# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 74a06a34-a871-59d1-a2e8-0163eeaf2f48
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-08-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.08.2009 D-4893/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4893-2009_2009-08-06.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-4893/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  6 .  A u g u s t  2 0 0 9

Einzelrichter Fulvio Haefeli, 
mit Zustimmung von Richterin Gabriela Freihofer;
Gerichtsschreiberin Karin Schnidrig.

A._______, geboren (...),
Gambia,
(...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 27. Juli 2009 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-4893/2009

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass der  Beschwerdeführer  –  ein  gambischer  Staatsangehöriger  mit 
letztem Wohnsitz in B. – seinen Heimatstaat eigenen Angaben zufolge 
zwischen  Ende  Mai  und  Anfang  Juni  2009  verliess  und  am 
15. Juni 2009 illegal  in  die Schweiz gelangte,  wo er  gleichentags im 
Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) C. ein Asylgesuch einreichte,

dass der Beschwerdeführer anlässlich der Kurzbefragung vom 1. Juli 
2009 sowie der Anhörung zu den Asylgründen vom 22. Juli 2009 im D. 
insbesondere geltend machte, er habe in der ersten Hälfte des Jahres 
2009 einen Mann namens I. in einer Diskothek kennengelernt, welcher 
ihm am späteren Abend offenbart habe, homosexuell zu sein,

dass es zwischen ihm und I. zunächst zum Streit gekommen sei, da er 
um das Verbot der Homosexualität in Gambia gewusst habe,

dass sie sich in der darauf folgenden Zeit jedoch immer wieder getrof-
fen und dabei angefreundet hätten,

dass er I. zu Hause besucht habe, wobei es zum Geschlechtsverkehr 
gekommen sei,

dass er daraufhin durcheinander gewesen sei, sich aber weiterhin mit 
I. getroffen habe,

dass die  Leute aus  der  Nachbarschaft  etwa einen Monat  vor seiner 
Ausreise aus Gambia angefangen hätten, ihn auf offener Strasse als 
Homosexuellen zu beschimpfen und anzuschreien,

dass sein Vater ebenfalls davon erfahren habe und seither nicht mehr 
mit ihm gesprochen habe,

dass er eines Tages, gegen Ende Mai oder Anfang Juni 2009, von A. 
informiert worden sei, die Jungen aus der Nachbarschaft hätten ihn bei 
der Polizei angezeigt,

dass ihm A. zur Flucht geraten habe,

dass  er  B. am selben  Tag verlassen  und  die  Fähre  von  E. nach  F. 
genommen habe,

Seite 2

D-4893/2009

dass er von dort im Sammeltaxi bis G. gefahren sei, wo er einen Tag 
lang die Weiterreise nach Europa organisiert habe,

dass er einem Mann 100'000 CFA bezahlt habe und in einem Motor-
boot  in  sechs  Tagen  von  G. nach  H.,  Spanien,  gefahren  sei,  wo  er 
übernachtet habe,

dass er am folgenden Tag einen Senegalesen kennengelernt habe, der 
ihm die Zugfahrt von Spanien in die Schweiz bezahlt habe,

dass der  Beschwerdeführer  bei  der  Einreichung seines Asylgesuchs 
schriftlich aufgefordert wurde, innert 48 Stunden rechtsgenügliche Rei-
se- oder Identitätspapiere einzureichen, wobei er dieser Aufforderung 
bis dato keine Folge leistete,

dass das BFM mit Verfügung vom 27. Juli 2009 – eröffnet gleichentags 
–  in  Anwendung  von  Art. 32  Abs.  2  Bst.  a des  Asylgesetzes  vom 
26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat und 
die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz sowie den 
Vollzug anordnete,

dass  das  BFM  zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  der  Be-
schwerdeführer  habe  geltend  gemacht,  in  Gambia  einen  Reisepass 
und eine Identitätskarte besessen zu haben,

dass die Angaben zu seinem Reisepass unglaubhaft seien,

dass er angegeben habe, er habe einen Pass gewollt, diesen deshalb 
selbst beantragt und bekommen,

dass er - nach dem Aussehen des Passes gefragt - allerdings geant-
wortet habe, er habe den Pass in einem Couvert abgeholt und nie an-
geschaut,

dass dies in Anbetracht des Umstands, wonach der Beschwerdeführer 
selbst um die Ausstellung des Passes bemüht gewesen sei, ihn unbe-
dingt habe haben wollen und dafür bezahlt habe, nicht nachvollziehbar 
sei,

dass er darüber hinaus nicht habe beschreiben können, was er genau 
habe tun müssen, um den Pass zu beantragen,

Seite 3

D-4893/2009

dass er die Identitätskarte nur unregelmässig auf sich getragen haben 
wolle,

dass der Beschwerdeführer nach eigenen Angaben Gambia ohne Pa-
piere verlassen habe, nachdem er vor der Ausreise noch nach seinem 
Pass und der Identitätskarte gesucht, diese Dokumente aber nicht ge-
funden habe,

dass er sich zwar noch eine neue Identitätskarte habe ausstellen las-
sen wollen, wofür er nur auf den Polizeiposten hätte gehen und sich 
nochmals anmelden müssen,

dass dafür die Zeit aber nicht mehr ausgereicht habe, weshalb er ohne 
Reisepapiere gereist sei,

dass  der  Beschwerdeführer  ausserdem  nirgends  kontrolliert  worden 
sein wolle,

dass  diese Schilderungen der  allgemeinen Erfahrung widersprechen 
würden,  zumal  sämtliche  Schengen-Vertragsstaaten  gemäss  dem 
Schengener Abkommen verpflichtet seien, die strengen EU-Einwande-
rungsbestimmungen mit Visa- und Passkontrollen einzuhalten,

dass  der  Beschwerdeführer  erklärt  habe,  er  habe  einen  Tag  in  G. 
verbracht, bevor er weitergereist sei,

dass ihm jedoch nicht geglaubt werden könne, in nur einem Tag in ei-
ner ihm fremden Stadt im Ausland die Weiterreise nach Europa organi-
siert zu haben und gleich anschliessend abgereist zu sein,

dass  die  Aussage,  wonach  er  nur  100'000  CFA (umgerechnet  rund 
235 CHF)  bezahlt  habe,  um  von  G.  illegal  nach  H.  zu  gelangen, 
ebenso unglaubhaft sei,

dass ferner das Vorbringen, wonach er diese Strecke in nur sechs Ta-
gen im Motorboot bewältigt haben wolle, nicht geglaubt werden könne,

dass der Beschwerdeführer zudem nicht in der Lage gewesen sei, an-
zugeben, wo in Spanien er den Zug bestiegen und welche Städte er 
auf der Zugfahrt passiert habe,

Seite 4

D-4893/2009

dass ihm ebenso  wenig  geglaubt  werden könne,  er  habe  dabei  nir-
gends umsteigen müssen,

dass das Aussageverhalten des Beschwerdeführers bezüglich der Rei-
seumstände oberflächlich und unglaubhaft sei,

dass seine Ausführungen insgesamt nur den Schluss zuliessen, er be-
absichtige  nicht  nur,  die  wahren Umstände zu seinem Reiseweg zu 
verheimlichen, sondern wolle auch nicht offen legen, mit welchen Rei-
sepapieren er in Wirklichkeit in die Schweiz gereist sei,

dass demnach keine entschuldbaren Gründe vorliegen würden, welche 
es dem Beschwerdeführer verunmöglichten, Reise- oder Identitätspa-
piere einzureichen,

dass die Vorbringen des Beschwerdeführers bezüglich seiner homose-
xuellen Neigung unsubstanziiert seien, zumal er nicht habe wiederge-
ben können, wie es dazu gekommen sei, dass er als heterosexueller 
Mann mit I. geschlafen habe,

dass er vielmehr angegeben habe, es sei einfach passiert, ohne erklä-
ren zu können, wie es dazu gekommen sei,

dass er im Weiteren nicht habe beschreiben können, was ihn an I. ge-
reizt habe, sondern unverbindlich und stereotyp erklärt habe, I. sei ein 
sympathischer Mann gewesen, sie hätten sich unterhalten und ange-
freundet,

dass der Beschwerdeführer zudem nicht habe angeben können, ob er 
sich heute sexuell zu Männern oder zu Frauen hingezogen fühle,

dass  er  vielmehr  geltend  gemacht  habe,  er  sei  durcheinander  und 
habe andere Probleme im Kopf, an die er denke,

dass  die  Angaben  des  Beschwerdeführers  zu  seiner  homosexuellen 
Veranlagung  und  seinem  sexuellen  Kontakt  zu  I.  offensichtlich  sub-
stanzlos seien,

dass  erhebliche  Zweifel  daran  bestünden,  dass  es  sich  beim  Be-
schwerdeführer um einen Mann mit homosexueller Neigung handle be-
ziehungsweise  dass  er  überhaupt  je  homosexuellen  Verkehr  gehabt 
habe,

Seite 5

D-4893/2009

dass auch die weiteren Vorbringen des Beschwerdeführers oberfläch-
lich seien,

dass er nicht habe erklären können, woher die Leute von der homose-
xuellen Veranlagung des I. gewusst haben sollen,

dass er  vermutet  habe, sie  hätten es vielleicht an dessen Gehweise 
oder der Art, wie er sich bewegt habe, erkannt,

dass der Beschwerdeführer ebenso wenig in der Lage gewesen sei, 
anzugeben, wie die Leute von seiner eigenen Homosexualität erfahren 
hätten,

dass er selbst überrascht sei, dass sie es gewusst hätten,

dass dies umso mehr überraschen müsse, als der Beschwerdeführer 
selbst ausser I. keine weiteren Homosexuellen gekannt habe,

dass sich diese immer verborgen gehalten hätten,

dass er zudem nicht anzugeben gewusst habe, wann er bei der Polizei 
angezeigt worden sei,

dass  er  sich  allein  aufgrund  der  Aussage  von  A.  betreffend  eine 
angebliche Anzeige zur Flucht entschieden habe, weil er automatisch 
gewusst habe, wegen der Anzeige von der Polizei gesucht zu werden,

dass der Beschwerdeführer zu Beginn der Anhörung gesagt habe, er 
habe vor seiner Ausreise eine neue Identitätskarte bei der Polizei aus-
stellen  lassen  wollen,  was  jedoch  aufgrund  des  Zeitmangels  nicht 
mehr möglich gewesen sei,

dass dieses Vorbringen jeglicher  Logik  entbehre,  zumal  er  bestimmt 
nicht den Wunsch verspürt hätte, bei der Polizei eine neue Identitäts-
karte zu beantragen, wäre er tatsächlich vor der Polizei in Gambia ge-
flüchtet,

dass der Beschwerdeführer ferner widersprüchliche Angaben gemacht 
habe,

dass er in der Erstbefragung geschildert habe, er habe seinem Vater 
gesagt, er sei schwul,

Seite 6

D-4893/2009

dass er demgegenüber in der Anhörung erklärt habe, dem Vater seine 
Homosexualität verheimlicht zu haben,

dass er darüber hinaus einerseits geltend gemacht habe, mit I. bis zur 
Ausreise zusammen gewesen zu sein, andererseits jedoch angegeben 
habe, I. sei ebenfalls von den Leuten beschimpft und angeschrien wor-
den, weshalb dieser dann nicht mehr in den Wohnort gekommen sei 
und sie sich seither nicht mehr gesehen hätten,

dass dem vorliegenden Sachverhalt  somit keine Hinweise einer asyl-
beachtlichen Verfolgung entnommen werden könnten,

dass  der  Beschwerdeführer  demnach  die  Flüchtlingseigenschaft  ge-
mäss Art. 3 und Art. 7 AsylG nicht erfülle, und zusätzliche Abklärungen 
zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines Wegweisungs-
vollzugshindernisses aufgrund der Aktenlage nicht erforderlich seien,

dass infolgedessen in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf 
das Asylgesuch nicht einzutreten sei,

dass der Vollzug der Wegweisung zulässig, zumutbar und möglich sei,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 28. Juli 2009 (Poststem-
pel  vom 30. Juli  2009)  gegen  diese  Verfügung  beim Bundesverwal-
tungsgericht Beschwerde erhob und dabei sinngemäss beantragte, es 
sei  auf  sein  Asylgesuch  einzutreten  und  die  Flüchtlingseigenschaft 
festzustellen,

dass er insbesondere geltend machte, er habe seinen Pass und seine 
Identitätskarte  lange nicht  mehr  gesehen,  weshalb er  sie  vergebens 
gesucht habe, als er sie habe mitnehmen wollen,

dass  er  im  Weiteren  die  bereits  im  erstinstanzlichen  Verfahren  ge-
machten Ausführungen zu seinen Ausreisegründen und den Reisemo-
dalitäten wiederholte,

dass die Akten der Vorinstanz am 3. August 2009 beim Bundesverwal-
tungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  ent-

Seite 7

D-4893/2009

scheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-34 des Verwaltungsgerichtsge-
setzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung beson-
ders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be-
ziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass es sich um eine sogenannte  Laienbeschwerde handelt,  an  die 
keine  hohen  formellen  Anforderungen  zu  stellen  sind,  weshalb  zu 
Gunsten  des  Beschwerdeführers  auf  die  insoweit  form-  und  fristge-
recht eingereichte Beschwerde einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG 
und Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 52 Abs. 1 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichtein-
tretensentscheid als unrechtmässig erachtet – einer selbständigen ma-
teriellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die 
Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. Ent-
scheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskom-
mission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass  indessen  im  Falle  des  Nichteintretens  auf  ein  Asylgesuch  ge-
mäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG über das Nichtbestehen 
der Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, 
soweit dies im Rahmen einer summarischen Prüfung möglich ist (vgl. 
BVGE 2007/8 insb. E. 5.6.5 S. 90 f.),

dass dementsprechend in einem diesbezüglichen Beschwerdeverfah-
ren  ungeachtet  der  vorzunehmenden  Überprüfung  eines  formellen 

Seite 8

D-4893/2009

Nichteintretensentscheides  auch  die  Flüchtlingseigenschaft  Prozess-
gegenstand bildet (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73),

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mate-
riell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle 
Kognition zukommt,

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend,  wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass auf  ein Asylgesuch nicht  eingetreten wird,  wenn Asylsuchende 
den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des 
Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
AsylG),

dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet, wenn Asylsu-
chende glaubhaft machen können, sie seien dazu aus entschuldbaren 
Gründen nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), aufgrund der 
Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und Art. 7 AsylG die Flüchtlingsei-
genschaft festgestellt wird (Art. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG) oder sich auf-
grund der Anhörung erweist,  dass zusätzliche Abklärungen zur Fest-
stellung der Flüchtlingseigenschaft  oder eines Wegweisungsvollzugs-
hindernisses nötig sind (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG),

dass das Bundesverwaltungsgericht aufgrund der gesamten Akten da-
von ausgeht, dass der Beschwerdeführer die ihm obliegende gesetzli-
che Mitwirkungspflicht (vgl. Art. 8 Abs. 1 Bst. b AsylG) missachtet hat,

dass  darüber  hinaus  in  der  angefochtenen  Verfügung  überzeugend 
dargelegt  wurde,  weshalb  für  das  Nichteinreichen  von  Reise-  oder 
Identitätspapieren keine entschuldbaren Gründe vorliegen,

dass der Beschwerdeführer in der Rechtsmitteleingabe keinen triftigen 
Grund anzugeben vermag, weshalb er keine Identitätspapiere im Ori-
ginal abgegeben hat,

Seite 9

D-4893/2009

dass sein Vorbringen, er habe den Pass und die Identitätskarte nicht 
gefunden, als er sie habe mitnehmen wollen, vielmehr als unbehelfli-
cher Erklärungsversuch für die Nichtabgabe rechtsgenüglicher Reise- 
oder Identitätspapiere zu qualifizieren ist,

dass das BFM in der Entscheidbegründung das Aussageverhalten des 
Beschwerdeführers zu den Reiseumständen zu Recht als oberflächlich 
und unglaubhaft erachtete,

dass Widersprüche oder tatsachenwidrige Angaben über den Reise-
weg indes negative Rückschlüsse auf die Glaubhaftigkeit einer geltend 
gemachten  Verfolgung  zulassen  (vgl.  EMARK  1998  Nr.17  E. 4b 
S. 150),

dass sich sodann die Aktenlage nach der Direktanhörung dermassen 
klar präsentierte, dass bereits aufgrund einer summarischen Prüfung 
der eindeutige Schluss gezogen werden konnte, der Beschwerdeführer 
erfülle die Flüchtlingseigenschaft offensichtlich nicht,

dass der Vorinstanz in ihrer Einschätzung, wonach die übrigen Aussa-
gen des Beschwerdeführers unsubstanziiert,  oberflächlich und wider-
sprüchlich seien, beizupflichten ist,

