# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bcaf9804-a97f-5b4a-a437-551425dca2c2
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-01-15
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Sozialversicherungsgerichtshöfe 15.01.2018 605 2017 155
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_011_605-2017-155_2018-01-15.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 1654, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00, F +41 26 304 15 01
www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

605 2017 155

Urteil vom 15. Januar 2018 

I. Sozialversicherungsgerichtshof

Besetzung Präsident: Marc Boivin 
Richter: Dominique Gross 

Marc Sugnaux 
Gerichtsschreiberin-Praktikantin: Stephanie Gruntz 

Parteien A.________,  Beschwerdeführerin 

gegen

AMT FÜR DEN ARBEITSMARKT,  Vorinstanz

Gegenstand Arbeitslosenversicherung – Einstellung in der Anspruchsberechtigung auf 
Arbeitslosenentschädigung

Beschwerde vom 30. Juni 2017 gegen den Einspracheentscheid vom 
2. Juni 2017

Kantonsgericht KG
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Sachverhalt

A. A.________ (Beschwerdeführerin), geboren 1977, wohnhaft in B.________, arbeitete zuletzt 
als C.________ bei der D.________ AG. Danach war sie ab Januar 2014 Hausfrau und widmete 
sich der Erziehung ihrer Kinder. Seit dem 2. Januar 2017 ist sie arbeitslos gemeldet (zweite 
Rahmenfrist für den Leistungsbezug bei der Arbeitslosenversicherung).   

Das Amt für den Arbeitsmarkt (Vorinstanz) lud die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 
5. Januar 2017 zu einem Erstgespräch ein. Sie wurde darauf aufmerksam gemacht, dass sie an-
lässlich dieses Termins die Nachweise der persönlichen Arbeitsbemühungen sowohl für die Zeit 
vor ihrer Arbeitslosigkeit als auch für die Zeit seit der Anmeldung vorlegen müsse. Am 7. Februar 
2017 hat die Beschwerdeführerin sieben Bewerbungen für den Monat Dezember 2016 
nachgewiesen; sechs dieser Bewerbungen datierten vom 20. und eine vom 22. Dezember 2016. 
Am 7. Februar 2017 forderte die Vorinstanz die Beschwerdeführerin nochmals auf, alle 
Arbeitsbemühungen einzureichen, die sie vor ihrer Arbeitslosigkeit gemacht hat, namentlich die 
gesamten Bewerbungen von den Monaten Oktober und November 2016.

B. Mit Schreiben vom 16. Februar 2017 teilte die Beschwerdeführerin der Vorinstanz mit, dass 
es dem Unternehmen ihres Ehemannes finanziell nicht gut gehe. Das Kreisgericht E.________ 
habe dem Unternehmen vorerst einen Konkursaufschub bis im März 2017 gewährt. Nachdem 
hiergegen zwei Rechtsmittel eingereicht wurden, habe jedoch das Gericht am 16. Dezember 2016 
[recte: 14. Dezember 2016] den Konkurs ausgesprochen. Auch habe ihr Ehemann im August 2016 
einen Überfall erlitten. Da die Polizei vermutete, dass es sich nicht um einen Überfall, sondern um 
eine Inszenierung ihres Ehemannes handelte, habe sie keinen Polizeibericht erstattet. Deshalb 
verweigere nun die Unfallversicherung ihrem Ehemann die Auszahlung der geschuldeten 
Leistungen. Diese zwei Faktoren stellten sie vor grosse finanzielle Probleme. Sie habe folglich im 
Dezember 2016 angefangen, eine Stelle zu suchen. Ab Oktober 2017 könne sie wieder bei der 
D.________ AG als C.________ arbeiten. Dies sei jedoch zu spät für sie. Sie habe sich folglich ab 
Januar arbeitslos gemeldet und suche intensiv eine Stelle, die sie früher antreten könne. Aus 
diesem Grund (weil die erwähnten Entwicklungen für sie nicht vorhersehbar gewesen seien) könne 
sie für die Monate Oktober und November 2016 keine Arbeitsbemühungen nachweisen. 

