# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1dbe10e2-f3bc-55fb-b8a9-00d579c47e2e
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-06-23
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 23.06.2010 BG.2010.9
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_BG-2010-9_2010-06-23.pdf

## Full Text

Entscheid vom 23. Juni 2010  
I. Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Tito Ponti, Vorsitz, 
Emanuel Hochstrasser und Patrick Robert-Nicoud,  
Gerichtsschreiber Stefan Graf  

   
 
Parteien 

  
A.,  

 
Beschwerdeführer 

 
 gegen 
   

1. KANTON BERN, Generalprokuratur des Kantons 
Bern,  

 
2. KANTON BASEL-STADT, Staatsanwaltschaft 

Basel-Stadt, 
 

Beschwerdegegner 
  

Gegenstand  Örtliche Zuständigkeit (Art. 279 Abs. 2 BStP) 

 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

Geschäftsnummer:  BG.2010.9 
 
 
 

 

 

- 2 - 

 

 

 
Die I. Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass: 
 

- die Strafverfolgungsbehörden des Kantons Bern gegen den Beschwerde-
führer auf Grund einer Strafanzeige der B. AG ein Strafverfahren führen 
wegen des Verdachts eines geringfügigen Betruges (Art. 146 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 172ter StGB); 

 
- die Generalprokuratur des Kantons Bern mit Beschluss vom 6. Mai 2010 

die Gerichtsbarkeit des Kantons Bern vorläufig anerkannte, wobei dieser 
Beschluss offenbar auch dem Beschwerdeführer hätte eröffnet werden sol-
len (act. 1.2); 

 
- das Untersuchungsrichteramt III Bern-Mittelland den Beschwerdeführer mit 

Strafmandat vom 25. Mai 2010 zu einer Busse und zur Bezahlung der Ver-
fahrenskosten verurteilte (act. 1.4); 

 
- der Beschwerdeführer am 2. Juni 2010 gegen dieses Strafmandat Ein-

spruch erhob (act. 1.4), weshalb die Akten zur Fortsetzung des Verfahrens 
dem zuständigen Einzelgericht überwiesen wurden; 

 
- er hierauf am 11. Juni 2010 vom Gerichtskreis VIII Bern-Laupen zur Ein-

vernahme mit eventuell anschliessender Hauptverhandlung vorgeladen 
wurde, wobei ihm als Beilage der bereits erwähnte Beschluss der Gene-
ralprokuratur des Kantons Bern zugestellt wurde (act. 1.1); 

 
- der Beschwerdeführer hierauf mit Beschwerde vom 18. Juni 2010 an die 

I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts gelangt und die Aufhebung 
der Vorladung vom 11. Juni 2010 und des Beschlusses vom 6. Mai 2010 
sowie sinngemäss die Fortsetzung des Verfahrens im Kanton Basel-Stadt 
beantragt (act. 1); 

 
- gemäss Art. 279 Abs. 2 BStP i.V.m. Art. 28 Abs. 1 lit. g SGG i.V.m. Art. 9 

Abs. 2 des Reglements vom 20. Juni 2006 für das Bundesstrafgericht 
(SR 173.710) gegen den Entscheid der kantonalen Strafverfolgungsbehör-
de über die Gerichtsbarkeit des betreffenden Kantons Beschwerde geführt 
werden kann, wobei die Art. 214 bis 219 BStP hierbei sinngemäss an-
wendbar sind; 

 
- die Beschwerde entsprechend innert fünf Tagen, nachdem der Beschwer-

deführer vom Entscheid Kenntnis erhalten hat, einzureichen ist (Art. 217 
BStP; vgl. hierzu TPF 2005 139 E. 1.2; eingehend zur Beschwerdefrist 
auch GUIDON/BÄNZIGER, Die aktuelle Rechtsprechung des Bundesstrafge-

- 3 - 

 

 

richts zum interkantonalen Gerichtsstand in Strafsachen, Jusletter 21. Mai 
2007, [Rz 16] m.w.H.); 

 
- bezüglich der Fristwahrung Zweifel bestehen, nachdem dem Beschwerde-

führer eigentlich bereits am 6. Mai 2010 ein Doppel des nun mitangefoch-
tenen Gerichtsstandsbeschlusses hätte eröffnet werden sollen, die Frage 
aber vorliegend auf Grund der nachfolgenden Erwägungen offen gelassen 
werden kann; 

 
- der Beschwerdeführer in materieller Hinsicht bestreitet, das ihm zur Last 

gelegte Delikt begangen zu haben, womit er „konkludent auch die Ge-
richtsbarkeit des Kantons Bern“ bestreite (act. 1, S. 3); 

 
- er weiter sinngemäss vorbringt, von der Anzeige erstattenden Aktiengesell-

schaft mit Sitz im Kanton Basel-Stadt wider besseres Wissen eines Betru-
ges beschuldigt worden zu sein, weshalb er die Zuständigkeit des Kantons 
Basel-Stadt behaupte (act. 1, S. 3); 

 
- ein mutmasslich in Z. (Kanton Bern) begangener Betrug Gegenstand des 

gegen den Beschwerdeführer gerichteten Verfahrens bildet; 
 

- die I. Beschwerdekammer auf Beschwerde hin lediglich die Frage nach der 
Gerichtsbarkeit des betreffenden Kantons, nicht jedoch die Begründetheit 
der gegenüber dem Beschuldigten erhobenen strafrechtlichen Vorwürfe zu 
prüfen hat; 

 
- Letzteres vielmehr dem örtlich und sachlich zuständigen Gerichtspräsiden-

ten des Gerichtskreises VIII Bern-Laupen vorbehalten ist; 
 

- die vom Beschwerdeführer an die Adresse der Anzeige erstattenden Akti-
engesellschaft gerichteten Vorwürfe daran nichts zu ändern vermögen;  

 
- sich die Beschwerde nach dem Gesagten als sofort unbegründet erweist, 

weshalb sie ohne weiteren Schriftenwechsel abzuweisen ist (Art. 219 
Abs. 1 e contrario); 

 
- bei diesem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführer die Gerichts-

kosten zu tragen hat (Art. 245 Abs. 1 BStP i.V.m. Art. 66 Abs. 1 BGG); 
 

- die Gerichtsgebühr auf Fr. 500.-- festgesetzt wird (Art. 245 Abs. 2 BStP und 
Art. 3 des Reglements vom 11. Februar 2004 über die Gerichtsgebühren 
vor dem Bundesstrafgericht; SR 173.711.32); 

- 4 - 

 

 

und erkennt: 
 
1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 
 
2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 500.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt. 

 
 

Bellinzona, 24. Juni 2010 
 
Im Namen der I. Beschwerdekammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
Der Präsident:    Der Gerichtsschreiber:  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Zustellung an 
 
- A. 
- Generalprokuratur des Kantons Bern  
- Gerichtskreis VIII Bern-Laupen 
- Staatsanwaltschaft Basel-Stadt 
 
 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.