# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 47ca4ece-6df3-5d31-b5d0-837b8085f242
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-05-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.05.2010 C-5782/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-5782-2009_2010-05-07.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-5782/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  7 .  M a i  2 0 1 0

Richterin Marianne Teuscher (Vorsitz), 
Richter Antonio Imoberdorf, Richter Blaise Vuille, 
Gerichtsschreiber Daniel Brand.

L._______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Verweigerung der Einreisebewilligung in Bezug auf 
N._______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-5782/2009

Sachverhalt:

A.
Die aus Thailand stammend N._______ (geb. 1985, nachfolgend: Ge-
suchstellerin  bzw. Eingeladene)  beantragte  am 9. Juni  2009 bei  der 
Schweizerischen  Botschaft  in  Bangkok  die  Erteilung  eines  Einreise-
visums  für  die  Dauer  von  90  Tagen.  Als  Zweck  der  beabsichtigten 
Reise gab sie an, den im Kanton Bern wohnhaften Schweizerbürger 
L._______  (nachfolgend:  Gastgeber  bzw.  Beschwerdeführer)  be-
suchen zu wollen. 

Nach Verweigerung der Visumserteilung in  eigener Kompetenz über-
mittelte  die Schweizerische Vertretung das Gesuch zur  Prüfung und 
zum  Entscheid  an  die  Vorinstanz.  Die  Eingeladene,  welche  soeben 
ihre Ausbildung abgeschlossen habe und noch nicht erwerbstätig sei, 
habe den Gastgeber – ihren (65-jährigen) Freund – im November 2008 
am  Strand  kennen  gelernt.  Sie  beabsichtige  zu  heiraten  und  wenn 
möglich in der Schweiz zu leben.

B.
Nachdem die  Migrationsbehörde  des Kantons Bern  beim Gastgeber 
ergänzende Auskünfte eingeholt und mit negativer Stellungnahme an 
das BFM weitergeleitet hatte, wies die Vorinstanz das Einreisegesuch 
mit  Verfügung vom 7. September 2009 ab. Dies im Wesentlichen mit 
der  Begründung,  die  anstandslose  und  fristgerechte  Wiederausreise 
nach  einem  Besuchsaufenthalt  könne  nicht  als  gesichert  betrachtet 
werden. Die Gesuchstellerin lebe in einer Region, aus der als Folge 
der dort herrschenden wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse ein 
anhaltend  starker  Zuwanderungsdruck  festzustellen  sei.  Der  Ein-
geladenen  oblägen  im  Heimatland  weder  zwingende  berufliche  Ver-
pflichtungen  noch  familiäre  Verantwortlichkeiten,  die  gegebenenfalls 
Gewähr für eine fristgerechte Rückkehr bieten könnten.

C.
Mit  Rechtsmitteleingabe vom 14. September 2009 beantragt  der Be-
schwerdeführer  sinngemäss die Aufhebung der vorinstanzlichen Ver-
fügung  und  die  Erteilung  des  gewünschten  Besuchervisums  an  die 
Gesuchstellerin.  Zur  Begründung  bringt  er  im  Wesentlichen  vor,  an-
lässlich  seiner  Thailand-Rundreise  habe  er  sich  in  Phuket  eine 
Lebensmittelvergiftung  zugezogen.  Dabei  habe  sich  die  Gesuch-
stellerin, welche er einige Tage zuvor am Strand kennen gelernt habe 

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und  welche  damals  in  einem  Vierstern-Hotel  gearbeitet  habe,  auf-
opfernd um ihn gekümmert, ihn zum Arzt begleitet und Medikamente 
besorgt. Ohne sie hätte er nicht in die Schweiz zurückfliegen können, 
sei  er  doch seit  einem Schlaganfall  (Streifung) in  Notsituationen auf 
fremde Hilfe angewiesen. Als Dank möchte er deshalb seiner Freundin 
die  schöne  Schweiz  zeigen,  aber  auch  eine  Woche mit  ihr  in  Paris 
verbringen. Er  sei  kein  Sex-Tourist  und die  Eingeladene keine  "Bar-
Lady". Zudem bietet der Beschwerdeführer als Garantie für die Aus-
reise seines Gastes eine Kaution in der Höhe von Fr. 20'000.- an.

Der  Eingabe  beigelegt  waren  verschiedene,  die  Gesuchstellerin  wie 
auch den Beschwerdeführer betreffende Unterlagen.

D.
In ihrer  Vernehmlassung vom 27. Oktober 2009 spricht sich die Vor-
instanz  unter  Erläuterung der  bereits  genannten Gründe für  die  Ab-
weisung der Beschwerde aus. Ergänzend wird ausgeführt, dass auch 
begründete  Zweifel  am  Aufenthaltszweck  bestünden,  müsse  doch 
gemäss Mitteilung der schweizerischen Auslandvertretung in Bangkok 
davon ausgegangen werden, dass die Gesuchstellerin in erster Linie 
in die Schweiz einreisen wolle, um hier zu heiraten. 

E.
In seiner Replik vom 22. November 2009 hält der Beschwerdeführer an 
seinen Anträgen und deren Begründung vollumfänglich fest und ver-
sichert,  dass  er  die  Eingeladene  während  ihres  dreimonatigen  Be-
suchsaufenthaltes  in  der  Schweiz  nicht  heiraten  werde.  Im  Weitern 
weist er darauf hin, dass die Gesuchstellerin am 21. Dezember 2009 
an der Universität von Khon Kaen ihr (Abschluss-)Diplom erhalten und 
danach als Hotelfachassistentin arbeiten werde. 

F.
In  einer  weiteren  Eingabe  vom 7.  März  2010  hält  der  Beschwerde-
führer unter Hinweis auf die eingereichten Beweismittel fest, dass die 
Gesuchstellerin  inzwischen  ihr  vierjähriges  Studium  (Studienfach: 
"Hotel und Tourismus Management") an besagter Universität mit dem 
"Bachelor of Business Administration" abgeschlossen habe und nun-
mehr am Flughafen von Bangkok arbeite. Erneut betont er, dass die 
Eingeladene während ihres Besuchsaufenthaltes in der Schweiz nicht 
arbeiten und rechtzeitig in ihr Heimatland zurückkehren werde.

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G.
Auf den weiteren Akteninhalt  wird, soweit rechtserheblich, in den Er-
wägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 
Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden ge-
gen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von 
einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden. Darunter 
fallen  u.a.  Verfügungen  des  BFM  betreffend  Verweigerung  der  Ein-
reisebewilligung,  welche  vom  Bundesverwaltungsgericht  endgültig 
beurteilt werden (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Sofern  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  nichts  anderes  bestimmt, 
richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  nach 
dem VwVG (Art. 37 VGG).

1.3 Der Beschwerdeführer  ist  gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur  Be-
schwerde berechtigt. Auf  die  frist-  und formgerechte Beschwerde ist 
einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG).

2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde 
als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Rechts-  und  Sachlage  zum  Zeitpunkt  seines  Ent-
scheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten Ur-
teils 2A.451/2002 vom 28. März 2003).

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3.
Das  schweizerische  Ausländerrecht  kennt  weder  ein  allgemeines 
Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf 
Erteilung eines Visums. Die Schweiz ist daher – wie andere Staaten 
auch – grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Ausländern 
die  Einreise  zu  gestatten.  Vorbehältlich  völkerrechtlicher  Ver-
pflichtungen  handelt  es  sich  dabei  um  einen  autonomen  Entscheid 
(vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über Ausländerinnen und Ausländer 
vom 8. März 2002, BBl 2002 3774; BGE 135 II 1 E. 1.1 mit Hinweisen).

4.
4.1 Ausländerinnen  und  Ausländer  benötigen  zur  Einreise  in  die 
Schweiz bzw. den Schengenraum für einen Aufenthalt von höchstens 
drei  Monaten  gültige  Reisedokumente,  die  zum  Grenzübertritt  be-
rechtigen,  und  ein  Visum,  sofern dieses  erforderlich  ist  (vgl.  Art. 5 
Abs. 1 Bst. a AuG, Art. 2 Abs. 1 VEV i.V.m. Art. 5 Abs. 1 Bst. a und b 
der Verordnung [EG] Nr. 562/2006 des Europäischen Parlaments und 
des Rates vom 15. März 2006 über einen Gemeinschaftskodex für das 
Überschreiten der Grenzen durch Personen [nachfolgend: Schengener 
Grenzkodex, SGK, ABl. L 105 vom 13.04.2006, S. 1-32]).

4.2 Im Weiteren müssen sie den Zweck und die Umstände ihres be-
absichtigten  Aufenthalts  belegen  und  hierfür  über  ausreichende 
finanzielle  Mittel  verfügen  (Art. 5  Abs. 1  Bst. c  SGK,  Art. 5  Abs. 1 
Bst. b  AuG);  sie  dürfen  zudem  nicht  im  Schengener  Informations-
system (SIS) zur Einreiseverweigerung ausgeschrieben sein und keine 
Gefahr  für  die  öffentliche  Ordnung,  die  innere  Sicherheit,  die  öf-
fentliche Gesundheit oder die internationalen Beziehungen eines Mit-
gliedstaats  darstellen  (Art. 5  Abs. 1  Bst. d  und e  SGK,  Art. 5  Abs. 1 
Bst. c AuG). Namentlich müssen Ausländerinnen und Ausländer für die 
gesicherte  Wiederausreise  Gewähr  bieten,  wenn  nur  ein  vorüber-
gehender  Aufenthalt  vorgesehen  ist  (Art. 5  Abs. 2  AuG,  vgl.  dazu 
BVGE  2009/27  E.  5.2  und  E.  5.3).  Hinsichtlich  der  in  Frage 
kommenden  Belege  zur  Glaubhaftmachung  des  Aufenthaltszwecks 
verweist Art. 5 Abs. 2 SGK auf den Anhang I. Art. 5 Abs. 3 SGK sowie 
Art. 2  Abs. 2  und  Art. 7–11  VEV  regeln  ausführlich  das  Einreise-
erfordernis der ausreichenden finanziellen Mittel.

5.
Gemäss Anhang I zur Verordnung (EG) Nr. 539/2001 des Rates vom 

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15. März 2001 (ABl. L 81 vom 21.03.2001, S. 1–7) unterliegt die Ge-
suchstellerin als thailändische Staatsangehörige der Visumspflicht.

6.
6.1 Zur Prüfung des Kriteriums der gesicherten Wiederausreise muss 
ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. Dazu lassen sich in der Re-
gel  keine gesicherten Feststellungen,  sondern  lediglich Voraussagen 
machen. Dabei sind sämtliche Umstände des konkreten Einzelfalles zu 
würdigen.

6.2 Anhaltspunkte  zur  Beurteilung der  fristgerechten Wiederausreise 
können sich aus der allgemeinen Situation im Herkunftsland der Be-
sucherin  oder  des  Besuchers  ergeben.  Einreisegesuche  von 
Bürgerinnen  und  Bürgern  aus  Staaten  bzw.  Regionen  mit  politisch 
oder wirtschaftlich vergleichsweise ungünstigen Verhältnissen können 
darauf  hindeuten,  dass  die  persönliche  Interessenlage  in  solchen 
Fällen  nicht  mit  dem  Ziel  und  Zweck  einer  zeitlich  befristeten  Ein-
reisebewilligung in Einklang steht.

6.3 Die  Gesuchstellerin  stammt  aus  Thailand. Die  Wirtschaft  dieses 
Landes ist nach Bewältigung der Asienkrise von 1997 zwar wieder zu 
neuem Wachstum gelangt. So betrug im Jahr  2007 das Wirtschafts-
wachstum immerhin 4.8%. Im Jahr 2008 wurde dagegen, verursacht 
insbesondere  durch die  internationale  Finanzkrise,  ein  Abwärtstrend 
spürbar. Das Wirtschaftswachstum belief sich nach einem guten Start 
(+ 6% im ersten Quartal)  und starken Einbrüchen im vierten Quartal 
(- 4.3%)  noch  auf  insgesamt  2.3%.  Die  grundsätzlich  ermutigenden 
wirtschaftlichen Entwicklungen seit  der Asienkrise können aber nicht 
über  die  Tatsache  hinwegtäuschen,  dass  nach  wie  vor  breite  Be-
völkerungsschichten  von  vergleichsweise  schwierigen  ökonomischen 
und sozialen Lebensbedingungen betroffen sind. Das Bruttoinlandpro-
dukt pro Kopf der Bevölkerung betrug im Jahr 2008 nur gerade 4'081 
USD, im Jahr 2009 noch 3'845 USD (vgl. zu den wirtschaftlichen Indi-
zes  die  Länder-  und  Reiseinformationen  auf  der  Website  des  Aus-
wärtigen Amtes,  Länder-  und Reiseinformationen > Thailand > Wirt-
schaft,  <http://www.auswaer      tiges-      amt.de      >,  Stand:  Oktober  2009,  be-
sucht im April 2010).

Vor  dem  Hintergrund  der  fortbestehenden  ungünstigen  Lebensver-
hältnisse  ist  –  vor  allem  in  der  jüngeren  Bevölkerung  –  ein  starker 
Migrationsdruck festzustellen. Dabei gilt auch die Schweiz als Zielland 
vieler  Auswanderer  im  erwerbsfähigen  Alter,  welche  sich  hier  unter 

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http://www.auswaer/
http://www.auswaertiges-amt.de/
http://www.auswaertiges-amt.de/

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besseren Lebensbedingungen eine (neue)  Existenz  aufbauen möch-
ten.  Diese  Tendenz  zur  Auswanderung  wird  erfahrungsgemäss  dort 
noch begünstigt, wo bereits ein soziales Beziehungsnetz (Verwandte, 
Freunde)  im  Ausland  besteht.  Im  Falle  der  Schweiz  führt  dies 
angesichts der restriktiven Zulassungsregelung oftmals zur Umgehung 
ausländerrechtlicher Bestimmungen. Dabei wird nicht selten versucht, 
den Aufenthalt zu verlängern oder – beispielsweise durch Ausbildung 
oder  Heirat  –  auf  eine  andere  migrationsrechtliche  Grundlage  zu 
stellen.

6.4 Bei  der Risikoanalyse sind allerdings nicht  nur solch allgemeine 
Umstände  und  Erfahrungen,  sondern  –  wie  bereits  erwähnt  –  auch 
sämtliche  Gesichtspunkte  des  konkreten  Einzelfalles  zu  berück-
sichtigen. Obliegt  einer  gesuchstellenden Person im Heimatland bei-
spielsweise eine besondere berufliche, gesellschaftliche oder familiäre 
Verantwortung, kann dieser Umstand durchaus die Prognose für eine 
anstandslose  Wiederausreise  begünstigen.  Umgekehrt  muss  bei 
Personen,  die  in  ihrer  Heimat  keine  besonderen  Verpflichtungen 
haben,  das  Risiko  für  ein  fremdenpolizeilich  nicht  regelkonformes 
Verhalten (nach bewilligter Einreise zu einem Besuchsaufenthalt) hoch 
eingeschätzt werden.

7.
7.1 Bei der Gesuchstellerin handelt es sich um eine 25-jährige, ledige 
Frau, die Ende 2009 ihr Studium im Hotel und Tourismus-Management 
an  der  Universität  von  Khon  Kaen  (Hauptstadt  der  gleichnamigen 
Provinz in der Nordostregion Thailands) abgeschlossen hat. Als voll-
jährige Person ohne Ehemann und Kinder obliegen ihr – wie von der 
Vorinstanz  zutreffend  festgestellt  –  keine  familiären  Verpflichtungen, 
die sie nachhaltig von einer möglichen Emigration abhalten könnten. 

Auch  die  Tatsache,  dass  die  Eingeladene  offenbar  vor  kurzem eine 
(nicht  näher  bezeichnete)  Arbeitsstelle  am  Flughafen  von  Bangkok 
angetreten hat, lassen kaum auf eine starke Verwurzelung im Berufs-
leben schliessen. Dies um so weniger, als die Gesuchstellerin  – un-
geachtet ihrer beruflichen Verpflichtungen – nach wie vor die maximal 
zulässige Aufenthaltsdauer von drei Monaten voll ausschöpfen möchte. 
Zudem liegen keine Belege vor, die zuverlässige Rückschlüsse auf die 
wirtschaftlichen  Verhältnisse,  in  denen  die  Eingeladene  lebt,  ziehen 
lassen.  Aufgrund  der  bestehenden  Akten  kann  auf  jeden  Fall  nicht 
davon ausgegangen werden, sie befinde sich in einer vorteilhaften und 

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stabilen  wirtschaftlichen  Situation,  die  das  Risiko  einer  nicht 
fristgerechten  Wiederausreise  nach  einem  Besuchsaufenthalt  in  der 
Schweiz entscheidend herabsetzen könnte.

Kommt hinzu,  dass die Gesuchstellerin – wie die Vorinstanz in ihrer 
Vernehmlassung  zu  Recht  festgehalten  hat  –  gegenüber  der 
Schweizervertretung verlauten liess, sie beabsichtige zu heiraten und 
nach  Möglichkeit  in  der  Schweiz  zu  leben  (vgl.  Mitteilung  der 
Schweizerischen  Botschaft  in  Bangkok  vom  9.  Juni  2009).  Insofern 
bestehen  gewisse  Migrationsabsichten  und  demzufolge  begründete 
Zweifel am deklarierten Aufenthaltszweck (Besuchsaufenthalt; vgl. Art. 
15 Abs. 1 Bst. b i.V.m. Art. 16 und Art. 12 Abs. 2 Bst.c in fine VEV), 
welche sich auch durch die vom Beschwerdeführer abgegebenen Be-
teuerungen nicht ausräumen lassen (vgl. Erw. 7.2 hienach).

7.2 Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen durfte die Vorinstanz 
zu Recht davon ausgehen, die Wiederausreise der Gesuchstellerin sei 
im  Sinne  der  massgeblichen  Bestimmungen  nicht  gesichert.  An  der 
Richtigkeit dieser Einschätzung ändert auch die Tatsache nichts, dass 
der  Beschwerdeführer  wiederholt  die  rechtzeitige  Rückkehr  seiner 
Freundin  zugesichert  hat.  Die  Integrität  des  Beschwerdeführers  in 
seiner  Eigenschaft  als  Gastgeber  wird auch gar  nicht  in  Zweifel  ge-
zogen. Indessen sind bei der Abwägung des Risikos einer nicht frist-
gerechten Wiederausreise nicht  so  sehr  die  Einstellung und die  Ab-
sichten  des  Gastgebers,  sondern  in  erster  Linie  das  mögliche  Ver-
halten des Gastes selbst von Bedeutung. Nur Letzterer ist in der Lage, 
hinreichend Gewähr für  eine fristgerechte  und anstandslose Wieder-
ausreise  zu  bieten. Der  Gastgeber  kann  –  wie  dies  in  casu mit  der 
Unterzeichnung  des  Formulars  "Unterhaltsgarantie"  geschehen  ist  – 
zwar für gewisse finanzielle Risiken (Lebensunterhaltskosten während 
des  Besuchsaufenthaltes,  allfällige  Kosten  für  Unfall  und  Krankheit 
sowie Rückreisekosten) Garantie leisten, nicht aber – mangels recht-
licher und faktischer Durchsetzbarkeit – für ein bestimmtes Verhalten 
des Gastes (vgl. BVGE 2009/27 E. 9). Die Gewähr für eine gesicherte 
Wiederausreise kann auch durch die Leistung einer Kaution,  welche 
der  Beschwerdeführer  in  seiner  Rechtsmitteleingabe  vom  14. Sep-
tember 2009 anbietet, nicht ersetzt werden.

Der (durchaus verständliche) Wunsch des Beschwerdeführers, sich bei 
seiner  Freundin  für  die  ihm  während  seines  Ferienaufenthaltes  in 
Thailand  erwiesene  Hilfeleistung  zu  revanchieren  und  ihr  sein 

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Lebensumfeld in der Schweiz zeigen zu können, hat demnach in den 
Hintergrund  zu  treten.  Auch  die  weiteren  Vorbringen  sind  nicht  ge-
eignet,  zu  einer  von  der  Vorinstanz  abweichenden  rechtlichen 
Würdigung  zu  gelangen.  Den  Beteiligten  ist  somit  zuzumuten,  ihre 
freundschaftliche Beziehung vorderhand anderweitig zu pflegen; dies 
umso mehr als der Beschwerdeführer ohnehin beabsichtigt, in Zukunft 
jeweils vier Monate im Winter bei seiner Freundin in Thailand zu ver-
bringen  (vgl.  dessen  Eingabe  an  die  Schweizerische  Botschaft  in 
Bangkok vom 19. Mai 2009).

8.
Aus den dargelegten Gründen ist  daher nicht  zu beanstanden,  dass 
die  Vorinstanz  das  öffentliche  Interesse  sowie  die  Beachtung  der 
geltenden Bestimmungen entsprechend gewichtete und der Gesuch-
stellerin  die  Einreise  verweigerte.  Die  angefochtene  Verfügung  ist 
somit  im Ergebnis  rechtmässig  (Art.  49  VwVG). Die  Beschwerde  ist 
demzufolge abzuweisen.

9.
Entsprechend  dem  Ausgang  des  Verfahrens  wird  der  unterliegende 
Beschwerdeführer  kostenpflichtig  (Art.  63  Abs.  1  VwVG).  Die  Ver-
fahrenskosten sind auf Fr. 600.- festzusetzen (Art. 1 ff. des Reglements 
über  die  Kosten  und  Entschädigungen vor  dem Bundesverwaltungs-
gericht vom 21. Februar 2008 [VGKE, SR 173.320.2]).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Sie werden mit  dem am 1. Oktober  2009 geleisteten Kos-
tenvorschuss gleicher Höhe verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilagen: 3 Fotos im Original)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. [...])
- den Migrationsdienst des Kantons Bern

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Marianne Teuscher Daniel Brand

Versand: 

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