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**Case Identifier:** 1458eab6-b5c9-591a-b914-5852244c1f33
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-23
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 23.05.2024 SST.2023.270
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2023-270_2024-05-23.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 1. Kammer 

 

SST.2023.270 
(ST.2021.230 StA.2021.4975) 

 

 

Urteil vom 23. Mai 2024 
 

 

Besetzung  Oberrichter Six, Präsident 

Oberrichter Fedier 

Ersatzrichterin Müller 

Gerichtsschreiberin Sprenger 

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Baden, 

Mellingerstrasse 207, 5405 Dättwil AG  

 

 
    

Beschuldigter   A._____,  

geboren am tt.mm.2002, von Kosovo, 

[…]  

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Emanuel Suter,  

[…] 

 

 

 
 

Gegenstand  Versuchter Raub usw. 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die Staatsanwaltschaft Baden erhob am 25. November 2021 Anklage 

gegen den Beschuldigten wegen versuchten Raubs gemäss Art. 140 Ziff. 1 

Abs. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB, Sachbeschädigung gemäss Art. 144 

Abs. 1 StGB, Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB sowie wegen 

Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19a Ziff. 1 

BetmG. 

 

2. 

Mit Urteil vom 10. Mai 2023 erkannte das Bezirksgericht Baden: 

 

1. 
Der Beschuldigte A._____ ist schuldig 
- des versuchten Raubs gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB, 
- der Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB 
- des Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB 
- sowie der Übertretung gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG. 
 
2. 
Der Beschuldigte wird hierfür in Anwendung der genannten Gesetzesbestimmungen sowie 
den Art. 40, 47, 49 Abs. 1 und 106 StGB bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 32 Monaten 
und einer Busse von Fr. 300.00. 
 
Für den Fall, dass die Busse schuldhaft nicht bezahlt wird, ist eine Ersatzfreiheitsstrafe von 
vier Tagen auszusprechen. 
 
3. 
Die vorläufige Festnahmezeit von zwei Tagen wird gestützt auf Art. 51 StGB auf die 
Freiheitsstrafe angerechnet. 
 
4. 
Der Vollzug der ausgefällten Freiheitsstrafe wird gestützt auf Art. 42 i.V.m. Art.43 StGB im 
Umfang von 16 Monaten aufgeschoben. Die Probezeit für den bedingten Teil der Strafe 
wird gemäss Art. 44 Abs. 1 StGB auf fünf Jahre festgesetzt. 
 
5. 
Der Beschuldigte wird gestützt auf Art. 66a Abs. 1 lit. c StGB für sieben Jahre des Landes 
verwiesen. Diese Landesverweisung gilt für den gesamten Schengenraum und ist 
entsprechend im SIS einzutragen. 
 
6. 
Das beschlagnahmte Küchenmesser, Tatwaffe, ist der berechtigten Person (mutmasslich 
B._____) innert 30 Tagen ab Rechtskraft des Urteils auf erstes verlangen hin 
herauszugeben, im Säumnisfall ist es zu vernichten. 
 
Die Oberstaatsanwaltschaft trifft die sachgemässen Verfügungen. 
 
7. 
Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Zivilkläger eine Genugtuung von Fr. 3'000.00 zzgl. 
Verzugszins von 5 % seit dem 9. Juli 2021 zu bezahlen. 
 
lm Übrigen wird die Zivilklage auf den Zivilweg verwiesen (Art. 126 Abs. 3 StPO). 

 - 3 - 

 

 

8. 
8.1. 
Die Verfahrenskosten bestehen aus: 
a) der Anklagegebühr von Fr. 2'100.00 
b) der Gerichtsgebühr von  Fr. 4'000.00 
c) den Kosten für die amtliche Verteidigung von Fr. 9'893.70 
d) den Kosten für die unentgeltliche Vertretung  
des Zivilklägers von Fr. 4'386.10 
e) den Kosten des KSB und des KSA von Fr. 4'641.00 
f) den Spesen von  Fr. 341.60 
Total Fr.  25'362.40 
 
8.2. 
Die allgemeinen Aufwendungen der Polizei (Polizeirapportkosten von Fr. 357.50) sind 
mangels gesetzlicher Grundlage nicht i.S.v. Art. 422 Abs. 2 lit. d StPO auslagefähig, diese 
Kosten sind vom Staat zu tragen und gehen zurück an die Staatsanwaltschaft. 
 
8.3. 
Der unentgeltlichen Rechtsvertreterin des Zivilklägers, lic. iur. Rebecca Leiser-Schneider, 
Rechtsanwältin, Aarau, wird eine Entschädigung von gesamthaft Fr. 4'386.10 (inkl. 7.7 % 
MwSt. von Fr. 313.60) zu Lasten der Staatskasse ausgerichtet und die Gerichtskasse 
Baden wird angewiesen, die Auszahlung vorzunehmen. 
 
Der Beschuldigte befindet sich nicht in günstigen wirtschaftlichen Verhältnissen, weshalb 
die Kosten für die unentgeltliche Verbeiständung des Zivilklägers auf die Staatskasse 
genommen werden (Art.426 Abs. 4 StPO). 
 
Eine Rückforderung gegenüber dem Zivilkläger ist gestützt auf Art. 30 Abs. 3 OHG 
ausgeschlossen. 
 
8.4. 
Dem Beschuldigten werden die Gebühren sowie die Kosten gemäss vorstehender Ziff. 8.1 
lit. a), b), e) und f) im Gesamtbetrag von Fr. 11'082.60 auferlegt. 
 
9. 
Dem amtlichen Verteidiger des Beschuldigten, MLaw Emanuel Suter, Rechtsanwalt, Frick, 
wird eine Entschädigung von Fr. 9'893.70 (inkl. 7.7% MwSt. von Fr. 707.35) zu Lasten der 
Staatskasse zugesprochen (Kosten gemäss vorstehender Ziff. 8.1 lit. c.) und die 
Gerichtskasse Baden wird angewiesen, die Auszahlung vorzunehmen. 
 
Die Entschädigung wird einstweilen auf der Gerichtskasse Baden vorgemerkt. Sie wird vom 
Beschuldigten zurückgefordert, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse zulassen (Art. 
135 Abs. 4 i.V.m. Art.426 Abs. 1 StPO). 

 

3. 

3.1. 

Mit Berufungserklärung vom 22. November 2023 beantragte der 

Beschuldigte:  

 

1. 
Ziff. 1 des Urteils vom 10. Mai 2023 sei dahingehend abzuändern, dass der Beschuldigte 
vom Vorwurf des versuchten Raubs gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 
1 StGB, der Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB und des Hausfriedensbruchs 
gemäss Art. 186 StGB freizusprechen sei.  
 

 

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2. 
Ziff. 2 des Urteils vom 10. Mai 2023 sei dahingehend abzuändern, dass der Beschuldigte 
ausschliesslich mit einer Busse von Fr. 300.00 bestraft wird.  
 
3. 
Ziff. 4, 5 und 7 des Urteils vom 10. Mai 2023 seien ersatzlos aufzuheben.  
 
4. 
Abs. 2 von Ziff. 8.3. des Urteils vom 10. Mai 2023 sei ersatzlos aufzuheben.  
 
5. 
Ziff. 8.4. des Urteils vom 10. Mai 2023 sei dahingehend abzuändern, dass sämtliche Kosten 
gemäss Ziff. 8.1. auf die Staatskasse zu nehmen sind.  
 
6. 
Abs. 2 von Ziff. 9 des Urteils vom 10. Mai 2023 sei ersatzlos aufzuheben.  

 

3.2. 

Die Berufungsverhandlung fand am 23. Mai 2024 statt. 

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Die Berufung richtet sich gegen die Schuldsprüche des versuchten Raubs, 

der Sachbeschädigung und des Hausfriedensbruchs und damit einher-

gehend gegen die Strafzumessung, die Landesverweisung und die Zivil-

forderung. In den übrigen Punkten (Schuldspruch wegen Widerhandlung 

gegen das Betäubungsmittelgesetz, dafür ausgesprochene Busse, He-

rausgabe des beschlagnahmten Gegenstands sowie Höhe der Entschä-

digung der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen Vertretung 

des Privatklägers im erstinstanzlichen Verfahren) ist das vorinstanzliche 

Urteil unangefochten geblieben und deshalb nicht zu überprüfen (Art. 404 

Abs. 1 StPO). 

 

2. 

2.1. 

2.1.1. 

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten vor, in den frühen Morgen-

stunden des 9. Juli 2021 zusammen mit C._____ in die damalige Wohnung 

von D._____ in R._____ durch das zuvor durch die beiden Personen unter 

Zuhilfenahme zweier Steine eingeschlagene Fenster eingedrungen zu 

sein. Dabei sei ein Sachschaden von Fr. 1'000.00 entstanden. Als D._____ 

die Geräusche gehört habe, habe er die Polizei alarmiert und sich zu den 

Tätern begeben. Er habe einen Baseballschläger zur Hand genommen und 

die Täter angeschrien, wobei der Beschuldigte sogleich durch das 

eingeschlagene Fenster geflüchtet sei, während C._____ in der Wohnung 

verblieben sei, D._____ gesagt habe «Paranoia, Bruder, Paranoia» und die 

Wohnung nach Wertgegenständen und Drogen durchsucht habe. AIs 

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D._____ die Haustür geöffnet habe, um aus der Wohnung zu flüchten, soll 

der Beschuldigte mit einem Küchenmesser (Klingenlänge ca. 20 cm) 

bewaffnet davorgestanden und D._____ aufgefordert haben, ruhig zu sein 

und ihm nicht in die Augen zu schauen. Sie hätten sich schliesslich in die 

Wohnung zurückbegeben. Der Beschuldigte habe mit dem Messer 

herumgefuchtelt und D._____ gesagt, dass er Geld wolle und Folgendes 

geäussert: «lch bin nöd us dem Land. Weisch was machemer mit Lüüt i 

mim Land». Nach rund zehn Minuten seien die Täter ohne Deliktsgut von 

dannen gezogen. 

 

2.1.2. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten des versuchten Raubs, des Haus-

friedensbruchs sowie der Sachbeschädigung – jeweils in Mittäterschaft 

begangen – schuldig gesprochen. Sie hat nach einer Würdigung der 

Beweise (Blut- bzw. DNA-Spuren und der Aussagen des Beschuldigten) 

erwogen, dass sich der Sachverhalt gemäss Anklage abgespielt habe 

(vorinstanzliches Urteil E. 3.4). 

 

Der Beschuldigte bestreitet hingegen, den versuchten Raub sowie die 

Sachbeschädigung und den Hausfriedensbruch begangen zu haben. Viel-

mehr schildert er, am frühen 9. Juli 2021 – nachdem C._____ schnell aus 

der Wohnung gegangen sei – das Klirren eines Fensters im Erdgeschoss 

gehört zu haben, worauf er Nachschau gehalten habe. Er habe daraufhin 

das eingeschlagene Fenster und im Zimmer dahinter seinen Kollegen 

C._____ erkannt, weshalb er durch eben dieses Fenster eingestiegen sei, 

um diesen vor weiteren Dummheiten zu bewahren. Beim Einstieg habe er 

sich eine Schnittwunde an der Hand zugezogen. Als er seinen Kollegen 

nicht habe zum Rückzug bewegen können, habe er die Wohnung von 

D._____ durch die Wohnungstüre verlassen. Er habe D._____ nie ein 

Messer an den Hals gehalten. Dessen Aussagen seien frei erfunden, nicht 

konstant und würden Ungereimtheiten aufweisen. Die Täterbeschreibung 

von D._____ würde zudem nicht mit der durch ihn zum Zeitpunkt der 

Verhaftung getragenen Kleidung sowie seinem Aussehen übereinstimmen. 

Ferner seien die DNA-Spuren mit seinen eigenen Aussagen vereinbar 

(vgl. GA act. 138 ff.; Plädoyer der Verteidigung S. 3 ff.).  

 

2.2. 

2.2.1. 

Wer mit Gewalt gegen eine Person oder unter Androhung gegenwärtiger 

Gefahr für Leib oder Leben oder nachdem er den Betroffenen zum Wider-

stand unfähig gemacht hat, einen Diebstahl begeht, macht sich des Raubs 

schuldig (Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB). 

 

Strafbar ist auch der Versuch (Art. 22 StGB). Ein Versuch liegt vor, wenn 

der Täter, nachdem er mit der Ausführung eines Verbrechens oder Verge-

hens begonnen hat, die strafbare Tätigkeit nicht zu Ende führt oder der zur 

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Vollendung der Tat gehörende Erfolg nicht eintritt oder nicht eintreten kann 

(vgl. zum Versuch: BGE 140 IV 150 mit Hinweisen; Urteil des Bundes-

gerichts 6B_1159/2018 vom 18. September 2019 E. 2.2.2 mit Hinweisen, 

nicht publ. in: BGE 145 IV 424). 

 

In subjektiver Hinsicht verlangt der Tatbestand – über die Diebstahlsabsicht 

hinaus – Vorsatz, der sich auf die Ausführung der Nötigungshandlung 

gegenüber dem Opfer zum Zwecke eines Diebstahls bezieht. Der Täter 

muss die Wegnahme der Sache erzwingen wollen oder zumindest in Kauf 

nehmen, dass er den Widerstand des Opfers durch die ausgeübte Gewalt 

bricht (BGE 133 IV 207 E. 4.3.3).  

 

2.2.2. 

Einen Hausfriedensbruch begeht, wer gegen den Willen des Berechtigten 

u.a. in eine Wohnung unrechtmässig eindringt oder, trotz der Aufforderung 

eines Berechtigten, sich zu entfernen, darin verweilt (Art. 186 StGB). Der 

subjektive Tatbestand erfordert Vorsatz, wobei Eventualvorsatz genügt. 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_593/2019 vom 15. Januar 2020 E. 

1.4.2).  

 

2.2.3. 

Eine Sachbeschädigung begeht, wer eine Sache, an der ein fremdes 

Eigentums-, Gebrauchs- oder Nutzniessungsrecht besteht, beschädigt, 

zerstört oder unbrauchbar macht (Art. 144 Abs. 1 StGB). In subjektiver 

Hinsicht erfordert der Tatbestand der Sachbeschädigung Vorsatz. Dabei 

genügt Eventualvorsatz (Urteil des Bundesgerichts 6B_264/2017 vom 26. 

Oktober 2017 E. 3.3.2). 

 

2.2.4. 

Nach der Rechtsprechung ist Mittäter, wer bei der Entschliessung, Planung 

oder Ausführung eines Delikts vorsätzlich und in massgebender Weise mit 

anderen Tätern zusammenwirkt, sodass er als Hauptbeteiligter dasteht. 

Dabei kommt es darauf an, ob der Tatbeitrag nach den Umständen des 

konkreten Falls und dem Tatplan für die Ausführung des Delikts so 

wesentlich ist, dass sie mit ihm steht oder fällt. Das blosse Wollen der Tat, 

der subjektive Wille allein, genügt zur Begründung von Mittäterschaft nicht. 

Aus dem Gesagten folgt aber nicht, dass Mittäter nur ist, wer an der 

eigentlichen Tatausführung beteiligt ist oder sie zu beeinflussen vermag. 

Dass der Mittäter bei der Fassung des gemeinsamen Tatentschlusses 

mitwirkt, ist nicht erforderlich; es genügt, dass er sich später den Vorsatz 

seiner Mittäter zu eigen macht (Urteil des Bundesgerichts 6B_1034/2021 

vom 3. März 2022 E. 3.3. mit Hinweisen). Massgeblich ist, dass der Mittäter 

am Entschluss, ein Delikt zu begehen, oder an seiner Ausführung unter 

Umständen oder in einem gewissen Mass beteiligt ist, die ihn nicht als 

weiteren Beteiligten, sondern als Hauptbeteiligten erscheinen lassen (BGE 

135 IV 152 E. 2.3.1). Erscheint die Tat demnach als Ausdruck eines 

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gemeinsamen Willens und Handelns, ist jeder der Mittäter für die Tat als 

Ganzes verantwortlich (BGE 120 IV 17 E. 2d; Urteil des Bundesgerichts 

6B_648/2019 vom 28. August 2019 E. 1.2.2). 

 

2.3. 

In tatsächlicher Hinsicht ist erstellt und unbestritten geblieben, dass 

C._____, der Beschuldigte und E._____ die Nacht vom 8. auf den 9. Juli 

2021 in der Wohnung von B._____, die sich im 1. Stock desselben 

Gebäudes befunden hat wie die Wohnung von D._____ im Erdgeschoss, 

verbracht haben. Am frühen Morgen des 9. Juli 2021 ist C._____ durch ein 

zuvor mit Steinen eingeschlagenes Fenster in die Wohnung von D._____ 

eingedrungen, um Drogen und Geld zu suchen. Der Beschuldigte ist auf 

selbigem Weg in die Wohnung gelangt und hat die Wohnung kurz darauf 

wieder verlassen. 

 

Umstritten ist die Intention des Beschuldigten, in die Wohnung einzusteigen 

und ob er D._____ – während C._____ nach Geld und Drogen suchte – mit 

dem beschlagnahmten Küchenmesser mit einer Klingenlänge von 20 cm in 

der Hand an der Wohnungstür bedroht hat. 

 

2.4. 

Das Gericht würdigt die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten 

Verfahren gewonnenen Überzeugung (Art. 10 Abs. 2 StPO). Bestehen 

unüberwindbare Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraus-

setzungen der angeklagten Tat, d.h. solche, die sich nach einer objektiven 

Sachlage aufdrängen, so geht das Gericht von der für den Beschuldigten 

günstigeren Sachlage aus (Art. 10 Abs. 3 StPO). Bloss abstrakte und 

theoretische Zweifel sind nicht massgebend, weil solche immer möglich 

sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Der Grundsatz 

«in dubio pro reo» ist erst anwendbar, nachdem alle aus Sicht des 

urteilenden Gerichts notwendigen Beweise erhoben und ausgewertet 

worden sind und nach erfolgter Beweiswürdigung als Ganzem relevante 

Zweifel bestehen, wobei nur das Übergehen offensichtlich erheblicher 

Zweifel eine Verletzung des Grundsatzes «in dubio pro reo» zu begründen 

vermag (BGE 148 IV 409 E. 2.2; BGE 144 IV 345 E. 2.2.3). 

 

2.5. 

Abzustellen ist auf die im Kerngehalt konstanten, widerspruchsfreien und 

schlüssigen Aussagen von D._____ (UA act. 96 ff., 107.3 ff., GA act. 96 ff.; 

Protokoll der Berufungsverhandlung S. 2 ff.): Er hat glaubhaft ausgesagt, 

in der Tatnacht im Wohnzimmer geschlafen zu haben. Als es geklirrt habe 

(weil die Scheibe eingeschlagen worden ist), habe er den Polizeinotruf 

gewählt. Er habe den Baseballschläger ergriffen. Als er die 

Wohnzimmertüre geöffnet habe, habe er zwei Personen gesehen, wobei er 

einen gekannt habe. Der ihm nicht bekannte Täter sei wieder aus dem 

Fenster gestiegen. Der ihm bekannte C._____ sei in der Wohnung 

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geblieben und habe nach «Gras» und Geld gesucht. Als er die 

Wohnungstür geöffnet habe, sei der andere mit einem Messer in der Hand 

vor der Türe gestanden. Dieser habe das Messer auf ihn gerichtet, um ihn 

in Schach zu halten, damit herumgefuchtelt, ihm gesagt, er solle ruhig 

bleiben und ihm gedroht (UA act. 107.5, act. 107.8 und Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 2 f., S. 7, wonach ihm das Messer an bzw. in 

Richtung Hals gehalten worden sei). Der mit dem Messer habe ihm gesagt, 

dass er ihm nicht in die Augen bzw. zu Boden schauen solle. C._____ habe 

währenddessen die Schränke bzw. Schubladen in seiner Wohnung 

durchwühlt. Auf die Frage, wonach sie suchten, hätten beide «Geld» 

gesagt. Nachdem sie nichts gefunden hätten, seien sie gegangen.  

 

Nachdem die schlüssigen und widerspruchsfreien Aussagen zum Kern-

geschehen trotz der verstrichenen Zeit zwischen den einzelnen Befra-

gungen ganz überwiegend kongruent erscheinen und mit dem Ergebnis der 

Spurensicherung übereinstimmen (vgl. unten), ist darauf abzustellen. 

Daran ändert nichts, dass D._____ in der Einvernahme vom 9. Juli 2021 

aussagte, er habe die Wohnungstür geöffnet, um aus der Wohnung zu 

gehen (UA act. 100), während er am 22. November 2021, am 10. Mai 2023 

und an der Berufungsverhandlung aussagte, er habe die Türe geöffnet, 

damit C._____ seine Wohnung verlassen würde (UA act. 107.5; GA act. 

96/2; Protokoll der Berufungsverhandlung S. 3). Denn damit hat er lediglich 

seine Intention abweichend umschrieben, nicht jedoch eine tatsächlich 

durchgeführte Handlung (Öffnen der Türe), an die man sich einfacher 

erinnern kann. Ob nun die Türe geöffnet wurde, damit er sich aus der 

Wohnung entfernen konnte, damit C._____ sich aus der Wohnung 

entfernen würde oder sogar beides, ist letztlich in Bezug auf die 

Feststellung des Sachverhalts mangels Relevanz zu vernachlässigen. 

Sodann hielt der Verteidiger des Beschuldigten in der Einvernahme vom 

22. November 2021 D._____ vor, erst jetzt, nicht indes schon bei der ersten 

Einvernahme erwähnt zu haben, dass der Beschuldigte ihm das Messer an 

den Hals gehalten habe (UA act. 107.8), was D._____ sogleich in Abrede 

stellte mit dem Hinweis, der Täter sei ihm direkt gegenübergestanden und 

das Messer habe er so nahe an seinen Hals gehalten, dass es ihn zeitweise 

berührt habe (UA act. 107.8). Tatsächlich hatte D._____ am 9. Juli 2021 zu 

Protokoll gegeben, der Beschuldigte habe das Messer immer auf ihn 

gerichtet (UA act. 101), er habe mit dem Messer in seine Richtung 

«gefuchtelt», um ihn in Schach zu halten, nicht um anzugreifen (UA act. 

102). Anlässlich der Befragung vor Vorinstanz präzisierte D._____, dass 

der Beschuldigte ihm das Messer rund 15 cm vor den Hals gehalten habe 

und ihn dabei wohl zufällig am Hals berührt habe, ohne ihn zu verletzen 

oder Druck auf den Hals auszuüben (GA act. 98/2). Dies bestätigte er an 

der Berufungsverhandlung, wonach der Beschuldigte das Messer an bzw. 

in Richtung seines Halses gehalten hat, wobei es zwischenzeitlich zu 

Berührungen gekommen sei (Protokoll der Berufungsverhandlung S. 2 f. 

und 7). Dabei handelt es sich insoweit nicht um widersprüchliche 

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Aussagen, als der Vorfall durch das Herumfuchteln mit dem Messer als 

dynamisches Ereignis zu verstehen ist, wobei der Abstand mal etwas 

grösser und mal etwas weniger gross ist (vgl. Protokoll der Berufungs-

verhandlung S. 3). Wie weit entfernt das Messer beim Herumfuchteln vom 

Hals gewesen sei, wurde an der Einvernahme vom 9. Juli 2021 denn auch 

nicht gefragt. Jedenfalls ist festzuhalten, dass die Aussagen von D._____, 

dass ihm mit einem Messer gedroht bzw. er damit in Schach gehalten 

worden ist, in sämtlichen Befragungen deckungsgleich ausfielen. Nachdem 

dem Beschuldigten eine darüberhinausgehende Handlung (z.B. 

[versuchte] Körperverletzung) nicht vorgeworfen wird, kann auf einen 

Spurenabgleich des Messers mit der DNA von D._____ verzichtetet 

werden (GA act. 142; Protokoll der Berufungsverhandlung S. 12). Es ist 

vorliegend für die Frage, ob der Beschuldigte überhaupt ein Messer in der 

Hand hielt und dieses gegen D._____ richtete, nicht von entscheidender 

Bedeutung, ob und wie er ihn damit auch berührt hat. Im Übrigen konnte 

an der Messerspitze des sichergestellten Messers eine DNA-Spur des 

Beschuldigten festgestellt werden (siehe dazu unten), weshalb fraglich 

erscheint, ob unter diesen Umständen – zumindest im gleichen Bereich – 

überhaupt eine DNA-Spur von D._____ festgestellt werden könnte. Dies 

kann aber offen bleiben, denn nach dem Ausgeführten würde das 

Ausbleiben einer DNA-Spur nichts an der Glaubhaftigkeit der Aussagen 

von D._____ zum massgeblichen Kerngeschehen ändern. 

 

Alsdann ist kein Motiv von D._____ ersichtlich, den Beschuldigten 

absichtlich falsch zu belasten. So führte er aus, den Beschuldigten nicht 

näher zu kennen (UA act. 107.4). Darüber hinaus gelang es D._____ 

darzutun, was die Motivation zumindest von C._____ als mutmasslicher 

Drahtzieher gewesen sein könnte, in seine Wohnung einzudringen und 

nach Geld und Drogen zu suchen. So sagte D._____ aus, C._____ habe 

ihn anlässlich eines Ereignisses unterstützt und dabei eine Verletzung 

eingefangen, deren medizinische Versorgung diesen Geld gekostet habe, 

das er nun habe ersetzt sehen wollen (UA act. 96 ff., 107.3 ff., GA act. 96 

ff.). Zudem habe C._____ D._____ bereits zuvor diverse Male um Drogen 

gebeten und regelmässig bis in die frühen Morgenstunden hinein bei ihm 

geklingelt und geklopft (UA act. 100 und 102; vgl. GA act. 97; Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 2). Ferner ist festzuhalten, dass D._____ den 

Beschuldigten nicht unnötig stark belastet hat, indem er aussagte, der 

Beschuldigte habe ihn mit dem Messer nicht angegriffen, sondern ihn nur 

in Schach halten wollen (UA act. 102), er sei nicht verletzt worden (UA 

act. 102; Protokoll der Berufungsverhandlung S. 7) oder das Messer habe 

bloss aus Zufall seinen Hals berührt (GA act. 98/2). D._____ wies weiter 

darauf hin, wenn er sich an etwas nicht mehr erinnern konnte, wie 

beispielsweise, dass er sich nicht 100 % sicher sei, ob er den 

Beschuldigten schon einmal gesehen habe (UA act. 101), dass er nicht 

mehr genau wisse, welche drohenden Aussagen gemacht worden seien 

(UA act. 101) oder wohin die beiden Täter geflüchtet seien (UA act. 102).  

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Schliesslich passt auch das von der Polizei erhobene Spurenbild zu den 

Aussagen von D._____. Der Kriminaltechnische Dienst der Kantonspolizei 

Aargau berichtete mit Rapport vom 12. August 2021 (UA act. 169 f.), dass 

die DNA des Beschuldigten vor der Wohnungstüre von D._____ (Blutspur, 

UA act. 171; PCN […]), am Boden vor dem Eingang der Wohnung von 

B._____ (Blutspur, UA act. 173; PCN […]), an der Fassade vor dem 

Fenster (PCN […]), an der Messerspitze des sichergestellten Messers 

(PCN […]) sowie am Messergriff (positive Analyse auf humanes Blut, UA 

act. 176; PCN […]) nachgewiesen werden konnte und demnach überall 

dort, wo der Beschuldigte sich gemäss den Aussagen von D._____ 

aufgehalten hat bzw. was er angefasst hat (Fassade nahe Fenster, Boden 

vor der Eingangstür von D._____, Messer). Auch konnte auf dem 

Messergriff menschliches Blut nachgewiesen werden (UA act. 176), was 

mit seiner Verletzung an der Hand, die er sich unbestrittenermassen am 

kaputten Fenster zugezogen hatte, in Einklang steht (GA act. 101 S. 14), 

nachdem er sich erst später des Messers behändigt hat. 

 

Insoweit der Beschuldigte geltend macht, die Täterbeschreibung von 

D._____ stimme nicht exakt mit den anlässlich seiner Verhaftung 

getragenen Kleider und seinem Aussehen überein, kann er daraus nichts 

zu seinen Gunsten ableiten. D._____ war sich – bei Strafandrohung im 

Falle einer falschen Anschuldigung – vor Vorinstanz sowie an der 

Berufungsverhandlung sicher bzw. zu 99 % sicher, im Beschuldigten den 

Täter mit dem Messer erkannt zu haben (GA, act. 97/2; Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 3 und 9). Eine Verwechslung ist nicht ersichtlich, 

zumal der Beschuldigte gar nicht bestreitet, vor Ort gewesen zu sein und 

auch niemand je behauptet hätte, gesehen zu haben, dass D._____ von 

einer weiteren unbekannten Person mit einem Messer in der Hand bedroht 

worden sei. Vielmehr hatte sich D._____ schlüssig zum Aussehen des 

Täters mit dem Messer, der ca. 175 cm gross und etwas pummelig bzw. 

kräftig gewesen sei (UA act. 101 und 107.7) und einen Schnauz getragen 

habe (UA act. 107.7; GA act. 99/2) geäussert. Was die von D._____ 

geschilderte Kapuze und die Marke des Pullovers (Nike) betrifft, so ist eine 

solche zwar nicht auf der in den Akten befindlichen Fotografie (UA act. 161) 

erkennbar bzw. trägt der Beschuldigte dort keinen Nike-Pullover. D._____ 

hatte aber von Anfang an eingeräumt, sich bei der Kleidung nicht sehr 

sicher zu sein. Im Übrigen ist auch nicht ausgeschlossen, dass der 

Beschuldigte zur Tatzeit (teilweise) andere Kleider als auf der in den Akten 

befindlichen Fotografie (UA act. 161) getragen hat, nachdem zwischen dem 

Tatzeitpunkt um ca. 03:15 Uhr und der Anhaltung um 06:45 Uhr (UA 

act. 45) einige Stunden verstrichen sind. 

 

Schliesslich kann der Beschuldigte nichts zu seinen Gunsten ableiten, 

wenn er die Aussagen von D._____ in Zweifel ziehen will, weil dieser aus-

gesagt habe, die beiden Täter hätte in einer Fremdsprache miteinander 

kommuniziert, wobei er und C._____ sich nur auf Deutsch hätten 

 - 11 - 

 

 

verständigen können, nachdem die Täter einerseits nicht viel miteinander 

gesprochen haben (Protokoll der Berufungsverhandlung S. 4) und der 

Beschuldigte selbst aussagte, C._____ habe aufgrund seines kurzen 

Aufenthalts in der Schweiz nur schlecht Deutsch gesprochen (Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 13). 

 

2.6. 

Der vorgenannten Beurteilung stehen die Aussagen des Beschuldigten 

gegenüber, die aufgrund ihrer Inkonsistenz zu keiner anderen Schluss-

folgerung führen.  

 

Der Beschuldigte passte auf Vorhalte der Aussagen von D._____ und der 

Ergebnisse der Spurensicherung seine Aussagen stets entsprechend an. 

So räumte der Beschuldigte entgegen seinen ursprünglichen Aussagen 

ein, doch via Fenster in die Wohnung von D._____ eingedrungen zu sein 

und sich daran – und nicht wie in der ersten Aussage am Treppengeländer 

(UA act. 85, 116) – geschnitten zu haben (UA act. 95.5). Bezüglich des 

Messers nahm der Beschuldigte passend zum DNA-Ergebnis eine Kehrt-

wende vor, indem er – entgegen seinen Ausführungen am 10. Juli 2021 

(UA act. 117) – sagte, am Abend zuvor gegrillt und dabei das Messer ver-

wendet zu haben (UA act. 95.5). Da am Messer seine DNA sowie mensch-

liches Blut nachgewiesen werden konnten (UA act. 173 ff.), vermag seine 

Erklärung nicht zu überzeugen, zumal er während des ganzen Straf-

verfahrens nie aussagte, sich bereits an der Grillparty geschnitten zu 

haben. Nachvollziehbare Gründe für diese auseinanderdriftenden Aus-

sagen gibt er keine an. Auch äusserte sich der Beschuldigte dahingehend, 

C._____ nicht als guten Kollegen bezeichnen zu können (UA act. 95.5), 

dennoch will er einzig aus dem Grund in die Wohnung von D._____ 

eingestiegen sein, um C._____ zu helfen (UA, act. 95.4, 111), was nicht zu 

überzeugen vermag.  

 

Schliesslich brachte der Beschuldigte vor Vorinstanz erstmals eine weitere 

Version vor, namentlich dass ein anderer Mittäter zusammen mit C._____ 

die Taten begangen haben soll (GA act. 101 ff.; Protokoll der Berufungs-

verhandlung S. 11 f.), ohne zu erklären, weshalb er erst jetzt mit dieser 

Version kommt. Auch diese Version vermag nicht zu überzeugen, zumal 

sie sich nicht mit den sichergestellten und ausgewerteten und dem 

Beschuldigten zugewiesenen Spuren, in Einklang bringen lässt. Schliess-

lich vermochte der Beschuldigte keine Gründe darzutun, weshalb D._____ 

ihn fälscherweise beschuldigen soll (GA act. 101 ff.; Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 13). 

 

2.7.  

Für das Obergericht ist bei einer aus dem gesamten Verfahren 

gewonnenen Überzeugung und freien Würdigung der Beweise, namentlich 

den glaubhaften Aussagen von D._____, des passenden Spurenbildes – 

 - 12 - 

 

 

insbesondere der dem Beschuldigten eindeutig zugewiesenen DNA-

Spuren und des nachgewiesenen menschlichen Bluts auf dem Messergriff 

– sowie den nicht schlüssigen Aussagen des Beschuldigten zweifelsfrei 

erstellt, dass sich der Sachverhalt gemäss Anklage abgespielt hat. Die 

alternativen Schilderungen des Beschuldigten sind als blosse Schutz-

behauptungen zu werten. 

 

In tatsächlicher Hinsicht ist mit Blick auf die obigen Ausführungen als 

erstellt anzusehen, dass der Beschuldigte am 9. Juli 2021 zusammen mit 

C._____ das Fenster der Wohnung von D._____ mit zwei Steinen 

einschlug und dadurch einen erheblichen Sachschaden erzeugte, durch 

das Fenster in die Wohnung eindrang, beim Auftauchen von D._____ die 

Wohnung durch das Fenster wieder verlassen hat, um kurze Zeit später mit 

einem Messer vor der Wohnungstür von D._____ aufzutauchen und diesen 

mit dem Messer in Schach zu halten, wobei er ihn wissen liess, dass sie 

nach Geld suchten, während C._____ die Wohnung – ohne Erfolg – 

insbesondere nach Geld durchsuchte.  

 

2.8. 

Indem der Beschuldigte in gemeinsamer Tatausführung mit C._____ in der 

Absicht, Geld mitzunehmen, in die Wohnung von D._____ eindrang, 

letzteren – als für die Tatbestandsverwirklichung des (versuchten) Raubs 

massgebliche Handlung – schliesslich mit einem Messer in Schach hielt 

und ihm drohte, währenddem C._____ die Wohnung von D._____ u.a. 

nach Geld durchsuchte, wobei nichts erbeutet wurde und kein vollendeter 

Diebstahl vorliegt, hat er den Tatbestand des versuchten Raubs gemäss 

Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB in Mittäterschaft 

erfüllt. 

 

Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe sind nicht ersichtlich. Am 

Tattag um 9.25 bzw. 9.32 Uhr wurde dem Beschuldigten eine Blut- und 

Urinprobe entnommen. Das immunologische Screening zeigte im Urin zwar 

ein positives Ergebnis bezüglich Cannabinoide, Cocain und Benzo-

diazepine (UA act. 186). Die chromatographischen Analyseergebnisse 

wiesen Werte bezüglich THC und THC-OH mehr als 20 g/L bzw. bezüglich 

TCH-COOH mehr als 200 g/L, bezüglich Cocain 36 g/L (Vertrauens-

bereich 25-47), bezüglich Benzoylecgonin mehr als 500 g/L und bezüglich 

Ecgoninmethylester 79 g/L aus (UA act. 186). Der Wirkstoff Alprazolam 

war mit 36 g/L (Vertrauensbereich 25-47) ausgewiesen (UA act. 187). 

Zweifel an der Schuldfähigkeit bestehen aufgrund dieser Befunde und der 

konkreten Umstände hingegen nicht und wurden im Übrigen auch nicht 

geltend gemacht.  

 

Nach dem Gesagten ist der Beschuldigte des versuchten Raubs gemäss 

Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen. 

 

 - 13 - 

 

 

2.9. 

Der Beschuldigte sowie C._____ schlugen in gemeinsamer Tatausführung 

mit insgesamt zwei faustgrossen Steinen die Glasscheibe eines Fensters 

zur Wohnung von D._____ ein, wodurch ein Sachschaden von rund Fr. 

1'000.00 entstand. Ob bzw. mit wie vielen Steinen der Beschuldigte (und 

nicht C._____) tatsächlich geworfen hat, ist nicht von entscheidender 

Bedeutung, nachdem das Einwerfen des Fensters vom gemeinsamen 

Willen von C._____ und dem Beschuldigten getragen worden war, um 

überhaupt in die Wohnung eindringen zu können. Der Beschuldigte 

handelte dabei vorsätzlich, da er die Beschädigung des Fensters durch den 

Einsatz des Steines bezweckte, um in die Wohnung eindringen zu können. 

Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe sind nicht ersichtlich (vgl. 

oben). Der Beschuldigte ist folglich der Sachbeschädigung gemäss Art. 144 

Abs. 1 StGB in Mittäterschaft schuldig zu sprechen. 

 

2.10. 

Der Beschuldigte hat, nachdem zuvor die Fensterscheibe eingeschlagen 

worden ist, die Wohnung von D._____ betreten, um dort zusammen mit 

C._____ u.a. Geld zu entwenden. Bei dieser Vorgehensweise liegt es auf 

der Hand, dass der Beschuldigte wusste, dass er gegen den Willen von 

D._____ handelte, und dies dennoch willentlich tat. Rechtfertigungs- oder 

Schuldausschlussgründe sind nicht ersichtlich (vgl. oben). Der 

Beschuldigte ist folglich des Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB 

schuldig zu sprechen. 

 

2.11. 

Zusammengefasst hat sich der Beschuldigte des versuchten Raubs in Mit-

täterschaft gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB, 

der Sachbeschädigung in Mittäterschaft gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB 

sowie des Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB schuldig gemacht. 

Die Berufung des Beschuldigten erweist sich in diesem Punkt als unbe-

gründet. 

 

3.  

3.1. 

Der Beschuldigte hat sich des versuchten Raubs gemäss Art. 140 Ziff. 1 

Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB, der Sachbeschädigung gemäss 

Art. 144 Abs. 1 StGB, des Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB 

sowie der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss 

Art. 19a Ziff. 1 BetmG schuldig gemacht, wofür er angemessen zu 

bestrafen ist. 

 

Unangefochten geblieben und nicht mehr zu überprüfen ist die von der Vor-

instanz für die Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss 

Art. 19a Ziff. 1 BetmG ausgesprochene Busse von Fr. 300.00. 

 

 - 14 - 

 

 

3.2. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten für den versuchten Raub, die Sach-

beschädigung und den Hausfriedensbruch zu einer teilbedingten Freiheits-

strafe von 32 Monaten mit einem zu vollziehenden Anteil von 16 Monaten 

und einem bedingten Anteil von 16 Monaten, Probezeit 5 Jahre, verurteilt. 

Der Beschuldigte beantragt im Falle einer Verurteilung eine bedingte 

Freiheitsstrafe von 9 Monaten bei einer Probezeit von 3 Jahren (Plädoyer 

der Verteidigung S. 9). 

 

3.3. 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 

StGB wiederholt dargelegt (BGE 147 IV 241; BGE 144 IV 313; BGE 144 IV 

217; BGE 141 IV 61 E. 6.1.1; BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff.; je mit Hinweisen). 

Darauf kann verwiesen werden. 

 

3.4. 

Bei der Wahl der Sanktionsart sind neben dem Verschulden unter Beach-

tung des Prinzips der Verhältnismässigkeit als wichtige Kriterien die Zweck-

mässigkeit und Angemessenheit einer bestimmten Sanktion, ihre Auswir-

kungen auf den Täter und sein soziales Umfeld sowie ihre Wirksamkeit 

unter dem Gesichtswinkel der Prävention zu berücksichtigen (BGE 147 IV 

241 E. 3; BGE 134 IV 97 E. 4.2; BGE 134 IV 82 E. 4.1).  

 

Während der Tatbestand des Raubs gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 

lediglich eine Freiheitsstrafe vorsieht, wäre für den Tatbestand des Haus-

friedensbruchs gemäss Art. 186 StGB sowie der Sachbeschädigung 

gemäss Art. 144 Ziff. 1 StGB auch eine Geldstrafe denkbar. Wie zu zeigen 

sein wird, kann mit Blick auf das Verschlechterungsverbot jedoch offen 

bleiben, ob hinsichtlich des Hausfriedensbruchs sowie der Sachbe-

schädigung anstelle einer Freiheitsstrafe auf eine zusätzliche Geldstrafe zu 

erkennen gewesen wäre.  

 

3.5. 

Der Beschuldigte hat den versuchten Raub, die Sachbeschädigung und 

den Hausfriedensbruch am 9. Juli 2021 und somit in einem Zeitpunkt 

verübt, bevor er mit Urteil des Bezirksgerichts Dietikon vom 9. Mai 2022 

wegen versuchter schwerer Körperverletzung gemäss Art. 122 i.V.m. 

Art. 22 Abs. 1 StGB und Angriffs gemäss Art. 134 StGB zu einer bedingten 

Freiheitsstrafe von 18 Monaten sowie wegen Hausfriedensbruchs gemäss 

Art. 186 StGB zu einer bedingten Geldstrafe von 5 Tagessätzen à Fr. 60.00 

und einer Verbindungsbusse (hinsichtlich aller bedingt ausgesprochenen 

Strafen) von Fr. 9'000.00 sowie mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft 

Baden vom 13. Februar 2023 wegen mehrfacher (teilweise versuchter) 

Nötigung zu einer bedingten Geldstrafe von 80 Tagessätzen à Fr. 90.00 

und einer Verbindungsbusse von Fr. 1'400.00 verurteilt wurde. Damit liegt 

– insoweit gleichartige Strafen auszufällen sind – ein Fall von retrospektiver 

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 - 15 - 

 

 

Konkurrenz vor und das Gericht hat in Anwendung von Art. 49 Abs. 2 StGB 

eine Zusatzstrafe auszufällen, sodass der Beschuldigte nicht schwerer 

bestraft wird, als wenn die strafbaren Handlungen gleichzeitigt beurteilt 

worden wären. Wie zu zeigen sein wird, ist vorliegend eine Freiheitsstrafe 

auszufällen. Mangels Gleichartigkeit der mit Strafbefehl vom 13. Februar 

2023 sowie der mit Urteil des Bezirksgerichts Dietikon vom 9. Mai 2022 

ausgesprochenen Geldstrafen ist somit einzig hinsichtlich der mit 

letztgenanntem Urteil ausgesprochenen (bedingten) Freiheitsstrafe wegen 

versuchter schwerer Körperverletzung sowie Angriffs eine Zusatzstrafe zu 

bilden. 

 

Der neu zu beurteilende versuchte Raub ist als – bei gleichem Strafrahmen 

wie die mit Urteil des Bezirksgerichts Dietikon vom 9. Mai 2022 geahndete 

versuchte schwere Körperverletzung (Art. 122 StGB in der zum 

Tatzeitpunkt [15. November 2020, siehe Strafregisterauszug] geltenden 

Fassung) – qua Verschulden konkret schwerste Straftat festzusetzen. Liegt 

der Einzel- oder Gesamtstrafe der neu zu beurteilenden Taten die 

schwerste Straftat zugrunde, ist diese um die Grundstrafe (Freiheitsstrafe 

von 18 Monaten gemäss Urteil des Bezirksgerichts Dietikon vom 9. Mai 

2022) angemessen zu erhöhen. Die infolge Asperation eintretende 

Reduzierung der rechtskräftigen Grundstrafe ist von der Strafe für die neu 

zu beurteilenden Delikte abzuziehen und ergibt die Zusatzstrafe (BGE 142 

IV 265 E. 2.4.4).  

 

3.6. 

Die Einsatzstrafe ist für den versuchten Raub gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 

StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB, der eine Freiheitsstrafe von sechs 

Monaten bis zu zehn Jahren vorsieht, als konkret schwerste Straftat 

festzusetzen. Dazu ergibt sich Folgendes: 

 

Der Beschuldigte ist am 9. Juli 2021 in den frühen Morgenstunden 

zusammen mit C._____ gewaltsam in die Wohnung von D._____ 

eingedrungen, um diese u.a. nach Geld zu durchsuchen. Nachdem sie von 

D._____ überrascht worden sind, hat der Beschuldigte die Wohnung zuerst 

wieder verlassen, hat dann aber D._____ mit einem Küchenmesser von der 

Wohnungstür aus bedroht, währenddem C._____ weiter u.a. nach Geld 

suchte. Schliesslich haben sie die Wohnung ohne Deliktsbeute verlassen. 

 

Ausgangspunkt für die Bestimmung des Verschuldens innerhalb des 

ordentlichen Strafrahmens ist die Schwere der Verletzung oder Gefährdung 

des betroffenen Rechtsguts (Art. 47 Abs. 2 StGB). Der Tatbestand des 

Raubs schützt nicht nur das Vermögen, sondern auch die (persönliche) 

Freiheit, die wiederum die körperliche und geistige Unversehrtheit mit-

umfasst (vgl. BGE 133 IV 207 E. 4.2). Methodisch ist zunächst die schuld-

angemessene Strafe für das vollendete Delikt festzulegen und die derart 

ermittelte hypothetische Strafe in der Folge unter Berücksichtigung des 

 - 16 - 

 

 

fakultativen Strafmilderungsgrundes von Art. 22 Abs. 1 StGB zu reduzieren 

(statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 6B_466/2013 vom 25. Juli 2013 

E. 2.3.1). 

 

Der Beschuldigte hat seine Täterschaft auch noch anlässlich der 

Berufungsverhandlung bestritten und hat deshalb auch keine Aussagen zur 

von ihm erhofften Deliktsbeute gemacht. Auch wenn er und C._____ von 

D._____ überrascht worden sind und sie die Wohnung schliesslich ohne 

Deliktsbeute verlassen haben, so steht doch ausser Frage, dass sie sich 

möglichst viel Bargeld erhofft haben mussten. Der Umstand allein, dass 

D._____ in einer Sozialwohnung gelebt hat, lässt jedenfalls nicht den 

Schluss zu, dass das Handeln des Beschuldigten und seines Kompagnons 

nur auf eine sehr geringe Deliktsbeute gerichtet gewesen wäre. 

Andererseits liegen auch keine Hinweise auf das erhoffte Vorhandensein 

einer besonders hohen Deliktsbeute vor. Mithin ist im Rahmen der 

Strafzumessung hinsichtlich des monetären Taterfolgs von einem nicht zu 

bagatellisierenden, wenn auch noch nicht besonders hohen Deliktsbetrag, 

und damit – hinsichtlich des vollendeten Delikts – nicht unerheblichen 

Taterfolg auszugehen. 

 

Auch wenn D._____ beim Raubüberfall selbst nicht verletzt worden ist, so 

ist doch von einer sehr erheblichen psychischen Beeinträchtigung als Folge 

des Raubüberfalls, bei dem er mit einem Küchenmesser mit einer 

Klingenlänge von rund 20 cm bedroht worden ist, auszugehen. Es ist denn 

auch erstellt, dass er nach dem Raubüberfall unter Panikattacken und 

Angststörungen gelitten hat, mehrfach ausserhalb seiner Wohnung 

untergebracht werden musste (GA act. 99 f.) und sich schliesslich für ca. 

drei Monate in eine stationäre Behandlung in S._____ begeben hat (GA 

act. 99 f. und durch D._____ eingereichte Beilagen zur vorinstanzlichen 

Hauptverhandlung; Protokoll der Berufungsverhandlung S. 6). Auch wenn 

die psychische Verfassung von D._____ bereits vor dem 9. Juli 2021 

beeinträchtig gewesen sein mag und es D._____ dank der Therapie heute 

besser geht als vor dem versuchten Raub, so ändert dies nichts daran, 

dass der Raubüberfall zumindest als massgebliche Mitursache für eine 

akute temporäre Verschlechterung seines Zustandes und somit einer 

kausalen Beeinträchtigung seiner körperlichen und geistigen Unver-

sehrtheit erscheint (Protokoll der Berufungsverhandlung S. 6). Entspre-

chend schwer wiegt der nicht monetäre Taterfolg des Raubs und das damit 

einhergehende Verschulden. 

 

Verschuldenserhöhend ist die Art und Weise der Tatbegehung bzw. die 

Verwerflichkeit des Handelns des Beschuldigten zu berücksichtigen, ist 

diese doch deutlich über die blosse Erfüllung des Grundtatbestands des 

Raubs gemäss Art. 140 Ziff. 1 StGB hinausgegangen. Der Beschuldigte hat 

D._____ mit einem Küchenmesser mit einer Klingenlänge von ca. 20 cm 

und damit mit einem sehr gefährlichen Gegenstand, mit dem D._____ ohne 

 - 17 - 

 

 

Weiteres sehr schwere oder gar tödliche Verletzungen hätten zugefügt 

werden können, bedroht. Auch wenn es sich bei einem Küchenmesser – 

unabhängig von seiner Gefährlichkeit – nicht um eine Waffe im Sinne des 

qualifizierten Tatbestands gemäss Art. 140 Ziff. 2 StGB handelt (Urteil des 

Bundesgerichts 6B_756/2010 vom 6. Dezember 2010 E. 3.2.4), so ist 

diesem Umstand im Rahmen des Grundtatbestands gemäss Art. 140 Ziff. 

1 StGB, der auch ohne Zuhilfenahme eines gefährlichen Küchenmessers 

erfüllt werden kann, angemessen verschuldenserhöhend Rechnung zu 

tragen. Neutral wirkt sich hingegen der Tatbeitrag und die Stellung des 

Beschuldigten im Verhältnis zu seinem Kompagnon C._____ aus. Es bleibt 

denn auch im Dunkeln, ob der Raubüberfall die ursprüngliche Idee des 

Beschuldigten oder von C._____ war. Die Ausführung ist sodann 

gemeinsam bzw. rollenteilig erfolgt, ohne dass einer der beiden als 

Anführer in Erscheinung getreten wäre. 

 

Der Beschuldigte handelte aus rein finanziellen und damit letztlich egois-

tischen Gründen. Rein monetäre Gründe sind jedem Vermögensdelikt 

immanent und werden beim Raub als qualifizierte Form der Nötigung, um 

einen Diebstahl zu begehen, bereits durch das Tatbestandsmerkmal der 

unrechtmässigen Bereicherungsabsicht beim Diebstahl erfasst. Sie dürfen 

deshalb bei den Tatkomponenten nicht nochmals verschuldenserhöhend 

berücksichtigt werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_1327/2015 vom 

16. März 2016 E. 4.2). Hingegen ist das grosse Mass an Entscheidungs-

freiheit, über das der Beschuldigte verfügt hat, verschuldenserhöhend zu 

berücksichtigen. Der Beschuldigte wohnte im Tatzeitpunkt zuhause und 

hatte nur geringe Ausgaben, selbst wenn er in diesem Zeitpunkt arbeitslos 

war (UA act. 17 f. und 116). Je leichter es aber für ihn gewesen wäre, das 

für ihn fremde Vermögen und die persönliche Freiheit von D._____ zu 

respektieren, desto schwerer wiegt die Entscheidung dagegen und damit 

sein Verschulden (vgl. BGE 127 IV 101 E. 2a; BGE 117 IV 112 E. 1 S. 114; 

Urteil des Bundesgerichts 6B_91/2022 vom 18. Januar 2023 E. 3.4.3, je mit 

Hinweisen). 

 

Insgesamt wäre für den vollendeten Raub gemäss Art. 140 Ziff. 1 StGB in 

Relation zum Strafrahmen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren 

Freiheitsstrafe und unter Berücksichtigung des breiten Spektrums der vom 

Tatbestand des Raubs erfassten Tathandlungen und Deliktsummen von 

einem nicht mehr leichten bis mittelschweren Verschulden und einer dafür 

angemessenen (hypothetischen) Freiheitsstrafe von 4 Jahren auszugehen. 

Da der Beschuldigte und C._____ den Tatort schliesslich ohne Deliktsbeute 

verlassen haben und es somit bei einem Versuch geblieben ist, ist die 

Strafe angemessen zu reduzieren (Art. 22 Abs. 1 StGB). Dabei hat die 

Strafminderung umso geringer auszufallen, je näher der tatbestands-

mässige Erfolg und je schwerer die tatsächlichen Folgen der Tat waren 

(BGE 121 IV 49 E. 1b). Der Umstand, dass der Beschuldigte und C._____ 

schliesslich mit leeren Händen abgezogen sind, ist allein dem Umstand 

 - 18 - 

 

 

geschuldet, dass sie nichts gefunden haben. Dass D._____ als Folge des 

versuchten Raubs keinen monetären Schaden davongetragen hat, ändert 

sodann nichts an den erheblichen psychischen Beeinträchtigungen und 

Folgen (siehe dazu oben). Der Umstand, dass es bei einem Raubversuch 

geblieben ist, ist deshalb nur leicht im Umfang von 6 Monaten 

verschuldensmindernd Rechnung zu tragen, so dass die Einsatzstrafe für 

den versuchten Raub auf 3 ½ Jahre festzusetzen ist.  

 

3.7. 

Die Einsatzstrafe von 3 ½ Jahren wäre nunmehr in Anwendung von Art. 49 

Abs. 1 StGB aufgrund der weiteren neuen Delikte – wobei offen bleiben 

kann, ob für den Hausfriedensbruch sowie die Sachbeschädigung jeweils 

auf eine Freiheitsstrafe oder eine zusätzliche Geldstrafe zu erkennen wäre 

– sowie um die Grundstrafe (Freiheitsstrafe von 18 Monaten gemäss Urteil 

des Bezirksgerichts Dietikon vom 9. Mai 2022) angemessen zu erhöhen. 

Nachdem jedoch nur der Beschuldigte ein Rechtsmittel erhoben hat, bleibt 

es – bei neutral zu berücksichtigender Täterkomponente (vgl. unten) und 

nichtvorhandener Verletzung des Beschleunigungsgebots (vgl. unten) – 

aufgrund des Verschlechterungsverbots (Art. 391 Abs. 2 StPO) bei der von 

der Vorinstanz ausgefällten Freiheitsstrafe von 32 Monaten als Zusatz-

strafe zu der mit Urteil des Bezirksgerichts Dietikon vom 9. Mai 2022 aus-

gesprochenen Grundstrafe von Freiheitsstrafe 18 Monaten (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 6B_91/2022 vom 18. Januar 2023 E. 3.4.3, demzufolge 

nicht zu beanstanden ist, dass die weiteren Delikte nicht mehr im Einzelnen 

asperiert werden, wenn eine Strafe aufgrund des Verschlechterungs-

verbots nicht zu Lasten der beschuldigten Person abgeändert werden darf). 

 

3.8. 

Hinsichtlich der Täterkomponente ergibt sich Folgendes: Der Beschuldigte 

wurde mit Entscheid der Jugendanwaltschaft des Kantons Aargau vom 

22. April 2020 wegen Angriffs, versuchter Erpressung, Begünstigung, 

Beschimpfung und Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz 

zu einem bedingten Freiheitsentzug von 10 Tagen nach Jugendstrafrecht 

verurteilt. Daraus hat er nicht die notwendigen Lehren gezogen und im 

Gegenteil noch weit schwerwiegendere Straftaten begangen, was sich 

straferhöhend auswirkt (BGE 136 IV 1 E. 2.6.4). Dabei ist jedoch zu 

beachten, dass die Vorstrafe nicht wie ein eigenständiges Delikt gewürdigt 

werden darf, weshalb nur eine massvolle Straferhöhung infrage kommt 

(Urteil des Bundesgerichts 6B_18/2022 vom 23. Juni 2022 E. 2.6.1). 

 

Der Beschuldigte hat seine Aussagen immer wieder angepasst und 

bestreitet seine Täterschaft – zumindest hinsichtlich des Raubs – auch 

noch im Berufungsverfahren. Das kann sich zwar nicht zu seinen Lasten 

auswirken, da sich eine beschuldigte Person nicht selbst belasten muss 

und namentlich das Recht hat, die Aussage und Mitwirkung im Straf-

verfahren zu verweigern (vgl. Art. 113 Abs. 1 StPO). Damit steht aber auch 

 - 19 - 

 

 

fest, dass eine Strafminderung, wie sie bei einem von Anfang an 

geständigen, nachhaltig einsichtigen und aufrichtig reuigen Täter möglich 

ist, vorliegend ausscheidet. 

 

Weitere relevante, sich auf die Strafhöhe auswirkende Täterkomponenten 

sind nicht ersichtlich. Insbesondere sind keine aussergewöhnlichen Um-

stände für die Annahme einer erhöhten Strafempfindlichkeit auszumachen 

(vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 6B_18/2022 vom 23. Juni 2022 

E. 2.6.1 mit Hinweisen). Auch wenn der Beschuldigte in seiner Kindheit und 

Jugendzeit unter starken Aggressionsproblemen gelitten hat und zwei 

Jahre lang in einem Heim verbracht hat, ist kein Zusammenhang zu den 

vorliegend im Erwachsenenalter begangenen Straftaten zu erblicken, der 

sich verschuldensmindernd auswirken könnte. Im Gegenteil hat der 

Beschuldigte ausgeführt, dass ihm das Heim gutgetan hätte (Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 17). 

 

Auch wenn die negativen Faktoren aufgrund der Vorstrafe überwiegen, 

rechtfertigt es sich knapp, die Täterkomponente neutral zu berücksichtigen.  

 

3.9. 

Der Beschuldigte rügt eine Verletzung des Beschleunigungsgebots und 

begründet dies mit der langen Dauer des vorinstanzlichen Verfahrens 

insbesondere mit diversen Verfahrensunterbrüchen und der Zeitspanne für 

die Ausfertigung des begründeten vorinstanzlichen Urteils (Plädoyer der 

Verteidigung S. 8).  

 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze des Beschleunigungsgebots 

wiederholt dargelegt (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 7B_454/2023 

vom 27. März 2024 E. 3.1.3; BGE 143 IV 373). Darauf kann verwiesen 

werden.  

 

Die vorliegend zu beurteilenden Straftaten ereigneten sich am 9. Juli 2021. 

Nach der Anklageerhebung am 25. November 2021 verfügte die Vorinstanz 

am 31. Januar 2022 die Beweisverfügung und wies den Beweiser-

gänzungsantrag des Beschuldigten vom 24. Februar 2022 mit Verfügung 

vom 12. September 2022 ab (UA act. 43 ff.). Mit Vorladung vom 

5. September 2022 wurde die Hauptverhandlung auf den 23. November 

2022 angesetzt (GA act. 32 f.). Am 22. November 2022 musste die 

Verhandlung aufgrund eines Antrags auf Vermeidung einer Konfrontation 

mit dem Beschuldigten und der so kurzfristig nicht zur Verfügung 

stehenden, aber dafür notwendigen Räumlichkeiten, verschoben werden 

(GA act. 68 f.). Mit Vorladung vom 16. Januar 2023 wurde die Verhandlung 

auf den 10. Mai 2023 angesetzt (GA act. 82 f.), durchgeführt und das Urteil 

mündlich eröffnet (GA act. 95 ff.). Das Dispositiv wurde dem Verteidiger am 

1. Juni 2023 und das begründete Urteil am 2. November 2023 zugestellt 

(GA act. 207).  

 - 20 - 

 

 

Das Verfahren dauerte bis anhin nicht ganz drei Jahre. Davon entfielen 

knapp zwei Jahre auf das erstinstanzliche Verfahren vom Zeitpunkt der 

Anklageerhebung bis zum Versand des begründeten Urteils. In dieser Zeit 

kam es insofern zu einer Verfahrensunterbrechung von rund 6 Monaten, 

als die Hauptverhandlung vom 23. November 2022 auf den 10. Mai 2023 

verschoben werden musste, was den faktischen Schwierigkeiten hin-

sichtlich der Gewährung zentraler Opferrechte – die lediglich einen Tag vor 

der Verhandlung beantragt wurden – bzw. dazu benötigten räumlichen 

Verfügbarkeiten geschuldet und nicht durch die Strafbehörden zu verant-

worten war. Die Dauer des erstinstanzlichen Verfahrens erscheint auch mit 

Blick auf die geltend gemachten Verfahrensunterbrüche zwischen der 

Anklageerhebung und dem Versand der Beweisverfügung von 2 Monaten, 

zwischen den Beweisergänzungsanträgen und deren Abweisung von ca. 6 

½ Monaten sowie zur Ausfertigung der Begründung von ca. 5 Monaten 

nicht als stossend. Es handelt sich dabei denn auch nicht um krasse 

Zeitlücken, sondern vielmehr um benötigte Zeit für die ordentliche Vor-

bereitung der Verhandlung bzw. Ausfertigung eines 39 Seiten umfas-

senden Urteils. Zwar ist mit der benötigten Zeit für die Urteilsbegründung 

von 5 Monaten die Ordnungsfrist gemäss Art. 84 Abs. 4 StPO von 60 

Tagen, ausnahmsweise 90 Tagen überschritten worden. Das vorinstanz-

liche Urteil wurde dem Beschuldigten jedoch im Anschluss an die Haupt-

verhandlung vom 10. Mai 2023 mündlich eröffnet und begründet und das 

Urteilsdispositiv zeitnah (am 1. Juni 2023) zugestellt. Der Beschuldigte war 

daher bis zur schriftlichen Urteilsbegründung über die Schuldsprüche, das 

Strafmass und die Massnahme nicht mehr im Ungewissen. Insgesamt ist 

festzuhalten, dass die Dauer des erstinstanzlichen Verfahrens von 

insgesamt zwei Jahren zwar hätte kürzer ausfallen können, insbesondere 

mit Blick auf die Ausfertigung der Urteilsbegründung sowie die Zeitspannen 

zwischen einzelnen Verfahrenshandlungen. Hingegen ist die gesamte 

Verfahrensdauer von nicht einmal drei Jahren verhältnismässig, zumal 

denn auch weder ein Haftfall vorlag noch der Beschuldigte über lange Zeit 

hinweg in Ungewissheit belassen wurde. Dass die eine oder andere 

Handlung etwas rascher hätte vorgenommen werden können, genügt für 

die Annahme einer Verletzung des Beschleunigungsgebots nicht. 

Zusammenfassend kann in Würdigung der Gesamtheit der Umstände nicht 

von einer Verletzung des Beschleunigungsgebots ausgegangen werden. 

 

3.10. 

Insgesamt ist der Beschuldigte für die neu zu beurteilenden Delikte unter 

Berücksichtigung des Verschlechterungsverbots mit einer Zusatzstrafe 

zum Urteil des Bezirksgerichts Dietikon vom 9. Mai 2022 von 32 Monaten 

Freiheitsstrafe zu bestrafen. 

 

Auch wenn die von der Vorinstanz ausgesprochene Freiheitsstrafe von 32 

Monaten nicht als Zusatzstrafe ausgesprochen worden ist, liegt im 

Umstand, dass die Freiheitsstrafe von 32 Monaten nunmehr als Zusatz-

 - 21 - 

 

 

strafe ausgesprochen wird, keine Verletzung des Verschlechterungs-

verbots (Urteil des Bundesgerichts 6B_572/2019 vom 8. April 2020 

E. 2.3 f., nicht publ. In BGE 146 IV 172).  

 

3.11. 

Die Zusatzstrafe wäre an sich unbedingt auszusprechen, nachdem für die 

Frage, ob aufgrund des Strafmasses der bedingte (max. 24 Monate) oder 

teilbedingte (max. 36 Monate) Vollzug infrage kommt, die hypothetische 

Gesamtstrafe – hier mehr als 3 Jahre – massgebend ist (BGE 147 IV 108 

E. 3.5.1; BGE 145 IV 377 E. 2.2; BGE 142 IV 265 E. 2.4.6). Nachdem aber 

nur der Beschuldigte Berufung erhoben hat und das Verschlechterungs-

verbot zu berücksichtigen ist, bleibt es hingegen bei einer teilbedingten 

Zusatzstrafe von 32 Monaten Freiheitsstrafe. 

 

Aufgrund des nicht mehr leichten Verschuldens des Beschuldigten sowie 

den sehr erheblichen Bedenken an seiner Legalbewährung ist der zu 

vollziehende sowie der aufgeschobene Teil der Freiheitsstrafe mit der 

Vorinstanz auf je 16 Monate und die Probezeit für den zu vollziehenden 

Anteil auf 5 Jahre festzusetzen (vgl. BGE 134 IV 1 E. 5.3.1; Urteil des 

Bundesgerichts 6B_1204/2015 vom 3. Oktober 2016 E. 1.4). 

 

3.12. 

Die vorläufige Festnahme von 2 Tagen ist dem Beschuldigten auf die 

Freiheitsstrafe anzurechnen (Art. 51 StGB i.V.m. Art. 110 Abs. 7 StGB). 

 

3.13. 

Zusammenfassend ist der Beschuldigte als Zusatzstrafe zum Urteil des 

Bezirksgerichts Dietikon vom 9. Mai 2022 zu einer teilbedingten Freiheits-

strafe von 32 Monaten mit einem zu vollziehenden Anteil von 16 Monaten 

und einem bedingten Anteil von 16 Monaten, Probezeit 5 Jahre, sowie zu 

einer Busse von Fr. 300.00, ersatzweise 4 Tage Freiheitsstrafe, zu 

verurteilen. Die Berufung des Beschuldigten erweist sich im Strafpunkt 

somit als unbegründet. 

 

4.  

4.1.  

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten gestützt auf Art. 66a Abs. 1 lit. c StGB 

unter Ausschreibung im Schengener Informationssystem für sieben Jahre 

des Landes verwiesen.  

 

Der Beschuldigte beantragt ein Absehen von der Landesverweisung. Er 

führt aus, dass ein schwerer persönlicher Härtefall vorliege. Er sei in der 

Schweiz geboren, aufgewachsen und hier verwurzelt. Er lebe mit seinen 

Eltern und einer seiner Schwestern zusammen. Weiter pflege er einen 

engen Kontakt zu seiner ältesten Schwester. Mit dem Kosovo verbinde ihn 

nichts (GA act. 146 ff.; Plädoyer der Verteidigung S. 10). 

 - 22 - 

 

 

4.2. 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Landesverweisung gemäss Art. 

66a StGB unter Berücksichtigung der Rechtsprechung des EGMR zu Art. 

8 EMRK wiederholt dargelegt (BGE 146 IV 311; BGE 146 IV 172; BGE 146 

IV 105; BGE 146 II 1; BGE 145 IV 455; BGE 145 IV 364; BGE 145 IV 161; 

BGE 144 IV 332; statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 6B_1248/2023 vom 

9. April 2024). Darauf kann verwiesen werden. 

 

4.3. 

Der Beschuldigte ist kosovarischer Staatsbürger. Er hat mit dem 

versuchten Raub eine Katalogtat i.S.v. Art. 66a Abs. 1 lit. c StGB begangen 

(vgl. zum Versuch einer Katalogtat BGE 146 IV 105 E. 3.4.1; BGE 144 IV 

168 E. 1.4.1) und ist somit für 5 bis zu 15 Jahren aus der Schweiz weg-

zuweisen. 

 

Es kann ausnahmsweise von einer Landesverweisung abgesehen werden, 

wenn diese für den Ausländer einen schweren persönlichen Härtefall 

bewirken würde und zudem die öffentlichen Interessen an der Landes-

verweisung gegenüber den privaten Interessen des Ausländers am 

Verbleib in der Schweiz nicht überwiegen (Art. 66a Abs. 2 StGB). Erst wenn 

feststeht, dass die Landesverweisung einen schweren persönlichen 

Härtefall bewirken würde, ist in einem zweiten Schritt das private Interesse 

an einem Verbleib in der Schweiz dem öffentlichen Interesse an einem 

Verlassen der Schweiz gegenüberzustellen. Resultiert daraus ein 

überwiegendes öffentliches Interesse, muss die Landesverweisung 

verhängt werden. Art. 66a StGB ist EMRK-konform auszulegen. Die 

Interessenabwägung hat sich daher an der Verhältnismässigkeitsprüfung 

nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK zu orientieren. 

 

4.4. 

Der heute 22-jährige Beschuldigte ist in der Schweiz geboren, auf-

gewachsen und verfügt über die Aufenthaltsbewilligung C (UA act. 15 und 

375). Sprachlich ist er sehr gut integriert, er spricht einwandfrei Schweizer 

Dialekt. Sein Lebensmittelpunkt liegt in der Schweiz, auch wenn sich seine 

persönliche und gesellschaftliche Integration in der Schweiz in Anbetracht 

seines Aufwachsens in der Schweiz als eher schwach erweist. Der 

Beschuldigte wohnt bei seinen Eltern und mit einer Schwester zusammen 

(GA act. 103/1; Protokoll der Berufungsverhandlung S. 14 und 16). Seine 

sozialen Beziehungen – neben seinen Eltern und seinen Schwestern – 

bestehen in einem kleinen Freundeskreis, wobei er sich von «schlechten 

Kollegen» distanziert haben will. Er habe zwei Kollegen, mit denen er 

jeweils unterwegs sei (vgl. GA act. 103/2; Protokoll der Berufungs-

verhandlung S. 21). Eine Freundin habe er nicht (GA act. 104/1; Protokoll 

der Berufungsverhandlung S. 14). Ein aktuelles Engagement in einem 

Verein, einer gemeinnützigen Organisation oder Institution in der Schweiz 

sind nicht ersichtlich. Er gehe aber regelmässig in die Kirche (GA act. 147; 

 - 23 - 

 

 

Protokoll der Berufungsverhandlung S. 18). Er habe früher lange im Verein 

Fussball gespielt (GA act. 103/2). In seiner Freizeit spiele er noch immer 

Fussball, gehe joggen und schwimme (GA act. 104/1; vgl. Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 21). Sein soziales Beziehungsnetz besteht und 

erschöpft sich hauptsächlich in der Beziehung zu seinen Eltern und seinen 

Schwestern sowie zwei Kollegen, was nicht für eine besondere Integration 

spricht. Seine wirtschaftliche und berufliche Integration erweist sich als 

ungenügend: Bereits im Schulalter war der Beschuldigte während zwei 

Jahren im Heim in der Therapiestation F._____ (UA act. 14), nachdem er 

– gemäss eigenen Aussagen – in der Schule Probleme hatte und 

«Scheissdreck» gemacht habe (UA act. 15). Nach dem Besuch der 

obligatorischen Schulen begann er zwei Berufslehren, eine als Elektro-

monteur und die andere als Detailhandelsfachmann, die er beide nicht 

abschloss (GA act. 103 f.). Für rund 1 ½ Jahre arbeitete er als Sach-

bearbeiter für eine Garage sowie bei einem Temporärbüro als Lüftungs-

reiniger (UA act. 95.2; GA act. 103). Seit mittlerweile elf Monaten ist der 

Beschuldigte arbeitslos (Protokoll der Berufungsverhandlung S. 14). 

Schulden sind – neben denjenigen aus seiner Straffälligkeit (Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 15) – keine bekannt. Negativ auf eine nach-

haltige Integration wirken sich die Verurteilungen des Beschuldigten aus: 

Er hat bereits diverse Delikte begangen, teilweise vor und teilweise nach 

den vorliegend zu beurteilenden Taten des versuchten Raubs, des 

Hausfriedensbruchs, der Sachbeschädigung sowie der Widerhandlung 

gegen das Betäubungsmittelgesetz. Insbesondere hat er sich wegen 

Begünstigung, versuchter Erpressung, Beschimpfung, Angriffs und Wider-

handlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz schuldig gemacht, wofür 

er mit Strafbefehl der Jugendanwaltschaft des Kantons Aargau vom 

22. April 2020 zu einem bedingten Freiheitsentzug von 10 Tagen verurteilt 

wurde. Innerhalb dieser Probezeit beging er eine versuchte schwere 

Körperverletzung, einen Angriff sowie einen Hausfriedensbruch, wofür er 

mit Urteil des Bezirksgerichts Dietikon vom 9. Mai 2022 zu einer bedingten 

Freiheitsstrafe von 18 Monaten, einer Geldstrafe von 5 Tagessätzen sowie 

einer Verbindungsbusse von Fr. 9'000.00, was bei seinem damaligen 

Einkommen einen sehr hohen Betrag darstellte, verurteilt wurde. Auch in 

letztgenanntem Verfahren stand eine Landesverweisung im Raum, was ihn 

jedoch nicht davon abgehalten hat, lediglich rund zwei Monate nach Urteils-

eröffnung wegen mehrfacher (teilweise versuchter) Nötigung erneut 

straffällig zu werden, wofür er mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Baden 

vom 13. Februar 2023 verurteilt wurde. Neben den im Strafregisterauszug 

aufgeführten Vorstrafen stand der Beschuldigte bereits in seinen Jugend-

jahren mit dem Gesetz in Konflikt. Im Jahr 2015 kam es zu einem 

Einschleichdiebstahl in ein Schulhaus, wobei sich der Beschuldigte 

geständig zeigte (MIKA-Akten, UA act. 234 ff.). Ebenso eigenstanden hat 

der Beschuldigte die Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 

vom 1. Januar 2019 (MIKA-Akten, UA act. 249 f.). Schliesslich wurde er mit 

Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Baden vom 3. August 2020 wegen 

 - 24 - 

 

 

Widerhandlung gegen die Covid-19 Verordnung 2 (MIKA-Akten, UA 

act. 258 f) und mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Baden vom 12. Mai 

2021 wegen Widerhandlung gegen die VRV verurteilt (MIKA-Akten, UA 

act. 367 f.). Aus der über die Jahre hinweg wiederkehrenden Begehung 

von teilweise schweren Straftaten und hohen Verschuldens des Beschul-

digten ergibt sich eine enorme Gleichgültigkeit gegenüber dem Schweizer 

Straf- und Vollzugssystem. Die ausgesprochenen Strafen liessen ihn 

unbeeindruckt, obwohl ihm zahlreiche Chancen gewährt wurden. Trotz 

eindringlicher Ermahnungen ist er jedoch durch eine wiederkehrende und 

ausgeprägte Ignoranz gegenüber der hiesigen Rechts- und Werteordnung 

aufgefallen. 

 

Zusammengefasst ist der Beschuldigte in der Schweiz geboren und aufge-

wachsen und verfügt hier über ein – wenn auch nicht besonders stark 

ausgeprägtes – soziales Netz, womit von einer starken Verwurzelung in der 

Schweiz auszugehen ist. Im Hinblick auf seine wirtschaftliche und 

berufliche Integration erweist sich seine Integration hingegen als 

ungenügend und hinsichtlich der Beachtung der schweizerischen Rechts- 

und Werteordnung als mangelhaft. 

 

4.5. 

Der ledige und kinderlose Beschuldigte verfügt nicht über eine eigene Kern-

familie im Sinne von Art. 8 EMRK. Er lebt mit seinen Eltern sowie einer 

Schwester im gleichen Haushalt. Weder seine Eltern noch seine 

Schwestern gehören zur Kernfamilie. Es liegt unter den vorliegenden 

Umständen auch sonst keine genügend nahe, echte und tatsächlich 

gelebte Beziehung, welche unter den Schutz von Art. 8 EMRK fallen würde, 

vor. Vielmehr scheint der Beschuldigte auch zuhause regelmässig 

Probleme zu machen. Nachdem er bereits zwei Jahren im Heim lebte (2015 

bis 2017; UA act. 15), musste seine Mutter am 6. Juni 2018 die Polizei 

rufen, da der Beschuldigte mit einem Stein nach ihr geworfen hatte und die 

Eingangstür beschädigte (MIKA-Akten, UA act. 243 ff.). Am 7. Mai 2024 

folgte ein weiterer Polizeieinsatz, nachdem der Vater des Beschuldigten – 

ausgelöst durch eine Auseinandersetzung zwischen dem Beschuldigten 

und seiner Mutter hinsichtlich seines Lebenswegs – ihn mit einem 

metallischen Gegenstand angegriffen haben soll (Protokoll der Berufungs-

verhandlung S. 22). Der seit mehreren Monaten arbeitslose Beschuldigte 

profitiert zwar von der finanziellen Unterstützung seiner Eltern, die ihm 

insbesondere ein Zimmer zur Verfügung stellen und die Krankenkasse 

bezahlen, zumal sein Erspartes nahezu aufgebraucht ist (Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 14 f.). Ein besonderes Abhängigkeitsverhältnis 

liegt indes nicht vor (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 6B_108/2024 

vom 1. Mai 2024 E. 4.5). Der Beschuldigte lebt in einer selbstgewählten 

finanziellen Unselbständigkeit. Es wäre ihm jederzeit zumutbar, einer Arbeit 

nachzugehen. Aus welchem Grund der Beschuldigte keiner Erwerbs-

tätigkeit nachgeht, ist denn auch unklar. Wenig glaubhaft ist jedenfalls, 

 - 25 - 

 

 

dass der junge Beschuldigte (22 Jahre) mit Sekundarschulabschluss trotz 

täglich verfassten Bewerbungsschreiben und «hervorragenden, perfekten» 

Arbeitszeugnissen seit elf Monaten keine Stelle finden will (Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 14 f.). Es wäre ihm denn auch zumutbar, 

temporär eine Stelle anzutreten z.B. über ein Temporärbüro, wie er dies 

bereits zuvor als Lüftungsreiniger getan hat (vgl. GA act. 103/1). 

Hinsichtlich des Kontakts zu seinen beiden Schwestern, ergeben sich keine 

Hinweise auf eine besonders enge Beziehung. Die nicht im gleichen 

Haushalt wohnende knapp 12 Jahre ältere Schwester des Beschuldigten 

(vgl. UA act. 15: Jahrgang 1990) begleitete ihn zwar zur erst- und zweit-

instanzlichen Verhandlung und stellt für den Beschuldigten in familiärer 

Hinsicht – neben seinen Eltern – eine enge Bezugsperson dar (GA 

act. 104/2; Plädoyer der Verteidigung S. 10). Eine über die normalen 

Familienbande hinausgehende Verbindung ist hingegen nicht ersichtlich 

(vgl. Protokoll der Berufungsverhandlung). 

 

4.6. 

Die Integrationschancen in seinem Heimatland Kosovo erweisen sich für 

den Beschuldigten als intakt. Er spricht Albanisch (Protokoll der Berufungs-

verhandlung S. 17; UA act. 14, wonach er «perfekt» Albanisch spreche). 

Der Umstand, der Schriftsprache nicht mächtig zu sein (GA act. 103/2), 

stellt kein unüberwindbares Hindernis dar. Er ist denn auch mit der Kultur 

und den Gepflogenheiten im Kosovo nicht nur aus seinen Ferien vertraut 

(UA act. 103/2; Protokoll der Berufungsverhandlung S. 17), sondern auch 

durch seine Verwandtschaft, die aus demselben Kulturkreis stammt. Die 

gesellschaftliche Integration des Beschuldigten erscheint mithin ohne 

weiteres möglich und zumutbar, auch wenn der Beschuldigte derzeit über 

keine aktiven Kontakte in den Kosovo verfügt. Es sind keine Gründe 

ersichtlich, weshalb der Beschuldigte nicht in der Lage sein sollte, sich ein 

Umfeld aufzubauen. Insofern der Beschuldigte vorbringt, keinen Anschluss 

im Kosovo zu finden, weil er im Kosovo einer christlichen Minderheit 

angehöre (GA act. 104/2), kann er daraus nichts zu seinen Gunsten 

ableiten. Vielmehr ist davon auszugehen, dass er gerade über seine 

Zugehörigkeit zum katholischen Glauben und seiner regelmässigen 

Glaubensausübungen (Protokoll der Berufungsverhandlung S. 18) 

Anschluss im Kosovo finden kann. Es wäre ihm denn auch zumutbar, 

bereits in der Schweiz Kontakt zu knüpfen, nachdem selbst in Aarau ein 

Zusammenschluss Albanisch sprechender Katholiken besteht (Protokoll 

der Berufungsverhandlung S. 18; www.misioni-aarau.ch). Auch ist die 

Wahrscheinlichkeit, sich im Kosovo eine wirtschaftliche Existenz aufbauen 

zu können, für ihn als junger und gesunder Mann mit guter Schweizer 

Schulbildung (Sekundarabschluss) und – wenn auch nicht ausgeprägten – 

ersten Berufserfahrungen ohne Weiteres als intakt einzustufen. Insoweit 

der Verteidiger des Beschuldigten vorbringt, dass der Beschuldigte 

während des Berufungsverfahrens an einer Depression erkrankt sei, 

äusserte er sich nicht dazu, ob und inwiefern dies seine Integration 

 - 26 - 

 

 

erschweren könnte (Plädoyer der Verteidigung S. 10 f.). Von einer 

Erschwerung seiner Integration ist denn auch nicht auszugehen, zumal 

seine Beschwerden auch im Ausland verbreitet und auch im Kosovo 

therapierbar sind. Nachdem der Beschuldigte die als «Down-Phase» 

umschriebene Gemütslage auf das andauernde Verfahren zurückführt 

(Protokoll der Berufungsverhandlung S. 14), ist denn auch von einer 

diesbezüglich relevanten Veränderung nach rechtskräftigem Urteil 

auszugehen. 

 

4.7. 

In Bezug auf das öffentliche Interesse an einer Wegweisung des Beschul-

digten aus der Schweiz ergibt sich Folgendes: Die begangene Katalogtat 

reiht sich nahtlos in eine Reihe von begangenen Delikten ein, sodass er als 

unbelehrbarer Wiederholungstäter erscheint (vgl. oben). Er hat denn auch 

lediglich sechs Monate vor dem vorliegenden versuchten Raub zwei 

weitere Katalogtaten (versuchte schwere Körperverletzung sowie Angriff) 

begangen. Dabei hat er innerhalb kürzester Zeit mehrfach das hoch-

stehende Rechtsgut der körperlichen Integrität verletzt. Er wird denn auch 

mit diesem Urteil zu einer Freiheitsstrafe von deutlich mehr als zwei Jahren 

verurteilt (zur «Zweijahresregel» vgl. Urteil des Bundesgerichts 

6B_1248/2023 vom 9. April 2024 E. 3.4 mit Hinweisen). Ferner ist auch die 

Regelmässigkeit, mit der er über die Jahre hinweg delinquiert hat, zu 

berücksichtigen (vgl. oben). Aufgrund seiner seit seinen Jugendjahren 

andauernden, hochstehende Rechtsgüter verletzenden und Schwere 

seiner Delinquenz, ist von einer erheblichen Gefährdung der öffentlichen 

Sicherheit und Ordnung und damit einhergehend einem hohen Interesse 

an seiner Wegweisung auszugehen. 

 

4.8. 

In Würdigung der gesamten Umstände ist das Vorliegen eines schweren 

persönlichen Härtefalls aufgrund der starken Verwurzelung des Beschul-

digten in der Schweiz trotz seiner zahlreich begangenen Straftaten knapp 

zu bejahen. Jedoch überwiegt das hohe öffentliche Interesse an der 

Landesverweisung die privaten Interessen des Beschuldigten am Verbleib 

in der Schweiz, nachdem keine ausserordentlichen Umstände vorliegen 

(Urteil des Bundesgerichts 6B_1248/2023 vom 9. April 2024 E. 3.4). Damit 

sind die Voraussetzungen für eine Landesverweisung erfüllt. Diese erweist 

sich sowohl unter dem Blickwinkel von Art. 66a Abs. 2 StGB als auch – so 

weit überhaupt tangiert – unter demjenigen von Art. 8 Ziff. 2 EMRK als 

verhältnismässig und rechtskonform. 

 

Die von der Vorinstanz auf 7 Jahre festgesetzte Dauer der Landes-

verweisung kann unter Berücksichtigung des hohen öffentlichen Interesses 

an einer Landesverweisung und der dem Beschuldigten, der als unbelehr-

barer Wiederholungstäter zu qualifizieren ist, zu stellenden schlechten 

Legalprognose unter keinen Umständen herabgesetzt werden. 

 - 27 - 

 

 

4.9. 

Mit vorliegendem Urteil wird der Beschuldigte zu einer mehrjährigen 

Freiheitsstrafe von 32 Monaten verurteilt und es wird eine obligatorische 

Landesverweisung angeordnet. Entsprechend ist davon auszugehen, dass 

er eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung im Sinne von 

Art. 24 Ziff. 2 SIS-II-Verordnung darstellt. Gründe, welche eine Aus-

schreibung im SIS als unverhältnismässig erscheinen lassen würden, sind 

keine ersichtlich (vgl. BGE 146 IV 172 E. 3.2). Somit ist die Ausschreibung 

der Landesverweisung im Schengener Informationssystem (SIS) anzu-

ordnen. 

 

5.  

Der Beschuldigte hat die dem Privatkläger D._____ zugesprochene 

Genugtuung von Fr. 3'000.00 für den Fall, dass es bei einem Schuldspruch 

wegen versuchten Raubs bleibt, nicht substanziert angefochten. Darauf ist 

somit nicht zurückzukommen, zumal hinsichtlich der Zivilforderungen im 

Adhäsionsverfahren die Dispositionsmaxime gilt. 

 

6.  

6.1. 

Die Berufung des Beschuldigten erweist sich als unbegründet und ist 

abzuweisen. Entsprechend dem Ausgang des Berufungsverfahren hat er 

die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 5'000.00 vollumfänglich zu 

tragen (Art. 428 Abs. 1 StPO; § 18 VKD). 

 

6.2. 

Der amtliche Verteidiger des Beschuldigten ist gestützt auf die eingereichte 

Honorarnote und angepasst an die effektive Dauer der Verhandlung (inkl. 

Hin- und Rückreise) mit aufgerundet Fr. 3'800.00 (inkl. Auslagen und Mehr-

wertsteuer) aus der Staatskasse zu entschädigen (Art. 135 Abs. 1 i.V.m. § 

9 Abs. 1 und Abs. 3bis AnwT).  

 

Diese Entschädigung ist vom Beschuldigten zurückzufordern, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO). 

 

7. 

7.1. 

Die erstinstanzliche Kostenregelung bedarf keiner Änderung (Art. 428 

Abs. 3 i.V.m. Art. 426 StPO). Der Beschuldigte wird verurteilt und hat somit 

die erstinstanzlichen Verfahrenskosten im Umfang von Fr. 11'082.60 (inkl. 

Anklagegebühr von Fr. 2'100.00) zu tragen. 

 

7.2. 

Die dem amtlichen Verteidiger für das erstinstanzliche Verfahren zuge-

sprochene Entschädigung ist nicht angefochten worden, weshalb im 

 - 28 - 

 

 

Berufungsverfahren nicht mehr darauf zurückzukommen ist (Urteil des 

Bundesgerichts 6B_1299/2018 vom 28. Januar 2019). 

 

Diese Entschädigung ist vom Beschuldigten zurückzufordern, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO). 

 

7.3. 

Die der unentgeltlichen Rechtsbeiständin des Privatklägers D._____ für 

das erstinstanzliche Verfahren zugesprochene Entschädigung ist nicht 

angefochten worden, weshalb darauf nicht zurückzukommen ist. 

 

Der Beschuldigte befindet sich nicht in günstigen wirtschaftlichen 

Verhältnissen, weshalb die Kosten für die unentgeltliche Verbeiständung 

des Privatklägers D._____ auf die Staatskasse zu nehmen sind (Art. 426 

Abs. 4 StPO). 

 

8. 

Tritt das Berufungsgericht, wie vorliegend, auf die Berufung ein, fällt es ein 

neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 StPO, Art. 

81 StPO). 

 
 
   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. 

Der Beschuldigte ist schuldig 

- des versuchten Raubs gemäss Art. 140 Ziff. 1 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 

1 StGB; 

- der Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB; 

- des Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB; 

- der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19a 

Ziff. 1 BetmG [in Rechtskraft erwachsen]. 

 

2. 

2.1. 

Der Beschuldigte wird hierfür gemäss den in Ziff. 1 genannten Gesetzes-

bestimmungen sowie in Anwendung von Art. 47 StGB, Art. 49 Abs. 1 und 

2 StGB, Art. 40 StGB, Art. 43 StGB, Art. 44 Abs. 1 StGB und Art. 106 StGB 

 

als Zusatzstrafe zum Urteil des Bezirksgerichts Dietikon vom 9. Mai 2022  

 

zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 32 Monaten mit einem vollzieh-

baren Anteil von 16 Monaten und einem bedingt zu vollziehenden Anteil 

von 16 Monaten, Probezeit 5 Jahre, 

 

 

 - 29 - 

 

 

und einer Busse von Fr. 300.00, ersatzweise 4 Tage Freiheitsstrafe, [in 

Rechtskraft erwachsen] 

 

verurteilt. 

 

2.2. 

Die vorläufige Festnahme wird im Umfang von zwei Tagen auf die 

Freiheitsstrafe angerechnet. 

 

3. 

Der Beschuldigte wird gestützt auf Art. 66a Abs. 1 lit. c StGB für die Dauer 

von 7 Jahren des Landes verwiesen.  

 

Die Landesverweisung wird im Schengener Informationssystem (SIS) aus-

geschrieben.  

 

4. [in Rechtskraft erwachsen] 

Das beschlagnahmte Küchenmesser (Tatwaffe) ist der berechtigten 

Person zurückgegeben. 

 

Wird das Küchenmesser nicht innert 30 Tagen seit Eintritt der Rechtskraft 

herausverlangt, trifft die Staatsanwaltschaft die sachgemässen 

Verfügungen. 

 

5. 

Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger D._____ eine 

Genugtuung von Fr. 3'000.00 zzgl. Verzugszins von 5 % seit dem 9. Juli 

2021 zu bezahlen. 

 

Im Übrigen wird die Zivilklage auf den Zivilweg verwiesen. 

 

6. 

6.1. 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten von Fr. 5'000.00 werden dem 

Beschuldigten auferlegt. 

 

6.2. 

Die Obergerichtskasse wird angewiesen, dem amtlichen Verteidiger des 

Beschuldigten für das obergerichtliche Verfahren eine Entschädigung von 

Fr. 3'800.00 auszurichten.  

 

Diese Entschädigung wird vom Beschuldigten zurückgefordert, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. 

 

 - 30 - 

 

 

7. 

7.1. 

Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten werden dem Beschuldigten im 

Umfang von Fr. 11'082.60 (inkl. Anklagegebühr von Fr. 2'100.00) auferlegt.  

 

7.2. 

Die vorinstanzliche Gerichtskasse wird – soweit noch keine Auszahlung 

erfolgt ist – angewiesen, dem amtlichen Verteidiger des Beschuldigten für 

das erstinstanzliche Verfahren eine Entschädigung von Fr. 9'893.70 auszu-

richten.  

 

Diese Entschädigung wird vom Beschuldigten zurückgefordert, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. 

 

7.3.  

Die vorinstanzliche Gerichtskasse wird – soweit noch keine Auszahlung 

erfolgt ist – angewiesen, der unentgeltlichen Rechtsvertreterin des Privat-

klägers D._____, für das erstinstanzliche Verfahren eine Entschädigung 

von Fr. 4'386.10 auszurichten. 

 
 

 Zustellung an:  

[…] 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der 

vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das 

Schweizerische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 

Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen 

Bundesgericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die 

Beschwerdelegitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

  

 - 31 - 

 

 

   

Aarau, 23. Mai 2024 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 1. Kammer 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

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