# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 78f1d084-325d-5723-839c-66078fd3c5a3
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-11-03
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 03.11.2011 LC110018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LC110018_2011-11-03.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: LC110018-O/U 
damit vereinigt Geschäft-Nr. LC110021 

 

 

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. A. Katzenstein, Vorsitzende, Oberrichterin Dr. 

L. Hunziker Schnider und Oberrichter Dr. P. Higi sowie Gerichts-

schreiber lic. iur. D. Oehninger 

Urteil vom 3. November 2011 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Gesuchsteller, Erstberufungskläger und Zweitberufungsbeklagter 

 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

B._____,  
Gesuchstellerin, Zweitberufungsklägerin und Erstberufungsbeklagte 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ 

 

betreffend Ehescheidung 
 
Berufung gegen ein Urteil des Einzelrichters im ordentlichen Verfahren des 
Bezirkes Uster vom 8. Februar 2011; Proz. FE090087 
 
 

- 2 - 

Rechtsbegehren: 

"Es sei die Ehe der Gesuchsteller zu scheiden unter gerichtlicher Re-
gelung der Nebenfolgen." 

 
 
 

Urteil des Einzelrichters im ordentlichen Verfahren des Bezirksgerichtes  
Uster vom 8. Februar 2011 (act. 80): 

1. Die Ehe der Gesuchsteller wird geschieden. 

2. Die aus der Ehe der Gesuchsteller hervorgegangenen Kinder C._____, ge-

boren am tt.mm.1997, D._____, geboren am tt.mm.1999, und E._____, ge-

boren tt.mm.2000, werden unter die elterliche Sorge der Gesuchstellerin ge-

stellt. 

Es wird davon Vormerk genommen, dass sich die Gesuchstellerin bereit er-

klärt hat, die aus der elterlichen Sorge fliessenden Befugnisse wenn immer 

möglich im Einvernehmen mit dem Gesuchsteller auszuüben, wobei sich die 

Gesuchstellerin insbesondere bereit erklärt hat, den Gesuchsteller über die 

Entwicklung der Kinder regelmässig zu informieren und wichtige, die Kinder 

betreffende Entscheidungen wie Wahl der Schule, Nachhilfe- und Stützun-

terricht, Ausbildungsrichtung, Berufswahl, Abschluss von Lehrverträgen, 

medizinische Eingriffe von einiger Tragweite und anderes mit ihm zu be-

sprechen. 

Weiter wird davon Vormerk genommen, dass sich die Gesuchstellerin ver-

pflichtet hat, den Gesuchsteller von wichtigen Anlässen (Schulbesuchstag, 

Elternabend etc.) rechtzeitig in Kenntnis zu setzen und ihm jeweils Kopien 

der Schulzeugnisse zukommen zu lassen. 

Im Übrigen wird vorgemerkt, dass die Gesuchsteller Kenntnis vom Recht 

des Gesuchstellers haben, sich bei den Lehrkräften und anderen, mit der 

Ausbildung befassten Personen sowie bei Ärzten und Therapeuten und wei-

- 3 - 

teren, mit der Pflege und Betreuung der Kinder befassten Personen, über 

die Kinder zu erkundigen. 

3. Es wird davon Vormerk genommen, dass sich die Gesuchsteller und die 

Kinder im direkten Gespräch über die Gestaltung des gegenseitigen An-

spruches der Kinder und des Gesuchstellers auf angemessenen persönli-

chen Verkehr einigen. 

Falls eine Einigung nicht zustande kommt, ist der Gesuchsteller berechtigt, 

die Kinder wie folgt auf eigene Kosten zu sich oder mit sich auf Besuch zu 

nehmen: 

− an Wochenenden ungerader Kalenderwochen von Freitagabend, 18.00 

Uhr, bis Sonntagabend, 18.00 Uhr, 

− in Jahren mit gerader Jahreszahl über Ostern (von Ostersamstag bis 

und mit Ostermontag), 

− in Jahren mit ungerader Jahreszahl über Pfingsten (von Pfingstsams-

tag bis und mit Pfingstmontag, 

− jährlich am zweiten Tag der Doppelfeiertage Weihnachten (26. De-

zember) und Neujahr (2. Januar) von 8.00 Uhr bis 20.00 Uhr. 

Weiter wird der Gesuchsteller berechtigt erklärt, die Kinder jährlich für die 

Dauer von drei Wochen auf eigene Kosten zu sich oder mit sich in die Ferien 

zu nehmen, wobei er sich verpflichtet, der Gesuchstellerin die Ausübung des 

Ferienbesuchsrechts mindestens drei Monate im Voraus anzumelden bezie-

hungsweise mit ihr abzusprechen. 

Es wird davon Vormerk genommen, dass sich die Gesuchstellerin im Ge-

genzug verpflichtet, den Gesuchsteller jeweils unverzüglich über beabsich-

tigte bzw. feststehende Lagerteilnahmen etc. der Kinder zu informieren so-

wie bei der Planung ihrer eigenen Ferien nach Möglichkeit auf die für den 

Gesuchsteller möglichen Ferientermine Rücksicht zu nehmen bzw. diesen 

- 4 - 

über ihre eigenen Ferien bzw. Ferienpläne frühzeitig zu informieren respek-

tive sich diesbezüglich mit ihm abzusprechen. 

4. Die Teilvereinbarung der Gesuchsteller über die Scheidungsfolgen vom 

4./8. Juni 2009 wird im Übrigen hinsichtlich deren Buchstaben B.4, C. und D. 

genehmigt. Sie lautet: 

"A. Gemeinsames Scheidungsbegehren / Diverse Feststellungen 

 1. Die Gesuchsteller haben am tt.mm.1997 geheiratet. 

 2. Die Gesuchsteller leben seit dem 1. März 2007 getrennt. 

 3. Nach reiflicher Überlegung und in der Überzeugung, dass ihre Ehe nicht weiterge-
führt werden kann, begehren die Gesuchsteller gemeinsam die Scheidung. 

 4. Die Gesuchsteller beantragen im Sinne von Art. 140 ZGB die gerichtliche Genehmi-
gung ihrer Teilvereinbarung, die sie aus freiem Willen und nach reiflicher Überlegung 
abgeschlossen haben. 

 
 B. Kinderbelange, Elternrechte und -pflichten 

 1. Die Gesuchsteller beantragen, es seien die aus ihrer Ehe hervorgegangenen Kinder 
 - C._____, geb. tt.mm.1997, 
 - D._____, geb. tt.mm.1999, und 
 - E._____, geb. tt.mm.2000, 
 unter die elterliche Sorge der Gesuchstellerin zu stellen. 

 2. Die Gesuchstellerin erklärt sich bereit, die aus der elterlichen Sorge fliessenden Be-
fugnisse wenn immer möglich im Einvernehmen mit dem Gesuchsteller auszuüben. 

 Die Gesuchstellerin erklärt sich insbesondere bereit, den Gesuchsteller über die Ent-
wicklung der Kinder regelmässig zu informieren und wichtige, die Kinder betreffende 
Entscheidungen wie Wahl der Schule, Nachhilfe- und Stützunterricht, Ausbildungs-
richtung, Berufswahl, Abschluss von Lehrverträgen, medizinische Eingriffe von eini-
ger Tragweite und anderes mit ihm zu besprechen. 

 Ausserdem verpflichtet sie sich, den Gesuchsteller von wichtigen Anlässen (Schulbe-
suchstag, Elternabend etc.) rechtzeitig in Kenntnis zu setzen und ihm jeweils Kopien 
der Schulzeugnisse der Kinder zukommen zu lassen. 

 Die Gesuchsteller haben Kenntnis vom Recht des Gesuchstellers, sich bei den Lehr-
kräften und anderen, mit der Ausbildung befassten Personen sowie bei Ärzten und 
Therapeuten und weiteren, mit der Pflege und Betreuung der Kinder befassten Per-
sonen über die Kinder zu erkundigen. 

- 5 - 

 3.1 Die Eltern und die Kinder einigen sich im direkten Gespräch über die Gestaltung des 
gegenseitigen Anspruches der Kinder und des Gesuchstellers auf angemessenen 
persönlichen Verkehr. 

 3.2 Falls eine Einigung nicht zustande kommt, gilt die folgende Regelung: 

 3.2.1 Dem Gesuchsteller einerseits und den Kindern andererseits steht das Recht auf per-
sönlichen Verkehr an Wochenenden ungerader Kalenderwochen (von Freitagabend, 
18.00 Uhr, bis Sonntagabend, 18.00 Uhr) sowie in Jahren mit gerader Jahreszahl 
über Ostern (von Ostersamstag bis und mit Ostermontag) und in Jahren mit ungera-
der Jahreszahl über Pfingsten (von Pfingstsamstag bis und mit Pfingstmontag) sowie 
jährlich am zweiten Tag der Doppelfeiertage Weihnachten (26. Dezember) und Neu-
jahr (2. Januar) jeweils von 8.00 Uhr bis 20.00 Uhr zu. 

 3.2.2 Weiter steht dem Gesuchsteller einerseits und den Kindern anderseits das Recht auf 
persönlichen Verkehr während drei Wochen Ferien im Jahr zu. 

 Der Gesuchsteller verpflichtet sich, der Gesuchstellerin die Ausübung des Ferienbe-
suchsrechtes mindestens drei Monate im Voraus anzumelden beziehungsweise mir 
ihr abzusprechen. Die Gesuchstellerin verpflichtet sich, den Gesuchsteller jeweils un-
verzüglich über beabsichtigte bzw. feststehende Lagerteilnahmen etc. der Kinder zu 
informieren. Die Gesuchstellerin wird sodann bei der Planung ihrer eigenen Ferien 
nach Möglichkeit auf die für den Gesuchsteller möglichen Ferientermine Rücksicht 
nehmen bzw. diesen über ihre eigenen Ferien bzw. Ferienpläne frühzeitig informieren 
respektive sich diesbezüglich mit ihm absprechen. 

 3.3 Die mit der Ausübung des persönlichen Verkehrs verbundenen Kosten übernimmt 
der Gesuchsteller. 

 4. Der Gesuchsteller verpflichtet sich, sich an ausserordentlichen Auslagen für die Kin-
der (z.B. für Zahnkorrekturen, schulische Fördermassnahmen u.ä.) zur Hälfte zu be-
teiligen und zwar nach Vorlage der entsprechenden Rechnungen, soweit nicht Dritte, 
insbesondere Versicherungen, für diese Kosten aufkommen und sofern er vorgängig 
seine schriftliche Zustimmung gegeben hat. 

 C. Güterrechtliche Auseinandersetzung 

 In güterrechtlicher Hinsicht vereinbaren die Gesuchsteller das Folgende: 

 1. Die Gesuchsteller halten fest, dass die Gesuchstellerin Gesellschafterin mit einem 
Stammanteil von Fr. 7'000.– der sich mittlerweile in Liquidation befindlichen F._____ 
GmbH, c/o A._____, … [Adresse], ist und dieser Stammanteil seinerzeit aus Eigen-
gutsmitteln des Gesuchstellers geleistet wurde. Der Gesuchsteller, welcher als Liqui-
dator mit der Auflösung der genannten Gesellschaft betraut ist, versichert, dass die 
auf die einzelnen Gesellschafter entfallenden Anteile am Liquidationsergebnis grund-
sätzlich wertmässig in etwa einer Rückzahlung der betreffenden Stammanteile ent-
sprechen werden. Entsprechend verpflichtet sich die Gesuchstellerin, dem Gesuch-
steller nach Abschluss der Liquidation der genannten Gesellschaft den ihr ausbezahl-

- 6 - 

ten (Liquidations-)Anteil innert 30 Tagen nach Erhalt an den Gesuchsteller (weiter) zu 
überweisen, jedoch frühestens nach Rechtskraft des Scheidungsurteils. 

 2. Die Gesuchstellerin verpflichtet sich, dem Gesuchsteller nach Rechtskraft des Schei-
dungsurteils auf erstes Verlangen hin dessen Kreissägemaschine, eine der zwei 
Nachttisch-Designer-Lampen sowie das chinesische Rollbild mit Dorflandschaft her-
auszugeben. Über die Aufteilung von CD's und Büchern werden sich die Gesuchstel-
ler ausserhalb dieser Vereinbarung in direktem Gespräch einigen. 

 3. Des Weiteren verpflichtet sich die Gesuchstellerin, dem Gesuchsteller im effektiven 
Auszahlungszeitpunkt die Hälfte des dannzumaligen Mietzinsdepots inkl. aufgelaufe-
ner Zins bis Stichtag Gütertrennung (der Liegenschaft …weg … in G._____) nach 
vorgängigem Abzug der Kosten für die Behebung der (noch während des Zusam-
menlebens der Gesuchsteller entstandenen) drei wasserbedingten Parkettschäden 
(respektive eines allfälligen Selbstbehalts, sofern diese Kosten von einer Versiche-
rung getragen würden) sowie der allfälligen (d.h. sofern die Vermieterschaft diese 
nicht übernehmen würde) Kosten für das Weissstreichen derjenigen Wände, welche 
die Gesuchsteller seinerzeit gemeinsam farbig streichen liessen, innert zehn Tagen 
nach Erhalt weiterzuleiten. 

 4. Im Übrigen stellen die Gesuchsteller fest, dass sie mit Vollzug dieser Vereinbarung in 
güterrechtlicher Hinsicht vollständig auseinandergesetzt sind und demzufolge jede 
Seite mit Aktiven und Passiven behält, was sie gegenwärtig besitzt respektive was 
auf ihren Namen lautet. 

 D. Vorsorgeausgleich 

 1. Der Gesuchsteller verpflichtet sich, aus seinem während der Ehe bis zur Rechtskraft 
des Scheidungsurteils geäufneten Austrittsleistungen die Hälfte abzüglich der Hälfte 
der von der Gesuchstellerin während der Ehe bis zur Rechtskraft des Scheidungsur-
teils geäufneten Vorsorgeguthaben auf die Gesuchstellerin zu übertragen, und die 
Gesuchsteller ersuchen das Gericht gemeinsam, die Pensionskasse des Gesuchstel-
lers (H._____; AHV-Nr. …) anzuweisen, unmittelbar nach Eintritt der Rechtskraft des 
Scheidungsurteils den betreffenden Betrag auf das Freizügigkeitskonto der Gesuch-
stellerin bei der I._____, … [Adresse], (AHV-Nr. …), zu überweisen. 

 2. Die Gesuchsteller werden nach Eintritt der Rechtskraft des Scheidungsurteils ge-
meinsam bei der zuständigen AHV-Ausgleichskasse einen Splittingantrag stellen. Sie 
verpflichten sich, die dafür notwendigen Unterlagen vorzulegen und die erforderlichen 
Willenserklärungen auf erstes Verlangen hin abzugeben. 

 E. Grundlagen der Scheidungsvereinbarung 

 Die Gesuchsteller versichern, dass sie sich gegenseitig im Rahmen der Konventi-
onsgespräche vollständig über die Vermögens- und Vorsorgeverhältnisse orientiert 
haben, und dass insbesondere sämtliche vorhandenen Vermögenswerte in die güter-
rechtliche Auseinandersetzung bzw. sämtliche vorhandenen Vorsorgeguthaben in 
den betreffenden Ausgleich mit einbezogen wurden und es insbesondere keine Bar-
auszahlungen von Vorsorgemitteln gegeben hat. 

- 7 - 

 Sie nehmen zur Kenntnis, dass das Verheimlichen von Vermögens- oder Vorsorge-
bestandteilen der andern Partei allenfalls die Möglichkeit eröffnet, die vorliegende 
Teilvereinbarung wegen Irrtums oder Täuschung anzufechten (Art. 23 ff. OR)." 

 

5. Die H._____, … [Adresse], wird angewiesen, vom Vorsorgekonto des Ge-

suchstellers (A._____, AHV-Nr. …) den Betrag von Fr. 87'586.75 auf das 

Freizügigkeitskonto der Gesuchstellerin (B._____, AHV-Nr. …) bei der 

I._____, [Adresse], zu übertragen. 

6. Der Gesuchsteller wird verpflichtet, der Gesuchstellerin an die Kosten des 

Unterhalts der Kinder C._____, D._____ und E._____ monatliche Beiträge 

von je Fr. 1'400.–, zuzüglich allfällige gesetzliche oder vertragliche Kinderzu-

lagen, zu bezahlen, zahlbar im Voraus, je auf den Ersten des Monats ab 

Rechtskraft des Urteils bis zur Mündigkeit der Kinder, vorbehältlich früherer 

voller Erwerbsfähigkeit. 

Diese Unterhaltsbeiträge sind auch über die Mündigkeit hinaus bis zum or-

dentlichen Abschluss einer angemessenen Ausbildung der Kinder geschul-

det und an die Gesuchstellerin zahlbar, solange das entsprechende Kind in 

ihrem Haushalt lebt und keine eigenen Ansprüche stellt bzw. keinen anderen 

Zahlungsempfänger bezeichnet. 

Für den Fall, dass ein Kind einen Lehrlingslohn erzielen sollte, wird der Ge-

suchsteller berechtigt erklärt, die Hälfte des monatlich über Fr. 400.– hinaus 

gehenden Lehrlingslohnes vom Unterhaltsbeitrag für das entsprechende 

Kind abzuziehen. 

7. Der Gesuchsteller wird verpflichtet, der Gesuchstellerin wie folgt monatliche 

nacheheliche Unterhaltsbeiträge im Sinne von Art. 125 ZGB zu bezahlen, 

zahlbar jeweils im Voraus, auf den Ersten eines jeden Monats: 

− Fr. 3'800.– ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis und mit Juli 2014, 

− Fr. 1'600.– ab August 2014 bis und mit Mai 2016. 

- 8 - 

Darüber hinaus wird der Gesuchsteller verpflichtet, der Gesuchstellerin je-

weils 2/3 seines in den Jahren 2011 bis 2014 ausbezahlten Bonus zu bezah-

len, jedoch maximal insgesamt Fr. 36'400.– für alle vier Jahre zusammen, 

zahlbar jeweils innert 30 Tagen nach Erhalt des Bonus. 

Der Gesuchsteller wird verpflichtet, der Gesuchstellerin die entsprechenden 

Auszahlungsbelege innert 10 Tagen nach Erhalt zur Einsicht zukommen zu 

lassen. 

8. Die Unterhaltsbeiträge gemäss Dispositivziffern 6 und 7 sowie der Betrag 

des zur Reduktion berechtigenden Lehrlingseinkommens gemäss Ziff. 6 ba-

sieren auf dem Landesindex der Konsumentenpreise des Bundesamtes für 

Statistik per Ende Dezember 2010 mit 104.2 Punkten (Basis Dezember 

2005 = 100 Punkte). Sie werden jährlich auf den 1. Januar dem Indexstand 

per Ende November des Vorjahres angepasst, erstmals auf den 1. Januar 

2012. Berechnungsart: 

 
 (Alter Unterhaltsbeitrag) x (neuer Index) 

 

Neuer Unterhaltsbeitrag    = 
 

––––––––––––––––––––––––––––––––– 

 104.2 
 

Weist der Gesuchsteller nach, dass sich sein Einkommen nicht in vollem 

Umfange der Teuerung angepasst hat, so erhöhen sich die Unterhaltsbei-

träge gemäss Ziff. 7 nur im Verhältnis der tatsächlich eingetretenen Ein-

kommenserhöhung. 

9. Den Unterhaltsbeiträgen gemäss Ziffer 6 und 7 liegen folgende finanzielle 

Verhältnisse der Gesuchsteller in Schweizer Franken zugrunde: 

 
- Einkommen Gesuchstellerin bis Juli 2014: 

(Vermögensertrag) 
 

1'000.– 

- Einkommen Gesuchstellerin August 2014 bis Mai 2016: 
(Vermögensertrag Fr. 1'000.–, hyp Erwerbseinkommen netto, inkl. 
13. Monatslohn Fr. 2'750.–) 
 

3'750.– 

- Einkommen Gesuchstellerin ab Juni 2016: 
(Vermögensertrag Fr. 1'000.–, hyp Erwerbseinkommen netto, inkl. 

6'500.– 

- 9 - 

13. Monatslohn Fr. 5'500.–) 
 

- Erwerbseinkommen Gesuchsteller: 
(monatlich netto, inkl. Spesenentschädigung, exkl. Kinderzulagen, 
exkl. Bonus) 
 

13'070.– 

- Gebührender Bedarf Gesuchstellerin und Kinder bis Juli 
2011 sowie ab August 2014: 
 

9'550.– 

- Gebührender Bedarf Gesuchstellerin und Kinder von 
August 2011 bis Juli 2014: 
 

9'950.– 

- Gebührender Bedarf Gesuchstellerin ohne Kinder: 
 

5'270.– 

- Bedarf Gesuchsteller: 
 

4'516.– 

- Vermögen Gesuchstellerin: 
 

ca. 600'000.– 

- Vermögen Gesuchsteller: 
 

ca. 20'000.– 

- Zur Deckung des gebührenden Unterhalts der Gesuch-
stellerin durchschnittlich fehlender Betrag gemäss 
Art. 129 Abs. 3 und Art. 143 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB bis Juli 
2014, falls Bonus Fr. 0.–: 

910.– 

 

10. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: Fr. 8'000.–. 

11. Die Kosten werden den Gesuchstellern je zur Hälfte auferlegt. 

12. Es wird keine Prozessentschädigung zugesprochen. 

13./14. Mitteilung / Rechtsmittel 

 
 

Berufungsanträge: 

des Gesuchstellers, Erstberufungsklägers und Zweitberufungsbeklagten: 
 
Ursprüngliche Anträge (act. 81) 
 
,,1. Disp. Ziff. 7 des Urteils vom 8. Februar 2011 sei aufzuheben und der Gesuchsteller 

sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin wie folgt monatliche nacheheliche Unter-
haltsbeiträge im Sinne von Art. 125 ZGB zu bezahlen, zahlbar jeweils im Voraus auf 
den Ersten eines jeden Monats: 

 - CHF 3'350.- ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis 30. September 2011 
 - CHF 1'000.- ab 1. Oktober 2011 bis 31. Mai 2016. 

- 10 - 

2. Disp. Ziff. 9. des Urteils vom 8. Februar 2011 sei aufzuheben und durch folgende 
Fassung zu ersetzen: "Den Unterhaltsbeiträgen gemäss Ziff. 6 und 7 liegen folgende 
finanzielle Verhältnisse der Gesuchsteller in Schweizer Franken zugrunde: 

- Einkommen Gesuchstellerin bis 30. September 2011: 2'000.- 
 (Vermögensertrag - 
 Vorbehalt der Änderung nach Durchführung des Beweisverfahrens) 

- Einkommen Gesuchstellerin ab 1. Oktober 2011 bis 31. Mai 2016: 5'000.- 
 (Vermögensertrag CHF 2'000.-, hyp. Erwerbseinkommen netto, inkl. 
 13. Monatslohn CHF 3'000.-) 

- Einkommen Gesuchstellerin ab 1. Juni 2016: 8'000.- 
 (Vermögensertrag CHF 2'000.-, hyp. Erwerbseinkommen netto, inkl. 
 13. Monatslohn CHF 6'000.-) 

- Erwerbseinkommen Gesuchsteller: 13'070.- 
 (monatlich netto, inkl. Spesenentschädigung, exkl. Familienzulagen, 
 exkl. Bonus) 

- Gebührender Bedarf Gesuchstellerin und Kinder: 9.550.- 

- Gebührender Bedarf Gesuchstellerin ohne Kinder 5'270.- 

- Bedarf Gesuchsteller: 5.466.- 

- Vermögen Gesuchstellerin:  Vorbehalt 
 nach Durchführung des Beweisverfahrens 

- Vermögen Gesuchsteller: ca.  20.000.- 

3. Disp. Ziff. 11. und 12. seien aufzuheben und die erstinstanzlichen Kosten- und Ent-
schädigungsfolgen gemäss Verfahrensausgang neu aufzuerlegen, unter Zuspre-
chung einer Prozessentschädigung (zuzügl. MwSt) an den Gesuchsteller;" 

 
und dem Eventualbegehren: 

4. Es sei Disp. Ziff. 7. Abs. 2 des Urteils vom 8. Februar 2011 aufzuheben und durch 
folgende Formulierung zu ersetzen: 

 "Darüber hinaus wird der Gesuchsteller verpflichtet, der Gesuchstellerin in den Jah-
ren 2011, 2012 und 2013 jeweils die Hälfte seines Nettobonus, maximal jährlich  
CHF 10'920.-, sowie für das Jahr 2014 maximal CHF 3'640.- zu bezahlen, zahlbar 
jeweils innert 30 Tagen nach Erhalt des Bonus. 

5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich MwSt) zu Lasten der Gesuch-
stellerin." 

 
 
Modifizierte Anträge gemäss act. 108 (Modifikationen kursiv/fett hervorgeho-
ben) 
 
,,1. Disp. Ziff. 7 des Urteils vom 8. Februar 2011 sei aufzuheben und der Erstberufungs-

kläger sei zu verpflichten, der Zweitberufungsklägerin wie folgt monatliche nacheheli-
che Unterhaltsbeiträge im Sinne von Art. 125 ZGB zu bezahlen, zahlbar jeweils im 
Voraus auf den Ersten eines jeden Monats: 

 - CHF 3'350.- ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis 30. September 2011 
 - CHF 1'270.- ab 1. Oktober 2011 bis 31. Mai 2016. 

- 11 - 

2. Disp. Ziff. 9. des Urteils vom 8. Februar 2011 sei aufzuheben und durch folgende 
Fassung zu ersetzen: "Den Unterhaltsbeiträgen gemäss Ziff. 6 und 7 liegen folgende 
finanzielle Verhältnisse der Parteien in Schweizer Franken zugrunde: 

- Einkommen Zweitberufungsklägerin bis 30. September 2011: 1'000.- 
 (Vermögensertrag ) 

- Einkommen Zweitberufungsklägerin ab 1. Oktober 2011 bis 
 31. Mai 2016: 4'000.- 
 (Vermögensertrag CHF 1'000.-, hyp. Erwerbseinkommen netto, inkl. 
 13. Monatslohn CHF 3'000.-) 

- Einkommen Zweitberufungsklägerin ab 1. Juni 2016: 7'000.- 
 (Vermögensertrag CHF 1'000.-, hyp. Erwerbseinkommen netto, inkl. 
 13. Monatslohn CHF 6'000.-) 

- Erwerbseinkommen Erstberufungskläger: 13'070.- 
 (monatlich netto, inkl. Spesenentschädigung, exkl. Familienzulagen, 
 exkl. Bonus) 

- Gebührender Bedarf Zweitberufungsklägerin und Kinder: 9.550.- 

- Gebührender Bedarf Zweitberufungsklägerin ohne Kinder 5'270.- 

- Bedarf Erstberufungskläger: 5.466.- 

- Vermögen Zweitberufungsklägerin (gemäss Bilanz des Nachlass- 
 vermögens J._____ sel. per tt.12.2010, erstellt von der 
 K._____, abzüglich Kosten etc. 
 von ca. 50'000) 600'000.- 
- Vermögen Erstberufungskläger:  ca.  20.000.- 

3. Disp. Ziff. 11. und 12. seien aufzuheben und die erstinstanzlichen Kosten- und Ent-
schädigungsfolgen gemäss Verfahrensausgang neu aufzuerlegen, unter Zuspre-
chung einer Prozessentschädigung (zuzügl. MwSt) an den Erstberufungskläger;" 

 
und dem Eventualbegehren: 

4. Es sei Disp. Ziff. 7. Abs. 2 des Urteils vom 8. Februar 2011 aufzuheben und durch 
folgende Formulierung zu ersetzen: 

 "Darüber hinaus wird der Erstberufungskläger verpflichtet, der Zweitberufungskläge-
rin in den Jahren 2011, 2012 und 2013 jeweils die Hälfte seines Nettobonus, maxi-
mal jährlich CHF 10'920.-, sowie für das Jahr 2014 maximal CHF 3'640.- zu bezah-
len, zahlbar jeweils innert 30 Tagen nach Erhalt des Bonus. 

5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich MwSt) zu Lasten der Zweitberu-
fungsklägerin." 

 
 
 
der Gesuchstellerin, Zweitberufungsklägerin und Erstberufungsbeklagten 
(act. 94A/3): 
 
"1. Es sei Dispositivziffer 7 des Urteils des Einzelrichters im ordentlichen Verfahren am 

Bezirksgericht Uster vom 8. Februar 2011 teilweise aufzuheben und neu zu fassen, 
wie folgt: 

- 12 - 

,,7. Der Gesuchsteller wird verpflichtet, der Gesuchstellerin wie folgt monatliche 
nacheheliche Unterhaltsbeiträge im Sinne von Art. 125 ZGB zu bezahlen, zahl-
bar jeweils im Voraus, auf den Ersten eines jeden Monats: 

- Fr. 3'800.- ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis und mit Juli 2014, 

- Fr. 2'064.- ab August 2014 bis und mit Mai 2016. 

Darüber hinaus wird der Gesuchsteller verpflichtet, der Gesuchstellerin jeweils 
2/3 seines in den Jahren 2011 bis 2014 ausbezahlten Bonus zu bezahlen, je-
doch maximal insgesamt Fr. 72'520.- für alle vier Jahre zusammen, zahlbar je-
weils innert 30 Tagen nach Erhalt des Bonus.  

Der Gesuchsteller wird verpflichtet, der Gesuchstellerin die entsprechenden 
Auszahlungsbelege innert 10 Tagen nach Erhalt zur Einsicht zukommen zu las-
sen."  

2. Es sei Dispositivziffer 9 des Urteils des Einzelrichters im ordentlichen Verfahren am 
Bezirksgericht Uster vom 8. Februar 2011 teilweise aufzuheben und neu zu fassen 
bzw. ergänzen, wie folgt: 

,,9. … 
- Gebührender Bedarf der Gesuchstellerin und 

Kinder bis Juli 2011: Fr. 10'453.- 

- Gebührender Bedarf der Gesuchstellerin und 
Kinder von August 2011 bis Juli 2014: Fr. 10'853.- 

- Gebührender Bedarf der Gesuchstellerin und 
Kinder ab August 2014: Fr. 10'014.- 

… 

- Zur Deckung des gebührenden Unterhalts 
der Gesuchstellerin durchschnittlich fehlender 
Betrag gemäss Art. 129 Abs. 3 ZGB und Art. 282 Abs.1 
lit. c ZPO bis Juli 2014, falls Bonus Fr. 0.-: Fr. 1'813.-" 

3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer) zu 
Lasten des Gesuchstellers und Appellaten." 

 

Erwägungen: 

I. 

(Übersicht, Prozessgeschichte und anwendbares Verfahrensrecht) 

1. Die Parteien haben am tt.mm.1997 in L._____ geheiratet. Aus ihrer Ehe sind 
die Kinder C._____, geboren am tt.mm.1997, D._____, geboren am tt.mm.1999, 

und E._____, geboren am tt.mm.2000, hervorgegangen. Ab dem 1. März 2007 

- 13 - 

lebten die Parteien getrennt, was eheschutzrichterlich am 13. Juni 2007 vorge-

merkt wurde. 

2. Am 11. März 2009 gelangte der Gesuchsteller, Erstberufungskläger und Zweit-
berufungsbeklagte (nachfolgend: der Erstberufungskläger) an den Einzelrichter im 

ordentlichen Verfahren am Bezirksgericht Uster (act. 1) und machte ein gemein-

sames Scheidungsbegehren gestützt auf Art. 112 ZGB anhängig. Die Parteien 

wurden auf den 9. Juni 2009 zur Anhörung und zur Hauptverhandlung über die 

strittigen Nebenfolgen vorgeladen (act. 5). Unmittelbar vor der angesetzten Ver-

handlung reichten die Parteien dem Gericht eine Teilvereinbarung über sämtliche 

Nebenfolgen der Scheidung, mit Ausnahme der Regelung der Kinder- und nach-

ehelichen Unterhaltsbeiträge, ein (act. 17). 

 Zu den noch strittigen Nebenfolgen führte der Einzelrichter das Hauptverfah-

ren ab dem zweiten Vortrag schriftlich durch. In dessen Rahmen war der Tatsa-

che Rechnung zu tragen, dass der Vater der Gesuchstellerin, Zweitberufungsklä-

gerin und Erstberufungsbeklagten (nachfolgend: die Zweitberufungsklägerin) am 

tt.mm.2009 verstorben und die Erbfolge eingetreten war. Daraus resultierten wei-

tere Schriftenwechsel. Am 8. Februar 2011 erging das Urteil (act. 80 [= act. 74 = 

94A/2]; nachfolgend wird das Urteil der Kürze halber nur noch als act. 80 zitiert). 

Für weitere Einzelheiten zum Verfahren des Einzelrichters – darunter u.a. auch 

zur Kinderanhörung – kann auf die Erwägungen des einzelrichterlichen Urteils un-

ter Ziff. I/4 ff. verwiesen werden (vgl. act. 80 S. 6 ff.). 

3. - 3.1 Am 16. März 2011 erhob der Erstberufungskläger rechtzeitig Berufung 
und beantragte damit die Änderung (Senkung) des in den Dispositiv-Ziffern 7 und 

9 des vorinstanzlichen Urteils festgesetzten nachehelichen Unterhalts (u.a. wegen 

zumutbarerer Aufnahme von Erwerbstätigkeit) sowie eine Erhöhung des ihm zu-

gerechneten gebührenden Unterhaltes (vgl. act. 81 S. 2 f.). Zur Behandlung sei-

ner Berufung wurde das vorliegende Verfahren mit der Nummer LC110018 ange-

legt, ein Kostenvorschuss eingeholt sowie danach Frist zur Berufungsantwort an-

gesetzt. Die Berufungsantwort (act. 92) samt Beilagen (act. 93/1-7) ging anfangs 

Juni 20011 bei der Kammer ein. 

- 14 - 

 Ebenfalls am 16. März 2011 erhob die Zweitberufungsklägerin rechtzeitig 

Berufung (act. 94A/3) und beantragte dabei die Änderung der Dispositivziffern 7 

und 9 des vorinstanzlichen Urteils, und zwar im Sinne der Erhöhung des nach-

ehelichen Unterhalts (angemessene Altersvorsorge) usw. Zu der Behandlung die-

ser zweiten Berufung wurde das Verfahren mit der Nummer LC110021 angelegt, 

gleichfalls ein Kostenvorschuss eingeholt und später Frist zur Berufungsantwort 

angesetzt. Ebenso diese Berufungsantwort ging anfangs Juni 2011 bei der Kam-

mer ein (vgl. act. 94A/11). 

 Beide Parteien beantragten in ihren Berufungsantworten jeweils die Abwei-

sung der Berufung der Gegenpartei. 

3.2 Mit Beschlüssen vom 14. Juni 2011 vereinigte die Kammer vorab die zwei Be-
rufungsverfahren unter der Nummer des vorliegenden Prozesses und schrieb das 

Verfahren mit der Nummer LC110021 als erledigt ab. Sie nahm zudem Vormerk 

davon, dass das Urteil vom 8. Februar 2011 am 1. Juni 2011 in den unangefoch-

ten gebliebenen Punkten, nämlich den Dispositivziffern 1-6 sowie 8 am 1. Juni 

2011 in Rechtskraft erwachsen war. 

3.3 In ihrer Berufungsantwort hatte die Zweitberufungsklägerin diverse Noven 
vorgetragen und mit Beilagen unterlegt (vgl. act. 93/1-7). Mit Beschluss vom 14. 

Juni 2011 gab die Kammer dem Erstberufungskläger daher Gelegenheit, zu die-

sen Noven Stellung zu nehmen. Nachdem die Zweitberufungsklägerin mit Einga-

be vom 25. August 2011 (act. 103) in Ergänzung ihrer Berufungsantwort unaufge-

fordert einen Schätzbericht zu einer Ferienliegenschaft in M._____ eingereicht 

hatte (act. 104), wurde dem Erstberufungskläger mit Verfügung vom 26. August 

2011 Gelegenheit gegeben, sich ebenso zu diesem Novum zu äussern. Der Erst-

berufungskläger nahm diese Gelegenheiten mit einer Eingabe vom 1. September 

2011 wahr (act. 108). Dabei modifizierte er seine Berufungsanträge und zog zwei 

von drei prozessualen Anträgen zurück (vgl. a.a.O.). 

 Am 15. September 2011 wurde der Zweitberufungsklägerin Frist angesetzt 

und Gelegenheit gegeben, sich zu den modifizierten Berufungsanträgen sowie 

zum modifizierten prozessualen Antrag des Erstberufungsklägers zu äussern. Die 

Zweitberufungsklägerin reichte daraufhin im Oktober 2011 eine Stellungnahme 

- 15 - 

ein (act. 112), welche hernach dem Zweitberufungsbeklagten zur Kenntnisnahme 

zugestellt wurde. 

4. Am 1. Januar 2011 ist die Schweizerische Zivilprozessordnung (ZPO) in Kraft 
getreten. Gemäss deren Art. 405 Abs. 1 gilt für Rechtsmittel das Recht, welches 

bei der Eröffnung des Entscheides in Kraft ist. Das Urteil des Einzelrichters datiert 

vom 8. Februar 2011 und wurde den Parteien danach eröffnet. Die Eröffnung er-

folgte somit, nachdem die ZPO in Kraft gesetzt worden war, weshalb sich das 

Rechtsmittelverfahren ausschliesslich nach den Bestimmungen der ZPO richtet; 

die Parteien wurden darauf bereits hingewiesen (vgl. act. 109). Ebenso gelangen 

die auf den 1. Januar 2011 in Kraft getretenen ergänzenden kantonalen Erlasse 

zur Anwendung, namentlich die Verordnungen des Obergerichts zu den Gerichts- 

und Anwaltsgebühren. 

 Soweit das Verfahren des Einzelrichters zu überprüfen sein wird, hat das 

hingegen gestützt auf Art. 404 Abs. 1 ZPO noch gemäss den Bestimmungen der 

altrechtlichen ZPO/ZH, des GVG/ZH und der dazugehörigen ergänzenden kanto-

nalen Bestimmungen zu erfolgen. 

II. 

(Zu den Berufungen im Einzelnen) 

1. Der Erstberufungskläger hat im Verlauf des Verfahrens seine Berufungsanträge 
modifiziert. Der Sache nach handelt es sich im Wesentlichen um einen teilweisen 

Rückzug seiner anfänglich gestellten weiter gehenden Begehren. Das ist im Beru-

fungsverfahren ohne Weiteres zulässig. Weiterungen zu dem Thema an dieser 

Stelle erübrigen sich insofern. 

 Nach dem Rückzug von zwei der drei prozessualen Anträge durch den Erst-

berufungskläger (vorn Ziff. I/3.3) ist einzig noch der Antrag übrig geblieben, mit 

dem der Erstberufungskläger die Edition des Erbteilungsvertrages durch die 

Zweitberufungsklägerin beantragt. Nachdem die Ehe der Parteien bereits rechts-

kräftig geschieden ist, findet dieser Antrag – wie der Erstberufungskläger selbst 

richtig erkannt hat – allerdings keine Stütze mehr im materiellen Recht (zur Aus-

kunft unter Ehegatten), sondern ist prozessualer Natur. Als solcher erlischt er mit 

- 16 - 

der Beendigung des Prozesses. Da heute das Urteil zu fällen und der Prozess zu 

beenden ist, entfällt ein Eingehen auf den Antrag selbst, nachdem keine der Par-

teien behauptet hat, der Erbteilungsvertrag sei mittlerweile zu Stande gekommen. 

 Anzumerken bleibt einzig noch, dass auf den Antrag aus den eben genann-

ten Gründen (fehlende Grundlage im materiellen Recht) auch dann nicht einzutre-

ten wäre, wenn der Erstberufungskläger mit ihm eine Verpflichtung der Zweitberu-

fungsklägerin zur Edition erst nach Beendigung des Berufungsverfahren anstre-

ben wollte. Ob er das mit dem (prozessualen) Antrag wirklich anstrebte, folgt aus 

dem Antrag selbst so allerdings nicht zwingend, kann aufgrund der Begründung 

des Antrages immerhin nicht ausgeschlossen werden, jedoch offen bleiben. Denn 

am hier gezeichneten Ergebnis des Nichteintretens änderte sich nichts. 

2. Die zwei Berufungen drehen sich – wie schon angesprochen – um den nach-
ehelichen Unterhalt i.S. des Art. 125 ZGB, geregelt im vorinstanzlichen Urteil vom 

8. Februar 2011 (act. 80) in der Dispositiv-Ziffer 7, sowie um die Festsetzung des 

gebührenden Unterhalts (Dispositiv-Ziffer 9 des Urteils vom 8. Februar 2011). 

 Bevor im Einzelnen auf die strittigen Fragen eingegangen wird, gilt es noch 

einige Vorbemerkungen anzubringen. 

2.1 Der Einzelrichter hat den gebührenden Unterhalt/Bedarf der Zweitberufungs-
klägerin (ohne Berücksichtigung eines Bedarfs für angemessene Altervorsorge) 

einerseits für die Zweitberufungsklägerin allein errechnet und auf Fr. 5'270.- pro 

Monat festgelegt, sowie anderseits für die Zweitberufungsklägerin zusammen mit 

den drei Kindern errechnet und auf monatlich Fr. 9'550.- festgesetzt. Diese zwei 

Werte sind im Berufungsverfahren von beiden Parteien so nicht mehr in Frage 

gestellt worden (vgl. etwa act. 81 S. 5). Die Zweitberufungsklägerin nimmt sie zu-

dem zum Ausgangspunkt ihrer Berechnungen zum sog. Vorsorgeunterhalt (vgl. 

act. 94A/3 S. 6), worauf noch zurückzukommen sein wird. 

2.2 Bei der Prüfung der Eigenversorgungskapazitäten der Zweitberufungsklägerin 
kam der Einzelrichter im angefochtenen Urteil u.a. zum Ergebnis, aufgrund der 

von der Zweitberufungsklägerin angetretenen Erbschaft von rund Fr. 600'000.- 

und dem Zugeständnis der Zweitberufungsklägerin, sich einen Vermögensertrag 

von 2% anrechnen zu lassen, resultiere auf den Monat umgerechnet ein Betrag 

- 17 - 

von jeweils Fr. 1'000.-. Den habe sich die Zweitberufungsklägerin als Einkommen 

zur Deckung ihres Unterhaltes/Bedarfes anrechnen zu lassen (vgl. act. 80 S. 36). 

 Auch das ist im Ergebnis des Berufungsverfahrens kein strittiges Thema 

mehr (vgl. etwa act. 94A/3 S. 5, act. 92 S. 15 und S. 17, act. 108 S. 2 f. [modifi-

zierte Anträge], S. 8). Zu ergänzen bleibt einzig, dass das Einkommen aus Ver-

mögensertrag an den zugestandenen Vermögensumfang anknüpft; das schliesst 

es konsequenterweise aus, von der Zweitberufungsklägerin zugleich den Verzehr 

dieses Vermögens zu verlangen. 

2.3 Der Einzelrichter hat in seinem Urteil endlich eine Unterhaltspflicht des Erstbe-
rufungsklägers auf den Zeitraum ab Eintritt der Rechtskraft des Scheidungsurteils 

bis und mit Mai 2016 festgesetzt. Er kam zum Schluss, ab dem Juni 2016 sei die 

Zweitberufungsklägerin in der Lage, ihren Unterhalt durch Erwerbstätigkeit selbst 

zu decken. 

 Keine der Parteien hat mit den Berufungsanträgen in Frage gestellt, dass die 

Unterhaltspflicht des Erstberufungsklägers gegenüber der Zweitberufungsklägerin 

auf den Zeitraum bis Mai 2016 begrenzt bleibt. Nachdem das Urteil des Einzel-

richters vom 8. Februar 2011 in den unangefochten gebliebenen Punkten am  

1. Juni 2011 in Rechtskraft erwachsen ist (vgl. vorn Ziff. I/3.2) und die Parteien 

seit da rechtskräftig geschieden sind, gilt es im Folgenden, die strittigen Fragen 

zum übrigen Umfang der Pflicht usw. mit Wirkung ab dem 1. Juni 2011 für die Zeit 

bis Ende Mai 2016 zu prüfen. 

3. Der Einzelrichter erwog im angefochtenen Urteil, der Zweitberufungsklägerin 
sei ein Wiedereinstieg ins Berufsleben schon vor Juni 2016 zuzumuten, und zwar 

ab August 2014 wenigstens zu 50%. Er rechnete der Zweitberufungsklägerin ab 

diesem Zeitpunkt deshalb ein hypothetisches Einkommen von monatlich 

Fr. 2'750.- an und reduzierte die Unterhaltspflicht des Erstberufungsklägers ent-

sprechend. 

 Zu diesem Ergebnis gelangte der Einzelrichter im Wesentlichen aus folgen-

den Überlegungen. Unter Verweis auf Vorbringen der Zweitberufungsklägerin hielt 

er zunächst in seinem Urteil fest, es habe der Wiedereinstieg der Zweitberufungs-

klägerin ins Erwerbsleben ihrem schon während des ehelichen Zusammenlebens 

- 18 - 

geäusserten Wunsch entsprochen. Diesen Wunsch habe sie im Rahmen des 

Eheschutzverfahrens gar bekräftigt, danach eine Weiterausbildung in Angriff ge-

nommen und im Jahr 2008 abgebrochen (wegen Überlastung/Burnout), nicht aber 

ohne ein gewisses Mitverschulden. Es sei von daher nicht nachvollziehbar, wenn 

die Zweitberufungsklägerin nun im Scheidungsverfahren (vor erster Instanz) den 

Standpunkt einnehme, ein Wiedereinstieg ins Berufsleben sei ihr nicht mehr zu-

zumuten. 

 Im Weiteren hielt der Einzelrichter dafür, es stehe einer Wiederaufnahme 

der abgebrochenen Ausbildung ab August 2011 nichts entgegen; die Zweitberu-

fungsklägerin sei in der Lage, die Ausbildung bis in den Sommer 2014 vollständig 

zu absolvieren. Ab da sei sie in der Lage, ein 50%-Pensum im Erwerbsleben zu 

erfüllen, ohne die Kinderbetreuungsaufgaben wesentlich zu vernachlässigen, zu-

mal die drei Kinder dannzumal 17, 15 und 14 Jahre alt sein werden. Für die Zeit 

bis August 2014 billigte er der Zweitbildungsklägerin Zusatzkosten für Ausbildung-

/Kinderbetreuung von Fr. 400.- pro Monat zu (vgl. act. 80 S. 31 ff.). Das von der 

Zweitberufungsklägerin ab August 2014 erzielbare Einkommen schätzte er auf 

Fr. 2'750.- und rechnete ihr den entsprechenden Wert ab August 2014 als hypo-

thetisches Einkommen an (a.a.O.). 

 Um hier die Wiederholung der einzelrichterlichen Ausführungen im Detail zu 

vermeiden, wird auf die entsprechenden Erwägungen im angefochtenen Urteil 

verwiesen. 

3.1 - 3.1.1 Der Erstberufungskläger wendet sich gegen diese Sicht des Einzelrich-
ters. Nach seinem Dafürhalten ist es der Zweitberufungsklägerin zuzumuten, oh-

ne Verzögerungen wieder eine Tätigkeit im angestammten Berufsfeld (Mode-

Design, Modeberatung, Modeeinkauf) zu einem Beschäftigungsgrad von 50% 

aufzunehmen. Die Weiterausbildung hat die Zweitberufungsklägerin nach seinem 

Dafürhalten im Jahre 2008 letztlich freiwillig abgebrochen. Die Anordnung des 

Einzelrichters, es dürfe die Gesuchstellerin die einst abgebrochene Ausbildung im 

Sommer 2011 wieder aufnehmen und im Jahre 2014 abschliessen, sei ohne 

rechtliche Grundlage und widerspreche dem einst von den Parteien Vereinbarten 

(vgl. act. 81 S. 7). Bis heute habe sich die Zweitberufungsklägerin – so der Erst-

berufungskläger ebenfalls – ohne nachvollziehbare Gründe nicht um eine Anstel-

- 19 - 

lung bemüht (vgl. act. 81 S. 7 f., act. 108 S. 7). Das dürfe sich nicht zu seinen 

Lasten auswirken (vgl. act. 108 S. 7). 

 Der Erstberufungskläger billigt der Zweitberufungsklägerin immerhin aus-

drücklich eine Übergangsfrist von 7 Monaten für die Aufnahme teilweiser Er-

werbstätigkeit ein (vgl. act. 81 S. 8), wobei er diese nicht ab dem Zeitpunkt der 

Scheidung berechnet (vgl. a.a.O.), sondern ab März 2011. Ab dem 1. Oktober 

2011 ist der Zweitberufungsklägerin daher nach seiner Auffassung ein monatli-

ches Nettoerwerbseinkommen von Fr. 3'000.- anzurechnen, ein Lohn, der auf 

dem hiesigen Markt im angestammten Beruf der Gesuchstellerin erzielbar sei  

(vgl. act. 81 S. 8 f.). 

3.1.2 Die Zweitberufungsklägerin wehrt sich im Berufungsverfahren nicht (mehr) 
gegen den Standpunkt des Einzelrichters, es sei ihr die Wiederaufnahme einer 

Erwerbstätigkeit ab August 2014 wenigstens zu 50% zuzumuten (vgl. etwa act. 92 

S. 13). Sie hält der Sache nach jedoch fest, auf ihrem angestammten Beruf als 

Modedesignerin/Einkäuferin könne sie, welche auch für die drei Kinder zu sorgen 

habe, nicht (mehr) tätig werden, solange sie noch Betreuungsaufgaben wahr-

nehmen müsse. Die Tätigkeit in diesem Berufsfeld sei nämlich stets mit Reisen 

sowie längeren Abwesenheiten usw. verbunden (vgl. etwa act. 92 S. 6). Ohne 

vorgängige Weiter-/Ausbildung könne sie zudem auch anderweitig nicht erwerbs-

tätig werden (vgl. a.a.O. S. 13). Die Vorinstanz habe im Einklang mit bundesge-

richtlichen Maximen richtig erkannt, dass sie noch gut drei Jahre benötige, um 

sich wieder fit für den Arbeitsmarkt machen zu können (vgl. act. 92 S. 12). Die 

Aufnahme einer anderweitigen Erwerbstätigkeit vor Sommer 2014 ist ihr daher 

nach ihrer Auffassung nicht zuzumuten. 

 Dass ihr der Einzelrichter für eine Erwerbstätigkeit von 50% als monatlichen 

Nettolohn den Betrag von Fr. 2'750.- anrechnete, beanstandet die Zweitberu-

fungsklägerin sodann ausdrücklich nicht (vgl. act. 92 S. 13). 

3.1.3 Strittig ist somit zwischen den Parteien einerseits, ob es der Zweitberu-
fungsklägerin zuzumuten ist, auf eine weitere Ausbildung zu verzichten, um den 

Wiedereinstieg ins Berufsleben schon vor August 2014 zu bewerkstelligen, sowie 

- 20 - 

anderseits die Höhe des von ihr mutmasslich erzielbaren Erwerbseinkommens 

beim Wiedereinstieg ins Berufsleben. 

3.2 Nachehelicher Unterhalt ist dann und soweit geschuldet, wenn und wie es der 
sog. berechtigten Partei unmöglich oder wenigstens unzumutbar ist, für ihren ge-

bührenden Unterhalt selbst zu sorgen. Nach der bundesgerichtlichen Rechtspre-

chung, wie sie auch in der Literatur aufgearbeitet ist (vgl. z.B. Gloor/Spycher, in: 

BSK ZGB I, 4. A., Basel 2010, Art. 125 N 6 ff., mit div. Verweisen auf die ein-

schlägige Judikatur), beurteilt sich die Zumutbarkeit unter diversen Gesichtspunk-

ten. Zu erwähnen sind etwa die persönlichen Fähigkeiten zur Aufnahme einer Er-

werbstätigkeit bzw. zur Steigerung des Beschäftigungsgrades im Rahmen einer 

bereits ausgeübten Erwerbstätigkeit oder etwa die Betreuungspflichten, welche 

eine Partei nachehelich für die gemeinsamen Kinder zu übernehmen hat. Hier 

gelten als (schematische) Anhaltspunkte das Alter der Kinder, wobei die Erwerbs-

tätigkeit desto zumutbarer ist, je älter die Kinder sind (Stichworte: teilweise Er-

werbstätigkeit ist zumutbar, wenn das jüngste Kind älter als 10 Jahre ist, volle Er-

werbstätigkeit ist zumutbar, wenn das jüngste Kind das 16. Altersjahr vollendet 

hat). Weiter können als massgebliche Gesichtspunkte beispielhaft erwähnt wer-

den das Alter des Berechtigten und die damit verbundenen Gesichtspunkte etwa 

zum Wiedereinstieg ins Berufsleben, die Ehedauer sowie die Aufgabenteilung und 

Ziele der Parteien in Bezug auf eine Wiederaufnahme oder die Steigerung der 

Erwerbstätigkeit während der Ehe. 

 Der Einzelrichter hat im angefochtenen Entscheid, auf den verwiesen wer-

den kann (vgl. vorn Ziff. II/3. vor. 3.1), diese diversen Gesichtspunkte grundsätz-

lich berücksichtigt. Zwischen den Parteien ist es – wie gesehen – denn auch kein 

strittiges Thema mehr, dass die Zweitberufungsklägerin, der die Kinderbetreuung 

obliegt, ab Juni 2016 für den ihr gebührenden Unterhalt selbst wird vollständig 

aufkommen können (bzw. müssen). Ihre wirtschaftliche Selbständigkeit ist inso-

weit das unstrittige Ziel, terminiert auf einen Zeitpunkt hin, in dem die Zweitberu-

fungsklägerin 52 Jahre und das jüngste Kind 16 Jahre alt sein wird. 

3.2.1 Ein beruflicher Wiedereinstieg im Alter von 52 Jahren ist nach allgemeiner 
Lebenserfahrung schwer, wenn überhaupt zu bewerkstelligen, nicht hingegen der 

- 21 - 

Ausbau einer bereits ausgeübten beruflichen Tätigkeit. Das Ziel der wirtschaftli-

chen Selbständigkeit der Zweitberufungsklägerin ab Juni 2016 besteht denn auch 

nicht darin, dass die Zweitberufungsklägerin erst dannzumal wieder in das Berufs-

leben eintreten soll, sondern setzt die frühere Aufnahme einer Erwerbstätigkeit 

voraus. Das Ziel und der Weg, dieses zu erreichen, stehen insoweit im Einklang 

mit dem schon während des ehelichen Zusammenlebens geäusserten Wunsch 

bzw. Bestreben der Zweitberufungsklägerin, ihren beruflichen Wiedereinstieg in 

Etappen zu bewerkstelligen. Die entsprechenden Fakten zu diesem Vorhaben hat 

sie übrigens schon dem Einzelrichter dargelegt: Im Sommer 2006, also im Alter 

von 42 Jahren, schrieb sich die Zweitberufungsklägerin für den Ausbildungslehr-

gang einer Schnitttechnikerin ein; die Anmeldung zog sie danach zurück zuguns-

ten von Ikebana- und Kalligrafiekursen (vgl. act. 41 S. 24); im Jahr 2007 begann 

sie den Kurs dann gleichwohl, bevor sie ihn im Jahr 2008 abbrach. 

 Die Gründe für den Abbruch sowie bereits für die Abmeldung im Jahre 2006 

sind hier nicht weiter zu erörtern, nachdem das Ziel der wirtschaftlichen Selbstän-

digkeit der Zweitberufungsklägerin ab Juni 2016 weiterhin besteht und auch der 

Weg hierzu mit einer vorherigen teilweisen Aufnahme einer Erwerbstätigkeit. Die 

von der Zweitberufungsklägerin schon dem Einzelrichter dazu vorgetragenen Fak-

ten erhellen übrigens, dass der berufliche Wiedereinstieg der Zweitberufungsklä-

gerin nach der Vorstellung der Parteien (bzw. insbesondere der Zweitberufungs-

klägerin selbst: vgl. act. 41 S. 24) bereits im Jahre 2006 nicht zwingend auf den 

zuletzt ausgeübten Beruf im Textilmode-Einkauf beschränkt sein soll, sondern al-

lenfalls auch in einem verwandten Berufsumfeld erfolgen kann bzw. soll. Das 

schliesst z.B. eine Tätigkeit im Handel oder Beratung im Beschaffungswesen, bei 

der Qualitätskontrolle, ferner eine Stilberatung und den Verkauf im Bereich der 

Textilmode ebenso wenig aus wie andere Tätigkeiten in einem Berufsumfeld, in 

dem Design und Gestaltung eine Rolle spielen. Es liegt auf dieser Linie, wenn die 

Zweitberufungsklägerin heute festhält, es sei ihr ein Wiedereinstieg nicht möglich 

ohne weitere Ausbildung, und das z.B. auch in Bezug auf EDV-Kenntnisse und -

fertigkeiten (vgl. act. 41 S. 25). Das ist ihr denn auch ohne Weiteres zuzugeste-

hen. Was der Erstberufungskläger dagegen vorbringt, geht insoweit an der Sache 

vorbei. 

- 22 - 

3.2.2 Auf der Linie eines gewissermassen gestaffelten Wiedereinstiegs ins Be-
rufsleben liegt es ebenso, dass nach Jahren der Absenz vom Erwerbsleben nicht 

sogleich mit dem Wiedereinstieg in Kaderpositionen gerechnet werden kann, wie 

die Zweitberufungsklägerin sie einst etwa als Einkäuferin bei N._____ eingenom-

men hatte, und zwar aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung einerseits wegen 

der anfänglich angestrebten bzw. anzustrebenden teilweisen Erwerbstätigkeit, 

aber anderseits ebenso deshalb, weil Berufserfahrung im beruflichen Umfeld nach 

mehr als 10 Jahren der Absenz erst wieder zu erwerben sein wird. 

 Der Einzelrichter hat auch das im angefochtenen Entscheid der Sache nach 

durchaus erkannt. Er hat diese Erkenntnis indessen umgesetzt auf einen Sach-

verhalt, der den Wiedereinstieg der Zweitberufungsklägerin in die Erwerbstätigkeit 

nach dem Abschluss eines Kurses unterstellt, den die Zweitberufungsklägerin ab-

gebrochen hat. Das kann nach dem bislang Ausgeführten dann nicht beanstandet 

werden, wenn die nochmalige Inangriffnahme der Ausbildung bereits erfolgt ist 

oder zumindest konkret im Raum steht (weil die erneute Anmeldung erfolgt ist 

usw.). Solches ist allerdings nicht erkennbar. Im Gegenteil: Bereits im November 

2009 liess die Zweitberufungsklägerin dem Einzelrichter vortragen, die Umgestal-

tung des Kurses zur Schnitttechnikerin durch die Schule gestatte die Fortsetzung 

des abgebrochenen Kurses nicht mehr. Ergänzend liess sie ausführen, "sie müss-

te vielmehr den ganzen Ausbildungsgang noch einmal von vorne beginnen"  

(act. 41 S. 26). Das erachtete sie indes – wie den Wiedereinstieg ins Berufsleben 

überhaupt – als unzumutbar, wie der Einzelrichter richtig erkannte (vgl. act. 80  

S. 33: "Nicht nachvollziehbar …"). Eine Absicht der Zweitberufungsklägerin, das 

in Angriff zu nehmen, was sie damals als Voraussetzung eines (erfolgreichen) 

Wiedereinstieges ins Berufsleben erachtete, nämlich dass sie den ganzen Ausbil-

dungsgang noch einmal von vorne beginnen muss, ist damit schon vor dem Ein-

zelrichter nicht behauptet worden (sondern wenn überhaupt, dann das Gegenteil 

davon). 

 Seit November 2009 bis heute hat die Zweitberufungsklägerin im Einklang 

mit ihrer damaligen Position sodann zwar immer wieder das Absolvieren von Kur-

sen der Weiter(aus)bildung als Voraussetzung für ihren erfolgreichen beruflichen 

Wiedereinstieg betont und erst jüngst darauf hingewiesen, sie benötige gut drei 

- 23 - 

Jahre, um sich wieder fit für den Arbeitsmarkt machen zu können (vgl. act. 92  

S. 12). Wie sie sich diese Fitness konkret holen will, mit welchen Kursen, die dann 

auch noch erst in drei Jahren abgeschlossen sein können, und was sie hierfür be-

reits getan hat (Anmeldungen usw.), blieb hingegen stets unerwähnt. Insbesonde-

re wurde weder dargelegt, die Zweitberufungsklägerin plane z.B. einen bestimm-

ten EDV-Kurs zu besuchen (um hier Fertigkeiten zu erlangen, die ihr nach ihrer 

Darstellung fehlen) oder besuche gar einen solchen, noch wird behauptet, sie 

plane nunmehr doch, den neu gestalteten Kurs der Schnitttechnikerin in Angriff zu 

nehmen (bei dem es sich mutmasslich um den Kurs zur Dipl. Technikerin … 

[Kursbezeichnung] der O._____ [Schule] handelt). 

 Es hat daher als erstellt zu gelten, dass die Zweitberufungsklägerin seit No-

vember 2009 weder konkrete Pläne gefasst, geschweige denn konkrete Schritte 

unternommen hat, um ihre "Fitness" für den beruflichen Wiedereinstieg zu erlan-

gen. Von daher fehlt der Auffassung, aus Weiter(aus)bildungsgründen sei ein be-

ruflicher Wiedereinstieg erst nach Abschluss einer berufsspezifischen dreijährigen 

Weiter(aus)bildung im Sommer 2014 möglich und zumutbar, auch heute weiterhin 

eine tatsächliche Grundlage. Und es liegt zudem kein Sachverhalt vor, der die 

Annahme als begründet rechtfertigen könnte, die Zweitberufungsklägerin habe 

überhaupt konkrete Pläne zu einer langdauernden beruflichen Weiter(aus)bildung, 

die sie in Bälde umsetzen werde. Fehlt es an solchen Plänen, kann folgerichtig für 

die Zweitberufungsklägerin die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit erst nach Ab-

schluss einer besonderen, mehrjährigen berufsspezifischen Weiter(aus)bildung 

nicht im Vordergrund stehen. Insoweit ist ihr dann aber die Aufnahme einer Er-

werbstätigkeit im unter Ziff. II/3.2.1 dargelegten Berufsfeld auch ohne besondere, 

mehrjährige berufsspezifische Weiter(aus)bildung zuzumuten. 

 Mit Blick auf das Alter der Kinder sowie die der Zweitberufungsklägerin zu-

zubilligende vorgängige allgemeine Weiterbildung etwa in Bereichen der EDV o-

der im Hinblick auf eine bestimmte Stelle, welche auch im unter Ziff. II/3.2.1 dar-

gelegten Berufsumfeld ohne Kaderposition (vgl. vorn Ziff. II/3.2.2, am Anfang) un-

erlässlich scheinen, ist der Zweitberufungsklägerin jedoch eine Übergangsfrist 

von rund eineinhalb Jahren ab Eintritt der Rechtskraft des Scheidungsurteils bis 

Ende 2012 zuzugestehen, um im reduzierten Pensum den Wiedereinstieg zu be-

- 24 - 

werkstelligen. Dannzumal wird die Tochter E._____, das jüngste Kind, im 13. Le-

bensjahr stehen, wird sich der Betreuungsaufwand für sie entsprechend reduziert 

haben und kann von der Tochter wie auch von den älteren Söhnen z.B. erhöhte 

Mitwirkung im Haushalt sowie erhöhte Selbständigkeit im Schulischen sowie in 

der Ausübung von Freizeitaktivitäten erwartet werden (diese Erwartung darf an 

Kinder in diesem Alter ganz allgemein gestellt werden, unabhängig davon, ob sie 

mit beiden Eltern zusammen wohnen oder mit einem allein erziehenden Eltern-

teil). Die Zweitberufungsklägerin wird Ende 2012 sodann erst 48 Jahre alt sein, 

was ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt als Stellensuchende für eine Teilzeitbe-

schäftigung im Vergleich zu einem späteren Zeitpunkt des Wiedereinstiegs erfah-

rungsgemäss erhöht. Hinzu kommt, dass ein Wiedereinstieg bereits zu Beginn 

des Jahres 2013 es der Zweitberufungsklägerin gestattet, aktuelle Berufserfah-

rung zu gewinnen, was wiederum ihre Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt für die 

Aufnahme der vollen Erwerbstätigkeit im Juni 2016 verbessert. 

 Um auch das zu erwähnen: Nicht zugemutet werden kann der Zweitberu-

fungsklägerin mit Blick auf das Alter der Kinder und die ihr übertragene Kinderbe-

treuung die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit auf den Januar 2013 hin, die unre-

gelmässige längere Absenzen von zu Hause mit sich bringt, etwa wegen Aus-

landaufenthalten usw., wie in früheren Stellungen, die die Zweitberufungsklägerin 

ausgefüllt hatte. Das scheint der Erstberufungskläger zu übersehen. 

3.3 Der Einzelrichter hat für eine Erwerbstätigkeit der Zweitberufungsklägerin im 
reduzierten Umfang von 50% die Prognose eines erzielbaren Einkommens von 

Fr. 2'750.- pro Monat gestellt und diesen Betrag als hypothetisches Einkommen in 

die Rechnung eingestellt. Die Zweitberufungsklägerin hat das akzeptiert, wäh-

renddem der Erstberufungskläger Fr. 3'000.- netto als den richtigen Wert erachtet 

(dieser Wert entspricht laut Erstberufungskläger einem monatlichen Bruttoein-

kommen von Fr. 3'500.- sowie von Fr. 7'000.- bei voller Erwerbstätigkeit; vgl.  

act. 94A/11 S. 4). Gemäss dem statistischen Jahrbuch 2011 des BFS (dort  

S. 106 f.) ist in den Bereichen des Verkaufes und der Beratung auf dem Anforde-

rungsniveau 3 (in dem Berufs- bzw. Fachkenntnisse vorausgesetzt sind) bei ei-

nem Vollpensum im Durchschnitt ein monatlicher Bruttolohn zwischen rund  

Fr. 4'300.- (Verkauf usw.) und rund Fr. 6'200.- (Beratung usw.) erzielbar. Der vom 

- 25 - 

Erstberufungskläger als richtig erachtete Wert erweist sich bereits insoweit als un-

realistisch. Weiterungen in diesem Punkt erübrigen sich deshalb und es bleibt 

beim Anerkannten. 

3.4 Im Sinne eines Zwischenergebnisses bleibt somit festzuhalten, dass für die 
Zweitberufungsklägerin ab Januar 2013 die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit im 

Umfang von 50% zumutbar ist und ihr ab diesem Zeitpunkt ein hypothetisches 

Einkommen von Fr. 2'750.- anzurechnen ist. Sachgemäss bleibt es im Übrigen 

bei einer Unterhaltspflicht des Erstberufungsklägers, und zwar grundsätzlich in 

dem Umfang, wie ihn bereits der Einzelrichter festgelegt hat. 

4. Der Erstberufungskläger kritisiert (act. 81 S. 5 f. und S. 9), dass der Einzelrich-
ter bei der Berechnung des gebührenden Bedarfs der Zweitberufungsklägerin für 

die Kosten der Ausbildung und damit verbundener allfälliger Mehrkosten in der 

Kinderbetreuung einen Posten von Fr. 400.- pro Monat eingerechnet hat, und 

zwar für den Zeitraum von August 2011 bis Juli 2014 (vgl. dazu act. 80 S. 34). Der 

Sache nach wird vorgetragen, dass es diesem Posten an der sachverhaltsmässi-

gen Grundlage fehle, nachdem die Zweitberufungsklägerin keine mehrjährige 

Ausbildung zur Schnitttechnikerin besuche (vgl. act. 81 S. 9). 

 Der Erstberufungskläger kritisiert weiter, dass der Einzelrichter demgegen-

über den von ihm auch geltend gemachten Posten für Weiterbildung bei der Be-

rechnung des Bedarfes nicht berücksichtigt habe (vgl. act. 81 S. 12). 

4.1 Was letzteres betrifft, so hat der Erstberufungskläger beim Einzelrichter die 
Berücksichtigung von Weiterbildungskosten für Kurse verlangt, deren Besuch der 

Arbeitgeber von ihm verlange, aber nicht bezahle. Im Juni 2009 trug er Entspre-

chendes vor, unter Hinweis auf einen Kurs, den er bereits besucht hatte, und ei-

nen weiteren Kurs, den er bis August 2010 zu besuchen habe (vgl. act. 20 S. 10). 

Weitere Kurse, für deren Kosten er aufzukommen hat, behauptete der Erstberu-

fungskläger in der Folge weder dem Einzelrichter gegenüber noch im Berufungs-

verfahren (vgl. act. 81 [dort insbesondere S. 12 f.], act. 108 [dort insbesondere  

S. 8 f.]). Es darf daher als erstellt gelten, dass keine derartigen Kurse mehr anfal-

len. Die Folgerung des Einzelrichters, die Position Weiterbildungskosten sei dem 

Erstberufungskläger nicht anzurechnen, weil nicht nachgewiesen sei, dass in Zu-

- 26 - 

kunft weitere solche Kosten anfallen würden (vgl. act. 80 S. 38), erweist sich da-

her im Ergebnis auch heute als zutreffend. 

4.2 Mit Blick auf das unter Ziff. II/3.2-3.4 Erwogene grundsätzlich zutreffend ist 
demgegenüber die Auffassung des Erstberufungsklägers zum Posten Weiterbil-

dung in der vom Einzelrichter vorgenommenen Berechnung des Bedarfes der 

Zweitberufungsklägerin für den Zeitraum August 2011 bis Juli 2014. Die Zweitbe-

rufungsklägerin besucht den mehrjährigen Weiter(aus)bildungskurs, welcher zum 

Anlass für die Aufnahme des Postens in die Berechnung genommen worden war, 

nicht. Sie hat bis heute auch keinen anderen Kurs besucht. Die Aufnahme einer 

Erwerbstätigkeit ohne diese Weiter(aus)bildung ist zudem ab dem 1. Januar 2013 

zumutbar. Entsprechende Kosten für eine mehrjährige Weiter(aus)bildung entfal-

len daher. 

 Nicht zu übersehen ist immerhin, dass der Zweitberufungsklägerin der Be-

such von EDV-Kursen und ebenso von anderen Kursen, auch berufsspezifischer 

Art, welche der Vorbereitung eines erfolgreichen beruflichen Wiedereinstiegs die-

nen, bis Ende 2012 sachgemäss zuzugestehen ist. Die Notwendigkeit der Besu-

che solcher Kurse hat die Zweitberufungsklägerin denn auch wiederholt geltend 

gemacht. Allgemein bekannt ist sodann, dass die Kosten auch bloss relativ kur-

zer, einige Tage dauernder EDV-Kurse rasch einmal Fr. 400.- bis Fr. 500.- betra-

gen, die Kosten von Intensivkursen, die tagsüber stattfinden, allenfalls noch höher 

liegen, und ebenso berufsspezifische Vorbereitungsveranstaltungen oder Kurse 

etwa der Textilfachschule nicht gratis zu haben sind. Das rechtfertigt es, der 

Zweitberufungsklägerin für das Jahr 2012 den schon vom Einzelrichter zugemes-

senen Betrag von monatlich Fr. 400.- in der Bedarfsrechnung zuzubilligen. 

5. Der Erstberufungskläger kritisiert an der Berechnung seines Bedarfs durch den 
Einzelrichter neben dem eben behandelten Punkt der Ausbildungskosten auch 

noch den für Steuern eingesetzten Posten. Der vom Einzelrichter geschätzte Be-

trag von Fr.  500.- pro Monat sei zu tief. Die von ihm vor dem Einzelrichter geltend 

gemachten Fr. 750.- seien auf jeden Fall nicht überhöht (vgl. act. 81 S. 12). 

 Die Zweitberufungsklägerin hält sinngemäss dagegen, die vom Einzelrichter 

in die Berechnung gestellten Fr.  500.- seien an sich sogar zu hoch bemessen; es 

- 27 - 

sei jedoch der vom Einzelrichter festgelegte Bedarf insgesamt zu belassen (vgl. 

act. 92 S. 19). Sie geht dabei von einem steuerbaren Einkommen des Erstberu-

fungsklägers von Fr. 50'000.- aus und einem steuerbaren Vermögen von 

Fr. 20'000.- (a.a.O., S. 18). 

 Der Einzelrichter hat seiner Schätzung ein steuerbares Einkommen von rund 

Fr. 60'000.- und ein steuerbares Vermögen von Fr. 20'000.- zugrunde gelegt, wie 

eine Nachrechnung über das Steuerberechnungsprogramm des kantonalen Steu-

eramtes für das Jahr 2011 zeigt. Gemäss diesem Programm resultiert aus Staats- 

und Gemeindesteuern sowie an direkter Bundessteuer ein jährliches Steuerbe-

treffnis von gerundet Fr. 5'374.-, pro Monat ein Wert von gerundet Fr. 448.-. Das 

scheint mit Blick auf die Unterhaltsleistungen, die der Erstberufungskläger der 

Zweitberufungsklägerin aktuell grundsätzlich zu leisten haben wird (vgl. vorn Ziff. 

II/3.4) realistisch, was demgegenüber von der Rechnung, die der Erstberufungs-

kläger zur Untermauerung seines Standpunktes vorlegt, nicht gesagt werden 

kann. Diese geht nämlich bei den Unterhaltsbeiträgen an die Zweitberufungsklä-

gerin von lediglich Fr.  1'000.- pro Monat aus, klammert allfällige weitere Zahlun-

gen aus Bonus an die Zweitberufungsklägerin aus und gelangt so zu einem steu-

erbaren Einkommen von jährlich Fr. 95'000.-. 

 Änderungen an der Berechnung des Bedarfs des Erstberufungsklägers, wie 

sie der Einzelrichter vorgenommen hat, entfallen daher auch in diesem Punkt. 

6. Die Zweitberufungsklägerin rügt am Urteil des Einzelrichters im Wesentlichen, 
dass dieses bei der Berechnung des ihr gebührenden Bedarfes den Betrag aus-

geklammert habe, den sie zur Äufnung einer angemessenen Altersvorsorge brau-

che, so lange sie der Kinderbetreuung zu obliegen habe (vgl. act. 94A/3 S. 4 f.). 

Dieser Betrag belaufe sich – die Zweitberufungsklägerin legt hierzu eine breite 

Berechnung vor (vgl. a.a.O., S. 6 ff.) – bis zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit im 

Umfang von 50% auf Fr. 903.- pro Monat und danach bis zur Aufnahme der vollen 

Erwerbstätigkeit noch auf monatlich Fr. 464.- (vgl. a.a.O., S. 7). Diese Werte sei-

en – so die Zweitberufungsklägerin im Ergebnis ihrer Ausführungen – in der Be-

darfsberechnung einzustellen (vgl. a.a.O., S. 8), und es sei deren Abgeltung 

sachgerecht durch eine Partizipation der Zweitberufungsklägerin an den variablen 

Einkünften des Erstberufungsklägers zu berücksichtigen (vgl. a.a.O., S. 13). 

- 28 - 

Falsch sei es jedenfalls, sie zur Deckung des sog. Vorsorgeunterhaltes auf den 

Vermögensverzehr zu verweisen, wie es der Einzelrichter getan habe, unter 

gleichzeitiger Anrechnung von Einkommen aus dem Ertrag des ungeschmälerten 

Vermögens (vgl. act. 94A/3 S. 5). 

 Der Erstberufungskläger hält dem im Wesentlichen entgegen, eine Verpflich-

tung zur Deckung von Vorsorgelücken über nacheheliche Unterhaltsbeiträge be-

stehe nur dann, wenn eine solche Lücke auch gegeben sei. Das sei hier aber 

nicht der Fall, da die Zweitberufungsklägerin über ein Vermögen verfüge, das ihr 

zur Sicherung der Altersvorsorge dienen könne (vgl. act. 94A/11 S. 2 f.). Eine Bei-

tragslücke bei der AHV könne zudem nicht entstehen, weil die Zweitberufungs-

klägerin ab dem 1. Oktober 2011 eine Teilzeiterwerbstätigkeit aufnehmen könne 

(a.a.O., S. 3). Letzteres sei ebenfalls bei den von der Zweitberufungsklägerin zu 

äufnenden Guthaben in der beruflichen Vorsorge zu berücksichtigen, ausgehend 

von einem monatlichen Bruttoeinkommen von Fr. 3'500.- ab dem 1. Oktober 2011 

sowie von Fr. 7'000.- ab dem Juni 2016 (vgl. act. 94/11 S. 4). 

6.1 Der Art. 125 Abs. 1 ZGB visiert den Ausgleich nachehelicher Einbussen bei 
der Altersvorsorge an, die dadurch entstehen, dass ein Ehegatte nach der Schei-

dung wegen der ihm obliegenden Kinderbetreuung, seiner Gesundheit oder sei-

nes Alters vorübergehend oder dauernd keiner oder einer nur reduzierten Er-

werbstätigkeit wird nachgehen können. Der Bemessung der Einbussen ist die für 

die Ehegatten massgebliche Lebenshaltung zugrunde zu legen (vgl. zu den ange-

sprochenen Themen etwa BGE 135 III 158 ff. [mit Verweis auf BGE 129 III 9]; 

siehe auch den vollständigen Text von BGer 5A_210/2008). 

6.2 Der Zweitberufungsklägerin ist die elterliche Sorge und damit die Betreuung 
der gemeinsamen Kinder der Parteien rechtskräftig zugesprochen bzw. auferlegt 

worden. Aufgrund der Betreuungspflichten ist ihr unangefochten die Aufnahme ei-

ner vollen Erwerbstätigkeit vor Juni 2016 nicht zuzumuten. Nicht zumutbar erweist 

sich zudem für sie die Aufnahme einer auch bloss teilweisen Erwerbstätigkeit vor 

dem 1. Januar 2013 (vgl. vorn Ziff. II3/2-3.4). Ohne Leistungen an die AHV bis zur 

Aufnahme einer Erwerbstätigkeit wird ihr eine Beitragslücke entstehen. Ebenso 

werden ihr sodann entgegen der Auffassung des Erstberufungsklägers im Ver-

- 29 - 

gleich zum Stand bei der Aufnahme einer vollen Erwerbstätigkeit ab der Schei-

dung ohne Betreuungsaufgaben offensichtlich Einbussen in der beruflichen Al-

tersvorsorge entstehen, die nur durch zusätzliche Zahlungen vermieden werden 

können. Entsprechend erhöht sich der unstrittig auf Fr. 5'270.- netto festgesetzte 

Bedarf der Zweitberufungsklägerin (vorn Ziff. II/2.1), den diese teilweise mit Ver-

mögenserträgen von unstrittig Fr. 1'000.- im Monat selbst zu finanzieren hat (vgl. 

vorn Ziff. II/2). Das hat der Einzelrichter ebenso wenig berücksichtigt wie den Um-

stand, dass die Zweitberufungsklägerin nicht zugleich angehalten werden kann, 

zur Deckung der Einbussen in der Altersvorsorge das Vermögen für Zahlungen in 

den kommenden Jahren anzuzehren, nachdem sie dessen Erträge (berechnet auf 

einem unveränderten Vermögensstand) zur Bedarfsdeckung verwenden muss 

(vgl. vorn Ziff. II/2.2). 

