# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3b16d19e-baff-505e-997b-abfd0e8533a4
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2007-05-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.05.2007 A-1749/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-1749-2006_2007-05-11.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-1749/2006
{T 0/2}

Urteil vom 11. Mai 2007

Mitwirkung: Richter Markus Metz (Vorsitz), Pascal Mollard, Michael 
Beusch. Gerichtsschreiber Johannes Schöpf.

X._______, ....  
Beschwerdeführerin, vertreten durch ...

gegen

Oberzolldirektion (OZD), Abteilung LSVA, Gutenbergstrasse 50, 3003 Bern,
Vorinstanz

betreffend
Leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe, Solidarhaft für Anhänger.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

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Sachverhalt:

A. Die X._______ mit Sitz in ... bezweckt gemäss Handelsregistereintrag den 
Handel  mit  und Vermietung von Nutzfahrzeugen,  Betrieb von Reparatur- 
und  Servicestellen.  Die  Gesellschaft  kann  sich  an  anderen  Unter-
nehmungen beteiligen, im In- und Ausland Zweigniederlassungen errichten 
sowie Grundstücke und Immobilien erwerben, überbauen, veräussern und 
verwalten.

Die  X._______  ist  bzw.  war  unter  anderem  Halterin  der  der 
leistungsabhängigen  Schwerverkehrsabgabe  (LSVA)  unterstellten 
Anhänger  mit  dem  Kontrollschild  ...  (Stammnummer  ...)  mit  einem 
zulässigen  Gesamtgewicht  von  36000  kg,  dem  Anhänger  mit  dem 
Kontrollschild ... (Stammnummer ...) mit einem zulässigen Gesamtgewicht 
von  36000  kg  und  dem  Anhänger  mit  dem  Kontrollschild  ... 
(Stammnummer  ...)  mit  einem zulässigen  Gesamtgewicht  von  35000  kg 
(im Folgenden: Anhänger).

B. In der Zeit zwischen dem 26. April und dem 23. November 2005 beauftrag-
te  die  X._______  die  Y._______,  Fahrten  mit  diesen  Anhängern 
durchzuführen. Die Y._______ führte als Halterin mehrerer Sattelschlepper 
diese  Fahrten  aus  und  setzte  dabei  folgende  Zugfahrzeuge  ein: 
Kontrollschild ... (Stammnummer ...), Kontrollschild ... (Stammnummer ...) 
und Kontrollschild ... (Stammnummer ...). Mit Verfügung vom 25. Oktober 
2005 eröffnete der Bezirksrichter ... über die Y._______ den Konkurs.

C. In  der  Zeit  zwischen  dem  2.  Mai  und  dem  19.  September  2005  führte 
Z._______  Fahrten  für  die  X._______  mit  diesen  Anhängern  durch. 
Z._______  war  Halter  eines  Zugfahrzeugs:  Sattelschlepper  mit  dem 
Kontrollschild  ...  (Stammnummer  ...).  Am  4.  Juli  2005  reichte  die 
Oberzolldirektion  (OZD)  gegen  Z._______  ein  Betreibungsbegehren  im 
Umfang  von  Fr.  40'474.80  für  offene  Schwerverkehrsabgabe  ein  und 
erhielt dafür am 23. März 2006 einen Verlustschein für Fr. 40'673.80. Laut 
Auszug aus dem Betreibungsregister vom 19. April 2006 wurde Z._______ 
in der Zeit vom 3. Mai 2005 bis zum 16. Januar 2006 über die Summe von 
insgesamt  Fr. 177'871.80  17 Mal  erfolglos  gepfändet;  die  Gläubiger 
erhielten jeweils Verlustscheine.

D. Da  weder  Z._______  noch  die  Y._______  als  Halter  der  Zugfahrzeuge 
bzw. als Zahlungspflichtige der Anhänger die auf den Anhängern lastende 
Schwerverkehrsabgabe von Fr.  32'452.59 für  die Fahrten zwischen dem 
26. April  und dem 23.  November  2005 leisteten,  orientierte die OZD die 
X._______ mit Schreiben vom 3. April 2006 über ihre Absicht, die Abgabe 
bei ihr einzufordern und lud die Gesellschaft  zur Stellungnahme ein.  Die 
X._______ antwortete mit dem Schreiben vom 20. Juni 2006 und bestritt 
vorsorglicherweise  die  Forderung  in  Bezug  auf  ihre  Höhe.  Sie  machte 
geltend, die Verträge einzig mit der Y._______ geschlossen zu haben. Sie 
als  solidarisch  haftende  Halterin  des  Anhängers  habe  zum  vornherein 
keine Möglichkeit, sich rechtzeitig über allfällige Ausstände zu orientieren. 
Sie habe schon im Herbst 2004 der OZD Vorschläge zur Problemlösung 

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unterbreitet,  ihre  allgemeinen  Geschäftsbedingungen  mit  der  Schaffung 
der  Voraussetzungen  für  eine  direkte  Kommunikation  mit  der 
Zollverwaltung  überarbeitet  und  der  Verwaltung  am  3.  Februar  2005 
unterbreitet.  Eine  Reaktion  der  OZD darauf  sei  jedoch nicht  erfolgt.  Die 
Inpflichtnahme  der  X._______  führe  zu  stossenden  und 
unverhältnismässigen Ergebnissen.

Mit Verfügung vom 28. Juni 2006 forderte die OZD von der X._______ für 
die von Z._______ und der Y._______ eingesetzten Anhänger auf Grund 
ihrer  solidarischen  Haftung  den  Betrag  von  Fr.  32'452.60  an 
Schwerverkehrsabgabe.

E. Mit  Eingabe  vom  30.  August  2006  erhebt  die  X._______ 
(Beschwerdeführerin)  gegen die  Verfügung  der  OZD vom 28.  Juni  2006 
Beschwerde  bei  der  Eidgenössischen  Zollrekurskommission  (ZRK)  und 
stellt folgende Anträge:

"1. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 28.06.2006 
(Nr. ...) sei aufzuheben.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerde-
gegnerin."

Zur  Begründung  bringt  sie  insbesondere  vor,  wenn  der  Halter  des  An-
hängers solidarisch mithafte, sei dieser in die Lage zu versetzen,  darauf 
Einfluss nehmen zu können. Die Mahnung nach Art. 50 SVAV habe sich 
an den Halter des Fahrzeuges und an den Halter des Anhängers zu rich-
ten.  Es  sei  nicht  realistisch,  von  der  Beschwerdeführerin  zu  verlangen, 
einen  eigenen  Kontrollmechanismus  aufzuziehen  um  zu  prüfen,  ob  die 
LSVA von der Subunternehmerin bezahlt werde. Der Grundsatz von Treu 
und Glauben gebiete, dass die Beschwerdeführerin im Verzugsfall des pri-
mär Leistungspflichtigen orientiert  werde.  Sinn und Zweck des Gesetzes 
gebiete  eine  aktive  Informierung.  Die  Beschwerdeführerin  beanstandet 
auch die Höhe der geforderten Abgabe.

F. Die OZD beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 17. November 2006, auf 
die  Beschwerde  sei  unter  Kostenfolge  nicht  einzutreten,  gegebenenfalls 
sei die Beschwerde kostenpflichtig abzuweisen. Die Beschwerde sei ver-
spätet eingereicht worden. In Bezug auf die Höhe der Nachforderung sei 
nicht nachvollziehbar, weshalb die Deklaration der abgabepflichtigen Per-
son zur Festlegung der Höhe der Veranlagung ausreichen, aber in Bezug 
auf die Berechnung der solidarischen Haftung des Halters des Anhängers 
untauglich sein soll. Eine frühzeitige Information wäre tatsächlich auch im 
Interesse  der  OZD,  sei  aber  auf  Grund  der  einschlägigen  Rechtsgrund-
lagen  nicht  möglich.  Die  Schwerverkehrsabgabe  und  ihre  einschlägigen 
Vorschriften  müssten  dem Transportgewerbe  bekannt  sein.  Die  solidari-
sche Haftung stelle ein Geschäftsrisiko dar, das ein möglicher Betroffener 
selbst zu tragen habe.

G. Am 22.  November  2006 orientierte  die ZRK die Parteien über die Über-
nahme des Verfahrens durch das Bundesverwaltungsgericht per 1. Januar 
2007. Mit  Schreiben vom 9. Februar 2007 teilte das Bundesverwaltungs-

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gericht den Parteien mit, dass es das hängige Beschwerdeverfahren über-
nommen hat.

Auf die weiteren Begründungen in den Eingaben wird – soweit erforderlich 
– im Rahmen der Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. Entscheide der OZD betreffend den Vollzug der Bestimmungen über die 
leistungsabhängige  Schwerverkehrsabgabe  unterliegen  gemäss  Art.  23 
Abs. 4 des Bundesgesetzes vom 19. Dezember 1997 über eine leistungs-
abhängige  Schwerverkehrsabgabe  (Schwerverkehrsabgabe-gesetz, 
SVAG, SR 641.81) in Verbindung mit Art. 31 und Art. 33 Bst. d des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungsgericht (Ver-
waltungsgerichtsgesetz,  VGG,  SR 173.32)  seit  dem 1.  Januar  2007  der 
Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht.

Die  Beschwerdeführerin  hat  die  Verfügung der  OZD seinerzeit  frist-  und 
formgerecht an die ZRK angefochten (Art. 50 und 52 des Bundesgesetzes 
vom  20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG, 
SR 172.021]).  Die  Verfügung  der  OZD  vom  28.  Juni  2006  wurde  am 
29. Juni  2006  an  den  Vertreter  der  Beschwerdeführerin  zugestellt.  Das 
Couvert  der  Beschwerdeführerin  mit  der  Beschwerdeschrift  wurde  am 
30. August 2006, mithin am dreissigsten Tag der Beschwerdefrist – unter 
Berücksichtigung  des  Fristenstillstandes  während  der  Gerichtsferien  – 
durch die schweizerische Post abgestempelt.

2.

2.1 Die LSVA wird nach Art. 3 SVAG auf den im In- und Ausland immatrikulier-
ten  schweren  Motorfahrzeugen  und  Anhängern  für  den  Güter-  oder  den 
Personentransport  erhoben. Abgabepflichtig  ist  nach Art.  5 Abs. 1 SVAG 
die Halterin oder der Halter, bei ausländischen Fahrzeugen zusätzlich die 
Fahrzeugführerin  oder  der  Fahrzeugführer.  Gemäss  dieser  gesetzlichen 
Bestimmung  ist  deshalb  zunächst  die  Halterin  oder  der  Halter  des  An-
hängers und mithin die Beschwerdeführerin abgabepflichtig. Daran ändert 
nichts  durch  die  Bestimmung  von  Art.  17  Abs.  3  der  Verordnung  vom 
6. März  2000  über  eine  leistungsabhängige  Schwerverkehrsabgabe 
(Schwerverkehrsabgabeverordnung, SVAV, SR 641.811), wonach die Ab-
gabe für Anhänger von der Halterin oder vom Halter des Zugfahrzeuges zu 
deklarieren  und  zu bezahlen  ist.  Diese  Vorschrift  beschlägt  lediglich  die 
Deklarations- und die Zahlungspflicht. In jedem Fall bleibt die Halterin oder 
der Halter des Anhängers abgabepflichtig. Wenn aus irgend einem Grund 
der deklarations-  und zahlungspflichtige  Halter  des Zugfahrzeugs seinen 
Obliegenheiten nicht nachkommt, kann die Abgabe von der Halterin oder 
vom Halter des Anhängers bereits gestützt auf Art. 5 Abs. 1 SVAG einge-
fordert werden.

2.2 Nach den Aufzeichnungen der OZD haben sowohl Z._______ als auch die 
Y._______  Anhänger  der  Beschwerdeführerin  eingesetzt.  Dabei  mag 

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richtig sein, dass die Beschwerdeführerin ihrer Meinung nach nur mit der 
Y._______  den  Einsatz  ihrer  Anhänger  vertraglich  geregelt  hatte.  Das 
Zugfahrzeug Sattelschlepper mit dem Kontrollschild ... (Stammnummer ...) 
war  jedoch  nie  auf  die  Y._______  übertragen  worden.  Abgabepflichtig 
nach  Art.  5  Abs.  1  SVAG  für  die  LSVA  blieb  deshalb  Z._______  als 
eingetragener Halter dieses Fahrzeuges. Z._______ war damit auch dekla-
rations- und zahlungspflichtig für alle Anhänger, die zusammen mit diesem 
Zugfahrzeug eingesetzt wurden.

2.3 Führt  das  Motorfahrzeug  einen  Anhänger  mit,  so  muss  die  Fahrzeug-
führerin  oder  der  Fahrzeugführer  alle  erforderlichen  Angaben  am  Er-
fassungsgerät deklarieren (Art. 17 Abs. 1 SVAV). Dies ist im vorliegenden 
Fall  offensichtlich geschehen und es ist deshalb nicht einzusehen, inwie-
fern  die  Deklarationen  von  Z._______  oder  der  Y._______  falsch  sein 
sollten,  hätten  sie  doch  sonst  auch  für  ihr  Zugfahrzeug  falsche 
Deklarationen  eingereicht,  wofür  jedoch  keine  Anhaltspunkte  bestehen. 
Die  Beschwerdeführerin  begründet  denn  auch  in  keiner  Weise,  weshalb 
und in welcher Höhe die von Z._______ und der Y._______ deklarierten 
Angaben  betreffend  Fahrleistung  falsch  sein  sollten.  Auf  die 
entsprechenden  unsubstantiierten  Ausführungen  ist  deshalb  nicht  weiter 
einzugehen.

2.4

2.4.1 Der Bundesrat kann neben dem gemäss Art. 5 Abs. 1 SVAG abgabepflich-
tigen Halter weitere Personen als solidarisch haftbar erklären (Art. 5 Abs. 2 
SVAG). So sind laut Art. 36 Abs. 1 SVAV neben dem Halter für die Abgabe 
solidarisch  haftbar:  a)  der  Halter  eines  Zugfahrzeuges  für  einen  mitge-
führten fremden Anhänger; b) der Halter eines Anhängers, wenn der Halter 
des Zugfahrzeuges zahlungsunfähig ist:  im Umfang des Gesamtgewichts 
des Anhängers für die mit  diesem zurückgelegten Kilometer;  c) die Teil-
haber einer einfachen Gesellschaft, Kollektiv- oder Kommanditgesellschaft 
im Rahmen ihrer zivilrechtlichen Haftbarkeit; d) für die Abgabe einer aufge-
lösten oder sich im Konkurs- oder Nachlassverfahren befindenden juristi-
schen Person oder Gesellschaft ohne Rechtspersönlichkeit: die mit der Li-
quidation betrauten Personen bis zum Betrag des Liquidationsergebnisses; 
e) für die Abgabe einer juristischen Person, die ihren Sitz ohne Liquidation 
ins Ausland verlegt: die Organe persönlich bis zum Betrag des reinen Ver-
mögens der juristischen Person. Diese Aufzählung der für die Schwerver-
kehrsabgabe mithaftenden Personen ist abschliessend. Eine Steuernach-
folge etwa im Sinne anderer Abgabegesetze des Bundes sieht die Gesetz-
gebung über die Schwerverkehrsabgabe hingegen nicht vor (Entscheid der 
ZRK  vom  22. September  2005,  veröffentlicht  in  Verwaltungspraxis  der 
Bundesbehörden [VPB] 70.14 E. 3c/aa).

2.4.2 Über die Y._______ ist am 25. Oktober 2005 der Konkurs eröffnet worden. 
Für die Inanspruchnahme des Halters des Anhängers ist trotz der in Art. 5 
Abs.  1  SVAG  statuierten  entsprechenden  Abgabepflicht  vorausgesetzt, 
dass der an sich primär zahlungspflichtige Halter des Zugfahrzeuges zah-
lungsunfähig ist (Art. 36 Abs. 1 Bst. b SVAV; vgl. auch Urteil des Bundes-

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verwaltungsgerichts  A-1712/2006  vom  20.  Februar  2007).  Über  die 
Y._______ ist am 25. Oktober 2005 der Konkurs eröffnet worden; damit ist 
deren  Zahlungsunfähigkeit  fraglos  gegeben  (Entscheid  der  ZRK  vom 
22. September  2005,  veröffentlicht  in  VPB  70.15  E.  4a).  Z._______ 
seinerseits  erwies  sich  erst  mit  der  erfolglosen  Pfändung  und  der 
Ausstellung des Verlustscheins vom 23. März 2006 als zahlungsunfähig.

Vor  der  eingetretenen  Zahlungsunfähigkeit  von  Z._______  und  der 
Y._______ konnte die OZD die Forderung gestützt auf Art. 36 Abs. 1 Bst. 
b SVAV gegenüber der Beschwerdeführerin nicht geltend machen. Damit 
entfällt auch der Vorwurf der Beschwerdeführerin, die OZD hätte sie früher 
orientieren  müssen.  Eine  gesetzliche  Pflicht  der  OZD,  den  Halter  eines 
Anhängers über allfällige Zahlungsschwierigkeiten zu orientieren, besteht 
nicht.  Die  OZD  begründete  deshalb  zu  Recht  die  Pflicht  der 
Beschwerdeführerin zur Zahlung mit dem Hinweis auf Art. 36 Abs. 1 Bst. b 
SVAV. Solidarschuldnerschaft mit der Folge, dass eine Gläubigerin für ihre 
Forderungen mehrere Schuldner miteinander oder nacheinander belangen 
kann,  ist  für  den  letztlich  davon  Betroffenen  fraglos  unangenehm,  aber 
nichts  Ungewöhnliches;  sie  entsteht  in  zahlreichen  Fällen  kraft  Gesetz 
(CLAIRE HUGUENIN, Obligationenrecht Allgemeiner Teil, Zürich 2006, N 1441; 
THEO GUHL/ALFRED KOLLER/ANTON K.  SCHNYDER/JEAN NICOLAS DRUEY,  Das 
Schweizerische Obligationenrecht, Zürich 2000, § 6 N 8; BGE 127 III 257, 
262; BGE 115 II 42, 45). Der Halter eines Anhängers hat sich deshalb vor 
Verlusten durch geeignete zivilrechtliche Massnahmen selbst zu schützen; 
er kann dafür nicht die Unterstützung der OZD in Anspruch nehmen (vgl. 
auch Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-1712/2006 vom 20. Februar 
2007).

2.5 Der Verweis der Beschwerdeführerin auf Art. 50 Abs. 1 SVAV betreffend 
die  Mahnung des Halters  bei  Zahlungsverzug ist  unbehelflich.  Die  Mah-
nung setzt, wie dies die OZD zu Recht ausführt, voraus, dass der Halterin 
oder dem Halter Rechnung gestellt wurde. Das ist im vorliegenden Fall ge-
genüber  der  Beschwerdeführerin  nicht  geschehen  und  musste,  ja  durfte 
nach Art. 17 Abs. 3 SVAV auch nicht erfolgen, da – wie unter E. 2.1 aus-
geführt – zunächst der Halter des Zugfahrzeugs zahlungspflichtig ist. Nur 
wenn dieser die Abgaben nicht bezahlt, muss vor dem Entzug des Fahr-
zeugausweises und der Kontrollschilder eine Mahnung erfolgen. Der Zah-
lungspflichtige  soll  damit  Gelegenheit  erhalten,  den Entzug der  Kontroll-
schilder und des Fahrzeugausweises durch nachträgliche Zahlung zu ver-
hindern. Im vorliegenden Fall hat die Beschwerdeführerin zum ersten Mal 
mit der abgefochtenen Verfügung vom 28. Juni 2006 eine sie betreffende 
Rechnung für die geschuldeten Abgaben erhalten. Wenn diese nach Ein-
tritt der Rechtskraft nicht bezahlt würde, müsste eine erfolglose Mahnung 
gerichtet werden, damit anschliessend der Fahrzeugausweis und die Kon-
trollschilder nach Art. 50 Abs. 1 SVAV entzogen werden könnten. Die Mah-
nung nach Art. 50 SVAV erfolgt deshalb nicht zum Schutz des Halters des 
Anhängers vor dem Inkasso der Abgaben, sondern einzig, um bei nicht be-
zahlter Abgabe den Zahlungspflichtigen vor dem Entzug des Fahrzeugaus-
weises und der Kontrollschilder zu warnen.

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2.6 Die  Beschwerdeführerin  argumentiert,  ihre  Solidarhaftung  nach  Art.  36 
Abs. 1 Bst. b SVAV entfalle, weil sie über die Zahlungsschwierigkeiten der 
Halter der Zugfahrzeuge, ihrer Subunternehmerin, von der OZD nicht infor-
miert worden sei. Diese Argumentation ist schon im Ansatz unrichtig. Die 
Beschwerdeführerin wird – wie bereits erwähnt – nach Art. 36 Abs. 1 Bst. b 
SVAV nicht  schon bei  Zahlungsschwierigkeiten des Halters  der Zugfahr-
zeuge zahlungspflichtig, sondern erst im Moment seiner erwiesenen Zah-
lungsunfähigkeit.  Bei  eingetretener  Zahlungsunfähigkeit  der  Subunter-
nehmerin ist es in jedem Fall zu spät, die Beschwerdeführerin noch zu ori-
entieren.  Auf der anderen Seite hat  die OZD weder das Recht  noch die 
Pflicht,  die  zahlreichen  Halter  von  Anhängern  über  allfällige  Zahlungs-
schwierigkeiten  der  Halter  von  Zugfahrzeugen  zu  orientieren.  Dafür  be-
steht  weder  im  SVAG  noch  in  der  SVAV  eine  gesetzliche  Grundlage. 
Damit ist auf die Ausführungen in der Beschwerde zu den Fragen eines für 
den  Geschäftsalltag  tauglichen  Informationsflusses  ebensowenig  einzu-
gehen wie auf die Ausgestaltung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen 
der Beschwerdeführerin sowie die darüber (nicht) geführte Korrespondenz 
mit der OZD.

2.7 Die Beschwerdeführerin wurde somit zu Recht als Halterin der Anhänger 
gestützt auf Art. 5 Abs. 1 SVAG und Art. 36 Abs. 1 Bst. b SVAV im Fall der 
Zahlungsunfähigkeit  der  Halter  der  Zugfahrzeuge  solidarisch  haftbar  für 
die Schwerverkehrsabgabe im Umfang des Gesamtgewichts der Anhänger 
für die mit diesen in der fraglichen Zeit zurückgelegten Kilometer erklärt.

3. Dem Gesagten zufolge ist die Beschwerde abzuweisen. Bei diesem Ver-
fahrensausgang hat  die Beschwerdeführerin  als  unterliegende  Partei  die 
Kosten  des  Beschwerdeverfahrens  zu  tragen.  Die  Verfahrenskosten 
werden in Anwendung von Art. 63 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 4 
des Reglements vom 11. Dezember 2006 über die Kosten und Entschädi-
gungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR 173.320.2)  auf 
Fr. 2'000.-- festgesetzt und der Beschwerdeführerin zur Zahlung auferlegt. 
Die  Beschwerdeinstanz  hat  im  Dispositiv  den  Kostenvorschuss  mit  den 
Verfahrenskosten zu verrechnen und einen allfälligen Überschuss zurück-
zuerstatten  (Art.  63  Abs.  1  VwVG).  Eine  Parteientschädigung  ist  unter 
diesen Umständen nicht auszurichten.

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die  Verfahrenskosten  für  das  Beschwerdeverfahren  vor  der  Eidge-
nössischen Zollrekurskommission und vor dem Bundesverwaltungsgericht 
im Betrage von Fr. 2'000.-- werden der X._______ auferlegt und mit dem 
von ihr geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 2'000.-- verrechnet.

3. Dieses Urteil wird eröffnet:

- der Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)

8

- der Vorinstanz (Gerichtsurkunde)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Markus Metz Johannes Schöpf

Rechtsmittelbelehrung
Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  können  innert  30  Tagen  seit  Eröffnung  beim 
Schweizerischen Bundesgericht in Lausanne angefochten werden. Die Rechtsschrift ist 
in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 
der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Sie muss spätestens am letzten Tag 
der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen 
Post  oder  einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung über-
geben werden (Art. 42, 48, 54, 83 Bst. l und m und Art. 100 des Bundesgesetzes vom 
17. Juni 2005 über das Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz, BGG, SR 173.110]).

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