# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ac1a17c0-7009-5c4a-a443-b69a927acbf8
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-06-13
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 13.06.2017 BK 2017 166
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2017-166_2017-06-13.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Beschwerdekammer in 
Strafsachen

Cour suprême
du canton de Berne

Chambre de recours pénale

Beschluss
BK 17 166

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 09
Fax +41 31 635 48 15
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 13. Juni 2017

Besetzung Oberrichterin Schnell (Präsidentin), Oberrichter Trenkel, Oberrich-
ter Stucki
Gerichtsschreiber Müller

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter 1/Beschwerdeführer

C.________

Beschuldigter 2 

D.________

Beschuldigte 3

Gegenstand Beschlagnahme

Strafverfahren wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungs-
mittelgesetz

Beschwerde gegen die Verfügung der Regionalen Staatsanwalt-
schaft Bern-Mittelland vom 3. April 2017 (BM 17 10887)

2

Erwägungen:

1. Am 3. April 2017 beschlagnahmte die Regionale Staatsanwaltschaft Bern-
Mittelland (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) diverse Gegenstände und Vermö-
genswerte im Rahmen eines gegen die drei Beschuldigten geführten Strafverfah-
rens wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz. Gegen die Be-
schlagnahme eines Buchgeldbetrags von CHF 47‘801.25 erhob A.________ (nach-
folgend: Beschwerdeführer) am 20. April 2017 Beschwerde mit folgenden Anträ-
gen: 

1. Ziffer 1.4 der Verfügung vom 3. April 2017 sei teilweise aufzuheben. Es sei auf dem Konto mit der 
IBAN-Nr. E.________ ein Buchgeldbetrag von maximal CHF 27‘801.25 zu beschlagnahmen.

2. Die Verfahrenskosten seien vom Kanton Bern zu tragen.

3. Die Entschädigung des amtlichen Verteidigers sei zur Hauptsache zu schlagen und bei Abschluss 
des Verfahrens durch die Verfahrensleitung festzulegen.

Die Generalstaatsanwaltschaft beantragte in ihrer Stellungnahme die kostenfällige 
Abweisung der Beschwerde. In der Replik vom 22. Mai 2017 hielt der Beschwerde-
führer an seinen Rechtsbegehren fest. Eventualiter beantragt er zusätzlich, anstelle 
der Beschlagnahmung eines Betrag von CHF 16‘336.00 auf dem Konto IBAN Nr. E.________ freizu-
geben und statt dessen das Depot mit der Nr. F.________ vollständig zu beschlagnahmen.

2. Gegen Verfügungen der Staatsanwaltschaft kann bei der Beschwerdekammer in 
Strafsachen innert 10 Tagen schriftlich und begründet Beschwerde geführt werden 
(Art. 393 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 396 Abs. 1 Schweizerische Strafprozessordnung 
[StPO; SR 312], Art. 35 des Gesetzes über die Organisation der Gerichtsbehörden 
und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1] i.V.m. Art. 29 Abs. 2 des Organi-
sationsreglements des Obergerichts [OrR OG; BSG 162.11]). Der Beschwerdefüh-
rer ist durch die angefochtene Verfügung unmittelbar in seinen rechtlich geschütz-
ten Interessen betroffen und somit zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 382 
Abs. 1 StPO). Auf die form- und fristgerechte Beschwerde ist grundsätzlich einzu-
treten. Nicht eingetreten werden kann jedoch auf das am 22. Mai 2017 gestellte 
Eventualbegehren, da dieses über den Streitgegenstand des Anfechtungsobjekts 
hinausgeht; die Frage nach einer Beschlagnahme des Depots Nr. F.________ bei 
der K.________(Bank) war nicht Gegenstand der Verfügung vom 3. April 2017.   

3.

3.1 Der Beschwerdeführer bringt zunächst vor, es handle sich beim beschlagnahmten 
Buchgeld nicht um Deliktserlös. Er habe bereits am 15. März 2017 dargelegt, dass 
es sich um Vermögen aus legaler Quelle handle, nämlich um die erheblich verrin-
gerte Erbschaft aus dem Nachlass seines Vaters vom 4. Mai 2012. 

Die Generalstaatsanwaltschaft führt dazu aus, dies werde nicht bestritten. In der 
angefochtenen Verfügung werde in Bezug auf das Buchgeldkonto denn auch fest-
gehalten, dass die Beschlagnahme der Sicherstellung von Ersatzforderungen be-
ziehungsweise von Verfahrenskosten, Geldstrafen und Bussen diene.

3

3.2 Weiter führt der Beschwerdeführer aus, er sei in Bezug auf den Betrieb einer In-
dooranlage geständig. Die ihm zur Last zu legende Deliktssumme werde sich vor-
aussichtlich im vierstelligen Bereich bewegen. Dauer und Grösse des Betriebs lies-
sen keinen höheren Erlös vermuten.  

Die Generalstaatsanwaltschaft entgegnet, der Beschwerdeführer habe zwar zuge-
geben, seit Anfang Juni 2016 eine Indooranlage zur Herstellung von Marihuana be-
trieben zu haben. Allerdings bestehe eine Diskrepanz zwischen seinen Aussagen 
und namentlich denjenigen von G.________ und H.________. Der Beschwerdefüh-
rer habe zugegeben, in der ersten Phase 300 Gramm erzeugt und dann noch 2.8 
kg geerntet zu haben. Insgesamt habe er 2.6 kg verkauft und dabei einen Umsatz 
von CHF 12‘000.00 gemacht. Die in der Beschwerde aufgestellte Behauptung, der 
Erlös liege vermutlich im vierstelligen Bereich, widerspreche dieser Aussage und 
könne nicht zutreffen. Weiter habe der Beschwerdeführer angegeben, bloss einmal 
100 Setzlinge gekauft und danach versucht zu haben, selber solche zu züchten 
(EV Beschwerdeführer vom 15. März 2017, Z. 97 f.). Erst auf Vorhalt der Aussagen 
von G.________ und H.________ habe er zugegeben, rund 930 Setzlinge gekauft 
zu haben (Z. 249 ff.). Die Belastungen von G.________ und H.________ gingen 
aber deutlich weiter. Demnach soll der Beschwerdeführer seit Sommer 2016 re-
gelmässig alle zwei bis drei Wochen ca. 130 Setzlinge bezogen haben (EV 
H.________ vom 2. März 2017, Z. 573 f.). Bei rund 36 Wochen von Anfang Juni 
2016 bis zur Anhaltung von G.________ und H.________ am 21. Februar 2017 
bedeute dies ca. 1‘872 Setzlinge zu einem Preis von CHF 6.00 pro Stück (EV 
G.________ vom 27. Februar 2017, Z. 552 f.). Somit dürfte der Beschwerdeführer 
bereits für die Anschaffung der Setzlinge rund CHF 11‘232.00 ausgegeben haben. 
Die Setzlinge dürfte der Beschwerdeführer aufgezogen und das Marihuana gröss-
tenteils verkauft haben. Zudem werde der Beschwerdeführer von G.________ und 
H.________ damit belastet, von ihnen 2 kg verkaufsfertiges Marihuana für 
CHF 11’000.00 erworben zu haben (EV H.________ vom 2. März 2017, Z. 577 ff.). 
Es sei naheliegend, dass der Beschwerdeführer einen Grossteil davon verkauft ha-
be. Alleine damit dürfte er – ausgehend von einem Verkaufspreis von CHF 10.00 
pro Gramm – einen Gewinn von ca. CHF 9‘000.00 erzielt haben. Insgesamt sei da-
von auszugehen, dass der Gewinn des Beschwerdeführers aus dem Verkauf von 
Marihuana deutlich über CHF 10‘000.00 liege.

3.3 Schliesslich macht der Beschwerdeführer geltend, eine Kostendeckungsbeschlag-
nahme sei unzulässig, weil weder die Staatsanwaltschaft die Befürchtung geltend 
mache, er könne sich seinen Zahlungspflichten entziehen noch solche Anzeichen 
aus den Akten erkennbar seien. Vielmehr sei davon auszugehen, dass er bereits 
eine frühere Geldstrafe ohne Sicherstellung bezahlt habe. Selbst wenn eine Kost-
endeckungsbeschlagnahme zulässig sein sollte, müsse der Betrag überdies ange-
messen hoch sein. Die mutmasslichen Kosten lägen bei rund CHF 23‘000.00. Die 
Beschlagnahme eines Betrags von CHF 27‘801.25 sei demnach ausreichend, um 
sämtliche Verfahrenskosten, Geldstrafen beziehungsweise Bussen zu decken. 

Die Generalstaatsanwaltschaft bestreitet diese Ausführungen. Der Beschwerdefüh-
rer räume selber ein, dass er vom Vermögen auf dem beschlagnahmten Konto lebe 
und keine weiteren Einkünfte habe. Gäbe man das Geld frei, würde er es zur Be-

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streitung seines Lebensunterhalts verwenden, bis es aufgebraucht wäre. So würde 
er schliesslich über keine Vermögenswerte mehr verfügen, um die Kosten des Ver-
fahrens sowie allfällige Bussen und Geldstrafen zu bezahlen. Zu berücksichtigen 
sei auch, dass der Beschwerdeführer seit Empfang der Erbschaft im Betrag von 
CHF 275‘800.65 vor fünf Jahren bereits einen Grossteil davon – fast 
CHF 230‘000.00 – zur Bestreitung seiner Lebenskosten aufgebraucht habe. Daher 
sei die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Beschwerdeführer durch gezielten Ver-
brauch des beschlagnahmten Geldes seinen Zahlungsverpflichtungen entziehe als 
hoch anzusehen und die Beschlagnahme zur Kostendeckung zulässig. Untauglich 
seien ausserdem die Mutmassungen betreffend eine angeblich bezahlte frühere 
Geldstrafe. Selbst wenn der Beschwerdeführer diese bezahlt hätte, könnte er dar-
aus nichts zu seinen Gunsten ableiten. Sogar wenn den vom Beschwerdeführer 
aufgeführten Geldbeträgen im Sinne einer groben Schätzung der anfallenden Kos-
ten beigepflichtet würde, bliebe die Ersatzforderung für den beim Betäubungsmit-
telhandel erzielten Gewinn unberücksichtigt. Der Beschwerdeführer verkenne, dass 
die Beschlagnahme von legalen Vermögenswerten bis zur möglichen Maximalhöhe 
der Ersatzforderung zulässig sei. Gehe man von einem Gewinn zwischen 
CHF 10‘000.00 und CHF 20‘000.00 aus, zähle man zusätzlich die Sicherstellung 
der Kosten im Umfang von rund CHF 23‘000.00 dazu, so erscheine der beschlag-
nahmte Buchgeldbetrag von ca. CHF 47‘000.00 als gerechtfertigt. Da das Vorver-
fahren hängig sei, sei die exakte Höhe der Ersatzforderung noch unbekannt. Dies 
abzuklären sei Gegenstand der Untersuchung, weshalb bis zur Klärung die Be-
schlagnahme aufrecht zu erhalten sei.   

Gemäss der Rechtsprechung der Beschwerdekammer habe der von einer Ersatz-
forderungsbeschlagnahme Betroffene einen Anspruch auf Existenzsicherung, wo-
bei dieser anhand der Grundsätze zum betreibungsrechtlichen Existenzminimum 
zu konkretisieren sei (Beschluss des Obergerichts des Kantons Bern BK 16 257 
vom 15. Dezember 2016 E. 5). Die Kostendeckungsbeschlagnahme finde ihre 
Grenzen in Art. 268 StPO. Der Beschwerdeführer stelle sich auf den Standpunkt, 
dass ihm aufgrund der Beschlagnahme des Buchgeldkontos kein Geld mehr zur 
Bestreitung seines Lebensunterhalts bleibe. Es könne indes nicht zulässig sein, 
dass sich der Beschwerdeführer unter dem Vorwand einer Karenzfrist von einer 
Anmeldung beim RAV befreie und stattdessen das Geld verbrauche, das mutmass-
lich dem Staat zustehen werde. Dem Beschwerdeführer würden weitere Geldquel-
len zur Bestreitung seines Lebensunterhalts verbleiben: Einerseits verfüge er 
gemäss Schreiben der K.________(Bank) vom 30. März 2017 über ein Depot im 
Wert von CHF 16‘336.00 (Depot-Nr. F.________), welches ihm zur Verfügung ste-
he (vgl. Verfügung der Staatsanwaltschaft 6. April 2017). Es sollte ihm möglich 
sein, die darauf befindlichen Wertschriften zu verkaufen. Andererseits verfüge er 
über ein gemeinsames Konto mit der Schwester (Konto-Nr. I.________), welches 
von der Staatsanwaltschaft ebenfalls freigegeben worden sei. Darauf befänden 
sich CHF 3‘243.91. Entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers dürfte er 
aufgrund der Bezeichnung «und/oder-Konto» in der Lage sein, über diesen Geld-
betrag zu verfügen. Insgesamt werde mit der Beschlagnahme das Existenzmini-
mum des Beschwerdeführers nicht tangiert. Sie erweise sich als verhältnismässig.

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4. In der Replik ergänzt der Beschwerdeführer, die generalstaatsanwaltschaftliche 
Behauptung zur Menge der erworbenen Setzlinge könne nicht stimmen. Ca. 130 
Setzlinge alle zwei bis drei Wochen zu beziehen, sei in einer Anlage dieser Grösse 
nicht möglich. Einzig auf die Aussagen von H.________ abzustellen, der sich in ei-
nem separat geführten Strafverfahren wegen einer weit grösseren Hanfanlage zu 
verantworten habe, sei verfehlt. Auch wenn sich der Beschwerdeführer nicht gegen 
die Beschlagnahme des Bargelds im Umfang von CHF 7‘910.00 zur Wehr gesetzt 
habe, sei dieses bei der Berücksichtigung des Umfangs sowie der Verhältnismäs-
sigkeit der Beschlagnahme zu berücksichtigen. Der Beschwerdeführer habe sich 
auch nicht gegen die Beschlagnahmung der CHF 2‘000.00 Buchgeld zur Wehr ge-
setzt, und dennoch sei dieses beim Umfang bzw. bei der Überprüfung der Verhält-
nismässigkeit zu berücksichtigen. Die Beschlagnahme habe in einem vernünftigen 
und schonenden Rahmen zu erfolgen. Die Staatsanwaltschaft habe insgesamt 
CHF 55‘711.30 beschlagnahmt; eine Summe, die unter Berücksichtigung der mut-
masslichen Deliktssumme sowie der mutmasslichen Verfahrenskosten und Gelds-
trafe wesentlich zu hoch sei. Die Generalstaatsanwaltschaft halte fest, dass die De-
liktssumme deutlich über CHF 10'000.00 liege. Selbst wenn man davon ausgehe, 
die Deliktssumme betrage CHF 15'000.00, wäre zusammen mit der von der Gene-
ralstaatsanwaltschaft nicht bestrittenen und grosszügigen Berechnung der mut-
masslichen Verfahrenskosten und Geldstrafe ein Gesamtbetrag von maximal CHF 
38‘000.00 gerechtfertigt. Beschlagnahmt seien hingegen CHF 55'711.30, also CHF 
17‘711.30 zu viel. In der Zwischenzeit sei der Beschwerdeführer betrieben und 
auch gemahnt worden. Es sei nach Abklärungen festzuhalten, dass der Beschwer-
deführer keinen Anspruch auf RAV-Zahlungen habe und ausgesteuert sei. Der Be-
trag von CHF 3‘243.91 welche auf dem "und/oder"-Konto liege, gehöre der 
Schwester des Beschwerdeführers. Es sei unerheblich, dass er Zugriff auf das 
Konto habe. Er habe seinen Anteil aufgebraucht und keinen Anspruch auf den ver-
bliebenen Betrag. Anstatt den Beschwerdeführer in die Sozialhilfe und Schulden-
spirale zu drängen, sei es sinnvoll, ihm einen Anteil am Vermögen zu belassen, 
damit er ohne fremde (staatliche) Hilfe wieder Fuss fassen könne. 

Zum Wertschriftendepot bleibe anzumerken, dass es unverhältnismässig wäre, ihn 
zum Verkauf zu zwingen. Selbst wenn die beschlagnahmte Summe gerechtfertigt 
wäre, hätte die Staatsanwaltschaft zuerst die Wertschriften beschlagnahmen müs-
sen. Die Wertschriften müsse der Beschwerdeführer, damit er zu Geld komme, 
versilbern beziehungsweise verkaufen. Dies führe dazu, dass er von den Wert-
schwankungen nicht mehr profitiere. Diese Beschlagnahme würde dem Staat die 
gleiche oder aufgrund der Wertschwankungen eine ähnliche, eventuell sogar grös-
sere Summe zur Verfügung stellen und hätte zur Folge, dass er allenfalls erst nach 
dem Urteil – und nicht bereits jetzt – zum Verkauf der Wertschriften gezwungen 
wäre. Zudem würde nach dem Urteil der effektiv geschuldete Betrag feststehen 
und abhängig vom Ausgang zur Folge haben, dass er alle oder zumindest einen 
Teil der Wertschriften halten könnte.  

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5.

5.1 Als Zwangsmassnahme im Sinne von Art. 196 StPO kann eine Beschlagnahme 
angeordnet werden, wenn sie gesetzlich vorgesehen ist, ein hinreichender Tatver-
dacht vorliegt, sie verhältnismässig ist und durch die Bedeutung der Straftat ge-
rechtfertigt wird (Art. 197 Abs. 1 StPO).

Gemäss Art. 263 Abs. 1 Bst. d StPO können Gegenstände und Vermögenswerte 
einer beschuldigten Person oder einer Drittperson beschlagnahmt werden, wenn 
diese voraussichtlich einzuziehen sind. Die Vermögenseinziehungsbeschlagnahme 
strebt die vorläufige Sicherstellung von Vermögen an, das mutmasslich durch eine 
Straftat erlangt wurde. Sie stellt somit die vorsorgliche Massnahme zur Durchset-
zung einer späteren Einziehung nach Art. 70 Schweizerisches Strafgesetzbuch 
(StGB; SR 311) dar (vgl. HEIMGARTNER, in: Kommentar zur Schweizerischen Straf-
prozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 11 zu Art. 263 StPO). Beschlagnahmt werden 
können Vermögenswerte, die prima facie einer Einziehung unterliegen. Der Be-
schlagnahmegrund ist im Untersuchungsstadium lediglich glaubhaft zu machen.

Nach Art. 268 Abs. 1 und 2 StPO kann vom Vermögen der beschuldigten Person 
so viel beschlagnahmt werden, als voraussichtlich nötig ist zur Deckung der Ver-
fahrenskosten, Entschädigungen, Geldstrafen und Bussen. Die Strafbehörde nimmt 
bei der Beschlagnahme auf die Einkommens- und Vermögensverhältnisse der be-
schuldigten Person und ihrer Familie Rücksicht. Die Deckungsbeschlagnahme 
kommt nur in Frage, wenn davon auszugehen ist, dass die beschuldigte Person 
Kosten zu tragen haben wird. Sie ist auf diejenigen Kosten zu beschränken, welche 
in dem Verfahren voraussichtlich entstehen, in dem die Beschlagnahme angeord-
net worden ist (vgl. BOMMER/GOLDSCHMID, in: Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 
2014, N. 2 f. und 6 f. zu Art. 268 StPO). 

5.2 Die Beschwerde ist teilweise begründet. Vorab ist festzustellen, dass die allgemei-
nen Voraussetzungen für die Beschlagnahme – gesetzliche Grundlage, hinrei-
chender Tatverdacht, Glaubhaftmachung sowie Gefahr bei der Deckungsbeschlag-
nahme, dass sich die beschuldigte Person ihren möglichen Zahlungsverpflichtun-
gen gegenüber den Behörden oder der Privatklägerschaft entziehen will – erfüllt 
sind. Namentlich hinsichtlich des letztgenannten Elements kann auf die Ausführun-
gen der Generalstaatsanwaltschaft verwiesen werden (vorne E. 4.3). 

Zu den konkreten Zahlen ist im Weiteren festzuhalten, dass die Staatsanwaltschaft 
insgesamt folgende Bar- und Buchgeldwerte beschlagnahmt hat:  

- Buchgeldbetrag von CHF 47‘801.25 auf dem Konto IBAN Nr. E.________ 

- Bargeldbetrag von CHF 2‘000.00 aus Portemonnaie (Ass. D4)

- Bargeldbetrag von CHF 420.00 in Tabakdose (Ass. D. 3) 

- Bargeldbetrag von CHF 2.85 in Minigrip (Ass. D 9) sowie 

- Bargeldbetrag von CHF 7‘910.00 (Ass. 14). 

Addiert ergibt dies eine Summe von CHF 58‘134.10. 

Wie der Beschwerdeführer nachvollziehbar berechnet, kann für die Kosten des 
Verfahrens und für die Geldstrafe/Busse ein Gesamtbetrag von CHF 23‘000.00 an-

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genommen werden (Deckungsbeschlagnahme nach Art. 268 StPO). Zusätzlich ist, 
wie die Generalstaatsanwaltschaft korrekt folgert, ein Gewinn zwischen 
CHF 10‘000.00 und CHF 20‘000.00 zu erwarten (vgl. vorne E. 4.2 f.). Als realisti-
scher Wert für die Maximalhöhe der Ersatzforderung kann nach der Beschwerde-
kammer von mehr als CHF 15’000.00, jedoch nicht gerade von CHF 20‘000.00, 
daher als Schlussfolgerung von CHF 17‘500.00 ausgegangen werden (Ersatzforde-
rungsbeschlagnahme nach Art. 263 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 70 f. StGB).  

Die Differenz zwischen CHF 58‘134.10 und CHF 40‘500.00 (CHF 23‘000.00 plus 
CHF 17‘500.00) beträgt CHF 17‘634.10. Mit Blick insbesondere auf den Verhält-
nismässigkeitsgrundsatz (vgl. Beschluss des Obergerichts des Kantons Bern 
BK 16 293 vom 5. September 2016 E. 6), die zu gewährleistende Existenzsiche-
rung des Beschwerdeführers (vgl. Beschluss des Obergerichts des Kantons Bern 
BK 16 257 vom 15. Dezember 2016 E. 5 ff.) sowie die – wenn auch bloss behaup-
teterweise – gescheiterte RAV-Anmeldung erscheint es mithin als juristisch richtig 
und angemessen, vom Buchgeldbetrag auf dem Konto IBAN Nr. E.________ bloss 
einen Betrag von CHF 30‘167.15 (CHF 47‘801.25 minus CHF 17‘634.10) zu be-
schlagnahmen. 

6. Nach dem Gesagten ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen. Darüber hinaus-
gehend ist sie abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.

7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens rechtfertigt es sich trotz der nur teilweisen 
Gutheissung – Beschlagnahme von CHF 30‘167.15 anstatt der beantragten 
CHF 27‘801.25 der vorgängig gesamthaft beschlagnahmten CHF 47‘801.25 –, 
dass der Kanton Bern die Verfahrenskosten des Beschwerdeverfahrens übernimmt 
(vgl. Art. 428 Abs. 1 StPO). 

Die Entschädigungen legen die Staatsanwaltschaft oder das urteilende Gericht am 
Ende des Verfahrens fest (Art. 135 Abs. 2 StPO). 

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Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:

1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Die Verfügung der Regionalen Staats-
anwaltschaft Bern-Mittelland vom 3. April 2017 wird betreffend Ziffer 1.4 aufgehoben 
und die Regionale Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland wird angewiesen, vom Konto 
IBAN Nr. E.________ einen Betrag von CHF 30‘167.15 zu beschlagnahmen. 

Darüber hinausgehend wird die Beschwerde abgewiesen, soweit darauf einzutreten 
ist.   

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 1‘200.00, trägt der Kanton 
Bern.

3. Die Entschädigungen legen die Staatsanwaltschaft oder das urteilende Gericht am 
Ende des Verfahrens fest. 

4. Zu eröffnen:
- dem Beschuldigten 1/Beschwerdeführer, a.v.d. Rechtsanwalt B.________
- der Generalstaatsanwaltschaft

Mitzuteilen:
- der Regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland, Staatsanwalt J.________

(mit den Akten)

Bern, 13. Juni 2017 Im Namen der Beschwerdekammer
in Strafsachen

Die Präsidentin:

Oberrichterin Schnell
i.V. Oberrichter Trenkel

Der Gerichtsschreiber:

Müller

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 
17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Be-
schwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.