# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d76d55e8-af3e-587d-abf8-77fdd427402e
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-05
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 05.09.2023 S 2023 78
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2023-78_2023-09-05.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 23 78

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Pedretti

RichterInnen von Salis und Paganini

Aktuarin ad hoc Fuchs

URTEIL

vom 5. September 2023

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____, 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Dieter R. Marty, 

Beschwerdeführer

gegen

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden, 

Beschwerdegegnerin

betreffend IV-Rente

- 2 -

I. Sachverhalt:

1. A._____, geb. 1962, ist als Chauffeur bei der B._____ AG tätig. Nach 

einem abschlägigen Rentenentscheid nach einem Unfall im Jahr 2004 

(vgl. Verfügung vom 30. September 2008) sprach ihm die IV-Stelle des 

Kantons Graubünden (nachfolgend IV-Stelle) mit Verfügungen vom 9. 

Dezember 2019 insbesondere infolge einer eingeschränkten Belastbarkeit 

des linken Knies sowie einer Neigung zu Doppelbildern bei Ermüdung und 

Blickrichtung nach links vom 1. Januar 2019 eine abgestufte und bis zum 

31. Mai 2019 befristete Invalidenrente zu. 

2. Am 8. November 2021 wurde A._____ von seiner Ehefrau erneut bei der 

IV-Stelle zum Leistungsbezug angemeldet, nachdem er sich mehreren 

operativen Eingriffen am Darm unterzogen und dabei eine COVID-19-

Infektion erlitten hatte, woraufhin er ins künstliche Koma versetzt worden 

war. Die IV-Stelle tätigte erwerbliche und medizinische Abklärungen. Nach 

schrittweisem respiratorischem Weaning und erfolgter Extubation trat 

A._____ am 25. November 2021 bei stabilem Allgemeinzustand zur 

stationären Rehabilitation in die Kliniken C._____ ein. Bei aufgetretenen 

abdominellen Schmerzen mit rezidivierendem Erbrechen wurde er sodann 

vom 18. bis 24. Dezember 2021 hospitalisiert. Im März 2022 nahm 

A._____ seine Arbeitstätigkeit als Buschauffeur bei seinem bisherigen 

Arbeitgeber wieder auf. Für den Monat April 2022 attestierte ihm sein 

Hausarzt Dr. med. univ. D._____ eine Arbeitsunfähigkeit von 50 %. 

3. Am 31. Januar 2023 fand eine chirurgische Abklärung beim Regionalen 

Ärztlichen Dienst (RAD) Ostschweiz statt. In dem darüber am 2. März 2023 

erstatteten Bericht wies Dr. med. E._____ eine chronische 

Divertikelkrankheit mit rezidivierenden Divertikulitiden des Dickdarms mit 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit aus. Er befand A._____ seit März 

- 3 -

2022 sowohl in seiner angestammten Tätigkeit als auch in einer 

adaptierten Tätigkeit zu 80 % arbeitsfähig. 

4. Mit Vorbescheid vom 9. März 2023 kündigte die IV-Stelle A._____ die 

Abweisung seines Leistungsbegehrens an. Zum Abklärungsergebnis hielt 

sie fest, er habe sich am 8. November 2021 erneut bei der 

Invalidenversicherung angemeldet. Er sei ab dem 3. Juli 2021 

vollumfänglich arbeitsunfähig gewesen. Erfreulicherweise habe sich sein 

Gesundheitszustand stetig gebessert. Seit März 2022 könne er wieder in 

der angestammten Tätigkeit im bisherigen Pensum arbeiten. Die 

einjährige Wartefrist habe somit nicht erfüllt werden können, weshalb kein 

Rentenanspruch entstanden sei. 

5. Dagegen liess A._____ am 17. April 2023 Einwand erheben und 

namentlich vorbringen, er könne entgegen dem Vorbescheid schon seit 

Längerem kein 100 %-Pensum mehr ausüben, sondern sei 

gesundheitsbedingt lediglich noch zu 80 % arbeitstätig. Die IV-Stelle folgte 

diesem Vorbringen in ihrer Verfügung vom 6. Juni 2023 teilweise: 

Unbestritten sei, dass das Wartejahr am 3. Juli 2021 begonnen habe und 

A._____ seit März 2022 wieder in einem 80 %-Pensum als Buschauffeur 

bei seinem bisherigen Arbeitgeber tätig sei. Zu Recht bringe er vor, dass 

er schon seit Längerem (und auch jetzt wieder) sein Arbeitspensum aus 

gesundheitlichen Gründen auf 80 % reduziert habe. Mit anderen Worten 

liege auch nach der Arbeitsaufnahme im März 2022 eine 20%ige 

Arbeitsfähigkeit (recte: Arbeitsunfähigkeit) vor, womit das Wartejahr per 2. 

Juli 2022 mit einer durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeit von 75.29 % 

erfüllt sei. Allerdings liege die Invalidität nach Ablauf des Wartejahrs im 

Juli 2022 nun aber bei 20 %, verdiene er doch mit seiner (nun wieder) 

80%igen Tätigkeit als Buschauffeur beim bisherigen Arbeitgeber 80 % des 

Erwerbseinkommens. Damit sei er nach Ablauf des Wartejahres nicht zu 

mindestens 40 % invalid, womit kein Rentenanspruch entstehe. Im 

- 4 -

Ergebnis verneinte die IV-Stelle in Abweisung des Leistungsbegehrens 

einen Anspruch auf eine Invalidenrente. 

6. Dagegen liess A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 10. Juli 2023 

Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden erheben 

und in Aufhebung der Verfügung vom 6. Juni 2023 beantragen, ihm sei bei 

einem Invaliditätsgrad von 40 % eine Viertelsrente zuzusprechen. 

Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die IV-Stelle 

zurückzuweisen. Zur Begründung brachte er im Wesentlichen vor, die IV-

Stelle behaupte ohne seinen Gesundheitszustand zu berücksichtigen, 

dass er wieder zu 100 % genesen sei. Er sei ab dem 3. Juli 2021 zu 100 % 

arbeitsunfähig gewesen. Aber auch zuvor habe das bisherige Pensum 

krankheitsbedingt bei 80 % gelegen. Indem die IV-Stelle davon ausgehe, 

die zuvor bestandenen 80 % seien ohne Beeinträchtigung gewillkürt, sei 

der Sachverhalt in einem entscheidenden Punkt unrichtig festgestellt 

worden. Zudem sei er in der Zeitspanne von März bis Juli 2022 aufgrund 

seines medizinischen Leidens immer wieder krankgeschrieben worden. 

So habe er wenige Tage nach Wiederaufnahme der Arbeit als Busfahrer 

einen Rückschlag von 50 % der Arbeitsunfähigkeit hinnehmen müssen. 

Es seien weitere Tage gefolgt, an welchen er nicht habe arbeiten können. 

Er habe daher Recht auf eine Viertelsrente, da auch bei Ablauf der 

Wartezeit mindestens eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden habe. 

7. Die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) schloss in ihrer 

Vernehmlassung vom 25. Juli 2023 auf Abweisung der Beschwerde und 

verwies zur Begründung auf die angefochtene Verfügung vom 6. Juni 

2023.

