# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dcfc1e32-453c-5558-a4f7-c21b8f5508b2
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-08-07
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 07.08.2019 SK1 2019 21
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SK1-2019-21_2019-08-07.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

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Beschluss vom 7. August 2019

Referenz SK1 19 21

Instanz I. Strafkammer 

Besetzung Pedrotti, Vorsitzender
Michael Dürst und Pritzi
Landolt, Aktuar ad hoc

Parteien X._____, 
Berufungskläger

gegen

Staatsanwaltschaft Graubünden
Sennhofstrasse 17, 7001 Chur
Berufungsbeklagte

Y._____
Berufungsbeklagter

Gegenstand Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB (Einsprache 
Strafbefehl)

Anfechtungsobj. Urteil Regionalgericht Plessur vom 11.04.2019, unbegründet mit-
geteilt am 15.04.2019 (Proz. Nr. 515-2019-10)

Mitteilung 19. August 2019

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I. Sachverhalt

A. Mit Urteil vom 11. April 2019 verurteilte das Regionalgericht Plessur 
X._____ wegen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Ziff. 1 (recte Abs. 1) StGB zu 
einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je CHF 110.00, bedingt vollziehbar bei 
einer Probezeit von 2 Jahren, sowie zu einer Busse von CHF 300.00. Das Urteil 
wurde gleichentags in Anwesenheit von X._____ mündlich eröffnet und den Par-
teien ohne Begründung am 15. April 2019 mitgeteilt. Mit Abholung am Schalter der 
Poststelle Chur 4 Ringstrasse am 20. April 2019 ist die Zustellung bei X._____ 
erfolgt. Die Rechtsmittelbelehrung im erwähnten Entscheid lautet:

"6.a Gegen dieses Urteil kann strafrechtliche Berufung geführt werden (Art. 
398 ff. StPO). Diese ist beim Regionalgericht Plessur innert 10 Tagen 
seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder mündlich zu Protokoll anzu-
melden (Art. 399 Abs. 1 StPO). Die Anmeldung ist nicht zu begründen.

6.b) Die eine Berufung anmeldende Partei hat dem Kantonsgericht von 
Graubünden, Poststrasse 14, Postfach 370, 7001 Chur, innert 20 Ta-
gen seit Zustellung des begründeten Urteils eine schriftliche Beru-
fungserklärung einzureichen (…)".

B. Am 2. Mai 2019 und somit nach Ablauf der 10-tägigen Frist hat X._____ 
(nachfolgend: Berufungskläger) beim Kantonsgericht von Graubünden Berufung 
eingereicht. Darin führte er aus, dass er das Urteil des Regionalgerichts Plessur 
vom 11. April 2019 vollumfänglich anfechte, wobei er sich insbesondere auf des-
sen Erwägungen 3 und 4a bezog. Im Weiteren wurden zwei Beweisanträge ge-
stellt. Zuständigkeitshalber wurde die Eingabe am 3. Mai 2019 dem Regionalge-
richt Plessur zugestellt.

C. Das Regionalgericht Plessur hielt mit Schreiben vom 7. Mai 2019 an das 
Kantonsgericht von Graubünden fest, dass es die Berufungsanmeldung von 
X._____ als verspätet erachtet. In der Folge wurde dem Berufungskläger Gele-
genheit gegeben, sich zur Rechtzeitigkeit seiner Berufungsanmeldung schriftlich 
zu äussern.

D. In seiner Stellungnahme vom 15. Mai 2019 (Poststempeldatum) berief sich 
der Berufungskläger, der nicht anwaltlich vertreten ist, auf die (im angefochtenen 
Entscheid unter Dispositivziffer 6.b aufgeführte) 20-tägige Frist für die schriftliche 
Berufungserklärung an das Kantonsgericht. Seine Eingabe vom 2. Mai 2019 sei 
als Berufungserklärung zu qualifizieren, welche nach Dispositivziffer 6.b des ange-
fochtenen Entscheids beim Kantonsgericht erfolgen müsse.

