# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d2dbd2ab-d9da-5edb-b8f7-c40e74f9c50d
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-10-23
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 23.10.2025 SST.2024.263
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2024-263_2025-10-23.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 1. Kammer 

 

SST.2024.263 
(ST.2023.40; StA.2021.8209) 

 

 

Urteil vom 23. Oktober 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichter Six, Präsident 

Oberrichter Fedier 

Ersatzrichter Jovan 

Gerichtsschreiberin Eichenberger 

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau, 

Seetalplatz, Bahnhofstrasse 4, 5600 Lenzburg 

 

 

Privatkläger   A._____, 

[…]  

vertreten durch Rechtsanwältin Rebecca Leiser,  

[…] 

 

 
    

Beschuldigter   B._____,  

geboren am tt.mm.1966, von Hausen AG, 

[…]  

verteidigt durch Rechtsanwältin Eveline Gloor, 

[…] 

 

 
 

Gegenstand  Mehrfache sexuelle Nötigung, mehrfache Pornografie 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau erhob am 28. Februar 2023 

Anklage gegen den Beschuldigten wegen mehrfacher sexueller Nötigung 

sowie mehrfacher Pornografie. 

 

Der Sachverhalt gemäss Anklage lautet wie folgt: 

 

1. Mehrfache sexuelle Nötigung 

 

Der Beschuldigte hat mehrmals vorsätzlich, d.h. mit Wissen und Willen, eine 

Person zur Duldung einer beischlafsähnlichen oder einer anderen sexuellen 

Handlung genötigt, namentlich indem er sie bedroht, Gewalt angewendet, sie unter 

psychischen Druck gesetzt oder zum Widerstand unfähig gemacht hat. 

 

Tatort: Q._____, R-Weg (Wohnung Beschuldigter) 

Tatzeitraum: 30.10.2021, ca. 17:00 Uhr, bis 31.10.2021, ca. 07:00 Uhr 

Zivil- / Strafkläger: A._____ (geb. tt.mm.jjjj), […] 

 

Der minderjährige Zivil- und Strafkläger trat im August 2020 in die erste Klasse der 

C._____ Kantonsschule in S._____ ein. Während des ersten Schuljahres wurde er 

im Fach «Wirtschaft und Recht» durch den Beschuldigten unterrichtet, wobei im 

Laufe der Zeit zwischen den Beiden ein Vertrauensverhältnis entstand. Aufgrund 

von ungenügenden Noten musste der Zivil- und Strafkläger die erste Klasse ab 

August 2021 repetieren. Der Beschuldigte war wegen des stattgefundenen 

Klassenwechsels nicht mehr Lehrer des Zivil- und Strafklägers; gleichwohl suchte 

der Beschuldigte mehrfach über WhatsApp den Kontakt zum Zivil- und Strafkläger. 

 

Angesichts des ausgeprägten Vertrauensverhältnisses fragte der Vater des Zivil- 

und Strafklägers Mitte Oktober 2021 den Beschuldigten, ob er den Zivil- und 

Strafkläger coachen könne. Konkret sollte der Beschuldigte den Zivil- und 

Strafkläger schulisch fördern und in seiner persönlichen Entwicklung bestärken. 

Der Beschuldigte willigte ein und es wurde der 30.10.2021 als Startdatum für das 

Coaching festgelegt. 

 

Bereits am 26.10.2021 schrieb der Beschuldigte dem Zivil- und Strafkläger via 

WhatsApp, dass an dem Coaching-Abend auch ein Bier getrunken werden könne. 

Am 30.10.2021 teilte er dem Zivil- und Strafkläger zusätzlich mit, dass er über ein 

Gästezimmer verfüge und er den Zivil- und Strafkläger am Sonntag nach Hause 

bringen würde, wenn sie zu viel Bier trinken würden. Zudem wies der Beschuldigte 

den Zivil- und Strafkläger an, seinen Eltern mitzuteilen, dass er eventuell erst am 

Sonntagmorgen heimkomme. 

 

Am Samstag, 30.10.2021, fand sich der zum Tatzeitpunkt 17-jährige Zivil- und 

Strafkläger gegen 17:00 Uhr am Wohnort des Beschuldigten in Q._____ ein. Der 

Beschuldigte bot dem Zivil- und Strafkläger ein 5 dl Bier an, welches der Zivil- und 

Strafkläger annahm und trank. Nachdem die Beiden einen Zopf gebacken hatten, 

widmeten sie sich einem Französischtest des Zivil- und Strafklägers, wobei sie die 

Besprechung einmal unterbrechen mussten, um den Zopf aus dem Ofen 

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herauszunehmen. Bei dieser Gelegenheit bot der Beschuldigte dem Zivil- und 

Strafkläger ein weiteres 5 dl Bier an, welches der Zivil- und Strafkläger folglich 

trank. Im Anschluss kochten sie gemeinsam das Abendessen und nahmen es ein. 

Der Beschuldigte fragte den Zivil- und Strafkläger erneut, ob er im Gästezimmer 

übernachten wolle. Nachdem der Zivil- und Strafkläger von seinem Vater die 

Erlaubnis zur Übernachtung telefonisch eingeholt hatte, offerierte der Beschuldigte 

dem Minderjährigen widerrechtlich mehrmals hochprozentigen Alkohol. Im 

Verlaufe des Abends tranken die Beiden mehrere Shots von Wodka und anderen 

Alkoholika, so dass dem stark alkoholisierten Zivil- und Strafkläger ab ca. 22:00 Uhr 

übel wurde. Er musste sich im Wohnzimmer auf das Sofa legen und sich im Bad 

mehrmals übergeben. Der Zivil- und Strafkläger war aufgrund des vielen Alkohols 

so unwohl und betäubt, dass er immer wieder wegtrat oder einschlief und nicht 

mehr realisierte, was mit ihm oder um ihn herum passierte. 

 

Im Verlaufe der Nacht vom 30. auf den 31.10.2021 zog der Beschuldigte dem Zivil- 

und Strafkläger im Bad seine Kleider komplett aus und duschte den Zivil- und 

Strafkläger in der Dusche. Dabei rasierte der Beschuldigte dem Zivil- und 

Strafkläger in sexueller Absicht ohne dessen Einwilligung seine Schamhaare im 

Genitalbereich und nahm hierzu mehrfach den Penis des Zivil- und Strafklägers in 

die Hand. 

 

Nach der Dusche brachte der Beschuldigte den weggetretenen Zivil- und 

Strafkläger in sein eigenes Bett und nicht, wie eigentlich abgemacht, ins 

Gästezimmer. Zu einem späteren Zeitpunkt in der Nacht bemerkte der Zivil- und 

Strafkläger, dass er sich, immer noch nackt, in Rückenlage auf dem Bett befand. 

Der Beschuldigte war, höchstwahrscheinlich auf den Knien, vor dem Zivil- und 

Strafkläger und zog die Beine des Zivil- und Strafklägers nach oben. Dabei 

versuchte der Beschuldigte den Zivil- und Strafkläger ohne dessen Einwilligung 

anal zu penetrieren, so dass der Zivil- und Strafkläger dessen Penis und/oder 

allenfalls die Finger des Beschuldigten an seinem Anus spürte. Der Zivil- und 

Strafkläger konnte sich zwar abdrehen, gleichwohl versuchte der Beschuldigte ein 

zweites Mal in den Zivil- und Strafkläger einzudringen. Nachdem es dem 

Beschuldigten schlussendlich nicht gelungen war, in den Anus des Zivil- und 

Strafklägers einzudringen, onanierte der Beschuldigte neben dem Zivil- und 

Strafkläger auf dem Bett und kam dabei zum Samenerguss. 

 

Als der Zivil- und Strafkläger am 31.10.2021 um ca. 07:00 Uhr wieder erwachte, 

lag der Beschuldigte nackt neben ihm auf dem Bett. Die Beiden nahmen 

anschliessend im Stillen ein Frühstück ein, bevor der Beschuldigte den Zivil- und 

Strafkläger nach Hause brachte. 

 

Der Beschuldigte wusste, dass er als ehemalige Lehrperson des Zivil- und 

Strafklägers über eine spezielle Autoritäts- und Verantwortlichkeitsstellung zum 

Zivil- und Strafkläger verfügte. Dem Beschuldigten war auch klar, dass er im 

weiteren Schulverlauf ohne Weiteres wieder Lehrer des Zivil- und Strafklägers 

werden konnte. Zudem hatte der Beschuldigte zum Tatzeitpunkt aufgrund des 

vereinbarten Coachings einen klaren pädagogischen Erziehungs- und Betreuungs-

auftrag zum minderjährigen Zivil- und Strafkläger, welcher nur wegen des 

ausgeprägten, hauptsächlich vom Beschuldigten gesteuerten Vertrauens-

verhältnis, zustande gekommen war. Die Abhängigkeitsstellung des Zivil- und 

Strafklägers nutzte der Beschuldigte aktiv aus, indem er den Zivil- und Strafkläger 

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mit Alkohol gefügig machte, bei sich übernachten liess und schlussendlich sexuell 

ausgriff. Insbesondere war dem Beschuldigten zu jedem Zeitpunkt klar, welche 

Mengen an Alkohol der Zivil- und Strafkläger getrunken hatte. Der Beschuldigte 

sah auch, wie (schlecht) der Zivil- und Strafkläger auf den Alkohol reagierte. 

Schlussendlich war der Zivil- und Strafkläger, wie vom Beschuldigten beabsichtigt, 

aufgrund seines alkoholisierten Zustandes weder in der Dusche noch im 

Schlafzimmer des Beschuldigten in der Lage, vollends zu realisieren, was der 

Beschuldigte mit ihm machte oder darauf angemessen physisch und psychisch zu 

reagieren. Der Zivil- und Strafkläger war hilflos dem Beschuldigten ausgeliefert und 

bekam zusätzlich eine starke, lähmende Angst vor dem Beschuldigten, die es dem 

Zivil- und Strafkläger in Verbindung mit seinem apathischen Zustand nicht erlaubte, 

sich anders als mit dem erfolgten Abdrehen im Bett zu wehren. 

 

2. Mehrfache Pornografie zum Eigenkonsum, Art. 197 Abs. 5 Satz 1 + 2 StGB 

 

Der Beschuldigte hat mehrmals vorsätzlich, d.h. mit Wissen und Willen, 

pornografische Ton- oder Bildaufnahmen und Abbildungen, die tatsächliche und 

nicht tatsächliche sexuelle Handlungen mit Minderjährigen sowie sexuelle 

Handlungen mit Tieren oder Gewalttätigkeiten unter Erwachsenen zum Inhalt 

haben, konsumiert oder zum eigenen Konsum hergestellt, eingeführt, gelagert, in 

Verkehr gebracht, angepriesen, ausgestellt, angeboten, gezeigt, überlassen, 

zugänglich gemacht, erworben, sich über elektronische Mittel oder sonst wie 

beschafft oder besessen. 

 

a) Tatsächliche Kinder- und Tierpornografie auf Mobiltelefon Apple 

iPhone 11 Pro 

Tatort: Q._____, R-Weg (Wohnung Beschuldigter) 

und weitere unbekannte Orte 

Tatzeitraum: 29.10.2018, ca. 22:06 Uhr, bis 01.11.2021 

 

Der Beschuldigte erhielt am 29.10.2018 um ca. 22:06 Uhr von einem Bekannten 

via WhatsApp ein Video auf sein Mobiltelefon Apple iPhone 11 Pro zugestellt. Darin 

war zu sehen, wie ein minderjähriger Junge im Primarschulalter mit seinem 

erigierten Penis einen Hahn penetrierte und wie der Junge im Anschluss an seinem 

Penis manipulierte. Nachdem der Beschuldigte vom Bekannten die Nachricht 

«Wohl chica mit chicken verwechselt         » erhalten hatte, reagierte der 

Beschuldigte darauf mit den Smileys «            ». Die widerrechtliche Videodatei 

besass der Beschuldigte bis zuletzt am 01.11.2021 an seinem Wohnort auf seinem 

Mobiltelefon. 

 

Der Beschuldigte wusste um den tatsächlich kinder- und tierpornografischen Inhalt 

des Videos und speicherte resp. behielt dieses zum Eigenkonsum dennoch 

willentlich auf seinem Mobiltelefon, bis das Mobiltelefon schlussendlich am 

01.11.2021 in Q._____ beschlagnahmt wurde. 

 

b) Virtuelle Kinderpornografie auf Computer Acer 

Tatort: Q._____, R-Weg (Wohnung Beschuldigter) 

Tatzeitraum: ca. 07.09.2012 bis 01.11.2021 

 

 - 5 - 

 

 

Der Beschuldigte erhielt am 24.11.2002 um 09:46 Uhr auf seiner E-Mailadresse 

aaa@aaa.ch eine Comic-Animation zugestellt. Darin war zu sehen, wie eine 

offensichtlich minderjährige weibliche Zeichentrickfigur der Fernsehserie Simpsons 

den ebenfalls minderjährigen Bart Simpson oral befriedigte. Am 03.12.2002 leitete 

sich der Beschuldigte das E-Mail mitsamt Animation auf seine zusätzliche E-

Mailadresse bbb@bbb.ch (angezeigt als «[…]») weiter. Ab diesem Zeitpunkt 

besass der Beschuldigte die widerrechtliche Animation bis zuletzt am 01.11.2021 

an seinem Wohnort auf dem Computer Acer im E-Mailprogramm «Outlook». 

 

Der Beschuldigte wusste um den virtuellen kinderpornografischen Inhalt der 

Animation, leitete sich diese weiter und hatte beide E-Mails mitsamt den zwei 

Animationen willentlich auf seinem Computer Acer gespeichert, bis der Computer 

schlussendlich am 01.11.2021 am Wohnort des Beschuldigten beschlagnahmt 

wurde. Auch wenn die inzwischen verjährte Weiterleitung vor ca. 20 Jahren 

erfolgte, wusste und wollte der Beschuldigte, dass sich die abgespeicherten 

widerrechtlichen Animationen bis am 01.11.2021 auf seinem Computer Acer 

befanden; zumindest hielt er dies für möglich und nahm dies auch in Kauf. 

 

2. 

Mit Urteil vom 20. Juni 2024 erkannte das Bezirksgericht Lenzburg: 

 

1. 

Der Beschuldigte ist schuldig 

- der mehrfachen sexuellen Nötigung gemäss Art. 189 Abs. 1 StGB; 

- der mehrfachen Pornografie zum Eigenkonsum gemäss Art. 197 Abs. 5 Satz 1 und 

Satz 2 StGB. 

 

2. 

Der Beschuldigte wird hierfür in Anwendung der genannten Gesetzesbestimmungen sowie 

Art. 47 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB, Art. 34 StGB und Art. 40 StGB 

 

zu 30 Tagessätzen Geldstrafe à CHF 140.00, d.h. CHF 4'200.00, und 

 

zu einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren und 6 Monaten verurteilt. 

 

3. 

Die bisher ausgestandene Untersuchungshaft von 4 Tagen (vom 1. November 2021 bis 

zum 4. November 2021) wird dem Beschuldigten auf die Freiheitsstrafe angerechnet. 

 

4. 

Der Vollzug der Geldstrafe wird gestützt auf Art. 42 StGB aufgeschoben. Die Probezeit wird 

gemäss Art. 44 Abs. 1 StGB auf 2 Jahre festgesetzt. 

 

5. 

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird gestützt auf Art. 42 und 43 StGB im Umfang von 1 Jahr 

und 6 Monaten aufgeschoben. Die Probezeit für die teilbedingte Strafe wird gemäss Art. 44 

Abs. 1 StGB auf 3 Jahre festgesetzt. 

 

 - 6 - 

 

 

6. 

6.1 

Dem Beschuldigten wird gestützt auf Art. 67 Abs. 1 StGB für fünf Jahre jede Tätigkeit als 

Lehrer, Dozent, Coach und dergleichen für junge Erwachsene im Alter von 18 bis 25 Jahren 

verboten. 

 

6.2 

Dem Beschuldigten wird gestützt auf Art. 67 Abs. 3 lit. c StGB ein lebenslängliches Berufs- 

und Tätigkeitsverbot auferlegt. Es wird dem Beschuldigten jede berufliche und jede 

organisierte ausserberufliche Tätigkeit, die einen regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen 

umfasst, verboten. 

 

7. 

7.1 

Folgende beschlagnahmten Gegenstände können vom Beschuldigten oder von einer durch 

ihn bevollmächtigten Person nach Bezahlung des Kostenvorschusses für die Löschung 

und Löschung der angeklagten Inhalte abgeholt werden: 

 

- Mobiltelefon Apple iPhone 11 Pro, inklusive Schutzhülle (Asservat 1) 

- Harddisk 3.5 Western Digital 640GB aus PC Miditower Acer, 2021-088-03-01 (Asservat 

16) 

 

Sollte der Kostenvorschuss nicht bezahlt werden, werden die Gegenstände vernichtet. 

 

7.2 

Folgende beschlagnahmten Gegenstände können vom Beschuldigten oder von einer durch 

ihn bevollmächtigten Person innert 30 Tagen nach Rechtskraft des Urteils abgeholt 

werden: 

 

- PC Miditower Acer, schwarz, 2021-088-03 (Asservat 16) 

- Fixleintuch ab Bett Schlafzimmer, blau (Asservat 3) 

- Bettbezug ab Bett Schlafzimmer, rot mit asiatischen Schriftzeichen (Asservat 33) 

- Kissenbezug ab Bett Schlafzimmer, rot mit asiatischen Schriftzeichen (Asservat 33, 

Teil 1/2) 

- Kissenbezug ab Bett Schlafzimmer, rot mit asiatischen Schriftzeichen (Asservat 33, 

Teil 2/2) 

- Rasierer aus Duschkabine (Asservat 9) 

- Rasierklinge aus Abfalleimer Badezimmer (Asservat 10) 

- Rasierklinge aus Abfalleimer Badezimmer (Asservat 11) 

- Rasierer aus Besucher Badezimmer (Asservat 12) 

- Rasierklinge ab Ablage Lavabo Badezimmer (Asservat 13) 

 

Bei unbenutztem Ablauf dieser Frist werden die Gegenstände vernichtet. 

 

7.3 

Folgende beschlagnahmten Gegenstände können vom Zivil- und Strafkläger oder von 

einer durch ihn bevollmächtigten Person innert 30 Tagen nach Rechtskraft des Urteils 

abgeholt werden: 

 

- Unterhose, Socken, Hose, T-Shirt und Kapuzenpullover des Zivil- / Strafklägers 

(Asservat 21) 

 - 7 - 

 

 

Bei unbenutztem Ablauf dieser Frist werden die Gegenstände vernichtet. 

 

7.4 

Die Staatsanwaltschaft trifft die sachgemässen Verfügungen. 

 

8. 

Der Beschuldigte hat die Verfahrenskosten, bestehend aus einer Staatsgebühr von 

CHF 4'500.00 sowie den Auslagen von CHF 9'240.00, insgesamt CHF 13'740.00, zu 

bezahlen. 

 

9. 

Der Beschuldigte hat die Anklagegebühr von CHF 2'350.00 zu bezahlen. 

 

10. 

Die Gerichtskasse Lenzburg wird angewiesen, dem amtlichen Verteidiger des 

Beschuldigten Oliver Bulaty, Rechtsanwalt, T._____, die richterlich auf CHF 26'634.85 

(inkl. MWSt 7.7% bis 31. Dezember 2023 von CHF 1'136.20 und inkl. MWSt 8.1% ab 

1. Januar 2024 von CHF 805.00) festgesetzte Entschädigung auszurichten. 

 

Die dem amtlichen Verteidiger ausgerichtete Entschädigung kann im Umfang von 

CHF 25'450.15 zu einem späteren Zeitpunkt vom kostenfälligen Beschuldigten 

zurückgefordert werden, sofern es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 

Abs. 4 StPO). 

 

Im Umfang von CHF 1'184.70 (inkl. MWSt 7.7% von CHF 84.70) wird die Entschädigung 

definitiv vom Staat getragen. 

 

11. 

Der Beschuldigte hat dem Zivil- und Strafkläger A._____ CHF 255.70 zuzüglich Zins zu 5% 

seit dem 11. Dezember 2021 als Schadenersatz und CHF 12'000.00 zzgl. Zins zu 5% seit 

dem 31. Oktober 2021 als Genugtuung zu bezahlen. 

 

Im Übrigen werden die Schadenersatzansprüche des Zivil- und Strafklägers A._____ auf 

den Zivilweg verwiesen. 

 

12. 

Der Beschuldigte hat dem Zivil- und Strafkläger A._____ die gerichtlich auf CHF 9'965.25 

(inkl. MWSt 7.7% bis 31. Dezember 2023 von CHF 286.05 und inkl. MWSt 8.1% ab 

1. Januar 2024 von CHF 446.90) festgesetzten Parteikosten zu ersetzen. 

 

3. 

3.1. 

Mit durch seinen damaligen amtlichen Verteidiger eingereichten 

Berufungserklärung vom 8. November 2024 beantragte der Beschuldigte, 

er sei vom Vorwurf der mehrfachen sexuellen Nötigung freizusprechen. Er 

sei der mehrfachen Pornografie schuldig zu sprechen und dafür mit einer 

Geldstrafe von 30 Tagessätzen à Fr. 140.00, unter Anrechnung von 

4 Tagen Untersuchungshaft, zu bestrafen. Eventualiter sei er zusätzlich 

wegen sexueller Belästigung schuldig zu sprechen und dafür mit einer 

angemessenen Busse zu bestrafen. Weiter sei auf die Tätigkeitsverbote zu 

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verzichten, die Zivilklage des Privatklägers A._____ abzuweisen und 

festzustellen, dass der Privatkläger seine Parteikosten selbst zu tragen 

habe. Schliesslich seien ihm die erstinstanzlichen Verfahrenskosten sowie 

die Anklagegebühr zu 10% aufzuerlegen und die Verteidigungskosten, 

soweit sie nicht ohnehin vollständig auf die Staatskasse zu nehmen seien, 

lediglich im Umfang von 10% von ihm zurückzufordern. 

 

3.2. 

Mit Anschlussberufungserklärung vom 22. November 2024 beantragte die 

Staatsanwaltschaft, der Beschuldigte sei zu einer unbedingten Freiheits-

strafe von 3 Jahren zu verurteilen. 

 

4. 

Mit Verfügung vom 28. Mai 2025 wurde festgestellt, dass der Beschuldigte 

für das weitere Berufungsverfahren eine Wahlverteidigerin mandatiert hat. 

Der bisherige amtliche Verteidiger wurde aus seinem Amt entlassen. 

 

5. 

Die Berufungsverhandlung fand am 23. Oktober 2025 statt. Der nunmehr 

freigewählt verteidigte Beschuldigte passte seine mit Berufungserklärung 

gestellten Anträge dahingehend an, als er den Eventualantrag auf 

Verurteilung wegen sexueller Belästigung und damit einhergehend die 

Ausfällung einer Busse zurückzog. 

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Die Berufung des Beschuldigten richtet sich gegen den Schuldspruch 

wegen mehrfacher sexueller Nötigung, das Strafmass, die Tätigkeits-

verbote, die Zivilklage des Privatklägers A._____ sowie die Kostenfolgen. 

Die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft richtet sich gegen das 

Strafmass. In den übrigen nicht angefochtenen Punkten findet 

grundsätzlich keine Überprüfung statt (Art. 404 Abs. 1 StPO). 

 

2. 

2.1. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten hinsichtlich der Vorwürfe gemäss 

Anklageziffer I.1. der mehrfachen sexuellen Nötigung gemäss Art. 189 Abs. 

