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**Case Identifier:** 223406fc-3923-5b6e-a91c-2d05cd1d91cb
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-05-17
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 17.05.2016 100 2015 178
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2015-178_2016-05-17.pdf

## Full Text

100.2015.178U   publiziert in BVR 2016 S. 445
HER/MAM/SRE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 17. Mai 2016

Verwaltungsrichter Burkhard, Abteilungspräsident
Verwaltungsrichterin Herzog, Verwaltungsrichter Daum
Gerichtsschreiberin Marti 

A.________
Beschwerdeführer

gegen

Anwaltsprüfungskommission des Kantons Bern
Hochschulstrasse 17, Postfach 7475, 3001 Bern

betreffend Nichtbestehen des schriftlichen Teils der Anwaltsprüfung 
(Notenblatt der Anwaltsprüfungskommission des Kantons Bern vom 5. Mai 
2015; APK 14 306)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.05.2016, Nr. 100.2015.178U, 
Seite 2

Sachverhalt:

A.

A.________ legte im März 2015 den schriftlichen Teil der Anwaltsprü-
fungen zum zweiten Mal ab. Er erzielte in den drei schriftlichen Prüfungen 
die Noten 3,5 (Staats-, Verwaltungs- oder Steuerrecht), 4 (Strafrecht) und 
3,5 (Nationales und internationales Privatrecht mit Einschluss des 
Schuldbetreibungs- und Konkursrechts sowie der Schiedsgerichtsbarkeit), 
was einen Notendurchschnitt von 3,67 ergab. Mit Verfügung vom 5. Mai 
2015 eröffnete ihm die Anwaltsprüfungskommission, dass er den schriftli-
chen Teil der Anwaltsprüfung nicht bestanden habe und deshalb nicht zum 
mündlichen Teil der Prüfung zugelassen werde. 

B.

Dagegen hat A.________ am 8. Juni 2015 Verwaltungsgerichtsbeschwerde 
mit folgenden Rechtsbegehren in der Sache erhoben:

«1. Prinzipaliter

1.1 Die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei eine neue 
Notenverfügung zu erlassen bzw. das Prüfungsergebnis sei inso-
fern zu korrigieren, als die Strafrechtsprüfung mit der Note 4,5, die 
Steuerrechtsprüfung mit der Note 4,0 und die Prüfung in nationalem 
und internationalem Privatrecht mit der Note 4,0 zu bewerten sei.

1.2 Der Beschwerdeführer sei an den zweiten Teil der Anwaltsprüfun-
gen […] zuzulassen.

2. Eventualiter

2.1 Die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Vorinstanz an-
zuweisen, alle drei Prüfungen des Beschwerdeführers vom 16., 18. 
und 20. März 2015 im Sinne der nachstehenden Erwägungen durch 
zwei neue Experten korrigieren zu lassen.

Betreffend die Strafrechtsprüfung sei der Vorinstanz bzw. deren Ex-
perten zudem die Auflage zu erteilen, die neuen Korrekturen an-
hand eines (transparenten) Lösungsrasters vorzunehmen.

Die neuen Korrekturen der Steuerrechtsprüfung seien zudem mit 
der Auflage zu verbinden, dass die Experten nicht unterschiedliche 
Teilpunkte vergeben dürfen.

2.2 Ferner sei die Vorinstanz anzuweisen, anschliessend eine neue No-
tenverfügung zu erlassen.

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3. Subeventualiter

Die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Vorinstanz an-
zuweisen, das Ergebnis im Sinne der nachstehenden Erwägungen 
im Rahmen einer neuen Notenverfügung neu zu beurteilen.»

Die Anwaltsprüfungskommission beantragt mit Vernehmlassung vom 
18. August 2015 die Abweisung der Beschwerde, soweit auf sie einzutreten 
sei. A.________ hat mit Replik vom 9. September 2015 dazu Stellung 
genommen. Mit (rechtzeitig eingereichter) Duplik vom 28. September 2015 
hält die Anwaltsprüfungskommission am gestellten Antrag fest. Am 
7. Oktober 2015 hat A.________ Schlussbemerkungen eingereicht.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als 
letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; 
BSG 155.21) zuständig (vgl. auch Art. 6 Abs. 1 des Kantonalen Anwaltsge-
setzes vom 28. März 2006 [KAG; BSG 168.11]). Der Beschwerdeführer hat 
am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen, ist durch die angefochtene 
Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an de-
ren Aufhebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG). Ob seinen Begehren 
ganz oder nur teilweise zu entsprechen ist, bildet Gegenstand der mate-
riellen Prüfung und stellt das Rechtsschutzinteresse – anders als die An-
waltsprüfungskommission anzunehmen scheint – nicht in Frage. Auf die 
form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.

1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG; vgl. auch Art. 6 Abs. 2 
KAG). Soweit es um die Beurteilung von Prüfungsleistungen geht, auferlegt 
es sich im Rahmen der Rechtskontrolle praxisgemäss eine gewisse Zu-
rückhaltung, weil es wesentliche Sachumstände nicht genügend namhaft 
machen kann, um sie gleich kompetent zu würdigen wie die verfügende 

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Instanz. Es beschränkt sich darauf zu untersuchen, ob die Prüfungsauf-
gabe dem vorgeschriebenen Prüfungsgegenstand entspricht, die Transpa-
renz (Nachvollziehbarkeit) des konkreten Bewertungsvorgangs gewährleis-
tet ist und ob sich die Prüfungsbehörde bei der Begründung der Leistungs-
bewertung von sachlichen Überlegungen hat leiten lassen. Diese Zurück-
haltung auferlegt sich das Verwaltungsgericht auch dann, wenn es – wie 
etwa bei juristischen Prüfungen – aufgrund seiner Fachkenntnisse zu einer 
weitergehenden Überprüfung befähigt wäre. Steht nicht die konkrete Be-
wertung einer Prüfungsleistung in Frage, sondern ist die Auslegung und 
Anwendung von Rechtssätzen strittig oder werden Verfahrensmängel ge-
rügt, prüft das Verwaltungsgericht die erhobenen Einwendungen im Rah-
men seiner gesetzlichen Kognition (Rechtskontrolle) uneingeschränkt (vgl. 
BVR 2012 S. 152 E. 1.2, 2011 S. 324 E. 4.2; BGE 136 I 229 E. 5.4.1; 
Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, 
Art. 80 N. 3, Art. 66 N. 4). Anders als der Beschwerdeführer annimmt (Be-
schwerde S. 4), gelten diese Grundsätze auch, wenn das Gericht als ein-
zige kantonale Rechtsmittelinstanz entscheidet.

2.

2.1 Die bernische Anwaltsprüfung besteht aus einem schriftlichen und 
einem mündlichen Teil; Kandidatinnen und Kandidaten, die den schriftli-
chen Teil bestanden haben, werden zum mündlichen Teil zugelassen 
(Art. 10 Abs. 1 der Verordnung vom 25. Oktober 2006 über die Anwaltsprü-
fung [APV; BSG 168.221.1]). Sie wird von einer Prüfungskommission 
durchgeführt, die auch über das Bestehen der Prüfung entscheidet (Art. 3 
Abs. 1 KAG). Die Prüfungsleistungen werden nach einer Notenskala von 1-
6 mit einer Abstufung nach halben Noten bewertet, wobei für genügende 
Prüfungsleistungen Noten von 4 bis 6 vergeben werden (6 = ausgezeich-
net; 5,5 = sehr gut; 5 = gut; 4,5 = befriedigend; 4 = ausreichend), während 
ungenügende Leistungen mit Noten zwischen 1 und 3,5 zu bewerten sind 
(Art. 16 Abs. 1 und 2 APV). Nach Abschluss des schriftlichen bzw. mündli-
chen Teils stellt das Sekretariat der Anwaltsprüfungskommission die Noten 
der einzelnen Fächer zusammen. Die Noten werden auf Vorschlag der prü-
fenden Expertinnen und Experten durch die Anwaltsprüfungskommission 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.05.2016, Nr. 100.2015.178U, 
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festgesetzt (Art. 17 APV). Der schriftliche Teil ist bestanden, wenn der No-
tendurchschnitt mindestens 4,0 beträgt und nicht mehr als eine ungenü-
gende Note vorliegt (Art. 16 Abs. 3 APV). 

2.2 Der Beschwerdeführer hat einen Durchschnitt von 3,67 erreicht und 
damit den ersten Teil der Anwaltsprüfung nicht bestanden (vorne Bst. A). 
Da er im zweiten Versuch erfolglos war, ist die ordentliche Wiederholungs-
möglichkeit gemäss Art. 20 Abs. 1 APV ausgeschöpft. Der Beschwerdefüh-
rer macht allerdings sowohl im Zusammenhang mit dem Bewertungsvor-
gang als auch der Bewertung seiner Leistung in den drei schriftlichen Prü-
fungen mit zwei ungenügenden Noten und einer genügenden Note Rechts-
fehler geltend. Entsprechend beantragt er die Aufhebung der angefochte-
nen Verfügung und die Zulassung zum mündlichen Teil der Anwaltsprü-
fung. Mit Eventualbegehren verlangt der Beschwerdeführer, dass die drei 
schriftlichen Prüfungen durch andere Expertinnen und Experten zu bewer-
ten und eine neue Notenverfügung zu erlassen sei. Subeventuell sei unter 
Berücksichtigung seiner Vorbringen eine neue Notenverfügung zu erlassen 
(vorne Bst. B). 

3.

3.1 Hinsichtlich der Strafrechtsklausur macht der Beschwerdeführer 
geltend, es seien mangels einer Lösungsskizze die Voraussetzungen eines 
transparenten und die Rechtsgleichheit wahrenden Prüfungsverfahrens 
nicht eingehalten worden. Die Bewertung seiner Prüfungsleistung sei ins-
gesamt nicht nachvollziehbar bzw. überprüfbar. Der Umstand, dass keine 
Lösungsskizze erstellt worden sei, habe dazu geführt, dass der Experte 1 
und die Expertin 2 seine Prüfungsarbeit in Bezug auf einzelne Themenbe-
reiche rechtsungleich und insoweit rechtsfehlerhaft bewerteten. Nicht ein-
sichtig sei insbesondere, weshalb seine Ausführungen zu den Themen 
«Sanktion (inkl. Massnahme)» und «Widerruf» derart unterschiedlich beur-
teilt worden seien (vgl. Beschwerde S. 6 f., Replik S. 3). Schliesslich seien 
seine Ausführungen zum Widerruf rechtsfehlerhaft bewertet worden (vgl. 
Beschwerde S. 7 f., Replik S. 4).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.05.2016, Nr. 100.2015.178U, 
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3.2 Soweit der Beschwerdeführer fehlende Transparenz und Rechtsun-
gleichheit im Bewertungsvorgang rügt, ist Folgendes zu erwägen: 

3.2.1 Nach der Verwaltungsjustizpraxis ist der Bewertungsvorgang trans-
parent, wenn eine Lösungsskizze sowie ein Bewertungsschema (Punkte- 
und Notenschema) vorliegen, womit im Rahmen der Nachprüfung auch die 
Vergleichsmöglichkeit zwischen Prüfungsarbeit und Lösungsschema ge-
währleistet ist (betreffend Anwaltsprüfungen BVR 2012 S. 152 E. 4.4.3 [be-
stätigt durch BGer 2D_11/2011 vom 2.11.2011], 2010 S. 49 E. 3.2, sowie 
VGE 2014/94 vom 30.3.2015, E. 4.1.2, 23278 vom 23.6.2008, E. 2.2, 2.5.1; 
betreffend juristische Lizentiatsprüfung Entscheid der Erziehungsdirektion 
des Kantons Bern [ERZ] vom 15.12.1998, in BVR 1999 S. 349 E. 3a). Eine 
Lösungsskizze ist unter Umständen verzichtbar, wenn die Transparenz auf 
andere Weise hergestellt ist. Hiervon ist auszugehen, wenn die geforderte 
Lösung auf der Grundlage eines «echten» Falls im Verbund mit Stichwor-
ten im Punkteraster hinreichend transparent wird (BVR 2012 S. 152 
E. 4.4.3 [bestätigt durch BGer 2D_11/2011 vom 2.11.2011]). Aus Gründen 
der Rechtsgleichheit (Art. 8 Abs. 1 der Bundesverfassung [BV; SR 101] und 
Art. 10 Abs. 1 der Verfassung des Kantons Bern [KV; BSG 101.1]) sind die 
Prüfungskandidatinnen und -kandidaten nach einem einheitlichen Mass-
stab zu beurteilen (BVR 2010 S. 49 E. 3.3.1). Dass heisst allerdings nicht, 
dass zu jedem Themenkreis einer schriftlichen Prüfung im Einzelnen fest-
zulegen ist, wie welche (fehlenden) Elemente einer Antwort zu bewerten 
sind. Vielmehr kommt den Expertinnen und Experten bei der Frage, welche 
Teile der Musterlösung mit wie vielen Punkten zu bewerten sind und ob 
allenfalls für Antworten, die in der Musterlösung nicht enthalten sind, Zu-
satzpunkte zu vergeben sind, ein Ermessensspielraum zu (vgl. 
BGer 2P.252/2003 vom 3.11.2003, E. 9.2 f.). Insofern ist mit der Korrektur 
schriftlicher Prüfungsarbeiten regelmässig ein gewisser Beurteilungs- und 
Bewertungsspielraum verbunden; wird er pflichtgemäss, d.h. nach sachli-
chen Kriterien ausgeübt, liegt darin keine Rechtsverletzung (BVR 2016 
S. 97 E. 5.4 mit Hinweisen; vgl. auch vorne E. 1.2). Letztlich kann eine ju-
ristische Prüfung nicht nach einer naturwissenschaftlichen Methode mit 
exaktem Ergebnis bewertet werden (vgl. BVR 2016 S. 97 E. 5.4). Weichen 
mehrere Expertinnen oder Experten in ihrer Bewertung einer bestimmten 
(Teil-)Leistung voneinander ab, so kann daraus nicht ohne weiteres ge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.05.2016, Nr. 100.2015.178U, 
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schlossen werden, es liege eine rechtsfehlerhafte Prüfungsbewertung vor 
(vgl. BVR 2011 S. 324 E. 4.3.1; VGE 2015/177 vom 5.11.2015, E. 3.4; vgl. 
zum Zusammenwirken mehrerer Expertinnen und Experten hinten 
E. 3.4.1).

3.2.2 Die schriftliche Strafrechtsprüfung beruhte praxisgemäss auf einem 
realen Fall, welcher in erster und zweiter Instanz beurteilt wurde (vgl. Auf-
gabenstellung mit Strafakten sowie Urteile des Regionalgerichts Bern-
Mittelland vom 30.1.2014 und des Obergerichts des Kantons Bern vom 
21.11.2014 [act. 6A, Reg. 1]). Die erwähnten Urteile dienten als Grundlage 
für die Bewertung. Die Expertin und der Experte waren laut Anwaltsprü-
fungskommission gehalten, die folgerichtigen Argumente des erst- und 
zweitinstanzlichen Urteils zu berücksichtigen (Vernehmlassung S. 3). Das 
Bewertungsschema legte zudem die je Themenbereich erreichbare Maxi-
malpunktzahl fest: Prozessgeschichte: 1,5 Punkte; Sachverhalt und Be-
weiswürdigung: 4 Punkte; Rechtliches Art. 122 StGB: 4 Punkte; Rechtli-
ches Art. 139 StGB etc.: 5 Punkte; Sanktionen inkl. Massnahmen: 
7 Punkte; Widerruf: 2 Punkte; Kostenfolgen und Verfügungen: 1,5 Punkte; 
Dispositiv: 2 Punkte; Sprache und Darstellung: 2 Punkte (vgl. Bewertungs-
schemata, act. 6A, Reg. 1, 1.1.3 und 1.1.4). Wie die Punkte innerhalb des 
Themenbereichs zu vergeben waren, wurde nicht näher bestimmt, lag also 
im Ermessen der Expertin und des Experten. Daraus kann indes nicht ge-
schlossen werden, der Bewertungsvorgang sei intransparent und rechtsun-
gleich. Ebenso wenig trifft zu, dass der Experte und die Expertin in der Ver-
teilung der Punkte «völlig frei» gewesen sind (Beschwerde S. 9). Der Be-
schwerdeführer verkennt, dass weder die Transparenz des Bewertungsvor-
gangs noch das Gebot rechtsgleicher Behandlung eine Lösungsskizze ver-
langen, die im Einzelnen festhält, welche (Teil-)Antworten mit wie vielen 
Punkten zu bewerten sind. Vielmehr erscheint das vorliegende Bewer-
tungsschema, das für jeden der zehn Themenbereiche ein Punktemaxi-
mum vorgibt, hinreichend detailliert, um eine rechtsgleiche Anwendung von 
Beurteilungskriterien zu gewährleisten (E. 3.2.1 hiervor; vgl. auch BVGer B-
5547/2013 vom 24.4.2014, E. 4.2), zumal die vorgegebenen Punkte nicht 
frei, sondern nach Massgabe der gemäss Strafurteil geforderten Lösung zu 
vergeben waren. Auf diese Weise wird dem Gebot nach einem transparen-

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ten und die Rechtsgleichheit wahrenden Bewertungsvorgang Genüge ge-
tan.

3.3 Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, die Prüfungsbewer-
tung sei mangels einer Lösungsskizze nicht nachvollziehbar (Beschwerde 
S. 7), übersieht er, dass sich die Begründung nicht allein aus den Prüfungs-
unterlagen – hier dem Bewertungsraster – zu erschliessen hat. Es genügt, 
wenn die Nachvollziehbarkeit der Leistungsbewertung nachträglich, 
allenfalls erst im Rechtsmittelverfahren durch das Einholen von 
Stellungnahmen der Expertinnen bzw. Experten, hergestellt wird (vgl. 
BVR 2012 S. 326 E. 4.1 und E. 4.2.2; jüngst auch VGE 2014/94 vom 
30.3.2015, E. 5.2). – Der Beschwerdeführer kontaktierte zunächst den 
Experten 1 und in der Folge auch die Expertin 2 per E-Mail und ersuchte 
um Beantwortung verschiedener Fragen. Beide nahmen zu den Fragen 
ausführlich, sachlich und in verständlicher Art und Weise schriftlich 
Stellung, wofür der Beschwerdeführer denn auch dankte. Auf Rückfragen 
verzichtete er, ebenfalls zu Ausführungen zu jener Frage, welche die 
Expertin, wie sie mitteilte, nicht verstanden hatte (vgl. die beiden E-Mail-
Wechsel, Beschwerdebeilage [BB] 12 und 13). Nach dem Gesagten lässt 
sich aufgrund der schriftlichen Erläuterungen des Experten und der 
Expertin, deren Bewertungsraster sowie der aktenkundigen Urteile 
entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers die «Punktverteilung» 
zureichend nachvollziehen. Überdies hätte dem Beschwerdeführer, wie die 
Anwaltsprüfungskommission zu Recht erwähnt, eine mündliche 
Besprechung offen gestanden (Art. 18a APV); von dieser Gelegenheit hat 
er indes keinen Gebrauch gemacht. In einem solchen Gespräch hätten 
entgegen dem Beschwerdeführer (Replik S. 4) durchaus Fragen zur 
Punkteverteilung thematisiert werden können. Verzichtet der 
Beschwerdeführer auf ein Begründungselement, kann er sich nachträglich 
nicht auf eine mangelnde Begründung berufen (vgl. BVR 2012 S. 152 
E. 4.1).

3.4 Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, der Experte 1 und die Ex-
pertin 2 hätten seine Prüfungsleistung in mehreren Teilbereichen (insb. 
«Strafzumessung bzw. Sanktion inkl. Massnahme» und «Widerruf») rechts-
ungleich bewertet. 

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3.4.1 Nach Art. 14 Abs. 2 APV erfolgt die Bewertung der schriftlichen Prü-
fungsarbeit durch je zwei Expertinnen oder Experten. Dass es dabei zu 
unterschiedlichen Beurteilungen kommen kann, ist im Bewertungsverfahren 
angelegt. Zum einen ist den Expertinnen und Experten ein Bewertungs-
spielraum zuzubilligen. Zum anderen kann eine juristische Prüfung wie er-
wähnt nicht nach einer naturwissenschaftlichen Methode mit exaktem Er-
gebnis bewertet werden. Kommt es zwischen den Prüfungsverantwortli-
chen zu Divergenzen in der Bewertung einzelner Leistungen, kann daher 
nicht ohne weiteres geschlossen werden, es liege eine rechtsfehlerhafte 
Prüfungsbewertung vor (vgl. vorne E. 3.2.1). Das Zusammenwirken mehre-
rer Expertinnen oder Experten soll Bewertungsmängeln vorbeugen oder 
solche kompensieren (sog. Objektivierung der Prüfungsbewertung; vgl. 
dazu Niehues/Fischer/Jeremias, Prüfungsrecht, 6. Aufl. 2014, N. 547; 
BVR 2011 S. 324 E. 4.3.1; ERZ 15.12.1998, in BVR 1999 S. 349 E. 3a). 
Jede Expertin bzw. jeder Experte hat allerdings die schriftliche Prüfungsar-
beit vollständig zur Kenntnis zu nehmen und muss die Leistungen jeden-
falls insoweit selbst, unmittelbar und vollständig beurteilen, wie sie bzw. er 
zu einer eigenverantwortlichen Entscheidung berufen ist (vgl. 
Niehues/Fischer/Jeremias, a.a.O., N. 558; ferner BVR 2011 S. 324 E. 4.3). 
Das Zweiprüferprinzip nach Art. 14 Abs. 2 APV schliesst aber nicht aus, 
dass sich die Expertinnen oder Experten im Anschluss an ihre 
eigenverantwortliche Beurteilung zwecks Konsolidierung des 
Bewertungsergebnisses im Hinblick auf den gemeinsamen Notenvorschlag 
(vgl. Art. 17 Abs. 2 APV) austauschen und gegebenenfalls auch prüfen, ob 
eine Anhebung der Note in Betracht fällt oder nicht (vgl. BVR 2016 S. 97 
E. 5.4, 2012 S. 165, nicht publ. E. 5.3.2 [bestätigt durch BGer 2D_25/2011 
vom 21.11.2011, E. 2.5]).

3.4.2 Gemäss den Bewertungsschemata beträgt die Differenz in der Be-
wertung der Ausführungen des Beschwerdeführers zum Themenbereich 
«Sanktionen inkl. Massnahme» 2 Punkte (3 Punkte bzw. 1 Punkt; Punkte-
maximum 7), in der Bewertung der Ausführungen zum «Widerruf» 
0,5 Punkte (0,5 bzw. 0 Punkte; Punktemaximum 2 [act. 6A, Reg. 1, 1.1.3 
und 1.1.4]). Solche Differenzen sind bei der Korrektur durch zwei verant-
wortliche Personen nicht ungewöhnlich, weshalb nicht geschlossen werden 
kann, die Beurteilung verletze das Rechtsgleichheitsgebot. Angesichts der 

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zusätzlichen sachbezogenen und plausiblen Begründungen, welche sowohl 
der Experte 1 als auch die Expertin 2 auf Ersuchen des Beschwerdeführers 
hin geliefert haben (vgl. vorne E. 3.3), deutet nichts darauf hin, dass sie die 
Leistungen des Beschwerdeführers nicht eigenverantwortlich beurteilt ha-
ben. Dies gilt auch für den Fall, dass die Zweitkorrektorin die Prüfungsar-
beit in Kenntnis des Punkteergebnisses des Experten 1 beurteilt hätte. 
Art. 14 Abs. 2 APV verlangt wie gesagt nicht zwei «isolierte» Bewertungen, 
aufgrund deren Ergebnisse das Gesamtergebnis in einer mathematischen 
Operation zu ermitteln ist; in der APV ist es vielmehr angelegt, dass die 
Prüfungsverantwortlichen ihre jeweiligen Ergebnisse konsolidieren (vorne 
E. 3.4.1; anders der in BVR 2011 S. 324 beurteilte Fall, vgl. hinten E. 4.3). 
Die Bewertungsunterschiede in den besagten Themenbereichen wirken 
sich denn auch nicht derart gravierend aus, wie der Beschwerdeführer 
glauben machen will (vgl. Beschwerde S. 8). Die Gesamtbeurteilungen der 
Prüfungsverantwortlichen weichen nur gerade mit 1 Punkt voneinander ab 
(Experte 1: 20, Expertin 2: 21). Weshalb die beiden Gesamtbeurteilungen 
auf «Zufall» beruhen sollten (vgl. Beschwerde S. 7, 9), ist nicht erkennbar. 
Eine rechtsungleiche Bewertung ist damit weder ersichtlich noch dargetan. 
Ausser Betracht fällt nach Art. 14 Abs. 2 i.V.m. Art. 17 Abs. 2 APV allemal, 
für die Ermittlung der Gesamtpunktzahl auf die jeweils höhere Punktzahl 
abzustellen. Daran ändert nichts, dass der Beschwerdeführer diesfalls eine 
genügende Note in der Strafrechtsklausur erzielen würde. Er würde sich 
dabei gerade jenen Umstand (abweichende Expertenbeurteilung) zu 
Nutzen machen, den er an anderer Stelle als stossend und nicht hin-
nehmbar kritisiert. Ein solches Vorgehen wäre zudem rechtsungleich, da 
der Beschwerdeführer dadurch bei der Bewertung bevorteilt würde (vgl. 
auch BVR 2012 S. 165 E. 5.1.1 betreffend gleiche Prüfungsbedingungen). 
Insgesamt gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass das Zweiprüferprinzip 
hier seinen Zweck, Objektivierung der Prüfungsbewertung, nicht erfüllt 
hätte.

3.5 Schliesslich beanstandet der Beschwerdeführer die Bewertung sei-
ner Ausführungen zum Widerruf. Er habe immerhin den richtigen Artikel 
erwähnt und sei zum begründeten Schluss gekommen, dass dem Beschul-
digten keine schlechte Prognose zu stellen sei, weshalb vom Widerruf ab-
gesehen werden könne. Die Expertin und der Experte hätten hingegen 

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fälschlicherweise nur auf die sich aus dem Gutachten ergebende Rückfall-
gefahr aufgrund der Alkoholabhängigkeit abgestellt. Seine Darlegungen 
hätten deshalb mit 1,5 Punkten bewertet werden müssen (vgl. Beschwerde 
S. 7 f., Replik S. 4). – Die Prüfungsverantwortlichen haben übereinstim-
mend beanstandet, der Beschwerdeführer habe es u.a. unterlassen, die 
einzelnen Voraussetzungen des Widerrufs abzuhandeln (vgl. BB 12 und 
13). Unzutreffend ist somit, sie hätten nur auf die sich aus dem Gutachten 
ergebende Rückfallgefahr abgestellt. Die verlangten Ausführungen zu den 
Widerrufsvoraussetzungen gehören zum Grundwissen in einer Strafrechts-
prüfung. Die Leistungsbewertung ist insgesamt nachvollziehbar und sach-
lich vertretbar begründet. Dass die Beurteilungen des Experten 1 und der 
Expertin 2 rechtsfehlerhaft wären, ist damit nicht dargetan und auch nicht 
ersichtlich. Ob angemessener gewesen wäre, wenn die Expertin 0,5 statt 
0 Punkte vergeben hätte, ist einerseits nicht Gegenstand der verwaltungs-
gerichtlichen Prüfung (vorne E. 1.2, E. 3.4.2) und vermöchte andererseits 
im Ergebnis nichts zu ändern.

3.6 Nach dem Gesagten ist die Transparenz und Rechtsgleichheit des 
Prüfungsvorgangs gewahrt (vgl. vorne E. 3.2). Zudem ist die Bewertung der 
Prüfungsleistung des Beschwerdeführers insgesamt nachvollziehbar und 
auch in den beanstandeten Themenbereichen mit dem Gebot der Rechts-
gleichheit vereinbar; Ermessensrechtsfehler sind nicht erkennbar (vgl. 
vorne E. 3.3-3.5). Die Rügen betreffend die Note 4,0 in der schriftlichen 
Strafrechtsprüfung sind somit unbegründet. 

4.

4.1 Hinsichtlich der Steuerrechtsklausur rügt der Beschwerdeführer 
ebenfalls eine Verletzung von Art. 14 Abs. 2 APV. Dessen Zweck werde 
vereitelt, wenn der eine Experte die (Teil-)Antworten mit Viertelpunkten, der 
andere mit halben oder ganzen Punkten bewerte, weil Ergebnisse resultier-
ten, welche nicht miteinander vergleichbar seien. Der Lösungsraster sehe 
die Vergabe von Viertelpunkten denn auch nicht vor (Beschwerde S. 9 ff., 
Replik S. 5). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.05.2016, Nr. 100.2015.178U, 
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4.1.1 Das Zweiprüferprinzip nach Art. 14 Abs. 2 APV bezweckt die Objek-
tivierung der Prüfungsbewertung und setzt voraus, dass die zwei Expertin-
nen oder Experten die Leistungen der Kandidatin bzw. des Kandidaten 
eigenverantwortlich beurteilen, wobei ihnen ein fachliches Bewertungser-
messen zusteht (vgl. vorne E. 3.4.1). Das Ermessen ist insoweit einge-
schränkt, als ein verbindlicher Bewertungsraster (mit Lösungsskizze) die 
Punkteverteilung je Teilantwort vorgibt. Ein solcher Raster muss rechts-
gleich auf alle Kandidatinnen und Kandidaten angewendet werden (vgl. 
vorne E. 3.2.1). Er gibt diesen ferner Anspruch darauf, dass sie diejenigen 
Punkte erhalten, die ihnen gemäss Bewertungsschema für eine richtige 
Teilleistung zustehen (vgl. BGer 2P.252/2003 vom 3.11.2003, E. 9.3; ferner 
BVGE 2008/14 E. 4.3.2; BVGer B-241/2013 vom 22.4.2013, E. 4.2.3).

4.1.2 Als Grundlage für die Bewertung diente den zuständigen Experten 
ein Bewertungsschema mit detaillierter Lösungsskizze (vgl. act. 6A, Reg. 1, 
1.2.3). Dieses Schema gibt zum einen vor, für welche Teilbereiche wie 
viele Punkte maximal erzielt werden können (Teilbereiche: Rubrum, For-
melles, Materielles [in Themen gegliedert], Kostenverlegung, unentgeltliche 
Rechtspflege, Dispositiv). Zum anderen legt es innerhalb der Teilbereiche 
fest, welche (Teil-)Antworten erwartet und mit wie vielen Punkten sie maxi-
mal zu bewerten sind. Für die erwarteten (Teil-)Antworten sieht das 
Schema Maxima in Form ganzer Punkte vor (vgl. «Grundsatz», «GG» oder 
«Grundsatz + GG», «Begründung», «Fazit» usw.). Die Experten haben 
dem Beschwerdeführer für seine Prüfungsleistung bei teilweiser unter-
schiedlicher Bewertung in (Teil-)Antworten übereinstimmend 31,5 Punkte 
vergeben, was der Note 3,5 entspricht. Unbestritten und aktenkundig ist, 
dass der Experte 1 seine Bewertungen (auch) in Viertelpunkten ausge-
drückt hat, der Experte 2 dagegen ausschliesslich in halben und ganzen 
Punkten.

4.1.3 In welchen Bruchteilen bei bloss teilweise richtigen Antworten zu 
bewerten ist, legt das Bewertungsschema nicht verbindlich fest. Ihm ist 
auch nicht zu entnehmen, dass die Bewertung mittels Viertelpunkten nicht 
gestattet wäre. Vielmehr belässt das Bewertungsschema einen Beurtei-
lungsspielraum, der es dem einzelnen Experten erlaubt, auch Teilpunkte zu 
vergeben. Die durch Art. 14 Abs. 2 APV angestrebte Objektivierung der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.05.2016, Nr. 100.2015.178U, 
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Prüfungsbewertung (vgl. vorne E. 3.4.1) geht nicht verloren, wenn Expertin-
nen und Experten ihre individuellen Bewertungen in unterschiedlichen 
Bruchteilen ausdrücken, da der «Bepunktung» von vornherein eine wissen-
schaftliche Exaktheit abgeht. Abgesehen davon ist die Punktvergabe nur 
ein Hilfsmittel zur Bewertung der Antworten; das Ziel, den Leistungsstand 
der Kandidatin oder des Kandidaten mit einer Bewertung der gesamten 
Prüfungsleistung zu erfassen, wird mit der unterschiedlichen Teilpunktver-
gabe nicht in Frage gestellt (vgl. auch Heselhaus/Seiberth, Darf «Dumm-
heit» bestraft werden? Zur juristischen Kontrolle von Bewertungen, in 
Ackermann/Bommer [Hrsg.], Liber Amicorum für Dr. Martin Vonplon, 2009, 
S. 173 ff., 189 f.). Wesentlich ist, dass sich die beiden Experten für die Be-
wertung von Teilantworten an die erwarteten Antworten samt Maximal-
punktzahl halten (vgl. vorne E. 4.1.1). Anhaltspunkte, welche darauf hin-
deuten würden, dass diese Vorgabe nicht eingehalten worden ist, sind we-
der dargetan noch ersichtlich. Das Punktesystem ist so gesehen auch 
durchaus einheitlich angewendet worden. Im Umstand, dass der Experte 1 
anders als der Experte 2 seine Bewertung von Teilantworten auch in 
Viertelpunkten ausgedrückt hat, kann demnach kein Rechtsfehler erblickt 
werden. Der Anwaltsprüfungskommission ist darin zuzustimmen, dass 
reine Mutmassung ist (Vernehmlassung S. 7), wenn der Beschwerdeführer 
davon ausgeht, dass der Experte 2, hätte er Viertelpunkte verteilt, jeweils 
einen Viertelpunkt höher bewertet bzw. der Experte 1, hätte er nur halbe 
Punkte verteilt, jeweils «höchstwahrscheinlich» auf einen halben oder gan-
zen Punkt aufgerundet hätte. Entscheidend ist allein, dass sich die Exper-
ten, was nicht strittig ist, an den vorgegebenen Beurteilungsraster gehalten 
und gestützt auf ihre jeweiligen Beurteilungen der (Teil-)Antworten den für 
die Notengebung massgebenden Gesamtpunktwert ermittelt haben. Art. 14 
Abs. 2 APV wurde demnach nicht verletzt. Gemäss dem Beschwerdeführer 
auf die jeweils bessere Beurteilung in den Einzelthemen abzustellen, wäre 
unsachlich und liefe auf eine rechtsungleiche Bevorzugung gegenüber den 
übrigen Prüfungskandidatinnen und -kandidaten hinaus (vgl. auch vorne 
E. 3.4.2).

4.2 Der Beschwerdeführer hält weiter dafür, dass seine Prüfungsleis-
tung im Steuerrecht mit mindestens 34 Punkten (statt 31,5 Punkten) hätte 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.05.2016, Nr. 100.2015.178U, 
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bewertet werden müssen (Note 4,0 statt 3,5). Er macht zu mehreren Be-
wertungspositionen Rechtsfehler geltend. 

4.2.1 Der Beschwerdeführer rügt in Bezug auf den formellen Teil der Prü-
fung zunächst, für eine korrekte Antwort nicht die volle Punktzahl erhalten 
zu haben. Er bringt hinsichtlich der Bewertungsposition «Beschwer» vor, 
der Experte 2 habe übersehen, dass die «Frage [des schutzwürdigen Inte-
resses] offenbar umstritten» sei. Ihm sei 1 Punkt anzurechnen (Be-
schwerde S. 14, Replik S. 8 f.). Erhalten hat er für seine Ausführungen 0,75 
bzw. 0,5 Punkte (Maximalpunktzahl 1; vgl. act. 6A, Reg. 1, 1.2.3). – Indem 
der Beschwerdeführer geltend macht, auch seine Lösung sei korrekt bzw. 
vertretbar, ist noch nicht dargetan, dass die abweichende Beurteilung der 
Prüfungsverantwortlichen rechtsfehlerhaft ist (vgl. BVR 2012 S. 152 
E. 4.4.3 [bestätigt durch BGer 2D_11/2011 vom 2.11.2011]). Der Experte 2 
hat den Punkteabzug damit begründet, dass die Frage, ob ein schutzwürdi-
ges Interesse vorliegt, nicht hätte offengelassen werden dürfen. Er verwies 
sowohl auf die Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts als auch des Bun-
desgerichts (vgl. E-Mail des Experten 2 vom 27.5.2015, BB 15). Inwiefern 
sich der Experte 2 von sachfremden oder sonstwie offensichtlich unhaltba-
ren Erwägungen hat leiten lassen, ist damit nicht dargetan und auch nicht 
ersichtlich. Wenn die Leistung des Beschwerdeführers bei einem Maximum 
von 1 Punkt mit 0,75 bzw. 0,5 Punkten bewertet wurde, ist eine rechtsfeh-
lerhafte Bewertung nicht erkennbar. 

4.2.2 Der Beschwerdeführer stellt weiter die im formellen Teil der Prüfung 
erwartete Annahme in Frage, wonach die Steuerrechtskommission eine 
Nachfrist ansetzte, nach welcher eine korrekt unterzeichnete sowie eine in 
deutscher Sprache abgefasste Beschwerde- resp. Rekursschrift eingereicht 
wurde. Zur Begründung bringt er vor, er habe aufgrund der Aufgabenstel-
lung darauf vertraut, dass der Sachverhalt und die Prozessgeschichte kom-
plett seien. Es sei treuwidrig und willkürlich, wenn unter diesen Umständen 
eine solche Sachverhaltsergänzung erwartet werde. Er habe die «Proble-
matik [daher] über den verfahrensrechtlichen Grundsatz der Prozessökono-
mie» gelöst, was zu berücksichtigen sei (Beschwerde S. 12 f., Replik S. 6). 
Dem Beschwerdeführer wurden für seine Ausführungen 1,75 Punkte bzw. 
1 Punkt vergeben; er verlangt die volle Punktzahl von 3 Punkten (act. 6A, 

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Reg. 1, 1.2.3). – Die Aufgabenstellung lautete wie folgt (act. 6A, Reg. 1, 1.2 
S. 3):

«Für den Sachverhalt und die Prozessgeschichte kann auf die Auf-
gabe verweisen werden. Es ist in jedem Fall zu sämtlichen Argumen-
ten der Verfahrensbeteiligten materiell Stellung zu nehmen, unabhän-
gig davon, ob auf das Rechtsmittel eingetreten werden kann. […]».

Die Anwaltsprüfungskommission hält dafür, aus den Hinweisen auf dem 
Aufgabenblatt könne nicht gefolgert werden, die formellen Aspekte der Be-
schwerde bzw. des Rekurses seien in Ordnung (Vernehmlassung S. 8). 
Der Beschwerdeführer habe übersehen, dass Formfehler nicht einfach mit 
prozessökonomischen Überlegungen ignoriert werden dürfen. Ohne die 
Annahme, es sei eine Nachfrist gewährt worden, sei ein Entscheid in der 
Sache (auch streng nach der Prozessgeschichte) schlicht noch nicht mög-
lich. In seiner Sicht hätte der Beschwerdeführer den Entscheid der Kom-
mission konsequenterweise vertagen und die Sache zur weiteren Instruk-
tion an den Präsidenten zurückweisen sollen. – Es ist nicht ersichtlich, in-
wiefern die Hinweise auf dem Aufgabenblatt eine verfassungsrechtlich ge-
schützte Vertrauensgrundlage zu begründen vermöchten (vgl. hierzu wei-
terführend BVR 2015 S. 15 E. 4.1 mit Hinweisen), blieb doch in der Aufga-
benstellung die Frage, ob auf das Rechtsmittel eingetreten werden kann, 
ausdrücklich dahingestellt. Entgegen der Auffassung des Beschwerdefüh-
rers hat sich die Prüfungsbehörde bei der Begründung der Leistungsbewer-
tung von sachlichen Überlegungen leiten lassen. Vor diesem Hintergrund 
ist eine rechtsfehlerhafte Bewertung nicht ersichtlich, wenn der Beschwer-
deführer für seine Ausführungen 1,75 Punkte bzw. 1 Punkt bei einem Maxi-
mum von 3 Punkten erhalten hat.

4.2.3 Mit Blick auf den Teilbereich «Dispositiv» beanstandet der Be-
schwerdeführer, er habe die verlangte «zweiteilige Rechtsmittelbelehrung» 
insofern erkannt, als er die entsprechenden gesetzlichen Bestimmungen 
genannt habe. Dies hätte positiv in die Bewertung einfliessen und ihm hät-
ten 0,5 Punkte zugesprochen werden müssen (Beschwerde S. 13 f., Replik 
S. 8). – Gemäss Bewertungsraster hat der Beschwerdeführer in der hier 
interessierenden Bewertungsposition 0,25 bzw. 0 Punkte erhalten (Maxi-
malpunktzahl 1). Von den Kandidatinnen und Kandidaten wurde der Hin-
weis erwartet, dass einerseits zwei separate Rechtsmittelbelehrungen er-
forderlich sind und dass andererseits die Beschwerden in einer gemeinsa-

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men Rechtsschrift eingereicht werden können (act. 6A, Reg. 1, 1.2.3). Der 
Beschwerdeführer hat sich darauf beschränkt, die gesetzlichen Grundlagen 
zu nennen, was nach dem Bewertungsschema nicht verlangt war. Für das 
Nennen der gesetzlichen Grundlage sieht das Schema keine Punktvergabe 
vor (Vernehmlassung S. 9). Es lag damit im Ermessen des Expertenteams, 
ob sie dafür Zusatzpunkte vergeben oder nicht (vgl. vorne E. 3.2.1). Ein 
Anspruch auf Zusatzpunkte (für im Bewertungsschema nicht vorgesehene 
Antworten) besteht von vornherein nicht. Eine rechtsfehlerhafte Bewertung 
liegt somit nicht vor.

4.2.4 Der Beschwerdeführer macht ausserdem geltend, im Umstand, 
dass unter den Hilfsmitteln zwar das Steuerharmonisierungsgesetz (StHG; 
SR 642.14) aufgeführt war, die Berücksichtigung dieses Erlasses in der 
Prüfungsarbeit aber nicht in die Bewertung eingeflossen sei, verletze den 
Vertrauensgrundsatz und sei willkürlich (vgl. Beschwerde S. 15, Replik 
S. 9 f.). – Die Anwaltsprüfungskommission legt schlüssig dar, dass es auch 
Teil der Prüfungsaufgabe sein kann, die anwendbaren Hilfsmittel zu be-
stimmen. Das StHG direkt anzuwenden, sei nicht erforderlich gewesen, 
weshalb für das Nennen dieses Erlasstextes keine Punkte vergeben wor-
den seien (Vernehmlassung S. 10). Der Beschwerdeführer anerkennt, dass 
es Teil der Aufgabe sein könne, das richtige Hilfsmittel zu bestimmen. Aller-
dings müsste in der Aufgabenstellung vermerkt werden, wenn es für das 
Nennen eines Hilfsmittels, das grundsätzlich Anwendung fände, keine 
Punkte gebe (Replik S. 10). Er übersieht erneut, dass den Expertinnen und 
Experten bei der Frage, ob für Antworten, die im Bewertungsschema nicht 
enthalten sind, (Zusatz-)Punkte zu vergeben sind, ein Ermessensspielraum 
zukommt (vgl. E. 4.2.3 hiervor). Ihre Überlegungen zur Handhabung dieses 
Spielraums sind sachlich, weshalb es weder treuwidrig noch willkürlich ist, 
wenn für die Nennung der StHG-Bestimmungen keine Punkte vergeben 
worden sind. Wiederum ist nicht ersichtlich, worin die Vertrauensgrundlage 
zu erblicken wäre. Im Übrigen musste auch unter Rechtsgleichheits-Aspek-
ten im Aufgabenblatt nicht darauf hingewiesen werden, dass hierfür keine 
Punkte vergeben werden, galt dies doch für alle Prüfungsteilnehmerinnen 
und -teilnehmer.

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4.3 Überzeugend legt die Anwaltsprüfungskommission schliesslich dar, 
weshalb der Beschwerdeführer aus dem Umstand, dass der Experte 2 auf 
das E-Mail vom 28. Mai 2015 nicht mehr reagierte, nicht auf dessen Zu-
stimmung geschlossen werden kann (vgl. Vernehmlassung S. 10). Dem ist 
nichts hinzuzufügen, zumal der Beschwerdeführer dagegen selbst nichts 
Substanzielles mehr einwendet (vgl. Replik S. 10 und Schlussbemerkun-
gen S. 4).

4.4 Somit ergibt sich, dass weder Art. 14 Abs. 2 APV verletzt (vorne 
E. 4.1) noch die Leistung rechtsfehlerhaft bewertet wurde (vorne E. 4.2). Im 
Rahmen der Rechtskontrolle gibt die Bewertung der Steuerrechtsklausur 
mit der Note 3,5 damit zu keinen Beanstandungen Anlass. 

5.

5.1 Zur Prüfung im nationalen und internationalen Privatrecht bringt der 
Beschwerdeführer vor, seine Leistung hätte mit der Note 4,0 bewertet wer-
den müssen. Die zuständigen Experten haben diese Prüfungsleistung mit 
32 bzw. 32,5 Punkten bewertet, was der Note 3,5 entspricht. Die Note 4,0 
wurde ab 33 Punkten vergeben (act. 6A, Reg. 1, 1.3.3 und 1.3.4). Im Streit 
liegt die Punktevergabe in einzelnen Bewertungspositionen der Privat-
rechtsklausur. 

5.1.1 Der Beschwerdeführer hält hinsichtlich des materiellen Teils der 
Prüfung («Materielles», Punkt 1; Maximalpunktzahl 1) zunächst dafür, er 
habe, wie im Lösungs- und Bewertungsschema verlangt, für den Sachver-
halt auf das Aufgabenblatt verwiesen. Damit habe er «implizit» zum Aus-
druck gebracht, dass der Sachverhalt unbestritten sei und sich nur Recht-
fragen stellten. Die Bewertung mit 0 Punkten sei willkürlich und verletze 
den Vertrauensgrundsatz (Beschwerde S. 15 f., Replik S. 10 f.). – Gemäss 
dem Lösungs- und Bewertungsschema wird die Erkenntnis, dass der Sach-
verhalt unbestritten ist und sich daher nur Rechtsfragen stellen, mit 1 Punkt 
honoriert (vgl. act. 6A, Reg. 1, 1.3.4). Der Beschwerdeführer hat das Ver-
langte, wie die Anwaltsprüfungskommission schlüssig darlegt, nicht in einer 
Weise ausgedrückt, die zeigt, dass er den interessierenden juristischen 

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Aspekt erfasst hat (vgl. Vernehmlassung S. 11). Sein Vorwurf, er habe für 
eine richtige Antwort den vorgesehenen Punkt nicht erhalten, ist daher un-
begründet. Aus dem Umstand, dass in anderen Prüfungsfällen für eine 
entsprechende Feststellung kein Punkt erzielt werden konnte, kann der 
Beschwerdeführer von vornherein nichts zu seinen Gunsten ableiten, liegt 
es doch im Ermessen der Expertinnen und Experten, ein auf den jeweiligen 
Prüfungsfall abgestimmtes Lösungs- und Bewertungsschema mit eigenen 
Schwerpunkten festzulegen. Eine Verletzung des Vertrauensgrundsatzes 
ist insoweit weder dargetan noch ersichtlich. Nicht erkennbar ist weiter, 
weshalb hierin eine Ungleichbehandlung begründet sein soll; das Bewer-
tungsschema galt für alle Kandidatinnen und Kandidaten gleichermassen.

5.1.2 Hinsichtlich des materiellen Teils der Prüfung («Materielles», 
Punkt 6 «Forderung/Guthaben des Verkäufers abgetreten») kritisiert der 
Beschwerdeführer weiter, seine unbestrittenermassen korrekte Schlussfol-
gerung sei nicht honoriert worden. Ihm hätten mindestens 0,5 Punkte ver-
geben werden müssen (Beschwerde S. 17, Replik S. 11, Schlussbemer-
kungen S. 5). Gemäss Lösungs- und Bewertungsschema hat der Be-
schwerdeführer für seine Ausführungen zum «Fazit» von beiden Prüfungs-
verantwortlichen keinen Punkt erhalten (Maximalpunktzahl 2; act. 6A, 
Reg. 1, 1.3.4). Die Anwaltsprüfungskommission legt dar, dass der Be-
schwerdeführer zwar das korrekte Fazit (im Zusammenhang mit den Vo-
raussetzungen des Arrests) erwähnt habe. Er habe aber übersehen, dass 
sich die Frage gestellt habe, ob das Guthaben mit der Standardformulie-
rung im Kaufvertrag an einen anderen der Akteure abgetreten worden sei. 
Für ein zwar korrektes Fazit, das auf anderen Überlegungen beruhe, gebe 
es keine Punkte (Vernehmlassung S. 11, Duplik S. 2). – Es ist sachlich 
vertretbar, dass für ein zwar richtiges Ergebnis, das aber auf falschen 
Überlegungen beruht, keine Punkte vergeben werden, soll in der Anwalts-
prüfung doch ermittelt werden, ob die Kandidatinnen und Kandidaten den 
Anforderungen des Berufsalltags einer Rechtsanwältin oder eines Rechts-
anwalts gewachsen sind (vgl. BVR 2012 S. 152 E. 4.3.2; s. auch Bemer-
kungen Benjamin Schindler in BVR 2016 S. 102 ff.). Eine rechtsfehlerhafte 
Bewertung liegt somit insoweit nicht vor.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.05.2016, Nr. 100.2015.178U, 
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5.1.3 Der Beschwerdeführer bringt ferner zum materiellen Teil der Prü-
fung («Materielles», Punkt 7 «Zahlung durch die Notarin als unerlaubte 
Handlung») vor, er habe, wie im Lösungs- und Bewertungsschema ver-
langt, die Voraussetzungen von Art. 41 des Schweizerischen Obligationen-
rechts (OR; SR 220) genannt, was der Experte 1 nicht honoriert habe. Die-
ser hätte ihm für seine Ausführungen – wie es der Experte 2 getan hat – 
1 Punkt anrechnen müssen (Beschwerde S. 17, Replik S. 11). Der Be-
schwerdeführer beanstandet demnach, für eine richtige Antwort nicht die im 
Raster vorgesehenen Punkte erhalten zu haben. – Gemäss dem Lösungs- 
und Bewertungsraster wurde von den Kandidatinnen und Kandidaten er-
wartet, dass sie zunächst auf die gesetzliche Grundlage der Haftung aus 
unerlaubter Handlung mitsamt den Voraussetzungen eingehen. Anschlies-
send waren die einzelnen Voraussetzungen (Widerrechtlichkeit, Verschul-
den, Schaden, Kausalität) zu prüfen und ein Fazit zu ziehen (vgl. act. 6A, 
Reg. 1, 1.3.4). Der Beschwerdeführer legte dazu in seiner Prüfungsarbeit 
Folgendes dar (act. 6A, Reg. 1, 1.3.2, S. 12): 

«5. Unerlaubte Handlung

Wie bereits erwähnt war die Handlung von B rechtswidrig. Damit eine 
unerlaubte Handlung vorliegt – nach Art. 41 Abs. 1 OR – muss weiter 
ein Schaden, Kausalität und ein Verschulden [Fahrlässigkeit oder Vor-
satz] vorliegen.

Durch die Zahlung des Betrags von CHF 20ʹ000.-- ist der K ein Scha-
den entstanden, da diese Zahlung, anders als bei der Pfändung nach 
Art. 96 Abs. 2 SchKG, wonach Vermögensverfügungen grundsätzlich 
nichtig sind, Gültigkeit erlangt.

Die Kausalität ist zudem zweifellos gegeben, da ohne die Handlung 
durch B bzw. ihren Chef ein Schaden ausgeblieben wäre.

Das Verschulden ist schliesslich auch ohne Zweifel erfüllt. Da die B 
von der Verarrestierung gewusst hat und zudem als Notarin arbeitet, 
hat sie mehr als bloss leicht fahrlässig gehandelt. Somit kann von einer 
Schadenreduktion keine Rede sein.

Damit ist B der K zum Ersatz von CHF 20ʹ000.-- verpflichtet.»

Die Antwort wurde wie folgt bewertet: Teilposition «Grundlage» 0 Punkte 
bzw. 1 Punkt (Maximalpunktzahl 2), Teilposition «Widerrechtlichkeit» 
1 Punkt bzw. 0,5 Punkte (Maximalpunktzahl 1), Teilposition «Verschulden» 
je 0,5 Punkte (Maximalpunktzahl 1), Teilpositionen «Schaden», «Kausali-
tät» und «Fazit» je 1 Punkt (Maximalpunktzahl je 1). Die Anwaltsprüfungs-
kommission führt dazu aus, der Experte 1 habe «die sehr knappen Ausfüh-
rungen» des Beschwerdeführers zur Frage der Haftung aus unerlaubter 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.05.2016, Nr. 100.2015.178U, 
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Handlung mit insgesamt 4,5 von 7 möglichen Punkten bewertet. Es könne 
nicht gefolgert werden, der Experte 1 habe den einleitenden Satz zu Art. 41 
OR nicht bewertet. Vielmehr habe er eine «Gesamtbewertung» 
vorgenommen und hätte dies – wie z.B. beim Themenbereich «Abtretung» 
– mittels einer Klammer zum Ausdruck bringen können (Vernehmlassung 
S. 11). – Die Prüfungsverantwortlichen haben das Lösungs- und 
Bewertungsschema auf alle Kandidatinnen und Kandidaten rechtsgleich 
anzuwenden. Ihr Bewertungsermessen wird daher insoweit eingeschränkt, 
als das Lösungs- und Bewertungsschema detailliert vorgibt, für welche 
(Teil-)Antwort wie viele Punkte zu vergeben sind (vgl. vorne E. 4.1.1). Zwar 
hat der Experte 1 bei der Teilposition «Grundlage» keinen Punkt vergeben; 
eine «Gesamtbewertung» des Themenbereichs «Zahlung durch die Notarin 
als unerlaubte Handlung» hat er aber zumindest gemäss seinen Notizen im 
Korrekturraster ebenfalls nicht vorgenommen, sondern (grundsätzlich) jede 
Teilposition bewertet. Der Beschwerdeführer kann daraus für die streitbe-
troffene Teilposition «Grundlage» keinen Anspruch auf einen weiteren 
Punkt ableiten: Er hat die Grundlage nicht wie verlangt vorab, sondern zu-
sammen mit der ersten Voraussetzung genannt. Vor diesem Hintergrund 
erscheint es nicht geradezu als unhaltbar, wenn der Experte 1 die Ausfüh-
rungen zu Art. 41 OR ff. unter der Teilposition «Widerrechtlichkeit» mitbe-
wertet hat. Hiervon ist auszugehen, weil der Beschwerdeführer unter dieser 
Teilposition 1 Punkt erhalten hat, ohne auf die gemäss Raster erwarteten 
Elemente einzugehen («Widerrechtlichkeit [StGB 169] gegeben? hat Zah-
lung den Arrestbeschlag verletzt? Diskussion; ev. auch Diskussion, da 
Kanzleichef die Überweisung eigenmächtig getätigt hat»). Unter diesen 
Umständen ist eine rechtsfehlerhafte Bewertung der Teilpositionen «Grund-
lage» und «Widerrechtlichkeit» nicht erkennbar. Auch kann aus der Art und 
Weise der Bewertung dieser Positionen durch den Experten 1 nicht gefol-
gert werden, er oder das Expertenteam hätten sich nicht an das Lösungs- 
und Bewertungsschema gehalten (vgl. dazu auch E. 5.1.4 hiernach). 

5.1.4 Unbehelflich ist weiter der Einwand, das Expertenteam habe die 
Note 3,5 im Rahmen einer (vom Beurteilungsraster losgelösten) «Gesamt-
betrachtung» festgesetzt (Beschwerde S. 17): Zum einen haben die beiden 
Experten die Punkte gemäss dem detaillierten Lösungs- und Bewertungs-
schema vergeben. Zum anderen ist mit Art. 14 Abs. 2 APV wie dargelegt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17.05.2016, Nr. 100.2015.178U, 
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vereinbar, wenn sie sich im Anschluss an ihre eigenverantwortliche Beurtei-
lung zwecks Konsolidierung des Bewertungsergebnisses aufgrund der Ge-
samtpunktzahlen ausgetauscht und ihren Notenvorschlag in einer Gesamt-
sicht festgelegt haben (vgl. vorne E. 3.4.1).

5.2 Gemäss dem Beschwerdeführer auf die jeweils bessere Beurteilung 
in den Einzelthemen abzustellen (Beschwerde S. 18), wäre auch in diesem 
Zusammenhang unsachlich und fällt von vornherein ausser Betracht (vgl. 
vorne E. 3.4.2 und 4.1.3). Dass er im ersten Prüfungsversuch vom Novem-
ber 2014 in der schriftlichen Prüfung nationales und internationales Privat-
recht die Note 4,5 erzielt hat (vgl. Notenblatt vom 25.11.2014; BB 1), ist 
hier ohne Belang, ist doch gemäss Art. 20 Abs. 1 APV bei Nichtbestehen 
des schriftlichen Teils dieser als Ganzes zu wiederholen. 

5.3 Die Bewertung der schriftlichen Prüfungsarbeit im nationalen und 
internationalen Privatrecht mit der Note 3,5 ist damit rechtens. 

6.

Zusammenfassend steht fest, dass sowohl im Zusammenhang mit dem 
Bewertungsvorgang als auch der Bewertung der drei schriftlichen Prüfun-
gen keine Rechtsfehler vorliegen. Die angefochtene Verfügung hält der 
Rechtskontrolle stand. Bei diesem Ergebnis ist die Beschwerde (in Bezug 
auf den Haupt-, Eventual- und Subeventualantrag) abzuweisen.

7.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der unterliegende Beschwer-
deführer kostenpflichtig (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Entschädigungspflichtige 
Parteikosten sind keine angefallen (vgl. Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 
Abs. 1 und 3 VRPG).

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Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 2ʹ500.--, werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

4. Zu eröffnen:
- dem Beschwerdeführer
- der Anwaltsprüfungskommission

Der Abteilungspräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, subsidiäre Verfassungsbeschwerde 
gemäss Art. 39 ff. und 113 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das 
Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.