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E. Auf die weitere Begründung der Anträge in den Rechtsschriften sowie auf 
die Erwägungen im angefochtenen Urteil wird, soweit erforderlich, in den nachfol-
genden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1.1. Wer Berufung gegen ein Urteil einlegen will, hat diese beim erstinstanzli-
chen Gericht innert 10 Tagen seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder mündlich 
anzumelden (Art. 399 Abs. 1 StPO). Damit eine abgegebene Erklärung als rechts-
gültige Berufungsanmeldung angesehen werden kann, muss in ihr mit der erfor-
derlichen Klarheit festgehalten werden, dass gegen ein Urteil Berufung angemel-
det werden will. Ein blosses Begehren um Zustellung einer vollständig begründe-
ten Ausfertigung des Urteils ohne jeden Hinweis auf den Willen, die Berufung an-
zumelden, genügt diesen Erfordernissen beispielsweise noch nicht (Urteil des 
Bundesgerichts 6B_674/2012 vom 11. April 2013, E. 1.7; Luzius Eugster, in: Nigg-
li/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar zur Schweizerischen Strafpro-
zessordnung, 2. Aufl., Basel 2014, N 1a zu Art. 399 StPO; Markus Hug/Alexandra 
Scheidegger, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizeri-
schen Strafprozessordnung [StPO], 2. Aufl., Zürich 2014, N 4 zu Art. 399 StPO). 
Auch die Aussage, man sei mit dem Entscheid nicht einverstanden bzw. man wer-
de sich der Vollstreckung desselben widersetzen, ist für sich allein nicht hinrei-
chend eindeutig, um einen Anfechtungswillen annehmen zu können. Die Bezeich-
nung der Erklärung als "Berufung" oder "Berufungsanmeldung" ist indessen nicht 
nötig. Eine Begründung ist ebenfalls nicht erforderlich. Schliesslich schadet es 
auch nicht, wenn das Rechtsmittel falsch bezeichnet wird (Art. 385 Abs. 3 StPO). 
Es genügt vielmehr, wenn in der Erklärung unmissverständlich zum Ausdruck ge-
bracht wird, man wolle den Entscheid durch eine höhere Instanz überprüfen las-
sen (vgl. zum Ganzen Marlène Kistler Vianin, in: Kuhn/Jeanneret [Hrsg.], Code de 
procédure pénale suisse, Commentaire romand, Basel 2011, N 5 f. zu Art. 399 
StPO).

1.2. Die StPO sieht für die Einlegung der Berufung ein zweistufiges Verfahren 
vor. Gemäss Art. 399 Abs. 1 StPO ist dem erstinstanzlichen Gericht innert 10 Ta-
gen seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder mündlich zu Protokoll die Berufung 
anzumelden. Jene Partei, welche Berufung angemeldet hat, hat dem Berufungs-
gericht innert 20 Tagen seit der Zustellung des begründeten Urteils eine schriftli-
che Berufungserklärung einzureichen (Art. 399 Abs. 3 StPO). Die am Prozess be-
teiligten Parteien, welche mit dem erstinstanzlichen Urteil nicht einverstanden 
sind, müssen mithin in der Regel zwei Mal ihren Willen kundtun, das Urteil nicht zu 

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akzeptieren, nämlich einmal im Rahmen der Anmeldung der Berufung bei der ers-
ten Instanz nach Eröffnung des Dispositivs und ein zweites Mal nach Eingang des 
begründeten Urteils durch eine Berufungserklärung beim Berufungsgericht. Eine 
Ausnahme ergibt sich, wenn das Urteil weder mündlich noch schriftlich im Disposi-
tiv eröffnet, sondern direkt in begründeter Form zugestellt wird. Diesfalls ist eine 
Anmeldung der Berufung nicht nötig. Es genügt, eine Berufungserklärung einzu-
reichen. Die Frist beträgt hierfür 20 Tage (BGE 138 IV 157 E. 2.1 f.).

Von dieser Ausnahme abgesehen, geht der Berufungserklärung zwingend eine 
Berufungsanmeldung voraus. So schreibt der Gesetzgeber explizit vor, dass "die 
Partei, die Berufung angemeldet hat" eine Berufungserklärung einzureichen hat 
(Art. 399 Abs. 3 StPO; Zweistufigkeit des Verfahrens). Insofern ist in der ersten 
Eingabe im Hinblick auf das Berufungsverfahren naturgemäss die Berufungsan-
meldung zu erblicken, weshalb sie innert der angezeigten Frist von 10 Tagen zu 
erfolgen hat, um als rechtzeitig zu gelten.

1.3. Bei der Berufung gemäss Art. 398 ff. StPO handelt es sich um ein devoluti-
ves Rechtsmittel, was bedeutet, dass die obere Instanz  das Berufungsgericht  
über die Berufung entscheidet. Adressat eines Rechtsmittels ist grundsätzlich die 
Rechtsmittelinstanz (iudex ad quem). Bei der strafprozessualen Berufung ergeben 
sich aufgrund des beschriebenen, zweistufigen Verfahrens jedoch gewisse Be-
sonderheiten. So hat die Berufungsanmeldung beim erstinstanzlichen Gericht zu 
erfolgen (iudex a quo), währenddem die Berufungserklärung beim Berufungsge-
richt einzureichen ist. Das ändert im Ergebnis jedoch nichts daran, dass über die 
Zulässigkeit der Berufung das Berufungsgericht zu befinden hat. Insbesondere hat 
dieses auch über die Rechtzeitigkeit und Rechtsgültigkeit der Berufungsanmel-
dung zu entscheiden (Art. 403 Abs. 1 lit. a StPO; Urteil des Bundesgerichts 
6B_968/2013 vom 19. Dezember 2013, E. 2.1 f.; Luzius Eugster, a.a.O., N 1a zu 
Art. 399 StPO).

2.1. Zunächst gilt es, das die Berufung einleitende Schriftstück des Berufungs-
klägers vom 2. Mai 2019 zu qualifizieren und die sich daraus ergebenden verfah-
rensrechtliche Konsequenzen zu eruieren.

2.1.1. Aus den Akten ist nicht ersichtlich, dass der Berufungskläger innert der 
zehntägigen Frist beim Regionalgericht auch nur "sinngemäss", wie in seiner Stel-
lungnahme vom 15. Mai 2019 geltend gemacht, Berufung angemeldet hat. Dies-
falls gilt jede später erfolgte Berufungsanmeldung als verspätet. Offenkundig ist, 
dass der Berufungskläger mit seinem Schreiben vom 2. Mai 2019 seinen Willen 
zur Anfechtung des Urteils vom 11. April 2019 zum Ausdruck brachte, erklärte er 

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doch explizit, er reiche Berufung ein ("Hiermit reiche ich Berufung […] ein") gegen 
den Entscheid. Die Eingabe wurde auf ein offensichtlich unbegründetes Urteil ein-
gereicht. Dieses war klar mit "ohne Begründung" betitelt und beinhaltete tatsäch-
lich keine Begründung. Aufgrund dieser Tatsache kommt ein Ausnahmefall, bei 
dem unter Umständen von einer Berufungsanmeldung abgesehen werden könne, 
nicht in Betracht (vgl. BGE 138 IV 157 E. 2.1 f.). Trotz dem Gesagten wird die Ein-
gabe vom 2. Mai 2019 sowohl vom Vorderrichter als auch vom Berufungskläger 
als "Berufungserklärung" (KG act. A.2. und A.3.) bezeichnet. Tatsächlich aber 
handelt es sich bei der zu qualifizierenden Eingabe um eine Berufungsanmeldung 
i.S.v. Art. 399 Abs. 1 StPO.

2.1.2. Die Berufungsanmeldung hat grundsätzlich beim erstinstanzlichen Gericht 
zu erfolgen. Wird sie beim Berufungsgericht eingereicht, so hat dieses Gericht die 
Eingabe zuständigkeitshalber dem erstinstanzlichen Gericht weiterzuleiten, da bei 
letzterem (noch) die Verfahrensleitung liegt. Über die Gültigkeit der Berufungsan-
meldung kann das erstinstanzliche Gericht hingegen nicht befinden. Denn zum 
einen sieht bereits Art. 403 Abs. 1 lit. a StPO ausdrücklich vor, dass das Beru-
fungsgericht über die Gültigkeit (auch) der Berufungsanmeldung entscheidet. Zum 
anderen würde es eine prozessrechtliche Anomalie darstellen, wenn ein Gericht 
die Zulässigkeit des gegen eine eigene Entscheidung gerichteten Rechtsmittels zu 
prüfen hätte. Mit Blick auf die Prozessökonomie erscheint es aber auch kaum 
sinnvoll, das erstinstanzliche Gericht nur wegen der Berufungsanmeldung ein be-
gründetes Urteil anfertigen zu lassen (Art. 82 Abs. 2 lit. b StPO), wenn sich diese 
ohnehin als verspätet oder aus anderen Gründen ungültig erweist. Ein solches 
Vorgehen wäre letztlich auch nicht im Interesse der rechtsmitteleinlegenden Par-
tei. Sie würde dadurch nämlich mit vermeidbaren Mehrkosten für die Ausfertigung 
des begründeten Urteils belegt (vgl. Art. 6 der Verordnung über die Gerichtsge-
bühren in Strafverfahren [VGS; BR 350.210]), die nicht entstehen würden, wenn 
vor Ausfertigung des begründeten Urteils festgestellt worden wäre, dass die Beru-
fung unzulässig ist. Vielmehr muss es in diesem Fall möglich sein, vor (bzw. allen-
falls ohne) Ausfertigung des begründeten Urteils die Unzulässigkeit der Berufung 
vom Berufungsgericht feststellen zu lassen, zumal für diesen Entscheid die schrift-
liche Begründung des erstinstanzlichen Urteils nicht nötig ist. 

