# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 93c538f5-e5c2-51a6-bfda-a795fb94e78e
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-08
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 08.09.2023 SBK.2023.117
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SBK-2023-117_2023-09-08.pdf

## Full Text

Obergericht 

Beschwerdekammer in Strafsachen 

 

 

SBK.2023.117 
(STA.2021.4761) 

Art. 280 

 

 

Entscheid vom 8. September 2023 
 

 

Besetzung  Oberrichter Richli, Präsident 

Oberrichterin Schär 

Oberrichter Giese 

Gerichtsschreiberin Gall 

 

 
   

Beschwerde-

führer  

 A._____, 

[…] 

vertreten durch Rechtsanwalt Thierry Wunderlin,  

[…] 

 

 
    

Beschwerde-

gegnerin  

 Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau,  

Seetalplatz, Bahnhofstrasse 4, 5600 Lenzburg  

 

 

Beschuldigter   B._____, 

[…] 

verteidigt durch Rechtsanwalt Martin Schwaller,  

[…] 

 

 
   

Anfechtungs-

gegenstand 

 Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau 

vom 13. März 2023 

 

in der Strafsache gegen B._____ 

 

  

 - 2 - 

 

 

 

   

Die Beschwerdekammer entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

A. reichte mit Eingabe vom 2. August 2021 bei der Staatsanwaltschaft 

Lenzburg-Aarau Strafanzeige und Strafantrag ein gegen B. (fortan: Be-

schuldigter) wegen versuchter vorsätzlicher Tötung, versuchter schwerer 

Körperverletzung sowie einfacher Körperverletzung und konstituierte sich 

als Zivil- und Strafkläger. 

 

1.2. 

E. reichte am 23. August 2021 bei der Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Lau-

fenburg Strafanzeige gegen B. wegen Nötigung ein (vgl. Verfahrens-

Nr. SBK.2023.116). 

 

2. 

Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau stellte die Strafuntersuchung mit 

Verfügung vom 13. März 2023 betreffend Raufhandel und einfacher Kör-

perverletzung mit einem gefährlichen Gegenstand gestützt auf Art. 319 

Abs. 1 lit. c StPO und hinsichtlich Anstiftung zu mehrfach versuchter Nöti-

gung gestützt auf Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO ein. Zivilklagen wurden keine 

behandelt. Die Verfahrenskosten wurden auf die Staatskasse genommen 

und eine Entschädigung oder Genugtuung wurde nicht ausgerichtet. 

 

Die Einstellungsverfügung wurde am 14. März 2023 durch die Oberstaats-

anwaltschaft des Kantons Aargau genehmigt. 

 

3. 

3.1. 

Gegen diese ihm am 21. März 2023 zugestellte Einstellungsverfügung er-

hob A. (fortan: Beschwerdeführer) mit Eingabe vom 31. März 2023 bei der 

Beschwerdekammer in Strafsachen des Obergerichts des Kantons Aargau 

Beschwerde mit folgenden Anträgen: 

 

" 1. 
Die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau vom 
13. März 2023 im Strafverfahren ST.2021.4761 sei aufzuheben und das 
Strafverfahren gegen den Beschuldigten sei weiterzuführen. 
 
2. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Staatskasse." 

 

3.2. 

Der Beschwerdeführer leistete die vom Verfahrensleiter der Beschwerde-

kammer in Strafsachen des Obergerichts des Kantons Aargau mit Verfü-

gung vom 19. April 2023 einverlangte Sicherheit von Fr. 600.00 für allfällige 

Kosten am 28. April 2023. 

 - 3 - 

 

 

 

 

3.3. 

Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau ersuchte mit Beschwerdeantwort 

vom 22. Mai 2023 um Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolgen. 

 

3.4. 

Der Beschuldigte beantragte mit seiner Beschwerdeantwort vom 15. Juni 

2023 die Abweisung der Beschwerde unter Kosten- und Entschädigungs-

folgen. 

 

 
   

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1. 

1.1. 

Verfügungen der Staatsanwaltschaft betreffend die Einstellung eines Straf-

verfahrens sind gemäss Art. 322 Abs. 2 i.V.m. Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO 

mit Beschwerde anfechtbar. Vorliegend bestehen keine Beschwerdeaus-

schlussgründe gemäss Art. 394 StPO. Damit ist die Beschwerde zulässig. 

 

1.2. 

1.2.1. 

Zur Beschwerde legitimiert ist jede Partei, die ein rechtlich geschütztes In-

teresse an der Aufhebung oder Änderung eines Entscheids hat (vgl. 

Art. 382 Abs. 1 StPO). Ein rechtlich geschütztes Interesse liegt nur vor, 

wenn der Beschwerdeführer in seinen eigenen Rechten unmittelbar und 

direkt betroffen, bzw. beschwert ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

6B_942/2016 vom 7. September 2017 E. 2.3; LIEBER, in: Donatsch/Lie-

ber/Summers/Wohlers [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafpro-

zessordnung, 3. Aufl. 2020, N. 7 zu Art. 382 StPO). 

 

1.2.2. 

Der Beschwerdeführer hat sich im Verfahren gegen den Beschuldigten am 

2. August 2021 bezüglich des Sachverhaltskomplexes vom 25. Juni 2021 

in Q. als Privatkläger konstituiert (vgl. act. 304). Er wehrt sich gegen die 

Einstellung des Strafverfahrens betreffend die Tatbestände des Raufhan-

dels und der einfachen Körperverletzung mit einem gefährlichen Gegen-

stand. Der Raufhandel gemäss Art. 133 Abs. 1 StGB bezweckt den Schutz 

des Lebens oder der körperlichen Integrität der Teilnehmer oder Dritter. Der 

Tatbestand des Raufhandels strebt als abstraktes Gefährdungsdelikt pri-

mär das öffentliche Interesse, Schlägereien zu verhindern, und in zweiter 

Linie den Schutz des Individualinteresses der Opfer von solchen Schläge-

reien an (BGE 141 IV 454 E. 2.3.2. m.w.H.). Bei den abstrakten Gefähr-

dungsdelikten gibt es keine Geschädigten im Sinne von Art. 115 Abs. 1 

StPO, es sei denn, jemand werde als Folge der Begehung eines solchen 

Delikts konkret gefährdet (BGE 141 IV 454 E. 2.3.2 mit Verweis auf BGE 

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138 IV 258 E. 3.1.2). Hingegen schützt Art. 123 StGB nach der Rechtspre-

chung des Bundesgerichts sowohl die körperliche Integrität als auch die 

körperliche und psychische Gesundheit (BGE 134 IV 189 E. 1.1 und 1.4; 

135 IV 152 E. 2.1.1; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 6B_1232/2021 

vom 27. Januar 2022 E. 1.4.3). Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, er 

sei am 25. Juni 2021 mit einem Rüstmesser in der rechten Hand auf den 

Beschwerdeführer zugegangen und habe diesem eine "oberflächliche" 

Stichwunde an der rechtsseitigen Rumpfwand zugefügt. Aufgrund der gel-

tend gemachten konkreten Gefährdung der körperlichen Integrität des Be-

schwerdeführers – als Träger des Rechtsgutes, welches durch den Rauf-

handel mitgeschützt wird – als unmittelbare Folge des fraglichen Gesche-

hens und infolge der Verletzung dessen physischer Integrität ist dieser ge-

mäss Art. 322 Abs. 2 i.V.m. Art. 382 Abs. 1 StPO betreffend die Einstellung 

des Strafverfahrens wegen Raufhandels und einfacher Körperverletzung 

mit einem gefährlichen Gegenstand zur Beschwerde gegen die Einstel-

lungsverfügung legitimiert. Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde (vgl. Art. 396 Abs. 1 i.V.m. Art. 385 Abs. 1 StPO) ist somit inso-

weit einzutreten. 

 

1.2.3. 

Hingegen ist unklar, ob sich der Beschwerdeführer auch gegen die Einstel-

lung der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau hinsichtlich der Anstiftung zu 

mehrfach versuchter Nötigung gestützt auf Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO zur 

Wehr setzt. Im Rahmen seiner Beschwerde vom 31. März 2023 äussert 

sich der Beschwerdeführer zumindest nicht zum entsprechenden Sachver-

haltskomplex vom Mai bzw. Juni 2021 in Q.. Ohnehin ist der Beschwerde-

führer mangels Rechtsschutzinteresses (vgl. E. 1.2.1 hiervor) an der Auf-

hebung oder Abänderung der Einstellungsverfügung der Staatsanwalt-

schaft Lenzburg-Aarau gestützt auf Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO – insbeson-

dere ist auch der Strafanzeige vom 23. August 2021 von E. nicht zu ent-

nehmen, dass sich das angezeigte Verhalten gegen den Beschwerdeführer 

richtete (vgl. act. 610 ff.) – nicht beschwert. Auf die Beschwerde wäre dies-

bezüglich nicht einzutreten. 

 

2. 

2.1. 

Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau führte in der angefochtenen Ein-

stellungsverfügung aus, der Beschuldigte habe mit seinem Handeln die Vo-

raussetzungen der rechtfertigenden Notwehr i.S.v. Art. 15 StGB erfüllt. So 

habe sich der Beschuldigte in einer Notwehrsituation befunden, als er sich 

mit dem Rüstmesser gegen den Beschwerdeführer und E. – von welchen 

die Aggressionen ausgegangen seien – zur Wehr habe setzen müssen. 

Der Beschwerdeführer und E. seien gegen den Willen des Beschuldigten 

überraschend in dessen Wohnung eingedrungen und dem Beschuldigten 

sowohl zahlenmässig als auch körperlich überlegen gewesen. Nachdem 

der Beschuldigte mehrere Schläge ins Gesicht erhalten habe, sei er nicht 

 - 5 - 

 

 

 

mehr gehalten gewesen, die Auseinandersetzung mit blossen Händen fort-

zuführen. Vorliegend habe das Rüstmesser das mildeste erfolgsverspre-

chende Abwehrmittel dargestellt. Der Beschwerdeführer habe gemäss Be-

richt des Instituts für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums F. (fortan: 

IRM F.) vom 30. Juni 2021 an der rechtsseitigen Rumpfwand eine Stich-

wunde erlitten, durch welche weder die Brusthöhle geöffnet noch innere 

Organe verletzt worden seien. Eine konkrete Lebensgefahr habe nicht be-

standen. Dies spreche klar für eine "oberflächliche" Stichwunde des Be-

schwerdeführers. Zwischen den betroffenen Rechtsgütern, nämlich der 

körperlichen Integrität des Beschuldigten und des Beschwerdeführers, 

habe demnach kein offensichtliches Missverhältnis bestanden. Zudem sei 

die Abwehrhandlung angemessen gewesen, indem der Beschuldigte sei-

nerseits die körperliche Unversehrtheit eines Angreifers beeinträchtigt 

habe (Einstellungsverfügung vom 13. März 2023, S. 4). 

 

2.2. 

Der Beschwerdeführer bringt mit Beschwerde im Wesentlichen vor, bei ei-

ner zweifelhaften Beweislage sei grundsätzlich eine gerichtliche Beurtei-

lung angebracht. Widersprächen sich Beweise, so sei es nicht Sache der 

Staatsanwaltschaft, eine Beweiswürdigung vorzunehmen (Beschwerde 

vom 31. März 2023, Ziffer II.1 und II.3). Es habe keine Notwehrsituation 

vorgelegen (Beschwerde vom 31. März 2023, Ziffer II.4). Der Beschwerde-

führer und E. hätten das Geschehene anlässlich der Konfrontationseinver-

nahme vom 15. Juli 2021 glaubhaft geschildert: Sie hätten an der Haustüre 

des Beschuldigten geklopft und geläutet. E. habe mit dem Beschuldigten 

reden wollen. Der Beschuldigte und E. hätten sich in der Wohnung gestrit-

ten und sich gegenseitig geschlagen. Der Beschwerdeführer habe die Si-

tuation zu beruhigen versucht und habe nur reden wollen. Der Beschuldigte 

sei dann allerdings sehr laut geworden, sei in die Küche gegangen, habe 

ein Messer geholt und sei auf den Beschwerdeführer losgegangen. Erst 

durch das Handeln des Beschuldigten sei die Situation eskaliert. Der Be-

schwerdeführer habe um sein Leben gekämpft als er versucht habe, den 

Beschuldigten davon abzuhalten, ihn abzustechen. Dass der Beschwerde-

führer nicht schwer oder gar tödlich verletzt worden sei, sei nur dem Zufall 

und viel Glück zu verdanken. Der Beschuldigte sei völlig in Rage gewesen 

und habe dem Beschwerdeführer und E. gedroht, er werde sie umbringen 

(Beschwerde vom 31. März 2023, Ziffer II.4). Hingegen seien die Ausfüh-

rungen des Beschuldigten widersprüchlich und nicht glaubhaft. So habe der 

Beschuldigte insbesondere ausgeführt, kein Messer in der Hand gehabt zu 

haben. Auch habe die Auswertung der Telefone – entgegen der Ausfüh-

rungen des Beschuldigten – ergeben, dass der Beschwerdeführer und E. 

während der Auseinandersetzung keine Fotos vom Beschuldigten gemacht 

hätten. Zudem habe sich auch erwiesen, dass die vom Beschuldigten vor-

gebrachten verängstigenden Nachrichten von einer anderen Person stam-

men würden, mit welcher der Beschuldigte schon längere Zeit regelmässig 

 - 6 - 

 

 

 

Kontakt habe. Weiter habe der Beschuldigte sowohl den Ablauf des Ge-

schehens als auch die Anzahl der Angreifer – von zwei bis 20 Personen – 

immer wieder geändert. Vor diesem Hintergrund sei nicht auszuschliessen, 

dass ein Gericht zu einem Urteil zulasten des Beschuldigten kommen 

könne (Beschwerde vom 31. März 2023, Ziffer II.4). 

 

2.3. 

Der Beschuldigte macht mit Beschwerdeantwort geltend, es sei einsichtig, 

dass er sich gegen die qualifizierte Freiheitsberaubung mit schwerer Kör-

perverletzung, den Raufhandel und Hausfriedensbruch, begangen am 

25. Juni 2021 durch den Beschwerdeführer und E., zu wehren versucht 

habe (Beschwerdeantwort vom 15. Juni 2023, S. 1). Vorliegend sei von ei-

nem sachverhaltsmässig und rechtlich klaren Fall auszugehen, weshalb 

eine Nichtanhandnahme durch die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau zu 

erfolgen habe (Beschwerdeantwort vom 15. Juni 2023, S. 2). 

 

3. 

Die Staatsanwaltschaft verfügt die vollständige oder teilweise Einstellung 

des Verfahrens, wenn kein Tatverdacht erhärtet ist, der eine Anklage recht-

fertigt (Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO). Eine Einstellung hat ebenfalls zu erfol-

gen, wenn kein Straftatbestand erfüllt ist (Art. 319 Abs. 1 lit. b StPO) oder 

wenn Rechtfertigungsgründe einen Straftatbestand unanwendbar machen 

(Art. 319 Abs. 1 lit. c StPO). 

 

Eine Einstellung kommt in den Fällen von Art. 319 Abs. 1 lit. c StPO nur in 

Frage, wenn bei Anklageerhebung mit Sicherheit ein Freispruch zu erwar-

ten ist. Nach dem Grundsatz "in dubio pro duriore" ist in Zweifelsfällen der 

Entscheid auch hier dem Gericht zu überlassen und demzufolge Anklage 

zu erheben (LANDSHUT/BOSSHARD, in: Donatsch/Lieber/Summers/Wohlers 

[Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 3. Aufl. 

2020, N. 22 zu Art. 319 StPO). 

 

4. 

4.1. 

Im vorliegenden Fall stehen die Vorwürfe des Raufhandels (Art. 133 Abs. 1 

StGB) und der einfachen Körperverletzung mit einem gefährlichen Gegen-

stand (Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 StGB) im Raum: 

 

Des Raufhandels macht sich schuldig, wer sich an einem solchen beteiligt, 

der den Tod oder die Körperverletzung eines Menschen zur Folge hat 

(Art. 133 Abs. 1 StGB). Raufhandel liegt vor, wenn sich mindestens drei 

Personen an einer wechselseitigen tätlichen Auseinandersetzung beteili-

gen, die den Tod oder die Körperverletzung eines Menschen zur Folge hat. 

Ein Streit zwischen zwei Personen wird zum Raufhandel, wenn ein Dritter 

tätlich eingreift. Strafbar ist, wer sich beteiligt, d.h. wer aktiv am Raufhandel 

 - 7 - 

 

 

 

teilnimmt in einer Weise, die geeignet ist, die Auseinandersetzung zu för-

dern bzw. deren Intensität zu steigern. Darüber hinaus gilt auch der Abweh-

rende als Beteiligter. Er ist gemäss Art. 133 Abs. 2 StGB nicht strafbar. Je-

doch ist nur wer sich völlig passiv verhält, von der Bestimmung nicht erfasst 

(BGE 137 IV 1 E. 4.2.2 m.w.H.). 

 

Der einfachen Körperverletzung macht sich schuldig, wer vorsätzlich einen 

Menschen in anderer Weise als nach Art. 122 StGB an Körper oder Ge-

sundheit schädigt (Art. 123 Ziff. 1 StGB). Der Täter wird von Amtes wegen 

verfolgt, wenn er Gift, eine Waffe oder einen gefährlichen Gegenstand ge-

braucht (Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 StGB). 

 

4.2. 

In tatsächlicher Hinsicht ist unbestritten und erstellt, dass der Beschwerde-

führer und E. den Beschuldigten in dessen Wohnung aufsuchten. Der Be-

schuldigte wollte die Türe wieder zumachen, als er E. davorstehen sah. E. 

stiess mit ihren Händen gegen die Türe, woraufhin sie und der Beschwer-

deführer die Wohnung des Beschuldigten betraten (act. 484, Fragen 96 f., 

99 und 101; act. 575, Frage 13). Im Rahmen einer Auseinandersetzung 

zwischen dem Beschwerdeführer, E. und dem Beschuldigten kam es zu 

einem Handgemenge um ein Messer. In der Folge erlitt der Beschwerde-

führer insbesondere eine 1 cm lange querläufige Stichwunde in Höhe der 

achten rechten Rippe (Stichverletzung thorakal rechts) und eine ca. 6-7 cm 

lange oberflächliche Schnittwunde – welche nur die Haut betrifft – über den 

Brustkorb (act. 345 f. und 602 f.). Die Verletzungen des Beschwerdefüh-

rers sind angesichts der Schmerzen als nicht mehr unerheblich zu qualifi-

zieren, zumal die Wunde am Brustkorb insbesondere auch nachts fortwäh-

rend nachgeblutet habe und sich der Beschwerdeführer in der Folge auf-

grund der Schmerzen ins Klinikum G. habe fahren lassen (vgl. act. 344). 

Zudem erfolgte eine Behandlung mit Schmerzmitteln, Antibiotika und einer 

Auffrischung der Tetanus-Schutzimpfung (act. 346). Fest steht zudem, 

dass E. "erst" aufgrund des Gerangels betreffend das Messer dem Be-

schuldigten mit einem Holzstück mindestens einmal auf dessen Kopf und 

linkes Bein geschlagen (act. 477, Frage 10; act. 479, Frage 34; act. 482, 

Fragen 76 f.; act. 546, Frage 100; act. 578, Frage 38) und ihm im Badezim-

mer in die Hand gebissen (act. 477, Frage 10) hat. Zudem hat E. dem Be-

schuldigten dann die Hände zugebunden und ihn anschliessend geschla-

gen (act. 477, Frage 10). Sie hat den gefesselten Beschuldigten mehrmals 

mit der rechten Faust und mindestens ein Mal mit dem rechten Fuss in das 

Gesicht bzw. den Oberkörper geschlagen (act. 480, Fragen 50 f. und 54; 

act. 481, Fragen 56 f. und 63; act. 482, Frage 73; act. 483, Frage 81; vgl. 

auch act. 548, Frage 117; act. 581 f., Fragen 69 und 71). Ebenfalls hat sie 

den Beschuldigten erneut mit dem Holzstück auf das Bein bzw. die Füsse 

geschlagen (act. 579, Frage 44; act. 581 f., Fragen 69 und 71). Unter Be-

rücksichtigung des Umstands, dass die abschliessende rechtliche Würdi-

gung der Vorwürfe im Falle der Anklageerhebung dem Sachgericht obliegt, 

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dürfte das soeben beschriebene Vorgehen des Beschuldigten den Tatbe-

stand des Raufhandels i.S.v. Art. 133 Abs. 1 StGB und der einfachen Kör-

perverletzung mit einem gefährlichen Gegenstand i.S.v. Art. 123 Ziff. 2 

Abs. 2 StGB erfüllt haben. 

 

5. 

5.1. 

Zu prüfen ist, ob der Beschuldigte rechtswidrig gehandelt hat. Wird jemand 

ohne Recht angegriffen oder unmittelbar mit einem Angriff bedroht, ist der 

Angegriffene und jeder andere gemäss Art. 15 StGB berechtigt, den Angriff 

in einer den Umständen angemessenen Weise abzuwehren. Dabei ist ge-

mäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung bei der Verwendung eines Mes-

sers besondere Zurückhaltung geboten, da dessen Einsatz stets die Gefahr 

schwerer oder gar tödlicher Verletzungen mit sich bringt. Angemessen ist 

die Abwehr, wenn der Angriff nicht mit weniger gefährlichen und zumutba-

ren Mitteln hätte abgewendet werden können, der Täter womöglich gewarnt 

worden ist und der Abwehrende vor der Benutzung des gefährlichen Werk-

zeugs das Nötige zur Vermeidung einer übermässigen Schädigung vorge-

kehrt hat. Auch ist eine Abwägung der auf dem Spiel stehenden Rechtsgü-

ter unerlässlich. Doch muss deren Ergebnis für den Angegriffenen, der er-

fahrungsgemäss rasch handeln muss, mühelos erkennbar sein (BGE 136 

IV 49 E. 3.3 m.w.H.). 

 

5.2. 

Unklar ist, ob – und in welchem Ausmass – es vor dem Messereinsatz zu 

Gewalttätigkeiten zwischen dem Beschuldigten, dem Beschwerdeführer 

und E. gekommen ist. In diesem Zusammenhang führte E. bei der staats-

anwaltschaftlichen Einvernahme vom 5. Juli 2021 aus, der Beschuldigte sei 

laut geworden, als sie und der Beschwerdeführer in dessen Wohnung ein-

getreten seien. Der Beschwerdeführer habe dem Beschuldigten daraufhin 

gesagt, er solle ruhig bleiben, sie würden nur mit ihm sprechen wollen. Der 

Beschuldigte habe gesagt, er bringe den Beschwerdeführer um. Daraufhin 

sei der Beschuldigte in die Küche gegangen und anschliessend mit einem 

Messer auf den Beschwerdeführer zugegangen (vgl. act. 477 f., Fragen 

10 f.). An der Konfrontationseinvernahme vom 15. Juli 2021 bestätigte E. 

ihre Aussagen (act. 574, Frage 12) und ergänzte, vom Beschuldigten ge-

schlagen worden zu sein und ihn – vor dem Einsatz des Messers – mit der 

Faust zurückgeschlagen zu haben (act. 577, Frage 27). Der Beschwerde-

führer gab anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 6. Juli 2021 zu 

Protokoll, der Beschuldigte habe ihn am Kragen gepackt, als er ihn und E. 

bei der Türe zu seiner Wohnung gesehen habe. Der Beschwerdeführer 

habe den Beschuldigten gemäss eigener Aussage auch am Hals gepackt 

und diesem gesagt, er wolle nur mit ihm sprechen. In der Folge habe der 

Beschuldigte gesagt, sie sollen reinkommen. Nachfolgend habe ein Streit 

bzw. eine Schlägerei angefangen, wobei der Beschuldigte ein Messer be-

 - 9 - 

 

 

 

händigt habe (act. 507 f., Fragen 52-57). Anlässlich der Konfrontationsein-

vernahme vom 15. Juli 2021 konkretisierte der Beschwerdeführer seine 

Aussagen insofern, als es vor dem Einsatz des Messers durch den Be-

schuldigten zum Streit zwischen diesem und E. gekommen sei (act. 577, 

Fragen 23 f.), wobei der Beschuldigte und E. sich ein paar Mal geschlagen 

hätten (act. 577, Fragen 25 f.). Der Beschwerdeführer habe dem Beschul-

digten gesagt, man wolle nur mit ihm sprechen. Der Beschuldigte sei dann 

in die Küche gelaufen und mit dem Messer in der Hand zurückgekommen 

(act. 575 f., Frage 19). Der Beschwerdeführer habe – bevor der Beschul-

digte das Messer nehmen konnte – diesen nicht geschlagen (act. 577, 

Frage 24). Hingegen führte der Beschuldigte im Rahmen der polizeilichen 

Einvernahme vom 8. Juli 2021 aus, er habe versucht, die Wohnungstüre 

wieder zuzumachen, sei jedoch daran gehindert worden, da der Beschwer-

deführer ihn am Hals gepackt und ihm einen Faustschlag ans Auge ver-

passt habe. E. habe den Beschuldigten dann ans andere Auge geschlagen. 

In der Folge habe der Beschuldigte dem Beschwerdeführer einen Box-

schlag verpasst. Im weiteren Fortgang habe ihm E. den Penis gedrückt und 

umgedreht. Daraufhin habe der Beschuldigte E. in beide Finger gebissen. 

Schliesslich hätten E. und der Beschwerdeführer den Beschuldigten mit ei-

ner Holzlatte geschlagen und diesen ins Badezimmer gezogen. Beim Zie-

hen ins Badezimmer habe der Beschwerdeführer den Beschuldigten mit 

dem Messer an der linken Hand verletzt (act. 538, Frage 32; act. 541 f., 

Fragen 58 f. und 61-63). Der Beschuldigte führte weiter aus, er habe das 

Messer nehmen wollen, der Beschwerdeführer habe ihm das Messer dann 

aber aus seiner Hand genommen und ihn verletzt (act. 543, Frage 72). Da-

raufhin schilderte der Beschuldigte aber in der gleichen Einvernahme, er, 

der Beschuldigte, habe das Messer nicht in der Hand gehabt. Er habe das 

Messer zu erlangen versucht, was ihm aber nicht gelungen sei (act. 543, 

Fragen 73-75). 

 

5.3. 

5.3.1. 

Wie folgend zu zeigen sein wird, steht gestützt auf die erfolgten Befragun-

gen des Beschuldigten, des Beschwerdeführers und von E. nicht fest, dass 

hinsichtlich des Raufhandels gemäss Art. 133 Abs. 1 StGB und der einfa-

chen Körperverletzung mit einem gefährlichen Gegenstand gemäss 

Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 StGB ein Rechtfertigungsgrund von Art. 15 StGB 

klarerweise gegeben war bzw. dass das Vorgehen des Beschuldigten ge-

gen die Person des Beschwerdeführers klar verhältnismässig war. 

 

5.3.2. 

Vorerst ist festzuhalten, dass aufgrund stark divergierender Aussagen des 

Beschwerdeführers, des Beschuldigten und von E. bereits fraglich ist, ob 

überhaupt eine Notwehrsituation vorliegt, zumal der Beschwerdeführer 

dem Beschuldigten gesagt habe, dieser solle ruhig bleiben, er und E. wür-

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den nur mit dem Beschuldigten sprechen wollen (vgl. E. 5.2 hiervor). Ent-

gegen der Ausführung der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau ist somit 

nicht erstellt, dass die Aggressionen vom Beschwerdeführer und von E. 

ausgingen, weshalb sich der Beschuldigte zur Wehr habe setzen müssen 

(vgl. Einstellungsverfügung vom 13. März 2023, S. 4). Bereits aus diesem 

Umstand hätte die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau das Verfahren ge-

stützt auf Art. 319 Abs. 1 lit. c StPO gegen den Beschuldigten beim derzei-

tigen Stand der Untersuchung nicht einstellen dürfen. 

 

5.3.3. 

Im Übrigen erscheint es fraglich, ob das Rüstmesser das mildeste erfolgs-

versprechende Abwehrmittel darstellt (vgl. Einstellungsverfügung vom 

13. März 2023, S. 4), zumal der Beschuldigte allenfalls gehalten gewesen 

wäre, den Einsatz des Rüstmessers anzudrohen bzw. den Beschwerdefüh-

rer und E. zu warnen. Möglicherweise hätte der Beschuldigte – bei Vorlie-

gen einer Notwehrsituation – auch zuerst einen einzigen Stich in den unte-

ren, weniger verletzlichen Körperbereich ausführen können (vgl. BGE 136 

IV 49 E. 4.2 und Urteil des Bundesgerichts 6B_1454/2020 vom 7. April 

2022 E. 3.3.1 m.w.H.). Indem der Beschuldigte – gemäss Ausführungen 

der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau (vgl. Einstellungsverfügung vom 

13. März 2023, S. 2) – während des Kampfgeschehens aus der Küche ein 

Rüstmesser behändigt habe, mit diesem in der rechten Hand auf den Be-

schwerdeführer zugegangen sei und diesem eine "oberflächliche" Stich-

wunde an der rechtsseitigen Rumpfwand (vgl. hingegen den Entlassbericht 

des Klinikums G. vom 29. Juni 2021, welcher lediglich im Zusammenhang 

mit der Schnittwunde – nicht aber in Bezug auf die Stichwunde – von einer 

oberflächlichen Verletzung [act. 603] ausgeht; zudem spricht auch der Be-

richt des IRM F. vom 30. Juni 2021 in Bezug auf die "Hautdurchtrennung" 

resp. die Stichwunde nicht von einer oberflächlichen Verletzung [act. 345]) 

zugefügt habe, hat er unter Umständen nicht das mildeste erfolgsverspre-

chende Abwehrmittel gewählt. 

 

6. 

Zusammenfassend sind die Voraussetzungen für eine Einstellung des Ver-

fahrens gestützt auf Art. 319 Abs. 1 lit. c StPO hinsichtlich der Tatvorwürfe 

des Raufhandels i.S.v. Art. 133 Abs. 1 StGB und der einfachen Körperver-

letzung mit einem gefährlichen Gegenstand i.S.v. Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 

StGB nicht erfüllt. Die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Lenz-

burg-Aarau vom 13. März 2023 ist bezüglich dieser beiden Tatbestände 

aufzuheben. 

 

7. 

7.1. 

Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechts-

mittelverfahrens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Hebt 

die Rechtsmittelinstanz einen Entscheid auf und weist sie die Sache zur 

 - 11 - 

 

 

 

neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurück, so trägt der Kanton die Kos-

ten des Rechtsmittelverfahrens und, nach Ermessen der Rechtsmittel-

instanz, jene der Vorinstanz (Art. 428 Abs. 4 StPO). 

 

Nachdem die Einstellungsverfügung hinsichtlich des mit Beschwerde an-

gefochtenen Tatvorwurfs des Sachverhaltskomplexes vom 25. Juni 2021 in 

Q. aufzuheben ist, sind die Kosten des vorliegenden Beschwerdeverfah-

rens ausgangsgemäss vollumfänglich auf die Staatskasse zu nehmen. 

 

7.2. 

Der Anspruch des Beschwerdeführers auf angemessene Entschädigung 

für notwendige Aufwendungen richtet sich nach Art. 433 StPO und hängt 

vom Ausgang des Strafverfahrens ab. Dieser ist derzeit noch offen. Es ist 

daher nicht möglich, im vorliegenden Entscheid eine Entschädigung für das 

Beschwerdeverfahren festzulegen. Eine allfällige Entschädigung wird somit 

im Rahmen der Regelung der Entschädigung im Endentscheid und in Ab-

hängigkeit vom Verfahrensausgang zu behandeln und zu verlegen sein 

(Art. 421 Abs. 1 StPO; vgl. Urteil des Bundesgerichts 1B_531/2012 vom 

27. November 2012 E. 3). 

 

7.3. 

Dem Beschuldigten ist für das Beschwerdeverfahren ausgangsgemäss 

keine Entschädigung zuzusprechen. Auf sein mit Eingabe vom 26. Mai 

2023 lediglich vorsorglich gestelltes Gesuch um Gewährung der amtlichen 

Verteidigung für das Beschwerdeverfahren ist, nachdem mit Beschwerde-

antwort vom 15. Juni 2023 kein Antrag mehr gestellt und begründet wurde, 

nicht weiter einzugehen. 

 

 
   

Die Beschwerdekammer entscheidet: 

 

1. 

Soweit auf die Beschwerde eingetreten wird, wird die Einstellungsverfü-

gung der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau vom 13. März 2023 hinsicht-

lich der Vorwürfe des Raufhandels und der einfachen Körperverletzung mit 

einem gefährlichen Gegenstand in Gutheissung der Beschwerde aufgeho-

ben. 

 

2. 

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden auf die Staatskasse ge-

nommen. 

 

 
   

Zustellung an: 

[…] 

  

 - 12 - 

 

 

 

   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen, kann innert 30 Tagen, von der schrift-

lichen Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Be-

schwerde an das Schweizerische Bundesgericht erhoben werden. Dieselbe Beschwerde 

kann erhoben werden gegen selbständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide, wenn 

diese einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können oder wenn die Gutheis-

sung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeuten-

den Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde 

(Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 93, Art. 100 Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-

gericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die Beschwerde- 

legitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 
   

Aarau, 8. September 2023 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Beschwerdekammer in Strafsachen 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Richli Gall