# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1f353ea4-986e-5f1f-b1f7-80ec09f6f049
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2016-03-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.03.2016 E-1042/2016
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1042-2016_2016-03-04.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-1042/2016 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  4 .  M ä r z  2 0 1 6  

Besetzung 
 Einzelrichterin Esther Marti,  

mit Zustimmung von Richter David R. Wenger; 

Gerichtsschreiberin Tu-Binh Tschan. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren (…), 

Äthiopien, 

vertreten durch lic. iur. Tarig Hassan,  

Advokatur Kanonengasse, (…), 

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Wegweisung und Wegweisungsvollzug 

(Beschwerde gegen Wiedererwägungsentscheid);  

Verfügung des SEM vom 21. Januar 2016 / N (…). 

 

 

 

E-1042/2016 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin – eine äthiopische Staatsangehörige mit letztem 

Wohnsitz in B._______ – ersuchte am 15. Januar 2013 in der Schweiz um 

Asyl. Mit Verfügung vom 29. April 2015 lehnte das SEM ihr Asylgesuch ab 

und ordnete die Wegweisung und deren Vollzug an. Eine dagegen erho-

bene Beschwerde wies das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil                  

E-3549/2015 vom 17. Juli 2015 ab, womit die angefochtene Verfügung in 

Rechtskraft erwuchs. 

B.  

B.a Die Beschwerdeführerin ersuchte mit Eingabe vom 15. Januar 2016 

beim SEM um Wiedererwägung des ablehnenden Asylentscheides im Voll-

zugspunkt.  

B.b Das SEM lehnte mit Verfügung vom 21. Januar 2016 – am 22. Januar 

2016 eröffnet – dieses Wiedererwägungsgesuch ab, erklärte die Verfügung 

vom 29. April 2015 als rechtskräftig, erhob eine Gebühr in der Höhe von 

CHF 600.– und stellte fest, einer allfälligen Beschwerde komme keine auf-

schiebende Wirkung zu. 

B.c Mit Beschwerde vom 19. Februar 2016 gelangte die Beschwerdefüh-

rerin ans Bundesverwaltungsgericht und beantragte, die vorinstanzliche 

Verfügung sei aufzuheben und ihr sei wegen Unzumutbarkeit des Wegwei-

sungsvollzugs die vorläufige Aufnahme zu gewähren.  

In prozessualer Hinsicht wurde um Gewährung der unentgeltlichen Pro-

zessführung und Beiordnung des Rechtsvertreters als amtlicher Rechts-

beistand und Verzicht auf Erhebung eines Kostenvorschusses ersucht. Die 

aufschiebende Wirkung sei anzuordnen. 

B.d Mit per Telefax übermittelter Verfügung vom 22. Februar 2016 wurde 

der Vollzug der Wegweisung gestützt auf Art. 56 VwVG per sofort einstwei-

len ausgesetzt.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

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Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Nachdem gemäss Lehre und Praxis Wie-

dererwägungsentscheide grundsätzlich wie die ursprüngliche Verfügung 

auf dem ordentlichen Rechtsmittelweg weitergezogen werden können, ist 

das Bundesverwaltungsgericht für die Beurteilung der vorliegenden Be-

schwerde zuständig. Es entscheidet auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-

gel und auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 

Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Die 

Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, 

ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die 

Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise 

einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der 

Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die 

Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

Das Wiedererwägungsverfahren ist im Asylrecht spezialgesetzlich geregelt 

(vgl. Art. 111b ff. AsylG). Ein entsprechendes Gesuch ist dem SEM innert 

30 Tagen nach Entdeckung des Wiedererwägungsgrundes schriftlich und 

begründet einzureichen; im Übrigen richtet sich das Verfahren nach den 

revisionsrechtlichen Bestimmungen von Art. 66–68 VwVG (Art. 111b 

Abs. 1 AsylG). 

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Seite 4 

In seiner praktisch relevantesten Form bezweckt das Wiedererwägungs-

gesuch die Änderung einer ursprünglich fehlerfreien Verfügung an eine 

nachträglich eingetretene erhebliche Veränderung der Sachlage (vgl. 

BVGE 2014/39 E. 4.5 m.w.H.). Falls die abzuändernde Verfügung unange-

fochten blieb – oder ein eingeleitetes Beschwerdeverfahren mit einem 

blossen Prozessentscheid abgeschlossen wurde – können auch Revisi-

onsgründe einen Anspruch auf Wiedererwägung begründen (zum soge-

nannten «qualifizierten Wiedererwägungsgesuch» vgl. BVGE 2013/22 

E. 5.4 m.w.H.). 

5.  

5.1 Vorliegend wurde das Wiedererwägungsgesuch vom 15. Januar 2016 

mit (neu entstandenen) gesundheitlichen psychischen Problemen der Be-

schwerdeführerin begründet, welche zur Unzulässigkeit beziehungsweise 

Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges führen würden.  

5.2 Die Vorinstanz begründete ihren abweisenden Entscheid – die Be-

schwerdeführerin leide gemäss dem eingereichten ärztlichen Bericht ihrer 

Therapeutin vom 7. Dezember 2015, in deren Behandlung sie sich seit Ok-

tober 2015 befinde, an einer "schweren Posttraumatischen Belastungsstö-

rung (PTBS) und einer chronifizierten Depression gemischt mit Ängsten" – 

im Wesentlichen dahingehend, dass medizinische Gründe nur dann ein 

Wegweisungshindernis darstellen würden, wenn die Rückführung zu einer 

lebensbedrohlichen Verschlechterung des Gesundheitszustandes führen 

würde. Dies sei vorliegend nicht der Fall, da es sich um eine psychische 

Erkrankung handle, welche medikamentös behandelt werden könne. We-

der die diagnostizierte PTBS noch die chronifizierten Depression würden 

demnach Wegweisungshindernisse darstellen. Zudem würden auch Kran-

kenhäuser in Äthiopien psychiatrische Behandlung anbieten, insbesondere 

das in B._______ situierte (…)-Spital, das auch über die entsprechenden 

Medikamente verfüge. Demnach habe die Beschwerdeführerin die Mög-

lichkeit, ihre psychischen Beschwerden in ihrem Heimatstaat behandeln zu 

lassen. An dieser Beurteilung vermöge auch der Verweis auf die schlech-

tere Qualität der medizinischen Versorgung nichts zu ändern, da eine sol-

che für die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs nicht erheblich sei. Be-

treffend die Finanzierung der psychologischen Behandlung vor Ort habe 

die Beschwerdeführerin zudem die Möglichkeit, einen Antrag auf (medizi-

nische) Rückkehrhilfe zu stellen, wodurch ihre Therapie sowie der Neube-

ginn in ihrem Herkunftsstaat erleichtert werden würde. Im Übrigen sei da-

von auszugehen, dass die psychologische Therapierung in der Mutterspra-

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che der Beschwerdeführerin gegenüber einer Behandlung in einer Fremd-

sprache respektive mit einem Übersetzer vorzuziehen respektive erfolgs-

versprechender sei.  

Betreffend allfällige weitere Wegweisungshindernisse wurde darauf hinge-

wiesen, dass die Beschwerdeführerin während des ordentlichen Asylver-

fahrens unglaubhafte respektive tatsachenwidrige Angaben zu ihrer übri-

gen Verwandtschaft gemacht habe. Obschon die Tragfähigkeit sowie das 

Vorhandensein weiterer begünstigender Faktoren von Amtes wegen zu 

prüfen seien, fände der Untersuchungsgrundsatz nach wie vor seine ver-

nünftigen Grenzen an der Mitwirkungspflicht und der Substantiierungslast 

der Beschwerdeführerin. Es sei demnach nicht die Aufgabe des SEM, bei 

fehlenden Hinweisen nach etwaigen Wegweisungshindernissen zu for-

schen. Demzufolge sei die geltend gemachte Veränderung der Sachlage 

unzureichend, um die Beurteilung des Wegweisungsvollzuges zu revidie-

ren. 

Zusammenfassend würden keine Gründe vorliegen, welche die Rechts-

kraft der Verfügung vom 29. April 2015 zu beseitigen vermochten.  

5.3 Dem wird in der Beschwerdeschrift im Wesentlichen entgegengehal-

ten, dass vorliegend die Rückkehr zwar nicht zu einer lebensbedrohlichen 

Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin füh-

ren würde, indes würde eine gemäss der Rechtsprechung geforderte me-

dizinische Notlage vorliegen, da die Beschwerdeführerin einerseits sowohl 

ein schweres psychisches Leiden vorweise als auch andererseits die Be-

handlungs- und Betreuungsmöglichkeiten im Herkunftsland unzulänglich 

seien. Es sei vorliegend deshalb bei einer Rückkehr in den Heimatstaat 

eine erhebliche Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes zu erwar-

ten. Betreffend die unzulänglichen Möglichkeiten zur Behandlung ihrer di-

agnostizierten PTBS wird im Besonderen auf den Bericht der Schweizeri-

schen Flüchtlingshilfe (SFH) verwiesen, wonach in ganz Äthiopien lediglich 

zwei Psychiater – namentlich zwar im vom SEM genannten (…) Hospital 

in B._______, dem Heimatort der Beschwerdeführerin – die PTBS behan-

deln würden. Es gebe jedoch keine langfristigen Therapien und Trauma 

Patienten – wie die Beschwerdeführerin – hätten häufig Schwierigkeiten, 

in den Spitälern aufgenommen zu werden. Psychopharmaka, wie jene zur 

Behandlung von PTBS, seien häufig nicht erhältlich (vgl. ALEXANDRA GEI-

SER, Auskunft der SFH-Länderanalyse, Äthiopien: Psychiatrische Versor-

gung, 5. September 2013). Es sei somit zu befürchten, dass die Beschwer-

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deführerin aufgrund ihres chronifizierten Leidens die notwendigen Medika-

mente, auch unter Berücksichtigung von anfänglicher Rückkehrhilfe, län-

gerfristig nicht alleine finanzieren könne, und sie auch keine psychothera-

peutische Behandlung erhalten werde. Selbst wenn das aber der Fall sein 

würde, sei davon auszugehen, dass sie als vermutliches Gewaltopfer 

durch einen der beiden (vermutungsweise männlichen) Psychiater behan-

delt werden würde. Unter diesen Umständen sei die Fortführung der Psy-

chotherapie mit der sie seit vier Monaten behandelten Psychiaterin, zu wel-

cher sie bereits eine äusserst starke Beziehung und ein ausgeprägtes Ver-

trauensverhältnis aufgebaut habe, einer allfälligen Therapie in der Mutter-

sprache "vorzuziehen".  

5.4 Das Bundesverwaltungsgericht kommt nach Würdigung der Aktenlage 

zum Schluss, dass die vorinstanzliche Verfügung vollumfänglich zu stützen 

ist.  

So vermögen die aufgezählten Krankheitsbilder angesichts der Umstände 

des vorliegenden Falles die von der Rechtsprechung geforderte hohe 

Schwelle (vgl. BVGE 2011/9 E. 7, mit Hinweis auf die EGMR-Praxis) offen-

sichtlich nicht zu erreichen, welche zur Feststellung der Unzulässigkeit des 

Wegweisungsvollzuges führen würde.  

In der Beschwerde wurde sodann folgerichtig auch nur noch die Feststel-

lung der Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges wegen einer medizi-

nischen Notlage beantragt. Die entsprechend herangezogenen Argumente 

vermögen das Gericht indes ebenfalls nicht zu überzeugen. So kann sich 

gemäss ständiger Rechtsprechung der Wegweisungsvollzug zwar wegen 

einer medizinischen Notlage als unzumutbar erweisen, was aber grund-

sätzlich nur dann der Fall ist, wenn für die betroffene Person bei einer 

Rückkehr in ihre Heimat eine wesentliche medizinische Behandlung nicht 

erhältlich wäre. Der Umstand alleine, dass die Spitalinfrastruktur oder das 

medizinische Fachwissen im Heimatstaat nicht dasselbe Niveau aufweisen 

wie in der Schweiz, führt praxisgemäss nicht zur Unzumutbarkeit des Weg-

weisungsvollzugs. Von einer solchen Unzumutbarkeit ist erst dann auszu-

gehen, wenn die ungenügende Möglichkeit der Weiterbehandlung eine 

drastische und lebensbedrohende Verschlechterung des Gesundheitszu-

standes nach sich zieht. Diese Voraussetzungen sind im vorliegenden Fall 

offensichtlich zu verneinen. Das Gericht geht zwar davon aus, dass das 

psychische Leiden der Beschwerdeführerin von der diagnostizierten 

Schwere ist. Es verkennt zudem nicht, dass das psychotherapeutische An-

gebot im Heimatstaat der Beschwerdeführerin nicht auf demselben Niveau 

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ist wie in der Schweiz. Nichtdestrotz vermag es aufgrund der Umstände 

des vorliegenden Falles weder auf das völlige Fehlen der wesentlichen me-

dizinischen Behandlung – zumal das einzige Spital, wo eine Psychothera-

pie erhältlich wäre, sich im Heimatort der Beschwerdeführerin befindet und 

damit für sie einfacher zugänglich ist – noch aufgrund der Aktenlage auf 

die drastische und lebensbedrohende Verschlechterung des Gesundheits-

zustandes der Beschwerdeführerin bei einer Rückkehr zu schliessen. So 

wird ihr psychisches Leiden im Wiedererwägungsgesuch vom 15. Ja-

nuar 2016 grundsätzlich als neue Tatsache, welche erst nach dem Urteil 

des E-3549/2015 vom 17. Juli 2015 entstanden sei, dargestellt. Gemäss 

der Aktenlage wurde eine psychische Erkrankung anlässlich des ordentli-

chen Asylverfahrens nie erwähnt. Obschon im Wiedererwägungsgesuch 

widersprüchlich dazu ausgeführt wird, die Beschwerdeführerin leide schon 

"seit längerem" an psychischen Problemen, wurde ausdrücklich nicht um 

Revision des Urteils E-3649/2015 vom 17. Juli 2015 gestützt auf den Revi-

sionsgrund von Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG ersucht. So hat sich die Be-

schwerdeführerin gemäss den Akten denn auch erst im Oktober 2015 in 

psychiatrische Behandlung begeben. Trotz der ärztlich attestierten schwe-

ren PTBS spricht sowohl die "Entstehung" der Krankheit erst nach dem 

Eintritt der Rechtskraft der vorinstanzlichen Verfügung vom 29. April 2015 

als auch die sehr kurze Behandlungsdauer seit der "Entdeckung" dieses 

Leidens dafür, dass dieses auch in ihrem Heimatland behandelbar sein 

wird, zumal von einer "Chronifizierung" des Leidens nach einer so kurzen 

Dauer – wie es im Arztbericht vom 7. Dezember 2015 diagnostiziert wurde 

– kaum auszugehen sein dürfte. Somit wird auch das in der Beschwerde-

schrift geäusserte Argument, angesichts der "Chronifizierung" der Depres-

sion würde eine allfällig zu gewährende (medizinische) Rückkehrhilfe län-

gerfristig nicht genügen, hinfällig. Als völlig unsubstantiiert vorgetragen er-

weist sich das letzte in der Beschwerdeschrift erwähnte Argument zuguns-

ten einer Weiterführung einer Behandlung mit Übersetzung hier in der 

Schweiz, da es sich hauptsächlich auf Mutmassungen – die Beschwerde-

führerin sei vermutlich Opfer vermutlich männlicher Gewalt und die im Hei-

matsstaat vorhandenen zwei Psychiater seien vermutlich männlich – stützt. 

Die innerhalb der kurzen Behandlungsdauer aufgebaute äusserst starke 

Beziehung und das angeblich ausgeprägte Vertrauensverhältnis mit der 

Psychiaterin in der Schweiz vermögen dagegen nach Ansicht des Gerichts 

nicht gegen die Vorteile einer mögliche Behandlung der Beschwerdeführe-

rin in ihrem Heimatsstaat in der ihr gewohnten Umgebung und in ihrer Mut-

tersprache zu überwiegen.  

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Seite 8 

6.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

7.  

7.1 Mit vorliegendem Urteil wird der Antrag auf Aussetzung des Wegwei-

sungsvollzugs gemäss Art. 111b Abs. 3 AsylG gegenstandslos, und der mit 

Verfügung vom 22. Februar 2016 gestützt auf Art. 56 VwVG angeordnete 

Vollzugsstopp ist aufzuheben.  

7.2  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gesuche um unentgeltliche 

Prozessführung und Rechtsverbeiständung abzuweisen, und die Kosten 

von Fr. 1200.– sind der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 37 VGG 

i.V.m. Art. 63 Abs. 1 und Art. 68 Abs. 2 VwVG; Art. 1–3 des Reglements 

vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-

desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).  

(Dispositiv nächste Seite) 

 

  

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Seite 9 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Der mit Verfügung vom 22. Februar 2016 angeordnete Vollzugsstopp wird 

aufgehoben. 

3.  

Die Gesuche um unentgeltliche Prozessführung und Rechtsverbeistän-

dung werden abgewiesen. Die Verfahrenskosten von Fr. 1200.‒ werden 

der Beschwerdeführerin auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab 

Versand des Urteils zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin:  Die Gerichtsschreiberin: 

  

Esther Marti Tu-Binh Tschan