# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0fe07bfa-d111-5a0f-b49c-adf2672f54ce
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-06-03
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 03.06.2014 SB130491
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB130491_2014-06-03.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB130491-O/U/eh 
 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. P. Marti, Präsident, lic. iur. S. Volken und  

Ersatzoberrichterin lic. iur. M. Bertschi sowie der Gerichtsschreiber 

lic. iur. P. Rietmann 

Urteil vom 3. Juni 2014 

 

in Sachen 

 

A._____, 
Beschuldigter und I. Berufungskläger 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X1._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich,  
vertreten durch Staatsanwältin Dr. crim. et lic. iur. S. Steiner,  

Anklägerin und II. Berufungsklägerin 

 

sowie 

 

B._____,  
Privatklägerin und Berufungsbeklagte 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ 

betreffend  

qualifizierte Vergewaltigung etc.  
(Rückweisung der strafrechtlichen Abteilung des Schweiz. Bundesgerichts) 

- 2 - 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung,  
vom 25. November 2010 (DG100021)  

Urteil der I. Strafkammer des Obergerichtes des Kantons Zürich  
vom 19. Juli 2012 (SB110601)  

Urteil der strafrechtlichen Abteilung des Schweiz. Bundesgerichts  
vom 7. November 2013 (6B_128/2013) 

 

- 3 - 

Anklage: 
(Urk. 36A) 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 14. Januar 

2010 ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 129 S. 189ff.) 

"Das Gericht erkennt: 

1. Der Angeklagte A._____ ist schuldig 

− der Abtreibung im Sinne von Art. 118 Abs. 2 StGB; 

− der mehrfachen, teilweise versuchten einfachen Körperverletzung im Sinne 

von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Ziff. 2 Abs. 1 und 5 StGB, 

teilweise in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB; 

− der mehrfachen Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 und  

Abs. 2 lit. c StGB; 

− der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 und 2 lit. b StGB; 

− der mehrfachen Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB; 

− des qualifizierten Menschenhandels im Sinne von Art. 182 Abs. 1 und  

Abs. 2 StGB; 

− der mehrfachen, teilweise versuchten sexuellen Nötigung im Sinne von 

Art. 189 Abs. 1 StGB, teilweise in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB; 

− der qualifizierten Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 und  

Abs. 3 StGB; 

− der mehrfachen Förderung der Prostitution im Sinne von Art. 195 Abs. 3 und 

Abs. 4 StGB; 

− der mehrfachen Übertretung von Art. 19a Ziff. 1 BetmG sowie 

− der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 116 Abs. 1 lit. a und b und  

Abs. 3 lit. a AuG sowie Art. 117 Abs. 1 AuG. 

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2. Der Angeklagte wird freigesprochen vom Vorwurf 

− der Körperverletzung (bzgl. Nähen der Wunde); 

− der sexuellen Nötigung (bzgl. anales Einführen der Zigarrenhülle/  

WC-Pumpe); 

− der versuchten sexuellen Nötigung (bzgl. der Banane); 

− des Menschenhandels zum Nachteil von C._____ (bzgl. Hin und Her zwi-

schen dem Angeklagten und D._____); 

− des Menschenhandels und der Förderung der Prostitution zum Nachteil von 

E._____; 

− der Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 1 Abs. 4 BetmG sowie 

− der bandenmässigen Förderung des rechtswidrigen Aufenthalts im Sinne von 

Art. 116 Abs. 3 lit. b AuG. 

3. Der Angeklagte wird bestraft mit 10 Jahren Freiheitsstrafe (wovon 903 Tage durch 

Polizei-, Untersuchungs- und Sicherheitshaft bis und mit heute erstanden sind)  

sowie mit einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu Fr. 10.– und einer Busse von 

Fr. 200.–.  

4. Bezahlt der Angeklagte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine  

Ersatzfreiheitsstrafe von zwei Tagen. 

5. Es wird die Verwahrung des Angeklagten gemäss Art. 64 Abs. 1 StGB angeordnet. 

6. Die Geschädigten B._____, C._____, F._____ und G._____ werden mit ihren 

Schadenersatzbegehren auf den Weg des ordentlichen Zivilprozesses verwiesen. 

7. Es wird festgestellt, dass der Angeklagte gegenüber den Geschädigten H._____, 

B._____, C._____, F._____ und G._____ aus den eingeklagten Ereignissen dem 

Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfan-

ges des Schadenersatzanspruches werden die Geschädigten auf den Weg des or-

dentlichen Zivilprozesses verwiesen. 

8. Der Angeklagte wird verpflichtet, der Geschädigten H._____ Fr. 50'000.– als Ge-

nugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren 

abgewiesen. 

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9. Der Angeklagte wird verpflichtet, der Geschädigten B._____ Fr. 10'000.– als Ge-

nugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren 

abgewiesen. 

10. Der Angeklagte wird unter solidarischer Haftung mit dem Mitangeklagten D._____ 

verpflichtet, der Geschädigten C._____ Fr. 10'000.– als Genugtuung zu bezahlen. 

Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

11. Der Angeklagte wird verpflichtet, der Geschädigten F._____ Fr. 10'000.– als Ge-

nugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren 

abgewiesen. 

12. Der Angeklagte wird verpflichtet, der Geschädigten G._____ Fr. 10'000.– als Ge-

nugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren 

abgewiesen. 

13. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf 

Fr. 15'000.-- ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 595.--   Kosten der Kantonspolizei 

Fr. 288.--   Kanzleikosten Untersuchung 

Fr. 62'023.70   Auslagen Untersuchung 

Fr. 19'000.--   amtliche Verteidigung Untersuchung 

Fr. 43'997.45   amtliche Verteidigung  

 Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

14. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens sowie der 

unentgeltlichen Geschädigtenvertretungen, werden dem Angeklagten auferlegt. 

15. Die Kosten seiner amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse ge-

nommen." 

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Anträge im zweiten Berufungsverfahren SB130491: 
 

a) der Staatsanwaltschaft (Urk. 230): 

1. Verurteilung [auch] wegen Menschenhandels im Sinne von Art. 182 Abs. 1 

und 2 StGB zum Nachteil der Geschädigten B._____. 

2. Angemessene Erhöhung der Freiheitsstrafe auf 14 ½ Jahren. 

3. Kostenauflage. 

b) der Geschädigten B._____ (Urk. 231): 

1. Der Freispruch des Beschuldigten A._____ gemäss Dispositiv Ziff. 2 des Ur-

teils von 19. Juli 2012 sei aufzuheben bezüglich des Menschenhandels zum 

Nachteil von B._____. 

2. Der Beschuldigte A._____ sei in diesen Punkten [recte: in diesem Punkt] 

schuldig zu sprechen und unter Berücksichtigung der weiteren Schuldsprü-

che angemessen zu bestrafen. 

3. Der Beschuldigte A._____ sei zu verpflichten, der Geschädigten B._____ 

über die gemäss Dispositiv-Ziff. 9 des Urteils vom 19. Juli 2012  

zugesprochene Genugtuung von Fr. 10'000.-- hinaus zusätzlich eine  

Genugtuung von Fr. 20'000.-- zu bezahlen (insgesamt Fr. 30'000.--) nebst 

5% Zins seit dem 16. Februar 2008. 

4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehrwertsteuer in-

klusive der Kosten für die Geschädigtenvertretung zu Lasten des Beschul-

digten. 

 

 

 

- 7 - 

c) des Beschuldigten (Urk. 240): 

1. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf des Menschenhandels zum Nachteil der 

Geschädigten B._____ freizusprechen. 

2. Auf Ziff. 2 der Berufungsanträge der Staatsanwaltschaft II vom 14. Januar 

2014 (Erhöhung der Freiheitsstrafe) sei nicht einzutreten.  

Eventualiter sei die Freiheitsstrafe nicht zu erhöhen. 

3. Auf Ziff. 2 und 3 der Berufungsanträge der Geschädigten B._____ sei nicht 

einzutreten. 

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Staatskasse und der  

Geschädigten B._____. 

 

 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang 

1. Untersuchungsverfahren / erstinstanzliches Verfahren 

1.1. Die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich führte in Zusammenarbeit mit 
der Stadtpolizei Zürich seit Mai 2008 unter dem Operationsnamen I._____ ein 

Ermittlungsverfahren im Bereich Förderung der Prostitution etc. gegen A._____ 

(Urk. 1/7). Anlässlich einer von Beamten der Sittenpolizei Zürich am  

5. Juni 2008, ca. um 16 Uhr, durchgeführten Kontrolle in Zürich 4, an der 

Langstrasse … im …. Stock wurden im dortigen Zimmer H._____ und A._____ 

vorgefunden, wobei die anschliessende Personenkontrolle ergab, dass H._____ 

am linken Oberschenkel eine Stichverletzung hatte. In der Folge wurde die Ver-

letzte von der Sanität ins Triemlispital gebracht und A._____ in Polizeiverhaft ver-

setzt (Urk. 1/2).  

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1.2. Der Beschuldigte A._____ wurde am 5. Juni 2008 um 16.00 Uhr an der 
Langstrasse … in Zürich 4 verhaftet (Urk. 33/1) und ist seit dem 9. Juni 2008 un-

unterbrochen inhaftiert.  

1.3. Nach durchgeführter Untersuchung erhob die Staatsanwaltschaft II des  
Kantons Zürich am 14. Januar 2010 - eingegangen am 18. Januar 2010 - beim 

Bezirksgericht Zürich Anklage gegen A._____ (Urk. 36A). Mit Präsidialverfügung 

vom 19. Januar 2010 wurde die Anklage zugelassen und zur Hauptverhandlung 

auf den 25. und 26. August 2010 vorgeladen (Urk. 39). Die erstinstanzliche 

Hauptverhandlung fand unter Ausschluss der Publikumsöffentlichkeit am  

25. und 26. August 2010 statt. Die Vorinstanz verhandelte die Verfahren gegen 

den Beschuldigten A._____ sowie J._____ (SB110517), K._____ (SB110514), 

L._____ (SB110481) und M._____ gemeinsam (Prot. I S. 8 ff.). Das Urteil vom 25. 

November 2010 (Urk. 129) wurde am 1. Dezember 2010 mündlich eröffnet (Prot. I 

S. 45). Wie das Bezirksgericht am 25. November 2010 entschieden hat, wurde 

vorstehend aufgezeigt. Erwähnenswert ist an dieser Stelle, dass die Vorinstanz 

den Beschuldigten mit einer Freiheitsstrafe von 10 Jahren, abzüglich 903 Tage 

erstandene Haft, und einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu Fr. 10.- und eine 

Busse von Fr. 200.- bestrafte. Gleichzeitig ordnete es die Verwahrung des  

Beschuldigten an. 

2. Erstes Berufungsverfahren (SB110601) 

2.1. Über den Verfahrensgang im ersten Berufungsverfahren kann vorweg auf 
das Urteil der hiesigen Kammer vom 19. Juli 2012 (Urk. 183 S. 9 ff.) verwiesen 

werden. 

2.2. Mit Eingabe vom 2. Dezember 2010 erklärte der Beschuldigte Berufung  
gegen das vorinstanzliche Urteil vom 25. November 2010 (Urk. 100). Am  

3. Dezember 2010 folgte die Berufung der Staatsanwaltschaft (Urk. 101) und am 

9. Dezember jene der Geschädigten C._____ (Urk. 102) und F._____ (Urk. 103).  

2.3. Nach Zustellung des begründeten Entscheids (Urk. 108 = Urk. 129) am 31. 
Mai 2011 (Urk. 109/1-5) resp. 6. Juni 2011 (Urk. 109/7), resp. 7. Juni 2011  

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(Urk. 109/6) nannten die Staatsanwaltschaft (am 10. Juni, Urk. 83), die Geschä-

digte N._____ (am 14. Juni, Urk. 84) und die Geschädigte C._____ (am 14. Juni,  

Urk. 85) innert der angesetzten Frist ihre Beanstandungen. Anschlussberufungen 

gingen nach Mitteilung der Berufungen und Beanstandungen (Urk. 124) keine ein. 

2.4. Das Gesuch des Beschuldigten auf Bewilligung des vorzeitigen Strafvollzugs 
vom 4. November 2010 (Urk. 91) war mit Verfügung des Haftrichters des Bezirks-

gerichts Zürich vom 19. November 2010 abgewiesen worden (Urk. 92). Zurück-

kommend auf das Gesuch des Beschuldigten vom 4. November 2010 wurde  

diesem – nach Eröffnung des vorinstanzlichen Urteils – mit Präsidialverfügung 

vom 1. Dezember 2010 der vorzeitige Strafantritt bewilligt (Urk. 98, Urk. 104). 

2.5. Mit Eingaben vom 25. September 2011 (Urk. 132) und 6. Oktober 2011  
(Urk. 139) ersuchte der Beschuldigte um Entlassung des bisherigen amtlichen 

Verteidigers (RA lic.iur. X2._____) und Beigabe von RA lic.iur. X1._____  

als neuen amtlichen Verteidiger. Nach entsprechendem Schriftenwechsel  

(Urk. 140 – 142) und Anfrage bei RA lic.iur. X1._____ (Urk. 144) wurde mit  

Präsidialverfügung vom 17. Oktober 2011 (Urk. 146) RA lic.iur X2._____ als amt-

licher Verteidiger entlassen und wurde dem Beschuldigten RA lic.iur. X1._____ 

als amtlicher Verteidiger beigegeben. 

2.6. Der Entscheid der hiesigen Kammer wurde nach der am 11. und 12. Juli 
2012 durchgeführten Berufungsverhandlung am 19. Juli 2012 gefällt, nachdem 

die Parteien auf eine öffentliche Urteilsberatung verzichtet hatten (Prot. I S. 39). 

Das Urteil wurde am 19. Juli 2012 mündlich eröffnet und den Parteien kurz  

begründet (Prot. II S. 42 ff.). 

2.7. Die hiesige Kammer trat (zusätzlich zum vorinstanzlichen Entscheid) auf zwei 
Anklageziffern nicht ein. Ferner stellte sie fest, dass folgende erstinstanzliche 

Schuldsprüche mangels Anfechtung in Rechtskraft erwachsen waren (Urk. 183  

S. 164 ff.) betreffend: 

− mehrfache einfache Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 
Abs. 1 StGB in Verbindung mit Ziff. 2 Abs. 1 und 5 StGB, zum Nachteil 
der Geschädigten H._____ betreffend Zufügen von Brandwunden so-
wie kleine kreisförmige Messerverletzungen (Anklageziffer I.); 

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− sexuelle Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB zum Nachteil der 
Geschädigten H._____ betreffend Einführen von Paprika in die Vagina 
(Anklageziffer I.)]; 

− mehrfache Förderung der Prostitution im Sinne von Art. 195 Abs. 3 und 
Abs. 4 StGB [Art. 195 Abs. 3 StGB: zum Nachteil der Geschädigten 
C._____; Art. 194 Abs. 3 und 4 StGB: zum Nachteil der Geschädigten 
B._____, G._____ und F._____ (alles in Anklageziffer II.)]; 

− mehrfache Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von 
Art. 19a Ziff. 1 BetmG [Anklageziffer IV.]; 

− mehrfache Widerhandlung gegen Art. 116 Abs. 1 lit. a und b und  
Abs. 3 lit. a des Ausländergesetzes (AuG) sowie Art. 117 Abs. 1 AuG  
[Anklageziffer III.)]. 

Festgehalten wurde zudem, dass die Übertretungsbusse von Fr. 200.-- mit einer 

Ersatzfreiheitsstrafe von 2 Tagen ebenfalls in Rechtskraft erwachsen war. 

2.8. Die hiesige Kammer sprach den Beschuldigten mit Urteil vom 19. Juli 2012 
zudem schuldig (Urk. 183 S. 167 f.) 

− der Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 und 3 StGB zum 

Nachteil der Geschädigten H._____ [Anklageziffer I.], 

− des gewerbsmässigen Menschenhandels im Sinne von Art. 182 Abs. 1 

und 2 StGB [Anklageziffer II.], nämlich: 

− des Menschenhandels im Sinne von Art. 182 Abs. 1 StGB zum 
Nachteil der Geschädigten C._____ bezüglich „Rückführung“ 
(Anklageziffer II. S. 22), 

− des zweifachen Menschenhandels im Sinne von Art. 182  
Abs. 1 StGB zum Nachteil der Geschädigten G._____, 

− des zweifachen Menschenhandels sowie des zweifachen Ver-
suchs hiezu im Sinne von Art. 182 Abs. 1 StGB, teilweise in Ver-
bindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB, zum Nachteil der Geschädigten 
F._____, 

− des versuchten Menschenhandels im Sinne von Art. 182 Abs. 1 
StGB in Verbindung Abs. 2 (auch Alter) sowie mit Art. 22 Abs. 1 
StGB zum Nachteil der Geschädigten O._____, 

− des zweifachen Versuchs des Menschenhandels im Sinne von 
Art. 182 Abs. 1 in Verbindung mit Abs. 2 (auch Alter) und Art. 22 
Abs. 1 StGB zum Nachteil von zwei unbekannten Frauen; 

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− des untauglichen Versuchs des strafbaren Schwangerschaftsabbruchs 

im Sinne von Art. 118 Abs. 2 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 

StGB zum Nachteil der Geschädigten H._____ [Anklageziffer I.], 

− der mehrfachen sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB 

zum Nachteil der Geschädigten H._____ (Vorfälle betreffend Wurst, 

Vibrator, Zigarrenhülle, WC-Stöpsel, Eindringen in Anus) sowie des 

mehrfachen Versuchs hiezu im Sinne von Art. 22 Abs. 1 StGB (Vorfälle 

betreffend Besenstiel, Banane) [Anklageziffer I.], 

− der Förderung der Prostitution im Sinne von Art. 195 Abs. 3 StGB zum 

Nachteil der Geschädigten H._____ [Anklageziffer II.], 

− der Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 StGB zum Nachteil 

der Geschädigten H._____ (Würgen) [Anklageziffer I.], 

− der mehrfachen, teils versuchten Körperverletzung im Sinne von  

Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Ziff. 2 Abs. 5 StGB  

und teils in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB zum Nachteil der  

Geschädigten H._____ [Anklageziffer I.], nämlich: 

− versuchte Körperverletzung betreffend Bleichmittel (Anklage S. 9) 
− Körperverletzung betreffend Schläge vom 10./11. Mai 2008  

(Anklage S. 9/10), 
− Körperverletzung betreffend Stich in Oberschenkel  

(Anklage S. 10), 

− der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 und 2 lit. b StGB zum Nach-

teil der Geschädigten H._____ (aus dem Fenster halten) [Anklage-ziffer 

I.], 

− der mehrfachen Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB zum Nachteil der 

Geschädigten H._____ [Anklageziffer I.], nämlich: 

− Vorfall Haar-Rasur (Anklage S. 6/7) 
− Vorfälle nackt an Fenster und Türe stehen (Anklage S. 7) 
− Vorfall unter Zwang Kokain zu konsumieren (Anklage S. 8) 
− Vorfall Abwaschmittel (Anklage S. 8), 

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− der Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 1 Abs. 4 (alt)BetmG [Anklage-

ziffer I., S. 8] 

− der mehrfachen Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB in 

Verbindung mit Abs. 2 lit. c StGB zum Nachteil der H._____  

[Anklageziffer I.], nämlich 

− regelmässige Tritte und Schläge (Anklage S. 11) 
− Handtuch auf Gesicht (Anklage S. 8/9) 
− Schlag aufs Ohr (Anklage S. 8/9). 

Hingegen sprach die Kammer den Beschuldigten von folgenden Vorwürfen frei 

(Urk. 183 S. 168 f.): 

− des Menschenhandels im Sinne von Art. 182 Abs. 1 und 2 StGB  

[Anklageziffer II.], nämlich: 

− des Menschenhandels zum Nachteil der Geschädigten H._____ 
− des Menschenhandels zum Nachteil der Geschädigten B._____ 
− des Menschenhandels zum Nachteil der Geschädigten C._____ 

bezüglich des "Hin und Her" zwischen dem Angeklagten und dem 
Mitangeklagten K._____ sowie dem versuchten "Verkauf" an 
P._____ 

− des versuchten Menschenhandels zum Nachteil der Geschädig-
ten E._____, 

− der Förderung der Prostitution im Sinne von Art. 195 Abs. 3 StGB zum 

Nachteil der Geschädigten E._____ [Anklageziffer II.], 

− der mehrfachen einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123  

Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Ziff. 2 Abs. 5 StGB zum Nachteil 

der Geschädigten H._____ [Anklageziffer I.], nämlich: 

− Vorfall Stich mit Brotmesser (Anklage S. 9) 
− Vorfall Nähen der Wunde (Anklage S. 9). 

2.9. Die hiesige Kammer bestrafte den Beschuldigten mit Urteil vom 19. Juli 2012 
mit 14 Jahren Freiheitsstrafe (wovon im damaligen Zeitpunkt 1'505 Tage durch 

Untersuchungs- und Sicherheitshaft sowie vorzeitigen Strafvollzug erstanden  

waren) sowie mit einer unbedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu Fr. 10.--, 

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ferner mit einer weiteren Busse von Fr. 400.-- (verbunden mit einer Ersatz-

freiheitsstrafe von 4 Tagen). Schliesslich ordnete die Kammer die Verwahrung 

des Beschuldigten im Sinne von Art. 64 Abs. 1 lit. a StGB an (Urk. 183 S. 169). 

2.10. Dann befand die Kammer im Urteil vom 19. Juli 2012 über zahlreiche Zivil-
forderungen der Geschädigten und regelte die Kosten- und Entschädigungsfolgen 

des Untersuchungsverfahrens sowie des erst- und zweitinstanzlichen Gerichtsver-

fahrens (Urk. 183 S. 169 - 172). 

2.11. Die Parteien nahmen das schriftlich begründete Urteil vom 19. Juli 2012 am 
20. bzw. 21. Dezember 2012 in Empfang (Urk. 185). 

3. Bundesgerichtliche Verfahren 

3.1. Beschwerde der Oberstaatsanwaltschaft 

3.1.1. Die Oberstaatsanwaltschaft erhob am 31. Januar 2013 beim Bundesgericht 
strafrechtliche Beschwerde. Sie beantragte, die Freisprüche betreffend  

Menschenhandel zum Nachteil der Geschädigten H._____ und B._____ sowie 

zum Nachteil der Geschädigten C._____ bezüglich dem versuchten "Verkauf" an 

P._____ seien aufzuheben und die Sache zur  

Neubeurteilung an die hiesige Kammer zurückzuweisen (Urk. 197/2). 

3.1.2. Das Bundesgericht wies die Beschwerde der Oberstaatsanwaltschaft  
bezüglich des behaupteten Menschenhandels zum Nachteil der Geschädigten  

H._____ (Urk. 218 S. 5 - 8, E. 2) sowie bezüglich des behaupteten  

Menschenhandels zum Nachteil der Geschädigten C._____, was den versuchten 

Verkauf an P._____ betrifft (Urk. 218 S. 10 f., E. 4), mit Urteil vom 7. November 

2013 (6B_128/2013) ab. Hingegen hiess das Bundesgericht die Beschwerde be-

züglich des Menschenhandels zum Nachteil der Geschädigten B._____ gut (Urk. 

218 S. 8 - 10, E. 3). Auf die Erwägungen des Bundesgerichts wird weiter hinten 

einzugehen sein. 

3.2. Beschwerde des Beschuldigten 

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3.2.1. Der Beschuldigte reichte am 1. Februar 2013 (Urk. 199/2) beim Bundes-
gericht eine strafrechtliche Beschwerde ein. In materieller Hinsicht beantragte er 

die Aufhebung der Verwahrung. Der Beschuldigte liess auch das psychiatrische 

Gutachten kritisieren. 

3.2.2. Mit Urteil vom 7. November 2013 (6B_137/2013) wies das Bundesgericht 
die Beschwerde des Beschuldigten ab - und damit auch die Kritik am psychiatri-

schen Gutachten. Das Bundesgericht hielt unter anderem fest, die hiesige  

Kammer habe angesichts der äusserst hohen Rückfallgefahr und der Schwere 

der zu befürchtenden Taten kein Bundesrecht verletzt, indem sie das öffentliche 

Interesse nach Sicherheit stärker gewichtet habe als die Freiheit des Beschuldig-

ten (Urk. 215 S. 7, E. 3.6.2.). Abschliessend führte das Bundesgericht zur  

Beschwerde des Beschuldigten aus, in Anbetracht der Anlasstaten des Beschul-

digten, des äusserst hohen Rückfallrisikos, der Schwere der zu befürchtenden  

Taten und weil für die Anordnung einer weniger einschneidenden Massnahme 

gemäss Gutachten kein Raum bestehe, erweise sich die Verwahrung als verhält-

nismässig (Urk. 215 S. 8, E. 3.6.3. am Ende). 

4. Zweites Berufungsverfahren nach Rückweisung durch das Bundesgericht 
(SB130491) 

4.1. Die Akten gingen nach der Rückweisung durch das Bundesgericht am  
20. November 2013 wieder bei der hiesigen Kammer ein. 

4.2. Nachdem sich die Parteien damit einverstanden erklärt hatten, das  
Berufungsverfahren schriftlich fortzusetzen (Urk. 221 - 227), wurde mit Verfügung 

vom 18. Dezember 2013 das schriftliche Verfahren angeordnet und der Staats-

anwaltschaft sowie der Geschädigten B._____ Frist angesetzt, abschliessend die 

Berufungsanträge zu stellen und zu begründen sowie letztmals Beweisanträge zu 

stellen (Urk. 228). 

4.3. Mit Eingaben vom 14. Januar 2014 (Urk. 230) und 20. Januar 2014 (Urk. 231) 
kamen die Staatsanwaltschaft und die Geschädigte B._____ dieser Aufforderung 

nach. Auf ihre Ausführungen ist - soweit erforderlich - weiter hinten einzugehen. 

- 15 - 

4.4. Mit Verfügung vom 21. Januar 2014 (Urk. 233) wurde dem Beschuldigten 
Frist angesetzt, um seine Berufungsantwort einzureichen und letztmals Beweis-

anträge zu stellen. Gleichzeitig wurde der Vorinstanz Gelegenheit zu einer  

Vernehmlassung angesetzt. 

4.5. Während die Vorinstanz sinngemäss auf eine Stellungnahme verzichtete 
(Urk. 235), reichte der Beschuldigte am 5. März 2014 (Urk. 240) innert zwei Mal 

erstreckter Frist seine Berufungsantwort ein. 

4.6. Mit Verfügung vom 7. März 2014 (Urk. 242) wurde der Staatsanwaltschaft 
und der Geschädigten B._____ Gelegenheit für eine Replik gegeben.  

Während seitens der Geschädigten B._____ keine Eingabe erfolgte, liess sich die 

Staatsanwaltschaft mit Eingabe vom 11. März 2014 vernehmen  

(Urk. 244). am 31. März 2014 (Urk. 245) wurde dem Beschuldigten die Möglich-

keit für eine Duplik eingeräumt. Der Beschuldigte teilte am 8. April 2014 (Urk. 247) 

mit, es erübrige sich eine weitere Stellungnahme, nachdem sich die Staats-

anwaltschaft mit seiner Berufungsantwort nicht einlässlich befasst habe. 

4.7. Das Verfahren erweist sich als spruchreif. 

II. Prozessuales 

1. Anwendbares Prozessrecht 

1.1. Im ersten Berufungsverfahren 

Das Urteil der Vorinstanz datiert vom 25. November 2010. Am 1. Januar 2011 trat 

die Schweizerische Strafprozessordnung in Kraft. Gemäss Art. 453 Abs. 1 StPO 

werden Rechtsmittel gegen Entscheide, welche vor Inkrafttreten dieses Gesetzes 

gefällt wurden, nach bisherigem Recht von den bisher zuständigen Behörden  

beurteilt. Deshalb gelangte im ersten Berufungsverfahren das kantonale Prozess-

recht (StPO/ZH und GVG/ZH) zur Anwendung. 

1.2. Im zweiten Berufungsverfahren 

- 16 - 

Gemäss Art. 453 Abs. 2 StPO ist stets neues Prozessrecht anwendbar, wenn ein 

Verfahren - wie vorliegend - vom Bundesgericht zur neuen Beurteilung zurück-

gewiesen wird. Mithin ist für das aktuelle Berufungsverfahren - soweit es das Ver-

fahrensrecht betrifft - die eidgenössische Strafprozessordnung massgebend. 

Hinzuweisen ist, dass jene Verfahrenshandlungen, die vor Inkrafttreten der  

eidg. Strafprozessordnung angeordnet oder durchgeführt wurden, ihre Gültigkeit  

behalten (Art. 448 Abs. 2 StPO). 

2. Rückweisung und Bindungswirkung 

2.1. Es stellt sich vorab die Frage, inwieweit der durch das Bundesgericht aufge-
hobene Entscheid des Obergerichts des Kantons Zürich vom 19. Juli 2012 über-

prüft werden kann und muss. 

2.2. Die Bindungswirkung bundesgerichtlicher Rückweisungsentscheide ergibt 
sich nicht aus dem kantonalen Recht, sondern ausschliesslich aus dem Bundes-

recht. Früher wurde sie für Zivil- und Strafsachen in Art. 66 Abs. 1 OG bzw. 

Art. 277ter BStP ausdrücklich statuiert, heute ergibt sie sich (unverändert) aus dem 

ungeschriebenen Bundesrecht, da diese Bestimmung wegen ihrer Selbst-

verständlichkeit nicht ins neue Bundesgerichtsgesetz überführt wurde (Urteil des 

Bundesgerichts 6B_1161/2013 vom 14. April 2014 E. 1.2; BGE 135 III 334 E. 2.1; 

siehe Urteil 1B_183/2010 vom 14. Juli 2010 E. 2; vgl. auch Botschaft vom  

28. Februar 2001 zur Totalrevision der Bundesrechtspflege, BBl 2001 IV 4346 

Ziff. 4.1.4.5). Im Falle eines bundesgerichtlichen Rückweisungsentscheids hat die 

mit der Neubeurteilung befasste kantonale Instanz die rechtliche Beurteilung, mit 

der die Rückweisung begründet wird, ihrer Entscheidung zugrunde zu legen.  

Aufgrund der Bindungswirkung ist es den nochmals mit der Sache befassten  

Gerichten wie den Parteien verwehrt, der Überprüfung einen anderen als den  

bisherigen Sachverhalt zu unterstellen oder die Sache unter rechtlichen Gesichts-

punkten zu prüfen, die im Rückweisungsentscheid ausdrücklich abgelehnt oder 

überhaupt nicht in Erwägung gezogen worden sind (BGE 135 III 334 E. 2 und 

E. 2.1 S. 335 f. mit Hinweisen; vgl. hierzu auch Urteile des Bundesgerichts 

6B_372/2011 vom 12. Juli 2011 E. 1, 6B_1013/2010 vom 17. Mai 2011 E. 2.1 und 

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- 17 - 

6B_754/2010 vom 4. April 2011 E. 2.2.1). Die kantonale Instanz hat sich bei der 

neuen Entscheidung damit auf das zu beschränken, was sich aus den Erwägun-

gen des Bundesgerichtsentscheids als Gegenstand der neuen Beurteilung ergibt. 

Im Falle einer Kassation des Urteils infolge Gutheissung einer Beschwerde in 

Strafsachen soll folglich nicht das ganze Verfahren neu in Gang gesetzt werden, 

sondern nur insoweit, als dies notwendig ist, um den verbindlichen Erwägungen 

des Bundesgerichts Rechnung zu tragen (BGE 123 IV 1 E. 1; 117 IV 97 E. 4). 

Dementsprechend hat sich die hiesige Kammer von Bundesrechts wegen nur 

noch mit den Punkten zu befassen, die das Bundesgericht kassierte und kann das 

Verfahren nicht mehr auf darüber hinausgehende Fragen ausgedehnt werden. 

2.3. Die Verteidigung des Beschuldigten rügte vor Bundesgericht lediglich, dass 
die hiesige Kammer keine Verwahrung hätte anordnen dürfen. Das Bundesgericht 

wies diese Beschwerde ab. Dies bedeutet, dass es bei der Anordnung einer Ver-

wahrung im Sinne von Art. 64 Abs. 1 lit. a StGB bleibt. 

2.4. Die Oberstaatsanwaltschaft rügte einzig die Freisprüche vom Vorwurf  
des Menschenhandels zum Nachteil der Geschädigten H._____ und B._____ so-

wie zum Nachteil der Geschädigten C._____ bezüglich des versuchten "Verkaufs" 

an P._____. Wie weiter oben dargelegt, wies das Bundesgericht die Beschwerde 

bezüglich der Freisprüche vom Vorwurf des Menschenhandels zum Nachteil der 

Geschädigten H._____ und C._____ ("Verkauf" an P._____) ab. Mithin sind diese 

Freisprüche nicht mehr zu thematisieren. Es kann in diesem Zusammenhang auf 

die zutreffenden Erwägungen im  

Urteil der hiesigen Kammer vom 19. Juli 2012 (Urk. 183) verwiesen werden.  

Hingegen hat das Bundesgericht - wie dies weiter vorn ebenfalls ausgeführt  

wurde - die Beschwerde der Oberstaatsanwaltschaft hinsichtlich des Freispruchs 

vom Vorwurf des Menschenhandels zum Nachteil der Geschädigten B._____ gut-

geheissen. Dieser Freispruch ist daher zu überprüfen. 

2.5. Gegenstand des neuen Berufungsverfahrens bildet demnach einzig noch der 
erwähnte Freispruch vom Vorwurf des Menschenhandels zum Nachteil der  

Geschädigten B._____ (Teil von Dispositivziffer 2 des Urteils vom 19. Juli 2012), 

die gegen den Beschuldigten auszufällende Freiheitsstrafe (Dispositiv-ziffer 3 des 

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- 18 - 

Urteils vom 19. Juli 2012) sowie die Genugtuungsforderung der  

Geschädigten B._____ (Dispositivziffer 9 des Urteils vom 19. Juli 2012). Die Fest-

stellung der hiesigen Kammer, wonach der Beschuldigte (auch) gegenüber der 

Geschädigten B._____ aus den jeweils eingeklagten Ereignissen (soweit 

Schuldsprüche erfolgen) dem Grundsatz nach vollumfänglich schadenersatz-

pflichtig ist, wobei (auch) B._____ zur genauen Feststellung ihres Schadenan-

spruches auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen wurde (Dispositivziffer 7 des 

Urteils vom 19. Juli 2012), hat nach wie vor ihre volle Gültigkeit. Es besteht auch 

kein Anlass, an der Kosten- und Entschädigungsregelung, wie sie im Urteil der 

hiesigen Kammer vom 19. Juli 2012 vorgenommen wurde (Dispositivziffern  

13 - 15), etwas zu ändern, sind doch weder der Beschuldigte noch die Geschädig-

te B._____ durch jene Regelungen - bezogen auf die im aktuellen  

Berufungsverfahren zu klärenden Punkte - beschwert. 

2.6. Jene Punkte, die bereits im ersten Berufungsverfahren unangefochten und 
daher bereits in Rechtskraft erwachsen waren, sind in diesem Verfahren ohnehin 

nicht mehr in Erwägung zu ziehen. Betreffend die im Übrigen durch das Bundes-

gericht mit Urteil vom 7. November 2013 (Urk. 218) nicht beanstandeten  

oder abgewiesenen Punkte des Urteils der hiesigen Kammer vom 19. Juli 2012 

kann sodann auf die zutreffenden Erwägungen dieses im ersten Berufungs-

verfahrens gefällten Urteils (Urk. 183) verwiesen werden.  

III. Schuldpunkt betreffend Menschenhandel zum Nachteil der Geschädigten 
B._____ 

1. Beurteilung durch das Bezirksgericht 

Das Bezirksgericht hielt in seinem Urteil vom 25. November 2010 zum eingeklag-

ten Menschenhandel zum Nachteil von B._____ folgendes fest (Urk. 129  

S. 98 ff.): 

"2. Tathandlungen zum Nachteil B._____ 

2.1. Anklagevorwurf 

 Dem Angeklagten wird vorgeworfen, er habe der Geschädigten 
B._____ gesagt, dass es in der Schweiz gute Verdienstmöglichkeiten 
als Prostituierte gebe. Dabei habe er gewusst, dass sie unter Geldnot 

- 19 - 

gelitten habe. Er sei dann Anfangs Februar 2008 mit ihr in die 
Schweiz gefahren, damit sie für ihn als Prostituierte arbeiten könne. 
Am gleichen Abend der Ankunft in der Schweiz habe die Geschädigte 
B._____ ihre Arbeitstätigkeit aufnehmen müssen, wobei der Ange-
klagte ihr die Arbeitszeiten vorgegeben habe, die Preise für die sexu-
ellen Dienstleistungen bestimmt habe sowie die Dauer für die sexuel-
len Leistungen vorgegeben habe. Weiter habe B._____ dem Ange-
klagten entgegen deren Abmachung, wonach sie nach  
Abzug der Reisekosten dem Angeklagten 50 % ihrer Einnahmen ab-
geben müsse, ihre gesamten Einnahmen geben müssen. Dabei habe 
er ihr gegenüber vorgegeben, das Geld für sie zu verwalten, habe ihr 
dann aber das ihr zustehende Geld nach Abschluss ihrer Tätigkeit 
nicht zurück gegeben. Weiter sei B._____ bei ihrer Tätigkeit als Pros-
tituierte vom Angeklagten überwacht und kontrolliert worden. Auch 
habe der Angeklagte - so die Anklageschrift weiter - die  
Geschädigte systematisch unter Druck gesetzt und sie eingeschüch-
tert und sei ihr gegenüber auch handgreiflich geworden, habe ihr ein 
Mal eine Ohrfeige gegeben und sie gestossen und sie auch mal ver-
sucht mit dem Fuss zu treten, worauf die Geschädigte geweint und 
vor Schreck in die Hose gemacht habe. Darauf hin habe die Geschä-
digte nach Ungarn zurück kehren wollen, was der Angeklagte ihr  
untersagt habe (act. 36A S. 17 ff.). 

2.2. Erstellung des Sachverhaltes 

2.2.1. Aussagen der Geschädigten B._____ 

 Anlässlich ihrer Einvernahme in Ungarn vom 7. Juli 2009 stritt 
B._____ zunächst ab, für einen Zuhälter in der Schweiz  
gearbeitet zu haben und machte geltend, selbständig und ohne  
Gewalteinwirkungen und freiwillig der Prostitution nachgegangen zu 
sein. Etwa in der Hälfte der Einvernahme änderte sie dann ihr Aus-
sageverhalten und erzählte, wie sie in die Schweiz gebracht wurde, 
dort für Zuhälter gearbeitet habe und auch verkauft worden sei.  

 Anlässlich ihrer Einvernahme in Ungarn vom 10. Juli 2009 führ-
te B._____ aus, als sie den Angeklagten, welchen sie bereits gekannt 
habe, getroffen habe, habe ihr dieser gesagt, dass sie in der Schweiz 
mit der Prostitution eine gute Verdienstmöglichkeit habe und er ihr 
dabei helfen könne. Sie sei damit einverstanden gewesen. Vor der 
Reise in die Schweiz habe sie mit dem Angeklagten nichts  
Konkretes betreffend die Arbeitstätigkeit besprochen (act. 16/1 S. 6). 
Sodann gab die Geschädigte B._____ zu Protokoll, die Aussage des 
Angeklagten, wonach ihr Freund dem Angeklagten gesagt habe, er 
bezahle ihm täglich Fr. 100.-- wenn sie gut arbeite, sei eine  
Geschichte und könne nicht stimmen. Sie habe keinen Freund in der 
Schweiz. Sie habe dem Angeklagten 50 % vom verdienten Geld ab-
geben müssen, was durch tägliche Abrechnung geschehen sei. Sie 
habe ihm sogar mehr als 50 % gegeben, weil sie im Nachhinein auch 
noch die Reisekosten in die Schweiz habe bezahlen müssen. Sie sei 
ca. während einem Monat in der Schweiz gewesen. Sie habe täglich 
zwischen Fr. 500.-- und Fr. 700.-- verdient und sei nach einem Monat 
mit 30'000 HUF nach Hause gereist, weil sie von ihren 50 % den 

- 20 - 

Grossteil auch dem Angeklagten für die Reisekosten gegeben habe. 
Natürlich habe sie ihm das verlangte Geld gegeben, da sie grosse 
Angst vor ihm gehabt habe. Dass es einen Freund gegeben habe, 
welcher möglicherweise einen Teil des von der Geschädigten 
B._____ erarbeiteten Geldes ohne deren Wissen erhalten hätte,  
bestritt sie immer wieder. Sodann führte die Befragte weiter aus, dass 
sie direkt nach ihrer Ankunft in der Schweiz ihre Arbeit aufgenommen 
habe. Sie sei vom Angeklagten auf den Platz begleitet und von  
diesem dort dann auch überwacht worden. Auf Frage bestätigte sie, 
dass ihr der Angeklagte vorgeschrieben habe, von 20 bis 4 Uhr auf 
dem Strassenstrich zu arbeiten (act. 16/1 S. 9 ff.). Zu ihrem Verdienst 
führte B._____ detailliert aus, es sei so gewesen, dass sie dem An-
geklagten die gesamten täglichen Einnahmen habe abgeben  
müssen. Gemäss Abmachung hätten davon 50 % dem Angeklagten 
und 50 % ihr gehört. Aus ihrem Anteil habe der Angeklagte ihr Kleider 
und Lebensmittel gekauft und manchmal habe er ihr Fr. 20.-- für den 
Ausgang gegeben. Die übriggebliebene Summe hätte sie am Ende 
erhalten sollen, was aber nicht geschehen sei. Für die Hin- und Rück-
reise habe der Angeklagte ihr insgesamt 160.000 HUF abgezogen. 
Bei ihrer Prostitutionstätigkeit seien sie vom Angeklagten von der 
Brücke aus überwacht worden, damit sie die ganzen Einnahmen  
hätten verfolgen und sie nichts für sich auf die Seite hätte tun können. 
So hätten sie die Freier zählen und danach sofort das Geld weg 
nehmen können. Während des Tages seien die Freier jeweils im  
Hotel bedient worden, dann sei der Angeklagte vor der Türe gestan-
den. Bei anderen Orten habe der Angeklagte sie aus der Ferne aus 
dem Auto aus beobachtet. In der Folge schilderte B._____  
einen Vorfall, bei welchem es Streit mit dem Angeklagten wegen der 
Abrechnung eines Freiers gegeben habe, in dessen Folge der Ange-
klagte sie weg gestossen habe. Danach habe ihr Ellbogen geblutet 
und er habe sie mit dem Fuss treten wollen, was aber nicht gelungen 
sei. Danach habe der Angeklagte sie zu oralem Sex zwingen wollen, 
was aber schliesslich nicht zustande gekommen sei. Sie sei sehr  
erschrocken, habe geweint und nach Hause gehen wollen, was der 
Angeklagte aber nicht erlaubt habe. Am Ende habe sie doch nach 
Hause gehen können, weil ihre Mutter sie mit einer Vermissten-
anzeige gesucht habe (act. 16/1 S. 11 f.). 

 Anlässlich ihrer Zeugeneinvernahme vom 27. August 2009 
machte die Geschädigte B._____ übereinstimmende Aussagen wie 
bereits anlässlich ihrer früheren Einvernahme in Ungarn. Ergänzend 
führte sie an, sie habe sich vor ihrem Aufenthalt in der Schweiz in 
Ungarn nicht prostituiert. Sie habe sich auf das Angebot des Ange-
klagten eingelassen, weil sie sich von ihrem Mann getrennt und kein 
Geld gehabt habe. Weil sie das noch nie gemacht und nicht gewusst 
habe, was da auf sie zukomme, habe sie die Idee gut gefunden. Sie 
habe während acht Klassen die Grundschule besucht. Sie hätte  
damals keine andere Arbeitsstelle finden können, weil es niemanden 
gegeben habe, der mit ihr weg gegangen wäre und auf dem Land 
gebe es keine Arbeitsmöglichkeiten. Sodann konkretisierte sie auf 
Befragen, der Angeklagte habe ihr gesagt, sie dürfe mit den Freiern 
10 Minuten zusammen sei und sie müssten das Geld vorher ver-
langen. Ausserdem sei ihr vom Angeklagten vorgeschrieben worden, 

- 21 - 

sie müsse täglich Fr. 500.-- verdienen, wobei die Dienstleistung  
zwischen Fr. 50.-- bis Fr. 100.-- gekostet habe. Weiter machte die 
Zeugin folgende Angaben: Am ersten Tag habe sie noch nicht so viel 
verdient, weil sie kein Deutsch verstanden habe und sie etwas Zeit 
gebraucht habe, um sich einzuarbeiten. Sodann erwähnte sie einen 
Vorfall bei welchem sie Streit mit dem Angeklagten gehabt habe. Sie 
erzählte, bei einem Stammkunden habe sie das Geld nicht im Voraus 
verlangt und dann habe sich herausgestellt, dass er keines gehabt 
habe. Dem Angeklagten habe sie dann gesagt, sie habe das Geld 
nach dem Erhalt in eine Schublade getan und der Freier habe es 
wohl gestohlen, was dieser aber nicht geglaubt habe mit der Argu-
mentation, er hätte das Geräusch der Schublade gehört. Bei diesem 
Vorfall habe er sie nicht geschlagen, aber er habe sie angeschrien, 
weshalb es bei ihr zu einer Veränderung gekommen sei. Schliesslich 
erwähnte die Zeugin noch, sie habe das Schweizer Geld nie gekannt 
und kenne es auch heute noch nicht (act. 16/3 S. 5 ff.). Auf ent-
sprechende Frage führte B._____ sodann aus, es sei eine schwere 
Arbeit für sie gewesen und sie habe lange Zeiten arbeiten müssen. 
Sie habe wohl Träume gehabt, aber weil sie nicht mehr mit ihrem 
Mann zusammen gewesen sei, habe sie nicht gewusst, was sie in 
Ungarn erwarten würde. Mit ihrer Mutter habe sie wegen des  
Streites mit ihrem Mann auch keinen guten Kontakt mehr gehabt und 
ihr Sohn sei bei ihrer Mutter gewesen. Ihre Ausführungen auf die 
Frage, ob sie schon früher hätte nach Hause gehen wollen, wonach 
die Zeit hier sehr schnell vergangen und schon vorher sicher ge-
wesen sei, dass sie am tt. oder tt. März für den Geburtstag ihres 
Sohnes zu Hause sein werde, widersprechen in gewisser Weise ihren 
früheren Aussagen betreffend der Vermisstenanzeige ihrer Mutter. 
Später in derselben Einvernahme wurde sie auf diese Unstimmigkeit 
angesprochen. Sie führte noch aus, es sei von Anfang an ein Monat 
abgemacht gewesen wegen des Geburtstages ihres Sohnes. Nach 
der Intervention ihrer Mutter hätten sie zunächst noch wie die Tiere 
arbeiten müssen, um die Rückreisekosten zu verdienen und das Auto 
des Angeklagten sei noch abgeschleppt worden, was auch noch  
habe bezahlt werden müssen. Am Schluss sei sie erst einen Tag 
nach dem Geburtstag ihres Sohnes zu Hause gewesen. Die Zeugin  
erzählte dann noch von einem anderen Vorfall, als sie von einem 
Kunden nicht bezahlt wurde, weshalb es Streit mit dem Angeklagten 
gegeben habe. Sie sei sich nicht mehr sicher, glaube aber, dass es 
am nächsten Tag gewesen sei, als der Angeklagte sie geschlagen 
habe. Er habe sie auch mit dem Fuss treten wollen, aber sie habe 
ausweichen können. Dann habe er seinen Hosenreissverschluss  
runterziehen wollen und sie habe ihm gesagt, er solle es nicht tun. 
Schliesslich habe er es auch nicht gemacht. Weshalb er den Reiss-
verschluss habe öffnen wollen, wisse sie nicht. Auf ihre anders  
lautende Aussage in Ungarn hingewiesen, meinte die Geschädigte, 
das stimme nicht. Ausweichend meinte sie dann noch, sie habe die 
Augen zugemacht, als sie auf dem Bett gewesen sei. Die Sache mit 
dem blutenden Ellbogen sei nochmals ein anderer Vorfall gewesen, 
als sie den Angeklagten angelogen habe, um Q._____ zu schützen, 
weil diese nicht so viel verdiene, habe er ihr eine Ohrfeige verpasst 
und sie sei auf den Ellbogen gefallen. Danach sei sie zu den anderen 
Mädchen ins Zimmer gerannt und der Angeklagte habe sie wieder  

- 22 - 

zurück geholt und ihr gesagt, er möge es nicht, wenn man ihn anlüge. 
Danach habe er sie nicht mehr geschlagen. Auf Frage konkretisierte 
sie, die Ohrfeige sei nicht so stark gewesen, es habe keine grünen 
oder blauen Flecken gegeben. Danach habe er sie gestossen, worauf 
sie umgefallen sei (act. 16/3 S. 11 f.). Weiter führte sie aus, der  
Angeklagte habe immer auf sie aufgepasst, damit ihnen nichts 
Schlimmes passiere. Deshalb hätten sie ihn auch fragen müssen, 
wenn sie zum Beispiel in die Disco gehen wollten um sich zu amüsie-
ren (act. 16/3 S. 15). Diese Zeit in der Schweiz sei schlimm für sie 
gewesen und sie wolle das nie mehr machen. Sie habe das in der 
Schweiz Vorgefallene nicht vergessen und verarbeiten können. Sie 
habe sich deswegen nie behandeln lassen, aber sie habe manchmal 
Störungen in den Beinen und Depressionen gehabt. Zur Kontrolltätig-
keit des Angeklagten meinte die Zeugin noch, sie habe ein Mal einen 
Mann ins Hotelzimmer gebracht und mit ihm Fr. 100.-- für „komplett“ 
abgemacht. Der Angeklagte habe dann die Zimmertüre geöffnet und 
gefragt, weshalb sie sich ausziehe für Oralsex. Auf Ergänzungsfrage 
der Geschädigtenvertreterin gab die Zeugin zu Protokoll, sie sei 
durch die Schläge des Angeklagten H._____ gegenüber verängstigt 
und eingeschüchtert gewesen (act. 16/3 S. 18 f.).  

2.2.2. Aussagen der Geschädigten F._____ 

 F._____ erzählte gegenüber der Stadtpolizei von einem Vorfall, 
als der Angeklagte der Geschädigten B._____ eine Ohrfeige gab, so 
dass sie aufs Bett flog. Als sie wieder aufrecht  
gesessen sei, habe er sie mit dem Fuss in die Seite getreten. Es  
seien nicht so starke Schläge gewesen, sie habe wohl aus Angst in 
die Hosen uriniert. Dann habe der Angeklagte sie (F._____) gefragt, 
ob sie auch etwas kriegen wolle. Sie habe dann noch  
gesehen, wie der Angeklagte sich vorbereitet habe um sein Glied 
hervorzuholen, dann habe sie das Zimmer verlassen müssen. Das  
alles sei geschehen, nachdem sie mit B._____ ein Dreiergeschäft 
gehabt habe, wobei sie vom Kunden bezahlt worden sei und B._____ 
nicht (act. 18/2 S. 10).  

 Auch als Zeugin führte F._____ aus, der Angeklagte habe 
B._____ ein Mal einen Schlag mit dem Fuss und ein Mal mit der 
Faust verpasst. Sie wisse nicht mehr weshalb. Wahrscheinlich habe 
B._____ etwas falsch gemacht. B._____ sei aufs Bett gestürzt und 
vor Angst habe sie Urin abgelassen. Sie habe geweint, es habe ihr 
bestimmt weh getan. Sie erinnere sich nicht mehr, was dann passiert 
sei. Wahrscheinlich sei sie dann aus dem Zimmer gegangen (act. 
18/4  
S. 18 f.). 

2.2.3. Aussagen der Geschädigten H._____ 

 Gemäss Zeugenaussagen der Geschädigten H._____ wusste 
die Geschädigte B._____ vor ihrer Reise in die Schweiz, dass sie dort 
in der Prostitution arbeiten werde (act. 8/6 S. 8 f.). Diese machte so-
dann die Angaben, dass sie jeweils zusammen mit der Geschädigten 
B._____ an den Arbeitsplatz gegangen sei, sie etwa gleich lange ge-

- 23 - 

arbeitet und in etwa gleich viel eingenommen hätten, wobei auch ihr 
Geld zum Angeklagten gegangen sei (act. 8/6 S. 14).  

2.2.4. Aussagen des Angeklagten 

 Anlässlich einer Einvernahme vom 21. Januar 2009 gab der 
Angeklagte auf die Frage, in welchem Zusammenhang er mit 
B._____ zu tun gehabt habe, zunächst eine völlig ausweichende, die 
Frage nicht beantwortende Antwort. Nach Wiederholen der Frage 
führte er dann aus, er habe nichts mit ihr zu tun gehabt. Sie seien zu-
sammen in die Schweiz gekommen. B._____ sei hierher gekommen 
um als Prostituierte Geld zu verdienen. Dabei habe sie für sich selber 
gearbeitet (act. 2/16 S. 2). Sehr viel weiter hinten in derselben Ein-
vernahme wiederholte der Angeklagte zunächst, B._____ habe nicht 
für ihn gearbeitet, sondern für sich selbst, nur um dann sogleich fort-
zufahren, ihr Freund habe ihm gesagt, wenn B._____ gut verdienen 
werde, würde er ihm täglich Fr. 100 bezahlen. Aber B._____ solle das 
nicht  
erfahren und glauben, dass sie mit ihm auf der Basis 50:50 arbeite. 
Sie habe ihm dann auch tatsächlich 50 % abgeliefert. Als er nach 
Ungarn gegangen sei, habe er das Geld (ca. Fr. 5000 bis 6000) ihrem 
Freund gegeben, aber dieser habe ihm das Geld zurück gegeben. Er 
könne sich nicht mehr genau daran erinnern. Nach Vorhalt, dass sich 
aus den Meldebestätigungen von B._____, G._____ und F._____ er-
gebe, dass alle diese drei Frauen zum Angeklagten gehören würden, 
meinte dieser dann, das bestreite er ja gar nicht (act. 2/16 S. 19 f.).  

 Anlässlich seiner Einvernahme vom 3. Februar 2009 räumte der 
Angeklagte ein, es stimme, dass die Geschädigte B._____ ihm das 
verdiente Geld abgegeben habe. Sie habe täglich nur etwa Fr. 200.-- 
bis Fr. 300.-- verdient und viel Kokain konsumiert. Dabei habe 
B._____ aber jeden Tag Geld von ihm bekommen und sie habe auch 
Geld  
bekommen als sie nach Hause gegangen sei (act. 2/17 S. 9).  

 In der Einvernahme vom 19. Februar 2009 führte der Angeklag-
te aus, er habe B._____ nie etwas angetan. Es sei nie etwas passiert 
(act. 2/20 S. 24).  

 Dem Angeklagten wurde von der Staatsanwaltschaft am  
18. September 2009 die Möglichkeit eingeräumt, zu den Aussagen 
von B._____ Stellung zu nehmen. In diesem Zusammenhang liess er 
einen Brief mit seiner Stellungnahme einreichen, worin stand, keine 
der Frauen habe bestätigt, dass diese von morgens 9 Uhr bis am 
nächsten Morgen um 3 oder 4 Uhr hätten arbeiten müssen.  
Sodann habe er ihr den Ort wo sie arbeiten müsse, nicht gezeigt,  
habe er doch diesen auch nicht gekannt, weil er mit ihr zusammen 
das erste Mal in die Schweiz eingereist sei. Auch habe er ihr nicht 
gesagt, wie viel sie für welche Dienstleistung verlangen solle. Sodann 
habe sie nie Fr. 500 an einem Tag verdient, sondern weniger, etwa 
Fr. 200 bis 300. Das Geld habe sie nicht ihm sondern H._____ ge-
geben. B._____ habe ihren Anteil bekommen. Dies mit ihrem Freund  
zusammen. Bezüglich des Streits mit der Geschädigten B._____ 

- 24 - 

stellte sich der Angeklagte auf den Standpunkt, Q._____ und 
B._____ hätten sich mit ihren Aussagen abgesprochen und bis 
B._____ dann in der Schweiz  
gewesen sei, habe sie ein Durcheinander gehabt. Sodann erwähnte 
der Angeklagte noch, wenn jemand unter Druck gesetzt und terrori-
siert werde, sage er doch nicht, dass ein solcher Monat schnell vorbei 
gehe. Genau das habe sie aber ausgesagt. Ausserdem sei es selt-
sam, dass alle Frauen davon sprechen würden, bedroht worden zu 
sein, aber seltsamerweise sei bis jetzt keiner ein Haar gekrümmt 
worden (act. 2/29 S. 1 f.). Auf Befragen führte der Angeklagte weiter 
aus, er könne sich nicht mehr daran erinnern, was er der Geschädig-
ten B._____ gesagt habe, als sie sich das erste Mal gesehen und 
über die Reise in die Schweiz gesprochen hätten. Was er aber sicher  
wisse sei, dass sie zusammen mit ihrem Freund R._____ zu ihm ge-
kommen sei und gesagt habe, sie wolle als Prostituierte arbeiten  
(act. 2/29 S. 2 f.). Bezüglich der Einreise in Schweiz bezeichnete der 
Angeklagte die Aussagen von B._____ als zutreffend (act. 2/29 S. 4). 
Zu den von der Geschädigten B._____ geschilderten Vorfällen meinte 
der Angeklagte, er habe mit ihr nie Streit gehabt. Das habe sie sich 
alles ausgedacht, bzw. mit Q._____ abgesprochen. Man könne doch 
nicht hören, wenn in einem anderen Zimmer eine Schublade gehe 
(act. 2/29 S. 5). Darauf angesprochen, ob dem Angeklagten die  
Lebensumstände von B._____ in Ungarn bekannt gewesen  
seien, antwortete er nur, er wisse, dass sie auf jeden Fall mit  
schmutzigen Kleidern zu ihm gekommen sei (act. 2/29 S. 7). Sodann 
gab der Angeklagte zu Protokoll, die Geschädigte B._____ hätte je-
derzeit nach Hause reisen können. Es sei abgemacht gewesen, dass 
sie bis März bleibe und das habe sie ja auch gemacht (act. 2/29 S. 8).   

 Anlässlich seiner Schlusseinvernahme führte der Angeklagte 
zur Geschädigte B._____ aus, ihr sei von niemandem gesagt worden, 
sie müsse zwischen Fr. 200 und Fr. 700 verdienen. Sie sei auch nicht 
überwacht worden, weder von Kapitän noch von S._____, weder von 
der Brücke noch von einem anderen Ort. Er habe auch nie mit einem 
dieser beiden zusammen gearbeitet. Ausserdem sage die Geschä-
digte B._____ selber, sie sei auch gratis mit einem Freier weg ge-
gangen, was heisse, dass sie den Sex entweder möge oder in ihn 
verliebt sei und nicht weil sie dazu gezwungen werde. Ihr habe auch 
niemand verboten, nach Ungarn zurück zu kehren. Sie habe ja selber 
gesagt, die Rede sei von einem Monat gewesen. Und nach  
einem Monat sei sie auch tatsächlich nach Hause gegangen. Sie sei 
ja mehrmals gefragt worden, was gewesen wäre, wenn sie früher 
nach Hause gegangen wäre und sie habe gesagt, sie habe nicht 
 früher gehen wollen. Er habe B._____ auch nichts angetan und nie 
eine sexuelle Beziehung mit ihr haben wollen. Sie habe ausgesagt, 
der Monat sei sehr schnell vorbei gegangen, was wohl nicht der Fall 
gewesen wäre, wenn sie terrorisiert oder geschlagen worden  
wäre (act. 2/30 S. 28).  

2.3. Würdigung 

 Die Aussagen der Geschädigten B._____ erscheinen im Gros-
sen und Ganzen übereinstimmend und überzeugend. Sie sind davon 

- 25 - 

geprägt, dass sie den Angeklagten nicht übermässig belastet, wenn 
sie beispielsweise zu einem Vorfall ausführt, bei diesem Vorfall habe 
der Angeklagte sie nur angeschrien aber nicht geschlagen oder auch 
wenn sie davon berichtet, sie habe sich freiwillig dazu entschlossen in 
die Schweiz zu kommen und davon gewusst, dass sie sich prostituie-
ren werde. Sodann schildert sie auch immer wieder detailliert, was 
die entsprechenden Vorfälle in ihr für Gefühle ausgelöst haben. Ihre 
Aussage sind sodann logisch im Ablauf. Zudem vermochte B._____ 
zu den einzelnen Vorfällen eine grosse Dichte von Details anzuge-
ben, so als sie davon berichtete, wie ein Freier sie nicht habe bezah-
len können und sie dem Angeklagten dann erzählt habe, der Freier 
habe ihr das Geld aus der Schulblade gestohlen. Dieser Vorfall zeigt 
sodann, dass sie sehr unter der Kontrolle des  
Angeklagten war, wenn sie sich nicht getraute ihm mitzuteilen, dass 
sie kein Geld für ihre Dienstleistung erhalten und er im Nachbar-
zimmer gesessen hat und feststellen konnte, dass die Geschichte mit 
der Schublade nicht stimme. Wie äusserst umfassend und allgegen-
wärtig die Kontrolle des Angeklagten war, zeigen im Weiteren die 
Aussagen von B._____, wonach der Angeklagte ein Mal in ihr Zim-
mer gekommen sei, während sie einen Kunden gehabt habe und sie 
gefragt habe, wieso sie sich den für Oralsex ausziehe. Solche  
Sachen erfindet man doch nicht einfach. Bei dieser Ausgangssituati-
on kann aus dem Umstand, dass B._____ selbst an einer Stelle da-
von spricht, der Angeklagte habe auf sie aufgepasst, dass ihr nichts 
Schlimmes passierte - entgegen der Ansicht der Verteidigung (act. 84 
S. 28) - nicht darauf geschlossen werden, der Angeklagte habe sie 
nicht überwacht und kontrolliert. Vielleicht hat er sie schon auch noch 
zu beschützen versucht, aber wohl eher in seinem  
Interesse, damit sie weiter für ihn arbeiten würde, als damit ihr nichts 
geschehen würde. Dass die Geschädigte B._____ ganz zu  
Beginn ihrer Einvernahmen im ersten Teil der ersten Einvernahme 
zunächst abstritt für einen Zuhälter gearbeitet zu haben und geltend 
machte freiwillig und ohne Gewalteinwirkung der Prostitution nachge-
gangen zu sein, vermag an dieser Einschätzung nichts zu ändern. 
Denn diese Aussagen korrigierte sie schon während dieser ersten 
Einvernahme, wobei die nach dieser Korrektur gemachten Angaben 
viel mehr zu überzeugen vermögen, als die anfänglichen Bestreitun-
gen. Sodann waren die Aussagen in der Folge über eine ganze Reihe 
von Einvernahmen hinweg konstant. Mit Bezug auf die Aussagen zur 
Möglichkeit einer jederzeitigen Heimreise sind die Aussagen von  
B._____ allerdings etwas widersprüchlich. Dabei darf aber nicht aus-
ser acht gelassen werden, dass wohl möglich ist, dass zunächst ein 
Monat abgemacht war, sie dann aber aufgrund der Übergriffe des 
Angeklagten früher gehen wollte, aber nicht konnte. Erstellen lässt 
sich sodann ohne weiteres, dass sie nicht vollkommen frei war zu  
gehen, sonst hätte sie sicherlich den Geburtstag ihres Sohnes nicht 
um einen Tag verpasst und nicht vor ihrer Rückkehr zuerst noch das 
Geld für diese abverdienen müssen. Wie wenig Freiheit die Geschä-
digte B._____ hatte, zeigt mit nicht zu übertreffender Deutlichkeit ihre 
Aussage, wonach sie den Angeklagten sogar um Erlaubnis fragen 
musste, wenn sie in die Disco gehen wollte. Auch mit Bezug auf den 
Vorfall mit dem Tretversuch und dem Öffnen der Hosen sind die Aus-
sagen von B._____ auch etwas widersprüchlich und ausweichend. 

- 26 - 

Da diese aber durch die Aussagen der Geschädigten F._____ bestä-
tigt werden, welche den Vorfall auch wie in der Anklageschrift festge-
halten schilderte, wobei sie allerdings davon sprach, der Angeklagte 
habe B._____ tatsächlich mit dem Fuss getreten, lässt sich auch die-
ser Vorfall erstellen. Soweit sie sodann mit Bezug auf die Gescheh-
nisse mit der Ohrfeige, diese in der ersten Einvernahme nicht er-
wähnt, sondern nur vom rumschubsen berichtet und erst später von 
der Ohrfeige spricht ist auch wieder zu erwähnen, dass auch die Ge-
schädigte F._____ davon berichtete,  
gesehen zu haben, dass der Angeklagte B._____ eine Ohrfeige ver-
passte.  

 Die Aussagen des Angeklagten sind auch zu diesem Punkt 
wieder geprägt von Widersprüchen und vermögen in keiner Weise zu 
überzeugen. Insbesondere seine Ausführungen, wonach er die Ein-
nahmen von B._____ ohne ihr Wissen an deren Freund übergeben 
habe, müssen als reine Schutzbehauptung klassifiziert  
werden, sind sie doch vollkommen lebensfremd und nicht in sich  
geschlossen.  

 Aufgrund des Gesagten kann der unter dem Titel Tathandlun-
gen zum Nachteil von B._____ eingeklagte Sachverhaltsteil vollum-
fänglich als erstellt erachtet werden und ist nachfolgend der rechtli-
chen Würdigung zugrunde zu legen.  

2.4. Rechtliche Würdigung 

2.4.1. Menschenhandel 

 Bezüglich der allgemeinen Ausführungen zum Tatbestand des 
Menschenhandels kann vollumfänglich auf die Ausführungen unter C. 
Ziff. 1.4.1. verwiesen werden. 

 Wie sich aus den obigen Ausführungen ergibt, ist erstellt, dass 
die Geschädigte B._____ in Ungarn unter Geldnot litt – was dem An-
geklagten bekannt war – und sich aufgrund dieser Umstände vom 
Angeklagten dazu überreden liess, in die Schweiz zu reisen, um hier-
orts der Prostitutionstätigkeit nachzugehen. Im Lichte der zitierten 
bundesgerichtlichen Rechtsprechung war die Geschädigte somit auf-
grund ihrer schwierigen finanziellen Verhältnisse in ihrer Entschei-
dungsfähigkeit eingeschränkt, ihre Einwilligung konnte mithin nicht 
wirksam erfolgen; sie konnte eben gerade nicht frei entscheiden.  
Obwohl der Angeklagte um die finanziellen Verhältnisse der Geschä-
digten wusste, brachte er sie in die Schweiz, damit sie hierorts der 
Prostitutionstätigkeit nachgehen würde. Hinzu kommt, dass die  
Geschädigte zu jenem Zeitpunkt nicht wusste, dass der Angeklagte 
ihr den gesamten Freierlohn abnehmen würde, sondern glaubte, sie 
würde dem Angeklagten lediglich 50 % ihrer Einnahmen abgeben 
müssen. Ihr Wille und Entscheid in die Schweiz zu kommen beruhte 
insofern somit auch auf einer Täuschung. Der Tatbestand des  
Menschenhandels ist damit erfüllt. Der Angeklagte hat sich somit des 
Menschenhandels im Sinne von Art. 182 Abs. 1 schuldig gemacht." 

- 27 - 

2. Beurteilung im ersten Berufungsverfahren (SB110601) 

2.1. Unter dem Titel "Menschenhandel" handelte die hiesige Kammer die Tat-
handlungen zum Nachteil von B._____ wie folgt ab (Urk. 183 S. 41 ff.): 

"3.3.2 Tathandlungen zum Nachteil der Geschädigten B._____  
(Anklageziffer II, 2. Untertitel) 

3.3.2.1 Die Vorinstanz gelangte nach Würdigung der Aussagen der 
Geschädigten B._____, F._____ und H._____ sowie jener des Ange-
klagten zum Schluss, der Sachverhalt sei vollumfänglich erstellt (Urk. 
129 S. 98 ff.).  

3.3.2.2 Der Angeklagte liess in der Beanstandungsschrift vorbringen, 
die Beweiswürdigung des Gerichts sei nicht haltbar. Das Gericht  
habe zu Unrecht angenommen, dass die Einwilligung, in der Schweiz 
der Prostitutionstätigkeit nachzugehen, nicht wirksam erfolgt sei und 
der Angeklagte die Geschädigte getäuscht habe (Urk. 122 S. 8).  
Anlässlich der Berufungsverhandlung wurde ergänzt, die Geschädig-
te B._____ sei freiwillig mit dem Angeklagten in die Schweiz gereist 
und habe gewusst, dass sie sich als Prostituierte betätigen werde. 
Die Anklage behaupte dagegen, dass B._____ nach der Trennung 
von ihrem Mann unter Geldnot gelitten habe. Das sei keine ausser-
gewöhnliche Situation, die die Geschädigte jeglicher Entscheidungs-
freiheit beraubt habe. Deshalb sei von einem freien Einverständnis 
der Geschädigten zur Ausübung der Prostitution auszugehen  
(Urk. 178 S. 20). Der Angeklagte bestätigte in der Berufungsverhand-
lung, gewusst zu haben, dass die Geschädigte B._____ unter Geld-
not litt. Er sei mit ihr auf seine Kosten mit dem Auto in die Schweiz 
gefahren. Sie habe ihm hier abmachungsgemäss die Hälfte des  
Prostitutionserlöses abgegeben, weil er sie hierher gebracht habe 
(Urk. 168A S. 30 f.). 

3.3.2.3 Die Vorinstanz hat die Aussagen der Geschädigten B._____, 
F._____ und H._____ in ihrem Entscheid zutreffend zusammenge-
fasst, es kann darauf verwiesen werden (Urk. 129 S. 98 ff., § 161 
GVG/ZH). Sodann hat die Vorinstanz die Aussagen der Geschädig-
ten B._____ sorgfältig und überzeugend gewürdigt und ist zum 
Schluss gelangt, dass die Aussagen glaubhaft sind. Dem kann vor-
behaltlos beigepflichtet werden, Ergänzungen erübrigen sich (Urk. 
129 S. 107 f.,  
§ 161 GVG). Die Aussagen der Geschädigten F._____ und H._____  
tragen bezüglich des Sachverhalts des Menschenhandels nicht viel 
bei. Immerhin kann festgestellt werden, dass die Aussagen nicht im 
Widerspruch zu den Aussagen der Geschädigten B._____ stehen.  

Anders als früher hat der Angeklagte in der Berufungsverhandlung 
anerkannt, dass ihm die Geschädigte B._____ Geld aus dem Prosti-
tutionserlös abgegeben hat, weil er sie hierher gebracht hat. Damit 
bestätigt er die entsprechenden Aussagen der Geschädigten in die-
sem Punkt. Allerdings zeigt sich daran einmal mehr, dass die Aussa-

- 28 - 

gen des Angeklagten sehr wechselhaft und ausweichend sind. Es 
kann, wie es die Vorinstanz ebenfalls gesehen hat (Urk. 129 S. 108,  
§ 161 GVG/ZH), nicht darauf abgestellt werden. 

Damit ist mit der Vorinstanz (Urk. 129 S. 98 ff., § 161 GVG) der in der 
Anklageschrift aufgeführte, unter den Tatbestand des Menschen-
handels zu subsumierende Sachverhalt hinreichend nachgewiesen." 

2.2. Zur rechtlichen Würdigung führte die hiesige Kammer im Urteil vom 19. Juli 
2012 betreffend Menschenhandel folgendes aus (Urk. 181 S. 90 ff.): 

"4.2 Menschenhandel 

4.2.1 Allgemeines 

Wer als Anbieter, Vermittler oder Abnehmer mit einem Menschen 
Handel treibt zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung, der Ausbeu-
tung seiner Arbeitskraft oder zwecks Entnahme eines Körperorgans, 
wird mit Freiheitsstrafe oder Geldstrafe bestraft. Das Anwerben eines 
Menschen zu diesen Zwecken ist dem Handel gleichgestellt (Art. 182 
Abs. 1 StGB). Menschenhandel liegt dann vor, wenn über Menschen 
wie über Objekte verfügt wird; der Kern liegt in der Behandlung von 
Menschen als Ware. Mit Menschen handeln heisst insbesondere, 
Personen anbieten, beschaffen, vermitteln, verkaufen und überneh-
men, aber auch Befördern, Transportieren oder Liefern. Handel treibt 
auch, wer ein solches Geschäft nur einmal tätigt oder zu tätigen be-
absichtigt. Ausbeutung setzt die Verletzung des sexuellen Selbstbe-
stimmungsrechts voraus. Nur ein Handeln gegen den Willen einer 
wahrheitsgetreu informierten urteilsfähigen Person kann als Angriff 
auf ein Rechtsgut realisiert werden. Das faktische Einverständnis  
allein ist nicht massgebend, es ist zu prüfen, ob die Willensäusserung 
dem freien Willen entsprach (Trechsel et al. Praxiskommentar, N 1 ff. 
zu Art. 182; BSK StGB II-Delnon/Rüdy, 2. Aufl. 2007, N 5 ff. zu  
Art. 182). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung setzt ein 
Schuldspruch wegen Menschenhandels voraus, dass die betroffene 
Person in ihrem sexuellen Selbstbestimmungsrecht verletzt wurde. 
Die in Kenntnis der konkreten Sachlage erfolgte und ihrem tatsächli-
chen Willen entsprechende Zustimmung der betroffenen Person 
schliesst den Tatbestand aus. Ob diese im Einzelfall selbstbestimmt 
gehandelt hat, ist an Hand der konkreten Umstände zu beurteilen. 
Das faktische „Einverständnis“ allein ist nicht massgebend, weil die 
Tathandlung auch nur formal mit dem Willen der Betroffenen erfolgt 
sein kann. Vielmehr ist zu prüfen, ob die Willensäusserung dem tat-
sächlichen Willen entsprach. Nach der Rechtsprechung ist der Tat-
bestand des Menschenhandels in der Regel erfüllt, wenn junge, aus 
dem Ausland kommende Frauen unter Ausnützung einer Situation 
der Verletzlichkeit zur Ausübung der Prostitution in der Schweiz  
engagiert werden. Diese besondere Situation kann in schwierigen 
wirtschaftlichen oder sozialen Umständen oder in einschränkenden 
persönlichen und/oder finanziellen Abhängigkeiten bestehen. Eine 
„Einwilligung“ in die Tätigkeit als Prostituierte und in die (illegale) 
Überführung in die Schweiz ist nicht wirksam, wenn sie auf derartige 

- 29 - 

Umstände der Betroffenen im Herkunftsland zurückzuführen ist. Bei 
dieser Sachlage verfügt die betroffene Person nicht über die erforder-
liche Entscheidungsfreiheit (BGE 6B_1006/2010 vom 26. März 2010, 
E. 4.2.1, mit Hinweisen). 

Die Schweizerische Gesetzgebung und die dazu entwickelte Recht-
sprechung steht im Einklang mit dem „Zusatzprotokoll zur Verhütung, 
Bekämpfung und Bestrafung des Menschenhandels, insbesondere 
des Frauen- und Kinderhandels zum Übereinkommen der Vereinten 
Nationen gegen die grenzüberschreitende organisierte Kriminalität“ 
(SR 0.311.542; Botschaft, BBl 2005 6748 ff.), welches von der 
Schweiz ratifiziert wurde und das für die Schweiz am 26. November 
2006 in Kraft trat. Dort bezeichnet der Ausdruck "Menschenhandel" 
die Anwerbung, Beförderung, Verbringung, Beherbergung oder Auf-
nahme von Personen durch die Androhung oder Anwendung von 
Gewalt oder anderen Formen der Nötigung, durch Entführung,  
Betrug, Täuschung, Missbrauch von Macht oder Ausnutzung beson-
derer Hilflosigkeit oder durch Gewährung oder Entgegennahme von 
Zahlungen oder Vorteilen zur Erlangung des Einverständnisses einer 
Person, die Gewalt über eine andere Person hat, zum Zweck der 
Ausbeutung; Ausbeutung umfasst mindestens die Ausnutzung der 
Prostitution anderer oder andere Formen sexueller Ausbeutung, 
Zwangsarbeit oder Zwangsdienstbarkeiten oder Sklaverei ähnliche 
Praktiken, Leibeigenschaft oder die Entnahme von Organen (Zusatz-
protokoll Art. 3 lit. a). 

Geschütztes Rechtsgut ist sowohl beim Tatbestand des Menschen-
handels als auch bei jenem der Förderung der Prostitution das  
sexuelle Selbstbestimmungsrecht der sich prostituierenden Person 
(Trechsel et. al. a.a.O. N 1 zu Art. 182 und N 1 zu Art. 195; BSK 
StGB II-Meng/Schwaibold, N 2 ff. zu Art. 195) resp. die Verfügungs- 
und Bestimmungsfreiheit über den eigenen Körper (BSK StGB II-
Delnon/Rüdy, N 5 ff. zu Art. 182). Donatsch (Strafrecht III, 9. Aufl., 
Zürich 2008) stellt sich hingegen auf den Standpunkt, es werde beim 
Menschenhandel nicht mehr ausschliesslich die sexuelle Selbst-
bestimmung geschützt, liege doch das mit dem Tatbestand erfasste 
Unrecht in der Ausübung der Machtposition mit Bezug auf die Selbst-
bestimmung des Opfers (§ 54 Ziff. 2), während der Zweck beim Tat-
bestand der Förderung der Prostitution einerseits im Schutz Unmün-
diger, andererseits in der Wahrung berechtigter Interessen der Prosti-
tuierten zu erblicken sei (a.a.O. § 62).  

Gemäss den Kommentatoren Delnon/Rüdy und Trechsel konsumiert 
der Handel zur sexuellen Ausbeutung Art. 195, denn diese Variante 
von Art. 182 beinhalte definitionsgemäss die Ausnützung einer Frei-
heitsbeschränkung und das Zuführen in die Prostitution (BSK StGB II-
Delnon/Rüdy, N 45 zu Art. 182; gl.M. Trechsel, a.a.O. N 9 zu  
Art. 182). Anderer Meinung ist Donatsch, der von echter Konkurrenz 
zwischen Menschenhandel und den Delikten gegen die sexuelle  
Integrität gemäss Art. 187 ff. [und damit auch Förderung der Prostitu-
tion nach Art. 195] ausgeht (a.a.O. § 54 Ziff. 4). Diese Meinung deckt 
sich mit der Meinung des Bundesrates (Botschaft über die Genehmi-
gung des Fakultativprotokolls vom 25. Mai 2000 zum Übereinkom-

- 30 - 

men über die Rechte des Kindes, betreffend den Verkauf von  
Kindern, Kinderprostitution und die Kinderpornografie, und über die 
entsprechende Änderung der Strafnorm über den Menschenhandel, 
BBl 2005 2863). 

Das Bundesgericht ist im Entscheid 6B_1006/2009 vom 26. März 
2010 – soweit aus dem geschilderten Sachverhalt ersichtlich  
(vgl. Erw. 1) – von echter Konkurrenz zwischen den beiden fraglichen 
Tatbeständen ausgegangen. Neben der (nicht angefochtenen) Verur-
teilung wegen Förderung der Prostitution erachtete es den Schuld-
spruch wegen Menschenhandels als nicht bundesrechtswidrig  
(Erw. 4). Gleich wurde auch im Verfahren 6B_277/2007 vom 8. Janu-
ar 2008 entschieden (Erw. 5). Sodann wurde im Entscheid 129 IV 81 
eine Verurteilung wegen Förderung der Prostitution gemäss Art. 195 
Abs. 3 StGB (Erw. 1) sowie eine Verurteilung wegen Menschen-
handels im Sinne von aArt. 196 Abs. 1 StGB (Erw. 3) als zulässig  
erachtet.  

Beim Menschenhandel nach Art. 182 Abs. 1 StGB handelt es sich um 
ein Tätigkeitsdelikt – ein über das Handeltreiben hinausgehender  
„Erfolg“ ist nicht vorausgesetzt. Die strafbare Tätigkeit endet somit, 
wenn der Handel beendet ist. Erfüllen die nach Beendigung des 
Menschenhandels vorgenommenen Handlungen eines Täters einen 
Tatbestand der Förderung der Prostitution gemäss Art. 195 StGB, so 
ist liquid, dass (echte) Realkonkurrenz vorliegt.  

Klar dürfte sein, dass die tatsächliche sexuelle Ausbeutung des 
 „gehandelten“ Menschen nicht objektives Tatbestandselement ist. 
Der Tatbestand ist bereits erfüllt, wenn der Handel zu diesem Zweck 
erfolgt. Beim Menschenhandel handelt es sich folglich um ein Delikt 
mit überschiessender Innentendenz. Was der Täter bei einem sol-
chen Delikt beabsichtigt hat, braucht nicht eingetreten zu sein, die Tat 
ist bereits dann vollendet, wenn alle Elemente des objektiven Tatbe-
stands erfüllt worden sind (Donatsch, Strafrecht I, a.a.O. § 9 Ziff. 3). 

4.2.3 Tathandlungen zum Nachteil der Geschädigten B._____  
(Anklageziffer II, 2. Untertitel) 

Einziges Element, welches auf schwierige wirtschaftliche oder soziale 
Verhältnisse der Geschädigten in ihrem Heimatland hindeuten würde, 
ist die Behauptung einer Geldnot. Ein Missbrauch der Macht über die 
Geschädigte oder die Ausnützung einer besonderen Hilflosigkeit  
findet sich in der Anklageschrift nicht. Das Element der Geldnot findet 
sich abgesehen davon in den Aussagen der Geschädigten B._____ 
nicht. Sie sagte aus, sie habe viele Goldsachen auch im Pfandhaus 
gehabt, habe sie aber nicht auslösen können: „ich hatte kein Geld.“ 
(Urk. 16/3 S. 5). Daraus kann nicht eine schwierige wirtschaftliche  
Situation abgeleitet werden, welche die Geschädigte dazu gezwun-
gen hätte, sich mit dem Angeklagten einzulassen. Die Geschädigte 
B._____ erklärte, der Angeklagte habe ihr gesagt, es gäbe hier in der 
Schweiz eine Stelle, „ich war damit einverstanden, so kam ich hier-
her.“, wobei sie um die Art der Arbeit gewusst habe (a.a.O. S. 6).  

- 31 - 

Eine tatbeständliche Einschränkung in der Entscheidungsfreiheit 
kann darin nicht erblickt werden. 

Weiter wird von der Vorinstanz eine Täuschung der Geschädigten 
durch den Angeklagten angenommen, weil dieser ihr versprochen 
habe, sie könne die Hälfte des Prostitutionserlöses für sich behalten, 
was dann aber so nicht der Fall gewesen sei (Urk. 129 S. 109). Dies 
entspricht auch den Aussagen der Geschädigten (a.a.O. S. 5 ff.).  
Allerdings wusste die Geschädigte, dass sie in der Schweiz als  
Prostituierte arbeiten würde, insofern liegt keine Täuschung vor. Sie 
wusste auch, dass sie – vereinbarungsgemäss – die Hälfte des  
Erlöses würde dem Angeklagten abgeben müssen, weil dieser die 
Reisekosten vorgeschossen hatte (a.a.O. S. 16). Auch in dieser 
 Hinsicht liegt keine Täuschung vor. Und offenkundig war die  
Geschädigte zunächst damit einverstanden, dass der Angeklagte den 
Erlös vollumfänglich für sich behielt, bis die vorgeschossenen Reise-
kosten abbezahlt waren: „Er sagte mir, dass wir auf 50-50-Basis ar-
beiten werden, wenn ich diese Kosten abgearbeitet habe. Ich habe 
diese Summe abgearbeitet, aber meine Hälfte habe ich danach trotz-
dem nicht gesehen.“ (a.a.O. S. 15). Dass der Angeklagte dies von 
Anfang an so geplant hatte, kann zwanglos angenommen werden, 
entsprach dies doch dem üblichen Vorgehen bei allen Frauen, die er 
für sich arbeiten liess. Gemäss der bundesgerichtlichen Recht-
sprechung schützt der Tatbestand des Menschenhandels Opfer, die 
etwa unter Anwendung von Gewalt oder anderer Formen der  
Nötigung, durch Entführung, Täuschung, Missbrauch von Macht oder 
Ausnützung besonderer Hilflosigkeit zum Zwecke der Ausbeutung 
angeworben und ins Ausland verbracht werden (vgl. Art. 3 lit. a des 
Zusatzprotokolls zur Verhütung, Bekämpfung und Bestrafung des 
Menschenhandels). Das Unrecht besteht in der Ausnützung einer 
Machtposition durch den Täter und der Aufhebung des Selbstbe-
stimmungsrechts des Opfers, über das wie über ein Objekt verfügt 
wird (Entscheid 6B_81/2010 vom 29. April 2010, E. 4.1). Diese Auf-
zählung zeigt, dass nicht jede geringfügige Täuschung genügt, einen 
Menschenhandel zu befürworten. Wie nicht jede Hilflosigkeit genügt 
(es muss sich um eine besondere Hilflosigkeit handeln), kann auch 
nicht jede Täuschung genügen. Es kann ferner nicht gesagt werden, 
das Selbstbestimmungsrecht der Geschädigten sei durch die  
Täuschung des Angeklagten aufgehoben worden – es wurde nur  
bezüglich der Abgabe der Gelder in der zweiten Phase (nach Rück-
zahlung des Reisekostenvorschusses) eingeschränkt. Damit kann der 
nachgewiesene Sachverhalt den Tatbestand des Menschenhandels 
im Sinne von Art. 182 StGB nicht erfüllen. Konsequenz ist ein  
Freispruch." 

 

3. Beurteilung im bundesgerichtlichen Verfahren 

- 32 - 

3.1. Die Oberstaatsanwaltschaft kritisierte in ihrer Beschwerde an das Bundes-
gericht die Sichtweise der hiesigen Kammer, dass sich die Geschädigte B._____  

B._____, als sie eingewilligt habe, in der Schweiz der Prostitution nachzugehen, 

nicht in Geldnot befunden habe, ferner, dass die hiesige Kammer davon ausge-

gangen sei, es läge auch hinsichtlich des zu bezahlenden Prostituiertenerlöses 

keine Täuschung vor. Schliesslich kritisierte die Oberstaatsanwaltschaft die  

Ansicht der hiesigen Kammer, in der Anklageschrift befände sich kein Hinweis auf 

einen Missbrauch der Macht oder die Ausnützung einer besonderen Hilflosigkeit. 

In der Anklageschrift werde klar auf die Geldnot der Geschädigten B._____ sowie 

auf deren Täuschung bezüglich des vereinbarten Prostituiertenlohns  

hingewiesen; es sei zwischen ihr und dem Beschuldigten vereinbart gewesen, 

dass sie 50% ihrer Einkünfte dem Beschuldigten abzugeben habe und dass sie 

die Reisekosten bezahlen müsse. Am Schluss habe sie lediglich Fr. 165.--  

erhalten. Der Beschuldigte habe ihr versprochen, dass sie auf "50 - 50 - Basis" 

arbeiten würde, wenn sie die Reisekosten abgearbeitet habe. Sie habe die Reise-

kosten abgearbeitet, aber ihre Hälfte der Prostituiertenlohns dennoch nicht erhal-

ten. Sie habe sich nur deshalb auf die Prostituiertentätigkeit in der Schweiz einge-

lassen, weil sie sich von ihrem Mann getrennt und kein Geld gehabt habe.  

Die Geschädigte B._____ habe ihr Einverständnis für die Reise in die Schweiz 

und ihre Tätigkeit als Prostituierte für den Beschuldigten vor dem Hintergrund ih-

rer Geldnot mit der Aussicht einer hälftigen Teilung ihres Erlöses ge-geben. Dies 

sei aber offensichtlich nie die Absicht des Beschuldigten gewesen; vielmehr habe 

er die Geschädigte B._____ über ihren Verdienst getäuscht. Damit habe sie aber 

der Beschuldigte über den für die Abgabe ihres Einverständnisses wesentlichsten 

Punkt getäuscht. Das faktische Einverständnis habe somit nicht dem freien Willen 

der Geschädigten B._____ entsprochen. Komme noch dazu, dass die Geschädig-

te B._____ ihre Einwilligung aufgrund ihrer schwierigen finanziellen Verhältnisse 

gegeben habe, was der Beschuldigte ebenfalls gewusst habe (Urk. 197/2 S. 5 f.). 

3.2. Das Bundesgericht hielt in seinem Entscheid vom 7. November 2013 zu der 
hier interessierenden Frage folgendes fest (Urk. 218 S. 9 f., E. 3.3 und 3.4): 

"3.3. Soweit sich die Beschwerdeführerin [gemeint die Oberstaats-
anwaltschaft] gegen tatsächliche Feststellungen der Vorinstanz wen-

- 33 - 

det, ohne darzulegen, dass und inwiefern diese willkürlich sind, kann 
auf die Beschwerde nicht eingetreten werden (vgl. E. 2.4). Dies ist 
beispielsweise der Fall, wenn sie erörtert, die Geschädigte habe sich 
in Geldnot befunden, als sie sich dazu bereit erklärt habe, in die 
Schweiz zu reisen, um für den Beschwerdegegner als Prostituierte zu 
arbeiten (Beschwerde S. 5 f. Ziff. 3.2). Hingegen handelt es sich um 
eine Rechtsfrage, ob die finanzielle Situation der Geschädigten in 
Ungarn ihr Selbstbestimmungsrecht so einschränkte, dass keine 
wirksame Zustimmung angenommen werden kann. Diese Frage kann 
indes offenbleiben, soweit die Einwilligung wegen einer Täuschung 
unbeachtlich ist.  

3.4. Nach den tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz hatte der 
Beschwerdegegner entsprechend seinem üblichen Vorgehen von  
Anfang an geplant, die Einnahmen aus der Prostitutionstätigkeit der 
Geschädigten B._____ nicht hälftig mit ihr zu teilen. Bei der Frage, ob 
jemandem ein Anteil aus seiner Arbeitstätigkeit zusteht und wie hoch 
dieser ist, handelt es sich um einen objektiv wesentlichen Punkt. Da-
mit handelt es sich vorliegend nicht um eine geringfügige Täuschung. 
Der Vorinstanz kann nicht gefolgt werden, wenn sie ausführt, das 
Selbstbestimmungsrecht der Geschädigten sei erst nach der Rück-
zahlung der Reisekosten eingeschränkt gewesen. Die  
Geschädigte war zwar einverstanden, dass der Beschwerdegegner 
ihren Anteil an den Einnahmen zunächst mit den vorgeschossenen 
Kosten verrechnete. Dies ist jedoch für die Frage, ob und in welchem 
Umfang ihr Selbstbestimmungsrecht im Zeitpunkt der Erteilung ihrer 
Zustimmung beschränkt war, irrelevant. Die Beschwerde erweist sich 
insofern als begründet." 

4. Parteistandpunkte im aktuellen Berufungsverfahren (SB130491) 

4.1. Der Staatsanwaltschaft 

Die Staatsanwaltschaft wies in ihrer Eingabe vom 14. Januar 2014 (Urk. 230 S. 2) 

auf den oben zitierten Entscheid des Bundesgerichts hin. Sie führte aus, das 

Bundesgericht habe festgehalten, der Beschuldigte habe B._____ nicht nur ge-

ringfügig getäuscht. Das Bundesgericht - so die Staatsanwaltschaft - sei davon 

ausgegangen, dass das Selbstbestimmungsrecht von B._____ von Anfang an be-

schränkt gewesen sei, weshalb (auch) bezüglich B._____ eine Verurteilung we-

gen Menschenhandels im Sinne von Art. 182 Abs. 1 und 2 StGB zu  

erfolgen habe. 

4.2. Der Geschädigten B._____ 

- 34 - 

Der Vertreter der Geschädigten erklärte, dass zum Straf- und Schuldpunkt keine 

Äusserungen zu machen seien; es könne auf das Urteil des Bundesgerichts ver-

wiesen werden (Urk. 231 S. 2 oben). 

4.3. Des Beschuldigten 

Der Beschuldigte liess geltend machen, die bundesgerichtliche Rückweisung  

führe nicht zu einem Schuldspruch. Aufgrund der Ausführungen des Bundes-

gerichts (Erwägung 3.4.) sei bei der rechtlichen Beurteilung neu zu berücksichtig-

ten, dass das Selbstbestimmungsrecht der Geschädigten B._____ wegen einer 

Täuschung des Beschuldigten von Anfang an aufgehoben gewesen sei. Dies 

schliesse aber nicht aus, dass anderweitige Gründe vorlägen, die zu einem Frei-

spruch führen würden. Der Beschuldigte halte weiterhin daran fest, dass in der 

Untersuchung nicht habe nachgewiesen werden können, dass er die ihm vorge-

worfenen Tathandlungen verübt habe (Urk. 240 S. 2). 

4.4. Der Staatsanwaltschaft 

Die Staatsanwaltschaft hielt, bezogen auf die Ausführungen des Beschuldigten, 

dafür, bezüglich Erstellung des Sachverhalts könne auf die verbindlichen Fest-

stellungen des Obergerichts im Urteil vom 19. Juli 2012 verwiesen werden.  

"Andere Gründe", die zu einem Freispruch führen könnten, seien nicht ersichtlich. 

Nur dort, wo die hiesige Kammer davon ausgegangen sei, die Geschädigte 

B._____ sei durch den Beschuldigten nur geringfügig getäuscht worden, müsse 

dies aufgrund der bundesgerichtlichen Erwägungen dahingehend korrigiert  

werden, dass die Geschädigte vom Beschuldigten in einem wesentlichen Punkt 

getäuscht worden sei. Die Annahme, dass das Selbstbestimmungsrecht der  

Geschädigten B._____ von Anfang an beschränkt gewesen sei, führe selbstre-

dend zu einem Schuldspruch (Urk. 244). 

4.5. Des Beschuldigten 

Der Beschuldigte machte in seiner Duplik geltend, die Staatsanwaltschaft habe zu 

seinen Argumenten in seiner Berufungsantwort nicht einlässlich Stellung ge-

- 35 - 

nommen, weshalb es sich erübrige, den Standpunkt des Beschuldigten nochmals 

näher zu begründen (Urk. 247). 

5. Abschliessende Beurteilung 

5.1. Des Menschenhandels nach Art. 182 Abs. 1 StGB macht sich gemäss  
Bundesgericht (6B_128/2013 vom 7. November 2013 = Urk. 218) strafbar, wer als 

Anbieter, Vermittler oder Abnehmer mit einem Menschen Handel treibt zum  

Zwecke der sexuellen Ausbeutung, der Ausbeutung seiner Arbeitskraft oder 

zwecks Entnahme eines Körperorgans. Das Anwerben eines Menschen zu diesen 

Zwecken ist dem Handel gleichgestellt. Dieser Tatbestand schützt Opfer, die etwa 

unter Anwendung von Gewalt oder anderer Formen der Nötigung, durch Ent-

führung, Täuschung, Missbrauch von Macht oder Ausnützung besonderer  

Hilflosigkeit zum Zweck der Ausbeutung angeworben und ins Ausland gebracht 

werden (vgl. Art. 3 lit. a des Zusatzprotokolls zur Verhütung, Bekämpfung und  

Bestrafung des Menschenhandels; SR 0.311.542). Das Unrecht besteht in der 

Ausnützung einer Machtposition durch den Täter und Aufhebung des Selbst-

bestimmungsrechts des Opfers, über das wie über ein Objekt verfügt wird.  

Der am 1. Dezember 2006 in Kraft getretene Art. 182 StGB erfuhr im Vergleich zu 

Art. 196 aStGB eine Erweiterung. Im Bereich der sexuellen Ausbeutung hat die 

Revision materiell keine Änderung gebracht. Die diesbezügliche Rechtsprechung 

ist weiterhin massgebend (Urteil 6B_1006/2009 vom 26. März 2010 E. 4.2.1  

mit Hinweis). Das Anwerben eines Menschen zum Zweck der sexuellen Ausbeu-

tung kann vorliegen, wenn der Täter im Ausland Prostituierte für seine eigenen 

Bordelle anwirbt und verpflichtet (vgl. BGE 129 IV 81 E. 3.1 am Ende; Urteil 

6B_277/2007 vom 8. Januar 2008 E. 4.2; je mit Hinweis). 

Die in Kenntnis der konkreten Sachlage erfolgte und ihrem tatsächlichen Willen 

entsprechende Zustimmung der betroffenen Person schliesst einen Menschen-

handel aus. Ob diese selbstbestimmt gehandelt hat, ist anhand der konkreten 

Umstände zu beurteilen. Das faktische Einverständnis allein ist nicht mass-

gebend, soweit die Tathandlung nur rein äusserlich mit dem Willen der betroffe-

nen Person erfolgt. Nach der Rechtsprechung liegt in der Regel Menschenhandel 

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- 36 - 

vor, wenn junge, aus dem Ausland kommende Frauen unter Ausnützung einer  

Situation der Verletzlichkeit zur Prostitution engagiert werden. Diese besondere 

Situation kann in prekären wirtschaftlichen oder sozialen Verhältnissen oder in 

einschränkenden persönlichen und/oder finanziellen Abhängigkeiten bestehen. 

Eine Einwilligung in die Tätigkeit als Prostituierte und in die (illegale) Überführung 

in die Schweiz ist mithin nicht wirksam, wenn sie auf derartige Umstände der  

Betroffenen im Herkunftsland zurückzuführen ist. Bei dieser Sachlage verfügt  

diese nicht über die erforderliche Entscheidungsfreiheit (siehe BGE 129 IV 81 

 E. 3.1; 128 IV 117 E. 4a-c; 126 IV 225 E. 1c f. am Ende; Urteil 6B_81/2010 bzw. 

6B_126/2010 vom 29. April 2010 E. 4.1; je mit Hinweisen). Aufgrund der viel-

fältigen Abhängigkeiten, in der sich eine Prostituierte befinden kann, insbesonde-

re, wenn sie sich ins Ausland begeben hat, ist der Begriff der tatsächlichen Zu-

stimmung restriktiv auszulegen (BGE 128 IV 117 E. 4c S. 126 f. mit Hinweisen).  

Bei der Einwilligung als Rechtfertigungsgrund muss diese nach der Recht-

sprechung grundsätzlich vor der Tat erteilt worden sein (BGE 124 IV 258 E. 3 mit 

Hinweis), entweder ausdrücklich oder konkludent. Erforderlich ist weiter, dass sie 

freiwillig und in Kenntnis der wesentlichen Umstände erfolgte. Die einwilligende 

Person musste den Wert des betreffenden Gutes oder Interesses, die Folgen und 

Risiken oder allfällige Alternativen ihrer Entscheidung erfassen können (Urteil 

6B_1092/2010 vom 29. April 2011 E. 4.3 mit Hinweisen).  

Geschütztes Rechtsgut beim Menschenhandel ist die Selbstbestimmungsfreiheit 

über den eigenen Körper. Der Tatbestand schützt diese Freiheit mit Bezug auf die 

Sexualität, die Arbeitskraft sowie die Organe (BSK StGB II, 3. Auflage 2013,  

Delnon/Rüdy, Art. 182 N 8). 

5.2. Wie vorne (II./2.) dargelegt wurde, ist es der hiesigen Kammer nach der 
Rückweisung durch das Bundesgericht verwehrt, der Überprüfung einen anderen 

als den bisherigen Sachverhalt zu unterstellen. Die Kammer hat sich bei der  

neuen Entscheidfindung damit auf das zu beschränken, was sich aus den  

Erwägungen des Bundesgerichtsentscheids als Gegenstand der neuen Beurtei-

lung ergibt. 

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- 37 - 

5.3. Das Bezirksgericht hielt den eingeklagten Sachverhalt beweismässig für  
erstellt. Es ging davon aus, die Geschädigte B._____ habe in Ungarn an Geldnot 

gelitten (was der Beschuldigte gewusst habe); sie habe sich aufgrund dieses Um-

standes vom Beschuldigten überreden lassen, in die Schweiz zu  

reisen, um hier der Prostitution nachzugehen. Auch wenn B._____ im Zeitpunkt, 

als sie der Reise in die Schweiz zugestimmt habe, gewusst habe, dass sie in der 

Schweiz als Prostituierte werde arbeiten müssen, sei sie im Zeitpunkt ihrer Ent-

scheidfindung aufgrund ihrer schwierigen finanziellen Verhältnisse eingeschränkt 

gewesen. Sie habe somit ihre Einwilligung nicht wirksam geben können, habe 

eben gerade nicht frei entscheiden können. Es komme noch dazu, dass  

B._____ im Zeitpunkt ihrer Einwilligung nicht habe wissen können, dass der Be-

schuldigte ihr den ganzen Freierlohn abnehmen werde. Vielmehr habe sie  

geglaubt, sie müsse dem Beschuldigten lediglich 50% ihrer Einnahmen abgeben. 

Ihr Wille und Entscheid, in die Schweiz zu reisen und hier der Prostitution nach-

zugehen, habe insofern auch auf einer Täuschung beruht. 

5.4. Die hiesige Kammer erachtete in ihrem Urteil vom 19. Juli 2012 den in der 
Anklageschrift aufgeführten und unter den Tatbestand des Menschenhandels zu 

subsumierenden Sachverhalt hinreichend nachgewiesen. Die Kammer hielt aber 

dafür, aus der von B._____ erwähnten Geldnot könne nicht auf eine  

schwierige finanzielle Situation geschlossen werden, welche sie dazu gezwungen 

habe, sich mit dem Beschuldigten einzulassen. B._____ sei damit einverstanden 

gewesen, mit dem Beschuldigten in die Schweiz zu reisen und hier der Prostituti-

on nachzugehen. Allerdings sah die Kammer - wie vorstehend ausführlich darge-

stellt - in der erwiesen erachteten Tatsache, dass der Beschuldigte entgegen den 

Abmachungen den ganzen Freiererlös für sich behielt, lediglich eine geringfügige 

Täuschung, die noch nicht dazu geführt habe, dass dadurch das Selbstbestim-

mungsrecht der Geschädigten B._____ aufgehoben gewesen sei. 

5.5. Das Bundegericht prüfte die Beweiswürdigung der hiesigen Kammer und kam 
zum Ergebnis, es sei nicht willkürlich, wenn die hiesige Kammer angenommen 

habe, die Geschädigte habe sich nicht in schwierigen finanziellen Verhältnissen 

befunden, als sie sich dazu bereit erklärt habe, in die Schweiz zu reisen, um für 

- 38 - 

den Beschuldigten als Prostituierte zu arbeiten. Zwar handle es sich um eine 

Rechtsfrage, ob die finanzielle Situation von B._____ in Ungarn ihr Selbstbestim-

mungsrecht so eingeschränkt habe, dass keine wirksame Zustimmung  

angenommen werden könne, doch könne diese Frage offen gelassen werden, 

soweit die Einwilligung wegen einer Täuschung unbeachtlich sei.  

In der Folge hielt das Bundesgericht verbindlich fest, der Beschuldigte habe 

B._____ in massgeblicher Weise über ihren Anteil am Erlös aus ihrer Arbeits-

tätigkeit als Prostituierte getäuscht; es handle sich um "einen objektiv wesentli-

chen Punkt". Das Bundesgericht hielt weiter verbindlich fest, es könne der  

hiesigen Kammer nicht gefolgt werden, wenn sie ausgeführt habe, das Selbst-

bestimmungsrecht der Geschädigten B._____ sei erst nach der Rückzahlung der 

Reisekosten eingeschränkt gewesen. Zwar sei B._____ damit einverstanden ge-

wesen, dass der Beschuldigte ihren Anteil an den Einnahmen zunächst mit den 

vorgeschossenen Reisekosten verrechne, doch sei dies für die Frage, ob und in 

welchem Umfang ihr Selbstbestimmungsrecht im Zeitpunkt der Erteilung ihrer Zu-

stimmung beschränkt gewesen sei, irrelevant. 

5.6. Wenn der Beschuldigte ausführen lässt, zwar sei nach Darlegung des  
Bundesgerichts das Selbstbestimmungsrecht der Geschädigten B._____ wegen 

einer Täuschung von Anfang an aufgehoben gewesen, doch schliesse dies nicht 

aus, dass anderweitige Gründe vorlägen, die zum Freispruch des  

Beschuldigten führen müssten (Urk. 240 S. 1 Ziff. 1), dann verkennt er, dass die 

hiesige Kammer an die verbindlichen Feststellungen des Bundesgerichts ge-

bunden ist. Kommt dazu, dass der Beschuldigte in keiner Weise darlegt, worin 

denn die "anderweitigen Gründe" liegen sollen. Zurecht anerkennt der Beschul-

digte, dass das Selbstbestimmungsrecht von B._____ wegen einer  

Täuschung des Beschuldigten von Anfang an aufgehoben gewesen ist. Der Tat-

bestand des Menschenhandels schützt gerade Opfer, die etwa durch Täuschung 

zum Zweck der Ausbeutung angeworben und ins Ausland gebracht werden. Das 

Bundesgericht hat verbindlich festgehalten, dass die Geschädigte B._____ durch 

den Beschuldigten in einem objektiv wesentlichen Punkt (Anteil am  

Prostitutionserlös) getäuscht worden ist. Das Selbstbestimmungsrecht von 

B._____ war von Anfang an infolge dieser Täuschung massgeblich einge-

- 39 - 

schränkt. Zwar gab B._____ in Kenntnis des Umstandes, dass sie in der Schweiz 

für den Beschuldigten als Prostituierte werde arbeiten müssen, ihre entsprechen-

de Zustimmung, doch erfolgte diese Zustimmung aufgrund der erwähnten Täu-

schung nicht in Kenntnis aller wesentlichen Umstände. B._____ konnte daher den 

Wert des betreffenden Gutes oder Interesses, die Folgen und Risiken oder allfälli-

ge Alternativen ihrer Entscheidung aufgrund der Täuschung nicht erfassen. 

5.7. Zusammenfassend ist der Beschuldigte auch des Menschenhandels im Sinne 
von Art. 182 Abs. 1 StGB zum Nachteil der Geschädigten B._____ schuldig zu 

sprechen.  

Die Delinquenz des Beschuldigten zum Nachteil der Geschädigten B._____ ist in 

das mehrfache Delinquieren des Beschuldigten einzubetten. Auch hier ging es 

dem Beschuldigten um seine eigenen finanziellen Vorteile. Im Zeitpunkt der hier 

interessierenden Delikte hatte er keine andere Einnahmequelle; er bestritt seinen 

Lebensunterhalt einzig mit dem Erlös aus der Prostitution der von ihm in die 

Schweiz gebrachten Frauen. Lag bereits gewerbsmässiges Handeln ohne den 

Schuldspruch betreffend Menschenhandel zum Nachteil von B._____ vor (vgl. 

dazu Urk. 183 S. 101 Ziff. 4.2.9.), ist Gewerbsmässigkeit umso mehr gegeben bei 

einem zusätzlichen Schuldspruch.  

Der Beschuldigte ist daher zusätzlich des (gewerbsmässigen) Menschenhandels 

im Sinne von Art. 182 Abs. 1 und 2 StGB zum Nachteil der Geschädigten B._____ 

schuldig zu sprechen. 

IV. Strafe 

1. Ausgangslage 

1.1. Die Kammer hat sich in ihrem Urteil vom 19. Juli 2012 eingehend mit der 
Strafzumessung auseinandergesetzt (Urk. 183 S. 119 ff.). Die Strafzumessung 

blieb im bundesgerichtlichen Verfahren unangefochten, weshalb grundsätzlich auf 

die Ausführungen im Urteil vom 19. Juli 2012 verwiesen werden kann.  

Eine mögliche Abweichung ergibt sich vorliegend einzig durch den zusätzlichen 

Schuldspruch betreffend Menschenhandel (auch) zum Nachteil der Geschädigten 

B._____. 

- 40 - 

1.2. Zwecks besserer Nachvollziehbarkeit der auszufällenden Strafe sind die 
Eckwerte der Strafzumessung, wie sie im Urteil vom 19. Juli 2012 dargestellt  

wurden, zu wiederholen.  

1.2.1. Bezüglich Tatkomponente ging die Kammer von folgenden Überlegungen 
aus: 

− Ausgangspunkt war das schwerste Delikt, nämlich die qualifizierte Ver-

gewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 und 3 StGB zum Nachteil der 

Geschädigten H._____, für welche ein Strafrahmen von mindestens 3 

Jahren bis zu 10 Jahren vorgegeben war. Die Kammer erachtete für 

das erwähnte Delikt eine hypothetische Einsatzstrafe von 4 ½ bis 5 

Jahren für angemessen (Urk. 183 S. 120 f.). 

− Beim qualifizierten Menschenhandel im Sinne von Art. 182 Abs. 1 und 

2 StGB erwog die Kammer, dass objektiv insgesamt sechs Frauen  

Opfer der deliktischen Tätigkeit des Beschuldigten geworden seien, 

teilweise auch mehrfach. Teilweise hätten lediglich Versuche vorgele-

gen. Der Beschuldigte habe sich keine übermässige physische oder 

psychische Gewalt zu Schulden kommen lassen. Allerdings habe er  

jede sich bietende Gelegenheit wahrgenommen, um für "Nachschub" 

zu sorgen. Subjektiv sei zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte 

skrupellos, nur auf den eigenen Vorteil bedacht, gehandelt habe. Im 

Vordergrund hätten rein finanzielle Interessen und Machthunger, ver-

bunden mit Sadismus und dem Nebenzweck, mit der Geschädigten 

H._____ ein Sexobjekt zur freien Verfügung zu haben, gestanden. Der 

Beschuldigte habe mit direktem Vorsatz gehandelt; eine verminderte 

Schuldfähigkeit stünde nicht zur Diskussion.  

Für sich allein betrachtet erachtete die Kammer für den qualifizierten 

Menschenhandel zum Nachteil von sechs Opfer eine Freiheitsstrafe 

von rund 4 ½ bis 5 Jahren als angemessen. Gemäss Art. 182 Abs. 3 

StGB war dazu zwingend eine Geldstrafe auszufällen, welche auf  

90 Tagessätze festgelegt wurde (Urk. 183 S. 121 f.). 

- 41 - 

− Für den untauglichen Versuch des strafbaren Schwangerschafts-

abbruchs im Sinne von Art. 118 Abs. 2 StGB in Verbindung mit Art. 22 

Abs. 1 StGB zum Nachteil der Geschädigten H._____ hielt die Kammer 

- hätte dieses Delikt für sich allein beurteilt werden müssen - eine Frei-

heitsstrafe von rund 2 Jahren für angemessen (Urk. 183  

S. 122 f.). 

− Für die mehrfachen sexuellen Nötigungen im Sinne von Art. 189 Abs. 1 

StGB (teilweise in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB) zum Nachteil 

der Geschädigten H._____ erachtete die Kammer - wären diese Delik-

te für sich allein beurteilt worden - eine Strafe von ca. 3 Jahren für an-

gemessen (Urk. 183 S. 123). 

− Die Kammer hatte auch für die mehrfache Förderung der Prostitution 

im Sinne von Art. 195 Abs. 3 und 4 StGB zum Nachteil von insgesamt 

fünf Opfern eine Strafe festzulegen. Für sich allein beurteilt hielt die 

Kammer dafür eine Freiheitsstrafe von 3 ½ bis 4 Jahren für ange-

messen (Urk. 183 S. 123). 

− Für die Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 StGB zum 

Nachteil der Geschädigten H._____ erachtete die Kammer - unabhän-

gig von den übrigen Delikten - eine Freiheitsstrafe von 1 ½ bis 2 Jahren 

für angemessen (Urk. 183 S. 123 f.). 

− Dann hatte die Kammer für die mehrfachen Körperverletzungen (sowie 

Versuche hiezu) im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Ver-

bindung mit Ziff. 2 Abs. 1 und 5 StGB, teils in Verbindung mit Art. 22 

Abs. 1 StGB zum Nachteil der Geschädigten H._____ eine  

angemessene Sanktion zu finden. Sie erachtete dafür eine Strafe von 

rund 1 Jahr für angebracht (Urk. 183 S. 124). 

− Für die Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 und 2 lit. b StGB zum 

Nachteil der Geschädigten H._____ hielt die Kammer - für sich  

- 42 - 

allein betrachtet - eine Strafe von rund einem halben Jahr für ange-

messen (Urk. 183 S. 125). 

− Ferner waren vier Vorfälle von Nötigungen im Sinne von Art. 181 StGB 

zum Nachteil der Geschädigten H._____ zu beurteilen. Die  

Kammer erachtete dafür eine Freiheitsstrafe von rund 1 Jahr für ange-

bracht (Urk. 183 S. 125). 

− Die Abgabe von Kokain an die Geschädigte H._____ (Widerhandlung 

gegen Art. 19 Ziff. 1 Abs. 4 aBetmG) führte - so die Kammer in  

ihrem Urteil vom 19. Juli 2012 - lediglich zu einer geringen Erhöhung 

der Strafe (Urk. 183 S. 125). 

− Für die unzähligen Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB in 

Verbindung mit Abs. 2 lit. c StGB zum Nachteil der Geschädigten  

H._____ - es handelte sich um Tätlichkeiten, die im Grenzbereich zu 

einfachen Körperverletzungen lagen, aber dennoch Übertretungen zu 

qualifizieren waren - hielt die Kammer "eine nicht unbeträchtliche Bus-

se" für angezeigt (Urk. 183 S. 125 f.). 

− Für die mehrfache Widerhandlung gegen Art. 116 Abs. 1 lit. a und b 

und Abs. 3 lit. a des Ausländergesetzes sowie Art. 117 Abs. 1 des Aus-

ländergesetzes sah die Kammer eine angemessene Erhöhung der  

hypothetischen Einsatzgeldstrafe für angemessen (Urk. 183 S. 126). 

− Für den illegalen Betäubungsmittelkonsum hatte die Vorinstanz eine 

Übertretungsbusse von Fr. 200.-- festgesetzt. Diese war in die Gesamt-

busse für alle Übertretungen einzubeziehen (Urk. 183 S. 126). 

In abschliessender Beurteilung der Tatkomponente - ausgehend von der für das 

schwerste Delikt festgelegten hypothetischen Einsatzfreiheitsstrafe von 4 ½ bis  

5 Jahren und in Beachtung des Asperationsprinzips - hielt die Kammer im Urteil 

von 19. Juli 2012 eine Freiheitsstrafe im Bereich von 12 bis 13 Jahren, verbunden 

mit einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu Fr. 10.-- sowie eine Übertretungs-

busse für die Tätlichkeiten im Betrag von Fr. 500.-- für angemessen. 

- 43 - 

1.2.2. Bezüglich Täterkomponente erwog die Kammer im Urteil vom 19. Juli 2012 
folgendes: 

− Aus dem Lebenslauf des Beschuldigten ergebe sich (abgesehen von 

der Delinquenz und den erwirkten Strafen) nichts, was für die Straf-

zumessung relevant wäre (Urk. 183 S. 127 f.). 

− Dem Beschuldigten wurden zwei einschlägige Vorstrafen und der  

Umstand, dass er sich durch den Vollzug von Strafen nicht im Gerings-

ten habe beeindrucken lassen, erheblich straferhöhend angerechnet. 

Auch seine offenkundige Unverbesserlichkeit - der Beschuldigte war 

nach eigenen Angaben erst im April 2007 in Ungarn aus der Unter-

suchungshaft entlassen worden - veranschlagte die Kammer erheblich 

straferhöhend (Urk. 183 S. 129). 

− Der Beschuldigte bekundete anlässlich der Berufungsverhandlung  

ansatzweise geringe Reue, die ihm geringfügig strafreduzierend ange-

rechnet wurde. Sein minimes Geständnis führte dem entsprechend 

auch nur zu einer minimen Strafreduktion (Urk. 183 S. 129). 

− Die Kammer sprach dem Beschuldigten eine zu berücksichtigende 

Strafempfindlichkeit ab. Sie nahm aber infolge einer insgesamt leichten 

Verletzung des Beschleunigungsgebotes eine leichte Strafreduktion 

vor. Eine weitere minime Strafreduktion erfolgte durch das in den  

Medien vom Beschuldigten gezeichnete Bild, was als unzulässige  

Beeinträchtigung der auch dem Beschuldigten zustehenden Persön-

lichkeitsrechte gewertet wurde (urk. 183 S. 130 f). 

1.2.3. Die abschliessende Würdigung ergab, dass die aufgrund der Tatkomponen-
te festgelegte hypothetische Einsatzsatzstrafe aufgrund der Täterkomponente  

erheblich zu erhöhen war, überwogen doch die straferhöhenden Faktoren die  

reduzierenden deutlich. In Berücksichtigung auch der übrigen Strafzumessungs-

faktoren (leichte Verletzung des Beschleunigungsgebotes; Medien) erachtete die 

Kammer im Urteil vom 19. Juli 2012 eine Freiheitsstrafe von 14 Jahren als ange-

- 44 - 

messen (Urk. 183 S. 131).  

Zusätzlich hielt die Kammer eine Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu Fr. 10.-- den 

konkreten Verhältnissen angemessen (Urk. 183 S. 132).  

Die bereits rechtskräftig ausgefällte Busse für den Betäubungsmittelkonsum von 

Fr. 200.-- wurde in sinngemässer Anwendung von Art. 49 Abs. 2 StGB für die  

weiteren Übertretungen auf insgesamt Fr. 400.-- erhöht (Urk. 183 S. 132). 

2. Standpunkt der Parteien im aktuellen Berufungsverfahren 

2.1. Die Staatsanwaltschaft wies darauf hin, dass die Kammer für den qualifizier-
ten Menschenhandel zum Nachteil von sechs Opfer eine Freiheitsstrafe von  

4 ½ bi