# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ae6a0f03-fc34-5ae1-b47d-badafa91e393
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-08-30
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 30.08.2017 200 2016 798
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2016-798_2017-08-30.pdf

## Full Text

200 16 798 IV
GRD/LUB/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 30. August 2017

Verwaltungsrichter Grütter, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiber Lüthi

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 21. Juli 2016

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Aug. 2017, IV/16/798, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1967 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
wurde im Februar 2015 durch ihre Hausärztin unter Hinweis auf eine Multi-
ple Sklerose (MS; seit April 1997), eine Torsionsskoliose der Wirbelsäule 
und eine arterielle Hypertonie bei der Eidgenössischen Invalidenversiche-
rung (IV) zur Früherfassung gemeldet (Akten der IV-Stelle Bern [IVB bzw. 
Beschwerdegegnerin], [act. II] 1). Im April 2015 meldete sich die Versicher-
te zum Leistungsbezug an (act. II 6). Die IVB tätigte erwerbliche und medi-
zinische Erhebungen, insbesondere holte sie einen Bericht des Regionalen 
Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 30. November 2015 (act. II 24) ein. Mit 
Vorbescheid vom 14. März 2016 (act. II 32) stellte sie der Versicherten die 
Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht. Dagegen erhob die Versi-
cherte Einwand und reichte mehrere ärztliche Berichte ein (act. II 27). 
Nachdem die IVB eine Stellungnahme beim RAD eingeholt hatte 
(act. II 36,  S. 2 ff.), verfügte sie am 21. Juli 2016 dem Vorbescheid ent-
sprechend die Abweisung des Leistungsbegehrens (act. II 37).

B.

Mit Eingabe vom 8. September 2016 erhob die Versicherte, vertreten durch 
Rechtsanwalt B.________, Beschwerde. Sie lässt die folgenden Rechtsbe-
gehren stellen:

1. Die Verfügung vom 21. Juli 2016 sei aufzuheben.
2. Die IV-Stelle Bern ist anzuweisen, vorgängig der Rentenverfügung die 

Arbeits- und Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin mittels einer 
polydisziplinären medizinischen Begutachtung und/oder mittels Evaluie-
rung der funktionellen Leistungsfähigkeit zu eruieren.

3. Der Beschwerdeführerin ist für das Verfahren vor dem Verwaltungsge-
richt die unentgeltliche Rechtspflege, unter Beiordnung eines Rechts-
anwaltes, zu erteilen.

- unter Kosten- und Entschädigungsfolge -

In ihrer Beschwerdeantwort vom 26. September 2016 schliesst die Be-
schwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde.

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Am 3. Oktober 2016 liess die Beschwerdeführerin ergänzende Angaben 
zum Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und am 11. Oktober 2016 
zwei Arztberichte vom 14. bzw. 30. September 2016 einreichen.

In ihrer Stellungnahme vom 30. Oktober 2016 hielt die Beschwerdegegne-
rin an ihrem Antrag fest und reichte eine Stellungnahme des RAD vom 
25. Oktober 2016 (in den Gerichtsakten) ein.

Nachdem die Beschwerdeführerin mit Zuschrift vom 7. November 2016 
eine Stellungnahme ihrer Rechtsschutzversicherung eingereicht hatte, 
hiess der Instruktionsrichter mit prozessleitender Verfügung vom 8. No-
vember 2016 das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege unter Beiord-
nung von Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt gut.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-

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tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 21. Juli 2016 
(act. II 37). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin 
auf Leistungen der Invalidenversicherung.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Nach Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von einer Invalidität 
(Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmass-
nahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit 
oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustel-
len, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Voraussetzungen für den 
Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b). Eingliede-

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rungsmassnahmen bestehen nach Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG unter anderem in 
Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbil-
dung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe) im Sinne von Art. 15 ff. 
IVG. 

2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). 

3.

3.1 In medizinischer Hinsicht lassen sich den Akten im Wesentlichen 
die folgenden Angaben entnehmen:

3.1.1 Im Bericht der Neurologie Oberaargau vom 18. Januar 2013 
(act. II 7, S. 25) führte Dr. med. C.________, Facharzt für Neurologie, in 
der Gesamtbeurteilung aus, es bestehe eine bekannte Multiple Sklerose 
mit deutlicher Läsionslast periventrikulär bds. Die Wirbelsäule sei spinal 
nicht befallen. Daneben bestünden multietagere Pathologien der Wir-
belsäule degenerativer Natur. Es zeigten sich auf Höhe der HWS bietagere 
Pathologien mit medianer Myelopathie. Dazu zeige sich eine rechtsskolioti-
sche Fehlhaltung der Wirbelsäule auf Höhe der LWS mit einer radikulären 
Symptomatik L5 bds. Am 24. Januar 2013 nannte er als Diagnosen eine 

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schubförmig remittierende Multiple Sklerose (Erstdiagnose [ED] April 
1997), degenerative Veränderungen der Halswirbelsäule mit mehretageren 
degenerativen Veränderungen HWK5/6, HWK6/7 mit Myelopathie haupt-
sächlich HWK4/5 und HWK5/6 und schwere degenerative Veränderungen 
der Lendenwirbelsäule mit ausgeprägter skoliotischer Fehlhaltung mit Af-
fektion der Radices L5 bds (act. II 7, S. 22). 

3.1.2 Im Bericht vom 16. Januar 2014 (act. II 7, S. 12 f.) erwähnte 
Dr. med. C.________ als Diagnose eine schubförmig remittierende Multiple 
Sklerose (Therapie mit Fungolimod seit 2013; aktuell Kontrolluntersuchung 
im Rahmen der Gilenya-Therapie). Die Erkrankung sei unter Gilenya stabil; 
das Medikament werde gut vertragen. Am 16. April 2014 (act. II 7, S. 9 f.) 
führte als weitere zu den von ihm bereits genannten Diagnosen einen Vit-
amin-B12-Mangel auf. Am 18. Dezember 2014 (act. II 2, S. 1 f.) gab 
Dr. med. C.________ die von ihm gestellten Diagnosen wieder und berich-
tete, klinisch bestehe insgesamt eine recht gute Stabilität der Erkrankung 
und die Laborwerte seien in Ordnung. Die Medikation könne unverändert 
fortgesetzt werden (act. II 2, S. 1 f.).

3.1.3 Dr. med. D.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, dia-
gnostiziete im Bericht vom 23. März 2015 (act. II 4, S. 1 f.) eine atypische 
linkskonvexe Thorakalskoliose, ein lumbospondylogenes Schmerzsyndrom 
bei ausgeprägter Osteochondrose L2/3 und multietageren degenerativen 
Veränderungen, eine Multiple Sklerose (letzter Schub 2009) und einen 
St. n. Thorakotomie/Lumbotomie (1997). Die Patientin verrichte eine kör-
perlich schwere Tätigkeit zu 100 % in der …. Bisher sei sie nie arbeitsun-
fähig gewesen, nun seit zwei Wochen zu 50 % (S. 1). In einem weiteren 
Bericht vom 17. April 2015 (act. II 15, S. 14 f.) führte er zusätzlich zu den 
bereits genannten Diagnosen eine lumbale rechtskonvexe Skoliose, den 
Verdacht auf ein Schwannom Th5/6 links sowie eine Syrinx Th4 – Th6 und 
als Nebendiagnose den Verdacht auf eine Hepatomegalie auf.

3.1.4 Im Bericht vom 22. April 2015 (act. II 15, S. 11 – 13) führte Dr. med. 
C.________ nach Wiederholung seiner bisher gestellten Diagnosen (S. 11) 
aus, klinisch sei die Multiple Sklerose gegenüber der Untersuchung vor 
einem Jahr stabil. Neue schubverdächtige Ereignisse seien keine aufgetre-
ten und die Labortestungen seien in Ordnung. Bei dieser Konstellation sei 

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die Indikation für eine Fortsetzung der Medikation mit Gilenya weiterhin 
gegeben (S. 12). Angesichts der Problematik des Rückens und der Multi-
plen Sklerose sei eine 100 %-ige Arbeitsfähigkeit in Zukunft wahrscheinlich 
nicht mehr denkbar. Die Arbeitsunfähigkeit von 50 % erscheine im Moment 
angemessen und der Patientin gehe es auch wieder deutlich besser 
(S. 13).

3.1.5 Dr. med. E.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, 
diagnostizierte im Bericht vom 19. Juli 2015 (act. II 15, S. 2 – 7) mit Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit eine schubförmig remittierende Multiple Skle-
rose (April 1997), ein lumbospondylogenes Schmerzsyndrom bei schweren 
degenerativen Veränderungen und einen St. n. Thorakotomie/Lumbotomie 
(1979; S. 2). Die Patientin sei als … seit dem 24. Februar 2015 zu 50 % 
arbeitsunfähig. Wie lange die Patientin die strenge körperliche Arbeit im … 
noch weiterführen könne, sei unklar (S. 4). Eine Steigerung sei kaum mög-
lich (S. 5).

3.1.6 Am 11. August 2015 (act. II 27, S. 9 f.) notierte Dr. med. 
C.________ als Diagnose eine schubförmig remittierende Multiple Sklerose 
(Therapie mit Fungolimod seit Juli 2013; aktuell Kontrolluntersuchung im 
Rahmen der Gilenya-Therapie; S. 9). Die Verträglichkeit von Gilenya sei 
weiterhin gut. Die erforderlichen Zusatzuntersuchungen mit dermatologi-
scher Beurteilung des Integuments und der erforderlichen ophthlamologi-
schen Untersuchungen seien erfreulich und stabil gewesen (S. 10). 

3.1.7 Im Bericht vom 16. September 2015 (act. II 27, S. 7) diagnostizierte 
Dr. med. F.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumato-
logie des Bewegungsapparates, eine laterale Meniskusläsion Knie links 
und eine Multiple Sklerose. Bei der aktuellen Untersuchung sei die Patien-
tin jedoch fast beschwerdefrei.

3.1.8 Dr. med. D.________ wiederholte am 27. November 2015 seine 
bereits gestellten Diagnosen und berichtete, derzeit bestehe eine vollstän-
dige Beschwerdefreiheit nach absolvierter Physiotherapieserie. Eine Anal-
gesie werde nicht durchgeführt. Weiterhin liege eine Arbeitstätigkeit in kör-
perlich schwerer Tätigkeit ohne Probleme vor. Akutanamnestische Aspekte 
bestünden keine (act. II 27, S. 5 f.).

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3.1.9 Im RAD-Bericht vom 30. November 2015 (act. II 24, S. 3 ff.) hielt 
Dr. med. G.________, Fachärztin für Neurologie sowie Psychiatrie und 
Psychotherapie, als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine 
Multiple Sklerose mit schubförmig-remittierendem Verlauf (Erstmanifestati-
on [EM] und ED 1997), keine sensomotorischen Ausfälle und ohne Korrek-
tur eine leichtgradige Sehschärfenminderung links (ICD-10 G35) fest. Ohne 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte sie eine arterielle Hyper-
tonie (medikamentös behandelt) und eine rechts-links-konvexe BWS-LWS-
Torsionsskoliose leichtgradiger Ausprägung, keine nennenswerte Bewe-
gungseinschränkung der Wirbelsäule, keine radikulären Ausfälle, keine 
klinischen Zeichen einer Rückenmarksschädigung (S. 10). Die Versicherte 
werde als fähig erachtet, Arbeiten leichter und mittlerer körperlicher Schwe-
re, ohne Heben und Tragen von schweren Lasten ohne mechanische 
Hilfsmittel, ohne andauernde Zwangshaltungen, ohne Akkord, in Früh- und 
Tagesschicht, ohne Nachtschicht bis zu einem 100 % Pensum, d.h. acht 
Stunden und mehr täglich zu verrichten. Sie werde noch als fähig erachtet, 
ihre bisherige Tätigkeit als … unter Berücksichtigung der zuvor genannten 
Leistungseinschränkungen bis zu einem 100 % Pensum zu verrichten 
(S. 11).

In der RAD-Besprechung vom 29. Januar 2016 (act. II 26) führte Dr. med. 
G.________ weiter aus, die vorliegenden Befunde dokumentierten eine 
unbeeinträchtigte Sensomotorik an den Beinen, eine unbeeinträchtigte 
Greiffunktion und Zielmotorik der Hände und eine insgesamt volle Muskel-
kraft. Alle Reflexe seien vorhanden. Es könnten keine pathologischen Re-
flexe ausgelöst werden. Es bestünden keine Bewegungseinschränkungen 
der Wirbelsäule und keine Beeinträchtigung der Stand- und Gangvarianten. 
Die Versicherte zeige ein harmonisches Gangbild und befinde sich in ei-
nem normalen Allgemein- und Ernährungszustand. Es bestünden keine 
radikulären Ausfälle und keine klinischen Zeichen einer Rückenmarksschä-
digung. Aus den Unterlagen des Rückenzentrums Langenthal sei bereits 
der Verdacht auf ein Schwannom Th5/6 links hervorgegangen, ohne dass 
eine diesbezügliche typische Klinik dargestellt worden sei. In einer weiteren 
RAD-Besprechung vom 3. Februar 2016 (act. II 28) hielt Dr. med. 
G.________ fest, aus dem Bericht von Dr. med. C.________ vom 11. Au-
gust 2015 gehe hervor, dass weiterhin keine sensomotorischen Ausfälle 

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und ein normaler Hirnnervenstatus bestünden. Der Fernvisus sei ausrei-
chend. Zusammengefasst ergäben sich aus neurologisch-psychiatrischer 
Sicht keine neuen Gesichtspunkte, aufgrund derer von der Leistungsbeur-
teilung im RAD-Bericht vom 30. November 2015 abgewichen werden 
müsste. Diese habe auch weiterhin Gültigkeit. Im Bericht von Dr. med. 
D.________ vom 27. November 2015 werde eine vollständige Beschwer-
defreiheit nach Physiotherapie dokumentiert. Die Thorakolumbalskoliose 
sei nicht behandlungsbedürftig. Die Arbeitsfähigkeit in der angestammten 
Tätigkeit sei nicht gefährdet (S. 1). Die festgestellte laterale Meniskusläsion 
werde als asymptomatisch beschrieben. Kernspintomographisch fänden 
sich keine wesentlichen Zeichen einer femoropatellaren oder Gonarthrose. 
Aus orthopädischer Sicht liege nach gründlicher Würdigung aller aktenkun-
digen Befunde kein invalidisierender Gesundheitsschaden mit Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit vor (S. 2).

3.1.10 Die Hausärztin Dr. med. E.________ führte am 16. April 2016 im 
Rahmen des erhobenen Einwands aus, trotz der Multiplen Sklerose habe 
die Patientin immer gearbeitet. Sie habe auch immer wieder Rücken-
schmerzen, die sie medikamentös und physiotherapeutisch bis zum 
24. Februar 2015 angegangen habe. Damals habe sich die Patientin mit 
invalidisierenden Schmerzen bei typischer linkskonvexer Thorakalskoliose, 
lumbaler rechtskonvexer Skoliose mit einem Cobb-Winkel von 26 Grad, 
thorakale Skoliose, einer Osteochondrose L2/3 und multietageren degene-
rativen Veränderungen gemeldet. Die Patientin arbeite schwer, musste 
anfangs ihre Arbeit aussetzen und habe dann diese wieder zu 50 % auf-
nehmen können. Durch die Reduktion des Arbeitspensums habe auch eine 
Schmerzreduktion herbeigeführt werden können. Es handle sich bei den 
Beschwerden nicht um eine abgeheilte Lumbago, sondern um schwere 
Rückenveränderungen. Eine Steigerung der Arbeitsbelastung durch Ver-
längerung der Arbeitszeit werde zu einer erneuten Verschlechterung der 
Schmerzsituation führen. Es sei wenigstens die Rückensituation nochmals 
genauer zu beurteilen (act. II 33, S. 1).

3.1.11 Am 20. April 2016 berichtete Dr. med. D.________ nach Wiederga-
be der von ihm bereits gestellten Diagnosen, die Syrinx intradural sei nur 
untergeordnet kontrollbedürftig und die Veränderung, welche als Schwan-

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nom bezeichnet sei, scheine auch eher nicht kontrollbedürftig zu sein, so-
lange die Patientin beschwerdefrei sei (act. II 41, S. 19 f.).

3.1.12 Die RAD-Ärztin Dr. med. G.________ hielt in der Stellungnahme 
vom 19. Juli 2016 (act. II 36, S. 2 ff.) fest, zusammengefasst werde nach 
interdisziplinärer neurologisch-psychiatrischer und orthopädischer Würdi-
gung der aktenkundigen Befunde und unter Zugrundelegung der Begutach-
tungsempfehlungen der Deutschen Rentenversicherung (DRV) die Versi-
cherte noch für fähig erachtet, Arbeiten leichter und mittlerer körperlicher 
Schwere, ohne Heben und Tragen von schweren Lasten ohne mechani-
sche Hilfsmittel, ohne andauernde Zwangshaltungen, ohne Akkord, mit den 
betriebsüblichen Pausen, in Früh- und Spätschicht (ohne Nachtschicht), bis 
zu einem 100 % Pensum zu verrichten, so auch ihre bisherige Tätigkeit als 
…. Es seien keine neuen medizinischen Gesichtspunkte vorgetragen wor-
den, die eine andere Leistungsbeurteilung objektiv begründen könnten.

3.1.13 Im Bericht vom 14. September 2016 (Beschwerdebeilage [BB] 6) 
diagnostizierte Dr. med. H.________, Facharzt für Neurochirurgie, chroni-
sche belastungsabhängige thorakale und lumbale Rückenschmerzen bei 
kongenitaler Skoliose, eine ätiologisch unklare Gangstörung und eine 
schubförmig remittierende Multiple Sklerose (ED 1997; S. 1). Bei der Arbeit 
falle auf, dass ein eindeutiger Zusammenhang der Rückenschmerzen mit 
der Schwere der körperlichen Arbeit bestehe. Seit einiger Zeit sei die Pati-
entin nun zu 50 % arbeitsunfähig aufgrund zunehmender Rückenschmer-
zen während der Arbeit. Nachmittags erhole sie sich von der Arbeit und 
müsse regelmässig abliegen. Die von der Patientin geäusserten Be-
schwerden seien präzise formuliert und seien aufgrund der radiologischen 
Befunde bestens nachvollziehbar. Hinweise für eine Somatisierung bestün-
den nicht (S. 2).

3.1.14 Am 30. September 2016 berichtete Dr. med. C.________, die Pati-
entin habe schwere Probleme einerseits mit ihrer Multiplen Sklerose und 
andererseits mit ihrem Rücken. Es bestehe eine Kombination aus den Rü-
ckenproblemen und der Multiplen Sklerose, welche die Arbeitsfähigkeit 
beeinträchtige. Es sei wichtig, dies bei allen Beteiligten zu deponieren, da 
die IV und die Sozialversicherung oft dazu neigen würden, sowohl die zen-
trale Problematik (Multiple Sklerose) als auch die periphere Problematik 

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(degenerative Veränderungen der Lendenwirbelsäule) zu quantifizieren und 
dann beides isoliert als zu gering einzustufen, als dass eine Berentung ge-
rechtfertigt wäre. Dies würde in der vorliegenden Situation zu kurz greifen 
(BB 5).

3.1.15 In der RAD-Stellungnahme vom 25. Oktober 2016 (in den Gerichts-
akten) hielt Dr. med. G.________ fest, es seien bisher alle bekannten und 
objektivierten Befunde in der Leistungsbeurteilung vom 30. November 2015 
unter Einbeziehung des aktuellen Stands der wissenschaftlichen Erkennt-
nis zur Leistungsbeurteilung berücksichtigt worden. Die Diagnosen seien 
nicht, wie von Dr. med. C.________ befürchtet, isoliert betrachtet worden. 
Als einzige funktionelle Einschränkung sei bei der Versicherten bisher ohne 
Korrektur eine leichtgradige Sehschärfenminderung links festgestellt wor-
den. Bei vorbekannter Torsionsskoliose der Wirbelsäule habe im März 
2015 keine alltagsrelevante Bewegungseinschränkung bestanden. Die auf-
grund des röntgenologischen Nachweises degenerativen Wirbelsäulenver-
änderungen berücksichtigte quantitative Leistungseinschränkung in Bezug 
auf körperlich schwere Arbeiten seien ebenso berücksichtigt worden wie 
die aufgrund der Torsionsskoliose bestehende qualitative Leistungsein-
schränkung in Bezug auf Arbeiten mit andauernder Zwangshaltung. Befun-
de, die eine quantitative Leistungseinschränkung objektiv begründen könn-
ten, lägen nicht vor. Die aktuell von der Versicherten ausgeübte Tätigkeit 
sei leicht und wechselbelastend und somit als angepasst zu betrachten. 
Die Leistungsbeurteilung im RAD-Bericht vom 30. November 2015 habe 
deshalb weiterhin Gültigkeit.

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

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3.2.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.2.2 Sofern RAD-Untersuchungsberichte den Anforderungen an ein ärzt-
liches Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352) genügen, auch hinsichtlich 
der erforderlichen ärztlichen Qualifikationen, haben sie einen vergleichba-
ren Beweiswert wie ein anderes Gutachten (SVR 2009 IV Nr. 53 S. 165 
E. 3.3.2). Soll allerdings ein Versicherungsfall ohne Einholung eines exter-
nen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung 
strenge Anforderungen zu stellen. Insbesondere sind die von der versicher-
ten Person aufgelegten Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte 
mitzuberücksichtigen. Wird die Schlüssigkeit der Feststellungen der versi-
cherungsinternen Fachpersonen durch einen nachvollziehbaren Bericht 
eines behandelnden Arztes in Zweifel gezogen, so genügt der pauschale 
Hinweis auf dessen auftragsrechtliche Stellung (BGE 125 V 351 E. 3a cc S. 
353) nicht, um solche Zweifel auszuräumen. Vielmehr wird das Gericht 
entweder ein Gerichtsgutachten anzuordnen oder die Sache an den Versi-
cherungsträger zurückzuweisen haben, damit dieser im Verfahren nach 
Art. 44 ATSG eine Begutachtung veranlasst (BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 65, 
135 V 465 E. 4.4 - 4.6 S. 469).

3.3 In der angefochtenen Verfügung vom 21. Juli 2016 (act. II 37) hat 
sich die Beschwerdegegnerin massgeblich auf die Beurteilungen der RAD-
Ärztin Dr. med. G.________ vom 30. November 2015 (act. II 24) und 
19. Juli 2016 (act. II 36, S. 2 ff.) gestützt, wonach eine uneingeschränkte 
Arbeits- und Leistungsfähigkeit sowohl in einer leidensangepassten 
Tätigkeit als auch in der bisherigen Tätigkeit als … bestehe (act. II 24, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Aug. 2017, IV/16/798, Seite 13

S. 11 f., act. II 36, S. 3). Die RAD-Ärztin hat die Arbeitsfähigkeit aufgrund 
der vorhandenen Akten, ohne die Beschwerdeführerin persönlich 
untersucht zu haben, beurteilt.

Der RAD-ärztlichen Beurteilung stehen die Einschätzungen der 
behandelnden Ärzte entgegen. So hielt der Neurologe Dr. med. 
C.________ am 22. April 2015 zur Arbeitsfähigkeit fest, angesichts der 
Problematik des Rückens einerseits und der Multiplen Sklerose anderer-
seits sei eine 100 %-ige Arbeitsfähigkeit in Zukunft wahrscheinlich nicht 
mehr denkbar. Die Arbeitsunfähigkeit von 50 % erscheine im Moment an-
gemessen und der Patientin gehe es auch wieder deutlich besser 
(act. II 15, S. 13). Die Hausärztin Dr. med. E.________ erachtete die Be-
schwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit als … zu 50 % arbeitsun-
fähig. Sie begründete die Einschränkung einerseits mit der raschen Ermü-
dung aufgrund der Multiplen Sklerose sowie andererseits mit den belas-
tungs- und stellungsabhängigen Rückenbeschwerden (act. II 15, S. 4, 
Ziff. 1.6 f.). Zudem schätzte sie eine Steigerung der beruflichen Tätigkeit 
als kaum möglich ein (act. II 15, S. 5, Ziff. 1.9). Diese Einschätzungen 
bestätigte sie ebenfalls im Bericht vom 16. April 2016, in dem sie insbeson-
dere auf die Rückenbeschwerden hinwies und die Beschwerdegegnerin um 
eine genauere Beurteilung der Rückensituation anhielt (act. II 33, S. 1 f.). 
Dr. med. D.________ sprach zwar in seinem Bericht vom 27. November 
2015, wie die Beschwerdegegnerin richtig bemerkt, von einer vollständigen 
Beschwerdefreiheit und einer Arbeitstätigkeit in körperlich schwerer Tätig-
keit ohne Probleme. Er vermerkte aber dennoch, dass insgesamt die Ver-
änderungen am Rücken sehr ausgeprägt seien (act. II 27, S. 5 f.) und im 
April 2016 führte er gegenüber der Hausärztin aus, unter reduziertem Ar-
beitspensum sei die Patientin relativ beschwerdefrei, in der körperlich 
schweren Tätigkeit könne sie ohne Leistungsdruck im 50 %-Pensum die 
Arbeit einteilen und es komme nicht zu Schmerzepisoden (act. II 41, S. 19). 
Der orthopädische Chirurg scheint damit ebenfalls von einer eingeschränk-
ten Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit auszugehen. Dies geht 
auch aus dem im Beschwerdeverfahren eingereichten Bericht von Dr. med. 
H.________ hervor, welcher von einem eindeutigen Zusammenhang der 
Rückenschmerzen mit der Schwere der körperlichen Arbeit ausgeht (BB 6).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Aug. 2017, IV/16/798, Seite 14

Aufgrund dieser mit den Berichten der behandelnden Ärzte hervorgerufe-
nen Differenzen erweist sich die zumutbare Arbeitsfähigkeit der Beschwer-
deführerin als nicht schlüssig ausgewiesen. Es kann damit nicht auf die 
reinen Aktenbeurteilungen der RAD-Ärztin vom 30. November 2015 
(act. II 24) bzw. 19. Juli 2016 (act. II 36, S. 2 ff.) abgestellt werden, da zu-
mindest geringe Zweifel an deren Schlüssigkeit bestehen (BGE 142 V 58 
E. 5.1 S. 65 in fine). Hinzu kommt hier insbesondere, dass die Beschwer-
degegnerin nicht bloss einen Rentenanspruch verneint, sondern einen An-
spruch auf weitere Leistungen der IV gänzlich abgewiesen hat (act. II 37), 
was eine eingehende Abklärung voraussetzt, sind doch gewisse Leistun-
gen der IV schon bei relativ geringen gesundheitlichen Einschränkungen 
zuzusprechen.

3.4 Mit Blick auf die gezeigte Ausgangslage ist zusammenfassend 
festzuhalten, dass die Berichte der behandelnden Ärzte zumindest geringe 
Zweifel (vgl. E. 3.2.2 hiervor) an der Schlüssigkeit und Beweiskraft der ver-
sicherungsinternen Aktenbeurteilungen der RAD-Ärztin Dr. med. 
G.________ vom 30. November 2015 (act. II 24, S. 3 ff.) und 19. Juli 2016 
(act. II 36, S. 2 ff.) zu begründen vermögen bzw. die vorhandenen 
medizinischen Akten keine hinreichend zuverlässige Grundlage für die 
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin bieten. Erforderlich 
ist somit eine externe medizinische Begutachtung (vgl. E. 3.2.2 hiervor). 

4.

Nach dem Dargelegten ist der rechtserhebliche medizinische Sachverhalt 
ungenügend abgeklärt. Die angefochtene Verfügung vom 21. Juli 2016 
(act. II 37) ist daher in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und die 
Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese ein versi-
cherungsexternes Gutachten einhole und anschliessend über den Leis-
tungsanspruch der Beschwerdeführerin neu verfüge.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Aug. 2017, IV/16/798, Seite 15

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4).

5.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). Nach der Rechtsprechung gilt 
es unter dem Gesichtspunkt des (bundesrechtlichen) Anspruchs auf eine 
Parteientschädigung im Streit um eine Sozialversicherungsleistung bereits 
als Obsiegen, wenn die versicherte Person ihre Rechtsstellung im Ver-
gleich zu derjenigen nach Abschluss des Administrativverfahrens insoweit 
verbessert, als sie die Aufhebung einer ablehnenden Verfügung und die 
Rückweisung der Sache an die Verwaltung zu ergänzender Abklärung und 
neuer Beurteilung erreicht (BGE 137 V 57 E. 2.1 S. 61).

Mit angemessener Kostennote vom 17. November 2016 hat Rechtsanwalt 
B.________ ein Honorar von Fr. 2‘205.90 sowie Auslagen von Fr. 260.80 
und die Mehrwertsteuer von Fr. 197.35 geltend gemacht. Der gesamte Par-
teikostenersatz wird somit auf Fr. 2‘664.05 (inkl. Auslagen und MWSt.) 
festgesetzt.

5.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens erübrigt sich die Kostenliquida-
tion im Rahmen der mit prozessleitender Verfügung vom 8. November 
2016 bewilligten unentgeltlichen Rechtspflege.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Aug. 2017, IV/16/798, Seite 16

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 21. Juli 2016 aufgehoben und die Sache an die Be-
schwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie – nach Vornahme der 
Abklärungen im Sinne der Erwägungen – neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 2‘664.05 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin (samt Be-

schwerdeantwort vom 26. September 2016 und Stellungnahme vom 
31. Oktober 2016)

- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.