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**Case Identifier:** add213e9-53ed-5d10-acc9-efe68ca582ec
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-04-12
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht 12.04.2017 810 16 220
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_003_810-16-220_2017-04-12.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und 

Verwaltungsrecht 

 

vom 12. April 2017 (810 16 220) 

____________________________________________________________________ 

 

 

 

Ausländerrecht 

 

 

Widerruf der Niederlassungsbewilligung / Sozialhilfeabhängigkeit 

 

 
Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, Kantonsrichter Christian  

Haidlauf, Markus Clausen, Claude Jeanneret, Niklaus Ruckstuhl,  
Gerichtsschreiber i.V. Léonard Lavanchy 
 
 

Beteiligte A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Mehmet Sigirci, Advokat 
  

 
gegen 
 
 

 Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft, 4410 Liestal,  
Beschwerdegegner 
 

  
  
Betreff Widerruf der Niederlassungsbewilligung, Wegweisung aus der 

Schweiz (RRB Nr. 0953 vom 28. Juni 2016) 
 

 

 

A. Der marokkanische Staatsangehörige A.____ (geb. 1984) reiste am 16. November 
2006 zur Vorbereitung der Heirat mit der Schweizer Bürgerin B.____ in die Schweiz ein und 
erhielt vom Amt für Migration Basel-Landschaft (AfM) nach der Eheschliessung eine Aufent-
haltsbewilligung zum Verbleib bei der Ehefrau. Ende 2009 kam die gemeinsame Tochter, 
C.____, zur Welt. Seit dem 28. November 2011 ist A.____ im Besitz einer Niederlassungsbewil-
ligung. 

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B. Die Sozialhilfebehörde D.____ unterstützte A.____, B.____ und die gemeinsame Toch-
ter vom 1. Mai 2010 bis 28. Februar 2011 und vom 1. November 2011 bis 31. Januar 2013 mit 
Fr. 36'398.45. 
 
C. Aufgrund ehelicher Problemen zog A.____ am 1. Februar 2013 aus der ehelichen 
Wohnung aus. 
 
D. A.____ bezog für die Zeit zwischen dem 1. Februar 2013 und dem 6. Juni 2016 Sozial-
hilfegelder in der Höhe von Fr. 62'538.40. Im selben Zeitraum erhielten B.____ und die Tochter 
Sozialhilfegelder in der Höhe von Fr. 104'147.85. 
 
E. Mit Schreiben vom 20. Oktober 2015 gewährte das AfM A.____ das rechtliche Gehör 
zu einem allfälligen Widerruf seiner Niederlassungsbewilligung. Mangels festen Wohnsitzes und 
sonstiger Informationen bezüglich seines Aufenthaltsorts scheiterten sämtliche Zustellungsver-
suche. 
 
F. Am 26. Januar 2016 widerrief das AfM die Niederlassungsbewilligung von A.____ und 
wies ihn aus der Schweiz weg. Seinen Entscheid begründete das AfM im Wesentlichen damit, 
dass A.____ bis zum damaligen Zeitpunkt Unterstützungsleistungen in der Höhe von mindes-
tens Fr. 93'318.75 bezogen habe, weiterhin von der Sozialhilfe lebe und nicht bereit sei, sich um 
eine Erwerbstätigkeit zu bemühen. 
 
G. Eine von A.____, vertreten durch Mehmet Sigirci, Advokat in Basel, eingereichte Be-
schwerde wies der Regierungsrat mit Regierungsratsbeschluss (RRB) Nr. 953 vom 28. Juni 
2016 ab. 
 
H. Dagegen erhob A.____, weiterhin vertreten durch Mehmet Sigirci, am 11. Juli 2016 
beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), Be-
schwerde mit den Anträgen, es sei der Entscheid des Regierungsrats betreffend Widerruf der 
Niederlassungsbewilligung vollumfänglich aufzuheben und ihm die Niederlassungsbewilligung 
zu belassen, eventualiter sei ihm eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen. Zudem sei ihm die 
unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung sowohl für das vorinstanzliche als auch für 
das vorliegende Beschwerdeverfahren zu bewilligen; unter o/e-Kostenfolge. 
 
I. Am 27. Juli 2016 wurde die Ehe zwischen A.____ und B.____ gerichtlich geschieden. 
Die elterliche Sorge über die gemeinsame Tochter wurde der Kindsmutter zugeteilt und A.____ 
wurde entsprechend der genehmigten Scheidungsvereinbarung vom 9. Juli 2016 verpflichtet, 
der Kindesmutter ab dem 1. Oktober 2016 einen monatlichen Unterhaltsbeitrag an den Unter-
halt der Tochter in der Höhe von Fr. 500.-- zu bezahlen. 
 
J. Mit Vernehmlassung vom 28. September 2016 beantragte der Regierungsrat die Ab-
weisung der Beschwerde. 
 

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K. Mit Präsidialverfügung vom 8. November 2016 wurde der Fall der Kammer zur Beur-
teilung im Rahmen einer Urteilsberatung überwiesen. 
 
L. Am 8. Dezember 2016 informierte der Beschwerdeführer das Gericht, dass er nach 
E.____, Kanton Basel-Landschaft, zu seiner schwangeren Freundin, der Schweizer Bürgerin 
F.____, gezogen sei und bei ihr in Untermiete wohne. Ferner sei angesichts der letzten Fort-
schritte im Zusammenhang mit seinem Besuchsrecht zu seiner Tochter C.____ (regelmässige 
telefonische Kontakte sowie Treffen anlässlich ihres Geburtstags) damit zu rechnen, dass ihm 
künftig das übliche Besuchs- und Ferienrecht zustehen werde. Zusammen mit diesem Schrei-
ben reichte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers seine Honorarnote ein. 
 
M. Am 3. März 2017 kam die Tochter des Beschwerdeführers und F.____ zur Welt. Am 
11. April 2017 heiratete der Beschwerdeführer sodann die Schweizer Bürgerin F.____. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g: 
 
1. Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozess-
ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügungen und Entscheide des Regie-
rungsrats die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Kantonsgericht zulässig. Da weder ein 
Ausschlusstatbestand nach § 44 VPO noch ein spezialgesetzlicher Ausschlusstatbestand vor-
liegen, ist die Zuständigkeit des Kantonsgerichts zur Beurteilung der vorliegenden Angelegen-
heit gegeben. Der Beschwerdeführer ist als Adressat des angefochtenen Entscheids berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung. Auch die weiteren formellen Vo-
raussetzungen sind erfüllt, sodass auf die Beschwerde eingetreten werden kann. 
 
2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können gemäss § 45 Abs. 1 lit. a und b 
VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts gerügt wer-
den. Die Beurteilung der Angemessenheit ist dem Kantonsgericht dagegen – abgesehen von 
hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen – verwehrt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO e contrario). 
 
3. Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Frage, ob der Widerruf der 
Niederlassungsbewilligung und die damit verbundene Wegweisung des Beschwerdeführers zu 
Recht erfolgten. 
 
4.1 Die Vorinstanz kam im angefochtenen Entscheid zum Schluss, dass der Widerrufs-
grund von Art. 63 Abs. 1 lit. c des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer 
(Ausländergesetz, AuG) vom 16. Dezember 2005 vorliege, weil eine erhebliche Sozialhilfeab-
hängigkeit des Beschwerdeführers und dessen Familie entstanden sei und fortbestehe. Der 
Beschwerdeführer habe zudem noch nie eine Festanstellung gehabt und bemühe sich nicht 
genügend um eine Erwerbstätigkeit, was keine gute Prognose zulasse. 
 

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4.2 Der Beschwerdeführer bringt dagegen vor, der Widerrufsgrund sei nicht erfüllt, weil ihm 
nicht die gesamte für die Familie ausgerichtete Sozialhilfeunterstützung zugerechnet werden 
könne. Insbesondere könne spätestens nach seinem Auszug aus der ehelichen Wohnung nicht 
mehr von einer wirtschaftlichen Einheit der Ehegatten gesprochen werden. So betrachtet habe 
er insgesamt Sozialhilfegelder in der Höhe von rund Fr. 100‘000.-- bezogen, was zwar nicht zu 
verharmlosen sei, jedoch unter Berücksichtigung seiner persönlichen Situation und der Dauer 
seines Aufenthalts in der Schweiz zu relativieren sei. Betreffend seine künftigen Erwerbsaus-
sichten sei zu berücksichtigen, dass er zwischen 2006 und 2010 sowie während acht Monaten 
im Jahre 2011 keine Sozialhilfe benötigt habe und somit durchaus im Stande sei, auf eigenen 
Füssen zu stehen. Demzufolge könne nicht von einem erheblichen und dauerhaften Sozialhilfe-
bezug gesprochen werden. 
 
4.3.1 Gemäss Art. 63 Abs. 1 lit. c AuG kann die Niederlassungsbewilligung widerrufen wer-
den, wenn ein Ausländer oder eine Person, für die er zu sorgen hat, dauerhaft und in er-
heblichem Mass auf Sozialhilfe angewiesen ist. Die Niederlassungsbewilligung von Ausländern, 
die sich seit mehr als 15 Jahren ununterbrochen und ordnungsgemäss in der Schweiz aufhal-
ten, kann allerdings nicht mehr nach Art. 63 Abs. 1 lit. c AuG widerrufen werden (Art. 63 Abs. 2 
AuG). Ein Widerruf soll in Betracht kommen, wenn eine Person hohe finanzielle Fürsorgeleis-
tungen erhalten hat und nicht damit gerechnet werden kann, dass sie in Zukunft für ihren Le-
bensunterhalt sorgen wird. Nach geltender Praxis ist der Widerrufsgrund der Sozialhilfeabhän-
gigkeit nach Art. 63 Abs. 1 lit. c AuG erfüllt, wenn konkret die Gefahr einer fortgesetzten und 
erheblichen Sozialhilfeabhängigkeit besteht; blosse finanzielle Bedenken genügen nicht. Neben 
den bisherigen und den aktuellen Verhältnissen ist auch die wahrscheinliche finanzielle Ent-
wicklung auf längere Sicht abzuwägen; massgeblich sind die finanziellen Verhältnisse der Fami-
lie in ihrer Gesamtheit (Urteil des Bundesgerichts 2C_120/2015 vom 2. Februar 2016 E. 2.1 mit 
Hinweisen).   
 
4.3.2 Inwiefern die Fürsorgeabhängigkeit im konkreten Fall auf ein Selbstverschulden der 
betroffenen Person zurückzuführen ist, spielt einzig bzw. erst im Rahmen der Prüfung der Ver-
hältnismässigkeit der ausländerrechtlichen Massnahme eine Rolle (vgl. Urteil des Bun-
desgerichts 2C_263/2016 vom 10. November 2016 E. 3.2). 
 
4.4 Nachdem bereits der vom Beschwerdeführer selbst anerkannte Betrag der von ihm 
bezogenen Sozialhilfeleistungen von rund Fr. 100’000.-- das Kriterium der Erheblichkeit erfüllt, 
erübrigen sich weitere Ausführungen dazu, inwieweit ihm zusätzlich die von der Ehefrau nach 
der Trennung bezogenen Sozialhilfeleistungen zuzurechnen sind. Sodann ist in Anbetracht der 
seit 2011 ununterbrochen bestehenden Sozialhilfeabhängigkeit auch das Kriterium der Dauer-
haftigkeit der Sozialhilfeabhängigkeit erfüllt sind, weshalb mit den Vorinstanzen der Wider-
rufsgrund im Sinne von Art. 63 Abs. 1 lit. c AuG als erfüllt anzusehen ist. 
 
5.1 Liegt ein Widerrufsgrund vor, so ist zu prüfen, ob die Massnahme im konkreten Fall 
auch verhältnismässig ist (vgl. Art. 96 Abs. 1 AuG; BGE 135 II 377 E. 4). Dies erfordert eine 
Interessenabwägung, welche die wesentlichen Umstände des Einzelfalls berücksichtigt (BGE 
135 II 110 E. 2.1). Da der Beschwerdeführer mit einer Schweizer Bürgerin verheiratet ist und 

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mit dieser und dem gemeinsamen Kind zusammenlebt, kann er auch das Recht auf Achtung 
des Privat- und Familienlebens im Sinne von Art. 8 Ziff. 1 EMRK anrufen. Somit ist über die 
landesrechtliche Verhältnismässigkeitsprüfung hinaus eine solche gemäss dem Konventions-
recht vorzunehmen (Art. 8 Ziff. 2 EMRK; BGE 122 II 1 E. 2). Die konventionsrechtliche Verhält-
nismässigkeitsprüfung entspricht jener nach Art. 96 Abs. 1 AuG und kann in einem einzigen 
Schritt vorgenommen werden (Urteile des Bundesgerichts 2C_551/2013 vom 24. Februar 2014 
E. 2.4 und 2C_11/2013 vom 25. März 2013 E. 3.1 mit Hinweisen). Bei der Prüfung sind alle 
Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen und die öffentlichen und privaten Interessen sorg-
fältig gegeneinander abzuwägen (MARTINA CARONI, in: Martina Caroni/Thomas Gächter/Daniela 
Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer, Bern 2010, Art. 51 
AuG N 3; ANDREAS ZÜND/LADINA ARQUINT HILL, in: Peter Uebersax/Beat Rudin/Thomas Hugi 
Yar/Thomas Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, Basel 2009, Rz. 8.48). Verlangt ist insofern eine 
Abwägung der sich gegenüberstehenden privaten Interessen an der Erteilung der Bewilligung 
und der öffentlichen Interessen an deren Verweigerung, wobei Letztere in dem Sinne überwie-
gen müssen, dass sich der Eingriff als notwendig erweist (vgl. BGE 135 I 143 E. 2.1 mit Hinwei-
sen). Dabei sind beim Widerrufsgrund der Sozialhilfeabhängigkeit insbesondere die Hintergrün-
de, warum eine Person sozialhilfeabhängig wurde und somit das Verschulden der ausländi-
schen Person in den Entscheid miteinzubeziehen und zu würdigen (Urteil des Bundesgerichts 
2C_263/2016 vom 10. November 2016, E. 3.2) und der Grad ihrer Integration bzw. die Dauer 
der bisherigen Anwesenheit sowie die der betroffenen Person und ihrer Familie drohenden 
Nachteile zu beachten (BGE 139 I 31 E. 2.3.1 mit Hinweisen). 
 
6.2 Zu prüfen ist somit, ob unter Berücksichtigung der konkreten Umstände des vor-
liegenden Falles die öffentlichen Interessen am Widerruf der Niederlassungsbewilligung die 
privaten Interessen des Beschwerdeführers an einem Verbleib in der Schweiz überwiegen. 
 
6.3 Der Regierungsrat hielt den Widerruf der Niederlassungsbewilligung zusammengefasst 
für verhältnismässig, weil der seit zehn Jahren in der Schweiz lebende Beschwerdeführer sich 
nicht erfolgreich habe integrieren können, er sich in dieser Zeit verschuldet und in beträchtlicher 
Höhe Sozialhilfe beansprucht habe. Auch habe er sich nicht genügend darum bemüht, ins Er-
werbsleben zurückzukehren. Somit treffe ihn ein Verschulden an seiner Sozialhilfeabhängigkeit. 
Den Kontakt zu seinen Töchtern könne er mittels moderner Kommunikationsmöglichkeiten und 
Besuchen ohne weiteres aufrechterhalten. Ausserdem habe er 22 Jahre seines Lebens in Ma-
rokko gelebt und sei erst 32 Jahre alt. Es könne davon ausgegangen werden, dass es ihm mit 
Hilfe der noch im Heimatland lebenden Verwandten und Bekannten gelingen werde, dort wieder 
Fuss zu fassen, zumal er die Sprache spreche und mit den dortigen Gepflogenheiten nach wie 
vor bestens vertraut sei. Somit sei ihm die Rückkehr in seine Heimat zumutbar. Die öffentlichen 
Interessen an der Wegweisung eines erheblich auf die schweizerische Sozialhilfe angewiese-
nen Ausländers würden die privaten Interessen des Beschwerdeführers an einem Verbleib in 
der Schweiz überwiegen. 
 
6.4 Der Beschwerdeführer hält dem entgegen, sein Verschulden sei bezüglich seiner Sozi-
alhilfeabhängigkeit angesichts seiner persönlichen Verhältnisse und der konkreten Umstände 
zu relativieren. Insbesondere sei die Inanspruchnahme von Sozialhilfegeldern nicht immer ver-

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meidbar gewesen, zumal er nach dem erzwungenen Auszug aus der ehelichen Wohnung man-
gels Wohnort und Arbeitsstelle in eine Abwärtsspirale geraten sei. Auch sei er im März 2016 
Opfer eines Gewaltdelikts geworden, was ihn bei der Arbeitssuche eingeschränkt habe. Vor 
diesem Hintergrund könne nicht von einem selbst verschuldeten Sozialhilfebezug gesprochen 
werden. Zudem sei dem Widerruf seiner Niederlassungsbewilligung keine Verwarnung voraus-
gegangen. Ausserdem sei der Widerruf seiner Niederlassungsbewilligung im Hinblick auf seine 
familiären Verhältnisse nicht verhältnismässig. Insbesondere würde seine Wegweisung zu einer 
faktischen Trennung von seiner neuen Ehefrau führen. Auch würde die gemeinsame Schweizer 
Tochter, zu der er bereits innert kurzer Zeit eine intensive Beziehung aufgebaut habe, ohne 
ihren Vater und somit ohne männliche Bezugsperson aufwachsen und dadurch in ihrer Entwick-
lung gefährdet werden. Zu seiner Tochter aus erster Ehe habe er zwar nach seiner Trennung 
von der Kindesmutter vorübergehend keinen regelmässigen Kontakt mehr pflegen können. Al-
lerdings habe sich die Situation normalisiert und stark verbessert, sodass er nun wieder eine 
innige Beziehung zu seiner ersten Tochter pflege. Die mit einer Wegweisung einhergehende 
endgültige Trennung von seinen Töchtern würde daher nicht nur für ihn schwer zu verkraften 
sein, sondern auch in krasser Weise gegen das Kindeswohl verstossen. Persönliche Besuche 
von seinem Heimatland aus seien aufgrund der grossen Entfernung zur Schweiz und der knap-
pen finanziellen Verhältnisse nicht möglich, wodurch er seine intakte Beziehung zu seinen zwei 
Töchtern nicht aufrechterhalten könne. Schliesslich habe er so gut wie keinen Bezug zu seinem 
Heimatland mehr und verfüge dort über keine Existenzgrundlage. Deshalb würden seine priva-
ten Interessen und diejenigen seiner Familie an seinem Verbleib in der Schweiz die öffentlichen 
Interessen an einer Wegweisung überwiegen. 
 
6.5.1 Ausgangspunkt der vorzunehmenden Interessenabwägung ist das Interesse der Öf-
fentlichkeit, Ausländer und Ausländerinnen, welche dauerhaft und in erheblichem Masse auf die 
Sozialhilfe angewiesen sind und dadurch die öffentliche Hand stark beanspruchen bzw. belas-
ten, wegzuweisen. Die Sozialhilfeabhängigkeit des Beschwerdeführers hält bereits seit Jahren 
an und der Beschwerdeführer bezog in erheblichem Masse Sozialhilfegelder. Es besteht somit 
ein bedeutendes öffentliches Interesse an dessen Wegweisung. 
 
6.5.2 Dem genannten öffentlichen Interesse sind die privaten Interessen des Beschwerde-
führers und seiner Familie am Verbleib in der Schweiz gegenüberzustellen. Der Beschwerde-
führer ist im Alter von 22 Jahren in die Schweiz eingereist und hält sich seit nunmehr knapp 
über zehn Jahren in der Schweiz auf. Neben dem langen Aufenthalt in der Schweiz ist zu be-
rücksichtigen, dass der Beschwerdeführer in strafrechtlicher Hinsicht ein beinahe einwandfreies 
Verhalten vorzuweisen hat, was dafür spricht, dass er die hiesige Rechtsordnung akzeptiert und 
sich grundsätzlich danach richtet. Sprachlich ist der Beschwerdeführer gut integriert. In beruf-
licher Hinsicht liegt hingegen keine gute Integration vor. Im Hinblick auf die familiären Verhält-
nisse des Beschwerdeführers ist von Bedeutung, dass die mit dem Widerruf der Niederlas-
sungsbewilligung einhergehende Wegweisung des Beschwerdeführers zu einer Trennung des 
Beschwerdeführers von seiner Ehefrau führen würde. Allerdings wird die Härte einer solchen 
Trennung dadurch relativiert, dass die Ehegatten die Ehe eingegangen sind, nachdem der Wi-
derruf der Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers nicht nur vom AfM verfügt, son-
dern auch von der Vorinstanz bestätigt worden war. Dementsprechend haben sie von dieser 

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Trennungsmöglichkeit gewusst und diese in Kauf genommen. Eine Wegweisung würde ausser-
dem das Verhältnis des Beschwerdeführers zu beiden Töchtern belasten und den Kontakt zwar 
nicht verunmöglichen, jedoch wesentlich erschweren. Laut eigenen Aussagen pflegt der Be-
schwerdeführer zu seiner neugeborenen Tochter – trotz deren sehr jungen Alters – eine innige 
Beziehung. Zu seiner älteren Tochter pflegte der Beschwerdeführer bis zur Trennung von sei-
ner ersten Ehefrau ein sehr enges Verhältnis. Aus den Akten ist sodann ersichtlich, dass sich 
der Beschwerdeführer nach der Scheidung um ein ordentliches Besuchsrecht und die gemein-
same elterliche Sorge bemüht hat. Zudem hat sich der Kontakt zwischen dem Beschwerde-
führer und seiner älteren Tochter mittlerweile wieder intensiviert. Es finden nun zweimal monat-
lich begleitete Besuche statt und die zuständige Fachbehörde beschreibt eine innige Beziehung 
zwischen dem Beschwerdeführer und seiner älteren Tochter. Auch wenn der Beschwerdeführer 
22 Jahre seines Lebens in Marokko verbracht hat, die Sprache spricht und mit den dortigen 
Gepflogenheiten vertraut ist, sind die privaten Interessen des Beschwerdeführers an einem 
Verbleib in der Schweiz angesichts seiner persönlichen und familiären Verhältnisse schwer zu 
gewichten. Weiter sind die Hintergründe des Sozialhilfebezugs und somit ein allfälliges Ver-
schulden des Beschwerdeführers zu berücksichtigen. Diesbezüglich ist festzuhalten, dass der 
Beschwerdeführer seine Sozialhilfeabhängigkeit teilweise selbst zu verantworten hat, indem er 
sich nicht genügend darum bemüht hat, rasch wieder in der Arbeitswelt Fuss zu fassen, um sich 
letztlich von der Sozialhilfe lösen zu können. Allerdings sind in diesem Zusammenhang auch 
die schwierigen persönlichen Verhältnisse des Beschwerdeführers nach seiner Trennung von 
seiner damaligen Ehefrau zu berücksichtigen, wegen der sich der Beschwerdeführer nachweis-
lich auch in psychiatrische Behandlung begeben hat. Zusätzlich ist in Betracht zu ziehen, dass 
der Beschwerdeführer seitens des AfM bisher nicht verwarnt wurde. Im Rahmen einer Gesamt-
würdigung ist deshalb entgegen den Vorinstanzen festzuhalten, dass die privaten Interessen 
des Beschwerdeführers am Verbleib in der Schweiz gegenüber den öffentlichen Interessen an 
einer Wegweisung überwiegen. Vor diesem Hintergrund erweist sich der von der Vorinstanz 
geschützte Widerruf der Niederlassungsbewilligung mit Blick auf die privaten Interessen des 
Beschwerdeführers als unverhältnismässig. 
 
7.1 Ist eine ausländerrechtliche Massnahme begründet, aber den Umständen nicht an-
gemessen, so kann die betroffene Ausländerin oder der betroffene Ausländer unter Androhung 
der Massnahme verwarnt werden (Art. 96 Abs. 2 AuG). Die Verwarnung nach Art. 96 Abs. 2 
AuG ist eine eigenständige ausländerrechtliche Massnahme, welche das Verfahren mit einer 
weniger einschneidenden Folge als dem Widerruf oder der Nichtverlängerung der Bewilligung 
abschliesst und einen Endentscheid bildet. Die Verwarnung soll als Ausfluss des Verhältnis-
mässigkeitsprinzips verhindern, dass es überhaupt zu einer aufenthaltsbeendenden Massnah-
me kommt, und den Betroffenen auf sein problematisches Verhalten zu einem Zeitpunkt hin-
weisen, in welchem sich die Anordnung der angedrohten Massnahme gerade noch nicht recht-
fertigt (vgl. Urteile des Bundesgerichts 2C_114/2012 vom 26. März 2013, E. 1.1; 2A.737/2004 
vom 30. März 2005, E. 2, in: Die Praxis 2006 Nr. 26 S. 184). 
 
7.2 Im vorliegenden Fall ist wie oben aufgezeigt der Widerruf der Niederlassungsbewilli-
gung des Beschwerdeführers im aktuellen Zeitpunkt unverhältnismässig. Dementsprechend 
kommt eine ausländerrechtliche Verwarnung im Sinne von Art. 96 Abs. 2 AuG grundsätzlich in 

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Betracht. Es ist in diesem Zusammenhang insbesondere zu berücksichtigen, dass der Be-
schwerdeführer bisher vom AfM ausländerrechtlich nicht verwarnt worden ist. Zudem hat er nun 
eine neue Familie gegründet und steht somit am Anfang eines neuen Lebensabschnittes. Ins-
besondere seine zwei Töchter und seine Ehefrau setzen für ihn wichtige Anreize, sich nun in-
tensiv um eine Arbeitsstelle zu bemühen, um für seine Familie sorgen und sich von der Sozial-
hilfe lösen zu können. Sollte er allerdings selbstverschuldet von der Sozialhilfe abhängig blei-
ben oder in absehbarer Zeit in relevanter Weise straffällig werden oder Schulden anhäufen und 
damit das durch das Gericht in ihn gesetzte Vertrauen missbrauchen, ist ein späterer Widerruf 
im Rahmen einer neuen Interessenabwägung nicht ausgeschlossen. Der Beschwerdeführer 
wird deshalb im Rahmen des vorliegenden Urteils ausländerrechtlich verwarnt. 
 
7.3 Demnach ist die Beschwerde in Bezug auf den Widerruf der Niederlassungsbewilligung 
gutzuheissen. Anstelle des Widerrufs der Niederlassungsbewilligung wird der Beschwerde-
führer ausländerrechtlich verwarnt. 
 
8.1 Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das verwaltungsgerichtliche Verfahren vor dem Kan-
tonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren sowie die 
Beweiskosten und werden nach § 20 Abs. 3 VPO in der Regel der unterliegenden Partei in an-
gemessenem Ausmass auferlegt. Da den kantonalen Behörden gemäss § 20 Abs. 3 und Abs. 4 
VPO nur Verfahrenskosten auferlegt werden können, wenn sie das Kantonsgericht in Anspruch 
nehmen, werden dem Regierungsrat im vorliegenden Verfahren keine Verfahrenskosten aufer-
legt. 
 
8.2 Nach § 21 Abs. 1 VPO kann der obsiegenden Partei für den Beizug eines Anwalts eine 
angemessene Parteientschädigung zugesprochen werden. Gestützt darauf hat der Regierungs-
rat dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor dem Kantonsgericht eine Parteientschädigung 
auszurichten. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers macht in seiner Honorarnote vom 
8. Dezember 2016 für das Verfahren vor dem Kantonsgericht einen Aufwand von 8.4167 Stun-
den à Fr. 200.-- und Auslagen in der Höhe von Fr. 64.40 (Kopien sowie Porti) geltend, was nicht 
zu beanstanden ist. Im Schreiben vom 10. März 2017 macht der Rechtsvertreter des Be-
schwerdeführers für seine Bemühungen ab dem 8. Dezember 2016 weitere 90 Minuten geltend, 
welche zuzusprechen sind. Der Regierungsrat hat dem Beschwerdeführer demzufolge eine 
Parteientschädigung von Fr. 2'211.65 (9.9167 Stunden à Fr. 200.-- sowie Fr. 64.40 Auslagen 
und 8 % MWSt) auszurichten. 
 
8.3 Was die Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens anbelangt, so ist die Angelegenheit 
zu deren Neuverlegung an den Regierungsrat zurückzuweisen.  

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Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 
 
://: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. 
   
 2. Der Beschwerdeführer wird im Sinne der Erwägungen ausländerrecht-

lich verwarnt. 
   
 3. Die Angelegenheit wird zur Neuverlegung der Kosten des vorinstanz-

lichen Verfahrens an den Beschwerdegegner zurückgewiesen. 
   
 4. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 
   
 5. Der Beschwerdegegner hat dem Beschwerdeführer eine Parteient-

schädigung in der Höhe von Fr. 2‘211.65 (inkl. Auslagen und 8 % 
Mehrwertsteuer) zu bezahlen.  

 
 
 
 

 
Präsidentin 
 
 
 
 
 
 
 

Gerichtsschreiber i.V.