# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3627da91-6a2f-5f9e-83fc-436dfeb25a7b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-11-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.11.2022 A-1399/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-1399-2020_2022-11-17.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung I 

A-1399/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 7 .  N o v e m b e r  2 0 2 2  

Besetzung  Richterin Iris Widmer (Vorsitz), 

Richter Jürg Steiger, Richter Raphaël Gani,    

Gerichtsschreiberin Anna Begemann. 

 
 

 

Parteien  A._______ Ltd.,  

(…),   

Beschwerdeführerin,  

 

 
 

gegen 

 
 

Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG),  

Dienstbereich Grundlagen,  

Sektion Recht,  

Taubenstrasse 16, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

 
 

 

Gegenstand  Zollabgaben; passive Veredelung. 

 

 

 

A-1399/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die A._______ Ltd. bezweckt gemäss Eintrag im Handelsregister des Kan-

tons (…) die Herstellung, den Vertrieb und den Verkauf von Lebensmitteln 

aller Art. Seit dem Jahr 2012 ist sie Inhaberin von Bewilligungen für den 

passiven Veredelungsverkehr von Frischkartoffeln zur Herstellung von Kar-

toffel-Chips.  

B.  

Mit der Bewilligung Nr. (…) vom 4. Februar 2020 erteilte die Eidgenössi-

sche Zollverwaltung (seit dem 1. Januar 2022: Bundesamt für Zoll und 

Grenzsicherheit [BAZG]; nachfolgend: Vorinstanz oder im Zusammenhang 

mit den gesetzlichen Bestimmungen BAZG) der A._______ Ltd. eine bis 

zum 31. Dezember 2020 gültige Bewilligung für den passiven Verede-

lungsverkehr. Damit wurde die A._______ Ltd. berechtigt, 4'000'000 kg 

Frischkartoffeln der Tarifnummer 0701.9091 im Äquivalenzverkehr zur Her-

stellung von Kartoffel-Chips nach Österreich auszuführen und im Gegen-

zug Kartoffel-Chips der Tarifnummer 2005.2029 zum reduzierten Ansatz 

von Fr. 47.– je 100 kg brutto in die Schweiz einzuführen.  

Die Bewilligung enthält in Rubrik 10 unter anderem die folgende Auflage:  

« Si, dans le cadre d’un trafic fondé sur l’équivalence, le produit com-

pensateur est importé avant que la quantité correspondante de pommes 

de terre n’ait été exportée, l’exportation ainsi que le décompte de la 

quantité correspondante doivent se faire dans le délai d’exporta-

tion de trois mois. Si l’un de ces délais n’est pas respecté, la taxa-

tion au taux réduit n’est plus possible. » (Hervorhebungen im Origi-

nal) 

C.  

Mit Eingabe vom 9. März 2020 erhebt die A._______ Ltd. (nachfolgend: die 

Beschwerdeführerin) Einsprache (recte: Beschwerde) gegen die Bewilli-

gung vom 4. Februar 2020 beim Bundesverwaltungsgericht. Sie beantragt 

sinngemäss die Aufhebung der Auflage, wonach im Rahmen des Äquiva-

lenzverkehrs die Ausfuhr der Kartoffeln und die Abrechnung innerhalb einer 

Ausfuhrfrist von 3 Monaten seit der Einfuhr der Kartoffel-Chips zu erfolgen 

haben. Diese Auflage sei für sie nicht praktikabel. Die Auflage sei zudem 

in vorangehenden Bewilligungen nicht enthalten gewesen.  

A-1399/2020 

Seite 3 

Zusammen mit der Beschwerde reicht sie eine Kopie der Bewilligung 

Nr. (…) sowie diesbezügliche Erläuterungen der Vorinstanz (E-Mail-Aus-

tausch zwischen der Beschwerdeführerin und der Vorinstanz vom 4. und 

9. März 2020) zu den Akten. 

D.  

Mit Vernehmlassung vom 25. Mai 2020 beantragt die Vorinstanz die Ab-

weisung der Beschwerde unter Kostenfolge, soweit darauf einzutreten sei. 

Auf die Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Akten wird nach-

folgend eingegangen, soweit dies für den vorliegenden Entscheid wesent-

lich ist. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt Beschwerden gegen Verfügungen 

nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Ver-

waltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach 

Art. 32 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwal-

tungsgericht (VGG, SR 173.32) gegeben ist (Art. 31 VGG). Eine solche 

Ausnahme liegt nicht vor. Der angefochtene Entscheid ist eine Verfügung 

im Sinne von Art. 5 VwVG. Das BAZG ist zudem eine Vorinstanz des Bun-

desverwaltungsgerichts (vgl. Art. 33 VGG). Dieses ist daher für die Beur-

teilung der vorliegenden Beschwerde zuständig (vgl. auch Art. 116 Abs. 4 

des Zollgesetzes vom 18. März 2005 [ZG, SR 631.0]). Das Verfahren rich-

tet sich – soweit das VGG nichts anderes bestimmt – nach den Vorschrif-

ten des VwVG (Art. 37 VGG).  

1.1 Die Beschwerdeführerin ist Adressatin des angefochtenen Entscheids, 

hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen und ist durch die Verfü-

gung vom 4. Februar 2020 beschwert: Nach der Rechtsprechung sind Vor-

bringen gegen die in der Bewilligung enthaltenen Auflagen mittels Be-

schwerde gegen die erteilte Bewilligung zu erheben und können später im 

Abgabeerhebungsverfahren nicht mehr mit Erfolg geltend gemacht werden 

(vgl. Urteile des BVGer A-376/2021 vom 14. September 2021 E. 2.2.3;  

A-6139/2019 vom 18. August 2020 E. 2.2.2; A-6635/2018 vom 7. Januar 

2020 E. 3.2.2, die sich allerdings auf das – in diesem Punkt gleichgela-

gerte – Verfahren der aktiven Veredelung beziehen; siehe dazu auch 

E. 2.5.1 in fine). Allerdings war die Bewilligung nur bis zum 31. Dezember 

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Seite 4 

2020 gültig. Dem Bundesverwaltungsgericht liegen keine Informationen 

dazu vor, ob das Abgabeerhebungsverfahren für das Jahr 2020 rechtskräf-

tig abgeschlossen wurde. Es ist daher fraglich, ob bzw. inwieweit die Be-

schwerdeführerin nach wie vor über ein aktuelles Rechtsschutzinteresse 

an der Aufhebung der Bewilligung verfügt. Diese Frage kann jedoch vorlie-

gend offenbleiben. Das Bundesverwaltungsgericht sieht vom Erfordernis 

eines aktuellen Rechtsschutzinteresses ab, wenn sich die mit der Be-

schwerde aufgeworfenen grundsätzlichen Fragen jeweils unter gleichen  

oder ähnlichen Umständen wieder stellen können, ohne dass im Einzelfall 

rechtzeitig eine bundesverwaltungsgerichtliche Prüfung möglich wäre (vgl. 

BGE 146 II 335 E. 1.3; Urteil des BVGer A-4670/2019 vom 3. September 

2020 E. 1.3.2). Da sich die mit der vorliegenden Beschwerde auf- 

geworfenen Fragen jedes Jahr unter den gleichen oder ähnlichen Umstän-

den wieder stellen können und die Klärung dieser Fragen im öffentlichen 

Interesse liegt, ist die Beschwerdelegitimation der Beschwerdeführerin  

zu bejahen. Zudem war die streitbetroffene Bewilligung zum Zeitpunkt der 

Beschwerdeeinreichung noch gültig und es besteht ein Interesse an der 

Klärung der Frage, ob die damalige Praxis der Vorinstanz rechtskonform 

war (vgl. Urteil des BGer 1C_245/2022 vom 4. Oktober 2022 E. 1.4.3 in 

fine). Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 50 

Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist vor diesem Hintergrund einzutreten. 

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht darf die angefochtene Verfügung in vol-

lem Umfang überprüfen. Die Beschwerdeführerin kann neben der Verlet-

zung von Bundesrecht (Art. 49 Bst. a VwVG) und der unrichtigen oder un-

vollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts (Art. 49 

Bst. b VwVG) auch die Unangemessenheit rügen (Art. 49 Bst. c VwVG). 

Im Beschwerdeverfahren gilt die Untersuchungsmaxime, wonach der 

Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen ist, und der Grundsatz der 

Rechtsanwendung von Amtes wegen (Art. 62 Abs. 4 VwVG;  

MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER/KAYSER, Prozessieren vor dem Bundesver-

waltungsgericht, 3. Aufl. 2022, Rz. 1.49 ff.). Ungeachtet der Bestimmung 

von Art. 2 Abs. 1 VwVG, welcher die Art. 12 – 19 sowie die Art. 30 – 33 

VwVG für Steuerverfahren ausschliesst, wendet das Bundesverwaltungs-

gericht in ständiger Rechtsprechung auch in Steuerverfahren den Untersu-

chungsgrundsatz in dem Sinn an, als die in den von der Anwendbarkeit 

ausgenommenen Artikeln näher ausgeführten Anhörungs- und Mitwir-

kungsrechte gewährt werden (statt vieler: BVGE 2009/60 E. 2; Urteile des 

BVGer A-2479/2019 vom 14. Juli 2021 E. 2.2.1; A-5446/2016 vom 23. Mai 

2018 E. 2.2; A-6977/2009 vom 29. November 2010 E. 2.2). 

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Seite 5 

1.3 Die Rechtmässigkeit eines Verwaltungsakts beurteilt sich bei Fehlen 

anderslautender Übergangsbestimmungen grundsätzlich nach jenem 

Recht, das bei Verwirklichung des massgeblichen Sachverhalts Gültigkeit 

hatte (BGE 144 II 326 E. 2.1.1; 143 II 297 E. 5.3.3; 140 V 136 E. 4.2.1). 

Steht in einem Rechtsmittelverfahren die Überprüfung einer Bewilligung in 

Frage, ist in diesem Sinne grundsätzlich vom Rechtsbestand bei Erlass der 

Bewilligung auszugehen (BGE 139 II 470 E. 4.2; Urteil des BGer 

2C_26/2019 vom 22. Dezember 2021 E. 6.3). Demgemäss ist vorliegend 

das am 4. Februar 2020 geltende Recht massgebend (vgl. Sachverhalt 

Bst. B). 

2.  

2.1 Waren, die ins Zollgebiet oder aus dem Zollgebiet verbracht werden, 

sind grundsätzlich zollpflichtig und müssen nach dem ZG sowie nach dem 

Zolltarifgesetz vom 9. Oktober 1986 (ZTG, SR 632.10) veranlagt werden 

(Art. 7 ZG). Ebenso unterliegt die Einfuhr von Gegenständen grundsätzlich 

der Einfuhrsteuer (Art. 50 ff. des Bundesgesetzes vom 12. Juni 2009 über 

die Mehrwertsteuer [MWSTG, SR 641.20]). Vorbehalten bleiben Zoll- und 

Steuerbefreiungen bzw. -erleichterungen, die sich aus besonderen Bestim-

mungen von Gesetzen und Verordnungen oder Staatsverträgen ergeben 

(vgl. Art. 2 Abs. 1 und Art. 8 ff. ZG; Art. 1 Abs. 2 ZTG; Art. 53 MWSTG). 

2.2 Für Waren, die zur Bearbeitung, Verarbeitung oder Ausbesserung vo-

rübergehend ausgeführt werden, gewährt das BAZG im Rahmen des Zoll-

verfahrens der passiven Veredelung auf wieder eingeführten Erzeugnissen 

Zollermässigung oder Zollbefreiung, sofern keine überwiegenden öffentli-

chen Interessen entgegenstehen (vgl. Art. 13 Abs. 1 ZG).  

2.3 Das passive Veredelungsverfahren steht grundsätzlich nur Waren des 

zollrechtlich freien Verkehrs offen (Urteil des BVGer A-6860/2017 vom 

9. August 2018 E. 4.3; IVO GUT, in: Martin Kocher/Diego Clavadetscher 

[Hrsg.], Stämpflis Handkommentar zum Zollgesetz [ZG], 2009 [nachfol-

gend: Zollkommentar], Art. 13 N. 4; REMO ARPAGAUS, Zollrecht, in: Schwei-

zerisches Bundesverwaltungsrecht, Bd. XII, 2. Aufl. 2007 [nachfolgend: 

Zollrecht], N. 897). 

Die Vorinstanz gewährte bis Ende 2011 für landwirtschaftliche Erzeugnisse 

und landwirtschaftliche Grundstoffe die vorübergehende Ausfuhr nur unter 

der (zusätzlichen) Voraussetzung, dass dadurch nicht wesentliche Interes-

sen der Wirtschaft im Inland beeinträchtigt wurden (Art. 132 Abs. 7 ZG, auf-

gehoben per 1. August 2016 [AS 2016 2429; BBl 2015 2883]). Diese Norm 

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beanspruchte für das passive Veredelungsverfahren Geltung (vgl. Urteil 

des BVGer A-6860/2017 vom 9. August 2018 E. 4.3; siehe dazu näher 

E. 7.2.6).  

2.4 Das passive Veredelungsverfahren kann sowohl im sog. Nämlichkeits-

verkehr (Art. 13 Abs. 1 ZG; Art. 47 der Zollverordnung vom 1. November 

2006 [ZV, SR 631.01]) wie auch im sog. Äquivalenzverkehr (Art. 13 Abs. 2 

ZG; Art. 46 ZV) abgewickelt werden. Beim Nämlichkeitsverkehr muss die 

zur Veredelung ausgeführte Ware tatsächlich für den Veredelungsvorgang 

verwendet werden und im Veredelungserzeugnis enthalten sein und da-

nach wieder eingeführt werden (Art. 47 Abs. 1 ZV). Beim Äquivalenzver-

kehr können die zur Veredelung aus dem Zollgebiet verbrachten Waren 

durch ausländische Waren ersetzt werden. Die ausländischen Waren müs-

sen in gleicher Menge und von gleicher Beschaffenheit und Qualität wie 

die aus dem Zollgebiet verbrachten Waren sein (Art. 46 Abs. 1 ZV; ARPA-

GAUS, Zollrecht, N. 895 u. 874 f.). Nach Art. 46 Abs. 2 ZV wird der Äquiva-

lenzverkehr angewandt, wenn: 

a) die gleiche Beschaffenheit und Qualität der Ware nachgewiesen wird; 

und 

b) keine überwiegenden öffentlichen Interessen entgegenstehen. 

Mögliche entgegenstehende öffentliche Interessen sind etwa die Gefahr 

der Täuschung inländischer Konsumenten, wenn im Äquivalenzverkehr 

qualitativ minderwertige Ersatzwaren als Vorprodukte für die Veredelungs-

erzeugnisse dienen, sowie gesundheits- oder seuchenpolizeiliche Gründe 

(GUT, Zollkommentar, Art. 13 N. 6).  

Die ausländischen Waren können von dem Tag an als Veredelungserzeug-

nisse ins Zollgebiet verbracht werden, an dem das BAZG die passive Ver-

edelung bewilligt hat (Art. 46 Abs. 3 ZV). 

2.5 Das Verfahren zur passiven Veredelung bedarf einer Bewilligung des 

BAZG, welche mit Auflagen verbunden und namentlich mengenmässig und 

zeitlich beschränkt werden kann (vgl. Art. 60 Abs. 2 ZG). Der Antragsteller 

hat – vorausgesetzt es spricht kein öffentliches Interesse dagegen – An-

spruch auf die Bewilligung, wenn er seinen Sitz oder Wohnsitz im Zollge-

biet hat und Gewähr für den ordnungsgemässen Ablauf bietet (Art. 13 

Abs. 1 ZG; Art. 171 ZV; Urteil des BVGer A-6860/2017 vom 9. August 2018 

E. 4.5).  

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Seite 7 

2.5.1 Die Bewilligung enthält gemäss Art. 172 Bst. h ZV unter anderem 

«Auflagen, namentlich Fristen für die Verbringung der Veredelungserzeug-

nisse ins Zollgebiet und für den Abschluss des Verfahrens der passiven 

Veredelung, materielle Kontroll- und Verfahrensvorschriften sowie formelle 

Verfahrensvorschriften». Die Einhaltung dieser Auflagen ist eine Grundvor-

aussetzung für den Abschluss des Verfahrens der passiven Veredelung 

und die definitive Gewährung der Zollermässigung oder Zollbefreiung 

(Art. 173 Abs. 1 ZV). 

Wird die Verfügung, mit welcher die Bewilligung erteilt wird, nicht angefoch-

ten, erwächst sie mitsamt den darin aufgeführten Auflagen in formelle 

Rechtskraft. Der Verfügungsadressat hat damit die entsprechenden Aufla-

gen akzeptiert und in der Folge auch einzuhalten. Vorbringen gegen die in 

der Bewilligung enthaltenen Auflagen sind mittels Beschwerde gegen die 

erteilte Bewilligung zu erheben und können später im Abgabeerhebungs-

verfahren nicht mehr mit Erfolg vorgebracht werden (vgl. auch E. 1.2). 

2.5.2 Eine Auflage ist die mit einer Verfügung verbundene zusätzliche Ver-

pflichtung zu einem Tun, Dulden oder Unterlassen. Sie untersteht dem Ge-

setzmässigkeitsprinzip und bedarf einer gesetzlichen Grundlage. Die Auf-

lage muss zudem mit dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit vereinbar 

sein (siehe dazu nachfolgend E. 3; zum Ganzen: Urteil des BVGer  

A-3277/2019 vom 14. November 2019 E. 3.1; ULRICH HÄFELIN/GEORG 

MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Aufl., 2020, 

Rz. 913, 919 ff.). 

2.6 Mit der Zollanmeldung bei der Wiedereinfuhr im Verfahren der passiven 

Veredelung entsteht grundsätzlich eine Zollschuld (Art. 69 ZG; ARPAGAUS, 

Zollrecht, N. 902). Aus Gründen der Gleichbehandlung und der Gleichmäs-

sigkeit der Besteuerung werden jedoch in der Regel einzig auf dem im Aus-

land erzielten Veredelungsmehrwert Zollabgaben erhoben (Art. 13 Abs. 3 

ZG i.V.m. Art. 49 ZV; ARPAGAUS, Zollrecht, N. 905). Diese bemessen sich 

grundsätzlich anhand des durch die Veredelung entstandenen Mehrge-

wichtes und nach dem Zolltarif, unter welchen das in das Zollgebiet ver-

brachte Veredelungserzeugnis einzureihen ist (Art. 49 Abs. 1 ZV). Ist eine 

Erfassung des Mehrgewichtes nicht möglich oder unverhältnismässig, 

kann das BAZG eine Zollermässigung oder -befreiung gewähren (Art. 49 

Abs. 2 ZV). Für die Zollermässigung stehen die in Art. 49 Abs. 3 ZV vorge-

sehenen Methoden zur Verfügung (vgl. ARPAGAUS, Zollrecht, N. 904 ff.; 

GUT, Zollkommentar, Art. 13 N. 9 f.). Demnach berechnet das BAZG den 

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ermässigten Zollansatz nach derjenigen der folgenden Methoden, die den 

Veredelungsmehrwert am besten zu erfassen vermag: 

a. Differenz zwischen der Zollbelastung auf dem ins Zollgebiet verbrach-

ten Veredelungserzeugnis und der fiktiven Zollbelastung auf der zur 

Herstellung des Veredelungserzeugnisses benötigten Menge an ausge-

führten Waren; 

b. Differenz zwischen den inländischen und den ausländischen Verede-

lungskosten; oder 

c. Prozentsatz vom Normalzollansatz des ins Zollgebiet verbrachten 

Veredelungserzeugnisses, welcher der im Ausland erzielten Wertsteige-

rung entspricht. 

2.7 Das Verfahren der passiven Veredelung muss ordnungsgemäss abge-

schlossen werden (vgl. Art. 60 Abs. 4 ZG; Art. 173 ZV). Es gilt als ord-

nungsgemäss abgeschlossen, wenn die in der Bewilligung erwähnten Auf-

lagen sowie die Voraussetzungen von Art. 173 Abs. 2 ZV erfüllt werden 

(Art. 173 Abs. 1 ZV i.V.m. Art. 172 ZV). Das heisst, zur Wahrung des An-

spruchs auf Zollermässigung muss der Bewilligungsinhaber oder die Be-

willigungsinhaberin innerhalb der festgesetzten Frist den Antrag auf end-

gültige Zollermässigung oder Zollbefreiung einreichen. Dabei muss er  

oder sie in der vorgeschriebenen Art nachweisen, dass die zur passiven 

Veredelung ausgeführten oder die im Äquivalenzverkehr verwendeten aus-

ländischen Waren innerhalb der vorgeschriebenen Frist als Veredelungs-

erzeugnisse wieder ins Zollgebiet verbracht worden sind. Er oder sie muss 

auch die Menge der veredelten Waren und der angefallenen Abfälle  

oder Nebenprodukte nachweisen (Art. 173 Abs. 2 ZV; Urteil des BVGer  

A-6860/2017 vom 9. August 2018 E. 4.7 m.w.H.). 

2.8 Wird das Verfahren der passiven Veredelung nicht ordnungsgemäss 

abgeschlossen, so werden die Zollausfuhrabgaben fällig und das Recht auf 

die Privilegierung bei der Wiedereinfuhr erlischt grundsätzlich (vgl. Art. 60 

Abs. 4 ZG und die vorgesehene Ausnahme).  

2.9 Die Abrechnung über die Zollabgaben im Verfahren der passiven Ver-

edelung erfolgt grundsätzlich im sog. Nichterhebungsverfahren (GUT, Zoll-

kommentar, Art. 60 N. 1 und 4; Urteil des BVGer A-6860/2017 vom 9. Au-

gust 2018 E. 5.6). Mangels Ausfuhrzöllen ist dies nicht weiter von Bedeu-

tung. Mit Bezug auf die (Wieder)einfuhr erheben die Zollstellen, bei denen 

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Seite 9 

die Veredelungserzeugnisse angemeldet werden, keine Abgaben. Die Ver-

anlagung des Veredelungsmehrwertes erfolgt im Rahmen der Abrechnung 

durch die überwachende Stelle. 

3.  

Das Gebot der Verhältnismässigkeit (Art. 5 Abs. 2 der Bundesverfassung 

der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]; 

vgl. auch Art. 36 Abs. 3 BV) verlangt, dass die vom Gesetzgeber oder von 

der Behörde gewählten Massnahmen – im vorliegenden Fall steht eine be-

hördliche Auflage zur Diskussion (E. 2.5) – für das Erreichen des gesetzten 

Zieles geeignet, notwendig und für die betroffene Person zumutbar sind. 

Der angestrebte Zweck muss in einem vernünftigen Verhältnis zu den ein-

gesetzten Mitteln bzw. zu den zu seiner Verfolgung notwendigen Beschrän-

kungen stehen. Die staatliche Massnahme darf in sachlicher, räumlicher, 

zeitlicher und personeller Hinsicht nicht einschneidender sein als erforder-

lich und hat zu unterbleiben, wenn eine gleich geeignete, aber mildere 

Massnahme für den angestrebten Erfolg ausreichen würde (vgl. BGE 128 

II 292 E. 5.1 mit Hinweisen). Die Frage der Verhältnismässigkeit stellt sich 

folglich nur in Fällen, bei denen mehrere Massnahmen zum Erreichen ei-

nes Ziels zur Verfügung stehen (vgl. Urteil des BGer 2A.65/2003 vom 

29. Juli 2003 E. 4; Urteile des BVGer A-376/2021 vom 14. September 2021 

E. 2.4; A-2206/2007 vom 24. November 2008 E. 4.3.2; A-1723/2006 vom 

19. September 2007 E. 3.2). 

4.  

4.1 Das Bundesgesetzes vom 29. April 1998 über die Landwirtschaft 

(Landwirtschaftsgesetz, LwG, SR 910.1) legt innerhalb der welthandels-

rechtlichen Verpflichtungen die Rahmenbedingungen für die Produktion 

und den Absatz landwirtschaftlicher Erzeugnisse fest (Art. 7ff. und insb. 

Art. 21 LwG betreffend Zollkontingente). Als Instrumente zur Lenkung der 

Importe stehen dem Bund u.a. die Zollkontingente (Art. 21 ff. LwG) zur Ver-

fügung. Dabei wird die Warenmenge bestimmt, welche zu einem vorteil-

haften Zollansatz (KZA) in die Schweiz eingeführt werden kann. Für den 

Import einer zusätzlichen Menge muss regelmässig ein bedeutend höherer 

Zoll (AKZA) bezahlt werden, der gewöhnlich prohibitive Wirkung hat (vgl. 

BGE 129 II 160 E. 2.1; Urteil des BGer 2A.527/2006 vom 12. Dezember 

2006 E.2.2; Urteil des BVGer A-4077/2021 vom 11. Mai 2022 E. 2.6.1). 

4.2 Die Landwirtschaftsgesetzgebung wird in der vom Bundesrat erlasse-

nen Verordnung vom 26. Oktober 2011 über die Einfuhr von landwirtschaft-

A-1399/2020 

Seite 10 

lichen Erzeugnissen (Agrarverordnung, AEV, SR 916.01; in der hier mass-

gebenden Fassung vom 1. Februar 2020) konkretisiert. Die Zollkontin-

gente, die Teilzollkontingente und die Richtmengen werden in Anhang 3 

der Verordnung festgelegt (Art. 10 AEV).  

Gemäss Ziff. 7 Anhang 3 der AEV beträgt das Teilzollkontingent 14.4 (Kar-

toffelprodukte) 4'000 Tonnen. Anteile am Teilzollkontingent Nr. 14.4 (Kar-

toffelprodukte) werden versteigert (Art. 40 Abs. 6 AEV [Erster Satz]; in der 

im vorliegenden Zeitraum geltenden Fassung; AS 2016 4083; aufgehoben 

per 1. Januar 2022; AS 2021 696). Anders als bei den Teilzollkontingenten 

Nr. 14.1 (Saatkartoffeln), Nr. 14.2 (Veredelungskartoffeln) und Nr. 14.3 

(Speisekartoffeln) bestimmt das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) beim 

Teilzollkontingent 14.4 (Kartoffelprodukte) keine Periode, in der Anteile an 

den Teilzollkontingenten ausgenutzt werden können (Art. 38 AEV e contra-

rio). Kontingentsperiode bildet somit das Kalenderjahr (vgl. Art. 11 AEV). 

5.  

5.1  

5.1.1 Im vorliegenden Fall wurde der Beschwerdeführerin mit Verfügung 

vom 4. Februar 2020 die Bewilligung Nr. (…) für die Ausfuhr von 4'000'000 

kg Frischkartoffeln zur passiven Veredelung (Herstellung von Kartoffel-

Chips) nach Österreich erteilt (Akte der Vorinstanz [act.] 1n). Es wird das 

Nichterhebungsverfahren angewendet. 

Gemäss Rubrik 3 der Verfügung («Durée de validité de l’autorisation») wird 

die Ausfuhrfrist auf den 31. Dezember 2020 festgesetzt; die Einfuhrfrist auf 

12 Monate seit der betreffenden Ausfuhr. Die Abrechnungsfrist beträgt 60 

Tage. 

Die Ausfuhr erfolgt im Äquivalenzverkehr. Unter Rubrik 8 der Verfügung 

(«Trafic fondé sur l’équivalence») wird festgehalten, dass die im Rahmen 

der Bewilligung zur Veredelung ausgeführten Waren gegen ausländische 

Waren gleicher Menge, Beschaffenheit und Qualität ausgetauscht werden 

dürfen. Als äquivalente Waren gelten dabei gemäss der Bewilligung: Ver-

edelungskartoffeln für die Chips-Produktion gemäss den aktuellen Über-

nahmebedingungen «récoltes de pommes de terres» der Swisspatat. 

Unter Rubrik 10 der Verfügung («Autres charges») wird weiter die folgende, 

vorliegend strittige Auflage gemacht: «Wird das Veredelungserzeugnis im 

Rahmen des Äquivalenzverkehrs eingeführt, bevor die entsprechende 

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Seite 11 

Menge Kartoffeln ausgeführt wurde, muss die Ausfuhr sowie die Abrech-

nung der entsprechenden Menge innerhalb einer Ausfuhrfrist von drei Mo-

naten durchgeführt werden. Andernfalls ist die Besteuerung nach dem re-

duzierten Ansatz nicht mehr möglich» (vgl. den frz. Originalwortlaut der 

strittigen Auflage: Sachverhalt Bst. B).  

Unter Rubrik 10 wird weiter darauf hingewiesen, dass die letzte Ausfuhr im 

Rahmen der Bewilligung bis spätestens am 31. Dezember 2020 zu erfol-

gen hat. Ein Saldoübertrag ist nicht möglich (« La date de la dernière ex-

portation dans le cadre de cette autorisation est fixée au plus tard au 

31.12.2020. Aucun report de solde ne sera possible à la fin du délai d’ex-

portation mentionné sous le point 3 de l’autorisation »). 

Bei der Abrechnung ist unter anderem eine Tabelle mit sämtlichen Ein- und 

Ausfuhrzollanmeldungen (gemäss Form. 47.86) vorzulegen (Rubrik 10 der 

Bewilligung Nr. […]). 

Bei der Einfuhr sind die Kartoffel-Chips gemäss der Tarifnummer 

2005.2029 zum reduzierten Ansatz von Fr. 47.– je 100 kg brutto zollpflichtig 

(Rubrik 10 der Bewilligung Nr. […]).  

5.1.2 Wie die Vorinstanz in der Vernehmlassung vom 25. Mai 2020 aus-

führt, sind Kartoffel-Chips der Tarifnummer 2005.20, die nicht im passiven 

Veredelungsverkehr, sondern als definitive Überführung in den zollrechtlich 

freien Verkehr angemeldet werden, wie folgt zollpflichtig: 

Tarifnummer Bezeichnung Zollansatz je 100 kg 
brutto 

2005.2021 

 

Innerhalb des Zoll-
kontingents K-Nr. 14 
  
- in Behältnissen von 
mehr als 5 kg 
 

Fr. 50.– 

2005.2022 

 
Innerhalb des Zoll-

kontingents K-Nr. 14 

 

- andere 

Fr. 70.– 

2005.2029 

 
Andere (ausserhalb 

des Zollkontingents) 

Fr. 785.– 

 

A-1399/2020 

Seite 12 

Die Vorinstanz führt in der Vernehmlassung aus, die Beschwerdeführerin 

dürfe mit der Bewilligung für den passiven Veredelungsverkehr die Kartof-

fel-Chips unter der Tarifnummer 2005.2029 zum reduzierten Zollansatz von 

Fr. 47.– pro 100 kg brutto einführen (vgl. E. 5.1.1). Der Differenzzollansatz 

nach Art. 49 ZV werde praxisgemäss jeweils basierend auf den Kontin-

gentszollansätzen berechnet, da grundsätzlich davon ausgegangen 

werde, dass im passiven Veredelungsverkehr Rohstoffe inländischer Her-

kunft verarbeitet würden, welche nicht mit «Strafzoll» belastet werden soll-

ten (Vernehmlassung, Ziff. 3.1). 

5.2 Die Auflage zum Äquivalenzverkehr in Rubrik 10 der vorangehenden 

Bewilligung Nr. (…) vom 7. Januar 2019 (act. 1m) lautete im Wesentlichen 

wie folgt:  

«Wird im Rahmen des Äquivalenzverkehrs das Veredelungserzeugnis ein-

geführt, bevor die entsprechende Menge Kartoffeln ausgeführt wurde, 

muss die Ausfuhr sowie die Abrechnung der entsprechenden Menge inner-

halb der Ausfuhrfrist (31. Januar 2020) erfolgen. Wird eine dieser Fristen 

versäumt, ist der Anspruch auf Abgabenerleichterung der Veredelungser-

zeugnisse verwirkt».  

Im Unterschied zu dieser Bewilligung wird in der vorliegend zur Diskussion 

stehenden Bewilligung also hinsichtlich der Ausfuhr und Abrechnung eine 

zusätzliche Auflage zur Ausfuhrfrist gemacht; dies für den Fall, dass die 

Einfuhr der veredelten Ware vor der Ausfuhr der entsprechenden Menge 

Kartoffeln erfolgt. Neu müssen Ausfuhr und Abrechnung innerhalb von drei 

Monaten ab der entsprechenden Einfuhr, statt innerhalb der in der Bewilli-

gung festgesetzten Ausfuhrfrist, erfolgen.  

6.  

Strittig und im vorliegenden Beschwerdefahren zu klären ist, ob die Zusatz-

auflage zur Äquivalenz in Rubrik 10 der Verfügung den bundesrechtlichen 

Anforderungen entspricht.  

6.1 Die strittige Zusatzauflage hat zur Folge, dass die Beschwerdeführerin 

Kartoffel-Chips nur dann zollbegünstigt im Rahmen des passiven Verede-

lungsverkehrs einführen kann, wenn sie entweder die entsprechende 

Menge Frischkartoffeln bereits ausgeführt hat oder der nachträgliche Sal-

doausgleich sowie die Abrechnung innerhalb einer Frist von drei Monaten 

ab der entsprechenden Einfuhr erfolgen. Für eine (hypothetische) Einfuhr 

von Kartoffel-Chips am 12. März 2020 müssten die entsprechende Ausfuhr 

A-1399/2020 

Seite 13 

von Frischkartoffeln sowie die Abrechnung somit bis spätestens am 

12. Juni 2020 erfolgen (vgl. die Erläuterungen der Vorinstanz im E-Mail-

Austausch vom 4. und 9. März 2020, den die Beschwerdeführerin zu den 

Akten gereicht hat). 

6.2 Die Vorinstanz war grundsätzlich berechtigt, die Bewilligung mit einer 

Auflage zu versehen (vgl. E. 2.5). Dies wird von der Beschwerdeführerin 

zu Recht auch nicht bestritten. Die Beschwerdeführerin macht in ihrer Be-

schwerde vom 9. März 2020 jedoch sinngemäss geltend, die erlassene Zu-

satzauflage sei nicht verhältnismässig bzw. für sie nicht zumutbar. Grund-

sätzlich hätten nicht alle ihre Schweizer Partner die technischen Voraus-

setzungen, um Kartoffeln über den Zeitraum des Monats Januar hinaus zu 

lagern. Aufgrund einer qualitativ schlechteren Ernte im «Kartoffeljahr 

2019» seien auch nicht alle Kartoffeln für eine längere Lagerung geeignet. 

Deshalb werde sie die letzten Kartoffeln aus der Schweiz voraussichtlich 

bis Ende März 2020 ausführen. Die neue Ernte mit Frühkartoffeln in der 

Schweiz sei bestenfalls per Ende Juli 2020 zu erwarten. Dies führe dazu, 

dass sie aller Voraussicht nach von Ende März 2020 bis Ende Juli 2020 

keine Kartoffeln werde ausführen können. Da sie «aufgrund der Nachfrage 

jedoch gleichzeitig Chips einführen» müsse, werde sie mit der neuen Ge-

nehmigung in Schwierigkeiten kommen. Über den gesamten Zeitraum der 

Bewilligung (bis zum Datum der letzten Ausfuhr am 31. Dezember 2020) 

sei mit der neuen Ernte ein Ausgleich jedoch möglich. Generell könne und 

werde es bei nicht vorteilhaftem Ernteergebnis immer wieder vorkommen, 

dass sie für ca. 3 - 4 Monate (am Ende des «Kartoffeljahres» und vor der 

neuen Ernte) keine qualitativ akzeptablen Kartoffeln für die Herstellung von 

Chips exportieren könne.  

6.3 In Folge ist demnach zu prüfen, ob die verfügte Auflage dem Verhält-

nismässigkeitsprinzip (E. 3) entspricht, d.h., ob diese geeignet, notwendig 

und für die betroffene Person zumutbar ist (vgl. dazu E. 7 und 8).  

7.  

7.1 Gemäss der Vorinstanz ist die strittige Auflage erforderlich, um eine 

Umgehung der Kontingentierung von Kartoffel-Chips zu verhindern und 

eine Gleichbehandlung aller Wirtschaftsbeteiligten zu gewährleisten.  

Zwar würden die Zollkontingente im Verfahren der aktiven und passiven 

Veredelung nicht angewandt, deren Funktion und insbesondere den mög-

lichen Konsequenzen der Durchführung eines Veredelungsverkehrs mit 

A-1399/2020 

Seite 14 

kontingentierten Erzeugnissen seien jedoch bei der Bewilligungserteilung 

und der Festlegung der Auflagen höchste Beachtung zu schenken. 

Bei der Erneuerung der in Frage stehenden Bewilligung habe sich heraus-

gestellt, dass die Beschwerdeführerin lediglich dann Schweizer Kartoffeln 

für die Herstellung von Kartoffel-Chips in Österreich verwende, wenn die 

Beschaffung in der Schweiz problemlos sei. Könne dies nicht sichergestellt 

werden, würden österreichische Kartoffeln zur Herstellung der begünstigt 

eingeführten Chips verwendet. Dazu reicht die Vorinstanz eine Bestätigung 

von B._______, «Head of Supply Chain» der Beschwerdeführerin, zu den 

Akten, gemäss welcher die Beschwerdeführerin jeweils österreichische 

Kartoffeln für die Herstellung der Kartoffel-Chips verwendet, wenn keine 

Frischkartoffeln in der Schweiz verfügbar sind (act. 7). Gemäss der Vo-

rinstanz stellt dies eine Umgehung der Kontingentierung der Kartoffel-

Chips dar, welche die vorgesehene Wirkung des Teilzollkontinents  

K-Nr. 14.4 untergrabe. Im Äquivalenzverkehr sei ein Austausch «nur im 

Rahmen des Produktionsverfahrens und innert einer in diesem Zusam-

menhang angemessenen Zeitspanne möglich». Der Äquivalenzverkehr 

diene «nicht dazu, bei der Einfuhr grundsätzlich hoch belastete Verarbei-

tungsprodukte kostengünstig unter dem Deckmantel des passiven Verede-

lungsverkehrs einzuführen und in einem späteren, für den Zollpflichtigen 

favorablen Zeitpunkt mit Schweizer Kartoffeln zu kompensieren» (Ver-

nehmlassung, Ziff. 3.2). Diese Praxis führe auch zu einer massiven finan-

ziellen Bevorteilung gegenüber den übrigen Marktteilnehmern, welche ihre 

Chips ohne die Möglichkeit des passiven Veredelungsverkehrs zur Über-

führung in den zollrechtlich freien Verkehr anmelden und veranlagen müss-

ten, was zu Marktstörungen führen könne. 

7.2  

7.2.1 Als Inhaberin einer Bewilligung für den passiven Veredelungsverkehr 

von Frischkartoffeln für die Herstellung von Kartoffel-Chips im Äquivalenz-

verkehr ist es der Beschwerdeführerin gestattet, die innerhalb der Ausfuhr-

frist zur Veredelung aus dem Zollgebiet verbrachten Frischkartoffeln durch 

ausländische Frischkartoffeln gleicher Menge und von gleicher Beschaf-

fenheit und Qualität zu ersetzen (vgl. E. 2.5). Sie darf die ausländischen 

Frischkartoffeln von dem Tag an als Kartoffel-Chips ins Zollgebiet verbrin-

gen, an dem das BAZG die passive Veredelung bewilligt hat, d.h. in casu 

ab dem 4. Februar 2020 (vgl. E. 2.5 und Sachverhalt Bst. B). Die Möglich-

keit einer «vorgelagerten» Einfuhr von aus ausländischen Ersatzwaren 

hergestellten Veredelungserzeugnissen ist somit im Äquivalenzverkehr 

ausdrücklich vorgesehen. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz ist die 

A-1399/2020 

Seite 15 

Praxis der Beschwerdeführerin, wonach diese jeweils österreichische Kar-

toffeln für die Herstellung der Kartoffel-Chips verwendet, wenn saisonal be-

dingt keine Frischkartoffeln in der Schweiz verfügbar sind, damit nicht 

grundsätzlich zu beanstanden.  

7.2.2 Die Vorinstanz macht sinngemäss geltend, der Äquivalenzverkehr 

müsse vorliegend mit der strittigen Zusatzauflage eingeschränkt werden, 

da es andernfalls zu einer «Umgehung» des Teilkontingents K-Nr. 14.4  

oder einer «unrechtmässigen Beanspruchung von Zollermässigungen» 

kommen könne (Vernehmlassung, Ziff. 3.3). Diese Befürchtungen sind 

nicht nachvollziehbar. Um das Verfahren des passiven Veredelungsver-

kehrs ordnungsgemäss abschliessen zu können und in den Genuss der 

Privilegierung bei der Wiedereinfuhr zu kommen, muss die Beschwerde-

führerin die in der Bewilligung festgehaltenen Auflagen einhalten (vgl. 

E. 2.7 f.). Dazu gehört unter anderem die Einhaltung des Äquivalenzprin-

zips in Bezug auf Menge, Beschaffenheit und Qualität der Ersatzwaren 

(vgl. Rubrik 8 der Bewilligung Nr. […], vgl. oben E. 5.1.1). Sie hat mit dem 

Gesuch um definitive Zollermässigung den Nachweis zu erbringen, dass 

die zur passiven Veredelung ausgeführten oder im Äquivalenzverkehr ver-

wendeten ausländischen Frischkartoffeln innerhalb der vorgeschriebenen 

Frist als Veredelungserzeugnisse wieder ins Zollgebiet verbracht worden 

sind (E. 2.7). Die Beschwerdeführerin kommt somit nur dann in den Ge-

nuss der Einfuhr von Kartoffel-Chips zum reduzierten Ansatz von Fr. 47.– 

je 100 kg brutto, wenn diese ordnungsgemäss als Veredlungserzeugnisse 

im passiven Veredelungsverkehr eingeführt wurden und sie den erforderli-

chen Nachweis dafür erbracht hat. Ein allfälliger Überschuss an eingeführ-

ten Kartoffel-Chips ist ohne Zollermässigung zu verzollen. Damit kann die 

Beschwerdeführerin keine über den passiven Veredelungsverkehr hinaus-

gehenden Zollermässigungen beanspruchen. 

7.2.3 Die Gefahr einer Umgehung von Zollkontingenten im Rahmen des 

Äquivalenzverkehrs kann unter bestimmten Voraussetzungen beim aktiven 

Veredelungsverkehr bestehen. Hier wird für die Anwendung des Äquiva-

lenzverkehrs gemäss Art. 41 Abs. 2 Bst. b ZV ausdrücklich vorausgesetzt, 

dass mit dem Äquivalenzverkehr «keine Einfuhrregelungen des Bundes 

umgangen werden können». In der Literatur werden in diesem Zusammen-

hang mögliche Marktstörungen bei Waren im Landwirtschaftsbereich, die 

saisonal bedingt unterschiedliche Zollansätze haben, genannt (GUT, Zoll-

kommentar, Art. 12 N. 10; ARPAGAUS, Zollrecht, N. 875; ebenso Bundesrat 

Hans-Rudolf Merz in der ständerätlichen Debatte zum Zollgesetz, vgl. Amt-

liches Bulletin [AB] 2004 S. 787). So könnte ein Veredler (Hersteller von 

A-1399/2020 

Seite 16 

Erdbeerkonfitüre) beispielsweise während der Periode, in welcher der in-

ländische Markt für Erdbeeren zum Schutz der einheimischen Produzenten 

durch prohibitiv hohe Zollansätze ausserhalb der Kontingente abgeschottet 

wird, zollfrei billige Erdbeeren mit einer Bewilligung für den aktiven Verede-

lungsverkehr einführen und diese anschliessend im Inland als Tafelerdbee-

ren verkaufen. Die zu exportierende Konfitüre würde er später mit impor-

tierten Erdbeeren herstellen, wenn die Schutzperiode abgelaufen und der 

Zollansatz entsprechend niedrig ist. So würde es gelingen, die gewollte 

Marktsteuerung zu unterlaufen. Eine solche Situation könne verhindert 

werden, indem anstelle des Äquivalenzverkehrs der Nämlichkeitsverkehr 

bewilligt werde.  

Im Bereich des passiven Veredelungsverkehrs scheint eine solche Ausnut-

zung unterschiedlicher saisonaler Zollansätze nicht denkbar, da die Vere-

delung im Ausland stattfindet und nicht die Ursprungsware, sondern das 

Veredelungserzeugnis zollbegünstigt eingeführt wird. Demgemäss wird in 

Art. 46 Abs. 2 ZV die Gefahr einer Umgehung von Einfuhrregelungen des 

Bundes nicht ausdrücklich erwähnt (vgl. E. 2.4). In Bezug auf das vorlie-

gend betroffene Produkt (Kartoffelprodukte) bestimmt das BLW zudem 

keine Periode, in der Anteile an den Teilzollkontingenten ausgenutzt wer-

den können, weshalb eine Ausnutzung saisonal unterschiedlicher Zollan-

sätze ohnehin nicht in Frage kommt (vgl. E. 4.2). 

7.2.4 Insoweit als die Vorinstanz sinngemäss geltend macht, dass der re-

duzierte Ansatz von Fr. 47.– für die Einfuhr der veredelten Kartoffel-Chips 

im Falle der Beschwerdeführerin zu tief sei, da sie – entgegen der An-

nahme – keine inländischen Kartoffeln für die Herstellung verwende, ist ihr 

nicht zu folgen. Bei der Wiedereinfuhr werden Zollabgaben einzig auf dem 

im Ausland erzielten Veredelungsmehrwert erhoben (vgl. E. 2.6). Für die 

Berechnung der Zollermässigung stehen verschiedene Methoden zur Ver-

fügung, wobei das BAZG den ermässigten Zollansatz nach derjenigen Me-

thode berechnet, die den Veredelungsmehrwert am besten zu erfassen 

vermag. So stünde es dem BAZG etwa offen, den ermässigten Zollsatz 

gemäss der Differenz zwischen den inländischen und den ausländischen 

Veredelungskosten zu berechnen, wenn dies den Veredelungsmehrwert 

am besten zu erfassen vermag (Art. 49 Abs. 3 Bst. b ZV; vgl. E. 2.6). 

7.2.5 Das Instrument des passiven Veredlungsverkehrs steht zudem 

grundsätzlich allen Marktteilnehmenden offen. Anspruch auf eine Bewilli-

gung des passiven Veredelungsverkehrs hat, wer seinen Sitz oder Wohn-

sitz im Zollgebiet hat und Gewähr für den ordnungsgemässen Ablauf des 

A-1399/2020 

Seite 17 

Verfahrens bietet (vgl. E. 2.5). Die Inanspruchnahme des passiven Verede-

lungsverkehrs durch die Beschwerdeführerin stellt demnach auch keine fi-

nanzielle Besserstellung der Beschwerdeführerin gegenüber anderen 

Markteilnehmenden dar. Diesen steht bzw. stünde es vielmehr offen, eine 

Bewilligung für den passiven Veredelungsverkehr zu beantragen und Ver-

edelungszeugnisse bei ordnungsgemässem Abschluss des Verfahrens 

zollbegünstigt einzuführen. 

7.2.6 Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass sich das Parlament bei der 

Verabschiedung des Zollgesetzes ausdrücklich für eine Liberalisierung des 

Veredelungsverkehrs ausgesprochen hatte (siehe dazu GUT, Zollkommen-

tar, Vorbemerkungen zu Art. 12 und 13, N. 8 ff). Das Parlament ging dabei 

weiter, als es im Entwurf des Bundesrats für das neue ZG ursprünglich 

vorgesehen gewesen war und entschied unter anderem, den Äquivalenz-

verkehr dem Nämlichkeitsverkehr gleichzustellen. Dass die Liberalisierung 

des Veredelungsverkehrs gerade im Landwirtschaftsbereich einschnei-

dende Auswirkungen auf die einheimische Verarbeitungsindustrie haben 

würde, wurde im Parlament anerkannt und ausführlich diskutiert. Anders 

als der Ständerat wollte der Nationalrat den passiven Veredlungsverkehr 

bei landwirtschaftlichen Erzeugnissen und landwirtschaftlichen Grundstof-

fen ursprünglich nur gewähren, «sofern dadurch nicht wesentliche Interes-

sen der Wirtschaft im Inland beeinträchtigt werden» (vgl. Nationalrätin 

Susanne Leutenegger Oberholzer für die Kommission für Wirtschaft und 

Abgaben des Nationalrats, AB 2004 N. 1381 f., 1383). Im Differenzbereini-

gungsverfahren schlug der Ständerat daraufhin vor, auch im Landwirt-

schaftsbereich an der Liberalisierung des passiven Veredelungsverkehrs 

festzuhalten, dafür aber eine Übergangsfrist vorzusehen, um den betroffe-

nen Betrieben genügend Zeit zu geben, um sich an die neue Konkurrenz-

situation anzupassen (vgl. dazu Ständerat Eugen David für die Kommis-

sion für Wirtschaft und Abgaben des Ständerats, AB 2004 S. 788). Der Na-

tionalrat schloss sich diesem Vorschlag an (AB 2005 N. 206). Mit aArt. 132 

Abs. 7 ZG (AS 2007 1411) fügte das Parlament somit im Bereich des pas-

siven Veredelungsverkehrs eine bis Ende 2011 geltende Übergangsfrist 

zum Schutz der einheimischen Nahrungsmittelindustrie ein, welche diesen 

Verkehr nur zuliess, «sofern dadurch nicht wesentliche Interessen der Wirt-

schaft im Inland beeinträchtigt werden». Diese aufgrund des Zeitablaufs 

gegenstandslos gewordene Übergangsbestimmung wurde mittlerweile 

aufgehoben (vgl. E. 2.3). Eine allfällige Beeinträchtigung der Interessen 

der inländischen Wirtschaft ist demnach nicht mehr ausreichend, um den 

passiven Veredelungsverkehr einzuschränken (siehe dazu auch E. 2.4). 

A-1399/2020 

Seite 18 

7.2.7 Nach dem Gesagten erweist sich die strittige Auflage weder als ge-

eignet noch als notwendig, um eine Umgehung der Zollkontingente zu ver-

hindern oder um eine Gleichbehandlung aller Wirtschaftsbeteiligten zu ge-

währleisten.  

8.  

8.1 Zur Begründung der zusätzlichen Auflage macht die Vorinstanz des 

Weiteren geltend, die Beschwerdeführerin habe in der Vergangenheit 

Schwierigkeiten gehabt, genügend Kartoffeln aus der Schweiz auszufüh-

ren, um damit die eingeführten Chips zu kompensieren. Sie habe mehr-

mals um Verlängerungen der Ausfuhrfrist ersucht. Den von der Vorinstanz 

zu den Akten gereichten Kopien ist zu entnehmen, dass der Beschwerde-

führerin für die Jahre 2013 (Bewilligung Nr. […]; act. 1b und 1c), 2014 (Be-

willigung Nr. […]; act. 1d und 1e), 2016 (Bewilligung Nr. […]; act. 1f und 1g) 

und 2017 (Bewilligung Nr. […]; act. 1h und 1k) Verlängerungen der Aus-

fuhrfrist um jeweils einen Monat gewährt wurden (für das Kalenderjahr 

2015 liegt dem Gericht keine Bewilligung vor). Die Vorinstanz reicht zudem 

eine Nachforderungsverfügung der Zollkreisdirektion Genf zu den Akten, 

gemäss welcher die Beschwerdeführerin für das Kalenderjahr 2017 – trotz 

verlängerter Ausfuhrfrist – die zur Herstellung von insgesamt 26'525.5 kg 

Kartoffelchips benötigten Mengen Frischkartoffeln nicht ausgeführt hatte, 

wodurch Abgaben in der Höhe von Fr. 212'547.30 nachgefordert werden 

mussten (act. 2). Für das Jahr 2019 wies die Beschwerdeführerin per 

30. September 2019 ein Negativsaldo von 1'794'554.76 kg Frischkartoffeln 

auf, welches sie innert vier Monaten auszugleichen hatte (act. 6). Sie be-

antragte auch für das Jahr 2019 eine Verlängerung der Ausfuhrfrist, welche 

ihr jedoch verweigert wurde (vgl. E-Mail-Verkehr vom 28. Oktober 

2019 – 19. November 2019; act. 4a und 4b). Gemäss der Vorinstanz ge-

lang der Beschwerdeführerin schlussendlich der Saldoausgleich für das 

Jahr 2019 trotz der verweigerten Verlängerung der Ausfuhrfrist.  

Die Vorinstanz legt dar, durch die Einfuhren hochbelasteter Waren zu ei-

nem reduzierten Zollansatz «auf Kredit» entstehe dem Bund ein nicht zu 

unterschätzendes finanzielles Risiko, da eine nachträgliche Veranlagung 

der nicht mit Ausfuhren ausgeglichenen Einfuhren zum Ausserkontin-

gentzollansatz der eingeführten Kartoffel-Chips zu erfolgen habe (Ver-

nehmlassung, Ziff. 3.3).  

8.2  

8.2.1 Mit der strittigen Auflage wird verhindert, dass die Beschwerdeführe-

rin über einen Zeitraum von mehr als drei Monaten ein Ungleichgewicht 

A-1399/2020 

Seite 19 

zwischen eingeführten Kartoffel-Chips und ausgeführten Frischkartoffeln 

akkumuliert. Da allfällige zu viel eingeführte Kartoffel-Chips nachträglich 

ohne Zollermässigung zu verzollen wären (vgl. E. 2.8 und 2.9), ist die strit-

tige Auflage damit grundsätzlich geeignet, ein dem Bund durch die nach-

trägliche Verzollung entstehendes finanzielles Risiko zu begrenzen. 

8.2.2 Mit Bezug auf die Notwendigkeit der Auflage ist hingegen Folgendes 

festzuhalten:  

Die Beschwerdeführerin musste seit 2012 gemäss den Angaben und Be-

weismitteln der Vorinstanz nur einmal (für das Kalenderjahr 2017) Zollab-

gaben für eingeführte Kartoffel-Chips nachleisten, weil es ihr nicht gelang, 

fristgemäss eine ausreichende Menge an Frischkartoffeln auszuführen 

(act. 2). Mangels anderweitiger Informationen ist davon auszugehen, dass 

die Beschwerdeführerin die entsprechende Forderung beglichen hat. Die 

Beschwerdeführerin ist zudem gemäss Angaben auf dem Antrag für die 

strittige Bewilligung (act. 3) Inhaberin eines Kontos des zentralisierten Ab-

rechnungsverfahrens der Zollverwaltung (ZAZ) (ZAZ Konto Nr. […]). Vo-

raussetzung für die Teilnahme am ZAZ ist eine Beitrittserklärung sowie die 

Leistung einer Sicherheit durch Generalbürgschaft, Hinterlage von Wert-

papieren oder Bardepot (vgl. Urteil des BVGer A-1626/2010 vom 28. Ja-

nuar 2011 E. 2.4; Merkblatt zentralisiertes Abrechnungsverfahren des 

BAZG, Ziff. 3). Es ist demnach davon auszugehen, dass die Beschwerde-

führerin eine Sicherheit in von der Vorinstanz bestimmter Höhe geleistet 

hat. Auch wenn der Vorinstanz zwar Recht zu geben ist, dass dem Bund 

durch eine drohende mengenmässige Verletzung des Äquivalenzprinzips 

ein gewisses finanzielles Risiko entstehen kann, ist jedoch im Falle der Be-

schwerdeführerin dieses Risiko als nicht besonders gross einzustufen. 

Die strittige Auflage erweist sich zudem als relativ einschneidend. Wie die 

Beschwerdeführerin in nachvollziehbarer Weise darlegt, unterliegt die Ver-

fügbarkeit von Frischkartoffeln in der Schweiz grundsätzlich saisonalen 

Schwankungen. Nach Angaben der Beschwerdeführerin, welche von der 

Vorinstanz nicht bestritten werden, ist ihr die Ausfuhr von Frischkartoffeln 

aus der Schweiz zwischen Ende März 2020 und Ende Juli 2020 mangels 

Verfügbarkeit voraussichtlich nicht möglich. Mit der zusätzlichen Ausfuhr-

frist von drei Monaten ab der entsprechenden Einfuhr würde es der Be-

schwerdeführerin zwischen Ende März und Ende April 2020 stark er-

schwert oder gar verunmöglicht, Kartoffel-Chips im Rahmen des passiven 

Veredelungsverkehrs einzuführen, da die entsprechenden Frischkartoffeln 

für den Ausgleich nicht verfügbar sind. Erst mit der neuen Ernte (gemäss 

A-1399/2020 

Seite 20 

den Angaben der Beschwerdeführerin frühestens per Ende Juli 2020 und 

somit rückwirkend für ab Ende April 2020 getätigte Einfuhren von Kartoffel-

Chips) wäre ein Ausgleich möglich. Demgegenüber war es ihr nach den 

vorangehenden Bewilligungen gestattet, den Ausgleich mit der neuen 

Ernte unter Ausschöpfung der bewilligten Ausfuhrfrist zu leisten, was 

ihr – abgesehen vom Kalenderjahr 2017 – auch jeweils gelang. 

Der Vorinstanz standen mildere Massnahmen als die strittige Auflage zur 

Verfügung, um dem – vorliegend als nicht besonders gross einzustufen-

den – finanziellen Risiko des Bundes zu begegnen. So hatte die Vorinstanz 

die Möglichkeit, die Bewilligung des passiven Veredelungsverkehrs men-

genmässig zu beschränken (vgl. E. 2.5), was sie mit der Bewilligung 

Nr. […] auch getan hat. Bei den vorangehenden Bewilligungen Nr. […] 

(act. 1a), Nr. […] (act. 1b), Nr. […] (act. 1d), Nr. […] (act. 1f), Nr. […] 

(act. 1h), Nr. […] (act. 1l) und Nr. […] (act. 1m) war unter der Rubrik 4 

(«Waren, die in das Zollverfahren überführt werden dürfen») beim Eintrag 

«Menge» jeweils «ohne Beschränkung» vermerkt. Die streitbetroffene Be-

willigung Nr. […] ist gemäss Rubrik 4 hingegen auf 4'000'000 kg Frischkar-

toffeln beschränkt (vgl. E. 5.1.1). Diese mengenmässige Beschränkung 

wird von der Beschwerdeführerin im Rahmen des vorliegenden Beschwer-

deverfahrens nicht beanstandet. Dem Bundesverwaltungsgericht liegen 

keine Zahlen zum Umfang des von der Beschwerdeführerin getätigten pas-

siven Veredelungsverkehrs der vorangegangenen Jahre vor. Es kann so-

mit nicht beurteilt werden, ob die Menge von 4'000'000 kg in etwa der 

Menge der von der Beschwerdeführerin in den vorangegangenen Jahren 

ordnungsgemäss ausgeführten Frischkartoffeln entspricht. Die Vorinstanz 

verfügte jedoch über die entsprechenden Zahlen. Es war ihr demnach 

möglich, die mengenmässige Beschränkung so festzulegen, dass das 

Höchstgewicht an auszuführenden Kartoffeln im Rahmen des erfahrungs-

gemäss von der Beschwerdeführerin Machbaren liegt und in diesem Sinne 

einer möglichen mengenmässigen Überschreitung des Äquivalenzprinzips 

entgegenzuwirken. Für die Beschwerdeführerin erwiese sich dies als we-

niger einschneidende Massnahme, wäre es ihr damit doch auch während 

des Zeitraums, in dem Frischkartoffeln in der Schweiz nicht verfügbar sind, 

möglich, Kartoffel-Chips im Rahmen des passiven Veredelungsverkehrs 

einzuführen.  

Insofern erweist sich die strittige Auflage als nicht notwendig, um dem fi-

nanziellen Risiko des Bundes zu begegnen.  

A-1399/2020 

Seite 21 

8.3 Zusammenfassend erweist sich die strittige Zusatzauflage als nicht 

notwendig, um einem dem Bund durch eine mengenmässige Überschrei-

tung des Äquivalenzprinzips entstehenden finanziellen Risiko entgegenzu-

treten. 

8.4 Es liegen auch keine überwiegenden öffentlichen Interessen wie etwa 

eine Gefahr der Täuschung inländischer Konsumentinnen und Konsumen-

ten oder gesundheits- oder seuchenpolizeiliche Gründe vor, welche der An-

wendung des Äquivalenzverkehrs im vorliegenden Fall entgegenstehen 

würden (vgl. E. 2.4). 

9.  

Als Ergebnis ist festzuhalten, dass die strittige Zusatzauflage den bundes-

rechtlichen Anforderungen nicht entspricht. Die Beschwerde ist demnach 

gutzuheissen. Die folgende Auflage in Rubrik 10 der Verfügung Nr. (…) 

vom 4. Februar 2020 ist aufzuheben: 

 

« Si, dans le cadre d’un trafic fondé sur l’équivalence, le produit compen-

sateur est importé avant que la quantité correspondante de pommes de 

terre n’ait été exportée, l’exportation ainsi que le décompte de la quan-

tité correspondante doivent se faire dans le délai d’exportation de 

trois mois. Si l’un de ces délais n’est pas respecté, la taxation au taux 

réduit n’est plus possible. » 

 

10.  

10.1 Der Beschwerdeführerin sind als obsiegende Partei keine Verfahrens-

kosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 3 VwVG). Der einbezahlte Kostenvor-

schuss in Höhe von Fr. 800.– ist der Beschwerdeführerin nach Eintritt der 

Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückzuerstatten. 

Der Vorinstanz können keine Verfahrenskosten auferlegt werden (Art. 63 

Abs. 2 VwVG).  

10.2 Die Beschwerdeführerin ist nicht anwaltlich vertreten und sie macht 

keine Parteientschädigung geltend. Praxisgemäss ist ihr keine Parteient-

schädigung für das Verfahren vor Bundesverwaltungsgericht zuzuspre-

chen (Art. 64 Abs. 1 VwVG und Art. 7 Abs. 1 und 4 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht [VGKE, SR173.320.2]). 

Das Dispositiv befindet sich auf der nächsten Seite.  

A-1399/2020 

Seite 22 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen gutgeheissen. 

2.  

Rubrik 10 der angefochtenen Bewilligung Nr. (…) wird gemäss Erwägung 9 

angepasst. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der einbezahlte Kostenvor-

schuss in Höhe von Fr. 800.– wird der Beschwerdeführerin nach Eintritt der 

Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet. 

4.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

5.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin und die Vorinstanz. 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Iris Widmer Anna Begemann 

 

  

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Seite 23 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Frist ist 

gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim 

Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen 

Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Ver-

tretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift ist in 

einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung 

mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der ange-

fochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerde-

führende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

Versand: 

 

  

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Seite 24 

Zustellung erfolgt an: 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Gerichtsurkunde)