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**Case Identifier:** aa7e6af3-03f7-5c16-83e6-b77e77720882
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-05-18
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 18.05.2016 200 2015 860
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-860_2016-05-18.pdf

## Full Text

200 15 860 IV
KNB/JAP/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 18. Mai 2016

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Scheidegger, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiber Jakob

A.________
vertreten durch Fürsprecherin B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 3. September 2015

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Mai 2016, IV/15/860, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1962 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich am 22. Juni 1997 unter Hinweis auf eine Nervenkrankheit mit 
teilweiser Lähmung bei der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) 
zum Leistungsbezug an (Akten der IVB [act. II], 37.1/77-82). Diese sprach 
ihm mit Verfügung vom 24. November 1998 (act. II 37.1/11-15) bei einem 
Invaliditätsgrad von 100 % ab 1. Oktober 1997 eine ganze Invalidenrente 
zu und gewährte ihm mit Verfügung vom 8. Dezember 1998 (act. II 
37.1/1 f.) ab demselben Zeitpunkt eine Hilflosenentschädigung wegen einer 
leichtgradigen Hilflosigkeit. Diese Ansprüche wurden im Rahmen von or-
dentlichen Revisionen in den Jahren 2000 (act. II 11 f.), 2003 (act. II 19 f.) 
und 2008 (act. II 30 f.) bestätigt.

B.

Anlässlich einer weiteren von Amtes wegen eingeleiteten Revision 
(act. II 39) ging die IVB gestützt auf Einschätzungen des Regionalen Ärztli-
chen Dienstes (RAD; act. II 45 f., 56) sowie eine Arbeitsmarktliche-
Medizinische Abklärung (AMA; act. II 59) von einem verbesserten Gesund-
heitszustand aus und ermittelte einen Invaliditätsgrad von 35 %. Mit Verfü-
gungen vom 24. bzw. 25. November 2011 (act. II 83 f.) hob sie die Invali-
denrente und die Hilflosenentschädigung per Ende des der Zustellung der 
Verfügungen folgenden Monats auf.

Auf Beschwerde hin (act. II 88) zog die IVB die Verfügung vom 24. Novem-
ber 2011 (act. II 83) betreffend die Invalidenrente pendente lite in Wieder-
erwägung (act. II 90), worauf das Beschwerdeverfahren mit Prozessurteil 
des Verwaltungsgerichts vom 17. Februar 2012, IV/2012/25 (act. II 93), 
diesbezüglich als erledigt vom Geschäftsverzeichnis abgeschrieben wurde. 
Mit Urteil vom 27. August 2012, IV/2012/26 (act. II 124), wies das Verwal-
tungsgericht die Beschwerde gegen die Verfügung vom 25. November 
2011 (act. II 84) betreffend die Hilflosenentschädigung ab.

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Nach einer abgebrochenen beruflichen Abklärung (act. II 118) ermittelte die 
IVB basierend auf Beurteilungen des RAD (act. II 125, 135, 147) einen In-
validitätsgrad von 21 % und stellte dem Versicherten mit Vorbescheid vom 
19. Juni 2015 (act. II 148) erneut die Aufhebung der Invalidenrente in Aus-
sicht. Nach erhobenem Einwand (act. II 149, 153) verfügte die IVB am 
3. September 2015 entsprechend dem Vorbescheid die Rentenaufhebung 
per Ende des der Verfügungszustellung folgenden Monats (act. II 155).

C.

Mit Eingabe vom 24. September 2015 erhob der Versicherte, vertreten 
durch Fürsprecherin B.________, Beschwerde und beantragte sinn-
gemäss, die angefochtene Verfügung sei kostenfällig und ersatzlos aufzu-
heben.

In ihrer Beschwerdeantwort vom 11. Dezember 2015 schloss die Be-
schwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtene Verfügung ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Verfügun-
gen. Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen 
Anträgen nicht durchgedrungen, durch die angefochtene Verfügung berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb er zur 

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Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gege-
ben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über 
Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs-
rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwer-
de einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 3. September 2015 
(act. II 155). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente 
und dabei insbesondere, ob die Beschwerdegegnerin die laufende ganze 
Rente zu Recht auf Ende des der Verfügungszustellung folgenden Monats 
– mithin per 31. Oktober 2015 – aufgehoben hat.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 

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und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).

2.3.1 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 
ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der 
Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 10, 130 V 343 E. 
3.5 S. 349).

2.3.2 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2011 IV Nr. 37 S. 109 E. 1.1).

2.3.3 Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeit-
punkt der ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur 
Zeit der streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 
E. 3.5.2 S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369; SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1). 

Wurde die Rente zuvor bereits revidiert oder bestätigt, so ist als zeitliche 
Vergleichsbasis die letzte rechtskräftige Verfügung heranzuziehen, sofern 
eine materielle Überprüfung des Leistungsanspruches tatsächlich stattge-
funden hat, d.h. eine rechtskonforme (medizinische) Sachverhaltsab-

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klärung, eine Beweiswürdigung und gegebenenfalls – sofern Hinweise für 
eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszu-
stands bestanden – ein Einkommensvergleich durchgeführt worden sind 
(BGE 133 V 108 E. 5.4 S. 114; SVR 2013 IV Nr. 44 S. 135 E. 3.1.2).

3.

3.1 Der Anspruch auf die am 24. November 1998 (act. II 37.1/11-15) 
zugesprochene ganze Invalidenrente wurde mit Verfügungen vom 23. No-
vember 2000 (act. II 12), 27. November 2003 (act. II 19) und 16. Oktober 
2008 (act. II 30) bestätigt. Diese Verwaltungsakte fussten jedoch nicht auf 
einer rechtskonformen Sachverhaltsabklärung und Beweiswürdigung, es 
wurden lediglich Verlaufsberichte der behandelnden Ärzte eingeholt (act. II 
9, 16, 28) bzw. von der Ausgleichskasse der Auszug aus dem individuellen 
Konto (IK-Auszug; act. II 29) ediert. Weil die entsprechenden Verfügungen 
keine den Anforderungen entsprechende Vergleichsbasis darstellen, ist der 
Sachverhalt im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung vom 24. No-
vember 1998 (act. II 37.1/11-15) mit jenem der angefochtenen Verfügung 
vom 3. September 2015 (act. II 155) zu vergleichen und zu prüfen, ob in 
den tatsächlichen Verhältnissen eine erhebliche Veränderung eintrat, die 
geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beein-
flussen (vgl. E. 2.3 hiervor).

3.2 Die rechtskräftige Verfügung vom 24. November 1998 (act. II 
37.1/11-15) basierte in medizinischer Hinsicht auf den Berichten des Spi-
tals C.________ (act. II 37.1/58-61, 37.1/66 f.), der Klinik D.________ 
(act. II 37.1/62-65) sowie des damaligen Hausarztes (act. II 37.1/41, 
37.1/73-75).

3.2.1 Am 20. Oktober 1996 entwickelten sich beim Beschwerdeführer 
schnell progredient eine aufsteigende Lähmung, zuerst der unteren, dann 
der oberen Extremitäten, sowie distal sensible Ausfälle. Vom 22. Oktober 
bis 11. November 1996 war er deshalb im Spital C.________ hospitalisiert. 
Im Austrittsbericht der Klinik E.________ vom 8. November 1996 (act. II 
37.1/58 f.) wurden als Diagnosen ein Verdacht auf akute Polyradikulitis 
sowie multiple Allergien und bronchiale Hyperreaktivität vermerkt. Die Ärzte 

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führten mehrere Plasmapheresen durch und erklärten, am ehesten handle 
es sich um eine Polyradikulitis, eventuell mit begleitender Myelitis, die seit 
dem 29. Oktober 1996 erfreulich schnell regredient sei, so dass der Be-
schwerdeführer mit einer guten Prognose bezüglich weiterer Regredienz 
zur Rehabilitation in die Klinik D.________ habe verlegt werden können. 
Sie attestierten bis auf weiteres eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. 

3.2.2 Im Bericht der Klinik D.________ vom 30. Dezember 1996 (act. II 
37.1/62-65) über die stationäre Rehabilitation vom 11. November bis 20. 
Dezember 1996 figurieren als Diagnosen ein Guillain-Barré-Syndrom, mul-
tiple Allergien und bronchiale Hyperreaktivität sowie ein Verdacht auf ein 
Klinefelter-Syndrom. Zu entnehmen ist, dass bei Austritt eine Gehfähigkeit 
ohne Stöcke bestanden habe und die Sensibilitätsverminderung – bis auf 
Residuen in den Fingerspitzen bzw. den Fussrücken beidseits – regredient 
gewesen sei. Die Kraft in den Beinen sei proximal vollständig zurückge-
kehrt, distal sei sie noch leicht vermindert gewesen. Sie bescheinigten bis 
auf weiteres eine vollständige Arbeitsunfähigkeit, empfahlen eine ambulan-
te Physiotherapie und erachteten eine «Berufsberatung» für angezeigt.

3.2.3 Anlässlich einer ambulanten Verlaufskontrolle vom 24. Juni 1997 im 
Spital C.________ gingen die Ärzte insgesamt von einer Verbesserung der 
Krankheitssymptomatik aus. Sie führten unter anderem aus, der Be-
schwerdeführer mit Status nach Guillain-Barré habe nach wie vor residuelle 
neurologische Störungen vorzuweisen, insbesondere Sensibilitätsstörun-
gen an den Fingerspitzen und eine Koordinationsproblematik bei fraglicher 
linksseitiger Störung der Tiefensensibilität. Die Kraft sei subjektiv und ob-
jektiv besser geworden, es falle allerdings eine Überlagerung der Sympto-
matik durch Aggravation auf (act. II 37.1/66 f.). 

3.2.4 Der Hausarzt Dr. med. F.________, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin, gab im Bericht vom 15. Juli 1997 (act. II 37.1/73-75) an, in der 
bisherigen Tätigkeit bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit, der Be-
schwerdeführer könne wohl leichte Arbeiten mit den Händen langsam aus-
führen, sei aber durch die Hyposensibilität der Finger behindert. Er sei nach 
zirka einer Stunde Stehen und Gehen erschöpft; der Gang sei durch die 
Hypästhesie der Füsse etwas ataktisch, es bestünden nach wie vor Fuss-

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paresen. Eine leidensadaptierte Tätigkeit sei, vorerst zeitlich beschränkt, 
zumutbar.

Im Attest vom 19. Dezember 1997 (act. II 37.1/41) beschrieb Dr. med. 
F.________ eine im Rahmen der beruflichen Abklärung (act. II 37.1/37 f.) 
eingetretene akute Zustandsverschlechterung mit Zunahme des neurologi-
schen Defizits an allen vier Extremitäten und akuter Sprachstörung mit stot-
ternder Artikulation. Der Beschwerdeführer habe vor der Berufsabklärung 
zuhause schrittweise seine häusliche bzw. handwerkliche Aktivität gestei-
gert und auch im Gehen Fortschritte gemacht, die vorbestehende Kapazität 
habe er aber noch lange nicht erreicht.

3.3 Die angefochtene Verfügung vom 3. September 2015 (act. II 155) 
basiert auf Einschätzungen verschiedener RAD-Ärztinnen. Diesbezüglich 
lassen sich den Akten im Wesentlichen die folgenden Angaben entnehmen:

3.3.1 Im Rahmen der von Amtes wegen eingeleiteten Revision (act. II 39) 
wurde der Beschwerdeführer am 1. November 2010 durch die RAD-Ärztin 
med. pract. G.________, Fachärztin für Neurologie sowie für Psychiatrie 
und Psychotherapie, untersucht (act. II 44 f.). Diese diagnostizierte haupt-
sächlich eine Residualsymptomatik bei Status nach möglicher Polyradikuli-
tis im Jahr 1996; Hinweise auf eine psychische Störung stellte sie hingegen 
nicht fest. Zusammenfassend ging sie davon aus, dass die subjektiv beein-
trächtigenden Reizerscheinungen im Bereich der unteren Extremitäten im 
Tagesgeschehen keine Auswirkungen zeitigten und bei zehnjähriger Be-
rentung sicher eine Dekonditionierung eingetreten sei. Nach einer Rekondi-
tionierung sei aus neurologischer Sicht langfristig ein 80%iges Pensum in 
einer leidensadaptierten Tätigkeit (überwiegend sitzende leichte Arbeiten 
mit kurzen Gehstrecken auf ebenem Grund in geschlossenen ausreichend 
beleuchteten Räumen, ohne Schichtdienst und Nachtarbeit) zumutbar. 

3.3.2 Dr. med. H.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, 
führte in einer Stellungnahme vom 5. November 2011 (act. II 46) zusätzlich 
eine allergische Diathese als massgebende Diagnose auf, wogegen sie 
das Klinefelter-Syndrom den Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit zuordnete. Sie ergänzte das von med. pract. G.________ formu-
lierte Zumutbarkeitsprofil dahingehend, dass die Arbeitsumgebung zusätz-

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lich über gute lufthygienische Verhältnisse verfügten sollte. Der berufliche 
Wiedereinstieg bzw. berufliche Massnahmen sollten aufgrund der Dekondi-
tionierung zu Beginn in einem Pensum von 50 % erfolgen; langfristig könne 
mit einem Arbeitspensum von 80 % gerechnet werden.

3.3.3 Anlässlich der vom 18. April bis 15. Mai 2011 in der Band-
Genossenschaft durchgeführten AMA wurde der Beschwerdeführer von 
med. pract. I.________, praktische Ärztin, beurteilt. Sie bestätigte das von 
med. pract. G.________ formulierte und von Dr. med. H.________ ergänz-
te Zumutbarkeitsprofil, wobei sie darüber hinaus auch Tätigkeiten mit ho-
hen Anforderungen an die Feinmotorik als unzumutbar erachtete. Des Wei-
teren sollten wegen der allergischen Diathese mit leichtem Asthma bron-
chiale Expositionen mit Latex und Tierhaaren vermieden werden und das 
Arbeitsumfeld möglichst staubfrei sein. Bei allfälligen Arbeiten im Freien sei 
zu beachten, dass auch eine Allergie auf Pollen und Pilzsporen nachge-
wiesen worden sei (act. II 56, 59/8 f. Ziff. 7). 

Nachdem der neue Hausarzt Dr. med. J.________, Facharzt für Allgemei-
ne Innere Medizin, im Bericht vom 15. September 2011 (act. II 80/2 f.) wei-
tere Diagnosen gestellt und eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert 
hatte, hielt med. pract. I.________ am 7. Oktober 2011 an ihrer Einschät-
zung fest (act. II 82).

3.3.4 Mit der Beschwerde vom 9. Januar 2012 wurden unter anderem 
medizinische Berichte des Zentrums für Schlafmedizin des Spitals 
C.________ ins Recht gelegt (act. II 88/24-30). Nach der Wiedererwägung 
(act. II 90) der Verfügung vom 24. November 2011 (act. II 83), einem vor-
zeitigen Abbruch der beruflichen Abklärung in der … (act. II 118), sowie 
weiteren aufgelegten Attesten von Dr. med. J.________ (act. II 112) nahm 
Dr. med. K.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, im Rah-
men einer Sprechstunde vom 2. Juli 2012 eine Aktenbeurteilung vor. Sie 
führte aus, es bleibe etwas unklar, inwiefern sich der Beschwerdeführer 
von seiner Lähmung (Guillain-Barré) erholt habe und gewisse bleibende 
Schäden vorhanden seien. Am von med. pract. G.________ im November 
2010 formulierten Zumutbarkeitsprofil habe sich jedoch nichts geändert 
(act. II 111). 

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Eine medizinische Begutachtung erachtete Dr. med. K.________ in ihrer 
Stellungnahme vom 21. September 2012 (act. II 125) als nicht notwendig.

3.3.5 Med. pract. G.________ nahm Bezug auf den Verlaufsbericht von 
Dr. med. J.________ vom 2. Juli 2012 (act. II 112/1 f.) und erklärte in ihrer 
Aktenbeurteilung vom 13. Februar 2013 (act. II 130), das Zumutbar-
keitsprofil vom November 2010 habe weiterhin Bestand. Die vom Hausarzt 
beschriebenen psychosozialen Faktoren und die in der AMA beschriebe-
nen motivationalen Störungen könnten keinem neurologischen Störungs-
bild zugeordnet werden. Auf neurologischem Fachgebiet fänden sich keine 
neuen Störungen, die medizinisch abgeklärt werden müssten.

3.3.6 Auf Empfehlung von Dr. med. K.________ (act. II 135) holte die 
Beschwerdegegnerin über den Hausarzt zusätzliche Berichte ein, insbe-
sondere über eine Notfallkonsultation im Spital L.________ vom 18. Juni 
2011 nach Zeckenstichen (act. II 139/45 f.) bzw. einer Untersuchung vom 
22. Juni 2012 ebendort nach einem «Kollaps» mit Verdacht auf Lungenem-
bolie (act. II 139/18). Dr. med. J.________ hielt im dazugehörigen Formula-
rbericht vom 11. Januar 2014 (act. II 139/1-7) an seiner Einschätzung einer 
bestehenden 100%igen Arbeitsunfähigkeit fest.

Dr. med. K.________ setzte sich mit den neuen Berichten in ihrer Stellung-
nahme vom 8. Mai 2015 (act. II 147) auseinander und gelangte zum 
Schluss, dass es keine neuen medizinischen Erkenntnisse gebe, die zuge-
stellten Berichte teilweise zusätzliche Inkonsistenzen zeigten und auf die 
Beurteilung aus dem Jahre 2013 abgestellt werden könne. In einer leidens-
angepassten Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer in einem 100%igen Pen-
sum eine 80%ige Leistung zumutbar. Weitere Abklärungen brauche es 
nicht mehr.

3.4 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-

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kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweis-
wert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet 
sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverläs-
sigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem An-
stellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf 
mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Gleiches gilt, 
wenn ein frei praktizierender Arzt von einer Versicherung wiederholt für die 
Erstellung von Gutachten beigezogen wird (SVR 2008 IV Nr. 22 S. 70 
E. 2.4). Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen 
in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen 
lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten 
im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gut-
achters allerdings ein strenger Massstab anzulegen (BGE 125 V 351 
E. 3b ee S. 354).

Sofern RAD-Untersuchungsberichte den Anforderungen an ein ärztliches 
Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352) genügen, auch hinsichtlich der 
erforderlichen ärztlichen Qualifikationen, haben sie einen vergleichbaren 
Beweiswert wie ein anderes Gutachten (SVR 2009 IV Nr. 53 S. 165 
E. 3.3.2). Soll allerdings ein Versicherungsfall ohne Einholung eines exter-
nen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung 
strenge Anforderungen zu stellen. Insbesondere sind die von der versicher-
ten Person aufgelegten Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte 
mitzuberücksichtigen. Wird die Schlüssigkeit der Feststellungen der versi-
cherungsinternen Fachpersonen durch einen nachvollziehbaren Bericht 
eines behandelnden Arztes in Zweifel gezogen, so genügt der pauschale 
Hinweis auf dessen auftragsrechtliche Stellung (BGE 125 V 351 E. 3a cc 
S. 353) nicht, um solche Zweifel auszuräumen. Vielmehr wird das Gericht 
entweder ein Gerichtsgutachten anzuordnen oder die Sache an den Versi-
cherungsträger zurückzuweisen haben, damit dieser im Verfahren nach 

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Art. 44 ATSG eine Begutachtung veranlasst (BGE 135 V 465 E. 4.4 - 4.6 S. 
469).

3.5

3.5.1 In beweisrechtlicher Hinsicht ist aufgrund der medizinischen Akten-
lage vorab unklar, ob im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 
3. September 2015 (act. II 155) im Vergleich zur Situation im Referenzzeit-
punkt im Jahr 1998 (vgl. E. 3.1 hiervor) eine relevante Veränderung des 
Gesundheitszustandes eingetreten ist – mithin ein Revisionsgrund (vgl. 
E. 2.3.1 hiervor) vorliegt. 

Die Allergien sowie das Klinefelter-Syndrom waren bereits früher (letzteres 
zumindest als Verdachtsdiagnose) bekannt (act. II 37.1/58, 37.1/62) und 
haben an einem entsprechend adaptierten Arbeitsplatz bzw. unter adäqua-
ter Therapie von vornherein keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Was 
den Verlauf der in Betracht gezogenen Polyradikulitis (Guillain-Barré-
Syndrom) anbelangt, wurde im VGE IV/2012/26 (E. 3.4; act. II 124/15) zwar 
erwogen, mit Blick auf die RAD-Untersuchung von med. pract. G.________ 
vom 1. November 2010 (act. II 45) sei eine wesentliche Verbesserung des 
Gesundheitszustandes ohne weiteres erstellt, diese Erwägung betraf je-
doch die hier nicht massgebende Frage der Hilflosigkeit. Hinzu kommt, 
dass hier die Sachverhaltsentwicklung bis im September 2015 zu berück-
sichtigen ist (vgl. E. 3.1 hiervor) und der Untersuchungsbericht von med. 
pract. G.________ vom 4. November 2010 (act. II 45) aufgrund des Zeitab-
laufs diesbezüglich keine taugliche Entscheidgrundlage mehr bilden kann. 
Des Weiteren ist unklar, ob im besagten Bericht allenfalls bloss eine unter 
revisionsrechtlichem Gesichtswinkel unerhebliche unterschiedliche Beurtei-
lung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts (vgl. BGE 141 
V 9 E. 2.3 S. 11; SVR 2014 UV Nr. 7 S. 22 E. 2.2) erfolgte. So erklärte die-
se RAD-Ärztin, bereits im Jahr 1997 sei ein deutlich regredienter normali-
sierter neurologischer Untersuchungsbefund erhoben worden (act. II 45/5), 
womit sie allenfalls zum Ausdruck brachte, bereits damals habe keine Ba-
sis zur Annahme einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit bestanden. Auch 
Dr. med. K.________ nahm an, die wahrscheinliche neurologische Störung 
habe sich schon 1997 weitgehend erholt gehabt und differentialdiagnos-
tisch hätten ab 1997 «Störungen nicht medizinischer Grundlage» vorgele-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Mai 2016, IV/15/860, Seite 13

gen (act. II 125/7). Tatsächlich gingen die Ärzte des Spitals C.________ in 
der ambulanten Verlaufskontrolle vom 24. Juni 1997 insgesamt von einer 
Verbesserung der Krankheitssymptomatik aus und diagnostizierten einen 
Status nach akuter Polyradikulitis (act. II 37.1/67). Dr. med. F.________ 
postulierte im Juli 1997 eine (nicht quantifizierte) Teilarbeitsfähigkeit in ei-
ner leidensadaptierten Tätigkeit (act. II 37.1/75 Ziff. 3) und gab im Dezem-
ber 1997 – trotz zwischenzeitlicher Exazerbation – an, dass der Beschwer-
deführer die häusliche bzw. handwerkliche Aktivität gesteigert und auch im 
Gehen Fortschritte gemacht habe (act. II 37.1/41). Im Rahmen der erstma-
ligen Berentung wurde die medizinisch-theoretische Restarbeitsfähigkeit in 
einer Verweisungstätigkeit nicht näher abgeklärt, sondern offenbar allein 
auf die attestierte vollständige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten 
Tätigkeit sowie das faktisch präsentierte Leistungsvermögen während der 
beruflichen Abklärung im … (…; act. II 37.1/37 f.) abgestellt (act. II 
37.1/30). Ob die ursprüngliche Verfügung vom 24. November 1998 (act. II 
37.1/11-15) vor diesem Hintergrund in wiedererwägungsrechtlichem Sinne 
zweifellos unrichtig war und ein allenfalls fehlender Revisionsgrund da-
durch substituiert werden könnte (vgl. BGE 140 V 85 E. 4.2 S. 87, 125 V 
368 E. 2 S. 369), ist hier nicht zu prüfen. Denn selbst unter der Prämisse 
eines gegebenen Revisionsgrundes wäre der medizinische Sachverhalt für 
die Beurteilung des aktuellen Gesundheitszustandes nicht hinreichend ab-
geklärt, was auch bei einer substituierten Begründung gälte.

3.5.2 Zwar nahm med. pract. G.________ nach ihrer Untersuchung vom 
1. November 2010 (act. II 45) nochmals im Februar 2013 eine Einschät-
zung der neurologischen Sachlage vor (act. II 130), sie führte jedoch keine 
klinische Verlaufsuntersuchung durch und stützte sich allein auf die damals 
unvollständigen Akten, obwohl Dr. med. J.________ im Juli 2012 über eine 
starke Symptomzunahme mit konsekutiver Hospitalisation während der 
Abklärung in der … berichtet hatte (act. II 112/1 f.). Sie stellte auf die frühe-
ren Befunde aus dem Jahr 2010 ab und nahm zu den im Januar 2014 
edierten Berichten des Spitals L.________ (act. II 139/18, 139/45 f.) nicht 
mehr Stellung; eine aktuelle neurologische Beurteilung liegt damit nicht vor. 

Die verschiedenen Aktenberichte der Dres. med. K.________ und 
H.________ sowie med. pract. I.________ erfüllen die höchstrichterlichen 
Beweisanforderungen (vgl. E. 3.4 hiervor) nicht, womit auf diese ebenfalls 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Mai 2016, IV/15/860, Seite 14

nicht abgestellt werden kann. Die Einschätzungen dieser RAD-Ärztinnen 
erfolgten aus rein allgemeininternistischer Optik, wobei sie allesamt auf die 
neurologische Problematik fokussierten und das von med. pract. 
G.________ im Jahr 2010 formulierte Zumutbarkeitsprofil übernahmen 
bzw. ergänzten (act. II 46/5, 56/4, 59/9, 111/1, 130/2, 147/8). Obwohl für 
Dr. med. K.________ unklar blieb, inwiefern sich der Beschwerdeführer 
von seiner Lähmung erholt (act. II 111/1) bzw. er tatsächlich ein ihn behin-
derndes Sensibilitätsdefizit in den Fingern habe (act. II 147/4), ortete sie 
keinen weiteren Abklärungsbedarf (act. II 125/7, 147/9), sondern begründe-
te die Diskrepanzen zwischen den objektiven Befunden und den geklagten 
Beschwerden mit einer Selbstlimitierung oder sozialen Ursachen (act. II 
147/3, 147/5 f.). In der Tat beschrieb Dr. med. J.________ psychosoziale 
Belastungsfaktoren (act. II 112/2; Akten des Beschwerdeführers [act. I], 
5/1), aus seinen Berichten ergeben sich indes ebenso Anhaltspunkte für 
psychische Beschwerden (starke emotionale Verletzlichkeit, depressive 
Reaktionen, Suiziddrohungen [act. II 112/2, 139/4 Ziff. 1.7]). Zudem wurde 
schon im November 2011 seitens des Spitals C.________ auch für die Ta-
gesschläfrigkeit eine psychiatrische Ursache vermutet (act. II 88/27). Die 
Psychiaterin med. pract. G.________ fand im November 2010 noch keine 
Hinweise auf eine psychische Störung (act. II 45/5), insbesondere die sei-
tens des Hausarztes nunmehr gemachten Angaben lassen sich indes nicht 
ohne psychiatrische Beurteilung mit der Feststellung von Dr. med. 
K.________ beseitigen, eine Depression sei nicht eingetreten (act. II 
147/6). Ebenso wenig genügt hierfür der Umstand, dass keine diesbezügli-
che Medikation erfolgt oder Therapie in Anspruch genommen wird (Be-
schwerdeantwort S. 4 Ziff. II Ziff. 4). Erst wenn fachärztlich geklärt ist, ob 
allenfalls eine psychiatrische Erkrankung vorliegt, könnte eine davon aus-
gehende Invalidisierung geprüft werden bzw. eine Abgrenzung der psycho-
sozialen Faktoren (vgl. BGE 127 V 294 E. 5a S. 299; SVR 2012 IV Nr. 52 
S. 189 E. 3.2) erfolgen. Insoweit sind die Berichte von Dr. med. J.________ 
– wenngleich sie ebenfalls lediglich aus allgemeininternistischer Fachoptik 
stammen – zumindest geeignet, Zweifel an den Aktenbeurteilungen der 
RAD-Ärztinnen zu begründen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Mai 2016, IV/15/860, Seite 15

4.

4.1 Insgesamt ergibt sich ein breites Spektrum subjektiv geklagter Be-
schwerden mit teilweise diffuser Ausprägung und ungeklärter Ätiologie, 
wobei die medizinischen Einschätzungen der involvierten Ärzte divergieren. 
Eine aktuelle und umfassende beweiskräftige medizinische Beurteilung 
fehlt sowohl in Bezug auf die Frage des Vorliegens eines Revisionsgrundes 
als auch im Hinblick auf eine (freie) Prüfung des Rentenanspruchs ab 1. 
November 2015. Bei dieser Ausgangslage durfte die Beschwerdegegnerin 
nicht ohne Einholung eines externen Gutachtens allein gestützt auf Stel-
lungnahmen des RAD entscheiden. Weil der medizinische Sachverhalt 
somit nicht rechtsgenüglich erhoben wurde, ist die Sache zur weiteren Ab-
klärung des Gesundheitszustandes an die Beschwerdegegnerin zurückzu-
weisen. Diese hat in Nachachtung der Untersuchungsmaxime (Art. 43 
Abs. 1 ATSG) eine interdisziplinäre Begutachtung zu veranlassen, für wel-
che die Disziplinen der Neurologie sowie der Psychiatrie und – soweit nach 
dem Dafürhalten der Beschwerdegegnerin bzw. der nachmaligen Gut-
achterstelle erforderlich (vgl. BGE 139 V 349 E. 3.3 S. 353) – auch weitere 
Fachrichtungen beizuziehen sind. Die Expertise wird insbesondere auch 
den höchstrichterlichen Anforderungen hinsichtlich der Frage nach revisi-
onsbegründenden Veränderungen zu genügen haben (vgl. SVR 2013 IV 
Nr. 44 S. 135 E. 6.1.2; Entscheid des BGer vom 30. September 2015, 
8C_162/2015, E. 2.2). Bei der Formulierung der Gutachterfragen ist der 
Eventualität Rechnung zu tragen, dass sich eine den psychosomatischen 
Beschwerden im Sinne von BGE 141 V 281 zuzuordnende Diagnose of-
fenbaren könnte (Beschwerde S. 11 Ziff. III Art. 15), wobei der Katalog 
gemäss Anhang zum IV-Rundschreiben Nr. 339 als Leitlinie zu dienen 
vermag. So oder anders werden sich die Experten jedenfalls auch mit den 
sich aus den Akten ergebenden Hinweise auf eine allfällige Aggravation 
(act. II 37.1/67) bzw. Inkonsistenzen (act. II 37.1/58, 88/26 f.) zu befassen 
haben.

4.2 Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 3. Sep-
tember 2015 (act. II 155) in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und 
die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie die ent-
sprechenden Sachverhaltserhebungen trifft und danach erneut über den 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Mai 2016, IV/15/860, Seite 16

Rentenanspruch ab 1. November 2015 befindet. Da die Beschwerdegegne-
rin in der besagten Verfügung einer allfälligen Beschwerde die aufschie-
bende Wirkung entzog und dieser Entzug des sog. Suspensiveffekts auch 
noch für den Zeitraum des Abklärungsverfahrens bis zum Erlass der neuen 
Verfügung andauert (vgl. BGE 129 V 370; SVR 2013 IV Nr. 37 S. 112 
E. 3.1), bleibt die Invalidenrente bis dahin eingestellt.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der vom Beschwerdeführer 
geleistete Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist ihm nach Eintritt der 
Rechtskraft des Urteils zurückzuerstatten.

5.2 Angesichts ihres Unterliegens hat die Beschwerdegegnerin dem 
Beschwerdeführer die Parteikosten zu ersetzen. Diese werden ohne Rück-
sicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der 
Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). 

In der Kostennote vom 6. Januar 2016 hat Fürsprecherin B.________ ein 
Honorar von Fr. 2‘812.50, Auslagen von Fr. 45.60, den Kostenvorschuss 
von Fr. 800.-- und die Mehrwertsteuer von Fr. 292.65 geltend gemacht. Der 
Kostenvorschuss wird zurückerstattet; er ist nicht im Rahmen der Parteien-
tschädigung zu vergüten und dementsprechend ist die Mehrwertsteuer auf 
Fr. 228.65 zu reduzieren. Der gesamte Parteikostenersatz wird somit auf 
Fr. 3‘086.75 (inkl. Auslagen und MWSt.) festgesetzt.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Mai 2016, IV/15/860, Seite 17

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Mai 2016, IV/15/860, Seite 18

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 3. September 2015 aufgehoben und die Sache an 
die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie nach Vornahme 
der Abklärungen im Sinne der Erwägungen neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der vom Beschwerdeführer geleistete Kos-
tenvorschuss von Fr. 800.-- wird nach Rechtskraft des Urteils zurück-
erstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 3‘086.75 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecherin B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.