# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9f406568-2583-51eb-913e-6928cfe0f7f5
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-02-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.02.2012 B-5169/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-5169-2011_2012-02-17.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung II
B­5169/2011

U r t e i l   v om   1 7 .   F e b r u a r   2 0 1 2

Besetzung Richter David Aschmann (Vorsitz),
Richter Claude Morvant; Richter Maria Amgwerd;
Gerichtsschreiber Beat Lenel;

Parteien Verein Münchener Brauereien e.V., Oskar­von­Miller­
Ring 1, DE­80333 München,  
vertreten durch Rechtsanwalt Bernard Volken, Fuhrer 
Marbach & Partner, Konsumstrasse 16 A, 3007 Bern,
Beschwerdeführer, 

gegen

Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum IGE, 
Stauffacherstrasse 65/59g, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Internationale Registrierung Nr. 871'652 ­ OKTOBERFEST­
BIER ­ Schutzverweigerung in der Schweiz.

B­5169/2011

Seite 2

Sachverhalt:

A. 
Am 5. Januar 2006 erhielt die Vorinstanz eine  "Notification" Nr. 871'652 
der  Organisation  Mondiale  de  la  Propriété  Intellectuelle  (OMPI)  zur 
Schutzausdehnung  für  die  internationale  Wortmarke  OKTOBERFEST­
BIER als Kollektiv­ oder Garantiemarke mit deutscher Basisregistrierung 
für "Bier" in der Warenklasse 32 auf die Schweiz.

B. 
Am  21.  Dezember  2006  erliess  die  Vorinstanz  eine  vollumfängliche 
provisorische Schutzverweigerung (avis de refus provisoire total), mit der 
Begründung,  dass  die  Marke  direkt  beschreibend  bezüglich  der 
Eigenschaften  der  betreffenden  Ware  und  deshalb  nicht 
unterscheidungskräftig, sowie  freihaltebedürftig  im Sinne von Art. 2  lit. a 
MschG sei. Zudem liege für die beantragte Kollektiv­ oder Garantiemarke 
kein Markenreglement vor.

C. 
Am  19.  September  2007  reichte  der  Beschwerdeführer  eine  als 
Reglement  dienende  "Zeichen­Satzung"  ein  und  machte  geltend,  dass 
unter  "Oktoberfest"  in  der  Schweiz  nur  das  traditionelle  Münchner 
Oktoberfest  auf  der  Theresienwiese  verstanden  werde  und  unter 
"Oktoberfest­Bier" das Bier, das am Münchner Oktoberfest ausgeschenkt 
werde. Es handle sich deshalb um eine indirekte Herkunftsangabe, die im 
Gegensatz zur direkten Herkunftsangabe nicht  im Gemeingut stehe. Bei 
der  Marke  "OKTOBERFEST­BIER"  handle  es  sich  um  eine 
Garantiemarke,  an  deren  Unterscheidungskraft  verminderte 
Anforderungen zu stellen seien. Es bestehe kein Freihaltebedürfnis und 
die Marke sei in Deutschland als Kollektivmarke und in der Europäischen 
Union als Individualmarke geschützt.

D. 
Mit  Schreiben  vom  26.  November  2007  hielt  die  Vorinstanz  an  der 
Schutzverweigerung fest, weil aus der Marke kein Bezug zum Münchner 
Oktoberfest  ersichtlich  sei.  Die  Marke  sei  eine  rein  sachliche, 
beschreibende  Angabe,  die  nicht  unterscheidungskräftig  und 
freihaltebedürftig  sei.  Dem  ausländischen  Eintrag  komme  keine 
präjudizierende Wirkung zu.

E. 
Mit  Schreiben  vom  6.  März  2008  verlangte  der  Beschwerdeführer  eine 

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anfechtbare Zurückweisungsverfügung, weil er davon ausgehe, dass die 
Vorinstanz nicht von der Schutzfähigkeit der Marke zu überzeugen sei.

F. 
Am  2.  Juni  2008  verfügte  die  Vorinstanz  die  vollumfängliche 
Schutzverweigerung  für  die  international  registrierte  Marke  Nr.  871'652 
OKTOBERFEST­BIER.

G. 
Am 27.  Juni  2008  erhob  der  Beschwerdeführer  gegen  diese Verfügung 
Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht.  Das  Zeichen  sei 
ausschliesslich ein Hinweis auf das weltberühmte Volksfest und daher im 
Sinne von "Bier des (Münchener) Oktoberfestes" zu verstehen. Es diene 
als Hinweis  auf  sämtliche Produzenten, welche  ihr Bier  am Oktoberfest 
ausschenkten  und  erfülle  so  die  Funktion  eines  betrieblichen 
Herkunftsnachweises.  Eventualiter  sei  das  Zeichen  mit  dem  Vermerk 
"durchgesetzte Marke" einzutragen.

H. 
Anlässlich  einer  Instruktionsverhandlung  vom  25.  November  2008 
einigten  sich  Vorinstanz  und  Beschwerdeführer  darauf,  dass  der 
Beschwerdeführer  die  Verkehrsdurchsetzung  der  Marke  mittels  einer 
demoskopischen Umfrage auf eigene Rechnung abkläre.

I. 
Aufgrund  des  Abschreibungsentscheids  des  Bundesverwaltungsgerichts 
B­4350/2008  vom  10.  Dezember  2008  teilte  der  Beschwerdeführer  mit 
Schreiben  vom  19.  Dezember  2008  der  Vorinstanz  mit,  dass  er  den 
Schutz  für  eine  Kollektivmarke  beanspruchen  und  dazu  eine 
demoskopische Umfrage durchführen möchte.

J. 
Anlässlich einer mündlichen Besprechung vom 17. März 2009 zwischen 
den  Vertretern  des  Beschwerdeführers  und  der  Vorinstanz  wurde 
vereinbart, den der Vorinstanz vorgängig eingereichten Fragenkatalog für 
die demoskopische Umfrage zu überarbeiten.

K. 
Am  7.  Juli  2009  verfügte  die  Vorinstanz  die  Wiedererwägung  ihres 
Schutzverweigerungsentscheids  vom  2.  Juni  2008,  indem  sie  dem 
Beschwerdeführer  schriftlich  mitteilte,  dass  das  Verfahren  fortgesetzt 
werde.

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L. 
Am  9.  November  2009  reichte  der  Beschwerdeführer  einen  neuen 
Fragenkatalog  ein.  Frage  1  lautete:  "Kaufen  oder  trinken  Sie  Bier  oder 
andere  alkoholische  Getränke?  (Ja,  häufig/Ja,  hin  und  wieder/Nein)"; 
Frage  2:  "Haben  Sie  die  Bezeichnung  OKTOBERFEST­BIER  im 
Zusammenhang mit Bier schon einmal gehört oder gelesen? (Ja/Kommt 
mir  bekannt  vor,  glaube  schon/Nein)";  Frage  3:  "Ist  die  Bezeichnung 
OKTOBERFEST­BIER  Ihrer  Meinung  nach  ein  Hinweis  auf  ein  oder 
mehrere  bestimmte  Unternehmen?  (Ja/Nein)",  Frage  4:  "Ist  die 
Bezeichnung  OKTOBERFEST­BIER  Ihrer  Meinung  nach  ein  Hinweis 
darauf,  dass  solche  Waren  aus  einer  bestimmten  Stadt  kommen? 
(Ja/Nein)";  Frage 5a:  "Auf welches  oder welche Unternehmen weist  die 
Bezeichnung OKTOBERFEST­BIER Ihrer Meinung nach hin?", Frage 5b: 
"Welche Stadt ist das Ihrer Meinung nach?".

M. 
Mit  Schreiben  vom  18.  Februar  2010  teilte  die  Vorinstanz  dem 
Beschwerdeführer  mit,  dass  die  vorgeschlagenen  Fragen  nach  wie  vor 
nicht  geeignet  seien,  den  Beweis  für  die  Verkehrsdurchsetzung  der 
Marke  zu  erbringen.  Die  Frage  1  dürfe  nicht  als  Filterfrage  verwendet 
werden. Frage 2 müsse auch die Antwort "weiss nicht" zulassen. Frage 3 
müsse auch die Antwort "auf gar kein Unternehmen" enthalten. Frage 5a 
sei zulässig. Fragen 4 und 5b seien unzulässig.

N. 
Am  10.  August  2010  legte  der  Beschwerdeführer  der  Vorinstanz  ein 
durch  das  LINK  Institut  im  Mai  2010  durchgeführtes  demoskopisches 
Gutachten  ins  Recht  und  ersuchte  um  Schutz  der  international 
registrierten Marke in der Schweiz als durchgesetzte Marke.

O. 
Mit  E­Mail  vom  14.  Oktober  2010  ersuchte  die  Vorinstanz  den 
Beschwerdeführer  um  weitere  Auskünfte  betreffend  zweier  Punkte  des 
eingereichten  Gutachtens.  Mit  E­Mail  vom  21.  Oktober  2010  wurden 
diese Fragen beantwortet.

P. 
Mit  Schreiben  vom  11.  November  2010  teilte  die  Vorinstanz  dem 
Beschwerdeführer mit, dass in Würdigung der demoskopischen Umfrage 
die  Verkehrsdurchsetzung  der  Marke  in  der  Schweiz  nicht  glaubhaft 
gemacht sei.