dass diesbezüglich  zur  Vermeidung von Wiederholungen auf  die zu-
treffenden Erwägungen in der angefochtenen Verfügung zu verweisen 
ist,

dass  der  Beschwerdeschrift  darüber  hinaus  nicht  zu  entnehmen ist, 
weshalb  das  Bundesverwaltungsgericht  zu  einer  anderen  Einschät-
zung als die Vorinstanz gelangen sollte, zumal nicht dargetan wird, in-
wiefern die Erwägungen des Bundesamtes unzutreffend sein sollen,

dass sich angesichts  der gesamten Umstände die Erkenntnis  ergibt, 
es bestehe weder Anlass zur Vornahme zusätzlicher Abklärungen zur 
Feststellung der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines  Wegweisungsvoll-
zugshindernisses noch gar zur direkten Feststellung der Flüchtlingsei-
genschaft  (Art.  32  Abs. 3  Bstn. b  und c  AsylG sowie  BVGE 2007/8 
E. 2.1),

dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG 
zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten 
ist,

Seite 10

D-4893/2009

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbe-
willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegwei-
sung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und dem-
nach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes-
halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet,

dass darüber hinaus keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswid-
rige Behandlung im Sinne von Art. 3 der Konvention vom 4. November 
1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, 
SR 0.101) ersichtlich sind, die dem Beschwerdeführer im Heimatstaat 
droht,

Seite 11

D-4893/2009

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass weder die allgemeine Lage im Heimatland des Beschwerdefüh-
rers noch individuelle Gründe auf eine konkrete Gefährdung im Falle 
einer Rückkehr schliessen lassen,

dass es dem jungen und gesunden Beschwerdeführer  insbesondere 
zumutbar  ist,  sich  erneut  in  seiner  Heimat  niederzulassen  und  dort 
eine neue Existenz aufzubauen, zumal er über eine Schulbildung und 
Sprachkenntnisse (Englisch und Französisch) verfügt,

dass ihm sein nach wie vor in Gambia lebender Vater bei der Wieder-
eingliederung behilflich sein kann,

dass im Übrigen keine weiteren persönlichen Gründe ersichtlich sind, 
aufgrund derer unter Umständen geschlossen werden könnte, der Be-
schwerdeführer  gerate  im Falle  der  Rückkehr  in  eine  existenzbedro-
hende Situation, weshalb der Vollzug der Wegweisung - übereinstim-
mend mit der Vorinstanz - als zumutbar zu bezeichnen ist,

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Hei-
matstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse beste-
hen (Art. 83 Abs. 2 AuG) und es dem Beschwerdeführer obliegt,  bei 
der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (Art.  8  Abs.  4 
AsylG),

dass nach dem Gesagten der vom Bundesamt verfügte Wegweisungs-
vollzug zu bestätigen ist und eine Anordnung der vorläufigen Aufnah-
me ausser Betracht fällt (Art. 83 Abs. 1-4 AuG),

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletze,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststelle 
oder unangemessen sei (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 1-3 des Reglements vom 21. Feb-
ruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesver-

Seite 12

D-4893/2009

waltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzu-
erlegen sind (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 13

D-4893/2009

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den  Beschwerdeführer durch  Vermittlung  des  BFM,  D. 
(Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein)

- das BFM, D. (vorab per Telefax zu den Akten Ref.-Nr. N _______, 
mit  der  Bitte  um Eröffnung  des  Urteils  an  den  Beschwerdeführer 
und um Zustellung der beiliegenden Empfangsbestätigung an das 
Bundesverwaltungsgericht; Beilage: Empfangsbestätigung)

- (...) (per Telefax)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Fulvio Haefeli Karin Schnidrig

Versand:

Seite 14

D-4893/2009

EMPFANGSBESTÄTIGUNG

A._______, geboren (...), Gambia

Hiermit bestätige ich, heute folgendes Dokument erhalten zu haben:

Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 6. August 2009

Ort: .............................................

Datum: .............................................

Unterschrift: .............................................

Bemerkungen:  .............................................

Diese Empfangsbestätigung ist  nach Unterzeichnung von der eröffnenden Behörde dem 
Bundesverwaltungsgericht, Abt. IV, Referenz D-4893/2009 (N _______), Postfach, 
CH-3000 Bern 14, zuzustellen.

Seite 15