# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d3277d29-8945-5f3a-bab2-b881d7097593
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-09-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.09.2008 E-5515/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5515-2008_2008-09-04.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-5515/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  4 .  S e p t e m b e r  2 0 0 8

Einzelrichterin Therese Kojic, 
mit Zustimmung von Richterin Regula Schenker Senn, 
Gerichtsschreiberin Muriel Beck Kadima.

A._______,
Jemen,
vertreten durch Tarig Hassan, (...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 21. August 2008 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-5515/2008

Sachverhalt:

A.
A.a Das BFM trat am 24. Februar 2004 auf ein erstes Asylgesuch des 
Beschwerdeführers vom 9. September 2003 nicht ein und ordnete des-
sen  Wegweisung  und  den  Vollzug  der  Wegweisung  an.  Auf  die  am 
23. März 2004 dagegen erhobene Beschwerde trat die damals zustän-
dige  Schweizerische  Asylrekurskommission  (ARK)  mangels  Entrich-
tung des Kostenvorschusses mit  Entscheid vom 27. April  2004 nicht 
ein.

A.b Mit Verfügung vom 20. Juni 2007 trat das BFM auf ein am 9. Mai 
2007 eingereichtes Wiedererwägungsgesuch des Beschwerdeführers 
mangels Bezahlung des Gebührenvorschusses nicht  ein. Auf die am 
11. Juli 2007 dagegen erhobene Beschwerde trat das (neu dafür zu-
ständige) Bundesverwaltungsgericht mangels Entrichtung des Kosten-
vorschusses mit Entscheid vom 28. August 2007 nicht ein.  

A.c Mit  Verfügung  vom 21.  Februar  2008  trat  das  BFM  auf  eine  mit 
„Wiedererwägungsgesuch“ betitelte Eingabe vom 6. Februar 2008, wel-
che das BFM als zweites Asylgesuch entgegen nahm, gestützt auf Art. 
32 Abs. 2 Bst. e des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) 
nicht ein. Dieser Entscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft.

B.
Ohne zwischenzeitlich in sein Heimatland zurückgekehrt zu sein, liess 
der Beschwerdeführer über seinen Rechtsvertreter am 25. Juni 2008, 
mit einer Ergänzung vom 25. Juli 2008, beim BFM ein „neues Asylge-
such“ einreichen. Dabei brachte er als Begründung vor, seit seiner An-
kunft in der Schweiz habe er sich aktiv für die Anliegen der Südjemeni-
ten  eingesetzt.  So  sei  er  seit  der  Gründungsversammlung  vom  17. 
September 2006 Mitglied der  in  Jemen verbotenen (...). Im Rahmen 
seiner  politischen  Aktivitäten  habe  er  am  11.  September  2007  die 
regimekritische  Erklärung  von  Südjemeniten,  welche  (...)  publiziert 
worden  sei,  mitunterzeichnet.  Nach  dem  letzten  Nicht-
eintretensentscheid des BFM vom 21. Februar 2008 habe er sich wei-
terhin in der Schweiz exilpolitisch betätigt, insbesondere indem er im 
Mai  und  Juni  2008  an  Sitzungen  und  Versammlungen  (...)  teilge-
nommen habe. Zum Beleg seiner Vorbringen reichte der Beschwerde-
führer folgende Beweismittel ein:

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- ein Bestätigungsschreiben (...) vom 21. März 2007
- fünf Fotografien
- zwei Internet-Artikel (...) vom 11. September 2007 und vom 7. April 

2008, mit Übersetzungen
- einen fremdsprachigen Internet-Artikel (...) ausgedruckt am 25. Juni 

2008, ohne Übersetzung
- einen  ärztlichen  Bericht  des  (...),  vom  27.  April  2007  und  einen 

weiteren ärztlichen Bericht von Dr. med. B._______, (...),  vom 21. 
Juli 2008

C.
Mit Verfügung vom 21. August 2008 – eröffnet am 25. August 2008 – 
trat das BFM gestützt  auf  Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG auf  das dritte 
Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein. Gleichzeitig ordnete es 
die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an, wies das Ge-
such  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  ab  und 
auferlegte dem Beschwerdeführer die Verfahrenskosten. 

D.
Mit Beschwerde vom 27. August 2008 an das Bundesverwaltungsge-
richt liess der Beschwerdeführer beantragen, die vorinstanzliche Verfü-
gung  vom  21.  August  2008  sei  aufzuheben,  auf  das  Gesuch  vom 
25. Juni  2008 sei  einzutreten,  wobei  es  materiell  zu  behandeln  sei. 
Eventuell  sei  die  vorläufige  Aufnahme  wegen  unzulässigem  bezie-
hungsweise unzumutbarem Wegweisungsvollzug anzuordnen. In  pro-
zessualer Hinsicht wurde um Gewährung der unentgeltlichen Rechts-
pflege sowie um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 
ersucht. 

Der Beschwerde lag der bereits im vorinstanzlichen Verfahren einge-
reichte ärztliche Bericht  von Dr. med. Dr. med. B._______, (...),  vom 
21. Juli 2008 bei.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Ju-
ni 2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des  Bundesgesetzes 
vom  20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem 
Bereich endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesge-
richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 

1.2 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Der  Be-
schwerdeführer ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat 
ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Der  Beschwerdeführer ist  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert  (Art. 108 Abs. 2 AsyG sowie Art. 6 AsylG i.V.m. 
Art. 48 Abs. 1 und 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art. 111  Bst. e 
AsylG). Wie  nachstehend aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um 
eine  solche,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durch-
führung des Schriftenwechsels verzichtet.

4.  
4.1 Bei  der  Beurteilung von Beschwerden gegen Nichteintretensent-
scheide des BFM hat die Beschwerdeinstanz hinsichtlich des Nichtein-
tretenstatbestandes einzig zu beurteilen,  ob die Vorinstanz zu Recht 

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auf das Asylgesuch nicht  eingetreten ist. Im Falle  der Begründetheit 
des  Rechtsmittels  in  diesem  Punkt  ist  die  angefochtene  Verfügung 
demzufolge aufzuheben und die Sache zur neuen Entscheidung an die 
Vorinstanz zurückzuweisen (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der 
Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1 
S.  240  f.).  Nicht  beschränkt  ist  die  Beurteilungszuständigkeit  des 
Bundesverwaltungsgerichts  dagegen  hinsichtlich  der  Frage  der 
Wegweisung  und  deren  Vollzugs,  da  das  BFM  diesbezüglich  eine 
materielle  Prüfung  und  Entscheidung  vorzunehmen hat  (vgl.  Art.  44 
AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 1-4 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 
2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]).

4.2 Gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG wird auf ein Asylgesuch nicht 
eingetreten, wenn Asylsuchende in der Schweiz bereits ein Asylverfah-
ren erfolglos durchlaufen haben oder während des hängigen Asylver-
fahrens in den Heimat- oder Herkunftsstaat zurückgekehrt sind, ausser 
es  gebe  Hinweise,  dass  in  der  Zwischenzeit  Ereignisse  eingetreten 
sind, die geeignet sind, die Flüchtlingseigenschaft zu begründen, oder 
die für die Gewährung vorübergehenden Schutzes relevant sind. 

4.3 Bei der Prüfung, ob Hinweise auf eine Verfolgung vorliegen, wel-
che geeignet  sind,  die Flüchtlingseigenschaft  zu begründen,  ist  vom 
engen Verfolgungsbegriff im Sinne von Art. 3 AsylG auszugehen. Bei 
der Prüfung von Hinweisen auf  in der Zwischenzeit  eingetretene, für 
die  Flüchtlingseigenschaft  relevante  Ereignisse,  welche  gemäss 
Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG dazu führen,  dass auf  ein zweites (oder 
weiteres) Asylgesuch einzutreten ist, kommt ein gegenüber der Glaub-
haftmachung  reduzierter  Beweismassstab  zur  Anwendung:  Auf  ein 
Asylgesuch muss eingetreten werden, wenn sich Hinweise auf eine re-
levante Verfolgung ergeben, die nicht zum Vornherein haltlos sind (vgl. 
EMARK 2005 Nr. 2 E. 4.3 S. 17).

5.
5.1 Das BFM führt  zur  Begründung  seines  Entscheids  im Wesentli-
chen aus, dass dem vorliegenden Asylgesuch keine Hinweise zu ent-
nehmen  seien,  wonach  ab  rechtskräftigem  Abschluss  der  früheren 
Asylverfahren  Ereignisse  eingetreten  seien,  die  geeignet  wären,  die 
Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers zu begründen, oder die 
für die Gewährung vorübergehenden Schutzes relevant sein könnten. 
Die vom Beschwerdeführer vorgebrachten politischen Aktivitäten, wel-
che seiner Auffassung nach flüchtlingsrelevant seien, würden sich von 

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den  bereits  im  zweiten  (Wiedererwägungsgesuch  vom 9. Mai  2007) 
und dritten Asylverfahren (zweites Asylgesuch vom 9. Februar 2008) 
geltend  gemachten  Aktivitäten  nicht  wesentlich  unterscheiden, 
sondern stellten bloss eine zeitliche Fortsetzung früherer (rechtskräftig 
beurteilter) Tätigkeiten dar. An dieser Einschätzung würden auch die 
weiteren Vorbringen und eingereichten Beweismittel nichts zu ändern 
vermögen,  weshalb  es  sich  erübrige,  näher  darauf  einzutreten.  Bei 
dieser  Sachlage  bestehe  auch  keine  Veranlassung,  weitere 
Abklärungen durchzuführen oder den Beschwerdeführer persönlich zu 
befragen.

5.2 In der Beschwerde wird vorgebracht, das BFM hätte im Lichte des 
Entscheids des Bundesverwaltungsgerichts zu Jemen vom 30. Januar 
2008 (vgl. BVGE E-6990/2006) das Vorliegen von Hinweisen auf Ver-
folgung nicht verneinen dürfen, weshalb auf das Asylgesuch einzutre-
ten gewesen wäre. In diesem Urteil  habe das Bundesverwaltungsge-
richt nämlich festgestellt, es könne davon ausgegangen werden, dass 
das „Erscheinen der erwähnten Erklärung [...], die von zahlreichen, in 
der Exilopposition engagierten Südjemeniten mit unterzeichnet wurde 
und  bis  heute  weiterhin  auf  dem  Internet  abrufbar  ist,  von  den 
jemenitischen Behörden nicht ungeachtet geblieben ist. Überdies be-
stehen gemäss vertraulichen Quellen konkrete Hinweise darauf, dass 
der jemenitische Staat jemenitische Oppositionelle im Exil aktiv beob-
achtet [...],  weshalb anzunehmen ist,  dass den jemenitischen Behör-
den auch die Aktivitäten des Beschwerdeführers [...]  bekannt gewor-
den sind.“. Im selben Urteil sei ferner angenommen worden, dass das 
geschilderte politische Engagement eine asylrelevante Gefährdung im 
Herkunftsland  ausgelöst  habe  (vgl.  BVGE  E-6990/2006  E.  8.5).  Im 
Weiteren habe der Beschwerdeführer nach Inkrafttreten des Nichtein-
tretensentscheides vom 21. Februar 2008 an exilpolitischen Ereignis-
sen  massgebend  teilgenommen,  namentlich  habe  er  (...)  ein 
Communiqué  mitunterzeichnet,  in  welchem  das  Vorgehen  der 
jemenitischen  Behörden  aufs  Schärfste  kritisiert  worden  sei.  Weiter 
habe er an der Generalversammlung (...) teilgenommen.

6.  
6.1 Nach  Prüfung  der  Akten  gelangt  das  Bundesverwaltungsgericht 
zum Schluss, dass die Vorinstanz zu Recht und mit  zutreffender Be-
gründung festgestellt  hat,  dass vorliegend keine Hinweise darauf be-
stehen,  seit  Inkrafttreten  des  letzten  Nichteintretensentscheids  des 
BFM vom 21. Februar 2008 seien Ereignisse eingetreten, die geeignet 

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wären, die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers zu begrün-
den, oder die für die Gewährung vorübergehenden Schutzes relevant 
wären. Zur Vermeidung von unnötigen Wiederholungen kann im We-
sentlichen auf die zutreffenden und zu bestätigenden Erwägungen in 
der angefochtenen Verfügung verwiesen werden.

6.2 Im Weiteren teilt das Gericht die Einschätzung des BFM, wonach 
die eingereichten Beweismittel weitere Abklärungen nicht als geboten 
erscheinen liessen, zumal gewisse davon bereits in früheren Verfahren 
eingereicht worden waren (vgl. unten E. 6.2.2). Aus diesem Grund ist 
das  BFM zu  Recht  ohne vorherige  Anhörung und  ohne Gewährung 
des  rechtlichen  Gehörs  auf  das  dritte  Asylgesuch  des  Beschwerde-
führers gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG nicht eingetreten. 

6.2.1 Für  den  vorliegenden  Fall  ist  festzustellen,  dass  sich  der  Be-
schwerdeführer  den  Akten  zufolge  zwischen  dem  Abschluss  der 
früheren Asylverfahren und der Einreichung des vorliegenden Asylge-
suchs  nicht  in  seinem  Heimat-  oder  Herkunftsstaat  aufgehalten  hat. 
Somit bestand für das BFM keine Veranlassung, im Anschluss an die 
Einreichung  des  vorliegenden  Asylgesuchs  eine  Anhörung  durchzu-
führen. Hingegen musste das BFM dem Beschwerdeführer gestützt auf 
Art. 36 Abs. 2 AsylG das rechtliche Gehör gewähren. Gemäss der durch 
die  ARK  begründeten  Rechtssprechung,  welcher  sich  das  Bundes-
verwaltungsgericht  anschliesst,  erschöpft  sich  der  in  Art.  36  Abs.  2 
AsylG konkretisierte Anspruch auf rechtliches Gehör darin, die neuen 
und relevanten Ereignisse geltend zu machen. Dies  geschieht  in  der 
Regel zusammen mit der Gesuchseinreichung (vgl. EMARK 1998 Nr. 1 
E. 6.c.bb S. 13, wo allerdings auf die Regelung von Art. 14 Abs. 1 und 2 
der damals geltenden Asylverordnung 1 über Verfahrensfragen vom 22. 
Mai  1991  [aAsylV  1,  SR  142.311]  Bezug  genommen  wird,  welche 
indessen mit dem heutigen Art. 36 AsylG hinsichtlich der hier interes-
sierenden  Frage inhaltlich  übereinstimmt).  Im schriftlich  eingereichten 
Asylgesuch vom 25. Juni 2008 legt der Rechtsvertreter des Beschwer-
deführers seinen Standpunkt dar. Insbesondere wird im Gesuch begrün-
det,  weshalb nach Auffassung des Beschwerdeführers dessen Flücht-
lingseigenschaft im heutigen Zeitpunkt gegeben sei respektive inwiefern 
sich die relevante Sachlage gegenüber derjenigen im Zeitpunkt des Ab-
schlusses  des  vorangegangenen  Asylverfahrens  verändert  habe. Ge-
stützt auf die Vorbringen im Gesuch konnte die Vorinstanz daher davon 
ausgehen,  dass  die  Asylvorbringen damit  vollständig  vorlagen,  womit 
keine Veranlassung bestand, den Beschwerdeführer zu einer weiteren – 

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schriftlichen  oder  mündlichen  –  Stellungnahme  aufzufordern.  Die 
gesuchstellende  Person  hat  im  Übrigen  keinen  Anspruch  darauf,  zur 
Frage der rechtlichen Qualifizierung ihrer Eingabe durch die verfügende 
Behörde  vorgängig  Stellung  zu  nehmen,  da  es  sich  dabei  um  eine 
Rechts-,  nicht  um eine Sachverhaltsfrage handelt  und das Recht von 
Amtes wegen anzuwenden ist. Es ist somit festzustellen, dass die Vor-
gehensweise  des  BFM  im  vorliegenden  Fall  den  Anspruch  des  Be-
schwerdeführers auf rechtliches Gehör nicht verletzte. 

6.2.2 Zu den im vorliegenden Asylgesuch eingereichten Beweismitteln 
ist  zunächst  festzustellen,  dass  das  (lediglich  in  Kopie eingereichte) 
Bestätigungsschreiben  (...)  vom  21.  März  2007  bereits  dem 
Wiedererwägungsgesuch  vom  9.  Mai  2007  (vgl.  B1,  Beilage  1, 
ebenfalls bloss in Kopie) – welches damals als Gefälligkeitsschreiben 
qualifiziert  worden  war  (vgl.  B5)  –  und  der  Internetartikel  vom 
11. September  2007  (...)  schon  dem  zweiten  Asylgesuch  vom 
5. Februar  2008  (vgl.  C2,  Beweismittelcouvert)  beilagen.  Zum 
Letzteren  erwog  das  BFM  in  seinem  –  unangefochten  rechtskräftig 
gewordenen  –  Entscheid  vom  21.  Februar  2008,  dass  die  blosse 
Tatsache,  dass  der  Name  des  Beschwerdeführers unter  einem  im 
Internet  publizierten  Artikel  aufgeführt  sei,  nicht  darauf  schliessen 
lasse, dass er von den jemenitischen Behörden registriert worden sei 
und im Falle einer Rückkehr in den Jemen aus asylrechtlich relevanten 
Gründen  mit  einer  Verfolgung  zu  rechnen  habe.  In  diesem 
Zusammenhang  ist  darauf  hinzuweisen,  dass  der  Beschwerdeführer 
seine  Identität  bis  heute  nicht  belegt  hat,  was  umso weniger  nach-
vollziehbar ist,  als er in seinem Heimatland nicht nur zahlreiche Ver-
wandte hat, sondern darunter auch solche sind, die enge Beziehungen 
zu  den Behörden  haben,  welche  solche  Dokumente  ausstellen  (vgl. 
A1, S. 2). Schliesslich genügen auch die eingereichten Fotografien und 
der  in  Arabisch  verfasste,  nicht  übersetzte  Internetartikel  (Ausdruck 
am  25.  Juni  2008)  nicht,  um  Hinweise  glaubhaft  zu  machen,  die 
geeignet wären, die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers zu 
begründen oder die für die Gewährung vorübergehenden Schutzes re-
levant wären. Überdies ist das Profil des Beschwerdeführers mit dem-
jenigen  des  von  ihm  zitierten  Verfahrens  E-6990/2006  nicht  ver-
gleichbar. Der  Beschwerdeführer  hat  weder  eine massgebliche Stel-
lung in Jemen vor seiner Ausreise noch exponierte politische Aktivitä-
ten in der Schweiz glaubhaft machen können. 

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6.3 Nach dem Gesagten steht fest, dass das Vorbringen, wonach sich 
die Sachlage seit dem Abschluss des letzten Asylverfahrens dergestalt 
verändert  habe, dass der Beschwerdeführer nun als Flüchtling aner-
kannt werden müsse, offensichtlich haltlos ist. Den Ausführungen des 
Beschwerdeführers sind keine Hinweise auf in der Zwischenzeit einge-
tretene  Ereignisse,  welche  geeignet  sind,  die  Flüchtlingseigenschaft 
zu begründen, oder die für die Gewährung vorübergehenden Schutzes 
relevant sind, zu entnehmen. An dieser Einschätzung vermögen auch 
die weiteren Vorbringen auf Beschwerdeebene sowie die dazu einge-
reichten Beweismittel  nichts zu ändern. Das BFM ist somit zu Recht 
gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG auf das erneute Asylgesuch 
des Beschwerdeführers nicht eingetreten. 

7.
7.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein-
heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

7.2 Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine  ausländerrechtli-
che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung ei-
ner  solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht  angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; Entscheidungen und Mitteilungen der Schweize-
rischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21). 

8.
8.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG).

8.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtun-
gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän-
ders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenste-
hen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus ei-
nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Ge-
fahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 

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28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]).

Gemäss  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Über-
einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-
same,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. No-
vember 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

Dem  Beschwerdeführer  ist  es  vorliegend  nicht  gelungen,  eine  asyl-
rechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu ma-
chen, weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlings-
rechtlichen  Non-Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren  keine  An-
wendung findet. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des 
Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er 
für  den  Fall  einer  Ausschaffung nach  Jemen dort  mit  beachtlicher 
Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen 
Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäi-
schen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des 
UN-Anti-Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  kon-
krete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm 
im Fall  einer  Rückschiebung Folter  oder  unmenschliche Behandlung 
drohen würde (vgl. EMARK 2001 Nr. 16 S. 122, mit weiteren Hinwei-
sen).  Aufgrund  der  Akten  sowie  der  vorstehenden  Erwägungen  im 
Nichteintretenspunkt  ist  indessen nicht  davon auszugehen, dass ihm 
im Falle einer Rückkehr nach Jemen eine derartige Gefahr droht. Die 
allgemeine Sicherheits- und Menschenrechtssituation im Jemen lässt 
den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt  ebenfalls  nicht  als 
unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Weg-
weisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Be-
stimmungen zulässig.

8.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art. 83 
Abs. 7  AuG –  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl.  Botschaft 

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zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 
8. März 2002, BBl 2002 3818).

8.3.1 Unter Berücksichtigung der allgemeinen Sicherheitslage im Je-
men sind keine Anhaltspunkte dafür ersichtlich, dass der Beschwerde-
führer bei einer Rückkehr in sein Heimatland in konkreter Weise ge-
fährdet wäre. 

8.3.2 Es bleibt zu prüfen, ob die gesundheitlichen Beschwerden des 
Beschwerdeführers ein individuelles Vollzugshindernis bilden könnten. 
Der  Beschwerdeführer  reichte  im  erstinstanzlichen  Verfahren  einen 
Austrittsbericht (...), vom 27. April 2007, sowie einen ärztlichen Bericht 
von Dr. med. B._______, (...),  vom 21. Juli  2008 – welcher ebenfalls 
der Rechtsmitteleingabe beilag – zu den Akten. Dem Austrittsbericht – 
der übrigens bereits  in früheren Verfahren hätte beigebracht  werden 
können – ist  zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer selbständig 
wegen zunehmender Angstzustände, Depression und Suizidgedanken 
auf  Anmeldung seines  Arztes  Dr. med. B._______  zur  Ersthospitali-
sation (vom 13. März bis 26. April 2007) erschien. Mit dem ärztlichen 
Bericht vom 21. Juli 2008 attestiert Dr. med. B._______, dass der Be-
schwerdeführer seit etwa April  2004 bei ihm in Behandlung sei. Des-
sen  Gesundheitsverlauf  zeige  sich  chronifizierend  und  könne  am 
ehesten als Anpassungsstörung mit gemischten Gefühlen (Angst, De-
pression,  Störung  des  Sozialverhaltens),  auf  dem Hintergrund  einer 
posttraumatischen Belastungsstörung beurteilt  werden. Eine Behand-
lung im Herkunftsland komme nur unter der Prämisse in Frage, dass 
die vorgebrachten Probleme des Beschwerdeführers mit der örtlichen 
Justiz nicht real seien. Nachdem oben festgestellt wurde, dass der Be-
schwerdeführer  keine flüchtlingsrechtlich  relevante  Verfolgung glaub-
haft machen konnte, ist nicht davon auszugehen, dass die aufgetrete-
nen psychischen Probleme mit Erlebnissen im Heimatland zusammen-
hängen.  Vorliegend ist  davon auszugehen, dass im Jemen medizini-
sche Strukturen zur Verfügung stehen, in denen der Beschwerdeführer 
eine  adäquate  Behandlung  finden  kann. Er  benötigt  keine  komplexe 
Therapie, sondern es werden lediglich Medikamente verabreicht. All-
fällige vorübergehende Engpässe in der medikamentösen Versorgung 
könnten mit einem aus der Schweiz mitgegebenen Vorrat aufgefangen 
werden. In diesem Zusammenhang ist schliesslich auch auf die Mög-
lichkeit der medizinischen Rückkehrhilfe unter Vorlage entsprechender 
ärztlicher Atteste (Art. 93 Abs. 1 Bst. c AsylG i.V.m. Art. 75 der Asyl-
verordnung 2 vom 11. August 1999 über Finanzierungsfragen [AsylV 2, 

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SR 142.312]) hinzuweisen. Im Übrigen sprechen auch keine anderen 
Gründe gegen die Zumutbarkeit  des Wegweisungsvollzugs. So leben 
eigenen  Angaben  zufolge  (...)  sowie  weitere  Verwandte  des 
Beschwerdeführers  in  seinem  Heimatland,  womit  er  bei  einer 
Rückkehr ein soziales Netz vorfinden wird, welches ihm die Integration 
erleichtern dürfte. 

8.3.3 Nach dem Gesagten erweist sich Vollzug der Wegweisung auch 
als zumutbar.

8.4 Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der  zu-
ständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwen-
digen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb 
der  Vollzug  der  Wegweisung  auch  als  möglich  zu  bezeichnen  ist 
(Art. 83 Abs. 2 AuG).

9.
Zusammenfassend ergibt  sich,  dass der von der  Vorinstanz verfügte 
Wegweisungsvollzug in Übereinstimmung mit den zu beachtenden Be-
stimmungen steht und zu bestätigen ist. Eine Anordnung der vorläufi-
gen Aufnahme fällt damit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG). 

10.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-
schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

11.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 ist 
abzuweisen, da die Beschwerde als aussichtslos zu betrachten war.

12.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-
deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG) und auf insgesamt 
Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsge-
richt [VGKE, SR 173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Einschreiben; Beilage: 
Einzahlungsschein)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-
ten Ref.-Nr. N_______ (per Kurier; in Kopie)

- (...) (in Kopie)

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

Therese Kojic Muriel Beck Kadima

Versand: 

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