# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6e781f9c-f4d4-51f3-8f0b-fe5a520c453b
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-01-18
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Kindes- und Erwachsenenschutzhof 18.01.2023 106 2022 134
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_004_106-2022-134_2023-01-18.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 630, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00

www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

106 2022 134
106 2022 135

Urteil vom 18. Januar 2023

Kindes- und Erwachsenenschutzhof

Besetzung Präsidentin: Sandra Wohlhauser
Richter: Laurent Schneuwly, Yann Hofmann
Gerichtsschreiberin: Silvia Gerber

Parteien A.________, Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt 
Martin Gärtl

betreffend das Kind

B.________

Gegenstand Kindesschutzmassnahmen (Entzug des Aufenthaltsbestimmungs-
rechts und Platzierung)

Beschwerde vom 25. November 2022 gegen den Entscheid des Frie-
densgerichts des Seebezirks vom 3. Oktober 2022

Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege vom 25. November 2022

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Sachverhalt

A. A.________, geb. 1995, und C.________, geb. 1994, sind die getrenntlebenden Eltern von 
B.________, geb. im 2020. Sie haben die gemeinsame elterliche Sorge (100 2001 6, act. 282 f.).

Für A.________ besteht eine Vertretungsbeistandschaft mit Einkommens- und Vermögensverwal-
tung gemäss Art. 394 Abs. 1 und 2 i.V.m. Art. 395 Abs. 1 ZGB (Dossier 100 2001 6). Sie leidet an 
einem intellektuellen Defizit mit einer manifesten Lernstörung im Sinne einer geistigen Behinderung 
sowie an sozialen Verhaltensauffälligkeiten und befindet sich in psychiatrischer Behandlung (act. 5).

B. Am 20. Dezember 2019 trat die schwangere A.________ in die Institution «D.________» ein, 
da sie durch die Schwangerschaft überfordert war (act. 1 ff.).

Im 2020 kam das Kind B.________ zur Welt.

Nach diversen Gefährdungsmeldungen entzog das Friedensgericht des Seebezirks (hiernach: das 
Friedensgericht) mit Entscheid vom 23. März 2020 A.________ und C.________ das Aufenthaltsbe-
stimmungsrecht über B.________ und platzierte ihn in der Institution «D.________». Weiter 
entschied es, dass A.________ bis auf Weiteres mit ihrem Sohn in dieser Institution zu verbleiben 
hat, und wies sie an, positiv mit der Institution zusammenzuarbeiten. Die Institution wurde gebeten, 
dem Friedensgericht nach zwei Monaten einen ersten Bericht über die Mutter-Kind-Beziehung bzw. 
Vater-Kind-Beziehung einzureichen. Im Bericht sollten auch die Fähigkeiten und allfällige Schwä-
chen der Kindsmutter im Umgang mit dem Säugling aufgezeigt werden. Der Kindsvater sollte nach 
Möglichkeit mit in die Beurteilung einbezogen werden (act. 11 ff.). Die von A.________ gegen diesen 
Entscheid erhobene Beschwerde wurde am 1. Juli 2020 vom hiesigen Hof als gegenstandslos abge-
schrieben (act. 89). 

In der Folge konnte sich A.________ nicht auf die Situation einlassen. Am 30. April 2020 reichte die 
Institution «D.________» vorzeitig ihren Bericht ein, da sich die Situation zugespitzt und die psychi-
sche Verfassung von A.________ verschlechtert habe (act. 45 ff.). Am 7. Mai 2020 stellte die Institu-
tion „D.________“ fest, dass ein weiterer Verbleib von A.________ in der Institution nicht möglich 
sei, da ihr Verhalten nicht länger tragbar sei (act. 54). Gleichentags verliess A.________ die Institu-
tion, während B.________ weiterhin dort betreut wurde (act. 55 f., 61 f.).

Mit Entscheid vom 14. Mai 2020 bestätigte das Friedensgericht namentlich den Entzug des Aufent-
haltsbestimmungsrechts von A.________ und C.________ über ihren Sohn B.________ sowie 
dessen Platzierung. Der Aufenthaltsort von B.________ wurde von der Institution «D.________» in 
die Pflegefamilie E.________ in F.________ verlegt. Für B.________ wurde zudem eine Beistand-
schaft nach Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB errichtet. Der Beiständin wurde die Aufgabe erteilt, 
A.________ und C.________ in ihrer Sorge um B.________ mit Rat und Tat zu unterstützen und 
ihnen unter Einbezug weiterer Fachpersonen aufzuzeigen, wie sie ihre elterlichen Kompetenzen 
erlernen und erweitern können, sowie den persönlichen Verkehr in dem Sinne zu überwachen, dass 
sie in Zusammenarbeit mit den Kindseltern und der Pflegefamilie einen Besuchsplan und die diesbe-
züglichen Modalitäten erarbeitet. A.________ und C.________ wurden ausserdem angewiesen, 
konstruktiv mit der Beiständin und der Pflegefamilie zusammenzuarbeiten (act. 69 ff.).

Am 25. Juni 2020 beantragten A.________ und C.________ die Aufhebung der Platzierung ihres 
Sohnes (act. 88).

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Am 8. März 2021 gab das Friedensgericht ein psychologisches Gutachten zur Bindungs- und Erzie-
hungsfähigkeit der Kindseltern und Grosseltern mütterlicherseits in Auftrag (act. 114). Dieses wurde 
am 27. Juli 2021 beim Friedensgericht eingereicht (act. 134 ff.). Dem Gutachten kann insbesondere 
entnommen werden, dass mit Blick auf die Übertragung der Erziehungsverantwortung auf die Kinds-
mutter und subsidiär auf die Grosseltern mütterlicherseits folgende Faktoren als potentiell kindswohl-
gefährdend gelten (S. 32):

- Mangelnde Übereinstimmung zwischen den Erziehungsanforderungen von B.________ und 
den Erziehungsfähigkeiten der Kindsmutter und der Grosseltern mütterlicherseits;

- Erhöhtes Konfliktpotential unter den Erwachsenen aufgrund des Mangels an abgegrenzten 
und exklusiven Erziehungsrollen;

- Gefahr des Beziehungsabbruchs zwischen B.________ und dem Kindsvater aufgrund der 
konfliktbelasteten Beziehung zwischen dem Kindsvater und dem Familiensystem 
G.________.

Am 1. November 2021 beantragte A.________ die alleinige elterliche Obhut über B.________ mit 
komplementärer Unterstützung der Grosseltern mütterlicherseits. Eventualiter sei B.________ ab 
Januar 2022 schrittweise unter die alleinige Obhut von A.________ mit komplementärer Unterstüt-
zung der Grosseltern mütterlicherseits zu stellen. Die bestehenden Kindesschutzmassnahmen der 
Beistandschaft und der ambulanten Unterstützung durch die Früherziehung sowie die Mütter- und 
Väterberatung seien weiterzuführen (act. 163 ff.).

Das Friedensgericht hörte A.________ sowie die Grosseltern mütterlicherseits am 3. Februar 2022 
an. Die Beiständin stellte fest, dass die schrittweise Rückkehr von B.________ zu seiner Mutter 
vorangehe. Von ein paar Stunden Betreuung könne B.________ mittlerweile vier Tage pro Woche 
bei seiner Mutter sein. Es wurde vereinbart, dass weiterhin die schrittweise Rückkehr von 
B.________ erfolgt und die Beiständin Ende August 2022 einen Antrag auf Aufhebung der Platzie-
rung stellt, sollte dies möglich sein (act. 172 ff.).

In der Folge konnte die Betreuung von B.________ durch A.________ schrittweise weiter ausgebaut 
werden (act. 184 ff.). An der Standortsitzung vom 23. Juni 2022 wurde vereinbart, dass B.________ 
auch nach den Sommerferien wöchentlich von Sonntagabend oder Montagmorgen bis Montag-
abend durch die Familie E.________ betreut wird. Den August sollte er bei A.________ verbringen 
(act. 188 ff.).

Mit Zwischenbericht vom 20. September 2022 informierte die Beiständin, dass es kurz nach der 
Rückplatzierung erneut zu einer psychischen Krise der Kindsmutter und zu innerfamiliären Konflik-
ten gekommen sei. Sie empfahl als Entlastung der Kindsmutter sowie der Grosseltern mütterlicher-
seits die wöchentliche Betreuung am Montag von B.________ durch die Familie E.________. Die 
Platzierung und der Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts könnten aufgehoben werden, wenn 
das grosse Netz an ambulanten Hilfsangeboten bestehen bleibe und die Pflegefamilie weiterhin als 
Entlastungsfamilie im Helfersystem bleibe (act. 191 f.).

Das Friedensgericht hörte A.________ sowie die Grosseltern mütterlicherseits am 22. September 
2022 an. Diese zeigten sich mit der Entlastung durch die Familie E.________ oder einer anderwei-
tigen Fremdbetreuung nicht einverstanden (act. 193 ff.).

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C. Am 3. Oktober 2022 entschied das Friedensgericht das Folgende:

I. Der Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts von A.________ und C.________ über ihren Sohn 
B.________ wird bestätigt.

II. Der Aufenthaltsort von B.________ in der Entlastungsfamilie E.________ in F.________ wird auf 
jeden Montag von 8.00 Uhr bis 17.45 Uhr festgesetzt.

Die restlichen Wochentage verbringt B.________ bei seiner Mutter A.________.

III. A.________ wird angewiesen, sämtliche bestehenden ambulanten Hilfsangebote weiterhin 
wahrzunehmen und auch allfällige weitere, von den Fachpersonen empfohlenen Unterstützungen 
anzunehmen.

IV. Die Kindseltern haben für ihren Beitrag an den Platzierungskosten sowie für die anfallenden 
Nebenkosten der Platzierung aufzukommen.

V. Die Gerichtskosten betragen CHF 300.- und gehen je zur Hälfte zu Lasten der Kindseltern. 

VI. Einer allfälligen Beschwerde wird die aufschiebende Wirkung entzogen. 

D. Gegen diesen Entscheid erhob A.________ am 25. November 2022 Beschwerde. Sie bean-
tragt, dass die Ziffern 1, 2, 4 und 5 des Entscheides vom 3. Oktober 2022 aufzuheben und 
B.________ unter die alleinige Obhut der Kindsmutter mit komplementärer Unterstützung der Gross-
eltern mütterlicherseits zu stellen und der Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts der Kindsmut-
ter aufzuheben sei. Auf die Betreuung von B.________ durch die Familie E.________ in F.________ 
sei zu verzichten, unter Kosten- und Entschädigungsfolge.

Gleichzeitig stellte sie ein Gesuch um Erteilung der vollständigen unentgeltlichen Rechtspflege für 
das Beschwerdeverfahren. Am 28. November 2022 reichte sie Unterlagen zu ihrer finanziellen Situa-
tion ein.

Das Friedensgericht liess sich nicht vernehmen.

Erwägungen

1.

1.1. Gegen Entscheide der Schutzbehörde kann beim Kantonsgericht Beschwerde erhoben 
werden (Art. 314 Abs. 1 i.V.m. Art. 450 Abs. 1 ZGB; Art. 8 KESG; Art. 52 JG; Art. 14 Abs. 1 Bst. c 
des Reglements des Kantonsgerichts vom 22. November 2012 betreffend seine Organisation und 
seine Arbeitsweise [RKG; SGF 131.11]). 

1.2. Die Bestimmungen über das Verfahren vor der Erwachsenenschutzbehörde sind in Kindes-
schutzverfahren sinngemäss anwendbar (Art. 314 Abs. 1 ZGB). 

1.3. Die Beschwerdefrist beträgt 30 Tage seit Mitteilung des Entscheids (Art. 450b Abs. 1 ZGB). 
Der begründete Entscheid wurde der Beschwerdeführerin am 31. Oktober 2022 zugestellt. Die am 
25. November 2022 eingereichte Beschwerde ist somit fristgerecht erfolgt.

1.4. A.________ ist zur Beschwerde legitimiert (Art. 450 Abs. 2 ZGB). 

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1.5. Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerde Rechtsverletzungen (Ziff. 1), die 
unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts (Ziff. 2) sowie die Unangemessenheit 
(Ziff. 3) gerügt werden. Die für das erstinstanzliche Verfahren anwendbaren Grundsätze der Unter-
suchungs- und Offizialmaxime gelten auch vor der Beschwerdeinstanz (KOKES-Praxisanleitung 
Erwachsenenschutzrecht, Rz. 12.34).

1.6. Da das freiburgische Recht nichts anderes bestimmt, sind die Bestimmungen der Zivilpro-
zessordnung sinngemäss anwendbar (Art. 450f ZGB). Die Rechtsmittelinstanz kann somit aufgrund 
der Akten entscheiden (Art. 327 Abs. 2 ZPO). 

2.

Zunächst strittig ist die Entlastung durch die Familie E.________.

2.1. Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass die Vorinstanz die Notwendigkeit der Familie 
E.________ schwergewichtig auf einen Vorfall im Sommer 2022 stütze, bei welchem es kurzzeitig 
zu Meinungsverschiedenheiten zwischen der Beschwerdeführerin und ihren Eltern gekommen sei. 
Dies könne jedoch in jeder Familie passieren. Alleine darin lasse sich somit keine erhöhte Kinds-
wohlgefährdung erblicken. Die Familie habe den Konflikt intern beilegen und bereinigen können, 
ohne dass B.________ fremdbetreut hätte werden müssen. Dies zeige, dass die Beschwerdeführe-
rin mit der Unterstützung ihrer Eltern in der Lage sei, auch schwierige Situationen zu meistern, ohne 
dass das Wohl von B.________ gefährdet werde. Zudem erhalte die Beschwerdeführerin nun die 
auf sie abgestimmte, passende Therapie, weshalb eine vergleichbare Situation in Zukunft nicht zu 
erwarten sei. Insgesamt sei der Aufenthalt von B.________ bei der Familie E.________ aufgrund 
der sehr guten Entwicklung der Beschwerdeführerin in der Betreuung ihres Sohnes nicht mehr nötig. 
Die Grosseltern mütterlicherseits können die Beschwerdeführerin zudem genügend entlasten, zumal 
sie seit dem Umzug der Mutter von H.________ ins Pflegeheim noch mehr Zeit zur Unterstützung 
hätten. Schliesslich werde dem erhöhten Betreuungs-, Erziehungs- und Förderbedarf von 
B.________ durch den Besuch der Spielgruppe (Mittwochvormittag), der Früherziehung (Donners-
tagnachmittag) sowie der Mütter- und Väterberatung (Freitagvormittag) direkt begegnet. Diese 
Massnahmen seien deshalb beizubehalten, jedoch genügen sie. Die durch das Gericht vorgesehene 
Entlastung durch die Familie E.________ erreiche zudem das Gegenteil des erhofften Erfolgs. So 
greife die Massnahme stark in das Familienleben der Familie G.________ ein. Die Familie habe 
unter Beweis gestellt, dass sie die Betreuung von B.________ alleine und kindsrechtkonform sicher-
stellen könne. Sie benötige keine (weitere) Entlastung durch Dritte. Schliesslich sei ein stabiles 
Helfernetz installiert, welches schnell und gezielt eingreifen könne, sollte es notwendig sein. Die 
Betreuung durch die Familie E.________ sei nicht mehr verhältnismässig.

2.2. Nach Art. 310 Abs. 1 ZGB hat die Kindesschutzbehörde, wenn einer Gefährdung des Kindes 
nicht anders begegnet werden kann, dieses den Eltern wegzunehmen und in angemessener Weise 
unterzubringen. Dies hat zur Folge, dass das Recht der Eltern, den Aufenthaltsort des Kindes zu 
bestimmen, auf die Behörde übergeht und diese seine Unterbringung bestimmt. Die Gefährdung 
muss darin liegen, dass das Kind in der elterlichen Obhut nicht so geschützt und gefördert wird, wie 
es für seine körperliche, geistige und sittliche Entfaltung nötig wäre. Unerheblich ist, auf welche 
Ursachen die Gefährdung zurückzuführen ist: Sie können in den Anlagen oder in einem Fehlverhal-
ten des Kindes, der Eltern oder der weiteren Umgebung liegen. Desgleichen spielt keine Rolle, ob 
die Eltern ein Verschulden an der Gefährdung trifft. Massgebend sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
der Entziehung (Urteile BGer 5A_993/2016 vom 19. Juni 2017 E. 4.2.2; 5A_615/2013 vom 
2. Dezember 2013 E. 2.2 jeweils m.H.). 

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Hat ein Kind längere Zeit bei Pflegeeltern gelebt, so kann die Kindesschutzbehörde den Eltern seine 
Rücknahme untersagen, wenn diese die Entwicklung des Kindes ernstlich zu gefährden droht (Art. 
310 Abs. 3 ZGB). Hierbei ist nach der Rechtsprechung entscheidend, ob die seelische Verbindung 
zwischen dem betroffenen Elternteil und dem Kind intakt ist und ob dessen Erziehungsfähigkeit und 
Verantwortungsbewusstsein eine Übertragung der faktischen Obhut unter Beachtung des Kindes-
wohls rechtfertigen. Es gilt, den Anspruch des Elternteils auf persönliche Betreuung gegen das Inte-
resse des Kindes an einer stabilen Beziehung und geeigneten Förderung abzuwägen. In die Abwä-
gung einzubeziehen sind namentlich auch der Wunsch des betroffenen Kindes, dessen Alter sowie 
die bisherige Dauer der bestehenden Pflegelösung. Unerheblich ist, auf welchen Ursachen die 
Gefährdung des Kindes im Falle seiner Rückplatzierung beruht. Sie kann in den Anlagen oder in 
einem Fehlverhalten des Kindes oder des Elternteils oder auch in der weiteren Umgebung gründen. 
Desgleichen spielt keine Rolle, ob den Elternteil ein Verschulden trifft (BGE 144 III 442 E. 4.3 m.H.).

Alle Kindesschutzmassnahmen müssen erforderlich sein (Subsidiarität) und es ist immer die mildes-
te Erfolg versprechende Massnahme anzuordnen (Proportionalität); diese sollen elterliche Bemü-
hungen nicht ersetzen, sondern ergänzen (Komplementarität). Die Aufhebung des Aufenthalts-
bestimmungsrechts ist aufgrund der erforderlichen Proportionalität nur zulässig, wenn andere Mass-
nahmen ohne Erfolg geblieben sind oder von vornherein als ungenügend erscheinen (Urteil 
BGer 5A_615/2013 vom 2. Dezember 2013 E. 2.2 m.H.). Darüber hinaus wird vorausgesetzt, dass 
das Kind den Erziehungs- und Pflegebedürfnissen entsprechend in angemessener Weise unter-
gebracht wird (HÄFELI, Kindes- und Erwachsenenschutzrecht, 3. Aufl. 2021, Rz. 1102). Kriterien 
bilden die Kontinuität (Bewahrung bisheriger positiver Momente, z.B. Pflegefamilie am Wohnort, 
welche den Schulbesuch im bisherigen Umfeld ermöglicht), aber auch die besondere Eignung einer 
bestimmten Institution. Der laufende Kontakt mit den Eltern ist durch Besuche, Briefe und Telefonate 
aufrecht zu erhalten (BSK ZGB-BREITSCHMID, 7. Aufl. 2022, Art. 310 N. 9 f.).

2.3. Die Vorinstanz begründete ihren Entscheid namentlich wie folgt:

«Die schrittweise Erweiterung des Aufenthalts von B.________ bei der Familie G.________ in I.________ hat 
insbesondere im Sommer, als das Helfernetz weniger präsent war, dazu geführt, dass der Druck auf die 
Familie G.________ und insbesondere auf A.________ gestiegen ist. A.________ fühlte sich durch ihre Eltern 
beobachtet, es blieb ihr keine Privatsphäre, was zusammen mit ihren Problemen im Freundeskreis zu deren 
Hospitalisation geführt hat. Die Hospitalisation hatte wiederum die Konsequenz, dass die Abhängigkeit von 
A.________ gegenüber ihren Eltern verstärkt wurde, welche sich in dieser Zeit ausschliesslich um B.________ 
gekümmert haben.

Das Fehlen des Helfernetzes und der Entlastungsfamilie E.________ im Sommer hat schlussendlich dazu 
geführt, dass das Familiensystem G.________ überfordert war und es zu Streitereien gekommen ist, wie es 
bereits im erstellten psychiatrischen Gutachten als Risiko für das Wohl von B.________ eingeschätzt worden 
ist. 

Aufgrund der deutlichen Fortschritte seitens A.________ im Umgang mit B.________ ist es wichtig, der 
Kindsmutter genügend Raum und Verantwortung zu lassen, damit sie sich unter Wahrung einer minimalen 
Privatsphäre um ihren Sohn kümmern kann; dies mit Unterstützung ihrer Eltern, aber ohne dass es wegen der 
Abhängigkeit von A.________ gegenüber ihren Eltern zu erneuten Eskalationen kommt und in ihr das Gefühl 
entsteht, von den Eltern beobachtet zu werden.

Die Ereignisse im Sommer haben aufgezeigt, dass die Situation fragil bleibt und diese mit allergrösster 
Wahrscheinlichkeit in Zukunft auch wieder eskalieren wird, dies wegen der psychischen Beeinträchtigungen 

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der Kindsmutter und der immer wieder aufflammenden Spannungen im Zusammenleben von A.________ und 
ihren Eltern.

In diesem Kontext ist es unerlässlich und verhältnismässig, zur Abfederung der immer wieder angespannten 
Situation im familiären Umfeld von B.________ die Präsenz der Familie E.________ als Entlastungsfamilie zu 
verfügen.

Die ambulanten Hilfsangebote und die Entlastung der Kindsmutter und der Grosseltern mütterlicherseits durch 
die Familie E.________ im Sinne einer Entlastungsfamilie sind zum Schutz des Kindes unerlässlich, da weder 
die Kindsmutter noch die Grosseltern mütterlicherseits langfristig in der Lage sein werden, die Obhut über 
B.________ ohne jegliche Unterstützung von Dritten zu übernehmen.

Erschwerend kommt hinzu, dass B.________ einen besonderen Betreuungs-, Erziehungs- und Förderbedarf 
hat, welche die Familie G.________ nur mit Hilfe des ambulanten Helfernetzes gerecht werden kann. 
Streitereien zwischen den Erwachsenen hält das bestehende System zum aktuellen Zeitpunkt nicht aus, was 
einen direkten negativen Einfluss auf das Wohl von B.________ hat und noch schlimmer wäre, wenn das 
Helfersystem bzw. der tageweise Aufenthalt in der Entlastungsfamilie E.________ aufgehoben würde.

Die Entlastungsfamilie E.________ kann den Anforderungen und dem Förderbedarf von B.________ gerecht 
werden, da sie bereits eine Beziehung zum Kind aufbauen konnten, B.________ gut kennen und entsprechend 
geschult sind. Durch die Entlastungsunterbringung wird versucht, ausreichend Stabilität im Familiensystem 
G.________ zu erlangen, zu erhalten und somit sicherstellen zu können, dass B.________ so viel Zeit wie 
möglich zu Hause bei seiner Mutter und seinen Grosseltern verbringen kann. 

Der Entscheid drängt sich umso mehr auf, als A.________ und ihre Eltern die Notwendigkeit der Beibehaltung 
der Entlastungsfamilie nicht einsehen, diese aber auch keine Unterstützung durch Tageseltern oder eine 
Kinderkrippe akzeptieren wollen, wobei festgehalten werden muss, dass seit der Geburt des Kindes von Seiten 
der Kindsmutter und der Grosseltern mütterlicherseits wenig Einsicht betreffend Notwendigkeit von 
Unterstützung ausserhalb des Familiensystems bestanden hat. 

Insbesondere wegen der besonderen Bedürfnisse bzw. der festgestellten Entwicklungsdefizite des Kindes hat 
die Förderung von B.________ bei der Entlastungsfamilie E.________ den Wünschen der Familie 
G.________ nach völliger Unabhängigkeit und Selbständigkeit vorzugehen.

B.________ erwachsen von einem tageweisen Aufenthalt bei der Entlastungsfamilie E.________ nur Vorteile 
für dessen Entwicklung. Die Kindsmutter und die Grosseltern ihrerseits bleiben bei einem tageweisen Aufent-
halt von B.________ bei der Entlastungsfamilie E.________ weiterhin die Hauptbezugspersonen des Kindes, 
und A.________ wird in dem Sinne entlastet, als sie sich in dieser freien Zeit um ihre eigenen Bedürfnisse 
kümmern kann, sei es auch nur, dass sie sich in dieser freien Zeit ausruhen und zu neuen Kräften kommen 
kann.»

Die anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin stellt diesen zutreffenden Erwägungen lediglich 
pauschal ihre eigene Ansicht gegenüber, ohne sich substantiiert damit auseinanderzusetzen, womit 
nicht darauf einzutreten ist (Art. 450 Abs. 3 ZGB).

Subsidiär kann das Folgende festgehalten werden: Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin 
ordnete die Vorinstanz die Entlastung durch die Familie E.________ nicht nur aufgrund eines Vorfall-
les im Sommer 2022 an, sondern aufgrund der gesamten Umstände des konkreten Falles. Der 
Vorfall im Sommer 2022 hat lediglich aufgezeigt, dass die Situation weiterhin fragil bleibt und die 
Familie derzeit nicht in der Lage ist, die Betreuung von B.________ ohne das Helfernetz wahrzu-
nehmen. Dabei hat es sich auch nicht einfach nur um eine Meinungsverschiedenheit gehandelt, wie 
sie in allen Familien vorkommen kann. Vielmehr ist es zu einer psychischen Krise der Beschwerde-

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führerin gekommen, woraufhin sie sich während 10 Tagen in stationärer Behandlung befand (S. 2 
des Zwischenberichts vom 20. September 2022, act. 191). Die Beschwerdeführerin kann auch nichts 
zu ihren Gunsten daraus ableiten, dass die Familie den Konflikt angeblich intern habe beilegen 
können, ohne dass B.________ habe fremdbetreut werden müssen. Denn die Entlastungsfamilie 
soll nicht nur dazu dienen, B.________ in solchen Krisensituationen zu betreuen, sondern im Gegen-
teil, solche Krisen in Zukunft zu vermeiden. Es soll der Beschwerdeführerin freie Zeit verschafft 
werden, damit sie sich um ihre eigenen Bedürfnisse kümmern kann. Dies wird im Übrigen auch vom 
Beistand der Beschwerdeführerin als wichtig angesehen (S. 10 des Protokolls vom 22. September 
2022, act. 193 ff.). Solche Konflikte hat es im Übrigen auch in der Vergangenheit schon gegeben 
und die Beschwerdeführerin befindet sich auch schon seit langem in Therapie (act. 186; vgl. auch 
100 2001 6, namentlich act. 319). Es kann daher derzeit nicht behauptet werden, dass es in Zukunft 
zu keinen solchen Konflikten mehr kommen wird. Im Übrigen konnte das Helfernetz die psychische 
Krise im Sommer offensichtlich nicht verhindern. Dabei liegt es nicht im Interesse von B.________, 
wenn es zwischen seinen Hauptbezugspersonen zu Streitereien kommt und seine Mutter stationär 
behandelt werden muss. Dies wurde bereits im Gutachten festgehalten. B.________ ist erst knapp 
drei Jahre alt und weist einen besonderen Betreuungs-, Erziehungs- und Förderbedarf auf. Er ist auf 
eine stabile Beziehungs- und Betreuungssituation angewiesen. Er wird bereits seit dem 14. Mai 2020 
von der Familie E.________ betreut und hat eine Beziehung zu dieser Familie. Diese ist ausserdem 
entsprechend geschult und kann seinem besonderen Förderbedarf gerecht werden. Bei Bedarf 
könnte die Betreuung auch punktuell ausgeweitet werden (vgl. act. 193 ff.). Aus diesen Gründen 
liegt eine vollständige Rückplatzierung von B.________ derzeit nicht in dessen Wohl. Daran ändert 
nichts, dass B.________ zusätzlich die Spielgruppe, die Früherziehung und die Mütter- und Väter-
beratung besucht, ist die Betreuung durch die Familie E.________ doch nicht bloss aufgrund seines 
Förderbedarfs beizubehalten, sondern um psychische Krisen der Beschwerdeführerin zu ver-
hindern, damit B.________ in einem stabilen Umfeld aufwachsen und möglichst viel Zeit bei seiner 
Mutter und seinen Grosseltern verbringen kann, auch wenn es sich für die Beschwerdeführerin 
derzeit wie ein starker Eingriff in ihr Familienleben anfühlt, wobei unklar ist, inwiefern die Beschwer-
deführerin diesbezüglich unter dem Einfluss ihrer Eltern steht (vgl. S. 2 des Zwischenberichts vom 
20. September 2022, act. 191, und ausserdem die Aussagen der Beschwerdeführerin an der Sitzung 
vom 22. September 2022, act. 193 ff.).

Zusammenfassend ist auf die Beschwerde nicht einzutreten. Sie wäre jedoch ohnehin abzuweisen 
gewesen.

3.

Weiter strittig ist der Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts.

3.1. Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass B.________ nur die Montage von 8.00 Uhr bis 
17.45 Uhr bei der Familie E.________ verbringe und sich die restliche Zeit bei ihr aufhalte. Die 
Familie werde als Entlastungs- und nicht als Pflegefamilie bezeichnet. Das festgelegte Setting 
erinnere insgesamt stark an eine ambulante Massnahme. Das Gericht stufe demnach die überwie-
gende Betreuung von B.________ durch sie als kindswohlkonform ein. So verbringe B.________ 
denn auch die Nächte ausnahmslos bei ihr. Unter diesen Umständen könne nicht mehr von einer 
Fremdplatzierung gesprochen werden. Auch seien die Voraussetzungen des Art. 310 Abs. 1 ZGB 
nicht mehr gegeben. So könne einer allfälligen Gefährdung von B.________ anders als durch die 
Wegnahme resp. den Entzug der Aufenthaltsbestimmungsrechts begegnet werden. Aufgrund 
dessen ist der durch das Gericht vorliegend angeordnete Entzug der Aufenthaltsbestimmungsbe-

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fugnis resp. dessen Bestätigung unverhältnismässig, zumal B.________ gar nicht mehr fremdplat-
ziert sei.

3.2. Wie bereits gesehen, rechtfertigt sich derzeit eine vollständige Rückplatzierung von 
B.________ zur Beschwerdeführerin nicht (vorstehend E. 2.3). Diese vermag ausserdem nichts 
daraus abzuleiten, dass die Familie E.________ als Entlastungsfamilie und nicht als Pflegefamilie 
bezeichnet wird. Zwar liegt gemäss der Beiständin der Unterschied zwischen Pflege- und Entlas-
tungsfamilie darin, dass es sich bei einer Entlastungsfamilie nicht um eine Platzierung handle (act. 
194). Aus dem angefochtenen Entscheid geht jedoch klar hervor, dass B.________ weiterhin plat-
ziert bleibt, auch wenn die Platzierung der Entlastung dienen soll.  

Weiter mag es zwar grundsätzlich möglich sein, den Eltern gestützt auf Art. 307 Abs. 3 ZGB die 
Weisung zu erteilen, das Kind an einem Tag pro Woche fremdbetreuen zu lassen. Diese setzt jedoch 
Kooperationsfähigkeit und -willigkeit voraus (vgl. HÄFELI, Rz. 1065; KOKES-Praxisanleitung Kindes-
schutzrecht, Rz. 2.31; ROSCH/HAURI, in Handbuch Kindes- und Erwachsenenschutz, 2. Aufl. 2018, 
Rz. 1033, 1035). Vorliegend ist jedoch die Beschwerdeführerin – und ausserdem ihre Eltern, zu 
welchen sie in einem Abhängigkeitsverhältnis steht – nicht damit einverstanden, dass B.________ 
den Montag jeweils bei der Familie E.________ verbringt (vgl. auch Protokoll der Sitzung vom 
22. September 2022, act. 193 ff.). So hatten die Beschwerdeführerin und ihre Eltern offenbar auch 
im Juli 2022 darauf gedrängt, B.________ ganz zu sich zu nehmen, obwohl etwas anderes verein-
bart war. Daraufhin kam es zu einer chaotischen Verabschiedung von der Pflegefamilie und zur 
Überforderung der Beschwerdeführerin mit anschliessender stationärer Behandlung (act. 177). 
Unbestritten ist ausserdem, dass seit der Geburt wenig Einsicht betreffend Notwendigkeit von Unter-
stützung ausserhalb des Familiensystems bestanden hat. So ist namentlich auch bereits die Situa-
tion eskaliert, als B.________ in der Institution «D.________» platziert war. Eine Weisung gemäss 
Art. 307 Abs. 3 ZGB erscheint damit von vorneherein als ungenügend. Die Unterbringung von 
B.________ bei der Entlastungsfamilie kann nur durchgesetzt werden, wenn die Beschwerdeführe-
rin weiterhin nicht über das Aufenthaltsbestimmungsrecht verfügt, was in Art. 310 ZGB geregelt ist 
(KOKES-Praxisanleitung Kindesschutzrecht, Rz. 2.28). Die Beschwerdeführerin legt nicht substanti-
iert dar, welche andere Massnahme angeordnet werden könnte. Eine solche ist denn auch nicht 
ersichtlich, namentlich genügen – wie bereits gesehen – die Eltern der Beschwerdeführerin sowie 
das weitere Helfernetz nicht. 

Die Beschwerde ist somit auch diesbezüglich abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.

4.

Schliesslich wendet sich die Beschwerdeführerin gegen die Platzierungskosten. 

4.1. Sie macht geltend, dass der Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts aufzuheben sei. 
Zudem sei eine Betreuung durch die Familie E.________ nicht mehr notwendig, weshalb keine 
weiteren Platzierungskosten anfallen. Dementsprechend habe sie nicht mehr für die aus der Platzie-
rung resultierenden Kosten aufzukommen.

4.2. Wie gesehen, ist vorliegend der Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts nicht aufzu-
heben. B.________ ist am Montag weiterhin bei der Familie E.________ platziert. Entsprechend 
haben die Kindseltern für die Platzierungskosten aufzukommen (Art. 276 Abs. 2 ZGB; BGE 141 III 
401 E. 4). Die Beschwerde ist auch diesbezüglich abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.

5.

Kantonsgericht KG
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Die Beschwerdeführerin beantragt für das Beschwerdeverfahren die vollständige unentgeltliche 
Rechtspflege.

5.1. Eine Person hat Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, wenn sie nicht über die erforder-
lichen Mittel verfügt und ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 117 ZPO).

Die gesuchstellende Person hat nach Art. 119 Abs. 2 Satz 1 ZPO ihre Einkommens- und Vermö-
gensverhältnisse darzulegen und sich zur Sache sowie über ihre Beweismittel zu äussern. Es trifft 
sie eine umfassende Mitwirkungsobliegenheit. Insofern gilt im Verfahren betreffend die unentgeltli-
che Rechtspflege ein durch die Mitwirkungspflicht eingeschränkter Untersuchungsgrundsatz. An die 
klare und gründliche Darstellung der finanziellen Situation durch die gesuchstellende Person selbst 
dürfen umso höhere Anforderungen gestellt werden, je komplexer die Verhältnisse sind. Das Gericht 
hat den Sachverhalt aber immerhin dort weiter abzuklären, wo Unsicherheiten und Unklarheiten 
bestehen, und es hat allenfalls unbeholfene Rechtsuchende auf die Angaben hinzuweisen, die es 
zur Beurteilung des Gesuchs benötigt. Bei einer anwaltlich vertretenen Partei ist das Gericht nach 
Art. 97 ZPO hingegen nicht verpflichtet, eine Nachfrist anzusetzen, um ein unvollständiges oder 
unklares Gesuch zu verbessern. Aus den eingereichten Belegen muss der aktuelle Grundbedarf der 
gesuchstellenden Person hervorgehen. Die Belege haben zudem über sämtliche finanziellen 
Verpflichtungen der gesuchstellenden Person sowie über ihre Einkommens- und Vermögensverhält-
nisse Aufschluss zu geben. Kommt die anwaltlich vertretene gesuchstellende Person ihren Oblie-
genheiten nicht (genügend) nach, kann das Gesuch mangels ausreichender Substanziierung oder 
mangels Bedürftigkeitsnachweises abgewiesen werden (u.a. Urteil BGer 5A_210/2022 vom 10. Juni 
2022 E. 2.3.2; vgl. auch Urteil BGer 4A_333/2022 vom 9. November 2022 E. 11.1 ff., zur Publ. 
vorgesehen; je m.H.).

5.2. Die anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin reichte vorliegend lediglich eine Verfügung 
über Ergänzungsleistungen vom 25. Februar 2022 ein. Dies genügt nicht, um die aktuelle finanzielle 
Situation der Beschwerdeführerin darzulegen. Darüber hinaus ergibt sich aus den Akten, dass das 
Vermögen der Beschwerdeführerin im Jahr 2021 um über CHF 8'000.- (unter Abzug des vom Vater 
finanzierten Anteils von CHF 11'500.- für das Auto) zugenommen hatte (100 2001 6, act. 324, 328 
f.). Das Gesuch ist somit mangels Bedürftigkeit abzuweisen. 

6.

6.1. Die Verfahrenskosten gehen zu Lasten der betroffenen Person. Art. 108 ZPO, wonach unnö-
tige Prozesskosten zu bezahlen hat, wer sie verursacht hat, bleibt vorbehalten (Art. 450f ZGB i.V.m. 
Art. 6 Abs. 1 KESG). Die Prozesskosten werden der unterliegenden Partei auferlegt (Art. 106 Abs. 
1 Satz 1 ZPO). 

Vorliegend wird die Beschwerde abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist, womit die Beschwerde-
führerin die Prozesskosten zu tragen hat.

6.2. Die Gerichtskosten sind auf CHF 600.- festzusetzen (pauschale Gerichtsgebühr, Art. 95 Abs. 
2 Bst. b ZPO; Art. 19 Abs. 1 JR). Es ist keine Parteientschädigung zu sprechen (vgl. auch Art. 6 Abs. 
3 KESG).

Kantonsgericht KG
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Der Hof erkennt:

I. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

Folglich wird der Entscheid des Friedensgerichts des Seebezirks vom 3. Oktober 2022 bestä-
tigt.

II. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

III. Die Gerichtskosten werden pauschal auf CHF 600.- festgesetzt und A.________ auferlegt.

IV. Es wird keine Parteientschädigung gesprochen.

V. Zustellung.

Dieses Urteil kann innert 30 Tagen nach seiner Eröffnung mit Beschwerde in Zivilsachen beim 
Bundesgericht angefochten werden. Das Beschwerderecht und die übrigen Zulässigkeitsvorausset-
zungen sind in den Art. 72–77 und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 
2005 (BGG) geregelt. Die begründete Beschwerdeschrift ist beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 
14, einzureichen.

Freiburg, 18. Januar 2023/sig 

Die Präsidentin: Die Gerichtsschreiberin: