# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ca9a2a9c-5a3f-573f-8906-e4e0709d45d7
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-10-02
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 02.10.2017 SK 2017 112
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2017-112_2017-10-02.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 17 112

Hochschulstrasse 17
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 635 48 15
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 2. Oktober 2017 

Besetzung Oberrichter Guéra (Präsident i.V.), 
Oberrichter Vicari und Oberrichter Zihlmann
Gerichtsschreiberin Hiltbrunner

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstras-
se 10, Postfach 6250, 3001 Bern

 

Gegenstand Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch, Widerhand-
lungen gegen das Strassenverkehrsgesetz etc.

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Oberland (Kolle-
gialgericht) vom 9. November 2016 (PEN 16 133)

2

Inhaltsverzeichnis
I. Formelles ......................................................................................................................5

1. Erstinstanzliches Urteil ...............................................................................................5

2. Berufung.....................................................................................................................5

3. Anträge der Parteien ..................................................................................................6

4. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer ...................................................7

5. Oberinstanzliche Beweisergänzungen.......................................................................8

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung ...........................................................................8

6. Vorbemerkungen........................................................................................................8

7. Zu den Einbruchdiebstählen ......................................................................................8

7.1 Einbruchdiebstahl Kiosk in Aeschi bei Spiez vom 19. auf den 20. November 
2014 ....................................................................................................................8

7.2 Einbruchdiebstähle bei der E.________-Stiftung in Grünen vom 19. auf den 
20. November 2014 (teilweise Versuch) .............................................................9

7.3 Einbruchdiebstahl bei der E.________-Stiftung in Lützelflüh-Goldbach vom 
19. auf den 20. November 2014 (Versuch).........................................................9

7.4 Einbruchdiebstahl im G.________ Studio in Oberdiessbach vom 19. auf den 
20. November 2014 ............................................................................................9

7.5 Einbruchdiebstahl im Hotel H.________ in Faulensee am 21. November 
2014 (Versuch) .................................................................................................10

7.6 Einbruchdiebstahl im Restaurant I.________ in Reutigen am 22. November 
2014 ..................................................................................................................10

7.7 Einbruchdiebstahl im Restaurant J.________ in Krattigen am 22. November 
2014 (Versuch) .................................................................................................10

7.8 Einbruchdiebstahl im Restaurant K.________ in Wimmis am 22. November 
2014 10

8. Zur Beendigung der Deliktsserie..............................................................................10

9. Zur Person des Beschuldigten .................................................................................11

10. Zu den Absichten des Beschuldigten.......................................................................12

III. Rechtliche Würdigung...............................................................................................13

11. Rechtliche Grundlagen.............................................................................................13

12. Würdigung der Vorinstanz........................................................................................14

13. Vorbringen der Verteidigung ....................................................................................14

14. Vorbringen der Generalstaatsanwaltschaft ..............................................................15

15. Würdigung der Kammer ...........................................................................................15

IV. Strafzumessung .........................................................................................................16

16. Allgemeines..............................................................................................................16

3

17. Strafrahmen, Strafschärfungs- und Strafmilderungsgründe und Strafart.................17

18. Einsatzstrafe für die bandenmässig begangenen Diebstähle ..................................18

18.1 Objektive Tatschwere .......................................................................................18

18.2 Subjektive Tatschwere......................................................................................19

18.3 Fazit ..................................................................................................................19

19. Asperation mit Strafen für die weiteren Delikte ........................................................19

19.1 Qualifiziert grobe Verkehrsregelverletzung.......................................................19

19.2 Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch .....................................................19

19.3 Entwendung eines Motorfahrzeugs zum Gebrauch..........................................20

19.4 Fahren ohne Berechtigung ...............................................................................20

19.5 Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit, Führen 
eines Fahrzeuges ohne Bewilligung oder Haftpflichtversicherung und 
Missbrauch von Ausweisen und Schildern .......................................................20

19.6 Fazit ..................................................................................................................20

20. Täterkomponenten ...................................................................................................20

20.1 Vorleben und persönliche Verhältnisse ............................................................20

20.2 Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren und Strafempfindlichkeit ..........21

20.3 Fazit ..................................................................................................................21

21. Konkretes Strafmass................................................................................................21

V. Massnahme ................................................................................................................22

22. Rechtliche Grundlagen.............................................................................................22

23. Vorbringen der Verteidigung ....................................................................................22

24. Vorbringen der Generalstaatsanwaltschaft ..............................................................23

25. Schwere psychische Störung...................................................................................23

26. Rückfallgefahr ..........................................................................................................24

27. Behandlungsbedürfnis und -möglichkeit ..................................................................24

28. Geeignete Massnahme(n)........................................................................................25

29. Verhältnismässigkeit ................................................................................................26

30. Anzuordnende Massnahme und Bewährungshilfe...................................................28

31. Kein Strafaufschub...................................................................................................28

VI. Kosten und Entschädigung ......................................................................................29

32. Verfahrenskosten .....................................................................................................29

33. Entschädigung der amtlichen Verteidigung..............................................................29

4

VII. Verfügungen...............................................................................................................30

34. Sicherheitshaft .........................................................................................................30

35. Einziehungen, DNA-Profil und biometrische erkennungsdienstliche Daten.............30

VIII. Dispositiv....................................................................................................................31

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Mit Urteil des Regionalgerichts Oberland (Kollegialgericht) vom 9. November 2016 
wurde A.________ (nachfolgend: Beschuldigter) freigesprochen von der Anschul-
digung des banden- und gewerbsmässigen Diebstahls in drei Fällen, der Sachbe-
schädigung in sechs Fällen, des Hausfriedensbruchs in drei Fällen, der Pornogra-
fie, der Hinderung einer Amtshandlung in zwei Fällen, der Entwendung eines Mo-
torfahrzeugs zum Gebrauch und Führen eines und Mitfahren in einem zuvor ent-
wendeten Fahrzeug, des Fahrens ohne Berechtigung und des Missbrauchs von 
Ausweisen und Schildern in drei Fällen. Der Beschuldigte wurde hingegen schuldig 
erklärt des bandenmässigen Diebstahls in fünf Fällen, des banden- und gewerbs-
mässigen Diebstahls in neun Fällen, der Sachbeschädigung in zwölf Fällen, der 
Beschimpfung in drei Fällen, des Hausfriedensbruchs in acht Fällen, der Hinderung 
einer Amtshandlung, der qualifizierten groben Verkehrsregelverletzung, der einfa-
chen Verkehrsregelverletzung in drei Fällen, der Vereitelung von Massnahmen zur 
Feststellung der Fahrunfähigkeit in drei Fällen, des pflichtwidrigen Verhaltens bei 
Unfall in drei Fällen, der Entwendung eines Motorfahrzeugs zum Gebrauch und 
Führen eines und Mitfahren in einem zuvor entwendeten Fahrzeug in zwölf Fällen, 
des Fahrens ohne Berechtigung in zehn Fällen, des Fahrens ohne Fahrzeugaus-
weis, Bewilligung oder Haftpflichtversicherung in zwei Fällen, des Missbrauchs von 
Schildern und Ausweisen in sechs Fällen und der Übertretung gegen das Betäu-
bungsmittelgesetz. Er wurde hierfür verurteilt zu einer Freiheitsstrafe von vier Jah-
ren, unter Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungs- und Sicherheitshaft. 
Es wurde eine stationäre therapeutische Massnahme angeordnet, deren Vollzug 
der Freiheitsstrafe voraus geht. Weiter wurde der Beschuldigte verurteilt zu einer 
Übertretungsbusse von CHF 800.00, unter Festsetzung der Ersatzfreiheitsstrafe 
bei schuldhafter Nichtbezahlung auf acht Tage, und zu den Verfahrenskosten, ins-
gesamt bestimmt auf CHF 33‘289.70. Die Zivilklagen wurden auf den Zivilweg ver-
wiesen (pag. 864 ff.).

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete der Beschuldigte, amtlich verteidigt durch Rechtsan-
walt B.________, am 15. November 2016 form- und fristgerecht die Berufung an 
(pag. 882). Nach Zustellung der schriftlichen Urteilsbegründung mit Verfügung vom 
14. März 2017 (pag. 984 f.) reichte Rechtsanwalt B.________ form- und fristge-
recht die Berufungserklärung ein. Er beschränkte die Berufung auf den erstinstanz-
lichen Schuldspruch wegen gewerbsmässigen Diebstahls gemäss Ziffer II./2. des 
Dispositivs, das Strafmass und die Anordnung einer stationären Massnahme (pag. 
993 ff.). Die Generalstaatsanwaltschaft verzichtete mit Eingabe vom 12. April 2017 
auf die Erklärung der Anschlussberufung und das Stellen eines Nichteintretensan-
trages (pag. 1085). Die beiden sich noch im Verfahrenen befindenden Straf- und 
Zivilkläger liessen sich innert Frist nicht vernehmen. Auch nach wiederholter Auf-

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forderung zur Stellungnahme zum Verbleib im Verfahren gelangte beim Oberge-
richt nichts von den Straf- und Zivilklägern ein, so dass sie schliesslich – mit Blick 
darauf, dass die sie betreffenden Urteilspunkte unangefochten geblieben und damit 
rechtskräftig sind – mit Verfügung vom 22. Juni 2017 aus dem Verfahren entlassen 
wurden (pag. 1123). Nachdem sowohl die Generalstaatsanwaltschaft (pag. 1093) 
als auch der Beschuldigte (pag. 1108) ihr Einverständnis zur Durchführung eines 
schriftlichen Verfahrens erklärt hatten, ordnete die Verfahrensleitung dieses in An-
wendung von Art. 406 Abs. 2 der Schweizerischen Strafprozessordnung (StPO; SR 
312.0) mit Verfügung vom 22. Juni 2017 an (pag. 1123). Die schriftliche Beru-
fungsbegründung von Rechtsanwalt B.________ datiert vom 7. Juli 2017 (pag. 
1144 ff.). Die Generalstaatsanwaltschaft nahm mit Eingabe vom 14. Juli 2017 dazu 
Stellung (pag. 1158 ff.). Am 2. August 2017 reichte Rechtsanwalt B.________ sei-
ne Replik ein (pag. 1209 ff.). Nachdem die Generalstaatsanwaltschaft mit Eingabe 
vom 4. August 2017 auf eine Duplik verzichtet hatte (pag. 1220), erachtete die Ver-
fahrensleitung den Schriftenwechsel mit Verfügung vom 8. August 2017 für ge-
schlossen und stellte das Urteil der Kammer in Aussicht (pag. 1221).

3. Anträge der Parteien

Rechtsanwalt B.________ stellte und begründete mit Berufungsbegründung vom 7. 
Juli 2017 im Namen des Beschuldigten folgende Anträge (pag. 1145):

1. Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil vom 9. November 2016 betreffend 

1.1 die Freisprüche gemäss Ziff. I des Urteils vom 9. November 2016;

1.2 die Schuldsprüche gemäss Ziff. II / 3.-15. des Urteils vom 9. November 2016

In Rechtskraft erwachsen seien.

2. Der Schuldspruch gemäss Ziffer II/2. des Urteils des Regionalgerichts Oberland vom 9. Novem-
ber 2016 sei betreffend des qualifizierenden Merkmals der Gewerbsmässigkeit aufzuheben und 
der Beschuldigte sei des Diebstahls, bandenmässig begangen gemeinsam mit C.________ und 
D.________, gemäss Ziffer 2.1 – 2.9 schuldig zu sprechen.

3. Der Beschuldigte sei unter Anwendung der massgeblichen Bestimmungen zu verurteilen

a) zu einer Freiheitsstrafe von maximal 3 Jahren und 8 Monaten unter Anrechnung der Unter-
suchungs- und Sicherheitshaft seit dem 27.11.2014;

b) zur Übernahme eines vom Gericht zu bestimmenden Anteils an die Gerichts- und Untersu-
chungskosten.

4. Die stationäre Massnahme gemäss Art. 59 Abs. 1 StGB sei aufzuheben und stattdessen sei eine 
ambulante Massnahme gemäss Art. 63 StGB anzuordnen.

5. Weitere Verfügungen:

a) Das Honorar der amtlichen Verteidigung sei gemäss nachzureichender Kostennote festzule-
gen;

b) Weitere Verfügungen seine von Amtes wegen vorzunehmen.

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Die Generalstaatsanwaltschaft formulierte und begründete in ihrer Stellungnahme 
vom 14. Juli 2017 folgende Anträge (pag. 1158 f.):
1. Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Oberland (Kollegialgericht in Dreierbe-

setzung) vom 9. November 2016 in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich
1.1 der Freisprüche von der Anschuldigung des Diebstahls, der Sachbeschädigung, des Hausfrie-

densbruchs, der Pornografie, der Hinderung einer Amtshandlung, der Entwendung eines Motor-
fahrzeugs zum Gebrauch, des Fahrens ohne Berechtigung, des Missbrauchs von Ausweisen 
und Schildern, ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten und ohne Ausrichtung einer Entschä-
digung gemäss Ziff. I./1.-8. erstinstanzliches Urteilsdispositiv;

1.2 der Schuldsprüche wegen bandenmässigen Diebstahls, Sachbeschädigung, Beschimpfung, 
Hausfriedensbruchs, Hinderung einer Amtshandlung, qualifiziert grober Verkehrsregelverlet-
zung, einfacher Verkehrsregelverletzung, Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der 
Fahrunfähigkeit, pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall, Entwendung eines Motorfahrzeugs zum 
Gebrauch, Fahrens ohne Berechtigung, Fahrens ohne Fahrzeugausweis, Bewilligung oder Haft-
pflichtversicherung, Missbrauchs von Ausweisen und Schildern und Übertretung gegen das 
Betäubungsmittelgesetz gemäss Ziff. II./1. + 3.-15. erstinstanzliches Urteilsdispositiv;

1.3 der Verurteilung zu einer Übertretungsbusse von CHF 800.00 und der Bezahlung der erstin-
stanzlichen Verfahrenskosten;

1.4 der weiteren Verfügung betreffend die beschlagnahmten Gegenstände (Einziehung zur Vernich-
tung bzw. Rückgabe an A.________).

2. A.________ sei schuldig zu erklären wegen Diebstahls, banden- und gewerbsmässig begangen 
mit C.________ und D.________ gemäss Ziff. II./2.1-2.9 erstinstanzliches Urteilsdispositiv.

3. A.________ sei gestützt hierauf sowie aufgrund der rechtskräftigen Schuldsprüche in Anwen-
dung der einschlägigen Gesetzesbestimmungen zu verurteilen:

3.1 zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren, unter Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungs- 
und Sicherheitshaft seit dem 27.11.2014.
Es sei eine stationäre therapeutische Massnahme nach Art. 59 Abs. 1 StGB anzuordnen.

3.2 zur Bezahlung der oberinstanzlichen Verfahrenskosten.

4. Im Weiteren sei zu verfügen:
4.1 A.________ sei zwecks Antritt der Massnahme in Sicherheitshaft zu belassen.
4.2 Das Honorar des amtlichen Verteidigers sei gerichtlich zu bestimmen.
4.3 Die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils (PCN-Nr. .________) sei nach Ablauf 

der Frist durch das zuständige Bundesamt einzuholen (Art. 16 Abs. 4 DNA-ProfilG).
4.4 Die Zustimmung zur Löschung der erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten sei 

nach Ablauf der Frist durch die auftraggebende Behörde einzuholen (Art. 17 Abs. 4 i.V.m. Art. 19 
Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erkennungsdienstlicher Daten).

4. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Der Rechtsmittelinstanz kommt im Berufungsverfahren volle Kognition zu (Art. 398 
Abs. 2 StPO). Sie hat das erstinstanzliche Urteil im Rahmen der angefochtenen 
Punkte umfassend zu prüfen (Art. 398 Abs. 2 StPO). Aufgrund der beschränkten 
Berufung des Beschuldigten ist das erstinstanzliche Urteil nur noch bezüglich des 
Schuldspruchs wegen gewerbsmässigen Diebstahls, der Höhe der Freiheitsstrafe 

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und der Anordnung einer Massnahme zu überprüfen. Die weiteren Punkte des erst-
instanzlichen Urteils sind in Rechtskraft erwachsen. Da die Berufung nur zu Guns-
ten des Beschuldigten ergriffen wurde, ist die Kammer an das Verschlechterungs-
verbot nach Art. 391 Abs. 2 StPO gebunden.

5. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Von Amtes wegen wurden im oberinstanzlichen Verfahren ein aktueller Strafregis-
terauszug, ein aktueller ADMAS-Bericht sowie ein aktueller Führungsbericht beim 
Regionalgefängnis Thun über den Beschuldigten eingeholt (pag. 1124, 1130, 1132 
ff., 1138 f.).

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Vorbemerkungen

Der Sachverhalt ist in den Grundzügen völlig unbestritten. Der Beschuldigte ist ge-
ständig. Es kann vollumfänglich auf die Sachverhaltsdarstellung und Beweiswürdi-
gung der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 928 ff., S. 8 ff. der Urteilsbegrün-
dung). Zusammenfassend geht es um Folgendes:

Der Beschuldigte ist gemeinsam mit zwei minderjährigen Mittätern in den Nächten 
vom 19. auf den 20. November 2014 und vom 21. auf den 22. November 2014 ins-
gesamt neun Mal gewaltsam in Gebäude (Geschäftsliegenschaften) eingedrungen, 
um Diebesgut zu behändigen. Bei vier der neun Einbrüche wurde nichts erbeutet, 
so dass es nur bei einem Versuch blieb. Der Beschuldigte war jeweils der Fahrer, 
der draussen wartete. Es kann auf die Ausführungen der Anklageschrift (pag. 703 
ff.) und der vorinstanzlichen Urteilsbegründung verwiesen werden (pag. 949 f. und 
pag. 952 f.). Im selben Zeitraum und zuvor hatten der Beschuldigte und seine 
Freunde mehrfach Fahrzeuge zum Gebrauch entwendet. Auch aus diesen Fahr-
zeugen liessen sie teilweise Wertgegenstände mitgehen, wofür sie von der Vorin-
stanz rechtskräftig des bandenmässigen Diebstahls schuldig erklärt wurden (Ziff. 
II.1. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs).

Bestritten ist in Bezug auf die neun Einbruchdiebstähle die rechtliche Qualifikation 
der gewerbsmässigen Begehung im Sinne von Art. 139 Ziff. 2 des Schweizerischen 
Strafgesetzbuches (StGB; SR 311.0). Bezüglich dieser neun Diebstähle, der Been-
digung der Deliktsserie sowie der Person und Absichten des Beschuldigten sind 
der Übersicht halber einige Wiederholungen und Ergänzungen zur vorinstanzlichen 
Beweiswürdigung anzubringen.

7. Zu den Einbruchdiebstählen

7.1 Einbruchdiebstahl Kiosk in Aeschi bei Spiez vom 19. auf den 20. November 
2014

Der Beschuldigte (Hauptakten [HA] Band III, pag. 842) ist bezüglich des Einbruchs 
in einen Kiosk in Aeschi geständig. Auch die beiden im Tatzeitpunkt erst 16 Jahre 
alten D.________ (u.a HA I, pag. 286 Z. 132 ff., pag. 309 Z. 215 ff.) und 
C.________ (u.a. HA I, pag. 317 Z. 63) haben den gemeinsam begangenen Ein-

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bruch in den Kiosk zugegeben. Sie stahlen Zigaretten, Rauchartikel, einen 
Münzeinsatz mit Bargeld, Pfeffersprays und Lebensmittel. Gemäss Anzeigerapport 
der Kantonspolizei vom 9. Dezember 2014 wurden Artikel im Gesamtwert von 
CHF 3‘854.65 entwendet (Anzeige- und Sammelrapport II, pag. 496 ff.). Es wird je-
doch auf die Aufstellung der Kioskinhaber vom 28. November 2014 abgestellt (An-
zeige- und Sammelrapport II, pag. 504 ff.). Demnach betrug der Gesamtwert der 
entwendeten Gegenstände CHF 4‘006.50. Ein Teil dieser gestohlenen Artikel wur-
de in der Garage eines Freundes des Beschuldigten aufgefunden, in welcher der 
Beschuldigte häufig nächtigte (HA II, pag. 367 f.). Zudem wurden im vom Beschul-
digten und seinen Mittätern entwendeten Fahrzeug, Audi A6 Allroad, Gegenstände 
aus dem Kiosk sichergestellt (Anzeige- und Sammelrapport I, pag. 413 ff.). 

7.2 Einbruchdiebstähle bei der E.________-Stiftung in Grünen vom 19. auf den 
20. November 2014 (teilweise Versuch)

In derselben Nacht wurden vom Beschuldigten und seinen beiden Mittätern unbe-
strittenermassen in der Werkstatt der E.________-Stiftung zwei Motorsägen 
behändigt. Davon gehörte eine Motorsäge der E.________-Stiftung und die andere 
dem Mitarbeiter F.________ (Anzeige- Sammelrapport II, pag. 523 ff.). Die Ankla-
geschrift ist daher unpräzise, soweit sie von der Werkstatt von F.________ spricht 
und indirekt auch diesem die beiden Motorsägen zuschreibt (Ziff. I.1.7 der Ankla-
geschrift). Die beiden Motorsägen wurden in der Garage des Freundes des Be-
schuldigten in Frutigen sichergestellt (HA II, pag. 367). Nach Aussage von 
D.________ wollte der Beschuldigte die Motorsägen mitnehmen, da er sie gut ge-
brauchen konnte (HA I, pag. 286 Z. 173 f.). Wobei D.________ nicht klar war, wo 
genau die Motorsägen entwendet wurden. Der Beschuldigte selbst machte keine 
Aussagen dazu, wofür er die Motorsägen hätte verwenden wollen. Es lässt sich 
mutmassen, dass der Beschuldigte, der über eine Anlehre als Schreiner verfügt, al-
lenfalls plante, damit Arbeiten verrichten zu können. 

Der Einbruch in die Werkstatt folgte auf den vorherigen Einbruch in eine Liegen-
schaft der E.________-Stiftung, wo der Beschuldigte und seine Mittäter jedoch kein 
Deliktsgut fanden (vgl. Anklageschrift Ziff. I.1.8). So beschreibt es insbesondere 
D.________ (HA I, pag. 286 Z. 198 ff.). Dem Beschuldigten waren die Örtlichkeiten 
bekannt. Er war einst durch die E.________-Stiftung betreut worden (HA II, pag. 
489).

7.3 Einbruchdiebstahl bei der E.________-Stiftung in Lützelflüh-Goldbach vom 
19. auf den 20. November 2014 (Versuch)

Bei diesem Einbruch wurde die Terrassentür aufgebrochen, wodurch die Täter-
schaft in einen Raum gelangte, von dem aus allerdings alle Türen abgeschlossen 
waren. Deliktsgut wurde keines behändigt (Anzeige- Sammelrapport II, pag. 543 
ff.). Der Beschuldigte und seine beiden Mittäter haben auch diesen Vorfall einge-
standen (HA III pag. 842; HA I pag. 287, 310 Z. 254 ff., 343 Z. 714 ff.).

7.4 Einbruchdiebstahl im G.________ Studio in Oberdiessbach vom 19. auf den 
20. November 2014

Der Einbruch in das G.________ Studio wurde von den Beteiligten gestanden (HA 
III pag. 842; HA I pag. 287 Z. 228 ff. und Z. 254, pag. 311 Z. 283 ff., pag. 343 Z. 

10

730 ff.). Sie entwendeten einen Laptop und einen Lautsprecher (Anzeige- Sammel-
rapport II, pag. 568 ff.). Letzterer konnte in der Garage in Frutigen sichergestellt 
werden (Anzeige- und Sammelrapport II, pag. 574). 

7.5 Einbruchdiebstahl im Hotel H.________ in Faulensee am 21. November 2014 
(Versuch)
Die Täter verliessen den Tatort im Hotel H.________ ohne Deliktsgut, nachdem sie 
die Terrassenscheibe eingeschlagen und das Restaurant durchsucht hatten (An-
zeige- Sammelrapport II, pag. 620). Alle drei haben die Tat und ihre Beteiligung 
zugegeben (HA III pag. 842; HA I pag. 289 Z. 318 ff., pag. 312 Z. 329 ff., pag. 345 
Z. 787 ff.). Sowohl D.________ als auch C.________ sagten, sie hätten nach Geld 
gesucht, aber keines gefunden (HA I pag. 312 Z. 332 f., pag. 345 Z. 798 f.). 

7.6 Einbruchdiebstahl im Restaurant I.________ in Reutigen am 22. November 
2014

Im Restaurant I.________ erbeuteten die drei Mittäter CHF 30.00 Bargeld. Wie alle 
anderen ist auch dieser Einbruch unbestritten (HA III pag. 842, HA I pag. 290 Z. 
365 ff., pag. 312 Z. 350 ff., pag. 345 Z. 803 ff.). Es wurden gar DNA-Spuren von 
D.________ und Schuhspurenfragmente von C.________ ermittelt (Anzeige- 
Sammelrapport II, pag. 638, 649). 

7.7 Einbruchdiebstahl im Restaurant J.________ in Krattigen am 22. November 
2014 (Versuch)
Der Einbruch im Restaurant J.________ war für den Beschuldigten und seine Mit-
täter erfolglos (Anzeige- Sammelrapport II, pag. 663 ff.). Es wurden Schuhspuren 
von D.________ und von C.________ am Tatort sichergestellt (Anzeige- Sammel-
rapport, pag. 672 ff.). Alle Beteiligten haben ein Geständnis abgelegt (HA III pag. 
842; HA I pag. 290 Z. 399 ff., pag. 313 Z. 371 ff., pag. 346 Z. 820 ff.).

7.8 Einbruchdiebstahl im Restaurant K.________ in Wimmis am 22. November 
2014

Für den Einbruchdiebstahl im Restaurant K.________ liegen Geständnisse der drei 
Mittäter vor (HA III pag. 842; HA I pag. 290 Z. 395 ff., pag. 313 Z. 386 ff., pag. 346 
Z. 835 ff.). Zudem wurden am Tatort Schuhspuren von D.________ und 
C.________ sichergestellt (Anzeige- Sammelrapport II, pag. 692 f.). Gestohlen 
wurden CHF 120.00 Bargeld und Süssigkeiten (Gesamtbetrag CHF 140.00).

8. Zur Beendigung der Deliktsserie

Der zeitliche Ablauf war so, dass am 22. November 2014 der gestohlene Audi A6 
Allroad aufgefunden wurde. Die Nachbarin der Garage, in der sich der Beschuldig-
te aufhielt, hatte die Täter beobachtet. Sie stellte C.________ und D.________ zur 
Rede. Das führte schliesslich am 27. November 2014 zur Verhaftung des Beschul-
digten (Anzeige- Sammelrapport I, pag. 116). Zwischen dem 22. und dem 27. No-
vember 2014 wurden keine Einbrüche mehr begangen. Der Beschuldigte und 
C.________ liessen sich vom Kontakt mit der Nachbarin jedoch nicht einschüch-
tern. Sie entwendeten vom 26. auf den 27. November 2014 erneut ein Fahrzeug 

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(Ziff. II.11.12 des erstinstanzlichen Dispositivs). Einbrüche wurden hingegen keine 
mehr begangen.

9. Zur Person des Beschuldigten

Zur Person des Beschuldigten ist vorab auf das forensisch-psychiatrische Gutach-
ten vom 1. Dezember 2015 zu verweisen (HA II, pag. 461 ff.). Der Beschuldigte ist 
in seiner Vergangenheit bereits im Kindesalter vielfach deliktisch in Erscheinung 
getreten. Im Alter von neun Jahren wurde eine Sachbeschädigung verzeichnet und 
mit zwölf Jahren der Konsum von Marihuana (HA II, pag. 477). Im Strafregister sind 
zahlreiche Straftaten ab dem Jahr 2008 aufgeführt (pag. 1132). Es handelt sich – 
wie auch im vorliegenden Verfahren – hauptsächlich um Diebstähle, Hausfriedens-
brüche, Sachbeschädigungen, Entwendung von Fahrzeugen zum Gebrauch, Ver-
kehrsregelverletzungen oder Cannabiskonsum. 

Der Beschuldigte kam mit Klumpfüssen zur Welt. Seine Mutter konsumierte 
während der Schwangerschaft Heroin, so dass er nach der Geburt an Drogenent-
zug litt. Nach wiederholten Gefährdungsmeldungen wurde der Beschuldige im Jahr 
2005 in Italien platziert, den Eltern die Obhut entzogen und eine Beistandschaft er-
richtet. Nach seiner vorübergehenden Rückkehr in die Schweiz zu seinen Eltern mit 
Besuch einer Tagesschule wurde der Beschuldigte 2008 in Frankreich in einer 
Kleingruppe platziert. Nach einem halben Jahr kehrte er zu seiner Mutter zurück. 
Am 22. Juni 2009 ordnete das Jugendgericht Oberland eine vorsorgliche Schutz-
massnahme einer Unterbringung in einer offenen Erziehungseinrichtung an. Der 
Vollzug erfolgte vom 27. Juni 2009 bis Januar 2010 bei der Stiftung E.________, 
Ausbildungswohngruppe, in Lützelflüh. Zu einem Time-Out reiste er nicht selbstän-
dig an und beging stattdessen Delikte. Am 1. März 2010 wurde er in das Mass-
nahmenzentrum Kalchrain für junge Erwachsene eingewiesen. Auch dort kam es 
zu Entweichungen mit erneuten Delikten. Die Unterbringung wurde am 14. August 
2013 aufgehoben. Aufgrund fehlender Arbeitsstelle und Perspektivenlosigkeit kam 
es wieder zu deliktischen Tätigkeiten. Im vorliegenden Strafverfahren kam der Be-
schuldigte schliesslich ab dem 27. November 2014 in Untersuchungshaft. Mit Ent-
scheid des Zwangsmassnahmengerichts vom 1. Mai 2015 wurde eine Ersatzmass-
nahme angeordnet und der Beschuldigte trat am 19. Mai 2015 in das «Projekt Alp» 
bei einer Gastfamilie ein (HA I, pag. 95 ff. und pag. 102 ff.). Bereits in der ersten 
Nacht floh der Beschuldigte mit einem Fahrzeug der Gastfamilie (HA I, pag. 109). 
Er lieferte sich eine Verfolgungsjagd mit der Polizei und wurde in Untersuchungs-
haft zurückversetzt (zum Ganzen vgl. HA II, pag. 483 ff. und pag. 525 ff.).

Der Gutachter diagnostizierte beim Beschuldigten eine dissoziale Persönlichkeitss-
törung, einen schädlichen Gebrauch von Cannabis sowie eine nicht näher spezifi-
zierte organische Persönlichkeits- und Verhaltensstörung aufgrund einer Krankheit, 
Schädigung oder Funktionsstörung des Gehirns (HA II, pag. 533 f.). Diese Diagno-
sen wurden nachvollziehbar begründet, weshalb darauf abzustellen ist.

Zum Tatzeitpunkt war der Beschuldigte erwerbslos und ohne festes Domizil (vgl. 
HA II, pag. 193 Z. 54 ff.). Er wurde vom Sozialdienst der Gemeinde L.________ fi-
nanziell unterstützt. Gemäss Erhebungsformular über die wirtschaftlichen Verhält-
nisse vom 1. September 2014 erhielt er monatlich CHF 750.00 (HA I, pag. 424). 

12

Der Beschuldigte sagte aus, er habe alle zwei Wochen CHF 250.00 erhalten vom 
Sozialdienst und die Krankenkasse sei ihm bezahlt worden (HA I, pag. 203 Z. 59 
f.). Dies korrespondiert mit der Angabe der Abteilung Soziales der Gemeinde 
L.________ vom 31. Oktober 2016, wonach dem Beschuldigten am 26. November 
2014 CHF 279.90 ausbezahlt wurden (HA III, pag. 824 f.). Es wird von einem be-
scheidenen Sozialhilfeeinkommen von monatlich rund CHF 750.00 ausgegangen.

10. Zu den Absichten des Beschuldigten

Der Beschuldigte hat keine Angaben gemacht, welche Absichten er hegte bzw. 
weshalb er die Einbruchdiebstähle begangen hat. Ebenso lässt sich aus seinen 
Aussagen nicht ableiten, ob er ohne seine Verhaftung weitere Einbruchdiebstähle 
hätte begehen wollen. Dazu wurde er auch nie befragt. Seine beiden Mittäter 
C.________ und D.________ wurden ebenfalls nicht zu den Absichten und weite-
ren Plänen befragt. Offensichtlich ist zwar, dass die drei Täter Wertgegenstände 
erbeuten und sich damit bereichern wollten. So sagten D.________ und 
C.________, sie hätten nach Geld gesucht (HA I pag. 312 Z. 332 f., pag. 345 Z. 
798 f.). Für die Prüfung der Frage, ob der Beschuldigte sich mit der Beute aus den 
Einbrüchen einen Teil seiner Lebenskosten decken wollte und ob er weitere Ein-
brüche zu begehen beabsichtigte, müssen sämtliche Umstände berücksichtigt wer-
den.

Es fällt auf, dass bei den Taten kein professionelles, gut geplantes und strukturier-
tes Vorgehen erkennbar ist. Nachdem sie zuvor bereits mehrfach Autos zum Ge-
brauch entwendet und auch Gegenstände daraus gestohlen hatten, gingen die Mit-
täter während zweier Nächte auf Einbruch-Streifzüge. Die Einbrüche begingen sie 
in unbewohnten Liegenschaften und nicht unbedingt dort, wo mit möglichst viel 
Wertgegenständen gerechnet werden konnte. So haben sie in vier Fällen auch gar 
keine Beute gemacht; so z.B. bei den Einbrüchen bei der E.________-Stiftung. 
Mutmasslich könnte in diesen Fällen auch eine Art Rachemotiv vorliegen, weil der 
Beschuldigte dort früher betreut wurde. Das Handeln der Täter scheint sehr spon-
tan und wenig durchdacht gewesen zu sein. Es passt eher zu einer jugendlichen 
Suche nach einem gewissen Kick aus verbotenem Handeln und zum blossen Zeit-
vertreib. Die beiden Mittäter des Beschuldigten waren denn auch gerade Mal 16 
Jahre alt, wohnten noch bei ihren Eltern und wurden von diesen unterstützt. Der 
Beschuldigte beging nie alleine einen Einbruch und in der Regel auch keine Fahr-
zeugentwendungen. Die Delikte wurden vielmehr in der Gruppe verübt. Die drei 
motivierten sich gegenseitig zu den Straftaten. Der Beschuldigte fuhr in der Regel 
das Fahrzeug und wartete draussen, während die zwei Jugendlichen in die Ein-
bruchsobjekte gingen (z.B. Aussage D.________ HA I, pag 276 Z. 363 f. und pag. 
286 Z. 158). 

Im Abklärungsbericht eines Sozialarbeiters der Gemeinde L.________ vom 30. 
April 2009 wurde ausgeführt, der Beschuldigte habe einen treuherzigen und gut-
mütigen Charakter, was von anderen oft ausgenützt werde (HA II, pag. 485). Das 
Massnahmenzentrum Kalchrain für junge Erwachsene berichtete am 11. Oktober 
2010, der Beschuldigte lasse sich durch andere mitreissen und beeinflussen (HA II, 
pag. 492). Dazu passt die Aussage der Mutter des Beschuldigten gegen über dem 

13

Gutachter, ihrem Sohn habe in der Zeit vor der erneuten Delinquenz die Perspekti-
ve gefehlt. In so einer Situation brauche es bei ihm nur wenig, damit er sich wieder 
auf «Streifzüge» begebe. So müsse beispielsweise nur ein junger Bekannter vor-
schlagen, dass sie ein Auto klauen gehen und schon sei ihr Sohn dabei. Das Den-
ken komme erst, wenn es schon passiert und zu spät sei (HA II, pag. 510 f.). Der 
Gutachter ging unter anderem deshalb davon aus, dass der Beschuldigte mit sei-
nen Taten seinen Selbstwert steigern konnte (sog. Gratifikationseffekt; HA II, pag. 
547). 

Wie oben erwähnt, verfügte der Beschuldigte nur über ein ziemlich bescheidenes 
Sozialhilfeeinkommen. Er scheint aber, abgesehen von Essen und Zigaretten, auch 
nicht grössere Auslagen gehabt zu haben. Er übernachtete offenbar mehrheitlich 
kostenfrei in der Garage seines Freundes. Dies scheint ihn nicht gross gestört zu 
haben und er ist keine Person mit hohen Ansprüchen. So sagte er der Staatsan-
waltschaft, zwischendurch schlafe er auch auf einer Bank (HA I, pag. 193, Z. 56). 
Wenn er sich in der Garage anmelden könnte, so hätte er das schon lange ge-
macht (HA I, pag. 196 Z. 197 f.).

Mit den im Kiosk gestohlenen Zigaretten und Lebensmittel konnte der Beschuldigte 
zwar etwas Geld einsparen. Die Gesamtumstände lassen aber nicht den direkten 
und klaren Schluss zu, dass der Beschuldigte mit fortgesetzten Einbrüchen beab-
sichtigte, seine Lebenskosten zu decken bzw. Ausgaben einzusparen. Bei vorlie-
gender Beweislage muss vielmehr zu seinen Gunsten davon ausgegangen wer-
den, dass der Beschuldigte – wie auch vom Gutachter beschrieben – sich mit sei-
nen Taten bei seinen Mittätern profilieren und sein Selbstwertgefühl steigern wollte.

III. Rechtliche Würdigung

11. Rechtliche Grundlagen

Wer jemandem eine fremde bewegliche Sache zur Aneignung wegnimmt, um sich 
oder einen anderen damit unrechtmässig zu bereichern, wird mit Freiheitsstrafe bis 
zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft (Art. 139 Ziff. 1 StGB). Der Dieb wird mit 
Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren oder Geldstrafe nicht unter 180 Tagessätzen be-
straft, wenn er den Diebstahl als Mitglied einer Bande ausführt, die sich zur fortge-
setzten Verübung von Raub oder Diebstahl zusammengefunden hat (Art. 139 Ziff. 
3 Abs. 2 StGB). Der Dieb wird mit Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren oder Geldstra-
fe nicht unter 90 Tagessätzen bestraft, wenn er gewerbsmässig stiehlt (Art. 139 
Ziff. 2 StGB).

Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts liegt der Ansatzpunkt für die Defini-
tion der Gewerbsmässigkeit im berufsmässigen Handeln. Der Täter handelt be-
rufsmässig, wenn sich aus der Zeit und den Mitteln, die er für die deliktische Tätig-
keit aufwendet, aus der Häufigkeit der Einzelakte innerhalb eines bestimmten Zeit-
raums sowie aus den angestrebten und erzielten Einkünften ergibt, dass er die de-
liktische Tätigkeit nach der Art eines Berufes ausübt. Wesentlich für die Annahme 
der Gewerbsmässigkeit ist, dass sich der Täter, wie aus den gesamten Umständen 
geschlossen werden muss, darauf eingerichtet hat, durch deliktische Handlungen 

14

Einkünfte zu erzielen, die einen namhaften Beitrag an die Kosten zur Finanzierung 
seiner Lebensgestaltung darstellen. Zudem muss er die Tat bereits mehrfach be-
gangen haben (Urteil des Bundesgerichts 6B_3/2016 vom 28. Oktober 2016 E. 3.4 
mit Hinweisen auf BGE 129 IV 253 E. 2.1 S. 254; Urteile 6B_290/2016 vom 
15. August 2016 E. 1.2 und 6B_550/2016 vom 10. August 2016 E. 2.3). 

Subjektiv setzt Gewerbsmässigkeit insbesondere eigennütziges Handeln voraus 
und kommt bei fremdnützigem Handeln nur in Betracht, wenn der Täter zumindest 
mittelbar auch eigene finanzielle Vorteile anstrebt. Entscheidend ist der Nachweis 
der für die Gewerbsmässigkeit kennzeichnenden Absicht als innere Tatsache. Die 
Absicht muss auf eine nicht unbedeutende und fortlaufende Einkommensquelle ge-
richtet sein, weshalb Gewerbsmässigkeit nicht allein aufgrund mehrfacher Tatbe-
gehung hergeleitet werden kann. Damit die Voraussetzungen sachlich-rechtlich 
überprüft werden können, sind die Umstände, aus denen auf die Absicht gewerbs-
mässigen Handelns – wie beispielsweise Umfang und Dauer der Tatgewinne, die 
der Täter erzielen wollte – zu schliessen ist, in den Urteilsgründen präzise darzule-
gen. Die gängige Formel, der (Serien-) Täter habe zur Aufbesserung seiner finan-
ziellen Verhältnisse und in einigem Umfang über längere Zeit gehandelt, genügt 
hierfür nicht (Urteil des Bundesgerichts 6B_3/2016 vom 28. Oktober 2016 E. 3.4).

Gewerbsmässigkeit setzt nicht den Verkauf gestohlener Sachen voraus. Auf eine 
Gewinnerzielung durch Verwertung kommt es nicht an, es genügen auch mittelbare 
Vorteile. Gewerbsmässigkeit ist auch dann gegeben, wenn der Täter das Diebes-
gut behält, um es zu benutzen oder zu verbrauchen und sich laufende Aufwendun-
gen zu ersparen (Urteil des Bundesgerichts 6B_3/2016 vom 28. Oktober 2016 E. 
3.5.1).

12. Würdigung der Vorinstanz

Die Vorinstanz legte dar, sie gehe davon aus, dass sofern der Beschuldigte wie 
auch sein Mittäter C.________ nicht am 27. November 2014 durch die Polizei an-
gehalten worden wären, weitere Diebstähle der gleichen Art verübt worden wären, 
mit dem Ziel namhafte Beute zu erlangen. Aufgrund der Häufigkeit und Regelmäs-
sigkeit der Einbruchdiebstähle sowie der Prognose in Bezug auf das künftige Ver-
halten sei von einem berufsmässigen Handeln auszugehen. Zudem habe die Ab-
sicht des Beschuldigten bestanden, sich mit den Einbrüchen seinen Unterhalt zu 
verdienen, respektive das Sozialhilfebudget aufzubessern (pag. 952, S. 32 der Ur-
teilsbegründung).

13. Vorbringen der Verteidigung

Die Verteidigung brachte in ihrer Berufungsbegründung vor, es sei kein Unter-
schied erkennbar zwischen den neun Delikten, bei denen auf Gewerbsmässigkeit 
erkannt worden sei, und den fünf, bei denen dies nicht der Fall gewesen sei. Bei 
den angeblich gewerbsmässig begangenen Delikten sei gerade Mal ein Betrag von 
total CHF 2‘488.00 erbeutet worden. Die Vorinstanz vermute, ohne zu sagen wes-
halb, dass der Beschuldigte die Absicht hatte, weiterhin Einbruchdiebstähle zu be-
gehen und seinen Lebensunterhalt dadurch (mit) zu finanzieren. Die Vorgehens-
weise des Beschuldigten erfülle die gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung 

15

erforderlichen Voraussetzungen der Qualifikation der Gewerbsmässigkeit klarer-
weise nicht. Es handle sich gerade nicht um eine Diebstahlserie, die sich über 
mehrere Monate erstreckt habe. Es gebe keine Anhaltspunkte, dass der Beschul-
digten die Absicht gehabt hätte, über einen längeren Zeitraum deliktisch tätig zu 
sein und mit dieser Tätigkeit auch noch den Lebensunterhalt zu finanzieren. Der 
Beschuldigte und seine Mittäter seien ziemlich ziellos vorgegangen. Sie hätten zu-
fälliges Deliktsgut ausgewählt und dieses teilweise weggeworfen, in den Autos lie-
gengelassen oder bei sich in der Garage gehortet, anstatt Anstalten zum Verkauf 
zu treffen. Zudem hätten sie keinerlei Vorkehrungen getroffen, um ihre Spuren zu 
verwischen, was kein professionelles Vorgehen sei. Der Beschuldigte habe damals 
von der Sozialhilfe gelebt und er habe keinen festen Wohnsitz gehabt bzw. mehr-
heitlich unentgeltlich in der Garage eines Freundes wohnen können. Dieses Ein-
kommen habe für ihn ausgereicht (pag. 1144 ff.).

14. Vorbringen der Generalstaatsanwaltschaft

Die Generalstaatsanwaltschaft führte in ihrer Stellungnahme zusammengefasst 
aus, die ersten fünf Diebstähle würden sich sehr wohl von den anderen neun 
Diebstählen unterscheiden. Zuerst hätten der Beschuldigte und seine Mittäter 
Wertgegenstände aus Autos gestohlen, wobei eher die Fahrzeugentwendungen 
zentral gewesen seien. Dieses Vorgehen sei nicht wirklich lukrativ gewesen. Mit 
dem Beginn des gewaltsamen Eindringens in mehrere Liegenschaften sei das Vor-
gehen gezielter, raffinierter und schwerwiegender geworden. Hier sei es dem Be-
schuldigten und seinen Mittätern darum gegangen, Geld, Zigaretten, Lebensmittel 
und andere Wertgegenstände zu erbeuten, die sie zur Lebenshaltung oder zum 
Kauf von Drogen (insbesondere Cannabis) hätten verwenden wollen. Der Delikts-
betrag gemäss Dispositiv und Anzeigerapporten betrage CHF 6‘088.00, was ein 
erheblicher Betrag sei. Der Beschuldigte und seine Mittäter hätten mehrere Taten 
begangen, ihre Lebenshaltung massgeblich durch diese Delikte finanziert und sei-
en bereit gewesen, eine Vielzahl von Diebstählen zu begehen. Gewerbsmässigkeit 
setzte nicht den Verkauf gestohlener Sachen voraus. Gewerbsmässigkeit sei 
gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung auch dann gegeben, wenn der Täter 
das Diebesgut behalte, um es zu benutzen oder zu verbrauchen und sich laufende 
Aufwendungen zu ersparen. Bei den erbeuteten Zigaretten, den Nahrungsmittel 
und dem Geld sei das klarerweise der Fall. Ohne Anhaltung durch die Polizei wäre 
die Einbruchsserie mit Sicherheit weitergegangen. Das Ziel des Beschuldigten und 
seiner Mittäter habe sich auf wesentlich höhere Geldbeträge bezogen (pag. 1158 
ff.).

15. Würdigung der Kammer

Innert vier Tagen verübte der Beschuldigte gemeinsam mit seinen Mittätern 
während zwei Nächten neun (Einbruch-)Diebstähle (teilweise Versuch). Es handelt 
sich um einen eher kurzen Zeitraum, aber eine sehr starke Häufung von Ein-
brüchen. Auch wurde ein nicht unerheblicher Deliktsbetrag erbeutet. Vor diesem 
Hintergrund erscheint das Stehlen als eine bedeutende Beschäftigung des damals 
arbeitslosen Beschuldigten. Dass er sich darauf eingerichtet hatte, durch weitere 
Diebstähle Einkünfte zu erzielen, die einen namhaften Beitrag an die Kosten zur 

16

Finanzierung seiner Lebensgestaltung darstellen, lässt sich jedoch nicht rechts-
genüglich nachweisen. Der Beschuldigte machte bei den jugendlichen unüberleg-
ten Straftaten in erster Linie mit, um bei der bestehenden Perspektivenlosigkeit 
sein Selbstwertgefühl aufzubessern (dazu ausführlich oben Ziff. II.10.). Er war auf-
grund seiner konkreten Lebensumstände auch nicht geradezu auf das Delinquieren 
angewiesen. Vielmehr vermochte er sich seinen bescheidenen Lebensstil mit dem 
Geld der Sozialhilfe zu finanzieren. So wäre ein Ausstieg aus finanzieller Sicht oh-
ne weiteres möglich gewesen. Aufgrund der grossen Anzahl Delikte, die der Be-
schuldigte insbesondere in den Monaten vor seiner Verhaftung verübte, seiner be-
reits sehr langen Geschichte von Straffälligkeiten und der schwierigen persönlichen 
Situation im damaligen Zeitpunkt, muss davon ausgegangen werden, dass er ohne 
Verhaftung weitere Delikte begangen hätte. Allerdings lässt sich nicht konkret sa-
gen, ob diese weiteren Delikte Einbruchdiebstähle gewesen wären oder andere 
Delikte. Für die Annahme von Gewerbsmässigkeit ist jedoch die Bereitschaft zur 
Begehung einer Vielzahl von Delikten desselben Tatbestandes, d.h. hier Art. 139 
StGB, erforderlich (vgl. NIGGLI/RIEDO, in: Basler Kommentar, Strafrecht I, 3. Aufl. 
2013, N. 109 zu Art. 139 StGB). Es ist zwar zutreffend, wie die Generalstaatsan-
waltschaft schreibt, dass mit dem Wechsel von Diebstählen von Gegenständen aus 
entwendeten Fahrzeugen zu Einbrüchen in Liegenschaften eine Steigerung statt-
gefunden hatte. Allerdings gingen der Beschuldigte und seine Mittäter nach wie vor 
nicht besonders raffiniert vor. Ausserdem lässt sich schlicht nicht nachweisen, dass 
diese Steigerung durch das Bedürfnis nach lukrativerer Beute entstand. Ebenso 
wahrscheinlich ist es, dass den jungen Tätern das immer gleiche Vorgehen mit den 
Entwendungen von Fahrzeugen zu langweilig geworden war und sie etwas noch 
Aufregenderes tun wollten.

Das Verhalten des Beschuldigten erfüllt somit das Qualifikationsmerkmal der Ge-
werbsmässigkeit gemäss Art. 139 Ziff. 2 StGB nicht. Wie auch von der Verteidi-
gung beantragt, ist er jedoch – in Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils – in den 
neun noch nicht rechtskräftigen Fällen des bandenmässigen Diebstahls gemäss 
Art. 139 Ziff. 3 Abs. 2 StGB schuldig zu erklären.

IV. Strafzumessung

16. Allgemeines

Für die allgemeinen Grundsätze der Strafzumessung kann auf die zutreffenden 
Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 970, S. 50 der Urteilsbe-
gründung). Die Strafkammern des Obergerichtes verfügen als Berufungsgericht 
über umfassende Kognition in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht (Art. 398 Abs. 
2 und 3 StPO). Das gilt auch für die Strafzumessung, doch sind die Kammern bei 
gleichbleibenden Schuldsprüchen und vergleichbarer Gewichtung der übrigen 
Strafzumessungsfaktoren bezüglich einer allfälligen Abweichung von der durch die 
Vorinstanz festgelegten Sanktion zurückhaltend, da die erstinstanzlichen Gerichte 
von allen Aspekten des beurteilten Falles einen unmittelbaren Eindruck gewinnen 
und in bestimmten Deliktskategorien über eine reiche Praxis mit vielen Vergleichs-
möglichkeiten verfügen. Für gleiche Schuldsprüche ist daher in solchen Fällen eine 

17

Korrektur im Strafmass durch die Kammer nur angezeigt, wenn wesentliche Tat- 
oder Täterkomponenten oder Abstufungen unter Teilnehmern unberücksichtigt ge-
blieben oder falsch gewürdigt worden sind oder wenn seit dem erstinstanzlichen 
Urteil wesentliche, die Strafzumessung beeinflussende Änderungen eingetreten 
sind.

Vorliegend bleiben im Vergleich zum vorinstanzlichen Urteil alle Schuldsprüche 
gleich, mit der Ausnahme, dass keine gewerbsmässigen Diebstähle vorliegen. Die 
Verteidigung macht geltend, wegen der fehlenden Gewerbsmässigkeit sei das 
Strafmass um mindestens vier Monate zu kürzen (pag. 1151).

17. Strafrahmen, Strafschärfungs- und Strafmilderungsgründe und Strafart

Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzungen für meh-
rere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht zu der Strafe der 
schwersten Straftat und erhöht sie angemessen. Es darf jedoch das Höchstmass 
der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte erhöhen. Dabei ist es an das 
gesetzliche Höchstmass der Strafe gebunden (Art. 49 Abs. 1 StGB). Für das Vor-
gehen nach dem Asperationsprinzip von Art. 49 Abs. 1 StGB und die Zweckmäs-
sigkeit der Freiheitsstrafe für sämtliche Verbrechen und Vergehen im vorliegenden 
Fall pflichtet die Kammer den Ausführungen der Vorinstanz bei (pag. 970 f., S. 50 f. 
der Urteilsbegründung). Da sich der Beschuldigte bisher von Strafen nicht abschre-
cken liess und zudem über kein Einkommen verfügt, erscheint eine Geldstrafe nicht 
als zweckmässig. Es sind somit für sämtliche Verbrechen und Vergehen Freiheits-
strafen auszusprechen, weshalb infolge der Gleichartigkeit der Strafen das Aspera-
tionsprinzips zur Anwendung gelangt.

Bei mehreren Diebstählen des Beschuldigten blieb es bei einem Versuch. Nach 
Art. 22 Abs. 1 StGB kann das Gericht bei einem blossen Versuch die Strafe mil-
dern. Zudem hat der Gutachter beim Beschuldigten für die begangenen Taten eine 
höchstens leicht verminderte Steuerungsfähigkeit und somit Schuldfähigkeit fest-
gestellt (HA II, pag. 551). War der Täter zur Zeit der Tat nur teilweise fähig, das Un-
recht seiner Tat einzusehen oder gemäss dieser Einsicht zu handeln, so mildert 
das Gericht gemäss Art. 19 Abs. 2 StGB die Strafe. Für die weiteren theoretischen 
Grundlagen und Erörterungen des Gutachtens wird auf die Ausführungen der Vor-
instanz verwiesen (pag. 973 f., S. 53 f. der Urteilsbegründung). Wie die Vorinstanz 
geht auch die Kammer von einer leichtgradig verminderten Schuldfähigkeit des Be-
schuldigten aus. 

Es liegen somit ein Strafschärfungsgrund (Art. 49 Abs. 1 StGB) und zwei Strafmil-
derungsgründe (Art. 22 Abs. 1 und Art. 19 Abs. 2 StGB) vor, die es grundsätzlich 
erlauben würden, den ordentlichen Strafrahmen zu über- oder unterschreiten. Dies 
ist jedoch nur möglich, wenn aussergewöhnliche Umstände vorliegen und die für 
die betreffende Tat angedrohte Strafe im konkreten Fall zu hart bzw. zu milde er-
scheint (BGE 136 IV 55 E. 5.8). Diese Voraussetzungen sind hier nicht gegeben, 
weshalb die Strafe innerhalb des ordentlichen Strafrahmes festzusetzen ist. Die 
Strafschärfungs- und Strafmilderungsgründe sind somit innerhalb des ordentlichen 
Strafrahmens straferhöhend bzw. strafmindernd zu berücksichtigen.

18

Beim Vorgehen nach Art. 49 Abs. 1 StGB ist zunächst die Einsatzstrafe für die 
schwerste Straftat festzulegen. Die schwerste Tat ist nach ständiger bundesgericht-
licher Rechtsprechung diejenige, welche unter den mit der höchsten Strafe bedroh-
ten Tatbestand fällt. Das heisst, es ist von der abstrakten Strafandrohung auszuge-
hen (BGE 116 IV 300, E. 2c/bb S. 304; Urteil des Bundesgerichts 6B_681/2013 
vom 26. Mai 2014 E. 1.3.1). Bandenmässiger Diebstahl ist mit einem Strafrahmen 
von mindestens 180 Tagessätzen Geldstrafe bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe 
bedroht (Art. 139 Ziff. 3 StGB). Die qualifiziert grobe Verkehrsregelverletzung ist 
hingegen mit Freiheitsstrafe von einem bis zu lediglich vier Jahren Freiheitsstrafe 
bedroht (Art. 90 Abs. 3 SVG). Somit weist der bandenmässige Diebstahl die  abs-
trakt höchste Strafandrohung auf. Die Vorinstanz ging in Abweichung von dieser 
Regel von der qualifiziert groben Verkehrsregelverletzung als schwerste Straftat 
aus. Obwohl sie nachvollziehbar begründet, weshalb sie die Verkehrsregelverlet-
zung vorliegend als (effektiv) schwerste Tat betrachtet (pag. 972, S. 52 der Urteils-
begründung), ist hier methodisch der ständigen bundesgerichtlichen Rechtspre-
chung zu folgen und vom Delikt mit der abstrakt höchsten Strafandrohung auszu-
gehen. Die Einsatzstrafe ist somit für die bandenmässig begangenen Diebstähle 
festzulegen und sodann mit den zu asperierenden Strafen für die qualifiziert grobe 
Verkehrsregelverletzung und die weiteren Straftaten angemessen zu erhöhen. Es 
kann vorweg genommen werden, dass sich am Ergebnis dadurch nichts Entschei-
dendes ändert.

18. Einsatzstrafe für die bandenmässig begangenen Diebstähle

18.1 Objektive Tatschwere

Alle 14 Diebstähle wurden innerhalb etwa einer Woche und immer in derselben 
Dreierbande verübt, so dass zwischen ihnen ein enger zeitlicher und sachlicher 
Zusammenhang besteht. Auch ohne Vorliegen des Qualifikationsgrundes der Ge-
werbsmässigkeit, bei welchem das Asperationsprinzip keine Anwendung findet und 
die Deliktsmehrheit bereits abgegolten ist (vgl. NIGGLI/RIEDO, in: Basler Kommen-
tar, Strafrecht II, 3. Aufl. 2013, N. 113 zu Art. 139), rechtfertigt es sich daher, sämt-
liche Diebstähle als Tatgruppe zu behandeln (wie übrigens auch die dazugehöri-
gen, hienach separat zu behandelnden Sachbeschädigungen und Hausfriedens-
brüche). 

Die 14 Diebstähle wurden bandenmässig begangen; diesem Umstand wird mit dem 
höheren Strafrahmen Rechnung getragen. Insgesamt beträgt der Deliktsbetrag  
CHF 12‘667.00, was bei dieser Anzahl Delikte nicht besonders hoch ist. Das Vor-
gehen war weder besonders raffiniert noch besonders verwerflich. Der Beschuldig-
te und seine Mittäter behändigten, was sie in den zum Gebrauch entwendeten 
Fahrzeugen oder in den Einbruchobjekten gerade fanden. Sie schlugen bei den 
nächtlichen Einbrüchen in unbewohnte Objekte im ländlichen Gebiet in der Regel 
die Scheiben ein. Dadurch verursachten sie erheblichen Sachschaden. Dieser ist 
jedoch nicht hier (unter Vorgehensweise) zu berücksichtigen, da die Sachbeschä-
digungen separat eingeklagt wurden und dafür eine separate Strafe auszusprechen 
ist.

19

18.2 Subjektive Tatschwere
Der Beschuldigte beging die bandenmässigen Diebstähle direkt vorsätzlich. Ach-
tenswerte Beweggründe lagen keine vor. Verschuldensmindernd ist die gutachter-
lich belegte leicht verminderte Schuldfähigkeit des Beschuldigten zu berücksichti-
gen.

18.3 Fazit
Insgesamt liegt das Tatverschulden des Beschuldigten – im Verhältnis zum weiten 
Strafrahmen bis 10 Jahre Freiheitsstrafe (Art. 139 Ziff. 3 StGB) – noch im leichten 
bis maximal mittleren Bereich. Unter Berücksichtigung der leicht verminderten 
Schuldfähigkeit ergibt sich eine Verschuldensminderung, sodass sich das leichte 
bis maximal mittlere Tatverschulden auf ein leichtes Tatverschulden reduziert bzw. 
auf eine Strafe im untersten Drittel des Strafrahmens. Die Tatsache, dass es in vier 
Fällen beim Versuch geblieben ist, wirkt sich nur marginal strafmindernd aus. Denn 
der Vorsatz des Beschuldigten war jeweils auf das Erlangen von (möglichst viel) 
Beute gerichtet. Dass es viermal bei blossen Versuchen blieb, ist als weitgehend 
zufällig zu bezeichnen. Dass die Qualifikation der Gewerbsmässigkeit bei neun 
Diebstählen – im Unterschied zur Vorinstanz – verneint wird, hat ebenfalls nur ge-
ringe Auswirkungen auf das Verschulden bzw. den gesamten Unrechtsgehalt. Ins-
gesamt erscheint eine Einsatzstrafe im Bereich von 15 Monaten Freiheitsstrafe an-
gemessen. 

19. Asperation mit Strafen für die weiteren Delikte

19.1 Qualifiziert grobe Verkehrsregelverletzung

Für die Erwägungen zur objektiven und subjektiven Tatschwere wird vollumfänglich 
auf die Vorinstanz verwiesen (pag. 973, S. 53 der Urteilsbegründung). Das Tatver-
schulden des Beschuldigten ist – auch hier mit Blick auf den massgeblichen Straf-
rahmen (bis 4 Jahre Freiheitsstrafe) – im mittleren Bereich anzusiedeln. Nach me-
thodisch korrekter Berücksichtigung der leicht verminderten Schuldfähigkeit redu-
ziert sich dieses Verschulden auf leicht bis mittel, so dass eine Freiheitsstrafe von 
22 Monaten angemessen erscheint. Davon sind 16 Monate zur Einsatzstrafe von 
15 Monaten zu asperieren. Im Zwischentotal resultieren 31 Monate Freiheitsstrafe.

19.2 Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch

Für die Strafzumessungsgründe für die Sachbeschädigungen (teilweise qualifiziert) 
und Hausfriedensbrüche wird auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen (pag. 
975, S. 55 der Urteilsbegründung). Bei den Einbruchdiebstählen waren diese Delik-
te nicht das eigentliche Handlungsziel, sondern für Einbruchdiebstähle notwendige 
Durchgangs- bzw. Begleitdelikte. Schwer ins Gewicht fallen hingegen die gravie-
renden Sachbeschädigungen an einigen der zum Gebrauch entwendeten Fahrzeu-
ge. Die von der Vorinstanz unter Berücksichtigung der leicht verminderten Schuld-
fähigkeit ausgefällten zehn Monate Freiheitsstrafe erscheinen durchaus angemes-
sen. Infolge Asperation erfolgt eine Erhöhung der Strafe um sechs Monate Frei-
heitsstrafe. Im Zwischentotal resultieren 37 Monate Freiheitsstrafe.

20

19.3 Entwendung eines Motorfahrzeugs zum Gebrauch

Der Beschuldigte hat zwölf Mal ein Fahrzeug zum Gebrauch entwendet bzw. war 
als Mittäter an der Entwendung beteiligt. Die Vorinstanz sprach sich unter Berück-
sichtigung der Tatumstände und der leicht verminderten Schuldfähigkeit für 18 
Strafeinheiten pro Entwendung aus (insgesamt 216 Strafeinheiten = ungefähr 7 
Monate). Infolge Asperation erfolgt eine Erhöhung der Strafe um sechs Monate 
Freiheitsstrafe. Im Zwischentotal resultieren 43 Monate Freiheitsstrafe.

19.4 Fahren ohne Berechtigung

Für das Führen eines Motorfahrzeugs ohne Berechtigung kam es beim Beschuldig-
ten zu zehn rechtskräftigen Schuldsprüchen. Es handelt sich um Begleitdelikte, die 
sich zwangsläufig aus dem Entwenden von Motorfahrzeugen zum Gebrauch erga-
ben, sofern der Beschuldigte diese Fahrzeuge lenkte. Es kann, auch unter Berück-
sichtigung der leicht verminderten Schuldfähigkeit, insgesamt noch von einem 
leichten Tatverschulden ausgegangen werden, so dass eine Freiheitsstrafe von 
vier Monaten angemessen erscheint. Infolge Asperation erfolgt eine Erhöhung der 
Strafe um drei Monate Freiheitsstrafe. Im Zwischentotal resultieren 46 Monate 
Freiheitsstrafe.

19.5 Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit, Führen 
eines Fahrzeuges ohne Bewilligung oder Haftpflichtversicherung und Miss-
brauch von Ausweisen und Schildern

Der Beschuldigte wurde in drei Fällen rechtskräftig der Vereitelung von Massnah-
men zur Feststellung der Fahrunfähigkeit als Motorfahrzeugführer, in zwei Fällen 
des Fahrens eines Motorfahrzeuges ohne Haftpflichtversicherung und in sechs Fäl-
len des Missbrauchs von Ausweisen und Schildern schuldig erklärt. Die Vorinstanz 
nahm die Strafzumessung für diese Delikte im Rahmen der Empfehlungen der 
VBRS-Richtlinien vor und ging von total 173 Strafeinheiten (= rund 6 Monate) aus. 
Aufgrund des gesamten Verschuldens (unter Berücksichtigung der leicht vermin-
derten Schuldfähigkeit) erscheint die von der Vorinstanz vorgenommene Asperati-
on um fünf Monate Freiheitsstrafe angemessen und ist zu bestätigen.

19.6 Fazit
Unter Berücksichtigung der Tatkomponenten aller Delikte resultiert eine hypotheti-
sche Gesamtstrafe im Bereich von 51 Monaten Freiheitsstrafe.

20. Täterkomponenten

20.1 Vorleben und persönliche Verhältnisse

Zum Vorleben und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten kann auf die 
Ausführungen der Vorinstanz (pag. 976 f., S. 56 f. der Urteilsbegründung), die 
Schilderungen zur Person des Beschuldigten oben unter Ziffer II.9. und das foren-
sisch-psychiatrische Gutachten verwiesen werden (HA II, pag. 461 ff.). Die schwie-
rige Vergangenheit und die persönlichen Verhältnisse sind strafmindernd zu 
berücksichtigen. Allerdings fallen die zahlreichen einschlägigen Vorstrafen des Be-
schuldigten (pag. 1132 ff.) ebenso straferhöhend ins Gewicht. Die Täterkomponen-

21

ten des Vorlebens und der persönlichen Verhältnisse wirken sich daher insgesamt 
neutral auf die Strafe aus.

20.2 Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren und Strafempfindlichkeit

Bezüglich des Aussageverhaltens des Beschuldigten mit seinem mehrheitlich 
späten Geständnis wird auf die vorinstanzlichen Ausführungen verwiesen (pag. 
977). Das Geständnis ist strafmindernd zu berücksichtigen.

Der Beschuldigte befand sich ab dem 27. November 2014 in Untersuchungshaft. 
Am 19. Mai 2015 wurde er in eine Ersatzmassnahme entlassen. Dabei nutzte er 
die erste Möglichkeit, um wieder straffällig zu werden. Dieses erneute Delinquieren 
während laufendem Strafverfahren ist straferhöhend zu werten und wiegt die 
Strafminderung aufgrund des Geständnisses weitgehend auf. 

Ab dem 21. Juni 2015 bis heute war der Beschuldigte in Untersuchungs- respektive 
in Sicherheitshaft. Er befindet sich somit bereits seit bald drei Jahren in Haft. Das 
Regionalgefängnis Thun hat sich mehrfach besorgt über den Gesundheitszustand 
des Beschuldigten geäussert. Am 17. Mai 2017 meldete das Regionalgefängnis, 
der Beschuldigte wiege momentan 129 kg, 35 kg mehr als bei seinem Eintritt und 
sei stark übergewichtig. Die hygienischen Zustände seien länger je mehr ungenü-
gend. Der Beschuldigte bemühe sich aktiv darum, die grösstmögliche Zeit in seiner 
Zelle zu verbringen. Die in den Fall involvierten Personen seien überzeugt, dass in 
dieser Angelegenheit dringender Handlungsbedarf bestehe, um beim Beschuldig-
ten weiteren aus der Haft resultierenden Schäden entgegen zu wirken (pag. 1099 
f.). Dem Führungsbericht vom 28. Juni 2017 ist zu entnehmen, dass der Beschul-
digte als respektvoll und freundlich erlebt werde und keine disziplinarischen Vor-
kommnisse zu verzeichnen seien. Er leiste keinen Arbeitseinsatz (pag. 1338). Be-
reits im Gutachten vom 1. Dezember 2015 diagnostiziert der Gutachter beim Be-
schuldigten eine Anpassungsstörung im Rahmen der Haft mit depressiver Reaktion 
(ICD-10 F43.2). Die Kammer berücksichtigt die gesundheitlichen Probleme des 
Beschuldigten in Untersuchungs- und Sicherheitshaft in Form einer erhöhten Straf-
empfindlichkeit als leicht strafmindernd.

20.3 Fazit

Insgesamt erscheint aufgrund der Täterkomponenten eine leichte Strafminderung 
um zwei bis drei Monate als angemessen.

21. Konkretes Strafmass

Das konkrete Strafmass gemäss den vorstehenden Erwägungen beläuft sich auf 
48-49 Monate respektive gerundet auf vier Jahre Freiheitsstrafe. Nachdem seitens 
der Staatsanwaltschaft die Bestätigung dieser angemessenen vierjährigen Frei-
heitsstrafe beantragt wurde, würde einer Erhöhung der erstinstanzlich ausgefällten 
Strafe ohnehin das Verschlechterungsverbot entgegenstehen. Bei dieser Strafhöhe 
ist ein bedingter oder teilbedingter Vollzug von vorn herein ausgeschlossen (vgl. 
Art. 42 und 43 StGB). In Anwendung von Art. 51 StGB ist die vom Beschuldigten 
ausgestandene Untersuchungs- und Sicherheitshaft vom 27. November 2014 bis 
am 19. Mai 2015 und vom 21. Mai 2015 bis und mit 2. Oktober 2017 (oberinstanzli-
ches Urteilsdatum) an die Freiheitsstrafe anzurechnen.

22

V. Massnahme

22. Rechtliche Grundlagen

Nach den Grundsätzen des Massnahmenrechts, die in Art. 56 StGB geregelt sind, 
ist eine Massnahme dann anzuordnen, wenn eine Strafe alleine nicht geeignet ist, 
der Gefahr weiterer Straftaten des Täters zu begegnen, ein Behandlungsbedürfnis 
desselben besteht oder die öffentliche Sicherheit dies erfordert und die Vorausset-
zungen der Art. 59-61, 63 oder 64 StGB erfüllt sind. Die Anordnung einer Mass-
nahme setzt voraus, dass der mit ihr verbundene Eingriff in die Persönlichkeits-
rechte des Täters im Hinblick auf die Wahrscheinlichkeit und Schwere weiterer 
Straftaten nicht unverhältnismässig ist (Art. 56 Abs. 2 StGB). Das Gericht hat sich 
beim Entscheid über die Anordnung einer Massnahme auf eine sachverständige 
Begutachtung zu stützen. Das Gutachten hat sich dabei über die Notwendigkeit 
und die Erfolgsaussichten einer Behandlung des Täters, die Art und die Wahr-
scheinlichkeit weiterer möglicher Straftaten sowie die Möglichkeiten des Vollzugs 
der Massnahme zu äussern (Art. 56 Abs. 3 StGB). Das Gericht ordnet eine Mass-
nahme gemäss Art. 56 Abs. 5 StGB in der Regel nur an, wenn eine geeignete Ein-
richtung zur Verfügung steht. 

Art. 56a StGB bestimmt sodann, dass das Gericht diejenige Massnahme anordnet, 
die den Täter am wenigsten beschwert, wenn mehrere Massnahmen in gleicher 
Weise geeignet sind, aber nur eine notwendig ist. Sind mehrere Massnahmen not-
wendig, kann das Gericht diese zusammen anordnen.

Die Anordnung der Massnahme liegt umso näher, je schwerer der Täter psychisch 
gestört und je dringlicher eine Therapie ist, je grösser aber auch die Gefahr eines 
Rückfalls scheint und je schwerer weitere mögliche Delikte sind. Im Übrigen wird, 
wo immer es sich verantworten lässt, nicht nur anfangs eine weniger eingreifende 
der eingriffsintensiveren Massnahme, also die ambulante der stationären Behand-
lung vorgezogen werden müssen, sondern es wird auch später erprobt werden 
müssen, ob nicht eine als leichterer Eingriff erscheinende Form der Therapie 
genügt, um die Gefahr weiterer Straftaten abzuwenden (STRATENWERTH/WOHLERS, 
Schweizerisches Strafgesetzbuch, Handkommentar, 3. Aufl. 2013, Art. 59 N 2, vgl. 
dazu auch Urteil des BGer 6B_63/2013 vom 4. März 2013 E. 3.2.1).

23. Vorbringen der Verteidigung

Die Verteidigung führte insbesondere aus, der Beschuldigte habe bereits einen 
grossen Teil seiner Kindheit und Jugend in verschiedenen Heimen und Massnah-
menzentren verbracht und dennoch sei er erneut straffällig geworden. Der Be-
schuldigte sei bereit, eine Ausbildung oder Lehre zu beginnen, wenn er dies in 
Freiheit tun könne. Dem Gutachten könne entnommen werden, dass als erste 
Massnahme ein ambulantes therapeutisches Setting empfohlen werde. Selbst 
wenn eine unbedingte Strafe von mehreren Monaten zu vollziehen wäre, werde im 
Gutachten zunächst empfohlen, die Strafe beispielsweise in Witzwil zu vollziehen, 
wo nebst dem arbeitsagogischen Ansatz auch eine ambulante Therapie gemäss 
Art. 63 StGB vollzugsbegleitend durchgeführt werden könne. Nach dem Grundsatz 
der Verhältnismässigkeit stelle die ambulante Massnahme klarerweise einen weni-

23

ger schweren Eingriff dar als eine stationäre Therapie. Für die Anordnung einer 
ambulanten Massnahme spreche, dass der Beschuldigte aktuell bereits zwei Drittel 
der von der Vorinstanz ausgesprochenen Strafe abgesessen habe und nichts ge-
gen eine Entlassung auf Bewährung spreche. Zudem bestünde beim Beschuldigten 
eine tiefgreifende Ablehnung gegenüber einer stationären Massnahme. Eine Mass-
nahme sei deutlich erfolgsversprechender, wenn sie vom Betroffenen nicht katego-
risch abgelehnt werde (pag. 1151 ff.).

24. Vorbringen der Generalstaatsanwaltschaft

Die Generalstaatsanwaltschaft brachte dagegen insbesondere vor, der Beschuldig-
te leide an einer schweren psychischen Störung, welche im Zusammenhang mit 
den Anlasstaten stehe. Ohne entsprechende Behandlung bestehe eine hohe Rück-
fallgefahr. Die Anordnung einer Massnahme sei notwendig. Vom Gutachter werde 
keine Massnahme bevorzugt. Dieser diskutiere die möglichen denkbaren Settings, 
indem er Vor- und Nachteile aufliste. Die Ausführungen des Gutachters würden 
deutlich zeigen, dass das skizzierte engmaschige ambulante Setting eben gerade 
nicht gleich gut geeignet sei, wie eine stationäre Massnahme. Aus gutachterlicher 
Sicht werde eine stationäre therapeutische Massnahme empfohlen, damit der Be-
schuldigte in einem geschützten Rahmen auf verlässliche Art auf sein Leben in zu-
nehmender Freiheit vorbereitet werden könne. Bisher hätten zahlreiche ambulante 
und eine stationäre Massnahme nicht die gewünschte Wirkung gezeigt. Im Rah-
men des vorzeitigen Massnahmenantritts habe der Beschuldigte das «Projekt Alp» 
in der ersten Nacht verlassen. Der Beschuldigte würde sich aller Wahrscheinlich-
keit nach einer ambulanten Behandlung innert kürzester Zeit entziehen. Massnah-
men würden sodann ohne Rücksicht auf Art und Dauer der ausgesprochenen Stra-
fe angeordnet. Dem Gutachten könne entnommen werden, das auch wenn beim 
Beschuldigten eine gewisse Angst und Ambivalenz bei der Schilderung eines sol-
chen Behandlungsrahmens feststellbar gewesen sei, dieser sich nicht klar ableh-
nend gegeben habe. Zudem wäre nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung von 
der Anordnung einer stationären Massnahme nicht bereits deshalb abzusehen, weil 
der Beschuldigte diese kategorisch ablehne. 

25. Schwere psychische Störung

Dr. med. M.________ diagnostizierte im forensisch-psychiatrischen Gutachten vom 
1. Dezember 2015 (HA II, pag. 461 ff.) beim Beschuldigten Folgendes (HA II, pag. 
550):
Herr A.________ litt in den Tatzeiträumen unter einer dissozialen Persönlichkeitsstörung (ICD-10 
F60.2) sowie zeitweise unter einem zumindest schädlichen Konsum von Cannabis (ICD-10 F12.1). 
Die dissoziale Persönlichkeitsstörung ist unter anderem mit Bezugnahme auf den PCLR-Summenwert 
deutlich ausgeprägt und im Gesamtzusammenhang ist von einer schweren psychischen Störung aus-
zugehen. Die Suchtproblematik (schädlicher Gebrauch von Cannabinoiden) ist abgesehen von dem 
aktuell verbotenen Cannabiseigenkonsum nicht von wesentlicher Deliktrelevanz (aufgrund der Einzel-
fallanalyse abgeleitet). 
Die vorbeschriebenen Komorbiditäten (zusammengefasst unter einer nicht näher spezifizierten orga-
nischen Persönlichkeits- und Verhaltensstörung aufgrund einer Krankheit, Schädigung oder Funkti-

24

onsstörung des Gehirns [ICD-10 F07.9]) dürften allenfalls zu einer Akzentuierung der (dissozial impo-
nierenden) Symptomatik beigetragen haben.

Gemäss Gutachter bestehen diese Störungen beim Beschuldigten weiterhin. Es 
bestehen keinerlei Hinweise darauf, dass sich die Symptomatik seit der Verfassung 
des Gutachtens verändert hätte. Der Beschuldigte befand sich in Untersuchungs- 
und Sicherheitshaft, ohne dass er eine Therapie besucht oder an einem Beschäfti-
gungsprogramm teilgenommen hätte. Einen freiwilligen vorzeitigen Massnahmen-
antritt beantragte er nicht. Es kann somit nach wie vor auf die schlüssige und nach-
vollziehbare Gutachtergrundlage abgestellt werden. Die vom Gutachter beschrie-
bene Symptomatik bzw. das Störungsbild bewertet die Kammer als schwere psy-
chische Störung im Sinne von Art. 59 Abs. 1 bzw. Art. 63 Abs. 1 StGB. 

Die Anordnung einer Massnahme erfordert, dass der Beschuldigte Taten begangen 
hat, die mit seiner Störung in Zusammenhang stehen. Die gemäss der Faktenlage 
bestehende grundsätzliche Bereitschaft des Beschuldigten zu dissozialem Verhal-
ten wird durch die Diagnose des Gutachters bestätigt. Es lässt sich somit sagen, 
dass die begangenen Straftaten durchaus in Zusammenhang mit der psychischen 
Störung des Beschuldigten stehen. 

Sodann muss zu erwarten sein, dass mit der Massnahme der Gefahr weiterer mit 
der Störung in Zusammenhang stehender Taten begegnet werden kann, d.h. es 
muss eine mit der Störung in Zusammenhang stehende Rückfallgefahr bestehen 
sowie ein Behandlungsbedürfnis und die Behandlungsmöglichkeit des Täters be-
jaht werden können.

26. Rückfallgefahr

Gemäss Gutachten ist die Rückfallgefahr zu bejahen. Es sei von einer hohen 
Wahrscheinlichkeit auszugehen, dass der Beschuldigte zukünftig bei Gelegenheit 
wieder Cannabis konsumieren werde. Weitere Delikte ähnlich der bisherigen Straf-
taten (insbesondere Eigentumsdelikte, SVG-Delikte) seien ebenfalls mit einer rela-
tiv hohen Wahrscheinlichkeit zukünftig zu erwarten. Diese hingen jedoch auch vom 
gegensteuernden Risikomanagement mit Entwicklung von neuen prosozialen Grati-
fikationselementen ab (HA II, pag. 551). 

Es ist somit von einer erheblichen Rückfallgefahr des Beschuldigten für Widerhand-
lungen gegen das BetmG und das SVG sowie für Vermögensdelikte auszugehen. 
Allerdings steht diese Rückfallgefahr gemäss Gutachter nicht allein in Zusammen-
hang mit der Behandlung der psychischen Störung des Beschuldigten, sondern 
auch mit seiner sozialen und beruflichen Integration.

27. Behandlungsbedürfnis und -möglichkeit

Der Gutachter schreibt, es gebe bis zu einem gewissen Grad für die festgestellten 
psychischen Störungen bzw. die Suchtproblematik Behandlungen. Insbesondere 
durch die zusätzliche Entwicklung prosozialer Verhaltensalternativen lasse sich der 
Gefahr neuerlicher Straftaten bis zu einem gewissen Grad begegnen (HA II, pag. 
552). Dasselbe wird auch mit anderen Worten beschrieben: Neben der Psychothe-
rapie seien insbesondere die Arbeits- und Wohnsituation und der soziale Emp-

25

fangsraum legalprognostisch entscheidend (HA II, pag. 546). Die Behandlung sollte 
gemäss Gutachter langfristig angelegt sein und eben nebst psychotherapeutischen 
Elementen Bewährungshilfe und Unterstützung in weiteren psychosozialen Gebie-
ten beinhalten (wie namentlich Arbeit, Wohnen, Tagesstruktur und Peer-Group 
bzw. sozialer Empfangsraum). In Zusammenhang mit dem den Beschuldigten 
scheinbar beruhigenden Cannabiskonsum und unterstützend sollte auch eine Psy-
chopharmakotherapie erneut geprüft und mit dem Beschuldigten besprochen wer-
den (HA II, pag. 552). 

Es bestehen somit durchaus ein Behandlungsbedürfnis des Beschuldigten als auch 
Behandlungsmöglichkeiten. Allerdings bezieht sich beides nach dem Gutachten 
nicht nur auf psychotherapeutische Massnahmen.

Die Verteidigung spricht von einer tiefgreifenden Ablehnung des Beschuldigten ge-
genüber einer stationären Massnahme. Die bereits in Jahr 2015 durch den Gutach-
ter festgestellte Skepsis des Beschuldigten gegenüber einer stationären Massnah-
me habe sich seither noch verstärkt. Dies insbesondere auch deshalb, weil die 
durch den Gutachter in Aussicht gestellte und empfohlene Lockerung im erstin-
stanzlichen Urteil in keiner Weise Niederschlag gefunden habe (pag. 1214).

28. Geeignete Massnahme(n)

Der Gutachter schildert zwei mögliche Betreuungssettings für den Beschuldigten: 
Ein ambulantes und ein stationäres. Zum einen sei ein engmaschiges ambulantes 
therapeutisches Setting mit Bewährungshilfe, regelmässigen psychotherapeuti-
schen Terminen und insbesondere geregelter Tagesstruktur (mit u.a. klarer Rege-
lung der Arbeitstätigkeit und der Wohnsituation) möglich (HA II, pag. 574). Die an-
dere Möglichkeit sei eine stationäre therapeutische Massnahme nach Art. 59 StGB. 
Der Cannabiskonsum des Beschuldigten nehme insgesamt keine wesentliche 
Komponente ein, so dass eine kombinierte Massnahme (Art. 59 und 60 StGB) nicht 
zwingend erscheine. Eine stationäre Massnahme gemäss Art. 59 StGB könnte in 
geeigneter Weise beispielsweise im Massnahmenzentrum St. Johannsen durchge-
führt werden. In einem derartig geschützten Rahmen könnte man den Beschuldig-
ten gemäss Gutachter auf verlässlichere Art auf sein Leben in (zunehmender) Frei-
heit und mit neuen (prosozialen) Strategien vorbereiten. Es sei aus gutachterlicher 
Sicht wichtig, dass die therapeutische Weiterbetreuung des Beschuldigten nachhal-
tigen Charakter habe. Für zukünftige Betreuungssettings sei ein relativ straffer 
Rahmen wichtig. Andererseits sollte auch dem Autonomiebestreben des Beschul-
digten Rechnung getragen werden. Am ehesten könne bei diesen unterschiedli-
chen Bedürfnissen ein formaljuristischer Rahmen (nach Art. 59 StGB) in einem re-
lativ offenen Massnahmenzentrum aus legalprognostischer und therapeutischer 
Sicht zweckmässig und sinnvoll sein. Es erscheine wichtig zu erwähnen, dass im 
Zusammenhang mit allfälligem Cannabiskonsum und entsprechend positiver Urin-
probe dieser nicht dermassen sanktioniert werden sollte, dass die grundsätzlichen 
erreichten Vollzugslockerungen deshalb sistiert oder rückgängig gemacht würden. 
Falls das urteilende Gericht sich für ein engmaschiges ambulantes Setting im 
Rahmen eines Art. 63 StGB mit allenfalls zusätzlich zivilrechtlicher Unterstützung 
entscheide, sollte aus gutachterlicher Sicht spätestens bei Nichtbewährung in die-

26

sem Setting eine stationäre Massnahme gemäss Art. 59 StGB gewählt werden (HA 
II, pag. 548 f.). Legalprognostisch sei eine ambulante Massnahme mit einer viel 
grösseren Unsicherheit verbunden als eine stationäre Massnahme. Mit Lockerun-
gen dürfe nicht zu lange zugewartet werden (HA II, pag. 553). 

Der Gutachter hielt weiter fest, dass der Beschuldigte durch seine dissoziale Per-
sönlichkeitsstörung in seiner Persönlichkeitsentwicklung erheblich gestört sei und 
diese Störung im Zusammenhang mit seinen Straftaten stehe. Er halte eine Mass-
nahme für junge Erwachsene im Sinne von Art. 61 StGB allerdings für weniger 
zweckmässig als eine Massnahme nach Art. 59 StGB. Der Beschuldigte habe be-
reits eine solche Massnahme absolviert und sei dabei relativ schnell wieder rückfäl-
lig geworden. Zudem brauche es nebst den sozialtherapeutischen Massnahmen 
weitere Massnahmen wie Aufbau eines (pro)sozialen Empfangsraums sowie Siche-
rung einer Tagesstruktur mit geklärter Arbeits- und Wohnsituation (HA II, pag. 554 
f.).

Gestützt auf das massgebliche Gutachten kommen somit sowohl eine stationäre 
Massnahme nach Art. 59 StGB als auch eine ambulante Massnahme nach Art. 63 
StGB in Frage. Die gesetzlichen Voraussetzungen für beide Massnahmen sind ge-
geben. So ist schliesslich in Beachtung des Verhältnismässigkeitsprinzips zu prü-
fen, welche der beiden Massnahmen im vorliegenden Fall aufgrund der Umstände 
angemessen erscheint.

29. Verhältnismässigkeit

Ein staatlicher Eingriff darf in sachlicher, räumlicher, zeitlicher und personeller Hin-
sicht nicht einschneidender sein als notwendig (MARIANNE HEER, in: Basler Kom-
mentar, Strafrecht I, 3. Aufl. 2013, N 34 zu Art. 56 StGB). Eine stationäre Mass-
nahme nach Art. 59 StGB greift im Vergleich zu einer ambulanten Massnahme viel 
stärker in das Grundrecht der persönlichen Freiheit (Art. 10 Abs. 2 der Bundesver-
fassung [BV; SR 101]) des Betroffenen ein. Ein solcher Eingriff hat dem Gebot der 
Verhältnismässigkeit zu entsprechen (Art. 36 Abs. 2 und 3 BV). Der Verhältnismäs-
sigkeitsgrundsatz verlangt, dass die Sicherheitsbelange der Allgemeinheit und der 
Freiheitsanspruch des Betroffenen im Einzelfall gegeneinander abgewogen werden 
(Urteil des Bundesgerichts 6B_513/2017 vom 24. August 2017 E. 2.4 mit Hinweis 
auf BGE 142 IV 105 E. 5.4). Es kommt insbesondere darauf an, ob und welche 
Straftaten vom Massnahmeunterworfenen drohen, wie ausgeprägt das Mass der 
Gefährdung ist und welches Gewicht den bedrohten Rechtsgütern zukommt (Urteil 
des Bundesgerichts 6B_513/2017 vom 24. August 2017 E. 2.4 mit Hinweis auf das 
Urteil 6B_109/2013 vom 19. Juli 2013 E. 4.4.3). Die Vorinstanz hat sich zu diesem 
zentralen Grundsatz bei der Anordnung einer stationären Massnahme nicht explizit 
geäussert.

Der Beschuldigte war im Tatzeitpunkt 23 respektive 24 Jahre alt. Heute ist er 26-
jährig. Seit dem 27. November 2014 befindet er sich – abgesehen von einem kurz-
en Unterbruch – in Untersuchungs- bzw. Sicherheitshaft. Er hat somit bald drei 
Jahre seiner vierjährigen Freiheitsstrafe abgesessen. Beim Beschuldigten waren in 
der Vergangenheit bereits Kindesschutzmassnahmen und Schutzmassnahmen für 
jugendliche Straftäter getroffen worden. In Anwendung des Erwachsenenstraf-

27

rechts wurden bisher keine Massnahmen für ihn angeordnet. Der Beschuldigte hat 
bisher vorwiegend Eigentumsdelikte und SVG-Delikte begangen. Letztere können 
zwar unter Umständen nicht nur eine abstrakte, sondern auch eine konkrete 
Fremdgefährdung beinhalten. Dennoch lässt sich diese Art von Delikten nicht ver-
gleichen mit Gewalt- oder Sexualstraftaten, die direkt auf die körperliche oder se-
xuelle Integrität von andern Menschen gerichtet sind und daher weit schwerwie-
gender erscheinen. Der Beschuldigte ist bisher nicht gewalttätig in Erscheinung ge-
treten. Vom Beschuldigten geht in erster Linie die Gefahr aus, dass Straftaten ge-
gen das Vermögen verübt werden. Für das höchste Rechtsgut der körperlichen 
Unversehrtheit von Drittpersonen besteht einzig durch Widerhandlungen im Stras-
senverkehr eine (indirekte) Gefährdung. 

Der Gutachter ist der Ansicht, eine stationäre Massnahme sei aus legalprognosti-
scher Sicht mit weniger Unsicherheiten verbunden als eine ambulante Massnahme. 
Es fragt sich, ob diese Feststellung sich auch auf den Zeitpunkt nach dem Durch-
laufen einer stationären Massnahme bezieht oder ob damit vordergründig die höhe-
re Sicherheit während des Massnahmenvollzugs aufgrund des geschlossenen 
Rahmens bei einer stationären Massnahme, der einen Rückfall aus praktischen 
Gründen verhindert, gemeint ist. Um die Rückfallgefahr des Beschuldigten langfris-
tig zu mindern, ist – wie vom Gutachter wiederholt und mit Nachdruck ausgeführt – 
entscheidend, dass am Ende eine deliktsfreie Struktur mit Wohnen, Arbeiten und 
Therapie in Freiheit geschaffen werden kann. 

Für eine stationäre Massnahme ist beim Beschuldigten derzeit keinerlei Motivation 
vorhanden. Die fehlende Motivation ist kein Grund, um von der Anordnung einer 
Massnahme abzusehen, vermag aber dennoch deren Erfolgschancen stark zu be-
einträchtigen. Zudem gewichtet der Gutachter das Autonomiebedürfnis des Be-
schuldigten sehr hoch, weist auf die Wichtigkeit von klaren Zeithorizonten und ra-
schen Lockerungen hin und empfiehlt einen möglichst offenen Massnahmenvoll-
zug. Erfahrungsgemäss ist in der Praxis eine solche rasche, lineare und offene 
Vollzugsweise im Rahmen einer stationären Massnahme kaum möglich. Dem Au-
tonomiebedürfnis des Beschuldigten könnte wohl eher nicht genügend Rechnung 
getragen werden. Nach Ansicht der Kammer ist eine ambulante Massnahme, die 
im Rahmen eines betreuten Wohnens und Arbeit mit klarer Tagesstruktur von der 
Bewährungshilfe eng begleitet wird, nicht zum Vornherein weniger erfolgsverspre-
chend als eine stationäre Massnahme.

Schliesslich bestehen bei beiden Massnahmen prognostische Unsicherheiten. Ein-
zig während der Durchführung der Behandlung ist die Rückfallgefahr aufgrund des 
damit einhergehenden Freiheitsentzugs bei einer stationären Massnahme klar tie-
fer. Insbesondere die Art der vom Beschuldigten zu erwartenden Straftaten recht-
fertigt trotz bestehender Unsicherheiten keinen übermässigen Eingriff in seine per-
sönliche Freiheit. Unter dem Aspekt der Verhältnismässigkeit ist vorliegend die mil-
dere Massnahme, also eine ambulante anzuordnen. Der Beschuldigte erhält da-
durch in seinem jungen Alter nochmals die (vielleicht letzte) Chance, in einem am-
bulanten Setting in Freiheit ein deliktfreies Leben zu führen. 

28

30. Anzuordnende Massnahme und Bewährungshilfe

Zusammenfassend liegt beim Beschuldigten eine psychische Störung von erhebli-
cher Schwere vor, die mit den von ihm begangenen Straftaten in Zusammenhang 
steht. Es besteht ein erhöhtes einschlägiges Rückfallrisiko, welchem aber gemäss 
gutachterlichen Erkenntnissen (auch) mittels einer ambulanten psychiatrischen Be-
handlung gemäss Art. 63 StGB begegnet werden kann. Eine solche erscheint not-
wendig, geeignet, zweckmässig und ausreichend. Die Anordnung einer ambulanten 
Massnahme ist in Anbetracht der begangenen und zu erwartenden Straftaten so-
wie der Tatsache, dass kein (noch) milderes Mittel besteht, auch verhältnismässig. 
Folglich sind die Voraussetzungen gemäss Art. 63 i.V.m. Art. 56 StGB erfüllt und es 
wird eine ambulante Massnahme nach Art. 63 StGB angeordnet. Der Vollzug und 
die genaue Ausgestaltung der ambulanten Massnahme liegen in der Zuständigkeit 
der Vollzugsbehörde (vgl. BGE 134 IV 246 E. 3.3). Die Empfehlungen zur Ausge-
staltung der ambulanten Massnahme des forensisch-psychiatrischen Gutachtens 
sind dabei möglichst umfassend zu berücksichtigen. 

Nach Art. 63 Abs. 2 Satz 2 StGB besteht die Möglichkeit, für die in Freiheit zu voll-
ziehende ambulante Massnahme Bewährungshilfe anzuordnen und Weisungen zu 
erteilen. Diese Möglichkeit besteht unabhängig davon, ob der Strafvollzug zuguns-
ten der Massnahme aufgeschoben wird oder nicht. Gemäss Botschaft zur Ände-
rung des Schweizerischen Strafgesetzbuches (Allgemeine Bestimmungen, Ein-
führung und Anwendung des Gesetzes) und des Militärstrafgesetzes sowie zu ei-
nem Bundesgesetz über das Jugendstrafrecht vom 21. September 1998 stellen 
Bewährungshilfe und Weisungen eine besondere Art von flankierenden Massnah-
men dar, die der Verminderung der Rückfallgefahr während einer Probezeit (vgl. 
Art. 44 Abs. 2, 62 Abs. 3 und 64a Abs. 1 und 87 Abs. 2 des E [Entwurf StGB]) oder 
während einer ambulanten Behandlung in Freiheit (Art. 63 Abs. 2 E) dienen (BBl 
1999 2126). Das Zürcher Obergericht hat in Fällen von schuldunfähigen Personen, 
die nicht zu einer Freiheitsstrafe verurteilt werden konnten, in Anwendung von Art. 
63 Abs. 2 StGB (analog) die Anordnung einer ambulanten Massnahme mit der An-
ordnung von Bewährungshilfe verbunden (Urteile des Obergerichts des Kantons 
Zürich SB 160034 vom 20. Mai 2016 und SB 120501 vom 16. April 2013). Vorlie-
gend würde es sich – nachdem der Beschuldigte seine Freiheitsstrafe erstanden 
hat bzw. aus der Haft entlassen wird – um einen ambulanten Massnahmenvollzug 
in Freiheit handeln (vgl. nachfolgend Ziff. 31 bezüglich Strafaufschub). Die Kammer 
ordnet somit für die Dauer der ambulanten Behandlung des Beschuldigten Be-
währungshilfe an. Im Hinblick auf seine Haftentlassung ist insbesondere der soziale 
Empfangsraum zweckmässig vorzubereiten und danach weiterhin umfassende 
Bewährungshilfe zu leisten (nötigenfalls verbunden mit weiteren stützenden Mass-
nahmen).

31. Kein Strafaufschub

Sind die Voraussetzungen sowohl für eine Strafe als auch für eine Massnahme er-
füllt, ordnet das Gericht gemäss Art. 57 Abs. 1 StGB grundsätzlich beide Sanktio-
nen an. Das Gericht kann aber den Vollzug einer zugleich ausgesprochenen unbe-
dingten Freiheitsstrafe aufschieben, um der Art der Behandlung Rechnung zu tra-

29

gen (Art. 63 Abs. 2 StGB). Gemäss Bundesgericht rechtfertigt sich ein Aufschub 
nur, wenn die ambulante Therapie (ausserhalb des Strafvollzugs) im konkreten 
Einzelfall aktuelle und günstige Bewährungsaussichten eröffnet, die durch den 
Strafvollzug zunichte gemacht oder erheblich vermindert würden (TRECHSEL/PAUEN 
BORER, in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskom-
mentar, 2. Aufl. 2013, N 6 zu Art. 63 StGB, mit Verweis auf BGE 129 IV 261 E. 4.1 
f. und weitere Rechtsprechung des Bundesgerichts).

Der Beschuldigte wurde zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt. Gemäss 
Gutachter kann eine ambulante Behandlung beim Beschuldigten auch vollzugsbe-
gleitend durchgeführt werden (HA II, pag. 547 und 554). Damit sind die Vorausset-
zungen zum Aufschub des Strafvollzugs zu Gunsten der ambulanten Massnahme 
nicht gegeben. Der Beschuldigte hat sodann aufgrund der langen Untersuchungs- 
und Sicherheitshaft bereits einen bedeutenden Teil der ausgesprochenen Frei-
heitsstrafe absolviert. Während dem Vollzug der verbleibenden Freiheitsstrafe ist 
somit zeitnah mit der ambulanten Massnahme zu beginnen. Wichtig ist, die restli-
che Zeit des Strafvollzuges zu nutzen, um ein geeignetes Anschlusssetting mit ei-
ner geregelten, betreuten Wohnsituation und einer klaren Tagesstruktur mit pas-
sender Arbeit zu organisieren, damit der Berufungsführer dereinst in einen mög-
lichst günstigen Empfangsraum aus dem Strafvollzug entlassen werden kann, wo-
bei die ambulante Massnahme solange erforderlich weiterzuführen sein wird.

VI. Kosten und Entschädigung

32. Verfahrenskosten

Die beschuldigte Person trägt die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird (Art. 
426 Abs. 1 StPO). Fällt die Rechtsmittelinstanz selber einen neuen Entscheid, so 
befindet sie darin auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 
428 Abs. 3 StPO). Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach 
Massgabe ihres Obsiegens und Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO).

Der Beschuldigte wird wie in erster Instanz schuldig erklärt. Die Auferlegung der 
erstinstanzlichen Verfahrenskosten an den Beschuldigten, insgesamt bestimmt auf 
CHF 33‘289.70, wird bestätigt. Vor oberer Instanz dringt der Beschuldigte mit sei-
nen Anträgen vollständig durch und gilt daher als obsiegend. Die oberinstanzlichen 
Verfahrenskosten, bestimmt auf CHF 3‘000.00, sind daher vom Kanton Bern zu 
tragen (Art. 5 i.V.m. Art. 24 Bst. b des Verfahrenskostendekrets [VKD; BSG 
161.12]).

33. Entschädigung der amtlichen Verteidigung

Das von der Vorinstanz bemessene Honorar für die amtliche Verteidigung des Be-
schuldigten durch Rechtsanwalt B.________ vor erster Instanz, inklusive Rück- 
und Nachzahlungspflicht des Beschuldigten, wird bestätigt. Die Entschädigung für 
die amtliche Verteidigung vor oberer Instanz wird gemäss der eingereichten ange-
messenen Kostennote von Rechtsanwalt B.________ vom 23. August 2017 (pag. 
1225 f.) bestimmt. Entsprechend der Tragung der oberinstanzlichen Verfahrens-

30

kosten durch den Kanton Bern entfällt hier die Rück- und Nachzahlungspflicht des 
Beschuldigten (Art. 135 Abs. 4 StPO e contrario).

VII. Verfügungen

34. Sicherheitshaft

Die Kammer hat den Beschuldigten zu einer zu vollziehenden Freiheitsstrafe von 
vier Jahren verurteilt. Der dringende Tatverdacht ist aufgrund der rechtskräftigen 
und oberinstanzlich bestätigten Schuldsprüche erstellt. Zudem sind die Haftgründe 
der Fluchtgefahr und der Wiederholungsgefahr gemäss Art. 221 Abs. 1 Bst. b und c 
StGB nach wie vor gegeben. Es hat seit dem Ergehen der bisherigen Haftentschei-
de keine Veränderung der Verhältnisse stattgefunden (vgl. zuletzt Entscheid der 
Vorinstanz vom 8. März 2017, pag. 914 ff.). Trotz Anrechnung von insgesamt 1040 
Tagen Untersuchungs- und Sicherheitshaft bleibt damit noch über ein Jahr Frei-
heitsstrafe zu vollziehen. Zur Sicherung des Vollzugs hat der Beschuldigte in Si-
cherheitshaft zu verbleiben. Ersatzmassnahmen sind in der Vergangenheit ge-
scheitert. Die Verhältnismässigkeit bleibt somit gewahrt.

35. Einziehungen, DNA-Profil und biometrische erkennungsdienstliche Daten

Die Verfügungen über die beschlagnahmten Gegenstände sind unangefochten ge-
blieben und damit rechtskräftig (Ziff. IV.2.+3. des erstinstanzlichen Urteils).

Die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils (PCN-Nr. .________) ist 
nach Ablauf der Frist durch das zuständige Bundesamt einzuholen (Art. 16 Abs. 4 
DNA-ProfilG).

Die Zustimmung zur Löschung der erhobenen biometrischen erkennungsdienstli-
chen Daten ist nach Ablauf der Frist durch die Auftrag gebende Behörde einzuho-
len (Art. 17 Abs. 4 i.V.m. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer 
erkennungsdienstlicher Daten).

31

VIII. Dispositiv

Die 1. Strafkammer erkennt:

I.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Regionalgerichts Oberland (Kollegialgericht) vom 
9. November 2016 insoweit in Rechtskraft erwachsen ist, als

a.

A.________ freigesprochen wurde:

1. von der Anschuldigung des Diebstahls, angeblich banden- und gewerbsmässig be-
gangen gemeinsam mit C.________, teilweise D.________

1.1. in der Zeit von 25.11.2014, ca. 17:15 Uhr bis 26.11.2014, ca. 07:45 Uhr in Ue-
tendorf, Schulrainstrasse, z.N. N.________, (Deliktsbetrag: CHF 102.00);

1.2. in der Zeit von 26.11.2014, ca. 13:00 Uhr bis 27.11.2014, ca. 07:40 Uhr in Ue-
tendorf, Schulrainstrasse, z.N. N.________ (Deliktsbetrag: CHF 400.00);

1.3. in der Zeit von 26.11.2014, ca. 19:30 Uhr und 27.11.2014, ca. 09:15 Uhr in Oey, 
Burgholz .________ z.N. O.________, (Deliktsbetrag: CHF 100.00);

2. von der Anschuldigung der Sachbeschädigung, angeblich begangen teilweise ge-
meinsam mit C.________

2.1. in der Zeit zwischen 23.08.2014, ca. 23:00 Uhr und 03.09.2014, ca. 14:40 Uhr in  
Scharnachtal, Thun und Frutigen z.N. P.________ (Sachschaden: 
CHF 6‘024.25);

2.2. in der Zeit von 24.11.2014, ca. 11:00 Uhr bis 27.11.2014, ca. 09:00 Uhr in Sig-
riswil, Sigriswilstrasse .________, z.N. Q.________ (geringfügig Sachschaden 
CHF 40.00);

2.3. in der Zeit von 25.11.2014, ca. 20:00 Uhr bis 26.11.2014, ca. 18:00 Uhr in Fruti-
gen, Parallelstrasse .________ und Spiez, Faulenbachweg .________ z.N. 
R.________ (Sachschaden: CHF 3‘643.65);

2.4. in der Zeit von 25.11.2014, ca. 17:15 Uhr bis 26.11.2014, ca. 07:45 Uhr in Ue-
tendorf, Schulrainstrasse, z.N. N.________ (Sachschaden: CHF 500.00);

2.5. in der Zeit von 26.11.2014, ca. 13:00 Uhr bis 27.11.2014, ca. 07:40 Uhr in Ue-
tendorf, Schulrainstrasse, z.N. N.________ (geringfügig Sachschaden CHF 
100.00);

2.6. in der Zeit von 26.11.2014, ca. 19:30 Uhr und 27.11.2014, ca. 09:15 Uhr in Oey, 
Burgholz .________ z.N. O.________ (Sachschaden: CHF 650.00);

32

3. von der Anschuldigung des Hausfriedensbruchs, angeblich gemeinsam begangen 
mit C.________, teilweise mit D.________

3.1. in der Zeit von 20.11.2014, ca. 23:55 Uhr bis 21.11.2014, ca. 08:00 Uhr in Rüti b. 
Riggisberg, Neuhaus .________, und Strecke Rüti b. Riggisberg – Rüschegg, 
z.N. S.________; 

3.2. in der Zeit von 25.11.2014, ca. 17:15 Uhr bis 26.11.2014, ca. 07:45 Uhr in Ue-
tendorf, Schulrainstrasse, z.N. N.________; 

3.3. in der Zeit von 26.11.2014, ca. 13:00 Uhr bis 27.11.2014, ca. 07:40 Uhr in Ue-
tendorf, Schulrainstrasse, z.N. N.________;

4. von der Anschuldigung der Pornografie, angeblich begangen bzw. festgestellt am 
25.03.2015 in T.________;

5. von der Anschuldigung der Hinderung einer Amtshandlung, angeblich mehrfach 
begangen

5.1. am 27.11.2014, ca. 10:30 Uhr in Frutigen, Amthausgasse 2, Polizeiwache;

5.2. am 27.11.2014, ca. 14:00 Uhr in Thun, Allmendstrasse 34, Regionalgefängnis;

6. von der Anschuldigung der Entwendung eines Motorfahrzeugs zum Gebrauch, 
Führen eines und Mitfahren in einem zuvor entwendeten Fahrzeug, angeblich 
begangen gemeinsam mit C.________ in der Zeit von 25.11.2014, ca. 20:00 Uhr bis 
26.11.2014, ca. 18:00 Uhr in Frutigen, Parallelstrasse .________ und Spiez, Faulen-
bachweg .________ sowie Strecke Frutigen – Spiez sowie auf unbekannten Strecken 
(ca. 400km)  z.N. R.________;

7. von der Anschuldigung des Fahrens ohne Berechtigung in der Zeit von 26.11.2014, 
ca. 19:30 Uhr und 27.11.2014, ca. 09:15 Uhr in Oey, Burgholz .________, Strecke 
Oey-Diemtigen – Uetendorf – Spiez – Frutigen;

8. von der Anschuldigung des Missbrauchs von Ausweisen und Schildern, mehrfach 
begangen teilweise mit C.________ und D.________

8.1. in der Zeit von 22.11.2014 ca. 15:00 Uhr bis 26.11.2014, ca. 10:00 Uhr in Uebe-
schi, Hubeli .________; 

8.2. in der Zeit von 22.11.2014 ca. 15:00 Uhr und 04.12.2014, ca. 17:45 Uhr in Ue-
tendorf, Hohlengasse .________ und Thun, Seestrasse .________

8.3. zwischen 24.11.2014 ca. 11:00 Uhr und 27.11.2014, ca. 09:00 Uhr in Sigriswil, 
Sigriswilstrasse .________;

ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten.

b.

A.________ schuldig erklärt wurde:

33

1. des Diebstahls, bandenmässig begangen gemeinsam mit C.________ und 
D.________ 

1.1 in der Zeit von 14.11.2014 ca. 21:00 Uhr bis 15.11.2014, ca. 18:45 Uhr in Fruti-
gen und Thun, z.N. von U.________ (Deliktsbetrag: CHF 518.00);

1.2. in der Zeit von 17.11.2014 ca. 19:00 Uhr bis 22.11.2014, ca. 08:00 Uhr in Fau-
lensee, Frutigen und Thun, z.N. V.________ (Deliktsbetrag: CHF 540.00); 

1.3. in der Zeit von 17.11.2014 ca. 15:00 Uhr bis 18.11.2014, ca. 19:45 Uhr in Fruti-
gen, Spiez, z.N. W.________ GmbH (Deliktsbetrag: CHF 480.00);

1.4. in der Zeit von 17.11.2014, ca. 13:15 Uhr bis 18.11.2014, ca. 07:45 Uhr in 
Spiez, Thunstrasse .________, z.N. X.________ GmbH, (Deliktsbetrag: CHF 
3‘806.00);

1.5. in der Zeit von 19.11.2014 ca. 21:00 Uhr bis 22.11.2014, ca. 17:15 Uhr in Wat-
tenwil, Blumensteinstrasse .________ und in Grünen, Lützelflüh, Oberdiess-
bach, Rüti, Aeschi, Reutigen, Faulensee, Krattigen, Wimmis, Scharnachtal, Fru-
tigen  z.N. Y.________ AG, (Deliktsbetrag: CHF 1‘235.00);

2. der Sachbeschädigung,  mehrfach und gemeinsam begangen mit C.________ und 
D.________ 

2.1. in der Zeit von 14.11.2014 ca. 21:00 Uhr bis 15.11.2014, ca. 18:45 Uhr in Fruti-
gen und Thun, z.N. Z.________ (Sachschaden: CHF 6‘500.00);

2.2. in der Zeit von 17.11.2014 ca. 19:00 Uhr bis 22.11.2014, ca. 08:00 Uhr in Fau-
lensee, Frutigen, Thun, Spiez und Wattenwil z.N. V.________ (qualifizierte 
Tatbegehung: Sachschaden CHF 15‘300.00);

2.3. in der Zeit von 19.11.2014 ca. 21:00 Uhr bis 22.11.2014, ca. 17:15 Uhr in Wat-
tenwil, Blumensteinstrasse .________ und in Grünen, Lützelflüh, Oberdiess-
bach, Rüti, Aeschi, Reutigen, Faulensee, Krattigen, Wimmis, Scharnachtal, Fru-
tigen  z.N. Y.________ AG (qualifizierte Tatbegehung: Sachschaden CHF 
33‘950.00);

2.4. in der Zeit von 19.11.2014, ca. 22:00 Uhr bis 20.11.2014, ca. 04:40 Uhr in Ae-
schi, Mülenenstrasse .________, z.N. AA.________ (Sachschaden: 
CHF 1‘000.00);

2.5. in der Zeit von 19.11.2014, ca. 16:30 Uhr bis 20.11.2014, ca. 08:45 Uhr in Grü-
nen, Haldenstrasse .________, z.N. Stiftung E.________ (Sachschaden: 
CHF 500.00);

2.6. in der Zeit von 19.11.2014, ca. 18:00 Uhr bis 20.11.2014, ca. 07:45 Uhr in Lüt-
zelflüh-Goldbach, Bahnhofstrasse .________, z.N. Stiftung E.________ (Sach-
schaden: CHF 1‘000.00);

2.7. in der Zeit von 19.11.2014, ca. 23:30 Uhr bis 20.11.2014, ca. 09:55 Uhr in Ober-
diessbach, Thunstrasse .________, z.N. AB.________ (Sachschaden: 
CHF 2‘000.00);

34

2.8. in der Zeit von 20.11.2014, ca. 23:55 Uhr bis 21.11.2014, ca. 08:00 Uhr in Rüti b. 
Riggisberg, Neuhaus .________, und Strecke Rüti b. Riggisberg – Rüschegg, 
z.N. S.________ (qualifizierte Tatbegehung: Sachschaden CHF 10‘500.00);

2.9. in der Zeit von 21.11.2014, ca. 18:30 Uhr bis 22.11.2014, ca. 12:00 Uhr in Fau-
lensee, Interlakenstrasse .________, z.N. AC.________ AG (Sachschaden: 
CHF 1‘000.00);

2.10. in der Zeit von 22.11.2014, ca. 00:30 Uhr bis 22.11.2014, ca. 06:45 Uhr in Reuti-
gen, Simmentalstrasse .________, z.N. AD.________ (Sachschaden: 
CHF 2‘000.00);

2.11. in der Zeit von 22.11.2014, ca. 00:45 Uhr bis 22.11.2014, ca. 07:15 Uhr in Kratti-
gen, Spiezstrasse .________, z.N. AE.________ (Sachschaden: CHF 615.00);

2.12. in der Zeit von 22.11.2014, ca. 01:00 Uhr bis 22.11.2014, ca. 07:45 Uhr in Wim-
mis, Hauptstrasse .________, z.N. AF.________ (Sachschaden: CHF 500.00);

3. der Beschimpfung, mehrfach begangen

3.1. am 27.11.2014, ca. 10:30 Uhr ca. 14:00 Uhr in Frutigen, Amthausgasse 2, Poli-
zeiwache, z.N. AG.________, AH.________ und AI.________;

3.2. am 27.11.2014, ca. 14:00 Uhr in Thun, Allmendstrasse 34, Regionalgefängnis, 
z.N. AJ.________ und AH.________;

3.3. am 10.12.2014, ca. 08:40 Uhr in Thun, Allmendstrasse 18, Polizeiwache z.N. 
AK.________ und AL.________;

4. des Hausfriedensbruchs, mehrfach begangen

4.1. in der Zeit von 19.11.2014, ca. 22:00 Uhr bis 20.11.2014, ca. 04:40 Uhr in Ae-
schi, Mülenenstrasse .________, z.N. AM.________;

4.2. in der Zeit von 19.11.2014, ca. 16:30 Uhr bis 20.11.2014, ca. 08:45 Uhr in Grü-
nen, Haldenstrasse .________, z.N. Stiftung E.________;

4.3. in der Zeit von 19.11.2014, ca. 18:00 Uhr bis 20.11.2014, ca. 07:45 Uhr in Lüt-
zelflüh-Goldbach, Bahnhofstrasse .________, z.N. Stiftung E.________; 

4.4. in der Zeit von 19.11.2014, ca. 23:30 Uhr bis 20.11.2014, ca. 09:55 Uhr in Ober-
diessbach, Thunstrasse .________, z.N. AB.________;

4.5. in der Zeit von 21.11.2014, ca. 18:30 Uhr bis 22.11.2014, ca. 12:00 Uhr in Fau-
lensee, Interlakenstrasse .________, z.N. AC.________ AG;

4.6. in der Zeit von 22.11.2014, ca. 00:30 Uhr bis 22.11.2014, ca. 06:45 Uhr in Reuti-
gen, Simmentalstrasse .________, z.N. AD.________;

4.7. in der Zeit von 22.11.2014, ca. 00:45 Uhr bis 22.11.2014, ca. 07:15 Uhr in Kratti-
gen, Spiezstrasse .________, z.N. AE.________;

4.8. in der Zeit von 22.11.2014, ca. 01:00 Uhr bis 22.11.2014, ca. 07:45 Uhr in Wim-
mis, Hauptstrasse .________, z.N. AF.________;

35

5. der Hinderung einer Amtshandlung, begangen am 21.05.2015, ca. 19:04 Uhr in 
Thun; 

6. der qualifizierten groben Verkehrsregelverletzung, begangen am 21.05.2015, ca. 
19:04 Uhr, in Thun Strecke Regiebrücke – Regiestrasse – Allmendstrasse – Thun-
strasse – Allmendstrasse – Thierachernweg – Tempelstrasse – Pfandernstrasse – 
Verzweigung Pfandernstrasse/Bueachallme;

7. der einfachen Verkehrsregelverletzung, mehrfach begangen 

7.1. am 21.05.2015, ca. 19:04 Uhr in Thun, Strecke Regiebrücke – Regiestrasse – 
Allmendstrasse – Thunstrasse – Allmendstrasse – Thierachernweg – Tempel-
strasse – Pfandernstrasse – Verzweigung Pfandernstrasse/Bueachallme;

7.2. in der Zeit von 18.11.2014 ca. 15:00 Uhr bis 18.11.2014, ca. 19:52 Uhr in Spiez, 
Seeholzallmend;

7.3. am 22.11.2014, ca. 03:15 Uhr in Scharnachtal, Kientalstrasse;

8. der Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit, mehrfach 
begangen 

8.1. am 21.05.2015, ca. 19:04 Uhr in Thun, Verzweigung Pfandernstrasse – Buea-
challme/Bierigutstrasse; 

8.2. in der Zeit von 18.11.2014 ca. 15:00 Uhr bis 18.11.2014, ca. 19:52 Uhr in Spiez, 
Seeholzallmend;

8.3. am 22.11.2014, ca. 03:15 Uhr in Scharnachtal, Kientalstrasse; 

9. des pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall, mehrfach begangen

9.1. am 21.05.2015, ca. 19:04 Uhr in Thun, Regiestrasse;

9.2. in der Zeit von 18.11.2014 ca. 15:00 Uhr bis 18.11.2014, ca. 19:52 Uhr in Spiez, 
Seeholzallmend;

9.3. am 22.11.2014, ca. 03:15 Uhr in Scharnachtal, Kientalstrasse; 

10. der Entwendung eines Mo