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**Case Identifier:** d3e1fe86-8b2a-5758-b05d-2009b8142fbb
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-09-14
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 14.09.2016 200 2015 413
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-413_2016-09-14.pdf

## Full Text

200 15 413 IV
MAW/COC/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 14. September 2016

Verwaltungsrichter Matti, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Kölliker 
Gerichtsschreiberin Collatz

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 24. März 2015

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Sept. 2016, IV/15/413, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1968 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich am 10. August 2006 unter Hinweis auf psychische Beschwer-
den und Rückenschmerzen bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leis-
tungsbezug an (Akten der IV [act. II] 2). Nach medizinischen und erwerbli-
chen Erhebungen verneinte die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegeg-
nerin) mit Verfügung vom 3. Mai 2007 (act. II 22) einen Anspruch auf IV-
Leistungen, da die Versicherte beim Eintritt des Versicherungsfalls nicht 
während eines vollen Jahres Versicherungsbeiträge entrichtet habe, wes-
halb die versicherungsmässigen Voraussetzungen nicht erfüllt seien. Eine 
hiergegen erhobene Beschwerde hiess das Verwaltungsgericht des Kan-
tons Bern mit Urteil vom 9. Februar 2009, IV 68221 (act. II 31), insofern gut, 
als es die angefochtene Verfügung aufhob und die Akten an die IVB 
zurückwies, damit diese insbesondere weitere medizinische Abklärungen 
durchführe und anschliessend über den Leistungsanspruch neu verfüge.

In der Folge führte die IVB weitere medizinische Erhebungen durch. Dabei 
veranlasste sie eine interdisziplinäre Begutachtung durch die Fachärzte der 
Begutachtungsstelle C.________ (MEDAS; Gutachten vom 19. Februar 
2010; act. II 49). Gestützt auf die Ergebnisse der getätigten Erhebungen 
verneinte die IVB mit Verfügung vom 15. Oktober 2010 (act. II 67) mangels 
invalidisierenden Gesundheitsschadens einen Anspruch auf IV-Leistungen. 
Ein hiergegen eingeleitetes Beschwerdeverfahren wurde mit Urteil vom 
13. Dezember 2010, IV/2010/1136 (act. II 74), zufolge Rückzugs der Be-
schwerde als erledigt vom Protokoll abgeschrieben. 

B.

Am 1. Mai 2013 wurde die Versicherte durch ihre behandelnde Ärztin der 
psychiatrischen Dienste D.________ insbesondere unter Hinweis auf eine 
seit November 2012 bestehende Exazerbation einer vorbestehenden post-
traumatischen Belastungsstörung (PTBS) durch Gewaltvorfall am Arbeits-

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platz bei der IV zur Früherfassung angemeldet (act. II 75). Im weiteren Ver-
lauf meldete sich die Versicherte am 10. Juni 2013 bei der IV zum Leis-
tungsbezug an (act. II 78). Daraufhin führte die IVB erneut medizinische 
und erwerbliche Erhebungen durch und stellte mit Vorbescheid vom 
18. Februar 2014 (Akten der IV [act. IIA] 118) die Abweisung des Leis-
tungsbegehrens mangels invalidisierenden Gesundheitsschadens in Aus-
sicht. Damit zeigte sich die Versicherte nicht einverstanden (act. IIA 125). 

In der Folge führte die IVB weitere medizinische Erhebungen durch. Dabei 
fand eine bidisziplinäre Begutachtung durch die Dres. med. E.________, 
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, und F.________, Fach-
arzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheumatologie FMH, statt (Gut-
achten vom 27. November und 3. Dezember 2014; act. IIA 143.1 und 
144.1). Mit Vorbescheid vom 9. Januar 2015 (act. IIA 145) stellte die IVB 
wiederum die Abweisung des Leistungsbegehrens mangels invalidisieren-
den Gesundheitsschadens in Aussicht. Damit zeigte sich die Versicherte 
nicht einverstanden (act. IIA 146). Nach Einholung einer Stellungnahme 
beim Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD; act. IIA 149) verfügte die IVB am 
24. März 2015 wie im Vorbescheid angekündigt und wies das Leistungsbe-
gehren ab (act. IIA 150).

C.

Hiergegen erhob die Versicherte am 11. Mai 2015 Beschwerde und bean-
tragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie die Prüfung der 
Arbeitsfähigkeit durch einen unabhängigen Gutachter. Im weiteren Verlauf 
liess die Beschwerdeführerin am 5. Juni 2015 ein Gesuch um unentgeltli-
che Rechtspflege unter Beiordnung von Rechtsanwalt B.________ als amt-
licher Anwalt stellen. 

Mit Beschwerdeantwort vom 22. Juni 2015 schloss die Beschwerdegegne-
rin auf Abweisung der Beschwerde. 

Am 30. Juni und 10. Juli 2015 gingen weitere Unterlagen zum Gesuch um 
unentgeltliche Rechtspflege beim Gericht ein. 

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Mit Verfügung vom 10. Juli 2015 hiess der Instruktionsrichter das Gesuch 
um unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung von Rechtsanwalt 
B.________ als amtlicher Anwalt gut.

Mit Replik vom 6. August 2015 liess die Beschwerdeführerin das gestellte 
Rechtsbegehren bestätigen. 

Mit Duplik vom 17. September 2015 hielt die Beschwerdegegnerin eben-
falls am gestellten Rechtsbegehren fest.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über 
die Invalidenversicherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Die örtli-
che Zuständigkeit ist gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

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1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 24. März 2015 (act. IIA 
150). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf 
Leistungen der IV. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). Sie beurteilen 
offensichtlich begründete oder offensichtlich unbegründete Fälle in Zweier-
besetzung (Art. 56 Abs. 3 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem IV-Grad 
von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
IV-Grad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.3 Für die Bestimmung des IV-Grades wird bei einer erwerbstätigen 
versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt der Inva-
lidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausge-
glichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Er-
werbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden 
wäre (Art. 16 ATSG). 

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2.4 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). 

2.5 Wurde eine Rente wegen eines fehlenden oder zu geringen IV-
Grades bereits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur ge-
prüft, wenn die versicherte Person glaubhaft macht, dass sich der Grad der 
Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 und 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung vom 
17. Januar 1961 [IVV; SR 831.201]). Tritt die Verwaltung auf die Neuan-
meldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu verge-
wissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Verände-
rung des IV-Grades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in 
analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vor-
zugehen (SVR 2011 IV Nr. 2 S. 8 E. 3.2). Stellt sie fest, dass der IV-Grad 
seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung er-
fahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätzlich 
noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine 
rentenbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. 
Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem 
Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den IV-Grad erhebli-
chen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmeldungsverfahren 
– analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – durch Vergleich 
des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materiellen Beurteilung 
und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjenigen zur Zeit der 
streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 130 V 71 
E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b). 

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3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung vom 10. Juni 
2013 (act. II 78) eingetreten. Folglich ist die Eintretensfrage vom Gericht 
nicht zu überprüfen (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Zu prüfen ist, ob zwi-
schen der leistungsabweisenden Verfügung vom 15. Oktober 2010 (act. II 
67) und der hier angefochtenen Verfügung vom 24. März 2015 (act. IIA 
150) eine (potentiell) anspruchsbegründende Veränderung der erheblichen 
Tatsachen eingetreten ist. 

3.2 In medizinischer Hinsicht stützte sich die Verfügung vom 15. Okto-
ber 2010 (act. II 67), in welcher das Vorliegen eines invalidisierenden Ge-
sundheitsschadens verneint worden ist, massgeblich auf das MEDAS-
Gutachten vom 19. Februar 2010 (act. II 49). In diesem wurden mit Auswir-
kungen auf die Arbeitsfähigkeit eine anhaltende somatoforme Schmerz-
störung und eine dissoziative Störung, gegenwärtig im Hintergrund, dia-
gnostiziert. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit wurden insbeson-
dere ein wahrscheinlicher Status nach PTBS mit heute noch diskreter 
Restsymptomatik im Sinne einer Angststörung, eine Adipositas sowie un-
spezifische cervicale, thoracale und lumbale Rückenschmerzen aufgeführt 
(S. 30 Ziff. 7). Weder aus internistischer noch aus rheumatologischer Sicht 
liege eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vor (S. 18 Ziff. 6.1.4, S. 21 f. 
Ziff. 6.2.5, S. 32 oben). Aus psychiatrischer Sicht handle es sich um ein 
schweres Krankheitsbild mit erheblicher Chronifizierung. Bisherige Thera-
pien hätten kaum eine anhaltende Besserung gebracht (S. 29). Es bestün-
den ein deutlicher sekundärer Krankheitsgewinn und ein erheblicher sub-
jektiver Leidensdruck. Psychopathologisch sei die heutige Symptomatik 
durch die Affektlabilisierung, die gelegentlich auftretenden Angstzustände 
und eine Störung komplexer Ich-Funktionen (Selbstwertregulation, Regres-
sion, Konversion im Sinne der psychosomatischen Entwicklung) gekenn-
zeichnet. Es bestünden Probleme vor allem auf der Ebene der psychosozi-
alen Anpassung und Leistungsfähigkeit, indem die Beschwerdeführerin 
aufgrund der Angst vor ihren Schmerzen ein regressives Verhalten zeige, 
insgesamt aber in ihrer Mobilität und den Pflichten als Hausfrau nur in spe-
zifischen Tätigkeiten eingeschränkt sei. Daraus resultiere in körperlich be-
lastenden Tätigkeiten eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 15% 

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(S. 28 f.). Aus interdisziplinärer Sicht sei die Beschwerdeführerin in ihrer 
Arbeitsfähigkeit zu 15% eingeschränkt (S. 33 Ziff. 8.3).

3.3 Der angefochtenen Verfügung vom 24. März 2015 (act. IIA 150) 
liegen insbesondere folgende Berichte zugrunde:

3.3.1 PD Dr. med. G.________, Facharzt für Chirurgie FHM, führte im 
– im Auftrag der Taggeldversicherung der Beschwerdeführerin erstellten – 
Bericht vom 2. April 2013 (act. II 81) aus, das ganze Krankheitsbild sei 
durch das psychopathologische Syndrom mit Exazerbation einer vorbeste-
henden PTBS aufgrund eines Konflikts am Arbeitsplatz im November 2012 
gekennzeichnet. Nennenswerte körperliche Gesundheitsstörungen bestün-
den nicht (S. 2). 

3.3.2 Der Hausarzt Dr. med. H.________, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin FMH, gab im Bericht vom 15. Juli 2013 (act. II 96) an, dass sich 
der Gesundheitszustand verschlechtert habe. In der Folge des Übergriffs 
vom November 2012 sei es zu einer deutlichen Exazerbation der vorbeste-
henden PTBS gekommen mit ausgeprägten Dissoziationen, Alpträumen, 
Vermeidungsverhalten, Angst und Hypervigilanz. Auch die dissoziativen 
Störungen hätten sich deutlich exazerbiert. Die Angststörung habe zuge-
nommen. Damit sei es zu einer Verstärkung der somatoformen Schmerz-
störung gekommen, was zu einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit geführt 
habe. Die bestehenden somatischen Befunde hätten nur unwesentlich zu-
genommen und beeinträchtigten zwar nicht die Arbeitsfähigkeit, jedoch die 
bestehenden psychiatrischen Krankheiten (S. 1 Ziff. 2). 

3.3.3 Dr. med. I.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie 
FMH, bezeichnete den Gesundheitszustand im Bericht vom 26. Januar 
2014 (act. IIA 117) als stationär. Es lägen die gleichen Diagnosen vor wie 
anlässlich des MEDAS-Gutachtens vom 19. Februar 2010 (act. II 49). Das 
Gutachten erfasse die Situation auch den heutigen Umständen entspre-
chend. Zusätzlich sei es im Jahr 2012 zu einem gewalttätigen Angriff ge-
kommen, der zu einer gewissen Retraumatisierung geführt habe. Der mit 
dem Täter geschlossene Vergleich habe eine gewisse Erleichterung für die 
Beschwerdeführerin gebracht. Inwieweit die heutige Symptomatik dem An-

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griff zuzuschreiben sei, lasse sich nicht beurteilen. Es sei eher ein Zusam-
menspiel der verschiedenen bio-psychosozialen Faktoren (S. 2 f.).

3.3.4 Dr. med. H.________ führte im Bericht vom 7. März 2014 (act. IIA 
125 S. 3 f.) aus, die Beschwerdeführerin sei seit Beginn seiner Behandlung 
im 1996 nie in nennenswertem Mass erwerbsfähig gewesen. Dies vor allem 
wegen der bestehenden PTBS und den dissoziativen Störungen (S. 3). Es 
bestehe eine komplexe biopsychosoziale Problematik, welche nicht auf nur 
eine oder wenige Diagnosen zurückzuführen sei und durch eine Wechsel-
wirkung dieser verschiedenen Faktoren zu einer klaren Erwerbsunfähigkeit 
komme; dies seit bald 18 Jahren (S. 4).

3.3.5 Auf Veranlassung der Beschwerdegegnerin wurde die Beschwerde-
führerin durch die Dres. med. E.________ und F.________ bidisziplinär 
(psychiatrisch/rheumatologisch) begutachtet. Aus psychiatrischer Sicht 
stellte Dr. med. E.________ im Gutachten vom 27. November 2014 
(act. IIA 143.1) keine Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. 
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit führte er insbesondere eine 
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4), einen Status 
nach PTBS (ICD-10 F43.1) sowie unklare Zustände von Bewusstlosig-
keit/Verdacht auf dissoziativen Stupor (ICD-10 F44.2) an (S. 9 Ziff. 4). 
Durch den Vorfall im November 2012 sei eine akute Krise mit zum Teil wie-
deraufflammenden Ängsten bei einer vorbestehenden Vulnerabilität aufge-
treten. Eine Symptomatik im Sinne einer PTBS oder einer andauernden 
Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung sei aber nicht nachweis-
bar. Die Beschwerdeführerin sei denn auch seit einigen Monaten nicht 
mehr in psychiatrischer Behandlung (S. 10 f.). Es könne nicht ausgeschlos-
sen werden, dass es durch den Vorfall am Arbeitsplatz vorübergehend zu 
einer Verstärkung des dissoziativen Stupors gekommen sei. Die Vorfälle 
seien unterdessen deutlich seltener geworden. Möglicherweise spielten 
teilweise bewusstseinsnahe Faktoren, wie die mässige kulturelle Integrati-
on oder das häufige Scheitern der Arbeitsstellen, eine Rolle. Subjektiv 
stünden bei der Beschwerdeführerin die Schmerzen im Vordergrund 
(S. 11). Unter Berücksichtigung, dass keine eigenständige psychische Ko-
morbidität nachweisbar sei, dass die soziale Integration intakt sei, dass die 
Schmerzkrankheit progredient und chronifiziert sei und dass die prämorbi-

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de Persönlichkeitsstruktur eher auffällig sei, sei die Arbeitsfähigkeit aus 
psychiatrischer Sicht nicht eingeschränkt (S. 12 f.). Eine anhaltende, 
krankheitsverursachte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit habe nie bestan-
den (act. IIA 144.2 S. 1). Aus rheumatologischer Sicht stellte Dr. med. 
F.________ im Gutachten vom 3. Dezember 2014 (act. IIA 144.1) ebenfalls 
keine Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Ohne Auswir-
kungen auf die Arbeitsfähigkeit führte er ein chronisches, generalisiertes 
Schmerzsyndrom, ein chronisches Panvertebralsyndrom und eine diffuse 
idiopathische skelettale Hyperostose auf (S. 8 Ziff. III). Vordergründig 
bestünden nicht somatisch abstützbare Beschwerden (S. 10). Die Arbeits-
fähigkeit der Beschwerdeführerin sei sowohl in den von ihr ausgeübten 
Tätigkeiten als auch in einer angepassten Verweistätigkeit zu keinem Zeit-
punkt eingeschränkt gewesen (S. 16). Aus bidisziplinärer Sicht kamen die 
Gutachter zum Schluss, dass keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 
bestehe (act. IIA 144.2 S. 2).

3.3.6 Dr. med. H.________ nahm am 29. Januar 2015 (act. IIA 146 
S. 4 f.) insbesondere zur Beurteilung der Dres. med. F.________ und 
E.________ Stellung. Dem Umstand, dass eine bald 47-jährige, praktisch 
analphabetische, psychisch polytraumatisierte, seit Jahren schmerzgeplag-
te, vierfache Mutter nie in der Lage gewesen sei, einer Erwerbstätigkeit 
nachzugehen, werde kaum Rechnung getragen. Durch eine integrative 
Betrachtungsweise mit Beachtung der biopsychosozialen Aspekte und 
Würdigung dieser Zusammenhänge würde man wohl zu einem anderen 
Schluss kommen (S. 5).

3.3.7 Der RAD-Psychiater Dr. med. J.________, Facharzt für Psychiatrie 
und Psychotherapie FMH, kam in der im Rahmen des Vorbescheidverfah-
rens erstellten Stellungnahme vom 17. März 2015 (act. IIA 149) zum 
Schluss, dass für die Beurteilung des Gesundheitszustandes auf die Gut-
achten der Dres. med. E.________ und F.________ abgestellt werden 
könne (S. 2).

3.3.8 Im – im Beschwerdeverfahren eingereichten – Bericht der psychia-
trischen Dienste D.________ vom 14. April 2015 (Akten der Beschwerde-
führerin [act. I] 3) wurde ausgeführt, die Beschwerdeführerin sei vom 
16. April bis am 20. Juni 2014 auf der Kriseninterventionstagesklinik auf-

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grund von „Bewusstlosigkeitsanfällen“ behandelt worden. Sie sei in durch-
gehend deprimierter Stimmungslage, gezeichnet von ausgeprägten Ängs-
ten, Schmerzerleben und vielfältigen Symptomen wie Vermeidungsverhal-
ten, Hyperarousal und Teilnahmslosigkeit erlebt worden. Dissoziationen 
seien während des Aufenthaltes nicht beobachtet worden. Eine dezidierte 
Testung der Arbeitsfähigkeit sei nicht erfolgt, so dass die Ergebnisse der 
Begutachtung durch Dr. med. E.________ weder verifiziert noch falsifiziert 
werden könnten (S. 1).

3.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a). 

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.5 Die Gutachter haben sich in ihren ärztlichen Beurteilungen in 
Kenntnis der medizinischen Vorakten sorgfältig mit den gesundheitlichen 
Einschränkungen der Beschwerdeführerin auseinandergesetzt und ihre 
Schlussfolgerungen insbesondere gestützt auf ihre eigenen Untersuchun-
gen getroffen. Die Ausführungen in den Beurteilungen der medizinischen 
Zusammenhänge sind einleuchtend und die gezogenen Schlussfolgerun-

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gen zum Gesundheitszustand nachvollziehbar begründet. Somit erfüllen 
die Gutachten der Dres. med. E.________ und F.________ vom 27. No-
vember und 3. Dezember 2014 (act. IIA 143.1 und 144.1) die von der 
höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert eines medizini-
schen Gutachtens gestellten Anforderungen (vgl. E. 3.4 hiervor), weshalb 
ihnen volle Beweiskraft zukommt (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 353). 
Die Einschätzung der Gutachter wurde denn auch vom RAD-Psychiater 
Dr. med. J.________ in seiner Stellungnahme vom 17. März 2015 (act. IIA 
149) ausdrücklich bestätigt. Auf diese Gutachten ist vorliegend abzustellen.

3.5.1 Hinsichtlich der aus revisionsrechtlicher Sicht zu prüfenden Frage, 
ob seit der leistungsabweisenden Verfügung vom 15. Oktober 2010 (act. II 
67) eine wesentliche Veränderung eingetreten ist, geht aus dem Gutachten 
von Dr. med. F.________ vom 3. Dezember 2014 klar hervor, dass sich der 
Gesundheitszustand (aus somatischer Sicht) nicht massgebend verändert 
hat und dass (aus somatischer Sicht) weiterhin keine Einschränkungen der 
Arbeitsfähigkeit bestehen. Der Gutachter stellt insbesondere keine neuen 
Diagnosen, die einen Einfluss auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit haben 
(act. IIA 144.1 S. 8 Ziff. III, S. 16). Die Beurteilung von Dr. med. 
F.________ ist nicht nur in sich schlüssig und nachvollziehbar, sie steht 
auch im Einklang mit derjenigen von PD Dr. med. G.________ und von 
Dr. med. H.________, die aus somatischer Sicht ebenfalls keine massge-
benden Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit feststellen konnten (act. II 81 
S. 2; 96 S. 1 Ziff. 2). Gegenteiliges wird von der Beschwerdeführerin denn 
auch nicht geltend gemacht.

3.5.2 Aus dem Gutachten von Dr. med. E.________ vom 27. November 
2014 (act. IIA 143.1) geht hervor, dass sich der Gesundheitszustand der 
Beschwerdeführerin auch aus psychiatrischer Sicht nicht massgebend ver-
ändert hat und dass insbesondere der Vorfall am Arbeitsplatz im November 
2012 nicht zu einer länger dauernden Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 
geführt hat. Die geschilderte Befundlage ist nahezu identisch mit derjenigen 
der Vorbegutachtung. Die Beschwerdeführerin klagte – wie bereits anläss-
lich der vorherigen Begutachtung – hauptsächlich über multiple Schmerzen 
und über auftretenden „Bewusstlosigkeiten“ (act. IIA 143.1 S. 6; vgl. auch 
act. II 49 S. 27). Dr. med. E.________ attestiert aus psychiatrischer Sicht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Sept. 2016, IV/15/413, Seite 13

keine Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit und hält ausdrücklich fest, dass 
eine solche (aus psychiatrischer Sicht) nie bestanden hat (act. IIA 143.1 
S. 12 f.; 144.2 S. 1). Die Beurteilung von Dr. med. E.________ findet ihren 
Rückhalt im Bericht von Dr. med. I.________ vom 26. Januar 2014 (act. IIA 
117). Aus diesem geht ebenfalls hervor, dass sich der Gesundheitszustand 
der Beschwerdeführerin seit der Begutachtung durch die Fachärzte der 
MEDAS nicht massgebend verändert hat. Die behandelnde Psychiaterin 
bezeichnet den Gesundheitszustand als stationär und bestätigt die im 
MEDAS-Gutachten gestellten Diagnosen sowie die darin erhobene (Ge-
sundheits-)Situation (S. 2 f.). 

Der Bericht der psychiatrischen Dienste D.________ vom 14. April 2015 
(act. I 3) vermag die Beurteilung von Dr. med. E.________ – entgegen der 
Auffassung der Beschwerdeführerin (Beschwerde S. 2) – nicht in Zweifel zu 
ziehen. Die darin erwähnten „Bewusstlosigkeiten“ wurden – wie bereits 
dargelegt – bereits von den MEDAS-Gutachtern erwähnt. Zudem werden 
explizit keine Angaben zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin ge-
macht. Auch die Berichte des Hausarztes Dr. med. H.________ vom 
15. Juli 2013 (act. II 96), vom 7. März 2014 (act. IIA 125 S. 3 f.) und vom 
29. Januar 2015 (act. IIA 146 S. 4 f.) ändern vorliegend nichts. Insbesonde-
re vermögen diese keine massgebende Veränderung des Gesundheitszu-
standes zu belegen. Zwar geht der Arzt von einer Verschlechterung des 
Gesundheitszustandes aus und attestiert eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit 
(act. II 96 S. 1 f.). Gleichzeitig gibt er aber an, dass die Beschwerdeführerin 
seit bald 18 Jahren erwerbsunfähig sei (act. IIA 125 S. 4) resp. dass sie 
„nie in der Lage war, einer Erwerbsfähigkeit nach zu gehen“ (act. IIA 146 
S. 5), was offensichtlich gegen eine seit der rechtskräftigen Verfügung vom 
15. Oktober 2010 (act. II 67) eingetretene Veränderung spricht. Vielmehr 
scheint die Einschätzung des Hausarztes eine andere Beurteilung eines 
unverändert gebliebenen Zustandes darzustellen, was in revisionsrechtli-
cher Hinsicht unerheblich ist (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11; SVR 2014 UV 
Nr. 7 S. 22 E. 2.2). Darüber hinaus ist Dr. med. H.________ in seiner Beur-
teilung in erster Linie vom – aus invalidenversicherungsrechtlich nicht 
massgebenden – biopsychosozialen Krankheitsverständnis ausgegangen 
(act. IIA S. 125 S. 4, 146 S. 5), weshalb bereits deshalb nicht darauf abge-
stellt werden kann. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Sept. 2016, IV/15/413, Seite 14

Letztlich bleibt festzuhalten, dass die Änderung der Rechtsprechung 
(BGE 141 V 281) nicht automatisch zur Folge hat, dass das Gutachten von 
Dr. med. E.________ seinen Beweiswert verlieren würde. Insbesondere ist 
in der besagten Praxisänderung allein kein Revisionsgrund zu erblicken 
(BGE 141 V 585; Replik S. 2 ff.).

3.5.3 Damit ist im massgeblichen Zeitraum (Oktober 2010 bis März 2015) 
weder aus somatischer noch aus psychischer Sicht eine anspruchsbegrün-
dende Veränderung der erheblichen Tatsachen eingetreten, weshalb kein 
Revisionsgrund vorliegt. 

Nach dem Dargelegten ist der medizinische Sachverhalt hinsichtlich der 
(vorerst) einzig zu prüfenden Frage des Vorliegens eines Revisionsgrundes 
hinreichend erstellt, weshalb – entgegen dem Antrag der Beschwerdeführe-
rin (Replik S. 1 und S. 7 f.) – auf weitere Beweiserhebungen zu verzichten 
ist (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 122 V 157 E. 1d S. 162).

3.6 Da kein Revisionsgrund gegeben ist und nach wie vor kein invalidi-
sierender Gesundheitsschaden besteht, erübrigen sich Ausführungen zu 
allfälligen Veränderungen aus erwerblicher Sicht.

3.7 Nach dem Dargelegten hat die Beschwerdeführerin (weiterhin) kei-
nen Anspruch auf Leistungen der IV. Die angefochtene Verfügung vom 
24. März 2015 (act. IIA 150) ist damit nicht zu beanstanden und die dage-
gen erhobene Beschwerde offensichtlich abzuweisen.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Aufgrund der mit Verfügung vom 10. Juli 2015 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Sept. 2016, IV/15/413, Seite 15

gewährten unentgeltlichen Rechtspflege wird sie – unter Vorbehalt der 
Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozess-
ordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272) – vorläufig von der Zah-
lungspflicht befreit (Art. 113 VRPG).

4.2 Vorliegend besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung 
(Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG). Festzu-
setzen bleibt indes das amtliche Honorar für Rechtsanwalt B.________.

4.2.1 Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 
2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwäl-
tinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem 
gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der 
Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung 
des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei-
chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. 
Art. 1 der Verordnung über die Entschädigung der amtlichen Anwältinnen 
und Anwälte vom 20. Oktober 2010 (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stun-
denansatz Fr. 200.--.

4.2.2 Mit Kostennote vom 2. Oktober 2015 macht Rechtsanwalt 
B.________ einen Zeitaufwand von 14.23 Stunden geltend, was nicht zu 
beanstanden ist. Entsprechend wird das amtliche Honorar auf Fr. 2‘846.-- 
(14.23 Stunden x Fr. 200.-- [und nicht wie geltend gemacht Fr. 220.--; vgl. 
E. 4.2.1 hiervor]) zuzüglich Auslagen von Fr. 150.60 und Mehrwertsteuer 
von Fr. 239.75 (8% von Fr. 2‘996.60), somit auf total Fr. 3‘236.35, festge-
setzt und aus der Gerichtskasse vergütet. Vorbehalten bleibt die Nachzah-
lungspflicht der Beschwerdeführerin gegenüber dem Kanton Bern entspre-
chend den Voraussetzungen von Art. 123 ZPO (Art. 113 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Sept. 2016, IV/15/413, Seite 16

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Dem amtlichen Anwalt B.________ wird nach Eintritt der Rechtskraft 
dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 3‘236.35 festgesetzte 
Entschädigung (inkl. Auslagen und MWSt.) vergütet. Vorbehalten bleibt 
die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

5. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt lic. iur. B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.