# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4b18ea17-acfe-5037-b96f-81cdb7e89122
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-09-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.09.2015 E-5131/2015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5131-2015_2015-09-17.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-5131/2015 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 7 .  S e p t e m b e r  2 0 1 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Regula Schenker Senn, 

mit Zustimmung von Richterin Sylvie Cossy;   

Gerichtsschreiber Urs David. 

   

Parteien 

 
A._______, 

Äthiopien,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM; zuvor Bundesamt für 

Migration, BFM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung; 

Verfügung des SEM vom 21. Juli 2015 / N (…). 

 

 

 

E-5131/2015 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer, ein äthiopischer Staatsangehöriger und ethnischer 

Oromo, stellte am 24. August 2014 im Empfangs- und Verfahrenszentrum 

(EVZ) Vallorbe ein Asylgesuch. Anlässlich der Befragung zur Person (BzP) 

vom 3. September 2014 im EVZ Altstätten und der am 20. Juli 2015, nach 

zwischenzeitlicher Beendigung eines Dublin-Verfahrens, durchgeführten 

Anhörung zu den Asylgründen machte er im Wesentlichen Folgendes gel-

tend: 

Er sei Sympathisant der OLF (Oromo Liberation Front). Im Jahre 2011 – er 

sei damals trotz seiner (…) Jahre noch in der fünften Klasse zur Schule 

gegangen – sei er festgenommen worden, weil er aufgrund eines auf sich 

getragenen Dokumentes als OLF-Unterstützer erkannt worden sei. Im Ge-

fängnis sei er in der Folge eine halbe Stunde einvernommen, misshandelt 

und nach zehn Tagen dank der Leistung von Bestechungsgeldern durch 

Verwandte freigelassen worden. Nunmehr habe er sich beruflich als (…) 

betätigt. Im Jahre (…) habe er geheiratet und sei Vater einer Tochter ge-

worden. Noch im gleichen Jahr sei er, wie er vernommen habe, von Sicher-

heitskräften erneut gesucht worden, weshalb er untergetaucht sei und sich 

fortan versteckt gehalten habe. Am 1. August 2013 habe er Äthiopien illegal 

in Richtung Sudan verlassen. Aus Angst vor einer Rückschaffung nach 

Äthiopien sei er neun Monate später nach Libyen und nach einigen weite-

ren Monate auf dem Seeweg nach Italien weitergereist, wo ihn die Küsten-

wache aufgegriffen habe; er sei registriert, aber nicht daktyloskopiert wor-

den. In Italien habe er sich einsam gefühlt. Am 24. August 2014 sei er im 

Zug in die Schweiz gelangt. Abgesehen vom Erwähnten habe er in seiner 

Heimat keine Probleme gehabt und er sei nicht politisch aktiv gewesen. 

Anlässlich der BzP erwähnte der Beschwerdeführer Zahnschmerzen, die 

ihm zuvor zwei schlaflose Nächte bereitet hätten. Diese nannte er ebenfalls 

in der Anhörung als Erklärung für zahlreiche ihm vorgehaltene Widersprü-

che.  

Der Beschwerdeführer reichte trotz entsprechender Aufforderungen in der 

BzP und in der Anhörung keine Identitätsdokumente ein. Hierzu erklärte er, 

er habe nie einen Reisepass beantragt und seine im Jahre 2013 dank Be-

ziehungen erhaltene Identitätskarte auf dem Meer verloren. Er könne man-

gels Kontaktmöglichkeiten mit seinen Angehörigen keine anderen Doku-

mente beschaffen, da er den Zettel mit der Telefonnummer seines Bruders 

E-5131/2015 

Seite 3 

nicht mehr finde. Bei der Anhörung gab er eine ihm angeblich per E-Mail 

übermittelte Kopie eines Schulzeugnisses zu den Akten. 

B.  

Mit Verfügung vom 21. Juli 2015 – eröffnet am 24. Juli 2015 – verneinte 

das SEM die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers und lehnte 

dessen Asylgesuch ab. Gleichzeitig ordnete es seine Wegweisung aus der 

Schweiz und den Vollzug an. Auf die Begründung wird, soweit wesentlich, 

in den Erwägungen eingegangen. 

