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**Case Identifier:** e8444553-4687-53a9-87af-e062c64b7b8d
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-06-30
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 30.06.2022 CA.2021.29
**Docket/Reference:** CA.2021.29
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_CA-2021-29_2022-06-30

## Full Text

Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht; Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz
Berufung (teilweise) vom 19. Januar 2022 und Anschlussberufungen (teilweise) vom 10. sowie 11. Februar 2022 gegen das Urteil der Strafkammer des Bundesstrafgerichts SK.2021.39 vom 16. Dezember 2021
;;Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht; Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz
Berufung (teilweise) vom 19. Januar 2022 und Anschlussberufungen (teilweise) vom 10. sowie 11. Februar 2022 gegen das Urteil der Strafkammer des Bundesstrafgerichts SK.2021.39 vom 16. Dezember 2021
;;Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht; Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz
Berufung (teilweise) vom 19. Januar 2022 und Anschlussberufungen (teilweise) vom 10. sowie 11. Februar 2022 gegen das Urteil der Strafkammer des Bundesstrafgerichts SK.2021.39 vom 16. Dezember 2021
;;Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht; Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz
Berufung (teilweise) vom 19. Januar 2022 und Anschlussberufungen (teilweise) vom 10. sowie 11. Februar 2022 gegen das Urteil der Strafkammer des Bundesstrafgerichts SK.2021.39 vom 16. Dezember 2021

Urteil vom 30. Juni 2022 
Berufungskammer 

Besetzung  Richter Andrea Blum, Vorsitzende 
Marcia Stucki und Olivier Thormann 
Gerichtsschreiber Ömer Keskin 

Parteien  BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch Staatsanwältin 
des Bundes Sabrina Beyeler,  

 
Berufungsführerin / Anschlussberufungsgegnerin / 

Anklagebehörde 

 
gegen 

  1. A., erbeten verteidigt durch Rechtsanwalt Enrico 
Mattiello,  
 

Berufungsgegner / Anschlussberufungsführer / 
Beschuldigter 

 
2. B., amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Andrea 

Caroni, 
 

Berufungsgegner / Anschlussberufungsführer / 
Beschuldigter 

 
 
 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer: CA.2021.29 

- 2 - 

Gegenstand 
 

Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in ver-
brecherischer Absicht; Vergehen gegen das Betäu-
bungsmittelgesetz 
 
Berufung (teilweise) vom 19. Januar 2022 und An-
schlussberufungen (teilweise) vom 10. sowie 11. Feb-
ruar 2022 gegen das Urteil der Strafkammer des Bun-
desstrafgerichts SK.2021.39 vom 16. Dezember 2021 

  

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Sachverhalt: 

A. Prozessgeschichte 

A.1 Anlässlich einer Verkehrskontrolle am 28. März 2018 auf der […]strasse in Z. 
wurde um 20.15 Uhr der Personenwagen des A. durchsucht. Hierbei konnte hin-
ter dem Sitz unter anderem ein Minigrip mit Marihuana sichergestellt werden (BA 
pag. 10-02-0002). 

A.2 Am 14. April 2018 konnte die Stadtpolizei St. Gallen beobachten, dass ein Knall-
körper auf dem Areal der Ostschweizer Frühlings- und Trendmesse (OFFA) ge-
zündet wurde. Daraufhin wurden die Tatverdächtigen, der Beschuldigte A. sowie 
B., auf den Polizeiposten verbracht und einvernommen (BA pag. 10-01-0002). 

A.3 Gestützt auf die Ersuchen des Untersuchungsamts Altstätten SG vom 28. No-
vember 2019 betreffend die jeweiligen Verfahren gegen die beiden Beschuldig-
ten wegen Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer 
Absicht (Art. 224 StGB) sowie dasjenige gegen den Beschuldigten A. wegen 
Verstosses gegen das Betäubungsmittelgesetz (Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG) über-
nahm die Bundesanwaltschaft (nachfolgend: BA) die Verfahren am 13. Januar 
2020 (BA pag. 02-01-0012 f.). 

A.4 Mit Verfügung vom 29. Mai 2020 eröffnete die BA unter der Geschäftsnummer 
SV.19.1391 eine Strafuntersuchung gegen die Beschuldigten wegen Gefährdung 
durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht (Art. 224 StGB) 
sowie in Bezug auf den Beschuldigten A. wegen Vergehen gegen das BetmG 
(Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG) und vereinigte die in kantonaler Kompetenz zu ver-
folgenden Delikte in der Hand der Bundesbehörden (Art. 26 Abs. 2 StPO) (BA 
pag. 01-01-0002 ff.). 

A.5 Am 17. August 2021 reichte die BA die Anklageschrift bei der Strafkammer des 
Bundesstrafgerichts (hiernach: Strafkammer) ein (TPF pag. 2.100.001 ff.). Die 
Hauptverhandlung vor der Strafkammer fand am 16. Dezember 2021 in Anwe-
senheit sämtlicher Parteien statt (TPF pag. 2.720.002). 

A.6 Mit Urteil der Strafkammer SK.2021.39 vom 16. Dezember 2021 (den Parteien 
gleichentags mündlich eröffnet) wurde A. der Gefährdung durch Sprengstoffe 
und giftige Gase ohne verbrecherische Absicht (Art. 225 Abs. 2 StGB) sowie des 
Verstosses gegen das BetmG (Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG) schuldig gesprochen 
und mit einer bedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen à Fr. 40.00 unter Anset-
zung einer Probezeit von 2 Jahren sowie einer Übertretungsbusse von Fr. 500.00 
(Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen) bestraft. B. wurde der Gefährdung durch 

- 4 - 

Sprengstoffe und giftige Gase ohne verbrecherische Absicht (Art. 225 Abs. 2 
StGB) schuldig gesprochen und mit einer Übertretungsbusse von Fr. 500.00 (Er-
satzfreiheitsstrafe von 5 Tagen) bestraft (TPF pag. 2.930.001 ff. sowie 2.720.008 ff.). 

A.7 Mit Eingabe vom 21. Dezember 2021 meldete die BA bei der Strafkammer Beru-
fung gegen das Urteil SK.2021.39 an (TPF pag. 2.940.001 f.). Das schriftlich be-
gründete Urteil wurde den Parteien am 30. Dezember 2021 versandt und von der 
BA am 31. Dezember 2021 sowie von den Beschuldigten am 3. Januar 2022 
postalisch entgegengenommen (CAR pag. 1.100.042). 

B. Verfahren vor der Berufungskammer des Bundesstrafgerichts 

B.1 Im Nachgang an die Übermittlung des Urteils SK.2021.39, der Berufungsanmel-
dung und der Akten durch die Strafkammer an die Berufungskammer per 30. 
Dezember 2021 (CAR pag. 1.100.003 ff.) stellte die BA mit Berufungserklärung 
vom 19. Januar 2022 folgende Anträge (CAR pag. 1.100.046 ff.): 

I. 
1. A. sei unter Gutheissung der Berufung schuldig zu sprechen: 

- der Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer 

Absicht im Sinne von Art. 224 Abs. 1 StGB sowie 

- des Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 

Abs. 1 lit. c BetmG. 

2. A. sei zu bestrafen mit einer Freiheitsstrafe von 16 Monaten. Der Vollzug der 

Freiheitsstrafe sei bedingt aufzuschieben unter Ansetzung einer Probezeit von 2 

Jahren. 

II. 

1. B. sei unter Gutheissung der Berufung schuldig zu sprechen: 

- der Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer 

Absicht im Sinne von Art. 224 Abs. 1 StGB. 

2. B. sei zu bestrafen mit einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten. Der Vollzug der 

Freiheitsstrafe sei bedingt aufzuschieben unter Ansetzung einer Probezeit von 3 

Jahren. 

III. 

1. Die Auslagen der Strafverfolgungsbehörden des Kantons St. Gallen über 

Fr. 1'056.95 seien vollumfänglich A. aufzuerlegen. 

2. Die Auslagen der Strafverfolgungsbehörden des Kantons St. Gallen über 

Fr. 150.00 seien vollumfänglich B. aufzuerlegen. 

3. Die übrigen Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 7'595.90, zzgl. der vom Ge-

richt festzulegenden Verfahrenskosten, seien vollumfänglich A. und B. je zur 

Hälfte unter solidarischer Haftung aufzuerlegen. 

IV. 

- 5 - 

1. Die amtliche Verteidigung von B. sei für ihre Aufwendungen in gerichtlich zu be-

stimmender Höhe aus der Gerichtskasse zu entschädigen. 

2. B. sei im Falle einer Verurteilung zu verpflichten, diese Kosten dem Bund voll-

umfänglich zurückzuerstatten. 

V. 

 A. sei keine Parteientschädigung zuzusprechen. 

Zudem beantragte die BA die Einholung eines ergänzenden Berichts beim Fo-
rensischen Institut Zürich (nachfolgend: FOR) zu dem aktenkundigen Video mit 
der Aufzeichnung des verfahrensgegenständlichen Vorfalls.  

B.2 Mit Anschlussberufungserklärung vom 10. Februar 2022 liess der Beschuldigte 
B. folgende Anträge stellen (CAR pag. 2.100.002 ff.): 

1. Die erwähnten Punkte (der Schuldpunkt betreffend Gefährdung durch Spreng-

stoffe und giftige Gase ohne verbrecherische Absicht [Art. 225 Abs. 2 StGB] ge-

mäss Ziff. II.1 des Urteilsdispositivs; die Bemessung und der Vollzug der Strafe 

gemäss Ziff. II.2.-3. des Urteilsdispositivs; die Rückerstattungspflicht der Partei-

entschädigung durch den Beschuldigten gemäss Ziff. II.4. Abs. 2 des Urteilsdis-

positivs; die Auferlegung der Verfahrenskosten nach Ziff. III. des Urteilsdisposi-

tivs) seien aufzuheben; 

2. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf der Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige 

Gase ohne verbrecherische Absicht im Sinne von Art. 225 Abs. 2 StGB freizu-

sprechen: 

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates sowohl im erst-

instanzlichen Verfahren als auch im Berufungsverfahren. Insbesondere sei B. 

von der Pflicht zu befreien, die Hälfte der an RA Stephan Mullis geleisteten Par-

teientschädigung in der Höhe von Fr. 4'367.80 zurückzuerstatten. 

Im Übrigen wurde die Ablehnung des Beweisantrags der BA betreffend den er-
gänzenden Bericht durch das FOR begehrt. 

B.3 Mit Anschlussberufung vom 11. Februar 2022 liess der Beschuldigte A. folgende 
Anträge stellen (CAR pag. 2.100.004 ff.): 

1. Die Berufungsanträge der Bundesanwaltschaft seien vollumfänglich abzuwei-

sen, soweit darauf eingetreten werden kann. 

2. Das Urteil der Vorinstanz vom 16. Dezember 2021 sei in Bezug auf den Vorwurf 

der Gefährdung durch Sprengstoff und giftige Gase ohne verbrecherische Ab-

sicht (Art. 225 Abs. 2 StGB) aufzuheben und A. sei diesbezüglich in Gutheissung 

der Anschlussberufung freizusprechen. 

- 6 - 

3. Es seien die Kosten der Untersuchung des erstinstanzlichen Verfahrens sowie 

des Berufungsverfahrens von der Staatskasse zu tragen. 

4. A. sei für die Untersuchung, für das erstinstanzliche Verfahren und für das Beru-

fungsverfahren eine angemessene Parteientschädigung (inkl. MWST) zu entrich-

ten. 

Auch von ihm wurde die Abweisung des Beweisantrags der BA betreffend Ein-
holung eines Ergänzungsberichts beim FOR verlangt. 

B.4 Mit Verfügung über Beweismassnahmen vom 12. April 2022 wurde der Beweis-
antrag der BA betreffend Einholung eines ergänzenden Berichts beim FOR ab-
gewiesen. Zudem wurden im Hinblick auf die Berufungsverhandlung die Akten 
des gegen den Beschuldigten A. im Kanton Graubünden laufenden Strafverfah-
rens VV.2022.9/CV wegen BetmG-Vergehen sowie die aktuellen Straf- und Be-
treibungsregisterauszüge und Steuerunterlagen für beide Beschuldigte beigezo-
gen (CAR pag. 6.200.001 ff.). 

B.5 Anlässlich der Berufungsverhandlung vom 27. Juni 2022, die am Sitz des Bun-
desverwaltungsgerichts in St. Gallen in Anwesenheit der Beschuldigten sowie 
deren Vertretungen und der BA stattfand, wurden die beiden Beschuldigten von 
Amtes wegen befragt (CAR pag. 7.200.002 sowie 7.200.003 f.). Die BA stellte 
anlässlich der Berufungsverhandlung folgende Anträge: 

I. 

1. A. sei unter Gutheissung der Berufung schuldig zu sprechen: 

- der Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer 

Absicht im Sinne von Art. 224 Abs. 1 StGB sowie 

- des Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 

Abs. 1 lit. c BetmG. 

2. A. sei zu bestrafen mit einer Freiheitsstrafe von 16 Monaten. Der Vollzug der 

Freiheitsstrafe sei bedingt aufzuschieben unter Ansetzung einer Probezeit von 3 

Jahren. 

II. 

1. B. sei unter Gutheissung der Berufung schuldig zu sprechen: 

- der Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer 

Absicht im Sinne von Art. 224 Abs. 1 StGB. 

2. B. sei zu bestrafen mit einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten. Der Vollzug der 

Freiheitsstrafe sei bedingt aufzuschieben unter Ansetzung einer Probezeit von 3 

Jahren. 

III. 

1. Die Auslagen der Strafverfolgungsbehörden des Kantons St. Gallen über 

Fr. 1'056.95 seien vollumfänglich A. aufzuerlegen. 

- 7 - 

2. Die Auslagen der Strafverfolgungsbehörden des Kantons St. Gallen über 

Fr. 150.00 seien vollumfänglich B. aufzuerlegen. 

3. Die übrigen Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 7'595.90, zzgl. der vom Ge-

richt festzulegenden Verfahrenskosten, seien vollumfänglich A. und B. je zur 

Hälfte unter solidarischer Haftung aufzuerlegen. 

IV. 

1. Die amtliche Verteidigung von B. sei für ihre Aufwendungen in gerichtlich zu be-

stimmender Höhe aus der Gerichtskasse zu entschädigen. 

2. B. sei im Falle einer Verurteilung zu verpflichten, diese Kosten dem Bund voll-

umfänglich zurückzuerstatten. 

V. 

 A. sei keine Parteientschädigung zuzusprechen. 

Der Beschuldigte A. liess anlässlich der Berufungsverhandlung folgende Anträge 
stellen: 

1. Die Berufungsanträge der Bundesanwaltschaft seien vollumfänglich abzuwei-

sen, soweit darauf eingetreten werden kann. 

2. Das Urteil der Vorinstanz vom 16. Dezember 2021 sei in Bezug auf den Vorwurf 

der Gefährdung durch Sprengstoff und giftige Gase ohne verbrecherische Ab-

sicht (Art. 225 Abs. 2 StGB) aufzuheben und A. sei diesbezüglich in Gutheissung 

der Anschlussberufung freizusprechen. 

3. Es seien die Kosten der Untersuchung des erstinstanzlichen Verfahrens sowie 

des Berufungsverfahrens von der Staatskasse zu tragen. 

4. A. sei für die Untersuchung, für das erstinstanzliche Verfahren und für das Beru-

fungsverfahren eine angemessene Parteientschädigung (inkl. MWST) zu entrich-

ten. 

Der Beschuldigte B. liess anlässlich der Berufungsverhandlung folgende Rechts-
begehren stellen: 

1. Die Berufung der Bundesanwaltschaft vom 19. Januar 2022 sei vollumfänglich 

abzuweisen. 

2. Das Urteil des Bundesstrafgerichts vom 16. Dezember 2021 i.S. B. (SK.2021.39) 

sei in den folgenden Punkten aufzuheben: 

a. den Schuldpunkt betreffend Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase 

ohne verbrecherische Absicht (Art. 225 Abs. 2 StGB) gemäss Ziff. II.1. des Ur-

teilsdispositivs; 

b. die Bemessung und den Vollzug der Strafe gemäss Ziff. II.2.-3. des Urteilsdispo-

sitivs; 

c. die Rückerstattungspflicht der Parteientschädigung durch den Beschuldigten ge-

mäss Ziff. II.4 Abs. 2 des Urteilsdispositivs; 

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d. die Auferlegung von Verfahrenskosten auf den Beschuldigten nach Ziff. III. des 

Urteilsdispositivs. 

3. Der Beschuldigte sei in Anwendung von Art. 224 Abs. 1 StGB vom Vorwurf der 

Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht und 

in Anwendung von Art. 225 Abs. 1 und 2 StGB vom (impliziten) Vorwurf der Ge-

fährdung ohne verbrecherische Absicht freizusprechen. 

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates sowohl im erst-

instanzlichen Verfahren als auch im Berufungsverfahren. Insbesondere sei B. 

von der Pflicht zu befreien, die Hälfte der an RA Stephan Mullis geleisteten Par-

teientschädigung in der Höhe von Fr. 4'367.80 zurückzuerstatten. 

B.6 Das Urteil wurde den Parteien am 30. Juni 2022 schriftlich im Dispositiv eröff-
net. 

Die Berufungskammer erwägt: 

I. Formelle Erwägungen 

1. Eintretensvoraussetzungen 

Die Berufungsanmeldung und die Berufungserklärung der BA erfolgten jeweils 
fristgerecht (Art. 399 Abs. 1-3 StPO). Die Bundesgerichtsbarkeit ist im Zusam-
menhang mit den angeklagten Delikten (Gefährdung durch Sprengstoffe und gif-
tige Gase in verbrecherischer Absicht i.S.v. Art. 224 Abs. 1 StGB sowie Art. 19 
Abs. 1 lit. c BetmG) vorliegend gestützt auf Art. 23 Abs. 1 lit. d und Art. 26 Abs. 2 
StPO (Vereinigungsverfügung der BA vom 29. Mai 2020) gegeben. Die BA ist 
durch das vorinstanzliche Urteil (Schuldspruch mit milderer Bestrafung als bean-
tragt) beschwert bzw. zur Berufung legitimiert (Art. 104 Abs. 1 lit. c und Art. 381 
Abs. 1 StPO). Die Berufungskammer des Bundesstrafgerichts ist somit in der 
Besetzung mit drei Richtern oder Richterinnen für die Beurteilung der vorliegen-
den Berufung und der Anschlussberufungen örtlich und sachlich zuständig 
(Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO; Art. 33 lit. c, Art. 38a und Art. 38b StBOG). Die übrigen 
Eintretensvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Entspre-
chend ist auf die Berufung einzutreten. 

2. Verfahrensgegenstand und Kognition (reformatio in peius möglich) 

Die Berufungsinstanz hat das erstinstanzliche Urteil im Rahmen der angefochte-
nen Punkte umfassend zu überprüfen (Art. 398 Abs. 2 und Art. 404 Abs. 1 StPO). 
Die Rechtsmittelinstanz verfügt im Berufungsverfahren grundsätzlich über volle 
Kognition (Art. 398 Abs. 3 StPO). Die Berufung der BA richtet sich gegen die 
jeweiligen Schuldsprüche nach Art. 225 Abs. 2 StGB, die jeweilige Strafe sowie 

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die Kosten-/Entschädigungsfolgen. Beide Beschuldigten fechten mit Anschluss-
berufung die jeweiligen Schuldsprüche nach Art. 225 Abs. 2 StGB, die Strafen 
sowie Kosten-/Entschädigungsfolgen an. Damit ist das angefochtene Urteil be-
züglich Schuldspruch, Strafe und Kosten- und Entschädigungsfolgen umfassend 
zu überprüfen und das Verschlechterungsverbot (vgl. Art. 391 Abs. 2 StPO) 
kommt vorliegend diesbezüglich nicht zur Anwendung. Mangels Anfechtung des 
Schuldspruchs gegen A. betreffend BetmG-Delinquenz (Art. 19 Abs. 1 
lit. c BetmG) inkl. die entsprechenden Einziehungen, sind diese in Rechtskraft 
erwachsen und bilden nicht Gegenstand des vorliegenden Berufungsverfahrens, 
ausser im Zusammenhang mit der Strafzumessung. Ebenfalls nicht angefochten 
sind die Dispositivziffern I.4 und II.3 (Bestimmung des Vollzugskantons) sowie 
die Dispositivziffer IV (Beschlagnahmte Gegenstände) des Urteils SK.2021.39. 
Demnach sind auch diese in Rechtskraft erwachsen. 

II. Materielle Erwägungen 

1. Anklagevorwurf / Standpunkt der Beschuldigten / vorinstanzliches Urteil 

1.1 Die BA wirft den Beschuldigten A. und B. vor, am 14. April 2018 um 22:33 Uhr 
auf dem Aussenbereich der OLMA-Messen, während der Frühlings- und Trend-
messe OFFA, gemeinsam einen pyrotechnischen Gegenstand gezündet und die-
sen anschliessend in die Menschenmenge geworfen zu haben. Hierbei habe A. 
seinen Kollegen B., der drei pyrotechnische Gegenstände der Marke «Color 
Thunder King» auf sich getragen habe, um einen pyrotechnischen Gegenstand 
gebeten. Er habe diesen von ihm auch erhalten und ihn anschliessend in der 
Hand gehalten, als der Beschuldigte B. diesen angezündet habe. Das Gehäuse 
des pyrotechnischen Gegenstands sei in der Hand von A. verblieben, wobei die 
angezündete Ladung ca. 20 bis 30 m weit weg, schräg nach vorne in Richtung 
der Leute beim Messeeingang in die Luft hochgeschossen und in der Nähe von 
Messeständen an der Jägerstrasse, dem OFFA-Stand Schützengarten sowie 
dem Messestand D. in ca. 10 bis 20 m Distanz über den Köpfen von diversen 
Messebesuchern mit einem ohrenbetäubenden Knall umgesetzt sei. Beim An-
zündvorgang habe sich A. in der Menschenmenge im Freien bei den mobilen 
Toiletten auf dem Messegelände befunden, sei aufrecht gestanden, habe das 
Feuerwerksrohr nach oben gehalten, damit in die Luft gezielt und sich weder 
nach links noch nach rechts umgesehen. Durch die unsachgemässe Verwen-
dung sei es ihm weder möglich gewesen, die effektive Wurfbahn noch den Deto-
nationsort des pyrotechnischen Gegenstands zu kontrollieren. Hierbei sei B. in 
ca. einer Armlänge Distanz von ihm gestanden. Die damalige Freundin von B., 
C., habe sich in einer Entfernung von ca. 5 m befunden. Mindestens drei Messe-
besucher im Bereich der mobilen Toiletten hätten sich in einer Entfernung von 20 
bis 30 m zu den beiden Beschuldigten aufgehalten. Durch den unsachgemässen 

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Einsatz des pyrotechnischen Gegenstandes hätten die Beschuldigten eine ge-
fährliche Situation mit hohem Verletzungspotential geschaffen. So seien durch 
die Explosion desselben, Personen, die sich innerhalb eines Radius von 15 bis 
25 m vom Umsetzungs- bzw. Detonationspunkt auf dem freien Messegelände 
der OFFA befunden hätten, d.h. die beiden Beschuldigten, C., drei sich bei den 
mobilen Toiletten aufhaltende Personen sowie eine nicht näher bekannte Anzahl 
weiterer Messebesucher im relevanten Radius an Leib und Leben gefährdet wor-
den. Es sei lediglich dem Zufall geschuldet, dass diese keine potentiell schweren 
Körperverletzungen erlitten hätten. Die Beschuldigten hätten gewusst, dass sich 
auf dem Messegelände im Freien viele Menschen aufhielten und den pyrotech-
nischen Gegenstand wissentlich unsachgemäss verwendet (Nichteinhalten von 
Abstandsvorschriften). Ihnen sei zudem bewusst gewesen, dass durch den un-
sachgemässen Einsatz Flugrichtung und Detonationsort der Bombette mit dem 
Blitzknallsatz nicht kontrollierbar gewesen seien und dadurch bei Menschen er-
hebliche Verletzungen in Kauf genommen. Die Beschuldigten hätten mithin wis-
sentlich und willentlich sowie in verbrecherischer Absicht gehandelt (TPF pag. 
2.100.003 ff.). 

1.2 Die beiden Beschuldigten sind bezüglich des angeklagten Sachverhalts grund-
sätzlich geständig. Anders als in der Anklage behauptet habe jedoch A. den Böl-
ler nicht in die Menschenmenge geworfen, sondern aus der Hand senkrecht (ca. 
in einem 80° bis 90°-Winkel) nach oben abgefeuert, wo er unter freiem Himmel 
20 – 30 Metern über dem Boden in der Luft detoniert sei. Die Abstände zu den 
anwesenden Personen seien eingehalten worden. Die Flugbahn sei nicht geneigt 
gewesen und es sei niemand geschädigt oder verletzt worden (vgl. Urteil 
SK.2021.39 E. 4.1.1; BA pag. 13-01-0020). 

1.3 Die Vorinstanz erachtete den äusseren Anklagesachverhalt unter dem Vorbehalt 
als erstellt, dass der pyrotechnische Gegenstand «Color Thunder King» von kei-
nem der Beschuldigten in eine Menschenmenge «geworfen» worden, sondern 
vom Beschuldigten A. in der Hand gehalten und vom Beschuldigten B. angezün-
det worden sei, woraufhin die Bombette den Blitzknallsatz senkrecht mit leichter 
Neigung in die Luft freigesetzt habe. Das gemeinsame, arbeitsteilige Vorgehen 
der Beschuldigten wurde bejaht (vgl. Urteil SK.2021.39 E. 4.1.3). Gemäss Kurz-
bericht des FOR vom 31. August 2020 gehöre der tatgegenständliche Color 
Thunder King (Nettoexplosivmasse 5.4 g) in die Kategorie F3 der Feuerwerks-
körper, deren Abgabe an Minderjährige verboten sei, wobei die Sicherheitsab-
stände 15 bis 25 m betragen würden. Da sich beim Abfeuern des Böllers im Ra-
dius von 10 m noch mindestens 5 weitere Personen – die genaue Zahl habe nicht 
rekonstruiert werden können – aufgehalten hätten, sei von einer unsachgemäs-
sen Verwendung zum Zwecke der Zerstörung im Sinne von Art. 224 Abs. 1 StGB 
auszugehen. Die Vorinstanz bejahte bei beiden Beschuldigten aufgrund der Art 

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der Zündung des Böllers den Gefährdungsvorsatz (mindestens Eventualvorsatz), 
verneinte jedoch beidseits eine verbrecherische Absicht und erachtete entspre-
chend Art. 225 StGB als anwendbar. Aufgrund der Art der Zündung und der Ex-
plosion in genügender Höhe im Freien, die zu keinen Sach- oder Personenschä-
den geführt hätten, stufte sie den Vorfall im Sinne von Art. 225 Abs. 2 StGB als 
leicht ein (vgl. Urteil SK.2021.39 E. 4.2-4.4.4). 

2. Massgeblicher Sachverhalt 

Gemäss Art. 10 Abs. 3 StPO geht das Gericht von der für die beschuldigte Per-
son günstigeren Sachlage aus, wenn unüberwindliche Zweifel daran bestehen, 
dass die tatsächlichen Voraussetzungen der angeklagten Tat erfüllt sind. Diese 
Bestimmung konkretisiert den verfassungsmässigen Grundsatz der Unschulds-
vermutung («in dubio pro reo»; Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK). Sie 
verbietet es, bei der rechtlichen Würdigung eines Straftatbestands von einem be-
lastenden Sachverhalt auszugehen, wenn nach objektiver Würdigung der ge-
samten Beweise ernsthafte Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt tatsächlich 
so verwirklicht hat, oder wenn eine für die beschuldigte Person günstigere Tat-
version vernünftigerweise nicht ausgeschlossen werden kann. Auf der anderen 
Seite kann keine absolute Gewissheit verlangt werden; abstrakte und theoreti-
sche Zweifel sind kaum je ganz auszuräumen (BGE 144 IV 345 E. 2.2.1 mit wei-
teren Hinweisen). Der Nachweis kann mittels direkten oder indirekten Beweises 
erbracht werden. Bei Letzterem (sog. «lndizienbeweis») wird aus bestimmten 
Tatsachen, die nicht unmittelbar rechtserheblich, aber bewiesen sind (Indizien), 
auf die zu beweisende, unmittelbar rechtserhebliche Tatsache geschlossen. Eine 
Mehrzahl von Indizien, welche für sich alleine nur mit einer gewissen Wahr-
scheinlichkeit auf die Täterschaft oder die Tat hinweisen, können in ihrer Ge-
samtheit ein Bild erzeugen, das bei objektiver Betrachtung keine Zweifel beste-
hen lässt, dass sich der Sachverhalt so verwirklicht hat (Urteil des Bundesge-
richts 6B_1427/2016 vom 27. April 2017 E. 3 mit weiteren Hinweisen; Urteil der 
Strafkammer des Bundesstrafgerichts SK.2018.26 vom 9. August 2018 
E. 3.4.4.4). Der Indizienbeweis ist dem direkten Beweis gleichgestellt (BGE 144 
IV 345 E. 2.2.3.4; Urteil des Bundesgerichts 6B_360/2016 vom 1. Juni 2017 
E. 2.4; BGE 143 IV 361 sowie Urteil des Bundesgerichts 6B_332/2009 vom 
4. August 2009 E. 2.3; je mit Hinweisen). Sachverhaltsalternativen sind nur zu 
prüfen, wenn die Indizienlage widersprüchlich oder ambivalent ist (BGE 144 IV 
345 E. 2.2.3.7). 

 

 

- 12 - 

2.1 Beweismittel 

2.1.1 Neben Aussagen der Beschuldigten und der Zeugin C. (vgl. infra E. II.2.1.4), er-
scheint dem Gericht besonders die von der Zeugin C. aufgenommene Videose-
quenz des Vorfalls einschlägig (BA pag. 13-02-0037). 

2.1.2 Aussagen des Beschuldigten A. 

2.1.2.1 Die Aussagen des Beschuldigten A. im Vorverfahren und vor Vorinstanz lauten 
sinngemäss und im Wesentlichen wie folgt: Er habe sich mit seinen Kollegen 
damals aus Partygründen zum OFFA-Gelände begeben, wobei B. zwei oder drei 
Böller dabeigehabt habe. B. habe ihm ohne spezielle Bemerkung einen Böller in 
die Hand gedrückt. Er selber habe diesen einzigen Böller dann aus der Hand 
abgefeuert. Dieses Feuerwerk habe er aus früheren Zeiten (1. August und Sil-
vester) gekannt, da er es schon «hunderte Male» abgefeuert hätte. Er sei davon 
ausgegangen, gewusst zu haben, was passieren würde. B. habe den von ihm 
(A.) in der Hand gehaltenen Böller angezündet. Die Zündung sei jedoch vorgän-
gig nicht geplant gewesen, sondern aus einer Spontanaktion resultiert, wobei Al-
kohol eine Rolle gespielt habe. Er habe nicht gewollt, dass der Böller die Men-
schenmenge treffe, weshalb er ihn mit einer Armlänge Abstand in einem 80° bzw. 
90°-Winkel nach oben in die Luft geschossen habe, wo er unter freiem Himmel 
in 20-30 Meter Höhe detoniert sei, wo es niemanden habe treffen können. Dass 
er den Böller in die Menschenmenge geworfen habe, sei klar unzutreffend. Sie 
hätten Sicht in Richtung Schützengartenstand und Moststube gehabt und daher 
einschätzen können, dass niemand in unmittelbarer Nähe gestanden habe und 
entsprechend gefährdet gewesen wäre. Er erinnere sich nicht mehr genau, ob er 
sich im Moment der Zündung Gedanken gemacht habe, dass möglicherweise 
Personen gefährdet werden könnten. Durch das fast senkrechte Abfeuern in die 
Luft sei er davon ausgegangen, dass gerade keine solche Gefährdung bestehe 
(er habe aus seinem Blickfeld die ganze Umgebung gesehen) – dies auch auf-
grund seiner Erfahrung bzw. Übung mit der Zündung dieser Art von Feuerwerk. 
Er habe nicht damit gerechnet, dass daraus ein so grosses Verfahren entstehen 
würde bzw. dass es «so grob» ausgehen könnte (BA pag. 13-01-007, 0017, 0022 
ff. und 0027; TPF pag. 2.731.004 und 006 f.).  

2.1.2.2 Anlässlich der Berufungsverhandlung bestätigte er seine bisherigen Aussagen 
und präzisierte diese dahingehend, dass die Idee zur Zündung wohl von beiden 
gekommen sei, vermutlich aus Spass, wobei er sich jedoch nicht mehr genau an 
das Motiv erinnere. Bei seinen vorherigen Erfahrungen mit dem Zünden von 
«Thunder Kings» an 1. August und Silvester habe er den Böller mehrheitlich vom 
Boden aus, jedoch auch schon aus der Hand gezündet, insgesamt schon ca. 40 
bis 50 Male. Andere pyrotechnische Gegenstände habe er auch schon gezündet, 

- 13 - 

meist auf offenem Feld in der Umgebung von Z. oder vor dem Haus auf einer 
Privatstrasse. Er sei sich der Sicherheitsmassnahmen (Abstände, Zündung vom 
festen Boden aus) und der grundsätzlichen Gefährdung von Menschen und Sa-
chen durchaus bewusst gewesen. Er habe bei der Zündung aber gerade in die 
Luft gezielt und nicht auf Personen oder Gegenstände, sodass nichts hätte pas-
sieren können (CAR pag. 7.401.005 – 010). 

2.1.3 Aussagen des Beschuldigten B. 

2.1.3.1 Der Beschuldigte B. äusserte sich im Vorverfahren, vor Vorinstanz und anlässlich 
der Berufungsverhandlung sinngemäss und im Wesentlichen wie folgt: Er habe 
damals auf dem Weg an die OFFA zufällig drei Böller mit sich getragen. Seinem 
Kollegen A. habe er damals einen solchen auf dessen Verlangen hin ohne zu 
zögern ausgehändigt. Dies sei eine Spontanaktion, ohne vorherige Planung ge-
wesen. Er habe A., der ihn «ums Verrecken» habe zünden wollen noch gewarnt, 
diesen nicht in der Menschenmenge zu zünden. Da A. kein Feuer gehabt habe, 
habe er (B.) ihn in der Hand von A. angezündet. Er sei sich der Gefährlichkeit 
bewusst gewesen, im Umkreis von 6-8 Metern habe sich jedoch niemand aufge-
halten, erst weiter vorne im Schützengarten und der Knall sei in ca. 10 – 20 Me-
tern Höhe erfolgt. Es stimme klarerweise nicht, dass der Böller nach vorne ge-
gangen sei. A. habe ihn senkrecht bzw. 80° leicht schräg in den Himmel hochge-
schossen. Auch er kenne diese Art Feuerwerkskörper von früher, hätte ihn be-
reits verwendet, kenne die Warnhinweise und Sicherheitsabstände bei Zündung 
und sei sich der grundsätzlichen Gefährdung für Menschen und Sachen bewusst. 
Aufgrund der Zielrichtung gegen oben sei eine Verletzungsgefahr jedoch ausge-
schlossen gewesen (BA pag. 13-02-0001 f.; TPF pag. 2.732.004 - 007). 

2.1.3.2 Anlässlich der Berufungsverhandlung bestätigte B. seine Aussagen und präzi-
sierte diese dahingehend, dass er auch zuvor schon zusammen mit A. am 1.  Au-
gust und Silvester derartige Böller gezündet habe. Die im Video von C. ersichtli-
chen Personen (seines Erachtens in mehr als 10 Meter Distanz daneben bzw. 
nach vorne) habe er damals nicht gesehen. Nach dem Anzünden habe er sich 
entfernt, um sich in Sicherheit zu begeben. Diese Art von Zündung aus der Hand 
durch A. sei vorher nicht so abgesprochen gewesen. Er halte das für gefährlich 
und würde das selber so nicht machen, aus Angst vor dem Brennen, der Zünd-
schnur und den Funken. Er sei dann zwar davon ausgegangen, dass A. den Böl-
ler aus der Hand zünden würde, einen Warnhinweis habe er ihm aber nicht ge-
geben. Dadurch, dass der Böller senkrecht in die Luft gegangen sei, seien seines 
Erachtens Personen- oder Sachschäden ausgeschlossen gewesen. Mit seiner 
Erfahrung habe A. gewusst, wohin er schiessen müsse, um niemanden zu ver-
letzen (CAR pag. 7.402.005 - 010).  

- 14 - 

2.1.4 Aussagen und Darstellung der Zeugin C. 

2.1.4.1 Zeugin C. gab anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung an, mit den Be-
schuldigten mit dem Zug zur OLMA gefahren zu sein, wobei sie unterwegs auch 
schon etwas getrunken hätten. Dann hätten sie sich mit anderen Freunden auf 
dem Vorplatz der OLMA-Halle getroffen. Sie hätten sich verabredet, um etwas 
Alkohol zu trinken. Irgendwann sei es dann zu diesem Vorfall gekommen, da sich 
die beiden Beschuldigten dazu entschlossen hätten, diesen Böller zu zünden. 
Sie habe gewusst, dass B. Böller auf sich getragen habe, aber es sei eine «spon-
tane Sache» gewesen. Sie habe das Ereignis gefilmt, weil sie es damals als lus-
tige Idee gefunden habe, davon ein Video zu drehen. Der Böller sei gerade in 
den Himmel hochgegangen bzw. gerade nach oben geflogen. Die Ausschuss-
bombette sei dabei senkrecht gehalten worden, eine geneigte Flugbahn habe sie 
nicht festgestellt. Im Moment des Abfeuerns sei sie im Abstand von 5 bis maximal 
10 Meter vor den beiden Beschuldigten gestanden. Im Umkreis seien nur verein-
zelt fremde Personen gewesen, aber diese seien denn auch aus dem Weg ge-
gangen. Es handle sich dabei um allerhöchstens fünf Personen, die ebenfalls im 
Abstand 5 bis 10 Meter entfernt gewesen seien. Wie viele Leute hinter ihr ge-
standen seien wisse sie nicht. Die Personen beim Schützengarten hätten sich 15 
bis 20 Meter entfernt aufgehalten. Reaktionen auf die Zündung von anwesenden 
Personen habe sie nicht wahrgenommen (TPF pag. 2.761.003-006). 

2.1.4.2 Aus der Skizzen-Zeichnung der Zeugin C. auf dem Fotoblatt anlässlich der Haupt-
verhandlung ist ersichtlich, dass der Blitzknallsatz nicht in Richtung Menschen-
menge, sondern fast senkrecht nach oben in leichter Neigung geflogen sei (TPF 
pag. 2.721.023). Auf entsprechende Vorhalte hin hielt sie fest, dass sie im Ver-
gleich zu den von den Beschuldigten auf dem Fotoblatt im Vorverfahren einge-
zeichneten Standorte, Detonationspunkte (Explosion) sowie Abstände bzw. Dis-
tanzen in ihrer Darstellung keine gravierenden Unterschiede erkenne (TPF pag. 
2.761.006 f.). 

  

- 15 - 

2.2 Beweisergebnis 

Aufgrund der Aussagen der Beschuldigten A. und B. sowie der Zeugin C. ist er-
wiesen, dass A. und B. anlässlich der Frühlings- und Trendmesse OFFA am 14. 
April 2018 um 22:33 Uhr auf dem Aussenbereich der OLMA-Messen gemeinsam 
den pyrotechnischen Gegenstand «Color Thunder King» zündeten. Im Sinne der 
vorinstanzlichen Feststellungen wurde der pyrotechnische Gegenstand von den 
Beschuldigten nicht in eine Menschenmenge «geworfen», sondern von A. senk-
recht mit leichter Neigung aus der Hand nach oben abgefeuert, wo die Bombette 
den Blitzknallsatz in der Luft freisetzte. Beim Abfeuern hielt A. den Böller in der 
Hand, während B. ihn anzündete und sich dann entfernte. Es ist erstellt, dass die 
Beschuldigten bei der Zündung des Böllers gemeinsam handelten und arbeits-
teilig vorgingen. Gestützt werden die Angaben der Beschuldigten sowie der Zeu-
gin von der von ihr aufgenommenen Videosequenz des Vorfalls. Auf dieser ist 
ersichtlich, wie A. den von B. angezündeten Color Thunder King bis zur Detona-
tion in der Hand hält. Dabei befindet er sich (aus Kameraperspektive betrachtet) 
rechts von den mobilen Toiletten. Auf der Grundlage der Aussagen der Zeugin 
C. ist nachgewiesen, dass sich im Umkreis des Zündungsortes mindestens fünf 
weitere Personen im Umkreis von 5 bis 10 Meter aufhielten. Auf der Videose-
quenz ist zudem ersichtlich, wie sich zwei Personen während des Zündungsvor-
gangs entfernen und sich eine zusätzliche Person in eines der nahen Toiletten-
häuschen begibt. Anschliessend ist erkennbar, wie die Bombette den Blitzknall-
satz senkrecht mit leichter Neigung in den Himmel freisetzt. Dabei lässt sich 
ebenfalls erkennen, dass sich der Arm des Beschuldigten A., mit welchem er den 
Color Thunder King hält, im Moment der Zündung wohl aufgrund des Rückstos-
ses bewegt. Im Moment der Zündung ist ebenfalls ein Knall zu hören sowie da-
nach das Johlen der drei Beteiligten (A., B., C.) (BA pag. 13-02-0037). 

3. Rechtliche Würdigung: Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in 
verbrecherischer Absicht nach Art. 224 StGB 

Nach Art. 224 Abs. 1 StGB macht sich strafbar, wer vorsätzlich und in verbreche-
rischer Absicht durch Sprengstoffe oder giftige Gase Leib und Leben von Men-
schen oder fremdes Eigentum in Gefahr bringt. 

3.1 Elemente des objektiven Tatbestands 

3.1.1 Der Sprengstoffbegriff gemäss Art. 224 Abs. 1 StGB deckt sich im Wesentlichen 
mit dem Begriff im Bundesgesetz über explosionsgefährliche Stoffe vom 25. März 
1977 (Sprengstoffgesetz, SprstG; SR 941.41). Als Sprengstoffe gelten gemäss 
Art. 5 Abs. 1 SprstG einheitliche chemische Verbindungen oder Gemische sol-

- 16 - 

cher Verbindungen, die durch Zündung, mechanische Einwirkung oder auf an-
dere Weise zur Explosion gebracht werden können und die wegen ihrer zerstö-
renden Kraft, sei es in freier oder verdämmter Ladung, schon in verhältnismässig 
geringer Menge gefährlich sind. Darunter fallen Stoffe gemäss Art. 2 der Verord-
nung über explosionsgefährliche Stoffe vom 27. November 2000 (Spreng-
stoffverordnung, SprstV; SR 941.411). Nicht unter den Sprengstoffbegriff fallen 
Molotow-Cocktails (Brandwurfkörper) und Stoffe nach Art. 5 Abs. 2 lit. a SprstG 
(explosionsfähige Gase, Dämpfe von flüssigen Brennstoffen sowie andere 
Stoffe, die erst nach einer Vermischung mit Luft explodieren), lit. b (bei der Her-
stellung chemischer Produkte verwendete Hilfsstoffe oder entstehende Zwi-
schenerzeugnisse, die explosionsgefährlich sind, aber diese Eigenschaft vor Ab-
schluss des Produktionsverfahrens verlieren) und lit. c (explosionsfähige Erzeug-
nisse und Präparate, die nicht zu Sprengzwecken hergestellt und in den Handel 
gebracht werden). Die Definition in Art. 5 Abs. 1 SprstG gilt im Wesentlichen auch 
für die Art. 224-226 StGB, wobei das Merkmal der zerstörerischen Kraft entschei-
dend ist (BGE 104 IV 232 E. Ia; BGE 103 IV 241 E. I.1; Urteil der Strafkammer 
des Bundesstrafgerichts SK.2015.28 vom 7. April 2016 E. 4.1; TRECH-
SEL/CONINX, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 4. Aufl. 2021, 
Art. 224 StGB N. 2; ROELLI, Basler Kommentar, 4. Aufl. 2019, Art. 224 StGB N. 4). 
Feuerwerkskörper und andere gebrauchsfertige Erzeugnisse mit einem Explosiv- 
oder Zündsatz, die nicht zum Sprengen bestimmt sind, gelten als pyrotechnische 
Gegenstände (Art. 7 SprstG). Sie fallen nicht unter den Sprengstoffbegriff von 
Art. 5 SprstG. Pyrotechnische Gegenstände sind daher grundsätzlich nicht als 
Sprengstoff im Sinne von Art. 224 Abs. 1 StGB zu qualifizieren. Ausgenommen 
sind Erzeugnisse, die besonders grosse Zerstörungen bewirken oder zum Zwe-
cke der Zerstörung verwendet werden (Urteile des Bundesgerichts 6B_79/2019 
vom 5. August 2019 E. 1.5.1; 6B_1248/2017 vom 21. Februar 2019 E. 4.2.5; 
6B_299/2012 vom 20. September 2012 E. 2.2; BGE 104 IV 232 E. 1a; Urteile der 
Strafkammer des Bundesstrafgerichts SK.2017.17 vom 9. August 2017 E. 4.1.1; 
SK.2015.28 vom 7. April 2016 E. 4.2). 

3.1.2 Art. 224 StGB ist ein konkretes Gefährdungsdelikt und setzt objektiv voraus, dass 
der Täter durch Sprengstoffe oder giftige Gase Leib und Leben von Menschen 
oder fremdes Eigentum konkret in Gefahr bringt (Urteile des Bundesgerichts 
6B_79/2019 vom 5. August 2019 E. 1.2.2; 6B_1248/2017 vom 21. Februar 2019 
E. 4.2.5; BGE 115 IV 111 E. 3b; 103 IV 241 E. I.1). Die konkrete Gefährdung ist 
gegeben, wenn eine Verletzung nicht nur möglich, sondern nach dem gewöhnli-
chen Lauf der Dinge wahrscheinlich ist (Urteil des Bundesgerichts 6B_79/2019 
vom 5. August 2019 E. 1.2.2; BGE 103 IV 241 E. I.1). Massgebend sind die tat-
sächlichen Umstände des konkreten Falles. Die Gefahr muss nicht einer Mehr-
zahl von Personen oder Sachen von grosser Substanz gelten; es genügt die ge-
zielte Gefährdung eines Menschen oder einer fremden Sache, aber gemäss der 

- 17 - 

jüngsten bundesgerichtlichen Rechtsprechung ausschliesslich unter der Voraus-
setzung, dass sie nicht im Voraus individuell bestimmt, sondern vom Zufall aus-
gewählt ist. Die besondere Verwerflichkeit des gemeingefährlichen Delikts wird 
erst dadurch begründet, dass die Opfer unbeteiligte Drittpersonen sind, die nicht 
individuell ausgewählt wurden und für den Täter als Repräsentanten der Allge-
meinheit erscheinen. Demnach muss die Unbestimmtheit nicht in der Zahl der 
betroffenen Rechtsgüter liegen, sondern darin, welche Rechtsgüter überhaupt in 
Gefahr geraten. Um die Allgemeinheit zu repräsentieren, müssen die Rechtsgü-
ter vom Zufall ausgewählt sein, selbst wenn im Augenblick des Angriffs bereits 
feststeht, wen es treffen kann (Urteil des Bundesgerichts 6B_795/2021 vom 
27. April 2022 E. 2 f.). Wie die Gefährdung zu erfolgen hat, umschreibt das Ge-
setz nicht. Für die Erfüllung des Tatbestandes genügt jeder wie auch immer ge-
artete Umgang mit Sprengstoff oder giftigen Gasen, sofern nur der Gefährdungs-
erfolg eintritt (Urteile des Bundesgerichts 6B_79/2019 vom 5. August 2019 
E. 1.2.2; 6B_1248/2017 vom 21. Februar 2019 E. 4.2.5 mit Hinweisen). Aller-
dings ist bezüglich der Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase im Sinne 
von Art. 224 Abs. 1 StGB angesichts der hohen Strafdrohung und des Umstands, 
dass der Tatbestand schon im Falle der Gefährdung einer einzigen, individuell 
bestimmten Person erfüllt sein kann, eine eher grosse Wahrscheinlichkeit der 
Verletzung von Leib, Leben sowie Eigentum und damit eine eher nahe Gefahr 
erforderlich (Urteile des Bundesgerichts 6B_79/2019 vom 5. August 2019 
E. 1.2.2; 6B_1248/2017 vom 21. Februar 2019 E. 4.4.2 mit Hinweisen). 

3.2 Elemente des subjektiven Tatbestands 

Der subjektive Tatbestand von Art. 224 Abs. 1 StGB setzt einerseits den Gefähr-
dungsvorsatz und anderseits ein Handeln in verbrecherischer Absicht voraus 
(«Doppelvorsatz»; Urteil des Bundesgerichts 6B_79/2019 vom 5. August 2019 
E. 1.7.2). 

3.2.1 Gefährdungsvorsatz 

Der Gefährdungsvorsatz im Sinne von Art. 224 Abs. 1 StGB liegt vor, sobald der 
Täter die Gefahr kennt und trotzdem handelt. Wer in diesem Bewusstsein han-
delt, will die Gefahr auch. Nicht erforderlich ist, dass der Täter die Verwirklichung 
der Gefahr, sei es auch nur eventuell, gewollt hat (Urteile des Bundesgerichts 
6B_79/2019 vom 5. August 2019 E. 1.2.3; 6B_1248/2017 vom 21. Februar 2019 
E. 4.2.5 und 4.5.3; 6B_913/2016 vom 13. April 2017 E. 1.1.1; 6B_1038/2009 vom 
27. April 2010 E. 1.2, nicht publiziert in: BGE 136 IV 76, mit Hinweisen; BGE 103 
IV 241 E. I.1). 

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3.2.2 Verbrecherische Absicht insbesondere (Unterscheidungsmerkmal zwi-
schen Art. 224 und 225 StGB) 

3.2.2.1 Nach allgemeinem Verständnis bezieht sich die verbrecherische Absicht auf das 
Handlungsziel des Täters. Dieses muss in der Verwirklichung eines (anderen) 
Verbrechens oder – über den Wortlaut hinaus – Vergehens bestehen; eine an-
gestrebte Übertretung reicht dagegen nicht aus (Botschaft des Bundesrates vom 
31. März 1924 an die Bundesversammlung über den Entwurf zu einem Bundes-
gesetz betr. den verbrecherischen Gebrauch von Sprengstoffen und giftigen Ga-
sen [hiernach: Botschaft], BBl 1924 I 589, 596; ROELLI, a.a.O., Art. 224 StGB N. 
9; TRECHSEL/CONINX, a.a.O., Art. 224 StGB N. 7). Die verbrecherische Absicht 
besteht mithin darin, dass der Täter den Sprengstoff einsetzt, um vorsätzlich ein 
darüberhinausgehendes Verbrechen oder Vergehen zu verüben (Urteile des 
Bundesgerichts 6B_79/2019 vom 5. August 2019 E. 1.2.3; 6B_1248/2017 vom 
21. Februar 2019 E. 4.2.5). Das Bundesgericht stellte in seinem jüngsten Urteil 
allerdings fest, dass die Rechtsprechung des Bundesstrafgerichts bezüglich 
Art. 224 StGB, insbesondere in der Frage nach der konkreten Gefährdung an-
hand der Individual- oder der Repräsentationstheorie, uneinheitlich sei (Urteil des 
Bundesgerichts 6B_795/2021 vom 27. April 2022 E. 2.5). Diese Uneinheitlichkeit 
lässt sich auch im Hinblick auf den subjektiven Tatbestandsmerkmal der verbre-
cherischen Absicht in der eventualvorsätzlichen Variante im Zusammenhang mit 
dem Umgang mit pyrotechnischen Gegenständen, welche grosse Zerstörungen 
bewirken oder zum Zwecke der Zerstörung verwendet werden, feststellen. Auf-
grund dessen bedarf es folgender präzisierender Ausführungen: 

3.2.2.2 Die Sprengstofftatbestände von Art. 224 bis 226 StGB wurden vom früheren 
Sprengstoffgesetz vom 19. Dezember 1924 ins StGB übernommen. Der bundes-
rätliche Entwurf vom 31. März 1924 zu einem Bundesgesetz betr. den verbre-
cherischen Gebrauch von Sprengstoffen und giftigen Gasen (Botschaft, 
BBl 1924 I 589, 601 ff.) unterschied lediglich zwischen der vorsätzlichen Gefähr-
dung durch Sprengstoffe und giftige Gase (Art. 1 des Entwurfs) und der fahrläs-
sigen Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase (Art. 3 des Entwurfs). Die 
geltende zusätzliche Unterscheidung zwischen der vorsätzlichen Gefährdung 
durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht (Art. 224 StGB) 
bzw. ohne verbrecherische Absicht (Art. 225 StGB) wurde vom Parlament ins 
Gesetz aufgenommen. Sie geht auf eine Intervention der Verbände der schwei-
zerischen Sprengstofffabrikanten und der schweizerischen Baumeister zurück. 
Diese machten damals darauf aufmerksam, dass die Natur ihres Betriebs es mit 
sich bringe, dass Vorgesetzte und Arbeiter sich ununterbrochen vorsätzlich in 
Gefahr setzen. Sie wehrten sich dagegen, dass für sie der gleiche Strafrahmen 
gelten solle wie für Anarchisten und Bombenattentäter (Sten.Bull. 1924 N 587, 
589; 1924 S. 391 f.; Urteil des Bundesgerichts 6B_79/2019 vom 5. August 2019 

- 19 - 

E. 1.7.2). Aus den parlamentarischen Beratungen geht hervor, dass der Gesetz-
geber mit der Tatbestandsvoraussetzung der verbrecherischen Absicht verhin-
dern wollte, dass auch Personen, die im Rahmen einer beruflichen Tätigkeit an 
sich legal mit Sprengstoff umgehen (bspw. Leiter und Arbeiter von Spreng-
stofffabriken und Bauunternehmungen), dabei aber bewusst eine Gefahr für Leib 
und Leben Dritter schaffen, unter den Verbrechenstatbestand von Art. 1 des bun-
desrätlichen Entwurfs fallen und damit zwingend mit einer Zuchthausstrafe zu 
bestrafen sind (Sten.Bull. 1924 N 586 ff.; 1924 S. 391 ff.; Urteil des Bundesge-
richts 6B_79/2019 vom 5. August 2019 E. 1.7.2). Als Beispiele wurde der Che-
mieprofessor erwähnt, der in seinem Labor im Hinblick auf eine bedeutende Er-
findung ein gewagtes Experiment vornimmt, mit welchem er jedoch eine Lebens-
gefahr für Dritte schafft, oder der Arbeiter, der bei einer Wasserleitung im Graben 
eine Mine legt, danach im Wissen um die damit einhergehende Gefahr für Dritte 
jedoch seinen Arbeitsplatz verlässt (Sten.Bull. 1924 N 587; 1924 S. 392; Urteil 
des Bundesgerichts 6B_79/2019 vom 5. August 2019 E. 1.7.2). 

3.2.2.3 Ziel der Unterscheidung zwischen der Tatbegehung in verbrecherischer Absicht 
bzw. ohne verbrecherische Absicht war es, Personen milder zu bestrafen, die 
nichts Schlechtes bzw. Übles tun wollten, in ihrem legitimen Beruf, z.B. in der 
Sprengstofffabrik selbst, in einem Unternehmen, wo mit Sprengstoff hantiert wird, 
oder in einem chemischen Laboratorium, jedoch Sprengstoffe gebrauchen und 
dabei bewusst eine Gefahr setzen (Votum Bundesrat Häberlin, Sten.Bull. 1924 
N 591; Urteil des Bundesgerichts 6B_79/2019 vom 5. August 2019 E. 1.7.2). Der 
Gesetzgeber entschied sich daher einerseits für die Unterscheidung zwischen 
der verbrecherischen Handlung mit Doppelvorsatz (geltender Art. 224 StGB) und 
andererseits dem reinen Gefährdungsdelikt (geltender Art. 225 StGB) (Votum 
Bundesrat Häberlin, Sten.Bull. 1924 N 591; Urteil des Bundesgerichts 
6B_79/2019 vom 5. August 2019 E. 1.7.2). Der Tatbestand der Gefährdung durch 
Sprengstoffe in verbrecherischer Absicht gelangt gemäss dem bundesrätlichen 
Votum zur Anwendung, wenn der Täter «in böser Absicht» mit Sprengstoff han-
tiert, auch wenn er vielleicht nur eine untergeordnete Bosheit im Sinne hatte, 
Spektakel machen oder eine Lausbuberei verüben wollte in seinem Dorf (Votum 
Bundesrat Häberlin, Sten.Bull. 1924 N 591; Urteil des Bundesgerichts 
6B_79/2019 vom 5. August 2019 E. 1.7.2). Anlässlich der parlamentarischen Be-
ratungen wurde verschiedentlich betont, dass mit verbrecherischer Absicht im 
Sinne von Art. 224 StGB auch handle, wer eine strafbare Handlung begehen 
wolle und dazu Sprengstoff gebrauche, nicht jedoch derjenige, der mit Spreng-
stoff an sich legal umgehe dabei aber wissentlich eine Gefahr für Leib, Leben 
oder Eigentum Dritter schaffe (Voten Müller, Sten.Bull. 1924 N 592; Affolter, 
Sten.Bull. 1924 N 593 und 597; Lachenal, Sten.Bull. 1924 N 594 und 598; Urteil 
des Bundesgerichts 6B_79/2019 vom 5. August 2019 E. 1.7.2). 

- 20 - 

3.2.2.4 In verbrecherischer Absicht handelt nach der jüngsten bundesgerichtlichen 
Rechtsprechung auch, wer nicht rechtmässig und sachgerecht Sprengstoff ein-
setzt und dabei – aufgrund der gesetzten Gefahr – eventualvorsätzlich in Kauf 
nimmt, dass es zu einer Körperverletzung oder Sachbeschädigung kommt. Ge-
stützt auf den Willen des historischen Gesetzgebers zieht das Bundesgericht die 
Schlussfolgerung, dass unter Art. 225 StGB fällt, wer bei einer rechtmässigen 
Handhabung von Sprengstoff z.B. zu industriellen oder Forschungszwecken Per-
sonen oder fremdes Eigentum gefährdet, aber nicht verletzen will. Zu denken ist 
dabei nicht nur an den Chemieprofessor, der in seinem Labor im Hinblick auf eine 
bedeutende Erfindung ein gewagtes Experiment vornimmt, mit welchem er je-
doch eine Lebensgefahr für Dritte schafft, oder den Arbeiter, der eine Mine legt, 
sondern zum Beispiel auch an den Eigentümer, der ein ihm gehörendes Objekt 
(z.B. einen Wurzelstock) zur Beseitigung sprengen will und der dabei Leib, Leben 
oder Eigentum Dritter wissentlich gefährdet. Nicht auf Art. 225 StGB berufen 
kann sich demgegenüber, wer Leib, Leben oder Eigentum Dritter durch Spreng-
stoff ohne legalen Zweck einer konkreten Gefahr aussetzt, wenn er dabei in Kauf 
nimmt, dass es aufgrund der gesetzten Gefahr zu einer Körperverletzung oder 
Sachbeschädigung kommt. Auch wer mit dem eigentlichen Ziel handelt, Perso-
nen zu erschrecken, nicht jedoch zu verletzen, ist daher nach Art. 224 StGB und 
nicht nach Art. 225 StGB strafbar, wenn er durch die von ihm gesetzte Gefahr 
eine Verletzung von Person oder Eigentum eventualvorsätzlich in Kauf nimmt 
(Urteil des Bundesgerichts 6B_79/2019 vom 5. August 2019 E. 1.7.2 mit weiteren 
Hinweisen). Sodann handelt der Täter dem Bundesgericht zufolge mit verbreche-
rischer Eventualabsicht, wenn ihn die Aussicht auf den bloss möglichen, nicht 
sicheren Eintritt des Erfolges nicht von der bewussten und gewollten Begehung 
der Tat abhält (Urteile des Bundesgerichts 6B_79/2019 vom 5. August 2019 
E. 1.2.3; 6B_1248/2017 vom 21. Februar 2019 E. 4.6.3 und 4.6.4). 

3.2.2.5 Diese höchstrichterliche Rechtsprechung findet in der Lehre keine ungeteilte Zu-
stimmung. Einerseits stösst die Auffassung, für die Annahme einer verbrecheri-
schen Absicht genüge bereits Eventualabsicht, auf Kritik. Anderseits wird die Be-
schränkung möglicher Anwendungsfälle von Art. 225 StGB auf berufliche Tätig-
keiten und auf «Unfälle» wegen unsachgemässer Handhabung nicht umfassend 
geteilt (CORBOZ, Les infractions en droit suisse II, 3. Aufl. 2010, Art. 225 StGB 
N. 7; PAREIN-REYMOND/PAREIN/VUILLE, Commentaire romand, 2. Aufl. 2017, 
Art. 225 StGB N. 5; DUPUIS, Petit commentaire, 2017, Art. 225 StGB N. 10). Ge-
mäss DUPUIS soll Art. 225 StGB auch anwendbar sein, wenn der Täter mit der 
Tat herausfordern, überraschen oder schockieren will («[…] ou encore par défi, 
pour surprendre ou pour choquer»). DONATSCH/THOMMEN/WOHLERS vertreten 
die Ansicht, Art. 225 StGB sei ebenfalls auf denjenigen Täter anzuwenden, der 
etwa zum Vergnügen mit Sprengstoffen hantiert und dabei um die entstehende 
Gefahr weiss, ohne dabei jedoch weitergehende, verbrecherische Absichten zu 

- 21 - 

hegen (DONATSCH/THOMMEN/WOHLERS, Strafrecht IV, Delikte gegen die Allge-
meinheit, 5. Aufl. 2017, §10, S. 50). 

3.2.2.6 Gemäss vorangehender Erörterung der in der Lehre kritisierten Rechtsprechung 
spitzt sich die Beurteilung, ob eine verbrecherische Absicht in der eventualvor-
sätzlichen Variante vorliegt oder nicht, auf die Frage nach der Rechtmässigkeit, 
aber insbesondere der Sachgerechtigkeit des Einsatzes des Sprengstoffs zu. Zur 
Illustration der durchzuführenden Abgrenzung führen sowohl der Gesetzgeber 
als auch das Bundesgericht verschiedene Fallkonstellationen an, auf die entwe-
der Art. 224 StGB oder Art. 225 StGB angewendet werden sollen. Worin aber der 
Unterschied zwischen den angeführten Fallgruppen liegen soll und bei welchem 
Einsatz von Sprengstoff ein legaler bzw. illegaler Zweck verfolgt wird, wird aller-
dings weder vom Gesetzgeber noch vom Bundesgericht näher erklärt. Denn al-
len genannten Beispielen ist gemein, dass durch Hantieren mit Sprengstoff eine 
Gemeingefahr geschaffen wird und das jeweilige Verhalten von einer Gefähr-
dungsabsicht getragen ist. Der unausgesprochene Unterschied zwischen den 
gegenübergestellten Fallkonstellationen liegt in der mitschwingenden Annahme, 
dass die Akteure in den Fällen, welche gemäss Gesetzgeber und Bundesgericht 
unter Art. 225 StGB fallen, wohl darum bemüht sein werden, trotz der von ihnen 
geschaffenen Gefahr keine weitergehenden und damit verbrecherischen Schä-
digungen zuzulassen bzw. geeignete Vorkehrungen zur Vorbeugung von Perso-
nen- und Sachschäden zu ergreifen. So wird der Chemieprofessor die Labormit-
arbeiter warnen, den Versuch nur im leeren Laboratorium durchführen, oder für 
sein Experiment das Gebäude gänzlich evakuieren lassen. Der Arbeiter, der eine 
Mine legt, wird das betroffene Gebiet absperren, seine Kollegen über die Spren-
gung informieren und diese sowie mögliche Passanten mit Aushängen zum Ab-
standhalten mahnen. Schliesslich wird der Eigentümer, der einen Wurzelstock 
auf seinem Grundstück sprengen will, die Nachbarn über Ort und Zeit der Spren-
gung in Kenntnis setzen und dafür besorgt sein, dass dank Einhaltung der Ab-
stände zum Sprengungsort keinerlei Personen- oder Sachschäden verursacht 
werden. Hingegen wird diejenige Person, welche die Absicht hegt, mittels 
Sprengstoff Spektakel zu machen, Personen zu erschrecken oder eine Lausbu-
berei zu verüben, gerade keine Vorkehrungen zur Verhinderung der Gefahr er-
greifen, weil sonst der Effekt des Spektakels verloren gehen, eine vorgewarnte 
Person sich nicht mehr erschrecken und dem Lausbubenstreich das Überra-
schungsmoment abhandenkommen würde. 

3.2.2.7 a) Das unausgesprochen gebliebene Unterscheidungskriterium bei der Beurtei-
lung, ob der Einsatz von Sprengstoff im Sinne der bundesgerichtlichen Recht-
sprechung rechtmässig und insbesondere sachgerecht erfolgt ist oder nicht, ist 
demnach in der Frage danach zu erblicken, ob diejenige Person, welche die Ge-
fährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase geschaffen hat, in Anlehnung an 

- 22 - 

Art. 11 Abs. 2 lit. d StGB und der dazugehörigen Praxis zur Ingerenz einer Ga-
rantenstellung ähnlich mit allen zumutbaren Vorkehrungen dafür gesorgt hat, 
dass sich die von ihr geschaffene Gefährdung nicht als eine Verletzung verwirk-
licht (vgl. BGE 134 IV 255 E. 4.2.2). Dieses Verständnis findet ebenfalls eine 
Stütze in den Gesetzesmaterialien. Der Bundesrat hielt in seiner Botschaft an die 
Bundesversammlung im Hinblick auf den Begriff des «verbrecherischen Ge-
brauchs» im Zusammenhang mit dem Tatbestand «Herstellen, Verbergen, Wei-
terschaffen von Sprengstoffen und giftigen Gasen, Anleiten zum Herstellen» fest, 
dass der Staat von jedem, der mit Stoffen von solcher Gefährlichkeit, d.h. 
Sprengstoffe und giftige Gase, umgeht, eine Prüfungspflicht verlangen darf (Bot-
schaft, BBl 1924 I 589, 596). Auch die Bundesversammlung anerkannte im Be-
griff der verbrecherischen Absicht inhärente Parallelen und die konzeptionelle 
Nähe zum Unterlassungsdelikt (Votum Lachenal, Sten.Bull. 1924 N 589). Damit 
fügt sich diese Auslegung ohne Weiteres in die aktuelle Systematik des Strafge-
setzbuchs ein und die von der Lehre geäusserte Kritik hinsichtlich der Beschrän-
kung möglicher Anwendungsfälle von Art. 225 StGB auf berufliche Tätigkeiten 
und auf «Unfälle» wegen unsachgemässer Handhabung erweist sich als teil-
weise berechtigt, als sich jedermann aufgrund der Verwendung bzw. Zündung 
von pyrotechnischen Gegenständen in die der Garantenstellung ähnlichen Posi-
tion hineinmanövrieren kann. 

b) Die Verankerung des Begriffs der verbrecherischen Absicht im Gesetzestext 
durch die Bundesversammlung – dies lässt sich aus der Gesetzgebungsge-
schichte ersehen (vgl. supra E. II.3.2.2.3) – bezweckte hauptsächlich, als Ab-
grenzungskriterium Verhaltensweisen, welche unbestrittenermassen als sozial-
adäquat eingestuft wurden, vom schwereren, in erster Linie auf Bombenattentä-
ter und dergleichen zugeschnittenen Strafmass des Verbrechenstatbestands 
herauszunehmen. Beim Erlass dieser Strafbestimmungen konnte der historische 
Gesetzgeber insbesondere den heuer relativ einfachen Zugang zu pyrotechni-
schen Gegenständen und deren damit verbundene weite Verbreitung und Ver-
wendung jedoch nicht voraussehen. Angesichts der geltenden Sprengstoffge-
setzgebung hat die Verwendung bzw. Zündung von pyrotechnischen Gegenstän-
den zwar grundsätzlich als sozialadäquates Verhalten zu gelten. Allerdings ist 
auch der Umgang mit pyrotechnischen Gegenständen mit einem gewissen Ge-
fahrenpotential verbunden, weshalb er auch streng reguliert ist. Dies kommt in 
der aktuellen Rechtsprechung insbesondere dadurch zum Ausdruck, dass pyro-
technische Gegenstände vom Sprengstoffbegriff nur erfasst werden, wenn sie 
grosse Zerstörungen bewirken oder zum Zwecke der Zerstörung verwendet wer-
den (vgl. supra E. II.3.1.1). Damit ist aber auch gesagt, dass die gesellschaftliche 
Duldung der Verwendung von pyrotechnischen Gegenständen an die ordnungs-
gemässe Handhabung geknüpft ist. Es ist angezeigt, diesen Umstand bei der 
Beurteilung, ob eine verbrecherische Absicht im Einzelfall vorliegt, zu beachten. 

- 23 - 

Dementsprechend muss die Verwendung bzw. Zündung von pyrotechnischen 
Gegenständen gemäss Gebrauchsanweisungen und Sicherheitsvorgaben erfol-
gen, um als ordnungsgemäss und somit als sozialadäquates Verhalten eingestuft 
zu werden. Hat in diesem Sinne eine Person, welche durch das Hantieren mit 
pyrotechnischen Gegenständen eine Gefahr herbeigeführt hat, sämtliche, geeig-
nete, ihr zumutbare Vorkehrungen getroffen, welche die Verwirklichung der Ge-
fahr verhindern sollen, ist der Einsatz von als Sprengstoff einzustufenden, pyro-
technischen Gegenständen im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 
als rechtmässig und sachgerecht zu betrachten. Es liegt sodann keine verbre-
cherische Absicht im Sinne von Art. 224 Abs. 1 StGB vor. Diesbezüglich ist bei-
spielsweise an den Familienvater zu denken, der anlässlich eines Gartenfests 
zum 1. August eine Vorführung mit pyrotechnischen Gegenständen für Familie 
und Freunde veranstaltet und dabei die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen 
trifft, d.h. beispielsweise sicherstellt, dass die Art der Zündung vorgabengemäss 
erfolgt, die Gäste den notwendigen Abstand zur Zündungsvorrichtung einhalten 
und die Nachbarn zeitig informiert werden. Verursacht der Familienvater den-
noch eine Gefährdung von Leib und Leben bzw. von fremdem Eigentum, kann 
ihm keine verbrecherische Absicht vorgeworfen werden; ein Schuldspruch nach 
Art. 225 Abs. 1 StGB bleibt indessen möglich. Hat im Gegensatz dazu eine Per-
son beim Umgang mit pyrotechnischen Gegenständen keine hinreichenden Vor-
kehrungen zur Gefahrenabwehr getroffen, hat der Einsatz von als Sprengstoff 
einzustufenden, pyrotechnischen Gegenständen im Sinne der bundesgerichtli-
chen Rechtsprechung als unrechtmässig und nicht sachgerecht zu gelten. Folg-
lich ist in einer solchen Konstellation die verursachte Gefährdung durch Spreng-
stoff in verbrecherischer Absicht gemäss Art. 224 StGB erfolgt. 

4. Subsumtion 

4.1 Im Hinblick auf den objektiven Tatbestand gilt es vorab zu klären, ob der vorlie-
gend eingesetzte «Color Thunder King» als Sprengstoff im Sinne von 
Art. 224 StGB zu qualifizieren ist. 

4.1.1 Gemäss Kurzbericht des FOR vom 31. August 2020 werden pyrotechnische Ge-
genstände zu Vergnügungszwecken in der Schweizer Identifikations-Nummer 
mit einem «V» für Vergnügungszwecke bezeichnet und nach den Kriterien von 
Anhang 1, Ziffer 2, SprstV, in die Kategorien F1-F4 eingeteilt. Beim Feuerwerks-
rohr handle es sich um ein Rohr auf einem Stützfuss, welches eine Treibladung 
und ein Bauteil (Bombette/Effektkörper) mit Verzögerung mit einem Blitzknallsatz 
enthalte, der nach Verlassen des Rohres in einer bestimmten Höhe über dem 
Boden explodiere. Beim Color Thunder King würden die Bombetten zusätzlich 
einen farbigen Leuchtsatz enthalten, welcher beim Aufstieg abbrenne. Feuer-
werksrohre mit einem Blitzknallsatz würden in der Schweiz in die Kategorie F3 

- 24 - 

eingeteilt. Die Kategorie F3 umfasse Feuerwerkskörper, die eine mittlere Gefahr 
darstellten, die für die Verwendung in weiten, offenen Bereichen im Freien vor-
gesehen sind und deren Lärmpegel bei bestimmungsgemässer Verwendung die 
menschliche Gesundheit nicht gefährden. Feuerwerkskörper der Kategorie F3 
dürfen nicht an Personen unter 18 Jahren abgegeben werden (Art. 7 und Anhang 
1, Ziffer 2.3 SprstV) (BA pag. 11-03-0005). 

4.1.2 Die grösste Gefahr bei einem Feuerwerksrohr gehe von der ausgeschossenen 
Bombette aus. Diese enthalte einen Blitzknallsatz. Blitzknallsätze seien sehr 
energiereiche pyrotechnische Systeme mit hoher Reaktionsgeschwindigkeit. 
Dementsprechend gross seien Explosionsdruck und Knalleffekt. Für das Aus-
mass der Gefährdung sei die Distanz zum Explosionspunkt entscheidend. Direkt 
anliegend oder unter Einschluss – sogenannt verdämmt – sei die Wirkung am 
grössten. Es bestehe ein erhebliches Verletzungs- bzw. Zerstörungspotenzial. 
Aufgrund des hohen Schalldrucks könne es insbesondere zu einem Ge-
hörtrauma kommen. Die Zerstörungskraft nehme mit zunehmender Distanz 
rasch ab. In der Nähe von Glas, Metall etc. könnten sich durch die Explosion des 
pyrotechnischen Gegenstandes zudem Splitter resp. Scherben bilden und weg-
geschleudert werden. Diese könnten auch über eine grössere Distanz zusätzli-
chen Schaden anrichten oder Personen verletzen. Weiter könne der Effektkörper 
durch thermische Reaktionen und durch kinetische Energie beim Aufprall Schä-
den verursachen. Die thermischen Einflüsse könnten auf der Haut eines Men-
schen beträchtliche Verletzungen oder im Auge irreversible Schädigungen ver-
ursachen. Die kinetische Energie hänge von der Geschwindigkeit im Quadrat und 
dem Eigengewicht des auftreffenden Effektkörpers ab. Bei einem Treffer sei mit 
Blutergüssen am Körper oder dem Verlust eines Auges zu rechnen. Die Sicher-
heitsabstände der drei vorliegend in Frage kommenden pyrotechnischen Pro-
dukte mit einer Schweizer Identifikationsnummer bezögen sich auf Zuschauer, 
Gebäude und brennbare Materialien. Die Werte der beschriebenen «Thunder 
King»-Varianten lägen zwischen 15 m und 25 m. Da bei einem vorschriftsgemäss 
abgebrannten Feuerwerksrohr der Effektkörper nach oben ausgeschossen 
werde, vergrössere sich der Abstand zum Publikum zusätzlich. Dadurch werde 
gewährleistet, dass die vorgeschriebenen Schallgrenzwerte eingehalten würden 
und die menschliche Gesundheit nicht gefährdet werde. Bei der korrekten An-
wendung aller aufgeführten Produkte dürften diese nur im Freien verwendet wer-
den, sich keine Hindernisse (insbesondere Körperteile) über der Mündung befin-
den und das Feuerwerksrohr müsse auf einem festen, ebenen Boden stehen, um 
ein Umkippen zu vermeiden (BA pag. 11-03-0006 f.). 

4.1.3 Gemäss den dem FOR zur Verfügung stehenden Unterlagen sei der «Color 
Thunder King» nach dem Aktivieren der Anzündlitze Richtung Menschenan-
sammlung geworfen und es sei damit gegen fundamentale Sicherheitsregeln 

- 25 - 

verstossen worden. Der Feuerwerkskörper sei so eingesetzt worden, dass eine 
gefährliche Situation mit hohem Verletzungspotential geschaffen worden sei. So 
seien die Sicherheitsabstände nicht für ein solches Vorgehen ausgelegt. Wo das 
Feuerwerksrohr ausschiesse und wo die Bombette mit dem Blitzknallsatz zur 
Umsetzung gelange, könne nicht vorhergesagt werden (BA pag. 11-03-0007). 
Diese Feststellungen des FOR sind in Übereinstimmung mit der Vorinstanz inso-
weit zu korrigieren, als der pyrotechnische Gegenstand von keinem der Beschul-
digten «geworfen» wurde, sondern vom Beschuldigten A. in der Hand gehalten 
und vom Beschuldigten B. angezündet wurde, woraufhin die Bombette den Blitz-
knallsatz in der Luft freisetzte (vgl. supra E. II.2.2). 

4.1.4 Der von den Beschuldigten verwendete pyrotechnische Gegenstand «Color 
Thunder King» verfügt über eine Nettoexplosivmasse (NEM) von ca. 5,4 g (BA 
pag. 11-03-0001). Er kann somit bei entsprechender Verwendungsart die bereits 
oben erwähnten Verletzungen verursachen (hierzu BA pag. 11-03-0006). 

4.2 Im Einklang mit den Erkenntnissen der Vorinstanz und aufgrund der Aussagen 
der beiden Beschuldigten sowie der Zeugin C., des Amtsberichts des FOR und 
des Videos ist erstellt, dass A. den von B. angezündeten pyrotechnischen Ge-
genstand «Color Thunder King» bis nach der Zündung in der Hand hielt. Aus der 
Aufnahme geht hervor, wie sich zwei Personen während des Zündungsvorgangs 
entfernen und sich eine zusätzliche Person in eines der Toilettenhäuschen be-
gibt. Der vom FOR für diesen Gegenstand als notwendig erachtete Sicherheits-
abstand von 20 bis 25 Metern wurde von den Beschuldigten bei weitem nicht 
eingehalten (BA pag. 11-03-0007). Der Abstand von 8 Metern, welcher gemäss 
Hersteller für den Anwender gilt und sich damit auf die Eigengefährdung bezieht, 
ist vorliegend indessen für die Beurteilung, ob eine Gefährdung von Personen 
und Eigentum durch Sprengstoff vorliegt, nicht einschlägig (BA pag. 11-03-0006). 
Gemäss Zeugin C. befanden sich innerhalb eines Radius von 10 Metern von der 
Gefahrenquelle während der Anzündung des pyrotechnischen Gegenstands 
mindestens 5 weitere Personen, was durch die von ihr aufgezeichneten Aufnah-
men zumindest für drei Personen bestätigt wird. Wie die Vorinstanz korrekt fest-
hielt, lässt sich zwar nicht mehr rekonstruieren, wie viele Personen genau sich 
unterhalb des Detonationspunktes bzw. -ortes befanden, als der Blitzknallsatz in 
der Luft explodierte. Allerdings ist immerhin die Gefährdung für die auf der Auf-
nahme ersichtlichen Personen rechtsgenüglich sowie für die Zeugin C. selbst 
nachgewiesen. An dieser Feststellung vermag der Umstand, dass der vertikale 
Sicherheitsabstand nicht mehr nachvollzogen werden kann, nichts zu ändern. 
Durch die unvermittelte Zündung des pyrotechnischen Gegenstandes durch die 
Beschuldigten bestand für die in der Aufnahme zu sehenden Personen, die Zeu-
gin C. sowie die Sachen/Gegenstände, die diese Personen auf oder bei sich tru-

- 26 - 

gen, eine konkrete Gefährdung. Aufgrund der Umstände der Zündung des pyro-
technischen Gegenstands, d.h. ohne Beachtung der (horizontalen) Sicherheits-
abstände von (mindestens) 20-25 Metern und der nicht bestimmungsgemässen 
Zündung (in der Hand statt auf festem, ebenem Boden), ist in objektiver Hinsicht 
eine Verwendung des «Color Thunder King» zum Zwecke der Zerstörung zu be-
jahen. Der Einwand der beiden Beschuldigten, wonach es keine Rolle spiele, ob 
der Böller aus der Hand oder vom Boden gezündet werde (vgl. CAR pag. 
7.200.013 sowie 7.300.025), läuft ins Leere, stellt doch die Zündung aus der 
Hand gerade keine sachgerechte Handhabung des pyrotechnischen Gegen-
stands dar, zumal der Arm des Beschuldigten A., mit welchem er den Color Thun-
der King hält, im Moment der Zündung wohl aufgrund des Rückstosses bewegt 
(vgl. supra E. II.2.2). Von einer Herrschaft über den Vorgang kann daher nicht 
die Rede sein. Es steht demzufolge fest, dass so, wie die Beschuldigten den 
pyrotechnischen Gegenstand einsetzten, es sich um Sprengstoff im Sinne von 
Art. 224 Abs. 1 StGB handelt. Es ist der Vorinstanz, unter Verweis auch auf deren 
Erwägungen, zuzustimmen, dass der objektive Tatbestand von Art. 224 Abs. 1 
StGB erfüllt ist. 

4.3 Aufgrund der gesamten Umstände ist im weitgehendem Einklang mit den Erwä-
gungen der Vorinstanz für das Gericht erwiesen, dass A. und B. gemeinsam be-
wusst und gewollt einen pyrotechnischen Gegenstand des Typs «Color Thunder 
King» verwendeten und zur Umsetzung brachten. Die Idee zur Zündung entstand 
bei ihnen gemeinsam. Beide Beschuldigte nehmen für sich in Anspruch, über 
eine gewisse bzw. bisweilen grosse Erfahrung im Umgang mit pyrotechnischen 
Gegenständen wie den «Thunder King» zu verfügen. Ihnen war überdies, wie 
allgemein bekannt, bewusst, dass bei der Verwendung von pyrotechnischen Ge-
genständen ein Mindestabstand und weitere Regeln zum Schutz umstehender 
Personen zu beachten sind. Zwar gaben beide an, dass sie im Moment der Zün-
dung die Übersicht über die Lage gehabt hätten, allerdings wollen sie die drei, 
auf dem von Zeugin C. aufgezeichneten Video ersichtlichen Personen, welche 
sich (wie C. selber) in unmittelbarer Nähe und damit innerhalb des konkreten 
Gefahrenperimeters von 20-25 Metern befanden, wiederum nicht bemerkt ha-
ben. Beide kannten mithin die Gefahr und handelten trotzdem, ohne wirklich die 
Lage überblickt zu haben. Nach dem Gesagten ist erstellt, dass die Beschuldig-
ten einen legal erwerbbaren pyrotechnischen Gegenstand nicht bestimmungsge-
mäss einsetzten und damit bewusst eine gefährliche Situation mit hohem Verlet-
zungspotential schufen. Sie wussten und nahmen in Kauf, mit ihrem Verhalten Leib 
und Leben von mehreren Menschen und fremdes Eigentum (Gegenstände, wie 
etwa Kleider) zu gefährden. Somit handelten sie zumindest eventualvorsätzlich. 

 

- 27 - 

4.4 Bezüglich das Tatbestandsmerkmal der verbrecherischen Absicht gilt Folgendes:  

4.4.1 Hinsichtlich des Beschuldigten A. ist aufgrund der vorangehenden Ausführungen 
zum subjektiven Tatbestand von einem Handeln in verbrecherischer Absicht aus-
zugehen. Zum Motiv führte er an, dass die Zündung aus Spass erfolgt sei. Er 
zündete den pyrotechnischen Gegenstand aus der Hand und damit in Missach-
tung der für den «Color Thunder King» vorgesehenen Zündungsweise. Damit 
sind die Einwände, wonach er dennoch die Kontrolle über den Zündungsvorgang 
gehabt habe, weil man den Böller in der Hand spüren könne (CAR pag. 
7.401.008), nicht zu hören. Dies weil insbesondere auf dem von der Zeugin C. 
aufgenommenen Video deutlich erkennbar ist, wie sich der Arm des Beschuldig-
ten im Moment der Zündung wohl aufgrund des Rückstosses bewegt und damit 
von einer Kontrolle über den Vorgang keine Rede sein kann. Zwar gibt er darüber 
hinaus vor, trotz leichtem Alkoholeinfluss aus seinem Blickfeld «ziemlich die 
ganze Umgebung gesehen» zu haben. Allerdings will er die gemäss der Video-
aufzeichnung von C. wenige Meter von ihm entfernten Personen nicht wahrge-
nommen haben. Dies spricht neben der Zündung aus der Hand zusätzlich dafür, 
dass sich der Beschuldigte A. nicht um die Einhaltung der erforderlichen Sicher-
heitsmassnahmen, insbesondere der Abstände, gekümmert hatte. Angesichts 
dieser unsachgemässen Zündungsart und Sprengkraft des verwendeten pyro-
technischen Gegenstands wurden somit keine hinreichenden Vorkehrungen zur 
Kontrolle, Gefahrenabwehr bzw. -reduktion ergriffen. Der Beschuldigte A. han-
delte somit in verbrecherischer Absicht, womit der Tatbestand von Art. 224 
Abs. 1 StGB erfüllt ist. 

4.4.2 In Bezug auf den Beschuldigten B. erscheint dem Gericht Folgendes wesentlich: 

4.4.2.1 Diesbezüglich gilt es hervorzuheben, dass es im Sinne des arbeitsteiligen Vor-
gehens B. den von A. in der Hand gehaltenen pyrotechnischen Gegenstand an-
zündete. Diesbezüglich sagte er zwar aus, davon ausgegangen, zu sein, dass A. 
den Böller aus der Hand abfeuern würde, weil er diesen ja in der Hand gehalten 
habe. Allerdings habe er darauf vertraut, dass A. mit seiner (gemäss eigenen 
Angaben) grossen Erfahrung im Umgang mit pyrotechnischen Gegenständen 
den Vorgang unter Kontrolle haben würde. Dies war jedoch – wie aus dem von 
C. aufgezeichneten Video hervorgeht (BA pag. 13-02-0037) – nicht der Fall (vgl. 
supra E. II.2.2). Zudem gestand er, dass er selber die Zündung nicht aus Hand 
getätigt hätte, weil er von den vom pyrotechnischen Gegenstand ausgehenden 
Funken und dessen Brennen Angst habe. Auch hätten sie die Art der Zündung 
(aus der Hand) oder die Zielrichtung im Voraus nicht besprochen. Es ist demnach 
anzunehmen, dass es zwischen den beiden Beschuldigten kein Einvernehmen 
über die Zündungsart gab. Entsprechend wusste B. zwar um die von A. gewählte 

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Art der Zündung, vertraute jedoch darauf, dass A. den Vorgang stets unter Kon-
trolle haben würde. Dass B. die von A. gewählte Art der Zündung gebilligt hätte, 
ist nicht vollständig erwiesen. Zu seinen Gunsten ist davon auszugehen, dass er 
die vom Beschuldigten A. durchgeführte Zündung aus der Hand nicht wollte, so 
dass aus der Perspektive von B. das Verhalten des Kollegen A. einen Exzess 
darstellt, der ihm nicht zu Last gelegt werden kann. Demzufolge ist die Voraus-
setzung der verbrecherischen Absicht im Falle des Beschuldigten B. nicht gege-
ben. Der Tatbestand von Art. 224 Abs. 1 StGB ist somit nicht erfüllt. 

4.4.2.2 Zu prüfen ist somit, ob sich der Beschuldigte B. mit seinem Verhalten der vor-
sätzlichen Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase ohne verbrecheri-
sche Absicht (Art. 225 Abs. 1 StGB) schuldig gemacht hat. Gemäss Art. 225 Abs. 
1 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft, wer 
vorsätzlich, jedoch ohne verbrecherische Absicht, oder wer fahrlässig durch 
Sprengstoffe oder giftige Gase Leib und Leben von Menschen oder fremdes Ei-
gentum in Gefahr bringt. Der objektive Tatbestand sowie das Kriterium des Ge-
fährdungsvorsatzes entsprechen diejenigen von Art. 224 StGB, weshalb integral 
auf die entsprechenden Ausführungen verwiesen werden kann (vgl. supra 
E. II.3.1, II.3.2.1 sowie II.4.1 ff.). In Bezug auf das Tatbestandsmerkmal «ohne 
verbrecherische Absicht» ist in Übereinstimmung mit den vorinstanzlichen Aus-
führungen darauf hinzuweisen, dass der Beschuldigte wusste bzw. zumindest in 
Kauf nahm, dass sie mit der Zündung des «Color Thunder King» Gesundheit und 
Eigentum der sich vor allem in ihrer Nähe befindlichen Personen und Eigentum 
gefährdeten. Er handelte jedoch nicht in verbrecherischer Absicht bzw. es kann 
ihm eine solche nicht nachgewiesen werden (vgl. supra E. II.4.4.2.1). Der Tatbe-
stand von Art. 225 Abs. 1 StGB ist demnach erfüllt. 

4.4.2.3 a) Vorab ist der privilegierte Tatbestand von Art. 225 Abs. 2 StGB zu prüfen. 
Gemäss Art. 225 Abs. 2 StGB kann in leichten Fällen auf Busse erkannt werden. 
Ob ein leichter Fall vorliegt, ist anhand der gesamten objektiven und subjektiven 
Tatumstände zu beurteilen (BGE 127 IV 59 E. 2.a). Im Gegensatz zu Art. 224 
Abs. 2 StGB, der sich ausdrücklich nur auf (fremdes) Eigentum bezieht, spricht 
Art. 225 Abs. 2 StGB von «leichten Fällen». Hieraus folgt, dass eine leichte Ge-
fährdung von Leib oder Leben auch von Art. 225 Abs. 2 StGB erfasst wird. Die 
entscheidende Frage bei der Beurteilung, ob ein leichter Fall vorliegt, ist primär, 
was der Täter gewollt oder in Kauf genommen hat. Um auf einen leichten Fall 
schliessen zu können, darf die Gefährdung für Eigentum sowie für Leib und Le-
ben den Rahmen der Geringfügigkeit nicht überschreiten, wobei leichte Rechts-
gutsverletzungen ebenfalls vom Anwendungsbereich des leichten Falls erfasst 
sein können (vgl. ROELLI, a.a.O., Art. 225 StGB N. 7). Konkret bedeutet dies, 
dass vom Täter lediglich eine geringe Gefährdung bzw. eine leichte Schädigung 

- 29 - 

von Eigentum oder von Leib und Leben beabsichtigt oder in Kauf genommen 
werden muss. 

b) Die Vorinstanz bejahte den leichten Fall im Sinne von Art. 225 Abs. 2 StGB 
mit der Begründung, dass weder Sach- noch Personenschäden zu beklagen 
seien, der tatbestandsmässige «Color Thunder King» im Freien gezündet wor-
den sei und sich der Blitzknallsatz in der Luft entladen habe, was auch bei be-
stimmungsgemässer Verwendung des betreffenden pyrotechnischen Gegen-
standes (Zündung auf festem, ebenem Boden) der Fall gewesen wäre. Die von 
den Beschuldigten geschaffene konkrete Gefährdung sei damit klar reduziert ge-
wesen. Sodann sei notorisch, dass sich die Druckwelle einer Explosion gewöhn-
lich kugelförmig vom Detonationspunkt ausbreite und mit zunehmender Distanz 
an Intensität abnehme. In subjektiver Hinsicht sei festzuhalten, dass die Beschul-
digten keinesfalls in der Absicht gehandelt hätten, irgendwelche Verletzungen 
oder Schäden herbeizuführen. 

c) Diese Begründung der Vorinstanz erscheint angesichts der vorangehend dar-
gestellten Voraussetzungen zur Bestimmung eines leichten Falls als schwer 
nachvollziehbar. Zunächst gilt es zu unterstreichen, dass die Berücksichtigung 
des Arguments, es seien weder Sach- noch Personenschäden zu beklagen, der 
Natur des Gefährdungsdelikts zuwiderläuft. Diesfalls müsste selbst bei einer er-
heblichen Gefährdung von einem leichten Fall gesprochen werden, sofern dem 
blossen Zufall geschuldet keinerlei Schädigungen oder Verletzungen eingetreten 
sind. Nicht nachvollziehbar erscheint zudem auch die von der Vorinstanz vorge-
nommene Gleichsetzung der Zündung aus der Hand mit der vorschriftsgemäs-
sen Verwendung des «Color Thunder King», zumal die annähernde Deckungs-
gleichheit, welche im Ort der Detonation des Blitzknallsatzes erblickt werden 
könnte, blossem Zufall geschuldet ist und der Beschuldigte A. nachgewiesener-
massen keinerlei Kontrolle über die Umsetzung des pyrotechnischen Gegen-
stands hatte. Angesichts dessen kann aus der allgemein bekannten Tatsache, 
dass sich die Druckwelle einer Explosion gewöhnlich kugelförmig vom Detonati-
onspunkt ausbreitet und mit zunehmender Distanz an Intensität abnimmt, nichts 
abgeleitet werden. In subjektiver Hinsicht lässt die Vorinstanz im Widerspruch zu 
ihrer eigenen Feststellung, wonach die Beschuldigten bewusst eine gefährliche 
Situation mit hohem Verletzungspotential geschaffen hatten, unberücksichtigt, 
dass die Beschuldigten wussten, dass Sicherheitsmassnahmen bestehen, und 
trotzdem zur Tat schritten. Sie hatten immerhin die Verletzung von zumindest 
drei Personen in Kauf genommen. Von einem leichten Fall kann bei dieser Kons-
tellation nicht mehr gesprochen werden. Die Voraussetzungen für die Annahme 
eines leichten Falles im Sinne von Art. 225 Abs. 2 StGB sind beim Beschuldigten 
B. somit nicht gegeben. 

- 30 - 

4.5 Im Ergebnis ist der Beschuldigte A. der Gefährdung durch Sprengstoffe und gif-
tige Gase in verbrecherischer Absicht (Art. 224 Abs. 1 StGB) schuldig zu spre-
chen. Der Beschuldigte B. hingegen ist der vorsätzlichen Gefährdung durch 
Sprengstoffe und giftige Gase ohne verbrecherische Absicht (Art. 225 Abs. 1 
StGB) schuldig zu sprechen. 

5. Strafzumessung 

Gemäss Art. 47 Abs. 1 StGB misst das Gericht die Strafe nach dem Verschulden 
des Täters zu. Es berücksichtigt das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse 
sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters. Das Verschulden be-
stimmt sich gemäss Art. 47 Abs. 2 StGB nach der Schwere der Verletzung oder 
Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, 
den Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach, wie weit der Täter nach 
den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder 
Verletzung zu vermeiden (BGE 136 IV 55 E. 5.4). Dem subjektiven Tatverschul-
den kommt somit bei der Strafzumessung eine entscheidende Rolle zu (BGE 136 
IV 55 E. 5.4). Ausgehend von der objektiven Tatschwere hat der Richter dieses 
Verschulden zu bewerten. Er hat im Urteil darzutun, welche verschuldensmin-
dernden und welche verschuldenserhöhenden Gründe im konkreten Fall gege-
ben sind, um so zu einer Gesamteinschätzung des Tatverschuldens zu gelangen. 
Der Gesetzgeber hat zwar einzelne Kriterien aufgeführt, welche für die Verschul-
denseinschätzung von wesentlicher Bedeutung sind und das Tatverschulden 
vermindern bzw. erhöhen (BGE 136 IV 55 E. 5.5 und 5.6). Das Gesetz führt indes 
weder alle in Betracht zu ziehenden Elemente detailliert und abschliessend auf, 
noch regelt es deren exakte Auswirkungen bei der Bemessung der Strafe. Es 
liegt somit im Ermessen des Gerichts, in welchem Umfang es die verschiedenen 
Strafzumessungsfaktoren berücksichtigt. Dabei ist es nicht gehalten, in Zahlen 
oder Prozenten anzugeben, wie es die einzelnen Strafzumessungskriterien be-
rücksichtigt (BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff.; BGE 134 IV 17 E. 2.1). 

5.1 Beschuldigter A. 

5.1.1 Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzungen für 
mehrere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht zu der Strafe der 
schwersten Straftat und erhöht sie angemessen (Asperationsprinzip). Es darf 
doch das Höchstmass der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte erhö-
hen. Dabei ist es an das gesetzliche Höchstmass der Startart gebunden (Art. 49 
Abs. 1 StGB). Der Beschuldigte hat zwar mehrere Straftatbestände (Sprengstoff-
delikt und BetmG-Delinquenz) verwirklicht. Wie aber nachfolgend zu zeigen sein 
wird, sind für die begangenen Taten unterschiedliche Strafen auszusprechen, 
weshalb das Asperationsprinzip nicht zur Anwendung gelangt. 

- 31 - 

5.1.2 In diesem Zusammenhang ist daran zu erinnern, dass die BA gegen das Urteil 
der Vorinstanz zu Ungunsten des Beschuldigten A. Berufung eingelegt hat, wes-
halb das Verschlechterungsverbot (vgl. Art. 391 Abs. 2 StPO) vorliegend nicht 
zur Anwendung kommt (vgl. supra E. I.2). 

5.1.3 Der Tatbestand von Art. 224 Abs. 1 StGB droht Freiheitsstrafe von nicht unter 
einem Jahr an. Vorliegend wurde der Beschuldigte A. aufgrund der Umsetzung 
eines als Sprengstoff einzustufenden, pyrotechnischen Gegenstands der Gefähr-
dung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht (Art. 224 
Abs. 1 StGB) schuldig gesprochen. Wie bereits erwähnt konnte der historische 
Gesetzgeber beim Erlass dieser Strafbestimmung insbesondere den heuer rela-
tiv einfachen Zugang zu pyrotechnischen Gegenständen und deren damit ver-
bundene weite Verbreitung damals nicht voraussehen. In diesem Zusammen-
hang drängt sich die Frage nach der Verhältnismässigkeit einer Mindeststrafe 
von einem Jahr Freiheitsstrafe auf, an die das Gericht aufgrund Art. 190 BV aber 
dennoch gebunden ist. Dies zumal es bei der Verwendung von pyrotechnischen 
Gegenständen um zwar ein gefährliches und daher streng reglementiertes Ver-
halten handelt, aber dennoch von einem grundsätzlich sozialadäquaten Betragen 
auszugehen ist, sofern die Verwendung rechtmässig und insbesondere sachge-
recht erfolgt (vgl. supra E. II.3.2.2.7.b). Der ordentliche Strafrahmen beläuft sich 
vorliegend von 1 Jahr bis 20 Jahren Freiheitsstrafe (vgl. Art. 40 Abs. 2 StGB). 

5.1.4 Bezüglich der objektiven Tatschwere ist zunächst zu berücksichtigen, dass der 
Beschuldigte A. mit dieser Aktion mehrere unbeteiligte Menschen an Leib und 
Leben sowie deren Eigentum (Kleider und mitgeführte Gegenstände) konkret ge-
fährdete. Auch gefährdete er mit seinem Handeln vordergründig seine Begleiter, 
den Mittäter B. sowie die das Geschehen filmende Zeugin C., selbst wenn im 
Sinne der vorinstanzlichen Erwägungen von deren Einwilligung ausgegangen 
werden darf. Die Vorinstanz liess hingegen unberücksichtigt, dass die Zündung 
in Missachtung der Abstandsregeln sowie der Regeln der korrekten Zündung er-
folgte. Das Ausmass der Gefährdung war insgesamt erheblich und eine Verlet-
zung dieser Personen wahrscheinlich. Allerdings ist die relativ geringe Nettoex-
plosivmasse von ca. 5,4 g (BA pag. 11-03-0001) mit entsprechendem Gefähr-
dungspotential in Relation zu setzen zu weitaus gravierenden Szenarien, wie die 
Zündung von weit stärkeren, gefährlicheren Sprengstoffen (z.B. Trinitrotoluol 
[TNT], Nitroglycerin, Semtex, etc.) sowie grösseren, gefährlicheren Sprengstoff-
mengen. Zudem erfolgte die unsachgerechte Zündung im Freien. Es ist dennoch 
nur dem glücklichen Zufall zu verdanken, dass aufgrund der unkontrollierten Zün-
dung aus der Hand und der Missachtung der Sicherheitsvorkehrungen niemand 
verletzt wurde bzw. bleibenden Schäden davontrug. Das objektive Tatverschul-
den erweist sich entgegen der vorinstanzlichen Erwägungen damit nicht mehr als 

- 32 - 

sehr leicht, sondern ist im leichten Bereich anzusiedeln. Bezüglich des subjekti-
ven Tatverschuldens ist darauf hinzuweisen, dass das Verhalten des Beschul-
digten A. hinsichtlich der Gefährdung vom Eventualvorsatz getragen war und er 
in verbrecherischer Absicht in der Form des Eventualvorsatzes handelte. Er 
wusste, dass beim Abfeuern eines derartigen «Böllers» ein Sicherheitsabstand 
einzuhalten war. Gerade der Umstand, dass er sich trotz seiner – gemäss eige-
nen Angaben – grossen Erfahrung im Umgang mit pyrotechnischen Gegenstän-
den über die bei der Zündung zu beachtenden Regeln und Sicherheitsvorschrif-
ten hinwegsetzte (nicht ausreichender Abstand und Abfeuern aus der Hand ins-
besondere) wirkt sich zusätzlich zu seinen Ungunsten aus. Dabei zeigte er auch 
die Bereitschaft, seine Begleiter an diesem Abend, den Mittäter B. sowie die das 
Geschehen filmende Zeugin C., zu gefährden. Dass der Beschuldigte A. im Mo-
ment der Manipulation alkoholisiert war, wirkt zudem keinesfalls entschuldigend. 
Seine Steuerungsfähigkeit war im Zeitpunkt des Vorfalls nicht derart einge-
schränkt, als dass er nicht mehr um die Gefährlichkeit seines Tuns gewusst hätte. 
Es wäre für ihn insgesamt ein Leichtes gewesen, bei der Zündung die Mindest-
abstände einzuhalten oder den «Color Thunder King» gerade nicht in einem Mes-
sebereich zu zünden, wo erfahrungsgemäss ein grosser Menschenandrang 
herrscht. Insgesamt ist das subjektive Tatverschulden entsprechend dem Befund 
der Vorinstanz als leicht zu qualifizieren. In Würdigung der objektiven und sub-
jektiven Tatkomponenten und angesichts der zwingenden Mindeststrafe von ei-
nem Jahr Freiheitsstrafe erscheint eine Einsatzstrafe von zwölf Monaten Frei-
heitsstrafe dem Verschulden des Beschuldigten A. angemessen. 

5.1.5 Der Tatbestand von Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG droht Freiheitsstrafe bis zu 3 Jah-
ren oder Geldstrafe an. Bezüglich des Verstosses gegen das Betäubungsmittel-
gesetz ist in objektiver Hinsicht anzumerken, dass es sich bei der «Dealer»-Tä-
tigkeit des Beschuldigten A. um eine verhältnismässig geringfügige Umschlags-
menge handelte und der Verkauf nicht kommerziell angelegt war, sondern viel-
mehr im erweiterten Freundeskreis stattgefunden zu haben scheint. Hieraus re-
sultiert eine bloss leichte Gefährdung des Rechtsguts der öffentlichen Gesund-
heit. Sowohl Verwerflichkeit des Handelns als auch Art der Tatausführung spre-
chen für eine geringfügige objektive Tatschwere. Der Beschuldigte A. gab denn 
auch zu Protokoll, hierdurch keinerlei Gewinn erzielt zu haben. Die Willensrich-
tung des Beschuldigten kann nicht als besonders verwerflich bezeichnet werden, 
gab er doch zu Protokoll, lediglich aus Zeitvertreib und Langeweile mit Betäu-
bungsmitteln gehandelt zu haben (BA pag. 13-01-0005; -0033). Dies bedeutet 
andererseits, dass es dem Beschuldigten A. ein Leichtes gewesen wäre, von der 
Tat abzusehen – war er doch offensichtlich nicht auf einen Zusatzverdienst an-
gewiesen. Nicht zuletzt auf Grund der geringen Intensität des deliktischen Wil-
lens ist auch das subjektive Tatverschulden als im unteren Bereich zu werten. Im 

- 33 - 

Ergebnis erscheint eine Einsatzstrafe von 20 Tagessätzen (wie von der Vo-
rinstanz angenommen) für das sehr leichte Tatverschulden angemessen. 

5.1.6 In Bezug auf die Täterkomponente ist festzuhalten, dass der Beschuldigte A. 23-
jährig, ledig und alleinstehend ist (CAR pag. 6.401.002). Mit seiner Tätigkeit als 
[…] erzielt er ein monatliches Bruttoeinkommen von Fr. 4’800.00 (CAR pag. 
7.401.002 f.). Der monatliche Mietzins beträgt Fr. 1'350.00 (CAR pag. 7.401.004), 
die Krankenkassenprämien knapp Fr. 270.00 (CAR pag. 6.401.004). Seine 
Schulden bei zwei Privatpersonen von gesamthaft Fr. 15'000.00 (CAR pag. 
6.401.004) amortisiere er mit monatlichen Raten à Fr. 300.00 bis 500.00 (CAR 
pag. 7.401.004). Für den auf seine Mutter eingelösten […] leistet er monatliche 
Leasingraten im Betrag von Fr. 756.50 (CAR pag. 6.401.003 sowie 7.401.003 f.). 
Der vermögenslose Beschuldigte A. weist keine Vorstrafen vor (CAR pag. 
6.401.003; 006). Er hat als sozial integriert zu gelten und weist keine besondere 
Strafempfindlichkeit auf. Die vorliegend auszufällende Strafe wirkt sich auf sein 
Leben nicht in besonderer, im Rahmen der Strafzumessung zu berücksichtigen-
der Weise aus – scheinbar auch nicht auf die aktuelle berufliche Situation (TPF 
pag. 2.731.007 f.). Sein Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sind insge-
samt neutral zu würdigen. Der Beschuldigte legte noch am Tatort ein Geständnis 
ab und zeigte sich während der Strafuntersuchung durchschnittlich kooperativ. 
Allerdings zeigte er kaum Einsicht und Reue für die begangenen Taten und sieht 
sich durch die Staatsanwaltschaft Graubünden erneut mit dem Vorwurf des Be-
täubungsmittelhandels (wobei es sich diesmal um Kokain statt «nur» Marihuana 
handeln soll) konfrontiert (CAR pag. 6.401.006). Die Berücksichtigung von lau-
fenden Strafuntersuchungen zulasten des Beschuldigten ist gemäss höchstrich-
terlicher Rechtsprechung grundsätzlich nicht zulässig, da dem Beschuldigten an-
dernfalls unbewiesene Tatsachen unterstellt würden. Gemäss Art. 10 Abs. 1 
StPO gilt die beschuldigte Person bis zur rechtskräftigen Verurteilung als un-
schuldig (Urteil des Bundesgerichts 6B_54/2018 vom 28. November 2018 E. 
1.4.4). Hiervon ausgenommen sind Strafuntersuchungen, in welchen der noch 
nicht abgeurteilte Sachverhalt ordnungsgemäss nachgewiesen ist, so dass des-
sen Unrechtsgehalt abgeschätzt werden kann (Urteil des Bundesgerichts 
6P.243/2006 vom 7. Juni 2007 E. 6.2; WIPRÄCHTIGER/KELLER, Basler Kommen-
tar, 4. Aufl. 2019, Art. 47 StGB N. 136; QUELOZ/MANTELLI-RODRIGUEZ, Commen-
taire romand, 2. Aufl. 2021, Art. 47 StGB N. 57). Vorliegend ist der Beschuldigte 
in der von der Staatsanwaltschaft Graubünden gegen ihn geführten Strafunter-
suchung betreffend die wesentlichen Sachverhaltselemente geständig (CAR 
pag. 6.401.104 ff.). Dieses Geständnis führt dazu, dass im Sinne der bundesge-
richtlichen Rechtsprechung trotz der Unschuldsvermutung von einem für das vor-
liegende Verfahren negativen Nachtatverhalten (Einsicht, Reue und Wohlverhal-
ten) ausgegangen werden kann. Die BetmG-Delinquenz während laufender Stra-
funtersuchung ist damit im Zusammenhang mit dem unangefochten gebliebenen 

- 34 - 

Schuldspruch wegen Verstosses gegen das Betäubungsmittelgesetz (Art. 19 
Abs. 1 lit. c BetmG) deliktspezifisch leicht straferhöhend zu berücksichtigen. An-
sonsten wirken sich die Täterkomponenten neutral auf die Strafzumessung aus. 

5.1.7 Das Beschleunigungsgebot verpflichtet die Behörden, ein Strafverfahren mit der 
gebotenen Beförderung zu behandeln, nachdem die beschuldigte Person dar-
über in Kenntnis gesetzt wurde. Sie soll nicht länger als notwendig den Belastun-
gen eines Strafverfahrens ausgesetzt sein. Ob sich die Dauer als angemessen 
erweist, ist in jedem Einzelfall unter Würdigung aller konkreten Umstände zu prü-
fen (BGE 143 IV 373 E. 1.3.1 m.w.H.). Das vorliegende Verfahren war weder 
komplex noch aufwändig. Dennoch kam das vorliegende Verfahren teilweise fast 
zum Erliegen, sind doch mehrere Monate andauernde Zeitabschnitte feststellbar, 
in welchen keine Verfahrenshandlung oder Beweisabnahmen erfolgt sind. Die 
bisherige Verfahrensdauer von knapp viereinhalb Jahren, wofür fast dreieinhalb 
Jahre für die Durchführung des Vorverfahrens aufgewendet wurden, erscheint 
daher als nicht mehr vertretbar. Da der Schuldspruch wegen Verstosses gegen 
das Betäubungsmittelgesetz (Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG) vorliegend unangefoch-
ten ist, betrifft die überlange Verfahrensdauer primär das Sprengstoffdelikt. Dem-
entsprechend ist die gegen den Beschuldigten A. im Hinblick auf die Gefährdung 
durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht (Art. 224 Abs. 1 
StGB) ausgesprochene Freiheitsstrafe von 12 Monaten um ein Sechstel auf 10 
Monate zu reduzieren. 

5.1.8 In Würdigung sämtlicher Strafzumessungsfaktoren erweist sich eine Freiheits-
strafe von 10 Monaten sowie eine Geldstrafe von 25 Tagessätzen als dem Ver-
schulden des Beschuldigten A. angemessen. 

5.1.9 Ein Tagessatz beträgt in der Regel mindestens 30 und höchstens 3000 Franken. 
Ausnahmsweise, wenn die persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse des 
Täters dies gebieten, kann der Tagessatz bis auf 10 Franken gesenkt werden. 
Das Gericht bestimmt die Höhe des Tagessatzes nach den persönlichen und 
wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt des Urteils, namentlich 
nach Einkommen und Vermögen, Lebensaufwand, allfälligen Familien- und Un-
terstützungspflichten sowie nach dem Existenzminimum (Art. 34 Abs. 2 StGB). 
Der erzielt Beschuldigte derzeit ein Einkommen von Fr. 4'800.00 (CAR pag. 
7.401.002 f.). Gegen ihn liegt eine Betreibung im Betrag von Fr. 314.40 vor (CAR 
pag. 6.401.016). Angesichts dieser finanziellen Verhältnisse des Beschuldigten 
erscheint die Tagessatzhöhe von Fr. 40.00 angemessen. 

5.1.10 Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von 
höchstens zwei Jahren in der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe nicht not-
wendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder 

- 35 - 

Vergehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB). Materiell ist demnach das Fehlen 
einer ungünstigen Prognose vorausgesetzt, womit praxisgemäss auf das Fehlen 
von Anhaltspunkten für eine Wiederholungsgefahr abgestellt wird (BGE 134 IV 
60 E. 7.2). Diesbezüglich ist festzustellen, dass keine zwingenden Gründe er-
sichtlich sind, um vom gesetzlich verankerten Regelfall der bedingten Strafe ab-
zuweichen. Mit Erkennung auf Freiheitsstrafe im Hinblick auf die Verurteilung we-
gen Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht 
(Art. 224 Abs. 1 StGB) ist der Zielsetzung der unbedingten Strafe, den Täter von 
der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten, vorliegend be-
reits hinreichend gedient, sodass eine unbedingte Strafe auch diesbezüglich 
nicht notwendig erscheint. Der von der Vorinstanz vorgesehene bedingte Auf-
schub der Strafe unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren ist dement-
sprechend auch für die vorliegend festgelegten Strafen zu bestätigen. 

5.1.11 Zusammenfassend wird der Beschuldigte A. mit 10 Monaten Freiheitsstrafe und 
einer Geldstrafe von 25 Tagessätzen à Fr. 40.00 bestraft, beides bedingt voll-
ziehbar bei einer Probezeit von 2 Jahren. 

5.2 Beschuldigter B. 

5.2.1 Vorab ist in Bezug auf den Beschuldigten B. ebenfalls daran zu erinnern, dass 
die BA gegen das Urteil der Vorinstanz zu seinen Ungunsten Berufung eingelegt 
hat, weshalb das Verschlechterungsverbot (vgl. Art. 391 Abs. 2 StPO) vorliegend 
nicht zur Anwendung kommt (vgl. supra E. I.2). 

5.2.2 Der Tatbestand von Art. 225 Abs. 1 StGB droht Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahre 
oder Geldstrafe an. Der ordentliche Strafrahmen beläuft sich somit von 3 Tagen 
Geldstrafe bis 5 Jahre Freiheitsstrafe. Im Gegensatz zu Art. 224 Abs. 1 StGB gilt 
es im Zusammenhang von Art. 225 Abs. 1 StGB somit keine Mindeststrafe von 
einem Jahr Freiheitsstrafe zu beachten. 

5.2.3 Die Beschuldigten sind bei der Tatbegehung arbeitsteilig und daher wie Mittäter 
vorgegangen. Bezüglich der objektiven Tatschwere kann daher grundsätzlich auf 
die Ausführungen zum Beschuldigten A. verwiesen werden (vgl. supra 
E. II.5.1.4). In Bezug auf das subjektive Tatverschulden ist darauf hinzuweisen, 
dass der Beschuldigte B. zwar nicht in verbrecherischer Absicht handelte, sein 
Verhalten jedoch hinsichtlich der Gefährdung dennoch vom Eventualvorsatz ge-
tragen war. Er räumte ein, dass die Aktion «doof» gewesen sei (BA pag. 13-02-
0002). Gerade sein Bewusstsein für die zusätzliche Gefährlichkeit der Zündung 
eines solchen Böllers im Rahmen einer Messeveranstaltung wirkt sich zusätzlich 
belastend aus. Ausserdem war ihm trotz Vertrauen auf die angeblichen Fähig-
keiten des Beschuldigten A. bewusst, dass jener den «Color Thunder King» nicht 

- 36 - 

sachgemäss zündete (nicht ausreichender Abstand und Abfeuern aus der Hand 
insbesondere). Dass er im Tatzeitpunkt alkoholisiert war, wirkt keinesfalls ent-
schuldigend. Seine Steuerungsfähigkeit war im Zeitpunkt des Vorfalls nicht derart 
eingeschränkt, als dass er nicht mehr um die Gefährlichkeit seines Tuns gewusst 
hätte. Es wäre für ihn ein Leichtes gewesen, den fraglichen «Color Thunder 
King» gerade nicht im Rahmen einer Messeveranstaltung mit vielen Besuchern 
in der Hand des Mitbeschuldigten A. zu zünden. Im Ergebnis ist auch dem Be-
schuldigten B. entgegen der diesbezüglichen Erkenntnis der Vorinstanz in objek-
tiver Hinsicht leichtes und in subjektiver Hinsicht nicht mehr leichtes Tatverschul-
den vorzuwerfen. In Würdigung der objektiven und subjektiven Tatkomponenten 
erscheint eine Einsatzstrafe von 8 Monaten Freiheitsstrafe dem Verschulden des 
Beschuldigten B. angemessen. 

5.2.4 In Bezug auf die Täterkomponente ist festzuhalten, dass der Beschuldigte B. 23-
jährig ist. Er ist ledig, lebt noch bei seinen Eltern und bezahlt ihnen einen monat-
lichen Mietzins von Fr. 500.00 (CAR pag. 6.402.009, 6.402.011 sowie TPF pag. 
2.732.002). Er arbeitet als […] und seit neustem auch als Lehrmeister (CAR pag. 
6.402.009 sowie 7.402.002). Er erzielet ein monatliches Einkommen von 
Fr. 4'300.00, seine Krankenkassenprämien belaufen sich auf monatlich 
Fr. 240.00. Er fährt einen […] im Wert von Fr. 9'000.00 und leistet monatliche 
Amortisationen im Umfang von Fr. 400.00 zwecks Tilgung eines Auto-Kredits. Im 
Übrigen verfügt er über ein Vermögen von Fr. 3'500.00 bis Fr. 4'000.00 sowie 
Schulden im Betrag von Fr. 8'250.00 (CAR pag. 6.402.010 f.). Im Betreibungsre-
gister ist er nicht verzeichnet. Auch der Beschuldigte B. delinquierte während 
laufender Strafuntersuchung: Er wurde gemäss aktuellem Strafregisterauszug 
mit Strafmandat des Untersuchungsamts St. Gallen vom 9. Juli 2021 wegen Fah-
rens in fahrunfähigem Zustand (i.S.v. Art. 91 Abs. 2 lit. a SVG) zu einer Geldstrafe 
von 20 Tagessätzen, bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von 2 Jahren, sowie 
zu einer Busse von Fr. 400.00 verurteilt (CAR pag. 6.402.014). Die Delinquenz 
während laufender Strafuntersuchung ist ein Beleg dafür, dass sich der Beschul-
digte nach der Tat nicht wohl verhalten hat, und wirkt sich leicht straferhöhend 
aus. Der Beschuldigte B. ist sozial integriert. Er weist keine besondere Strafemp-
findlichkeit auf. Die vorliegend auszufällende Strafe wirkt sich auf sein Leben 
nicht in besonderer, im Rahmen der Strafzumessung zu berücksichtigender 
Weise aus – auch nicht im Zusammenhang mit seiner beruflichen Situation. So 
wirkt doch die von ihm vorgebrachte Rüge, wonach er seine Weiterbildung wegen 
den Auswirkungen des vorliegenden Strafverfahrens auf einen allfälligen Militär-
dienst nicht planen könne (CAR pag. 7.402.003) entgegen der vorinstanzlichen 
Erkenntnis als vorgeschoben. Der Beschuldigte B. legte noch am Tatort ein Ge-
ständnis ab und zeigte sich während der Untersuchung und dem anschliessen-
den gerichtlichen Strafverfahren kooperativ. Allerdings zeigte er insgesamt nur 
wenig Einsicht und Reue für die von ihm begangene Tat. 

- 37 - 

5.2.5 Insgesamt erweist sich in Würdigung der Tat- und Täterkomponenten eine Frei-
heitsstrafe von 9 Monaten als dem Verschulden des Beschuldigten B. angemessen. 

5.2.6 Wie für den Beschuldigten A. erscheint es auch im Hinblick auf den Beschuldig-
ten B. ebenfalls angebracht aufgrund derselben Überlegungen zur überlangen 
Verfahrensdauer (vgl. supra E. II.5.1.7) die gegen den Beschuldigten B. im Hin-
blick auf die Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase ohne verbrecheri-
sche Absicht (Art. 225 Abs. 1 StGB) ausgesprochene Freiheitsstrafe von 9 Mo-
naten um ein Sechstel auf 7.5 Monate zu reduzieren. 

5.2.7 Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von 
höchstens zwei Jahren in der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe nicht not-
wendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder 
Vergehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB). Materiell ist demnach das Fehlen 
einer ungünstigen Prognose vorausgesetzt, womit praxisgemäss auf das Fehlen 
von Anhaltspunkten für eine Wiederholungsgefahr abgestellt wird (BGE 134 IV 
60 E. 7.2). Diesbezüglich ist festzustellen, dass keine zwingenden Gründe er-
sichtlich sind, um vom gesetzlich verankerten Regelfall der bedingten Strafe ab-
zuweichen. Mit Erkennung auf Freiheitsstrafe im Hinblick auf die Verurteilung we-
gen vorsätzlicher Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase ohne verbre-
cherische Absicht (Art. 225 Abs. 1 StGB) ist der Zielsetzung der unbedingten 
Strafe, den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzu-
halten, vorliegend bereits hinreichend gedient, sodass eine unbedingte Strafe 
auch diesbezüglich nicht notwendig erscheint. Dem Verschulden entsprechend 
erachtet das Gericht eine Probezeit von zwei Jahren als angezeigt. 

5.2.8 Im Ergebnis wird der Beschuldigte B. mit 7.5 Monaten Freiheitsstrafe bestraft, 
bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von 2 Jahren. 

  

- 38 - 

6. Kosten und Entschädigungen 

6.1 Rechtliches 

6.1.1 Bemessungsgrundsätze für Gerichtsgebühren 

6.1.1.1 Die beschuldigte Person trägt die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird 
(Art. 426 Abs. 1 StPO). Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Par-
teien nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 Satz 1 
StPO). Fällt die Rechtsmittelinstanz selber einen neuen Entscheid, so befindet 
sie darin auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 
Abs. 3 StPO). 

6.1.1.2 Nach Art. 424 Abs. 1 StPO regeln Bund und Kantone die Berechnung der Ver-
fahrenskosten und legen die Gebühren fest. Der Bund hat dies im StBOG bezie-
hungsweise im Reglement des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über 
die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bundesstrafverfahren (BStKR, 
SR 173.713.162) getan. Laut Art. 73 Abs. 1 StBOG regelt das Bundesstrafgericht 
durch Reglement die Berechnung der Verfahrenskosten (lit.