# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 25208cbf-1c5f-5073-a367-75d4ecf3dc2f
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-01-04
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 04.01.2024 470 2023 245 (470 23 245)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_470-2023-245_2024-01-04.pdf

## Full Text

Seite 1   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 

4. Januar 2024 (470 23 245)  

____________________________________________________________________ 

 

 

Strafprozessrecht  

 

 

Verfahrenseinstellung  

 

 
Besetzung Präsident Enrico Rosa, Richterin Lea Hungerbühler (Ref.), Richterin 

Cornelia Friedli-Schuler; Gerichtsschreiber Pascal Neumann 
 
 

Parteien A.____,  
vertreten durch Advokat Michael Oeschger,  
Freie Strasse 82, Postfach 340, 4010 Basel,  
Beschwerdeführer 

  
 
gegen 
 
 

 Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft,  
Hauptabteilung Allgemeine Delikte,  
Grenzacherstrasse 8, Postfach, 4132 Muttenz,  
Beschwerdegegnerin 
 
B.____,   
vertreten durch Advokat Moritz Gall,  
Elisabethenstrasse 28, Postfach 425, 4010 Basel,  
Beschuldigte 

  
 

Gegenstand Verfahrenseinstellung 

(Beschwerde gegen die Verfügung der Staatsanwaltschaft  
Basel-Landschaft vom 22. November 2023)  

 
 

 
 
 

 
 
Seite 2   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 
A. Im Rahmen eines gegen B.____ geführten Strafverfahrens betreffend den Straftatbestand 

der unrechtmässigen Aneignung nach Art. 137 Ziff. 1 StGB erliess die Staatsanwaltschaft Ba-

sel-Landschaft, Hauptabteilung Allgemeine Delikte, mit Datum vom 22. November 2023 eine 

Einstellungsverfügung mit folgendem Inhalt:  

 

"1.  Das Strafverfahren wird in Anwendung von Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO eingestellt.  

 

2.  Die Verfahrenskosten gehen zu Lasten des Staates. 

 

3.  Der beschuldigten Person wird gemäss Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO eine Entschädi-

gung von CHF 6'970.35 zugesprochen."  
 

Auf die Begründung dieser Verfügung sowie der nachfolgenden Eingaben der Parteien wird, 

soweit erforderlich, im Rahmen der Erwägungen des vorliegenden Beschlusses eingegangen.  

 

B. Gegen diese Einstellungsverfügung erhob A.____ als Privatkläger mit Eingabe vom 

4. Dezember 2023 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, 

und stellte dabei die folgenden Rechtsbegehren: Es sei die angefochtene Verfügung aufzuhe-

ben (Ziff. 1), und es sei die Staatsanwaltschaft anzuweisen, das Strafverfahren gegen B.____ 

betreffend unrechtmässige Aneignung wieder aufzunehmen (Ziff. 2). Ausserdem seien die Ver-

fahrensakten der Strafuntersuchung beizuziehen (Ziff. 3). Eventualiter sei B.____ zu verurteilen, 

ihm eine Entschädigung für die im Zusammenhang mit dem Strafverfahren entstandenen not-

wendigen Aufwendungen in der Höhe von CHF 29'710.45 nebst Zins zu 5 % auf CHF 6'949.25 

seit dem 19. November 2022, auf CHF 16'047.95 seit dem 24. Februar 2023 und auf 

CHF 6'713.25 seit dem 13. Dezember 2023 zu bezahlen (Ziff. 4). Dies alles unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge zu Lasten des Staates (Ziff. 5).  

 

C. In ihrer Stellungnahme vom 15. Dezember 2023 beantragte die Staatsanwaltschaft, es sei 

die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei, und es seien die Kosten des Ver-

fahrens der beschwerdeführenden Partei aufzuerlegen.  

 

D. Die Beschuldigte verzichtete auf eine Stellungnahme.  

 

 
 
 

 
 
Seite 3   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

E. Mit Verfügung des Kantonsgerichts vom 6. Dezember 2023 wurde der Beschwerdeführer 

zur Erbringung einer Sicherheitsleistung in der Höhe von CHF 750.-- verpflichtet. Mit weiterer 

Verfügung vom 18. Dezember 2023 wurde festgestellt, dass die angeordnete Sicherheitsleis-

tung (fristgerecht) erbracht worden ist.  

 

 

Erwägungen 

 

 

1. Die Zuständigkeit der Dreierkammer des Kantonsgerichts, Abteilung Strafrecht, als 

Rechtsmittelinstanz zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde ergibt sich aus Art. 20 Abs. 1 

lit. b und Abs. 2 StPO sowie aus § 15 Abs. 2 EG StPO. Nach Art. 322 Abs. 2 StPO sowie 

Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO ist gegen die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft die Be-

schwerde zulässig. Gemäss Abs. 2 von Art. 393 StPO können mit der Beschwerde gerügt wer-

den: Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, 

Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung (lit. a); die unvollständige oder unrichtige Feststel-

lung des Sachverhaltes (lit. b); sowie Unangemessenheit (lit. c). In Anwendung von Art. 322 

Abs. 2 StPO in Verbindung mit Art. 396 Abs. 1 StPO ist die Beschwerde gegen schriftlich oder 

mündlich eröffnete Entscheide innert zehn Tagen schriftlich und begründet bei der Beschwer-

deinstanz einzureichen. Die Legitimation des Beschwerdeführers zur Ergreifung des Rechtsmit-

tels schliesslich wird in Art. 382 Abs. 1 StPO sowie Art. 322 Abs. 2 StPO normiert. Danach kann 

jede Partei, die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung eines Ent-

scheides hat, ein Rechtsmittel ergreifen. Im vorliegenden Fall hat sich der Beschwerdeführer 

mit Schreiben an die Staatsanwaltschaft vom 12. Juli 2022 als Privatkläger (Straf- und Zivilklä-

ger) und damit im Sinne von Art. 104 Abs. 1 lit. b StPO in Verbindung mit Art. 118 Abs. 1 StPO 

als Partei konstituiert und ist ausserdem durch den angefochtenen Entscheid unmittelbar in sei-

nen Rechten betroffen, womit seine Beschwerdelegitimation in Bezug auf die Einstellungsverfü-

gung der Staatsanwaltschaft vom 22. November 2023 zu bejahen ist. Nachdem im Übrigen die 

angefochtene Verfügung ein taugliches Anfechtungsobjekt darstellt, der Beschwerdeführer zu-

lässige Rügen erhebt, die Rechtsmittelfrist gewahrt hat sowie der Begründungspflicht (entgegen 

der Ansicht der Staatsanwaltschaft [vgl. unten E. 2.1.b] im Hinblick auf alle Gegenstand der 

Einstellungsverfügung vom 22. November 2023 bildenden und durch die Vorinstanz beurteilten 

Lebenssachverhalte) wie auch der Pflicht zur fristgemässen Erbringung der Sicherheitsleistung 

 
 
 

 
 
Seite 4   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

nachgekommen ist, ist im Folgenden ohne Weiteres auf das vorliegende Rechtsmittel einzutre-

ten.  

 

2.1 (...) 

   

2.2 (...)   

 

3.1   

a)  

aa) Gemäss Art. 319 Abs. 1 StPO verfügt die Staatsanwaltschaft die vollständige oder teilwei-

se Einstellung des Verfahrens, wenn kein Tatverdacht erhärtet ist, der eine Anklage rechtfertigt 

(lit. a), wenn kein Straftatbestand erfüllt ist (lit. b), wenn Rechtfertigungsgründe einen Straftat-

bestand unanwendbar machen (lit. c), wenn Prozessvoraussetzungen definitiv nicht erfüllt wer-

den können oder Prozesshindernisse aufgetreten sind (lit. d) oder wenn nach gesetzlicher Vor-

schrift auf Strafverfolgung oder Bestrafung verzichtet werden kann (lit. e).  

 

bb) Nach lit. a von Art. 319 Abs. 1 StPO ist einzustellen, wenn im Vorverfahren der ursprüng-

lich vorhandene Anfangsverdacht nicht in einem Mass hat erhärtet werden können, dass sich 

eine Anklage rechtfertigt. Allerdings hat sich die Staatsanwaltschaft in Zurückhaltung zu üben 

bei der Frage, ob ein solcher Tatverdacht besteht. Widersprechen sich Beweise, so ist es ge-

mäss Botschaft des Bundesrates vom 21. Dezember 2005 zur Vereinheitlichung des Strafpro-

zessrechts, S. 1273, nicht Sache der Staatsanwaltschaft, eine Beweiswürdigung vorzunehmen. 

Im Zweifelsfalle ist in Beachtung des Grundsatzes "in dubio pro duriore" zu überweisen. Bei der 

Frage der Überweisung des Beschuldigten an das urteilende Gericht spielt der Grundsatz "in 

dubio pro reo" nicht. Es ist Sache des Gerichts, darüber zu befinden, ob sich jemand im straf-

rechtlichen Sinne schuldig gemacht hat oder nicht. Die Staatsanwaltschaft hat nur dann einzu-

stellen, wenn eine Hauptverhandlung als eigentliche Ressourcenverschwendung bzw. aufgrund 

des absehbaren Freispruchs als Zumutung für den Beschuldigten erscheinen müsste. Von einer 

Überweisung ist mithin dann abzusehen, wenn nach der gesamten Aktenlage ein Freispruch zu 

erwarten ist (MATTHIAS HEINIGER / RONNY RICKLI, in: Basler Kommentar, Schweizerische Straf-

prozessordnung, 3. Auflage, Basel 2023, N 8 zu Art. 319 StPO, mit Hinweisen). Nach SCHMID 

und JOSITSCH ist erforderlich, dass bei erfolgter Anklage nicht mit einem verurteilenden Er-

kenntnis des Gerichts gerechnet werden könnte, also mit Sicherheit oder grosser Wahrschein-

 
 
 

 
 
Seite 5   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

lichkeit mit einem Freispruch zu rechnen wäre (NIKLAUS SCHMID / DANIEL JOSITSCH, Schweizeri-

sche Strafprozessordnung, Praxiskommentar, 4. Auflage, Zürich / St. Gallen 2023, N 5 zu 

Art. 319 StPO; DIESELBEN, in: Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts, 4. Auflage, 

Zürich / St. Gallen 2023, Rz. 1251; jeweils mit Hinweisen). Die Beurteilung der Wahrscheinlich-

keit eines Schuldspruchs bzw. der Prozessaussichten ist dem pflichtgemässen Ermessen der 

Staatsanwaltschaft anheimgestellt. Steht dem bestreitenden Beschuldigten nur die Aussage 

eines an der Verurteilung unmittelbar interessierten Geschädigten gegenüber und finden des-

sen Anschuldigungen nicht eine objektive Bestätigung im Untersuchungsergebnis, so kann von 

einem für die Anklageerhebung hinreichenden Verdacht nicht gesprochen werden (NATHAN 

LANDSHUT / THOMAS BOSSHARD, in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 

3. Auflage, Zürich / Basel / Genf 2020, N 16 f. zu Art. 319 StPO, mit Hinweisen).  

 

cc) Gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts (vgl. zum Ganzen BGer 6B_1358/2016 

vom 1. Juni 2017 E. 2.2.1 f.) darf eine Einstellung durch die Staatsanwaltschaft grundsätzlich 

nur bei klarer Straflosigkeit oder offensichtlich fehlenden Prozessvoraussetzungen angeordnet 

werden. Hingegen ist, sofern die Erledigung mit einem Strafbefehl nicht in Frage kommt, Ankla-

ge zu erheben, wenn eine Verurteilung wahrscheinlicher erscheint als ein Freispruch. Ist ein 

Freispruch genauso wahrscheinlich wie eine Verurteilung, drängt sich in der Regel, insbesonde-

re bei schweren Delikten, eine Anklageerhebung auf. Bei zweifelhafter Beweis- oder Rechtslage 

hat nicht die Staatsanwaltschaft über die Stichhaltigkeit des strafrechtlichen Vorwurfs zu ent-

scheiden, sondern das zur materiellen Beurteilung zuständige Gericht. Der Grundsatz, dass im 

Zweifel nicht eingestellt werden darf, ist auch bei der Überprüfung von Einstellungsverfügungen 

zu beachten (BGE 138 IV 186 E. 4.1, mit Hinweisen; BGer 6B_698/2016 vom 10. April 2017 

E. 2.3; 6B_816/2016 vom 20. Februar 2017 E. 2.2). Bei der Beurteilung dieser Frage verfügen 

die Staatsanwaltschaft und die Beschwerdeinstanz über einen gewissen Spielraum, den das 

Bundesgericht nur mit Zurückhaltung überprüft (BGer 6B_856/2013 vom 3. April 2014 E. 2.2; 

BGE 138 IV 186 E. 4.1). Auf eine Anklageerhebung kann verzichtet werden, wenn der Strafklä-

ger ein widersprüchliches Aussageverhalten offenbart hat und seine Aussagen daher wenig 

glaubhaft sind (BGer 6B_698/2016 vom 10. April 2017 E. 2.4.3) oder wenn eine Verurteilung 

unter Einbezug der gesamten Umstände aus anderen Gründen als von vornherein unwahr-

scheinlich erscheint (BGer 6B_822/2016 vom 12. September 2016 E. 2.3; 1B_535/2012 vom 

28. November 2012 E. 5.2).  

 

 
 
 

 
 
Seite 6   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

b) In Anwendung von Art. 137 Ziff. 1 StGB macht sich der unrechtmässigen Aneignung 

schuldig und wird, wenn nicht die besonderen Voraussetzungen der Artikel 138-140 zutreffen, 

mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft, wer sich eine fremde bewegliche 

Sache aneignet, um sich oder einen andern damit unrechtmässig zu bereichern. Aneignen 

meint die äusserlich erkennbare Verwirklichung des Aneignungswillens. Im Kern besteht die 

Aneignung darin, dass sich der Täter die Verfügungsmacht des Berechtigten anmasst. Nach 

der herrschenden Lehre liegt Aneignung jedenfalls dann vor, wenn der Täter die Sache behält, 

verbraucht oder an einen anderen veräussert (verkauft, verschenkt etc.). Auch das Beiseite-

schaffen, Leugnen des Besitzes oder das Verheimlichen des Empfangs der Sache kann eine 

vom Aneignungswillen getragene Handlung darstellen. Die Aneignung besteht aus einer negati-

ven und einer positiven Seite, nämlich der Enteignung und der Zueignung, wobei die Enteig-

nung eine dauernde sein muss, die Zueignung zumindest eine vorübergehende. Ohne Zueig-

nungswillen handelt es sich nicht um Aneignung, eventuell aber um einen anderen Eingriff in 

die Verfügungsmacht des Berechtigten, namentlich um Sachentziehung nach Art. 141 StGB. 

Verlangt ist Vorsatz bezüglich aller objektiven Tatbestandsmerkmale, also insbesondere das 

Wissen um die Fremdheit der Sache und der Wille, sie sich anzueignen, wie auch die Absicht 

unrechtmässiger Bereicherung (MARCEL ALEXANDER NIGGLI / CHRISTOF RIEDO, in: Basler Kom-

mentar, Strafrecht II, 4. Auflage, Basel 2019, N 16 ff. zu Art. 137 StGB, mit zahlreichen Hinwei-

sen).  

 

3.2   

a)  

aa) In casu geht es um den Vorwurf, wonach sich die Beschuldigte in der Zeit zwischen dem 

4. Juli 2022 und dem 8. Juli 2022 diverse Sach- bzw. Vermögenswerte aus dem Nachlass von 

C.____, darunter zahlreiche Handtaschen der Marken "Hermès" und "Louis Vuitton", Kleider, 

Schuhe und Foulards sowie Schmuck, insbesondere der Marke "Cartier", Uhren und Gold im 

mutmasslichen Gesamtwert von mehreren Hunderttausend Franken unrechtmässig angeeignet 

haben soll. Zugestanden ist von der Beschuldigten, insgesamt sieben Handtaschen der Marke 

"Hermès" als Andenken teilweise behalten und teilweise weitergegeben sowie zahlreiche Klei-

dungsstücke inklusive Schuhe, Gürtel und Schals zur Aufbewahrung einem Second-Hand-

Kleidergeschäft für Luxusmarken überlassen zu haben. Geltend gemacht wird von ihr in diesem 

Zusammenhang, dass sie dies auf ausdrücklichen Wunsch der verstorbenen C.____ hin getan 

habe. In Bezug auf die übrigen Handtaschen, den Schmuck, die Uhren und das Gold bestreitet 

 
 
 

 
 
Seite 7   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

die Beschuldigte kategorisch, für dessen Verschwinden verantwortlich zu sein. Die Staatsan-

waltschaft hat zur Begründung ihrer Einstellungsverfügung erwogen, betreffend die sieben 

Handtaschen und die Kleider sei der Beschuldigten nicht nachzuweisen, dass sie eine Aneig-

nungs- und eine Bereicherungsabsicht gehabt habe. Hinsichtlich der weiteren Gegenstände 

bestreite die Beschuldigte, entsprechende Handlungen vorgenommen zu haben, und es lägen 

keine Beweise vor, welche den untersuchten Vorwurf bestärken würden.  

 

bb) Diese Einschätzung der Vorinstanz vermag nach Auffassung des Kantonsgerichts in 

mehrfacher Weise nicht zu überzeugen. Eine Verfahrenseinstellung hat zu erfolgen, wenn alle 

sachdienlichen Beweise erhoben sind und in Würdigung derselben kein Tatverdacht erhärtet ist, 

der eine Anklage rechtfertigt. Diese Voraussetzungen sind vorliegend in zweierlei Hinsicht nicht 

erfüllt. Zum einen liegt bereits aufgrund der Tatsache, wonach die Staatsanwaltschaft als Un-

tersuchungshandlungen lediglich eine Handvoll Einvernahmen getätigt hat, in Anbetracht der 

konkreten Umstände offensichtlich keine erschöpfende Beweiserhebung vor; zum anderen ist 

auch angesichts der bestehenden Beweislage nicht von einer derartigen Entkräftung des ur-

sprünglich vorhandenen Anfangsverdachts auszugehen, dass sich eine Verfahrenseinstellung 

rechtfertigen würde. Im Einzelnen ist Folgendes zu erwägen:  

 

b)  

aa) Nachdem die Beschuldigte zugestanden hat, sieben "Hermès" Handtaschen sowie zahl-

reiche Kleidungsstücke aus dem Haus der Verstorbenen gebracht zu haben, welche nach dem 

Ableben der Erblasserin von Gesetzes wegen in das Eigentum der Erben übergegangen sind, 

dürfte der objektive Tatbestand der unrechtmässigen Aneignung in Bezug auf diese Gegen-

stände prima vista erfüllt sein. Von dieser Rechtsauffassung scheint die Vorinstanz im ange-

fochtenen Entscheid ebenfalls auszugehen. Streitig und zu prüfen ist indes, ob auch das Vorlie-

gen des subjektiven Tatbestandes zu bejahen ist bzw. ‒ unter Berücksichtigung der dem Kan-

tonsgericht im Rahmen des Beschwerdeverfahrens in casu zustehenden Kognition ‒ ob das 

Vorliegen des subjektiven Tatbestandes derart eindeutig zu verneinen ist, dass sich trotz der 

Erfüllung des objektiven Tatbestandes eine Anklage nicht rechtfertigt.  

 

bb) Die Vorinstanz geht davon aus, dass der Beschuldigten keine Aneignungs- und keine 

Bereicherungsabsicht unterstellt werden könne, weil diese davon ausgegangen sei, mit dem 

Verschenken der sieben "Hermès" Handtaschen und dem Wegbringen der Kleider einem 

 
 
 

 
 
Seite 8   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Wunsch der Verstorbenen entsprochen zu haben und hierzu berechtigt gewesen zu sein. Dies-

bezüglich ist zu bemerken, dass der angebliche Wunsch von C.____, welcher die Beschuldigte 

zu ihrem Tun berechtigt haben soll, durch nichts belegt wird. Zwar existiert eine handschriftliche 

Notiz der Verstorbenen vom 10. Mai 2019 (act. 337), wonach die Beschuldigte als Einzige be-

rechtigt gewesen ist, ihren Safe und ihre Büroschränke zu öffnen. Daraus lässt sich jedoch nicht 

ohne Weiteres ableiten, dass sie gleichzeitig ermächtigt gewesen wäre, irgendwelche Gegen-

stände an sich zu nehmen bzw. zu verschenken. Hätte dies dem ausdrücklichen Wunsch der 

Verstorbenen entsprochen, so wäre kein Grund ersichtlich, weshalb sie Entsprechendes nicht 

ebenfalls schriftlich festgehalten hätte, beispielsweise auf der nämlichen Notiz. Dies gilt umso 

mehr, als die Verstorbene allem Anschein nach der Beschuldigten besonders wichtige schriftli-

che Unterlagen zur Aufbewahrung anvertraut hat, wie namentlich die genannte Notiz oder auch 

ihren letzten Willen vom 22. April 2019 (act. 333 f.).   

 

cc) Weiter erachtet die Vorinstanz die Aussagen der Beschuldigten als stringent, weil sie ihre 

Handlungen nicht verheimlicht, sondern das Wegbringen der Kleider und die Weitergabe der 

Handtaschen sofort bestätigt und bei der Rückführung der Taschen sogar aktiv mitgeholfen 

habe. Diese Ansicht teilt das Kantonsgericht nicht. Weder vermag deren generelles Aussage-

verhalten ‒ insbesondere anlässlich der Befragung durch die Polizei, Polizeihauptposten All-

schwil, vom 20. Juli 2022 (act. 917 ff.) ‒ zu überzeugen, noch erscheinen ihre konkreten Aus-

sagen als widerspruchsfrei: So hat die Beschuldigte erst auf detaillierte Nachfrage hin einge-

räumt, Taschen aus dem Haus mitgenommen zu haben (Frage 22). Davor hat sie nur zu Proto-

koll gegeben, alle (Personen) zu sich geholt zu haben (Frage 6), am Montag (dem Tag nach 

dem Ableben) bei der Verstorbenen zu Hause gewesen zu sein, um die Putzfrau über deren 

Tod zu informieren (Frage 8 ff.) und Akten an den Geschäftsführer der Firma "D.____" heraus-

gegeben zu haben (Frage 13 ff.). Auf die konkrete Frage, was sie alles aus dem Haus gegeben 

habe, hat die Beschuldigte lediglich geantwortet, sie habe alles von der Firma "D.____" heraus-

gegeben (Frage 20). Gleichzeitig hat sie auf die zitierte Frage die Gegenfrage vorgebracht, was 

ihr eigentlich vorgeworfen werde, "dass sie das ganze Haus leergeräumt habe oder was?" Zu 

einer solchen Gegenfrage besteht eigentlich nur Veranlassung, wenn man weiss, dass das 

Haus tatsächlich leergeräumt ist. Zugleich hat die Beschuldigte auf die Frage, ob sie Taschen 

mitgenommen habe, eine vorgefertigte schriftliche Liste von den Empfängerinnen präsentiert, 

was insofern erstaunt, als sie gerade nicht von sich aus über die Wegnahme der Taschen in-

formiert hat. Auf die weitere Frage, ob sie sonstige Gegenstände mitgenommen habe, hat die 

 
 
 

 
 
Seite 9   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Beschuldigte geantwortet: "Nein, aus den Schränken nicht" (Frage 25). Sogar auf Nachfrage hin 

hat die Beschuldigte zu Protokoll gegeben: "Nein, etwas Wichtiges sicher nicht." Erst auf noch-

malige Nachfrage hin hat sie eingeräumt: "Zum Beispiel ihre Kleider; das ist nichts Wichtiges 

(...)." Bemerkenswert ist ferner, dass sich die Beschuldigte gegenüber der einvernehmenden 

Polizei ausdrücklich geweigert hat, zu sagen, wo sich die von ihr weggebrachten Kleider befin-

den (Fragen 26 und 32). Sodann hat sie auf die Frage, ob sie neben Taschen und Kleider wei-

tere Gegenstände mitgenommen habe, ausgeführt, sie habe noch ihren Hausschlüssel mitge-

nommen (Frage 28). Auch hier hat sie wiederum erst auf ausdrückliche Nachfrage zugegeben, 

gleichermassen Schuhe und Halstücher mitgenommen zu haben. Unzutreffend scheint ausser-

dem ihre Antwort "ja" auf die Frage zu sein, ob sie die Gegenstände alleine mitgenommen habe 

(Frage 29). So hat sie auf die Nachfrage, wonach es laut Aussagen der Nachbarn mehrere 

Frauen gewesen seien, dargelegt, Frau E.____ sei am Freitag dort gewesen, sie habe nicht 

genau geschaut was, wer, wenn (sic!), sie wisse es wirklich nicht mehr (Fragen 30 und 31). Im 

Gegensatz hierzu hat die Beschuldigte anlässlich ihrer Befragung durch die Staatsanwaltschaft 

vom 7. Juni 2023 (act. 989 ff.) diesbezüglich vorgebracht, sie sei nie allein im Haus der Verstor-

benen gewesen (Zeilen 78 und 83), Frau F.____ und eine Mitarbeiterin hätten ihr beim Heraus-

tragen geholfen (Zeilen 115 und 156).  

 

dd) Nicht nur widersprüchlich, sondern offensichtlich unzutreffend ist die Behauptung der Be-

schuldigten, wonach alle Personen auf der Liste gewusst hätten, dass sie eine Tasche haben 

dürften, dies habe C.____ allen gesagt bzw. die Verstorbene habe es sicher Frau G.____ und 

Frau H.____ sowie eventuell Frau I.____ gesagt (Befragung vom 20. Juli 2022 [act. 921], Frage 

22; Einvernahme vom 7. Juni 2023 [act. 1001], Zeile 208 ff.). I.____ hat anlässlich ihrer Einver-

nahme als Auskunftsperson durch die Staatsanwaltschaft vom 3. Februar 2023 (act. 939 ff.) 

ausgeführt, sie sei vom Erhalt der Tasche so perplex gewesen, dass sie den Beschwerdeführer 

deswegen sofort informiert habe (Zeilen 40 und 136). Gleichermassen hat J.____ (Einvernahme 

als Auskunftsperson durch die Staatsanwaltschaft vom 8. Februar 2023; act. 955 ff.) nichts da-

von gewusst, dass sie eine Tasche erben sollte (Zeilen 120 und 126 sowie 167 f.). Ferner hat 

G.____ anlässlich ihrer Einvernahme als Auskunftsperson durch die Staatsanwaltschaft vom 

2. Mai 2023 (act. 967 ff.) die Fragen, ob sich die Verstorbene zu Lebzeiten über den Verbleib 

ihrer Handtaschen oder anderen Gegenständen geäussert habe bzw. ob die Verstorbene je-

mals gesagt habe, dass sie etwas erben würde, jeweils mit "nein" beantwortet (Zeilen 92, 110 

und 147). Ebenso hat H.____ anlässlich ihrer Einvernahme als Auskunftsperson durch die 

 
 
 

 
 
Seite 10   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Staatsanwaltschaft vom 28. September 2023 (act. 1018.1 ff.) auf die Frage, ob die Verstorbene 

ihr zu Lebzeiten mitgeteilt habe, dass sie eine Handtasche erhalten solle, geantwortet, dies ha-

be die Beschuldigte gesagt (Zeilen 152 und 250).  

 

ee) Die Staatsanwaltschaft ist in Bezug auf diese Widersprüche der Ansicht, es könne nicht 

erstaunen, dass die anderen langjährigen Freundinnen der Verstorbenen nichts von deren 

Schenkungsabsichten mitbekommen hätten, da die Beschuldigte zur Umsetzung dieses Willens 

beauftragt gewesen sei und es keinen Grund gegeben habe, die anderen Personen vorab dar-

über zu informieren. Bei dieser Argumentation übersieht die Vorinstanz allerdings, dass es die 

Beschuldigte gewesen ist, welche ausdrücklich ausgesagt hat, alle Personen auf der betreffen-

den Liste hätten gewusst, dass sie eine Tasche haben dürften, die Verstorbene habe das allen 

auf der Liste gesagt (act. 921 und 1001). Wie vorstehend dargelegt (lit. dd), hat aber de facto 

keine der befragten Personen direkt von der Verstorbenen von einer solchen Schenkungsab-

sicht Kenntnis erlangt. Indem die Beschuldigte in diesem zentralen Punkt abweichende Aussa-

gen macht, stellt dies entgegen der Auffassung der Vorinstanz ein gewichtiges Indiz dafür dar, 

dass es sich bei der Rechtfertigung für die Wegnahme der sieben "Hermès" Handtaschen ‒ der 

angeblichen, jedoch bloss mündlich vorliegenden Ermächtigung durch die Verstorbene ‒ um 

eine Schutzbehauptung handeln könnte.  

 

ff) Nachdem also zusammenfassend weder im letzten Willen der Verstorbenen eine entspre-

chende Bevollmächtigung zu finden ist noch eine anderweitige schriftliche Ermächtigung exis-

tiert, wonach die Beschuldigte berechtigt gewesen wäre, die sieben "Hermès" Handtaschen an 

sich zu nehmen bzw. zu verschenken, und ausserdem keine der als Auskunftspersonen befrag-

ten Freundinnen der Verstorbenen einen solchen angeblichen Wunsch zu bestätigen vermag, 

womit die Möglichkeit, dass es sich bei der Behauptung, wonach die Verstorbene gewollt habe, 

dass die sieben Personen auf der Liste jeweils eine Handtasche der Marke "Hermès" erben 

sollten, nur um eine Schutzbehauptung der Beschuldigten handelt, nicht ausgeschlossen wer-

den kann, zumal deren Depositionen insgesamt alles andere als konsistent erscheinen, ist im 

Ergebnis entgegen den Erwägungen der Vorinstanz das Vorliegen sowohl des Aneignungs- als 

auch des Bereicherungswillens nicht eindeutig zu verneinen. Abgesehen hiervon kann ange-

sichts der sich in zentralen Punkten widersprechenden Aussagen zwischen der Beschuldigten 

einerseits und den Auskunftspersonen andererseits per se nicht von einer klaren Beweislage 

gesprochen werden, womit es von vornherein nicht Aufgabe der Staatsanwaltschaft ist, sondern 

 
 
 

 
 
Seite 11   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

vielmehr dem materiell zuständigen erstinstanzlichen Sachgericht obliegt, eine entsprechende 

Beweiswürdigung vorzunehmen. Fest steht auf jeden Fall, dass sich aufgrund der aktuell be-

stehenden Beweislage in Berücksichtigung des Grundsatzes "in dubio pro duriore" eine Verfah-

renseinstellung in Bezug auf die sieben "Hermès" Handtaschen nicht zu rechtfertigen vermag.  

 

gg) Gleiches gilt bezüglich der weggebrachten Kleidungsstücke. Hier ist gestützt auf das Pro-

tokoll der Polizei, Hauptposten Allschwil, vom 11. Juli 2022 betreffend die Einvernahme des 

Beschwerdeführers als Auskunftsperson (act. 887 ff.) sowie die Aussagen der als Auskunfts-

personen einvernommenen Nachbarn der Verstorbenen, K.____ (act. 899 ff.) und L.____ 

(act. 907 ff.), davon auszugehen, dass am 4., 5. und 6. Juli 2022 mehrere Personen zahlreiche 

Säcke aus dem Haus der Verstorbenen getragen haben. Zu diesen Personen hat ‒ neben 

F.____, welche die Kleider auf Veranlassung der Beschuldigten abgeholt und diese angeblich 

bloss für sie bzw. das Erbschaftsamt in ihrem Kleidergeschäft aufbewahrt hat ‒ auch die Be-

schuldigte gehört (act. 993 ff.). Was sich alles in diesen Säcken befunden hat und was mit den 

entsprechenden Gegenständen im weiteren Verlauf nach deren Verbringung in die Boutique 

"D.____" geschehen ist ‒ namentlich, ob tatsächlich nur Kleider weggebracht worden sind und 

sämtliche Kleidungsstücke im Umfang von mutmasslich mehreren Zehntausend bis zu rund 

Zweihunderttausend Franken schlussendlich den Weg zum Erbschaftsamt gefunden haben, wie 

dies von der Beschuldigten geltend gemacht wird ‒, erscheint zum heutigen Zeitpunkt trotz poli-

zeilicher Befragung von F.____ vom 20. Juli 2022 (act. 929 ff.) nicht abschliessend geklärt, zu-

mal offenbar weder eine Inventarliste angefertigt worden ist noch die von F.____ gemachten 

und der Beschuldigten zugesendeten Fotografien (vgl. act. 933) zu den Akten genommen und 

mit den beim Erbschaftsamt abgelieferten Gegenständen abgeglichen worden sind. Im Übrigen 

gilt für die Behauptung, dass die Beschuldigte die Kleider der Verstorbenen bloss auf deren 

Wunsch hin aus dem Haus gebracht und diese zu Handen des Erbschaftsamtes aufbewahrt 

haben soll, damit der Beschwerdeführer hiervon keine Kenntnis erlangt, der Wahrheitsgehalt 

per se keineswegs als gesichert. So fehlt es auch hier an einem schriftlichen Auftrag seitens der 

Verstorbenen und in den Akten finden sich keine Hinweise darauf, dass die Beschuldigte diese 

Gegenstände dem Erbschaftsamt sofort und proaktiv zur Kenntnis gebracht und in der Folge 

vollumfänglich hat zukommen lassen; dies im Gegensatz beispielsweise zu den von ihr bereits 

am 4. Juli 2022, d.h. einen Tag nach dem Ableben von C.____, dem Erbschaftsamt zugesende-

ten persönlichen Unterlagen der Verstorbenen (act. 747). Abgesehen davon erscheint die Moti-

vation für die Vorgehensweise der Beschuldigten von vornherein nicht als logisch, nachdem der 

 
 
 

 
 
Seite 12   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Beschwerdeführer in seiner Stellung als (Allein-)Erbe zwingendermassen Kenntnis von den 

Kleidern erhalten hätte, sobald diese dem Erbschaftsamt zugekommen wären. Das bereits vor-

gängig beschriebene, wenig stringente Aussageverhalten der Beschuldigten (oben lit. b/cc) 

vermag sodann ihren Standpunkt ebenfalls nicht zu stärken. Zumindest auffällig ist in diesem 

Zusammenhang, dass die Kleider ausgerechnet in einem Second-Hand-Laden für Luxusartikel 

gelagert worden sind, deren Geschäftszweck darin besteht, Designerstücke auf Kommissions-

basis zu verkaufen. In Anbetracht der in diesem Zusammenhang offenen Fragen ist zwingend 

eine amtliche Erkundigung beim Erbschaftsamt vorzunehmen und abzuklären, ob ‒ und falls ja, 

wann und mit welchem konkreten Inhalt ‒ sich die Beschuldigte mit diesem bezüglich der von 

ihr weggebrachten Kleidungsstücke in Verbindung gesetzt hat. Ebenfalls ist zu eruieren, wann, 

von wem und in welchem Umfang die entsprechenden Kleidungsstücke zum Erbschaftsamt 

gebracht worden sind. Je nachdem, was diese Erkundigung zu Tage fördert, stellt dies ein ge-

wichtiges Indiz dar, ob anzunehmen ist, die Beschuldigte habe tatsächlich von Anfang an in 

guten Treuen die Kleider dem Amt zur Verfügung halten wollen, oder ob der Verdacht bestärkt 

wird, dass diese ‒ zumindest zum Zeitpunkt der Verbringung und ohne Druck durch das Straf-

verfahren ‒ die Gegenstände dem Berechtigten habe entziehen wollen. In letzterem Fall könnte 

die These, wonach der Beschuldigten keine Aneignungs- und keine Bereicherungsabsicht an-

zulasten sei, augenscheinlich nicht aufrecht erhalten werden.  

 

c)  

aa) Im Hinblick auf den Vorwurf, die Beschuldigte habe sich weitere Handtaschen der Marken 

"Hermès" und "Louis Vuitton" sowie Schmuck und Uhren der Verstorbenen im Wert von mut-

masslich mindestens CHF 585'000.-- angeeignet, führt die Staatsanwaltschaft zur Begründung 

ihrer Einstellungsverfügung lediglich aus, dass die Beschuldigte dies bestreite und die Hand-

lungen ihr nicht nachgewiesen werden könnten, da keine Zeugen oder sonstige Sachbeweise 

vorhanden seien. Diesbezüglich scheint die Vorinstanz zu verkennen, dass es ihre Kernaufgabe 

als Strafuntersuchungsbehörde ist, für ein liquides Beweisergebnis zu sorgen. Gestützt auf die 

Aktenlage ist davon auszugehen, dass die Staatsanwaltschaft wenig ernsthafte Bemühungen 

unternommen hat, die fraglichen Vorwürfe zu klären. Zumindest ist nicht ersichtlich, welche 

konkreten Sachbeweise die Vorinstanz überhaupt erhoben hat. Abgesehen davon, dass sie auf 

eigene Beweiserhebungen verzichtet hat, hat die Staatsanwaltschaft ausserdem sämtliche in 

diesem Zusammenhang gestellten Beweisanträge des Beschwerdeführers auf Hausdurchsu-

chungen, Spurensicherungen und Sicherstellung von Mobiltelefonen mit Verfügung vom 

 
 
 

 
 
Seite 13   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

20. September 2022 (act. 37 ff.) abgewiesen und ebenso ein Ersuchen um Wiedererwägung 

der genannten Verfügung mit Schreiben vom 11. Oktober 2022 abschlägig beurteilt (act. 277 f.). 

Es ist als widersprüchlich zu bezeichnen, von sich aus auf geeignete Untersuchungshandlun-

gen zu verzichten und überdies die Beweisanträge des Privatklägers abzuweisen, um dann 

festzustellen, dass keine Sachbeweise vorlägen und weitere Beweiserhebungen seitens des 

Beschwerdeführers nicht mehr beantragt worden seien.  

 

bb)  Der Verzicht auf die Erhebung sachdienlicher Beweise ‒ abgesehen von den diversen 

tatsächlich durchgeführten Befragungen bzw. Einvernahmen ‒, obwohl es in casu mutmasslich 

um die Entwendung von erheblichen Werten im Umfang von mehreren Hunderttausend Fran-

ken geht, ist umso unverständlicher, als sich der Kreis der Verdächtigen auf wenige Personen 

beschränkt, welche erstens um die Vermögenswerte gewusst haben, zweitens zeitnah vom 

Ableben der Verstorbenen Kenntnis gehabt haben, drittens erwiesenermassen vor Ort gewesen 

sind, viertens Zugang zum Haus der Verblichenen (mithin im Besitz eines Schlüssels zur Lie-

genschaft sowie im Wissen um den Code der Alarmanlage gewesen sind) und fünftens unbe-

schränkt Zugang zum Safe und den Büroschränken gehabt haben. Gestützt auf die Aktenlage 

haben mutmasslich lediglich der Lebenspartner der Verstorbenen, deren Putzfrau und die Be-

schuldigte über einen Schlüssel zur Liegenschaft und den Code zur Alarmanlage verfügt, wobei 

vermutungsweise ausschliesslich die Letztgenannte überdies Zugang zum Safe und den Büro-

schränken gehabt hat, womit es einleuchtend gewesen wäre, zumindest bei ihr weitere Sach-

beweise zu erheben. Sollten sich tatsächlich zum Zeitpunkt des Dahinscheidens von C.____ 

Schmuck, Uhren und/oder Gold in deren Safe befunden haben, welche anlässlich des Öffnens 

durch den Beschwerdeführer nicht mehr dort gewesen sind, und sollte weiter dieser Safe nicht 

gewaltsam geöffnet worden sein, wäre es den Gesetzen der Logik folgend naheliegend, anzu-

nehmen, dass für die mutmassliche Entfernung der Wertsachen in erster Linie eine Person in 

Frage käme, welche unbestreitbar die konkrete Möglichkeit hierzu gehabt hätte, zumal diese 

Person in casu, wie zu erinnern ist, die Einzige gewesen ist, welche nach dem Willen der Ver-

storbenen überhaupt berechtigt gewesen ist, deren Safe zu öffnen. Dass es unter diesen Um-

ständen nicht bloss bei einer einfachen Befragung der beschuldigten Person sein Bewenden 

haben kann, liegt nach dem Verständnis des Kantonsgerichts auf der Hand. Sollte es hingegen 

zutreffen, dass die Beschuldigte den Safe nicht geöffnet hat (vgl. act. 1005 f.; Zeilen 289, 296 

und 345 f.), wäre zumindest zu klären gewesen, aus welchem nachvollziehbaren Grund sie 

ausgerechnet dies ‒ im Gegensatz zu den Büroschränken, welche sie ebenfalls als Einzige hat 

 
 
 

 
 
Seite 14   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

öffnen dürfen und die sie auch tatsächlich geöffnet hat ‒ nicht getan hat. Weiter wäre zu unter-

suchen gewesen, welche Personen an ihrer Stelle Zugang zum Safe gehabt hätten, und es wä-

ren dann zwingend bezüglich dieser Personen weitere Beweiserhebungen durchzuführen. In 

diesem Zusammenhang ist zu konstatieren, dass beispielsweise eine Befragung des Lebens-

partners der Verstorbenen, M.____, offenbar bislang nicht stattgefunden hat.  

 

cc) Hinsichtlich der von der Beschuldigten zugestandenen Wegnahme der sieben "Hermès" 

Handtaschen hat die Vorinstanz aus der handschriftlichen Notiz der Verstorbenen vom 10. Mai 

2019 abgeleitet, dass die Tatsache, wonach die Taschen an einem Ort verstaut gewesen seien, 

zu dem nach dem Willen von C.____ nur die Beschuldigte Zugang gehabt habe, in einem logi-

schen Zusammenhang mit dem Auftrag an diese stehe, die Taschen zu verschenken. Dies 

kann wohl als ein entsprechendes Indiz im genannten Sinne verstanden werden. Dieser Logik 

folgend darf auf der anderen Seite jedoch nicht ausgeblendet werden, dass sich in den fragli-

chen Büroschränken, zu welchen eben nur die Beschuldigte Zugang gehabt haben soll, nicht 

bloss die sieben "Hermès" Handtaschen befunden haben, sondern vermutungsweise auch die 

übrigen Taschen, von denen rund 15 "Hermès" Handtaschen sowie diverse Handtaschen von 

"Louis Vuitton" im Wert von über CHF 93'000.-- (vgl. act. 1001; Zeile 230 ff.) fehlen. Handta-

schen, mit deren Verschwinden die Beschuldigte ausdrücklich nichts zu tun haben will. Soweit 

davon auszugehen ist, dass sich alle oder zumindest ein Grossteil der Handtaschen am selben 

Ort befunden haben, zu dem ausschliesslich die Beschuldigte Zugang gehabt hat, bedarf es 

einer substantiierteren Begründung, weshalb sie bloss für die Wegnahme derjenigen sieben 

Handtaschen verantwortlich sein soll, welche gestützt auf die Einvernahmen der Beschenkten 

ohne Zweifel erstellt ist und für die sie angeblich eine mündliche Ermächtigung durch die Ver-

storbene haben soll, nicht aber für das Verschwinden der übrigen Taschen. Gleichermassen ist 

nachvollziehbar darzulegen, weshalb das einfache Bestreiten des Vorwurfs durch die Beschul-

digte, Wertgegenstände aus dem Safe entfernt zu haben, geeignet ist, die Tatsache, dass sie 

aufgrund der bekannten und faktenbasierten Umstände mutmasslich als einzige Person hierzu 

überhaupt in der Lage gewesen ist, entscheidend zu entkräften.  

 

d) In Bezug auf den von der Staatsanwaltschaft als weitere Begründung für die Einstellungs-

verfügung vorgebrachten Rechtsirrtum ist Folgendes zu erwägen: Wer bei Begehung der Tat 

nicht weiss und nicht wissen kann, dass er sich rechtswidrig verhält, handelt nicht schuldhaft. 

War der Irrtum vermeidbar, so mildert das Gericht die Strafe (Art. 21 StGB). Das Bundesgericht 

 
 
 

 
 
Seite 15   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

stellt diesbezüglich hohe Anforderungen. Leitlinie der Abgrenzung soll danach sein, ob sich 

auch ein gewissenhafter Mensch hätte in die Irre führen lassen, oder ob der Täter hinreichen-

den Anlass gehabt hätte, die Rechtswidrigkeit seines Verhaltens zu erkennen oder in Erfahrung 

zu bringen, sei es durch eigenes Nachdenken, eine Gewissensanspannung, eine gewissenhaf-

te Überlegung oder sei es durch ein Erkundigen bei Behörden oder vertrauenswürdigen Perso-

nen (MARCEL ALEXANDER NIGGLI / STEFAN MAEDER, in: Basler Kommentar, Strafrecht I, 4. Aufla-

ge, Basel 2023, N 18a zu Art. 21 StGB, mit zahlreichen Hinweisen zur Praxis). Ob ein solcher 

Rechts- bzw. Verbotsirrtum vorliegt, beschlägt weder die Sachverhaltsabklärung noch die recht-

liche Würdigung des zu prüfenden Tatbestandes, sondern einen allfälligen Schuldausschluss-

grund, über welchen grundsätzlich das materielle Sachgericht zu befinden hat, zumal dieses 

auch zu entscheiden hat, ob dieser Irrtum bei allfälliger Bejahung vermeidbar gewesen ist und 

aus diesem Grund bloss eine Milderung der zu verhängenden Strafe in Frage kommt. Abgese-

hen hiervon erscheint es im vorliegenden Fall keineswegs eindeutig, dass die Beschuldigte die 

vorgängig definierten hohen Anforderungen erfüllt. So wird die Tatsache, dass die Beschuldigte 

über grundlegendes Wissen verfügt, wie nach dem Tod einer Person unter Einbezug der zu-

ständigen Behörden auf korrekte Weise vorzugehen ist, schon dadurch belegt, dass sie bereits 

am 4. Juli 2022, d.h. einen Tag nach dem Ableben von C.____, zum Erbschaftsamt schriftlich 

Kontakt aufgenommen und diesem persönliche Unterlagen der Verstorbenen zu Handen deren 

Nachlasses zugesendet hat (act. 747). Weiter hat die Beschuldigte in Bezug auf die in das Se-

cond-Hand-Modegeschäft verbrachten Kleider der Verstorbenen wiederholt vorgebracht, diese 

auf Wunsch von C.____ weggebracht und dort bloss zwischengelagert zu haben, um sie dem 

Erbschaftsamt zur Verfügung zu halten (vgl. act. 923, Frage 26; act. 1003, Zeilen 260 ff.). Ob 

dies glaubhaft ist, wird noch vertiefter abzuklären sein (vgl. oben lit. b/gg). Nicht nachvollziehbar 

erscheint diesbezüglich jedoch, weshalb die Beschuldigte hinsichtlich der sieben "Hermès" 

Handtaschen hätte davon ausgehen dürfen, dass sie legitimiert sei, von einer Benachrichtigung 

des Erbschaftsamtes abzusehen, nachdem es ihr gemäss ihren eigenen Worten klar gewesen 

sein soll, dass im Hinblick auf die Kleider eine solche Verpflichtung bestanden habe. Nach Dar-

gelegtem verbietet sich auch unter diesem Titel eine Verfahrenseinstellung.  

 

e) Abschliessend ist festzuhalten, dass die Staatsanwaltschaft ‒ soweit sie davon ausgeht, 

dass der Beschuldigten keine Aneignungsabsicht im Sinne eines zumindest vorübergehenden 

Zueignungswillens zu unterstellen sei ‒ es versäumt hat, zu prüfen, ob in Anbetracht des er-

 
 
 

 
 
Seite 16   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

stellten Lebenssachverhaltes allenfalls der Tatbestand der Sachentziehung gemäss Art. 141 

StGB erfüllt sein könnte.  

 

f) Gestützt auf die vorstehenden Erörterungen ist somit in Gutheissung der Beschwerde die 

angefochtene Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft vom 22. November 2023 aufzuhe-

ben und die Sache zur Fortführung der Strafuntersuchung im Sinne der Erwägungen (als Wei-

sung gemäss Art. 397 Abs. 3 StPO) an die Vorinstanz zurückzuweisen.  

 

4. Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelverfahrens 

nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Gestützt auf Art. 428 Abs. 4 StPO trägt der 

Kanton die Kosten des Rechtsmittelverfahrens, wenn die Rechtsmittelinstanz einen Entscheid 

aufhebt und die Sache zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist. Angesichts des 

vorliegenden Verfahrensausgangs gehen somit die ordentlichen Kosten des Beschwerdeverfah-

rens in der Höhe von CHF 1'100.-- (beinhaltend eine Gebühr von CHF 1'000.-- sowie Auslagen 

von CHF 100.--) zu Lasten des Staates. In Bezug auf die ausserordentlichen Kosten ist zu er-

kennen, dass dem Beschwerdeführer ebenfalls zu Lasten des Staates eine Parteientschädi-

gung ausgerichtet wird, wobei diese gestützt auf § 18 Abs. 1 TO Anwälte ermessensweise auf 

pauschal CHF 1'507.80 (CHF 1'400.-- pauschaler Aufwand inklusive Auslagen plus CHF 107.80 

Mehrwertsteuer) festzusetzen ist. Der vom Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss in der 

Höhe von CHF 750.-- wird diesem vollumfänglich zurückerstattet.  

 

 

  

 
 
 

 
 
Seite 17   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demnach wird erkannt: 

 

://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird die Einstellungsverfügung der 

Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung Allgemeine 

Delikte, vom 22. November 2023 aufgehoben und die Sache zur 

Fortführung der Strafuntersuchung im Sinne der Erwägungen (als 

Weisung gemäss Art. 397 Abs. 3 StPO) an diese zurückgewiesen.  

 

 2. Die ordentlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens in der Höhe von 

CHF 1'100.-- (beinhaltend eine Gebühr von CHF 1'000.-- sowie Aus-

lagen von CHF 100.--) gehen zu Lasten des Staates.  

 

Der vom Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss in der Höhe 

von CHF 750.-- wird diesem vollumfänglich zurückerstattet.  

 

 3. Dem Beschwerdeführer wird eine pauschale Parteientschädigung in 

der Höhe von CHF 1'507.80 (CHF 1'400.-- pauschaler Aufwand inklu-

sive Auslagen plus CHF 107.80 Mehrwertsteuer) zu Lasten des Staa-

tes ausgerichtet.  

 

 

Präsident 
 
 
 
 
Enrico Rosa 

Gerichtsschreiber 
 
 
 
 
Pascal Neumann 

 

 
 
 
Dieser Entscheid ist rechtskräftig.