C.  

Mit Eingabe vom 24. August 2015 und Ergänzung vom 7. September 2015 

erhob der Beschwerdeführer beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde 

gegen diese Verfügung. Darin beantragt er deren Aufhebung, die Rückwei-

sung der Sache an die Vorinstanz zur Neubeurteilung, eventualiter die Ge-

währung von Asyl unter Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft, subeven-

tualiter die Gewährung der vorläufigen Aufnahme infolge Unzumutbarkeit 

oder Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzuges sowie den Verzicht auf die 

Erhebung sowohl von Verfahrenskosten als auch eines Kostenvorschus-

ses. Auf die Begründung und die eingereichten Beweismittel wird, soweit 

wesentlich, in den Erwägungen eingegangen. 

D.  

Mit Verfügung vom 26. August 2015 stellte das Bundesverwaltungsgericht 

den einstweilen legalen Aufenthalt des Beschwerdeführers in der Schweiz 

während des Beschwerdeverfahrens fest. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

E-5131/2015 

Seite 4 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer-

deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 

angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-

teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur 

Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; 

Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu-

treten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend 

aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der Be-

schwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchführung 

eines Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

E-5131/2015 

Seite 5 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1 Zur Begründung des ablehnenden Asylentscheides qualifizierte das 

SEM die geltend gemachten Verfolgungsvorbringen als den Anforderungen 

von Art. 7 AsylG an die Glaubhaftmachung eines Asyl begründenden Sach-

verhalts nicht genügend, weshalb deren Asylrelevanz nicht zu prüfen sei 

und der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nach Art. 3 AsylG 

nicht erfülle. Seine Schilderungen seien in wesentlichen Punkten von Wi-

dersprüchen geprägt, so bezüglich Anzahl und Funktionen der ihn kontrol-

lierenden und festnehmenden Personen, betreffend mitverhafteter Schul-

kameraden sowie hinsichtlich Hinweisen auf weitere Verfolgungsmassnah-

men oder entsprechende Befürchtungen. Ferner sei die Schilderung des 

halbstündigen Verhörs äusserst substanzarm, undifferenziert und detail-

arm geblieben, und sie entbehre jeglicher Realitätsnähe und persönlichen 

Betroffenheit. Bei den Vorbringen handle es sich um ein offensichtliches 

Sachverhaltskonstrukt. 

5.2 In seiner Rechtsmitteleingabe macht der Beschwerdeführer geltend, 

die Erwägungen des SEM seien unrichtig, wirkten konstruiert und basierten 

auf einer unzulässigen Beweiserhebung. Insbesondere sei die BzP nicht 

verwertbar, weil sie aufgrund ihres knappen und unvollständigen Charak-

ters kaum beweistauglich sei, sie jeweils kurzzeitig nach einer strapaziösen 

Flucht durchgeführt werde und keine Hilfswerksvertretung anwesend sei. 

Hinzu komme, dass er bei der BzP Zahnschmerzen gehabt habe und die 

Fairness des Verfahrens deshalb das Abwarten einer vorgängigen Zahn-

behandlung hätte aufdrängen müssen. Der Widerspruch betreffend die ihn 

kontrollierenden und festnehmenden Personen sei ferner vermeintlicher 

Art, da es denkbar sei, dass es sich um zwei aufeinanderfolgende Ereig-

nisse (Dokumentensicherstellung und später Kontrolle mit Festnahme) 

statt nur einen Vorfall handle. An die Begriffsverwendungen "Kontrolle, 

Festhalten und Verhaftung" dürften zudem nicht zu hohe Anforderungen 

gestellt werden. Betreffend das Verhör sei zu berücksichtigen, dass sein 

Erinnerungsvermögen eingeschränkt und das Verhör äusserst kurz ausge-

fallen sei; 30 Minuten seien eine subjektive Wahrnehmung. Die Glaubhaf-

tigkeitsprüfung des SEM sei ferner nicht umfassend. Aufgrund des Um-

E-5131/2015 

Seite 6 

standes, dass er eine ethnisch und politisch motivierte Verfolgung mit In-

haftierung und Misshandlungen sowie eine begründete Verfolgungsfurcht 

durchaus glaubhaft gemacht habe, habe er Anspruch auf Zuerkennung der 

Flüchtlingseigenschaft und Asyl. 

