# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e33f3c36-f1f2-5a45-a82c-1b097797a4cb
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** SB230211-O1
**Docket/Reference:** SB230211-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/SB230211-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB230211-O/U/bs

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. S. Volken, Präsident, und lic. iur.

M. Langmeier und Ersatzoberrichterin lic. iur. C. Keller sowie 

die Gerichtsschreiberin MLaw T. Künzle

Urteil vom 18. Dezember 2024

in Sachen

A._____, 

Beschuldigter und Berufungskläger

amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin MLaw X1._____, 

gegen

Oberjugendanwaltschaft des Kantons Zürich, 

Anklägerin und Berufungsbeklagte

betreffend mehrfache Vergewaltigung etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Winterthur, Jugendgericht, 

vom 7. Juli 2022 (DJ220005)

- 2 -

Anklage:

Die Anklageschrift der Jugendanwaltschaft Winterthur vom 25. März 2022 (Urk. 6) 

ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz: 

(Urk. 68 S. 183 ff.)

"Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A._____ ist schuldig











der mehrfachen Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB in Verbindung mit 

Art. 200 StGB (Sachverhalte 2, 5);

der mehrfachen sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB in Verbindung 

mit Art. 200 StGB (Sachverhalte 1, 3, 5);

der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 StGB 

in Verbindung mit Art. 200 StGB (Sachverhalte 1, 2, 3, 5);

der mehrfachen Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 4 Satz 2 StGB (Sachver-

halte 5, 6) sowie

der Begünstigung im Sinne von Art. 305 Abs. 1 StGB (Sachverhalt 7).

2.

Der Beschuldigte A._____ wird freigesprochen von den Vorwürfen





der Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 200 

StGB (Sachverhalt 1) sowie

der Gehilfenschaft zum versuchten Raub im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in 

Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB und Art. 25 StGB (Sachverhalt 4).

3.

Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten, wovon 2 Tage (ge-

rechnet vom 21. April 2020 bis und mit 22. April 2020) durch Untersuchungshaft erstanden 

sind, sowie einer Geldstrafe von 120 Tages-

sätzen zu Fr. 30.– (entsprechend Fr. 3'600.–).

4.

a)

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre fest-

gesetzt.

b)

Die Geldstrafe wird vollzogen.

- 3 -

5.

Dem Beschuldigten wird gestützt auf Art. 16a Abs. 2 JStG für die Dauer von 5 Jahren ver-

boten, 

a)

b)

sich der Privatklägerin anzunähern und

mit der Privatklägerin direkt oder über Drittpersonen Kontakt aufzunehmen, nament-

lich auf telefonischem, schriftlichem oder elektronischem Weg.

6.

a)

Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin aus den Er-

eignissen gemäss Dispositiv-Ziffer 1, Spiegelstriche 1 bis 3, dem Grundsatze nach 

schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges wird die Privat-

klägerin auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.

b)

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin Fr. 9'000.– zuzüglich Zins zu 

5 % seit dem 1. Januar 2019 als Genugtuung zu bezahlen. Im Übrigen wird das 

Genugtuungsbegehren auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.

7.

Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

500.00

; die weiteren Kosten betragen:

500.00

  Gebühr für das Vorverfahren; 

330.00

  Auslagen (Gutachten/Expertisen etc.);

297.00

  anteilsmässige Kosten Kinderpsychologin für 
  Befragung der Privatklägerin anlässlich der 
  Hauptverhandlung;

Fr.

1'473.35

  Kosten amtliche Verteidigung, Rechtsanwalt MLaw X2._____ (inkl. 
Barauslagen und MwSt.), für den 21. April
  2020, bereits entschädigt;

Fr.

57'837.80

  Kosten amtliche Verteidigung, Rechtsanwältin Dr. iur.
  X3._____ (inkl. Barauslagen und MwSt.), ab dem 22. April 
  2020;

Fr.

Fr.

8'624.75

  Kosten unentgeltliche Rechtsvertretung der Privatklä-
  gerin, Rechtsanwältin Dr. iur Y._____ (inkl.
  Barauslagen und MwSt.);

69'562.90

  Total

8.

Die Kosten gemäss Dispositiv-Ziffer 7 werden dem Beschuldigten im Umfang von Fr. 500.– 

auferlegt. Im Übrigen werden die Kosten auf die Gerichtskasse genommen.

9.

Der Antrag des Beschuldigten auf Ausrichtung einer Genugtuung wird abgewiesen.

- 4 -

10.

(Mitteilungen)

11.

(Rechtsmittel)"

Berufungsanträge:
(Prot. II S. 7 f.)

a)

Der Verteidigung des Beschuldigten A._____:

(Urk. 93)

1.

Es sei das Urteil des Bezirksgerichts Winterthur vom 7. Juli 2022, Dispositiv-

Ziffern 1 sowie Dispositiv-Ziffern 3-6 und 8-9 aufzuheben und neu wie folgt 

zu entscheiden:

2.

Es sei A._____ vom Vorwurf der mehrfachen Vergewaltigung im Sinne von 

Art. 190 Abs. 1 StGB, vom Vorwurf der mehrfachen sexuellen Nötigung im 

Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB sowie vom Vorwurf der mehrfachen sexuel-

len Handlungen mit Kindern im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 StGB, jeweils in 

Verbindung mit Art. 200 StGB, und vom Vorwurf der Pornografie im Sinne 

von Art. 197 Abs. 4 Satz 2 StGB sowie vom Vorwurf der Begünstigung im 

Sinne von Art. 305 Abs. 7 StGB freizusprechen.

3.

Es sei von der Festlegung eines Kontakt- und Rayonverbots gegenüber der 

Privatklägerin gestützt auf Art. 16a Abs. 2 JStG abzusehen.

4.

Es seien die Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren der Privatklägerin 

abzuweisen, eventualiter auf den Zivilweg zu verweisen.

5.

Es sei A._____ eine angemessene Genugtuung für zu Unrecht erlittene Haft 

zuzusprechen.

6.

Es seien die Kosten der Untersuchung sowie des erst- und zweitinstanzli-

chen gerichtlichen Verfahrens, einschliesslich derjenigen der amtlichen Ver-

teidigung (zzgl. MwSt.), auf die Gerichtskasse zu nehmen.

- 5 -

b)

Der Oberjugendanwaltschaft:

(Urk. 95)

Die Berufung des Beschuldigten sei vollumfänglich abzuweisen. 

c)

Der Privatklägerin:

(Urk. 96/3)

Die Berufung von A._____ sei abzuweisen.

Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Staates bzw. des Be-

schuldigten.

Erwägungen:

1.

Prozessgeschichte

1.1. Das  vorliegende  Verfahren  ist  Teil  eines  gesamten  Verfahrenskomplexes, 

welcher im Vorverfahren und vor Vorinstanz weitgehend gleichzeitig, formell jedoch 

in getrennten Verfahren (vgl. hierzu nachfolgend Ziff. 3.2), gegen sieben verschie-

dene Beschuldigte geführt wurde. Mit Datum vom 7. Juli 2022 fällten das Jugend-

gericht  Winterthur  hinsichtlich  vier  Beschuldigten  sowie  das  Bezirksgericht 

Winterthur  betreffend  drei  weitere  Beschuldigte  die  Urteile,  welche  sodann  am 

8. Juli 2022 mündlich eröffnet wurden (Prot. I S. 334 ff.).

1.2. Gegen  das  eingangs  im  Dispositiv  wiedergegebene  Urteil  des  Jugend-

gerichts  Winterthur  vom  7. Juli  2022  meldete  der  Beschuldigte  am  12. Juli  2022 

Berufung  an  (Urk. 61).  Das  begründete  Urteil  der  Vorinstanz  wurde  ihm  am 

28. März 2023 zugestellt (Urk. 65), worauf er fristgerecht am 14. April 2023 die Be-

rufungserklärung einreichte (Urk. 71).

1.3.

Innert  angesetzter  Frist  gemäss  Art. 3  JStG  in  Verbindung  mit  Art. 400 

Abs. 3 lit. b StPO verzichtete die Oberjugendanwaltschaft auf Erhebung einer An-

schlussberufung  und  beantragte  die  Bestätigung  des  erstinstanzlichen  Urteils 

(Urk. 75). Auch die Privatklägerin verzichtete auf Erhebung einer Anschlussberu-

fung. Gleichzeitig beantragte sie die Besetzung des Berufungsgerichts mit Perso-

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nen beiderlei Geschlechts. Überdies sei eine allfällige Befragung der Privatklägerin 

durch  eine  weibliche  Person  und  im  Beisein  einer  Spezialistin  gemäss  Art. 154 

Abs. 4  lit. d  StPO  durchzuführen.  Auf  Gegenüberstellung  mit  dem  Beschuldigten 

sei zu verzichten und eine Begegnung mit ihm zu vermeiden. Die Öffentlichkeit sei 

vollständig von der Verhandlung auszuschliessen, eventualiter, für den Fall, dass 

nicht in allen Verfahren die akkreditierten Gerichtsberichterstatter ausgeschlossen 

würden, seien diese auch im vorliegenden Verfahren zuzulassen (Urk. 74).

1.4.

Insgesamt haben sechs der sieben Beschuldigten ihre erstinstanzliche Ver-

urteilung angefochten, wobei innert Frist zur Berufungserklärung ein Rückzug er-

folgte. Aufgrund des Sachzusammenhangs war sodann für die verbleibenden fünf 

Berufungsverfahren  koordiniert  vorzugehen.  Nachdem  die  ersten,  im  November 

2023 für die Monate April, Mai und Juni 2024 offerierten Verhandlungstermine bei 

den  verschiedenen  involvierten  Parteien  keine  Übereinstimmung  fanden,  konnte 

am 29. August 2024 auf den 2., 3., 5. und 6. Dezember 2024 zur Berufungsver-

handlung vorgeladen werden (Urk. 80), wobei bereits mit Präsidialverfügung vom 

30. Mai 2024 die Publikumsöffentlichkeit ausgeschlossen und Medienberichterstat-

ter unter Auflagen zugelassen wurden (Urk. 79).

1.5. Bereits am 13. April 2023 und erneut am 2. Dezember 2024 erfolgte je eine 

Personenabfrage im Schweizerischen Strafregister (Urk. 70 und 90). Der Beschul-

digte ist darin nicht verzeichnet.

1.6. Mit  Präsidialverfügung  vom  15.  November  2024  wurde  Rechtsanwältin 

Dr. iur.  X3._____  als  amtliche  Verteidigerin  des  Beschuldigten  entlassen  und 

Rechtsanwältin MLaw X1._____ neu als amtliche Verteidigerin bestellt.

1.7. Am 2., 3. und 5. Dezember 2024 wurde die Berufungsverhandlung durchge-

führt,  zu  welcher  der  Beschuldigte  in  Begleitung  seiner  amtlichen  Verteidigerin, 

Rechtsanwältin MLaw X1._____, Jugendwalt lic. iur. X4._____ sowie die unentgelt-

liche Rechtsbeiständin der Privatklägerin, Rechtsanwältin Dr. iur. Y._____, erschie-

nen sind (Prot. II S. 7).

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2.

Prozessuales

2.1. Gemäss noch geltendem Recht bleibt für Übergangstäter, welche, nachdem 

bereits eine Jugendstrafverfahren eröffnet wurde, auch als Erwachsene delinquiert 

haben oder diese späteren Taten erst nachträglich bekannt wurden, das Jugends-

trafprozessrecht anwendbar (Art. 3 Abs. 2 Satz 3 JStG). Dieses kommt somit auch 

im  vorliegenden  Berufungsverfahren  zur  Anwendung,  während  inskünftig  in  sol-

chen Fällen durch die Jugendanwaltschaft und die Staatsanwaltschaft je separate 

Verfahren  zu  führen  sein  werden  (vgl.  nArt. 3  Abs. 2  JStG,  Datum  der  Inkraft-

setzung: 1. Juli 2025). Soweit die Jugendstrafprozessordnung allerdings ergänzend 

auf die Strafprozessordnung verweist (vgl. Art. 3 Abs. 1 JStPO), kommt diese in der 

geltenden Fassung zur Anwendung,  wirken sich prozessrechtliche Revisionen in 

der Regel doch sofort auch auf bereits laufende Verfahren aus (vgl. Art. 448 StPO). 

Ergänzend  ist  im  Sinne  einer  grundsätzlichen  Vorbemerkung  festzuhalten,  dass 

nachfolgende  Bezugnahmen  auf  Artikel  der  Strafprozessordnung  immer  im  Licht 

der  genannten  Verweisungsnorm  der  Jugendstrafprozessordnung  (Art. 3  Abs. 1 

JStPO) zu lesen sind.

2.2. Der Beschuldigte ficht mit Ausnahme der erfolgten Freisprüche (Dispositiv-

ziffer 2) und der Kostenfestsetzung (Dispositivziffer 7) das gesamte erstinstanzliche 

Urteil an (Urk. 71 S. 3 ), mithin sind nur diese beiden Punkte formell in Rechtskraft 

erwachsen, was vorzumerken ist (vgl. Prot. II S. 7).

2.3. Anklageprinzip

Bereits mit Eingabe vom 29. April 2022 und erneut im Rahmen ihres Plädoyers vor 

Vorinstanz sowie vor Berufungsgericht stellte die amtliche Verteidigung in Frage, 

dass die Anklageschrift in allen Punkten dem Anklageprinzip genügt, da teilweise 

lediglich  auf  die  in  einem getrennten  Verfahren  ergangene  Anklageschrift betref-

fend B._____ verwiesen werde (Urk. 29; Urk. 53 S. 11; Urk. 93 S. 12 Rz. 15 und 

Urk. 97 Rz. 3, vgl. die detaillierte Zusammenfassung der Argumente im angefoch-

tenen Urteil, Urk. 68 S. 7 f.). Die Vorinstanz hat sich hierzu ausführlich geäussert 

und dargelegt, dass mit der Verteidigung ein pauschales Verweisen auf eine in ei-

nem getrennt geführten Verfahren erhobene Anklage dem Anklageprinzip nicht ge-

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nügen könne. Entsprechend sei bei der Beurteilung der Anklageschrift nur auf die-

jenigen Umstände einzugehen, welche sich aus dieser selbst ergäben und seien 

sämtliche Ausführungen der Anklageschrift, welche sinngemäss einer pauschalen 

Verweisung  auf  die  Anklage  im  Verfahren  gegen  den  Mitbeschuldigten  B._____ 

gleichkämen, zu streichen und somit unbeachtlich. Zudem werde sich das Gericht 

bei seiner Urteilsfindung auch nur auf diejenigen Akten stützen, die Eingang in das 

vorliegende Verfahren gefunden hätten (Urk. 68 S. 8). Diesen Ausführungen ist bei-

zupflichten und es ist davon auszugehen, dass die Anklageschrift bei Berücksichti-

gung dieser Einschränkungen dem Anklageprinzip genügt. Ob sich die darin erho-

benen  Vorwürfe  unter  den  genannten  Prämissen  (Ausblendung  der  pauschalen 

Verweise, Berücksichtigung bloss der in diesem Verfahren erhobenen bzw. beige-

zogenen Akten) rechtsgenügend erstellen lassen, ist sodann keine Frage des An-

klageprinzips, sondern der materiellen Beurteilung. 

3.

Sachverhalt

3.1. Die Vorinstanz hat die bei der Sachverhaltsermittlung zu berücksichtigenden 

Grundsätze zutreffend dargestellt (Urk. 68 S. 9 ff.), worauf verwiesen werden kann 

(Art. 82 Abs. 4 StPO). Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es am Staat liegt, 

dem  Beschuldigten  seine  Schuld  nachzuweisen,  ohne  dass  daran  vernünftige 

Zweifel  verbleiben.  Nebst  der  Würdigung  von  Sachbeweisen  kommt  dabei  auch 

den Aussagen der in das Geschehen involvierten Personen entscheidendes Ge-

wicht zu. Die Beurteilung der Glaubhaftigkeit der Aussagen hängt davon ab, ob die 

Ausführungen grundsätzlich überprüfbar sind (formelle Validität), ob sie in sich kon-

sistent sind (innere Validität) und ob sie mit anderweitig im Verfahren erhobenen 

Fakten  und  Erkenntnissen  übereinstimmen  bzw.  in  Einklang  gebracht  werden 

können  (äussere  Validität)  (vgl.  dazu  Haas,  Validitätsprüfung  von  Argumenten, 

Justice/Justiz/Giustizia 2019/1 S. 6 ff.). In diesem Zusammenhang vermag insbe-

sondere auch eine merkmalsorientierte Aussagenanalyse wertvolle Anhaltspunkte 

für  die  Einschätzung  von  deren  Glaubhaftigkeit  zu  erbringen  (vgl.  dazu  im  Ein-

zelnen Bender/Häcker/Schwarz, Tatsachenfeststellung vor Gericht, 5. Aufl. 2021, 

S. 77 ff.).

- 9 -

3.2. Auch hinsichtlich der Auflistung der vorliegenden Beweismittel kann auf das 

erstinstanzliche Urteil verwiesen werden (Urk. 68 S. 11 f.).

Im Verlauf der Untersuchung wurden – wie bereits unter Ziff. 1 erwähnt – insgesamt 

sieben (Mit-)Beschuldigte eruiert, wobei die Verfahren je separat geführt, die Betei-

ligten jedoch – soweit gemeinsam begangene Delikte im Raum standen – gegen-

seitig  konfrontiert  wurden.  Was  dabei  die  vier  bei  Eröffnung  der  Verfahren  noch 

minderjährigen Beschuldigten, darunter auch A._____, angeht, sieht Art. 11 Abs. 1 

JStPO  eine  solche,  von  den  Verfahren  erwachsener  Mitbeschuldigter  getrennte 

Verfahrensführung, ausdrücklich vor. Weiter statuiert das Jugendstrafprozessrecht 

die  Zuständigkeit  am  gewöhnlichen  Aufenthaltsort  der  Beschuldigten  (Art. 10 

Abs. 1 JStPO), was die Anwendung von Art. 29 StPO ausschliesst (Art. 3 Abs. 1 

JStPO e contrario) und zur Folge hat, dass auch für jugendliche Mittäter – praxis-

gemäss aufgrund der im Jugendstrafrecht herrschenden Individualisierung selbst 

bei  gleichem  Aufenthaltsort  (vgl.  BSK  JStPO-Eberle/Hug/Schläfli/Valär,  2023, 

Art. 11 N 2; Jositsch/Riesen-Kupper, JStPO Kommentar, Art. 11 N 1) – je getrennte 

Verfahren  zu  führen  sind  (BSK  JStPO-Eberle/Hug/Schläfli/Valär,  2023,  Art. 10 

N 4a). Dies wurde auch vorliegend so gehandhabt. Da dem Beschuldigten Gele-

genheit eingeräumt wurde, die weiteren Beschuldigten, soweit diese in die ihm vor-

geworfenen Delikte involviert sein sollen, zu konfrontieren und Ergänzungsfragen 

zu stellen, ergeben sich aus der (zumal gesetzlich vorgesehenen) getrennten Ver-

fahrensführung  hinsichtlich  der  Verwertbarkeit  besagter  Aussagen  keine  Hinder-

nisse.

Ebenso  wurde  dem  Beschuldigten  anlässlich  der  ihn  betreffenden,  parteiöffentli-

chen  Videobefragungen  der  Privatklägerin  ein  Teilnahme-  und  Fragerecht  ein-

geräumt.  Entsprechend  sind  auch  hier  keine  Unverwertbarkeiten  erkennbar.  Die 

Videobefragungen wurden im Übrigen durch die Jugendanwaltschaft nachträglich 

wortgetreu transkribiert, was die Zitierung der massgebenden Stellen vereinfacht, 

wobei die originalen, mündlichen Aussagen selbstredend visioniert wurden. 

3.3. Was die allgemeine Glaubwürdigkeit der im Verfahren involvierten Aussage-

personen angeht, kann vollumfänglich auf die erstinstanzlichen Erwägungen ver-

wiesen  werden  (Urk. 68  S. 12 ff.;  Art. 82  Abs. 4  StPO).  Einzig  zu  korrigieren  ist, 

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dass  die  Privatklägerin  bei  ihren  Aussagen  zwar  der  Aussage-,  nicht  aber  einer 

eigentlichen  Wahrheitspflicht  unterlag  (BSK  StPO-Kerner,  2023,  Art. 180  N 6; 

Jositsch/Schmid,  StPO  Praxiskommentar,  4. Auflage,  Art. 180  N 8;  Urteil 

6B_567/2014  vom  14.  Oktober  2014  E.  1.2).  Dies  tut  ihrer  allgemeinen  Glaub-

würdigkeit jedoch keinen Abbruch. 

3.4. Die massgebenden Aussagen der im Verfahren befragten Personen wurden 

durch  die  Vorinstanz  zutreffend  wiedergegeben  (Urk. 68  passim).  Hierauf  kann 

verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). 

3.5. Sodann rechtfertigen sich aufgrund des Umstandes, dass in die nachfolgend 

im Einzelnen zu prüfenden Anklagesachverhalte 1-3 und 5 nebst dem Beschuldig-

ten  und  der  Privatklägerin  immer  auch  B._____  involviert  war,  einige  einleitende 

Bemerkungen  zum  generellen  Aussageverhalten  dieser  drei  Personen  und  der 

Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen. 

3.5.1. Wie aus den bei den Akten liegenden Einvernahmen von B._____ hervor-

geht, werden diesem – über die hier interessierenden Vorfälle hinaus – noch zahl-

reiche weitere Rechtsgutverletzungen zum Nachteil der Privatklägerin zur Last ge-

legt. Der Beschuldigte war in jener Zeit (Anfang 2018 bis Ende 2019) gemäss über-

einstimmenden  Aussagen  der  beste  Kollege  von  B._____  (Urk. 2/1  S. 1  und  3, 

Urk. 2/15 S. 3, Prot. I S. 48). Die Privatklägerin kannte er zudem sogar schon län-

ger, als B._____ und sie sich kannten (Urk. 2/1 S. 4). Mit beiden war er in der be-

treffenden Zeit oft zusammen, was auch erklärt, dass ihm vorliegend gleich meh-

rere Delikte zur Last gelegt werden. 

Die  allgemeine  Glaubwürdigkeit  des  Beschuldigten  erscheint  zwar  einerseits  als 

dadurch belastet, dass er am 26. Februar 2020 aufgrund eines nicht mit der vorlie-

genden Anklage zusammenhängenden Vorfalls, wo er unter anderem den hier in-

volvierten C._____ vor einer Strafverfolgung schützen wollte, durch Strafbefehl der 

Jugendanwaltschaft  Winterthur  der  Begünstigung  schuldig  gesprochen  und  mit 

Fr. 200.–  Busse  bestraft  wurde 

(vgl.  Beizugsakten  Untersuchungsakten 

STR/2020/20000057 Urk. 21), und anderseits verwies er zu Beginn der Untersu-

chung mehrfach auf seine (damals) nach wie vor bestehende Freundschaft mit der 

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Privatklägerin, welche sich mit zunehmender Dauer des Verfahrens ins Gegenteil 

zu kehren schien. Jedoch ist damit hinsichtlich der Glaubhaftigkeit der im hiesigen 

Verfahren deponierten Aussagen noch nicht viel gesagt, gilt es doch jeweils, die 

konkreten Aussagen kritisch zu würdigen. 

Der Beschuldigte wurde im Vorverfahren 18 Mal einvernommen (Urk. 2/1-15,7-18 

und 20). Die hohe Zahl ist allerdings – genau wie bei der Privatklägerin – primär 

der  Tatsache  geschuldet,  dass  die  Jugendanwaltschaft  jeden  Vorwurf  in  einem 

gesonderten Einvernahmeprotokoll behandelte, wobei in der Regel mehrere Ein-

vernahmen am gleichen Tag durchgeführt wurden. Zudem sagte er auch vor Vor-

instanz  (Prot. I  passim)  und  im  Berufungsverfahren  (Urk. 92)  aus.  Bereits  und 

insbesondere  anlässlich  der  ersten  Einvernahme  machte  er  eigenständige  und 

detaillierte  Angaben  betreffend  die  Beziehung  zwischen  B._____  und  der 

Privatklägerin, wobei ihm auch miterlebte Tätlichkeiten erinnerlich waren (Urk. 2/1). 

Nachfolgend verweigerte er zwar kurz die Aussagen (Urk. 2/2), äusserte sich aber 

bereits ab der dritten Einvernahme jeweils aus eigenem Antrieb wieder materiell, 

wobei er hierbei vorab teilweise ausdrücklich Rücksprache mit seiner Verteidigerin 

nahm. Er sagte dabei sehr freimütig aus, belastete auch sich selbst und seine freie 

Erzählung  war  detailreich  und  wirkte  selbsterlebt.  Auf  Vorhalt  der  Aussagen  der 

Privatklägerin bestätigte er diese jeweils nicht einfach pauschal, sondern wies auch 

darauf hin, wenn er etwas davon nicht oder anders erinnerte oder mitbekommen 

hatte.  In  den  ersten  Einvernahmen  ist  noch  ein  gewisses  Durcheinander  hin-

sichtlich  der  verschiedenen  Vorfälle  zu  bemerken,  was  der  Glaubhaftigkeit  der 

frühen Aussagen des Beschuldigten indes nicht schadet, sondern diese gar stützt. 

Im  Rahmen  wiederholter  Einvernahmen  bestätigte  er  seine  Darstellung,  wobei 

keine wesentlichen Widersprüche zu vermerken sind, zumal seine Schilderung der 

(äusseren)  Abläufe  im  weiteren  Untersuchungsverfahren  auch  von  anderen  be-

stätigt wurde, was deren Glaubhaftigkeit bestärkt. Unverkennbar wurde ihm später 

seine  eigene  Lage  als  Mitbeschuldigter  bewusst,  was  dazu  führte,  dass  er  nun 

zunächst die Stellung von B._____ als Rädelsführer betonte und sich selbst eher 

in  der  Position  eines  fremdbestimmten  –  und  reuigen  –  Mitläufers  darstellte. 

Gleichwohl kann seinen bereits früh im Verfahren gemachten Aussagen und Zuge-

ständnissen eine grundsätzlich hohe Glaubhaftigkeit attestiert werden. Dass er in 

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dieser Anfangsphase nur pauschal der Privatklägerin nach dem Mund geredet bzw. 

sich aufgrund seiner ADHS-Erkrankung, des auf ihn wirkenden Druckes und eines 

sich  einstellenden  Pygmalioneffektes  (so  die  Verteidigung  in  Urk. 53  S. 5 ff.  und 

Urk. 93 S. 9 f.) nicht dem suggestiven Einfluss der Untersuchungsbehörden hätte 

entziehen können, findet in den Akten demgegenüber keine Stütze, bleiben seine 

damaligen  Schilderungen  doch  durchwegs  eigenständig  und  authentisch  (so  im 

Ergebnis auch die Vorinstanz, auf deren Ausführungen ergänzend verwiesen wird, 

vgl.  Urk. 68  S. 43 ff.;  Art. 82  Abs. 4  StPO).  Zudem  gab  es  in  den  Befragungen 

Unterbrüche und Rücksprachen mit der Verteidigung. An dieser Einschätzung tut 

ferner auch keinen Abbruch, dass der Beschuldigte am Ende des Vorverfahrens 

(Urk. 2/15) und vor Vorinstanz die Privatklägerin als Lügnerin hinstellte bzw. seine 

bisherigen  Aussagen  deutlich  zu  relativieren  versuchte  (bspw.  Prot. I  S.  97 ff.), 

bezog  sich  sein  diesbezügliches  Bestreben  doch  primär  auf  die  Frage,  ob  die 

Privatklägerin bei den sexuellen Interaktionen jeweils freiwillig mitgetan hatte, oder 

nicht und geschah offensichtlich in der Absicht, sich selber – und allenfalls auch 

B._____,  mit  welchem  ihn  unübersehbar  ein  Loyalitätsverhältnis  verband  (vgl. 

hierzu  auch  den  Therapieverlaufs-  und  Abschlussbericht,  Urk. 1.6/5)  –  aus  der 

Verantwortung  zu  nehmen.  Dass  es  aber  tatsächlich  zu  solchen,  auch  von  ihm 

geschilderten  Vorfällen  gekommen  war,  stellte  er  damit  nicht  in  Frage.  Diese 

späten,  mit  klarer  Relativierungstendenz  und  Erinnerungslücken  (bspw.  Prot. I 

S. 110 ff.) behafteten Aussagen überzeugen inhaltlich kaum und wirken damit auch 

nicht (mehr) besonders glaubhaft. Lediglich der Vollständigkeit halber ist sodann 

darauf  zu  verweisen,  dass  der  vom  Beschuldigten  als  beeinflussendes  Element 

geltend  gemachten  ADHS-Erkrankung  für  den  Tatzeitraum  sowie  sein  Aussage-

verhalten kein bestimmendes Gewicht zugestanden werden kann. Die von Dr. med. 

D._____ hierzu getätigten Ausführungen sind bloss allgemeiner Natur und nehmen 

keinen  konkreten  Bezug  zum  Beschuldigten,  weshalb  hieraus  von  vornherein 

nichts abgeleitet werden kann. Kommt hinzu, dass der Beschuldigte selbst offenbar 

ab  Eintritt  in  die  Oberstufe  der  Meinung  war,  durch  die  Störung  nicht  mehr 

wesentlich beeinträchtigt zu sein, liess er ab da, mithin auch während der gesamten 

Lehrzeit,  doch  die  Medikation  zunehmend  weg  (Urk. 1.6/4  S. 7),  was  seinen 

Lehrabschluss indessen nicht gefährdete. 

- 13 -

3.5.2. Auch von der Privatklägerin liegen im vorliegenden Verfahren zahlreiche Ein-

vernahmeprotokolle  bzw.  Transkriptionen  der  auf  Video  aufgezeichneten  Einver-

nahmen bei den Akten (Urk. 4/3, 10, 16, 25, 30, 38, 43, 50 und 55). Zudem wurde 

sie  auch  von  der  Vorinstanz  (Prot. I  S. 57 ff.  und  S. 174 ff.)  und  der  Kammer 

(Urk. 91) befragt. Über alle diese Einvernahmen liegen Videoaufnahmen vor, zumal 

die  Privatklägerin  auch  im  Berufungsverfahren  persönlich  befragt  wurde,  sodass 

sich das Berufungsgericht einen umfassenden persönlichen Eindruck über ihr ver-

bales und nonverbales Aussageverhalten verschaffen konnte. Die im Zeitpunkt der 

Einvernahmen (im Vorverfahren) 14 und 15 Jahre alte Privatklägerin sagte dabei 

zu  den  verschiedenen  Vorfällen  nachvollziehbar,  kohärent  und  widerspruchsfrei 

aus  und  war  jederzeit  in  der  Lage,  die  einzelnen  Vorfälle  in  einen  persönlichen, 

zeitlichen und sachlichen Kontext zu setzen, ihre eigenen Handlungen zu reflektie-

ren,  ihre  Emotionen  offen  zu  legen  und  auf  Nachfragen  weitergehende,  logisch 

überzeugende Erklärungen abzugeben. Sie zeigte dabei ein auffallend gutes situa-

tives  Erinnerungsvermögen  (Beschreibung  von  Tatorten,  Personenbeschreibun-

gen)  und  viele,  selbst  nebensächliche  Details  konnten  im  Nachhinein  verifiziert 

werden. Insgesamt ist den Ausführungen der Privatklägerin eine hohe Qualität ein-

zuräumen, zumal ihre Darstellung – wie im Einzelnen noch zu zeigen sein wird – 

im  Nachhinein  hinsichtlich  der  äusseren  Abläufe  fast  durchwegs  extern  validiert 

werden konnte, insbesondere auch aufgrund von späteren Zugeständnissen der zu 

Beginn  durchwegs  leugnenden  (Mit-)Beschuldigten  (vgl.  dazu  auch  die  überzeu-

genden Erwägungen der Vorinstanz in Urk. 68 S. 16 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

3.5.3. Von B._____ liegen ebenfalls zahlreiche Einvernahmeprotokolle (als digitale 

Dateien auf CD) bei den Akten. Dabei leugnete er zunächst konsequent jegliche 

(sexuelle) Beziehung zur Privatklägerin bzw. von ihm begangene strafbare Hand-

lungen.  Später  wollte  er  einzig  vor  Erreichen  seiner  Volljährigkeit  mit  der 

Privatklägerin Geschlechtsverkehr gehabt haben, während er Gewaltausübungen 

weiterhin von sich wies (Urk. 3.1/2-5). Im weiteren Verfahren machte er dann keine 

Aussagen  mehr  (Urk. 3.1/6-8,10)  bzw.  beantwortete  nach  einseitigen  Ausfüh-

rungen keine Fragen der Untersuchungsbehörden (Urk. 3.1/11+12). Erst vor Vor-

instanz und erneut im Berufungsverfahren – und damit in umfassender Kenntnis 

sämtlicher Akten – machte er einlässliche Aussagen zur Sache. Vor diesem Hin-

- 14 -

tergrund stehen seine Aussagen nur sehr eingeschränkt einer merkmalsorientier-

ten Analyse zur Verfügung, zumal die beiden hierfür geeigneten Aussagen Jahre 

nach  den  betreffenden  Ereignissen  erfolgten,  selektiv  detailliert  erscheinen  und 

B._____ darin die Darstellung der Privatklägerin, was den äusseren Ablauf der Er-

eignisse angeht, mehrheitlich bestätigte, was ein weiteres Indiz für die bereits fest-

gestellte hohe Qualität ihrer Aussagen darstellt. 

3.6.

Zu den Vorbemerkungen der Anklageschrift (Urk. 6 S. 3-8)

Die Anklageschrift stellt den einzelnen, konkreten Anklagesachverhalten langfädige 

Vorbemerkungen voran. Auf diese ist nur insoweit einzugehen, als sie zusammen 

mit den konkreten Vorwürfen von genereller Bedeutung sind. Dies mithin insbeson-

dere dahingehend, als die Anklageschrift zusammengefasst davon ausgeht, dass 

zwischen  B._____  und  der  Privatklägerin  bereits  ab  August  2018  ein 

Abhängigkeitsverhältnis  bestanden  habe, 

innerhalb  dessen  B._____  eine 

Machtposition zugekommen sei, wodurch er eine derart intensive Kontrolle über die 

Privatklägerin erlangt habe, dass sie seinen Anordnungen gehorcht habe, da sie 

ansonsten von ihm bedroht und/oder geschlagen und/oder mit Liebesentzug bzw. 

einem  Kontaktabbruch  bestraft  worden  wäre.  Letzteres  hätte  gemäss  Anklage-

vorwurf  für  die  B._____  völlig  verfallene  und  unsterblich  verliebte  Privatklägerin 

schweres  seelisches  Leid  bedeutet.  B._____  habe  seine  Machtposition  bewusst 

und gezielt ausgenutzt, um sich finanziell besser zu stellen und um sich vor seinen 

Freunden,  Kollegen  und  Verwandten  als  Playboy  und  "Gangster"  in  Szene  zu 

setzen, als Typ, der die Privatklägerin in jeglicher Hinsicht bewusst und gezielt zur 

sexuellen Befriedigung Dritter manipulierte, beherrschte, erniedrigte und wie eine 

Ware  benutzte  und  zur  Verfügung  stellte.  Er  habe  dies  kommuniziert  und 

demonstriert, indem er sie regelmässig vor den Augen von Kollegen, Freunden und 

Verwandten geschlagen und gedemütigt habe, hohe Geldbeträge von ihr gefordert 

bzw. ihr abgenommen habe und/oder indem er sie seinen Kollegen, Freunden und 

Verwandten  für  sexuelle  Handlungen  zur  Verfügung  gestellt  habe.  Zu  diesen 

Personen  habe  auch  der  Beschuldigte  gehört,  welchem  demzufolge  die  von 

Gewalt,  List  und  Drohungen  geprägte  Kontrolle,  welche  B._____  über  die 

Privatklägerin  ausgeübt  habe,  und  auch  ihr  wahres  Alter  von  damals  zwölf  bis 

- 15 -

vierzehn Jahren, bekannt gewesen sei (vgl. hierzu auch die Zusammenfassung der 

Vorinstanz in Urk. 68 S. 46 ff.). 

3.6.1. Alter der Privatklägerin

Dem  Beschuldigten  wurde  entgegen  den  Aussagen  des  Beschuldigten  (Urk. 92 

S. 8) und den Ausführungen der Verteidigung (Urk. 93 S. 6 Rz. 4 ff.) durch eine 

ehemalige Oberstufen-Klassenkollegin im Juli 2017 per Snapchat mitgeteilt, dass 

deren Cousine, die Privatklägerin, nicht – wie von ihm angenommen – 14, sondern 

erst elf Jahre alt ist (Urk. 3.4/9 S. 6 sowie Anhänge; Urk. 3.4/10 S. 4). Dass er das 

anschliessend  vergessen  haben  könnte,  ist  mit  der  Vorinstanz  als  Schutzbe-

hauptung  zu  werten.  Nicht  nur  gab  auch  B._____  an,  sich  durchaus  mit  dem 

Beschuldigten, seinem damals – wie bereits erwähnt – besten Kollegen, über das 

Alter der Privatklägerin unterhalten zu haben (Prot. I S. 105 f.), auch wäre diesfalls 

zu  erwarten,  dass  er  erneut  Kontakt  mit  seiner  ehemaligen  Klassenkollegin,  der 

Cousine der Privatklägerin, aufnimmt und nachfragt, wie er dies bereits im Sommer 

2017  gemacht  hatte.  Nachdem  B._____  und  die  Privatklägerin  aber  bereits  im 

Dezember 2017 zusammenkamen und sein Wissen von Sommer 2017 mithin noch 

relativ aktuell war, ist davon auszugehen, dass ihm dies ohnehin noch bewusst war 

(vgl. ergänzend auch die Ausführungen der Vorinstanz in Urk. 68 S. 55 f.; Art. 82 

Abs. 4  StPO).  Daran  ändert  entgegen  den  Ausführungen  der  Verteidigung  auch 

nichts,  dass  die  Privatklägerin  in  ihrem  Erscheinungsbild,  Handeln  und  ihren 

Vorstellungen einem Teenager von mehr als 12 Jahren entsprochen haben müsse 

(Urk. 93 S. 8 Rz. 7). Der Beschuldigte kannte das wahre Alter der Privatklägerin. 

3.6.2. Beziehungsstruktur zwischen B._____ und der Privatklägerin 

Die  Privatklägerin  hat  sich  in  ihren  Aussagen  mehrfach  zu  ihrem  Verhältnis  zu 

B._____  geäussert.  Dabei  wird  klar,  dass  er  in  ihrem  Leben  einen  hohen,  gar 

dominierenden Stellenwert einnahm. So konnte er von ihr bereits im Sommer 2018 

ohne Weiteres verlangen, dass sie seine Wohnung (bzw. diejenige seines Onkels) 

putzt und sie gleichentags auch zum Konsum von zwei Bechern Wodka abkom-

mandieren, wie der Beschuldigte in seiner Befragung vom 22. April 2020 bestätigte. 

Ebenso konnte er ihr befehlen, eine weitere Person für sexuelle Handlungen aus-

- 16 -

zusuchen unter der Androhung, ansonsten (mitten in der Nacht) gehen zu müssen. 

Beides wurde vom Beschuldigten wahrgenommen (Urk. 2/3 S. 6 f.). 

Weiter  erklärte  sie,  sie  habe  bei  jedem  "Nein"  gewusst,  dass  sie  drankommen 

werde. Immer wenn sie "Nein" gesagt habe, habe sie kassiert. Auch bei anderen 

Dingen, wenn sie irgendwo nicht der Meinung von B._____ gewesen sei, das sei 

immer so ein wenig im Hinterkopf gewesen, auch wenn sie da nicht mehr wirklich 

Angst davor gehabt habe, obwohl die Schläge weh getan hätten. Weil sie gewusst 

habe, dass es kommt und es wie normal geworden sei. Bei den Vorfällen mit dem 

Beschuldigten habe sie deshalb keine Schläge erhalten, weil sie es gemacht habe 

(Urk. 4/3  S. 38 f.).  Sie  habe  keine  Angst  vor  den  Schlägen  gehabt,  weil  das 

irgendwie Alltag geworden sei, sondern eher, dass er ihren Eltern sage, was sie 

gemacht haben. Und dass er sie verlasse und dreckig lasse. Denn sie habe mega 

an  ihm  gehangen  (a.a.O.  S. 22 f.).  Insbesondere  den  retrospektiv-beurteilenden 

Aussagen  der  Privatklägerin  ist  eine  beeindruckend  hellsichtige  Analyse  der 

– ungesunden –  Beziehungsmechanismen  inhärent.  So  führte  sie  beispielsweise 

aus, sie habe all das, die Sexualität und alles, erst durch ihn kennengelernt. Früher 

sei  sie  das  schüchterne  Mädchen  gewesen,  das  das  gemacht  habe,  was  ein 

Mädchen  mache:  in  die  Schule  gehen,  Spielplatz.  Sie  habe  sich  einfach  so  ver-

ändert, als sie ihn kennengelernt habe. Sie habe so an ihm gehangen und habe 

das nicht verhindern können. Weil sie unbedingt weiter an ihm habe hängen wollen, 

habe sie all das Schlechte verdrängt, damit sie ihn weiterhin lieben könne (Urk. 4/3 

S. 23). Er habe wohl einfach gewollt, dass sie [Sex] mit den anderen Typen habe, 

damit sie dreckig sei. Sie sei eine so tolle Frau gewesen. Wer nehme schon keine 

Frau, die Geld bringe, die eine gute Schule habe, die keinen anderen Typen gehabt 

habe. Die müsste man sozusagen heiraten, und er habe sie dreckig machen wollen, 

damit  er  dagegen  Argumente  habe  (a.a.O.  S. 26).  Sie  habe  sich  [zur  Zeit  als 

B._____ im Hotel wohnte, mithin ca. März 2019] als seine Freundin gesehen. Denn 

er habe ihr auch seine Sorgen erzählt. Sie habe schon gewusst, dass es ihn nicht 

interessiere,  was  mit  ihr  passiere,  ob  es  ihr  schlecht  gehe  oder  sie  Drama  habe 

zuhause. Er habe nie an sie gedacht, aber er habe sie wie eine Freundin gesehen. 

Er habe ihr seine Sorgen erzählt und sie sei halt immer wie seine Rettung gewesen, 

er habe sich immer auf sie verlassen können. Sie sei eigentlich wie seine Freundin 

- 17 -

gewesen, einfach dass er blöde Sachen gemacht habe. Hätte er diese nicht ge-

macht, wäre es eine Beziehung gewesen (Urk. 4/43 S.13). 

B._____ selbst gab sich in der Rückschau ratlos-naiv, indem er betonte, gar nie 

eine Beziehung gewollt und der Privatklägerin auch nicht Anlass gegeben zu ha-

ben, sich ihn in zu verlieben. Gleichwohl gestand er aber ein, dass er im Laufe der 

Zeit durchaus realisiert habe, dass sie in ihn verliebt gewesen sei (Prot. I S. 43). 

Ebenso bestätigte er, sie häufig geschlagen und ihr gegenüber aggressiv aufgetre-

ten zu sein (Prot. I S. 42 f.) bzw. sie ausgenützt zu haben (Prot. I S. 47 f.). 

Demgegenüber bestätigte der Beschuldigte bereits in seiner ersten Einvernahme, 

dass B._____ für die Privatklägerin "die Liebe ihres Lebens" gewesen sei (Urk. 2/1 

S. 12,  vgl.  auch  Urk. 2/7  S. 8 f.,  Urk. 2/10  S. 6).  Er  habe  von  ihr  selbst  erfahren, 

dass sie in B._____ verliebt sei (Urk. 2/4 S. 7). B._____ habe sich darüber auch 

beklagt, sie liebe ihn zu fest, sei behindert, verrückt nach Liebe. Mit der Zeit habe 

B._____ sie dann immer mehr beleidigt, worauf der Beschuldigte ihm gesagt habe, 

dass er damit aufhören solle. Dieses Niedermachen habe angefangen, als er von 

ihr Geld verlangt habe und sie es nicht habe bringen können. Dort habe er sie zu-

sammengeschissen, angeschrien und geschlagen (Urk. 2/4 S. 8). Er wisse nicht, 

was für ein Verhältnis die Privatklägerin und B._____ gehabt hätten, er wisse, dass 

sie aus Sicht der Privatklägerin ein Paar gewesen seien, er wisse aber auch, dass 

sie für B._____ nie ein Paar gewesen seien und B._____ dies der Privatklägerin 

auch mehrfach gesagt habe (Urk. 2/5 S. 16, vgl. auch Urk. 2/6 S. 7). Für B._____ 

sei weniger die Privatklägerin, als was sie für ihn gemacht habe, Geld geben, im 

Vordergrund gestanden. Wenn er etwas gebraucht habe, sei er zu ihr gegangen, 

während für die Privatklägerin die Liebe wichtig gewesen sei (Urk. 2/12 S. 6). Ohr-

feigen und Tätlichkeiten, die B._____ in seiner Anwesenheit gegen die Privatklä-

gerin ausgeübt hatte, waren dem Beschuldigten bereits in der ersten Einvernahme 

erinnerlich,  wobei  es  zeitweise  nötig  gewesen  sei,  dass  der  Beschuldigte  dazwi-

schen ging und B._____ zurückhielt. Einmal habe er vorab, bevor die Privatklägerin 

gekommen sei, Rasierklingen entsorgt, da B._____ gedroht habe, damit der Privat-

klägerin einen Finger abzuschneiden (Urk. 2/1 S. 8 f.). In seiner Hafteinvernahme 

interpretierte er diesen Vorfall sogar dahingehend, dass die Privatklägerin ihm ihr 

- 18 -

Leben verdanke, da es fast mal ausgeartet wäre, wenn er nicht dort gewesen wäre 

(Urk. 2/4  S. 3).  Den  Charakter  von  B._____  beschrieb  der  Beschuldigte 

gleichentags als bestimmend. Er sei das höchste Tier in ihrer Gruppe gewesen und 

habe das Sagen gehabt (a.a.O. S. 4). Er habe früher einfach Angst vor B._____ 

gehabt, wenn er hässig geworden sei oder dass er hässig auf ihn werde. Sonst als 

Person  habe  er  Respekt  vor  ihm  gehabt  (Urk. 2/7  S. 9 f.,  Urk. 2/8  S. 8,  Urk. 2/9 

S. 2 f.). B._____ habe ihn finanziell ausgenützt (Urk. 2/9 S. 8) und er (der Beschul-

digte) habe sich jeweils für B._____ verändert, wenn diesem etwas nicht gepasst 

habe. B._____ sei der Anführer gewesen. Der Beschuldigte habe sich mit ihm nie 

auf  Augenhöhe  gefühlt.  B._____  habe  keine  Gegenmeinungen  geduldet.  Das 

Wohlergehen  von  anderen  Menschen  sei  B._____  unwichtig  gewesen.  Der  Be-

schuldigte habe dies als erniedrigend empfunden, sich aber nicht getraut, dies an-

zusprechen  (Urk. 2/12  S. 3 ff.).  Mithin  war  dem  Beschuldigten  nicht  unbekannt, 

dass  B._____  dazu  neigt,  sein  enges  Umfeld  auszunützen  und  zu  manipulieren 

bzw. für seine Zwecke zu instrumentalisieren. Ins gleiche Bild passt die Aussage 

des Beschuldigten, B._____ habe der Privatklägerin jeweils gesagt, dass er sie an-

schreien und schlagen werde, wenn sie nicht mit ihm (dem Beschuldigten) und den 

anderen Sex habe (Urk. 2/4 S. 6). 

Mithin ist – primär aufgrund der äusserst glaubhaften Aussagen der Privatklägerin, 

welche  allerdings  durch  Beobachtungen  des  Beschuldigten  und  Zugaben  von 

B._____ gestützt werden – erstellt, dass die Privatklägerin im hier interessierenden 

Zeitraum stark in B._____ verliebt und entsprechend bereit war, viel für diesen zu 

machen, wobei sie allerdings auch wusste, dass eine Weigerung mit Schlägen ge-

ahndet würde und sie zudem befürchtete, er könnte ihre Eltern informieren oder sie 

verlassen. Demgegenüber beschwerte sich B._____ über sie, nützte sie aus und 

beeinflusste  vielfach  ihr  Verhalten,  sodass  das  in  der  Anklageschrift  geltend  ge-

machte Abhängigkeitsverhältnis und seine Machtposition ihr gegenüber als erstellt 

und dem Beschuldigten auch bekannt anzusehen sind. Aufgrund der vorliegenden 

Beweismittel  nicht  erstellbar,  im  Verfahren  gegen  den  Beschuldigten  allerdings 

auch von nachrangiger Bedeutung bleibt, dass B._____ durch sein eigenes Verhal-

ten  die  Verliebtheit  und  daraus resultierende  Abhängigkeit der Privatklägerin ge-

zielt, im Sinne der von der Anklagebehörde geltend gemachten "Loverboy-Masche" 

- 19 -

hervorgerufen hätte. Im Gegenteil war sein Verhalten grundsätzlich dazu geeignet, 

die Privatklägerin abzustossen, wie sie in ihren retrospektiv-analysierenden Aussa-

gen durchaus anerkennt (Prot. I S. 69 und Urk. 4/3 S. 23). Sie konnte jedoch auf-

grund ihrer ab dem ersten Geschlechtsverkehr Anfang Dezember 2017 und nach 

einer ersten positiv empfundenen Beziehungsphase Anfang 2018, als die beiden 

sich  in  einer  "Freundschaft  Plus"-Beziehung  verbunden  waren  (Urk. 4/16  S. 22, 

Prot. I S. 39), bestehenden, tiefen Verliebt- gar Vernarrtheit jedoch nicht von ihm 

lösen, zumal auch er die von ihm angekündigten Kontaktabbrüche nie durchhielt, 

sondern  auch  seinerseits  immer  wieder  den  Kontakt  suchte  (Urk. 4/43  S. 15). 

Insofern kann durchaus von einer stark toxischen Beziehung gesprochen werden 

oder – mit den Worten der Privatklägerin – davon, dass B._____ für sie wie eine 

Droge gewesen ist, von welcher sie schlussendlich (Ende Dezember 2019) auch 

nur  durch  "kalten  Entzug",  sprich  stationäre  Einweisung  in  ein  Jugendheim, 

getrennt  werden  konnte  (Prot. I  S. 87 f.;  vgl.  zum  Ganzen  ergänzend  auch  die 

Ausführungen der Vorinstanz in Urk. 68 S. 48 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

Auch der Beschuldigte selbst ging im Übrigen zumindest retrospektiv davon aus, 

dass die Privatklägerin alles nur für B._____ gemacht habe, aus Liebe und weil sie 

sich gezwungen gefühlt habe (Urk. 2/7 S. 9). Mit der Vorinstanz (Urk. 68 S. 51 ff.), 

auf deren Ausführungen ergänzend verwiesen wird (Art. 82 Abs. 4 StPO), ist aller-

dings entgegen den Ausführungen der Verteidigung (Urk. 93 S. 12 ff.) auch davon 

auszugehen,  dass  ihm  das  Abhängigkeitsverhältnis  zwischen  der  Privatklägerin 

und B._____ bereits während der hier zu prüfenden Vorfälle durchaus bekannt war. 

Schliesslich war er damals der beste Freund von B._____ und quasi konstant mit 

ihm zusammen, was zweifellos auch dazu führte, dass er sich heute mit zahlrei-

chen, eine lange Zeit umspannenden Vorwürfen konfrontiert sieht. Dass dabei die 

Privatklägerin nie Thema zwischen ihm und B._____ gewesen sein soll (so die Ver-

teidigung bzw. der Beschuldigte selbst; Prot. I S. 278 f.; Urk. 53 S. 10; Urk. 92 S. 6 

f.; Urk. 93 S. 16) ist völlig unglaubhaft, zumal umgekehrt B._____ sogar in der vor-

liegenden Chatkommunikation zwischen dem Beschuldigten und der Privatklägerin 

mehrfach prominent Thema war (so bspw. Urk. 5.1/13 S. 25 f., Urk. 5.1/15 S. 66, 

S. 89 f., S. 100). In diesen Chats kommt auch klar zum Ausdruck, dass B._____ 

bei  der  Privatklägerin  eine  Sonderstellung  in  Anspruch  nahm  (vgl.  Urk. 5.1/15 

- 20 -

S. 100, wo die Privatklägerin den Beschuldigten zurechtweist "fu reddisch ahstädig 

mit mir" "B._____ bish nöd"). Genauso kann dem Chat im Übrigen entnommen wer-

den, wie B._____ aus Sicht des Beschuldigten selbst mit ihm, dem engsten Freund, 

umzugehen pflegte (vgl. Urk. 5.1/15 S. 89). Auch B._____ erklärte vor Vorinstanz 

unmissverständlich, dass die Privatklägerin durchaus Thema zwischen ihnen ge-

wesen sei und der Beschuldigte genau gewusst habe, was Sache war (Prot. I S. 48 

und 105). Schliesslich war dem Beschuldigten, wie bereits erwähnt, bekannt, dass 

B._____  schon  früh  begann,  die  Privatklägerin  finanziell  auszubeuten  (Urk.  2/4 

S. 8; eine frühe, noch freiwillige Geldüberweisung über mehrere hundert Euro half 

er sogar durchzuführen, als B._____ im Kosovo in den Ferien war und die Privat-

klägerin ihm Geld schicken wollte, für einen Transfer mit Western Union allerdings 

selbst noch zu jung war; Urk. 2/1 S. 13, Urk. 2/12 S. 9) und später, aber als er noch 

nicht in der Lehre gewesen sei – mithin bereits vor Sommer 2018 und damit vor 

Anklagesachverhalt 1  (Urk. 2/4  S. 8)  –  sie  anzuschreien,  niederzumachen  und 

schliesslich sogar tätlich zu reagieren bzw. "seinen Einfluss zu geben", damit sie 

pariert (Urk. 2/12 S. 9). 

Inwiefern der Beschuldigte dieses ihm bekannte Abhängigkeitsverhältnis sowie die 

Machtposition von B._____ aber jeweils bewusst zu seinen Gunsten bzw. für sein 

eigenes sexuelles Vergnügen nützte, und ob er in der jeweiligen, konkreten Situa-

tion darum wusste, dass die Privatklägerin von sich aus keine sexuellen Handlun-

gen mit ihm wünschte oder vorgenommen hätte, soweit dies nicht durch B._____ 

verlangt wurde, wird nachfolgend bei den einzelnen Anklagesachverhalt zu prüfen 

sein.  Ebenso,  ob  ihm  dabei  bewusst  war,  dass  er  durch  seine  Anwesenheit  und 

sein  Handeln  psychischen  Druck  auf  die  Privatklägerin  ausübte  und  aufrecht  er-

hielt, welchem sie sich nicht zur Wehr setzen konnte und er dies bewusst wollte 

oder zumindest billigend in Kauf nahm. 

3.7.

Zu den einzelnen Anklagesachverhalten (Urk. 6 S. 9-19)

3.7.1. a) In Anklagesachverhalt 1 wird zusammengefasst geschildert, dass B._____ 

an einem Abend ca. Anfang August 2018 in der Wohnung von E._____, seinem 

Onkel, die damals 12-jährige Privatklägerin aufgefordert habe, zwei normale Trink-

Gläser unverdünnten roten Wodka schnell zu trinken. Als B._____ bemerkt habe, 

- 21 -

dass die Privatklägerin betrunken sei, habe er sie mit den Worten: "Chum go figge!" 

aufgefordert, mit ihm den Geschlechtsverkehr zu vollziehen. Gleichzeitig habe er 

sie zudem aufgefordert, einen der anwesenden Kollegen zu bezeichnen, welcher 

sich am Geschlechtsverkehr beteiligen könne. Als die Privatklägerin mit "Nein" ge-

antwortet habe, habe B._____ ihr gedroht, sie vor die Türe zu setzen, woraufhin sie 

widerwillig den Beschuldigten bezeichnet habe. Dies habe sie getan, da es zu die-

sem Zeitpunkt bereits spät gewesen sei, sie deshalb keine Möglichkeit mehr gehabt 

habe, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause zu kommen, und da sie nur 

mit einem Sommerkleid bekleidet gewesen sei und somit über keine wärmenden 

Anziehsachen verfügt habe, um die Nacht im Freien zu verbringen. Im Schlafzim-

mer  habe  B._____  gegen  deren  erklärten  Willen  die  sichtlich  betrunkene  und 

schläfrige Privatklägerin von hinten vaginal penetriert, währenddem diese den Be-

schuldigten oral hätte befriedigen sollen. Die Privatklägerin habe den erigierten Pe-

nis des Beschuldigten nur in der Hand gehalten, ohne diesen zu manipulieren, da 

sie  sich  sonst  hätte  übergeben  müssen  und  in  der  Hoffnung,  B._____  würde  es 

nicht bemerken. B._____ habe es in der Folge aber dennoch bemerkt, sei wütend 

geworden und habe sie später an den Armen gepackt, sie vor die Türe gestellt und 

sie angeschrien (Urk. 68 S. 17 f. in Verbindung mit Urk. 6 S. 9 f.). 

b) Die Vorinstanz hat die Aussagen der hierzu befragten Personen zutreffend zu-

sammengefasst (Urk. 68 S. 18 ff.). Hierauf kann verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 

StPO). 

c) Als Tatort konnte zweifelsfrei die F._____-strasse 1 in G._____, die Wohnung 

der Familie des Onkels von B._____, E._____, eruiert werden (Urk. 4/15 in Verbin-

dung mit Urk. 4/16 S. 5 f.). Wie den Aussagen der Privatklägerin, aber auch des 

Beschuldigten (Urk. 2/3 S. 6) zu entnehmen ist, wusste die Privatklägerin zunächst 

nicht, wer am von ihr situativ sehr detailliert beschriebenen Tatort wohnhaft war, 

bzw. ging sie davon aus, dass – da B._____ sie zu sich nach Hause gerufen hatte 

– es sich um die Wohnung seiner Tante und gleichzeitig Pflegemutter H._____ han-

deln musste. Erst später im Verfahren klärte sich auf, dass B._____ damals vor-

übergehend statt bei der Tante (deren Adresse der Privatklägerin unbekannt war 

bzw.  wo  sie  auch  nie  gewesen  war)  beim  Onkel  wohnhaft  war.  Mithin  kann  der 

- 22 -

Privatklägerin  in  diesem  Punkt  –  entgegen  den  Ausführungen  der  Vorinstanz 

(Urk. 68 S. 39) – kein Widerspruch bzw. keine Verwechslung in den Aussagen an-

gelastet werden. Vielmehr berichtigte sie in späteren Aussagen einzig, dass an der 

F._____-strasse 1 eben der Onkel, und nicht wie von ihr angenommen die Tante, 

wohnhaft war. 

Bevor die Privatklägerin in der Nacht an die F._____-strasse 1 kam, war sie gemäss 

ihren  glaubhaften,  insbesondere  von  B._____  auch  nicht  in  Frage  gestellten 

Aussagen am Nachmittag bereits dort gewesen und hatte auf Geheiss B._____s 

die  Wohnung  geputzt.  Später  hatte  sie  sich  mit  ihm  zerstritten,  die  Wohnung 

verlassen und eine Freundin besucht, bei welcher sie später auch zu übernachten 

plante. Vorerst aber hatte sie den Abend mit zwei weiteren Kollegen verbracht und 

bereits einigen Alkohol getrunken. Als sie sodann zum Schlafen zu ihrer Freundin 

zurückkehrte, hatte sich diese bereits schlafen gelegt bzw. reagierte nicht mehr auf 

ihre  Kontaktversuche,  weshalb  die  Privatklägerin  nicht  mehr  in  deren  Zimmer 

gelangen konnte, worauf sie in der Garage Zuflucht suchte, wo sie zumindest ihr 

Mobiltelefon aufladen konnte. Dass B._____ sie sodann gegen Mitternacht wieder 

zu sich rief, bezeichnete sie in einer Einvernahme als "Jackpot", da es nicht so toll 

gewesen wäre, bis zum Morgen "in der Garage zu chillen" (Urk. 4/16 S. 10). 

Aufgrund  der  weiteren  Aussagen  der  Privatklägerin,  des  anlässlich  der  erstin-

stanzlichen  Haupteinvernahme  erfolgten  Zugeständnisses  von  B._____  und  der 

Aussagen des Beschuldigten ist zweifelsfrei erstellt, dass B._____, da er "sturmfrei" 

hatte,  mehrere  (ausschliesslich  männliche)  Kollegen  an  die  F._____-strasse  1 

eingeladen  hatte.  Weiter  wurde  übereinstimmend  geschildert,  dass  B._____  im 

Verlaufe  der  Nacht  auch  die  Privatklägerin  zu  sich  rief,  dass  Alkohol  getrunken 

wurde und es später gleichzeitig zu sexuellen Handlungen zwischen B._____, der 

Privatklägerin  und  dem  Beschuldigten  kam.  Weiter 

ist  –  entgegen  dem 

Anklagevorwurf – aufgrund der diesbezüglich unmissverständlichen Aussagen der 

Privatklägerin davon auszugehen, dass der Geschlechtsverkehr zwischen ihr und 

B._____  nicht  abgenötigt,  sondern  einvernehmlich  bzw.  von  ihr  ausdrücklich 

erwünscht war. 

- 23 -

Hinsichtlich der noch offenen Punkte (insbesondere, ob die Privatklägerin zu sexu-

ellen Handlungen mit dem Beschuldigten gezwungen wurde) hat sich die Privat-

klägerin mehrfach gleichlautend, äusserst detailliert und genau geäussert. Die von 

ihr geschilderte Situation in der Wohnung (bspw. Zugang zum Schlafzimmer nur 

über den Balkon möglich, Raumaufteilung etc.) konnte verifiziert werden, ebenso 

die zeitliche Einordnung. Sodann hat der Beschuldigte ihre Schilderung, wie es zu 

den  sexuellen  Handlungen  gekommen  ist,  dass  sie  jemanden  habe  auswählen 

"müssen", dass sie dies bzw. sexuelle Handlungen mit ihm zunächst nicht gewollt 

und  erst  ja  gesagt  habe,  nachdem  der  Beschuldigte  "seinen  Einfluss  gegeben" 

habe, dass sie betrunken gewesen und vom Bett gefallen sei etc., in seinen frühen, 

besonders  glaubhaften  Aussagen  klar  bestätigt.  Auch  habe  er  danach  gemerkt, 

dass es ihr recht schlecht gegangen und sie traurig gewesen sei. Zwar relativierte 

er seine Aussagen im späteren Verfahren, insbesondere was seine eigene Perzep-

tion und Rolle damals sowie die subjektiv empfundene Mitwirkungsbereitschaft der 

Privatklägerin angeht, und passte sie sodann – wenn auch zaghaft und im klaren 

Widerspruch  zu  den  früheren  Schilderungen  –  teilweise  auch  der  vor  Vorinstanz 

erstmals geäusserten Version von B._____ an (bspw. hinsichtlich der Frage, ob er 

B._____ ausdrücklich darum gebeten habe, bei den sexuellen Handlungen mitzu-

tun, Prot. I S. 95, 97 f. und 115), jedoch ist augenscheinlich, dass dies rein taktisch 

bedingt war, während seine früheren Zugaben noch von Reue und Mitgefühl ge-

kennzeichnet sind. Der Einwand der Verteidigung, wonach der Beschuldigte das 

"Auswahlverfahren" nicht mitbekommen habe (Urk. 93 Rz. 23), ist daher unzutref-

fend und widerlegt. 

Angesichts  der  konstanten,  in  vielen  Punkten  objektiv  bestätigten  und  in  seinen 

ersten Aussagen auch vom Beschuldigten gestützten, insgesamt höchst glaubhaf-

ten Aussagen der Privatklägerin ist der massgebende äussere Sachverhalt rechts-

genügend erstellt (vgl. ergänzend auch die detaillierten und überzeugenden Aus-

führungen der Vorinstanz, insbesondere zu den zahlreichen Realitätskennzeichen 

in den Aussagen der Privatklägerin, in Urk. 68 S. 38 ff., auf welche in Anwendung 

von Art. 82 Abs. 4 StPO verwiesen wird). 

- 24 -

d) Ebenso wurde (bereits vorab, vgl. Ziff. 3.6.1) erstellt, dass dem Beschuldigten 

das Alter der Privatklägerin von damals erst zwölf Jahren bekannt war, womit er die 

sexuellen Handlungen zweifellos im Bewusstsein darum und den Altersunterschied 

von rund vier Jahren vornahm. Auf der subjektiven Seite enthält die Anklageschrift 

weiter den Vorwurf, dem Beschuldigten sei klar gewesen, dass die Privatklägerin 

die sexuellen Handlungen nur über sich habe ergehen lassen, weil sie befürchtet 

habe,  ansonsten  aus  der  Wohnung  geworfen  und  mitten  in  der  Nacht  auf  die 

Strasse  gesetzt  zu  werden,  bzw.  sie  (auch)  deshalb  getan  habe,  was  B._____ 

wollte, weil sie – vor dem Hintergrund des bestehenden Abhängigkeitsverhältnisses 

– unter dem Eindruck der mit diesem Tatereignis erneut erlebten Machtdemonstra-

tion,  mithin  unter  aktuellem  psychischen  Druck  gestanden  sei,  welchem  sie  sich 

nicht zur Wehr habe setzen können (Urk. 6 S. 5 ff. in Verbindung mit S. 10). Diesem 

Vorwurf wird im Rahmen der rechtlichen Würdigung näher nachzugehen sein. 

3.7.2. a) Unter Anklagesachverhalt 2 wird geschildert, dass B._____ zwischen dem 

7. Januar und 17. März 2019 in seinem Zimmer in der Jugendwohngemeinschaft 

(JWG)  I._____  der  Privatklägerin  mit  den  Worten:  "Du  figgsch  jetzt  mit  em 

A._____!"  die  Duldung  des  Geschlechtsverkehrs  mit  dem  ebenfalls  anwesenden 

Beschuldigten befohlen habe, ansonsten er wütend oder sie schlagen werde. Als 

B._____ das Zimmer verlassen habe, allerdings in unmittelbarer Nähe verweilt sei, 

habe die Privatklägerin dem Beschuldigte mitgeteilt, dass sie sich infolge der Worte 

und  angedrohten  Konsequenzen  gezwungen  fühle  mit  ihm  [dem  Beschuldigten] 

den  Geschlechtsverkehr  zu  vollziehen.  Obwohl  der  Beschuldigte  erkannt  habe, 

dass sich die Privatklägerin zum Geschlechtsverkehr genötigt sehe, habe der Be-

schuldigte die sich ihm bietende Gelegenheit genutzt und den Geschlechtsverkehr 

mit der Privatklägerin vollzogen (Urk. 68 S. 57 in Verbindung mit Urk. 6 S. 11).

b) Wiederum kann hinsichtlich der inhaltlichen Wiedergabe der hierzu vorliegenden 

Beweismittel  auf  das  angefochtene  Urteil  verwiesen  werden  (Urk. 68  S. 57 ff.; 

Art. 82 Abs. 4 StPO). 

c) Aufgrund der diesbezüglich übereinstimmenden Aussagen steht zweifellos fest, 

dass es an jenem Tag im JWG-Zimmer von B._____ zu Geschlechtsverkehr zwi-

schen  dem  Beschuldigten  und  der  Privatklägerin  kam,  wobei  dieser  Vorfall  nicht 

- 25 -

durch die Privatklägerin aktenkundig wurde, sondern aufgrund der Aussagen des 

Beschuldigten selbst. Dies scheint die Verteidigung in ihren Ausführungen zu ver-

kennen  (Urk.  93  Rz.  30  f.).  Die  Privatklägerin  konnte  sich  an  diesen  Vorfall  nur 

schwach erinnern und zeigte entsprechend – wie generell in diesem Verfahren – 

keinen verdächtigen Belastunfseifer. Der Beschuldigte machte demgegenüber die 

diesbezüglichen Aussagen früh im Verfahren, deponierte hierzu detaillierte Anga-

ben  und  belastete  sich  dadurch  insbesondere  auch  selbst  in  schwerwiegendem 

Masse. Dies alles spricht für deren Glaubhaftigkeit, zumal die Privatklägerin seine 

Darstellung nachfolgend bestätigte, soweit sie sich erinnern konnte. Auch aus ihrer 

Sicht sei es nur deswegen zu sexuellen Handlungen mit dem Beschuldigten ge-

kommen,  weil  B._____  dies  so  verlangt  habe  und  sie  sich  aus  Angst  vor  seiner 

Reaktion nicht mehr habe widersetzen können, als einmal "Nein" zu sagen. Dass 

der Beschuldigte seine klaren und unmissverständlichen frühen Aussagen später 

zu relativieren versuchte (vgl. hierzu auch Ziff. 3.5.1 vorstehend), tut ihrer Glaub-

haftigkeit keinen Abbruch, zumal er zunächst weiterhin schilderte, dass die Privat-

klägerin  ihm  gegenüber  offen  gelegt  habe,  dass  und  wieso  sie  sich  zum  Ge-

schlechtsverkehr veranlasst sah (Angst davor, dass B._____ wütend werden und 

sie schlagen könnte, was der Beschuldigte zudem bereits im Rahmen von Ankla-

gesachverhalt 1 auch schon selbst genau so erlebt hatte, vgl. Urk. 2/6 S. 6, Urk. 2/7 

S. 5), was jedenfalls nichts mit Lust und Freiwilligkeit zu tun hatte. Soweit er sich 

anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung dann nicht mehr an diesen Vor-

fall erinnern wollte, einen solchen sogar gänzlich negierte, vermag dies seine ersten 

Aussagen nicht in Zweifel zu ziehen, ist der Widerspruch doch offensichtlich nur 

prozesstaktisch erklärbar.

Die verharmlosenden und eigentlich realitätsfernen Aussagen von B._____ hierzu 

(die damals erst 13 Jahre alte, ihn vergötternde Privatklägerin habe eigeninitiativ in 

seiner Gegenwart mit sexuellen Handlungen mit dem Beschuldigten angefangen) 

vermögen die übereinstimmende Darstellung des Beschuldigten und der Privatklä-

gerin, insbesondere was den Umstand angeht, dass B._____ von der Privatklägerin 

verlangt habe, dass sie nun mit dem Beschuldigten Geschlechtsverkehr habe, nicht 

zu erschüttern. Kommt hinzu, dass das von B._____ und der Verteidigung des Be-

schuldigten (Urk. 93 Rz. 30) angesprochene Anbandeln im Zug zwischen dem Be-

- 26 -

schuldigten und der Privatklägerin aufgrund des vorliegenden Chats klar auf April 

2018, mithin fast ein Jahr vor den hier interessierenden Ereignissen datiert werden 

kann  und  von  der  Privatklägerin  sodann  mit  klaren  Worten  beendet  wurde 

(Urk. 5.1/13  S. 21 ff.,  S. 36).  Soweit  B._____  somit  im  vorliegenden  Zusammen-

hang  hierauf  verwiesen  hat,  handelt  es  sich  klarerweise  um  eine  unbegründete 

Schutzbehauptung.

Gemäss den zu Beginn äusserst klaren Aussagen des Beschuldigten stand zusätz-

lich  die  Drohung  im  Raum,  dass  B._____  wütend  werden  und  die  Privatklägerin 

schlagen werde, sollte sie nicht gehorchen. Der äussere Sachverhalt ist rechtsge-

nügend erstellt. Zu diesem Schluss kam auch die Vorinstanz, auf deren Erwägun-

gen ergänzend verwiesen wird (Urk. 68 S. 62 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO).

d) Inwiefern sich die bekanntermassen damals erst 13 Jahre alte Privatklägerin in 

dieser, den äusseren Umständen nach erstellten Situation in einer tatbestandsmäs-

sigen Zwangslage befunden hat und ob der Beschuldigte dies wahrnahm und be-

wusst zu seinen Gunsten ausnützte, wie es ihm von der Anklagebehörde vorge-

worfen wird, wird im Rahmen der rechtlichen Würdigung zu prüfen sein. 

3.7.3. a)  Der  Vorwurf  in  Anklagesachverhalt  3  lautet  zusammengefasst  dahinge-

hend, dass B._____ zwischen dem 7. Januar 2019 und dem 17. März 2019 in sei-

nem Zimmer in der Jugendwohngemeinschaft I._____, als er mit der Privatklägerin 

habe  den  Geschlechtsverkehr  vollziehen  wollen,  den  Beschuldigten  aufgefordert 

habe, sich hinter dem Schrank zu verstecken, da sein Penis ansonsten nicht steif 

werde. Der Beschuldigte habe sich danach hinter den Schrank begeben, während-

dem B._____ sich von der Privatklägerin zuerst oral habe befriedigen lassen und 

hernach  vaginalen  Geschlechtsverkehr  mit  ihr  gehabt  habe.  Während  des  Ge-

schlechtsverkehrs habe B._____ den Beschuldigten dazu aufgefordert, zuerst ein 

Video vom gerade stattfindenden Geschlechtsverkehr zu machen und danach sich 

am  Geschlechtsverkehr  zu  beteiligen.  Als  die  Privatklägerin  dazu  "Nein!"  gesagt 

habe, habe B._____ wie folgt reagiert: "Was nei?! Du häsch scho mit em J._____ 

und em C._____. Mit ihm häsch au scho mal. Chum leg di ane!" Daraufhin habe 

die Privatklägerin keine weitere Gegenwehr aufzubringen vermocht. Der Beschul-

digte habe sich auf das Bett begeben, seine Hosen herunter gelassen und der Pri-

- 27 -

vatklägerin  zu  verstehen  gegeben,  dass  sie  ihn  nun  oral  befriedigen  solle.  Dies 

habe sie gemacht, währenddem B._____ weiterhin von hinten ihre Vagina pene-

triert habe. Nachdem B._____ in sein Kondom ejakuliert habe, habe er einen Vi-

brator  behändigt  und  an  die  Scheide  der  Privatklägerin  gehalten.  Anschliessend 

habe er sich unter die Dusche begeben, woraufhin sich die Privatklägerin sicher 

genug gefühlt habe, um den Oralverkehr mit dem Beschuldigten zu beenden, bevor 

dieser zum Samenerguss gekommen sei (act. 6 S. 12 f.).

b) Hinsichtlich der vorliegenden Beweismittel und ihres Inhalts kann auf das ange-

fochtene Urteil verwiesen werden (Urk. 68 S. 67 ff; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

c) Vom Beschuldigten wurde der Vorfall in den Grundzügen schon in seiner ersten 

einlässlichen  Einvernahme  zugestanden,  wobei  er  aber  trotz  Aufforderung  von 

B._____  keine  Videoaufnahme  des  Geschlechtsverkehrs  zwischen  B._____  und 

der Privatklägerin gemacht habe. Ein derartiges Video konnte denn im Rahmen der 

umfangreichen Strafuntersuchung auch nicht sichergestellt werden, weshalb hier 

den Angaben des Beschuldigten, dass er die Aufnahme gar nicht gemacht hat, zu 

folgen  ist,  zumal  eine  anderweitige  Beweiswürdigung  (samt  entsprechendem 

Schuldspruch wegen Herstellung von Kinderpornografie) gegen das Verschlechte-

rungsverbot verstossen würde, nachdem die Vorinstanz davon ausgegangen ist, 

dass  kein  Video  erstellt  wurde  (Urk. 68  S. 77),  obwohl  die  Privatklägerin  und 

B._____ sich diesbezüglich einig waren. 

Dass  er  später  an  den  sexuellen  Handlungen  partizipierte,  wie  von  der  Privat-

klägerin geschildert und vor Vorinstanz auch von B._____ bestätigt, stritt er sodann 

nicht ab. Mithin ist die Schilderung der Privatklägerin als grundsätzlich zutreffend 

anzusehen. Was die Kernfrage angeht, wie es dazu gekommen ist, dass sich der 

Beschuldigte  während  des  Geschlechtsverkehrs  zwischen  B._____  und  der 

Privatklägerin  dazugesetzt  hat  und  sich  von  der  Privatklägerin  oral  befriedigen 

liess,  sagte  auch  der  Beschuldigte  konstant  aus,  B._____  habe  ihn  hierzu 

aufgefordert. Dass einer der beiden jungen Männer in irgendeiner Form vorab das 

Einverständnis  der  Privatklägerin  eingeholt  hätte,  machte  keiner  je  geltend.  Vor 

dem Hintergrund der bisherigen Vorfälle überzeugt demgegenüber die Darstellung 

der Privatklägerin, dass erneut über ihren Kopf hinweg über sie bestimmt und ihr 

- 28 -

verbaler Widerstand übergangen wurde, zumal mit dem Hinweis, sie habe ja auch 

bereits  mit  J._____  und  C._____  (diese  wurden  in  getrennten  Verfahren 

rechtskräftig verurteilt) und auch schon mit dem Beschuldigten Geschlechtsverkehr 

gehabt (vgl. Anklagesachverhalt 2 hiervor), als ob damit alles geklärt wäre. Auch 

der  Beschuldigte  konnte  eine  derartige  Aussage  B._____s  in  seinen  früheren 

Aussagen  nicht  mit  Gewissheit  ausschliessen,  vielmehr  schilderte  er,  eine 

bedrückende,  bedrohliche  Stimmung  wahrgenommen  zu  haben,  wobei  sich  die 

sexuellen Handlungen nicht richtig, sondern als von B._____ erzwungen angefühlt 

hätten,  zumal  die  Privatklägerin  damit  auch  sogleich  aufgehört  habe,  sobald 

B._____ das Zimmer verlassen habe. Später konnte oder wollte er sich an Details 

nicht mehr erinnern, was seine früheren Aussagen jedoch nicht widerlegt. In einer 

solchen  Situation  die  Hosen  herunter  zu  lassen,  ist  zudem  entgegen  den 

Ausführungen der Verteidigung als konkludente Aufforderung zu verstehen, ihn oral 

zu  befriedigen  (Urk.  93  Rz.  33).  Insgesamt  bestehen  keine  Zweifel  am 

Wahrheitsgehalt  der  Aussagen  der  Privatklägerin,  weshalb  der  Sachverhalt 

rechtsgenügend erstellt werden kann (so auch die Vorinstanz in Urk. 68 S. 74 ff., 

auf deren Ausführungen ergänzend verwiesen wird; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

d)  Inwiefern  sich  die  Privatklägerin  in  dieser,  den  äusseren  Umständen  nach  er-

stellten Situation in einer tatbestandsmässigen Zwangslage befunden hat und ob 

der Beschuldigte dies wahrnahm und bewusst zu seinen Gunsten ausnützte, wird 

im Rahmen der rechtlichen Würdigung zu prüfen sein. 

3.7.4. Hinsichtlich des mit Anklagesachverhalt 4 erhobenen Vorwurfs der Gehilfen-

schaft zu versuchtem Raub erfolgte ein Freispruch, welcher mittlerweile in Rechts-

kraft erwachsen ist. Insofern erübrigt sich im Berufungsverfahren eine Überprüfung. 

Gleichwohl rechtfertigt es sich, die geltend gemachten Ereignisse kurz zu beleuch-

ten,  da  sie  ein  weiteres  Beispiel  der  Interaktion  zwischen  der  Privatklägerin  und 

B._____ darstellen. So ergeben hier die übereinstimmenden und glaubhaften Aus-

sagen der K._____-Schwestern, welche die Darstellung der Privatklägerin bestä-

tigten  (vgl.  zum  Inhalt  der  Aussagen  aller  hierzu  Befragten  Urk. 68  S. 78 ff.),  ein 

klares Bild, bestätigen doch beide, dass B._____ tätlich gegen die Privatklägerin 

vorging (insb. deren Kopf an den Haaren packen und gegen den Billettautomaten 

- 29 -

schlagen), als sie die von ihr vorab in Aussicht gestellten Rückfahrtickets für ihn 

und den Beschuldigten nicht lösen wollte. Offensichtlich bekam auch der Beschul-

digte – entgegen seiner Darstellung – den Gewaltausbruch von B._____ mit, er-

klärte er gemäss den Aussagen von K._____ dieser doch, als sie ihn aufforderte 

zu intervenieren, man könne B._____ nicht davon abbringen, wenn er in einer sol-

chen Stimmung sei. Die Privatklägerin datierte diesen Vorfall auf Frühling 2019, vor 

Anklagesachverhalt 5, was von keiner Seite in Frage gestellt wurde. Sodann be-

schrieb der Beschuldigte in seinen Einvernahmen zumindest einen weiteren Vorfall, 

welcher sich nach den Anklagesachverhalten 2 und 3, aber auch noch in der JWG 

I._____  ereignete,  anlässlich  welchem  er  von  B._____  gegen  die  Privatklägerin 

ausgeübte,  körperliche  Gewalt  mitbekam  (Urk. 2/1  S. 12,  Urk. 2/8  S. 4  und  9, 

Urk. 2/9 S. 2 ff.). Die Privatklägerin beschrieb diesen Vorfall ebenfalls und war so-

gar in der Lage, die erlittenen Gesichtsverletzungen durch Fotos und einen Arztbe-

richt zu belegen und sie dadurch auf den 12. Februar 2019 zu datieren (Urk. 4/37). 

Weiter  schilderte  er  auch  einen  Vorfall  von  Frühling  2019  im  Hotel  L._____,  wo 

B._____ im Anschluss an die JWG I._____ logierte und die Privatklägerin in Ge-

genwart  des  Beschuldigten  mehrfach  ohrfeigte  und  dieser  gar  Schlimmeres  be-

fürchtete, weshalb er vorsorglich die herumliegenden Rasierklingen verschwinden 

liess (Urk. 2/1 S. 7 ff.). Auch dies war vor Mai 2019.

3.7.5. a) Hinsichtlich Anklagesachverhalt 5 hält die Anklagebehörde fest, dass die 

Privatklägerin  im  Frühling  2019  B._____  telefonisch  gefragt  habe,  ob  sie 

zusammen einen schönen Abend verbringen könnten, auch wenn sie ihm kein Geld 

verschaffen  könne,  was  B._____  bejaht  habe.  Die  Privatklägerin  sei  davon 

überrascht gewesen, da man sich unter diesen Umständen ansonsten nie getroffen 

habe. Sie sei nach G._____ gegangen, habe dort B._____ darüber informiert, dass 

sie kalt habe, woraufhin dieser sie angewiesen habe, sich in das ihr vorbekannte 

Gartenhaus  von  M._____  auf  dem  N._____  in  G._____  zu  begeben.  Die 

Privatklägerin  sei  dorthin  gegangen  und  habe  mehrere  Stunden  auf  B._____ 

gewartet.  Gegen  Mitternacht  sei  B._____  schliesslich 

in  Begleitung  des 

Beschuldigten  und  von  C._____  an  besagter  Örtlichkeit  aufgetaucht.  Die  beiden 

Letztgenannten habe die Privatklägerin nicht erwartet. In der Folge habe B._____ 

sich  auf  eine  dort  vorhandene  Liege  gesetzt  und  die  Privatklägerin  aufgefordert, 

- 30 -

Oralverkehr  an  ihm  vorzunehmen,  was  sie  gemacht  habe,  währenddem  die 

anderen  beiden  zugeschaut  hätten.  Plötzlich  habe  B._____  zu  C._____  gesagt, 

dass er sich ausziehen solle, woraufhin sich dieser wortlos die Hosen ausgezogen 

habe. Zum Beschuldigten habe B._____ zudem gesagt, dass er sich auf die Liege 

hinsetzen solle. Gegenüber der Privatklägerin habe er sodann ebenfalls befohlen, 

dass sie sich ausziehen solle. Die Privatklägerin habe erwidert: "Vor däne?", was 

B._____ mit einem einfachen "Ja" quittiert habe. C._____ habe sich in der Folge 

ein  Kondom  übergezogen  und  die  Privatklägerin  von  hinten  mit  seinem  Penis 

vaginal penetriert, während sie auf Geheiss von B._____ den Beschuldigten oral 

habe  befriedigen  müssen.  Aufgrund  vergangener  ähnlicher  Ereignisse  habe  die 

Privatklägerin keine Zweifel daran gehabt, das nun durchstehen zu müssen, damit 

sie nicht von B._____ geschlagen werde. B._____ habe von der Szene mit seinem 

Mobiltelefon mit Wissen und Willen der Beteiligten ein Bild gemacht und dieses via 

Snapchat-Gruppenchat  dem  Beschuldigten  geschickt,  welcher  es  auf  seinem 

Mobiltelefon abgespeichert habe. Bei seiner Verhaftung am 21. April 2020 sei er 

noch immer im Besitz dieses Bildes gewesen. Irgendwann habe der Beschuldigte 

die Privatklägerin gefragt, ob es ihr gefalle, woraufhin sie für alle wahrnehmbar den 

Kopf  geschüttelt  habe.  Danach  habe  der  Beschuldigte  seine  Hosen  angezogen. 

B._____  habe  ihn  daraufhin  gefragt,  ob  er  "gekommen  sei",  was  dieser  verneint 

habe  mit  der  Begründung,  dass  die  Privatklägerin  es  nicht  wolle.  B._____  habe 

erwidert, dass dies doch egal sei. C._____ habe dieses Gespräch mitbekommen 

und  den  Vaginalverkehr  ebenfalls  beendet  und  sein  gebrauchtes  Kondom  dem 

Beschuldigten  übergeben,  welcher  ebendieses  über  seinen  erigierten  Penis 

gestreift und anschliessend die Privatklägerin von hinten vaginal penetriert habe. 

C._____  habe  sich  auf  die  Liege  gesetzt  und  sich  von  der  Privatklägerin,  gegen 

deren  Willen  und  nachdem  sie  dazu  gezwungen  worden  sei,  oral  befriedigen 

lassen.  Der  Beschuldigte  sei  nach  nur  wenigen  Stössen  zum  Orgasmus 

gekommen,  woraufhin  B._____  einen  an  der  Wand  hängenden  Golfschläger 

behändigt habe und diesen gewaltsam in die Scheide der Privatklägerin eingeführt 

habe,  was  ihr  heftige  Schmerzen  bereitet  habe.  Der  Beschuldigte  und  C._____ 

hätten  zugeschaut  und  gelacht.  Am  Ende  hätten  die  drei  jungen  Männer  das 

Gartenhaus verlassen, ein Uber bestellt und seien weggefahren. Die Privatklägerin 

- 31 -

hätten sie zurückgelassen, welche bis in die frühen Morgenstunden im Gartenhaus 

habe ausharren müssen und erst danach nach Hause habe gehen können (Urk. 68 

S. 85 f. in Verbindung mit Urk. 6 S. 15 ff.).

b) Erneut kann betreffend den Inhalt der im Vorverfahren und durch die Vorinstanz 

erhobenen  Beweise  auf  das  angefochtene  Urteil  verwiesen  werden  (Urk. 68 

S. 86 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Dabei ist insbesondere auf die durch B._____ er-

stellte und (erst) vor Vorinstanz eingereichte Videoaufnahme (Urk. 39) zu verwei-

sen, welche eine Sequenz der oben umschriebenen, gemeinschaftlichen sexuellen 

Handlungen des Beschuldigten und von C._____ zeigt (inhaltlich sehr treffend um-

schrieben in Urk. 68 S. 105 f. sowie S. 109 f., worauf ausdrücklich verwiesen wird 

[Art. 82 Abs. 4 StPO]). Dem Zeitstempel kann entnommen werden, dass sich der 

Vorfall am 5. Mai 2019 ereignete, wovon in Präzisierung der Anklage nachfolgend 

auszugehen ist.

c)  Dass  es  im  Gartenhaus  von  M._____  zu  gruppensexuellen  Handlungen 

zwischen  (zumindest)  der  Privatklägerin,  dem  Beschuldigten  und  C._____ 

gekommen ist, kann nebst der vorerwähnten Videoaufnahme auch den Aussagen 

aller hierzu Befragten entnommen werden und ist somit als erstellt anzusehen. Der 

Beschuldigte  stützte  zudem  (zu  Beginn  der  Untersuchung)  die  Darstellung  der 

Privatklägerin sogar auch dort, wo diese ihn selbst und B._____ massiv belastete, 

während  seine  späteren  Aussagen  von  nicht  glaubhaften  Relativierungen  und 

Erinnerungslücken  strotzen.  Mithin  erweist  sich  erneut,  dass  die  Aussagen  der 

Privatklägerin  grundsätzlich  erlebnisbasiert  und  damit  authentisch  sind.  Mit  der 

Vorinstanz  ist  festzuhalten,  dass  die  Privatklägerin  im  Rahmen  mehrfacher 

Befragungen  stimmig  und  gleichbleibend  ausgesagt  und  dabei  auch  ihre  innere 

Befindlichkeit während und nach dem Vorfall nachvollziehbar thematisiert hat. Sie 

zeigte  keinerlei  Aggravationstendenzen,  sondern  schilderte  den  Vorfall 

gleichbleibend, solange und soweit es die Erinnerung zuliess. B._____, der auch 

hier erst anlässlich der erstinstanzlichen Verhandlung Aussagen zur Sache machte 

und  auch  erst  in  diesem  Zeitpunkt  das  besagte  Video  einreichte,  vermag 

demgegenüber  mit  seiner  Schilderung,  dort  wo  sie  von  der  Darstellung  der 

Privatklägerin abweicht, nicht zu überzeugen. So hat er spezifisch dann, wenn es 

- 32 -

selbstbelastend würde, keine Erinnerung, was als prozesstaktisch motiviert anzu-

sehen  ist.  Seine  Schilderung,  dass  es  mitten  in  der  Nacht,  nachdem  die  Privat-

klägerin  mehrere  Stunden  frierend  und  allein  im  Schrebergartenhaus  auf  ihn 

gewartet hatte, kurz nach Ankunft der drei jungen Männer zu Geschlechtsverkehr 

zwischen dem Beschuldigten, C._____ und der Privatklägerin, nicht aber mit ihm 

(was  sie  grundsätzlich  immer  und  ausschliesslich  wollte),  gekommen  sein  soll, 

ohne  dass  er  dies  veranlasst  hätte,  ist  vor  dem  Hintergrund  der  vorgängigen 

Ereignisse (F._____-strasse, JWG I._____) als realitätsfremd zu verwerfen. Zwar 

ist  nicht  zu  leugnen,  dass  die  Privatklägerin  im  eingereichten  Video  äusserlich 

kooperiert  und  sich  über  eine  gefallene  Bemerkung  ebenfalls  amüsiert  zeigt. 

Jedoch  ist  aus  dem  Video  –  mit  der  Vorinstanz  (Urk. 68  S. 109 f.)  –  primär 

abzulesen,  dass  B._____  damals  im  sozialen  Gefüge  eine  bestimmende  Rolle 

innehatte,  während  die  Privatklägerin  lediglich  als  (Sexual-)Objekt  behandelt 

wurde.  So  scheute  er  sich  nicht,  Nahaufnahmen  der  sexuellen  Handlungen  und 

despektierliche Bemerkungen über die Akteure zu machen sowie Anweisungen zu 

geben (bspw. der Beschuldigte solle dasselbe Kondom wie C._____ benützen, er 

erhalte  kein  Neues,  zumal  er  – B._____ –  die  Privatklägerin  gleich  selber  ficken 

werde). Die Privatklägerin führte zudem glaubhaft aus, dass sie Schläge befürchtet 

habe, wenn sie nicht gemacht habe, was B._____ wollte (Urk. 04/55 F/A 49 ff.). Im 

Übrigen  schilderten  alle  Tatbeteiligten  einen  längeren  Tatvorgang  als  das  Video 

zeigt. Das Video enthält mithin nur einen Ausschnitt des Vorfalls. Gemäss C._____ 

sei es ihm schon auf dem Weg zum Gartenhaus klar gewesen, dass es Sex mit der 

Privatklägerin geben werde. Allerdings musste er hierzu eingestehen, dies nicht mit 

ihr selbst besprochen zu haben. Vielmehr wurde – erneut – über ihren Kopf hinweg 

über  sie  bzw.  ihren  Körper  bestimmt.  Wenn  der  Beschuldigte  in  diesem 

Zusammenhang ausführt, er sei, nachdem sie seine Frage, ob ihr der Oralverkehr 

an ihm gefalle, zumindest für ihn, wenn auch nicht für die übrigen Anwesenden (vgl. 

hierzu  die  Vorinstanz,  Urk. 68  S. 111)  ersichtlich  verneint  hatte,  davon 

ausgegangen,  dass  dies  nur  den  Oralverkehr  betreffe,  weshalb  er  sie  nachher 

gleichwohl noch vaginal penetriert und gedacht hatte, sie wolle dies auch (so auch 

die  Verteidigung,  vgl.  Urk. 53  S. 22), 

ist  dies  als  völlig  realitätsfremde 

Schutzbehauptung  zu  würdigen.  Die  Schilderung  der  Privatklägerin,  dass  er, 

- 33 -

nachdem  ihm  B._____  gesagt  habe,  es  sei  doch  egal,  ob  sie  wolle  oder  nicht, 

zurückgekommen und sie von hinten penetriert, sie vorab aber nicht gefragt habe, 

ob sie das auch möchte, überzeugt demgegenüber. Nicht nur passt sie in die bei 

den Akten liegende Videosequenz, in welcher der Beschuldigte von B._____ ein 

Kondom  verlangt,  um  sie  nun  zu  ficken,  worauf  dieser  eben  entgegnet,  er  solle 

dasjenige  von  C._____ 

(wieder-)  verwenden 

(wie  es  dann  gemäss 

übereinstimmenden  Angaben  auch  gemacht  wurde).  Der  generell  abwertende 

Umgang  aller  mit  der  Privatklägerin  zeigt  sich  auch  darin,  dass  B._____  zum 

Schluss  –  erwiesenermassen,  wie  am  Schläger  vorgefundene  DNA  der 

Privatklägerin  beweist  (vgl.  Urk. 1.1/3)  –  versuchte,  die  Privatklägerin  mit  einem 

Golfschläger zu penetrieren – was ihm allerdings nur (aber immerhin) unvollständig 

gelang  (vgl.  hierzu  die  Vorinstanz,  Urk. 68  S. 111)  –  und  er  dies  vor  Vorinstanz 

versuchte,  als  Witz  darzustellen.  Damit  ist  auch  hier  der  äussere  Sachverhalt  – 

vorbehältlich  der  nicht  für  alle,  aber  jedenfalls  für  den  Beschuldigten  hörbaren 

Ablehnung  sowie  der  nachfolgend  anzusprechenden  Frage  des  Besitzes  eines 

kinderpornografischen Bildes – erstellt (vgl. ergänzend auch hier die sorgfältige und 

zutreffende Würdigung im angefochtenen Urteil, Urk. 68 S. 106 ff.; Art. 82 Abs. 4 

StPO).

Dass  B._____  nebst  der  von  ihm  vor  Vorinstanz  eingereichten,  nicht  anklagege-

genständlichen  Videoaufnahme  auch  ein  Foto  des  Gruppensexes  der  anderen 

machte, beweist – nebst den Aussagen der Privatklägerin – auch der Datenaus-

wertungsbericht  der  Kantonspolizei  Zürich  vom  18. August  2020  betreffend  das 

Mobiltelefon von C._____, welcher den Versand des besagten Fotos am 8. Januar 

2020 via WhatsApp-Chat durch den Beschuldigten an C._____ belegt (Urk. 5.1/9 

S. 4). Gleichzeitig wird dadurch nachgewiesen, dass der Beschuldigte zumindest 

an besagtem 8. Januar 2020 im Besitz dieser Aufnahme war. Soweit ihm die An-

klagebehörde und die Vorinstanz zusätzlich und zeitlich darüber hinausgehend den 

Besitz dieses Bildes bis zu seiner Verhaftung am 21. April 2020 vorwerfen (Urk. 6 

S. 16 und Urk. 68 S. 111 f.), kann dem jedoch nicht gefolgt werden. Denn dieses 

Bild befand sich anlässlich der Verhaftung des Beschuldigten bzw. der Auswertung 

seines Mobiltelefons nicht mehr in den aktiven Dateien, sondern konnte nur noch 

als  (für  den  User  gemeinhin  verstecktes)  Vorschaubild  (Thumbnail  bzw. 

- 34 -

thumb_1006.bmp, vgl. Urk. 5.1/12 S. 3) rekonstruiert werden (Urk. 5.1/12 S. 1: Null 

Dateien  enthaltend  Kinderpornografie  vorgefunden).  Von  wann  bis  wann  es  sich 

aktiv, mithin mit seinem Wissen und Willen, in seiner Bildergalerie oder in einem 

Chat befunden hat bzw. wann er es daraus gelöscht hat, kann aufgrund der vorlie-

genden Beweismittel nicht rechtsgenügend nachgewiesen werden. 

d) Auch hier wird im Rahmen der rechtlichen Würdigung zu prüfen sein, ob sich die 

Privatklägerin in dieser, den äusseren Umständen nach erstellten, Situation in einer 

tatbestandsmässigen  Zwangslage  befunden  hat  und  ob  der  Beschuldigte  dies 

wahrnahm und bewusst zu seinen Gunsten ausnützte. 

3.7.6. In Anklagesachverhalt 6 wird dem Beschuldigten vorgeworfen, am 8. Januar 

2020 das im Rahmen von Anklagesachverhalt 5 durch B._____ hergestellte, kin-

derpornografisches Bild an C._____ verschickt zu haben (Urk. 6 S. 18). Das Bild 

zeigte die Privatklägerin, wie sie den Beschuldigten im Gartenhaus oral befriedigt, 

während C._____ gleichzeitig von hinten Doggy-Style den Geschlechtsverkehr mit 

ihr vollzieht. Der Beschuldigte trägt einen schwarzen, mit glitzernden Applikationen 

besetzten Pullover, C._____ – dessen Kopf im Bild abgeschnitten ist – ein schwa-

rzes T-Shirt mit pink-violett-weissem Aufdruck eines Affenkopfes. 

Dass das inkriminierte Bild an besagtem Datum per WhatsApp-Chat an C._____ 

versandt wurde, ist rechtsgenügend belegt (Urk. 5.1/9 S. 4 f.). Dass genau dieses 

Bild, welches nebst der Privatklägerin den Beschuldigten und C._____ zeigt, nicht 

vom Beschuldigten selbst, sondern von einem unbeteiligten Dritten, welcher nicht 

nur genau dieses, von Mai 2019 datierende Bild am 8. Januar 2020 in der Galerie 

des  Mobiltelefons  des  Beschuldigten,  dessen  Sperrcode  er  überdies  kannte, 

auffand  und  hernach  C._____  (dessen  Kopf  wie  erwähnt  auf  dem  Bild 

abgeschnitten ist) erkannte und es diesem sandte, wie es der Beschuldigte bzw. 

die Verteidigung (Urk. 93 S. 24 Rz. 36) glauben machen will, ist völlig realitätsfremd 

und  entsprechend  als  reine  Schutzbehauptung  zu  werten.  Damit  ist  davon 

auszugehen,  dass  der  Beschuldigte  selbst  das  Bild  versandt  hat,  womit  der 

Sachverhalt rechtsgenügend erstellt ist.

- 35 -

3.7.7. Der Vorwurf gemäss Anklagesachverhalt 7 lautet dahingehend, dass der Be-

schuldigte  sich  im  Untersuchungsverfahren  bei  zwei  Gelegenheiten  (am  11. Mai 

2020 und am 12. Januar 2021) auf einer Fotografie selbst identifiziert habe, obwohl 

diese tatsächlich den Mitbeschuldigten O._____ beim Geschlechtsverkehr im Gar-

tenhaus mit der Privatklägerin zeigte (von diesem am 9. März 2021 auch so aner-

kannt, vgl. Urk. 3.4/3). Dies habe der Beschuldigte in der Absicht getan, den voll-

jährigen O._____ der Strafverfolgung zu entziehen (Urk. 6 S. 19).

Als ihm die Fotografie am 11. Mai 2020 zum ersten Mal – im Rahmen einer Befra-

gung zu den Ereignissen im Gartenhaus – vorgelegt wurde, erkannte er die Örtlich-

keit und die Privatklägerin, konnte sich aber nicht darauf festlegen, ob allenfalls er 

oder C._____ ebenfalls darauf abgebildet sind ("Es kann sein, dass ich es bin, oder 

C._____."). Weitere Fotos wurden ihm bei jener Gelegenheit nicht gezeigt (Urk. 2/5 

S. 16 f.). Diese Aussage kann nicht als klare Falschidentifikation angesehen wer-

den. Vielmehr schloss der Beschuldigte hier lediglich aufgrund der ihm bekannten 

Umgebung (Gartenhaus) und der Situation (Sex mit der Privatklägerin Doggy-Style) 

auf die Möglichkeit, dass er oder C._____ der männliche Part sein könnten. Dies-

bezüglich kann der Anklagevorwurf somit nicht erstellt werden.

Hingegen erklärte er am 12. Januar 2021 unmissverständlich, dass er die auf dem 

Foto abgebildete Person in der grauen Jacke sei (Urk. 2/15 S. 4 f.). Diesbezüglich 

ist der Sachverhalt somit erstellt, wobei auf die Frage, ob es sich um eine bewusste 

Falschaussage  in  Begünstigungsabsicht  oder  um  eine  blosse  Verwechslung  ge-

handelt hat, im Rahmen der rechtlichen Würdigung näher einzugehen ist. 

4.

Rechtliche Würdigung

4.1. Seit Erlass des vorinstanzlichen Urteils ist per 1. Juli 2024 die breit disku-

tierte Revision des Sexualstrafrechts in Kraft getreten. Diese hat die unter den Titel 

"Strafbare Handlungen gegen die sexuelle Integrität" gehörenden Straftatbestände 

neu gefasst und die Grenzen strafbaren Verhaltens erweitert. Im Ergebnis ermög-

licht die neue Gesetzeslage jedoch keine mildere Beurteilung des Beschuldigten, 

weshalb in Anwendung von Art. 2 Abs. 2 StGB von der Weitergeltung der bisheri-

gen Normen, im Folgenden bezeichnet als "Art. X aStGB", auszugehen ist. Eben-

- 36 -

falls  ohne  Einfluss  auf  die  konkret  in  Frage  kommenden  Strafnormen  blieb  im 

Übrigen die bereits per 1. Juli 2023 in Kraft getretene Strafrahmenharmonisierung 

(vgl. zum Tatbestand der Begünstigung jedoch Ziff. 4.3.6 lit. d nachfolgend). 

4.2. Nachfolgend werden die erstellten Vorfälle rechtlich zu würdigen sein. Die 

Vorinstanz hat die Voraussetzungen der Mittäterschaft und die in Frage kommen-

den  Tatbestände  umfassend  beschrieben  und  aufgezeigt,  welche  Tatbestands-

merkmale jeweils konkret zu erfüllen sind, damit ein Schuldspruch erfolgen kann 

(Urk. 68 S. 115 ff.). Auf diese theoretischen Ausführungen wird – um Wiederholun-

gen zu vermeiden – vorweg verwiesen (Art. 82 Abs. 4 StPO). Entsprechend kann 

nachfolgend sogleich zur konkreten rechtlichen Subsumtion geschritten werden

4.3. Rechtliche Würdigung im Einzelnen

4.3.1. Hinsichtlich  Anklagesachverhalt  1  ist  der  erstinstanzliche  Freispruch  vom 

Vorwurf der Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 aStGB in Verbindung mit 

Art. 200  aStGB  in  Rechtskraft  erwachsen  (vgl.  Ziff.  2.2  hiervor),  weshalb  hierauf 

nicht weiter einzugehen ist.

Zu  prüfen  bleibt  jedoch,  wie  der  Umstand  zu  würdigen  ist,  dass  die  damals  erst 

gerade zwölf Jahre alte Privatklägerin auf Geheiss von B._____ und mit Zustim-

mung des Beschuldigten einige Zeit lang dessen Penis in der Hand hielt, während 

B._____ mit ihr von hinten (Doggy-Style) den vaginalen Geschlechtsverkehr voll-

zog. Dass darin (Halten des Penis) jedenfalls eine sexuelle Handlung im Sinne des 

Sexualstrafrechts  zu  sehen  ist,  ist  augenscheinlich  (so  auch  BSK  StGB-Maier, 

2019, Art. 187 N 11), weshalb nicht von Belang ist, dass es schlussendlich nicht – 

wie eigentlich von B._____ verlangt – zu Oralverkehr gekommen ist.

Nachdem der Beschuldigte erstelltermassen um das Alter der Privatklägerin und 

damit auch um den Altersabstand von mindestens vier Jahren wusste (der Beschul-

digte selbst stand Anfang mm. 2018 kurz vor seinem 17. Geburtstag), hat er sich 

hiermit jedenfalls vorsätzlich der sexuellen Handlungen mit Kindern im Sinne von 

Art. 187 Ziff. 1 aStGB schuldig gemacht. Da zwischen dem Beschuldigten und der 

Privatklägerin lediglich eine freundschaftliche Beziehung entstand, fehlt es jeden-

- 37 -

falls am Vorliegen "besonderer Umstände" gemäss Art. 187 Ziff. 3 aStGB, welche 

andernfalls ein Absehen von einer Verurteilung oder Strafe ermöglichen könnten 

(vgl. BSK StGB-Maier, 2019, Art. 187 N 33). Da B._____ gleichzeitig ebenfalls se-

xuelle Handlungen mit der Privatklägerin ausführte, ist im Sinne von Art. 200 aStGB 

von gemeinsamer Tatbegehung auszugehen.

Weiter  ist  der  Tatbestand  der  sexuellen  Nötigung  im  Sinne  von  Art. 189  Abs. 1 

aStGB zu prüfen. Voraussetzung eines diesbezüglichen Schuldspruches ist, dass 

die  Privatklägerin  bei  Vornahme  der  oben  erwähnten  sexuellen  Handlung  einer 

qualifizierten Zwangssituation ausgesetzt war (vgl. hierzu die ausführlichen theore-

tischen Erwägungen der Vorinstanz in Urk. 68 S. 115 ff.).

Dass in der fraglichen Zeit bereits ein auf der bedingungslosen Verliebt- bzw. Ver-

narrtheit der Privatklägerin in B._____ gründendes Abhängigkeitsverhältnis von ihr 

zu  B._____  bestand,  wurde  bereits  erstellt  (vgl.  Ziff. 3.6.2  hiervor).  Es  erscheint 

jedoch fraglich, ob dieses dem Beschuldigten vor diesem Ereignis schon bekannt 

war. Hinzu kommt, dass B._____ gemäss den eigenen Aussagen der Privatklägerin 

in  jener  Zeit,  Anfang  August  2018,  noch  nicht  pflegte,  sie  bei  Widerspruch  oder 

nicht  genehmem  Verhalten  jeweils  zu  schlagen.  Vielmehr  bezeichnete  sie  das 

vorliegend zu prüfende Ereignis als den ersten Vorfall, wo B._____ ihr gegenüber 

hässig  geworden  sei  (Urk. 4/16  S. 5).  Mithin  kann  der  Grund,  weshalb  sie  dem 

Befehl  gehorchte,  jemanden  der  Gäste  auszusuchen  und  an  ihm  sexuelle 

Handlungen  vorzunehmen,  während  B._____  mit 

ihr  den  vaginalen 

Geschlechtsverkehr  vollzieht,  nicht  in  der  Angst  vor  Schlägen  gefunden  werden. 

Jedoch lag gleichwohl eine tatbestandsmässige Zwangssituation vor: So festigte 

B._____  zunächst  seine  aufgrund  des  Abhängigkeitsverhältnisses 

latent 

vorhandene  Machtposition,  indem  er  die  Privatklägerin  anwies,  eine  derartige 

Menge Alkohol zu trinken, dass sie – auch für Dritte bzw. den Beschuldigten er-

kennbar – offensichtlich stark betrunken war. Gemäss dem Beschuldigten war sie 

recht  betrunken  und  fiel  sie  sodann  im  Schlafzimmer  zunächst  einmal  vom  Bett 

herunter,  bevor  es  zu  sexuellen  Handlungen  kommen  konnte  (Urk. 2/3  S. 7). 

Sodann  befahl  B._____  ihr,  einen  der  Anwesenden  mit  ins  Schlafzimmer  zu 

nehmen, womit ihr (und allen anderen Anwesenden, insbesondere dem schliesslich 

- 38 -

auserwählten  Beschuldigten)  unausgesprochen  klargemacht  wurde,  was  damit 

bezweckt  war.  Denn  B._____  hatte  bereits  vorab  für  alle  erkennbar  klargestellt, 

dass  er  nun  mit  der  Privatklägerin  im  Schlafzimmer  seines  Onkels  Ge-

schlechtsverkehr haben würde. Diesen Befehl untermauerte er nach ihrem – vom 

Beschuldigten ebenfalls registrierten (Urk. 2/3 S. 7) – verbalen Widerstand zusätz-

lich mit der Androhung, sie ansonsten sofort – mithin mitten in der Nacht – vor die 

Türe  zu  setzen.  Aufgrund  ihrer  wegen  des  Alkohols  eingeschränkten  geistigen 

Fähigkeiten  (vgl.  die  lebensnahe  Beschreibung  dieses  erstmaligen  Rausches  in 

Urk. 4/16  S. 11)  und  dadurch  reduzierter  Widerstandskraft  war  die  damals  erst 

zwölf  Jahre  alte  Privatklägerin  entgegen  den  Ausführungen  der  Verteidigung 

(Urk. 93  S.  19  f.)  nicht  in  der  Lage,  ihre  verbleibenden  Möglichkeiten  realistisch 

abzuschätzen. Dadurch wirkte die Drohung, mitten in der Nacht aus der Wohnung 

geschmissen zu werden und somit gemäss ihrer Überlegung zuerst zum Bahnhof 

laufen  und  dort  alleine  auf  den  ersten  Zug  warten  zu  müssen  (ebenda  S. 13 f.), 

noch abschreckender, als dies im normalen Zustand der Fall gewesen wäre. Dass 

sie  auch  einfach  zurück  in  die  Garage  ihrer  Freundin  gehen  könnte,  wo  sie 

ursprünglich  geplant  hatte  die  Nacht  zu  verbringen,  war  ihr  in  diesem  stark  be-

rauschten  und  übermüdeten  Zustand  offensichtlich  gar  nicht  eingefallen.  Kommt 

hinzu,  dass  die  durch  B._____  herbeigeführte,  vom  Beschuldigten  wahr-

genommene Alkoholintoxikation auch (notorischerweise) geeignet war, die Wehr-

fähigkeit  der  Privatklägerin  generell  herabzusetzen.  In  dieser  für  sie  somit  aus-

weglosen  Situation,  zumal  mitten  in  der  Nacht  alleine  mit  sechs  männlichen 

Jugendlichen,  welche  offenbar  weder  die  Aufforderung,  einen  von  ihnen  zwecks 

gruppensexueller Handlungen auszusuchen, unangemessen fanden, noch ihr auf 

ihre verbale Ablehnung hin zu Hilfe gekommen wären, in einer fremden Wohnung, 

gab sie – nachvollziehbar – den Widerstand auf und gehorchte im Weiteren nun 

diskussionslos  sowohl  dem  Befehl,  sich  auszuziehen  als  auch,  demjenigen,  am 

nackten  Penis  des  Beschuldigten  sexuelle  Handlungen  vorzunehmen,  wobei  sie 

hierbei  allerdings  aufgrund  drohender  Übelkeit  und  starker  Übermüdung  vom 

vorgegebenen  Skript  abwich  und  statt  des  verlangten  Oralverkehrs  den  Penis 

"bloss" längere Zeit bzw. bis B._____ mit dem Geschlechtsverkehr fertig war, in der 

Hand hielt, ohne den Beschuldigten effektiv bis zum Samenerguss zu befriedigen. 

- 39 -

Der  Beschuldigte  hatte  sowohl  die  starke  Betrunkenheit  der  Privatklägerin 

registriert als auch ihre ursprüngliche verbale Weigerung, einen der anwesenden 

Jugendlichen für gemeinsamen Gruppensex auszusuchen, mitbekommen. Anstatt 

B._____  zu  rügen  und  der  Privatklägerin  zu  Hilfe  zu  kommen,  stützte  der 

Beschuldigte  in  der  Folge  durch  seine  vorbehaltlose  Partizipation  (Mitgehen  ins 

Schlafzimmer, Hinsetzen aufs Bett, Entblössen des Penis) das keinen Widerspruch 

duldende  Verhalten  von  B._____  und  damit  auch  dessen  Drohung,  die 

Privatklägerin bei einer Weigerung mitten in der Nacht vor die Türe zu setzen (vgl. 

dazu auch die Ausführungen der Vorinstanz in Urk. 68 S. 122 ff.). Damit nahm er 

zumindest in Kauf, dass sie einzig wegen besagter Zwangssituation schlussendlich 

kooperierte  und  macht  sich  somit  der  sexuellen  Nötigung  im  Sinne  von  Art. 189 

Abs. 1 aStGB (mit-)schuldig. Da die sexuellen Handlungen sodann in Anwesenheit 

von B._____ durchgeführt wurden, was den Druck bis zum Ende aufrecht erhielt, 

ist  mit  der  Vorinstanz  (vgl.  Urk. 68  S. 125 f.)  von  gemeinsamer  Tatbegehung  im 

Sinne von Art. 200 aStGB auszugehen. 

4.3.2. Auch  hinsichtlich  Anklagesachverhalt  2  qualifiziert  der  an  der  mittlerweile 

13 Jahre  alten  Privatklägerin  durch  den  Beschuldigten  vollzogene  Geschlechts-

verkehr  jedenfalls  als  vorsätzliche  sexuelle  Handlung  mit  Kindern  im  Sinne  von 

Art. 187  Ziff. 1  aStGB.  Da  B._____  jedoch  nicht  im  Zimmer  anwesend  war,  liegt 

keine gemeinschaftliche Tatbegehung im Sinne von Art. 200 aStGB vor.  

Anderseits erfüllte der Beschuldigte gleichzeitig (in Idealkonkurrenz) auch den Tat-

bestand der Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 aStGB. Dem Beschuldig-

ten  war  damals,  Anfang  2019,  aufgrund  seiner  engen  Freundschaft  mit  B._____ 

hinlänglich bekannt, dass die damals erst rund 13 Jahre alte Privatklägerin sich den 

Anordnungen von B._____ kaum entgegenstellen würde bzw. konnte, sondern in 

ihrer Vernarrtheit und dadurch begründeten emotionalen Abhängigkeit leicht zu be-

einflussen  und  zu  für  sie  schädlichem  Verhalten  zu  bestimmen  war.  So  hatte  er 

nicht nur die Ereignisse gemäss Anklagesachverhalt 1 selbst miterlebt, gemäss ei-

genen Angaben habe der Beschuldigte die Privatklägerin auch regelmässig belei-

digt,  angeschrien  und  geschlagen  (Urk. 2/4  S. 8,  wobei  die  zeitliche  Einordnung 

durch den Beschuldigten offensichtlich um ein Jahr vorverschoben ist, begann die 

- 40 -

Beziehung zwischen B._____ und der Privatklägerin doch erst im Dezember 2017). 

Wie die Privatklägerin glaubhaft erklärte, waren Schläge zu jener Zeit, als B._____ 

in der JWG I._____ wohnte, für sie bereits Alltag geworden und der Gedanke daran 

jederzeit  zumindest  im  Hinterkopf  mitbestimmend  für  ihr  Verhalten  (Urk. 4/3 

S. 38 f.). Zusätzlicher Druck wurde sodann in der hier konkret vorliegenden Situa-

tion zweifellos dadurch auf sie ausgeübt, dass B._____ seinen Befehl – in Gegen-

wart des Beschuldigten – explizit mit der Drohung verband, wütend zu werden oder 

sie  zu  schlagen,  wenn  sie  nicht  mit  dem  Beschuldigten  den  Geschlechtsverkehr 

vollziehen würde. Der Beschuldigte selbst verstärkte diesen von B._____ auf die 

Privatklägerin ausgeübten Druck sodann dadurch, dass er, nachdem er dieses mit-

angehört hatte, als Folge der Drohungen nicht etwa zugunsten der Privatklägerin 

Partei ergriff und B._____ Einhalt gebot, sondern reaktionslos im Raum verblieb. 

Dadurch  vermittelte  er  der  Privatklägerin,  dass  er  ihr  gegen  B._____  nicht 

beistehen  würde.  Dieser  Eindruck  bestätigte  sich  sodann,  nachdem  jener  das 

Zimmer verlassen hatte. Auf die Information der Privatklägerin hin, sich gezwungen 

zu fühlen und den Befehl aus Angst vor der Reaktion B._____s befolgen (und nicht 

etwa jenem gegenüber lügen) zu wollen, reagierte der Beschuldigte derart, dass er 

den Geschlechtsverkehr vollzog und die Zwangslage der Privatklägerin ausnützte, 

anstatt seinerseits die Konfrontation mit B._____ zu suchen und klarzustellen, dass 

er  an  abgenötigtem  Geschlechtsverkehr  kein  Interesse  habe.  Dass  die  Privat-

klägerin in dieser ausweglosen Situation keinen physischen Widerstand leistete, ist 

nachvollziehbar und steht der Subsumtion als Vergewaltigung nicht entgegen. Sub-

jektiv ist seitens des Beschuldigten von direktem Vorsatz auszugehen, nachdem er 

den Geschlechtsverkehr im vollen Wissen um die angst- bzw. drohungsbedingte 

Motivation  der  Privatklägerin  vollzog,  zumal  in  der  Äusserung  der  Privatklägerin, 

dem Befehl von B._____ Folgen zu wollen, weil er es herausfinden würde, wenn 

sie  ihn  anlügen,  und  sie  schlagen  würde,  keine  gültige  Einwilligung  in  ein-

vernehmlichen  Geschlechtsverkehr  gesehen  werden  kann  (so  aber  die  Ver-

teidigung in Urk. 53 S. 18), da bereits aus der von der Privatklägerin gegebenen 

Begründung  selbst  für  jedermann  (und  damit  auch  für  den  Beschuldigten) 

verständlich erhellt, dass es sich um eine erzwungene Entscheidung handelt. Hier 

rechtfertigt sich die Anwendung von Art. 200 aStGB, nachdem B._____ durch sein 

- 41 -

Verbleiben in der unmittelbaren Nähe sicherstellte, dass seiner Anordnung Folge 

geleistet wird, zumal er nachfolgend auch überprüfte, ob die Privatklägerin gehorcht 

und ihren Anweisungen entsprechend gehandelt hatte (Urk. 2/7 S. 6). 

4.3.3. Dass der Beschuldigte sich in Anklagesachverhalt 3 mit entblösstem Penis 

vor  die  Privatklägerin  aufs  Bett  setzte  und  sich  oral  befriedigen  liess,  während 

gleichzeitig B._____ von hinten (Doggy-Style) den vaginalen Geschlechtsverkehr 

an ihr vollzog, ist ein weiteres Mal als gemeinsam ausgeführte, vorsätzliche sexu-

elle Handlungen mit Kindern im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 aStGB in Verbindung mit 

Art. 200 aStGB zu würdigen.

Dieser Oralverkehr ist zusätzlich als sexuelle Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 

aStGB  zu  qualifizieren.  Die  Privatklägerin  willigte  nicht  einvernehmlich  in  diese 

Aktivität ein. Vielmehr fügte sie sich der Anordnung von B._____, nachdem dieser 

– in Gegenwart des Beschuldigten – ihren verbalen Widerspruch negiert und an der 

Aufforderung  festgehalten  hatte.  Dieses  Sich-Fügen  ist  gerade  auch  vor  dem 

Hintergrund der Ereignisse gemäss Anklagesachverhalt 1 und 2 nachvollziehbar, 

hatte die Privatklägerin doch dort bereits mehrfach erlebt, dass niemand auf ihre 

Wünsche Rücksicht nehmen würde, dass eine Weigerung vielmehr den Beschul-

digten  wütend  macht  und  ihr  Schläge  einbringt,  wie  dies  damals  gemäss  ihren 

glaubhaften Ausführungen bei nicht genehmem Verhalten ihrerseits bereits Alltag 

und ihr als Gedanke immer im Hinterkopf war (Urk. 4/3 S. 38 f.; vgl. auch die Aus-

sagen  des  Beschuldigten  und  von  J._____,  dass  B._____  schnell  austicke  bzw. 

dass  er  auch  bei  seinen  männlichen  Kollegen  Angst  ausgelöst  habe,  wenn  er 

hässig geworden sei, da man ihn dann weder kontrollieren noch beruhigen könne 

[Urk. 2/7 S. 9 f., Urk. 2/8 S. 8, Urk. 3.3/2 S. 7]). Der Beschuldigte erwies sich hier 

ein weiteres Mal nicht als Verbündeter der Privatklägerin, der ihren Widerspruch 

stützt,  sondern  nützte  die  ausweglose  Situation,  in  der  sich  das  13 Jahre  alte 

Mädchen befand, zumal gegenüber den beiden jungen Männern in Unterzahl, nur 

kurze  Zeit  nach  dem  Vorfall  gemäss  Anklagesachverhalt 2  erneut  skrupellos  zu 

seinem eigenen sexuellen Vergnügen aus. Damit nahm er zumindest in Kauf, dass 

die  emotional  von  B._____  aufgrund  ihrer  Verliebt-  bzw.  Vernarrtheit  abhängige 

Privatklägerin die sexuellen Handlungen auch hier – wie bereits im vorangehenden 

- 42 -

Anklagesachverhalt  2  sogar  noch  explizit  verbalisiert  –  einzig  aufgrund  dessen 

Befehls und ihrer Angst vor seinen Schlägen bei Verweigerung sowie unterstützend 

dem Verhalten des Beschuldigten, welcher sich konkludent mit dem Ansinnen von 

B._____ solidarisierte und den Druck auf die Privatklägerin damit weiter erhöhte, 

vornahm.  Insbesondere  hatte  er  gemäss  eigenen  Angaben  schon  damals  ein 

ungutes  Gefühl  bzw.  habe  es  sich  "nicht  richtig"  angefühlt  (Urk. 2/8  S. 6),  womit 

deutlich wird, dass er sich der kritischen Umstände durchaus bewusst war, diese 

aber offensichtlich in Kauf nahm, nachdem ihn dies nicht dazu bewegen konnte, 

auf  die  Vornahme  sexueller  Handlungen  zu  verzichten.  Dass  er  sich  im  Übrigen 

gemäss eigenen Worten selbst von B._____ zu diesen "gezwungen" fühlte, fusste 

offenbar primär darin, dass er gemäss nachgelieferter Begründung darin, dass er 

von seinen Peers gemocht und anerkannt werden bzw. nicht als "Loser" verspottet 

werden  wollte  (Urk. 2/8  S. 8;  Urk. 1.6/7  S. 14)  und  nicht  in  einem  strafrechtlich 

relevanten  Zwang,  weshalb  dies  sein  Verhalten  weder  zu  rechtfertigen  noch  zu 

entschuldigen vermag.

Da B._____, währenddem der Beschuldigte sich von der Privatklägerin oral befrie-

digen  liess,  gleichzeitig  von  hinten  vaginalen  Geschlechtsverkehr  mit  der 

Privatklägerin vollzog, ist auch hier von gemeinsamer Tatbegehung im Sinne von 

Art. 200 aStGB auszugehen. 

4.3.4. Am 5. Mai 2020 kam es im Gartenhaus von M._____ (Anklagesachverhalt 5) 

zu eigentlichem Gangbang-Gruppensex, wobei sich der Beschuldigte im Wechsel 

mit C._____ sowohl oral von der damals erst 13-jährigen Privatklägerin befriedigen 

liess, als sie auch – nach einem Unterbruch und neuem Tatentschluss – vaginal 

von  hinten  (Doggy-Style)  penetrierte.  Dass  dieses  Verhalten  als  mehrfache,  ge-

meinsam begangene, vorsätzliche sexuelle Handlungen mit Kindern im Sinne von 

Art. 187 Ziff. 1 aStGB in Verbindung mit Art. 200 aStGB qualifiziert, ist offensicht-

lich.

Weiter  ist  zu  prüfen,  ob  die  sexuellen  Handlungen  zwischen  dem  Beschuldigten 

und  der  Privatklägerin  bzw.  C._____  und  der  Privatklägerin  auch  als 

Nötigungsdelikte (Vergewaltigung, sexuelle Nötigung) qualifizieren sowie ob dem 

- 43 -

Beschuldigten hinsichtlich der Handlungen von C._____ Mittäterschaft vorzuwerfen 

ist. 

Vor  dem  Hintergrund  ihrer  dem  Beschuldigten  mittlerweile  bekannten  extremen 

Vernarrtheit  und  des  dadurch  bestehenden,  bereits  hinlänglich  diskutierten  Ab-

hängigkeitsverhältnisses  vermag  auch  hier  nicht  zu  überraschen,  dass  sich  die 

Privatklägerin  der  blossen  Aufforderung  von  B._____  fügte,  ohne  erkennbar 

Widerstand  zu  zeigen,  zumal  den  Ereignissen  im  Gartenhaus  wenige  Wochen 

zuvor bereits die Vorfälle in der JWG I._____ (Anklagesachverhalte 2 und 3) sowie 

offenbar zumindest auch ein Vorfall mit C._____ und J._____ (vgl. Urk. 3.2/2, 3, 5; 

Urk. 3.3/4-6,  11;  Prot. I  S. 142 ff.)  vorangegangen  waren,  die  die  Privatklägerin 

zweifellos  beeindruckt  und  geprägt  hatten.  Sodann  ist  zu  beachten,  dass  der 

Beschuldigte in der Zeit zwischen Anklagesachverhalt 3 und 5 zweimal präsent war 

und miterlebt hat, wie B._____ die Privatklägerin tätlich für Fehlverhalten bestrafte 

(vgl.  Ziff.  3.7.4  hiervor;  Vorfall  am  Bahnhof  P._____  sowie  Vorfall  in  der  JWG 

I._____,  welcher  bei  der  Privatklägerin  nebst  deutlich  sichtbaren  Ge-

sichtsverletzungen zu einer vorübergehenden Gehörsbeeinträchtigung führte, vgl. 

Urk. 4/37).  Mithin  wusste  er  aktuell  um  das  gewaltgeprägte  Verhältnis  zwischen 

B._____  und  der  Privatklägerin.  Zudem  registrierte  er  den  ängstlichen  Ge-

mütszustand der Privatklägerin gemäss eigener Zugabe auch vor Ort im Garten-

häuschen,  bevor  es  zu  den  sexuellen  Handlungen  kam  (Urk. 2/4  S. 7,  Urk. 2/5 

S. 6 ff.). Ab dem Moment, als sich die Privatklägerin, mitten in der Nacht im einsam 

gelegenen, kleinen Schrebergartenhäuschen, nicht wie erwartet alleine in Gegen-

wart von B._____ wiederfand, sondern er absprachewidrig mit dem Beschuldigten 

und  C._____  –  zwei  jungen  Männern,  mit  welchen  B._____  sie  bereits  in  der 

jüngeren  Vergangenheit  zu  sexuellen  Handlungen  gezwungen  hatte  –  beim 

Gartenhaus aufgetaucht war, befand sie sich – für den Beschuldigten ersichtlich – 

in einer vergleichbaren Drucksituation wie bei den früheren Vorfällen in der JWG 

I._____.  Sie  sah  sich  alleine  einer  Überzahl  junger  Männer  gegenüber,  die 

klarerweise  alle  von  ihr  sexuelle  Handlungen  erwarteten  und  die  ihr  in  der  Ver-

gangenheit  in analogen Situationen, als  sie (noch) verbale Ablehnung  geäussert 

hatte, nicht beigestanden waren. Weiter war ihr damals auch hinlänglich bewusst 

(gemacht worden), dass B._____ es jeweils mit Schlägen und der Androhung von 

- 44 -

Kontaktabbruch quittiert, wenn sie seinen Wünschen nicht Folge leistet (so bspw. 

wie bereits erwähnt kurz zuvor wieder geschehen in P._____ [Anklagesacherhalt 

4],  als  er  unter  anderem  im  Beisein  des  Beschuldigten  ihren  Kopf  gegen  den 

Billettautomaten geschlagen hatte, weil sie ihm das Rückfahrbillett nicht bezahlen 

wollte).  Angesichts  dieser  Umstände  war  die  Situation  für  sie  aussichtslos  und 

weitergehender Widerstand, als die gegenüber dem Beschuldigten zumindest für 

diesen hörbar wenn auch zurückhaltend geäusserte Ablehnung, weder zumutbar 

noch aussichtsreich. Mithin sind die sexuellen Handlungen mit dem Beschuldigten 

(Oralverkehr  sowie  vaginaler  Geschlechtsverkehr,  wobei  zufolge  je  eigenstän-

digem  Tatentschluss  keine  Konsumation  vorliegt,  vgl.  hierzu  die  zutreffenden 

Ausführungen  der  Vorinstanz  in  Urk. 68  S. 146 f.,  auf  welche  diesbezüglich  voll-

umfänglich  verwiesen  wird  [Art. 82  Abs. 4  StPO])  als  zumindest  eventual-

vorsätzliche  Vergewaltigung  im  Sinne  von  Art. 190  Abs. 1  aStGB  sowie  sexuelle 

Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 aStGB zu würdigen. Dies je in Verbindung 

mit  Art. 200  aStGB,  da  angesichts  der  Gleichzeitigkeit  von  gemeinsamer  Tat-

begehung auszugehen ist. Denn der Beschuldigte wusste um die emotionale Ab-

hängigkeit der Privatklägerin von B._____, die konkrete, situative Zwangssituation 

sowie  die  der  Privatklägerin 

latent  drohende  körperliche  Bestrafung  bei 

Fehlverhalten.  Ebenso  wusste  er,  dass  B._____  sich  schnell  aufregt  und  dann 

kaum kontrollierbar ist (Urk. 2/8 S. 8, Urk. 2/9 S. 5) und hatte auch die Ängstlichkeit 

der  Privatklägerin  und  ihr  zurückhaltendes,  zögerndes  Verhalten  bemerkt. 

Trotzdem liess er sich zunächst oral befriedigen und vollzog hernach, obwohl sie 

ihm auf seine Frage hin ihr Missfallen kundgetan hatte, aber nachdem B._____ klar 

gemacht hatte, dass die Meinung und Bedürfnisse der Privatklägerin unbeachtlich 

sind ("isch doch egal"), sogar noch den vaginalen Geschlechtsverkehr. Dass sich 

ihre Ablehnung gemäss seinem Empfinden bloss auf den Oralverkehr bezogen und 

sie  lediglich  eine  Positionsveränderung  gewünscht  haben  soll,  ist  –  wie  bereits 

erwogen – schlicht absurd und wird durch sein eigenes Verhalten sofort widerlegt. 

So beendete der Beschuldigte nach Kenntnisnahme ihrer Ablehnung – vorerst – 

seine  sexuelle  Mitwirkung  und  verliess  den  Raum,  was  zeigt,  dass  er  die 

Privatklägern  durchaus  richtig  verstanden  hat.  Ihre  Willensäusserung  hatte 

allerdings  für  ihn  nur  solange  Gewicht,  bis  B._____  deutlich  machte,  dass  diese 

- 45 -

nichts  zählt,  worauf  er  sich  wie  bereits  erwähnt  –  ohne  weitere  Nachfrage  oder 

Rückversicherung bei der Privatklägerin – vaginal penetrierend an ihr zu schaffen 

machte.  Damit  nahm  er  zumindest  in  Kauf,  dass  sie  sämtliche  sexuellen 

Handlungen  nur  aus  Angst  vor  B._____  bzw.  seiner  Reaktion  bei  Verweigerung 

vornahm  und  nicht,  weil  sie  diese  selbst  wünschte  und  von  sich  aus  ausführen 

wollte.  Vergleichbares  hatte  er  bereits  bei  Sachverhalt  3  erlebt,  als  die 

Privatklägerin  den  Sexualkontakt  sofort  abbrach,  nachdem  B._____  unter  die 

Dusche  ging.  Ebenso  ist  ihm  hinsichtlich  der  Übergriffe  von  C._____,  welche 

zeitgleich und damit für ihn offensichtlich wahrnehmbar passierten, Mittäterschaft 

anzulasten (vgl. zur Definition die Ausführungen der Vorinstanz in Urk. 68 S. 118). 

Auch  diese  waren  von  der  Privatklägerin  offensichtlich  nicht  gewollt,  sondern 

aufgrund  der  Gesamtsituation  abgenötigt,  wobei  der  Beschuldigte  auch 

diesbezüglich zumindest in Kauf nahm, dass die Privatklägerin (auch) die sexuellen 

Handlungen von C._____ nur über sich ergehen liess, weil sie sich situativ in einer 

ausweglosen Position sah, allein mit drei Männern im einsamen Gartenhaus, mitten 

in der Nacht, und sich überdies vor den Konsequenzen einer Verweigerung, insb. 

Schlägen  und  Kontaktabbruch  durch  B._____, 

fürchtete 

(vgl.  auch  die 

Ausführungen der Vorinstanz in Urk. 68 S. 145 f.). 

Indem B._____ ungefragt ein Foto der vom Beschuldigten und C._____ zeitgleich 

an der erst 13 Jahre alten Privatklägerin vollzogenen (gruppen-) sexuellen Hand-

lungen machte, stellte er verbotene Kinderpornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 4 

Satz 2 aStGB her. Wie dem Foto unschwer zu erkennen ist, willigte der Beschul-

digte allerdings zumindest konkludent in die Aufnahme ein, schaut er doch direkt in 

die Kamera und macht dazu mit beiden Händen ein triumphierendes Handzeichen 

(Urk. 2/13 Anhang; vgl. auch die eingereichte Videosequenz, in welcher keine der 

gefilmten Personen gegen die Aufnahmen interveniert, Urk. 39). Damit hat er sich 

den Tatentschluss von B._____ zu eigen gemacht. Auch wenn seine eigene Teil-

nahme, soweit er selbst gefilmt wurde, aufgrund seines Alters von über 16 Jahren 

und seiner konkludenten Einwilligung unter Art. 197 Abs. 8 aStGB fällt und somit 

straflos bleibt, ist ihm hinsichtlich der Aufnahmen der Privatklägerin gleichwohl Mit-

täterschaft bei der Herstellung verbotener Kinderpornografie anzulasten, wobei von 

gemeinsamer Tatbegehung im Sinne von Art. 200 aStGB auszugehen ist, denn die 

- 46 -

Privatklägerin  konnte  altersbedingt  in  pornografische  Aufnahmen  gar  nicht  gültig 

einwilligen.

4.3.5. Der Versand des Bildes, welches die in Anklagesachverhalt 5 stattgefunde-

nen, gleichzeitigen sexuellen Handlungen zwischen dem Beschuldigten, der Privat-

klägerin und C._____ darstellt, an C._____ ist als Verbreitung (In-Verkehr-Bringen) 

einer  kinderpornografischen  Aufnahme  zu  würdigen.  Entsprechend  hat  der  Be-

schuldigte  in  Anklagesachverhalt  6  den  Tatbestand  der  Pornografie  gemäss 

Art. 197 Abs. 4 Satz 2 aStGB erfüllt, wobei von direktem Vorsatz auszugehen ist, 

war der pornografische Inhalt doch offensichtlich und das Alter der Privatklägerin 

dem Beschuldigten bekannt. Inwiefern von einer gemeinschaftlichen Handlung im 

Sinne von Art. 200 aStGB auszugehen wäre, wie in der Anklageschrift festgehalten, 

erschliesst  sich  demgegenüber  nicht,  was  allerdings  nicht  zu  einem  diesbezügli-

chen Freispruch führt, nachdem der angeklagte Lebenssachverhalt lediglich anders 

gewürdigt wird, als von der Anklagebehörde beantragt. 

4.3.6. a) Zu Anklagesachverhalt 7 ist objektiv erstellt, dass der Beschuldigte sich 

am  12. Januar  2021  falsch  identifizierte.  Dies  berichtigte  er  am  22. März  2021, 

nachdem er vorab auf alle Fragen die Aussage verweigert hatte, auf Ergänzungs-

frage seiner Verteidigung, sobald ihm mitgeteilt worden war, dass O._____ in der 

Zwischenzeit eingestanden habe, dass er der Mann im grauen Oberteil ist. Es sei 

ihm nun soeben klar geworden, dass er das nicht sei auf dem Bild. Er habe heute 

oben auf die Kacheln geschaut und er habe erkennen können, dass er nie soweit 

mit dem Oberkörper nach vorne gegangen sei. Er habe das bis jetzt verwechselt, 

weil  jedes  Mal,  wenn  es  um  den  Sachverhalt  im  Gartenhaus  gegangen  sei,  ihm 

zuerst das Bild aus Anklagesachverhalt 6 gezeigt worden sei und dann das zweite 

Bild. Auf Frage bestätigte er, er habe gemeint, die beiden Screenshots seien vom 

gleichen Vorfall und er habe sie sich nie so richtig angeschaut. Auf Hinweis, dass 

er auf dem Bild aus Anklagesachverhalt 6 kein graues Oberteil trage, erklärte er, 

das sei ihm auch aufgefallen. Er trage dort einen Pullover mit Diamanten. An jenem 

Abend habe er keinen grauen Pullover dabei gehabt (Urk. 2/18 S. 3 f.). 

b) Vor Vorinstanz erklärte er dazu, er habe wirklich nicht bewusst jemanden schüt-

zen wollen. Es sei zu einer Verwechslung gekommen, weil er so unter Druck ge-

- 47 -

kommen sei. Er kenne O._____ gar nicht wirklich. O._____ habe dort eine graue 

Jacke getragen die ausgesehen habe wie diejenige, die er sich selbst dazumal ge-

kauft habe. Es sei das gleiche Foto wie im Gartenhaus. Darum habe er immer ge-

dacht,  es  sei  noch  vom  gleichen  Abend  (Prot. I  S. 285).  Im  Berufungsverfahren 

machte er zudem geltend, dass er es nicht mit Absicht gemacht habe. Er sei unter 

Druck gestanden und davon ausgegangen, dass er es tatsächlich gewesen sei. Als 

sich herausgestellt habe, dass er es nicht gewesen sei, habe er es akzeptiert. Es 

sei nicht darum gegangen, jemanden zu schützen (Urk. 92 S. 8). Die Verteidigung 

führte  aus,  dem  Beschuldigten  könne  kein  (Eventual-)Vorsatz  hinsichtlich  eines 

Rechtspflegedelikts nachgewiesen werden. Es handle sich schlicht um einen Irr-

tum. Der Beschuldigte ziehe aus dieser angeblichen Begünstigungshandlung auch 

keinerlei Vorteile (vgl. zum Ganzen Urk. 93 Rz. 37 f.). 

c) Zur Prüfung dieser Argumente ist sein ursprüngliches Aussageverhalten näher 

zu beleuchten. Wie im Rahmen der Sachverhaltsermittlung dargestellt, vermochte 

er anlässlich der ersten Konfrontation mit besagtem Screenshot am 11. Mai 2020 

keine definitive Zuordnung vorzunehmen, auch wenn er seine oder C._____s Tä-

terschaft aufgrund der Örtlichkeit (Gartenhaus) nicht ausschloss.

Am 12. August 2020 wurden ihm sodann die Ergebnisse der Auswertung seines 

Mobiltelefons präsentiert, darunter auch die Thumbnail-Fotodatei gemäss Anklage-

sachverhalt  6.  Der  Beschuldigte  identifizierte  darauf  zweifelsfrei  und  ohne  zu 

zögern sich selbst, die Privatklägerin sowie – anhand der Schuhe, da der Kopf nicht 

abgebildet war – C._____ (Urk. 2/13 S. 4 f.). 

Am 12. Januar 2021 wurde der Beschuldigte in Gegenwart von B._____, Q._____ 

und  O._____  durch  die  Staatsanwaltschaft  I  des  Kantons  Zürich  im  Verfahren 

gegen  die  erwachsenen  Mitbeschuldigten  als  Auskunftsperson  einvernommen 

(Urk. 2/15).  Dabei  erklärte  er,  O._____  über  B._____  zu  kennen  und  zu  wissen, 

dass  sie  Cousins  seien.  Sie  hätten  sich  ab  und  zu  gesehen  und  zusammen  ge-

raucht (a.a.O., S. 2). B._____ bezeichnete er als seinen besten Kollegen, den er 

seit knapp acht Jahren kenne. Sie seien wöchentlich, Tag und Nacht zusammen 

Draussen gewesen. Die Privatklägerin kenne er einfach durch das ganze Verfah-

ren. Er halte nicht wirklich etwas von ihr. Er sehe ja jetzt, was sie draussen mache. 

- 48 -

Sie poste so Sachen vom Beschuldigten, welche er so nicht korrekt finde. Weiter 

erklärte er, nie ein Video oder Screenshot gesehen zu haben, bei welchem die Pri-

vatklägerin beim Sex mit Q._____ oder O._____ zu sehen war. Die Privatklägerin 

lüge, wenn sie sage, dies sei zwischen ihnen thematisiert worden. Sie habe im gan-

zen Verfahren nie die Wahrheit gesagt. Nur sie sage, es sei nicht freiwillig gewesen. 

Jeder, der drin sei, sage, es sei freiwillig gewesen. Sie habe auch alle angelogen 

mit dem Alter. Hernach bezeichnete er auf Vorhalt des Screenshots sich selber als 

den  darauf  abgebildeten  Mann.  Er  erkenne  seine  graue  Jacke  und  seine  Hose 

(a.a.O. S. 3 ff.). Der Mann auf dem Bild trägt allerdings gar keine Hose, vielmehr ist 

sein nacktes Bein zu sehen. Auf die Ankündigung der Staatsanwältin, im Anschluss 

an die Befragung Fotos seines nackten Beines erstellen zu wollen, reagierte er ir-

ritiert (a.a.O. S. 6). Das Foto aus Anklagesachverhalt 6 wurde bei dieser Gelegen-

heit nicht gezeigt. 

Am 4. März 2021 wurde ihm bloss das Bild aus Anklagesachverhalt 6 vorgelegt. Er 

verweigerte die Aussage (Urk. 2/17). 

d) Die Vorbringen des Beschuldigten erweisen sich entgegen der Auffassung der 

Verteidigung (Urk. 93 Rz. 38) als klare Schutzbehauptungen. Zunächst trifft es gar 

nicht zu, dass ihm jeweils beide Fotos – und dies im Kontext mit dem Vorfall im 

Gartenhaus  vom  5. Mai  2019,  an  welchem  er  selber  beteiligt  war  –  vorgelegt 

wurden. Sodann ist ihm auch nicht abzunehmen, dass er jeweils nicht so genau 

hingeschaut  habe.  So  gelang  es  ihm  beim  tatsächlich  ihn  betreffenden  Foto 

sogleich,  den  Mitbeschuldigten  C._____  anhand  seiner  Schuhe  zu  identifizieren, 

was  ein  detailliertes  Betrachten  voraussetzt.  Weiter  war  bei  seiner  Aussage  am 

12. Januar  2021  von  vornherein  klar,  dass  es  sich  um  einen  unabhängigen, 

weiteren  Vorfall  handeln  musste,  wurde  er  doch  in  Gegenwart  von  B._____, 

O._____  und  Q._____  als  Auskunftsperson  befragt.  O._____  war  ihm  zudem  – 

entgegen  seiner  Aussagen  vor  Vorinstanz  –  bekannt,  auch  dessen 

verwandtschaftlicher  Bezug  zu  B._____.  Nachdem  der  Beschuldigte  zusätzlich 

wusste,  dass  er  selbst  nur  einmal  in  jenem  Gartenhaus  mit  der  Privatklägerin 

Geschlechtsverkehr gehabt und dabei zudem ein anderes, optisch sehr auffälliges 

Oberteil getragen hatte, kann seine gleichwohl erfolgte Selbstidentifikation nur als 

- 49 -

bewusste  Falschaussage  gewertet  werden.  Ins  Leere  zielt  der  Einwand  der 

Verteidigung,  der  Beschuldigte  habe  sich  aufgrund  seines  jugendlich  bedingten 

Obrigkeitsglaubens  schlicht  nicht  vorstellen  können,  dass  die  Unter-

suchungsbehörde  ihm  einen  "falschen"  Vorwurf  unterbreiten  könnte  (Urk. 93 

Rz. 37). Wie seinen weiteren, damaligen Aussagen zweifelsfrei zu entnehmen ist, 

hatte er sich im Zeitpunkt der Aussage, im Januar 2021, emotional stark von der 

Privatklägerin entfernt, bezeichnete sie als Lügnerin und hielt für ungerecht, was 

die teilweise inhaftierten Mitbeschuldigten wegen ihr durchleben mussten. Hieraus 

lässt sich ohne weiteres ableiten, dass er mit seiner Aussage bezweckte, weitere 

Täter aus dem Fokus zu nehmen und so zu begünstigen. Allenfalls hoffte er auch, 

dadurch zurück in die Gunst von B._____ zu gelangen. Offenbleiben kann dabei, 

ob ihm konkret bekannt war, wer die abgebildete Person war oder nicht (OFK/StGB-

Isenring, 21. Auflage 2022, StGB Art. 305 N 11; ZR 78 Nr. 71), auch wenn die in 

der  Einvernahme  zitierte  Aussage  der  Privatklägerin,  der  Beschuldigte  habe  sie 

gefragt, ob sie mit O._____ Geschlechtsverkehr gehabt habe (Urk. 2/20 S. 4), klar 

dafür spricht, dass er um die wahre Identität des Täters wusste. 

Ohne  das  Geständnis  von  O._____  wären  weitere  Abklärungen  und  Untersu-

chungsmassnahmen von Nöten gewesen, um die wahre Täterschaft zu erstellen 

bzw. seine Falschidentifikation zu widerlegen (bspw. Fotovergleiche etc.), weshalb 

mit der Vorinstanz von einer effektiven Behinderung der Untersuchung auszugehen 

ist und nicht von einem blossen Versuch. Aufgrund des bloss losen Verhältnisses 

zu O._____ kann im Übrigen auch nicht von der Anwendbarkeit des Privilegs ge-

mäss dem seit dem 1. Juli 2023 neu geltenden Abs. 2 von Art. 305 StGB ausge-

gangen werden, womit sich das neue Recht nicht als milder erweist und das alte 

Recht anwendbar bleibt. Entsprechend erfüllte der Beschuldigte durch sein Verhal-

ten den Tatbestand der (vollendeten) Begünstigung im Sinne von Art. 305 Abs. 1 

aStGB (vgl. ergänzend auch die Ausführungen der Vorinstanz in Urk. 68 S. 151 f.; 

Art. 82 Abs. 4 StPO). 

4.4.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschuldigte, da Schuldaus-

schluss- und Rechtfertigungsgründe fehlen, 

- 50 -











der mehrfachen Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 aStGB in 
Verbindung mit Art. 200 aStGB (Anklagesachverhalte 2 und 5)

der mehrfachen sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 aStGB 
in Verbindung mit Art. 200 aStGB (Anklagesachverhalte 1, 3 und 5)

der  mehrfachen  sexuellen  Handlungen  mit  Kindern  im  Sinne  von 
Art. 187 Ziff. 1 aStGB teilweise in Verbindung mit Art. 200 aStGB (An-
klagesachverhalte 1, 2, 3 und 5)

der mehrfachen Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 4 Satz 2 aStGB 
(Anklagesachverhalte 5 und 6) sowie

der Begünstigung im Sinne von Art. 305 Abs. 1 aStGB (Anklagesachver-
halt 7)

schuldig zu sprechen ist.

5.

Strafzumessung und Vollzug

5.1. Der Beschuldigte ist ein sogenannter  Übergangstäter, welcher sowohl vor 

Erreichen der Mündigkeit (Anklagesachverhalte 1-3, 5) als auch danach (Anklage-

sachverhalte 6+7) Delikte begangen hat, welche nun gleichzeitig zu bestrafen sind. 

Gemäss Art. 3 Abs. 2 JStG ist dabei hinsichtlich der Sanktion nur das Strafgesetz-

buch anwendbar, wobei aber im Rahmen der Gesamtstrafenbildung die vor dem 

18. Geburtstag  begangenen  Delikte  nicht  stärker  ins  Gewicht  fallen  dürfen,  als 

wenn sie für sich alleine (nach den Regeln des Jugendstrafrechts) beurteilt worden 

wären (Art. 49 Abs. 3 StGB). 

Eine  Ausnahme  von  der  ausschliesslichen  Anwendbarkeit  des  StGB  greift  Platz, 

wenn der Täter einer Massnahme bedarf; in diesem Fall ist diejenige Massnahme 

nach dem StGB oder nach dem JStG anzuordnen, die nach den Umständen erfor-

derlich  und  erfolgversprechend  ist  (Art. 3  Abs. 2  Satz  3  JStG).  Vorliegend  bean-

tragte  jedoch  bereits  vor  Vorinstanz  niemand  die  Anordnung  einer  Massnahme, 

weshalb hierauf im Folgenden nicht weiter einzugehen ist.

5.2. Die Vorinstanz hat die anwendbaren Grundsätze der Strafzumessung nach 

Art. 47 StGB und der Gesamtstrafenbildung nach Art. 49 Abs. 1 StGB zutreffend 

und  überzeugend  dargelegt  (Urk. 68  S. 154 ff.  Ziff. 2).  Hierauf  kann  verwiesen 

werden. 

- 51 -

5.3. Der Beschuldigte hat einen grossen Teil seiner heute zu beurteilenden Taten 

vor  Erlass  des  Strafbefehls  der  Jugendanwaltschaft  Winterthur  vom  26. Februar 

2020 begangen, womit er wegen Begünstigung mit einer zu bezahlenden Busse 

von  Fr. 260.–  (vgl.  Art. 24  JStG)  bestraft  wurde  (Beizugsakten  STR/2020/ 

20000057  Urk. 21).  Nachdem  heute  die  Bestrafung  mit  einer  Busse  ausser 

Betracht  fällt,  da  nur  Sanktionen  nach  Erwachsenenstrafrecht  zur  Anwendung 

kommen (Art. 3 Abs. 2 JStG) und dieses lediglich für – hier nicht zur Diskussion 

stehende  –  Übertretungen  Bussen  vorsieht  (Art. 103  StGB),  stellt  sich  mangels 

Gleichartigkeit  der  Strafen  die  Frage  einer  Zusatzstrafe  vorliegend  nicht  (vgl. 

BGE 144  IV 217,  BGE 142  IV  265;  so  auch  bereits  die  Vorinstanz  in  Urk. 68 

S. 170). Jedoch stellt der ergangene Strafbefehl (auch: "Ersturteil") dennoch eine 

im Rahmen der Strafzumessung zu berücksichtigende Zäsur dar, indem zwischen 

den  Straftaten,  die  davor,  und  denjenigen,  die  danach  begangen  wurden,  zu 

unterscheiden ist. Gemäss neuerer Praxis des Bundesgerichts sind für die beiden 

Phasen  gesonderte  Strafzumessungen  vorzunehmen  und  die  resultierenden 

Strafen  sodann  –  selbst  bei  Gleichartigkeit  –  zu  kumulieren,  anstatt  daraus  in 

Anwendung  des  Asperationsprinzips  eine  Gesamtstrafe  zu  bilden  (vgl.  BGE 145 

IV 1  E. 1  =  Pra  108  Nr.  137,  BGE  145  IV  377  E. 2.3.2,  Urteil  6B_759/2019  vom 

11. März 2020 E. 2.3.2, Urteil 6B_192/2020 vom 19. August 2020 E. 2.4; Mathys, 

Leitfaden Strafzumessung, 2. Auflage 2019, N 549 ff.). 

Damit wird im Folgenden zunächst für die vor dem 26. Februar 2020 begangenen 

Delikte (betreffend die Anklagesachverhalte 1-3, 5+6) sowie die danach begangene 

Begünstigung  (betreffend  Anklagesachverhalt  7)  je  eine  gesonderte  Strafzu-

messung vorzunehmen sein. 

5.4. Strafzumessung für die vor dem Ersturteil begangenen Delikte

5.4.1. Der  Beschuldigte  beging  vor  dem  Ersturteil  lediglich  ein  Delikt  bereits  als 

Erwachsener, mithin nach seinem 18. Geburtstag am tt.mm.2019. Anlässlich der 

weiteren vor dem Ersturteil begangenen Delikte war er noch unmündig. Gemäss 

der  konstanten  Praxis  des  Bundesgerichts  zur  Vorgehensweise  bei  der 

Gesamtstrafenbildung  ist  das  Delikt  mit  der  abstrakt  schwersten  Strafandrohung 

als Ausgangspunkt der Strafzumessung zu nehmen. Nachdem vorliegend auf alle 

- 52 -

Delikte  das  Sanktionenrecht  des  (Erwachsenen-)StGB  zur  Anwendung  kommt, 

wäre dies die in gemeinsamer Tatbegehung begangene Vergewaltigung gemäss 

Art. 190 Abs. 1 aStGB in Verbindung mit Art. 200 aStGB, deren Strafrahmen auf 

ein  bis  15 Jahre  Freiheitsstrafe  lautet.  Allerdings  schränkt  Art. 49  Abs. 3  StGB 

faktisch  diesen  Strafrahmen  sofort  wieder  ein,  dürfen  vor  Vollendung  des 

18. Altersjahres begangene Strafen doch nicht stärker bestraft werden, als wenn 

sie für sich alleine und somit nach Jugendstrafgesetz beurteilt worden wären. Jenes 

setzt die obere Strafgrenze auf ein Jahr Freiheitsentzug fest (Art. 25 Abs. 1 JStG). 

Vor  diesem  Hintergrund  erweist  sich  das  im  Erwachsenenalter  begangene  In-

Verkehr-Bringen  einer  kinderpornografischen  Aufnahme  gemäss  Anklagesach-

verhalt 6 als abstrakt schwerste Tat, da sich der ordentliche Strafrahmen hierfür auf 

Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe beläuft.

5.4.2. Der  Beschuldigte  versandte  am  18. Januar  2020  mit  seinem  Mobiltelefon 

per WhatsApp-Chat die kinderpornografische Aufnahme, welche ihn, C._____ und 

die Privatklägerin bei gruppensexuellen Handlungen zeigt, an C._____ (Anklage-

sachverhalt 6). Die Vorinstanz hielt hierfür konkret eine Geldstrafe für angemessen 

(Urk. 68  S. 160  ff.),  was  aufgrund  des  im  Berufungsverfahren  geltenden  Ver-

schlechterungsverbotes  gemäss  Art. 391  Abs. 2  StPO  Bindungswirkung  entfaltet 

und somit zu übernehmen ist. 

Bei dem pornografischen Material handelt es sich um ein einzelnes Bild, welches 

den Beschuldigten und den Mitbeschuldigten C._____ bei einem "Gangbang" mit 

der Privatklägerin zeigt. Dem Beschuldigten waren sämtliche darauf abgebildeten 

Personen  und  somit  auch  das  Alter  der  Privatklägerin  von  (im  Zeitpunkt  der 

Aufnahme) erst gerade 13 Jahren, und damit noch deutlich im Schutzalter stehend, 

bekannt.  Hinzu  kommt,  dass  Art. 197  StGB  nicht  nur  Kinder  im  sexuellen 

Schutzalter, 

sondern 

sämtliche  Minderjährigen 

schützt,  weshalb  der 

kinderpornografische Charakter des Bildes, entgegen der Ansicht der Vorinstanz 

(Urk. 68 S. 160), auch für unbeteiligte Betrachter durchaus bemerkbar ist. Es erhellt 

auch nicht, inwiefern der Unrechtsgehalt durch die Eigenbeteiligung des Beschul-

digten reduziert sein sollte, nachdem dieser vorliegend einzig darin zu finden ist, 

dass  ein  pornografisches  Bild  der  13-jährigen  Privatklägerin  in  Verkehr  gesetzt 

- 53 -

wurde. Indem er das Bild im gemeinsamen sozialen Zirkel versandte, perpetuierte 

er vielmehr das ihr durch die bei der Herstellung begangenen Sexualdelikte zuge-

fügte Unrecht und schadete auch ihrem sozialen Ruf. Er machte dies vorsätzlich, 

ohne auf die Gefühle und Interessen der Privatklägerin Rücksicht zu nehmen. Zu 

seinen Gunsten ist von einem spontanen Tatentschluss und damit nicht von grosser 

krimineller  Energie  auszugehen.  Gleichwohl  handelt  es  sich  nicht  um  eine 

Bagatelle, vielmehr liess es der Beschuldigte wiederum – wie bereits bei den voran-

gegangenen Delikten zum Nachteil der Privatklägerin – an jeglicher Empathie und 

Respekt fehlen. Gleichwohl kann, nachdem es sich um eine einmalige Verbreitung 

eines  einzigen  Bildes  an  einen  einzigen  Adressaten  handelt,  von  leichtem 

Verschulden gesprochen werden, zumal keine pädophile Motivation erkennbar ist. 

Als Einsatzstrafe sind im Ergebnis mit der Vorinstanz und entgegen der Auffassung 

der Verteidigung (Urk. 93 S. 27) 60 Tagessätze angemessen.  

Zu  seinem  Vorleben  und  den  persönlichen  Verhältnissen  kann  den  Akten 

(Urk. 1.6/4-6,  Urk. 1.7/9,  Prot. I  S. 286 ff.),  dem  angefochtenen  Urteil  (Urk. 68 

S. 160 f.) und der im Berufungsverfahren erfolgten Befragung zur Person (Urk. 92) 

entnommen werden,  dass  der  Beschuldigte  in  G._____  geboren  und  zusammen 

mit zwei Brüdern bei der Familie aufgewachsen ist. Er schloss die Sekundarschule 

in  der  Stufe  B  ab  und  absolvierte  hernach  die  zweijährige  Lehre  zum  Detail-

handelsassistenten  EBA.  Seit  Lehrabschluss  konnte  er  keine  Arbeitsstelle  über 

längere Zeit halten, wobei er sich nebst dem erlernten Beruf auch in verschiedenen 

anderen  Berufsfeldern  versuchte  (bspw.  Callcenteragent,  Hauswart  im  Corona-

Impfzentrum,  Finanzberater,  Pizzakurier).  Anlässlich  der  Berufungsverhandlung 

führte der Beschuldigte ferner aktualisierend aus, er sei seit knapp 2 ½ Monaten 

auf Arbeitssuche und beziehe Arbeitslosentaggelder. Zuvor sei er 1 ½ Jahre in der 

Versicherungsbranche gewesen. Betreffend seine berufliche Zukunft gab sich der 

Beschuldigte nicht sicher, ob er bei seinem Vater in die Autobranche einsteige oder 

in die Verkaufsbranche für elektronische Geräte gehe. Seit einem Monat habe er 

zudem eine Partnerin (Urk. 92 S. 2 ff.). All dies bleibt ohne Einfluss auf die Strafzu-

messung.  Entgegen  der  Vorinstanz  bleibt  auch  das  jugendliche  Alter  unbe-

rücksichtigt,  nachdem  der  Beschuldigte  grundsätzlich  in  stabilen  familiären  Ver-

hältnissen  aufgewachsen  ist  und  keine  verschuldensreduzierende  Reifever-

- 54 -

zögerung  oder  dergleichen  erkennbar  ist  (vgl.  hierzu  den  Indikationsbericht  der 

Jugendanwaltschaft, Urk. 1.7/7 S. 9 sowie den Therapieplanungsbericht Urk. 1.6/4 

S. 11; BSK StGB-Wiprächtiger/Keller, 2019, Art. 47 N 125 f.). 

Bei Tatbegehung lief bereits das zur Vorstrafe führende Jugendstrafverfahren der 

Jugendanwaltschaft  Winterthur  Geschäft-Nr. STR/2020/20000057  (vgl.  besagte 

Beizugsakten Urk. 7). Dem ist straferhöhend Rechnung zu tragen. Hingegen war 

im Tatzeitpunkt die vorliegende weitere Strafuntersuchung noch nicht eröffnet. Der 

Beschuldigte war weder geständig, noch zeigte er besondere Einsicht oder Reue, 

weshalb ihm unter diesem Titel keine Strafreduktion zu Gute gehalten werden kann. 

Sodann  berücksichtigte  die  Vorinstanz  die  eher  lange  Untersuchungsdauer  zu 

seinen Gunsten (Urk. 68 S. 162), wobei anzumerken ist, dass keine eigentlichen 

Untersuchungsstillstände zu verzeichnen sind, sondern auch in der Phase ab April 

2021,  als  bis  Januar  2022  keine  Einvernahmen  stattfanden,  zumindest  die  vor-

sorgliche  ambulante  Schutzmassnahme  durchgeführt  wurde  und  hierzu  Berichte 

eingeholt bzw. erstattet wurden (Urk. 1.6/2-7). Angesichts der zahlreichen Delikte 

und der Notwendigkeit, das Verfahren mit denjenigen von B._____ und C._____ zu 

koordinieren,  kann 

insgesamt  nicht  von  einer  das  Beschleunigungsgebot 

verletzenden  Untersuchungsdauer  gesprochen  werden.  Jedoch  benötigte  die 

Vorinstanz zwischen Urteilseröffnung und Versand des begründeten Urteils rund 

achteinhalb Monate für die Erstellung der schriftlichen Begründung. Dies erscheint 

angesichts  des  Aktenumfangs  (fünf  Bundesordner  sowie  ein  überschaubarer 

Aktenthek)  selbst  mit  Blick  darauf,  dass  das  Verfahren  in  einen  gesamten 

Verfahrenskomplex,  umfassend  sieben  getrennte  Verfahren,  eingebunden  war, 

und das Urteil schliesslich 187 Seiten umfasste, doch als eher lang. Diesem Aspekt 

ist deshalb durch eine Strafreduktion Rechnung zu tragen. 

Insgesamt  halten  sich  die  straferhöhenden  und  die  strafreduzierenden  Täter-

komponenten bzw. weiteren Strafzumessungsfaktoren die Waage, womit die Ein-

zelstrafe bei 60 Tagessätzen bleibt.

- 55 -

5.4.3. Delikte begangen als Unmündiger

Soweit der Beschuldigte heute einzig für die nach dem 15. aber vor dem 18. Ge-

burtstag verübten Delikte vor Gericht stehen würde (Anklagesachverhalte 1-3, 5), 

wäre fraglos gesamthaft ein Freiheitsentzug gemäss Art. 25 JStG auszusprechen, 

erscheinen doch die weiteren, gemäss Jugendstrafrecht zur Verfügung stehenden 

Sanktionsarten (Verweis, persönliche Leistung, Busse; vgl. Art. 22 ff. JStG) weder 

den  Taten  – allesamt  Verbrechen  nach  der  Diktion  des  Strafgesetzbuches – 

angemessen noch geeignet, zukünftige Delinquenz zu verhindern. Entsprechend 

kann hierfür auch heute einzig eine Freiheitsstrafe die angemessene Sanktion sein, 

erschiene es doch stossend, wenn der Beschuldigte gleichsam für das auch nach 

Erreichen  der  Mündigkeit 

fortgesetzte  Delinquieren  belohnt  würde,  zumal 

angesichts  seiner  Vorstrafe  und  der  Tatsache,  dass  selbst  die  damit  ausge-

sprochene  und  für  vollziehbar  erklärte  Busse  ihn  nicht  nachhaltig  beeindrucken 

konnte,  sondern  er  hernach  erneut  gegen  das  Gesetz  verstiess  (vgl.  Anklage-

sachverhalt 7), was als negatives Nachtatverhalten qualifiziert werden kann. Mithin 

sprechen auch spezialpräventive Gründe für das Aussprechen einer Freiheitsstrafe 

für die als Jugendlicher begangenen Delikte. 

a)  Der  Beschuldigte  hat  sich  betreffend  die  Anklagesachverhalte  2  und  5  (hier 

mehrfach) in gemeinsamer Tatbegehung der mehrfachen Vergewaltigung schuldig 

gemacht:

Im Frühling 2019 nützte der Beschuldigte in einem Zimmer der JWG I._____ die 

durch  B._____  geschaffene,  durch  sein  eigenes  Verhalten  jedoch  verstärkte 

Zwangssituation der Privatklägerin aus und vollzog mit ihr den Geschlechtsverkehr. 

Der  Akt  erfolgte  mit  Kondom  und  der  Beschuldigte  wendete  dabei  auch  keine 

physische Gewalt an. Zudem war während des Beischlafs keine weitere Person im 

Raum anwesend und in zusätzliche sexuelle Handlungen involviert. Allerdings war 

beiden bewusst, dass B._____ in der Nähe verblieb, um sicherzustellen, dass die 

Privatklägerin  wie  gewünscht  pariert,  was  den  psychischen  Druck  durchgehend 

aufrecht  erhielt.  Zudem  ignorierte  der  Beschuldigte  die  von  der  Privatklägerin 

offengelegte, klar auf die bestehende Zwangssituation hindeutende Motivation zur 

Vornahme  sexueller  Handlungen  und  zeigte  sich  entsprechend  empathielos  und 

- 56 -

egoistisch.  Die  Tatschwere  ist  insgesamt  im  unteren  bis  mittleren  Bereich 

anzusiedeln.  Der  Beschuldigte  handelte  direktvorsätzlich,  wobei  nicht  von  einer 

durch  ihn  und  B._____  geplanten  Aktion  auszugehen  ist,  sondern  von  einer 

mindestens  aus  Sicht  des  Beschuldigten  sich  spontan  ergebenden  Gelegenheit. 

Diese  wollte  er  ganz  offensichtlich  nicht  ausschlagen,  obwohl  dies  grundsätzlich 

problemlos  möglich  gewesen  wäre,  da  B._____  einzig  auf  die  Privatklägerin 

einwirkte. Es kann unter Miteinbezug der gemeinsamen Tatbegehung von gerade 

noch  leichtem  Verschulden  ausgegangen  werden.  Vorleben  und  persönliche 

Verhältnisse bleiben strafzumessungsneutral. Insbesondere wird dem jugendlichen 

Alter  durch  die  deutliche  Reduktion  des  Strafrahmens  bereits  derart  Rechnung 

getragen, dass sich eine weitere Berücksichtigung ausschliesst, zumal hierfür auch 

keine  Begründung  ersichtlich  wäre.  Ein  Geständnis  im  eigentlichen  Sinn, 

insbesondere was die nötigenden Umstände angeht, liegt nicht vor. Jedoch kann 

dem  Umstand,  dass  er  zumindest  eingestanden  hat,  dass  es  zu  Geschlechts-

verkehr gekommen ist, leicht strafmindernd Rechnung getragen werden. Sodann 

ist  auch  die  Verletzung  des  Beschleunigungsgebotes  strafmindernd  zu  berück-

sichtigen. Die resultierende Einzelstrafe wäre auf vier Monate festzusetzen.

Im  Gartenhaus  von  M._____  folgte  am  5. Mai  2019  ein  weiteres  Verge-

waltigungsereignis,  anlässlich  welchem  die  Privatklägerin,  welche  sich  auf  einen 

schönen, zweisamen Abend mit B._____ gefreut hatte, stattdessen von diesem zu 

Geschlechtsverkehr mit dem Beschuldigten und C._____ gezwungen wurde. Dabei 

verstärkte  der  Beschuldigte  durch  sein  Verhalten  die  Zwangssituation  und 

profitierte rücksichtslos davon. Die gemeinsame Tatbegehung – es kam zu einem 

eigentlichen "Gangbang", in dessen Verlauf sich der Beschuldigte und C._____ in 

wechselnden Rollen bzw. Positionen gleichzeitig auch oral von der Privatklägerin 

bedienen 

liessen  – 

ist  stark  verschuldenserhöhend  zu  werten.  Der 

Geschlechtsverkehr  erfolgte  geschützt,  allerdings  verwendeten  der  Beschuldigte 

und  C._____  dasselbe  Kondom,  was  das  Risiko  der  Übertragung  von 

Geschlechtskrankheiten  erheblich  erhöhte.  Beide  wendeten  keine  physische 

Gewalt  an,  und  der  Beschuldigte  kam  auch  bereits  nach  kurzer  Zeit  zum 

Samenerguss. Auch wenn die Leaderfunktion von B._____ nicht zu verkennen ist 

und  es  ohne  ihn  zweifellos  an  jenem  Abend  zu  keinen  sexuellen  Handlungen 

- 57 -

gekommen wäre, war auch der Tatbeitrag des Beschuldigten unabdinglich. Hätte 

er sich dem Geschlechtsverkehr verweigert, zumal nachdem ihm die Privatklägerin 

ihr  Missfallen  vorab  mitzuteilen  gewagt  hatte,  wäre  es  zumindest  durch  ihn  zu 

keiner  weiteren  Vergewaltigung  gekommen.  Allenfalls  hätte  sich  sogar  C._____ 

daran  ein  Beispiel  genommen  und  den  Geschlechtsverkehr  bzw.  alle  sexuelle 

Handlungen  sofort  beendet.  Die  Tatschwere  ist  unter  Berücksichtigung  der 

zweifachen,  gemeinsamen  Deliktsbegehung  im  oberen  Drittel  zu  verorten.  Der 

Beschuldigte  handelte  zumindest  eventualvorsätzlich  und  aus  eigennützigem 

Motiv,  zwecks  Befriedigung  seiner  sexuellen  Lust,  weshalb  von  einem  durchaus 

erheblichen  Verschulden  auszugehen  ist.  Die  Einzelstrafe  ist  auf  neun  Monate 

festzusetzen.  Hinsichtlich  der  sich  insgesamt  strafreduzierend  auswirkenden 

Täterkomponenten und weiteren Strafzumessungsgründe kann auf Vorstehendes 

verwiesen werden, womit die isolierte Einzelstrafe auf rund sieben Monate zu liegen 

kommt. 

b)  Gemeinsam  begangene  sexuelle  Nötigung  ist  dem  Beschuldigten  in  den  An-

klagesachverhalten 1, 3 und 5 (hier mehrfach) vorzuwerfen:

Die Privatklägerin wurde bei zwei Gelegenheiten zu Oralverkehr mit dem Beschul-

digten und einmal – unter Mittäterschaft des Beschuldigten – gleichzeitig auch zu 

solchem mit C._____ genötigt. Ein weiteres Mal hielt sie den Penis des Beschul-

digten für längere Zeit in der Hand. Auch hier ging die Zwangssituation jeweils pri-

mär von B._____ aus, jedoch war auch der Tatbeitrag des Beschuldigten für den 

Vollzug der Delikte unabdingbar. Hätte er sich angesichts der Wahrnehmung der 

nötigenden Umstände (u.a. verbaler Druck durch B._____, Überzahlsituation etc.) 

den sexuellen Handlungen verweigert, wäre nichts weiter passiert. Oralverkehr ist 

als beischlafsähnliche Handlung zu werten und liegt damit am obersten Rand der 

möglichen Tathandlungen einer sexuellen Nötigung, während die Berührung des 

Penis mit der Hand minder schwer imponiert, aber gleichwohl von Gewicht ist. Ins-

besondere wenn man sich dazu vor Augen hält, dass die Privatklägerin damals erst 

zwölf Jahre alt war und zum ersten Mal eine Drittperson in gruppensexuelle Hand-

lungen miteinbeziehen sollte. Dass währenddessen jeweils weitere männliche Per-

sonen gleichzeitig sexuelle Handlungen mit der Privatklägerin vollzogen, ist als ge-

- 58 -

meinsame Tatbegehung verschuldenserhöhend zu berücksichtigen. Der Beschul-

digte handelte jeweils zumindest eventualvorsätzlich, womit das Verschulden hin-

sichtlich Anklagesachverhalt 2 und 5 als gerade noch leicht (der Beschuldigte legte 

B._____  gegenüber  wenigstens  nicht  offen,  dass  sich  die  Privatklägerin  auf  ein 

Festhalten  seines  Penis  mit  der  Hand  beschränkte  und  ihn  nicht  oral  stimulierte 

bzw. beendete nach der Ablehnung durch die Privatklägerin den Oralverkehr und 

entfernte sich vorerst aus der Situation), hinsichtlich Anklagesachverhalt 3 jedoch 

als  erheblich  zu  qualifizieren  ist.  Unter  Berücksichtigung  der  Täterkomponenten, 

insb. des auch hier bloss eingeschränkt erfolgten Geständnisses, sowie der Verlet-

zung des Beschleunigungsgebotes wären die Einzelstrafen auf drei, drei und fünf 

Monate festzusetzen. 

c)  Schliesslich  kam  es  in  den  Anklagesachverhalten  1-3  und  5  (zweifach)  je  zu 

sexuellen Handlungen mit Kindern. Betroffen sind dabei die vorbehandelten Verge-

waltigungen, beischlafsähnliche Handlungen (von der Privatklägerin am Beschul-

digten  ausgeübter  Oralverkehr)  sowie  einmal  die  Manipulation  des  Penis  des 

Beschuldigten mit der Hand, mithin überwiegend die schwerstmöglichen sexuellen 

Handlungen,  die  denkbar  sind.  Bereits  aus  diesem  Grund  wären  die  jeweiligen 

Strafen  nicht  am  untersten  Rand  festzusetzen,  zumal  der  Beschuldigte  jeweils 

direktvorsätzlich  und  in  genauer  Kenntnis  des  exakten  Alters  der  Privatklägerin 

handelte und verschuldenserhöhend jeweils (ausser Sachverhalt 2) gemeinsame 

Tatbegehung vorlag. Mithin ist hier – bei isolierter Betrachtung und unter gedank-

lichem  Ausschluss  der  nötigenden  Umstände  –  von  Einzelstrafen  für  die  voll-

endeten  Delikte  von  je  mindestens  zwei  Monaten  auszugehen,  selbst  wenn  die 

strafreduzierenden Aspekte der Täterkomponenten (hier insb. die uneingeschränkt 

erfolgten  Geständnisse)  und  die  Verletzung  des  Beschleunigungsgebotes  mit-

berücksichtigt werden. 

d) Abschliessend ist die in gemeinsamer Täterschaft begangene Herstellung von 

Kinderpornografie gemäss Anklagesachverhalt 5 zu beurteilen: 

Dabei hat B._____ den Beschuldigten, C._____ sowie die minderjährige, gar noch 

deutlich im Schutzalter stehende Privatklägerin in einer klar pornografischen Situa-

tion mit seinem Mobiltelefon aufgenommen, was vom Beschuldigten bemerkt und 

- 59 -

durch  sein  Verhalten  sodann  unterstützt  wurde.  Insbesondere  verlangte  er  nicht 

etwa, dass B._____ die Aufnahme sofort beendet und löscht, sondern war er später 

gar selbst in deren Besitz und versandte sie auch weiter, was zeigt, dass er das 

Aufnehmen auch subjektiv unterstützte. Auf die Gefühle und Interessen der Privat-

klägerin nahm er dabei keine Rücksicht. Angesichts der Umstände ist von sponta-

nem,  ungeplantem  Vorgehen  auszugehen,  sodass  nicht  von  grosser  krimineller 

Energie gesprochen werden kann. Gleichwohl handelt es sich bei der Herstellung 

des anklagegegenständlichen Bildes nicht um eine Bagatelle oder gar um ein Ka-

valiersdelikt. Vielmehr liess es der Beschuldigte wiederum an jeglicher Empathie 

und Respekt für die Privatklägerin fehlen. Bei Berücksichtigung sämtlicher Strafzu-

messungskriterien, mithin auch der Täterkomponenten und der Verletzung des Be-

schleunigungsgebots, wäre zweifellos eine Einzelstrafe von rund einem halben Mo-

nat angebracht.

e) Im Rahmen der Gesamtstrafenbildung ist trotz grundsätzlich ausschliesslicher 

Anwendbarkeit  des  Sanktionenrechts  des  Strafgesetzbuches  (vgl.  Art. 3  Abs. 2 

Satz 1 JStG) die in Art. 25 Abs. 1 JStG sowie Art. 34 Abs. 2 JStG statuierte Jah-

resgrenze für Freiheitsentzug zu beachten (vgl. Art. 49 Abs. 3 StGB). Vor diesem 

Hintergrund erübrigen sich detaillierte Ausführungen zum Verhältnis der einzelnen 

Taten untereinander, ihrem Zusammenhang, ihrer grösseren oder geringeren Selb-

ständigkeit sowie der Gleichheit oder Verschiedenheit der verletzten Rechtsgüter 

und  Begehungsweisen  und  damit  zum  Gesamtschuldbeitrag  der  einzelnen,  als 

jugendlicher  begangenen  Delikte  (vgl.  dazu  Urteil  6B_1176/2021  vom  26. April 

2023 E. 4.5.2 m.w.H.) und es ist für alle diese Taten eine Gesamtstrafe von zwölf 

Monaten Freiheitstrafe festzusetzen, auch wenn angesichts der oben festgesetzten 

Einzelstrafen, welche sich kumulativ auf rund 32 Monate addieren, ohne Weiteres 

erhellt,  dass  dies  selbst  bei  grosszügigster  Asperation  keineswegs  schuldange-

messen ist.

5.4.4. Im Sinne eines Zwischenfazits ist somit festzuhalten, dass für die vor dem 

Strafbefehl  der  Jugendanwaltschaft  Winterthur  vom  26. Februar  2020  (Ersturteil) 

begangenen Delikte eine Freiheitsstrafe von einem Jahr sowie eine Geldstrafe von 

60 Tagessätzen auszufällen ist. 

- 60 -

5.5. Strafzumessung für die nach dem Ersturteil begangene Begünstigung

Art. 305 Abs. 1 StGB legt den Strafrahmen auf Freiheitsstrafe von bis zu drei Jah-

ren oder Geldstrafe fest. Im Berufungsverfahren ist aufgrund des geltenden Ver-

schlechterungsverbots aber auch hier zu berücksichtigen, dass die Vorinstanz eine 

Geldstrafe für ausreichend hielt (Urk. 68 S. 162 ff.).

Der Beschuldigte beharrte in der Einvernahme vom 12. Januar 2021 in Gegenwart 

von  B._____,  O._____  und  Q._____  darauf,  dass  er  der  im  Bild  mit  unkenntlich 

gemachtem  Kopf  abgebildete  Mann  sei,  welcher  im  Gartenhaus  mit  der 

Privatklägerin in der Doggy-Position vaginalen Geschlechtsverkehr vollzog. Auch 

auf  Nachfrage  blieb  er  bei  seiner  Darstellung.  Der  Beschuldigte  tat  dies,  obwohl 

ihm sehr wohl bewusst war, dass es sich bei dieser Person in Tat und Wahrheit 

nicht  um  ihn  handeln  konnte  und  obwohl  zu  Beginn  der  Einvernahme  eine  um-

fassende Rechtsbelehrung gemacht worden war, in deren Rahmen dem Beschul-

digten insbesondere die Straffolgen von Art. 305 Abs. 1 StGB vorgehalten wurden. 

Entsprechend  ist  von  einer  gewissen  Hartnäckigkeit  bzw.  nicht  zu  vernachläs-

sigender  krimineller  Energie  auszugehen,  indem  der  Beschuldigte  gleichwohl  zu 

einem falschen Geständnis schritt. Er verzögerte damit die korrekte Identifikation 

des wahren Täters bis zu dessen Geständnis um mehrere Wochen, was angesichts 

der Gesamtverfahrenslänge allerdings nicht überbewertet werden darf, zumal sich 

der Beschuldigte über die Selbstbezichtigung hinaus keiner raffinierten Vorgehens-

weise bediente. Auch wenn zu seinen Gunsten davon auszugehen ist, dass ihm 

nicht restlos klar war, wen er durch seine falsche Selbstbezichtigung begünstigte, 

so war doch offensichtlich, dass der Täter aus dem Umkreis von B._____ stammen 

musste.  Sich  mit  ihm  (wieder)  besser  zu  stellen,  ist  denn  auch  als  Motiv  zu 

vermuten.  Aufgrund  der  Tatkomponenten  kann  insgesamt  von  leichtem  Ver-

schulden  ausgegangen  werden,  womit  die  Einsatzstrafe  auf  90 Tagessätze  zu 

bemessen ist.

Hinsichtlich  des  Vorlebens  und  der  persönlichen  Verhältnisse  kann  auf  Vorste-

hendes verwiesen werden (vgl. Ziff. 5.4.1). Deutlich zu Ungunsten ist sodann die 

einschlägige  Vorstrafenbelastung  zu  werten,  welche  entgegen  der  Vorinstanz 

(Urk. 68  S. 161)  sehr  wohl  mit  zu  berücksichtigen  ist  (vgl.  zur  straferhöhenden 

- 61 -

Wirkung nicht eingetragener, aber noch nicht zehn Jahre zurückliegender, jugend-

strafrechtlicher  Verurteilungen  BGE  135  IV  87  E. 4+5).  Ebenfalls  negativ  ist  die 

Delinquenz  während  laufender  Strafuntersuchung  anzurechnen,  während  der 

Verletzung des Beschleunigungsgebotes durch überlange Verfahrensdauer straf-

mindernd Rechnung zu tragen ist. Dass er sein falsches Geständnis schliesslich 

nach  Konfrontation  mit  der  Tatsache,  dass  O._____  in  der  Zwischenzeit  die 

Täterschaft gestanden hatte, zurückgezogen hat, versuchte er bis zuletzt mit einem 

Missverständnis zu erklären. Echte Einsicht und Reue sieht anders aus, weshalb 

hieraus nichts zu seinen Gunsten abgeleitet werden kann. Insgesamt überwiegen 

die  Straferhöhungsgründe  leicht,  weshalb  die  Einzelstrafe  auf  100 Tagessätze 

Geldstrafe festzusetzen ist.

5.6.

Fazit

Wie eingangs erwähnt, sind die Strafen, die für die vor dem Ersturteil begangenen 

Taten angemessen erscheinen, und diejenige für die spätere Tat zu kumulieren, 

womit der Beschuldigte insgesamt zu einer Freiheitsstrafe von zwölf Monaten und 

160 Tagessätzen Geldstrafe zu verurteilen wäre. Da dies jedoch gegenüber dem 

erstinstanzlichen  Urteil  einer  verbotenen  Verschlechterung  (vgl.  Art. 391  Abs. 2 

Satz 1 StPO) gleichkommt, ist im Ergebnis das erstinstanzliche Urteil zu bestätigen, 

welches auf zwölf Monate Freiheitsstrafe und 120 Tagessätze Geldstrafe erkannte. 

Auch die Tagessatzhöhe von Fr. 30.– ist zu bestätigen, nachdem sich an den eher 

prekären  finanziellen  Verhältnissen  des  Beschuldigten  seit  der  erstinstanzlichen 

Verhandlung nichts geändert hat. 

An die Strafe anzurechnen sind zwei Tage erstandene Haft (Art. 51 StGB). 

5.7.

Freiheits-  wie  auch  Geldstrafe  stehen  grundsätzlich  einem  Aufschub  ge-

mäss Art. 42 StGB offen. Insbesondere dass der Beschuldigte mit Strafbefehl der 

Jugendanwaltschaft Winterthur vom 26. Februar 2020 zu einer sofort bezahlbaren 

Busse von Fr. 200.– verurteilt wurde, führt nicht dazu, dass hierfür im Sinne von 

Art. 42 Abs. 2 StGB besonders günstige Umstände vorliegen müssten. 

- 62 -

Hinzu  kommt,  dass  sich  der  Beschuldigte  während  laufender  Untersuchung  auf 

Anordnung  der  Jugendanwaltschaft  im  Sinne  einer  vorsorglichen  Schutzmass-

nahme gemäss Art. 5 JStG und Art. 14 Abs. 1 JStG von November 2020 bis Juli 

2021 einer ambulanten Therapie unterzog (Urk. 1.6/2, 5-7). Zwar stockte dabei der 

Therapieprozess  immer  wieder  aufgrund  von  zahlreichen  Terminverschiebungen 

und/ oder Absagen durch den Beschuldigten, was von den durchführenden Fach-

personen  als  passiver  Widerstand  bezüglich  der  therapeutischen  Auseinander-

setzung  mit  belastenden,  schambesetzten  Themenbereichen  gewertet  wurde. 

Zeitweise habe er aber auch eine sehr gute Mitarbeit gezeigt. Insgesamt hätten die 

deliktorientierten  Therapie-Inhalte  zufriedenstellend  bearbeitet  werden  können. 

Nach  sorgfältigen  Überlegungen  zur  Risikokalkulation  kamen  die  behandelnden 

Therapeuten in ihrem Therapieverlaufs- und Abschlussbericht vom 13. September 

2021 zum Schluss, insgesamt lägen nur noch wenige, unspezifische Risikofaktoren 

vor.  Spezifische  Risikoindikationen  für  erneute  Sexualdelikte  könnten  gemäss 

aktuellem  Kenntnisstand  nicht  festgestellt  werden.  Gleichzeitig  weise  der  Be-

schuldigte viele protektive Faktoren auf. Gesamthaft sei daher von einem niedrigen 

Rückfallrisiko  für  erneute  Sexualstraftaten  bzw.  einer  günstigen  Legalprognose 

auszugehen (Urk. 1.6/5 Ziff. 5.2). 

Bis  heute  scheint  sich  diese  Prognose  bewahrheitet  zu  haben,  sind  doch  keine 

neuen Vorfälle bzw. Strafverfahren aktenkundig. Vor diesem Hintergrund kann dem 

Beschuldigten heute sowohl für die Freiheits- als auch für die Geldstrafe der be-

dingte Vollzug unter Ansetzung einer zweijährigen Probezeit gewährt werden. 

6.

Tätigkeits-, Kontakt- und Rayonverbot

6.1. Die Vorinstanz hat in ihren Erwägungen ausgeführt, gemäss Art. 67 Abs. 3 

lit. c StGB sei bei gewissen Straftaten auch ein lebenslängliches Tätigkeitsverbot 

aufzuerlegen.  Vorliegend  finde  diese  Norm  jedoch  keine  Anwendung,  da  Art. 1 

Abs. 2 JStG keinen entsprechenden Verweis enthalte. Weiter hat sie geprüft, ob 

vorliegend ein Tätigkeitsverbot nach Art. 16a Abs. 1 JStG auszufällen ist und hat 

dies verworfen (Urk. 68 S. 172 f.). Auch wenn dieser Einschätzung inhaltlich durch-

aus gefolgt werden kann, ist doch darauf hinzuweisen, dass auch Pornografie im 

Sinne von Art. 197 Abs. 4 Satz 2 StGB eine Katalogtat für ein lebenslanges Tätig-

- 63 -

keitsverbot  betreffend  berufliche  und  organisierte  ausserberufliche  Tätigkeiten  in 

regelmässigem Kontakt zu Minderjährigen darstellt (vgl. Art. 67 Abs. 3 lit. d Ziff. 1 

StGB).  Der  Beschuldigte  hat  sich  als  Erwachsener  dieses  Deliktes  schuldig  ge-

macht, womit Art. 67 StGB zweifellos anwendbar ist. Nachdem aber die Jugend-

anwaltschaft vor Vorinstanz keinen entsprechenden Antrag stellte, ist davon aus-

zugehen,  dass  sie  vom  Vorliegen  eines  besonders  leichten  Falles  im  Sinne  von 

Art. 67 Abs. 4bis StGB ausging. Im Übrigen käme die Anordnung eines Tätigkeits-

verbotes  einer  verbotenen  Verschlechterung  für  den  Beschuldigten  gleich  (vgl. 

Art. 391 Abs. 2 StPO), weshalb das bereits deshalb ausgeschlossen ist.

6.2. Weiter ordnete die Vorinstanz auf Antrag der Privatklägerin ein auf Art. 16a 

Abs. 2 JStG fussendes Kontakt- und Rayonverbot an, womit sie dem Beschuldigten 

für die Dauer von fünf Jahren verbot, sich der Privatklägerin anzunähern oder mit 

ihr direkt oder über Drittpersonen Kontakt aufzunehmen. Sie führte dazu aus, es 

sei insbesondere dem Umstand Rechnung zu tragen, dass sich die Privatklägerin 

bereits  mehrfach  mit  Kontaktaufnahmen  und  Beeinflussungsversuchen  von  aus-

senstehenden Personen konfrontiert gesehen habe. So habe sie sowohl im Unter-

suchungsverfahren als auch anlässlich der Hauptverhandlung ausgeführt, dass sie 

mehrfach und von verschiedenen Personen angesprochen worden sei, weshalb sie 

gewisse Personen in das vorliegende Verfahren miteinbeziehe und Vorwürfe gegen 

diese erhebe. Zudem sei sie auch schon mehrfach bedrängt worden, keine Aussa-

gen zu tätigen bzw. eine Person habe ihr sogar Geld angeboten, um anlässlich der 

gerichtlichen Hauptverhandlung die Vorwürfe zurückzunehmen. Allgemein hätten 

verschiedene Personen versucht, ihr ein schlechtes Gewissen einzureden (Urk. 68 

S. 174 f.). Gegenüber der Kammer erklärte die Privatklägerin zudem, dass es seit 

der erstinstanzlichen Verhandlung zu keinem Kontaktversuch mehr gekommen sei 

(Urk. 91 S. 7 f.). 

6.3. Der Beschuldigte wendet dagegen ein, dass das ausgesprochene Kontakt- 

und Rayonverbot im Sinne von Art. 16a Abs. 2 JStG aufzuheben sei. Dem Beschul-

digten würden Beeinflussungsversuche ohne konkrete Beweise unterstellt (Urk. 93 

Rz. 49 ff.). Bereits vor Vorinstanz hatte die Verteidigung darauf verwiesen, dass er 

die  Privatklägerin  seit  über  zwei  Jahren  nicht  von  sich  aus  kontaktiert  hatte  und 

- 64 -

dass  in  der  gesamten  Untersuchung  weder  durch  ihn  ausgeübte  Gewalt,  noch 

Drohungen  oder  Nachstellungen  je  Thema  gewesen  seien,  weshalb  weder  die 

Voraussetzungen des Strafgesetzes noch des Zivilrechts für die Anordnung eines 

derartigen Verbotes erfüllt seien (Urk. 53 S. 28). 

6.4. Gemäss den Angaben der Privatklägerin in ihrer Einvernahme vom 8. April 

2020 hatte der Beschuldigte sie gebeten, ihn gegenüber den Strafbehörden nicht 

zu  erwähnen  (Urk. 4/3  S. 9).  Dies  war  noch  vor  seiner  Verhaftung  und  nach-

folgenden  Haftentlassung  am  27.  bzw.  28. April  2020.  Soweit  sie  später  von 

versuchten Einflussnahmen berichtete, erwähnte sie weder den (sich während des 

weiteren  Untersuchungsverfahrens  auf  freiem  Fuss  befindenden)  Beschuldigten 

noch  Personen  aus  dessen  Umfeld.  Mithin  ist  davon  auszugehen,  dass  sich  der 

Beschuldigte  nach  seiner  Haftentlassung  und  auch  nach  Ablauf  des  (als  straf-

prozessuale Ersatzmassnahme) auf den 31. Mai 2020 befristeten Kontaktverbots 

bis  zu  Beginn  der  erstinstanzlichen  Hauptverhandlung  im  Mai  2022  in  dieser 

Hinsicht klaglos verhalten hat und auch seither wurden keine Kontaktversuche oder 

ähnliches  aktenkundig  gemacht.  Die  von  der  Privatklägerin  gegenüber  der  Vor-

instanz  geschilderten  Versuche  der  Einflussnahme  können  damit  nicht  auf  den 

Beschuldigten  zurückgeführt  werden  und  bieten  damit  keine  Grundlage  für  ein 

straf-  (oder  zivilrechtliches)  Kontakt-  und  Rayonverbot.  Hinzu  kommt,  dass  auch 

mit der Verteidigung (Urk. 93 Rz. 52) nicht einsichtig ist oder substantiiert geltend 

gemacht wurde, welche Verbrechen oder Vergehen des Beschuldigten nach Ab-

schluss des vorliegenden Verfahrens zum Nachteil der Privatklägerin zu befürchten 

wären  (vgl.  hierzu  BSK  StGB-Hagenstein,  2019,  Art.  67b  N 28 f.,  wobei  davon 

auszugehen  ist,  dass  das  Jugendstrafgesetz  die  gleichen  Voraussetzungen  ver-

langt),  zumal  er  damit  auch  den  Widerruf  der  heute  bedingt  auszusprechenden 

Strafen riskieren würde. Damit ist von einem Kontakt- und Rayonverbot abzusehen. 

7.

Zivilforderungen

7.1. Die Privatklägerin stellte vor Vorinstanz Antrag auf Feststellung der Scha-

denersatzpflicht des Beschuldigten dem Grundsatze nach sowie um Zusprechung 

einer Genugtuung in Höhe von Fr. 9'000.– zuzüglich 5 % Zins seit 1. Januar 2019 

(Urk. 52 S. 1 in Verbindung mit Urk. 36). 

- 65 -

Betreffend Schadenersatzforderung dem Grundsatz nach verwies sie zur Begrün-

dung darauf, dass die genaue Höhe des Schadens noch nicht feststehe, da sie erst 

am Anfang der traumatherapeutischen Aufarbeitung stehe (Urk. 36 S. 8). 

Was die Höhe der geforderten Genugtuung angeht, so führte die Rechtsbeiständin 

der Privatklägerin aus, durch seine mehrfache aktive Rolle beim Missbrauch der 

Privatklägerin habe der Beschuldigte zweifellos massgeblich zur schweren Verlet-

zung  ihrer  sexuellen  und  psychischen  Integrität  beigetragen.  Eine  Basis-

genugtuung am oberen Rand der Bandbreite von Fr. 20'000.– bis Fr. 30'000.– sei 

gerechtfertigt, wobei entweder eine Erhöhung der Basisgenugtuung wegen Mehr-

fachtäterschaft  vorzunehmen  sei  oder  aber  die  Basisgenugtuung  entsprechend 

höher anzusetzen sei. Es sei sowohl zu Oral- als auch Vaginalverkehr gekommen, 

zudem  sei,  wie  auf  dem  Video  ersichtlich,  teilweise  kein  Kondom  verwendet 

worden,  was  als  objektivierbares  Erhöhungskriterium  einen  Zuschlag  von 

Fr. 5'000.–  rechtfertige.  Die  Mehrfachtäterschaft  begründe  grundsätzlich  solidari-

sche Haftbarkeit. In casu werde jedoch aufgrund der parallel geführten Verfahren 

eine  individuell  bemessene  Genugtuung  beantragt.  Dabei  sei  berücksichtigt 

worden, dass der Anteil von B._____ an der immateriellen Unbill der Privatklägerin 

beträchtlich sei, auch wenn sie die sexuellen Handlungen mit ihm nach wie vor als 

freiwillig  empfinde.  B._____  habe  eine  massive  Störung  der  Entwicklung  der 

Privatklägerin  initiiert  und  seinen  Kollegen  den  Missbrauch  erst  ermöglicht.  Der 

Beschuldigte  habe  dies  und  die  Freundschaft  der  Privatklägerin  zu  ihm  jedoch 

massiv ausgenutzt. Er habe mehrfach sowohl oral als auch vaginal Verkehr mit ihr 

gehabt. Stark genugtuungserhöhend sei zu gewichten, dass er die pornografische 

Aufnahme weitergeschickt und damit zur Verbreitung dieser für die Privatklägerin 

beschämenden Aufnahme in weiten Kreisen einen massgeblichen Beitrag geleistet 

habe. In Würdigung der gesamten Umstände erscheine der geforderte Betrag als 

angemessen, wenn nicht sogar unter Berücksichtigung der Basisgenugtuung als 

tief (Urk. 52 S. 8 ff. in Verbindung mit Urk. 36 S. 6). 

7.2. Der Beschuldigte beantragt im Berufungsverfahren die Abweisung der Zivil-

forderungen bzw. deren Verweisung auf den Zivilweg (Urk. 71 S. 3). Dies begründet 

er wie folgt: Der Kausalzusammenhang zwischen dem Verhalten des Beschuldig-

- 66 -

ten und dem Trauma der Privatklägerin sei nicht bewiesen. Die beantragte Höhe 

von  Fr. 9'000.–  sei  zu  hoch  aufgrund  der  bereits  erfolgten  vorinstanzlichen  Frei-

sprüche. Die Vorwürfe gegenüber B._____ dürften nicht straferhöhend berücksich-

tigt werden. Zudem sei die der Privatklägerin gesamthaft zugesprochene Genugtu-

ung zu berücksichtigen. Der Anteil des Beschuldigten an der erlittenen Unbill der 

Privatklägerin sei wenn überhaupt marginal (Urk. 93 Rz. 54 ff.). 

7.3. Dem  Abschlussbericht  der  Psychiatrischen  Dienste  des  Spitals  Thurgau 

vom  15. April  2020  über  die  vom  1. Oktober  2019  bis  30. Januar  2020  durchge-

führte, schon vor der Heimeinweisung der Privatklägerin begonnene Multisystemi-

schen Therapie (MST) ist zu entnehmen, dass bei der stark traumatisierten Privat-

klägerin der Verdacht auf eine Posttraumatische Belastungsstörung vorliege, wes-

halb eine weiterführende diagnostische Abklärung sowie eine enge traumathera-

peutische Begleitung zwingend notwendig erscheine (Urk. 43/3).

Gemäss dem Therapiebericht der in der Folge beigezogenen Psychotherapeutin 

vom 8. Mai 2022 zeige die Privatklägerin deutliche Zeichen einer komplexen post-

traumatischen Belastungsreaktion (ICD-11 6B41). Sie zeige eine tiefe Traurigkeit. 

Ausserdem fielen im Kontakt mit ihr dissoziative Symptome auf. Zudem schildere 

sie  eindrücklich  Gefühle  tiefer  Hilflosigkeit  und  Ohnmacht.  Sie  befinde  sich  trau-

mabedingt  in  einer  ständigen  Übererregung  (zu  hoher  Stress  im  Körper/Gehirn), 

was  ihre  Belastbarkeit  einschränke  und  sich  u.a.  in  erhöhter  Schreckhaftigkeit, 

Konzentrationsstörungen  und  Schlafstörungen  zeige.  Ausserdem  werde  sie  von 

stetigen "Flashbacks" in Form von Affekten, Albträumen, Bildern und Körperemp-

findungen belastet. Die Privatklägerin sei durch die über viele Monate andauernden 

und zahlreichen traumatischen Ereignisse schwer belastet. In der Traumatherapie 

konzentriere man sich deshalb vorerst auf Krisenintervention, psychische Stabili-

sierung und die Festigung ihres Alltags. Die eigentliche Verarbeitung in Form einer 

Konfrontation  mit  den  traumatischen  Erlebnissen  werde  in  absehbarer  Zeit  nicht 

möglich bzw. nicht angebracht sein (Urk. 37/1).

7.4. Mit der Vorinstanz, auf deren Ausführungen – um Wiederholungen zu ver-

meiden  –  verwiesen  wird,  sind  die  Voraussetzungen  für  die  Feststellung  einer 

grundsätzlichen Schadenersatzpflicht betreffend aus den vorliegenden Übergriffen 

- 67 -

resultierende finanzielle Schäden erfüllt (Urk. 68 S. 177 f.), weshalb dieser Antrag 

gutzuheissen ist. Die Festsetzung der genauen Schadenshöhe wird dabei den zu-

ständigen  Zivilgerichten  vorbehalten  sein,  soweit  sich  die  Parteien  nicht  ausser-

gerichtlich einigen können. 

7.5. Betreffend die geforderte Genugtuungsleistung führte die Vorinstanz unter 

Verweis  auf  die  Ausführungen  der  unentgeltlichen  Rechtsbeiständin  der 

Privatklägerin  aus,  alleine  schon  aus  dem  in  tatsächlicher  Hinsicht  festgestellten 

objektiven  und  subjektiven  Tatgeschehen  bei  den  Vorfällen  gemäss  den  Sach-

verhalten  1–3  und  5  ergebe  sich  zweifellos,  dass  der  Beschuldigte  mehrfach 

widerrechtlich und schuldhaft in die psychische und physische Integrität der Privat-

klägerin  eingegriffen  und  sie  dadurch  in  ihren  Persönlichkeitsrechten  erheblich 

verletzt habe. Dass mitunter diese Eingriffe zu schwerwiegenden und anhaltenden 

Problemen in Form eines Traumas bei der Privatklägerin geführt hätten – wie es im 

Abschlussbericht  MST  des  Spitals  Thurgau  festgehalten  werde  –,  könne  damit 

auch nicht ernsthaft in Zweifel gezogen werden. Auch wenn der grösste Teil der 

psychischen  Beeinträchtigung  zweifelsohne  auf  das  Missbrauchsverhältnis  zum 

Mitbeschuldigten  B._____  zurückzuführen  sei,  habe  das  nicht  automatisch  zur 

Folge – insbesondere angesichts der vorliegend zu ergehenden Schuldsprüche – 

dass  der  Beschuldigte  davon  gänzlich  ausgenommen  werden  könne.  Die 

Quantifizierung des Masses der Verletzung bzw. die objektive Beurteilung solcher 

Eingriffe brächten jedoch – wie vorliegend auch – regelmässig Schwierigkeiten mit 

sich. Den Ausführungen der Rechtsvertretung der Privatklägerin folgend erscheine 

es  demnach  auch  im  vorliegenden  Fall  angezeigt,  dem  in  der  Praxis  weitver-

breiteten Model der Basisgenugtuung zu folgen, wobei sich die vorliegend von der 

Rechtsvertretung der Privatklägerin aufgerufene Genugtuungssumme im Lichte der 

genannten  Praxis  ohne  weiteres  als  der  Intensität  der  erlittenen  Unbill  und  dem 

Verschulden des Beschuldigten angemessen erweise, zumal sie in ihrer Forderung 

die zweifellos vorhandenen und genugtuungserhöhenden Faktoren nicht bzw. nicht 

übermässig  berücksichtigt  habe.  Schliesslich  habe  sie  auch  dem  Umstand  der 

Mehrfachtäterschaft  des  Beschuldigten  und  seinem  vergleichsweise  geringen 

Altersunterschied  zur  Privatklägerin  genügend  Rechnung  getragen.  Die  Zuspre-

chung einer Genugtuung von Fr. 9'000.– erscheine demnach gerechtfertigt und sei 

- 68 -

im  Übrigen  von  der  amtlichen  Verteidigung  auch  nicht  substantiiert  bestritten 

worden.  Der  beantragte  Zins  sei  von  Gesetzes  wegen  geschuldet  (Urk. 68 

S. 178 f.).

Die vorinstanzlichen Erwägungen erweisen sich als nach wie vor zutreffend. Die 

Einwände  der  Verteidigung  zielen  ins  Leere.  Die  Rechtsvertreterin  der  Privat-

klägerin  wies  zu  Recht  darauf  hin,  dass  allein  schon  der  mehrfach  erzwungene 

Geschlechtsverkehr eine Genugtuung im fünfstelligen Zahlenbereich rechtfertigen 

würde. Daran haben alle beteiligten Beschuldigten ihren Anteil. Das Vorgehen des 

Beschuldigten erscheint zudem als besonders niederträchtig, zumal er ein (sehr) 

guter Freund der Privatklägerin war und dennoch bei den sexuellen Handlungen 

mitmachte.  Dass  sein  Anteil  an  der  immateriellen  Unbill  der  Privatklägerin  bloss 

marginal  sei,  kann  daher  entgegen  der  Auffassung  der  Verteidigung  mitnichten 

gesagt werden. 

Der Beschuldigte ist somit in Bestätigung der Vorinstanz zu verpflichten, der Privat-

klägerin eine Genugtuung von Fr. 9'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 1. Januar 2019 zu 

bezahlen.

7.6. Hinsichtlich  des  mit  Bezug  auf  die  Genugtuung  in  der  Begründung,  nicht 

aber  in  den  abschliessend  ausformulierten  Anträgen,  geforderten  Nachklage-

rechtes zwecks Erhalts der Möglichkeit, in einem allfälligen späteren Zivilprozess 

eine solidarische Haftung der verschiedenen Täter, insbesondere zwecks Geltend-

machung  eines  höheren  Beitrages,  durchzusetzen,  führte  die  Vorinstanz  weiter 

aus, dass ein solcher weder hinsichtlich einer Inanspruchnahme der Solidarhaftung 

noch  damit  zusammenhängender  Erweiterungen  der  Genugtuungssummen  eine 

rechtliche Wirkung zeitigen würde. Der Privatklägerin stehe es diesbezüglich ohne 

weiteres offen, zu einem späteren Zeitpunkt ein Zweit- bzw. Zivilgericht aufzurufen 

und die Solidarhaftung gegenüber jedem Beschuldigten geltend zu machen bzw. 

sogar  einen  höheren  Betrag  einzuklagen.  Das  Urteil  über  die  (echte)  Teilklage 

entfalte  lediglich  Rechtskraftwirkung  bezüglich  des  eingeklagten  Betrages,  sei 

mithin  für  die  Einklagung  des  Restbetrages  in  keiner  Hinsicht  bindend.  Ob  eine 

"Teilklage" erhoben werde bzw. wie weit die Rechtskraft reiche, hänge damit von 

den gestellten Klagebegehren ab sowie vom Rechtsgrund und vom Sachverhalt, 

- 69 -

auf  welche  diese  gestützt  würden,  und  nicht  davon,  ob  im  Urteil  von  einem 

Nachklagevorbehalt  Vormerk  genommen  werde.  Damit  sei  die  Privatklägerin  mit 

ihrem Begehren, welches über den zugesprochenen Betrag hinausgehe, auf den 

Zivilweg zu verweisen (Urk. 68 S. 179 f.).

Auch  dies  überzeugt  und  ist  entsprechend  zu  übernehmen,  zumal  die  Privat-

klägerin diesbezüglich auch keine Anschlussberufung erhoben hat. 

8.

Kosten- und Entschädigungsfolgen

8.1. Die beschuldigte Person trägt die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird 

(Art. 44 Abs. JStPO in Verbindung mit Art. 426 Abs. 1 StPO). Nach der Rechtspre-

chung sind der beschuldigten Person, die bei mehreren angeklagten Straftaten nur 

teilweise  schuldig  gesprochen,  im  Übrigen  aber  freigesprochen  wird,  die  Ver-

fahrenskosten grundsätzlich anteilsmässig aufzuerlegen.

Die  Kosten  des  Berufungsverfahrens  sind  den  Parteien  nach  Massgabe  ihres 

Obsiegens und Unterliegens aufzuerlegen (Art. 44 Abs. 2 JStPO in Verbindung mit 

Art. 426 StPO bzw. Art. 428 Abs. 1 StPO). 

Wie die Vorinstanz zu Recht bemerkt hat, wird in Verfahren gegen Jugendliche in 

der Regel nur ein deren finanziellen Möglichkeiten Rechnung tragender Bruchteil 

der  Kosten  auferlegt,  womit  dem  Grundsatz  von  Art. 4  Abs. 1  JStPO  nachgelebt 

wird (vgl. auch Art. 3 Abs. 3 JStPO). 

8.2. Die Vorinstanz auferlegte dem Beschuldigte von den Gesamtkosten in Höhe 

von Fr. 69'562.90 lediglich Fr.  500.–, wozu sie sinngemäss ausführte, damit werde 

seinen finanziellen Verhältnissen und Zukunftsaussichten Rechnung getragen. Die 

restlichen Kosten, inklusive diejenigen der amtlichen Verteidigung und der unent-

geltlichen  Vertretung  der  Privatklägerin,  nahm  sie  definitiv  auf  die  Gerichtskasse 

(Urk. 68 S. 180 f. bzw. Dispositivziffer 8). 

Diese Regelung trägt nicht nur den finanziellen Verhältnissen des Beschuldigten 

(grosszügig) Rechnung, sondern auch dem Umstand, dass der Beschuldigte hin-

sichtlich gewisser Vorwürfe freigesprochen wurde. Sie ist somit zu bestätigen.

- 70 -

8.3.

Für das Berufungsverfahren ist eine Gerichtsgebühr von Fr. 3'600.– zu er-

heben (§ 14 Abs. 1 lit. b GebV OG in Verbindung mit § 16 Abs. 1 GebV OG). Die 

Kosten der amtlichen Verteidigung sind ausgehend von den eingereichten Hono-

rarnoten und des zusätzlichen Aufwandes für die Urteilseröffnung (inkl. Weg), das 

Urteilsstudium und eine Nachbesprechung auf insgesamt Fr. 24'600.– festzusetzen 

(Urk. 94/2; Urk. 98; § 23 in Verbindung mit § 17 f. AnwGebV), diejenigen der un-

entgeltlichen Rechtsvertretung der Privatklägerin auf Fr. 4'818.45 (vgl. die entspre-

chende Honorarnote, Urk. 100; § 23 in Verbindung mit § 17 f. AnwGebV). Die vor-

malige amtliche Verteidigerin, Rechtsanwältin Dr. X3._____, ist zudem antragsge-

mäss mit Fr. 2'579.35 zu entschädigen (Urk. 89 und Urk. 99). 

Der  Beschuldigte  unterliegt  mit  seiner  Berufung  fast  vollständig.  Der  marginalen 

anderen  rechtlichen  Würdigung  des  Sachverhaltes  2,  wo  nicht  von  gemein-

schaftlicher  Tatbegehung  betreffend  die  sexuellen  Handlungen  mit  Kindern  aus-

zugehen ist, kommt kein relevantes Gewicht zu. Ferner wurde lediglich hinsichtlich 

der Vollzugsform der Geldstrafe und dem Verzicht auf Anordnung eines Kontakt- 

und Rayonverbotes zu seinen Gunsten entschieden, was mit Blick auf den Gesamt-

umfang  der  Berufungsanträge  jedoch  vernachlässigbar  erscheint.  Unter  Verweis 

auf  seine  aktuellen  finanziellen  Verhältnisse  (vgl.  Ziff. 5.4.2  vorstehend)  und  in 

Nachachtung  der  vorstehend  aufgezeigten  jugendprozessualen  Grundsätzen  ist 

dem  Beschuldigten  die  Gerichtsgebühr  aufzuerlegen,  während  die  Kosten  der 

amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin sofort 

definitiv auf die Gerichtskasse zu nehmen sind. 

8.4. Eine  Genugtuung  für  erlittene  Haft  ist  dem  Beschuldigten  nicht  zuzu-

sprechen,  nachdem  diese  nicht  zu  Unrecht  verhängt  und  überdies  an  die  Strafe 

angerechnet  wurde.  Mithin  ist  auch  diese  Anordnung  der  Vorinstanz  (Dispositiv-

ziffer 9) zu bestätigen.

- 71 -

Es wird beschlossen:

1.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Winterthur, Jugend-

gericht, vom 7. Juli 2022 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 

"Es wird erkannt:

 1.

 2.

(…)

Der Beschuldigte A._____ wird freigesprochen von den Vorwürfen

der Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB in Verbindung mit 

Art. 200 StGB (Sachverhalt 1) sowie

der Gehilfenschaft zum versuchten Raub im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 

StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB und Art. 25 StGB (Sachverhalt 4).





 3.-6. (…)

 7.

Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

500.00

; die weiteren Kosten betragen:

500.00

  Gebühr für das Vorverfahren; 

330.00

  Auslagen (Gutachten/Expertisen etc.);

297.00

  anteilsmässige Kosten Kinderpsychologin für 

  Befragung der Privatklägerin anlässlich der 

  Hauptverhandlung;
  Kosten amtliche Verteidigung, Rechtsanwalt MLaw X2._____ (inkl. 

Fr.

1'473.35

Barauslagen und MwSt.), für den 21. April

  2020, bereits entschädigt;

Fr.

57'837.80

  X3._____ (inkl. Barauslagen und MwSt.), ab dem 22. April 

  Kosten amtliche Verteidigung, Rechtsanwältin Dr. iur.

  2020;

  Kosten unentgeltliche Rechtsvertretung der Privatklä-

8'624.75

  gerin, Rechtsanwältin Dr. iur Y._____ (inkl.

  Barauslagen und MwSt.);

69'562.90   Total

Fr.

Fr.

 8.-9. (…)

10.

Schriftliche Mitteilung

11.

Rechtsmittelbelehrung"

- 72 -

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.

Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A._____ ist schuldig











der mehrfachen Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 aStGB in 
Verbindung mit Art. 200 aStGB (Anklagesachverhalte 2 und 5)

der mehrfachen sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 aStGB 
in Verbindung mit Art. 200 aStGB (Anklagesachverhalte 1, 3 und 5)

der  mehrfachen  sexuellen  Handlungen  mit  Kindern  im  Sinne  von 
Art. 187  Ziff. 1  aStGB,  teilweise  in  Verbindung  mit  Art. 200  aStGB 
(Anklagesachverhalte 1, 2, 3 und 5)

der mehrfachen Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 4 Satz 2 aStGB 
(Anklagesachverhalte 5 und 6) sowie

der  Begünstigung  im  Sinne  von  Art. 305  Abs. 1  aStGB  (Anklagesach-
verhalt 7).

2.

Der Beschuldigte wird bestraft mit 12 Monaten Freiheitsstrafe (wovon 

2 Tage durch Haft erstanden sind) sowie mit einer Geldstrafe von 

120 Tagessätzen zu Fr. 30.–. 

3.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe und der Vollzug der Geldstrafe werden auf-

geschoben und die Probezeit auf je 2 Jahre festgesetzt. 

4.

Von der Anordnung eines Kontakt- und Rayonverbotes gegenüber der 

Privatklägerin wird abgesehen. 

5.

Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin aus 

den eingeklagten Ereignissen (Anklagesachverhalte 1, 2, 3 und 5) dem 

Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des 

Umfangs des Schadenersatzanspruches wird die Privatklägerin auf den 

Weg des Zivilprozesses verwiesen.

6.

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin eine Genugtuung von 

Fr. 9'000.– zuzüglich 5 % Zins seit 1. Januar 2019 zu bezahlen. Hinsichtlich 

des geforderten Nachklagerechtes wird die Privatklägerin auf den Weg des 

Zivilprozesses verwiesen.

- 73 -

7.

Die erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsregelung (Ziff. 8 und 9) wird 

bestätigt.

8.

Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

3'600.– ; die weiteren Kosten betragen:

2'579.35   amtliche Verteidigung RAin X3._____

24'600.–   amtliche Verteidigung RAin X1._____

4'818.45   unentgeltliche Vertretung der Privatklägerin. 

9.

Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtli-

chen Verteidigungen und der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin, 

werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigun-

gen und der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin werden definitiv 

auf die Gerichtskasse genommen. 

10. Mündliche Eröffnung (am 29. Januar 2025) und schriftliche Mitteilung im 

Dispositiv an











die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (übergeben)

Rechtsanwältin lic. iur. X3._____ (versandt)

die Oberjugendanwaltschaft (übergeben)

die Vertretung der Privatklägerin im Doppel für sich und die 
Privatklägerin (übergeben)

Bundesamt für Polizei, Bundeskriminalpolizei, Guisanplatz 1A, 3003 
Bern (versandt)

sowie in vollständiger Ausfertigung an











die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten 

Rechtsanwältin lic. iur. X3._____

die Oberjugendanwaltschaft

die Vertretung der Privatklägerin im Doppel für sich und die 
Privatklägerin

Bundesamt für Polizei, Bundeskriminalpolizei, Guisanplatz 1A, 3003 
Bern 

- 74 -

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an









die Vorinstanz

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung 
des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks 
Bestimmung der Vernichtungs- und Löschungsdaten

die Kantonspolizei Zürich, KDM-ZD, mit separatem Schreiben (§ 54a 
Abs. 1 PolG) betr. erstinstanzliche Ziff. 2. 

11. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 

Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebe-

nen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 18. Dezember 2024

Der Präsident:

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. S. Volken

MLaw T. Künzle

- 75 -

Zur Beachtung:

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam 

gemacht:

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vor-

erst nicht bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss 

er/sie die Geldstrafe definitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte 

Freiheitsstrafe.

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden 

(Art. 46 Abs. 1 bzw. Abs. 4 StGB),

-

-

wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht,

wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.