# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 432ba129-2a1a-5a2a-98b1-a70c8fed8ab2
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-07-22
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 22.07.2019 RT190084
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_RT190084_2019-07-22.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: RT190084-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. D. Scherrer, Vorsitzende,  

Oberrichter lic. iur. A. Huizinga und Ersatzoberrichter  

 Dr. M. Nietlispach  sowie Gerichtsschreiber lic. iur. F. Rieke 

Urteil vom 22. Juli 2019 

 

in Sachen 

 

A._____ SA,  
Gesuchstellerin und Beschwerdeführerin 

 

gegen 

 

B._____,  
Gesuchsgegnerin und Beschwerdegegnerin 

 

betreffend Rechtsöffnung 
 
Beschwerde gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen  
Verfahren am Bezirksgericht Hinwil vom 7. Mai 2019 (EB190077-E) 
 

- 2 - 

Erwägungen: 

1. a) Mit Urteil vom 7. Mai 2019 wies das Bezirksgericht Hinwil (Vor-

instanz) das Rechtsöffnungsgesuch in der Betreibung Nr. … des Betreibungsamts 

Hinwil (Zahlungsbefehl vom 2. Mai 2018) – für ausstehende Prämien für eine Zu-

satzversicherung der Monate Januar bis Dezember 2018 von insgesamt Fr. 

304.20 nebst Zins und Kosten – ab; die Kosten wurden der Gesuchstellerin aufer-

legt (nachträglich begründet; Urk. 16 = Urk. 19). 

b) Hiergegen erhob die Gesuchstellerin am 21. Juni 2019 fristgerecht (vgl. 

Urk. 17) Beschwerde und stellte die Beschwerdeanträge (Urk. 18 S. 2): 

"1. Die Beschwerde sei gutzuheissen. 
 2. Die Sache sei zur erneuten Prüfung an die Vorinstanz zurückzuweisen, 

eventualiter sei das Urteil des Bezirksgerichts Hinwil vom 7. Mai 2019 
folgendermassen abzuändern: 

 a) Ziff. 1: Das Rechtsöffnungsbegehren (...) wird gutgeheissen für 
den Betrag von Fr. 304.20. 

 b) Ziff. 3: Die Kosten werden der beklagten Partei auferlegt. Sie wer-
den vollumfänglich von der klagenden Partei bezogen, wofür die-
ser für Fr. 150.00 gegenüber der beklagten Partei ein Rückgriffs-
recht eingeräumt wird; 

 c) Ziff. 4: Es wird der klagenden Partei eine Parteientschädigung von 
Fr. 100.00 zugesprochen. 

 3. Der Beschwerdeführerin sei eine angemessene Parteientschädigung 
zuzusprechen. 

 4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerde-
gegnerin." 

c) Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen. Da sich die Beschwer-

de sogleich als unbegründet erweist, kann auf weitere Prozesshandlungen ver-

zichtet werden (vgl. Art. 322 Abs. 1 ZPO). 

2. a) Mit der Beschwerde können unrichtige Rechtsanwendung und  

offensichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden 

(Art. 320 ZPO). Dabei bedeutet Geltendmachung, dass in der Beschwerde konk-

ret dargelegt werden muss, was genau am angefochtenen Entscheid unrichtig 

sein soll; was nicht in dieser Weise beanstandet wird, braucht von der Beschwer-

deinstanz nicht überprüft zu werden und hat insofern grundsätzlich Bestand.  

- 3 - 

Sodann sind im Beschwerdeverfahren neue Anträge, neue Tatsachenbe-

hauptungen und neue Beweismittel ausgeschlossen (Art. 326 Abs. 1 ZPO); was 

im erstinstanzlichen Verfahren nicht vorgetragen wurde, kann im Beschwerdever-

fahren grundsätzlich nicht mehr geltend gemacht bzw. nachgeholt werden. 

b) Die Vorinstanz erwog im Wesentlichen, die Gesuchstellerin stütze sich 

auf den Versicherungsantrag für eine Kranken-Zusatzversicherung nach VVG 

vom 25. September 2014, der von der Mutter der damals vierzehnjährigen Ge-

suchsgegnerin als deren gesetzlicher Vertreterin unterzeichnet worden sei. Prin-

zipiell gelte die vom gesetzlichen Vertreter im Namen des Vertretenen abgegebe-

ne Erklärung im Rahmen der sich aus dem Gesetz ergebenden Befugnisse als 

Schuldanerkennung des Vertretenen. Allerdings stelle sich dabei die Frage, ob 

der vertretungsbefugte Elternteil als Stellvertreter für das Kind handle oder ob der 

Elternteil in eigenem Namen einen Vertrag zu Gunsten des Kindes als begünstig-

te Person abschliesse. Wenn Eltern gegenüber Dritten für das Kind handeln wür-

den, sei dies regelmässig so auszulegen, dass sie in eigenem Namen tätig wür-

den. Auf dem Versicherungsantrag sei oben (ohne weitere Konkretisierung) der 

Name der Gesuchsgegnerin aufgeführt und als versicherte Person sei (wohl ver-

sehentlich) "C._____" genannt. In den akzeptierten Allgemeinen Versicherungs-

bedingungen der Gesuchstellerin werde zwischen Versicherungsnehmer (Person, 

welche den Versicherungsantrag unterzeichne und insbesondere für die Prämien 

aufkomme) und versicherter Person (Person, die Versicherungsschutz geniesse, 

ob Versicherungsnehmer oder nicht) unterschieden. Da die Gesuchsgegnerin den 

Antrag nicht selbst unterzeichnet habe, könne sie nach diesen Allgemeinen Versi-

cherungsbedingungen weder Versicherungsnehmerin noch Prämienschuldnerin 

sein. Anhaltspunkte, wonach die Gesuchsgegnerin mit Erreichen der Volljährigkeit 

hätte Prämienschuldnerin werden sollen, seien aus dem Antrag nicht ersichtlich. 

Auch die Gesuchstellerin habe nach erreichter Volljährigkeit der Gesuchsgegnerin 

eine Mahnung und eine Mitteilung betreffend Ruhen der Leistungspflicht an deren 

Mutter gesandt; dies impliziere, dass sie weiterhin die Mutter als Prämienschuld-

nerin angesehen habe. Der Versicherungsantrag sei damit als Antrag der Mutter 

der Gesuchsgegnerin auf Abschluss eines Vertrages zugunsten der Gesuchs-

gegnerin auszulegen. Die Gesuchsgegnerin sei somit blosse versicherte Person, 

- 4 - 

ohne Prämienschuldnerin zu sein. Damit fehle es an der Identität zwischen der 

aus der Schuldanerkennung verpflichteten und der betriebenen Person, weshalb 

das Rechtsöffnungsgesuch abzuweisen sei (Urk. 19 S. 3-6). 

c) Die Gesuchstellerin macht in ihrer Beschwerde im Wesentlichen gel-

tend, die Mutter der Gesuchsgegnerin habe den Versicherungsantrag als deren 

direkte Stellvertreterin unterzeichnet und diese damit zur Schuldnerin gemacht. 

Es liege kein Vertrag zugunsten eines Dritten vor, denn einem solchen Dritten 

könnten keine Pflichten auferlegt werden, wogegen in den Allgemeinen Versiche-

rungsbedingungen der versicherten Person diverse Pflichten auferlegt würden. 

Bei einem Versicherungsvertrag könne eine Drittperson als Begünstigter bezeich-

net werden, welche dann Vertragspartei sei; ein "Dritter" in einem Versicherungs-

verhältnis sei daher weder Versicherungsnehmer noch Versicherter, sondern 

müsse ein unbeteiligter Dritter sein, weshalb vorliegend ein Vertrag zugunsten ei-

nes Dritten ausser Betracht falle. Dass in den Allgemeinen Versicherungsbedin-

gungen die Begriffe "Versicherungsnehmer" und "versicherte Person" definiert 

seien, sei nur für die Auslegung der Versicherungsbedingungen massgebend; da-

raus lasse sich nichts für das Vertragsverhältnis ableiten, und das heisse insbe-

sondere nicht, dass Versicherungsnehmer und Versicherter zwei verschiedene 

Personen sein müssten. Im vorliegenden Versicherungsantrag werde nicht von 

einem Versicherungsnehmer gesprochen, sondern die Gesuchsgegnerin werde 

als Versicherte aufgeführt, weshalb davon auszugehen sei, dass die versicherte 

Person, wie üblich, mit dem Versicherungsnehmer übereinstimme. Dass die Mah-

nung vom 23. Februar 2018 und die Mitteilung des Ruhens der Leistungspflicht 

vom 29. März 2018 trotz Volljährigkeit der Gesuchsgegnerin an deren Mutter ver-

sandt worden seien, sei ein simpler Bearbeitungsfehler und habe damit keinen 

Einfluss auf die Vertragsqualifikation. Auch aus praktischen Gründen könne nicht 

von einem Vertrag zugunsten Dritter ausgegangen werden, denn ohne direkte 

Stellvertretung würde das Schicksal des Versicherungsvertrages auch nach er-

reichter Volljährigkeit des Versicherten in den Händen der Eltern bleiben und 

könnte der Versicherte selber trotz Volljährigkeit den Vertrag weder ändern noch 

kündigen. Aus all diesen Gründen könne vorliegend ein Vertrag zu Gunsten eines 

Dritten ausgeschlossen werden (Urk. 18 S. 2 ff.). 

- 5 - 

d) Die Beschwerdevorbringen der Gesuchstellerin gehen – soweit es sich 

nicht ohnehin um unzulässige Noven handelt (z.B. Pflichtenauflage, Bearbei-

tungsfehler; Art. 326 Abs. 1 ZPO; oben Erwägung 2.a Absatz 2) – am Kern der 

Sache vorbei. Wenn Eltern einen Vertrag für eine Zusatzversicherung zur Kran-

kenversicherung für ein Kind abschliessen, bezwecken sie damit, dem Kind im 

Krankheitsfall mehr oder bessere Leistungen als die obligatorischen der Kranken-

versicherung nach KVG zukommen zu lassen. Solches tun die Eltern in Erfüllung 

der ihnen zustehenden und obliegenden elterlichen Sorge (Art. 301 Abs. 1 ZGB) 

sowie Unterhaltspflicht (Pflege, Art. 276 Abs. 1 ZGB) und nicht als direkte Stell-

vertreter des Kindes, wie dies schon die Vorinstanz korrekt – und eigentlich auch 

nicht konkret gerügt (vgl. Urk. 18 S. 5 Ziff. 7) – festgehalten hat (Urk. 19 S. 4, mit 

Hinw.). Mit solchen Verträgen verpflichten sie damit grundsätzlich nicht das Kind, 

sondern sich selbst. Ob dann bei Volljährigkeit des Kindes die Vertragshoheit und 

die Prämienschuldnerschaft von den Eltern auf das (nunmehr volljährige) Kind 

übergeht, mag sein, ist aber für das vorliegende Rechtsöffnungsverfahren nicht 

von Bedeutung, denn in diesem ist nicht über die materielle Forderung zu ent-

scheiden, sondern über das Vorliegen einer Schuldanerkennung und in diesem 

Zusammenhang insbesondere, ob die Person, welche die Schuldanerkennung 

unterzeichnet hat, mit der betriebenen identisch ist. Im vorliegenden Fall hat, wie 

dargelegt, die Mutter der Gesuchsgegnerin den Versicherungsantrag in eigenem 

Namen (in Erfüllung der elterlichen Sorge) unterzeichnet, weshalb keine Schuld-

anerkennung der Gesuchsgegnerin vorliegt. 

e) Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als unbegründet. Sie 

ist demgemäss abzuweisen. 

3. a) Für das Beschwerdeverfahren beträgt der Streitwert Fr. 304.20. 

Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr ist in Anwendung von Art. 48 i.V.m. Art. 61 

Abs. 1 GebV SchKG auf Fr. 150.-- festzusetzen.  

b) Die Gerichtskosten des Beschwerdeverfahrens sind ausgangsgemäss 

der Gesuchstellerin aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). 

- 6 - 

c) Für das Beschwerdeverfahren hat die Gesuchstellerin zufolge ihres 

Unterliegens keinen Anspruch auf eine Entschädigung; der Gesuchsgegnerin er-

wuchs kein relevanter Aufwand. Dementsprechend sind für das Beschwerdever-

fahren keine Parteientschädigungen zuzusprechen (Art. 106 Abs. 1 ZPO, Art. 95 

Abs. 3 ZPO). 

Es wird erkannt: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 150.-- festgesetzt. 

3. Die Gerichtskosten des Beschwerdeverfahrens werden der Gesuchstellerin 

auferlegt. 

4. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Parteientschädigungen zuge-

sprochen. 

5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Gesuchsgegnerin unter Beila-

ge der Doppel von Urk. 18, 20 und 21/2-5, sowie an die Vorinstanz, je gegen 

Empfangsschein. 

Die vorinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit-

telfrist an die Vorinstanz zurück. 

6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 
30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. Es handelt sich um eine vermö-
gensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt Fr. 304.20. 

- 7 - 

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. 

 
Zürich, 22. Juli 2019 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Zivilkammer 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

lic. iur. F. Rieke 
 

 
versandt am: 
bz 

	Urteil vom 22. Juli 2019
	Erwägungen:
	Es wird erkannt:
	1. Die Beschwerde wird abgewiesen.
	2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 150.-- festgesetzt.
	3. Die Gerichtskosten des Beschwerdeverfahrens werden der Gesuchstellerin auferlegt.
	4. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
	5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Gesuchsgegnerin unter Beilage der Doppel von Urk. 18, 20 und 21/2-5, sowie an die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein.
	6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...