Als Beweismittel gab der Beschwerdeführer drei Fotos sowie eine Bestäti-

gung der "Oromo Community of Switzerland" vom 10. August 2015 zu den 

Akten. Ferner reichte er eine Zahnarztbestätigung nach. 

6.  

6.1 Das SEM ist in seinen Erwägungen zur zutreffenden Erkenntnis ge-

langt, die Verfolgungsvorbringen des Beschwerdeführers würden den ge-

nannten Anforderungen an die Glaubhaftigkeit nach Art. 7 AsylG aufgrund 

zahlreicher Widersprüche in wesentlichen Punkten und ungenügender 

Substanziierung und Realitätsnähe nicht genügen, weshalb er die Flücht-

lingseigenschaft nach Art. 3 AsylG nicht erfülle. Auf die betreffenden Erwä-

gungen der Vorinstanz und deren Fazit eines eigentlichen Sachverhalts-

konstrukts kann zur Vermeidung von Wiederholungen verwiesen werden. 

Der Inhalt der Beschwerde drängt keine andere Betrachtungsweise auf: 

Das Protokoll der BzP als solches ist praxisgemäss sowie vorliegend als 

Entscheidgrundlage beweisrechtlich vollumfänglich verwertbar. Gemäss 

langjähriger und ständiger Rechtsprechung kommt jedoch den Aussagen 

in der Erstbefragung aufgrund deren summarischen Charakters grundsätz-

lich nur ein reduzierter Beweiswert zu. Widersprüche dürfen für die Beur-

teilung der Glaubhaftigkeit insbesondere dann herangezogen werden, 

wenn klare Aussagen der Befragung in wesentlichen Punkten von späteren 

Aussagen in der Anhörung eindeutig abweichen (vgl. Entscheidungen und 

Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1993 

Nr. 3). Dies ist bei den vom SEM erkannten Widersprüchen unzweifelhaft 

der Fall. Die geltend gemachten Zahnschmerzen werden sodann weder 

vom SEM noch vom Bundesverwaltungsgericht in Zweifel gezogen. An der 

beweisrechtlichen Verwertbarkeit der in der BzP protokollierten Aussagen 

vermögen auch sie nichts zu ändern, denn diese Schmerzen erwähnte der 

Beschwerdeführer erst am Schluss der Befragung und einzig auf die spe-

zifische Frage nach allfälligen gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Je-

doch erhob er weder im Vorfeld der Befragung noch in deren Verlauf ir-

gendwelche Einwände gegen deren Durchführung oder im Sinne einer 

schmerz- oder müdigkeitsbedingten Beeinträchtigung seiner kognitiven 

Fähigkeiten. Vielmehr präsentieren sich die protokollierten Aussagen klar 

und unmissverständlich. Das Protokoll hat er zum Schluss mit seiner Un-

terschrift als richtig, vollständig und ihm verständlich übersetzt bestätigt. 

E-5131/2015 

Seite 7 

Abgesehen davon ist darauf hinzuweisen, dass in seinem Fall die Befra-

gung über ein Jahr nach der Ausreise aus Äthiopien stattfand und ein 

Nachwirken von fluchtbedingten Strapazen somit auszuschliessen ist. Wei-

ter ist das Argument der Denkbarkeit eines anderen Ereignisablaufs gänz-

lich unbehelflich, weil der Beschwerdeführer gehalten ist, sich auf die 

wahre und somit eine einzige Version festzulegen, was er indessen auch 

in der Beschwerde nicht tut. Auch die weiteren Erklärungsversuche sind 

offensichtlich nicht stichhaltig. Die Erwägungen der Vorinstanz präsentie-

ren sich im Übrigen insofern als keineswegs unausgewogen, als der Be-

schwerdeführer betreffend seine Verfolgungsvorbringen keine für die 

Glaubhaftigkeit seines Sachvortrags sprechenden Elemente in die Waag-

schale zu legen vermochte. Die vorgelegten Beweismittel ergeben kein an-

deres Bild. Mangels jeglicher Kommentierung ist auch nicht ansatzweise 

zu erkennen, was der Beschwerdeführer mit den drei Fotos (scheinbar eine 

festliche Versammlung mehrerer Personen) beweisen und bewirken will. 

Auch der Bestätigung der "Oromo Community of Switzerland" vom (…) Au-

gust 2015 lässt sich offensichtlich kein Hinweis auf eine Verfolgungs- oder 

Gefährdungssituation des Beschwerdeführers entnehmen. Substanziell 

geht daraus bezüglich ihn einzig hervor, er sei "an Oromo national and was 

admitted to be a member of Oromo community in Switzerland". 

6.2 Aufgrund des Gesagten ist festzuhalten, dass das SEM das Bestehen 

einer Verfolgungssituation des Beschwerdeführers und mithin dessen be-

hauptungsgemässen Anspruch auf Feststellung der Flüchtlingseigenschaft 

und auf Gewährung des Asyls zu Recht verneint hat. 

7.  

7.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 

ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa-

milie (Art. 44 AsylG). 

7.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 

AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis 

E-5131/2015 

Seite 8 

nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme 

(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 

Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der 

Schweiz (insb. Art. 5 Abs. 1 AsylG, Art. 33 Abs. 1 FK, Art. 25 Abs. 3 BV, 

Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und 

andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder 

Strafe [FoK, SR 0.105] und Art. 3 EMRK) einer Weiterreise der Ausländerin 

oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts-  oder einen Drittstaat ent-

gegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der 

Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im 

Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürger-

krieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet 

sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von 

Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. Der Vollzug ist 

schliesslich nicht möglich, wenn die Ausländerin oder der Ausländer weder 

in den Heimat- oder in den Herkunftsstaat noch in einen Drittstaat ausrei-

sen oder dorthin gebracht werden kann (Art. 83 Abs. 2 AuG). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

8.2 Die genannten Voraussetzungen sind vorliegend offensichtlich nicht er-

füllt. Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung (dort E. III) zutref-

fend erkannt, dass der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrück-

schiebung mangels Erfüllung der Flüchtlingseigenschaft keine Anwendung 

findet und keine anderweitigen völkerrechtlichen Vollzugshindernisse er-

kennbar sind. Ebenso zutreffend sind ihre Erkenntnisse, wonach weder die 

allgemeine noch die politische Lage noch andere, insbesondere individu-

elle Gründe gegen die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges des Be-

schwerdeführers sprächen. Er ist jung, verfügt in seiner Heimat über eine 

Familie und ein umfassendes verwandtschaftliches Beziehungsnetz, ein 

eigenes Haus, Schulbildung sowie über Erfahrungen als (…); zudem ver-

fügt er gemäss eigenen Angaben über hinreichend finanzielle Mittel. Wei-

tergehende Erörterungen erübrigen sich auch deshalb, weil er ohne ent-

schuldbare Gründe und mithin in Missachtung der ihm nach Art. 8 AsylG 

obliegenden Mitwirkungspflicht offensichtlich nicht gewillt ist, seine Identität 

mittels Dokumenten offenzulegen. 

E-5131/2015 

Seite 9 

8.3 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen und es er-

übrigt sich, auf deren Inhalt näher einzugehen. 

10.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-

deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 600.– 

festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozess-

führung ist abzuweisen ist, da die Begehren – wie sich aus den vorstehen-

den Erwägungen ergibt – als aussichtlos zu bezeichnen und somit die Vo-

raussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht erfüllt sind. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-5131/2015 

Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne 

von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Regula Schenker Senn Urs David 

 

 

Versand: