# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b4248d1c-6d4f-5511-9fb0-05e110dbac21
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-02-08
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 08.02.2024 SB220058
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB220058_2024-02-08.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB220058-O/U/cwo 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. S. Volken, Präsident, Ersatzoberrichter lic. iur. 

A. Kessler und Ersatzoberrichterin lic. iur. S. Nabholz sowie  

Gerichtsschreiberin MLaw A. Sieber 

 

Urteil vom 8. Februar 2024 
 

in Sachen 

 

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich,  
vertreten durch Staatsanwältin Dr. iur. I. Meier,  

Anklägerin und I. Berufungsklägerin (Rückzug) 

 

sowie 

 

A._____,  
Privatkläger und II. Berufungskläger 

unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

B._____,  
Beschuldigter und Berufungsbeklagter 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ 

 

betreffend Raufhandel  
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Dielsdorf, I. Abteilung,  
vom 13. Juli 2021 (GG210024) 
  

- 2 - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 25. Juni 2021 

(Urk. 44) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 65 S. 34 f.) 

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte B._____ wird vom Vorwurf des Raufhandels im Sinne von Art. 

133 Abs. 1 StGB freigesprochen. 

2. Das Genugtuungsbegehren des Privatklägers wird abgewiesen. 

3. Die Entscheidgebühr und die Gebühr für das Vorverfahren fallen ausser Ansatz; die 

übrigen Kosten werden auf die Gerichtskasse genommen. 

4. Die Entschädigung von Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ für die amtliche Verteidi-

gung des Beschuldigten wird auf Fr. 11'377.30 (Fr. 10'461.– Aufwand, Fr. 102.90 

Barauslagen und Fr. 813.40 Mehrwertsteuer) festgesetzt. 

5. (Mitteilung) 

6. (Rechtsmittel)" 

Berufungsanträge: 

a) Des unentgeltlichen Rechtsvertreters des Privatklägers A._____: 

 (Urk. 69 S. 2) 

 "1. Es sei Ziffer 1 des Urteils des Bezirksgerichts Dielsdorf (GG210024-D) 

vom 13. Juli 2021 aufzuheben und es sei der Beschuldigte und 

Berufungsbeklagte B._____ des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB, 

eventualiter des Raufhandels nach Art. 133 StGB sowie wegen einfa-

cher Körperverletzung nach Art. 123 Ziff. 1 StGB schuldig zu sprechen 

und angemessen zu bestrafen; 

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 2. Subeventualiter sei der Berufungsbeklagte B._____ wegen Tätlichkei-

ten nach Art. 126 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen und angemessen 

zu bestrafen; 

 3. Es sei Ziffer 2 des Urteils des Bezirksgerichts Dielsdorf (GG210024-D) 

vom 13. Juli 2021 aufzuheben und es sei der Beschuldigte und 

Berufungsbeklagte B._____ unter solidarischer Haftung der Beschul-

digten C._____ sowie D._____ zur Bezahlung einer Genugtuung von 

CHF 3'000.– an den Privatkläger und Berufungskläger A._____ zu ver-

pflichten; 

 unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zzgl. MWSt)." 

b) Der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten B._____: 

(Prot. II S. 14 f.; sinngemäss) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

c) Der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 66 und Urk. 85; schriftlich) 

Rückzug der Anschlussberufung und Bestätigung des vorinstanzlichen 

Urteils. 

 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang 

1. Zum Prozessverlauf bis zum erstinstanzlichen Urteil kann auf die Ausführ-

ungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 65 S. 3). Das erstinstanzliche 

Verfahren gegen den Beschuldigten A._____ wegen versuchter vorsätzlicher Tö-

tung und Raufhandel wurde unter der Geschäftsnummer DG200021-D und die 

Verfahren gegen die Beschuldigten D._____, B._____ und C._____ unter den 

Geschäftsnummern GG210023-D (D._____), GG210024-D (B._____) und 

GG210025-D (C._____) geführt. A._____ nahm in den Verfahren gegen D._____, 

B._____ und C._____ betreffend Raufhandel jeweils als Privatkläger teil, während 

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B._____ und D._____ im Verfahren gegen A._____ als Privatkläger auftraten. 

Gestützt auf Art. 29 Abs. 1 StPO wurden alle Verfahren vor der Vorinstanz ge-

meinsam beurteilt (Urk. 65 S. 3). Mit Urteilen vom 13. Juli 2021 wurden alle Betei-

ligten vom Vorwurf des Raufhandels freigesprochen. A._____ wurde wegen ver-

suchtem Totschlag schuldig gesprochen und mit einer Freiheitsstrafe von 

vier Jahren und zehn Monaten bestraft. 

2. Die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (nachfolgend: Staatsanwalt-

schaft) sowie der Privatkläger A._____ (nachfolgend: Privatkläger oder A._____) 

meldeten jeweils fristgerecht Berufung gegen die freisprechenden Urteile vom 

13. Juli 2021 in den Verfahren gegen B._____ (nachfolgend: Beschuldigter oder 

B._____), D._____ (nachfolgend: D._____) und C._____ (nachfolgend: C._____) 

betreffend Raufhandel an und reichten im vorliegenden Verfahren gegen den Be-

schuldigten B._____ fristgerecht ihre Berufungserklärungen ein (Urk. 66 und 

Urk. 69). Anzufügen ist, dass A._____ und die Staatsanwaltschaft auch Berufung 

gegen das Urteil in Sachen A._____ anmeldeten und fristgerecht ihre Berufungs-

erklärungen einreichten (vgl. SB220061-O). 

3. Mit Präsidialverfügung vom 16. Februar 2022 wurden im vorliegenden Ver-

fahren dem Beschuldigten, dem Privatkläger A._____ sowie der Staatsanwalt-

schaft eine Kopie der jeweiligen Berufungserklärungen zugestellt und Frist ange-

setzt, um Anschlussberufung zu erheben oder ein Nichteintreten auf die Berufung 

zu beantragen. Gleichzeitig wurde dem Beschuldigten und der Staatsanwaltschaft 

Frist angesetzt, um zum Antrag des Privatklägers A._____ auf Bewilligung der 

unentgeltlichen Rechtspflege und Rechtsverbeiständung Stellung zu nehmen 

(Urk. 71). Die Staatsanwaltschaft verzichtete mit ihrer Eingabe vom 22. Februar 

2022 (Poststempel) auf eine Anschlussberufung (Urk. 73) und beantragte die Ab-

weisung des Gesuchs des Privatklägers A._____ auf Bewilligung der unentgeltli-

chen Rechtspflege und Rechtsverbeiständung (Urk. 75). Mit Präsidialverfügung 

vom 17. März 2022 wurde dem Privatkläger A._____ die unentgeltliche Rechts-

pflege gewährt und in der Person von Rechtsanwalt lic. iur. X._____ ein unent-

geltlicher Rechtsbeistand bestellt (Urk. 77).  

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4. Mit Eingabe vom 15. Juni 2023 zog die Staatsanwaltschaft ihre Berufung 

zurück (Urk. 85). 

5. Am 17. November 2022 wurden die Parteien des vorliegenden Verfahrens 

sowie die Parteien der Berufungsverfahren in Sachen A._____ (SB220061-O), 

D._____ (SB220062-O) sowie C._____ (SB220060-O) zur gemeinsamen Beru-

fungsverhandlung auf den 6. und 7. März 2023 vorgeladen (Urk. 79). Dieser Ter-

min musste wegen Erkrankung eines Gerichtsmitglieds kurzfristig abgesagt wer-

den. Am 16. Mai 2023 wurden die Parteien neu auf den 14. September 2023 zur 

Berufungsverhandlung vorgeladen (Urk. 83). Am 14. September 2023 erschienen 

die Beschuldigten A._____, B._____ und D._____ in Begleitung ihrer amtlichen 

Verteidigungen sowie die Staatsanwältin Dr. iur. Meier. Der Beschuldigte C._____ 

erschien unentschuldigt nicht (Prot. II S. 5 f.). Das Gericht ordnete in Beachtung 

des Beschleunigungsgebots und im Einverständnis sämtlicher Parteien an, das 

Verfahren gegen A._____ betreffend versuchter Tötung an der Berufungsver-

handlung vom 14. September 2023 durchzuführen und von den Verfahren in Sa-

chen B._____, C._____ und D._____ abzutrennen (Art. 30 StPO; Prot. II S. 7). 

Anzufügen ist, dass der Freispruch von A._____ vom Vorwurf des Raufhandels 

bereits rechtskräftig und nicht Gegenstand seines Berufungsverfahren 

(SB220061-O) war.  

6. In der Folge wurden die Beschuldigten B._____, C._____ (SB220060-O) 

und D._____ (SB220062-O) sowie der jeweils als Privatkläger auftretende 

A._____ am 12. Dezember 2023 zu einer gemeinsamen Berufungsverhandlung 

auf den 8. Februar 2024 vorgeladen (Urk. 88), zu welcher C._____ und D._____ 

in Begleitung ihrer amtlichen Verteidiger und der Privatkläger in Begleitung seines 

unentgeltlichen Rechtsvertreters erschienen sind (Prot. II S. 8). Die amtliche Ver-

teidigerin des Beschuldigten stellte zu Beginn der Berufungsverhandlung ein Ge-

such um Erlass des persönlichen Erscheinens des Beschuldigten zur Berufungs-

verhandlung, welches bewilligt wurde (Prot. II S. 11 f.). 

7. Es waren keine Vorfragen und keine Beweisanträge zu entscheiden. Der 

Beschuldigte liess ausdrücklich keine Anträge stellen (Prot. II S. 14 f.). Das Ver-

fahren erweist sich als spruchreif. 

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II. Prozessuales 

1. Umfang der Berufung 

1.1. Gemäss Art. 402 StPO in Verbindung mit Art. 437 StPO wird die Rechtskraft 

des angefochtenen Urteils im Umfang der Anfechtung gehemmt. 

1.2. Der Privatkläger A._____ verlangt mit seiner Berufung die Aufhebung der 

Dispositiv-Ziffer 1 des vorinstanzlichen Urteils und die Bestrafung des Beschuldig-

ten wegen Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB, eventualiter wegen Raufhandels 

nach Art. 133 StGB sowie wegen einfacher Körperverletzung nach Art. 123 Ziff. 1 

StGB und subeventualiter wegen Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 

StGB. Des Weiteren verlangt der Privatkläger A._____ die Aufhebung der Dispo-

sitiv-Ziffer 2 des vorinstanzlichen Urteils und die Verpflichtung des Beschuldigten 

zur Bezahlung einer Genugtuung von Fr. 3'000.– an den Privatkläger A._____ un-

ter solidarischer Haftung der Beschuldigten C._____ sowie D._____ (Urk. 69 

S. 2). 

1.3. Der Privatkläger hat seine Berufung nicht beschränkt (Urk. 69 S. 3), weshalb 

das vorinstanzliche Urteil grundsätzlich umfassend zu überprüfen ist (Art. 398 

Abs. 2 StPO). Unangefochten in Rechtskraft erwachsen ist immerhin die Fest-

setzung des Honorars der amtlichen Verteidigung (Dispositiv-Ziffer 4), was vorab 

mittels Beschluss festzustellen ist. 

1.4. Vom Rückzug der Berufung der Staatsanwaltschaft (Urk. 85), ist Vormerk zu 

nehmen. 

2. Formelles 

Weiter ist darauf hinzuweisen ist, dass sich das urteilende Gericht nicht mit allen 

Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und jedes einzelne Vorbringen 

ausdrücklich widerlegen muss. Vielmehr kann sich die Berufungsinstanz auf die 

für ihren Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (vgl. BGE 146 IV 

297 E. 2.2.7; BGE 143 III 65 E. 5.2; BGE 141 IV 249 E. 1.3.1; Urteil des Bundes-

gerichts 6B_1403/2019 vom 10. Juni 2020 E. 2.5, m.w.H.). Soweit nachfolgend 

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auf Erwägungen der Vorinstanz im angefochtenen Entscheid verwiesen wird, er-

folgt dies jeweils in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO. 

3. Strafantrag 

A._____ hat sich als Privatkläger konstituiert und innert Frist Strafantrag gestellt 

(DG200021-D: Urk. 21/5). 

III. Schuldpunkt 

A. Anklagevorwurf 

Im Kern wird dem Beschuldigten vorgeworfen, am 17. Mai 2020 in der Strafanstalt 

E._____ zusammen mit D._____ und C._____ in die Zelle von A._____ gestürmt 

zu sein und auf diesen eingeschlagen zu haben, wobei auch A._____ anfänglich 

mit der Faust auf sie eingeschlagen habe. Die Anklage gliedert sich – hier in aller 

Kürze zusammengefasst – in drei Teile (Urk. 44):  

Als "Vorgeschichte" wird ausgeführt, dass es vor dem Vorfall bei einem Fussball-
spiel in der Strafanstalt zu einer Streitigkeit zwischen D._____ und A._____ ge-

kommen sei, im Verlaufe welcher A._____ D._____ einen Kopfstoss ("Schweden-

kuss") versetzt habe, D._____ deshalb gestürzt sei und sich Schürfungen an bei-

den Ellbogen zugezogen habe.  

Dann folgt eine Umschreibung des "Tatablaufs": A._____ habe im Gang des Zel-
lentrakts lautstark gefordert, D._____ solle zu ihm kommen. Dieser sei in der Folge 

zusammen mit B._____ und C._____ in den Gang gekommen. Dort sei provoziert 

und beleidigt sowie wild gestikuliert worden. A._____ und B._____ hätten unauffäl-

lig Besteckmesser aus der Hosentasche geholt. Schliesslich seien B._____, 

D._____ und C._____ in die Zelle von A._____ gestürmt. Ca. fünf bis zehn Sekun-

den später sei D._____ wieder aus der Zelle gekommen und habe die Zellentüre 

zunächst weitgehend geschlossen, nach ein paar Sekunden wieder geöffnet und 

sodann schliesslich vollständig geschlossen. B._____ habe die Türe in der Folge 

von innen geöffnet, dann sei D._____ in die Zelle rein und B._____ sei im Türrah-

men verblieben. In der Folge habe D._____ die Zelle verlassen und habe gewartet 

bis auch B._____ und C._____ nach ihm die Zelle verliessen (Anmerkung: das Ge-

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schehen im Zellentrakt ist durch Videos der Strafanstalt belegt; Urk. 92A = 

DG200021-D: Urk. 9/2-3; Urk. 8/2).  

In der Zelle habe B._____ ca. drei Mal kräftig mit der Faust auf den 

Kopf/Oberkörper und mindestens einmal mit einem Holzstuhl auf den Rü-

cken/Nackenbereich von A._____ geschlagen. C._____ habe A._____ während ca. 

sechs bis sieben Sekunden in den Schwitzkasten genommen und mit der Hand 

mehrere Mal gegen den Kopf und mindestens einmal mit einem Holzstuhl auf den 

Rücken/Nackenbereich von A._____ geschlagen. D._____ habe zumindest einmal 

mit der Faust auf A._____ eingeschlagen. A._____ habe anfänglich mindestens 

drei Mal mit der Faust auf B._____, C._____ und D._____ eingeschlagen. Danach 

habe er sich nur noch mit den Armen geschützt.  

Weiter werden in der Anklage die Verletzungen von A._____, B._____, C._____ 

und D._____ aufgeführt und dass die Beteiligten bewusst und gewollt an der 

wechselseitigen tätlichen Auseinandersetzung teilnehmen wollten. 

Unter dem Titel "Nachgeschichte" wird in der Anklage schliesslich festgehalten, 
dass nach dieser Auseinandersetzung D._____ (und auch B._____ und C._____) 

wegelaufen war(en) und die Zellentüre geschlossen gewesen war. A._____ sei 

dann plötzlich aus der Zelle gestürmt und auf D._____ zugerannt und habe diesem 

von hinten mit einem Speisemesser mit grosser Wucht in den Nacken gestochen 

habe, wodurch D._____ umgefallen sei. 

Hinsichtlich der detaillierten Anklage ist auf diese zu verweisen (Urk. 44 S. 2-6). 

B. Standpunkte der Beteiligten 

Der Beschuldigte hat anerkannt, A._____ ca. drei bis vier Mal geschlagen zu ha-

ben. A._____ habe aber auch ihn geschlagen. Es sei zwischen ihm und A._____ 

wechselseitig zu Schlägen gekommen. Es seien aber keine heftigen Schläge ge-

wesen (Urk. 14/2 F/A 13, 25 f. und 28; Urk. 14/3 F/A 30). Er bestreitet indessen, 

dass A._____ – von ihm und/oder C._____ – mit dem Stuhl geschlagen worden 

sei (Urk. 14/2 F/A 31 f.; Urk. 14/3 F/A 30 f.). Sodann bestreitet er die in der Ankla-

geschrift aufgeführten Verletzungen von ihm und C._____ und ist wie bereits vor 

Vorinstanz – wie auch C._____ und D._____ – der Ansicht, dass es sich bei 

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sämtlichen in der Anklageschrift aufgeführten Verletzungen von der Schwere her 

nicht um einfache Körperverletzungen im Sinne von Art. 123 StGB handelt 

(Urk. 57 S. 2 ff.; Prot. II S. 15 und 17).  

Der Privatkläger bestreitet, die anderen drei "Angreifer" geschlagen zu haben. Vor 

Vorinstanz hat er ausgeführt, dass seine Verletzungen zwar nicht erheblich gewe-

sen seien, aber nicht mehr als blosse Tätlichkeiten zu qualifizieren seien. Er habe 

erhebliche Schmerzen gehabt, habe das Bewusstsein verloren und einen Schock 

erlitten (was den Tatbestand der einfachen Körperverletzung erfülle). Prellungen 

seien bei Personen mit schwarzer Haut äusserst schwierig festzustellen. Die 

Verletzungen von B._____ und C._____ gemäss Anklage erachtet er als nicht do-

kumentiert. Er ist daher der Ansicht, dass sich die drei "Angreifer" des Angriffs im 

Sinne von Art. 133 Abs. 1 StGB schuldig gemacht hätten. Sodann hat der Vertre-

ter des Privatklägers bereits vor Vorinstanz darauf hingewiesen, dass D._____ 

beim Vorfall verletzt worden sei und er den Angriff in der Zelle sowie die an-

schliessende Reaktion des Privatklägers als eine Tateinheit erachte, weshalb die 

objektive Strafbarkeitsbedingung einer einfachen Körperverletzung erfüllt sei. Das 

Bundesgericht (BGE 106 IV 253) lasse es sodann genügen, wenn die Verletzung 

nach Beendigung des Raufhandels erfolge (vgl. Urk. 58 S. 12-15 und 25-28). An 

diesem Standpunkt hielt er anlässlich der Berufungshandlung fest (Urk. 93 S. 1-

9). 

C. Grundsätze der Sachverhaltserstellung 

Zu den allgemeinen Grundsätzen der Sachverhaltserstellung ist vollumfänglich 

auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz zu verweisen (Urk. 65 S. 6-8). 

D. Sachverhalt 

1. Vorgeschichte 

Die Vorinstanz erachtete den Anklagesachverhalt in Bezug auf die Vorgeschichte 

auf dem Fussballplatz sowie die Auseinandersetzung im 2. Stock vor der Zelle 

des Privatklägers A._____ gestützt auf die jeweiligen Aussagen der Beteiligten 

sowie die Videoaufnahmen vom 2. Stock vor der Zelle des Privatklägers A._____ 

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als erstellt (Urk. 65 S. 9-15). Auf diese zutreffenden Erwägungen kann verwiesen 

werden. Zusammenfassend ist nochmals festzuhalten, dass D._____ wie auch 

A._____ übereinstimmend ausgesagt haben, dass A._____ D._____ am 17. Mai 

2020 auf dem Fussballfeld beim Fussballspiel einen Kopfstoss verpasst habe und 

dieser umgefallen sei (Urk. 12/1 F/A 28; Urk. 12/3 S. 4, 7, 14 und 16). Es ist somit 

ohne Weiteres erstellt, dass es kurze Zeit vor dem angeklagten Geschehen in der 

Zelle des Privatklägers auf dem Fussballplatz zwischen dem Privatkläger und 

D._____ zu einer Auseinandersetzung kam. Ob es sich beim Kopfstoss wie ange-

klagt um einen sog. "Schwedenkuss" oder einen Kopfstoss in die Brust von 

D._____ handelte, wie dies der Privatkläger vorbringen lässt, spielt letztlich keine 

Rolle und kann offen gelassen werden. Jedenfalls ist die "Vorgeschichte" insoweit 

erstellt, dass der Privatkläger A._____ auf dem Fussballplatz D._____ mit einer 

körperlich Attacke bzw. einem Kopfstoss zu Boden stiess. 

2. Auseinandersetzung im Zellentrakt 

2.1. Zum Geschehen im Zellengang/Zellentrakt Nr. 8 in E._____ liegen Video-

aufnahmen bzw. Videoprints aus zwei entgegengesetzten Richtungen bei den 

Akten (Urk. 92A = DG200021-D: Urk. 9/3; Urk. 8/2; Urk. 12/2 Anhang), welche 

den gesamten Ablauf des Vorfalls in dieser Zone gut dokumentieren. Es sind zwar 

Aufnahmen ohne Ton, doch ist die Körpersprache der Beteiligten weitgehend 

aussagekräftig und eindeutig. Die Vorinstanz hat den wesentlichen Inhalt der 

Aufnahmen sorgfältig und überzeugend zusammengefasst. Darauf kann vollum-

fänglich verwiesen werden (Urk. 65 S. 10 ff.).  

2.2. Kurz zusammengefasst lässt sich den Videofilmen Folgendes entnehmen: 

- C._____ und D._____ gehen mit B._____ in dessen Zelle und bleiben über drei 
Minuten dort, 

- B._____ und A._____ (steht vor seiner Zelle) fangen an sich zu provozieren, 

- B._____ und A._____ und nehmen jeweils (etwa gleichzeitig) einen metallenen 

Gegenstand aus der rechten Hosentasche und lassen diesen wieder verschwinden, 

A._____ wohl eine Schere, B._____ wohl ein Besteckmesser, 

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- A._____ dreht sich und will in seine (von innen abschliessbare) Zelle. B._____ läuft 

ihm wild gestikulieren hinterher (und ruft ihm wohl etwas hinterher), 

- A._____ winkt B._____ zu sich (dieser zeigt wohl Richtung Kameras und nach 

draussen), 

- A._____ steht die Türklinke seiner Zelle haltend im Zelleneingang und winkt 

B._____ zu sich, 

- B._____ schaut zurück und nickt C._____ zu, der ihm zusammen mit D._____ zur 

Zelle von A._____ folgt, 

- A._____ zeigt auf sich und B._____, 

- B._____ stürmt auf A._____ zu und hebt ausholend zu einem Schlag gegen 

A._____ die Faust, C._____ und D._____ folgen ihm in die Zelle von A._____, 

- rund 15 Sekunden später verlässt D._____ die Zelle, macht die Türe weitgehend 

zu, öffnet diese in der Folge wieder, schaut in die Zelle und schliesst dann die Türe 

ganz, wobei in diesem Moment B._____ die Zelle verlässt und D._____ wieder in 

die Zelle hineingeht, 

- D._____ und C._____ kommen nach draussen, schliessen die Zellentür und alle 

drei entfernen sich, 

- insgesamt waren die drei ca. 38 Sekunden in der Zelle von A._____, 

- rund fünf Sekunden später kommt A._____ (mit zerrissenem Shirt) aus seiner Zelle 

und fällt D._____ von hinten an und sticht ihm mit einem (metallenen) Speisemes-

ser in den Nacken, 

- D._____ läuft ein paar Schritte und fällt hin. 

2.3. Rekapitulierend ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass B._____, D._____ 

und C._____ offensichtlich planten, A._____ anzugreifen. Der Zeuge F._____ hat 

denn auch glaubhaft ausgesagt, gesehen zu haben, dass B._____, D._____ und 

C._____ zusammen waren – gemäss Video waren sie mehrere Minuten in der 

Zelle von B._____ – und gehört zu haben, dass D._____ gesagt habe, sie würden 

A._____ angreifen (Urk. 17/1 F/A 10 f.; Urk. 17/2 F/A 5 und 25 ff.). Das Verhalten 

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von B._____ und D._____ bestätigt dies; ebenso, dass C._____ sich für A._____ 

nicht sichtbar im Treppenhaus abgestellt hatte. Letztlich ist auch nicht bestritten, 

dass die drei A._____ eine Abreibung/Lektion erteilen wollten. Es ist denn auch 

am Ende der Videoaufnahme zu sehen, wie C._____ und B._____ sich abklat-

schen, so als wenn ihr Plan aufgegangen sei. Weiter kann festgehalten werden, 

dass es vor der tätlichen Auseinandersetzung offensichtlich zu gegenseitigen 

Provokationen (verbal und mit Gesten) zwischen B._____ und A._____ gekom-

men ist. B._____ fordert diesen – wie A._____ glaubhaft angab und auf dem Vi-

deo erkennbar – mehrfach auf ihm ins Treppenhaus zu folgen. Es folgen weitere 

gegenseitige Provokationen. A._____ geht zu seiner Zelle zurück, wobei ihm 

B._____ hinterherläuft und auf ihn einredet. A._____ hält mit der einen Hand die 

Zellentür halb geöffnet, schliesst diese aber nicht. Vielmehr winkt er den Beschul-

digten B._____ mehrmals zu sich heran, zeigt mit dem Finger auf ihn und 

bedeutet ihm, er solle in seine Zelle hineinkommen. In der Folge nimmt B._____ 

Blickkontakt zu C._____ und D._____ auf und nach weiteren gegenseitigen pro-

vokativen Gesten und einem hin und her mit der Zellentüre (etwas aufmachen 

und dann wieder zumachen durch A._____) springt B._____ Richtung A._____ 

und verpasst diesem wohl einen Faustschlag, wobei ihm C._____ und D._____ in 

die Zelle von A._____ folgen. Hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang, dass 

beide Seiten (B._____, D._____, C._____ einerseits, A._____ andererseits) 

mehrfach die Möglichkeit gehabt haben, die Situation zu entschärfen, was sie 

nicht taten. Insbesondere hätte auch der Privatkläger A._____ mehr als genug 

Zeit gehabt, seine Zellentüre von innen zu schliessen und sich so der Aggression 

gegen ihn zu entziehen.  

3. Auseinandersetzung in der Zelle  

3.1. Hinsichtlich des Geschehens in der Zelle während rund 35-38 Sekunden 

gehen die Darstellungen der Beteiligten auseinander. Ausser ihnen wurden auch 

die das Geschehen beobachtenden F._____ und G._____ befragt. Die Kameras 

im Zellentrakt haben während dieser Zeit wie bereits aufgeführt Folgendes festge-

halten: B._____ stürmt in die Zelle auf A._____ zu und hebt ausholend zu einem 

Schlag die Faust, C._____ und D._____ folgen ihm in die Zelle. Während den ers-

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ten rund 15 Sekunden in denen B._____, D._____ und C._____ mit A._____ in 

dessen Zelle waren, stand die Zellentüre von A._____ offen und mehrere Insas-

sen schauten von draussen in die Zelle hinein. Danach kam D._____ wieder aus 

der Zelle heraus, stellte sich während rund sechs Sekunden vor den offenen Tür-

rahmen, schaut in die Zelle hinein und macht dann die Türe weitgehend zu 

(Urk. 92A = DG200021-D: Urk. 9/3, Video 1, Videozeit: 02:11). Rund zehn Se-

kunden später kommt B._____ aus der Zelle heraus und D._____ geht noch ein-

mal kurz in die Zelle hinein, wobei er von B._____ von aussen beobachtet wird 

(Videozeit: 02:27). Rund acht Sekunden später kommen dann D._____ und 

C._____ aus der Zelle von A._____ heraus (Urk. 92A = DG200021-D: Urk. 9/3, 

Video 1, Videozeit: 02:35). 

3.2.1. Des Weiteren befasste sich die Vorinstanz mit den jeweiligen Aussagen der 

Beteiligten sowie von F._____ und G._____ zur Auseinandersetzung in der Zelle 

(Urk. 65 S. 15 ff.). Die Vorinstanz hat die wichtigsten Aussagen der Beteiligten 

und Zeugen sorgfältig und korrekt zusammengefasst. Darauf ist grundsätzlich zu 

verweisen (Urk. 65 S. 15-24). Lediglich der Übersicht halber werden die verschie-

denen Darstellung hier – nur verkürzt – nochmals zusammengefasst.  

3.2.2. A._____ sagte aus, in seiner Zelle von drei Personen angegriffen worden 

zu sein. Der erste sei B._____ gewesen. Dann habe C._____ ihn ein einziges Mal 

mit dem Stuhl geschlagen, wobei er nicht sagen können wie stark. Der Brasilianer 

hätte ihn in den Schwitzkasten genommen. Mehreren Personen hätten ihn mit 

Faustschlägen und Fusstritten auf alle Körperstellen geschlagen, auch D._____. 

Weiter meinte er zunächst, sich am Anfang vielleicht gewehrt zu haben. Später 

gab er an, nur Schläge bekommen zu haben und selber nicht geschlagen zu ha-

ben. Irgendwann habe er "ein bisschen" sein Bewusstsein verloren (vgl. die aus-

führliche Zusammenfassung in Urk. 65 S. 15 f.).  

3.2.3. B._____ brachte zunächst vor, nur dazwischen gegangen zu sein, um 

D._____ zu helfen, da A._____ in der Zelle mit dem Messer auf diesen losgegan-

gen sei. A._____ habe ein Glas rumgeworfen. Er hätte A._____ deshalb gepackt, 

dann losgelassen und sei rausgelaufen. In der nächsten Befragung räumte er 

dann ein schuldig zu sein, A._____ angegriffen zu haben. Es stimme, dass er 

- 14 - 

A._____ – zwei bis drei Mal mit der Faust, aber nicht kräftig – geschlagen habe. 

Er habe A._____ gar nicht verletzen wollen, sondern nur gewollt, dass dieser von 

seinem hohen Ross runterkomme. Es sei ein Gerangel gewesen. In einer weite-

ren Befragung gab er dann an, gesehen zu haben, wie C._____ A._____ sechs 

bis sieben Sekunden in den Schwitzkasten genommen und mit der anderen Hand 

mehrere Male gegen dessen Kopf geschlagen und dann auf den Boden gedrückt 

habe. C._____ habe A._____ mit dem Holzstuhl schlagen wollen, er sei jedoch 

dazwischen gestanden ("Er hat den Stuhl ja bereits in die Hände genommen und 

emporgehalten."). A._____ sei in der Zelle nicht ohnmächtig geworden. Er sei je-

derzeit fähig gewesen, sich zu wehren. D._____ habe nie auf A._____ einge-

schlagen (vgl. die ausführliche Zusammenfassung in Urk. 65 S. 18 f.).  

3.2.4. C._____ schilderte von Anfang an, dass B._____ und A._____ sich heftig 

geprügelt hätten. B._____ haben A._____ mit dem ersten Schlag getroffen. Es 

seien mehr oder weniger alle gegen A._____ gewesen. C._____ meinte allerdings 

zunächst, dass er nicht geschlagen habe, sondern zu trennen versucht habe. Er 

sei von A._____ mehr als einmal mit der Faust geschlagen worden. Er, C._____, 

habe A._____ weggestossen und während ca. sechs bis sieben Sekunden im 

Schwitzkasten gehalten und zugedrückt, aber nicht so fest, dass A._____ ohn-

mächtig geworden sei. Als A._____ dann auf den Boden gegangen sei, habe er 

dann von sich aus den Griff gelockert und von ihm abgelassen. Als A._____ auf 

dem Boden gewesen sei, seien andere dazugekommen und hätten auf ihn ein-

gewirkt. Mit dem Stuhl habe er A._____ nicht geschlagen. C._____ gab auch 

noch an, im Handgemenge seine Sportschuhe verloren zu haben und im Trep-

penhaus in eine Scherbe gestanden zu sein und sich eine Schnittwunde zugezo-

gen zu haben (vgl. die ausführliche Zusammenfassung seiner Aussagen in 

Urk. 65 S. 19 f.).  

3.2.5. D._____ sprach von einer hitzigen Stimmung in der Zelle und dass er ge-

wollt habe, dass A._____ sich entschuldige. A._____ hätte einen spitzigen Ge-

genstand aus der Hose gezogen. C._____ sei dann zwischen ihm und A._____ 

gestanden. Er, D._____, sei etwa vier bis fünf Sekunden in der Zelle gewesen. 

B._____ habe A._____ nicht angefasst und er habe auch nicht gesehen, dass 

- 15 - 

A._____ zu Boden gegangen sei (vgl. die ausführliche Zusammenfassung seiner 

Aussagen in Urk. 65 S. 17 f.). 

3.2.6. Der Zeuge F._____ führte im Wesentlichen aus, gesehen zu haben, dass 

C._____ A._____ in den Schwitzkasten genommen und B._____ während dem 

auf A._____ eingeschlagen habe. B._____ habe von hinten mit den Fäusten auf 

A._____ eingeschlagen. Schläge von D._____ habe er nicht gesehen (Urk. 17/1 

F/A 14-17; Urk. 17/2 F/A 30 ff.). G._____ schilderte bei der Polizei im Kern gese-

hen zu haben, wie A._____ von den drei anderen geschlagen worden sei und 

dass C._____ einen Stuhl genommen habe. Wie der Privatklägervertreter zutref-

fend ausführte hat G._____ auch geschildert, dass A._____ mit dem Gesicht nach 

unten (wie tot) auf dem Boden gelegen habe (Urk. 18/1 F/A 5). Nachdem G._____ 

indessen lediglich als polizeiliche Auskunftsperson befragt wurde und die Teil-

nahmerechte des Beschuldigten nicht gewährt wurden, sind dessen Aussagen zu 

Lasten des Beschuldigten nicht verwertbar (Art. 147 StPO). Auf seine Angaben ist 

daher nachfolgend nicht mehr einzugehen. Anzufügen ist, dass der Zeuge 

H._____ gar nichts gesehen haben will, obwohl auf den Videoaufnahmen zu er-

kennen ist, dass er in die Zelle geschaut hat (Urk. 16/1-3). 

3.3.1. Es ist zunächst zu konstatieren, dass B._____ eigene Faustschläge gegen 

A._____ Richtung Kopf eingesteht und C._____, dass er A._____ in den Schwitz-

kasten genommen habe. Weiter belasten sie sich gegenseitig, A._____ geschla-

gen zu haben. B._____ hat zu Protokoll gegeben, es sei richtig, dass C._____, als 

er A._____ im Schwitzkasten gehabt habe, diesen mit der anderen Hand mehrere 

Male gegen den Kopf geschlagen habe (Urk. 14/3 F/A 31). Dies deckt sich vorab 

mit den erwähnten Schilderungen des soweit ersichtlich neutralen Zeugen 

F._____. Ein erster Faustschlag von B._____ gegen A._____ zu Beginn der Aus-

einandersetzung lässt sich sodann auf dem Video erahnen. C._____ bestätigte 

denn auch ausdrücklich, dass B._____ A._____ mit dem ersten Schlag getroffen 

habe (Urk. 15/2 F/A 39). Das zerrissene T-Shirt von A._____ sowie die Scherben 

in seiner Zelle und der Umstand, dass C._____ bei der Auseinandersetzung seine 

Sportschuhe verlor, lassen denn auch auf ein durchaus heftiges Handgemenge 

schliessen. B._____ schildert im Weiteren, dass C._____ einen Stuhl in die Hand 

- 16 - 

genommen habe. Dass sich B._____ und C._____ selber belasten, spricht für ihre 

Glaubhaftigkeit. Es kann ohne Weiteres auf ihre Zugaben bzw. Belastungen ab-

gestellt werden. Anzufügen ist, dass C._____ zwar keine "direkten" Schläge von 

ihm gegen A._____ anerkannte, aber immerhin ein Handgemenge und ein Weg-

gestossen. Diese Schilderung von mehreren Faustschlägen bzw. Schlägen mit 

der Hand von ihnen beiden gegen A._____ stimmen denn auch insoweit mit des-

sen eigener Darstellung überein. Es ist zwar nicht zu verkennen, dass B._____ 

zunächst wenig glaubhaft eine tätliche Auseinandersetzung abstritt und C._____ 

sich vor allem als Schlichter sieht. Dies ändert indessen nichts an deren Zugaben. 

Es besteht auch kein Anlass an ihren gegenseitigen Belastungen zu zweifeln, ist 

doch kein vernünftiger Grund ersichtlich, weshalb sie sich gegenseitig zu Unrecht 

belasten sollten. Es ist demnach vorab wie angeklagt erstellt, dass B._____ und 

C._____ sich an der Auseinandersetzung tätlich beteiligt haben. Es kann zudem 

als erstellt erachtet werden, dass der Beschuldigte B._____ anlässlich der Ausei-

nandersetzung in der Zelle A._____ ca. drei Faustschläge verpasst hat. Ferner ist 

mit der Vorinstanz erstellt, dass C._____ A._____ mindestens sechs bis sieben 

Sekunden in den Schwitzkasten genommen und ihn mit der freien Hand mehrere 

Male auf den Kopf geschlagen und ihn zu Boden gedrückt hat (vgl. Urk. 65 S. 22-

24). Dabei erscheint es mit der Vorinstanz richtig davon auszugehen, dass die er-

stellten Faustschläge aufgrund des Verletzungsbildes von A._____ – dazu weiter 

unten eingehender – nicht als "kräftig" bezeichnet werden können (vgl. Urk. 65 

S. 22).  

3.3.2. Mit der Vorinstanz kann im Weiteren nicht rechtsgenügend erstellt werden, 

dass C._____ und B._____ – so die Anklage – bzw. zumindest einer von ihnen 

A._____ mit einem Holzstuhl auf den Nackenbereich/Rücken geschlagen haben. 

Auch in diesem Punkt spricht vorab das Verletzungsbild von A._____ gegen einen 

solchen Schlag mit einem (ca. sieben bis acht Kilogramm schweren) Holzstuhl 

durch die kräftigen und offensichtlich gut trainierten C._____ und B._____ gegen 

den Nackenbereich/Rücken von A._____. Gemäss IRM-Gutachten vom 29. Mai 

2020 blieb dessen Halsbereich unversehrt (Urk. 6/1 S. 3). Es könnte schon von 

daher wenn überhaupt nur von einem leichten Schlag mit dem Stuhl auf den Na-

cken/Rückenbereich von A._____ ausgegangen werden. Auf dem Stuhl wurden 

- 17 - 

zwar DNA-Spuren von B._____, indessen nicht von C._____ gefunden (Urk. 11/3 

S. 2), was indessen nicht zwingend ausschliesst, dass C._____ den Stuhl gehal-

ten hat. A._____ sagte sodann zwar mehrfach aus, C._____ hätte ihn mit dem 

Stuhl geschlagen, wobei er mehrfach hervorhob, er habe gehört, dass C._____ 

gesagt habe, "Geh mir aus dem Weg, ich möchte ihn mit dem Stuhl schlagen" 

und dass er sich nicht erinnere, was danach gewesen sei (vgl. etwa Urk. 12/2 F/A 

48). Die Vorinstanz hat zudem überzeugend erwogen, dass es eher unwahr-

scheinlich erscheint, dass innert den rund 35 Sekunden, die B._____ und 

C._____ in der Zelle verbracht haben, diese A._____ mit den Fäusten geschla-

gen, dann sechs bis sieben Sekunden im Schwitzkasten gehalten und auf den 

Boden gedrückt wurde, dann A._____ von C._____ mit dem Stuhl bedroht res-

pektive leicht geschlagen wurde und dann auch noch der Beschuldigte B._____ 

den Stuhl genommen und A._____ geschlagen haben soll. Auch wenn DNA-

Spuren des Beschuldigten B._____ am Stuhl gefunden wurden, so beweist dies in 

der Tat nicht, dass er A._____ mit dem Holzstuhl geschlagen hat. Hinsichtlich 

C._____ gab A._____ zwar an anderer Stelle dann konkret an, dass dieser ihn mit 

dem Stuhl in den Nacken bzw. im Hals- und Rückenbereich getroffen habe 

(Urk. 12/2 F/A 41). B._____ hat sodann ausgeführt, dass C._____ einen Stuhl in 

die Hand genommen habe. B._____ verneinte indessen ausdrücklich einen 

Schlag von C._____ mit dem Stuhl und begründete dies auch plausibel damit, 

dass er zwischen C._____ und A._____ gestanden sei. Er gab auch an, dass 

C._____ ansonsten A._____ wohl mit dem Stuhl geschlagen hätte (Urk. 14/3 

F/A 31). Es ist somit zwar erstellt, dass C._____ den Stuhl in die Hand nahm und 

A._____ damit schlagen wollte. Es bestehen aber nicht unerhebliche Zweifel, ob 

er dies in der Folge dann auch tat. A._____ selbst konnte denn auch nicht sagen, 

wie fest er mit dem Stuhl geschlagen worden sei (Urk. 12/3 S. 18). Die Vorinstanz 

kam zum Schluss, dass C._____ A._____ nicht oder nur sehr leicht mit dem Stuhl 

geschlagen habe (Urk. 65 S. 23). Dies kann letztlich offen bleiben, da ohnehin er-

stellt ist, dass C._____ sich tätlich an der Auseinandersetzung beteiligte. Auf-

grund der bestehenden Zweifel ist indessen zugunsten der Beschuldigten davon 

auszugehen, dass C._____ keinen Schlag mit dem Stuhl auf den Nackenbe-

reich/Rücken von A._____ ausführte. 

- 18 - 

3.3.3. Zu prüfen ist weiter, ob D._____ ebenfalls wie angeklagt mindestens einmal 

mit der Faust auf A._____ eingeschlagen hat (Urk. 44 S. 4), was von ihm bestrit-

ten wird (vgl. Urk. 13/2 F/A 49). Er wird diesbezüglich von A._____ belastet. Die-

ser meinte zwar teilweise, sich nicht erinnern zu können, wer ihn wie geschlagen 

habe, anderseits war er sich dann wieder sicher, dass ihn D._____ mindestens 

einmal geschlagen habe. Kurz nach dem Vorfall meinte A._____, die Schläge 

seien von überall gekommen. Wer ihn genau wie geschlagen habe, könne er nicht 

sagen. "Sie" hätten auf jeden Fall mit Fäusten auf ihn geschlagen. Alle drei hätten 

in der Zelle auf ihn eingeschlagen. Es hätten jedenfalls alle, die in seiner Zelle 

gewesen seien auf ihn eingeschlagen (Urk. 12/1 F/A 38; Urk. 12/2 F/A 45 f. und 

Urk. 12/3 S. 3 und 15; vgl. dazu auch DG200021-D: Urk. 13/4 S. 9 F/A 63). Es 

lässt sich dazu festhalten, dass er D._____ hier insgesamt nur zurückhaltend be-

lastet, was für seine Glaubhaftigkeit in diesem Punkt spricht. Auch ist erstellt, 

dass er wie von ihm geschildert, von B._____ und auch C._____ geschlagen 

worden ist. Dass er nicht mehr genau sagen könne, wer ihn wie geschlagen habe, 

ist aufgrund des nur rund eine halbe Minute dauernden dynamischen Gesche-

hens durchaus nachvollziehbar. Auch C._____ sprach allgemein davon, dass 

mehr oder weniger alle gegen A._____ gewesen seien und es seien, nachdem er 

A._____ aus dem Schwitzkastengriff gelassen habe und dieser am Boden gewe-

sen sei, "andere" dazu gekommen und hätten auf A._____ "eingewirkt" (Urk. 15/3 

F/A 4). Mit diesen "anderen" können nur D._____ und B._____ gemeint sein, da 

nur sie neben C._____ noch in die Zelle gegangen sind. Auch wenn C._____ spä-

ter meinte, er wolle diese Aussagen korrigieren und er habe nicht gesehen, dass 

D._____ A._____ geschlagen habe und er nur über seine Rolle spreche 

(Urk. 15/4 F/A 24 sowie 44 und Urk. 12/3 S. 18 f.), ist auf diese belastende Aus-

sage abzustellen. Er hat denn auch in keiner Weise begründet, weshalb er den 

Ausdruck "eingewirkt" benutzt haben will, wenn es denn gar nicht so gewesen 

war. Diese zwischenzeitliche Darstellung des Geschehens stützt diejenige von 

A._____ in diesem Punkt, dass eben nämlich danach die "anderen" auf A._____ 

"einwirkten". Vor dem Hintergrund der Vorgeschichte zwischen A._____ und 

D._____ auf dem Fussballplatz, der Zusammenkunft von B._____, C._____ und 

D._____ in der Zelle von B._____, bei welcher sie in den Grundzügen besprochen 

- 19 - 

haben, A._____ eine Lektion zu erteilen (ihn vom hohen Ross herunterzuholen) 

und ihn "anzugreifen" bzw. eine Abreibung zu verpassen, erscheint die Darstel-

lung von A._____ zu diesem Schlag von D._____ denn auch plausibel, lebensnah 

und insgesamt glaubhaft. Wie oben erwogen ist denn auch aufgrund der Video-

aufnahmen erstellt, dass D._____ kurz nach C._____ die Zelle von A._____ be-

treten hat, diese kurz darauf verlassen und dann zum Schluss nochmals hinein-

gegangen ist. Dies spricht dafür, dass er nicht einfach so in der Zelle war und für 

die Darstellung von A._____. Auffallend ist, dass D._____ bei dieser Attacke der 

drei Beschuldigten Trainings-Handschuhe trug, was ebenfalls ins Bild passt, dass 

er selber auch austeilte. Trainingshandschuhe erhöhen zwar entgegen dem Vor-

bringen der Privatklägervertretung (Urk. 58 S. 9; Urk. 93 S. 8) die Schlagkraft 

nicht, helfen aber, eigene Verletzungen zu vermeiden. Die Darstellung von 

D._____, in der Zelle sei quasi gar nichts passiert, B._____ habe A._____ nicht 

angefasst und er habe auch nicht gesehen, dass A._____ zu Boden gegangen 

sei, erscheint vor dem Hintergrund der Anerkennungen von B._____ und C._____ 

und der vorhandenen aggressiven Stimmung, welche die Videoaufnahmen gut 

vermitteln, unglaubhaft und als offensichtliche Schutzbehauptung. Es ist daher mit 

der Vorinstanz erstellt, dass D._____ A._____ mindestens einmal mit der Faust 

geschlagen hat (Urk. 65 S. 23 f.).  

 Anzufügen ist, dass dieser Teil des Sachverhalts für die Frage eines Mitwir-

kens von D._____ an der tätlichen Auseinandersetzung ohnehin nicht entschei-

dend wäre. Aufgrund seines engen Zusammenwirkens mit dem Beschuldigten 

B._____ und C._____, dem Planen der "Abreibung", dem mehrfachen Betreten 

der Zelle von A._____ während der Auseinandersetzung, dem Abschirmen vor 

der Zelle, während B._____ und C._____ auf A._____ einwirkten, sowie dem zwi-

schenzeitlichen Schliessen der Zellentür, um Dritten die Sicht zu nehmen, wäre 

eine Beteiligung D._____ im Sinne von Art. 133 Abs. 1 StGB am Raufhan-

del/Angriff ohnehin zu bejahen gewesen (vgl. BSK StGB/JStG-MAEDER, 4. Aufl., 

Basel 2019, N 13 zu Art. 133 StGB, m.w.H.).  

3.3.4. Bleibt zu prüfen, ob sich A._____ wie angeklagt ebenfalls mit Faustschlä-

gen an der tätlichen Auseinandersetzung beteiligte oder ob er sich, wie geltend 

- 20 - 

macht, lediglich gewehrt (geschützt) habe. B._____ und C._____ haben überein-

stimmend ausgesagt, dass A._____ auch sie (mehrfach) geschlagen habe. Beide 

haben sich – wie oben erwogen – selber und gegenseitig belastet, an der tätli-

chen Auseinandersetzung teilgenommen zu haben und ihre Aussagen wirken von 

daher insgesamt nicht unglaubhaft. Für ihre Version sprechen auch die leichten 

Verletzungen von B._____ (vgl. dazu weiter unten). Zu Beginn der Untersuchung 

hat A._____ sodann selber Faustschläge seinerseits keineswegs ausgeschlos-

sen, sondern meinte, dass er am Anfang "vielleicht" versucht habe, sich mit den 

Fäusten zu wehren, aber nachher nicht mehr (Urk. 12/1 F/A 42). Er hat dies spä-

ter zwar verneint und hat angegeben, sich nur gewehrt zu haben. Seine anfängli-

che Zugabe ist zwar vage ("vielleicht"), dennoch ist er darauf zu behaften. Es 

kann davon ausgegangen werden, dass er eigene Faustschläge von Anfang an 

entschieden zurückgewiesen hätte, wenn es zu keinen gekommen ist. Seine Aus-

sagen sind sodann vor dem Hintergrund der "Vorgeschichte" und des bisherigen 

Geschehens zu würdigen, wonach er und insbesondere B._____ sich während 

einiger Zeit gegenseitig provozierten, B._____ anzeigte, A._____ solle mit ihm 

hinaus kommen und A._____ Zeichen machte, B._____ solle zu ihm in die Zelle 

kommen. Es wurden gegenseitig scharfe Gegenstände aus der Hosentasche ge-

zogen und gezeigt etc. Es erscheint vor diesem Hintergrund durchaus auch le-

bensnah und realistisch, dass A._____ zumindest anfänglich Faustschläge aus-

teilte oder austeilen wollte. Weiter ist zu sehen, dass das ganze Geschehen in der 

Zelle rund 35 Sekunden dauerte. In Anbetracht der Überzahl und der körperlichen 

Überlegenheit von B._____, C._____ und D._____ erscheint es daher im Weite-

ren nachvollziehbar, dass sich A._____ ab einem gewissen Zeitpunkt nur noch 

"schützte", insbesondere nachdem C._____ ihn in den Schwitzkasten genommen 

hatte. Die Anklage geht denn auch selber davon aus, dass A._____, als er reali-

siert habe, gegen seine Widersacher nicht gewachsen zu sein, nur noch versucht 

habe, sich mit den Armen zu schützen (Urk. 44 S. 4). Es kann demnach mit der 

Vorinstanz als erstellt gelten, dass A._____ sich anfänglich mit den Fäusten zur 

Wehr gesetzt hat und dem Beschuldigten B._____ und C._____ mindestens drei 

Faustschläge versetzte. Als er einsah, dass er gegen die drei Mitinsassen keine 

Chance hat, hat er nur noch versucht, die Schläge abzuwehren (Urk. 65 S. 21-

- 21 - 

24). Damit ist erstellt, dass in der Zelle von A._____ jedenfalls zu Beginn eine 

wechselseitige tätliche Auseinandersetzung zwischen ihm einerseits und 

B._____, C._____ und D._____ andererseits stattfand.  

4. Verletzungen der Beteiligten 

4.1. In der Anklage sind Verletzungen von A._____, B._____, C._____ und 

D._____ aufgeführt (Urk. 44 S. 4 f.).  

4.2.1. Die Vorinstanz erachtete die in der Anklageschrift beschriebenen Verlet-

zungen von A._____ gestützt auf das IRM-Gutachten zur körperlichen Untersu-

chung vom 29. Mai 2020 sowie die dazugehörigen Fotos als erstellt (Urk. 65 

S. 24-26; Urk. 6/1). Die Vorinstanz übersah offensichtlich, dass in der Anklage 

noch eine weitere – in den Erwägungen der Vorinstanz nicht erwähnte – Verlet-

zung von A._____ aufgeführt ist, nämlich eine "ca. 3 cm scheitelwärts der Nasen-

wurzel ca. 2x1cm grosse stecknadelgrosse Hautverfärbungen an der Stirn mittig" 

(Urk. 44 S. 4). Eine solche Verletzung ist im IRM-Gutachten nicht erwähnt und 

nicht erstellt. Mit der Vorinstanz ist sodann zu erwägen, dass ohne Weiteres auf 

die Feststellungen im IRM-Gutachten abgestellt werden kann (Urk. 65 S. 24 f.). 

Den lediglich im Verfahren gegen A._____ zu den Akten genommenen Fotos 

(DG200021-D: Urk. 8/2) lässt sich nichts anderes entnehmen. 

4.2.2. Die Vorinstanz hat die Schilderungen von A._____ hinsichtlich seiner Ver-

letzungen und Schmerzen angezweifelt (Urk. 65 S. 25 f.). Dieser hat zu seinen 

Verletzungen ausgeführt, er sei überall im Gesicht geschwollen gewesen und ha-

be überall blaue Flecken, unter anderem am linken Unterarm, am linken Ohr, 

resp. hinter dem Ohr und am Oberkörper. Er habe überall auf dem Rücken und 

auch generell am Körper Spuren gehabt, wobei er anfügte, dass bei dunkelhäuti-

gen Hämatome nicht sichtbar seien. Der Rücken habe ihn noch ca. zwei Wochen 

und der Kopf ca. drei Tage geschmerzt und er habe Tabletten gegen Kopf-

schmerzen nehmen müssen (Urk. 12/1 F/A 39; Urk. 12/3 S. 16; DG200021-D: 

Urk. 13/4 F/A 48-50, 57-63 und 93). Diese behaupteten Schmerzen lassen sich 

objektiv nicht feststellen. Offenbar war aber ausser der Einnahme von Kopfweh-

tabletten keine Behandlung erforderlich. In dem am 29. Mai 2020 – also zwölf Ta-

- 22 - 

ge nach dem Vorfall – erstellten Gutachten (Urk. 6/1) sind diese Hämatome über-

all am Körper und die Schmerzen nicht dokumentiert und auch in der Anklage-

schrift sind weder Hämatome noch Schmerzen beschrieben. Es entsteht insge-

samt der Eindruck, dass A._____ diese "wochenlangen" Schmerzen und Häma-

tome "überall am Körper" jedenfalls leicht übertrieben schildert. Es ist in diesem 

Zusammenhang auch darauf hinzuweisen, dass die Aussagen von A._____ zur 

Auseinandersetzung wie erwogen auch ansonsten nicht in allen Punkten über-

zeugend ausfielen. So hat er etwa im Widerspruch zu seinen anfänglichen Anga-

ben unglaubhaft verneint, während der Auseinandersetzung selber je geschlagen 

zu haben. Auch seine Aussagen zu seiner Bewusstlosigkeit überzeugen nicht. Ei-

ne solche hat zu Recht nicht Eingang in die Anklage gefunden. Wie erwähnt hat 

A._____ dazu ausgeführt, während der Auseinandersetzung "ein bisschen" das 

Bewusstsein verloren zu haben. Es kann hier offensichtlich nicht von einer eigent-

lichen Bewusstlosigkeit gesprochen werden. Dies überzeugt schon deshalb nicht, 

da A._____, nur rund fünf bis sechs Sekunden nachdem C._____ die Zelle ver-

lassen hatte, aus seiner Zelle stürmt und wuchtig mit einem Messer auf D._____ 

einsticht (Urk. 92A = DG200021-D: Urk. 9/3, Video 1, Videozeit 02:35-02:39; 

Urk. 8/2 S. 13 = Urk. 12/2 S. 13 [in Farbe]). Eine eigentliche Bewusstlosigkeit von 

A._____ erscheint daher übertrieben und unglaubhaft, hätte er doch in diesen 

wenigen Sekunden nach seiner Bewusstlosigkeit auf dem Boden sich zunächst 

orientieren und aufstehen müssen, dann ein Messer behändigen und die Zellentü-

re öffnen, um dann zielstrebig und sofort auf D._____ loszugehen und auf diesen 

mit grosser Wucht einzustechen. Dies erscheint aufgrund der Lebenserfahrung 

eher unwahrscheinlich. Gemäss IRM-Gutachten konnten auch keinerlei Würge-

male oder dergleichen feststellt werden (Urk. 6/1 S. 3). Anzufügen ist, dass 

C._____ dazu detailliert geschildert hatte, dass er A._____ während ca. sechs bis 

sieben Sekunden im Schwitzkasten gehalten und zugedrückt habe, aber nicht so 

fest, dass dieser ohnmächtig geworden sei. Als A._____ dann auf den Boden ge-

gangen sei, habe er dann von sich aus den Griff gelockert und von ihm abgelas-

sen. Dann seien "andere" dazu gekommen hätten auf ihn eingewirkt und wieder 

abgelassen. A._____ sei dann wieder aufgestanden, auf ihn (C._____) zuge-

kommen und habe ihn (C._____) weggestossen und auch er habe A._____ weg-

- 23 - 

gestossen, wobei A._____ nicht umgefallen sei. A._____ hätte ihn mit grossen 

Augen angeschaut. Er, C._____, habe mit dem Zeigefinger der linken Hand auf 

ihn gezeigt, dass jetzt gut sei. Es sei dann als letzter zur Zelle hinausgelaufen etc. 

(Urk. 15/3 F/A 4). Diese detaillierte Schilderung erscheint glaubhaft und es kann 

festgehalten werden, dass entgegen dem Vorbringen von A._____ nicht von einer 

eigentlichen Bewusstlosigkeit von A._____ ausgegangen werden kann, was im 

Übrigen von den anderen Beteiligten bestritten wird. Auch diese Schilderung er-

scheint zumindest leicht übertrieben.  

4.2.3. Insgesamt ist von einer übertriebenen Beschreibung seiner Hämatome und 

Schmerzen durch A._____ auszugehen, wobei nochmals zu betonen ist, dass 

solche in der Anklageschrift ohnehin nicht aufgeführt sind. Es ist mit der Vo-

rinstanz davon auszugehen, dass die in der Anklageschrift aufgeführten Verlet-

zungen erstellt sind und diese A._____ während eher kurzer Zeit Schmerzen in 

unbestimmter Stärke verursachten, letztlich aber doch rasch und folgenlos aus-

heilten (Urk. 65 S. 26). 

4.3.1. In der Anklageschrift sind weiter Verletzungen von B._____ aufgeführt, 

nämlich eine Rippenprellung, ein Hämatom an der Stirn und eine Verletzung 

(Sehnenanriss) am kleinen Finger der rechten Hand (Urk. 44 S. 5). Die Vorinstanz 

erwog zutreffend, dass diese Verletzungen nicht erstellt sind. Darauf kann vorab 

verwiesen werden (Urk. 65 S. 27 f.).  

4.3.2. Die in der Anklageschrift aufgeführten Verletzungen von B._____ sind ärzt-

lich nicht dokumentiert worden. Sie basieren lediglich auf den Aussagen von 

B._____. Richtig ist ferner, dass im Insassenstammblatt von B._____ am 17. Mai 

2020 eingetragen wurde, dass auch er in den Arztdienst begleitet wurde und eine 

Verletzung am rechten kleinen Finger erwähnt. Ebenso eine Rissquetschwunde 

am linken Augenlied, eine Schürfwunde an der Stirn sowie ein kleiner Schritt im 

Rippenbereich (Urk. 53 S. 13). Ein Sehnenriss ist nicht erwähnt. Es ist auch nicht 

die Rede von einer Rippenprellung und bei der Verletzung an der Stirn wird eine 

Schürfwunde erwähnt und kein Hämatom. Eine Rissquetschwunde am linken Au-

genlied ist wiederum gar nicht in der Anklage aufgeführt. B._____ hat zwar an-

lässlich der Schlusseinvernahme die vorgehaltenen Verletzungen der Beteiligten 

- 24 - 

gemäss Anklage pauschal bestätigt. Anlässlich der vorinstanzlichen Hauptver-

handlung hat er seine Verletzungen allerdings bestritten. Er selber hatte im Übri-

gen lediglich von einer Verletzung "wie eine Rippenprellung" gesprochen (Urk. 

14/1 F/A 4). Die Vorinstanz hält daher zu Recht fest, dass das Verletzungsbild 

des Beschuldigten B._____ mit Blick auf die Aktenlage tatsächlich im Dunkeln 

bleibt und nur auf Mutmassungen beruht. Insbesondere wurde ärztlich nie ein 

Sehnenanriss diagnostiziert. Es lässt sich allein gestützt auf seine früheren Aus-

sagen nicht rechtsgenügend erstellen, ob er im Rahmen der Auseinandersetzung 

tatsächlich einen Sehnenanriss am kleinen Finger rechts, eine Rippenprellung 

und ein Hämatom an der Stirn erlitt oder nur leichte Blessuren der genannten 

Körperteile davontrug, welche folgenlos und rasch abheilten. Anzufügen ist, dass 

auch die amtliche Verteidigung respektive die unentgeltlichen Rechtsvertretung 

von A._____ vorbrachte, dass diese Verletzungen von B._____ und auch die von 

C._____ nicht erstellt seien, da diese nicht dokumentiert seien und einzig auf de-

ren Aussagen beruhen würden (Urk. 58 S. 14). 

4.3.3. Zusammenfassend ist nach dem Grundsatz "in dubio pro reo" mit der 

Vorinstanz davon auszugehen, dass B._____ höchstens leichte, folgenlose und 

schnell abheilende Blessuren erlitten hat (Urk. 65 S. 28). 

4.4. Hinsichtlich C._____ führt die Anklage als Verletzung auf, dass er eine nicht 

näher bekannte Verletzung am linken Fuss mit leichter Gehbehinderung erlitten 

habe (Urk. 44 S. 5). Die Vorinstanz hielt dazu überzeugend fest, dass er sich die-

se Verletzung selber zufügte. Diese sei ihm nicht im Rahmen des Raufhandels 

von einem Dritten zugefügt worden, sondern sei die Folge einer eigenen Unacht-

samkeit und damit letztlich eines Unfallgeschehens. Sie fügte an dieser Stelle an, 

dass eine solche sich selbst zugefügte Verletzung nicht als einfache Körperverlet-

zung zu sehen sei, welche die objektive Strafbarkeitsvoraussetzung des Rauf-

handels erfüllt (Urk. 65 S. 28). C._____ hat sich diese Verletzung am Fuss ge-

mäss eigenen Angaben zugezogen, weil er wegen der Auseinandersetzung sei-

nen Sportschuh verloren habe und nach der Auseinandersetzung im Treppen-

haus in eine Scherbe gestanden sei. Diese Aussage lässt sich nicht widerlegen, 

auch wenn der Vertreter des Privatklägers grundsätzlich nachvollziehbar geltend 

- 25 - 

macht, dass es in der Zelle Scherben hatte und es von daher naheliegend sei, 

dass C._____ sich die Verletzung in der Zelle zugezogen habe (Urk. 93 S. 6). An-

dere Hinweise für diese Verletzung liegen nicht vor. Es ist demnach von den An-

gaben von C._____ zu dieser Verletzung auszugehen. Entgegen der Anklage ist 

demnach nicht erstellt, dass C._____ sich diese Verletzung unmittelbar durch die 

tätliche Auseinandersetzung in der Zelle zugezogen hat. 

4.5.1. Die Anklage hält weiter fest, dass D._____ bei der Auseinandersetzung in 

der Zelle diverse Verletzungen erlitten habe, nämlich Hautabtragungen am Ober-

arm, Ellenbogen, Handinnenfläche und Knie sowie Hautverfärbungen an der Stirn 

und an der Handinnenfläche am Daumenballen (Urk. 44 S. 5). Die Vorinstanz 

erwog grundsätzlich zutreffend, dass die in der Anklage genannten Verletzungen 

durch das IRM-Gutachten belegt sind (Urk. 65 S. 26 f.; Urk. 7/1; vgl. auch die Fo-

tos im Verfahren DG200021-D: Urk. 7/5). Wie bei den in der Anklage aufgeführten 

Verletzungen von B._____ ist auch hier indessen wiederum zu korrigieren, dass 

in der Anklage die identische (falsche) Verletzung "mehrere ca. 3 cm scheitel-

wärts der Nasenwurzel ca. 2x1cm grosse stecknadelgrosse Hautverfärbungen an 

der Stirn mittig" genannt wird. Eine solche Verletzung war in der Untersuchung 

kein Thema und ist im IRM-Gutachten nicht aufgeführt. Weiter ist zu korrigieren, 

dass entgegen den Erwägungen der Vorinstanz in der Anklage – obwohl diese 

Verletzung im Gutachten (Urk. 7/1 S. 4 oben) festgestellt wurde – nicht von einer 

Hautabtragung an der rechten Schultervorderseite die Rede ist (Urk. 65 S. 27).  

4.5.2. Hier stellt sich indessen die Frage, ob diese (ohnehin leichten) Verletzun-

gen von D._____ wie angeklagt auf die Auseinandersetzung in der Zelle zurück-

zuführen sind. Es ist zu bedenken, dass D._____ zuvor Fussball gespielt und von 

A._____ einen Kopfstoss erhalten hat und zu Boden gestützt ist. D._____ hat in 

der Untersuchung ausgeführt, sich beim Sturz nach dem Kopfstoss beim Fuss-

ballspiel an beiden Handballen und im Bereich der Ellbogen Abschürfungen zu-

gezogen zu haben (Urk. 12/3 S. 7). Es ist daher insbesondere bezüglich der in 

der Anklageschrift genannten Hautabschürfungen von D._____ an seinem rech-

ten Ellenbogen sowie an der rechten Hand und am rechten Knie keineswegs 

rechtsgenügend ausgeschlossen, dass diese vom Fussballspiel und der körperli-

- 26 - 

chen Auseinandersetzung von D._____ mit A._____ noch auf dem Fussballplatz 

oder von früheren Ereignissen herrühren und eben nicht von Auseinandersetzung 

in der Zelle von A._____, wie dies bereits im IRM-Gutachten als Möglichkeit er-

wähnt wird (vgl. Urk. 7/1 S. 5 f., wo D._____ zudem dahingehend zitiert wird, die 

Verletzungen an der Innenhand und am Ellenbogen seien bei Fussballspiel zu-

stande gekommen). Auch auf den Videoaufnahmen erscheint es so – ganz klar ist 

dies nicht ersichtlich –, dass die Schürfungen am Ellenbogen von D._____ bereits 

vor Beginn des Vorfalls vorhanden waren. Zudem trug D._____ während des Vor-

falls in der Zelle sog. Fitnesshandschuhe, die ihm vor Verletzungen auf der Han-

dinnenseite wohl einigen Schutz geboten haben dürften und gegen eine Hautab-

schürfung an der Handinnenseite aufgrund der Auseinandersetzung in der Zelle 

sprechen. Auch insofern kann der Anklagesachverhalt, wonach D._____ sämtli-

che dieser Verletzungen anlässlich der Auseinandersetzung in der Zelle erlitten 

habe, nicht als rechtsgenügend erstellt betrachtet werden.  

E. Rechtliche Würdigung 

1. Ausgangslage 

Die Staatsanwaltschaft wirft sämtlichen Beteiligten (A._____, B._____, C._____ 

und D._____) vor, sich des Raufhandels im Sinne von Art. 133 Abs. 1 StGB 

schuldig gemacht. Die Vorinstanz hat das Vorliegen eines Raufhandels im Sinne 

von Art. 133 Abs. 1 StGB – sowie eines Angriffs im Sinne von Art. 134 Abs. 1 

StGB – verneint, da die dafür jeweils notwendige objektive Strafbarkeitsbedingung 

weder in Form einer (einfachen) Körperverletzung noch in Form des Todes einer 

Person vorgelegen habe (Urk. 65 S. 28-31). Sämtliche Beteiligten wurden daher 

vom Vorwurf des Raufhandels freigesprochen. Hinsichtlich A._____ ist das erstin-

stanzliche Urteil insoweit bereits vor seiner Berufungsverhandlung in Rechtskraft 

erwachsen. Die Vorinstanz erwog weiter, dass auch keine Verurteilungen wegen 

Tätlichkeiten ergehen könne, da eine Zuordnung der einzelnen Verletzungen als 

Tätlichkeiten in der Anklage nicht erfolgt – und auch nicht möglich – sei und eine 

entsprechende Verurteilung bereits mit Blick auf das Anklageprinzip nicht erfolgen 

könne (Urk. 65 S. 32). A._____ hatte sich vor Vorinstanz auf den Standpunkt ge-

stellt, dass vorliegend ein Angriff (gegen ihn) vorliege, da nicht erstellt sei, dass er 

- 27 - 

selber auch Faustschläge verteilt habe (Urk. 58 S. 25 f.). Mit seiner Berufung als 

Privatkläger verlangt er eine Verurteilung von B._____, C._____ und D._____ 

wegen Angriffs, eventualiter wegen Raufhandels und einfacher Körperverletzung 

sowie subeventualiter wegen Tätlichkeiten. 

2. Objektive Strafbarkeitsbedingung beim Raufhandel/Angriff 

2.1. Sowohl der Raufhandel im Sinne von Art. 133 StGB wie der Angriff im Sinne 

von Art. 134 StGB setzen voraus, dass die tätliche Auseinandersetzung den Tod 

oder die Körperverletzung eines Menschen zur Folge hat. Dieser Verletzungser-

folg ist eine objektive (reine) Strafbarkeitsbedingung (Urteil des Bundesgerichts 

6B_1163/2020 vom 25. Februar 2021 E. 3.1.1; BGE 141 IV 454 E. 2.3.2; je 

m.w.H.). Der Sinn dieses Erfordernisses liegt darin, die Strafbarkeit auf ernstzu-

nehmenden Schlägereien zu beschränken. Erforderlich ist zumindest eine Kör-

perverletzung im Sinne von Art. 123 StGB. Tätlichkeiten reichen nicht aus (Urteil 

des Bundesgerichts 6B_619/2013 vom 2. September 2013 E.2.2; BSK 

StGB/JStG-MAEDER, a.a.O., N 22-23a zu Art. 133 StGB; Praxiskommentar StGB-

TRECHSEL/MONA, 4. Aufl., 2021, N 7 zu Art. 133 StGB). 

2.2. Art. 123 Ziff. 1 StGB erfasst alle Körperverletzungen, welche noch nicht als 

schwer im Sinne von Art. 122 StGB, aber auch nicht mehr als blosse Tätlichkeiten 

im Sinne von Art. 126 StGB zu werten sind. Die körperliche Integrität ist dann im 

Sinne einer Körperverletzung beeinträchtigt, wenn innere oder äussere Verlet-

zungen oder Schädigungen zugefügt werden, die mindestens eine gewisse Be-

handlung oder Heilungszeit erfordern, also etwa Knochenbrüche, Hirnerschütte-

rungen, Quetschungen mit Blutergüssen und Schürfungen, sofern sie um einiges 

über blosse Kratzer hinausgehen. Auf blosse Tätlichkeiten ist umgekehrt zu er-

kennen, wenn Schürfungen, Kratzwunden, kleinere Schwellungen, 

,Quetschungen oder bloss blaue Flecken offensichtlich so harmlos sind, dass sie 

in kurzer Zeit vorübergehen und ausheilen. T (BSK StGB/JStG-ROTH/BERKEMEIER, 

a.a.O., N 3 f. zu Art. 123; OFK StGB/JStG-DONATSCH, 21. Aufl., 2022, N 3 zu Art. 

123 StGB; je m.H.). Eingriffe in die körperliche Integrität sind insbesondere dann 

als blosse Tätlichkeiten zu qualifizieren, wenn sie lediglich Schrammen, Kratzer, 

Schürfungen, blaue Flecken, Quetschungen und dergleichen bewirken, die keine 

- 28 - 

besondere Behandlung erfordern, rasch ausheilen und ferner keine erheblichen 

Schmerzen hervorrufen (vgl. BGE 107 IV 40 E. 5.c.). Im Einzelfall kann eine Ein-

ordnung schwierig sein, die letztlich eine Frage des richterlichen Ermessens unter 

Würdigung der konkreten Umstände ist. 

2.3. Art der Verletzungen 

Nachfolgend ist demnach zu prüfen, ob die erstellten Verletzungen der an der 

Auseinandersetzung Beteiligten zumindest eine einfache Körperverletzung dar-

stellen. 

2.3.1. Im Gutachten des IRM wird zu den Verletzungen von A._____ festgehalten, 

dass diese voraussichtlich innerhalb kurzer Zeit folgenlos abheilen werden 

(Urk. 6/1 S. 4). Der Privatkläger A._____ erlitt vor allem diverse Schleimhautab-

tragungen sowie Schleimhautverfärbungen und oberflächliche, kratzerartige 

Hautabtragungen. Dabei handelt es sich zwar um unangenehme Folgen, aber 

noch nicht um eigentliche Verletzungen im Sinne von Art. 123 StGB. Diese sind 

noch wie Kratzer, Schürfungen, blaue Flecken, Quetschungen und dergleichen im 

oben erwähnten Sinne als Verletzungen zu qualifizieren, die gerade noch Tätlich-

keiten darstellen. Auch die durch das Forensische Institut Zürich erstellte Fotodo-

kumentation der Verletzungen von A._____ hinterlässt keinen anderen Eindruck 

(DG200021-D: Urk. 8/2). Wie erwogen handelt es sich dabei im Grenzbereich um 

eine Ermessensfrage. Vorliegend handelt es sich um das Ergebnis einer tätlichen 

Auseinandersetzung von drei gegen einen, die zu Verletzungen von A._____ führ-

ten, welche letztlich ohne Behandlung innerhalb kurzer Zeit folgenlos abheilten 

und insgesamt die Schwelle einer einfachen Körperverletzung gerade noch nicht 

erreichen. Hämatome und (wochenlange) Schmerzen sind in der Anklage nicht 

aufgeführt. Es ist sodann davon auszugehen, dass A._____ die erlittenen 

Schmerzen übertrieben darstellt. Entgegen der Verteidigung (Urk. 58 S. 26) be-

stehen auch keine Anhaltspunkte dafür, dass A._____ aufgrund der Auseinander-

setzung einen Schock erlitt, der einer einfache Körperverletzung gleichkommt. 

Ferner wurde bereits darauf hingewiesen, dass A._____ nicht bewusstlos war und 

das Würgen im Rahmen des Schwitzkastens nicht gefährdend war und auch 

sonst keine Spuren hinterliess (Urk. 6/1 S. 3 f.). Insgesamt ist davon auszugehen, 

- 29 - 

dass die von A._____ tatsächlich erlittenen Verletzungen ihm wohl Schmerzen 

bereiteten, letztlich aber rasch und folgenlos abheilten. Die Verletzungen des Pri-

vatklägers A._____ stellen damit im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtspre-

chung noch Tätlichkeiten dar, die nicht geeignet sind, die objektive Strafbarkeits-

bedingung gemäss Art. 133 Abs. 1 StGB zu erfüllen. 

2.3.2. Hinsichtlich der in der Anklage aufgelisteten Verletzungen des Beschuldig-

ten B._____ wurde oben erwogen, dass sich diese nicht rechtsgenügend erstellen 

lassen. Es ist letztlich davon auszugehen, dass er nur leichte Blessuren davon-

trug, welche folgenlos und rasch abheilten. Es handelte sich somit auch dabei um 

Verletzungen, die nicht den Schweregrad einer einfachen Körperverletzung im 

Sinne der objektiven Strafbarkeitsbedingung gemäss Art. 133 Abs. 1 StGB errei-

chen. 

2.3.3. Die Fussverletzung von C._____ rührt nicht unmittelbar aus der Auseinan-

dersetzung in der Zelle her und ist nicht Folge der dort erfolgten Schläge, weshalb 

diese Verletzung die Voraussetzung als objektive Strafbarkeitsbedingung nicht 

erfüllt. Eine solche muss aus der wechselseitigen Gewaltanwendung im Rahmen 

der Auseinandersetzung resultieren. Seine ausserhalb der Zelle erlittene Fuss-

verletzung ist Folge einer eigenen Unachtsamkeit. Sie ist nicht unmittelbare Folge 

einer ernstzunehmenden Schlägerei, welche die Strafbarkeit der tätlichen Aus-

einandersetzung begründen soll. 

2.3.4. D._____ erlitt Hautabschürfungen, Kratzer und Hautabtragungen davon, 

welche in Würdigung der angeführten Rechtsprechung ebenfalls nicht die Intensi-

tät einer einfachen Körperverletzung erreichen (vgl. auch Urk. 65 S. 30 f.). Auch 

die Fotos seiner Verletzungen stützen dies (DG200021-D: Urk. 7/5). Es ist auch 

bei diesen Schürfungen und Hautabtragungen davon auszugehen, dass diese 

folgenlos und rasch abheilten (DG200021-D: Urk. 7/1 S. 3 ff.; Urk. 7/5). Wie oben 

erwogen kann sodann ohnehin nicht mit genügender Sicherheit davon ausgegan-

gen werden, dass sich D._____ sämtliche dieser oberflächlichen Verletzungen bei 

der tätlichen Auseinandersetzung in der Zelle von A._____ zugezogen hat. Die 

Schürfungen und Hautabtragungen erreichen aber ohnehin nicht den Schwere-

- 30 - 

grad einer einfachen Körperverletzung im Sinne der objektiven Strafbarkeitsbe-

dingung gemäss Art. 133 Abs. 1 StGB. 

2.4. Verletzung D._____ im Rahmen der "Nachgeschichte"  

2.4.1. Wie in der Anklage unter dem Titel "Nachgeschichte" aufgeführt, stürmte 

A._____ – nachdem D._____ die Zellentüre geschlossen und weggelaufen war – 

aus der Zelle und stach D._____ mit der Klinge eines Speisemessers mit grosser 

Wucht in den Nacken (Urk. 44 S. 6). Die Vorinstanz erwog, dass diese Stichver-

letzung in einem Zeitpunkt erfolgt sei, in welchem die körperliche Auseinanderset-

zung in der Zelle bereits beendet gewesen sei, weshalb diese Verletzung nicht als 

objektive Strafbarkeitsbedingung für die vorherige, bereits abgeschlossene kör-

perliche Auseinandersetzung dienen könne (Urk. 65 S. 30 f.). Der Vertreter von 

A._____ hat bereits vor Vorinstanz und auch in der Berufung erneut geltend ge-

macht, er erachte den Angriff in der Zelle sowie die anschliessende Reaktion von 

A._____ als eine Tateinheit, weshalb aufgrund der Stichverletzung im Nacken von 

D._____ die beim Angriff sowie Raufhandel geforderte objektive Strafbarkeitsbe-

dingung einer einfachen Körperverletzung erfüllt sei (Urk. 58 S. 27; Urk. 93 S. 5 

f.).  

2.4.2. Es ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass die tätliche Auseinan-

dersetzung im Zeitpunkt der Attacke von A._____ gegen D._____ bereits abge-

schlossen war, obwohl nur einige wenige Sekunden seit deren Abschluss vergan-

gen waren. Dafür spricht vor allem, dass B._____, C._____ und D._____ die Zelle 

verlassen hatten, die Zellentüre wieder verschlossen haben und alle drei bereits 

einige Meter weg von der Zelle weggelaufen waren und alle in die andere Rich-

tung schauten. Die Vorinstanz erwägt zu Recht, dass damit ein möglicher Angriff 

oder Raufhandel – für welche es an einer objektiven Strafbarkeitsbedingung ge-

mangelt hätte – für den objektiven Betrachter abgeschlossen war. Das nachfol-

gende Herausstürmen von A._____ mit dem Messer ist als eine neue, wenngleich 

auf den vorherigen basierende, Handlung, mithin als ein neuer Angriff zu werten, 

der überraschend von hinten erfolgte und vom Opfer in keiner Weise erwartet 

wurde. Dieses hat den Täter nicht einmal wahrgenommen, bis es den Stich ver-

spürte. Die durch diese Tat verübte Verletzung kann deshalb nicht als objektive 

- 31 - 

Strafbarkeitsbedingung für die vorherige, bereits abgeschlossene körperliche 

Auseinandersetzung dienen. Es ist denn auch klar festzuhalten, dass die Staats-

anwaltschaft dies auch als zwei separate Taten angeklagt hat und die Verletzung 

von D._____ durch den Messerstich von A._____ in der Anklage nicht einmal er-

wähnt bzw. umschrieben wird. 

2.4.3. Es ist weiter darauf hinzuweisen, dass gemäss der Lehre die einfache 

Körperverletzung bzw. der Tod einer Person im Sinne der objektiven Strafbar-

keitsbedingung gemäss Art. 133 Abs. 1 StGB noch während des Raufhandels 

eingetreten sein muss (BSK StGB/JStG-MAEDER, a.a.O., N 28 zu Art. 133 StGB, 

m.w.H.). Das Bundesgericht liess es dabei früher zwar bereits genügen, dass die 

Verletzung durch Gewalttätigkeiten verursacht wird, welche "der durch den unmit-

telbar vorausgegangenen Raufhandel angeheizten Streitlust und der durch ihn 

angesammelten Gemütserregung entspringen", wenn Einzelne, angeheizt durch 

die vorangegangene grössere Schlägerei, die Gewalttätigkeiten fortsetzen (BGE 

106 IV 246 E. 3.). Gemäss der in BGE 137 IV 1 E. 4.3.1 begründeten und seither 

etwa in den Urteilen des Bundesgerichts 6B_782/2020 vom 7. Januar 2021 E. 

5.1.1, 6B_415/2021 vom 11. Oktober 2021 E. 4.3.2 sowie 6B_1307/2021 vom 

9. Januar 2023 E.2.1.2 verwendeten Formel soll es nunmehr darauf ankommen, 

ob "die unmittelbare Abfolge der Vorkommnisse (in sachlicher, räumlicher und 

zeitlicher Hinsicht) es gebietet, das Tatgeschehen als Einheit zu betrachten" oder 

ob sich "das Tatgeschehen klar in mehrere Handlungseinheiten unterteilen lässt". 

Entscheidend ist somit, ob der vorliegende Sachverhalt gesamthaft als "Einheit" 

oder als "mehrere Handlungseinheiten" zu betrachten ist (vgl. auch BGE 139 IV 

168 E. 1.1.4). 

 Wie erwähnt ist es zwar richtig, dass vorliegend nur ca. fünf Sekunden 

zwischen dem "Abschluss" der Schlägerei in der Zelle und dem anschliessenden 

Messerangriff von A._____ auf D._____ liegen. Dennoch ist eine Einheit dieses 

Geschehens zu verneinen und im Sinne der angeführten Rechtsprechung von 

mehreren Handlungseinheiten auszugehen. In der Zelle von A._____ fand ein all-

seits provozierter offener Schlagabtausch ohne Waffeneinsatz statt, der bei den 

Beteiligten keine wesentlichen Verletzungen hinterliess. D._____ und B._____ 

- 32 - 

sowie C._____ hatten die Zelle des Privatklägers A._____ daraufhin verlassen 

und dessen Zellentüre geschlossen. Entscheidend kommt hierbei hinzu, dass sich 

eine Zellentür nicht mehr von aussen öffnen bzw. nur noch mit einem Schlüssel, 

nachdem sie geschlossen wurde. Ein weiteres Eindringen in die Zelle von 

A._____ war somit D._____, B._____ sowie C._____ nicht mehr möglich. Dies 

bringt eine klare Zäsur des Geschehens mit sich. Der Beschuldigte und D._____ 

sowie C._____ entfernten sich von der Zelle des Privatklägers A._____ und für 

sie war die Auseinandersetzung abgeschlossen. Sie schauten auch nicht mehr 

nach hinten. Dies zeigt in aller Deutlichkeit, dass die bisherige waffenlos in der 

Zelle von A._____ geführte Auseinandersetzung in einer Gesamtbetrachtung be-

endet war. Trotz des nur kurzen zeitlichen Abstands des nachfolgenden Mes-

serangriffs von A._____ ausserhalb der zuvor abgeschlossenen Zelle, lässt sich 

das Geschehen somit doch klar in mehrere, zeitlich, räumlich und auch sachlich 

voneinander zu trennende Handlungseinheiten unterteilen. Der überraschende 

Messerstich des Privatklägers A._____ in den Hals-/Nackenbereich von D._____ 

von hinten ist somit als neue Handlungseinheit zu werten. Die Stichverletzung am 

Hals von D._____ kann daher nicht zur Begründung der objektiven Strafbarkeits-

bedingung gemäss Art. 133 Abs. 1 StGB herangezogen werden. Anzufügen ist 

am Rande, dass die amtliche Verteidigung respektive unentgeltliche Vertretung 

von A._____ vorbringt, das Geschehen sei als Einheit zu betrachten, indessen 

dennoch den Antrag stellt, dass B._____, C._____ und D._____ wegen Angriff zu 

bestrafen seien, obwohl bei dieser Betrachtung A._____ die objektive Strafbar-

keitsbedingung einer Körperverletzung gesetzt hätte und schon von daher somit 

klarerweise aktiv in die tätliche Auseinandersetzung involviert gewesen wäre. Der 

Tatbestand des Angriffs würde bei dieser Betrachtungsweise somit ohnehin ent-

fallen. 

2.5. Fazit 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die erstellten Verletzungen der Beteilig-

ten nicht die Intensität einer einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 

Ziff. 1 Abs. 1 StGB erreichen, weshalb weder dieser Tatbestand noch derjenige 

des Raufhandels im Sinne von Art. 133 Abs. 1 StGB oder des Angriffs im Sinne 

- 33 - 

von Art. 134 StGB vorliegend gegeben ist. Der Beschuldigte ist demnach vom 

Vorwurf des Raufhandels im Sinne von Art. 133 Abs. 1 StGB freizusprechen. 

3. Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB 

3.1. Entgegen der Ansicht der Vorinstanz lässt indessen der vorliegende Ankla-

gesachverhalt eine Verurteilung des Beschuldigten (wie auch von C._____ und 

D._____) wegen Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB zu. Gemäss 

dem Anklagegrundsatz im Sinne von Art. 9 Abs. 1 StPO kann eine Straftat nur ge-

richtlich beurteilt werden, wenn die Staatsanwaltschaft gegen eine bestimmte 

Person wegen eines genau umschriebenen Sachverhalts beim zuständigen Ge-

richt Anklage erhoben hat. Der Inhalt der Anklageschrift ergibt sich aus Art. 325 

Abs. 1 StPO. Das Gericht darf nur den Sachverhalt beurteilen, der in der Anklage 

aufgeführt wird. An die darin vorgenommene rechtliche Würdigung ist es jedoch 

nicht gebunden (Art. 350 Abs. 1 StPO). Wenn sich das Gericht aufgrund der Be-

weislage die Meinung bildet, es liege ein anderes als in der Anklage umschriebe-

nes inkriminiertes Verhalten vor, sehen die Art. 329 Abs. 2 und 333 StPO die 

Möglichkeit der Anklageänderung nach Anklageerhebung vor. Keiner Anklageän-

derung bedarf es jedoch, wenn das Gericht zum Schluss gelangt, dass der Ankla-

gesachverhalt einen anderen Tatbestand erfüllt, als in der Anklageschrift angege-

ben ist. Unter Wahrung des rechtlichen Gehörs gemäss Art. 344 StPO kann es 

nach dem Grundsatz iura novit curia eine andere rechtliche Würdigung vorneh-

men als die Staatsanwaltschaft (BSK StPO/JStPO-NIGGLI/HEIMGARTNER, 3. Aufl., 

Basel 2023, N 52 ff. zu Art. 9 StPO). 

3.2. Der Privatkläger A._____ verlangt mit seiner Berufung im Subeventualantrag 

die Bestrafung des Beschuldigten wegen Tätlichkeiten. Vorliegend bedarf es kei-

ner Anklageergänzung oder -änderung, da die Anklage das inkriminierte Verhal-

ten des Beschuldigten genau umschreibt (Urk. 44), weshalb eine rechtliche Wür-

digung dieses Verhaltens ohne weiteres möglich ist. 

3.3. Wer gegen jemanden Tätlichkeiten verübt, die keine Schädigung des Kör-

pers oder der Gesundheit zur Folge haben, wird, auf Antrag, mit Busse bestraft 

(Art. 126 Abs. 1 StGB). Als Tätlichkeit im Sinne dieser Bestimmung gilt eine das 

- 34 - 

allgemein übliche und gesellschaftlich geduldete Mass überschreitende physische 

Einwirkung auf einen Menschen, die keine Schädigung des Körpers oder der Ge-

sundheit zur Folge hat. Auch die Verursachung von Schmerzen wird nicht vo-

rausgesetzt. Als Beispiele zu nennen sind unter anderem Ohrfeigen, Faustschlä-

ge, Fusstritte und heftige Stösse (OFK StGB/JStG-DONATSCH, a.a.O., N 1 zu Art. 

126 StGB). Voraussetzung ist somit, dass die Einwirkung auf den Körper eines 

anderen Menschen mindestens eine bestimmte Intensität erreicht. Entgegen der 

Vorinstanz ist für eine Verurteilung wegen Tätlichkeiten eine genaue Zuordnung 

einzelner Verletzungen des Privatklägers A._____ an einen der Beteiligten nicht 

notwendig. Für die rechtliche Qualifikation einer Handlung als Tätlichkeit müssen 

vielmehr gar keine (sichtbaren) Verletzungen oder Schmerzen festgestellt wer-

den. Es ist erstellt, dass der Beschuldigte dem Privatkläger im Rahmen einer kör-

perlichen Auseinandersetzung absichtlich ca. drei Faustschläge gegen den Kopf 

bzw. den Oberkörper verpasst hat. Auch wenn diese entgegen der Anklage nicht 

als kräftig zu bezeichnen sind, stellen sie ohne Weiteres Tätlichkeiten im Sinne 

von Art. 126 Abs. 1 StGB dar. 

3.4. In subjektiver Hinsicht wird Vorsatz vorausgesetzt, wobei Eventualvorsatz 

genügt. Dieser muss sich auf die Tathandlung und den Erfolg beziehen 

(BSK StGB/JStG-ROTH/KESHELAVA, a.a.O., N 13 zu Art. 126 StGB). Vorliegend 

kann der Vorinstanz gefolgt werden, dass es dem Beschuldigten darum gegangen 

ist, dem Privatkläger eine Abreibung zu verpassen bzw. ihm eine Lektion zu ertei-

len (vom "hohen Ross herunterholen"), er den Privatkläger jedoch nicht "richtig" 

zusammenschlagen oder verletzen wollte (vgl. Urk. 65 S. 21 f.). Ein darüber 

hinausgehender Vorsatz des Beschuldigten, den Privatkläger A._____ schwerer 

zu verletzen, als tatsächlich geschehen ist, kann nicht erstellt werden. 

3.5. Fazit 

Der Beschuldigte hat sich somit der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 

StGB schuldig gemacht. 

- 35 - 

IV. Strafzumessung 

A. Allgemeines 

Vorliegend hat sich der Beschuldigte der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 

Abs. 1 StGB strafbar gemacht. Als Strafe kommt eine Busse von bis zu 

Fr. 10'000.– in Betracht. Ferner ist für den Fall schuldhafter Nichtbezahlung der 

Busse eine Ersatzfreiheitsstrafe von mindestens einem Tag und höchstens drei 

Monaten festzulegen. Busse und Freiheitsstrafe sind dabei je nach den persönli-

chen Verhältnissen des Täters so zu bemessen, dass er die Strafe erleidet, die 

seinem Verschulden angemessen ist (Art. 106 StGB). 

B. Tatkomponenten 

In Bezug auf die objektive Tatschwere ist festzuhalten, dass der Beschuldigte 

dem Privatkläger A._____ in seiner Zelle im Rahmen einer körperlichen 

Auseinandersetzung ca. drei Faustschläge gegen den Kopf bzw. den Körper ver-

passt hat. Dies im Rahmen eines geplanten feigen Vorgehens zu Dritt gegen den 

alleine dastehenden Privatkläger, der sich nicht lange wehren konnte. Dabei wur-

den dem Privatkläger insgesamt schmerzhafte Verletzungen zugefügt. Dass auch 

der Privatkläger vorgängig provozierte, ändert an diesem verwerflichen Vorgehen 

nichts. In subjektiver Hinsicht ist festzuhalten, dass der Beschuldigte direkt vor-

sätzlich handelte und es sich letztlich um eine primitives gewalttätiges Vorgehen 

handelte, mit dem Ziel den Privatkläger eine Abreibung zu verpassen, weil ihm 

dessen Verhalten nicht passte, was in keiner Weise zu entschuldigten ist. Insge-

samt ist von einem nicht mehr leichten Verschulden auszugehen. 

C. Täterkomponente 

1. Hinsichtlich der persönlichen Verhältnisse kann auf die einschlägige Befra-

gung des Beschuldigten anlässlich der Hauptverhandlung verwiesen werden 

(Urk. 56 S. 1-5). Der Beschuldigte ist am tt. Mai 1990 in Brasilien geboren und ab 

dem Alter von fünf oder sechs Jahren mehrheitlich in der Schweiz, zunächst bei 

seiner Mutter, aufgewachsen. Mit zwölf Jahren ist er gemäss seinen Angaben 

zunächst in eine Schule für schwererziehbare Kinder, danach für längere Zeit in 

- 36 - 

ein Heim gekommen. Im Anschluss kam er zu einer Pflegefamilie. Schliesslich 

kehrte der Beschuldigte nach Brasilien zurück, wo bei seiner Grossmutter, Tante 

und Onkel gelebt und eine schöne, aber auch sehr schwierige Zeit gehabt habe. 

Der Beschuldigte hat keinen Schulabschluss und auch keine Ausbildung bzw. 

Lehre. Er gab an, immer wieder als Zimmermann, als Hilfsmaurer und auch als 

Gerüstbauer gearbeitet zu haben. Er kämpfe seit über drei Jahren darum, eine 

Lehre machen zu können, doch sei es ihm in der Justizvollzugsanstalt E._____ 

aus Sicherheits- oder anderen Gründen immer wieder verwehrt worden. Zurzeit 

befinde er sich im Strafvollzug in der Justizvollzugsanstalt E._____ auf der Foren-

sisch-Psychiatrischen Abteilung, wobei er sich in einer stationären Massnahme 

nach Art. 59 StGB befinde, welche offenbar vor kurzem verlängert worden sei 

(Urk. 54; Urk. 87 und Prot. II S. 11). In der Untersuchung gab der Beschuldigte zu 

seinen persönlichen bzw. finanziellen Verhältnissen überdies an, dass er im Ge-

fängnis einen Lohn von ca. Fr. 22.– pro Tag erhalten habe, wodurch er wenig Er-

spartes in der Höhe von ca. Fr. 5'000.– habe erzielen können. Er habe Schulden 

im Bereich von ca. Fr. 20'000.–. Vom Militär erhalte er immer wieder die Aufforde-

rung zur Leistung von Geld, doch habe er keines (vgl. Urk. 14/3 S. 16 f.). 

2. Der Beschuldigte ist mehrfach vorbestraft. Insgesamt weist sein Strafregis-

terauszug sieben Vorstrafen aus, wobei es sich zur Hauptsache um Diebstähle, 

Betäubungsmitteldelikte, verschiedene Strassenverkehrsdelikte, Beschimpfung 

und Drohung sowie zuletzt um eine schwere Körperverletzung handelt. Bezüglich 

letzterer Straftat wurde er durch das Bezirksgericht Zürich 10. Abteilung am 

14. Juni 2019 zu vier Jahren Freiheitsstrafe verurteilt, wobei der Vollzug der Frei-

heitsstrafe zugunsten einer stationären Massnahme nach Art. 59 StGB aufge-

schoben wurde (Urk. 87). Diese Vorstrafen wirken sich deutlich straferhöhend 

aus. 

3. Bezüglich des Nachtatverhaltens des Beschuldigten ist festzuhalten, dass er 

bereits in der Untersuchung zugab und auch anlässlich der Hauptverhandlung 

durch seine amtliche Verteidigung wiederholte, den Privatkläger A._____ während 

der Auseinandersetzung in der Zelle mehrmals mit Faustschlägen traktiert zu ha-

ben, was sich merklich strafmindernd auswirkt. 

- 37 - 

D. Fazit 

Unter Einbezug seines Verschuldens sowie der persönlichen und finanziellen 

Verhältnisse des Beschuldigten, erscheint eine Busse von Fr. 800.– als ange-

messen. Ausgehend von einem praxisgemässen Umwandlungssatz von Fr. 100.– 

pro Tag ist die Dauer der Ersatzfreiheitsstrafe vorliegend mithin auf acht Tage 

festzusetzen. 

V. Zivilansprüche 

1. Der Privatkläger verlangt mit seiner Berufung die Zusprechung einer Genug-

tuung von Fr. 3'000.– unter solidarischer Haftung des Beschuldigten, von C._____ 

sowie D._____ (Urk. 69 S. 2). Zur Begründung führte er vor der Vorinstanz und im 

Berufungsverfahren aus, dass es augenscheinlich sei, dass der Privatkläger 

A._____ eine schwere Persönlichkeitsverletzung erlitten habe, die auf das 

rechtswidrige strafbare Verhalten der Beschuldigten zurückzuführen sei. Es sei 

ohne Weiteres erstellt, dass die Beschuldigten ein schweres Verschulden treffe, 

da sie den Privatkläger A._____ grundlos und in Überzahl niedergeschlagen hät-

ten. Die Rechtsprechung habe in ähnlich gelagerten Fällen Genugtuungen zwi-

schen Fr. 1'000.– und Fr. 3'000.– zugesprochen (Urk. 58 S. 31; Urk. 93 S. 9). 

2. Die Vorinstanz hat das Genugtuungsbegehren des Privatklägers mit der 

Begründung abgewiesen, dass der Beschuldigte von Schuld und Strafe freige-

sprochen worden sei und der Privatkläger zudem nur Verletzungen erlitten habe, 

die als Tätlichkeiten zu qualifizieren seien. Schliesslich habe der Privatläger im 

Vorfeld der Auseinandersetzung eine durchaus aktive Rolle eingenommen 

(Urk. 65 S. 33). 

3. Gemäss Art. 47 OR kann der Richter bei Tötung oder Körperverletzung ei-

nes Menschen unter Würdigung der besonderen Umstände dem Verletzten oder 

den Angehörigen des Getöteten eine angemessene Geldsumme als Genugtuung 

zusprechen. Ferner hat gemäss Art. 49 OR Anspruch auf Leistung einer Geld-

summe als Genugtuung, wer in seiner Persönlichkeit widerrechtlich verletzt wird, 

sofern die Schwere der Verletzung es rechtfertigt und diese nicht anders wieder-

- 38 - 

gutgemacht worden ist. Die Höhe einer Genugtuung hängt dabei in erster Linie 

von der Art und Schwere der Verletzung, der Intensität und Dauer der Auswirkun-

gen auf die Persönlichkeit der betroffenen Person sowie vom Grad des Verschul-

dens des Schädigers am Schadensereignis ab. Selbstverschulden des Verletzten 

spielt ebenfalls eine wichtige Rolle (BSK OR-KESSLER, 7. Aufl., Basel 2020, N 20a 

f. zu Art. 47 OR und N 16 zu Art. 49 OR). 

4. Der Privatkläger war im Rahmen der Auseinandersetzung in seiner Zelle 

Opfer von Tätlichkeiten. Das IRM-Gutachten hielt fest, dass die erlittenen Ver-

letzungen voraussichtlich innerhalb kurzer Zeit folgenlos abheilen würden. Dass 

er aufgrund des Vorfalls noch zwei Wochen lang Schmerzen gehabt habe, wie er 

angegeben hatte oder allenfalls sogar psychisch beeinträchtigt worden sei, kann 

nicht erstellt werden. Der Privatkläger hat diesbezüglich keinerlei Gutachten oder 

ärztliche Berichte eingereicht. Ferner hat sich der Privatkläger selber aktiv an der 

Auseinandersetzung in der Zelle beteiligt und diese massgeblich mitprovoziert. 

Insgesamt rechtfertigen die geringen Verletzungen des Privatklägers als Folge 

der Auseinandersetzung, zu welcher er nota bene durch Provokationen seiner-

seits ebenfalls beigetragen hat, und die Tatsache, dass er in der Zelle zumindest 

am Anfang selber auch Faustschläge verteilt hat, keine Genugtuung. Nach dem 

Gesagten ist das Genugtuungsbegehren des Privatklägers abzuweisen. 

 

VI. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1. Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Verfahrens 

1.1. Fällt die Rechtsmittelinstanz selber einen neuen Entscheid, so befindet sie 

darin auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 Abs. 

3 StPO). 

1.2. Nachdem der Beschuldigte heute der Tätlichkeiten schuldig gesprochen 

wurde, sind ihm die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Verfah-

rens gestützt auf Art. 426 Abs. 1 StPO teilweise aufzuerlegen. In Gewichtung zum 

- 39 - 

eigentlichen Anklagevorwurf des Raufhandels rechtfertigt sich eine Kostenauflage 

von einem Viertel, zumal es sich bei Tätlichkeiten um eine blosse Übertretung 

handelt. Im selben Umfang ist auch gestützt auf Art. 135 Abs. 4 StPO eine Rück-

forderung der Kosten der amtlichen Verteidigung vorzubehalten. Im Übrigen sind 

die Kosten auf die Gerichtskasse zu nehmen. Die erstinstanzliche Entscheidge-

bühr ist gestützt auf § 14 GebV OG sowie praxisgemäss auf Fr. 1'500.– festzu-

setzen. Die Gebühr für das Vorverfahren beträgt Fr. 1'100.– (vgl. Urk. 46).  

2. Kosten des Berufungsverfahrens 

2.1. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 2'000.– festzu-

setzen (Art. 424 Abs. 1 StPO i.V.m. § 16 Abs. 1 und § 14 Abs. 1 GebV OG). 

2.2. Die amtliche Verteidigung macht für das Berufungsverfahren eine Entschä-

digung von total Fr. 2'980.40 (inkl. MwSt.) geltend (Urk. 95). Der bezifferte Auf-

wand ist ausgewiesen und erscheint angemessen, weshalb die amtliche Verteidi-

gerin, Rechtsanwältin lic. iur. Y._____, antragsgemäss zu entschädigen ist.  

2.3. Die unentgeltliche Rechtsvertretung des Privatklägers macht für die drei 

Berufungsverfahren eine Entschädigung von total Fr. 6'727.– (inkl. Barauslagen 

und MwSt.) geltend (Urk. 93 S.10 und Urk. 94/1-2). Der bezifferte Aufwand ist 

ausgewiesen und erscheint angemessen, weshalb der unentgeltliche Rechtsver-

treter des Privatklägers, Rechtsanwalt lic. iur. X._____, antragsgemäss zu ent-

schädigen ist. Es erscheint angemessen, seinen Aufwand gleichmässig auf die 

drei Berufungsverfahren zu verteilen – also zu je einem Drittel (je Fr. 2'242.30) –, 

da sämtliche Ausführungen die drei Beschuldigten B._____, C._____ und 

D._____ in gleicher Weise betrifft. 

2.4. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe 

ihres Obsiegens und Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Vorliegend unterliegt 

die Staatsanwaltschaft mit ihren Anträgen zwar vollumfänglich. Die Staatsanwalt-

schaft hat ihre Berufung indessen frühzeitig zurückgezogen. Der Privatkläger un-

terliegt mit seinem Haupt- sowie Eventualantrag ebenfalls vollumfänglich und ob-

siegt lediglich hinsichtlich seines Subeventualantrags in Bezug auf die Verurtei-

- 40 - 

lung des Beschuldigten wegen Tätlichkeiten. Des Weiteren unterliegt er im Zivil-

punkt vollumfänglich. Es rechtfertigt sich daher insgesamt – unter Berücksichti-

gung des Umfangs der Anträge –, die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Aus-

nahme der Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Rechtsver-

tretung, dem Privatkläger zu drei Vierteln und dem Beschuldigten zu einem Viertel 

aufzuerlegen. Zufolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ist der Kos-

tenanteil des Privatklägers einstweilen auf die Gerichtkasse zu nehmen, unter 

Vorbehalt der Rückzahlungspflicht gemäss Art. 138 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 135 

Abs. 4 StPO. Diese gesetzliche Folge der dem Privatkläger gewährten unentgelt-

lichen Rechtspflege wurde im ausgehändigten Urteilsdispositiv aufgrund eines of-

fensichtlichen Versehens nicht erwähnt und ist der Klarheit halber – der Beschul-

digte ist nicht beschwert – in Dispositiv-Ziffer 9a zu ergänzen (Art. 83 StPO).  

Ferner sind die Kosten der amtlichen Verteidigung im Umfang von drei Vierteln 

definitiv und im Umfang von einem Viertel einstweilen auf die Gerichtskasse zu 

nehmen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten ist im Umfang von einem 

Viertel gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO vorzubehalten. Die Kosten der unentgeltli-

chen Vertretung des Privatklägers sind dagegen im Umfang von einem Viertel de-

finitiv und im Umfang von drei Vierteln einstweilen auf die Gerichtskasse zu neh-

men. Die Rückzahlungspflicht des Privatklägers ist um Umfang von drei Vierteln 

gemäss Art. 138 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 135 Abs. 4 StPO vorzubehalten. 

Es wird beschlossen: 

1. Vom Berufungsrückzug der Staatsanwaltschaft wird Vormerk genommen. 

2. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Dielsdorf, I. Abtei-

lung, vom 13. Juli 2021 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 

"Es wird erkannt: 

1.-3. (…) 

- 41 - 

4. Die Entschädigung von Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ für die amtliche Verteidigung des 

Beschuldigten wird auf Fr. 11'377.30 (Fr. 10'461.– Aufwand, Fr. 102.90 Barauslagen und 

Fr. 813.40 Mehrwertsteuer) festgesetzt. 

5. (Mitteilung) 

6. (Rechtsmittel)" 

3. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte B._____ wird freigesprochen vom Vorwurf des Raufhan-

dels im Sinne von Art. 133 Abs. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte ist schuldig der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 

StGB. 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Busse von Fr. 800.–. 

4. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 8 Tagen. 

5. Das Genugtuungsbegehren des Privatklägers A._____ wird abgewiesen. 

6. Die erstinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 1'500.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 1'100.–   Gebühr Vorverfahren 

Fr. 11'377.30   amtliche Verteidigung 

7. a) Die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Verfahrens, 

mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung, werden dem Be-

schuldigten zu einem Viertel auferlegt und im Übrigen auf die Gerichtskasse 

genommen. 

- 42 - 

b) Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden zu drei Vierteln definitiv 

und zu einem Viertel einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die 

Rückzahlungspflicht des Beschuldigten bleibt im Umfang eines Viertels ge-

mäss Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten. 

8. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 2'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 2'980.40   amtliche Verteidigung 

Fr. 2'242.30   unentgeltliche Vertretung Privatklägerschaft (1/3 von  
  Fr. 6'727.–) 

9. a) Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der 

amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Rechtsvertretung, werden 

dem Privatkläger zu drei Vierteln und dem Beschuldigten zu einem Viertel 

auferlegt. Zufolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird der 

Kostenanteil des Privatklägers einstweilen auf die Gerichtkasse genommen, 

unter Vorbehalt der Rückzahlungspflicht gemäss Art. 138 Abs. 1 StPO i.V.m. 

Art. 135 Abs. 4 StPO. 

b) Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden im Umfang von drei 

Vierteln definitiv und im Umfang von einem Viertel einstweilen auf die 

Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten bleibt 

im Umfang von einem Viertel gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten. 

c) Die Kosten der unentgeltlichen Vertretung des Privatklägers werden im 

Umfang von einem Viertel definitiv und im Umfang von drei Vierteln einst-

weilen auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht des Pri-

vatklägers bleibt um Umfang von drei Vierteln gemäss Art. 138 Abs. 1 StPO 

i.V.m. Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten. 

10. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (versandt) 

- 43 - 

− die unentgeltliche Vertretung des Privatklägers A._____ im Doppel für 
sich und die Privatklägerschaft (übergeben) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten 

− die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 
− die unentgeltliche Vertretung des Privatklägers A._____ im Doppel für 

sich und die Privatklägerschaft 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− die Kantonspolizei Zürich, KDM-ZD, mit separatem Schreiben (§ 54a 

Abs. 1 PolG) 
− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA zur Entfernung der Daten ge-

mäss Art. 32 Abs. 1 StReG mittels Kopie von Urk. 87.  

11. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf- 
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 

Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebe-

nen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes.  

 
 

- 44 - 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
 

Zürich, 8. Februar 2024 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter lic. iur. S. Volken 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

MLaw A. Sieber 
 

	Urteil vom 8. Februar 2024
	Anklage:
	Urteil der Vorinstanz: (Urk. 65 S. 34 f.)
	1. Der Beschuldigte B._____ wird vom Vorwurf des Raufhandels im Sinne von Art. 133 Abs. 1 StGB freigesprochen.
	2. Das Genugtuungsbegehren des Privatklägers wird abgewiesen.
	3. Die Entscheidgebühr und die Gebühr für das Vorverfahren fallen ausser Ansatz; die übrigen Kosten werden auf die Gerichtskasse genommen.
	4. Die Entschädigung von Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten wird auf Fr. 11'377.30 (Fr. 10'461.– Aufwand, Fr. 102.90 Barauslagen und Fr. 813.40 Mehrwertsteuer) festgesetzt.
	5. (Mitteilung)
	6. (Rechtsmittel)"
	Berufungsanträge:
	Erwägungen:
	I. Verfahrensgang
	2. Die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) sowie der Privatkläger A._____ (nachfolgend: Privatkläger oder A._____) meldeten jeweils fristgerecht Berufung gegen die freisprechenden Urteile vom 13. Juli 2021 in den ...
	3. Mit Präsidialverfügung vom 16. Februar 2022 wurden im vorliegenden Verfahren dem Beschuldigten, dem Privatkläger A._____ sowie der Staatsanwaltschaft eine Kopie der jeweiligen Berufungserklärungen zugestellt und Frist angesetzt, um Anschlussberufu...
	4. Mit Eingabe vom 15. Juni 2023 zog die Staatsanwaltschaft ihre Berufung zurück (Urk. 85).
	5. Am 17. November 2022 wurden die Parteien des vorliegenden Verfahrens sowie die Parteien der Berufungsverfahren in Sachen A._____ (SB220061-O), D._____ (SB220062-O) sowie C._____ (SB220060-O) zur gemeinsamen Berufungsverhandlung auf den 6. und 7. Mä...
	6. In der Folge wurden die Beschuldigten B._____, C._____ (SB220060-O) und D._____ (SB220062-O) sowie der jeweils als Privatkläger auftretende A._____ am 12. Dezember 2023 zu einer gemeinsamen Berufungsverhandlung auf den 8. Februar 2024 vorgeladen (U...
	7. Es waren keine Vorfragen und keine Beweisanträge zu entscheiden. Der Beschuldigte liess ausdrücklich keine Anträge stellen (Prot. II S. 14 f.). Das Verfahren erweist sich als spruchreif.
	II. Prozessuales
	1.1. Gemäss Art. 402 StPO in Verbindung mit Art. 437 StPO wird die Rechtskraft des angefochtenen Urteils im Umfang der Anfechtung gehemmt.
	1.2. Der Privatkläger A._____ verlangt mit seiner Berufung die Aufhebung der Dispositiv-Ziffer 1 des vorinstanzlichen Urteils und die Bestrafung des Beschuldigten wegen Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB, eventualiter wegen Raufhandels nach Art. 133 ...
	1.3. Der Privatkläger hat seine Berufung nicht beschränkt (Urk. 69 S. 3), weshalb das vorinstanzliche Urteil grundsätzlich umfassend zu überprüfen ist (Art. 398 Abs. 2 StPO). Unangefochten in Rechtskraft erwachsen ist immerhin die Festsetzung des Hon...

	1.4. Vom Rückzug der Berufung der Staatsanwaltschaft (Urk. 85), ist Vormerk zu nehmen.
	III. Schuldpunkt
	Der Beschuldigte hat anerkannt, A._____ ca. drei bis vier Mal geschlagen zu haben. A._____ habe aber auch ihn geschlagen. Es sei zwischen ihm und A._____ wechselseitig zu Schlägen gekommen. Es seien aber keine heftigen Schläge gewesen (Urk. 14/2 F/A 1...
	Der Privatkläger bestreitet, die anderen drei "Angreifer" geschlagen zu haben. Vor Vorinstanz hat er ausgeführt, dass seine Verletzungen zwar nicht erheblich gewesen seien, aber nicht mehr als blosse Tätlichkeiten zu qualifizieren seien. Er habe erheb...

	IV. Strafzumessung
	V. Zivilansprüche
	VI. Kosten- und Entschädigungsfolgen
	2.2. Die amtliche Verteidigung macht für das Berufungsverfahren eine Entschädigung von total Fr. 2'980.40 (inkl. MwSt.) geltend (Urk. 95). Der bezifferte Aufwand ist ausgewiesen und erscheint angemessen, weshalb die amtliche Verteidigerin, Rechtsanwäl...
	2.3. Die unentgeltliche Rechtsvertretung des Privatklägers macht für die drei Berufungsverfahren eine Entschädigung von total Fr. 6'727.– (inkl. Barauslagen und MwSt.) geltend (Urk. 93 S.10 und Urk. 94/1-2). Der bezifferte Aufwand ist ausgewiesen und ...

	2.4. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres Obsiegens und Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Vorliegend unterliegt die Staatsanwaltschaft mit ihren Anträgen zwar vollumfänglich. Die Staatsanwaltschaft hat ihre ...
	Ferner sind die Kosten der amtlichen Verteidigung im Umfang von drei Vierteln definitiv und im Umfang von einem Viertel einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten ist im Umfang von einem Viertel gemäss Art. ...
	Es wird beschlossen:
	1. Vom Berufungsrückzug der Staatsanwaltschaft wird Vormerk genommen.
	2. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Dielsdorf, I. Abteilung, vom 13. Juli 2021 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	"Es wird erkannt:
	1.-3. (…)
	4. Die Entschädigung von Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten wird auf Fr. 11'377.30 (Fr. 10'461.– Aufwand, Fr. 102.90 Barauslagen und Fr. 813.40 Mehrwertsteuer) festgesetzt.
	5. (Mitteilung)
	6. (Rechtsmittel)"
	3. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte B._____ wird freigesprochen vom Vorwurf des Raufhandels im Sinne von Art. 133 Abs. 1 StGB.
	2. Der Beschuldigte ist schuldig der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB.
	3. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Busse von Fr. 800.–.
	4. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 8 Tagen.
	5. Das Genugtuungsbegehren des Privatklägers A._____ wird abgewiesen.
	6. Die erstinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	7. a) Die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Verfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten zu einem Viertel auferlegt und im Übrigen auf die Gerichtskasse genommen.
	b) Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden zu drei Vierteln definitiv und zu einem Viertel einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten bleibt im Umfang eines Viertels gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten.
	8. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	9. a) Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Rechtsvertretung, werden dem Privatkläger zu drei Vierteln und dem Beschuldigten zu einem Viertel auferlegt. Zufolge Gewährung der une...
	b) Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden im Umfang von drei Vierteln definitiv und im Umfang von einem Viertel einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten bleibt im Umfang von einem Viertel gemäss Art. ...
	c) Die Kosten der unentgeltlichen Vertretung des Privatklägers werden im Umfang von einem Viertel definitiv und im Umfang von drei Vierteln einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht des Privatklägers bleibt um Umfang von dre...
	10. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (versandt)
	 die unentgeltliche Vertretung des Privatklägers A._____ im Doppel für sich und die Privatklägerschaft (übergeben)
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich
	 die unentgeltliche Vertretung des Privatklägers A._____ im Doppel für sich und die Privatklägerschaft
	 die Vorinstanz
	 die Kantonspolizei Zürich, KDM-ZD, mit separatem Schreibe