 Die Berechnung der Einbussen von Fr. 903.- pro Monat ohne Erwerbstätig-

keit und von monatlich Fr. 464.- bei einer auf 50% reduzierten Erwerbstätigkeit 

durch die Zweitberufungsklägerin hat der Erstberufungskläger zu Recht nicht als 

in sich fehlerhaft gerügt (vgl. act. 94A/11 S. 5 [Ziff. 2.8. a.E.]). Die Berechnung 

basiert auf einem dem aktuellen Stand verpflichteten Modell, geht vom monatli-

chen Bedarf von Fr. 5'270.- (netto) aus und erweist sich auch insoweit nicht als 

unrichtig. Ihre Ergebnisse sind daher ohne Weiterungen in die Bedarfsrechnung 

zu übernehmen und es ist diese für die Zeit bis Ende 2012 respektive die Zeit von 

Januar 2013 bis Mai 2016 entsprechend zu korrigieren: Ab Juni 2011 bis Dezem-

ber 2012 beläuft sich der monatliche Bedarf der Gesuchstellerin mit Kindern auf 

Fr. 10'453.-, vom Januar 2012 bis zum Dezember 2012 auf Fr. 10'853.– und ab 

Januar 2013 bis Mai 2016 auf Fr. 10'014.-. 

7. - 7.1 Der Einzelrichter hat den Erstberufungskläger in Einschätzung dessen 
Leistungsfähigkeit für die Zeit, in welcher der Zweitberufungsklägerin die Aufnah-

me einer Erwerbstätigkeit noch nicht zumutbar ist, zu monatlichen Unterhaltsleis-

tungen im Umfang von Fr. 3'800.- verpflichtet. Daraus resultiert ein Manko in der 

Deckung des gebührenden Bedarfs der Zweitberufungsklägerin, dessen Deckung 

über Zahlungen aus einem allfälligen Bonus des Erstberufungsklägers angeord-

net wurde. 

- 30 - 

 Für die Zeit ab der zumutbaren Aufnahme einer wenigstens teilweisen Er-

werbstätigkeit durch die Zweitberufungsklägerin ab August 2014 bis Mai 2016 

wurde die Leistungspflicht durch den Einzelrichter so bemessen, dass der gebüh-

rende Unterhalt der Zweitberufungsklägerin für sich von monatlich Fr. 5'270.- un-

ter Berücksichtigung dessen, was ihr als Einkommen anzurechnen ist, gedeckt 

wird. Daraus resultierte ein monatlicher Unterhaltsbeitrag von Fr. 1'600.- bei ei-

nem gebührenden Bedarf der Gesuchstellerin für sich und die Kinder von insge-

samt Fr. 9'550.- pro Monat (vgl. act. 80 S. 48). 

7.2 Die Grundsätze dieser Regelung werden von der Zweitberufungsklägerin nicht 
in Frage gestellt, hingegen vom Erstberufungskläger, und zwar einerseits auf-

grund von Sachverhaltsprämissen, denen – wie zu sehen war – aber nicht gefolgt 

werden kann, sowie anderseits unter sinngemässem Hinweis darauf, dass die 

Auszahlung von 2/3 des Bonus unverhältnismässig erscheint. Unbestritten blieb 

seitens des Erstberufungsklägers indessen die Berechnung des Einzelrichters, 

wonach der gebührende Bedarf der Zweitberufungsklägerin mit Kindern bei 

Fr. 9'550.- pro Monat liegt (vgl. act. 81 S. 3 [Berufungsantrag 2]). 

7.3 Die vom Einzelrichter angewandten Grundsätze (vorn Ziff. II/7.1), welche le-
diglich für die Zeit bis zur zumutbaren Aufnahme einer Erwerbstätigkeit durch die 

Zweitberufungsklägerin auf eine Mankodeckung über allfällige Bonuszahlungen 

abstellen und danach nicht mehr, erscheinen mit Blick auf die Leistungsfähigkeit 

des Erstberufungsklägers im Wesentlichen als sachangepasst, sind daher inso-

weit zu übernehmen und auf die Ergebnisse des vorliegenden Berufungsverfah-

rens anzuwenden. 

7.3.1 Demnach ist vorab ein Manko in der Deckung des gebührenden Bedarfs bei 
der Gesuchstellerin ab Januar 2013 (Zeitpunkt der zumutbaren Aufnahme einer 

teilweisen Erwerbstätigkeit) bis zum Mai 2016 durch entsprechende Unterhalts-

verpflichtungen zu vermeiden. Der Bedarf der Zweitberufungsklägerin ist gemäss 

dem in Ziff. II/6.2 Erwogenen für diese Zeitspanne im Vergleich zu dem vom Ein-

zelrichter Errechneten monatlich um Fr. 464.- höher anzusetzen, bei ansonst 

gleichbleibenden Werten. Ausgehend vom anerkannten gebührenden Unterhalt 

der Gesuchstellerin für sich und die Kinder von insgesamt monatlich Fr. 9'550.- 

- 31 - 

führt das zu einem korrigierten monatlichen Bedarf von Fr. 10'014.- für die Zweit-

berufungsklägerin samt Kindern sowie zu einem Manko von Fr. 2'064.- statt von 

Fr. 1'600.-- pro Monat. Der Erstberufungskläger ist daher zu verpflichten, der 

Zweitberufungsklägerin ab dem 1. Januar 2013 bis Mai 2016 einen monatlichen 

Unterhaltsbeitrag von Fr. 2'064.- zu zahlen. 

7.3.2 Für die Zeit vom 1. Juni 2011 bis Ende 2012 ist die Unterhaltsleistung ge-
treu der Dispositionsmaxime bei Fr. 3'600.- pro Monat zu belassen, was aufgrund 

des Bedarfs der Zweitberufungsklägerin zu einem monatlichen Fehlbetrag von 

Fr. 1'450.- pro Monat im Jahre 2011 und von Fr. 1'850.- pro Monat im Jahr 2012 

führt. Das ergibt für beide Jahre zusammen einen Fehlbetrag von insgesamt 

Fr. 32'350.-, im monatlichen Durchschnitt einen Fehlbetrag von gerundet 

Fr. 1'700.-. Dem steht gegenüber, dass dem Erstberufungskläger in dieser Zeit-

spanne über alles gesehen gerundet Fr. 5'000.- pro Monat zur Deckung seines 

Bedarfs von monatlich gerundet Fr. 4'500.- zur Verfügung stehen, währenddem 

bei der Zweitberufungsklägerin ein doch erheblicher Fehlbetrag resultiert. 

 Das alles rechtfertigt es jedenfalls, den Erstberufungskläger ebenso zur De-

ckung dieses Fehlbetrages aus einem ihm allenfalls ausbezahlten Bonus für die 

Jahre 2011 und 2012 zu verpflichten, wobei die Verpflichtung für das Jahr 2011 

auf 7 Monate zu beschränken ist, nachdem die Parteien per 1. Juni 2011 rechts-

kräftig geschieden wurden. Am dem vom Einzelrichter gewählten Verteilschlüssel 

von 2/3 ist mit Blick einerseits auf die Fehlbeträge und anderseits darauf, dass 

sich diese zusätzliche Verpflichtung zur Bonusteilung auf 19 Monate beschränkt, 

beizubehalten. 

III. 

(Kosten- und Entschädigungsfolgen) 

1. Keine Partei dringt mit ihren Anträgen vollständig durch. Der Erstberufungsklä-
ger hat im Berufungsverfahren mit den nachträglich geänderten Begehren eine 

Begrenzung seiner Verpflichtung auf maximal Fr. 84'520.- beantragt (ursprünglich 

gar nur auf Fr. 71'120.-). Zur Änderung der Begehren des Erstberufungsklägers 

kam es, weil verlässliche Zahlen zum Umfang der Erbschaft der Zweitberufungs-

- 32 - 

klägerin sowie dem daraus resultierenden Ertrag, der der Zweitberufungsklägerin 

als Einkommen anzurechnen ist, erst im Verlauf des Berufungsverfahrens von der 

Zweitberufungsklägerin beigebracht wurden (mehr als eineinhalb Jahre nach dem 

Erbfall; vgl. vorn Ziff. I/3.3 sowie act. 93/1-7 und act. 104). Das rechtfertigt es ge-

stützt auf Art. 107 Abs. 1 lit. a bzw. b ZPO, für die Bemessung von Obsiegen und 

Unterliegen lediglich auf das nachträglich geänderte Begehren des Erstberu-

fungsklägers abzustellen. 

 Die Zweitberufungsklägerin hat im Gegenzug mit ihrer Klage eine Verpflich-

tung des Erstberufungsklägers zur Leistung von maximal (also unter Einbezug der 

höchstmöglichen Verpflichtung aus Bonusteilung) Fr. 262'328.- beantragt. Die 

Verpflichtung des Erstberufungsklägers zur Leistung nachehelichen Unterhaltes 

ist mit diesem Entscheid auf maximal (also unter Einbezug der höchstmöglichen 

Verpflichtung aus Bonusteilung) Fr. 189'324.- festzusetzen, womit der Erstberu-

fungskläger im Umfang von gerundet Fr. 105'000.- im Vergleich zu seinen Anträ-

gen unterliegt, währenddem die Zweitberufungsklägerin im Vergleich zu ihren An-

trägen im Umfang von gerundet Fr. 73'000.- unterliegt. Diese Werte stehen ei-

nander in etwa im Verhältnis von 4 zu 3 gegenüber. Es ist daher von einem Unter-

liegen des Erstberufungsklägers von 4/7 und einem der Zweitberufungsklägerin 

von 3/7 auszugehen. Das führt zu einer entsprechenden Kostenverteilung und zur 

Verpflichtung des Erstberufungskläger zur Leistung einer auf 1/7 reduzierten Pro-

zessentschädigung für das Berufungsverfahren. 

2. Der Einzelrichter hat den maximalen nachehelichen Unterhalt des Erstberu-
fungsklägers im angefochtenen Urteil um lediglich rund Fr. 26'000.- höher bemes-

sen (entsprechend 13%) als er im Ergebnis des Berufungsverfahrens festzuset-

zen ist. Anders als im Berufungsverfahren war vor dem Einzelrichter indessen 

nicht nur der nacheheliche Unterhalt strittig, sondern galt es z.B. auch den Kin-

derunterhalt zu bestimmen (dieser wurde gerichtlich auf monatlich Fr. 1'400.- pro 

Kind festgesetzt, was in der Folge unangefochten blieb). Von daher erweisen sich 

die Abweichungen zum Ausgang des Berufungsverfahrens quantitativ letztlich als 

geringfügig, weshalb es sich rechtfertigt, die vorinstanzliche Kosten- und Ent-

schädigungsregelung unverändert zu belassen und zu bestätigen. 

- 33 - 

3. Im Berufungsverfahren stehen ausschliesslich noch sog. vermögenwerte Inte-
ressen im Streit. Das für die Bemessung der Gerichtsgebühr sowie der Entschä-

digung der anwaltlich vertretenen Zweitberufungsklägerin massgebliche streitwer-

te Interesse liegt in der Differenz der von den Parteien beantragten (maximalen) 

nachehelichen Unterhaltsleistungen des Erstberufungskläger und beläuft sich da-

her auf rund Fr. 177'000.- 

 Davon ausgehend ist gestützt auf § 12 Abs. 1-2 i.V.m. § 4 Abs. 1 und Abs. 3 

GebV OG die Entscheidgebühr für das Berufungsverfahren auf Fr. 9'100.- festzu-

setzen. Analog ist die Grundgebühr für die Prozessentschädigung gestützt auf die 

§ 13 Abs. 1-2 sowie von § 4 Abs. 1 und Abs. 3 AnwGebV zu bemessen und da-

nach auf 1/7 zu reduzieren (zuzüglich der beantragten 8% Mehrwertsteuer). 

Es wird erkannt: 

1. Der Gesuchsteller wird verpflichtet, der Gesuchstellerin wie folgt monatliche 

nacheheliche Unterhaltsbeiträge im Sinne von Art. 125 ZGB zu bezahlen, 

zahlbar jeweils im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats: 

− Fr. 3'800.– ab 1. Juni 2011 bis und mit Dezember 2012, 

− Fr. 2'064.– ab Januar 2013 bis und mit Mai 2016. 

Darüber hinaus wird der Gesuchsteller verpflichtet, der Gesuchstellerin 

14/36 seines für das Jahr 2011 ausbezahlten Bonus sowie 2/3 des ihm für 

das Jahr 2012 ausbezahlten Bonus zu bezahlen, jedoch maximal insgesamt 

Fr. 32'500.– für diese zwei Jahre zusammen, zahlbar jeweils innert 30 Ta-

gen nach Erhalt des Bonus. 

Der Gesuchsteller wird verpflichtet, der Gesuchstellerin die entsprechenden 

Auszahlungsbelege innert 10 Tagen nach Erhalt zur Einsicht zukommen zu 

lassen. 

- 34 - 

2. Den Unterhaltsbeiträgen gemäss Ziffer 1 liegen folgende finanzielle Verhält-

nisse der Gesuchsteller in Schweizer Franken zugrunde: 

 

- Einkommen Gesuchstellerin bis Dezember 2012: 
(Vermögensertrag) 
 

1'000.– 

- Einkommen Gesuchstellerin Januar 2013 bis Mai 2016: 
(Vermögensertrag Fr. 1'000.–, hyp Erwerbseinkommen netto, inkl. 
13. Monatslohn Fr. 2'750.–) 
 

3'750.– 

- Einkommen Gesuchstellerin ab Juni 2016: 
(Vermögensertrag Fr. 1'000.–, hyp Erwerbseinkommen netto, inkl. 
13. Monatslohn Fr. 5'500.–) 
 

6'500.– 

- Erwerbseinkommen Gesuchsteller: 
(monatlich netto, inkl. Spesenentschädigung, exkl. Kinderzulagen, 
exkl. Bonus) 
 

13'070.– 

- Gebührender Bedarf Gesuchstellerin und Kinder bis 
Dezember 2011 
 

10'453.– 

- Gebührender Bedarf Gesuchstellerin und Kinder von 
Januar 2012 bis Dezember 2012: 
 

10'853.– 

- Gebührender Bedarf der Gesuchstellerin und Kinder 
von Januar 2013 bis Mai 2016 
 

10'014.- 

- Gebührender Bedarf Gesuchstellerin ohne Kinder: 
(ohne Vorsorgeausgleich von monatlich Fr. 903.- bis Ende 2012 
und von monatlich Fr. 464.- von Januar 2013 bis Juni 2016) 
 

5'270.– 

- Bedarf Gesuchsteller: 
 

4'516.– 

- Vermögen Gesuchstellerin: 
 

ca. 600'000.– 

- Vermögen Gesuchsteller: 
 

ca. 20'000.– 
 
 
 

- Zur Deckung des gebührenden Unterhalts der Gesuch-
stellerin durchschnittlich fehlender monatlicher Betrag 
gemäss Art. 129 Abs. 3 und Art. 282 Abs. 1 lit. c ZPO 
bis Dezember 2012, falls Bonus Fr. 0.–: 

1'700.– 

 

3. Die erstinstanzliche Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolge (Dispo-

sitiv-Ziffern 10-12) wird bestätigt. 

- 35 - 

4. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 9'100.-. 

5. Die Kosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden zu 4/7 dem Erstberu-

fungskläger und zu 3/7 der Zweitberufungsklägerin auferlegt. 

Der auf den Erstberufungskläger entfallende Anteil von Fr. 5'200.- wird mit 

dem vom Erstberufungskläger geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. Der 

auf die Zweitberufungsklägerin entfallende Anteil von Fr. 3'900.- wird mit 

dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss verrechnet und soweit durch die-

sen nicht gedeckt, aus dem vom Erstberufungskläger geleisteten Vorschuss 

bezogen. 

Die Zweitberufungsklägerin wird verpflichtet, dem Erstberufungskläger aus 

den von diesem bezogenen Kostenanteil Fr. 1'900.- zurückzuerstatten. 

6. Der Erstberufungskläger wird verpflichtet, der Zweitberufungsklägerin eine 

reduzierte Parteientschädigung von Fr. 590.- (darin 8% Mehrwertsteuer in-

begriffen) zu bezahlen.  

7. Schriftliche Mitteilung an die Parteien sowie an das Bezirksgericht Uster 

(Einzelrichter im ordentlichen Verfahren) und an die Obergerichtskasse, je 

gegen Empfangsschein. 

Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit-

telfrist an die Vorinstanz zurück. 

- 36 - 

 

8. Eine bundesrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid ist innerhalb 

von 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG.  
Es handelt sich um eine vermögensrechtliche. Der Streitwert liegt über Fr. 30'000.-. 
Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

 
 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

II. Zivilkammer 
 

Der Gerichtschreiber: 
 

 
 

 lic. iur. D. Oehninger 
 

 
 
versandt am: 
 
 

	Urteil vom 3. November 2011
	Rechtsbegehren:
	Urteil des Einzelrichters im ordentlichen Verfahren des Bezirksgerichtes  Uster vom 8. Februar 2011 (act. 80):
	1. Die Ehe der Gesuchsteller wird geschieden.
	2. Die aus der Ehe der Gesuchsteller hervorgegangenen Kinder C._____, geboren am tt.mm.1997, D._____, geboren am tt.mm.1999, und E._____, geboren tt.mm.2000, werden unter die elterliche Sorge der Gesuchstellerin gestellt.
	Es wird davon Vormerk genommen, dass sich die Gesuchstellerin bereit erklärt hat, die aus der elterlichen Sorge fliessenden Befugnisse wenn immer möglich im Einvernehmen mit dem Gesuchsteller auszuüben, wobei sich die Gesuchstellerin insbesondere bere...
	Weiter wird davon Vormerk genommen, dass sich die Gesuchstellerin verpflichtet hat, den Gesuchsteller von wichtigen Anlässen (Schulbesuchstag, Elternabend etc.) rechtzeitig in Kenntnis zu setzen und ihm jeweils Kopien der Schulzeugnisse zukommen zu la...
	Im Übrigen wird vorgemerkt, dass die Gesuchsteller Kenntnis vom Recht des Gesuchstellers haben, sich bei den Lehrkräften und anderen, mit der Ausbildung befassten Personen sowie bei Ärzten und Therapeuten und weiteren, mit der Pflege und Betreuung der...
	3. Es wird davon Vormerk genommen, dass sich die Gesuchsteller und die Kinder im direkten Gespräch über die Gestaltung des gegenseitigen Anspruches der Kinder und des Gesuchstellers auf angemessenen persönlichen Verkehr einigen.
	Falls eine Einigung nicht zustande kommt, ist der Gesuchsteller berechtigt, die Kinder wie folgt auf eigene Kosten zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen:
	 an Wochenenden ungerader Kalenderwochen von Freitagabend, 18.00 Uhr, bis Sonntagabend, 18.00 Uhr,
	 in Jahren mit gerader Jahreszahl über Ostern (von Ostersamstag bis und mit Ostermontag),
	 in Jahren mit ungerader Jahreszahl über Pfingsten (von Pfingstsamstag bis und mit Pfingstmontag,
	 jährlich am zweiten Tag der Doppelfeiertage Weihnachten (26. Dezember) und Neujahr (2. Januar) von 8.00 Uhr bis 20.00 Uhr.
	Weiter wird der Gesuchsteller berechtigt erklärt, die Kinder jährlich für die Dauer von drei Wochen auf eigene Kosten zu sich oder mit sich in die Ferien zu nehmen, wobei er sich verpflichtet, der Gesuchstellerin die Ausübung des Ferienbesuchsrechts m...
	Es wird davon Vormerk genommen, dass sich die Gesuchstellerin im Gegenzug verpflichtet, den Gesuchsteller jeweils unverzüglich über beabsichtigte bzw. feststehende Lagerteilnahmen etc. der Kinder zu informieren sowie bei der Planung ihrer eigenen Feri...

	4. Die Teilvereinbarung der Gesuchsteller über die Scheidungsfolgen vom 4./8. Juni 2009 wird im Übrigen hinsichtlich deren Buchstaben B.4, C. und D. genehmigt. Sie lautet:
	5. Die H._____, … [Adresse], wird angewiesen, vom Vorsorgekonto des Gesuchstellers (A._____, AHV-Nr. …) den Betrag von Fr. 87'586.75 auf das Freizügigkeitskonto der Gesuchstellerin (B._____, AHV-Nr. …) bei der I._____, [Adresse], zu übertragen.
	6. Der Gesuchsteller wird verpflichtet, der Gesuchstellerin an die Kosten des Unterhalts der Kinder C._____, D._____ und E._____ monatliche Beiträge von je Fr. 1'400.–, zuzüglich allfällige gesetzliche oder vertragliche Kinderzulagen, zu bezahlen, zah...
	Für den Fall, dass ein Kind einen Lehrlingslohn erzielen sollte, wird der Gesuchsteller berechtigt erklärt, die Hälfte des monatlich über Fr. 400.– hinaus gehenden Lehrlingslohnes vom Unterhaltsbeitrag für das entsprechende Kind abzuziehen.
	7. Der Gesuchsteller wird verpflichtet, der Gesuchstellerin wie folgt monatliche nacheheliche Unterhaltsbeiträge im Sinne von Art. 125 ZGB zu bezahlen, zahlbar jeweils im Voraus, auf den Ersten eines jeden Monats:
	 Fr. 3'800.– ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis und mit Juli 2014,
	 Fr. 1'600.– ab August 2014 bis und mit Mai 2016.
	Darüber hinaus wird der Gesuchsteller verpflichtet, der Gesuchstellerin jeweils 2/3 seines in den Jahren 2011 bis 2014 ausbezahlten Bonus zu bezahlen, jedoch maximal insgesamt Fr. 36'400.– für alle vier Jahre zusammen, zahlbar jeweils innert 30 Tagen ...
	Der Gesuchsteller wird verpflichtet, der Gesuchstellerin die entsprechenden Auszahlungsbelege innert 10 Tagen nach Erhalt zur Einsicht zukommen zu lassen.

	8. Die Unterhaltsbeiträge gemäss Dispositivziffern 6 und 7 sowie der Betrag des zur Reduktion berechtigenden Lehrlingseinkommens gemäss Ziff. 6 basieren auf dem Landesindex der Konsumentenpreise des Bundesamtes für Statistik per Ende Dezember 2010 mit...
	Weist der Gesuchsteller nach, dass sich sein Einkommen nicht in vollem Umfange der Teuerung angepasst hat, so erhöhen sich die Unterhaltsbeiträge gemäss Ziff. 7 nur im Verhältnis der tatsächlich eingetretenen Einkommenserhöhung.
	9. Den Unterhaltsbeiträgen gemäss Ziffer 6 und 7 liegen folgende finanzielle Verhältnisse der Gesuchsteller in Schweizer Franken zugrunde:
	10. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: Fr. 8'000.–.
	11. Die Kosten werden den Gesuchstellern je zur Hälfte auferlegt.
	12. Es wird keine Prozessentschädigung zugesprochen.
	13./14. Mitteilung / Rechtsmittel
	Berufungsanträge:
	Erwägungen:
	Es wird erkannt:
	1. Der Gesuchsteller wird verpflichtet, der Gesuchstellerin wie folgt monatliche nacheheliche Unterhaltsbeiträge im Sinne von Art. 125 ZGB zu bezahlen, zahlbar jeweils im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats:
	 Fr. 3'800.– ab 1. Juni 2011 bis und mit Dezember 2012,
	 Fr. 2'064.– ab Januar 2013 bis und mit Mai 2016.
	Darüber hinaus wird der Gesuchsteller verpflichtet, der Gesuchstellerin 14/36 seines für das Jahr 2011 ausbezahlten Bonus sowie 2/3 des ihm für das Jahr 2012 ausbezahlten Bonus zu bezahlen, jedoch maximal insgesamt Fr. 32'500.– für diese zwei Jahre zu...
	Der Gesuchsteller wird verpflichtet, der Gesuchstellerin die entsprechenden Auszahlungsbelege innert 10 Tagen nach Erhalt zur Einsicht zukommen zu lassen.

	2. Den Unterhaltsbeiträgen gemäss Ziffer 1 liegen folgende finanzielle Verhältnisse der Gesuchsteller in Schweizer Franken zugrunde:
	3. Die erstinstanzliche Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolge (Dispositiv-Ziffern 10-12) wird bestätigt.
	4. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 9'100.-.
	5. Die Kosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden zu 4/7 dem Erstberufungskläger und zu 3/7 der Zweitberufungsklägerin auferlegt.
	Der auf den Erstberufungskläger entfallende Anteil von Fr. 5'200.- wird mit dem vom Erstberufungskläger geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. Der auf die Zweitberufungsklägerin entfallende Anteil von Fr. 3'900.- wird mit dem von ihr geleisteten Kost...
	Die Zweitberufungsklägerin wird verpflichtet, dem Erstberufungskläger aus den von diesem bezogenen Kostenanteil Fr. 1'900.- zurückzuerstatten.
	6. Der Erstberufungskläger wird verpflichtet, der Zweitberufungsklägerin eine reduzierte Parteientschädigung von Fr. 590.- (darin 8% Mehrwertsteuer inbegriffen) zu bezahlen.
	7. Schriftliche Mitteilung an die Parteien sowie an das Bezirksgericht Uster (Einzelrichter im ordentlichen Verfahren) und an die Obergerichtskasse, je gegen Empfangsschein.
	8. Eine bundesrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid ist innerhalb von 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff...