# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ea59b148-ecb1-575c-8ea9-b1d8509d36ed
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-04-06
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 06.04.2016 100 2015 273
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2015-273_2016-04-06.pdf

## Full Text

100.2015.273U
MUT/MAL/RAP

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 6. April 2016

Verwaltungsrichterin Herzog, präsidierendes Mitglied 
Verwaltungsrichter Daum und Müller 
Gerichtsschreiberin Marti

1. A.________
2. B.________

wohnhaft in Kuba, gesetzlich vertreten durch ihren Vater A.________
beide vertreten durch Fürsprecher …
Beschwerdeführende

gegen

Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern
Kramgasse 20, 3011 Bern

betreffend Familiennachzug; nachträglicher Nachzug der Tochter durch 
den eingebürgerten Vater (Entscheid der Polizei- und Militärdirektion des 
Kantons Bern vom 10. August 2015; BD 055/15)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 06.04.2016, Nr. 100.2015.273U, 
Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der aus der Republik Kuba stammende A.________ (geb. … 1971) 
heiratete am 1. April 2005 in Kuba eine Schweizerin. Er reiste am 
30. Januar 2006 in die Schweiz ein und erhielt eine Aufenthaltsbewilligung 
für den Kanton Wallis, welche ihm letztmals bis am 29. Januar 2008 ver-
längert wurde. Am 1. August 2007 trennten sich die Ehegatten. Am 30. Juni 
2008 ersuchten A.________ und seine neue Lebenspartnerin, die 
Schweizer Bürgerin C.________, das Amt für Migration und Personenstand 
des Kantons Bern (MIP), Migrationsdienst (MIDI), um Bewilligung des 
Kantonswechsels und Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung. Nachdem die 
Ehe am 10. Juni 2009 im Kanton Wallis geschieden worden war, bewilligte 
der MIDI den Kantonswechsel und erteilte A.________ am 19. August 2009 
eine Aufenthaltsbewilligung zwecks Verbleibs bei seiner Lebenspartnerin. 
Seit dem 28. Mai 2010 ist A.________ mit C.________ verheiratet. Am 
29. Januar 2015 wurde er erleichtert eingebürgert.

Aus einer früheren Ehe mit einer Kubanerin hat A.________ zwei Kinder, 
die nach der Scheidung bei ihrer Mutter in Kuba geblieben waren. Die 
Mutter stellte für die Tochter B.________ (geb. ... 2001) am 21. Februar 
2014 bei der Schweizer Botschaft in Havanna Antrag auf Erteilung eines 
Visums für den langfristigen Aufenthalt in der Schweiz zwecks Verbleibs 
beim Vater. Der MIDI lehnte das Familiennachzugsgesuch am 1. Oktober 
2014 formlos und am 24. Februar 2015 mit Verfügung ab. 

B.

Gegen diese Verfügung erhob A.________ am 25. März 2015 Beschwerde 
bei der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern (POM). Diese 
beteiligte B.________ als notwendige Partei am Verfahren. Mit Entscheid 
vom 10. August 2015 wies sie das Rechtsmittel ab. 

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C.

Hiergegen haben A.________ und B.________ am 10. September 2015 
Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben mit folgenden Rechtsbegehren in 
der Sache:

«1. Der Entscheid der Polizei- und Militärdirektion vom 10.08.2015 sei 
aufzuheben und der Beschwerdeführerin 2 die Einreise zwecks 
Familiennachzugs zu gestatten und der Beschwerdeführerin 2 sei 
die Aufenthaltsbewilligung zu erteilen.

2. Eventualiter: Der Entscheid der Polizei- und Militärdirektion vom 
10.08.2015 sei aufzuheben und der MIDI sei anzuweisen, der Be-
schwerdeführerin 2 die Einreise zwecks Familiennachzugs zu ge-
statten und der Beschwerdeführerin 2 die Aufenthaltsbewilligung zu 
erteilen.»

Die POM beantragt mit Vernehmlassung vom 6. Oktober 2015 die Abwei-
sung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als 
letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; 
BSG 155.21) zuständig. Die Beschwerdeführenden haben am vorinstanzli-
chen Verfahren teilgenommen, sind durch den angefochtenen Entscheid 
besonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an dessen 
Aufhebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG). Auf die form- und fristge-
recht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 

1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 VRPG).

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2.

Gestützt auf die Akten ist von folgendem Sachverhalt auszugehen: 

2.1 Der aus Kuba stammende Beschwerdeführer heiratete am 1. April 
2005 in Kuba eine Schweizer Bürgerin. Nach seiner Einreise am 30. Januar 
2006 erhielt er gestützt auf diese Ehe eine Aufenthaltsbewilligung für den 
Kanton Wallis (vgl. Vorakten MIDI [act. 3B] pag. 117). Am 13. Dezember 
2007 beantragte er die Verlängerung seiner bis am 29. Januar 2008 gülti-
gen Aufenthaltsbewilligung (vgl. Vorakten MIDI [act. 3B] pag. 19, 26, 113). 
Da sich die Ehegatten am 1. August 2007 getrennt hatten, liess die zustän-
dige Behörde des Kantons Wallis Abklärungen durchführen (vgl. Vorakten 
MIDI [act. 3B] pag. 16, 111 ff.). Der Beschwerdeführer arbeitete bis zum 
23. Mai 2008 im Kanton Wallis und zog am 1. Juni 2008 in den Kanton 
Bern zu seiner neuen Lebenspartnerin; die Schweizerin C.________ hatte 
er nach eigenen Angaben im Sommer 2007 kennengelernt (vgl. Vorakten 
MIDI [act. 3B] pag. 6, 119). Die beiden ersuchten am 30. Juni 2008 das 
MIP um Bewilligung des Kantonswechsels und Erteilung einer Aufenthalts-
bewilligung gestützt auf ihre Konkubinatsbeziehung (vgl. Vorakten MIDI 
[act. 3B] pag. 1-12). Der Kanton Wallis, bei welchem das Verlängerungs-
gesuch weiterhin hängig war, stellte dem Beschwerdeführer am 4. August 
2008 in Aussicht, seine Aufenthaltsbewilligung nicht mehr zu verlängern, da 
die Ehegemeinschaft weniger als zwei Jahre gedauert habe und kein An-
spruch auf Verbleib in der Schweiz bestehe (vgl. Vorakten MIDI [act. 3B] 
pag. 54). Der Beschwerdeführer liess den Kanton Wallis am 10. August 
2008 wissen, dass er im Kanton Bern ein Gesuch um Kantonswechsel ge-
stellt habe und den Verlängerungsantrag zurückziehe (vgl. Vorakten MIDI 
[act. 3B] pag. 53). In der Folge erkundigte sich die Dienststelle für Bevölke-
rung und Migration des Kantons Wallis am 9. September, 21. Oktober und 
16. Dezember 2008 beim MIDI nach dem Ausgang des Verfahrens (vgl. 
MIDI [act. 3B] pag. 52, 118, 122). Gemäss den vorliegenden Akten wurde 
das Verlängerungs- und Wegweisungsverfahren im Kanton Wallis nicht 
fortgesetzt bzw. abgeschlossen, sondern offenbar sistiert (vgl. Vorakten 
MIDI [act. 3B] pag. 123 f., 130). Am 22. Januar 2009 erklärte der MIDI dem 
Beschwerdeführer auf dessen telefonische Nachfrage hin, er könne sich 
nicht gleichzeitig auf eine Ehe im Kanton Wallis und auf ein Konkubinat im 

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Kanton Bern berufen. Eine Aufenthaltsregelung falle daher erst nach 
rechtskräftiger Scheidung in Betracht (vgl. Vorakten MIDI [act. 3B] 
pag. 125, 130 f.). Am 10. Juni 2009 wurde die Ehe des Beschwerdeführers 
geschieden und der MIDI bewilligte den Kantonswechsel sowie den Auf-
enthalt zwecks Verbleibs bei der Lebenspartnerin (Vorakten MIDI [act. 3B] 
pag. 146). Nach Zustimmung des damaligen Bundesamts für Migration 
(BFM; heute: Staatssekretariat für Migration [SEM]) erhielt der Beschwer-
deführer am 19. August 2009 eine Aufenthaltsbewilligung (Vorakten MIDI 
[act. 3B] pag. 163 f.). Nach der Heirat mit C.________ am 28. Mai 2010 
wurde ihm diese jeweils fortlaufend verlängert (vgl. Vorakten MIDI [act. 3B] 
pag. 166 f., 168-182). Am 29. Januar 2015 wurde er erleichtert eingebür-
gert (Vorakten POM, Beilage 2 zur Beschwerde). 

2.2 Aus einer früheren Ehe mit einer Kubanerin hat der Beschwerdefüh-
rer zwei Kinder, die nach der Scheidung im Jahr 2004 bei ihrer Mutter in 
Kuba verblieben: Der Sohn D.________ (geb. … 1991) und die Tochter 
B.________ (geb. … 2001). Dabei wurde vereinbart, dass das Sorgerecht 
beiden Eltern und die «Personensorge» der Mutter zustehen soll (vgl. 
Vorakten MIDI [act. 3C] pag. 56 f.). Seit Sommer 2011 hielt sich die heute 
14-jährige Beschwerdeführerin mehrmals ferienhalber bei ihrem Vater und 
dessen Ehefrau auf (vgl. Vorakten MIDI [act. 3C] pag. 1, 19, 54, 120). Auch 
der Beschwerdeführer besuchte nach eigenen Angaben seine Tochter in 
den letzten Jahren ein bis zweimal pro Jahr in Kuba (vgl. Vorakten MIDI 
[act. 3C] pag. 54). Am 21. Februar 2014 reichte die Mutter für die damals 
gut 12-jährige Beschwerdeführerin bei der Schweizer Botschaft in Havanna 
ein Gesuch um Erteilung eines Visums für den langfristigen Aufenthalt in 
der Schweiz zwecks Verbleibs beim Vater ein (vgl. Vorakten MIDI [act. 3C] 
pag. 17). 

3.

Die POM hat erwogen, dass das Nachzugsgesuch verspätet erfolgt sei. Die 
Beschwerdeführenden sind demgegenüber der Auffassung, das Gesuch 
sei rechtzeitig eingereicht worden. 

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3.1 Gemäss Art. 42 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezem-
ber 2006 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG; SR 142.20) haben 
ledige Kinder unter 18 Jahren von Schweizerinnen und Schweizern 
Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn 
sie mit diesen zusammenwohnen. Nach Art. 47 Abs. 1 AuG muss dieser 
Anspruch auf Familiennachzug innerhalb von fünf Jahren geltend gemacht 
werden (Satz 1); Kinder über zwölf Jahre müssen innerhalb von zwölf 
Monaten nachgezogen werden (Satz 2). Die Fristen beginnen bei Familien-
angehörigen von Schweizerinnen und Schweizern mit deren Einreise oder 
der Entstehung des Familienverhältnisses (Art. 47 Abs. 3 Bst. a AuG). Bei 
Ausländerinnen und Ausländern beginnen die Fristen mit der Erteilung der 
Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung oder der Entstehung des 
Familienverhältnisses (Art. 47 Abs. 3 Bst. b AuG i.V.m. Art. 73 Abs. 2 der 
Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt und Er-
werbstätigkeit [VZAE; SR 142.201]). Die Fristen nach Art. 47 Abs. 1 AuG 
beginnen allerdings erst mit dem Inkrafttreten des AuG am 1. Januar 2008, 
sofern vor diesem Zeitpunkt die Einreise erfolgt oder das Familienverhältnis 
entstanden ist (Art. 126 Abs. 3 AuG). In diesen Fällen ist der Fristenlauf 
gemäss Art. 47 Abs. 3 AuG ausser Kraft gesetzt (Marc Spescha, in 
Spescha et al. [Hrsg.], Migrationsrecht, 4. Aufl. 2015, Art. 126 AuG N. 2). 
Wurde der Nachzug innert der Fristen von Art. 47 Abs. 1 AuG beantragt, so 
ist er zu bewilligen, wenn gemäss Art. 51 Abs. 1 AuG kein Rechtsmiss-
brauch oder Widerrufsgründe nach Art. 63 AuG gegeben sind, die nachzie-
henden Eltern das Sorgerecht haben und das Kindeswohl dem Nachzug 
nicht entgegensteht (vgl. BGE 136 II 78 E. 4.7 f. [Pra 99/2010 Nr. 70]; 
BGer 2C_578/2012 vom 22.2.2013, E. 4.1 f., 2C_174/2012 vom 
22.10.2012, E. 2). Ein nachträglicher Familiennachzug wird hingegen nur 
bewilligt, wenn wichtige familiäre Gründe geltend gemacht werden (Art. 47 
Abs. 4 Satz 1 AuG).

3.2 Die Beschwerdeführenden halten es für offensichtlich falsch, dass 
die Vorinstanz für den Beginn des Fristenlaufs auf den 1. Januar 2008 ab-
gestellt hat. Anwendbar sei Art. 47 Abs. 3 Bst. b AuG, welcher auf die Er-
teilung der Aufenthaltsbewilligung und nicht auf die physische Anwesenheit 
der ausländischen Person abstelle. Im Jahr 2007 habe der Beschwerdefüh-
rer die Bewilligungsvoraussetzungen nicht mehr erfüllt, worauf der Kanton 

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Wallis seine Aufenthaltsbewilligung nicht mehr verlängert habe. Er habe 
damals auch kein Aufenthaltsrecht im Kanton Bern gehabt, weil sein Ge-
such um Kantonswechsel «nie» gutgeheissen worden sei. Er sei zwar nicht 
ausgeschafft worden, habe aber in der Schweiz weder formell noch materi-
ell über einen Aufenthaltstitel verfügt. Die Aufenthaltsbewilligung nach 
neuem Recht sei ihm erstmals am 4. Juni 2010 nach der Heirat erteilt wor-
den. An diesem Tag habe die fünfjährige Frist zu laufen begonnen und sei 
am …Dezember 2013, dem 12. Geburtstag seiner Tochter, auf ein Jahr 
verkürzt worden (Dezember 2014). Das Gesuch vom 21. Februar 2014 sei 
deshalb rechtzeitig gestellt worden (vgl. Beschwerde S. 5 f., 8 f.). 

3.3 Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführenden hat die Vor-
instanz zu Recht auf die Übergangsbestimmung von Art. 126 Abs. 3 AuG 
abgestellt. Es ist aktenkundig (und unbestritten), dass der Beschwerdefüh-
rer am 30. Januar 2006 in die Schweiz eingereist ist und das Familienver-
hältnis zu seiner Tochter bereits vor dem Inkrafttreten des AuG bestand 
(vgl. dazu BGer 2C_767/2015 vom 19.2.2016, E. 4.4, 2C_201/2015 vom 
16.7.2015, E. 3.5.1). Die fünfjährige Frist nach Art. 47 Abs. 1 AuG hat 
demnach am 1. Januar 2008 mit Inkrafttreten des AuG zu laufen begonnen. 

3.4 Nicht gefolgt werden kann dem Beschwerdeführer darin, er habe 
seit dem Jahr 2008 über keine gültige Bewilligung mehr verfügt und sei als 
«illegaler» Ausländer nicht berechtigt gewesen, ein Gesuch um Familien-
nachzug zu stellen (vgl. Beschwerde S. 3 und 6): Die Aufenthaltsbewilli-
gung des Beschwerdeführers war bis zum 29. Januar 2008 gültig (vgl. 
vorne E. 2.1). Auch für ausländische Personen, die – wie der damals noch 
nicht eingebürgerte Beschwerdeführer – aufgrund der Ehe mit Schweizer 
Staatsangehörigen unter dem alten Recht über eine Aufenthaltsbewilligung 
verfügt haben, gilt, dass sie ihr Nachzugsgesuch nach Inkrafttreten des 
neuen Rechts fristgerecht zu stellen hatten (vgl. BGer 2C_888/2011 vom 
20.6.2012, E. 2.3; vgl. auch BGer 2C_1014/2014 vom 21.1.2016, E. 1.3 f.). 
Mit Ablauf der Gültigkeitsdauer erlischt zwar die Bewilligung (Art. 61 Bst. c 
AuG). Allerdings besteht das Anwesenheitsrecht auch nach Ablauf der 
Gültigkeitsdauer mit allen damit verbundenen Rechten fort, solange ein 
entsprechendes Verlängerungsgesuch pendent ist und nicht rechtskräftig 
abgewiesen wurde (Marc Spescha, a.a.O., Art. 61 AuG N. 2; vgl. auch 

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Silvia Hunziker, in Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Handkommentar AuG, 
2010, Art. 61 N. 16). Der Beschwerdeführer ersuchte den Kanton Wallis 
rechtzeitig um Bewilligungsverlängerung. Zudem wurde seinem Arbeit-
geber am 8. Mai 2008 ausdrücklich die Weiterbeschäftigung erlaubt, bis die 
rechtliche Situation der Bewilligungsverlängerung geklärt sei (vgl. Vorakten 
MIDI [act. 3B] pag. 4, 57, 59). Da das Verfahren im Kanton Wallis – offen-
bar in Erwartung eines Entscheids des Kantons Bern – trotz Rückzugs des 
Verlängerungsgesuchs hängig blieb (vgl. vorne E. 2.1), durfte sich der Be-
schwerdeführer weiterhin in der Schweiz aufhalten (Art. 59 Abs. 2 VZAE; 
vgl. BGer 2C_906/2015 vom 22.1.2016, E. 3.2). Dafür, dass ihm die auf-
schiebende Wirkung des Verlängerungsverfahrens bekannt war, spricht 
seine temporäre Erwerbstätigkeit bis Ende Mai 2008. Der Beschwerdefüh-
rer hätte somit auch nach Ablauf der Gültigkeitsdauer im Kanton Wallis ein 
Familiennachzugsgesuch stellen können. Abgesehen davon bestehen 
keine Anhaltspunkte, dass der Kanton Wallis die Behandlung eines solchen 
Gesuchs wegen der Anwesenheitsregelung des Beschwerdeführers ver-
weigert hätte (vgl. dazu auch BGer 2C_165/2010 vom 29.9.2010, E. 3.2). 
Ob er damals ein Gesuch als aussichtslos erachtet oder es noch gar nicht 
in Betracht gezogen hatte, ist ohne Belang. Nach bundesgerichtlicher Pra-
xis sind Nachzugsgesuche auch dann fristgerecht zu stellen, wenn sie nicht 
erfolgversprechend sind (vgl. BGE 137 II 393 E. 3.3 [Pra 101/2012 Nr. 26]; 
vgl. auch VGer ZH VB.2015.00647 vom 18.11.2015, E. 2.4). Dass der Auf-
enthaltsstatus des Beschwerdeführers ab Ende Januar 2008 bis zur Bewil-
ligung des Kantonswechsels und Erteilung der Aufenthaltsbewilligung 
durch den Kanton Bern im August 2009 nicht rechtskräftig geregelt war, 
vermag den Beginn des Fristenlaufs nach Art. 126 Abs. 3 AuG nicht zu 
beeinflussen. 

3.5 Weiter trifft es nicht zu, dass die Vorinstanz mit ihren Zitaten aus 
dem bundesgerichtlichen Urteil 2C_888/2011 vom 20. Juni 2012 die An-
sichten der Beschwerdeführenden «teils sinngemäss, teils explizit be-
stätigt» hat (Beschwerde S. 7 f.). Entsprechend seiner bisherigen Praxis 
(BGE 137 II  393 E. 3.3 [Pra 101/2012 Nr. 26]) führt das Bundesgericht 
darin aus, dass ausländische Personen, die über keinen Anspruch auf Fa-
miliennachzug verfügen und erfolglos ein erstes Gesuch um Erteilung einer 
Aufenthaltsbewilligung zugunsten von Familienangehörigen gestellt haben, 

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nach Ablauf der Frist gemäss Art. 47 AuG i.V.m. Art. 73 VZAE erneut ein 
(fristgerechtes) Gesuch einreichen können, falls sie erst nachher in die 
Lage gekommen sind, einen Anspruch auf Familiennachzug geltend zu 
machen (E. 2.4; vgl. auch VGE 2011/480 vom 2.7.2012, E. 3.3). – Der Be-
schwerdeführer hatte seit der Wiederverheiratung am 28. Mai 2010 ein 
gefestigtes Anwesenheitsrecht, das ihm unter gewissen Voraussetzungen 
erlaubt hätte, den Schutz des Familienlebens nach Art. 8 der Europäischen 
Menschenrechtskonvention (EMRK; SR 0.101) anzurufen (vgl. angefochte-
ner Entscheid E. 2c). Weil zuvor kein fristgerechtes Gesuch um Familien-
nachzug gestellt worden war, können die Beschwerdeführenden aus der 
erwähnten Praxis allerdings nichts ableiten. Wie die POM zutreffend be-
merkt (E. 2c), lösten weder die Wiederverheiratung noch die Erteilung des 
Schweizer Bürgerrechts eine neue Nachzugsfrist aus (vgl. BGE 137 II  393 
E. 3.4 [Pra 101/2012 Nr. 26]; BGer 2C_174/2012 vom 22.10.2012, E. 3.2, 
2C_888/2011 vom 20.6.2012, E. 2.5). 

3.6 Als Zwischenergebnis lässt sich Folgendes festhalten: Gestützt auf 
die Übergangsbestimmung von Art. 126 Abs. 3 AuG begann die fünfjährige 
Frist nach Art. 47 Abs. 1 AuG am 1. Januar 2008 und endete am 31. De-
zember 2012. Als die Beschwerdeführenden am 21. Februar 2014 um 
Nachzug ersuchten, war die Frist abgelaufen. Dass die Vorinstanz dieses 
Ergebnis technisch als «Lösungsansatz» bezeichnet hat (vgl. ange-
fochtener Entscheid E. 2c), ändert daran nichts. Der Vorwurf der rechts-
missbräuchlichen Sachverhaltsfeststellung bzw. fehlerhaften Rechtsan-
wendung erweist sich als unbegründet (Beschwerde S. 5 und 8 f.). 

4.

Für den Fall, dass die Nachzugsfrist nicht eingehalten wurde, machen die 
Beschwerdeführenden wichtige Gründe im Sinn von Art. 47 Abs. 4 AuG 
geltend.  

4.1 Wichtige familiäre Gründe für die Bewilligung des nachträglichen 
Nachzugs im Sinn von Art. 47 Abs. 4 AuG liegen vor, wenn das Kindeswohl 
nur durch einen Nachzug in die Schweiz gewahrt werden kann (Art. 75 

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VZAE). Entgegen dem Wortlaut dieser Verordnungsbestimmung ist nach 
der Rechtsprechung jedoch nicht ausschliesslich auf das Kindeswohl abzu-
stellen; es bedarf vielmehr der Würdigung aller erheblichen Umstände im 
Einzelfall. Dabei ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung dem 
vom Gesetzgeber beabsichtigten Zweck der Fristenregelung Rechnung zu 
tragen, welche die Integration der Kinder erleichtern will, indem diese durch 
einen frühzeitigen Nachzug unter anderem auch eine möglichst umfas-
sende Schulbildung in der Schweiz geniessen sollen. Die Bewilligung des 
Nachzugs nach Ablauf der Frist hat nach dem Willen des Gesetzgebers die 
Ausnahme zu bleiben; dabei ist Art. 47 Abs. 4 Satz 1 AuG aber so zu 
handhaben, dass der Anspruch auf Schutz des Familienlebens nach Art. 8 
EMRK bzw. Art. 13 der Bundesverfassung (BV; SR 101) nicht verletzt wird 
(vgl. statt vieler BGer 2C_771/2015 vom 5.10.2015, E. 2.1, 2C_449/2015 
vom 4.8.2015, E. 4.2, 2C_29/2014 vom 10.11.2014, E. 3.1, je mit weiteren 
Hinweisen). Praxisgemäss liegen keine wichtigen familiären Gründe vor, 
wenn im Heimatland alternative Pflegemöglichkeiten bestehen, die dem 
Kindeswohl besser entsprechen, weil dadurch vermieden werden kann, 
dass die Kinder aus ihrer bisherigen Umgebung und dem ihnen vertrauten 
Beziehungsnetz gerissen werden. An den Nachweis der fehlenden Betreu-
ungsmöglichkeit im Heimatland stellt die Rechtsprechung umso höhere 
Anforderungen, je älter das nachzuziehende Kind ist und je grösser die 
Integrationsschwierigkeiten erscheinen, die ihm hier drohen 
(BGE 137 I 284 E. 2.2 und E. 2.3.1; BGer 2C_767/2015 vom 19.2.2016, 
E. 5.1.2, 2C_176/2015 vom 27.8.2015, E. 3.2, 2C_132/2012 vom 
19.9.2012, E. 2.3.1 mit zahlreichen Hinweisen). Zu prüfen ist somit stets 
auch, ob im Heimatland alternative Betreuungsmöglichkeiten bestehen, die 
es dem Kind erlauben, dort zu bleiben, wo es aufgewachsen ist (vgl. 
BGer 2C_578/2012 vom 22.2.2013, E. 4.2; VGE 2015/214 vom 7.1.2016, 
E. 2.2, 2013/430 vom 13.1.2015, E. 3.3.1 mit Hinweisen). 

4.2 Die Beschwerdeführenden sind der Auffassung, dass die Voraus-
setzungen für den nachträglichen Familiennachzug gegeben sind. Die Be-
schwerdeführerin werde von ihrer Mutter vernachlässigt, seit diese eine 
neue Partnerschaft eingegangen sei. Vorher sei die Mutter nicht bereit ge-
wesen, ihre Tochter zum Vater in die Schweiz ziehen zu lassen. Es sei 
nachvollziehbar, «dass ein knapp dreizehnjähriges Mädchen aufgrund der 

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schlimmen Situation bei ihrer Mutter sich einen Umzug zum Vater sehn-
lichst herbeiwünscht». Zu ihrer Stiefmutter habe sie ein besseres Verhältnis 
als zu ihrer sie «vernachlässigenden biologischen Mutter» (Beschwerde 
S. 9 f.). Die Vorinstanz hat demgegenüber wichtige familiäre Gründe ver-
neint und ausgeführt, dass die aktuelle Betreuungssituation der Beschwer-
deführerin nicht zwingend eine Änderung erfordere. Es sei weder geltend 
gemacht noch ersichtlich, dass eine notwendige, altersgerechte Betreuung 
in Kuba nicht gewährleistet sei. Zudem werde der Betreuungsumfang mit 
fortschreitendem Alter kontinuierlich abnehmen. Die Beschwerdeführerin 
befinde sich in einem Alter, in welchem sie nicht mehr ständig der persönli-
chen Betreuung bedürfe. Sie habe ihr ganzes bisheriges Leben in Kuba 
verbracht und die gesamte bisherige Schulbildung dort absolviert; von ih-
rem Vater wachse sie seit ihrem 4. Altersjahr getrennt auf. Die Übersied-
lung in ein anderes Land für Kinder bzw. Jugendliche, die mindestens 
schon ihr 13. Geburtsjahr erreicht hatten, stelle einen bedeutenden Eingriff 
dar. Trotz den Bemühungen der Beschwerdeführerin um Erwerb der deut-
schen Sprache müsse mit erheblichen Integrationsschwierigkeiten gerech-
net werden. Einzig der verständliche Wunsch der Beschwerdeführenden, in 
der Schweiz zusammenzuleben, genüge für die Bejahung eines wichtigen 
familiären Grundes nicht (angefochtener Entscheid E. 4b). 

4.3 Mit diesen überzeugenden Erwägungen setzen sich die Beschwer-
deführenden kaum auseinander. Die angeblich belastende familiäre Situa-
tion in der Heimat umschreiben sie vor Verwaltungsgericht bloss stichwort-
artig mit «mangelnde Betreuung, Vernachlässigung, neu Zimmer mit dem 
volljährigen Bruder teilen, etc.» (Beschwerde S. 10). Mit diesen Vorbringen 
hat sich die Vorinstanz bereits befasst; in den Unstimmigkeiten zwischen 
der heranwachsenden Beschwerdeführerin und ihrer Mutter hat sie zu 
Recht nichts Aussergewöhnliches gesehen. Es ist nicht ungewöhnlich, 
dass mit der Pubertät gewisse Konflikte auftreten können (vgl. auch 
BGer 2C_767/2015 vom 19.2.2016, E. 5.3.3). Mit der Vorinstanz ist davon 
auszugehen, dass sich die Betreuungs- und Erziehungsmöglichkeiten in 
Kuba nicht grundsätzlich geändert haben (vgl. BGer 2C_97/2013 vom 
26.8.2013, E. 3.1.1). Dieser Umstand spricht massgeblich gegen die An-
nahme von wichtigen familiären Gründen für den Nachzug der Beschwer-
deführerin zu ihrem Vater in die Schweiz. Allein der Wunsch der Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 06.04.2016, Nr. 100.2015.273U, 
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schwerdeführenden, in der Schweiz zusammenzuleben, genügt für die An-
nahme eines wichtigen familiären Grundes nicht. Ist wie vorliegend die Frist 
verpasst worden, müssen neben dem blossen Interesse am gemeinsamen 
Leben zusätzlich gewichtige familiäre Gründe dargetan sein (vgl. 
BGer 2C_29/2014 vom 10.11.2014, E. 3.3, 2C_765/2011 vom 28.11.2011, 
E. 2.3). Dass die Beschwerdeführerin eine Ausbildung in einem Land mit 
hervorragenden Bildungseinrichtungen absolvieren möchte (vgl. Vorakten 
POM, Beilage zur Eingabe vom 20.7.2015), ist durchaus nachvollziehbar. 
Indes kann angesichts der strengen bundesgerichtlichen Praxis (vgl. vorne 
E. 4.1) auch in diesem Wunsch kein wichtiger familiärer Grund für den 
nachträglichen Nachzug erblickt werden. 

4.4 Zusammenfassend ergibt sich was folgt: Der Wunsch der Be-
schwerdeführenden, in der Schweiz zusammenzuleben, erscheint zwar 
plausibel. Der Gesetzgeber verlangt jedoch für einen nachträglichen Fami-
liennachzug wichtige Gründe, welche vorliegend nicht gegeben sind: Die 
14-jährige Beschwerdeführerin wächst seit ihrem vierten Lebensjahr von 
ihrem Vater getrennt bei ihrer Mutter auf und hat ihr gesamtes bisheriges 
Leben in Kuba verbracht. Somit würde sie bei einer Übersiedlung in die 
Schweiz aus ihrem bisherigen vertrauten Umfeld gerissen. Anders als die 
Beschwerdeführenden meinen, stellen die angeführten Auseinander-
setzungen zwischen Mutter und Tochter keinen wichtigen familiären Grund 
dar. Dass die Mutter nicht fähig sei, weiterhin die Betreuung ihrer heran-
wachsenden Tochter zu übernehmen, wird nicht substantiiert geltend ge-
macht. Bei dieser Sachlage spricht auch das Kindeswohl nicht für eine 
Übersiedlung in die Schweiz.  

5. 

Im Ergebnis hat die POM kein Recht verletzt, indem sie den Nachzug der 
Beschwerdeführerin verweigert hat. Die Beschwerde erweist sich als unbe-
gründet und ist abzuweisen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens werden 
die unterliegenden Beschwerdeführenden kostenpflichtig (Art. 108 Abs. 1 
VRPG). Parteikosten sind keine zu sprechen (Art. 108 Abs. 3 i.V.m. 
Art. 104 VRPG). 

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Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 3ʹ000.--, werden den Beschwerdeführen-
den auferlegt.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen. 

4. Zu eröffnen:
- den Beschwerdeführenden
- der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern
- dem Staatssekretariat für Migration

Das präsidierende Mitglied: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 
17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.