# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3eaa995a-3474-53ef-bcba-0fcf429e7f00
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-09-30
**Language:** de
**Title:** Erstanmeldung. Abstellen auf psychiatrische Gutachten, in welchem von 100%igen Arbeitsfähigkeit in jeglicher Tätigkeit ausgegangen wird. Abweisung. (BGE 9C_636/2021)
**Docket/Reference:** IV.2021.00198
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2021.00198.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2021.00198
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna
Sozialversicherungsrichterin Slavik
Gerichtsschreiberin Schleiffer Marais
Urteil
vom
30. September 2021
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Der 1973 geborene
X.___
, ohne
Berufsa
usbildung
und zuletzt als Küchenhilfe
bei der
Y.___
-Stiftung
tätig
(
Urk. 6/22
/1-6
)
,
meldete sich am 19. September 2019
unter Hinweis auf eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) und eine Depression bei der Invalidenversicherung zur Früherfassung
(Urk. 6/1)
und am
4. November 2019
zum Leistungsbezug (berufliche Eingliede
rung, Rente)
an
(
Urk. 6/8).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
,
nahm erwerbliche und medizinische Abklärungen vor und zog unter an
derem die Akten des Krankentaggeldversicherers (
Urk. 6/3,
Urk. 6/2
1
) bei.
Am 26. Juni 2020 informierte die IV-Stelle den Versicherten darüber, dass aufgrund seines Gesundheitszustands aktuell keine Eingliederungsmassnahmen möglich seien (Urk. 6/27).
In
der Folge
veranlasste sie
eine psychiatrische Begutachtung durch Dr.
med.
Z.___
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH (Expertise vom 4. Dezember 2020, Urk. 6/36/
3-39
). Mit Vorbescheid vom 8. Januar 2021 (Urk. 6/38) stellte die IV-Stelle dem Versicherten die Abwe
isung des Leistungsbegehrens in
Aussicht, wogegen
dieser
am 22. Januar 2021
(unbegrün
deten)
Einwand (Urk. 6/39) erhob. Am 25. Februar 2021 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren
des Versicherten
verfügungsweise ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 18. März 2021 Beschwerde (Urk. 1) und bean
tragte sinngemäss die Aufhebung der Verfügung vom 25. Februar 2021
, weitere Abklärungen
und die
Zusprache
von beruflichen Massnahmen oder eine
r
Rente
. Mit Beschwerdeantwort vom 26. April 2021 (Urk. 5) schloss die Beschwerdegeg
nerin auf Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 27. April 2021
mitgeteilt
wurde (Urk. 7).
Am 15. Juni 2021 ging der Bericht des Zentrums
A.___ (
Urk. 8) bei
m
Gericht ein, welcher den Parteien am 16. Juni 2021 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 9).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2
, 128 V 29 E. 1
).
1.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6
ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE
145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E.
2.1, 130 V 396
E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit
ist jedoch nicht ohne W
eiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumut
bar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE
145 V 215 E. 5.3.2,
1
43 V
409 E. 4.2.1, 141 V 281 E.
3.7, 13
9 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine
Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1
IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.4
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte haben gemäss Art. 8
Abs. 1
IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
wieder herzustellen
, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen
für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.
1.
5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung des strit
ti
gen Leistungsanspruches gestatten.
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztbe
richtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden
berück
-
sichtigt
, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle
gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizini
schen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten begrün
det sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die leistungsabweisende Verfügung vom 25. Februar 2021 (Urk. 2) damit, dass gemäss den medizinischen Abklärungen die ausgewiesenen Diagnosen keine länger andauernde oder bleibende Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers hätten. Es bestehe seit spätestens der Begutachtung durch Dr.
Z.___
eine volle Arbeitsfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten (S. 1). In der Beschwerdeantwort vom 26. April 2021 (Urk. 5) präzisierte die Beschwerdegegnerin, dass
die Beurteilung der gesundheitlichen Ein
schränkungen des Beschwerdeführers schlüssig sei und keine andere Schluss
-
fol
gerung zulasse (S. 2).
2.2
Demgegenüber
gab
der Beschwerdeführer
an
(Urk. 1)
,
dass es ihm gesundheitlich es nicht viel
besser gehe
als im April 2019 und sein behandelnder Arzt ihn wei
terhin als zu 100 % arbeitsunfähig einschätze, dies im Gegensatz zu Dr.
Z.___
, die in ihrem Gutachten vom Dezember 2020
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit attes
tiert
habe
.
3.
3.1
Dr.
Z.___
führte in ihrem psychiatrischen Gutachten v
om 4. Dezember 2020 (Urk. 6/36/3
-39) folgende Diagnosen auf (S. 30):
-
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
-
keine
(mehr)
-
ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
-
PTBS
, gegenwärtig klinisch remittiert (ICD-10 F43.1), überlappend mit
-
Anpassungsstörung mit längerer, teilweise agitierter
,
depressiver Reaktion, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F43.21) bei
-
psychosozialer Belastungssituation:
-
Probleme mit Bezug auf Berufstätigkeit und Arbeitslosigkeit (ICD-10 Z56)
-
Probleme mit Bezug auf den engeren Familienkreis, einschliesslich familiärer Umstände und Partnerschaft (ICD-10 Z63)
-
Probleme mit Bezug auf Migration und transkulturelle Ehe
(-scheidung
; ICD-10 Z60.3)
-
Probleme mit Bezug auf die Wohn
bedingungen und wirtschaftliche
n
Verhältnisse (ICD-10 Z59)
Die Gutachterin führte aus,
dass beim Beschwerdeführer bis
zum
Jahr 2019 keine Hinweise auf ein etwaiges klinisches posttraumatisches Belastungssyn
drom
oder sonstige psychische Störungen oder
Traumafolgestörungen
(abgesehen von vorübergehenden Alkoholproblemen
1997
nach
der
Demilitarisierung und beim Übergang vom
«
Heldenstatus
»
ins
«
Zivilleben
»
)
zu eruieren gewesen sei
en
. Die Tatsache, dass der Beschwerdeführer – um sei
nen Vaterpflichten nachzukommen
-
im November 2011 in die Schweiz gekommen sei und damit endgültig auf eine höhere
Berufskarriere verzichtet
und seine Frau keinen Schritt zur Kompromiss
findung gemacht habe, obwohl sie auch ein zweites Mal ohne Rücksprache mit ihm schwanger geworden sei, sei
im gutachterlichen Gespräch
ein zentrales bio
graphisches Belastungsthema gewesen.
Der Beschwerdeführer habe ein lädiertes Selbstbild als Mann durch die Rückstufung auf das Niveau des Hausmanns mit seiner Frau als Kostgewinnerin geschildert
(S. 27).
Aus dem Diskurs des Beschwerdeführers gehe ein jahrelang belastetes Privatleben hervor, das im Jahr 2016 in seiner Ausschliessung aus dem ehelichen Haushalt gegipfelt habe, wobei das Ehepaar seither faktisch getrennt gelebt habe und die Ehe im Dezember 2019 geschieden worden sei.
Das Berufsleben
des Beschwerdeführers
habe bis 2018 nicht in erheblichem Ausmass unter der schweren privaten Belastung gelitten.
Er
weise ab Sommer 2012 bis zu seiner Erkrankung im Mai 2019, ohne etwaige Phasen der Arbeitslosigkeit oder Arbeitsunfähigkeit
,
eine durchgehende Tätigkeit als
Putzmann
, Hilfsmonteur, Logistiker und Hilfsarbeiter in einer Restaurant
küche auf. Auf Berufsebene sei es ab Sommer 2018 durch einen Chefwechsel am Arbeitsplatz zu Belastungen gekommen
und
der Beschwerdeführer
habe
Mobbing respektive ausgrenzendes Verhalten durch das zusammengeschweisste Team
aus B.___
und einen aggressiven Umgangssti
l in der Küche geschildert, wobei
der Chef
im April 2019 einen
Mitarbeiter
mit
eine
r
Bratpfanne
attackiert habe. Er habe sich dadurch am Arbeitsplatz in Gefahr gefühlt und habe nun erstmals
opti
-
sche
Illusionen erlitten «
wie im Krieg, wenn einer jemanden aus dem Hinter
halt bespringen wolle
»;
der Geruch von Blut und Fleisch habe ihn – wie im Krieg – irritiert und gestört (S. 28). Die Gutachterin führte weiter aus, der Beschwerde
führer habe konkret
traumarelatierte
und durch Konfrontation mit Gewalt und Aggressivität
getriggerte
damalige optische Illusionen, nächtliche hypnagoge Pseudohalluzinationen, eine typische Schreckhaftigkeit
,
Hyperarousal
mit
exacer
bierter
Schlafstörung und Dissoziationen beschrieben. Der Verlauf und die Heilung sei
en
durch belastende Abklärungen eines anfänglich befürchteten
, schliesslich aber nicht bestätigten
Hirn-/Herzleidens im Oktober
/
November 2019
,
die Ehescheidung im Dezember 2019 und die Konfrontation mit dem neuen Part
ner der Exfrau im Laufe
des Jahrs
202
0
erschwert worden
. Der Beschwerdeführer habe anlässlich der Begutachtung einen trotzdem stetig bessernden Gesundheits
zustand
sowie eine normale Alltagsfunktionalität mit sozialen Interessen, Reise
-
freude, gemeinsamen Aktivitäten mit den Kindern und der Exfrau beschrie
ben (S. 29). Tatsächlich sei aktuell ein a
bsolut normvarianter psychopath
o
lo
gi
scher Befund zu erheben. Eine klinisch relevante posttraumatische Kardinalsymp
tomatik in einer etwaigen Schwere, die Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit haben
könnte, könne momentan nicht mehr festgestellt werden. Auch die normal
-
psychologische Anpassungsstörung in
folge langjähriger Ehekonflikte und Probleme
durch Migration, Studien-/K
arriereknick erscheine klinisch
nicht mehr
relevant respektive remittiert
. Angesichts der bei der Begutachtung festzustellenden Re
mission der psychischen Störungen und
der
Normalisierung des psychopatholo
gischen Befunds sei
en
die psychiatrische, psychopharma
-
kologische
und psycho
therapeutische Behandlung als erfolgreich zu bezeichnen und es seien keine etwaigen offenen therapeutischen Optionen zu nennen
(S. 30
, S. 32
).
Unter dem Titel
«
Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit
»
hielt die Exper
tin fest,
dass
momentan
keine psychopathologische Symptomatik festgestellt werden könne, welche eine etwaige Arbeitsunfähigkeit begründen könn
t
e. Retro
spektiv
hätten
im Zeitraum von Mai 2019 bis November 2019 wohl in abneh
menden Masse Symptome aus dem posttraumatischen Belastungskreis sowie eine agitierte depressive Symptomatik infolge der psychosozialen Umstände vorge
legen, die wahrscheinlich bis Sommer 2020 zu einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit
ge
führt
hätt
en. Danach habe die Arbeitsunfähigkeit wohl abgenommen und es sei spätestens seit dem Datum der Begutachtung
(2. Dezember 2020)
eine 100%ige Arbeits
fähigkeit zu attestieren
.
Betreffend die Arbeitsfähigkeit in e
iner angepassten Tätigkeit
führte Dr.
Z.___
aus, dass seit dem 2. Dezember 2020 für alle Tätigkeiten in der freien Wirtschaft, welche den Begabungen, der Ausbil
dung und den Interessen des Besc
hwerdeführers entsprächen, eine 100%ige Arbeits
fähigkeit vorliege. Die Fähigkeit
des Beschwerdeführers
zur Anpassung an Regeln/Routinen und zur Planung/Strukturierung von Aufgaben sei
en
intakt, ebenso
die
Flexibilität und Umstellungsfähigkeit. Er sei uneingeschränkt urteils-/entscheidungs- und durchhaltefähig, seine sozialen Ressourcen seien wertvoll und seine Kontakt-, Gruppen-, Team- und Wegfähigkeit seien uneingeschränkt (S. 34 f.
).
Die Gutachterin
ergänzte
zur Arbeitsfähigkeit
, dass die PTBS zwar an sich im Zusammenhang mit der biographischen Traumatisierung/dem Erschüttern des Selbsterlebens in den 90er Jahren stehe. Offenbar habe aber schon mehrere Jahre vor der (im März 2019) direkt zur Arbeitsunfähigkeit führenden klinischen Mani
festation der PTB
S
eine Belastungssituation
vorgelegen,
bedingt durch die eheliche
n
Probleme
, den Abbruch des Studiums, die ambivalente Immigration in die Schweiz u
nd die Trennung von der Ehefrau
. Zu etwa 50 % sei schon die von Mai 2019 bis zum Zeitpunkt der Begutachtung attestierte Arbeitsunfähigkeit auf psycho
soziale Belastungsfaktoren zurückzuführen gewesen (S. 31).
3.2
Der Arzt des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) der Beschwerdegegnerin
,
PD Dr. med. univ.
C.___
, Facharzt für Neurologie, führte in seiner Stellungnahme vom 14. Dezember 2020 (Urk. 6/37/6-7) aus, das
psychiatrische
Gutachten gehe detailliert auf die Aktenlage ein und erhebe umfassend selbsttätig Befunde, weshalb darauf abgestützt werden könn
e. Er wiederholte die in der Expertise genannten Diagnosen und ging für die bisherige Tätigkeit von folgender Arbeitsunfähigkeit aus: September 2019 bis Juni 2020 100 %; ab Juli 2020 80 %; ab August 2020 60 %; ab September 2020 40 %; ab Oktober 2020 20 %; ab 2. Dezember 2020 0 %. Die Arbeitsunfähigkeit in angepasster Tätigkeit verhalte sich parallel zu der
jenigen in
der
bisherigen Tätigkeit. Das Belastungsprofil entspreche der bisheri
gen Tätigkeit und umfasse sowohl manuelle und intellektuelle Tätigkeiten
als
auch
solche im sozialen Bereich (Urk. 6/37/6).
4.
4.1
Das
Gutachten von Dr.
Z.___
vom
4. Dezember 2020 (E. 3
.1
) entspricht den praxisgemässen Anforderungen an den Beweiswert einer Expertise. So ist es für die streitigen Belange umfassend
und
gibt
insbesondere
Antwort auf die Frage nach dem Gesundheitszustand und der verbleibenden Arbeitsfähigkeit de
s
Beschwer
de
füh
rer
s
. Es beruht sodann auf den notwendigen psychiatrischen Unter
suchungen. Die Gutachter
in
berücksich
tigte
detailliert die g
eklagten Beschwerden und setzte
sich damit auseinander (
Urk. 6/36/3
-39
S.
22 f,
S, 27 ff
.
).
Die Expertise wurde sodann in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben, wobei sich
die
Gutachter
in
differenziert
zur
Krankheitsentwicklung äusserte
und Bezug auf die medizinischen
Vorakten
nahm
(
S. 5 ff.
, S. 18 ff.
, S. 27 ff.
). Schliess
lich leuchtet die Expertise in der Darlegung der medizinischen Zusam
men
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und die Schlussfolgerun
gen im Gutachten sind begründet.
So
legte Dr.
Z.___
nachvollziehbar
dar, dass beim Beschwerdeführer
zwar
eine PTBS sowie eine Anpassungsstörung vorliegen, welche aktuell indes
soweit
remittiert
sind
,
dass
spätestens seit dem 2. Dezember 2020 von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in jeglicher Tätigkeit auszugehen
ist
(S. 30, S. 34 f.).
Insbeson
dere zeigte die Gutachterin plausibel auf, dass
mangels psychopathologischer Be
funde
zum Zeitpunkt der Begutachtung
seither
nicht mehr die PTBS, sondern
verschiedene krankheitsfremde
Faktoren
die
als belastend empfundene Lebens
situation des Beschwerdeführers
dominieren.
Auch unter Berücksichtigung der Verlaufsberichte der behandelnden Fachpersonen
vom
Zentrum A.___
ist ferner nachvoll
ziehbar, dass nach dem Auftreten der PTBS-Symptomatik
im Frühjahr 2019
diese
zwar
für kurze Zeit
neben einer reaktiven Depression
hauptursächlich für die ein
geschränkte Leistungsfähigkeit des B
eschwerdeführers war
(vgl.
A.___
-Bericht vom 22. Juli 2019, Urk. 6/21/15-18)
, nach Aufnahme der psychotherapeutischen Behandlung aber die Symptome gelindert werden konnten und krankheitsfremde Faktoren wie die virulenten Eheprobleme
das Beschwerdebild massgeblich mit
bestimmten.
Denn auch
die Fachpersonen
vom
A.___
nannten am 14. Januar 2020 (Urk. 6/21/11-14) die Scheidung des Beschwerdeführers
nunmehr
als wesent
lichen Belastungsfaktor. So sei es durch die Beziehungsproblematik zu einer Dekompensation des psychischen Zustandsbilds gekommen, jedoch zu kei
ner Zunahme der posttraumatischen Symptome.
In ihrem Bericht vom 10. Februar 2020 (Urk. 6/19) ergänzten sie dazu, dass sie die Reaktion des Beschwerdeführers auf die Scheidung zwar als adäquat beurteilen würden, diese aber
- neben der PTBS-Symptomatik -
die Rückkehr in einen geregelten Alltag und in eine Arbeits
tätigkeit erschwere.
Am 25. Juni 2020 (U
rk.
6/26) berichteten die Fachpersonen, dass die Halluzinationen rückläufig seien, womit die von der Gutachterin be
schriebene Remission der PTBS-Symptomatik nachvollziehbar erscheint.
Die Ein
schätzung der Gutachterin, dass
die
seit Mai 2019
attestierte Arbeitsunfähigkeit
zur Hälfte durch die
PTBS
-Symptomatik, zur Hälfte aber auf krankheitsfremde Faktoren wie die belastende Scheidungssituation zurückzuführen war, ist vor die
sem Hintergrund ebenfalls plausibel.
Am 14. Juni 2021, das heisst vier Monate nach Verfügungserlass, reichten die behandelnden Fachpersonen
vom
Zentrum A.___
einen weiteren Bericht ein. Grundsätzlich bildet in Bezug auf den massgebenden Sachve
rhalt rechtsprechungsgemäss
der
Verfügungserlass
die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (
BGE 132 V 215 E. 3.1.1).
Eine davon abweichende ausnahmsweise Berücksichtigung des Berichts fällt ausser Betracht, da er an
der Beurteilung der vorliegenden Streitfrage nichts zu ändern
vermag.
Die Fachpersonen beschrieben
darin
im Wesentlichen die gleiche Befundlage wie schon in den vorhergehenden Verlaufsberichten. Der Bericht enthält insbesondere keine Tatsachen, welche die Beurteilung im Zeitpunkt des Verfügungserlasses beein
flussen
könnten
und stellt
damit
die gutachterliche Einschätzung nicht in Frage
.
Vielmehr attestieren die Fachpersonen vom
Zentrum A.___
dem Beschwerdeführer
bei
gleicher Befundlage weiterhin eine vollständige Arbeitsunfähigkeit, was zwar aus
ihrer
Optik
und
angesichts ihres
Therapieauftrags verständlich ist.
Da sie aber weder erläutern, weshalb die PTBS-Symptomatik zu einer vollständigen Arbeits
unfähigkeit führt
,
noch
inwiefern auch krankheitsfremde Faktoren bei der Beur
teilung der Leistungsfähigkeit eine Rolle spielen,
kann
für die vorliegenden Belange
auch
auf
ihre
neuerliche
Einschätzung
nicht abgestellt werden
.
Somit ist gestützt auf die Einschätzung
von Dr.
Z.___
für die kurze Zeitspanne
ab Mai 2019 bis Juni 2020
unter Berücksichtigung der krankheitsfremden Fak
toren
eine 50%ige A
rbeitsun
fähigkeit ausgewiesen
mit gradueller Abnahme auf 0 % bis zum Zeitpunkt der Begutachtung im Dezember 2020.
Bei diesem Ergebnis erübrigt sich
aus Verhältnismässigkeitsgründen
die Durchführung eines struktu
rierten Beweisverfahrens nach Massgabe von BGE 141 V 281 sowie BGE 143 V 418 (Urteil des Bundesgeric
hts 8C_629/2019 vom 8. November
2019 E. 4.2.4).
4.2
Es
stellt sich
damit
die Frage
,
wie sich
diese
im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns bestehende 50%ige Arbeitsunfähigkeit
erwerblich auswirkt und insbesondere ob sie zu einem rentenrelevanten Invaliditätsgrad
und damit zu einem befristeten Rentenanspruch
führt (E
. 1.1 und E. 1.3
)
.
Massgebend für die Berechnung des
Valideneinkommen
s
ist das im Jahr 2018 erzielte Einkommen von Fr. 44'150.50 als Küchenhilfe bei der
Y.___
-Stiftung (Urk. 6/22).
Das per 2018 massgebende Invalideneinkommen ergibt sich aufgrund der statis
tischen Daten der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE 2018). Ausgehend von einem monatlichen Einkommen von Fr. 5
’
417.-- (LSE 2018 TA1_tirage_skill_level, Kompetenzniveau 1) ergibt sich nach Berücksichtigung der durchschnittlichen Arbeitszeit von 41,7 Stunden pro Woche (
www.bsf.admin.ch
, Arbeit und Erwerb, Erwerbstätigkeit und Arbeitszeit, detail
lierte Daten, Normalarbeitsstunden)
für den Beschwerdeführer
per 2018 ein Jahres
einkommen von Fr. 67'766.70.
Da ab Mai von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % auszugehen ist, führt dies zu einem zumutbaren Einkommen in der Höhe von Fr. 33'883.35.
Gründe für einen Abzug von diesem statistischen Durchschnittslohn sind nicht ersichtlich. Da
von ein
er Tätigkeit im Kompetenzniveau
1 ausgegangen wird, rechtfertigen
insbesondere
die fehlende berufliche Ausbildung und die gegebenen
(allenfalls ungenügenden) Sprachkenntnisse
keinen Tabellenlohnabzug (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_151/2020 vom 15. Juli 2020 E. 6.3.4 mit Hinweis).
Da sich
bereits
ab Mai 2020
bei einer Arbeitsunfähigkeit von 50 %
lediglich
ein Invaliditätsgrad von 23 %
ergibt
(
[Fr. 44'150.50 - Fr. 33'883.35] x 100 / 44'150.50 = 23.25; vgl.
E. 1.1 und
1.
3
; eine parallel zu erfolgende Hochrechnung beider Einkommen auf das für die Invaliditätsbemessung massgebende Jahr 2020 entsprechend der Nominallohnentwicklung 2018 bis 2020 bliebe ohne Aus
wirkung auf das Resultat
)
, hat die Beschwerdegegnerin den Anspruch des
Beschwer
deführers auf eine Invalidenrente zu Recht verneint. Wie die
gutachter
lich dar
gelegte
gesundheitliche Situation
zeigt
, ist der Beschwerdeführer auch nicht von einer Invalidität bedroht
(E. 1.4)
, so dass er auch keinen Anspruch auf Massnah
men der beruflichen Eingliederung der
Invalidenversicherung hat. Dies
bezüglich ist er auf das Angebot
für
arbeitsmarktliche
Massnahmen
der Arbeits
losenversi
cherung zu verweisen.
5.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind
unabhängig vom Streit
wert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 600.-- anzusetzen. Entspre
chend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerde
füh
rer aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von Fr.
600.
--
werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
dem
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
gestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
X.___
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes
ge
setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind bei
zu
legen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GräubSchleiffer Marais