# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a760ea69-d050-5c55-b981-ba9cd5727b17
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-07-06
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 06.07.2009 UV 2008/122
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2008-122_2009-07-06.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2008/122

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 23.04.2020

Entscheiddatum: 06.07.2009

Entscheid Versicherungsgericht, 06.07.2009
Art. 6 UVG; Art. 36 Abs. 1 UVG; Art 9 UVV: Vorübergehende Verschlechterung 
eines vorbestehenden Gesundheitsschadens durch einen Unfall. Verneinung 
eines Unfall oder einer unfallähnliche Körperschädigung mangels Nachweis 
der schädigenden Einwirkung eines äusseren Faktors (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 6. Juli 2009, UV 
2008/122).

Präsident Martin Rutishauser, Versicherungsrichter Joachim Huber und 

Versicherungsrichterin Lisbeth Mattle Frei; a.o. Gerichtsschreiber Benedikt Fässler

Entscheid vom 6. Juli 2009

in Sachen

S.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Sabrina Schneider, St. Leonhard-Strasse 20, 

Postfach, 9001 St. Gallen,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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Versicherungsleistungen

Sachverhalt:

A.       

S.___ erlitt in den Jahren 1992, 1999 und 2004 Unfälle, bei denen er sich eine LWS-

Distorsion, eine Kontusion des linken Knies und ein Verdrehen des linken Knies zuzog 

(act. G 3.1/52; act. G 3.2 - act. G 3.4). Am 22. März 1999 stellte Dr. med. A.___, 

Spezialarzt FMH für Orthopädische Chirurgie, St. Gallen, folgende Diagnosen: 

Spondylolyse und Spondylolisthesis L5/S1, Spondyloarthrose L4/L5 und L5/S1, 

mediale Gonarthrose Knie links, bei erheblicher antero-lateraler Instabilität nach 

Kreuzbandläsion (act. G 3.1/23).

A.a   Am 31. Mai 2007 erhielt S.___ an seinem Arbeitsplatz als Mechaniker bei der 

B.___ beim Arbeiten an einer Sandstrahlmaschine einen Stromschlag und wurde 

dadurch 1-2 Meter weit an die Wand geschleudert. Er erlitt eine harte unglückliche 

Landung und verdrehte sich das linke Knie und den Rücken (act. G 3.1/1-4). In der 

Folge begab sich der Versicherte in Behandlung seines Hausarztes Dr. med. C.___, 

Spezialarzt FMH für Allgemeine Medizin. Dieser diagnostizierte eine traumatisierte 

Gonarthrose bei Genua vara (links) und einen aktivierten M. Baastrup (act. G 3.1/2). Am 

14. Juni 2007 stellte Dr. A.___, an den der Versicherte überwiesen worden war, 

folgende Diagnosen: Traumatisierung bei bekannter varusbetonter Gonarthrose am 

linken Knie, Verdacht auf Meniskopathie am rechten Knie, LWS-Kontusion/Distorsion 

bei vorbestehender Spondylolyse und Spondylolisthesis L4/L5 sowie Spondylose L1 

bis L3. Der Arzt stellte weiter Beuge- und Belastungsschmerzen im linken Knie und ein 

schmerzhaftes Knacksen beim Gehen im rechten Knie fest. Im LWS-Bereich beklagte 

der Versicherte Rotationsschmerzen. Für das rechte Knie empfahl Dr. A.___ je 

nach Verlauf allenfalls eine MRI-Abklärung (act. G 3.1/3). Der Unfall hatte eine 100 %-

ige Arbeitsunfähigkeit ab 2. Juni 2007 zur Folge (act. G 3.1/2, 51). Am 20. Juni 2007 

hielt der Kreisarzt der Suva Winterthur fest, dass am Rücken und am linken Knie eine 

temporäre Verschlechterung vorliege. Mit dem Erreichen des Vorzustandes sei in 

maximal 3 Monaten zu rechnen. Am rechten Knie sei die Sachlage noch offen. Sollte 

sich doch ein Meniskusriss zeigen, müsse im weiteren Verlauf eine Neuvorlage 

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erfolgen. Die rein unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit bezifferte der Kreisarzt mit 3 

Monaten (act. G 3.1/5). Die Suva anerkannte in der Folge die Kausalität und erbrachte 

die entsprechenden Versicherungsleistungen.

A.b   Der Versicherte wurde in der Folge weiter von Dr. C.___ behandelt und besuchte 

auf ärztliche Verordnung mehrmals die Physiotherapie (act. G 3.1/7). Der Verlauf der 

Therapie war jedoch unbefriedigend. Der Versicherte klagte über Knieschmerzen links 

mehr als rechts, die seit dem Unfall massiv zugenommen hätten. Zudem beklagte er 

auch Schmerzen in beiden OSG und in beiden Hüftgelenken (act. G 3.1/9 und 13).

A.c   Im Auftrag der Suva wurde der Versicherte am 20. Dezember 2007 von Dr. med. 

D.___, Facharzt für Orthopädische Chirurgie FMH, untersucht. Dieser diagnostizierte 

Residuen nach Stromverletzung bei vorbestehender Spondylolisthesis/

Spondyloarthrose LS-Übergang und vorbestehender ausgeprägter Varusgonarthrose 

links mehr als rechts. Der Versicherte gab gegenüber Dr. D.___ an, er leide seit dem 

Unfall vermehrt an Kniebeschwerden. Während die Situation links viel schlechter 

geworden sei, habe er neu auch Schmerzen am rechten Knie, wo er vor dem Unfall 

keine Beschwerden gehabt habe. Neu seien Nachtschmerzen an beiden Knien 

hinzugekommen. Auch die Rückenbeschwerden seien seit dem Unfall stärker 

geworden. Dr. D.___ stufte es als glaubhaft ein, dass der Versicherte seit dem Unfall 

deutlich mehr Beschwerden habe als vorher. Die Beschwerden seien seines Erachtens 

durch die massive Muskelkontraktion auf die vorbestehenden, schon ausgeprägten 

Arthrosen verursacht. Es habe insofern eine richtungsweisende Verschlechterung 

stattgefunden. Es sei davon auszugehen, dass ca. 25 % des im 

Untersuchungszeitpunkt zu erhebenden Befundes dem Unfall vom 31. Mai 2007 

anzulasten seien, während 75 % als vorbestehender Zustand anzunehmen seien. Es 

bestehe für leichte Tätigkeiten eine etwa 50 %-ige Arbeitsfähigkeit (act. G 3.1/26).

A.d   Am 18. März 2008 erfolgte eine kreisärztliche Untersuchung durch Dr. med. E.___, 

Facharzt FMH für Chirurgie. Subjektiv beklagte der Versicherte erneut stärkere 

Schmerzen seit dem Unfall, insbesondere in den Knien, weniger auch im Rücken. Dr. 

E.___ kam zum Schluss, dass die aktuell vorhandenen Beschwerden wahrscheinlich im 

Rahmen des natürlichen Verlaufs der vorbestehenden degenerativen Erkrankungen 

liegen (act. G 3.1/52).

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A.e   Mit Verfügung vom 20. März 2008 schloss die Suva den Fall, was die Unfallfolgen 

anbelangt, per 31. März 2008 ab und stellte die Versicherungsleistungen (Taggeld und 

Heilbehandlung) ein. Zur Begründung stützte sie sich auf die Beurteilung von Dr. E.___ 

ab, wonach die aktuell vorhandenen Beschwerden im Rahmen des natürlichen Verlaufs 

der degenerativen Erkrankungen am Rücken und an den Knien lägen. Der Zustand, wie 

er sich auch ohne den Unfall vom 31. Mai 2007 eingestellt hätte (Status quo sine) sei 

somit spätestens am 31. März 2008 erreicht (act. G 3.1/58).

B.       

B.a   Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte, vertreten durch lic. iur. Jürg 

Schneider von der Winterthur-ARAG, Rechtsschutzversicherungs-Gesellschaft, am 17. 

April 2008 Einsprache mit den Anträgen, die Verfügung sei aufzuheben und es seien 

weiterhin die gesetzlichen Leistungen auszurichten (act. G 3.1/61).

B.b   Mit Einspracheentscheid vom 3. Oktober 2008 (act. G 3.1/69; act. G 1.1) wies die 

Suva die Einsprache ab.

C.       

C.a   Gegen diesen Einspracheentscheid erhob der Versicherte, vertreten durch 

Rechtsanwältin lic. iur. Sabrina Schneider, St. Gallen, am 6. November 2008 

Beschwerde (act. G 1). Die Rechtsanwältin beantragt die Aufhebung des 

Einspracheentscheids vom 3. Oktober 2008 und die Ausrichtung der gesetzlichen 

Leistungen, insbesondere Taggelder und Heilbehandlung, auch ab dem 1. April 2008.

C.b   Mit Beschwerdeantwort vom 3. Dezember 2008 hält die Beschwerdegegnerin an 

ihrem Einspracheentscheid fest und beantragt die Abweisung der Beschwerde (act. 

G 3).

C.c   Am 22. Dezember 2008 reichte die Anwältin des Beschwerdeführers eine Replik 

ein (act. G 6). Als Beilage reichte sie einen Arztbericht von Dr. A.___ vom 2. Dezember 

2008 und einen Arztbericht des Muskelzentrums des Kantonsspitals St. Gallen vom 

25. November 2008 nach (act. G 6.1). Der Versicherte war am 30. Oktober 2008 erneut 

von Dr. A.___ untersucht worden. Dabei wurde ein MRI des rechten Knies 

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durchgeführt, wobei eine veraltete vordere Kreuzbandläsion, eine beginnende 

Femoropatellarthrose und degenerative Veränderungen an den Meniscen ergeben. Im 

Arztbericht vom 2. Dezember 2008 beantwortete Dr. A.___ einen Fragenkatalog, der 

ihm von der Anwältin des Beschwerdeführers eingereicht wurde. Zur Frage der 

Unfallkausalität der Beschwerden führte Dr. A.___ aus, es sei glaubhaft, dass die 

Beschwerden im rechten Knie ausschliesslich Folgen des Elektrounfalls vom 31. Mai 

2007 seien. Der Beschwerdeführer sei nach eigenen Angaben bis zum Unfall 

beschwerdefrei gewesen. Weder aus den Akten noch aus dem persönlichen Gespräch 

ergäben sich Hinweise, dass andere Ursachen in Frage kämen. Mit Bezug auf das linke 

Knie und den Rücken sei es durch den Elektrounfall zwar zu einer vorübergehenden 

Verschlechterung gekommen. Mittlerweile sei seines Erachtens jedoch der Status quo 

ante wieder erreicht (act. G 6.1/2). Im Bericht des Muskelzentrums des Kantonsspitals 

St. Gallen vom 25. November 2008 wurden chronische Knieschmerzen beidseitig und 

eine Somatisierungsstörung nach leichtem Elektrounfall am 31. Mai 2007 diagnostiziert. 

Anlässlich der Untersuchung am 24. November 2008 klagte der Beschwerdeführer 

neben den Kniebeschwerden über eine Art Summen im Schultergürtel, im Nacken 

sowie im Kopf, über neu aufgetauchte Schlafprobleme und Stimmungsschwankungen. 

Der Beschwerdeführer vermute jedoch selber, durch den Elektrounfall seien nicht 

verarbeitete Ängste nach einem Überfall in Brasilien im Jahre 2003 wieder 

hochgekommen. Seit er dies realisiert habe, sei das Brummen bereits wieder etwas 

besser geworden (act. G 6.1/3).

C.d   Mit Duplik vom 15. Januar 2009 nahm die Beschwerdegegnerin Stellung zu den 

mit der Replik eingereichten Arztberichten. Sie beantragt weiterhin die vollumfängliche 

Abweisung der Beschwerde (act. G 8).

Erwägungen:

1.        

1.1    Strittig ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen (Heilbehandlung und 

Taggeld), die sie im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 31. Mai 2007 erbracht hat, 

zu Recht auf den 31. März 2008 eingestellt hat.

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1.2    Die Leistungspflicht des Unfallversicherers gemäss Art. 6 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) setzt voraus, dass 

zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, 

Tod) ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht. Ob zwischen dem 

schädigenden Ereignis und dem Gesundheitsschaden ein natürlicher 

Kausalzusammenhang besteht, beurteilt sich nach dem im Sozialversicherungsrecht 

üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit; die blosse Möglichkeit 

eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht 

(BGE 129 V 177 E. 3.1; 123 V 43 E. 2a, je mit Hinweisen). Wie der 

leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss auch der Wegfall eines 

ursächlichen Zusammenhangs zwischen dem Unfallereignis und den bestehenden 

Beschwerden mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

nachgewiesen sein. Weil es sich dabei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, 

liegt die Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender 

natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht beim Versicherten, sondern beim 

Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45, 1994 Nr. U 206 S. 328; siehe ebenso 

BGE 117 V 261 E. 3b). Wird durch einen Unfall ein krankhafter Vorzustand 

verschlimmert oder überhaupt erst manifest, entfällt die Leistungspflicht des 

Unfallversicherers, wenn entweder der (krankhafte) Zustand, wie er unmittelbar vor 

dem Unfall bestanden hat (status quo ante), oder aber derjenige Zustand, der sich nach 

dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne den Unfall 

früher oder später eingestellt hätte (status quo sine), erreicht ist (RKUV 1994 Nr. U 206 

S. 328 E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b, je mit Hinweisen; siehe ebenso BGE 117 V 

261 E. 3b in fine). Im Rahmen der Prüfung des Dahinfallens der Leistungspflicht des 

Unfallversicherers genügt es mithin für die Bejahung des fortbestehenden natürlichen 

Kausalzusammenhangs, wenn der Unfall für die fragliche gesundheitliche Störung 

immer noch eine Teilursache darstellt. Gemäss Art. 36 Abs. 1 UVG werden die 

Pflegeleistungen und Kostenvergütungen sowie die Taggelder und 

Hilflosenentschädigungen nicht gekürzt, wenn die Gesundheitsschädigung nur 

teilweise Folge eines Unfalls ist. Diese Bestimmung beinhaltet eine Durchbrechung des 

Kausalitätsprinzips für Fälle, in denen ein Gesundheitsschaden durch das 

Zusammenwirken konkurrierender, teils unfallbedingter, teils unfallfremder Ursachen 

bewirkt worden ist (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. 

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Januar 2007 sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 18. Februar 2003, 

U 287/02, E. 4.4).

1.3    Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Danach haben 

Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne 

Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. 

Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle 

Beweismittel unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach 

zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des 

streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander 

widersprechenden Arztberichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte 

Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und 

nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswerts eines 

Arztberichts ist nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung entscheidend, ob er für 

die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese 

abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in 

der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 

des Experten begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, RKUV 1991 Nr. U 133 S. 311 mit 

Hinweisen). Auch Gutachten, welche der Unfallversicherer während des 

Administrativverfahrens von seinen eigenen Ärzten einholt, sind beweistauglich, 

solange ihre Richtigkeit nicht durch konkrete Indizien erschüttert wird. Ebenso sind 

ärztliche Beurteilungen aufgrund der Akten nicht an sich unzuverlässig, wenn 

genügend Unterlagen von persönlichen Untersuchungen vorhanden sind (BGE 125 V 

351 E. 3b/bb, 1993 Nr. U 167 S. 95, RKUV 1988 Nr. U 56 S. 371). Ob sie auch in Bezug 

auf die medizinischen Aussagen genügen bzw. zu überzeugen vermögen, bleibt im 

Einzelfall zu prüfen.

1.4    Die Beschwerdegegnerin stützte sich in ihrem Einspracheentscheid primär auf 

das kreisärztliche Gutachten von Dr. E.___ vom 18. März 2008 ab. Dieser kommt darin 

zum Schluss, dass die vom Beschwerdeführer beklagten Beschwerden wahrscheinlich 

im Rahmen des natürlichen Verlaufs der degenerativen Erkrankungen in den Knien und 

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im Rücken liegen (act. G 3.1/52). Die Beschwerdegegnerin argumentiert in ihrem 

Einspracheentscheid, die Beurteilung von Dr. E.___, welche nach Durchführung einer 

eingehenden Untersuchung des Versicherten sowie unter Berücksichtigung sämtlicher 

massgebender Akten verfasst worden sei, sei vollumfänglich nachvollziehbar. Es sei 

deshalb davon auszugehen, dass die vom Versicherten noch beklagten Rücken- und 

Kniebeschwerden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht mehr auf den Unfall vom 

31. Mai 2007 zurückzuführen seien und somit zwischen diesen Beschwerden und dem 

Unfall kein natürlicher Kausalzusammenhang (mehr) bestehe (act. G 1.1).

1.5    Die Anwältin des Beschwerdeführers rügt in der Beschwerde, Dr. E.___ habe die 

Abweichungen zu den Beurteilungen des Hausarztes und Dr. D.___, wonach noch 

Unfallfolgen bestünden, nicht begründet. Weil Dr. E.___ die Vorakten zwar aufführe, 

jedoch nicht weiter kommentiere und schon gar nicht auf die sich widersprechenden 

Beurteilungen eingehe, vermöge dieser Bericht die Einschätzung der übrigen Ärzte, 

dass noch Unfallfolgen bestehen, nicht zu entkräften (act. G 1 Ziff. 23). Als Beilage zu 

ihrer Replik hat die Anwältin des Beschwerdeführers jedoch selber einen Arztbericht 

von Dr. A.___ eingereicht, worin dieser zum Schluss kommt, bei den Beschwerden im 

linken Knie und in der Wirbelsäule sei der Status quo ante erreicht (act. G 6.1/2). 

Insofern wird die Einschätzung von Dr. E.___ bestätigt. Es ist deshalb aufgrund der 

übereinstimmenden Äusserung zweier Gutachter davon auszugehen, dass die 

Beschwerden am linken Knie und an der Wirbelsäule in keinem natürlichen 

Kausalzusammenhang zum Unfall vom 31. Mai 2007 mehr stehen.

2.        

2.1    Die Anwältin des Beschwerdeführers macht geltend, dass zumindest die 

Beschwerden im rechten Knie noch zum Unfallereignis kausal seien (act. G 6 Ziff. 13). 

Bezüglich der Beschwerden im rechten Knie führt Dr. A.___ in seinem Arztbericht vom 

2. Dezember 2008 aus, es sei "glaubhaft", dass die anschliessend aufgetretenen 

Beschwerden ausschliesslich Folgen des Elektrounfalls seien. Es ergäben sich weder 

aus dem persönlichen Gespräch noch aus den Akten Hinweise, dass andere Ursachen 

in Frage kämen.

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2.2    Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG werden die Versicherungsleistungen bei 

Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt. Art. 4 ATSG 

definiert einen Unfall als die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung 

eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine 

Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge 

hat. In Art. 6 Abs. 2 UVG wird der Bundesrat ermächtigt, Körperschädigungen, die den 

Folgen eines Unfalls ähnlich sind, in die Versicherung einzubeziehen. Von dieser 

Befugnis hat der Bundesrat in Art. 9 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; 

SR 832.202) Gebrauch gemacht. Als sogenannte unfallähnliche Körperschädigungen 

gelten die in Art. 9 Abs. 2 lit. a bis h UVV aufgeführten Körperverletzungen (unter 

anderem Meniskusrisse und Bandläsionen, vgl. lit. c und g), sofern sie auf eine 

plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende äussere Einwirkung auf den menschlichen 

Körper zurückzuführen sind. Das bei einem Unfall im Sinn von Art. 4 ATSG 

vorausgesetzte Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors ist bei 

den unfallähnlichen Körperschädigungen also nicht erforderlich. Hingegen hat das EVG 

in BGE 129 V 467 E. 2.2 seine Rechtsprechung gemäss BGE 123 V 43 bestätigt, 

wonach mit Ausnahme der Ungewöhnlichkeit auch bei den unfallähnlichen 

Körperschädigungen die übrigen Tatbestandsmerkmale des Unfallbegriffs - fehlende 

Absicht, äusserer Faktor, Plötzlichkeit, Schädigung (Art. 4 ATSG) - erfüllt sein müssen. 

Laut EVG-Rechtsprechung kommt hierbei der Voraussetzung des äusseren 

Ereignisses, d.h. eines ausserhalb des Körpers liegenden, objektiv feststellbaren, 

sinnfälligen, eben unfallähnlichen Vorfalls, besondere Bedeutung zu. Wo kein solches 

Ereignis mit Einwirkung auf den Körper stattgefunden hat, und sei es auch nur als 

Auslöser eines in Art. 9 Abs. 2 lit. a bis h UVV aufgezählten Gesundheitsschadens, liegt 

eine eindeutig krankheits- oder degenerativ bedingte Gesundheitsschädigung vor. Kein 

unfallähnliches Ereignis liegt insbesondere in all jenen Fällen vor, in denen der äussere 

Faktor mit den Schmerzen gleichgesetzt wird, wie sie anfänglich bei den in Art. 9 Abs. 

2 lit. a bis h UVV aufgezählten Gesundheitsschäden typischerweise in Erscheinung 

treten. Das Auftreten von Schmerzen als solches ist kein äusserer (schädigender) 

Faktor im Sinn der Rechtsprechung. Entsprechend kann dort nicht von einem äusseren 

schädigenden Faktor gesprochen werden, wo die versicherte Person nur das 

(erstmalige) Auftreten von Schmerzen in zeitlicher Hinsicht anzugeben vermag.

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2.3    Praxisgemäss sind die einzelnen Umstände des Unfallgeschehens vom 

Leistungsansprecher glaubhaft zu machen. Kommt er dieser Forderung nicht nach, 

indem er unvollständige, ungenaue oder widersprüchliche Angaben macht, die das 

Bestehen eines unfallmässigen Schadens als unglaubwürdig erscheinen lassen, so 

besteht keine Leistungspflicht des Unfallversicherers (RKUV 1990 Nr. U 86 S. 50).

2.4    Vorliegend ist die Aktenlage bezüglich des Unfallhergangs am 31. Mai 2007 

relativ dürftig. Der Beschwerdeführer erklärte am 14. Juli 2007 gegenüber der 

Beschwerdegegnerin, er habe einen Stromschlag in den linken Arm erhalten. Es habe 

ihn von der Maschine weggeschleudert und es habe eine harte unglückliche Landung 

gegeben (act. G 3.1/4). In der Schadenmeldung von Dr. C.___ vom 13. Juni 2007 (act. 

G 3.1/1) wird ausgeführt, der Beschwerdeführer sei unglücklich auf dem Fuss gelandet 

und sei eingeknickt. Welcher Fuss eingeknickt ist, ergibt sich nicht aus den Akten. Am 

Rücken liege eine Stauchung der Wirbelsäule vor. Im Bericht von Dr. A.___ vom 14. 

Juni 2007 ist von einer Verdrehung des linken Knies und einer Verdrehung des Rückens 

die Rede (act. G 3.1/3). Gemäss dem Untersuchungsbericht des Eidgenössischen 

Starkstrominspektorats gab der Beschwerdeführer am 21. November 2007 an, er sei 

an der Wand in die Knie gesackt (act. G 3.1/40). Anlässlich einer Besprechung mit einer 

Schadenspezialistin am 21. Januar 2008 gab der Beschwerdeführer an, er sei 

rückwärts an eine Wand geschleudert worden. Vermutlich müsse es ihm durch diesen 

Unfall auch irgendwie die Knie verdreht haben. Jedenfalls habe er nach dem Unfall 

starke Knieschmerzen beidseits und Rückenschmerzen verspürt (act. G 3.1/32). Aus 

den Akten lässt sich der Unfallhergang vom 31. Mai 2007 nicht zuverlässig 

rekonstruieren. Während in den älteren Akten stets nur von einer Verdrehung des linken 

Knies die Rede ist, gibt der Beschwerdeführer später an, es seien wohl "irgendwie" 

beide Knie verdreht worden. Während der Beschwerdeführer am 14. Juli 2007 nur 

unspezifisch von einer harten unglücklichen Landung spricht (act. G 3.1/4), gibt er am 

21. Januar 2008 an, es habe ihm die Knie verdreht (act. G 3.1/32). Aufgrund dieser 

zuerst sehr ungenauen Sachverhaltsschilderung, die erst mehrere Monate nach dem 

Unfallereignis präzisiert wurde, ist das Vorliegen eines unfallmässigen Schadens durch 

ein Verdrehen des rechten Knie nicht glaubhaft dargelegt. Einen anderen möglichen 

Unfallmechanismus erwähnt Dr. D.___ in seinem Bericht vom 21. Dezember 2007. 

Seines Erachtens sind die Beschwerden durch die massive Muskelkontraktion auf die 

vorbestehenden, schon ausgeprägten Arthrosen verursacht (act. G 3.1/26). Dies erklärt 

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jedoch in keiner Weise die von Dr. A.___ festgestellte Kreuzbandinsuffizienz, sondern 

höchstens eine vorübergehende Verschlechterung eines krankhaften Vorzustands auch 

am rechten Knie. Dies gilt auch, wenn nicht von einem Unfall, sondern von einer 

unfallähnlichen Körperschädigung ausgegangen wird. Gemäss Art. 9 Abs. 2 lit. c und g 

UVV zählen u.a. Meniskusrisse und Bandläsionen zu den unfallähnlichen 

Körperschädigungen, welche auch ohne ungewöhnliche äussere Einwirkung den 

Unfällen gleichgestellt sind. Gemäss erwähnter höchstrichterlicher Rechtsprechung ist 

jedoch auch bei unfallähnlichen Körperschädigungen die schädigende Einwirkung 

eines äusseren Faktors und somit ein zumindest unfallähnliches Geschehen 

erforderlich. Im Unterschied zu einem Unfall ist einzig das Tatbestandsmerkmal der 

Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors entbehrlich. Wie bereits erwähnt, stellt das 

blosse Auftreten von Schmerzen keinen äusseren schädigenden Faktor im Sinne der 

Rechtsprechung dar. Die blosse Tatsache, dass der Beschwerdeführer nach dem 31. 

Mai 2007 Schmerzen im rechten Knie verspürt hat, genügt nicht zur Annahme einer 

unfallähnlichen Körperschädigung. Nach dem Gesagten ist bezüglich des rechten 

Knies nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, dass ein Unfall oder 

eine unfallähnliche Körperschädigung vorliegt. Zudem erwähnt Dr. A.___ in seinem 

Arztbericht vom 2. Dezember 2008 (act. G 6.1/2) selber degenerative Veränderungen 

an den Meniscen und eine beginnende Femoropatellarthrose, führt jedoch nicht aus, 

inwiefern diese Befunde kausal auf das Ereignis vom 31. Mai 2007 zurückgeführt 

werden könnten. Eine degenerative Ursache der Beschwerden am rechten Knie 

erscheint nach dem Gesagten zumindest ebenso wahrscheinlich wie eine 

unfallbedingte Schädigung. Somit stünde, auch wenn eine unfallmässige Einwirkung 

auf das rechte Knie nachgewiesen wäre, nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

fest, dass die Beschwerden im rechten Knie unfallkausal sind. Die Leistungseinstellung 

ist somit auch bezüglich der Beschwerden am rechten Knie rechtmässig.

3.        

In der Replik vom 22. Dezember 2008 wird seitens des Beschwerdeführers zum ersten 

Mal vorgebracht, er leide an einer Art Summen im Schultergürtel, im Nacken und im 

Kopf und an neu aufgetauchten Schlafproblemen und Stimmungsschwankungen (act. 

G 6 Ziff. 11). Im Arztbericht des Muskelzentrums des Kantonsspitals St. Gallen vom 25. 

November 2008 (act. G 6.1/3) wurde eine Somatisierungsstörung infolge des Unfalls 

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vom 31. Mai 2007 diagnostiziert. Für die gerichtliche Beurteilung sind die tatsächlichen 

Verhältnisse bis zum Zeitpunkt des Einspracheentscheids, d.h. vorliegend bis zum 3. 

Oktober 2008, massgebend. Die Kopf-, Nacken- und Schulterbeschwerden werden 

seitens des Beschwerdeführers jedoch erstmals in der Replik vom 22. Dezember 2008 

vorgebracht. Sie gehören deshalb im Rahmen des vorliegenden Prozesses nicht zum 

massgeblichen Sachverhalt. Soweit mit der Beschwerde diesbezüglich Leistungen 

geltend gemacht werden, kann darauf nicht eingetreten werden.

4.        

Zusammenfassend ergibt sich aus den vorliegenden Erwägungen, dass die 

Beschwerdeführerin ihre Leistungen zu Recht eingestellt hat. Bezüglich der 

Beschwerden im linken Knie und im Rücken liegen nach übereinstimmender Aussage 

der Gutachter keine Unfallfolgen mehr vor. Bezüglich der Beschwerden im rechten Knie 

ist das Vorliegen eines schädigenden äusseren Faktors nicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit nachgewiesen. Die beklagten Beschwerden im Schultergürtel, 

Nacken und Kopf gehören nicht zum im Rahmen dieses Prozesses massgeblichen 

Sachverhalt.

5.   

Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann.

2.       Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

	Publikationsplattform
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	Entscheid Versicherungsgericht, 06.07.2009
	Art. 6 UVG; Art. 36 Abs. 1 UVG; Art 9 UVV: Vorübergehende Verschlechterung eines vorbestehenden Gesundheitsschadens durch einen Unfall. Verneinung eines Unfall oder einer unfallähnliche Körperschädigung mangels Nachweis der schädigenden Einwirkung eines äusseren Faktors (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 6. Juli 2009, UV 2008/122).

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		2025-07-19T14:41:54+0200
	"9001 St.Gallen"
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