# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 258e897a-1532-5870-b62c-2ab2a4739fd3
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-02-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.02.2025 D-8179/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-8179-2024_2025-02-14.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-8179/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 4 .  F e b r u a r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Simon Thurnheer, 

mit Zustimmung von Richter Markus König;  

Gerichtsschreiberin Michèle Fierz. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Ukraine,  

(…), 

Beschwerdeführerin,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Verweigerung vorübergehenden Schutzes;  

Verfügung des SEM vom 2. Dezember 2024. 

 

 

 

D-8179/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin suchte am 1. Oktober 2024 in der Schweiz um 

Gewährung vorübergehenden Schutzes nach.  

Zur Begründung des Gesuchs machte sie im Wesentlichen geltend, sie sei 

ukrainische Staatsangehörige und habe zum Zeitpunkt des Kriegsaus-

bruchs ihren festen Wohnsitz in der Ukraine gehabt. Am 19. Juli 2022 sei 

sie nach Grossbritannien gereist, wo sie am 3. August 2022 eine bis zum 

31. Dezember 2024 gültige Aufenthaltsbewilligung (Residence Permit) er-

halten habe. Sie habe in Grossbritannien zunächst bei einer befreundeten 

Familie gewohnt. Diese habe ihr aber ab Januar 2023 keine Unterkunft 

mehr bieten können. Da sie keine eine andere Unterkunft und auch keine 

Arbeit gefunden habe, sei sie in die Schweiz gereist. Hier habe sie Be-

kannte. 

B.  

Das SEM gewährte der Beschwerdeführerin am 2. Oktober 2024 das recht-

liche Gehör zur beabsichtigten Ablehnung ihres Gesuches um vorüberge-

henden Schutz sowie dem Vollzug der Wegweisung in das Vereinigte Kö-

nigreich. 

C.  

Mit Verfügung vom 2. Dezember 2024 – eröffnet am 10. Dezember 2024 – 

lehnte das SEM das Gesuch um Gewährung vorübergehenden Schutzes 

der Beschwerdeführerin ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und 

ordnete den Vollzug der Wegweisung an. 

D.  

Mit a Eingabe vom 28. Dezember 2024 erhob die Beschwerdeführerin ge-

gen diese Verfügung Beschwerde und ersuchte um die Aufhebung der an-

gefochtenen Verfügung und um Gewährung vorübergehenden Schutzes. 

Eventualiter beantragte sie sinngemäss, es sei die Unzumutbarkeit des 

Wegweisungsvollzugs festzustellen und ihr in der Schweiz die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte sie um 

Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung inklusive Verzicht auf die 

Erhebung eines Kostenvorschusses.  

E.  

Mit weiterer Eingabe vom 2. Januar 2025 reichte die Beschwerdeführerin 

D-8179/2024 

Seite 3 

gegen dieselbe Verfügung erneut eine Beschwerdeschrift ein, wobei sie 

darin dieselben Rechtsbegehren stellte.  

F.  

Mit Zwischenverfügung vom 14. Januar 2025 wies der Instruktionsrichter 

das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung – unter Hinweis auf Aus-

sichtslosigkeit der Beschwerde – ab und forderte die Beschwerdeführerin 

zur Leistung eines Kostenvorschusses auf, welcher am 28. Januar 2025 

bezahlt wurde.  

G.  

Mit Eingabe vom 27. Januar 2025 reichte die Beschwerdeführerin eine Be-

schwerdeergänzung ein.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls – in der Regel und auch vorliegend – end-

gültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die Be-

schwerdeführerin ist als Verfügungsadressatin zur Einreichung der Be-

schwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 6 AsylG; Art. 48 Abs. 1 so-

wie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist nach fristgerechter Leis-

tung des Kostenvorschusses einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise 

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Seite 4 

einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt wird, handelt es sich um ein solches Rechtsmittel, weshalb 

das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet. 

4.  

4.1 Gestützt auf Art. 4 AsylG kann die Schweiz Schutzbedürftigen für die 

Dauer einer schweren allgemeinen Gefährdung, insbesondere während ei-

nes Kriegs oder Bürgerkriegs sowie in Situationen allgemeiner Gewalt, vo-

rübergehenden Schutz gewähren. Der Bundesrat entscheidet, ob und nach 

welchen Kriterien Gruppen von Schutzbedürftigen vorübergehender 

Schutz gewährt wird (Art. 66 Abs. 1 AsylG). 

4.2 Am 11. März 2022 hat der Bundesrat gestützt auf Art. 66 Abs. 1 AsylG 

eine Allgemeinverfügung zur Gewährung des vorübergehenden Schutzes 

im Zusammenhang mit der Situation in der Ukraine erlassen (BBI 2022 

586). Gemäss Ziff. I der Allgemeinverfügung gilt der Schutzstatus S für fol-

gende Personenkategorien: 

a. schutzsuchende ukrainische Staatsbürgerinnen und -bürger und ihre 

Familienangehörige (Partnerinnen und Partner, minderjährige Kinder 

und andere enge Verwandte, welche zum Zeitpunkt der Flucht ganz 

oder teilweise unterstützt wurden), welche vor dem 24. Februar 2022 

in der Ukraine wohnhaft waren; 

b. schutzsuchende Personen anderer Nationalität und Staatenlose sowie 

ihre Familienangehörige gemäss Definition in Buchstabe a, welche vor 

dem 24. Februar 2022 einen internationalen oder nationalen Schutz-

status in der Ukraine hatten; 

c. Schutzsuchende anderer Nationalität und Staatenlose sowie ihre Fa-

milienangehörige gemäss Definition in Buchstabe a, welche mit einer 

gültigen Kurzaufenthalts- oder Aufenthaltsbewilligung belegen können, 

dass sie über eine gültige Aufenthaltsberechtigung in der Ukraine ver-

fügen und nicht in Sicherheit und dauerhaft in ihre Heimatländer zu-

rückkehren können. 

5.  

5.1 Die Vorinstanz begründete ihren ablehnenden Entscheid im Wesentli-

chen damit, dass die Beschwerdeführerin nicht zu einer vom Bundesrat 

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Seite 5 

definierten Gruppe der schutzberechtigten Personen gehöre. Sie habe in 

Grossbritannien über eine Aufenthaltsbewilligung verfügt und die britischen 

Behörden hätten ihrer Rückübernahme am 30. Oktober 2024 zugestimmt. 

Sie sei daher wirksam vor der Kriegssituation in der Ukraine geschützt und 

nicht auf die zusätzliche Schutzgewährung in der Schweiz angewiesen. 

Grossbritannien habe sie freiwillig verlassen und es gebe keine Indizien 

dafür, dass der dortige Schutzstatus bei einer Rückkehr nicht wiederaufge-

nommen würde. 

5.2 Die Beschwerdeführerin machte im Wesentlichen geltend, sie könne 

nicht nach Grossbritannien zurückkehren, da sie dort weder eine Unter-

kunft habe noch soziale Unterstützung erhalten werde Zudem sei ihre Auf-

enthaltsbewilligung am 31. Dezember 2024 abgelaufen.  

In ihrer Eingabe vom 2. Januar 2025 zeigte die Beschwerdeführerin die 

Unterschiede zwischen dem europäischen bzw. schweizerischen System 

der Gewährung vorübergehenden Schutzes und dem britischen System 

auf und machte geltend, dass das britische System nicht gleichwertig sei. 

Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, dass die Frist für die Zu-

stimmung der Rückübernahme abgelaufen sei und dass zusätzlich zu einer 

Rückübernahmezustimmung diverse Garantien, insbesondere Garantien 

der britischen Behörden für eine visafreie Einreise, gegen Abschiebung 

nach Ruanda oder andere Länder, für Sozialleistungen auf dem Niveau der 

europäischen Standards, dass die Ablehnungsgründe für die Verlängerung 

der britischen Aufenthaltserlaubnis den europäischen Vorschriften entspre-

chen, dass die britische Aufenthaltserlaubnis nicht widerruflich sei und 

dass die Aufenthaltserlaubnis problemlos verlängert werden könne, um sie 

an den europäischen Schutz anzupassen, einzuholen seien. 

Mit Eingabe vom 27. Januar 2025 machte die Beschwerdeführerin geltend, 

sie habe einen Anspruch auf vorübergehenden Schutz, da es im Gesetz 

keine Ausnahme gebe, welche sie davon ausschliesse. Um ihren Stand-

punkt zu untermauern, zitierte sie isländische und tschechische Rechtspre-

chung. Weiter machte sie erneut geltend, dass das britische System keinen 

zur Schweiz oder EU äquivalenten Schutz biete und deshalb nicht als va-

lable Schutzalternative zu erachten sei. Sie bemängelte ausserdem, das 

SEM habe keine Abklärungen zur Verlängerung ihres Aufenthaltstitels an-

gestellt. 

D-8179/2024 

Seite 6 

6.  

6.1 Nach Durchsicht der Akten schliesst sich das Bundesverwaltungsge-

richt den Erwägungen der Vorinstanz an.  

Die Beschwerdeführerin ist zwar ukrainische Staatsangehörige und war 

vor dem 24. Februar 2022 in der Ukraine wohnhaft, womit sie die Voraus-

setzungen für eine Schutzgewährung gemäss Ziff. I Bst. a der Allgemein-

verfügung vom 11. März 2022 zu erfüllen scheint. Es ist jedoch entgegen 

der Beschwerde dem Grundsatz der Subsidiarität asylrechtlichen Schutzes 

Rechnung zu tragen (vgl. BVGE 2022 VI/I E. 6.3.). Daraus folgt im Verfah-

ren um vorübergehenden Schutz, dass eine Person mit ukrainischer 

Staatsbürgerschaft, welche vor dem 24. Februar 2022 in der Ukraine wohn-

haft gewesen war, grundsätzlich nicht auf den Schutz der Schweiz ange-

wiesen und entsprechend auch nicht als schutzbedürftig im Sinne von Art. 

4 AsyIG zu bezeichnen ist, wenn für sie eine valable Schutzalternative aus-

serhalb der Ukraine bejaht werden kann (vgl. a.a.O. E. 6.3). Diese Kons-

tellation liegt entgegen der Beschwerdeführerin hier vor. Die Beschwerde-

führerin hat gemäss ihren Angaben in Grossbritannien vorübergehenden 

Schutz erhalten. Das Vorgehen des SEM, das Gesuch um Gewährung vo-

rübergehenden Schutzes gestützt auf das Subsidiaritätsprinzip abzu-

lehnen, ist daher nicht zu beanstanden. Auch beschränkt sich diese Praxis 

sowie die diesbezügliche bundesverwaltungsgerichtliche Rechtsprechung 

nicht auf Gesuchstellende, welche über einen aktuell gültigen Schutzstatus 

verfügen. Das Subsidiaritätsprinzip kann auch dann zur Anwendung gelan-

gen, wenn der Schutzstatus im Drittstaat beendet oder erloschen ist, so-

lange dieser auf Gesuch hin wieder erteilt wird (vgl. etwa Urteil des BVGer 

D-3371/2024 vom 13. Juni 2024 E. 6.2, D-2503/2024 vom 8. Mai 2024 S. 

6). Dies ist vorliegend anzunehmen, zumal Grossbritannien dem Rück-

übernahmeersuchen zugestimmt hat. Aufgrund dieser Zustimmung sind 

auch die Vorbringen der Beschwerdeführerin, wonach ihr Aufenthaltstitel 

am 31. Dezember 2024 erloschen sei und das SEM nicht genügend Abklä-

rungen zur Verlängerung ihres Aufenthaltstitels in Grossbritannien ge-

macht habe, unbehelflich. Auch die ausschweifenden Darlegungen in der 

Beschwerde sowie den weiteren Eingaben vermögen zu keiner anderen 

Betrachtungsweise zu führen, zumal das Bundesverwaltungsgericht in sei-

ner Rechtsprechung davon ausgeht, dass eine Person, welche in Gross-

britannien vorübergehenden Schutz erhält mangels Schutzbedürftigkeit 

nicht auf die Gewährung vorübergehenden Schutzes in der Schweiz ange-

wiesen ist (vgl. Urteil des BVGer D-7452/2024 vom 19. Dezember 2024 E. 

7.2 m.H. auf die aktuelle diesbezügliche Rechtslage in Grossbritannien). 

Im Übrigen ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin auch aus den in 

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Seite 7 

der Eingabe vom 2. Januar 2025 zitierten Urteilen des Bundesverwaltungs-

gerichts nichts zu ihren Gunsten ableiten kann, zumal es sich beim Urteil 

BVGer E-5530/2024 vom 12. Dezember 2024 um einen thematisch ande-

ren Bereich handelt (Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (si-

cherer Drittstaat - Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG)) und die im Urteil BVGer 

D-4657/2024 vom 26. August 2024 geforderte Abklärung, ob eine Einreise 

nach Grossbritannien möglich sei, mit Zustimmung zum Rückübernahme-

ersuchten vorliegend als erfüllt zu betrachten ist. Zudem ist festzuhalten, 

dass angesichts der Zustimmung zum Rückübernahmeersuchen der briti-

schen Behörden vom 30. Oktober 2024 die Ausführungen zum britischen 

System und das Vorbringen, es sei ungewiss, ob ihr wieder Schutz gewährt 

werden würde, da die Hürden in Grossbritannien einiges höher seien als in 

den EU-Staaten oder in der Schweiz, unbehelflich sind. Aufgrund dieser 

Einschätzung erübrigt sich auch das Einholen der geforderten Garantien 

bei den britischen Behörden oder Ausführungen zu den Unterschieden im 

jeweiligen Schutzsystem. 

6.2 Das SEM hat damit das Gesuch um Gewährung vorübergehenden 

Schutzes zu Recht abgelehnt.  

7.  

7.1 Lehnt das SEM ein Gesuch um Gewährung vorübergehenden Schut-

zes ab, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 

ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 

der Familie (Art. 44 AsylG). 

7.2 Die Beschwerdeführerin verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz noch über einen An-

spruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach 

ebenfalls zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, 

je m.w.H.). 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Wegweisungsvollzugshindernisse sind zu beweisen, wenn der strikte Be-

weis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. 

BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

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Seite 8 

8.2  

8.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

8.2.2 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

8.2.3 Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. De-

zember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder er-

niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu 

Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedri-

gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

8.2.4 Die Beschwerdeführerin hat in der Schweiz kein Asylgesuch gestellt 

und den Akten sind keine Hinweise auf eine Verletzung des flüchtlings-

rechtlichen Refoulement-Verbots (Art. 5 Abs. 1 AsylG, Art. 33 Abs. 1 des 

Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, 

SR 0.142.30]) zu entnehmen. Sie hat entgegen ihren Ausführungen ge-

stützt auf die Rückübernahmezusage Grossbritanniens die Möglichkeit, in 

diesen Drittstaat zurückzukehren. Daran vermag das allfällig abgelaufene 

Visum nichts zu ändern. Es obliegt der Beschwerdeführerin, sich in Gross-

britannien um eine Reaktivierung ihres Schutzstatus oder um erneute 

Schutzgewährung zu bemühen (vgl. Urteil des BVGer E-7291/2024 vom 

20. Januar 2025 E. 8.2.2). Sodann ergeben sich weder aus ihren Aussagen 

noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie dort mit beachtlicher 

Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen 

Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. 

8.2.5 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 

Sinne der landes- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

8.3  

8.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und 

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Seite 9 

medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefähr-

dung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläu-

fige Aufnahme zu gewähren. 

8.3.2 Hinsichtlich der Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs 

ist vorab darauf hinzuweisen, dass das Vereinigte Königreich zu den Staa-

ten gehört, in welche eine Wegweisung vermutungsweise zumutbar ist (vgl. 

Art. 83 Abs. 5 AIG, Anhang 2 der Verordnung über den Vollzug der Weg- 

und Ausweisung sowie der Landesverweisung von ausländischen Perso-

nen [VVWAL, SR 142.281]). Die Beschwerdeführerin vermag mit ihren 

Ausführungen diese Vermutung nicht umzustossen. Sie macht zwar gel-

tend, in Grossbritannien – im Gegensatz zur Schweiz – über kein soziales 

Netzwerk zu verfügen, jedoch ist davon auszugehen, dass sie dort ein sol-

ches aufbauen kann. Zum Vorbringen, sie könne nirgendwo wohnen, ist 

festzuhalten, dass sie sich an die zuständigen sozialen Institutionen wen-

den kann, um eine Unterkunft und gegebenenfalls auch Sozialleistungen 

zu erhalten (vgl. Urteil des BVGer D-7452/2024 vom 19. Dezember 2024 

E. 10.4). Die vorgebrachten psychischen Probleme sind sodann unbelegt 

und nicht weiter substantiiert, womit sie nicht zur Unzumutbarkeit der Weg-

weisung führen. Bei Bedarf kann die Beschwerdeführerin die Hilfe medizi-

nischer Institutionen in Grossbritannien in Anspruch nehmen (vgl. Urteil 

des BVGer D-7452/2024 vom 19. Dezember 2024 E. 10.4). Schliesslich 

gelang es ihr auch nicht darzulegen, dass ein besonderes Betreuungs- 

oder Abhängigkeitsverhältnis zur Patentante, welche in der Schweiz be-

handelt werde, besteht, weshalb der Vollzug auch in dieser Hinsicht als 

zumutbar zu erachten ist. 

8.3.3  Die Voraussetzungen für die Annahme einer konkreten Gefährdung, 

welche zur Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs im Sinne von Art. 

83 Abs. 4 AIG führen könnten, sind vorliegend nicht erfüllt. 

8.4 Die Beschwerdeführerin ist im Besitz eines gültigen Reisepasses, wes-

halb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist, zu-

mal die britischen Behörden ihrer Rückübernahme ausdrücklich zuge-

stimmt haben (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

8.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

D-8179/2024 

Seite 10 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

10.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Beschwer-

deführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]). Der in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss 

ist zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwenden. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-8179/2024 

Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden der Beschwerdeführerin aufer-

legt. Der in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss wird zur Bezahlung 

der Verfahrenskosten verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Simon Thurnheer Michèle Fierz 

 

 

Versand: