# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f4e1f03d-7c83-55a7-ba57-f53ac30344f3
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-10-26
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 26.10.2015 SB150250
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB150250_2015-10-26.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB150250-O/U/rm 
 

Mitwirkend: Oberrichter Dr. iur. F. Bollinger, Präsident, Oberrichterin lic. iur. 

L. Chitvanni und Oberrichter lic. iur. Ch. Prinz sowie die Gerichts-

schreiberin lic. iur. C. Laufer 

 

Urteil vom 26. Oktober 2015 

 

in Sachen 

 

A._____, 

Beschuldigter und Berufungskläger 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 
Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat,  

vertreten durch Staatsanwalt Dr. iur. Th. Brändli,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend  

Vergewaltigung etc.  

(Rückweisung der strafrechtlichen Abteilung des Schweiz. Bundesgerichts) 

 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Pfäffikon, 2. Abteilung,  
vom 12. November 2013 (DG130010)  

Urteil der I. Strafkammer des Obergerichtes des Kantons Zürich  

vom 17. November 2014 (SB140229)  

- 2 - 

Urteil der strafrechtlichen Abteilung des Schweiz. Bundesgerichts  

vom 1. Juni 2015 (6B_1251/2014) 

 

- 3 - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 10. September 

2013 (Urk. 18) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 65 S. 45 ff.) 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

− der Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB, 

− der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB sowie 

− der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 36 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis 

und mit heute 382 Tage durch Haft erstanden sind, sowie einer Busse von 

Fr. 400.–. 

3. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen. Die Busse ist zu bezahlen. 

4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle 

eine Ersatzfreiheitsstrafe von 4 Tagen. 

5. Es wird eine stationäre therapeutische Massnahme im Sinne von Art. 59 

StGB (Behandlung von psychischen Störungen) angeordnet. 

6. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 2 Schadenersatz in der 

Höhe von Fr. 350.– zuzüglich 5 % Zins ab 12. November 2013  zu bezahlen. 

7. Der Beschuldigte wird im Übrigen dem Grundsatze nach verpflichtet, der 

Privatklägerin 2 Schadenersatz für den im Zusammenhang mit dem einge-

klagten Ereignis entstandenen Schaden zu bezahlen. Zur genauen Feststel-

lung des Umfanges des Schadenersatzanspruches wird die Privatklägerin 2 

- 4 - 

mit ihrem Schadenersatzbegehren auf den Weg des Zivilprozesses ver-

wiesen. 

8. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 2 eine Genugtuung in 

der Höhe von Fr. 15'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 26. August 2012 zu be-

zahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

9. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 3'500.– ; die weiteren Verfahrenskosten betragen: 
Fr. 840.–  Auslagen der Kantonspolizei Zürich, 

Fr. 11'469.55  Auslagen der Untersuchung, 
Fr. 13'788.–  Kosten des Gutachtens, 

Fr. 3'000.–  Gebühr für das Vorverfahren, 
Fr. 15'000.–  Kosten der amtlichen Verteidigung (inkl. Barauslagen; 

zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer), 

Fr. 5'639.80  Kosten der unentgeltlichen Rechtsvertretung der Privat-
klägerin 2 (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer). 

Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, so reduziert 

sich die Gerichtsgebühr um einen Drittel. 

10. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens sowie der 

unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft werden dem Beschuldigten 

auferlegt, aber abgeschrieben. Die Kosten der amtlichen Verteidigung  

werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nach-

forderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. 

11. (Mitteilungen) 

12. (Rechtsmittel) 

- 5 - 

Entscheid im ersten Berufungsverfahren: 

(SB140229; Urk. 108 S. 27 ff.) 

Es wird beschlossen: 

1. Auf den Antrag betreffend Erhöhung der Entschädigung der amtlichen  

Verteidigung bis und mit vorinstanzlichem Hauptverfahren wird nicht ein-

getreten. 

2. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Pfäffikon vom 

12. November 2013 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

− (…) 

− der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB 

− der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB. 

2.-12. (…)" 

3. (Mitteilungen) 

4. (Rechtsmittel) 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist zudem schuldig der Vergewaltigung im Sinne von 

Art. 190 Abs. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 36 Monaten Freiheitsstrafe, wovon  

754 Tage durch Untersuchungs- und Sicherheitshaft sowie vorzeitigen 

Strafvollzug erstanden sind, sowie mit einer Busse von Fr. 400.–.  

3. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 4 Tagen. 

- 6 - 

4. Es wird eine stationäre therapeutische Massnahme im Sinne von Art. 59 

StGB (Behandlung von psychischen Störungen) angeordnet. 

5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 2 Schadenersatz in der 

Höhe von Fr. 350.– zuzüglich 5 % Zins ab 12. November 2013  zu bezahlen. 

6. Der Beschuldigte wird im Übrigen dem Grundsatze nach verpflichtet,  

der Privatklägerin 2 Schadenersatz für den im Zusammenhang mit dem  

eingeklagten Ereignis entstandenen Schaden zu leisten. Zur genauen  

Feststellung des Umfanges des Schadenersatzanspruches wird die Privat-

klägerin 2 auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

7. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 2 eine Genugtuung in 

der Höhe von Fr. 15'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 26. August 2012 zu  

bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

8. Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Ziff. 9 und 10) 

wird bestätigt. 

9. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 10'104.70   amtliche Verteidigung (inkl. MwSt.) 

Fr. 1'941.15   unentgeltliche Verbeiständung (inkl. MwSt.) 

   
10. Die Kosten des Berufungsverfahrens, einschliesslich derjenigen der unent-

geltlichen Vertretung der Privatklägerschaft, mit Ausnahme der Kosten der 

amtlichen Verteidigung werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der 

amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse ge-
nommen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten bleibt gemäss  

Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten. 

11. (Mitteilungen) 

12. (Rechtsmittel) 

 

- 7 - 

Berufungsanträge 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 142 S. 1 f.) 

1. Die Ziffern 1 bis 10 des Urteils der 2. Abteilung des Bezirksgerichts 

Pfäffikon vom 12. November 2013 seien aufzuheben, mit Ausnahme 

von Ziffer 7. 

2. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf der Vergewaltigung im Sinne von 

Art. 190 Abs. 1 StGB freizusprechen. 

3. Der Beschuldigte sei der mehrfachen Drohung schuldig zu sprechen 

und mit einer Freiheitsstrafe von vier Monaten, unter Anrechnung der 

erstandenen Untersuchungshaft, zu bestrafen und es sei eine am-

bulante Massnahme gemäss Art. 63 StGB im Sinne meiner Aus-

führungen vor Vorinstanz anzuordnen. 

4. Auf die Zivilforderungen der Privatklägerin B._____ sei daher nicht ein-

zutreten. 

5. Es seien ausgangsgemäss die Verfahrenskosten für das Verfahren vor 

Bezirksgericht zu 1/10 dem Beschuldigten zu überbinden und zu 9/10 

auf die Staatskasse zu nehmen, wobei die Kosten sofort abzuschrei-

ben seien; es seien die gesamten Verfahrenskosten für die zweite  

Instanz sowie diejenigen der amtlichen Verteidigung und der Ge-

schädigtenvertretung für das gesamte Verfahren der Staatskasse zu 

überbinden. 

6. Es sei dem Beschuldigten ebenfalls ausgangsgemäss eine Genug-

tuung von Fr. 300'000.– aus der Staatskasse auszurichten. 

7. Mein Mandant sei per sofort auf freien Fuss zu setzen. 

- 8 - 

8. Eventualiter: Sofern der Beschuldigte nicht bereits heute freige-

sprochen wird, sei ein aussagepsychologisches Gutachten betr. der 

Glaubhaftigkeit der Aussagen von B._____ einzuholen. 

b) Der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 143 S. 1) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

c) Der Privatklägerin B._____: 

(Urk. 144 S. 1) 

1. a) Der Beschuldigte sei zu verpflichten, der Privatklägerin B._____ bisher 

entstandene Kosten in Höhe von Fr. 350.– (Fahrtkosten vom 04.09.12 

bis und mit 31.10.13) nebst Zins zu 5 % ab 12. November 2013 zu be-

zahlen. 

b) Der Beschuldigte sei im Übrigen dem Grundsatze nach zu verpflichten, 

der Privatklägerin 2 Schadenersatz für den im Zusammenhang mit dem 

eingeklagten Ereignis vom 26. August 2012 entstandenen weiteren 

Schaden zu bezahlen. Zur genauen Feststellung des Umfanges des 

Schadenersatzanspruches sei die Privatklägerin 2 auf den Zivilweg zu 

verweisen. 

2. Der Beschuldigte sei zudem zu verpflichten, der Privatklägerin B._____ 

eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 15'000.– zuzüglich  

5 % Zins ab 26. August 2012 zu bezahlen.  

3. Der Beschuldigte sei zu verpflichten, der Privatklägerschaft für das 

zweitinstanzliche Verfahren eine angemessene Prozessentschädigung 

(inkl. 8 % Mehrwertsteuer, vgl. Honorarnote und nachfolgend Punkt B.) 

zu bezahlen. 

Prozessualer Antrag: Es sei der Privatklägerschaft eine begründete Fassung 

des Urteils zuzustellen. 

- 9 - 

Erwägungen: 

I. Prozessuales 

1. Verfahrensgang 

1.1. Am 10. September 2013 erhob die Staatsanwaltschaft Zürich - Limmat  

Anklage gegen den Beschuldigten wegen Vergewaltigung, mehrfacher Drohung 

und Tätlichkeiten (Urk. 18). Im Anschluss an die Hauptverhandlung sprach das 

Bezirksgericht Pfäffikon den Beschuldigten am 12. November 2013 im Sinne der 

Anklage schuldig und verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten. Sie 

ordnete zudem eine stationäre therapeutische Massnahme im Sinne von Art. 59 

StGB (Behandlung von psychischen Störungen) an (Urk. 65 S. 45 f.). Dieses  

Urteil wurde den Parteien mündlich eröffnet, worauf der Beschuldigte Berufung 

erklären liess (Prot. I S. 11 f.). 

1.2. Mit Beschluss der Kammer vom 17. November 2014 wurde die Rechtskraft 

der vorinstanzlichen Schuldsprüche wegen mehrfacher Drohung und Tätlichkeiten 

festgestellt (Urk. 108 S. 27). Mit Urteil vom gleichen Datum wurde der Beschuldig-

te zudem der Vergewaltigung schuldig gesprochen. Der Beschuldigte wurde mit 

einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten sowie einer Busse von Fr. 400.– bestraft. Es 

wurde eine stationäre therapeutische Massnahme im Sinne von Art. 59 StGB 

(Behandlung von psychischen Störungen) angeordnet. Ferner wurde der Be-

schuldigte verpflichtet, der Privatklägerin B._____ Schadenersatz in der  

Höhe von Fr. 350.– zuzüglich 5 % Zins ab 12. November 2013 zu bezahlen. Im 

Übrigen wurde der Beschuldigte dem Grundsatze nach verpflichtet, der Privat-

klägerin B._____ Schadenersatz für den im Zusammenhang mit dem eingeklag-

ten Ereignis entstandenen Schaden zu leisten. Zur genauen Feststellung des Um-

fanges des Schadenersatzanspruches wurde die Privatklägerin auf den Weg des 

Zivilprozesses verwiesen. Der Beschuldigte wurde zudem verpflichtet, der Privat-

klägerin B._____ eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 15'000.– zuzüglich 5 % 

Zins ab 26. August 2012 zu bezahlen. Im Mehrbetrag wurde das  

- 10 - 

Genugtuungsbegehren abgewiesen. Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädi-

gungsdispositiv (Ziff. 9 und 10) wurde bestätigt. Die Kosten des Berufungsver-

fahrens, einschliesslich derjenigen der unentgeltlichen Vertretung der Privat-

klägerschaft, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung, wurden dem 

Beschuldigten auferlegt (Urk. 108 S. 27 ff.). 

1.3. Gegen das Urteil vom 17. November 2014 erhob der Beschuldigte am 

29. Dezember 2014 bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen (Urk. 112). Mit 

Urteil des Bundesgerichts, Strafrechtliche Abteilung, vom 1. Juni 2015 wurde die 

Beschwerde des Beschuldigten gutgeheissen. Das obergerichtliche Urteil vom 

17. November 2014 wurde aufgehoben und die Sache zu neuer Entscheidung an 

das Obergericht zurückgewiesen (Urk. 117 = Urk. 119). Das Bundesgericht kam 

in seinem Urteil zum Schluss, dass das Gericht die Privatklägerin B._____ noch-

mals hätte einvernehmen müssen (E. 1.4.). 

1.4. Mit Schreiben vom 30. Juni 2015 teilte die Privatklägerin B._____ auf Nach-

frage mit, dass sie den Antrag stelle, dass dem urteilenden Gericht (nach wie vor) 

eine Person gleichen Geschlechts angehöre, sowie verlange, von einer Person 

gleichen Geschlechts einvernommen zu werden und dem Beschuldigten nicht di-

rekt gegenüber gestellt zu werden (Urk. 123). Mit Verfügung vom 16. Juli 2015 

wurden die Parteien zur Berufungsverhandlung auf den 26. Oktober 2015 vorge-

laden (Urk. 125). Mit Präsidialverfügung vom 14. Oktober 2015 wurde gegen den 

Beschuldigten nach Ablauf des ordentlichen Strafvollzugs Sicherheitshaft  

angeordnet (Urk. 134). 

1.5. Am 26. Oktober 2015 fand die Berufungsverhandlung statt (Prot. II S. 4 ff.). 

Anlässlich der Berufungsverhandlung beantragte die Verteidigung, sofern der Be-

schuldigte nicht bereits heute freigesprochen werde, sei ein aussagepsychologi-

sches Gutachten betreffend die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Privatklägerin 

einzuholen (Urk. 142 S. 2). Auf diesen Antrag wird an gegebener Stelle zurückzu-

kommen sein. 

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2. Umfang der Berufung 

Der obergerichtliche Beschluss vom 17. November 2014 (Nichteintreten auf den 

Antrag betreffend Erhöhung der Entschädigung der amtlichen Verteidigung sowie 

Feststellung der Rechtskraft der vorinstanzlichen Schuldsprüche wegen mehr-

fachen Drohung und Tätlichkeiten) wurde beim Bundesgericht nicht angefochten 

und ist demgemäss rechtskräftig. Die ist vorab festzustellen. 

II. Schuldpunkt: Vergewaltigung (ND 1) 

1. Rückweisungsentscheid des Bundesgerichts 

Wie bereits erwähnt, kam das Bundesgericht in seinem Urteil vom 1. Juni 2015 

zum Schluss, dass die Privatklägerin B._____ [nachfolgend: Privatklägerin] ge-

richtlich hätte einvernommen werden müssen. Die Aussagen der Privatklägerin 

würden den einzigen direkten Beweis darstellen, weshalb eine eigentliche "Aus-

sage gegen Aussage"-Situation vorliege. Dieser Umstand sowie der ungeklärte 

mentale Gesundheitszustand der Privatklägerin und die Bedeutung ihrer Aus-

sagen für den Ausgang des Verfahrens würden eine unmittelbare Beweisab-

nahme durch das Gericht für die Urteilsfällung im Sinne von Art. 343 Abs. 3 StPO 

als notwendig erscheinen lassen. Die persönliche Einvernahme der Privatklägerin 

wäre auch notwendig gewesen, um über den Antrag der Verteidigung auf psycho-

logische Begutachtung der Privatklägerin zu entscheiden (Urk. 117 S. 4 f. =  

Urk. 119 S. 4 f., E. 1.4.). Das obergerichtliche Urteil vom 17. November 2014 

wurde aufgehoben und die Sache zu neuer Entscheidung an das Obergericht  

zurückgewiesen. Mit den im aufgehobenen Urteil angestellten Erwägungen zur 

Beweiswürdigung setzte sich das Bundesgericht in der Folge nicht mehr aus-

einander (vgl. Urk. 117 S. 4 f. = Urk. 119 S. 4 f., E. 2.). Die entsprechenden Aus-

führungen beanspruchen nach wie vor Geltung, weshalb sie einleitend erneut 

wiederzugeben sind. 

- 12 - 

2. Beweiswürdigung im Urteil vom 17. November 2014 

2.1. Die Vorinstanz hat zutreffende Ausführungen zur Theorie der Aussage-

würdigung gemacht, worauf verwiesen werden kann (Urk. 65 S. 15 ff.). Zur Erstel-

lung des Sachverhalts hat sie die Aussagen des Beschuldigten sowie der Privat-

klägerin gewürdigt. Weiter hat sie zur Erstellung des eingeklagten Sachverhalts 

die Akten des Instituts für Rechtsmedizin betreffend die körperliche Untersuchung 

der Privatklägerin (ND 1/10/7) sowie die Auswertung der DNA-Spuren (ND 

1/10/13) herangezogen.  

2.2. Die Vorinstanz hat die Aussagen des Beschuldigten und der Privatklägerin 

korrekt widergegeben (Urk. 65 S. 7 ff.). Zutreffend hat sie festgehalten, dass auf-

grund übereinstimmender Aussagen des Beschuldigten und der Privatklägerin  

erstellt sei, dass der Beschuldigte und die Privatklägerin sich am 26. August 2012 

zufällig an der Chilbi in C._____ getroffen und zusammen Bier getrunken hätten. 

Weiter sei erstellt, dass der Beschuldigte und die Privatklägerin gemeinsam die 

Toilette aufgesucht hätten und dass der Beschuldigte sich alleine vom Toiletten-

häuschen entfernt habe (Urk. 65 S. 17). Zu ergänzen ist, dass der Beschuldigte 

überdies nicht bestritten hat, dass er der Privatklägerin in der Toilette an die  

Brüste gefasst hatte (ND 1/3 S. 4). Im Übrigen bestreitet der Beschuldigte den 

eingeklagten Sachverhalt, weshalb dieser nachfolgend zu erstellen sein wird.  

2.3. Die Verteidigung kritisierte im Berufungsverfahren die vorinstanzliche Be-

weiswürdigung. Sie führte aus, das erstinstanzliche Verfahren laufe insbesondere 

hinsichtlich der Beweiswürdigung den Grundsätzen des fair trial und in dubio pro 

reo eklatant zuwider. Wenn ein Gericht gleichzeitig davon spreche, die Privat-

klägerin veranstalte ein ungeheures Durcheinander und es lägen erstaunliche  

Widersprüche vor, für den Schuldspruch aber hauptsächlich auf diese Aussagen 

abstelle, liege eine Verletzung des Grundsatzes in dubio pro reo vor. Weder die 

objektiven Beweismittel, noch die Indizien, noch die Aussagen des vermeintlichen 

Opfers würden den Vorwurf der Vergewaltigung stützen (Urk. 66 S. 4 f.). In der 

[ersten] Berufungsverhandlung führte die Verteidigung aus, zur Motivlage der  

Privatklägerin sei ohne weiteres denkbar, dass die Privatklägerin aufgrund ihrer 

eingeschränkten geistigen Leistungsfähigkeit die Ereignisse falsch eingeordnet 

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und eine Vermischung von Realität und Gehörtem stattgefunden habe oder dass 

sie die Realität der körperlichen und sexuellen Annäherung im Nachhinein  

enttäuscht habe und die Privatklägerin ein schlechtes Gefühl beschlichen habe, 

welches sie mittels Vergewaltigungsvorwürfen beiseite schaffen wolle. Die  

Vorinstanz sei häufig einig mit der Verteidigung, was die grundsätzliche Aussage-

qualität der Privatklägerin angehe. Umso mehr erstaune es, dass sie in der Quint-

essenz zu einem völlig anderen Ergebnis gelange als die Verteidigung. Die  

Vorinstanz teile die Einschätzung, wonach die Aussagen der Privatklägerin zum 

Kerngeschehen extrem widersprüchlich seien. Trotzdem komme die Vorinstanz 

zum Schluss, die Vergewaltigung habe tatsächlich stattgefunden. Die Aussagen 

der Privatklägerin seien inkonsistent und würden von Einvernahme zu Einver-

nahme weiter zugespitzt. Nichts zur Sache tue, dass die Privatklägerin vorder-

gründige Nebensächlichkeiten erwähne und genau schildere. Zum Kernge-

schehen sage die Privatklägerin gerade nicht detailliert, sehr widersprüchlich und 

unglaubhaft aus. Zu den Gutachten führte die Verteidigung aus, es sei mehr als  

erstaunlich, dass nur DNA-Spuren auf der Eichel des Beschuldigten gefunden  

worden seien, nicht jedoch am Penisschaft. Nicht gedeckt würden sodann die 

Aussagen der Privatklägerin, wonach der Beschuldigten vor der Vergewaltigung 

einen Samenerguss gehabt habe (Urk. 102 S. 3 ff.).  

2.4. Mit der Vorinstanz können die Aussagen der Privatklägerin als ausführlich, 

detailliert und grundsätzlich frei von Widersprüchen und Übertreibungen bezeich-

net werden (Urk. 65 S. 20). Auffallend ist zunächst, dass die Privatklägerin in der 

ersten polizeilichen Einvernahme kurz nach dem eingeklagten Ereignis über rund 

eineinhalb A4-Seiten in freier Rede wiedergab, was sich zugetragen hatte (ND 1/2 

S. 2 f.). Dabei erwähnte sie sowohl zu den gesamten Umständen wie auch zum 

eigentlichen Kerngeschehen viele aussergewöhnliche Details, die darauf hin-

deuten, dass die Privatklägerin das Erzählte selbst erlebt hatte. So erzählte die 

Privatklägerin beispielsweise, dass sie mit zittrigen Beinen zu Fuss Richtung 

Bahnhof WC gegangen seien, im Männer-WC habe sie dann auf den Boden  

gepinkelt, da sie kein Mann sei. Sie habe zum Beschuldigten gesagt, es gäbe 

nichts zu gaffen, er solle woanders hinschauen. Danach habe sie die Hosen rauf-

gezogen und sie seien ins Frauen-WC gegangen. Nachdem der Beschuldigte die 

- 14 - 

Türe der hintersten Kabine zugemacht habe, habe er angefangen zu torkeln und 

habe eine Zigarette fertig geraucht. Als weiteres Detail führte sie aus, dass die 

WC-Schüssel, auf welche der Beschuldigte sie geschubst habe, offen gewesen 

sei. Ihre Beine seien in der Luft gewesen und ihr Po sei halb in der Schüssel ein-

geklemmt gewesen. Als sie auf dem Bauch gelegen sei, habe sie aufknien und 

sich aufraffen wollen. Schliesslich erwähnte sie eine Frau mit Kinderwagen,  

welche den Beschuldigten habe wegrennen sehen (ND 1/2 S. 2 f.). Im Verlaufe 

der Einvernahme gab die Privatklägerin sodann weitere Details zu Protokoll. Sie 

erklärte, dass sie dem Beschuldigten ins Männer-WC gefolgt sei, da sie so drin-

gend gemusst habe, sie habe aber nicht daran gedacht, dass es nur Pissoirs  

habe. Es habe zwar eine Kabine gehabt, diese sei aber zu gewesen und sie habe 

kein 20-Rappen-Stück gehabt. Der Beschuldigte habe ihr sein Portemonnaie ge-

geben, damit sie habe Münz rausnehmen können, sie habe aber beinahe in die 

Hosen gemacht, weshalb sie auf den Boden gepinkelt habe (ND 1/2 S. 5). Zum 

Kerngeschehen im Frauen-WC führte sie aus, der Beschuldigte habe mit beiden 

Händen nur ihre linke Brust massiert und ihre Brustwarze zusammengedrückt. 

Das habe weh getan, sie habe "autsch" gesagt und seine Hände weggeschlagen. 

Er habe aber weitergemacht und habe auch ihre Brust lecken wollen, worauf sie 

gesagt habe, nein, sorry, das gehe ihr zu weit. Nachdem er sie auf das WC  

geschubst habe, habe er den Gurt, Knopf und Reissverschluss geöffnet und die 

Hosen etwas runter gezogen. Sie habe seinen Penis gesehen, der eher steif ge-

wesen sei. Er habe sie aus der Schüssel gezogen, indem er vor ihr gestanden, 

sich etwas gebückt und sie am Bauch umfasst habe. Weiter führte sie aus, er  

habe schnelle Bewegungen gemacht, rein und raus, ziemlich grob. Sie habe sich  

irgendwie unter ihm wegrollen können und sei auf dem Bauch gelandet, da sei er 

irgendwie aus ihr rausgeflutscht und in ihr Fudi eingedrungen. Das habe am  

meisten weh getan, sie habe noch nie einen Penis im Fudi gehabt. Da sie plötz-

lich irgendwie auf den Knien gewesen sei, habe sie ihn kicken können, worauf er 

aus ihrem Fudi raus sei (ND 1/2 S. 5 f.). Anlässlich der Einvernahme bei der 

Staatsanwaltschaft am 15. Oktober 2012 (vgl. ND 1/5) bestätigte die Privatkläge-

rin im Wesentlichen ihre Aussagen bei der Polizei. Auffallend ist einzig, dass sich 

die Privatklägerin betreffend Ablauf der Vergewaltigung nicht deckungsgleich 

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äusserte. Dabei blieb sie aber bei der Aussage, dass der Beschuldigte einmal  

vaginal und einmal anal eingedrungen sei, sie konnte jedoch auf Nachfrage nicht 

genau sagen, was sich zuerst ereignet hatte. Ausserdem machte sie etwas unge-

naue Aussagen zu ihrem Sturz in der WC-Kabine und der darauffolgenden Ohn-

macht, belastete den Beschuldigten aber insgesamt nicht stärker oder abwei-

chend gegenüber der ersten Einvernahme. Diese "Widersprüche" – wie es die 

Verteidigung bezeichnet – in den Aussagen der Privatklägerin sind allerdings nur 

vermeintliche Widersprüche, erzählte die Privatklägerin letztlich doch in beiden 

Einvernahmen im Ergebnis das Gleiche. Diese Ungenauigkeiten führen nicht da-

zu, dass die gesamten Ausführungen der Privatklägerin als unglaubhaft zu werten 

wären, sondern das Aussageverhalten der Privatklägerin ist ohne weiteres durch 

ihre grosse Aufregung anlässlich der Einvernahme zu erklären. So findet sich in 

der Einvernahme eine Protokollnotiz, wonach die Privatklägerin heftig habe  

weinen müssen und eine Pause gebraucht habe (ND 1/5 S. 5). Überdies enthält 

auch diese Einvernahme der Privatklägerin viele aussergewöhnliche Details, die 

für die Glaubhaftigkeit der Aussagen sprechen. Die Privatklägerin beschrieb aus-

führlich, wie sie versucht habe, im Männer-WC zu pinkeln (ND 1/5 S. 5). Weiter 

führte sie aus, wie ihre Hose bis fast zu den Füssen runtergerutscht sei, als sie 

sich hin und her bewegt habe (ND 1/5 S. 7). Sodann erklärte die Privatklägerin in 

beiden Einvernahmen nachvollziehbar, weshalb sie überhaupt mit dem Beschul-

digten mitgegangen und nicht weggerannt sei (ND 1/2 S. 5; ND 1/5 S. 5). Objektiv 

gesehen mag es etwas leichtsinnig sein, dass die Privatklägerin mit einem nicht 

näher bekannten Mann mitgegangen war, welcher sie zuvor bereits in ihr unan-

genehmer Weise berührt hatte. Andererseits bezeichnete sie den Beschuldigten 

als "Kollegen", ein Cousin von ihm wohne in der gleichen Institution wie sie 

(ND 1/5 S. 2). Dass die Privatklägerin unter diesen Umständen davon ausging, 

dass sich der Beschuldigte an die zwischen ihnen getroffene Abmachung halten 

und sie nur am Busen anfassen würde, ist durchaus nachvollziehbar. Es kann 

festgehalten werden, dass die Aussagen der Privatklägerin glaubhaft sind, zur  

Erstellung des eingeklagten Sachverhalts kann auf ihre Schilderungen abgestellt 

werden. abschliessend ist zu erwähnen, dass – entgegen der Verteidigung – kein 

Grund oder Motiv ersichtlich ist, weshalb die Privatklägerin den Beschuldigten zu 

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Unrecht belasten sollte. Die Aussagen der Privatklägerin sind vielmehr zurück-

haltend ausgefallen, was wiederum für ihre Glaubhaftigkeit spricht. Auch aufgrund 

der Umstände, wie die Anzeige gegen den Beschuldigten erfolgt ist – nämlich 

durch den Beizug der Polizei durch eine Passantin, welche die Privatklägerin  

weinend vor der Bahnhoftoilette gefunden hatte (ND 1/1 S. 6) – erscheint es aus-

geschlossen, dass die Privatklägerin den Beschuldigten wegen enttäuschter  

Gefühle zu Unrecht belastet, wie dies die Verteidigung ausführte. Ausserdem er-

scheint es schwierig, innert so kurzer Zeit zwischen dem eingeklagten Ereignis 

und der Ankunft der Polizei derartige Geschehnisse, wie sie die Privatklägerin zu 

Protokoll gegeben hatte, zu erfinden.  

2.5. Mit der Vorinstanz können die Aussagen des Beschuldigten als knapp und 

wenig detailliert bezeichnet werden (Urk. 65 S. 20 ff.). In den vier bei den Akten 

liegenden Einvernahmen des Beschuldigten (ND 1/3; ND 1/4; Urk. 7; Urk. 40)  

beschränkte sich dieser im Wesentlichen darauf, die Darstellungen der Privat-

klägerin pauschal zu bestreiten. Auf viele Fragen antwortet er kurz und knapp mit 

"Nein", er wisse es nicht, er habe keine Ahnung, es stimme nicht. Damit wirken 

die Aussagen des Beschuldigten nicht grundsätzlich unglaubhaft, vermögen die 

glaubhaften Darstellungen der Privatklägerin aber auch nicht schlüssig zu wider-

legen. Einzig rund um die Abmachung mit den Fr. 20.– gab der Beschuldigte von 

sich aus und nicht erst auf Nachfrage etwas ausführlicher Auskunft. Die Privat-

klägerin habe das Anfassen der Brüste erwähnt, er habe zu ihr gesagt, dass er 

dies sicher nicht in der Öffentlichkeit machen würde. Sie seien dann zur Männer-

Toilette gegangen, sie habe ihren BH ausgezogen und sie hätten dies gemacht 

(ND 1/3 S. 2 ff.). In der Hafteinvernahme führte er aus, dass er ihr Fr. 20.– habe 

geben wollen, um ihr Brüste anfassen zu dürfen, sei im Gespräch so entstanden, 

sie hätten das so abgemacht, mehr sei nicht gelaufen. Die Privatklägerin habe  

eigentlich damit angefangen, er wisse auch nicht warum. Er wisse nicht, ob sie 

Geld gebraucht oder sonst einen Grund gehabt habe (ND 1/4 S. 2). Diese Aus-

sagen des Beschuldigten wirken zwar nicht unglaubhaft, mit der Vorinstanz 

(Urk. 65 S. 23 f.) erscheint es aber eher unlogisch, dass die Privatklägerin aus 

dem Nichts dem Beschuldigten das Angebot gemacht haben soll, dass er ihre 

Brüste anfassen dürfe, ohne dass der Beschuldigte selbst etwas dazu beige-

- 17 - 

tragen hätte. Letztlich kann aber mit der Vorinstanz offen gelassen werden, von 

wem der Vorschlag gekommen war, sich zu Toilette zu begeben (Urk. 65 S. 24 f.). 

Wenig nachvollziehbar erscheint sodann, dass die Privatklägerin plötzlich ge-

schrien haben soll, als der Beschuldigte sie in der Toilette an den Brüsten anfass-

te, wenn dies ja so abgemacht gewesen sein soll (vgl. ND 1/3 S. 2 und 4). Anläss-

lich der [ersten] Berufungsverhandlung führte der Beschuldigte nun abweichend 

zu den bisherigen Einvernahmen aus, zwischen ihm und der Privatklägerin sei 

nichts passiert, sie hätten zwar wegen den 20 Franken diskutiert, es habe aber 

nichts stattgefunden. Er habe der Privatklägerin nicht für 20 Franken an die  

Brüste fassen dürfen. Er habe nur mit der Privatklägerin geredet, da sei er sich  

sicher. Auch an der Berufungsverhandlung konnte er nicht erklären, wie die DNA 

der Privatklägerin bei ihm gefunden werden konnte (Urk. 101 S. 7 f.). Zusammen-

fassend kann festgehalten werden, dass die Aussagen des Beschuldigten zwar 

nicht grundsätzlich als unglaubhaft bezeichnet werden können, aber doch Wider-

sprüche aufweisen. Der Beschuldigte vermochte auch nichts vorzubringen, was 

Zweifel an der Darstellung der Privatklägerin begründen könnte. 

Anlässlich der zweiten Berufungsverhandlung hat der Beschuldigte keine Aus-

sagen zur Sache gemacht (Urk. 141 S. 1 und 5), weshalb sich diesbezüglich  

weitere Ausführungen erübrigen. 

2.6. Die glaubhaften Aussagen der Privatklägerin lassen sich auch anhand von 

weiteren Beweismitteln objektivieren und verifizieren.  

2.6.1. In der Fotodokumentation in ND 1/7 ist die Situation in der besagten  

Damentoilette festgehalten. Dass sich Gegenstände am Boden befinden passt 

zwanglos ins von der Privatklägerin gezeichnete Bild, wonach sie auf bzw. neben 

die WC-Schüssel gestürzt sei. Weiter ist zu sehen, dass ein Zigarettenstummel 

am Boden liegt, was die Aussage der Privatklägerin, dass der Beschuldigte in der 

hintersten WC-Kabine zunächst eine Zigarette fertig geraucht habe (vgl. ND 1/2 

S. 2), zumindest nicht widerlegt. Schliesslich sprechen auch die Platzverhältnisse 

in der Toilette keinesfalls gegen die Darstellung der Privatklägerin. Mit der Vor-

instanz und entgegen der Verteidigung muss es gemäss eingeklagtem Sach-

- 18 - 

verhalt nicht möglich gewesen sein, dass die Privatklägerin in der Kabine mit aus-

gestreckten Beinen auf dem Boden liegen konnte (Urk. 65 S. 30; Urk. 44 S. 12).  

2.6.2. Die Vorinstanz hat sodann das Gutachten zur körperlichen Untersuchung 

vom 27. September 2012 (ND 1/10/7 S. 6) sowie das Gutachten betreffend Aus-

wertung und Beweiswertberechnung von DNA-Spuren vom 20. März 2013 

(ND 1/10/13) zutreffend zusammengefasst und die richtigen Schlüsse daraus  

gezogen (Urk. 65 S. 27 f.). Gemäss dem Gutachten zur körperlichen Unter-

suchung der Privatklägerin hätten bei ihr frische Hautabschürfungen sowie Haut-

unterblutungen bzw. Hautrötungen an der Gesichtshaut, Rumpfvorderseite sowie 

an den Armen und Beinen festgestellt werden können. Eine kleine Hautunterblu-

tung, kleine oberflächliche Hautrisse sowie eine Hautrötung hätten sich im Be-

reich des Anus finden lassen. Der Scheideneingang sowie die Vaginalwände sei-

en grossflächig gerötet gewesen. Der innere Afterkanal habe eine leichte Rötung 

der Schleimhaut gezeigt. Insgesamt sei der festgestellte Befund mit den Angaben 

der Privatklägerin vereinbar. Dem Gutachten betreffend Auswertung und Beweis-

wertberechnung von DNA-Spuren lässt sich entnehmen, dass bei den Abstrichen 

bei der Privatklägerin keine Spermarückstände oder männliche DNA-Merkmale 

gefunden worden seien. Am Hosenbund der Privatklägerin vorne innen hätten die 

Gutachter hingegen eine DNA-Mischspur gefunden. Diese habe zwar nicht ein-

deutig zugeordnet werden können, die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um die 

DNA-Spur des Beschuldigten handle, sei allerdings mehrere Milliarden Mal  

grösser, als dass es sich um eine Spur eines unbekannten Mannes handeln  

würde. Schliesslich hätten die Gutachter auf der Eichel des Beschuldigten eine 

weitere DNA-Mischspur, zu der drei Personen beigetragen hätten, gefunden. Die 

Wahrscheinlichkeit, dass es sich dabei um den Beschuldigten, die Privatklägerin 

und eine unbekannte Person handeln würde, sei 21 Millionen Mal grösser als die 

Möglichkeit, dass es sich um den Beschuldigten und zwei unbekannte Personen  

handeln würde. Diese beiden Gutachten stützen die Darstellung der Privatkläge-

rin, wonach es zu gewaltsamem Geschlechtsverkehr zwischen ihr und dem Be-

schuldigten gekommen sei. So passen die Verletzungen in den von der Privat-

klägerin beschriebenen Ablauf in der Toilette und die DNA-Spur der Privatklägerin 

an der Eichel des Beschuldigten lässt nur einen Schluss zu, nämlich dass es tat-

- 19 - 

sächlich zu Berührungen zwischen dem Beschuldigten und der Privatklägerin ge-

kommen ist. Der Beschuldigte vermag denn auch in keiner Weise überzeugend 

zu erklären, weshalb sonst die DNA der Privatklägerin an seiner Eichel festgestellt 

werden konnte, insbesondere machte der Beschuldigte selbst – anders die Ver-

teidigung (Urk. 44 S. 12) – nie geltend, die Privatklägerin habe in seine Hose ge-

griffen. Dass die Verletzungen der Privatklägerin nicht von Küssen herrühren 

könnten, wie dies die Verteidigung geltend machte (Urk. 44 S. 13), hat die  

Vorinstanz bereits zutreffend ausgeführt (Urk. 65 S. 28). Ausserdem hat der  

Beschuldigte selbst anlässlich der [ersten] Berufungsverhandlung bestritten, die 

Privatklägerin geküsst zu haben (Urk. 101 S. 8). Einzig nicht belegt werden konn-

te die Aussage der Privatklägerin, dass es beim Beschuldigten zu einem Samen-

erguss gekommen sei, was aber mit der Vorinstanz letztlich nicht ausschlag-

gebend ist (Urk. 65 S. 30).  

3. Gerichtliche Einvernahme der Privatklägerin 

3.1. Anlässlich der zweiten Berufungsverhandlung wurde die Privatklägerin  

erneut zum Anklagesachverhalt befragt (Urk. 140 S. 1 ff.). Auf die Aufforderung, 

nochmals zu erzählen, was sich am 26. August 2012 an der Chilbi in C._____ ab-

gespielt habe, berichtete die Privatklägerin frei und spontan von den damaligen  

Erlebnissen, wobei ihre Erzählung praktisch nur von offenen Fragen unterbrochen 

wurde (Urk. 140 S. 4 ff.). Die Schilderung der damaligen Vorkommnisse durch die 

Privatklägerin war detailliert und lebensnah. So beschrieb die Privatklägerin etwa 

anschaulich, wie sie zu Beginn des Geschehens hätte weggehen können, ihr aber 

die Beine nicht gefolgt hätten, weshalb sie dem Beschuldigten aufs Frauen WC 

gefolgt sei (Urk. 140 S. 5). Weiter schilderte sie eingehend, wie der Beschuldigte 

sie auf dem Frauen WC an den Brüsten berührt habe und wie es ihr zu viel  

geworden sei, vor allem als er an ihrer Brustwarze geleckt habe. Sie habe ihm  

daraufhin eine Ohrfeige gegeben, worauf er sie gepackt habe. Als sie am Boden 

gelegen sei, habe sie dem Beschuldigten zudem zwischen die Beine getreten 

(Urk. 140 S. 5 und 6). Ihren Aussagen lässt sich auch entnehmen, dass sie um 

Hilfe geschrien hat, als sie mit dem Beschuldigten in der WC Kabine war 

(Urk. 140 S. 5). Soweit die Verteidigung vorbringt, die Privatklägerin habe keine 

- 20 - 

Angaben dazu gemacht, wie der Beschuldigte habe feststellen können, dass sie 

mit den sexuellen Handlungen nicht einverstanden gewesen sei (Prot. II S. 8), 

kann ihr deshalb nicht gefolgt werden. Die Ereignisse nach dem eigentlichen Tat-

geschehen wurden von der Privatklägerin ebenfalls erlebnisbasiert geschildert. 

Die Privatklägerin führte etwa aus, dass ihr Vater ihr ein Rivella gekauft habe, um 

sie wieder ein wenig aufzupäppeln. Sie sei völlig durch den Wind gewesen. Als 

sie ihre Eltern angerufen habe, habe ihre Mutter zuerst ein wenig gereizt reagiert. 

Nachdem sie gesagt habe, dass sie vergewaltigt worden sei, seien sie sofort  

gekommen (Urk. 140 S. 6). 

Entgegen der Verteidigung (Prot. II S. 8 ff. und 13 f.) trifft es nicht zu, dass die von 

der Privatklägerin anlässlich ihrer gerichtlichen Einvernahme gemachten Aussa-

gen zum Kerngeschehen gegenüber denjenigen zum Vor- und Nachtatgeschehen 

deutlich abfallen. Die Privatklägerin schilderte den Ablauf des gesamten Gesche-

hens in einem Redefluss (Urk. 140 S. 4 ff.). Zutreffend ist demgegenüber, dass 

die Privatklägerin die eigentliche Vergewaltigung (bzw. sexuelle Nötigung; vgl. 

dazu Ziff. II.6.) anlässlich der Berufungsverhandlung nicht im Detail beschrieben 

hat (vgl. Urk. 140 S. 5 und 7). Entgegen der Verteidigung bedeutet dies jedoch 

nicht, dass sich der Anklagesachverhalt nicht erstellen lässt. Bei der nochmaligen 

Einvernahme der geschädigten Person im Sinne von Art. 343 Abs. 3 StPO steht 

nicht der Inhalt der Aussagen (was gesagt wird) im Vordergrund. Entscheidende 

Bedeutung kommt dem Aussageverhalten (wie es gesagt wird) zu (BSK StPO-

Hauri/Venetz, 2. Auflage 2014, N 21 zu Art. 343 StPO). Es ist deshalb nicht not-

wendig, dass die einvernommene Person in der Befragung vor Gericht nochmals 

im Detail zu allen Punkten Stellung nimmt. Erforderlich ist vielmehr, dass sich das 

Gericht einen persönlichen Eindruck von der einvernommenen Person und ihrem 

Aussageverhalten verschaffen kann. Dementsprechend wurde die Privatklägerin 

denn auch nicht angehalten, sich zum eigentlichen Kerngeschehen nochmals 

eingehend zu äussern, zumal sie in der Untersuchung, insbesondere der polizeili-

chen Einvernahme kurz nach der Tat, diesbezüglich detaillierte Angaben gemacht 

hatte (vgl. ND 1/2 f S. 6 f.). Dass die Privatklägerin den Sachverhalt in den Ein-

vernahmen nicht auf absolut identische Art und Weise schilderte, spricht im Übri-

gen dafür, dass sie jeweils ihre Erinnerungen an den Vorfall wiedergab und nicht 

- 21 - 

einfach Aussagen konstruiert oder auswendig gelernt hat. Bezüglich des Kern-

geschehens blieben ihre im Verlauf des Verfahrens gemachten Aussagen zudem 

gleich. Auf den Umstand, dass sich die Privatklägerin anlässlich der staatsanwalt-

schaftlichen Einvernahme in Bezug auf den Ablauf der Vergewaltigung anders als 

zuvor bei der Polizei äusserte, wurde bereits eingegangen (Ziff. II.2.4.). 

3.2. Die Aussagen der Privatklägerin wurden im obergerichtlichen Urteil vom 

17. November 2014 als überzeugend und glaubhaft eingestuft (Urk. 108 S. 10 ff.). 

An dieser Einschätzung ist auch nach der gerichtlichen Einvernahme der Privat-

klägerin festzuhalten. 

4. Aussagepsychologisches Gutachten 

4.1. Wie erwähnt, beantragt die Verteidigung die Erstellung eines aussage-

psychologischen Gutachtens für den Fall, dass der Beschuldigte nicht bereits im 

heutigen Zeitpunkt freigesprochen werde (Urk. 142 S. 2). Es sei nicht klar, wie 

stark der mentale Zustand der Privatklägerin einen Einfluss auf ihre Aussagen 

habe. Um diesen Umstand abschliessend beantworten zu können, sei es unum-

gänglich, ein aussagepsychologisches Gutachten zu erstellen. So lange dies nicht 

gemacht werde, seien die Aussagen der Privatklägerin nach dem Grundsatz in 

dubio pro reo zu würdigen und dürften widersprüchliche, unglaubhafte Aussagen 

nicht damit erklärt werden, dass dies bloss mit ihrer geistigen Retardierung zu tun 

habe (Urk. 142 S. 4; Prot. II S. 10 f.). 

4.2. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist die Prüfung der Glaubhaf-

tigkeit von Aussagen primär Sache der Gerichte. Eine Begutachtung durch eine 

sachverständige Person drängt sich nur bei Vorliegen besonderer Umstände auf. 

Dies ist etwa der Fall, wenn bruchstückhafte oder schwer interpretierbare Äusse-

rungen eines Kleinkindes zu beurteilen sind, bei ernsthaften Anzeichen geistiger 

Störungen, oder wenn konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass der Zeuge 

unter Einfluss von Drittpersonen steht (Urteil des Bundesgerichts 6B_908/2014 

vom 9. April 2015 E. 1.4.2. mit Hinweisen). Vorliegend kann nicht von der Hand 

gewiesen werden, dass die Privatklägerin geistig eingeschränkt ist, zumal sie in 

einer Institution für Personen mit Behinderung wohnt. Im Gutachten zur körperli-

- 22 - 

chen Untersuchung vom 27. September 2012 wird festgehalten, dass es sich bei 

der Privatklägerin um eine "geringgradig mental retardierte Frau" handle 

(ND 1/10/7 S. 2). Das Aussageverhalten der Privatklägerin liefert jedoch keinerlei 

Anhaltspunkte für Auffälligkeiten, welche ein aussagepsychologisches Gutachten 

erforderlich machen würden. Davon konnte sich das Gericht anlässlich ihrer  

Befragung im Rahmen der zweiten Berufungsverhandlung persönlich überzeu-

gen. Die Privatklägerin hat sich anlässlich der gerichtlichen Einvernahme, wie  

bereits in der Untersuchung, klar und differenziert zum Anklagegeschehen geäus-

sert. Sie war ohne Weiteres in der Lage, auf entsprechende Vorhalte sofort und 

adäquat Antwort zu geben. Es bestehen damit keine Hinweise dafür, dass ihre 

bestehende geistige Einschränkung einen Einfluss auf die Qualität ihrer Aussagen 

haben könnte. Damit erübrigt es sich, ein aussagepsychologisches Gutachten 

einzuholen. 

5. Fazit 

Abstellend auf die glaubhaften Aussagen der Privatklägerin sowie die zwei bei 

den Akten liegenden Gutachten kann der eingeklagte Sachverhalt vollständig  

erstellt werden. 

6. Rechtliche Würdigung 

6.1. Die rechtliche Würdigung der Vorinstanz ist grundsätzlich zutreffend und 

wurde auch nicht beanstandet (Urk. 65 S. 31 ff.). 

6.2. Insbesondere hat die Vorinstanz zutreffend erkannt, dass eine Nötigungs-

handlung des Beschuldigten vorlag. Der Beschuldigte, welcher der leicht geh-

behinderten Privatklägerin ohnehin schon körperlich überlegen war, schloss sich 

mit dieser in einer Toilettenkabine ein, schubste sie zu Boden und hinderte sie  

daran, wieder aufzustehen und wegzugehen. Sodann hielt er der Privatklägerin 

Mund und Nase zu, um sie daran zu hindern, um Hilfe zu schreien. Damit steht 

auch fest, dass der Beschuldigte erkannt hatte, dass die Privatklägerin mit seinen 

Handlungen nicht einverstanden war, ansonsten für ihn keine Notwendigkeit  

- 23 - 

bestanden hätte, der Privatklägerin den Mund zuzuhalten, um sie am Schreien zu 

hindern. 

6.3. Übersehen haben aber sowohl die Anklagebehörde, als auch die Vorinstanz, 

dass der Beschuldigte dadurch, dass er die Privatklägerin nicht nur vaginal, son-

dern auch anal penetrierte, zusätzlich den Tatbestand der sexuellen Nötigung im 

Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB erfüllt hat. Einem zusätzlichen Schuldspruch  

wegen sexueller Nötigung steht allerdings das Verbot der reformatio in peius im 

Sinne von Art. 391 Abs. 2 StPO entgegen, weshalb darauf nicht näher einzuge-

hen ist.  

6.4. Schliesslich ist festzuhalten, dass der Beschuldigte direkt vorsätzlich handel-

te, indem er sich wissentlich und willentlich über die Gegenwehr der Privatklägerin 

hinwegsetzte.  

6.5. Schuldausschluss- oder Rechtfertigungsgründe sind weder geltend gemacht 

worden noch ersichtlich. Die Schuldfähigkeit des Beschuldigten sei gemäss Gut-

achten nie vollständig aufgehoben gewesen (Urk. 8/7 S. 80). Damit ist der 

Schuldspruch der Vorinstanz wegen Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 

StGB zu bestätigen. 

III. Sanktion 

1. Vorbemerkungen 

1.1. Wie im ersten Berufungsverfahren ist für die Strafzumessung vom Schuld-

spruch wegen Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB sowie von den 

bereits rechtskräftigen Schuldsprüchen wegen mehrfacher Drohung im Sinne von 

Art. 180 Abs. 1 StGB sowie Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB aus-

zugehen. Die Erwägungen zur Strafzumessung im ersten obergerichtlichen Urteil 

vom 17. November 2014 (Urk. 108 S. 17 ff.) beanspruchen deshalb nach wie vor 

Geltung, zumal sie von der Verteidigung im bundesgerichtlichen Verfahren nicht 

beanstandet wurden (vgl. Urk. 112/2 S. 18 f.). Die entsprechenden Ausführungen 

im Urteil vom 17. November 2014 können deshalb nachfolgend übernommen 

- 24 - 

werden. Sofern sich seit diesem Urteil Änderungen ergeben haben, welche bei 

der Strafzumessung zu berücksichtigen sind, wird dies nachfolgend erwähnt. 

1.2. Die Vorinstanz hat zwar zutreffende theoretische Ausführungen zur Technik 

der Strafzumessung gemacht, hat es hernach aber unterlassen, die Strafzumes-

sung auch lege artis vorzunehmen (Urk. 65 S. 34 ff.). Somit kann nicht nachvoll-

zogen werden, wie die Vorinstanz die Tatkomponenten der einzelnen Delikte und 

sodann die Täterkomponente gewichtet hat.  

1.3. Nachfolgend ist deshalb eine Strafzumessung nach den vom Bundes-gericht 

wiederholt dargelegten Grundsätzen vorzunehmen (vgl. BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff., 

mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 6B_466/2013 vom 25. Juli 2013 E. 2).  

2. Strafrahmen 

Die Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB als schwerstes vom  

Beschuldigten verwirklichtes Delikt sieht als Strafe eine Freiheitsstrafe von einem 

Jahr bis zu zehn Jahren vor, was die Vorinstanz richtig erkannt hat (Urk. 65 

S. 35). Festzuhalten ist, dass der ordentliche Strafrahmen beim Vorliegen von 

Strafmilderungs- und Strafschärfungsgründen nur zu verlassen ist, wenn ausser-

gewöhnliche Umstände vorliegen und die für die betreffende Tat angeordnete 

Strafe im konkreten Fall zu hart bzw. zu milde erscheint (BGE 136 IV 55 E. 5.8). 

Dies ist vorliegend nicht der Fall. Es ist daher von einem Strafrahmen von Frei-

heitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren auszugehen.  

3. Tatkomponente 

3.1. Vergewaltigung 

3.1.1. Der Beschuldigte hat die Privatklägerin B._____ in einer öffentlichen Toilet-

te vergewaltigt. Als sich die Privatklägerin dem Beschuldigten ein erstes Mal ent-

ziehen konnte, liess dieser nicht etwa von ihr ab, sondern bedrängte die  

Privatklägerin weiter. Dies stellt einen schweren Eingriff in die sexuelle Integrität 

der Privatklägerin dar. Dem Beschuldigten war egal, welche Schmerzen er der 

Privatklägerin zufügte. Die Tat war nicht von einer besonders intensiven Gewalt-

anwendung geprägt, dies rührt aber primär daher, dass die Privatklägerin dem 

- 25 - 

Beschuldigten ohnehin bereits körperlich unterlegen war und es keiner besonde-

ren Gewaltanwendung bedurfte, um die bereits am Boden liegende Privatklägerin 

vergewaltigen zu können. Immerhin landete die Privatklägerin aber durch die  

Gewaltanwendung des Beschuldigten auf dem Boden, wo sie sich nicht mehr 

wehren konnte. Die Privatklägerin ging an Stöcken, war also für den Beschuldig-

ten klar erkennbar gehbehindert. Zudem wusste der Beschuldigte genau, wo die 

Privatklägerin untergebracht war, nämlich in einem Heim. Dass der Beschuldigte 

nicht besonders grausam vorging, kann ihm nicht etwa zugute gehalten werden, 

sondern führt lediglich dazu, dass er nicht nach Abs. 3 von Art. 190 StGB zu  

bestrafen ist (vgl. die Erwägungen der Vorinstanz; Urk. 65 S. 35). Die gesamten 

Tatumstände führen dazu, dass das objektive Tatverschulden als nicht mehr 

leicht zu qualifizieren ist.  

3.1.2. Zum subjektiven Verschulden ist anzumerken, dass der Beschuldigte direkt 

vorsätzlich handelte und einzig mit dem Ziel, seine sexuellen Gelüste zu befriedi-

gen, mithin aus rein egoistischen Motiven. Als besonders verwerflich erscheint, 

dass der Beschuldigte das zwischen ihm und der Privatklägerin im Laufe des 

Nachmittags entstandene Vertrauensverhältnis ausnutzte und in der abgeschlos-

senen Toilettenkabine anstatt sich an die Abmachung mit der Privatklägerin zu 

halten, diese unvermittelt umstiess und vergewaltigte. Das Gutachten hält zur 

Vergewaltigung explizit fest, dass der Beschuldigte zwar alkoholisiert gewesen 

sei, seine Einsichtsfähigkeit und seine Verhaltenssteuerungsfähigkeit im Tat-

verlauf aber nicht relevant beeinträchtigt gewesen seien (Urk. 8/7 S. 81). Es liegt 

daher keine verminderte Schuldfähigkeit vor, welche eine Reduktion der Strafe 

nach sich ziehen würde. Das subjektive Verschulden wiegt etwas schwerer als 

das objektive und ist als nicht mehr leicht zu bezeichnen.  

3.1.3. Insgesamt ist von einem nicht mehr leichten Verschulden auszugehen und 

es ist eine Einsatzstrafe im oberen Bereich des unteren Drittels des zur Verfügung 

stehenden Strafrahmen festzusetzen. Die Einsatzstrafe für die Vergewaltigung ist 

auf 36 Monate festzusetzen. 

 

- 26 - 

3.2. Mehrfache Drohung 

3.2.1. Der Beschuldigte sprach gegen verschiedene Personen mehrfach Drohun-

gen aus. Dabei drohte er den Geschädigten jeweils mit dem Tod, bzw. damit die 

Kinder der Privatklägerin D._____ zu töten, was erschwerend wirkt. Das objektive 

Tatverschulden muss als nicht mehr leicht bezeichnet werden.  

3.2.2. Der Beschuldigte handelte direkt vorsätzlich. Zu den Drohungen ergibt sich 

aus dem Gutachten, dass die Einsichtsfähigkeit des Beschuldigten nicht beein-

trächtigt gewesen sei, seine Steuerungsfähigkeit jedoch in geringem Masse redu-

ziert gewesen sei, sofern er alkoholisiert gewesen sei (Urk. 8/7 S. 81). Diese 

Feststellungen des Gutachters muss zu einer geringen Reduktion des subjektiven 

Verschuldens führen. Die subjektive Tatschwere relativiert nach dem Gesagten 

die objektive ganz leicht, das Verschulden ist insgesamt aber dennoch als nicht 

mehr leicht zu werten. 

3.3. Einsatzstrafe 

Nach Würdigung der Tatkomponenten für die Vergewaltigung und die mehrfache 

Drohung und in Anwendung des Asperationsprinzips erscheint eine Einsatzstrafe 

von 40 Monaten als angemessen.  

4. Täterkomponente 

4.1. Der Beschuldigte sei im Zürcher Oberland aufgewachsen, er habe eine  

Anlehre zum Metallbauschlosser absolviert. Nach Abschluss der Lehre habe er 

auf dem Bau gearbeitet. Bis zu seiner Verhaftung im Jahr 2003 sei er immer  

erwerbstätig gewesen. Nach seiner Haftentlassung habe er keine Arbeit mehr ge-

funden, er habe nur temporär in einem Reinigungsunternehmen arbeiten können. 

Finanziell habe es nicht einmal gereicht, eine Wohnung zu mieten. Er habe Kinder 

aus drei vergangenen Beziehungen, er habe weder mit den Kindern noch mit  

deren Müttern Kontakt (Urk. 8/7 S. 52 ff.). Der Beschuldigte lebe vom Sozialamt. 

Er habe Schulden in der Höhe von ca. Fr. 200'000.– bis Fr. 300'000.– (ND 1/3 

S. 9). Aktualisierend führt der Beschuldigte anlässlich der ersten Berufungsver-

handlung aus, er habe gesundheitliche Probleme, wolle sich aber nicht näher  

- 27 - 

dazu äussern. Wenn es gesundheitlich gehe, arbeite er im Gefängnis in der 

Holzwerkstatt. Er habe kein Problem, im Gefängnis auf Alkohol zu verzichten. Er 

sei nicht alkoholabhängig (Urk. 101 S. 2 ff.). Den persönlichen Verhältnissen des 

Beschuldigten kann nichts entnommen werden, was bei der Strafzumessung in 

massgeblicher Weise zu beachten wäre. 

Seit dem ersten obergerichtlichen Urteil sind in Bezug auf die persönlichen  

Verhältnissen des Beschuldigten keine wesentlichen Änderungen eingetreten 

(vgl. Urk. 141 S. 1 ff.), welche bei der Strafzumessung zu berücksichtigen wären. 

4.2. Der Beschuldigte weist zwei Vorstrafen auf, eine davon wegen Vergewalti-

gung und sexuellen Handlungen mit einem Kind (Urk. 70). Diese Vorstrafen – ins-

besondere die einschlägige Vorstrafe – sind merklich straferhöhend zu werten. 

4.3. In Bezug auf die Vergewaltigung ist der Beschuldigte nicht geständig. Die 

Tatvorwürfe der Drohungen und Tätlichkeiten hat der Beschuldigte hingegen voll-

ständig anerkannt und er zeigte auch Ansätze von Einsicht und Reue (Prot. I 

S. 11). Das Nachtatverhalten des Beschuldigten kann nur zu einer leichten  

Reduktion der Strafe führen.  

4.4. Die Verteidigung machte geltend, die Verfahrensleitung der Vorinstanz habe 

das Beschleunigungsgebot verletzt, indem sie für die Redaktion des begründeten 

Urteils fast 180 Tage gebraucht habe (Urk. 66 S. 2). Das vorinstanzliche Urteil 

wurde am 12. November 2013 gefällt (Urk. 65). Die begründete Fassung des  

Urteils wurde der Verteidigung am 4. Mai 2014 zugestellt (Urk. 62/1). Zwischen 

der Urteilsfällung und dem Versand des begründeten Urteils sind demnach knapp 

sechs Monate verstrichen. Art. 84 Abs. 4 StPO bestimmt, innert welcher Frist das 

begründete Urteil den Beteiligten zuzustellen ist. Für den Regelfall ist eine Frist 

von 60 Tagen vorgesehen, für den Ausnahmefall eine solche von 90 Tagen. Bei 

dieser Bestimmung handelt es sich um eine Ordnungsvorschrift, deren Miss-

achtung die Gültigkeit des Urteils nicht berührt. Ebenso wenig ist davon auszuge-

hen, dass jede Überschreitung per se eine Verletzung des Beschleunigungs-

gebotes nach sich zieht, vielmehr kann die Nichteinhaltung der Frist ein Indiz für  

eine Verletzung des Beschleunigungsgebotes bilden (Brüschweiler in Donatsch/ 

- 28 - 

Hansjakob/Lieber: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Auf-

lage, Zürich 2014, N 6 zu Art. 84 StPO). Das begründete Urteil der Vorinstanz 

umfasst rund 40 Seiten (ohne Rubrum, Anträge und Dispositiv). Weshalb diese 

nicht sehr umfangreiche Begründung so viel Zeit in Anspruch genommen hatte, ist 

nicht ersichtlich. Entscheidend für die Beurteilung, ob eine Verletzung des  

Beschleunigungsgebots vorliegt, ist aber eine Gesamtschau des ganzen Verfah-

rens und dazu ist festzuhalten, dass in einem relativ komplexen Verfahren mit 

verschiedenen Tatvorwürfen und Privatklägerinnen, sowie mit Begutachtung des 

Beschuldigten bereits etwas über ein Jahr nach der ersten Verhaftung des  

Beschuldigten Anklage erhoben wurde. Das Bezirksgericht Pfäffikon fällte darauf-

hin nur knapp zwei Monate nach Eingang der Anklage bereits das Urteil (vgl. 

Urk. 18 und Urk. 65), was als ausserordentlich beförderliche Verfahrensführung 

zu bezeichnen ist. Betrachtet man das gesamte Verfahren, kann daher von einer 

Verletzung des Beschleunigungsgebots keine Rede sein. Allein die Dauer der 

Begründung des vorinstanzlichen Urteils führt hier noch nicht dazu, dass eine 

Verletzung des Beschleunigungsgebots festzustellen wäre. 

Die bundesgerichtliche Rückweisung zwecks Einvernahme der Privatklägerin 

führte zu einer Verlängerung des Verfahrens. Dieser Umstand ist nicht dem  

Beschuldigten anzulasten. Wie nachfolgend dargelegt wird, erweist sich die von 

der Vorinstanz festgesetzte Freiheitsstrafe von 36 Monaten jedoch auch unter  

Berücksichtigung der Länge des Berufungsverfahrens als zu mild. 

5. Auszufällende Strafe 

5.1. Die Vorinstanz hat eine Strafe von 36 Monaten ausgesprochen. Nachdem 

der Beschuldigte als einziger Berufung gegen das vorinstanzliche Urteil erhoben 

hat, steht einer Erhöhung der Strafe das Verschlechterungsverbot im Sinne von 

Art. 391 Abs. 2 StPO entgegen. 

5.2. Ausgehend von der nach der Tatkomponente festgesetzten Einsatzstrafe 

von 40 Monaten, nach einer merklichen Erhöhung aufgrund der Vorstrafen und 

wiederum einer leichten Reduktion wegen des Nachtatverhaltens erscheint eine 

Strafe von 44 Monaten als angemessen. Die von der Vorinstanz ausgesprochene 

- 29 - 

Freiheitsstrafe von 36 Monaten ist deshalb – auch unter Berücksichtigung der 

langen Dauer des Berufungsverfahrens – als zu mild einzustufen. Dem Beschul-

digten kann jedoch aufgrund des Verschlechterungsverbots keine höhere Strafe 

auferlegt werden. Es muss daher im Resultat bei einer Freiheitsstrafe von  

36 Monaten sein Bewenden haben. Der Beschuldigte hat die heute auszufällende 

Strafe bereits erstanden (vgl. Urk. 68; Urk. 127), was vorzumerken ist. 

6. Busse für die Tätlichkeiten 

6.1. Das Gericht bemisst die Busse und Ersatzfreiheitsstrafe je nach den Ver-

hältnissen des Täters so, dass dieser die Strafe erleidet, die seinem Verschulden 

angemessen ist (Art. 106 Abs. 3 StGB). 

6.2. Der Beschuldigte stiess die Privatklägerin D._____ im Zuge einer Auseinan-

dersetzung, in welcher auch die vorstehend beurteilten Drohungen stattfanden, 

von sich weg gegen die Wand. Der Beschuldigte handelte direkt vorsätzlich. Das 

Verschulden kann als noch leicht bezeichnet werden. Dem Verschulden sowie 

den finanziellen Verhältnissen des Beschuldigten erscheint eine Busse von 

Fr. 400.– angemessen. 

6.3. Diese Busse ist zu bezahlen (Art. 105 Abs. 1 StGB). Gemäss Art. 106 Abs. 2 

StGB spricht das Gericht im Urteil für den Fall, dass die Busse schuldhaft nicht 

bezahlt wird, eine Ersatzfreiheitsstrafe aus. Nach ständiger Praxis erscheint ein 

Umwandlungssatz von einem Tag Ersatzfreiheitsstrafe pro Fr. 100.– Busse als 

angemessen. Im vorliegenden Fall ist deshalb eine Ersatzfreiheitsstrafe von 

4 Tagen Freiheitsstrafe auszufällen. 

IV. Massnahme 

1. Die Vorinstanz hat eine stationäre therapeutische Massnahme im Sinne von 

Art. 59 StGB angeordnet (Urk. 65 S. 39 f.; 45). Im ersten obergerichtlichen Urteil 

vom 17. November 2014 wurde die von der Vorinstanz angeordnete Massnahme 

bestätigt (Urk. 108 S. 22 ff. und 28, Dispositivziffer 4). Die Verteidigung hat im 

bundesgerichtlichen Verfahren zur Frage einer stationären Massnahme lediglich 

- 30 - 

vorgebracht, bei einem Freispruch vom Vergewaltigungsvorwurf rechtfertigt sich 

die Anordnung einer stationären Massnahme nicht mehr (Urk. 112/2 S. 19). 

Nachdem der Schuldspruch wegen Vergewaltigung vorliegend zu bestätigen ist, 

erübrigen sich diesbezüglich weitere Ausführungen. Nachfolgend sind deshalb die 

im Urteil vom 17. November 2014 angestellten Erwägungen wiederzugeben, an 

welchen weiterhin vollumfänglich festgehalten werden kann. 

2. Der Beschuldigte wehrt sich auch im Berufungsverfahren gegen die Anord-

nung dieser Massnahme. Er wisse nicht, wie der Gutachter darauf komme, dass 

bei ihm ein moderat bis hoch ausgeprägtes Rückfallrisiko für die Begehung weite-

rer Gewalt- und Sexualdelikte bestehe. Eine ambulante Massnahme, wenn er 

wieder draussen sei, schade sicher nicht (Urk. 101 S. 5; Urk. 141 S. 3 f.). 

3. Ist der Täter psychisch schwer gestört, kann gemäss Art. 59 Abs. 1 StGB  

eine stationäre Behandlung angeordnet werden, wenn der Täter ein Verbrechen 

oder Vergehen begangen hat, das mit seiner psychischen Störung in Zusammen-

hang steht und zu erwarten ist, dadurch lasse sich die Gefahr weiterer mit seiner 

Störung in Zusammenhang stehender Taten begegnen. 

4. Das bei den Akten liegende Gutachten ist mit der Vorinstanz klar formuliert 

und schlüssig. Es besteht insbesondere kein Anlass zur Nachbesserung des Gut-

achtens oder dazu, ein weiteres Gutachten in Auftrag zu geben. Dies wird sodann 

zurecht vom Beschuldigten auch nicht verlangt. Damit kann auf die Erkenntnisse 

und Schlüsse des Gutachters abgestellt werden. Dieser diagnostizierte beim  

Beschuldigten eine dissoziale Persönlichkeitsstörung, einhergehend mit anteilig 

noch leicht- bis allenfalls mittelgradig ausgeprägten paranoiden Persönlichkeits-

akzentuierungen und differentialdiagnostisch ein schwerer Missbrauch von Alko-

hol oder eine Abhängigkeit von Alkohol (Urk. 8/7 S. 80). Der Gutachter bejahte 

klar den Zusammenhang zwischen der psychischen Störung des Beschuldigten 

und der von ihm verwirklichten Delikte (Urk. 8/7 S. 73 und 74). Weiter hielt der 

Gutachter fest, dass beim Beschuldigten ein moderat bis hoch ausgeprägtes  

Risiko für erneute Gewalt- und Sexualdelinquenz bestehe (Urk. 8/7 S. 79). In  

Anbetracht der Schwere der psychischen Störung des Beschuldigten und seiner 

psychosozialen und beruflichen Desintegriertheit sei gegenwärtig nur eine statio-

- 31 - 

näre Massnahme gemäss Art. 59 StGB geeignet, den Beschuldigten therapeu-

tisch zu erreichen und auf der Grundlage eines stationären Behandlungssettings 

einen Behandlungsversuch durchzuführen, welcher gegebenenfalls auch bereits 

nach einem kürzeren Zeitraum versuchsweise in eine ambulante Massnahme 

umgewandelt und in diesem Kontext dann weitergeführt werden könne (Urk. 8/7 

S. 79).  

5. Abstellend auf diese Schlussfolgerungen des Gutachters ist die von der Vor-

instanz angeordnete stationäre Massnahme im Sinne von Art. 59 StGB (Behand-

lung von psychischen Störungen) zu bestätigen. 

6. Bei der Anordnung von therapeutischen Massnahmen kann gemäss unbe-

strittener Lehre und Praxis der Vollzug gleichzeitig ausgefällter Strafen nicht nach 

Art. 42 und 43 StGB, sondern nur nach Art. 57 Abs. 2 bzw. Art. 63 Abs. 2 StGB 

aufgeschoben werden, da die Anordnung einer Massnahme gemäss Art. 56 

Abs. 1 lit. a die "Gefahr weiterer Straftaten" voraussetzt und damit von einer  

ungünstigen Prognose auszugehen ist (Markus Hug in: Donatsch/Flachsmann/ 

Hug/Weder, StGB Kommentar, 19. Auflage, Zürich 2013, N 12 zu Art. 42 StGB; 

BGE 135 IV 180 E. 2).  

7. Wird – wie im vorliegenden Fall – eine stationäre Massnahme angeordnet, 

so ist der Vollzug der Strafe gemäss Art. 57 Abs. 2 StGB zwingend aufzuschieben 

und darüber ist nicht weiter zu entscheiden.  

V. Zivilansprüche 

1. Schadenersatz 

1.1. Die Privatklägerin B._____ beantragte vor Vorinstanz, der Beschuldigte sei 

zu verpflichten, ihr Schadenersatz in der Höhe von Fr. 350.– nebst Zins zu 5 % 

seit 12. November 2013 bezahlen. Weiter sei festzustellen, dass der  

Beschuldigte dem Grundsatze nach für Schaden im Zusammenhang mit dem  

Ereignis vom 26. August 2012 aufzukommen habe (Urk. 42 S. 1). Diesen Anträ-

gen folgte die Vorinstanz in ihrem Urteil (Urk. 65 S. 45 f.).  

- 32 - 

1.2. Im Berufungsverfahren stellt die Privatklägerin denselben Antrag wie vor  

Vorinstanz (Urk. 144 S. 1). Die Verteidigung stellt Antrag auf Nichteintreten auf 

die Zivilforderungen der Privatklägerin (Urk. 142 S. 1). Zur Höhe der Schadener-

satzforderung äussert sie sich nicht. 

1.3. Die Vorinstanz hat die Voraussetzungen für die Annahme einer Schadener-

satzpflicht des Beschuldigten zutreffend dargelegt, darauf kann verwiesen werden 

(Urk. 65 S. 41). Dass 25 Beratungsgespräche bei der Frauenberatung stattgefun-

den haben, ist mit der Vorinstanz belegt (Urk. 31). Sodann ergibt sich aus der  

Honorarnote der Vertreterin der Privatklägerin, dass es zu drei Besprechungen 

mit der Klientin gekommen ist (Urk. 43). Die Privatklägerin musste daher 28 Mal 

von ihrem Wohn- und Arbeitsort in C._____ nach Zürich und zurück fahren. Die 

Höhe der Fahrkosten erscheint mit der Vorinstanz realistisch. Dass zudem Zinsen 

ab 12. November 2013 zugesprochen wurden, ist nicht zu beanstanden. Der Be-

schuldigte ist daher in Bestätigung des vorinstanzlichen Entscheids zur Leistung 

von Fr. 350.– nebst Zins zu 5 % seit dem 12. November 2013 als Schadenersatz 

an die Privatklägerin zu verpflichten. Ausserdem ist der Beschuldigte dem Grund-

satz nach zu verpflichten, der Privatklägerin Ersatz für weiteren Schaden aus dem 

eingeklagten Ereignis zu leisten. 

2. Genugtuung 

2.1. Die Privatklägerin B._____ stellte vor Vorinstanz den Antrag, der  

Beschuldigte sei zur Leistung einer Genugtuung in der Höhe von Fr. 20'000.– 

nebst Zins zu 5 % seit 26. August 2012 zu verpflichten. Sie begründete ihren  

Antrag damit, dass das Verschulden des Beschuldigten sehr schwer wiege. Der  

Beschuldigte habe die Privatklägerin bereits an der Chilbi sexuell belästigt und es 

sei anzunehmen, dass die Privatklägerin aufgrund ihrer körperlichen und geisti-

gen Voraussetzungen gezielt als Opfer ausgesucht habe. Dass der Beschuldigte 

ihr Vertrauen derart missbraucht habe, mache der Privatklägerin heute noch 

schwer zu schaffen, sie leide unter Stimmungsschwankungen und Schlafstörun-

gen, was zur Einnahme von Medikamenten geführt habe, sodann habe ein sozia-

ler Rückzug stattgefunden (Urk. 42). Die Vorinstanz verurteilte den Beschuldigten 

- 33 - 

zur Leistung einer Genugtuung in der Höhe von Fr. 15'000.– nebst Zins zu 5 % 

seit 26. August 2012 (Urk. 65 S. 46). 

2.2. Die Privatklägerin beantragt im Berufungsverfahren, es sei die von der Vor-

instanz zugesprochene Genugtuung von Fr. 15'000.– zuzüglich 5 % Zins seit dem 

26. August 2012 zu bestätigen (Urk. 144 S. 1). Die Vertreterin der Privatklägerin 

verwies zur Begründung auf ihre bisherigen Ausführungen vor Vorinstanz und vor 

Obergericht sowie darauf hin, dass sich der psychische Zustand der Privatkläge-

rin massiv verschlechtert habe. Der Umstand, dass sie jetzt nach über drei Jahren 

nochmals Aussagen vor Gericht habe machen müssen, habe sie sehr erschüttert. 

Die Situation sei für die Privatklägerin extrem belastend (Urk. 144 S. 2 f.). Die 

Verteidigung stellt wie erwähnt Antrag auf Nichteintreten auf die Zivilforderungen 

der Privatklägerin (Urk. 142 S. 1), ohne sich zur beantragten Höhe der Genug-

tuung zu äussern. 

2.3. Die Vorinstanz hat die Voraussetzungen für die Zusprechung einer Genug-

tuung zutreffend dargelegt. Darauf kann verwiesen werden (Urk. 65 S. 42). Mit 

der Vorinstanz ist vorliegend nicht davon auszugehen, dass der Beschuldigte die 

Privatklägerin gezielt als Opfer ausgesucht hatte. Auch ist es aufgrund der Aus-

sagen der Privatklägerin so, dass sie erst ab den Ereignissen in der Toilette nicht 

mehr mit dem Verhalten des Beschuldigten einverstanden war, alles zuvor sei für 

sie in Ordnung gewesen. Dass die Privatklägerin an den Folgen der Vergewalti-

gung leidet, ist dem Bericht der Frauenberatung zu entnehmen (Urk. 31) und  

wurde vom Beschuldigten nicht bestritten. Es wird darin ausgeführt, dass die  

Privatklägerin auf die Einnahme von Medikamenten angewiesen gewesen sei, da 

sie Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen geplagt hätten. Auch die  

Häufigkeit der Beratungsgespräche (fast alle zwei Wochen) deutet darauf hin, 

dass die Privatklägerin Mühe hatte, das Erlebte zu verarbeiten. Dass die Privat-

klägerin immer noch unter den Ereignissen leidet, ergibt sich aus ihrer Befragung 

anlässlich der Berufungsverhandlung (Urk. 140 S. 8). Daher und aufgrund des 

nicht mehr leichten Verschuldens des Beschuldigten erscheint die von der Vor-

instanz zugesprochene Genugtuung von Fr. 15'000.– als angemessen und ist zu 

bestätigen. Der Zinsenlauf ab Ereignisdatum ist ebenfalls zu bestätigen.  

- 34 - 

VI. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1. Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Verfahrens 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist das erstinstanzliche Kosten- und Ent-

schädigungsdispositiv (Ziff. 9 und 10) zu bestätigen. 

2. Kosten der beiden Berufungsverfahren 

2.1. Im aufgehobenen Urteil vom 17. November 2014 wurden die Kosten des  

Berufungsverfahrens, einschliesslich derjenigen der unentgeltlichen Vertretung 

der Privatklägerschaft, jedoch mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidi-

gung, dem Beschuldigten auferlegt (Urk. 108 S. 26 und 29, Dispositivziffer 10). 

Nachdem der Schuldspruch wegen Vergewaltigung im zweiten Berufungsverfah-

ren zu bestätigen ist, sind die Kosten des ersten Berufungsverfahrens, mit Aus-

nahme der Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung 

der Privatklägerschaft, dem Beschuldigten aufzuerlegen. Die Kosten der amtli-

chen Verteidigung im ersten Berufungsverfahren sind – unter Vorbehalt einer 

Rückforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO – auf die Gerichtskasse zu nehmen. 

In Bezug auf die Höhe der Entschädigung kann auf die Ausführungen im aufge-

hobenen Urteil verwiesen werden (Urk. 108 S. 26 f.). Im Urteil vom 17. November 

2014 wurden dem Beschuldigten auch die Kosten der unentgeltlichen Vertretung 

der Privatklägerschaft auferlegt, was nicht zulässig ist (Urteil des Bundesgerichts 

6B_123/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 6.3.). Die Kosten der unentgeltlichen 

Vertretung der Privatklägerschaft sind deshalb einstweilen auf die Gerichtskasse 

zu nehmen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten ist gemäss Art. 135  

Abs. 4 StPO vorzubehalten. 

2.2. Dass infolge der Rückweisung durch das Bundesgericht ein zweites Beru-

fungsverfahren durchgeführt werden musste, hat nicht der Beschuldigte zu ver-

treten. Demnach hat die Gerichtsgebühr für das zweite Berufungsverfahren aus-

ser Ansatz zu fallen und sind dessen Kosten, inklusive Kosten der amtlichen Ver-

teidigung sowie der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft, auf die  

Gerichtskasse zu nehmen. 

- 35 - 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass der Beschluss des Obergerichts des Kantons  

Zürich vom 17. November 2014 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 

"Es wird beschlossen: 

1. Auf den Antrag betreffend Erhöhung der Entschädigung der amtlichen Verteidigung 

bis und mit vorinstanzlichem Hauptverfahren wird nicht eingetreten. 

2. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Pfäffikon vom 12. November 

2013 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:  

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

− (…) 

− der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB 

− der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB. 

2.-12. (…)" 

3. (Mitteilungen) 

4. (Rechtsmittel)" 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist zudem schuldig der Vergewaltigung im Sinne von 

Art. 190 Abs. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 36 Monaten Freiheitsstrafe sowie mit  

einer Busse von Fr. 400.–. 

3. Es wird davon Vormerk genommen, dass der Beschuldigte die Freiheits-

strafe bereits erstanden hat. 

- 36 - 

4. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 4 Tagen. 

5. Es wird eine stationäre therapeutische Massnahme im Sinne von Art. 59 

StGB (Behandlung von psychischen Störungen) angeordnet. 

6. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 2 Schadenersatz in der 

Höhe von Fr. 350.– zuzüglich 5 % Zins ab 12. November 2013  zu bezahlen. 

7. Der Beschuldigte wird im Übrigen dem Grundsatze nach verpflichtet, der 

Privatklägerin 2 Schadenersatz für den im Zusammenhang mit dem einge-

klagten Ereignis entstandenen Schaden zu leisten. Zur genauen Feststel-

lung des Umfanges des Schadenersatzanspruches wird die Privatklägerin 2 

auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

8. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 2 eine Genugtuung in 

der Höhe von Fr. 15'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 26. August 2012 zu bezah-

len. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

9. Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Ziff. 9 und 10) 

wird bestätigt. 

10. Die Gerichtsgebühr für das erste Berufungsverfahren (SB140229) wird fest-

gesetzt auf: 

Fr. 3'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 10'104.70   amtliche Verteidigung 

Fr. 1'941.15   unentgeltliche Verbeiständung 

11. Die Kosten des ersten Berufungsverfahrens (SB140229), mit Ausnahme der 

Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der 

Privatklägerschaft, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der 

amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der Privatkläger-

schaft werden einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die Rück-

zahlungspflicht des Beschuldigten bleibt gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO 

vorbehalten. 

- 37 - 

12. Die Gerichtsgebühr für das zweite Berufungsverfahren (SB150250) fällt aus-

ser Ansatz. Die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 5'351.80   amtliche Verteidigung  

Fr. 3'042.95   unentgeltliche Verbeiständung 

13. Die Kosten des zweiten Berufungsverfahrens (SB150250), einschliesslich 

der Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung 

der Privatklägerschaft, werden auf die Gerichtskasse genommen. 

14. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat (übergeben) 
− die unentgeltliche Vertretung der Privatklägerin 2 Rechtsanwältin 

lic. iur. Y._____ im Doppel für sich und zuhanden der  
Privatklägerin 2 (übergeben) 

− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 
Vollzugsdienste 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden  
des Beschuldigten 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat  
− die unentgeltliche Vertretung der Privatklägerin 2 Rechtsanwältin 

lic. iur. Y._____ im Doppel für sich und zuhanden der  
Privatklägerin 2  

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung  

allfälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 

− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 
Vollzugsdienste 

− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A 

− die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und 
Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- 
und Löschungsdaten. 

- 38 - 

15. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 

 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
 

Zürich, 26. Oktober 2015 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Dr. iur. F. Bollinger 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. C. Laufer 
 

 

	Urteil vom 26. Oktober 2015
	 Anklage:
	Urteil der Vorinstanz:
	(Urk. 65 S. 45 ff.)
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig
	 der Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB,
	 der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB sowie
	 der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB.

	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 36 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis und mit heute 382 Tage durch Haft erstanden sind, sowie einer Busse von Fr. 400.–.
	3. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen. Die Busse ist zu bezahlen.
	4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 4 Tagen.
	5. Es wird eine stationäre therapeutische Massnahme im Sinne von Art. 59 StGB (Behandlung von psychischen Störungen) angeordnet.
	6. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 2 Schadenersatz in der Höhe von Fr. 350.– zuzüglich 5 % Zins ab 12. November 2013  zu bezahlen.
	7. Der Beschuldigte wird im Übrigen dem Grundsatze nach verpflichtet, der Privatklägerin 2 Schadenersatz für den im Zusammenhang mit dem eingeklagten Ereignis entstandenen Schaden zu bezahlen. Zur genauen Feststellung des Umfanges des Schadenersatzans...
	8. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 2 eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 15'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 26. August 2012 zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.
	9. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf:
	10. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens sowie der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft werden dem Beschuldigten auferlegt, aber abgeschrieben. Die Kosten der amtlichen Verteidigung  werden auf die Gerichtskasse ge...
	11. (Mitteilungen)
	12. (Rechtsmittel)
	Entscheid im ersten Berufungsverfahren:
	(SB140229; Urk. 108 S. 27 ff.)
	Es wird beschlossen:
	1. Auf den Antrag betreffend Erhöhung der Entschädigung der amtlichen  Verteidigung bis und mit vorinstanzlichem Hauptverfahren wird nicht eingetreten.
	2. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Pfäffikon vom 12. November 2013 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	"Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig
	 (…)
	 der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB
	 der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB.

	3. (Mitteilungen)
	4. (Rechtsmittel)
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte ist zudem schuldig der Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 36 Monaten Freiheitsstrafe, wovon  754 Tage durch Untersuchungs- und Sicherheitshaft sowie vorzeitigen Strafvollzug erstanden sind, sowie mit einer Busse von Fr. 400.–.
	3. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 4 Tagen.
	4. Es wird eine stationäre therapeutische Massnahme im Sinne von Art. 59 StGB (Behandlung von psychischen Störungen) angeordnet.
	5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 2 Schadenersatz in der Höhe von Fr. 350.– zuzüglich 5 % Zins ab 12. November 2013  zu bezahlen.
	6. Der Beschuldigte wird im Übrigen dem Grundsatze nach verpflichtet,  der Privatklägerin 2 Schadenersatz für den im Zusammenhang mit dem  eingeklagten Ereignis entstandenen Schaden zu leisten. Zur genauen  Feststellung des Umfanges des Schadenersatza...
	7. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 2 eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 15'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 26. August 2012 zu  bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.
	8. Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Ziff. 9 und 10) wird bestätigt.
	9. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	10. Die Kosten des Berufungsverfahrens, einschliesslich derjenigen der unent-geltlichen Vertretung der Privatklägerschaft, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung wer...
	11. (Mitteilungen)
	12. (Rechtsmittel)
	Berufungsanträge
	1. Die Ziffern 1 bis 10 des Urteils der 2. Abteilung des Bezirksgerichts Pfäffikon vom 12. November 2013 seien aufzuheben, mit Ausnahme von Ziffer 7.
	2. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf der Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB freizusprechen.
	3. Der Beschuldigte sei der mehrfachen Drohung schuldig zu sprechen und mit einer Freiheitsstrafe von vier Monaten, unter Anrechnung der erstandenen Untersuchungshaft, zu bestrafen und es sei eine ambulante Massnahme gemäss Art. 63 StGB im Sinne mein...
	4. Auf die Zivilforderungen der Privatklägerin B._____ sei daher nicht einzutreten.
	5. Es seien ausgangsgemäss die Verfahrenskosten für das Verfahren vor Bezirksgericht zu 1/10 dem Beschuldigten zu überbinden und zu 9/10 auf die Staatskasse zu nehmen, wobei die Kosten sofort abzuschreiben seien; es seien die gesamten Verfahrenskosten...
	6. Es sei dem Beschuldigten ebenfalls ausgangsgemäss eine Genugtuung von Fr. 300'000.– aus der Staatskasse auszurichten.
	7. Mein Mandant sei per sofort auf freien Fuss zu setzen.
	8. Eventualiter: Sofern der Beschuldigte nicht bereits heute freigesprochen wird, sei ein aussagepsychologisches Gutachten betr. der Glaubhaftigkeit der Aussagen von B._____ einzuholen.
	1. a) Der Beschuldigte sei zu verpflichten, der Privatklägerin B._____ bisher entstandene Kosten in Höhe von Fr. 350.– (Fahrtkosten vom 04.09.12 bis und mit 31.10.13) nebst Zins zu 5 % ab 12. November 2013 zu bezahlen.

	b) Der Beschuldigte sei im Übrigen dem Grundsatze nach zu verpflichten, der Privatklägerin 2 Schadenersatz für den im Zusammenhang mit dem eingeklagten Ereignis vom 26. August 2012 entstandenen weiteren Schaden zu bezahlen. Zur genauen Feststellung de...
	2. Der Beschuldigte sei zudem zu verpflichten, der Privatklägerin B._____ eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 15'000.– zuzüglich  5 % Zins ab 26. August 2012 zu bezahlen.
	3. Der Beschuldigte sei zu verpflichten, der Privatklägerschaft für das zweitinstanzliche Verfahren eine angemessene Prozessentschädigung (inkl. 8 % Mehrwertsteuer, vgl. Honorarnote und nachfolgend Punkt B.) zu bezahlen.
	Prozessualer Antrag: Es sei der Privatklägerschaft eine begründete Fassung des Urteils zuzustellen.
	Erwägungen:
	I. Prozessuales
	1. Verfahrensgang
	1.1. Am 10. September 2013 erhob die Staatsanwaltschaft Zürich - Limmat  Anklage gegen den Beschuldigten wegen Vergewaltigung, mehrfacher Drohung und Tätlichkeiten (Urk. 18). Im Anschluss an die Hauptverhandlung sprach das Bezirksgericht Pfäffikon den...
	1.2. Mit Beschluss der Kammer vom 17. November 2014 wurde die Rechtskraft der vorinstanzlichen Schuldsprüche wegen mehrfacher Drohung und Tätlichkeiten festgestellt (Urk. 108 S. 27). Mit Urteil vom gleichen Datum wurde der Beschuldigte zudem der Verge...
	1.3. Gegen das Urteil vom 17. November 2014 erhob der Beschuldigte am 29. Dezember 2014 bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen (Urk. 112). Mit Urteil des Bundesgerichts, Strafrechtliche Abteilung, vom 1. Juni 2015 wurde die Beschwerde des Beschuld...
	1.4. Mit Schreiben vom 30. Juni 2015 teilte die Privatklägerin B._____ auf Nachfrage mit, dass sie den Antrag stelle, dass dem urteilenden Gericht (nach wie vor) eine Person gleichen Geschlechts angehöre, sowie verlange, von einer Person gleichen Gesc...
	1.5. Am 26. Oktober 2015 fand die Berufungsverhandlung statt (Prot. II S. 4 ff.). Anlässlich der Berufungsverhandlung beantragte die Verteidigung, sofern der Beschuldigte nicht bereits heute freigesprochen werde, sei ein aussagepsychologisches Gutacht...

	2. Umfang der Berufung
	II. Schuldpunkt: Vergewaltigung (ND 1)
	1. Rückweisungsentscheid des Bundesgerichts
	Wie bereits erwähnt, kam das Bundesgericht in seinem Urteil vom 1. Juni 2015 zum Schluss, dass die Privatklägerin B._____ [nachfolgend: Privatklägerin] gerichtlich hätte einvernommen werden müssen. Die Aussagen der Privatklägerin würden den einzigen d...

	2. Beweiswürdigung im Urteil vom 17. November 2014
	2.1. Die Vorinstanz hat zutreffende Ausführungen zur Theorie der Aussage-würdigung gemacht, worauf verwiesen werden kann (Urk. 65 S. 15 ff.). Zur Erstellung des Sachverhalts hat sie die Aussagen des Beschuldigten sowie der Privatklägerin gewürdigt. We...
	2.2. Die Vorinstanz hat die Aussagen des Beschuldigten und der Privatklägerin korrekt widergegeben (Urk. 65 S. 7 ff.). Zutreffend hat sie festgehalten, dass aufgrund übereinstimmender Aussagen des Beschuldigten und der Privatklägerin  erstellt sei, da...
	2.3. Die Verteidigung kritisierte im Berufungsverfahren die vorinstanzliche Beweiswürdigung. Sie führte aus, das erstinstanzliche Verfahren laufe insbesondere hinsichtlich der Beweiswürdigung den Grundsätzen des fair trial und in dubio pro reo eklatan...
	2.4. Mit der Vorinstanz können die Aussagen der Privatklägerin als ausführlich, detailliert und grundsätzlich frei von Widersprüchen und Übertreibungen bezeichnet werden (Urk. 65 S. 20). Auffallend ist zunächst, dass die Privatklägerin in der ersten p...
	2.5. Mit der Vorinstanz können die Aussagen des Beschuldigten als knapp und wenig detailliert bezeichnet werden (Urk. 65 S. 20 ff.). In den vier bei den Akten liegenden Einvernahmen des Beschuldigten (ND 1/3; ND 1/4; Urk. 7; Urk. 40)  beschränkte sich...
	Anlässlich der zweiten Berufungsverhandlung hat der Beschuldigte keine Aussagen zur Sache gemacht (Urk. 141 S. 1 und 5), weshalb sich diesbezüglich  weitere Ausführungen erübrigen.
	2.6. Die glaubhaften Aussagen der Privatklägerin lassen sich auch anhand von weiteren Beweismitteln objektivieren und verifizieren.
	2.6.1. In der Fotodokumentation in ND 1/7 ist die Situation in der besagten  Damentoilette festgehalten. Dass sich Gegenstände am Boden befinden passt zwanglos ins von der Privatklägerin gezeichnete Bild, wonach sie auf bzw. neben die WC-Schüssel gest...
	2.6.2. Die Vorinstanz hat sodann das Gutachten zur körperlichen Untersuchung vom 27. September 2012 (ND 1/10/7 S. 6) sowie das Gutachten betreffend Auswertung und Beweiswertberechnung von DNA-Spuren vom 20. März 2013 (ND 1/10/13) zutreffend zusammenge...

	3. Gerichtliche Einvernahme der Privatklägerin
	3.1. Anlässlich der zweiten Berufungsverhandlung wurde die Privatklägerin  erneut zum Anklagesachverhalt befragt (Urk. 140 S. 1 ff.). Auf die Aufforderung, nochmals zu erzählen, was sich am 26. August 2012 an der Chilbi in C._____ abgespielt habe, ber...
	Entgegen der Verteidigung (Prot. II S. 8 ff. und 13 f.) trifft es nicht zu, dass die von der Privatklägerin anlässlich ihrer gerichtlichen Einvernahme gemachten Aussagen zum Kerngeschehen gegenüber denjenigen zum Vor- und Nachtatgeschehen deutlich abf...
	3.2. Die Aussagen der Privatklägerin wurden im obergerichtlichen Urteil vom 17. November 2014 als überzeugend und glaubhaft eingestuft (Urk. 108 S. 10 ff.). An dieser Einschätzung ist auch nach der gerichtlichen Einvernahme der Privatklägerin festzuha...

	4. Aussagepsychologisches Gutachten
	4.1. Wie erwähnt, beantragt die Verteidigung die Erstellung eines aussagepsychologischen Gutachtens für den Fall, dass der Beschuldigte nicht bereits im heutigen Zeitpunkt freigesprochen werde (Urk. 142 S. 2). Es sei nicht klar, wie stark der mentale...
	4.2. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist die Prüfung der Glaubhaftigkeit von Aussagen primär Sache der Gerichte. Eine Begutachtung durch eine sachverständige Person drängt sich nur bei Vorliegen besonderer Umstände auf. Dies ist etwa der Fal...

	5. Fazit
	Abstellend auf die glaubhaften Aussagen der Privatklägerin sowie die zwei bei den Akten liegenden Gutachten kann der eingeklagte Sachverhalt vollständig  erstellt werden.

	6. Rechtliche Würdigung
	6.1. Die rechtliche Würdigung der Vorinstanz ist grundsätzlich zutreffend und wurde auch nicht beanstandet (Urk. 65 S. 31 ff.).
	6.2. Insbesondere hat die Vorinstanz zutreffend erkannt, dass eine Nötigungshandlung des Beschuldigten vorlag. Der Beschuldigte, welcher der leicht geh-behinderten Privatklägerin ohnehin schon körperlich überlegen war, schloss sich mit dieser in einer...
	6.3. Übersehen haben aber sowohl die Anklagebehörde, als auch die Vorinstanz, dass der Beschuldigte dadurch, dass er die Privatklägerin nicht nur vaginal, sondern auch anal penetrierte, zusätzlich den Tatbestand der sexuellen Nötigung im Sinne von Art...
	6.4. Schliesslich ist festzuhalten, dass der Beschuldigte direkt vorsätzlich handelte, indem er sich wissentlich und willentlich über die Gegenwehr der Privatklägerin hinwegsetzte.
	6.5. Schuldausschluss- oder Rechtfertigungsgründe sind weder geltend gemacht worden noch ersichtlich. Die Schuldfähigkeit des Beschuldigten sei gemäss Gutachten nie vollständig aufgehoben gewesen (Urk. 8/7 S. 80). Damit ist der Schuldspruch der Vorins...

	III. Sanktion
	1. Vorbemerkungen
	1.1. Wie im ersten Berufungsverfahren ist für die Strafzumessung vom Schuldspruch wegen Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB sowie von den bereits rechtskräftigen Schuldsprüchen wegen mehrfacher Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB so...
	1.2. Die Vorinstanz hat zwar zutreffende theoretische Ausführungen zur Technik der Strafzumessung gemacht, hat es hernach aber unterlassen, die Strafzumessung auch lege artis vorzunehmen (Urk. 65 S. 34 ff.). Somit kann nicht nachvollzogen werden, wie ...
	1.3. Nachfolgend ist deshalb eine Strafzumessung nach den vom Bundes-gericht wiederholt dargelegten Grundsätzen vorzunehmen (vgl. BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff., mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 6B_466/2013 vom 25. Juli 2013 E. 2).

	2. Strafrahmen
	Die Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB als schwerstes vom  Beschuldigten verwirklichtes Delikt sieht als Strafe eine Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren vor, was die Vorinstanz richtig erkannt hat (Urk. 65 S. 35). Festzuhal...

	3. Tatkomponente
	3.1. Vergewaltigung
	3.1.1. Der Beschuldigte hat die Privatklägerin B._____ in einer öffentlichen Toilette vergewaltigt. Als sich die Privatklägerin dem Beschuldigten ein erstes Mal entziehen konnte, liess dieser nicht etwa von ihr ab, sondern bedrängte die  Privatklägeri...
	3.1.2. Zum subjektiven Verschulden ist anzumerken, dass der Beschuldigte direkt vorsätzlich handelte und einzig mit dem Ziel, seine sexuellen Gelüste zu befriedigen, mithin aus rein egoistischen Motiven. Als besonders verwerflich erscheint, dass der B...
	3.1.3. Insgesamt ist von einem nicht mehr leichten Verschulden auszugehen und es ist eine Einsatzstrafe im oberen Bereich des unteren Drittels des zur Verfügung stehenden Strafrahmen festzusetzen. Die Einsatzstrafe für die Vergewaltigung ist auf 36 Mo...
	3.2. Mehrfache Drohung
	3.2.1. Der Beschuldigte sprach gegen verschiedene Personen mehrfach Drohungen aus. Dabei drohte er den Geschädigten jeweils mit dem Tod, bzw. damit die Kinder der Privatklägerin D._____ zu töten, was erschwerend wirkt. Das objektive Tatverschulden mus...
	3.2.2. Der Beschuldigte handelte direkt vorsätzlich. Zu den Drohungen ergibt sich aus dem Gutachten, dass die Einsichtsfähigkeit des Beschuldigten nicht beeinträchtigt gewesen sei, seine Steuerungsfähigkeit jedoch in geringem Masse reduziert gewesen s...
	3.3. Einsatzstrafe
	Nach Würdigung der Tatkomponenten für die Vergewaltigung und die mehrfache Drohung und in Anwendung des Asperationsprinzips erscheint eine Einsatzstrafe von 40 Monaten als angemessen.

	4. Täterkomponente
	4.1. Der Beschuldigte sei im Zürcher Oberland aufgewachsen, er habe eine  Anlehre zum Metallbauschlosser absolviert. Nach Abschluss der Lehre habe er auf dem Bau gearbeitet. Bis zu seiner Verhaftung im Jahr 2003 sei er immer  erwerbstätig gewesen. Nac...
	Seit dem ersten obergerichtlichen Urteil sind in Bezug auf die persönlichen  Verhältnissen des Beschuldigten keine wesentlichen Änderungen eingetreten (vgl. Urk. 141 S. 1 ff.), welche bei der Strafzumessung zu berücksichtigen wären.
	4.2. Der Beschuldigte weist zwei Vorstrafen auf, eine davon wegen Vergewaltigung und sexuellen Handlungen mit einem Kind (Urk. 70). Diese Vorstrafen – insbesondere die einschlägige Vorstrafe – sind merklich straferhöhend zu werten.
	4.3. In Bezug auf die Vergewaltigung ist der Beschuldigte nicht geständig. Die Tatvorwürfe der Drohungen und Tätlichkeiten hat der Beschuldigte hingegen vollständig anerkannt und er zeigte auch Ansätze von Einsicht und Reue (Prot. I S. 11). Das Nachta...
	4.4. Die Verteidigung machte geltend, die Verfahrensleitung der Vorinstanz habe das Beschleunigungsgebot verletzt, indem sie für die Redaktion des begründeten Urteils fast 180 Tage gebraucht habe (Urk. 66 S. 2). Das vorinstanzliche Urteil wurde am 12....
	Die bundesgerichtliche Rückweisung zwecks Einvernahme der Privatklägerin führte zu einer Verlängerung des Verfahrens. Dieser Umstand ist nicht dem  Beschuldigten anzulasten. Wie nachfolgend dargelegt wird, erweist sich die von der Vorinstanz festgeset...

	5. Auszufällende Strafe
	5.1. Die Vorinstanz hat eine Strafe von 36 Monaten ausgesprochen. Nachdem der Beschuldigte als einziger Berufung gegen das vorinstanzliche Urteil erhoben hat, steht einer Erhöhung der Strafe das Verschlechterungsverbot im Sinne von Art. 391 Abs. 2 StP...
	5.2. Ausgehend von der nach der Tatkomponente festgesetzten Einsatzstrafe von 40 Monaten, nach einer merklichen Erhöhung aufgrund der Vorstrafen und wiederum einer leichten Reduktion wegen des Nachtatverhaltens erscheint eine Strafe von 44 Monaten als...

	6. Busse für die Tätlichkeiten
	6.1. Das Gericht bemisst die Busse und Ersatzfreiheitsstrafe je nach den Verhältnissen des Täters so, dass dieser die Strafe erleidet, die seinem Verschulden angemessen ist (Art. 106 Abs. 3 StGB).
	6.2. Der Beschuldigte stiess die Privatklägerin D._____ im Zuge einer Auseinandersetzung, in welcher auch die vorstehend beurteilten Drohungen stattfanden, von sich weg gegen die Wand. Der Beschuldigte handelte direkt vorsätzlich. Das Verschulden kann...
	6.3. Diese Busse ist zu bezahlen (Art. 105 Abs. 1 StGB). Gemäss Art. 106 Abs. 2 StGB spricht das Gericht im Urteil für den Fall, dass die Busse schuldhaft nicht bezahlt wird, eine Ersatzfreiheitsstrafe aus. Nach ständiger Praxis erscheint ein Umwandlu...

	IV. Massnahme
	V. Zivilansprüche
	1. Schadenersatz
	1.1. Die Privatklägerin B._____ beantragte vor Vorinstanz, der Beschuldigte sei zu verpflichten, ihr Schadenersatz in der Höhe von Fr. 350.– nebst Zins zu 5 % seit 12. November 2013 bezahlen. Weiter sei festzustellen, dass der  Beschuldigte dem Grunds...
	1.2. Im Berufungsverfahren stellt die Privatklägerin denselben Antrag wie vor  Vorinstanz (Urk. 144 S. 1). Die Verteidigung stellt Antrag auf Nichteintreten auf die Zivilforderungen der Privatklägerin (Urk. 142 S. 1). Zur Höhe der Schadenersatzforderu...
	1.3. Die Vorinstanz hat die Voraussetzungen für die Annahme einer Schadenersatzpflicht des Beschuldigten zutreffend dargelegt, darauf kann verwiesen werden (Urk. 65 S. 41). Dass 25 Beratungsgespräche bei der Frauenberatung stattgefunden haben, ist mit...

	2. Genugtuung
	2.1. Die Privatklägerin B._____ stellte vor Vorinstanz den Antrag, der  Beschuldigte sei zur Leistung einer Genugtuung in der Höhe von Fr. 20'000.– nebst Zins zu 5 % seit 26. August 2012 zu verpflichten. Sie begründete ihren  Antrag damit, dass das Ve...
	2.2. Die Privatklägerin beantragt im Berufungsverfahren, es sei die von der Vorinstanz zugesprochene Genugtuung von Fr. 15'000.– zuzüglich 5 % Zins seit dem 26. August 2012 zu bestätigen (Urk. 144 S. 1). Die Vertreterin der Privatklägerin verwies zur...
	2.3. Die Vorinstanz hat die Voraussetzungen für die Zusprechung einer Genugtuung zutreffend dargelegt. Darauf kann verwiesen werden (Urk. 65 S. 42). Mit der Vorinstanz ist vorliegend nicht davon auszugehen, dass der Beschuldigte die Privatklägerin gez...

	VI. Kosten- und Entschädigungsfolgen
	1. Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Verfahrens
	2. Kosten der beiden Berufungsverfahren
	2.1. Im aufgehobenen Urteil vom 17. November 2014 wurden die Kosten des  Berufungsverfahrens, einschliesslich derjenigen der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft, jedoch mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung, dem Beschuldigte...
	Nachdem der Schuldspruch wegen Vergewaltigung im zweiten Berufungsverfahren zu bestätigen ist, sind die Kosten des ersten Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft...
	2.2. Dass infolge der Rückweisung durch das Bundesgericht ein zweites Berufungsverfahren durchgeführt werden musste, hat nicht der Beschuldigte zu ver-treten. Demnach hat die Gerichtsgebühr für das zweite Berufungsverfahren ausser Ansatz zu fallen und...

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass der Beschluss des Obergerichts des Kantons  Zürich vom 17. November 2014 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	"Es wird beschlossen:
	1. Auf den Antrag betreffend Erhöhung der Entschädigung der amtlichen Verteidigung bis und mit vorinstanzlichem Hauptverfahren wird nicht eingetreten.
	2. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Pfäffikon vom 12. November 2013 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	"Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig
	 (…)
	 der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB
	 der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB.

	3. (Mitteilungen)
	4. (Rechtsmittel)"
	2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte ist zudem schuldig der Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 36 Monaten Freiheitsstrafe sowie mit  einer Busse von Fr. 400.–.
	3. Es wird davon Vormerk genommen, dass der Beschuldigte die Freiheitsstrafe bereits erstanden hat.
	4. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 4 Tagen.
	5. Es wird eine stationäre therapeutische Massnahme im Sinne von Art. 59 StGB (Behandlung von psychischen Störungen) angeordnet.
	6. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 2 Schadenersatz in der Höhe von Fr. 350.– zuzüglich 5 % Zins ab 12. November 2013  zu bezahlen.
	7. Der Beschuldigte wird im Übrigen dem Grundsatze nach verpflichtet, der Privatklägerin 2 Schadenersatz für den im Zusammenhang mit dem eingeklagten Ereignis entstandenen Schaden zu leisten. Zur genauen Feststellung des Umfanges des Schadenersatzansp...
	8. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 2 eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 15'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 26. August 2012 zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.
	9. Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Ziff. 9 und 10) wird bestätigt.
	10. Die Gerichtsgebühr für das erste Berufungsverfahren (SB140229) wird festgesetzt auf:
	11. Die Kosten des ersten Berufungsverfahrens (SB140229), mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung und der u...
	12. Die Gerichtsgebühr für das zweite Berufungsverfahren (SB150250) fällt ausser Ansatz. Die weiteren Kosten betragen:
	13. Die Kosten des zweiten Berufungsverfahrens (SB150250), einschliesslich der Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft, werden auf die Gerichtskasse genommen.
	14. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat (übergeben)
	 die unentgeltliche Vertretung der Privatklägerin 2 Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ im Doppel für sich und zuhanden der  Privatklägerin 2 (übergeben)
	 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden  des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat
	 die unentgeltliche Vertretung der Privatklägerin 2 Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ im Doppel für sich und zuhanden der  Privatklägerin 2
	 die Vorinstanz
	 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A
	 die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- und Löschungsdaten.

	15. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.