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**Case Identifier:** 4cb0746a-cfb5-5856-8017-fb6500723d61
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-07
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 07.09.2023 720 2023 76 / 201 (720 23 76 / 201)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-2023-76---201_2023-09-07.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 7. September 2023 (720 23 76 / 201)  

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung  

 

 

Anwendbarkeit der im Verfügungszeitpunkt aktuellsten Tabellenlöhne bei einer rückwir-

kenden Herabsetzung des Rentenanspruchs. 

 

 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kan-

tonsrichter Christof Enderle, Gerichtsschreiberin Katja Wagner 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Jan Herrmann, Rechts-
anwalt, Lange Gasse 90, 4052 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, 
Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  
 
 
 
A.a Die 1968 geborene A.____ meldete sich erstmals mit Gesuch vom 30. Oktober 2000 
unter Hinweis auf Rückenbeschwerden (u.a. diverse Wirbelverschiebungen und                            
-abnutzungen, Skoliose) bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbe-
zug an. Nachdem die Versicherte zunächst auf die Leistungsverweigerung seitens der IV-Stelle 
Basel-Landschaft (IV-Stelle) hin interveniert hatte, verzichtete sie im September 2001 infolge 
Antritts einer neuen Arbeitsstellte auf weitere Unterstützungsmassnahmen. Am 21. März 2007 

 

 
 
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sowie 6. Dezember 2012 stellte die Versicherte weitere Leistungsgesuche. Mit Verfügung vom 
26. Mai 2009 bzw. 10. September 2013 verneinte die zu diesem Zeitpunkt zuständige IV-Stelle 
des Kantons Aargau jeweils einen Anspruch auf berufliche Massnahmen. 
 
A.b Am 12. April 2019 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf persistierende 
Rückenbeschwerden sowie psychische Beschwerden erneut bei der IV zum Leistungsbezug 
an. Nach Abklärung der gesundheitlichen und erwerblichen Verhältnisse und Durchführung des 
Vorbescheidverfahrens sprach ihr die IV-Stelle mit Verfügung vom 9. Februar 2023 rückwirkend 
für die Zeit vom 1. Februar 2020 bis 31. August 2021 eine ganze Rente sowie für die Zeit ab 
1. September 2021 eine halbe Rente zu. Mit Berechnungsverfügung vom 1. März 2023 veran-
lasste sie die Nachzahlung des Rentenanspruchs für die Zeit vom 1. Februar 2020 bis 31. Ja-
nuar 2023.  
 
B. Gegen beide Verfügungen erhob die Versicherte, vertreten durch Jan Herrmann, Advo-
kat, mit Eingabe vom 3. März 2022 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abtei-
lung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte sie, es seien die Verfügungen 
vom 9. Februar 2023 und vom 1. März 2023 aufzuheben und es sei die Beschwerdegegnerin 
anzuweisen, ihr die gesetzlichen Leistungen in Form insbesondere einer Dreiviertels-
Invalidenrente ab 1. September 2021 auf Basis eines Invaliditätsgrads von mindestens 68% 
zuzusprechen und auszurichten; unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung brachte sie im We-
sentlichen vor, dass die Annahme eines Revisionsgrunds per 1. September 2021 nicht bean-
standet werde. In erwerblicher Hinsicht habe die IV-Stelle aber beim Invalideneinkommen 
fälschlicherweise auf die LSE 2018 abgestellt. Im Verfügungszeitpunkt seien längstens die ak-
tuellsten Tabellen der LSE 2020 publiziert gewesen, weshalb die Beschwerdegegnerin zur Be-
messung der Invalidität auf die LSE 2020 hätte abstellen müssen. Ausgehend von dieser 
Grundlage resultiere bei ansonsten gleich gehaltenen Parametern ein Invaliditätsgrad von 62% 
und damit Anspruch auf eine Dreiviertelsrente. Ferner hätte die Beschwerdegegnerin ihr einen 
leidensbedingten Abzug von mindestens 15% gewähren müssen. 
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 18. April 2023 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der 
Beschwerde.  
 
D. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels hielten sowohl die Beschwerdeführerin 
mit Replik vom 27. April 2023 als auch die Beschwerdegegnerin mit Duplik vom 16. Mai 2023 
an ihren Anträgen und Standpunkten fest. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1.1 Auf die beim örtlich und sachlich zuständigen Gericht und im Weiteren form- und frist-
gerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 
 
1.2 Am 1. Januar 2022 trat die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Ände-
rung des IVG ("Weiterentwicklung der IV", WEIV) in Kraft. Auf alle Rentenansprüche, die ab 

 

 
 
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dem 1. Januar 2022 entstehen, finden grundsätzlich die Bestimmungen des IVG und der Ver-
ordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 sowie diejenigen des Bun-
desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 
2000 in der Fassung gültig ab 1. Januar 2022 Anwendung (Kreisschreiben über Invalidität und 
Rente in der Invalidenversicherung [KSIR], gültig ab 1. Januar 2022, Rz. 9100). Erfolgt die Ver-
fügung über die erstmalige Rentenzusprache nach dem 1. Januar 2022, begründet diese aber 
einen Rentenanspruch vor dem 1. Januar 2022, sind hingegen die Bestimmungen des IVG und 
der IVV sowie diejenigen des ATSG in der bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Fassung 
massgebend (KSIR, Rz. 9101; vgl. auch Kreisschreiben zu den Übergangsbestimmungen zur 
Einführung des linearen Rentensystems [KS ÜB WE IV], gültig ab 1. Januar 2022, Rz. 1009). 
Vorliegend datiert die angefochtene Verfügung vom 9. Februar 2023. Zur Diskussion steht je-
doch der Rentenanspruch der Versicherten ab 1. September 2021. Somit ist die Angelegenheit 
in Anwendung der Bestimmungen des IVG und der IVV sowie derjenigen des ATSG in der bis 
zum 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Fassung zu beurteilen. Sie werden im Folgenden 
jeweils in dieser Version wiedergegeben, zitiert und angewendet. 
 
2.1 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Er-
werbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 
Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), die 
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeits-
unfähig (Art. 6 ATSG) gewesen (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% inva-
lid sind (lit. c). Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% besteht Anspruch auf eine Vier-
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% auf eine halbe Rente, bei einem Inva-
liditätsgrad von mindestens 60% auf eine Dreiviertelrente und bei einem Invaliditätsgrad von 
mindestens 70% auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). 
 
2.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des So-
zialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die voraussichtlich bleibende oder länge-
re Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von 
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist 
der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach-
te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Ver-
lust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu 
verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 
 
2.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychischen Gesundheitsbeeinträchti-
gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich an-
erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 E. 5.3 und E. 6). Zu 
betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltenden psychischen Leiden belastenden 
psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen kein Krankheitswert zukommt. Ein 
invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 
Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbs-
fähigkeit wesentlich beeinträchtigt. In BGE 143 V 409 und 143 V 418 hat das Bundesgericht 
entschieden, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Be-

 

 
 
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weisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind. Dieses für somatoforme Leiden entwi-
ckelte Vorgehen definiert systematisierte Indikatoren, die – unter Berücksichtigung von leis-
tungshindernden äusseren Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen 
(Ressourcen) anderseits – erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzu-
schätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4 bis 3.6 und 4.1). Entscheidend ist dabei, unabhängig von 
der diagnostischen Einordnung des Leidens, ob es gelingt, auf objektivierter Beurteilungsgrund-
lage den Beweis einer rechtlich relevanten Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei 
die versicherte Person die materielle Beweislast zu tragen hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 mit 
Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 3.7.2). 
 
3. Bei einer rückwirkenden Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Rente sind 
die Revisionsbestimmungen (Art. 17 Abs. 1 ATSG) analog anzuwenden (Urteil des Bundesge-
richts vom 18. Juni 2020, 8C_132/2020, E. 4.2.2 mit Hinweis auf BGE 133 V 263 E. 6.1), weil 
noch vor Erlass der ersten Rentenverfügung eine anspruchsbeeinflussende Änderung eingetre-
ten ist, mit der Folge, dass dann gleichzeitig die Änderung mitberücksichtigt wird. Wird rückwir-
kend eine abgestufte oder befristete Rente zugesprochen, sind einerseits der Zeitpunkt des 
Rentenbeginns und andererseits der in Anwendung der Dreimonatsfrist von Art. 88a 
IVV festzusetzende Zeitpunkt der Anspruchsänderung die massgebenden Vergleichszeitpunkte 
(Statt vieler Urteil des Bundesgerichts vom 12. Mai 2020, 8C_194/2020, E. 2.3 mit Hinweisen).  
 
4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und bei der Beurteilung der Arbeitsfä-
higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Un-
terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung 
zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur-
teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 
versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige 
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person 
noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 
4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) − wie alle an-
deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ge-
statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den 
Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu-
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich 
des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen 
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer-
den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle-
gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind 
(BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).  

 

 
 
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4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu 
auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So ist eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen 
und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach 
Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Er-
gebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht 
konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb 
mit weiteren Hinweisen). 
 
5.1 Im Zentrum der medizinischen Beurteilung steht das bidisziplinäre Gutachten (Rheu-
matologie/Psychiatrie) vom 28. März 2022/5. April 2022. Darin diagnostizierten die beteiligten 
Fachpersonen aus bidisziplinärer Sicht mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivie-
rende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.0), eine chronische 
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41), ein chronisches 
Lumbovertebralsyndrom sowie ein chronisches Zervikovertebralsyndrom.  
 
5.2 Im Rahmen der interdisziplinären Gesamtbeurteilung äusserten sich die Gutachter wie 
folgt: In rheumatologischer Hinsicht bestehe bei der Explorandin ein chronisches Lumboverteb-
ralsyndrom bei einem Status nach drei Rückenoperationen lumbal. Als letzte Operation sei eine 
Spondylodese L5/S1 erfolgt. Eine radikuläre Reizsituation bestehe heute nicht. Bildgebend sei 
eine beginnende Anschlussdegeneration auf L4/5 oberhalb der Spondylodese und auf L3/4, 
d.h. auf dem weiteren Niveau oberhalb davon, zu verzeichnen. Des Weiteren bestehe ein chro-
nisches Zervikovertebralsyndrom bei einem Status nach Spondylodese C5/6 und C6/7. Bildge-
bend sei eine beginnende Anschlussdegeneration C4/5 dokumentiert. Es bestünden zudem 
eine Retropatellararthrose und eine Adipositas.  
 
Aus psychiatrischer Sicht wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass die Explorandin seit ihrer 
Kindheit immer wieder unter Rückenbeschwerden leide, und im Alter von 21 Jahren einmalig 
stationär psychiatrisch behandelt worden sei. Die angestammte Tätigkeit als Pflegefachfrau 
habe sie wegen ihren häufigen Schmerzen aufgeben müssen. Daraufhin sei 2008 ein Wechsel 
ins Care Management erfolgt. An ihrer letzten Arbeitsstelle sei sie fristlos entlassen worden. 
Diese Belastungen hätten bei der Explorandin zu einer depressiven Entwicklung geführt. Das 
depressive Zustandsbild sei zurzeit leichtgradig ausgeprägt. Auf dem Hintergrund der psycho-
sozialen Belastungen und der depressiven Verstimmungen seien die somatischen Beschwer-
den der Explorandin leichtgradig somatisch überlagert.  
 
Die Gutachter kamen demnach zum Schluss, dass sowohl in der angestammten Tätigkeit (Care 
Managerin) als auch in einer leidensangepassten leichten rückenschonenden Tätigkeit eine 
Arbeitsfähigkeit von 50% bestehe. Die Arbeitsunfähigkeit aus somatischer und aus psychiatri-
scher Sicht addiere sich nicht, da die Explorandin bei einem reduzierten Pensum die Möglich-
keit habe, vermehrt Pausen einzulegen, was sowohl den somatischen wie auch den psychi-

 

 
 
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schen Einschränkungen Rechnung trage. Als Pflegefachfrau bestehe eine vollständige Arbeits-
unfähigkeit. Es kämen keine dauernd schweren oder mittelschweren Arbeiten mehr in Frage. 
Ferner bestünden folgende Einschränkungen: Von Seiten des Rückens könne sie nicht dauernd 
sitzen, nicht dauernd stehen, nicht in Zwangsstellungen arbeiten, sich nicht dauernd repetitiv 
vornüberbeugen oder bücken und keine dauernden Überkopfarbeiten verrichten. Sie könne 
nicht dauernd in Zwangshaltungen, wie dauernd inklinierter oder dauernd reklinierter HWS, ar-
beiten. Durch eine Interaktion der verschiedenen Probleme bestehe ein vermehrter Pausenbe-
darf. Aus psychiatrischer Sicht sei eine Tätigkeit ohne häufige soziale Kontakte in einer wohl-
wollenden Umgebung erforderlich. Eine Arbeitsunfähigkeit habe seit 26. Februar 2019 zunächst 
aus psychiatrischen Gründen bestanden. Die somatisch bedingte Arbeitsunfähigkeit bestehe 
seit 30. August 2019. Im Zeitraum vom 30. August 2019 bis 12. Mai 2021 habe eine vollständi-
ge Arbeitsunfähigkeit bestanden. Ab 13. Mai 2021 bestehe die Arbeitsfähigkeit von 50%. Die 
letzte Rückenoperation sei im Dezember 2020 erfolgt. Üblicherweise werde von einer dreimo-
natigen postoperativen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen. Vorliegend habe ein deutlich verzöger-
ter Verlauf vorgelegen. Der Fallabschluss auf der Spinalen Chirurgie sei am 12. Mai 2021 er-
folgt.  
 
6.1 Die IV-Stelle stützte sich bei der Beurteilung des Gesundheitszustands und der Ar-
beitsfähigkeit der Versicherten vollumfänglich auf die Ergebnisse, zu denen die Gutachter im 
bidisziplinären Gutachten vom 28. März 2022/5. April 2022 gelangt waren. Sie ging demzufolge 
davon aus, dass die Arbeitsfähigkeit der Versicherten seit Februar 2019 rechtserheblich einge-
schränkt und der Versicherten im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns (Februar 
2020) sowohl die angestammte wie auch eine leidensangepasste Tätigkeit nicht zumutbar ge-
wesen sei. Ab Mai 2021 sei ihr hingegen infolge Verbesserung des Gesundheitszustands die 
angestammte wie auch eine leidensadaptierte Tätigkeit zu 50% zumutbar.  
 
6.2 Wie in Erwägung 4.3 hiervor dargelegt, ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens 
eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Be-
obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei 
der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung 
volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der 
Expertise sprechen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb). Solche Indizien liegen keine vor. Das Gut-
achten ist insgesamt umfassend und die darin dargelegten medizinischen Zusammenhänge 
sowie die jeweils vorgenommenen Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar und überzeugend. 
Die Gutachter haben die Versicherte persönlich untersucht, eine umfassende Anamnese erho-
ben und gehen einlässlich auf ihre Angaben und Beschwerden ein. Sie setzen sich zudem fun-
diert mit den bei den Akten liegenden medizinischen Unterlagen auseinander und begründen 
abweichende Einschätzungen in überzeugender Weise. Die begutachtenden Fachpersonen 
setzen sich auch hinreichend mit der gesundheitlichen Entwicklung auseinander und legen 
nachvollziehbar dar, dass im Verlauf eine Verbesserung des Gesundheitszustands eingetreten 
ist. Die ausschlaggebende Beweiskraft des Gutachtens wird denn auch von der Versicherten – 
zu Recht – nicht in Frage gestellt. Auf das entsprechende Gutachten und die darin formulierte 
Einschätzung der Restarbeitsfähigkeit kann deshalb ohne Weiteres abgestellt werden. 
 

 

 
 
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7.1 Streitig und im Folgenden zu prüfen sind indessen die erwerblichen Auswirkungen der 
gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Gemäss Art. 16 ATSG wird für die Bestimmung des Inva-
liditätsgrads einer erwerbstätigen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das diese nach 
Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein-
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktla-
ge erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das 
sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkom-
mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Er-
werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt wer-
den, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt 
(sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; vgl. BGE 104 V 136). 
 
7.2 Im Rahmen des in der Verfügung vom 9. Februar 2023 vorgenommenen Einkommens-
vergleichs veranschlagte die IV-Stelle gestützt auf die Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin 
der Versicherten (für das Jahr 2018) ein Valideneinkommen von Fr. 97'721.--. Hierbei berück-
sichtigte sie zusätzlich eine Nominallohnentwicklung von 0,9% für das Jahr 2019. Gestützt auf 
die Tabelle TA1, Sektor Gesundheit und Soziales, Kompetenzniveau 3, Spalte Frauen, der 
Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2018 und unter Berücksichtigung der wöchentli-
chen Arbeitszeit von 41,5 Stunden ermittelte sie ein Invalideneinkommen von Fr. 81'422.-- bzw. 
bei einer verbleibenden Restarbeitsfähigkeit von 50% ein solches in der Höhe von Fr. 40'711.--. 
Aufgrund der in sämtlichen beruflichen Tätigkeiten bestehenden vollständigen Arbeitsunfähig-
keit resultierte im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns (Februar 2020) sachlogisch 
ein Invaliditätsgrad von 100%. Anhand der Gegenüberstellung des Valideneinkommens in der 
Höhe von Fr. 97'721.-- mit dem Invalideneinkommen von Fr. 40'711.-- errechnete sie ab Mai 
2021 einen Invaliditätsgrad von 58%.  
 
7.3 Die Beschwerdeführerin wendet gegen die Berechnung ab Mai 2021 ein, im Verfü-
gungszeitpunt seien längstens die aktuellsten Tabellen der LSE 2020 publiziert gewesen, wes-
halb die Beschwerdegegnerin zur Bemessung der Invalidität auf die LSE 2020 hätte abstellen 
müssen. Ausgehend von dieser Grundlage resultiere bei ansonsten gleich gehaltenen Parame-
tern ein Invalideneinkommen im Sektor Gesundheit und Soziales für das Kompetenzniveau der 
Tätigkeit 3 von monatlich Fr. 5'923.--. Nach Umrechnung auf die betriebsübliche wöchentliche 
Arbeitszeit von 41,5 Stunden errechne sich ein Invalideneinkommen von Fr. 73'741.35.-- bzw. 
bei einem noch möglichen Arbeitspensum von 50% ein solches von Fr. 36'870.70. Hieraus er-
gebe sich ein Invaliditätsgrad von 62%. Die Beschwerdegegnerin hält dem im Wesentlichen 
entgegen, die Versicherte sei zuletzt als Care Managerin tätig gewesen. Eine leidensangepass-
te Tätigkeit sei ihr seit 13. Mai 2021 zu 50% zumutbar. Zudem habe sie im Jahr 2021 ihre an-
gestammte Tätigkeit nicht ausgeübt, weshalb zu Recht auf Tabellenlöhne abgestellt worden sei. 
Aus dem Arbeitgeberfragebogen vom 3. Juni 2019 gehe hervor, dass der Jahreslohn der Versi-
cherten seit 1. April 2018 und auch im Jahre 2019 Fr. 96'850.-- betragen habe. Sinnvollerweise 
sei deshalb auf die LSE 2018 abgestellt worden. In ihrer Duplik bekräftigte die Beschwerdegeg-
nerin, dass gemäss Arbeitgeberfragebogen in den Jahren 2018 und 2019 das Valideneinkom-
men jeweils Fr. 96'850.-- betragen habe, weshalb bei der Berechnung des Invalideneinkom-
mens auf die LSE 2018 abgestellt worden sei, sodass die Nominallohnentwicklungen der rele-

 

 
 
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vanten Jahre sowohl beim Validen- als auch beim Invalideneinkommen berücksichtigt werden 
könnten. Es müsse nämlich sichergestellt sein, dass die beiden Vergleichseinkommen auf zeit-
identischer Grundlage erhoben werden. 
 
7.4 Nach ständiger Rechtsprechung sind für den Einkommensvergleich die Verhältnisse im 
Zeitpunkt des Beginns des Rentenanspruchs massgebend. Das Validen- und das Invalidenein-
kommen sind auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige rentenwirksame Änderun-
gen der Vergleichseinkommen sind bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen (vgl. BGE 
143 V 295 E. 2.3 und E. 4.1.1,129 V 222 E. 4.1). Dabei ist auf den bis zum Zeitpunkt der Verfü-
gung eingetretenen Sachverhalt und grundsätzlich auch auf die (bis) zu diesem Zeitpunkt gel-
tende Rechtslage abzustellen. Massgebend sind demnach nicht die tatsächlichen und rechtli-
chen Verhältnisse, wie sie sich zu Beginn der Anmeldung, bzw. im Zeitpunkt des frühestmögli-
chen Rentenbeginns, präsentieren, sondern jene am Ende des Verfahrens, vor dem Verfü-
gungserlass (Urteil des Bundesgerichts vom 18. Juni 2020, 8C_132/2020, E. 4.1 mit Hinwei-
sen). Wird auf Tabellenlöhne abgestellt, sind rechtsprechungsgemäss grundsätzlich die aktu-
ellsten statistischen Daten zu verwenden (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 9. November 
2022, 8C_339/2022, E. 6.1.1 mit Hinweis auf Urteil des Bundesgerichts vom 18. Juni 2020, 
8C_132/2020, E. 4.1 und 4.2.1; vgl. betreffend den Einspracheentscheid im Bereich der Unfall-
versicherung BGE 143 V 295 E. 4.1.2 f., wonach der zuständige Unfallversicherer verpflichtet 
ist, die verfügbare, neueste LSE-Tabelle anzuwenden, wenn er infolge einer Einspracheerhe-
bung die Gelegenheit erhält, seine Verfügung vollumfänglich zu überprüfen). Dies gebietet auch 
das Rechtsgleichheitsgebot (Art. 8 BV; vgl. BGE 143 V 295 E. 4.1.3; Urteile des Bundesgerichts 
vom 9. November 2022, 8C_339/2022, E. 6.1.1 und vom 18. Juni 2020, 8C_132/2020, E. 4.1).  
 
7.5  Zunächst verkennt die Beschwerdegegnerin bei ihrer Argumentation, dass die Ermitt-
lung des Invalideneinkommens anhand der Tabellenlöhne von Seiten der Beschwerdeführerin 
nicht in Abrede gestellt wird. Die LSE 2020 wurden vom Bundesamt für Statistik am 23. August 
2022 und damit unstreitig vor Erlass der angefochtenen Verfügung vom 9. Februar 2023 online 
gestellt. Mit Blick auf die hiervor zitierte Rechtsprechung ist nicht einzusehen, weshalb im Fall 
einer rückwirkenden Herabsetzung des Rentenanspruchs etwas anderes gelten sollte. Im Übri-
gen lässt die Rechtsprechung die Anwendung der aktuellsten LSE-Werte insbesondere im 
Rahmen einer erstmaligen Invaliditätsbemessung, aber auch im Neuanmeldungsverfahren nach 
vorausgegangener rechtskräftiger Ablehnung oder nach Aufhebung der Invalidenrente sowie 
grundsätzlich auch im Revisionsverfahren ohne Weiteres zu (BGE 142 V 178 E. 2.5.5, 2.5.7 
und 2.5.8.1; Urteil des Bundesgerichts vom 10. Juli 2015, 8C_78/2015, E. 4). Wäre die ganze 
Rente bereits formell rechtskräftig zugesprochen worden und erginge die Revision in einer se-
paraten Verfügung, würde vorbehaltslos auf die neuesten zur Verfügung stehenden statisti-
schen Daten abgestellt. Der bei der Ermittlung des Invaliditätsgrads anzustrebenden Gleichbe-
handlung ist gerade bei der Tabellenwahl Rechnung zu tragen, welche u.a. abhängig vom Ge-
schlecht und Kompetenzniveau für alle versicherten Personen die gleichen statistischen Werte 
verzeichnet. Die Beschwerdegegnerin bringt denn auch keine einschlägigen Argumente vor, die 
dieser Auffassung entgegenstehen würden. Zwar trifft es zu, dass die beiden Vergleichsein-
kommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben sind. Es ist indessen nicht einsehbar, wes-
halb es hierfür zwingend einer Anknüpfung an die LSE 2018 bedarf (vgl. E. 7.6.1 hiernach). 

 

 
 
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Vielmehr spricht auch die Prämisse, derzufolge die Vergleichseinkommen ziffernmässig mög-
lichst genau zu ermitteln sind für eine Anwendung der LSE 2020.  
 
7.6 Aus dem vorstehend Dargelegten ergibt sich für den vorzunehmenden Einkommens-
vergleich Folgendes:  
 
7.6.1 Die Ermittlung des Valideneinkommens anhand der Angaben der ehemaligen Arbeit-
geberin der Versicherten ist unbestritten. Gemäss "Fragebogen für Arbeitgebende: Berufliche 
Integration / Rente" (IV-Dok. 97) vom 29. Mai 2019 hatte der aktuelle Lohn seit 1. April 2018 
Fr. 96'850.-- betragen. Das formale Arbeitsverhältnis dauerte bis zum 31. Juli 2019, wobei der 
letzte Arbeitstag der 20. Februar 2019 war. Fraglich, letztlich aber nicht entscheidend, ist, ob 
diese Feststellungen dahingehend zu interpretieren sind, dass auch für das Jahr 2019 von ei-
nem Lohn von Fr. 96'850.-- auszugehen ist. Geht man in diesem Sinne jedenfalls von einem 
effektiven Einkommen von Fr. 96'850.-- auch für das Jahr 2019 aus und berücksichtigt die No-
minallohnentwicklung von 1,2% für das Jahr 2020 (vgl. Tabelle T1.2.15, Frauen 2016-2022) 
resultiert ein zu berücksichtigendes Valideneinkommen von Fr. 98'012.20. Mit Blick auf die für 
das Invalideneinkommen zum Tragen kommende LSE 2020 ist dem Grundsatz der auf zeitiden-
tischer Grundlage zu ermittelnden Vergleichseinkommen durch eine entsprechende Hochrech-
nung des Valideneinkommens auf das Jahr 2020 Rechnung zu tragen.  
 
7.6.2 Das Invalideneinkommen ist gestützt auf den Wert "Gesundheitswesen, Heime und 
Sozialwesen" (Frauen, Kompetenzniveau 3) der Tabelle TA1 der LSE 2020 zu ermitteln und 
damit ein monatliches Einkommen von Fr. 5'923.-- heranzuziehen. Nach Anpassung des Be-
trags an die betriebsübliche Arbeitszeit von 41,5 Stunden ergibt sich ein Invalideneinkommen 
von Fr. 73'741.35 bzw. bei einer Restarbeitsfähigkeit von 50% ein solches von Fr. 36'870.70.  
 
7.7.1 Die Beschwerdeführerin macht ferner geltend, es sei ihr ein leidensbedingter Abzug 
von mindestens 15% zuzuerkennen. Sie könne nicht nur lediglich noch ein Teilzeitpensum von 
50% ausüben, sondern sie sei zusätzlich durch die chronischen Schmerzen und die depressi-
ven Verstimmungen stark belastet. Zudem habe sie ein eingeschränktes Zumutbarkeitsprofil. 
Gerade die psychischen Beeinträchtigungen, aufgrund derer häufige soziale Kontakte zu ver-
meiden seien und die eine wohlwollende Arbeitsumgebung erfordern würden, würden für sich 
genommen bereits einen leidensbedingten Abzug von 10% rechtfertigen.  
 
7.7.2 Gegen die Vornahme eines leidensbedingten Abzugs spricht vorliegend die Tatsache, 
dass den geltend gemachten chronischen Schmerzen und den depressiven Verstimmungen 
durch das formulierte Zumutbarkeitsprofil vollumfänglich Rechnung getragen wurde. Allfällige 
bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Ein-
schränkungen dürfen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einflies-
sen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen (BGE 146 V 16 
E. 4.1 mit Hinweis). Alsdann ist der Versicherten die angestammte Tätigkeit als Care Managerin 
nach wie vor zumutbar. Zudem hat die verminderte psychische Belastbarkeit, die sich den Aus-
führungen des psychiatrischen Gutachters folgend namentlich in der angestammten Tätigkeit 
als Care Managerin bemerkbar macht, explizit in einer reduzierten Arbeitsfähigkeit von 50% 

 

 
 
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Berücksichtigung gefunden. In einer leidensadaptierten Tätigkeit besteht aus isoliert psychiatri-
scher Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 80% (vgl. psychiatrisches Gutachten, S. 32). Des Weiteren 
ist gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung bei teilzeitlich tätigen Frauen unter dem Titel 
Beschäftigungsgrad grundsätzlich kein leidensbedingter Abzug gerechtfertigt (vgl. Urteil des 
Bundesgerichts vom 3. März 2022, 8C_799/2021, E. 4.3.3 mit Hinweis). Demgegenüber hat das 
Bundesgericht in BGE 148 V 174 (Urteil vom 9. März 2022) ausdrücklich festgehalten, dass 
dem leidensbedingten Abzug als Korrekturinstrument bei der Festsetzung eines möglichst kor-
rekten Invalideneinkommens überragende Bedeutung zukomme. Zwar hat das Bundesgericht 
im Nachgang zu diesem Urteil im Rahmen seiner Rechtsprechung deutlich gemacht, dass da-
mit nicht gemeint war, in jedem Fall einen pauschalisierten Abzug vornehmen zu müssen. 
Stattdessen müssen nach wie vor die für einen leidensbedingten Abzug praxisgemässen Krite-
rien vorliegen, damit im Einzelfall ein Abzug erfolgen kann. Gleichwohl ist unter Berücksichti-
gung dieser Rechtsprechung sowie in Würdigung der gesamten Umstände, namentlich des zu-
sätzlich eingeschränkten Belastungsprofils, äusserst fraglich, ob die Vornahme eines leidens-
bedingten Abzugs vorliegend nicht doch gerechtfertigt wäre. Auf eine abschliessende Beant-
wortung dieser Frage kann indessen verzichtet werden. Eine Gesamtwürdigung aller Faktoren 
vermöchte vorliegend wohl höchstens einen Abzug von 10% zu rechtfertigen. Damit würde die 
für einen Anspruch auf eine ganze Rente erforderliche Erheblichkeitsgrenze nicht überschritten, 
wie sogleich aufzuzeigen sein wird (vgl. E. 8 hiernach). Dies würde im Übrigen selbst unter Be-
rücksichtigung eines Abzugs in der Höhe der beantragten 15% gelten.  
 
8 Aus der Gegenüberstellung des Valideneinkommens von Fr. 98'012.20 und des Invali-
deneinkommens von Fr. 36'870.70 resultiert ein Invaliditätsgrad von gerundet 62% (vgl. zur 
Rundungspraxis BGE 130 V 121 ff.). Dies ergibt Anspruch auf eine Dreiviertelsrente. Zu keinem 
anderen Ergebnis würde selbst die Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzugs in der Hö-
he der beantragten 15% führen. Hierbei resultierte bei einem Invalideneinkommen von 
Fr. 31'340.-- ein Invaliditätsgrad von 68%, womit es bei einem Anspruch auf eine Dreiviertels-
rente bliebe. Da einer Verbesserung des Gesundheitszustands erst anspruchsbeeinflussende 
Bedeutung zukommen kann, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate ange-
dauert hat und voraussichtlich weiter andauern wird (vgl. Art. 88a Abs. 1 IVV), besteht der An-
spruch auf die Dreiviertelsrente ab 1. September 2021 (vgl. zum Eintritt einer Verbesserung des 
Gesundheitszustands E. 5.2 hiervor).  
 
9. Im Ergebnis ist die Beschwerde demnach gutzuheissen. Die angefochtenen Verfügun-
gen der IV-Stelle vom 9. Februar 2023 und 1. März 2023 sind aufzuheben und es ist festzustel-
len, dass die Beschwerdeführerin ab 1. Februar 2020 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente 
und ab 1. September 2021 Anspruch auf eine Dreiviertelsrente hat. 
 
10.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die 
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit-
wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in 
denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfah-
renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- 

 

 
 
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fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par-
tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die IV-Stelle unterliegende Partei, wes-
halb die Verfahrenskosten ihr aufzuerlegen sind. Die Beschwerdeführerin erhält ihren bereits 
geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- zurückerstattet. 
 
10.2 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Da die Beschwerdeführerin obsiegende Partei ist, ist ihr eine Partei-
entschädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Der Rechtsvertreter der Beschwerdefüh-
rerin macht in seiner aktualisierten Honorarnote vom 12. Juni 2023 (Eingang beim Kantonsge-
richt) für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von insgesamt 8 Stunden und 55 Minu-
ten geltend, was sich in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als an-
gemessen erweist. Die Bemühungen sind zu dem in Sozialversicherungsprozessen praxisge-
mäss zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Nicht zu 
beanstanden sind ferner die geltend gemachten Auslagen von Fr. 139.20. Der Beschwerdefüh-
rerin ist deshalb eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2'550.75 (8 Stunden und 55 Mi-
nuten à Fr. 250.-- + Auslagen von Fr. 139.20 zuzüglich 7,7 % Mehrwertsteuer) zulasten der IV-
Stelle zuzusprechen. 
 
  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die angefochtenen Verfügungen 
der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 9. Februar 2023 und 1. März 2023 
werden aufgehoben und es wird festgestellt, dass die Beschwerdefüh-
rerin ab 1. Februar 2020 Anspruch auf eine ganze Rente und ab 
1. September 2021 Anspruch auf eine Dreiviertelsrente hat.  

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der IV-Stelle 
Basel-Landschaft auferlegt.  

Der Beschwerdeführerin wird der geleistete Kostenvorschuss in der 
Höhe von Fr. 800.-- zurückerstattet. 

 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerdeführerin eine Par-
teientschädigung in der Höhe von Fr. 2'550.75 (inkl. Auslagen und 
7,7 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

 

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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