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**Case Identifier:** d18b2978-1122-550d-b0dd-6c420d5f893c
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-11-24
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 24.11.2021 200 2020 884
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-884_2021-11-24.pdf

## Full Text

200 20 884 IV
WIS/LUB/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 24. November 2021

Verwaltungsrichterin Wiedmer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiber Lüthi

Pensionskasse A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

C.________
Beigeladener

betreffend Verfügung vom 29. Oktober 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Nov. 2021, IV/20/884, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1981 geborene C.________ (Versicherter bzw. Beigeladener), gelern-
ter …, meldete sich im Juli 2018 unter Hinweis auf Magen-Darm-
Beschwerden bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum 
Leistungsbezug an (Akten der IV [act. II] 2, 45 S. 4). In der Folge tätigte die 
IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) medizinische sowie erwerb-
liche Abklärungen und gewährte in der Stiftung D.________ ein Belastbar-
keitstraining vom 11. Februar bis 12. Mai 2019 sowie ein Aufbautraining 
vom 13. Mai bis 12. November 2019 (act. II 22, 33, 44, 61 S. 2 ff.) und bei 
der E.________ AG einen Arbeitsversuch vom 2. Dezember 2019 bis 
29. Februar 2020 (act. II 55). Gestützt auf einen zwischenzeitlich eingehol-
ten Bericht des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 13. Juni 2019 
(act. II 40) stellte die IVB dem Versicherten mit Vorbescheid vom 24. März 
2020 (act. II 67) bei einem Invaliditätsgrad von 42 % ab dem 1. Januar 
2019 eine Viertelsrente in Aussicht. Nach dagegen vorgebrachtem Ein-
wand der Pensionskasse A.________ (Beschwerdeführerin) vom 19. Mai 
2020 (act. II 74) und eingeholter Stellungnahme des RAD vom 25. August 
2020 (act. II 79 S. 2 f.) sprach die IVB mit Verfügung vom 29. Oktober 2020 
(act. II 86 S. 10-17) dem Vorbescheid entsprechend eine Viertelsrente zu.

B.

Mit Eingabe vom 30. November 2020 erhob die Pensionskasse 
A.________, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, Beschwerde. Sie 
beantragte, die Verfügung vom 29. Oktober 2020 sei aufzuheben und die 
Akten seien zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzu-
weisen.

Mit Eingabe vom 29. Dezember 2020 verzichtete die Beschwerdegegnerin 
auf eine Stellungnahme in Form einer Beschwerdeantwort, verwies auf die 
bisherigen Akten und schloss auf Abweisung der Beschwerde.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Nov. 2021, IV/20/884, Seite 3

Mit prozessleitender Verfügung vom 7. Januar 2021 lud die Instruktions-
richterin den Versicherten zum Verfahren bei und gewährte ihm Gelegen-
heit zur Einreichung einer Stellungnahme. Der Beigeladene liess sich nicht 
vernehmen.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. 
Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin als Vorsorgeeinrichtung ist im vorinstanzlichen 
Verfahren mit ihren Anträgen nicht durchgedrungen, durch den angefoch-
tenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen 
Aufhebung, weshalb sie zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 i.V.m. Art. 49 
Abs. 4 ATSG; Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 26. März 2014, 
9C_620/2013, E. 2). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 
lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversiche-
rung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 29. Oktober 2020 
(act. II 86 S. 10-17). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invali-
denrente.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Nov. 2021, IV/20/884, Seite 4

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 

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sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

3.

3.1 In medizinischer Hinsicht lassen sich den Akten im Wesentlichen 
die folgenden Angaben entnehmen: 

3.1.1 Im Bericht des Spitals F.________ vom 6. Juni 2018 (act. II 11 S. 2-
4) wurden folgende Diagnosen gestellt (S. 2-3): 

1. Morbide Adipositas WHO-Grad Ill (Grösse 192 cm, Gewicht 160 kg, BMI 43.4 
kg/m2; Gewicht aktuell 146 kg, BMI aktuell 39.6 kg/m2) mit/bei 
o Orthopädischer Begleitproblematik

- Status nach Kniedistorsion links Januar 2015 mit Partialruptur VKB, OSG-
Arthrose links 

o Status nach laparoskopischem Roux-Y-Magenbypass Dezember 2009
- Dilatation einer Anastomosenstenose, PPI bei Anastomosenulkus jejunal 

o Status nach laparoskopischem reversal Roux-Y-Magenbypass (Auflösen 
Pouch-Jejunostomie und Jejuno-Jejunostomie, dann Seit-Seit Pouch-
Gastrostomie und Jejuno-Jejunostomie), Dünndarmsegmentresektion Mai 
2017 

o Diagnostische Laparoskopie, Adhäsiolyse, Sleeve-Gastrektomie (32F) 9. April 
2018

o ÖGD mit Einlage eines Metallstents 20. April 2018
o Aktuell: Leak im proximalen Bereich des Sleeves

2. Status nach Choledocholithiasis mit/bei
o MRCP 13. September 2017 

3. Status nach intermittierender Diarrhoe mit/bei 
o Oberbauchschmerzen und imperativem Stuhldrang, exazerbiert seit Bypass-

OP aber v. a. seit Herbst 2014 
o DD: exazerbiert post-Bypass, Small Intestinal Bacterial Overgrowth (SIBO), 

Bypass-Enteropathy, Afferent loop-syndrome, IBD (Crohn, mikroskopische 
Kolitis)

4. Nebendiagnosen 
o Chronischer Nikotinabusus (30 py) 
o 2010 Status nach lap. Cholezystektomie
o Status nach Abdominoplastik und Mons pubis-Reduktion, Hernienplastik 

23. Juli 2013

Insgesamt präsentiere sich ein guter Allgemeinzustand. Der postoperative 
bzw. postinterventionelle Verlauf sei als erfreulich anzusehen. Über die 
letzten acht Wochen hätten bereits gut 13 kg an Körpergewicht abgenom-
men werden können. In Anbetracht des nicht ganz komplikationslosen 
postoperativen Verlaufs sei zum jetzigen Zeitpunkt eine vollständige kör-

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perliche Rekonvaleszenz noch nicht zu erwarten. Aufgrund eines körperlich 
stark beanspruchenden Arbeitsplatzes sei die Arbeitsunfähigkeit um weite-
re vier Wochen zu verlängern (S. 4).

Am 18. Juli 2018 berichteten die Behandler weiter, nach multiplen bariatri-
schen Voreingriffen bestehe weiterhin eine komplexe Situation. Die Ätiolo-
gie der Beschwerden und der Steatorrhoe sei zum aktuellen Zeitpunkt un-
klar (act. II 12 S. 4).

3.1.2 Dr. med. G.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
diagnostizierte im Bericht vom 7. November 2018 (act. II 13) zuhanden des 
Krankentaggeldversicherers eine Angst und depressive Störung gemischt 
(ICD-10 F41.2) sowie ängstlich akzentuierte Persönlichkeitszüge (ICD-10 
Z73.1; S. 4). Er attestierte eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Dem Versi-
cherten sei auf Ende September 2018 gekündigt worden. Aufgrund der 
protrahierten und seit der Kindheit bestehenden dysfunktionalen Verhal-
tensweisen im Rahmen von akzentuierten Persönlichkeitsanteilen bestehe 
eine reduzierte Prognose für die Dauer einer angestrebten Remission. Die 
Konzentration richte sich auf den vom Versicherten und Hausarzt gegebe-
nen psychotherapeutischen Auftrag. Die Frage solle aber im Rahmen eines 
beruflichen Wiedereingliederungsversuches, wie Arbeitstraining, je nach 
klinischen Verlauf beurteilt werden (S. 5).

3.1.3 Im Bericht des Spitals F.________ vom Mai 2019 (act. II 36 S. 2 f.) 
über die Konsultation vom 9. Februar 2019, wurde unter Hinweis auf die 
diagnostizierte morbide Adipositas WHO-Grad Ill festgehalten, Ziel des 
Treffens sei es gewesen, zusammen mit dem Versicherten und seinen be-
treuenden Personen einen Plan auszuarbeiten, wie die nächste Zeit aus 
medizinischer und administrativer Sicht gemeinsam geplant werde, ohne 
dass es zu administrativen Missverständnissen und Doppelspurigkeiten 
komme. Vom Spital F.________ werde noch bis Ende Mai 2019 die Ar-
beitsunfähigkeit von 100 % attestiert, ab 1. Juni 2019 werde die Arbeitsun-
fähigkeitsattestierung in die Hände des Hausarztes gegeben (S. 2). Dies 
vor dem Hintergrund, dass eine einzelne ärztliche Person die Übersicht 
über die attestierte Arbeitsunfähigkeit haben solle (S. 3).

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3.1.4 Im Bericht des RAD vom 13. Juni 2019 (act. II 40) führte Dr. med. 
H.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, aus, es handle sich 
um einen Zustand nach diversen bariatrischen Operationen mit etlichen 
Komplikationen (Magenreflux bei Hiatushernie, Anastomosen-leckage mit 
Stenteinlage, bakterielle Dünndarm-Überwucherung, Übelkeit, Erbrechen, 
diffuse Bauchbeschwerden, Magenentleerungsstörungen, Bypass-
Enteropathie, Dünndarmresektion, Adhäsiolyse, Analinkontinenz, Gallen-
gangsteine usw.) und nachfolgend protrahiertem Verlauf. Die Beschwerden 
hätten zwar nicht alle somatisch genau zugeordnet werden können, es 
handle sich aber nach Zusammenschau der Befunde sicher um ein kom-
plexes Krankheitsbild, wobei die Beschwerdesymptomatik weitgehend 
nachvollzogen werden könne. Die bisherige Tätigkeit könne nur durchge-
führt werden, soweit es sich um leichte bis mittelschwere Arbeiten handle 
und eine Toilette jederzeit in der Nähe zur Verfügung stehe. Ein Pensum 
von 50 % mit Einschränkung der Leistungsfähigkeit um 10-20 % wegen 
erhöhtem Pausenbedarf sei zumutbar. Eine angepasste körperlich leichte, 
vorwiegend sitzende Tätigkeit sei ganztags zu maximal sechs Stunden mit 
einer zusätzlichen Leistungsminderung aufgrund vermehrten Pausenbe-
darfs zumutbar. Zu vermeiden seien Zwangshaltungen, repetitives He-
ben/Tragen von Gewichten über 5-10 kg, Bücken, Knien und Kauern (d.h. 
keine Körperhaltungen mit Bauchpresse), das Steigen auf Leitern und 
Gerüsten sowie häufiges Treppensteigen (S. 11). Das weitere Prozedere 
bestehe darin, den weiteren Verlauf (Aufbautraining) abzuwarten und ge-
gebenenfalls weitere Verlaufsbefunde einzuholen, durchaus auch psychi-
atrischerseits, da wohl eine begleitende Psychotherapie stattfinde (S. 12).

3.1.5 In der Stellungnahme des RAD vom 25. August 2020 (act. II 79 
S. 2 ff.) hielt Dr. med. H.________ fest, es habe sich im Verlauf keine inva-
lidenversicherungsrelevante medizinische Veränderung ergeben, so dass 
am Zumutbarkeitsprofil vom Juni 2019 festgehalten werden könne. Im Be-
lastbarkeits- und Aufbautraining sowie im Arbeitsversuch habe sich der 
Versicherte offensichtlich schrittweise steigern können, bis zuletzt auf ein 
75%-Pensum im Arbeitsversuch. Im Aufbautraining habe er maximal 80 % 
erreicht, wobei bei körperlichen Arbeiten die Belastung zu hoch gewesen 
sei ("Bei 50 % Arbeitszeit mit 20 % Leistungsminderung bei mittelschwerer 
… konnte er die Leistung konstant halten mit einem Minimum an Absen-

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zen"). In anderen Bereichen (…, …, …, …) würde sogar noch etwas mehr 
gehen. Da das im Arbeitsversuch beim E.________ durchgeführte und 
knapp tolerierte Pensum von 75 % (6 – 6.25 h/Tag) höher liege als das 
RAD-Zumutbarkeitsprofil (6 h mit Einschränkung der Leistungsfähigkeit um 
20 % entsprechend ungefähr 4.8 h/Tag) und auch nicht überwiegend sit-
zend stattgefunden habe, sondern mit …, …, … verbunden gewesen sei, 
sei davon auszugehen, dass eine optimal angepasste Tätigkeit deutlich 
besser toleriert werden könnte. Insofern bestehe kein Grund, das Zumut-
barkeitsprofil vom Juni 2019 anzupassen (S. 5).

3.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweis-
wert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet 
sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverläs-
sigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem An-
stellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf 
mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Gleiches gilt, 
wenn ein frei praktizierender Arzt von einer Versicherung wiederholt für die 
Erstellung von Gutachten beigezogen wird. Es bedarf vielmehr besonderer 
Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung 
objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche 
Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zu-
kommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters allerdings ein strenger 
Massstab anzulegen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354; SVR 2008 IV Nr. 22 
S. 70 E. 2.4). Auch reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern 

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ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die 
fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sach-
verhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten 
Person in den Hintergrund rückt. Dies gilt grundsätzlich auch in Bezug auf 
Berichte und Stellungnahmen Regionaler Ärztlicher Dienste (SVR 2020 IV 
Nr. 38 S. 134 E. 4.3).

3.3 Die angefochtene Verfügung vom 29. Oktober 2020 (act. II 86 
S. 10-17) basiert in medizinischer Hinsicht massgeblich auf der Aktenbeur-
teilung des RAD vom 25. August 2020 (act. II 79 S. 2 ff.). Wie nachfolgend 
aufgezeigt wird, vermag dieser Bericht den beweisrechtlichen Anforderun-
gen nicht zu genügen und stellt damit keine valable Entscheidgrundlage für 
die Beurteilung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit des Versicherten dar:

Der letzte aktenkundige Bericht der somatisch behandelnden Ärzte datiert 
vom Mai 2019 zu einer Konsultation vom 9. Februar 2019 im Spital 
F.________. Ziel dieser Konsultation war es, mit dem Versicherten und 
seinen betreuenden Personen das weitere Vorgehen wegen der als kom-
plex eingestuften Ausgangslage sowohl aus medizinischer als auch admi-
nistrativer Sicht zu planen. Dabei wurde u.a. festgehalten, dass die Ar-
beitsunfähigkeit (von 100 %) noch bis Ende Mai 2019 vom besagten Spital 
attestiert und danach die weitere Bescheinigung dem Hausarzt übergeben 
werde (act. II 36 S. 2 f.). Aufgrund dieses Berichts erscheint fraglich, ob 
damals von einem stabilen bzw. feststehenden somatischen Gesundheits-
zustand auszugehen war. Dies zumal die Behandler des Spitals 
F.________ am 6. Juni 2018 eine vollständige körperliche Rekonvaleszenz 
infolge des komplikationsbehafteten postoperativen Verlaufs (act. II 11 
S. 4) noch nicht erwartet und die Arbeitsunfähigkeit um weitere vier Wo-
chen verlängert hatten und dann anlässlich der rund acht Monate später 
stattfindenden Konsultation weiterhin eine vollumfängliche Arbeitsunfähig-
keit attestierten. Die Rekonvaleszenz war im Februar 2019 also immer 
noch nicht abgeschlossen. Dasselbe trifft auch in psychiatrischer Hinsicht 
zu, ergeben sich doch aus dem vom Krankentaggeldversicherer eingehol-
ten Bericht des behandelnden Psychiaters vom 7. November 2018 
(act. II 13) keine Hinweise auf einen stabilen bzw. feststehenden Gesund-
heitszustand. So erwähnte Dr. med. G.________ als Ziel der Behandlung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Nov. 2021, IV/20/884, Seite 10

u.a. die Remission des depressiven Syndroms (act. II 13 S. 4). Insofern 
hielt denn auch der RAD-Arzt, Dr. med. H.________, in seinem Bericht 
vom 13. Juni 2019 (act. II 40) hinsichtlich des weiteren Vorgehens zutref-
fend fest, es seien der weitere Verlauf bzw. das Aufbautraining abzuwarten 
und gegebenenfalls weitere Verlaufsbefunde, insbesondere auch in psych-
iatrischer Hinsicht, einzuholen (act. II 12).

Nach diesen Berichten der behandelnden Ärzte ist der weitere medizini-
sche Verlauf bzw. die weitere Befundlage bis zur angefochtenen Verfügung 
vom 29. Oktober 2020 (act. II 86), mithin über einen Zeitraum von mehr als 
eineinhalb Jahren, – mit Ausnahme von Arbeitsunfähigkeitszeugnissen und 
einer Bestätigung, wonach der Versicherte Tramal einnehme (act. II 57 
S. 2, 78 S. 5-8) – weder in somatischer noch psychiatrischer Hinsicht do-
kumentiert. Die Aktenbeurteilung des RAD vom 25. August 2020 (act. II 79 
S. 2 ff.) basiert damit auf einer weder vollständigen noch aktuellen Befund-
lage. Ebenso wenig steht fest, dass es sich im Zeitpunkt der Aktenbeurtei-
lung um einen an sich feststehenden medizinischen Sachverhalt handelte 
(vgl. E. 3.2 in fine). Es ist nicht nachvollziehbar, wie Dr. med. H.________ 
bei einer ab November 2018 psychiatrisch bzw. ab Februar 2019 somatisch 
nicht mehr dokumentierten medizinischen Aktenlage ohne Begründung 
davon ausgehen konnte, invalidenversicherungsrechtlich habe sich keine 
relevante Veränderung ergeben, so dass am Zumutbarkeitsprofil vom Juni 
2019 festgehalten werden könne (act. II 79 S. 5). Dies umso weniger als 
der RAD-Arzt selbst darauf hinwies, dass der Versicherte das Arbeitspen-
sum im Belastbarkeits- und Aufbautraining sowie im Arbeitsversuch 
schrittweise bis zuletzt auf ein 75%-Pensum habe steigern können bzw. 
das während des Arbeitsversuchs im E.________ absolvierte Pensum 
(75 %; 6 - 6.25 h/Tag) über demjenigen des vom RAD definierten Zumut-
barkeitsprofils (6 h mit Einschränkung der Leistungsfähigkeit um 20 % ent-
sprechend ungefähr 4.8 h/Tag) gelegen und die dabei ausgeübte Tätigkeit 
auch nicht dem Zumutbarkeitsprofil (körperlich leichte, vorwiegend sitzende 
Tätigkeit) entsprochen habe (vgl. Protokoll der Beschwerdegegnerin per 
29. Dezember 2020, Eintrag vom 12. Februar 2020 S. 15; im Gerichtsdos-
sier), weshalb eine optimal angepasste Tätigkeit deutlich besser toleriert 
werden könnte (act. II 79 S. 5). Diesen Widerspruch löste er nicht auf, son-
dern er hielt einzig – ohne dies zu begründen – am bisherigen Zumutbar-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Nov. 2021, IV/20/884, Seite 11

keitsprofil fest. Abgesehen davon handelt es sich beim Bericht zum Belast-
barkeits- und Aufbautraining um keine medizinische Einschätzung 
(act. II 61 S. 2 ff.), auf die direkt abgestellt werden könnte. 

3.4 Nach dem Dargelegten kann weder auf die Aktenbeurteilung des 
RAD noch (allein) auf die Einschätzungen der Belastbarkeits- und Aufbau-
trainings bzw. des Arbeitsversuchs abgestellt werden. Aufgrund der Akten-
lage ist eine abschliessende Beurteilung der Arbeits- und Leistungsfähig-
keit nicht möglich. Der rechtserhebliche medizinische Sachverhalt ist unge-
nügend abgeklärt. Die Sache ist deshalb an die Beschwerdegegnerin 
zurückzuweisen, damit sie aktuelle Berichte bei den behandelnden Ärzten 
einholt und allenfalls eine auf einer persönlichen Untersuchung beruhende 
Beurteilung des RAD bzw. gegebenenfalls sogar ein Gutachten veranlasst, 
bevor sie über den Rentenanspruch neu befindet.

3.5 Zusammenfassend ist die Verfügung vom 29. Oktober 2020 
(act. II 86 S. 10-17) in Gutheissung der dagegen erhobenen Beschwerde 
aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, 
damit sie nach Vornahme der weiteren Abklärungen im Sinne der Erwä-
gungen neu über den Rentenanspruch verfüge.

4.

4.1 Gemäss aArt. 69 Abs. 1bis IVG in der bis 31. Dezember 2020 gültig 
gewesenen und hier anwendbaren Fassung (vgl. Art. 82a ATSG) ist das 
Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitig-
keiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen kosten-
pflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig 
vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerde-
gegnerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tra-
gen (Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der geleistete Kosten-
vorschuss von Fr. 800.-- ist der Beschwerdeführerin nach Eintritt der 
Rechtskraft des Urteils zurückzuerstatten. Der beigeladene Versicherte hat 
keine eigenen Anträge gestellt, womit ihm keine Verfahrenskosten aufzuer-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Nov. 2021, IV/20/884, Seite 12

legen sind (vgl. RUTH HERZOG/MICHEL DAUM [[Hrsg.], Kommentar zum ber-
nischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 14 N. 11).

4.2 Art. 61 lit. g ATSG schliesst die Zusprechung einer Prozessent-
schädigung an den Sozialversicherungsträger im kantonalen Verfahren 
grundsätzlich aus. Eine Ausnahme von diesem allgemeinen Prozessgrund-
satz liegt hier nicht vor (vgl. BGE 128 V 124 E. 5b S. 133), womit der ob-
siegenden Beschwerdeführerin keine Parteientschädigung zuzusprechen 
ist. Der unterliegende Beigeladene hat von vornherein keinen Anspruch auf 
eine Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. 
Art. 61 lit. g ATSG; vgl. UELI KIESER, Kommentar zum ATSG, 4. Aufl. 2020, 
Art. 61 N. 220).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 29. Oktober 2020 aufgehoben und die Sache an 
die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie – nach Vornahme 
der Abklärungen im Sinne der Erwägungen – neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der von der Beschwerdeführerin geleistete 
Kostenvorschuss von Fr. 800.-- wird ihr nach Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet.

3. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Nov. 2021, IV/20/884, Seite 13

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- C.________
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Die Kammerpräsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.