# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 71b74521-653b-5fd2-98b2-d891590f5d03
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-09-16
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 16.09.2015 BV.2015.13
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_BV-2015-13_2015-09-16.pdf

## Full Text

Beschluss vom 16. September 2015  
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Andreas J. Keller, Vorsitz, 

Emanuel Hochstrasser und Roy Garré,  

Gerichtsschreiber Stefan Graf  

   

 

Parteien 

  

A., vertreten durch Rechtsanwältin Kristina Herenda 

 

Beschwerdeführer 

 

 gegen 

   

EIDGENÖSSISCHE SPIELBANKENKOMMISSION, 

 

Beschwerdegegnerin 

 

 

Gegenstand  Beschlagnahme (Art. 46 f. VStrR); 

Unentgeltliche Rechtspflege im Beschwerdeverfah-

ren (Art. 29 Abs. 3 BV) 

 
  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummern: BV.2015.13, BP.2015.20 

 

 

 

- 2 - 

 

 

Sachverhalt: 

 

A. Die Eidgenössische Spielbankenkommission (nachfolgend «ESBK») 

führt gegen B. eine Strafuntersuchung wegen des Verdachts der Widerhand-

lungen gegen das Bundesgesetz vom 18. Dezember 1998 über Glücksspiele 

und Spielbanken (Spielbankengesetz, SBG; SR 935.52). Im Rahmen dieses 

Verfahrens führte die Stadtpolizei Zürich am 12. März 2015 im  

Restaurant C. in Zürich eine Hausdurchsuchung durch, wobei sie Bargeld-

beträge in der Höhe von insgesamt Fr. 6'960.– und EUR 5'000.– sicherstellte 

(act. 2.3). Am 18. Juni 2015 erliess der zuständige Untersuchungsbeamte 

des Sekretariats der ESBK eine Verfügung, mit welcher er die bei A. gefun-

denen Beträge von Fr. 3'350.– und EUR 5'000.– als mutmassliches Spielgeld 

beschlagnahmte (act 2.1). 

 

 

B. Dagegen erhebt A. mit Schreiben vom 22. Juni 2015 Beschwerde und bean-

tragt, ihm die beschlagnahmten EUR 5'000.– auszuhändigen. Des Weiteren 

stellte er einen Antrag auf unentgeltliche Rechtspflege (act. 1). 

 

Gemäss Art. 26 Abs. 2 lit. b VStrR wurde die Beschwerde beim Direktor des 

Sekretariats der ESBK eingereicht, welcher die Beschwerde mitsamt Be-

schwerdeantwort am 24. Juni 2015 diesem Gericht weiterleitete. Er bean-

tragt, die Beschwerde sei unter Kostenfolge abzuweisen (act. 2). 

 

Mit Replik vom 23. Juli 2015 verzichtet A. einstweilen auf die Beantragung 

der unentgeltlichen Rechtspflege und ergänzt seinen in der Beschwerde ge-

stellten Antrag betreffend die Beschlagnahme wie folgt (act. 6): 

 

1. Es sei die Beschlagnahme von EUR 5'000.– aufzuheben und dem Be-

schwerdeführer der beschlagnahmte Betrag zurückzuerstatten; 

 

alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzügl. 8% MwSt. zu Lasten der Be-

schwerdegegnerin. 

 

Die Replik wurde der ESBK am 27. Juli 2015 zur Kenntnis gebracht (act. 7).  

 

Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit 

erforderlich, in den folgenden rechtlichen Erwägungen Bezug genommen. 

 

 

 

 

- 3 - 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1.  

1.1 Art. 57 Abs. 1 SBG besagt, dass bei der Verfolgung von Widerhandlungen 

gegen das SBG das Bundesgesetz vom 22. März 1974 über das Verwal-

tungsstrafrecht (VStrR; SR 313.0) zur Anwendung gelangt. Verfolgende Be-

hörde ist dabei das Sekretariat der ESBK.  

 

1.2 Gegen Zwangsmassnahmen im Sinne der Art. 45 ff. VStrR und damit zu-

sammenhängende Amtshandlungen kann bei der Beschwerdekammer des 

Bundesstrafgerichts Beschwerde geführt werden (Art. 26 Abs. 1 VStrR i.V.m. 

Art. 37 Abs. 2 lit. b StBOG). Zur Beschwerde ist berechtigt, wer durch die 

angefochtene Amtshandlung berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an 

deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 28 Abs. 1 VStrR). Mit der Be-

schwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll-

ständige Feststellung des Sachverhalts oder die Unangemessenheit gerügt 

werden (Art. 28 Abs. 2 VStrR). Die Beschwerde ist innert drei Tagen, nach-

dem der Beschwerdeführer von der Amtshandlung Kenntnis hat, bei der zu-

ständigen Behörde schriftlich mit Antrag und kurzer Begründung einzu-

reichen (Art. 28 Abs. 3 VStrR). 

 

1.3 Die Eintretensvoraussetzungen geben vorliegend zu keinen Bemerkungen 

Anlass. Auf die Beschwerde ist einzutreten.  

 

 

2.  

2.1 Der Beschwerdegegnerin zufolge wurde das im Rahmen der Hausdurchsu-

chung vom 12. März 2015 beim Beschwerdeführer gefundene Bargeld von 

Fr. 3'350.– sowie von EUR 5'000.– aufgrund des Verdachts, dass es sich 

dabei um Spielgeld handle, zur Beweissicherung sowie im Hinblick auf eine 

spätere Einziehung gestützt auf Art. 46 Abs. 1 lit. a und b VStrR mit Beschlag 

belegt (act. 2.1, S. 3). Der Beschwerdeführer führt sinngemäss aus, dass er 

die Beschlagnahme bezüglich der Fr. 3'350.– bis zum Abschluss der Unter-

suchung akzeptiere, jedoch auf die Herausgabe der EUR 5'000.– nicht ver-

zichten könne. Es handle sich dabei um Geld, welches er von seinem in Kro-

atien lebenden Bruder in bar erhalten habe, damit er diesem in der Schweiz 

einen Combi-Transportwagen kaufe. Den Geldbetrag habe er am 12. März 

2015 zu diesem Zwecke auf sich getragen. Da er (der Beschwerdeführer), 

der Einzige der sechs im Zusammenhang mit der Kontrolle Befragten mit 

einem höheren Betrag in einer Fremdwährung war, zeige sich, dass es sich 

bei den EUR 5'000.– nicht um Spielgeld handle (act. 1, S. 2). 

  

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2.2 Voraussetzung einer Beschlagnahme ist zunächst, dass ein hinreichender 

Verdacht auf eine strafbare Handlung vorliegt. Der hinreichende Verdacht 

setzt nicht voraus, dass Beweise und Indizien bereits für eine erheblicheoder 

hohe Wahrscheinlichkeit einer Verurteilung sprechen; allerdings muss er 

sich im Verlaufe der Ermittlungen weiter verdichten (vgl. Beschluss des Bun-

desstrafgerichts BV.2013.19 vom 19. März 2014, E. 5.2). Die Beschlag-

nahme muss wie jedes Zwangsmittel verhältnismässig sein (Art. 36 Abs. 3 

BV; vgl. auch Art. 45 Abs. 1 VStrR).  

 

2.3 Die ESBK begründet den Tatverdacht wie folgt (act. 2): 

 

Bei der am 12. März 2015 aufgrund des Verdachts des Nachgehens illegalen 

Glückspieles im Restaurant C. durchgeführten Kontrolle sollen sechs Perso-

nen an einem Tisch vorgefunden worden sein. Auf dem besagten Tisch sol-

len sich Spielkarten sowie grössere Beträge Bargeld befunden haben. Bei 

den sechs Personen stellte die Polizei Bargeld in Höhe von insgesamt 

Fr. 6'960.– und EUR 5'000.– sicher, welches diese lose vor sich auf dem 

Tisch, in der Hand bzw. in der Hosen- oder Jackentasche auf sich getragen 

haben sollen.  

 

Als Lokalverantwortlicher sei der Beschuldigte B. eruiert worden, welcher 

während der Kontrolle ebenfalls anwesend gewesen sei. B. gab in seiner 

Einvernahme vom 13. März 2015 zu Protokoll, dass er ca. zwei Monate vor 

der Einvernahme damit begonnen habe, seinen Gästen Spielkarten abzuge-

ben. Mit den Spielkarten soll insbesondere das Spiel «Sanabana» gespielt 

worden sein, wobei dieses mit einem Stapel zu 52 Karten gespielt werde. 

Zwei Personen würden jeweils gegeneinander spielen. Zu Beginn des Spiels 

sage einer der Spieler eine Karte an, worauf die Spieler abwechslungsweise 

jeweils eine Karte vom Stapel aufdecken würden. Derjenige Spieler, der die 

angesagte Karte zuerst ziehe, habe gewonnen. Zusätzlich hierzu bestehe 

die Möglichkeit, dass weitere Personen auf einen der beiden Spieler setzen. 

Der vereinbarte Einsatz werde vom Verlierer direkt an den Gewinner bezahlt, 

wobei kein Spieler die Funktion der Bank übernehme. Im Verlauf einer Be-

fragung der sechs am Spieltisch anwesenden Personen habe sich sodann 

gezeigt, dass am Abend des 12. März 2015 «Sanabana» gespielt worden 

sei. Die Aussagen des B. sowie des Beschuldigten, würden den Schluss na-

helegen, dass bereits früher gespielt worden sei. Die Spieler hätten überdies 

zu Protokoll gegeben, dass jedermann mitspielen könne und sich die Höhe 

des Einsatzes in der Grössenordnung zwischen Fr. 10.– und Fr. 50.– be-

wege (act. 2, S. 3; act. 2.3).  

 

- 5 - 

 

 

2.4 Mit Busse bis zu Fr. 500'000.– wird bestraft, wer Glücksspiele ausserhalb 

konzessionierter Spielbanken organisiert oder gewerbsmässig betreibt 

(Art. 56 Abs. 1 lit. a SBG). 

 

2.5 Die obgenannten Feststellungen der Beschwerdegegnerin liefern genügend 

konkrete Hinweise, wonach im Restaurant C. Glücksspiele im Sinne von 

Art. 3 Abs. 1 bzw. Art. 56 Abs. 1 lit. a SBG betrieben wurden. Der hinrei-

chende Tatverdacht wird vom Beschwerdeführer auch nicht explizit bestrit-

ten. Er gab lediglich zu Protokoll, dass er selber nicht gespielt habe, bestä-

tigte aber, dass ein Kartenspiel um Geld gespielt worden sei und der Einsatz 

Fr. 10.– pro Runde betragen habe (act. 2.3). 

 

2.6 Der Untersuchungsbeamte beschlagnahmt Gegenstände, die als Beweismit-

tel von Bedeutung sein können (Art. 46 Abs. 1 lit. a VStrR). Gemäss Art. 46 

Abs. 1 lit. b VStrR sind vom untersuchenden Beamten Gegenstände und 

andere Vermögenswerte, die voraussichtlich der Einziehung unterliegen, mit 

Beschlag zu belegen. Welche Gegenstände und Vermögenswerte der Ein-

ziehung unterliegen, ergibt sich aus Art. 69 ff. StGB (vgl. Art. 2 VStrR; EI-

CKER/FRANK/ACHERMANN, Verwaltungsstrafrecht und Verwaltungsstraf-

verfahrensrecht, Bern 2012, S. 195). Gemäss Art. 70 Abs. 1 StGB verfügt 

das Gericht u. a. die Einziehung aller Vermögenswerte die durch eine Straf-

tat erlangt worden sind. Einzuziehen sind nicht nur direkt aus der Straftat 

stammende Vermögenswerte, sondern auch echte und unechte Surrogate 

(BOMMER/GOLDSCHMID, Basler Kommentar, 2. Aufl., Basel 2014, Art. 263 

StPO N. 44; HEIMGARTNER, Kommentar zur Schweizerischen Strafpro-

zessordnung [StPO], 2. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, Art. 263 StPO N. 17). 

