# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6c00af1b-9d1f-54a8-8b72-c891f286f238
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-05-12
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Sozialversicherungsgerichtshöfe 12.05.2021 605 2020 203
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_011_605-2020-203_2021-05-12.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 630, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00
tribunalcantonal@fr.ch
www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

605 2020 203

Urteil vom 12. Mai 2021

I. Sozialversicherungsgerichtshof

Besetzung Präsident: Marc Boivin 
Richter: Yann Hofmann, Marianne Jungo 
Gerichtsschreiber-Berichterstatter: Bernhard Schaaf 

Parteien A.________, Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt Lorenz 
Fivian

gegen

INVALIDENVERSICHERUNGSSTELLE DES KANTONS FREIBURG, 
Vorinstanz

Gegenstand Invalidenversicherung – Rente, Revision 

Beschwerde vom 12. Oktober 2020 gegen die Verfügung vom 8. September 
2020

Kantonsgericht KG
Seite 2 von 12

Sachverhalt

A. A.________, geboren 1959, geschieden seit 2002, wohnhaft in B.________, mit Fähigkeits-
ausweis für Haushaltsleiterin und Lehrmeisterin Haushalt sowie Diplom für Sozialbegleitung, arbeite-
te zuletzt als Betreuerin in der C.________ in D.________. Seit dem 1. Februar 2014 bestand eine 
ärztlich attestierte Arbeitsunfähigkeit.

Am 10. Juni 2014 meldete sie sich aufgrund einer psychischen Beeinträchtigung für den Leistungs-
bezug bei der Invalidenversicherungsstelle des Kantons Zürich (nachfolgend: IV ZH) an.

Nachdem die IV ZH A.________ mit Verfügungen vom 3. Juli 2015, 6. Oktober 2015 und 11. April 
2016 berufliche Massnahmen zugesprochen hatte, wurden diese mit Verfügung vom 21. Dezember 
2016 abgebrochen und den Anspruch auf Rente geprüft. Mit rechtskräftiger Verfügung vom 12. Juli 
2017 lehnte die IV ZH den Anspruch auf IV-Leistungen ab. Bereits ab Mitte 2015 habe eine Arbeits-
fähigkeit für berufliche Massnahmen und seit dem 1. Februar 2017 eine solche von 80% bestanden.

Vom 18. Dezember 2017 bis zum 27. September 2018 war sie in einem unregelmässigen Pensum 
als Caregiver angestellt bei der E.________ AG. 

B. Am 23. November 2018 nahm A.________ eine Neuanmeldung bei der Invalidenversiche-
rungsstelle des Kantons Freiburg (nachfolgend: IV-Stelle) vor und machte eine Verschlechterung 
ihres Gesundheitszustandes geltend (Depression nach einem Hirnschlag).

Am 29. Mai 2019 ordnete die IV-Stelle eine bidisziplinäre Begutachtung (Psychiatrie, Neuropsycho-
logie) bei Dr. med. F.________, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, und bei 
lic. phil. G.________, Fachpsychologe für Neuropsychologie FSP, an. Aus der interdisziplinären 
Gesamtbeurteilung vom 2. Oktober 2019 ergab sich in der angestammten Arbeit eine 
Arbeitsfähigkeit von 60% und in einer angepassten Tätigkeit eine solche von 80%.

Mit Verfügung vom 8. September 2020 sprach ihr die IV-Stelle unter Anwendung des Einkommens-
vergleichs für Teilerwerbstätige ohne Aufgabenbereich und gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 
44% ab dem 1. Oktober 2019 eine Viertelsrente zu.

C. Am 12.Oktober 2020 erhebt A.________, vertreten durch Rechtsanwalt Lorenz Fivian, 
Beschwerde beim Kantonsgericht Freiburg und beantragt, die Verfügung vom 8. September 2020 
sei aufzuheben und ihr sei nach weiteren Abklärungen eine ganze Invalidenrente zuzusprechen, 
eventualiter nach weiteren Abklärungen eine Dreiviertelsrente zuzusprechen. Zur Begründung bringt 
sie namentlich vor, die IV-Stelle habe den medizinischen Sachverhalt ungenügend abgeklärt.

Am 21. Oktober 2020 begleicht die Beschwerdeführerin den Kostenvorschuss von CHF 800.-.

Die IV-Stelle hält in ihren Bemerkungen vom 25. November 2020, gestützt auf eine Stellungnahme 
von Dr. med. H.________, Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabilitation des Regionale 
Ärztlichen Dienstes der IV-Stellen Bern/Freiburg/Solothurn (nachfolgend: RAD), vom 29. Oktober 
2020, an ihrer Verfügung fest und beantragt die Abweisung der Beschwerde.

In ihren spontanen Gegenbemerkungen vom 8. Dezember 2020 beantragt die Beschwerdeführerin, 
der Bericht der RAD-Ärztin vom 29. Oktober 2020 sei aus dem Recht zu weisen. Die IV-Stelle hält 
in ihren Schlussbemerkungen vom 4. Januar 2021 an ihrer Sichtweise fest.

Kantonsgericht KG
Seite 3 von 12

Mit Schreiben vom 29. Januar 2021 wird der I.________, als von der Verfügung betroffener BVG-
Versicherer, Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben. Diese reicht innerhalb der gesetzten Frist 
keine Stellungnahme ein.

Die weiteren Elemente des Sachverhalts ergeben sich, soweit sie für die Urteilsfindung massgebend 
sind, aus den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen.

Erwägungen

1.

