# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 88151d3a-4bdd-59bd-b601-cc8d4908d9c5
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-09-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.09.2025 D-7070/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-7070-2025_2025-09-30.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-7070/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 0 .  S e p t e m b e r   

Besetzung 
 Einzelrichterin Jeannine Scherrer-Bänziger, 

mit Zustimmung von Richterin Camilla Mariéthoz Wyssen;   

Gerichtsschreiberin Anna Dürmüller Leibundgut. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Syrien, 

(…),  

Beschwerdeführerin,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Familienzusammenführung (Asyl) zugunsten von  

B._______, geboren am (…), Syrien; 

Verfügung des SEM vom 15. August 2025 / N (…). 

 

 

 

D-7070/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Mit Verfügung des SEM vom 17. November 2022 wurde die Beschwerde-

führerin als Flüchtling anerkannt und erhielt in der Schweiz Asyl. 

B.  

Am (…) brachte die Beschwerdeführerin ihre Tochter B._______ zur Welt. 

Die Kindesanerkennung durch den Kindsvater (C._______, geb. […], Is-

land) erfolgte am 7. Juli 2025. 

C.  

Mit gemeinsamer Eingabe an das SEM vom 17. März 2025 ersuchten die 

Beschwerdeführerin und der Kindsvater um Einbezug der Tochter in die 

Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführerin.  

D.  

Mit Verfügung vom 15. August 2025 – eröffnet am 20. August 2025 – lehnte 

das SEM das Gesuch um Familienasyl ab. Zur Begründung führte es aus, 

in der Schweiz geborene Kinder von Flüchtlingen würden gemäss Art. 51 

Abs. 3 AsylG (SR 142.31) zwar grundsätzlich auch als Flüchtlinge aner-

kannt, aber nur, wenn keine besonderen Umstände dagegensprächen. Der 

Umstand, dass ein Elternteil eine andere Nationalität als die gesuchstel-

lende Person habe, könne einen derartigen besonderen Umstand darstel-

len. Für den vorliegenden Fall sei festzustellen, dass der Kindsvater nicht 

Flüchtling und zudem isländischer Staatsangehöriger sei. Island gehöre zu 

den vom Bundesrat bezeichneten sicheren Drittstaaten. Das Land habe die 

Flüchtlingskonvention ratifiziert, und es sei nicht davon auszugehen, dass 

Familienangehörige in den Verfolgerstaat abgeschoben würden. Daher sei 

ein Leben in Island für die gesamte Familie als hypothetisch zulässig, zu-

mutbar und möglich zu erachten. Somit bestehe ein besonderer Grund, 

welcher es rechtfertige, der Tochter nicht Asyl zu gewähren.  

E.  

Mit Eingabe an das SEM vom 24. August 2025 – welche das SEM zustän-

digkeitshalber an das Bundesverwaltungsgericht weiterleitete (Eingang 

BVGer: 16. September 2025) – ersuchte die Beschwerdeführerin sinnge-

mäss um Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung vom 15. August 2025 

und um Einbezug der Tochter in ihre Flüchtlingseigenschaft und ihren Asyl-

status. Zur Begründung brachte sie vor, ihre Tochter lebe von Geburt an 

ausschliesslich bei ihr. Der Kindsvater lebe zwar ebenfalls in der Schweiz, 

aber getrennt von ihnen. Dessen Adresse sei die (…) in (…). Sie wolle 

D-7070/2025 

Seite 3 

nicht, dass sie von ihrer Tochter getrennt werden könnte, daher müsse ihre 

Tochter denselben Flüchtlingsstatus erhalten wie sie. Die Tochter habe ak-

tuell keine Aufenthaltsbewilligung, weshalb der Kindsvater entscheiden 

könnte, mit der Tochter nach Island zu gehen. Dadurch würde sie von ihrer 

Tochter getrennt, zumal ein Leben in Island für sie nicht machbar sei.  

F.  

Am 16. September 2025 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht den 

Eingang der Beschwerde. Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundes-

verwaltungsgericht gleichentags in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 

Abs. 6 AsylG). 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet auf dem Gebiet des Asyls 

in der Regel – und so auch hier – endgültig über Beschwerden gegen Ver-

fügungen (Art. 5 VwVG) des SEM (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31–33 VGG; 

Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, 

dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt 

(Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.2 Die Beschwerdeführerin ist als Verfügungsadressatin zur Beschwerde-

führung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht 

eingereichte Beschwerde (Art. 105 und 108 Abs. 6 AsylG, Art. 21 Abs. 2 

VwVG sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG. 

3.  

Das Bundesverwaltungsgericht kann den angefochtenen Entscheid unge-

achtet der erhobenen Rügen grundsätzlich in vollem Umfang überprüfen. 

Es stellt den Sachverhalt von Amtes wegen fest (Art. 12 VwVG) und wen-

det das Recht von Amtes wegen an (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Es ist mithin 

nicht an die Beschwerdeanträge oder die Begründung der Begehren ge-

bunden und kann den Entscheid auch aus anderen Gründen gutheissen 

oder abweisen (vgl. dazu nachfolgend E. 5.3 f.). 

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Seite 4 

4.  

4.1 Über offensichtlich begründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt, handelt es sich hier um eine solche, weshalb der Be-

schwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG). 

4.2 Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet.  

5.  

5.1 Ehegatten von asylberechtigten Flüchtlingen und deren minderjährige 

Kinder werden gemäss Art. 51 Abs. 1 AsylG ihrerseits als Flüchtlinge aner-

kannt und erhalten Asyl, wenn keine besonderen Umstände dagegenspre-

chen (vgl. BVGE 2008/47 E. 4.1.2 ff.; Art. 1a Bst. e Asylverordnung 1 

[AsylV 1]). 

5.2 Das SEM erachtet die Tatsache, dass der Kindsvater Staatsangehöri-

ger von Island – einem sicheren Drittstaat – ist, als besonderen Grund, 

welcher gegen den Einbezug des Kindes in die Flüchtlingseigenschaft der 

Beschwerdeführerin spricht, und legt dar, es sei hypothetisch zulässig, zu-

mutbar und – sowohl faktisch wie rechtlich – möglich, dass die ganze Fa-

milie nach Island ziehe, um dort zu leben.  

5.3 Diese Schlussfolgerung des SEM stützt sich offensichtlich auf die An-

nahme, die Beschwerdeführerin, das Kind und der Kindsvater bildeten eine 

Familieneinheit. Aufgrund der Aktenlage ist dies indes zu bezweifeln. Die 

Beschwerdeführerin und der Kindsvater sind nicht verheiratet, und bereits 

aus den Angaben im Gesuch um Familienasyl geht hervor, dass der Kinds-

vater an einer anderen Adresse lebt als die Beschwerdeführerin (vgl. A3). 

Ferner liegt zwar eine Kindesanerkennung vor, aber keine Regelung der 

elterlichen Sorge, weshalb davon auszugehen ist, dass nach wie vor die 

Beschwerdeführerin die alleinige elterliche Sorge hat. In der Beschwerde 

bestätigt die Beschwerdeführerin denn auch, dass das Kind ausschliess-

lich bei ihr und der Kindsvater getrennt von ihnen lebe. Insgesamt ist fest-

zustellen, dass aus den aktenkundigen Informationen zu den Lebensum-

ständen der Beschwerdeführerin, des Kindsvaters und der gemeinsamen 

Tochter nicht ohne weiteres geschlossen werden kann, es handle sich um 

eine Familie. Diese Frage hätte vom SEM vielmehr genauer abgeklärt wer-

den müssen.  

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Seite 5 

5.4 Nach dem Gesagten liegt eine unvollständige Feststellung des rechts-

erheblichen Sachverhalts vor (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG). Obwohl 

die Beschwerde grundsätzlich reformatorisch ausgestaltet ist (vgl. Art. 61 

Abs. 1 VwVG), erscheint es aufgrund der vorzunehmenden weiteren Sach-

verhaltsabklärungen angezeigt, die angefochtene Verfügung aufzuheben 

und die Sache zur vollständigen Sachverhaltsfeststellung sowie zur neuen 

Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen.  

6.  

Demnach ist die Beschwerde gutzuheissen. Die angefochtene Verfügung 

ist aufzuheben, und die Sache ist zur Vornahme von weiteren Sachver-

haltsabklärungen im Sinne der vorstehenden Erwägungen sowie zur 

neuen Entscheidung an das SEM zurückzuweisen.  

7.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben (Art. 63 

Abs. 1 und 2 VwVG). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 6 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.  

Die angefochtene Verfügung wird aufgehoben, und die Sache wird zur voll-

ständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts im Sinne der 

Erwägungen sowie zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückgewiesen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Jeannine Scherrer-Bänziger Anna Dürmüller Leibundgut 

 

 

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