# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 62a856a0-6b7f-5bfc-801a-c808b9e37474
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-03-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.03.2015 B-6646/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-6646-2014_2015-03-17.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung II 

B-6646/2014 

 

 
 

  A b s c h r e i b u n g s e n t s c h e i d   

v o m  1 7 .  M ä r z  2 0 1 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Marc Steiner, 

Gerichtsschreiberin Beatrice Rohner. 
 

 
 

Parteien 
 A._______ AG,  

vertreten durch Rechtsanwälte Dr. Daniel Emch  

und Dr. Christoph Jäger,  

Kellerhals Anwälte,  

Effingerstrasse 1, Postfach 6916, 3001 Bern, 

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 
 

Bundesamt für Bauten und Logistik BBL,  

KBB / Rechtsdienst,  

Fellerstrasse 21, 3003 Bern,   

vertreten durch Rechtsanwälte Prof. Dr. Hans Rudolf Trüeb, 

Dr. Pandora Notter und Kim Leuch,  

Walder Wyss AG,  

Seefeldstrasse 123, Postfach 1236, 8034 Zürich,  

Vergabestelle.  

 

 
 

 
 

Gegenstand 
 Öffentliches Beschaffungswesen; Projekt (1405) 609 

Field-Support Partner - SIMAP Meldungsnummer 840715 

(Projekt-ID: 118360). 

 

B-6646/2014 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, 

dass die B._____ AG (später A._____ AG; im Folgenden Beschwerdefüh-

rerin) mit Eingabe vom 11. November 2014 (Posteingang: 14. November 

2014) beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde gegen die auf der In-

ternetplattform simap.ch am 22. Oktober 2014 publizierte Ausschreibung 

mit dem Projekttitel "(1405) 609 Field Support Partner" (Meldungsnummer 

840715; Projekt-ID 118360) erhob und beantragte, der Beschwerde sei zu-

nächst superprovisorisch und alsdann definitiv die aufschiebende Wirkung 

zuzuerkennen, das heisse der Vergabestelle sei zu verbieten, das Verga-

beverfahren durch- bzw. weiterzuführen bis über die vorliegende Be-

schwerde rechtskräftig entschieden worden sei, 

dass die Beschwerdeführerin ausserdem eventualiter beantragte, ihr sei im 

Sinne einer vorsorglichen Massnahme zu gestatten, sich trotz des Eig-

nungskriteriums EK 20 und unter Vorbehalt des Ausgangs des Beschwer-

deverfahrens am Vergabeverfahren zu beteiligen, wobei der Vergabestelle 

vorsorglich zu untersagen sei, irgendwelche Vollzugsvorkehrungen, wel-

che den Ausgang des Beschwerdeverfahrens präjudizieren könnten, vor-

zunehmen, namentlich den Zuschlag zu erteilen und/oder den Vertrag ab-

zuschliessen, 

dass das Bundesverwaltungsgericht mit Verfügung vom 17. November 

2014 unter anderem superprovisorisch ein Offertöffnungsverbot verfügt 

und einen Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 12'000.- einverlangt hat, 

welchen die Beschwerdeführerin innert Frist bezahlt hat, 

dass die Beschwerdeführerin dem Gericht am 4. Dezember 2014 mitteilte, 

dass sie im strittigen Vergabeverfahren innert Frist eine Offerte eingereicht 

habe, 

dass die Vergabestelle mit Stellungnahme vom 10. Dezember 2014 bean-

tragte, der Antrag auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung sei abzuwei-

sen, wobei der Vergabestelle zu gestatten sei, die Offerten zu öffnen und 

die Evaluation unter Berücksichtigung des Angebots der Beschwerdefüh-

rerin durchzuführen, 

dass der Vergabestelle mit Zwischenverfügung vom 19. Dezember 2014 

gestattet wurde, die Offerte der Beschwerdeführerin zu öffnen und formell 

zu prüfen, 

B-6646/2014 

Seite 3 

dass der Vergabestelle am 14. Januar 2015 gestattet wurde, die weiteren 

Offerten zu öffnen und formell zu prüfen sowie eine materielle Prüfung aller 

eingegangenen Offerten vorzunehmen, 

dass die Vergabestelle mit Eingabe vom 13. Februar 2015 beantragt, ihr 

sei zu gestatten, den übrigen Anbietern den Widerruf der Ausschreibung 

vom 22. Oktober 2014 und den Abbruch des Vergabeverfahrens mitzutei-

len sowie das Beschwerdeverfahren infolge Widerruf der Ausschreibung 

als gegenstandslos abzuschreiben, 

dass die Vergabestelle gleichzeitig einen Entwurf der Widerruf- und Ab-

bruchverfügung eingereicht hat, worin sie ausführt, dass die Ausschrei-

bung in Kürze auf der Plattform SIMAP neu publiziert werde, welche ein 

modifiziertes Eignungskriterium EK 20 enthalten werde, wobei von der An-

forderung, wonach sich der Anbieter und alle Subunternehmer zur Mehr-

heit in Schweizer Eigentum befinden müssen, Abstand genommen werde, 

dass die Vergabestelle mit Eingabe vom 16. März 2015 bestätigt, die Wi-

derruf- bzw. Abbruchverfügungen betreffend die angefochtene Ausschrei-

bung den Anbieterinnen am 18. Februar 2015 versandt zu haben und 

gleichzeitig die Kopien der Widerruf- bzw. Abbruchverfügungen einreicht,  

dass sich das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht nach dem 

Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren 

(VwVG, SR 172.021) richtet, soweit das BöB und das Verwaltungsgerichts-

gesetz vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) nichts anderes bestimmen 

(Art. 26 Abs. 1 BöB und Art. 37 VGG), 

dass die Vergabestelle bis zu ihrer Vernehmlassung ihren ursprünglichen 

Entscheid in Wiedererwägung ziehen kann (Art. 58 Abs. 1 VwVG), 

dass die Beschwerdeinstanz die Behandlung der Beschwerde fortzusetzen 

hat, soweit diese durch die neue Verfügung der Vergabestelle nicht gegen-

standslos geworden ist (Art. 58 Abs. 3 VwVG), 

dass durch den Widerruf der Ausschreibung dem Rechtsbegehren der Be-

schwerdeführerin entsprochen wurde, 

dass das Beschwerdeverfahren daher im einzelrichterlichen Verfahren als 

durch Wiedererwägung gegenstandslos geworden abzuschreiben ist 

(Art. 23 Abs. 1 Bst. a VGG), 

B-6646/2014 

Seite 4 

dass bei einer Abschreibung wegen Gegenstandslosigkeit die Verfahrens-

kosten in der Regel jener Partei auferlegt werden, deren Verhalten die Ge-

genstandslosigkeit bewirkt hat (Art. 5 des Reglements vom 21. Februar 

2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-

gericht [VGKE, SR 173.320.2]), 

dass dies bei einer Wiedererwägung in der Regel die Vergabestelle ist, 

dass Vorinstanzen oder beschwerdeführenden und unterliegenden Bun-

desbehörden keine Verfahrenskosten auferlegt werden (Art. 63 Abs. 2 

VwVG), weshalb im vorliegenden Fall keine Verfahrenskosten zu erheben 

sind, 

dass der Beschwerdeführerin der bezahlte Kostenvorschuss in der Höhe 

von Fr. 12'000.- zurückzuerstatten ist, 

dass die Beschwerdeinstanz der ganz oder teilweise obsiegenden Partei 

von Amtes wegen oder auf Begehren eine Parteientschädigung für ihr er-

wachsene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zusprechen 

kann (Art. 64 Abs. 1 VwVG und Art. 7 Abs. 1 und 2 VGKE), 

dass die Beschwerdeführerin bei diesem Verfahrensausgang als obsie-

gende Partei anzusehen ist, 

dass es sich angesichts der getroffenen vorsorglichen Massnahmen nicht 

rechtfertigt, diese im Sinne eines insgesamt nur teilweisen Obsiegens der 

Beschwerdeführerin zu berücksichtigen,  

dass die Beschwerdeführerin am 20. Februar 2015 eine Kostennote und 

am 26. Februar 2015 eine detaillierte Kostennote einreichte (Art. 14 Abs. 1 

VGKE), worin sie insgesamt 85.4 Stunden zu einem Stundenansatz von 

Fr. 350.- (Fr. 29'890.-) sowie Auslagen in der Höhe von Fr. 867.50 inkl. 

MwSt. von Fr. 2'460.60 geltend macht,  

dass die Vergabestelle, nachdem ihr Einsicht in die detaillierte Kostennote 

gewährt worden ist, auf eine Stellungnahme zur Höhe der zuzusprechen-

den Parteientschädigung verzichtet hat, 

dass das Gericht die Parteientschädigung gemäss Art. 14 Abs. 2 VGKE 

aufgrund der eingereichten Kostennoten festzusetzen hat, 

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Seite 5 

dass der von der Beschwerdeführerin geltend gemachte Stundenansatz 

von Fr. 350.- mit Blick auf Art. 10 Abs. 2 VGKE nicht zu beanstanden ist,  

dass dies angesichts der komplexen Prozessführung im Sinne vorsorgli-

cher Anordnungen auch für den geltend gemachten Aufwand von 

85.4 Stunden gilt, wobei auch die Höhe der Auslage dem Üblichen ent-

spricht,  

dass der Beschwerdeführerin damit antragsgemäss eine Parteientschädi-

gung von Fr. 33'218.10 zuzusprechen ist, welche von der Vergabestelle zu 

tragen ist.  

 

Demnach verfügt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Zustellung der Eingabe der Vergabestelle vom 16. März 2015 an die Be-

schwerdeführerin zur Kenntnis. 

2.  

Das Beschwerdeverfahren wird infolge Gegenstandslosigkeit abgeschrie-

ben. 

3.  

3.1. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.2. Der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 12'000.- wird der 

Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Ent-

scheids zurückerstattet.  

4.  

Der Beschwerdeführerin wird eine Parteientschädigung von Fr. 33'218.10 

(inkl. MwSt.) zu Lasten der Vergabestelle zugesprochen.  

  

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5.  

Dieser Entscheid geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Rechtsvertreter; Gerichtsurkunde; Beilagen: 

gemäss Ziffer 1 hiervor nebst Rückerstattungsformular) 

– die Vergabestelle (Ref-Nr. SIMAP-Projekt-ID 118360; Rechtsvertreter; 

Gerichtsurkunde) 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Marc Steiner Beatrice Rohner 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Rechts-

schrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. 

Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Be-

schwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

Versand: 17. März 2015