# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e3068187-c0b3-528e-93bf-53c0fdac15fa
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-12-20
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 20.12.2023 110 2023 128
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2023-128_2023-12-20.pdf

## Full Text

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Bau- und Verkehrsdirektion

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3013 Bern
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BVD 110/2023/128

Entscheid der Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD)
vom 20. Dezember 2023

in der Beschwerdesache zwischen

Herrn C.________
Beschwerdeführer 1

Frau D.________
Beschwerdeführerin 2

und

Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Kirchdorf, Gemeindeverwaltung, Kirchgasse 2, 
3116 Kirchdorf BE

Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR), Nydeggasse 11/13, 3011 Bern

betreffend die Verfügung der Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Kirchdorf vom 14. Juli 
2023 (Baugesuch Nr. 19-2021, eBau 2022-14232; Verbreiterung der Lukarne) sowie die 
Verfügung des Amts für Gemeinden und Raumordnung (AGR) vom 21. Februar 2023 
(G.-Nr.: 2022.DIJ.6359)

I. Sachverhalt

1. Die Beschwerdeführenden erhielten im Jahr 2019 die Baubewilligung für den Umbau der 
bestehenden Betriebsleiterwohnung im Obergeschoss des Wohngebäudes auf der Parzelle 
Kirchdorf Grundbuchblatt Nr. G.________. Die Parzelle liegt in der Landwirtschaftszone. Im 
damaligen Verfahren stellte das AGR mit Verfügung vom 2. August 20191 die Zonenkonformität 
des Bauvorhabens fest und wies die Beschwerdeführenden darauf hin, dass damit die 
Ausbaumöglichkeiten für zonenkonforme Bauten und Anlagen in der Landwirtschaftszone nach 
Art. 16a RPG2 auf der betreffenden Parzelle ausgeschöpft seien. Im Sommer 2020 meldeten die 
Beschwerdeführenden das Bauvorhaben als abgeschlossen und rund ein Jahr später führte die 
Gemeinde die Baukontrolle durch. Dabei stellte sie fest, dass die Beschwerdeführenden das 
Bauvorhaben nicht wie ursprünglich geplant und bewilligt ausgeführt, sondern ein zusätzliches 
Dachflächenfenster eingebaut und den bestehenden Balkon vergrössert hatten.3 Nachdem die 

1 Vorakten, pag. 26.
2 Bundesgesetz vom 22. Juni 1979 über die Raumplanung (Raumplanungsgesetz, RPG; SR 700).
3 Siehe zur Vorgeschichte die Vorakten, pag. 14.

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Beschwerdeführenden die zusätzlich ausgeführten Bauten im Rahmen einer Projektänderung 
bewilligen lassen wollten,4 forderte die Gemeinde mit Schreiben vom 11. Juni 20215 die 
Projektverfasserin auf, hierzu ein neues Baugesuch einzureichen.

2. Das betreffende nachträgliche Baugesuch der Beschwerdeführenden ging am 5. Juli 2021 
bei der Gemeinde ein und das Bauvorhaben wurde daraufhin öffentlich bekannt gemacht. Es 
gingen keine Einsprachen dagegen ein.

3. Mit Schreiben vom 23. September 20216 eröffnete die Gemeinde der Bauherrschaft, dass 
sie zusätzliche wesentliche bauliche Abweichungen vom ursprünglichen Baugesuch bzw. von der 
erteilten Baubewilligung festgestellt habe. Insbesondere sei die Lukarne an der Westfassade auf 
der nördlichen Seite vergrössert worden, was eine Erweiterung der Bruttogeschossfläche zur 
Folge habe. Sie forderte daher die Bauherrschaft auf, innert 30 Tagen angepasste Baupläne 
einzureichen. 

4. Am 23. Mai 2022 reichte die Bauherrschaft die eingeforderten Pläne ein, woraufhin die 
Gemeinde unter anderem eine Stellungnahme des AGR einholte. 

5. Mit Stellungnahme vom 16. November 20227 stellte das AGR in Aussicht, dass die 
Zonenkonformität gemäss Art. 16a RPG aufgrund der Vergrösserung der Lukarne und somit der 
Bruttogeschossfläche nicht bestätigt und die erforderliche Ausnahmebewilligung gemäss Art. 24 
ff. RPG nicht erteilt werden könne. Zudem wies es darauf hin, dass die mit dem nachträglichen 
Baugesuch eingereichte Bruttogeschossberechnung der Beschwerdeführenden irrelevant sei. 

6. Mit E-Mail vom 20. Februar 20238 bestätigte der Projektverfasser die Richtigkeit der im 
Nachgang zur Stellungnahme vom AGR erstellten und an der Sitzung vom 14. Februar 20239 mit 
ihm besprochenen Bruttogeschossberechnung vom 19. Januar 2023. Ebenso bestätigte er, dass 
die von seinem Büro eingereichten Berechnungen zum Baugesuch und zur Projektänderung zu 
wenig Bruttogeschossfläche ausgewiesen hätten.

7.  Mit Verfügung vom 21. Februar 2023 stellte das AGR fest, dass die Vergrösserung der 
Lukarne nicht zonenkonform sei und die Ausnahmebewilligung nach Art. 24 ff. RPG verweigert 
werde. In einer zweiten Verfügung mit gleichem Datum hielt es weiter fest, die Vergrösserung des 
bestehenden Balkons, der Einbau eines zusätzlichen Dachfensters und der Rückbau der 
Faltladen seien zonenkonform. Mit Schreiben vom 24. März 202310 eröffnete die Gemeinde der 
Bauherrschaft im Rahmen des rechtlichen Gehörs, dass ihr für die Vergrösserung der Lukarne 
der Bauabschlag erteilt werde und sie unter Anordnung der Ersatzvornahme bei Nichterfüllung zur 
Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands aufgefordert werde.

8. Mit Stellungnahme vom 28. April 202311 bestätigte der Projektverfasser, dass er die strittige 
Vergrösserung der Lukarne im Laufe der Bauarbeiten ohne das vorgängige Einholen einer 
Baubewilligung ausgeführt habe. Die Überschreitung der zulässigen Bruttogeschossfläche sei auf 
einen Rechnungsfehler seinerseits, jedoch auf keine böse Absicht oder Mutwilligkeit 
zurückzuführen.

4 Vorakten, pag. 59.
5 Vorakten, pag. 58.
6 Vorakten, pag. 51.
7 Vorakten, pag. 42A.
8 Beilage 3 zur Beschwerde vom 15. August 2023.
9 Siehe dazu die Aktennotiz in den Vorakten, pag. 36.
10 Vorakten, pag. 35.
11 Vorakten, pag. 28 f.

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9. Mit Entscheid vom 14. Juli 2023 erteilte die Gemeinde der Bauherrschaft für die 
Vergrösserung des bestehenden Balkons, den Einbau des zusätzlichen Dachfensters und den 
Rückbau der Faltladen die Baubewilligung. Gleichzeitig erteilte sie den Bauabschlag für die 
Vergrösserung der Lukarne West und der Bruttogeschossfläche im Obergeschoss. Dabei forderte 
sie die Bauherrschaft auf, die Lukarne bis spätestens am 30. November 2023 gemäss den 
baubewilligten Plänen wiederherzustellen. Weiter teilte die Gemeinde mit, dass wenn dieser 
Verfügung innert der gesetzten Frist nicht vollständig und vorschriftsgemäss nachgekommen 
werde, sie ohne weitere Verfügung zur Ersatzvornahme schreiten würde.

10. Daraufhin reichten die Beschwerdeführenden am 15. August 2023 gegen den Bauabschlag 
Beschwerde bei der Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD) ein. Sie beantragen die 
Aufhebung der betreffenden Ziffer 4.1 des Entscheids vom 14. Juli 2023. Dabei machen sie 
insbesondere geltend, dass es vorliegend nur um eine äusserst geringfügige Überschreitung der 
zulässigen Bruttogeschossfläche gehe, welche zudem nicht bösgläubig zustande gekommen sei. 
Ferner soll es sich bei der betreffenden Vorgabe lediglich um einen Richtwert handeln und nicht 
um einen Grenzwert im Sinne einer absoluten Mussvorschrift. Schliesslich werde mit der strittigen 
Vergrösserung der Lukarne kein zusätzlicher Boden beansprucht, weswegen kaum ein 
öffentliches Interesse am Rückbau bestehe. 

11. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren für die BVD leitet12, holte die Vorakten ein 
und führte den Schriftenwechsel durch. Das AGR beantragt mit Stellungnahme vom 28. August 
2023 die Abweisung der Beschwerde und verweist dabei auf seine Verfügung vom 21. Februar 
2023. Auch die Gemeinde Kirchdorf beantragt mit Schreiben vom 15. September sinngemäss die 
Abweisung der Beschwerde. Auf die Rechtsschriften wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in 
den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

 
II. Erwägungen

1. Sachurteilsvoraussetzungen und Streitgegenstand

a) Bauentscheide können nach Art. 40 BauG13 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit 
Baubeschwerde bei der BVD angefochten werden. Verfügungen des AGR über die 
Zonenkonformität bei Bauvorhaben ausserhalb der Bauzone sowie über Ausnahmegesuche nach 
den Art. 24 bis 24e RPG können zusammen mit dem Bauentscheid ebenfalls mit Baubeschwerde 
bei der BVD angefochten werden (Art. 84 Abs. 4 BauG). Die BVD ist somit für die Beurteilung der 
Beschwerde zuständig.

b) Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchstellerinnen, die Baugesuchsteller, die 
Einsprecherinnen, die Einsprecher und die zuständige Gemeindebehörde (Art. 40 Abs. 2 BauG). 
Die Beschwerdeführenden, deren nachträgliches Baugesuch teilweise abgewiesen wurde, sind 
durch den vorinstanzlichen Entscheid beschwert und daher zur Beschwerdeführung legitimiert. 
Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.

c) Nach der Dispositionsmaxime ist das Beschwerdeverfahren grundsätzlich auf den 
Streitgegenstand begrenzt. Zur Bestimmung des Streitgegenstands ist von der angefochtenen 
Verfügung, dem sogenannten Anfechtungsobjekt auszugehen. Der Streitgegenstand braucht sich 
nicht mit dem Anfechtungsobjekt zu decken, doch gibt dieses den Rahmen des Streitgegenstands 

12 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau- und 
Verkehrsdirektion (Organisationsverordnung BVD, OrV BVD; BSG 152.221.191).

13 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0).

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vor. Innerhalb dieses Rahmens bezeichnen die Parteien den Streitgegenstand in ihren 
Rechtsmitteleingaben und können diesen im Verlauf des Verfahrens auch einschränken.14 
Anfechtungsobjekt bilden der Entscheid der Gemeinde Kirchdorf vom 14. Juli 2023 und die 
Verfügung des AGR vom 21. Februar 2023. Die Beschwerdeführenden fechten vorliegend einzig 
den Teilbauabschlag (und damit sinngemäss auch die Verweigerung der Feststellung der 
Zonenkonformität nach Art. 16a RPG) sowie die angeordneten Wiederherstellungsmassnahmen 
an. Nur dies ist Streitgegenstand des Beschwerdeverfahrens bei der BVD. 

2. Vergrösserte Lukarne, Zonenkonformität des Bauvorhabens

a) Mit ihrem nachträglichen Baugesuch wollen die Beschwerdeführenden unter anderem die 
vorgenommene Vergrösserung der westseitigen Lukarne und die dadurch in ihrer Liegenschaft 
zusätzlich geschaffene Bruttogeschossfläche legalisieren. 

Das AGR stellte jedoch bereits 2019 fest, dass mit dem ursprünglich vorgesehenen Bauvorhaben 
auf der betreffenden Parzelle der Beschwerdeführenden die Ausbaumöglichkeiten für 
zonenkonforme Bauten und Anlagen in der Landwirtschaftszone nach Art. 16a RPG ausgeschöpft 
waren.15 Gemäss der Verfügung des AGR vom 21. Februar 2023 wird die zulässige 
Bruttogeschossfläche nun aufgrund der zusätzlich geschaffenen Fläche bei der vergrösserten 
Lukarne um rund 6 m2 überschritten. Aus diesem Grund hat das AGR dem Bauvorhaben die 
Zonenkonformität nach Art. 16a RPG aberkannt sowie die Gewährung einer 
Ausnahmebewilligung nach Art. 24 ff. RGP verweigert, woraufhin die Vorinstanz den 
Beschwerdeführenden den diesbezüglichen Teilbauabschlag erteilte.

b) Dass mit den zusätzlich ausgeführten Bauten die maximal zulässige Bruttogeschossfläche 
überschritten wird, bestreiten die Beschwerdeführenden nicht. Sie bringen vor, dass die 
Überschreitung aufgrund eines im Bauverfahren nicht erkannten Berechnungsfehlers durch den 
Projektverfasser entstanden sei. Die Feststellung des AGR, dass bereits mit dem 2019 bewilligten 
Bauvorhaben die Ausbaumöglichkeiten ausgeschöpft waren, sei deshalb zu wenig beachtet 
worden. Die zusätzlich geschaffene Bruttogeschossfläche führe jedoch nur zu einer äusserst 
geringfügigen Überschreitung des Richtwertes. Weiter handle es sich beim betreffenden Richtwert 
nicht um eine absolut geltende Mussvorschrift, sondern lediglich um eine Sollvorschrift, bei deren 
geringfügigen Überschreitung keine Rechtsfolgen und Sanktionen vorgesehen seien. 

c) Gemäss Art. 16a Abs. 1 RPG sind in der Landwirtschaftszone Bauten und Anlagen 
zonenkonform, die zur landwirtschaftlichen Bewirtschaftung oder für den produzierenden 
Gartenbau nötig sind. Bauten für den Wohnbedarf sind dann zonenkonform, wenn der Wohnraum 
für den Betrieb des entsprechenden landwirtschaftlichen Gewerbes unentbehrlich ist, 
einschliesslich des Wohnbedarfs der abtretenden Generation (Art. 34 Abs. 3 RPV16). Bei der 
Beurteilung des zonenkonformen Wohnraums gilt ein strenger Massstab. Der Wohnraum darf 
nicht überdimensioniert sein und es dürfen keine Wohnreserven geschaffen werden.17 Die 
Richtwerte für den Wohnraumbedarf sind im AGR-Themenblatt L2 «Landwirtschaftliches 
Wohnen» festgehalten.18 Für die Betriebsleiterwohnung ist beispielsweise eine 
Bruttogeschossfläche von 180 m2 und für die Altenteilwohnung eine solche von 100 m2 
vorgesehen. Dies entspricht den Richtwerten des Bundesamts für Raumentwicklung (ARE) 

14 Ruth Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl., Bern 2020, Art. 72 N. 12 f.
15 Vorakten, pag. 26.
16 Raumplanungsverordnung des Bundesrats vom 28. Juni 2000 (RPV; SR 700.1).
17 Vgl. Ruch/Muggli, Praxiskommentar RPG, Bauen ausserhalb der Bauzone, 2017, Art. 16a N. 53; Aldo Zaugg/Peter 

Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, Band II, 4. Aufl., Bern 2017, Art. 80 N. 15 Bst. a.
18 Abrufbar unter: https://www.bauen.dij.be.ch > Themenblätter zu den baulichen Möglichkeiten.

https://www.bauen.dij.be.ch

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welche auch gerichtlich anerkannt sind.19 Das Privileg, in der Landwirtschaftszone zu wohnen, soll 
auf einen beschränkten Personenkreis begrenzt bleiben. Denn eine zu grosszügige 
Bewilligungspraxis für landwirtschaftliche Wohnbauten trüge zur raschen Beschleunigung der 
Zersiedlung der Landwirtschaftszone bei und würde dem Trennungsgrundsatz des RPG 
widersprechen.20 

d) Die gemäss Praxis des AGR zulässige Bruttogeschossfläche von insgesamt 280 m2 
(Betriebsleiterwohnung und Altenteil) ist im vorliegenden Fall unbestrittenermassen überschritten. 
Die vom AGR vorgenommene Flächenberechnung vom 19. Januar 202321 lässt sich zwar 
aufgrund der in den Vorakten nur teilweise vorhandenen Plänen zum betreffenden Gebäude nicht 
vollständig überprüfen. Zumindest die Bruttogeschossfläche im Obergeschoss, inkl. der 
zusätzlichen Fläche bei der strittigen Vergrösserung der Lukarne, scheinen aber mit Blick auf den 
bewilligten Plan «Obergeschoss» vom 22. Mai 202222 richtig berechnet worden zu sein. 
Schliesslich bestätigte der Projektverfasser mit E-Mail vom 20. Februar 2023 die Korrektheit der 
Bruttogeschossflächenberechnung des AGR.23

Auch wenn es sich bei den im betreffenden AGR-Themenblatt festgehaltenen 
Bruttogeschossflächen für den Wohnraumbedarf in der Landwirtschaftszone lediglich um 
Richtwerte handelt, bestehen im vorliegenden Fall keine Gründe, um diese hier nicht als 
massgeblich zu betrachten. Auch wird von Seiten der Beschwerdeführenden nichts vorgebracht, 
was für ein Abweichen von der ständigen Praxis im Kanton Bern, diese AGR-Richtwerte als 
verbindlich zu erachten,24 sprechen würde. Von ihrem Vorbringen, dass diese Richtwerte von den 
Kantonen frei festgesetzt und über das gesamte Gebiet der Eidgenossenschaft differieren würden, 
können die Beschwerdeführenden nichts zu ihren Gunsten ableiten. Dass die erzielte Mehrfläche 
gemäss der Berechnung der Beschwerdeführenden lediglich einen Überschuss von 2.05 % 
betrage, ist letztlich auch unerheblich: Es handelt sich nichtsdestotrotz um eine Überschreitung 
und dabei spielt es grundsätzlich keine Rolle, wie gross diese ausfällt. 

Das AGR hat somit richtigerweise die Zonenkonformität nach Art. 16a RPG verweigert und – 
zumal die Ausnahmetatbestände der Art. 24 ff. RPG vorliegend nicht in Betracht kommen – auch 
keine Ausnahmebewilligung erteilt; woraufhin die Vorinstanz dem Bauvorhaben «geringfügige 
Vergrösserung der Lukarne West und BGF im Obergeschoss» folglich zu Recht den Bauabschlag 
erteilt hat. 

3. Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands

a) Wird ein Bauvorhaben ohne Baubewilligung oder in Überschreitung einer Baubewilligung 
ausgeführt oder werden bei der Ausführung eines bewilligten Vorhabens Vorschriften missachtet, 
so setzt die Baupolizeibehörde eine angemessene Frist zur Wiederherstellung des rechtmässigen 
Zustands unter Androhung der Ersatzvornahme (Art. 46 Abs. 1 und 2 BauG). Die 
Wiederherstellungsverfügung muss im öffentlichen Interesse liegen, verhältnismässig sein und 
darf den Vertrauensgrundsatz nicht verletzen. Eine Wiederherstellungsmassnahme ist 
verhältnismässig, wenn sie geeignet ist, das angestrebte Ziel zu erreichen, nicht weiter geht, als 

19 BGer 1C_145/2019 vom 20. Mai 2020, E. 2.3. 
20 Vgl. VGE 2017/343 vom 31. Juli 2018, E. 2.1 mit Hinweisen; Ruch/Muggli, a.a.O., Art. 16a N. 52.
21 Beilage 3 zur Beschwerde vom 15. August 2023.
22 Vorakten, pag. 85.
23 Beilage 3 zur Beschwerde vom 15. August 2023.
24 Vgl. dazu bspw. VGE 2017/343 vom 31. Juli 2018 E. 3., 2017/151 vom 25. April 2018 E. 3.; BDE 110/2021/25 

E. 3., 110/2018/157 E. 4., 110/2017/11 E. 4.

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zur Herstellung des rechtmässigen Zustands nötig ist und die Belastung für die pflichtige Person 
in einem vernünftigen Verhältnis zum verfolgten Ziel steht.25

b) Generell besteht ein grosses öffentliches Interesse an der Einhaltung der baurechtlichen 
Bestimmungen und an der konsequenten Verhinderung von unrechtmässigen Bauten und 
Anlagen. Das Bundesgericht misst der Anordnung der Wiederherstellung des rechtmässigen 
Zustands grosses Gewicht zu, namentlich wenn das Raumplanungsrecht betroffen ist. Werden in 
der Landwirtschaftszone widerrechtliche Bauvorhaben nicht beseitigt, sondern auf unabsehbare 
Zeit geduldet, wird der fundamentale Grundsatz der Trennung von Bau- und Nichtbaugebiet in 
Frage gestellt und rechtswidriges Verhalten belohnt.26 Die zuständigen kantonalen und 
kommunalen Behörden sind bundesrechtlich verpflichtet, die Beseitigung von formell und materiell 
rechtswidrigen Bauten ausserhalb der Bauzone anzuordnen. Dagegen wiegt das private 
Interesse, weiterhin von illegalen Bauten und Nutzungen ausserhalb der Bauzone profitieren zu 
können, nicht schwer.27 

Die Beschwerdeführenden bringen vor, dass das öffentliche Interesse an einem Rückbau der 
Lukarne gering sei. Es sei mit deren Vergrösserung kein zusätzlicher Boden beansprucht worden 
und somit seien keine neuen Auswirkungen auf Raum, Umwelt und Erschliessung entstanden. 
Ihrer Ansicht nach scheine das verwalterische Interesse in dieser Streitsache stärker gewürdigt 
worden zu sein als die effektiven Interessen der Öffentlichkeit. 

Entgegen dem Vorbringen der Beschwerdeführenden ist das öffentliche Interesse an der 
angeordneten Wiederherstellungsmassnahme gross. So besteht an der Einhaltung der 
baurechtlichen Bestimmungen und der konsequenten Verhinderung von Bauten, die der 
baurechtlichen Ordnung widersprechen, generell ein erhebliches öffentliches Interesse. Dem 
öffentlichen Interesse am konsequenten Vollzug des Bau-, Planungs- und Umweltrechts 
ausserhalb des Baugebiets kommt dabei besonderes Gewicht zu.28 Ausserdem sprechen auch 
präjudizielle Gründe für eine Wiederherstellung. Der Bauherr, der sich nicht an die Baubewilligung 
hält oder ohne Baubewilligung baut, soll nicht besser gestellt werden als ein Bauherr, der die 
Baubewilligung einhält. 

Hinzu kommt im vorliegenden Fall, dass die Beschwerdeführenden keinesfalls als gutgläubig 
gelten können, zumal sie bereits 2019 zum Zeitpunkt des ursprünglichen Baugesuchs und somit 
vor Baubeginn darüber in Kenntnis gesetzt wurden, dass die Ausbaumöglichkeiten ausgeschöpft 
waren. Sie und ebenso der Projektverfasser wussten bei der Ausführung, dass sie keine 
zusätzliche Bruttogeschossfläche mehr schaffen durften. Guter Glaube kann nur angenommen 
werden, wenn eine Bauherrschaft die zumutbare Aufmerksamkeit und Sorgfalt hat walten lassen. 
Dies war insbesondere seitens des Projektverfassers offenkundig nicht der Fall. Die Bauherrschaft 
muss sich das Wissen oder Wissenmüssen von ihr beigezogener Fachpersonen anrechnen 
lassen.29 Sie könnte sich demnach auch nicht mit dem Argument entlasten, dass der betreffende 
Fehler dem Projektverfasser unterlaufen sei. 

c) Angesichts dieser fehlenden Gutgläubigkeit sind die privaten Interessen der 
Beschwerdeführenden am Erhalt der vergrösserten Lukarne nicht oder nur in verringertem Mass 
zu berücksichtigen. Mit Blick auf die diesbezüglich strenge Rechtsprechung30 trifft dies auch auf 
allfällige Vermögensinteressen zu, welche die Beschwerdeführenden beim Rückbau der Lukarne 

25 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 46 N. 9; BVR 2013 S. 85 E. 5.1.
26 Vgl. BGE 136 II 359 E. 6 mit Hinweisen.
27 BGE 147 II 309 E. 5.5 f.
28 Urteil des Bundesgerichts 1C_397/2007 vom 27. Mai 2008 E. 3.4; Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 46 N. 9a.
29 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 46 N. 9b Bst. a und b.
30 Vgl. Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 46 N. 9c mit weiteren Hinweisen.

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betreffen könnten. Selbst wenn die Kosten für den Rückbau der Lukarne nicht leicht wiegen, 
werden sie von den öffentlichen, für den Rückbau und die Wiederherstellung des rechtmässigen 
Zustands sprechenden Interessen in der Landwirtschaftszone übertroffen. 

d) Der angeordnete Rückbau des vergrösserten Bereichs der Lukarne gemäss den 
baubewilligten Plänen ist sodann geeignet und erforderlich für die Herstellung des rechtmässigen 
Zustands. Eine mildere Massnahme, mit der dasselbe Ziel erreicht werden könnte, ist nicht 
ersichtlich. Angesichts der Tatsache, dass das vom vergrösserten Bereich der Lukarne betroffene 
Zimmer auch nach der Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands weiterhin – wenn auch nur 
im kleineren Umfang – genutzt werden kann, erscheint der Rückbau letztlich ebenso als zumutbar. 
Die angeordnete Wiederherstellungsmassnahme ist damit verhältnismässig. Eine Verletzung des 
Vertrauensgrundsatzes wird schliesslich nicht geltend gemacht und ist auch nicht erkennbar. Die 
Wiederherstellungsverfügung der Gemeinde Kirchdorf ist insgesamt rechtens und die Beschwerde 
ist somit abzuweisen.

4. Wiederherstellungsfrist

Die Vorinstanz hat in ihrer Verfügung die Frist für die Wiederherstellung des rechtmässigen 
Zustands auf den 30. November 2023 festgesetzt. Diese Frist ist während des 
Beschwerdeverfahrens abgelaufen und wird neu angesetzt auf den 30. April 2024. Damit verbleibt 
den Beschwerdeführerenden genügend Zeit, um die verlangte Wiederherstellungsmassnahme 
vorzunehmen.

5. Kosten

Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegen die Beschwerdeführenden. Sie haben die 
Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden bestimmt auf eine 
Pauschalgebühr von CHF 1800.– (Art. 103 Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 GebV31). 
Parteikosten sind keine angefallen (Art. 104 Abs. 1 und 4 VRPG).

III. Entscheid

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Frist zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands gemäss Ziffer 4.1.2 des 
Entscheids der Gemeinde Kirchdorf vom 14. Juli 2023 wird neu angesetzt auf den 30. April 
2024. Im Übrigen wird der Entscheid der Gemeinde Kirchdorf vom 14. Juli 2023 bestätigt.

3. Die Verfahrenskosten von CHF 1800.– werden den Beschwerdeführenden zur Bezahlung 
auferlegt. Die Beschwerdeführenden haften solidarisch für den gesamten Betrag. Eine 
separate Zahlungseinladung folgt, sobald dieser Entscheid in Rechtskraft erwachsen ist.

4. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

31 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; BSG 
154.21).

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IV. Eröffnung

- Frau D.________ und Herrn C.________, eingeschrieben
- Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Kirchdorf, Gemeindeverwaltung, eingeschrieben
- Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR), per Kurier

Bau- und Verkehrsdirektion

Der Direktor

Christoph Neuhaus
Regierungsrat

Rechtsmittelbelehrung

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen seit seiner Eröffnung mit Beschwerde beim 
Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Speichergasse 12, 3011 Bern, angefochten werden. Eine 
allfällige Verwaltungsgerichtsbeschwerde, die mindestens in vier Exemplaren einzureichen ist, 
muss einen Antrag, die Angabe von Tatsachen und Beweismitteln, eine Begründung sowie eine 
Unterschrift enthalten; der angefochtene Entscheid und andere greifbare Beweismittel sind 
beizulegen.