# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 48f9b2d1-3721-5f1a-8583-1b39a9d2abb7
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-19
**Language:** de
**Title:** Zug Obergericht Beschwerdeabteilung 19.12.2022 BS 2022 49
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Obergericht/ZG_OG_003_BS-2022-49_2022-12-19.pdf

## Full Text

20221114_142103_ANOM.docx

I. Beschwerdeabteilung BS 2022 49

Oberrichter lic.iur. St. Scherer, Abteilungspräsident
Oberrichter lic.iur. M. Siegwart 
Oberrichter Dr.iur. A. Staub
Gerichtsschreiberin MLaw J. Berweger

Beschluss vom 19. Dezember 2022 [rechtskräftig]

in Sachen

B.________,
vertreten durch RA A.________
Beschwerdeführer,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Zug, I. Abteilung, An der Aa 4, Postfach, 6301 Zug,
vertreten durch Staatsanwalt MLaw C.________, 
Beschwerdegegnerin,

betreffend

Nichtanhandnahme

Seite 2/7

Sachverhalt

1. Am 24. Mai 2022 erstattete B.________ (nachfolgend: Beschwerdeführer) Strafanzeige 
gegen F.________ (nachfolgend: Beschuldigter) wegen versuchter Erpressung sowie 
versuchter Nötigung. Der Beschuldigte soll versucht haben, im Rahmen eines gegen den 
Beschwerdeführer geführten Strafverfahrens wegen Ehrverletzungsdelikten die Zahlung 
hoher Geldbeträge zu erwirken sowie sachfremde, aber den Beschwerdeführer erheblich 
einschränkende Zugeständnisse zu erhalten.

2. Mit Verfügung vom 20. Juni 2022 nahm die Staatsanwaltschaft die Strafuntersuchung nicht 
an die Hand.

3. Dagegen erhob der Beschwerdeführer am 30. Juni 2022 Beschwerde beim Obergericht Zug 
und beantragte die Aufhebung der Nichtanhandnahmeverfügung vom 20. Juni 2022 sowie 
die Rückweisung der Sache an die Staatsanwaltschaft Zug zur Eröffnung und Durchführung 
einer Strafuntersuchung, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Staatskasse.

4. Am 7. Juli 2022 beantragte die Staatsanwaltschaft die Abweisung der Beschwerde, unter 
Kostenfolge zulasten des Beschwerdeführers. Zur Begründung verwies sie auf die 
Nichtanhandnahmeverfügung vom 20. Juni 2022.

5. Der Beschuldigte beantragte in seiner Stellungnahme vom 17. August 2022 die Abweisung 
der Beschwerde, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Beschwerdeführers.

Erwägungen

1. Gemäss Art. 310 Abs. 1 StPO verfügt die Staatsanwaltschaft die Nichtanhandnahme der 
Untersuchung, sobald aufgrund der Strafanzeige oder des Polizeirapports feststeht, dass die 
fraglichen Straftatbestände oder die Prozessvoraussetzungen eindeutig nicht erfüllt sind 
(lit. a) oder wenn Verfahrenshindernisse bestehen (lit. b). Ein Strafverfahren kann mithin in 
sachverhaltsmässig und rechtlich klaren Fällen gemäss Art. 310 Abs. 1 StPO durch 
Nichtanhandnahme erledigt werden. Dies ist der Fall bei offensichtlicher Straflosigkeit, wenn 
der Sachverhalt mit Sicherheit nicht unter einen Straftatbestand fällt, oder bei eindeutig 
fehlenden Prozessvoraussetzungen.

2. Die Staatsanwaltschaft begründete die Nichtanhandnahme der Strafuntersuchung 
zusammengefasst wie folgt:

2.1 Der Beschuldigte und der Beschwerdeführer seien beide Mitglieder in einem Golfclub. 
Zwischen dem tt.mm.2021 und dem tt.mm.2021 sei es zwischen ihnen im Zusammenhang 
mit einem bereits seit einiger Zeit bestehenden Konflikt zu einem E-Mail-Austausch 
gekommen. Im Nachgang dazu habe der Beschuldigte gegen den Beschwerdeführer 
Strafanzeige wegen Ehrverletzung eingereicht, da dieser ihn unter anderem ungerechtfertigt 
und in strafrechtlich relevanter Weise als "Arschloch" bezeichnet habe. 

Seite 3/7

Der zuständige Übertretungsstrafrichter habe eine Vergleichsverhandlung angestrebt, um die 
Angelegenheit direkt zu klären und eine Aussprache herbeizuführen. Der Rechtsvertreter des 
Beschuldigten habe dabei folgende Bedingungen formuliert, unter welchen eine Einigung 
zustande kommen könne:

1. Der Beschwerdeführer verfasst eine Entschuldigung an meinen Klienten und macht diese nach 
Genehmigung durch meinen Klienten allen Mitgliedern des Golf Club D.________ mittels E-Mail 
sowie Publikation im geschützten Mitgliederbereich der Homepage des Golf Club D.________ 
bekannt.

2. Der Beschwerdeführer bezahlt CHF 10'000.- an eine von meinem Klienten zu bestimmende 
gemeinnützige oder sportliche Institution, dies mit dem Hinweis, dass diese Überweisung 
namens und im Auftrag meines Klienten erfolgt. Der Beschwerdeführer lässt meinem Klienten 
einen entsprechenden Beleg (Zahlungsnachweis, Zahlungsvermerk etc.) zukommen.

3. Der Beschwerdeführer übernimmt sämtliche Kosten, die meinem Klienten im Zusammenhang 
mit dem vorliegenden Verfahren entstanden sind […]. 

4. Der Beschwerdeführer verzichtet auf jegliches Golfspiel auf dem Golfplatz D.________.

An der Vergleichsverhandlung habe schliesslich keine gütliche Einigung erzielt werden 
können.

2.2 Der Beschuldigte und der Beschwerdeführer hätten eine Vergleichsverhandlung führen 
wollen, um eine gütliche Einigung im Verfahren bezüglich Ehrverletzungsdelikte zu finden. 
Die vom Beschwerdeführer zum Ausdruck gebrachte Bereitschaft, einen Vergleich zu finden 
und die Angelegenheit so zu klären, habe dazu geführt, dass vom Beschuldigten 
Bedingungen gestellt worden seien. Dabei könne offengelassen werden, ob diese 
Bedingungen verhältnismässig gewesen seien. Vorliegend sei einzig entscheidend, dass im 
Rahmen einer Vergleichsverhandlung im besten Fall eine Einigung erzielt werde, sofern alle 
Beteiligten einverstanden seien. Komme es zu keiner Einigung, werde das Verfahren 
weitergeführt und schliesslich entschieden. Mit den Bedingungen werde demnach kein 
künftiges Übel in Aussicht gestellt, da der Beschwerdeführer den Vergleich auch einfach 
nicht akzeptieren könne. Es fehle deshalb an einem ernstlichen Nachteil, welcher objektiv für 
die Erfüllung des Tatbestandes notwendig sei. Das Verfahren wegen versuchter Erpressung 
und versuchter Nötigung werde deshalb nicht anhand genommen.

3. Der Beschwerdeführer bringt hiergegen zusammengefasst Folgendes vor:

3.1 Die Wahlmöglichkeit schliesse eine Nötigungshandlung nicht aus. Vielmehr sei eine 
Wahlmöglichkeit und die damit einhergehende, vom Täter beabsichtigte Einschränkung der 
Willensbildung gerade die Ausgangslage von jedem Nötigungs- und Erpressungssachverhalt. 

3.2 Die Staatsanwaltschaft verneine das Vorliegen eines ernstlichen Nachteils ohne Hinweis auf 
Literatur und Judikatur. Insbesondere setze sie sich nicht mit dem bereits in der Strafanzeige 
aufgeführten Leitentscheid des Bundesgerichts BGE 96 IV 58 auseinander. In diesem gehe 
es um sachfremde Forderungen, welche im Rahmen von Vergleichsgesprächen in einem 

Seite 4/7

Ehrverletzungsverfahren gestellt würden. Darin halte das Bundesgericht wörtlich fest: "In der 
Drohung, dass ein Strafprozess, statt gütlich beigelegt, fortgesetzt werde, liegt objektiv für 
jedermann ein ernstlicher Nachteil." Nur schon aufgrund dieser Erwägung hätte die 
Staatsanwaltschaft die Nichtanhandnahme nicht verfügen dürfen.

3.3 Der Beschwerdeführer sei sodann selbst Rechtsanwalt und auf einen guten strafrechtlichen 
Leumund angewiesen. Der Beschuldigte habe sich dies zunutze gemacht und sachfremde 
sowie in grobem Missverhältnis zu den Tatvorwürfen stehende Handlungen und Zahlungen 
vom Beschwerdeführer verlangt, um einen Vergleich und damit eine Erledigung des den 
Beschwerdeführer belastenden Strafverfahrens herbeizuführen. Es sei offenkundig, dass 
eine Zahlung über CHF 10'000.00 rein gar nichts mit der angeblichen Ehrverletzung zu tun 
habe und auch in einem offensichtlichen Missverhältnis zu beispielsweise einer potentiellen 
Genugtuung stehe. Auch der lebenslange Verzicht auf das Spiel auf dem gemeinsamen 
Golfplatz diene einzig der persönlichen Herabsetzung des Beschwerdeführers.

4. Das vorliegende Strafverfahren gegen den Beschuldigten wird wegen versuchter Erpressung 
(Art. 156 Abs. 1 StGB) und versuchter Nötigung (Art. 181 StGB) geführt. Für die Erfüllung 
des objektiven Tatbestands wird bei beiden Delikten unter anderem vorausgesetzt, dass der 
Täter dem Opfer einen ernstlichen Nachteil angedroht hat. 

4.1 In der Drohung, dass ein Strafprozess, statt gütlich beigelegt, fortgesetzt werde, liegt gemäss 
der bundesgerichtlichen Rechtsprechung objektiv für jedermann ein ernstlicher Nachteil. 
Auch wenn der Angeklagte schliesslich freigesprochen wird, bringt jedes Strafverfahren 
Umtriebe und eine erhebliche psychische Belastung mit sich. Um diesen Nachteilen zu 
entgehen, ist der Angeklagte oft bereit, andere Nachteile in Kauf zu nehmen, die er sonst 
einem Dritten gegenüber nicht auf sich nehmen würde (BGE 96 IV 58 E. 1 und 3; vgl. Urteil 
des Bundesgerichts 6B_1037/2019 vom 24. Juni 2020 E. 2.3.3). 

Dabei ist es unerheblich, ob der Nachteil durch ein Tun oder eine Unterlassung herbeigeführt 
werden soll. Art. 181 StGB verlangt einzig die Androhung eines Nachteils, ohne festzulegen, 
auf welche Weise er herbeigeführt werden soll. Durch die Androhung einer Unterlassung 
kann denn auch je nach den Umständen ein ebenso wirksamer Druck wie durch ein Tun 
ausgeübt werden, so wenn ein Täter z.B. damit droht, er werde die Leistung von 
Unterhaltsbeiträgen oder einer anderen Hilfe, auf die das Opfer dringend angewiesen ist, 
verweigern. Ob mit einer Unterlassung gedroht werden darf, beantwortet sich daher nicht 
nach den Regeln über unechte Unterlassungsdelikte, sondern nach den Grundsätzen, die für 
die Beurteilung der Rechtswidrigkeit einer Nötigung massgebend sind (BGE 105 IV 120 E. 2b 
m.H.). 

4.2 Die Staatsanwaltschaft stützte sich bei der Nichtanhandnahme einzig auf die Annahme, dass 
kein künftiges Übel in Aussicht gestellt worden sei, da der Beschwerdeführer den Vergleich 
auch einfach nicht hätte akzeptieren und bestenfalls eine Einigung hätte erzielt werden 
können. 

Tatsächlich besteht vorliegend die besondere Konstellation, dass der Beschuldigte nicht – 
wie in einer typischen Nötigungs- oder Erpressungssituation – auf den Beschwerdeführer 
zuging und einen Vorteil verlangte, andernfalls er dem Beschwerdeführer einen ernstlichen 

Seite 5/7

Nachteil zufügen wolle. Vielmehr signalisierte der Beschwerdeführer ein starkes Interesse 
daran, das Strafverfahren betreffend Ehrverletzung gütlich zu erledigen, d.h. den 
Beschuldigten zum Rückzug seines Strafantrags zu bewegen und hierfür allfällige Leistungen 
zu erbringen. Der Beschuldigte formulierte als Reaktion auf diese Anfrage seine 
Bedingungen, unter welchen er zu einer gütlichen Einigung bereit wäre. Die Wirkung auf den 
Beschwerdeführer war dennoch dieselbe: Der Beschwerdeführer wurde vor die Wahl gestellt, 
die Bedingungen des Beschuldigten zu akzeptieren oder die Fortführung des Strafverfahrens 
in Kauf zu nehmen. Die Fortsetzung des Strafverfahrens stellt dabei gemäss der 
bundesgerichtlichen Rechtsprechung einen ernstlichen Nachteil dar. Dem Beschwerdeführer 
drohten somit ernstliche Nachteile, sollte er die Bedingungen des Beschuldigten nicht 
akzeptieren. Das Strafverfahren kann deshalb nicht allein mit dem Hinweis, dem 
Beschwerdeführer habe kein ernstlicher Nachteil gedroht, nicht anhand genommen werden.

5. Die Staatsanwaltschaft äusserte sich nicht dazu, ob die Androhung ernstlicher Nachteile 
durch den Beschuldigten in der vorliegenden Konstellation unzulässig war. 

5.1 Droht einer dem anderen zulässige nachteilige Handlungen an, so liegt darin grundsätzlich 
keine unzulässige Freiheitsbeschränkung des anderen, weil jener sich die Verwirklichung 
dieser für ihn ernstlichen Nachteile gefallen lassen muss. So ist etwa die Drohung mit 
vertragskonformer, aber existenziell vernichtender Kündigung, mit einer psychisch schwer 
verkraftbaren Scheidung oder mit einer begründeten Strafanzeige grundsätzlich zulässig. Es 
ist jedoch möglich, eine an sich rechtlich unbedenkliche Androhung von Nachteilen zur 
Erzielung zweckwidriger Vorteile zu missbrauchen. Wer z.B. weiss, dass er mit einem 
Strafverfahren und gar einer Verurteilung rechnen muss, diesen Ereignissen aber aus dem 
Weg gehen möchte, wird unter Umständen "erpressbar". Wer einer solchen Person gegen 
ihren Willen eine bestimmte Handlungsweise aufzwingt, auf welche er keinen Anspruch hat 
und die er auch mit der Verwirklichung des angedrohten Übels (im genannten Beispiel durch 
die Strafverfolgung bzw. Bestrafung) nicht erreichen könnte, begibt sich in den Bereich 
strafbarer Nötigung. So darf er z.B. eine rasche Wiedergutmachung des entstandenen 
Schadens verlangen, nicht aber Zugeständnisse, die ausserhalb der erreichbaren 
Möglichkeiten des Täters liegen (Delnon/Rüdy, Basler Kommentar, a.a.O., Art. 181 StGB N 
38-39).

5.2 Die nach wie vor bestehende Freiheit des Beschwerdeführers, die Bedingungen des 
Beschuldigten nicht zu akzeptieren, schliesst die Erfüllung des Erpressungs- oder 
Nötigungstatbestand somit nicht aus. Vorliegend befand sich der Beschwerdeführer aufgrund 
des gegen ihn laufenden Strafverfahrens unter Druck, auf Forderungen des Beschuldigten 
einzugehen. Entscheidend für die Strafbarkeit des Beschuldigten ist deshalb, ob die (nach 
wie vor bestehende) Entschlussfreiheit des Beschwerdeführers durch das Verhalten des 
Beschuldigten in unzulässiger Weise beschränkt wurde. Eine unzulässige Beschränkung der 
Handlungsfreiheit wäre das Verhalten des Beschuldigten allenfalls dann, wenn die vom 
Beschuldigten erhobenen Ansprüche nicht bestehen würden, rechtlich nicht durchsetzbar 
oder übersetzt wären oder in keinem sachlichen Zusammenhang zum konkreten Geschehen 
stünden. Diese Frage wurde von der Staatsanwaltschaft in der Nichtanhandnahmeverfügung 
nicht geprüft. Zugleich ergibt sich der entsprechend massgebende Sachverhalt nicht 
genügend liquide aus den Akten, um im vorliegenden Verfahren eine rechtliche Würdigung 
vornehmen zu können. 

Seite 6/7

5.3 Nach dem Gesagten kann nicht mit der für eine Nichtanhandnahme erforderlichen Sicherheit 
gesagt werden, der Tatbestand der (versuchten) Erpressung oder derjenige der Nötigung sei 
eindeutig nicht erfüllt. Die Beschwerde erweist sich somit als begründet und ist gutzuheissen. 
Der angefochtene Entscheid ist aufzuheben und das Verfahren zur weiteren Prüfung und 
allenfalls Beweisergänzung an die Staatsanwaltschaft zurückzuweisen. Namentlich wird die 
Staatsanwaltschaft zu prüfen haben, ob der Beschuldigte mit seinen Bedingungen die 
Entschlussfreiheit des Beschwerdeführers in unzulässiger Weise beschränkte. 

6. Bei diesem Ausgang sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens auf die Staatskasse zu 
nehmen (Art. 428 Abs. 4 StPO). 

6.1 Hebt die Rechtsmittelinstanz einen Entscheid nach Artikel 409 StPO auf, so haben die 
Parteien Anspruch auf eine angemessene Entschädigung für ihre Aufwendungen im 
Rechtsmittelverfahren und im aufgehobenen Teil des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 436 
Abs. 3 StPO). Nach der Lehre ist diese Regel kongruent zur Kostenregelung nach Art. 428 
Abs. 4 StPO, d.h. es besteht eine Entschädigungspflicht, weil davon auszugehen ist, dass 
die Vorinstanz fehlerhaft entschied. Die Bestimmung verweist auf eine Aufhebung im 
Berufungsverfahren nach Art. 409 StPO; sie ist aber auch im Beschwerdeverfahren 
anwendbar, wenn nach Art. 397 Abs. 2 StPO eine Rückweisung erfolgt (Wehrenberg/Frank, 
Basler Kommentar, a.a.O., Art. 436 StPO N 14; Griesser, in: 
Donatsch/Lieber/Summers/Wohlers [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen 
Strafprozessordnung, 3. A. 2020, Art. 436 StPO N 4, je mit Hinweisen). Der obsiegende 
Beschwerdeführer ist demnach für die notwendigen Aufwendungen im Beschwerdeverfahren 
aus der Staatskasse zu entschädigen.

6.2 Der Beschwerdeführer reichte mit seiner Beschwerde die Honorarnote seiner Rechtsanwälte 
ein, mit welcher er für einen Zeitaufwand von 6.2 Stunden eine Entschädigung von 
CHF 2'325.00 und Spesen von CHF 69.75 geltend macht (act. 1/4). Der hierfür angewendete 
Stundensatz von CHF 375.00 ist gestützt auf § 15 Abs. 2 AnwT auf CHF 220.00 zu kürzen. 
Der Ersatz notwendiger Auslagen kann pauschal mit 3 % des Honorars berechnet werden 
(§ 25 Abs. 2 AnwT). Mangels eines Antrags ist die Mehrwertsteuer nicht geschuldet 
(Ziffer 2.1.1 der Weisung der Justizverwaltungsabteilung des Obergerichts des Kantons Zug 
vom 29. Juli 2015 über die Mehrwertsteuer in der Zivil- und Strafrechtspflege des Kantons 
Zug). Somit ist die Entschädigung gerundet auf CHF 1'400.00 festzusetzen. 

Beschluss

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die Nichtanhandnahmeverfügung der 
Staatsanwaltschaft vom 20. Juni 2022 (Verfahren 1A 2022 999) aufgehoben.

Seite 7/7

2. Die Kosten dieses Verfahrens betragen

CHF 800.00 Gebühren
CHF 50.00 Auslagen
CHF 850.00 Total

und werden auf die Staatskasse genommen. Der geleistete Kostenvorschuss von 
CHF 800.00 wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet.

3. Der Beschwerdeführer wird für das Beschwerdeverfahren mit CHF 1'400.00 aus der 
Staatskasse entschädigt.

4. Gegen diesen Entscheid ist die Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 78 ff. des 
Bundesgerichtsgesetzes (BGG) zulässig; die Beschwerdegründe richten sich nach Art. 95 ff. 
BGG. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen seit Zustellung des Entscheids schriftlich, 
begründet und mit bestimmten Anträgen sowie unter Beilage des Entscheides und der 
Beweismittel (vgl. Art. 42 BGG) beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, 
einzureichen.

5. Mitteilung an:
- Parteien (an die Staatsanwaltschaft unter Rückgabe der eingereichten Akten)
- RA lic.iur. E.________ (z.H. des Beschuldigten)
- Gerichtskasse (im Dispositiv)

Obergericht des Kantons Zug 
I. Beschwerdeabteilung

lic.iur. St. Scherer MLaw J. Berweger
Abteilungspräsident Gerichtsschreiberin

versandt am: