# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3a290c6a-8704-5d74-8b46-f96d460e3a44
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-12-01
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 01.12.2008 E-6506/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6506-2008_2008-12-01.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-6506/2008/ame
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 .  D e z e m b e r  2 0 0 8

Einzelrichter Bruno Huber, 
mit Zustimmung von Richter Bendicht Tellenbach;
Gerichtsschreiber Thomas Hardegger.

A._______, B._______, und C._______,
Kolumbien,
D._______, 
Korrespondenzadresse: F._______, durch Vermittlung der 
Schweizerischen Botschaft in Bogotá, Kolumbien,
Beschwerdeführende,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung;
Verfügung des BFM vom 26. August 2008 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Gegenstand

Parteien

E-6506/2008

Sachverhalt:

A.
Die Beschwerdeführerin suchte mit in spanischer Sprache verfassten 
Eingaben vom 23. Januar 2008 sowie vom Februar und März 2008 an 
die Schweizer Botschaft in Bogotá für sich und ihre Familie um die Er-
teilung einer  Einreisebewilligung in  die  Schweiz und die  Gewährung 
des Asyl nach. 

B.
Mit Schreiben vom 28. Februar 2008 teilte die Botschaft der Beschwer-
deführerin  die  generellen  Voraussetzungen für  das  Einreichen  eines 
Asylgesuchs mit  und hielt  fest,  die Eingaben würden einstweilen als 
Asylgesuch entgegen genommen. Gleichzeitig  forderte  die  Botschaft 
die  Beschwerdeführerin  für  den  Fall,  dass  am  Gesuch  festgehalten 
werde, auf, ihre Angaben durch Ausfüllen des der Korrespondenz bei-
gelegten standardisierten G._______ zu substanziieren und diesen mit 
allfällig vorhandenen Beweismitteln binnen 30 Tagen zu retournieren. 
Zudem wurde sie darauf hingewiesen, dass die allfällige Unmöglichkeit 
einer Beantwortung des Fragebogens innert Frist geltend zu machen 
wäre.

C.
Mit Begleitschreiben vom 18. März 2008 überwies die Botschaft dem 
BFM die von der Beschwerdeführerin eingereichten Unterlagen (Ein-
gang beim BFM: 3. April 2008). Im Telegrammstil war angemerkt, die 
Beschwerdeführenden  hätten  angegeben,  von  der  H._______  (...) 
verfolgt zu sein. 

Der Sendung lagen folgende Dokumente bei: die vorstehend erwähnte 
Korrespondenz;  der  von der  Beschwerdeführerin  am  14.  März  2008 
beantwortete zweiseitige G._______; zwei Identitätsausweise; diverse 
Schreiben  vom  Januar  2008,  darunter  eine  Schilderung  der 
Geschichte  der  Beschwerdeführenden  und  Zeugenaussagen  des 
Beschwerdeführers,  des  Vaters  der  Beschwerdeführerin  und  deren 
Schwagers  sowie  von  Bekannten;  eine  Anzeige  (wegen 
Todesdrohungen) der Schwägerin der Schwester der Beschwerdefüh-
rerin  an die  (...);  Bestätigungsschreiben  der  (...)  im Zusammenhang 
mit  Morden; ein gerichtsmedizinisches Dokument und Dokumente im 
Zusammenhang  mit  der  Ermordung  und  Todesfällen  von 
Familienmitgliedern;  Geburts-  und  Todesurkunden; 
Zeitungsausschnitte  die  Tötungsdelikte  betreffend;  Schulzeugnisse; 

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eine notariell beglaubigte Erklärung in Bezug auf die Familienverhält-
nisse  der  Beschwerdeführenden  (...).  Sämtliche  eingereichte 
Beweismittel  liegen ausschliesslich in Kopie und spanischer Sprache 
vor. In den Vorakten finden sich keine Übersetzungen der wesentlichen 
Korrespondenz und der eingereichten Beweismittel.

D.
Mit an die Botschaft gerichteten und von dieser am 5. September 2008 
an  die  Beschwerdeführenden  versandter  Verfügung  vom 26.  August 
2008 verweigerte das BFM den Beschwerdeführenden die Einreise in 
die Schweiz und lehnte die Asylgesuche ab. Zur Begründung führte es 
aus, die Beschwerdeführenden seien keine landesweit bekannten Per-
sönlichkeiten, weshalb nicht davon auszugehen sei,  dass ihre Verfol-
ger die Fähigkeiten und Möglichkeiten besitzen würden, sie auf natio-
naler Ebene zu suchen und an einem beliebigen Ort in Kolumbien zu 
finden. Somit  sei  vom Bestehen einer innerstaatlichen Fluchtalterna-
tive auszugehen. Im Übrigen könne das Asylgesuch auch gestützt auf 
Art. 52 Abs. 2 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) 
abgelehnt werden, da die Beschwerdeführenden in ihrem Asylgesuch 
keine  besonders  nahen  Beziehungen  zur  Schweiz  geltend  machen 
würden und ihnen unter diesen Umständen zuzumuten sei, in einem 
anderen Land -  beispielsweise  in  einem der  Nachbarstaaten Kolum-
biens  -  um  Asyl  nachzusuchen.  Eine  anderweitige  Schutzsuche  sei 
sodann möglich und für die Beschwerdeführenden auch zumutbar. An 
diesen  Schlussfolgerungen  könnten  die  eingereichten  Beweismittel 
nichts  ändern.  Zusammenfassend  sei  festzuhalten,  dass  die  Be-
schwerdeführenden weder schutzbedürftig im Sinne des Asylgesetzes 
(Art. 3 AsylG) seien noch die Anforderungen an eine Aufnahme in der 
Schweiz gemäss Art. 52 Abs, 2 AsylG erfüllen würden, weshalb ihnen 
die Einreise nicht zu bewilligen und die Asylgesuche abzulehnen sei-
en. 

E.
Die  Beschwerdeführenden  bestätigten  in  einem  Formularschreiben 
gegenüber  der  Botschaft,  die  Verfügung  des  BFM  vom  26.  August 
2008 am 30. September 2008 erhalten zu haben. 

F.
Mit  an die Botschaft  gerichteter  und von dieser am 6. Oktober 2008 
zuständigkeitshalber  an  das  Bundesverwaltungsgericht  weitergeleite-
ter spanischsprachiger Eingabe vom 2. Oktober 2008 (Eingang bei der 

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Botschaft) erhoben  die Beschwerdeführenden Beschwerde gegen den 
vorinstanzlichen Entscheid. Der Eingabe waren keine Beweismittel bei-
gelegt.

G.
Das  Bundesverwaltungsgericht  liess  in  der  Folge  die  Beschwerde 
übersetzen. Die Übersetzung ging am 4. November 2008 beim Gericht 
ein. Demnach suchen die  Beschwerdeführenden um Bewilligung der 
Einreise und Gewährung des Asyls nach. Die Nachbarländer Kolum-
biens seien aus wirtschaftlichen Gründen nicht imstande, die zahlrei-
chen Vertriebenen aufzunehmen; trotz  bilateraler  Abkommen mit  Ko-
lumbien gewährten diese Staaten nicht Asyl. Die Gefahr für die Fami-
lie,  in  Kolumbien erhebliche Nachteile  zu erleiden,  habe sich wegen 
der kürzlichen Ereignisse dramatisch verschärft.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Ju-
ni 2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des  Bundesgesetzes 
vom  20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021). Das Bundesamt für Migration (BFM) gehört zu den Be-
hörden nach  Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundes-
verwaltungsgerichts. Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Ausnahme im 
Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde 
und entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 des Asylgeset-
zes  vom 26. Juni 1998  [AsylG,  SR 142.31];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

1.3 Die  Beschwerde  ist  -  abgesehen  vom  sprachlichen  Mangel 
(s. nachfolgend)  und  mangels  einer  abweichenden  Sachverhaltsfest-
stellung der Botschaft  in Bezug auf  den behaupteten Zustellungster-
min (vgl. Sachverhalt, Bst. E) - form- und fristgerecht eingereicht. 

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Amtssprachen des Bundes sind das Deutsche, Französische und Ita-
lienische (vgl. dazu Art. 70 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schwei-
zerischen Eidgenossenschaft  vom 18. April  1999 [BV, SR 101]). Das 
Bundesverwaltungsgericht  hat  aus  prozessökonomischen  Gründen 
und  wegen  der  Dringlichkeit  der  Sache  ohne  präjudizielle  Wirkung 
vorliegend auf eine Rückweisung der Beschwerde und das Einfordern 
einer  Beschwerdeverbesserung  verzichtet.  Nach  erfolgter  amtlicher 
Übersetzung  sind  die  Rechtsmittelanträge  bekannt  und  hinreichend 
begründet.  Der  vorliegende  Entscheid  ergeht  in  deutscher  Sprache 
(vgl. Art. 33a Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG).

1.4 Die Beschwerdeführenden sind durch die angefochtene Verfügung 
berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise Änderung. Sie  sind daher  zur  Einreichung der  Be-
schwerde legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und 52 VwVG). 
Auf die Beschwerde ist mithin einzutreten. 

2.
Über offensichtlich begründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  entschieden 
(Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend aufgezeigt, handelt  es sich 
vorliegend  um  eine  solche,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur 
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durch-
führung des Schriftenwechsels verzichtet.

3.
Gemäss Art. 19 Abs. 1 AsylG kann ein Asylgesuch im Ausland bei ei-
ner schweizerischen Vertretung gestellt werden, welche es mit einem 
Bericht  an  das  Bundesamt  überweist  (Art.  20  Abs.  1  AsylG).  Die 
schweizerische Vertretung führt  mit der asylsuchenden Person in der 
Regel eine Befragung durch (Art. 10 Abs. 1 der Asylverordnung 1 vom 
11. August  1999  über  Verfahrensfragen  [AsylV 1,  SR  142.311]).  Ist 
dies nicht möglich, so wird die asylsuchende Person von der Vertre-
tung  aufgefordert,  ihre  Asylgründe  schriftlich  festzuhalten  (Art.  10 
Abs. 2 AsylV 1). Die  schweizerische Vertretung überweist  dem Bun-
desamt das Befragungsprotokoll oder das schriftliche Asylgesuch so-
wie  weitere  zweckdienliche  Unterlagen  und  einen  ergänzenden  Be-
richt,  der  ihre  Beurteilung  des  Asylgesuchs  enthält  (Art.  10  Abs.  3 
AsylV 1). 

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Das Bundesamt kann ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ablehnen, 
wenn die asylsuchenden Personen keine Verfolgung glaubhaft machen 
können oder ihnen die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet wer-
den kann (vgl. Art. 3, Art. 7 und Art. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss Art. 20 
Abs. 2 AsylG bewilligt das Bundesamt Asylsuchenden die Einreise zur 
Abklärung  des  Sachverhaltes,  wenn  ihnen  nicht  zugemutet  werden 
kann, im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein ande-
res Land auszureisen. Gestützt auf Art. 20 Abs. 3 AsylG kann das Eid-
genössische  Justiz-  und  Polizeidepartement  (EJPD)  schweizerische 
Vertretungen ermächtigen, Asylsuchenden die Einreise zu bewilligen, 
die glaubhaft machen, dass eine unmittelbare Gefahr für Leib und Le-
ben oder für die Freiheit  aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG 
bestehe.

4.
4.1 Gemäss Praxis ist im Auslandverfahren die asylsuchende Person 
in der Regel somit zu befragen. Davon kann nur abgewichen werden, 
wenn eine Befragung faktisch oder aus organisatorischen oder kapazi-
tätsmässigen Gründen unmöglich ist. Falls die Befragung nicht durch-
geführt werden kann, muss die gesuchstellende Person - soweit mög-
lich und notwendig - mittels eines individualisierten und konkretisierten 
Schreibens  aufgefordert  werden,  ihre  Gründe  für  das  Asylgesuch 
schriftlich darzulegen. Dabei ist sie auf die allfällige Konsequenz eines 
negativen Entscheids  infolge  Verletzung  ihrer  Mitwirkungspflicht  auf-
merksam zu machen. Ist der Sachverhalt  schon aufgrund des einge-
reichten Asylgesuchs entscheidreif erstellt, kann sich eine persönliche 
Befragung ebenfalls erübrigen; zeichnet  sich ein negativer Entscheid 
ab, ist der asylsuchenden Person diesbezüglich das rechtliche Gehör 
zu gewähren. Das Bundesamt ist gehalten, den Verzicht auf eine Be-
fragung im Ausland in  der  Verfügung zu begründen (vgl. Entscheide 
des  Schweizerischen  Bundesverwaltungsgerichts  [BVGE]  2007/30 
E. 5).

4.2 Im vorliegenden Fall wurden die Beschwerdeführenden weder von 
der Botschaft zu ihrem Asylgesuch persönlich befragt noch wurden sie 
zu  einer  weiteren  Konkretisierung  ihrer  Asylgründe  in  einer  auf  das 
eingereichte  Asylgesuch ausgerichteten  Art  und Weise aufgefordert. 
So ist mangels gegenteiliger Hinweise in der angefochtenen Verfügung 
davon  auszugehen,  dass  eine  Befragung  der  Beschwerdeführenden 
durch die Botschaft möglich gewesen wäre. Auch der Auffassung des 
Bundesamtes, wonach die Befragung mittels des G._______ aufgrund 

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der dannzumaligen Aktenlage genüglich erschienen hätte, kann nicht 
gefolgt  werden.  Das  Vorgehen  der  Botschaft  hatte  seitens  der 
Betroffenen telegrammartige Kurzantworten zur Folge; erforderlich ist 
demgegenüber ein individualisiertes Schreiben, das konkret Bezug auf 
die  bisher  geltend  gemachten  Asylvorbringen  nimmt.  In  der 
angefochtenen  Verfügung  wird  sodann  lediglich  darauf  hingewiesen, 
dass  der  Sachverhalt  gestützt  auf  die  vorhandene  Aktenlage 
abschliessend beurteilbar sei,  weshalb sich sinngemäss eine direkte 
Anhörung der Beschwerdeführenden zu ihren Asylgründen erübrigen 
würde. Das Bundesamt ist jedoch gehalten ist, das Absehen von einer 
Befragung in seinem Entscheid substanziiert zu begründen (vgl. dazu 
auch BVGE 2007/30 E. 5).

4.3 Das BFM hält  in  der  angefochtenen Verfügung fest,  die  Gefähr-
dungssituation der Beschwerdeführenden könne aufgrund der Akten-
lage abschliessend beurteilt werden. Aus den Eingaben in den Vorak-
ten, die nicht in eine Amtssprache übersetzt vorliegen, lassen sich in-
dessen nicht alle entscheidrelevanten Informationen in Bezug auf die 
Urheber und die Aktualität ihrer Probleme sowie die von ihnen unter-
nommenen Schritte zum Erhalt  oder zur Wahrung eines innerstaatli-
chen Schutzes entnehmen, weshalb der rechtserhebliche Sachverhalt 
als nicht genügend abgeklärt  zu gelten hat. Schon aus diesen Grün-
den  hätte  sich  eine  Übersetzung  der  wesentlichen  Dokumente  und 
eine Befragung beziehungsweise eine schriftliche Aufforderung zu wei-
teren Konkretisierungen aufgedrängt. So übersah das BFM beispiels-
weise den Hinweis, dass die Beschwerdeführenden behauptet haben, 
sie  hätten  (...).  Selbst  wenn  die  Auffassung  eines  rechtsgenüglich 
abgeklärten und festgehaltenen Sachverhalts  noch zutreffend wäre - 
dies ist erst nach der Gewährung des rechtlichen Gehörs zuverlässig 
zu  beurteilen  -,  hätte  das  Bundesamt  dem  Beschwerdeführenden 
gemäss Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts zu dem sich 
abzeichnenden negativen Entscheid  zumindest  das rechtliche Gehör 
gewähren müssen, was indessen ebenfalls unterlassen wurde.

4.4 Für die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft ist ferner nach der 
aktuell  vorhandenen  Furcht  zu  fragen  und  dabei  zu  prüfen,  ob  die 
Furcht  vor  einer  absehbaren  Verfolgung  besteht  und  begründet  ist. 
Eine erlittene Verfolgung beziehungsweise eine begründete Furcht vor 
künftiger Verfolgung auf dem ganzen Gebiet Kolumbiens muss grund-
sätzlich im Zeitpunkt des Asylentscheids aktuell sein.

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Aus  dem  verfassungsmässigen  Anspruch  auf  das  rechtliche  Gehör 
(vgl. Art. 29 Abs. 2 BV) ergibt sich zwar noch keine Pflicht der Behör-
den, zu allen  im Verfahren vorgetragenen Elementen ausführlich Stel-
lung zu nehmen; die Behörden dürfen sich bei der Begründung auf die 
für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken. Der Un-
tersuchungsgrundsatz betrifft die richtige und vollständige Feststellung 
des rechtserheblichen Sachverhaltes der Streitsache. Er fordert  aber 
dort  eine eingehende Amtsermittlung,  wo es sachverhaltsgerecht  er-
scheint.  Die  urteilende  Instanz  soll  somit  in  eigener  Verantwortung 
beweismässig  die  tatsächlichen  Geschehnisse  und  Gegebenheiten 
(Urteilsgrundlagen) ermitteln,  aus denen sich die Rechtsfolgen erge-
ben  (vgl.  dazu  FRITZ GYGI,  Bundesverwaltungsrechtspflege,  2.  Aufl., 
Bern 1983, S. 206). 

Bei diesen Prämissen wären die eingereichten Beweismittel in Bezug 
auf  ihre Erheblichkeit  für  das vorliegende Verfahren zumindest  sum-
marisch zu würdigen. Die angefochtene Verfügung führt dazu aber nur 
aus,  die Beschwerdeführenden hätten  “diverse Dokumente in  Kopie“ 
als Beweismittel eingereicht, die nichts am Ausgang des Verfahrens zu 
ändern vermöchten (s. dort Rubrik I, Ziff. 2, und Rubrik II, Ziff. 3). Ein 
Betroffener hat somit keine Kenntnis über die Art  und die Würdigung 
der geprüften Beweismittel. 

Bei den eingereichten Beweismitteln befanden sich aber beispielswei-
se Schreiben des Beschwerdeführers und von Bekannten, Bestätigun-
gen über Gewaltakte gegenüber Verwandten, Schreiben der (...)  und 
notariell  beglaubigte  Erklärungen,  Todes-  und  Geburtsscheine  (vgl. 
dazu  Sachverhalt,  Bst.  D).  Diese  Dokumente  sind  von  ihrer  Art 
durchaus  geeignet,  einen  wesentlichen  Einfluss  auf  den  Ausgang 
eines  Asylverfahrens  zu  haben,  in  dem  über  das  Bestehen  einer 
landesinternen Wohnsitzalternative zu befinden ist. Mit  anderen Wor-
ten, eine landesinterne Wohnsitzalternative kann kaum bejaht werden 
ohne  substanziierte  Auseinandersetzung  mit  den  eingereichten  Be-
weismitteln, die nach Auffassung der Beschwerdeführenden aufzeigen 
könnten, dass ein weiterer Aufenthalt in Kolumbien für sie nicht verant-
wortlich sei. Demnach erweisen sich auch in diesem Zusammenhang 
die  wesentlichen  Sachverhaltsteile  des  vorliegenden  Falles  als  nicht 
rechtsgenüglich festgestellt und  gewürdigt. Mithin liegt eine Verletzung 
des Anspruchs auf das rechtliche Gehör vor, welche  angesichts ihrer 
formellen Natur grundsätzlich zur Aufhebung der angefochtenen Verfü-
gung führt. 

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4.5 Die Vorakten (Korrespondenz, Protokolle, Beweismittel) liegen bis 
auf die angefochtene Verfügung und das Überweisungsschreiben der 
Botschaft  ausschliesslich  in  einer  Fremdsprache  beziehungsweise 
nicht in eine Amtssprache des Bundes übersetzt vor. Im Rahmen einer 
gehörigen Dossierführung darf  allerdings  erwartet  werden,  dass  das 
BFM jene Schriftstücke - zumindest in summarischer Weise - überset-
zen lässt, die für die Beurteilung der Sach- und Rechtslage namentlich 
durch die Rechtsmittelinstanz von Bedeutung sein können.

5.  
Die Feststellung, dass das BFM den Beschwerdeführenden das recht-
liche Gehör nicht gewährte, führt indessen nicht dazu, dass ihnen die 
Einreise in die Schweiz bereits aus diesem Grund zu bewilligen wäre. 
Aus dem Umstand,  dass  sie  bisher  nicht  persönlich  befragt  wurden 
respektive ihnen das rechtliche Gehör nicht gewährt wurde, kann nicht 
geschlossen werden, dass den Beschwerdeführenden zur persönlich-
en Anhörung oder der Gewährung des rechtlichen Gehörs die Einreise 
in die Schweiz bewilligt werden müsste. Angesichts der Aktenlage be-
stehen  -  auch  mangels  Kenntnis  des  Inhalts  der  eingereichten  Be-
weismittel - nicht genügend konkrete Anhaltspunkte für die Annahme, 
ihnen wäre ein Verbleib in Kolumbien für die Dauer der weiteren, noch 
erforderlichen  Verfahrenshandlungen  nicht  zumutbar  im  Sinne  von 
Art. 20 Abs. 2 AsylG.

6.
6.1 Zusammenfassend ist  festzuhalten,  dass die Vorinstanz den An-
spruch  der  Beschwerdeführenden  auf  das  rechtliche  Gehör  verletzt 
hat.  Da  eine  Heilung  dieser  Verfahrensmängel  im  Rahmen  des  Be-
schwerdeverfahrens  nicht  möglich  erscheint  und  auch  nicht  ange-
bracht wäre, ist der angefochtene Entscheid aufzuheben und zur Er-
stellung  entsprechender  Übersetzungen  und  der  Gewährung  des 
rechtlichen Gehörs sowie zur Neubeurteilung im Sinne der Erwägun-
gen  an  die  Vorinstanz  zurückzuweisen.  Nach  der  Gewährung  des 
rechtlichen Gehörs wird das Bundesamt zudem zu beurteilen haben, 
ob sich  gestützt  auf  die  Rechtsprechung  des Bundesverwaltungsge-
richts eine Befragung der Beschwerdeführenden als notwendig erweist 
oder nicht.

6.2 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen, die vorin-
stanzliche Verfügung vom 26. August 2008 aufzuheben und die Vorin-
stanz anzuweisen, den Beschwerdeführenden das rechtliche Gehör zu 

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gewähren,  den  rechtserheblichen  Sachverhalt  ergänzend  vollständig 
festzustellen und in der Sache neu zu entscheiden.

7.
7.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten aufzuerle-
gen (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG).

7.2 Da die  Beschwerdeführenden  im  Verfahren  nicht  anwaltlich  ver-
treten  sind,  ist  nicht  davon  auszugehen,  ihnen  seien  durch  die  Be-
schwerdeführung  grössere  Kosten  erwachsen.  Daher  ist  keine  Par-
teientschädigung  zuzusprechen  (vgl.  Art.  64  Abs.  1  VwVG  sowie 
Art. 7 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2]). 

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen gutgeheissen.

2.
Die Verfügung des BFM vom 26. August  2008 wird  aufgehoben und 
das  Bundesamt  angewiesen,  den  Beschwerdeführenden  das  rechtli-
che  Gehör  zu  gewähren,  den  rechtserheblichen  Sachverhalt  ergän-
zend vollständig festzustellen, das N-Dossier gehörig zu führen und in 
der Sache neu zu entscheiden.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

4.
Es wird keine Parteientschädigung entrichtet.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- die  Beschwerdeführenden,  durch die  Schweizerische  Botschaft  in 
Bogotá, Kolumbien (per EDA-Kurier)

- die  Schweizerische Botschaft  in  Bogotá,  Kolumbien,  mit  der  Bitte 
um Eröffnung des Urteils  an die  Beschwerdeführenden sowie um 
Zustellung einer Empfangsbestätigung (Ref.-Nr. ...)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-
ten Ref.-Nr. N_______ (per Kurier; in Kopie)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Bruno Huber Thomas Hardegger

Versand: 

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