. 

Die Berufung von H.________ richtet sich gegen Ziff. I (Freispruch von der An-
schuldigung des gewerbsmässig begangenen Betrugs z.N. von H.________) und 
V.2 (Verweis der Zivilklage von H.________ auf den Zivilweg) des erstinstanzlichen 
Urteildispositivs. 

Schliesslich ist die Kosten- und Entschädigungsfolge (inklusive amtliches Honorar) 
von der materiell-rechtlichen Beurteilung abhängig und daher nicht der Rechtskraft 
zugänglich. 

Diese Punkte sind somit durch die Kammer neu zu beurteilen.

Demgegenüber ist die Ziff. II.3 des erstinstanzlichen Urteildispositivs (Schuld-
sprüche wegen Verfügung über mit Beschlag belegte Vermögenswerte) infolge 
Rückzug der Berufung von Rechtsanwalt B.________ anlässlich der oberinstanzli-
chen Berufungsverhandlung (pag. 2678 f.) nicht mehr angefochten und in Rechts-
kraft erwachsen.

Die Kammer verfügt über volle Kognition (Art. 398 Abs. 3 StPO), wobei sie das 
erstinstanzliche Urteil nicht zum Nachteil des Beschuldigten abändern darf, soweit 
es nur durch ihn angefochten wurde (Art. 391 Abs. 2 StPO). Soweit das Urteil 
durch die Staatsanwaltschaft angefochten wurde, gilt das Verschlechterungsverbot 
nicht.

14

7. Widerrufsverfahren

Gemäss Art. 46 Abs. 5 Strafgesetzbuch (StGB; SR 311.0) darf ein Widerruf nicht 
mehr angeordnet werden, wenn seit dem Ablauf der Probezeit drei Jahre vergan-
gen sind.

Vorliegend wurde dem Beschuldigten im Urteil der Staatsanwaltschaft Oberland 
vom 14. November 2016 der bedingte Vollzug für eine Geldstrafe von 80 Tages-
sätzen gewährt, wobei die Probezeit auf zwei Jahre festgesetzt wurde. Die Probe-
zeit endete somit am 14. November 2018. Da bis zur oberinstanzlichen Berufungs-
verhandlung mehr als drei Jahre vergangen sind, darf ein Widerruf nicht mehr an-
geordnet werden. Das Widerrufsverfahren ist folglich einzustellen.

Durch seine erneute Delinquenz im Rahmen der nunmehr eingestandenen Verstri-
ckungsbrüche in der Zeit zwischen September 2016 und Januar 2017, August 2017 
und November 2017 sowie Dezember 2017 und März 2018 hat der Beschuldigte 
die Einleitung des Widerrufsverfahrens rechtswidrig und schuldhaft verursacht. Ei-
ne summarische Prüfung der Voraussetzungen für einen Widerruf ergibt zudem, 
dass dem Beschuldigten eine ungünstige Legalprognose zu stellen ist (vgl. E. 17 
und E. 21.2 hiernach), was auch die Vorinstanz schon feststellte, auf deren Erwä-
gungen diesbezüglich ebenfalls verwiesen werden kann (pag. 2493). In Anwen-
dung von Art. 417 und 426 Abs. 2 StPO sind dem Beschuldigten daher die auf 
CHF 300.00 bestimmten Kosten für das erstinstanzliche Widerrufsverfahren aufzu-
erlegen.

Oberinstanzlich werden für das Widerrufsverfahren keine Kosten ausgeschieden.

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

8. Anklagesachverhalt

Für die einzelnen Anklagesachverhalte wird auf die ausführlichen Anklageschriften 
vom 12. Juni 2019 (pag. 1851 ff.) und vom 20. Oktober 2020 (pag. 2208 ff.) sowie 
die vorinstanzlichen Zusammenfassungen dazu (pag. 2384; pag. 2400 f.; 
pag. 2416 f.; pag. 2422 f.; pag. 2429 f.; pag. 2435 f.; pag. 2443 f.; pag. 2451; 
pag. 2458 ff.; pag. 2470 ff.; vgl. auch E. 12.2 ff. hiernach) verwiesen. Dem Be-
schuldigten wird im Wesentlichen vorgeworfen, insgesamt neun Geschädigte durch 
Ausnutzen bestehender Vertrauensverhältnisse und sein gesellschaftliches Anse-
hen sowie durch besondere Machenschaften über seine fehlende Zahlungsfähig-
keit und -bereitschaft getäuscht und dadurch zu Darlehen im Gesamtbetrag von 
CHF 623'496.15 und EUR 6'565.00 verleitet zu haben, wobei von Anfang an klar 
gewesen sei, dass er sie nicht zurückzahlen werde.

9. Unbestrittener/bestrittener Sachverhalt

Der Sachverhalt ist grundsätzlich unbestritten, so insbesondere, dass der Beschul-
digte die fraglichen Darlehen erhalten und nur eines zu einem Teil zurückbezahlt 
hat, die Umstände ihrer Gewährung und die finanzielle Bedrängnis des Beschuldig-
ten. Auch die Bitte an C.________ um Gewährung eines zweiten Darlehens wurde 
oberinstanzlich nicht mehr bestritten. Entsprechend gab Rechtsanwalt B.________ 

15

in seinem Parteivortrag im oberinstanzlichen Berufungsverfahren an, der Fall drehe 
sich im Wesentlichen noch um die (rechtliche) Frage, ob der Beschuldigte arglistig 
gehandelt habe oder nicht (pag. 2675). Insofern kann bezüglich dieser Punkte auf 
die überzeugenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 2407–
2410; pag. 2419 f.; pag. 2425 ff.; 2433 f.; pag. 2439 ff.; 2448 f.; pag. 2455 f.; 2465–
2468; pag. 2474 ff.).

Bestritten wurde von der Verteidigung in sachverhaltlicher Hinsicht einzig noch, 
dass der Beschuldigte keine Absicht gehabt habe, die erhaltenen Darlehen zurück-
zuzahlen. Die Verteidigung behauptete, der Beschuldigte habe im Zeitpunkt der 
Darlehensbezüge berechtigte Hoffnung auf künftige Anwartschaften gehabt, mit 
welchen er die Darlehen hätte zurückzahlen wollen, und habe lediglich die finanzi-
elle Lage seines Unternehmens falsch eingeschätzt (pag. 2675).

Nachfolgend wird daher einzig noch auf die finanzielle Lage des Beschuldigten 
eingegangen, die Rückschlüsse auf Rückzahlungswille und -fähigkeit erlaubt.

10. Beweismittel

Für die vorhandenen objektiven und subjektiven Beweismittel wird auf die zutref-
fende Zusammenfassung der Vorinstanz verwiesen (pag. 2385–2396; pag. 2402–
2407; pag. 2418 f.; pag. 2423 ff.; pag. 2430–2433; pag. 2437 ff.; pag. 2444–2447; 
pag. 2452 ff.; pag. 2461–2465; pag. 2472 ff.).

Hinzu kommen die in E. 4 hiervor erwähnten oberinstanzlich erhobenen Beweismit-
tel, auf die nachfolgend – sofern relevant – an einschlägiger Stelle eingegangen 
wird.

11. Finanzielle Lage des Beschuldigten

11.1 Vorbemerkungen

Die Vorinstanz hat umfassend, sorgfältig und gut gearbeitet. Es macht keinen Sinn, 
die in weiten Teilen zutreffenden Ausführungen zu wiederholen. Die Beweiswürdi-
gung der Kammer wird sich daher an den Ausführungen der Vorinstanz orientieren 
und mit Ergänzungen versehen, soweit solche denn möglich und notwendig sind. 

11.2 Finanzielle Lage des Beschuldigten

Zur finanziellen Situation des Beschuldigten erwog die Vorinstanz (pag. 2396 f.):

Aus den objektiven Beweismitteln geht hervor, dass der Beschuldigte zwischen 2001 und 2006 im-
mense Geschäftsverluste verzeichnen musste. Die Geschäftsverluste aus dem Jahr 2002 erklärte er 
mit den ausstehenden Honorarforderungen der P.________ AG, die Verluste aus den anderen Jah-
ren konnte er nicht erklären, diese Jahre seien eine Blackbox für ihn. Ab 2007 wurden keine Steu-
ererklärungen mehr eingereicht und keine Buchhaltung mehr geführt, es kann aber zwanglos davon 
ausgegangen werden, dass die Praxis des Beschuldigten auch in den Folgejahren Verluste verzeich-
nen musste. Darauf weisen insbesondere der Umzug von der Q.________ (Strasse) an die 
R.________ (Strasse) (per Ende Mai 2008), die Aussagen von Frau S.________ wie auch die Betrei-
bungsregisterauszüge ab 2007 hin. Dass er ausserdem der T.________ AG aus einem Darlehensver-
trag vom 23.01.2007 noch längst fällige CHF 200‘000.00 schuldete, wird nicht bestritten und ergibt 
sich aus den Vorakten.

16

Zur Steuererklärung 2001 führte Treuhänder U.________, der jeweils die Steuerer-
klärung des Beschuldigten verfasste, am 19. Dezember 2002 aus, er mache sich 
über die gefährliche Illiquidität des Unternehmens Gedanken. Die Rechnungen der 
P.________ AG wurden mehrheitlich bezahlt und der Beschuldigte geht noch von 
offenen Rechnungen von CHF 239'553.75 exkl. MWST aus (Blauer Ordner, Steu-
ererklärung 2001). 2002 resultierte ein Geschäftsverlust von über CHF 350'000.00, 
wobei angefangene Arbeiten und die Debitoren zu hoch ausgewiesen wurden 
(Blauer Ordner, Steuerklärung 2002). 2003 resultierte ein Geschäftsverlust von 
knapp CHF 800'000.00 (Blauer Ordner, Steuererklärung 2003). Im blauen Ordner, 
Steuererklärung 2003, findet sich ein Schreiben von Treuhänder U.________ vom 
26. Mai 2004, in welchem dieser Klartext über das verheerende Geschäftsergebnis 
spricht. Ins Auge springt nebst den Berichtigungen der angefangenen Arbeiten und 
der Debitorenausstände, dass der Umsatz 2003 den Betriebsaufwand nicht einmal 
zur Hälfte gedeckt hat. U.________ spricht von einem Ausmass, das nicht mehr 
verantwortet werden könne. Gewahr wird, dass der Beschuldigte i.S. Konkursitin 
V.________, auch durch Bürgschaften, erhebliche Verluste eingefahren hat und 
das K-Konto gleichwohl einen positiven Saldo aufweist. 2004 resultierte ein Ge-
schäftsverlust von CHF 172'362.00, wobei zusätzlich CHF 486'370.00 an noch 
nicht berücksichtigten Verlustvorträgen zu Buche steht. Zusätzlich findet sich eine 
Abrechnung betreffend eine Schenkung von der Mutter des Beschuldigten im Jahr 
2005 über knapp CHF 400'000.00. Schliesslich findet sich eine Liste offene Debito-
ren 2004, erstellt am 28. Juni 2005, bereinigt gemäss dem Beschuldigten am 
10. Oktober 2005 (Blauer Ordner, Steuererklärung 2004). Die P.________ AG fin-
det sich nicht unter den Debitoren. 2005 zeitigte einen Geschäftsverlust von 
CHF 457'000.00 und die P.________ AG oder W.________ tauchen nicht im Debi-
torenbestand auf. Am 23. März 2006 wurde über die X.________ AG der Konkurs 
eröffnet und der Beschuldigte musste CHF 150’000.00 abschreiben, hofft aber auf 
Folgeaufträge (Blauer Ordner, Steuererklärung 2005). 2006 erfolgte ein Geschäfts-
verlust von CHF 82'111.00 und Fürsprecher Y.________ verlangt mit Schreiben 
vom 9. Mai 2007 CHF 81'284.30 für seine Ausleihe (Blauer Ordner, Steuerer-
klärung 2006). Mit Schreiben vom 19. Dezember 2007 teilt die Z.________ GmbH 
dem Beschuldigten u.a. mit, dass die Einzelfirma vollständig fremdfinanziert ist 
(Blauer Ordner, Steuererklärung 2007, definitive Veranlagung). Von einem Debitor 
namens AA.________ ist nichts ersichtlich. Die Steuerklärung 2007 wurde unvoll-
ständig und zu spät eingereicht. Der Beschuldigte war bereits veranlagt worden. Im 
blauen Ordner Steuererklärung findet sich eine Besprechungsnotiz der 
Z.________, wonach das Guthaben AA.________ auf CHF 100'000.00 erhöht 
werden solle. In naher Zukunft erhalte der Beschuldigte CHF 500'000.00 von 
AA.________. Weiter hat die Z.________ am 23. Juni 2008 mitgeteilt, dass sie das 
Ausfüllen der Steuererklärung nicht mehr übernehme. Aufgrund der vorhandenen 
Unterlagen belief sich der Verlust für das Geschäftsjahr 2007 auf CHF 300’000.00. 
Die Debitoren und angefangenen Arbeiten wurden gesamthaft mit CHF 415'000.00 
veranschlagt. Von 1999 bis 2007 generierte der Beschuldigte Geschäftsverluste 
von ca. CHF 2'650'000.00, d.h. von knapp CHF 300'000.00 pro Jahr. AA.________ 
wird am 31. Dezember 2007 als Debitor mit einem Ausstand von CHF 33'000.00 
aufgelistet. Die P.________ AG und/oder W.________ fungierten nicht unter den 

17

Debitoren. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Kanzlei des Beschuldigten 
seit 1999 sehr schlecht lief und jährlich erhebliche Verluste generierte.

Die Vorinstanz führte weiter aus (pag. 2397):

Der Beschuldigte hatte seine angeblichen Anwartschaften in der Höhe zwischen CHF 200'000.00 und 
CHF 2 Mio. gegenüber den Geschädigten jeweils mit zwei unterschiedlichen Geschäften begründet:

Einerseits machte er gegenüber den Privatklägern 2, 3, 4 und 5 sowie dem Geschädigten L.________ 
geltend, er habe aufgrund nicht wiedereinbringbarer Mandatshonorare aus dem Jahr 2001/2002 offe-
ne Forderungen in der Höhe von ca. CHF 300'000.00. Dass der Beschuldigte Forderungen gegenü-
ber der P.________ AG in der Höhe von rund CHF 275'759.85 hatte, kann den objektiven Beweismit-
teln entnommen werden. Diese Forderung wurde durch den Treuhänder der Praxis allerdings bereits 
per Ende 2002 als «arg gefährdet» eingestuft und per Ende 2003 musste deren Bezahlung endgültig 
ausgeschlossen werden. Auch W.________ bestätigte, dass der Beschuldigte nach seinem Austritt 
noch Forderungen gegenüber der P.________ AG geltend gemacht hatte, konnte deren Höhe aber 
nicht beziffern und wusste auch nicht, ob der Beschuldigte diese im Rahmen des Organhaftungspro-
zesses der P.________ AG eingefordert hatte. 

Es ist schleierhaft, gegen welches Organ und warum der Beschuldigte, welcher 
selber Organ der P.________ AG gewesen ist, eine Haftungsklage hätte anstren-
gen sollen. 

Die Vorinstanz führt weiter aus (pag 2497):

Ihm zufolge war es höchst unrealistisch, dass irgendwelche Forderungen nach dem Konkurs der 
P.________ AG hätten bezahlt werden können, und demzufolge nicht nachvollziehbar, dass der Be-
schuldigte nach 2004 noch immer mit der Bezahlung seiner Forderungen rechnete. W.________ 
konnte nicht bestätigen, dass er sich in irgendeiner Form verpflichtet hatte, sich für die Bezahlung der 
Forderungen des Beschuldigten einzusetzen oder gar dafür aufzukommen. Die Aussagen des Be-
schuldigten bezüglich der berechtigten Hoffnung auf die Bezahlung der Forderung sowie auf die Zusi-
cherungen von W.________ müssen daher als Schutzbehauptungen aufgefasst werden, zumal der 
Beschuldigte für die behauptete Zusicherung keinerlei Dokumente (Verträge, Korrespondenzen etc.) 
vorweisen konnte. Der Beschuldigte hatte ausserdem auch nie geltend gemacht, versucht zu haben, 
die Forderungen in irgendeiner Form auf gerichtlichem Wege einzufordern. Wie er in den Jahren ab 
2004 – nach Konkurseröffnung der P.________ AG, aber spätestens ab 2010 nach Konkursschluss 
und Löschung der Gesellschaft – immer noch berechtigte Hoffnungen auf die Bezahlung dieser For-
derungen gehabt haben konnte, erschliesst sich dem Gericht nicht. Beweiswürdigend muss festgehal-
ten werden, dass der Beschuldigte wissen bzw. mindestens mit hoher Wahrscheinlichkeit damit rech-
nen musste, dass diese Forderungen nicht mehr reinkommen würden. Anzumerken bleibt, dass der 
Untergang der P.________ AG – gemäss W.________ und S.________ – nichts mit 9/11 zu tun ge-
habt habe. Was genau dafür ursächlich war, kann aber an dieser Stelle offengelassen werden.

Über die P.________ AG wurde am 18. März 2004 der Konkurs eröffnet. Am 29. 
August 2001 war der Beschuldigte aus der P.________ AG ausgeschieden. 
Spätestens ab Konkurseröffnung musste dem Beschuldigten als Jurist klar gewe-
sen sein, dass er von der P.________ kein Geld mehr sehen würde. Im Jahr 2006 
hat er mit seiner Forderungseingabe im Konkurs der X.________ AG vom 10. Fe-
bruar 2006 bewiesen, dass er über die Bedeutung eines Konkurses und über die 
verschiedenen Klassen Bescheid wusste (Blauer Ordner, Steuererklärung 2005). 
Von einem «persönlichen gerade Stehen» durch W.________ für allfällige Kon-

18

kursforderungen gegenüber der P.________ AG ist dabei nicht auszugehen. Die 
diesbezüglichen Aussagen von W.________ leuchten ein. Im Rahmen des Konkur-
ses der X.________ AG hat der Beschuldigte in seinem Schreiben an 
AB.________ vom 27. März 2006 Wissen über das Schicksal von Konkursforde-
rungen manifestiert. Solche richten sich nicht an Privatpersonen, es sei denn im 
Rahmen einer Bürgschaft, was der Beschuldigte i.S. V.________ am eigenen Leib 
erfahren hat. Betreffend das angebliche Guthaben gegenüber der P.________ AG 
oder W.________ sei zusätzlich auf die Debitorenlisten 2004 und 2005 verwiesen. 
Diese beinhalten keine solchen Debitoren, was zusätzlich belegt, dass der Be-
schuldigte wusste, dass seine angebliche Forderung, so sie denn existierte, ein 
Nonvaleur war. Gleichzeitig bedeutet dies auch, dass der Beschuldigte alle Darle-
hensgeber, welche er mit der angeblichen Forderung der P.________ AG oder 
9/11 geködert hat, schlicht und ergreifend angelogen hat. Nach Erhalt der jeweili-
gen Darlehen besänftigte der Beschuldigte die Darlehensgeber mit Geschick über 
Monate/Jahre, was von einer gewissen intellektuellen Fähigkeit zeugt. 

Diese intellektuellen Fähigkeiten stehen den angeblichen teilweisen Erinnerungslü-
cken des Beschuldigten in wesentlichen Dingen diametral entgegen. Desgleichen 
der Umstand, dass der Beschuldigte über Jahre als Dozent tätig war, im Militär Kar-
riere machte, Präsident der AC.________ (Organisation) und im Bankrat der 
AD.________ (Bank) war. Dabei ist der Beschuldigte zu keiner Zeit als auffällig 
oder geistig abwesend aufgefallen. Er wusste offensichtlich, was er tat. Daneben 
gilt es zu erwähnen, dass der Beschuldigte bis 2011 gut bezahlte Mandate innehat-
te (u.a. AE.________, AF.________, AG.________ und AH.________). Es ist da-
von auszugehen, dass er nicht über eine längere Zeitspanne monatlichen Honorare 
in fünfstelligem Bereich erhalten hätte, wenn er keine adäquate Gegenleistung er-
bracht hätte. Auch sonst finden sich in den Akten keine Hinweise auf mangelnde 
geistige Regheit des Beschuldigten. Dieser macht es sich bereits angesichts der 
diversen, klaren Mahnschreiben des Treuhänders offensichtlich zu einfach, wenn 
er von einer Blackbox spricht und die Geschäftsverluste nach 2001 angeblich nicht 
zu erklären vermag. Der Beschuldigte hat über Jahre schlicht viel mehr Geld aus-
gegeben, als er eingenommen hat, was ihm angesichts der Buchhaltungen, welche 
in der Einzelfirma erstellt und der Steuererklärungen, welche vom Treuhänder 
U.________ ausgefüllt und vom Beschuldigten unterzeichnet worden sind, klar ge-
wesen sein muss. Dabei gilt es u.a. auf die Finanzspritzen der Familie und die di-
versen Darlehen hinzuweisen. So erhielt der Beschuldigte 2004 aus der Erbschaft 
seines Vaters CHF 586'500.00 (Blauer Ordner, Steuererklärung 2004) und 2005 
eine Schenkung von der Mutter von CHF 382'000.00 (Blauer Ordner, Steuerer-
klärung 2005). Ohne die familiären Zuwendungen und ohne den Lohn seiner Gattin 
hätte der Beschuldigte die Kanzlei schon lange nicht mehr führen und seinen Le-
bensunterhalt bestreiten können. Die Auflösung des gemeinsamen Haushalts des 
Ehepaars A.________ erfolgte 2006 und dem Beschuldigten stand ab diesem Zeit-
punkt das steuerbare Einkommen seiner Ehefrau von rund CHF 230'000.00 nicht 
mehr zur Verfügung (vgl. pag. 588). Zudem hatte sie eine Forderung von 
CHF 120’000.00 aus Güterrecht gegen ihn (Blauer Ordner, definitive Veranlagung 
2006). Bezeichnenderweise nahm der Beschuldigte daraufhin im Januar 2007 bei 
der T.________ AG ein Darlehen von CHF 200'000.00 auf, das er in der Folge 

19

nicht zurückzahlte (pag. 1445). Bände spricht, dass der Beschuldigte ab 2007 kei-
ne Buchhaltung mehr führte, die den Namen verdient. Die Z.________ GmbH füllte 
die Steuererklärung 2007 nicht mehr aus und die Buchhalterin, S.________, die 20 
Jahre für den Beschuldigten gearbeitet hatte, kündigte im Juni 2008 aufgrund der 
finanziellen Misslage des Unternehmens (pag. 492 Z. 31 ff.). Nachdem er 1999 bis 
2007 Geschäftsverluste von ca. 2.5 Mio. ausgewiesen hatte, muss auch dem Be-
schuldigten klar gewesen sein, dass seine Firma auch fürderhin nicht rentieren 
würde, und hielt sich, wie in der Vergangenheit, mit Darlehen und eingehenden 
Honoraren über Wasser, ohne Schulden abbauen zu können. Im Gegenteil: Der 
Schuldenberg wuchs stetig weiter. Als Quintessenz ist festzuhalten, dass sich der 
Beschuldigte über seine desolate finanzielle Lage im Klaren war.

Hinsichtlich weiterer Darlehen hielt die Vorinstanz fest (pag. 2398):

Andererseits machte der Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger 4 und den Geschädigten 
I.________ und J.________ geltend, er erwarte ausstehende Honorarzahlungen in der Höhe von 
CHF 1.5-2.2 Mio./CHF 1.5-2 Mio./USD 1.4 Mio., welche endlich auf einer Bank zur Ausbezahlung an 
ihn bereitstünden und für welche er nun ein Depot zahlen müsse. Bei diesen ausgebliebenen Hono-
rarzahlungen handelt es den Aussagen des Beschuldigten zufolge um Honorarzahlungen aus von 
ihm erbrachten Leistungen an AA.________. AA.________ bestätigte die vom Beschuldigten geltend 
gemachten ausstehenden Forderungen nicht. Der Verteidiger des Beschuldigten machte diesbezüg-
lich geltend, es erstaune nicht, dass AA.________ die Forderungen bestreite und immerhin gebe er 
zu, dass der Beschuldigte Aufträge für ihn ausgeführt habe. Beweiswürdigend kann einerseits festge-
halten werden, dass der Beschuldigte unbestrittenermassen ab 2005/2006 Aufträge bzw. Arbeiten für 
AA.________ ausgeführt hat, dass aber AA.________ nicht bestätigen konnte, dem Beschuldigten 
noch ausstehende Honorarzahlungen zu schulden. Solche wurden auch in der Buchhaltung der 
AI.________ nirgendwo nachgewiesen, wobei diese ja auch nur bis 2007 geführt wurde. 

Diesbezüglich ist zu korrigieren, dass sich eine Angabe über einen Debitoren-
ausstand von AA.________ per 31. Dezember 2007 über CHF 33'785.00 in den 
Unterlagen 2007 findet (Blauer Ordner, Steuererklärung 2007). Der Druck der Debi-
torenliste erfolgte am 25. Juni 2008. Der Besprechungsnotiz der Z.________ 
GmbH vom 28. Juli 2009 ist demgegenüber zu entnehmen, dass das Debitoren-
guthaben 2007 auf CHF 100'000.00 erhöht werden solle und in naher Zukunft ca. 
CHF 500'000.00 von AA.________ an den Beschuldigten fliessen würden. Es gilt 
sich in diesem Zusammenhang die finanzielle Lage des Beschuldigten vor Augen 
zu halten. Dieser hatte seit Jahren erhebliche Verluste generiert, war hoch ver-
schuldet und dringend auf Honorare angewiesen. Es ist nicht einzusehen, warum 
er unter diesen Umständen über Jahre ohne Bezahlung für AA.________ hätte ar-
beiten sollen. In den Akten finden sich keine Urkunden über gestellte Rechnungen, 
was mit der finanziellen Misere des Beschuldigten nicht vereinbar ist. Die angebli-
che Erhöhung des Ausstandes 2007 von CHF 30'000.00 auf 100'000.00 und die 
angeblich ausstehende Zahlung von CHF 500'000.00 findet in den Akten keine 
Stütze. Bände spricht desgleichen, dass die am 28. Juli 2009 behauptete baldige 
Zahlung der Forderung von CHF 500'000.00 durch AA.________ gar noch zu 
Ausständen von AA.________ von CHF oder USD 1'400'000.00 (J.________), re-
sp. CHF 1.5–2 Mio (I.________), resp. CHF 1.5–2.2 (H.________) angewachsen 
sein sollen. Seinen Behauptungen gegen J.________, I.________ und H.________ 

20

widersprechend, sprach der Beschuldigte anlässlich der Einvernahme vom 9. Ja-
nuar 2018 von einem Ausstand von AA.________ zwischen CHF 500'000.00–
800'000.00 (pag. 398). In Sachen AJ.________ sprach der Beschuldigte von einem 
Guthaben von CHF 1.2 Mio., in dessen Zusammenhang er zwei amerikanischen 
Treuhändern Aufwände für Abklärungen in Amerika hätte bezahlen müssen, um zu 
seinem Guthaben aus den Jahren 2000/2001 zu kommen (pag. 1561). Auch der 
benötigte Betrag zum Herauslösen des Guthabens unterschied sich jedes Mal, und 
zwar offenbar angepasst an die finanziellen Verhältnisse der Geschädigten 
(C.________: CHF 12'000.00; G.________: CHF 16'000.00; J.________: 
CHF 32'500.00; D.________: EUR 6'500.00; H.________: CHF 25'000.00; 
E.________: CHF 38'600.00; L.________: EUR 57'000.00; I.________: CHF 
3'000.00). Die variierenden Beträge offenbaren, dass der Beschuldigte je nach Dar-
lehensgeber in spe ein anderes Depot zum Herauslösen angab, was auf einen feh-
lenden reellen Hintergrund schliessen lässt. Ein reelles Depot hätte immer gleicher 
Höhe sein müssen. Als Quintessenz ist festzuhalten, dass der Beschuldigte betref-
fend AA.________ und Millionenausstand inkohärente und widersprüchliche Aus-
sagen gemacht hat, welche bei einem tatsächlichen Debitorenguthaben gegenüber 
AA.________ aus getätigter Arbeit nicht erklärt werden können. Wie erwähnt, gibt 
es auch keine Urkunden, welche den Ausstand von AA.________ oder die angebli-
chen diversen Sitzungen des Beschuldigten bei einer Bank in Genf (AJ.________; 
J.________; H.________; I.________) belegen. Diesbezüglich ist evident, dass der 
Beschuldigte sicher nicht zahllose, nicht fruchtende Besuche bei einer Bank in 
Genf gemacht hat, um mittels Vorauszahlung zu einer grossen Auszahlung zu ge-
langen. Mit anderen Worten ist klar, dass der Beschuldigte jedes Mal, wenn er den 
Gläubigern geschrieben hat, er sei in Genf gewesen, es habe alles geklappt, das 
Geld komme, respektive die FINMA habe grünes Licht zur Auszahlung der Forde-
rung gegeben, die Auszahlung erfolge etc., gelogen hat. Schliesslich belegt eine 
Neunerprobe, dass die angebliche Forderung gegenüber AA.________ in sechs- 
oder siebenstelliger Höhe nie existiert hat. Bei einem angenommenen, grosszügig 
berechneten Stundenansatz von CHF 400.00 des Beschuldigten resultierten bei ei-
nem ausstehenden Honorar von CHF 1'000'000.00 insgesamt 2500 geleistete Ar-
beitsstunden. Der Beschuldigte hätte demnach ein ganzes Jahr ausschliesslich für 
AA.________ gearbeitet, ohne auch nur im Ansatz erklären zu können, geschwei-
ge denn mit Urkunden nachzuweisen, welche Arbeiten er verrichtet haben will. Es 
kommt hinzu, dass die nicht näher spezifizierten Arbeiten, die der Beschuldigte für 
AA.________ geleistet haben will, nicht zur Kanzlei für Medienrecht passen. Für 
einen Liegenschaftskauf oder den Erhalt einer Aufenthaltsbewilligung hätte es wohl 
geeignetere Leute gehabt als der Beschuldigte. Schliesslich unternahm dieser auch 
keinerlei Inkassobemühungen bezüglich der angeblichen Forderung gegenüber 
AA.________, was deshalb erstaunt, weil er geltend macht, er habe seine Kanzlei 
am Leben erhalten wollen und habe deshalb die Darlehen aufgenommen. Wer im-
mense Geldprobleme und eine erhebliche Forderung ausstehend hat, setzt alles 
daran, diese einzutreiben. Zusammenfassend ist demnach davon auszugehen, 
dass der Beschuldigte kein Guthaben gegenüber AA.________ in sechsstelligem 
Umfang gehabt hat (bzw. allenfalls ein solches von CHF 33'785.00). Das Bewei-
sergebnis der Vorinstanz ist entsprechend anzupassen. 

21

Den weiteren Ausführungen der Vorinstanz ist wiederum zu folgen (pag. 2398 f.):

Beweiswürdigend ist ebenfalls festzuhalten, dass der Beschuldigte in den Jahren 2008 bis 2012 be-
deutende Einnahmen verzeichnen konnte. Wohin dieses Geld floss, ist nicht klar. Der Beschuldigte 
machte geltend, das Geld für die laufenden Ausgaben seiner Firma benötigt zu haben. Wenn dem so 
wäre, so konnte er jedenfalls in dieser Zeit nicht damit rechnen, aus den Einkünften auch noch Darle-
hen zurückzahlen zu können, wie er beispielsweise hinsichtlich der Darlehen der Privatkläger 1, 3, 4 
und 5 sowie des Geschädigten I.________ geltend gemacht hatte, handelte es sich doch um laufen-
de, d.h. gewöhnliche/wiederkehrende Ausgaben, mit denen er rechnen musste. Sind aber Teile der 
Einkünfte – entgegen der Aussagen des Beschuldigten – nicht in die laufenden Ausgaben der Firma 
des Beschuldigten geflossen (was aufgrund von deren Höhe zumindest teilweise angenommen wer-
den muss), so wurden sie jedenfalls unbestrittenermassen auch nicht dafür genutzt, die Darlehen 
zurückzuzahlen. Wohin die umfangreichen Einkünfte, welche der Beschuldigte zwischen 2008 und 
2012 grösstenteils in bar abhob, flossen, konnte bisher nicht geklärt werden, kann aber offengelassen 
werden, denn fest steht, dass der Beschuldigte diese nicht nutzte, um die hier behandelten Darlehen 
zurückzuzahlen. 

Das Gericht erachtet es damit zusammenfassend als erstellt, dass der Beschuldigte während der 
ganzen angeklagten Deliktszeit von 2008 bis und mit 2012 weder kreditwürdig noch langfristig in der 
Lage war, aus eigenen erworbenen Mitteln Forderungen zurückzubezahlen, so dass er nicht rückzah-
lungsfähig war. Dass er auch nicht rückzahlungswillig war, ergibt sich daraus, dass er auch in Zeiten 
bedeutender Einnahmen diese nicht nutzte, um Schulden zurückzuzahlen. Zwar beglich er teilweise 
Schulden, jedoch riss er anschliessend sogleich wieder neue Löcher auf, indem er andernorts wieder 
Geld beschaffte. 

Der Beschuldigte betonte in mehreren Einvernahmen, er habe sich mit den erhaltenen Geldern kein 
Luxusleben geleistet, habe keine teuren Hobbys oder Freizeitbeschäftigungen. Ob dies tatsächlich 
vollumfänglich zutrifft, lässt sich aufgrund der vielen Barbezüge nicht abschliessen beurteilen, denn es 
ist offen, wohin das Bargeld geflossen ist. Auf die Fragen, was er mit dem Geld gemacht habe, konnte 
oder wollte der Beschuldigte keine konkreten Antworten geben. Seine Aussagen lauteten jeweils da-
hingehend, dass er dies nicht sagen könne, er aber wohl das bezahlt habe, was angestanden habe. 
Das dies offensichtlich nicht stimmt, wurde bereits erwähnt, denn von den Darlehen, die dem Gericht 
bekannt sind, wurde kein einziges vollständig zurückbezahlt und lediglich dasjenige des Privatklägers 
2 teilweise. 

Betreffend Luxusleben sei angemerkt, dass der Beschuldigte sicher kein beschei-
denes Leben geführt hat, wovon bereits seine regelmässigen Wochenendaufent-
halte in mondänen Orten im Berner Oberland zeugen. Weiter ist erstellt, dass die 
Kanzlei des Beschuldigten seit Jahren erhebliche Verluste zeitigte, demnach nicht 
rentierte und gleichwohl monatliche Kosten (Personal, Büromiete etc.) generierte, 
die zur Aufrechterhaltung des Geschäftes getragen werden mussten. Es ist dem-
nach naheliegend, was der Beschuldigte mit dem Geld gemacht hat.

Die weiteren Schlussfolgerungen der Vorinstanz teilt die Kammer wiederum vollum-
fänglich (pag. 2399 f.):

Was mit dem Geld effektiv bezahlt wurde, bleibt ein Rätsel. Da der Schuldenberg des Beschuldigten 
aber stetig anwuchs, kann die Rückzahlung bedeutender Schuldbeträge ausgeschlossen werden. Si-
cher ist auch, dass der Beschuldigte mit dem Geld nicht Honorare «herauslöste», denn, dass er die 
angeblichen ausgebliebenen Honorare erhalten hätte, verneinte er selber. Wohin die Darlehen 

22

tatsächlich geflossen sind, muss offengelassen werden. Sicher aber verwendete der Beschuldigte ei-
nen Teil davon für seinen Lebensunterhalt.

Es ist demnach als erwiesen zu erachten, dass sich der Beschuldigte im Klaren 
war, weder von der P.________ AG oder aus deren Umfeld eine Forderung noch 
von AA.________ eine Forderung im sechsstelligen Bereich zu Gute zu haben. Der 
Beschuldigte log gegenüber den Darlehensgebern in spe, wenn er diesen gegenü-
ber Bestand und baldige Rückzahlung solcher Forderungen behauptete. Aufgrund 
seiner Überschuldung und dem schlechten Geschäftsgang während Jahren war 
dem Beschuldigten überdies klar, dass er die von ihm erwirkten Darlehen nicht 
würde zurückzahlen können. Er wollte dies auch nicht. In diesem Zusammenhang 
ist ferner erwiesen, dass der Beschuldigte die Darlehensgeber nicht über seine fi-
nanzielle Situation aufgeklärt hat, ansonsten er kein Darlehen erhalten hätte. Nie-
mand gibt einem hoffnungslos Überschuldeten, der keine Aussicht auf Sanierung 
hat, ein Darlehen. Die anderslautenden Aussagen des Beschuldigten sind nicht 
glaubhaft und geben Zeugnis von seinem taktischen, bewussten Aussageverhal-
ten.

III. Rechtliche Würdigung

12. Betrug

12.1 Rechtliche Grundlagen

Nach Art. 146 Abs. 1 StGB macht sich strafbar, wer in Bereicherungsabsicht je-
manden durch Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irreführt 
oder ihn in einem Irrtum arglistig bestärkt und so den Irrenden zu einem Verhalten 
bestimmt, wodurch dieser sich selbst oder einen andern am Vermögen schädigt.

Betrug ist ein Interaktionsdelikt; der Täter ruft beim Geschädigten eine von der 
Wirklichkeit abweichende Vorstellung hervor und veranlasst ihn so, durch eine 
Vermögensverfügung sich selbst zu schädigen. Die Täuschung ist arglistig, wenn 
der Täter mit einer gewissen Raffinesse («Durchtriebenheit») täuscht. Arglist liegt 
auch vor, wenn der Täter aufgrund gezielter Vorkehren damit rechnen kann, dass 
ein Opfer davon absehen wird, den mit der täuschenden Handlung gesetzten An-
schein zu hinterfragen. Ein Täuschungsangriff gilt nicht als arglistig, wenn er so be-
schaffen ist, dass schon ein Mindestmass an Aufmerksamkeit des Geschädigten 
den Irrtum ohne Weiteres und zwangsläufig verhindert. Kein strafrechtlicher Schutz 
besteht also, wenn der Irrtum und die dadurch bestimmte Vermögensverfügung ei-
ne Leichtfertigkeit voraussetzen, der gegenüber das betrügerische Verhalten voll-
kommen in den Hintergrund tritt (Urteil des Bundesgerichts 6B_184/2020 vom 
13. September 2021 E. 2.1.3). Mit dieser Anforderung an den Tatbestand gibt das 
schweizerische Strafgesetzbuch dem Betrug eine Mittelstellung zwischen dem Be-
trug im Sinne der französischen und demjenigen im Sinne der deutschen Auffas-
sung. Ohne so weit zu gehen wie das französische Recht, das namentlich die An-
wendung besonderer Kniffe seitens des Täters verlangt, lässt es doch nicht wie die 
deutsche Auffassung jede Lüge genügen, auf welche die Gegenpartei hereinfällt 
(BGE 72 IV 12). 

23

Ein arglisttypisches Unrechtselement ist das bewusste und gezielte Ausnützen von 
Vulnerabilitäten (nicht von Leichtsinn). In diesem Umfang legitimiert die Schutzbe-
dürftigkeit des Getäuschten den staatlichen Strafanspruch auch im Fall von plum-
pen Täuschungen. Dies entspricht einer weit zurückreichenden Rechtsprechung: In 
BGE 80 IV 156 E. 6 hielt das Bundesgericht fest, es «wäre eine sonderbare 
Rechtsordnung, wenn sie gerade den, der infolge verminderter Geistesgaben in 
vermehrtem Masse der Gefahr ausgesetzt ist, sich zu irren, nicht strafrechtlich ge-
gen die betrügerische Hervorrufung und Ausnützung von Irrtümern schützen wür-
de». Diese Rechtsprechung wandte das Bundesgericht bald auch auf Fälle an, in 
denen der Täter gezielt ein bestehendes Vertrauensverhältnis mit dem Geschädig-
ten ausnutzt. So hielt es beispielsweise in BGE 86 IV 205 bezüglich Darlehen fest, 
dass Arglist bereits dann anzunehmen ist, wenn der Täter voraussieht, dass sich 
das Opfer nicht erkundigen wird, und er diesen Umstand ausnutzt. Diese Recht-
sprechung bestätigte es in BGE 99 IV 75 und quittierte eine darüberhinausgehende 
Einschränkung der Vorinstanz als «stossende Strafbefreiung» für Täter, die «vorsätzlich 
das Vertrauen anderer ausbeuten und damit gleichzeitig eine geordnete vertrauensvolle Geschäftsab-
wicklung (ohne unnötige, von Misstrauen diktierte Komplikationen) verunmöglichen» (E. 4 des Ur-
teils). In der Folge hielt das Bundesgericht bis heute an dieser Praxis fest (statt vie-
ler BGE 147 IV 73 E. 3.2). In seiner jüngsten Rechtsprechung betonte es, dass in 
vertraglichen Angelegenheiten beim Partner ein Minimum an Redlichkeit vorausge-
setzt werden kann; ihm muss nicht grundsätzlich mit Misstrauen begegnet werden. 
Selbst eine erhebliche Naivität des Geschädigten hat in diesen Fällen nicht immer 
zur Folge, dass der Täter straflos ausgeht. Der mit Art. 146 StGB bezweckte Ver-
mögensschutz orientiert sich daher notwendigerweise auch am Grundsatz von 
Treu und Glauben. Wenn der Schutz des Strafrechts gegen den betrügerischen 
Angriff nur erhalten bliebe, wenn sich das Zielpublikum einer erhöhten Abwehrver-
antwortung unterzöge, so schränkte dies den Schutz von Treu und Glauben im Ge-
schäftsverkehr empfindlich ein. Das Ausnutzen sozialadäquaten Vertrauens ist da-
her regelmässig als arglistig zu werten (Urteil des Bundesgerichts 6B_184/2020 
vom 13. September 2021 E. 2.1.5).

Opfermitverantwortung wird dabei nur angenommen, wenn die Leichtfertigkeit der 
geschädigten Person das betrügerische Verhalten des Täters in den Hintergrund 
treten lässt (BGE 142 IV 153 E. 2.2.2). Gemäss Bundesgericht erfordert der Tatbe-
stand in keinem Fall, dass das Täuschungsopfer die grösstmögliche Sorgfalt walten 
lässt und alle erdenklichen Vorkehren zu seinem Schutz trifft. In seiner neueren 
Rechtsprechung legt das Bundesgericht den Begriff der «Arglist» somit opfer-
freundlicher aus als früher bzw. hat die Anforderungen an die strafbarkeitsaussch-
liessende Opfermitverantwortung verschärft. Entsprechend wird die zum Aus-
schluss der Strafbarkeit des Täuschenden führende Opferverantwortung von der 
Rechtsprechung nur in Ausnahmefällen angenommen (zum Ganzen Urteil des 
Bundesgerichts 6B_1081/2019 vom 15. Mai 2020 E. 1.2.2).

Vorliegend geht es einzig noch um die Frage, ob der Beschuldigte bei den einzel-
nen Geschädigten arglistig gehandelt hat oder nicht. Die übrigen objektiven und 
subjektiven Tatbestandselemente von Art. 146 StGB stehen nicht in Frage und sind 
gegeben: Der Beschuldigte täuschte den Geschädigten seine Rückzahlungsfähig-
keit und -bereitschaft vor und motivierte sie dadurch zur Gewährung von Darlehen 

24

in der irrigen Annahme, es bestünde Aussicht auf Rückzahlung, wodurch sie sich 
am Vermögen schädigten. Der Beschuldigte handelte dabei vorsätzlich und in Be-
reicherungsabsicht. Als er C.________ für ein zweites Darlehen anfragte, weigerte 
sich diese, weshalb es in diesem Fall beim Versuch geblieben ist. 

Nachfolgend wird daher je in Bezug auf die einzelnen Geschädigten gewürdigt, ob 
Arglist vorliegt oder nicht. 

12.2 C.________

12.2.1 Erwägungen der Vorinstanz

Die Vorinstanz ging vom beweismässig erstellten Anklagesachverhalt aus, wonach 
der Beschuldigte C.________, die er als wohlhabende und alleinstehende ehema-
lige Geschäftsfrau kannte, im Juli 2008 um ein kurzfristiges Darlehen im Betrag von 
CHF 300'000.00 bat. Als diese ihm erklärte, dass sie ihm nicht so viel Geld leihen 
könne, reduzierte er den gewünschten Betrag auf CHF 200'000.00. Als Grund für 
den Kapitalbedarf spiegelte er ihr einen kurzfristigen Liquiditätsengpass als Folge 
seiner Scheidung vor. Im Sommer 2009 bat der Beschuldigte C.________ wieder-
um um ein kurzfristiges Darlehen, diesmal in der Höhe von CHF 12'000.00, evtl. 
CHF 20'000.00. Er gab ihr gegenüber wahrheitswidrig an, er brauche das Geld, um 
in Genf einen Geldtransfer herauszulösen, mit welchem er dann auch die noch 
nicht getilgte Schuld von CHF 200'000.00 aus dem ersten Darlehen endlich 
zurückzahlen könne. Auch erzählte er ihr von einer neu eröffneten Zweigniederlas-
sung in AK.________ (Ort), mit welcher er gute Geschäfte machen werde, und 
dass er in Kürze nach Dubai gehe, wo er einen grösseren Betrag erhalte. Da 
C.________ aufgrund zahlreicher, nicht eingehaltener Zahlungsversprechen mitt-
lerweile misstrauisch geworden war, gewährte sie dem Beschuldigten das zweite 
Darlehen nicht (pag. 2400 f.; pag. 2407 ff.).

Auf der Grundlage dieses Sachverhalts erachtete die Vorinstanz den Tatbestand 
von Art. 146 StGB als erfüllt bzw. teilweise versucht begangen, da der Beschuldigte 
C.________ über seine Zahlungsfähigkeit und seinen Zahlungswillen getäuscht 
habe. Sie sei deshalb in einen Irrtum versetzt worden, habe ein Darlehen überwie-
sen und sich dadurch im Betrag von CHF 200'000.00 selbst am Vermögen ge-
schädigt. Wegen seiner finanziellen Lage habe der Beschuldigte zumindest in Kauf 
genommen, dass er das Darlehen nicht werde zurückzahlen können, und sich so 
daran unrechtmässig zu bereichern (pag. 2414; pag. 2415).

Auch das Tatbestandsmerkmal der Arglist bejahte die Vorinstanz mit der Begrün-
dung, es seien Ansätze eines Lügengebäudes erkennbar, da der Beschuldigte ihr 
das Firmenportrait der nicht mehr existenten AI.________ gezeigt und ihr von sei-
nen Mandanten, seiner Dozententätigkeit und von ausstehenden Honoraren erzählt 
habe. Zudem habe er aufgrund seiner gesellschaftlichen Stellung (AL.________ 
(Rang) in der Schweizer Armee, Stiftungsrat der AM.________ (Stiftung), Ehemann 
einer AN.________ (Funktion)) davon ausgehen können, dass C.________ seine 
Angaben nicht überprüfen werde. Betreffend die Honorarmandate sei eine Über-
prüfung durch C.________ denn auch kaum möglich gewesen. Der Rückzah-
lungswille sei ohnehin nicht überprüfbar gewesen. Als Geschäftsfrau habe sie sich 
zudem ebenfalls bereits in finanziellen Engpässen befunden gehabt und ihr sei die 

25

Geschichte des Beschuldigten daher glaubhaft erschienen. Sie habe dem Beschul-
digten aber nicht blind vertraut, sondern sich bei einem seiner Bekannten – 
AO.________ – über ihn erkundigt und auch nachgefragt, als es um seine Tätigkeit 
gegangen sei. Ferner habe sie für das Darlehen auf einen schriftlichen Vertrag be-
standen. Dass sie dem Beschuldigten schliesslich das zweite Darlehen nicht ge-
währt habe, mache deutlich, dass sie ihren Sorgfaltspflichten nachgekommen sei, 
sobald sie Grund gehabt habe, dem Beschuldigten zu misstrauen (pag. 2414 ff.).

12.2.2 Argumente der Verteidigung

Rechtsanwalt B.________ argumentierte anlässlich der oberinstanzlichen Beru-
fungsverhandlung, der Beschuldigte habe C.________ erst 2006 kennengelernt 
(pag. 306 Z. 42) und zudem nur geschäftlich gekannt, als er sie um Geld gefragt 
habe (pag. 306 Z. 53 f.). Sie habe selber zugegeben, dass sie den Beschuldigten 
schon zu wenig gekannt habe (pag. 308 Z. 120 f.). Diese Umstände hätten aufhor-
chen lassen müssen. Der Beschuldigte habe ihr auch nicht gesagt, wieso er Geld 
brauche, und habe sogleich einen hohen Betrag verlangt (pag. 310 Z. 177 f.). 
C.________ habe ausgesagt, es habe ihr Angst gemacht, wieso es so viel gewe-
sen sei (pag. 310 Z. 181 f.). Er habe ihr gegenüber nicht näher erläutert, wie er in 
3.5 Monaten wieder so viel Geld erhältlich machen wolle (pag. 311 Z. 237). Er habe 
ihr auch keine Unterlagen vorgelegt (pag. 312 Z. 257). Sie habe keine Sicherheiten 
verlangt, was sie nach eigenen Angaben hätte tun müssen (pag. 312 Z. 265 f.). 
Trotz ihres unguten Gefühls habe sie somit sämtliche Vorsichtsmassnahmen in den 
Wind geschlagen und nicht einmal gefragt, für was der Beschuldigte das Geld 
brauche. Unklar sei auch gewesen, wieso eine vermögende Person wie der Be-
schuldigte auf einmal auf ein Darlehen von CHF 300'000.00 angewiesen sei. 
C.________ habe keine weiteren Sicherheiten verlangt und keine auch nur rudi-
mentäre Überprüfung durchgeführt, obwohl sie eine erfahrene Geschäftsfrau ge-
wesen sei (pag. 309 Z. 164 ff.). Mit diesem Hintergrund hätte ihr das Risiko be-
kannt sein müssen. Das Nachfragen bei AO.________ ändere daran nichts, da 
dieser nicht über die finanzielle Lage des Beschuldigten Bescheid gewusst habe. 
Es sei unverständlich, wieso C.________ nicht einmal einen Betreibungsregister-
auszug eingeholt habe. Dies hätte mit Verweis auf das Urteil des Obergerichts 
Zürich SB190358 vom 20. November 2020, in welchem es um einen erfahrenen 
Treuhänder gegangen sei, von ihr erwartet werde können. Der Fall sei mit dem vor-
liegenden vergleichbar, weil auch C.________ eine erfahrene Geschäftsfrau gewe-
sen sei und den Beschuldigten noch nicht lange genug gekannt habe, als dass ein 
Vertrauensverhältnis hätte bejaht werden können. Zudem habe sie keine Abklärun-
gen zu den Geschäftstätigkeiten des Beschuldigten getroffen. Die einzige Abwei-
chung zum genannten Urteil bestehe darin, dass es vorliegend um ein wesentlich 
höheres Darlehen gegangen sei. Das Verhalten von C.________ sei daher leicht-
fertig gewesen und Arglist sei zu verneinen. Es habe ein Freispruch zu erfolgen 
(pag. 2675 f.).

Das Gleiche gelte für den versuchten Betrug. Der Beschuldigte habe auch nach ei-
nem Jahr das erste Darlehen noch nicht zurückbezahlt gehabt. Zudem sei er nur 
deshalb an C.________ gelangt, weil diese schon vorher grundlegendste Vor-
sichtsmassnahmen missachtet habe. Der Beschuldigte habe seine Angaben nicht 

26

bekräftigen können, weshalb C.________ hätte misstrauisch werden müssen. Sie 
habe wieder keinen Betreibungsregisterauszug verlangt, obwohl der Beschuldigte 
sich offenbar auch nach einem Jahr noch in einem finanziellen Engpass befunden 
habe. Das Darlehen sei daher leichtfertig gewesen und es habe ein Freispruch zu 
erfolgen (pag. 2676).

12.2.3 Argumente der Generalstaatsanwaltschaft

Die Generalstaatsanwaltschaft brachte vor, C.________ habe den Beschuldigten 
schon lange gekannt. Dieser habe sie auf seine Kanzlei verwiesen und ihr das Un-
ternehmensportrait gezeigt. Er habe ihr ganz offensichtlich etwas vorgespiegelt, 
was es so nicht mehr gegeben habe, damit sie den Eindruck gewinne, er könne 
das Darlehen zurückzahlen. Seine Schulden habe er ihr verschwiegen und er habe 
sie dadurch über seine Bonität getäuscht. Es habe keine berechtigte Hoffnung ge-
geben, dass das Darlehen jemals zurückbezahlt werde. Beim zweiten Mal habe er 
ihr von einem neuen Geschäftszweig in AK.________(Ort) erzählt, wodurch sich 
C.________ dann aber nicht zu einem zweiten Darlehen habe bewegen lassen. 
Das Konzept der Opfermitverantwortung sei nicht dazu gedacht, bekannte Be-
trugsmaschen zu schützen. So seien beispielsweise auch nigerianische Betrüger-
mails strafbar. Die Anwendungsfälle von Opfermitverantwortung in der Rechtspre-
chung beträfen denn auch meist nur Personen aus der Finanzbranche. Arglist sei 
gegeben, wenn schon nur ein Element der Arglist bejaht werde. Man könne also 
nicht sagen, es habe zwar ein Vertrauensverhältnis gegeben, aber der Beschuldig-
te habe keine Unterlagen vorgelegt, weshalb Arglist ausscheide. Es könne auf BGE 
142 IV 153 E. 2.2, den Entscheid 6B_1081/2019 E. 1.5.1 und das Urteil des Ober-
gerichts des Kantons Bern SK 18 133 vom 28. März 2019 verwiesen werden. Der 
Beschuldigte habe C.________ ein Lügengebäude aufgetischt. Er habe ihr Unter-
lagen vorgelegt, weitere Angaben gemacht und Bonität vorgetäuscht. Zudem habe 
er sich seine Bekanntheit zunutze gemacht. C.________ habe sich ferner auch 
über den Beschuldigten erkundigt. AO.________ sei ein bestens vernetzter Mann 
gewesen. Wenn einem so jemand die Bonität einer Person zusichere, verlange 
man schon aus Anstand keinen Betreibungsregisterauszug. Schliesslich habe der 
Beschuldigte auch Dringlichkeit geltend gemacht, um wirklich jede Abklärung zu 
verunmöglichen. Das zweite Kreditbegehren habe er mit dem ersten verknüpft. 
C.________ hätte entweder mehr Geld geben sollen, oder aber auf die Rückzah-
lung des ersten Darlehens weiter warten müssen. Aufgrund dieser Umstände sei 
Arglist zu bejahen (pag. 2682 f.).

12.2.4 Würdigung durch die Kammer

Das Motiv der Vorinstanz, die zu Recht auf die überzeugenden Aussagen von 
C.________ abstellte und von Arglist ausging, überzeugt (pag. 2414 ff.). Der Be-
schuldigte spricht selber von einem «sehr schönen und guten Verhältnis» mit 
C.________ (pag. 375 Z. 100), die ihrerseits die Beziehung als «gutes Einvernehmen» 
und «Freundschaft» bezeichnet (pag. 52). Zudem hatten sie seit immerhin rund 1.5 
Jahren im Rahmen ihrer Tätigkeit für die gemeinnützige AM.________(Stiftung) 
miteinander zu tun (pag. 306 Z. 42 ff.). Obwohl sie sich somit nur kurz kannten, war 
ihre Beziehung offensichtlich tiefgehend. Der Einsatz des Beschuldigten in der ge-

27

meinnützigen Stiftung implizierte aus Sicht von C.________ überdies, dass er ein 
«guter Mensch» sei. AO.________ – der zwar keinen Einblick in die Finanzen des 
Beschuldigten hatte, ihn sehr wohl aber als Person kannte – sicherte C.________ 
auf deren Nachfrage ausdrücklich zu, dass sie dem Beschuldigten vertrauen kön-
ne. Im Weiteren gab der Beschuldigte C.________ ein (nicht mehr aktuelles) Un-
ternehmensportrait seiner Kanzlei ab, gemäss welchem sich das Unternehmen 
durch «hohes fachliches Wissen und breite Erfahrung» auszeichne (pag. 65), eine der 
«führenden schweizerischen Spezialrechtskanzleien im Bereich des Informations-, Kommunikations- 
und Medienrechts» sein wolle (pag. 66) und «Rechtsmandate im Bereich des Telekommunika-
tions-, Urheber-, Verlags-, Medien- und Werberechts» bearbeite und vertrete (pag. 68). Zu-
dem machte der Beschuldigte darin Angaben zu seiner Person, die ihn als beson-
ders kompetent und zuverlässig erscheinen lassen, darunter seine Tätigkeiten als 
Lektor, Mitglied verschiedener Expertengruppen, Dozent, Ausbildner, Mitherausge-
ber einer Bücherreihe und Leiter einer Redaktion (pag. 71). Ferner hausierte er ge-
genüber C.________ mit seinen Mandaten und seiner militärischen Karriere und 
hatte für den kurzfristigen Engpass einen plausiblen Grund parat: seine medien-
trächtige Ehescheidung. Es kommt hinzu, dass alle Geschädigten den Beschuldig-
ten im Tenor als vertrauenserweckend und einnehmend bezeichneten. L.________ 
beschrieb ihn beispielsweise als gewinnbringend, als jemanden, der Leute habe 
fesseln und motivieren können und dabei einen authentischen Eindruck hinterlas-
sen habe: «Er beherrschte die ganze Klaviatur des Impressionsmanagements und brachte dies 
auch hinüber» (pag. 2178 Z. 108 ff.). Seine Art habe es schwierig gemacht, ihm nicht 
zu vertrauen (pag. 2176 Z. 48 f.). H.________ sprach von «guter Fach- und Sachkompe-
tenz» und «sensationellen Kursen» (pag. 332 Z. 136 f.). E.________ redete von ge-
schicktem Formulieren und sehr glaubwürdigem Erzählen mit viel Charme, Über-
zeugungskraft und Aufmerksamkeit; mit allem, was es eben brauche, um seine Be-
gehren durchzusetzen (pag. 293 Z. 118 ff.). Er sei immer als Mann von Welt aufge-
treten und habe immer wieder sein Beziehungsnetz mit Rang und Namen erwähnt 
(pag. 20). Im Zusammenspiel mit der eigenen Kanzlei mit mehreren Mitarbeitern, 
den Tätigkeiten als Dozent, dem militärischen Renommee und dem einhergehen-
den Auftreten sowie der Redekunst des Beschuldigten schaffte und kultivierte die-
ser ein Erscheinungsbild des Erfolges und des Glamours, das zu hinterfragen 
C.________ nicht in den Sinn kam. Aufgrund der engen Beziehung ist von einem 
Vertrauensverhältnis zwischen den beiden auszugehen. Der Beschuldigte konnte 
daher voraussehen, dass C.________ seine Angaben nicht näher überprüfen wer-
de. Dass sie sich dennoch bei AO.________ über den Beschuldigten informierte, 
spricht für ihre Gewissenhaftigkeit. Im Übrigen ist die Höhe der Darlehenssumme 
für die vermögende C.________ und den Beschuldigten als Mann von Welt nicht 
abnormal und begründete daher keine besondere Vorsichtspflicht. Ohnehin ist es 
widersprüchlich, wenn die Verteidigung bei grossen Darlehenssummen vorbringt, 
deren Höhe sei ungewöhnlich hoch und hätte die geschädigte Person daher stutzig 
machen müssen, und bei kleinen Darlehenssummen, deren Höhe sei nicht mit dem 
Bild eines erfolgreichen Geschäftsmannes vereinbar und es sei deshalb Vorsicht 
geboten gewesen. Soweit die Verteidigung den Sachverhalt mit dem erwähnten Ur-
teil des Obergerichts Zürich vergleicht, ist ihr entgegenzuhalten, dass es sich bei 
C.________ gerade nicht um eine Treuhänderin mit entsprechender Ausbildung 

28

handelt, sondern um eine wohlhabende Geschäftsfrau. Das Vorspiegeln von Dring-
lichkeit und das Vorlegen des nicht mehr aktuellen Unternehmensportraits stellen 
zudem besondere Machenschaften dar. Schliesslich ist festzuhalten, dass es dem 
Beschuldigten gemäss Beweisergebnis zum Zeitpunkt der Aufnahme des Darle-
hens an der Rückzahlungsfähigkeit sowie am Rückzahlungswillen fehlte, weshalb 
sich das Merkmal der Arglist – neben dem Vorliegend eines Vertrauensverhältnis-
ses und den besonderen Machenschaften des Beschuldigten – auch aus der man-
gelnden Überprüfbarkeit der inneren Tatsachen ergibt (Urteil des Bundesgerichts 
6B_1081/2019 vom 15. Mai 2020 E. 1.5.1). Die Täuschung durch den Beschuldig-
ten steht damit klar im Vordergrund und Arglist ist in Bezug auf das Darlehen über 
CHF 200'000.00 zu bejahen.

Das Gleiche gilt für den Versuch des Beschuldigten, ein zweites Darlehen von 
C.________ zu erhalten. Nachdem er sie während Monaten «warmgehalten» und 
sich zerknirscht gegeben hatte, versuchte er, den Wechsel des Kanzleisitzes nach 
AK.________(Ort) zu «verkaufen» und erwähnte einen Trip nach Dubai. Weiter 
versuchte er, C.________ mit der in Aussicht gestellten Rückzahlung auch des ers-
ten Darlehens durch Gewährung eines zweiten, im Vergleich zum ersten eher in 
bescheidener Höhe, zu ködern. Die Verknüpfung der beiden Darlehen übte einen 
gewissen Druck auf C.________ aus. Arglist ist auch in diesem Fall zu bejahen und 
der Beschuldigte hat sich wegen Betrugs sowie wegen Versuchs dazu z.N. von 
C.________ schuldig gemacht.

12.3 G.________

12.3.1 Erwägungen der Vorinstanz

Die Vorinstanz ging vom beweismässig erstellten Anklagesachverhalt aus, wonach 
der Beschuldigte G.________, den er als selbstständig erwerbenden Inhaber eines 
Ingenieurbüros seit den 70er-Jahren privat und freundschaftlich kannte, Ende Mai / 
Anfang Juni 2010 um ein dringendes kurzfristiges Darlehen in Höhe von 
CHF 16'000.00 bis zum 2. Juni 2010 bat. Dabei gab er wahrheitswidrig an, dass er 
das Geld nur für ein paar Tage brauche, um in Genf einen Geldbetrag von unge-
fähr CHF 1–2 Mio. herauslösen zu können. In der Folge gewährte G.________ 
dem Beschuldigten das Darlehen (pag. 2416 f.; pag. 2419 f.).

Auf der Grundlage dieses Sachverhalts erachtete die Vorinstanz den Tatbestand 
von Art. 146 StGB als erfüllt, da der Beschuldigte G.________ über seine Zah-
lungsfähigkeit und seinen Zahlungswillen getäuscht habe, wodurch G.________ in 
den Irrtum versetzt worden sei, der Beschuldigte sei zahlungsfähig und -willig bzw. 
erwarte einen Betrag in Millionenhöhe, und sich dadurch im Betrag von 
CHF 16'000.00 selber am Vermögen schädigte. Der Beschuldigte habe dabei vor-
sätzlich und in Bereicherungsabsicht gehandelt (pag. 2420; pag. 2422). 

Auch das Tatbestandsmerkmal der Arglist bejahte die Vorinstanz mit der Begrün-
dung, der Beschuldigte habe davon ausgehen können, dass G.________ seine 
Angaben sowie seine Bonität aufgrund der 30-jährigen guten Freundschaft sowie 
seiner gesellschaftlichen Stellung nicht überprüfen werde. Überdies habe der Be-
schuldigte grosse zeitliche Dringlichkeit vorgetäuscht, sodass eine Überprüfung nur 
mit besonderer Mühe durchführbar gewesen wäre. Das Einholen eines Betrei-

29

bungsregisterauszugs habe aufgrund der bestehenden Freundschaft nicht erwartet 
werden können und hätte ohnehin nichts geändert, da der Beschuldigte mit dem in 
Aussicht gestellten Millionenbetrag alle Schulden hätte bezahlen können. Dass 
G.________ das Darlehen mit seiner Frau besprochen habe, sei zu erwarten ge-
wesen, da es sich bei einem Betrag von CHF 16'000.00 immerhin um rund zwei 
Monatsgehälter einer normalverdienenden Person gehandelt habe. Der Beschul-
digte sei zudem geschickt vorgegangen, indem er am Abend vor der Darlehensan-
frage bei G.________ zu Hause beim Abendessen gewesen sei, quasi um die 
Freundschaft zu bestärken. Die Übergabe sei dann ebenfalls bei einer Tasse Kaf-
fee erfolgt. Vor dem Hintergrund des angeblich sofort herauslösbaren Millionenbe-
trags habe G.________ auch die versprochene Rückzahlung innert wenigen Tagen 
nicht misstrauisch machen müssen (pag. 2420 f.).

12.3.2 Argumente der Verteidigung

Die Verteidigung argumentierte, der Beschuldigte habe G.________ keine Doku-
mente gezeigt (vgl. pag. 317 Z. 217). Dieser habe auch nicht danach gefragt. Darin 
unterscheide sich der vorliegende Fall von demjenigen im Urteil des Obergerichts 
des Kantons Bern SK 18 133 vom 28. März 2019. In jenem Fall habe der Beschul-
digte eloquent um ein Darlehen gefragt, und Arglist sei gegeben gewesen, weil er 
gefälschte Dokumente vorgelegt habe, um seinen Anspruch zu belegen. Vorlie-
gend erstaune, dass G.________ dem Beschuldigten ohne weiteres geglaubt ha-
be. Es sei lebensfremd, dass Geld benötigt werde, um einen grösseren Betrag her-
auszulösen. Der Fall erinnere an die bekannten nigerianischen Betrügermails. 
G.________ hätte nachfragen müssen, wieso der Beschuldigte überhaupt den 
Herauslösebetrag benötige. Der Beschuldigte habe zudem eine gutverdienende 
Frau gehabt (pag. 319 Z. 100), weshalb der ersuchte Betrag geradezu lächerlich 
wirke. G.________ hätte daher trotz langjähriger Freundschaft misstrauisch werden 
sollen. Von einem erfolgreichen Unternehmer sei auch im Fall von Dringlichkeit zu 
erwarten, dass er über die nötige Liquidität verfüge. Arglist sei zu verneinen und 
der Beschuldigte sei freizusprechen (pag. 2676).

12.3.3 Argumente der Generalstaatsanwaltschaft

Die Generalstaatsanwaltschaft hielt dagegen, der Beschuldigte habe bei 
G.________ von Anfang an nicht die Absicht gehabt, das Darlehen zurückzuzah-
len. Kurz nach der Darlehensgewährung habe er genau den geschuldeten Betrag 
von seinem Konto abgehoben. Zudem sei der doppelte Betrag auf sein Konto 
überwiesen worden und er habe das Darlehen trotzdem nicht zurückgezahlt. Mit 
G.________ habe der Beschuldigte gezielt einen engen Freund und Bekannten 
angesprochen. Er habe von seinem guten Ruf profitiert und diesen gezielt ausge-
nutzt. Er sei ein bekannter Rhetoriker und ein Mann von Welt gewesen. Auf diese 
Weise habe er geeignete Personen ausfindig machen und anpeilen können. Im Un-
terschied zum Urteil SK 18 133 vom 28. März 2019 habe der Beschuldigte zwar 
keine Unterlagen unterbreitet, dafür aber gezielt Leute angesprochen, von denen er 
gewusst habe, dass er ihnen keine Unterlagen unterbreiten müsse. Dass er 
G.________ keine Unterlagen unterbreitet habe, könne ihm daher nicht zugutege-
halten werden. Wer das Vertrauen anderer gezielt ausnutze, handle genauso arg-

30

listig wie derjenige, der gefälschte Unterlagen vorlege. Zudem habe der Beschul-
digte G.________ durch das Vortäuschen von Dringlichkeit von weiteren Abklärun-
gen abgehalten. Er habe das Darlehen auch nur für ein paar Tage verlangt, und 
das für nur so kurz, dass sich G.________ gedacht habe, wenn er das Geld innert 
so kurzer Zeit zurückerhalte, müsse er nicht extra aufs Betreibungsamt und einen 
Betreibungsregisterauszug einholen. Die Täuschung sei denn auch gelungen. Dass 
G.________ misstrauisch geworden sei und das Darlehen mit seiner Frau bespro-
chen habe, ändere an der Arglist des Vorgehens nichts. Der Beschuldigte habe 
seine Geschichten so aufgebaut, dass auch kein Verdacht entstanden wäre, hätte 
G.________ einen Betreibungsregisterauszug eingeholt. Denn der Beschuldigte 
hätte mit dem herauszulösenden Betrag sämtliche in einem Betreibungsregister-
auszug aufgelisteten Schulden begleichen können. Wer dermassen darauf hinwir-
ke, dass keine Nachforschungen getätigt würden, und sei dies durch die Auswahl 
der Geschädigten, der handle arglistig. Internetbetrugsfälle führten zwar regelmäs-
sig zu Freisprüchen, weil beispielsweise bereits früher Schnäppchen nicht geliefert 
worden seien. Vorliegend sei der Fall aber anders gelagert, da der Beschuldigte 
und G.________ sich gekannt hätten und ein Vertrauensvorsprung bestanden ha-
be. Zudem sei die Zahlung nicht einfach nicht gekommen, sondern habe sich ver-
zögert, und der Beschuldigte habe jeweils eine stimmige Geschichte vorgebracht. 
Ein solches Vorgehen verdiene keinen Schutz. Der Beschuldigte habe davon aus-
gehen können, dass ihm das Darlehen gewährt werde. Mit den Zinsversprechen 
habe er klar machen wollen, dass es sich um für seine Verhältnisse kleine Beträge 
handle und die Rückzahlung kein Problem darstelle. Es sei daher der vorinstanzli-
che Schuldspruch bezüglich G.________ zu bestätigen (pag. 2683 f.).

12.3.4 Würdigung durch die Kammer

Die Ausführungen der Vorinstanz überzeugen und können übernommen werden 
(pag. 2427 ff.). Bezeichnend für das enge Vertrauensverhältnis und die jahrzehnte-
lange Freundschaft zwischen G.________ und dem Beschuldigten ist der Aus-
spruch des ersteren: «Guten Freunden/Bekannten hilft man einfach, da fragt man nicht lange 
nach» (pag. 319 Z. 100 f.). Hinzu kommt das Renommee des Beschuldigten und 
seiner gutverdienenden Ehefrau, was G.________ ausdrücklich hervorhob 
(pag. 319 Z. 100). Der Beschuldigte täuschte zudem Dringlichkeit vor und ver-
sprach eine rasche Rückzahlung, was den Druck auf G.________ weiter erhöhte, 
zumal es um einen verhältnismässig tiefen Betrag ging. Auch sonst wirkt das Vor-
gehen des Beschuldigten ausgeklügelt: Beim gemeinsamen Abendessen bekräftig-
te er einerseits die Freundschaft und sondierte andererseits die Lage für eine allfäl-
lige Darlehensanfrage, die dann am Folgetag auch prompt kam. Schliesslich ist 
auch hier zu erwähnen, dass es dem Beschuldigten gemäss Beweisergebnis zum 
Zeitpunkt der Aufnahme des Darlehens an der Rückzahlungsfähigkeit sowie am 
Rückzahlungswillen fehlte. Das Merkmal der Arglist ergibt sich daher – neben dem 
Vorliegen eines Vertrauensverhältnisses – auch aus der mangelnden Überprüfbar-
keit der inneren Tatsachen (Urteil des Bundesgerichts 6B_1081/2019 vom 
15. Mai 2020 E. 1.5.1). Der Beschuldigte handelte somit arglistig und hat sich des 
Betrugs z.N. von G.________ schuldig gemacht.

31

12.4 J.________

12.4.1 Erwägungen der Vorinstanz

Die Vorinstanz ging vom beweismässig erstellten Anklagesachverhalt aus, wonach 
der Beschuldigte J.________, den er bereits seit seiner Gymnasialzeit in den 
1960er-Jahren freundschaftlich kannte und von dem er wusste, dass er als Medi-
enwissenschaftler in guter Stellung bei der AP.________ arbeitete, insgesamt drei 
Mal um ein dringendes kurzfristiges Darlehen bat (pag. 2458 ff.; pag. 2465 ff.): 

- Am 25. Oktober 2010 bat er ihn um CHF 30'000.00, wobei er ihm vorspiegelte, 
dass nach einer finanziell schwierigen Phase endlich ein ausstehendes Gutha-
ben in Höhe von CHF/USD 1.4 Mio. auf einer Bank in Genf für ihn bereit stehe, 
für dessen Auslösung er jedoch ein Depot von CHF 30'000.00 hinterlegen müs-
se. Kurz danach rief er J.________ an und machte geltend, er habe nochmals 
nachgerechnet und brauche eigentlich CHF 32'500.00. Auf der anschliessen-
den gemeinsamen Fahrt zur AQ.________ AG (Bank) fragte der Beschuldigte 
J.________, ob die Darlehenssumme nicht erhöht werden könne, worauf 
J.________ ihm gegen Quittung CHF 40'000.00 aushändigte. Gemäss Quittung 
hätte das Geld zuzüglich Zins bis zum 3. November 2010 zurückbezahlt wer-
den sollen.

- Nachdem die Rückzahlungsfrist unbenutzt verstrichen war, fragte J.________ 
am 5. November 2010 den Beschuldigten, wie es um ihre Abmachung stehe, 
woraufhin dieser ihm telefonisch versicherte, es dauere noch bis nächste Wo-
che, spätestens am Mittwoch, dem 10. November 2010, habe J.________ sein 
Geld. Am 10. November 2010 rief der Beschuldigte J.________ an und erklärte 
wahrheitswidrig, dass etwas mit dem Währungsumtausch nicht geklappt habe 
und er deshalb dringend und zwingend weitere CHF 7'500.00 brauche. Auf der 
anschliessenden gemeinsamen Fahrt zur AQ.________ AG(Bank) fragte der 
Beschuldigte J.________, ob die Darlehenssumme nicht auf CHF 10'000.00 
erhöht werden könne, worauf J.________ ihm gegen Quittung CHF 10'000.00 
aushändigte. Gemäss Quittung hätte das Geld zuzüglich Zins bis zum 20. No-
vember 2010 zurückbezahlt werden sollen.

