# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 901fd342-ee0e-5151-ad79-1c89244836e2
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-07-11
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Strafappellationshof 11.07.2017 501 2016 139
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_006_501-2016-139_2017-07-11.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 1654, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00, F +41 26 304 15 01
www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

501 2016 139

Urteil vom 11. Juli 2017

Strafappellationshof

Besetzung Präsident: Michel Favre
Richter: Adrian Urwyler, Felix Baumann
Gerichtsschreiberin: Frédérique Jungo

Parteien Staatsanwaltschaft, Berufungsführerin, 

gegen

A.________, Berufungsgegnerin und Beschuldigte, vertreten 
durch Rechtsanwalt Ingo Schafer (amtlicher Verteidiger)

Gegenstand Qualifizierte grobe Verletzung der Verkehrsregeln

Berufung vom 25. August 2016 gegen das Urteil des Polizeirichters 
des Saanebezirks vom 5. Juli 2016

Kantonsgericht KG

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Sachverhalt

A. Am 12. Juli 2015 um 20.10 Uhr beobachtete eine mobile Polizeipatrouille in einem zivilen 
Polizeifahrzeug auf der Murtenstrasse in Freiburg, vor dem Verkehrskreisel auf der Höhe des 
Warenhauses Agy-Centre, wie A.________ am Steuer ihres Fahrzeugs der Marke Audi A4, bbb, 
ihr Fahrzeug rechts überholte und auf der linken Spur wieder einbog. In der Folge erhöhte 
A.________ die Geschwindigkeit ihres Fahrzeugs, fuhr in den Tunnel des Grives bzw. in den 
Poyatunnel und bog im Verkehrskreisel im Poyatunnel nach links in Richtung Schönberg ab, um 
nachher die Geschwindigkeit erneut stark zu erhöhen, wobei sie Ende der Poyabrücke aufgrund 
anderer Verkehrsteilnehmer abbremsen musste. Die Polizeipatrouille folgte dem Fahrzeug von 
A.________ und konnte, nachdem sie Blaulicht und Sirene eingeschaltet hatte, A.________ in 
Freiburg, Bernstrasse, auf dem Parkplatz gegenüber dem Primarschulhaus anhalten. Auf dem 
Rücksitz ihres Fahrzeugs befanden sich drei Kinder im Alter von zwei, fünf und acht Jahren, von 
denen die letzten beiden nicht vorschriftsgemäss in Kindersitzen sassen. A.________ wurde 
gleichentags polizeilich befragt und am 11. August 2015 polizeilich verzeigt (DO/2000 ff.). Am
14. Dezember 2015 wurde sie von der Staatsanwaltschaft einvernommen (DO/3000 ff.). Mit 
Verfügung vom gleichen Tag bezeichnete die Staatsanwaltschaft Ingo Schafer als amtlichen 
Verteidiger von A.________ (DO/7054). Am 21. Januar 2016 erstattete C.________ ein von der 
Staatsanwaltschaft in Auftrag gegebenes Gutachten über die Geschwindigkeit, mit der 
A.________ bei ihrer Fahrt auf der Murtenstrasse vor dem Tunnel des Grives sowie zwischen dem 
Kreisel im Poyatunnel bis über die Poyabrücke unterwegs war (DO/4012 ff.).

Mit Anklageschrift vom 17. Februar 2016 wurde die Angelegenheit dem Polizeirichter des 
Saanebezirks zur Beurteilung überwiesen. Darin wurde A.________ vorgeworfen, am 12. Juli 2015 
zwischen 20.10 Uhr und 20.15 Uhr mit dem Motorfahrzeug bbb in Granges-Paccot, Murtenstrasse, 
auf der Höhe des Warenhauses Agy-Centre, rechts überholt zu haben. Vor dem Tunnel des Grives 
einerseits und zwischen dem Kreisverkehrsplatz im Poyatunnel und der Poyabrücke andererseits 
habe sie jeweils eine doppelte Sicherheitslinie überfahren. Vor dem Tunnel des Grives habe sie 
die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h innerorts um 19 km/h überschritten, und 
zwischen dem Kreisverkehrsplatz des Poyatunnels und dem Ende der Poyabrücke habe sie die 
zulässige Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h innerorts um 60 km/h überschritten. Auf der Strecke 
vom McDonalds in Granges-Paccot bis Freiburg, Bernstrasse, habe sie zwei Kinder unter zwölf 
Jahren nicht ordnungsgemäss gesichert (DO/10000 ff.).

B. Zur Gerichtssitzung vom 5. Juli 2016 erschien A.________ in Begleitung ihres 
Rechtsbeistandes sowie die Vertreterin der Staatsanwaltschaft. Die vorgeladenen Zeugen 
D.________ und E.________ wurden vorgängig dispensiert. Ihnen wurde unter Hinweis auf ihre 
gesetzlichen Pflichten eine Frist gesetzt, um die entsprechenden Fragen schriftlich zu beantworten 
(DO/13029). Mit Schreiben vom 16. Juni 2016 reichten sie fristgerecht ihre schriftlichen Antworten 
ein (DO/13034). Anlässlich der Verhandlung wurde vorfrageweise festgestellt, dass zur 
schriftlichen Beantwortung der Fragen durch die Polizisten niemand etwas einzuwenden hat. 
A.________ wurde vom Polizeirichter einvernommen, und die Parteivertreter hielten ihre 
Parteivorträge. Mit am gleichen Tag mündlich eröffneten Urteil sprach der Polizeirichter 
A.________ der einfachen Verletzung des Strassenverkehrsgesetzes (Überholen auf der rechten 
Fahrspur, zweifaches Überfahren der doppelten Sicherheitslinie, Geschwindigkeitsüberschreitung 
sowie unordnungsgemässe Sicherung von Kindern unter 12 Jahren; Disp.-Ziff. 1), der groben 
Verletzung der Verkehrsregeln (Geschwindigkeitsüberschreitung; Disp.-Ziff. 2), je begangen am 
12. Juli 2015, schuldig, verurteilte sie zu einer bedingten Geldstrafe von 300 Tagessätzen à CHF 

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10.- sowie zu einer Busse von CHF 1200.-, setzte die Probezeit auf zwei Jahre fest und 
bestimmte, dass an Stelle der Busse eine Freiheitsstrafe von 12 Tagen tritt, falls jene nicht 
fristgerecht innert 30 Tagen bezahlt wird und auf dem Betreibungsweg uneinbringlich ist (Disp.-Ziff. 
3). Weiter setzte der Polizeirichter die Kostenliste der amtlichen Verteidigung auf
CHF 3'865.25 (inkl. MwSt), die Gerichtsgebühr auf CHF 1'200.- und die Auslagen auf CHF 502.80 
fest und auferlegte diese Kosten A.________, wobei die Kosten der amtlichen Verteidigung unter 
Vorbehalt von Art. 135 Abs. 4 StPO vom Staat übernommen werden. Die Kosten des Gutachtens 
von C.________ wurden der Staatskasse auferlegt. Für den Fall, dass A.________ die 
vollständige Urteilsbegründung nicht verlangt, wurden die Gerichtsgebühren auf CHF 800.- und die 
Dossierkosten auf CHF 70.- festgesetzt (Disp.-Ziff. 4 und 5).

Das Urteilsdispositiv, datiert vom 6. Juli 2016 (sic!), wurde den Parteien am 11. Juli 2016 
zugestellt. Die Staatsanwaltschaft meldete gleichentags die Berufung an. Das begründete Urteil 
wurde ihr am 9. August 2016 zugestellt.

C. Die Staatsanwaltschaft hat am 25. August 2016 die Berufung erklärt. Sie beantragt, 
A.________ in Abänderung von Disp-Ziff. 2 und 3 des erstinstanzlichen Urteils der qualifizierten 
groben Verkehrsregelverletzung (Geschwindigkeitsüberschreitung) schuldig zu sprechen und zu 
einer bedingten Freiheitsstrafe von 15 Monaten bei einer Probezeit von vier Jahren und zu einer 
Busse von CHF 4'000.- zu verurteilen. Die Kosten für beide Instanzen seien A.________ 
aufzuerlegen. In den übrigen Punkten focht sie das Urteil nicht an.

Mit Schreiben vom 30. August 2016 gab der Vizepräsident des Strafappellationshofs A.________ 
Gelegenheit, gemäss Art. 400 Abs. 3 StPO vorzugehen. Mit Eingabe vom 15. September 2016 
teilte A.________ mit, dass sie weder Nichteintreten beantrage noch Anschlussberufung erkläre.

Mit Schreiben vom 22. September 2016 setzte der Präsident des Strafappellationshofs der 
Staatsanwaltschaft und A.________ unter Hinweis auf Art. 406 Abs. 2 lit. b StPO Frist bis zum
13. Oktober 2016, um sich der Durchführung eines schriftlichen Verfahrens ausdrücklich zu 
widersetzen. Die Staatsanwaltschaft erklärte sich mit Schreiben vom 26. September 2016 mit der 
Durchführung des schriftlichen Verfahrens einverstanden. A.________ liess am 13. Oktober 2016 
mitteilen, sie widersetze sich der Durchführung des schriftlichen Verfahrens nicht. Daraufhin teilte 
der Vizepräsident des Strafappellationshofs der Staatsanwaltschaft mit Schreiben vom
19. Oktober 2016 mit, die Berufung werde im schriftlichen Verfahren behandelt, und forderte sie 
auf, ihre Berufung bis zum 11. November 2016 schriftlich zu begründen. Die Staatsanwaltschaft 
(im Folgenden: die Berufungsführerin) kam dieser Aufforderung mit Rechtsschrift vom 24. Oktober 
2016 nach.

Mit Schreiben vom 31. Oktober 2016 setzte der Vizepräsident des Strafappellationshofs dem 
Polizeirichter des Saanebezirks und A.________ Frist bis zum 23. November 2016, um zur 
Berufung Stellung zu nehmen. Der Polizeirichter des Saanebezirks hat am 3. November 2016 auf 
sein Urteil verwiesen. A.________ (im Folgenden: die Beschuldigte) hat am 23. November 2016 
Stellung genommen. Sie schliesst auf Abweisung der Berufung, unter Kosten- und 
Entschädigungsfolge. Zudem reichte ihr Anwalt am 15. Dezember 2016 auf Aufforderung des 
Vizepräsidenten des Strafappellationshofs seine Kostenliste ein.

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Erwägungen

1. a) Gemäss Art. 398 Abs. 1 StPO ist die Berufung zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher 
Gerichte, mit denen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist. Dies ist hier der 
Fall. Die Staatsanwaltschaft ist gestützt auf Art. 381 Abs. 1 StPO zur Berufung legitimiert. 

b) Die Berufung ist dem erstinstanzlichen Gericht innert 10 Tagen seit Eröffnung des Urteils 
schriftlich oder mündlich zu Protokoll anzumelden (Art. 399 Abs. 1 StPO). Nach Art. 384 lit. a StPO 
beginnt die Rechtsmittelfrist im Falle eines Urteils mit der Aushändigung oder Zustellung des 
schriftlichen Dispositivs.

Das Urteilsdispositiv wurde der Berufungsführerin am 11. Juli 2016 zugestellt (DO/13052). Die 
Berufungsanmeldung erfolgte mit Schreiben vom gleichen Tag (DO/13053) und somit form- und 
fristgerecht.

c) Die Partei, die Berufung angemeldet hat, reicht dem Berufungsgericht innert 20 Tagen seit 
der Zustellung des begründeten Urteils eine schriftliche Berufungserklärung ein. Sie hat darin 
anzugeben, ob sie das Urteil vollumfänglich oder nur in Teilen anficht, welche Abänderungen des 
erstinstanzlichen Urteils sie verlangt, und welche Beweisanträge sie stellt (Art. 399 Abs. 3 StPO).

Das begründete Urteil wurde der Berufungsführerin am 9. August 2016 zugestellt (DO/13073). Die 
schriftliche Berufungserklärung der Berufungsführerin erfolgte am 25. August 2016 und somit 
fristgerecht. Die Berufung richtet sich einzig gegen die Verurteilung wegen grober 
Verkehrsregelverletzung sowie gegen die Bemessung der Strafe (Disp.-Ziff. 2 und 3 des 
angefochtenen Urteils); die entsprechenden Rechtsbegehren sind präzise formuliert (vgl. 
Berufungserklärung, S. 2). Die Berufungserklärung entspricht mithin den gesetzlichen 
Anforderungen; auf die Berufung ist folglich einzutreten.

d) Mit Verfügung vom 30. August 2016 wurde der Beschuldigten eine Frist von 20 Tagen 
gesetzt, um gemäss Art. 400 Abs. 3 StPO Nichteintreten zu beantragen oder Anschlussberufung 
zu erklären. Die Beschuldigte hat weder Nichteintreten beantragt noch Anschlussberufung erklärt. 

e) Gemäss Art. 406 StPO kann die Verfahrensleitung mit dem Einverständnis der Parteien 
das schriftliche Verfahren namentlich dann anordnen, wenn Urteile eines Einzelgerichts 
Gegenstand der Berufung sind (Abs. 2 lit. b). Die Verfahrensleitung setzt der Partei, welche 
Berufung erklärt hat, Frist zur schriftlichen Begründung (Abs. 3). Das anschliessende Verfahren 
richtet sich nach Artikel 390 Absätze 2–4 (Abs. 4).

Im vorliegenden Fall ist das Urteil eines Einzelgerichts Gegenstand der Berufung. Den Parteien 
wurde mit Verfügung vom 22. September 2016 Frist gesetzt, um sich dem schriftlichen Verfahren 
zu widersetzen. Da sie sich dem schriftlichen Verfahren nicht widersetzten, wurde der 
Berufungsführerin mit Verfügung vom 19. Oktober 2016 Frist bis zum 11. November 2016 zur 
schriftlichen Begründung gesetzt. Diese erfolgte am 24. Oktober 2016 und somit fristgerecht. Sie 
genügt den Anforderungen von Art. 385 Abs. 1 StPO.

f) Im Rahmen einer Berufung überprüft der Strafappellationshof den vorinstanzlichen 
Entscheid frei bezüglich sämtlicher Tat-, Rechts- und Ermessensfragen (Art. 398 Abs. 2 und 3 
StPO). Er ist in seinem Entscheid weder an die Begründung der Parteien noch an deren Anträge 
gebunden, ausser wenn er Zivilklagen beurteilt. Er darf Entscheide nicht zum Nachteil der 
verurteilten Person abändern, wenn das Rechtsmittel nur zu deren Gunsten ergriffen worden ist 
(Art. 391 Abs. 1 und 2 StPO). Der Strafappellationshof verfügt somit grundsätzlich über eine 
umfassende Überprüfungsbefugnis (für viele: NIKLAUS SCHMID, StPO-Praxiskommentar, 2. Aufl. 

https://swisslex.ch/LawDetail.mvc/Show?normalizedReferences=CH%2F312.0%2F398&SP=7|3t3kmb
https://swisslex.ch/LawDetail.mvc/Show?normalizedReferences=CH%2F312.0%2F398&SP=7|3t3kmb
https://swisslex.ch/LawDetail.mvc/Show?normalizedReferences=CH%2F312.0%2F398&SP=7|3t3kmb

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2013, Art. 398 N. 7 f.). Er überprüft das erstinstanzliche Urteil allerdings nur in den angefochtenen 
Punkten, kann aber zugunsten der beschuldigten Person auch nicht angefochtene Punkte 
überprüfen, um gesetzwidrige oder unbillige Entscheide zu verhindern (Art. 404 StPO).

g) Die Berufung hat im Umfang der Anfechtung aufschiebende Wirkung (Art. 402 StPO).

Angefochten sind in casu das Ausmass der beiden Geschwindigkeitsüberschreitungen und die 
rechtliche Würdigung der zweiten Geschwindigkeitsüberschreitung (jene im Poyatunnel bzw.auf 
der Poyabrücke) als grobe Verkehrsregelverletzung sowie (gestützt darauf) die Bemessung der 
Strafe. In den übrigen drei Punkten (Überholen auf der rechten Fahrspur, Busse von CHF 140.-; 
zweifaches Überfahren der doppelten Sicherheitslinie, Busse von CHF 90.-; unordnungsgemässe 
Sicherung von zwei Kindern unter 12 Jahren; Busse von CHF 120.-) wurde das Urteil nicht 
angefochten und ist folglich in Rechtskraft erwachsen.

2. Umstritten ist in erster Linie, mit welcher Geschwindigkeit die Beschuldigte im Poyatunnel 
und auf der Poyabrücke unterwegs war. Der Polizeirichter ging in seinem Urteil gestützt auf Art. 8 
Abs. 1 lit. i der Verordnung des ASTRA zur Strassenverkehrskontrollverordnung vom 22. Mai 2008 
(VSKV-ASTRA, SR 741.013.1) von einer rechtlich massgebenden Geschwindigkeit von 
(abgerundet) 114 km/h aus, während die Berufungsführerin vorbringt, diese Geschwindigkeit habe 
gemäss Gutachten von C.________ 120 km/h betragen. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit 
beträgt im Poyatunnel 50 km/h und auf der Poyabrücke 60 km/h. 

a) Laut Anzeigerapport von D.________ und E.________ vom 11. August 2015 
beschleunigte die Beschuldigte zwischen dem Kreisverkehrsplatz und der Poyabrücke auf 135 
km/h (wobei der Tachometer des Dienstfahrzeuges 135 km/h anzeigte [DO/2011 Z. 51-53]) und 
fuhr mit dieser Geschwindigkeit auf einer Distanz von 1'200 m bis zum Ende der Brücke, wo sie 
aufgrund anderer Verkehrsteilnehmer abbremsen musste (DO/2006). Mit Schreiben vom 16. Juni 
2016 bestätigten die obgenannten Polizeibeamten den Anzeigerapport vom 11. August 2015 
(DO/13037). Die Beschuldigte ihrerseits hat die Geschwindigkeitsüberschreitung von 60 km/h stets 
bestritten. Im Rahmen ihrer Erstbefragung vom 12. Juli 2015 gab sie an, dass sie wisse, mit 
Geschwindigkeit gefahren zu sein, aber es sei ihr nicht so schnell vorgekommen (DO/2011). 
Gegenüber der Staatsanwaltschaft sagte sie am
14. Dezember 2015 aus, sich nicht vorstellen zu können, auf dieser Strecke so schnell gefahren zu 
sein. Dies unmittelbar nach einem Kreisel. Es könne nicht sein, sie wisse nicht, wie das gemessen 
worden sei (DO/3001). Sie sei wirklich nicht mit 135 km/h gefahren; das müsste man doch merken 
(DO/3002). Sie könne sagen, dass sie schnell gewesen sei, aber nie so schnell (DO/3001). Vor 
dem Polizeirichter gab sie am 5. Juli 2016 zu, schnell gewesen zu sein, aber da es noch Verkehr 
vor ihr gehabt habe, habe sie nicht eine grosse Geschwindigkeit haben können. Sie sei schnell 
gefahren, aber nicht diese Geschwindigkeit (DO/13040).

In seinem Urteil kam der Polizeirichter zum Schluss, die angegebene Nachfahrdistanz von 1’200 m 
könne nicht stimmen. Er hielt fest, dass die Länge der Poyabrücke 851.6 m beträgt und die 
Strecke vom Kreisel bis zum Ende der Brücke 1'200 m. Demnach betrage die Distanz vom Kreisel 
bis anfangs Poyabrücke 348.4 m. Der Polizeirichter erwog weiter, indem die Polizisten einerseits 
aussagten, dass ihr Polizeifahrzeug stets einen konstanten Abstand zum vorfahrenden Fahrzeug 
gehabt habe, andererseits jedoch angaben, sie hätten der Lenkerin aufgrund ihrer gefährlichen 
Fahrweise nicht mehr länger folgen können (DO/2007), lägen diesbezüglich widersprüchliche 
Aussagen vor. Wenn die Polizisten der Beschuldigten aufgrund ihrer gefährlichen Fahrweise nicht 
mehr folgen konnten und daher bereits anfangs Poyabrücke die Sirene sowie das Blaulicht 
einschalteten, dann sei es nicht möglich, ihr mit einem konstanten Abstand über eine Distanz von 
1'200 m mit einer Geschwindigkeit von 135 km/h gefolgt zu sein. Aufgrund der polizeilichen 

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Aussagen sei vielmehr davon auszugehen, dass die Polizisten die Beschuldigte vom 
Kreisverkehrsplatz im Poyatunnel bis anfangs der Brücke, das heisst über eine Strecke von ca. 
350 m, mit einem konstanten Abstand und einer Geschwindigkeit von 135 km/h, folgten und ihr 
danach aufgrund ihrer gefährlichen Fahrweise respektive ihrer massiv überhöhten Geschwindigkeit 
nicht mehr folgen konnten und daher anfangs Poyabrücke das Blaulicht sowie die Sirenen 
einschalteten. Demnach erachtete es der Polizeirichter als erstellt, dass die Nachfahrdistanz des 
Dienstfahrzeuges höchstens 350 m und nicht 1‘200 m betrug (Urteil, Ziff. 4.5–4.7). Aufgrund dieser 
massiven Abweichung hielt es der Polizeirichter für willkürlich und damit für unzulässig, auf das 
Gutachten von C.________ vom 21. Januar 2016 abzustellen. Denn dieses ging von einer 
Nachfahrdistanz von 1‘200 m aus und sah bei der Berechnung der Geschwindigkeit der 
Beschuldigten auf der fraglichen Strecke bloss eine Korrektur der Nachfahrdistanz von 2,5 % vor, 
das heisst von 30 m. Da die tatsächliche Nachfahrdistanz 348.4 m beträgt und damit massiv kürzer 
ist, reicht die Korrektur nicht aus, um den tatsächlichen Gegebenheiten Rechnung tragen zu 
können. Die Korrektur hätte 70 % respektive 851.6 m betragen müssen (Urteil, Ziff. 5.3). Da für die 
Berechnung der Geschwindigkeit der Beschuldigten nicht auf das Gutachten von C.________ 
abgestellt werden konnte, ging der Polizeirichter von Art. 8 Abs. 1 lit. i VSKV-ASTRA aus. Gemäss 
dieser Bestimmung kann die für die Ahndung massgebliche Geschwindigkeit auch berechnet 
werden, indem von der Geschwindigkeit, welche die Polizei festgestellt hat, bei einer 
Geschwindigkeit von maximal 100 km/h ein Abzug von 15 km/h und bei einer Geschwindigkeit von 
mehr als 100 km/h ein Abzug von 15 % gemacht wird. Daraus ergebe sich für die Beschuldigte für 
die Strecke zwischen dem Kreisverkehrsplatz im Poyatunnel und anfangs Poyabrücke eine 
massgebliche Geschwindigkeit von 114.75 km/h (135 - 15 % [20.25]), abgerundet auf 114 km/h, 
und bei einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h eine Geschwindigkeitsüberschreitung 
von 54 km/h. Der Polizeirichter sanktionierte diese Geschwindigkeitsüberschreitung in Anwendung 
von Art. 90 Abs. 2 SVG mit einer Geldstrafe von 300 Tagessätzen (angefochtenes Urteil, Ziff. 5.5–
5.6, 10 und 11.2).

b) Die Berufungsführerin bringt dagegen vor, es sei auf eine Nachfahrdistanz von 1'200 m 
abzustellen. Auf den ersten 350 m – das heisst im Poyatunnel – sei gemäss Polizeirichter eine 
Geschwindigkeit von 135 km/h erreicht worden. Nach der Ausfahrt aus dem Tunnel habe das 
Polizeifahrzeug der Beschuldigten tatsächlich nicht mehr folgen können. Dies bedeute jedoch, 
dass letztere schneller fuhr als das Polizeifahrzeug, folglich schneller als 135 km/h, und dass sich 
der Abstand zwischen den beiden Fahrzeugen auf der Strecke von 1'200 m vergrösserte und nicht 
verkleinerte. Somit könne ohne weiteres von einer Nachfahrdistanz von 1'200 m ausgegangen und 
auf das Gutachten von C.________ abgestellt werden, welches für die Strecke zwischen dem 
Kreisel im Poyatunnel und dem Ende der Poyabrücke eine massgebliche Geschwindigkeit von 120 
km/h ergab. Die Geschwindigkeitsbeschränkung liege zu Beginn dieser Strecke bei 50 km/h und 
werde noch vor dem Ausgang des Tunnels auf 60 km/h erhöht. Somit sei zugunsten der 
Beschuldigten von einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 60 km/h (120 – 60) auszugehen. 
Diese sei als qualifiziert grobe Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 3 und 4 SVG zu 
qualifizieren (Berufung, S. 2 f.).

Die Beschuldigte schliesst sich in ihrer Stellungnahme (S. 5 f.) den Überlegungen des 
Polizeirichters an.

c) Gemäss Polizeirapport habe die Beschuldigte zwischen dem Kreisel im Poyatunnel und 
der Poyabrücke auf 135 km/h beschleunigt. Dies auf einer Strecke von 1200 m. Sie sei mit dieser 
Geschwindigkeit bis zum Ende der Poyabrücke gefahren, wo sie aufgrund anderer Verkehrs-
teilnehmer abbremsen musste. Das Polizeifahrzeug habe stets einen konstanten Abstand 
gehalten. (…) Sie hätten der Beschuldigten aufgrund ihrer gefährlichen Fahrweise nicht mehr 

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länger folgen können und hätten anfangs Poyabrücke das Blaulicht und die Sirene eingeschaltet, 
um sie anzuhalten (DO/2006 f.). In ihrem Schreiben vom 16. Juni 2016 bestätigten die 
anzeigenden Polizeibeamten ihren Bericht, ohne weitere Angaben zur Geschwindigkeit oder zur 
Nachfahrdistanz zu machen (DO/13037).

Der Polizeibericht ist bezüglich der Nachfahrdistanz widersprüchlich. Man kann nicht zugleich 
einen konstanten Abstand zum voranfahrenden Fahrzeug halten und diesem nicht mehr folgen 
können. Dazu kommt, dass sich selbst aus dem Polizeibericht nicht ergibt, dass die Beschuldigte 
während 1200 m mit 135 km/h gefahren ist. Vielmehr habe sie zwischen dem Verkehrskreisel im 
Poyatunnel und dem Ende dieses Tunnels (der gemäss angefochtenem Urteil nach ca. 348 m 
endet) auf 135 km/h beschleunigt. Zudem kann es aufgrund der örtlichen Gegebenheiten und den 
weiteren Umständen schlichtweg nicht sein, dass die Beschuldigte bereits ausgangs des Kreisels 
eine Geschwindigkeit von 135 km/h hatte, da sie im Kreisel eine Kehre von ca. 90° nach links 
fahren musste (DO/3004) und vor dem Kreisel gemäss Polizeibericht zuerst mit maximal ca. 80 
km/h unterwegs war und dann noch abbremste (DO/2006). Sie hätte also im Kreisel von weniger 
als 80 km/h auf 135 km/h beschleunigen müssen, was unmöglich erscheint. Vielmehr ist davon 
auszugehen, dass sie nach dem Kreisel beschleunigte und ausgangs des Poyatunnel so schnell 
fuhr, dass ihr das Polizeifahrzeug nicht mehr im gleichen Abstand folgen konnte. Daraus folgt 
einerseits, dass die Nachfahrstrecke nicht 1200 m betrug, und anderseits, dass die Beschuldigte 
nicht während 1200 m mit 135 km/h unterwegs war. Ob von einer Nachfahrstrecke von 348 m 
auszugehen ist, wie der Polizeirichter annimmt, kann letztlich offenbleiben. Denn mehrere 
Parameter des Gutachtens von C.________ können nicht stimmen. Erstens beträgt die 
Nachfahrstrecke wie dargelegt nicht 1200 m, sondern deutlich weniger. Zweitens kann der 
Abstand Polizeifahrzeug–Fahrzeug Beschuldigte von 70 m (1/2 Tacho) nicht stimmen, da die 
Beschuldigte wie dargelegt nicht während 1200 m mit einer Geschwindigkeit von 135 km/h fuhr 
und der Abstand zwischen den beiden Fahrzeugen nicht konstant war. Drittens ist nicht 
nachvollziehbar, wie die angenommene mögliche Abstandsänderung zwischen den beiden 
Fahrzeugen von 30 m zustande kommt. Aus den Akten ergibt sich diese Änderung auf jeden Fall 
nicht. Im Ergebnis ist deshalb mit dem Polizeirichter davon auszugehen, dass nicht auf das 
Gutachten von C.________ abgestellt werden kann, da dieses für seine Berechnung der 
Geschwindigkeit der Beschuldigten von drei Parametern ausgeht, die nicht zutreffen bzw. sich 
nicht erklären lassen. Entgegen der Ansicht der Berufungsführerin kann die Fehlerhaftigkeit der 
Parameter nicht einfach dadurch «korrigiert» werden, dass davon ausgegangen wird, die 
Beschuldigte sei eben noch schneller als 135 km/h gefahren. Diese Annahme vermöchte nichts 
daran zu ändern, dass die Parameter, die der Berechnung zugrunde liegen, falsch sind, und damit 
die ganze Berechnung nicht nachvollziehbar ist.

Die Berufungsführerin hat nicht beantragt, es sei ein neues Gutachten zu erstellen, das sich auf 
andere Parameter – namentlich auf eine andere Nachfahrdistanz – stützt. Die Erstellung eines 
neuen Gutachtens erschiene auch nicht sinnvoll, da zu viele Unklarheiten bestehen. Insbesondere 
ist die Nachfahrdistanz sehr unsicher. Auch die Annahme im angefochtenen Urteil, die 
Nachfahrdistanz betrage 348 m, überzeugt nämlich nicht, da die Beschuldigte wie dargelegt 
unmöglich bereits bei der Ausfahrt aus dem Verkehrskreisel im Poyatunnel eine Geschwindigkeit 
von 135 km/h haben konnte. Vielmehr beschleunigte sie nach dem Kreisel, um dann eine 
Geschwindigkeit von 135 km/h zu erreichen, worauf ihr die Polizisten nicht mehr (im gleichen 
Abstand) folgen konnten. Mit dem Polizeirichter ist dem Urteil deshalb die Berechnung der 
Geschwindigkeit gemäss Art. 8 Abs. 1 lit. a VSKV-ASTRA zugrunde zu legen, die von der 
Beschuldigten nicht bestritten wird. Diese hier rechtlich massgebliche Geschwindigkeit beträgt wie 
bereits dargelegt abgerundet 114 km/h. 

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Wie die Berufungsführerin zutreffend anführt, beträgt die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf der 
Höhe des Verkehrskreisels im Poyatunnel 50 km/h. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit wird 
noch vor dem Ende des Tunnels – das heisst nach weniger als 348 m – auf 60 km/h erhöht und 
beträgt auch auf der Poyabrücke 60 km/h. Mangels anderer Informationen ist zugunsten der 
Beschuldigten davon auszugehen, dass sie ihre Höchstgeschwindigkeit erst nach dem Schild 
erreichte, das die Änderung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit signalisiert. Die gegenteilige 
Annahme würde zudem wohl den Anklagegrundsatz (Art. 9 Abs. 1 StPO) verletzen, da der 
Beschuldigten gemäss Anklageschrift ein Überschreiten der zulässigen Höchstgeschwindigkeit um 
60 km/h (120 km/h anstatt 60 km/h, innerorts, DO/10000) vorgeworfen wurde und im 
erstinstanzlichen Verfahren keine Änderung der Anklage gemäss Art. 333 StPO erfolgte. Auch die 
Berufungsführerin bringt nicht vor, es sei von einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h 
auszugehen.

Im Ergebnis ist folglich mit dem Polizeirichter davon auszugehen, dass die Beschuldigte zwischen 
dem Verkehrskreisel im Poyatunnel und dem Ende der Poyabrücke die zulässige Höchst-
geschwindigkeit von 60 km/h um 54 km/h überschritten und dergestalt eine grobe Verkehrsregel-
verletzung im Sinn von Art. 90 Abs. 2 SVG begangen hat. Die Berufung erweist sich in diesem 
Punkt als unbegründet.

3. Weiter ist umstritten, mit welcher Geschwindigkeit die Beschuldigte – von Granges-Paccot 
her kommend – auf der Murtenstrasse bzw. im Tunnel des Grives unterwegs war. Der 
Polizeirichter ging in seinem Urteil gestützt auf Art. 8 Abs. 1 lit. i VKSV-ASTRA von einer rechtlich 
massgebenden Geschwindigkeit von 65 km/h aus, während die Berufungsführerin vorbringt, diese 
Geschwindigkeit habe gemäss Gutachten von C.________ 69 km/h betragen. Die zulässige 
Höchstgeschwindigkeit beträgt auf dem fraglichen Strassenabschnitt 50 km/h.

a) Aus dem Anzeigerapport vom 11. August 2015 von D.________ und E.________ geht 
hervor, dass die Beschuldigte auf einer Distanz von zirka 400 m, bevor sie in den Tunnel des 
Grives gelangte, die Geschwindigkeit ihres Fahrzeuges auf 80 km/h erhöhte (der Tachometer des 
Dienstfahrzeuges zeigte 80 km/h an [DO/2010 Z. 37 f.]) und kurz vor dem Verkehrskreisel im 
Poyatunnel abbremste. Die beiden Polizeibeamten gaben an, die Distanz zwischen ihrem 
Dienstfahrzeug sowie dem Fahrzeug der Beschuldigten konstant gehalten zu haben (DO/2006). 
Mit Schreiben vom 16. Juni 2016 bestätigten die obgenannten Polizeibeamten den Anzeigerapport 
vom 11. August 2015 (DO/13037). Die Beschuldigte sagte ihrerseits am
12. Juli 2015 aus, nicht auf die Geschwindigkeit geschaut zu haben, es hätten 60 km/h, 80 km/h, 
100 km/h gewesen sein können, sie wisse es nicht. Es sei ihr nicht aufgefallen. Sie sei einfach 
gefahren (DO/2010). Anlässlich der Einvernahme vom 14. Dezember 2015 gab sie zu Protokoll, 
sich an die genaue Geschwindigkeit nicht mehr erinnern zu können (DO/3001). Gegenüber dem 
Polizeirichter sagte die Beschuldigte am 5. Juli 2016 aus, sie habe kurz vor dem Tunnel geblinkt, 
um auf die linke Spur zu kommen, damit sie in den Tunnel gelangen konnte. Sie gebe zu, schnell 
gewesen zu sein, aber nicht eine grosse Geschwindigkeit gehabt zu haben, da es vor ihr noch 
Verkehr gehabt habe, auch als sie in den Tunnel gelangt sei (DO/13039).

In seinem Urteil kam der Polizeirichter zum Schluss, die angegebene Nachfahrdistanz von 400 m 
könne nicht stimmen. Aus dem Polizeibericht ergebe sich, dass die Beschuldigte bei der Einfahrt in 
den Tunnel des Grives mit beiden linken Pneus ihres Fahrzeuges die doppelte Sicherheitslinie 
befuhr und praktisch zeitgleich ihre Geschwindigkeit erhöhte. Er stellte fest, dass die Strecke direkt 
nach dem letzten Kreisverkehrsplatz auf der Murtenstrasse bis zum Kreisverkehrsplatz im 
Poyatunnel 450 m beträgt, während die Strecke vom Beginn des Tunnels des Grives bis zum 
Kreisverkehrsplatz im Poyatunnel lediglich 200 m betrage. Wenn die Beschuldigte nun erst bei der 
Einfahrt in den Tunnel des Grives zu schnell gefahren sei, dann könnten die beiden Polizisten ihr 

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nicht konstant über eine Distanz von 400 m mit einer Geschwindigkeit von 80 km/h nachgefahren 
sein. Sie könnten ihr höchstens über eine Strecke von 200 m mit dieser Geschwindigkeit gefolgt 
sein. Infolgedessen könne nicht auf das Gutachten von C.________ abgestützt werden, das von 
einer Nachfahrdistanz von 400 m ausgehe. Somit sei auch für die Geschwindigkeit, mit der die 
Beschuldigte bei der Einfahrt in den Tunnel des Grives unterwegs war, von Art. 8 Abs. 1 lit. i 
VSKV-ASTRA auszugehen. Demnach sei die Beschuldigte bei der Einfahrt in den Tunnel des 
Grives mit einer Geschwindigkeit von 65 km/h (80 km/h -15 km/h) gefahren, das heisst 15 km/h zu 
schnell. Der Polizeirichter sanktionierte diese Geschwindigkeitsüberschreitung in Anwendung von 
Art. 90 Abs. 1 SVG mit einer Busse von CHF 250.- (angefochtenes Urteil, Ziff. 3.3–3.5, 5.5 und 
11.4).

b) Die Berufungsführerin bringt dagegen vor, aus dem Polizeibericht vom 11. August 2015 
ergebe sich, dass die Beschuldigte während 400 m mit 80 km/h gefahren sei, da sich die Einfahrt 
in den Tunnel des Grives ab dem Kreisverkehrsplatz auf der Höhe des Warenhauses [Agy-Centre] 
bis zum Tunnel erstrecke. Die Nachfahrstrecke betrage deshalb 400 m und nicht 200 m. Damit sei 
auf das Gutachten von C.________ abzustellen, welches eine durchschnittliche 
Mindestgeschwindigkeit der Beschuldigten von 69 km/h für die Strecke Murtenstrasse vor dem 
Tunnel des Grives ergeben habe. Damit betrage die Geschwindigkeitsüberschreitung 19 km/h und 
nicht 15 km/h (begründete Berufung, S. 2).

Die Beschuldigte schliesst sich in ihrer Stellungnahme (S. 2–4) den Überlegungen des 
Polizeirichters an.

c) Dem Polizeibericht vom 11. August 2015 lässt sich Folgendes entnehmen: «Bevor die 
Lenkerin in den Tunnel des Grives gelangte, befuhr sie mit beiden linken Pneus ihres Fahrzeuges 
die doppelte Sicherheitslinie, ausgestattet mit akustischer Warnvorrichtung. Zudem erhöhte sie die 
Geschwindigkeit ihres Fahrzeuges auf 80 km/h, auf einer Distanz von zirka 400 m, und bremste 
kurz vor dem Kreisverkehrsplatz im Poyatunnel ab. Wir hielten die Distanz zwischen unserem 
Dienstfahrzeug und dem fraglichen Fahrzeug konstant.»

Der Polizeibericht ist unklar bezüglich des Zeitpunktes bzw. des Ortes, an dem die Beschuldigte 
auf 80 km/h beschleunigte. Die Beschuldigte überfuhr die Sicherheitslinie bei der Einfahrt in den 
Tunnel des Grives. «Zudem» erhöhte sie die Geschwindigkeit auf 80 km/h, auf einer Distanz von 
400 m. Nach den verbindlichen und nicht zu beanstandenden Feststellungen des Polizeirichters 
beträgt die Distanz zwischen dem letzten Kreisverkehrsplatz auf der Murtenstrasse (beim 
Warenhaus Agy-Centre) bis zum Kreisverkehrsplatz im Poyatunnel 450 m, während die Strecke 
vom Beginn des Tunnels des Grives bis zum Kreisverkehrsplatz im Poyatunnel 200 m beträgt. 
Offensichtlich unzutreffend ist die Behauptung der Berufungsführerin, die Einfahrt zum Tunnel des 
Grives beginne bereits beim letzten Kreisverkehrsplatz auf der Murtenstrasse. Zwischen dem 
letzten Verkehrskreisel auf der Murtenstrasse und der Tunneleinfahrt verlaufen ebenerdig zwei 
Spuren, die nicht durch eine Sicherheitslinie getrennt sind und auf denen ein Spurwechsel möglich 
ist. Die rechte Spur führt dann auf der Höhe der Tunneleinfahrt ebenerdig in Richtung Stadt weiter, 
während die linke in den Tunnel des Grives hineinführt. Dies kann als gerichtsnotorisch 
vorausgesetzt werden. Die Beschuldigte hatte denn auch ausgesagt, kurz vor dem Tunnel von der 
rechten auf die linke Spur gewechselt zu haben, um in den Tunnel zu gelangen (DO/13039), was 
zulässig ist. Aus dem Polizeibericht ergibt sich nichts Anderes. 

Damit ist gestützt auf den Polizeibericht sowohl denkbar, dass die Beschuldigte die 
Geschwindigkeit erst im Zeitpunkt erhöhte, als sie die Sicherheitslinie überfuhr, das heisst bei der 
Einfahrt in den Tunnel des Grives. Diese Annahme steht in Übereinstimmung mit dem Auszug aus 
dem Polizeijournal vom 12. Juli 2015, gemäss dem die Beschleunigung erst bei der Einfahrt in den 

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Tunnel erfolgte («La conductrice nous a dans un premier temps dépassé[s] par la droite, avant de se 
rabattre et de s’engager dans le tunnel des Grives, empiétant à deux reprises sur la ligne de sécurité. A cet 
endroit, elle est montée à une vitesse de 80 km/h, selon notre compteur.» (DO/2000). Bei dieser 
Annahme beträgt die Nachfahrdistanz bzw. die Distanz, auf der die Beschuldigte mit 80 km/h 
unterwegs war, wie vom Polizeirichter angenommen 200 m. Gestützt auf den Polizeibericht ist 
aber auch denkbar, dass die Beschuldigte die Geschwindigkeit vorher erhöhte, da im Bericht von 
einer Distanz von 400 m die Rede ist. Diesfalls ist aber unklar, wann bzw. wo sie die 
Geschwindigkeit erhöhte, da sich dem Polizeibericht dazu nichts entnehmen lässt. Auch der 
Ergänzung vom 16. Juni 2016 lässt sich zu dieser Frage nichts entnehmen. Die 
Geschwindigkeitserhöhung kann irgendwo zwischen dem letzten Verkehrskreisel auf der 
Murtenstrasse und der Tunneleinfahrt erfolgt sein. Sie kann sogar bereits vor diesem 
Verkehrskreisel erfolgt sein, da das Überholmanöver der Beschuldigten vor dem Verkehrskreisel 
erfolgte (DO/2006).

Es muss davon ausgegangen werden, dass eine erneute Befragung der beiden Polizeibeamten 
zum genauen Ort bzw. Zeitpunkt, in dem die Beschuldigte auf ca. 80 km/h beschleunigte, zwei 
Jahre nach dem Ereignis keine Aufschlüsse bringen wird. Unter diesen Umständen ist in 
Anwendung des Grundsatzes in dubio pro reo von der für die Beschuldigte günstigeren Variante 
auszugehen, nämlich dass sie während ca. 200 m mit 80 km/h unterwegs war und auch die 
Nachfahrstrecke 200 m betrug. Folglich ist im Ergebnis dem Polizeirichter zuzustimmen, dass nicht 
auf das Gutachten von C.________ abgestellt werden kann, das von einer Distanz von 400 m 
ausgeht (vgl. dazu einlässlich Urteil, E. 5.3). Daraus ergibt sich, dass Art. 8 Abs. 1 lit. i VSKV-
ASTRA zur Anwendung kommt und der Beschuldigten bei der Einfahrt in den Tunnel des Grives 
eine Geschwindigkeitsüberschreitung von 15 km/h (80 km/h - 15 km/h bei einer zulässigen Höchst-
geschwindigkeit von 50 km/h) vorzuwerfen ist. Damit liegt eine einfache Verkehrsregelverletzung 
im Sinn von Art. 90 Abs. 1 SVG vor, die in Anwendung von Anhang 1 zur OBV, Ziff. 303 lit. c, mit 
einer Busse von CHF 250.- zu ahnden ist, wie der Polizeirichter richtig festgestellt hat. Die 
Berufung ist auch in diesem Punkt abzuweisen.

4. a) Schliesslich rügt die Berufungsführerin die Bemessung der Strafe. Diese Rüge wird damit 
begründet, dass der Beschuldigten für die Geschwindigkeitsüberschreitung im Poyatunnel bzw. auf 
der Poyabrücke eine qualifiziert grobe Verkehrsregelverletzung im Sinn von Art. 90 Abs. 3 und 4 
SVG und bei der Einfahrt in den Tunnel des Grives eine Geschwindigkeitsüberschreitung von 19 
km/h anstatt von 15 km/h vorzuwerfen ist. Da die Berufungsführerin mit ihren Rügen hinsichtlich 
einer qualifiziert groben Verkehrsregelverletzung sowie einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 
19 km/h nicht durchgedrungen ist (vgl. E. 2 und 3 hiervor), stösst ihre Rüge hinsichtlich der 
Bemessung der Strafe ins Leere. Andere Gründe für eine Änderung des Strafmasses werden nicht 
dargetan. 

b) Der Polizeirichter hat die Strafe für die grobe Verkehrsregelverletzung (Art. 90 Abs. 2 
SVG) auf eine Geldstrafe von 300 Tagessätzen zu CHF 10.-, zuzüglich einer Verbindungsbusse 
von CHF 600.-, festgesetzt (Urteil, Ziff. 11.2). Diese Strafe erscheint angemessen, und es besteht 
für den Strafappellationshof kein Anlass, darauf zurückzukommen (Art. 404 Abs. 2 und 391 Abs. 2 
Satz 2 StPO). Gleiches gilt für die Busse von CHF 250.- für die einfache Verkehrsregelverletzung 
(Art. 90 Abs. 1 SVG, Anhang 1 Ziff. 303 lit. c OBV; Geschwindigkeitsüberschreitung von 15 km/h 
innerorts). In den übrigen Punkten (Bussen von CHF 140.-, 90.- und 120.-) ist das Urteil in 
Rechtskraft erwachsen.

Die Berufung ist folglich abzuweisen.

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5. a) Gemäss Art. 428 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach 
Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens (Abs. 1 Satz 1). 

Mit Blick auf den Ausgang des Berufungsverfahrens sind dessen Kosten dem Staat aufzuerlegen. 
Sie sind auf CHF 900.- festzusetzen (Gerichtsgebühr: CHF 800.–, Auslagen pauschal: CHF 100.-; 
Art. 422 ff. StPO, Art. 33–35 und 43 JR).

Die Kostenverteilung der ersten Instanz bleibt unverändert.

b) Rechtsanwalt Schafer wurde als amtlicher Rechtsbeistand ernannt, sodass er nach den 
entsprechenden Ansätzen zu entschädigen ist (vgl. Art. 57 Abs. 2 und 58 Abs. 2 JR). Er macht in 
seiner Kostenliste Aufwendungen von 8,44 Std zu CHF 180.- geltend, zuzüglich pauschal 5 % 
Auslagen sowie MwSt. Der geltend gemachte Aufwand ist grundsätzlich nicht zu beanstanden, mit 
Ausnahme von nicht weniger als elf Telefongesprächen, die der Anwalt während nur 4 ½ Monaten 
mit seiner Klientin geführt hat. Dies erscheint übertrieben, galt es doch einzig, die Berufung zur 
Kenntnis zu nehmen, sich zum schriftlichen Verfahren zu äussern und die Berufungsantwort zu 
verfassen. Drei oder vier Telefonate hätten genügt. Der Aufwand ist deshalb ermessensweise auf 
acht Stunden (à CHF 180.-) zu kürzen. Die Kostenliste bzw. die Entschädigung ist folglich auf CHF 
1'633.- festzusetzen (8 Std. à CHF 180.- [CHF 1’440.-], zzgl. 5 % Auslagen pauschal [CHF 72.-] 
und 8 % MwSt. [CHF 121.-]).

Der Hof erkennt:

I. Die Berufung wird abgewiesen.

Das Urteil des Polizeirichters des Saanebezirks vom 5. Juli 2016 wird bestätigt. Es lautet wie 
folgt:

1. A.________ wird der einfachen Verletzung gegen das Strassenverkehrsgesetz 
(Überholen auf der rechten Fahrspur [Art. 35 Abs. 1 SVG i. V. m. Art. 8 Abs. 3 VRV], 
zweifaches Überfahren der doppelten Sicherheitslinie [Art. 34 Abs. 2 SVG i. V. m. Art. 
73 Abs. 6 lit. a SSV], Geschwindigkeitsüberschreitung [Art. 27 Abs. 1 SVG] sowie 
unordnungsgemässe Sicherung von Kindern unter 12 Jahren [Art. 57 Abs. 5 lit. a SVG i. 
V. m. Art. 3a Abs. 1 und 4 VRV]), begangen am 12. Juli 2015, schuldig gesprochen (Art. 
90 Abs. 1 SVG).

2. A.________ wird der groben Verletzung der Verkehrsregeln 
(Geschwindigkeitsüberschreitung), begangen am 12. Juli 2015, schuldig gesprochen 
(Art. 90 Abs. 2 SVG).

3. A.________ wird zu einer bedingten Geldstrafe von 300 Tagessätzen à CHF 10.- sowie 
zu einer Busse von CHF 1‘200.- verurteilt (Art. 34, 42, 44, 47 StGB). Die Probezeit wird 
auf zwei Jahre festgesetzt.

Wird die Busse nicht fristgerecht innert 30 Tagen bezahlt und ist sie auf dem 
Betreibungsweg uneinbringlich, tritt an ihre Stelle eine Freiheitsstrafe von 12 Tagen (Art. 
105 Abs. 1 und 106 StGB).

4. Die Kostenliste der amtlichen Verteidigung wird auf CHF 3'865.25 (inkl. MwSt) 
festgesetzt und vom Staat übernommen (Art. 426 Abs. 1 StPO i. V. m. Art. 135 Abs. 4 

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StPO). Erlauben es ihre wirtschaftlichen Verhältnisse, hat A.________ gemäss Art. 135 
Abs. 4 StPO dem Staat die vorerwähnte Entschädigung zurückzuzahlen.

5. Die Gerichtsgebühren von CHF 1'200.- und die Auslagen in der Höhe von CHF 4'368.05 
[(Staatsanwaltschaft: CHF 412.80 + Dossierkosten: CHF 90.- + Kosten für die amtliche 
Verteidigung CHF 3'865.25 (inkl. MwSt)] werden A.________ auferlegt (Art. 426 StPO). 
Die Kosten des Gutachtens werden der Staatskasse auferlegt. Bei Nichtverlangen der 
vollständigen Urteilsbegründung durch A.________ werden die Gerichtsgebühren auf 
CHF 800.- und die Dossierkosten auf CHF 70.- festgesetzt.

II. Die Kosten des Berufungsverfahrens von CHF 900.-, bestehend aus einer Gebühr von
CHF 800.- sowie den Auslagen von CHF 100.-, werden dem Staat auferlegt.

III. Rechtsanwalt Schafer wird für seine Tätigkeit im Berufungsverfahren zulasten des Staates 
eine Entschädigung von CHF 1'633.- (inkl. MwSt.) zugesprochen (Art. 135 Abs 1 StPO).

IV. Zustellung.

Dieses Urteil kann innert 30 Tagen nach seiner Eröffnung mit Beschwerde in Strafsachen beim 
Bundesgericht angefochten werden. Das Beschwerderecht und die übrigen 
Zulässigkeitsvoraussetzungen sind in den Art. 78–81 und 90 ff. des Bundesgesetzes über das 
Bundesgericht vom 17. Juni 2005 (BGG) geregelt. Die begründete Beschwerdeschrift ist beim 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.

Gegen den Entschädigungsentscheid kann die amtliche Verteidigung innert 10 Tagen nach der 
Eröffnung Beschwerde beim Bundesstrafgericht einreichen (Art. 135 Abs. 3 lit. b StPO i.V.m. 
Art. 396 Abs. 1 StPO). Das Beschwerderecht und die übrigen Zulässigkeitsvoraussetzungen sind 
in den Art. 379 bis 397 StPO geregelt (Art. 39 des Bundesgesetzes vom 19. März 2010 über die 
Organisation der Strafbehörden des Bundes; StBOG; SR 173.71). Die begründete Beschwerde-
schrift ist beim Bundesstrafgericht, Postfach 2720, Bellinzona, einzureichen.

Freiburg, 11. Juli 2017/fba

Präsident Gerichtsschreiberin