# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3ed682c1-7888-56af-918a-07f4c97aadee
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-19
**Language:** de
**Title:** Tendovaginitis stenosans de Quervain, Unfallkausalität nicht gegeben, keine Berufskrankheit
**Docket/Reference:** UV.2019.00053
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2019.00053.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2019.00053
V. Kammer
Sozialversicherungsrichter Vogel, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Philipp
Ersatzrichterin Gasser Küffer
Gerichtsschreiberin Schilling
Urteil
vom
19. Mai 2020
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch CAP Rechtsschutz-Versicherungsgesellschaft AG
Rechtsanwalt Michael
Steudler
, Kundenrechtsdienst Zürich
Postfach, 8010 Zürich
gegen
HDI Global SE, Hannover, Niederlassung Zürich/Schweiz
Dufourstrasse
46, Postfach, 8034 Zürich
Beschwerdegegnerin
vertreten durch Rechtsanwalt Martin Bürkle
Thouvenin
Rechtsanwälte
Klausstrasse
33, 8024 Zürich
Sachverhalt:
1.
Die 1960 geborene
X.___
ist
seit dem 12. Mai 1989 bei der
Y.___
– zu Beginn als Krankenpflegerin, später
als Stationsleiterin
-
angestellt und dadurch bei der HDI Global SE, Hannover, Niederlassung Zürich/Schweiz
(nach
folgend: HDI Global SE)
, obliga
torisch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 14. April 2016
stolperte
sie
gemäss Schadenmeldung vom 9. Juni 2016
und Fragebogen vom 27. Juli 2016
auf einer Treppe
über die zweitletzte Stufe, fiel
auf die Knie und
verletzte sich beim Abstützen mit der Hand das rechte Handgelenk
(Urk.
14/K1
, 14/K4
).
Die medizinische Erstbehandlung erfolgte am 19. Mai 2016 bei
der Hausärztin
Dr.
med.
Z.___
, Fachärztin FMH für A
llgemeine Innere Medizin (Urk. 14/K4
). Am 2. Juni 2016 brachte ein
e
MR-
Arthrographie
im
A.___
eine komplexe Läsion des TFCC und eine
Rhizarthrose
zur Dar
stellu
ng (Urk. 14/M1
). In der Folge fand
am 25.
Juli 2016 eine Konsultation
bei
Dr.
med.
B.___
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Trau
ma
tologie des Bewegungsapparates und für Handchirurgie, statt (Urk. 14/M3
).
D
ie HDI Global SE
übernahm
die
bis dahin
entstandenen
Behandlu
ngskosten.
Am 30.
Oktober 2017 suchte
X.___
aufgrund der Beschwerden am Hand
gelenk erneut
Dr.
B.___
auf, welcher eine
Synovitis
der
Extensorensehnen
fest
stellte (Urk.
14/M5
). Am 5.
Dezember 2017 wurde
X.___
von
Dr.
med.
Dr.
sc. nat. C.___
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie des Bewegungsapparates und für Handchirurgie,
untersucht, welcher auf
grund der von ihm diagnostizierten posttraumatischen Tendovaginit
i
s
steno
sans
des 4.
Strecksehnenfach
e
s mit
chronischer posttraumatischer
St
recksehnensyno
vitis
der Extensor
digitorum
comunis
Sehne
am 3.
Strahl der
rechten
Hand
die Durchführung
eine
r
Synovektomie
empfahl (Urk. 14/M6)
.
Die Operation fand
am 15.
Januar 2018 statt
(Urk. 14/M8)
.
Mit Mitteilung vom
12.
März 2018
und Ver
fügung vom 5. Juni 2018 lehnte die HDI Global SE
gestützt auf die
Stellung
nah
men ihres beratenden Arztes
Dr.
med.
D.___
, Facharzt FMH für Allge
meine Innere Medizin (Urk.
14/M7, 14/M12, 14/M14
)
,
die Übernahme der Opera
tions
kosten ab und
verneinte
eine Leistungspflicht ab dem 1.
Juni
2017 (
Urk. 14/K18,
14/K35).
Die dag
egen erhobene Einsprache vom 14
.
Juni 2018
(Urk. 14/
K37
) wies sie mit Entscheid vom 2
4
. Januar 2019 ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X.___
am 26. Februar 2019 Beschwerde mi
t dem Antrag, die HDI Global SE
sei zu verpflichten, die gesetzlichen Leistungen nach UVG auch nach dem 31. Mai 2017 bis zur Erreichung des medizinischen End
zustandes weiter auszurichten. Eventualiter sei sie zu verpflichten, auf den Rück
fall einzutreten und die gesetzlichen
Leistungen gemäss UVG ab dem 20. Oktober 2017 zuzusprechen.
Subeventualiter
sei sie zu verpflichten, auf der Grundlage einer Berufskrankheit die gesetzlichen Leistungen gem
äss UVG für die Zeit ab dem 20.
Oktober 2017 zuzusprechen oder entsprechende Abklärungen zu tätigen.
Sub
sub
eventualiter
sei ein neutrales, handchirurgisc
hes Gutachten im Sinne von Art.
44 ATSG auf Kosten der
HDI Global SE
anzuordnen
(Urk. 1 S. 2)
.
Mit Be
schwerdeantwort vom 2. Juli 2019 schloss die
HDI Global SE
auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 13). Am 9. September 2019 reichte die Beschwerdeführerin eine
Replik ein (Urk. 17). Die Beschwerdegegnerin erstattet
e am 13. Dezember 2019 ihre
Dup
lik (Urk. 23), wovon die Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 16. Dezem
ber 2019 in Kenntnis gesetzt wurde (Urk. 24).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar
2017 sind die am 25. September
2015 beziehungsweise am
9. Novem
ber 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgeset
zes
über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallver
siche
rung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirk
licht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beur
teilende Unfall hat sich am 14.
April 2016 ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall An
wendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss
Art.
6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die
Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
kran
k
heiten gewährt (
Abs.
1).
1.3
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teil
weise arbeitsunfähig (Art. 6
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG]
), so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG).
1.4
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
den
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.5
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts
U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwie
gen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich
hiebei
um eine anspruchs
auf
hebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweis
grundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.6
Die Beweislastregel, wonach der Unfallversicherer und nicht der Versicherte die Beweislast für das überwiegend wahrscheinliche Dahinfallen der natürlichen Unfallkausalität trägt, greift erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im
Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 61
lit
. c
ATSG
) und der Beweis
wür
di
gung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die überwiegende Wahr
schein
lichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 261 E. 3b
in
fine
S. 264 mit Hinweisen).
1.7
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfall
folgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität;
die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.8
Die Versicherungsleistungen werden auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt (
Art.
11 UVV). Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, mög
li
cherweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krank
heitsbild führen können (BGE 118 V 293 E. 2c mit Hinweisen).
Rückfälle und Spätfolgen schliessen sich begrifflich an ein bestehendes Unfallereignis an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht der Unfallversicherung nur aus
lö
sen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seiner
zeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 293 E. 2c in
fine
).
Mit Bezug auf Rückfälle oder Spätfolgen kann der Unfallversicherer nicht auf der Anerkennung des natürlichen Kausalzusammenhanges beim Grundfall und bei früheren Rückfällen behaftet werden, weil die unfallkausalen Faktoren durch Zeitablauf wegfallen können. Vielmehr obliegt es dem Leistungsansprecher, das Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhanges zwischen dem als Rückfall oder Spätfolge postulierten Beschwerdebild und dem Unfall nachzuweisen. Nur wenn die Unfallkausalität mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt ist, ent
steht eine erneute Leistungspflicht des Unfallversicherers. Je grösser der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen Beein
trächtigung ist, desto strengere Anforderungen sind an den Wahrscheinlichkeits
beweis des natürlichen Kausalzusammenhangs zu stellen (Urteil des Bundesge
richts 8C_102/2008 vom 26. September 2008 E. 2.2 mit Hinweis).
Dagegen ist der Leistungsanspruch unter dem Aspekt des Grundfalls und nicht unter demjenigen eines Rückfalls zu prüfen, wenn die versicherte Person während der leistungsfreien Zeit weiterhin an den nach dem Unfall aufgetretenen Be
schwerden gelitten hat
beziehungsweise
wenn Brückensymptome gegeben sind, die das Geschehen über das betreffende Intervall hinweg als Einheit kenn
zeich
nen. Dies setzt nicht zwingend eine durchgängige ärztliche Behandlung voraus (Urteile des Bundesgerichts 8C_433/2
007 vom 26. August 2008 E. 2.3,
U 130/04 vom 17. November 2004 E. 3.2 und 5.2 mit Hinweisen sowie U12/06 vom 6. Juni 2006 E. 4.3).
1.9
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuver
lässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erheb
liche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt,
ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gutachterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
2.
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin im Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 14. April 2016
für die über den Mai 2017 hinaus geltend
gemachten Handbeschwerden
beziehungsweise insbesondere für die Behand
lungen
ab Oktober 2017
eine Leistungspflicht trifft.
Unbestritten und aufgrund der vorliegenden Akten ausgewiesen ist hingegen, dass der gesetzliche Unfall
begriff gemäss Art. 4 ATSG erfüllt und der Kausalzu
sam
menhang für die unmittel
bar
nach dem Unfall aufgetretenen
Handbeschwerden gegeben i
st (Urk. 1 S. 9,
13 S.
9
).
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren
Einspracheentscheid
vom 24. Januar 2019 (Urk. 2) damit,
dass der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis vom 1
4.
April 2016 und den ab 3
0.
Oktober 2017 behandelten Beschwer
den gestützt auf die Einschätzung
en
von
Dr.
D.___
nicht gegeben sei.
Bei den
im Anschluss an den Unfall aufgetretenen
rechtsseitigen Handgelenks
beschwer
den handle es sich um eine vorübergehende Vers
chlimmerung eines unfall
frem
den, degenerativen
Vorzustandes mit dem Erreichen des Status quo sine am 3
1.
Mai
201
7.
Z
wisc
hen dem 25.
Juli
2016
und dem 30
. Oktober
2017
sei akten
gestützt
keine Fortsetzung der medizinischen Behandlung
dokumentiert
. Die ab dem 30
. Oktober 2017
beklagten B
eschwerden seien vorwiegend degenerativ und überlastungsbedingt und könnten jederzeit auch ohne ein erlittenes Trauma auf
treten. Damit verneinte die Beschwerdegegnerin
sowohl
das Vorliegen von Brücken
symptomen
als auch
das Vorliegen
eines Rückfalles.
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin geltend (Urk. 1), dass
sie
gemäss den Berichten von
Dr.
B.___
vom 25.
Juli 2016
und 31. Oktober 2017
ununter
brochen an
Beschwerden nach
dem
Distorsionstrauma mit Hyperextension im Be
reich des Handgelenks
vom 14.
April 2016
gelitten
habe
.
Sogar
Dr.
D.___
habe
am 24.
Oktober 2016
festgestellt, dass
ein Hyperextensionstrauma
monate
lange Beschwerden verursachen könne. Somit seien ärztlich ausgewiesene Brücken
symptome vorhanden
, weshalb kein
rechtskräftiger Fallabschluss im formlosen Verfahren
vorliege
und eine Fallbearbeitung via Grundfall zu erfolgen habe. Der Endzustand sei jedenfalls noch nicht eingetreten. Doch selbst wenn vorliegend von einem Rückfall ausgegangen würde, wäre di
e Unfallkausalität gegeben. Dr.
C.___
habe über
zeugend aufgezeigt, dass keine krankhafte rheumatolo
gische Begleiterscheinung
bestanden
habe und es sich bei der vorliegend isolier
ten
Tendovaginitis
stenosans
des 4.
Strecksehnenfachs bei ehemaliger Distorsion hochwahrscheinlich um ein unfallkausales Geschehen handle
. Zudem seien d
e
generative Veränderungen
in dieser Konstellation
eine Seltenheit.
Schliesslich könne auch eine
Be
rufskrankheit im Sinne von Art.
9 Abs. 2 UVG
angenommen werden
.
3.
3.1
Die erstbehandelnde Ärztin
Dr.
Z.___
veranlasste eine MR-
Arthrographie
des rechten Handgelenkes, welches eine komplexe Läsion des TFCC, intakte intrin
sische Ligamente, einen fehlenden Frakturnachweis, eine
Rhizarthrose
sowie zwei kleine Knochen-
isointense
Strukturen am Rand des MC-I Gelenkes, DD
Kapsel
osteome
, akzessorische
Ossikel
, freie Gelenkskörper, auswies (Bericht des
A.___
vom 2.
Juni 2016 [Urk. 14/M1]). Sie
wies die Beschw
erdeführerin mit Bericht vom 8.
Juni 2016 zur Beurteilung an
die
E.___
zu (Urk.
14/M2).
3.2
Dr.
B.___
von der
E.___
berichtete am 25.
Juli 2016 über Restbe
schwerden des
rechten
Handgelenkes bei St. n. Distorsionstrauma mit Hyperex
tension des rechten Handgelenkes. Er führte aus, dass die im MRI beschriebene sogenannte komplexe Läsion des TFCC einer wahrscheinlich degenerativ beding
ten zentralen Diskusläsion
entspreche, die in diesem Alter sehr häufig sei und in der Regel weder klinisch noch mechanisch eine Relevanz habe.
Eine frische Läsion im Bereich des TFCC finde sich im MRI wie auch in der klinischen Untersuchung
nicht
. Die
residuellen
Beschwerden seien am ehesten assoziiert mit einer Restproblematik der dorsalen Handgelenkskapsel.
Er attestierte eine voll
ständige Arbeitsfähigkeit (Urk. 14/M3).
3.3
Mit Stellungnahme vom 24.
Oktober 2016 führte
Dr.
D.___
aus, dass die Be
schwerdeführerin ein Hyperextensionstrauma erlitten habe
.
Die Beschwerden seien
zwar
überwiegend wahrscheinl
ich kausal zum Ereignis vom 14.
April 2016
, doch finde sich keine
objektivierbare relevante strukturelle Läsion
. Die in der MRI-
Untersuchung sichtbare TFCC-Läsion
entspreche am ehesten einer degene
rativ bedingten zentralen Diskusläsion. Eine frische Läsion im Bereich des TFCC habe weder in der MRI-Untersuchung noch in der klinischen Untersuchung nach
gewiesen werden können. Weiter bestehe eine leichte
Rhizarthrose
sowie eine
beidseitige
Ulna
-Plus-Variante von 1 bis 2 mm. Ein Hyperextensionstrauma könne
monatelange Beschwerden verursachen, die Prognose sei aber gut. Sechs
Monate nach
dem
Ereignis sollte der Status quo ante
vel
sine erreicht sein. Eine rich
tung
gebende Verschlimmerung
liege wegen fehlender objektivierbarer
struk
tureller traumatischer
Läsionen
nicht vor
(Urk. 14/M4).
3.4
Am
31.
Oktober 2017
stellte
Dr.
B.___
eine
Synovitis
EDC III/IV Zone
6 rechts, bei Status nach Handgelenksdistorsion mit Hyperextension d
es rechten Handge
lenkes vom 14.
April 2016
,
fest
.
Die Beschwerdeführerin habe
ihm
berichtet, dass die Beschwerden seit dem Sommer 2016 kaum
rückläufig gewesen seien. Vor zehn
Tagen sei eine Episode mit stärksten Handgelenksschmerzen und massiver Schwellung des Handrückens
aufgetreten
(Urk. 14/M5).
3.5
Am 5.
Dezember 2017
diagnostizierte
Dr.
C.___
eine posttraumatische
Tendo
vaginitis
stenosans
des 4.
Strecksehnenfaches mit chronischer posttraumatischer
Strecksehnensynovitis
der Extensor
dig
itorum
comunis
Sehne am 3.
Strahl Hand rechts, bei
St. n. Distorsionstrauma am 14.
April 201
6.
Er empfahl die Durch
füh
rung einer
Synovektomie
(Urk.
14/M6).
3.6
Unter Bezugnahme auf die Berichte von Dr.
B.___
und Dr.
C.___
beurteilte Dr.
D.___
am 20.
Dezember 2017
die aktuellen Beschwerden und Behandlungen
, insbesondere den geplanten Eingriff,
als unfallfremd. Er führte aus, dass die
Ten
dovaginitis
als degenerativ über
lastungsbedingt zu klassifizier
en
sei
.
Es handle sich um keinen spezifisch traumatischen Befund.
Die P
ersi
stenz von Beschwerden und der aktuelle
Nachweis einer
St
recksehnensynovitis
beweise
keine
Unfall
ka
u
salität
, da zeitnah zum Unfall keine Strecksehnenverletzung habe nachgewiesen werden können
.
Beschwerden nach
einem
Distorsionsereignis könnten maximal für ein Jahr als unfallkausal anerkannt werden. Der Status quo sine sei
deshalb
spätestens im Mai 2017 erreicht
gewesen
(Urk.
14/M7)
.
3.7
Mit Schreiben vom 2
9.
Januar 2018 stellte
Dr.
C.___
unter
Hinweis
auf den Pathologiebefund
von
PD
Dr.
med.
F.___
, Facharzt FMH für Patho
logie,
vom 1
6.
Januar 2018
(Urk. 14/M19)
fest, dass die Veränderungen ausge
prä
gt gewesen seien ohne Hinweis auf eine Krankheit des Rheumakreises. Deshalb sei bei dieser isolierten Te
ndovaginitis
stenosans
des 4.
Strecksehnenfaches eine Unfallkausalität bei ehemaliger Distorsion ho
chwahrscheinlich, während d
egene
rative Veränderungen
als Ursache in dieser Konstellation
grundsätzlic
h eine Selten
heit seien
(Urk. 14/M11
).
3.8
Am 12.
Februar 2018
führte
Dr.
D.___
aus, dass
Sehnenscheidenentzündungen durch verschiedene Ursachen hervorgerufen werden könnten, so durch hohe mechani
sche Belastung
en
, Infektionen,
entzündlich rheumatische Entzündungen oder auch traumatisch bedingt.
Für eine traumatische Sehnenscheiden
entzün
dung hätten zeitnah zum Ereignis Beschwerden dokumentiert sein müssen, was vorliegend nicht der Fall sei. Es hätten zwar Handgelenksbeschwerden bestanden, jedoch keine objektivierbaren strukturellen traumatischen Schäden, insbesondere keine Verletzungen der Extensoren des dritten Fingers. Hingegen hätten sich relevante degenerative Veränderungen gezeigt. Zudem bestehe eine lange Latenz zwischen dem Auftreten der Sehnenscheidenentzündung und dem Ereignis. Mit Ausschluss einer Erkrankung aus dem rheumatischen Formenkreis könne die Unfallkausalität ebenfalls nicht ausreichend bewiesen werden. Auch müsse be
achtet werden, dass histologisch wegen Reparaturmechanismen innert Wochen eine Differenzierung zwischen Überlastung und Unfall nicht mehr vorgenommen werden könne. Des Weiteren handle es sich um keine spezifische Entzündung, so dass trotz histologischem Befund multiple U
rsachen in Frage kommen würden.
Eine Unfallkausalität lasse sich
deshalb
nicht mit der notwendig
en Wahr
schein
lich
keit beweisen
(Urk.
14/M12)
.
3.9
Am 17.
April 2018 nahm
Dr.
D.___
erneut Stellung
.
Er legte dar, dass die
Be
schwerden im Bereich des rechten Handgelenks nicht als Brückensymptome klassi
fiziert werden
könnten, d
enn es hätten keine weiteren Arztbesuche
statt
gefunden
. Zeitnah
zum Ereignis seien keine Sehnen
- oder Bandverletzungen
und auch keine
Zeichen einer Tendinitis
festgestellt worden
, h
ingegen degenerative Veränderungen.
Erst im Oktober 2017 sei
nun eine
Synovit
i
s
der
Extensoren
sehnen
von Dr.
C.___
diagnostiziert
worden
. Die Tendovaginiti
s
stenosans
, eine schmerzhafte E
ntzündung der Seh
n
en und ihres Gleitgewebes, könne zwar durch traumatisch bedingte Formveränderungen
wie Frakturen oder Sehnenver
letzungen auftreten -
was hier nicht der Fall sei. I
m Regelfall
werde sie jedoch
durch Überbeanspruchung beziehungsweise ungewohnt intensive Belastung de
s
Daumens hervorgerufen. In den meisten Fällen könne die Ursache ü
berhaupt nicht gefunden werden
(Urk.
14/M14).
3.10
Am 26.
Juni 2019
nahm
Dr.
D.___
eine ab
schliessende Stellungnahme zur Frage der Unfallkausalität
und zum
Vorliegen einer Berufskrankheit
vor,
was
er beide
s
verneinte
(Urk.
14/M15
, vgl. auch E. 4.4 und 5.3
).
4.
4.1
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin vermag die Einschätzung des die Beschwerdegegnerin beratenden Arztes Dr.
D.___
zu überzeugen, was nachfol
gend darzulegen ist.
4.2
Dr.
D.___
stellte auf die von
Dr.
B.___
und
Dr.
C.___
erhobenen Befunde und gestellten Diagnosen ab und begründete nachvol
lziehbar,
dass
die ab Oktober 2017 geltend gemachten
Beschwerden nicht auf den Unfall vom 1
4.
April 2016
zurückzuführen sind.
Insbesondere legte er hierzu
schlüssig
da
r
, dass im Anschluss
an das
Unfall
ereignis
keine
traumatischen
objektivierbaren strukturellen Läsio
nen
– insbesondere keine Band-
und
Sehnenverletzungen oder Zeichen einer Ten
dinitis -
nachgewiesen werden konnten. Die im MRI vom
2. Juni 2016
ersichtliche TFCC-Läsion und
Rhizarthrose
wurden von Dr.
B.___
ausdrücklich als degene
rativ bezeichnet.
Da
mit hat da
s
beim Sturz
vom 14
.
April 2016 erlittene Hyper
extensionstrauma
lediglich
zu einer vorübergehenden Verschlimmerung des rele
vanten degenerativen Vorzustandes geführt
.
D
a bei Distorsionen und Kontusio
nen
ohne strukturelle Verletzungen mit Beschwerden von einigen Wochen bis Mona
ten zu rechnen ist
(vgl. E.
3.6, 3.8, 3.9
)
,
war
der Status quo sine
vel
ante spätestens
im
Mai 2017
erreicht und der Kausalzusammenhang für die noch bestehenden Beschwerden entfallen
(
vgl.
E.
1.5
)
.
Folglich
ist auch der vorerst administrativ formlose und später mit Verfügung vom
5.
Juni 2018
(Urk. 14/K35)
per Ende Mai 2017 vorgenommene Fallabschluss nicht zu beanstanden.
4.3
Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, dass sie seit dem Unfall vom 14. April 2016
ununterbrochen an Beschwerden
im Sinne von Brückensymp
to
men gelitten habe
(Urk. 1 S. 9 ff.)
,
vermag sie nicht
durch
zu
dringen
.
Nach der Konsultation
bei
Dr.
B.___
am 25. Juli 2016 (Urk. 14
/
M3) befand sich die
Be
schwerdeführer
in
bis zur erneuten Vorstellung beim gleichen Ar
zt am 30
.
Oktober 2017 (Urk. 14/M5
) nicht mehr in ärztlicher Behandlung.
Gemäss
dem
Bericht von Dr.
B.___
vom 31
. Oktobe
r 2017
berichtete
die
Beschwerdeführerin
am 3
0.
Okto
ber 2017 zwar
,
die Beschwerden seien seit dem Somme
r 2016 kaum rückläufig gewesen und v
or zehn
Tagen sei eine Episode mit stärksten Handgelenks
schmer
zen und massiver Schwellung des Handrückens
aufgetreten
(Urk. 14/M5)
.
Jedoch
liegen für die Zeit zwischen dem Ende der Behandlung bei Dr.
B.___
am
25. Juli
2016 und dem neuerlichen Arztbesuch am
30. Oktober 2017 keine
rlei echtzeit
liche ärztliche
Befunde über Handgelenks
schmerzen vor, ges
chweige denn ärzt
liche Stellung
nahmen zur Kausalität solcher Beschwerden.
Auch lassen sich den Akten keine Anhaltspunkte für allfällige Arbeitsunfähigkeiten in diesem Zeitraum entnehmen.
Dr.
B.___
hatte denn am 25. Juli 2016 festgehalten, die Beschwerde
führerin sei zu jed
em Zeitpunkt 100 % arbeitsfähig gewesen, was selbstver
ständlich so belassen werde (Urk. 14/M3).
Unter diesen Umständen
-
sowie vor dem Hintergrund, dass
nicht nur
Dr.
D.___
von einer maximal einjährigen
Dauer der Handbeschwerden ausging, sondern auch
Dr.
B.___
am 2
5.
Juli 2016 eine günstige Prognose
stellte und
lediglich
Eigenübungen
, ohne Auflage
von
Restrik
tionen,
sowie das Abwarten des Spontanverlaufs empfahl
(Urk. 14/M13)
-
i
st das Bestehen unfallkausaler Handgelenks
beschwerden
im Sinne von Brückensympto
men nicht ausgewiesen (vgl. das Urteil des Bundesgerichts 8
C_271/2013 vom 30. Juli 2013 E.
4 mit Hinweisen).
Der formlose Fallabschluss (vgl. Urk. 14/M4) ist damit nicht zu beanstanden (vgl. hierzu insbesondere Urteil des Bundesge
richts 8C_947/2009 vom 18. März 2010 E. 2.2), weshalb im Folgenden zu prüfen ist,
ob die ab
Oktober
2017 beha
ndelten
Beschwerden
einen Rückfall zum Unfall vom 14
.
April
2016 darstellen. Die Beweislast für
die Unfallkausalität liegt bei der
Beschwerdeführer
in
(E. 1.8)
.
4
.4
Die Beschwerdeführerin verwies diesbezüglich
insbesondere auf die Berichte von Dr.
C.___
, welcher
ausführte, dass
keine krankhafte rheumatologische Begleit
erscheinung vorgelegen habe und
die
diagnostizierte
Tendovaginitis
stenosans
des 4. Strecksehnenfaches
bei ehemaliger Distorsion hoch
wahrscheinlich unfall
kausal sei.
Auch der
von PD Dr.
F.___
erhobene
Pathologiebefund
habe
massive
Veränderungen
der Sehnen
beschrieben
(
Urk.
1 S. 11
, E. 3.7
)
.
Hierzu erklärte
Dr.
D.___
schlüssig
, dass Sehnenscheidenentzündungen ver
schie
dene Ursachen
(mechanische Belastung, Infektionen, rheumatische Entzün
dungen, Trauma)
haben können,
weshalb allein mit dem Ausschluss einer Erkran
kung aus dem
rheumatischen Formenkreis noch keine Unfallkausalität erstellt ist.
In den meisten Fällen kann die Ursache von Tendovaginitiden denn auch nicht gefunden werden.
Damit die Unfallkausalität der Tendovaginitis bewiesen werden
könnte
,
bedürfte
es in Echtzeitakten und zeitnaher Untersuchung im Gebiet des
3.
Strahls Befunde, welche für ein Trauma sprechen könnten
(E. 3.8
-
3.9)
. Die Be
schwerdeführerin wurde handchirurgisch abgeklärt und zum Zeitpunkt der Erst
untersuchungen waren keine Pathologien am Mittelstrahl nachgewiesen worden. Damit lässt sich bei einem Leiden, das sowohl traumatisch als auch krankheits
bedingt vorliegen kann, eine Unfallfolge nicht mit der notwendigen Wahrschein
lichkeit beweisen. Auch aufgrund der Histologie lässt sich eine Unfallkausalität nicht
erstellen
,
da
der Befund
gemäss Ausführungen von Dr.
D.___
lediglich
mit
einem
Trauma vereinbar,
aber ebenso
auch degenerativ möglich
ist (Urk.
14
/M15)
, was
mit den Angaben von
PD
Dr.
F.___
korreliert
, welcher nur von einer Trauma-Ver
ein
barkeit und nicht eine
r Trauma-Ursache schreibt (Urk.
14/M
9).
Kommt hinzu,
dass histologisch wegen Reparaturmechanismen innert Wochen eine Differen
zierung zwischen Überlastung und Unfall nicht mehr vorgenommen werden
kann
(E. 3.
8)
.
Besteht somit lediglich die Möglichkeit, dass der Unfall vom 14. April
2016 die im Oktober 2017 beklagten Beschwerden verursacht hat, so ist es be
wei
s
rechtlich mindestens ebenso wahrscheinlich, dass die Beschwerden auf andere -
sprich
krankheitsbedingte – Ursachen zurückzuführen sind. Dies insbesondere ange
sichts der Tatsache, dass zeitnah zum Ereignis nach fachärztlicher und bild
gebender Abklärung weder strukturelle traumatische Läsionen
noch
objektivier
bare Befunde, demgegenüber aber degen
e
rative Veränderungen vorgelegen haben
(
Urk.
14/M15)
.
Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches wie erwähnt nicht (E.
1.4
).
4.5
Bei der Beurteilung von
Dr.
D.___
schadet
sodann
nicht, dass dieser die Be
schwerdeführerin nicht selbst unter
sucht hat, da auch reinen Aktengutachten voller Beweiswert zukommt, sofern – wie im konkreten Fall – ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die Beur
teilung eines an sich fest
stehenden medizinischen Sachverhalts geht (Urteil des Bundesgerichts 8C_641/2011 vom 22. Dezember 2011 E. 3.2.2 mit Hinweisen). Mit den Befunder
hebungen und der Diagnosestellung durch die auf Handchirurgie spezialisierten Fachärzte
Dr.
B.___
und
Dr.
C.___
wurde der medizinische Sachverhalt e
inge
hend abgeklärt
. Ausgehend von dieser Grundlage hat Dr.
D.___
lediglich die Ursache der Beschwerden unterschiedlich beurteilt, ohne sich dabei über die erhobenen Befunde oder die Diagnosestellung
hinwegzusetzen.
Eines spezifischen Facharzttitels bedurfte
er
für diese Würdigung des
bestehenden medizinischen Sachverhalt
s
nicht. Bei dieser Ausgangslage ist kein Grund ersichtlich, weshalb Dr.
D.___
die Kom
petenz abzusprechen wäre, die Frage zu beantworten, ob die im Oktober 2017 unstrittig bestehenden Beschwerden auf den Unfall vom 1
4.
April 2016 zurückzuführen sind.
5
.
Zu prüfen bleibt, ob
– wie die Beschwerdeführerin vorbringt -
eine Berufs
krank
heit im Sinne des UVG vorliegt.
5
.1
Nach
Art.
9
Abs.
1 UVG gelten als Berufskrankheiten Krankheiten (
Art.
3 ATSG), die bei der beruflichen Tätigkeit ausschliesslich oder vorwiegend durch schädi
gende Stoffe oder bestimmte Arbeiten verursacht worden sind. Der Bundesrat erstellt die Liste dieser Stoffe und Arbeiten sowie der arbeitsbedingten Erkran
kungen. Gestützt auf diese Delegationsnorm und Art. 14 UVV hat er in Anhang I zur UVV eine Liste der schädigenden Stoffe und der arbeitsbedingten Erkran
kungen erstellt. Nach der Rechtsprechung ist eine «vorwiegende» Ver
ursachung von Krankheiten durch schädigende Stoffe oder bestimmte Arbeiten nur dann gegeben, wenn diese mehr wiegen als alle andern mitbeteiligten Ursachen, mithin im gesamten Ursachenspektrum mehr als 50 % ausmachen. «Ausschliessliche» Verursachung hingegen meint praktisch 100 % des ursächlichen Anteils der schädigenden Stoffe oder bestimm
ten Arbeiten an der Berufskrankheit (BGE 119 V 200 E. 2a mit Hinweis).
Als Berufskrankheiten gelten nach
Art.
9
Abs.
2 UVG auch andere Krankheiten, von denen nachgewiesen wird, dass sie ausschliesslich oder stark überwiegend
durch berufliche Tätigkeit verursacht worden sind. Diese Generalklausel be
zweckt
, allfällige Lücken zu schliessen, die dadurch ent
stehen könnten, dass die
bundes
rätliche
Liste gemäss An
hang I zur UVV entweder einen schädigenden Stoff, der eine Krankheit verursachte, oder eine Krankheit nicht aufführt, die durch die Arbeit verursacht wurde (BGE 119 V 200 E. 2b mit Hinweis). Nach der Recht
spre
chung ist die Voraussetzung des «ausschliesslichen oder stark überwie
genden» Zusammenhangs gemäss Art. 9 Abs. 2 UVG erfüllt, wenn die Berufs
krankheit mindestens zu 75 % durch die berufliche Tätigkeit verur
sacht worden ist (BGE 126 V 183 E. 2b, 119 V 200 E. 2b mit Hinweis; RKUV 2000 Nr. U 408 S. 407).
Soweit nichts
anderes
bestimmt ist, sind gemäss
Art.
9
Abs.
3 UVG Berufs
krank
heiten von ihrem Ausbruch an einem Berufsunfall gleichgestellt. Sie gelten als ausgebrochen,
sobald die betroffene Person erstmals ärztlicher Behandlung bedarf oder arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) ist.
Im Rahmen von
Art.
9
Abs.
2 UVG ist grundsätzlich in jedem Einzelfall darüber Beweis zu führen, ob die geforderte stark überwiegende (mehr als 75%ige) bis ausschliessliche berufliche Verursachung vorliegt (BGE 126 V 183 E. 4b am Ende). Angesichts des empirischen Charakters der medizinischen Wissenschaft (BGE 126 V 183 E. 4c am Anfang) spielt es für den Beweis im Einzelfall eine entscheidende Rolle, ob und inwieweit die Medizin, je nach ihrem Wissensstand in der fraglichen Disziplin, über die Genese einer Krankheit im Allgemeinen Auskunft zu geben oder (noch) nicht zu geben vermag. Wenn aufgrund medizinischer Forschungs
er
gebnisse ein Erfahrungswert dafür besteht, dass eine berufsbedingte Entstehung eines bestimmten Leidens von seiner Natur her nicht nachgewiesen werden kann, dann schliesst dies den (positiven) Beweis auf qualifizierte Ursächlichkeit im Ein
zelfall aus (Urteil des Bundesgerichts U 71/05 vom
9.
August 2006 E. 4.3.1).
5
.2
Die bei der Beschwerdeführerin diagnostizierte
Tendovaginitis
stenosans
De
Quer
vain
entspricht
unbestrittenermassen nicht
der
im Anhang zur UVV aufge
führten
«sogenannten
Sehnenscheidenentzündung
» (
Peritendinitis
crepitans
[Urteil
des B
undesgerichts 8C_99/2009 vom 3.
Juli 2009 E. 3.2]
).
Somit kann das Leiden der Beschwerdeführerin nur im Rahmen von
Art.
9
Abs.
2 UVG und folglich nur dann als Berufskrankheit anerkannt w
erden, wenn es zu mindestens 75
% durch die berufliche Tätigkeit verursacht worden ist.
5
.3
Dr.
D.___
hielt fest, dass sich bei der Tendovaginitis de
Quervain
eine geschlechtsspezifische Verteilung
zeige
, indem sie bei
m
weiblichem Geschlecht etwa fünfmal häufiger auftrete. Auch
würden
epidemiologische Daten darauf hin
weisen
, dass aufgrund des Häufigkeitsgipfels bei Frauen ein hormoneller Einfluss bestehe. Meist würden keine Ursachen gefunden, gelegentlich ein akutes Trauma
oder
arbeitsbedingte Ursache
n
.
Der Stellenbeschrieb der Beschwerdeführerin weise
eine fachliche und personelle Führung der unterstellten Mitarbeiter aus, wirt
schaftliches Denken und Handeln in Bezug auf den kostenbewussten Einsatz der Mitarbeitenden sowie Mitarbeit im Pflegealltag auch als Bezugsperson. Aufgrund dieser Beschreibung könne eine berufsbedingte Tend
ovag
initis de
Quervain
nicht bestätigt werden. Im Vergleich zum Alltag sowie zur Hausarbeit lasse sich eine berufsspezifische Assoziation nicht mit der notwendigen Wahrscheinlichkeit von 75 % begründen
, weshalb
eine Berufskrankheit nicht bestätigt werden
könne
(
Urk.
14/M15).
Diese Beurteilung
ist
schlüssig und überzeug
t
. Insofern die Be
schwer
deführerin geltend
macht, dass sie bis
ins Jahr
1999 als Pflegerin gearbeitet
und damit Handgelenk und Finger stark belastet
habe
(Urk. 17 S. 4)
, kann ihr nicht gefolgt werden. Aufgrund der langen Latenz
von fast 20 Jahren
bis zum Au
f
treten der
Tend
ovag
initis
stenosans
de
Quervain
und der Tatsache, dass meist keine Ursache hierfür gefunden werden kann, ist auch unter Berücksichtigung der früheren Arbeitstätigkeit davon auszugehen, dass die Tend
ovag
initis
steno
sans
de
Quervain
nicht überwiegend durch die berufliche Tätigkeit verursacht
worden ist
.
6.
Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin zu Rech
t auf die versicherungs
interne ärztliche Beurteilung von
Dr.
D.___
abgestellt
und sowohl
das Vorliegen von Brück
ensymptomen
als auch
die Unfallkausalität für die
bei der Beschwerde
führerin
ab Oktober 2017 bestehenden Handbeschwerden
und
das
Besteh
en einer Berufs
krankheit im Sinne von Art. 9 UVG verneint.
Für weitere medi
zinische Abklä
rungen besteht kein Anlass, zumal davon keine anderen
entscheid
rele
van
ten
Erkennt
nisse zu erwar
ten sind (antizipierte Beweiswürdi
gung; BGE 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d, 136 I 229 E. 5.3).
Insbesondere
wäre
eine Begutach
tung nach erfolgter Operation
nicht zielführend
.
7
.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
vom
24. Januar 2019
erweist sich damit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
CAP Rechtsschutz-Versicherungsgesellschaft AG
-
Rechtsanwalt Martin Bürkle
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes
über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
VogelSchilling