Die Beschwerde vom 12. Oktober 2020 gegen die Verfügung der IV-Stelle vom 8. September 2020 
ist durch einen ordentlich bevollmächtigten Rechtsvertreter fristgerecht bei der sachlich und örtlich 
zuständigen Beschwerdeinstanz eingereicht worden. Die Beschwerdeführerin hat ein schutzwürdi-
ges Interesse, dass das Kantonsgericht, I. Sozialversicherungsgerichtshof, prüft, ob sie Anspruch 
auf eine höhere Rente als die von der IV-Stelle zugesprochenen Viertelsrente hat.

Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.

2.1. Im Sinne von Art. 8 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1), welches hier aufgrund von Art. 1 Abs. 1 des Bundes-
gesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) zur Anwendung 
kommt, ist Invalidität die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise 
Erwerbsunfähigkeit. Gemäss Art. 4 Abs. 1 IVG kann Invalidität die Folge von Geburtsgebrechen, 
Krankheit oder Unfall sein.

Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge-
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder 
teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs-
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG).

Versicherte haben gemäss Art. 28 IVG Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 
70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie min-
destens zu 50%, oder auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40% invalid sind.

2.2. Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche 
Gesundheitsschäden eine Invalidität i. S. v. Art. 4 Abs. 1 IVG i. V. m. Art. 8 ATSG bewirken. Nicht 
als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich 
nicht als relevant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei 
Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; 
das Mass des Förderbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt (Art. 7 Abs. 2 zweiter Satz 
ATSG; BGE 141 V 281 E. 3.7.1 mit Hinweisen). 

Kantonsgericht KG
Seite 4 von 12

Die Anerkennung des Vorliegens einer Beeinträchtigung der psychischen Gesundheit setzt auch 
eine fachärztliche auf der Grundlage der Kriterien eines anerkannten Klassifikationssystems ge-
stellten Diagnose voraus (BGE 141 V 281 E. 2.1 und 2.1.1 mit Hinweisen). Grundsätzlich müssen 
alle psychischen Störungen einem strukturierten Beweisverfahren gemäss BGE 141 V 281 unter-
zogen werden (BGE 143 V 418). So muss der behindernde Charakter psychischer Gesundheits-
störungen im Rahmen einer Gesamtuntersuchung unter Berücksichtigung verschiedener Indikato-
ren, einschließlich der funktionellen Einschränkungen und Ressourcen des Versicherten sowie des 
Kriteriums der Resistenz der psychischen Störung gegenüber einer ordnungsgemäss durchgeführ-
ten Behandlung, festgestellt werden (ATF 143 V 409 E. 4.4).

2.3. Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird gemäss Art. 17 
ATSG die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, he-
rabgesetzt oder aufgehoben. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat-
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu 
beeinflussen. Der zeitliche Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung 
bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer ma-
teriellen Prüfung des Rentenanspruches mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswür-
digung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in 
den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustandes) beruht; vorbehalten bleibt die Recht-
sprechung zur Wiedererwägung (BGE 133 V 108; 130 V 71 E. 3.2.3).

Falls die IV nach einer erstmaligen Rentenablehnung auf eine Neuanmeldung eintritt, so ist analog 
zu einer Rentenrevision zu prüfen, ob sich die tatsächlichen Verhältnisse seit der letzten materiellen 
Abweisung eines Gesuchs in einer anspruchsrelevanten Weise verändert haben (BGE 130 V 71 
E. 3.1).

2.4. Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall der 
Richter auf Unterlagen angewiesen, die der Arzt und gegebenenfalls andere Fachleute zur Verfü-
gung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen (Befund-
erhebung, Diagnosestellung) und Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher 
Tätigkeiten der Versicherte in seinen körperlichen bzw. geistigen Funktionen durch das Leiden ein-
geschränkt, d. h. arbeitsunfähig ist (BGE 130 V 97 E. 3.3.2; 115 V 133 E. 2c; 107 V 17 E. 2b; 105 V 
156 E. 1). Der Grad der Arbeitsfähigkeit wird nach dem Mass bestimmt, in welchem der Versicherte 
aus gesundheitlichen Gründen an seinem angestammten Arbeitsplatz zumutbarerweise nicht mehr 
nutzbringend tätig sein kann. Nicht massgebend ist hingegen die bloss medizinisch-theoretische 
Schätzung der Arbeitsunfähigkeit (BGE 111 V 235 E. 1b mit Hinweisen). Bei langdauernder Arbeits-
unfähigkeit im angestammten Beruf hat der Versicherte andere ihm offen stehende Erwerbsmög-
lichkeiten auszuschöpfen (BGE 115 V 404 E. 2; 114 V 281 E. 1d). Auch die Zumutbarkeit einer 
Invalidentätigkeit ist vor allem aus medizinischer Sicht zu beurteilen, wobei dieser Sachverhalt 
aufgrund des objektiven Befundes durch die Ärzte bestimmt wird (BGE 107 V 20 E. 2b; OMLIN, Die 
Invalidität in der obligatorischen Unfallversicherung, 1995, S. 201). Insbesondere ist dabei nicht auf 
das subjektive Empfinden des Versicherten abzustellen, hätte es doch dieser ansonsten in der Hand, 
seinen Invaliditätsgrad selbst zu bestimmen.

Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Per-
son nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, 
wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG). Für diesen Einkommensvergleich sind die 

Kantonsgericht KG
Seite 5 von 12

Verhältnisse im Zeitpunkt des Beginns des – möglichen – Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige renten-
wirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Erlass des Einspracheentscheides zu be-
rücksichtigen sind (vgl. BGE 129 V 222).

2.5. Der Sozialversicherungsrichter prüft objektiv alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem 
sie stammen und entscheidet danach, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung 
des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf er bei einander widersprechenden 
medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdi-
gen und die Gründe anzugeben, warum er auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für 
die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der 
Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 
einleuchtend ist und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für 
den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeich-
nung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 
125 V 351 E. 3a mit Hinweis). In Bezug auf Berichte von Hausärzten darf und soll der Richter der 
Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtli-
che Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 
E. 3cc mit Hinweisen). Dies gilt auch für den behandelnden Spezialarzt und erst recht für den 
schmerztherapeutisch tätigen Arzt mit seinem besonderen Vertrauensverhältnis und dem Erforder-
nis, den geklagten Schmerz zunächst bedingungslos zu akzeptieren (Urteil BGer 8C_913/2013 vom 
11. April 2014 E. 4.4.3 mit Hinweisen).

2.6. Die Rechtsprechung hat keine festen Kriterien zur allgemeingültigen Abgrenzung der Anwen-
dungsfelder der verschiedenen Kategorien von Expertisen festgelegt. Eine umfassende administra-
tive Erstbegutachtung ist in der Regel polydisziplinär und damit zufallsbasiert anzulegen; eine direkte 
Auftragserteilung soll die Ausnahme bleiben. Eine polydisziplinäre Expertise ist auch dann einzuho-
len, wenn der Gesundheitsschaden zwar bloss als auf eine oder zwei medizinische Disziplinen fo-
kussiert erscheint, die Beschaffenheit der Gesundheitsproblematik aber noch nicht vollends gesi-
chert ist. In begründeten Fällen kann von einer polydisziplinären Begutachtung abgesehen und eine 
mono- oder bidisziplinäre durchgeführt werden, sofern die medizinische Situation offenkundig aus-
schliesslich ein oder zwei Fachgebiete beschlägt; weder dürfen weitere interdisziplinäre Bezüge not-
wendig sein noch darf ein besonderer arbeitsmedizinischer bzw. eingliederungsbezogener Klä-
rungsbedarf bestehen (BGE 139 V 349 E. 3.2).

3.

Es ist streitig, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine höhere Rente als die von der IV-Stelle 
zugesprochenen Viertelsrente hat.

3.1. Die IV ZH lehnte den Rentenanspruch mit rechtskräftiger Verfügung vom 12. Juli 2017 (IV-
Akten, S. 561 ff.) ab. Hierfür stützte sie sich auf die Berichte der behandelnden Psychiaterin, 
Dr. med. J.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, welche am 17. Januar 2017 
(IV-Akten, S. 387 ff.) bei einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig remittiert (F33.4), 
ab dem 1. Februar 2017 von einer Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf von 80% ausging, was 
sie im Folgebericht vom 4. April 2017 (IV-Akten, S. 554 ff.) bestätigte. Zuvor hatte das K.________, 
welches am 8. August 2014 (IV-Akten, S. 72 ff.) bei einer Angst und depressiven Störung gemischt 

Kantonsgericht KG
Seite 6 von 12

(F41.2), einer Burnout-Symptomatik (Z73.0) und einem Status nach einer posttraumatischen Belas-
tungsstörung (PTBS) im Jahr 2010 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit annahm, am 20. Oktober 
2014 (IV-Akten, S. 199 f.) erklärte, bei richtiger Begleitung sollte ein 80%-Pensum möglich sein.

3.2. Für die hier streitige Verfügung vom 8. September 2020 stützte sich die IV-Stelle auf das 
bidisziplinäre Gutachten G.________/F.________. In ihrer Interdisziplinären Gesamtbeurteilung 
vom 2. Oktober 2019 (IV-Akten, S. 807 ff.) wiesen die Gutachter auf eine schwierige Kindheit mit 
gewalttätigem Vater und frühem Tod der schwer depressiven Mutter sowie einen zeitweisen 
Aufenthalt in einem Kinderheim hin. Vor diesem Hintergrund habe sich eine emotional instabile 
Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ entwickelt. Im Februar und März 2018 sei es zu 
schlaganfallähnlichen Ereignissen gekommen, die neurologisch als funktionelle (psychogene) 
Störung eingeordnet und behandelt worden seien. Möglicherweise habe ein "minor stroke" stattge-
funden, der aber für die neuropsychologische und psychiatrische Bewertung nachrangig sei. Die 
Persönlichkeitsstörung habe sich langsam ab der Adoleszenz entwickelt und sei Nährboden für 
andere psychische Störungen, wie Depressionen und Panikstörungen gewesen. Die neuropsycho-
logischen Einschränkungen seien im Rahmen der psychischen Probleme entstanden. Mit Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit seien eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline-
Typ (F60.31) mit/bei Panikstörung (F41.0), rezidivierender depressiver Störung, zurzeit noch allen-
falls leichte Episode (in Remission; F33.01) sowie eine leichte neuropsychologische Störung von 
Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Exekutivfunktionen, Sprache. Wegen des vermehrten Aufwandes an 
Auseinandersetzung mit Vorgesetzten, Kollegen, Selbststruktur und Eigenmotivation sowie den 
leichten kognitiven Beeinträchtigungen sei eine Leistungsminderung von maximal 20% anzuerken-
nen, was eine Leistungsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit von 80% ergebe. Wegen der erhöh-
ten Erschöpfbarkeit sei die mögliche Präsenzzeit auf 6h/Tag reduziert (2 x 3h mit Pausen). Dies 
entspreche einer Arbeitsfähigkeit von 60%, was seit spätestens Januar 2019 gelte. Eine höhergra-
dige Arbeitsunfähigkeit habe allenfalls kurzzeitig bestanden, z. B. während früheren Dekompensati-
onen und der Behandlung in Winterthur 2014 und kurz nach den funktionellen neurologischen 
Störungen im Februar und März 2018. In einer angepassten gut strukturierten Arbeit in einem mög-
lichst kleinen, wohlwollenden, strukturierten Team, ohne allzu hohe Anforderungen an die Sozial-
kompetenzen, mit weniger Zeitdruck, eher seriellen Abläufen, mehr Zeit für die Aufnahme neuer 
Infos, sei von einer Leistungsminderung von 10% auszugehen bei einer zeitlichen Zumutbarkeit von 
maximal 7h/Tag (2 x 3.5h mit Pausen), entsprechend einer Arbeitsfähigkeit von 80%, was ebenfalls 
seit Januar 2019 gelte. Die auf beiden Fachgebieten festgestellten Arbeitsunfähigkeiten würden sich 
nicht addieren, sondern seien als zwei Seiten derselben Medaille anzusehen.

