# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 251b6674-8755-5df4-b4b3-513a792fb420
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-10-13
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 13.10.2025 BK 2025 466
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2025-466_2025-10-13.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Beschwerdekammer in 
Strafsachen

Cour suprême
du canton de Berne

Chambre de recours pénale

Beschluss
BK 25 466

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 09
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 13. Oktober 2025

Besetzung Oberrichter Schmid (Präsident i.V.), Oberrichterin Hubschmid, 
Oberrichter Gerber
Gerichtsschreiberin Lienhard 

Verfahrensbeteiligte A.________

Beschuldigte

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

B.________

Straf- und Zivilklägerin/Beschwerdeführerin

Gegenstand Nichtanhandnahme

Strafverfahren wegen Verleumdung

Beschwerde gegen die Verfügung der Regionalen Staatsanwalt-
schaft Oberland vom 11. September 2025 (O 25 10840)

2

Erwägungen:

1.

1.1 Mit Verfügung vom 11. September 2025 nahm die Regionale Staatsanwaltschaft 
Oberland (nachfolgend: Staatsanwaltschaft/Vorinstanz) das von B.________ (nach-
folgend: Beschwerdeführerin) initiierte Strafverfahren (O 25 10840) gegen 
A.________ wegen Verleumdung nicht an die Hand. Mit persönlicher Eingabe vom 
25. September 2025 erhob die Beschwerdeführerin dagegen Beschwerde bei der 
Beschwerdekammer in Strafsachen des Obergerichts des Kantons Bern (nachfol-
gend: Beschwerdekammer) und verlangte sinngemäss die Durchführung eines Straf-
verfahrens. Mit Verfügung vom 30. September 2025 eröffnete die Verfahrensleitung 
ein Beschwerdeverfahren und forderte die Beschwerdeführerin zur Bezahlung einer 
Sicherheitsleistung von CHF 1'000.00 auf. Dieser Aufforderung kam sie am 8. Okto-
ber 2025 nach.

1.2 Mit Blick auf das Nachfolgende wurde auf das Einholen einer Stellungnahme bzw. 
auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet (Art. 390 Abs. 2 der Schwei-
zerischen Strafprozessordnung [StPO; SR 311.0]). Es ergeht ein direkter Beschluss.

2. Gegen Verfügungen der Staatsanwaltschaft kann bei der Beschwerdekammer in 
Strafsachen innert zehn Tagen schriftlich und begründet Beschwerde geführt werden 
(Art. 393 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 396 Abs. 1 StPO, Art. 35 des Gesetzes über die 
Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1] 
i.V.m. Art. 29 Abs. 2 des Organisationsreglements des Obergerichts [OrR OG; 
BSG 162.11]). Die Beschwerdeführerin ist durch die angefochtene Verfügung unmit-
telbar in ihren rechtlich geschützten Interessen betroffen und somit zur Beschwerde-
führung legitimiert (Art. 382 Abs. 1 StPO). Auf die frist- und als Laieneingabe form-
gerechte Beschwerde ist einzutreten.

3. Zum Sachverhalt geht aus der angefochtenen Verfügung Folgendes hervor:
Am 26.07.2025 begab sich B.________ (Privatklägerin) persönlich an den Schalter der Polizeiwache 
Thun und erklärte, Anzeige wegen Verleumdung erstatten zu wollen. Anlässlich der nachfolgenden Ein-
vernahme schilderte sie, dass ihr Chef von der «C.________» einen Brief erhalten habe. Darin sei 
geschrieben worden, dass das von ihr benutzte Firmenfahrzeug immer wieder falsch parkiert werde. 
Dieser Vorwurf betreffe auch ihr privates Fahrzeug und sei unwahr, weswegen jemand Unwahrheiten 
über das Parkieren der beiden Autos verbreite. Ihr Chef habe nun das Gefühl, dass sie nicht parkieren 
könne. Die polizeilichen Abklärungen bei der «C.________» ergaben, dass diese von mindestens drei 
Parteien Meldungen erhielt, wonach die Fahrzeuge mehrmals auf dem Besucher - oder dem Hauswart-
parkplatz oder aber dem Waschplatz abgestellt worden seien. Eine Melderin stellte der Verwaltung 
überdies drei Fotos zu, die das Firmenfahrzeug auf den Besucherparkplätzen zeigen. Weitere Abklärun-
gen ergaben, dass das «Firmenfahrzeug» auch auf einem «Google StreetView»-Bild auf dem Besu-
cherparkplatz zu sehen ist. Folglich sei erwiesen, dass das Firmenfahrzeug mindestens vier Mal auf 
einem der Besucherparkplätze parkiert gewesen sei.

4.

4.1 Die Staatsanwaltschaft eröffnet eine Untersuchung, wenn sich ein hinreichender Tat-
verdacht ergibt (Art. 309 Abs. 1 Bst. a StPO). Gemeint ist ein «mittlerer Verdacht», 

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d.h. erhebliche Gründe, die für das Vorliegen eines Tatverdachts sprechen (Urteil 
des Bundesgerichts 6B_726/2021 vom 25. Mai 2022 E. 2.1 mit Hinweis auf 
6B_335/2020 vom 7. September 2020 E. 3.3.4). Die zur Eröffnung einer Strafunter-
suchung erforderlichen tatsächlichen Hinweise auf eine strafbare Handlung müssen 
erheblich und konkreter Natur sein. Blosse Gerüchte oder Vermutungen genügen 
nicht. Der Anfangsverdacht soll eine plausible Tatsachengrundlage haben, aus der 
sich die konkrete Möglichkeit ergibt, dass eine Straftat begangen worden ist (Urteile 
des Bundesgerichts 6B_700/2020 vom 17. August 2021 E. 3.3, 6B_553/2019 vom 
6. November 2019 E. 3.1 und 6B_833/2019 vom 10. September 2019 E. 2.4.2). Da-
gegen verfügt die Staatsanwaltschaft die Nichtanhandnahme, sobald aufgrund der 
Strafanzeige oder des Polizeirapports feststeht, dass die fraglichen Straftatbestände 
oder die Prozessvoraussetzungen eindeutig nicht erfüllt sind oder Verfahrenshinder-
nisse bestehen (Art. 310 Abs. 1 Bst. a und b StPO). Eine Nichtanhandnahme darf 
nur in sachverhaltsmässig und rechtlich klaren Fällen ergehen, so bei offensichtlicher 
Straflosigkeit, wenn der Sachverhalt mit Sicherheit nicht unter einen Straftatbestand 
fällt oder bei eindeutig fehlenden Prozessvoraussetzungen (BGE 143 IV 241 
E. 2.3.2; Urteil des Bundesgerichts 6B_572/2021 vom 10. Februar 2022 E. 3.1).

4.2 Gemäss Art. 174 Ziff. 1 des Schweizerischen Strafgesetzbuchs (StGB; SR 311.0) 
macht sich der Verleumdung strafbar, wer jemanden wider besseres Wissen bei ei-
nem anderen eines unehrenhaften Verhaltens oder anderer Tatsachen, die geeignet 
sind, seinen Ruf zu schädigen, beschuldigt oder verdächtigt oder eine solche An-
schuldigung oder Verdächtigung wider besseres Wissen verbreitet. In objektiver Hin-
sicht entspricht das Delikt grundsätzlich der üblen Nachrede (vgl. Art. 173 StGB), es 
ist aber erforderlich, dass die Äusserung unwahr ist (Urteile des Bundesgerichts 
6B_1046/2021 vom 2. August 2022 E. 3.3.2 6B_1215/2020 vom 22. April 2021 
E. 3.1; 6B_1254/2019 vom 16. März 2020 E. 6.1; je mit Hinweisen). Während der 
Täter im Falle der üblen Nachrede nachzuweisen hat, dass die von ihm vorgetragene 
Äusserung der Wahrheit entspricht, oder dass er ernsthafte Gründe hatte, sie in gu-
ten Treuen für wahr zu halten (Art. 173 Ziff. 2 StGB), müssen bei der Verleumdung 
die Strafverfolgungsbehörden nachweisen, dass die behauptete Tatsache unwahr 
ist (Urteile des Bundesgerichts 6B_1046/2021 vom 2. August 2022 E. 3.3.2; 
6B_15/2021 vom 12. November 2021 E. 2.1.3; 6B_1309/2019 vom 6. Mai 2020 
E. 3.3.2; je mit Hinweisen; so auch WOHLERS: in Schweizerisches Strafgesetzbuch - 
Handkommentar, 5. Aufl. 2024, Rz. 2).

Der strafrechtliche Schutz der Ehrverletzungsdelikte nach Art. 173 ff. StGB be-
schränkt sich nach ständiger Rechtsprechung auf den menschlich-sittlichen Bereich. 
Geschützt wird der Ruf, ein ehrbarer Mensch zu sein, das heisst sich so zu beneh-
men, wie nach allgemeiner Anschauung ein charakterlich anständiger Mensch sich 
zu verhalten pflegt (BGE 145 IV 462 E. 4.2.2; 137 IV 313 E. 2.1.1; Urteile des Bun-
desgerichts 6B_1046/2021 vom 2. August 2022 E. 3.3.2; 6B_1423/2019 vom 26. Ok-
tober 2020 E. 4.2; je mit Hinweisen).

Der subjektive Tatbestand der Verleumdung verlangt Vorsatz. Dieser muss sich auf 
sämtliche objektiven Tatbestandsmerkmale beziehen, namentlich den ehrverletzen-
den Charakter sowie die Kenntnisnahme der Äusserung durch einen Dritten, wobei 
diesbezüglich Eventualvorsatz genügt (Urteile des Bundesgerichts 6B_1046/2021 

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vom 2. August 2022 E. 3.3.3; 6B_458/2021 vom 3. März 2022 E. 3.1; 6B_1215/2020 
vom 22. April 2021 E. 3.1; je mit Hinweisen). In Bezug auf die Unwahrheit der Be-
schuldigung oder Verdächtigung ist direkter Vorsatz erforderlich. «Wider besseres 
Wissen» erfolgt diese nur dann, wenn der Täter sicher weiss, dass die Tatsachen-
behauptung unwahr ist. Das Bewusstsein, dass sie möglicherweise falsch sein 
könnte, genügt mithin nicht (BGE 136 IV 170 E. 2.1; 76 IV 243; Urteile des Bundes-
gerichts 6B_1046/2021 vom 2. August 2022 E. 3.3.3; 6B_1352/2021 vom 2. Mai 
2022 E. 5; 6B_458/2021 vom 3. März 2022 E. 3.1; je mit Hinweisen).

5.

5.1 Die Vorinstanz begründet die Nichtanhandnahme des Strafverfahrens wegen Ver-
leumdung gegen A.________ wie folgt:
Im vorliegenden Fall ist durch mehrere Fotografien sowie ein «Google StreetView»-Bild erwiesen, dass 
die Privatklägerin mehrmals ihr Firmenfahrzeug auf den Besucherparkplätzen abstellte und ihr Privat-
fahrzeug mindestens ein Mal auf dem Waschplatz abstellte. Daher liegt nahe, dass die seitens mehrerer 
Liegenschaftsbewohner bei der Verwaltung erstatteten Meldungen der Wahrheit entsprechen. Die 
Frage kann aber letztlich offengelassen werden, handelt es sich doch bei den Behauptungen, die Pri-
vatklägerin nutze die Parkplätze der Liegenschaft unrechtmässig, nicht um eine Äusserung, welche ihr 
geradezu ein[en] «Mangel an Pflichtgefühl, Verantwortungsbewusstsein und Zuverlässigkeit» vorwirft 
oder die «geeignet wäre, sie als Mensch geradezu verächtlich zu machen bzw. ihren Charakter in ein 
ungünstiges Licht zu rücken». Auch dass ihr Chef nun das Gefühl habe, sie könne nicht parkieren, 
betrifft nicht die strafrechtlich geschützte Ehre der Privatklägerin. Folglich haben die unbekannten Mel-
der den objektiven Tatbestand der Verleumdung nicht erfüllt, weswegen das Verfahren nicht anhand 
genommen wird.

5.2 Die Beschwerdekammer gelangt zum Schluss, dass die Vorinstanz das Strafverfah-
ren zu Recht nicht an die Hand genommen hat. Zur Begründung kann vorweg auf 
die angefochtene Verfügung verwiesen werden. Dass die Staatsanwaltschaft die 
rechtlichen Grundlagen in der angefochtenen Verfügung nicht vollumfänglich korrekt 
wiedergibt, schadet nicht, da sie die Nichtanhandnahme des Verfahrens in erster 
Linie damit begründet, dass der objektive Tatbestand der Verleumdung mangels ehr-
verletzender Äusserung nicht gegeben ist. Kommt hinzu, dass sie zutreffend festhält, 
dass es angesichts des aktenkundigen Bildmaterials naheliegend erscheine, dass 
die erstatteten Meldungen der Wahrheit entsprechen. Mit anderen Worten fällt damit 
auch ein direkt vorsätzliches Behaupten «wider besseres Wissen» ausser Betracht. 
Die Beschwerdeführerin führt in der Beschwerde denn auch nicht aus, dass bzw. 
inwiefern die Behauptungen, sie nutze die Parkplätze der Liegenschaft unrechtmäs-
sig, ihre strafrechtlich geschützte Ehre betreffen würden. Auch bestreitet sie zu Recht 
nicht, ihren Firmenwagen auf den Besucherplätzen parkiert zu haben (vgl. dazu die 
Fotodokumentation der Kantonspolizei Bern vom 2. September 2025). Soweit sie 
vorbringt, der in der angefochtenen Verfügung abgebildete Sachverhalt habe nichts 
mit ihrer Anzeige zu tun und dieser sei gar nicht nachgegangen worden, ist ihr ent-
gegenzuhalten, dass der von ihr gegenüber der Kantonspolizei Bern geschilderte 
Sachverhalt (vgl. dazu den Anzeigerapport vom 2. September 2025) in der ange-
fochtenen Verfügung vollständig wiedergegeben wird. Wenn die Beschwerdeführe-
rin schliesslich sinngemäss darum ersucht, ein Strafverfahren zu eröffnen und ihr 
Gelegenheit zu geben klarzustellen, worum es in der Anzeige gehe, ist festzustellen, 

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dass sie den Gegenstand der Anzeige auch in der Beschwerde nicht näher um-
schrieben hat.

5.3 Nach dem Gesagten hat die Staatsanwaltschaft das Strafverfahren zu Recht nicht 
an die Hand genommen.

6. Die Beschwerde erweist sich demnach offensichtlich als unbegründet und ist abzu-
weisen.

7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Beschwerdeführerin kostenpflichtig 
(Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Verfahrenskosten werden auf CHF 1'000.00 bestimmt 
und der von der Beschwerdeführerin in gleicher Höhe geleisteten Sicherheit entnom-
men. Zufolge ihres Unterliegens hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf 
eine Entschädigung. Den – im Übrigen nicht näher bezeichneten – beschuldigten 
Personen sind mangels Durchführung eines Schriftenwechsels keine entschädi-
gungswürdigen Nachteile entstanden.

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Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 1’000.00, werden der Be-
schwerdeführerin auferlegt und der von ihr in gleicher Höhe geleisteten Sicherheit ent-
nommen.

3. Entschädigungen werden keine gesprochen.

4. Zu eröffnen:
- der Straf- und Zivilklägerin/Beschwerdeführerin (per Einschreiben)
- der Generalstaatsanwaltschaft (per Kurier)

Mitzuteilen:
- der Regionalen Staatsanwaltschaft Oberland, Staatsanwalt D.________ 

(mit den Akten – per Einschreiben)

Bern, 13. Oktober 2025 Im Namen der Beschwerdekammer
in Strafsachen

Der Präsident i.V.:

Oberrichter Schmid

Die Gerichtsschreiberin:

Lienhard

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgerichtsgesetzes 
(BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.