# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ed341e22-48bd-5e40-8202-996cebafad59
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2007-05-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.05.2007 E-1117/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1117-2007_2007-05-11.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-1117/2007
hub/let
{T 0/2}

Urteil vom 11. Mai 2007

Mitwirkung: Richter Huber, Schürch, Monnet
        Gerichtsschreiberin Lettau

X._______, geboren _______, Nigeria,
vertreten durch Caritas Schweiz, Necmettin Isler,
_______,

Beschwerdeführer

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz

betreffend

Verfügung vom 27. Dezember 2006 i. S. Asyl und Wegweisung / N _______

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

2

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest:

A. Der Beschwerdeführer  verliess seinen Heimatstaat  eigenen Angaben zufolge im 
September 2006 von H._______ aus über A._______ und reiste am 17. November 
2006  in  die  Schweiz  ein,  wo  er  gleichentags  ein  Asylgesuch  stellte.  Am  5. 
Dezember  2006 fand die summarische Befragung im Transitzentrum  Y._______ 
statt. Am 6. Dezember 2006 erfolgte eine Knochenaltersbestimmung, wonach der 
Beschwerdeführer ein wahrscheinliches Alter von mindestens 19 Jahren aufweist.

Im Rahmen der direkten Bundesanhörung im Transitzentrum  Y._______ vom 14. 
Dezember 2006, bei welcher dem Beschwerdeführer eine Vertrauensperson beige-
ordnet war, wurde dem Beschwerdeführer das rechtliche Gehör zum Resultat der 
Knochenaltersbestimmung gewährt.

Im Wesentlichen machte der aus  Z._______ stammende und der Ethnie der Igbo 
angehörende Beschwerdeführer geltend, er sei am 5. Februar 1990 geboren und 
werde wegen der Tötung von Mitgliedern einer gegnerischen Kultgruppe von die-
ser und den Angehörigen der Opfer im ganzen Land gesucht.

Der  Beschwerdeführer  habe  bis  zu  seinem  vierten  Lebensjahr  in  B._______, 
M._______, Z._______, gelebt, danach sechs Jahre in J._______, N._______, wo 
er  zur  Schule  gegangen  sei  und  bei  einer  Verwandten  gewohnt  habe.  Danach 
habe  er  ein  Jahr  bei  einer  anderen  Verwandten  der  Familie  im  _______  in 
Z._______ gelebt.  Mit  11  Jahren sei  er  auf  das _______  College in  Z._______ 
gegangen und habe vier Jahre lang Hochbau studiert.

Er habe im Internat gewohnt und sei wie andere Studenten seines Colleges auch 
Mitglied der Kultgruppe P._______ gewesen, der er drei Jahre lang angehört habe. 
Die  Gruppe  habe  Auseinandersetzungen  mit  der  studentischen  Kultgruppe 
"C._______" gehabt, und man habe sich tödliche Kämpfe geliefert. Der Beschwer-
deführer habe _______. Daraufhin sei  er im Februar 2006 während einer Prüfung 
angeschossen worden und anschliessend auf der Flucht vor den Angehörigen der 
Opfer  und  anderen  gegnerischen  Gruppenmitgliedern  gewesen.  Er  habe  sich 
neben Aufenthalten bei Verwandten und Freunden in  N._______ und  Z._______ 
zeitweise bei seiner Mutter in seinem Heimatort  B._______ _______ aufgehalten, 
wo  ihn  die  "C._______"  ausfindig  gemacht  hätten.  Im  Juni/Juli  2006  sei  seine 
Mutter von Mitgliedern der "C._______" erschossen worden,  woraufhin er später 
aus Rache _______ der Gruppe umgebracht habe. Er sei auf dem Landweg nach 
J._______, D._______, H._______ und weiter nach A._______ geflohen.

B. Mit Verfügung vom 27. Dezember 2006 lehnte das BFM das Asylgesuch des Be-
schwerdeführers ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den 
Wegweisungsvollzug an. 

C. Gemäss Bericht der Stadtpolizei  S._______ vom 14. Januar 2007 wurde dem Be-
schwerdeführer am 14. Januar 2007 wegen des Verdachts des Drogenhandels bei 

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einer  Effektenkontrolle  in  S._______ von  den  zuständigen  Polizeibeamten  ein 
grösserer Geldbetrag ungeklärter Herkunft in Anwendung von Art. 86 Abs. 4a des 
Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) AsylG abgenommen. 

D. Der Beschwerdeführer legte am 12. Februar 2007 Beschwerde beim Bundesver-
waltungsgericht ein und beantragte im Wesentlichen, die Verfügung des BFM auf-
zuheben,  die  Sache  zur  vollständigen  Sachverhaltsabklärung  an die  Vorinstanz 
zurückzuweisen,  sowie  festzustellen,  dass  der  Wegweisungsvollzug  unzulässig 
beziehungsweise unzumutbar und und infolgessen die vorläufige Aufnahme anzu-
ordnen sei.  In verfahrensrechtlicher Hinsicht  ersuchte er um die Gewährung der 
unentgeltlichen Rechtspflege und den Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor-
schusses.

E. Mit Zwischenverfügung vom 16. Februar 2007 wurde das Gesuch um Gewährung 
der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gutgeheissen  und  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses verzichtet.

F. Mit Schreiben vom 22. Februar 2007 reichte der Beschwerdeführer eine Fürsorge-
bestätigung der Caritas S._______, _______, vom 20. Februar 2007 zu den Akten.