2.1.3. Die Prüfung der Gültigkeit der Berufungsanmeldung erfolgt damit auf Be-
gehren des erstinstanzlichen Gerichts, was insofern unbedenklich ist, als es sich 
bei den vom Berufungsgericht gemäss Art. 403 Abs. 1 StPO zu prüfenden Aspek-
te um Sachurteilsvoraussetzungen handelt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
6B_560/2015 vom 17. November 2015, E. 2.1). Diese sind vom Berufungsgericht 

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von Amtes wegen zu prüfen und unterliegen damit nicht der Disposition der am 
Berufungsverfahren beteiligten Parteien. So wird denn auch als zulässig erachtet, 
dass das erstinstanzliche Gericht die Verspätung der Berufungsanmeldung dem 
Berufungsgericht anzeigt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_968/2013 vom 
19. Dezember 2013, E. 2.1; Marlène Kistler Vianin, a.a.O., N 1 zu Art. 403 StPO; 
Niklaus Schmid/Daniel Jositsch, Schweizerische Strafprozessordnung, Praxis-
kommentar, 3. Aufl., Zürich/St. Gallen 2018, N 1 zu Art. 403 StPO [zit. Niklaus 
Schmid/Daniel Jositsch, Praxiskommentar]; zurückhaltender Markus Hug/
Alexandra Scheidegger, a.a.O., N 3 zu Art. 403 StPO). 

2.1.4. Dabei hat das erstinstanzliche Gericht dem Berufungsgericht die Beru-
fungsanmeldung und die (nötigen) Verfahrensakten zu übermitteln, verbunden mit 
dem Begehren, zunächst einzig über die Zulässigkeit der Berufungsanmeldung zu 
entscheiden. Das Berufungsgericht gibt den Parteien anschliessend Gelegenheit 
zur Stellungnahme (Art. 403 Abs. 2 StPO), wobei diese auf die Frage nach der 
Zulässigkeit der Berufungsanmeldung zu beschränken ist. Da es sich beim Ver-
fahren gemäss Art. 403 StPO in der Regel um ein schriftliches handelt, kann auf 
die Einholung von Stellungnahmen verzichtet werden, wenn die Berufungsanmel-
dung offensichtlich unzulässig ist, was bei einer verspäteten Eingabe in der Regel 
der Fall ist (vgl. Art. 390 Abs. 2 StPO; Markus Hug/Alexandra Scheidegger, a.a.O., 
N 6 zu Art. 403 StPO; Niklaus Oberholzer, Grundzüge des Strafprozessrechts, 
3. Aufl., Bern 2012, Rz. 1627; Niklaus Schmid/Daniel Jositsch, Praxiskommentar, 
N 8 zu Art. 403 StPO; ZR 2011 Nr. 69, S. 217). Hält das Berufungsgericht die Be-
rufungsanmeldung für verspätet oder aus anderen Gründen unzulässig, tritt es 
mittels (verfahrenserledigendem) Beschluss auf die Berufung nicht ein (Art. 403 
Abs. 3 StPO; Niklaus Schmid/Daniel Jositsch, Praxiskommentar, N 9 zu Art. 403 
StPO). Dieser Nichteintretensentscheid unterliegt der Strafrechtsbeschwerde an 
das Bundesgericht (Art. 78 ff. BGG; Luzius Eugster, a.a.O., N 8 zu Art. 403 StPO; 
Markus Hug/Alexandra Scheidegger, a.a.O., N 13 zu Art. 403 StPO; Niklaus 
Schmid/Daniel Jositsch, Praxiskommentar, N 10 zu Art. 403 StPO). Hält das Beru-
fungsgericht  entgegen der Ansicht des erstinstanzlichen Gerichts  die Beru-
fungsanmeldung für rechtzeitig bzw. zulässig, so stellt es dies mittels Beschluss 
fest und weist die Angelegenheit zwecks Ausfertigung des begründeten Urteils an 
das erstinstanzliche Gericht zurück. Dieser Entscheid ist lediglich prozessleitender 
Natur (vgl. Niklaus Schmid/Daniel Jositsch, Praxiskommentar, N 11 zu Art. 403 
StPO), sodass die Beschwerde in Strafsachen nur unter den Voraussetzungen 
von Art. 93 BGG zulässig ist.

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Hält das erstinstanzliche Gericht die Berufungsanmeldung dagegen für rechtzeitig 
bzw. gültig, kann es ohne weiteres  d.h. insbesondere ohne förmlichen Entscheid 
 die Ausfertigung des begründeten Entscheides vornehmen. Für das Berufungs-
gericht hat dies freilich keine präjudizierende Wirkung (Art. 403 Abs. 1 lit. a StPO).

2.2. Es stellt sich die Frage, ob eine Berufungsanmeldung wegen unklarer 
Rechtsmittelbelehrung trotz Verspätung zu berücksichtigen ist und, falls ja, ob die 
Rechtsmittelbelehrung im angefochtenen Urteil für einen Laien verständlich ist.

2.2.1. Laut Marc Thommen (in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommen-
tar, Schweizerische Strafprozessordnung, Jugendstrafprozessordnung, Art. 1-195 
StPO, 2. Auflage, N. 49 zu Art. 3 StPO) dürfen Parteien nach ständiger Recht-
sprechung aus unrichtiger Rechtsmittelbelehrung keine Nachteile erwachsen. Die-
sen Schutz könne eine Partei nur beanspruchen, wenn sie sich nach Treu und 
Glauben auf die fehlerhafte Rechtsmittelbelehrung verlassen durfte. Wer die Un-
richtigkeit erkannte oder bei gebührender Aufmerksamkeit hätte erkennen müs-
sen, könne sich nicht auf diesen Grundsatz berufen. Nur eine grobe prozessuale 
Unsorgfalt vermöge eine unrichtige Rechtsmittelbelehrung aufzuwiegen. Der Ver-
trauensschutz versage zudem nur, wenn der Belehrungsmangel für den Rechtsu-
chenden allein schon durch Konsultierung der massgebenden Verfahrensbestim-
mung ersichtlich gewesen wäre (vgl. auch BGE 129 II 125 E. 3.3). Folglich wird 
gemäss Lehre und Rechtsprechung auch von Laien sogar bei unrichtiger Recht-
mittelbelehrung verlangt, dass sie die massgebenden Verfahrensbestimmungen 
konsultieren. 

2.2.2 Die Rechtsmittelbelehrung im angefochtenen Entscheid lässt diesbezüglich 
keinen Schluss zu, der die Auffassung des Berufungsklägers zu stützen vermag. 
Einzig der Passus "Die eine Berufung anmeldende Partei (…)" (Dispositivziffer 6.b 
des angefochtenen Entscheids) könnte insofern Anlass zu Diskussionen geben, 
weicht dieser doch vom Gesetzestext ab (Art. 399 Abs. 3 StPO: "Die Partei, die 
Berufung angemeldet hat […]"). Doch zum einen ist die Abweichung marginal und 
zum anderen beruft sich der Berufungskläger denn auch nicht darauf, dass die 
Rechtsmittelbelehrung aus seiner Sicht unverständlich sei. Indem er sich auf den 
Standpunkt stellt, er habe korrekt gemäss Dispositivziffer 6b des angefochtenen 
Entscheids gehandelt und eine Berufungserklärung eingereicht, folgt, dass der 
Berufungskläger sich wohl mit dem Dispositiv auseinandersetzte, gleichwohl Ziffer 
6a unbeachtet liess. Der Berufungskläger hätte das korrekte Vorgehen einer Beru-
fung erkennen und im Zweifelsfalle die einschlägigen  und im Übrigen im Disposi-
tiv explizit erwähnten  Gesetzesbestimmungen, d.h. Art. 398 ff. StPO konsultie-

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ren müssen. Diesfalls muss dem Berufungskläger ein schuldhaftes Verhalten an-
gerechnet werden.

Somit kann festgehalten werden, dass die Rechtsmittelbelehrung nicht fehlerhaft 
und im Übrigen auch hinreichend verständlich ist.

2.3. Hat eine Partei eine Frist versäumt und würde ihr daraus ein erheblicher 
und unersetzlicher Rechtsverlust erwachsen, so kann sie die Wiederherstellung 
der Frist verlangen. Dabei hat sie glaubhaft zu machen, dass sie an der Säumnis 
kein Verschulden trifft (Art. 94 Abs. 1 StPO). Ob eine bestimmte Eingabe als Wie-
derherstellungsgesuch anzusehen ist, ist nach den für die Auslegung von Prozes-
serklärungen geltenden Grundsätzen zu bestimmen. Zu beachten ist dabei einer-
seits das Verbot des überspitzten Formalismus (Art. 29 Abs. 1 BV), andererseits 
sind Prozesserklärungen anerkanntermassen nach dem Vertrauensprinzip auszu-
legen. Daraus folgt, dass nicht auf die Bezeichnung der Eingabe abzustellen ist, 
sondern auf den objektiven Sinn, d.h. darauf, wie die Eingabe vernünftigerweise 
verstanden werden durfte und musste. So ist etwa dann von einem Wiederherstel-
lungsgesuch auszugehen, wenn in einer verspäteten Laieneingabe die Ver-
spätung begründet wird (vgl. zum Ganzen Christof Riedo, in: Niggli/Heer/Wipräch-
tiger [Hrsg.], Basler Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 
2. Aufl., Basel 2014, N 9 zu Art. 94 StPO). 

Als Berufungsgericht ist das Kantonsgericht von Graubünden für die Behandlung 
von Gesuchen betreffend die Wiederherstellung der Berufungsfrist zuständig (SK1 
16 44, E. 1.bb m.w.H.; a.M. Niklaus Schmid/Daniel Jositsch, Handbuch des 
schweizerischen Strafprozessrechts, 3. Aufl., Zürich/St. Gallen 2017, § 92 Rz. 
1544). Mit Schreiben vom 10. Mai 2019 hat der Vorsitzende der I. Strafkammer 
des Kantonsgerichts von Graubünden dem Berufungskläger Gelegenheit zur Stel-
lungnahme gegeben, womit dieser sein Versäumnis hätte rechtfertigen können. 
Allerdings vermag der Berufungskläger in seiner Stellungnahme nicht substantiiert 
darzulegen, warum ihn kein Verschulden treffen sollte. Vielmehr ist ihm schuldhaf-
tes Verhalten im Hinblick auf die Auseinandersetzung mit der Rechtsmittelbeleh-
rung (vgl. E. 2.2.2.) entgegenzuhalten. Hierzu ist anzumerken, dass selbst das 
Fehlen einer Rechtsmittelbelehrung kein ausreichender Wiederherstellungsgrund 
der Frist darstellt (Christof Riedo, a.a.O., N 38 zu Art. 94 StPO). Selbst wenn man 
das Schreiben vom 15. Mai 2019 als ein Gesuch um Wiederherstellung der Frist 
behandeln würde, so wäre es abzulehnen.

2.4. Die Berufungsanmeldung des Berufungsklägers wurde verspätet einge-
reicht, was eine grobe prozessuale Unsorgfalt darstellt. Es liegen keine Rechtferti-

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gungsgründe für die verspätete Eingabe vor. Folglich kann auf die Berufung nicht 
eingetreten werden.

3. Für Urteile im Berufungsverfahren beträgt die Gerichtsgebühr zwischen 
CHF 1'500.00 und CHF 20'000.00 (Art 7 der Verordnung über die Gerichtsge-
bühren in Strafverfahren [VGS; BR 350.210]). In Anwendung dieser Bestimmung 
werden die Kosten des vorliegenden Beschwerdeverfahrens auf CHF 1'500.00 
festgesetzt und gehen zu Lasten des unterliegenden Berufungsklägers.

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III. Demnach wird erkannt:

1. Auf die Berufung wird nicht eingetreten.

2. Die Kosten des Verfahrens vor dem Kantonsgericht von Graubünden von 
CHF 1'500.00 gehen zu Lasten von X._____.

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 ff. BGG Beschwerde in 
Strafsachen an das Bundesgericht geführt werden. Die Beschwerde ist dem 
Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, schriftlich innert 30 
Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. 
BGG.

4. Mitteilung an: