# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8b6b8e6c-a72b-56f1-afef-84a00a06d7c8
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-01-11
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 11.01.2023 S 2022 111
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2022-111_2023-01-11.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 22 111

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Pedretti

RichterIn von Salis und Audétat

Aktuarin Kuster

URTEIL

vom 11. Januar 2023

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Evalotta Samuelsson,

Beschwerdeführerin

gegen

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden, IV-Stelle,

Beschwerdegegnerin

betreffend IV-Rente

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I. Sachverhalt:

1. A._____, geb. 1965, ist verheiratet und seit November 2012 bei der 

Gemeinde B._____ in der C._____ zunächst als Mitarbeiterin und sodann 

als Bereichsleiterin tätig. Bei seit Kindheit bestehender Psoriasis-

Arthropathie erkrankte sie im Jahr 2015 an einem Mammakarzinom links, 

das im Sinne einer Ablatio mammae operativ versorgt und mittels einer 

adjuvanten Radiotherapie sowie einer endokrinen Therapie behandelt 

werden musste. Im Sommer 2016 erfolgte eine operative 

Brustrekonstruktion mit anschliessendem Implantateinsatz. Aufgrund 

eines ausgeprägten Fatigue-Syndroms wurde A._____ im Verlauf des 

Jahres 2019 zu 100 % krankgeschrieben.

2. Im April 2020 meldete sich A._____ bei der IV-Stelle des Kantons 

Graubünden (nachfolgend: IV-Stelle) zum Leistungsbezug an (berufliche 

Integration/Rente). Diese sprach ihr zunächst 

Frühinterventionsmassnahmen in Form von Support am Arbeitsplatz (vgl. 

Mitteilung vom 21. August 2020) und sodann Beratung und Unterstützung 

beim Arbeitsplatzerhalt zu (vgl. Mitteilung vom 11. Mai 2021). Nachdem 

A._____ bei der bisherigen Arbeitgeberin ihre angestammte Tätigkeit 

gesundheitsbedingt nicht über ein 50 %-Pensum hatte steigern können, 

wurde die Arbeitsvermittlung abgeschlossen (vgl. Mitteilung vom 

12. November 2021).

3. In ihrer Abschlussbeurteilung vom 23. November 2021 wies RAD-Ärztin 

Dr. med. H._____ bei einem Status nach Brustkrebs und einer 

Behandlung mit Tamoxifen eine Fatigue-bedingte funktionelle 

Einschränkung aus und attestierte A._____ eine Arbeitsfähigkeit von 50 % 

in der bisherigen Tätigkeit als Bereichsleiterin C._____, welche als optimal 

leidensangepasst eingestuft wurde.

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4. Anlässlich der am 9. Juni 2022 durchgeführten Abklärung vor Ort gab 

A._____ an, bei Gesundheit zu 70 % in der Leitung der C._____ und zu 

15 % im Präsidium der D._____ bzw. in der Leitung der E._____ tätig zu 

sein. Insgesamt wurde im Haushaltsbereich eine Einschränkung von 8 % 

festgestellt.

5. Mit Vorbescheid vom 15. August 2022 stellte die IV-Stelle A._____ die 

Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht. Ihr sei die bisherige 

Tätigkeit als Bereichsleiterin C._____ nach Ablauf des Wartejahres noch 

zu 50 % möglich. Ohne gesundheitliche Einschränkung würde sie in 

gleicher Tätigkeit in einem Pensum von 70 % arbeiten und ein 

Jahreseinkommen von CHF 69'506.-- erzielen. Die restlichen 30 % 

entfielen auf den Haushaltsbereich, in welchem laut Abklärung vor Ort eine 

Einschränkung von 8 % bestehe. Bei einem gestützt auf die bisherige 

Tätigkeit als Bereichsleiterin C._____ ermittelten, auf ein volles Pensum 

aufgerechneten Valideneinkommen von CHF 99'294.-- und einem anhand 

der 50%igen Arbeitsfähigkeit in der gleichen Tätigkeit bemessenen 

Invalideneinkommen von CHF 49'647.-- resultiere in Anwendung der 

gemischten Methode bei einer Gewichtung des Erwerbbereichs von 70 % 

und einer zu 8 % bestehenden Einschränkung im zu 30 % veranschlagten 

Haushaltsbereich aufgrund eines Invaliditätsgrads von 37.4 % kein 

Rentenanspruch. Dagegen liess A._____ am 25. August 2022 bzw. 

12. September 2022 Einwand erheben, in welchem sie geltend machte, 

dass sie neben ihrer 70%igen Erwerbstätigkeit ein Arbeitspensum von 

20 % für die D._____ sowie eine Tätigkeit bei der E._____ im Stundenlohn 

ausübe, weshalb die Invalidität bei einem Erwerbsanteil von 90 % zu 

bemessen sei. 

6. Mit Verfügung vom 21. September 2022 entschied die IV-Stelle wie 

vorbeschieden und lehnte einen Anspruch auf eine Invalidenrente ab. 

Dazu führte sie zwei alternative Begründungsweisen an. Entweder werde 

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davon ausgegangen, die Tätigkeit für die D._____ entspreche einer 

Erwerbstätigkeit, obwohl sie offenbar unentgeltlich erfolgt sei. Diesfalls 

wäre die gemischte Methode mit einer Gewichtung des Erwerbsanteils von 

90 % anzuwenden. Allerdings betrage das Einkommen ohne Invalidität für 

dieses 90 %-Pensum CHF 69'506.-- bzw. aufgerechnet auf ein volles 

Pensum CHF 77'228.90. Zusätzlich wäre noch das Erwerbseinkommen 

für die E._____ dazuzurechnen, wofür ein jährlicher Betrag von maximal 

CHF 2'500.-- gestützt auf die geleisteten Einsätze zu ermitteln sei. Das 

Valideneinkommen würde somit total CHF 79'728.90 betragen, was in 

Gegenüberstellung mit einem Invalideneinkommen (50 % Arbeitsfähigkeit 

in bisheriger Tätigkeit) bei einem Erwerbsanteil von 90 % und einer 

Einschränkung von 8 % im zu 10 % veranschlagten Haushaltsbereich 

einen Invaliditätsgrad von 34.76 % ergebe. Andererseits könne die 

Tätigkeit bei der D._____ mangels Entlohnung auch als freiwillige Tätigkeit 

im Sinne einer Freizeittätigkeit qualifiziert werden, womit A._____ als 

Teilerwerbstätige ohne Aufgabenbereich betrachtet werden könnte. Das 

Erwerbspensum bei voller Gesundheit würde diesfalls 70 % betragen plus 

die Tätigkeit bei der E._____ im maximalen Betrag von CHF 2'500.--, was 

einer Tätigkeit von maximal 2.5 % entspreche. Mithin wäre von einem 

Erwerbspensum von 72.5 % und einem Einkommen von CHF 72'006.-- (= 

CHF 69'506.-- + CHF 2'500.--) auszugehen, was hochgerechnet auf ein 

100 %-Pensum einen Betrag von CHF 99'318.60 ergebe, woraus ein 

Invaliditätsgrad von 36.29 % resultierte. Demnach bestünde weiterhin kein 

Anspruch auf eine Invalidenrente.

7. Mit dagegen beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden 

erhobener Beschwerde vom 21. Oktober 2022 beantragte A._____ 

(nachfolgend: Beschwerdeführerin) neben der Aufhebung der Verfügung 

vom 21. September 2022, ihr sei mindestens eine unbefristete 

Viertelsrente zuzusprechen. Eventualiter sei die Sache an die IV-Stelle zu 

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weiteren Abklärungen zurückzuweisen, damit diese hernach erneut über 

die gesetzlichen Leistungen entscheide. In einer weiteren Eingabe vom 

24. Oktober 2022 liess die Beschwerdeführerin bei im Wesentlichen 

unveränderten Rechtsbegehren ausführen, im Einwand sei leider 

unerwähnt geblieben, dass bereits vor Eintritt der gesundheitlichen 

Einschränkungen geplant gewesen sei, die Tätigkeit als Bereichsleiterin 

C._____ von 70 % auf 100 % zu erhöhen. Da damals eine andere 
Mitarbeiterin der C._____ mit 30 %-Pensum krankheitsbedingt länger 

ausgefallen sei, sei mit der Arbeitgeberin besprochen und vereinbart 

worden, dass sie bei fortdauerndem Ausfall dieser Mitarbeiterin deren 

Pensum übernehmen würde. Dazu sei es dann aber nicht gekommen, da 

sie selber erkrankt sei, wobei die Arbeitgeberin mit der Neubesetzung der 

Stelle der anderen Mitarbeiterin zugewartet habe, bis feststehen würde, 

ob sie (gemeint: die Beschwerdeführerin) nach ihrer Heilung in der Lage 

sei, ihr 70 %-Pensum auf 100 % zu erhöhen. Damit sei ein reiner 

Einkommensvergleich vorzunehmen, wobei mit einem Valideneinkommen 

von CHF 99'294.-- zu rechnen sei, was bei einem Invalideneinkommen 

von CHF 49'647.-- einen Invaliditätsgrad von 50 % ergebe.

8. Die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) schloss in ihrer 

Vernehmlassung vom 7. November 2022 auf Abweisung der Beschwerde 

und nahm in ablehnender Weise zum beschwerdeführerischen 

Standpunkt Stellung. 

9. Die Beschwerdeführerin replizierte am 18. November 2022 und präzisierte 

ihr Rechtsbegehren dahingehend, dass ihr mindestens eine unbefristete 

halbe Invalidenrente zuzusprechen sei. Zudem reichte sie eine 

"Bestätigung betreffend möglichem Pensum von 100 %" der Gemeinde 

B._____ vom 2. November 2022 ein.

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10. Die Beschwerdegegnerin duplizierte am 24. November 2022 bei 

unveränderten Anträgen und vertiefte ihren Standpunkt punktuell.

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften, die angefochtene 

Verfügung sowie die übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den 

nachstehenden Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung der IV-

Stelle des Kantons Graubünden vom 21. September 2022. Eine solche 

Anordnung, die laut Bundesrecht der Beschwerde an das 

Versicherungsgericht am Ort der verfügenden IV-Stelle unterliegt, kann 

beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden als dem örtlich und 

sachlich zuständigen Versicherungsgericht angefochten werden (vgl. 

Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; 

BR 370.100] i.V.m. Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20] sowie Art. 57 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Als formelle und materielle 

Verfügungsadressatin ist die Beschwerdeführerin von der angefochtenen 

Verfügung unmittelbar betroffen und sie hat ein schutzwürdiges Interesse 

an deren Aufhebung oder Änderung. Sie ist somit zur 

Beschwerdeerhebung legitimiert (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59 ATSG). 

Die Beschwerde wurde zudem frist- und formgerecht eingereicht (Art. 1 

Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 60 Abs. 1 und 2 ATSG, Art. 38 f. sowie Art. 61 lit. b 

ATSG). Darauf ist somit einzutreten.

2.1. Streitgegenstand bildet vorliegend die Frage, ob die Beschwerdegegnerin 

zu Recht einen Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente 

verneint hat. Dieser entstünde angesichts der Anmeldung im April 2020 

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gestützt auf Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens ab dem 1. Oktober 2020 (d.h. 

sechs Monate nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs), sofern bis 

dahin das Wartejahr erfüllt ist (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG), was vorliegend 

unbestrittenermassen zutrifft (vgl. angefochtene Verfügung vom 

21. September 2022 [IV-act. 76] und Case Report vom 21. September 

2022 [IV-act. 77 S. 9]). Uneinigkeit zwischen den Parteien besteht 

insbesondere hinsichtlich der anwendbaren Methode zur Bemessung des 

Invaliditätsgrades bzw. der sog. Statusfrage. Unbestritten sind 
demgegenüber die von der Beschwerdegegnerin angenommene 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50 % in der bisherigen Tätigkeit 

bzw. im Erwerbsbereich sowie jene von 8 % im Haushaltsbereich.

2.2. In Bezug auf das anwendbare Recht ist festzuhalten, dass seit dem 

1. Januar 2022 die revidierten Bestimmungen des IVG (sowie des ATSG) 

und der IVV in Kraft sind (Weiterentwicklung der IV). Da der hier 

umstrittene Rentenanspruch seine Begründung jedoch noch vor dem 

1. Januar 2022 findet, sind die bis zum 31. Dezember 2021 gültig 

gewesenen Bestimmungen massgebend (vgl. Übergangsbestimmungen 

des IVG zur Änderung vom 19. Juni 2020; Kreisschreiben über Invalidität 

und Rente in der Invalidenversicherung [KSIR], gültig ab dem 1. Januar 

2022, Rz. 9101). Dies ergibt sich auch aus den allgemeinen Grundsätzen 

des intertemporalen Rechts und des zeitlich massgebenden Sachverhalts 

(statt vieler: BGE 144 V 210 E.4.3.1 und 129 V 354 E.1 m.w.H.; Urteil des 

Bundesgerichts 8C_521/2021 vom 22. März 2022 E.2.2). Soweit die 

Beschwerdeführerin auf die neuen Bestimmungen der IVV Bezug nimmt, 

um eine Teilerwerbstätigkeit mit komplementärem Aufgabenbereich zu 

rechtfertigen, zielt ihr Vorbringen somit ins Leere.

3.1. Vorliegend steht die sogenannte Statusfrage im Zentrum, das heisst die 

Frage, ob die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall ganz oder teilzeitlich 

erwerbstätig wäre. Während die Beschwerdegegnerin in der 

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angefochtenen Verfügung vom 21. September 2022 in Anwendung der 

gemischten Methode mit einer Gewichtung der Anteile Erwerb und 

Haushalt von 70 % zu 30 % von einer teilzeitlichen Erwerbstätigkeit 

ausging, wendet die Beschwerdeführerin beschwerdeweise ein, sie wäre 

bei voller Gesundheit zu 100 % erwerbstätig, weshalb der Invaliditätsgrad 

anhand der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs zu 

bemessen sei.

3.2. Die Methode der Invaliditätsbemessung im (hypothetischen) 

Gesundheitsfall richtet sich praxisgemäss danach, welche Tätigkeit die 

versicherte Person im Zeitpunkt der massgebenden Rentenverfügung 

ausüben würde, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Die für die 

Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, 

Betätigungsvergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine 

versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nicht 

erwerbstätig einzustufen ist, beurteilt sich danach, was die versicherte 

Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine 

gesundheitlichen Beeinträchtigungen bestünden. Entscheidend ist also 

nicht, welches Ausmass an Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall zumutbar 

wäre, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre. 

Insbesondere bei im Haushalt tätigen Versicherten sind die persönlichen, 

familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse sowie allfällige 

Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die 

beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen 

Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die 

Verhältnisse, wie sie sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung 

entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im 

Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im 

Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit erforderlich ist. Die zwangsläufig hypothetischen 

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Beurteilungen (des Geschehensablaufes), die auch hypothetische 

Willensentscheidungen der versicherten Person berücksichtigen, sind 

wesensgemäss keiner direkten Beweisführung zugänglich und müssen in 

der Regel aus äusseren Indizien sowie allenfalls Schlussfolgerungen auf 

Basis der allgemeinen Lebenserfahrung abgeleitet werden. Dabei kann 

auch auf die Beweisregel hingewiesen werden, wonach Aussagen der 

ersten Stunde in der Regel beweistauglicher sind als spätere Aussagen, 

welche von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder 

anderer Art beeinflusst sein können (vgl. zum Ganzen BGE 144 I 28 

E.2.3 f., 141 V 15 E.3.1 f. und 137 V 334 E.3.2; Urteile des Bundesgerichts 

8C_540/2021 vom 7. Februar 2022 E.2.1 f., 8C_178/2021 vom 11. Mai 

2021 E.3.1 f., 8C_29/2020 vom 19. Februar 2020 E.5.3.2, 9C_161/2019 

vom 28. Juni 2019 E.5.2 f. und 5.4.3, 8C_145/2018 vom 8. August 2018 

E.5.1, 9C_671/2017 vom 12. Juli 2018 E.3.3.1 f. und 9C_92/2018 vom 

12. April 2018 E.2.1 m.H.a. BGE 133 V 504 E.3.3; vgl. zudem Urteile des 

Bundesgerichts 9C_11/2019 vom 16. Juli 2019 E.4.2 f., 9C_161/2019 vom 

28. Juni 2019 E.5.4.3, 8C_678/2017 vom 12. März 2018 E.4.4). Mithin 

sind für die Beantwortung der Statusfrage im Gesundheitsfall 

verschiedene Aspekte zu berücksichtigen, wozu neben dem 

Vorgenannten und der finanziellen Notwendigkeit namentlich auch die 

Erwerbskarriere zu zählen ist. Die in jedem Fall hypothetische Frage nach 

dem (Erwerbs-)Status einer versicherten Person – unter Berücksichtigung 

der sich bis zum Verfügungserlass verwirklichten Gegebenheiten – ist also 

aufgrund einer umfassenden Betrachtungsweise zu beurteilen (vgl. Urteile 

des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubündens [VGU] S 22 34 vom 

30. Juni 2022 E.4.1, S 20 98 vom 22. Dezember 2020 E.6.2, S 20 88 vom 

15. Dezember 2020 E.6.1, S 19 105 vom 6. August 2020 E.4.1 und S 19 

63 vom 14. Juli 2020 E.3.1 und 3.4).

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3.3.1. Vorliegend schloss die Beschwerdegegnerin insbesondere gestützt auf 

die Angaben der Beschwerdeführerin anlässlich der am 9. Juni 2022 

durchgeführten Abklärung vor Ort auf eine teilzeitliche Erwerbstätigkeit im 

hypothetischen Gesundheitsfall (vgl. IV-act. 77 S. 4 und S. 9). Dabei gab 

die Beschwerdeführerin auf dem Formular "Bestätigung der 

Erwerbstätigkeit bei Gesundheit" an, ohne den Gesundheitsschaden zu 

70 % in der Leitung der C._____ und zu 15 % in der Leitung der E._____ 

sowie im Präsidium der D._____ erwerbstätig zu sein (vgl. IV-act. 66). 

Gleichermassen ist dem Abklärungsbericht Haushalt vom 24. Juni bzw. 

7. Juli 2022 zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin eine 

Erwerbstätigkeit bei Gesundheit von 70 % zzgl. 15 % für die Leitung der 

E._____ und das Präsidium der D._____ geltend mache (vgl. IV-act. 67 

S. 4 und S. 8). Darüber hinaus wurde im Abklärungsbericht angemerkt, 

dass die geltend gemachte Erwerbstätigkeit von 70 % für den 

Abklärungsdienst nachvollziehbar sei. Die Beschwerdeführerin sei in ihrer 

Freizeit sehr engagiert gewesen und habe sich weiteren gemeinnützigen 

Jobs gewidmet, dies zu 15 % (vgl. IV-act. 67 S. 8). 

Soweit die Beschwerdeführerin die von ihr getätigten Angaben zur 

Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall beschwerdeweise insoweit in Zweifel 

zieht, als sie sich anlässlich der Haushaltsabklärung in einem mental und 

körperlich erschöpften Zustand befunden habe, ist ihr zwar darin 

beizupflichten, dass dies von Seiten der Abklärungsfachperson im 

Abklärungsbericht Haushalt vom 24. Juni bzw. 7. Juli 2022 im Sinne eines 

Eindrucks entsprechend vermerkt wurde (vgl. IV-act. 67 S. 9). Allerdings 

geht daraus auch hervor, dass die Beschwerdeführerin das Formular 

"Bestätigung der Erwerbstätigkeit bei Gesundheit" insbesondere mit 

Unterstützung ihres Ehemannes ausgefüllt habe, was unbestritten ist (vgl. 

IV-act. 67 S. 4; siehe ferner auch IV-act. 67 S. 8 für die Hilfestellung durch 

die Abklärungsfachperson). Es ist somit davon auszugehen, dass ihr 

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dieser beratend zur Seite stand und er bei falschen Angaben interveniert 

hätte. Zudem ist aufgrund der von der Beschwerdeführerin ausgeübten, 

halbtägigen Tätigkeit als Bereichsleiterin C._____ anzunehmen, dass sie 

über eine hinreichende Konzentrationsfähigkeit verfügte, um das ihr 

unterbreitete Formular "Bestätigung der Erwerbstätigkeit bei Gesundheit" 

entsprechend auszufüllen. Im Abklärungsbericht Haushalt vom 24. Juni 

bzw. 7. Juli 2022 wurde denn auch festgehalten, dass die 

Beschwerdeführerin einen klaren Eindruck vermittelt habe (vgl. IV-act. 67 

S. 9). Abgesehen davon vermag auch der beschwerdeführerische 

Einwand, wonach erhebliche objektive Zweifel am Abklärungsbericht 

bestünden, weil darin die Tätigkeit der Beschwerdeführerin als Leiterin der 

E._____ als gemeinnützige Tätigkeit ausgewiesen worden sei, nicht zu 

verfangen. So hielt die Abklärungsfachperson im Abklärungsbericht 

Haushalt vom 24. Juni bzw. 7. Juli 2022 einzig in einer Anmerkung fest, 

die Beschwerdeführerin sei in ihrer Freizeit sehr engagiert gewesen und 

habe sich – neben der vor Eintritt der Gesundheitsschädigung ausgeübten 

70%igen Erwerbstätigkeit – zu 15 % weiteren gemeinnützigen Jobs 

gewidmet (vgl. IV-act. 67 S. 8). Im eigentlichen Berichtstext führte sie 

jedoch in Übereinstimmung mit den Angaben der Beschwerdeführerin auf 

dem Formular "Bestätigung der Erwerbstätigkeit bei Gesundheit" aus, die 

Beschwerdeführerin mache eine Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall von 

70 % geltend; zusätzlich gebe sie 15 % für die Leitung der E._____ und 

das Präsidium der D._____ an (vgl. IV-act. 67 S. 4 und S. 8). Insofern 

eröffnet sich keine Diskrepanz zu den an Ort und Stelle erhobenen 

Angaben, womit die Beschwerdeführerin denn auch keine Zweifel am 

Abklärungsbericht zu erwecken vermag. Darüber hinaus ist ihr aus der 

vorerwähnten Anmerkung der Abklärungsperson denn auch kein Nachteil 

erwachsen, da die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung 

vom 21. September 2022 in ihrer Stellungnahme zum Einwand 

berücksichtigte, dass die Beschwerdeführerin für ihre Tätigkeit bei der 

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E._____ ein Entgelt auf Stundenlohnbasis erhielt (vgl. IV-act. 76 S. 3 f.), 

was sich denn auch aus den Akten ergibt (vgl. IV-act. 75 S. 4 ff.). 

3.3.2. Dass sie bei voller Gesundheit zu 100 % erwerbstätig wäre, brachte die 

Beschwerdeführerin erstmals in ihrer Beschwerde bzw. Eingabe vom 

24. Oktober 2022 vor. Demgegenüber präzisierte sie die anlässlich der 

Abklärung vor Ort am 9. Juni 2022 getätigten Angaben in ihrem Einwand 

vom 12. September 2022 noch einzig dahingehend, dass aus den 

zusätzlichen Erwerbstätigkeiten bei der E._____ und der D._____ ein 

Anteil im Erwerb von 90 % resultiere (vgl. IV-act. 75 S. 2). Angesichts 

dessen ist es nicht zu beanstanden, wenn die Beschwerdegegnerin zum 

Schluss gelangte, der beschwerdeweise geltend gemachte Sachverhalt, 

wonach bereits vor Eintritt der gesundheitlichen Einschränkungen geplant 

gewesen sei, die Tätigkeit als Bereichsleiterin C._____ von 70 % auf 

100 % zu erhöhen, scheine von nachträglichen Überlegungen 

versicherungsrechtlicher Art beeinflusst zu sein. Zwar reichte die 

Beschwerdeführerin mit der Replik im vorliegenden Verfahren eine 

"Bestätigung betreffend möglichem Pensum von 100 %" der Gemeinde 

B._____ vom 2. November 2022 ein. Darin hielt der Gemeindeschreiber 

und Abteilungsleiter der Gemeindekanzlei B._____ jedoch einzig fest, 

dass zwischen der Beschwerdeführerin und seiner Vorgängerin im Jahr 

2015 offenbar vereinbart worden sei, das Pensum der Beschwerdeführerin 

von 70 % aufzustocken, wenn durch Pensionierung, Krankheit oder 

Kündigung einer der Mitarbeiterinnen der C._____ Stellenprozente frei 

würden (vgl. beschwerdeführerische Akten [Bf-act.] 2, Hervorhebung 

durch das Gericht). Er selbst bestätigte nur, dass er, nachdem eine der 

Mitarbeiterinnen der C._____ im Sommer 2019 einen Unfall erlitten hatte, 

mit der Beschwerdeführerin über eine mögliche Aufstockung ihres 

Pensums auf 100 % gesprochen hätte, wenn sie im Herbst 2019 nicht 

krank geworden wäre (vgl. Bf-act. 2). Ob die Beschwerdeführerin ihr 

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Pensum von 70 % als Bereichsleiterin C._____ tatsächlich aufgestockt 

hätte, bleibt indessen offen bzw. erscheint angesichts der übrigen Indizien 

nicht überwiegend wahrscheinlich, wenngleich die Beschwerdeführerin 

keine Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern hat und 

sehr gut ausgebildet ist. 

So ergibt sich aus den Akten, dass die Beschwerdeführerin nach 

Abschluss des Gymnasiums von 1985 bis 1992 an der Universität F._____ 

studiert und ab Ende Oktober 2005 ein zweijähriges Nachdiplomstudium 

(MAS) in I._____ an der Universität G._____ absolviert hat (vgl. 

Anmeldung vom 6. April 2020 [IV-act. 12 S. 5], Evaluationsgespräch 

Eingliederung vom 23. April 2020 [IV-act. 25 S. 2] und Abklärungsbericht 

Haushalt vom 24. Juni bzw. 7. Juli 2022 [IV-act. 67 S. 4]). Zwar ist dem 

Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug) zu entnehmen, dass sie 

zeitlebens grösstenteils einer Erwerbstätigkeit nachgegangen ist (vgl. IV-

act. 57). Angesichts der darin aufgeführten Jahreseinkommen ist indessen 

davon auszugehen, dass sie überwiegend wahrscheinlich kaum je 

vollzeitlich erwerbstätig war (vgl. IV-act. 57 [...]). Eine 100%ige 

Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall drängt sich angesichts der finanziellen 

Verhältnisse der Beschwerdeführerin – mitunter eines Jahreseinkommens 

von gerundet CHF 69'506.-- als Bereichsleiterin C._____ für ein 70 %-

Pensum (vgl. Fragebogen für Arbeitgebende vom 30. April 2020 [IV-

act. 23 S. 3 und S. 6]) – und ihres als Vize-Direktor des J._____ 

erwerbstätigen Ehemannes (vgl. IV-act. 67 S. 6 und IV-act. 25 S. 3) denn 

auch nicht unbedingt auf. Zudem war die Beschwerdeführerin seit 

September 2013 in einem Umfang von 20 % als Präsidentin der D._____ 

tätig (vgl. IV-act. 75 S. 3), welche unentgeltliche Tätigkeit sie im Falle einer 

Aufstockung ihres Pensums als Bereichsleiterin C._____ auf 100 % wohl 

kaum hätte weiter ausüben können und welches Mandat sie trotz ihrer 

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gesundheitlichen Einschränkungen erst per Ende 2020 niederlegte (vgl. 

IV-act. 75 S. 3).

3.3.3. In Gesamtwürdigung der Sachlage erscheint es daher überwiegend 

wahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall nach wie 

vor in einem Pensum von 70 % in der Leitung der C._____ (vgl. IV-act. 23 

S. 3) und zu 20 % als Präsidentin der D._____ (vgl. die Bestätigung der 

Vizepräsidentin der D._____ vom 8. September 2022 [IV-act. 75 S. 3]; vgl. 

auch die Präzisierung im Einwand vom 12. September 2022 [vgl. IV-

act. 75 S. 2]) sowie auf Stundenlohnbasis für die E._____ tätig wäre (vgl. 

IV-act. 75 S. 4 ff.). Hierfür veranschlagte die Beschwerdegegnerin gestützt 

auf ein Jahreseinkommen von maximal CHF 2'500.-- ein Pensum von 

2.5 % (vgl. angefochtene Verfügung vom 21. September 2022). Soweit die 

Beschwerdeführerin geltend macht, die Beschwerdegegnerin habe 

diesbezüglich keinerlei Abklärungen getätigt, kann ihr nicht gefolgt 

werden. So hält die Beschwerdegegnerin in ihrer Duplik vom 

24. November 2022 fest, aus den mit dem Einwand eingereichten 

Unterlagen seien für das Jahr 2018 total 54.5 Stunden, für das Jahr 2017 

40 Stunden, für das Jahr 2015 55.5 Stunden, für das Jahr 2014 

47.25 Stunden und für das Jahr 2013 27 Stunden ausgewiesen, was im 

Durchschnitt 44.85 Stunden entspreche. Letztere beliefen sich im 

Vergleich zu einem 100 %-Pensum (entsprechend 42 Stunden pro Woche 

oder 2'184 Stunden brutto pro Jahr) auf ein Pensum von 2.05 %, was bei 

einem Stundenlohn von CHF 44.-- ein Bruttoeinkommen von 

durchschnittlich CHF 1'973.40 ergäbe (vgl. S. 4 der Duplik). Dies lässt sich 

insoweit nachvollziehen, als sich die vorerwähnten Stundenangaben und 

der angerechnete Stundenlohn mit den im Einwandverfahren von der 

Beschwerdeführerin eingereichten Abrechnungen zu ihrer Tätigkeit für die 

E._____ decken bzw. sich sogar zu ihren Gunsten auswirken (vgl. IV-

act. 75 S. 4 ff., wobei in den Jahren 2013 und 2014 der Stundenansatz 

- 15 -

noch CHF 40.85 betrug), und die allgemeine Arbeitszeit in der C._____ 

der Gemeinde B._____ 42 Stunden beträgt (vgl. Fragebogen 

Arbeitsgebende vom 30. April 2020 [IV-act. 23 S. 3]), zu der auch jene bei 

der E._____ zu zählen ist (vgl. IV-act. 75 S. 6 ff.). Daher ist die Annahme 

der Beschwerdegegnerin, dass diese Tätigkeit der Beschwerdeführerin 

einem (maximalen) 2.5 %-Pensum entspreche, bei welcher ein 

Jahreseinkommen von (maximal) CHF 2'500.-- erwirtschaftet werde (vgl. 

angefochtene Verfügung vom 21. September 2022 [IV-act. 76 S. 3]), im 

Ergebnis nicht zu beanstanden. Die Beschwerdeführerin bringt denn auch 

nichts Substanziiertes vor, was gegen diese Annahme spräche, weshalb 

der Beschwerdegegnerin darin beizupflichten ist, dass von weiteren 

Abklärungen keine rentenrelevanten Erkenntnisse zu erwarten sind. Nach 

dem Gesagten würde die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall somit 

nach wie vor – die Haupt- und Neben(erwerbs)tätigkeiten 

zusammengenommen – Beschäftigungen im Umfang von insgesamt 

92.5 % nachgehen. Mithin ist der Invaliditätsgrad anhand der gemischten 

Methode zu bemessen (vgl. dazu nachstehende Erwägungen 4.1 ff.). 

4.1. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades von Teilerwerbstätigen werden 

folgende Invaliditätsgrade zusammengezählt: der Invaliditätsgrad in 

Bezug auf die Erwerbstätigkeit (lit. a) und der Invaliditätsgrad in Bezug auf 

die Betätigung im Aufgabenbereich (Art. 27bis Abs. 1 lit. a und b der 

Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]; 

sog. gemischte Methode). Gemäss Art. 27bis Abs. 2 IVV wird für die 

Berechnung des Invaliditätsgrades in Bezug auf die Erwerbstätigkeit das 

Einkommen ohne Invalidität auf eine Erwerbstätigkeit, die einem 

Beschäftigungsgrad von 100 % entspricht, hochgerechnet (lit. a), das 

Einkommen mit Invalidität auf der Basis einer Erwerbstätigkeit, die einem 

Beschäftigungsgrad von 100 % entspricht, berechnet und entsprechend 

an die massgebliche funktionelle Leistungsfähigkeit angepasst (lit. b) 

- 16 -

sowie die prozentuale Erwerbseinbusse anhand des 

Beschäftigungsgrades, den die Person hätte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre, gewichtet (lit. c). Für die Berechnung des 

Invaliditätsgrades in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich wird 

der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der Betätigung im 

Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die versicherte Person 

nicht invalid geworden wäre, ermittelt (Art. 27bis Abs. 3 lit. a IVV) und der 

Anteil nach lit. a anhand der Differenz zwischen dem Beschäftigungsgrad 

nach Art. 27bis Abs. 2 lit. c IVV und einer Vollerwerbstätigkeit gewichtet 

(Art. 27bis Abs. 3 lit. b IVV).

4.2. Wie bereits dargelegt, ist es vorliegend überwiegend wahrscheinlich, dass 

die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall nach wie vor Beschäftigungen 

im Umfang von insgesamt 92.5 % nachgehen würde: So wäre sie zu 70 % 

in der Leitung der C._____, zu 2.5 % in der Leitung der E._____ und zu 

20 % als Präsidentin der D._____ tätig (vgl. zum Ganzen vorstehende 

Erwägung 3.3.3). Während die Beschwerdeführerin im Einwand eine 

Gewichtung der Anteile Erwerb und Haushalt von 90 % zu 10 % (recte 

wohl: von 92.5 % zu 7.5 %) geltend macht, ging die Beschwerdegegnerin 

in der angefochtenen Verfügung von einer solchen von 70 % zu 30 % 

(recte wohl: von 72.5 % zu 27.5 %) aus. Umstritten ist somit die 

Einordnung der Tätigkeit für die D._____, welche die Beschwerdeführerin 

unbestrittenermassen unentgeltlich ausgeübt hat bzw. im Gesundheitsfall 

nach wie vor ausüben würde (vgl. auch das Schreiben der Vizepräsidentin 

der D._____ vom 8. September 2022, wonach die Beschwerdeführerin ihr 

Mandat aus gesundheitlichen Gründen per Ende 2020 niedergelegt habe 

[IV-act. 75 S. 3]). 

4.3.1. Vorliegend steht fest, dass die Beschwerdeführerin im Rahmen ihrer 

entgeltlich ausgeübten Tätigkeiten in einem 70 %-Pensum als 

Bereichsleiterin C._____ sowie einem 2.5 %-Pensum als Leiterin der 

- 17 -

E._____ ein Einkommen von insgesamt CHF 72'005.80 (= CHF 69'505.80 

+ CHF 2'500.--) erzielen würde (vgl. Fragebogen für Arbeitgebende vom 

30. April 2020 [IV-act. 23 S. 3 und S. 6]). Aufgerechnet auf ein 100 %-

Pensum ergibt dies ein Einkommen von CHF 99'318.30, wobei in 

Gegenüberstellung zu dem gestützt auf die verbliebene Arbeitsfähigkeit 

von 50 % in der als optimal angepasst erachteten Tätigkeit als 

Bereichsleiterin C._____ ermittelten Invalideneinkommen von 

CHF 49'647.-- (= 0.5 x [100 x CHF 69'505.80 / 70]) eine Erwerbseinbusse 

von 50 % resultiert (vgl. auch IV-act. 69). Geht man davon aus, dass die 

restlichen 27.5 % auf den Haushalt entfallen, worin die 

Beschwerdeführerin gemäss Abklärung vor Ort zu 8 % eingeschränkt ist, 

resultiert im Ergebnis ein Invaliditätsgrad von gerundet 38 % (= [72.5 x 0.5] 

+ [27.5 x 0.08]; vgl. zum Runden: BGE 130 V 121). Ein Anspruch auf eine 

Invalidenrente ist damit nicht ausgewiesen.

4.3.2. Würde die unentgeltliche Tätigkeit für die D._____ in die Berechnung des 

Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbstätigkeit miteinbezogen bzw. die 

Invalidität mit einem Erwerbsanteil von 92.5 % bemessen, präsentierte 

sich die Berechnung wie folgt: Das Einkommen von CHF 72'005.80 

entspräche diesfalls einem Pensum von 92.5 %. Aufgerechnet auf ein 

100 %-Pensum ergäbe dies ein Einkommen von CHF 77'844.10, wobei in 

Gegenüberstellung zu dem gestützt auf die verbliebene Arbeitsfähigkeit 

von 50 % in der als optimal angepasst erachteten Tätigkeit als 

Bereichsleiterin C._____ ermittelten Invalideneinkommen von 

CHF 49'647.-- eine Erwerbseinbusse von 36 % resultierte. Geht man 

davon aus, dass die restlichen 7.5 % auf den Haushalt entfallen, worin die 

Beschwerdeführerin gemäss Abklärung vor Ort zu 8 % eingeschränkt ist, 

resultiert im Ergebnis ein Invaliditätsgrad von gerundet 34 % (= [92.5 x 

0.36] + [7.5 x 0.08]). Auch insofern wäre ein Anspruch auf eine 

Invalidenrente nicht ausgewiesen.  

- 18 -

5. Im Ergebnis erweist sich die Beschwerde somit als unbegründet, weshalb 

sie abzuweisen ist. 

6. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG ist das 

Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten über Leistungen aus der 

Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht 

kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und 

unabhängig vom Streitwert im Rahmen von CHF 200.-- bis CHF 1'000.-- 

festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein 

durchschnittlicher Aufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Kosten in 

Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens auf CHF 700.-- 

fest. Infolge des Ausgangs des Beschwerdeverfahrens sind diese der 

unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen (vgl. Art. 73 Abs. 1 

VRG). Der obsiegenden Beschwerdegegnerin steht kein Anspruch auf 

Ersatz der Parteikosten zu (Art. 61 lit. g ATSG e contrario). 

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten von CHF 700.-- gehen zulasten von A._____.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilung]