# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 695b4711-e992-5c75-8b3b-c6f54c457290
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-08-19
**Language:** de
**Title:** Quellensteuerpflicht 2010 und 2011
**Docket/Reference:** QS.2015.3
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_QS_2015_3_bh.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 QS.2015.3 

Entscheid 

19. August 2015 

Mitwirkend: 

Abteilungspräsident Anton Tobler, Steuerrichter Walter Balsiger, Steuerrichter Michael 
Ochsner und Gerichtsschreiber Hans Heinrich Knüsli 

In Sachen 

1.  A ,    

2.  B ,  

vertreten durch RA Dr.iur. Jurij Benn,  
Holenstein Rechtsanwälte AG,  
Utoquai 29/31, 8008 Zürich,  

gegen 

Rekurrenten,  

S t a a t   Z ü r i c h ,   

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Dienstabteilung Quellensteuer,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Rekursgegner,  

betreffend 

Quellensteuerpflicht 2010 und 2011 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  A  und  B  (nachfolgend  die  Rekurrenten)  sind  Eigentümer  von  insgesamt 

neun Liegenschaften, wovon sechs Mehrfamilienhäuser und drei Stockwerkeigentums-

einheiten.  Gemäss  den  Steuererklärungen  2010  und  2011  hatten  sie  hohe  Schulden 

bei C im Ausland, vertreten durch D. Für die Deklaration teilten sie diese jeweils in Ein-

zelbeträge auf, welche sie als "Schuldbriefe" bezeichneten:  

2010  

2011 

Schuld  

Zinsen 

Fr.  

Fr.  

Schuld 

Fr.  

Zinsen 

Fr.  

Schuldbrief 1  

14'287'256.- 

750'080.- 

14'287'256.- 

750'080.- 

Schuldbrief 2  

2'549'896.- 

49'656.- 

2'549'869.- 

50'998.- 

Schuldbrief 3 

_________ 

_______ 

   100'000.- 

    2'000.- 

Total 

16'837'152.- 

799'736.- 

16'937'125.- 

803'078.-. 

Im Schuldbrief 1 bestätigten die Rekurrenten jeweils, dass das Darlehen durch 

1., 2. und teils 3. Hypotheken auf acht Liegenschaften abgesichert sei. Im Schuldbrief 1 

für  2011  ergänzten  sie  zudem,  die  Hypotheken  seien  alle  im  Besitz  von  C.  Eine  ent-

sprechende Bestätigung enthält auch der Schuldbrief 2 derselben Steuerperiode.  

Mit  Verfügungen  vom  9.  Januar  2014  setzte  das  kantonale  Steueramt, 

Dienstabteilung Quellensteuer, auf den Bruttoerträgen der im Kanton Zürich gelegenen 

Liegenschaften  eine  Quellensteuer  von  Fr.  78'414.10  (Steuerperiode  2010)  bzw. 

Fr. 78'701.80  (2011) fest.  Es  begründete  dies  damit,  dass gemäss  den  einschlägigen 

Bestimmungen  bei  ausländischen  Forderungen,  welche  mit  Grund-  oder  Faustpfand 

auf  Grundstücken  in  der  Schweiz  bzw.  im  Kanton  gesichert  seien,  die  ausgerichteten 

Zinsen der Quellensteuer unterstünden.  

B.  Hiergegen  liessen  die  Rekurrenten  am  3.  Februar  2014  Einsprache  erhe-

ben mit dem Antrag, die Verfügungen aufzuheben und festzustellen, dass die Zinszah-

lungen keiner Quellensteuer unterständen; eventualiter seien die Steuerbeträge je auf 

Fr.  36'491.-  festzusetzen.  Zudem  beantragten  sie  die  Durchführung  einer  mündlichen 

Verhandlung.  Inhaltlich  machten  sie geltend,  dass  die  Forderungen  nicht grundpfand-

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gesichert gewesen seien. Zwar seien zum Teil Inhaber- und Namenschuldbriefe vorge-

legen,  doch  seien  diese  nicht  eingesetzt  worden,  sondern  hätten  sich  immer  bei  den 

Rekurrenten im Tresor befunden. Mit der Anmerkung, die Schulden seien durch Hypo-

theken  abgesichert,  hätten  sie  bloss  zum  Ausdruck  bringen  wollen,  dass  sie  die  auf 

den  Liegenschaften  lastenden  Schuldbriefe  nicht  ohne  Zustimmung  der  Gläubigerin 

zugunsten  von  Dritten  begeben  würden.  Würde  aber  dennoch  auf  die  existierenden 

Schuldbriefe abgestellt, sei die Besteuerung gemäss Eventualantrag auf den dadurch 

abgesicherten Teil der Darlehensschulden zu beschränken.  

Am  11.  September  2014  fand  eine  Einspracheverhandlung  statt,  anlässlich 

welcher der Rekurrent die Schuldbriefe vorlegte.  

Das kantonale Steueramt wies die Einsprachen am 31. März 2015 ab. Es be-

gründete seinen Entscheid damit, dass das Vorgehen der Rekurrenten eine Steuerum-

gehung darstelle.  

C.  Mit  Rekurs  vom  28. April  2015  wiederholten  die  Rekurrenten  die  Einspra-

cheanträge und -begründung. Zudem verlangten sie die Zusprechung einer Parteient-

schädigung. Die Voraussetzungen einer Steuerumgehung seien nicht erfüllt.  

Das kantonale Steueramt hielt am 8. Juni 2015 an seiner Beurteilung fest. Am 

7. Juli 2015 nahmen die Rekurrenten nochmals Stellung.  

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1. a) Natürliche Personen ohne steuerrechtlichen Wohnsitz oder Aufenthalt in 

der  Schweiz  sind  aufgrund  wirtschaftlicher  Zugehörigkeit  steuerpflichtig,  wenn  sie 

Gläubiger oder Nutzniesser von Forderungen sind, die durch Grund- oder Faustpfand 

auf Grundstücken in der Schweiz gesichert sind (Art. 5 Abs. 1 lit. c des Bundesgeset-

zes  über  die  direkte  Bundessteuer  vom  14.  Dezember  1990,  DBG).  Die  Besteuerung 

richtet sich diesfalls nach Art. 94 Abs. 1 DBG, d.h. sie erfolgt auf dem Weg der Quel-

lensteuer.  Gemäss  letzterer  Bestimmung  sind  im  Ausland  wohnhafte  Gläubiger  oder 

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Nutzniesser von Forderungen, die durch Grund- oder Faustpfand auf Grundstücken in 

der  Schweiz  gesichert  sind,  für  die  ihnen  ausgerichteten  Zinsen  steuerpflichtig.  §§  4 

Abs. 2 lit. c i.V.m. 97 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) enthält diesel-

be Regelung für das kantonale Recht.  

Der  Schuldner  der  steuerbaren  Leistung  ist  verpflichtet,  bei  Fälligkeit  von 

Geldleistungen die geschuldete Quellensteuer zurückzubehalten und bei anderen Leis-

tungen (insbesondere Naturalleistungen und Trinkgeldern) die geschuldete Steuer vom 

Steuerpflichtigen einzufordern, dem Steuerpflichtigen eine Aufstellung oder eine Bestä-

tigung  über  den  Steuerabzug  auszustellen,  die  Steuern  periodisch  der  zuständigen 

Steuerbehörde  abzuliefern,  mit  ihr  darüber  abzurechnen  und  ihr  zur  Kontrolle  der 

Steuererhebung Einblick in alle Unterlagen zu gewähren (Art. 100 Abs. 1 lit. a - c DBG; 

§ 102 Abs. 1 lit. a - c StG). Der Schuldner der steuerbaren Leistung haftet für die Ent-

richtung der Quellensteuer (Art. 100 Abs. 2 DBG; § 102 Abs. 3 StG).  

Forderungen  können  durch  Grund-  oder  Faustpfand  auf  Grundstücken  gesi-

chert sein. Dabei kann es sich um Grundpfandverschreibungen (Art. 824 ff. ZGB) oder 

Schuldbriefe  (Art.  842 ff.  ZGB)  handeln.  Unter  Faustpfand  auf Grundstücken  wird  ein 

Faustpfandrecht an einem Grundpfandtitel verstanden (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, 

Handkommentar zum DBG, 2. A., 2009, Art. 5 N 37 DBG und Kommentar zum Zürcher 

Steuergesetz, 3. A., 2013, § 4 N 69 StG).  

b)  Im  vorliegenden  Fall  sind  in  den  Grundbüchern  der  Liegenschaften  der 

Pflichtigen lediglich Schuldbriefe, nicht aber Grundpfandverschreibungen eingetragen. 

Als Gläubiger des Schuldbriefs kann eine bestimmte Person oder der Inhaber bezeich-

net  werden.  Die  Ausstellung kann  auch  auf  den  Namen  des  Grundeigentümers  erfol-

gen (Art. 859 Abs. 1 und 2 ZGB in der für die strittigen Steuerperioden noch geltenden 

früheren Fassung, geändert mit Revision vom 11. Dezember 2009, in Kraft am 1. Ja-

nuar 2012.). Zur Übertragung der Forderung aus Schuldbrief bedarf es in allen Fällen 

der Übergabe des Pfandtitels an den Erwerber. Lautet der Titel auf einen bestimmten 

Namen, so bedarf es ausserdem der Anmerkung der Übertragung auf dem Titel unter 

Angabe  des  Erwerbers  (Art.  869  Abs.  1  und  2  ZGB,  in  der  früheren  Fassung).  Eines 

Eintrags im Grundbuch bedarf es in diesen Fällen nicht.  

Wegen des Erfordernisses der Angabe des Namens des Erwerbers handelt es 

sich  bei  Namenschuldbriefen  um  Ordrepapiere  (Daniel  Staehelin,  Basler  Kommentar, 

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Zivilgesetzbuch II, 5. A., 2015, Art. 864 N 10 ZGB). Das Indossament muss den Erwer-

ber  namentlich  nennen und  muss  eigenhändig unterschrieben,  nicht  aber  datiert  wer-

den. Beim konventionellen alten Doppelbogen wird es auf der vierten Seite in der Rub-

rik  "Übertragungen"  angebracht,  doch  ist  auch  ein  eindeutiger  Übertragungsvermerk 

auf einer anderen Seite gültig. Beim neuen Schuldbrief aus Einzelblättern soll es hinten 

auf der ersten Seite angebracht werden. Ein Blankoindossament ist unzulässig; indes-

sen  hält  sich  die  Praxis  nicht  immer  daran  (Staehelin,  Art.  864  N  17  ZGB).  Ein  Na-

mensschuldbrief kann zudem nicht-wertpapiermässig durch besondere schriftliche Ab-

tretungserklärung  (Art.  165  Abs.  1  OR)  und  Übergabe  des  Titels  übertragen  werden 

(Staehelin, Art. 864 N 19 ZGB).  

Weiter  besteht  die  Möglichkeit  der  Übertragung  zu  Faustpfand.  Diese  erfolgt 

bei  Inhaberschuldbriefen  durch  Übergabe  des  Titels  aufgrund  eines  üblicherweise 

formlos  gültigen  Faustpfandvertrags  und  bei  Namensschuldbriefen  durch  Übergabe 

des Titels, versehen entweder mit einem Vollindossament oder einem offenen Pfand-

indossament  (Art.  901  Abs.  1  und  2  ZGB;  Art.  1009  OR  "Wert  zur  Sicherheit",  "Wert 

zum  Pfande").  Möglich  ist  auch  hier  eine  nicht-wertpapiermässige  Verpfändung  des 

Namensschuldbriefs mittels separater Verpfändungsurkunde und Übergabe des Titels 

(Staehelin, Art. 864 N 27 ZGB; Thomas Bauer, Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch II, 

5. A., 2015, Art. 901 N 7 ZGB).  

c)  Die  Rekurrenten  waren  Eigentümer  von  insgesamt  neun  Liegenschaften. 

Von  diesen  liegen  die  Grundbuchauszüge  vor.  Daraus  geht  hervor,  dass  insgesamt 

fünf  Inhaberschuldbriefe  und  sechs  Namenschuldbriefe  ausgestellt  wurden;  von  acht 

von diesen liegen Kopien bei den Akten, die restlichen drei wurden im August 2013 der 

Migros-Bank  verpfändet.  Die  Namenschuldbriefe  sind  alle  an  den  Rekurrenten  indos-

siert, mit Ausnahme des Schuldbriefs betreffend die Liegenschaft Z, welcher noch an 

die  Credit  Suisse  indossiert  ist.  Gemäss  Sachdarstellung  der  Rekurrenten  befanden 

sich 2010 und 2011 alle Schuldbriefe in ihrer Hand. An der Besprechung vom 11. Sep-

tember  2014  haben  sie  diese  dem  Steuerkommissär  zudem  vorgelegt.  Damit  liegen 

keine Beweise dafür vor, dass 2010/2011 die Schuldbriefe zur Sicherung der streitigen 

Darlehen eingesetzt worden waren.  

Dem widerspricht einzig, dass die Rekurrenten in den Bestätigungen, welche 

sie den Steuererklärungen 2010 und 2011 beilegten, angaben, dass die Schuld durch 

1., 2, und teils 3. Hypotheken gesichert sei, die alle im Besitz der C seien, wovon acht 

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ihrer  Liegenschaften  betroffen  seien.  Sie  begründen  diese  nach  ihrer  Argumentation 

demnach falsche Angabe damit, dass sie dabei lediglich hätten zum Ausdruck bringen 

wollen, dass sie die betreffenden Schuldbriefe nicht Drittgläubigern übergeben würden. 

Diese  Erklärung  erscheint  als  wenig  glaubhaft,  verfügt  doch  zumindest  der  Rekurrent 

über eine reiche Erfahrung im Immobilienbereich: Wie er in der Einspracheverhandlung 

selbst ausführte, hatte er eine Banklehre gemacht, und betrachtet Liegenschaftenver-

waltung als sein Hobby. Der Liegenschaftenbestand ist mit neun Grundstücken zudem 

beträchtlich,  und  befindet  sich  z.T.  schon  seit  Jahrzehnen  in  seinem  Eigentum.  Er  ist 

deshalb  als  sachkundig zu  betrachten.  Vor  diesem  Hintergrund kann  ausgeschlossen 

werden, dass er sich über den Inhalt seiner Erklärungen in den Bestätigungen nicht im 

Klaren war.  

Denkbar  ist  zudem,  dass  die  Schuldbriefe  ursprünglich  zwecks  Verpfändung 

dem  Gläubiger  übergeben,  dann  aber  zur  Vorlage  an  der  Sitzung  vom  11.  Septem-

ber 2014 vorübergehend zurückgegeben wurden; in Bezug auf die Namenschuldbriefe 

ist zudem die  Begebung als Pfand mittels Abtretungserklärung und Übergabe des Ti-

tels  möglich,  was  auf  dem  Namenschuldbrief  selber  keine  Spuren  hinterlässt.  Dem 

widerspricht 

indessen,  dass  die 

in  den  Bestätigungen  erwähnten  Hypotheken 

(= Schuldpfandverschreibungen)  zu  ihrer  Gültigkeit  eines  Eintrags  bedürfen,  welche 

hier  nachgewiesenermassen  nicht  vorliegen.  Insgesamt  verbleibt  eine  Ungewissheit, 

welche vor allem durch die gegenüber den Steuerbehörden abgegebenen, nicht nach-

vollziehbaren Bestätigungen der Rekurrenten selbst hervorgerufen wird.  

Insgesamt  aber  fehlen  letztlich  konkrete  Anhaltspunkte,  welche  auf  eine  Si-

cherung der Darlehen durch rechtsgültige Grund- oder Faustpfänder auf Grundstücken 

in der Schweiz hindeuten würden. Da für deren Existenz als steuerbegründender Um-

stand das kantonale Steueramt beweispflichtig ist, schlägt dies zu dessen Ungunsten 

aus  und  ist  demnach  nicht  von  auf  diese  Weise  gesicherten  Darlehen  auszugehen. 

Das kantonale Steueramt stellt dies denn auch nicht in Abrede.  

Damit sind die Voraussetzungen für die Quellenbesteuerung nicht erfüllt.  

2. Das kantonale Steueramt stützt sich für die Erhebung der Quellensteuer auf 

die Annahme einer Steuerumgehung. Es sei absonderlich, wenn eine derart hohe Dar-

lehenssumme ohne Sicherheiten gewährt würde.  

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a) Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. BGE 138 II 239 E. 4.1 

S.  243  f.;  BGE  131  II  627  E.  5.2  S.  635  f.;  BGr,  14.  Juni  2012,  2C_1027/2011  bzw. 

2C_1028/2011 E. 4.2, mit Hinweisen) wird eine Steuerumgehung angenommen, wenn 

- 

eine  von  den  Beteiligten  gewählte  Rechtsgestaltung  als  ungewöhnlich,  sach-

widrig  oder  absonderlich,  jedenfalls  den  wirtschaftlichen  Gegebenheiten  völlig  unan-

gemessen erscheint,  

-  anzunehmen ist, dass die gewählte Rechtsgestaltung missbräuchlich lediglich des-

halb getroffen wurde, um Steuern einzusparen, die bei sachgemässer Ordnung der 

Verhältnisse geschuldet wären, und  

-  das  gewählte  Vorgehen  tatsächlich  zu  einer  erheblichen  Steuerersparnis  führen 

würde, sofern es von den Steuerbehörden hingenommen würde. 

b)  Der  Vorinstanz  ist  einzuräumen,  dass  das  streitige  Darlehensverhältnis  in 

der Tat als absonderlich erscheint. Es ist ungewöhnlich, dass ein Darlehen in der Höhe 

von beinahe Fr. 17 Mio. an eine Privatperson gewährt wird, ohne dass hierzu irgend-

welche  Sicherheiten  verlangt  werden.  Ein  solches  Vorgehen  lässt  sich  auch  mit  dem 

bestehenden langjährigen Freundschaftsverhältnis zwischen dem Rekurrenten und der 

die Darlehensgeberin beherrschenden Person nicht glaubwürdig erklären, gibt es doch 

auch schadenverursachende Ereignisse, welche trotz aufrechtem Vertrauensverhältnis 

zwischen  den  Vertragsparteien  die  Rückzahlung  eines  Darlehens  gefährden  können 

(Krankheit,  Unfall,  Naturereignisse).  Aber  auch  aus  Sicht  der  Rekurrenten  macht  das 

Darlehensverhältnis  keinen  wirtschaftlichen  Sinn,  ist  doch  der  Darlehenszins  von 

5,25% p.a. doppelt so hoch wie 2010/11 auf dem freien Markt für eine Hypothek hätte 

bezahlt  werden  müssen.  Mithin  hatten  sie  rund  Fr.  300'000.-  bis  400'000.-  pro  Jahr 

mehr an Schuldzinsen zu entrichten. Hinzu kommt, dass die Einkünfte aus den Liegen-

schaften  weitestgehend in  Form  von  Schuldzinsen  wieder  abflossen  und  nach  Abzug 

der effektiven Unterhaltskosten kaum etwas für die Rekurrenten verblieb (2010 Brutto-

liegenschaftsertrag  Fr.  842'212.-,  Schuldzinsen  Fr.  799'736.-,  2011  Brutto-

liegenschaftsertrag  Fr.  851'896.-,  Schuldzinsen  Fr.  803'078.-). Wie  der Rekurrent  hier 

Einkünfte von Fr. 100'000.- pro Jahr erwirtschaftete, wie er in der Einspracheverhand-

lung geltend machte, bleibt sein Geheimnis. Es ist offenkundig, dass die Geschäftsbe-

ziehung  einen  anderen  Hintergrund  hat,  welchen  die  Rekurrenten  gegenüber  den 

Steuerbehörden nicht offen legen.  

