# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d9225ffa-a055-536a-a79b-acfeb302ae22
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-01
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Obergericht 3. Abteilung O3V-16-16
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_OG_003_O3V-16-16_nodate.pdf

## Full Text

Beschwerdeführerin A___ 

 
vertreten durch: RA B___ 
 
 

 
Vorinstanz Sozialversicherungen Appenzell Ausserrhoden ,  

Neue Steig 15, Postfach, 9102 Herisau 
 

 

 

Obergericht Appenzell Ausserrhoden   
3. Abteilung 
 

Urteil vom 21. März 2017  
 

Mitwirkende Obergerichtsvizepräsident W. Kobler 
Oberrichter Dr. med. S. Graf, H.P. Fischer, Ch. Wild,  
Dr. F. Windisch 
Obergerichtsschreiberin M. Epprecht 
 
 
 

Verfahren Nr. O3V 16 16 
 
 
 

Sitzungsort Trogen 
 
 

Gegenstand IV-Rente 

Seite 2 

Rechtsbegehren 

 

a) der Beschwerdeführerin: 

 1. Die Verfügung vom 3. Juni 2016 sei aufzuheben und der Beschwerdeführerin sei mit 

Wirkung ab dem 1. Juni 2013 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. 

 2. Eventualiter sei die Verfügung vom 3. Juni 2016 aufzuheben und die Sache zwecks 

Vornahme weiterer Abklärungen im nachfolgenden Sinne an die IV-Stelle des Kantons 

Appenzell Ausserrhoden zurückzuweisen. 

 3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin. 

 

 

b) der Vorinstanz: 

 Die Beschwerde sei abzuweisen. 

 

 

 

Sachverhalt 

 

A. Die am XX.XX.76 geborene A___ wurde durch ihre behandelnde Psychiaterin, med. pract. 

C___, Fachärztin Psychiatrie und Psychotherapie, Herisau, am 14. November 2011 im 

Rahmen der Früherfassung bei der IV-Stelle des Kantons Appenzell Ausserrhoden 

angemeldet. Die IV-Stelle nahm am 17. Dezember 2012 in einem Erstgespräch eine 

berufliche und medizinische Standortbestimmung vor. Mit Schreiben vom 18. Dezember 

2012 forderte sie A___ zur Anmeldung auf. 

 

B. Am 21. Dezember 2012 meldete sich A___ wegen Depressionen, Angstzuständen, 

Schmerzen, Hautproblemen sowie Schlafstörungen bei der IV-Stelle an. Die IV-Stelle klärte 

in der Folge den medizinischen und erwerblichen Sachverhalt ab. In der Mitteilung vom 2. 

Oktober 2014 wurde A___ eröffnet, dass mit ihrem Einverständnis die Unterstützung der 

IV-Stelle in Sachen berufliche Wiedereingliederung beendet und ihr Anspruch auf eine 

Rente geprüft werde. 

 

C. Mit Vorbescheid vom 29. März 2016 kündigte die IV-Stelle A___ an, sie habe ab 1. Juli 

2013 Anspruch auf eine Viertelsrente. In der Verfügung vom 3. Juni 2016 bestätigte die IV-

Stelle ihren Entscheid und sprach A___ mit Wirkung ab 1. Juli 2013 eine Viertelsrente zu.  

 

D. Gegen die Verfügung vom 3. Juni 2016 liess A___ am 4. Juli 2016 mit den eingangs 

erwähnten Anträgen Beschwerde beim Obergericht des Kantons Appenzell Ausserrhoden 

erheben.  

Seite 3 

 

E. Mit Verfügung vom 6. Juli 2016 gewährte der Einzelrichter des Obergerichts A___ im 

Verfahren ERV 16 32 die unentgeltliche Rechtspflege und unentgeltliche Verbeiständung 

durch Rechtsanwalt B___ für das vorliegende Beschwerdeverfahren. 

 

F. Die IV-Stelle beantragte mit Vernehmlassung vom 31. August 2016 die Abweisung der Be-

schwerde. 

 

G. Innert erstreckter Frist liess A___ am 18. Oktober 2016 die Replik einreichen. Die IV-Stelle 

verzichtete auf die Einreichung einer Duplik. 

 

 

 

Erwägungen 

 

1. Formelles  

 

Gemäss Art. 57 ATSG1 i.V.m. Art. 28 Abs. 1 lit. b JG2 beurteilt das Obergericht als kantona-

les Versicherungsgericht Beschwerden aus dem Bereich der Sozialversicherungen. Die ört-

liche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG3). 

 

Die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung der weiteren Prozessvoraussetzungen 

ergibt, dass diese sowohl hinsichtlich der Beschwerdeberechtigung als auch hinsichtlich der 

Form- und Fristerfordernisse erfüllt sind.4  

 

Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

 

 

  

                                                
1  Bundesgesetz vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, 

SR 830.1) 
2  Justizgesetz vom 13. September 2010 (JG, bGS 145.31) 
3  Bundesgesetz vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung (IVG, SR 831.20) 
4 Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59, Art. 60 Abs. 1 und Art. 61 lit. b ATSG sowie Art. 54, Art. 56 und Art. 59 

des Gesetzes vom 9. September 2002 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG, bGS 143.1) 

Seite 4 

2. Materielles 

 Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch der 

Beschwerdeführerin. 

  

2.1 

Nach Art. 8 Abs. 1 ATSG ist Invalidität die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-

ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Die Invalidität kann nach Art. 4 Abs. 1 IVG 

Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein. Erwerbsunfähigkeit ist der durch 

Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und 

nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 

der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

 

 Nach Art. 28 IVG haben versicherte Personen Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu 

mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe 

Rente, wenn sie zu mindestens 50 %, und auf eine Viertelrente, wenn sie zu mindestens 

40 % invalid sind. 

 

 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind, wird für diesen Teil die Invalidität nach 

Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die 

Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind nach 

Art. 28a Abs. 3 IVG der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufga-

benbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen.  

 

 

 2.2 

 Die Parteien sind sich unter anderem nicht einig darüber, in welchem Umfang die 

Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall einer Erwerbstätigkeit nachginge. Während die 

Vorinstanz (per 1. Januar 2017: Sozialversicherungen Appenzell Ausserrhoden) in der 

angefochtenen Verfügung von einer Teilerwerbstätigkeit – 80% Erwerb/20% Haushalt – 

ausging, stellt sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt, schon allein aus finanziel-

len Gründen sei sie auf eine Vollzeitbeschäftigung angewiesen.  

 

 2.2.1 

 Die Statusfrage, das heisst ob eine versicherte Person im Gesundheitsfall ganz, teilzeitlich 

oder überhaupt nicht erwerbstätig wäre, ist hypothetisch zu beurteilen, unter Berücksichti-

gung ihrer ebenfalls hypothetischen Willensentscheidungen. Diese Entscheidungen sind als 

innere Tatsachen einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in aller Regel 

aus äusseren Indizien erschlossen werden. Soweit die Beurteilung hypothetischer Gesche-

Seite 5 

hensabläufe auf Beweiswürdigung beruht, handelt es sich um eine Tatfrage, selbst wenn 

darin auch Schlussfolgerungen aus der allgemeinen Lebenserfahrung mitberücksichtigt 

werden.5 Rechtsprechungsgemäss ist nicht allein entscheidend, inwieweit die Ausübung 

einer Erwerbstätigkeit im Lichte der bestehenden finanziellen Verhältnisse als notwendig 

erscheint, sondern inwieweit sie unter Berücksichtigung der gesamten persönlichen, famili-

ären, beruflichen und sozialen Situation als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten ist.6  

 

 2.2.2 

 Gemäss ihrer Psychiaterin arbeitet die Beschwerdeführerin seit ca. 2009 krankheitsbedingt 

nur noch 20% als Haushaltshilfe.7 Im Rahmen der Früherfassung gab die Beschwerde-

führerin am 17. Dezember 2012 zu Protokoll, sie müsste im Gesundheitsfall aus finanziel-

len Gründen ein 80%-Pensum ausüben. Die Kinder würden einen Tag pro Woche durch 

ihre Mutter betreut und die restliche Zeit würden sie im Kinderhort sein.8 Anlässlich der 

Haushaltsabklärung am 11. Februar 2016 erklärte die Beschwerdeführerin, ohne gesund-

heitliche Beeinträchtigung würde sie maximal 50 – 60% einem Erwerb nachgehen wollen. 

Das genannte Pensum müsste sie aus finanziellen Gründen arbeiten und die übrige Zeit sei 

für die Kinderbetreuung notwendig.9 Weiter gab die Beschwerdeführerin an, sie leide seit 

2007 unter psychischen Problemen.10 Die Trennung von ihrem Lebenspartner sei 2008 

erfolgt.11 Im Jahr 2003 – zeitgleich mit Schwangerschaft und Geburt ihrer ersten Tochter – 

habe sie eine Tätigkeit als Haushaltshilfe in einem Privathaushalt mit einem 20%-Pensum 

aufgenommen. Ab 2009 habe sie mit dem Wiedereinstieg ins Erwerbsleben begonnen.12  

 

 Aus den Akten ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin bis zur Geburt der ersten Tochter 

und damit bis 2003 zu 100% erwerbstätig war. Im gleichen Jahr nahm sie eine Tätigkeit als 

Haushaltshilfe auf.13 Nachher war sie – über die bereits erwähnte Tätigkeit als Haushalts-

hilfe hinaus – erst wieder ab 2009 erwerbstätig, zunächst als Teilzeitmitarbeiterin im Nach-

mittag- und Abendservice im D___.14 Während der Fasnacht 2010 arbeitete sie als 

Servicemitarbeiterin und ab April 2010 während 8 Monaten mit einem 50%-Pensum bei der 

E___ AG.15  

 

                                                
5  Urteil des Bundesgerichts 9C_926/2015 vom 17. Oktober 2016 E. 1.2 
6  Urteil des Bundesgerichts 9C_926/2015 vom 17. Oktober 2016 E. 4.2 mit Hinweisen 
7  IV-act. 1 
8  IV-act. 3-2/10 
9  IV-act. 66-7/8 
10  IV-act. 3-2/10  
11  IV-act. 24-3/5 und act. 33-6/17 
12  IV-act. 3-2/10 
13  IV-act. 3-2 und 8/10 und act. 33-8/17 
14  IV-act. 3-8/10 und act. 9-4/14 
15  IV-act. 3-8/10, act. 24-3/5, act. 33-6/17 und act. 9-1/14 

Seite 6 

Eine volle Erwerbstätigkeit ist somit – wenn überhaupt – während ca. 2 Monaten im Jahr 

2010 anzunehmen, währenddem im 2009 von einer Teilzeiterwerbstätigkeit auszugehen ist. 

Zusammenfassend ist demnach aufgrund der Erwerbsbiographie sowie den Angaben der 

Beschwerdeführerin trotz der geltend gemachten finanziellen Verhältnisse keine volle 

Erwerbsfähigkeit im Gesundheitsfall anzunehmen. Die von der Vorinstanz getroffene 

Annahme, dass die Beschwerdeführerin unter den gegebenen Umständen im Gesund-

heitsfall zu 80% erwerbstätig und zu 20% im Haushalt beschäftigt wäre, erscheint gerecht-

fertigt.   

 

Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin liegt zudem ihrem Fall kein Sachverhalt 

zugrunde, der mit jenem des Urteils des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte 

vom 2. Februar 2016, welches am 4. Juli 2016 endgültig geworden ist, vergleichbar wäre.16 

In jenem Fall sprachen allein familiäre Gründe (die Geburt von Kindern und die damit ein-

hergehende Reduktion des Erwerbspensums) für einen Statuswechsel von „vollerwerbs-

tätig“ zu „teilerwerbstätig mit Aufgabenbereich“.17 Wie vorgängig dargelegt wurde, war die 

Beschwerdeführerin bis zur Geburt ihrer ersten Tochter voll erwerbstätig, gab ihre 

Erwerbstätigkeit dann – mit Ausnahme eines Kleinpensums als Haushaltshilfe – vollständig 

auf und nahm diese erst rund 5 Jahre später wieder auf. Ungefähr zu diesem Zeitpunkt 

entstanden bzw. manifestierten sich ihre gesundheitlichen Beeinträchtigungen.18 Insoweit 

ist die vorerwähnte Rechtsprechung auf den hier zu beurteilenden Fall nicht anwendbar.19 

 

 2.3 

 Die Beschwerdeführerin erachtet weiter das von der Vorinstanz veranlasste psychiatrische 

Gutachten von Dr. med. F___, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, Buchs, 

als nicht beweistauglich. Unter anderem kritisiert sie die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit 

durch den Gutachter und die mangelnde Auseinandersetzung mit anderslautenden 

Beurteilungen.  

 

 2.3.1 

 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad bemes-

sen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen 

angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu 

stellen haben. Aufgabe der Ärztin oder des Arztes ist es, den Gesundheitszustand zu 

beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätig-

                                                
16  Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) Di Trizio gegen Schweiz vom 

2. Februar 2016 (7186/09) 
17  Urteil des Bundesgerichts 9C_604/2016 vom 1. Februar 2017 E. 3.3.3 und E. 3.3.4; Urteil des 

Bundesgerichts 9F_8/2016 vom 20. Dezember 2016 E. 4.1 und E. 4.2 
18  IV-act. 1 und IV-act. 3-2/10 
19  IV-Rundschreiben Nr. 355 des Bundesamtes für Sozialversicherungen (BSV) vom 31. Oktober 2016 

Seite 7 

keiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte 

eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person 

noch zugemutet werden können.20 

 

 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und Sozialver-

sicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie 

umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, 

dass das Sozialversicherungsgericht die Beweismittel unabhängig davon, von wem sie 

stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unter-

lagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbeson-

dere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht 

erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, 

warum es auf die eine und nicht die andere medizinische These abstellt.21 Hinsichtlich des 

Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange 

umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 

berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle-

gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-

tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind.22 

 

 2.3.2 

 In medizinischer Hinsicht stützt sich die angefochtene Verfügung vom 3. Juni 2016 auf das 

forensisch-psychiatrische Gutachten von Dr. med. F___. Er diagnostizierte bei der 

Beschwerdeführerin eine rezidivierende depressive Störung gegenwärtig mittelgradige 

Episode (ICD-10: F33.1) ohne somatisches Syndrom.23 Werde als zuletzt ausgeübte Tätig-

keit ihre nach wie vor bestehende Tätigkeit der Reinigungskraft angenommen, so sei die 

Arbeitsfähigkeit zum jetzigen Zeitpunkt 40% und im weiteren Verlauf nach ungefähr fünf bis 

sechs Monaten 50%. Die körperlich belastende Tätigkeit in der Fensterfabrik sei für die 

Beschwerdeführerin derzeit eine zu grosse Belastung. Im Bereich Service sei ebenfalls 

eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit vorhanden. Zum jetzigen Zeitpunkt sei ein Pensum 

von zunächst 40% und später 50% grundsätzlich zumutbar. Aufgrund ihrer depressiven 

Symptomatik leide die Beschwerdeführerin unter einem verminderten Antrieb und einer 

erhöhten Ermüdbarkeit. Dies führe zu Konzentrationsstörungen und somit einer erhöhten 

Fehlerquote. Die von ihr berichteten Durchschlafstörungen verstärken diese Symptomatik. 

Die Beschwerdeführerin fühle sich schnell überfordert, werde dann reizbar und reagiere mit 

vermehrtem Rückzug und vermehrter depressiver Symptomatik, was zu einer erneuten 

                                                
20  BGE 132 V 99 E. 4 
21  BGE 125 V 351 E. 3a 
22  BGE 134 V 231 E. 5.1 
23  IV-act. 33-13/17 

Seite 8 

Verschlechterung ihres Zustandsbildes hin zu einer schwergradigen depressiven Episode 

führen könne. Die bisherige Tätigkeit sei vier Stunden pro Tag an zunächst vier Tagen pro 

Woche, mittelfristig an fünf Tagen pro Woche möglich. Dabei benötige die Beschwerdefüh-

rerin einen leicht erhöhten Pausenbedarf, weil sie schneller ermüde. Das Ausmass der 

Verminderung der Leistungsfähigkeit dürfte dabei rund 20% betragen. Ab Januar 2012 

könne von dem erwähnten 40% Pensum ausgegangen werden. Ihre angestammte Tätigkeit 

sei der leidensadaptierten Tätigkeit gleichzusetzen. Andere, dem Funktionsdefizit ange-

passte Tätigkeiten könne die Beschwerdeführerin ausüben.24 

 

Im Übrigen lagen folgende weitere medizinischen Berichte vor: 

 

 Dr. med. G___, Facharzt Allgemeine Innere Medizin, Herisau, stellte als Diagnosen mit 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit: chronisches HWS Syndrom, Diskopathie C5/6 mit 

leichter Osteochondrose; chronisches lumbospondylogenes Syndrom, beginnende 

Osteochondrose L4/5 sowie mehrsegmentäre Facettengelenksdegenerationen; Verdacht 

auf Inpingementssyndrom Schulter rechts; Verdacht auf Fibormyalgia incipiens; Verdacht 

auf Anpassungsstörung sowie chronische Belastungsreaktion bei Persönlichkeitskonflikt 

und Mutter/Kinderkonflikt. 

 

 Im Arztbericht vom 7. März 2013 diagnostizierte med. pract. C___ eine rezidivierende 

depressive Störung, aktuell schwere Episode (seit mind. 2010); eine kombinierte 

Persönlichkeitsstörung, emotional instabile und zwanghafte Anteile (seit der Jugend) sowie 

eine somatoforme Schmerzstörung (seit Jahren, schon seit der Kindheit chronische rezidi-

vierende Kopfschmerzen). Die Beschwerdeführerin sei seit 2010 ca. 80% arbeitsunfähig.25  

 

 Für das Psychiatrische Zentrum Appenzell Ausserrhoden stellte die damalige Oberärztin 

H___, Fachärztin Psychiatrie und Psychotherapie, im Arztbericht vom 15. Mai 2013 die 

Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung, schwere Episode ohne psychotische 

Symptome (ICD-10: F33.2). Die ambulante Behandlung habe vom 2. August 2010 bis 21. 

März 2011 stattgefunden. Dannzumal sei die Prognose als gut zu beurteilen gewesen, die 

aktuelle Prognose könne nicht beurteilt werden. Ab 1. Januar 2011 sei die Beschwer-

deführerin als Serviceangestellte, Haushaltshilfe voll arbeitsfähig gewesen.26 

 

 Med. pract. C___ nahm mit Schreiben vom 10. September 2013 dahingehend Stellung zu 

den ergänzenden Eingliederungsfragen der Vorinstanz, dass die Möglichkeiten der 

beruflichen Beschäftigung der Beschwerdeführerin bereits bis an die Grenzen ausgeschöpft 

                                                
24  IV-act. 33-16/17 
25  IV-act. 21-2f/5 
26  IV-act. 24 

Seite 9 

seien. Der psychische Zustand habe sich im Wesentlichen nicht verändert und daher habe 

sich die Arbeitsfähigkeit auch nicht verbessert.27 

 

 Im Bericht vom med. pract. C___ vom 2. Juli 2014 an die Krankenkasse der 

Beschwerdeführerin wurde eine rezidivierende depressive Störung, mittel- bis schwergra-

dige Episoden (ICD-10: F33.1/2); eine kombinierte Persönlichkeitsstörung, emotional insta-

bile und zwanghafte Anteile (ICD-10: F61); eine Somatisierungsstörung (ICD-10: F45.0) 

sowie eine Rosazea diagnostiziert. Angesichts des seit Jahren chronischen Verlaufs und 

des instabilen Befindens sei eine langfristige psychiatrische Begleitung erforderlich.28 

 

 Dr. med. J___, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie, Herisau, wies in seinem 

Arztbericht von Ende November 2015 darauf hin, dass keine Änderung in Bezug auf die 

Diagnose seit dem Gutachten von Dr. med. F___ eingetreten sei. Auch in Bezug auf die 

Anamnese verwies er auf das Gutachten sowie auf med. pract. C___. Ergänzend wies er 

darauf hin, dass die therapeutische Compliance sehr hoch und verlässlich sei, auch in 

Bezug auf die Medikamenteneinnahme. Die Möglichkeiten für Tätigkeiten ausser Haus 

(Putzen 2x/Woche, Gemeindearbeiten bei Bedarf) seien ausgeschöpft und aus 

psychiatrischer Sicht nicht ausbaufähig, solange sich ihre Kinder im schulpflichtigen Alter 

befänden. In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Kosmetikerin, Fotolaborantin und 

Pflegehelferin sei sie zu 80% arbeitsunfähig. Als Reinigungskraft sei ihr ein 20%-Pensum 

pro Woche zumutbar. Es bestehe dabei eine verminderte Leistungsfähigkeit, welche in 

Bezug auf den Grund und das Ausmass nicht spezifiziert werden könne. Mit einer Wieder-

aufnahme der beruflichen Tätigkeit bzw. Erhöhung der Einsatzfähigkeit könne nicht 

gerechnet werden.29 

 

 2.3.3 

 Den Vorbringen der Beschwerdeführerin, wonach sich der Gutachter Dr. med. F___ mit der 

aktuellsten medizinischen Beurteilung von Dr. med. J___ nicht auseinandersetze und das 

Gutachten ohnehin veraltet sei, ist zum einen entgegenzuhalten, dass das Gutachten vom 

6. Januar 2014 auf sämtlichen damals verfügbaren Akten beruht. Der Bericht von Dr. med. 

J___, welcher die Beschwerdeführerin seit 10. Januar 2015 behandelt und med. pract. 

C___ ablöste, ging Ende November 2015 bei der Vorinstanz ein und wurde damit erst rund 

22 Monate nach dem Gutachten erstellt. Zum anderen ist darauf hinzuweisen, dass sich Dr. 

med. J___ hinsichtlich der Diagnose und der Anamnese auf das Gutachten von Dr. med. 

F___ bezieht.30 Insofern kann nicht die Rede davon sein, dass das Gutachten veraltet und 

nicht mehr aktuell sei. Vielmehr bestätigt der nunmehr behandelnde Psychiater erneut die 

                                                
27  IV-act. 29 
28  IV-act. 56-8/9 
29  IV-act. 64 
30  IV-act. 64-1/4 

Seite 10 

bereits im Gutachten gestellte Diagnose. Sodann setzt sich Dr. med. F___ im Gutachten 

entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin auch mit anderslautenden Beurteilungen 

auseinander, indem er beispielsweise ausführt, die Diagnose des Psychiatrischen Zent-

rums Appenzell Ausserrhoden könne aus gutachterlicher Sicht aufgrund der beschriebenen 

Symptomatik für den damaligen Zeitpunkt durchaus zutreffend gewesen sein. Die aktuelle 

diagnostische Einschätzung entspreche hingegen weitgehend der Einschätzung der 

behandelnden Therapeutin.31 Er legt auch – belegt durch die vorhandenen Akten – ein-

leuchtend dar, dass die Beschwerdeführerin entgegen der Meinung der damals behandeln-

den Therapeutin nicht bereits seit 2009 zu 80% arbeitsunfähig gewesen sein kann.32 Ande-

rerseits weist er darauf hin, dass die damalige Einschätzung des Psychiatrischen Zentrums 

Appenzell Ausserrhoden, wonach die Beschwerdeführerin ab 1. Januar 2011 bis Behand-

lungsschluss im Mai 2011 voll arbeitsfähig gewesen sei, aufgrund der doch noch vorhan-

denen Symptomatik wohl zu optimistisch gewesen sei.33 Weiter erklärt er, es sei aufgrund 

zu wenig klarer Angaben schwierig, den genauen Zeitpunkt der Arbeitsfähigkeit anzugeben. 

Da die Beschwerdeführerin aber im Herbst 2011 nebst ihrer Reinigungstätigkeit auch noch 

den SRK-Kurs abgeschlossen habe, dürfte ab Januar 2012 ein 40%-Pensum zumutbar 

gewesen sein.34 Der Gutachter führt sodann aus, dass mittelfristig – nach etwa fünf bis 

sechs Monaten – eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 50% realistisch sei. Aufgrund des 

benötigten leicht erhöhten Pausenbedarfs sei aber von einer verminderten Leistungsfähig-

keit von etwa 20% auszugehen.35 Mit diesen Ausführungen begründet Dr. med. F___ 

einleuchtend, schlüssig und nachvollziehbar, wie er zu seiner Einschätzung der 

Arbeitsfähigkeit gelangt.36 Eine willkürliche Einschätzung kann dem Gutachter somit entge-

gen der Ansicht der Beschwerdeführerin nicht vorgeworfen werden. Somit ist zusammen-

fassend festzuhalten, dass das Gutachten von Dr. med. F___ für die streitigen Belange 

umfassend ist, auf einer eigenen Untersuchung von 2 Stunden und 40 Minuten beruht und 

die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin berücksichtigt. Es wurde in Kenntnis der 

damals vorliegenden Akten abgegeben und leuchtet in der Beurteilung der medizinischen 

Zusammenhänge sowie der medizinischen Situation ein. Die Schlussfolgerungen des 

Gutachters sind sodann schlüssig begründet und nachvollziehbar. Dem Gutachten kommt 

somit volle Beweiskraft zu.  

 

  

                                                
31  IV-act. 33-14/17 
32  IV-act. 33-15/17 
33  IV-act. 33-15/17 
34  IV-act. 33-15f/17 
35  IV-act. 33-16/17 
36  Urteil des Bundesgerichts 9C_901/2015 vom 8. Juli 2016 E. 3.1 

Seite 11 

 2.3.4 

 Aufgrund der 80%-igen Erwerbs- und der 20%-igen Haushalttätigkeit ist der Invaliditätsgrad 

in Übereinstimmung mit der Vorinstanz nach der gemischten Methode zu berechnen 

(Art. 28a Abs. 3 IVG). 

 

Für den Erwerbsanteil wird ein Einkommensvergleich vorgenommen.37 In der angefochte-

nen Verfügung vom 3. Juni 2016 geht die Vorinstanz von einer zumutbaren leidensange-

passten Tätigkeit von 40% aus.38 Unter Berücksichtigung des von der Vorinstanz festgeleg-

ten Valideneinkommens von Fr. 42‘604.00, zu dessen Überprüfung mangels entsprechen-

der Vorbringen der Beschwerdeführerin oder anderer Anhaltspunkte kein Anlass besteht, 

errechnete sie ein Invalideneinkommen von Fr. 21‘302.00 und somit im Ergebnis eine 

Erwerbseinbusse von Fr. 21‘302.00 bzw. 50%.39 Dabei übersah die Vorinstanz, dass der 

Gutachter Dr. med. F___ ab Januar 2012 von einem zumutbaren Pensum von 40% 

ausgeht, mittelfristig steigerbar auf 50%, jedoch bei einer verminderten Leistungsfähigkeit 

von etwa 20%.40 Gemäss dem Gutachten leidet die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer 

depressiven Symptomatik unter einem verminderten Antrieb und einer erhöhten 

Ermüdbarkeit. Dies führe zu Konzentrationsstörungen und somit zu einer erhöhten Fehler-

quote. Weil sie schneller ermüde, benötige die Beschwerdeführerin einen leicht erhöhten 

Pausenbedarf, wobei die verminderte Leistungsfähigkeit rund 20% betrage.41 Im Vergleich 

zu einem im gleichen Arbeitspensum arbeitenden gesunden Versicherten ist der vermin-

derten Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin, die im Grundsatz auch von Dr. med. 

J___ bestätigt wurde,42 durch Gewährung eines sogenannten leidensbedingten Abzugs bei 

der Ermittlung des trotz Gesundheitsschadens zumutbaren erzielbaren Einkommens 

Rechnung zu tragen.43 Das Invalideneinkommen beträgt daher unter Berücksichtigung 

eines Leidensabzug von 20% Fr. 17‘041.60, woraus eine Erwerbseinbusse von 

Fr. 25‘562.40 bzw. 60% resultiert.44 Daraus resultiert für die Erwerbstätigkeit von 80% ein 

massgebender Teilinvaliditätsgrad von 48%.45 

 

 Für den Aufgabenbereich wird auf die Methode des Betätigungsvergleichs zurückgegriffen; 

es ist abzuklären, in welchem Ausmass bei einer psychischen Beeinträchtigung die Haus-

                                                
37  UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. 2015, N. 90 zu Art. 16 ATSG 
38  IV-act. 73-4f./6 
39  IV-act. 75-3/5; Valideneinkommen Fr. 42‘604.00 – Invalideneinkommen Fr. 21‘302.00 = 

Erwerbseinbusse Fr. 21‘302.00; BGE 125 V 413 E. 2c 
40  IV-act. 33-16/17 
41  IV-act. 33-16/17 
42  IV-act. 64 
43  Urteil des Bundesgerichts I 379/02 vom 23. Januar 2003 E. 2.2 und E. 3.1 
44  Valideneinkommen Fr. 42‘604.00 - Invalideneinkommen Fr. 17‘041.60 (Invalideneinkommen AUF 40% 

= Fr. 21‘302.00 - Abzug 20% (= Fr. 4‘260.40) = Erwerbseinbusse Fr. 25‘562.40 bzw. 60% 
45  0.8 x 60% = 48% 

Seite 12 

haltsführung eingeschränkt ist.46 Für die Tätigkeit im Aufgabenbereich im Umfang von 20% 

errechnet sich – unter Berücksichtigung einer unbestritten gebliebenen Einschränkung von 

14.50 % –47 ein massgebender Teilinvaliditätsgrad von 2.90%.48 

 

 Insgesamt ist somit von einem Gesamtinvaliditätsgrad von 50.9% auszugehen, womit 

Anspruch auf eine halbe Rente besteht.49 

 

 2.4 

 Schliesslich ist zwischen den Parteien der Rentenbeginn strittig. Während die Vorinstanz 

vom 1. Juli 2013 ausgeht, ist nach der Beschwerdeführerin der 1. Juni 2013 massgebend.  

 

 2.4.1 

 Nach Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs 

Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch 

frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Altersjahres folgt. Die Rente wird vom 

Beginn des Monats an ausbezahlt, in dem der Rentenanspruch entsteht (Art. 29 Abs. 3 

IVG).  

 

 2.4.2 

 Die IV-Anmeldung wurde am 21. Dezember 2012 von der Beschwerdeführerin unterzeich-

net und ging gemäss Eingangsstempel der Vorinstanz am 3. Januar 2013 bei ihr ein.50 Die 

Vorinstanz bewahrte den Briefumschlag, in welchem ihr die IV-Anmeldung zuging, trotz 

ihrer Aktenführungspflicht nicht auf, weshalb das massgebende Aufgabedatum der Anmel-

dung nicht mehr eruiert werden kann.51 Aufgrund dieser Sachlage ist auf die glaubwürdigen 

und nachvollziehbaren Ausführungen der Beschwerdeführerin abzustellen,52 wonach sie 

die IV-Anmeldung noch im Dezember 2012 aufgab. Der Rentenanspruch entstand damit 

gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten, d.h. im Juni 2013. 

Beginn der Rentenzahlung ist somit gemäss Abs. 3 von Art. 29 IVG am 1. Juni 2013.53 

 

 

  

                                                
46  UELI KIESER, a.a.O., N. 91 zu Art. 16 ATSG mit Hinweis 
47  IV-act. 66-5/8 
48  0.2 x 14.50% = 2.90% 
49  BGE 125 V 146 E. 6; Art. 28 Abs. 2 IVG 
50  IV-act. 5-1/7 und 7/7 
51  UELI KIESER, a.a.O., N. 35 zu Art. 29 ATSG 
52  UELI KIESER, a.a.O., N. 37 zu Art. 29 ATSG und N. 11 zu Art. 46 ATSG 
53  MEYER/REICHMUTH, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Aufl. 2014, N. 19 zu Art. 29 IVG 

Seite 13 

3. Fazit 

 

 Zusammenfassend ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen und der Beschwerdeführerin 

mit Wirkung am 1. Juni 2013 eine halbe Invalidenrente zuzusprechen. Die Vorinstanz wird 

angewiesen, die Rente neu zu berechnen.  

 

 

4. Kosten und Entschädigung  

 

 4.1 

 Nach Art. 69 Abs. 1bis IVG sind Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung 

oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung kostenpflichtig. Die 

Beschwerdeführerin und die Vorinstanz obsiegen bzw. unterliegen je zur Hälfte. Der 

Beschwerdeführerin ist daher ausgangsgemäss die Hälfte der in vergleichbaren Fällen 

üblichen Verfahrenskosten in Höhe von Fr. 800.--, mithin Fr. 400.--, aufzuerlegen. Diese 

Verfahrenskosten sind jedoch wegen der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege vorläufig 

auf die Staatskasse zu nehmen, unter Vorbehalt der Rückforderung bei der Beschwerde-

führerin für den Fall günstigerer wirtschaftlicher Verhältnisse. 

 

Der Vorinstanz können gemäss Art. 22 Abs. 1 VRPG keine Verfahrenskosten auferlegt 

werden. 

 

 4.2 

 Gemäss Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdefüh-

rende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungs-

gericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-

sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. Durch Art. 61 lit. g ATSG 

nicht geregelt ist, wie bei teilweisem Obsiegen zu verfahren ist. Nach Lehre und Rechtspre-

chung wird auch bei teilweisem Obsiegen ein Anspruch auf eine Parteientschädigung 

bejaht.54  

 

 Vorliegend haben die Beschwerdeführerin und die Vorinstanz je zur Hälfte obsiegt. In die-

ser Konstellation werden die Parteikosten nicht etwa wettgeschlagen, sondern die 

Beschwerdeführerin hat Anspruch auf eine halbe Parteientschädigung von der Vorin-

stanz.55 Die Bemessung der Entschädigung richtet sich im Rahmen von Art. 61 lit. g ATSG 

                                                
54  UELI KIESER, a.a.O., N. 205 zu Art. 61 ATSG; GEORG WILHELM, in: Zünd/Pfiffner Rauber, Gesetz über 

das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich, 2. Aufl. 2009, N. 8 zu § 34 GSVGer; Urteil des 
Bundesgerichts 9C_580/2010 vom 16. November 2010 E. 4; ZAK 1980 S. 124 

55  Urteil des Obergerichts Appenzell Ausserrhoden O4V 13 42 vom 2. Juli 2014 E. 7 

Seite 14 

nach kantonalem Recht, mithin nach der Verordnung vom 14. März 1995 über den 

Anwaltstarif (AT, bGS 145.53), wobei Art. 16 AT und nicht Art. 24 AT Anwendung findet.56 

 

 Der Beschwerdeführerin wird unter Berücksichtigung des für diesen eher leichten Fall not-

wendigen Zeitaufwandes für die Instruktion, das Aktenstudium sowie das Abfassen der 

Rechtsschriften zulasten der Vorinstanz eine Parteientschädigung von Fr. 1‘404.-- (inklu-

sive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zugesprochen.57 

 

 4.3 

 Der Beschwerdeführerin wurde die unentgeltliche Rechtsverbeiständung durch Rechtsan-

walt B___ gewährt, weshalb diesem für den durch die Parteientschädigung (E. 4.2) nicht 

gedeckten hälftigen Aufwand zulasten der Staatskasse eine Entschädigung zuzusprechen 

ist. Die hierfür auszurichtende Entschädigung richtet sich ebenfalls nach kantonalem 

Recht.58 Art. 13 Abs. 1 lit. c AT legt als Spezialbestimmung für das 

Verwaltungsgerichtsverfahren fest, dass die pauschale Bemessung des Honorars 

anzuwenden ist. Das Honorar des unentgeltlichen Rechtsvertreters darf dabei insgesamt 

nicht höher sein als das im Verwaltungsgerichtsverfahren pauschal zu bemessende Hono-

rar (Art. 24 Abs. 2 AT). Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat keine Kostennote 

eingereicht. Praxisgemäss wird daher ein pauschales Honorar zugesprochen, das in ver-

gleichbaren Fällen üblich ist und den mutmasslich notwendigen Aufwand des unentgelt-

lichen Rechtsvertreters abdeckt. Das Obergericht orientiert sich bei der Festlegung der 

Honorarpauschale zusätzlich zu den kantonalen (vgl. Art. 17 AT) auch an den in Art. 61 lit. 

g ATSG genannten Kriterien. Wie bereits erwähnt, handelt es sich um einen eher leichten 

Fall mit kleiner bis durchschnittlicher Menge an Akten sowie keinen besonders aufwändig 

zu beantwortenden Sachverhalts- und Rechtsfragen. Auszugehen ist von einem gesamten 

Stundenaufwand von 12.5 Stunden. Unter diesen Umständen ist der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin mit Fr. 1‘193.40 (Honorar inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) 

aus der Staatskasse zu entschädigen,59 unter Vorbehalt der Rückforderung bei der 

Beschwerdeführerin für den Fall günstigerer wirtschaftlicher Verhältnisse. 

 

Der zur Hälfte obsiegenden Vorinstanz wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.60 

  

                                                
56  UELI KIESER, a.a.O., N. 208 ff zu Art. 61 ATSG; Urteil des Bundesgerichts 5A_39/2014 vom 12. Mai 

2014 E. 2.3 
57  Pauschalentschädigung von (1/2 von Fr. 2‘500.-- =) Fr. 1‘250.-- + 4% Barauslagen (= Fr. 50.--) = Fr. 

1‘300.--, + 8% MWSt (= Fr. 104.--) = Fr. 1‘404.-- 
58  UELI KIESER, a.a.O., N. 173 und N. 184 zu Art. 61 ATSG 
59  Entschädigung (6.25 Std. à Fr. 170.-- =) Fr. 1‘062.50 + 4% Barauslagen (= Fr. 42.50) = Fr. 1‘105.--, + 

8% MWSt (= Fr. 88.40) = Fr. 1‘193.40 
60 BGE 126 V 143 E. 4a; UELI KIESER, a.a.O., N. 199f. zu Art. 61 ATSG 

Seite 15 

Demnach erkennt das Obergericht: 
 
 
1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der Sozialver-

sicherungen Appenzell Ausserrhoden vom 3. Juni 2016 aufgehoben und A___ mit Wirkung 
ab 1. Juni 2013 eine halbe Invalidenrente zugesprochen. 

 
 
2. Die Sache wird zur Neuberechnung der Rente an die Vorinstanz überwiesen. 
 
 
3. Der Beschwerdeführerin wird eine reduzierte Entscheidgebühr von Fr. 400.-- bzw. im Falle 

des Verzichts auf eine Begründung von Fr. 200.-- auferlegt. Diese wird zufolge gewährter 
unentgeltlicher Rechtspflege einstweilen auf die Staatskasse genommen, unter Vorbehalt 
der Rückforderung bei der Beschwerdeführerin für den Fall günstigerer wirtschaftlicher 
Verhältnisse. 

 
 
4. Der Beschwerdeführerin wird zulasten der Sozialversicherungen Appenzell Ausserrhoden 

eine Parteientschädigung von Fr. 1'404.-- (inklusiv Barauslagen und Mehrwertsteuer) zuge-
sprochen. 

 
 
5. RA B___ wird als unentgeltlichem Rechtsbeistand der Beschwerdeführerin eine 

Entschädigung von Fr. 1‘193.40 (inklusiv Barauslagen und Mehrwertsteuer) zulasten der 
Staatskasse zugesprochen, unter Vorbehalt der Rückforderung bei der Beschwerdeführerin 
für den Fall günstigerer wirtschaftlicher Verhältnisse. 

 
 
6. Rechtsmittel:   

Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit der Zustellung Beschwerde in öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten erhoben werden. Die Zulässigkeit einer solchen Beschwerde 
richtet sich nach Art. 82 ff. Bundesgerichtsgesetz (BGG, SR 173.110). Die Beschwerde ist 
beim Schweizerischen Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, schriftlich einzu-
reichen. Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als 
Beweismittel angerufenen Urkunden sind - soweit vorhanden - beizulegen (Art. 42 BGG). 
Die Beschwerde hat in der Regel keine aufschiebende Wirkung (Art. 103 BGG).  

 
 
7. Zustellung an die Beschwerdeführerin über deren Anwalt, die Vorinstanz, das Bundesamt 

für Sozialversicherungen und nach Eintritt der Rechtskraft an die Gerichtskasse. 
 
 
Im Namen der 3. Abteilung des Obergerichts 
 
 
Der Obergerichtsvizepräsident: 

 

 

lic. iur. Walter Kobler 

Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

lic. iur. Monika Epprecht 

 
 
 
 
versandt am: 10.07.17