G. Am 27. Februar 2007 verfügte der Kanton S._______ in Anwendung von Art. 13e 
des Bundesgesetzes über Aufenthalt  und Niederlassung der Ausländer vom 26. 
März  1931  (ANAG,  142.20)  die  Ausgrenzung  des  Beschwerdeführers  aus  der 
Stadt  S._______ und den angrenzenden Gemeinden wegen des Verdachts  des 
Drogenhandels und der Gewaltanwendung sowie Drohung gegenüber Beamten.

H. In ihrer Vernehmlassung vom 8. März 2007 hält die Vorinstanz vollumfänglich an 
ihren  Erwägungen  fest  und  beantragt  die  Abweisung  der  Beschwerde.  Die  Ver-
nehmlassung wurde dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 30. März 2007 zur 
Kenntnis gebracht.

I. Am 17. April 2007 wurde der Beschwerdeführer von den zuständigen Polizeibeam-
ten  in  der  Stadt  S._______ wegen  Missachtung  der  am  27.  Februar  2007 
verfügten  Ausgrenzung  aus der  Stadt  S._______ und des  Verkaufs  von Kokain 
festgenommen.

J. Mit Verfügung des BFM vom 25. April 2007 wurde der dem Beschwerdeführer am 
14. Januar 2007 von der Polizei S._______ abgenommene Geldbetrag in der Höhe 
von  Fr.  1'130.00  zuhanden  seines  Sicherheitskontos  sichergestellt.  Gleichzeitig 
wurde verfügt, der Betrag werde im Rahmen der Schlussabrechnung den Fürsor-
ge-, Ausreise- und Vollzugskosten sowie den Kosten des Beschwerdeverfahrens 
gegenübergestellt. 

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss Art.  31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 
173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen 
nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungs-
verfahren (VwVG, SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 vorliegt. Als 
Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VGG genannten Behörden. Dazu gehö-
ren Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG, 
SR 142.31); das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgül-
tig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 
2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht übernimmt, sofern es zuständig ist, die Beurteilung 
der am 1. Januar 2007 bei der ARK hängigen Rechtsmittel. Das neue Verfahrens-
recht ist anwendbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.3 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll-
ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessen-
heit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

2.

2.1 Die Beschwerde ist form- und fristgerecht eingereicht; der Beschwerdeführer ist le-
gitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 und 50 ff. VwVG). Auf die Beschwerde ist mit-
hin einzutreten. 

2.2 Vorab ist die Frage der Prozessfähigkeit als Sachurteilsvoraussetzung von Amtes 
wegen  zu  prüfen  (vgl.  F.  Gygi,  Bundesverwaltungsrechtspflege,  2.  Aufl.,  Bern 
1983, S. 73). Der Beschwerdeführer war nach seinen eigenen Angaben bei Einrei-
chung der Beschwerde noch minderjährig.  Indessen darf - ungeachtet der Frage 
der Glaubhaftigkeit  seiner Minderjährigkeit  -  aufgrund der Aktenlage für das vor-
liegende  Rekursverfahren  die  Urteilsfähigkeit  des  Beschwerdeführers  und  damit 
seine zivilrechtliche Handlungsfähigkeit  (Art.  12 ff.  des  Schweizerischen  Zivilge-
setzbuches vom 10. Dezember 1907 [ZGB, SR 210]) wie auch seine verfahrens-
rechtliche  Prozessfähigkeit  bejaht  werden  (zur  Prozessfähigkeit  des  beschränkt 
handlungsfähigen Unmündigen vgl. Gygi, a.a.O., S. 180; P. Saladin, Das Verwal-
tungsverfahrensrecht des Bundes, Bern 1979, S. 88 f.; A. Kölz / I. Häner, Verwal-
tungsverfahren  und  Verwaltungsrechtspflege  des  Bundes,  Zürich  1993; die  An-
wendbarkeit des Schweizerischen Rechts ergibt sich aus Art. 35 Abs. 1 in Verbin-
dung mit  Art. 20  des Bundesgesetzes  über das internationale Privatrecht  [IPRG, 
SR 291]). Nach dem Gesagten ist der Beschwerdeführer legitimiert; auf die frist- 
und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  ist  einzutreten  (Art.  48  und  50  ff. 
VwVG).

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2.3 Der Anspruch des nach eigenen Angaben minderjährigen Beschwerdeführers auf 
rechtliches Gehör wurde gewahrt.

Dem  unbegleiteten  Minderjährigen  ist  entsprechend  Art.  17  Abs.  AsylG  für  die 
Dauer  des  Verfahrens  eine  Vertrauensperson,  die  dessen  Rechte  wahrnimmt, 
beigeordnet worden, so dass der Anspruch auf rechtliches Gehör (vgl. Art. 29 Abs. 
2 BV; Art. 29 ff. VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG) gewahrt ist (siehe Entscheidungen und 
Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission / EMARK 1999 Nr. 2).

Soweit  der  Rechtsvertreter  eine  Rückweisung  der  Sache  wegen  fehlerhafter 
Eröffnung  der  Verfügung  an  den  Minderjährigen  statt  an  die  Vertrauensperson 
geltend macht, erweist sich die Rüge als unbegründet. Auch diesbezüglich ist der 
Anspruch auf rechtliches Gehör nicht verletzt worden. 