- Am 16. November 2010 gelangte der Beschuldigte erneut an J.________ und 
behauptete wahrheitswidrig, es gebe weitere Schwierigkeiten bei der Auslö-
sung des Guthabens und er benötige ein weiteres dringendes kurzfristiges Dar-
lehen in Höhe von GBP 30'000.00 bzw. CHF 47'000.00, wobei er meinte, dass 
CHF 50'000.00 besser seien. Daraufhin ging J.________ gemeinsam mit dem 
Beschuldigten am 18. November 2010 zunächst zur AR.________ (Bank) und 
danach zur AQ.________ AG(Bank), wo er CHF 20'000.00 bzw. 
CHF 30'000.00 abhob und dem Beschuldigten alsdann insgesamt 
CHF 50'000.00 gegen Quittung ausgehändigte. Gemäss Quittung hätte das 
Geld zuzüglich Zins bis spätestens am 23. November 2010 zurückbezahlt wer-
den sollen.

Auf der Grundlage dieser Sachverhalte erachtete die Vorinstanz den Tatbestand 
von Art. 146 StGB in Bezug auf die ersten beiden Darlehen als erfüllt, da der Be-
schuldigte J.________ über seine Zahlungsfähigkeit und seinen Zahlungswillen 

32

getäuscht habe, wodurch J.________ im irrigen Glauben, der Beschuldigte werde 
seine Darlehen aufgrund der herauslösbaren Summe in Kürze zurückzahlen kön-
nen (und dies auch wollen), sich im Betrag von CHF 40’000.00 und CHF 10'000.00 
selbst am Vermögen geschädigt habe. Der Beschuldigte habe vorsätzlich und in 
Bereicherungsabsicht gehandelt (pag. 2468; pag. 2469).

Auch das Tatbestandsmerkmal der Arglist bejahte die Vorinstanz in Bezug auf die 
ersten beiden Darlehen mit der Begründung, der Beschuldigte habe aufgrund sei-
ner 50-jährigen guten Freundschaft mit J.________ sowie seiner beruflichen und 
gesellschaftlichen Stellung vorausgesehen, dass J.________ seine Angaben zum 
Darlehen sowie seine Bonität nicht überprüfen werde. Zudem habe er ungerade 
Beträge und Beträge in Fremdwährung gefordert, was seiner Geschichte zusätzli-
che Glaubhaftigkeit verliehen habe, und er sei geschickt vorgegangen, indem er 
J.________ jeweils zur Bank begleitet habe. J.________ habe den Beschuldigten 
zudem als Wunschgast zu seinem Pensionierungsessen eingeladen und alles wei-
se auf ein Darlehen unter guten Freunden hin. Vor dem Hintergrund des heraus-
lösbaren Millionenbetrags habe ihn auch die versprochene Rückzahlung innert we-
nigen Tagen nicht misstrauisch machen müssen. Zudem habe der Beschuldigte 
das erste Darlehen mit der Gewährung des zweiten Darlehens verknüpft, wobei 
seine Begründung, wonach etwas mit dem Währungsumtausch nicht geklappt ha-
be, nicht von Vornherein abwegig gewesen sei (pag. 2468 f.).

In Bezug auf das dritte Darlehen sah die Vorinstanz das Tatbestandsmerkmal der 
Arglist hingegen als nicht erfüllt und sprach den Beschuldigten frei mit der Begrün-
dung, J.________ habe ihm das Darlehen gewährt, obwohl das erste Darlehen von 
CHF 40'000.00 bereits seit über zwei Wochen fällig gewesen sei. Spätestens zu 
diesem Zeitpunkt hätte sich J.________ genauer informieren und etwa Dokumente 
über die herauszulösende Summe einfordern müssen. Er habe nach Anfrage um 
das dritte Darlehen zwei Tage Zeit dazu gehabt. Auch weil der Beschuldigte die 
Darlehenssummen jeweils erhöht habe, hätten bei J.________ die Alarmglocken 
läuten müssen. J.________ treffe daher in Bezug auf das dritte Darlehen eine Op-
fermitverantwortung und Arglist sei zu verneinen (pag. 2469 f.).

12.4.2 Argumente der Verteidigung

Die Verteidigung verwies bei J.________ für das dritte Darlehen auf die Erwägun-
gen der Vorinstanz. Diese habe Arglist verneint, weil das dritte Darlehen gewährt 
worden sei, obwohl das erste bereits lange fällig gewesen sei. Spätestens in die-
sem Zeitpunkt hätte sich J.________ besser informieren müssen. Es sei nicht 
nachvollziehbar, wieso er das dritte Darlehen ohne Sicherheiten gewährt habe 
(pag. 2678).

Zum ersten und zweiten Darlehen brachte die Verteidigung vor, J.________ hätten 
die Erklärungen des Beschuldigten stutzig machen müssen. Es sei nicht nachvoll-
ziehbar, wieso der Beschuldigte eine Zahlung habe leisten müssen, um einen ho-
hen Geldbetrag von CHF 1.4 Millionen herauszulösen. Als der Beschuldigte so-
dann auch noch eine Nachkalkulation geltend gemacht habe, hätte J.________ 
nähere Erkundigungen anstellen müssen. Falls der Beschuldigte nämlich tatsäch-
lich eine Depotleistung hätte zahlen müssen, hätte er den benötigten Betrag von 

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Anfang an genannt und diesen nicht erhöht. Zudem hätte J.________ stutzig wer-
den müssen, weil ein erfolgreicher Unternehmer wie der Beschuldigte Geld brau-
che. Der Fall sei nicht vergleichbar mit anderen Fällen, in denen der geschädigten 
Person Dokumente vorgelegt worden seien. Zudem sei nicht nachvollziehbar, wie-
so nach dem Verpassen des Rückzahlungstermins neue Darlehen gewährt worden 
seien, wiederum ohne Unterlagen. J.________ habe leichtsinnig gehandelt, Arglist 
sei zu verneinen und der Beschuldigte sei freizusprechen (pag. 2678).

12.4.3 Argumente der Generalstaatsanwaltschaft

Die Generalstaatsanwaltschaft argumentierte, mit J.________ sei der Beschuldigte 
viele Jahre eng befreundet gewesen. Dieser habe ungerade Beträge verlangt und 
eine grosse Dringlichkeit vorgespiegelt. Zudem habe er ihn persönlich immer auf 
die Bank begleitet. Als arglistig zu werten sei schliesslich auch die «Alles oder 
nichts»-Taktik: Nachdem der erste Betrag nicht zurückbezahlt worden sei, habe der 
Beschuldigte die weiteren Darlehen mit dem ersten verknüpft. Der Meccano sei ge-
zielt eingesetzt worden und mache das Vorgehen arglistig (Urteil des Bundesge-
richts 6B_1081/2019 vom 15. Mai 2019 E. 1.5.1). Der Beschuldigte habe sich da-
her bei allen drei Darlehen des Betrugs schuldig gemacht (pag. 2685).

12.4.4 Würdigung durch die Kammer

Zur Arglist bei den ersten beiden Darlehen kann auf die zutreffenden Erwägungen 
der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 2468 f.). Es sei in Erinnerung gerufen, dass 
Arglist nur ausscheidet, wenn die geschädigte Person grundlegendste Vorsichts-
massnahmen nicht beachtet. Entsprechend entfällt der strafrechtliche Schutz nicht 
bei jeder Fahrlässigkeit der geschädigten Person, sondern nur bei Leichtfertigkeit. 
Gemäss diesem Grundsatz ist vorliegend Arglist auch bei der dritten Darlehensge-
währung gegeben. Der Beschuldigte nutzte das jahrzehntelange Vertrauensver-
hältnis und die Freundschaft zwischen ihm und J.________ schamlos aus. Er war 
der oberste auf der Gästeliste von J.________, welcher mit der entsprechenden 
Nachricht gleichsam Tür und Tor zu den Darlehen öffnete. Der Beschuldigte als re-
nommierter Medienrechtler mit Praxis am AS.________ (Platz), AC.________-
Präsident, AL.________(Rang) und Ehemann einer AN.________(Funktion) war 
für J.________ offensichtlich über jeden Zweifel erhaben. Die Worte auf der Dan-
keskarte nach der Gewährung des ersten Darlehens dürften ihre Wirkung auf 
J.________ nicht verfehlt haben: «Lieber J.________, herzlichen Dank für dieses grossartige 
Vertrauen, das Du mir entgegenbringst. Ich weiss dies sehr zu schätzen und werde Deine Unterstüt-
zung nie vergessen» (pag. 2073). Nach Erhalt des ersten Darlehens rapportierte der 
Beschuldigte, angeblich auf der Rückfahrt von Genf, es habe alles bestens ge-
klappt (pag. 2084). Vor dem dritten Darlehen benötigte der Beschuldigte 
GBP 30'000.00 bzw. CHF 47'000.00, besser CHF 50'000.00 (pag. 2085). Die aus-
ländische Währung und die ungerade Zahl waren ungewöhnlich, suggerierten ei-
nen klar definierten Ausstand und deuteten auf einen reellen Hintergrund hin. Der 
Telefonnotiz ist zu entnehmen, dass J.________ ohne zu zögern gewillt war, noch 
einmal zu helfen. Der Beschuldigte gab ferner bekannt, dass er J.________ 
CHF 120'000.00 garantieren könne. Er habe sich extra noch rückversichert 
(pag. 2085). Weiter bedankte er sich und teilte mit, es wäre schön, wenn heute al-

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les erledigt werden könnte (pag. 2086). Hernach folgten nur noch Vertröstungs-
nachrichten. Der Beschuldigte versprach mehrmals die Rückzahlung, ohne dass 
diese jemals erfolgt wäre (vgl. ab pag. 292 ff.: «Am kommenden Mi (12.1), Do oder Fr 
(14.1.11) sollte es passieren»; rund eine Woche später: «In den nächsten 3 Tagen sollte es 
klappen»; weitere 10 Tage später: «Ja es klappt nächste Woche»; zwei Wochen später: 
«Ab Mittwoch/Donnerstag wird definitiv umgesetzt» etc.), wandte einen angeblichen Unfall 
eines Sohnes eines Geschäftspartners in Argentinien ein (pag. 2090), leitete 
J.________ angebliche Banknachrichten weiter (pag. 2091) und informierte ihn 
über mehrere Fa