# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 68e9761d-4348-5c65-a224-08c5dd53ca50
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-10-21
**Language:** de
**Title:** Zwischenverfügung; Einholung eines polydisziplinären Gutachtens stellt hier eine unzulässige 'second opinion' dar; Gutheissung.
**Docket/Reference:** IV.2014.00516
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2014.00516.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2014.00516
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Sager
Ersatzrichterin Lienhard
Gerichtsschreiberin Tiefenbacher
Urteil
vom
21. Oktober 2014
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Eric Stern
Anwaltskanzlei Stern
Beethovenstrasse 24, Postfach 1554, 8027 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
,
geboren 1953, meldete sich am 20. Oktober 2004 bei der Invali
denversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 8/5). Gestützt auf das
polydiszip
linäre
Gutachten des
Y.___
vom 8. Septem
ber
2006 (Urk. 8/21) verneinte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle, mit Verfügung vom
6. Juni 2007
den
Leistungsanspruch des Ver
si
cher
ten (Urk. 8/44)
. Die ablehnende Rentenverfügung wurde mit Urteil des hiesigen Ge
richts vom
14. Mai 2008
bestätigt (Prozess Nr. IV.2007.00985, Urk. 8/52). Das Bundesgericht trat auf die dagegen erhobene Beschwerde nicht ein (Urteil vom 21. November 2008,
Prozess Nr. 9C_606/2008, Urk. 8/56)
.
1.
2
Am 5. Juli 2012 meldete sich der Versicherte erneut zum
Leistungs
bezug an (Urk. 8/62). Mit Vorbescheid vom 24. August 2012 stellte die IV-Stelle die Ab
weisung des Rentenanspruchs in Aussicht (Urk. 8/68). Nachdem der Versicherte hiergegen am 4. September 2012 Einw
ä
nd
e
erhoben hatte (Urk. 8/71), teilte die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 12. September 2012 mit, sie gedenke auf das neue Leistungsbegehren nicht einzutreten (Urk. 8/73). Hiergegen erhob der Ver
sicherte am 5. Oktobe
r 2012 abermals Einwand (Urk. 8/
75), worauf die IV-Stelle am 30. Januar 2013 eine psychiatrische Begutachtung durch
die
Z.___
anordnete (Urk. 8/79).
Das Gutachten
wurde am 25. Juni
2013 erstattet (Urk. 8/90).
In der Folge
erkundigte sich die IV-Stelle am 24. Juli 2013 beim behandelnden Psychiater nach dem Zeitpunkt der Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes des Versicherten (Urk. 8/9
2
). Nachdem dieser am 17. August 2013 darüber Auskunft erteilt hatte (Urk. 8/93), teilte die IV-Stelle dem Versicherten am 14. November 2013 mit, dass zur Klärung des
Leistungs
an
spruchs
eine umfassende medizinische Untersuchung (Allgemeine Innere Medi
zin, Psychiatrie, Orthopädie) notwendig sei (Urk. 8/96). Der Versi
cherte oppo
nier
te am 17. Januar 2014 gegen eine erneute Begutachtung (Urk. 8/102). Am 20. Januar 2014 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass
eine
polydis
zi
plinäre
medizinische Untersuchung durch
Dr.
med.
A.___
,
All
gemeine Innere Medizin,
Dr.
med.
B.___
,
Orthopädie
,
und
Dr.
med.
C.___
,
Psychia
trie,
am
D.___
durch
geführt werde (Urk. 8/103). Daraufhin wandte der Versi
cherte am 23. Janu
ar
2014 ein, es sei darzulegen, zu begründen und mittel
s
anfechtbarer Verfü
gung zu übermitteln, weshalb die bereits durchgeführte psy
chiatrische Begut
achtung nicht ausreiche. Eventualiter sei eine ergänzende Un
tersuchung auf die
Bereiche Allgemeine Innere Medizin und Orthopädie zu be
schränken (Urk. 8/107).
Mit Zwischenverfügung vom 24. März 2014 hielt die IV-Stelle an der
Notwen
dig
keit einer polydisziplinären medizinischen Untersu
chung
fest (Urk. 2 = Urk. 8/109). Am 15. Mai 2014 wurde der Versicherte vom
D.___
zur Begut
achtung
durch die am 20. Januar 2014 genannten Experten
aufgeboten (Urk. 8/111).
2.
Gegen die Verfügung vom 24. März 2014 erhob der Versicherte am 12. Mai 2014
Beschwerde und beantragte, es sei auf die neuerliche Begutachtung zu ver
zich
ten. In prozessualer Hinsicht
ersuchte
er
um Bestellung von Rechtsan
walt
Eric Stern
als unentgeltlichen
Rechtsvertreter (Urk.
1).
In der
Beschwerde
antwort
vom 11. Juni 2014 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7). Dies wurde dem Beschwerdeführer am 21. August 2014 mitgeteilt (Urk. 13).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Anfechtungsgegenstand ist vorliegend die Verfügung vom 24. März 2014
(Urk. 2), mit welcher die IV-Stelle an der von ihr angeordneten
polydisziplinä
ren
Begutachtung des Beschwerdeführers festgehalten hat (
Urk.
2). Hierbei han
delt es sich um eine Zwischenverfügung im Sinne von
Art.
55
Abs.
1 des Bun
desge
setzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
i.V.m
.
Art.
5
Abs.
2 und
Art.
46 des Bundesgesetzes über das
Verwaltungsver
fahren
(
VwVG
), welche bei Bejahung des nicht wieder gutzumachenden Nach
teils (
Art.
46
Abs.
1
lit
. a
VwVG
; BGE 132 V 93 E. 6.1) grundsätzlich selbständig mit Beschwerde angefochten werden kann.
1.2
Für die Bejahung des nicht wieder gutzumachenden Nachteils im Kontext des
IV-rechtlichen Abklärungsverfahrens mit seinen spezifischen Gegebenheiten (da
zu eingehend BGE 137 V 210) muss berücksichtigt werden, dass das Sach
ver
ständigengutachten im Rechtsmittelverfahren mit Blick auf die fachfremde Ma
te
rie faktisch nur beschränkt überprüfbar ist: Der Rechtsanwender sieht sich mangels ausreichender Fachkenntnisse kaum in der Lage, in formal korrekt ab
gefassten Gutachten objektivfachlich
e
Mängel zu erkennen. Zugleich steht die faktisch vorentscheidende Bedeutung der medizinischen Gutachten für den
Leis
tungsentscheid
in einem Spannungsverhältnis zur grossen Streubreite der Mög
lichkeiten, einen Fall medizinisch zu beurteilen, und zur entsprechend ge
ringen Vorbestimmtheit der Ergebnisse (BGE 127 V 210 E. 2.5 mit Hinweisen).
Diesen Umständen ist mit verfahrensrechtlichen Garantien zu begegnen (BGE 137 V 210 E.
2.5 S.
241 und E.
3.4.2.3 in
fine
S.
253). Die Mitwirkungsrechte
müssen im Beschwerdeverfahren durchsetzbar sein. Ist dies durch Anfechtung de
s
Endentscheids nicht mehr möglich, kann ein nicht wieder gutzumachender Nach
t
eil entstehen, der den Rechtsweg an eine Beschwerdeinstanz eröffnet. Da syste
mimmanent kein Anspruch auf Einholung eines Gerichtsgutachtens besteht (vgl. BGE 136 V 376), ist das Administrativgutachten häufig zugleich die wich
tigste
medizinische Entscheidungsgrundlage im Beschwerdeverfahren. In sol
chen Fällen
kommen die bei der Beweiseinholung durch ein Gericht vorgesehe
nen Garantien zugunsten der privaten Partei im gesamten Verfahren nicht zum Tragen. Um dieses Manko wirksam auszugleichen, müssen die gewährleisteten Mitwir
kungs
rechte durchsetzbar sein, bevor präjudizierende Effekte eintreten (BGE 137 V 210 E.
3.4.2.4 S.
254). Mit Blick auf das naturgemäss begrenzte Überprüfungs
ver
mögen der rechtsanwendenden Behörden genügt es daher nicht, die Mitwir
kungsrechte erst nachträglich, bei der Beweiswürdigung im Verwaltungs- und
Be
schwerdeverfahren
, einzuräumen. Für die Annahme eines drohenden unum
kehrbaren Nachteils spricht schliesslich auch, dass die mit me
dizinischen Unter
suchungen einhergehenden Belastungen zuweilen einen er
heblichen Eingriff in die physische oder psychische Integrität bedeuten (BGE 137 V 210 E. 3.4.2.7 S.
257)
.
Aus diesen Gründen hat das Bundesgericht die Anfechtbarkeitsvoraussetzung des
nicht wieder gutzumachenden Nachteils für das erstinstanzliche
Beschwer
de
ver
fahren
in IV-Angelegenheiten bejaht, zumal die nicht sachgerechte Begut
ach
tun
g in der Regel einen rechtlichen und nicht nur tatsächlichen Nachteil be
wirkt (BGE 137 V 210 E.
3.4.2.7 S.
257 mit Hinweisen). Nicht anfechtbar sind nach höchstrichterlicher Rechtsprechung dagegen Zwischenverfügungen, in wel
cher keine Gutachterstelle benannt wird, sondern nur die Bestimmung einer solchen
in Anwendung des Zuweisungssystems „
SuisseMED@P
“ angekündigt wird. Denn
unter diesen Umständen ist nicht ersichtlich, worin der Nachteil des Versi
cher
ten
b
estehen sollte, wenn er die Gutachtensanordnung nicht anfechten kann, be
vor auch die Gutachterstelle feststeht (BGE 139 V 339 E. 4.5).
1.3
Mit Verfügung vom 24. März 2014 (Urk. 2) hielt die Beschwerdegegnerin an der
Notwendigkeit einer polydisziplinären medizinischen Begutachtung fest, ohne die
Gutachterstelle oder die begutachtenden Expertinnen und Experten zu nen
nen. Aus dem Kontext des Verwaltungsverfahrens geht allerdings hervor, dass die Beschwerdegegnerin an der Begutachtung durch das
D.___
unter Mitwir
kung von
Dr.
A.___
,
Dr.
B.___
und
Dr.
C.___
festhalten will, teilte sie
doch
dem Beschwerdeführer schon zwei Monate vor Verfügungserlass am 20. Januar 2014 mit, wer mit der Begutachtung betraut worden ist (Urk. 8/103).
Somit liegt eine konkrete Gutachtensanordnung vor. Aufgrund
der seit Juni 2011
geltenden höchstrichterlichen Rechtsprechung (vgl. zum Ganzen auch BGE 138
V 271 E.
1) ist
somit
auf die Beschwerde gegen die Zwischenverfügung vom
24. März 2014
(
Urk.
2) ohne weiteres einzutreten.
2.
2.1
Die Verwaltung ist von Amtes wegen verpflichtet, die notwendigen Abklärun
gen vorzunehmen (
Art.
43 ATSG). Dies umfasst die Verpflichtung und das Recht
, die Untersuchungen anzuordnen, welche zur Klärung des Sachverhalts erfor
der
lich sind, nicht jedoch das Recht, eine „
second
opinion
“ zu einem be
reits in
einem Gutachten festgestellten Sachverhalt einzuholen, wenn ihr dieser nicht gefällt (BGE 138 V 271 E.
1.1; Urteil des Bundesgerichts U
571/06 vom 2
9.
Mai 2007
E.
4.2). Entscheidend dafür, ob weitere Abklärungen angeordnet werden können und müssen, ist, ob die bereits vorliegenden Gutachten die
pra
xisge
mässen
inhaltlichen und beweismässigen Anforderungen erfüllen (Urteil des Bun
desgerichts U
571/06 vom 2
9.
Mai 2007 E. 4.2).
2.2
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist ent
scheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderli
chen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berück
sichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person aus
einander setzt
was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
ab
gegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zu
sammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Ex
per
ten
in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räu
mende
Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschwe
ren oder verunmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1;
125 V 351 E.
3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der So
zialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der Verfügung vom 2
4.
März 2014 (Urk. 2),
dem
Gutachten der
Z.___
vom 25. Juni 2013 seien die Diagnosen einer andau
ern
den Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung sowie eine mittel
schwere bis
schwere depressive Episode seit Jahren bestehend zu entnehmen
,
und es werde eine volle Arbeitsunfähigkeit postuliert. Bereits im Gutachten des
Y.___
vom 8. September 2006 sei eine
dysthyme
Störung festgestellt worden, wobei eine psychiatrisch begründete Arbeitsunfähigkeit verneint worden sei.
Unklar bleibe nun, weshalb und allenfalls ab wann genau die 2006 festgestellte
Dysthymie
einer mittel- bis
schwergradigen
depressiven Episode gewichen sein soll
e
und weshalb auch der tragische Unfalltod des Sohnes des Beschwerdefüh
rers im Jahr 1991 heute als ursächlich für die postulierte
Persönlichkeitsände
rung
herangezogen werde. Es werde nirgends vermerkt, dass der Beschwerde
füh
rer seinerzeit in psychiatrischer Behandlung gewesen sei, was angesichts der jetzt von der
Z.___
gestellten Diagnose eigentlich zu erwarten gewesen wäre.
Das Gutachten der
Z.___
beziehe sich auf medizinische Tatsachen, die bereits zum Zeitpunkt der Begutachtung im
Y.___
bekannt gewesen und auch gewürdigt wor
den seien. Es würden zwar Gründe genannt, die das
Y.___
-
Gutachten in Zweifel ziehen sollten, es aber nicht zu entkräften vermöchten, so dass die ge
nannten Widersprüche mittels Obergutachten aufgelöst werden müssten.
3.2
Dagegen wand
te
der Beschwerdeführer im Wesentlichen ein (Urk. 1), das Gut
achten der
Z.___
sei aufgrund des Auftrags seitens der Beschwerdegegnerin nach
gründlichen Abklärungen und Untersuchungen erstellt worden. Es begründe ein
leuchtend, warum er zu 100 % arbeitsunfähig sei. Wenn die
Beschwerdegeg
nerin
das Ergebnis dieser Begutachtung nicht anerkennen
wolle
oder hinsichtlich ein
zelner Begründungen und Ausführungen im Gutachten Fragen habe, so seie
n diese an die Gutachterin zu r
ichten. Es gehe nicht an, dass die
Beschwerdegeg
nerin
der von ihr ausgesuchten Gutachterstelle nicht einmal die Möglichkeit
einräume, die nach ihrer Auffassung noch offenen Fragen mit einer
Gutach
tens
ergänzung
zu klären. Sie verfalle in eine nicht hinzunehmende Parteilich
keit, wenn sie offenkundig aufgrund des Ergebnisses an dem nun beinahe acht Jahre zurückliegenden Gutachten des
Y.___
festhalten und das Gutachten der
Z.___
nicht gelten lassen wolle. Ein Obergutachten sei nur in denjenigen Fällen anzu
ordnen,
in denen
das bestehende Gutachten aus sachlichen Gründen nicht über
zeuge und allenfalls noch bestehende Unklarheiten oder Zweifel nicht durch Er
gänzungsfragen geklärt werden könnte
n
. Das Gutachten der
Z.___
vom 25. Juni
2013 überzeuge, berücksichtige die Entwicklung seit der Begutachtung durch das
Y.___
und basiere auf aktuellen
Untersuchungen, wobei es auch eine über
zeu
gen
de, nachvollziehbare Begründung enthalte (S. 4 f.).
3.3
Streitig und zu prüfen ist, ob sich der Beschwerdeführer einer polydisziplinären Be
gutachtung zu unterziehen hat.
4.
4.1
Das hiesige Gericht beurteilte die Abweisung des Rentengesuchs durch die
Be
schwerdegegnerin
vom 6. Juni 2007 (Urk. 8/44)
als rechtens (Urte
il vom 14. Mai 2008, Urk. 8/52). Als Begründung führte es an
, das polydisziplinäre Gutachten
des
Y.___
vom 8. September 2006 (Urk. 8/21) sei beweistauglich, und es könne da
mit davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer in somatischer Hin
sicht in einer behinderungsangepassten Tätigkeit
zu
100 % arbeitsfähig sei. In psy
chiatrischer Hinsicht liege keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vor.
Die
ses Urteil erwuchs, nachdem das Bundesgericht am 21. November 2008 auf
die dagegen erhobene Beschwerde nicht eingetreten war (
vgl.
Urk. 8/56), in Rechts
kraft.
4.2
Unter Hinweis auf eine Verschlechterung seine
s
psychischen Gesundheitszu
standes meldete sich der Beschwerdeführer am 5. Juli 2012 erneut zum
Leis
tungsbezug
an (Urk. 8/64), woraufhin die Beschwerdegegnerin den Beschwer
de
führer - nachdem sie ursprünglich das Leistungsgesuch abweisen und her
nach darauf nicht eintreten wollte (vgl. Urk. 8/68 und Urk. 8/73) – durch das
Z.___
psychiatrisch begutachten liess (Gutachte
n vom 25. Juni 2013, Urk. 8/90). An
hand der psychiatrischen Begutachtung sollte festgestellt werden können, o
b sich
beim Beschwerdeführer seit der letztmaligen Rentenabweisung vom 6. Juni 2007
(Urk. 8/44)
aus psychiatrischer Sicht
eine Verschlechterung des Gesund
heits
zusta
ndes eingestellt hat. Da der Beschwerdeführer
ke
ine Verschlechterung des
Gesundheitszustands in somatischer Hinsicht geltend machte und auch keine Hin
weise bestehen, dass sich eine solche Verschlechterung eingestellt hat, wurde zu Recht
lediglich
ein monodisziplinäres (psychiatrisches) Gutachten ein
geholt.
4.3
Das Gutachten
der
Z.___
(Urk. 8/90)
entspricht
in
formeller
Hinsicht den
praxis
gemässen
Anforderungen an den Beweiswert einer Expertise.
Es basiert
vorab
auf den notwendigen
psychiatrischen Untersuchungen des Beschwerdeführers. Den Gutachtern standen die Akten der Beschwerdegegnerin zur Verfügung, wo
rin namentlich die relevanten medizinischen Berichte
– unter anderem das Gut
achten des
Y.___
vom 8. September 2006 (Urk. 8/21) -
enthalten waren
,
und eine Auseinandersetzung mit denselben fand statt
. Die Gutachter berücksichtigten sodann die geklagten Beschwerden und setzten sich mit diesen
sowie dem Ver
halten des Beschwerdeführers auseinander.
Überdies wurden die gestellten Fra
gen beantwortet.
Anhand dieses Gutachtens sollte die Beschwerdegegnerin in der Lage sein zu
beurteilen, ob
sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers
seit der Be
gut
achtung durch das
Y.___
v
erändert
hat oder ob die Gutachter des
Z.___
ledig
lich einen im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalt anders beurteil
t
en als der psychiatrische Gutachter des
Y.___
.
Mit der Feststellung, das
Z.___
-
Gut
achten be
ziehe sich auf medizinische Tatsachen, die bereits zum Zeitpunkt der Begut
ach
tung im
Y.___
bekannt gewesen und auch gewürdigt worden seien, br
achte
die Beschwerdegegnerin nichts anderes vor, als dass
die
Z.___
-
Gutachter
den
gleiche
n
Sachverhalt anders gewürdigt
h
aben
als d
er
psychiatri
sche
Gut
ach
ter des
Y.___
.
Ob dem tatsächlich so ist, hat sie in Auseinanderset
zung mit der Befundlage und den Beurteilungen in den beiden Gutachten zu entscheiden. Sollten sich hierbei Fragen ergeben, die im
Z.___
-
Gutachten nicht beantwortet sind, bleibt es der Beschwerdegegnerin unbenommen, den
Z.___
-
Gutach
tern Er
gänzungsfragen zu stellen. Dasselbe gilt bezüglich der Frage, wann die im Jahr 2006 diagnostizierte
Dys
t
hymie
einer mittel- bis
schwergradigen
de
pressiven Episode gewichen sein soll und weshalb der tragische Unfalltod des Sohnes des Beschwerdeführers heute als ursächlich für die
diagnostizierte
Per
sönlichkeits
änderung
herangezogen w
ird
sowie bezüglich der Frage, ob die
Di
agnose der Persönlichkeitsänderung eine invalidisierende Wirkung zeitigt (vgl. Urteil des Bun
desgerichts 9C_55/2010 vom 8. Oktober 2010 E. 2.3).
4.4
Nach dem Dargelegten besteht kein Anlass für eine
polydisziplinäre (ein
schliess
lich
einer
psychiatrische
n)
Begutachtung des Beschwerdeführers, weshalb die Ver
fügung der Beschwerdegegnerin vom 24. März 2014 in Gut
heissung der Be
schwerde aufzuheben ist.
5.
5.1
Im vorliegenden Verfahren geht es nicht um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen, weshalb das Verfahren kostenlos ist (
Art.
69
Abs.
1
bis
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung).
5.2
Ausgangsgemäss ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerde
führer eine Prozessentschädigung zu bezahlen.
Rechtsanwalt Eric Stern machte in seiner Honorarnote vom
30.
September 2014 einen Aufwand von
11
Stunden und Barauslagen von Fr.
83.-- geltend (Urk. 18
), was als angemessen erscheint. Unter Berücksichtigung eines gerichtsüblichen Stundenansatzes von
Fr.
200.--
ist die Prozessentschädigung auf
Fr. 2‘465.65
(inkl. Barauslagen
und Mehrwert
steuer
) festzusetzen. Damit erweist sich der Antrag
auf
Bestellung
eines unent
geltlichen
Rechtsvertreter
s
(Urk. 1 S. 2) als gegenstandslos.
Das Gericht erkennt:
1.
In Gutheissung der
Beschwerde
wird
die Verfügung der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom 24. März 2014 aufgehoben
.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
dem Beschwerdeführer
eine
Prozessent
schädigung
von
Fr.
2‘465.65
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Eric Stern
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
, unter Beilage je einer Kopie von Urk. 10
sowie Urk. 17-18
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
MosimannTiefenbacher