Die Verfügung des BFM (Art. 5 VwVG) ist als solche schriftlich zu eröffnen (Art. 34 
VwVG). Art. 11 Abs. 3 VwVG sieht vor, dass die Behörden ihre Mitteilungen an ei-
ne Prozesspartei oder an den Rechtsvertreter zu richten haben, sofern ein solcher 
ernannt worden ist. Diese Bestimmung, die ihrem Wortlaut nach nur für gewillkürte 
Vertreter gilt, muss von ihrem Rechtssinn her für gesetzliche Vertretungen eben-
falls Anwendung finden, da dort die Vertretenen nicht in der Lage sind, ihre Inte-
ressen selbständig wahrzunehmen und gerade deshalb der Begleitung und Unter-
stützung durch eine Vertrauensperson bedürfen (vgl. Art. 7 Abs. 5 der Asylverord-
nung 1 über Verfahrensfragen  vom 11. August 1999  [AsylV 1, SR 142.311]). Die 
gemäss Art. 7 Abs. 3 AsylV 1 ernannte Vertrauensperson stellt eine derartige ge-
setzliche Vertretung dar.  Daraus ist zu schliessen, dass die Verfügung des BFM 
der Vertrauensperson als Vertreter des Minderjährigen zu eröffnen ist. 

Die Zustellung ist  hier  entgegen den Angaben des Beschwerdeführers auch tat-
sächlich an die Vertrauensperson erfolgt:  Gemäss dem den Akten beiliegendem 
Rückschein (vgl.  act.  A17, S.  2)  wurde die an die Vertrauensperson adressierte 
Verfügung dieser am 11. Januar 2007 mit eingeschriebenem Brief zugestellt.

3.

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz grundsätzlich Flüchtlingen Asyl. 
Als Flüchtling wird eine ausländische Person anerkannt, wenn sie in ihrem Heimat-
staat oder im Land, wo sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät,  Zugehörigkeit  zu einer  bestimmten sozialen Gruppe oder  wegen ihrer  politi-
schen  Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gel-
ten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, 
die  einen  unerträglichen  psychischen  Druck  bewirken;  den  frauenspezifischen 
Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG).

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumin-
dest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht,  wenn die Behörde ihr Vor-
handensein mit  überwiegender Wahrscheinlichkeit  für gegeben hält.  Unglaubhaft 
sind insbesondere  Vorbringen,  die in  wesentlichen Punkten zu wenig  begründet 
oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeb-
lich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).

6

4.

4.1 Die Vorinstanz erachtet die Angaben des Beschwerdeführers als unglaubhaft.

Der Beschwerdeführer habe seine sich aus Art. 8 Abs. 1 AsylG ergebende Pflicht, 
an der Erstellung des Sachverhaltes mitzuwirken, wozu auch die Offenlegung der 
Identität  gehöre,  verletzt.  Er  habe keine Identitätspapiere  eingereicht,  obwohl  er 
angeblich über ein Mobiltelefon verfügt, in der Heimat eine Geburtsurkunde besitzt 
und einen Studentenausweis besass, dessen Verlust nicht geglaubt werden kön-
ne. Zudem habe er diverse Kontakte im Heimatland. Es sei ihm damit möglich ge-
wesen, entsprechende Papiere einzureichen, was er aber nicht getan habe. Es be-
stünden daher erhebliche Zweifel an der geltend gemachten Identität.

Die  Angaben  des Beschwerdeführers  hinsichtlich  seiner  Identität  seien vor  dem 
Hintergrund  eines  absolvierten  Technical  College  und  der  englischen 
Amtssprache,  bei  welcher  eine  unsichere  und  fehlerhafte  Schreibweise  zum 
Ausdruck komme, nicht glaubhaft; die Personalienblätter wiesen Fehler hinsichtlich 
des Geburtsdatums und Geburtsortes sowie widersprüchliche Angaben bezüglich 
des Namens seiner Mutter auf.

Auch die Aussage den Reiseweg betreffend  - er wisse nicht, durch welche Orte er 
gereist sei - sei insbesondere angesichts der geltend gemachten Bildung realitäts-
fremd. Die Angaben, die der Beschwerdeführer zu seinem schulischen Werdegang 
und  zum Collegeaufenthalt  gemacht  habe,  seien in  der  Kombination  angesichts 
der für den Besuch des Colleges notwendigen Schuljahre tatsachenwidrig.

Der  Beschwerdeführer  habe  sich  in  wesentlichen  Punkten  widersprochen:  bei-
spielsweise  hinsichtlich  der  Schilderung  des  Verlusts  des  Studentenausweises, 
der  _______  im Februar/März  2006  folgenden  Vorgänge,  der  Vorgänge  um die 
Begegnung der Verfolger seiner Schwester,  der unterschiedlichen Namen seiner 
Schwester,  der  Angaben  hinsichtlich  seiner  Verwandtschaft,  der  Umstände  des 
Todes seiner Mutter,  der Tatwaffe,  des Zeitraums, des Tatortes und der Tatum-
stände der _______ sowie der Angaben zum Anführer seiner Kultgruppe.

4.2 Der Vorinstanz ist zuzustimmen, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers als 
höchst unglaubhaft einzustufen sind. 

Bereits der Collegeaufenthalt des Beschwerdeführers kann nicht geglaubt werden, 
weil  er  nicht  die  für  einen  Collegebesuch  in  Nigeria  erforderlichen  vorgängigen 
zwölf Schuljahre aufweist, sondern lediglich sechs bis sieben Jahre.

Des weiteren sind - wie die Vorinstanz zu Recht aufführt - zahlreiche Widersprü-
che  in  den  Aussagen  des  Beschwerdeführers  auffällig:  So  behauptete  der  Be-
schwerdeführer in der Erstbefragung noch, der Studentenausweis sei ihm abhan-
den gekommen, er wisse nicht wo (vgl. act. A1, S. 7); in der Zweitbefragung gab er 
jedoch an, er habe den Studentenausweis im November 2006 zusammen mit sei-
nem  Portemonnaie  in  I._______ verloren  (vgl.  act.  A11,  S.  3).  Auf  Nachfrage 
vermag er diesen Widerspruch in keiner Weise zu erklären (vgl. act. A11, S. 30).

Auch die Schilderungen der Aufenthalte des nach dem Schiessvorfall  im Febru-
ar/März 2006 flüchtenden Beschwerdeführers variieren in den Befragungen stark; 
es ist unklar, bei welchen Freunden und Verwandten er sich wann aufgehalten ha-

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ben und wann er zu seiner Mutter in sein Heimatdorf geflohen sein will (vgl. act. 
A11, S. 13).

Aus den Befragungen ergibt sich nicht, ob seine Schwester den Verfolgern in sei-
nem Heimatdorf  lediglich den Laden gezeigt hat (vgl.  act. A1, S. 9),  in welchem 
sich  der  Beschwerdeführer  aufgehalten  habe,  oder  aber  seine  Verfolger  in  den 
Laden geführt habe (vgl. act. A11, S. 14).

Zudem sind die Angaben des Beschwerdeführers zu seiner Verwandtschaft wider-
sprüchlich. So behauptet er zum einen, er habe nur seine Mutter und deren Bruder 
gehabt, zum anderen aber nennt er eine Tante mütterlicherseits (vgl. act.  A11, S. 
7),  später  erwähnt  er  eine Tante in  Z._______,  zu welcher  er  geflohen sei.  Bei 
letzterer  handelt  es  sich  angesichts  der  unterschiedlichen  Wohnorte 
möglicherweise um eine zweite Tante des Beschwerdeführers.

Die eine Schwester benennt er in der Erstbefragung _______ (vgl. act.  A1, S. 6), 
in der direkten Anhörung nennt er jedoch den Namen _______ (vgl. act. A11, S. 6, 
8).

Auch  die  Angaben  zum Todeszeitpunkt  der  Mutter  des  Beschwerdeführers  und 
den Umständen der Tötung sind widersprüchlich. Unklar bleibt, wann seine Mutter 
gestorben sein soll, auf welche Weise und wie der Beschwerdeführer davon erfah-
ren haben will (vgl. act. A1, S. 4; A11, S. 24). Hinsichtlich der Angaben zur Mutter 
ist schon auffällig, dass der Beschwerdeführer als Namen der Mutter auf dem Per-
sonalienblatt des Empfangszentrums wiederholt _______ angibt (vgl. act. A5, S. 1, 
2), später jedoch den Namen _______ anführt (vgl. act. A1, S. 1).

Auffällig ist, dass der Beschwerdeführer sich in der zweiten Befragung nicht mehr 
erinnern  kann,  wann  er  H._______ verlassen  haben  will,  und  den  Zeitraum 
September  bis  November  2006  nennt,  während  er  in  der  Erstbefragung  noch 
September 2006 als Ausreisezeitraum angegeben hat (vgl. act. A11, S. 30).

Widersprüchlich sind die Angaben zum Namen und zur Ethnie des Anführer seiner 
Gruppe, zumal er nur in der Erstbefragung einen Namen des Anführers zu benen-
nen vermag, in der zweiten Anhörung jedoch angibt, er kenne den Namen des An-
führers nicht und in Erst- und Zweitbefragung unterschiedliche Ethnien angibt (vgl. 
act. A11, S. 12, 16).

Hinsichtlich  der  ersten  drei  Tötung  bleibt  der  Zeitpunkt  unklar,  spricht  der  Be-
schwerdeführer doch zum einen von Oktober 2006 (vgl. act.  A1, S. 11, 16), zum 
anderen sollen diese vor dem Schuss auf den Beschwerdeführer im Februar 2006 
stattgefunden haben (vgl. act. A11, S. 13, 16). 

Auch bezüglich der Tatwaffen widersprechen sich die Schilderungen, will der Be-
schwerdeführ doch zum einen _______ (vgl.  act.  A1, S. 11),  später  jedoch (vgl. 
act. A11, S. 24) _______ (vgl. act. A A11, S. 18) _______ haben, wobei er diesen 
Widerspruch  in  keiner  Weise  zu  erklären  vermag  (vgl.  act.  A11,  S.  32).  Des 
weiteren widersprechen sich, wie die Vorinstanz zu Recht ausführt, die Angaben 
zum Tatort und zu den Tatumstände einschliesslich der Anzahl der anwesenden 
Zeugen der behaupteten Tötungsvorfälle (vgl. act. A1, S. 11; A11, S.17-19).

4.3 Der Beschwerdeführer äussert sich in seiner Beschwerde zu den Vorwürfen der 
Unglaubhaftigkeit der Asylvorbringen nicht.

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4.4 Zusammenfassend  folgt,  dass  der  Beschwerdeführer  keine  Gründe  nach  Art.  3 
und 7 AsylG nachweisen oder glaubhaft  machen konnte. Die Vorinstanz hat das 
Asylgesuch demnach zu Recht abgelehnt.

