# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cdc10145-332d-5c97-93c1-8314062253cf
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-09-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.09.2010 D-4908/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4908-2010_2010-09-20.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-4908/2010
law/mah
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 0 .  S e p t e m b e r  2 0 1 0

Richter Walter Lang (Vorsitz), 
Richter Markus König, Richter Pietro Angeli-Busi;
Gerichtsschreiberin Sarah Mathys.

A._______, geboren (...),
B._______, geboren (...),
Syrien,
beide vertreten durch lic. iur. Michael Steiner, 
Rechtsanwalt,
Beschwerdeführende,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin); 
Verfügung des BFM vom 2. Juli 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-4908/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass das BFM mit  Verfügung vom 2. Juni  2010 – eröffnet  am 7. Juli 
2010 – in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d des Asylgesetzes vom 
26. Juni  1998  (AsylG,  SR 142.31)  auf  die  Asylgesuche  der  Be-
schwerdeführenden vom 26. April 2010 nicht eintrat, die Wegweisung 
nach  Rumänien  verfügte,  die  Beschwerdeführenden  –  unter  An-
drohung  von  Zwangsmitteln  im  Unterlassungsfall  –  aufforderte,  die 
Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu ver-
lassen,  den Kanton (...) verpflichtete,  die  Wegweisungsverfügung zu 
vollziehen,  feststellte,  eine  allfällige  Beschwerde  gegen  die  vor-
liegende Verfügung habe keine aufschiebende Wirkung, und den Be-
schwerdeführenden  die  editionspflichtigen  Akten  gemäss  Aktenver-
zeichnis aushändigte,

dass die Beschwerdeführenden mit  Eingabe vom 9. Juli  2010 (vorab 
per  Telefax  am 8. Juli  2010)  gegen  diesen  Entscheid  beim Bundes-
verwaltungsgericht durch ihren Rechtsvertreter Beschwerde einreichen 
und  beantragen  liessen,  es  sei  die  angefochtene  Verfügung  aufzu-
heben und dem BFM zur Neubeurteilung zurückzuweisen, eventualiter 
sei das BFM anzuweisen, auf ihre Asylgesuche einzutreten,

dass sie zudem in verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragen liessen, 
es sei im Sinne einer vorsorglichen Massnahme der Beschwerde die 
aufschiebende Wirkung zu erteilen und den Vollzug der Wegweisung 
per sofort auszusetzen,

dass das Bundesverwaltungsgericht den Vollzug der Wegweisung ge-
stützt auf Art. 56  des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über 
das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021)  mit  Verfügung  vom 
9. Juli 2010 vorsorglich aussetzte,

dass die Beschwerdeführenden mit Eingabe vom 14. Juli  2010 durch 
ihren  Rechtsvertreter  die  in  der  Beschwerde  vom  9.  Juli  2010  an-
gekündigte Beschwerdeergänzung einreichen und beantragen liessen, 
die  Verfügung  des  BFM  vom  2.  Juli  2010  sei  aufzuheben  und  die 
Sache zur Neubeurteilung an das BFM zurückzuweisen bzw. die Ver-
fügung  sei  aufzuheben  und  auf  ihre  Asylgesuche  sei  einzutreten, 
eventualiter sei die Verfügung aufzuheben und die Unzulässigkeit bzw. 
die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen,

Seite 2

D-4908/2010

dass sie ferner beantragen liessen, ihnen sei vollumfängliche Einsicht 
in die Akten A7/1, A11/5, A12/5, A13/4, A14/2, A19/4 und eventualiter 
das  rechtliche  Gehör  zu  gewähren,  danach  sei  eine  angemessene 
Frist zur Einreichung einer Beschwerdeergänzung anzusetzen, 

dass  sie  im  Weiteren  beantragen  liessen,  eventualiter  sei  von  den 
rumänischen  Behörden  eine  schriftliche  Zusicherung  betreffend  Be-
rücksichtigung und Einhaltung des Völkerrechts sowie betreffend die 
medizinische Behandlung der Beschwerdeführerin einzuholen,

dass sie zudem beantragen liessen, dieser Beschwerde sei weiterhin 
die aufschiebende Wirkung zu gewähren und dem unterzeichnenden 
Anwalt  sei  vor  der  Gutheissung  der  vorliegenden  Beschwerde  eine 
angemessene Frist zur Einreichung einer detaillierten Kostennote zur 
Bestimmung der Parteientschädigung einzuräumen,

dass der Instruktionsrichter den Beschwerdeführenden mit Verfügung 
vom 23. Juli 2010 die Akten A11/5, A12/5 und A13/4 zur Einsicht zu-
stellte  und  ihnen  Gelegenheit  gab,  eine  Stellungnahme  und  eine 
detaillierte Kostennote einzureichen,

dass die Beschwerdeführenden mit Eingabe vom 6. August 2010 durch 
ihren  Rechtsvertreter  eine  Stellungnahme und  eine  Kostennote  ein-
reichten,

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht  auf  dem Gebiet  des  Asyls  end-
gültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM 
entscheidet  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 31-33  des  Verwaltungs-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d 
Ziff.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110]), 

dass  die  Beschwerdeführenden  durch  die  angefochtene  Verfügung 
besonders berührt  sind,  ein schutzwürdiges Interesse an deren Auf-
hebung beziehungsweise Änderung haben und daher zur Einreichung 
der Beschwerde legitimiert sind (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und 
Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

Seite 3

D-4908/2010

dass  somit  auf  die  frist-  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist  (Art. 108 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 
VwVG),

dass  im  vorliegenden  Beschwerdeverfahren  einzig  zu  prüfen  ist,  ob 
das BFM gestützt auf Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG auf die Asylgesuche 
der Beschwerdeführenden zu Recht nicht eingetreten ist und infolge-
dessen die Wegweisung aus der Schweiz zu Recht verfügt hat,

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel 
verzichtet wurde,

dass in der Beschwerde vom 9. Juli 2010 geltend gemacht wird, das 
BFM habe das Gebot des effektiven Rechtsschutzes verletzt, indem es 
verfügt  habe,  die  Beschwerdeführenden  hätten  die  Schweiz 
spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, 

dass  gemäss  Grundsatzurteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  E-
5814/2009 vom 2. Februar 2010 der Wegweisungsvollzug ausgesetzt 
werden müsse, bis das Bundesverwaltungsgericht über eine allfällige 
Gewährung der  aufschiebenden Wirkung nach Art. 107a AsylG bzw. 
einer  superprovisorischen  Massnahme  nach  Art. 56  VwVG  ent-
scheiden könne,

dass sich das erwähnte Grundsatzurteil auf eine Verfügung des BFM 
bezog, mit welcher unzulässigerweise der  sofortige Vollzug der Weg-
weisung  aus  der  Schweiz  angeordnet  wurde,  wodurch  der  be-
schwerdeführenden Person verunmöglicht wurde, während ihres Auf-
enthaltes in der Schweiz die Gewährung der aufschiebenden Wirkung 
zu  verlangen  (vgl.  Entscheide  des  Schweizerischen  Bundesver-
waltungsgerichts [BVGE] 2010/1 E. 3.5.),

dass den Beschwerdeführenden hingegen im vorliegenden Fall  nach 
Eröffnung  der  Verfügung  am  7. Juli  2010  bis  zum  Ablauf  der  Be-
schwerdefrist  am  12. Juli  2010  ein  Zeitraum  zur  Verfügung  stand, 
währenddessen die Wegweisung nicht vollzogen werden konnte (vgl. 
BVGE 2010/1 E. 6.2),

dass es ihnen mithin möglich war, innerhalb dieses Zeitraums die auf -
schiebende Wirkung der Beschwerde zu verlangen und das Bundes-
verwaltungsgericht den Vollzug der Wegweisung am 9. Juli  2010 ge-
stützt auf Art. 56 VwVG ausgesetzt hat,

Seite 4

D-4908/2010

dass  deshalb  das  BFM  das  Gebot  des  effektiven  Rechtsschutzes 
(Art. 29a  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossen-
schaft  vom 18. April  1999  [BV, SR 101]  und  Art. 13  der  Konvention 
vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grund-
freiheiten [EMRK, SR 0.101]) im Falle der Beschwerdeführenden nicht 
verletzt hat,

dass  in  der  Beschwerdeergänzung  geltend  gemacht  wird,  das  BFM 
habe keine Einsicht in die Akten A7/1, A11/5, A12/5, A13/4, A14/4 und 
A19/4 gewährt,

dass gemäss Art. 26 VwVG die Partei oder ihr Vertreter – unter Vor-
behalt  der Ausnahmen gemäss Art. 27 Abs. 1 VwVG – grundsätzlich 
Anspruch darauf  hat,  sämtliche Aktenstücke einzusehen, welche ge-
eignet sind, in einem konkreten Verfahren als Beweismittel zu dienen,

dass  einzig  Unterlagen,  welche  von den  verfügenden  Behörde  aus-
schliesslich für  den Eigengebrauch bestimmt sind,  wie Entscheident-
würfe oder Notizen zuhanden einer Person innerhalb der Behörde vom 
Recht  auf  Akteneinsicht  ausgenommen  sind,  da  ihnen  für  die  Be-
handlung  eines  Falles  kein  Beweischarakter  zukommt  und  lediglich 
Hilfsmittel bei der Entscheidfindung darstellen,

dass es sich bei der Akte A7/1 um eine Notiz eines Mitarbeiters des 
BFM  betreffend  den  organisatorischen  Ablauf  der  Befragungen  der 
Beschwerdeführenden handelt, 

dass  es  sich  bei  der  Akte  A19/4  um ein  Formular  handelt,  das  die 
reibungslose  Weiterleitung  von  Änderungen  von  Personaldaten  im 
Zentralen Migrationssystem (ZEMIS) innerhalb des BFM sicherstellen 
soll, 

dass das BFM die beiden Dokumente A7/1 und A19/4 zu Recht als 
interne  Akten  bezeichnete  und  ohne  weitere  Begründung  nicht  zur 
Einsicht eröffnet hat,

dass  es  sich  bei  der  Akte  A14/2  um  die  Zustimmung  Rumäniens 
handelt,  welche  den  Beschwerdeführenden  in  der  anonymisierten 
Form von A15/2 gemäss Aktenverzeichnis bereits eröffnet wurde,

dass das BFM die Aktenstücke A11/5, A12/5 und A13/4 als unwesent-
liche Akten qualifizierte,

Seite 5

D-4908/2010

dass die Aktenstücke A11/5, A12/5 und A13/4 die Übernahmegesuche 
der Beschwerdeführenden an Rumänien betreffen,

dass es sich dabei, wie in der Beschwerde zu Recht geltend gemacht 
wird, um entscheidrelevante Akten im Sinne von Art. 26  Abs. 1 Bst. b 
VwVG handelt, weshalb ein Anspruch auf Einsicht besteht,

dass  das  BFM somit  das  Recht  auf  Akteneinsicht  der  Beschwerde-
führenden verletzt  hat,  indem es  ihnen  die  Akten  A11/5,  A12/5  und 
A13/4 nicht eröffnet hat,

dass  eine  Verletzung  des  rechtlichen  Gehörs  grundsätzlich  –  das 
heisst ungeachtet der materiellen Auswirkungen – zur Aufhebung des 
daraufhin ergangenen Entscheides führt  (vgl.  BVGE 2008/47 E. 3.3.4 
S. 676 f., BVGE 2008/14 E. 4.1 S. 185, BVGE 2007/30 E. 8.2 S. 371 
m.w.H., BVGE 2007/27 E. 10.1 S. 332), 

dass eine Heilung von Gehörsverletzungen aus prozessökonomischen 
Gründen auf Beschwerdeebene nur möglich ist, sofern das Versäumte 
nachgeholt  wird,  der  Beschwerdeführer  dazu Stellung  nehmen kann 
und der Beschwerdeinstanz im streitigen Fall die freie Überprüfungs-
befugnis  in  Bezug  auf  Tatbestand  und  Rechtsanwendung  zukommt, 
sowie die festgestellte Verletzung nicht schwerwiegender Natur ist und 
die fehlende Entscheidreife durch die Beschwerdeinstanz mit  vertret-
barem Aufwand hergestellt werden kann (vgl. BVGE 2008/47 E. 3.3.4 
S. 676 f.),

dass der  Instruktionsrichter mit Verfügung vom 23. Juli 2010 den Be-
schwerdeführenden in die Akten A11/5, A12/5 und A13/4 – unter Ab-
deckung geheim zu haltender Stellen – Einsicht gewährte und ihnen 
Gelegenheit bot, innert Frist eine Stellungnahme einzureichen, wovon 
sie durch ihren Rechtsvertreter Gebrauch machten, 

dass das BFM den Beschwerdeführenden im Übrigen bereits anläss-
lich der Befragungen vom 12. Mai 2010 das rechtliche Gehör zur Zu-
ständigkeit  Rumäniens  für  die  Prüfung  ihrer  Asylgesuche  und  zu 
einem  allfälligen  Wegweisungsvollzug  dorthin  gewährt  hat  (vgl. 
act. A1/13 S. 9 und A2/11 S. 7),

dass deshalb der Umstand, dass ihnen die erwähnten Akten im erst -
instanzlichen Verfahren nicht zur Einsicht eröffnet wurden,  für die Be-

Seite 6

D-4908/2010

schwerdeführenden mit keinen erheblichen Nachteilen verbunden ge-
wesen und deshalb als nicht schwerwiegend zu beurteilen ist,

dass daher die Verletzung des Akteneinsichtsrecht als geheilt  zu be-
trachten ist, weshalb kein Anlass besteht, die angefochtene Verfügung 
aufzuheben  und  die  Sache  an  das  Bundesamt  zur  Neubeurteilung 
zurückzuweisen (vgl. BVGE 2008/47 E. 3.3.4 S. 676 f.), 

dass  in  der  Beschwerdeergänzung  vom  14. Juli  2010  und  der 
Stellungnahme vom 6. August 2010 ferner geltend gemacht wird, das 
BFM  hätte  betreffend  die  Beschwerdeführerin  zwingend  eine  An-
hörung in einer Frauenrunde durchführen müssen,

dass vor Nichteintretensentscheiden im Falle von Art.  34 Abs. 2 Bst. d 
AsylG – im Unterschied zu den in Art. 36 Abs. 1 Bstn. a-c AsylG er-
wähnten  Fällen  –  keine  Anhörung  nach  den  Art.  29  und  30  AsylG 
stattfindet, der asylsuchenden Person jedoch das rechtliche Gehör zu 
gewähren ist (vgl. Art. 36 Abs. 2 AsylG), 

dass  somit  Art. 6  der  Asylverordnung  1  über  Verfahrensfragen 
(AsylV 1,  SR  142.311),  welcher  die  Anhörung  der  asylsuchenden 
Person  durch  einer  Person  gleichen  Geschlechts  vorsieht,  wenn 
konkrete  Hinweise  auf  geschlechtsspezifische  Verfolgung  vorliegen 
oder  die  Situation  im Herkunftsstaat  auf  geschlechtsspezifische Ver-
folgung hindeutet, bei der Zuständigkeitsprüfung nach Dublin (Art.  29a 
AsylV 1) nicht direkt zur Anwendung gelangt,

dass  eine  Befragung  durch  eine  Person  des  gleichen  Geschlechts 
jedoch aufgrund des Untersuchungsgrundsatz (Art. Art. 6 AsylG i.V.m. 
Art.  12  VwVG)  bzw. des  Anspruchs  der  asylsuchenden  Person  auf 
rechtliches Gehörs geboten sein kann, wenn sich bei der Zuständig-
keitsprüfung  nach  Dublin  der  rechtserhebliche  Sachverhalt  anders 
nicht erheben lässt,

dass sich die Beschwerdeführerin  bezüglich der  in  der  Beschwerde-
ergänzung und in der Eingabe vom 6. August 2010 angedeuteten, von 
ihr  mutmasslich  in  der  Asylunterkunft  in  Rumänien  erlittenen 
Problemen  durch  Privatpersonen  an  die  rumänischen  Behörden 
wenden  kann,  welche  –  wie  aus  den  nachstehenden  Ausführungen 
hervorgeht  –  in  der  Lage  und  willens  sind,  ihr  den  erforderlichen 
Schutz zu gewähren,

Seite 7

D-4908/2010

dass  sich  deshalb  aus  den  in  Rumänien  angeblich  erlittenen 
Problemen  mithin  von  vornherein  keine  Pflicht  zur  Ausübung  des 
Selbsteintrittsrechts  der  Schweiz  ableiten  lässt,  weshalb  das  BFM 
weder  aufgrund  des  Untersuchungsgrundsatzes  noch  aufgrund  des 
Anspruch auf  rechtliches Gehör verpflichtet war, die diesbezüglichen 
Einzelheiten  mittels  Befragung  der  Beschwerdeführerin  durch  eine 
weibliche Person in Erfahrung zu bringen, 

dass  sich  eine  Verletzung  des  Untersuchungsgrundsatzes  und  des 
rechtliches Gehörs durch das BFM demnach nicht feststellten lässt,

dass im Weiteren in der Beschwerdeergänzung geltend gemacht wird, 
das BFM habe zahlreiche Vorbringen der Beschwerdeführenden nicht 
erwähnt  oder  abgeklärt  und  damit  seine  Verfügung  mangelhaft  be-
gründet, weshalb die Verfügung aufzuheben und an das BFM zurück-
zuweisen sei,

dass die verfügende Behörde die Vorbringen der Partei tatsächlich zur 
Kenntnis zu nehmen, diese sorgfältig und ernsthaft zu prüfen, diese in 
der  Entscheidfindung  zu  berücksichtigen  und  ihre  Verfügung  zu  be-
gründen hat, 

dass die Begründung des Entscheides so abgefasst sein muss, dass 
der  Betroffene  ihn  gegebenenfalls  sachgerecht  anfechten  kann,  die 
Behörde  mithin  wenigstens  die  Überlegungen  kurz  anzuführen  hat, 
von denen sie sich leiten liess und auf welche sich ihr Entscheid stützt, 
wobei sie sich auf die wesentlichen Gesichtspunkte beschränken kann 
(vgl.  LORENZ KNEUBÜHLER in:  Kommentar  zum Bundesgesetz  über  das 
Verwaltungsverfahren  (VwVG),  Auer/Müller/Schindler  [Hrsg.],  Zürich 
2008, N. 6 ff. zu Art. 35, BVGE 2008/47 E. 3.2 S. 674 f., BVGE 2007/30 
E. 5.6 S. 366 f.),

dass  das  BFM  in  der  angefochtenen  Verfügung  die  Vorbringen  der 
Beschwerdeführenden,  welche  sie  anlässlich  der  Gewährung  des 
rechtlichen Gehörs zum Wegweisungsvollzug nach Rumänien geltend 
machten, im Wesentlichen aufführte,

dass zwar das BFM die Magenschmerzen des Beschwerdeführers und 
die  psychischen  Probleme  der  Beschwerdeführerin  nicht  explizit  er-
wähnte, jedoch im Zusammenhang mit ihren Suiziddrohungen immer-
hin  ausführte,  dass  keine  gesundheitlichen  Gründe  gegen  die  Zu-

Seite 8

D-4908/2010

lässigkeit  und  keine  Gründe  gegen  die  Zumutbarkeit  des  Weg-
weisungsvollzugs nach Rumänien sprächen,

dass sich das BFM in der angefochtenen Verfügung insgesamt in ge-
nügendem Masse mit den für den Entscheid wesentlichen Vorbringen 
der  Beschwerdeführenden  auseinandersetzte  und  hinreichend  be-
gründete, weshalb diese nicht gegen einen Wegweisungsvollzug nach 
Rumänien sprächen, weshalb eine Verletzung des rechtlichen Gehörs 
nicht festgestellt werden kann,

dass in der Beschwerdeergänzung ferner geltend gemacht wird, das 
Überweisungsformular  des  ORS Service  vom 6. Mai  2010  bezüglich 
der  Magenbeschwerden  des  Beschwerdeführers  sei  nicht  im  Akten-
verzeichnis der Vorinstanz aufgeführt und im angefochtenen Entscheid 
unerwähnt geblieben, was eine schwere Gehörsverletzung darstelle,

dass  sich  das  –  der  Beschwerdeergänzung  in  Kopie  beigelegte  – 
Überweisungsformular des ORS Service vom 6. Mai  2010 betreffend 
die  Magenbeschwerden  des  Beschwerdeführers  weder  in  den  vor-
instanzlichen Akten befindet noch im Aktenverzeichnis aufgeführt ist,

dass  unter  diesen  Umständen  anzunehmen  ist,  das  Überweisungs-
formular sei nicht – wie vorgesehen – nach dem Arztbesuch dem BFM 
rückübermittelt worden,

dass jedoch eine Verletzung des rechtlichen Gehörs nicht festzustellen 
ist,  da  der  Gesuchsteller  im  Besitz  dieses  Formulars  ist  und  somit 
dessen Inhalt kennt, und das BFM – nachdem der Beschwerdeführer 
nach  dem  Arztbesuch  wieder  ins  Transitzentrum  Altstätten  zurück-
kehrte – davon ausgehen durfte, er leide nicht unter gesundheitlichen 
Problemen, die derart gravierend sind, dass sie in Bezug auf die Aus-
übung des Selbsteintrittsrechts im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-VO 
Relevanz erlangen könnten,

dass  dies  auch  durch  den  Umstand  bestätigt  wird,  dass  der  be-
handelnde Arzt dem Beschwerdeführer gemäss Überweisungsformular 
des ORS Service vom 6. Mai 2010 ein Medikament verschrieben und 
ihn ohne weitere Bemerkungen entlassen hat, 

dass demnach insgesamt kein Anlass besteht die angefochtene  Ver-
fügung wegen eines formellen Mangels aufzuheben und die Sache zur 
Neubeurteilung an das BFM zurückzuweisen,

Seite 9

D-4908/2010

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asyl -
suchende in einen Drittstaat ausreisen können, welcher für die Durch-
führung  des  Asyl-  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zu-
ständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),

dass die Beschwerdeführenden gemäss ihren Aussagen und aufgrund 
der  vom  BFM  durchgeführten  Abfrage  der  Eurodac-Datenbank  am 
27. Dezember  2009  illegal  nach  Rumänien  einreisten  und  dort 
gleichentags ein Asylgesuch stellten,

dass Rumänien am 2. Juni 2010 dem vom BFM am 20. Mai 2009 ge-
stellten Ersuchen um Übernahme der Beschwerdeführenden gestützt 
auf Art. 16 Abs. 1(e) Verordnung [EG] Nr. 343/2003 des Rates vom 18. 
Februar  2003  zur  Festlegung  der  Kriterien  und  Verfahren  zur  Be-
stimmung des  Mitgliedstaates,  der  für  die  Prüfung  eines  von einem 
Drittstaatsangehörigen  in  einem  Mitgliedstaat  gestellten  Asylantrags 
zuständig ist (Dublin-II-VO) innerhalb der Frist (Art.  20 Abs. 1 Bst. b in 
fine Dublin-II-VO) zustimmte,

dass demnach das BFM Rumänien zu Recht als für die Durchführung 
des Asylverfahrens zuständig erachtet hat,

dass in der Beschwerde geltend gemacht wird, Art. 34 Abs. 3 AsylG 
sei  im Sinne einer Ausnahme auch auf Asylgesuche gemäss Art.  34 
Abs. 2 Bst. d AsylG anzuwenden, weshalb das BFM nicht entbunden 
sei,  zu prüfen,  ob Hinweise auf  eine Verletzung von Art. 3 EMRK in 
Rumänien bzw. Gefahr der  Rückschiebung gemäss Art. 5  AsylG be-
stehe, 

dass  die  Bestimmungen  von  Art. 34  Abs. 3  AsylG,  wonach  Abs. 2 
Bstn. a, b, c und e dieses Artikels keine Anwendung finden, gemäss 
ausdrücklichem Wortlaut  bei  einem Nichteintretensentscheid  gemäss 
Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG nicht anwendbar sind, 

dass der Beschwerdeführer anlässlich der Gewährung des rechtlichen 
Gehörs  zum  Wegweisungsvollzug  nach  Rumänien  geltend  machte, 
sein Schwager, mit dem er in Syrien Probleme gehabt habe, habe von 
ihrem Aufenthalt  in Rumänien erfahren, in Rumänien gäbe es weder 
Sicherheit  noch  Menschenrechte  und  er  bekomme  dort  nicht  den 
nötigen Schutz, da die Polizei mafiös sei, ihm Geld abgenommen habe 
und niemanden schütze, 

Seite 10

D-4908/2010

dass er weiter erklärte, er sei während der Befragung durch die Polizei 
geschlagen  worden,  man  habe  ihm  gedroht  und  er  sei  schliesslich 
wieder ins Gefängnis gebracht worden, 

dass er lieber sterben würde, als nach Rumänien zurückzukehren, 

dass  in  ihrem Zimmer  in  der  rumänischen Asylunterkunft  auch zwei 
ledige  Männer  geschlafen  hätten,  sie  kein  Essen  bekommen  hätten 
und  er  zudem  Magenprobleme  gehabt  habe,  welche  erst  in  der 
Schweiz behandelt worden seien,

dass  die  Beschwerdeführerin  dieselben  Gründen  gegen  eine  Weg-
weisung nach Rumänien geltend machte und ergänzend erklärte, es 
habe  keine  Dolmetscher  gegeben,  sie  sei  krank  gewesen  und  zu 
keinem Arzt gebracht worden und sie habe nur zwei Mal in der Asyl-
unterkunft duschen können, weil sie jeweils habe warten müssen, bis  
die Männer geschlafen hätten, 

dass  in  der  Beschwerdeergänzung zusätzlich  geltend gemacht  wird, 
die  Beschwerdeführerin  leide  an  einer  schweren  psychischen  Er-
krankung und sei in der Schweiz in Behandlung,  in Rumänien werde 
ohne  Bezahlung  von  Bestechungsgeldern  medizinische  Leistungen 
verweigert,  Rumänien  sei  eines  der  korruptesten  Länder,  Personen 
werde  nach  der  Rückkehr  nach  Rumänien  regelmässig  der  Zugang 
zum Asylverfahren und die Rückkehr in die entsprechenden Strukturen 
verweigert,

dass  Rumänien  unter  anderem  Signatarstaat  des  Abkommens  vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  (FK, 
SR 0.142.30),  der  EMRK  und  des  Übereinkommens  vom 
10. Dezember  1984 gegen Folter  und andere grausame,  unmensch-
liche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) ist,

dass Rumänien zudem im Vorfeld  der  Aufnahme in die  Europäische 
Union  (EU),  wie  alle  Beitrittskandidaten,  hinsichtlich  der  Einhaltung 
seiner  völkerrechtlichen  Verpflichtungen  (auch  im Asylbereich)  über-
prüft  wurde und mit  der Aufnahme in die EU den acquis  der EU im 
Bereich Menschenrechte übernommen hat, 

dass vor diesem Hintergrund entgegen der anderslautenden Meinung 
der  Beschwerdeführenden  nicht  davon  ausgegangen  werden  kann, 

Seite 11

D-4908/2010

Rumänien halte sich nicht an die ihm erwachsenden völkerrechtlichen 
Verpflichtungen, 

dass das BFM in der angefochtenen Verfügung die Behauptung,  die 
Beschwerdeführenden  seien  von  der  rumänischen  Polizei  verhaftet, 
befragt und dabei geschlagen worden, als unglaubhaft beurteilt mit der 
Begründung, nur die Beschwerdeführerin habe tätliche Übergriffen von 
rumänischen Polizisten gegenüber den Asylsuchenden erwähnt, 

dass sich aus den Akten ergibt, dass nicht nur die Beschwerdeführerin 
erklärte, sie und ihr Ehemann seien von der rumänischen Polizei ver -
haftet und geschlagen worden (vgl. act. A2/11 S. 7), sondern auch der 
Beschwerdeführer geltend machte, er sei  in Rumänien verhaftet,  be-
fragt  und geschlagen worden, nachdem er und seine Frau nach der 
Einreise aufgegriffen worden seien (vgl. act. A1/13 S. 7), 

dass das BFM diesbezüglich zwar den Sachverhalt falsch festgestellt 
und  deshalb  die  angeblichen  tätlichen  Übergriffe  durch  rumänische 
Polizisten aufgrund unzutreffender Überlegungen als unglaubhaft  be-
urteilt hat, 

dass  es  den  Beschwerdeführenden  –  sollten  sie  tatsächlich  von 
rumänischen  Polizisten  geschlagen  worden  sein  –  indessen  un-
benommen geblieben und zuzumuten gewesen wäre, derartige Über-
griffe  gegen  ihre  Person  bei  deren  übergeordneten  Behörden  anzu-
zeigen,  weshalb letztlich  offen bleiben kann,  ob die  diesbezüglichen 
Vorbringen glaubhaft sind oder nicht, 

dass das BFM bezüglich der geltend gemachten Schwierigkeiten mit 
privaten  Drittpersonen,  sei  dies  mit  dem  Schlepper  oder  dem 
Schwager  zutreffend  festhielt,  die  Beschwerdeführenden  hätten  sich 
an  die  zuständigen  rumänischen  Behörden  zu  wenden,  was  im 
Übrigen auch bezüglich der geltend gemachten Äusserung in der Be-
schwerde,  die  psychischen  Beschwerden  der  Beschwerdeführerin 
hätten etwas mit den Zuständen in der Asylunterkunft zu tun, der Fall 
wäre,

dass insoweit die Beschwerdeführerin geltend machte, sie hätten sich 
nicht  an  die  zuständigen  Behördenstelle  gewendet,  weil  sie  erstens 
nicht Rumänisch sprechen würden und zweitens kein Dolmetscher zur 
Verfügung  gestanden  hätte,  darauf  hinzuweisen  ist,  dass  der  Be-
schwerdeführer  in  Divergenz  dazu  von  einem  Dolmetscher  in 

Seite 12

D-4908/2010

Rumänien  sprach  (vgl.  act. A1/13  S. 7),  weshalb  nicht  davon 
auszugehen ist, es sei den Beschwerdeführenden gänzlich unmöglich 
gewesen,  ihre  Probleme  den  zuständigen  Behörden  gegenüber 
verständlich zu machen,

dass die allgemeine Kritik am rumänischen Asylverfahren vor diesem 
Hintergrund nicht zu überzeugen vermag und deshalb auch kein An-
lass besteht, eine schriftliche Zusicherung der rumänischen Behörden 
betreffend  Einhaltung  des  Völkerrechts  und  des  Zugangs  zum Asyl-
verfahren bzw. Wiederaufnahme des Beschwerdeverfahrens sowie zu 
medizinischer Versorgung einzufordern,

dass  das  BFM ferner  zutreffend  festhielt,  dass  Suiziddrohungen  die 
Schweiz nicht verpflichten, vom Vollzug der Wegweisung Abstand zu 
nehmen,

dass  im  vorliegenden  Fall  sich  aufgrund  der  Akten  nicht  jene  ganz 
aussergewöhnlichen  Umstände  ausmachen  lassen,  die  gestützt  auf 
die Praxis des Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zu Art.  3 
EMRK zur Feststellung der Unzulässigkeit  des Wegweisungsvollzugs 
aus  gesundheitlichen  Gründen  führen  würden  (vgl.  EMARK  2005 
Nr. 23 E. 5.1),

dass zudem die Magenschmerzen des Beschwerdeführers sowie auch 
die  psychischen Probleme der  Beschwerdeführerin  in  Rumänien be-
handelbar  sind,  weshalb  diese  gesundheitlichen  Beschwerden  dem 
Wegweisungsvollzug  dorthin  nicht  entgegenstehen  und  keine 
zwingenden  weiteren  Abklärungen  zu  tätigen  sind  oder  eine  an-
gemessene Frist zur Einreichung eines Arztberichtes anzusetzen ist,

dass aufgrund der Akten auch sonst keine Gründe zur Ausübung des 
Selbsteintrittsrechts der  Schweiz (Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-VO) ersicht-
lich sind,

dass das BFM demzufolge zu Recht in Anwendung von Art.  34 Abs. 2 
Bst. d AsylG auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  das  Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch  in  der  Regel  die  Weg-
weisung aus der  Schweiz zur  Folge hat  (Art. 44 Abs. 1 AsylG),  vor-
liegend der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem 
kein Anspruch auf Erteilung einer solchen besteht (vgl. EMARK 2001 
Nr. 21),  weshalb  die  verfügte  Wegweisung  im  Einklang  mit  den 

Seite 13

D-4908/2010

gesetzlichen  Bestimmungen steht  und  demnach  vom Bundesamt  zu 
Recht angeordnet wurde,

dass im Rahmen des Dublin-Verfahrens, bei dem es sich um ein Über-
stellungsverfahren  in  den  für  die  Prüfung  des  Asylgesuches  zu-
ständigen Staat  handelt,  systembedingt  kein Raum bleibt  für  Ersatz-
massnahmen im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 1 
des  Bundesgesetzes  vom  16.  Dezember  2005  über  die  Aus-
länderinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20),

dass eine entsprechende Prüfung soweit  notwendig vielmehr  bereits 
im Rahmen des Nichteintretensentscheides stattfinden muss,

dass  in  diesem  Sinne  die  Vorinstanz  den  Vollzug  der  Wegweisung 
nach  Rumänien  zu  Recht  als  zulässig,  zumutbar  und  möglich  be-
zeichnet hat,

dass es den Beschwerdeführenden demnach nicht  gelungen ist  dar-
zutun, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt  
oder  unangemessen  ist  (Art.  106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde 
abzuweisen ist, 

dass der ganz oder teilweise obsiegenden Partei  für  ihr erwachsene 
notwendige  und  verhältnismässig  hohe  Kosten  eine  Entschädigung 
zugesprochen werden kann (Art. 64 Abs. 1 VwVG),

dass  vorliegend  die  Beschwerdeführenden  zwar  unterlegen  sind, 
jedoch  zu  berücksichtigen  ist,  dass  die  Rüge,  das  BFM  habe  das 
Recht der Beschwerdeführenden auf Akteneinsicht verletzt,  nicht un-
begründet ist,

dass von der Kassation der angefochtenen Verfügung lediglich deshalb 
abgesehen wurde,  weil  die  festgestellte  Verletzung von Bundesrecht 
für die Beschwerdeführenden letztlich mit keinem erheblichen Nachteil  
verbunden war und deshalb nicht als schwerwiegend zu beurteilen ist,

dass  es  sich  deshalb  unter  diesen  Umständen  rechtfertigt,  die  den 
Beschwerdeführenden im Zusammenhang mit dem vorliegenden Urteil 
entstandenen  Kosten  zu  entschädigen  (vgl.  BVGE  2007/9  E. 7.2 
S. 109),

Seite 14

D-4908/2010

dass  der  Rechtsvertreter  in  der  vom  6. August  2010  datierenden 
Kostennote den zeitlichen Aufwand für das Beschwerdeverfahren auf 
9 Stunden  und  30 Minuten  à  Fr. 230.--  beziffert  und  Auslagen  von 
Fr. 26.-- geltend macht,

dass  der  Zeitaufwand  jedoch  in  Anbetracht  des  Umfangs  und  der 
Komplexität  der  Sache  nicht  in  vollem Umfang  notwendig  erscheint, 
weshalb  von  einem  notwendigen  zeitlichen  Aufwand  von  7 Stunden 
und 30 Minuten auszugehen ist, 

dass  demnach  die  Parteientschädigung  unter  Beachtung  der  mass-
geblichen Bemessungsfaktoren (vgl. Art. 8 VGKE) auf Fr. 1'884.-- (inkl. 
Auslagen und Mehrwertsteuern) festzusetzen ist,

dass das BFM anzuweisen ist, den Beschwerdeführenden diesen Be-
trag als Parteientschädigung auszurichten.

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 15

D-4908/2010

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das  BFM wird  angewiesen,  den  Beschwerdeführenden  eine  Partei-
entschädigung von Fr. 1'884.-- auszurichten.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter der Beschwerdeführenden (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N (...)  (per 

Kurier; in Kopie)
- (...)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Walter Lang Sarah Mathys

Versand: 

Seite 16