# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 360e6cc1-c4c1-5a30-8bae-e28bf094ecfc
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-11-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.11.2008 C-3673/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-3673-2007_2008-11-07.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-3673/2007, C-3820/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  7 .  N o v e m b e r  2 0 0 8

Richter Beat Weber (Vorsitz), 
Richterin Elena Avenati-Carpani, 
Richter Francesco Parrino, 
Gerichtsschreiber Daniel Stufetti.

A._______ AG, c/o G._______,
Beschwerdeführerin,

gegen

Stiftung Auffangeinrichtung BVG,
Zweigstelle Deutschschweiz, Binzstrasse 15, 
Postfach 2855, 8022 Zürich,
Vorinstanz.

Zwangsanschluss an die Auffangeinrichtung BVG.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-3673/2007, C-3820/2007

Sachverhalt:

A.
Mit Verfügung vom 11. Mai 2007 (act. 1/2) hat die Stiftung Auffangein-
richtung BVG (Vorinstanz) die A._______AG (Beschwerdeführerin) als 
Arbeitgeberin  rückwirkend  per  1.  Januar  2001  zwangsweise  ange-
schlossen. Aufgrund der AHV-Jahresabrechnungen der Jahre 2001 bis 
2005  der  Ausgleichskasse  Zug  ergebe  sich,  dass  die  Arbeitgeberin 
seit  dem  1.  Januar 2001  dem  Obligatorium  unterstellten  Arbeitneh-
mern  Löhne ausgerichtet  habe,  ohne den Nachweis  über  einen An-
schluss an eine Vorsorgeeinrichtung erbracht zu haben.

B.
Mit einer als "Richtigstellung und Einsprache" bezeichneten und an die 
Vorinstanz adressierten Eingabe vom 18. Mai 2007 (act. 1/1), hat die 
Beschwerdeführerin diese Verfügung angefochten. Von dieser Eingabe 
hat sie mit  Schreiben vom 21. Mai 2007 (act. 1) dem Bundesverwal-
tungsgericht eine Kopie zugestellt. Darin beantragt sie sinngemäss die 
Aufhebung der angefochtenen Verfügung, im Wesentlichen mit der Be-
gründung, sie habe in der fraglichen Zeit keine Arbeitnehmer beschäf-
tigt, was sich auch aus der Abrechnung mit der AHV-Ausgleichskasse 
ergebe. 

C.
Mit Vernehmlassung vom 11. September 2007 (act. 4) beantragte die 
Vorinstanz  die  Abweisung  der  Beschwerde  und  hielt  an  ihrer  Verfü-
gung fest. Zur Begründung verwies sie auf ihre Vernehmlassung vom 
15.  Juni  2007  im  Verfahren  C-3820/2007  (vgl.  dort  act.  3).  Die  Be-
schwerdeführerin  sei  bereits  mit  Verfügung vom 28. November  2006 
der Stiftung Auffangeinrichtung BVG zwangsweise angeschlossen wor-
den. Aufgrund eines Formfehlers habe die Vorinstanz in der Folge ih-
ren Entscheid mit Verfügung vom 12. Dezember 2006 aufgehoben. Mit 
der angefochtenen Verfügung habe sie nun den Zwangsanschluss er-
neut verfügt, nachdem die Beschwerdeführerin eine ihr neu angesetz-
te Frist  zum Nachweis des Anschlusses an eine Vorsorgeeinrichtung 
unbenutzt habe verstreichen lassen und sich aus den Unterlagen der 
AHV-Ausgleichskasse ergebe, dass sie Arbeitnehmern seit dem 1. Ja-
nuar 2001 BVG-pflichtige Löhne ausbezahlt habe. 

D.
In ihrer Replik vom 14. August 2007 (act. 6), welche sie mit Eingabe 

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vom 25. September 2007 (act. 7) ergänzte, hielt die Beschwerdeführe-
rin an ihren Anträgen und deren Begründung gemäss Beschwerde im 
Wesentlichen fest. 

E.
Mit  Schreiben  vom  20.  September  2007  (act.  7  im  Verfahren 
C-3820/2007)  teilte  das  Bundesverwaltungsgericht  den  Parteien  mit, 
dass das Dossier C-3820/2007 in das vorliegende Verfahren integriert 
und  fortan  unter  der  Geschäftsnummer  C-3673/2007  weitergeführt 
werde. 

F.
In ihrer Duplik vom 16. November 2007 (act. 10) verzichtete die Vorins-
tanz auf eine weitere Vernehmlassung.

G.
Den mit Verfügung vom 18. Juni 2007 (act. 2) eingeforderten Kosten-
vorschuss von Fr. 800.- hat die Beschwerdeführerin fristgerecht einbe-
zahlt.

H.
Mit gleicher Verfügung vom 18. Juni 2007 hat das Bundesverwaltungs-
gericht  die Zusammensetzung des Spruchkörpers bekannt  gegeben. 
Innerhalb der angesetzten Frist sind keine Ausstandsbegehren einge-
gangen. Mit Verfügung vom 4. November 2008 hat das Bundesverwal-
tungsgericht  eine  Änderung  der  Zusammensetzung  des  Spruchkör-
pers bekannt gegeben (act. 12). Auch dagegen sind innerhalb der an-
gesetzten Frist keine Ausstandsbegehren eingegangen.

I.
Auf die Ausführungen der Parteien wird – sofern erforderlich – in den 
nachfolgenden Erwägungen näher eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Anfechtungsgegenstand im vorliegenden Verfahren ist der Verwal-
tungsakt  der  Vorinstanz  vom 11. Mai  2007,  welcher  gemäss Art. 60 
Abs. 2bis BVG eine Verfügung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 Bst. a des 

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Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfah-
ren (VwVG; SR 172.021)  darstellt. Beschwerden gegen Verfügungen 
der  Auffangeinrichtung  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  ge-
stützt auf Art. 31 und 33 Bst. h VGG, sofern, wie vorliegend, keine Aus-
nahme nach Art. 32 VGG vorliegt. 

1.2 Die  Beschwerdeführerin  hat  gegen  die  Verfügung  vom 
11. Mai 2007 form- und fristgerecht Beschwerde erhoben (Art. 50 und 
52  VwVG). Sie  hat  am vorinstanzlichen  Verfahren teilgenommen,  ist 
durch die angefochtene Verfügung in ihren rechtlichen und tatsächli-
chen Verhältnissen besonders  berührt  und hat  demnach ein  schutz-
würdiges Interesse an deren Änderung oder Aufhebung (Art. 48 Abs. 1 
VwVG). Daher  ist  sie  zur  Beschwerde  legitimiert.  Nachdem die  Be-
schwerdeführerin  auch  den  geforderten  Kostenvorschuss  einbezahlt 
hat, ist auf ihre Beschwerde einzutreten.

2.
2.1 Obligatorisch  zu  versichern  ist  jeder  Arbeitnehmer,  der  das  17. 
Altersjahr  vollendet  hat  und  bei  einem  Arbeitgeber  mehr  als  den 
gesetzlichen  Jahres-Mindestlohn  gemäss  Art. 2  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom  25. Juni  1982  über  die  berufliche  Alters-, 
Hinterlassenen-  und  Invalidenvorsorge  (BVG,  SR  831.40) in 
Verbindung  mit  Art. 5  der  Verordnung  vom  18.  April  1984  über  die 
berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVV 2, SR 
831.441.1) erzielt und bei der AHV versichert ist (Art. 5 Abs. 1 BVG). 
Dieser Mindestlohn wurde bisher verschiedene Male der Entwicklung 
in der AHV angepasst (Art. 9 BVG). In der beruflichen Vorsorge sind 
die  Begriffe  Arbeitnehmer,  Selbständigerwerbender  und  Arbeitgeber 
im Sinne des AHV-Rechts zu verstehen (Urteil  des Eidgenössischen 
Versicherungsgerichts  [heute  Bundesgericht]  B  52/05  vom  9.  Juni 
2006 mit Hinweisen, ferner BGE 115 Ib 37 E. 4). 

2.2 Beschäftigt ein Arbeitgeber Arbeitnehmer, die obligatorisch zu ver-
sichern sind, muss er sich gemäss Art. 11 BVG einer in das Register 
für  die  berufliche  Vorsorge  eingetragenen  Vorsorgeeinrichtung  an-
schliessen. Die Ausgleichskasse der AHV überprüft, ob die von ihr er-
fassten Arbeitgeber einer Vorsorgeeinrichtung angeschlossen sind. Ar-
beitgeber, die ihrer Anschlusspflicht nicht nachgekommen sind, fordert 
sie auf, sich innerhalb von zwei Monaten anzuschliessen. Kommt der 
Arbeitgeber dieser Aufforderung nicht nach, meldet die Ausgleichskas-
se ihn an die Auffangeinrichtung (Art. 11 Abs. 4 -  6 BVG). Diese ist 

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verpflichtet, den Arbeitgeber im Rahmen der gesetzlichen Pflichten bei 
ihr anzuschliessen (Art. 60 Abs. 2 Bst. a BVG), und zwar rückwirkend 
auf den Zeitpunkt, in dem er obligatorisch zu versichernde Arbeitneh-
mer beschäftigt hat (Art. 11 Abs. 3 und 6 BVG).

2.3 Nachfolgend  ist  zu  prüfen,  ob  die  Auffangeinrichtung  die  Be-
schwerdeführerin  zu  Recht  wegen Beschäftigung von BVG-versiche-
rungspflichtigen Arbeitnehmern zwangsangeschlossen hat und, wenn 
ja, ab welchem Zeitpunkt der Zwangsanschluss zu erfolgen hatte.

3.
3.1 Aus  den  Lohnmeldungen  der  Beschwerdeführerin  an  die  AHV-
Ausgleichskasse  Zug  vom 7.  Dezember  2005  und  16.  Januar  2007 
(act. 3/4  im Verfahren  C-3820/2007)  geht  hervor,  dass  diese in  den 
Jahren 2001 bis 2006 jeweils dem einzigen Arbeitnehmer K._______ 
jährlich  einen  Bruttolohn  von  Fr.  30'000.-  ausrichtete.  Diese 
Jahreslöhne  überstiegen  den  gesetzlichen  jährlichen  Mindestlohn, 
welcher gemäss Art. 5 BVV 2 auf Fr. 24'720.- für die Jahre 2001 und 
2002 (Fassung gemäss Ziff. 1 der Verordnung vom 1. November 2000, 
in Kraft  seit  1. Januar 2001, AS 2000 2833), auf Fr. 25'320.-  für  die 
Jahre 2003 und 2004 (Fassung gemäss Ziff.1 der Verordnung vom 30. 
Oktober 2002, in Kraft seit 1. Januar 2003, AS 2002  3906) sowie auf 
Fr. 19'350.- für die Jahre 2005 und 2006 (Fassung gemäss Ziff. 1 der 
Verordnung vom 27. Oktober  2004,  in  Kraft  seit  1. Januar  2005,  AS 
2004 4643) festgelegt war. 

3.2 Die  Beschwerdeführerin  wendet  ein,  K._______  sei  in  seiner 
Funktion  als  Firmeninhaber  nicht  als  Arbeitnehmer,  sondern  als 
Selbständigerwerbender für die Beschwerdeführerin tätig gewesen. Als 
solcher sei er gemäss BVG nicht versicherungspflichtig gewesen und 
habe  im  Übrigen  seine  Altersvorsorge  anderweitig  privat  mittels 
Immobilienanlagen  und  einer  fondsgebundenen  Lebensversicherung 
bei  der  Allianz  Suisse  abgedeckt  (vgl.  act.  1  und  5  im  Verfahren 
C-3820/2007). Für die Frage der Arbeitnehmereigenschaft  nach BVG 
sind  wie  erwähnt  nicht  die  zivilrechtlichen,  sondern  die  AHV-
rechtlichen  Kriterien  massgebend  (E.  2.1).  In  der  AHV  ergibt  sich 
aufgrund  der  erwähnten  Lohnmeldungen,  dass  K._______  in  den 
Jahren von 2001 bis 2006 als Arbeitnehmer der Beschwerdeführerin 
einen massgebenden Lohn bezogen hat (Art. 10 des Bundesgesetzes 
vom  6. Oktober  2000  über  den  Allgemeinen  Teil  des 
Sozialversicherungsrechts  [ATSG,  SR  830.1],  welcher  für  die 

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Versicherungspflicht in der AHV Anwendung findet, i.V.m. Art. 5 Abs. 2 
des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1946  über  die  Alters-  und 
Hinterlassenenversicherung  [AHVG,  SR  831.10]).  Somit  war  er  für 
seine  Erwerbstätigkeit  obligatorisch  versichert  und  beitragspflichtig 
(Art. 1a Abs. 1 Bst. b  AHVG, Art. 3  Abs. 1 AHVG). Aufgrund dieser 
AHV-rechtlichen  Kriterien  galt  K._______  auch  in  der  beruflichen 
Vorsorge  als  Arbeitnehmer  und  erfüllte  die  Voraussetzungen  für  die 
Versicherungspflicht  gemäss  Art.  2  und  5  BVG.  Unter  diesen 
Umständen  hätte  die  Beschwerdeführerin  für  die  Versicherung  ihres 
Arbeitnehmers  nach  BVG  besorgt  sein  und  mithin  ab  dem 
1. Januar 2001 der Pflicht, sich einer registrierten Vorsorgeeinrichtung 
anzuschliessen,  nachkommen müssen. Zu  Recht  wurde  sie  deshalb 
von  der  Vorinstanz  mit  Schreiben  vom  21.  März  2007  auf  ihre 
Anschlusspflicht  aufmerksam  gemacht  (act.  3/3  im  Verfahren 
C-3820/2007). Der Beschwerdeführer bestätigte zudem sowohl in der 
Beschwerde als auch in der Replik implizit, keiner Vorsorgeeinrichtung 
angeschlossen zu sein (act. 1 und 6).

3.3 Nach dem Gesagten  lässt  sich  der  zwangsweise  Anschluss  der 
Beschwerdeführerin  an  die  Stiftung  Auffangeinrichtung  BVG 
rückwirkend per 1. Januar 2001 nicht  beanstanden. Die Beschwerde 
ist deshalb abzuweisen. 

4.
4.1 Dieser Ausgang des Verfahrens hat zur Folge, dass die Beschwer-
deführerin kostenpflichtig wird (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Verfahrens-
kosten werden in Anwendung des Reglements vom 21. Februar 2008 
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsge-
richt (VGKE, SR 173.320.2)  auf Fr. 800.- festgesetzt und mit dem am 
28. Juni 2007 geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe verrech-
net. Der am 18. September 2007 im Verfahren C-3820/2007 geleistete 
Kostenvorschuss in Höhe von Fr. 900.- ist zurück zu erstatten.

4.2 Der  obsiegenden  Vorinstanz,  welche  die  obligatorische 
Versicherung  durchführt,  ist  gemäss  der  Rechtsprechung,  wonach 
Träger  oder  Versicherer  der  beruflichen  Vorsorge  gemäss  BVG 
grundsätzlich keinen Anspruch auf Parteientschädigung haben (BGE 
126 V 149 E. 4) keine Parteientschädigung zuzusprechen.

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 800.-  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 800.- verrechnet. Der im Verfahren C-3820/2007 geleistete Kosten-
vorschuss von Fr. 900.- wird zurück erstattet.

3.
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Gerichtsurkunde)
- das Bundesamt für Sozialversicherungen

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Beat Weber Daniel Stufetti

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern,  Beschwerde  in 
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. 
und 100 des Bundesgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005 [BGG, SR 
173.110]). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und 
hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und 
die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die 
Beweismittel  sind,  soweit  sie  die  beschwerdeführende  Partei  in 
Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

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