5.

5.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt 
es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; da-
bei  ist  der Grundsatz der Einheit  der Familie  zu berücksichtigen (Art.  44 Abs.  1 
AsylG).  Ist  der Vollzug der Wegweisung nicht  möglich,  nicht  zulässig oder nicht 
zumutbar, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetz-
lichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 
2 AsylG; Art. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und Niederlassung 
der Ausländer [ANAG, SR 142.20]). 

5.2 Der Vollzug ist nicht möglich, wenn der Ausländer weder in den Herkunfts- oder in 
den  Heimatstaat  noch  in  einen  Drittstaat  verbracht  werden  kann.  Er  ist  nicht 
zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise des 
Ausländers  in  seinen  Heimat-,  Herkunfts-  oder  einen Drittstaat  entgegenstehen. 
Der Vollzug kann insbesondere nicht  zumutbar sein,  wenn er für  den Ausländer 
eine konkrete Gefährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2 - 4 ANAG).

5.3 Niemand darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in 
dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 
AsylG gefährdet sind oder in dem die Gefahr besteht, dass er zur Ausreise in ein 
solches Land gezwungen wird (Art. 5 Abs. 1 AsylG).

5.4 Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossen-
schaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Übereinkommens vom 10. De-
zember  1984 gegen Folter  und andere  grausame,  unmenschliche oder  erniedri-
gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Kon-
vention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten vom 4. November 
1950 (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder ernie-
drigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

6.

6.1 Nach Ansicht der Vorinstanz kann sich der Beschwerdeführer nicht auf das Über-
einkommen vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes (KRK, SR 0.107) 
berufen. Aus dieser ergäben sich keine einem Wegweisungsvollzug entgegegen-
stehenden völkerrechtlichen Verpflichtungen. Im Rahmen der Prüfung der Zumut-
barkeit des Wegweisungsvollzuges müsse zwar dem Alter des Beschwerdeführers 
Rechnung getragen werden. Die Angaben des Beschwerdeführers zu seiner Per-
son seien jedoch, wie ausgeführt, unglaubhaft. Zudem könne der Beschwerdefüh-
rer aus dem Resultat der Knochenaltersbestimmung nichts für sich ableiten. Wenn 
die Altersangaben der Wahrheit entsprächen, wäre der Beschwerdeführer zudem 
beinahe volljährig. Auf eine abschliessende Altersbestimmung könne aber verzich-
tet  werden,  da wegen der unglaubhaften  Aussagen des Beschwerdeführers  von 
der  Anwesenheit  beider  Elternteile  und anderer  Familienmitglieder  ausgegangen 

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werden könne. Bei Rückkehr werde der Beschwerdeführer nicht in eine existenz-
bedrohende Situation geraten, nicht zuletzt wegen der zu erwartenden Unterstüt-
zung seiner Familienmitglieder und des Freundeskreises.

6.2 Die  Beschwerdeseite  führt  aus,  die  Vorinstanz  hätte  wegen  der  unbrauchbaren 
Knochenaltersbestimmung von der  Minderjährigkeit  des  Beschwerdeführers  aus-
gehen und entsprechend der Rechtsprechung der ARK das Kindeswohl nach Art. 3 
KRK des unbegleiteten Minderjährigen bei der Zumutbarkeitsprüfung in einer ge-
samtheitlichen Prüfung berücksichtigen müssen. Die Vorinstanz hätte im Einzelnen 
die Umstände der Rückkehr von Amts wegen abklären müssen, insbesondere in-
wiefern  der  minderjährige  Beschwerdeführer  unter  die  Obhut  eines  Familienmit-
gliedes  oder  einer  besonderen  Institution  genommen  werden  könne.  Die 
Vorinstanz hätte zudem zu prüfen gehabt, ob die vom Beschwerdeführer genann-
ten Verwandten in der Lage und willens seien, dem Beschwerdeführer zu helfen 
und Abklärungen nicht unter Berufung auf die Unglaubwürdigkeit des Beschwerde-
führers  und  dessen  Papierlosigkeit  unterlassen  dürfen.  Die  Angaben  des  Be-
schwerdeführers zu einer Identität seien nicht unglaubhaft; der Beschwerdeführer 
sei  seiner  Mitwirkungspflicht  vollumfänglich  nachgekommen.  Die Vorintanz  habe 
demnach ihre sich aus EMARK 1998 Nr. 13 ergebene Abklärungspflicht verletzt. 

Des weiteren sei  der  Wegweisungsvollzug wegen Verstosses gegen die Kinder-
rechtskonvention,  im Einzelnen die Pflicht  zu Nachforschungen  nach den Eltern 
(Art. 22 KRK), die besondere Schutz-Beistandspflicht aus Art. 20 KRK und die Be-
rücksichtigung  des  Kindeswohls  (Art.  3  KRK),  auch  völkerrechtlich  unzulässig. 
Auch verstiesse der Wegweisungsvollzug angesichts der Tatsachen, dass der Be-
schwerdeführer fünf Menschen umgebracht habe und in Nigeria Todesstrafe und 
Scharia  herrschten,  gegen  das  Folterverbot  aus  Art.  3  EMRK.  Hinsichtlich  der 
glaubhaften Angaben des Beschwerdeführers zu den Studentenkulten sei auf ent-
sprechende Berichte internationaler Organisation zu diesem Thema zu verweisen. 

7.

7.1 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine fremdenpolizeiliche Aufenthaltsbe-
willigung noch einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde 
demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; EMARK 2001 Nr. 21). 

7.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass 
der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen schützt, die die Flüchtlingsei-
genschaft  erfüllen (vgl.  M. Gattiker,  Das Asyl-  und Wegweisungsverfahren,  Bern 
1999, S. 89). Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann das in Art. 
5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-refoulements im vorlie-
genden Verfahren keine Anwendung finden.  Eine Rückkehr  des Beschwerdefüh-
rers in seinen Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG recht-
mässig.

7.3 Sodann  ergeben  sich  entgegen  der  Ansicht  des  Beschwerdeführers  weder  aus 
dessen Aussagen noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall ei-

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ner Ausschaffung in seinen Heimatstaat  dort  mit  beachtlicher Wahrscheinlichkeit 
einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung aus-
gesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrech-
te sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine 
konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall 
einer Rückschiebung Folter  oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. 
EMARK 2001 Nr. 16 S. 122, m.w.H.). Da die Schilderungen des Beschwerdefüh-
rers über seine Zugehörigkeit in einer Studentenkultgruppe und die Tötung rivali-
sierender Mitglieder nicht geglaubt werden kann (s.o.), ist auch eine derartige kon-
krete Gefahr unglaubhaft. Die allgemeine Menschenrechtssituation in seinem Hei-
matstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt klarerweise nicht 
als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung 
sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

Auch aus dem Umstand, dass der Beschwerdeführer nach eigenen Angaben am 
_______ geboren und demzufolge noch minderjährig ist,  ergeben sich entgegen 
der Ansicht des Beschwerdeführers keine völkerrechtlichen Verpflichtungen. 

Zunächst ist dem Resultat der Handknochenuntersuchung vom 6. Dezember 2006, 
wonach ein Knochenalter  von mindestens 19 Jahren vorliegt (vgl. act. A8, S. 1), 
kein  Nachweiswert  beizumessen.  Der  Beschwerdeführer  will  zum  Zeitpunkt  der 
Handknochenuntersuchung nämlich erst _______ alt gewesen sein. Demnach liegt 
-  worauf  auch  der  Beschwerdeführer  zu  Recht  verweist  -  seine  Altersangabe 
innerhalb  der  Standard-Abweichung  von  drei  Jahren  und  hat  damit  keinen 
Beweiswert (vgl. EMARK 2000 Nr. 19 Erw. 7 S. 184 ff.). Allerdings bedeutet dies 
entgegen  der  Auffassung  des  Beschwerdeführers  nicht,  dass  der  Beschwer-
deführer  demzufolge als  minderjährig  zu gelten hat.  Grundsätzlich  trägt  der  Be-
schwerdeführer  bei  fraglicher  Minderjährigkeit  nach  der  Bestimmung  von  Art.  8 
ZGB, die als allgemeiner Rechtsgrundsatz auch im öffentlichen Recht Anwendung 
findet, die Beweislast und damit die Folgen der Beweislosigkeit  (EMARK 2000 Nr. 
19 erw. 8b S. 188; 2001 Nr. 23 Erw. 6c S. 187). 

Der Grundsatz, wonach die asylsuchende Person nach Art. 8 ZGB die Beweislast 
für die von ihr behauptete, von den Asylbehörden jedoch in Zweifel gezogene Min-
derjährigkeit  trägt,  wirkt sich allerdings erst dann zu Ungunsten der betreffenden 
Person aus, wenn die Behauptung der Minderjährigkeit - wie vorliegend - tatsäch-
lich unbewiesen bleibt, das heisst weder der asylsuchenden Person der Nachweis 
gelingt, dass sie weniger als 18 Jahre alt ist, noch der Behörde, dass die Person 
mehr als 18 Jahre alt ist, weil sich andernfalls die Frage der Beweislastverteilung 
gar nicht stellt (vgl. H. Hausheer/M. Jaun, Die Einleitungsartikel des ZGB [Art. 1 - 
10 ZGB], Bern 2003, Rz. 32 zu Art. 8, 9 und 10 ZGB). 

Die Vorinstanz hat ihre nach Auffassung des Gerichts berechtigten Zweifel an der 
Minderjährigkeit  des Beschwerdeführers  geltend gemacht.  Diese beruhen insbe-
sondere  auf  den  unglaubhaften  Indentitätsangaben  des  Beschwerdeführers,  der 
unterbliebenen Abgabe von Identitätspapieren und dem unglaubhaften Reiseweg. 
Auf eine abschliessende Beurteilung des Alters hat die Vorinstanz jedoch verzich-
tet,  da  auch  bei  Annahme  der  Minderjährigkeit  der  Wegweisungsvollzug  für 
zulässig und zumutbar zu erachten ist. 

Der Vorinstanz  ist  im Ergebnis  Recht  zu geben,  dass selbst  bei  Einstufung des 

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Beschwerdeführers  als  minderjährig  nach  dem  massgebenden  schweizerischen 
Recht (vgl. EMARK 1994 Nr. 11 S. 92 Erw. 4d) und der damit einhergehenden An-
wendung der Normen aus der Kinderrechtskonvention (KRK) aus dieser keine ei-
nem Wegweisungsvollzug entgegegenstehenden völkerrechtlichen Verpflichtungen 
resultieren, da Art. 22 KRK nicht zur Anwendung gelangt.

Nach Art. 22 Abs. 1 KRK treffen die Vertragsstaaten geeignete Massnahmen, um 
sicherzustellen,  dass  ein Kind,  das die Rechtsstellung eines Flüchtlings  begehrt 
oder nach Massgabe der anzuwendenden Regeln und Verfahren des Völkerrechts 
oder  des innerstaatlichen Rechts  als  Flüchtling  angesehen wird,  angemessenen 
Schutz und humanitäre Hilfe bei der Wahrnehmung der Rechte erhält, die in die-
sem Übereinkommen oder  in  anderen internationalen Übereinkünften über Men-
schenrechte oder über humanitäre Fragen, denen die genannten Staaten als Ver-
tragsparteien angehören, festgelegt sind, und zwar unabhängig davon, ob es sich 
in Begleitung seiner Eltern oder einer anderen Person befindet oder nicht.

Diese Bestimmung bezieht sich allerdings nur auf minderjährige Asylsuchende und 
Flüchtlinge, nicht aber auf ausländische Minderjährige - wie den Beschwerdeführer 
- , deren Asylgesuch abgelehnt worden ist. Demnach bestehen keine völkerrechtli-
chen Verpflichtungen, im Vorfeld des Wegweisungsvollzuges eines im Asylverfah-
ren abgewiesenen Kindes Abklärungen über den Aufenthaltsort  seiner Angehöri-
gen vorzunehmen.

Zusammenfassend  hat  die  Vorinstanz  den  Wegweisungsvollzug  im Ergebnis  zu 
Recht als zulässig erachtet.

7.4 Aus  humanitären  Gründen,  nicht  in  Erfüllung  völkerrechtlicher  Pflichten  der 
Schweiz, wird auf den Vollzug der Wegweisung auch verzichtet,  wenn die Rück-
kehr in den Heimatstaat  für den Betroffenen eine konkrete Gefährdung darstellt. 
Eine solche Gefährdung kann angesichts der im Heimatland herrschenden allge-
meinen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situati-
on  allgemeiner  Gewalt  kennzeichnet,  oder  aufgrund  anderer  Gefahrenmomente, 
wie  beispielsweise  einer  notwendigen  medizinischen  Behandlung,  angenommen 
werden (vgl. Botschaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren vom 22. Juni 
1990, BBl 1990 II 668).

7.5 Eine Situation,  welche den Beschwerdeführer  als "Gewalt-  oder De-facto-Flücht-
ling" qualifizieren würde, lässt sich aufgrund der heutigen Situation in Nigeria nicht 
ausmachen (vergleiche EMARK 1999 Nr.  27).  Zwar  kommt es in  Nigeria  immer 
wieder  zu ethnisch,  wirtschaftlich oder religiös  motivierten  Spannungen und Ge-
waltausbrüchen.  Insbesondere in den vorwiegend muslimischen Staaten im Nor-
den des Landes finden sporadisch Auseinandersetzungen zwischen Angehörigen 
verschiedener  Ethnien  oder  Religionsgruppen  statt.  Ein  weiterer  Unruheherd  ist 
das Nigerdelta (Rivers State und Delta State).  Dennoch kann -  insbesondere in 
Bezug  auf  die  Herkunftsregion  des  Beschwerdeführers  (Z._______)  -  nicht  von 
einer Situation allgemeiner Gewalt gesprochen werden, welche für den Beschwer-
deführer eine konkrete Gefahr darstellen könnte. Auch die sozialen und wirtschaft-
lichen Schwierigkeiten, von welchen die ansässige Bevölkerung betroffen ist, stel-
len praxisgemäss keine existenzbedrohende Situation im Sinne von Art. 14a Abs. 
4 ANAG dar (vgl. EMARK 1994 Nr. 19 Erw. 6b S. 149).

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7.6 Wenn man von der Minderjährigkeit des Beschwerdeführers ausgeht, ist im Rah-
men der Zumutbarkeitsprüfung nach Art. 14a Abs. 4 ANAG das Kindeswohl als ge-
wichtiger Aspekt zu berücksichtigen. Der Beschwerdeführer weist zu Recht auf die 
nach wie vor geltende Rechtsprechung der ARK hin (siehe EMARK 1998 Nr. 13 
Erw. 5e. aa, s. 198 f. ), wonach die Asylbehörden grundsätzlich verpflichtet sind, 
die diesbezüglich notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vorzunehmen. 

Das BFM hat es unterlassen, Abklärungen über ein bestehendes oder soziales Fa-
miliennetz im Heimatland zu veranlassen; allerdings war dies unter Berücksichti-
gung  der  Gesamtumstände  des Falles  auch  nicht  geboten.  Die  Untersuchungs-
pflicht hat  ihre Grenzen. Die behördliche Aufklärungspflicht wird - ungeachtet der 
Glaubhaftigkeit  der geltend gemachten Minderjährigkeit  -  durch die Mitwirkungs-
pflicht des Asylsuchenden begrenzt, wobei der entsprechende Massstab einzelfall-
gerecht in Beziehung zu Alter und Selbständigkeit des Minderjährigen zu setzen ist 
(EMARK 1999 Nr. 2 Erw. 6d). Demnach hat auch der unbegleitete Minderjährige 
die Pflicht, an der Feststellung des erheblichen Sachverhaltes mitzuwirken (Art. 8 
Abs. 1 AsylG) und nach der Bestimmung von Art. 8 ZGB bei pflichtwidriger Unter-
lassung der zumutbaren Mitwirkung die Folgen der Beweislosigkeit  in Bezug auf 
die unter dem Aspekt des Kindeswohls gegebenenfalls zu berücksichtigenden Tat-
sachen zu tragen (siehe oben). Der Beschwerdeführer, der ausweislich der Akten 
ein selbständiges und kein kindliches Verhalten an den Tag gelegt hat, was sich 
auch an dem Verdacht auf Drogenhandel und der Gewaltausübung und Drohung 
gegenüber  Polizisten zeigt,  ist  jedoch der von ihm zu erwartenden Mitwirkungs-
pflicht  vor  den  schweizerischen  Asylbehörden  in  keiner  Weise  nachgekommen: 
Der Beschwerdeführer macht widersprüchliche Angaben zu der Existenz von Fa-
milienangehörigen und den Namen seiner  Mutter  und Schwester  und gibt  keine 
Wohnortdresse in seinem Heimatort an, nennt lediglich sein Dorf (vgl. act. A1, S. 
1). Ferner unterlässt er es, sich - wie gesetzlich vorgeschrieben -  um die Beibrin-
gung von Identitätspapieren zu bemühen, obwohl er dazu angesichts etlicher Kon-
takte zu Familienmitgliedern und Mitstudenten im Heimatland, des Besitzes eines 
Mobiltelephons, mit welchem er mit seiner Freundin telefoniert haben will, und des 
Verbleibs einer Geburtsurkunde im Heimatdorf in der Lage gewesen ist. Auch hät-
te er wohl beim College eine erneute Ausstellung eines Nachweises über sein Stu-
dium mit entsprechenden Identitätsangaben veranlassen können. Die Identität des 
Beschwerdeführers steht  nicht zweifelsfrei fest, was aber für die Überprüfung von 
Vollzugshindernissen  grundsätzlich  Voraussetzung  ist.  Vor  diesem  Hintergrund 
war  es  den  Asylbehörden  im  Rahmen  des  Untersuchungsgrundsatzes  (Art.  12 
VwVG) mangels Bekanntgabe des tatsächlichen Heimat- und Herkunftsortes von 
vornherein nicht möglich, im tatsächlichen Heimatland des Beschwerdeführers Ab-
klärungen in Bezug auf die im Rahmen des Kindeswohls  zu berücksichtigenden 
Aspekte vorzunehmen. Die Vorinstanz konnte - auch angesichts der insgesamt un-
glaubhaften  Angaben  des  Beschwerdeführers -  daher  davon  auszugehen,  dass 
der Beschwerdeführer in seinem Heimatstaat über ein bestehendes Beziehungs-
netz, von welchem er im Falle der Rückkehr  getragen würde, verfügt. Im Übrigen 
lebt sein Vater, der Verbleib seiner Mutter ist zumindest fraglich, er hat im Heimat-
land zwei Schwestern (vgl. act. A11, S. 6), eine Tante mütterlicherseits (vgl. act. 
A1, S. 9; A11, S. 7), einen Onkel mütterlicherseits, zu dem er Kontakt pflegte (vgl. 
act.  A11, S. 6),  ein breites Freundesnetz und andere Verwandte,  bei  denen Zu-

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flucht möglich ist (vgl. act. A1, S. 2). 

Unter Würdigung aller Umstände des vorliegenden Falles ist der Vollzug der Weg-
weisung  des  Beschwerdeführers  nach  Nigeria  auch  unter  Berücksichtigung  des 
Kindeswohls  als  zumutbar  zu  erachten,  und  es  ist  nicht  Sache  der  Schweizeri-
schen Asylbehörden,  nach allfälligen Wegweisungshindernissen zu forschen,  zu-
mal sich aus den Akten auch sonst keine individuellen Anhaltspunkte für eine kon-
krete Gefährdung in seinem Heimatland ergeben.

7.7 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung somit auch als zumutbar zu 
bezeichnen.

7.8 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständigen Vertretung 
seines Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu be-
schaffen  (Art.  8  Abs.  4  AsylG),  weshalb  der  Vollzug  der  Wegweisung  auch  als 
möglich zu bezeichnen ist.

7.9 Insgesamt  ist  die durch die  Vorinstanz  verfügte  Wegweisung zu bestätigen.  Die 
Vorinstanz hat deren Vollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erach-
tet.  Nach dem Gesagten  fällt  eine  Anordnung der  vorläufigen Aufnahme ausser 
Betracht (Art. 14a Abs. 1 - 4 ANAG).

8. Aus diesen Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung  Bundes-
recht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig fest-
stellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwerde ist nach dem Gesag-
ten abzuweisen.

9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten in Höhe von Fr. 600.-- (Art. 
16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 2 und 3 des Reglements über die Kosten und Ent-
schädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  vom  11.  Dezember  2006 
[VGKE,  SR  173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1 
VwVG).  Da das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege 
jedoch mit  Zwischenverfügung vom 16.  Februar  2007 gutgeheissen wurde,  sind 
dem Beschwerdeführer keine Verfahrenskosten aufzuerlegen.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

3. Dieses Urteil geht an:

- den Beschwerdeführer (eingeschrieben) 

- die  Vorinstanz,  Abteilung  Aufenthalt  und  Rückkehrförderung,  mit  den  Akten 
(Ref.-Nr. _______; Kopie zu den Akten

- _______ Kantons _______ (Kopie)

Der Instruktionsrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Bruno Huber Mareile Lettau

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