Ebenfalls einziehbar und mithin beschlagnahmefähig sind Erträge aus Straf-

taten ohne individuellen Geschädigten (BOMMER/GOLDSCHMID, a.a.O., 

Art. 263 StPO N. 43). Die Vermögenseinziehungsbeschlagnahme nach Art. 

46 Abs. 1 lit. b VStrR i.V.m. Art. 70 Abs. 1 StGB setzt zusätzlich zu den ob-

genannten Voraussetzungen der Beschlagnahme einen Deliktskonnex vo-

raus; es bedarf einer voraussichtlich adäquaten, wesentlichen Kausalität 

zwischen der möglichen Straftat und dem erlangten Vermögenswert (HEIM-

GARTNER, Strafprozessuale Beschlagnahme, Zürich/Basel/Genf 2011, S. 

144 f. m.w.H.). 

 

2.7 Vorliegend besteht der hinreichende Tatverdacht, dass der Beschwerdefüh-

rer an illegalen Glücksspielen im Restaurant C. teilgenommen hat. Gemäss 

Rapport der Stadtpolizei Zürich sass der Beschwerdeführer persönlich am 

Spieltisch und es befand sich Bargeld im Betrag von Fr. 850.– vor ihm auf 

dem Spieltisch. Es besteht eine hinreichende Grundlage für den Verdacht, 

dass er die beschlagnahmten Fr. 3'350.– sowie EUR 5'000.– als Gewinne 

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aus illegalem Glückspiel generiert haben könnte. Eine mildere Alternative zur 

Beschlagnahme der Vermögenswerte zwecks Sicherung einer allfälligen 

Einziehung ist vorliegend nicht ersichtlich. Es wird Sache der laufenden Ver-

waltungsstrafuntersuchung sein, abzuklären, ob und in welchem Umfang die 

Vermögenswerte aus illegalem Glücksspiel stammen und ob sie allenfalls 

der Einziehung unterliegen. Namentlich werden die Ermittlungen insbeson-

dere zeigen müssen, ob die EUR 5.000.– im Zusammenhang mit illegalen 

Glücksspielen stehen oder, ob der Beschwerdeführer diese – wie von ihm 

behauptet – einzig zum Zweck des Kaufs eines Occasionswagens auf sich 

trug. Zumindest im vorliegenden Beschwerdeverfahren liefert der Beschwer-

deführer nebst seinen Behauptungen keinerlei Beweismittel, welche den ge-

schilderten Tatverdacht und den Konnex zu den beschlagnahmten Vermö-

genswerten entkräften könnten. 

 

2.8 Nach dem Gesagten erweist sich die angefochtene Beschlagnahme als 

rechtmässig und verhältnismässig. Die Beschwerde ist demnach abzuwei-

sen. 

 

 

3. Das mit Beschwerde gestellte Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist 

infolge Rückzug als erledigt abzuschreiben. 

 

 

4. Die Gerichtskosten sind bei diesem Ausgang des Verfahrens dem Be-

schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG analog; vgl. TPF 2011 25 

E. 3). Die Gerichtsgebühr ist dabei auf Fr. 2'000.– festzusetzen (Art. 73 

StBOG und Art. 5 und 8 Abs. 1 des Reglements des Bundesstrafgerichts 

vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in 

Bundesstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]). 

 

 

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. Das Gesuchsverfahren betreffend unentgeltliche Rechtspflege wird als erle-

digt abgeschrieben. 

 

3. Die Gerichtsgebühr von Fr. 2'000.– wird dem Beschwerdeführer zur Bezah-

lung auferlegt.  

 

 

 

Bellinzona, 17. September 2015 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Vorsitzende: Der Gerichtsschreiber:  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Rechtsanwältin Kristina Herenda 

- Eidgenössische Spielbankenkommission 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide der Beschwerdekammer über Zwangsmassnahmen kann innert 30 Tagen nach 
der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde geführt werden 
(Art. 79 und 100 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005; BGG). Das 
Verfahren richtet sich nach den Artikeln 90 ff. BGG. 

Eine Beschwerde hemmt den Vollzug des angefochtenen Entscheides nur, wenn der 
Instruktionsrichter oder die Instruktionsrichterin es anordnet (Art. 103 BGG).