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Q. 
Mit Schreiben vom 10. Mai 2011 ersuchte der Beschwerdeführer um den 
Erlass  einer  beschwerdefähigen  Verfügung.  Daraufhin  verfügte  die 
Vorinstanz  am  4.  August  2011  die  Abweisung  des  Gesuchs  um 
Schutzausdehnung.

R. 
Am 14.  September  2011  erhob  der  Beschwerdeführer  Beschwerde  ans 
Bundesverwaltungsgericht und beantragte, die Verfügung der Vorinstanz 
vom 4. August 2011 sei aufzuheben und die internationale Registrierung 
Nr. 871'652 "OKTOBERFEST­BIER"  in der Warenklasse 32 zum Schutz 
zuzulassen.  Das  Zeichen  werde  ausschliesslich  als  Hinweis  auf  das 
weltberühmte  Volksfest  und  als  "Bier  des  (Münchener)  Oktoberfestes" 
von  den  am  Oktoberfest  teilnehmenden  Brauereien  verstanden  und 
erfülle  so  die  Funktion  eines  betrieblichen  Herkunftsnachweises.  Es 
handle  sich  um  ein  Gruppenzeichen,  das  gemäss  Zeichen­Satzung 
jedem  Münchner  Bierhersteller  für  Bier,  das  einen  Stammwürzegehalt 
von mindestens 13.5 % besitze, offenstehe. Die Umfrage zeige deutlich, 
dass  die  Befragten  den  Begriff  "OKTOBERFEST­BIER"  mit  München 
assoziierten.

S. 
Mit  Vernehmlassung  vom  28.  November  2011  äusserte  sich  die 
Vorinstanz und beantragte, die Beschwerde abzuweisen. Dabei führte sie 
aus, dass die Repräsentativität der Umfrage gewährleistet sei, jedoch der 
Anteil  der  Befragten,  die  gemäss  dieser  Umfrage  das  Zeichen 
"OKTOBERFEST­BIER" als Biermarke auffassen, derart tief sei, dass der 
Nachweis der Verkehrsdurchsetzung gescheitert sei. Es fehle der Marke 
an  originärer  Unterscheidungskraft,  wobei  es  keine  reduzierten 
Anforderungen  an  die  Unterscheidungskraft  bei  Kollektivmarken  gebe, 
und der Begriff "OKTOBERFEST­BIER" sei freihaltebedürftig.

T. 
Mit  Replik  vom  17.  Januar  2012  legte  der  Beschwerdeführer  dar,  dass 
der  Begriff  "OKTOBERFEST­BIER"  entweder  als  herstellerbezogene 
Angabe  oder  als mittelbare  geografische Angabe  zu  verstehen  sei. Der 
Schweizer  Durchschnittskonsument  verstehe  unter  "OKTOBERFEST­
BIER"  das  in München  produzierte  und  am Oktoberfest  ausgeschenkte 
Bier. Da nur die dem Beschwerdeführer angeschlossenen Gesellschaften 
dieses  herstellen  dürften,  sei  dies  als  betrieblicher  Herkunftshinweis  zu 
verstehen.

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U. 
Auf die Durchführung von weiteren mündlichen Verhandlungen haben die 
Parteien stillschweigend verzichtet.

V. 
Auf  die  weiteren  Vorbringen  ist,  soweit  erforderlich,  in  den  folgenden 
Erwägungen einzugehen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 

1.1. Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Beurteilung von Beschwerden 
gegen  Eintragungsverfügungen  der  Vorinstanz  in  Markensachen 
zuständig  (Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes/VGG,  SR  173.32). 
Die  Beschwerde  wurde  in  der  gesetzlichen  Frist  von  Art.  50  des 
Verwaltungsverfahrensgesetzes (VwVG, SR 172.021) eingereicht und der 
verlangte Kostenvorschuss  rechtzeitig  geleistet.  Als Markenanmelder  ist 
der Beschwerdeführer zur Beschwerde legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die 
Beschwerde ist daher einzutreten.

1.2.  In  seiner  Replik  vom  17.  Januar  2012  hat  der  Beschwerdeführer 
keine neuen Tatsachenbehauptungen erhoben. Da die Sache spruchreif 
erscheint, wird auf die Einholung einer Duplik der Vorinstanz verzichtet.

2. 

2.1. Der Beschwerdeführer hat seinen Sitz in Deutschland. Zwischen der 
Schweiz  und Deutschland  gelten  das Protokoll  vom  27.  Juni  1989  zum 
Madrider  Abkommen  über  die  internationale  Registrierung  von  Marken 
(MMP,  SR  0.232.112.4)  sowie  die  Pariser  Verbandsübereinkunft  zum 
Schutz  des  gewerblichen Eigentums,  revidiert  in  Stockholm  am 14.  Juli 
1967 (PVÜ, SR 0.232.04). Nach Art. 5 Abs. 1 MMP darf ein Verbandsland 
einer  international  registrierten Marke den Schutz nur  verweigern, wenn 
nach  den  in  der  PVÜ  genannten  Bedingungen  ihre  Eintragung  in  das 
nationale Register verweigert werden kann. Das trifft gemäss Art. 6quinquies 
Bst.  B  Ziff.  2  PVÜ  namentlich  dann  zu,  wenn  die  Marke  jeder 
Unterscheidungskraft  entbehrt  oder  ausschliesslich  aus  Zeichen  oder 
Angaben zusammengesetzt  ist, die im Verkehr zur Bezeichnung der Art, 
der  Beschaffenheit,  der  Menge,  der  Bestimmung,  des  Wertes,  des 
Ursprungsortes  der  Erzeugnisse  oder  der  Zeit  der  Erzeugung  dienen 
können  oder  im  allgemeinen  Sprachgebrauch  oder  in  redlichen  und 

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ständigen  Verkehrsgepflogenheiten  der  Schweiz  üblich  sind.  Dieser 
Ausschlussgrund  ist  auch  im Markenschutzgesetz  (MSchG, SR  232.11) 
vorgesehen,  das  in  Art.  2  Bst.  a MSchG  Zeichen,  die  Gemeingut  sind, 
unter  Vorbehalt  der  Verkehrsdurchsetzung  vom  Markenschutz 
ausschliesst.

2.2.  Ob  ein  Zeichen  infolge  Fehlens  jeglicher  Kennzeichnungs­  und 
Unterscheidungskraft  zum Gemeingut gehört,  bestimmt sich vorwiegend 
nach dem Kriterium des beschreibenden Charakters des Zeichens. Nicht 
kennzeichnungskräftig  sind  demnach  insbesondere 
Herkunftsbezeichnungen,  Sachbezeichnungen  und  Hinweise  auf 
Eigenschaften  wie  beispielsweise  die  Beschaffenheit,  Bestimmung  oder 
Wirkung  der Waren  oder Dienstleistungen,  sofern  solche Hinweise  vom 
angesprochenen  Publikum  ohne  besondere  Denkarbeit  und  ohne 
Fantasieaufwand  verstanden  werden  und  sich  nicht  in  blossen 
Anspielungen  erschöpfen  (BGE  135  III  359  S.  368  E.  2.5.5  akustische 
Marke; BGE 131 III 495 S. 503 E. 5 Felsenkeller; BGE 129 III 514 S. 524 
E.  4.1  Lego;  BGE  128  III  454  S.  457  E.  2.1  Yukon).  Als  Gemeingut 
schutzunfähig  sind  auch  Zeichen,  die  sich  in  allgemeinen 
Qualitätshinweisen  oder  reklamehaften  Anpreisungen  erschöpfen  (BGE 
129  III  225  S.  227  E.  5.1  Masterpiece;  Urteil  des  Bundesgerichts 
4A.161/2007  vom  18.  Juli  2007  E.  4.3 we make  ideas  work).  Gemäss 
bundesgerichtlicher  Rechtsprechung  sind  im  Bereich  der  Zeichen  des 
Gemeingutes  Grenzfälle  einzutragen  und  die  endgültige  Entscheidung 
dem  Zivilrichter  zu  überlassen  (BGE  130  III  328  S.  332  E.  3.2 Swatch 
Uhrband; BGE 129 III 225 S. 229 E. 5.3 Masterpiece). Für die Beurteilung 
der  Unterscheidungskraft  ist  die  Auffassung  der  Verbraucher,  für  die 
Beurteilung  der  Freihaltebedürftigkeit  dagegen  die  Auffassung  der 
Mitglieder  der  betreffenden  Branche  massgebend  (CHRISTOPH  WILLI, 
Markenschutzgesetz,  Kommentar  zum  schweizerischen  Markenrecht 
unter  Berücksichtigung  des  europäischen  und  internationalen 
Markenrechts,  Zürich  2002,  Art.  2,  Rz.  41  ff.;  EUGEN  MARBACH, 
Markenrecht, in: Roland von Büren/Lucas David [Hrsg.], Schweizerisches 
Immaterialgüter­ und Wettbewerbsrecht, Bd. III/1, Basel 2009, Rz. 248).

2.3.  Absolute  Freihaltebedürftigkeit  besteht  für  jene  Begriffe,  die  im 
Alltagsleben unentbehrlich sind,  für die gleichwertige Alternativen  fehlen 
und  auf  deren  freie  Verwendung  die  Konkurrenten  angewiesen  sind. 
Deshalb  sind  Zeichen,  die  zur  unmittelbaren  Aussage  in  Bezug  auf 
Waren  und  Dienstleistungen  benötigt  werden,  sowie  jene  Zeichen,  auf 
deren  Verwendung  der  Verkehr  zwingend  angewiesen  ist,  nicht 

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durchsetzungsfähig (RKGE in sic! 2000 102, E. 8 und 9; MARBACH, a.a.O. 
Rz. 261; WILLI, a.a.O., Art. 2 Rz. 149  ff.; LUCAS DAVID, Kommentar zum 
Markenschutzgesetz, in: Heinrich Honsell/Nedim Peter Vogt/Lucas David 
[Hrsg.],  Kommentar  zum  schweizerischen  Privatrecht, 
Markenschutzgesetz/Muster­ und Modellgesetz, 2. Aufl., Basel 1999, Art. 
2 Rz.  14,  40).  Ein  absolutes  Freihaltebedürfnis  an  einem Zeichen  kann 
insbesondere  verneint  werden,  wenn  den  Konkurrenten  eine  Vielzahl 
gleichwertiger Alternativen zur Verfügung steht  (BGE 134  III 314 S. 321 
E.  2.3.3 M/M­Joy,  BGE  131  III  121  S.  130  E.  4.4 Smarties;  Urteil  des 
Bundesgerichts 4A_370/2008 vom 1. Dezember 2008 E. 5.1 Post; Urteil 
des  Bundesgerichts  4A_385/2010  vom  12.  Januar  2011  E.  3.3). 
Grundsätzlich ist das Freihaltebedürfnis mit Bezug auf die beanspruchten 
Waren und Dienstleistungen  zu prüfen  (BGE 131  III  121 S.  130, E.  4.4 
Smarties; WILLI, a.a.O., Art. 2 Rz. 43). Bei Worten, die ausschliesslich die 
Beschaffenheit  einer Ware  oder  Dienstleistung  beschreiben,  ist  bei  der 
Beurteilung  der  Unentbehrlichkeit  nicht  nur  auf  die  Bedürfnisse  der 
aktuellen  Konkurrenten  abzustellen,  sondern  auch  auf  diejenigen  der 
potentiellen  Konkurrenten  des  Markenhinterlegers  (vgl.  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  B­181/2007  vom  21.  Juni  2007  E.  4.5 
Vuvuzela).  Wenn  eine  freihaltebedürftige  Beschaffenheit  eingetragen 
würde,  bestünde  die  Gefahr  der  Begründung  eines  faktischen 
Vertriebsmonopols  des  Markeninhabers  für  den  konkreten 
Produktbereich, auch wenn der Markeninhaber Dritten nur die Benutzung 
der  Beschaffenheitsangabe  als  Marke  und  nicht  deren  beschreibenden 
Gebrauch  untersagen  könnte  (KARL­HEINZ FEZER, Markenrecht,  4.  Aufl., 
München 2009, MarkenG §8 Rz. 377).

2.4.  Die  Verbindung  aus  zwei  an  sich  zum  Gemeingut  gehörenden 
Elementen  kann  eine  schutzfähige  Marke  bilden  (Urteile  des 
Bundesgerichts vom 29. März 1977 E.3, veröffentlicht in PMMBl 1977 I S. 
44  f. Bionorm  und  vom  6.  November  1990  E.  2b,  veröffentlicht  in  SMI 
1991 S. 91  f. Grand Amour). Dabei hat das Bundesgericht  festgehalten, 
dass  die  Kombination  zweier  an  sich  absolut  freihaltebedürftiger 
Elemente im Einzelfall und unter Betrachtung des Gesamteindrucks dazu 
führen  könne,  dass  an  der  zusammengesetzten  Marke  kein  absolutes 
Freihaltebedürfnis mehr bestehe. Dies hat es im Urteil 4A_434/2009 vom 
30.  November  2009  E.  3.2  Radio  Suisse  Romande  konkretisiert.  Für 
Rundfunkdienstleistungen  sei  zwar  das  Zeichen  RADIO  absolut 
freihaltebedürftig, nicht aber das Zeichen RADIO SUISSE ROMANDE im 
Gesamteindruck.

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2.5. Zeichen, die Gemeingut sind, können grundsätzlich nach Art. 2 Bst. a 
MSchG  mittels  Verkehrsdurchsetzung  derivative  Kennzeichnungskraft 
und  markenrechtlichen  Schutz  erlangen,  wenn  kein  absolutes 
Freihaltebedürfnis  besteht  (BGE  134  III  314  S.  319  E.  2.3.2 M/M­joy; 
Urteile  des Bundesgerichts  4A_434/2009  vom 30. November  2009 E.  3 
Radio  Suisse  Romande;  4A_370/2008  vom  1.  Dezember  2008  E.  5  ­ 
Post). Ein Zeichen hat sich im Verkehr durchgesetzt, wenn es von einem 
erheblichen  Teil  der  Adressaten  der  betreffenden  Waren  oder 
Dienstleistungen  im  Wirtschaftsverkehr  als  individualisierender  Hinweis 
auf  ein  bestimmtes  Unternehmen  verstanden  wird  (BGE  131  III  121  S. 
131 E. 6 Smarties; BGE 130 III 328 S. 331 Swatch Uhrband; BGE 128 III 
441 S. 444 E. 1.2 Appenzeller). Eine solche Verkehrsdurchsetzung ist die 
Folge  eines  intensiven  oder  langen  und  im  wesentlichen  unbestritten 
gebliebenen  Alleingebrauchs,  der  dazu  führt,  dass  das  Zeichen  trotz 
seiner  von  Haus  aus  fehlenden  Kennzeichnungskraft  im  Laufe  der  Zeit 
trotzdem  als  Merkmal  eines  ganz  bestimmten  Unternehmens  gewertet 
wird.  Je  grösser  das  Freihaltebedürfnis  am  Zeichen  ist,  desto 
aufwendiger wird seine Verkehrsdurchsetzung; für wirklich unentbehrliche 
Wörter  kann  keine  Verkehrsdurchsetzung  geltend  gemacht  werden 
(DAVID,  a.a.O.,  Art.  2 MschG,  Rz.  38).  Die  Verkehrsdurchsetzung  kann 
sich  nicht  auf  einen  anderen  Waren­  und/oder  Dienstleistungsbereich 
erstrecken als denjenigen,  für welchen sie nachgewiesen wurde.  Ist  die 
Verkehrsdurchsetzung  für  einzelne  Waren  und/oder  Dienstleistungen 
glaubhaft gemacht, so zieht dies nicht die Verkehrsdurchsetzung für den 
entsprechenden  Oberbegriff  aus  der  gleichen  Waren­  und/oder 
Dienstleistungsklasse nach sich.  Im Eintragungsverfahren kann sich der 
Hinterleger  zu  jedem  Zeitpunkt  auf  die  Verkehrsdurchsetzung  berufen. 
Sie  kann  auch  noch  im  Rechtsmittelverfahren  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  geltend  gemacht  werden  (Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts B­3394/2007 vom 29. September 2008 E. 6; 
WILLI, a.a.O., Art.  2, Rz. 187).

2.6. Was der Verkehrsdurchsetzung zugänglich  ist, kann nicht allgemein 
gesagt  werden  und  ist  unter  Umständen  von  sich  wandelnden 
Verhältnissen  bestimmt.  Dies  gilt  insbesondere  bei  geographischen 
Namen, die die Herkunft  der Waren angeben. Solche können die Natur 
eines Freizeichens verlieren und zum Individualzeichen werden, wenn sie 
während  langer  Zeit  nur  von  einem  einzigen  Unternehmer  als  Marke 
verwendet werden. Das Alleinrecht an einer derartigen Ortsbezeichnung 
kann  allerdings  nur  erworben  werden,  wenn  die  Warenqualität  der 

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Arbeitsleistung des Markeninhabers zuzuschreiben ist (BGE 117 II 321 S. 
324 Valser).

2.7.  Die  Durchsetzung  eines  Kennzeichens  kann  aus  Tatsachen 
abgeleitet  werden,  die  erfahrungsgemäss  einen  Rückschluss  auf  die 
Wahrnehmung  des  Zeichens  durch  das  Publikum  erlauben.  Dazu 
gehören etwa langjährige bedeutsame Umsätze, die unter einem Zeichen 
getätigt worden sind, oder intensive Werbeanstrengungen. Sie kann aber 
auch durch eine repräsentative Befragung des massgebenden Publikums 
belegt werden (BGE 130 III 328 S. 332 E. 3.1 Swatch Uhrband, BGE 131 
III  121 S. 131 E. 6 Smarties).  Feste Beweissätze, wie  zum Beispiel  die 
Vorgabe, dass der Nachweis  in  jedem Fall nur mittels demoskopischem 
Gutachten  erbracht  werden  könne,  sind  unzulässig.  Grundsätzlich  sind 
alle  Beweismittel  zulässig,  die  geeignet  sind,  die  Verkehrsdurchsetzung 
nachzuweisen  (ANDRÉ  MOSER/MICHAEL  BEUSCH/LORENZ  KNEUBÜHLER, 
Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, Basel 2008, Rz. 3.124; 
CHRISTOPH  AUER,  in:  Auer/Müller/Schindler  [Hrsg.],  Kommentar  zum 
Bundesgesetz  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG],  Zürich  2008, 
Art. 12  Rz. 18;  MARBACH,  a.a.O.,  Rz.  466).  In  vielen  Fällen  mag  das 
demoskopische  Gutachten  jedoch  das  einzige  real  verfügbare 
Beweismittel zum Nachweis der Verkehrsdurchsetzung bleiben. 

2.8. Ein demoskopisches Gutachten sollte tatsächlich den Ausschnitt der 
Realität widerspiegeln, den zu messen es vorgibt (CHRISTIAN ROHNER, Die 
notorisch bekannte Marke  in der Schweiz, Bern 2002, S. 236). Wird ein 
demoskopisches  Gutachten  bei  Gericht  eingereicht,  muss  letzteres  in 
seiner Entscheidung erkennen lassen, dass es sich damit beschäftigt hat. 
Dabei spielt es keine Rolle, ob es im Ergebnis dem Gutachten gefolgt ist 
oder  dessen  Ergebnis  abgelehnt  hat  (RAINER  UTZ,  die  demoskopische 
Befragung  als  Beweismittel  im  Markenrecht,  Köln  2011,  S.  94).  Das 
Gericht  ist  im  Rahmen  seiner  Beweiswürdigung  nicht  an  dessen 
Ergebnisse  gebunden.  Es  ist  Aufgabe  des  Gerichts,  die  Eignung  des 
Gutachtens zu prüfen sowie festzustellen, ob es  lege artis erstellt wurde 
und insbesondere die Kriterien der Wiederholbarkeit, Überprüfbarkeit und 
Nachvollziehbarkeit  beachtet  wurden.  Werden  Fehler  und 
Unstimmigkeiten  erkannt,  sind  diese  gegebenenfalls  herauszurechnen 
(MARBACH,  a.a.O.,  Rz.  463;  ANDREJ  LEVIN,  der  Nachweis  der 
Verkehrsdurchsetzung  im  Markenrecht,  Frankfurt,  2010,  S.  99).  Auch 
eine  korrekt  durchgeführte  demoskopische Umfrage  nimmt  dem Richter 
die  Aufgabe  der  Entscheidfindung  nicht  ab.  Entgegen  der  in  der 
schweizerischen  Literatur  teilweise  vertretenen  Meinung  kann  nämlich 

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auch  der  Tatbestand  der  Verkehrsdurchsetzung  nicht  restlos  bewiesen 
werden;  ein  gewisses  Mass  an  wertender  Entscheidfindung  verbleibt 
immer  (MARTIN  S.  SCHNEIDER,  Bemerkungen  zum  Entscheid  des  BGer 
vom  21.  August  2002,  i.S.  "Appenzeller  Switzerland  [fig.]/Appenzeller 
Natural [fig.]" in sic! 2003 S. 72).

2.9. Der Nachweis der Verkehrsdurchsetzung erfordert, dass der Verkehr 
das  Zeichen  einem  bestimmten  Unternehmen  zuordnet.  Nur  wenn  das 
Zeichen als Marke benutzt worden ist und in die produkteidentifizierende 
Funktion  des  Zeichens  investiert  wurde,  ist  die  Überwindung  der 
absoluten  Schutzhindernisse  legitim.  Ein  Zeichen,  welches  rein 
beschreibend  benutzt  wurde,  wird  demnach  nicht  vom  Normzweck 
erfasst.  Die  Benutzung  der  Marke  muss  so  erfolgen,  dass  die 
angesprochenen  Verkehrskreise  die  Ware  als  von  einem  konkreten 
Unternehmen  stammend  auffassen.  Falls  die  Marke  nicht  selbständig, 
sondern in Kombination mit einem anderen Zeichen benutzt wurde, muss 
demoskopisch  nachgewiesen  werden,  dass  der  angesprochene 
Verkehrskreis die Marke auch bei  isolierter Betrachtung als betrieblichen 
Herkunftshinweis  versteht.  Selbst  eine  grosse,  nicht  infolge  von 
Benutzung  erworbene  Bekanntheit  reicht  nicht  aus,  wenn  nicht 
nachgewiesen  werden  kann,  dass  der  Verkehr  das  Zeichen  einem 
bestimmten Unternehmen zuordnet (LEVIN, a.a.O., S. 66 f.).

2.10. Weiter  ist  zum  Nachweis  der  Verkehrsdurchsetzung  erforderlich, 
dass  sich  das  Zeichen  in  der  ganzen  Schweiz  durchgesetzt  hat.  Eine 
bloss  regionale Durchsetzung  genügt  in  keinem Fall. Das Ausmass  der 
Verkehrsdurchsetzung  muss  nicht  in  der  ganzen  Schweiz  gleich 
ausgeprägt  sein  und  darf  sprachregionale  Schwankungen  aufweisen 
(BGE 128 III 441 S. 444 E. 1.2 Appenzeller; MARBACH, a.a.O., Rz. 437 f.).

2.11.  Wer  sich  auf  Verkehrsdurchsetzung  beruft,  hat  diese  selbst  zu 
belegen.  Hier  gilt  nicht  die  Untersuchungs­,  sondern  die 
Verhandlungsmaxime.  Der  Hinterleger  hat  indessen  nicht  den  vollen 
Beweis  für die Verkehrsdurchsetzung zu erbringen, sondern muss diese 
nur  glaubhaft  machen  (vgl.  DAVID RÜETSCHI  in  Michael  G.  Noth/Gregor 
Bühler/Florent  Thouvenin  [Hrsg.],  Markenschutzgesetz  [MSchG],  Bern 
2009, Beweisrecht N. 74f., mit Hinweisen; MARBACH, a.a.O., Rz. 1088 f.; 
WILLI,  a.a.O.,  Art.  2  Rz.  188  ff.;  DAVID,  a.a.O.,  Art.  2  Rz.  42).  Dem 
Erfordernis  der  Glaubhaftmachung  ist  Genüge  getan,  wenn  die 
behaupteten anspruchsbegründenden Tatsachen aufgrund summarischer 
Kognition  als  wahrscheinlich  gegeben  erscheinen,  auch  wenn  noch mit 

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der  Möglichkeit  zu  rechnen  ist,  dass  sie  sich  nicht  verwirklicht  haben 
könnten (BGE 130  III 328 E. 3.2 S. 333; 125  III 368 E. 4 S. 372; 120  II 
393 E. 4c S. 398).

3. 

3.1. Die "Notification" Nr. 871'652 der OMPI besagt: "Indication relative à 
la  nature  de  la  marque  ou  au  type  de  marque:  marque  collective,  de 
certification  ou  de  garantie".  Gemäss  Schweizer  Recht  kann  die Marke 
somit als Garantie­ oder als Kollektivmarke behandelt werden. Während 
der Beschwerdeführer mit Schreiben vom 19. September 2007 die Marke 
noch als Garantiemarke registrieren wollte, hat er mit Schreiben vom 19. 
Dezember 2008  festgelegt, dass er das Kennzeichen  "OKTOBERFEST­
BIER" als Kollektivmarke beanspruche.

3.2.  Die  grundsätzliche  Zugehörigkeit  des  Begriffs  "OKTOBERFEST­
BIER"  zum  Gemeingut  wird  auch  vom  Beschwerdeführer  nicht  mehr 
bestritten,  wie  implizit  aus  seinem  Schreiben  vom  10.  August  2010 
(mittels  dessen  er  die  Verkehrsdurchsetzung  behauptet)  und  aus  dem 
unwidersprochen gebliebenen Antwortschreiben der Vorinstanz  vom 11. 
November  2010  hervorgeht.  Somit  sind  sich  Beschwerdeführer  und 
Vorinstanz  einig,  dass  die  Schutzausdehnung  der  Marke 
"OKTOBERFEST­BIER"  vom  Nachweis  ihrer  Verkehrsdurchsetzung  in 
der Schweiz abhängig ist.

4. 

4.1. Vorab  stellt  sich  die  Frage,  ob  der  Begriff  "OKTOBERFEST­BIER" 
absolut  freihaltebedürftig  ist.  Wenn  dies  zutrifft,  ist  keine 
Verkehrsdurchsetzung möglich  (vgl.  E.  2.3).  In  diesem  Zusammenhang 
ist Folgendes festzuhalten:

4.2.  Als  Oktoberfestbier  wird  die  Beschaffenheit  einer  Biersorte  mit 
mindestens  13.5 %  Stammwürzegehalt  bezeichnet 
(http://www.oktoberfest­zeitung.de/index.php/bier/oktoberfestbier/189/, 
besucht am 19. Januar 2012). Auch auf der Homepage von Löwenbräu 
(die  Mitglied  des  Beschwerdeführers  ist)  erscheint  Oktoberfestbier  als 
eine  unter  vielen  Biersorten:  Löwenbräu  Urtyp,  Löwenbräu  Original, 
Löwenbräu  Weisse,  Löwenbräu  Grapefruit,  Löwenbräu  Premium  Pils, 
Löwenbräu  Alkoholfrei,  Löwenbräu  Radler,  Löwenbräu  Triumphator, 
Löwenbräu  Oktoberfestbier,  Löwenbräu  Dunkel 
(http://www.loewenbraeu.de  >  Produkte,  besucht  am  19.  Januar  2012). 

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Noch  eindeutiger  ist  folgender,  englischsprachige  Beschrieb,  der  den 
Begriff als Biersorte charakterisiert:

Since the 1970s the type of beer served at the festival has been a pale lager 
between 5 and 6% abv, and the terms Oktoberfest and Märzen are used by 
non­Oktoberfest brewers  in Germany and the USA to market pale  lagers of 
this  strength.  The  color  of  these  lagers may  range  from  pale  gold  to  deep 
amber, with the darker colors more common in the U.S. Hop levels tend not 
to be distinctive, though some USA examples may be firmly hopped. Modern 
beers  sold  as  Oktoberfest  and  Märzen  in  Europe  tend  not  to  be  too 
differentiated  from  other  pale  lagers  of  this  strength,  while  older  German, 
U.S.  and  American­influenced  examples  will  be  fairly  malty  in  flavor  and 
inclined  to  use  a  range  of  malts  especially  dark  malts  such  as  Vienna  or 
Munich. 

 (http://beer.wikia.com/wiki/Oktoberfestbier, besucht am 19. Januar 2012). 
Auch  der Gebrauch  durch  die Mitglieder  des Beschwerdeführers  erfolgt 
im  Sinne  einer  Biersorte  "Oktoberfestbier",  "Oktoberfest  Bier"  oder 
"Oktoberfest Märzen", die unter der Marke der Brauerei angebracht wird 
(http://www.oktoberfest­zeitung.de/index.php/bier/oktoberfestbier/  189/, 
besucht am 19. Januar 2012).

"OKTOBERFEST­BIER"  stellt  somit  die  Bezeichnung  einer 
Beschaffenheit  (Biersorte)  dar,  die  den  Konkurrenten  des 
Beschwerdeführers  untersagt  werden  darf,  falls  der  Begriff  als  Marke 
geschützt  würde.  Eine  Substituierung  mit  einem  anderen,  ebenso  gut 
eingeführten Begriff erscheint schwierig, weshalb diese Biersorte im Falle 
einer Schutzausdehnung auf  die Schweiz nur noch von den Mitgliedern 
des Beschwerdeführers so bezeichnet werden dürfte.

4.3. Ob der Begriff "OKTOBERFEST­BIER" aufgrund dieser tatsächlichen 
Feststellungen  auch  rechtlich  absolut  freihaltebedürftig  ist,  kann 
allerdings  letzten  Endes  offen  gelassen  werden,  wie  in  den  folgenden 
Abschnitten erläutert wird.

5. 

5.1.  Der  Beschwerdeführer  hat  zur  Glaubhaftmachung  der 
Verkehrsdurchsetzung  ein  demoskopisches  Gutachten  des  Typs 
"Omnibus­Befragung" ins Recht gelegt.

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5.2. Die Würdigung demoskopischer Gutachten kann durch Offenlegung 
und Dokumentation der Vorgehensweise erleichtert werden:

– Informationen  zur  Feldarbeit:  Auswahlverfahren,  Angaben  zur 
Untersuchungskonzeption, Tabellenteil mit allen Resultaten  im Detail 
inkl.  Daten  über  die  soziodemografische  oder  sonstige 
Zusammensetzung  der  Stichprobe  (Geschlecht,  Alter,  Region  etc.), 
Methodenbeschreibung,  Ausschöpfungsprotokoll  (bei 
Zufallsstichproben), Fehlertoleranztabelle;

– Informationen  zum  Interview:  Befragungsart,  Interviewanweisungen, 
Befragungszeitraum,  Anzahl  der  eingesetzten  Interviewer  (wenn 
mündlich),  Karten­  und  Listen­Vorlagen,  Muster  der  vorgelegten 
Beurteilungsobjekte, Umgebungsvariablen, Auffälligkeiten, Anzahl der 
Befragten;

– Informationen  zur  Organisation:  Auftraggeber,  Aufgabenstellung, 
Hinweise zur Art und Häufigkeit der Interviewkontrollen;

– Formalia:  Kommentierung  der  wichtigsten  Ergebnisse,  Unterschrift 
des  Sachverständigen  zur  Dokumentation  der  Richtigkeit  der 
Angaben, Muster des Fragebogens.

(LEVIN, a.a.O., S. 43f.; vgl. ANNE NIEDERMANN/MARTIN S. SCHNEIDER, Der 
Beitrag  der  Demoskopie  zur  Entscheidfindung  im  Schweizerischen 
Markenrecht: Durchgesetzte Marke ­ berühmte Marke, sic! 2002, S. 838).

5.3. Für den Nachweis der Verkehrsdurchsetzung wird in der Literatur ein 
demoskopisches  Testfragemodell  mit  dreistufigem  Aufbau  empfohlen. 
Diese Testfragen ermitteln zunächst die reine Bekanntheit des Zeichens 
in  Abhängigkeit  von  den  Waren  oder  Dienstleistungen 
("Bekanntheitsgrad").  Anschliessend  wird  die  Wahrnehmung  als 
Herstellerhinweis  erfragt  ("Kennzeichnungsgrad"),  indem  der  Befragte 
angeben muss, ob das Zeichen seiner Meinung nach nur aus einem oder 
aus mehreren Unternehmen stammt. Schliesslich soll noch eine konkrete, 
namentliche  Zuordnung  zu  einem  Unternehmen  glaubhaft  gemacht 
werden ("Zuordnungsfrage") (LEVIN, a.a.O., S. 60; UTZ, a.a.O., S. 108 f.). 
Die  Definition  der  Verkehrskreise  hängt  von  den  angemeldeten  Waren 
und  Dienstleistungen  ab.  Richtet  sich  eine  Befragung  nur  an  einen 
bestimmten  Teil  der  Bevölkerung,  so  kann  eine  zusätzliche,  selektive 
Frage positioniert werden. Mittels  einer  "Verkehrskreisfrage" werden die 
potentiellen  Käufer  und  Verwender  aus  allen  befragten  Personen 

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herausselektiert (LEVIN, a.a.O., S. 60; UTZ, a.a.O., S. 110). Die Antworten 
von  Befragten,  die  nicht  zu  den  angesprochenen  Verkehrskreisen 
gehören,  sind  von  der  Gesamtmenge  abzuziehen  und  nicht  in  den 
Basiswert einzurechnen (UTZ, a.a.O., S. 111).

5.4.  Die  Beweiskraft  einer  Umfrage,  also  die  Übereinstimmung  des 
Ergebnisses  der  Umfrage  mit  den  tatsächlichen  Gegebenheiten  im 
Verkehr,  hängt  in erster  Linie  von der Fragestellung ab  (UTZ,  a.a.O., S. 
34;  MARBACH,  a.a.O.,  Rz.  463).  Bei  der  Erstellung  der  Testfragen  ist 
deshalb darauf zu achten, dass nicht bereits aufgrund der Fragestellung 
dem  Befragten  eine  bestimmte  Antwort  nahe  gelegt  wird.  Denn  die 
Antworten auf eine suggestive Fragestellung bilden nicht das tatsächliche 
Meinungsbild der Befragten ab  (UTZ, a.a.O., S. 37, 40; LEVIN, a.a.O., S. 
59,  100;  NIEDERMANN/SCHNEIDER,  a.a.O.,  S.  822).  Die  Art  der 
Frageformulierung  setzt  Perspektiven,  unter  den  denen  der  Befragte 
dann  antwortet  (KLAUS  D.  EBERLEIN,  Möglichkeiten  und  Grenzen  der 
Meinungsforschung,  Berlin  2001,  226;  NIEDERMANN/SCHNEIDER,  a.a.O., 
"Neutraler  Fragebogen",  S.  831).  Auch  vorangehende  Fragen  und 
Fragen,  die  von  Beginn  weg  auf  eine  geografische  Herkunft  zielen, 
können  bestimmte  Antworten  indizieren  (ELISABETH  NOELLE­NEUMANN, 
THOMAS  PETERS,  Alle,  nicht  jeder,  Einführung  in  die  Methoden  der 
Demoskopie,  2.A., München,  1998, S.  123). Die Fragestellung  darf  den 
Befragten  nicht  von  Anfang  an  auf  eine  bestimmte  Antwort  lenken, 
sondern muss neutral sein (ANDREA E. FLURY, Grundprobleme des Rechts 
der  geografischen  Herkunftsbezeichnung,  Bern  2003,  S.  343).  Die 
rechtliche Beweisfrage der "Verkehrsdurchsetzung" bedarf deshalb einer 
sorgfältigen  Umsetzung  in  demoskopische  Testfragen.  Zur  Bestimmung 
des Wortlauts  dieser Testfragen muss der Sinn  von Art.  2  lit.  a MSchG 
berücksichtigt  werden,  d.h.  die  Entwicklung  eines  zunächst  nicht 
eintragungsfähigen  zu  einem  als  Marke  verstandenen  Zeichens.  (vgl. 
UTZ,  a.a.O.,  S.  108).  Bei  unmittelbar  beschreibenden  Zeichen,  deren 
Wortlaut  bereits  die  betreffenden  Waren  charakterisiert,  stellt  sich  die 
Frage,  ob  die  direkte  Frage  danach  nicht  verfälschte Ergebnisse  liefert, 
weil  die  gewünschte  Antwort  bereits  in  der  Fragestellung  enthalten  ist 
(NOELLE­NEUMANN/PETERSEN, a.a.O., S. 118 f.).

5.5.  Bei  der  Formulierung  der  Fragestellung,  die  eine  Kollektivmarke 
betrifft,  besteht  die  besondere Schwierigkeit,  dass  die  dahinterstehende 
Organisation  der  breiten  Öffentlichkeit  in  der  Regel  kaum  bekannt  ist. 
Gemäss SCHNEIDER  besteht  der  Kern  der  Befragung  darin  zu  ermitteln, 
ob  die  Verkehrskreise  im  Zeichen  "xyz"  eine  Marke  im  Rechtssinne 

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erkennen,  das  heisst  es  einem  ganz  bestimmten  Unternehmen  (oder 
einer  bestimmten  Organisation)  zuordnen  oder  aber  davon  ausgehen, 
dass  es  von  vielen  (unabhängigen)  Unternehmen 
verwendet/hergestellt/vermarktet wird. Insbesondere die in diesem Artikel 
entwickelte Musterfrage (zum Kennzeichnungsgrad)

Jetzt  eine  Frage  zu  Appenzeller  Käse:  Nach  dem  was  Sie  wissen  oder 
vermuten:  Darf  im  Prinzip  jeder  Hersteller  Käse  dieser  Sorte  und  aus  der 
entsprechenden  Region  unter  dem  Namen  "Appenzeller"  verkaufen,  oder 
darf man ihn nur dann unter dem Namen "Appenzeller" verkaufen, wenn man 
einer ganz bestimmten Organisation zum Vertrieb dieses Käses angehört?

gibt wertvolle Hinweise darauf, wie eine entsprechende Frage  formuliert 
werden  kann,  ohne  dass  die  Antwort  bereits  aus  der  Fragestellung 
hervorgeht  (SCHNEIDER,  a.a.O.,  S.  73;  NIEDERMANN/SCHNEIDER,  a.a.O., 
S. 821).

5.6.  Die  namentliche  Zuordnung  der  Marke  zu  einem  Unternehmen 
(Zuordnungsfrage)  ist  für  den  Nachweis  der  Verkehrsdurchsetzung 
grundlegend, weil im Rahmen der Auswertung dieser Antworten lediglich 
eine für den Anmelder festgestellte Verkehrsdurchsetzung anzuerkennen 
ist. Für die Beurteilung des Zuordnungsgrads ist jedoch nicht erforderlich, 
dass der Befragte den Namen des Unternehmens eindeutig wiedergeben 
kann. Von der Zuordnung subtrahiert werden die negativ zu bewertenden 
Aussagen der Befragten, d.h. Nennungen von Unternehmen, die in keiner 
rechtlichen  oder  tatsächlichen  Verbindung  mit  dem  Anmelder  stehen. 
Dagegen  gelten  alle  Nennungen  als  korrekt  zugeordnet,  welche  den 
Namen  nicht  richtig  oder  nicht  vollständig  nennen,  jedoch  nicht  explizit 
auf ein anderes Unternehmen hindeuten (LEVIN, a.a.O., S. 64).

5.7. Ein weiterer Parameter ist die Stichprobengrösse, die als Netto­ und 
Brutto­Interviews  quantifiziert  wird.  Gemäss  den  Richtlinien  Deutscher 
Markt­  und  Sozialforscher  E.V.  Ziff.  5.2  gelten  als  Netto­Stichprobe  die 
aus  einer  Brutto­Stichprobe  realisierten  Interviews.  Indirekt  geht  dies 
auch aus dem Begriff der Ausschöpfungsquote hervor, die sich aus dem 
Verhältnis  Netto­  zu  Bruttostichprobe  ergibt  (ROLF  PORST, 
Ausschöpfungen,  die  Sicht  der  Institute,  Mannheim,  1996,  S.  5). 
Demzufolge sind Brutto­Interviews die Anzahl  selektierter Personen und 
Netto­Interviews  die  Anzahl  tatsächlich  erfolgter  Interviews.  FLURY  geht 
davon  aus,  dass  sich  das  Resultat  mit  zunehmender  Grösse  der 
Stichprobe verbessere. Die Grösse hänge auch von der Fragestellung ab, 
ob  beispielsweise  Filterfragen  eingeschoben  würden.  Ausserdem 

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müssten  die  Auswertungswünsche  berücksichtigt  werden.  Es  werde 
deshalb  vorgeschlagen,  mindestens  1000  Personen  mit  einzubeziehen 
(FLURY,  a.a.O.,  366  f.).  Unklar  bleibt  dabei,  ob  es  sich  um  Netto­  oder 
Brutto­Interviews  handelt.  Auch  NIEDERMANN/SCHNEIDER  setzen 
bevölkerungsrepräsentative Umfragen bei 1000 bis 2000 Netto­Interviews 
an  (NIEDERMANN/SCHNEIDER,  a.a.O.,  S.  817).  Die  Vorinstanz  hält  bei 
Durchschnittsabnehmern  eine  Mindestzahl  von  1'000  Befragten  als 
ausreichend (Institut für Geistiges Eigentum, Richtlinien in Markensachen 
vom 1. Januar 2011 [IGE Richtlinien], Ziff. 10.3.6 S. 145), wobei hier mit 
"Befragten" Netto­Interviews gemeint sind.

5.8. Zur erforderlichen Höhe der Bekanntheit können der Rechtsprechung 
in  der  Schweiz  keine  präzisen  Angaben  für  die  Lösung  im  Einzelfall 
entnommen  werden.  Es  wird  lediglich  gefordert,  dass  ein  nicht 
unerheblicher Teil der Verkehrskreise Kenntnis haben müsse, wobei der 
Bekanntheitsgrad von der Stärke des Freihaltebedürfnisses abhängig sei 
(ROHNER,  a.a.O.,  103;  NIEDERMANN/SCHNEIDER,  a.a.O.,  S.  820,  834  ff.). 
Das Bundesgericht befand  in einem Fall, wenn mehr als zwei Drittel der 
repräsentativ  Befragten  ein  Zeichen  in  bestimmter  Weise  zuordneten, 
dürfe nach allgemeiner Lebenserfahrung angenommen werden, dass es 
sich im Verkehr durchgesetzt habe (BGE 128 III 441 S. 444 Appenzeller, 
Urteil  des  Bundesgerichts  Nr.  4A_370/2008  vom  1.  Dezember  2008  E. 
6.4.1  Post).  In  einem  späteren  Entscheid  reduzierte  es  die 
Anforderungen.  Der  Ausnahmecharakter  der  Norm,  der  Abweichungen 
vom Eintragungsprinzip nur mit Zurückhaltung zulasse, spreche zwar für 
einen  eher  hohen  Prozentsatz  der  erforderlichen  Bekanntheit.  Als 
Richtwert  scheine  jedoch  angemessen,  den  Bekanntheitsgrad  im 
massgebenden Verkehrskreis im Regelfall auf über 50 % anzusetzen und 
tiefere Werte nur unter besonderen Umständen des Einzelfalls genügen 
zu  lassen  (BGE  130  III  267  S.  283  Tripp  Trapp).  SCHNEIDER  ist  der 
Ansicht,  dass  mangels  anerkanntem  Prozentwert  die 
Verkehrsdurchsetzung nicht  abschliessend  festgelegt werden  könne. Es 
brauche  den wertenden Entscheid  des Richters,  denn  das Markenrecht 
sei  zu  vielschichtig  und  zu  einzelfallbezogen,  als  dass  es  sich  in  ein 
starres Korsett  drängen  liesse  (SCHNEIDER,  a.a.O, S.  74;  vgl.  Entscheid 
des Bundesverwaltungsgerichts B­7436/2006 vom 21. Februar 2007 E. 5 
Farbmarke Blau/Silber).

B­5169/2011

Seite 18

6. 

6.1.  Im  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  reichte  der  Beschwerdeführer  zur 
Glaubhaftmachung  der  Verkehrsdurchsetzung  des  Zeichens 
"OKTOBERFEST­BIER"  eine Studie ein. Die Umfrage wurde unter  dem 
Projektnamen  "Oktoberfest­Bier"  durch  das  Link­Institut  vom  3.  bis  8. 
März  2010  durchgeführt.  Die  Stichprobengrösse  betrug  1190  Netto­
Interviews und 1208 Brutto­Interviews.

6.2.  Die  Bezeichnungen  "Netto­Interviews"  und  "Brutto­Interviews" 
entsprechen nicht der in E. 5.7 festgestellten Terminologie: Während auf 
Seite  2  der  Studie  (Bg.  act.  20)  von  761  Netto­  und  1208  Brutto­
Interviews gesprochen wird, erhöht sich die Zahl der Netto­Interviews auf 
Seite 8 auf 1190. Frau Laubenstein vom Link­Institut führt dazu aus, dass 
es  sich  bei  den  Netto­Interviews  um  diejenigen  Interviews  handle,  bei 
denen Frage 22.00 nicht mit "Nein" beantwortet worden sei. Dies ergäbe 
746 gewichtete Interviews, was 761 ungewichteten Interviews entspricht. 
1208 Personen sei die Gesamtheit der am Omnibus teilnehmenden 15­74 
jährigen Befragten, 1190 Personen die 16­74 jährigen Befragten ohne die 
15­jährigen (Bg. act. 21b).

6.3.  Im  Sinne  der  obenstehenden  Ausführungen  E.  5.3  entspricht  die 
Frage  21.00  der  "Verkehrskreisfrage",  Frage  22.00  dem 
"Bekanntheitsgrad",  Frage 23.00 dem  "Kennzeichnungsgrad"  und Frage 
25.10 der "Zuordnungsfrage".

6.4. Die Ergebnisse der Umfrage lauteten wie folgt:

– Frage 21.00: Kaufen oder  trinken Sie Bier oder andere alkoholische 
Getränke?  1190  ungewichtete,  1188  gewichtete  Antworten;  150 
(12.6 %) Ja, häufig; 754 (63.5 %) Ja, hin und wieder und 284 (23.9 %) 
Nein.

– Frage  22.00: Haben Sie  die Bezeichnung OKTOBERFEST­BIER  im 
Zusammenhang  mit  Bier  schon  einmal  gehört  oder  gelesen?  1190 
ungewichtete,  1188  gewichtete  Antworten;  734  (61.8 %)  Ja,  442 
(37.2 %) Nein, 12 (1.0 %) Weiss nicht.

– Frage  23.00:  Ist  die  Bezeichnung  OKTOBERFEST­BIER  Ihrer 
Meinung  nach  ein  Hinweis  auf  ein  oder  mehrere  bestimmte 
Unternehmen oder auf gar kein Unternehmen? Filter: Oktoberfest­Bier 
schon  einmal  gehört/gelesen.  761  ungewichtete,  746  gewichtete 

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Antworten;  200  (16.8 %)  Ja,  453  (38.1 %)  Nein,  92  (7.7 %)  Weiss 
nicht.  Die  Prozentzahlen  sind  jeweils  auf  eine  Basis  von  1188 
Antworten umgerechnet.

– Frage  24.00:  Ist  die  Bezeichnung  OKTOBERFEST­BIER  Ihrer 
Meinung  nach  ein  Hinweis  darauf,  dass  Produkte  mit  dieser 
Bezeichnung  aus  einer  bestimmten  Stadt  kommen?  Filter: 
Oktoberfest­Bier  ist  kein  Hinweis  auf  ein  bestimmtes  Unternehmen. 
555  ungewichtete,  546  gewichtete  Antworten;  308  (25.9 %)  Ja,  196 
(16.5 %) Nein, 42 (3.5 %) Weiss nicht. Die Prozentzahlen sind jeweils 
auf eine Basis von 1188 Antworten umgerechnet.

– Frage  25.10:  Auf  welches  oder  welche  Unternehmen  weist  die 
Bezeichnung "OKTOBERFEST­BIER" Ihrer Meinung nach hin? Filter: 
Oktoberfest­Bier  ist  Hinweis  auf  ein  bestimmtes  Unternehmen.  206 
ungewichtete,  200  gewichtete  Antworten;  31  (2.6 %)  Brauerei,  23 
(1.9 %)  Oktoberfest  München,  21  (1.8 %)  Deutscher  Hersteller,  16 
(1.3 %)  Feldschlösschen,  14  (1.2 %)  Münchener  Bier,  13  (1.1%) 
Hofbräu,  11  (0.9 %)  Löwenbräu,  9  (0.8 %)  Heineken,  8  (0.7 %) 
Paulaner  Bier,  4  (0.3 %)  Eichhof,  3  (0.3 %)  Spaten,  2  (0.2 %) 
Cardinal, 1 (0.1 %) Quöllfrisch, 29 (2.4 %) Andere, 49 (4.1 %) Weiss 
nicht.  Die  Anzahl  Antworten  (234)  stimmt  allerdings  nicht  mit  der 
angegebenen  Basis  (200)  überein,  weshalb  davon  ausgegangen 
werden  muss,  dass  Doppelnennungen  zulässig  waren,  was  die 
Validität  der  Auswertung  verfälscht.  Die  Prozentzahlen  sind  jeweils 
auf eine Basis von 1188 Antworten umgerechnet.

– Frage  25.20:  Welche  Stadt  ist  das  Ihrer  Meinung  nach?  Filter: 
Oktoberfest­Bier  ist Hinweis auf bestimmte Stadt.  360 ungewichtete, 
350  gewichtete  Antworten;  281  (23.7 %)  München,  17  (1.4 %) 
Deutschland,  13  (1.1 %)  Monaco,  6  (0.5 %)  Schweiz,  4  (0.3 %) 
Bayern,  3  (0.3 %)  Berlin,  1  (0.1 %)  Wien,  1  (0.1 %)  Süddeutscher 
Raum,  1  (0.1 %)  Köln,  1  (0.1 %)  Lausanne,  3  (0.3 %)  Diverse,  23 
(1.9 %)  Weiss  nicht.  Die  Prozentzahlen  sind  jeweils  auf  eine  Basis 
von 1188 Antworten umgerechnet.

6.5. Vorab ist festzustellen, dass es sich in casu um eine sog. "Omnibus­
Umfrage" (Mehrthemen­Umfrage) handelte, d.h. es wurden verschiedene 
Fragestellungen in der gleichen Umfrage behandelt (EBERLEIN, a.a.O., S. 
182  ff.).  Es  liegen  nur  die  Fragen  22.00,  23.00,  24.00,  25.10,  25.20  im 
Recht.  Da  die  vorangehenden  Fragen  einen  Einfluss  auf  die 

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Beantwortung  der  nachfolgenden  Fragen  gehabt  haben  könnten 
(EBERLEIN,  a.a.O.,  S.  193),  wäre  es  zweckdienlich  gewesen,  auch  die 
vorangehenden Fragen offenzulegen (vgl. E. 5.4).

6.6. Wie  in  E.  5.7  festgestellt,  wird  gemäss  schweizerischer  Praxis  ein 
Sample von mindestens 1000 Netto­Interviews vorausgesetzt. Wenn von 
1188  gewichteten  Netto­Interviews  ausgegangen  wird,  ist  diese 
Voraussetzung ohne Weiteres erfüllt.

6.7.  Die  Frage  22.00,  die  direkt  nach  dem  Zeichen  "OKTOBERFEST­
BIER"  fragte,  hat  durch  den  stark  beschreibenden  Inhalt  der 
Wortkombination  möglicherweise  die  Antwort  präjudiziert  (vgl. 
NIEDERMANN/SCHNEIDER,  a.a.O.,  S.  823).  Die Umfrage  könnte,  wenn  im 
Begriff  "OKTOBERFEST­BIER"  das  Oktoberfest  durch  ein  beliebiges 
anderes bekanntes Volksfest, z.B. "ALBANIFEST" oder "SÄCHSILÜÜTE" 
ersetzt  worden  wäre,  ähnliche  Resultate  liefern.  Wenn  beide  Wortteile 
allgemein bekannt  sind, wird der durchschnittliche Befragte automatisch 
davon  ausgehen,  dass  es  sich  um  Bier  handelt,  das  am  betreffenden 
Volksfest ausgeschenkt wird. Die Fragestellung von Frage 23.00 "Ist die 
Bezeichnung OKTOBERFEST­BIER Ihrer Meinung nach ein Hinweis auf 
ein  oder  mehrere  bestimmte  Unternehmen  oder  auf  gar  kein 
Unternehmen?" lässt sich nicht einfach mit "Ja" oder "Nein" beantworten, 
da eigentlich  zwei Fragen gestellt werden, die  jede  für  sich beantwortet 
werden könnte. Es wurde deshalb die Annahme getroffen, dass sich die 
Antworten "Ja" oder "Nein" auf den ersten Teil des Satzes bis zum Wort 
"oder"  beziehen.  Unter  diesen  Umständen  sind  die  Ergebnisse  zu  den 
Fragen 22.00 und 23.00 wenig aussagekräftig.

6.8. Zudem verleitet die Fragestellung insgesamt zu Ratespielen anstelle 
von  wahrheitsgemässen  Antworten.  Die  Fragekaskade  vermittelt  den 
Eindruck,  es  werde  nach  einer  "richtigen"  Antwort  gesucht,  was  die 
Befragten  dazu  verleitet,  ihr  Wissen  bezüglich  des  Oktoberfests 
auszubreiten,  anstatt  die  eigentliche  Frage  zu  beantworten.  Nur  so 
können  die  vereinzelten  Nennungen  von  einzelnen  Mitgliedern  des 
Beschwerdeführers erklärt werden.

6.9. Bei der Bestimmung der Verkehrskreise stellt sich die Frage, ob die 
Verkehrskreisfrage  21.00  einschränkend  zu  berücksichtigen  sei.  Der 
Beschwerdeführer  hat  dies  nicht  vorgenommen,  dafür  hat  er  die 
Bekanntheitsfrage  22.00  sowie  die  Kennzeichnungsfrage  23.00  zur 
Einengung  der  Basis  verwendet.  Die  Vorinstanz  hat  den 

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Beschwerdeführer  bereits  mit  Schreiben  vom  18.  Februar  2010  darauf 
aufmerksam  gemacht,  dass  eine  Eingrenzung  der  Verkehrskreise 
unzulässig sei. Sie  ist deshalb von einer massgeblichen Basis von 1190 
Personen  (1188  Personen  gewichtet)  ausgegangen,  da  die  Anzahl  der 
Befragten  nicht  nach  den  Filterfragen  eingeschränkt  werden  dürfe 
(Beschwerdeantwort, Ziff. 43 sowie IGE­Richtlinien, a.a.O., Ziff. 10.3.9 S. 
147). Die beanspruchten Waren der Klasse 32 (Biere) richten sich an die 
über  16  Jahre  alte  Bevölkerung  (Art.  11  Abs.  1  der  Lebensmittel­  und 
Gebrauchsgegenständeverordnung  vom  23.  November  2005  [LGV,  SR 
817.02]; Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts B­2937/2010 vom 14. 
Juli  2010  E.  3.1  Gran  Maestro).  Für  die  Beurteilung  der 
Unterscheidungskraft  des  Zeichens  ist  daher  vom  Verständnis  der 
Verkehrskreise  der  über  16­jährigen  Bevölkerung  auszugehen.  Die 
Vorinstanz  ist  somit  zu  Recht  von  einer  Basis  von  1188  Befragten 
ausgegangen.

6.10.  60.8 %  derjenigen,  die  den  Ausdruck  "OKTOBERFEST­BIER" 
kennen  (37.2 %  aller  Befragten),  erachten  das  Zeichen  als  keinen 
Hinweis auf ein bestimmtes Unternehmen. Von den 26.8 % (16.8 % aller 
Befragten)  Antworten,  die  auf  ein  bestimmtes  Unternehmen  hinweisen, 
weisen 17.7 % (2.9 % aller Befragten) auf eine der beteiligten Brauereien 
und  6.9 %  (1.2 %  aller  Befragten)  auf  "Münchener  Brauereien"  hin. 
11.5 % (1.9 % aller Befragten) ordneten das Zeichen dem Oktoberfest zu. 
81.0 % (13.6 % aller Befragten) wussten keine Antwort oder ordneten das 
Zeichen Brauereien zu, die weder aus München stammen, noch Mitglied 
des beschwerdeführenden Vereins sind, nämlich  "deutsche Brauereien", 
Feldschlösschen, Heineken, Eichhof, Cardinal, Quöllfrisch, Kronenbourg, 
Calanda  und  diversen  anderen  Brauereien.  Diese  Nennungen  dürfen 
nicht  dem  Beschwerdeführer  zugerechnet  werden.  Weiter  ist  eher 
fraglich,  ob  die  Nennungen  von  einzelnen  Mitgliedern  des 
beschwerdeführenden  Vereins  dem  Beschwerdeführer  zugerechnet 
werden können. Von einer überwiegenden Mehrheit, die das Zeichen als 
markenmässige Zuordnung erkennt, kann unter diesen Umständen keine 
Rede  sein  und  die  atomisierte  Zuordnung  der  Herkunft  gibt  einen 
weiteren Hinweis darauf, dass das Zeichen nicht als Marke erkannt wird.

7. 

7.1. Der Beschwerdeführer macht eine Verkehrsdurchsetzung von 62 %, 
innerhalb  der  beteiligten  Verkehrskreise  von  64 %,  geltend  (Schreiben 
des  Bf.  vom  10.  August  2010).  Diese  Zahl  kann  der  vom 

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Beschwerdeführer  ins  Recht  gelegten  Grafik  "Bekanntheit  & 
Wahrnehmung  von  'Oktoberfest­Bier'"  entnommen werden.  Sie  soll  aus 
den  Antworten  derjenigen  Personen,  die  den  Begriff  "OKTOBERFEST­
BIER"  als  Marke  verstehen  sowie  derjenigen,  die  ihn  einer  Stadt 
zuordnen,  zusammengestellt  worden  sein;  wie  dieser  Prozentwert 
berechnet wurde, ist allerdings nicht bekannt. Nach seinen Ausführungen 
macht  der  Beschwerdeführer  damit  keine  klassische,  sondern  eine 
"besondere" Verkehrsdurchsetzung geltend.

7.2.  Sollte  der  Beschwerdeführer  das  Alleinrecht  an  der  Bezeichnung 
"OKTOBERFEST­BIER"  erworben  haben,  können  die  Antworten 
"München" auf Frage 25.20 zu den auf den Beschwerdeführer weisenden 
Antworten  von  Frage  25.10  addiert  werden,  unter  der  Voraussetzung, 
dass nachgewiesen  ist,  dass die Kollektivmarke  tatsächlich und auch  in 
Zukunft  alle  Münchner  Brauereien  abdeckt.  Vorliegend  ist  die 
Warenqualität so gekennzeichneten Biers  im Sinne von BGE 117  II 321 
S.  324  Valser  ohne  Weiteres  der  Arbeitsleistung  der  Mitglieder  des 
Beschwerdeführers  zuzurechnen.  Es  handelt  sich  um  Brauereien,  die 
sich nicht nur durch die verwendeten Rohmaterialien, sondern auch durch 
ihre  Braukunst  differenzieren  (vgl.  E.  2.6).  Dass  der  Beschwerdeführer 
alle Münchner Brauereien sowohl  jetzt wie auch  in Zukunft abdeckt und 
vertritt,  geht  jedoch aus der  ins Recht gelegten  "Zeichen­Satzung" nicht 
hervor.

7.3.  Die  Antworten  der  demoskopischen  Umfrage,  umgerechnet  auf 
100 % der 1188 gewichteten Netto­Interviews, sind demzufolge wie folgt 
darzustellen:

Netto­Interviews gewichtet 1188 100.0 %
21.00 Biertrinker 904 76.1 %
22.00 Kennen "OKTOBERFEST­BIER" 734 61.8 %
22.00 Kennen "OKTOBERFEST­BIER" nicht 442 37.2 %
23.00 Hinweis auf Unternehmen 200 16.8 %
23.00 Hinweis auf Unternehmen (korrigiert) 72 6.1 %
23.00 Hinweis auf gar kein Unternehmen 453 38.1 %
24.00 Hinweis auf bestimmte Stadt 308 34.1 %
25.10 Hinweis auf Beschwerdeführer 72 6.1 %
25.10 Hinweis auf Nichtmitglieder/weiss nicht 162 13.6 %
25.20 Hinweis auf München 281 31.1 %

Wenn  entsprechend  den  Ausführungen  von  Erwägung  5.3  die  falschen 
Antworten abgezogen werden,  verbleiben nur 6.1 % aller Befragten,  die 
das Zeichen "OKTOBERFEST­BIER" einem oder mehreren Unternehmen 

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Seite 23

im  weitesten  Umfeld  des  Beschwerdeführers  zuordnen.  Dieses 
eindeutige  Resultat  ist  ­  auch  in  Anbetracht  des  relativ  grossen 
Freihaltebedürfnisses ­ weit entfernt von einer Verkehrsdurchsetzung der 
Marke  und  wird  von  den  38.1 %  aller  Befragten,  die  das  Zeichen 
überhaupt  nicht  als  Marke  verstehen,  um  mehr  als  das  Sechsfache 
übertroffen.

Selbst wenn man die Antworten "München" auf Frage 25.20 (31.1 % aller 
Befragten)  zu  den  Antworten,  die  das  Zeichen  dem  Umfeld  des 
Beschwerdeführers zuordnen (6.1 % aller Befragten) im Sinne von E. 7.2 
dieses  Urteils  hinzurechnete,  ergäbe  sich  ein  Total  von  37.2 %  zu 
Gunsten  des  Beschwerdeführers,  was  für  den  Nachweis  der 
Verkehrsdurchsetzung  nach  wie  vor  nicht  ausreichend  wäre.  Die 
Beschwerde ist somit abzuweisen.

8. 

8.1.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  wird  der  Beschwerdeführer 
kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG).

8.2.  Die  Gerichtsgebühr  ist  nach  Umfang  und  Schwierigkeit  der 
Streitsache,  Art  der  Prozessführung  und  der  finanziellen  Lage  der 
Parteien  festzulegen  (Art.  63  Abs.  4bis  VwVG,  Art.  2  Abs.  1  des 
Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 
vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]).  Im 
Beschwerdeverfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  ist  dafür  ein 
Streitwert  zu  veranschlagen  (Art.  4  VGKE),  wobei  in  Anlehnung  an  die 
höchstrichterliche  Praxis  auch  im  vorliegenden  Fall  ein  Streitwert 
zwischen  Fr. 50'000.–  und  Fr. 100'000.–  angenommen  wird  (vgl.  BGE 
133 III 492 E. 3.3 Turbinenfuss [3D] mit Hinweisen).

8.3.  Nach  dem  Gesagten  rechtfertigt  es  sich,  die  Verfahrenskosten 
insgesamt  auf  Fr. 2'500.–  festzulegen  und  dem  Beschwerdeführer  zu 
überbinden.

8.4. Eine Parteientschädigung  ist dem unterliegenden Beschwerdeführer 
nicht zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG, Art. 7 Abs. 1 VGKE).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Eine Kopie der Replik des Beschwerdeführers vom 17. Januar 2012 geht 
an die Vorinstanz.

2. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

3. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  2'500.–  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Sie  werden  nach  Eintritt  der  Rechtskraft  des  vorliegenden 
Urteils mit dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 2'500.– verrechnet.

4. 
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. 
Dieses Urteil geht an:

– den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
– die Vorinstanz (Ref­Nr. fgr/871652; Gerichtsurkunde, Beilage: gemäss 

Ziff. 1)
– das  Eidgenössische  Justiz­  und  Polizeidepartement 

(Gerichtsurkunde)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

David Aschmann Beat Lenel

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  Zivilsachen  geführt 
werden  (Art. 72  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni  2005  [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift  hat  die Begehren, 
deren Begründung mit Angabe der Beweismittel  und die Unterschrift  zu 

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enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit 
sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG).

Versand: 17. Februar 2012