C. Mit Verfügung vom 24. März 2017, bestätigt mit Einspracheentscheid vom 2. Juni 2017, hat 
die Vorinstanz die Beschwerdeführerin für zehn Tage in ihrer Anspruchsberechtigung auf Arbeits-
losengelder eingestellt. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, dass die Beschwerde-
führerin für die drei Monate vor ihrer Arbeitslosigkeit, d.h. für die Zeit vom 2. Oktober 2016 bis zum 
1. Januar 2017, lediglich sieben Arbeitsbemühungen nachweisen könne. Zudem habe sie mit ihrer 
Stellensuche erst am 20. Dezember 2016 begonnen. Sie habe sich damit quantitativ nicht genü-
gend um eine zumutbare Arbeit bemüht. Dieses Verhalten werde unter Berücksichtigung aller Um-
stände als leichtes Verschulden gewertet. 

D. Am 30. Juni 2017 hat die Beschwerdeführerin hiergegen Beschwerde an das Kantonsgericht 
erhoben. Sie beantragt die Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides. Auf die Einstellung ihrer 
Anspruchsberechtigung für die Dauer von zehn Tagen sei zu verzichten. 

E. Mit Stellungnahme vom 19. Juli 2017 beantragt die Vorinstanz die Abweisung der 
Beschwerde. 

F. Auf die weiteren Parteivorbringen und die eingereichten Unterlagen wird – soweit für die Ent-
scheidfindung erforderlich – im Rahmen der Erwägungen eingegangen. 

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Erwägungen

1. a) Die Beschwerde ist form- und fristgerecht bei der zuständigen Beschwerdeinstanz 
eingereicht worden. Die Beschwerdeführerin ist zur Einreichung der Beschwerde befugt, da sie 
vom angefochtenen Einspracheentscheid unmittelbar berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse 
hat, dass das Kantonsgericht, I. Sozialversicherungsgerichtshof, prüft, ob die Vorinstanz sie zu 
Recht in ihrem Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung eingestellt hat.

Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2. a) Nach Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 25. Juni 1982 über die obligatorische 
Arbeitslosenversicherung und Insolvenzentschädigung (AVIG; SR 837.0) muss der Versicherte, 
der Versicherungsleistungen beanspruchen will, mit Unterstützung des zuständigen Arbeitsamtes 
alles Zumutbare unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. Insbesondere 
ist er verpflichtet, Arbeit zu suchen, nötigenfalls auch ausserhalb seines bisherigen Berufes. Er 
muss seine Bemühungen nachweisen können. Die diesbezügliche Beweislast bzw. die Folgen der 
Beweislosigkeit gehen zu Lasten des Beschwerdeführers (Urteil EVG C 234/04 vom 21. März 2005 
E. 4.2).

b) Bei Art. 17 Abs. 1 AVIG handelt es sich um die gesetzliche Festschreibung des im 
Sozialversicherungsrecht verankerten Grundsatzes der Schadenminderungspflicht. Aus Art. 17 
Abs. 1 Satz 2 AVIG ergibt sich die Pflicht, den Eintritt der Arbeitslosigkeit zu verhindern. Die 
versicherte Person muss somit selbstverschuldete Arbeitslosigkeit vermeiden, sie darf nicht zu 
Lasten der Versicherung auf Lohn- und Entschädigungsansprüche verzichten und muss sich vom 
Zeitpunkt der Kündigung des früheren Arbeitsverhältnisses an beziehungsweise bei einem 
befristeten Arbeitsverhältnis mindestens während der letzten drei Monate intensiv um eine neue 
Arbeit bemühen, nötigenfalls auch ausserhalb ihres bisherigen Berufes (NUSSBAUMER, 
Arbeitslosenversicherung, in Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Bd. XIV, Soziale 
Sicherheit, 3. Aufl. 2016, Rz. 311 ff.; AVIG-Praxis ALE [nachfolgend: AVIG-Praxis] des Staats-
sekretariats für Wirtschaft SECO Rz. B311 und B314). 

Die versicherte Person hat sich dementsprechend während einer allfälligen Kündigungsfrist, aber 
auch generell während der Zeit vor der Anmeldung, unaufgefordert um Stellen zu bemühen. 
Ausschlaggebend für den Zeitraum, den es für die Prüfung der Arbeitsbemühungen zu 
berücksichtigen gilt, ist der Zeitpunkt, ab dem die Person Kenntnis davon hat, dass sie objektiv von 
Arbeitslosigkeit bedroht ist. Liegt dieser Zeitpunkt mehr als drei Monate vor der Anmeldung bei der 
Arbeitslosenversicherung, wird nur für die drei letzten Monate vor der Anmeldung überprüft, ob die 
Person sich um eine Stelle bemüht hat. In Einzelfällen werden bei der Prüfung der 
Arbeitsbemühungen nicht die ganze Kündigungsfrist bzw. die gesamten drei Monate, sondern ein 
davon abweichender, kürzerer Zeitraum berücksichtigt. Dies gilt insbesondere beim Vorliegen 
eines entschuldbaren Grunds, wie beispielsweise einer Krankheit oder einem Unfall. Ebensowenig 
werden bei einer versicherten Person, die sich unvermittelt von ihrem Ehegatten trennt und die 
sich arbeitslos melden muss, vorgängige Arbeitsbemühungen verlangt. Gleiches gilt auch für eine 
versicherte Person, die unvorhergesehen wegen guter Führung vorzeitig aus der Haft entlassen 
wird. Hintergrund dieser Praxis ist, dass es in solchen Fällen für die versicherte Person nicht 
vorhersehbar ist, dass sie Arbeitslosenentschädigung wird beanspruchen müssen (zum Ganzen 
AVIG-Praxis Rz. B314; Urteil des KGer des Kantons Basel-Landschaft 710 17 82 vom 16. August 
2017 E. 3.1; siehe auch RUBIN, Commentare de la loi sur l'assurance-chômage, 2014, Art. 17 
N. 15). 

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Hinsichtlich der erforderlichen Quantität der persönlichen Arbeitsbemühungen können keine 
eindeutigen Zahlenwerte angegeben werden. Eine allgemein gültige Aussage über die 
erforderliche Mindestzahl an Bewerbungen ist nicht möglich. Das Quantitativ beurteilt sich vielmehr 
nach den konkreten Umständen. Die Verwaltungspraxis verlangt in der Regel zehn bis zwölf 
Bewerbungen pro Monat, wobei es sich nicht um eine starre Grenze handelt, sondern die 
subjektiven und objektiven Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen sind. Dabei sind die 
persönlichen Umstände und Möglichkeiten der versicherten Person wie Alter, Schul- und 
Berufsbildung sowie die Usanzen des für sie in Betracht fallenden Arbeitsmarktes zu beachten. 
Zudem ist auch zu berücksichtigen, wie lange eine Arbeitslosigkeit bereits dauert und wie die 
Chancen der betreffenden Person auf dem Arbeitsmarkt stehen. Es gilt gewissermassen der 
Grundsatz, dass die Arbeitsbemühungen umso intensiver sein müssen, je weniger Aussicht eine 
versicherte Person hat, eine Stelle zu finden. Dabei stehen sowohl Tatsache als auch Intensität, 
nicht aber der Erfolg dieser Bemühungen im Vordergrund (BGE 133 V 89 E. 6.1.1 mit Hinweisen). 
Insgesamt gilt es bei der Würdigung des Verhaltens des Versicherten unter dem Gesichtspunkt 
des Verschuldens alle Umstände des konkreten Einzelfalls einzubeziehen (Urteil BGer 
8C_583/2009 vom 22. Dezember 2009 E. 5.1 mit Hinweisen). Die versicherte Person hat sich in 
der Regel in Form einer ordentlichen Bewerbung gezielt um Arbeit zu bemühen (Art 26 Abs. 1 der 
Arbeitslosenversicherungsverordnung vom 31. August 1983; AVIV; SR 837.02). Mit dem 
monatlichen Nachweis der getätigten Arbeitsbemühungen gemäss Art. 17 Abs. 1 AVIG in 
Verbindung mit Art. 26 Abs. 2 AVIV soll die Verwaltung in die Lage versetzt werden, Quantität und 
Qualität der Anstrengungen zur Überwindung der Arbeitslosigkeit umfassend abklären und 
würdigen zu können (BGE 120 V 77 E. 3c; NUSSBAUMER, Arbeitslosenversicherung, in 
Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Bd. XIV, Soziale Sicherheit, 3. Aufl. 2016, 
Rz. 843). 

c) Kommt die versicherte Person der Verpflichtung, sich persönlich genügend um 
zumutbare Arbeit zu bemühen, nicht nach, so ist gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. c AVIG eine Einstellung 
in der Anspruchsberechtigung zu verfügen. Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung 
bezweckt eine angemessene Mitbeteiligung der versicherten Person an jenem Schaden, den sie 
durch ihr pflichtwidriges Verhalten der Arbeitslosenversicherung natürlich und adäquat kausal 
verursacht hat (BGE 124 V 225 E. 2b). Grundsätzlich sanktioniert Art. 30 Abs. 1 lit. c AVIG eine 
Verletzung der in Art. 17 Abs. 1 AVIG statuierten Schadenminderungspflicht, insbesondere der 
Pflicht, sich genügend um Arbeit zu bemühen. Diese Verknüpfung soll Arbeitslose zur 
Stellensuche anspornen und eine missbräuchliche Beanspruchung der Arbeitslosenversicherung 
verhindern. Die Einstellung hat folglich die Funktion einer Haftungsbegrenzung der Versicherung 
für Schäden, welche die versicherte Person hätte vermeiden oder vermindern können. Als 
Verwaltungssanktion ist sie vom Gesetzmässigkeits-, Verhältnismässigkeits- und 
Verschuldensprinzip beherrscht (NUSSBAUMER, Arbeitslosenversicherung, in Schweizerisches Bun-
desverwaltungsrecht [SBVR], Bd. XIV, Soziale Sicherheit, 3. Aufl. 2016, Rz. 828; BGE 130 V 385 
E. 3.1.1).

Eine Einstellung ist selbst dann möglich, wenn der Versicherte von seinem RAV-Berater noch 
keine Angaben hinsichtlich der Anzahl der pro Kontrollperiode verlangten Arbeitsbemühungen 
erhalten hat (Urteil EVG C 78/05 vom 14. September 2005). Zudem ist auch dann eine Einstellung 
zu verfügen, wenn die versicherte Person vor Eintritt der Arbeitslosigkeit ihren Obliegenheiten nicht 
nachgekommen ist (ARV 2003 Nr. 10 S. 119 E. 1 mit Hinweisen). Eine der Einstellung 
vorangehende Mahnung ist nicht erforderlich (Urteil EVG C 6/04 vom 16. Februar 2005 E. 2 mit 
Hinweis auf BGE 124 V 233 E. 5b). Die versicherte Person kann sich auch nicht damit exkulpieren, 
nicht gewusst zu haben, dass sie schon vor der Anmeldung zum Leistungsbezug zur ernsthaften 
Arbeitssuche verpflichtet war und nicht darauf aufmerksam gemacht worden sei. Bei der 
Anmeldung hat die arbeitslos gewordene Person den Nachweis ihrer Bemühungen um Arbeit 

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vorzulegen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt wird sie sämtliche während der Kündigungsfrist bzw. 
vor der Anmeldung getätigten Stellenbewerbungen einzureichen haben (BGE 139 V 524 E. 2.1.2). 

3. Vorliegend ist streitig, ob die Vorinstanz die Beschwerdeführerin zu Recht wegen ungenü-
gender Arbeitsbemühungen vor der Arbeitslosigkeit während zehn Tagen in ihrer Anspruchsbe-
rechtigung auf Arbeitslosenentschädigung eingestellt hat. 

a) Aus dem Dossier ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin in den drei Monaten vor ihrer 
Arbeitslosigkeit insgesamt lediglich sieben Bewerbungen nachweisen konnte. Sechs dieser Be-
werbungen datierten vom 20. Dezember 2016 und eine vom 22. Dezember 2016. Für die Monate 
Oktober und November 2016 konnte die Beschwerdeführerin keine Bewerbung nachweisen. 

b) Die Beschwerdeführerin begründet dies in ihrer Beschwerde im Wesentlichen damit, 
dass es für sie nicht vorhersehbar gewesen sei, dass sie arbeitslos werde und sich deshalb be-
werben müsste. Sie legt dar, dass das Einkommen ihrer Familie auf zwei Pfeiler gestützt war: Zum 
einen lebten sie vom Lohn ihres Ehemannes aus seinem (eigenen) Unternehmen. Zum anderen 
sei ihr Ehemann am fff. August 2016 Opfer eines Überfalles geworden und sie hätten deshalb 
darauf vertraut, dass die Unfallversicherung ihm während der Dauer seiner Berufsunfähigkeit 80 % 
seines Lohnes ausrichten würde. Sie seien daher doppelt abgesichert gewesen. 

Jedoch weigere sich die Unfallversicherung bis heute, Leistungen an ihren Mann auszurichten. 
Anlässlich des Überfalles vom fff. August 2016 sei er G.________. Er habe sich dabei schwere 
Verletzungen zugezogen. Die Beschwerdeführerin legt in ihrer Beschwerde dar, dass ihr Mann 
nach wie vor zu 100 % arbeitsunfähig sei. Für sie sei klar gewesen, dass die Unfallversicherung 
leistungspflichtig sei. Indes habe die Staatsanwaltschaft zwischenzeitlich eine Untersuchung 
gegen ihren Ehemann eröffnet: Ihm werde namentlich vorgeworfen, den Überfall selbst inszeniert 
zu haben. Die Polizei habe folglich auch bis heute keinen Polizeibericht erstellt, und die 
Versicherung verweigere deshalb die Entrichtung von Leistungen. 

Dies allein sei noch kein Grund zu finanzieller Sorge gewesen, da sie darauf vertraute, dass ihr 
Ehemann zumindest bis zum 31. März 2017 weiter ein Gehalt aus seinem Unternehmen beziehe. 
Das Unternehmen ihres Ehemannes habe sich in finanziellen Schwierigkeiten befunden. Anfang 
Januar 2016 sei ein Konkursaufschub gewährt worden, welcher am 9. September 2016 bis zum 
31. März 2017 verlängert wurde. Dies sei für sie eine grosse Erleichterung gewesen, da sie sich 
bis Ende Jahr hätte Zeit nehmen können, um zu überlegen, wie es nach dem erwähnten Stichtag 
finanziell weitergeht. In der Folge hätten jedoch zwei Gläubiger eine Verhandlung betreffend den 
Widerruf dieses Konkursaufschubes gefordert. Diese Verhandlung sei auf den 6. Dezember 2016 
festgesetzt worden. Ihrem Mann sei es aufgrund seines Gesundheitszustandes nicht möglich ge-
wesen, an dieser Verhandlung teilzunehmen. Da sich auch sonst niemand aus dem Unternehmen 
bereit erklärt habe, diesen Termin wahrzunehmen, habe sie für ihren Mann an der Verhandlung 
teilgenommen, obwohl sie mit dem Unternehmen nicht vertraut gewesen sei. Sie habe jedoch 
keine Zweifel gehabt, dass das Gericht den Antrag auf Widerruf des Konkursaufschubes abweisen 
und den Aufschub bestätigen werde. Überraschenderweise habe indes das Gericht am 
14. Dezember 2016 den Konkurs des Unternehmens verkündet; sie hätten das Urteil am 
16. Dezember 2016 erhalten. In der Folge habe sie unverzüglich mit der Stellensuche begonnen. 

Mit dem Konkurs des Unternehmens am 14. Dezember 2016, und aufgrund der Haltung des 
Staatsanwaltes, der seit Januar [2017] offiziell gegen ihren Ehemann ermittle, sei ihr klar gewor-
den, dass ihre Familie ab dem 1. Januar 2017 ohne Einkommen sein werde. Aus dieser Not her-
aus habe sie sich entschlossen, sofort eine Arbeitsstelle zu suchen. Sinngemäss macht sie 
schliesslich geltend, dass diese Entwicklungen für sie in keiner Weise vorhersehbar gewesen 
seien und sie aus diesem Grund für die Monate Oktober und November 2016 keine Arbeitsbemü-
hungen vorweisen könne. 

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4. Wie nachfolgend aufgezeigt wird, kann dieser Argumentation nicht gefolgt werden. 

a) Nach Art. 725a Abs. 1 OR eröffnet der Konkursrichter auf Benachrichtigung hin (unter 
bestimmten Voraussetzungen) den Konkurs einer Aktiengesellschaft. Er kann ihn jedoch auf An-
trag des Verwaltungsrates oder eines Gläubigers aufschieben, falls Aussicht auf Sanierung be-
steht; in diesem Falle trifft er Massnahmen zur Erhaltung des Vermögens. Aufgrund dieser Be-
stimmung ist der Richter, dem eine Überschuldung angezeigt wird, verpflichtet, den Konkurs zu 
eröffnen, sofern die einschlägigen formellen und materiellen Voraussetzungen gegeben sind. 

Mit dem Konkursaufschub soll – trotz erfolgter Überschuldungsanzeige der Gesellschaft an den 
Richter – der Konkurs (noch) nicht eröffnet werden, wenn hinreichend Aussicht auf Sanierung be-
steht, welche während des Konkursaufschubes erreicht werden soll. Ziel des Konkursaufschubes 
ist es demnach, eine aussergerichtliche Sanierung der Gesellschaft zu ermöglichen (vgl. LORANDI, 
Masseverbindlichkeiten und ihre Entstehung, AJP 2017, S. 464 [475]) bzw. eine sofortige Kon-
kurseröffnung im Interesse der Gesellschaft, der Allgemeinheit und vor allem der Gläubiger zu 
verhindern (BGE 101 III 99 E. 4). Aussicht auf Sanierung besteht, falls während der Aufschubsfrist 
eine dauerhafte finanzielle Gesundung der Gesellschaft erwartet und ihre Ertragskraft wiederher-
gestellt werden kann (vgl. BGE 99 II 282 E. 3). Der Richter hat dabei nicht die Aufgabe, einzelne 
Sanierungsmassnahmen festzulegen, sondern einzig deren Eignung für eine erfolgreiche und 
dauerhafte Sanierung abzuklären und festzustellen. Als Sanierungsmassnahmen, welche dem 
Richter (mittels eines Sanierungsplanes) vorgelegt werden müssen, kommen beispielsweise 
Rangrücktritte oder Forderungsverzichte von Gesellschaftsgläubigern, Eintritt von Gläubigern als 
Aktionäre, aussergerichtliche Nachlassverträge oder die Erhöhung des Grundkapitals mit Zufluss 
neuer Mittel in Frage (KRAMPF/SCHULER, Die aktuelle Praxis des Konkursrichters des Bezirksge-
richtes Zürich zu Überschuldungsanzeige, Konkursaufschub und Insolvenzerklärung juristischer 
Personen, AJP 2002, S. 1060 [1068], mit Hinweisen). Der Konkurs ist unverzüglich auszuspre-
chen, wenn eine Sanierung aufgrund einer summarischen Überprüfung unmöglich erscheint (zum 
Ganzen WÜSTINER, in Basler Kommentar, Obligationenrecht II, 4. Aufl. 2012, Art. 725a N. 7, mit 
weiteren Hinweisen). 

b) In casu wurde offenbar gemäss den Akten anlässlich der Verhandlung vom 6. Dezember 
2016 festgestellt, dass gegen das Unternehmen des Ehemannes der Beschwerdeführerin seit 
September 2016 zehn weitere Betreibungen anhängig gemacht wurden. Entsprechend wurde am 
14. Dezember 2016 der Konkurs ausgesprochen. Die Ansicht der Beschwerdeführerin, worauf sie 
darauf vertrauen konnte, dass der Konkurs weiterhin jedenfalls bis zum 31. März 2017 aufgescho-
ben werde, kann deshalb nicht überzeugen; dies auch vor dem Hintergrund, dass sie selbst 
anstelle ihres Ehemannes an dieser Verhandlung teilgenommen hatte und sie sich folglich dieser 
Verschlechterung der finanziellen Lage bewusst sein musste. Selbst wenn sie jedoch davon aus-
ging, dass der Konkurs noch mindestens bis Ende März 2017 aufgeschoben wird, durfte sie zu-
dem nicht darauf vertrauen, dass das Unternehmen bis zu diesem Zeitpunkt finanziell stabil sei 
bzw. seinen Verbindlichkeiten einschliesslich der Gehaltszahlungen weiterhin nachkommen kann 
und dass sämtliche Gläubiger vollständig befriedigt werden können. So war sie offensichtlich über 
den gewährten Konkursaufschub informiert und musste deshalb wissen, dass das Unternehmen 
überschuldet war, zumal ja eine Überschuldungsanzeige durch den Verwaltungsrat und eine tat-
sächliche Überschuldung Voraussetzungen sind, damit ein Konkursaufschub überhaupt gewährt 
werden kann (vgl. WÜSTINER, in Basler Kommentar, Obligationenrecht II, 4. Aufl. 2012, Art. 725a 
N. 5 f., mit zahlreichen Hinweisen). Auch muss ihr – namentlich aufgrund ihrer Teilnahme an der 
Verhandlung vom 6. Dezember 2016 – bekannt gewesen sein, dass der Widerruf des Konkursauf-
schubes von zwei ehemaligen Angestellten beantragt wurde, welche offenbar ihre Gehälter nicht 
erhalten hatten, und dass ihr Ehemann als Geschäftsleiter bzw. Verwaltungsratspräsident des 
Unternehmens nicht sich selbst zulasten der anderen Angestellten der Aktiengesellschaft be-

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günstigen kann. Die Beschwerdeführerin durfte deshalb entgegen ihrer Argumentation in der Be-
schwerde nicht davon ausgehen, dass ihr Ehemann zumindest bis zum 31. März 2017 weiter ein 
Gehalt von dem von ihm geführten Unternehmen erhält und sie sich folglich bis Ende 2016 Zeit 
nehmen könnte, um zu überlegen, wie es finanziell weitergehen solle. 

c) Auch konnte sie nicht darauf vertrauen, dass die Unfallversicherung für den Vorfall ihres 
Ehemannes leistungspflichtig ist und ohne weiteres und ohne zeitlichen Verzug Taggelder aus-
zahlen wird, so dass das finanzielle Auskommen der Familie gesichert ist. So musste ihr doch auf-
grund des Verhaltens der Unfallversicherung, welche (noch) keine Leistungen übernahm – zumin-
dest nach einer kurzen Übergangsfrist – klar sein, dass der Vorfall, welcher bereits am fff. August 
2016 erfolgte, noch näherer Klärung bedarf und die Leistungspflicht der Unfallversicherung 
deshalb nicht sicher ist. Bis heute werden offenbar keine Taggelder ausbezahlt, da ihrem Mann 
vorgeworfen wird, den Überfall selbst inszeniert zu haben. Selbst wenn die Beschwerdeführerin 
äussert, dass für sie klar gewesen sei, dass ihr Mann diesen Angriff tatsächlich erlebt hat und die 
Versicherung leistungspflichtig ist, hätte sie jedenfalls in den letzten Monaten des Jahres 2016 
damit rechnen müssen, dass die Leistungen möglicherweise noch längere Zeit nicht ausbezahlt 
werden bzw. generell verweigert werden könnten, und mit der Stellensuche beginnen müssen. Sie 
durfte folglich mit der Stellensuche nicht abwarten, dass die Staatsanwaltschaft (offenbar im 
Januar 2017) ein Strafverfahren gegen ihren Ehemann einleitet.

d) Im Ergebnis erweist sich damit die erst am 20. Dezember 2016 aufgenommene Stellen-
suche als verspätet; die lediglich sieben Suchbemühungen, welche sie für die drei Monate vor ihrer 
Arbeitslosigkeit vorweisen konnte, nämlich die sechs Bewerbungen vom 20. und die eine Bewer-
bung vom 22. Dezember 2016, sind in quantitativer Hinsicht nicht als genügende Arbeitsbemü-
hungen zu bewerten. Unter der Berücksichtigung der Umstände des vorliegenden Falles ging die 
Vorinstanz zu Recht von einer Verletzung der Schadenminderungspflicht und damit von einem 
einstellungswürdigen Verhalten der Beschwerdeführerin aus. 

5. Zu prüfen bleibt, ob der angefochtene Einspracheentscheid auch hinsichtlich der Dauer der 
Einstellung rechtmässig ist, d.h. ob die Vorinstanz mit der Einstellungsdauer von zehn Tagen dem 
Verschulden der Beschwerdeführerin angemessen Rechnung getragen hat.      

a) Gemäss Art. 30 Abs. 3 AVIG und der AVIG-Praxis Rz. D59 bemisst sich die Dauer der 
Einstellung nach dem Grad des Verschuldens und beträgt je nach Einstellungsgrund höchstens 60 
Tage. Art. 45 Abs. 2 AVIV unterscheidet zwischen leichtem (1–15 Tage), mittlerem (16–30 Tage) 
und schwerem Verschulden (31–60 Tage). Wird die versicherte Person wiederholt in der An-
spruchsberechtigung eingestellt, so wird die Einstellungsdauer angemessen verlängert. Für die 
Verlängerung werden die Einstellungen der letzten zwei Jahre berücksichtigt (Art. 45 Abs. 5 ALV).

Bei der individuellen Verschuldensbeurteilung sind alle Umstände des konkreten Einzelfalls zu be-
rücksichtigen, wie z.B. Beweggründe, persönliche Verhältnisse wie Alter, Zivilstand, Gesundheits-
zustand, Suchtverhalten, soziales Umfeld, Bildungsgrad, Sprachkenntnisse, Begleitumstände wie 
Verhalten des Arbeitgebers, der Arbeitskollegen, Betriebsklima (z.B. belastende Umstände am 
Arbeitsplatz) usw. und irrtümliche Annahmen über den Sachverhalt, z.B. betreffend Zusicherung 
einer Neuanstellung (AVIG-Praxis Rz. D64).

Laut AVIG-Praxis Rz. D79 beträgt die Einstelldauer bei ungenügenden Arbeitsbemühungen wäh-
rend einer mindestens dreimonatigen Kündigungsfrist 9–12 Tage; aufgrund der konkreten 
Fallkonstellation kann hierauf analog abgestellt werden. 

Der Sozialversicherungsrichter darf sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle des-
jenigen der Verwaltung setzen, das Gericht muss sich somit auf Gegebenheiten abstützen können, 
welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen. Auch ist 
den Bestrebungen der Verwaltung bzw. der Versicherer Rechnung zu tragen, die darauf abzielen, 

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durch interne Weisungen, Richtlinien, Tabellen, Skalen usw. eine rechtsgleiche Behandlung der 
Versicherten zu gewährleisten. Ermessensmissbrauch ist gegeben, wenn die Behörde zwar im 
Rahmen des ihr eingeräumten Ermessens bleibt, sich aber von unsachlichen, dem Zweck der 
massgebenden Vorschriften fremden Erwägungen leiten lässt oder allgemeine Rechtsprinzipien, 
wie das Verbot von Willkür und von rechtsungleicher Behandlung, das Gebot von Treu und Glau-
ben sowie den Grundsatz der Verhältnismässigkeit verletzt (BGE 123 V 150 E. 2 mit Hinweisen).

b) Unter Berücksichtigung aller relevanten Umstände des vorliegenden Falles, namentlich 
der Beweggründe und der persönlichen Verhältnisse der Beschwerdeführerin, hat die Vorinstanz 
das ihr zustehende Ermessen weder fehlerhaft noch unangemessen ausgeübt, indem sie ein 
leichtes Verschulden angenommen und die Einstelldauer auf zehn Tage festgesetzt hat.

6. Zusammenfassend hat die Vorinstanz die Beschwerdeführerin zu Recht während zehn 
Tagen in ihrer Anspruchsberechtigung auf Arbeitslosenentschädigung eingestellt. Der 
Einspracheentscheid vom 2. Juni 2017 ist deshalb zu bestätigen und die Beschwerde abzuweisen.

Gemäss dem hier zur Anwendung kommenden Prinzip der Kostenlosigkeit des Verfahrens werden 
keine Gerichtskosten erhoben. 

Der Hof erkennt:

I. Die Beschwerde wird abgewiesen.

II. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

III. Zustellung.

Gegen diesen Entscheid kann innerhalb einer Frist von 30 Tagen ab Erhalt beim Bundesgericht, 
Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten einge-
reicht werden. Diese Frist kann weder verlängert noch unterbrochen werden. Die Beschwerde-
schrift muss in drei Exemplaren abgefasst und unterschrieben werden. Dabei müssen die Gründe 
angegeben werden, weshalb die Änderung dieses Urteils verlangt wird. Damit das Bundesgericht 
die Beschwerde behandeln kann, sind die verfügbaren Beweismittel und der angefochtene 
Entscheid mit dem dazugehörigen Briefumschlag beizulegen. Das Verfahren vor dem 
Bundesgericht ist grundsätzlich kostenpflichtig.

Freiburg, 15. Januar 2018/dgr

Der Präsident Die Gerichtsschreiberin-Praktikantin