# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 68c2aee6-4097-5f42-b219-24a85e11ea9a
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-04-22
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 22.04.2014 S 2014 12
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2014-12_2014-04-22.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT
DES KANTONS GRAUBÜNDEN

S 14 12

Versicherungsgericht

Verwaltungsrichterin Moser als Einzelrichterin und Caluori als 

Aktuarin ad hoc

URTEIL
vom 22. April 2014

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____,

Beschwerdeführer

gegen 

Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit Graubünden, 

Beschwerdegegner

betreffend Einstellung in der Anspruchsberechtigung

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1. A._____ war seit dem 1. September 2010 bei der Firma B._____ AG in 

X._____ tätig. Am 27. Juni 2013 erfolgte die Kündigung durch die Arbeit-

geberin per 30. September 2013. Gemäss Kündigungsschreiben sei im 

Verhalten des A._____ nach der schriftlichen Abmahnung vom 21. Mai 

2013 nicht in allen Punkten eine Besserung eingetreten, weshalb das zer-

störte Vertrauensverhältnis nicht wieder habe aufgebaut werden können 

und das Arbeitsverhältnis deshalb gekündigt werde. Am 2. Juli 2013 mel-

dete sich A._____ beim Gemeindearbeitsamt und am 3. Juli 2013 beim 

Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) zur Arbeitsvermittlung an 

und stellte ab dem 1. Oktober 2013 einen Antrag auf Arbeitslosenent-

schädigung.

2. Mit Schreiben vom 30. Oktober 2013 forderte die Arbeitslosenkasse 

Graubünden A._____ zur Stellungnahme bezüglich selbstverschuldeter 

Arbeitslosigkeit auf, da seine ehemalige Arbeitgeberin ihm offenbar infol-

ge Fehlverhaltens gekündigt habe. In seiner Stellungnahme vom 31. Ok-

tober 2013 hielt A._____ fest, er habe seit Dezember 2012 unter psychi-

schen Problemen gelitten und ab März 2013 nur zu 50 % arbeiten kön-

nen. Die Arbeitgeberin habe nicht verstehen können, dass er sich nach-

mittags nicht zuhause habe ausruhen dürfen. Aufgrund der Depressionen 

habe er dringend etwas Neues finden müssen, das seinem Leben wieder 

etwas Sinn gebe, daher auch das Nachmittagsprogramm seines Psychia-

ters. Aufgrund dieser Behandlung sei es ihm deshalb nicht möglich gewe-

sen, bei Krankmeldung zuhause zu bleiben. Er habe sich, ausser wenn er 

verschlafen hätte, an die Abmachung mit seiner ehemaligen Arbeitgeberin 

gehalten und sich im Krankheitsfall bis 8:00 Uhr abgemeldet. Da sein 

Arztzeugnis „bis auf weiteres“ ausgestellt gewesen sei, habe er auch die 

Arztzeugnisse immer abgegeben. 

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3. Mit Verfügung vom 2. Dezember 2013 stellte die Arbeitslosenkasse 

Graubünden A._____ ab dem 1. Oktober 2013 wegen selbstverschuldeter 

Arbeitslosigkeit für 20 Tage in der Anspruchsberechtigung ein. Gegen 

diese Verfügung und eine weitere Einstellung in anderem Zusammen-

hang erhob A._____ mit E-Mail vom 4. Dezember 2013 und mit unter-

schriebenem Schreiben, eingegangen beim Amt für Industrie, Gewerbe 

und Arbeit des Kantons Graubünden (KIGA) am 19. Dezember 2013, Ein-

sprache. Ihm sei von der B._____ AG aufgrund seiner gesundheitlichen 

Verfassung gekündigt worden. Dies gelte jedoch nicht als Eigenverschul-

den. 

4. Mit E-Mail vom 20. Januar 2014 führte die ehemalige Arbeitgeberin ge-

genüber dem KIGA auf Nachfrage hin aus, dass es auch nach der schrift-

lichen Abmahnung vorgekommen sei, dass A._____ sich im Krankheitsfall 

nicht ordnungsgemäss abgemeldet habe. Ausserdem habe sie via soziale 

Netzwerke herausgefunden, dass sich A._____, obwohl er krankge-

schrieben war, nicht zuhause aufgehalten habe, sondern zu seinem per-

sönlichen Vergnügen unterwegs gewesen sei. Dieser erneute Vertrau-

ensbruch habe zur Kündigung geführt.

5. Mit Einspracheentscheid vom 27. Januar 2014 bestätigte das KIGA die 

Einstellung in der Anspruchsberechtigung für 20 Tage aufgrund einer 

selbstverschuldeten Arbeitslosigkeit und wies auch die Einsprache gegen 

die weitere Einstellung in anderem Zusammenhang ab.

6. Am 29. Januar 2014 erhob A._____ (nachfolgend Beschwerdeführer) 

Einsprache (recte: Beschwerde) an das Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden und verlangte sinngemäss die Aufhebung der Einstellung in 

der Anspruchsberechtigung für 20 Tage im Zusammenhang mit der Ar-

beitslosigkeit nach erfolgter Kündigung durch die Firma B._____ AG, im 

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Übrigen blieb der Einspracheentscheid ausdrücklich unangefochten. Zur 

Begründung führte er im Wesentlichen aus, sich ausser das eine Mal, als 

er verschlafen habe, an die Abmahnung der Arbeitgeberin gehalten und 

sich im Krankheitsfall bis 8:00 Uhr abgemeldet habe. Da sein Arztzeugnis 

„bis auf weiteres“ ausgestellt gewesen sei, habe er sich auch daran ge-

halten, das Arztzeugnis immer sofort abzugeben. Aufgrund seiner Be-

handlung sei es ihm nicht möglich gewesen, bei Krankmeldung zuhause 

zu bleiben. Dies sei nicht annähernd zu seinem Vergnügen erfolgt.

7. In seiner Stellungnahme vom 11. Februar 2014 verlangte das KIGA 

(nachfolgend Beschwerdegegner) die Abweisung der Beschwerde. Es sei 

erstellt und unbestritten bzw. im Rahmen der Beschwerde anerkannt, 

dass es der Beschwerdeführer nach erfolgter Abmahnung mindestens 

einmal unterlassen habe, sich im Krankheitsfall umgehend, spätestens 

aber bis 8:00 Uhr, abzumelden. Der Beschwerdeführer rechtfertige diese 

Unterlassung durch krankheitsbedingtes Verschlafen. Jedoch sei weder 

für den konkreten Fall noch allgemein durch ein ärztliches Zeugnis attes-

tiert, dass der Beschwerdeführer wegen gesundheitlicher Probleme aus-

serstande wäre, allfällige Absenzen rechtzeitig zu melden. Deshalb sei 

davon auszugehen, dass diese – auch wenn nicht schwerwiegende – Un-

terlassung Anlass für die Kündigung gewesen ist, weshalb die Einstellung 

im Bereich eines mittelschweren Verschuldens rechtmässig sei.

8. Am 16. Februar 2014 führte der Beschwerdeführer in einer freigestellten 

Replik aus, dass die Arbeitgeberin für einzelne Krankheitstage kein Arzt-

zeugnis gebraucht habe, weshalb er am Tag, als er verschlafen hatte, 

auch nicht zum Arzt gegangen sei. Hätte er gewusst, dass er auch für 

einzelne Krankheitstage ein Arztzeugnis brauche, hätte er gleichentags 

den Arzt aufgesucht. Nachträglich könne er natürlich kein Zeugnis mehr 

dafür einholen. Er habe immer nur dann verschlafen, wenn er sich auf-

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grund seiner körperlichen und psychischen Schmerzen durch die Nacht 

gequält habe und deshalb am nächsten Tag komplett arbeitsunfähig ge-

wesen sei. Wenn er bis 5:00 Uhr nicht schlafen könne, höre er morgens 

um 7:00 Uhr den Wecker nicht. Ein anderes Verschlafen habe es nie ge-

geben. Das fehlende Arztzeugnis sei in diesen Fällen nie ein Problem 

gewesen. 

9. Mit Schreiben vom 25. Februar 2014 verzichtete der Beschwerdegegner 

auf das Einreichen einer Duplik.

Die Einzelrichterin zieht in Erwägung:

1. Gemäss Art. 43 Abs. 3 lit. a des kantonalen Gesetzes über die Verwal-

tungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) entscheidet das Verwaltungsge-

richt in einzelrichterlicher Kompetenz, wenn der Streitwert Fr. 5‘000.-- 

nicht überschreitet und keine Fünferbesetzung vorgeschrieben ist. Der 

versicherte Verdienst des Beschwerdeführers beträgt Fr. 5‘360.--. Dieser 

wird ihm im Umfang von 70 % entschädigt, womit er ein Taggeld von 

Fr. 172.90 erhält (ausgehend von durchschnittlich 21.7 Tagen/Monat). Die 

vorliegende Beschwerde richtet sich einzig gegen die Einstellung in der 

Anspruchsberechtigung für 20 Tage betreffend die Arbeitslosigkeit infolge 

der Kündigung durch die Firma B._____ AG. Der Streitwert beträgt damit 

Fr. 3‘458.-- (20 x Fr. 172.90). Da die vorliegende Streitsache gemäss 

Art. 43 Abs. 2 VRG nicht in Fünferbesetzung zu entscheiden ist, ist die 

Zuständigkeit der Einzelrichterin offensichtlich gegeben. 

2. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Beschwerdeverfahren ist der Einspra-

cheentscheid des Beschwerdegegners vom 27. Januar 2014. Strittig und 

nachfolgend zu prüfen ist lediglich die Einstellung in der Anspruchsbe-

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rechtigung für 20 Tage betreffend die Arbeitslosigkeit nach erfolgter Kün-

digung durch die Firma B._____ AG. Die 5-tägige Einstellung in der An-

spruchsberechtigung nach Auflösung des Arbeitsverhältnisses bei der 

Firma C._____ AG ist dagegen unangefochten geblieben, womit der Ent-

scheid in dieser Hinsicht in Rechtskraft erwachsen ist.

3. a) Gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die obligatorische 

Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG; 

SR 837.0) ist der Versicherte in der Anspruchsberechtigung einzustellen, 

wenn er durch eigenes Verschulden arbeitslos ist. Eine Arbeitslosigkeit 

gilt nach Art. 44 Abs. 1 lit. a der Verordnung über die obligatorische Ar-

beitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIV; 

SR 837.02) insbesondere dann als selbstverschuldet, wenn der Versi-

cherte durch sein Verhalten, insbesondere wegen Verletzung arbeitsver-

traglicher Pflichten, dem Arbeitgeber Anlass zur Auflösung des Arbeits-

verhältnisses gegeben hat. 

b) Auf den vorliegenden Sachverhalt findet sodann Art. 20 lit. b des Überein-

kommens Nr. 168 der internationalen Arbeitsorganisation (IAO) über die 

Beschäftigungsförderung und den Schutz gegen Arbeitslosigkeit vom 

21. Juni 1988 (SR 0.822.726.8; Übereinkommen) Anwendung. Danach 

können Leistungen, auf die eine geschützte Person bei Voll- oder Teilar-

beitslosigkeit oder Verdienstausfall infolge einer vorübergehenden Ar-

beitseinstellung ohne Unterbrechung des Beschäftigungsverhältnisses 

Anspruch gehabt hätte, in einem vorgeschriebenen Masse verweigert, 

entzogen, zum Ruhen gebracht oder gekürzt werden, wenn die zuständi-

ge Stelle festgestellt hat, dass der Betreffende vorsätzlich zu seiner Ent-

lassung beigetragen hat. Damit wird klar gestellt, dass eine durch den 

Versicherten verschuldete Kündigung des Arbeitsgebers nur bei nachge-

wiesenem Vorsatz des Versicherten zu einer Einstellung in der An-

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spruchsberechtigung führen darf. Dabei genügt jedoch Eventualvorsatz, 

welcher anzunehmen ist, wenn die betroffene Person vorhersehen kann 

oder damit rechnen muss, dass ihr Verhalten zu einer Kündigung durch 

den Arbeitgeber führt (NUSSBAUMER THOMAS, Arbeitslosenversicherung, in: 

Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Band XIV, Soziale Sicherheit, 

MEYER ULRICH [Hrsg.], 2. Aufl., Basel/Genf/München 2007, S. 2427 

N. 831; vgl. auch AVIG-Praxis ALE/D18). Art. 20 lit. b des Übereinkom-

mens ist im Einzelfall direkt anwendbar und geht den nationalen Bestim-

mungen für den Erlass einer Einstellungsverfügung vor (CHOPARD JAC-

QUELINE, Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung, Art. 30/30a AVIG 

unter Berücksichtigung des Übereinkommens Nr. 168 der IAO, Diss. 

Zürich 1998, S. 71; vgl. auch BGE 124 V 234 E.3c betreffend Art. 20 lit. c 

des Übereinkommens). Ein Selbstverschulden im Sinne der Arbeitslosen-

versicherung liegt dann vor, wenn und soweit der Eintritt der Arbeitslosig-

keit nicht auf objektive Faktoren zurückzuführen ist, sondern in einem 

vermeidbaren Verhalten des Versicherten liegt, für das die Arbeitslosen-

versicherung die Haftung nicht übernimmt (ARV 1998 Nr. 9 S. 44; GER-

HARDS GERHARD, Kommentar zum Arbeitslosenversicherungsgesetz 

[AVIG], Band I [Art. 1–58], Bern 1987, Art. 30 N. 8). Dieses Verhalten 

muss beweismässig klar feststehen (BGE 112 V 242 E.1; ARV 1999 Nr. 8 

S. 39; SVR 1996 ALV Nr. 72 S. 220; GERHARDS, a.a.O., Art. 30 N. 11) und 

gemäss Art. 20 lit. b des Übereinkommens vorsätzlich erfolgt sein, wobei 

Eventualvorsatz genügt. Dabei reicht es nach dem bundesgerichtlichen 

Urteil 8C_466/2007 vom 19. November aus, dass das allgemeine Verhal-

ten am Arbeitsplatz aus sachlich gerechtfertigten Gründen vom Arbeitge-

ber missbilligt wurde und der Arbeitnehmer trotz Wissens um diese Miss-

billigung sein Verhalten nicht geändert hat, womit er dem Arbeitgeber An-

lass zur Kündigung gab bzw. eine solche in Kauf nahm (E.3.1 m.w.H.). 

Ausschlaggebend ist, ob der Beschwerdeführer wissen konnte und muss-

te, dass er durch sein Handeln womöglich eine Kündigung bewirkt. Die 

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Einstellung in der Anspruchsberechtigung wegen selbstverschuldeter Ar-

beitslosigkeit gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG setzt keine Auflösung des 

Arbeitsverhältnisses aus wichtigen Gründen gemäss Art. 337 bzw. 

Art. 346 Abs. 2 des Schweizerischen Obligationenrechts (OR; SR 220) 

voraus. Es genügt, dass das allgemeine Verhalten der versicherten Per-

son Anlass zur Kündigung bzw. Entlassung gegeben hat; Beanstandun-

gen in beruflicher Hinsicht müssen nicht vorgelegen haben 

(BGE 112 V 242 E.1; AVIG-Praxis ALE/D21). Mithin gehören dazu auch 

charakterliche Eigenschaften im weiteren Sinne, die den Arbeitnehmer für 

den Betrieb als untragbar erscheinen lassen (Urteil des Bundesgerichts 

C 277/06 vom 3. April 2007 E.2 m.H. auf BGE 112 V 242).

4. a) Nach dem Gesagten stellt sich also vorliegend die Frage, ob der Be-

schwerdeführer seine Arbeitslosigkeit nachweisbar zumindest eventual-

vorsätzlich und nicht nur fahrlässig verschuldet hat.

b) Zu den Umständen der Kündigung durch die ehemalige Arbeitgeberin 

ergibt sich aus den Akten Folgendes:

Am 21. Mai 2013 wurde der Beschwerdeführer von der ehemaligen Ar-

beitgeberin schriftlich abgemahnt, den Empfang der Abmahnung hat der 

Beschwerdeführer unterschriftlich bestätigt. Dabei wurde ihm die Funktion 

als stellvertretender Schlossereileiter per sofort entzogen und ausdrück-

lich mitgeteilt, dass wenn er sich einen weiteren Fehltritt erlaube, das Ar-

beitsverhältnis beendet werde. Er habe sich an folgende Punkte zu hal-

ten: bei Krankheit müsse er sich so früh als möglich, spätestens aber am 

Krankheitstag bis 8:00 Uhr, bei einer der zwei zuständigen Personen ab-

melden, die Arztzeugnisse seien ohne Aufforderung und Verzögerung di-

rekt der zuständigen Person abzugeben, bei Krankheit sei die Zeit zur Er-

holung zu nutzen und nicht um mit Bekannten um die Häuser zu ziehen; 

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dies stelle ein schwerwiegendes Vergehen dar. Zur Begründung wurde 

ausgeführt, dass sich der Beschwerdeführer wiederholt nicht an die Ab-

machungen gehalten habe und unter anderem Arztzeugnisse erst auf 

Nachfrage oder verspätet eingereicht habe und mehrfach erst zu spät 

meldete, dass er nicht zur Arbeit erscheinen könne. Als konkreter Vorfall 

wurde der Freitag, 10. Mai 2013, erwähnt, als der Beschwerdeführer am 

Vormittag arbeiten sollte, dieser jedoch erst sehr spät angerufen habe, 

um mitzuteilen, dass er verschlafen habe. Die Arbeitgeberin führte dazu 

aus, dass ihr bekannt sei, dass er am Abend vom 9. Mai 2013 unterwegs 

gewesen sei und aufgrund des Alkoholkonsums am nächsten Tag nicht 

zur Arbeit habe erscheinen können. Ausserdem sei er am 15. Mai 2013, 

während er krank gemeldet gewesen sei, am Bahnhof in Chur gesehen 

worden, wie er mit Bekannten Alkohol konsumiert habe. 

Am 27. Juni 2013 erfolgte die Kündigung per 30. Juni (recte: September) 

2013 durch die Arbeitgeberin mit Freistellung, weil sich der Beschwerde-

führer nicht zu 100 % an die Abmachung gehalten habe. Mit Schreiben 

vom 19. Juli 2013 konkretisierte die Arbeitgeberin die Kündigungsgründe 

gegenüber dem Beschwerdeführer: Er hätte sich entsprechend der Ab-

mahnung vom 21. Mai 2013 in verschiedenen Punkten verbessern sollen. 

Leider habe er sich bezüglich der Abmeldung bei Krankheit nicht an die 

Vorgaben gehalten und sich nicht direkt bei einer der zuständigen Perso-

nen abgemeldet. Auch habe festgestellt werden können, dass die „freie“ 

Zeit nicht zur Erholung, sondern zum Vergnügen ausgenutzt worden sei. 

Die Arbeitseinstellung habe sich nicht derart verbessert, dass das gestör-

te Vertrauensverhältnis wieder in Ordnung hätte gebracht werden können. 

Auf Nachfrage des Beschwerdegegners zu den konkreten Kündigungs-

gründen führte die ehemalige Arbeitgeberin in ihrer E-Mail vom 20. Janu-

ar 2014 aus, dass es auch nach der schriftlichen Abmahnung vorgekom-

men sei, dass der Beschwerdeführer sich bei Krankheit nicht direkt bei 

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den zuständigen Personen abgemeldet habe, wie dies vereinbart worden 

sei. Ausserdem habe sie via soziale Netzwerke erfahren, dass der Be-

schwerdeführer trotz Krankmeldung nicht zuhause geblieben, sondern zu 

seinem persönlichen Vergnügen unterwegs gewesen sei. Dieser erneute 

Vertrauensbruch habe dazu geführt, dass sie den Beschwerdeführer nicht 

habe weiter beschäftigen wollen.

c) Der Beschwerdeführer führt dagegen in seiner Beschwerde aus, er habe 

sich im Krankheitsfall jeweils bis 8:00 Uhr abgemeldet, ausser wenn er 

verschlafen habe. Nach der Abmahnung vom 21. Mai 2013 habe er nur 

einmal verschlafen, worauf ihm auch gleich gekündigt worden sei. Da das 

Arztzeugnis „bis auf weiteres“ ausgestellt war, habe er sich auch an die 

Vorgabe gehalten, dieses immer sofort abzugeben. Aufgrund seiner 

Krankheit habe er jedoch nicht zuhause bleiben können. Die Arbeitgebe-

rin habe nicht verstehen können, dass er nicht zuhause habe ausruhen 

dürfen, sondern aufgrund der Depressionen etwas finden musste, was 

seinem Leben wieder Sinn gebe. Sinngemäss führt er aus, dass das 

Nachmittagsprogramm vom Psychiater verordnet gewesen sei. Dies sei 

nicht annähernd zu seinem Vergnügen erfolgt; er hasse den Kontakt zu 

anderen Menschen und der Gesellschaft. 

d) Der Beschwerdeführer stellt weder die Abmahnung durch die ehemalige 

Arbeitgeberin in Frage, noch macht er geltend, dass er die gemachten 

Vorgaben vollumfänglich eingehalten hat. Dennoch ist er der Meinung, 

ihm könne kein Fehlverhalten angelastet werden, die Kündigung sei aus 

gesundheitlichen Gründen ausgesprochen worden. Für Letzteres ergeben 

sich aus den Akten keine Hinweise. Vielmehr ist aufgrund der Akten je-

doch erstellt und vom Beschwerdeführer im Rahmen der Beschwerde 

auch anerkannt, dass es der Beschwerdeführer nach erfolgter Abmah-

nung mindestens einmal unterlassen hatte, sich umgehend, spätestens 

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aber bis 8:00 Uhr, abzumelden, weil er – wie er selber eingesteht – ver-

schlafen hatte. Dieses Verhalten verstösst gegen die mit Abmahnung vom 

21. Mai 2013 gemachten Vorgaben der ehemaligen Arbeitgeberin an das 

zukünftige Verhalten. Der Beschwerdeführer behauptet zwar, er leide un-

ter schweren Schlafstörungen, Depressionsattacken und quälenden Ma-

genschmerzen, die ihn nicht schlafen lassen würden, weshalb es nahelie-

gend sei, dass er verschlafe und am nächsten Tag nicht arbeitsfähig sei. 

Jedoch ist es durch kein Arztzeugnis belegt, dass es dem Beschwerde-

führer im hier konkreten Fall und auch allgemein aus gesundheitlichen 

Gründen nicht möglich gewesen wäre, sich bei allfälliger Absenz gemäss 

den Vorgaben der ehemaligen Arbeitgeberin rechtzeitig abzumelden. 

Damit liegt im Verschlafen kein entschuldbares Verhalten vor, welches al-

lenfalls verschuldensmildernd oder verschuldensausschliessend wirken 

würde (vgl. zu Fällen von entschuldbarem Verhalten, AVIG-Praxis 

ALE/D22; und zum Verschlafen vor einem Bewerbungsgespräch als nicht 

entschuldbares schweres Verschulden, Urteil des Bundesgerichts 

8C_487/2007 vom 23. November 2007 E.4.1).

Was den Vorwurf der ehemaligen Arbeitgeberin betrifft, dass der Be-

schwerdeführer an den Krankheitstagen nicht zuhause geblieben sei, 

sondern zu seinem persönlichen Vergnügen unterwegs gewesen war, ist 

ein solches Verhalten keineswegs belegt. Es kann indessen offen gelas-

sen werden, wie es sich damit verhält. Denn im Ergebnis ändert sich 

nichts daran, dass der Beschwerdeführer mindestens eine der Vorgaben 

der ehemaligen Arbeitgeberin missachtet und dadurch seine Kündigung 

selbstverschuldet hat. 

e) Aufgrund der schriftlichen Abmahnung und den klaren Vorgaben konnte 

und musste der Beschwerdeführer sodann wissen, dass das Nichtbefol-

gen auch nur einer der Vorgaben zur Kündigung führen kann. Damit hat 

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der Beschwerdeführer zumindest in Kauf genommen, dass durch eine 

nicht rechtzeitige bzw. unterlassene Meldung einer Absenz bei der Ar-

beitgeberin eine Kündigung erfolgen kann, wie sie denn auch ausgespro-

chen wurde. Zusammenfassend ist damit festzustellen, dass der Be-

schwerdeführer zumindest eventualvorsätzlich zu seiner Entlassung bei-

getragen hat und damit die Einstellung in der Anspruchsberechtigung im 

Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG und Art. 20 lit. b des Übereinkom-

mens zu Recht erfolgte. 

5. a) Zu prüfen bleibt, ob die Dauer der Einstellung von 20 Tagen angemessen 

war. Gemäss Art. 30 Abs. 3 AVIG bemisst sich die Dauer der Einstellung 

nach dem Grad des Verschuldens und beträgt gemäss Art. 45 Abs. 3 

AVIV je nach Einstellungsgrund 1 bis 15 Tage bei leichtem, 16 bis 30 Ta-

ge bei mittelschwerem und 31 bis 60 Tage bei schwerem Verschulden. 

Ein schweres Verschulden liegt nach Art. 45 Abs. 4 AVIV vor, wenn die 

versicherte Person ohne entschuldbaren Grund eine zumutbare Arbeits-

stelle ohne Zusicherung einer neuen Arbeitsstelle aufgegeben (lit. a), oder 

eine zumutbare Arbeit abgelehnt hat (lit. b). Im Übrigen ist die Schwere 

des Verschuldens individuell unter Berücksichtigung der gegebenen Um-

stände des konkreten Einzelfalls zu beurteilen (Urteil des Bundesgerichts 

C 289/03 vom 24. März 2005 E.3). Den Verfügungsinstanzen wird dabei 

ein grosser Ermessenspielraum zugestanden, weshalb bei der Beurtei-

lung der Einstellungsdauer durch das Verwaltungsgericht Zurückhaltung 

geboten ist. Es darf sein Ermessen nicht ohne triftige Gründe an die Stelle 

desjenigen der Verwaltung setzen, sondern muss sich bei der Korrektur 

auf Gegebenheiten abstützen können, welche eine abweichende Ermes-

sensausübung als nahe liegender erscheinen lassen (BGE 123 V 150 E.2 

m.H.; vgl. auch BGE 126 V 353 E.5d).

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b) Das Verschulden des Beschwerdeführers wurde als mittelschwer qualifi-

ziert, womit eine Einstellung für bis zu 30 Tagen möglich gewesen wäre. 

Aufgrund der schriftlich mitgeteilten Abmahnung mit Kündigungsandro-

hung unter Nennung von konkreten Vorgaben an das zukünftige Verhal-

ten, ist an der Qualifikation des einmaligen Verschlafens als mittelschwe-

res Verschulden nichts zu beanstanden. Dies umso mehr, als die Einstel-

lungsdauer für mittelschweres Verschulden im unteren Rahmen angesetzt 

wurde und das Bundesgericht im Urteil 8C_487/2007 die Qualifizierung 

eines einmaligen Verschlafens vor einem Bewerbungsgespräch als 

schweres Verschulden geschützt hat. Die Einstellung in der Anspruchsbe-

rechtigung zu 20 Tagen ist damit gerechtfertigt.

c) Der angefochtene Einspracheentscheid vom 27. Januar 2014 erweist sich 

somit in allen Punkten als begründet und rechtens, weshalb die Be-

schwerde abzuweisen ist.

6. Gerichtskosten werden vorliegend keine erhoben, da das Verfahren vor 

dem kantonalen Versicherungsgericht – ausser bei mutwilliger oder 

leichtsinniger Prozessführung – gemäss Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 61 

lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche-

rungsrechts (ATSG; SR 830.1) kostenlos ist. Dem obsiegenden Be-

schwerdegegner steht kein Anspruch auf eine aussergerichtliche Ent-

schädigung zu (Art. 61 lit. g ATSG e contrario).

Demnach erkennt die Einzelrichterin

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

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3. [Rechtsmittelbelehrung]

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