# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 251cdf76-822d-56a2-a371-7502846fffdc
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-05-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.05.2008 D-3208/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3208-2008_2008-05-22.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-3208/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 2 .  M a i  2 0 0 8

Einzelrichter Hans Schürch, 
mit Zustimmung von Richterin Christa Luterbacher, 
Gerichtsschreiberin Anna Dürmüller.

A._______, geboren _______,
Liberia,
wohnhaft _______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 8. Mai 2008 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-3208/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der  Beschwerdeführer,  ein  liberianischer  Staatsangehöriger  mit 
letztem  Wohnsitz  in  B._______,  sein  Heimatland  eigenen  Angaben 
zufolge am 18. Oktober 2007 verliess und am 16. November 2007 in 
die Schweiz einereiste, wo er gleichentags um Asyl nachsuchte,

dass  er  anlässlich  der  Kurzbefragung  im  Empfangs-  und 
Verfahrenszentrum  C._______  vom  26.  November  2007  sowie  der 
direkten  Anhörung  vom  10.  Dezember  2007  zur  Begründung  des 
Asylgesuchs im Wesentlichen geltend machte, er sei seines Lebens in 
Liberia nicht mehr sicher,

dass es zwei Monate vor seiner Ausreise zu einem ethnischen Konflikt 
zwischen den Kpelles und den Mandingos gekommen sei,

dass seine Mutter eine Kpelle sei, während sein Vater der Ethnie der 
Kongo angehöre,

dass  Mandingos  sich  die  Kautschuk-Plantagen  seiner  Eltern  in 
D._______ (Bong County) angeeignet und dabei behauptet hätten, sie 
seien die Eigentümer,

dass es zwischen diesen Personen und seinen Eltern zu einem Streit 
um den Grundbesitz gekommen sei,

dass er am 3. Oktober 2007 auf Ersuchen seiner Eltern von B._______ 
nach D._______ gegangen sei, um seinen Eltern beizustehen,

dass  am  6.  Oktober  2007  unbekannte  Personen  ins  Haus 
eingedrungen, seinen Vater mit Macheten erschlagen und seine Mutter 
und die Schwestern erschossen hätten,

dass er dies beobachtet und anschliessend ohnmächtig geworden sei,

dass er  das  Haus am Morgen umgehend verlassen und sich  in  der 
Folge eine Woche lang in der Steppe versteckt habe,

dass er den Überfall der Mandingos nicht der Polizei gemeldet habe, 
da  der  Polizeiposten  zu  weit  weg  und  die  Polizei  im  Übrigen  nicht 
vertrauenswürdig sei,

Seite 2

D-3208/2008

dass er in der Steppe eine Frau aus dem Dorf getroffen habe, die über 
das  Geschehen  informiert  gewesen  sei  und  ihn  mit  einem 
Lastwagenfahrer  bekannt  gemacht habe,  welcher  ihn nach Monrovia 
gebracht habe,

dass  dieser  Mann  ihm  aus  Mitleid  geholfen  und  ihn  zu  einem 
Containerschiff  gebracht  habe,  mit  welchem  er  sein  Heimatland 
verlassen habe,

dass er schliesslich in einem unbekannten Land angekommen sei, wo 
er  einen  weissen  Mann  getroffen  habe,  welcher  ihn  zum  Bahnhof 
gebracht und ihm ein Zugsbillett gekauft habe,

dass er im Zug in die Schweiz gelangt und auf der gesamten Reise 
von Liberia in die Schweiz nie in eine Kontrolle geraten sei,

dass  er  traumatisiert  sei  und  eine  Rückkehr  nach  Liberia  für  ihn 
gefährlich wäre,

dass für den weiteren Inhalt der Aussagen auf die Protokolle bei den 
Akten zu verweisen ist,

dass  der  Beschwerdeführer  im  Verlaufe  des  vorinstanzlichen 
Verfahrens  weder  Identitäts-  oder  Reisepapiere  noch  anderweitige 
Beweismittel zu den Akten reichte,

dass  das  BFM  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  mit 
Verfügung vom 8. Mai 2008 - eröffnet am 9. Mai 2008 - in Anwendung 
von Art. 32 Abs. 2 Bst. a des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, 
SR 142.31) nicht eintrat und die Wegweisung aus der Schweiz sowie 
den Vollzug anordnete,

dass  das  BFM  zur  Begründung  seines  Entscheids  im  Wesentlichen 
ausführte,  es  lägen  keine  entschuldbaren  Gründe  für  das 
Nichteinreichen von Identitäts- oder Reisepapieren vor,

dass  die  Angaben  des  Beschwerdeführers  im  Zusammenhang  mit 
seinen  fehlenden  Papieren  stereotyp  und  realitätsfremd  seien, 
weshalb  zu  vermuten sei,  er  verheimliche den Behörden die  für  die 
Reise benutzten Dokumente,

Seite 3

D-3208/2008

dass  der  Beschwerdeführer  realitätswidrige  und  teilweise 
tatsachenwidrige  oder  widersprüchliche  Aussagen  gemacht  habe, 
weshalb  seine Vorbringen den Anforderungen an die  Glaubhaftigkeit 
offensichtlich nicht standhielten,

dass er die Flüchtlingseigenschaft somit nicht erfülle und zusätzliche 
Abklärungen  zur  Feststellung  derselben  oder  eines 
Wegweisungsvollzugshindernisses  aufgrund  der  Aktenlage  nicht 
erforderlich seien,

dass  für  den  weiteren  Inhalt  der  vorinstanzlichen  Verfügung  auf  die 
Akten zu verweisen ist,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  15.  Mai  2008 
(Poststempel)  an  das  Bundesverwaltungsgericht  gegen  diesen 
Entscheid Beschwerde erhob und dabei beantragte, die angefochtene 
Verfügung  sei  aufzuheben,  es  sei  die  Flüchtlingseigenschaft 
festzustellen  und  Asyl  zu  gewähren,  und  er  sei  (eventuell)  infolge 
Unzulässigkeit,  Unzumutbarkeit  und  Unmöglichkeit  des  Vollzugs 
vorläufig aufzunehmen,

dass  in  prozessualer  Hinsicht  um  eventuelle  Wiederherstellung  der 
aufschiebenden  Wirkung  der  Beschwerde,  um  Gewährung  der 
vollumfänglichen unentgeltlichen Rechtspflege sowie um Verzicht auf 
die Erhebung eines Kostenvorschusses ersucht wurde,

dass  ausserdem  beantragt  wurde,  die  zuständige  Behörde  sei 
vorsorglich anzuweisen,  die Kontaktaufnahme mit  den Behörden des 
Heimatstaates  sowie  jegliche  Datenweitergabe  an  denselben  zu 
unterlassen  und  bei  bereits  erfolgter  Datenweitergabe  den 
Beschwerdeführer entsprechend zu informieren,

dass der Beschwerde ein Internetausdruck von Wikipedia (Karte von 
D._______),  eine  vom  Beschwerdeführer  skizzierte  Karte  von 
B._______ sowie  ein  Internetausdruck von lib.utexas.edu (Karte  von 
B._______) beilagen,

dass auf den Inhalt der Beschwerde, soweit entscheidrelevant, in den 
nachfolgenden Erwägungen Bezug genommen wird,

Seite 4

D-3208/2008

dass der  Sozialdienst  des  Kantons E._______ mit  Eingabe vom 15. 
Mai  2008  eine  Bestätigung  der  Fürsorgeabhängigkeit  des 
Beschwerdeführers einreichte,

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  16.  Mai  2008  beim 
Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  endgültig  über  Beschwerden 
gegen  Verfügungen  (Art. 5  des  Bundesgesetzes  vom 20.  Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021])  des BFM 
auf  dem  Gebiet  des  Asylrechts  entscheidet  (Art. 105  AsylG  i.V.m. 
Art. 31-34 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, 
SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer legitimiert  ist,  weshalb auf  die  frist-  und 
formgerecht  eingereichte  Beschwerde  grundsätzlich  einzutreten  ist 
(Art. 108a AsylG sowie Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 und 52 VwVG),

dass  auf  das  Gesuch,  es  sei  gegebenenfalls  die  aufschiebende 
Wirkung  (der  Beschwerde)  wiederherzustellen  (vgl.  Ziffer  5  der 
Rechtsbegehren),  nicht  einzutreten  ist,  da  die  Vorinstanz  die  der 
Beschwerde  von  Gesetzes  wegen  (vgl.  Art.  55  Abs.  1  VwVG) 
zukommende aufschiebende Wirkung nicht entzogen hat,

dass mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht die Verletzung 
von Bundesrecht,  die unrichtige oder unvollständige Feststellung des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass  die  Beurteilung  von  Beschwerden  gegen  Nichteintretensent-
scheide praxisgemäss auf die Überprüfung der Frage beschränkt ist, 
ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich die Beurteilungszuständigkeit der Beschwerdeinstanz somit 
darin erschöpft, bei Begründetheit des Rechtsmittels die angefochtene 
Verfügung aufzuheben und die Sache zur neuen Entscheidung an die 
Vorinstanz  zurückgehen  zu  lassen  (vgl.  Entscheidungen  und 

Seite 5

D-3208/2008

Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK] 
2004 Nr. 34 E. 21 S. 240 f.),

dass  daher  auf  das  Begehren,  es  sei  Asyl  zu  gewähren,  nicht 
einzutreten ist,

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung sowie deren Vollzugs 
dagegen  bereits  materiell  geprüft  hat,  weshalb  dem  Bundesverwal-
tungsgericht diesbezüglich volle Kognition zukommt,

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters 
beziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  wird  (Art. 111 
Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um 
eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur 
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass  das  Gesuch  um  Erlass  vorsorglicher  Massnahmen  im 
Zusammenhang  mit  der  vom  Beschwerdeführer  befürchteten 
Datenweitergabe angesichts des vorliegenden, direkten Entscheids in 
der Hauptsache gegenstandslos wird,

dass  den  Akten  keine  Hinweise  auf  eine  bereits  erfolgte 
Datenweitergabe durch das BFM zu entnehmen sind, weshalb auf das 
Gesuch,  der  Beschwerdeführer  sei  darüber  mittels  separater 
Verfügung  zu  informieren,  mangels  Rechtsschutzinteresses  nicht 
eingetreten wird,

dass auf  ein Asylgesuch nicht  eingetreten wird,  wenn Asylsuchende 
den Behörden nicht innert 48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs 
Reise- oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG),

dass  diese  Bestimmung  jedoch  keine  Anwendung  findet,  wenn 
Asylsuchende  glaubhaft  machen  können,  sie  seien  dazu  aus 
entschuldbaren  Gründen  nicht  in  der  Lage  (Art.  32  Abs.  3  Bst.  a 
AsylG),  oder  wenn aufgrund der  Anhörung sowie gestützt  auf  Art. 3 
und 7 AsylG die Flüchtlingseigenschaft festgestellt wird (Bst. b), oder 
wenn  sich  auf  Grund  der  Anhörung  die  Notwendigkeit  zusätzlicher 

Seite 6

D-3208/2008

Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines 
Wegweisungsvollzugshindernisses ergibt (Bst. c),

dass  der  Beschwerdeführer  bis  heute  keine  Identitäts-  oder 
Reisepapiere zu den Akten reichte,

dass er erklärte, er habe nie Identitätspapiere besessen und sei auch 
nicht in der Lage, welche zu beschaffen,

dass er ohne Identitätspapiere gereist, für die Reise nichts bezahlt und 
während  der  gesamten  Reise  von  Liberia  in  die  Schweiz  nie 
kontrolliert worden sei,

dass  die  Schilderung  des  Reisewegs  indessen  äusserst 
unsubstanziiert, realitätsfremd und stereotyp ausgefallen ist,

dass  der  Beschwerdeführer  weder  den  Namen  des  Schiffes  kannte 
noch angeben konnte, wie lange er auf See war und in welchem Land 
er vom Schiff ging und den Zug bestieg,

dass  sowohl  diese  Aussagen  als  auch  die  geltend  gemachte 
problemlose und vollständig fremdfinanzierte Reise von Liberia in die 
Schweiz ohne gültige Reisepapiere realitätsfremd erscheinen,

dass es dem Beschwerdeführer  aus diesen Gründen nicht  gelungen 
ist, entschuldbare Gründe für die Nichteinreichung von Identitäts- oder 
Reisepapieren glaubhaft zu machen,

dass  demnach  zu  prüfen  bleibt,  ob  das  BFM  zu  Recht  davon 
ausgegangen ist, die Flüchtlingseigenschaft sei nicht gegeben und es 
bestehe  aufgrund  der  Anhörung  keine  Notwendigkeit  zur  Vornahme 
von weiteren Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft 
oder eines Wegweisungsvollzugshindernisses,

dass  die  Auffassung  des  BFM,  wonach  die  Asylvorbringen  des 
Beschwerdeführers unglaubhaft seien, zu bestätigen ist,

dass die Vorbringen des Beschwerdeführers als  realitätsfremd sowie 
teilweise  tatsachenwidrig  und  widersprüchlich  qualifiziert  werden 
müssen,

Seite 7

D-3208/2008

dass der Beschwerdeführer geltend machte, er sei in D._______, Bong 
County  aufgewachsen,  und  seine  Eltern  hätten  dort  eine  grosse 
Kautschuk-Plantage,

dass er erklärte, D._______ liege im Distrikt D._______ (vgl. A7, S. 3),

dass es in Bong County zwar einen Ort namens D._______ gibt, wobei 
diesbezüglich  unterschiedliche  Schreibweisen  existieren,  D._______ 
jedoch entgegen dem Vorbringen des Beschwerdeführers kein Distrikt 
von Bong County ist,

dass  auch  die  übrigen,  vom  Beschwerdeführer  auf  Nachfragen 
genannten  Distrikte  -  mit  Ausnahme  von  Suakoko  -  nicht  in  Bong 
County liegen (vgl. A7, S. 4),

dass  bereits  aufgrund  dessen  die  vom  Beschwerdeführer  geltend 
gemachten Vorfälle, welche er in D._______, Bong County, ansiedelt, 
zu bezweifeln sind,

dass  sich  der  Beschwerdeführer  in  Bezug  auf  den  Zeitpunkt  des 
angeblichen Überfalls durch unbekannte Personen widersprach,

dass  er  zunächst  erklärte,  die  Täter  seien  drei  Tage  nach  der 
Auseinandersetzung  seines  Vaters  mit  den  Mandingo  ins  Haus 
eingedrungen (vgl. A1, S. 5),

dass  er  demgegenüber  in  der  Direktanhörung  zu  Protokoll  gab,  die 
Eindringlinge  seien  um  Mitternacht  des  Tages,  an  dem  die 
Auseinandersetzung  stattgefunden  habe,  ins  Haus  gekommen  (vgl. 
A7, S. 6),

dass  entgegen  dem  Vorbringen  in  der  Beschwerde  nicht  davon 
auszugehen  ist,  es  handle  sich  dabei  um  ein  Missverständnis  des 
Dolmetschers,  zumal  die  fraglichen  Protokollstellen  klar  sind,  dem 
Beschwerdeführer die Protokolle rückübersetzt wurden und er sie mit 
seiner Unterschrift als korrekt anerkannte,

dass - wie das BFM zu Recht bemerkt hat - nicht nachvollziehbar ist, 
weshalb  die  Eltern  des  Beschwerdeführers  nach  der  Auseinander-
setzung  mit  den  Mandingos  keine  Vorsichtsmassnahmen  trafen, 
obwohl die Mandingos den Angaben des Beschwerdeführers zufolge 

Seite 8

D-3208/2008

als  "schreckliche  Leute"  bekannt  waren,  die  bereits  anderswo 
Probleme bereitet hätten (vgl. A7, S. 5),

dass  die  Familie  des  Beschwerdeführers  nicht  nur  die  Möglichkeit 
gehabt  hätte,  einige  ihrer  Angestellten  als  Wachen  einzustellen, 
sondern zu ihrem eigenen Schutz auch anderswo hätten übernachten 
können, gegebenenfalls unter Mitnahme ihrer Grundbesitzurkunde,

dass  im  Weiteren  ebenfalls  nicht  nachvollziehbar  ist,  weshalb  der 
Beschwerdeführer  seinen  Familienangehörigen  nicht  umgehend  zu 
Hilfe eilte, als er deren Schreie hörte,

dass die Mandingos den Angaben des Beschwerdeführers zufolge von 
seiner Anwesenheit in D._______ wussten,

dass  bei  dieser  Sachlage  davon  ausgegangen  werden  muss,  sie 
hätten  das  Haus  nach  ihm  abgesucht  und  ihn  schliesslich  auch 
gefunden, zumal er sich eigenen Aussagen zufolge nicht versteckte, 

dass  aus  den  Schilderungen  des  Beschwerdeführers  jedoch 
geschlossen  werden  muss,  die  Eindringlinge  hätten  nicht  nach  ihm 
gesucht,  was  unter  den  vom  Beschwerdeführer  dargelegten 
Umständen nicht plausibel erscheint,

dass  sich  der  Beschwerdeführer  in  Bezug  auf  die  Dauer  seines 
Aufenthaltes  in  Monrovia  im  Vorfeld  seiner  Ausreise  aus  dem 
Heimatland  widersprach,  indem er  zunächst  erklärte,  er  sei  damals 
vier  Tage  in  Monrovia  geblieben  (vgl.  A1,  S.  5),  während  er  in  der 
Direktanhörung nur noch von drei Tagen sprach (vgl. A7, S. 8),

dass der Beschwerdeführer geltend machte, die Mandingos hätten ihn 
gesucht, um ihn umzubringen,

dass er  jedoch keine konkreten Anhaltspunkte für  dieses Vorbringen 
liefern  und  insbesondere  keine  konkreten  Indizien  für  die  angeblich 
auch in Monrovia bestehende Verfolgungsgefahr seitens der Mandingo 
darlegen konnte,

dass die in der Beschwerde erneut geltend gemachten Asylvorbringen 
des Beschwerdeführers,  insbesondere die geltend gemachte Gefahr, 
im Falle seiner Rückkehr nach Liberia von Mandingos umgebracht zu 
werden, als offensichtlich unglaubhaft zu erachten ist,

Seite 9

D-3208/2008

dass das Bestehen der Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers 
somit  ohne  weiteres  ausgeschlossen  werden  kann  und  auch  keine 
zusätzlichen Abklärungen hinsichtlich der Frage des Wegweisungsvoll-
zugs notwendig erscheinen,

dass es sich bei dieser Sachlage erübrigt, auf die weiteren Vorbringen 
in  der  Beschwerde  sowie  die  eingereichten  Beweismittel  näher 
einzugehen,  da  sie  an  den  vorstehenden  Erwägungen  nichts  zu 
ändern vermögen,

dass das BFM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 
Bst.  a  AsylG  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht 
eingetreten ist,

dass  das  Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch  in  der  Regel  die 
Wegweisung  aus  der  Schweiz  zur  Folge hat  (Art. 44  Abs. 1  AsylG), 
vorliegend  der  Kanton  keine  Aufenthaltsbewilligung  erteilt  hat  und 
zudem kein Anspruch auf Erteilung einer solchen besteht (vgl. EMARK 
2001 Nr. 21),  weshalb die verfügte Wegweisung im Einklang mit  den 
gesetzlichen Bestimmungen steht und zu bestätigen ist,

dass  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den 
gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von 
Ausländern regelt,  wenn der Vollzug der Wegweisung nicht  zulässig, 
nicht  zumutbar  oder  nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG; Art. 83 
Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die 
Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn 
völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der 
Ausländerin  oder  des  Ausländers  in  den  Heimat-,  Herkunfts-  oder 
einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit 
aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem 
sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu 
werden  (Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des 
Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge 
[FK, SR 0.142.30]),

Seite 10

D-3208/2008

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb  das  in  Art. 5  AsylG  verankerte  Prinzip  des 
flüchtlingsrechtlichen  Non-Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren 
keine  Anwendung findet,  und  überdies  keine  Anhaltspunkte  für  eine 
menschenrechtswidrige  Behandlung  ersichtlich  sind,  die  in  Liberia 
droht,

dass  sich  der  Vollzug  für  Ausländerinnen  und  Ausländer  als 
unzumutbar  erweist,  wenn  sie  im  Heimat-  oder  Herkunftsstaat  auf 
Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und 
medizinischer Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass es in Liberia trotz der insgesamt positiven Entwicklung seit dem 
Friedensschluss  im  Jahr  2003  und  der  Vereidigung  der  neuen 
Präsidentin im Januar 2006 immer noch gelegentlich zu gewaltsamen 
Auseinandersetzungen kommt und die Kriminalitätsrate nach wie vor 
hoch ist,

dass  jedoch  im  heutigen  Zeitpunkt  nicht  von  einer  Situation 
allgemeiner  Gewalt  gesprochen  werden  kann,  welche  für  den 
Beschwerdeführer  im  Falle  seiner  Rückkehr  zu  einer  konkreten 
Gefährdung führen würde,

dass auch keine individuellen Gründe bestehen, die dem Vollzug der 
Wegweisung allenfalls entgegenstehen könnten,

dass  es  sich  beim  Beschwerdeführer  den  Akten  zufolge  um  einen 
gesunden, jungen Mann aus relativ vermögender Familie handelt,

dass er eigenen Angaben zufolge über eine im liberianischen Kontext 
überdurchschnittliche  Schulbildung  verfügt,  vor  der  Ausreise  mit 
Computern arbeitete und überdies mit dem Bau eines familieneigenen 
Hauses in B._______ beschäftigt war (vgl. A7, S. 2 und 3),

dass  das  Vorbringen  des  Beschwerdeführers,  wonach  er  in  Liberia 
über  keine  Familienangehörigen  mehr  verfüge,  angesichts  der 
vorstehend  als  unglaubhaft  erachteten  Asylvorbringen  zu  bezweifeln 
ist und vielmehr davon auszugehen ist, er verfüge in Liberia nach wie 
vor über ein Beziehungsnetz,

Seite 11

D-3208/2008

dass im Übrigen bereits aus der Tatsache, wonach er bis zur Ausreise 
in Liberia lebte und dort bis zum 18. Lebensjahr die Schule besuchte, 
geschlossen  werden  kann,  er  verfüge  in  Liberia  über  gewisse 
Bezugspersonen,

dass  daher  insgesamt  nicht  davon  auszugehen  ist,  der 
Beschwerdeführer  würde  bei  einer  Rückkehr  nach  Liberia  in  eine 
existenzbedrohende  Situation  geraten,  weshalb  der  Vollzug  der 
Wegweisung als zumutbar zu erachten ist,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  in  den 
Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse 
bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, 
bei  der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 
AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist (Art. 83 Abs. 1-4 AuG),

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder  unangemessen  ist  (Art. 106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde 
abzuweisen ist,

dass das Gesuch um Gewährung der vollumfänglichen unentgeltlichen 
Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG abzuweisen ist, 
da sich die Beschwerde nach dem Gesagten als aussichtslos erwies,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 1-3  des  Reglements  vom 11. Dezember  2006  über  die  Kosten 
und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art. 63 
Abs. 1 VwVG),

dass  das  Gesuch  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses  angesichts  des  direkten  Entscheids  in  der 
Hauptsache gegenstandslos geworden ist.

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 12

D-3208/2008

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  vollumfänglichen  unentgeltlichen 
Rechtspflege wird abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein)
- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt  und  Rückkehrförderung,  mit  den 

Akten Ref.-Nr. N _______ (per Kurier; in Kopie, vorab per Telefax)
- das _______ (per Telefax)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Hans Schürch Anna Dürmüller

Versand:

Seite 13