8. Der Beschwerdeführer replizierte am 24. August 2023 bei unveränderten 

Rechtsbegehren. 

- 5 -

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften und die übrigen 

Akten wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen 

eingegangen. 

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügungen der IV-

Stelle des Kantons Graubünden vom 6. Juni 2023 (Akten des 

Beschwerdeführers [Bf-act.] 1 = Akten der Beschwerdegegnerin [Bg-act.] 

185). Eine solche Anordnung, die laut Bundesrecht der Beschwerde an 

das Versicherungsgericht am Ort der verfügenden IV-Stelle unterliegt, 

kann beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden als dem örtlich 

und sachlich zuständigen Versicherungsgericht angefochten werden (vgl. 

Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; 

BR 370.100] i.V.m. Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20] sowie Art. 57 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Als formeller und 

materieller Verfügungsadressat ist der Beschwerdeführer von den 

angefochtenen Verfügungen unmittelbar betroffen, und er hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung. Er ist somit 

zur Beschwerdeerhebung legitimiert (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59 

ATSG). Die Beschwerde wurde zudem frist‑ und formgerecht eingereicht 

(Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 60 Abs. 1 und 2 ATSG, Art. 38 f. sowie Art. 

61 lit. b ATSG), weshalb darauf einzutreten ist. 

2.1 Streitgegenstand bildet vorliegend die Frage, ob die Beschwerdegegnerin 

mit Verfügung vom 6. Juni 2023 zu Recht einen Anspruch des 

Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente verneint hat. Unbestritten ist 

dabei, dass der Beschwerdeführer ab dem 3. Juli 2021 vollumfänglich 

- 6 -

arbeitsunfähig gewesen ist und er im März 2022 seine Arbeit als 

Buschauffeur wiederaufgenommen hat.

2.2. Uneins sind sich die Verfahrensbeteiligten insbesondere hinsichtlich des 

Invalideneinkommens und dabei bezüglich der (Rest-)Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers nach Ablauf des Wartejahres: Während die 

Beschwerdegegnerin davon ausgeht, der Beschwerdeführer sei zu jenem 

Zeitpunkt nicht zu mindestens 40 % invalid gewesen, ist dieser der 

Auffassung, dass mindestens eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden 

habe, als die Wartezeit zu Ende gegangen sei. 

3. In Bezug auf das anwendbare Recht ist festzuhalten, dass seit dem 1. 

Januar 2022 die revidierten Bestimmungen des IVG (sowie des ATSG) 

und der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) in 

Kraft sind (Weiterentwicklung der IV). Weil in zeitlicher Hinsicht – 

vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – 

grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich sind, die bei der 

Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden 

Tatbestandes Geltung haben (statt vieler: BGE 148 V 174 E.4.1, BGE 146 

V 364 E.7.1 und BGE 144 V 210 E.4.3.1; Urteil des Bundesgerichts 

8C_521/2021 vom 22. März 2022 E.2.2), die angefochtene Verfügung 

nach dem Inkrafttreten der Gesetzesänderungen vom 19. Juni 2020 datiert 

und vorliegend die erneute Anmeldung zum Leistungsbezug im November 

2021 erfolgte, womit der Rentenanspruch frühestens ab dem 1. Mai 2022 

entstehen könnte (d.h. sechs Monate nach Geltendmachung des 

Leistungsanspruchs, vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG), sind die ab dem 1. Januar 

2022 geltenden Normen anwendbar (vgl. Übergangsbestimmungen des 

IVG zur Änderung vom 19. Juni 2020 und Übergangsbestimmungen der 

IVV zur Änderung vom 3. November 2021; siehe ferner Kreisschreiben 

über Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung [KSIR], gültig ab 

dem 1. Januar 2022, Rz. 9100).

- 7 -

4. Im Allgemeinen setzt der Anspruch auf Leistungen der 

Invalidenversicherung unter anderem voraus, dass die versicherte Person 

invalid oder von Invalidität unmittelbar bedroht ist. Invalidität ist gemäss 

Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 

dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (vgl. ferner Art. 4 IVG). 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, 

geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 

Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 

der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung 

des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen 

der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Art. 7 Abs. 2 

Satz 1 ATSG).

5. Die Bemessung des Invaliditätsgrades wird in Art. 28a IVG geregelt. Diese 

richtet sich bei erwerbstätigen Versicherten nach Art. 16 ATSG, wobei der 

Bundesrat die zur Bemessung des Invaliditätsgrads massgebenden 

Erwerbseinkommen sowie die anwendbaren Korrekturfaktoren 

umschreibt. Mithin ist in diesem Fall ein Einkommensvergleich 

vorzunehmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte 

Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen 

durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage 

erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen bzw. Einkommen mit 

Invalidität), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie 

erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. 

Valideneinkommen bzw. Einkommen ohne Invalidität). Gemäss Art. 25 

Abs. 2 IVV sind die massgebenden Erwerbseinkommen nach Art. 16 

ATSG in Bezug auf den gleichen Zeitraum festzusetzen und richten sich 

nach dem Arbeitsmarkt in der Schweiz. Soweit für die Bestimmung der 

- 8 -

massgebenden Erwerbseinkommen statistische Werte herangezogen 

werden, sind die Zentralwerte der Lohnstrukturerhebung (LSE) des 

Bundesamtes für Statistik massgebend. Andere statistische Werte können 

beigezogen werden, sofern das Einkommen im Einzelfall nicht in der LSE 

abgebildet ist. Es sind altersunabhängige und geschlechtsspezifische 

Werte zu verwenden (Art. 25 Abs. 3 IVV). Die statistischen Werte sind an 

die betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen und an die 

Nominallohnentwicklung anzupassen (Art. 25 Abs. 4 IVV).

5.1 Nach Art. 26 Abs. 1 Satz 1 IVV bestimmt sich das Einkommen ohne 

Invalidität (sog. Valideneinkommen) anhand des zuletzt vor Eintritt der 

Invalidität tatsächlich erzielten Erwerbseinkommens. Hinsichtlich der 

Bestimmung des Einkommens mit Invalidität (sog. Invalideneinkommen) 

sieht Art. 26bis Abs. 1 IVV was folgt vor: Erzielt die versicherte Person nach 

Eintritt der Invalidität ein Erwerbseinkommen, so wird ihr dieses als 

Einkommen mit Invalidität (Art. 16 ATSG) angerechnet, sofern sie damit 

ihre verbliebene funktionelle Leistungsfähigkeit in Bezug auf eine ihr 

zumutbare Erwerbstätigkeit bestmöglich verwertet. Liegt kein 

anrechenbares Erwerbseinkommen vor, so wird das Einkommen mit 

Invalidität nach statistischen Werten nach Art. 25 Abs. 3 IVV bestimmt (Art. 

26bis Abs. 2 Satz 1 IVV). Kann die versicherte Person aufgrund ihrer 

Invalidität nur noch mit einer funktionellen Leistungsfähigkeit von 50 % 

oder weniger tätig sein, so werden vom statistisch bestimmten Wert 10 % 

für Teilzeitarbeit abgezogen (Art. 26bis Abs. 3 IVV mit Verweis auf Art. 49 

Abs. 1bis IVV).

5.2 Ein rentenbegründender Invaliditätsgrad liegt gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG 

vor, wenn eine versicherte Person ihre Erwerbsfähigkeit oder die 

Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern 

kann (lit. a), während mindestens eines Jahres ohne wesentlichen 

- 9 -

Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) 

gewesen ist (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % 

invalid (Art. 8 ATSG) ist (lit. c). Nach Art. 28b Abs. 1 IVG wird die Höhe 

des Rentenanspruchs in prozentualen Anteilen an einer ganzen Rente 

festgelegt. Bei einem Invaliditätsgrad von 50 % bis 69 % entspricht der 

prozentuale Anteil dem Invaliditätsgrad (Art. 28b Abs. 2 IVG). Bei einem 

Invaliditätsgrad ab 70 % besteht Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28b 

Abs. 3 IVG). Bei einem Invaliditätsgrad unter 50 % gelten die folgenden 

prozentualen Anteile (Art. 28b Abs. 4 IVG):

Invaliditätsgrad Prozentualer Anteil
49 % 47.5 %
48 % 45 %
47 % 42.5%
46 % 40 %
45 % 37.5 %
44 % 35 %
43 % 32.5 %
42 % 30 %
41 % 27.5 %
40 % 25 %

5.3 Im hier zu beurteilenden Fall sind sich die Verfahrensbeteiligten darin 

einig, dass das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG erfüllt ist. 

Gemäss Vorbescheid vom 9. März 2023 war der Beschwerdeführer ab 

dem 3. Juli 2021 vollumfänglich arbeitsunfähig (vgl. Bg-act. 175 S. 2). Die 

Beschwerdegegnerin führte zum Wartejahr in der angefochtenen 

Verfügung vom 6. Juni 2023 aus, der Beschwerdeführer habe zu Recht 

vorgebracht, dass er schon seit Längerem (und auch jetzt wieder) sein 

Arbeitspensum aus gesundheitlichen Gründen auf 80 % reduziert habe. 

Mit anderen Worten liege auch nach der Arbeitsaufnahme im März 2022 

eine 20%ige Arbeitsfähigkeit (recte: Arbeitsunfähigkeit) vor, womit das 

Wartejahr per 2. Juli 2022 mit einer durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeit 

- 10 -

von 75.29 % erfüllt sei (vgl. Bg-act. 185 S. 2). Der Beschwerdeführer bringt 

diesbezüglich vor, er sei bereits vor dem 3. Juli 2021 arbeitsunfähig 

gewesen, wobei das Arbeitspensum krankheitsbedingt bei 80 % gelegen 

habe (vgl. Beschwerde vom 10. Juli 2023 S. 3).

5.4 Hinsichtlich der Berechnung des Wartejahrs und damit der Arbeitsfähigkeit 

des Beschwerdeführers in seiner angestammten Tätigkeit als 

Buschauffeur während seiner jüngeren Krankengeschichte ergibt sich aus 

den Akten, dass die Beschwerdegegnerin mit Verfügungen vom 9. 

Dezember 2019 davon ausging, der Gesundheitszustand des 

Beschwerdeführers habe sich nach vollständiger Arbeitsunfähigkeit stetig 

gebessert, so dass er seine bisherige Tätigkeit als Chauffeur wieder zu 80 

% habe aufnehmen können. In Berücksichtigung der Arbeitsaufnahme ab 

dem 7. (recte: 8.) Mai 2019 befristete die Beschwerdegegnerin denn auch 

die Ausrichtung der ganzen Invalidenrente bis zum 31. Mai 2019 (vgl. Bg-

act. 122, 126 und 117; zur Wiederaufnahme der 80%igen Tätigkeit als 

Busfahrer ab dem 8. Mai 2019 siehe ferner Aktennotizen vom 13. Mai 2019 

[Bg-act. 105] und vom 24. Juni 2019 [Bg-act. 111], Grobtriage 

Eingliederungsmassnahmen vom 16. Juli 2019 [Bg-act. 114] und Case 

Report vom 10. Oktober 2019 [Bg-act. 118 S. 10 und S. 19]; vgl. des 

Weiteren Bericht von Hausarzt Dr. med. F._____ vom 27. Februar 2019, 

wonach gar eine volle Arbeitsfähigkeit in bisheriger Tätigkeit bestehen 

würde [Bg-act. 99 S. 5]; siehe ferner zur 100%igen Arbeitsfähigkeit vor 

Eintritt des Gesundheitsschadens: Fragebogen für Arbeitgebende vom 25. 

Juni 2018 [Bg-act. 82 S. 2], Bericht zur kreisärztlichen Untersuchung vom 

26. Juli 2018 von Dr. med. G._____ [Bg-act. 92 S. 4] und Case Report vom 

10. Oktober 2019 [Bg-act. 118 S. 7]). Der Abschlussbeurteilung von RAD-

Arzt Dr. med. E._____ vom 11. Juli 2019 ist in diesem Zusammenhang zu 

entnehmen, dass bei einer Osteosynthesematerialentfernung nach 

periprothetischer Fraktur im Jahr 2014 bei Status nach Knie-TEP-

- 11 -

Implantation, bei Folgen einer Orbitarandfraktur aus dem Jahr 2004 und 

bei einem Diabetes mellitus Typ II mit Polyneuropathie insbesondere eine 

eingeschränkte Belastbarkeit des linken Knies sowie eine Neigung zu 

Doppelbildsehen bei Ermüdung und Blickrichtung nach links bestand (vgl. 

Bg-act. 118 S. 16 f.; siehe ferner Bericht zur kreisärztlichen Untersuchung 

vom 26. Juli 2018 von Dr. med. H._____ [Bg-act. 92 S. 6 f.] und Verfügung 

der Suva vom 28. März 2019 [Bg-act. 103 S. 2]; siehe ferner zur 

gegebenen Fahreignung: Aktennotiz vom 22. November 2018 [Bg-act. 

95], Bericht von Dr. med. I._____ vom 14. November 2018, wonach auch 

der Visus inzwischen normal sei [Bg-act. 99 S. 9], ärztliches Zeugnis von 

Dr. med. I._____ vom 15. März 2019 [Bg-act. 107] sowie Bericht von Dr. 

med. I._____ vom 12. Juni 2019 [Bg-act. 110]). Dass somit eine 

krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit von 20 % in der bisherigen Tätigkeit 

als Buschauffeur vorbestehend war, scheint die Beschwerdegegnerin – 

entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers – auch in ihrer 

Verfügung vom 6. Juni 2023 anzuerkennen, indem sie dem 

Beschwerdeführer darin beipflichtet, dass er schon seit Längerem sein 

Arbeitspensum aus gesundheitlichen Gründen auf 80 % reduziert habe 

(vgl. Bg-act. 185 S. 2). Insofern vermag sein Einwand, wonach der 

Sachverhalt in einem entscheidenden Punkt unrichtig festgestellt worden 

sei, weil die Beschwerdegegnerin davon ausgehe, die zuvor bestandenen 

80 % seien ohne Beeinträchtigung gewillkürt gewesen, nicht zu verfangen. 

Mit Blick auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in angestammter 

Tätigkeit ist des Weiteren unbestritten, dass er ab dem 3. Juli 2021 zu 100 

% arbeitsunfähig war (vgl. Fragebogen für Arbeitgebende vom 16. 

November 2021 [Bg-act. 139 S. 8], Arzt-Kurzbericht von Dr. med. univ. 

D._____ vom 19. August 2021 [Bg-act. 142 S. 4]; siehe ferner Meldung an 

die Krankentaggeldversicherung vom 3. August 2021 [Bg-act. 141]). 

Nachdem der Beschwerdeführer an rezidivierenden 

Unterbauchschmerzen gelitten hatte, wurden eine chronische 

- 12 -

Divertikelkrankheit mit rezidivierenden Divertikulitiden des Kolons 

diagnostiziert und operative Eingriffe durchgeführt (laparoskopische 

Sigmaresektion am 6. Juli 2021 sowie Anastomosenübernähung und 

Anlage eines protektiven doppelläufigen Ileostomas am 12. Juli 2021; vgl. 

dazu Austrittsbericht vom 28. Juli 2021 [Bg-act. 142]). In der Folge 

bestand ab dem 16. August 2021 bis zum 31. August 2021 eine 

Arbeitsunfähigkeit von 50 % (vgl. Arzt-Kurzbericht von Dr. med. univ. 

D._____ vom 19. August 2021 [Bg-act. 142 S. 4]; siehe ferner Telefonnotiz 

vom 25. August 2021 [Bg-act. 141 S. 9]), bevor der Beschwerdeführer 

seine Arbeitstätigkeit als Buschauffeur kurzzeitig wiederaufnahm (vgl. 

Fragebogen für Arbeitgebende vom 16. November 2021 [Bg-act. 139 S. 1 

und S. 8] und Arbeitsunfähigkeitsliste vom 1. Dezember 2021 [Bg-act. 147 

S. 14]). Ab dem 1. Oktober 2021 war der Beschwerdeführer wiederum zu 

100 % arbeitsunfähig (vgl. Arbeitsunfähigkeitszeugnisse vom 30. 

September 2021 von Dr. med. J._____ [Bg-act. 172 S. 1] und vom 25. 

Oktober 2021 von med. pract. K._____ [Bg-act. 172 S. 2], ärztliches 

Zeugnis vom 25. Oktober 2021 von Dr. med. L._____ [Bg-act. 172 S. 3], 

Fragebogen für Arbeitgebende vom 16. November 2021 [Bg-act. 139 S. 

8], AUF-Übersicht vom 16. November 2021 [Bg-act. 143]) und es folgten 

weitere operative Eingriffe (Rückverlegung des Ileostomas am 5. Oktober 

2021, Revision des Stomaverschlusses und Dünndarmsegmentresektion 

am 10. Oktober 2021, Re-Revision des Stomaverschlusses, 

Dünndarmsegmentresektion, Adhäsiolyse und Lavage mit Anlage eines 

Vac-Verbands am 15. Oktober 2021 sowie Vac-Wechsel, Blutstillung und 

raffende Fasciennähte am 21. Oktober 2021; vgl. dazu Verlegungsbericht 

vom 27. Oktober 2021 [Bg-act. 145 S. 2 ff.]). Während des 

Spitalaufenthalts infizierte sich der Beschwerdeführer mit dem Virus 

SARS-CoV-2 und entwickelte ein schweres akutes Atemnotsyndrom mit 

segmentalen Lungenembolien, woraufhin er am 23. Oktober 2021 auf die 

Intensivstation des R._____ verlegt, anschliessend intubiert und intensiv 

- 13 -

beatmet wurde (vgl. provisorischer Zwischenbericht von Dr. med. M._____ 

vom 27. Oktober 2021 [Bg-act. 142 S. 5 ff.]). Nach schrittweisem 

respiratorischem Weaning konnte der Beschwerdeführer am 

14. November 2021 extubiert und am 25. November 2021 in stabilem 

Allgemeinzustand in die Kliniken C._____ zur stationären Rehabilitation 

entlassen werden (vgl. provisorischer Austrittsbericht vom 24. November 

2021 [Bg-act. 147 S. 7 ff.]; siehe ferner ärztliches Zeugnis vom 24. 

November 2021 von dipl. med. N._____ [Bg-act. 172 S. 4]). Letztere 

dauerte bis zum 18. Dezember 2021, wobei der Rehabilitationsverlauf 

insgesamt gut verlief unter Verbesserung sämtlicher Transferleistungen 

mit Remobilisation am Rollator und einer fortlaufenden Rekonditionierung. 

Am Abend des Verlegungstags traten indes vermehrt Bauchschmerzen 

auf, gefolgt von mehrmaligem Erbrechen, weshalb der Beschwerdeführer 

bei Verdacht auf ein akutes Abdomen mit Entwicklung einer zunehmenden 

Abwehrspannung am 18. Dezember 2021 notfallmässig ins R._____ 

verlegt werden musste (vgl. Austrittsbericht vom 24. Dezember 2021 [Bg-

act. 150 S. 6 ff.]). Daraufhin erfolgte bei diagnostizierten abdominellen 

Schmerzen mit rezidivierendem Erbrechen, DD transiente 

Passagestörung, eine Hospitalisation bis zum 24. Dezember 2021 mit 

problemlosem Verlauf, wobei insgesamt eine 100% Arbeitsunfähigkeit 

vom 18. Dezember 2021 bis zum 16. Januar 2022 ausgestellt wurde (vgl. 

Austrittsbericht vom 22. Dezember 2021 [Bg-act. 171 S. 24 ff.]). Nachdem 

der Beschwerdeführer von seinem Hausarzt Dr. med. univ. D._____ ab 

dem 17. Januar 2022 zu 50 % und an zwei Tagen im Februar 2022 zu 100 

% arbeitsunfähig geschrieben worden war (vgl. ärztliche Zeugnisse vom 

18., 21. und 25. Januar 2022 sowie vom 9. Februar [Bg-act. 172 S. 5 ff.]), 

nahm er im März 2022 unbestrittenermassen seine Arbeitstätigkeit als 

Buschauffeur bei seinem bisherigen Arbeitgeber im Umfang von 80 % 

wieder auf (vgl. RAD-Abklärungsbericht vom 2. März 2023 [Bg-act. 170 S. 

12] und RAD-Abschlussbeurteilung vom 8. März 2023 [Bg-act. 186 S. 18], 

- 14 -

Bericht der Dres. med. O._____ und P._____ vom 28. März 2022 [Bg-act. 

171 S. 32] und Verfügung vom 6. Juni 2023 [Bg-act. 185 S. 2]).

5.5 Mit Blick auf das Wartejahr gehen die Verfahrensbeteiligten 

übereinstimmend davon aus, dass dieses am 2. Juli 2022 erfüllt war (vgl. 

angefochtene Verfügung vom 6. Juni 2023 [Bg-act. 185 S. 2] und 

Beschwerde vom 10. Juli 2023 S. 3). Wird allerdings die bereits vor dem 

3. Juli 2021 bestehende, krankheitsbedingte Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit von 20 % in angestammter Tätigkeit in die entsprechende 

Berechnung miteinbezogen und dabei zugunsten des Beschwerdeführers 

angenommen, dass er ab dem 3. Juli 2021 durchgehend zu 100 % 

arbeitsunfähig war, wäre die einjährige Wartezeit bei einer 

durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeit von 40 % bereits per 2. Oktober 

2021 erfüllt gewesen (20%ige Arbeitsunfähigkeit vom 3. Oktober 2020 bis 

zum 2. Juli 2021 [273 Tage] und 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 3. Juli 

2021 bis zum 2. Oktober 2021 [92 Tage] ergibt eine ununterbrochene 

durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit von mindestens 40 % [vgl. Art. 28 

Abs. 1 lit. b IVG]). Dies führte die Beschwerdegegnerin denn auch im 

Sinne einer Eventualerwägung in der angefochtenen Verfügung vom 6. 

Juni 2023 aus (vgl. Bg-act. 185 S. 2). Nichtsdestotrotz verliehe dies keinen 

Anspruch auf eine Invalidenrente: Denn gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG 

entsteht der Rentenanspruch – wie bereits ausgeführt – frühestens nach 

Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des 

Leistungsanspruchs. Da im vorliegenden Fall die Anmeldung zum 

Leistungsbezug erst am 8. November 2021 erfolgt ist (vgl. Bg-act. 131), 

könnte ein Anspruch auf eine Invalidenrente erst ab dem 1. Mai 2022 

entstehen. Zu prüfen ist daher, ob dannzumal mindestens eine 40%ige 

Invalidität vorgelegen hat (vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG).

6. Vorliegend verneinte die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen 

Verfügung vom 6. Juni 2023 einen Rentenanspruch namentlich mit der 

- 15 -

Begründung, der Beschwerdeführer sei seit März 2022 wieder in einem 

80 %-Pensum als Buschauffeur tätig. Die Invalidität nach Ablauf des 

Wartejahres liege nun bei 20 %, verdiene er doch mit seiner 80%igen 

Tätigkeit beim bisherigen Arbeitgeber 80 % des Erwerbseinkommens (vgl. 

Bg-act. 185 S. 2). Dagegen wendet der Beschwerdeführer im 

Wesentlichen ein, er sei in der Zeitspanne von März 2022 bis Juli 2022 

aufgrund seines medizinisch feststehenden Leidens immer wieder 

krankgeschrieben gewesen (vgl. Beschwerde vom 10. Juli 2023 S. 4).

6.1.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und bei der Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachpersonen zur Verfügung stellen. 

Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 

beurteilen und wenn nötig seine Entwicklung im Laufe der Zeit zu 

beschreiben. Dies bedeutet in erster Linie, mit den Mitteln fachgerechter 

ärztlicher Untersuchungen unter Berücksichtigung der subjektiven 

Beschwerden die Befunde zu erheben und gestützt darauf die Diagnose 

zu stellen. Bei der Folgenabschätzung der erhobenen gesundheitlichen 

Beeinträchtigungen für die Arbeitsfähigkeit kommt der Arztperson 

hingegen keine abschliessende Beurteilungskompetenz zu. Vielmehr 

nimmt die Arztperson zur Arbeitsunfähigkeit Stellung, das heisst sie gibt 

eine Schätzung ab, welche sie aus ihrer Sicht so substanziell wie möglich 

begründet bzw. nimmt sie dazu Stellung, in welchem Umfang und 

bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. 

Insoweit sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die 

Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person 

noch zugemutet werden können (siehe BGE 145 V 364 E.3.2.1 f., 140 V 

193 E.3.1 f. und 132 V 93 E.4; Urteile des Bundesgerichts 8C_569/2021 

vom 2. Februar 2022 E.3.2.2, 8C_225/2021 vom 10. Juni 2021 E.3.2, 

- 16 -

8C_144/2021 vom 27. Mai 2021 E.2.4 und 8C_47/2021 vom 18. März 

2021 E.5.2.3).

6.1.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den 

Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweismittel 

– frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das 

Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von 

wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 

die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen 

Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander 

widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 

ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe 

anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische 

These abstellt (siehe BGE 143 V 124 E.2.2.2 und 125 V 351 E.3a). 

Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist demnach 

entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf 

allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 

berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der 

Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die 

Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (vgl. 

BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a; Urteile des Bundesgerichts 

8C_380/2021 vom 21. Dezember 2021 E.3.2, 8C_173/2021 vom 25. 

Oktober 2021 E.4.1, 8C_101/2021 vom 25. Juni 2021 E.5.1, 8C_225/2021 

vom 10. Juni 2021 E.3.2, 8C_144/2021 vom 27. Mai 2021 E.2.4). 

Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die 

Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten 

- 17 -

oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (vgl. 

BGE 125 V 351 E.3a und 122 V 157 E.1c).

6.1.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf 

bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für 

die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche 

Zusammenstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E.3b mit 

zahlreichen Hinweisen). So kommt den Berichten und Gutachten 

versicherungsinterner Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig 

erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind 

und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit sprechen. Die Tatsache 

allein, dass der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum 

Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität 

und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer 

Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung 

objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche 

Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht 

zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters allerdings ein strenger 

Massstab anzulegen (vgl. BGE 125 V 351 E.3b, BGE 122 V 157 E.1c). 

Bestehen auch bloss geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und 

Schlüssigkeit der versicherungsinternen Feststellungen, so sind 

ergänzende Abklärungen vorzunehmen (vgl. BGE 139 V 225 E.5.2, BGE 

135 V 465 E.4.3.2 und E.4.4; Urteile des Bundesgerichts 9C_168/2020 

vom 17. März 2021 E.3.2, 8C_245/2011 vom 25. August 2011 E.5.3).

6.2 Die Beschwerdegegnerin scheint in ihrer Verfügung vom 6. Juni 2023 auf 

die Abschlussbeurteilung von RAD-Arzt Dr. med. E._____ vom 8. März 

2023 (vgl. Bg-act. 186 S. 17 ff.) und auf dessen Bericht vom 2. März 2023 

zu der am 31. Januar 2023 stattgehabten RAD-Abklärung abgestellt zu 

haben (vgl. Bg-act. 170). Daraus geht zur Krankheitsentwicklung 

- 18 -

übereinstimmen hervor, dass bei dem D._____ 61-jährigen 

Postbuschauffeur infolge einer chronischen Divertikelkrankheit mit 

rezidivierenden Divertrikulitiden des Dickdarms am 6. Juli 2021 eine 

laparoskopische Sigmaresektion und am 12. Juli 2021 eine 

Anastomosenübernähung bei Nahtinsuffizienz und Anlage eines 

protektiven doppelläufigen Ileostomas (Neostoma/künstlicher 

Darmausgang) durchgeführt worden sei. Zur geplanten Rückverlegung 

des künstlichen Darmausgangs habe sich der Beschwerdeführer vom 4. 

bis zum 21. Oktober 2021 im Spital Q._____ befunden. Dort sei am 15. 

Oktober 2021 eine Re-Revision (Laparotomie) des Stomaverschlusses, 

Dünndarmsegmentresektion, Adhäsiolyse und Lavage mit Anlage eines 

Vac-Verbands durchgeführt worden. Im Zuge des Spitalaufenthalts habe 

der Beschwerdeführer eine COVID-19-Infektion mit respiratorischen 

Einschränkungen und einer Entwicklung einer segmentalen 

Lungenembolie mit nachfolgender Antikoagulationsbedürftigkeit erlitten, 

welche eine Verlegung am 22. Oktober 2021 in das R._____ erforderlich 

gemacht habe. Nach kurzzeitigem Aufenthalt auf der medizinischen 

Normalstation sei der Beschwerdeführer bei zunehmender 

respiratorischer Verschlechterung trotz Highflow-Therapie am 23. Oktober 

2021 auf die Intensivstation verlegt worden. Am 14. November 2021 sei 

der Beschwerdeführer extubiert und am 25. November 2021 in stabilem 

Allgemeinzustand in die Rehakliniken C._____ verlegt worden (vgl. Bg-

act. 170 S. 5 f. und Bg-act. 186 S. 17 f.). Dem RAD-Abklärungsbericht vom 

2. März 2023 ist zur weiteren Krankheitsentwicklung ferner zu entnehmen, 

dass bei insgesamt gut verlaufendem Rehabilitationsprozess in C._____ 

unter Verbesserung sämtlicher Transferleistungen mit Remobilisation am 

Rollator und einer fortlaufenden Rekonditionierung (erhöhte muskuläre 

Ausdauer) am 18. Dezember 2021 erneut vermehrt Bauchschmerzen 

aufgetreten seien, gefolgt von mehrmaligem Erbrechen. Dieses habe auch 

unter antiemetischer Therapie nicht sistiert, so dass der Beschwerdeführer 

- 19 -

bei einem Verdacht auf ein akutes Abdomen mit Entwicklung einer 

zunehmenden Abwehrspannung zur Fokussuche und weiterführenden 

Abklärung notfallmässig am 18. Dezember 2021 ins R._____ habe verlegt 

werden müssen. In den Sprechstundenberichten der Neurologie und 

Orthopädie des R._____ vom Mai 2022 komme übereinstimmend zum 

Ausdruck, dass beim Beschwerdeführer am ehesten auf dem Boden eines 

nosokominalen Lagerungsschadens eine reversible Druckschädigung des 

Nervus suprascapularis rechts eingetreten sei, der eine Schwäche der 

Armabduktion rechts sowie auch der Aussenrotation des rechten Armes 

bei erhaltener symmetrischer Sensibilität zur Folge habe mit der Aussicht 

auf eine Erholung der kompromittierten Nervenstruktur (vgl. Bg-act. 170 S. 

6). Zum arbeitsbezogenen Beschwerdebild gab der Beschwerdeführer an, 

dass er häufig bei seiner Arbeit als Buschauffeur ein Druckgefühl im 

(linken) Unterbauch verspüre, das er als störend empfinde. Hinsichtlich 

der Schulterbeschwerden rechts habe er Schwierigkeiten mit der 

Beweglichkeit, besonders über der Horizontalen. Er habe sich aber damit 

arrangiert und sein Verhalten am Lenkrad entsprechend angepasst (vgl. 

ebenda). Gestützt darauf sowie die Untersuchungsbefunde diagnostizierte 

RAD-Arzt Dr. med. E._____ eine chronische Divertikelkrankheit mit 

rezidivierenden Divertikulitiden des Dickdarms mit Auswirkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit. Ohne Einfluss darauf seien ein Diabetes mellitus Typ II, 

eine Adipositas Grad 1 sowie eine muskuläre Dekonditionierung mit 

Haltungsinsuffizienz der Wirbelsäule (vgl. Bg-act. 170 S. 11 f.). 

6.3 Mit Blick auf die allgemeinen Beweisanforderungen (BGE 134 V 231 E.5.1, 

BGE 125 V 351 E.3a, BGE 122 V 157 E.1c mit Hinweisen, vgl. auch 

E. 6.1.1 ff. hiervor) ist vorliegend festzustellen, dass die RAD-

Beurteilungen vom 2. und 8. März 2023 in Kenntnis der Vorakten ergangen 

sind (vgl. Bg-act. 170 S. 2 ff. und Bg-act. 186 S. 12 ff.). Auch flossen die 

vom Beschwerdeführer gemachten Angaben zum jetzigen Leiden sowie 

- 20 -

die weiteren anamnestischen Angaben in die Gesamtbeurteilung mit ein 

(vgl. Bg-act. 170 S. 5 ff.). RAD-Arzt Dr. med. E._____ hat sich ferner mit 

den gesundheitlichen Einschränkungen des Beschwerdeführers 

auseinandergesetzt und seine Schlussfolgerungen gestützt auf die 

klinischen Untersuchungen getroffen (vgl. Bg-act. 170 S. 7 ff.). Dabei sind 

seine Ausführungen in der Beurteilung der medizinischen 

Zusammenhänge einleuchtend und die gezogenen Schlussfolgerungen 

zum Gesundheitszustand nachvollziehbar. Sie werden vom 

Beschwerdeführer in seinen Rechtsschriften denn auch nicht in Abrede 

gestellt. Insbesondere bringt der Beschwerdeführer nichts vor, was in den 

RAD-Beurteilungen vom 2. und 8. März 2023 unberücksichtigt oder 

ungewürdigt geblieben sein soll und (weitergehende) funktionelle 

Auswirkungen zeitigen würde (vgl. BGE 148 V 195 E.2.2 sowie Urteile des 

Bundesgerichts 8C_491/2021 vom 20. Dezember 2021 E.4.1, 

8C_277/2021 vom 25. August 2021 E.3, 8C_105/2021 vom 8. Juni 2021 

E.3, 8C_603/2022 vom 6. Juni 2023 E. 4, 8C_257/2022 vom 21. Februar 

2023 E.4 und 8C_221/2022 vom 26. Januar 2023 E.4). Insofern sind keine 

Aspekte ersichtlich, welche auch nur geringe Zweifel an den RAD-

Beurteilungen vom 2. und 8. März 2023 wecken würden.

6.4 Dr. med. E._____ äusserte sich des Weiteren auch zur Arbeitsfähigkeit 

des Beschwerdeführers. Dazu führte er aus, seit März 2022 sei der 

Beschwerdeführer wieder in seiner angestammten Tätigkeit als 

Postbuschauffeur in einem 80%-Pensum tätig. Seitdem sei es ausweislich 

der vorliegenden ärztlichen Zeugnisse zu wiederkehrenden, mehrheitlich 

kurzzeitigen Arbeitsunfähigkeits-Intervallen gekommen, die keinen 

grundsätzlichen Widerspruch auf die Eignung und Fähigkeit des 

Beschwerdeführers im Hinblick auf die angestammte Tätigkeit darstellten. 

D.h. die Gründe für die Arbeitsunfähigkeits-Intervalle im Jahr 2022 

könnten neu hinzugekommene bzw. akute Erkrankungen gewesen sein. 

- 21 -

Der Beschwerdeführer werde alle zwei Jahre mit Blick auf die berufliche 

Personenbeförderung gesundheitlich durch den Bezirksarzt untersucht. 

Aus versicherungsmedizinischer Sicht sei davon auszugehen, dass die 

angestammte Tätigkeit unter Berücksichtigung der gesundheitlichen 

Defizite weiterhin im vorbestehenden Pensum ausgeübt werden könne. Im 

Laufe der Zeit könne auch mit einer weiteren Erholung des 

kompromittierten Nervus suprascapularis rechts gerechnet werden. Dr. 

med. E._____ hielt demnach die bisherige Tätigkeit als Buschauffeur – wie 

auch eine leidensangepasste, d.h. leichte bis situativ mittelschwere, 

mehrheitlich sitzend bis wechselbelastend auszuübende Tätigkeit – aus 

medizinischer Sicht seit März 2022 zu 80 % für möglich (vgl. Bg-act. 170 

S. 12 f. und Bg-act. 186 S. 18 f.; diese Arbeitsfähigkeitseinschätzung 

berücksichtigte auch eine allfällig weiterhin bestehende Neigung zu 

Doppelbildsehen bei Ermüdung und Blickrichtung nach links infolge der im 

Jahr 2004 erlittenen Orbitarandfraktur [vgl. RAD-Abschlussbeurteilung 

von Dr. med. E._____ vom 11. Juli 2019 {Bg-act. 118 S. 16 f.}, Bericht zur 

kreisärztlichen Untersuchung vom 26. Juli 2018 von Dr. med. H._____ 

{Bg-act. 92 S. 6 f.}, Bericht von Dr. med. Spina vom 12. Juli 2018 {Bg-act. 

83 S. 3 und S. 5}; siehe ferner zur Fahreignung E.5.4 hiervor]. 

6.5 Der Beschwerdeführer wendet dagegen ein, er sei auch in der Zeitspanne 

von März bis Juli 2022 aufgrund seines medizinischen Leidens immer 

wieder krankgeschrieben gewesen (vgl. Beschwerde vom 10. Juli 2023 S. 

4). Soweit er vorbringt, bereits wenige Tage nach Wiederaufnahme der 

Arbeit als Busfahrer wieder einen Rückschlag erlitten zu haben, und hierzu 

(erneut) ein ärztliches Zeugnis von Dr. med. univ. D._____ vom 1. April 

2023 ins Recht legt (vgl. Bf-act. 2 und Bg-act. 172 S. 12), welches eine 

Arbeitsunfähigkeit von 50 % vom 1. April 2022 bis zum 30. April 2022 

bescheinigt, vermag er daraus nichts zu seinen Gunsten ableiten. Denn 

wie bereits dargelegt, entsteht der Rentenanspruch gemäss Art. 29 Abs. 

- 22 -

1 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung 

des Leistungsanspruchs, vorliegend mithin ab dem 1. Mai 2022 (nach der 

am 8. November 2021 erfolgten Anmeldung zum Leistungsbezug, vgl. 

dazu Bg-act. 131). Da sich die von Dr. med. univ. D._____ ausgestellte 

Arbeitsunfähigkeit von 50 % auf den Monat April 2022 und somit noch auf 

einen Zeitraum vor dem frühest möglichen Zeitpunkt für die Entstehung 

des Rentenanspruchs bezieht, erweist sie sich mit Blick auf Letzteren als 

irrelevant. Sodann bestand gestützt auf die Beurteilungen von RAD-Arzt 

Dr. med. E._____ ab dem 1. Mai 2022 (lediglich noch) eine 

Arbeitsunfähigkeit von 20 % in der bisherigen Tätigkeit als Buschauffeur 

(vgl. RAD-Abklärungsbericht vom 2. März 2023 [Bg-act. 170 S. 12 f.] und 

RAD-Abschlussbeurteilung vom 8. März 2023 [Bg-act. 186 S. 17 ff.]; siehe 

ferner Aktennotiz vom 31. Mai 2022, wonach der Beschwerdeführer aktuell 

in einem 80%-Pensum arbeite [Bg-act. 149]). Mit Bericht vom 19. Mai 2022 

diagnostizierten die Dres. med. O._____ und S._____ eine Läsion des 

Nervus suprascapularis der rechten Schulter, welche sie am ehesten 

druckbedingt nach mehrwöchigem Aufenthalt auf der Intensivstation 

begründet sahen. Sie bestätigten, dass der Beschwerdeführer zu 80 % als 

Buschauffeur arbeite und wiesen auf eine gute Prognose hin (vgl. Bg-act. 

150 S. 11 f.; siehe ferner Bericht von Dr. med. T._____ vom 17. Mai 2022 

[Bg-act. 150 S. 13 f.] und Bericht der Dres. med. O._____ und P._____ 

vom 28. März 2022 [Bg-act. 171 S. 32 f.]). Im Weiteren sind lediglich 

kurzzeitige Arbeitsunfähigkeiten in der angestammten Tätigkeit 

aktenkundig: So wurde der Beschwerdeführer von seinem Hausarzt Dr. 

med. univ. D._____ vom 27. Juli 2022 bis zum 28. Juli 2022 (zwei Tage), 

vom 15. August 2022 bis zum 21. August 2022 (sieben Tage) sowie vom 

25. August 2022 bis zum 31. August 2022 (sieben Tage) zu 100 % 

arbeitsunfähig geschrieben (vgl. ärztliche Zeugnisse vom 25. Juli 2022, 

vom 15. August 2022, vom 17. August 2022, 26. August 2022 und 6. 

September 2022 [Bg-act. 172 S. 13 ff.]). Im Übrigen arbeitete der 

- 23 -

Beschwerdeführer ausweislich der Akten in einem 80 %-Pensum als 

Buschauffeur (vgl. Aktennotiz vom 21. Juni 2022 [Bg-act. 154], 

Evaluationsgespräch Eingliederung vom 7. Juli 2022 [Bg-act. 155 S. 1 f.] 

und Eintrag im Verlaufsprotokoll vom 2. September 2022 [Bg-act. 156 S. 

2 f.]). Die hausärztlich empfohlene Pensumsreduktion wurde bis auf eine 

Attestierung einer kurzzeitigen Arbeitsunfähigkeit vom 24. bis zum 25. 

Dezember 2022 weder angeordnet noch in die Tat umgesetzt (vgl. 

Arbeitsunfähigkeitszeugnis vom 23. Dezember 2022 von Dr. med. univ. 

D._____ [Bg-act. 172 S. 18] und Eintrag im Verlaufsprotokoll vom 2. 

September 2022 [Bg-act. 156 S. 2 f.]). 

6.6 Aus dem Dargelegten erhellt, dass ab dem 1. Mai 2022 grundsätzlich 

nunmehr nur eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten 

Tätigkeit als Buschauffeur bestand. Die in der Folge eingetretenen 

kurzzeitigen Verschlechterungen des Gesundheitszustands waren nur 

vorübergehender Natur und dauerten keine drei Monate an, weshalb sie 

auch keine Auswirkungen auf den Rentenanspruch zu zeitigen 

vermochten (vgl. Art. 88a Abs. 2 IVV). Die Vorbringen des 

Beschwerdeführers und das von ihm beigebrachte ärztliche 

Arbeitsunfähigkeitszeugnis vermögen daher keine auch nur geringen 

Zweifel an den RAD-(Abschluss-)Beurteilungen vom 2. und 8. März 2023 

zu wecken. Denn Dr. med. E._____ schloss darin übereinstimmend mit 

dem Vorstehenden, dass die wiederkehrenden, mehrheitlich kurzzeitigen 

Arbeitsunfähigkeits-Intervalle keinen grundsätzlichen Widerspruch zur 

Eignung und Fähigkeit des Beschwerdeführers im Hinblick auf die 

angestammte Tätigkeit darstellten (vgl. Bg-act. 170 S. 12 f. und Bg-act. 

186 S. 18). Es ist daher nicht zu beanstanden, wenn die 

Beschwerdegegnerin für den hier massgeblichen Zeitraum ab Mai 2022 

auf die darin ausgewiesene 80%ige Arbeitsfähigkeit in der bisherigen 

Tätigkeit des Beschwerdeführers abstellte. Angesichts der zahlreichen im 

- 24 -

Recht liegenden ärztlichen Arbeitsunfähigkeitszeugnisse und dem 

Umstand, dass der Beschwerdeführer für den Zeitraum ab Mai 2022 

beschwerdeweise nur pauschal vorbrachte, er habe an weiteren Tagen 

nicht arbeiten können (vgl. Beschwerde vom 10. Juli 2023 S. 4), ohne 

konkrete zusätzliche als die bereits aktenkundigen Zeiträume bestehender 

Arbeitsunfähigkeiten zu benennen, kann auf die beantragte Befragung der 

verantwortlichen Person seines Arbeitgebers verzichtet werden, zumal 

das streitberufene Gericht aufgrund der bereits abgenommenen Beweise 

seine Überzeugung gebildet hat und annehmen darf, dass diese 

Überzeugung durch weitere Beweiserhebungen nicht geändert würde (vgl. 

BGE 144 II 427 E.3.1.3, 141 I 60 E.3.3, 136 I 229 E.5.3, 134 I 140 E.5.3 

und 146 III 73 E. 5.2.2; Urteile des Bundesgerichts 8C_153/2023 vom 17. 

Juli 2023 E.5.5, 8C_660/2022 vom 25. Mai 2023 E.5.5, 8C_658/2022 vom 

30. Juni 2023 E.4.1, 9C_33/2023 vom 30. März 2023 E.3.3, 9C_296/2022 

vom 24. Oktober 2022 E. 5.5, 8C_411/2021 vom 27. August 2021 E.4.3.2, 

9C_319/2020 vom 19. August 2020 E.2.2, 9C_89/2020 vom 18. Juni 2020 

E.4.8 und 8C_709/2019 vom 19. Mai 2020 E.4.2.4).

7. Insgesamt ergibt sich somit bei einem unbestritten gebliebenen, auf ein 

100%-Pensum aufgerechneten Einkommen ohne Invalidität von 

CHF 74'291.05, das auf dem auf das Jahr 2023 aufindexierten, in der 

Verfügung der Suva vom 28. März 2019 ermittelten Valideneinkommen 

basiert (vgl. dazu Bg-act. 103 S. 3; siehe zum Ganzen: Case Report vom 

6. Juni 2023 [Bg-act. 186 S. 23]), und einem Einkommen mit Invalidität von 

80 % dieses Betrags (entsprechend einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in der 

bisherigen Tätigkeit) in der Höhe von CHF 59'432.85 ein Invaliditätsgrad 

von 20 %. Dasselbe resultierte, wenn auf die aktuelleren Lohnzahlen 

gemäss Fragebogen für Arbeitgebende vom 16. November 2021 

abgestellt würde, gemäss welchen der Beschwerdeführer bei einem 80%-

Pensum einen Verdienst von (aufindexiert) CHF 58'694.25 erzielte (CHF 

- 25 -

57'824 x 1.005 x 1.01 gemäss Nominallohnentwicklungswerte für Männer 

[für die Wirtschaftszweige 49-53 laut der am 1. Juni 2022 publizierten 

Tabelle T1.1.10]; vgl. Bg-act. 193 S. 5), was dem Einkommen mit 

Invalidität entspräche, und dem auf ein 100%-Pensum aufgerechneten 

Lohn (ohne Invalidität) von CHF 73'367.80 gegenübergestellt würde. Da 

weder geltend gemacht wird noch ersichtlich ist, dass der 

Beschwerdeführer damit seine verbliebene funktionelle Leistungsfähigkeit 

nicht bestmöglich erwerblich verwerten würde (der statistische Wert liegt 

bei einer Arbeitsfähigkeit von 80 % bei CHF 57'859.70 [LSE 2020, Tabelle 

TA 1, Kompetenzniveau 2, Männer, Wirtschaftszweig 49-53 "Verkehr und 

Lagerei", umgerechnet auf die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit 

von 42.4 Stunden gemäss Tabelle T03.02.03.01.04.01, Arbeitsfähigkeit 

von 80 %, aufindexiert auf das Jahr 2023 in Berücksichtigung des 

Grundsatzes der zeitidentischen Bemessung der Vergleichseinkommen 

{vgl. BGE 129 V 222 E.4.2 und Urteile des Bundesgerichts 8C_337/2022 

vom 2. Dezember 2022 E.4.1.1, 8C_350/2022 vom 9. November 2022 E.6 

und 8C_543/2019 vom 25. Oktober 2019 E.5.5} und der 

Nominallohnentwicklungswerte für Männer {für die Wirtschaftszweige 49-

53 gemäss Tabelle T1.1.10} = CHF 5'596.-- x 12 : 40 x 42.4 x 1.001 x 

1.005 x 1.01 x 0.8]), spricht nichts dagegen, den konkreten Wert als 

Einkommen mit Invalidität anzurechnen (vgl. Art. 26bis Abs. 1 IVV). Da 

somit ab Mai 2022 ein Invaliditätsgrad von weniger als 40 % vorlag, 

verleiht dieser keinen Anspruch auf eine Invalidenrente.

8. Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet und ist abzuweisen. 

9.1 Laut Art. 69 Abs. 1bis IVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG ist das 

Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um Leistungen aus der 

Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht 

kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und 

unabhängig vom Streitwert im Rahmen von CHF 200.-- bis CHF 1'000.-- 

- 26 -

festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden rechtfertigt es sich, die 

Gerichtskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen 

Kostenrahmens auf CHF 500.-- festzusetzen. Diese sind vom 

unterliegenden Beschwerdeführer zu tragen.

9.2 Der obsiegenden Beschwerdegegnerin steht kein Anspruch auf Ersatz der 

Parteikosten zu (vgl. Art. 61 lit. g ATSG e contrario).

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Kosten von CHF 500.-- gehen zulasten von A._____.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilung]