# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9a84d986-a204-5ee8-93de-fcb6f643ffe4
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-03-19
**Language:** de
**Title:** Glarus Kantonsgericht Zivilkammern 19.03.2015 ZG.2010.00646 (ZG.2015.13)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_KG_002_ZG-2010-00646_2015-03-19.html

## Full Text

Kanton Glarus

     

    Kantonsgericht

     

    I.
    Zivilkammer

     

     

    Urteil
    vom 19. März 2015

     

     

    Verfahren
    

    ZG.2010.00646,
    ZG.2010.00721 und ZG.2010.00728

     

     

     

     

    J.______ 

    klagende und 

    widerbeklagte Partei

    vertreten
    durch M.______ 

     

     

    gegen

     

     

    1. A.______ 

     

    2. B.______ 

     

    1.
    und 2. vertreten durch N.______ 

     

    3. C.______

     

    4. D.______ 

     

    5. E.______ 

     

    4.
    und 5. vertreten durch Q.______ 

     

    6. F.______ 

    widerklagende Partei 

    im
    Verfahren ZG.2010.00721

     

    7. G.______ 

     

    vertreten
    durch O.______ 

     

    8. H.______ 

     

    vertreten
    durch R.______
    

     

    9. I.______
    

     

    vertreten
    durch P.______ 

    widerklagende Partei 

    im
    Verfahren ZG.2010.00728

     

    10. K.______ 

    Litisdenunziatin

     

    11. L.______ 

    Litisdenunziatin

     

     

     

     

    Gegenstand

     

     

     

    Forderung

     

     

     

     

     

    	
      Rechtsbegehren der
      klagenden Partei zur Hauptklage (gemäss Klageschein des
      Vermittleramtes [...] über die Schlichtungsverhandlung vom 27. Mai 2010,
      abgeändert mit Eingaben vom 19. Oktober 2011 und vom 27. März 2013):

      
	
       

      
	
      1.    Es seien die
      Beklagten 1 – 5 (Bankräte), 6 – 8 (Geschäftsleitungsmitglieder) sowie die
      Beklagte 9 (Revisionsstelle) je unter solidarischer Haftbarkeit zu
      verpflichten, der Klägerin CHF 35'751'315.— zu bezahlen – der Beklagte 8
      allerdings nicht mehr als CHF 18'387'315.— und die Beklagte 9 nicht mehr
      als CHF 24'387'315.—, jeweils zuzüglich Zins zu 5 % p.a. seit dem 27. August
      2009. 

       

      
	
      2.    Eventualiter seien
      die Beklagten 1 – 5 (Bankräte), 2 – 3
      (Geschäftsleitungsmitglieder) sowie die Beklagte 3 (Revisionsstelle) je
      unter solidarischer Haftbarkeit zu verpflichten, der Klägerin CHF
      34'774'164.— sowie EUR 650'507.— zu bezahlen, der Beklagte 3 allerdings
      nicht mehr als CHF 17'410'163.— sowie EUR 650'507.— und die
      Beklagte 9 nicht mehr als CHF 23'410'163.— sowie EUR 650'507.—,
      jeweils zuzüglich Zins zu 5 % p.a. seit dem 27. August 2009.

       

      
	
      3.    Mehrforderungen
      bleiben vorbehalten.

      
	
       

      
	
      4.     Unter
      Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der beklagten Partei. 

      
	
       

      Antrag der Beklagten 1 und
      2 zur Hauptklage (gemäss Eingabe vom 28. Juni 2012):

      
	
       

      
	
      1.    Es sei die Klage vollumfänglich
      abzuweisen.

      
	
       

      
	
      2.    Unter Kosten- und
      Entschädigungsfolgen (zuzüglich MWST) zu Lasten der klagenden Partei.

       

      
	
      Antrag der Beklagten 3 – 5
      zur Hauptklage (gemäss Eingabe vom 29. Juni 2012):

      
	
       

      
	
      1.    Es sei die Klage vollumfänglich abzuweisen, soweit
      auf sie eingetreten werden kann.

       

      
	
      2.    Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der
      klagenden Partei.

       

      
	
      Antrag der Beklagten 6 zur
      Hauptklage (gemäss Eingabe vom 12. Juli 2012, abgeändert mit Eingabe
      vom 20. Dezember 2013):

      
	
       

      
	
      1.    Die Klage sei abzuweisen, soweit
      darauf einzutreten ist.

       

      
	
      2.    Unter Kosten und
      Entschädigungsfolgen (zuzüglich MWST) zu Lasten der klagenden Partei.

       

      
	
      Antrag des Beklagten 7 zur
      Hauptklage (gemäss Eingabe vom 29. Juni 2012):

      
	
       

      
	
      1.    Die Klage sei
      abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.

       

      
	
      2.    Unter Kosten-
      und Entschädigungsfolgen (zuzüglich MWST von 8 %).

       

      
	
      Antrag des Beklagten 8 zur
      Hauptklage (gemäss Eingabe vom 29. Juni 2012):

      
	
       

      
	
      1.    Es sei die Klage
      vollumfänglich abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.

       

      
	
      2.    Unter Kosten- und
      Entschädigungsfolgen (zuzüglich MWST) zu Lasten der klagenden Partei.

       

      
	
      Antrag der Beklagten 9 zur
      Hauptklage (gemäss Eingabe vom 31. Mai 2012):

      
	
       

      
	
      1.    Es sei die Klage vollumfänglich
      abzuweisen.

       

      
	
      2.    Unter Kosten- und
      Entschädigungsfolgen zu Lasten der klagenden Partei.

       

      
	
      Rechtsbegehren des
      Beklagten 6 zur Widerklage ZG.2010.00721 (gemäss Eingaben vom 23.
      August 2010 und vom 19. Oktober 2011):

      
	
       

      
	
      1.    Es sei die Klägerin und Widerbeklagte zu verpflichten, dem
      Beklagten 6 und Widerkläger den Betrag von CHF 955.85 samt Zins zu 5 %
      seit dem 

      14. Januar 2010 zu bezahlen.

       

      
	
      2.    Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (Parteientschädigung
      zzgl. 

      Mehrwertsteuer) zu Lasten der Klägerin und Widerbeklagten.

       

      
	
      Antrag der Klägerin und
      Widerbeklagten zur Widerklage ZG.2010.00721 (gemäss Eingabe vom 13.
      Januar 2012):

      
	
       

      
	
      1.    Es sei die
      Widerklage – unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des
      Widerklägers – abzuweisen.

       

      
	
      2.    Unter Kosten- und
      Entschädigungsfolgen zu Lasten der klagenden Partei.

       

      
	
      Rechtsbegehren der
      Beklagten 9 zur Widerklage ZG.2010.00728 (gemäss Eingaben vom 25.
      August 2010 und vom 19. Dezember 2011):

      
	
       

      
	
      1.    Die Klägerin und
      Widerbeklagte sei zu verpflichten, der Beklagten 9 und Widerklägerin den
      Betrag von CHF 192'819.20 zuzüglich 5 % Verzugszins seit dem 25. August 2010
      zu bezahlen.

       

      
	
      2.    Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der
      Klägerin und 

      Widerbeklagten.

       

      
	
      Antrag der Klägerin und
      Widerbeklagten zur Widerklage ZG.2010.00728 (gemäss Eingabe vom 15.
      Februar 2012):

      
	
       

      
	
      1.    Es sei die Widerklage abzuweisen.

       

      
	
      2.    Unter Kosten- und
      Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beklagten 9 und Widerklägerin.

       

      

     

    ____________________

     

    Inhaltsverzeichnis

     

    I.  
    Prozessgeschichte.................................................................................................. 

    II.  Zu
    den Parteivorbringen........................................................................................ 

    III.
    Erwägungen............................................................................................................. 

    1. Situation der Klägerin................................................................................................. 

    2. Vorbringen der Klägerin in der Hauptklage................................................................ 

    3. Vorbringen der Beklagten 1 und 2, A.______ und
    B.______..................................... 

    4. Vorbringen der
    Beklagten 3 – 5, C.______, D.______ und E.______....................... 

    5. Vorbringen des
    Beklagten 6, F.______...................................................................... 

    6. Vorbringen des
    Beklagten 7, G.______..................................................................... 

    7. Vorbringen des
    Beklagten 8, H.______..................................................................... 

    8. Vorbringen der
    Beklagten 9, I.______........................................................................ 

    9. Vorbehalt von
    Mehrforderungen................................................................................ 

    10. Klageänderung
    in der Replik.................................................................................... 

    11. Beweismittel
    und neue Tatsachen........................................................................... 

    12.
    Schriftlichkeit des Verfahrens.................................................................................. 

    13. Anwendbares
    Recht................................................................................................. 

    14.
    Voraussetzungen der Haftung für Geschäftsführung nach Art. 754 OR................ 

    15. Organe der
    Klägerin im Sinne von Art. 754 OR...................................................... 

    16. Voraussetzung Schaden im Sinne von Art. 754 OR................................................ 

    16.1. Schadenbegründung der Klägerin......................................................................... 

    16.2. Forderungsausfall Kreditengagement S.______................................................... 

    16.3. Forderungsausfall Kreditengagement T.______................................................... 

    16.4. Forderungsausfall Kreditengagement U.______.................................................. 

    16.5. Forderungsausfall Kreditengagement V.______................................................... 

    16.6. Forderungsausfall Kreditengagement W.______.................................................. 

    16.7. Forderungsausfall Kreditengagement X.______................................................... 

    16.8. Nachgewiesener Schaden total............................................................................ 

    16.9. Vorteilsanrechnung................................................................................................ 

    17. Voraussetzung Pflichtverletzung im Sinne von Art.
    754 OR................................... 

    17.1. Pflichtverletzungen Bankrat.................................................................................. 

    17.1.1. Regelung Ausserrayongeschäft......................................................................... 

    17.1.2. Nichterkennen Fehlentwicklungen bei
    Kreditvergabe....................................... 

    17.1.3. Personell unausgewogene Zusammensetzung
    Kreditausschuss...................... 

    17.1.4. Pflichtverletzungen Bankrat - Fazit.................................................................... 

    17.2. Pflichtverletzungen Geschäftsleitung.................................................................... 

    17.2.1. Regelung Ausserrayongeschäft......................................................................... 

    17.2.2. Fehler bei Kreditvergaben.................................................................................. 

    17.2.3. Pflichtverletzungen Geschäftsleitung - Fazit...................................................... 

    18. Verschulden im Sinne von Art. 754 OR................................................................... 

    19. Adäquater Kausalzusammenhang im Sinne von Art.
    754 OR................................ 

    20. Aktienrechtliche Verantwortlichkeit nach Art. 754
    OR - Fazit................................. 

    21. Voraussetzungen der Revisionshaftung nach Art.
    755 OR..................................... 

    22. Voraussetzung Schaden im Sinne von Art. 755 OR................................................ 

    23. Voraussetzung Pflichtverletzung im Sinne von Art.
    755 OR................................... 

    24. Verschulden im Sinne von Art. 755 OR................................................................... 

    25. Adäquater Kausalzusammenhang im Sinne von Art.
    755 OR................................ 

    26. Aktienrechtliche Verantwortlichkeit nach Art. 755
    OR - Fazit................................. 

    27. Voraussetzungen der Haftung aus Arbeitsvertrag
    nach Art. 321e OR.................... 

    28. Anspruchskonkurrenz.............................................................................................. 

    29. Décharge.................................................................................................................. 

    30. Schadenszurechnung und differenzierte Solidarität................................................ 

    31. Schadenersatzbemessung....................................................................................... 

    32. Verjährung................................................................................................................ 

    33. Eventualverrechnung mit Schadenersatzforderung................................................ 

    34. Zur Widerklage des Beklagten 6 (ZG.2010.00721)................................................. 

    34.1. Zulässigkeit der Widerklage.................................................................................. 

    34.2. Verrechnungseinrede der Klägerin........................................................................ 

    35. Zur Widerklage der Beklagten 9 (ZG.2010.00728).................................................. 

    35.1. Entschädigung der bankengesetzlichen
    Revisionsstelle....................................... 

    35.2. Rechnungstellung der Beklagten 9....................................................................... 

    35.3. Einrede der unsorgfältigen Auftragserfüllung........................................................ 

    35.4. Fazit Widerklage ZG.2010.00728.......................................................................... 

    36. Abschliessendes Gesamtfazit.................................................................................. 

    IV.
    Kosten...................................................................................................................... 

    Dispositiv...................................................................................................................... 

    Rechtsmittelbelehrung................................................................................................ 

     

    Das Gericht     zieht in Betracht:

     

     

    I.
    Prozessgeschichte

     

    Mit Eingabe vom 16. Juli 2010
    machte die Klägerin ihre Klage beim Kantonsgericht Glarus anhängig und
    reichte den Klageschein vom 31. Mai 2010 des Vermittleramtes [...]ein.

    Am 23. August 2010 erhob der
    Beklagte 6, F.______, Widerklage und reichte dazu Beilagen ein.

    Ebenfalls ab 23. August 2010
    erklärte der Beklagte 8, H.______, Verrechnung mit einer Gegenforderung aus
    Arbeitsvertrag.

    Am 25. August 2010 erklärten
    die Beklagten 1 und 2, A.______ und B.______, Eventualverrechnung. 

    Mit Eingabe vom 25. August 2010
    erhob die Beklagte 9, I.______, Widerklage und reichte dazu Beilagen ein. 

    Am 26. August 2010 erklärten
    die Beklagten 3 – 5, C.______, D.______ und E.______ Verrechnung in voller
    Höhe der eingeklagten Forderung und reichten eine Beilage ein. 

    In der Folge erklärte auch der
    Beklagte 7, G.______, Verrechnung mit 

    einer Gegenforderung aus Arbeitsrecht.

    Da beide
    Kantonsgerichtspräsidenten in den Ausstand getreten waren, wählte der
    Landrat des Kantons Glarus in seiner Sitzung vom 22. Oktober 2010 [...] zum
    ausserordentlichen Kantonsgerichtspräsidenten für das vorliegende Verfahren
    und die damit zusammenhängenden Nebenverfahren. 

    Nachdem die Beklagten 1, 2, 3,
    4 und 5 die Einrede der Unzuständigkeit des Kantonsgerichts Glarus erhoben
    hatten und nachdem die Klägerin dazu Stellung nehmen konnte, entschied der
    a.o. Kantonsgerichtspräsident mit Entscheid vom 7. Januar 2011, dass das
    Kantonsgericht Glarus für das vorliegende Verfahren sachlich nicht
    zuständig sei. Die dagegen erhobene Berufung hiess das Obergericht des
    Kantons Glarus mit Entscheid vom 1. Juli 2011 gut, hob den Entscheid
    des Kantonsgerichtspräsidenten vom 7. Januar 2011 auf und stellte fest,
    dass das Kantonsgericht Glarus sachlich zuständig ist zur Behandlung der
    gesamten Klage der J.______ gemäss Klageschein des Vermittleramtes [...]
    vom 31. Mai 2010. Dieser Entscheid ist in Rechtskraft erwachsen.

    Nachdem der a.o.
    Kantonsgerichtspräsident am 26. September 2011 Frist angesetzt hatte,
    reichte die Klägerin am 19. Oktober 2011 ihre schriftliche Klagebegründung
    samt Beilagen ein. 

    Mit Schreiben je vom 14. März
    2012 verkündeten die Beklagten 1 und 2 

    K.______ und L.______ gemäss Art. 104 Abs. 1 ZPO GL den Streit. Mit
    Verfügung vom 19. März 2012 zeigte das Kantonsgericht den Streitberufenen
    und den Beklagten 1 und 2 die Streitverkündung an und bestimmte, dass es
    Sache der streitverkündenden Partei ist, die Streitberufenen über den Stand
    des Verfahrens zu informieren und dass Zustellungen durch das Gericht
    alleine an die streitverkündende Partei erfolgt.

    Mit Verfügung vom 4. Mai 2012
    wies der a. o. Kantonsgerichtspräsident den Antrag des Beklagten 6 um
    unentgeltliche Rechtspflege ab. Das Obergericht des Kantons Glarus
    bestätigte diesen Entscheid am 18. Januar 2013. 

    Nachdem der a.o.
    Kantonsgerichtspräsident am 15. Dezember 2011 Frist angesetzt hatte,
    reichte die Beklagte 9, I.______, am 31. Mai 2012 ihre schriftliche Klageantwort
    samt Beilagen ein. Mit Eingabe vom 28. Juni 2012 reichten die Beklagten 1
    und 2, A.______ und B.______, ihre schriftliche Klageantwort samt Beilagen
    und weiteren Beweisanträgen ein. Am 29. Juni 2012 folgten die schriftliche
    Klageantwort der Beklagten 3 – 5, C.______, D.______ und E.______, samt
    Beilagen sowie die schriftliche Klageantwort des Beklagten 7, G.______,
    samt Beilagen und weiteren Beweisanträgen. Ebenfalls am 29. Juni 2012
    reichte der Beklagte 8, H.______, seine Klageantwort samt Beilagen und
    weiteren Beweisanträgen ein. Am 12. Juli 2012 folgte die schriftliche
    Klageantwort des Beklagten 6, F.______, samt Beilagen. 

    Nachdem der a.o.
    Kantonsgerichtspräsident anzeigt hatte, dass er ohne Widerspruch der
    Beklagten davon ausgehe, dass diese auf eine mündliche Verhandlung für
    Replik und Duplik verzichten würden, setzte er der Klägerin Frist für die
    schriftliche Replik. 

    Mit Verfügung vom 12. September
    2012 nahm der a.o. Kantonsgerichtspräsident der Klägerin hinsichtlich der
    Beklagten 9, I.______, die Frist ab und forderte jene auf, den von der
    Klägerin verlangten Editionen zu entsprechen bzw. ihre Gründe für eine
    Verweigerung oder Unmöglichkeit der Edition darzulegen, was die Beklagte 9
    mit Schreiben vom 12. November 2012 denn auch tat. 

    Am 27. März 2013 erstattete die
    Klägerin ihre schriftliche Replik hinsichtlich sämtlichen Beklagten samt
    Beilagen. Am 28. März 2013 reichte sie ein zusätzliches Schreiben ein samt
    weiteren Beilagen, welche sie aus Gründen des Geschäfts- und
    Bankgeheimnisses und zum Schutz der Persönlichkeit Dritter in ein
    abgeschlossenes Kartonbehältnis abpackte. Diese Beilagen hatte die Klägerin
    bislang nur auszugsweise eingereicht. Für den Fall, dass das Kantonsgericht
    einen Beizug dieser Unterlange zur Wahrung des rechtlichen Gehörs für
    erforderlich erachten sollte, beantragte die Klägerin, dieses Behältnis
    mittels Verfügung unter Anordnung geeigneter Schutzmassnahmen gemäss
    Art. 179 ZPO GL zu öffnen. Mit Verfügung vom 2. April 2013 verfügte
    der a.o. Kantonsgerichtspräsident, dass er die Beilagen im verschlossenen
    Kartonbehältnis ungeöffnet zu den Akten nimmt. Sollte das Kantonsgericht es
    dereinst für nötig erachten, diese Beilagen einzusehen, wird – so die
    damalige Mitteilung des Gerichts – gemäss Art. 179 ZPO GL über das Vorgehen
    der Öffnung des Behältnisses zu entscheiden sein. Zusätzlich reichte die
    Klägerin mit Schreiben vom 12. April 2013 eine weitere Beilage ein. 

    Mit Verfügung vom 15. April
    2013 setzte der a.o. Kantonsgerichtspräsident den Beklagten Frist für die
    schriftliche Duplik. Zugleich setzte er der Klägerin Frist, die originalen
    und vollständigen Kreditdossiers betreffend die Schuldner S.______,
    T.______, U.______, V.______, W.______ und X.______ einzureichen. Am 6.
    Juni 2013 kam die Klägerin dem nach und reichte die Kreditdossiers ein, in
    welche die Beklagten Einsicht erhielten.

    Nachdem der a.o.
    Kantonsgerichtspräsident am 6. August 2013 tödlich verunglückt war,
    übernahm der im Jahr 2011 neu gewählte Kantonsgerichtspräsident [...] den
    Vorsitz im vorliegenden Verfahren und in den Nebenprozessen.

    Am 20. Dezember 2013 reichte
    der Beklagte 6, F.______, seine schriftliche Duplik samt Beilage ein. Die
    schriftliche Duplik der Beklagten 9, I.______, folgte am 23. Dezember 2013
    samt Beilagen und weiteren Beweisanträgen. Die Beklagten 3 – 5, C.______,
    D.______ und E.______ reichten am 3. Januar 2014 ihre schriftliche Duplik
    samt Beilagen ein. Ebenfalls am 3. Januar 2014 folgten die
    schriftliche Duplik des Beklagten 7, G.______ und die schriftliche Duplik
    des Beklagten 8, H.______, samt Beilage und weiteren Beweisanträgen. Am
    selben Tag reichten auch die Beklagten 1 und 2, A.______ und B.______, ihre
    schriftliche Duplik samt Beilagen und weiteren Beweisanträgen ein. 

    Mit Schreiben vom 11. April
    2014 reichte die Klägerin eine Triplik ein, samt weiteren Beilagen. Mit
    Verfügung vom 19. Mai 2014 bewilligte der Kantonsgerichtspräsident den
    Beizug von Akten, welche die Genehmigung der Geschäftsberichte der Klägerin
    und die Entlastung der Bankorgane für die Jahre 2005 und 2006 betreffen. Am
    26. Mai 2014 stellte das Sekretariat des Landrates dem Gericht die
    entsprechenden Dokumente zu. Mit Schreiben vom 17. Juli 2014 legte 

    Rechtsanwalt X.______, der Rechtsvertreter des
    Beklagten 6, sein Mandat nieder. Am 23. Oktober 2014 stellte das Gericht
    den Parteien die Triplik der Klägerin und Kopien der edierten Unterlagen
    zur Kenntnis zu. Zugleich forderte das Gericht die Klägerin auf, den Abschreibungsentscheid
    des Handelsgerichts [...] in Sachen J.______ gegen die [...] betreffend
    Feststellung Organhaftpflichtversicherung einzureichen, was die Klägerin am
    10. November 2014 denn auch tat. Das Gericht kündigte den Parteien am 23.
    Oktober 2014 auch an, dass es ab Februar 2015 über die Sache beraten werde.
    In der Folge reichten die Beklagten 9, der Beklagte 6, die Beklagten 1 und
    2 und der Beklagte 7 Quadruplikschriften ein. Am 18. Februar 2015 erklärte
    der Rechtsvertreter der Klägerin, dass er die Quadruplikschriften nicht
    mehr erwidern werde.

    Das Kantonsgericht fällte am
    19. März 2015 das Urteil; es wird begründet eröffnet. 

     

     

    II.
    Zu den Parteivorbringen

     

    Auf die ausführliche Wiedergabe
    der Parteivorbringen wird verzichtet und diesbezüglich auf die Eingaben der
    Parteien verwiesen. Soweit notwendig wird jedoch in den folgenden
    Erwägungen darauf eingegangen. 

     

     

    III.
    Erwägungen

     

    1. Situation der Klägerin

    Zur Zeit der vorliegend zu
    beurteilenden Geschehnisse in den Jahren 2005 bis 2007 war die Klägerin
    (J.______) gemäss Art. 1 Abs. 1 altKantonalbankgesetz (GS IX 3/31/1, aKBG)
    eine selbständige Anstalt des öffentlichen Rechts mit eigener
    Rechtspersönlichkeit. Sie tätigte als Universalbank die banküblichen
    Geschäfte (Art. 2 Abs. 1 aKBG). Hinsichtlich des Geschäftsgebietes
    bestimmten Art. 3 aKBG und Art. 4 Geschäfts- und
    Organisationsreglement der J.______ GOR übereinstimmend:

    1
    Das Geschäftsgebiet der Bank umfasst hauptsächlich den Kanton Glarus und
    die angrenzenden Gebiete.

    2
    Geschäfte in der übrigen Schweiz und im Ausland [Anm.: sog. Ausserrayongeschäfte]
    sind zulässig, soweit der Bank daraus keine besonderen Risiken erwachsen
    und die Zweckerfüllung im Kanton Glarus und den angrenzenden Gebieten nicht
    beeinträchtigt wird.  

     

    Primäres Geschäftsgebiet der
    Bank war somit der Kanton Glarus und die angrenzenden Gebiete, schützte der
    Kanton doch die Einlagen der Sparer mit einer Staatsgarantie. 

    Organe der Klägerin waren
    gemäss Art. 12 aKBG der Bankrat, die Geschäftsführung und die externe Revisionsstelle.

    Dem Bankrat stand die nicht
    delegierbare Oberleitung der Bank sowie die oberste Aufsicht und Kontrolle
    der Geschäftsführung zu. Er besorgte alle Angelegenheiten, die nicht nach
    Gesetz oder Reglement einem anderen Organ der Bank übertragen waren (Art.
    15 aKBG und Art. 50 Abs. 1 GOR). Er bestand aus dem Präsidenten und sechs
    weiteren Mitgliedern (Art. 13 Abs. 1 aKBG). Der Bankpräsident überwachte
    die Tätigkeit der Geschäftsführung und leitete die dabei erhaltenen Informationen
    an den Bankrat weiter. Er leitete die Sitzungen des Bankrates (Art. 18
    Abs. 1 aKBG und Art. 69 GOR). Die Beklagten 1 – 5 waren ab dem
    vorliegend massgebenden Jahr 2005 wie folgt Mitglieder des Bankrates):

    A.______

    B.______

    C.______

    D.______

    E.______

    Der
    Geschäftsführung oblag die gesamte Führung der Geschäfte und die Vertretung
    der Bank nach aussen. Sie entschied über alle Geschäfte, welche nicht durch
    die Gesetzgebung oder Reglemente einem andern Organ zum Entscheid übertragen
    waren (Art. 19 Abs. 1 aKBG). Sie stand unter der unmittelbaren Aufsicht des
    Bankpräsidenten (Art. 73 Abs. 2 GOR). Zumindest ab dem vorliegend massgebenden
    Jahr 2005, bis im März 2008, war der Beklagte 6, F.______, Vorsitzender der
    Geschäftsleitung. Weitere Mitglieder der Geschäftsleitung waren u.a. der
    Beklagte 7, G.______, und der Beklagte 8, H.______. G.______ war vom vorliegend
    massgebenden Jahr 2005 bis zu seinem Ausscheiden am 31. März 2009 Mitglied
    der Geschäftsleitung als Leiter Privatkunden und ab 10. März 2008 bis 1.
    August 2008 Vorsitzender der Geschäftsleitung a.i.. H.______ wurde von der
    Klägerin per 1. Oktober 2004 als Leiter Geschäftskundenberatung angestellt.
    Ab 1. August 2006 bis Ende 2008 war er als Mitglied der Geschäftsleitung
    Leiter Geschäftskunden. F.______, G.______ und H.______ waren zudem Mitglied
    des Kreditausschusses der Klägerin.

    Als externe Revisionsstelle
    gemäss Art. 20 Abs. 1 aKBG und Art. 111 f. GOR war in den vorliegend
    massgeblichen Jahren 2005 bis 2007 die Beklagte 9, I.______, eingesetzt.
    Sie war zugleich bankengesetzliche Revisionsstelle gemäss Art. 21 Abs.
    1 aKBG. 

    Die Funktion des internen
    Inspektorats als eine von der Geschäftsleitung unabhängige, interne
    Revisionsstelle gemäss Art. 22 Abs. 1 aKBG und Art. 113 ff. GOR, war der
    L.______ (vorliegend Litisdenunziatin) übertragen. 

     

    2. Vorbringen der Klägerin in
    der Hauptklage

    Die Klägerin behauptet, dass
    das Ausleihvolumen unter dem Vorsitz des Beklagten 6, F.______, überwiegend
    mit riskanten Ausserrayonkrediten insbesondere an Unternehmen mit Sitz oder
    Geschäftsstätigkeit ausserhalb des Kantons Glarus und des angrenzenden
    Wirtschaftsraums in Form von kommerziellen Blankokrediten massiv ausgeweitet
    worden sei (Ausserrayongeschäfte). Dieses Vorgehen habe allein in der
    Jahresrechnung 2008 ein Wertberichtigungsbedarf von CHF 96.8 Mio. verursacht,
    wovon die Klägerin vorliegend einen Teil geltend mache. Es handle sich um
    Kreditausfälle von folgenden ausserkantonalen Schuldnern, an welche in den
    Jahren 2005 bis 2007 Blankokredite, d.h. ohne oder ohne bewertbare Sicherheiten,
    gegeben worden seien:

    S.______

    T.______

    U.______

    V.______

    W.______

    X.______

    Diese Kredite
    seien unter Missachtung von Art. 3 Abs. 2 aKBG und unter Verletzung der
    Grundsätze der Blankokreditvergabe gesprochen worden. 

    Der damalige Bankrat habe sich
    für eine Strategie des ausserkantonalen Wachstums entschieden, jedoch keine
    Massnahmen zur Kontrolle der daraus resultierenden erhöhten Risiken
    getroffen und Ausserrayongeschäfte nicht adäquat geregelt. Es hätten in den
    Reglementen und Weisungen der Klägerin Leitplanken gefehlt zur Konkretisierung
    der damit verbundenen „besonderen Risiken“ gemäss Art. 3 aKBG und Art.
    4 GOR. Mit ihrer unkritischen und passiven Einstellung hätten die Mitglieder
    des Bankrates ihre Aufsichts- und Oberleitungspflichten nicht erfüllt und
    es auch sonst an elementaren Regeln sorgfältiger Unternehmensführung fehlen
    lassen. 

    Weiter habe der Bankrat das
    rasante Wachstum in Form von Ausserrayongeschäften in Missachtung seiner
    Sorgfaltspflicht nicht kritisch hinterfragt und damit die Einhaltung von
    Art. 3 aKBG und Art. 4 GOR nicht wirksam überwacht. 

    Dieses Regelungsdefizit und das
    Fehlen einer wirksamen Überwachung hätten dazu beigetragen, dass die
    Beklagten 6 – 8, F.______, G.______ und H.______, als Mitglieder der
    Geschäftsleitung und des Kreditausschusses gesetzeswidrige Ausserrayongeschäfte
    mit unzulässig hohen Risiken eingegangen seien. Sie hätten bei den
    Kreditentscheiden elementare Sorgfaltspflichten und bankübliche Grundsätze
    verletzt. Insbesondere habe F.______ als Vorsitzender der Geschäftsleitung
    einen dominanten Führungsstil gepflegt und weitgehend die Geschehnisse der
    Bank bestimmt, wobei ihn der Bankrat habe gewähren lassen. Dass die Beklagten 7
    und 8 als Mitglieder des Kreditausschusses bei den vorliegend massgeblichen
    Kreditentscheiden jeweils nicht auch die Meinung des CEO vertreten hätten,
    sei nicht, wie in Art. 83 Abs. 1 GOR vorgesehen, protokolliert. Für den
    Beklagten 8, H.______, macht die Klägerin Schadenersatz allein für die Zeit
    ab 1. August 2006, als er Organ der Klägerin gewesen sei, geltend.

    Der Bankrat habe zu lange die
    offenkundigen Fehlentwicklungen und deren Anzeichen nicht erkannt. Auch der
    vorerwähnte Bericht der internen Revision Nr. hätte den Bankrat alarmieren
    müssen. Nur die damalige Bankrätin [...], [Anm.: die hernach aus dem Bankrat
    ausgetreten ist], sei deswegen stark beunruhigt gewesen. Erst am 28. August
    2007, am 18. März 2008 und am 16. Dezember 2008 habe der Bankrat in drei
    Schritten adäquate Regelungen geschaffen, nachdem er – wenn auch zu spät
    und erst nach kritischen Hinweisen der Eidgenössischen Bankenkommission
    (nachfolgend „EBK“) – eine Verbesserung selber für notwendig erachtet habe.

    Hinsichtlich der personellen
    Zusammensetzung des Kreditausschusses sei zu erwähnen, dass der Beklagte 6,
    F.______, weder Führungserfahrung in einer Bank noch Erfahrung im
    landesüblichen Firmenkreditgeschäft gehabt habe. Er habe dazu geneigt,
    Risiken zu unterschätzen, was eine enge Kontrolle nahegelegt hätte. Der
    Beklagte 7, G.______, sei keinem Assessment unterzogen worden. Der Beklagte
    8, H.______, habe ein solches erst nach einem Jahr Zugehörigkeit zum
    Kreditausschuss, vor seiner Ernennung zum Geschäftsleitungsmitglied,
    durchlaufen. Damit hätten es der Strategie- und Personalausschuss und der
    Bankrat versäumt sicherzustellen, dass der Kreditausschuss in persönlicher,
    fachlicher und hierarchischer Hinsicht Gewähr für eine verlässliche
    Umsetzung der Strategie des ausserkantonalen Wachstums geboten habe. Ein
    ausgewogen besetzter Kreditausschuss hätte die vorliegend relevanten
    Kredite jedenfalls nicht gesprochen.

    Die damalige Revisionsstelle
    (Beklagte 9) habe weder das Regelungsdefizit noch die riskante
    gesetzeswidrige Kreditpraxis erkannt bzw. beanstandet. Sie habe auch zu
    prüfen versäumt, ob der Bankrat den in Art. 3 Abs. 2 aKBG allgemein formulierten
    Risikogrundsatz hinreichend konkretisiert hatte. Im Gegenteil habe Sie
    stets vorbehaltlos bestätigt, dass seitens der Bank alle Gesetze und
    Reglemente eingehalten würden und dass die Organisation und die verfolgte
    Risikopolitik angemessen seien. Eine riskante Umsetzung der Strategie
    stelle jedoch eine Verletzung der Gewähr einer ordnungsgemässen
    Geschäftstätigkeit bzw. von Art. 3 Abs. 2 aKBG dar. Gesetzesverletzungen
    seien aber sowohl nach den Vorschriften des OR wie auch des BankG im Rahmen
    der aufsichtsrechtlichen Prüfung explizit zu prüfen, was die Beklagte 9
    unterlassen habe. Damit habe sie positive, aber grob falsche Prüfurteile
    abgegeben. Auch habe der Bericht der internen Revision Nr. [...] vom
    16. Januar 2006, Bonitätsprüfungen, welcher im Anhang bei etlichen
    geprüften Kreditpositionen Mängel aufgezeigt habe, bei der externen
    Revisionsstelle keine Reaktion ausgelöst. Nur schon aufgrund dieses
    Berichts hätte sie sich Gewissheit darüber verschaffen müssen, ob das Wachstum
    gesund gewesen sei oder durch Engagements mit erhöhten Risiken erzielt
    worden sei. Erst mit dem Revisionsbericht vom 7. November 2007 habe sich
    dies geändert, als der Schaden bereits weitestgehend angerichtet gewesen
    sei. Hätte die Revisionsstelle sämtliche Vorgaben, insbesondere die beiden
    Rundschreiben der EBK zum Vorgehen bei der Prüfung von Banken- und Effektenhändlern
    (EBK-RS 05/1) und zur Berichterstattung (EBK-RS 05/2) eingehalten, hätte
    sie die Verletzung von Art. 3 aKBG und Art. 4 GOR und den markant
    höheren Wertberichtigungsbedarf frühzeitig erkennen können und müssen. Auch
    habe sie das Kreditausfallrisiko nicht als spezifisches Risiko
    identifiziert, die Wirksamkeit der Kontrollmechanismen falsch beurteilt und
    daher mit einer falschen Prüftiefe gearbeitet. Das mangelhafte
    Limitensystem habe sie ebenso leichtfertig nie beanstandet. Die Prüfurteile
    seien zu positiv formuliert gewesen. Die erforderlichen Abklärungen hätten
    ihnen jedenfalls nicht zugrunde gelegen. Damit sei die Beklagte 9 ihren
    Sorgfaltspflichten bei der Planung und Durchführung der Prüfungen nicht
    nachgekommen. Zudem sei den Beklagten für die ihnen vorgeworfenen
    Pflichtverletzungen keine Décharge erteilt worden. Ein solcher Entlastungsbeschluss
    wirke nämlich nur für bekannt gegebene Tatsachen, was vorliegend nicht der
    Fall gewesen sei. Die von einigen Beklagten erhobene Eventualverrechnung
    sei abzuweisen, da die Mitglieder des Bankrates der Klägerin gegenüber
    keine berechtigte Erwartung haben konnten, dass die Organhaftpflicht-Versicherung
    in jedem Fall leisten werde. Eine Garantie, dass die Versicherung auch
    leisten würde, habe sie [die Klägerin] jedenfalls nicht abgegeben.

    Hinsichtlich der Widerklage
    ZG.2010.00721 anerkenne sie [die Klägerin] wohl die Forderung des Beklagten
    6, halte jedoch an ihrer Verrechnungseinrede fest. 

     

    3. Vorbringen der Beklagten 1
    und 2, A.______ und B.______

    Die Beklagten 1 und 2 erklären,
    dass die von der Klägerin ab Beginn der 2000er-Jahre verfolgte
    Wachstumsstrategie dem Regierungsrat und dem Landrat des Kantons Glarus
    bekannt gewesen sei und von diesen auch gutgeheissen worden sei. Dadurch
    seien der Klägerin in den Jahren 2005 bis 2007 hohe Gewinne angefallen.
    Erst die nicht voraussehbare Finanzkrise ab dem Jahr 2007 und der daraus
    folgende allgemeine wirtschaftliche Abschwung hätten dazu geführt, dass die
    Klägerin auf eingegangenen Kreditengagements habe Wertberichtigungen vornehmen
    müssen. 

    Durch die nach ihrem
    Ausscheiden vorgenommene Änderung des Tätigkeitsfeldes, welches von da an
    nur noch den Kanton Glarus und die angrenzenden Gebiete umfasst habe, seien
    nahezu alle Kreditengagements in der übrigen Schweiz aufgelöst worden. Wer
    nicht habe zurückzahlen können, sei betrieben und in den Konkurs geschickt
    worden. Sorgfältige Kreditablösungen hätten nicht stattgefunden. 

    Inwiefern ihre vorgenommenen
    Handlungen im damaligen Zeitpunkt ungenügend gewesen sein sollten, lege die
    Klägerin nicht dar. Insbesondere den spezifischen bankenrechtlichen
    Hintergrund mit seinen umfangreichen gesetzlichen Vorgaben der
    Aufsichtsbehörde und die unmittelbare Überwachung der Tätigkeiten durch
    spezialisierte, anerkannte Prüfgesellschaften, blende die Klägerin völlig
    aus.

    Ihre Tätigkeit als Bankräte
    habe sich auf die Oberleitung, Aufsicht und Kontrolle sowie auf
    Grundsatzentscheide zu beschränken gehabt. Als strategisches Organ sei es
    dem Bankrat und seinen Mitgliedern nämlich verboten gewesen, in die operationelle
    Geschäftsführung einzugreifen. 

    Die ihnen gesetzlich und
    reglementarisch obliegenden Pflichten hätten sie jedenfalls stets
    nachweislich erfüllt. Solange weder die Geschäftsleitung, die interne
    Revision noch die bankengesetzliche Revisionsstelle den Bankrat auf
    Missstände hingewiesen hätten, sei es diesem nicht möglich gewesen, selbst
    Missstände zu erkennen und entsprechende Massnahmen zu ergreifen, zumal bei
    Kreditvergaben Fehlentwicklungen nicht sofort offensichtlich seien. Diesen
    Instanzen und deren Berichten hätten sie vertrauen dürfen. Jedenfalls
    hätten sie, als erstmals Missstände signalisiert worden sind, sofort
    reagiert und die erforderlichen Massnahmen ergriffen. 

    Ein Regelungsdefizit habe
    jedenfalls nicht bestanden. Insbesondere für das Ausserrayongeschäft habe
    ein mit Unterstützung von Experten der internen und externen
    Revisionsstellen erarbeitetes, dichtes Regelwerk von Reglementen und Weisungen
    bestanden. 

    Durch ihr Verhalten sei ohnehin
    kein Schaden entstanden. Im Zusammenhang mit der Regelung des
    Ausserrayongeschäfts hätten sie auch keine Pflichtverletzungen begangen und
    treffe sie kein Verschulden. Auch fehle ein Kausalzusammenhang zwischen
    einem – bestrittenen – pflichtwidrigen Verhalten und einem angeblichen
    Schaden. Ohnehin sei den Bankorganen für die Jahre 2005 und 2006 Décharge
    erteilt worden, was allfällige Schadenersatzansprüche der Klägerin für die
    Geschäftstätigkeit dieser Jahre ausschliesse. Jedenfalls sei die
    vorliegende Klage nicht genügend substantiiert. Zudem sei die Forderung der
    Klägerin aufgrund der öffentlich-rechtlichen Natur des Rechtsverhältnisses
    verjährt. Schliesslich brächten sie bei ganz oder teilweiser Gutheissung
    der Klage eine Gegenforderung in entsprechender Höhe zur Verrechnung.

     

    4. Vorbringen der Beklagten 3 –
    5, C.______, D.______ und E.______ 

    Die Beklagten 3 – 5 erklären,
    sämtliche Beweisofferten seien völlig unsubstantiiert und würden den von
    der Glarner Zivilprozessordnung gestellten Anforderungen nicht genügen.
    Auch seien weder ein Schaden noch ein Kausalzusammenhang substantiiert
    behauptet und nachgewiesen. Die mit der Replik neu eingereichten
    Beweismittel seien verspätet und daher aus dem Recht zu weisen oder nicht
    zu beachten. Jedenfalls anerkenne selbst die Klägerin, dass in der Bildung
    von Rückstellungen noch lange kein Schaden liege. 

    Der von der Klägerin behauptete
    Wertberichtigungsbedarf von CHF 96.8 Mio. habe nicht allein aus dem
    Ausserrayongeschäft resultiert. Ein Regelungsdefizit bezüglich der
    Ausserrayongeschäfte habe nicht bestanden, zumal der Annex Geschäftskunden
    zur Risikopolitik zahlreiche weitere Vorgaben der Kreditgewährung auch für
    Ausserrayonkredite enthalten habe. Insbesondere habe Art. 3 Abs. 2
    aKBG keiner besonderen Konkretisierung bedurft. Weder die Eidgenössische
    Bankenkommission EBK noch die Revisionsstellen oder der Landrat als
    Aufsichtsinstanz hätten solches verlangt. Diese hätten im Gegenteil weder
    die Strategie der Klägerin noch die Kompetenzordnung je beanstandet oder
    etwaige Mängel festgestellt. Nach dem nachgewiesenen Willen des
    Gesetzgebers habe die Kreditgewährung vielmehr in der ganzen Schweiz nach
    einheitlichen Kriterien erfolgen dürfen. Jedenfalls sei die Kreditvergabe
    wirksam überwacht worden. Gesetzeswidrige Ausserrayongeschäfte seien nicht
    eingegangen worden. 

    Weiter habe in den betreffenden
    Jahren keinerlei Veranlassung bestanden, die Berichte und Stellungnahmen
    der bankenrechtlichen Revisionsstelle (Beklagte 9) und der internen
    Revision anzuzweifeln. Sie hätten im Gegenteil darauf vertrauen dürfen,
    zumal die bankenrechtliche Revisionsstelle noch im Jahre 2007 ausgedehnte
    Bonitätsprüfungen vorgenommen habe. Allfällige Fehlentwicklungen seien für
    sie nicht erkennbar gewesen.

    Jedenfalls seien mit dem Ausbau
    des Ausserrayongeschäfts in den Jahren 2004 bis 2006 Rekordergebnisse
    erzielt worden. Dabei sei in den Geschäftsberichten klar auf die Ausdehnung
    und Erhöhung des ausserkantonalen Engagements, welches im Übrigen nicht
    grundsätzlich problematisch sei, hingewiesen worden. 

    Ferner hätten der
    Kreditausschuss und das Reporting ordnungsgemäss funktioniert. Der Vorwurf,
    dass der Kreditausschuss unausgewogen zusammengesetzt gewesen sei, stimme
    nicht. Sämtliche Mitglieder hätten über eine höhere allgemeine kaufmännische
    Ausbildung und über Erfahrung verfügt. Ihre einschlägigen Qualifikationen
    seien über alle Zweifel erhaben gewesen. Mit dem Kreditausschuss als Gremium
    sei gerade das ausgeschlossen worden, was die Klägerin stets behaupte,
    nämlich, dass der Beklagte 6, F.______, eine dominante Stellung hätte
    ausüben können. Sämtliche Mitglieder des Kreditausschusses seien
    gleichberechtigt gewesen. 

    Der Bankrat habe jeweils
    sämtliche Monats- und Quartalsabschlüsse besprochen. Von Ahnungslosigkeit
    könne somit keine Rede sein. Die interne Revision habe jedoch in keiner Art
    und Weise Alarm geschlagen, sondern gezielt Verbesserungsvorschläge
    gemacht. Insbesondere habe sie in den Jahresberichten 2005 vom 16. Januar
    2006 und 2006 vom 8. Januar 2007 bestätigt, dass die Risikokonzentration im
    Kreditgeschäft angemessen gewesen sei, überwacht und rapportiert werde und
    dass die getätigten Rückstellungen angemessen seien. Die Bankräte hätten
    sich in guten Treuen darauf verlassen dürfen, dass die bankengesetzliche
    Revisionsstelle (Beklagte 9) ihre Prüftätigkeit lege artis und unter uneingeschränkter
    Beachtung sämtlicher einschlägiger Vorschriften und Regeln ausübe und sich
    auf deren Beurteilungen verlassen dürfen, zumal irgendeine Fehlerhaftigkeit
    in keiner Art und Weise erkennbar gewesen sei. Auch seien sie in keiner
    Weise einfach passiv gewesen. Erst mit dem Bericht der Beklagten 9 vom 9.
    November 2007 habe der Bankrat erstmals davon Kenntnis erhalten, dass
    Kreditengagements in einem Missverhältnis zur Ertragslage stehen würden,
    worauf der Bankrat unverzüglich reagiert habe, indem er die Limite für
    Ausserrayonkredite von CHF 10 Mio. auf CHF 7 Mio. gesenkt habe.

    Weiter bestreiten die Beklagten
    3 – 5 den Vorwurf der Sorgfaltspflichtverletzung bzw. der Missachtung
    anerkannter Grundsätze der Kreditvergabe. Sie hätten sich darauf verlassen
    dürfen, dass die Mitglieder der Geschäftsleitung auch bei der Kreditvergabe
    stets die gebotene Sorgfalt walten lassen würden, zumal die Kreditvergabe
    eine operative Tätigkeit sei und keine strategische Aufgabe des Bankrates.
    Sie selbst hätten jederzeit und in allen Belangen die zumutbare Sorgfalt
    und Aufmerksamkeit walten lassen. 

    Schliesslich sei das interne
    Verhältnis zwischen der Klägerin und den Beklagten 3 – 5 zweifellos
    öffentlich-rechtlicher Natur gewesen, womit weder das Obligationenrecht
    noch das Bankgesetz direkt gelte. Dabei habe der Gesetzgeber in Art. 2
    Abs. 1 lit. d Staatshaftungsgesetz des Kantons Glarus (GS II
    F/2), welches auch auf die J.______ Anwendung finde, die Haftung auf
    grobfahrlässige Pflichtverletzung begrenzt (Art. 16), bei grober
    Fahrlässigkeit die Solidarität ausgeschlossen (Art. 18) und eine einjährige
    Verwirkungsfrist seit Kenntnis des Schadens festgelegt (Art. 22 Abs. 1).
    Kenntnis des Schadens habe bei der Klägerin spätestens Ende des Jahres 2008
    bestanden. Da sie das Vermittlungsbegehren erst am 4. Februar 2010 gestellt
    habe, habe sie allfällige Ansprüche verwirkt.

    Auch habe der Landrat den
    verantwortlichen Organen gemäss Art. 23 lit. g aKBG Décharge für
    die Jahre 2005 und 2006 erteilt und die betreffenden Jahresrechnungen und
    Geschäftsberichte genehmigt. Damit seien allfällige Verantwortlichkeitsansprüche
    gegen die Beklagten 3 – 5 betreffend die Geschäftsjahre 2005 und
    2006 ohnehin untergegangen. 

    Ferner würden sie
    Eventualverrechnung erklären mit einer Schadenersatzforderung von je CHF 20
    Mio. Sie hätten nämlich davon ausgehen können, dass sie als damalige Organe
    der Klägerin bei der [...] für eine Versicherungssumme von je CHF 20 Mio. versichert
    gewesen seien (Organhaftpflicht). Der Untergang der Ansprüche aus diesem
    Versicherungsvertrag habe ausschliesslich die Klägerin zu vertreten. 

    Erkenne das Kantonsgericht
    vorliegend einen Schadenersatzanspruch der Klägerin, sei dieser in Ausübung
    pflichtgemässen Ermessens im Sinne von Art. 4 ZGB vollständig
    herabzusetzen, sei doch ihre Bankratstätigkeit zumindest bis in das Jahr
    2006 de facto ein blosses Ehrenamt mit einer äusserst bescheidenen Entschädigung
    gewesen. Auch der aus der angeblich unzulässigen Strategie angefallenen
    Gewinne der Vorjahre, welche die vorliegend geltend gemachte Klagesumme
    sicher überschritten, müssten dem vorliegend geltend gemachten Schaden angerechnet
    werden.

     

    5. Vorbringen des Beklagten 6,
    F.______

    Der Beklagte 6 erklärt, die
    Klägerin habe die verlangte Aktenedition grösstenteils unterlassen, obwohl
    sie mit Verfügung des a.o. Kantonsgerichtspräsidenten vom 26. Juni 2012
    explizit dazu aufgefordert worden sei. Die edierten Kreditdossiers stellten
    zudem lediglich eine unvollständige Zusammenstellung von Kopien dar und
    keine Originale, wie verlangt. Die Edition sämtlicher Berichte der internen
    und externen Revision verweigere sie ganz. Damit seien das rechtliche
    Gehör, der Grundsatz der Waffengleichheit und die Mitwirkungspflichten
    verletzt, was im Ergebnis einer Beweisvereitelung gleichkomme. 

    Weiter habe die [...] selbst im
    Jahre 2003 mit der Totalrevision des Gesetzes über die J.______ eine neue
    Ära eingeleitet, um weiter wachsen zu können. Diese neue Strategie habe
    auch auf die Erschliessung neuer, ausserkantonaler Märkte gezielt.
    Entsprechend sei denn auch in Art. 3 aKGB das Geschäftsgebiet neu
    formuliert worden (s. Kap. III. Ziff. 1 vorstehend).

    Von Anbeginn seiner Anstellung
    an als Vorsitzender der Geschäftsleitung (CEO) sei die geschäftspolitisch
    einzuschlagende Richtung vorgegeben gewesen: Der Tenor habe auf Expansion
    und Wachstum gelautet. Da innerhalb des Kantons Glarus kein grosses
    Wachstumspotential zu vertretbaren Risiken mehr vorhanden gewesen sei, habe
    die Klägerin anfangs des Jahres 2003 basierend auf dem neuen Kantonalbankgesetz
    „bottom up“ eine neue Strategie erarbeitet. In diesen Prozess seien sowohl
    der Bankrat, als auch die Geschäftsleitung und die Mitarbeiter der
    einzelnen Geschäftsbereiche involviert gewesen. Dieser, auch durch den
    Bankrat abgesegneten Strategie, habe er sich als Arbeitnehmer verpflichtet
    gefühlt und stets danach gehandelt. Er habe dabei seine schwierige Aufgabe
    als neuer CEO in guten Treuen angetreten und nach bestem Wissen und
    Gewissen wahrgenommen. Unter seiner Leitung habe der Bankrat gemäss
    Art. 15 lit. a KBG und Art. 19 Abs. 2 aKBG ein Organisationsreglement
    (GOR) erlassen, welches am 1. Januar 2004 in Kraft getreten sei. Damit
    seien bestehende Lücken und Unzulänglichkeiten in der bisherigen
    Organisations- und Führungsstruktur der Klägerin behoben worden. 

    Die damalige Kreditpolitik habe
    im Einklang mit den damals geltenden gesetzlichen und reglementarischen
    Bestimmungen gestanden und sei von der Geschäftsleitung, vom Bankrat, von
    der internen Revision und der bankenrechtlichen Revisionsstelle mitgetragen
    und für einwandfrei befunden worden. Vom gesamten Kreditvolumen der Bank
    seien lediglich eine Minderzahl sogenannte Blankoengagements gewesen. Aber
    selbst diese seien zulässig und im Ermessen der Bank gewesen. 

    Er selbst sei in die
    Kreditgeschäfte einzig durch seine Mitgliedschaft im Kreditausschuss
    involviert gewesen und habe sich stets im Rahmen seiner Kompetenzen bewegt,
    als CEO aber keine unmittelbare Kompetenzen im Bereich der Kreditrisikopolitik
    gehabt. Im Kreditausschuss selbst habe stets eine kritische Diskussionskultur
    geherrscht, wobei sich auch die weiteren Mitglieder zu ihm ebenbürtig
    eingebracht hätten. Von Dominanz seiner selbst habe keine Rede sein können.
    

    K.______ habe als leitende
    Risikomanagerin der Klägerin laufend sämtliche Organe mit aktuellen Zahlen
    und Statistiken über Erträge und Risiko orientiert. Dabei sei stets zum
    Ausdruck gekommen, dass die ausserkantonalen Geschäfte ein kleines Risiko
    darstellen würden, aber höhere Erträge brächten als die kantonalen Geschäfte.
    Diese Berichte seien jeweils von der internen und der bankenrechtlichen
    Revisionsstellen geprüft und nie beanstandet worden. 

    Ein regulatorisches Defizit,
    wie es die Klägerin behauptet, habe nicht bestanden. Mit dem
    Grundsatzpapier Kreditrisikopolitik der J.______ vom 15. September
    2003, der Kompetenzordnung der L.______ vom 1. Mai 2005 und den
    entsprechenden Weisungen seien die Kompetenzen eingehend geregelt gewesen,
    zumal auch die EBK in den Jahren 2002 bis 2007 nie wegen erhöhten
    Risiken eingeschritten sei. Aber auch wenn ein Regelungsdefizit bestanden
    haben sollte, wäre eine Pflichtverletzung zu verneinen, habe er im
    fraglichen Zeitraum nie Anlass dazu gehabt, von einer nicht genügenden
    Regelung des Ausserrayongeschäfts auszugehen. Im Übrigen hätten er und auch
    die übrigen Verantwortungsträger sich im Kreditgeschäft stets an die
    gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Bestimmungen gehalten.

    Weiter habe der Landrat den
    verantwortlichen Organen der Klägerin für die Geschäftsjahre 2005 und 2006
    Décharge erteilt, im Wissen um die Strategie der Bank und das Anwachsen des
    Kreditvolumens ungedeckter Kredite. Dadurch seien allfällige
    Schadenersatzansprüche aufgrund seiner Handlungen oder Unterlassungen in
    diesen Jahren untergegangen. 

    Auch sei der Bericht der Revisionsgesellschaft
    Y.______ vom 3. Juli 2008 zur Prüfung einzelner, von der Klägerin
    willkürlich gewählter Kreditgeschäfte, gerade in einer Zeit erfolgt, als
    der neue Bankrat sich von der damaligen Wachstumsstrategie abgewendet habe
    und den Fokus wieder auf das Kantonsgebiet gerichtet habe. Dabei habe sich
    die Y.______ genötigt gesehen, neu zu Beanstandendes finden zu müssen und
    die Geschäftspolitik der ehemaligen Bankleitung zu diskreditieren, zumal
    sie unter hohem politischen Druck seitens der Regierung des Kantons Glarus
    gestanden habe. Es handle sich dabei um ein reines Gefälligkeitsgutachten,
    zumal bezeichnenderweise die aufgrund dieses Berichts vorgenommenen
    Rückstellungen nur wenige Jahre darauf praktisch wieder vollständig
    aufgelöst worden seien.

    Der Umstand, dass sein Name in
    den lokalen und nationalen Medien derart verbreitet und mit dem überhöhten
    Rückstellungsbedarf erwähnt worden sei, habe ihm einen hohen finanziellen
    Schaden und auch einen Reputationsschaden zugefügt. Sein wirtschaftliches
    Fortkommen sei dadurch stark erschwert, ein neuer Stellenantritt praktisch
    unmöglich. 

    Schliesslich sei gar kein
    Schaden entstanden, zumal in den Jahren 2010 und 2011 ein bedeutender Teil
    der Rückstellungen wieder hätten aufgelöst werden können und auch die
    angefallenen Vorteile der Expansionsstrategie anzurechnen seien. Überhaupt
    habe die unerwartete Finanz- und Wirtschaftskrise in den Jahren 2007 und
    2008 massgeblich zum behaupteten Schaden beigetragen, was gebührend zu
    berücksichtigen sei. Eine Pflichtverletzung könne ihm jedenfalls nicht
    vorgeworfen werden, stellten doch Geschäftsführungsentscheide, die auf
    einer angemessenen Informationsbasis beruhen und denen eine ernsthafte
    Entscheidfindung vorausgeht, selbst dann keine Pflichtverletzung dar, wenn
    sie sich im Nachhinein als ungünstig erweisen. Zudem seien weder ein
    Verschulden noch ein adäquater Kausalzusammenhang nachgewiesen.

     

    6. Vorbringen des Beklagten 7,
    G.______

    Der Beklagte 7 erklärt, die
    Klage sei bei der Darstellung des Sachverhaltes einseitig. Insbesondere sei
    das Umfeld, in dem die Klägerin seit Beginn der 2000er-Jahre tätig gewesen
    sei, komplett ausgeblendet. Auch habe die Klägerin nur selektiv und
    auszugsweise die ihr dienlichen Unterlagen eingereicht und zum Teil auch
    falsch zitiert. Während die Klägerin freien Zugang zu massgebenden Akten
    habe, habe er, welcher längst nicht mehr bei der Klägerin arbeite, keine Möglichkeit
    mehr, auf diese Akten zuzugreifen. Damit sei der Grundsatz des rechtlichen
    Gehörs nach Art. 29 Abs. 2 BV bzw. Art. 80 ZPO GL verletzt. Von
    Waffengleichheit könne damit vorliegend nicht die Rede sein. 

    Auch sei die Klage mangelhaft
    substantiiert und mache die Klägerin mangelhafte Beweisanträge.
    Insbesondere zeige sie nicht auf, welche Beiträge zum Schaden die einzelnen
    Beklagten in zeitlicher und sachlicher Hinsicht geleistet hätten. Wie sich
    die einzelnen behaupteten Pflichtwidrigkeiten der Beklagten unterscheiden,
    sei nicht dargelegt. Die Klage sei unzureichend individualisiert und
    substantiiert, weshalb auf die Klage gar nicht erst eingetreten werden
    könne.

    Überhaupt sei er vorliegend gar
    nicht passivlegitimiert, da er weder formelles noch faktisches Organ der
    Klägerin gewesen sei.

    Die Wahl der Wachstumsstrategie
    der Klägerin sei dem [...] und dem [...] bekannt gewesen und von diesen
    gutgeheissen worden. Daraus hätten denn auch erhebliche Gewinne von bis zu
    CHF 19.4 Mio. pro Jahr erzielt werden können. 

    Für den Erlass der
    Kreditrisikopolitik und für die Regelung des Ausserrayongeschäfts seien
    ohnehin der Bankrat bzw. die Ausschüsse des Bankrats und nicht er als
    Leiter Privatkunden zuständig gewesen. Ohnehin habe die Klägerin in den
    Jahren 2005-2007 über eine angemessene Regelungspolitik mit einer
    detaillierten Regelung des Ausserrayongeschäfts verfügt, zumal ein
    professionelles Ratingsystem vorhanden gewesen sei. Weder die interne noch
    die externe Revision hätten hinsichtlich des damaligen Geschäftsganges
    irgendwelche Einwände erhoben bzw. geltend gemacht, die Kreditrisikopolitik
    der Klägerin sei nicht angemessen.

    Weiter habe der Kanton Glarus
    als Eigner der Klägerin die Handlungen der Beklagten genehmigt und den
    Bankorganen für ihre Tätigkeit in den Jahren 2005 und 2006 Décharge
    erteilt, was allfällige Schadenersatzansprüche der Klägerin im Zusammenhang
    mit der Geschäftstätigkeit der Beklagten von vornherein habe untergehen
    lassen.

    Durch seine Handlungen sei der
    Klägerin gar keinen Schaden entstanden. Jedenfalls stellten
    Wertberichtigungen oder Rückstellungen noch keinen Schaden dar. Eine
    Pflichtverletzung im Zusammenhang mit der Regelung des Ausserrayongeschäfts
    und der Kreditvergabe habe er nicht begangen. Die Klägerin habe nirgends
    substantiiert dargetan, dass die betreffenden Kredite in Verletzung der
    damals bestehenden internen Regelungen ergangen seien, zumal die damalige
    Sicht der Dinge massgebend sein m.se und nicht die nachträgliche
    Betrachtung von heute. Die Gerichte müssten Zurückhaltung üben und
    insbesondere darauf verzichten, ihr eigenes Ermessen an die Stelle desjenigen
    von Bankrat und Geschäftsleitung zu setzen. Das Ausserrayongeschäft sei
    jedenfalls nicht mangelhaft geregelt gewesen, ein Regelungsdefizit habe
    nicht bestanden. Aber auch wenn dem so gewesen wäre, wäre dafür sicher
    nicht er als Leiter Privatkunden verantwortlich gewesen, sondern der
    Bankrat. Auch fehle es an einem Kausalzusammenhang und fehle ein wie auch
    immer geartetes Verschulden seinerseits, welches von der Klägerin weder
    substantiiert noch bewiesen worden sei. So beruhten die von der Klägerin
    vorgenommenen Wertberichtigungen nicht auf pflichtwidrigen Handlungen der
    Bankorgane, sondern auf Ausfällen, welche jedem Kreditgeschäft inhärent
    seien.

    Eine im Rahmen der
    differenzierten Solidarität gemäss Art. 759 OR notwendige Unterscheidung
    der verschiedenen Haftungsvoraussetzungen je Solidarschuldner habe die
    Klägerin nicht vorgenommen. So seien die angeblichen Schadensbeiträge der
    insgesamt neun Beklagten nicht substantiiert und individualisiert. 

    Im Falle einer ganzen oder
    teilweisen Gutheissung der Klage bringe er eventualiter eine Gegenforderung
    aus Arbeitsrecht in der Höhe von CHF 20 Mio. zur Verrechnung. Da keine
    gültige Organhaftpflichtversicherung bestehe, obwohl es die Pflicht der
    Klägerin gewesen wäre, eine solche abzuschliessen, habe sie im Arbeitsverhältnis
    mit ihm ihre Fürsorgepflicht verletzt.

     

    7. Vorbringen des Beklagten 8,
    H.______

    Der Beklagte 8 erklärt, dass
    die in der Replik erfolgte Klageänderung unzulässig sei, wolle die Klägerin
    damit doch lediglich ein offensichtliches Versäumnis nachholen. 

    Die derzeitige allgemeine
    Wirtschaftslage im Kanton Glarus habe schon zu Beginn der 2000er-Jahre zur
    Strategie des ausserkantonalen Wachstums geführt. Die Wahl dieser neuen
    Strategie sei vom damaligen Bankrat in einem engen Austausch [...] und dem
    [...] beschlossen worden und sei auch der Öffentlichkeit ohne weiteres
    bekannt gewesen.

    Zu Beginn der 2000er-Jahre habe
    bei der Klägerin im Bereich der Risikopolitik ein erhebliches
    Regelungsdefizit bestanden, welches in der Folge aber sukzessive behoben
    worden sei. Danach sei das Kreditgeschäft angemessen geregelt gewesen. In
    jener Zeit sei insbesondere auch das Kreditrisikomanagement den modernen
    Grundsätzen angepasst worden, welche noch heute Anwendung fänden. So seien
    Grundsätze der Kreditrisikopolitik, ein Geschäfts- und
    Organisationsreglement sowie ein Annex Geschäftskunden zur
    Kreditrisikopolitik erarbeitet worden, ergänzt durch ein professionelles
    Ratingsystem. Jedenfalls hätten weder die interne noch externe Revision
    oder die EBK irgendwelche Einwände erhoben oder geltend gemacht.
    Entsprechend habe auch er zu keiner Zeit die Veranlassung gehabt, an der
    Kreditrisikopolitik der Klägerin zu zweifeln. 

    Die Beschlüsse zur
    Kreditvergabe seien anlässlich der Sitzungen des Kreditausschusses gefällt
    worden. Dieser habe sich an den Vorgaben orientiert, welche der Bankrat zur
    Kreditrisikopolitik gemacht habe. Mit der Kreditrisikopolitik selbst habe
    sich der Kreditausschuss hingegen nicht befasst. 

    Als er seine Stelle bei der
    Klägerin angetreten habe, seien die Wachstumsstrategie und die
    Kreditrisikopolitik längst verabschiedet und umgesetzt gewesen. Er habe
    lediglich die bestehende Strategie im Rahmen der Anordnungen des CEO umzusetzen
    gehabt. Als er schliesslich per 1. August 2006 zum Bereichsleiter Geschäftskunden
    ernannt worden sei, seien die vorliegend im Streit liegenden Kredite im
    Grundsatz bereits gesprochen gewesen. Überdies sei er als Bereichsleiter
    nie Mitglied der Geschäftsleitung gewesen. 

    Bereits zu Beginn seiner
    Tätigkeit bei der Klägerin habe er erfahren, dass gewisse Kredite zur
    Finanzierung von Start-Up-Gesellschaften und zur Sanierung in einem
    besonderen Verfahren, unter Auslassung des übrigen Kreditteams, zugesprochen
    worden seien. Dabei habe der CEO für sich in Anspruch genommen, Unternehmen
    in solch besonderen Situationen besonders kompetent beurteilen zu können.
    Obwohl ihm auch in diesen Fällen die Kreditvorlagen wie üblich zur
    Genehmigung vorgelegt worden seien, habe er aber keine eigentliche Entscheidkompetenz
    gehabt, sondern sei die Finanzierung bei Widerspruch vom CEO „befohlen“
    worden, was im Übrigen im Einklang mit dem GOR gestanden habe. Dennoch habe
    er zahlreiche Verbesserungen bei der Organisation des Kreditwesens
    vorgeschlagen und gegen die umstrittene Geschäftsführung interveniert. 

    Der Umstand, dass bei der
    Klägerin Stützmassnahmen notwendig geworden seien, sei zudem nicht auf den
    Anstieg der Kreditausfälle zurückzuführen, sondern auf die Finanzkrise in
    den Jahren 2007 und 2008.

    Als Arbeitgeberin habe die
    Klägerin zudem ihre Fürsorgepflicht verletzt. So habe er darauf vertrauen
    dürfen, dass für die Abwehr von Forderungen eine Versicherungsdeckung
    bestehen würde, falls er wider Erwarten mit Verantwortlichkeitsansprüchen
    konfrontiert werden sollte. Dies habe ihm die Klägerin schriftlich bestätigt.
    

    Weiter richte sich gemäss Art.
    28 aKBG im Innenverhältnis die Haftung der Angestellten nach Art. 321e OR,
    was auch für ihn gelte, habe er doch in einem privatrechtlichen
    Arbeitsverhältnis zur Klägerin gestanden, was sogar dann gälte, wenn er
    Mitglied der Geschäftsleitung gewesen wäre. Sein geringes Verschulden habe
    dabei den Wegfall oder zumindest eine erhebliche Reduktion der Schadenersatzpflicht
    zur Folge. 

    Zudem sei er bei der Klägerin
    weder formelles noch materielles oder faktisches Organ gewesen, habe auch
    keine Geschäftsleitungsfunktionen ausgeübt und sei deshalb vorliegend gar
    nicht passivlegitimiert. Die Klägerin beweise in keiner Art und Weise, dass
    ihm Aufgaben und Kompetenzen im Bereich der Geschäftsleitung übertragen
    worden wären und dass er solches wissentlich und willentlich angenommen
    hätte. Ein Bestellungsakt durch den Bankrat habe die Klägerin weder eingereicht
    noch angerufen.

    Aber selbst wenn er Mitglied
    der Geschäftsleitung gewesen wäre, wäre er nicht befugt gewesen, Reglemente
    zu erlassen. Diese Kompetenz sei dem Bankrat vorbehalten gewesen. Und
    selbst wenn diese Kompetenz an die Geschäftsleitung delegiert worden wäre,
    hätte die alleinige Entscheidkompetenz beim CEO gelegen, welcher gemäss GOR
    abschliessend habe entscheiden können.

    Weiter habe der Kanton Glarus
    als Eigner der Klägerin die Handlungen der Beklagten genehmigt und den
    Bankorganen für ihre Tätigkeit in den Jahren 2005 und 2006 Décharge
    erteilt, was allfällige Schadenersatzansprüche der Klägerin im Zusammenhang
    mit der Geschäftstätigkeit der Beklagten von vornherein habe untergehen
    lassen. Die Gleiche Wirkung habe gehabt, dass der Kanton Glarus als Eigner
    Organhandlungen toleriert habe, welche normalerweise Schadenersatzansprüche
    nach Art. 754 OR begründen würden, zumal der Kanton Glarus mit mehreren
    Vertretern im Bankrat vertreten gewesen sei und die Bankprüfungskommission
    aus Landräten bestanden habe. 

    Selbst wenn er dem
    aktienrechtlichen Verantwortlichkeitsrecht unterläge, könnte ihm keine
    Pflichtverletzung vorgeworfen werden. Weder habe es zu seinen Pflichten
    gehört, das Ausserrayongeschäft zu regeln noch habe er gegen bankinterne
    Richtlinien verstossen oder Unsorgfalt bei der Kreditvergabe walten lassen,
    zumal er sich gegen sämtliche vorliegend in Frage stehenden Kredite zur
    Wehr gesetzt habe. Zudem sei der Klägerin gar kein eigentlicher Schaden
    entstanden, da in jedem Fall auch die Vorteile der ausserkantonalen Wachstumsstrategie,
    nämlich die Vorteile aus den kritisierten Kreditgeschäften und auch aus den
    weiteren Geschäften, anzurechnen seien. Jedenfalls würden
    Wertberichtigungen noch lange kein Schaden bedeuten. Auch ein allfälliger
    Kausalzusammenhang zwischen einer angeblichen Pflichtverletzung und dem
    angeblichen Schaden habe die Klägerin nicht bewiesen. Ein allfälliges
    Verschulden habe die Klägerin auch nicht individualisiert und substantiiert
    nachgewiesen. Auch die angeblich differenzierte solidarische Haftbarkeit
    begründe die Klägerin nicht.

    Sollte schliesslich eine
    Schadenersatzpflicht bejaht werden, brächte ihn dies in eine finanzielle
    Notlage, weshalb der dann zuzusprechende Schadenersatz nach Art. 44
    Abs. 2 OR auf zwei Monatslöhne zu beschränken wäre. Richtigerweise müsste
    gar das grobe Selbstverschulden des Landrats und des Bankrats zur
    Unterbrechung des Kausalzusammenhangs führen. Eventualiter mache er zudem
    die Verrechnung mit einer Gegenforderung aus Arbeitsvertrag wegen
    Verletzung der Fürsorgepflicht der Klägerin in der Höhe von mindestens
    CHF 20 Mio. geltend.

     

    8. Vorbringen der Beklagten 9,
    I.______

    Die Beklagte 9 erklärt, sie sei
    am 28. April 2004 als aktienrechtliche und bankengesetzliche
    Revisionsstelle der Klägerin gewählt worden zu einem Zeitpunkt, als die
    Klägerin ihre Wachstumsstrategie im angrenzenden Wirtschaftsraum und die
    Neuregelung der Kreditvergaben bereits verabschiedet habe. Der Leitende
    Revisor, [...], sei bereits damals ein erfahrener Bankenrevisor gewesen. Er
    habe den CEO der Klägerin zuvor nicht gekannt. 

    Den Umfang der Prüfungen habe
    sie aufgrund der gesetzlichen Vorschriften festgelegt. Hinsichtlich Art. 3
    Abs. 2 aKBG [Geschäftsgebiet] hätte sie nur eine sehr summarische Prüfung
    durchzuführen gehabt, d.h. nur ganz krasse und offensichtliche Verstösse zu
    rügen. Die Risikoanalyse habe sie jeweils vor Beginn der Revisionsarbeiten
    mit der internen Revision abgesprochen, deren entsprechenden Arbeiten in
    die Risikoüberlegungen einbezogen worden seien. 

    Im Jahre 2003 habe die EBK den
    im GOR geregelten Kreditvergabeprozess genehmigt. Die Gesamtbankweisung Nr.
    2.2.1.03 habe die exakten Aufgaben und Verantwortlichkeiten im Bereich
    Geschäftskunden weiter geregelt. Zudem hätten weitere Arbeitsanweisungen,
    eine Kompetenzordnung sowie eine formulierte Kreditrisikopolitik und dazu
    ein Annex Geschäftskunden bestanden. Ein separates Team von Spezialisten mit
    einer breiten Erfahrung habe die Geschäftskunden betreut. Zudem habe die
    Klägerin mit einem Kreditrating-System gearbeitet, welches den
    Kreditgewährungs-, Kreditüberwachungs- und auch den Risikomanagementprozess
    unterstützt habe. All dies habe auch für das Ausserrayongeschäft gegolten,
    welches damit adäquat geregelt gewesen sei, was die EBK auch nicht beanstandet
    habe. 

    Weiter habe sie ihre Arbeit
    auftragsgemäss erfüllt, wobei zwischen ihr und der internen Revision keine
    Meinungsunterschiede bestanden hätten. Dabei sei die Klägerin intensiv in
    alle Prüfungen eingebunden und auch sehr gut informiert gewesen. 

    Das Kreditgeschäft habe sie
    gemeinsam mit der internen Revision stets einer vollen Prüfung unterzogen,
    wobei sie sich schwerpunktmässig der Organisation gewidmet habe und die
    interne Revision die Bonitätsprüfungen von Einzelkrediten durchgeführt
    habe. In den Jahren 2006 und 2007 habe sie zudem Schwerpunktprüfungen gemacht.

    Bereits am 13. Januar 2006
    habe sie in ihrem Management Letter, welcher auch dem Bankrat zugestellt
    worden sei, auf die bedeutenden Neugeldzahlungen hingewiesen und die
    Einführung eines Credit Office vorgeschlagen, was der Bankrat im Anschluss
    an seiner Sitzung vom 24. Januar 2006 besprochen habe. In ihrem Bericht
    über die Rechnungsprüfung an den Bankrat vom 27. April 2006 habe sie das Thema
    wieder aufgegriffen und auf die bedeutenden Engagements ausserhalb des
    Kerngebietes der Bank hingewiesen, worauf der Bankrat am 22. August 2006
    seine Strategie ergänzt habe. Auch im Risikobericht per 31. Dezember 2006
    habe sie nochmals auf die massive Zunahme in den Ausleihungen hingewiesen,
    ebenfalls im Management Letter vom 3. Januar 2007. Der Bankrat sei sich
    damit des Wachstums des Ausserrayongeschäfts in Umsetzung seiner Strategie
    sehr wohl bewusst gewesen und habe dafür auch die Verantwortung getragen. 

    Die Kreditlimiten in den Jahren
    2005 und 2006 seien den damaligen Umständen angepasst gewesen. Erst als der
    Kreditbereich stark expandiert habe, seien die Limiten anzupassen gewesen,
    was jedoch eine strategische Aufgabe des Bankrats gewesen sei und nicht der
    Revisionsstelle.

    Als das Wachstum weiter
    angehalten habe, habe sie zu Recht darauf hingewiesen, dass dieser
    Geschäftszweig im Sinne einer Schwerpunktprüfung näher angeschaut werden
    müsse. Dies sei zeitlich mit den Erkenntnissen der EBK zusammengefallen,
    welche festgestellt habe, dass verschiedene Kantonalbanken ihre Kreditvergaben
    stark ausgeweitet hätten und welche die damit verbundene Problematik näher
    habe untersucht haben wollen. 

    Noch im Jahre 2007 habe der
    Bankrat zwar die Kreditlimiten geändert, aber an seiner Expansionspolitik
    festgehalten. Erst im Jahre 2008, als die allgemeine wirtschaftliche
    Entwicklung einen anderen Kurs genommen habe, habe der Bankrat seine
    Strategie geändert, was jedoch weder für sie noch für den Bankrat oder für
    die interne Revisionsstelle vorauszusehen gewesen sei. 

     

    9. Vorbehalt von
    Mehrforderungen

    Die Klägerin macht vor
    Kantonsgericht nur einen Teil ihres angeblichen Anspruchs geltend, ohne auf
    den restlichen Anspruch verzichten zu wollen (Rechtsbegehren).

    Die Zivilprozessordnung des
    Kantons Glarus erwähnt die Teilklage nicht. Aus der Dispositionsmaxime
    ergibt sich, dass einer Partei weder mehr noch anderes zugesprochen werden
    darf, als sie selbst verlangt, noch weniger, als die Gegenpartei anerkennt
    (Art. 76 Abs. 1 ZPO GL). Daraus ergibt sich die Zulässigkeit der Teilklage
    ohne weiteres. Somit bestimmt die Klägerin allein, was und wie viel sie
    einklagt. Die materielle Rechtskraft des Urteils erstreckt sich nur auf den
    eingeklagten Teil. Der Vorbehalt einer Nachklage ist deshalb grundsätzlich
    nicht erforderlich, im einzelnen Fall aber zwecks Vermeidung von
    Unklarheit, ob auf den Rechtsanspruch verzichtet wird, empfehlenswert (Frank/Sträuli/Messmer, Kommentar zur
    zürcherischen Zivilprozessordnung, 3. Auflage, Zürich 1997, N. 18 zu § 54).
    

     

    10. Klageänderung in der Replik

    Nach Art. 89 Abs. 1 ZPO GL kann
    die klagende Partei bis zum Abschluss des Hauptverfahrens im Rahmen der
    Zuständigkeit des angerufenen Gerichts einen andern oder weiteren Anspruch
    stellen, sofern der neue Anspruch mit dem bisher geltend gemachten in engem
    Zusammenhang steht. Das Gericht kann die Änderung der Klage ablehnen, wenn
    durch sie die Rechtsstellung der beklagten Partei wesentlich beeinträchtigt
    oder das Verfahren ungebührlich verzögert wird (Abs. 2).

    Eine Klageänderung wird
    ermöglicht nicht nur, wenn sich während des Verfahrens neue Tatsachen
    ereignet haben, sondern auch, damit der Kläger eine während des Verfahrens
    gewonnene bessere Einsicht in das Streitverhältnis einbringen kann. Es
    dient der Prozessökonomie, dass ein ergänzter oder berichtigter Tatbestand
    im gleichen Verfahren beurteilt und die Durchführung einer zweiten Klage
    vermieden wird. Das Gesetz ermöglicht eine Klage zu ändern, sofern der neue
    Anspruch mit dem bisher geltend gemachten in engem Zusammenhang steht.
    Diese Voraussetzung ist erfüllt, wenn die Ansprüche dem gleichen
    Rechtsverhältnis entstammen oder das gleiche Objekt betreffen. Alsdann kann
    gestützt auf den gleichen Lebensvorgang ein weiterer oder anderer Anspruch
    als Haupt- oder Eventualbegehren verlangt werden. Eine Klageänderung ist
    grundsätzlich während des ganzen erstinstanzlichen Verfahrens zulässig (Frank/Sträuli/Messmer, Kommentar zur
    zürcherischen Zivilprozessordnung, 3 Auflage, Zürich 1997, § 61 N. 1
    ff.). Keine Klageänderung bedeutet hingegen die Einschränkung des
    Rechtsbegehrens. Wie der Kläger das Rechtsbegehren im Sinne eines Verzichts
    auf den geltend gemachten Anspruch ganz zurückziehen kann, ist es ihm auch
    erlaubt, das Rechtsbegehren zum Teil fallenzulassen (Guldener, Schweizerisches
    Zivilprozessrecht, Zürich 1979, S. 235). 

    Im Vergleich zur Eingabe beim
    Vermittleramt [...] reduzierte die Klägerin mit der Klagebegründung bei
    Kantonsgericht ihre Forderung gegenüber den Beklagten 1 – 9 insgesamt um
    pauschal CHF 169'000.— und setzte für den Beklagten 8, H.______, und
    für die Beklagte 9, I.______, je eine Haftungsobergrenze.

    Mit ihrer Replik reduzierte die
    Klägerin ihre Forderung nochmals um pauschal CHF 2'875'383.— und damit auch
    die Haftungsobergrenzen für die Beklagten 8 und 9. Mit einem
    zusätzlichen Eventualbegehren teilte sie zudem die Forderungssummen in
    Schweizerfranken und EURO auf. 

    Mit der (mehrfachen) Reduktion
    der Klagesumme liess die Klägerin einen Teil ihres geltend gemachten
    Anspruchs fallen, was im Sinne der vorstehenden Ausführungen nicht als
    Klageänderung, sondern als teilweiser Klagerückzug zu werten ist.  

    Das mit der Replik gestellte
    zusätzliche Eventualbegehren ist als zulässiger anderer Anspruch gemäss
    Art. 89 ZPO GL zu sehen, zumal es sich auf den gleichen Lebensvorgang und
    die gleiche Rechtsgrundlage stützt, mithin sich lediglich durch die angegebene
    Währung und die damit erfolgte Umrechnung vom Hauptbegehren unterscheidet. 

    Das zusätzliche Eventualbegehren
    der Klägerin und auch die damit nachträglich erfolgte Aufteilung der
    Klagesumme in Schweizerfranken und in EURO an sich sind somit zulässig. 

     

    11. Beweismittel und neue
    Tatsachen

    Nach Art. 194 ZPO GL ist jede
    Urkunde vollständig vorzulegen. Ein Abdecken von Stellen und damit
    sinngemäss auch das Erstellen von Auszügen ist nur zulässig, soweit die
    Stellen für den Prozess unerheblich sind. Eine Geheimhaltung erheblicher
    Aktenstellen lässt sich nicht auf diese Vorschrift stützen und ist nur
    zulässig, soweit diesbezüglich eine richterliche Schutzmassnahme angeordnet
    wird (Frank/Sträuli/Messmer,
    Kommentar zur zürcherischen Zivilprozessordnung, 3. Auflage, Zürich
    1997, S. 538). 

    Als Bank im Sinne von Art. 1
    BankG (SR 952.0) untersteht die Klägerin dem Bankgeheimnis nach Art. 47
    BankG. Danach wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe
    bestraft, wer vorsätzlich ein Geheimnis offenbart, das ihm in seiner Eigenschaft
    als Organ, Angestellter, Beauftragter oder Liquidator einer Bank anvertraut
    worden ist oder das er in dieser Eigenschaft wahrgenommen hat. 

    Mit Blick auf diese Bestimmung
    war die Klägerin verpflichtet, in gewissen Beilagen teilweise Stellen
    abzudecken oder gewisse Dokumente nur auszugsweise einzureichen. Um zum
    vorliegenden Ergebnis zu gelangen (vgl. Ziffer 36 nachfolgend), waren diese
    abgedeckten Stellen jedoch unerheblich und daher die Abdeckung zulässig.
    Bei den von der Klägerin eingereichten Protokollen ist zudem das protokollierte
    jeweilige Traktandum vollständig abgedruckt, was kein Raum für unsachgemässe
    Schlüsse des Gerichts lässt. Im Speziellen bei den massgeblichen Protokollen
    des Kreditausschusses wären damit protokollierte abweichende Meinungen
    einzelner Mitglieder gut ersichtlich. Auch das von der Klägerin vorsorglich
    eingereichte verschlossene und nachträglich nicht geöffnete Behältnis
    änderte – geöffnet – am Ergebnis der Klage nichts, ebenso wie die von der
    Klägerin am 11. April 2014 nachträglich eingereichte Stellungnahme mit den
    damit nachgereichten Beilagen.

    Nach Art. 50 ZPO GL haben die
    Parteien mit der Klagebegründung bzw. mit der Klageantwort die Urkunden
    einzulegen und sonstige Beweisanträge zu stellen. Nach dem ersten
    Schriftenwechsel können neue Tatsachenbehauptungen und Beweismittel gemäss
    Art. 87 ZPO GL nur noch dann eingebracht werden, wenn die Gegenpartei zustimmt,
    es sich um Tatsachen oder Beweismittel handelt, von denen die Partei
    glaubhaft macht, dass sie trotz angemessener Tätigkeit nicht rechtzeitig
    eingebracht werden konnten oder wenn die Tatsachen oder Beweismittel von
    Amtes wegen zu beachten sind. 

    Unter weiterer Geltung der
    Glarner Zivilprozessordnung hätten die Parteien die Möglichkeit gehabt, in
    einem allfälligen Rechtsmittelverfahren vor Obergericht sämtliche verspäteten
    Tatsachenbehauptungen und Beweismittel neu einzureichen (Art. 301 Abs. 3
    ZPO GL). Vorliegend ist für ein allfälliges Rechtsmittelverfahren jedoch
    die schweizerische Zivilprozessordnung (CH ZPO) mit Geltung ab 1. Januar
    2011 anwendbar (Art. 404 Abs. 1 CH ZPO und Art. 405 Abs. 1 CH ZPO). Gemäss
    Art. 317 Abs. 1 CH ZPO können im Berufungsverfahren neue Tatsachen und
    Beweismittel nur noch in Ausnahmefällen berücksichtigt werden, nämlich wenn
    sie ohne Verzug vorgebracht werden und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht
    schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten. Um beim Übergang vom
    alten zum neuen Recht Härten zu mildern, lässt das Kantonsgericht
    vorliegend grundsätzlich nach Art. 33 ZPO GL verspätete Tatsachenbehauptungen
    und Beweiseingaben dennoch zu. Entsprechend verfügte der a.o.
    Kantonsgerichtspräsident am 26. Juli 2012 und am 15. April 2013, dass
    vorliegend praxisgemäss Noven bis und mit der Duplik zugelassen sind.
    Ebenfalls mit Verfügung vom 26. Juli 2012 forderte das Gericht die Klägerin
    auf, den von den Beklagten jeweils verlangten Editionen, insbesondere mit
    Bezug auf die einzelnen Kreditgeschäfte, aus Gründen der Prozessökonomie
    bereits im Rahmen der Replik zu entsprechen bzw. ihre Gründe für eine
    Verweigerung oder Unmöglichkeit der Edition jeweils einzeln darzulegen.
    Auch forderte das Gericht die Beklagte 9 auf, den von der Klägerin
    verlangten Editionen zu entsprechen. Diese Aufforderungen erfolgten unter
    dem generellen Hinweis, dass eine allfällig ungenügend begründete Verweigerung
    gemäss Art. 181 Abs. 1 ZPO GL im Rahmen der Beweiswürdigung berücksichtigt
    werden könne. 

    Wohl mag das von der Klägerin
    offerierte Einsichtsrecht die Pflicht zur Edition nicht zu ersetzen. Das
    Prozessrecht begründet nämlich eine umfassende prozessuale Editionspflicht
    zu Beweiszwecken. Die Editionspflicht findet jedoch ihre Schranken, wenn
    die betreffenden Urkunden nicht erheblich sind und wenn deren Einreichung
    nicht tunlich ist oder berechtigte Interessen verletzt würden. Dazu gehört
    auch das Bankgeheimnis. Erforderlich ist stets eine Abwägung des
    Einsichtsinteresses einerseits und des Geheimhaltungsinteresses
    andererseits, wobei zur Wahrung des Geheimhaltungsinteresses
    Schutzmassnahmen angeordnet werden können (vgl. Frank/Sträuli/Messmer, Kommentar zur zürcherischen
    Zivilprozessordnung, 3. Auflage, Zürich 1997, N. 4 zu vor § 183 ff.,
    N. 1 zu § 183 und N. 2 f. zu § 184).  

    Die Klägerin erklärte,
    grundsätzlich bereit zu sein, den Akteneinsichtsgesuchen nachzukommen,
    soweit das Bankkundengeheimnis gewahrt werde. Sie forderte die
    Rechtsvertreter der Beklagten auf, sich dazu direkt an den Leiter ihres
    Rechtsdienstes zu wenden. Dieser Aufforderung kamen namentlich die
    Beklagten 1 und 2 samt Rechtsvertreter nach. Anstatt die Akten zu edieren,
    offerierte die Klägerin Einsicht. Die Beklagte 9 ihrerseits erklärte, dass
    sich das Editionsbegehren der Klägerin als unbegründet erweise, weshalb
    deren Gesuch abzuweisen sei. Am Ergebnis (vgl. Ziffer 36 nachstehend)
    hätten die korrekt erfüllten Editionen der verlangten originalen Kreditdossiers,
    der Berichte der internen und externen Revision sowie der übrigen
    verlangten Akten unter den gegebenen Umständen jedoch nichts geändert,
    zumal die Klägerin den Beklagten zugestanden hat, die entsprechenden Akten
    persönlich einzusehen. Damit können die Fragen nach der korrekten Erfüllung
    der Editionspflicht, der Waffengleichheit, des rechtlichen Gehörs und der
    Verletzung der Mitwirkungspflicht im Prozess offenbleiben. 

    Die von der Klägerin am 11.
    April 2014 nachträglich eingereichte Triplik samt Beilagen enthält keine
    neuen Tatsachen. Die Frage, ob sie zulässig ist und ob die dabei
    eingereichten Beilagen verspätet sind, kann deshalb offenbleiben. Das gilt
    auch für die daraufhin eingegangenen Quadrupliken der Beklagten 1, 2, 6, 7
    und 9. Das in der Quadruplik des Beklagten 6 formulierte zusätzliche
    Rechtsbegehren ist als weitere Widerklage zu verstehen. Diese ist jedoch
    verspätet (Art. 31 Art. 1 ZPO GL), weshalb auf sie nicht einzutreten ist.

     

    12. Schriftlichkeit des
    Verfahrens

    Gemäss Art. 47 Abs. 1 ZPO GL
    i.V.m. Art. 53 und Art. 54 ZPO GL kann das schriftliche Verfahren auf Antrag
    einer Partei oder von Amtes wegen angeordnet werden. Replik und Duplik
    sowie allfällige weitere Vorträge erfolgen in einer mündlichen Verhandlung.
    Ausnahmsweise kann das Gericht auf Antrag einer Partei oder von Amtes wegen
    statt der Ansetzung einer mündlichen Verhandlung das schriftliche Verfahren
    fortsetzen. 

    Mit Einreichung der Klage am
    16. Juli 2010 beantragte die Klägerin fristgerecht das schriftliche
    Verfahren. Nachdem sich die Beklagten 1 – 5 und 7 – 9 diesem Antrag
    angeschlossen hatten, setzte das Gericht der Klägerin Frist zur
    schriftlichen Klagebegründung. Nach Abschluss des ersten Schriftenwechsels
    teilte das Gericht den Parteien mit, dass es, ohne ihren Widerspruch bis am
    31. August 2012, davon ausgehe, dass sie auf ihr Recht (gemäss EMRK) für
    eine mündliche Verhandlung für Replik und Duplik verzichten würden und
    damit einverstanden seien, dass das Verfahren schriftlich fortgesetzt
    werde, mit Ausnahme allfälliger mündlicher Beweisverfahren. Bis zum
    erwähnten Datum liessen sich weder die Klägerin noch die Beklagten dazu
    vernehmen, weshalb davon auszugehen war, dass sämtliche am Verfahren
    Beteiligten auf eine mündliche Replik und Duplik verzichteten.

     

    13. Anwendbares Recht 

    Hinsichtlich des anwendbaren
    Rechts kann vollumfänglich auf die Erwägungen im rechtskräftigen Entscheid
    des Obergerichts vom 1. Juli 2011 (OG.2011.00004, insb. Ziffer 3.2.)
    verwiesen werden. Im Ergebnis richtet sich somit das vorliegend massgebende
    Verantwortlichkeitsrecht der Organe für die Geschäftsführung, Oberleitung,
    Aufsicht und Kontrolle sowie der von der Bank ernannten Revisionsstellen
    nach Art. 39 BankG, welcher integral auf Art. 752 – 760 OR (aktienrechtliches
    Verantwortlichkeitsrecht) und damit auf privates Recht verweist, auch für
    Banken mit anderen Rechtsformen als Aktiengesellschaft. Die Mitglieder der
    Geschäftsleitung unterstehen zudem der arbeitsvertraglichen Haftung nach
    Art. 321e OR. 

    Aus Art. 39 BankG ergibt sich,
    dass auch die von der Bank ernannte aufsichtsrechtliche Revisionsstelle der
    aktienrechtlichen Verantwortlichkeit, namentlich Art. 755 OR,
    untersteht. Die Art. 754 ff. OR sind Teil des allgemeinen Haftpflichtrechts,
    das aber vom Gesetz einer gesonderten Ordnung unterworfen wird. Deshalb
    sind die Regeln des allgemeinen Haftpflichtrechts auch im Bereich der
    aktienrechtlichen Verantwortlichkeit anzuwenden, sofern das Gesetz nicht
    eine Ausnahme vorsieht oder sich eine solche aus der Natur der geregelten
    Materie ergibt (Gericke/Waller,
    Basler Kommentar Obligationenrecht II, 4. Auflage, Basel 2012,
    N. 2 zu Vor Art. 754 – 761 und N. 4 zu Art. 755 OR).

     

    14. Voraussetzungen der Haftung
    für Geschäftsführung nach Art. 754 OR

    Nach Art. 754 Abs. 1 OR sind
    die Mitglieder des Verwaltungsrates [hier: des Bankrates] und alle mit der
    Geschäftsführung befassten Personen der Gesellschaft für den Schaden
    verantwortlich, den sie durch absichtliche oder fahrlässige Verletzung
    ihrer Pflichten verursachen. 

    Aktivlegitimiert ist die
    Gesellschaft selbst, vorliegend die Klägerin, passivlegitimiert sind die
    formellen und materiellen Organe (vgl. Ziffer 15 nachstehend).

    Für die Voraussetzung der
    Verantwortlichkeit der Organe einer Bank gelten die gleichen Grundsätze wie
    für die Verantwortlichkeit der Organe jeder Aktiengesellschaft (BGE 4C.201/2001).
    Voraussetzungen einer Haftung nach Art. 754 Abs. 1 OR sind
    ein Schaden als Folge der Verletzung einer aktienrechtlichen Pflicht eines
    Gesellschaftsorganes. Pflichtverletzung ist dabei die besondere Form der
    Widerrechtlichkeit von Art. 41 OR, welche das Recht der
    Organverantwortlichkeit beherrscht. Unterlassungen sind dann pflichtwidrig,
    wenn eine spezifische Pflicht zum Handeln besteht. Weitere Voraussetzung
    ist ein Verschulden. Die Mitglieder des Bankrates und der Geschäftsführung
    haften für jedes Verschulden, d.h. auch für leichte Fahrlässigkeit, wobei
    ein objektiver Massstab anzulegen ist. Voraussetzung einer Haftung ist
    weiter, dass das widerrechtliche und schuldhafte Verhalten des Organs den
    Schaden verursacht hat, ein adäquater Kausalzusammenhang. Die Bemessung des
    Schadenersatzes unterliegt den Regeln des allgemeinen Haftpflichtrechts (Gericke/Waller, Basler Kommentar
    Obligationenrecht II, 4. Auflage, Basel 2012, N. 13 ff. zu Art. 754
    OR).

    Sind für einen Schaden mehrere
    Personen ersatzpflichtig, so ist nach Art. 759 Abs. 1 OR auch im
    Aussenverhältnis jede von ihnen insoweit mit den anderen solidarisch
    haftbar, als ihr der Schaden aufgrund ihres eigenen Verschuldens und der
    Umstände persönlich zurechenbar ist (sog. differenzierte Solidarität). Der
    Kläger kann mehrere Beteiligte gemeinsam für den Gesamtschaden einklagen
    und verlangen, dass der Richter im gleichen Verfahren die Ersatzpflicht
    jedes einzelnen Beklagten festsetzt (Abs. 2). 

     

    15. Organe der Klägerin im
    Sinne von Art. 754 OR

    Im Lichte der aktienrechtlichen
    Verantwortlichkeit stellt sich die Frage, ob die vorliegend Beklagten
    überhaupt Organe der Klägerin waren.

    Gemäss [...] Abs. 1 OR gehören
    die Mitglieder des Verwaltungsrates und alle mit der Geschäftsführung oder
    mit der Liquidation befassten Personen zum Kreis der möglichen
    Haftpflichtigen, damit die formellen und materiellen Organe. Formelle
    Organe sind die Mitglieder des Verwaltungsrates, unabhängig davon, ob sie
    sich mit der Geschäftsführung befassen und ob sie im Handelsregister eingetragen
    sind. Materielle Organe sind durch gesellschaftsinterne Akte eingesetzte
    Personen mit üblicherweise reglementarisch umschriebenen, durch Delegation
    übertragenen Organfunktionen. Faktische Organe hingegen üben ohne
    entsprechende Delegation Organaufgaben einfach aus. Sie stehen in einem
    Sonderverhältnis zur Gesellschaft und erfüllen die sich daraus ergebenden
    Pflichten in eigener Entscheidungsbefugnis. Nur wer an Entscheidungen in
    einer Weise mitwirkt, die wesentlich über die Vorbereitung der Grundlagenbeschaffung
    hinausgeht, kann faktisches Organ sein (Gericke/Waller,
    Basler Kommentar Obligationenrecht II, 4. Auflage, Basel 2012, N.
    4 ff. zu Art. 754 OR). 

    Vorliegend entspricht der
    Bankrat der Klägerin dem aktienrechtlichen Verwaltungsrat. So definieren
    auch Art. 12 lit. a aKBG und Art. 43 Abs. 1 GOR den Bankrat explizit als
    formelles Organ für die Oberleitung, Aufsicht und Kontrolle der Bank.
    Entsprechend waren die Beklagten 1 – 5 als gewählte Bankräte
    formelle Organe der Bank und unterstanden damit der aktienrechtlichen
    Verantwortlichkeit nach Art. 754 ff. OR.

    Art. 12 lit. b GOR und Art. 73
    Abs. 1 GOR bestimmen die Geschäftsleitung ausdrücklich als Organ der Bank
    für die Geschäftsführung. Die Geschäftsleitung bestand gemäss Art. 74
    Abs. 1 GOR aus dem Vorsitzenden der Geschäftsleitung (CEO) und den
    weiteren, vom Bankrat gewählten Geschäftsleitungsmitgliedern. 

    Es ist gerichtsnotorisch, dass
    der Beklagte 6, F.______, in den vorliegend relevanten Jahren 2005 bis
    2007, Vorsitzender der Geschäftsleitung (CEO) der Bank war. Zudem weisen
    sämtliche Geschäftsberichte der vorliegend relevanten Jahre den
    Beklagten 7, G.______, und den Beklagten 8, H.______, letzteren
    ab 1. August 2006 bis 1. Januar 2008, als Mitglieder der Geschäftsleitung
    aus. Auch führte die aufsichtsrechtliche Revisionsstelle in ihrem Bericht
    über die Aufsichtsprüfung an den Bankrat vom 3. Januar 2007 aus, dass
    H.______ per 1. August 2006 in die Geschäftsleitung der Klägerin
    berufen worden sei. In Anbetracht dieser Umstände ist davon auszugehen,
    dass die Beklagten 6 – 8 als Mitglieder der Geschäftsleitung zur vorliegend
    relevanten Zeit materielle Organe der Bank waren und damit – H.______ ab
    1. August 2006 – der aktienrechtlichen Verantwortlichkeit nach
    Art. 754 ff. OR unterstanden.

     

    16. Voraussetzung Schaden im
    Sinne von Art. 754 OR

    Als Schaden gilt die
    eingetretene Verminderung des Reinvermögens. Er kann in einer Verminderung
    der Aktiven, einer Vermehrung der Passiven, in entgangenem Gewinn oder in
    eingetretenem Verlust bestehen und entspricht nach allgemeiner Auffassung
    der Differenz zwischen dem tatsächlichen Vermögensstand und dem Stand, den
    das Vermögen ohne das schädigende Ereignis (Pflichtverletzung) hätte. Zu
    berücksichtigen sind der positive Schaden und der entgangene Gewinn (Gericke/Waller, Basler Kommentar
    Obligationenrecht II, 4. Auflage, Basel 2012, N. 13 zu Art. 754
    OR; Forstmoser, Die
    aktienrechtliche Verantwortlichkeit, Zürich 1987, S. 73; Böckli, Schweizer Aktienrecht, 3.
    Auflage, Zürich 2004, § 18 N. 360;
    Müller/Lipp/Plüss, Der Verwaltungsrat, 4. Auflage, Zürich 2014
    S. 337 f.; BGE 4C.292/2003). 

    In der eigentlichen
    Verantwortlichkeitsklage nach Art. 754 OR geht es um den sogenannten
    indirekten Schaden. Das Vermögen der Klägerin hat sich dadurch vermindert,
    dass das ins Recht gefasste Organmitglied seine rechtlichen Pflichten
    gegenüber der Gesellschaft als juristischer Person verletzt und dadurch
    deren Vermögen geschädigt hat. Der relevante Schaden besteht hier in der
    negativen Veränderung des Gesellschaftsvermögens, wobei die verantwortungsrechtliche
    Ersatzpflicht nicht für die ganze Vermögensminderung, sondern nur für den
    vermeidbaren Schaden besteht. Das Organmitglied haftet nie für mehr als den
    Teil eines Schadens, der bei seiner Pflichterfüllung vermieden worden wäre
    (Böckli, Schweizer Aktienrecht,
    3. Auflage, Zürich 2004, § 18 N. 365 ff.).  

    Behauptungs- und Beweislast
    treffen die Klägerin. Es ist ihre Sache, nicht nur den Schaden zu
    substantiieren und zu beweisen, sondern vor allem den für die Bestimmung
    der Ersatzpflicht rechtlich relevanten Schaden herauszuarbeiten. Sie hat
    den Schaden grundsätzlich zu substantiieren und zu beziffern. Wie weit die
    anspruchsbegründenden Tatsachen dabei inhaltlich zu substantiieren sind,
    damit sie unter die massgeblichen Bestimmungen des materiellen Rechts
    subsummiert werden können, bestimmt das materielle Bundesrecht. Die
    jeweiligen Anforderungen ergeben sich einerseits aus den
    Tatbestandsmerkmalen der angerufenen Norm, vorliegend aus Art. 754 OR und
    Art. 759 OR, und anderseits aus dem prozessualen Verhalten der Gegenpartei.
    Tatsachenbehauptungen müssen schon im ersten Tatsachenvortrag so korrekt
    formuliert sein, dass ein substantiiertes Bestreiten möglich ist oder der
    Gegenbeweis angetreten werden kann. Ein allzu strenger Massstab darf aber an
    die Substantiierung nicht gestellt werden. Es genügt, wenn die Tatsachen in
    einer den Gewohnheiten des Lebens entsprechenden Weise in ihren
    wesentlichen Zügen oder Umrissen behauptet worden sind. Bestreitet der
    Prozessgegner – wie vorliegend – das an sich schlüssige Vorbringen der
    behauptungsbelasteten Partei, kann diese gezwungen sein, die
    rechtserheblichen Tatsachen nicht nur in den Grundzügen, sondern so
    umfassend und klar darzulegen, dass darüber Beweis abgenommen und die
    Gegenpartei dagegen ihren Gegenbeweis antreten kann. Es besteht somit die
    Möglichkeit, Lücken in der Klage in einem zweiten Vortrag zu schliessen,
    was vorliegend die Klägerin in ihrer schriftlichen Replik vom 27. März 2013
    denn auch getan hat. Das Bundesgericht hat sich immer wieder gegen
    übertriebene Substantiierungsanforderungen der kantonalen Gerichte gewendet
    und eine vernünftig detaillierte und schlüssige Sachverhaltsdarstellung als
    genügend erachtet. So sollen die Substantiierungsanforderungen dazu dienen,
    einen fairen Prozess zu ermöglichen und den Parteien zu ihrem Recht zu
    verhelfen, und nicht, berechtigte Forderungen mit übertriebenen
    Anforderungen an die Substantiierung abzuwürgen (BGE 4C.292/2003 und 136
    III 322; Fellmann/Kottmann,
    Schweizerisches Haftpflichtrecht, Bern 2012, Rz 1418 ff.; Dolge, in: Substantiieren und
    Beweisen, Praktische Probleme, Zürich 2013, S. 22 f. und S. 35). 

    Bei der aktienrechtlichen
    Verantwortlichkeit ist nur der vom einzelnen Beklagten persönlich
    verursachte Schaden relevant. Entsprechend ist für jeden Beklagten einzeln
    ein Sockel solidarischer Haftung und allenfalls ein zusätzlicher Betrag
    individueller Schadenersatzpflicht festzustellen (Gericke/Waller, Basler Kommentar Obligationenrecht II,
    4. Auflage, Basel 2012, N. 7 zu Art. 759 OR). Die Klägerin muss im
    Prinzip mindestens den relevanten Schaden für jedes einzelne der haftpflichtigen
    Organmitglieder gesondert bestimmen und prozessual nachweisen. Gemäss
    Art. 759 Abs. 2 OR kann die Klägerin jedoch bei mehreren Beklagten
    einen Gesamtschaden einklagen und vom Gericht verlangen, dass es im
    gleichen Verfahren für jeden einzelnen Beklagten die Ersatzpflicht – und
    damit den relevanten Schaden – festsetzt. Dies entbindet die Klägerin
    davon, die je individuellen Pflichtverletzungen und Schadensbeiträge jedes
    Beklagten zu bestimmen und zu substantiieren. Die Klägerin hat nach dem
    „Grobstrahl-Prinzip“ zwar den Gesamtschaden darzustellen und das Zumutbare
    zur Individualisierung der Schadensbeiträge von Anfang an zu tun, aber die
    Bestimmung der individuellen Solidaritätsplafonds im „Feinstrahl“ – und
    damit die vor allem der individuellen Schadensverursachung und
    Pflichtversäumnisse – ist Sache des Gerichts. An der für die Verhandlungsmaxime
    kennzeichnenden Substantiierungslast der Klägerin für das Prozessthema als
    solches und an der Beweislastverteilung ändert das Gesetz dadurch jedoch
    nichts. Die Klägerin hat nach wie vor in erster Linie den Gesamtschaden zu
    substantiieren und dafür Beweis anzubieten. Dann liegt es am Gericht, die
    Mitwirkung sowohl der Klägerin wie im sachlich gebotenen Umfange auch der
    Beklagten für die Beschaffung der Prozessunterlagen insoweit zu fordern,
    als die Substantiierung und Beweisanträge für die weitere Entscheidung über
    die individuelle Ersatzpflicht jedes einzelnen Beklagten nicht ausreichen (Böckli, Schweizer Aktienrecht, 3.
    Auflage, Zürich 2004, § 18 N. 371 ff. und N. 496 ff.).

    Soweit sich Ansprüche – wie
    vorliegend – auf das Bundeszivilrecht stützen, ergibt sich das anwendbare
    Beweismass primär aus dem bundesrechtlichen Regelbeweismass, wonach ein
    Beweis als erbracht gilt, wenn das Gericht von der Richtigkeit einer
    Sachbehauptung so überzeugt ist, dass allfällige Zweifel als unerheblich
    erscheinen. Das Bundesgericht spricht von der vollen Überzeugung nach
    objektiven Gesichtspunkten (Fellmann/Kottmann,
    Schweizerisches Haftpflichtrecht, Bern 2012, Rz 1442). Nach Art. 42
    Abs. 2 OR ist der Schaden grundsätzlich ziffernmässig, also auf Franken und
    Rappen genau, zu beweisen. Jeder Schaden ist somit nach Art, Umfang und
    Zeit präzis zu beschreiben und es sind die Grundlagen dieses Schadens im
    Einzelnen genau zu nennen. Die Klägerin hat dem Gericht in der Regel eine
    Berechnung des behaupteten Schadens vorzulegen (Fellmann/Kottmann, Schweizerisches Haftpflichtrecht,
    Bern 2012, Rz 1447 und Rz 1451). 

     

    16.1. Schadenbegründung der
    Klägerin

    Vorliegend begründet die
    Klägerin ihren Schaden mit Forderungsausfällen aus Kreditengagements in den
    Jahren 2005 – 2007 mit der S.______, der T.______, der U.______, der
    W.______, der X.______ und mit V.______.

     

    16.2. Forderungsausfall
    Kreditengagement S.______

    Die Klägerin hat mit der
    S.______ nachweislich die folgenden Rahmenkreditverträge abgeschlossen:

    Rahmenkredit
    vom 1. Juli 2005 über CHF 0.5 Mio.

    Rahmenkredit vom 12. resp.
    13. Dezember 2005 über CHF 5.3 Mio.

    Rahmenkredit vom 13. März
    2006 über CHF 11.7 Mio.

    Rahmenkredit vom 25.
    Oktober 2006 über CHF 16.5 Mio.

    wobei der
    jeweils nachfolgende Rahmenkreditvertrag den vorangehenden ersetzte (siehe
    Ziffer 13 des jeweiligen Vertrages).

    Die ihr daraus gewährten Kredite
    konnte die S.______ jeweils nach ihrer Wahl wie folgt beanspruchen (siehe
    Ziffer 2 des jeweiligen Vertrages):

    als feste
    Vorschüsse,

    als variable Darlehen und
    Festdarlehen,

    als Margenlimiten
    (Devisentermingeschäfte) oder Kautionslimiten sowie

    in laufender Rechnung
    (Kontokorrent) in CHF oder in Fremdwährungen.

    Im Konkursverfahren
    über die S.______ machte die Klägerin am 16. Juli 2009 eine
    detaillierte Forderungseingabe über insgesamt:

    CHF          16'000'574.40,

    EUR               200'919.96
    und

    USD            1'788'520.60.

     Diese
    Forderungseingabe weist die Saldi der verschiedenen Bezüge im Rahmen der
    beanspruchten Rahmenkredite, aufgelaufene Zinsschulden und Gebühren,
    detailliert und in den jeweiligen Währungen aus. Sie stimmt zudem überein
    mit den entsprechenden, von der Klägerin eingereichten Posten- resp.
    Kontoauszügen. Auch die in ihrer Buchhaltung ausgewiesenen Saldi stimmen
    damit überein. Nach ständiger Praxis sind die kaufmännische Buchführung und
    ihre Bestandteile (Belege, Bücher, Buchhaltungsauszüge über Einzelkonten, Bilanzen
    oder Erfolgsrechnungen) geeignet, Tatsachen von rechtlich erheblicher
    Bedeutung zu beweisen (BGE 129 IV 130 S. 135). Deshalb und in Anbetracht
    der vorgenannten Umstände kann nachfolgend davon ausgegangen werden, dass
    die S.______ die mit der Klägerin geschlossenen Rahmenkreditverträge auch
    beansprucht hat. 

    Mit Verfügung vom 15. Januar
    2009 wurde über die S.______ der Konkurs eröffnet und die Gesellschaft
    aufgelöst. Das Konkursverfahren wurde am 6. Juli 2009 mangels Aktiven
    eingestellt. Juristische Personen gehen nach einem Konkurs unter, bei ihnen
    ist grundsätzlich nach Schluss des Konkurses nichts mehr zu holen. Daher
    werden in der Praxis gegen sie meist auch gar keine Verlustscheine ausgestellt
    (Amonn/Walther, Grundriss des
    Schuldbetreibungs- und Konkursrechts, 9. Auflage, Bern 2013, N. 31 zu §
    48). Folglich ist nach Schluss des Konkurses über die S.______ von der
    Uneinbringlichkeit oder Endgültigkeit der Kreditauszahlungen auszugehen.
    Der Umstand, dass vorliegend am 4. August 2009 der Konkurs über die
    S.______ wie