# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 90f512c3-e7dc-563b-a03c-a78d4b0e60db
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-12-02
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 02.12.2025 BK 2025 48
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2025-48_2025-12-02.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Beschwerdekammer in 
Strafsachen

Cour suprême
du canton de Berne

Chambre de recours pénale

Beschluss
BK 25 48

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 09
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 2. Dezember 2025

Besetzung Oberrichter Bähler (Präsident), Oberrichter Schmid,
Oberrichter Horisberger
Gerichtsschreiberin Ueltschi

Verfahrensbeteiligte A.________
v.d. Rechtsanwältin B.________

Beschuldigter

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

C.________
v.d. Rechtsanwältin D.________

Straf- und Zivilkläger/Beschwerdeführer

Gegenstand implizite Teileinstellung

Strafverfahren wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung, 
evtl. fahrlässiger einfacher Körperverletzung

Beschwerde gegen die Verfügung der Regionalen Staatsanwalt-
schaft Bern-Mittelland vom 17. Januar 2025 (BM 24 43012)

2

Erwägungen:

1. Am 17. Januar 2025 erliess die Regionale Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland 
(nachfolgend: Staatsanwaltschaft) einen Strafbefehl gegen A.________ (nachfol-
gend: Beschuldigter) wegen Widerhandlungen gegen das Bundesgesetz über die 
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) durch fahrlässiges Nichttreffen von Mass-
nahmen zur Verhütung von Berufsunfällen und verurteilte ihn zur Bezahlung einer 
Busse von CHF 300.00. Gegen die nach Ansicht des Straf- und Zivilklägers 
C.________ (nachfolgend: Beschwerdeführer) damit verbundene implizite Teilein-
stellungsverfügung betreffend fahrlässige schwere Körperverletzung, eventualiter 
fahrlässige einfache Körperverletzung, reichte dieser, privat vertreten durch 
Rechtsanwältin D.________, am 29. Januar 2025 Beschwerde bei der Beschwer-
dekammer in Strafsachen des Obergerichts des Kantons Bern (nachfolgend: Be-
schwerdekammer) ein. Er beantragte Folgendes:

1. Der Strafbefehl vom 17. Januar 2025 (Aktenzeichen BM 24 43012) in der Strafsache gegen 
A.________ sei aufzuheben und damit auch die implizit erfolgte Teileinstellung wegen fahrlässi-
ger schwerer (eventualiter: einfacher) Körperverletzung.

2. Die Sache sei an die Staatsanwaltschaft zurückzuweisen und die Staatsanwaltschaft sei anzu-
weisen, das Verfahren BM 24 43012 gegen A.________ wegen fahrlässiger schwerer Körper-
verletzung zum Nachteil von C.________ fortzuführen. 

3. Eventualiter zu Ziffer 2: 
Der Fall sei an die Staatsanwaltschaft zurückzuweisen und die Staatsanwaltschaft sei anzuwei-
sen, das Verfahren BM 24 43012 gegen A.________ wegen fahrlässiger einfacher Körperverlet-
zung zum Nachteil von C.________ fortzuführen. 

-Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. MwSt)-

Mit verfahrensleitender Verfügung vom 12. Februar 2025 wurde ein Beschwerde-
verfahren eröffnet und der Generalstaatsanwaltschaft sowie dem Beschuldigten 
Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben. Mit Verfügung vom 14. Februar 2025 
nahm und gab die Verfahrensleitung von der Eingabe des Beschuldigten, privat 
verteidigt durch Rechtsanwältin B.________, vom 13. Februar 2025 Kenntnis und 
hiess sein Akteneinsichtsgesuch gut. Die Generalstaatsanwaltschaft beantragte in 
ihrer Stellungnahme vom 19. Februar 2025, auf die Beschwerde sei nicht einzutre-
ten und die Kosten des Beschwerdeverfahrens seien dem Beschwerdeführer auf-
zuerlegen. Mit Stellungnahme vom 28. Februar 2025 beantragte der Beschuldigte 
die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde unter Kosten- und Entschädi-
gungsfolge (inkl. MWST). Auf einen zweiten Schriftenwechsel wurde verzichtet. Am 
19. Juni 2025 ging die Kostennote von Rechtsanwältin D.________ bei der Be-
schwerdekammer ein, am 29. Oktober 2025 diejenige von Rechtsanwältin 
B.________. 

2.

2.1 Die Beschwerde ist zulässig gegen Verfügungen und Verfahrenshandlungen der 
Staatsanwaltschaft, aber auch gegen Unterlassungen, unter Einschluss der 
Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung (Art. 393 Abs. 1 Bst. a und Art. 393 

3

Abs. 2 Bst. a der Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; SR 312.0]). Be-
schwerden gegen Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung sind an keine Frist 
gebunden (Art. 396 Abs. 2 StPO), demgegenüber müssen Beschwerden gegen 
Verfügungen und Verfahrenshandlungen innert 10 Tagen eingereicht werden 
(Art. 396 Abs. 1 StPO). Die Zuständigkeit der Beschwerdekammer in Strafsachen 
des Obergerichts des Kantons Bern ergibt sich aus Art. 13 Bst. c StPO i.V.m. 
Art. 35 des Gesetzes über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) und Art. 29 Abs. 2 des Organisationsreglements 
des Obergerichts (OrR OG; BSG 162.11).

2.2 Vorliegend stellt sich zunächst die Frage nach dem Anfechtungsobjekt. Gegen ei-
nen Strafbefehl kann grundsätzlich keine Beschwerde erhoben werden. Dieser ist 
mit Einsprache bei der Staatsanwaltschaft anzufechten (Art. 354 Abs. 1 StPO). Die 
vorliegende Beschwerde richtet sich denn auch nicht gegen den Strafbefehl als 
solchen, sondern gegen die sich nach Ansicht des Beschwerdeführers daraus er-
gebende implizite Teileinstellung betreffend die fahrlässige schwere (eventualiter 
einfache) Körperverletzung. Gegen implizite Teileinstellungen ist die Beschwerde 
möglich (BGE 138 IV 241 E. 2.6; Beschluss des Obergerichts des Kantons Bern 
BK 2023 10 vom 16. Juni 2023 E. 2.1). Nachfolgend ist daher zu prüfen, ob die 
Staatsanwaltschaft durch den Erlass des Strafbefehls eine anfechtbare implizite 
Teileinstellung vorgenommen hat. 

2.3

2.3.1 Am 18. November 2024 reichte der Beschwerdeführer einen Strafantrag wegen 
fahrlässiger einfacher Körperverletzung bei der Staatsanwaltschaft ein. Mit Schrei-
ben vom 19. November 2024 teilte die Staatsanwaltschaft dem Beschwerdeführer 
mit, dass sie die Auffassung vertrete, die Strafantragsfrist sei abgelaufen. Sie wür-
de jedoch mit dem Erlass einer Verfügung zuwarten, da sie vorsehe, einen Arztbe-
richt betreffend die Verletzungen des Beschwerdeführers einzuholen. Im Weiteren 
führte die Staatsanwaltschaft aus, dass wenn keine fahrlässige schwere Körperver-
letzung vorliegen sollte, sie den Beschwerdeführer selbstverständlich mit einer be-
schwerdefähigen Verfügung bedienen werde. Mit Schreiben vom 4. Dezember 
2024 teilte der Beschwerdeführer der Staatsanwaltschaft mit, dass aufgrund der 
Verletzungsfolgen von einer fahrlässigen schweren Körperverletzung ausgegangen 
werden müsse und noch weitere medizinische Abklärungen im Gange seien. 
Nachdem die Staatsanwaltschaft einen Arztbericht und diverse Unterlagen beim 
Inselspital Bern eingeholt hatte, teilte sie dem Beschwerdeführer mit Schreiben 
vom 17. Januar 2025 mit, dass ihrer Ansicht nach keine fahrlässige schwere Kör-
perverletzung vorliege (keine Entstellung des Gesichts im Sinne der Bestimmung). 
Weiter wies sie diesen darauf hin, dass sie deshalb Strafbefehle wegen Wider-
handlung gegen das UVG erlassen habe und sie auf den Erlass einer Einstellungs-
verfügung betreffend die Körperverletzung verzichte. Der vollumfängliche Lebens-
sachverhalt sei im Strafbefehl festgehalten und das erstinstanzliche Gericht könne 
im Falle einer Einsprache über die Frage der Gültigkeit des Strafantrags und der 
Qualifikation der Verletzungen urteilen. Gleichentags hatte sie gegen den Beschul-
digten einen Strafbefehl erlassen. Diesem ist folgender Sachverhalt zu entnehmen: 

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Die Firma E.________ AG hatte den Auftrag, die Lüftungsgeräte (Monoblock) auf dem Flachdach an 
der oben genannten Örtlichkeit auszutauschen. Teil des Auftrags war es, die alten und neuen Geräte 
(mobiler Faltkran) vom und aufs Dach zu heben. Diese Arbeiten wurden von der Firma F.________ 
AG mit einem Autokran ausgeführt. Beim Heben eines Lüftungsgerätes löste sich dieses vom Kran, 
fiel auf das Flachdach und verletzte dort C.________, welcher auf dem Dach anderweitige Arbeiten 
am Ausführen war. 

A.________, welcher bei der Firma «E.________ AG» für die Arbeitssicherheit verantwortlich war und 
deshalb die Arbeiten in I.________ so hätte planen müssen, dass das Risiko von Berufsunfällen mög-
lichst klein war und Vorschriften eingehalten wurden, hatte es unterlassen, einen der Arbeiter, welcher 
tatsächlich auf der Baustelle zugegen war, zu bezeichnen, welcher auf der Baustelle für die Arbeitssi-
cherheit und den Gesundheitsschutz zuständig und in dieser Sache weisungsbefugt war. Eine solche 
Person hätte zum Beispiel Personen, welcher in Nähe der Kranarbeiten Tätigkeiten ausführten von 
der Örtlichkeit wegweisen können und müssen. Indem A.________ keine solche Person bezeichnete, 
kam er seinen Pflichten bezüglich der Aus- und Weiterbildung in der Arbeitssicherheit gegenüber sei-
nen Arbeitnehmern nicht nach und gefährdete dadurch die Mitarbeitenden auf der Baustelle. 

2.3.2 Der Beschwerdeführer macht in seiner Beschwerdeschrift im Wesentlichen geltend, 
dass die Staatsanwaltschaft mit diesem Vorgehen geltendes Recht verletze, indem 
sie keine Einstellungsverfügung hinsichtlich der schweren (eventualiter einfachen) 
Körperverletzung erlassen, sie das Recht gemäss Art. 31 des Schweizerischen 
Strafgesetzbuches (StGB; SR 311.0) falsch angewendet und ihre Untersuchungs-
pflicht hinsichtlich der erlittenen einfachen und schweren Körperverletzung verletzt 
habe. Insbesondere sei die Staatsanwaltschaft verpflichtet, über sämtliche ange-
zeigten Tatbestände eine Verfügung zu erlassen. Die stillschweigende Einstellung 
des Verfahrens bezüglich der fahrlässigen schweren (eventualiter einfachen) Kör-
perverletzung stelle eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör (Art. 29 
Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft [BV; SR 
101]) des Privatklägers dar. Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 
(BGE 148 IV 124 E. 2.6.5; BGE 138 IV 241 E. 2.5) müsse eine Einstellung aus-
drücklich erfolgen und könne nicht durch die Abfassung eines Strafbefehls impli-
ziert werden. Im Weiteren führte er insbesondere aus, weshalb es sich seiner An-
sicht nach um eine fahrlässige schwere Körperverletzung handle und die Frist zur 
Stellung des Strafantrages betreffend die einfache Körperverletzung eingehalten 
worden sei. 

2.3.3 Die Generalstaatsanwaltschaft bestreitet, dass es sich um eine implizite Teileinstel-
lung handelt, weshalb auf die Beschwerde nicht einzutreten sei. Sie hält mit Ver-
weis auf den Beschluss des Obergerichts des Kantons Bern BK 23 10 vom 16. Juni 
2023 fest, dass eine Verfahrenseinstellung immer in Bezug auf einen bestimmten 
Tatvorwurf erfolge und nicht hinsichtlich eines bestimmten Straftatbestandes bzw. 
einer rechtlichen Würdigung. Das Gericht prüfe die rechtliche Würdigung frei. Eine 
Teileinstellung komme daher auch mit Blick auf die vom Beschwerdeführer zitierte 
bundesgerichtliche Rechtsprechung nur in Betracht, wenn die mildere rechtliche 
Würdigung auch mit einer günstigeren Einschätzung der Beweislage in der Anklage 
einhergehe und letztlich Sachverhaltselemente in der Anklage fehlten. Dies werde 
vom Beschwerdeführer indessen nicht behauptet. Die Auffassung der zuständigen 
Staatsanwältin, wonach im angefochtenen Strafbefehl der vollumfängliche Lebens-

https://app.legalis.ch/legalis/document-view.seam?documentId=m5pwe5s7obpwc4tul44q

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sachverhalt abgebildet sei und dies dem erstinstanzlichen Gericht Raum lasse, die 
rechtliche Qualifikation der Verletzungen anders zu beurteilen und auch im Hinblick 
auf die Frage der Gültigkeit des Strafantrages zu einem von der Staatsanwaltschaft 
abweichenden Ergebnis zu gelangen, werde mit keinem Wort infrage gestellt. Aus 
diesem Grund handle es sich bei der fahrlässigen Körperverletzung nicht um einen 
erschwerenden Tatvorwurf, welcher einer Teileinstellung zugänglich wäre, sondern 
allein um eine andere rechtliche Würdigung, welche das Gericht im Hauptverfahren 
werde vornehmen können. Wenn der in der Anklage umschriebene Sachverhalt ei-
ne rechtliche Würdigung unter dem Tatbestand der fahrlässigen schweren, eventu-
aliter einfachen Körperverletzung zulasse, würde eine Teileinstellung dieses Sach-
verhalts betreffend den Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung aufgrund des 
Grundsatzes «ne bis in idem» keinen Strafbefehl bzw. keine Anklage wegen Wi-
derhandlung gegen das UVG mehr zulassen. 

2.3.4 Auch der Beschuldigte vertritt die Auffassung, dass in seinem Strafbefehl keine 
implizite Teileinstellung gesehen werden könne. Er führt diesbezüglich aus, dass 
im Gegensatz zum Strafbefehl des anderen Beschuldigten, G.________, in seinem 
Strafbefehl lediglich angegeben werde, wonach der Beschwerdeführer sei verletzt 
worden. Demgegenüber würden im Strafbefehl von G.________ die Verletzungen 
des Beschwerdeführers konkret genannt und es werde eine direkte Schuldzuwei-
sung gemacht. Indem die Staatsanwaltschaft die Verletzungen des Beschwerde-
führers im Strafbefehl gegen den Beschuldigten nicht erwähne, bringe sie zum 
Ausdruck, dass sie den Beschuldigten für die Verletzungen des Beschwerdeführers 
nicht als verantwortlich erachte. Von einer impliziten Teileinstellung könne allenfalls 
bezüglich des Strafbefehls von G.________ die Rede sein, da darin die Verletzun-
gen umschrieben seien, aber keine Verurteilung wegen Körperverletzung erfolge. 

2.4 Vorab ist festzuhalten, dass die Vorgehensweise der Staatsanwaltschaft treuwidrig 
erscheint. Der in Art. 9 BV verankerte Grundsatz von Treu und Glauben statuiert 
ein Verbot widersprüchlichen Verhaltens und verleiht einer Person Anspruch auf 
Schutz des berechtigten Vertrauens in behördliche Zusicherungen oder sonstiges, 
bestimmte Erwartungen begründendes Verhalten der Behörden (BGE 143 V 341 
E. 5.2.1; BGE 131 II 627 E. 6.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_1167/2019 vom 
16. April 2020 E. 2.4.3). Vorliegend hielt die Staatsanwaltschaft mit Schreiben vom 
19. November 2024 fest, dass die Strafantragsfrist in Bezug auf die fahrlässige ein-
fache Körperverletzung abgelaufen sei, und stellte dem Beschwerdeführer gleich-
zeitig eine beschwerdefähige Verfügung in Aussicht. Mithin durfte der Beschwerde-
führer darauf vertrauen, dass ihm eine solche zugestellt wird. In der Folge bediente 
die Staatsanwaltschaft ihn jedoch lediglich mit einem weiteren nicht anfechtbaren 
Schreiben vom 17. Januar 2025, in welchem sie ausdrücklich auf den Erlass einer 
Einstellungsverfügung betreffend die fahrlässige Körperverletzung verzichtete. 
Gleichentags erliess sie zudem den Strafbefehl gegen den Beschuldigten. Dadurch 
wurde dem Beschwerdeführer trotz entsprechender Zusicherung verwehrt, sich ge-
gen die von der Staatsanwaltschaft vertretene Auffassung betreffend die fahrlässi-
ge Körperverletzung zur Wehr zu setzen. 

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2.5

2.5.1 Nach dem Anklagegrundsatz (Art. 9 Abs. 1 StPO) kann eine Straftat nur gerichtlich 
beurteilt werden, wenn die Staatsanwaltschaft gegen eine bestimmte Person we-
gen eines genau umschriebenen Sachverhalts beim zuständigen Gericht Anklage 
erhoben hat. Die Anklageschrift bezeichnet gemäss Art. 325 Abs. 1 Bst. f StPO 
möglichst kurz, aber genau die der beschuldigten Person vorgeworfenen Taten mit 
Beschreibung von Ort, Datum, Zeit, Art und Folgen der Tatausführung. Nach dem 
aus Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 BV sowie aus Art. 6 Ziff. 1 und 3 Bst. a und b 
EMRK abgeleiteten und in Art. 9 Abs. 1 und Art. 325 StPO festgeschriebenen An-
klagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand des Gerichtsverfah-
rens (Umgrenzungsfunktion). Zugleich bezweckt das Anklageprinzip den Schutz 
der Verteidigungsrechte der angeschuldigten Person und garantiert den Anspruch 
auf rechtliches Gehör (Informationsfunktion; BGE 144 I 234 E. 5.6.1; 143 IV 63 
E. 2.2; 141 IV 132 E. 3.4.1, je mit Hinweisen). Die beschuldigte Person muss aus 
der Anklage ersehen können, wessen sie angeklagt ist. Sie darf nicht Gefahr lau-
fen, erst an der Gerichtsverhandlung mit neuen Anschuldigungen konfrontiert zu 
werden (BGE 143 IV 63 E. 2.2 mit Hinweisen). Das Gericht ist an den in der Ankla-
ge wiedergegebenen Sachverhalt gebunden (Immutabilitätsprinzip), nicht aber an 
dessen rechtliche Würdigung durch die Anklagebehörde (Art. 350 Abs. 1 StPO). Es 
muss dem Urteil den eingeklagten Sachverhalt zu Grunde legen und darf diesen 
nicht von sich aus abändern oder ergänzen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
6B_719/2017 E. 1.3.2 f.). Das Anklageprinzip ist verletzt, wenn die angeklagte Per-
son für Taten verurteilt wird, bezüglich welcher die Anklageschrift den inhaltlichen 
Anforderungen nicht genügt, oder wenn das Gericht mit seinem Schuldspruch über 
den angeklagten Sachverhalt hinausgeht (Urteile des Bundesgerichts 
6B_1404/2020 vom 17. Januar 2022 E. 1.3, nicht publ. in BGE 148 IV 124; 
6B_63/2020 vom 10. März 2021 E. 2.2; 6B_120/2019 vom 17. September 2019 
E. 3.2). Im Strafbefehl muss der Sachverhalt, d.h. die dem Beschuldigten vorge-
worfene Tat unter Einbezug sämtlicher tatsächlichen Tatumstände und Tatmerkma-
le als historische Begebenheit geschildert werden. Zumal der Strafbefehl zur An-
klageschrift werden kann (Art. 356 Abs. 1 Satz 2 StPO), sind an die Anklageschrift 
nicht geringere Anforderungen zu stellen, wenn sie von einem Strafbefehl herrührt 
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_910/2017 vom 29. Dezember 2017 E. 2.4; DA-
PHINOFF, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 3. Aufl. 
2023, N. 7; JOSITSCH/SCHMID, Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskom-
mentar, 4. Aufl. 2023, N. 3 zu Art. 353 StPO). Nach Eingang der Anklage beim Ge-
richt prüft die Verfahrensleitung, ob die Anklageschrift und die Akten ordnungs-
gemäss erstellt sind und weist die Anklage – falls erforderlich – zur Ergänzung oder 
Berichtigung an die Staatsanwaltschaft zurück (Art. 329 Abs. 1 und Abs. 2 StPO). 
Art. 329 Abs. 2 StPO erlaubt nur Anklageergänzungen, die sich im Rahmen des 
erstinstanzlich fixierten Verfahrensgegenstandes halten (BGE 147 IV 167 E. 1.3). 
Das Gericht gibt der Staatsanwaltschaft Gelegenheit, die Anklage zu ändern, wenn 
nach seiner Auffassung der in der Anklageschrift umschriebene Sachverhalt einen 
anderen Straftatbestand erfüllen könnte, die Anklageschrift aber den gesetzlichen 
Anforderungen nicht entspricht (Art. 333 Abs. 1 StPO). Art. 333 Abs. 1 StPO ge-
langt zu Anwendung, wenn der in der Anklageschrift umschriebene Sachverhalt ei-

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nen anderen (Umqualifizierung) – oder, bei echter Konkurrenz, einen zusätzlichen 
– Straftatbestand erfüllen könnte, die Anklageschrift aber den gesetzlichen Anfor-
derungen nicht entspricht (BGE 147 IV 167 E. 1.4). Das Sachgericht kann die 
Staatsanwaltschaft nicht zur Änderung oder Erweiterung einer Anklage verpflich-
ten, sondern ihr gemäss Art. 333 Abs. 1 StPO lediglich Gelegenheit dazu geben 
(BGE 148 IV 124 E. 2.6.7; Urteile des Bundesgerichts 6B_787/2020 vom 21. Juli 
2021 E. 2.3.2). Dem Sachgericht ist es untersagt, die Rolle der Anklage zu über-
nehmen und es hat nur darüber zu urteilen, ob die beschuldigte Person im Sinne 
der Anklage schuldig zu sprechen ist, und nicht aus eigener Initiative über eine An-
klageergänzung nach Art. 333 Abs. 1 StPO eine härtere rechtliche Qualifikation an-
zustreben (siehe auch BGE 144 I 234 E. 5). Demgegenüber ist die Privatkläger-
schaft nicht zur Unparteilichkeit verpflichtet ist und kann im Gerichtsverfahren einen 
entsprechenden Antrag auf Ergänzung bzw. Erweiterung der Anklage einreichen 
(vgl. BGE 148 IV 124 E. 2.6.7 mit Hinweisen).

2.5.2 Die Staatsanwaltschaft kann das Verfahren vollständig oder teilweise einstellen 
(vgl. Art. 319 Abs. 1 StPO). Nach der Rechtsprechung liegt eine teilweise Einstel-
lung vor, wenn es neben den Tatsachen oder Verhaltensweisen, die Gegenstand 
eines Strafbefehls oder einer Anklageschrift sind, verschiedene Tatsachen oder 
Verhaltensweisen gibt, welche die Staatsanwaltschaft aus einem der in Art. 319 
StPO aufgeführten Gründe nicht verfolgen will (BGE 144 IV 362 E. 1.3.1; Urteile 
des Bundesgerichts 6B_367/2020 vom 17. Januar 2022 E. 4.5.1; 6B_84/2020 vom 
22. Juni 2020 E. 2.1.2; je mit Hinweisen). In diesem Fall muss die Staatsanwalt-
schaft eine formelle Anordnung erlassen, gegen die gemäss Art. 322 Abs. 2 und 
Art. 393 ff. StPO Beschwerde geführt werden kann. Erhebt die Staatsanwaltschaft 
lediglich hinsichtlich eines Teils des untersuchten Lebenssachverhalts Anklage 
oder erlässt sie nur insoweit einen Strafbefehl und verfügt sie bezüglich der übrigen 
Tatsachen nicht explizit eine Teileinstellung, liegt eine implizite Teileinstellung vor 
(BGE 138 IV 241 E. 2.4). Diese stillschweigende teilweise Einstellung kann vor der 
Beschwerdeinstanz angefochten werden (BGE 138 IV 241 E. 2.6; Urteil 
7B_31/2022 vom 18. Oktober 2023 E. 2.2; je mit Hinweisen). Werden nach einem 
tätlichen Übergriff beispielsweise nicht alle vom Opfer geltend gemachten Verlet-
zungen geahndet, ist die Staatsanwaltschaft bezüglich der unberücksichtigt geblie-
benen Verletzungen zum Erlass einer expliziten Teileinstellungsverfügung ver-
pflichtet (BGE 148 IV 124 E. 2.6.5; vgl. BGE 138 IV 241 E. 2.4 f. betreffend einen 
Strafbefehl wegen eines verursachten Sturzes des Opfers sowie Schlägen gegen 
dessen Oberkörper und Kopf sowie wegen der damit einhergehenden Schürfungen 
und Prellungen; implizite Einstellung des Verfahrens bezüglich des vom Opfer als 
Folge der gleichen Tathandlungen behaupteten Schädeltraumas). Sind am Verfah-
ren auch Privatkläger beteiligt, kann nach der Rechtsprechung eine explizite Tei-
leinstellungsverfügung mit entsprechender Rechtsmittelbelehrung im Zusammen-
hang mit der Anklage oder nach der Verweigerung der Anklageergänzung im ge-
richtlichen Verfahren (vgl. Art. 333 Abs. 1 StPO) zur Wahrung der Rechte der Pri-
vatklägerschaft erforderlich sein, da diese über die Beschwerde im Sinne von 
Art. 322 Abs. 2 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 Bst. b StPO die für den von ihr angestrebten 
Schuldspruch erforderliche Änderung oder Ergänzung der Anklage erreichen kann 
(vgl. BGE 138 IV 241 E. 2). Damit soll den Geschädigten und insbesondere den 

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Opfern im Sinne von Art. 116 Abs. 1 StPO und Art. 1 Abs. 1 des Opferhilfegesetzes 
(OHG; SR 312.5) ermöglicht werden, ihre Rechte im Strafverfahren geltend zu ma-
chen und einer ungenügenden Anklage mit impliziter Einstellung von rechtserhebli-
chen Tatsachen entgegenzuwirken. Das Bundesgericht hat im Leiturteil BGE 144 
IV 362 festgehalten, dass eine teilweise Einstellung grundsätzlich nur dann in Be-
tracht kommt, wenn mehrere Lebensvorgänge oder Taten im prozessualen Sinn zu 
beurteilen sind, die einer separaten Erledigung zugänglich sind. Soweit es sich hin-
gegen lediglich um eine andere rechtliche Würdigung ein und desselben Lebens-
vorgangs handelt, scheidet eine teilweise Verfahrenseinstellung aus (BGE 144 IV 
362 E. 1.3.1 und Regeste). Wird das Verfahren teilweise eingestellt, obwohl hierfür 
kein Raum besteht, und erwächst die teilweise Einstellung in Rechtskraft, steht de-
ren Sperrwirkung aufgrund des Grundsatzes «ne bis in idem» einer Verurteilung 
wegen des gleichen Lebenssachverhalts entgegen (BGE 144 IV 362 E. 1.4 und 
Regeste). Im Leiturteil BGE 148 IV 124 hat das Bundesgericht diese Rechtspre-
chung präzisiert und darauf hingewiesen, dass explizite Teileinstellungsverfügun-
gen, die nicht den ganzen Lebenssachverhalt, sondern lediglich einzelne, erschwe-
rende Tatvorwürfe betreffen, hinsichtlich der gleichzeitig zur Anklage gebrachten 
Vorwürfe nicht zur Anwendung des Grundsatzes «ne bis in idem» führen. Ent-
scheidend ist, dass die Teileinstellungsverfügung auf die gleichzeitig erhobene 
oder bereits hängige Anklage bzw. den gleichzeitig erlassenen Strafbefehl Bezug 
nimmt und folglich als solche deklariert wird. Aus der Teileinstellungsverfügung 
muss hervorgehen, dass das Verfahren nicht als Ganzes, sondern lediglich bezüg-
lich einzelner, nicht angeklagter, erschwerender Tatumstände betreffend etwa vom 
Opfer behauptete weitere Tathandlungen, zusätzliche Tatfolgen (z.B. zusätzliche 
Verletzungen) oder zusätzliche innere Tatsachen (z.B. ein über die verursachten 
Verletzungen hinausgehender Tötungswille des Täters) etc. eingestellt wird (BGE 
148 IV 124 E. 2.6.5 f. und Regeste; Urteil des Bundesgerichts 7B_31/2022 vom 18. 
Oktober 2023 E. 2.2 mit weiteren Hinweisen). Solche Teileinstellungsverfügungen 
dienen folglich nicht der Einstellung des gesamten Verfahrens, sondern der Fixie-
rung des Gegenstands des gerichtlichen Verfahrens. Die Sperrwirkung des Grund-
satzes «ne bis in idem» einer in Rechtskraft erwachsenen Teileinstellungsverfü-
gung bezieht sich nur auf die konkret von der Teileinstellung betroffenen Tatsa-
chen, nicht jedoch auf die gleichzeitig zur Anklage gebrachten Vorwürfe. Die Ver-
einbarkeit von Schuldspruch und Teileinstellungsverfügung mit dem Grundsatz «ne 
bis in idem» ergibt sich auch daraus, dass eine Verfahrenseinstellung – auch wenn 
die Einstellungsverfügung (im Betreff) in der Regel einen gesetzlichen Straftatbe-
stand erwähnt – immer in Bezug auf einen bestimmten Tatvorwurf und nicht hin-
sichtlich eines bestimmten Straftatbestandes bzw. einer rechtlichen Würdigung er-
folgt (vgl. Art. 319 StPO). Auf eine tätliche Auseinandersetzung mit beweismässig 
strittigem Umfang der Verletzungsfolgen übertragen bedeutet dies zum Beispiel, 
dass die Teileinstellung nicht hinsichtlich des Tatbestands der schweren Körperver-
letzung im Sinne von Art. 122 StGB ergeht, sondern hinsichtlich konkreter, vom 
Opfer geltend gemachter (schwerer) Verletzungsfolgen, welche mangels eines hin-
reichenden Tatverdachts keinen Eingang in die Anklage fanden (BGE 148 IV 124 
E. 2.6.6). 

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9

2.6

2.6.1 Zunächst ist der Generalstaatsanwaltschaft beizupflichten, dass eine Verfahrens-
einstellung immer in Bezug auf einen bestimmten Tatvorwurf und nicht hinsichtlich 
eines bestimmten Straftatbestandes bzw. einer rechtlichen Würdigung erfolgt (Art. 
319 StPO). Eine Teileinstellung scheidet zudem aus, wenn es sich lediglich um ei-
ne andere rechtliche Würdigung ein und desselben Lebensvorgangs handelt. Dies 
ist vorliegend indessen nicht der Fall. Der Tatbestand der fahrlässigen Körperver-
letzung (Art. 125 Abs. 1 und 2 StGB) verlangt eine (schwere) Schädigung des Kör-
pers oder der Gesundheit. Eine solche muss sich aus dem Anklagesachverhalt er-
geben. Aus dem Strafbefehl geht vorliegend einzig hervor, dass der Beschwerde-
führer durch das unvorsichtige Verhalten des Beschuldigten verletzt wurde. Dem-
gegenüber fehlt es an sämtlichen Ausführungen zu den konkret erlittenen Verlet-
zungen und Verletzungsfolgen. Insbesondere blieben die vom Beschwerdeführer 
im Schreiben vom 4. Dezember 2024 geltend gemachten Verletzungsfolgen (Ent-
stellungen im Gesicht, kognitive Beeinträchtigung, psychische Traumatisierung und 
längerdauernde Arbeitsunfähigkeit) unberücksichtigt. Somit wird weder der Tatvor-
wurf der fahrlässigen schweren noch der fahrlässigen einfachen Körperverletzung 
im Sinne von Art. 125 Abs. 1 und 2 StGB vom Anklagesachverhalt vollständig er-
fasst. Folglich kann auch nicht gesagt werden, dass der Lebenssachverhalt vollum-
fänglich im Strafbefehl abgebildet wurde. Entgegen der Generalstaatsanwaltschaft 
handelt es sich daher nicht nur um eine Weigerung der Staatsanwaltschaft, den 
Sachverhalt anders zu würdigen. Da der Strafbefehl im Falle einer Überweisung 
ans Gericht als Anklageschrift dient (Art. 356 Abs. 1 StPO), wäre es dem Gericht – 
entgegen der Staatsanwaltschaft und der Generalstaatsanwaltschaft – nicht mög-
lich, einen Wechsel der rechtlichen Würdigung vorzunehmen, ohne den Anklage-
grundsatz und das Immutabilitätsprinzip zu verletzen (vgl. E. 2.5.1). Insoweit könn-
te das Gericht weder über die Frage der Gültigkeit des Strafantrages noch über die 
Qualifikation der Verletzungen urteilen. 

2.6.2 Nach dem Gesagten fehlt es im Strafbefehl an einzelnen Sachverhaltselementen, 
die mit den gesetzlich vorgesehenen Verfahrensabschlussmöglichkeiten zu behan-
deln gewesen wären. Mit Blick auf die zuvor zitierte Rechtsprechung und insbe-
sondere BGE 148 IV 124 ist eine Teileinstellung zulässig und steht dem Grundsatz 
«ne bis in idem» nicht entgegen, wenn sie auf den gleichzeitig erlassenen Strafbe-
fehl Bezug nimmt und das Verfahren nicht als Ganzes, sondern nur bezüglich ein-
zelner, nicht angeklagter, erschwerender Tatumstände oder zusätzlicher Tatfolgen 
(bspw. zusätzliche Verletzungen) eingestellt wird (vgl. E. 2.5.2 hiervor). So sind das 
verfahrensrechtliche Schicksal des Vorwurfs der Verletzung gegen das UVG und 
der fahrlässigen Körperverletzung unabhängig voneinander. Der Vorwurf der fahr-
lässigen Körperverletzung enthält zusätzliche Sachverhaltselemente (Verletzungen 
und Verletzungsfolgen), welche vorliegend nicht in den Strafbefehl aufgenommen 
wurden. Folglich steht der Strafbefehl wegen Widerhandlung gegen das UVG ei-
nem Verfahren wegen fahrlässiger schwerer (oder einfacher) Körperverletzung 
nicht entgegen (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 7B_155/2022 vom 19. Oktober 
2023 E. 2.3). Sollte die Staatsanwaltschaft zur Auffassung gelangt sein, dass die 
Strafantragsfrist verpasst worden ist, sie den Beschuldigten nicht wegen der gel-
tend gemachten Verletzungen bestrafen will oder diese nicht den Tatbestand der 

10

fahrlässigen schweren (oder einfachen) Körperverletzung erfüllen, wäre sie zum 
Erlass einer expliziten Teileinstellung verpflichtet gewesen. Demnach wurde mit 
dem Erlass des vorliegenden Strafbefehls eine implizite Teileinstellung vorgenom-
men. 

2.6.3 Der Generalstaatsanwaltschaft kann auch nicht gefolgt werden, wenn sie geltend 
macht, dass der Beschwerdeführer die Rechtsaufassung der Staatsanwaltschaft 
vom Sachgericht im Rahmen des Einspracheverfahrens überprüfen lassen könne 
und ihm dadurch keine Rechte verloren gingen. Das Einspracheverfahren hängt 
vielmehr von vielen verschiedenen Bedingungen ab, worauf der Beschwerdeführer 
keinen Einfluss nehmen kann. So stehen der Staatsanwaltschaft zunächst mehrere 
Optionen zur Verfügung, wie sie im Falle einer Einsprache weiter vorgehen möchte 
(Art. 355 Abs. 3 Bst. a-d StPO). Sollte sie am Strafbefehl festhalten und das Straf-
verfahren an das Gericht überweisen, bliebe für den Beschwerdeführer im darauf-
folgenden Gerichtsverfahren grundsätzlich nur noch die Möglichkeit, unter den 
Voraussetzungen von Art. 329 Abs. 2 oder Art. 333 Abs. 1 StPO eine Änderung der 
Anklage zu beantragen (vgl. E. 2.5.1 hiervor). Sofern die genannten Bestimmungen 
überhaupt einschlägig sind, ist weiter fraglich, ob das Gericht dem entsprechenden 
Antrag stattgeben und die Staatsanwaltschaft die Anklageschrift anpassen würde, 
zumal diese nicht zu einer Abänderung der Anklage verpflichtet werden kann. Dem 
Sachgericht ist es untersagt, die Rolle der Anklage zu übernehmen und es hat in 
der Regel nur darüber zu urteilen, ob die beschuldigte Person im Sinne der Ankla-
ge schuldig zu sprechen ist (vgl. E. 2.5.1). Demnach beschränkt sich die Einfluss-
möglichkeit des Beschwerdeführers im Verfahren vor Gericht grundsätzlich darauf, 
auf einen mangelhaften Anklagesachverhalt hinzuweisen. Insoweit erscheint der 
Weg über die Einsprache für den Beschwerdeführer nicht geeignet, die für den von 
ihm angestrebten Schuldspruch erforderliche Änderung oder Ergänzung des Sach-
verhalts zu erreichen. Darüber hinaus hat das Bundesgericht klargestellt, dass die 
Beschwerde das vorgesehene Rechtsmittel gegen eine implizite Einstellung dar-
stellt. Es führte diesbezüglich aus, dass der Weg über die Einsprache den Fall be-
treffe, in welchem die beschwerdeführende Partei ein rechtliches Interesse daran 
habe, eine andere rechtliche Qualifikation in Bezug auf einen unbestrittenen Sach-
verhalt zu erreichen. Dagegen erscheine der Weg über die Einsprache nicht auf 
den Fall einer impliziten Einstellung zugeschnitten. Zudem werde ein weiterer 
Rechtsbehelf gegen die Einstellung eröffnet, wenn man die Einsprache gegen eine 
implizite Einstellung zuliesse (vgl. BGE 138 IV 241 E. 2 und E. 2.6). Zumal vorlie-
gend eine implizite Teileinstellung vorliegt und keine andere rechtliche Würdigung 
des im Strafbefehl erfassten Sachverhalts möglich ist, hat der Beschwerdeführer zu 
Recht Beschwerde erhoben. 

2.6.4 Mithin gelangt die Beschwerdekammer zum Schluss, dass die Staatsanwaltschaft 
mit ihrem Vorgehen eine implizite Teileinstellung vorgenommen hat. Dagegen kann 
der Beschwerdeführer Beschwerde erheben (vgl. E. 2.2 und E. 2.6.3). Er ist als 
Straf- und Zivilkläger in seinen rechtlich geschützten Interessen betroffen und damit 
zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 382 Abs. 1 StPO). Auf die form- und fristge-
rechte Beschwerde ist – unter Vorbehalt des Nachfolgenden – einzutreten. 

11

2.7 Wenn der Beschwerdeführer die Aufhebung des Strafbefehls verlangt, geht er über 
das zulässige Anfechtungsobjekt hinaus. Es liegt nicht in der Kompetenz der Be-
schwerdekammer, über das Schicksal des Strafbefehls zu entscheiden; dies ist der 
Staatsanwaltschaft bzw. dem erstinstanzlichen Gericht vorbehalten (Art. 355 und 
Art. 356 StPO). Insoweit ist auf die Beschwerde nicht einzutreten.

3. Soweit der Beschwerdeführer in prozessualer Hinsicht eine Verletzung des rechtli-
chen Gehörs geltend macht, ist festzustellen, dass dies naturgemäss mit einer im-
pliziten Teileinstellung einhergeht. Zumal eine implizite Teileinstellung zu bejahen 
ist (vgl. E. 2.6.4 hiervor) und der damit verbundene Mangel im Beschwerdeverfah-
ren nicht geheilt werden kann (vgl. Urteile des Bundesgerichts 6B_84/2020 vom 
22. Juni 2020 E. 2.1.3; 6B_819/2018 vom 25. Januar 2019 E. 3.8; Beschluss des 
Obergerichts des Kantons Bern BK 2023 24 vom 11. Juli 2023 E. 3), ist diese auf-
zuheben und das Verfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung zur Fortführung 
an die Staatsanwaltschaft zurückzuweisen. Eine weitergehende Prüfung der vor-
gebrachten Rügen – insbesondere eine materielle Überprüfung der impliziten Teil-
einstellung und der Qualifikation der Verletzungen und Verletzungsfolgen – erübrigt 
sich bei diesem Verfahrensausgang. 

4.

4.1 Bei diesem Verfahrensausgang obsiegt der Beschwerdeführer zum überwiegenden 
Teil, indem die implizite Teileinstellung aufgehoben und das Verfahren wegen fahr-
lässiger Körperverletzung zur Fortführung an die Staatsanwaltschaft zurückgewie-
sen wird. Der Nichteintretensentscheid betreffend die Aufhebung des Strafbefehls 
generierte keinen relevanten Aufwand, welcher eine Kostenausscheidung rechtfer-
tigt. Angesichts dessen sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf 
CHF 2'000.00, vom Kanton zu tragen (Art. 428 Abs. 1 StPO). 

4.2 Kongruent dazu steht die Entschädigungsregelung von Art. 436 Abs. 3 StPO, wo-
nach die Parteien im Falle einer (teilweise) Kassation Anspruch auf eine angemes-
sene Entschädigung für ihre Aufwendungen im Rechtsmittelverfahren haben. Diese 
Bestimmung verweist zwar einzig auf Art. 409 StPO (Kassation im Berufungsver-
fahren), muss aber nach einhelliger Lehrmeinung auch im Beschwerdeverfahren 
anwendbar sein, wenn eine Rückweisung nach Art. 397 Abs. 2 StPO erfolgt 
(GRIESSER, in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 3. Aufl. 
2020, N. 4 zu Art. 436 StPO; WEHRENBERG/FRANK, in: Basler Kommentar, Schwei-
zerische Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2023, N. 14 zu Art. 436 StPO mit weiteren 
Hinweisen sowie GUIDON, Die Beschwerde gemäss Schweizerischer Strafprozess-
ordnung, Diss. BE 2011, Rz. 580). Nach der ständigen Praxis der Beschwerde-
kammer hat im Falle einer Kassation in analoger Anwendung der Entschädigungs-
regelung von Art. 436 Abs. 3 StPO nicht nur die beschwerdeführende obsiegende 
Partei, sondern auch die beschuldigte Person Anspruch auf eine angemessene 
Entschädigung für ihre Aufwendungen im Rechtsmittelverfahren (statt vieler: Be-
schluss des Obergerichts des Kantons BK 23 15 vom 30. Juni 2023 E. 7.2.1). Die 
Bemessung der Entschädigung liegt im Ermessen der Beschwerdekammer. 
Gemäss Art. 41 Abs. 2 des Kantonalen Anwaltsgesetzes (KAG; BSG 168.11) be-
steht die Tarifordnung für Strafrechtssachen aus Rahmentarifen. Mit Blick auf 

12

Art. 17 Abs. 1 Bst. f i.V.m. Bst. e und b der Parteikostenverordnung (PKV; BSG 
168.811) reicht der vorliegende Tarifrahmen von CHF 12.50 bis CHF 12’500.00. 
Innerhalb des Rahmentarifs bemisst sich der Parteikostenersatz nach dem in der 
Sache gebotenen Zeitaufwand, der Bedeutung der Streitsache und der Schwierig-
keit des Prozesses (Art. 41 Abs. 3 KAG).

4.3 Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers, Rechtsanwältin D.________, macht 
mit Kostennote vom 18. Juni 2025 eine Entschädigung von CHF 1’533.80 [recte: 
CHF 1’931.10] (Honorar von CHF 1’635.00 [recte: CHF 1’725.00] zzgl. Auslagen 
von CHF 61.40 und MWST von CHF 137.40 [recte: CHF 144.70]) geltend. Die gel-
tend gemachte Entschädigung erweist sich mit Blick auf die Bedeutung der Streit-
sache (durchschnittlich), des Aktenumfangs von einem Bundesordner (unterdurch-
schnittlich) sowie der Schwierigkeit des Prozesses (durchschnittlich bis überdurch-
schnittlich) als angemessen. Dem Beschwerdeführer ist demnach eine Entschädi-
gung in der Höhe von CHF 1'931.10 (inkl. Auslagen und MWST) zuzusprechen. 

4.4 Die private Verteidigerin des Beschuldigten, Rechtsanwältin B.________, macht 
mit Kostennote vom 28. Oktober 2025 eine Entschädigung von CHF 5’603.40 (inkl. 
Spesenpauschale [3.00%] von CHF 151.00 und MWST von CHF 419.90) geltend. 
Die Honorarforderung erscheint mit Blick auf Art. 41 Abs. 3 Bst. a und b KAG i.V.m. 
Art. 17 Abs. 1 Bst. f, e und b PKV als über dem gebotenen Aufwand liegend. 
Zunächst ist festzuhalten, dass die Aufwendungen betreffend die Einsprache ge-
gen den Strafbefehl im Beschwerdeverfahren nicht zu berücksichtigen sind. Der 
geltend gemachte Zeitaufwand von über 15 Stunden ist zudem überhöht. Die Be-
schwerdekammer anerkennt zwar, dass Rechtsanwältin B.________ das Dossier 
erst im Beschwerdeverfahren übernommen hat und sich entsprechend in die amtli-
chen Akten einlesen musste. Der Aktenumfang von einem Bundesordner ist jedoch 
als unterdurchschnittlich zu qualifizieren. Auch wenn Rechtsanwältin B.________ 
geltend macht, dass sich im Zusammenhang mit der impliziten Teileinstellung 
komplexe rechtliche und tatsächliche Fragen stellten und die Schwierigkeit des 
Prozesses deshalb als überdurchschnittlich zu qualifizieren sei, lässt sich der zeit-
lich geltend gemachte Aufwand nicht rechtfertigen. So beschränken sich ihre Aus-
führungen zur impliziten Teileinstellung lediglich auf knapp eine halbe Seite. Auf 
den restlichen 13 Seiten äusserte sie sich vielmehr zum Sachverhalt und zu den 
materiellen Ausführungen in der Beschwerde. Die Entschädigung des Beschuldig-
ten für die Aufwendungen von Rechtsanwältin B.________ (Verfassen der Stel-
lungnahme inkl. Studium der Beschwerde und der amtlichen Akten, Kenntnisnah-
me von Schriftenwechsel sowie Telefonate und Korrespondenz mit dem Beschul-
digten) im Beschwerdeverfahren wird nach dem Gesagten und mit Blick auf die 
eher durchschnittliche Bedeutung der Streitsache auf pauschal CHF 3’500.00 (inkl. 
Auslagen und MWST) festgesetzt und an Rechtsanwältin B.________ ausgerichtet 
(Art. 429 Abs. 3 StPO).

13

Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:

1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Die implizite Teileinstellung der Regio-
nalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 17. Januar 2025 wird aufgehoben und 
das Verfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung zur Fortführung an die Regionale 
Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland zurückgewiesen. Soweit weitergehend wird auf die 
Beschwerde nicht eingetreten.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 2'000.00, trägt der Kanton 
Bern. 

3. Dem Beschwerdeführer wird für seine Aufwendungen im Beschwerdeverfahren vom 
Kanton Bern eine Entschädigung von CHF 1’931.10 (inkl. Auslagen und MWST) aus-
gerichtet. 

4. Die Entschädigung des Beschuldigten für das Beschwerdeverfahren wird auf 
CHF 3’500.00 (inkl. Auslagen und MWST) festgesetzt und an Rechtsanwältin 
B.________ ausgerichtet.

5. Zu eröffnen:
- dem Straf- und Zivilkläger/Beschwerdeführer, v.d. Rechtsanwältin D.________ (per 

Einschreiben)
- dem Beschuldigten, v.d. Rechtsanwältin B.________ (per Einschreiben)
- der Generalstaatsanwaltschaft (per Kurier)

Mitzuteilen:
- der Regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland, Staatsanwältin H.________

(mit den Akten – per Kurier)

Bern, 2. Dezember 2025 Im Namen der Beschwerdekammer
in Strafsachen

Der Präsident:

Oberrichter Bähler

Die Gerichtsschreiberin:

Ueltschi

Die Entschädigung für das Beschwerdeverfahren wird durch die Beschwerdekammer in Strafsachen entrichtet. 
Es wird um Zustellung eines Einzahlungsscheins ersucht. 

Rechtsmittelbelehrung auf der nächsten Seite!

14

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgerichtsgeset-
zes (BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entspre-
chen.