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**Case Identifier:** 58d05821-9a1b-5bd3-b996-3f8dcb9e2d91
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-12-09
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 09.12.2020 BB.2020.178
**Docket/Reference:** BB.2020.178
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_BB-2020-178_2020-12-09

## Full Text

Einziehung bei Einstellung des Verfahrens (Art. 320 Abs. 2 i.V.m. Art. 322 Abs. 2 StPO).;;Einziehung bei Einstellung des Verfahrens (Art. 320 Abs. 2 i.V.m. Art. 322 Abs. 2 StPO).;;Einziehung bei Einstellung des Verfahrens (Art. 320 Abs. 2 i.V.m. Art. 322 Abs. 2 StPO).;;Einziehung bei Einstellung des Verfahrens (Art. 320 Abs. 2 i.V.m. Art. 322 Abs. 2 StPO).

Beschluss vom 9. Dezember 2020 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 
Roy Garré, Vorsitz, 
Andreas J. Keller und Cornelia Cova, 
Gerichtsschreiber Stephan Ebneter 

   
 
Parteien 

  
1. A., 
 
2. B., 
 
3. C., 
 
4. D., 
 
5. E., 
 
6. F., 
 
7. G. OHG, 
 
8. H., 
 
9. I., 
 
10. J., 
 
11. K., 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BB.2020.178–194 
 
 
 
 

- 2 - 

 

 

12. L., 
 
13. M., 
 
14. N., 
 
15. O., 
 
16. P., 
 
17. Q., 
 
alle vertreten durch Rechtsanwalt Gregor Marcolli, 

Beschwerdeführer 1–17 
 

 gegen 
   

BUNDESANWALTSCHAFT, 
Beschwerdegegnerin 

 
   

Gegenstand  Einziehung bei Einstellung des Verfahrens 
(Art. 320 Abs. 2 i.V.m. Art. 322 Abs. 2 StPO) 

  

- 3 - 

 

 

Sachverhalt: 
 

A. Am 19. Februar 2007 erstattete die Meldestelle für Geldwäscherei MROS 
Anzeige an die Bundesanwaltschaft (nachfolgend «BA»), woraufhin die BA 
am 21. Februar 2007 das Verfahren EAII.07.0033 gegen Unbekannt wegen 
Verdachts der qualifizierten Geldwäscherei eröffnete. Die Strafuntersuchung 
wurde in der Folge in personeller Hinsicht ausgedehnt auf R., S., T., AA. und 
BB. 
 
 

B. Mit Schreiben vom 13. August 2009 ersuchte die BA die Staatsanwaltschaft 
Düsseldorf (D) um Übernahme der Strafverfolgung gegen S., AA. und BB. 
Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf übernahm das in der Schweiz geführte 
Ermittlungsverfahren gegen S., AA. und BB., was die BA veranlasste, das 
Verfahren EAII.07.0033 einstweilig einzustellen. 
 
 

C. Mit Urteil vom 31. Juli 2014 verurteilte das Landgericht Düsseldorf u.a. S. 
und BB. Eine Einziehung wurde nicht angeordnet. Das Urteil des Landge-
richts Düsseldorf erwuchs – nachdem dagegen erhobene Rechtsmittel ver-
worfen wurden – in Rechtskraft. 
 
Das abgetrennte Verfahren gegen AA. wurde mangels Tatnachweises ein-
gestellt. 
 
 

D. Die BA verfügte am 4. Juli 2016 die Wiederanhandnahme des Verfahrens 
EAII.07.0033 und dehnte am 19. Oktober 2016 die Strafverfolgung betref-
fend R. wegen Gehilfenschaft zum gewerbsmässigen Betrug (Art. 146 
Abs. 2, Art. 25 und Art. 27 StGB) aus. 
 
 

E. Sämtliche im Rubrum aufgeführten Beschwerdeführer gelangten mit Anträ-
gen nach Art. 73 StGB an die BA (Verfahrensakten BA [ab 07.2016],  
pag. 19-018-0001 ff.). 
 
 

F. Mit Einstellungsverfügung vom 13. März 2020, versandt am 19. Mai 2020, 
entschied die BA wie folgt (act. 1.1): 
 
1. Das Strafverfahren gegen die beschuldigte Person R. wegen des Verdachts der Gehil-

fenschaft zum gewerbsmässigen Betrug (Art. 146 Abs. 2 i.V.m. Art. 25 StGB) und der 

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schweren Geldwäscherei (Art. 305bis Ziff. 2 StGB) sowie gegen die beschuldigten Per-

sonen S., T. sel., AA. sel., BB. und gegen UNBEKANNT wegen des Verdachts der 

schweren Geldwäscherei (Art. 305bis Ziff. 2 StGB) wird eingestellt (Art. 319 Abs. 1 lit. a, 
b und d StPO). 

 

2. Die bei der Schweizerischen Nationalbank auf Konto Nr. 1, Nr. 2 und Nr. 3 zu Gunsten 

des Verfahrens EAII.07.0033 per 31. Dezember 2019 beschlagnahmten Vermögens-

werte von CHF 2'245'119.47, EUR 9'273'447.29 und USD 79'563.16 werden eingezo-
gen (Art. 320 Abs. 2 StPO, Art. 70 Abs. 1 StGB). 

 

3. Die folgenden rechtshilfeweise beschlagnahmten Vermögenswerte werden eingezogen 
(Art. 320 Abs. 2 StPO, Art. 70 Abs. 1 StGB): 

 

 a. Slowakei: […] 

 b. Lettland: […] 

 c. Spanien: […] 

 

4. Die Anträge auf Aushändigung beschlagnahmter Vermögenswerte zur Wiederherstel-

lung des ursprünglichen Zustandes (Art. 70 Abs. 1 in fine StGB) werden abgewiesen. 
 

5. Der Privatklägerschaft steht nach Eintritt der Rechtskraft der Verfügung der Zivilweg of-

fen (Art. 320 Abs. 3 StPO) bzw. die Zivilklagen werden auf den Zivilweg verwiesen 
(Art. 126 Abs. 2 lit. a StPO). 

 

6. Auf die Anträge auf Zusprechung eingezogener Vermögenswerte zu Gunsten geschä-

digter Personen (Art. 73 StGB) wird nicht eingetreten. 
 

7. Die Verfahrenskosten […] werden je zu 1/5 den Beschuldigten S. und BB. auferlegt 
(Art. 425 Abs. 2 StPO) und unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Verhältnisse er-
lassen (Art. 425 StPO). Im Übrigen werden die Verfahrenskosten vom Bund übernom-
men. 

 

8. Es werden keine Entschädigungen oder Genugtuungen ausgerichtet (Art. 430 Abs. 1 
StPO). 

 

9. Die Einziehung gemäss Ziffer 2 und 3 ist im Dispositiv öffentlich bekannt zu machen 
(Art. 70 Abs. 4 StPO). 

 

10. Zu eröffnen per Einschreiben an: 
 […] 

 
  

- 5 - 

 

 

11. Mitteilung (nach Eintritt der Rechtskraft) an: 

 […] 

 
 

G. Dagegen gelangen die im Rubrum aufgeführten Beschwerdeführer, alle ver-
treten durch Rechtsanwalt Gregor Marcolli, mit gemeinsamer Beschwerde 
vom 3. Juni 2020 an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts mit 
folgenden Rechtsbegehren (act. 1): 
 
1. Ziff. 6 der Einstellungsverfügung der Bundesanwaltschaft vom 13. März 2020 im Verfah-

ren EAII.07.0033 sei aufzuheben. 

 

2. Die eingezogenen Vermögenswerte seien wie folgt zugunsten der Beschwerdeführen-

den zu verwenden: […] 

 

3. Eventuell (zu Ziff. 2 oben): Die Akten seien zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zu-

rückzuweisen und der Vorinstanz seien Weisungen im Sinne der nachfolgenden Begrün-

dung zu erteilen, 

 

 unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. 

 
 

H. Mit Beschwerdeantwort vom 10. September 2020 beantragt die BA, die Be-
schwerde sei unter Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdeführer abzuwei-
sen, soweit darauf einzutreten sei (act. 14). Sie reichte ihre Verfahrensakten 
ein (act. 17, 19). Dies wurde den Beschwerdeführern mit Schreiben vom 
7. Oktober 2020 zur Kenntnis gebracht (act. 18, 21). 
 
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit 
erforderlich, in den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen Bezug genom-
men. 
 
 
 
Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 
 

1.  
1.1 Gegen die Einstellungsverfügung der Bundesanwaltschaft können die Par-

teien innert zehn Tagen bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafge-
richts Beschwerde erheben (Art. 322 Abs. 2 StPO i.V.m. Art. 37 Abs. 1 
StBOG). Zur Beschwerde legitimiert sind die Parteien, sofern sie ein rechtlich 
geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung der angefochtenen 

- 6 - 

 

 

Verfügung haben (Art. 382 Abs. 1 StPO). Die geschädigte Person ist gegen 
die Einstellung des Verfahrens grundsätzlich nur insoweit zur Beschwerde 
legitimiert, als sie sich vor Abschluss des Vorverfahrens im Sinne der 
Art. 118 f. StPO als Privatklägerschaft konstituiert hat (BGE 141 IV 380 
E. 2.2 S. 383 mit Hinweis). Mit der Beschwerde gerügt werden können ge-
mäss Art. 393 Abs. 2 StPO Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschrei-
tung und Missbrauch des Ermessens, Rechtsverweigerung und Rechtsver-
zögerung (lit. a), die unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sach-
verhalts (lit. b) sowie die Unangemessenheit (lit. c). 
 

1.2 Die Einstellungsverfügung vom 13. März 2020 wurde Rechtsanwalt CC., der 
die Beschwerdeführer im Verfahren vor der Beschwerdegegnerin vertrat, am 
25. Mai 2020 zugestellt (Verfahrensakten BA [ab 07.2016], pag. 03-000-
0152). Die Beschwerde vom 3. Juni 2020 erweist sich als fristgerecht. 
 

1.3 Um Beschwerde führen zu können, bedarf es der (prozessualen) Rechtsfä-
higkeit. Sie richtet sich nach den einschlägigen Bestimmungen des Zivil-
rechts (GUIDON, Die Beschwerde gemäss Schweizerischer Strafprozessord-
nung, 2011, N. 227). 
 
Vorliegend wurde u.a. für die «G. OHG» Beschwerde erhoben. Gemäss ein-
gereichter Wiedergabe des Handelsregisters A des Amtsgerichts Köln han-
delt es sich dabei um eine Offene Handelsgesellschaft (OHG) nach deut-
schem Recht mit Sitz in Köln mit der Firma «G. OHG» (act. 10.1). Eine OHG 
kann gemäss § 124 des Handelsgesetzbuchs der Bundesrepublik Deutsch-
land unter ihrer Firma Rechte erwerben und Verbindlichkeiten eingehen, Ei-
gentum und andere dingliche Rechte an Grundstücken erwerben, vor Ge-
richt klagen und verklagt werden. Mithin ist sie (prozessual) rechtsfähig (vgl. 
etwa auch BGE 124 III 266; Beschluss und Urteil des Obergerichts des Kan-
tons Zürich LB150011-O/U vom 15. September 2015). 
 

1.4 Soweit sich die Beschwerdeführer gegen das in Dispositiv-Ziff. 6 der Einstel-
lungsverfügung verfügte Nichteintreten auf ihre Anträge auf Zusprechung 
eingezogener Vermögenswerte wenden, sind sie zur Beschwerde legitimiert 
(vgl. BGE 136 IV 29 E. 1.9). 
 

1.5 Die übrigen Eintretensvoraussetzungen geben keinen Anlass zu Bemerkun-
gen. Auf die Beschwerde ist einzutreten. 
 
 

  

- 7 - 

 

 

2.  
2.1 Die Beschwerdeführer beantragen, Dispositiv-Ziff. 6 der Einstellungsverfü-

gung sei aufzuheben und die eingezogenen Vermögenswerte seien in be-
stimmten Beträgen zugunsten der Beschwerdeführer zu verwenden, even-
tuell sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 
 
Sie machen im Wesentlichen geltend, sie hätten bei der Beschwerdegegne-
rin formgerecht beantragt, die eingezogenen Vermögenswerte seien in An-
wendung von Art. 73 StGB zur Erfüllung ihrer schon beurteilten Zivilansprü-
che zu verwenden. Die Beschwerdegegnerin habe diesen Antrag nicht be-
handelt mit der Begründung, ihr sei eine Beurteilung dieses Antrags ver-
wehrt, was nicht zutreffe. Dispositiv-Ziff. 6 der Einstellungsverfügung 
verstosse gegen Art. 73 StGB i.V.m. Art. 29a BV und sei aufzuheben. 
 

2.2 Die Beschwerdegegnerin begründet ihr Nichteintreten auf die Anträge auf 
Zusprechung eingezogener Vermögenswerte zu Gunsten geschädigter Per-
sonen damit, dass Art. 73 StGB ausdrücklich vorsehe, dass ein Gericht über 
die Verwendung zu Gunsten der Geschädigten zu entscheiden habe. Auch 
die Gesetzessystematik lasse diesen Schluss zu. So gehöre es nach 
Art. 320 Abs. 2 StPO ausdrücklich zur Kompetenz der Staatsanwaltschaft, 
die Einziehung von Gegenständen und Vermögenswerten anzuordnen. 
Auch sei in Art. 320 Abs. 3 StPO ausdrücklich vorgesehen, dass der Staats-
anwaltschaft bei Einstellung des Verfahrens keine Kompetenz in der Beur-
teilung von adhäsionsweise geltend gemachten Zivilklagen zukomme. Es 
könne sich angesichts der Tatsache, dass die Verwendung zugunsten der 
geschädigten Person im Gesetz im Rahmen des selbständigen Einziehungs-
verfahrens geregelt worden sei (Art. 378 StPO), kaum um ein gesetzgeberi-
sches Versehen gehandelt haben, dass diese Möglichkeit nicht auch bei der 
Einstellung des den Art. 319 ff. StPO Eingang in den Gesetzestext gefunden 
habe. Die Zuständigkeit zur Verwendung zugunsten der geschädigten Per-
son stehe denn auch gemäss Art. 378 StPO ausdrücklich der Staatsanwalt-
schaft zu. Es handle sich jedoch hierbei um ein selbständiges Massnahme-
verfahren, welches dem Rechtsmittel der Einsprache unterstehe (Art. 377 
Abs. 4 StPO). Das im Einstellungsverfahren vorgesehene Rechtsmittel der 
Beschwerde hingegen erfülle die Anforderungen an eine erstmalige richter-
liche Beurteilung nicht, zumal die Beschwerdekammer lediglich über die An-
träge einzelner Beschwerdeführer entscheide. Für ein selbständiges Einzie-
hungsverfahren bestehe indessen im Rahmen einer Einstellung kein Raum, 
weshalb sich auch ein Analogieschluss zu Art. 378 StPO verbiete. Die Ver-
wendung von eingezogenen Vermögenswerten zugunsten von geschädigten 
Personen könne schliesslich gemäss Art. 73 Abs. 3 StGB Gegenstand eines 
Verfahrens bei selbständigen nachträglichen Entscheiden des Gerichts sein. 

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Selbständige nachträgliche Entscheide könnten von der Staatsanwaltschaft 
indessen gemäss Art. 363 Abs. 2 StPO lediglich im Strafbefehlsverfahren 
getroffen werden. E contrario komme der Staatsanwaltschaft im Einstel-
lungsverfahren keine solche Kompetenz zu. Gemäss Art. 364 Abs. 1 StPO 
habe die zuständige Behörde das Verfahren auf Erlass eines nachträglichen 
Entscheids jedoch von Amtes wegen einzuleiten und die entsprechenden 
Akten sowie ihren Antrag dem Gericht einzureichen. Die Beschwerdegegne-
rin werde demgemäss nach Eintritt der Rechtskraft der Einstellungsverfü-
gung gemäss Art. 364 Abs. 1 StPO das Verfahren auf nachträglichen rich-
terlichen Entscheid einleiten, indem sie die notwendigen Akten sowie einen 
Antrag auf Verwendung der eingezogenen Vermögenswerte zu Gunsten der 
Geschädigten nach Art. 73 StGB i.V.m. Art. 364 f. StPO dem Bundesstraf-
gericht [Strafkammer] einreiche. 
 
Im Übrigen sei es der Beschwerdegegnerin gemäss Art. 320 Abs. 2 StPO 
sowie Art. 6 EMRK verwehrt, über adhäsionsweise geltend gemachte Zivil-
forderungen zu entscheiden. Der Entscheid über die Verwendung eingezo-
gener Vermögenswerte zu Gunsten von geschädigten Personen nach 
Art. 73 StGB setze voraus, dass über deren Schadenersatz- bzw. Genugtu-
ungsansprüche gerichtlich entschieden worden sei. Für alle diejenigen Ge-
schädigten, die in casu noch über kein Gerichtsurteil verfügten, bedeute dies, 
dass sie ihre Ansprüche zunächst in einem Zivilprozess einklagen müssten. 
Die Klagefrist betrage analog zu Art. 70 Abs. 4 StGB bzw. Art. 25 Abs. 1 
OHG grundsätzlich fünf Jahre. Der Antrag auf Zusprechung nach Art. 73 
StGB könne schon im Rahmen des Verfahrens in der Sache gestellt werden. 
Eine Befriedigung derjenigen Geschädigten in der Einstellungsverfügung, 
welche bereits über ein Zivilurteil verfügten, würde jedoch dazu führen, dass 
jene Geschädigten, welche ihre Ansprüche noch nicht auf dem Zivilweg gel-
tend gemacht hätten, lediglich noch auf den Rest verwiesen bzw. gar leer 
ausgehen würden. Der gesetzlich ausdrücklich vorgezeichnete Zivilweg für 
diese Geschädigten würde damit unterlaufen, was Sinn und Zweck der Be-
stimmung von Art. 320 Abs. 3 StPO widerspräche. 
 

2.3 Der Beschwerdegegnerin ist insoweit zu folgen, als der Gesetzeswortlaut 
gegen die Zuständigkeit der Staatsanwaltschaft zur Zusprechung eingezo-
gener Gegenstände und Vermögenswerte nach Art. 73 StGB spricht. Indes 
wird in der Botschaft zur Schweizerischen Strafprozessordnung ausgeführt, 
dass dem Beispiel einzelner Kantone folgend die Staatsanwaltschaft nach 
Art. 321 Abs. 2 Satz 2 E-StPO – der Art. 320 Abs. 2 Satz 2 StPO entspricht – 
im Rahmen der Einstellung die Einziehung von Gegenständen und Vermö-
genswerten anordnen könne (Art. 69–72 StGB), unter Einschluss der Ver-
wendung für die Geschädigten (Art. 73 StGB; Botschaft vom 21. Dezember 

- 9 - 

 

 

2005 zur Vereinheitlichung des Strafprozessrechts, BBl 2006 1085, 1273). 
Die Schweizerische Strafprozessordnung ist neuen Datums, sodass Materi-
alien dazu wie eben der Botschaft für die Auslegung eine besondere Bedeu-
tung zukommen. Die herrschende Lehre spricht sich denn auch mit weit 
überwiegender Mehrheit dafür aus, dass über den Gesetzeswortlaut hinaus 
neben dem Gericht auch die Staatsanwaltschaft befugt ist, über die Verwen-
dung zu Gunsten des Geschädigten zu entscheiden (vgl. GRÄDEL/HEINIGER, 
Basler Kommentar, 2. Aufl. 2014, Art. 320 StPO N. 10; LANDSHUT/BOSS-
HARD, in: Donatsch/Lieber/Summers/Wohlers [Hrsg.], Kommentar Schweize-
rische Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2020, Art. 320 StPO N. 6; MOREIL-
LON/PAREIN-REYMOND, Petit commentaire, 2. Aufl. 2016, Art. 320 StPO N. 7; 
ROTH/VILLARD, Commentaire romand, 2. Aufl. 2019, Art. 320 StPO N. 8; 
SCHMID/JOSITSCH, Praxiskommentar, 2. Aufl. 2018, Art. 320 StPO N. 4; 
THOMMEN, in: Ackermann [Hrsg.], Kommentar, Kriminelles Vermögen, Krimi-
nelle Organisation, 2018, Art. 73 StGB N. 84; a.M. BAUMANN, Basler Kom-
mentar, 4. Aufl. 2019, Art. 73 StGB N. 20). Diese Ansicht wird auch in der 
Rechtsprechung vertreten (Beschlüsse des Obergerichts des Kantons Zü-
rich UH160041-O/U/bru vom 24. November 2016 E. 3.3e; UH150122-O/U 
vom 4. Juli 2016 E. 6.2.6). 
 
Für das Vorhaben der Beschwerdegegnerin, für die Zusprechung nach 
Art. 73 StGB ein nachträgliches richterliches Verfahren nach Art. 363 ff. 
StGB einleiten zu wollen und die Verteilung dem Gericht zu überlassen, fehlt 
es im Übrigen schon an der Grundvoraussetzung, da kein erstinstanzliches 
Gerichtsurteil vorliegt (Art. 363 Abs. 1 StPO). Darüber hinaus vermengt die 
Beschwerdegegnerin die Zuständigkeit von Strafgericht und Zivilgericht in 
unzulässiger Weise. Der Umstand, dass ein Strafgericht adhäsionsweise im 
Strafverfahren erhobene Klagen mit Wirkung wie ein Zivilgericht beurteilen 
kann, die Staatsanwaltschaft jedoch im Rahmen der Einstellung nicht 
(Art. 320 Abs. 3 StPO), bedeutet nicht, dass ein Strafgericht zu einem sol-
chen Entscheid auch ausserhalb eines bei ihm hängigen Strafverfahrens zu-
ständig wäre. Vielmehr bleibt einerseits die Zuständigkeit zur Festsetzung 
eines Schadenersatzanspruchs beim ordentlichen Zivilgericht, andererseits 
verbleibt auch die Zuständigkeit für die Entscheide nach Art. 73 StGB bei der 
das Verfahren einstellenden Staatsanwaltschaft, welche gemäss Art. 320 
Abs. 2 StPO die Einziehung anordnet (THOMMEN, a.a.O., Art. 73 StGB N. 93). 
 

2.4 Demnach ist die Beschwerde gutzuheissen. 
 

2.5 Bei Gutheissung der Beschwerde wäre vorliegend die Dispositiv-Ziff. 6 nur 
in Bezug auf die von den Beschwerdeführern gestellten Anträge nach Art. 73 

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StGB aufzuheben. Gestützt auf Art. 392 Abs. 1 StPO können jedoch gutheis-
sende Beschwerdeentscheide ausgedehnt werden, namentlich wenn die Er-
wägungen auch für die anderen Beteiligten zutreffen (lit. b; vgl. GUIDON, 
a.a.O., N. 559). Vorliegend treffen die Erwägungen zur Dispositiv-Ziff. 6 für 
alle zu, die bei der Beschwerdegegnerin einen Antrag nach Art. 73 StGB ge-
stellt haben. Es ist deshalb die Dispositiv-Ziff. 6 vollumfänglich aufzuheben. 
Dabei erscheint es nicht nötig, vor diesem Entscheid insbesondere alle an-
zuhören, die einen Antrag nach Art. 73 StGB gestellt haben (vgl. Art. 392 
Abs. 2 StPO), da die Ausdehnung zu deren Gunsten erfolgt. 
 

2.6 Heisst die Behörde die Beschwerde gut, so fällt sie einen neuen Entscheid 
oder hebt den angefochtenen Entscheid auf und weist ihn zur neuen Ent-
scheidung an die Vorinstanz zurück (Art. 397 Abs. 2 StPO). Vorliegend hat 
die Beschwerdegegnerin über die Anträge nach Art. 73 StGB nicht entschie-
den, weil sie sich nicht für zuständig erachtete. Die Sache ist an die Be-
schwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese (erstinstanzlich) über die 
bei ihr gestellten Anträge nach Art. 73 StGB entscheidet. 
 

2.7 Die Beschwerdegegnerin kann nur über die Verteilung der hier beschlag-
nahmten Vermögenswerte zugunsten von Geschädigten verfügen, welche 
die Voraussetzungen von Art. 73 Abs. 1 und 2 StGB erfüllen. Mit anderen 
Worten bedarf es dafür u.a. eines in der Schweiz vollstreckbaren gerichtli-
chen oder durch (gerichtlichen) Vergleich festgesetzten Betrags, an welchen 
nach Art. 73 StGB zuzusprechen ist. Im vorliegenden Fall verfügen einige 
Geschädigte bereits über mit Zivilurteil zugesprochene Schadenersatzforde-
rungen, andere jedoch noch nicht. Letzteren ist daher die Gelegenheit zu 
bieten, innert einer Frist einen entsprechenden Titel zu erwirken. Entspre-
chend wird die Beschwerdegegnerin allen Geschädigten, die einen An-
spruch im Strafverfahren erhoben haben und noch über keinen Vollstre-
ckungstitel verfügen, eine Frist ansetzen müssen, innert welcher sie einen 
entsprechenden Vollstreckungstitel zu erwirken haben. Diese Frist ist auf-
grund des fortgeschrittenen Stadiums des Verfahrens und des langen Zeit-
ablaufs relativ kurz zu halten (1 Jahr). 
 

2.8 Schliesslich ist hier der Vollständigkeit halber festzuhalten, dass es die ein-
gezogenen Vermögenswerte proportional an die schliesslich vorliegenden 
Vollstreckungstitel zuzusprechen gilt (THOMMEN, a.a.O., Art. 73 StGB N. 30), 
was auch dem Gerechtigkeitsgedanken am ehesten entspricht. Grundsätz-
lich wäre auch schon in einem früheren Zeitpunkt eine pro rata Zusprechung 
an diejenigen Geschädigten mit Vollstreckungstitel möglich, einfach betrags-

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mässig dergestalt, dass – sofern alle Ansprecher ihre Ansprüche zivilgericht-
lich festsetzen lassen würden und könnten – am Schluss des Verteilungs-
prozesses die proportionale Zuteilung möglich bleibt. 
 

2.9 Die Beschwerde ist demnach gutzuheissen. Dispositiv-Ziffer 6 des angefoch-
tenen Entscheids ist aufzuheben und die Sache im Sinne der Erwägungen 
zur Durchführung des Verfahrens nach Art. 73 StGB an die Beschwerdegeg-
nerin zurückzuweisen. 
 
 

3.  
3.1 Die Kosten- und Entschädigungsfolgen im Beschwerdeverfahren tragen die 

Parteien nach ihrem Obsiegen und Unterliegen (Urteil des Bundesgerichts 
6B_265/2016 vom 1. Juni 2016 E. 2.3; Beschluss des Bundesstrafgerichts 
BB.2017.42 vom 5. April 2017 E. 2.1 und E. 2.3; vgl. BGE 142 IV 163 
E. 3.2.2; je m.w.H.). 
 

3.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist keine Gerichtsgebühr zu erheben 
(vgl. Art. 428 Abs. 4 StPO). Die Bundesstrafgerichtskasse ist anzuweisen, 
dem Vertreter der Beschwerdeführer den geleisteten Kostenvorschuss in der 
Höhe von insgesamt Fr. 6'801.36 zurückzuerstatten. 
 

3.3 Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend hat die Beschwerdegegnerin 
(vgl. hierzu Urteil des Bundesgerichts 1B_534/2018 vom 4. April 2019 E. 3.4, 
wonach Art. 417 StPO das Verursacherprinzip für die Kosten- und Entschä-
digungsfolgen auch für die Staatsanwaltschaft statuiert) den Beschwerde-
führern eine Entschädigung für ihre Aufwendungen im vorliegenden Be-
schwerdeverfahren auszurichten. Da die Beschwerdeführer keine Kosten-
note eingereicht haben, ist diese auf pauschal Fr. 3‘000.– (inkl. allfällige 
MwSt.) festzusetzen (vgl. Art. 10 i.V.m. Art. 12 Abs. 2 BStKR). 

 
 

  

- 12 - 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 
 
1.  
1.1 Die Beschwerde wird gutgeheissen. Dispositiv-Ziffer 6 des angefochtenen 

Entscheids wird aufgehoben und die Sache im Sinne der Erwägungen zur 
Durchführung des Verfahrens nach Art. 73 StGB an die Beschwerdegegnerin 
zurückgewiesen. 

 
1.2 Diese Aufhebung gilt gestützt auf Art. 392 StPO auch gegenüber Ansprechern 

nach Art. 73 StGB, welche keine Beschwerde erhoben haben. 
 
2. Es wird keine Gerichtgebühr erhoben. Die Bundesstrafgerichtskasse wird an-

gewiesen, dem Vertreter der Beschwerdeführer den geleisteten Kostenvor-
schuss in der Höhe von insgesamt Fr. 6'801.36 zurückzuerstatten. 
 

3. Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführer mit Fr. 3’000.– zu ent-
schädigen. 

 
 

Bellinzona, 9. Dezember 2020 
 
Im Namen der Beschwerdekammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:  
 
 
 
 
 
 
Zustellung an 
 
- Rechtsanwalt Gregor Marcolli 
- Bundesanwaltschaft 
 
 
Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide der Beschwerdekammer über Zwangsmassnahmen kann innert 30 Tagen nach 
der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde geführt werden 
(Art. 79 und 100 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005; BGG). Das 
Verfahren richtet sich nach den Artikeln 90 ff. BGG. 

Eine Beschwerde hemmt den Vollzug des angefochtenen Entscheides nur, wenn der Instruktions-
richter oder die Instruktionsrichterin es anordnet (Art. 103 BGG).