Dies  allein  reicht  indessen  nicht  aus,  um  die  gewählte  Rechtsgestaltung  als 

ungewöhnlich, sachwidrig oder absonderlich im Sinn der Steuerumgehung erscheinen 

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zu lassen. Entscheidend für eine solche ist, dass durch die gewählte Rechtsgestaltung 

wirtschaftlich  derselbe  Sachverhalt  verwirklicht  wird  wie  beim  die  Steuerpflicht  auslö-

senden  Vorgehen  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  VB  zu  Art.  109  -  121  N  38  DBG 

bzw.  VB  zu  §§  119  -  131  N  37  StG).  Im  vorliegenden  Fall  wäre  dies  dann  der  Fall, 

wenn  der  Gläubiger  durch  die  absonderliche  Gestaltung  wirtschaftlich  in  den  Genuss 

einer  grundpfandrechtlichen  Absicherung käme, ohne  dass  aber  unmittelbar  eine  sol-

che zu seinen Gunsten begründet würde, etwa durch Zwischenschaltung einer Person 

in  der  Schweiz.  Gerade  dies  ist  vorliegend  nicht  erfüllt,  da  die  Darlehensforderungen 

eben gerade nicht abgesichert wurden, und zwar auch nicht indirekt.  

b)  Ausgeschlossen  werden  kann  auch  die  weitere  Voraussetzung,  dass  die 

gewählte Rechtsgestaltung missbräuchlich lediglich deshalb getroffen wurde, um Quel-

lensteuern  einzusparen.  Wäre  dies  die  Absicht  der  Rekurrenten  gewesen,  hätten  sie 

bestimmt nicht in den Bestätigungen, welche sie den Steuererklärungen beilegten, eine 

–  in  der  Realität  gar  nicht  vorhandene  –  Absicherung  durch  Hypotheken  behauptet. 

Aus ihrem Vorgehen ist im Gegenteil zu schliessen, dass es ihnen – wie den allermeis-

ten Steuerpflichtigen – offenkundig gar nicht bewusst war, dass eine grundpfandrecht-

liche  Absicherung  der  Darlehen  eine  Quellensteuerpflicht  auslöst.  Dies  schliesst  eine 

Umgehungsabsicht von vornherein aus.  

c) Anzufügen ist indessen Folgendes: Macht die Gestaltung der Verhältnisse 

für  die  Rekurrenten  wirtschaftlich  keinen  Sinn,  stellt  sich  geradezu  gebieterisch  die 

Frage, ob die behaupteten Zinszahlungen tatsächlich abgeflossen sind und falls ja an 

wen.  Gemäss  den  Bestätigungen  seien  die  Geldbeträge  "in  bar"  übergeben  worden, 

was  in  Anbetracht  der  Höhe  der  Beträge  als  kaum  glaubhaft  erscheint  und  nur  nach 

Vornahme  einer  minutiösen  und  umfassenden  Untersuchung  (inklusive  Bankbelege 

über  Überweisungen  bzw.  Barbezüge  sowie  einer  substanziierten  Sachdarstellung 

über Ort und Zeit der Geldübergabe) überhaupt angenommen werden kann. Eine sol-

che Untersuchung hat nach den Akten bisher noch nicht stattgefunden, insbesondere 

auch nicht im ordentlichen Einschätzungsverfahren. Selbst wenn deshalb mit der Vor-

instanz der Sachverhalt rechtlich als Steuerumgehung zu qualifizieren wäre, fehlt beim 

vorliegenden  Aktenstand  dem  Steuerrekursgericht  die  Überzeugung,  dass  sich  der 

geschilderte  Sachverhalt  tatsächlich  so  wie  behauptet  verwirklicht  hat  und  überhaupt 

Geldbeträge, welche mit der Quellensteuer belegt werden können, ins Ausland geflos-

sen sind.  

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3. Gestützt auf diese Erwägungen ist der Rekurs gutzuheissen. Ausgangsge-

mäss sind die Kosten des Verfahrens dem Rekursgegner aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 

DBG und § 151 Abs. 1 StG). Bei diesem Ausgang ist den Rekurrenten eine Parteient-

schädigung  zuzusprechen  (Art.  144  Abs.  4  DBG i.V.m.  Art.  64  Abs. 1  des  Bundesge-

setzes über das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968 bzw. § 152 StG i.V.m. 

§ 17  Abs. 2  des  Verwaltungsrechtspflegegesetzes  vom  24.  Mai  1959/8.  Juni  1997, 

VRG). 

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Der Rekurs wird gutgeheissen. Es wird festgestellt, dass die Rekurrenten auf den 

deklarierten Darlehenszinsen 2010 und 2011 keine Quellensteuer zu erheben und 

abzuliefern haben.  

[…] 

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