# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 512cec0f-b239-5e66-b5a7-c139e0e8350c
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-08-13
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 13.08.2020 B 2020/48
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2020-48_2020-08-13.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2020/48

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 08.09.2020

Entscheiddatum: 13.08.2020

Entscheid Verwaltungsgericht, 13.08.2020
Ausländerrecht. Erlöschen der Aufenthaltsbewilligung. Art. 61 Abs. 1 lit. a 
AuG. Verlässt die ausländische Person die Schweiz ohne Abmeldung, 
erlischt die Niederlassungsbewilligung nach sechs Monaten 
Auslandsaufenthalt. Die Behörden konnten die Beschwerdeführerin mit 
Wohnsitz in X.__ weder telefonisch noch schriftlich erreichen, weshalb sie 
eine rückwirkende Löschung im Einwohnerregister per Februar 2016 
vornahmen. Ob die Beschwerdeführerin aufgrund ihres dreimonatigen 
Klinikaufenthalts im Thurgau bereits dazumal den Wohnsitz in der Schweiz 
aufgegeben hatte oder erst nach Anmeldung des Nebenwohnsitzes in 
Österreich Mitte Juli 2016, ist unerheblich. Nachweislich hat sich die 
Beschwerdeführerin erst im Juli 2017 in E.__ wieder angemeldet und sich 
damit über sechs Monate im Ausland aufgehalten. Abweisung der 
Beschwerde (Verwaltungsgericht, B 2020/48). Die gegen dieses Urteil 
erhobene Beschwerde ans Bundesgericht wurde mit Urteil vom 18. 
November 2020 abgewiesen (Verfahren 2C_810/2020).

Entscheid vom 13. August 2020

Besetzung

Abteilungspräsident Zürn; Verwaltungsrichterin Reiter, Verwaltungsrichter Zogg; 

Gerichtsschreiberin Schambeck

Verfahrensbeteiligte

A.__,

Beschwerdeführerin,

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vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Urs Bertschinger, Rhyner Lippuner Bertschinger, 

St. Gallerstrasse 46, Postfach 745, 9471 Buchs SG 1,

gegen

Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons St. Gallen, Oberer Graben 32, 

9001 St. Gallen,

Vorinstanz,

Gegenstand

Erlöschen der Niederlassungsbewilligung, Nichterteilung einer 

Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA

 

Das Verwaltungsgericht stellt fest:

A.  

A.__, geboren 1951, ist deutsche Staatsangehörige und reiste am 1. August 2007 in die 

Schweiz nach X.__ ein. Am 13. August 2007 stellte sie ein Gesuch um Erteilung einer 

Aufenthaltsbewilligung zu Erwerbszwecken (Tätigkeit als Direktorin bei der B.__ AG, 

act. Migrationsamt [nachfolgend: MA] 131). Ihr damaliger Ehemann, D.__, reichte am 5. 

September 2007 ein Familiennachzugsgesuch ein (act. MA 129). Das Migrationsamt 

des Kantons Thurgau erteilte A.__ am 7. September 2007 eine Aufenthaltsbewilligung 

EU/EFTA zwecks Familiennachzug (mit Berechtigung zur Erwerbstätigkeit). Per 15. 

Februar 2008 zog sie mit ihrem Ehemann von X.__ nach E.__ in den Kanton St. Gallen 

(act. MA 6), wo ihr am 2. August 2012 die Niederlassungsbewilligung EU/EFTA zwecks 

Erwerbsaufenthalt mit Kontrollfrist bis 31. Juli 2017 erteilt wurde (act. MA 7). Per 1. Mai 

2015 meldete sie sich wieder in X.__ an (act. MA 141 f.). Mit Beschluss des 

Amtsgerichts Y.__ vom 3. Februar 2016 wurde die Ehe von A.__ und D.__ geschieden 

(act. MA 383 f.). Mitte April 2016 musste sich A.__ in stationäre medizinische 

Behandlung begeben (act. MA 509 ff.). Der anschliessend notwendige Reha-Aufenthalt 

A.a. 

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dauerte bis zum 16. Juni 2016 (act. MA 506 ff.). Am 18. Juli 2016 meldete sich A.__ mit 

Nebenwohnsitz in F.__ (Österreich) an (act. MA 309).

Nachdem die Behörden der Gemeinde X.__ A.__ ab Oktober 2016 nicht mehr die Post 

zustellen konnten, leiteten sie Abklärungen ein. Dabei stellte sich heraus, dass an der 

Adresse in X.__ weder der Briefkasten noch die Türklingel mit ihrem Namen versehen 

war. Der Vermieter gab auf Rückfrage an, dass A.__ seit etwa einem Jahr nicht mehr in 

X.__ wohne (act. MA 218). In der Folge wurde sie rückwirkend per 29. Februar 2016 

aufgrund Wegzugs ins Ausland im Register in X.__ gelöscht (act. MA 219, ZEMIS-

Mutation: act. MA 227).

A.b. 

Am 26. Juli 2017 reichte A.__ in der Gemeinde E.__ ein Gesuch um 

Bewilligungsverlängerung ein (act. MA 228). Als Datum der Wiedereinreise wurde der 1. 

Juli 2017 vermerkt. Das Migrationsamt des Kantons St. Gallen leitete daraufhin 

Abklärungen ein und holte unter anderem die Auszüge aus den Betreibungsregistern 

der Gemeinden E.__ und X.__ ein. In diesen war A.__ mit drei Verlustscheinen im 

Betrag von CHF 295'726.10 (E.__: act. MA 290 ff.) sowie mit 19 Verlustscheinen in der 

Höhe von CHF 121'194.06 verzeichnet (X.__: act. MA 296 ff.). Über die beiden 

Unternehmen K.__ AG sowie die B.__ AG, welche sie im September 2011 übernommen 

hatte und deren geschäftsführende Verwaltungsrätin sie war, war Konkurs eröffnet, die 

Verfahren indes geschlossen bzw. mangels Aktiven eingestellt worden (act. MA 8, 13, 

66, 84, 153, 286). A.__ wurde seit 2014, unter anderem auch im Zusammenhang mit 

ihrer geschäftsführenden Tätigkeit für diese Unternehmen mehrfach strafrechtlich 

verurteilt (wegen Übertretung des Arbeitslosengesetzes [act. MA 11 f.], mehrfachen 

Vergehens gegen das AHV-Gesetz und grobe Verkehrsregelverletzung [act. MA 79 f.], 

Veruntreuung von Quellensteuern [act. MA 201 f.], betrügerischen Konkurs und 

Pfändungsbetrugs [act. MA 100 f.], Ungehorsams des Schuldners im Betreibungs- und 

Konkursverfahren [act. MA 207 f.], Misswirtschaft und Unterlassung der Buchführung 

[act. MA 105 f.], geringfügiger Widerhandlungen gegen das Ausländergesetz [act. MA 

266 f.]). Ab Erreichen des Pensionsalters Mitte 2016 bezog sie eine Altersrente von 

CHF 374 sowie zwei Renten aus Deutschland in der Höhe von EUR 224.47 und 

EUR 59.16 (act. MA 352 bis 356).