Die RAD-Ärztin erklärte am 29. Januar 2020 (IV-Akten, S. 913 ff.) dem Gutachten könne gefolgt 
werden. Es sei von einer Arbeitsfähigkeit von 80% in einer angepassten Tätigkeit auszugehen.

3.3. In einem ersten Punkt bringt die Beschwerdeführerin vor, sie leide seit mehreren Jahren an 
psychischen Problemen, namentlich an rezidiven depressiven Episoden, Panik- und Persönlich-
keitsstörungen vom Typ Borderline. Weiter habe sie neuropsychologische Beschwerden, die von 
mindestens zwei Hirnschlägen stammten. Ebenso seien vor einigen Jahren eingetretene epilepti-
sche Anfälle bekannt und sie sei seit über 20 Jahren wegen einer chronischen Dickdarmentzündung 
(rezidive Colitis ulcerose) sowie einem schweren Asthma in Behandlung. Seit einigen Jahren kom-
me es überdies zu Herzrhythmusstörungen. Es müsse deshalb davon ausgegangen werden, dass 
im ersten Arbeitsmarkt keine Erwerbsfähigkeit mehr bestehe. Die Auswirkung der somatischen Be-
schwerden auf die Arbeitsfähigkeit sei nie gutachterlich abgeklärt worden. Ferner sei eine neuropsy-
chologische Abklärung nicht mit einer neurologischen gleichzusetzen. Ein Neuropsychologe sei 
nicht in der Lage, klinische Folgen von Hirnschlägen zu untersuchen. Die IV-Stelle hätte deshalb 

Kantonsgericht KG
Seite 7 von 12

eine umfassende polydisziplinäre Abklärung vornehmen müssen. Die Voraussetzungen für ein Ab-
sehen von einer solchen seien nicht erfüllt.

3.3.1. Aus den Akten ist nicht ersichtlich, dass es je zu epileptischen Anfällen gekommen ist. Einzig 
in den Berichten des L.________ vom 13. Februar 2018 (IV-Akten, S. 747 ff.), vom 30. Juli 2018 
betreffend eine Untersuchung vom 26. April 2018 (IV-Akten, S. 743 f.) und vom 30. Juli 2018 betref-
fend eine Untersuchung vom 12. Juli 2018 (IV-Akten, S. 745 f.) wurde hinsichtlich der untersuchten 
neurologischen Störung, die zunächst als "Minor Stroke" und in der Folge als funktionelle neurolo-
gische Störung beschrieben wurde, festgehalten, eine epileptische Genese könne nicht ausge-
schlossen werden, wobei am 13. Februar 2018 jedoch auch notiert wurde, bei Persistenz der Symp-
tome über mehrere Tage sei eine epileptische Genese jedoch unwahrscheinlich.

Das Asthma wurde von der Hausärztin, Dr. med. M.________, Fachärztin für Allgemeine Innere 
Medizin sowie Pneumologie (Deutschland), erst am 30. März 2020 (IV-Akten, S. 954 ff.), nach 
Erlass des Vorbescheides vom 30. Januar 2020 (IV-Akten, S. 917 ff.) bei den Diagnosen aufgeführt, 
nicht aber im Vorbericht vom 27. April 2019 (IV-Akten, S. 752 ff.). Ferner ist es nicht belegt, dass 
das Asthma zu irgendeinem Zeitpunkt einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hatte. Ein Asthma ist 
zudem gut behandelbar, umso mehr, als es sich bei der Hausärztin um eine Pneumologin handelt.

Auch die Colitis ulcerose nannte die Hausärztin erst am 30. März 2020, unter der Angabe, diese 
bestehe seit 2019 und sei verbunden mit Blutabgängen nach Bauchkrämpfen. Gleichzeitig hielt sie 
fest, insgesamt sei die Situation verbessert seit Februar 2020. Dieses Leiden ist gemäss den Anga-
ben der RAD-Ärztin vom 22. April 2020 (IV-Akten, S. 973 ff.) gut therapierbar. Allgemein kann be-
züglich den vorgenannten somatischen Beschwerden auf diesen überzeugenden Bericht verwiesen 
werden, in welchem die RAD-Ärztin zu den bereits in den ergänzenden Einwänden vom 9. April 
2020 (IV-Akten, S. 962 ff.) gegen den Vorentscheid vom 30. Januar 2020 (IV-Akten, S. 917 ff.) gel-
tend gemachten Beschwerden Stellung nahm.

Was die in der Beschwerde neu angegebenen Herzrhythmusstörungen betrifft, so wurde zu keinem 
Zeitpunkt eine kardiologische Diagnose gestellt. Nur im Bericht Care Management vom 21. Novem-
ber 2014 (IV-Akten, S. 487 ff.), im vorerwähnten Bericht des L.________ vom 13. Februar 2018 so-
wie im Bericht zur Haushaltsabklärung vom 16. Januar 2020 (IV-Akten, S. 892 ff.), wurde jeweils die 
subjektive Angabe der Beschwerdeführerin wiedergegeben, sie habe bei Panikattacken Herzrasen. 
Eine objektiv ausgewiesene kardiologische Beeinträchtigung liegt hingegen nicht vor.

Es ist von Interesse, dass die Beschwerdeführerin die vorgenannten somatischen Beschwerden an-
lässlich der Begutachtung nicht erwähnt hat. Wie gesehen, ist es nicht ausgewiesen, dass diese je 
zu einer relevanten Arbeitsunfähigkeit geführt hätten. Die Hausärztin geht zwar am 30. März 2020 
u. a. wegen der Colitis ulcerose und des Asthmas von einer vollen Arbeitsunfähigkeit bzw. von einer 
solchen von 90% in einer angepassten Tätigkeit aus, begründet dies aber nicht weiter, weshalb ihrer 
Ansicht nicht gefolgt werden kann.

3.3.2. Hinsichtlich der Kritik, ein Neuropsychologe sei nicht in der Lage, klinische Folgen von Hirn-
schlägen zu beurteilen, ist darauf hinzuweisen, dass das L.________ zwar im Erstbericht vom 
13. Februar 2018 einen Minor stroke am 10. Februar 2018 unklarer Aetiologie diagnostizierte. 
Weitergehende Abklärungen konnten aber nicht vorgenommen werden, da die Beschwerdeführerin 
wegen eines Konfliktes mit dem Pflegepersonal das Spital vorzeitig verliess. Am 19. März 2018 kam 
es gemäss dem Folgebericht zu einer ähnlichen Episode. Als Diagnose wurde nun eine funktionelle 
neurologische Störung festgehalten. Der Beschwerdeführerin wurde erklärt, solche Störungen seien 
definitionsgemäss ohne strukturelles Korrelat und deshalb potentiell vollständig reversibel. Sie 

Kantonsgericht KG
Seite 8 von 12

würden sich typischerweise bei Stress/Emotionen verstärken, psychosoziale Belastungssituationen 
seien gut bekannte Risikofaktoren für solche Störungen. Es wurde eine psychologische/psy-
chiatrische Begleitung (verhaltenstherapeutische Ansätze; Aufarbeiten der aktuellen psychosozialen 
Belastungssituation) sowie Physiotherapie (Erlernen von Entspannungsmassnahmen) empfohlen. 
Anlässlich der Untersuchung vom 12. Juli 2018 zeigte sich eine Ausbreitung der Hypästhesien auf 
die gesamte linke Körperhälfte (initial v. a. auf Gesicht und Arm linksseitig beschränkt). Es fänden 
sich klare klinisch positive Zeichen, so dass primär von einer funktionellen neurologischen Störung 
auszugehen sei. Ferner müsse auch ein entzündliches Geschehen diskutiert werden, welches die 
aktuellen Beschwerden in ihrer Gesamtheit jedoch nicht erklären würde. Eine vaskuläre Genese sei 
weniger wahrscheinlich (progressiver Symptombeginn über mehrere Minuten), obwohl formell nicht 
ausgeschlossen trotz fehlendem passendem Korrelat in der Bildgebung. Der Beschwerdeführerin 
wurden erneut die funktionellen neurologischen Störungen erklärt und die Therapieempfehlungen 
bestätigt.

Damit konnten die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Hirnschläge eben gerade nicht 
objektiviert werden und es ist einzig von einer funktionellen neurologischen Störung auszugehen. 
Bei einer solchen ist das Gehirn bzw. das Nervensystem nicht geschädigt (vgl. Patieninformationen 
des L.________, http://www.neurologie.insel.ch/fileadmin/neurologie/neurologie_users/Unser_An-
gebot/Dokumente/Flyer-Patienteninformation-zu-funktionellen-neurologischen-Störungen.pdf). Zu-
dem ist darauf hinzuweisen, dass das L.________ nur im Erstbericht 13. Februar 2018, nach Hospi-
talisation der Beschwerdeführerin vom 10. bis 12. Februar 2018 eine volle Arbeitsunfähigkeit bis 
zum 18. Februar 2018 attestierte, nicht aber in den Folgeberichten. Eine weitergehende neurolo-
gische Abklärung war deshalb nicht notwendig. Nichts anderes ergibt sich aus dem Bericht von 
Dr. med. N.________, Facharzt für Neurologie (Österreich), vom 1. März 2019 (IV-Akten, S. 671 ff.), 
gemäss welchem keine Arbeitsunfähigkeit aus neurologischer Sicht bestand und die geltend 
gemachten Gefühlsstörungen wahrscheinlich psychischer Genese seien. Neurologisch war die 
Situation unauffällig und er stellte nur psychiatrische Diagnosen.

3.3.3. Zwar hat, wie dargestellt, eine erste umfassende Abklärung grundsätzlich polydisziplinär zu 
erfolgen. Jedoch waren vorliegend die Voraussetzungen für ein Absehen von einer polydisziplinären 
Abklärung erfüllt. So ergaben sich nur in neuropsychologischer und psychiatrischer Hinsicht rele-
vante Einschränkungen, weshalb der IV-Stelle nicht eine Verletzung ihre Abklärungspflicht vorge-
worfen und nicht davon ausgegangen werden kann, dass sie mit ihrem Vorgehen die Vornahme 
einer polydisziplinären Abklärung umgehen wollte, bei welcher die Wahl der Gutachterstelle zufalls-
basiert und nicht durch direkte Wahl durch die IV-Stelle erfolgt. Es ist deshalb nicht zu kritisieren, 
dass die IV-Stelle gestützt auf die Ansicht der RAD-Ärztin vom 1. April 2019 (vgl. IV-Akten, S. 737 f.) 
einzig eine neuropsychologische und psychiatrische Abklärung in Auftrag gab. Es ist daran zu 
erinnern, dass im Rahmen der Erstanmeldung, welche zur leistungsablehnenden Verfügung vom 
12. Juli 2017 führte, ebenfalls nur eine rein psychiatrische Problematik vorgelegen hatte.

3.4. In einem weiteren Punkt übt die Beschwerdeführerin Kritik am bidisziplinären Gutachten. Der 
Neuropsychologe sei in seinen Schlussfolgerungen widersprüchlich. Sein Beschrieb einer Tätigkeit 
mit nur geringen Anforderungen an die soziale Kompetenz gebe es in einem ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt nicht und es sei offenbar nicht in der Lage, ein klares Stellenprofil zu beschreiben, 
weshalb auf sein Gutachten nicht abgestellt werden könne. Auch der psychiatrische Gutachter be-
schreibe bei einer angepassten Tätigkeit, dass diese wohlwollend und strukturiert sein müsse, ohne 
allzu hohe Anforderungen an die Sozialkompetenz, mit wenig Zeitdruck, eher seriellen Abläufen und 
mehr Zeit für die Aufnahme von Infos. In einer geschützten Werkstatt seien allenfalls derartige Stel-
lenprofile vorhanden, nicht aber im ersten Arbeitsmarkt. Zudem gebe Dr. med. F.________ selber 

http://www.neurologie.insel.ch/fileadmin/neurologie/neurologie_users/Unser_Angebot/Dokumente/Flyer-Patienteninformation-zu-funktionellen-neurologischen-St%C3%B6rungen.pdf
http://www.neurologie.insel.ch/fileadmin/neurologie/neurologie_users/Unser_Angebot/Dokumente/Flyer-Patienteninformation-zu-funktionellen-neurologischen-St%C3%B6rungen.pdf

Kantonsgericht KG
Seite 9 von 12

zu bedenken, dass seine Folgerungen hinsichtlich Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit blosse 
Annahmen und Hypothesen seien und gebe in selbstkritischer Weise zu bedenken, dass es grund-
sätzlich schwierig sei, sich medizinisch-gutachterlich bei Patienten mit Persönlichkeitsstörungen zu 
äussern. Ferner folgere er, dass auch in Zukunft mit schnellen Verlusten der Arbeitsstelle zu rechnen 
sei. Er könne also nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit beschreiben, 
wozu bzw. für welche Arbeit noch eine Arbeitsfähigkeit bestehe. Auch sei das Gutachten unvollstän-
dig, da es sich z. B. nicht zu den Auswirkungen der Panikstörungen auf die Arbeitsfähigkeit äussere.

3.4.1. Der Neuropsychologe hielt in seinem Gutachten vom 2. Oktober 2019 (IV-Akten, S. 790 ff.) 
fest, Neu- und Altgedächtnis seien grobkursorisch unauffällig. Während der jeweils etwa zwei Stun-
den dauernden Untersuchungen seien weder Ermüdungszeichen noch ein Leistungsabfall beo-
bachtbar gewesen. Das Arbeitstempo bei einfachen und komplexeren Aufgaben sei unauffällig. Das 
Bewusstsein für das Ausmass der kognitiven Einschränkungen und deren Auswirkungen im Alltag 
sei übersteigert. Die objektivierten Defizite bei Aufmerksamkeit, verbalem Neugedächtnis, Exekutiv-
funktionen und Sprache, zusammen mit den klinischen Auffälligkeiten, entsprächen einer leichten 
neuropsychologischen Störung, deren Ätiologie am ehesten psychischer Natur sei. Bezüglich der 
angegebenen ausserordentlich deutlich eingeschränkten kognitiven Belastbarkeit, sei von einer Ver-
deutlichung auszugehen, da weder ätiologische Faktoren noch klinisch fassbare Elemente vorlägen, 
die eine so stark reduzierte Belastbarkeit rechtfertigen könnten. Demgegenüber gebe es keine Hin-
weise auf eine Aggravation oder Simulation. Aus neurologischer Sicht sei spätestens ab März 2019 
keine neurologisch bedingte Einschränkung vorhanden.

Vor diesem Hintergrund und gestützt auf die mittels einem standardisierten Testverfahren erhobe-
nen Untersuchungsbefunden erachtete er die Leistungsfähigkeit bei einer Arbeit mit gesteigerten 
Anforderungen an die Sozialkompetenz, Zeit- und Leistungsdruck als um 20% reduziert. Die Be-
schwerdeführerin brauche etwas länger, um sich neue Informationen aneignen zu können, vergesse 
längere oder komplexere Instruktionen leichter, sei weniger flexibel, könne weniger gut auf mehrere 
Aspekte gleichzeitig achtgeben (müsse Tätigkeiten eher seriell erledigen). Sie handle etwas vor-
schnell (führe zu Korrekturhandlungen und Zeitverlust), scheine nicht richtig zuzuhören ("verkompli-
ziere" Anweisungen, was wiederum Zeitverlust und möglicherweise zwischenmenschliche Unstim-
migkeiten erzeuge). In einer angepassten Tätigkeit, welche diesen Punkten mehr Rechnung trage, 
bestehe höchstens eine Einschränkung von 10%.

Was an diesen Ausführungen widersprüchlich sein soll, ist nicht ersichtlich und wird von der Be-
schwerdeführerin auch nicht weiter begründet. Ferner ist es nicht Aufgabe des Gutachters ein klares 
Stellenprofil zu beschreiben, sondern er muss aufzeigen, welches die objektiven funktionellen Ein-
schränkungen sind, was der Neuropsychologe umfassend gemacht hat, weshalb die diesbezügliche 
Kritik nicht gehört werden kann.

3.4.2. Was das Gutachten F.________ vom 2. Oktober 2019 (IV-Akten, S. 820 ff.) betrifft, hält 
dieser zwar fest, im Rahmen eines Gutachtens sei es schwierig, eine Persönlichkeitsstörung mit 
ausreichender Sicherheit zu diagnostizieren. Jedoch bestätige sich aus Synopsis von Biographie 
und Anamnese recht schnell und eindeutig die Diagnose einer Borderline-Störung. Schon seit der 
Kindheit und Adoleszenz fänden sich viele der typischen Symptome einer solchen Störung, die sich 
bis heute eindrucksvoll durch die gesamte Biographie ziehen würden, weshalb es sich um eine 
Störung mit einem gewissen Krankheitswert handle, die zu einem gewissen und mitunter gar einem 
recht hohen persönlichen Leidensdruck führe. Die Beschwerdeführerin habe immer wieder 
schmerzlich erlebt, dass sie es trotz ihrer zwischenzeitlich sicherlich intensiven Bemühungen und 
trotz ihrer ausreichenden Grundintelligenz, ihrer intellektuellen Fähigkeiten und Ressourcen es 

Kantonsgericht KG
Seite 10 von 12

kaum schaffte, über längere Zeit ein konstantes psychosoziales Funktionsniveau zu erreichen und 
aufrecht zu erhalten. Ferner sei auch in Zukunft damit zu rechnen, dass sie, sollte sie tatsächlich 
wieder eine Stelle antreten, diese Arbeit schnell entwerten und wechseln werde. Zudem werde sie 
weiterhin leicht in Streit und Konflikte mit zukünftigen Kollegen und Vorgesetzen geraten. Das Muster 
von Idealisierung und Entwertung von Berufen und Arbeitsplätzen und den damit verbundenen 
Streitereien werde sich dabei mit hoher Wahrscheinlichkeit wiederholen. Somit war die 
Diagnosestellung hier kein Problem und der Gutachter zeigte einzig auf, mit welchen Risiken in 
Zukunft zu rechnen ist, wohl auch gestützt auf den Lebenslauf der Beschwerdeführerin (IV-Akten, 
S. 566 f.), aus welchem sich ein häufiger Wechsel der Arbeitsstelle ergibt. Ferner gab er im Detail 
an, welchen funktionellen Einschränkungen vorliegen und welche Anforderungen an eine 
angepasste Tätigkeit zu stellen sind, wie es sich, erweitert durch die neuropsychologischen 
Anforderungen, aus der bidisziplinären Gesamtbeurteilung ergibt. Es kann deshalb nicht gehört 
werden, die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch Dr. med. F.________ beruhe auf blosse Annah-
men und Hypothesen und er könne nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich 
beschreiben, für welche Arbeit noch eine Arbeitsfähigkeit bestehe.

Der Psychiater diagnostizierte auch eine Panikstörung (F41), da diese Diagnose wegen der ge-
schilderten seit der Kindheit regelmässig bestehenden typischen, teils schweren und häufig auftre-
tenden Panikattacken, welche sich vor allem in psychosozialen Belastungssituationen regelmässig 
manifestierten, formal gerechtfertigt sei. Diese Diagnose wurde bei der Beurteilung der Arbeitsfähig-
keit mitberücksichtigt, zusammen mit den beiden übrigen psychiatrischen Diagnosen. Die Beschwer-
deführerin ist darauf hinzuweisen, dass es nicht notwendig ist, für jede Diagnose einzeln den Einfluss 
auf die Arbeitsfähigkeit anzugeben, was oft aufgrund der Interaktion zwischen den Diagnosen wohl 
auch gar nicht möglich wäre. Der Gutachter ging in der bisherigen Tätigkeit von einer Arbeitsfähigkeit 
von 60% und in einer angepassten von einer solchen von 80% aus, wobei er darauf hinwies, es 
bestehe ein deutliches Ungleichgewicht zwischen den diversen Aktivitäten im Privatleben und der 
angeblich vollständigen Arbeitsunfähigkeit. Krankheitsfremde Faktoren wie schwankende und allen-
falls geringe Motivation zur Aufnahme einer möglichen Berufstätigkeit, unsichere und eher geringe 
Aussichten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt bei bereits längerer Abwesenheit aus dem Arbeits-
prozess, fortgeschrittenes Alter, der Wunsch nach Anerkennung und finanzieller Sicherheit etc. 
seien als krankheitsfremde Faktoren nicht zu berücksichtigen, auch wenn diese vorliegend eine 
starke Rolle spielen würden. Dem ist zuzustimmen.

3.4.3. Was schliesslich die allgemein vorgebrachte Kritik, wonach eine Arbeit, welche den Angaben 
der Gutachter entspreche, nur in geschützten Werkstätten, nicht aber auf dem ersten Arbeitsmarkt 
zu finden seien, betrifft, ist die Beschwerdeführerin darauf hinzuweisen, dass der ausgeglichene 
Arbeitsmarkt auch sogenannte Nischenarbeitsplätze umfasst, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei 
welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen vonseiten des Arbeitgebers rechnen kön-
nen (vgl. Urteil BGer 8C_94/2018 vom 2. August 2018 E. 6.2 mit Hinweisen).

3.4.4. Die Beschwerdeführerin dringt damit mit ihrer Kritik am Gutachten nicht durch. Dieses erfüllt 
ferner die von der Rechtsprechung gestellten Anforderungen. Es ist umfassend, beruht auf allseiti-
gen Untersuchungen, berücksichtigt die beklagten Beschwerden, wurde in Kenntnis der Vorakten 
(Anamnese) abgegeben, welche jeweils korrekt zusammengefasst wurde, die Beurteilung ist ein-
leuchtend und die Schlussfolgerungen nachvollziehbar. So begründet beispielsweise der psychiat-
rische Gutachter ausführlich, wie er zu seinen Diagnosen kommt und weshalb die im Dossier ge-
nannte Diagnosen einer organischen Persönlichkeitsstörung oder einer PTBS nicht korrekt sind. 
Auch nahmen die Gutachter entsprechend dem Fragebogen der IV-Stelle ausführlich zu den Indika-
toren Stellung.

Kantonsgericht KG
Seite 11 von 12

Die IV-Stelle hat sich also zu Recht auf das überzeugende und ausführliche bidisziplinäre Gutachten 
G.________/F.________ abgestützt. Somit ergibt sich im Vergleich zur Situation anlässlich der leis-
tungsablehnenden Verfügung vom 12. Juli 2017 eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes, 
da damals keine Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit bestand.

3.5. Hinsichtlich der Berechnung des Invaliditätsgrads bringt die Beschwerdeführerin keine kon-
krete Kritik vor. Nicht mehr streitig ist die Verwendung der Methode für Teilerwerbstätige ohne Auf-
gabenbereich. Da es an der Sichtweise der IV-Stelle nichts auszusetzen gibt, ergibt sich auch keine 
Änderung bei der zu berücksichtigenden Arbeitsfähigkeit. Die von der IV-Stelle vorgenommene Be-
rechnung des Invaliditätsgrades erweist sich, abgesehen von der Indexierung, als korrekt. Bei dieser 
wird bei beiden Einkommen jeweils eine Indexierung mit 0.4% angegeben. Gemäss der hier zu 
verwendenden Tabelle T.1.2.15 (Nominallohnindex nach Wirtschaftszweig, Frauen; vgl. Urteil BGer 
8C_72/2019 vom 11. Juni 2019) und bei der für jedes Jahr einzeln vorzunehmenden Indexierung 
(vgl. Urteil BGer 8C_193/2013 vom 4. Juni 2013 E. 3.2) ergibt sich für das Valideneinkommen eine 
Indexierung von 0.5% (2017), 1.2% (2018) und -0.5% (2019). Beim Invalideneinkommen beträgt die 
Indexierung 0.4% (2017), 0.5% (2018) und 0.9% (2019). Es ist offensichtlich, dass dies nicht zu 
einer relevanten Änderung des von der IV-Stelle festgestellten IV-Grades von 44% führt, weshalb 
der Anspruch auf eine Viertelsrente bestätigt werden kann.

4.

Zusammenfassend hat die IV-Stelle zu Recht gestützt auf das überzeugende bidisziplinäre 
Gutachten und einen Invaliditätsgrad von 44% der Beschwerdeführerin eine Viertelsrente zugespro-
chen. Die Verfügung vom 8. September 2020 ist zu bestätigen und die Beschwerde abzuweisen.

Die Gerichtskosten zu Lasten der unterliegenden Beschwerdeführerin werden auf CHF 800.- fest-
gesetzt und mit dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe verrechnet.

Die mit ihren Anträgen unterliegende Beschwerdeführerin hat keinen Anspruch auf Parteientschä-
digung. 

(Dispositiv auf der nächsten Seite)

Kantonsgericht KG
Seite 12 von 12

Der Hof erkennt:

I. Die Beschwerde von A.________ wird abgewiesen. 

II. Die Gerichtskosten zu Lasten von A.________ werden auf CHF 800.- festgesetzt und mit dem 
von ihr geleisteten Kostenvorschuss von CHF 800.- verrechnet.

III. Es besteht kein Anspruch auf Parteientschädigung.

IV. Zustellung.

Gegen diesen Entscheid kann innerhalb einer Frist von 30 Tagen ab Erhalt beim Bundesgericht, 
Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten einge-
reicht werden. Diese Frist kann weder verlängert noch unterbrochen werden. Die Beschwerdeschrift 
muss in drei Exemplaren abgefasst und unterschrieben werden. Dabei müssen die Gründe angege-
ben werden, weshalb die Änderung dieses Urteils verlangt wird. Damit das Bundesgericht die 
Beschwerde behandeln kann, sind die verfügbaren Beweismittel und der angefochtene Entscheid 
mit dem dazugehörigen Briefumschlag beizulegen. Das Verfahren vor dem Bundesgericht ist grund-
sätzlich kostenpflichtig.

Freiburg, 12. Mai 2021/bsc

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber-Berichterstatter: