# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 66d41702-4285-5ccd-b1e7-57bd861be36b
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2016-05-24
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 24.05.2016 BV.2016.11
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_BV-2016-11_2016-05-24.pdf

## Full Text

Beschluss vom 24. Mai 2016 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Stephan Blättler, Vorsitz, 

Andreas J. Keller und Patrick Robert-Nicoud, 

Gerichtsschreiberin Santina Pizzonia  

   
 

Parteien 

  

A., vertreten durch Rechtsanwalt Daniel Holenstein,  

 

Beschwerdeführer 

 

 gegen 

   

EIDGENÖSSISCHE STEUERVERWALTUNG,  

Beschwerdegegnerin 

 

Gegenstand  Amtshandlung (Art. 27 Abs. 1 und 3 VStrR) 

 
 
 
  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BV.2016.11 

 

 

 

- 2 - 

 

 

Sachverhalt: 

 

A. Die Eidgenössische Steuerverwaltung (nachfolgend "ESTV") führt gegen A. 

et al. ein Strafverfahren wegen des Verdachts des Abgabebetrugs (Art. 14 

Abs. 2 VStrR), eventuell Hinterziehung der Verrechnungssteuer (Art. 61 

Bst. a des Bundesgesetzes über die Verrechnungssteuer [VStG; 

SR 642.21]). 

 

B. Die ESTV stellte das Schlussprotokoll A., damals vertreten durch Rechtsan-

walt B., zu. Mit Schreiben vom 30. Oktober 2015 an die Abteilung Strafsa-

chen und Untersuchungen (nachfolgend "ASU") nahm A. durch seinen zwei-

ten Rechtsvertreter, Rechtsanwalt Daniel Holenstein, Stellung zum Schluss-

protokoll und stellte verschiedene Anträge (s. act. 1.2 S. 2).  

 

C. Mit Entscheid vom 22. Januar 2016 beurteilte die ASU die verschiedenen 

Anträge von A.. Sie hiess unter anderem den Antrag auf seine persönliche 

Einvernahme gut. Sie forderte ihn gleichzeitig auf, ihr bis am 4. Februar 2016 

fünf ihm mögliche Einvernahmetermine mitzuteilen, welche in der Zeit zwi-

schen dem 29. Februar und dem 18. März 2016 liegen. Die Aufforderung 

verband sie mit dem Hinweis, dass es als ihm zustehende Verweigerung der 

Aussage gewertet werde, wenn er nicht fristgerecht Termine angebe 

(act. 1.3). 

 

D. Mit Schreiben vom 3. Februar 2016 lässt A. durch seinen Rechtsvertreter ein 

Gesuch um Erstreckung der Frist zur Nennung von Einvernahmeterminen 

stellen. Zur Begründung lässt er ausführen, er sei Geheimnisträger und 

müsse sich die Ausreise aus Russland bewilligen lassen. Über den entspre-

chenden Antrag vom 2. Februar 2016 sei noch nicht entschieden worden 

(act. 1.4). 

 

E. Die ASU gewährte A. mit Entscheid vom 15. Februar 2016 keine Fristerstre-

ckung und hielt fest, dass sie das Verhalten von A. dahingehend werte, dass 

dieser von seinem Recht auf Aussageverweigerung Gebrauch mache. Ab-

schliessend führte sie aus, dass kein Anlass mehr bestehe, später erneut 

eine Einvernahme ins Auge zu fassen (act. 1.5).  

 

F. Dagegen führte A. mit Eingabe vom 19. Februar 2016 Beschwerde beim Di-

rektor der ESTV (act. 1.6). 

 

G. Mit Beschwerdeentscheid vom 3. März 2016 trat der Direktor der ESTV auf 

die Beschwerde von A. nicht ein (ac. 1.2).  

  

- 3 - 

 

 

H. Mit Eingabe vom 7. März 2016 lässt A. bei der Beschwerdekammer des Bun-

desstrafgerichts Beschwerde gegen den Beschwerdeentscheid vom 3. März 

2016 erheben. Er beantragt, die Sache sei an die ESTV zurückzuweisen, 

damit diese ihm eine Frist zur Nennung von möglichen Einvernahmetermi-

nen ansetze, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Be-

schwerdegegnerin (act. 1). 

  

In ihrer Beschwerdeantwort vom 30. März 2016 beantragt die ESTV, die Be-

schwerde sei abzuweisen (act. 5). Der Beschwerdeführer hält in der Replik 

vom 22. April 2016 an seinen Anträgen fest (act. 8). Mit Schreiben vom 

4. Mai 2016 reichte die Beschwerdegegnerin eine Duplik ein (act. 10). Diese 

Eingabe wurde dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 9. Mai 2016 zur 

Kenntnis gebracht (act. 11). 

 

Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit 

erforderlich, in den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen Bezug genom-

men. 

 

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1.  

1.1 Gemäss Art. 67 Abs. 1 VStG richtet sich das Verfahren wegen des Verdachts 

auf Abgabebetrug gemäss Art. 14 Abs. 2 VStrR, eventuell Hinterziehung der 

Verrechnungssteuer gemäss Art. 61 lit. a VStG nach den Artikeln 19 – 50 

des Bundesgesetzes vom 22. März 1974 über das Verwaltungsstrafrecht 

(VStrR; SR 313.0). 

 

1.2 Gegen einen Beschwerdeentscheid im Sinne von Art. 27 Abs. 2 VStrR kann 

bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde geführt 

werden (Art. 27 Abs. 3 VStrR i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. b StBOG). Zur Be-

schwerde ist berechtigt, wer durch den Beschwerdeentscheid berührt ist und 

ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung hat 

(Art. 28 Abs. 1 VStrR). Die Beschwerde gegen einen Beschwerdeentscheid 

ist innert drei Tagen, nachdem dieser dem Beschwerdeführer eröffnet wor-

den ist, schriftlich mit Antrag und kurzer Begründung einzureichen (Art. 28 

Abs. 3 VStrR). Währenddem mit der Beschwerde gegen Zwangsmassnah-

men auch die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts 

und die Unangemessenheit gerügt werden kann (Art. 28 Abs. 2 VStrR), ist 

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die Beschwerde gegen gestützt auf Art. 27 VStrR ergangene Beschwerde-

entscheide nur wegen Verletzung von Bundesrecht, einschliesslich Über-

schreitung oder Missbrauch des Ermessens zulässig (Art. 27 Abs. 3 VStrR). 

 

1.3 Art. 61 Abs. 4 VStrR schliesst die Beschwerde gegen die Eröffnung des 

Schlussprotokolls und seinen Inhalt aus, mögen allfällige Mängel noch so 

offensichtlich oder gravierend sein (BÖCKLI, Zweimal sieben Tücken des 

neuen Verwaltungsstrafrechtes, BJM 1979, 169 ff., S. 184 FN. 38). Zudem 

bestimmt derselbe Artikel, dass die Ablehnung des Antrags auf Ergänzung 

der Untersuchung nur in Verbindung mit dem Strafbescheid resp. im späte-

ren Verfahren angefochten werden kann (vgl. auch Urteil der Anklagekam-

mer des Bundesgerichts vom 11. November 1998, VPB 63/1999 Nr. 52, 

S. 509: „La loi exclut clairement toute voie de droit contre la notification du 

rapport et de son contenu. Le rejet d’une requête en complément d’enquête 

ne peut être attaqué qu’ultérieurement, dans la procédure normale“). Ein 

Rechtsmittel gegen das Schlussprotokoll oder die Anfechtungsmöglichkeit 

der Ablehnung der Untersuchungsergänzung sind aber in diesem Verfah-

rensstadium auch gar nicht nötig: Wird ein Strafbescheid erlassen, kann der 

Beschuldigte seine Einwände gegen das Schlussprotokoll sowie gegen die 

Ablehnung der Untersuchungsergänzung mit der Einsprache gegen den 

Strafbescheid formulieren (SCHWOB, Verwaltungsstrafrecht des Bundes, 

SJK Karten 1286 – 1290 [1985], 1289, S. 6). Kann im konkreten Fall ein 

Strafbescheid hingegen nicht erlassen werden, weil die Voraussetzungen für 

eine Freiheitsstrafe gegeben sind (Art. 21 Abs. 1 VStrR), so wird der Fall 

ohne Strafbescheid direkt dem zuständigen Gericht überwiesen. In diesem 

Fall findet die Abzweigung des Rechtsweges in einem früheren Stadium 

statt, nämlich unmittelbar nach dem Schlussprotokoll (BÖCKLI, a.a.O., 

S. 187). Der Beschuldigte kann seine Einwendungen gegen das Schlusspro-

tokoll sowie gegen die Ablehnung der Untersuchungsergänzung im gericht-

lichen Verfahren vorbringen. Das VStrR räumt dem Beschwerdeführer in 

Art. 75 Abs. 2 das Recht ein, die Ergänzung der Akten zu verlangen, und in 

Art. 77 Abs. 1 das Recht, weitere zur Aufklärung des Sachverhalts erforder-

liche Beweisaufnahmen oder die Wiederholung der Beweisaufnahmen der 

Verwaltung zu verlangen (Entscheid der Beschwerdekammer des Bun-

desstrafgerichts BV.2005.26 vom 27. September 2005, E. 3). An diesem Vor-

behalt zugunsten einer Aktenergänzung hat der Gesetzgeber mit Art. 73 

Abs. 3 VStrR auch mit Inkrafttreten der StPO per 1. Januar 2011 festgehal-

ten. 

 

 

- 5 - 

 

 

2.  

2.1 Mit dem vorliegend angefochtenen Entscheid vom 3. März 2016 trat der Di-

rektor der ESTV auf die Beschwerde des Beschwerdeführers gegen den Ent-

scheid der ASU vom 15. Februar 2016 nicht ein, mit welchem implizit auch 

das Fristerstreckungsgesuch des Beschwerdeführers abgewiesen wurde.  

 

2.2 Der Beschwerdeführer bringt vor, vorliegend stehe die Ablehnung eines  

Fristerstreckungsgesuchs zur Diskussion und nicht der Widerruf des ur-

sprünglich gutgeheissenen Antrags auf persönliche Befragung des Beschul-

digten (act. 8 S. 3). Die Ablehnung des Fristerstreckungsgesuchs greife in 

das Recht des Beschuldigten ein, persönlich zur Sache befragt zu werden 

(act. 8 S. 4). Die Einschränkung des verfassungsmässigen Anspruchs auf 

eine persönliche Einvernahme des Beschuldigten setze eine gesetzliche 

Grundlage und ein öffentliches Interesse voraus. Zudem müsse die Ein-

schränkung verhältnismässig sein. Dass diese Voraussetzungen hier erfüllt 

seien, sei von der ASU weder behauptet, geschweige denn nachgewiesen 

worden. Ein öffentliches Interesse an der Ablehnung des gestellten Frister-

streckungsgesuchs sei nicht ersichtlich. Der Entscheid der ASU müsse so-

dann als unverhältnismässig beurteilt werden. So stünden objektive Gründe 

der persönlichen Einvernahme innerhalb des von der ASU gesetzten Zeit-

fensters entgegen und es sprächen keine Gründe gegen eine spätere per-

sönliche Einvernahme (act. 1 S. 7). 

  

2.3 Zur Begründung seines Beschwerdeentscheids führte der Direktor aus, dass 

die ASU mit Entscheid vom 15. Februar 2016 ein Gesuch um eine ergän-

zende Untersuchungsmassnahme ablehne. Ein solcher Entscheid sei nach 

Art. 61 Abs. 4 VStrR aber nicht selbständig, sondern erst mit einer Einspra-

che gegen den Strafbescheid anfechtbar. Der formellen Frage der Frister-

streckung komme sodann keine eigenständige Bedeutung zu. So würde am 

materiellen Entscheid, keine Einvernahme durchzuführen, auch eine Frister-

streckung nichts ändern. A. habe daher kein rechtlich geschütztes Interesse 

an einer Fristerstreckung und sei durch den ablehnenden Entscheid der ASU 

nicht beschwert (act. 1.2 S. 3). 

 

2.4  

2.4.1 Gemäss Art. 31 Abs. 1 VStrR gelten für die Fristverlängerung die Artikel 20 

bis 24 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG; 

SR 172.021) sinngemäss. Gemäss Art. 22 Abs. 2 VwVG kann eine behörd-

lich angesetzte Frist aus zureichenden Gründen erstreckt werden, wenn die 

Partei vor Ablauf der Frist darum nachsucht. Die Behörde, die eine Frist an-

setzt, droht gleichzeitig die Folgen der Versäumnis an; im Versäumnisfalle 

treten nur die angedrohten Folgen ein (Art. 23 VwVG). Wenn die Behörde 

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eine Partei ausdrücklich darauf hinweist, dass eine weitere Fristerstreckung 

ausgeschlossen ist, kann nach der gefestigten Praxis eine Fristerstreckung 

nur noch in eigentlichen Notfällen, die überdies hinreichend bescheinigt wer-

den müssen, in Betracht kommen. Eine Fristerstreckung kommt nicht in Be-

tracht, wenn der Beschwerdeführer wusste, dass eine Fristerstreckung 

grundsätzlich nicht (mehr) bewilligt wird, und für die nicht rechtzeitige Pro-

zesshandlung keine plausiblen Gründe nachvollziehbar dargelegt und be-

scheinigt werden (vgl. zu Art. 33 Abs. 2 aOG Urteile des Bundesgerichts 

6P.115/2006 und 6S.241/2006 vom 17. August 2006, E. 1; 12T_4/2010 vom 

2. August 2010, E. 3.3 m.w.H.).  

2.4.2 Im Entscheid der ASU vom 22. Januar 2016 wurde ausdrücklich festgehal-

ten, dass dem Beschwerdeführer mehrmals die Gelegenheit geboten wor-

den sei, sich anlässlich von Einvernahmen zu äussern. Ausserdem sei er 

nach gegenseitiger Absprache für den 20. und 21. November 2014 gehörig 

vorgeladen worden. Der Beschwerdeführer sei jedoch nicht zur Einver-

nahme erschienen. Weiter sei der durch den Beschwerdeführer dafür vorge-

brachte formelle Grund (Ausreiseverbot) nie durch eine offizielle Anweisung 

oder Ähnliches nachgewiesen worden. Im Gegenteil habe der föderale Mig-

rationsdienst für den Oblast Moskau bestätigt, dass keine Informationen über 

ein Ausreiseverbot vorhanden seien. Die ASU kam zum Schluss, dass der 

für das Fernbleiben vorgebrachte Grund offensichtlich nicht zutreffe, was zu-

mindest der Beschwerdeführer bereits damals gewusst habe. Die ASU wer-

tete das Nichterscheinen als Wahrnehmung des Aussageverweigerungs-

rechts. Da der Beschwerdeführer seine Bereitschaft zur Aussage erklärt 

habe, hiess die ASU seinen Antrag gut und lud den Beschwerdeführer zur 

Einvernahme vor unter der Voraussetzung, dass er bis am 4. Februar 2016 

fünf mögliche Einvernahmetermine im Zeitraum vom 29. Februar bis 

18. März 2016 mitteile. Abschliessend hielt die ASU fest, dass aus dem bis-

herigen Verhalten des Beschwerdeführers geschlossen werde, dass der ge-

äusserte Wille zur Aussage nicht dem tatsächlichen Willen entspreche, wenn 

der Beschwerdeführer nicht fristgerecht die Termine im vorgegebenen Zeit-

raum bekannt gebe oder nicht zur festgesetzten Einvernahme erscheine. 

Das Verhalten des Beschwerdeführers werde diesfalls dahingehend gewer-

tet, dass dieser von seinem Recht auf Aussageverweigerung Gebrauch ma-

che. Es bestünde deshalb trotz des Beweisantrages kein Anlass, später er-

neut eine Einvernahme ins Auge zu fassen (act. 1.3 S. 2). 

 

2.4.3 Gestützt auf diese Fristansetzung war dem Beschwerdeführer von Anfang 

an klar, dass eine Fristerstreckung für die ASU nicht in Betracht kommt. In 

ihrem Entscheid erläuterte die ASU im Einzelnen das bisherige Verhalten 

des Beschwerdeführers im Zusammenhang mit seiner beantragten Einver-

nahme und es wird daraus deutlich, dass es sich aufgrund der gesamten 

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Umstände um eine letztmalige Fristansetzung handelte. Musste der anwalt-

lich vertretene Beschwerdeführer aufgrund dessen annehmen, dass eine 

weitere Fristerstreckung ausgeschlossen war, konnte eine Fristerstreckung 

nur noch in eigentlichen Notfällen, die überdies hinreichend hätten beschei-

nigt werden müssen, in Betracht kommen.  

 

Einen solchen Notfall machte der Beschwerdeführer auch im Beschwerde-

verfahren weder geltend noch wurde er hinreichend bescheinigt. Namentlich 

hat der Beschwerdeführer mit seinen Vorbringen zur Unverhältnismässigkeit 

keinen Notfall begründet. Für die Gewährung einer Notfrist bestand daher 

kein Anlass.  

 

Soweit der Beschwerdeführer rügt, die Ablehnung seines Fristerstreckungs-

gesuchs sei unverhältnismässig, ist ergänzend auszuführen, dass, wie dar-

gelegt, im Beschwerdeverfahren nach Art. 27 VStrR Ermessen nur auf Miss-

brauch und Überschreitung geprüft wird. Wenn die ASU gestützt auf die Ge-

suchsbegründung des Beschwerdeführers implizit das Vorliegen eines Not-

falls verneint und die beantragte Fristerstreckung ablehnt, kann – unter der 

Annahme, es sei vorliegend nicht eine Rechts- sondern eine Ermessens-

frage zu beurteilen – von einem Missbrauch oder einer Überschreitung des 

Ermessens ohnehin keine Rede sein. Die Rüge der Unverhältnismässigkeit 

bezieht sich ausserdem auf die mit der letztmaligen Fristansetzung ange-

drohten Säumnisfolgen, welche unangefochten geblieben ist. Inwiefern die 

angedrohten Säumnisfolgen an sich als Missbrauch und Überschreitung des 

Ermessens zu qualifizieren wären, ist mit Blick auf den bisherigen Verfah-

rensverlauf (s. supra Ziff. 2.4.2) nicht ersichtlich und zeigt der Beschwerde-

führer ebenfalls nicht auf.  

 

Der Entscheid der ASU vom 15. Februar 2016 sowie der bestätigende Be-

schwerdeentscheid des Direktors der ESTV vom 3. März 2016 sind nach 

dem Gesagten nicht zu beanstanden.  

 

2.4.4 Die implizite Ablehnung des Fristerstreckungsgesuchs hat zur Folge, dass 

die beantragte ergänzende Untersuchungsmassnahme nicht durchgeführt 

wird. Da die Ablehnung einer ergänzenden Untersuchungsmassnahme erst 

im späteren Verfahren angefochten werden kann, fragt sich, ob der Ent-

scheid, welcher im Ergebnis dazu führt, dass die beantragte Einvernahme 

nicht durchgeführt wird, überhaupt angefochten werden kann. Diese Frage 

kann angesichts des vorstehenden Prüfungsergebnisses vorliegend offen 

gelassen werden.  

 

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2.5 Die Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen, soweit darauf einzu-

treten ist. 

 

3. Die Gerichtskosten sind bei diesem Ausgang des Verfahrens dem Be-

schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG analog; vgl. TPF 2011 25 

E. 3). Die Gerichtsgebühr ist dabei auf Fr. 2‘000.-- festzusetzen, unter An-

rechnung des in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschusses (Art. 73 

StBOG und Art. 5 und 8 Abs. 1 des Reglements des Bundesstrafgerichts 

vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in 

Bundesstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]).  

 

 

 

 

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 

 

2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 2‘000.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt, un-

ter Anrechnung des in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschusses. 

 

Bellinzona, 25. Mai 2016 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Rechtsanwalt Daniel Holenstein 

- Eidgenössische Steuerverwaltung 

 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Beschluss ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.