# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3bbcc51f-9427-5194-8ee8-dfedb605dcf2
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-08-18
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 18.08.2017 UV 2015/89
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2015-89_2017-08-18.pdf

## Full Text

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Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2015/89

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 23.08.2019

Entscheiddatum: 18.08.2017

Entscheid Versicherungsgericht, 18.08.2017
Art. 53 Abs. 2 ATSG. Voraussetzung der zweifellosen Unrichtigkeit als 
Voraussetzung der Wiedererwägung vorliegend bei einer abweichenden 
gutachterlichen Einschätzung nicht gegeben (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom18. August 2017, UV 
2015/89).

Entscheid vom 18. August 2017

 

Besetzung                                                                      

Präsident Joachim Huber, Versicherungsrichterinnen Christiane

Gallati Schneider und Michaela Machleidt Lehmann; Gerichtsschreiber Daniel 

Furrer            

Geschäftsnr.                                                                                                                  

UV 2015/89           

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Roman Schmidlin,

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Hofmann Gehler Schmidlin, Lattenhofweg 4, 8645 Jona,

gegen

SWICA Versicherungen AG, Römerstrasse 37,

Postfach, 8401 Winterthur,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand                                                                   

Invalidenrente

Sachverhalt

A.   

A.a  A.___ war seit 1. Januar 2001 als Hauswart bei der B.___ des Kantons C.___ 

angestellt und dadurch bei er Swica Gesundheitsorganisation gegen die Folgen von 

Unfällen versichert, als er am 15. Juli 2004 stolperte und auf das rechte Knie stürzte 

(UV-act. 1 und 4). Die Swica anerkannte ihre Leistungspflicht und erbrachte die 

gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlungskosten und Taggeld; UV-act. 10).

A.b  Im Bericht vom 27. September 2004 gab Dr. med. D.___, Facharzt für 

Orthopädische Chirurgie FMH, an, dass der Versicherte seit dem Sturz unter 

anhaltenden Belastungsbeschwerden und rezidivierenden Schwellungen auch nach 

zweimaliger Punktion leide. Als Verdachtsdiagnose hielt er eine laterale Meniskusläsion 

Knie rechts fest und veranlasste eine Arthroskopie (UV-act. 5). Die Arthroskopie Knie 

rechts mit Débridement rupturierter Faseranteile des hinteren Kreuzbandes (HKB) und 

partieller Synovektomie wurde am 2. November 2004 durchgeführt (vgl. 

Operationsbericht vom 2. November 2004; UV-act. 8). Dabei wurde ein ausgeprägter 

retropatellärer Knorpelschaden nachgewiesen (vgl. Bericht vom 6. Dezember 2004; UV-

act. 9). Dem Versicherten wurde ab der Hospitalisation am 2. November 2004 eine 

100%ige, ab dem 22. November 2004 eine 50%ige und ab 1. Januar 2005 eine 0%ige 

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Arbeitsunfähigkeit attestiert (UV-act. 11). Im Bericht vom 31. Januar 2005 

diagnostizierte Dr. D.___ eine partielle Ruptur des HKB und eine 

Femoropatellararthrose Knie rechts (UV-act. 12). Am 12. Januar 2006 wurde von Dr. 

D.___ operativ eine Arthroskopie Knie rechts mit Knorpeldébridement und eine laterale 

Arthrotomie mit lateral release und offener Chondroplastik Patellarückseite und laterale 

Trochlea durchgeführt (UV-act. 19).

A.c  Auf Nachfrage der Swica gab Dr. D.___ an, dass mit einer Progredienz der 

Arthrose zu rechnen sei und somit mit rezidivierenden Knieproblemen, welche allenfalls 

weitere therapeutische Massnahmen erfordern würden. Der Unfall sei nach seiner 

Beurteilung die einzige Ursache für die gesundheitliche Störung (UV-act. 26).

A.d  Im Auftrag der Swica wurde der Versicherte am 24. September 2007 von Dr. med. 

E.___, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, untersucht. Im Gutachten vom 24. 

Oktober 2007 diagnostizierte dieser einen Zustand nach Kniesturz mit partieller Läsion 

des hinteren Kreuzbandes, eine Chondromalazie Grad IV der lateralen Patellafazette 

rechts und eine posttraumatische femoropatellare Arthrose. Da der Versicherte 

weitgehend beschwerdefrei sei, könne nicht mehr mit einer namhaften Besserung 

gerechnet werden. Der Unfall sei der natürliche Auslöser der festgestellten 

gesundheitlichen Störung. Es gebe keinen gesicherten Hinweis, dass ein erheblicher 

Knorpelschaden an der Kniescheibe rechts bereits vor dem Unfallereignis bestanden 

haben solle. Der Unfall sei die überwiegend wahrscheinliche Ursache der 

Gesundheitsstörung (UV-act. 34).

A.e  Mit Verfügung vom 22. November 2007 stellte die Swica die Taggeldleistungen 

und Heilungskosten per 30. November 2007 ein, da nicht mehr mit einer namhaften 

Besserung gerechnet werden könne. Zudem wurde basierend auf einem 

Integritätsschaden von 7.5% gemäss Dr. E.___ eine Integritätsentschädigung von Fr. 

8‘010.-- zugesprochen (UV-act. 39). Diese Verfügung erwuchs in Rechtskraft.

B.   

B.a  Im Arztbericht vom 6. Juli 2009 führte Dr. D.___ aus, dass beim Versicherten, 

nachdem er die letzten zwei Jahre als Hauswart wieder voll habe arbeiten können, seit 

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etwa vier Monaten wieder verstärkte peripatelläre Schmerzen und eine anhaltende 

leichte Schwellung aufgetreten seien. Er stellte die Diagnose einer isolierten, 

posttraumatischen Femoropatellararthrose Knie rechts (UV-act. 41). Mit Operation vom 

20. August 2009 führte Dr. D.___ einen patello-femoralen Gelenksersatz Knie rechts 

durch (UV-act. 47). Nach einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit nach der Operation 

attestierte Dr. D.___ dem Versicherten ab 19. September 2009 wieder eine 50%ige 

Arbeitsfähigkeit (UV-act. 48).

B.b  Dr. med. F.___, Facharzt für Allgemeine Medizin FMH, Phlebologie SGP, führte im 

Bericht vom 22. Dezember 2009 die Diagnose einer postoperativen, progredienten, 

ascendierenden Phlebothrombose der V. Saphena magna rechts auf (UV-act. 53).

B.c  Im Bericht vom 15. Januar 2010 hielt Dr. D.___ fest, es müsse davon ausgegangen 

werden, dass sich eine rezidivierende retropatelläre Problematik aufbaue. Die 

Arbeitsfähigkeit habe nicht weiter gesteigert werden können (UV-act. 55).

B.d  Am 4. Juni 2010 erfolgte die Entfernung der Trochleaprothese und die 

Implantation einer Totalprothese mit Patellaersatz Knie rechts durch Dr. D.___ (UV-act. 

57).

B.e  In einem „Kurz-Gutachten“ vom 10. November 2010 attestierte Dr. med. G.___, 

Facharzt für Orthopädische Chirurgie FMH, Orthopädie H.___, dem Versicherten eine 

Arbeitsfähigkeit von 25% ab 1. Oktober 2010. Eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit 

auf 50% könne mit physiotherapeutischen Massnahmen ab 1. Dezember 2010 oder ab 

1. Januar 2011 erreicht werden. Eine 100%ige Arbeitsfähigkeit als Hauswart werde nur 

schwierig erreichbar sein (UV-act. 78).

B.f  Vom 7. bis 14. Dezember 2010 war der Versicherte im Spital I.___ hospitalisiert, wo 

eine Sinusvenenthrombose und eine fragliche Gerinnungsstörung diagnostiziert wurden 

(UV-act. 85).

B.g  Am 10. Januar 2011 wurde der Versicherte von Dr. med. J.___, Facharzt für 

Orthopädische Chirurgie FMH, untersucht. Im Gutachten vom 3. Februar 2011 hielt 

dieser fest, dass gesamthaft gesehen ein etwas retrahierter Rehabilitationsverlauf 

bestehe. Die Prognose sei gut, insbesondere da die geschilderten ursprünglichen 

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Schmerzen nicht mehr vorhanden seien und auch die postoperativen Beschwerden 

popliteal durch physiotherapeutische Massnahmen hätten zum Verschwinden gebracht 

werden können. Es sei davon auszugehen, dass die jetzt noch vorhandenen 

Schmerzen ebenfalls verschwinden würden. Vor dem Unfall sei der Versicherte 

beschwerdefrei gewesen. Der Unfall sei die überwiegend wahrscheinliche Ursache der 

Gesundheitsstörung. Ob eine vorbestehende Gesundheitsschädigung vorgelegen 

habe, respektive ein Knorpelschaden, könne nicht gesagt werden. Der Status quo ante 

sei nicht erreicht und könne auch nie erreicht werden. Weiter verneinte er die Frage, ob 

die durch den Unfall mitverursachte Gesundheitsstörung früher oder später auch ohne 

den Unfall im aktuellen Ausmass aufgetreten wäre. Beim anderen Kniegelenk sei keine 

vergleichbare Schädigung des retropatellären Knorpels vorhanden gewesen. Dr. H.___ 

attestierte dem Versicherten eine Arbeitsfähigkeit von 50% ab dem 24. Januar 2011. 

Die Arbeitsfähigkeit könne sicherlich noch deutlich erhöht werden. Als Hauswart rechne 

er mit einer Arbeitsfähigkeit von gut 80% in Zukunft. Zwischen der 

Sinusvenenthrombose und der vorgängigen Knieoperation sehe er keinen ursächlichen 

Zusammenhang (UV-act. 89).

B.h  Am 30. Mai 2011 wurde der Versicherte erneut von Dr. H.___ untersucht. Im 

Gutachten vom 20. Juni 2011 hielt dieser fest, dass er nach unveränderten 

Beschwerden in den letzten fünf Monaten nicht mehr mit einer namhaften Besserung 

rechne. Die Arbeitsfähigkeit sehe er bei 50%. Wechselhafte Arbeiten (sitzend/stehend) 

sollten je nach Verteilung zu 75-100% machbar sein (UV-act. 98).

B.i   Am 9. Mai 2012 wurde der Versicherte von Dr. med. K.___, Facharzt für Chirurgie 

FMH, Leitender Arzt Chirurgie, Kantonsspital L.___, untersucht. Im Gutachten vom 10. 

Mai 2012 diagnostizierte dieser eine anhaltende Schmerzsymptomatik am rechten 

Kniegelenk bei Zustand nach Implantation einer Knie-Totalprothese und einen 

szintigraphischen Verdacht auf eine Prothesenlockerung. Der Unfall sei die einzige 

Ursache der festgestellten gesundheitlichen Störung. Als Hauswart sei er noch zu 

maximal 50% arbeitsfähig. In einer adaptierten Tätigkeit (manuelle wechselbelastende, 

vorwiegend sitzende Tätigkeiten, kein Heben und Tragen von Lasten über 10 kg, kein 

repetitives Treppengehen, kein Arbeiten in kniender Position, kein längeres Gehen und 

keinerlei Arbeiten in unebenem Gelände) bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit. Der 

Integritätsschaden liege bei 25% (UV-act. 119).

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B.j   Mit Verfügung vom 10. September 2012 schloss die Swica den Fall per 30. Juni 

2012 ab und stellte die Leistungen für Heilbehandlungen und Taggelder ein. Zudem 

wurde dem Versicherten eine Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 

42% und eine Integritätsentschädigung basierend auf einem Integritätsschaden von 

30% zugesprochen (UV-act. 133). Diese Verfügung erwuchs in Rechtskraft.

C.  

C.a Am 31. Mai 2013 wurde aufgrund der schmerzhaften Knieprothese rechts bei 

Instabilität von Dr. med. M.___, Leitender Arzt, Orthopädie Untere Extremitäten der 

Klinik N.___, eine mediale Arthrotomie, Inlaywechsel auf Rotating Insert 17.5 mm 

Standard, durchgeführt (UV-act. 161). Im Bericht vom 9. April 2014 hielt Dr. M.___ fest, 

der Versicherte sei mit dem erzielten Resultat soweit zufrieden und berichte über eine 

komplette Aufhebung der Instabilität. Es würden drei schmerzhafte Punkte bestehen. 

Die Schmerzen auf der Gelenksinnen- und Aussenseite seien wohl durch die 5 mm 

Verlängerung des Gelenksspaltes zustande gekommen. Die Schmerzen suprapatellär 

sehe er eher in Zusammenhang mit den mehrfachen Arthrotomien. Eine 100%ige 

Besserung sei wahrscheinlich nicht mehr zu erwarten (UV-act. 174).

C.b Am 21. August 2014 wurde der Versicherte von Dr. med. O.___, Facharzt für 

Orthopädische Chirurgie FMH, untersucht. Dieser diagnostizierte im Gutachten vom 3. 

November 2014 ein chronifiziertes Schmerzsyndrom am rechten Knie mit 

unfallkausalem Status nach prätibialer Kontusion am 15. Juli 2004 und bei 

unfallfremden Stati nach Arthroskopie am 12. Januar 2006, nach femoro-patellarer 

Teilprothese am 20. August 2009, nach Implantation der Totalprothese mit 

Patellaersatz am 4. Juni 2010 und Adipositas. Der Status quo sine sei in Bezug auf den 

Unfall vom 15. Juli 2004 und der Operation am 2. November 2004 allerspätestens per 

November 2005 eingetreten. Der Versicherte sei sowohl aufgrund unfallbedingter als 

auch aufgrund krankheitsbedingter Ursachen in der beruflichen Tätigkeit als Hauswart 

uneingeschränkt arbeitsfähig. Eine Integritätsentschädigung sei nicht geschuldet (UV-

act. 194).

C.c Mit Schreiben vom 16. Februar 2015 gewährte die Swica dem Versicherten das 

rechtliche Gehör zur geplanten Wiedererwägung. Aus den medizinischen Akten sei 

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ersichtlich, dass sich der Versicherte beim Sturz eine Schwellung am rechten Knie 

zugezogen habe, welche innert wenigen Tagen wieder abgeheilt gewesen sei, und 

dieser seine Arbeit nach den Ferien wieder uneingeschränkt habe aufnehmen können. 

Gemäss Gutachten von Dr. O.___ leide der Versicherte an einer krankheitsbedingten 

vorbestehenden femoro-patellaren Arthrose, welche nicht auf das Unfallereignis 

zurückzuführen sei. Eine allfällige traumatische Verschlimmerung eines anamnestisch 

klinisch stummen degenerativen Vorzustandes sei aus medizinischer Sicht 

allerspätestens ein Jahr nach der ersten Arthroskopie als abgeschlossen zu bewerten. 

Der Versicherte sei als Hauswart voll arbeitsfähig. Der Status quo sei längst erreicht 

und die natürliche Kausalität nicht mehr gegeben, weshalb weder eine Rente noch eine 

Integritätsentschädigung geschuldet gewesen sei. Deshalb werde die Verfügung vom 

10. September 2014 (recte: 2012) in Wiedererwägung gezogen und die Rente 

rückwirkend aufgehoben. Die Taggeldleistungen würden per 16. Februar 2015 

eingestellt und es bestehe kein Anspruch mehr auf weitere Heilbehandlungen. Auf eine 

Rückforderung der bereits erbrachten Leistungen werde verzichtet (UV-act. 198).

C.d In der Stellungnahme vom 4. März 2015 wies der Versicherte darauf hin, dass die 

Ausführungen von Dr. O.___ bestritten würden und dessen Gutachten überdies 

lediglich eine andere medizinische Einschätzung darstelle. Der Gesundheitszustand 

habe sich seit der rechtskräftigen Verfügung vom 10. September 2012 offensichtlich 

nicht verändert. Dies gehe selbst aus dem Gutachten von Dr. O.___ hervor. Die nun 

vorliegende andere rechtliche Beurteilung zur Kausalität sei nicht zu berücksichtigen 

(UV-act. 205).

C.e Mit Verfügung vom 12. März 2015 zog die Swica die Verfügung vom 10. 

September 2012 in Wiedererwägung und hob die Rente rückwirkend auf. Ebenfalls 

verneinte sie den Anspruch auf weitere Heilbehandlungen und Taggelder sowie auf 

eine Integritätsentschädigung. Die Swica verzichtete auf eine Rückforderung der 

bereits erbrachten Leistungen (UV-act. 208).

C.f  Mit Einsprache vom 24. März 2015 beantragte der Versicherte die Aufhebung der 

Verfügung vom 12. März 2015 und die Bestätigung der Verfügung vom 10. September 

2012. Zudem sei die Swica zu verpflichten, die Heilbehandlungs- und weiteren Kosten 

auch in Zukunft zu übernehmen. Der Gesundheitszustand habe sich seit der 

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rechtskräftigen Verfügung offensichtlich nicht verändert, weshalb keine Rentenrevision 

möglich sei. Die Annahme zweifelloser Unrichtigkeit und damit eine Voraussetzung für 

eine Wiedererwägung scheide aus, da es sich bei der anderen medizinischen 

Beurteilung um eine materielle Anspruchsvoraussetzung handle, weshalb ohne 

weiteres Zweifel bestehen würden. Sämtliche vorbehandelnden Ärzte seien klar zum 

Schluss gekommen, dass die Verletzung am Knie auf den Unfall zurückzuführen sei. 

(UV-act. 209).

C.g Mit Einspracheentscheid vom 11. November 2015 wies die Swica die Einsprache 

ab. Von keinem der diversen Ärzte werde diskutiert ob die 50%ige Arbeitsfähigkeit in 

der angestammten Tätigkeit unfallbedingt sei. Dr. O.___ begründe ausführlich und 

nachvollziehbar, weshalb die Unfallkausalität per November 2005 überwiegend 

wahrscheinlich nicht mehr gegeben sei. Für die Beurteilung der Leistungspflicht könne 

auf das Gutachten von Dr. O.___ abgestellt werden (UV-act. 213)

D.  

D.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 

11. Dezember 2015. Der Beschwerdeführer beantragt unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge die Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheides. Die 

Verfügung vom 10. September 2012 sei nicht in Wiedererwägung zu ziehen und nicht 

rückwirkend aufzuheben. Dr. E.___ habe im Gutachten vom 24. Oktober 2007 deutlich 

festgehalten, dass der Unfall mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für die 

Beschwerden im Knie verantwortlich sei. Auch Dr. H.___ habe im Gutachten vom 3. 

Februar 2011 festgehalten, dass der Unfall der Auslöser für die anschliessenden 

Kniebeschwerden gewesen sei. Auch Dr. K.___ habe im Gutachten vom 24. April 2012 

festgehalten, dass der Unfall die einzige Ursache der festgestellten gesundheitlichen 

Störung sei. Somit seien drei Gutachter zum Schluss gekommen, dass der Unfall der 

Auslöser für die Beschwerden im rechten Knie gewesen sei. Dr. O.___ sei entgegen 

sämtlichen anderen ärztlichen Äusserungen zum Ergebnis gekommen, dass die 

Kniebeschwerden ab November 2005 nicht mehr unfallkausal gewesen seien. Er 

würdige die klinischen und radiologischen Befunde auf eine andere Art als die drei 

anderen Gutachter. Dies bedeute aber nicht, dass die Meinung von Dr. O.___ die einzig 

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richtige sei. Die Einschätzungen der anderen Gutachter seien zumindest vertretbar. Die 

Annahme der zweifellosen Unrichtigkeit scheide damit aus (act. G 1).

D.b Am 11. Januar 2016 wurde dem Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen 

Rechtspflege (Befreiung von Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen 

Rechtsverbeiständung) entsprochen (act. G 5).

D.c Mit Beschwerdeantwort vom 22. Januar 2016 beantragt die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde. Für die Beurteilung der Leistungspflicht könne auf das 

Gutachten von Dr. O.___ abgestellt werden. Seine Ausführungen zeigten, dass die 

Unfallkausalität in den vorgängigen medizinischen Berichten nie vertieft diskutiert 

worden seien, sondern lediglich darauf verwiesen worden sei, dass „man keine 

gesicherten Hinweise dafür habe, dass an der Kniescheibe rechts bereits vor dem 

Ereignis vom 15. Juli 2004 ein erheblicher Knorpelschaden bestanden haben soll“. 

Retrospektiv ergebe sich, dass das Gutachten von Dr. E.___ nicht zu überzeugen 

vermöge. Verschiedene Aspekte würden überwiegend wahrscheinlich gegen eine 

Unfallkausalität sprechen und somit die zweifellose Unrichtigkeit der Verfügung vom 

10. September 2012 aufzeigen (act. G 6).

D.d Mit Replik vom 20. April 2016 hält der Beschwerdeführer unverändert an seiner 

Beschwerde fest (act. G 12). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung 

einer Duplik (vgl. act. G 14).

Erwägungen

1.   

1.1  Strittig und vorliegend zu prüfen ist, ob die Voraussetzungen für die mit Verfügung 

vom 12. März 2015 respektive Einspracheentscheid vom 11. November 2015 

wiedererwägungsweise Aufhebung der Verfügung vom 10. September 2012 und die 

damit erfolgte Aufhebung der damals zugesprochenen Invalidenrente erfüllt waren.

1.2  Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über 

die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die 

Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss den 

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Übergangsbestimmungen werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor 

Inkrafttreten der Änderung ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem 

Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden daher 

die bis 31. Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung.

1.3  Der Versicherungsträger kann nach Art. 53 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) auf formell 

rechtskräftige Verfügungen zurückkommen, wenn diese zweifellos unrichtig sind und 

wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist. Die Wiedererwägung dient der 

Korrektur einer anfänglich unrichtigen Rechtsanwendung einschliesslich unrichtiger 

Feststellung im Sinne der Würdigung des Sachverhalts. Das Erfordernis der 

zweifellosen Unrichtigkeit ist in der Regel erfüllt, wenn eine Leistungszusprache 

aufgrund falsch oder unzutreffend verstandener Rechtsregeln erfolgt ist oder wenn 

massgebliche Bestimmungen nicht oder unrichtig angewandt wurden. Anders verhält 

es sich, wenn der Wiedererwägungsgrund im Bereich materieller 

Anspruchsvoraussetzungen liegt, deren Beurteilung notwendigerweise Ermessenszüge 

aufweist. Erscheint die Beurteilung einzelner Schritte bei der Feststellung solcher 

Anspruchsvoraussetzungen (Invaliditätsbemessung, Arbeitsunfähigkeitsschätzung, 

Beweiswürdigung, Zumutbarkeitsfragen) vor dem Hintergrund der Sach- und 

Rechtslage, wie sie sich im Zeitpunkt der rechtskräftigen Leistungszusprechung 

darbot, als vertretbar, scheidet die Annahme zweifelloser Unrichtigkeit aus. Zweifellos 

ist die Unrichtigkeit, wenn kein vernünftiger Zweifel daran möglich ist, dass die 

Verfügung unrichtig war. Es ist nur ein einziger Schluss – derjenige auf die Unrichtigkeit 

der Verfügung – denkbar (Urteile des Bundesgerichts vom 16. Dezember 2016, 

8C_425/2016, E.2.2, und 23. November 2012, 8C_368/2012, E. 2.2).

2.   

2.1  Die Beschwerdegegnerin begründet die Wiedererwägung damit, dass gemäss dem 

Gutachten von Dr. O.___ in den vorgängigen medizinischen Berichten der Vorzustand 

und somit die Unfallkausalität nicht ausreichend beurteilt worden seien und der 

aktenkundige weitere Verlauf auf der, klinisch und radiologisch belegbar falschen, 

angeblich weiterbestehenden Unfallkausalität aufgebaut sei. Demzufolge basiere die 

Verfügung vom 10. September 2012 auf nicht rechtsgenüglichen bzw. falschen 

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medizinischen Grundlagen. Gemäss Dr. O.___ sei die Unfallkausalität überwiegend 

wahrscheinlich per November 2005 weggefallen. Somit sei die Verfügung vom 10. 

September 2012 zweifellos unrichtig und deren Berichtigung (Aufhebung der Rente von 

42%) offensichtlich von erheblicher Bedeutung. Es stehe ohne jeden Zweifel fest, dass 

der Beschwerdeführer an einer krankheitsbedingten femoro-patellaren Arthrose leide, 

welche vorbestehend und nicht auf das Unfallereignis zurückzuführen sei. Es liege kein 

anderer Schluss nahe als der, dass der Unfall für den Beschwerdeführer keine 

nachteiligen körperlichen Folgen gehabt habe, welche eine Rentenzusprechung/

Integritätsentschädigung gerechtfertigt hätten (UV-act. 213, S. 10).

2.2  Dr. E.___ diagnostizierte im Gutachten vom 24. Oktober 2007 einen Zustand nach 

Kniesturz mit partieller Läsion des hinteren Kreuzbandes, eine Chondromalazie Grad IV 

der lateralen Patellafazette rechts und eine posttraumatische femoropatellare Arthrose. 

Der Unfall sei der natürliche Auslöser der festgestellten gesundheitlichen Störung. Es 

gebe keinen gesicherten Hinweis, dass ein erheblicher Knorpelschaden an der 

Kniescheibe des rechten Kniegelenkes bereits vor dem Unfall bestanden habe. Der 

Unfall sei die überwiegend wahrscheinliche Ursache der Gesundheitsstörung. Er sei 

auch der natürliche Auslöser der Gesundheitsstörung. In diesem Zusammenhang gebe 

der Beschwerdeführer glaubhaft an, dass er vor dem Unfall nie wegen Knieproblemen 

irgendwelcher Art bei seinen Hausärzten gewesen sei. Durch den Unfall sei das rechte 

Kniegelenk nachhaltig geschädigt worden. Es bestehe ein Dauerschaden im Bereich 

des hinteren Kreuzbandes und im Bereich der rechten Kniescheibe. In der 

Zwischenzeit sei die Arthrose der Kniescheibe operativ behandelt worden. Aufgrund 

dieses Zustandes könne der Status quo ante nicht mehr erreicht werden. Die durch 

den Unfall mindestens mitverursachten Gesundheitsstörungen wären nicht früher oder 

später auch ohne den Unfall im aktuellen Ausmass aufgetreten. Die arthrotischen 

Veränderungen, nachgewiesen durch einen Vergleich beider Kniegelenke mittels MRI, 

seien im Bereich des rechten Kniegelenks derart, dass sie ohne den Unfall nicht in 

diesem Ausmass hätten auftreten können. Der Status quo sine könne nicht mehr 

erreicht werden (UV-act. 34, S. 5 ff.).

2.3  Auch Dr. H.___ hielt im Gutachten vom 3. Februar 2011 fest, dass der 

Beschwerdeführer vor dem Unfall beschwerdefrei gewesen sei. Der Unfall sei der 

Auslöser für die anschliessenden Kniebeschwerden respektive für die festgestellten 

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gesundheitlichen Störungen. Ob bereits und in welchem Ausmass ein allfälliger 

Knorpelschaden schon vor dem Unfallereignis vorhanden gewesen sei, könne nicht 

gesagt werden, da keine Dokumentation vorhanden sei. Der Status quo ante sei nicht 

erreicht und könne auch nie erreicht werden. Ohne den Unfall wäre es nicht früher oder 

später zu den aktuellen Gesundheitsstörungen gekommen. Angeblich sei am 3. 

Oktober 2007 ein MRI beider Kniegelenke durchgeführt worden, wobei auf der 

Gegenseite keine vergleichbare Schädigung des retropatellären Knorpels vorhanden 

gewesen sei (UV-act. 89, S. 3 f.). Auch Dr. K.___ hielt im Gutachten vom 10. Mai 2012 

fest, der Unfall sei die einzige Ursache der festgestellten gesundheitlichen Störung (UV-

act. 119, S. 3). Auch der behandelnde Arzt Dr. D.___ kam zu selbigem Schluss (UV-act. 

26).

2.4  Dr. O.___ führt in seinem Gutachten vom 3. November 2014 aus, dass sich der 

Beschwerdeführer beim Unfall „am“ und nicht „im“ Knie verletzt habe. Die beim 

Aufprall entstandene Schwellung habe ausschliesslich präpatellar bestanden und das 

Beschwerdebild und die Schwellung hätten sich (ohne ärztliche Behandlung) rasch 

regedient gezeigt. Auch das erneute „Anschwellen des Knies“, bei dem es sich um 

einen Erguss gehandelt habe, der rund sieben Wochen nach dem Trauma aufgetreten 

sei, ändere nichts. Die von Dr. D.___ diagnostizierte laterale Meniskusläsion müsse als 

„kaum mögliche Verletzungsfolge bei einer ventralen Kontusion“ bezeichnet werden 

und habe intraoperativ auch nicht bestätigt werden können. Intraoperativ hätten sich 

Veränderungen am HKB Zerrung/Partialruptur finden lassen, welche retrospektiv nur 

als „möglicherweise“ respektive nur teilweise auf das inkriminierte Ereignis hätten 

zurückgeführt werden können. Hierzu hätte einerseits die entsprechende Klinik mit 

Instabilität gefehlt und andererseits hätten die präoperativen Punktionen keinen 

Hämarthros ergeben und anlässlich der Arthroskopie sei die Synovia am HKB als 

„immer noch massiv gerötet“ beschrieben worden, was retrospektiv den 

„wahrscheinlicheren“ Schluss zulasse respektive wodruch sich geradezu aufdränge, 

dass es sich hier um eine chronische, aber eben im Zusammenhang mit dem Unfall 

vorbestehende mit möglicher patho-mechanisch jedoch unklarer Exazerbation bei der 

angestammten Arbeit, und nicht um eine unfallkausale HKB-Pathologie gehandelt 

haben könnte. Ausserdem wäre die postulierte unfallbedingte Verletzung an der 

Synovie des HKB innerhalb von sechs bis acht Wochen ausgeheilt, weil retrospektiv 

keine erkennbare respektive aktenkundige und nachvollziehbar somatisch begründete 

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Komplikation die Heilung gestört habe, was umgekehrt bedeute, dass zum Zeitpunkt 

der Operation die Heilung  hätte eingetreten gewesen sein müssen. Über die 

Veränderung an der Synovie des HKB hinaus hätten sich jedoch keine, überwiegend 

wahrscheinlich auf ein kürzlich stattgehabtes Trauma zurückzuführenden Pathologien 

finden lassen. Die Ausbildung einer Chondromalazie IV, ergo in casu einer relevanten 

femoro-patellaren Arthrose, sei empirisch ein Prozess, der sich im Verlauf von Jahren 

entwickle. Dass beim Unfall eine „richtungsgebende Verschlimmerung“ des angeblich 

vorher asymptomatischen femoro-patellaren Vorzustandes erfolgt sei, sei unter 

Würdigung der aktenkundigen und zeitnahen klinischen und radiologischen Befunde 

nicht ausgewiesen oder erkennbar. Im Operationsbericht würden unter anderem 

konkrete Hinweise darauf fehlen, dass im femoro-patellaren Bereich der bereits 2004 

bestehenden expliziten und substantiell relevanten Chondropathie „scharfkantige 

Knorpelabrissstellen“ bestanden hätten und vor allem fehle die konkrete Erwähnung, 

dass intraartikulär freie, frisch ausgebrochene Knorpelstücke gesehen worden seien. 

Die am 2. November 2011 erfolgte Arthroskopie sei demnach im unfallkausalen Sinn 

„nur als erweiterte Diagnostik“ bei erneut aufgetretener Symptomatik nach dem Unfall 

„zur Differenzierung und Abklärung allfällig möglicher Unfallfolgen“ zu bezeichnen und 

die damals erfolgten interventionell-therapeutischen Massnahmen zwar lege artis, 

jedoch retrospektiv mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht im 

Zusammenhang mit dem Kontusionstrauma erkennbar. Zudem könnten die Schmerzen 

gar nicht direkt vom Knorpelschaden herrühren, da Knorpelgewebe nicht 

schmerzinnerviert sei. Der vorliegende Verlauf sei überwiegend wahrscheinlich auf eine 

nichttraumatische Ätiologie zurückzuführen, insbesondere da ein somatischer, für 

diesen Schmerzverlauf hinreichend erklärbarer Vorzustand bestanden habe, und am 

Knorpel eine eineindeutige Verletzungsfolge mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

habe ausgeschlossen werden können. Dass trotzdem ein „versicherungstechnisch-

unfallkausaler Anspruch auf die Operation“ bestanden haben könne, sei allenfalls damit 

zu begründen, dass der Eingriff im Gesamtkontext gesehen letztendlich den Versuch 

dargestellt habe, die vom Unfall damals als „hypothetisch mitverursachten 

Beschwerden/Schmerzen“ vorzeitig zu beseitigen, obwohl streng genommen und 

anamnestisch bestätigt die Brückensymptomatik retrospektiv gar nicht überzeugend 

sei. Eine allfällige traumatische Verschlimmerung eines anamnestisch klinisch stummen 

degenerativen Vorzustandes sei in der Regel, vor allem bei komplikationslosem Verlauf, 

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nach sechs bis neun Monaten, spätestens aber nach einem Jahr, ergo vorliegend 

allerspätestens ein Jahr nach der ersten Arthroskopie, als abgeschlossen zu werten, 

wenn die Arthroskopie mit den therapeutischen „Gelegenheitsmassnahmen am 

degenerativen Vorzustand“ als „somatisch nachweisbare Komplikation im/während 

dem Heilprozess“ nach der hypothetischen Aktivierung am 15. Juli 2004 betrachtet 

werde, und somit per November 2005 der Status quo sine als eingetreten zu 

bezeichnen sei. Dr. O.___ kritisiert, dass Dr. E.___ eigentlich gar keine Diskussion über 

die Unfallkausalität geführt habe und einzig darauf verweise, dass keine gesicherten 

Hinweise dafür vorliegen würden, dass an der Kniescheibe rechts bereits vor dem 

Unfall ein erheblicher Knorpelschaden bestanden haben solle. Dabei werde 

ausgeblendet, dass der Knorpelschaden nicht innert einiger Wochen/Monate bis zur 

ersten Arthroskopie entstanden sein könne, eine gesicherte und überwiegend 

wahrscheinliche (richtungsgebende) Verschlimmerung dieses Vorschadens nicht 

objektivierbar gewesen sei, primär „nur“ präpatellare aber keine retropatellaren 

Beschwerden bestanden hätten und der Beschwerdeverlauf bei zunächst zeitgerechter 

Schmerzreduktion im Rahmen der Heilung und, zeitlich eindeutig davon abgesetzt 

respektive später aufgetreten, einer exazerbierenden Symptomatik ohne erneuten 

„Aktivierungsmechanismus“ – nota bene neu intraartikulär mit konsekutivem Erguss – 

aufgetreten sei, was bei der vom Gutachter zugrunde gelegten und hypothetischen 

Verschlimmerung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht so verlaufen 

würde. Im Gegenteil hätte eine durchgehende und gleichbleibende 

Beschwerdesymptomatik bestanden. Es hätte auch ein seit dem Unfall persistierender 

und behandlungsbedürftiger Erguss bestanden. Es gebe keine wissenschaftlich 

begründete „exakte Definition“ des „posttraumatischen Knorpelschadens“ und auch 

keine überwiegend wahrscheinlich gesicherten Kriterien zur Abgrenzung eines 

„traumatisch bedingten“ gegenüber einem „natürlichen, alterskorrelierenden, 

degenerativ bedingten“ Knorpelschaden. Nur bei einer arthroskopischen Beurteilung in 

den ersten drei Monaten nach dem inkriminierten Ereignis scheine die Differenzierung 

traumatisch vs. atraumatisch möglich zu sein (UV-act. 194, S. 24 ff.).

2.5  Die Kritik von Dr. O.___ an Dr. E.___, dieser habe keine Diskussion über die 

Unfallkausalität geführt, überzeugt nicht. Einerseits hat Dr. E.___ dargelegt, dass keine 

gesicherten Hinweise für einen erheblichen Knorpelschaden an der Kniescheibe vor 

dem Unfall bestanden hätten, andererseits plausibilisierte er seine Beurteilung mit 

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einem Vergleich beider Kniegelenke mittels MRI. Mangels Unterlagen vor dem Unfall, 

kann auch Dr. O.___ keine exakten Angaben zum Vorzustand machen, er gibt 

diesbezüglich selber an, dass dieser weder bekannt noch konklusiv überprüf- oder 

beweisbar sei. Zur Begründung weshalb bezüglich der femoro-patellaren 

Knorpelpathologie ein relevanter Vorzustand bestanden habe und es beim Unfall nicht 

zu einer richtung-gebenden Verschlimmerung gekommen sei, führt Dr. O.___ unter 

anderem an, dass im Operationsbericht vor allem die konkrete Erwähnung von 

intraartikulär freien, frisch ausgebrochenen Knorpelstücken (sogenannt freien 

Gelenkskörpern, welche eine „conditio sine qua non“ bei frischem Knorpelschaden 

seien) gefehlt habe. Zumindest geht aus dem Operationsbericht vom 2. November 

2004 jedoch hervor, dass bei der Gelenkspunktion ein seröser Erguss mit 

Knorpelfetzen festgestellt worden sei (UV-act. 8). Ob es sich dabei um freie, frisch 

ausgebrochene Knorpelstücke handelt, ist nicht ersichtlich, kann jedoch auch nicht 

ohne weiteres verneint werden. Weiter führt Dr. O.___ selber aus, dass eine gesicherte 

Abgrenzung zwischen einem traumatisch bedingten und einem natürlichen, 

alterskorrelierenden, degenerativ bedingten Knorpelschaden nicht möglich sei, 

respektive, dass bei einer arthroskopischen Beurteilung eine Differenzierung zwischen 

traumatisch und atraumatisch nur in den ersten drei Monaten nach dem 

inkriminierenden Ereignis möglich sei. Somit ist nicht ersichtlich, wie es Dr. O.___ 

möglich sein soll, eine eindeutige Aussage zu machen, dass es sich um einen 

atraumatisch bedingten Knorpelschaden handeln müsse. Er kommt zwar zur 

Schlussfolgerung, dass der vorliegende Verlauf überwiegend wahrscheinlich auf eine 

nichttraumatische Ätiologie zurückzuführen sei und dass sich keine, überwiegend 

wahrscheinlich auf ein kürzlich stattgehabtes Trauma zurückzuführenden Pathologien 

finden lassen würden, damit ist jedoch eine traumatische Ätiologie nicht gänzlich 

ausgeschlossen. Es ist somit nicht nur ein einziger Schluss, nämlich dass die 

Beschwerden nicht unfallkausal seien, möglich. Diesbezüglich ist auch zu beachten, 

dass nicht nur der behandelnde Arzt Dr. D.___, sondern auch die von der 

Beschwerdegegnerin selbst mit der Begutachtung beauftragten Ärzte Dr. E.___, Dr. 

H.___ und Dr. K.___ übereinstimmend zum gegenteiligen Schluss gekommen sind und 

die Beschwerden eindeutig als unfallkausal beurteilt haben. Selbst wenn die 

Beurteilung von Dr. O.___ als wahrscheinlich angesehen werden sollte, ist vorliegend 

eben nicht nur ein einziger Schluss möglich und die Voraussetzung der zweifellosen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/16

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Unrichtigkeit ist nicht erfüllt. Die Wiedererwägungsverfügung vom 2. März 2015 erweist 

sich somit als unzulässig. Es bleibt bei der Verfügung vom 10. September 2012.

3.   

3.1  Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gutzuheissen und der 

Einspracheentscheid vom 11. November 2015 aufzuheben.

3.2  Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

3.3  Dem Verfahrensausgang entsprechend hat der obsiegende Beschwerdeführer 

Anspruch auf eine Parteientschädigung für die Kosten der Vertretung und 

Prozessführung (Art. 61 lit. g ATSG). Die Parteientschädigung ist vom Gericht 

ermessensweise festzusetzen, wobei insbesondere der Bedeutung der Streitsache und 

dem Aufwand Rechnung zu tragen ist. In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das 

Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für 

Rechtsanwälte und Rechtsagenten (HonO; sGS 963.75) pauchal Fr. 1‘000.-- bis Fr. 

12‘000.--. Vorliegend erscheint mit Blick auf vergleichbare Fälle eine 

Parteientschädigung von pauschal Fr. 4‘000.-- (einschliesslich Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) als angemessen.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.   

In Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Einspracheentscheid vom 11. 

November 2015 aufgehoben.

2.   

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von Fr. 

4'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer)  zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 18.08.2017
	Art. 53 Abs. 2 ATSG. Voraussetzung der zweifellosen Unrichtigkeit als Voraussetzung der Wiedererwägung vorliegend bei einer abweichenden gutachterlichen Einschätzung nicht gegeben (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom18. August 2017, UV 2015/89).

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