# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c66cde48-79ec-5f85-ae3e-3a501015f514
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-10-01
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 01.10.2014 D-3326/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3326-2014_2014-10-01.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-3326/2014 

 

 

  U r t e i l  v o m  1 .  O k t o b e r  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Richter Fulvio Haefeli (Vorsitz), 

Richterin Gabriela Freihofer,  

Richterin Claudia Cotting-Schalch, 

Gerichtsschreiberin Ulrike Raemy. 

   Parteien 
 

A._______, geboren (…), 

und deren Kind  

B._______, geboren (…), 

Eritrea,  

c/o schweizerische Botschaft in Khartum, 

Beschwerdeführende,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM),  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz. 

 

Gegenstand 

 
Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung;  

Verfügung des BFM vom 9. Januar 2014 / N_______. 

 

 

D-3326/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Mit Eingabe vom 23. Mai 2011 (Eingangsstempel Botschaft) reichte die 

Beschwerdeführerin bei der schweizerischen Botschaft in Khartum (in der 

Folge: die Botschaft) für sich und ihr Kind ein Asylgesuch ein. 

B.  

B.a Mit Schreiben vom 6. August 2013 teilte das BFM der Beschwerde-

führerin mit Hinweis auf die Rechtsprechung des Bundesver-

waltungsgerichts (vgl. BVGE 2011/39 E. 4.3.2) mit, dass im vorliegenden 

Fall kein zulässig gestelltes Asylgesuch vorliege und forderte sie auf, eine 

unterzeichnete Willensäusserung einzureichen, wonach sie die Schweiz 

wegen einer asylrelevanten Verfolgung um Schutz durch Asyl ersuche, 

sowie eine umfassende Begründung ihres Asylgesuches anhand des bei-

liegenden Fragenkataloges. Des Weiteren könne aufgrund des begrenz-

ten Personalbestandes sowie fehlender Voraussetzungen im sicherheits-

technischen und räumlichen Bereich keine Befragung durch die Botschaft 

durchgeführt werden. Aus diesem Grund unterbreitete ihr das BFM eine 

Reihe konkreter Fragen zur Abklärung des Sachverhalts. 

B.b Mit Schreiben vom 1. Dezember 2013 (Eingangsstempel der Bot-

schaft) liess sich die Beschwerdeführerin fristgerecht vernehmen.  

C.  

C.a Zur Begründung ihres Asylgesuches machte die Beschwerdeführerin 

im Wesentlichen geltend, sie sei am 7. März 1984 in C._______ (Eritrea) 

geboren, sie sei tigrinischer Ethnie, christlich-orthodoxen Glaubens, Mut-

ter eines Kindes und wohne zur Zeit in Khartum. Ihre Probleme hätten 

Mitte der 1990er Jahre begonnen, als die eritreische Regierung ihren 

Ehemann zwangsverpflichtet und nach den vorgesehenen 18 Monaten 

Dienst nicht wieder entlassen habe. Im Mai 2000 sei ihr Ehemann wäh-

rend des Grenzkonfliktes mit Äthiopien umgebracht worden. Dieses Er-

eignis habe grosse Verzweiflung in ihr Leben gebracht. Daraufhin habe 

sie sich entschieden, nach D._______ zu gehen, da sie sich dort ein bes-

seres Einkommen erhofft habe. In D._______ habe sie begonnen, in ei-

nem privaten Café zu arbeiten. Nach einiger Zeit und mit Hilfe von ande-

ren habe sie ein eigenes Café- und Teegeschäft eröffnen können. Die Si-

cherheitskräfte hätten alle Ladenbesitzer in dieser Region, so auch die 

Beschwerdeführerin, auf ihre Pflicht hingewiesen, Flüchtlinge zu melden. 

Am 17. Februar 2009 seien die Sicherheitskräfte in ihr Café gekommen, 

hätten sie in ihr Büro nach E._______ gebracht und dann für zwei Wo-

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chen ohne Befragung inhaftiert. Sie sei beschuldigt worden, jungen Män-

nern zur Flucht verholfen zu haben, danach hätten sie zwei Männer in die 

Wildnis gebracht, dort geschlagen und vergewaltigt. Insgesamt sei sie 

drei Monate in E._______ in Haft gewesen. Am 21. April 2009 sei sie 

nach der Unterzeichnung eines falschen Geständnisses freigelassen 

worden. Am 20. Juni 2009 sei sie aus Eritrea in Richtung Sudan geflüch-

tet. Im UNHCR Flüchtlingslager Shegerab sei sie registriert, aber nach 

drei Tagen und noch vor Ausstellung ihre Flüchtlingskarte von der Ras-

haida entführt worden. Ihre Verwandten hätten das Lösegeld bezahlt, so 

dass sie wieder freigekommen sei. Aus Angst vor einer erneuten Entfüh-

rung sei sie nicht ins Flüchtlingslager zurückgekehrt, sondern habe sich 

nach Khartum begeben. Auch in Khartum lebe sie in grosser Angst. Be-

reits zweimal seien Diebe in ihr Haus gekommen, hätten sie mit einem 

Messer bedroht und ausgeraubt. Im März 2010 habe sie eine Beziehung 

mit einem Eritreer begonnen, welcher nach Libyen weitergeflohen sei, als 

sie im zweiten Monat schwanger gewesen sei. Sie wisse nicht, wo sich 

dieser Mann heute befinde. Sie lebe alleine in Khartum und bestreite ih-

ren Lebensunterhalt mit dem Verkauf von Tee und mit anderen Haus-

haltsarbeiten. Im Sudan sei sie in ihren Rechten beschnitten, sie werde 

von Individuen terrorisiert und gefoltert und könne sich diesbezüglich 

nicht an die Polizei wenden, da diese Sudanesen begünstige. Zudem ha-

be sie grosse finanzielle Probleme. 

C.b Die Beschwerdeführerin reichte eine Kopie ihres UNHCR-Flüchtlings-

ausweises zu den Akten. 

D.  

Mit Verfügung vom 9. Januar 2014 – eröffnet am 1. Mai 2014 – verwei-

gerte das BFM den Beschwerdeführenden die Einreise in die Schweiz 

und lehnte deren Asylgesuch ab. 

E.  

Mit Eingabe vom 2. Juni 2014 (Eingangsstempel der Botschaft) erhoben 

die Beschwerdeführenden in englischer Sprache Beschwerde gegen die 

Verfügung des BFM vom 9. Januar 2014. Die Botschaft überwies die Ein-

gabe zuständigkeitshalber an das Bundesverwaltungsgericht zur Behand-

lung (Eingangsstempel des Bundesverwaltungsgerichts vom 18. Juni 

2014). Die Beschwerdeführenden machten sinngemäss geltend, die an-

gefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihnen die Einreise in die 

Schweiz zu bewilligen. Sie fühlten sich in ihrem Aufenthaltsstaat nicht si-

cher. In Khartum würden sie sich in ständiger Gefahr um ihr Leben und 

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ihre Freiheit befinden. Im UNHCR-Flüchtlingslager Shegerab fehle es an 

lebensnotwendigen Dingen wie Schutz und Nahrung. Zudem komme es 

dort zu Entführungen und "human trafficking" durch verschiedene krimi-

nelle Gruppierungen, insbesondere durch Angehörige der Rashaida-

Nomaden. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu 

den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bun-

desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im 

Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist 

daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel, so auch vorliegend, 

endgültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).  

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG oder 

das AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 6 und 105 

AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist nicht in einer Amtssprache des Bundes abgefasst. 

Auf die Ansetzung einer Frist zur Beschwerdeverbesserung kann indes-

sen verzichtet werden, da der in Englisch abgefassten Beschwerdeein-

gabe genügend klare, sinngemässe Rechtsbegehren und deren Begrün-

dung zu entnehmen sind und ohne Weiteres darüber befunden werden 

kann.  

1.4 Die Beschwerdeführenden sind legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG), und 

sie haben ihre Beschwerde gemäss Aktenlage fristgerecht bei der 

schweizerischen Botschaft in Khartum eingereicht (Art. 108 Abs. 1 AsylG 

i.V.m. Art. 20 Abs. 3 VwVG). Die Beschwerde ist auch formgerecht 

(Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist demnach einzutreten. 

1.5 Gestützt auf Art. 33a Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG ergeht der vor-

liegende Entscheid in deutscher Sprache. 

1.6 Auf einen Schriftenwechsel wurde gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG 

verzichtet. 

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2.  

Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

3.  

Mit den dringlichen Änderungen des Asylgesetzes vom 28. September 

2012 (AS 2012 5359), welche am 29. September 2012 in Kraft getreten 

sind, wurden unter anderem die Bestimmungen betreffend die Einrei-

chung von Asylgesuchen aus dem Ausland aufgehoben. Die Übergangs-

bestimmung (Ziffer III) hält jedoch fest, dass für die im Ausland vor dem 

Inkrafttreten der Änderung vom 28. September 2012 gestellten Gesuche 

die massgeblichen Artikel (aArt. 12, 19, 20, 41 Abs. 2, 52 und 68 AsylG) 

in der bisherigen Fassung anwendbar sind. Demnach sind auf den vorlie-

genden Fall die altrechtlichen Bestimmungen betreffend das Asyl-

verfahren anzuwenden. 

4.  

4.1 Ein Asylgesuch kann gemäss aArt. 19 AsylG im Ausland bei einer 

schweizerischen Vertretung gestellt werden, die es mit einem Bericht an 

das Bundesamt überweist (aArt. 20 Abs. 1 AsylG). Hinsichtlich des Ver-

fahrens bei der schweizerischen Vertretung im Ausland sieht aArt. 10 der 

Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen (AsylV 1, 

SR 142.311) vor, dass diese mit der asylsuchenden Person in der Regel 

eine Befragung durchführt (aArt. 10 Abs. 1 AsylV 1); ist dies nicht mög-

lich, so wird die asylsuchende Person von der Vertretung aufgefordert, ih-

re Asylgründe schriftlich festzuhalten (Art. 10 Abs. 2 AsylV 1). Eine Befra-

gung beziehungsweise eine schriftliche Sachverhaltsabklärung kann sich 

erübrigen, wenn der Sachverhalt bereits aufgrund des eingereichten 

Asylgesuchs als entscheidreif erstellt erscheint; der asylsuchenden Per-

son ist aber in diesem Fall im Sinne des rechtlichen Gehörs die Gelegen-

heit zu geben, sich zu einem abzusehenden negativen Entscheid zumin-

dest schriftlich zu äussern (BVGE 2007/30 E. 5.7 S. 367). 

4.2 Im vorliegenden Fall wurde die Beschwerdeführerin von der Botschaft 

in Khartum zu ihren Asylgesuchen nicht befragt. Indes wurde sie im Rah-

men des rechtlichen Gehörs mittels Schreiben vom 6. August 2013 zur 

weiteren Konkretisierung ihrer Asylgründe aufgefordert (vgl. Bst. B.a hier-

vor). In Verbindung mit den bereits vorgängig enthaltenen Fragestellun-

gen sowie den entsprechenden Antworten der Beschwerdeführerin dazu 

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(vgl. Bstn. B.a und B.b hiervor) konnte das BFM letztlich davon ausge-

hen, dass sämtliche für die Beurteilung der Asylgesuche aus dem Aus-

land notwendigen Aspekte abgedeckt waren, namentlich die genauen 

Personalien der asylsuchenden Personen, die detaillierten Asylvorbrin-

gen, die unternommenen Massnahmen zur Schutzsuche oder die Mög-

lichkeit einer innerstaatlichen Fluchtalternative. Dabei ist festzustellen, 

dass sich die Beschwerdeführerin in allen ihren Eingaben grundsätzlich 

auf den gleichen Sachverhalt berief. Aufgrund der Schilderungen der Be-

schwerdeführerin durfte das BFM davon ausgehen, dass sämtliche für die 

Beurteilung des Asylgesuches aus dem Ausland notwendigen Sachver-

haltsaspekte vorgebracht wurden. Das BFM ist zudem der Begründungs-

pflicht des Anhörungsverzichts nachgekommen, so dass im vorliegenden 

Verfahren dem Anspruch der Beschwerdeführerin (Mutter) auf Gewäh-

rung des rechtlichen Gehörs Rechnung getragen und der entscheidwe-

sentliche Sachverhalt in genügender Weise und umfassend abgeklärt 

wurde. 

5.  

5.1 Beim Entscheid für die Erteilung einer Einreisebewilligung gelten re-

striktive Voraussetzungen, wobei den Behörden ein weiter Ermessens-

spielraum zukommt. Neben der erforderlichen Gefährdung im Sinne von 

Art. 3 AsylG sind namentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, die Mög-

lichkeit der Schutzgewährung durch einen anderen Staat, die Bezie-

hungsnähe zu anderen Staaten, die praktische Möglichkeit und objektive 

Zumutbarkeit zur anderweitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen 

Eingliederungs- und Assimilationsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen 

(vgl. statt vieler Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-5509/2011 vom 

22. November 2011 E. 4.4).  

5.2 Nach aArt. 52 Abs. 2 AsylG kann einer Person, die sich im Ausland 

befindet, das Asyl verweigert werden, wenn es ihr zugemutet werden 

kann, sich in einem anderen Staat um Aufnahme zu bemühen.  

5.3 Im Rahmen einer Gesamtschau ist dabei zu prüfen, ob es aufgrund 

der ganzen Umstände geboten erscheint, dass es gerade die Schweiz ist, 

die den angesichts der bestehenden Gefährdung erforderlichen Schutz 

gewähren soll. Dabei sind namentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, 

die Möglichkeit der Schutzgewährung durch einen anderen Staat, die Be-

ziehungsnähe zu anderen Staaten, die praktische Möglichkeit und objek-

tive Zumutbarkeit der anderweitigen Schutzsuche sowie die voraus-

sichtlichen Eingliederungs- und Assimilationsmöglichkeiten in Betracht zu 

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ziehen (vgl. BVGE 2011/10 E. 3.3 S. 126 und E. 5.1 S. 128; vgl. auch die 

Zusammenfassung der Rechtsprechung im Urteil D-2018/2011 vom 

14. September 2011 E. 7.1). 

6.  

6.1  

6.1.1 Die Vorinstanz stellte in der angefochtenen Verfügung fest, aus den 

Schilderungen der Beschwerdeführerin in ihrem Asylgesuch vom 23. Mai 

2011 sowie in ihrer Stellungnahme vom 1. Dezember 2013 lasse sich 

schliessen, dass sie ernstzunehmende Schwierigkeiten mit den eritrei-

schen Behörden gehabt habe.  

6.1.2 Unglaubhaft würden jedoch ihre Angaben erscheinen, wonach sie 

Mitte der 1990er Jahre bereits verheiratet gewesen sein wolle, und ihr an-

geblicher Ehemann bereits im Jahr 2000 getötet worden sei. Zu diesem 

Zeitpunkt wäre die Beschwerdeführerin gerade elf Jahre alt gewesen. Zu-

dem habe sie bei den persönlichen Angaben in ihrem Schreiben vom 1. 

Dezember 2013 weder ihren Zivilstand mit verwitwet angegeben, noch 

Angaben zu ihrem Ehemann gemacht.  

6.2 Es sei zu prüfen, ob einer allfälligen Asylgewährung durch die 

Schweiz der Asylausschlussgrund von aArt. 52 Abs. 2 AsylG entgegen-

stehe. Danach könne einer Person das Asyl verweigert werden, wenn es 

ihr zugemutet werden könne, sich in einem anderen Staat um Aufnahme 

zu bemühen. 

Die Beschwerdeführerin sei gemäss ihren Angaben beim UNHCR als 

Flüchtling registriert worden und habe sich drei Tage lang im Flüchtlings-

lager Shegerab aufgehalten. Sie sei im Sudan in ihren Rechten beschnit-

ten worden, Individuen würden sie terrorisieren sowie foltern und sie kön-

ne damit nicht zur Polizei, da diese sudanesische Personen begünstigen 

würde. 

Laut Berichten des UNHCR würden sich zahlreiche eritreische Flüchtlinge 

und Asylsuchende im Sudan aufhalten. Vor diesem Hintergrund sei nicht 

zu verkennen, dass die Lage vor Ort für diese Menschen wie auch für die 

Beschwerdeführerin und ihr Kind nicht einfach sei. Dennoch bestünden 

keine konkreten Anhaltspunkte zur Annahme, wonach ein weiterer 

Verbleib im Sudan nicht zumutbar oder nicht möglich wäre.  

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Flüchtlinge im Sudan, welche vom UNHCR registriert worden seien und 

einem Flüchtlingslager zugeteilt würden, bekämen dort die nötige Versor-

gung. Die Beschwerdeführerin und ihr Kind verfügten im Sudan nicht über 

ein freies Aufenthaltsrecht für das ganze Land. Daher sei ihnen zuzumu-

ten, beim UNHCR um Schutz zu ersuchen, sollte ihre Situation tatsäch-

lich kritisch sein.  

Unbestrittenermassen sei für eritreische Flüchtlinge das Leben in Khar-

tum nicht einfach. Aus den Angaben der Beschwerdeführerin gehe hervor, 

dass sie mit ihrem Kind seit mehreren Jahren dort leben würde. Die Hür-

den für eine zumutbare Existenz in Khartum seien somit in ihrem Fall 

nicht unüberwindbar. Überdies lebe im Sudan eine grosse eritreische Di-

aspora, die für in Not geratene Landsleute bereitstehe und weitgehend 

Unterstützung biete.  

Bei der Anwendung von aArt. 52 Abs. 2 AsylG sei zudem in einer Ge-

samtschau die Beziehungsnähe zur Schweiz und die Beziehungsnähe zu 

anderen Staaten zu prüfen. Den Akten zufolge seien keine Hinweise auf 

allfällige Anknüpfungspunkte zur Schweiz ersichtlich. Aufgrund dessen sei 

keine besondere Beziehungsnähe zur Schweiz gegeben, welche die vo-

rangegangenen Feststellungen umstossen könnte. Die Beschwerdefüh-

renden benötigten den zusätzlichen subsidiären Schutz der Schweiz ge-

mäss aArt. 52 Abs. 2 AsylG nicht, weshalb ihnen ein weiterer Verbleib im 

Sudan zugemutet werden könne.  

Nach dem Gesagten seien sowohl das Asylgesuch als auch der Einreise-

antrag abzulehnen. 

7.  

7.1 Seit rund 40 Jahren suchen eritreische Flüchtlinge im Ostsudan Zu-

flucht. Laut UNHCR sind zur Zeit mehr als 100'000 Flüchtlinge in diesem 

Gebiet untergebracht. Der Ostsudan ist zu einer massgeblichen Transitre-

gion für Personen geworden, die aus Eritrea fliehen, und in den Flücht-

lingslagern des UNHCR müssen die Flüchtlinge bis zu drei Monate auf 

Ausweispapiere warten, weshalb viele vor Erhalt der entsprechenden Pa-

piere ihr Lager verlassen. Schätzungen des UNHCR zufolge verlassen 

80 % der Flüchtlinge die Lager innert den ersten drei Monaten nach ihrer 

Ankunft und setzen ihren Weg weiter nach Khartum, den Nahen Osten 

oder Europa fort. Der Sudan verfolgt eine sogenannte "encampment po-

licy", der zufolge Asylsuchende und Flüchtlinge gehalten sind, sich in ei-

nem der zwölf Flüchtlingslager aufzuhalten. Die sudanesischen Behörden 

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beschränken die Bewegungsfreiheit der Flüchtlinge durch diese "encamp-

ment policy" und durch die gesetzlich vorgesehene Bestrafung von 

Flüchtlingen, welche die Flüchtlingslager verlassen. Da die Flüchtlinge oft 

weder über Identitätspapiere noch über eine Reisebewilligung verfügen, 

sind sie für ihre Weiterreise – in den Grossraum Khartum, in den Nahen 

Osten oder nach Europa – von Schleppern abhängig. Sie sind besonders 

gefährdet, Opfer von Menschenhändlern zu werden. Eritreische Flücht-

linge werden namentlich entlang der sudanesisch-eritreischen Grenze 

aus den Flüchtlingslagern und den Städten im Ostsudan entführt und de-

ren Verwandte um Lösegelder erpresst (vgl. Urteil des Bundesverwal-

tungsgerichts E-3288/2013 vom 11. November 2013 E. 6.3.1 m. w. H.). Im 

Zusammenhang mit diesem Menschenhandel, den Entführungen und 

Verschleppungen tritt häufig der arabische Nomadenstamm der Rashai-

da, welcher im sudanesischen-eritreischen Grenzgebiet lebt, in Erschei-

nung. Die Rashaida kontrollieren einen grossen Teil des Handels und 

Schmuggels in dieser Grenzregion; eine kleinere Anzahl von Angehörigen 

dieses Nomadenstammes ist auch für den Menschenschmuggel und –

handel verantwortlich. Darüber hinaus verfügen die Rashaida über ein gut 

organisiertes Netzwerk und arbeiten mit anderen Nomadenstämmen und 

mit ägyptischen Beduinen zusammen (vgl. E-3288/2013 E. 6.3.1 

m. w. H.). Eritreische Flüchtlinge werden nicht nur aus den Lagern des 

Ostsudan entführt, es kommt auch zu "Schlepper- bzw. Schmuggelmiss-

bräuchen" ("smuggler abuses") entlang den Migrationsrouten Richtung 

Mittelmeer, wobei die Routen vom Sudan aus insbesondere nach Nord-

westen in Richtung Libyen oder nach Norden in den Nahen Osten, nach 

Ägypten, führen.  

7.2 Die Beschwerdeführerin hat zwar vorgetragen, bereits während ihres 

dreitägigen Aufenthaltes im UNHCR Flüchtlingslager Shegerab Opfer ei-

ner Entführung durch die Rashida-Nomaden geworden zu sein, welche 

sie erst nach der Bezahlung eines Lösegelds durch ihre Verwandten wie-

der freigelassen hätten. Danach habe sie sich nach Khartum begeben, 

wo am 19. Dezember 2010 ihr Kind zur Welt gekommen sei, und wo sie 

gemäss Aktenlage noch heute lebt. Folglich befinden sich die Be-

schwerdeführenden nicht auf einer der als gefährlich einzustufenden 

Migrationsrouten. An dieser Stelle ist nochmals darauf hinzuweisen, dass 

nach Einschätzung des UNHCR das Risiko einer Entführung oder Ver-

schleppung ("kidnapping") für eritreische Flüchtlinge und Asylsuchende 

bei der Einreise in den Sudan am höchsten ist (vgl. E-3288/2013 E. 6.3.2 

S. 15). An ihrem derzeitigen Aufenthaltsort in Khartum sind die Beschwer-

deführenden hingegen nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von 

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Seite 10 

einer entsprechenden Entführung bedroht. Sie haben daher keine be-

gründete Furcht im Sinne der asylrechtlichen Rechtsprechung, dass eine 

Verschleppung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit konkret erfolgen 

wird.  

Zusammenfassend ist festzustellen, dass keine konkrete Grundlage für 

die Annahme besteht, dass die Beschwerdeführenden als eritreische 

Flüchtlinge in Khartum befürchten müssten, Opfer eines Menschen-

schmuggels zu werden.  

7.3 Das Gericht teilt die Ansicht der Beschwerdeführerin, dass das BFM 

ihr in der angefochtenen Verfügung zu Unrecht die geltend gemachte 

"Verwitwung" mit 13 Jahren nicht geglaubt hat. Vor dem Hintergrund der 

in Eritrea üblichen Zwangsverheiratungen im Kindesalter kann es durch-

aus zu derartigen Konstellationen kommen. Weitere diesbezügliche Aus-

führungen erübrigen sich jedoch, da die Vorbringen der Be-

schwerdeführenden, wie nachfolgend dargelegt wird, insgesamt nicht 

asylrelevant sind.  

7.4  

7.4.1 Die Beschwerdeführerin bringt zwar vor, die Verhältnisse in Khartum 

seien viel prekärer und gefährlicher als in der angefochtenen Verfügung 

dargestellt ("random round ups", Forderungen der sudanesischen Polizei 

nach Geldleistungen unter Androhung der Deportation und Festnahmen 

sowie die Sorge um ihren Lebensgefährten). Abgesehen aber von der 

Festnahme im April 2014 durch die Polizei hat sie keine konkreten Behel-

ligungen während ihres Aufenthalts in Khartum geltend gemacht. Auch ist 

es ihr gemäss eigenen Angaben gelungen, durch den Verkauf von Tee 

und durch Arbeiten in verschiedenen Haushalten ein Auskommen zu fin-

den.  

7.4.2 Es ist nicht abzusprechen, dass die Lebensbedingungen in Khartum 

generell, und somit auch für die Beschwerdeführerin und ihr Kind, schwie-

rig sind. Dennoch ist nicht anzunehmen, dass sie im Sudan den Lebens-

unterhalt für sich und ihr Kind nicht mehr wird bestreiten können. Sie lebt 

gemäss ihren Angaben seit nahezu fünf Jahren in Khartum, wo sie eine 

Arbeit und eine Unterkunft gefunden hat. Sie verkauft Tee und besorgt 

gegen Entgelt in verschiedenen Haushalten verschiedene Tätigkeiten wie 

Kleider waschen und bügeln oder Putzen. Das Bundesverwaltungsgericht 

erkennt keine konkreten Anhaltspunkte dafür, dass die Beschwerdeführe-

rin inskünftig nicht mehr für den notwendigen Lebensunterhalt wird auf-

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Seite 11 

kommen können; allenfalls kann sie auch mit der in Khartum lebenden 

grossen eritreischen Diaspora rechnen. Dies umso mehr, als sie in ihrer 

Eingabe vom 1. Dezember 2013 ausdrücklich erklärte, sie habe zwar kei-

ne Verwandten im Sudan, aber ihre Nachbarn seien eritreische Flüchtlin-

ge (vgl. Eingabe vom 1. Dezember 2013 S. 7). Sollten die Beschwerde-

führenden einen weiteren Aufenthalt in Khartum nicht mehr in Betracht 

ziehen, haben sie die Möglichkeit, sich wieder in das ihnen zugewiesene 

Flüchtlingslager zu begeben, wo sie mit Schutz und einer ausreichenden 

Versorgung rechnen können, auch wenn es dort – wie oben dargelegt – 

in der Vergangenheit zu Entführungen von Flüchtlingen aus dem Camp 

und um das Camp herum gekommen ist. Zwar kann mithin die Gefahr 

(respektive die schwierig einzuschätzende Wahrscheinlichkeit) einer Ent-

führung im Shegarab-Lager nicht ausgeschlossen werden; indessen ge-

nügt eine aktuell für die Beschwerdeführenden gar nicht in unmittelbar 

absehbarer Zukunft und konkret bevorstehende Möglichkeit einer allfälli-

gen Gefährdung den flüchtlingsrechtlichen Anforderungen an eine be-

gründete Furcht vor Verfolgung nicht (vgl. E-3288/2013 E. 6.4).  

7.5 Die Beschwerdeführenden halten sich in einem Drittstaat, dem Sudan 

auf. Wie vorstehend bereits ausgeführt wurde, anerkennt die Vorinstanz 

und das Gericht, dass die Umstände im Sudan schwierig und teilweise 

unbefriedigend sind. Dennoch sind sie nicht dergestalt, dass auch ohne 

Bezug zur Schweiz eine Einreise in die Schweiz bewilligt werden müsste 

(vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurs-

kommission [EMARK] 2005 Nr. 19).  

7.6 Zusammenfassend ist festzustellen, dass den Beschwerdeführenden 

ein weiterer Verbleib im Sudan zumutbar ist und sie auf den Schutz der 

Schweiz nicht angewiesen sind. Die Vorinstanz hat demnach den Be-

schwerdeführenden zu Recht die Einreise in die Schweiz nicht bewilligt 

und das Asylgesuch abgelehnt. 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

und vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist da-

her abzuweisen. 

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätzlich 

den Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus ver-

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Seite 12 

waltungsökonomischen Gründen ist indessen in Anwendung von Art. 6 

des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-

gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) auf 

die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 13 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und die 

schweizerische Botschaft in Khartum. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Fulvio Haefeli Ulrike Raemy 

 

 

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