# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 459d0d9a-5f15-528c-9901-97e9526c694a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-08-05
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 05.08.2008 E-6340/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6340-2006_2008-08-05.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-6340/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  5 .  A u g u s t  2 0 0 8

Richter Markus König (Vorsitz), 
Richterin Christa Luterbacher, 
Richterin Regula Schenker Senn,
Gerichtsschreiberin Karin Maeder-Steiner.

A._______, Kosovo, 
B._______, Kosovo,
C._______, Kosovo,
D._______, Kosovo,
alle vertreten durch Gabriel Püntener, Fürsprecher, 
(Adresse)
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Vollzug  der  Wegweisung  (Wiedererwägung);  Verfügung 
des BFM vom 8. Dezember 2003 / N_______

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-6340/2006

Sachverhalt:

A.
Die Beschwerdeführer, Albaner aus dem Kosovo mit letztem Wohnsitz 
in E._______, gelangten nach eigenen Angaben am 23. Oktober 1998 
in  die  Schweiz,  wo  sie  am  27.  Oktober  1998  im  Empfangszentrum 
(vormals  Empfangsstelle)  des  BFF  (Bundesamt  für  Flüchtlinge,  seit 
dem 1. Januar 2005 Bundesamt für Migration [BFM]) in Basel um Asyl 
nachsuchten.  Zur  Begründung  ihrer  Asylgesuche  machten  die  Be-
schwerdeführer im Wesentlichen geltend, ihre Probleme hätten im Jahr 
1996 angefangen. Sie seien mehrere Male zu Hause von der Polizei 
aufgesucht  worden,  wobei  diese  bei  ihnen  ein  Funktelefon  gesucht 
und  den  Beschwerdeführer  der  Spionage  bezichtigt  habe. Der  Pass 
des  Beschwerdeführers  sei  von  der  Polizei  beschlagnahmt  worden. 
Der  Beschwerdeführer  habe sich  in  der  Folge  regelmässig  auf  dem 
Gericht melden müssen. Zu einer Verurteilung sei es nicht gekommen. 
Schliesslich  sei  der  Krieg  ausgebrochen  und  der  Beschwerdeführer 
habe als Dorfpolizist bei der Verteidigung des Dorfes mitgeholfen. Sei-
ne F._______ in E._______ sei geplündert und in Brand gesetzt wor-
den.  Die  Beschwerdeführerin  machte  keine  zusätzlichen  Asylgründe 
geltend. Sie hätten am 10. September 1998 ihr Dorf verlassen.

B.
Mit Verfügung vom 24. Oktober 2000 wies das BFF die Asylgesuche 
der  Beschwerdeführer  wegen  fehlender  asylrechtlicher  Relevanz  ab 
und ordnete die Wegweisung sowie den Wegweisungsvollzug an. Eine 
dagegen erhobene Beschwerde wies die Schweizerische Asylrekurs-
kommission (ARK) mit Urteil vom 10. Juli 2002 vollumfänglich ab, wo-
mit die Verfügung in Rechtskraft erwuchs.

C.
Am 26. Juni 2001 wurde die Tochter C._______ geboren.

D.
Eine an das BFF gerichtete, ausdrücklich auf den Vollzug der Wegwei-
sung beschränkte und als "Wiedererwägungsgesuch" bezeichnete Ein-
gabe  vom 17. September  2002  nahm die  ARK als  Revisionsgesuch 
gegen  das  Urteil  vom 10. Juli  2002  entgegen,  soweit  das  Vorliegen 
neuer Beweismittel geltend gemacht wurde. Mit Urteil vom 23. Oktober 
2002 wies die ARK das Revisionsgesuch ab und stellte die Akten dem 
BFF zur Prüfung allfälliger Wiedererwägungsgründe zu, verbunden mit 

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der  Feststellung,  der  Vollzug  der  Wegweisung  bleibe  bis  zu  einem 
allfälligen anderweitigen Entscheid des BFF ausgesetzt.

E.
Das BFF überwies nach Eingang mehrerer Eingaben der Beschwerde-
führer – namentlich vom 3. und 9. und 27. Januar 2003 – die Akten 
wiederum an die ARK zur weiteren Behandlung als Revisionsgesuch. 
Mit Beschluss vom 15. April 2003 schrieb die ARK die Angelegenheit 
von ihrer Geschäftskontrolle ab und überwies die Akten dem BFF zur 
weiteren Behandlung als Wiedererwägungsgesuch.

F.
Am 29. Mai 2003 wurde der Sohn D._______ geboren.

G.
Mit Verfügung vom 8. Dezember 2003 wies das BFF das Gesuch um 
Wiedererwägung vom 17. September 2002 ab und stellte fest, die Ver-
fügung vom 24. Oktober 2000 sei rechtskräftig und vollstreckbar und 
einer allfälligen Beschwerde komme keine aufschiebende Wirkung zu.

H.
Die Beschwerdeführer liessen die Verfügung des BFF vom 8. Dezem-
ber 2003 mit  Beschwerde vom 18. Dezember 2003 bei der ARK an-
fechten  und  beantragten  die  Aufhebung  der  vorinstanzlichen  Verfü-
gung und die Rückweisung der Sache zur Abklärung des rechtserheb-
lichen Sachverhalts, eventualiter die Feststellung der Unzumutbarkeit 
des Wegweisungsvollzugs, die Einvernahme eines angebotenen Zeu-
gen sowie die Aussetzung des Wegweisungsvollzugs. Auf die Begrün-
dung  der  Beschwerde  wird,  soweit  für  den  Entscheid  wesentlich,  in 
den Erwägungen eingegangen.

I.
Mit Zwischenverfügung vom 19. Dezember 2003 setzte der zuständige 
Instruktionsrichter der ARK den Vollzug der Wegweisung provisorisch 
und mit Zwischenverfügung vom 8. Januar 2004 definitiv aus und hielt 
fest, dass die Beschwerdeführer den Ausgang des Verfahrens in der 
Schweiz abwarten können.

J.
Die Vorinstanz hielt in der Vernehmlassung vom 25. Oktober 2004 an 
ihren Erwägungen fest und beantragte die Abweisung der Beschwer-
de. 

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K.
Am 16. November 2004 reichten die Beschwerdeführer ihre Replik zu 
den Akten.

L.
Mit Eingabe vom 7. Oktober 2005 machten die Beschwerdeführer psy-
chische Probleme geltend und ersuchten um Ansetzung einer Frist zur 
Einreichung entsprechender Arztberichte.

M.
Mit  Zwischenverfügung vom 13. Oktober 2005 setzte der zuständige 
Instruktionsrichter  den Beschwerdeführern  Frist  bis  zum 27. Oktober 
2005 zur Einreichung der in Aussicht gestellten Arztberichte.

N.
Mit Eingabe vom 27. Oktober 2005 legten die Beschwerdeführer einen 
ärztlichen  Bericht  von  Prof.  Dr.  med.  G._______,  FMH  Kinder-  und 
Jugendmedizin  vom  17.  Oktober  2005  betreffend  die  Tochter 
C._______ ins Recht, welcher besagt, dass es sich um ein gesundes 
Mädchen handle.  Ausserdem  reichten  die  Beschwerdeführer 
insgesamt vier Arztberichte betreffend den Sohn D._______ ein: drei 
Berichte  von  Dr. med.  H._______,  Facharzt  FMH  für  Pädiatrie 
Neuropädiatrie vom 23. Juni 2005, 1. Juli 2005 sowie 26. August 2005 
sowie  einen  Bericht  von  Prof. Dr. med. G._______ vom 17. Oktober 
2005.  Gleichzeitig  ersuchten  die  Beschwerdeführer  um  Fristerstre-
ckung  bezüglich  des  Arztzeugnisses  betreffend  die 
Beschwerdeführerin.

O.
Innert  erstreckter  Frist  reichten  die  Beschwerdeführer  zudem  einen 
Arztbericht  der  Kantonalen  Psychiatrischen  Dienste  I._______ vom 
7. November  2005 betreffend die  Beschwerdeführerin  zu  den Akten. 
Mit Eingaben vom 8. August 2006 und vom 9. Oktober 2006 reichten 
die  Beschwerdeführer  zwei  weitere  Arztberichte  der  Kantonalen 
Psychiatrischen  Dienste  I._______ vom  14.  März  2006  und 
26. September 2006, beide die Beschwerdeführerin betreffend, zu den 
Akten. 

P.
Mit Verfügung vom 21. November 2007 forderte der Instruktionsrichter 
die Beschwerdeführer dazu auf, innert Frist aktuelle medizinische Be-
richte zu den Akten zu reichen. 

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Q.
Am  5.  Dezember  2007  liessen  die  Beschwerdeführer  bezüglich  der 
Ehefrau/Mutter  auf  einen bei  den BFM-Akten betreffend ein  Gesuch 
um Wechsel  des  Aufenthaltskantons liegenden Bericht  der  Externen 
Psychiatrischen  Dienste  des  Kantons  I._______ vom  4.  April  2007 
hinweisen  (von  dem  am  6.  Dezember  2007  eine  weitere  Kopie 
eingereicht wurde); die behandelnde Ärztin habe dem Rechtsvertreter 
der  Beschwerdeführer  mitgeteilt,  der  Gesundheitszustand  habe  sich 
seither "nicht weiter verändert".

Bezüglich  des  Sohnes D._______ liessen die  Beschwerdeführer  am 
18. Januar  2008  Kopien  eines  Schreibens  von  Prof. Dr. med. 
G._______ vom  15.  Januar  2008  und  eines  Berichts  von  Dr. med. 
H._______ vom 7. April 2007 zu den Akten reichen.

R.
Am 13. Juni 2006 (recte: 2008) reichten die Externen Psychiatrischen 
Dienste  des  Kantons  I._______ nach  Aufforderung  durch  den 
Instruktionsrichter  einen  aktualisierten  Bericht  zum  Gesundheitszu-
stand der Beschwerdeführerin zu den Akten und liessen dem Rechts-
vertreter eine Kopie zur Kenntnisnahme zugehen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni 
2005  [VGG, SR 173.32]) beurteilt  das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als 
Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VGG genannten Behörden. 
Dazu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 
26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31); das Bundesverwaltungsgericht ent-
scheidet  in diesem Bereich endgültig  (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d 
Ziff.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110]).  Die  Zuständigkeit  des  Bundesverwaltungsgerichts  für 
die  Behandlung  von  Beschwerden  gegen  das  Nichteintreten  bezie-
hungsweise die Ablehnung von Wiedererwägungsgesuchen ergibt sich 
aus dem Umstand, dass nach Lehre und konstanter Praxis Wiederer-

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wägungsentscheide grundsätzlich wie die ursprüngliche Verfügung auf 
dem ordentlichen Rechtsmittelweg weitergezogen werden können (vgl. 
etwa  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylre-
kurskommission  [EMARK] 2003 Nr. 7  S. 43 und BGE 113 Ia 153 f.; 
FRITZ GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 220; 
URSINA BEERLI-BONORAND, Die ausserordentlichen Rechtsmittel in der Ver-
waltungsrechtspflege  des  Bundes  und  der  Kantone,  Zürich  1985, 
S. 174 f.).

1.2 Das  Bundesverwaltungsgericht  übernimmt,  sofern  es  zuständig 
ist,  die  Beurteilung  der  am 31. Dezember  2006  bei  der  ehemaligen 
ARK  hängig  gewesenen  Rechtsmittel.  Das  neue  Verfahrensrecht  ist 
anwendbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.3 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrich-
tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-
halts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG).

1.4 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht;  die  Be-
schwerdeführer sind legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48, 50 und 52 
VwVG). Auf die Beschwerde ist mithin einzutreten.

2.
Abgesehen  von  der  im  vorliegenden  Verfahren  nicht  massgeblichen 
Bestimmung von Art. 58 VwVG wird die Wiedererwägung im Gegen-
satz zur Revision im VwVG nicht explizit geregelt. Unter gewissen Vor-
aussetzungen leitete die frühere bundesgerichtliche Praxis einen An-
spruch auf Wiedererwägung unmittelbar aus Art. 4 aBV ab; diese be-
hält unter Art. 29 Abs. 1 und 2 BV weiterhin ihre Gültigkeit (vgl. dazu 
BGE 127 I 137 E. 6). So wird einerseits ein Anspruch auf Wiedererwä-
gung bejaht, wenn sich der rechtserhebliche Sachverhalt seit dem ur-
sprünglichen Entscheid in wesentlicher Weise verändert hat und mithin 
die ursprüngliche Verfügung an nachträglich eingetretene Veränderun-
gen der Sachlage anzupassen ist. Andererseits besteht ein Anspruch 
auf  Wiedererwägung  analog  zur  gesetzlichen  Regelung  von  Art.  66 
VwVG,  sofern  Revisionsgründe  angerufen  werden  können,  weshalb 
mithin die früher unangefochten gebliebene,  formell  rechtskräftig ge-
wordene Verfügung wiedererwägungsweise abzuändern ist  (vgl. statt 
vieler  BEERLI-BONORAND,  a.a.O, S. 178; EMARK 1993 Nr. 25 S. 178 f., 
1995 Nr. 21 S. 202 ff. und Nr. 14 S. 129 f.).

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Nicht  in  Frage  kommen kann  demgegenüber  eine  Wiedererwägung, 
wenn weder das Bestehen einer seit der früheren Verfügung veränder-
ten Sachlage noch das Vorliegen von wiedererwägungsrechtlich rele-
vanten neuen Tatsachen oder Beweismitteln angerufen wird, sondern 
lediglich eine neue Würdigung der beim früheren Entscheid bereits be-
kannten Tatsachen herbeigeführt werden soll. Ebenso können Vorbrin-
gen dann nicht zu einer Wiedererwägung führen, wenn sie bereits in 
einem ordentlichen Beschwerdeverfahren gegen die frühere Verfügung 
hätten geltend gemacht werden können; weder können Verwaltungs-
entscheide  durch  Wiedererwägungsgesuche  uneingeschränkt  immer 
wieder in Frage gestellt werden, noch kann das Institut des Wiederer-
wägungsgesuchs dazu dienen, eine unterlassene förmliche Beschwer-
de zu ersetzen beziehungsweise Beschwerdefristen zu umgehen (vgl. 
BEERLI-BONORAND, a.a.O., S. 51).

3.
Zur besseren Übersichtlichkeit werden in dieser Erwägung die Vorbrin-
gen der  Beschwerdeführer  (insbesondere  nach  Abschluss  des 
erstinstanzlichen ordentlichen Asylverfahrens) kurz zusammengefasst:

3.1 Im  ordentlichen  Beschwerdeverfahren  hatten  die  Beschwerde-
führer geltend gemacht,  bis zu ihrer Flucht aus dem Kosovo sei  der 
Beschwerdeführer als Polizist für die Militär- und Polizeieinheiten der 
LDK, welche eine Parallelorganisation zur Verwaltung der Serben im 
Kosovo  bilde,  tätig  gewesen.  Insbesondere  aufgrund  der 
Behelligungen durch die serbischen Sicherheitskräfte, aber auch weil 
die LDK von der UCK zunehmend verdrängt worden sei, habe der Be-
schwerdeführer  im Jahr 1998 seine Tätigkeit  aufgeben müssen,  weil 
es  für  ihn  zunehmend  gefährlich  geworden  sei.  Zur  Untermauerung 
dieser Vorbringen wurde die Kopie eines undatierten Berichts des ehe-
maligen  Militärkommandanten  des  Beschwerdeführers  namens 
J._______ zu den Akten gereicht. 

Die ARK wies in ihrem Urteil vom 10. Juli 2002 die Beschwerde voll-
umfänglich ab.

3.2 Im Revisionsverfahren vor der ARK brachten die Beschwerdefüh-
rer  einerseits  vor,  die  Tochter  C._______ sei  krank,  andererseits 
machten sie geltend, es liege ein neues Beweismittel vor, und reichten 
erneut eine Bestätigung des Kommandanten J._______ ins Recht.

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Die ARK wies das Revisionsgesuch mit Urteil  vom 23. Oktober 2002 
vollumfänglich ab und überwies die Akten zur Prüfung allfälliger Wie-
dererwägungsgründe (medizinische Vorbringen) an das BFF.

3.3 Das  BFF  forderte  die  Beschwerdeführer  mit  Zwischenverfügung 
vom 28. April  2003 auf, ihre Rechtsbegehren zu präzisieren und ent-
sprechende Beweismittel einzureichen.

Mit  Eingabe vom 7. Mai  2003  wiesen die  Beschwerdeführer  auf  die 
spezielle Gefährdungssituation hin und hoben hervor, dass es mehrere 
geheime Unterredungen zwischen der Chefanklägerin des Tribunals in 
Den Haag und dem ehemaligen Kommandanten des Beschwerdefüh-
rers,  J._______,  gegeben  habe  und  auch  Teile  dessen  Beweis-
materials übergeben worden seien. 

Am 26. Mai 2003 reichten die Beschwerdeführer ein ärztliches Zeugnis 
des  Kantonsspitals  K._______ vom 22.  Mai  2003  ein,  welches  sich 
zum Schwangerschaftsverlauf der Beschwerdeführerin äussert.

4.
4.1 Zur Begründung des angefochtenen Entscheids fasste die Vorin-
stanz  vorab  die  Gründe  zusammen,  weshalb  die  Ausführungen  der 
Beschwerdeführer auch gemäss Auffassung der ARK als asylrechtlich 
nicht relevant zu qualifizieren seien (vgl. Urteile der ARK vom 10. Juli 
2002 und 23. Oktober 2002) und der Wegweisungsvollzug als zuläs-
sig, zumutbar und möglich anzusehen sei.

Sodann hält die Vorinstanz fest, dass von den Beschwerdeführern wie-
dererwägungsweise  die  Feststellung  des  unzulässigen,  beziehungs-
weise unzumutbaren Wegweisungsvollzugs beantragt werde. 

Es bleibe demnach vorerst zu prüfen, ob aufgrund der neu geltend ge-
machten  Vorbringen  und  nachgereichten  Beweismittel  darauf  ge-
schlossen werden müsse, den Beschwerdeführern würde im Falle ihrer 
Rückkehr in die Heimat in absehbarer Zukunft mit beachtlicher Wahr-
scheinlichkeit eine durch Art. 3 EMRK verbotene Strafe oder Behand-
lung drohen. Der Beschwerdeführer stelle sich auf den Standpunkt, er 
sei nicht in der Lage gewesen, seine konkrete Bedrohungslage im Ko-
sovo früher  zu  erwähnen. Die  ihm auferlegte  militärische  Schweige-
pflicht  infolge  seiner  Tätigkeit  als  Leibwächter  des  Kommandanten 
J._______ habe  ihm  dies  verunmöglicht.  Vom  Beschwerdeführer  – 
einem Akademiker – wäre gemäss Auffassung der  Vorinstanz zu er-

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warten gewesen, dass er gewichtige Asylgründe wie politisches sowie 
militärisches  Engagement  bei  jeder  sich  bietenden  Gelegenheit  gel-
tend machen würde, wenn er um politisches Asyl nachsuche. Die be-
hauptete  militärische  Schweigepflicht  sei  als  nachgeschoben,  mithin 
unbehelflich respektive unglaubhaft zu betrachten. Was die Beziehung 
des  Beschwerdeführers  zum  Kommandanten  J._______ anbelange, 
sei diese als undurchsichtig und zweifelhaft zu bezeichnen. Auch die 
Behauptung, dieser frühere Vorgesetzte sei in Schweden anerkannter 
Flüchtling, sei nicht belegt, zumal es sich beim eingereichten Beweis-
mittel  entgegen den Angaben der  Beschwerdeführer  nicht  um einen 
schwedischen Flüchtlings-, sondern vielmehr um einen schwedischen 
Führerausweis  handle.  Die  angebliche  Tätigkeit  des  Be-
schwerdeführers als Leibwächter dieses Kommandanten sei bis heute 
weder  belegt  noch  sonstwie  überzeugend  dargelegt  worden. 
Ausserdem  sei  behauptet  worden,  es  habe  schon  mehrere  Treffen 
zwischen  J._______ und  der  Chefanklägerin  des  Kriegsverbre-
chertribunals  von Den  Haag gegeben,  wobei  diese  ausdrücklich  die 
Geheimhaltung dieser Kontakte gewünscht habe. Angesichts der Ab-
klärungsergebnisse  des  BFF  beim  Kriegsverbrechertribunal  in  Den 
Haag liessen sich diese Behauptungen nicht  aufrecht  erhalten. Dem 
entsprechenden  Bericht  sei  zu  entnehmen,  dass  J._______ die 
Chefanklägerin bis heute weder in Den Haag noch an einem anderen 
Ort  getroffen  habe  und  ihr  persönlich  nicht  bekannt  sei.  Weder  der 
Beschwerdeführer  noch  J._______ seien  in  ein  Verfahren  vor  dem 
Tribunal  involviert.  J._______ sei  zwar  aktenkundig  und  eine 
Befragung von ihm – allenfalls auch des Beschwerdeführers – könne 
nicht  ausgeschlossen  werden;  jedoch  wäre  unklar,  in  welcher 
Eigenschaft  sie  befragt  werden würden. In  ihrer  Stellungnahme zum 
Abklärungsergebnis  in  Den  Haag  machten  die  Beschwerdeführer 
geltend, es habe lediglich zwei informelle Treffen zwischen J._______ 
und der Chefanklägerin gegeben, wobei vereinbart worden sei, diese 
Treffen gegenüber  der  Öffentlichkeit  geheim zu halten. Für  das  BFF 
gebe  es  indessen  keine  überzeugenden  Anhaltspunkte,  wonach  die 
Auskunft  einer international anerkannten Institution unzutreffend sein 
sollte. 

In der Eingabe vom 3. Januar 2003 werde sodann auf angeblich um-
fangreiches,  hoch  brisantes  Beweismaterial  von  J._______ über 
wichtige  kosovo-albanische  Führungspersönlichkeiten  hingewiesen, 
mit welchem diese wegen Kapitalverbrechen an das Kriegsverbrecher-
tribunal in Den Haag überführt werden könnten. Auch der Beschwerde-

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führer habe als ehemaliger Leibwächter von J._______ Kenntnis von 
diesen  Informationen  und  sei  dadurch  gefährdet.  In  diesem  Zu-
sammenhang  sei  umso  erstaunlicher,  dass  J._______ lediglich  eine 
von  ihm  selbst  verfasste  Telefonnotiz  vom  7.  Januar  2001  als  Be-
weismittel  zurückgelassen  habe,  welcher  indessen  jegliche  Beweis-
kraft abzusprechen sei,  weil  sie von einer Privatperson verfasst wor-
den  sei  und  keinerlei  offiziellen  Charakter  aufweise.  Ausserdem  sei 
nicht erstellt, dass der Beschwerdeführer tatsächlich über brisante In-
formationen verfüge, aufgrund derer er vom Kriegsverbrechertribunal 
in  Den  Haag  als  Zeuge  vorgeladen  werde.  Selbst  wenn  J._______ 
beim  Tribunal  aktenkundig  sei  –  wenn  auch  nicht  bekannt,  ob  als 
Zeuge oder in anderer Eigenschaft – bedeute dies nicht automatisch, 
dass auch der  Beschwerdeführer  für  das Tribunal  von Interesse sei. 
Und auch für den Fall, dass der Beschwerdeführer als Zeuge vor dem 
Tribunal aussagen würde, sei  aufgrund der eingereichten Unterlagen 
immer noch nicht ersichtlich, inwiefern ihn dies gefährden könnte. We-
der die Ereignisse und die daran beteiligten Personen, über welche er 
als Zeuge vor Gericht aussagen könnte, noch der Personenkreis, der 
ihn deshalb bedrohen könnte, seien bisher ausreichend substanziiert 
oder  belegt  worden.  Demnach  erscheine  selbst  die  hypothetische 
Möglichkeit einer Befragung vor dem Tribunal für sich allein betrachtet 
ungeeignet, die geltend gemachte Verfolgung beziehungsweise das Ri-
siko  einer  menschenrechtswidrigen  Behandlung  als  überwiegend 
wahrscheinlich erscheinen zu lassen.

In  der  Eingabe  vom  9.  Januar  2003  werde  ausserdem  geltend  ge-
macht,  die Ermordung von L._______ belege die  Ernsthaftigkeit  der 
Gefährdung des Beschwerdeführers. Es werde nicht in Abrede gestellt, 
dass wichtige Zeugen, deren Aussage zur Verurteilung von Kriegsver-
brechern geführt hätten, Opfer von Gewaltverbrechen werden könnten. 
Hingegen sei  das  Profil  des  Beschwerdeführers mit  demjenigen von 
L._______ nicht vergleichbar.

Zusammenfassend  würden  die  Elemente,  die  gegen  eine  relevante 
Gefährdung des Beschwerdeführers sprechen würden, überwiegen.

4.2 Im Wiedererwägungsgesuch würden zudem individuelle Hindernis-
se geltend gemacht, welche den Wegweisungsvollzug als unzumutbar 
erscheinen liessen. Angesichts der grundlegend veränderten Situation 
im Kosovo und der sich aufgrund obiger Ausführungen als unbegrün-
det erweisenden Befürchtungen bezüglich allfälliger Racheakte Dritter 

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hätten die Beschwerdeführer bei einer Rückkehr keine Gefährdung im 
Sinne von Art. 14a Abs. 4 des [inzwischen aufgehobenen] Bundesge-
setzes  vom  26. März  1931  über  Aufenthalt  und  Niederlassung  der 
Ausländer  (aANAG  [neu:  Art.  83  Abs.  4  des  Bundesgesetzes  vom 
16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer {AuG, SR 
142.20}]) zu befürchten. Schliesslich würden auch keine medizinischen 
Gründe gegen die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs sprechen.

Gemäss  aktuellsten  ärztlichen  Schreiben  von  Prof.  Dr.  med. 
G._______ vom 19. November 2002 habe die Tochter C._______ im 
August 2002 an einem schweren Harninfekt gelitten. Zur Zeit sei das 
Kind beschwerdefrei, wobei eine engmaschige Kontrolle angezeigt sei. 
Eine Ausreise im jetzigen Zustand wäre für C._______ keine optimale 
Lösung. 

Es sei davon auszugehen, dass die vom Kind benötigte medizinische 
Hilfe im heutigen Zeitpunkt und gerade mit Blick auf die gestellte Diag-
nose und die allenfalls heute noch benötigten Kontrollen auch durch 
die entsprechende Infrastruktur im Heimatland gewährleistet und nicht 
zwingend nur in der Schweiz durchgeführt  werden könne. Unter die-
sem Gesichtspunkt erscheine eine allfällige notwendige, adäquate me-
dizinische Behandlung des Kindes im Heimatland durch dortiges Fach-
personal zweifellos als gegeben. Seit dem Ende des Krieges sei das 
Gesundheitswesen in  der  Provinz  Kosovo stetig  auf-  und ausgebaut 
worden. 

Es sei darauf hinzuweisen, dass es in der Eingabe vom 27. April 2003 
primär darum gegangen sei, der Beschwerdeführerin, bei der eine Ri-
sikoschwangerschaft  vorgelegen habe, die erforderliche ärztliche Be-
treuung bis zur Geburt zu gewährleisten und keine mit einer Rückreise 
verbundenen  Risiken  einzugehen.  Da  der  Sohn  D._______ in  der 
Zwischenzeit  zur  Welt  gekommen  sei,  lasse  sich  ein  weiterer 
Aufenthalt  aus  diesem Grund  nicht  mehr  rechtfertigen,  zumal  keine 
Hinweise dafür ersichtlich seien, dass die Geburt  des Kindes für die 
Beschwerdeführerin  oder  das  Kind  selber  weitergehende 
gesundheitliche Beeinträchtigungen mit  sich gebracht  hätten,  welche 
einem Wegweisungsvollzug entgegenstehen könnten. Der Vollzug der 
Wegweisung sei daher heute als zumutbar zu erachten.

4.3 Im Schreiben vom 7. Mai 2003 und vom 18. Juli 2003 werde aus-
serdem die Zeugeneinvernahme von J._______ verlangt. Nach obigen 
Erkenntnissen  erscheine  eine  Zeugeneinvernahme  aufgrund  der 

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Aktenlage  nicht  geboten. Eine solche  wäre  dann  anzuordnen,  wenn 
der Sachverhalt auf andere Weise nicht hinreichend abgeklärt werden 
könnte. Der  Sachverhalt  werde  indessen  als  rechtsgenüglich  erstellt 
angesehen und das BFM gehe davon aus, dass eine Einvernahme des 
genannten  Zeugen  zu  keinen  neuen  Erkenntnissen  führen  könnte, 
weshalb dem entsprechenden Antrag nicht stattzugeben sei.

4.4 Insgesamt  ergebe  sich,  dass  die  geltend  gemachten  Tatsachen 
und  Beweismittel  nicht  als  wesentlich  beziehungsweise  erheblich  in 
dem Sinne erachtet werden könnten, dass sie für die Herbeiführung ei-
nes materiell anderen Entscheids hinsichtlich der Frage des Wegwei-
sungsvollzugs geeignet wären. Das Wiedererwägungsgesuch sei des-
halb abzuweisen.

5.

5.1 Auf Beschwerdeebene machen die Beschwerdeführer im Wesent-
lichen geltend, das BFM habe den rechtserheblichen Sachverhalt nicht 
richtig und nicht  vollständig abgeklärt. Entgegen dem Grundsatz der 
strengen  Schweigepflicht  habe  das  BFM  brisante  Informationen  an 
Dritte  übermittelt.  Somit  bestehe  die  Gefahr,  dass  dadurch  der 
Beschwerdeführer und weitere Personen zusätzlich an Leib und Leben 
gefährdet  worden  seien.  J._______ sei  als  Zeuge  einzuvernehmen. 
Von Seiten  der  UCK seien unter  der  Führung von Hashim Thaci  im 
Vorfeld  und  während  des  Kosovokrieges  Kriegsverbrechen  verübt 
worden.  Die  M._______ Brigade  habe  unter  der  Führung  von 
J._______ diese  Verbrechen  untersucht  und  dokumentiert.  Der 
Beschwerdeführer  sei  Leibwächter  des  Kommandanten  J._______ 
gewesen und habe vom 29. Juni 1998 bis zum 8. September 1998 die 
ganze Zeit mit diesem verbracht. Das Hauptquartier dieser Brigade sei 
im  Privathaus  des  Beschwerdeführers  untergebracht  gewesen. 
Nachdem  die  militärische  Situation  im  Kosovo  für  die  Brigade 
unhaltbar  geworden  sei,  sei  J._______ nach  Schweden  und  der 
Beschwerdeführer  in  die  Schweiz  geflüchtet.  J._______ sei  in 
Schweden als Flüchtling anerkannt worden. Vor seiner Flucht habe er 
das  gesammelte  Material  über  die  Kriegsverbrechen  im  Kosovo 
vergraben  und  sei  erst  Jahre  später  wieder  an  dieses  Material 
gekommen. Ab dem Jahr 2000 habe J._______ diese Informationen 
verschiedenen  Ländern  zur  Verfügung  gestellt  und  verdeckt  mit  der 
Anklägerin  des  Kriegsverbrechertribunals  in  Den  Haag  Kontakt 
aufgenommen.  Gestützt  auf  dieses  Material  hätten  in  der  Folge 
verschiedene Kriegsverbrecher aus den Reihen der UCK gefasst und 

Seite 12

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teilweise  an  das  Kriegsverbrechertribunal  in  Den  Haag  überwiesen 
werden  können.  Dem  Beschwerdeführer  sei  eine  absolut  geltende 
militärische Schweigepflicht auferlegt worden, an die er sich bis heute 
vollständig  gehalten habe. Obwohl  das BFM wiederholt  ausdrücklich 
auf die Brisanz des Falls hingewiesen worden sei,  habe es äusserst 
ungeschickt  gehandelt  und  die  Angelegenheit  in  keiner  Weise  ernst 
genommen. Dies  habe  beispielsweise  darin  gegipfelt,  dass  sich  das 
BFM an das Kriegsverbrechertribunal gewandt habe, um dort Auskunft 
über Treffen zwischen J._______ und Carla del Ponte zu erhalten. Das 
BFM  sei  vorgängig  darüber  informiert  worden,  dass  diese  Treffen 
informeller Natur gewesen seien und aus prozesstaktischen Gründen 
und  zur  Erhöhung  der  Sicherheit  von  J._______ durch  die 
Chefanklägerin  des  Tribunals  von  Den  Haag  hätten  negiert  werden 
müssen.  Im  schlimmsten  Fall  werde  die  Anfrage  des  BFM  beim 
Kriegsverbrechertribunal  in  Den  Haag  dazu  führen,  dass 
Kriegsverbrecher aufgrund ihrer Taten nicht einer Bestrafung zugeführt 
werden könnten.

5.2 Wiederholt sei in den Eingaben ans BFM auch die Anhörung von 
J._______ als  Zeuge  beantragt  worden.  Dieser  habe  klar  seine 
Bereitschaft  erklärt,  gegenüber  den  Schweizerischen  Asylbehörden 
persönliche Aussagen zu machen und seine Beweismittel vorzulegen. 
J._______ sei die Schlüsselfigur im vorliegenden Verfahren, da er mit 
seinen  Aussagen  und  Beweismitteln  die  gesamten  Vorbringen  des 
Beschwerdeführers belegen könne.

Die Fehlleistungen des BFM bei der Sachverhaltsabklärung sowie die 
unterlassene  Zeugenbefragung  hätten  dazu  geführt,  dass  der 
rechtserhebliche  Sachverhalt  nicht  richtig  und  nicht  vollständig 
abgeklärt  worden  sei.  Dies  rechtfertige  die  Aufhebung  der 
angefochtenen  Verfügung  und  die  Rückweisung  der  Sache  an  die 
Vorinstanz verbunden mit  der  Anordnung,  den Zeugen J._______ in 
der  Sache  anzuhören.  Andernfalls  wäre  J._______ direkt  durch  die 
Beschwerdeinstanz  als  Zeuge einzuvernehmen. Ausserdem sei  dem 
Beschwerdeführer  vollständige  Einsicht  in  die  Akten,  namentlich  die 
Anfrage  an  das  Kriegsverbrechertribunal  in  Den  Haag  sowie  die 
entsprechende Antwort, zu gewähren.

5.3 Auf  Beschwerdeebene  wurden  weitere  Beweismittel  eingereicht, 
namentlich  zwei  Dokumente  vom 21.  und  23.  August  1998,  welche 
belegen  würden,  dass  J._______ Kommandant  der  M._______ 

Seite 13

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Brigade der UCK gewesen sei. Zudem wurden zwei Artikel der Zeitung 
Bota Sot vom (Datum) und vom (Datum) eingereicht.

Das BFM habe ausserdem die Relevanz des bereits früher eingereich-
ten Notiz von J._______ vom 7. Januar 2001 verkannt. Die Nennung 
von gefährdeten Personen in diesem Schreiben und die darauf erfolg-
ten Ermordungen verschiedener in diesem Schreiben genannter Per-
sonen lasse keinen anderen Schluss  zu,  als  dass  dieses Schreiben 
von höchster Beweiskraft und Relevanz sei. Auch der Beschwerdefüh-
rer  sei  anlässlich  des  dokumentierten  Telefongesprächs  namentlich 
bedroht worden.

6. In seiner Vernehmlassung vom 25. Oktober 2004 hielt das BFM im 
Wesentlichen fest, eine Zeugeneinvernahme erscheine dann nicht als 
geboten,  wenn der Sachverhalt  auf  andere Weise hinreichend abge-
klärt werden könne. Es stehe dem Beschwerdeführer frei, beziehungs-
weise  unterliege  seiner  Mitwirkungspflicht,  die  Informationen  von 
J._______ selbst zusammen zu stellen und dessen Beweismittel ein-
zureichen.  Falls  –  wie  geltend  gemacht  –  J._______ befürchte,  die 
Kontrolle  über  seine  Beweismittel  zu  verlieren  und  sie  dem  Be-
schwerdeführer  aus  diesem  Grund  nicht  geben  möchte,  könne  dies 
durchaus den Schluss zulassen, dass er sie dem BFM auch nicht ge-
ben würde, weil davon Kopien aktenkundig gemacht werden müssten. 
Entgegen  der  Behauptung  in  der  Beschwerdeschrift  sei  J._______ 
nicht  die  Schlüsselfigur  zur  Beurteilung  der  Vorbringen  des  Be-
schwerdeführers,  sondern  dieser  selbst.  Es  obliege  seiner  Mitwir-
kungspflicht, bekannt zu geben, wer ihn weshalb verfolge.

Der Beschwerdeführer mache des Weiteren geltend, dass Zeugen von 
Kriegsverbrechen im Kosovo eliminiert würden. Dies werde  grundsätz-
lich nicht in Abrede gestellt. Hingegen habe der Beschwerdeführer bis-
her immer noch nicht dargetan, inwiefern gerade er Zeuge von Kriegs-
verbrechen geworden und dadurch gefährdet sein soll,  habe er doch 
weder  die  Ereignisse  und  die  daran  beteiligten  Personen  noch  den 
Personenkreis,  der  ihn  bedrohe,  auch  nur  annähernd  substanziiert 
oder mittels Beweismitteln belegt.

In  der  Beschwerdeschrift  werde  ausserdem  gerügt,  das  BFM  habe 
sich  bei  seinen  Abklärungen  an  Kreise  gewandt,  welche  klar  der 
früheren  UCK  zuzurechnen  seien  und  welche  ihrerseits  mit 
Kriegsverbrechen  und  der  organisierten  Kriminalität  im 
Zusammenhang  stehen  dürften.  Dem  sei  jedoch  nicht  so.  Vielmehr 

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handle  es  sich  bei  den  beigezogenen  Informationen  um  die 
gewöhnlichen Länderinformationen des BFM. 

7.
In der Replik führen die Beschwerdeführer im Wesentlichen aus, das 
BFM  anerkenne  in  seinen  Aussagen  implizit,  dass  der 
rechtserhebliche  Sachverhalt  ungenügend  festgesgellt  worden  sei, 
indem  es  festhalte,  die  Einreichung  der  Informationen  und 
Beweismittel  von  J._______ wäre  Sache  des  Beschwerdeführers 
gewesen. 

Ausserdem sei  der  Beschwerdeführer  nach wie  vor  nicht  von seiner 
militärischen Schweigepflicht entbunden. Somit sei es ihm nicht mög-
lich, Aussagen zu seiner Gefährdungslage zu machen. Als Ersatz ste-
he sein militärischer Vorgesetzter als Zeuge zur Verfügung. Eine Ein-
vernahme desselben als Zeuge sei unumgänglich. 

Das  BFM bezweifle  in  seiner  Vernehmlassung,  ob  J._______ seine 
Unterlagen dem BFM überhaupt zur Verfügung stellen würde. Sofern 
das BFM garantieren könne, dass diese Informationen nicht in falsche 
Hände gerieten,  sei  J._______ noch immer bereit,  sein Material  zur 
Verfügung zu stellen. 

Mit der Replik wurde ein Artikel der NZZ vom 16. November 2004 zu 
den Akten gereicht.

8.

8.1 Bei Durchsicht der Akten sticht vorab ins Auge, dass sich die Aus-
führungen der Beschwerdeführer in ihren Eingaben weitgehend darauf 
beschränken,  aufzuzeigen,  was  das  BFM  unterlassen  beziehungs-
weise falsch gemacht habe, statt sich darauf zu konzentrieren, die tat-
sächliche Gefährdungslage des Beschwerdeführers und den betreffen-
den Personenkreis  darzulegen  und  mit  geeigneten  Beweismitteln  zu 
untermauern. In  diesem Zusammenhang ist  daran zu erinnern,  dass 
im schweizerischen Asylverfahren die Asylsuchenden verpflichtet sind, 
an  der  Feststellung  des  Sachverhaltes  mitzuwirken,  und  namentlich 
angeben müssen, weshalb sie um Asyl nachsuchen, und allfällige Be-
weismittel  für  ihre  Vorbringen  unverzüglich  einzureichen  haben  (vgl. 
Art. 8 Abs. 1 AsylG). 

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Bezüglich der Abklärungen und der Entscheidbegründung der Vorins-
tanz ist festzustellen, dass das BFM das vorliegende Verfahren mit der 
gebührenden  Ernsthaftigkeit  und  Sorgfalt  behandelt  und  alle  für  die 
Entscheidfindung  nötigen  und  relevanten  Abklärungen  getroffen  hat. 
Davon, dass die Vorinstanz die Angelegenheit "unbedarft und ohne die 
nötige Ernsthaftigkeit" behandelt habe und dieses Vorgehen "unwürdig 
und befremdend" sei, kann vorliegend offensichtlich keine Rede sein. 
In  der  Beschwerde  wird  wiederholt  darauf  hingewiesen,  dass  beim 
BFM offenbar "ein sicherheitsrelevantes Informationsleck" bestehe; die 
Beschwerdeführer  lassen  ausführen,  wenn  ihre  Beschwerde  bei  der 
Vorinstanz in  Vernehmlassung gegeben werde,  müsse aufgrund des 
Sicherheitsrisikos vorgängig ihr Rechtsvertreter benachrichtigt werden, 
der die "nötigen Schritte" bereits eingeleitet habe. Diese spekulativen 
Vorbringen erwecken einen konstruierten Eindruck und vermögen un-
ter Berücksichtigung der gesamten Aktenlage in keiner Weise zu über-
zeugen. Das BFM hat den rechtserheblichen Sachverhalt hinreichend 
erstellt  und den Entscheid detailliert  und – unter Abwägung alle Ele-
mente, die für und gegen eine begründete Furcht vor künftiger Verfol-
gung  sprechen  –  nachvollziehbar  und  überzeugend  begründet.  Um 
Wiederholungen zu vermeiden, ist vorab auf die ausführlichen und hier 
zu bestätigenden Erwägungen der vorinstanzlichen Verfügung zu ver-
weisen. 

8.2 Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  in  Übereinstimmung  mit  der 
Vorinstanz der Ansicht, dass die Beziehung des Beschwerdeführers zu 
J._______ bis heute unklar geblieben ist.

Es ist nicht nachvollziehbar, weshalb immer wieder die Anhörung von 
J._______ als  Zeuge  verlangt  wird,  welcher  eine  Schlüsselfigur  im 
vorliegenden Verfahren bilde,  hingegen die  Beschwerdeführer  selber 
darauf  verzichten,  in  einer  schriftlichen  Eingabe  das  Verhältnis  zu 
J._______ darzulegen oder entsprechende Beweismittel einzureichen. 
In diesem Zusammenhang weist die Vorinstanz zu Recht darauf hin, 
dass  es  sich  bei  der  Zeugeneinvernahme  im  Asyl-  wie  generell  im 
Verwaltungsverfahren  um  ein  subsidiäres  Beweismittel  handelt,  das 
nur zur  Debatte  steht,  wenn sich  der  Sachverhalt  nicht  auf  anderen 
Weise abklären lässt (vgl. Art. 14 Abs. 1 VwVG; zur Rolle von Zeugen 
im Asylverfahren, vgl. auch  SAMUEL WERENFELS, Der Begriff des Flücht-
lings im schweizerischen Asylrecht, Bern u.a. 1987, S. 140).

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Das Vorbringen,  der  Beschwerdeführer  unterliege  noch  immer  einer 
militärischen Schweigepflicht, weshalb es ihm nicht möglich sei, Aus-
sagen zu machen, ist offensichtlich unbehelflich. Zum einen ist der Be-
schwerdeführer wie erwähnt gehalten, den Asylbehörden des Landes, 
in dem er um Schutz nachsucht, seine wahren Fluchtgründe zu nen-
nen.  Die  dem  Beschwerdeführer  angeblich  auferlegte  militärische 
Schweigepflicht  findet  keine  Anwendung  gegenüber  den  schweizeri-
schen Asylbehörden, welche ihrerseits zur Wahrung des Amtsgeheim-
nisses  verpflichtet  sind.  Zum  anderen  wäre  es  J._______,  welcher 
seinerseits  dieser  Schweigepflicht  offenbar  nicht  unterliegt,  unbe-
nommen gewesen, seine Aussagen schriftlich an die schweizerischen 
Asylbehörden zu richten, was auch er bis heute nicht getan hat. Eben-
so  unlogisch  erscheint  es,  dass  der  frühere  Kommandant  den  Be-
schwerdeführer nicht von der angeblichen Schweigepflicht befreit, sel-
ber indessen angeblich anlässlich einer mündlichen Einvernahme be-
reit wäre, alle Angaben des Beschwerdeführers zu bestätigen und eine 
Verfolgung  desselben  zu  belegen.  Dieses  Verhalten  spricht  für  die 
Annahme, dass die bis  anhin angeblich zurückgehaltenen Aussagen 
und Materialien nicht von derartiger Brisanz sein können, wie es von 
den Beschwerdeführern dargelegt wird. Auch die angeblichen Treffen 
von  J._______ mit  Carla  del  Ponte  haben  sich  aufgrund  der 
Abklärungsergebnisse  des  BFM  nicht  bestätigt.  Die  diesbezügliche 
Erklärung der Beschwerdeführer, wonach es sich um geheime Treffen 
gehandelt  habe,  vermag  ebenfalls  nicht  zu  überzeugen.  Die  bisher 
eingereichten Beweismittel sind jedenfalls offensichtlich nicht geeignet, 
die geltend gemachten Vorbringen, namentlich einen Zusammenhang 
zu Kriegsverbrechen und organisierter Kriminalität im Kosovo und eine 
allfällige daraus resultierende Gefährdung des Beschwerdeführers zu 
belegen. 

8.3 Eine  Zeugeneinvernahme  von  J._______ erscheint  unter  den 
gegebenen  Voraussetzungen  auch  dem  Bundesverwaltungsgericht 
nicht angebracht, das entsprechende Gesuch ist demnach abzuweisen 
(das  Gesuch  um  sofortige  Zeugeneinvernahme  im  Sinne  einer  vor-
sorglichen  Massnahme  hatte  der  zuständige  Instruktionsrichter  der 
ARK bereits am 19. Dezember 2003 abgelehnt). 

8.4 Soweit  in  der  Beschwerde  bezüglich  des  Schriftenwechsels  mit 
dem Kriegsverbrechertribunal in Den Haag und bezüglich der weiteren 
Abklärungen des BFM um erweiterte Einsicht in die Vorakten ersucht 
wird,  ist  auch dieser Antrag abzulehnen: Nach Durchsicht  der Akten 

Seite 17

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der Vorinstanz ist  festzustellen,  dass diese die Akteneinsicht  mit  zu-
treffender Begründung verweigert  und das rechtliche Gehör  des we-
sentlichen Inhalts dieser Aktenstücke mit den Verfügungen vom 9. Juli 
2003 und 20. Oktober 2003 korrekt gewährt hat. 

8.5 Zusammenfassend ist nach dem Gesagten festzuhalten, dass sich 
bezüglich einer Gefährdung der Beschwerdeführer seit Abschluss des 
ordentlichen Asylverfahrens der rechtserhebliche Sachverhalt nicht in 
wiedererwägungsrechtlich  relevanter  Weise  verändert  hat.  Auch  die 
mit der Beschwerde eingereichten Beweismittel sind nicht geeignet, zu 
einem anderen Ergebnis zu führen.

8.6 Die  Beschwerde  ist  damit  im  Hauptpunkt  –  Aufhebung  der 
Verfügung und Rückweisung zur Weiterführung des Verfahrens an die 
Vorinstanz – abzuweisen.

9.

9.1 Zu  den  eventualiter  geltend  gemachten  medizinischen  Wegwei-
sungsvollzugshindernissen ist Folgendes festzuhalten: 

9.1.1 In der angefochtenen Verfügung wurde zu Recht darauf hinge-
wiesen,  dass  der  Harninfekt  der  Tochter  C._______ auch  im 
Heimatland behandelt werden könne und die Beschwerdeführerin, bei 
der zum damaligen Zeitpunkt eine Risikoschwangerschaft bestand, bis 
zur  Geburt  des  Sohnes  D._______  in  der  Schweiz  adäquat 
medizinisch habe betreut  werden können. Nach der  vorinstanzlichen 
Verfügung vom 8. Dezember 2003 haben sich bezüglich des Sohnes 
D._______ und  bezüglich  der  Beschwerdeführerin  indessen  weitere 
gesundheitliche Probleme ergeben.

9.1.2 Der Gesundheitszustand von D._______ lässt sich aufgrund der 
bei  den  Akten  liegenden  ärztlichen  Berichte  –  das  letzte  Schreiben 
stammt von Prof. Dr. med. G._______ und datiert vom 15. Januar 2008 
–  folgendermassen beschreiben: Bei  D._______ handelt  es  sich  um 
einen frühgeborenen Knaben. Seine starke psychomotorische Entwick-
lungsretardierung, vor allem die Sprachentwicklung betreffend mit au-
tistischen Zügen und leichter  zerebraler  Bewegungsstörung, hat sich 
dank intensiver Pflege und Behandlung deutlich gebessert. D._______ 
bedarf aber nach wie vor sachgerechter Pflege und Behandlung. 

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9.1.3 Der  psychische  Zustand  der  Beschwerdeführerin  hat  sich  ge-
mäss den vorliegenden Arztberichten seit der Geburt des Sohnes am 
29. Mai 2003 erheblich verschlechtert. Den Eingaben der Kantonalen 
Psychiatrischen  Dienste  I._______ vom  7.  November  2005,  vom 
14. März 2006 und vom 26. September 2006 ist zu entnehmen, dass 
die Patientin das Bild einer schweren depressiven Episode zeige. Im 
Vordergrund stünden tiefe Verzweiflung, Verlust des Selbstwertgefühls, 
Gefühle  von  Nutzlosigkeit  und  Suizidgedanken. Hinzu  kämen starke 
Schlafstörungen und Gewichtsverlust. Ebenfalls berichte die Patientin 
über  Stimmen,  die  sie  verfolgten. Es  sei  von einer  latent  vorhanden 
Suizidalität auszugehen. Gemäss dem letzten vorliegenden Bericht der 
Kantonalen Psychiatrischen Dienste I._______ vom 4. April 2007 war 
im  Verlauf  der   psychotherapeutischen  und  medikamentösen 
Behandlung  eine  – allerdings  von  Rückschlägen  begleitete  –  all-
mähliche Stabilisierung des Gesundheitszustands zu verzeichnen. Die 
zwischenzeitlich  gestellte  Diagnose  einer  psychotischen  Störung  mit 
Symptomen einer Schizophrenie habe sich nicht bestätigt; es sei von 
einer  schweren  depressiven  Episode  mit  psychotischen  Symptomen 
nach ICD-10 F 32.3 auszugehen. 

In der Eingabe vom 13. Juni 2008 hielten die Kantonalen Psychiatri-

schen  Dienste  I._______ fest,  der  Bericht  vom  4. April  2007  sei 

inhaltlich weitgehend aktuell. Die Rückkehr in den Kosovo sei für die 

Patientin  aufgrund  der  früheren  Gewalterfahrungen  (Ermordung von 

44 Dorfbewohnern) und der – subjektiv damit in Verbindung gebrach-

ten – persönlichen Verlusterlebnisse (drei Fehlgeburten) völlig unvor-

stellbar. Aufgrund der erlittenen Traumatisierungen sei eine therapeuti-

sche Begleitung mittel- bis längerfristig weiterhin erforderlich. Die hier 

eingeleitete hochspezialisierte therapeutische Behandlung sei für  die 

Aufrechterhaltung  der  gewonnenen  psychischen  Stabilität  der  Be-

schwerdeführerin unabdingbar. Im Falle einer erzwungenen Rückkehr 

in  die  Heimat  sei  mit  einer  sofortigen  psychischen  Dekompensation 

und einer schweren reaktiven Depression zu rechnen, wobei die Pati-

entin von Suizidalität bedroht sein werde. Der Verlust des Aufenthalts-

rechts  in  der  Schweiz  hätte  voraussichtlich  massive  gesundheitliche 

Beeinträchtigungen der Patientin zur Folge; zudem wären diesfalls die 

psychische  Gesundheit  der  Angehörigen  und  die  familiäre  Integrität 

gefährdet. 

Unter den gegebenen Umständen geht das Bundesverwaltungsgericht 

davon aus, dass bereits der Vollzug der Wegweisung die Beschwerde-

Seite 19

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führerin  einer  existenziellen  Gefährdung  aussetzen  würde,  die 

voraussichtlich auch durch geeignete Vollzugsmassnahmen nicht mit 

hinreichender  Sicherheit  kompensiert  werden  könnten.  Insoweit  ist 

bezüglich der Beschwerdeführerin von einer wiedererwägungsrechtlich 

relevant  veränderten  Sachlage  auszugehen  und  erweist  sich  der 

Vollzug heute schon aus diesem Grund als unzumutbar. Die Frage der 

Behandelbarkeit  der  massiven  psychischen  Erkrankung  im 

Heimatstaat  kann  damit  offen  bleiben.  Aus den  Akten  ergeben  sich 
keine Hinweise auf allfällige Ausschlussgründe gemäss Art. 83 Abs. 7 
AuG. Bei dieser Sachlage kann auf die Prüfung des Vorliegens anderer 
Vollzugshindernisse verzichtet werden.  Das BFM ist  anzuweisen,  die 
vorläufige Aufnahme der Beschwerdeführerin anzuordnen.

9.1.4 Offen bleiben kann auch die Frage der wiedererwägungsrechtli-

chen Konsequenzen der gesundheitlichen Situation der übrigen Fami-

lienangehörigen, weil diese in die vorläufige Aufnahme der Mutter res-

pektive Ehefrau einzubeziehen sind (vgl. bereits EMARK 1995 Nr. 24 

E. 10 f.). Das BFM ist demnach auch anzuweisen, die vorläufige Auf-

nahme der übrigen Beschwerdeführer anzuordnen.

10.
Die  Beschwerde  ist  damit  im  Hauptpunkt  abzuweisen,  soweit  das 
Eventualbegehren  der  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  der 
Beschwerdeführer betreffend jedoch gutzuheissen.

11.
Bei diesem Verfahrensausgang sind den Beschwerdeführern die redu-
zierten  Verfahrenskosten  von  Fr. 300.--  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs. 1 
VwVG; Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 2 und 3 des Reglements 
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsge-
richt vom 21. Februar 2008 [VGKE, SR 173.320.2]).

12.
Bei der Festlegung der ebenfalls zu reduzierenden (vgl. Art. 7 Abs. 2 

VGKE) und durch die Vorinstanz zu begleichende Parteientschädigung 

ist  zu  berücksichtigen,  dass  die  Beschwerdeführer  mit  ihren  Haupt-

vorbringen nicht durchgedrungen sind. Die diesbezüglichen Parteikos-

ten  erweisen  sich  damit  nicht  als  notwendig  im  Sinne  von  Art. 64 

Abs. 1 VwVG. Der Rechtsvertreter hat keine Kostennote zu den Akten 

gereicht (vgl. Art. 14 Abs. 1 VGKE); der – vergleichsweise geringe – 

zur Teilgutheissung der Beschwerde führende Aufwand im Zusammen-

hang  mit  der  Dokumentation  der  gesundheitlichen  Situation  der 

Seite 20

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Beschwerdeführer lässt sich aufgrund der Akten zuverlässig abschät-

zen. Die in diesem Sinne notwendigen Parteikosten werden in Anwen-

dung von Art. 14 Abs. 2 VGKE unter Berücksichtigung aller massge-

benden  Berechnungsfaktoren  von  Amtes  wegen  auf  insgesamt 

Fr. 600.-- festgelegt (inklusive Mehrwertsteuer- und Auslagenanteil).

Seite 21

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird soweit die Anordnung der vorläufigen Aufnahme 
der  Beschwerdeführer  betreffend  gutgeheissen  und  im  Übrigen 
abgewiesen.

2.
Das BFM wird angewiesen, die vorläufige Aufnahme der Beschwerde-

führer anzuordnen.

3.
Die  reduzierten  Verfahrenskosten  von  Fr. 300.--  werden  den  Be-
schwerdeführern auferlegt. Dieser Betrag ist mittels beiliegendem Ein-
zahlungsschein  innert  30  Tagen  zu  Gunsten  der  Gerichtskasse  zu 
überweisen.

4.
Den Beschwerdeführern  wird für  das Verfahren vor dem Bundesver-
waltungsgericht eine reduzierte Parteientschädigung von Fr. 600.-- zu-
gesprochen.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- den  Rechtsvertreter  der  Beschwerdeführer  (Einschreiben;  Beilage 
Einzahlungsschein)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-
ten Ref.-Nr. N_______ (per Kurier; in Kopie)

- das Amt für Migration des Kantons Basel-Landschaft ad O._______

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Markus König Karin Maeder-Steiner

Versand: 

Seite 22