1 StGB [in der im Tatzeitpunkt und bis zum 30. Juni 2024 geltenden 

Fassung] schuldig gesprochen. Gestützt auf die Aussagen von A._____ 

erachtete sie als erstellt, dass der Beschuldigte in der Nacht vom 30. auf 

den 31. Oktober 2021 an seinem Wohnort in Q._____ dem damals 17-

jährigen A._____ in sexueller Absicht ohne dessen Einwilligung die 

Schamhaare im Genitalbereich rasiert und hierzu mehrfach dessen Penis 

in die Hand genommen habe, dass der Beschuldigte daraufhin auf dem 

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Bett versucht habe, seinen Penis in den Anus von A._____ einzuführen, 

wobei es zum Kontakt zwischen dem Penis des Beschuldigten und dem 

Anus von A._____ gekommen sei, sowie dass der Beschuldigte in der 

Folge neben A._____ masturbiert habe (vorinstanzliches Urteil E. 2.3.2.9). 

 

Der Beschuldigte beantragt mit Berufung, er sei vom Vorwurf der 

mehrfachen sexuellen Nötigung freizusprechen (Berufungserklärung, S. 3; 

Plädoyer bzw. Berufungsbegründung, S. 1). 

 

2.2. 

In tatsächlicher Hinsicht ist erstellt und im Berufungsverfahren unbestritten 

geblieben, dass A._____ an der C._____ Kantonsschule bis im Sommer 

2021 vom Beschuldigten im Fach Wirtschaft und Recht unterrichtet wurde, 

dass der Beschuldigte sodann nicht mehr der Lehrer von A._____ war, da 

Letzterer die Promotion in die zweite Klasse nicht erreichte, dass zwischen 

dem Beschuldigten und A._____ ein Vertrauensverhältnis bestand und sie 

in den Sommerferien 2021 per WhatsApp in Kontakt standen, dass der 

Vater von A._____ auf dessen Vorschlag hin den Beschuldigten am 

18. Oktober 2021 anfragte, ob Letzterer A._____ coachen könne, dass der 

Beschuldigte dem Coaching von A._____ zustimmte und dass sich 

A._____ am 30. Oktober 2021, gegen 17:00 Uhr, für ein erstes Coaching 

an den Wohnort des Beschuldigten begab. Sodann ist erstellt und 

unbestritten geblieben, dass A._____ und der Beschuldigte zusammen 

einen Zopf buken, den Französischtest von A._____ besprachen, 

gemeinsam das Abendessen zubereiteten und zu sich nahmen, der 

Beschuldigte und A._____ im Verlauf des Abends gemeinsam Alkohol 

konsumierten und dass A._____ von seinem Vater das Einverständnis 

erhielt, beim Beschuldigten zu übernachten. Weiter ist erstellt und 

unbestritten, dass A._____ und der Beschuldigte, nachdem A._____ das 

Einverständnis zur Übernachtung erhalten hatte, hochprozentigen Alkohol 

tranken, es A._____ schlecht wurde und er sich mehrfach übergeben 

musste. Schliesslich ist erstellt und unbestritten, dass A._____ in der 

Dusche landete, wobei ihm der Beschuldigte beim Ausziehen der 

Unterhose geholfen hatte, und es in der Dusche zu einer Intimrasur 

gekommen ist. 

 

Während A._____ ausgesagt hat, der Beschuldigte habe ihn in der Dusche 

im Intimbereich rasiert und dabei auch seinen Penis in die Hand genommen 

(Untersuchungsakten [UA] act. 630; act. 641; Gerichtsakten [GA] act. 849; 

Protokoll Berufungsverhandlung, S. 17 und S. 21), bringt der Beschuldigte 

vor, A._____ habe sich selbst rasiert (UA act. 598; GA act. 862; Plädoyer 

der Verteidigung bzw. Berufungsbegründung, S. 12; Protokoll 

Berufungsverhandlung, S. 40 f.). 

 

 - 10 - 

 

 

2.3. 

2.3.1. 

Das Gericht würdigt die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten 

Verfahren gewonnenen Überzeugung (Art. 10 Abs. 2 StPO). Bestehen 

unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraussetzun-

gen der angeklagten Tat, so geht das Gericht von der für den Beschuldigten 

günstigeren Sachlage aus (Art. 10 Abs. 3 StPO; «in dubio pro reo»). Bloss 

abstrakte und theoretische Zweifel genügen nicht, weil solche immer 

möglich sind. Der Grundsatz «in dubio pro reo» verlangt indes nicht, dass 

bei sich widersprechenden Beweismitteln unbesehen auf den für den 

Angeklagten günstigeren Beweis abzustellen ist. Die Entscheidregel ist erst 

anwendbar, nachdem alle aus Sicht des urteilenden Gerichts notwendigen 

Beweise ausgewertet worden sind und nach erfolgter Beweiswürdigung als 

Ganzem relevante Zweifel bestehen (BGE 148 IV 409 E. 2.2; BGE 144 IV 

345 E. 2.2.3). 

 

2.3.2. 

Hinsichtlich des mit Blick auf den Vorwurf der sexuellen Nötigung 

massgeblichen Kerngeschehens liegen nur die Aussagen von A._____ 

sowie des Beschuldigten vor. Somit liegt eine klassische «Aussage gegen 

Aussage»-Situation vor, weswegen die Aussagen von A._____ sowie des 

Beschuldigten auf deren Glaubhaftigkeit zu überprüfen sind. 

 

2.3.3. 

Das Obergericht erachtet es aufgrund der nachfolgend dargelegten Gründe 

als erstellt, dass der Beschuldigte in der Dusche den Intimbereich von 

A._____ rasiert und dabei dessen Penis angefasst bzw. in die Hand 

genommen hat. 

 

Abzustellen ist auf die konstanten, schlüssigen und glaubhaften Aussagen 

von A._____. Die zur Anklage erhobenen sexuellen Handlungen sollen sich 

in der Nacht vom 30. Oktober auf den 31. Oktober 2021 zugetragen haben. 

Noch am 31. Oktober 2021 hat sich A._____ seinem Vater, D._____, 

anvertraut (UA act. 631, act. 639, act. 663). Daraufhin gingen A._____ und 

sein Vater um ca. 16.00 Uhr zur Kantonspolizei und erstatteten Anzeige. 

A._____ wurde noch gleichentags durch die Polizei einvernommen (UA act. 

626 ff.). Am 29. November 2021 (UA act. 636 ff.) wurde er abermals durch 

die Kantonspolizei einvernommen, wobei diese Einvernahme auf Video 

aufgezeichnet wurde, weshalb sie dem Obergericht nicht nur eine 

inhaltliche Würdigung seiner Aussagen ermöglicht, sondern auch optisch 

und im Originalton zeigt, wie er die Aussagen gemacht hat. Sodann wurde 

A._____ anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung am 20. Juni 

2024 und schliesslich an der Berufungsverhandlung am 23. Oktober 2025 

einlässlich zur Sache befragt. 

A._____ hat während sämtlichen Einvernahmen konstant ausgesagt, er sei 

irgendwann – ohne zu wissen, wie er dorthin gelangt sei – mit dem 

 - 11 - 

 

 

Beschuldigten in der Dusche gestanden und dieser habe ihn geduscht 

(UA act. 630, act. 633, act. 638 f., act. 641, act. 646; GA act. 849; Protokoll 

Berufungsverhandlung, S. 17). Er sei geistig nicht richtig anwesend 

gewesen, weil er dermassen betrunken gewesen und es ihm schlecht 

gegangen sei (UA act. 630, act. 638 f., act. 641; GA act. 849; Protokoll 

Berufungsverhandlung, S. 21). Er selbst sei nackt in der Dusche gewesen; 

ob der Beschuldigte Kleider getragen habe, wisse er nicht mehr (UA act. 

638 f.; GA act. 849; Protokoll Berufungsverhandlung, S. 17 und S. 20 f.). 

Der Beschuldigte habe ihm dann an den Genitalien die Haare abrasiert 

(UA act. 630, act. 638 f., act. 641; Protokoll Berufungsverhandlung, S. 17 

und S. 20) und seinen Penis angefasst (UA act. 646). Anlässlich der 

Berufungsverhandlung hat A._____ mehrfach und nachdem er nochmals 

ausdrücklich auf die Straffolgen bei einer bewussten falschen 

Anschuldigung hingewiesen worden ist (vgl. Protokoll 

Berufungsverhandlung, S. 21), bestätigt, sich ganz sicher zu sein, dass der 

Beschuldigte seinen Penis angefasst und in die Hand genommen habe 

(Protokoll Berufungsverhandlung, S. 21). Weiter führte A._____ aus, er sei 

geschockt gewesen und habe weder etwas sagen noch sich dagegen 

wehren können (UA act. 638 f., act. 641, act. 646; Protokoll 

Berufungsverhandlung, S. 20). 

 

Es ist kein nachvollziehbarer Grund ersichtlich, weshalb sich A._____ im 

damaligen Zeitpunkt in seinem Zustand in der Dusche des Beschuldigten 

selbst hätte rasieren wollen, zumal einerseits erstellt ist, dass er in jenem 

Zeitpunkt betrunken gewesen ist und sich vor dem Duschen mehrfach hat 

übergeben müssen, weshalb es ihm schlecht gegangen und daher generell 

fraglich ist, ob er in seinem Zustand überhaupt noch in der Lage gewesen 

wäre, sich selbst zu rasieren, was A._____ ausdrücklich verneint hat 

(Protokoll Berufungsverhandlung, S. 21). Andererseits hat er glaubhaft 

ausgeführt, sich im Intimbereich nur selten rasiert zu haben (GA act. 852; 

Protokoll Berufungsverhandlung, S. 21), weswegen nicht einleuchtet, 

weshalb er sich trotz seines als Folge des Alkoholkonsums 

angeschlagenen Zustands aus freien Stücken beim Beschuldigten 

zuhause und notabene mit einem nicht ihm gehörenden Rasierer hätte 

rasieren sollen. Diesbezüglich hat A._____ denn auch glaubhaft 

ausgesagt, dass eine Intimrasur das Letzte gewesen sei, was er in seinem 

Zustand gewollt habe. Er habe einfach gewollt, dass der Alkohol weggehe 

(Protokoll Berufungsverhandlung, S. 21). Entgegen dem Beschuldigten 

spricht der Umstand, dass A._____ hinsichtlich der konsumierten 

Alkoholmenge unterschiedliche Angaben gemacht hat und anlässlich der 

Berufungsverhandlung nicht mehr wusste, ob der Beschuldigte für die 

Intimrasur einen Nassrasierer oder einen elektrischen Rasierer benutzt hat, 

ob er sich in der Dusche abgestützt hat, ob die Dusche während des 

Rasierens die ganze Zeit über gelaufen ist (vgl. Protokoll 

Berufungsverhandlung, S. 20 bis S. 24; Plädoyer der Verteidigung bzw. 

Berufungsbegründung, S. 6 ff.), nicht gegen die Glaubhaftigkeit seiner 

 - 12 - 

 

 

Aussagen zum Kerngeschehen. Welches die genaue Reihenfolge der 

konsumierten alkoholischen Getränke war und wieviel genau A._____ 

getrunken hat, ist nicht von entscheidender Bedeutung, zumal unbestritten 

geblieben ist, dass A._____ so viel getrunken hatte, dass ihm schlecht 

wurde und er sich mehrfach hat übergeben müssen. Ebenfalls nicht von 

entscheidender Bedeutung ist, was für ein Rasierer genau verwendet 

worden ist und in welcher genauen Position sich A._____ anlässlich der 

Intimrasur befunden hatte, zumal sich diesbezügliche Ungenauigkeiten 

einerseits mit dem alkoholbedingten Zustand von A._____ und 

andererseits mit dem Zeitablauf erklären lassen. 

 

A._____ hat glaubhaft ausgesagt, nicht an sexuellen Handlungen mit dem 

Beschuldigten interessiert oder dazu selbstbestimmt bereit gewesen zu 

sein und dass es auch gar nicht zu entsprechenden Gesprächen oder 

Andeutungen zwischen ihm und dem Beschuldigten gekommen ist 

(Protokoll Berufungsverhandlung, S. 21 f.). Solches wird auch vom 

Beschuldigten nicht behauptet. Mithin hat es keinen Grund gegeben, sich 

gerade zu diesem Zeitpunkt im Intimbereich zu rasieren. Auch der 

Beschuldigte hatte keinen schlüssigen Grund für die Intimrasur von 

A._____ angeben können (Protokoll Berufungsverhandlung, S. 40). 

 

Zusammengefasst liegt es komplett ausserhalb einer vernünftigen 

Betrachtungsweise, dass sich A._____ aus freien Stücken selbst rasiert 

hat. 

 

2.3.4. 

Weiter ist erstellt, dass A._____ nach der in der Dusche erfolgten Intimrasur 

ohne Kleider auf dem Bett des Beschuldigten gelandet ist. A._____ bringt 

vor, der Beschuldigte habe versucht, ihn anal zu penetrieren (UA act. 630 

f.; act. 641 f.; GA act. 849; Protokoll Berufungsverhandlung, S. 17 und S. 22 

f.). Demgegenüber macht der Beschuldigte geltend, er habe lediglich die 

Beine von A._____ genommen, als dieser in der Ecke des Betts gelegen 

sei, und habe sie auf die Seite gedreht. Danach habe er A._____ zugedeckt 

(GA act. 862; Protokoll Berufungsverhandlung, S. 41, Plädoyer der 

Verteidigung bzw. Berufungsbegründung, S. 11).  

 

Auch diesbezüglich ist auf die konstanten, schlüssigen und nachvoll-

ziehbaren Aussagen von A._____ abzustellen. A._____ hat glaubhaft 

ausgesagt, er sei im Bett des Beschuldigten auf dem Rücken gelegen und 

der Beschuldigte sei auf den Knien gewesen (UA act. 641; Protokoll 

Berufungsverhandlung, S. 22). Der Beschuldigte habe dann seine Beine 

nach oben auf seine Schultern gelegt, sodass diese in einer V-Position auf 

seinen Schultern positioniert gewesen seien – dies habe er eindeutig 

wahrgenommen – und habe versucht, mit dem Penis in seinen Anus 

einzudringen (UA act. 630 f., act. 641; GA act. 850; Protokoll 

Berufungsverhandlung, S. 22 f.). Er habe den Penis des Beschuldigten 

 - 13 - 

 

 

zwar nicht gesehen, habe diesen aber im Analbereich gespürt, wobei er 

auch gespürt habe, wie der Beschuldigte versucht habe, seinen Penis 

einzuführen (UA act. 641; Protokoll Berufungsverhandlung, S. 22 f.). Er 

habe versucht, sich dagegen zu wehren, indem er seinen ganzen Körper – 

insbesondere seinen Afterbereich – angespannt und sich abgedreht habe 

(UA act. 630, act. 639, act. 641 f.; GA act. 850; Protokoll Berufungs-

verhandlung, S. 23). Der Beschuldigte habe es daraufhin noch einmal 

versucht (UA act. 641; Protokoll Berufungsverhandlung, S. 24). Er nehme 

nicht an, dass es dem Beschuldigten gelungen ist, mit seinem Penis 

einzudringen, da er am nächsten Tag keine Schmerzen gehabt habe, 

könne es aber aufgrund dessen, dass er während dieser Zeit zum Teil 

Blackouts gehabt habe, auch nicht gänzlich ausschliessen (UA act. 642; 

GA act. 850; Protokoll Berufungsverhandlung, S. 23 und S. 26). Es könne 

auch sein, dass der Beschuldigte versucht habe, anstatt mit seinem Penis, 

mit seinem Finger in den After einzudringen. Diesbezüglich sei er sich nicht 

sicher, da er es nicht gesehen habe, nehme aber aufgrund der Position an, 

dass es sein Penis gewesen sei (UA act. 631, act. 641; Protokoll 

Berufungsverhandlung, S. 24 und S. 26 f.). 

 

Gemäss den konstanten Schilderungen von A._____ hat der Beschuldigte 

zumindest versucht, anal in ihn einzudringen. Aufgrund der Schilderungen 

der Beinposition – die Beine waren in einer V-Position auf den Schultern 

des Beschuldigten positioniert, wobei sich A._____ diesbezüglich ganz 

sicher gewesen ist (Protokoll Berufungsverhandlung, S. 24) – ist davon 

auszugehen, dass der Beschuldigte versucht hat, mit seinem 

Geschlechtsteil und nicht mit seinem Finger anal in A._____ einzudringen, 

zumal der Beschuldigte für ein Einführen mit dem Finger weder vor 

A._____ hätte knien noch dessen Beine hätte auf seine Schultern nehmen 

müssen. Der Umstand, dass A._____ relativierend gesagt hat, er sei sich 

nicht sicher, ob der Beschuldigte mit seinem Penis oder seinem Finger in 

ihn habe eindringen wollen, spricht nicht gegen die Glaubhaftigkeit seiner 

Aussagen und zeigt vielmehr, dass er nicht bestrebt gewesen ist, den 

Beschuldigten übermässig zu belasten. 

 

Es lässt sich nicht mit Sicherheit feststellen, ob und wie weit der 

Beschuldigte mit seinem Penis eingedrungen ist. Jedenfalls steht aber fest, 

dass es zu entsprechenden Berührungen des Anus von A._____ 

gekommen ist. Auch wenn sich nicht ausschliessen lässt, dass es dem 

Beschuldigten tatsächlich gelungen ist, mit seinem Penis (ungeschützt) 

anal in A._____ einzudringen, weshalb sich A._____ aufgrund des Risikos 

einer HIV-Infektion u.a. einer wochenlangen medikamentösen Behandlung 

unterzogen hat, ist im Rahmen der strafrechtlichen Beurteilung zugunsten 

des Beschuldigten letztlich davon auszugehen, dass ihm ein anales 

Eindringen mit dem Penis in den After von A._____ nicht gelungen ist. 

 

 - 14 - 

 

 

2.3.5. 

Schliesslich ist für das Obergericht erstellt, dass sich der Beschuldigte nach 

dem versuchten analen Eindringen selbstbefriedigt hat. A._____ hat 

diesbezüglich konstant ausgesagt, er habe, nachdem er sich nach der 

versuchten analen Penetration auf die Seite abgedreht habe, ein schnelles 

Reiben gehört, weswegen er vermute, dass der Beschuldigte neben ihm 

onaniert habe (UA act. 642; GA act. 851; Protokoll Berufungsverhandlung, 

S. 25 und S. 30). Der Beschuldigte habe «männliche Stöhn-Geräusche» 

von sich gegeben. Er glaube daher, dass der Beschuldigte neben ihm zum 

Samenerguss gekommen sei (UA act. 633, act. 642; GA act. 851). Auch 

wenn A._____ nichts gesehen und nur ein Reiben und Stöhnen gehört hat 

(Protokoll Berufungsverhandlung, S. 25), liegt auf der Hand, dass sich der 

Beschuldigte selbstbefriedigt hat. Es ist aber nicht ersichtlich, dass A._____ 

dabei – wie es der Tatbestand der sexuellen Nötigung gemäss Art. 189 

Abs. 1 StGB [in der im Tatzeitpunkt und bis zum 30. Juni 2024 geltenden 

Fassung] erfordert – zur Duldung einer sexuellen Handlung genötigt 

worden wäre. A._____ hat denn auch ausgesagt, er selbst sei nicht in die 

Handlung des Beschuldigten involviert worden, der Beschuldigte habe 

nichts an ihm gemacht und sei auf der anderen Seite des Betts gewesen 

(Protokoll Berufungsverhandlung, S. 25). Demnach ist die Berufung des 

Beschuldigten in diesem Punkt gutzuheissen und er ist diesbezüglich vom 

Vorwurf der sexuellen Nötigung freizusprechen. 

 

2.3.6. 

Das Verhältnis zwischen A._____ und dem Beschuldigten war bis zu den 

obgenannten Vorfällen in der Nacht vom 30. Oktober auf den 31. Oktober 

2021 sehr gut, was denn auch der Grund für ein Coaching beim 

Beschuldigten, den er als einen guten Lehrer empfunden und von dem er 

eine hohe Meinung hatte, war (UA act. 644; GA act. 847; Protokoll 

Berufungsverhandlung, S. 16). Auch ist der Abend zuerst nach den 

Vorstellungen von A._____ verlaufen, ansonsten er seinen Vater kaum 

darum gebeten hätte, beim Beschuldigten übernachten zu dürfen. Mithin ist 

kein Grund dafür ersichtlich, weshalb A._____ dem Beschuldigten die 

obgenannten sexuellen Übergriffe vorwerfen sollte, wenn sich diese nicht 

zugetragen hätten. 

 

A._____ hat konstant, schlüssig und nachvollziehbar erklärt, dass er am 

nächsten Morgen zuerst nach Hause gekommen und nochmals schlafen 

gegangen sei, er danach duschen gegangen sei und versucht habe, für die 

anstehenden Prüfungen zu lernen. Er habe sich aber nicht konzentrieren 

können, da er aufgrund der Vorfälle der vergangenen Nacht zu 

traumatisiert gewesen sei. Er habe daraufhin versucht, sich mit Youtube-

Videos und Gamen abzulenken, habe jedoch gemerkt, dass dies nicht 

funktioniere. Da seine Gedanken immer um das Vorgefallene gekreist 

seien, sei er zu seinem Vater ins Büro und habe es ihm dann gesagt 

(UA act. 631, act. 639; Protokoll Berufungsverhandlung, S. 17 f.). 

 - 15 - 

 

 

Diese Schilderung steht im Einklang mit den Aussagen von D._____, dem 

Vater von A._____. D._____ wurde am 21. Dezember 2021 (UA act. 655 

ff.), anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung am 20. Juni 2024 

(GA act. 855 ff.) sowie in der Berufungsverhandlung am 23. Oktober 2025 

(Protokoll der Berufungsverhandlung, S. 2 ff.) als Zeuge befragt. Dabei 

sagte er aus, A._____ sei am 31. Oktober 2021 um ca. 09:00 Uhr nach 

Hause gekommen und habe ihm um ca. 15:00 Uhr erzählt, dass der 

Beschuldigte ihn missbraucht habe. A._____ habe dabei geweint, am 

ganzen Körper gezittert und sei traumatisiert gewesen. Konkret habe 

A._____ erzählt, dass er zunächst mit Bier und später mit harten 

Spirituosen «alkoholisiert worden sei», sodass er so betrunken gewesen 

sei, dass er nichts mehr habe machen können und sich übergeben habe. 

Weiter habe A._____ erzählt, dass der Beschuldigte ihn geduscht und 

rasiert habe. Danach sei der Beschuldigte zusammen mit A._____ in sein 

Bett gelegen, wo er versucht habe, ihn anal zu penetrieren. D._____ habe 

dann mit A._____ das weitere Vorgehen besprochen und ihm gesagt, dass 

die Polizei und die Mediziner «nicht nett» mit ihm umgehen würden, wenn 

er den Beschuldigten anzeige, und dass dies für ihn schlimm werden 

würde. A._____ habe ihm geantwortet, dass ihn der Vorfall angewidert 

habe und es schlimm sei. Da A._____ gewollt habe, dass der Beschuldigte 

für das, was er ihm angetan habe, zur Rechenschaft gezogen werde, seien 

sie schliesslich zur Polizei gegangen (UA act. 663 f.; GA act. 855 ff., 

Protokoll der Berufungsverhandlung, S. 7 ff.). 

 

D._____ konnte zwar keine Angaben aus eigener unmittelbarer 

Wahrnehmung zum Kernvorwurf machen, doch stimmen seine Aussagen 

zu den Umständen, wie ihm A._____ von den sexuellen Übergriffen des 

Beschuldigten erzählt hat, mit den entsprechenden Aussagen von A._____ 

überein (vgl. UA 630 f. und 639; GA act. 854; Protokoll 

Berufungsverhandlung, S. 18). Namentlich ist für das Obergericht erstellt, 

dass A._____ am Nachmittag des 31. Oktober 2021 aufgelöst und 

schockiert über das Verhalten des Beschuldigten war. Der Gemütszustand 

von A._____ am Nachmittag des 31. Oktobers 2021 und die Schilderung 

intimster Vorfälle seinem Vater gegenüber deuten darauf hin, dass die 

Aussagen von A._____ erlebnisbasiert sind. Dass A._____ das für ihn 

unangenehme und schambehaftete Gespräch mit seinem Vater nur aus 

Angst vor einer am nächsten Tag stattfindenden Prüfung gesucht und er 

deshalb eine Ausrede gebraucht habe, ist entgegen dem Beschuldigten 

(Plädoyer der Verteidigung bzw. Berufungsbegründung, S. 9), abwegig.  

 

2.3.7. 

Zusammengefasst hat A._____, der über kein Motiv für eine falsche 

Anschuldigung verfügt, das Kerngeschehen der dem Beschuldigten 

vorgeworfenen sexuellen Übergriffe konstant, schlüssig und nachvollzieh-

bar wiedergegeben. Es ist deshalb auf die glaubhaften Aussagen von 

A._____ abzustellen. 

 - 16 - 

 

 

Demgegenüber erscheinen die bestreitenden Aussagen des Beschuldigten 

als Schutzbehauptungen und abwegige Erklärungsversuche. Dies betrifft 

einerseits die Intimrasur, für welche der Beschuldigte keine schlüssige 

Erklärung hatte (siehe dazu oben). Sodann ist nicht nachvollziehbar, 

weshalb A._____ nach dem Duschen nicht im dafür vorgesehenen 

Gästezimmer, sondern auf dem Bett des Beschuldigten gelandet ist. 

Diesbezüglich machte der Beschuldigte denn auch unterschiedliche 

Angaben. Während seiner Einvernahme vom 2. November 2021 sagte er 

aus, er habe den nackten A._____ ins Bett in seinem Schlafzimmer 

gebracht, indem er ihn seitlich leicht gehalten habe und dieser seinen Arm 

um seinen Kopf gelegt habe. Er habe A._____ dann in sein Bett gelegt und 

zugedeckt (UA act. 601). An der vorinstanzlichen Hauptverhandlung führte 

er auf Nachfrage hin, weshalb er A._____ nicht wie angekündigt in das im 

WhatsApp-Chat und am Abend des 30. Oktober 2021 mehrfach 

angepriesene Gästebett (UA act. 600) gelegt habe, aus, es habe ein paar 

Sachen darauf gehabt und es habe rasch gehen müssen (GA act. 867). An 

der Berufungsverhandlung führte der Beschuldigte schliesslich im 

Widerspruch zu seiner früheren Aussage aus, er habe gar nicht gewusst, 

wo sich A._____ hingelegt habe, da er selbst noch mit der Reinigung des 

Badezimmers beschäftigt gewesen sei (Protokoll Berufungsverhandlung, 

S. 41). Entgegen diesen Aussagen des Beschuldigten ist erstellt, dass sich 

auf dem Gästebett lediglich einige Unterlagen sowie ein Medizinball 

befunden haben, die mit wenigen Handgriffen innert Sekunden 

weggeräumt gewesen wären (UA act. 112 f.). Sodann leuchtet nicht ein, 

weshalb A._____ nach der Dusche unbekleidet geblieben ist und ihm der 

Beschuldigte nicht ein Pyjama oder eigene Unterwäsche zur Verfügung 

gestellt hat, wenn die Unterhose – wie der Beschuldigte geltend macht – 

beim Erbrechen verschmutzt worden ist. 

 

2.3.8. 

Nach dem Gesagten ist für das Obergericht bei einer aus dem gesamten 

Verfahren gewonnenen Überzeugung gestützt auf die konstanten, 

schlüssigen und nachvollziehbaren Aussagen von A._____ zum 

Kerngeschehen, welche durch die Aussagen des Zeugen D._____ gestützt 

werden, erstellt, dass der Beschuldigte in der Dusche den Intimbereich von 

A._____ rasiert hat, wobei er auch dessen Penis in die Hand genommen 

hat, und dass er sodann auf seinem Bett versucht hat, mit seinem Penis 

anal in A._____ einzudringen. 

 

2.4. 

2.4.1. 

Der sexuellen Nötigung gemäss Art. 189 Abs. 1 StGB [in der im 

Tatzeitpunkt und bis am 30. Juni 2024 geltenden Fassung] macht sich 

strafbar, wer eine Person zur Duldung einer beischlafsähnlichen oder einer 

anderen sexuellen Handlung nötigt, namentlich indem er sie bedroht, 

 - 17 - 

 

 

Gewalt anwendet, sie unter psychischen Druck setzt oder zum Widerstand 

unfähig macht. 

 

Als «beischlafsähnliche Handlungen» im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB 

[in der im Tatzeitpunkt und bis zum 30. Juni 2024 geltenden Fassung] 

gelten solche Verhaltensweisen, bei denen das (primäre) Geschlechtsteil 

einer der beteiligten Personen mit dem Körper der anderen Person in enge 

Berührung kommt, was unter anderem beim Einführen des männlichen 

Gliedes in den Anus der Fall ist (BGE 86 IV 177). Unter «andere sexuelle 

Handlungen» fallen beispielsweise das Einführen von Gegenständen in 

den Anus und das Berühren des nackten männlichen Geschlechtsteils. 

Entscheidend ist, dass die Handlung für den Aussenstehenden nach ihrem 

äusseren Erscheinungsbild einen unmittelbaren sexuellen Bezug aufweist 

(Urteil des Bundesgerichts 6B_1353/2023 vom 6. November 2024 E. 7.7). 

 

2.4.2. 

Die sexuellen Nötigungstatbestände verbieten den Angriff auf die sexuelle 

Freiheit. Sie gelten als Gewaltdelikte und sind damit prinzipiell als Akte 

physischer Aggression zu verstehen. Dabei stellt aber die Tatbestands-

variante des «Unter-psychischen-Druck-Setzens» klar, dass sich die 

tatbestandsmässige Ausweglosigkeit der Situation auch ergeben kann, 

ohne dass der Täter eigentliche Gewalt anwendet. Es kann vielmehr 

genügen, dass dem Opfer eine Widersetzung unter solchen Umständen 

aus anderen Gründen nicht zuzumuten ist. Eine Tatbestandsmässigkeit 

setzt aber in jedem Fall voraus, dass unter den konkreten Umständen das 

Nachgeben des Kindes oder Jugendlichen verständlich erscheint. Es muss 

für die Erfüllung des Tatbestands durch den Täter eine «tatsituative 

Zwangssituation» nachgewiesen sein (BGE 131 IV 107 E. 2.2 und 2.4, je 

mit Hinweisen). Die Intensität des psychischen Drucks ist dann mit jener 

der Gewaltanwendung oder Bedrohung vergleichbar und somit hinreichend 

hoch, wenn der Druck derart ist, dass vom Opfer angesichts der konkreten 

Umstände und seiner persönlichen Verhältnisse kein (weiterer) Widerstand 

erwartet werden kann bzw. ein solcher unzumutbar ist (Urteil des 

Bundesgerichts 6B_388/2021 vom 7. Juni 2023 E. 1.2.5.1). 

 

2.4.3. 

Der Beschuldigte hat A._____ in der Dusche im Intimbereich rasiert, hierzu 

dessen Penis angefasst und in die Hand genommen. Dies ist vor dem 

Hintergrund, dass A._____ weder generell noch in seinem erheblich 

alkoholisierten Zustand, der für den Beschuldigten eindeutig erkennbar 

gewesen ist, an einer homosexuellen Handlung mit dem Beschuldigten 

interessiert gewesen ist (siehe dazu oben; der Beschuldigte ist zudem 

eigener Aussage zufolge nicht davon ausgegangen, dass A._____ 

homosexuell ist, UA act. 603) – unzweifelhaft als sexuelle Handlung zu 

qualifizieren, welche gegen den erkennbaren Willen von A._____ erfolgt ist. 

Der Beschuldigte hat sodann in seinem Bett versucht, mit seinem Penis in 

 - 18 - 

 

 

den Anus von A._____ einzudringen. Die versuchte Penetration mit dem 

Penis ist als versuchte «beischlafsähnliche Handlung» zu qualifizieren. 

 

A._____ hat sich aufgrund seines alkoholisierten Zustands, den sich der 

Beschuldigte zunutze machte, und dem Umstand, dass er sich für das 

Coaching und die Übernachtung im Haus des Beschuldigten aufgehalten 

hat, für den Beschuldigten augenscheinlich erkennbar in einer derart 

ausweglosen Situation gewähnt, dass A._____ nachvollziehbar keine 

Möglichkeit gesehen hat, sich gegen die ihn überraschenden und 

schockierenden sexuellen Übergriffe durch den Beschuldigten zu wehren, 

zumal es sich beim Beschuldigten, seinem ehemaligen Lehrer, aufgrund 

dessen Rolle als «Coach» für A._____ um eine Autoritätsperson handelte 

und er zudem nicht wusste, zu was der Beschuldigte noch in der Lage sein 

würde. Mithin hat sich A._____ in einer vom Beschuldigten bewusst 

geschaffenen tatsituativen Zwangssituation befunden, so dass er sich 

gegen die sexuellen Übergriffe durch den Beschuldigten nicht wehren 

konnte und ihm eine eigentliche Abwehr – mit Ausnahme des Abdrehens 

auf dem Bett, wie es A._____ auch getan hat – nicht zumutbar gewesen 

ist, was sich der Beschuldigte vorsätzlich zunutze machte. 

 

Es sind keine Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe ersichtlich. 

Der Beschuldigte hat sich hinsichtlich der Intimrasur und der versuchten 

analen Penetration der mehrfachen (versuchten) sexuellen Nötigung 

gemäss Art. 189 Abs. 1 StGB [in der im Tatzeitpunkt und bis zum 30. Juni 

2024 geltenden Fassung] schuldig gemacht. Damit erweist sich seine 

Berufung in diesem Punkt als unbegründet und ist abzuweisen. 

 

3. 

3.1. 

Der Beschuldigte hat sich der mehrfachen (versuchten) sexuellen Nötigung 

gemäss Art. 189 Abs. 1 StGB [in der im Tatzeitpunkt und bis zum 30. Juni 

2024 geltenden Fassung] (Anklageziffer I.1.) und – was im Berufungs-

verfahren unangefochten geblieben ist – der mehrfachen Pornografie 

gemäss Art. 197 Abs. 5 Satz 1 und 2 StGB [in der im Tatzeitpunkt und bis 

zum 30. Juni 2024 geltenden Fassung] (Anklageziffer I.2.) schuldig 

gemacht, wofür er angemessen zu bestrafen ist. 

 

3.2. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten für die sexuellen Nötigungen zu einer 

teilbedingten Freiheitsstrafe von 2 Jahren und 6 Monaten bei einem 

vollziehbaren Anteil von 1 Jahr und einem bedingt vollziehbaren Anteil von 

1 ½ Jahren bei einer Probezeit von 3 Jahren, und für die mehrfache 

Pornografie zu einer bedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen à 

Fr. 140.00, Probezeit 2 Jahre, verurteilt. 

 

 - 19 - 

 

 

Der Beschuldigte hat mit Berufung – ausgehend von dem von ihm 

beantragten Freispruch vom Vorwurf der sexuellen Nötigungen – für den 

von ihm anerkannten Schuldspruch wegen mehrfacher Pornografie eine 

Bestätigung der vorinstanzlich ausgesprochenen Geldstrafe beantragt. 

 

Die Staatsanwaltschaft hat mit Anschlussberufung beantragt, der 

Beschuldigte sei zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 3 Jahren zu 

verurteilen. 

 

3.3. 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 

StGB wiederholt dargelegt (BGE 147 IV 241; BGE 144 IV 313; BGE 144 IV 

217; BGE 141 IV 61 E. 6.1.1; BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff.). Darauf kann 

verwiesen werden. 

 

Per 1. Juli 2024 ist das teilrevidierte Sexualstrafrecht in Kraft getreten. Art. 

189 StGB wurde insoweit geändert, als die Nötigung zur Duldung einer 

beischlafsähnlichen Handlung nunmehr unter den Tatbestand der 

Vergewaltigung nach Art. 190 Abs. 2 StGB fällt und mit einer Freiheitsstrafe 

von einem bis zu zehn Jahren zu bestrafen ist. Demgegenüber galt diese 

tatbestandsmässige Handlung bis am 30. Juni 2024 als sexuelle Nötigung 

nach Art. 189 Abs. 1 StGB, welche mit Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren 

oder Geldstrafe zu bestrafen war. Dementsprechend ist die Strafe für die 

sexuellen Nötigungen gestützt auf Art. 189 Abs. 1 StGB in der bis zum 

30. Juni 2024 geltenden Fassung zu bestimmen, da sich das im 

Tatzeitpunkt geltende Recht als milder erweist («lex mitior», Art. 2 Abs. 2 

StGB). 

 

3.4. 

Die Tatbestände der sexuellen Nötigung und des Besitzes kinderporno-

grafischer Aufnahmen zum eigenen Konsum sehen als Sanktion alternativ 

Geld- oder Freiheitsstrafe vor. Bei der Wahl der Sanktionsart sind neben 

dem Verschulden unter Beachtung des Prinzips der Verhältnismässigkeit 

als wichtige Kriterien die Zweckmässigkeit und Angemessenheit einer 

bestimmten Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Täter und sein soziales 

Umfeld sowie ihre Wirksamkeit unter dem Gesichtswinkel der Prävention 

zu berücksichtigen (BGE 147 IV 241 E. 3; BGE 134 IV 97 E. 4.2; BGE 134 

IV 82 E. 4.1). 

 

Wie zu zeigen sein wird, ist der Beschuldigte – bei isolierter Betrachtung – 

hinsichtlich der (versuchten) sexuellen Nötigungen aufgrund der jeweiligen 

Schwere des Verschuldens zu einer Freiheitsstrafe zu verurteilen. Die von 

der Vorinstanz für die mehrfache Pornografie ausgesprochene Geldstrafe 

ist mit Berufung nicht und mit Anschlussberufung nur in Bezug auf die 

Strafart angefochten worden. Entgegen der Staatsanwaltschaft wirkt sich 

eine Geldstrafe nicht ungenügend präventiv auf den Beschuldigten aus, nur 

 - 20 - 

 

 

weil er eine Vorstrafe aufweist (vgl. Strafregisterauszug: Verurteilung 

gemäss Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau vom 

12. Dezember 2013 wegen versuchter sexueller Handlungen mit einem 

Abhängigen und Verletzung der Verkehrsregeln zu einer bedingten 

Geldstrafe von 90 Tagessätzen à Fr. 240.00 und einer Busse von 

Fr. 1'500.00), zumal es dabei nicht um Pornografie gegangen ist. 

 

3.5. 

3.5.1. 

Hinsichtlich der mit einer Freiheitsstrafe zu ahndenden teilweise versuchten 

sexuellen Nötigungen gemäss Art. 189 StGB [in der im Tatzeitpunkt und 

bis zum 30. Juni 2024 geltenden Fassung] ist die Einsatzstrafe – qua 

Schwere – für die versuchte anale Penetration von A._____ festzusetzen. 

Dazu ergibt sich Folgendes: 

 

3.5.2. 

Das Gericht misst die Strafe innerhalb des ordentlichen Strafrahmens nach 

dem Verschulden zu (Art. 47 Abs. 1 StGB). Ausgangspunkt für die 

Strafzumessung bildet die Verletzung oder Gefährdung des betroffenen 

Rechtsguts (Art. 47 Abs. 2 StGB). 

 

Der Tatbestand der sexuellen Nötigung schützt die sexuelle Freiheit resp. 

das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung (BGE 146 IV 153 E. 3.5.2; BGE 

122 IV 97 E. 2b; BGE 119 IV 309 E. 7a). Methodisch ist zunächst die 

schuldangemessene Strafe für das vollendete Delikt festzulegen und die 

derart ermittelte hypothetische Strafe in der Folge unter Berücksichtigung 

des fakultativen Strafmilderungsgrundes von Art. 22 Abs. 1 StGB zu 

reduzieren (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 6B_466/2013 vom 

25. Juli 2013 E. 2.3.1). 

 

Der Beschuldigte kniete in der Nacht vom 30. Oktober 2021 auf den 

31. Oktober 2021 auf seinem Bett vor dem auf dem Rücken liegenden 

A._____, zog dessen Beine nach oben, platzierte sie auf seinen Schultern 

und versuchte, ihn mit seinem Penis anal zu penetrieren. Die (vollendete) 

anale Penetration ist im weiten Spektrum aller möglichen Handlungen eine 

der schwerwiegendsten Formen der sexuellen Nötigung mit entsprechend 

sehr hoher Eingriffsintensität. Das sexuelle Selbstbestimmungsrecht von 

A._____ und seine sexuelle Integrität sind dadurch erheblich tangiert 

worden. 

 

Als Erwachsener sowie ehemaliger Lehrer und im Tatzeitpunkt «Coach» 

von A._____ lag es in besonderem Masse an ihm, die sexuelle Integrität 

des damals noch minderjährigen A._____ zu wahren und nicht zu 

verletzen. Dennoch hat er sich bewusst dagegen entschieden und dabei 

sowohl das von A._____ als auch dessen Eltern in ihn gesetzte Vertrauen 

skrupellos ausgenutzt. Dennoch ist die Art und Weise bzw. die 

 - 21 - 

 

 

Verwerflichkeit der Tatbegehung nicht wesentlich über die blosse Erfüllung 

des Tatbestands in Form der Ausnutzungen einer tatsituativen 

Zwangssituation hinausgegangen, was sich deshalb nur leicht 

verschuldenserhöhend auswirken kann. Dass der Beschuldigte darüber 

hinaus keine Gewalt angewendet hat, kann sich nicht verschuldens-

mindernd auswirken; vielmehr ist das Ausbleiben eines zusätzlich 

verschuldenserhöhenden Umstands neutral zu berücksichtigen. 

 

Der sexuellen Nötigung ist eine (rein) sexuelle sowie egoistische Motivation 

immanent, was für sich allein nicht verschuldenserhöhend zu 

berücksichtigen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6P.194/2001 vom 

3. Dezember 2002 E. 7.4.2). Der Beschuldigte verfügte jedoch über ein 

sehr hohes Mass an Entscheidungsfreiheit, was verschuldenserhöhend zu 

berücksichtigen ist. Es sind keine inneren oder äusseren Umstände 

ersichtlich, welche die Entscheidungsfreiheit des Beschuldigten hätten 

einschränken können, zumal A._____ keinerlei Interessen an 

homosexuellen Handlungen gezeigt hatte. Je leichter es aber für ihn 

gewesen wäre, das sexuelle Selbstbestimmungsrecht und die sexuelle 

Integrität von A._____ zu respektieren, desto schwerer wiegt die 

Entscheidung dagegen und damit einhergehend das Verschulden 

(BGE 117 IV 112 E. 1; BGE 127 IV 101 E. 2a; Urteil des Bundesgerichts 

6B_91/2022 vom 18. Januar 2023 E. 3.4.3). 

 

Insgesamt wäre unter Berücksichtigung des Strafrahmens von Geldstrafe 

bis zu 10 Jahren Freiheitsstrafe und den in diesem Rahmen denkbaren 

Erscheinungsformen sexueller Nötigungen für die vollendete sexuelle 

Nötigung von einem mittelschweren Tatverschulden und einer dafür 

angemessenen Einsatzstrafe von 4 Jahren Freiheitsstrafe auszugehen. 

Nachdem es bei einem Versuch geblieben ist, ist eine Strafminderung 

gemäss Art. 22 Abs. 1 StGB vorzunehmen. Dabei hat die Strafminderung 

umso geringer auszufallen, je näher der tatbestandsmässige Erfolg und je 

schwerer die tatsächlichen Folgen der Tat waren (BGE 121 IV 49 E. 1b). 

A._____ wurde eineinhalb Tage nach der Tat rechtsmedizinisch 

untersucht. Dabei konnten keine Verletzungen am Anus festgestellt werden 

und A._____ schilderte auch keine Symptome, die auf Verletzungen des 

Afters oder des Enddarms hätten schliessen können (UA act. 405; Protokoll 

der Berufungsverhandlung, S. 23). Dem Beschuldigten ist das anale 

Eindringen jedoch nur deshalb nicht gelungen, weil sich A._____ soweit 

möglich angespannt und sich sodann abgedreht hat. Mithin hat der 

Beschuldigte nur deshalb von A._____ abgelassen, weil er gemerkt hat, 

dass ihm das Eindringen aufgrund der Position von A._____ nicht gelingen 

würde. Unter diesen Umständen rechtfertigt es sich, den Versuch im 

Umfang von einem Jahr Freiheitsstrafe strafmindernd zu berücksichtigen 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_510/2015 vom 25. August 2015 E. 1.3). 

Demgemäss ist die Einsatzstrafe auf 3 Jahre festzusetzen. 

 

 - 22 - 

 

 

3.5.3. 

Diese Einsatzstrafe ist für die weitere sexuelle Nötigungshandlung – die 

Intimrasur und das damit einhergehende Anfassen des Penis von A._____ 

–, für welche bei isolierter Betrachtung ebenfalls eine Freiheitsstrafe als 

Einzelstrafe auszufällen ist, in Anwendung des Asperationsprinzips 

gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB angemessen zu erhöhen. Dazu ergibt sich 

Folgendes: 

 

Selbst wenn die Rasur des Intimbereichs einer anderen Person bei 

isolierter Betrachtung nicht zwingend sexuell motiviert sein muss, stellen 

die hierfür nötigen Berührungen des Penis von A._____ durch den 

Beschuldigten im Gesamtkontext seiner späteren Handlungen eine 

erhebliche Beeinträchtigung der sexuellen Freiheit und Selbstbestimmung 

von A._____ dar. Hinzu kommt, dass die gegen den Willen von A._____ 

erfolgte Rasur seines Intimbereichs ihn auch optisch und haptisch 

mindestens für mehrere Tage an die sexuellen Übergriffe durch den 

Beschuldigten erinnert haben. 

 

Was im Übrigen die Verwerflichkeit des Handelns des Beschuldigten, seine 

Beweggründe und das hohe Mass an Entscheidungsfreiheit betrifft, kann 

auf die bereits im Rahmen der Einsatzstrafe erfolgte Begründung ver-

wiesen werden. 

 

Nach dem Dargelegten ist hinsichtlich der Rasur des Intimbereichs von 

A._____ und den damit einhergehenden Berührungen seines 

Geschlechtsteils bei einer Einzelbetrachtung von einem in Relation zum 

Strafrahmen gerade noch leichten Verschulden und einer dafür 

angemessenen Einzelstrafe von einem Jahr Freiheitsstrafe auszugehen. 

Im Rahmen der Asperation ist einerseits zu berücksichtigen, dass insofern 

ein gewisser Zusammenhang zwischen den beiden sexuellen Nötigungs-

handlungen besteht, als sie in der gleichen Nacht zum Nachteil des 

gleichen Opfers begangen wurden. Selbstredend ist es jedoch nicht 

einerlei, ob es gegenüber A._____ zu einer oder mehreren sexuellen 

Nötigungen gekommen ist, zumal aufgrund der unterschiedlichen Natur 

und des zeitlichen Abstands der sexuellen Handlungen eine natürliche 

Handlungseinheit entfällt. Der Beschuldigte hat den Vorsatz hinsichtlich der 

einzelnen sexuellen Handlungen von Neuem anhand der sich ihm 

bietenden Möglichkeiten gefasst. Insgesamt rechtfertigt es sich daher, die 

Einsatzstrafe von 3 Jahren Freiheitsstrafe für die mit der Rasur des 

Intimbereichs einhergehende sexuelle Nötigung von A._____ um 6 Monate 

auf 3 ½ Jahre Freiheitsstrafe zu erhöhen. 

 

3.5.4. 

In Bezug auf die Täterkomponente ergibt sich Folgendes: 

 

 - 23 - 

 

 

Der Beschuldigte ist u.a. im einschlägigen Bereich vorbestraft, was sich 

grundsätzlich straferhöhend auswirkt (BGE 136 IV 1 E. 2.6.2). Er wurde mit 

Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau vom 12. Dezember 

2013 wegen versuchter sexueller Handlungen mit einem Abhängigen und 

einer Verkehrsregelverletzung zu einer bedingten Geldstrafe von 90 Tages-

sätzen à Fr. 240.00 und einer Busse von Fr. 1'500.00 verurteilt (vgl. 

aktueller Strafregisterauszug). Offensichtlich hat er keine genügenden 

Lehren aus dieser Vorstrafe gezogen. Es ist jedoch zu berücksichtigen, 

dass der Strafbefehl nunmehr bereits mehr als zehn Jahre zurückliegt und 

aus dem täterbezogenen Strafzumessungskriterium der Vorstrafen nicht 

indirekt ein tatbezogenes Kriterium gemacht wird und die Vorstrafe deshalb 

nicht wie ein eigenständiges Delikt gewürdigt werden darf (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 6B_510/2015 vom 25. August 2015 E. 1.4). Die Vorstrafe 

von 90 Tagessätzen Geldstrafe kann vorliegend somit nur sehr leicht 

straferhöhend berücksichtigt werden. 

 

Der Beschuldigte hat die Vorwürfe betreffend die sexuellen Nötigungen 

zum Nachtteil von A._____ von Beginn an bestritten, was zwar sein Recht 

ist, da er sich nicht selbst belasten muss (Art. 113 Abs. 1 StPO). Wer jedoch 

nicht geständig ist, kann auch nicht reuig und einsichtig sein, weshalb unter 

diesem Titel hinsichtlich der auszusprechenden Freiheitsstrafe keine 

Strafminderung vorzunehmen ist. 

 

Aus den sonstigen persönlichen, familiären und beruflichen Verhältnissen 

des Beschuldigten ergeben sich keine für die Strafzumessung relevanten 

Faktoren. Der Beschuldigte ist 59 Jahre alt, ledig und kinderlos. Er ist 

beruflich in der Erwachsenenbildung und im technischen Bereich tätig. Der 

Umstand, dass gegen den Beschuldigten ein lebenslängliches Tätigkeits-

verbot auszusprechen ist (vgl. unten), ist nicht strafmindernd zu berück-

sichtigen (zur Publikation bestimmtes Urteil des Bundesgerichts 

6B_1218/2023 vom 7. Mai 2025 E. 5.3.3.3; Urteil des Bundesgerichts 

6B_855/2023 vom 15. Juli 2024 E. 2.11). Auch der Umstand, dass der 

Beschuldigte mit vorliegendem Urteil zu einer unbedingten Freiheitsstrafe 

von 3 ½ Jahren verurteilt wird, führt nicht zu einer erhöhten Straf-

empfindlichkeit, hat doch die Rechtsprechung wiederholt betont, dass ein 

Freiheitsentzug für jede beruflich sowie sozial integrierte Person eine 

(gewisse) Härte bewirkt und eine erhöhte Strafempfindlichkeit nur bei 

aussergewöhnlichen Umständen – die in casu nicht vorliegen – zu bejahen 

ist (vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 6B_910/2024 vom 

11. Februar 2025 E. 1.3.4 mit Hinweisen). 

 

Weitere Umstände, welche sich straferhöhend oder strafmindernd 

auswirken könnten, sind nicht ersichtlich. Auch wenn die negativen 

Faktoren leicht überwiegen, rechtfertigt es sich bei einer Gesamt-

betrachtung, die Täterkomponente insgesamt knapp neutral zu 

berücksichtigen. 

 - 24 - 

 

 

3.5.5. 

Bei einer Freiheitsstrafe von 3 ½ Jahren kommt weder der bedingte noch 

der teilbedingte Strafvollzug infrage (vgl. Art. 42 Abs. 1 StGB und Art. 43 

Abs. 1 StGB). 

 

Die ausgestandene Untersuchungshaft von 4 Tagen (1. November 2021 

bis 4. November 2021) ist auf die Freiheitsstrafe anzurechnen (Art. 51 

Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 110 Abs. 7 StGB). 

 

3.6. 

Zusammengefasst ist der Beschuldigte zu einer unbedingten Freiheits-

strafe von 3 ½ Jahren und zu einer bedingten Geldstrafe von 30 

Tagessätzen à Fr. 140.00, d.h. Fr. 4'200.00, mit einer Probezeit von zwei 

Jahren, zu verurteilen. 

 

Damit erweist sich die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft als 

begründet. 

 

4. 

4.1. 

Die Vorinstanz hat gestützt auf Art. 67 Abs. 3 StGB ein lebenslängliches 

Tätigkeitsverbot angeordnet. 

 

Der Beschuldigte beantragt mit Berufung – ausgehend von den von ihm 

beantragten Freisprüchen – die Aufhebung der Anordnung eines 

Tätigkeitsverbots (Berufungserklärung, S. 3). 

 

4.2. 

Wird ein Täter u.a. wegen sexueller Nötigung an einem minderjährigen 

Opfer und Pornografie, die sexuelle Handlungen mit Minderjährigen zum 

Inhalt haben, zu einer Strafe verurteilt, so verbietet ihm das Gericht gestützt 

auf Art. 67 Abs. 3 lit. c und d Ziff. 2 StGB lebenslänglich jede berufliche und 

jede organisierte ausserberufliche Tätigkeit, die einen regelmässigen 

Kontakt zu Minderjährigen umfasst. Gemäss Art. 67 Abs. 4bis StGB kann 

das Gericht in besonders leichten Fällen ausnahmsweise von der 

Anordnung absehen, wenn ein solches Verbot nicht notwendig erscheint, 

um den Täter von der Begehung weiterer Straftaten abzuhalten, wie sie 

Anlass für das Verbot sind. Von der Anordnung eines Tätigkeitsverbotes 

darf jedoch u.a. dann nicht abgesehen werden, wenn der Täter wegen einer 

qualifizierten Anlasstat verurteilt worden ist, worunter u.a. der Tatbestand 

der sexuellen Nötigung gemäss Art. 189 StGB [in der Fassung vor Revision 

des Sexualstrafrechts] gehört (Art. 67 Abs. 4bis lit. a StGB). 

 

Der Beschuldigte wird mit vorliegendem Urteil u.a. der sexuellen Nötigung 

zum Nachteil von A._____ und somit einem im Tatzeitpunkt minderjährigen 

Opfer schuldig gesprochen. Da er damit wegen einer qualifizierten 

 - 25 - 

 

 

Anlasstat verurteilt wird, darf bereits aus diesem Grund von einem 

Tätigkeitsverbot nicht abgesehen werden (Art. 67 Abs. 4bis lit. a StGB). Dem 

Beschuldigten ist somit gestützt auf Art. 67 Abs. 3 lit. c und lit. d Ziff. 2 StGB 

lebenslänglich jede berufliche und jede organisierte ausserberufliche 

Tätigkeit, die einen regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen umfasst, zu 

verbieten. Damit erweist sich die Berufung des Beschuldigten in diesem 

Punkt als unbegründet. 

 

4.3. 

Die Vorinstanz hat dem Beschuldigten zudem gestützt auf Art. 67 Abs. 1 

StGB für die Dauer von 5 Jahren jede Tätigkeit als Lehrer, Dozent, Coach 

und dergleichen für junge Erwachsene im Alter von 18 bis 25 Jahren 

verboten (vorinstanzliches Urteil, S. 31 f.). Auch diesbezüglich beantragt 

der Beschuldigte mit Berufung – ausgehend von den von ihm beantragten 

Freisprüchen – die Aufhebung der Anordnung eines Tätigkeitsverbots 

(Berufungserklärung, S. 3). 

 

Die Vorinstanz verkennt, dass die in Art. 67 Abs. 3 StGB aufgeführte 

Katalogtat der sexuellen Nötigung nur dann als Anlasstat für die Anordnung 

eines allgemeinen Tätigkeitsverbots nach Art. 67 Abs. 1 StGB infrage 

kommt, sofern sie nicht an einem minderjährigen Opfer begangen worden 

ist. Da dies vorliegend aber der Fall ist – A._____ war zum Tatzeitpunkt 

minderjährig – fehlt es für die Anordnung eines allgemeinen 

Tätigkeitsverbots betr. junge Erwachsene im Alter von 18 bis 25 Jahren an 

einer Anlasstat. Somit erweist sich die Berufung des Beschuldigten in 

diesem Punkt als begründet und es ist von einem Tätigkeitsverbot gemäss 

Art. 67 Abs. 1 StGB abzusehen. 

 

5. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten verpflichtet, A._____ Fr. 255.70 

zuzüglich Zins zu 5 % seit dem 11. Dezember 2021 als Schadenersatz 

sowie eine Genugtuung von Fr. 12'000.00 nebst Zins zu 5 % seit dem 31. 

Oktober 2021 zu bezahlen. 

 

Der Beschuldigte beantragt die Abweisung der Zivilklage, eventualiter sei 

sie auf den Zivilweg zu verweisen (Plädoyer Berufungsverhandlung, S. 17; 

Protokoll Berufungsverhandlung, S. 45).  

 

Die von der Vorinstanz zugesprochene Genugtuung von Fr. 12'000.00 

erscheint unter Berücksichtigung dessen, dass es hinsichtlich der analen 

Penetration bei einem Versuch geblieben ist, eher hoch, jedoch noch im 

gerichtlichen Ermessen liegend. Da der Beschuldigte die zugesprochene 

Genugtuung in Bezug auf ihre Höhe aber ohnehin nicht genügend 

substanziert bestritten hat, ist nicht weiter darauf einzugehen bzw. es kann 

– auch hinsichtlich des vorinstanzlich zugesprochenen Schadenersatzes 

von Fr. 255.70 – auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden 

 - 26 - 

 

 

(Art. 82 Abs. 4 StPO), zumal im Adhäsionsprozess die Dispositions- wie 

auch die Verhandlungsmaxime gilt (Urteil des Bundesgerichts 6B_90/2025 

vom 10. September 2025 E. 2.2.1 mit Hinweisen). 

 

6. 

6.1. 

6.1.1. 

Der Beschuldigte erwirkt mit seiner Berufung, dass er betreffend das 

Onanieren vom Vorwurf der sexuellen Nötigung freigesprochen und kein 

allgemeines Tätigkeitsverbot angeordnet wird. Es handelt sich dabei jedoch 

um vergleichsweise untergeordnete Punkte und das Urteil des 

Bezirksgerichts wird nur unwesentlich zu Gunsten des Beschuldigten 

abgeändert, zumal der Beschuldigte hinsichtlich der versuchten analen 

Penetration der versuchten sexuellen Nötigung schuldig gesprochen wird 

und das ihm vorgeworfene Onanieren in unmittelbarem Anschluss daran 

und damit in einem engen und direkten Zusammenhang dazu erfolgt ist. Im 

Übrigen ist die Berufung des Beschuldigten abzuweisen und die 

Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft hinsichtlich der auszu-

sprechenden Freiheitsstrafe gutzuheissen. 

 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens rechtfertigt es sich, dem 

Beschuldigten die obergerichtlichen Verfahrenskosten von Fr. 5'000.00 

(§ 15 GebührD) vollumfänglich aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 und 2 lit. b 

StPO). 

 

6.1.2. 

Der Kostenentscheid präjudiziert die Entschädigungsfrage (BGE 147 IV 

47). Ausgangsgemäss hat der Beschuldigte seine Parteikosten im 

Berufungsverfahren für seine freigewählte Verteidigerin selbst zu tragen 

(Art. 436 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 429 Abs. 1 e contrario). 

 

6.1.3. 

Der ehemalige amtliche Verteidiger des Beschuldigten, Rechtsanwalt 

Oliver Bulaty, ist für das obergerichtliche Verfahren gestützt auf seine 

Honorarnote vom 5. Juni 2025 mit Fr. 1'476.70 aus der Staatskasse zu 

entschädigen (Art. 135 Abs. 1 StPO i.V.m. § 9 Abs. 1 und Abs. 3bis AnwT; 

§ 13 AnwT). 

 

Diese Entschädigung ist vom Beschuldigten, der sich in günstigen 

finanziellen Verhältnissen befindet und namentlich über erhebliche 

Vermögenswerte (u.a. eine Liegenschaft in Q._____) verfügt, sofort 

zurückzufordern (Art. 135 Abs. 4 StPO). 

 

6.1.4. 

Der Beschuldigte unterliegt im Verhältnis zum Privatkläger A._____ mit 

Ausnahme des Freispruchs vom Vorwurf der sexuellen Nötigung betreffend 

 - 27 - 

 

 

das angeklagte Onanieren, was jedoch einen untergeordneten Punkt 

betrifft. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens ist der Beschuldigte 

zu verpflichten, dem Privatkläger gestützt auf die von seiner freigewählten 

Vertreterin eingereichten Kostennote für die notwendigen Aufwendungen 

im Berufungsverfahren eine Entschädigung in Höhe von Fr. 3'130.45 zu 

bezahlen (Art. 433 StPO; § 9 Abs. 1, Abs. 2bis und Abs. 3 AnwT). 

 

6.2. 

6.2.1. 

Fällt die Rechtsmittelinstanz einen neuen Entscheid, so befindet sie darin 

auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 Abs. 

3 StPO). Der Beschuldigte hat im erstinstanzlichen Verfahren die 

Verfahrenskosten zu tragen, wenn er verurteilt wird (Art. 426 Abs. 1 Satz 1 

StPO). Wird er nur teilweise schuldig gesprochen, so sind ihm die 

Verfahrenskosten grundsätzlich nur anteilsmässig aufzuerlegen. Er kann in 

diesem Fall aber auch vollumfänglich kostenpflichtig werden, wenn die ihm 

zur Last gelegten Handlungen in einem engen und direkten Zusammen-

hang stehen und alle Untersuchungshandlungen hinsichtlich jedes 

Anklagepunkts notwendig waren. Bei einem einheitlichen Sachverhalts-

komplex ist vom Grundsatz der vollständigen Kostenauflage nur 

abzuweichen, wenn die Strafuntersuchung im freisprechenden Punkt zu 

Mehrkosten geführt hat (Urteil des Bundesgerichts 6B_491/2023 vom 

7. August 2023 E. 3.3 mit Hinweisen). 

 

Der Beschuldigte wird zwar vom Vorwurf der sexuellen Nötigung betreffend 

das angeklagte Onanieren freigesprochen. Dieser Vorwurf steht aber in 

einem engen und direkten Zusammenhang zum Vorwurf der versuchten 

analen Penetration, hinsichtlich welchem ein Schuldspruch erfolgt und von 

einem einheitlichen Sachverhaltskomplex auszugehen ist. Da auf den 

freisprechenden Punkt keine ausscheidbaren Mehrkosten entfallen sind, 

rechtfertigt es sich, dem Beschuldigten die erstinstanzlichen Verfahrens-

kosten (inkl. Anklagegebühr) vollumfänglich aufzuerlegen. 

 

6.2.2. 

Die dem ehemaligen amtlichen Verteidiger des Beschuldigten, Rechts-

anwalt Oliver Bulaty, für das erstinstanzliche Verfahren zugesprochene 

Entschädigung in der Höhe von Fr. 26'634.85 ist mit Berufung nicht 

angefochten worden, weshalb darauf im Berufungsverfahren nicht 

zurückzukommen ist (Urteil des Bundesgerichts 6B_1231/2022 vom 

10. März 2023 E. 2.1). 

 

Diese Entschädigung ist vom Beschuldigten im Umfang von Fr. 25'450.15 

sofort zurückzufordern (Art. 135 Abs. 4 StPO). Der Differenzbetrag von 

Fr. 1'184.70 ist im Zusammenhang mit der Anklageeinreichung bei einem 

örtlich unzuständigen Bezirksgericht angefallen und wurde von der 

Vorinstanz zu Recht definitiv auf die Staatskasse genommen, was mit 

 - 28 - 

 

 

Berufung nicht angefochten worden ist und worauf nicht zurückzukommen 

ist. 

 

6.2.3. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten verpflichtet, dem Privatkläger 

gestützt auf die von seiner Rechtsvertreterin eingereichte Kostennote für 

die notwendigen Aufwendungen im erstinstanzlichen Verfahren eine 

Entschädigung von Fr. 9'965.25 zu bezahlen, was mit Berufung nicht 

angefochten worden ist, weshalb darauf nicht zurückzukommen ist. 

 

7. 

Tritt das Berufungsgericht, wie vorliegend, auf die Berufung ein, fällt es ein 

neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 Abs. 1 

StPO, Art. 81 StPO). 

 
 
   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. 

Der Beschuldigte wird in Bezug auf das angeklagte Onanieren vom Vorwurf 

der sexuellen Nötigung freigesprochen. 

 

2. 

Der Beschuldigte ist schuldig 

- der mehrfachen (versuchten) sexuellen Nötigung gemäss Art. 189 Abs. 

1 StGB [in der bis 30. Juni 2024 geltenden Fassung], teilweise i.V.m. 

Art. 22 Abs. 1 StGB;  

- der mehrfachen Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 5 Satz 1 und Satz 2 

StGB [in Rechtskraft erwachsen]. 

 

3. 

3.1. 

Der Beschuldigte wird hierfür gemäss den in Ziff. 2 genannten Gesetzes-

bestimmungen sowie in Anwendung von Art. 47 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB, 

Art. 40 StGB, Art. 34 StGB, Art. 42 Abs. 1 StGB und Art. 44 Abs. 1 StGB 

 

zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 3 ½ Jahren, 

 

und zu einer bedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen à Fr. 140.00, d.h. 

Fr. 4’200.00, Probezeit 2 Jahre, [in Rechtskraft erwachsen] 

 

verurteilt. 

 

3.2. 

Die ausgestandene Untersuchungshaft von 4 Tagen (1. November 2021 

bis 4. November 2021) wird auf die Freiheitsstrafe angerechnet. 

 - 29 - 

 

 

4. 

Dem Beschuldigten wird gestützt auf Art. 67 Abs. 3 lit. c und lit. d Ziff. 2 

StGB lebenslänglich jede berufliche und jede organisierte ausserberufliche 

Tätigkeit, die einen regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen umfasst, 

verboten. 

 

5. [in Rechtskraft erwachsen] 

5.1. 

Folgende beschlagnahmten Gegenstände werden dem Beschuldigten 

nach vorgängiger Bezahlung der Kosten für die Löschung der inkriminierten 

Daten bzw. irreversibler Rücksetzung des iPhones herausgegeben: 

 

- Mobiltelefon Apple iPhone 11 Pro, inklusive Schutzhülle (Asservat 1) 

- Harddisk 3.5 Western Digital 640 GB (Asservat 16) 

 

Werden diese Gegenstände nicht innert 30 Tagen seit Rechtskraft des 

vorliegenden Urteils herausverlangt oder die anfallenden Kosten nicht 

bezahlt, trifft die Staatsanwaltschaft die sachgemässen Verfügungen. 

 

5.2. 

Folgende beschlagnahmten Gegenstände werden dem Beschuldigten 

herausgegeben: 

 

- PC Miditower Acer, schwarz, 2021-088-03 (Asservat 16) 

- Fixleintuch ab Bett Schlafzimmer, blau (Asservat 3) 

- Bettbezug ab Bett Schlafzimmer, rot mit asiatischen Schriftzeichen (Asservat 33) 

- Kissenbezug ab Bett Schlafzimmer, rot mit asiatischen Schriftzeichen (Asservat 33, Teil 

1/2) 

- Kissenbezug ab Bett Schlafzimmer, rot mit asiatischen Schriftzeichen (Asservat 33, Teil 

2/2) 

- Rasierer aus Duschkabine (Asservat 9) 

- Rasierklinge aus Abfalleimer Badezimmer (Asservat 10) 

- Rasierklinge aus Abfalleimer Badezimmer (Asservat 11) 

- Rasierer aus Besucher Badezimmer (Asservat 12) 

- Rasierklinge ab Ablage Lavabo Badezimmer (Asservat 13) 

 

Werden diese Gegenstände nicht innert 30 Tagen seit Rechtskraft des 

vorliegenden Urteils abgeholt, trifft die Staatsanwaltschaft die sachge-

mässen Verfügungen. 

 

5.3. 

Folgende beschlagnahmten Gegenstände werden dem Privatkläger 

A._____ herausgegeben: 

 

- Unterhose, Socken, Hose, T-Shirt und Kapuzenpullover von A._____ (Asservat 21) 

 

 - 30 - 

 

 

Werden diese Gegenstände nicht innert 30 Tagen seit Rechtskraft des 

vorliegenden Urteils abgeholt, trifft die Staatsanwaltschaft die sachge-

mässen Verfügungen. 

 

6. 

Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger A._____ Fr. 255.70 

zuzüglich Zins zu 5 % seit dem 11. Dezember 2021 als Schadenersatz und 

Fr. 12'000.00 zuzüglich Zins zu 5 % seit dem 31. Oktober 2021 als 

Genugtuung zu bezahlen. 

 

7. 

7.1. 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten von Fr. 5'000.00 werden dem 

Beschuldigten auferlegt. 

 

7.2. 

Der Beschuldigte hat seine Parteikosten für das Berufungsverfahren selbst 

zu tragen. 

 

7.3. 

Die Obergerichtskasse wird angewiesen, dem ehemaligen amtlichen 

Verteidiger des Beschuldigten, Rechtsanwalt Oliver Bulaty, für das 

Berufungsverfahren eine Entschädigung von Fr. 1'476.70 auszurichten. 

 

Diese Entschädigung wird vom Beschuldigten sofort zurückgefordert. 

 

7.4. 

Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger A._____ für seine 

notwendigen Aufwendungen im Berufungsverfahren eine Entschädigung 

von Fr. 3'130.45 zu bezahlen. 

 

8. 

8.1. 

Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten von Fr. 16'090.00 (inkl. Anklage-

gebühr von Fr. 2'350.00) werden dem Beschuldigten auferlegt. 

 

8.2. 

Die vorinstanzliche Gerichtskasse wird – soweit noch keine Auszahlung 

erfolgt ist – angewiesen, dem ehemaligen amtlichen Verteidiger des 

Beschuldigten, Rechtsanwalt Oliver Bulaty, für das erstinstanzliche 

Verfahren eine Entschädigung von Fr. 26'634.85 auszurichten. 

 

Diese Entschädigung wird im Umfang von Fr. 25'450.15 vom Beschuldigten 

sofort zurückgefordert. Im Umfang von Fr. 1'184.70 wird die Entschädigung 

definitiv vom Staat getragen. 

 

 - 31 - 

 

 

8.3. 

Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger A._____ für seine 

notwendigen Aufwendungen im erstinstanzlichen Verfahren eine 

Entschädigung von Fr. 9'965.25 zu bezahlen. 

 

 

 Zustellung an:  

[…] 

 

 
   

Hinweis zur Bedeutung der bedingt ausgesprochenen Strafe  

(Art. 44 Abs. 3 StGB) 

 

Bei einer ausgefällten bedingten Geld- oder Freiheitsstrafe wird der Vollzug aufgeschoben. 

Gleichzeitig wird dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis fünf Jahren angesetzt. Hat 

sich der Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit bewährt, so wird die aufgeschobene Strafe 

nicht mehr vollzogen (Art. 45 StGB). Das bedeutet, dass die Geldstrafe dann nicht zu 

bezahlen bzw. die Freiheitsstrafe nicht anzutreten ist. Begeht der Verurteilte während der 

Probezeit aber ein Verbrechen oder Vergehen und ist deshalb zu erwarten, dass er weitere 

Straftaten verüben wird, so widerruft das Gericht grundsätzlich die bedingte Strafe (Art. 46 

Abs. 1 StGB).  

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der 

vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das 

Schweizerische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 

Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen 

Bundesgericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die 

Beschwerdelegitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

  

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Aarau, 23. Oktober 2025 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 1. Kammer 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Six Eichenberger