# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bb4886cf-f4e6-5534-a95d-70500ed8b5e6
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-10-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.10.2011 D-6336/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6336-2010_2011-10-17.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung IV
D­6336/2010

U r t e i l   v om   1 7 .   O k t ob e r   2 0 1 1

Besetzung Richter Fulvio Haefeli (Vorsitz),
Richter Hans Schürch, 
Richter Robert Galliker; 
Gerichtsschreiberin Ulrike Raemy.

Parteien A._______, geboren (…), 
alias B._______, geboren (…),
Iran,
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Gegenstand Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 20. August 2011 / N_______.

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Sachverhalt:

A. 
Eigenen Angaben  zufolge  verliess  der Beschwerdeführer,  ein  irakischer 
Staatsangehöriger kurdischer Ethnie den Iran im Jahre 2003, um im Irak 
zu leben. Nach einem siebenjährigen Aufenthalt verliess er den Irak und 
gelangte  via  die  Türkei  und  ihm  unbekannte  Länder  am  12.  Juni  2010 
illegal  in die Schweiz. Hier  stellte er am selben Tag ein Asylgesuch,  zu 
dem er am 17. Juni 2010 im Rahmen einer Befragung zur Person (BzP) 
summarisch befragt wurde. Am 19. Juli 2010  fand die direkte Anhörung 
durch das BFM (DBA) zu seinen Asylgründen statt.

B. 

B.a. Zur Begründung seines Asylgesuches machte der Beschwerdeführer 
im Wesentlichen geltend, er sei im Alter von 18 Jahren in den Irak gereist, 
weil er der Kurdischen Demokratischen Partei des Irans (Partî Dêmokratî 
Kurdistan­Iran/  Hezb­e  Demokrat­e  Kordestan­e  Iran;  KDPI,  auch  als 
KDP, PDK­I oder DPIK bezeichnet) beigetreten sei. Er habe sich im Iran 
als Kurde diskriminiert gefühlt. Nachdem er sich fast sieben Jahre im Irak 
aufgehalten habe und ebenso lang für die Partei gearbeitet habe, habe er 
den  Irak  verlassen,  um  in  die  Schweiz  zu  reisen.  Seine  im  Iran 
verbliebenen Verwandten seien nämlich seinetwegen von den Behörden 
belästigt worden.

B.b. Der  Beschwerdeführer  reichte  eine  Erklärung  der  Demokratischen 
Vereinigung  der  Jugend  des  iranischen  Kurdistans  und  zwei 
Schuldiplome zu den Akten.

C. 
Mit  Verfügung  vom  20.  August  2010  –  eröffnet  am  23.  August  2010 – 
lehnte  das  BFM  das  Asylgesuch  ab  und  ordnete  die Wegweisung  des 
Beschwerdeführers  aus  der  Schweiz  an.  Zur  Begründung  wurde 
ausgeführt,  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  erfüllten  die 
Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  gemäss  Art.  7  des  Asylgesetzes 
vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht. 

Das  BFM  führte  im  Einzelnen  aus,  während  der  BzP  habe  der 
Beschwerdeführer  ausgesagt,  er  habe  für  die  Partei  Fernseh­  und 
Radiosendungen  vorbereitet  und  sei  auch  selber  anlässlich  der 
Sendungen erschienen. Diese Aufgabe habe er jedoch bei der DBA nicht 
mehr erwähnt. Ebenso habe er während der BzP ausgesagt, er habe im 

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Irak  Neuankömmlinge  für  die  Partei  ausgefragt,  um  Informationen  zu 
erhalten. Bei der DBA habe er behauptet, seine Aufgabe sei es gewesen, 
die  Neuankömmlinge  seitens  der  Partei  zu  informieren.  Auch  habe  er 
verschiedene Zeitpunkte für die beiden Vorfälle angegeben, die ihn dazu 
gebracht hätten, den  Iran zu verlassen, nämlich einmal ein Jahr vor der 
Ausreise  und  einmal  zwei  Jahre  vor  der  Ausreise.  Diese  Aussagen 
würden  sich  krass widersprechen  und  seien  daher  unglaubhaft.  Zudem 
seien  Vorbringen  dann  nicht  hinreichend  begründet,  wenn  sie  in 
wesentlichen  Punkten  zu  wenig  konkret,  detailliert  und  differenziert 
dargelegt würden und somit den Eindruck vermittelten, der Gesuchsteller 
habe  das  Geschilderte  nicht  selbst  erlebt.  Der  Beschwerdeführer  habe 
nicht  glaubhaft  darlegen  können,  dass  er  selbst  Mitglied  der  Partei 
gewesen sei, da seine Aussagen über seine Aufgaben trotz wiederholter 
Aufforderung  zu  erzählen,  oberflächlich  und  inhaltslos  geblieben  seien. 
Der  Beschwerdeführer  habe  ausgesagt,  er  sei  verantwortlich  für  die 
Sicherheit  einer  Sektion  des  Parteikomitees  gewesen.  Er  sei  im  Stand 
gewesen, die Namen der Mitglieder aufzuzählen, aber unfähig, detailliert 
und  nachvollziehbar  zu  schildern,  welches  seine  Aufgaben  gewesen 
seien.  Überhaupt  habe  der  Beschwerdeführer  mehrmals  unterstrichen, 
wie  wichtig  es  vor  allem  sei,  alles  detailliert  zu  schildern.  Den 
Aufforderungen, die einzelnen Vorfälle und auch seine persönliche Rolle 
in  der  Partei  detailliert  darzulegen,  sei  er  jedoch  nicht  nachgekommen. 
Die  Aussagen  des  Beschwerdeführers  bezüglich  seiner  persönlichen 
Beteiligung  an  den  Aktivitäten  der  Partei  seien  oberflächlich  und 
substanzlos und könnten somit nicht geglaubt werden. Bezüglich der ins 
Recht gelegten Dokumente hielt das BFM fest, die Schuldiplome und das 
Schreiben  der  Demokratischen  Vereinigung  der  Jugend  des  iranischen 
Kurdistan  würden  weder  Auskunft  über  die  vermeintliche 
Verfolgungssituation geben noch könnten sie den Sachverhalt bestätigen, 
da  der  Beschwerdeführer  während  den  Befragungen  angegeben  habe, 
Mitglied der KDPI zu sein. Die eingereichten Beweismittel seien deshalb 
nicht dazu geeignet, den Sachverhalt glaubhaft zu machen.

D. 
Mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  vom  6.  September 
2010  beantragte  der  Beschwerdeführer  die  Aufhebung  der 
angefochtenen Verfügung und die Gewährung von Asyl  in der Schweiz. 
Eventualiter sei die vorinstanzliche Verfügung aufzuheben und es sei die 
Sache zur Neubeurteilung an das BFM zurückzuweisen. Subeventualiter 
sei  festzustellen,  dass  die Wegweisung  unzulässig  und  unzumutbar  sei 
und es sei dem Beschwerdeführer  in der Folge die vorläufige Aufnahme 

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zu  gewähren.  In  prozessualer  Hinsicht  wurde  die  Gewährung  der 
unentgeltlichen  Rechtspflege  und  der  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses  beantragt.
Zur Begründung machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, 
er habe zu Beginn der zweiten Anhörung darauf hingewiesen, dass er bei 
der  ersten Anhörung wenig Gelegenheit  gehabt  habe,  seine Vorbringen 
zu schildern  (vgl. A9/11 S. 2  f.). Ausserdem sei  für  ihn nicht erkennbar, 
weshalb  sich  seine  Aussagen  widersprechen  sollten.  Er  habe  für  die 
Partei  die  Nachrichten  für  [einen  Fernseh­Sender]  und  die 
Radiosendungen vorbereitet. Er habe unter T.M. zusammen mit W.Y. und 
S.  R.  in  einer  Dreiergruppe  gearbeitet,  die  Kommission  (…)  der 
Nachrichten  (…)  genannt  worden  sei.  Er  habe  in  einem  Büro,  von 
morgens  bis  ca.  14.00  Uhr  gearbeitet.  Sie  hätten  auch  im  Lager 
geschlafen  und  gegessen,  und  sich  mit  der  Nachmittags­  und 
Nachtschicht abgewechselt. Einer aus ihrer Dreiergruppe habe immer im 
Büro  sein  müssen,  falls  eine  sehr  wichtige  Nachricht  eintreffen  sollte. 
Anstelle  von  Lohn  hätten  sie Unterkunft  und Verpflegung  erhalten.  Von 
einer  weiteren  Gruppe  der  Partei  hätten  sie  Informationen  über  die 
Situation  im  Iran  erhalten  und  diese  bearbeitet.  Er  sei  an  die 
Veranstaltungen  der PDKI  gegangen und habe  die Anlässe  fotografiert. 
Danach hätten sie die Reportagen geschrieben. T.M. habe sie kontrolliert 
und  danach  weitergeleitet.  Die  Radiostation  sei  ganz  in  der  Nähe 
gewesen,  deshalb  hätten  sie  die  Texte,  die  gelesen  werden  sollten, 
persönlich vorbeibringen können. Andere Informationen hätten sie per E­
Mail weitergegeben, unter anderem auch an  [den Fernseh­Sender]. Der 
Beschwerdeführer stellte in diesem Zusammenhang in Aussicht, er könne 
diese  E­Mails  an  das  Bundesverwaltungsgericht  weiterleiten,  wenn  ihm 
eine geeignete E­Mail­Adresse des Bundesverwaltungsgerichtes genannt 
werde.  Er  habe  sowohl  die  Jugendlichen  ausgefragt,  als  auch  mit 
Informationen  über  die  Partei  versorgt,  ausserdem  hätten  sie  eine 
Broschüre  herausgegeben.  Auch  habe  er  Reportagen  über  das 
Jugendprogramm  zusammengestellt,  die  Jugendlichen  fotografiert  und 
sie  motiviert.  Er  habe  über  sieben  Jahre  für  eine  verbotene  Partei 
gearbeitet  und  sich  sehr  für  die  Rechte  der  Kurden  im  Iran  eingesetzt. 
Gerne sei er auch zu einem weiteren Interview bereit, um weitergehende 
Fragen zu beantworten. Das BFM werfe ihm zu Unrecht vor, die Vorfälle 
verschieden datiert zu haben. Anlässlich der zweiten Anhörung habe es 
verschiedene Probleme gegeben.  In diesem Zusammenhang verwies er 
auf  das Unterschriftenblatt  der Hilfswerkvertreterin.  Er  habe  geschildert, 
das  er  im  Jahre  1381  oder  1382  (2002  oder  2003)  von  den  Behörden 
sehr aggressiv behandelt worden sei (vgl. A1/11 S. 6). Vor allem aber sei 

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er auf Grund  seiner  politischen Arbeit  für  die Kurden ausgereist. Es  sei 
ihm  nicht  möglich,  angesichts  der  Unterdrückung  der  Kurden  zu 
schweigen, deshalb werde er als Feind der Regierung angesehen. Seine 
Mitgliedschaft bei der Partei könne er beweisen. Dazu reiche er eine CD 
ein,  welche  seinen  Mitgliederausweis  und  eine  Auszeichnung  für  seine 
geleistete  Arbeit  enthalte.  Somit  könne  er  seine  Parteizugehörigkeit  als 
auch  seine  Arbeit  für  die  Nachrichtenkommission  beweisen.  Auch 
unterscheide  das  BFM  zu  Unrecht  zwischen  der  Demokratischen 
Vereinigung  der  Jugend  des  iranischen  Kurdistans  und  der  Kurdisch 
Demokratischen  Partei  des  Irans  (KDPI).  Es  handle  sich  dabei  um  die 
gleiche  Partei.  Ausserdem  stehe  es  den  Schweizer  Behörden  frei,  im 
Versteckten  bei  seinen  Eltern  und  Nachbarn  im  Iran  Erkundigungen 
einzuholen.  Es  sei  bekannt,  dass  seine  Eltern  seinetwegen  grosse 
Schwierigkeiten  mit  den  iranischen  Behörden  bekommen  hätten.  Dies 
könnte  eine  Botschaftsabklärung  in  kurzer  Zeit  bestätigen.  Als  Iraner 
könne er, entgegen der Ansicht des BFM, nicht in den Irak zurückkehren. 
Die irakischen Behörden würden wohl kaum die Einreise eines iranischen 
Guerilla erlauben. Auf Grund seiner regierungsfeindlichen Aktivitäten und 
der  Mitgliedschaft  in  einer  verbotenen  Partei  müsse  er  dort  mit  einer 
langen Gefängnisstrafe oder gar mit der Todesstrafe rechnen. 

Auf die weiteren Beweismittel, wird soweit  für den Entscheid wesentlich, 
in den Erwägungen eingegangen.

E. 
Mit  Zwischenverfügung  vom  10.  September  2010  wurde  dem 
Beschwerdeführer  mitgeteilt,  er  könne  den  Ausgang  des  Verfahrens  in 
der Schweiz abwarten. Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen 
Rechtspflege  gemäss  Art.  65  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom 
20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) 
sowie  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  wurden 
gutgeheissen,  währendem  das  Gesuch  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen  Verbeiständung  gemäss  Art.  65  Abs.  2  VwVG 
abgewiesen  wurde.  Gleichzeitig  wurde  die  Vorinstanz  ersucht,  bis  zum 
27. September 2010 eine Vernehmlassung einzureichen.

F. 
Mit Vernehmlassung vom 22. September 2010 beantragte das BFM die 
Abweisung der Beschwerde. Während der Vernehmlassungsfrist sei beim 
BFM  ein  Schreiben  der  Partei  PDKI  eingegangen.  Der  Inhalt  des 
Schreibens  könne  die  Schlussfolgerungen  des  BFM  nicht  enthärten, 

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werde  darin  doch  allgemein  ausgesagt,  dass  der Beschwerdeführer  ein 
militantes  Mitglied  der  Partei  gewesen  sei  und  er  wegen  des  Druckes 
seitens des iranischen Regimes den Iran habe verlassen müssen. Hierbei 
handle  es  sich  um  allgemeine  Aussagen,  die  den  Aussagen  des 
Beschwerdeführers  teilweise  widersprechen  würden,  habe  er  doch 
ausgesagt,  er  sei  in  die  Schweiz  gekommen,  weil  auf  seine  im  Iran 
lebenden  Eltern  Druck  ausgeübt  worden  sei.  Ausserdem  sei  dieses 
Schreiben  zum  Zweck  der  Beschwerde  des  Beschwerdeführers 
aufgesetzt worden, stehe doch die Dossier Nummer in der Referenz. Das 
Schreiben  sei  somit  als  Gefälligkeitsschreiben  zu  werten.  Die  in  der 
Beschwerde  vorgebrachten  Argumente  könnten  die  Widersprüche  und 
Oberflächlichkeiten,  die  im  Entscheid  erwähnt  worden  seien,  nicht 
entkräften.

Was den Unterbruch der Anhörung von 11.05 Uhr bis 11.15 Uhr betreffe, 
müsse  gesagt werden,  dass  der Beschwerdeführer  um  jeden Preis  das 
iranische  Schulsystem  habe  schildern  wollen,  was  aber  nicht  der  Sinn 
einer  Anhörung  zu  den  Asylgründen  sein  könne.  Der  Asylbewerber  sei 
dazu eingeladen worden, das Büro zu verlassen, um sich zu beruhigen. 
Danach habe die Anhörung geregelt beendet werden können.

G. 
Mit Replik  vom  8. Oktober  2010  bestritt  der  Beschwerdeführer  die  vom 
BFM aufgeworfenen Ungereimtheiten nicht, erklärte aber, das Dokument 
beweise  zumindest  seine  Mitgliedschaft  bei  der  PDKI.  Bezüglich  des 
Unterbruchs  bei  der  Anhörung  fügte  er  an,  der  dort  herrschende 
Umgangston sei nicht freundlich gewesen. Zudem reichte er zwei weitere 
Beweismittel  für  seine  politische  Arbeit  ins  Recht:  Den  Ausdruck  des 
Impressums  für  das  Journal,  bei  dessen Herstellung er mitgewirkt  habe 
(seinen Namen habe er markiert)  und  Internetauszüge seines Weblogs, 
bei denen er ebenfalls seinen Namen markiert und sein Foto mit einem 
Pfeil versehen habe.

H. 

H.a.  Mit  Zwischenverfügung  vom  5.  Juli  2011  wurde  der 
Beschwerdeführer  unter Hinweis  auf  die  Säumnisfolge  aufgefordert,  die 
fremdsprachigen Beweismittel bis zum 12. Juli 2011 in eine Amtssprache 
übersetzen zu lassen.

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H.b. Mit  Zwischenverfügung  vom  12.  Juli  2011 wurde  das Gesuch  des 
Beschwerdeführers  vom  7.  Juli  2011  um  die  Gewährung  einer 
Fristerstreckung  gutgeheissen  und  die  Frist  bis  zum  2.  August  2011 
erstreckt. 

H.c.  Mit  Eingabe  vom  25.  Juli  2011  (Poststempel)  legte  der 
Beschwerdeführer  die  gleichen  fremdsprachigen  Beweismittel  in  Kopie 
erneut  ins Recht  und  erklärte,  beim  ersten Beweismittel  handle  es  sich 
um  die  Seiten  eines  Studentenmagazins,  welches  alle  drei  Monate 
erscheine. Er habe die Magazine Nr. 4­9 getippt. Das zweite sei ein Teil 
seiner  Artikel  und  persönlicher  Schreiben,  die  auf  der  Homepage  (…) 
veröffentlicht  worden  seien.  Die  Homepage  sei  privat  und  interessiere 
sich für soziokulturelle Angelegenheiten.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 

1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den 
Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme 
im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 
entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen 
eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d 
Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110]).

1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 
AsylG).

1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der 
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 

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schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 
(Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). 
Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 

3.1.  Unbestrittenermassen  ist  im  Asylverfahren  der  Sachverhalt 
grundsätzlich von Amtes wegen festzustellen (Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 
AsylG).  Die  behördliche  Ermittlungspflicht  erfährt  jedoch  insofern  eine 
Einschränkung, als gemäss Art. 13 Abs. 1 Bst. a VwVG Parteien in einem 
Verfahren,  welches  sie  eingeleitet  haben,  verpflichtet  sind,  an  der 
Feststellung des Sachverhalts mitzuwirken. Ein Anspruch auf Mitwirkung 
ergibt sich auch aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 
der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom 
18. April 1999 (BV, SR 101).

3.2.  Mit  Zwischenverfügung  vom  5.  Juli  2011  wurde  der 
Beschwerdeführer  unter Hinweis  auf  die  Säumnisfolge  aufgefordert,  die 
mit  Replik  vom  8. Oktober  2010  eingereichten  fremdsprachigen 
Beweismittel  bis  zum  12. Juli  2011  in  eine  Amtssprache  übersetzen  zu 
lassen. Mit Zwischenverfügung vom 12. Juli 2011 wurde das Gesuch des 
Beschwerdeführers  vom  7.  Juli  2011  um  die  Gewährung  einer 
Fristerstreckung  gutgeheissen  und  die  Frist  bis  zum  2.  August  2011 
erstreckt. 

Der  Beschwerdeführer  hat  jedoch  darauf  verzichtet,  die  einverlangte 
Übersetzung  fristgerecht  einzureichen,  weshalb  androhungsgemäss 
gestützt auf die Aktenlage entschieden wird.

4. 

4.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat 
oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 

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sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden. Als  ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  des 
Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen 
unerträglichen psychischen Druck bewirken.

Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nachweisen 
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 
Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für 
gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vorbringen,  die  in 
wesentlichen  Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich 
sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte 
oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).

5. 

5.1. Weder die Vorbringen in der Rechtsmitteleingabe vom 6. September 
2010 noch diejenigen  in der Replik vom 8. Oktober 2010 sind geeignet, 
eine  Änderung  der  vorinstanzlichen  Verfügung  zu  bewirken.  Der 
Argumentation  der  Vorinstanz  werden  keine  stichhaltigen  und 
substanziierten  Gründe  entgegengesetzt.  Eine  diesbezügliche 
Auseinandersetzung  unterbleibt  zwar  nicht  gänzlich.  Die  Ausführungen 
des  Beschwerdeführers  vermögen  jedoch  die  nachvollziehbaren 
Erwägungen  des  BFM  nicht  umzustossen.  Das  BFM  hat  in  der 
angefochtenen Verfügung unter anderem zu Recht  festgestellt, dass die 
Vorbringen des Beschwerdeführers  teils  (krass) widersprüchlich,  teils zu 
wenig detailliert, beziehungsweise zu wenig konkret gewesen seien. Der 
vom  Beschwerdeführer  erhobene  Vorwand,  die  Demokratische 
Vereinigung  der  Jugend  des  iranischen  Kurdistans  und  die  KDPI  seien 
identisch  und  das  BFM  habe  zu  Unrecht  zwischen  den  beiden 
Organisationen  unterschieden  vermag  daran  nichts  zu  ändern,  weil  die 
Vorbringen  des  Beschwerdeführers  sich  nach  dem  Folgenden  als 
unzutreffend erweisen.

5.2. Die KDPI wurde ihren eigenen Angaben zufolge am 16. August 1945 
gegründet.  Sie  ersetzte  den Rat  der  Kurdischen Wiedergeburt,  welcher 
drei Jahre vorher gegründet wurde. Zu Beginn des Jahres 1946 wurde für 
kurze Zeit  eine unabhängige Republik Kurdistan  ins  Leben gerufen,  die 
sogenannte  Republik  von  Mahabad,  mit  Mahabad  als  Hauptstadt,  die 
jedoch  nur  elf  Monate  existierte  und  danach  wieder  in  den  Iran 
eingegliedert  wurde.  In  der  Folge  wurden  viele  führende Mitglieder  der 
Partei  verhaftet.  Ende  der  1960er  Jahre  kam  es  zu  einem  grösseren, 

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bewaffneten Aufstand, welcher fast zwei Jahre dauerte, aber vom Schah­
Regime  niedergeschlagen  wurde.  Mitglieder  der  Partei,  welche  ins 
Ausland geflohen waren,  trugen Ende der  1970er  Jahre dazu bei,  dass 
das  Schah­Regime  gestürzt  werden  konnte.  Die  neue  Islamische 
Republik Iran duldete jedoch trotz der vorherigen Unterstützung durch die 
KDPI,  keinen kurdischen Sonderweg und ging deswegen massiv gegen 
jegliche  politische  Autonomie  vor.  Es  kam  auch  zu  von  der  Regierung 
angestifteten  Tötungen  von  Parteifunktionären  der  KDPI  im  Exil  (unter 
anderem  in Österreich und  in Deutschland). Die KDPI hat  konsultativen 
Status  in  der  Sozialistischen  Internationalen  und  tritt  heute  explizit  für 
eine  friedliche  Lösung  des  Kurdenkonflikts  im  Iran  ein  (vgl. 
http://www.pdki.org/articles1­25­8.htm,  aufgerufen  am  15.  September 
2011). Demgegenüber ist die Demokratische Vereinigung des iranischen 
Kurdistans  (Yekitî  Dêmokratî  Kurdistan­Iran)  eher  unbedeutend  und 
scheint,  wenn  überhaupt,  nicht  sehr  aktiv  zu  sein.  Darauf  lassen 
zumindest  die  äusserst  geringen  Hinweise  auf  die  Partei  im  Internet 
schliessen.  In  Berichten  internationaler  Organisationen  wird  die  Partei 
überhaupt  nicht  erwähnt.  Zudem  sind  Links,  die  den Namen  der  Partei 
beinhalten,  nicht mehr  gültig  (vgl.  www.YDKInet.tk,  http://www.ydki.org/) 
oder  weisen  auf  bereits  jahrelang  verlassene  Websites  hin  (vgl. 
http://www.oocities.org/ydki1370peywendi.htm),  deren  letzte  Aktivität 
mehrere  Jahre  zurückliegt.  Auch  allfällige  E­Mail­Adressen 
(Yeketi1370@yahoo.com,  yeketidemokratekan@yahoo.com  )  sind  nicht 
mehr gültig. Daher gibt es nur indirekte Hinweise auf diese Partei, woraus 
sich  mit  ziemlicher  Sicherheit  schliessen  lässt,  dass  es  sich  dabei  um 
eine  eigenständige  Partei  handelt,  und  nicht  um  eine 
Untergruppe/Sektion oder andere Bezeichnung der KDPI. 

5.3. Bei dieser Sachlage erübrigt es sich, auf die weiteren Ausführungen 
und Anträge in der Beschwerde im Einzelnen einzugehen, da diese nicht 
geeignet sind, zu einer anderen rechtlichen Würdigung der Aktenlage zu 
führen.  Unter  diesen  Umständen  ist  somit  festzuhalten,  dass  der 
Beschwerdeführer  einen  flüchtlingsrechtlich  bedeutsamen  Sachverhalt 
weder  nachgewiesen noch glaubhaft  gemacht  hat. Die Feststellung des 
BFM,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht,  ist 
dementsprechend zu bestätigen. Das BFM hat das Asylgesuch zu Recht 
und mit zutreffenden Begründung abgelehnt.

5.4.  Im Folgenden hat  das Bundesverwaltungsgericht  zu  prüfen,  ob der 
Beschwerdeführer  aufgrund  seines  geltend  gemachten  exilpolitischen 
Engagements in der Schweiz zukünftige Verfolgung durch die iranischen 

http://www.pdki.org/articles1-25-8.htm
http://www.YDKInet.tk
http://www.ydki.org/
http://www.oocities.org/ydki1370peywendi.htm
mailto:Yeketi1370@yahoo.com
mailto:yeketidemokratekan@yahoo.com

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Behörden  zu  befürchten  hat  und  demnach  die  Flüchtlingseigenschaft 
wegen subjektiver Nachfluchtgründe erfüllt.

5.4.1.  Subjektive  Nachfluchtgründe  sind  dann  anzunehmen,  wenn  eine 
asylsuchende  Person  erst  durch  ihre  Ausreise  aus  dem  Heimat­  oder 
Herkunftsstaat  oder  wegen  ihres  Verhaltens  nach  der  Ausreise  eine 
Verfolgung  im Sinne  von  Art.  3  AsylG  zu  befürchten  hat.  Personen mit 
subjektiven Nachfluchtgründen erhalten zwar gemäss Art. 54 AsylG kein 
Asyl, werden  jedoch  als  Flüchtlinge  vorläufig  aufgenommen  (vgl.  BVGE 
2009/28 E. 7.1, BVGE 2009/29 E. 5.1).

5.4.2.  Es  ist  allgemein  bekannt  und  unbestritten,  dass  die  iranischen 
Behörden die politischen Aktivitäten  ihrer Staatsangehörigen  im Ausland 
überwachen  und  systematisch  erfassen.  Durch  Einsatz  moderner 
Software dürfte es den iranischen Behörden auch ohne Weiteres möglich 
sein,  die  im  Internet  vorhandenen  riesigen  Datenmengen  ohne  allzu 
grossen  Aufwand  gezielt  und  umfassend  zu  überwachen  und 
gegebenenfalls nach Stichworten zu durchsuchen. Demzufolge bleibt  im 
Einzelfall  zu  prüfen,  ob  die  in  der  Schweiz  entwickelten  exilpolitischen 
Aktivitäten  bei  einer  allfälligen  Ausschaffung  in  den  Iran  mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit ernsthafte Nachteile im asylrechtlichen 
Sinne  nach  sich  ziehen  würden.  Es  ist  dabei  davon  auszugehen,  dass 
sich  die  iranischen  Geheimdienste  auf  die  Erfassung  von  Personen 
konzentrieren,  die  über  die  massentypischen  und  niedrigprofilierten 
Erscheinungsformen  exilpolitischer  Proteste  hinaus  Funktionen 
wahrgenommen  und/oder  Aktivitäten  entwickelt  haben,  welche  die 
jeweilige  Person  aus  der  Masse  der  mit  dem  Regime  Unzufriedenen 
herausheben  und  als  ernsthaften  und  gefährlichen  Regimegegner 
erscheinen  lassen.  Somit  sind  für  die  Einschätzung  einer 
Verfolgungsgefahr  nicht  die  Mitgliedschaft  in  einer  exilpolitischen 
Organisation,  die  Teilnahme  an  regimekritischen  Demonstrationen  und 
das hierbei übliche Tragen von Plakaten und Rufen von Parolen, sondern 
Positionen  (z.B.  Vorsitzende/r  einer  Exilgruppe),  Form  und Einfluss  von 
Aktionen (z.B. gewaltsamer Protest) von Bedeutung (vgl. BVGE 2009/28 
E.  7.4.3).  Dabei  ist  nicht  Individualisierbarkeit,  sondern  eine  derartige 
Exponierung in der Öffentlichkeit massgebend, die den Eindruck erweckt, 
dass  der  Asylsuchende  zu  einer  Gefahr  für  den  Bestand  des  Mullah­
Regimes  wird.  Dass  die  iranischen  Sicherheitsbehörden  zwischen 
tatsächlich  politisch  engagierten  Regimekritikern  und  Exilaktivisten,  die 
mit ihren Aktionen in erster Linie die Chancen auf ein Aufenthaltsrecht zu 

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erhöhen  versuchen,  zu  unterscheiden  vermögen,  darf  vorausgesetzt 
werden (vgl. BVGE 2009/28 E. 7.4.3). 

5.4.3.  Vorweg  ist  festzuhalten,  dass  es  dem  Beschwerdeführer  weder 
gelang, eine Vorverfolgung noch ein bereits  im Iran beziehungsweise im 
Irak  bestehendes  regimekritisches  Engagement  glaubhaft  zu  machen. 
Somit  ist  nicht  davon  auszugehen,  dass  er  schon  vor  der  Ausreise  die 
Aufmerksamkeit  der  iranischen  Behörden  in  relevantem  Ausmass  auf 
sich gezogen hat. Vor  diesem Hintergrund  rechtfertigt  sich der Schluss, 
dass er vor seiner Einreise in die Schweiz durch die iranischen Behörden 
jedenfalls nicht als staatsgefährdender Politaktivist fichiert war.

5.5. Es bleibt somit zu prüfen, ob der Beschwerdeführer aufgrund seines 
Engagements als Verfasser von Artikeln auf seiner Homepage (…) eine 
asylrelevante  Verfolgung  zu  befürchten  hat.  Davon  ist  indessen  selbst 
dann  nicht  auszugehen,  wenn  die  Beiträge  den Verfasser mit  Vor­  und 
Nachnamen nennen, zumal sich aus diesen Angaben nicht mit Sicherheit 
auf die Identität des Beschwerdeführers schliessen lässt: Allein aufgrund 
der Kombination des Vor­ und Nachnamens ist die Identität nämlich nicht 
einwandfrei  erwiesen  (vgl.  bereits Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts 
D­4600/2006  vom  24.  August  2007,  E.  4.3.3).  Auch  bei  der markierten 
Fotografie  steht  nicht  zweifelsfrei  fest,  ob  es  sich  dabei  um  den 
Beschwerdeführer handelt. Im Übrigen existieren beide Links nicht mehr. 
Darüber  hinaus  hat  der  Beschwerdeführer  trotz  entsprechender 
Aufforderung darauf verzichtet, die von ihm eingereichten Beweismittel in 
eine  Amtssprache  des  Bundes  übersetzen  zu  lassen,  weshalb  sich  an 
dieser  Stelle  weitere  Ausführungen  erübrigen  (vgl.  die  vorstehende 
Erwägung  3.2.  in  fine).  Deshalb  kann  auch  darauf  verzichtet  werden, 
näher  auf  das  geltend  gemachte  Engagement  als  Verfasser  der 
Ausgaben  4­9  eines  vierteljährlich  erscheinenden  Studentenmagazins 
einzugehen.

5.6.  Im Ergebnis  ist demnach festzustellen, dass die geltend gemachten 
subjektiven  Nachfluchtgründe  offensichtlich  nicht  geeignet  sind,  eine 
flüchtlingsrechtlich  relevante  Verfolgungsfurcht  zu  begründen,  weshalb 
der  Beschwerdeführer  nicht  als  Flüchtling  im  Sinne  von  Art.  3  AsylG 
anerkannt werden kann.

6. 

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6.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht 
ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 
der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

6.2. Der Beschwerdeführer  verfügt weder  über  eine  ausländerrechtliche 
Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer 
solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 
Abs. 1 AsylG; BVGE 2009/50 E. 9).

7. 

7.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 
nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 
den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von 
Ausländern  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes 
vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG, 
SR 142.20]).

Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 
Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte 
Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. 
WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser  [Hrsg.], 
Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148).

7.2. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 
der  Schweiz  einer Weiterreise  der  Ausländerin  oder  des  Ausländers  in 
den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  einen  Drittstaat  entgegenstehen  (Art.  83 
Abs. 3 AuG).

So  darf  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).

Gemäss  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  Art. 3  des 

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Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom 
4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK,  SR 0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder  unmenschlicher  oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

7.3.  Die  Vorinstanz  wies  in  ihrer  angefochtenen  Verfügung  zutreffend 
darauf hin, dass das Prinzip des  flüchtlingsrechtlichen Non­Refoulement 
nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 
Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche 
Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der  in Art. 5 
AsylG  verankerte  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  im  vorliegenden 
Verfahren  keine  Anwendung  finden.  Eine  Rückkehr  des 
Beschwerdeführers  in  den  Heimatstaat  ist  demnach  unter  dem  Aspekt 
von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers 
noch  aus  den  Akten  Anhaltspunkte  dafür,  dass  er  für  den  Fall  einer 
Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 
einer  nach  Art. 3  EMRK  oder  Art. 1  FoK  verbotenen  Strafe  oder 
Behandlung  ausgesetzt  wäre.  Gemäss  Praxis  des  Europäischen 
Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des  UN­Anti­
Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  konkrete  Gefahr 
("real  risk")  nachweisen  oder  glaubhaft machen,  dass  ihm  im Fall  einer 
Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche  Behandlung  drohen  würde 
(vgl.  EGMR  [Grosse  Kammer],  Saadi  gegen  Italien,  Urteil  vom 
28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 – 127, mit weiteren 
Hinweisen).  Auch  die  allgemeine  Menschenrechtssituation  im 
Heimatstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht 
als  unzulässig  erscheinen.  Nach  dem  Gesagten  ist  der  Vollzug  der 
Wegweisung  sowohl  im  Sinne  der  asyl­  als  auch  der  völkerrechtlichen 
Bestimmungen zulässig.

7.4.  

7.4.1. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug  für Ausländerinnen 
und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­  oder 
Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg, 
allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind. 

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Wird  eine  konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von 
Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren.

Angesichts  der  Lage  im  Iran  kann nicht  von  einer Situation  allgemeiner 
Gewalt oder von kriegerischen oder bürgerkriegsähnlichen Verhältnissen 
gesprochen  werden,  welche  für  den  Beschwerdeführer  bei  einer 
Rückkehr  eine  konkrete  Gefährdung  darstellen  würde  (vgl.  die  im 
Wesentlichen  nach  wie  vor  zutreffende  Lagebeurteilung  im  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts BVGE 2009/28 vom 9. Juli 2009) 

Der  noch  junge  Beschwerdeführer  verfügt  über  eine  sehr  gute 
Schulbildung,  er hat  die Schule bis  zu Maturität  abgeschlossen und hat 
grundsätzlich ein soziales Netz vor Ort. Seinen eigenen Angaben zufolge 
entstammt  er  einer  finanziell  gutgestellten  Familie.  Es  sollte  ihm  somit 
möglich  sein,  auch  in Berücksichtigung  der  langen  Landesabwesenheit, 
im Iran wieder eine Existenz aufbauen zu können.

Gestützt  auf  die  vorstehenden  Erwägungen  ist  der  Vollzug  der 
Wegweisung vor dem Hintergrund der allgemeinen Lage im Iran als auch 
in individueller Hinsicht als zumutbar zu erachten.

7.4.2. Mangels  eines  entsprechenden  Aufenthaltsrechts  ist  der  Vollzug 
der Wegweisung in den Irak als unmöglich zu bezeichnen.

7.5.  Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der 
zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr 
notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG 
und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug 
der  Wegweisung  dorthin  auch  als  möglich  zu  bezeichnen  ist  (Art. 83 
Abs. 2 AuG).

7.6. Zusammenfassend  hat  die  Vorinstanz  den Wegweisungsvollzug  zu 
Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten 
fällt  eine  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  ausser  Betracht  (Art. 83 
Abs. 1 – 4 AuG).

8. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

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9. 
Mit  Zwischenverfügung  vom 10. September  2010 wurde  unter  anderem 
das Gesuch  um Gewährung  der  unentgeltlichen Rechtspflege  im Sinne 
von Art. 65 Abs. 1 VwVG gutgeheissen. Folglich  ist auf die Auferlegung 
von  Verfahrenskosten  zu  verzichten.  Ausgangsgemäss  wird  keine 
Parteientschädigung ausgerichtet.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

3. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Fulvio Haefeli Ulrike Raemy

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