A.c. 

Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs verfügte das Migrationsamt des Kantons St. 

Gallen am 11. Juni 2018, dass die Niederlassungsbewilligung von A.__ erloschen sei 

und sie aus der Schweiz weggewiesen werde. Die Erteilung einer neuen 

A.d. 

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B.  

Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA werde verweigert. Im Wesentlichen begründete es den 

abschlägigen Entscheid damit, dass A.__ seit Februar 2016 gar keinen Wohnsitz mehr 

in der Schweiz habe, weil sie seit Juli 2016 in F.__ (Österreich) gemeldet sei. Damit 

habe sie ihren Lebensmittelpunkt dorthin verlegt. Weil sie sich bis zur erneuten 

Anmeldung in E.__ mehr als sechs Monate im Ausland aufgehalten habe, sei die 

Niederlassungsbewilligung von Gesetzes wegen erloschen. Da sie zudem sowohl in 

strafrechtlicher als auch finanzieller Hinsicht Anlass zu erheblichen Klagen gegeben 

habe, könne ihr auch keine neue Aufenthaltsbewilligung mehr erteilt werden, zumal sie 

mit ihren (Alters-)Renten offenkundig nicht selbst für ihren Lebensunterhalt aufkommen 

könne (act. MA 458 ff.). Den gegen diese Verfügung erhobenen Rekurs wies das 

Sicherheits- und Justizdepartement mit Entscheid vom 19. Februar 2020 ab.

A.__ (Beschwerdeführerin) reichte am 12. März 2020 und mit Ergänzung vom 15. Mai 

2020 – nunmehr anwaltlich vertreten – beim Verwaltungsgericht Beschwerde gegen 

den Entscheid des Sicherheits- und Justizdepartements (Vorinstanz) ein. Sie stellte den 

Antrag auf Aufhebung des Entscheids der Vorinstanz und Erteilung der 

Niederlassungsbewilligung, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zudem ersuchte 

sie um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und Rechtsverbeiständung.

B.a. 

Entsprechend dem Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege befreite 

der Abteilungspräsident die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 10. März 2020 

vorläufig von der Leistung eines Kostenvorschusses und gewährte die Einsetzung des 

unentgeltlichen Rechtsbeistandes.

B.b. 

Mit Vernehmlassung vom 29. Mai 2020 schloss die Vorinstanz auf Abweisung der 

Beschwerde und verwies zur Begründung auf die Erwägungen des angefochtenen 

Entscheids. Mit Eingabe vom 3. Juni 2020 reichte der Rechtsvertreter die Kostennote 

ein.

Auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids und die Ausführungen der 

Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge sowie die Akten wird, soweit für 

den Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

B.c. 

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Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:

1.

Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59  Abs. 1 des 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Als Adressatin des 

angefochtenen Entscheids ist die im Rekursverfahren unterlegene Beschwerdeführerin 

zur Ergreifung des Rechtsmittels berechtigt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 

VRP). Die Beschwerde wurde mit der ausführlich begründeten Eingabe vom 12. März 

2020 rechtzeitig erhoben und erfüllt zusammen mit der Beschwerdeergänzung vom 

15. Mai 2020 formal wie inhaltlich die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in 

Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Auf die Beschwerde ist 

daher einzutreten.

2.  

bis

Nach Art. 2 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG; 

seit 1. Januar 2019 AIG; SR 142.20; zur intertemporalrechtlichen Massgeblichkeit des 

AuG vgl. Art. 126 Abs. 1 AIG; im Folgenden ist die altrechtliche Fassung 

[Verfügungserlass am 11. Juni 2018] massgeblich: AuG) gilt dieses Gesetz für 

Staatsangehörige der Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) und ihre 

Familienangehörigen nur so weit, als das Abkommen zwischen der Schweizerischen 

Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihren 

Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit (SR 0.142.112.681, FZA) keine 

abweichenden Bestimmungen enthält oder dieses Gesetz günstigere Bestimmungen 

vorsieht. Das Freizügigkeitsrecht kennt den Status der Niedergelassenen nicht; 

vielmehr handelt es sich bei der Niederlassungsbewilligung um eine grundsätzlich 

einzig auf nationalem Recht beruhende Bewilligung (BGer 2C_938/2018 vom 24. Juni 

2019 E. 4.1). In Bezug auf das Erlöschen der Niederlassungsbewilligung kann indes 

das FZA nicht gänzlich vernachlässigt werden (BGer 2C_400/2015 vom 31. Mai 2015 E. 

2.2), weil die landesrechtlichen Voraussetzungen des Erlöschens der 

Aufenthaltsbewilligung nicht so ausgestaltet sein dürfen, dass sie einen 

staatsvertraglich gewährleisteten Anspruch auf Aufenthalt vereiteln.

2.1. 

Gemäss Art. 61 Abs. 1 lit. a AuG erlischt die Niederlassungsbewilligung mit der 

Abmeldung einer ausländischen Person ins Ausland. Verlässt die ausländische Person 

die Schweiz ohne Abmeldung, erlischt die Niederlassungsbewilligung nach sechs 

Monaten Auslandsaufenthalt (Art. 61 Abs. 2 Satz 1 AuG). Mit dieser Regelung hat der 

2.2. 

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Gesetzgeber für das Erlöschen der Niederlassungsbewilligung auf zwei formelle 

Kriterien – die Abmeldung oder einen Auslandsaufenthalt von mindestens sechs 

Monaten – abgestellt (BGer 145 II 322 E. 2.3). Grundsätzlich zieht nur ein 

ununterbrochener sechsmonatiger Auslandsaufenthalt das Erlöschen der 

Niederlassungsbewilligung gestützt auf Art. 61 Abs. 2 Satz 1 AuG nach sich. 

Vorbehalten bleiben jedoch Konstellationen, in welchen die Rückkehr in die Schweiz 

nicht mehr im Sinne des Gesetzgebers erfolgt. Dies ist etwa der Fall, wenn ein 

ausländischer Staatsangehöriger seinen Wohnsitz oder seinen Lebensmittelpunkt ins 

Ausland verlegt und nur für relativ kurze Zeitperioden, etwa zu Besuchs- oder 

Geschäftszwecken, in die Schweiz zurückkehrt, ohne jedoch ununterbrochen sechs 

Monate im Ausland zu weilen. Diesfalls ist nicht ersichtlich, inwiefern die nach dem 

Willen des Gesetzgebers für die Aufrechterhaltung erforderliche minimale physische 

Präsenz in der Schweiz erfüllt sein sollte, selbst wenn der ausländische 

Staatsangehörige in der Schweiz noch über eine Wohnung verfügt (BGE 145 II 322 E. 

2.3, 120 Ib 369 E. 2c). Im Sinne dieser bundesgerichtlichen Praxis hat denn auch der 

Verordnungsgeber in Art. 79 Abs. 1 der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und 

Erwerbstätigkeit (VZAE; SR 142.201) präzisiert, dass die Frist von sechs Monaten 

Auslandsaufenthalt (im Sinne von Art. 61 Abs. 2 Satz 1 AuG) jedenfalls durch 

vorübergehende Tourismus-, Besuchs- oder Geschäftsaufenthalte nicht unterbrochen 

wird.

Die Bestimmung von Art. 61 AuG steht im Einklang mit dem FZA (vgl. Art. 6 Abs. 5, Art. 

12 Abs. 5 und Art. 24 Abs. 6 Anhang 1 FZA, wonach Aufenthaltsunterbrechungen, die 

sechs aufeinander folgende Monate nicht überschreiten, sowie eine durch Militärdienst 

gerechtfertigte Abwesenheit die Gültigkeit der Aufenthaltserlaubnis nicht berühren; 

BGer 2C_381/2018 vom 29. November 2018 E. 5.2, 2C_400/ 2015 vom 31. Mai 2015 E. 

2.2).

Die verfügende Behörde hat im Rahmen der Untersuchungsmaxime abzuklären, ob der 

gesetzlich verlangte Auslandsaufenthalt tatsächlich ununterbrochen war. Nebst der 

Untersuchungsmaxime obliegt es allerdings auch einer Ansprecherin (i.c. also der 

Beschwerdeführerin), an der Feststellung des für die Anwendung des AuG 

massgebenden Sachverhalts mitzuwirken (Mitwirkungspflicht, Art. 90 AuG). Dies gilt in 

besonderen Massen für Umstände, die – wie vorliegend – die Beschwerdeführerin 

besser kennt als die Behörde und welche ohne Mitwirkung der Beschwerdeführerin gar 

nicht oder nicht mit vernünftigem Aufwand erhoben werden können. Die 

entsprechenden (Mitwirkungs-)Pflichten gelten umso strenger, je mehr Indizien 

2.3. 

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vorliegen, welche gemeinhin darauf schliessen lassen, dass in erster Linie die 

ausländerrechtliche Gesetzgebung umgangen werden soll. Vorliegend darf und muss 

von der Beschwerdeführerin deshalb erwartet werden, dass sie von sich aus Umstände 

vorbringt und klar belegt, dass sich ihr Lebensmittelpunkt im fraglichen Zeitraum nach 

wie vor in der Schweiz befand. Als Indizien hierfür hätten etwa ein Mietvertrag, eine 

Bestätigung Dritter, Telefonrechnungen, Zahlungsbelege, Bahnbillette usw. (vgl. BGer 

2C_866/2017 vom 7. März 2018 E. 3.1.2, 2C_65/2016 vom 11. November 2016 E. 3.2, 

2C_1008/2015 vom 20. Juni 2016 E. 3.3) dienen können.

Die Vorinstanz kam im angefochtenen Entscheid im Wesentlichen zum Schluss, dass 

sich die Beschwerdeführerin seit Juli 2016 mehr als sechs Monate im Ausland 

aufgehalten habe, wo sie denn auch eine Mietwohnung besessen und Freunde gehabt 

habe. Sie habe dort Auto fahren und eine Arbeit suchen können und sei dabei 

schliesslich auch erfolgreich gewesen. Die regelmässigen Aufenthalte in der Schweiz 

für medizinische Kontrollen/Eingriffe im Nachgang zum körperlichen Zusammenbruch 

vom April 2016 wie auch zu Besuchen hätten die Auslandabwesenheit aber nicht 

unterbrochen.

Die Beschwerdeführerin hält dagegen, dass sie zu keinem Zeitpunkt ihren Wohnsitz in 

der Schweiz aufgegeben habe. Sie habe im April 2016 einen Zusammenbruch erlitten 

und sei während drei Monaten hospitalisiert gewesen. Nach dem Spitalaustritt habe sie 

in der Eigentumswohnung ihres Ex-Mannes in E.__ gratis wohnen können. In der 

gleichen Wohnung hätten zwei weitere Mitbewohner gelebt, wobei einer im Juni 2019 

verstorben sei. Ihr Ex-Mann und der noch lebende Mitbewohner seien als Zeugen zu 

befragen. In E.__ habe sie auch Freunde, welche sie nach dem Spitalaufenthalt betreut 

hätten. Zudem habe sie in der zweiten Hälfte des Jahres 2016 sowie im Frühjahr 2017 

zweimal wöchentlich nach Zürich ins Universitätsspital zu Untersuchungen gehen 

müssen. An diese Termine sei sie jeweils von Freunden mit dem Auto gefahren worden. 

Diese Hilfe hätte sie nur in E.__ gehabt. Die Gesundheit sei für sie klar im Vordergrund 

gestanden, weshalb sie sich nicht um das Anmeldeprozedere gekümmert habe. Ihr Ex-

Mann habe im April 2016 einen Postnachsendeantrag für ihre Post eingerichtet, weil er 

gewusst habe, dass verschiedene Verfahren auf sie zukämen. Aufgrund ihres 

gesundheitlichen Zustandes und dem entzogenen Führerausweis habe sie in der 

Schweiz keine Arbeit gefunden. Ein Unternehmen habe ihr angeboten, in der Schweiz 

und im Vorarlberg auf Märkten (…) zu verkaufen. Da für sie in der Schweiz Fahrverbot 

gegolten habe, habe sie diese berufliche Tätigkeit nur im Ausland wahrnehmen können. 

Dies wiederum sei der Hauptgrund, weshalb sie in F.__ (Österreich)einen 

2.4. 

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Nebenwohnsitz gehabt habe. Auch das Landesgericht L.__ sei in seinem Beschluss 

vom 21. März 2018 zum Ergebnis gelangt, dass sie weiterhin Wohnsitz in der Schweiz 

und lediglich einen Nebenwohnsitz in F.__ (Österreich) gehabt habe, um dort einer 

Erwerbstätigkeit nachzugehen.

Zu klären ist damit, ob sich die Beschwerdeführerin mehr als sechs Monate 

ununterbrochen im Ausland aufgehalten bzw. ihren Lebensmittelpunkt nach Österreich 

verlegt hat, was das Erlöschen der Niederlassungsbewilligung zur Folge hätte.

2.5. 

Die Beschwerdeführerin zog per 1. Mai 2015 von E.__, wo sie zusammen mit ihrem Ex-

Mann lebte, nach X.__ (act. MA 141), wo sie in Untermiete in der Wohnung von C.__ 

wohnte. In einer E-Mail vom 20. März 2017 informierten die Einwohnerdienste der Stadt 

X.__ das Migrationsamt des Kantons Thurgau, dass das Betreibungsamt X.__ der 

Beschwerdeführerin ab Oktober 2016 die Post nicht mehr habe zustellen können. Beim 

Versuch, die Unterlagen persönlich an der angegeben Wohnadresse zu überreichen, 

sei festgestellt worden, dass weder der Briefkasten noch die Türklingel mit dem Namen 

der Beschwerdeführerin versehen gewesen sei. Ende Januar 2017 habe die 

Beschwerdeführerin dann zwar telefonisch erreicht werden können. Dabei habe sie 

bekräftigt, nach wie vor bei C.__. zu wohnen. Sie sei für längere Zeit im Spital gewesen 

und habe darum ihre Post nach E.__ umleiten lassen. Die Nachfrage bei C.__ habe 

demgegenüber ergeben, dass die Beschwerdeführerin seit etwa einem Jahr nicht mehr 

bei ihm wohne. Er gehe davon aus, dass sie wieder bei ihrem Ex-Mann in E.__ lebe. 

Aufgrund seiner Aussage fragten die Einwohnerdienste der Stadt X.__ am 14. Februar 

2017 nochmals bei der Beschwerdeführerin nach. Dabei gab diese an, dass sie bei 

einem Kollegen wohne und sich wieder melden würde. Bis zum 20. März 2017 sei die 

Beschwerdeführerin weder am Schalter vorbeigekommen noch habe sie das Telefon 

entgegengenommen (act. MA 218). In der Folge wurde die Beschwerdeführerin 

rückwirkend per 29. Februar 2016 aus dem Einwohnerregister der Stadt X.__ zufolge 

Wegzugs ins Ausland gestrichen (act. MA 228).

2.5.1. 

Aktenkundig ist, dass sich die Beschwerdeführerin Mitte April 2016 in medizinische 

Behandlung begeben musste (Pneumokokken-Meningitis, subakute 

Hirnvenenthrombose, hochgradige Hörstörung, akute Niereninsuffizienz, arterielle 

Hypertonie mit Verdacht auf koronare Herzkrankheit, act. MA 516 ff.) und vom 9. Mai 

bis 16. Juni 2016 im Spital Thurgau bzw. der Rehaklinik M.__ weilte (Austrittsbericht 

2.5.2. 

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des Spitals Thurgau, S.__: act. MA 510 ff., vorläufiger Austrittsbericht der Rehaklinik 

M.__: act. MA 507 ff.). Anschliessend hatte sie weitere Untersuchungstermine 

betreffend die diagnostizierte Schwerhörigkeit und den Verdacht auf koronare 

Herzkrankheit am Kantonspital St. Gallen und Universitätsspital Zürich wahrzunehmen 

(so etwa Termine am 21. Juni, 15., 22. und 25. Juli, 3., 10., 23., 24. und 30. August, 20. 

und 28. September, 18. Oktober, 1. bis 2. und 27. Dezember 2016, 10. Januar, 25. 

Februar, 22. März 2017, act. MA 480 bis 519). Bereits mit Verfügung vom 24. Juni 2016 

war ihr aufgrund ihrer gesundheitlichen Einschränkungen vorsorglich der 

Führerausweis aller Kategorien auf unbestimmte Zeit aberkannt worden (act. MA 95 f., 

mit Nachsendeauftrag von X.__ in E.__ zugestellt).

Fest steht, dass sich die Beschwerdeführerin am 18. Juli 2016 mit Nebenwohnsitz in 

F.__ (Österreich) anmeldete (act. MA 308) und im Meldezettel X.__ als Hauptwohnsitz 

angab (act. MA 309). In F.__ (Österreich) mietete sie eine 3,5-Zimmer-Wohnung, 

bestehend aus einem Schlafzimmer, Küche und Büro für monatlich EUR 1'243 inklusive 

Nebenkosten (act. MA 477). Mit der Q.__ GmbH, einem Schweizer Unternehmen mit 

Sitz in P.__, schloss sie sodann im Mai 2017 einen Franchisevertrag ab, worin sie 

sowohl die Adresse in F.__ (Österreich) als Adresse ihres Firmensitzes (Firma Z.__) als 

auch diejenige in E.__ als ihre Wohnadresse angab (Vertrag vom 2. Mai 2017 mit 

Ergänzung vom 30. Mai 2017, act. MA 312 ff.). Ab dem 16. Juni 2017 vertrieb die 

Beschwerdeführerin sowohl im Vorarlberg (Wochenmärke in L.__, F.__, J.__ und R.__ 

(Österreich) jeweils dienstags bis samstags) als auch in der Schweiz (…) auf 

verschiedenen Märkten (act. MA 443 und 477).

2.5.3. 

Mit Gesuch vom 26. Juli 2017 ersuchte die Beschwerdeführerin um Verlängerung ihrer 

Ausländerbewilligung, wobei sie als Adresse die H.__-strasse 00__ in E.__ anführte 

(act. MA 228). Als Datum der Wiedereinreise in die Schweiz wurde der 1. Juli 2017 

vermerkt (act. MA 229). Per 26. Juli 2017 meldete sie sich sodann auch noch in E.__ 

an. Die von der Polizeistation E.__ im Rahmen der Amts-/Rechtshilfe getätigten 

Abklärungen ergaben, dass sich sowohl die Beschwerdeführerin wie auch ihr Ex-Mann 

nur sporadisch in E.__ aufhalten würden. Sie seien lediglich für einen halben oder 

ganzen Tag pro Woche dort (act. MA 119). Das Migrationsamt des Kantons St. Gallen 

gab in der Folge der Polizeistation E.__ am 29. September 2017 den Auftrag zur 

Abklärung einer mutmasslichen Missachtung der Abmeldepflicht (act. MA 230 ff.). Am 

16. Oktober 2017 wurde die Beschwerdeführerin auf der Polizeistation E.__ 

einvernommen. Dabei gab sie unter anderem an, dass sie nicht die ganze Zeit in der 

2.5.4. 

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Wohnung in X.__ gewesen sei. Es habe sich um eine kleine Wohnung gehandelt und 

sei mehr eine Schlafstelle gewesen (ebenfalls bestätigt im Schreiben vom 5. Februar 

2018, act. MA 441). Die Mieten für das Jahr 2015 habe sie bezahlt; jene für das Jahr 

2016 nicht mehr. Einen Mietvertrag habe sie nicht gehabt. Nach ihrem stationären 

Aufenthalt Ende Juni 2016 habe sie sich oft in E.__ aufgehalten, aber auch in X.__. Im 

Herbst 2016 sei sie mehrheitlich in E.__ gewesen, für zwei bis drei Tage in 

Deutschland. Anfangs 2017 sei sie aber immer noch in X.__ wohnhaft gewesen. 

Aufgrund finanzieller Engpässe sei sie von X.__ nach E.__ zu ihrem Ex-Mann gezogen. 

Allerdings sei es etwas schwierig mit ihm. Nach dem Wegzug nach E.__ habe sie sich 

bei der Gemeinde X.__ gemeldet, allerdings sei sie dort schon abgemeldet gewesen, 

was sie nicht habe verstehen können (act. MA 236 ff.).

In der Stellungnahme zum rechtlichen Gehör vom 5. Februar 2018 führte die 

Beschwerdeführerin unter anderem aus, dass sie in der kleinen Wohnung von C.__ in 

X.__ lediglich eine Schlafstelle gehabt habe; ein Zimmer, wo sie ihre persönlichen 

Sachen habe aufbewahren können. Nach ihrem gesundheitlichen Zusammenbruch und 

dem anschliessenden stationären Aufenthalt sei sie auf Hilfe angewiesen und nicht in 

der Lage gewesen, alleine zu leben. Deswegen sei sie nach E.__ gezogen. Dort habe 

sie sich am 26. Juli 2017 angemeldet. In F.__ (Österreich) habe sie sich im Jahr 2016 

bei Bekannten angemeldet, da sie nach der Scheidung ab und zu Abstand von ihrem 

Ex-Mann, welcher in der gleichen Wohnung in E.__ wohne wie sie, gebraucht habe. 

Zudem habe sie dort manchmal die Wochenenden verbracht. Die meiste Zeit verbringe 

sie aber in E.__. Dort habe sie ihre persönlichen Sachen und damit sei dort auch ihr 

Lebensmittelpunkt (act. MA 316 ff.).

2.5.5. 

In zeitlicher Reihenfolge zusammengefasst wurde die Beschwerdeführerin per 

29. Februar 2016 aufgrund Wegzugs ins Ausland in X.__ abgemeldet. Von April bis Juni 

2016 befand sie sich in stationärer medizinischer Behandlung im Thurgau (S.__ und 

M.__). Per 18. Juli 2016 meldete sie sich in F.__ (Österreich) an. In E.__ meldete sie sich 

wiederum erst per 26. Juli 2017 an. Diese Tatsachen werden von der 

Beschwerdeführerin nicht bestritten. Damit darf aber als erstellt gelten, dass die 

Beschwerdeführerin von Februar 2016 bis Juli 2017 nicht mehr in der Schweiz 

angemeldet war. Die fehlende Reaktion auf die Abmeldung in der Schweiz (z.B. 

Neuanmeldung in E.__) hat angesichts der geographischen Flexibilität der 

Beschwerdeführerin deshalb ein besonderes Gewicht, weil die Beschwerdeführerin es 

mit ihren selbst behaupteten Wohnsitzwechseln den Behörden ohne korrekte Meldung 

2.6. 

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in unzumutbarer Weise erschwert, ihren Wohnsitz zu bestimmen bzw. 

nachzuvollziehen. Sie ist deshalb grundsätzlich auf dieser fehlenden Reaktion bzw. 

Meldung zu behaften. Um in einem solchen Fall trotz fehlender Anmeldung einen 

Wohnsitz zu beweisen, ist ein gesteigertes Beweismass der übrigen Beweismittel 

erforderlich, mit denen die Beschwerdeführerin ihren Wohnsitz beweisen will. Dabei ist 

zu beachten, dass es im Migrationsrecht anders als im Steuerrecht nicht Sache der 

Behörden ist, den Wohnsitz (aus dem die Steuerbehörden die Steuerpflicht ableiten; 

vgl. BGer 2C_546/2017 vom 16. Juli 2018 E. 2.6) zu beweisen, sondern die Beweislast 

trotz Untersuchungsgrundsatz die Person trägt, die aus dem behaupteten Wohnsitz 

den Anspruch auf eine ausländerrechtliche Bewilligung ableitet. Hieraus wird im 

Migrationsrecht eine vergleichsweise gesteigerte Mitwirkungspflicht abgeleitet. Es wird 

an anderer Stelle zu prüfen sein, ob die Befragungen ihres Wohnpartners, Ex-Mannes 

und ihres Kollegen D.__, welche die Beschwerdeführerin offeriert, den in vorliegendem 

Fall nicht nur im Hinblick auf die Mitwirkungspflicht, sondern auch im Hinblick auf die 

Beweismittel gesteigerten Anforderungen genügen.

Gestützt auf die vorliegenden Akten vermag die Behauptung der Beschwerdeführerin, 

dass sie ihren Wohnsitz in der Schweiz behalten und in F.__ (Österreich) lediglich über 

einen Nebenwohnsitz verfügt zu haben, aus nachfolgenden Gründen nicht zu 

überzeugen. Bei den gemieteten Räumlichkeiten in X.__ handelte es sich eigenen 

Angaben zufolge mehr um eine Schlafstelle. In E.__ will sie wiederum mit ihrem Ex-

Mann und zwei – bzw. noch einem – Mitbewohner zusammengewohnt haben. Dies 

obwohl sie angab, dass es relativ schwierig sei mit ihrem Ex-Mann und sie daher 

jeweils nach F.__ (Österreich) gegangen sei, weil sie Abstand von ihm brauche. Weder 

für die Räumlichkeiten in X.__ noch für die Wohnung in E.__ bestehen Mietverträge 

oder Zahlungsnachweise allfällig bezahlter Mietzinse. Im Gegensatz dazu verfügte sie 

in F.__ (Österreich) – gemessen an ihren Einkommensverhältnissen – über eine viel zu 

teure 3,5-Zimmer-Wohnung (monatliche Miete von EUR 1'243 gegenüber einem 

Renteneinkommen von CHF 374 und EUR 284). Dem Einvernahmeprotokoll vom 

16. Oktober 2017 ist zwar zu entnehmen, dass sie sich gemäss ihren eigenen Angaben 

im September 2016 für den Bezug von Ergänzungsleistungen angemeldet haben soll. 

In den Akten fehlt indes ein Hinweis auf eine solche Anmeldung vom September 2016, 

weshalb sich auch aus diesem Einwand nichts zugunsten einer Beibehaltung ihres 

Wohnsitzes in der Schweiz ableiten lässt. Fest steht einzig, dass sie bereits in jener Zeit 

über bescheidene finanzielle Mittel verfügte. Damit konnte sie im Jahr 2015 noch für 

die Miete in X.__ aufkommen; ab 2016 bezahlte sie dort jedoch keine Miete mehr. Auch 

aus dieser Sicht betrachtet erscheint die von der Beschwerdeführerin anlässlich ihrer 

2.7. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/16

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Einvernahme vom 16. Oktober 2017 gemachte Aussage, anfangs des Jahres 2017 

noch in X.__ wohnhaft gewesen zu sein, angesichts der de facto mehr als ein Jahr 

beschlagenden Mietzinsausstände nicht glaubwürdig. Im Februar 2017 soll sie bei 

Kollegen gewohnt haben (act. MA 218) bzw. anschliessend in E.__ (act. MA 237). Diese 

Angaben passen insofern überein, als dass das Staatssekretariat für Migration im Mai 

2017 die Verfallsanzeige der Beschwerdeführerin nicht an die Adresse in X.__ zustellen 

konnte (E-Mail der Einwohnerdienste der Stadt X.__ an das Migrationsamt des Kantons 

Thurgau vom 29. Mai 2017: act. MA 221, Couvert: 222). Jedenfalls gab die 

Beschwerdeführerin trotz Nachfrage der Behörden der Stadt X.__ im Februar 2017 

keine Rückmeldung bezüglich ihres Wohnsitzes und nahm auch keine Anmeldung in 

E.__ vor, obwohl sie angeblich dorthin umgezogen sein will. Als Grund für die 

Nichtvornahme der Anmeldung macht sie ihre gesundheitlichen Probleme geltend. Sie 

sei erst Mitte Juni 2016 aus der Rehaklinik M.__ entlassen worden und auf Hilfe Dritter 

angewiesen gewesen (Stellungnahme zum rechtlichen Gehör vom 5. Februar 2018, S. 

2, Beschwerdeschrift S. 5). Dem ist entgegenzuhalten, dass es ihr in dieser Zeit 

möglich gewesen ist, sich einerseits eine Wohnung in F.__ (Österreich) zu suchen und 

sich andererseits per 18. Juli 2016 auch noch bei den Behörden in Österreich 

anzumelden. Eine nachvollziehbare Erklärung, weshalb sie die Anmeldung in E.__ erst 

im Juli 2017 vornehmen konnte, ist sie schuldig geblieben.

Auch der Einwand, sie habe in F.__ (Österreich) lediglich wegen der Arbeitssuche über 

einen Nebenwohnsitz verfügt, erscheint im Rahmen einer Gesamtwürdigung als nicht 

glaubwürdig. Dies zum einen daher, als die Arbeitssuche in Österreich erst knapp ein 

Jahr später Erfolg zeitigte, als sie am 2. Mai 2017 einen Franchisevertrag mit einem 

Schweizer Unternehmen abschliessen konnte und danach im Vorarlberg auf 

Wochenmärkten tätig war. Für den Wohnortwechsel ins Ausland entschied sie sich 

allerdings bereits nach knapp einem Monat erfolgloser Stellensuche in der Schweiz 

(Suche nach dem Spitalaustritt am 20. Juni 2016, Beschwerdeschrift S. 4). Dass die 

Suche in so kurzer Zeit nicht mit Erfolg beschieden war, ist nicht aussergewöhnlich und 

kann angesichts der dargelegten Begebenheiten nicht ausschlaggebend für den 

Umzug nach F.__ (Österreich) gewesen sein. Ausserdem erscheint ein Pendeln 

zwischen ihrem angeblichen Nebenwohnsitz in F.__ (Österreich) und E.__ bereits 

aufgrund ihres in der Schweiz aberkannten Führerausweises als beschwerlich. 

Angesichts der Akten und ihrer Vorbringen scheint sodann der Umzug nach F.__ 

(Österreich) auch nicht aus rein beruflichen Gründen erfolgt zu sein. Vielmehr hatte sie 

dort Bekannte und wollte zudem Abstand zu ihrem Ex-Mann gewinnen (Stellungnahme 

zum rechtlichen Gehör vom 5. Februar 2018 S. 3).

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Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin kann sie weder aus der Bestätigung der 

Stadt F.__ (Österreich) vom 18. Juli 2016, gemäss welcher sie lediglich Nebenwohnsitz 

in F.__ (Österreich) begründet habe, noch aus dem Beschluss des Landesgerichts L.__ 

vom 21. März 2018, etwas zu ihren Gunsten ableiten. So stützte sich die 

(Melde-)Bestätigung einzig auf Selbstangaben in dem von ihr eingereichten 

Meldezettel. Das Landesgericht L.__ wiederum stellte in seinem Beschluss seinerseits 

ebenfalls und ausschliesslich auf die Ausführungen der Beschwerdeführerin ab, ohne 

eigene Abklärungen betreffend den angeführten Wohnsitz der Beschwerdeführerin in 

der Schweiz vorzunehmen.

Die Befragung des Kollegen der Beschwerdeführerin kann an diesem Ergebnis von 

Vorneherein nichts ändern, weil sie dieser – eigenen Angaben der Beschwerdeführerin 

zufolge – jeweils an die Märkte in der Schweiz für ihre Tätigkeit für die Q.__ GmbH 

chauffierte. Dieser Tätigkeit ging sie unbestrittenermassen erst ab 1. Juni 2017 nach. 

Für den massgebenden Zeitraum ab Juli 2016 und die darauffolgenden sechs Monate 

ergäben sich daraus folglich keine neuen Erkenntnisse zugunsten der Anliegen der 

Beschwerdeführerin.

Hinsichtlich der beantragten Befragungen des Ex-Mannes und des mutmasslichen 

Wohnpartners kann in antizipierter Beweiswürdigung (vgl. BGE 144 II 427 E. 3.1.3, 

BGer 2C_804/2016 vom 21. März 2017 E. 3.3) davon ausgegangen werden, dass diese 

die Behauptungen der Beschwerdeführerin bestenfalls insofern stützen würden, als sie 

angeben würden, dass die Beschwerdeführerin zumindest ab und zu ‒ allenfalls sogar 
während der gesamten Zeitspanne regelmässig ‒ bei ihnen übernachtet habe. Selbst 
wenn sie jedoch eine solche Angabe machen würden, kann daraus noch kein Wohnsitz 

abgeleitet werden, da man sich vorübergehend auch an einem anderen Ort als am 

Wohnsitz aufhalten bzw. übernachten kann – insbesondere da die Beschwerdeführerin 

eigenen Angaben zufolge aufgrund ihrer gesundheitlichen Probleme auf Hilfe Dritter 

angewiesen war –, zumal ein gesetzlicher Wohnsitz in der Schweiz die Absicht des 

dauernden Verbleibs erfordert. Hinzu kommt, dass bei der Würdigung dieser Angaben 

die persönliche Beziehung zwischen der Beschwerdeführerin sowie den genannten 

Personen berücksichtigt werden müsste. Die Beschwerdeführerin bringt betreffend den 

strittigen Zeitraum keine anderen, objektiveren Beweismittel wie beispielsweise 

Stromrechnungen der beiden Wohnungen, Telefonrechnungen eines allfälligen 

Festnetzanschlusses, Bankbelege betreffend die Überweisung ihrer Miete bzw. ihres 

Mietanteils etc. bei. Diese Befragungen können mithin alleine nicht dazu führen, die von 

der Beschwerdeführerin selbst gesetzte Tatsache der Meldung sowie die fehlenden 

2.8. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/16

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3.

Ebenfalls zu Recht wurde der Beschwerdeführerin keine Aufenthaltsbewilligung EU/

EFTA ohne Erwerbstätigkeit erteilt. Die Feststellungen und Schlussfolgerung der 

Vorinstanz werden von der Beschwerdeführerin auch nicht konkret gerügt (Rügeprinzip, 

vgl. Looser/Looser-Herzog, in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], Gesetz über die 

Verwaltungsrechtspflege, Praxiskommentar, Zürich/St. Gallen 2020, N 10 zu Art. 61 

VRP).

objektiveren Beweismittel zu ihren Gunsten aufzuwiegen, weshalb auf die Abnahme der 

beantragten Befragungen verzichtet werden kann.

Im Ergebnis steht damit fest, dass die Beschwerdeführerin X.__ Anfang 2016 ohne 

Vornahme einer Abmeldung verlassen hat. Daher wurde sie denn auch von den 

Behörden rückwirkend per Februar 2016 aus dem Einwohnerregister gelöscht. 

Spätestens mit der Anmeldung in F.__ (Österreich) im Juli 2016 muss aufgrund der 

oben dargelegten Gegebenheiten davon ausgegangen werden, dass sie dannzumal 

den Wohnsitz in der Schweiz aufgegeben hatte. Fest steht auch, dass sie sich erst im 

Juli 2017 wieder in E.__ angemeldet und damit mehr als sechs Monate ununterbrochen 

im Ausland aufgehalten hat. Diese Frist von sechs Monaten wurde entgegen der 

Ansicht der Beschwerdeführerin nicht durch die aktenkundigen medizinischen 

Kontrollen bzw. Untersuchungen in der Schweiz unterbrochen (vgl. Art. 79 Abs. 1 

VZAE). Zwar musste die Beschwerdeführerin im Juli und August 2016 drei bzw. fünf 

Untersuchungstermine pro Monat in der Schweiz wahrnehmen, anschliessend 

reduzierten sich diese jedoch auf einen pro Monat (ausser im Dezember mit einer 

Hospitalisierung vom 1. bis 2. Dezember 2016 und einem weiteren Termin); ab März 

2017 gab es keine weiteren von ihr wahrzunehmenden Termine mehr. Eine 

Verhältnismässigkeitsprüfung des Erlöschens als aufenthaltsbeendender Massnahme 

ist – im Gegensatz zum Widerruf der Bewilligung – nicht erforderlich, da die Bewilligung 

– in Fällen wie dem vorliegenden – von Gesetzes wegen dahinfällt (BGer 2C_691/2017 

vom 18. Januar 2018 E. 3.1).

2.9. 

Ein freizügigkeitsrechtlicher Anspruch auf Aufenthalt in der Schweiz ergibt sich bei 

Personen, die keine Erwerbstätigkeit im Aufenthaltsstaat ausüben, aus Art. 24 Anhang I 

FZA nur, wenn die betreffende Person über die für den Unterhalt ausreichenden 

finanziellen Mittel verfügt, so dass sie während ihres Aufenthalts keine Sozialhilfe – 

Ergänzungsleistungen werden der Sozialhilfe gleichgesetzt – in Anspruch nehmen 

muss (vgl. BGE 135 II 265 E. 3.7, BGer 2C_131/2020 vom 4. Mai 2020 E. 4.3).

3.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/16

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4.

Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten der 

Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von CHF 

2'000 ist angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung; sGS 941.12). Der 

Betrag geht zufolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege zulasten des Staates. 

Auf die Erhebung wird verzichtet (Art. 95 Abs. 3 VRP).

5.

Der Staat hat den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin für die ausseramtlichen 

Kosten des Beschwerdeverfahrens zufolge Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtsverbeiständung zu entschädigen (Art. 99 Abs. 2 VRP in Verbindung mit Art. 122 

Ingress und Abs. 1 lit. a der Schweizerischen Zivilprozessordnung, 

Zivilprozessordnung; SR 272, ZPO). Der Rechtsvertreter reichte eine Kostennote in der 

Höhe von CHF 1'280 (UP-Stundenansatz von CHF 200¸ für seine Leistungen ab 26. 

März 2020) zuzüglich Auslagen von CHF 15.70 und 7,7% Mehrwertsteuer, insgesamt 

CHF 1'395.45, ein (act. 21). Diese erscheint insgesamt betrachtet (entsprechend dem 

reduzierten Stundenansatz nach Art. 31 Abs. 3 AnwG, inklusive Barauslagen und 7,7% 

Die Beschwerdeführerin verfügt mit der ihr zustehenden Altersrente von CHF 431 sowie 

den zwei Renten aus Deutschland in der Höhe von insgesamt EUR 228.75, welche 

gemäss Angaben im von der Beschwerdeführerin gestellten Gesuch um unentgeltliche 

Rechtspflege vom 26. März 2020 derzeit gepfändet sind (act. 10), und EUR 59.16 (act. 

11.5 bis 11.7, Beilagen zum Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege) offensichtlich 

nicht über ausreichend finanzielle Mittel. Daran ändert sich auch nichts, wenn sie 

gemäss eigenen Angaben keine Ergänzungsleistungen in Anspruch nehmen will 

(Rekursschriften vom 27. Juni und 7. September 2018: act. Vorinstanz 1 und 7). 

Jedenfalls reichen die Renten selbst in ihrer Gesamtheit nicht für einen normalen 

Lebensstandard aus. Ein Umstand, den sie denn auch selbst erkannt und in der 

Stellungnahme zum rechtlichen Gehör vom 5. Februar 2018 festgehalten hat (act. MA 

317). Sodann hat sie auch mit dem im Beschwerdeverfahren gestellten Gesuch um 

unentgeltlichen Rechtspflege und Rechtsverbeiständung und den dabei eingereichten 

Unterlagen ihre finanzielle Bedürftigkeit – und damit aber auch die fehlenden 

ausreichenden finanziellen Mittel – ausgewiesen (act. 10 und 11). Hinzukommt, dass 

darüber hinaus Schulden von ca. CHF 400'000 auf ihr lasten.

Die Beschwerde erweist sich folglich als unbegründet und ist abzuweisen.

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Mehrwertsteuer [Art. 29 HonO]) als noch angemessen. Der Staat hat somit den 

unentgeltlichen Rechtsbeistand mit insgesamt CHF 1'395.45 (inkl. Barauslagen und 

7,7% Mehrwertsteuer) zu entschädigen. Die Beschwerdeführerin ist zur Nachzahlung 

der Kosten aus unentgeltlicher Rechtspflege und Rechtsverbeiständung an den Staat 

verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 99 Abs. 2 VRP in Verbindung mit 

Art. 123 ZPO).

 

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht zu Recht:

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 2'000 werden der 

Beschwerdeführerin auferlegt. Der Betrag geht zufolge Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege zulasten des Staates. Auf die Erhebung wird verzichtet.

3.

Der Staat entschädigt den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin aus unentgeltlicher 

Rechtsverbeiständung für das Beschwerdeverfahren mit CHF1'395.45 (inklusive 

Barauslagen und 7,7% Mehrwertsteuer).

 

 

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	Entscheid Verwaltungsgericht, 13.08.2020
	Ausländerrecht. Erlöschen der Aufenthaltsbewilligung. Art. 61 Abs. 1 lit. a AuG. Verlässt die ausländische Person die Schweiz ohne Abmeldung, erlischt die Niederlassungsbewilligung nach sechs Monaten Auslandsaufenthalt. Die Behörden konnten die Beschwerdeführerin mit Wohnsitz in X.__ weder telefonisch noch schriftlich erreichen, weshalb sie eine rückwirkende Löschung im Einwohnerregister per Februar 2016 vornahmen. Ob die Beschwerdeführerin aufgrund ihres dreimonatigen Klinikaufenthalts im Thurgau bereits dazumal den Wohnsitz in der Schweiz aufgegeben hatte oder erst nach Anmeldung des Nebenwohnsitzes in Österreich Mitte Juli 2016, ist unerheblich. Nachweislich hat sich die Beschwerdeführerin erst im Juli 2017 in E.__ wieder angemeldet und sich damit über sechs Monate im Ausland aufgehalten. Abweisung der Beschwerde (Verwaltungsgericht, B 2020/48). Die gegen dieses Urteil erhobene Beschwerde ans Bundesgericht wurde mit Urteil vom 18. November 2020 abgewiesen (Verfahren 2C_810/2020).

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		2025-07-19T03:36:48+0200
	"9001 St.Gallen"
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