# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a43b3600-32bb-5128-b798-516ce9b9d7b8
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-12-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.12.2022 C-1033/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-1033-2021_2022-12-21.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung III 

C-1033/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 1 .  D e z e m b e r  2 0 2 2    

Besetzung 
 Richter Christoph Rohrer (Vorsitz), 

Richterin Michela Bürki Moreni,  

Richter Michael Peterli,    

Gerichtsschreiberin Marion Sutter. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, (Deutschland),   

vertreten durch lic. iur. Martin Keiser, Rechtsanwalt,  

Peyer Alder Keiser Lämmli Rechtsanwälte,  

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 
 

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,  

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Invalidenversicherung, Anspruch auf eine Invalidenrente, 

Verfügung IVSTA vom 8. Februar 2021. 

 

 

 

C-1033/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A._______ (im Folgenden: Versicherter oder Beschwerdeführer) wurde am 

(…) 1960 geboren und ist deutscher Staatsangehöriger. In der Zeit von 

Oktober 1988 bis April 2019 arbeitete er als Grenzgänger in der Schweiz 

und leistete die entsprechenden Beiträge an die obligatorische Alters-, Hin-

terlassenen- und Invalidenversicherung (AHV/IV; siehe Auszug aus dem 

individuellen Konto [IK] in den Vorakten der IV-Stelle, Aktennummer [im 

Folgenden: IV-act.] 12; vgl. IV-act. 48). Zuletzt war der als Former (Guss-

technologe) ausgebildete Versicherte (vgl. IV-act. 47) von September 2016 

bis Ende April 2019 (vgl. Arbeitszeugnis vom 30. April 2019 in IV-act. 48) 

bei der B._______ AG, (…), als Schmelzer im Schmelzbetrieb tätig (vgl. IV-

act. 11). Ab dem 23. Mai 2018 wurde er wegen Krankheit (Rückenschmer-

zen, später Knieschmerzen links; vgl. IV-act. 125 S. 3) zu 100 % arbeits-

unfähig geschrieben (vgl. die hinten in den Vorakten liegenden Akten der 

Krankentaggeldversicherung C._______ [im Folgenden: KTG-act.] 1 S. 8 

und 3 S. 15). Mit Meldeformular für Erwachsene vom 12. September 2018 

meldete sich der Versicherte bei der Sozialversicherungsanstalt 

D._______ (im Folgenden: kantonale IV-Stelle) zur Früherfassung an (IV-

act. 1). Auf ein persönliches Früherfassungsgespräch verzichtete die kan-

tonale IV-Stelle am 20. September 2018, da beim Versicherten eine Ope-

ration anstehe und er sicher bis Ende Jahr 2018 zu 100 % arbeitsunfähig 

sein werde (IV-act. 3). Mit Mitteilung vom 21. September 2018 bat die kan-

tonale IV-Stelle den Versicherten um die Ausfüllung und Zustellung des IV-

Anmeldungsformulars samt Beilagen (IV-act. 4). In der Folge reichte der 

Versicherte bei der kantonalen IV-Stelle das ausgefüllte und unterzeich-

nete Formular "Anmeldung für Erwachsene: Berufliche Integration/Rente" 

vom 15. Oktober 2018 ein. Als Krankheitsgrund gab er "Rückenleiden" an 

(IV-act. 6).  

B.  

B.a In der Folge führte die kantonale IV-Stelle das Abklärungsverfahren in 

medizinischer und erwerblicher Hinsicht durch. Gemäss Mitteilung Arbeits-

vermittlung vom 27. August 2019 übernahm die kantonale IV-Stelle die 

Kosten für Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche durch ihre 

Eingliederungsberatung (IV-act. 51; vgl. auch Eingliederungsplan Arbeits-

vermittlung vom 21. August 2021 in IV-act. 42). Mit Mitteilung vom 29. April 

2020 teilte die kantonale IV-Stelle dem Versicherten mit, er habe keinen 

Anspruch auf weitere berufliche Massnahmen. Zur Begründung führte sie 

aus, trotz Unterstützung sei keine Stelle gefunden worden. Für die weitere 

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Seite 3 

Unterstützung bei der Stellensuche sei das Regionale Arbeitsvermittlungs-

zentrum (RAV) zuständig. Weitere berufliche Massnahmen seien damit 

nicht angezeigt. Ein allfälliger Anspruch auf Rentenleistungen werde sepa-

rat geprüft (IV-act. 71; vgl. auch Verlaufsprotokoll berufliche Eingliederung 

in IV-act. 69). Nach Eingang verschiedener medizinischer Berichte (vgl. IV-

act. 81-98), insbesondere mehrerer Stellungnahmen des regionalen ärztli-

chen Dienstes (im Folgenden: RAD; vgl. IV-act. 33, 39, 113), teilte die kan-

tonale IV-Stelle dem Versicherten – gestützt auf die entsprechende Emp-

fehlung des RAD vom 19. August 2020 (IV-act. 113) – am 7. September 

2020 mit, sie erachte zur Klärung der Leistungsansprüche eine umfas-

sende medizinische Untersuchung als notwendig und übernehme die Kos-

ten für eine bidisziplinäre medizinische Untersuchung bei der E._______ 

(mit den Fachgebieten Neurologie und Orthopädie; IV-act. 110). Den Auf-

trag zur Erstellung der bidisziplinären Abklärung erteilte sie der E._______ 

ebenfalls am 7. September 2020 (IV-act. 109). Das 150 Seiten lange bidis-

ziplinäre Gutachten vom 16. Oktober 2020 (IV-act. 126) mitsamt dem or-

thopädisch-traumatologischen Fachgutachten vom 6. Oktober 2020 (IV-

act. 126 S. 15 ff.) und dem neurologischen Fachgutachten vom 6. Oktober 

2020 (IV-act. 126 S. 76 ff.) sowie einer interdisziplinären Gesamtbeurtei-

lung (Konsensbeurteilung; IV-act. 126 S. 6 ff.) ging am 28. Oktober 2020 

bei der kantonalen IV-Stelle ein. Hierzu nahm RAD-Ärztin Dr. med. 

F._______, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, am 12. November 

2020 Stellung (IV-act. 127). Mit Vorbescheid vom 14. November 2020 kün-

digte die kantonale IV-Stelle dem Versicherten an, sein Leistungsbegehren 

werde abzuweisen sein mit der Begründung, sie habe zur Klärung des me-

dizinischen Sachverhalts ein orthopädisch-neurologisches Gutachten ein-

geholt. Hiernach sei der Versicherte in der angestammten und körperlich 

schweren Tätigkeit als Schmelzer vollumfänglich arbeitsunfähig. Eine ideal 

an das Leiden angepasste Tätigkeit sei ihm dagegen zu 100 % zumutbar. 

Aus dem Einkommensvergleich ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 1 % 

und damit kein Anspruch auf eine Rentenleistung (IV-act. 135). 

B.b Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch G._______, mit Ein-

gabe vom 23. November 2020 vorsorglich Einwand bei der kantonalen IV-

Stelle (IV-act. 136). In seiner Einwandbegründung vom 22. Januar 2021 

beantragte er die Zusprache der gesetzlichen IV-Leistungen (IV-Rente, 

eventualiter berufliche Massnahmen). Zur Begründung liess er im Wesent-

lichen ausführen, der "Jobcoach" habe ihm in einem halben Jahr keine ein-

zige Stelle vermitteln oder angeben können. Dies zeige, dass keine seinen 

Leiden angepasste berufliche Tätigkeit vorhanden gewesen sei. Der RAD 

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Seite 4 

habe nicht berücksichtigt, dass bei ihm gemäss dem neurologischen Gut-

achter neurologische Störungen von Krankheitswert mit quantitativen und 

qualitativen Auswirkungen auf seine Arbeitsfähigkeit (dies auch in ange-

passter beruflicher Tätigkeit) vorlägen. Mittlerweile seien als neue Be-

schwerden Krämpfe beim Sitzen und Liegen sowie Probleme bei längerem 

Gehen aufgetreten. Er werde – aufgrund des Verlusts seines Arbeitsplat-

zes in der Schweiz – nun neu in Deutschland behandelt und habe bereits 

einen Termin bei einem deutschen Orthopäden wahrgenommen sowie ei-

nen Termin mit einem deutschen Neurologen vereinbart (IV-act. 142). Mit 

Stellungnahme vom 2. Februar 2021 erklärte RAD-Ärztin Dr. med. 

F._______, die vom Versicherten geltend gemachten "neuen" Beschwer-

den (Krämpfe und Probleme bei längerem Gehen) seien bereits im neuro-

logischen sowie orthopädischen Teilgutachten beschrieben worden (IV-act. 

143). 

B.c Mit Verfügung vom 8. Februar 2021 wies die IV-Stelle für Versicherte 

im Ausland IVSTA (im Folgenden: Vorinstanz) das Leistungsbegehren des 

Versicherten ab. Zur Begründung führte sie ergänzend zum Vorbescheid 

vom 14. November 2020 im Wesentlichen aus, es könne aus der erfolglo-

sen Arbeitsvermittlung nicht geschlossen werden, dass in einer angepass-

ten Tätigkeit keine verwertbare Arbeitsfähigkeit bestehe. Der Versicherte 

habe mit seinem Einwand keine neuen medizinischen Unterlagen einge-

reicht. Die zusätzlich vom Versicherten beklagten Beschwerden seien in 

dem aus versicherungsmedizinischer Perspektive den geltenden Kriterien 

entsprechenden bidisziplinären Gutachten bereits beschrieben und somit 

in der gutachterlichen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ausreichend berück-

sichtigt worden (IV-act. 147). 

C.  

C.a Hiergegen erhob der Beschwerdeführer, nunmehr vertreten durch 

Rechtsanwalt lic. iur. Martin Keiser, mit Eingabe vom 9. März 2021 Be-

schwerde beim Bundesverwaltungsgericht mit den Anträgen, die angefoch-

tene Verfügung vom 8. Februar 2021 sei aufzuheben und es sei ihm eine 

ganze Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen. Eventualiter sei die 

Sache zur weiteren Abklärung an die Vorinstanz zurückzuweisen, unter 

Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Vorinstanz. Ausserdem 

beantragt der Beschwerdeführer, die Vorinstanz sei zu verpflichten, ihm die 

Kosten der von ihm veranlassten neuropsychologischen Abklärung zu er-

setzen. Zur Begründung macht der Beschwerdeführer in der Hauptsache 

gestützt auf die von ihm eingeholte neuropsychologische Beurteilung vom 

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Seite 5 

8. März 2021 geltend, in dem von der kantonalen IV-Stelle eingeholten bi-

disziplinären Gutachten seien seine neuropsychologischen Defizite, wel-

che zu einer Verminderung seiner Leistungsfähigkeit von 30 bis 50 % führ-

ten, unberücksichtigt geblieben (Akten des Bundesverwaltungsgerichts, 

Aktennummer [im Folgenden: BVGer-act.], 1). 

C.b Mit Eingabe vom 23. März 2021 reichte der Beschwerdeführer dem 

Bundesverwaltungsgericht im Nachtrag zu seiner Beschwerde die Rech-

nung der neuropsychologischen Gutachterin H._______ vom 18. März 

2021 ein (BVGer-act. 2). 

C.c Der mit Zwischenverfügung vom 7. April 2021 vom Beschwerdeführer 

eingeholte Kostenvorschuss im Betrag von Fr. 800.– (BVGer-act. 3) ging 

am 9. April 2021 bei der Gerichtskasse des Bundesverwaltungsgerichts ein 

(BVGer-act. 5). 

C.d In ihrer Vernehmlassung vom 21. Juni 2021 beantragt die Vorinstanz 

unter Hinweis auf eine Stellungnahme der kantonalen IV-Stelle vom 

11. Juni 2021, die Beschwerde sei abzuweisen und die angefochtene Ver-

fügung sei zu bestätigen. Zur Begründung führt die kantonale IV-Stelle im 

Wesentlichen aus, die in der neuropsychologischen Beurteilung vom 

8. März 2021 festgestellte leichte bis maximal mittelgradige Minderleistung 

der Aufmerksamkeitsfunktionen basiere nicht auf einer entsprechenden Di-

agnose, d. h. auf einer organischen oder psychischen Störung, welche 

diese Minderleistung erklären würde (Beilage zu BVGer-act. 9). 

C.e Am 27. Juli 2021 repliziert der Beschwerdeführer, aus dem Umstand, 

dass die kantonale IV-Stelle die Ausführungen der Neuropsychologin 

H._______, welche neuropsychologische Defizite festgestellt habe, in 

Zweifel ziehe, resultiere ein zusätzlicher Abklärungsbedarf (BVGer-

act. 12). 

C.f Mit Duplik vom 6. September 2021 hält die Vorinstanz an ihrem Antrag 

auf Abweisung der Beschwerde fest (BVGer-act. 14). 

C.g Auf den weiteren Inhalt der Akten sowie der Rechtsschriften ist, soweit 

erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen.  

 

  

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Seite 6 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden Be-

schwerde zuständig (Art. 31, 32 und 33 Bst. d VGG [SR 173.32]; Art. 69 

Abs. 1 Bst. b IVG [SR 831.20]). Der Beschwerdeführer ist als Adressat der 

angefochtenen Verfügung durch diese besonders berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Abänderung, weshalb 

er zur Erhebung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 48 Abs. 1 VwVG [SR 

172.021]; siehe auch Art. 59 ATSG [SR 830.1]). Nachdem auch der Kos-

tenvorschuss rechtzeitig geleistet wurde, ist auf die im Übrigen frist- und 

formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten (Art. 50 Abs. 1, Art. 52 

Abs. 1 und Art. 63 Abs. 4 VwVG; siehe auch Art. 60 ATSG). 

2.  

Anfechtungsobjekt und damit Begrenzung des Streitgegenstandes des 

vorliegenden Beschwerdeverfahrens (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1) bildet die 

Verfügung vom 8. Februar 2021, mit welcher die Vorinstanz das erstmalige 

Leistungsgesuch des Beschwerdeführers mangels anspruchsbegründen-

der Invalidität abgelehnt hat. Aufgrund der Rechtsbegehren ist vorliegend 

Prozessthema respektive streitig und vom Bundesverwaltungsgericht zu 

prüfen, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Invalidenrente hat und 

in diesem Zusammenhang vorab, ob die Vorinstanz den rechtserheblichen 

Sachverhalt in medizinischer Hinsicht rechtsgenüglich abgeklärt hat. 

3.  

3.1 In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze mass-

gebend, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechts-

folgen führenden Tatbestands Geltung haben (BGE 132 V 215 E. 3.1.1), 

weshalb jene Vorschriften Anwendung finden, die spätestens beim Erlass 

der Verfügung vom 8. Februar 2021 in Kraft standen; weiter aber auch Vor-

schriften, die zu jenem Zeitpunkt bereits ausser Kraft getreten waren, die 

aber für die Beurteilung allenfalls früher entstandener Leistungsansprüche 

von Belang sind. Die am 1. Januar 2022 in Kraft getretenen Änderungen 

(Weiterentwicklung der IV; AS 2021 705; BBl 2017 2535) insbesondere des 

IVG und des ATSG finden demgegenüber vorliegend noch keine Anwen-

dung.  

3.2 Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung einer Streit-

sache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen 

Verwaltungsverfügung (hier: 8. Februar 2021) eingetretenen Sachverhalt 

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ab (BGE 132 V 215 E. 3.1.1). Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither 

verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwal-

tungsverfügung sein (BGE 121 V 362 E. 1b). Diese sind indessen soweit 

zu berücksichtigen, als sie mit dem Streitgegenstand in engem Sachzu-

sammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des 

Erlasses der Verfügung zu beeinflussen (vgl. Urteil des BGer 9C_24/2008 

vom 27. Mai 2008 E. 2.3.1).  

3.3 Der Beschwerdeführer ist deutscher Staatsangehöriger, wohnt in 

Deutschland und war in der Schweiz erwerbstätig. Damit gelangen vorlie-

gend das Freizügigkeitsabkommen vom 21. Juni 1999 (FZA, 

SR 0.142.112.681) und die Regelwerke der Gemeinschaft zur Koordinie-

rung der Systeme der sozialen Sicherheit gemäss Anhang II des FZA, ins-

besondere die für die Schweiz am 1. April 2012 in Kraft getretenen Verord-

nungen (EG) Nr. 883/2004 (SR 0.831.109.268.1) und Nr. 987/2009 

(SR 0.831.109.268.11), zur Anwendung (vgl. Art. 80a Abs. 1 IVG). Seit 

dem 1. Januar 2015 sind auch die durch die Verordnungen (EU) 

Nr. 1244/2010 (AS 2015 343), Nr. 465/2012 (AS 2015 345) und 

Nr. 1224/2012 (AS 2015 353) erfolgten Änderungen in den Beziehungen 

zwischen der Schweiz und den EU-Mitgliedstaaten anwendbar. Das Vor-

liegen einer anspruchserheblichen Invalidität beurteilt sich indes auch im 

Anwendungsbereich des FZA und der Koordinierungsvorschriften nach 

schweizerischem Recht (vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4; Urteil des BGer 

9C_573/2012 vom 16. Januar 2013 E. 4).  

4.  

4.1 Gemäss Art. 40 Abs. 2 IVV (SR 831.201) ist bei Grenzgängern die  

IV-Stelle, in deren Tätigkeitsgebiet der Grenzgänger eine Erwerbstätigkeit 

ausübt, zur Entgegennahme und Prüfung der Anmeldung zuständig. Dies 

gilt auch für ehemalige Grenzgänger, sofern sie bei der Anmeldung ihren 

ordentlichen Wohnsitz noch in der benachbarten Grenzzone haben und der 

Gesundheitsschaden auf die Zeit ihrer Tätigkeit als Grenzgänger zurück-

geht. Die Verfügungen werden von der IVSTA erlassen.  

4.2 Der Beschwerdeführer war vor dem Eintritt des Gesundheitsschadens 

als Grenzgänger in (…) (im Kanton D._______) erwerbstätig und wohnte, 

namentlich auch im Zeitpunkt der Anmeldung, in (…) (Deutschland) und 

damit im nahen Grenzraum zur Schweiz, wo er noch heute lebt. Er macht 

einen Gesundheitsschaden geltend, der auf die Zeit seiner Tätigkeit als 

Grenzgänger zurückgeht. Unter diesen Umständen war die Sozialversiche-

rungsanstalt D._______ zur Entgegennahme und Prüfung der Anmeldung 

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Seite 8 

zuständig, währenddem die angefochtene Verfügung vom 8. Februar 2021 

zu Recht von der IVSTA erlassen wurde. 

5.  

5.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Sie kann 

Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 

IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, 

geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 

Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 

der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche-

nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens 

einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitli-

chen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt 

zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 

Abs. 2 ATSG). Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder 

teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut-

bare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit 

in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 

ATSG). 

5.2 Anspruch auf eine Invalidenrente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG 

Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare Eingliede-

rungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können 

(Bst. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durch-

schnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (im Sinne von Art. 6 ATSG) ge-

wesen sind (Bst. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % 

invalid (im Sinne von Art. 8 ATSG) sind (Bst. c). Zusätzliche kumulative  

Voraussetzung für einen Rentenanspruch ist, dass der Versicherte im 

Sinne von Art. 36 Abs. 1 IVG beim Eintritt der Invalidität während mindes-

tens drei Jahren Beiträge an die Alters- Hinterlassenen- und Invalidenver-

sicherung (AHV/IV) geleistet hat, was vorliegend unbestrittenermassen der 

Fall ist (vgl. Sachverhalt Bst. A und Auszug aus individuellem Konto [IK] in 

IV-act. 12). 

5.3 Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens 

nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsan-

spruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die 

Vollendung des 18. Altersjahrs folgt (zum Verhältnis zwischen Art. 28 

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Seite 9 

Abs. 1 Bst. b und Art. 29 Abs. 1 IVG vgl. BGE 142 V 547 E. 3.2). Der An-

spruch entsteht nicht, solange die versicherte Person ein Taggeld nach 

Art. 22 IVG beanspruchen kann (Art. 29 Abs. 2 IVG).  

5.4 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 

Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 

Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invalidi-

tätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und 

bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Vier-

telsrente. Nach Art. 29 Abs. 4 IVG werden Renten, die einem Invaliditäts-

grad von weniger als 50 % entsprechen, nur an Versicherte ausgerichtet, 

die ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der 

Schweiz haben, soweit nicht zwischenstaatliche Vereinbarungen eine ab-

weichende Regelung vorsehen. Eine solche Regelung gilt seit dem 1. Juni 

2002 für Staatsangehörige eines Mitgliedstaates der EU und der Schweiz, 

sofern sie in einem Mitgliedstaat der EU Wohnsitz haben (Art. 7 VO [EG] 

883/2004 und bis 31. März 2012 Art. 2 der Verordnung [EWG] Nr. 1408/71 

[SR 0.831.109.268.1]; BGE 130 V 253 E. 2.3 und 3.1).  

5.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, stützen sich die Verwal-

tung und im Beschwerdefall das Gericht bei der Beurteilung der Ar-

beits(un)fähigkeit auf Unterlagen, die von ärztlichen und gegebenenfalls 

auch anderen Fachleuten zur Verfügung zu stellen sind (vgl. BGE 132 V 

93 E. 4 m. w. H.). Sache des (begutachtenden) Mediziners ist es erstens, 

den Gesundheitszustand zu beurteilen und wenn nötig seine Entwicklung 

im Laufe der Zeit zu beschreiben, d. h. mit den Mitteln fachgerechter ärzt-

licher Untersuchung unter Berücksichtigung der subjektiven Beschwerden 

die Befunde zu erheben und gestützt darauf die Diagnose zu stellen. Bei 

der Folgenabschätzung der erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigun-

gen für die Arbeitsfähigkeit kommt der Arztperson hingegen keine ab-

schliessende Beurteilungskompetenz zu. Vielmehr nimmt die Arztperson 

zur Arbeitsunfähigkeit Stellung, d. h. sie gibt eine Schätzung ab, welche sie 

aus ihrer Sicht so substanziell wie möglich begründet. Schliesslich sind 

die ärztlichen Angaben eine wichtige Grundlage für die juristische Beurtei-

lung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet wer-

den können (BGE 140 V 193 E. 3.2 m. w. H.). Damit diese vom Rechtsan-

wender zuverlässig nachvollzogen werden können, hat sich der medizini-

sche Sachverständige bei seiner Einschätzung und Beurteilung des Leis-

tungsvermögens an den normativen Vorgaben zu orientieren (vgl. BGE 

145 V 361 E. 3.2.1 mit Hinweis auf BGE 141 V 281 [vgl. hierzu insbes. BGE 

C-1033/2021 

Seite 10 

141 V 281 E. 5.2.1 bis 5.2.3]). Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztbe-

richtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, 

auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 

berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der me-

dizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Ex-

perten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).  

5.6 Zwar gilt für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsver-

fahren der Grundsatz der freien Beweiswürdigung, doch hat die Rechtspre-

chung in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gut-

achten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufgestellt (vgl. BGE 125 V 351 

E. 3b). So darf das Gericht den von Versicherungsträgern im Verfahren 

nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten von medizinischen Sachver-

ständigen, die den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechen, vol-

len Beweiswert zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zu-

verlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 E. 2.2.2; 135 V 465 

E. 4.4 m. w. H.). Berichte behandelnder Ärzte sind aufgrund deren auf-

tragsrechtlichen Vertrauensstellung zum Patienten mit Vorbehalt zu würdi-

gen. Dies gilt für den allgemein praktizierenden Hausarzt wie den be-

handelnden Spezialarzt (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsge-

richts I 655/05 vom 20. März 2006 E. 5.4 mit Hinweis insbesondere auf 

BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Allerdings dürfen auch die potentiellen Stärken 

der Berichte behandelnder Ärzte nicht vergessen werden, namentlich 

wenn sie wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation ent-

springende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung uner-

kannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des BGer 9C_24/2008 vom 

27. Mai 2008 E. 2.3.2 m. H.). Den Berichten und Gutachten versicherungs-

interner Ärzte kommt ebenfalls Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig er-

scheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind 

und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 135 V 465 

E. 4.4 mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3b/ee; vgl. auch BGE 139 V 225 

E. 5.2; Urteil des BGer 8C_262/2016 vom 22. September 2016 E. 4.2 

m. w. H.). Die Stellungnahmen des RAD, welche nicht auf eigenen Unter-

suchungen beruhen, können wie Aktengutachten beweiskräftig sein, sofern 

ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fach-

ärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachver-

halts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Per-

son in den Hintergrund rückt (vgl. Urteile des BGer 9C_524/2017 vom 

21. März 2018 E. 5.1; 9C_28/2015 vom 8. Juni 2015 E. 3.2; 9C_196/2014 

vom 18. Juni 2014 E. 5.1.1, je m. w. H).  

C-1033/2021 

Seite 11 

6.  

Den vorliegenden Medizinalakten ist zu entnehmen, dass sich der Versi-

cherten seit 1980 bereits verschiedenen Operationen hatte unterziehen 

müssen. So wurde bei ihm nach eigenen Angaben ca. im Jahr 1980 das 

Aussenband des linken Knies und ca. im Jahr 1985 das Aussenband des 

rechten Knies operativ versorgt (vgl. IV-act. 126 S. 36). Im Jahr 1996 wurde 

eine Karpalkanalspaltung rechts vorgenommen (vgl. IV-act. 126 S. 50). Im 

Juli 2006 wurde beim Versichertem eine Leistenherniotomie nach Shoul-

dice rechts durchgeführt (vgl. IV-act. 37 S. 5, 125 S. 5). Ausserdem wurde 

beim Versicherten bei beiden Schultergelenken jeweils eine Rotatoren-

manschettenrekonstruktion vorgenommen (bezüglich des rechten Schul-

tergelenks im Jahr 2008 und bezüglich des linken Schultergelenks im Jahr 

2013 [vgl. z. B. IV-act. 32 und 37 S. 3]), wobei sich der Versicherte mit dem 

Ergebnis der Eingriffe zufrieden zeigte (vgl. IV-act. 126 S. 24). Im Oktober 

2018 unterzog sich der Versicherte sodann einer Operation an der Wirbel-

säule (chirurgische Dekompression der beiden stenotischen Segmente so-

wie Fusion des (spondyl-) olisthetischen Segments; vgl. IV-act. 15) und im 

Februar 2019 einer Operation des linken Knies (Einsatz einer Knie-Total-

endoprothese; vgl. IV-act. 30, 32 und 94). Bezüglich der letzten beiden 

Operationen wurde durch die behandelnden Ärzte anfänglich ein recht po-

sitiver Verlauf beschrieben (vgl. zur Rückenoperation z. B. IV-act. 26, 27, 

37 S. 10 f., 81 und 92 sowie zur Knieoperation: IV-act. 37 S. 12 f., 82 und 

94). Der Versicherte beklagte sich in der Folge jedoch zunehmend über 

Beschwerden von Seiten der Lendenwirbelsäule und des linken Kniege-

lenks (vgl. KTG-act. 7 S. 7; IV-act. 37 S. 3, 84 S. 3, 126 S. 64 und S. 100). 

Aus den Medizinalakten geht ferner hervor, dass der Versicherte auch be-

züglich seines rechten Kniegelenks infolge einer Gonarthrose schmerzhaft 

eingeschränkt ist (vgl. IV-act. 32, 126 S. 60 und IV-act. 127).  

In den vorliegenden Akten liegen die nachfolgenden, vorliegend relevanten 

Berichte der behandelnden Ärzte und RAD-Stellungnahmen: 

- Bericht vom 9. November 2017 von Dr. med. I._______, Facharzt für Neuro-

logie der neurologischen Gemeinschaftspraxis "J._______" (IV-act. 37 

S. 14 f.) 

- Bericht der Spitäler K._______ vom 5. Juni 2018 (KTG-act. 4 S. 39 f.) 

- Bericht vom 21. September 2018 von Dr. med. L._______, Facharzt für Neu-

rochirurgie der Praxis M._______ (IV-act. 16) 

- Operationsbericht vom 17. Oktober 2018 von Dr. med. L._______ (IV-act. 14) 

C-1033/2021 

Seite 12 

- Austrittsbericht vom 18. Oktober 2018 von Dr. med. V._______, Facharzt für 

Neurochirurgie der Praxis W._______ AG (IV-act. 15) 

- Austrittsbericht der Klinik Q._______ vom 6. November 2018 betreffend den 

Rehabilitationsaufenthalt des Versicherten vom 24. Oktober 2018 bis zum 

6. November 2018 (IV-act. 92) 

- Arztbericht vom 20. November 2018 von Dr. med. L._______ (IV-act. 27) 

- Arztbericht vom 23. Januar 2019 von Dr. med. L._______ (IV-act. 26) 

- Operationsbericht vom 27. Februar 2019 (IV-act. 30) 

- Austrittsbericht vom 19. März 2019 von Dr. med. S._______, Facharzt für or-

thopädische Chirugie und Traumatologie des Bewegungsapparates der Praxis 

M._______ (IV-act. 94) 

- Arztbericht vom 12. April 2019 von Dr. med. S._______ (IV-act. 37 S. 12 f.) 

- Arztbericht von Dr. med. L._______ vom 17. April 2019 (IV-act. 37 S. 10 f.) 

- Hausärztlicher Bericht vom 9. Mai 2019 von med. pract. N._______ (IV-act. 

32) 

- Bericht vom 21. Mai 2019 von Dr. med. S._______ (IV-act. 82) 

- Stellungnahme vom 28. Mai 2019 von RAD-Ärztin Dr. med. F._______ (IV-

act. 33) 

- Arztbericht vom 8. Juli 2019 (Tauchuntersuchung) von Dr. med. X._______, 

Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Kardiologie (IV-act. 37 S. 17 f.) 

- "Arztbericht: berufliche Integration/Rente" vom 18. Juli 2019 von med. pract. 

N._______ (IV-act. 37 S. 2-7) 

- Stellungnahme vom 25. Juli 2019 von RAD-Ärztin Dr. med. F._______ (IV-

act. 39) 

- Bericht vom 15. August 2019 von Dr. med. S._______ (IV-act. 82 S. 3) 

- Bericht vom 6. September 2019 von Dr. med. L._______ (IV-act. 81) 

- Bericht vom 16. Oktober 2019 von med. pract. N._______ (KTG-act. 7 S. 7) 

- "Arztbericht: Berufliche Integration/Rente" vom 7. Juli 2020 von Dr. med. 

Y._______, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin (IV-act. 84) 

- Stellungnahme vom 19. August 2020 von RAD-Ärztin Dr. med. F._______ (IV-

act. 113) 

C-1033/2021 

Seite 13 

- Ausführlicher ärztlicher Bericht vom 20. Oktober 2020 von med. pract. 

N._______ (IV-act. 125 S. 2-17) 

- Verschiedene Arbeitsunfähigkeitszeugnisse (KTG-act. 1 S. 2-9, 3 S. 17-22, 3 

S.  39-47 und 4 S. 24-29) 

7.  

In der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 8. Februar 2021 hat die 

Vorinstanz in medizinischer Hinsicht hauptsächlich auf das von der kanto-

nalen IV-Stelle eingeholte bidisziplinäre Gutachten vom 16. Oktober 2020 

abgestellt.  

7.1 Im Gutachten vom 16. Oktober 2020 (IV-act. 126) stellten die Gutachter 

Prof. Dr. med. O._______, Facharzt für Neurologie und Schmerztherapie, 

und Dr. med. P._______, Facharzt für orthopädische Chirurgie und Trau-

matologie des Bewegungsapparates, gestützt auf jeweils eine Untersu-

chung des Versicherten je vom 6. Oktober 2020 in den beiden Facharzt-

richtungen folgende Diagnosen (IV-act. 126 S. 7 ff.) mit Auswirkungen auf 

die Arbeitsfähigkeit: 

 ICD-10 G63.2: leichtgradige distal-symmetrische sensible Polyneuropathie vermutlich diabe-

togener Genese mit leichtgradiger peripherer Ataxie und leichtgradiger koordinativer Störung 

unter höhergradigen Anforderungen; 

 ICD-10 M54.97: belastungsabhängig vermehrtes lumbospondylogenes Schmerzsyndrom 

mit / bei  

o Haltungsinsuffizienz und muskulärer Dysbalance, 

o Anschlussosteochondrose im Segment L4/5 sowie L5/S1 mit hochgradiger Höhen-

minderung der Bandscheibenfächer und begleitender Spondylarthrose, 

o knöchern konsolidierte Spondylodese L3/4 mit regelrecht einliegendem Osteosyn-

thesematerial bei Status nach am 18. September 2018 (recte: 17. Oktober 2018) 

erfolgter mikrochirurgischer bisegmentaler Dekompression L3/L4 und L4/5 beid-

seits, von links mit Neurolyse L4 und L5 rezessal links, sowie P/TLI Fusion L3/L4 

von links mittels autologem Knochen und dorsaler Instrumentation; 

 ICD-10 M57.4: Belastungseinschränkung im Bereich des rechten Schultergelenks bei Status 

nach im Jahr 2008 erfolgter Arthroskopie mit Bizepstenotomie, Acromioplastik, Rotatoren-

manschettenrekonstruktion (Supraspinatus) und AC-Gelenksresektion; 

 ICD-10 M57.4: Belastungseinschränkung im Bereich des linken Schultergelenks bei Status 

nach im Jahr 2013 erfolgter Arthroskopie des linken Schultergelenks mit Bizepstenotomie, 

Acromioplastik, Rotatorenmanschettenrekonstruktion (Supraspinatus) und AC-Gelenksre-

sektion; 

 ICD-10 M17.1: Belastungs- und Bewegungseinschränkung im Bereich des prothetisch ver-

sorgten linken Kniegelenks bei radiologisch regelrecht einliegender KTP mit  

o Beugedefizit von 10 Grad,  

o Steckdefizit von 5 Grad,  

C-1033/2021 

Seite 14 

o Status nach am 27. Februar 2019 erfolgter Implantation einer Knietotalendopro-

these; 

 ICD-10 M17.1: Belastungs- und Bewegungseinschränkung im Bereich des rechten Kniege-

lenks bei Pangonarthrose mit  

o einer medial betonten Femoro-Tibial Arthrose Grad Kellgren ll-III,  

o einer Femoro-Patellar Arthrose Grad Kellgren II-III. 

Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie: 

 ICD-10 R25.2: Crampussyndrom; 

 ICD-10 G57.2: Läsion des R. infrapatellaris N. saphenus Iinks; 

 ICD-10 S42.0: Status nach einer im Jahr 1980 (linksseitig) respektive im Jahr 1985 erlittenen 

Aussenbandruptur, ggw. ohne Beschwerdevortrag sowie ohne Funktionseinschränkung. 

Im orthopädischen Teilgutachten wurden zusätzlich als aktenkundige fach-

fremde Vorerkrankungen ein metabolisches Syndrom (110 kg/186 cm), 

eine arterielle Hypertonie, Diabetes mellitus Typ II (Erstdiagnose 2012), 

und ein Schlafapnoesyndrom aufgeführt (IV-act. 126 S. 33).  

In ihrer interdisziplinären Beurteilung der Arbeitsfähigkeit (IV-act. 126 

S. 12 ff.) erklärten die Gutachter, aus orthopädischer Sicht sei der Versi-

cherte in der biomechanischen Funktion seiner Lendenwirbelsäule, der 

beiden Schultergelenke sowie der beiden Kniegelenke limitiert. Als negati-

ves Leistungsbild hielten die Gutachter fest, die festgestellten wesentlichen 

Gesundheitsstörungen auf orthopädisch-chirurgischem Fachgebiet be-

dingten beim Versicherten gemäss den Empfehlungen der Swiss Insu-

rance Medicine (SIM) nachfolgende Leistungseinschränkungen in qualita-

tiver Hinsicht (Ausschluss von) für: 

 Schwerst- und Schwerarbeiten; 

 ständige mittelschwere Arbeiten; 

 beidhändiges Heben und Tragen von Lasten körperfern über acht Kilogramm ohne techni-

sche Hilfsmittel; 

 beidhändiges Heben und Tragen von Lasten körpernah über 10 Kilogramm ohne technische 

Hilfsmittel; 

 repetitives Heben und Tragen von Lasten auf Brusthöhe über fünf Kilogramm ohne techni-

sche Hilfsmittel; 

 repetitive stereotype Bewegungsabläufe; 

 Tätigkeiten mit vermehrter VibrationsbeIastung; 

 Tätigkeiten mit Pressen oder Stemmen, welche zu einer intraspinalen Druckerhöhung füh-

ren; 

 Tätigkeiten mit Rotation der Gewichtsbelastung; 

C-1033/2021 

Seite 15 

 mehr als gelegentliches Heben von Lasten über der Horizontalen (Hyperlordosierung der 

LWS); 

 Tätigkeiten mit repetitivem Bücken, Kauern und Hocken; 

 Besteigen von Leitern, Gerüsten und schrägen Ebenen; 

 Tätigkeiten der beiden Arme über Schulterhöhe; 

 repetitive kraftvolle Drehbewegungen der Arme auf Schulterhöhe; 

 Tätigkeiten, welche ein mehr als gelegentliches kraftvolle Stossen, Zug und Drehbewegun-

gen, axiales Abstützen, Vibrationen, Schläge sowie repetitives kräftiges Zupacken im Be-

reich der beiden Arme bedingen; 

 repetitive Drehbewegungen im Bereich der Schultergelenke bei gleichzeitigem Anheben von 

Gegenständen über ein Kilogramm (Kassentätigkeit an einem Förderband); 

 mehr als gelegentliches Treppensteigen; 

 mehr als gelegentliche kniende Tätigkeiten; 

 Tätigkeiten mit längerwährender Einnahme einer stehenden Körperposition; 

 Tätigkeiten, welche überwiegend kniend, stehend sowie im Hocksitz durchgeführt werden; 

 Tätigkeiten im Freien, ohne Schutz vor Kälte, Zugluft, Nässe sowie Tätigkeiten auf regen- 

und eisglattem Untergrund; 

 Tätigkeiten unter Zeitdruck und Akkordarbeit. 

Als positives Leistungsbild bestehe beim Versicherten unter Würdigung der 

erwähnten qualitativen Schonkriterien in einer leidensadaptierten, körper-

lich leichten, wechselbelastenden, optimal angepassten, überwiegend sit-

zenden Tätigkeit aus orthopädisch-versicherungsmedizinischer Sicht be-

zogen auf ein volles Arbeitspensum eine quantitativ unlimitierte Arbeitsfä-

higkeit von 100 %. Damit sei der Versicherte in seiner bisher schweren kör-

perlichen Tätigkeit spätestens seit der am 18. September 2018 (recte: 

17. Oktober 2018) erfolgten Fusion des Segments L3/L4 auf Dauer nicht 

mehr arbeitsfähig. Unter Wahrung der erwähnten qualitativen Schonkrite-

rien bestehe für eine rücken-, schulter- und knieadaptierte Tätigkeit aus 

orthopädisch-versicherungsmedizinischer Sicht bezogen auf ein volles 

Pensum eine quantitativ unlimitierte Arbeitsfähigkeit. Dies spätestens ab 

dem 15. August 2019 (Arbeitsfähigkeit adaptiert 100 %). 

Aus rein neurologischer gutachterlicher Sichtweise ohne Beurteilung von 

Störungen des Stütz- und Bewegungsapparates bestünden beim Versi-

cherten neurologische Störungen von Krankheitswert mit quantitativen und 

qualitativen handicapierenden Auswirkungen auf seine mittel- und langfris-

tige Arbeitsfähigkeit. Bei Status nach Dekompressions-OP der Lendenwir-

belsäule seien dem Versicherten im negativen Leistungsbild keine schwe-

ren und dauerhaft mittelschweren Tätigkeiten mehr zumutbar. Die Polyneu-

ropathie führe zudem dazu, dass der Versicherte nicht mehr auf unebenen 

C-1033/2021 

Seite 16 

Flächen oder auf Leitern und Gerüsten arbeiten könne. Das positive Leis-

tungsbild des Versicherten umfasse aus neurologischer Sicht leichte kör-

perliche Arbeiten in wechselbelastender Haltung. Damit bestehe in der zu-

letzt ausgeübten Tätigkeit keine Arbeitsfähigkeit mehr (Arbeitsunfähigkeit 

von 100 %) seit dem 23. Mai 2018. In einer leidensadaptierten Tätigkeit 

gemäss dem skizzierten positiven Leistungsbild sei aus rein neurologi-

scher Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 100 % gegeben; dies seit dem Austritt 

aus der Rehabilitationsmassnahme in der Klinik Q._______ per Anfang No-

vember 2018. Zuvor habe unter den Bedingungen des ersten Arbeits-

markts seit dem 23. Mai 2018 keine Arbeitsfähigkeit bestanden. Aus bidis-

ziplinärer Sicht bestehe kein additiver Effekt der genannten Teilarbeitsun-

fähigkeiten (IV-act. 126 S. 13).  

7.2 Mit Stellungnahme vom 12. November 2020 hielt RAD-Ärztin Dr. med. 

F._______ fest, die im bidisziplinären Gutachten vom 16. Oktober 2020 ge-

stellten Diagnosen seien plausibel. Das Gutachten entspreche aus versi-

cherungsmedizinischer Perspektive im Wesentlichen den geltenden versi-

cherungsmedizinischen Kriterien und könne für die Beurteilung des Sach-

verhalts herangezogen werden. Aus orthopädischer Sicht bestehe eine 

schmerzhaft eingeschränkte Funktion beider Kniegelenke (bei Status nach 

Knie-TP links im Februar 2019 und Gonarthrose rechts) sowie der Lenden-

wirbelsäule (bei Status nach Operationen im Oktober 2018). Bei der neu-

rologischen Untersuchung hätten sich Symptome einer distal-symmetri-

schen Polyneuropathie mit Ausfall der Muskeleigenreflexe (MER) und nach 

distal zunehmenden Gefühlsstörungen der Oberflächen- und der Tiefen-

sensibilität gezeigt. Hieraus resultiere eine periphere Ataxie mit signifikan-

ter Störung der Koordination bei höheren Anforderungen. Dies habe sich 

neurophysiologisch bestätigen lassen. Hinweise auf eine myeläre oder ra-

dikuläre Symptomatik hätten nicht vorgelegen. In der angestammten be-

ruflichen Tätigkeit aIs Schmelzer bei der Firma B._______ AG bestehe seit 

dem 23. Mai 2018 (Beginn der Arbeitsunfähigkeit) eine vollumfängliche Ar-

beitsunfähigkeit (0 % Arbeitsfähigkeit). In einer optimal leidensadaptierten 

Tätigkeit bestehe spätestens ab dem 15. August 2019 (6 Monate nach der 

Knie-TEP links) eine vollumfängliche Arbeitsfähigkeit (0 % Arbeitsunfähig-

keit). Der Versicherte arbeite bereits seit Mai 2020 wieder in einem Voll-

pensum in einer Firma, die Displays repariere. Hierbei handle es sich um 

eine optimal leidensadaptierte Tätigkeit, dies sowohl aus Sicht der Gutach-

ter als auch des Versicherten (IV-act. 127). 

7.3 Gemäss der vom Beschwerdeführer mit Beschwerde ins Recht geleg-

ten neuropsychologischen Beurteilung von H._______ vom 8. März 2021 

C-1033/2021 

Seite 17 

sei der Versicherte auffällig verlangsamt und die Kommunikation laufe 

überwiegend über die Ehefrau, welche auf Nachfrage hin von markanten 

Gedächtnisproblemen berichtet habe, welche nun abgeklärt werden soll-

ten. Der Versicherte beklage, er sei beim Gehen unsicher; auf ebenem Ge-

lände gehe das Laufen einigermassen. Täglich sei er bis zu einer Stunde 

mit dem Hund unterwegs. Langes Stehen am gleichen Ort sei für ihn stark 

ermüdend. Das – auf verschiedenen Tests (zum Beispiel für Gedächtnis: 

verbale und visuell-räumliche Merkspanne und für Zahlenverarbeitung und 

Rechnen: orientierende Prüfung) basierende – neuropsychologische Test-

profil habe mehrheitlich Leistungen im Streubereich der individuellen Al-

ters- und/oder Bildungsgruppe gezeigt. Jedoch hätten sich auch Ein-

schränkungen ausmachen lassen, dies vor allem in den Aufmerksamkeits-

funktionen und im Zusammenhang damit in geringem Ausmass in den Ge-

dächtnis- und Exekutivfunktionen und es habe sich eine leichtgradige Ver-

langsamung der Reaktionszeiten gezeigt. Die erhobenen Testresultate aus 

der neuropsychologischen Untersuchung zeigten von leicht bis mittelgradig 

reichende Minderleistungen in allen Aufmerksamkeitsfunktionen, die so-

wohl das Tempo als auch die Qualität der Leistung beträfen. Mit den defi-

zitären Aufmerksamkeitsfunktionen assoziiert seien leichtgradige Ein-

schränkungen der Gedächtnisfunktionen (erhöhte Vergessensrate für ver-

bale Informationen, leicht vermindertes visuell-räumliches Arbeitsgedächt-

nis) und der exekutiven Kontrollfunktionen. Die Gedächtnisleistungen 

seien bei schriftlicher Vorgabe der Informationen besser als bei mündlicher. 

Alle weiteren überprüften kognitiven Teilfunktionen (Planen und Problem-

lösen, logisches Denken, kognitive Flexibilität, Wort- und Designflüssigkeit, 

visuell-perzeptive und räumlich-kognitive Funktionen, Zahlenverarbeitung 

und Rechnen) lägen im altersentsprechenden und, soweit vorhanden, 

nach Bildungsvoraussetzung korrigierten Normbereich. In der Gesamt-

schau seien die erhobenen Funktionseinschränkungen in ihrem Ausmass 

– gestützt auf die Empfehlungen der Schweizerischen Vereinigung der 

Neuropsychologinnen und Neuropsychologen (SVNP, Frei et al., 2016) – 

als leicht- bis mittelgradig zu klassifizieren. Bezüglich der Arbeitsfähigkeit 

werde von der Arbeitsgruppe der SVNP beim vorhandenen Ausmass der 

Einschränkungen als orientierender Richtwert eine Arbeitsunfähigkeit von 

30 bis 50 % angegeben. Unter Berücksichtigung des Umstands, dass die 

testdiagnostisch erhobenen Einschränkungen vor allem die Aufmerksam-

keitsintensität und somit Basisleistungen beträfen, welche als Grundvo-

raussetzung für quasi alle Tätigkeiten nötig seien, sei die Arbeitsunfähigkeit 

höher zu gewichten und mit 50 % zu quantifizieren (BVGer-act. 1, Beilage 

4; IV-act. 152). 

C-1033/2021 

Seite 18 

7.4 In seiner Stellungnahme vom 20. Mai 2021 hielt RAD-Arzt Dr. med. 

R._______, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, hierzu fest, 

H._______ berichte diagnoseunabhängig von einer leichten bis maximal 

mittelgradigen Minderleistung in Aufmerksamkeitsfunktionen. Angesichts 

einer fehlenden medizinisch-diagnostischen Assoziation bleibe unklar, wo-

rauf sich diese gründe. Da beim Versicherten weder eine organische noch 

psychische Störung, welche eine krankheitsbedingte moderate Minderleis-

tung der Aufmerksamkeitsfunktionen erklären könnte, geltend gemacht 

worden sei noch sich eine solche im Zuge der Abklärungen feststellen las-

sen habe, könne dieser isolierte neuropsychologische Befund nicht zuge-

ordnet werden. Ausserdem seien weder Feststellungen zu allfälligen prä-

morbiden Leistungen noch zu allfälligen diagnostischen Überlegungen ge-

macht worden. Die von der Ehefrau als "markant" bezeichneten Gedächt-

nisprobleme hätten sich sodann weder subjektiv noch objektiv belegen las-

sen und es sei nicht ersichtlich, in welcher Form die Symptomvalidierung 

erfolgt sei. Insbesondere aufgrund der unklaren Kernbeschwerden mit Ein-

fluss auf die Alltagsfunktionen – der von der Ehefrau als Hauptbeschwerde 

beschriebenen Vergesslichkeit sowie der im neuropsychologischen Gut-

achten als besonders auffällig bezeichneten Langsamkeit – werde so ein 

äusserst diffuses Beschwerdebild vermittelt, in welches die Neuropsycho-

login auch fachfremde, bereits im bidisziplinären Gutachten validierte (z. B. 

feinmotorische) Einschränkungen einbezogen habe. Aus medizinischer 

Sicht könne daher an Hand der neuropsychologischen Abklärung keine 

wesentliche Veränderung des Gesundheitszustands festgestellt werden 

(IV-act. 168). 

8.  

8.1 Das von der Vorinstanz im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholte, 

ausführliche bidisziplinäre Gutachten vom 16. Oktober 2020 ist für die vor-

liegend streitigen Belange umfassend und beruht auf allseitigen Untersu-

chungen (insbesondere stützen sich die orthopädische Begutachtung auch 

auf aktuell durchgeführte, bildgebende radiologische Untersuchungen der 

Lendenwirbelsäule und der Kniegelenke [vgl. IV-act. 126 S. 60] sowie die 

neurologische Begutachtung auch auf verschiedene Messungen des Ner-

vensystems mittels Neuro-Screens [vgl. IV-act. 126 S. 106 ff.). Ausserdem 

haben die Gutachter auch die vom Versicherten beklagten Beschwerden 

sowie die medizinischen Vorakten in ihrer Beurteilung hinreichend berück-

sichtigt. So findet sich im neurologischen Fachgutachten von Prof. Dr. med. 

O._______ vom 6. Oktober 2020 eine ausführliche Darstellung der vorlie-

genden medizinischen Berichte (vgl. IV-act. 126 S. 129 ff.), auf welche der 

orthopädische Gutachter Dr. med. P._______ seinerseits im orthopädisch-

C-1033/2021 

Seite 19 

traumatologischen Fachgutachten, ebenfalls vom 6. Oktober 2020, verwie-

sen hat (IV-act. 126 S. 23). Obschon das orthopädische Teilgutachten teil-

weise – allerdings in qualitativ für die Beurteilung nicht relevanter Hinsicht 

– unsorgfältig geschrieben erscheint (so nennt der orthopädische Gutach-

ter Dr. med. P._______ den Versicherten mehrfach "Probandin"), haben die 

Gutachter die von ihnen gestellten Diagnosen, basierend auf die durchge-

führten Untersuchungen sowie die gestützt darauf festgestellten Befunde, 

einlässlich sowie nachvollziehbar begründet. Die von ihnen im Gutachten 

aufgelisteten Diagnosen der Fachgebiete Orthopädie und Neurologie er-

geben auch mit Blick auf die in den Vorakten dokumentierten, durch die 

behandelnden Ärzte gestellten Diagnosen ein stimmiges Gesamtbild. Fer-

ner wurden im orthopädischen Teilgutachten auch die in den Vorakten in 

weiteren Fachgebieten gestellten Diagnosen der Vollständigkeit halber als 

"aktenkundige fachfremde Vorerkrankungen" aufgelistet (vgl. IV-act. 126 S. 

33). Diese weiteren Erkrankungen wurden in den Berichten der behandeln-

den Ärzte indessen lediglich als "Nebendiagnosen" aufgeführt und von 

RAD-Ärztin Dr. med. F._______ in ihren Stellungnahmen vom 28. Mai 

2019, 25. Juli 2019 und 19. August 2020 jeweils als Diagnosen ohne Aus-

wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit klassifiziert (siehe oben E. 6; vgl. zur 

Schlafapnoe insbesondere auch die in den Vorakten enthaltenen Hinweise, 

dass die Schlafqualität des Versicherten gut sei [IV-act. 92] und keine 

CPAP-Therapie angewandt werde [IV-act. 37 S. 5]). Auch bei der gemäss 

den Vorakten von Dr. med. S._______ im März 2019 festgestellten mittel-

schweren Niereninsuffizienz (IV-act. 94), welche die Gutachter lediglich 

in der Zusammenfassung der ihnen vorliegenden Arztberichte erwähnten, 

handelt es sich weder um eine orthopädische noch um eine neurologische 

Diagnose. Diese Niereninsuffizienz scheint sich denn auch nach Absetzen 

der Schmerzmittel kurze Zeit später wieder beruhigt zu haben. So schrieb 

Dr. med. S._______ bereits einen Monat später im April 2019: "Der Versi-

cherte habe erhöhte Nieren- und Leberwerte gehabt, weshalb offenbar 

sämtliche Analgetika hätten sistiert werden müssen" (vgl. IV-act. 37 S. 12 

f.). Auch die Hausärztin med. pract. N._______ führte im Bericht vom 

20. Oktober 2020 in der Anamnese die postoperative Niereninsuffizienz 

von März 2019 (lediglich) als eine frühere Erkrankung auf (vgl. IV-act. 125 

S. 5). Im Gutachten ebenfalls keine Erwähnung findet die in den Vorakten 

beschriebene Metatarsalgie (das heisst Schmerzen des Mittelfusses [vgl. 

PSCHYREMBEL, Klinisches Wörterbuch, 268. Aufl., 2020, S. 1109, wonach 

Metatarusus Mittelfuss und S. 46, wonach Algesie physiologische 

Schmerzempfindung bedeutet). Im orthopädischen Teilgutachten wird je-

doch ausgeführt, dass sich der Versicherte über Krämpfe in den Füssen 

beklagt habe (IV-act. 126 S. 28). Dennoch sei vom Versicherten weder eine 

C-1033/2021 

Seite 20 

Thermohypästhesie noch eine Druckhyperästhesie angegeben worden 

(IV-act. 126 S. 54 und S. 68). Gemäss dem neurologischen Teilgutachten 

habe sich der Versicherte sodann über Fühlstörungen im Bereich beider 

Fusssohlen beklagt (diese seien seit 10 Jahren taub; IV-act. 126 S. 88). 

Auch diesen beiden vom Versicherten mit Blick auf die Füsse beklagten 

Beschwerden wurde im Gutachten mit den beiden Diagnosen Polyneuro-

pathie (vgl. PSCHYREMBEL, ebd., S. 1408, wonach Polyneuropathie als eine 

nichttraumatisch verursachte, generalisierte oder über mehrere Nerven 

ausgedehnte Erkrankung des peripheren Nervensystems infolge [funktio-

neller] Schädigungen von Axon oder Myelinscheide definiert wird. Als 

Symptome werden Störungen von Motorik und Sensorik angegeben) und 

Crampussyndrom (vgl. Pschyrembel, ebd., S. 332: Crampus bedeutet 

Muskelkrampf) insbesondere bei den funktionellen Einschränkungen (im 

negativen Leistungsbild) hinreichend Rechnung getragen. Dass die in den 

Vorakten gestellte Diagnose der Metatarsalgie nicht in den Diagnosekata-

log im Gutachten aufgenommen wurde, lässt das Gutachten daher nicht 

als unvollständig erscheinen. Der Beschwerdeführer hat diese (gutachter-

liche) Beurteilung in seiner Beschwerde denn auch nicht in Frage gestellt, 

sondern lediglich zusätzliche neuropsychologische Defizite geltend ge-

macht (vgl. hierzu unten E. 8.2). Überdies erscheint auch die im Gutachten 

vorgenommene Beurteilung der Arbeitsfähigkeit hinreichend begründet. 

Insbesondere leuchten die von den Gutachtern angegebenen funktionellen 

Einschränkungen angesichts der von ihnen erhobenen Befunde ein. 

Schliesslich haben die Gutachter auftragsgemäss (vgl. den der Auftragser-

teilung vom 7. September 2020 [IV-act. 109] beiliegende Fragekatalog 

"Gliederung des Gutachtens" [IV-act. 108]) jeweils auch eine Beurteilung 

von Konsistenz und Plausibilität sowie eine Würdigung von Fähigkeiten, 

Ressourcen und Belastungen vorgenommen und in diesem Zusammen-

hang das Vorliegen verschiedener Ressourcen (so habe der Versicherte 

eine Ausbildung und sei langjährig im angestammten Beruf tätig gewesen, 

er sei durchschnittlich intelligent und arbeitswillig, lebe in sozial gefestigten 

Umständen und könne seine Lebenspartnerin als Ressource wahrneh-

men) sowie das Fehlen einer bewusstseinsnahen Verdeutlichungstendenz 

respektive einer Aggravation festgestellt. Insbesondere wurde aus neuro-

logischer Sicht vom neurologischen Gutachter, der zugleich auch Facharzt 

in Psychiatrie ist (vgl. IV-act. 126 S. 3, 105), das Vorliegen einer relevanten 

prämorbiden Störung der "Ich-Strukturen" verneint und eine Störung der 

psychischen Resilienz als unwahrscheinlich erklärt (vgl. act. 126 S. 11, 

101). Insgesamt erfüllt damit die von der kantonalen IV-Stelle eingeholte 

bidisziplinäre Abklärung (vgl. hierzu auch RAD-Stellungnahme vom 12. No-

vember 2020 in IV-act. 127) die versicherungsmedizinischen normativen 

C-1033/2021 

Seite 21 

Vorgaben für ein beweiskräftiges Gutachten und es liegen keine konkreten 

Indizien vor, welche gegen dessen Zuverlässigkeit sprechen würden, wes-

halb diesem der volle Beweiswert zuzuerkennen ist (vgl. oben E. 5.5 f.). 

Die kantonale IV-Stelle durfte daher für die Beurteilung der Frage des An-

spruchs des Versicherten auf eine Invalidenrente auf dieses abstellen. Ge-

stützt auf das Gutachten hielt RAD-Ärztin Dr. med. F._______ in ihrer Stel-

lungnahme vom 12. November 2020 daher zu Recht fest, dass seit dem 

23. Mai 2018 eine volle Arbeitsunfähigkeit bezüglich der angestammten 

beruflichen Tätigkeit des Beschwerdeführers aIs Schmelzer sowie seit dem 

15. August 2019 eine volle Arbeitsfähigkeit bezüglich einer optimal leidens-

adaptierten Tätigkeit vorlag (vgl. oben E. 7.2). Was der Beschwerdeführer 

dagegen vorbringt, insbesondere, dass das Gutachten nicht vollständig 

sein soll, überzeugt nicht und vermag an der vorliegenden Beurteilung 

nichts zu ändern, wie nachfolgend zu zeigen sein wird.  

8.2 Der Beschwerdeführer lässt in seiner Beschwerde gegen das Gutach-

ten ausführen, die von der Gegenpartei beizuziehenden Akten der Invali-

denversicherung würden zwar ein korrektes, jedoch unvollständiges Bild 

des rechtserheblichen Sachverhalts vermitteln. Das Administrativgutach-

ten vom 16. Oktober 2020, welches der Beschwerdeführer zum integrie-

renden Bestandteil seiner Beschwerde erkläre, habe festgestellt, dass aus 

orthopädischer und neurologischer Sicht keine Arbeitsfähigkeit in der an-

gestammten Tätigkeit mehr bestehe, bei Vorliegen einer vollen Arbeitsfä-

higkeit für adaptierte Tätigkeiten. Das sei in somatischer Hinsicht korrekt; 

jedoch seien im Gutachten bei der Beurteilung seine neuropsychologi-

schen Defizite unberücksichtigt geblieben. Die zur korrekten versiche-

rungsmedizinischen Einordnung seiner gesundheitlichen Einschränkun-

gen eingeholte neuropsychologische Abklärung bei der Neuropsychologin 

H._______ vom 8. März 2021 habe eine Verminderung der Leistung bei 

einer vollen Präsenz von 30 % bis 50 % ergeben (BVGer-act. 1).  

8.2.1 Die kantonale IV-Stelle entgegnet in ihrer Stellungnahme vom 

11. Juni 2021, dem eingeholten Gutachten vom 16. Oktober 2020 komme 

voller Beweiswert zu. Die Annahme einer Erwerbsunfähigkeit und damit 

auch einer Invalidität setze voraus, dass sich eine allfällige Arbeitsunfähig-

keit aus einer nach ICD-10 codierten Diagnose ableite. Ohne eine nach 

ICD-10 codierten Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei das 

Vorliegen eines Gesundheitsschadens, der eine Erwerbsunfähigkeit be-

wirke, zu verneinen. In der vom Beschwerdeführer eingeholten neuropsy-

chologischen Beurteilung vom 8. März 2021 werde die attestierte Arbeits-

C-1033/2021 

Seite 22 

unfähigkeit von 50 % indessen lediglich auf die erhobenen Funktionsein-

schränkungen abgestützt und diagnoseunabhängig von einer leichten bis 

maximal mittelgradigen Minderleistung in den Aufmerksamkeitsstrukturen 

berichtet. Anlässlich der medizinischen Abklärungen seien keine organi-

schen oder psychischen Störungen, welche eine krankheitsbedingte mo-

derate Minderleistung der Aufmerksamkeitsfunktionen erklären könnten, 

festgestellt worden. Auch seien keine solche geltend gemacht worden. Der 

vorliegende isolierte neuropsychologische Befund könne damit nicht zuge-

ordnet werden (Beilage zu BVGer-act. 9).  

8.2.2 Die neuropsychologische Abklärung bei der Neuropsychologin 

H._______ vom 8. März 2021 datiert zwar erst nach Erlass der angefoch-

tenen Verfügung, steht jedoch in zeitlicher Nähe zu ihr und könnte daher 

geeignet sein, die Beurteilung des Gesundheitszustands des Versicherten 

im Zeitpunkt der vorliegend angefochtenen Verfügung zu beeinflussen, 

weshalb diese für das vorliegend zu beurteilende Rentengesuch des Ver-

sicherten mitberücksichtigt werden kann (vgl. oben E. 3.2 letzter Satz).  

8.2.3 Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG (Prü-

fung des Vorliegens einer Invalidität) sowie Art. 6 ff. und insbesondere 

Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Befundlage. Eine Einschränkung 

der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann anspruchserheblich sein, 

wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchtigung ist, die fachärztlich ein-

wandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 141 V 281 E. 2.1). Ausserdem ist 

zu beachten, dass eine neuropsychologische Abklärung rechtsprechungs-

gemäss lediglich – aber immerhin – eine Zusatzuntersuchung darstellt. Es 

liegt praxisgemäss im pflichtgemäss auszuübenden Ermessen des begut-

achtenden medizinischen Experten, darüber zu entscheiden, ob im konkre-

ten Begutachtungsfall eine Zusatzuntersuchung für die Abklärung indiziert 

und entsprechend durchzuführen ist oder nicht. Zeigen sich im Rahmen 

der durchgeführten Zusatzuntersuchung Auffälligkeiten, ist das für sich al-

leine nicht hinreichend, um von einem invalidisierenden Gesundheitsscha-

den ausgehen zu können. Vielmehr ist es alsdann die Aufgabe des 

(Fach-)Arztes, den Gesundheitszustand – unter Mitberücksichtigung der 

neuropsychologischen Defizite – zu beurteilen und dazu Stellung zu neh-

men, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi-

cherte Person arbeitsunfähig ist. Neuropsychologische Untersuchungser-

gebnisse können somit, soweit sie sich in die anderen (interdisziplinären) 

Abklärungsergebnisse einfügen, im Rahmen einer gesamthaften Beweis-

würdigung bedeutsam sein (vgl. Urteile des BGer 8C_526/2021 vom 

10. November 2021 E. 4.2.1 m. H., 8C_11/2021 vom 16. April 2021 E. 4.2).   

C-1033/2021 

Seite 23 

8.2.4 Gemäss der dargelegten Rechtsprechung können neuropsycholo-

gisch festgestellte Defizite nur dann als relevant berücksichtigt werden, 

wenn sie durch einen Facharzt (etwa einen Psychiater oder einen Neuro-

logen) bestätigt worden sind, was bei den von H._______ festgestellten 

neuropsychologischen Einschränkungen sowie der von ihr gestützt darauf 

(in Orientierung am Richtwert der Arbeitsgruppe der SVNP) vorgenomme-

nen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht der Fall ist. Vielmehr hat der 

durch die Vorinstanz zur Prüfung der neuropsychologischen Abklärungser-

gebnisse beigezogene RAD-Psychiater Dr. med. R._______ mit Stellung-

nahme vom 20. Mai 2021 festgehalten, dass H._______ ein äusserst dif-

fuses Beschwerdebild vermittle und an Hand der neuropsychologischen 

Abklärung keine wesentliche Veränderung des Gesundheitszustands fest-

gestellt werden könne (vgl. oben E. 7.4). Damit hat sich vorliegend ein 

Facharzt für Psychiatrie zur neuropsychologischen Abklärung von 

H._______ einlässlich geäussert und gestützt auf die neuropsychologische 

Abklärung und die übrigen medizinischen Akten, insbesondere auch das 

Gutachten, keine psychopathologischen Befunde festgestellt. Das Bundes-

verwaltungsgericht schliesst sich dieser plausibel nachvollziehbar und be-

gründeten Einschätzung von Dr. med. R._______ an, zumal auch Prof. Dr. 

med. O._______, Facharzt für Neurologie und für Psychiatrie, anlässlich 

der gutachterlichen Abklärungen keine organischen oder psychischen Stö-

rungen, die zu einer moderaten Minderleistung der Aufmerksamkeitsfunk-

tionen führen könnten, festgestellt hat. Wie sowohl RAD-Psychiater Dr. 

med. R._______ in seiner Stellungnahme vom 20. Mai 2021 (IV-act. 168) 

als auch die kantonale IV-Stelle in ihrer Stellungnahme vom 11. Juni 2021 

(Beilage zu BVGer-act. 9) zu Recht festgehalten haben, lässt sich damit 

der isolierte neuropsychologische Befund nicht einem krankheitswerten 

Geschehen zuordnen respektive als Folge einer fachärztlich festgestellten 

Gesundheitsbeeinträchtigung objektivieren. Unter diesen Umständen rei-

chen die (diffusen) Angaben der Neuropsychologin nicht aus, um das Fach-

gutachten von Prof. Dr. med. O._______ in Zweifel zu ziehen. Weitere Ab-

klärungen vermögen an diesem feststehenden Sachverhalt nichts zu än-

dern (antizipierte Beweiswürdigung, BGE 122 V 157 E. 1d m. w. H.). Dies-

bezüglich ist insbesondere darauf hinzuweisen, dass H._______ in ihrer 

Untersuchung mehrheitlich Leistungen des Versicherten im Streubereich 

der individuellen Alters- und Bildungsgruppe festgestellt hat. Zudem hat sie 

die von ihr festgestellten Einschränkungen vor allem in den Aufmerksam-

keitsfunktionen selber als von geringerem Ausmass bezeichnet (bei ledig-

lich leichtgradiger Verlangsamung der Reaktionszeit). Die von H._______ 

gewählten Formulierungen in ihrer Beurteilung lassen sodann offen, ob die 

von ihr in Teilbereichen festgestellten leichten bis maximal mittelgradigen 

C-1033/2021 

Seite 24 

Minderleistungen nicht auch mit nicht gesundheitlichen Gründen erklärt 

werden könnten (vgl. z. B. den in der Beurteilung mehrfach erwähnten al-

tersentsprechenden und, soweit vorhanden, nach Bildungsvoraussetzung 

korrigierten Normbereich). Aus der vom Beschwerdeführer selber veran-

lassten neuropsychologischen Abklärung durch die Neuropsychologin 

H._______ vermag der Beschwerdeführer daher nichts zu seinen Gunsten 

abzuleiten. Der vom Beschwerdeführer v. a. gegen den neurologischen 

Gutachter und Psychiater erhobene Hauptvorwurf, die Experten hätten ihr 

Ermessen unsachgemäss ausgeübt, indem sie keine neuropsychologische 

Untersuchung veranlasst und entsprechend auch keine Ergebnisse aus 

neuropsychologischer Abklärung in die gutachterliche Beurteilung haben 

einfliessen lassen, zielt damit ins Leere. Eine begründete Indikation zur 

Durchführung einer neuropsychologischen Zusatzabklärung bestand, wie 

dargelegt, im Rahmen der bidisziplinären Begutachtung für die Gutachter 

aufgrund der von ihnen erhobenen Befunde und Diagnosen offensichtlich 

nicht (vgl. dazu auch 8C_11/2021 vom 16. April 2021 E. 4.2). Daran hat 

sich auch bis zum Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung 

nichts geändert.   

8.3 Der Beschwerdeführer macht sodann in seiner Beschwerde gestützt 

auf das Arbeitszeugnis der T._______ GmbH vom 4. März 2021 geltend, 

seine Selbstdarstellung gegenüber den Administrativgutachtern habe die 

Situation zu rosig beschrieben. So seien in jenem Arbeitsverhältnis Defizite 

bezüglich Konzentration und Langsamkeit aufgefallen, weshalb das Ar-

beitsverhältnis beendet und der Versicherte durch einen Facharbeiter er-

setzt worden sei. 

8.3.1 Die kantonale IV-Stelle hat sich diesbezüglich nicht geäussert. 

8.3.2 Gemäss dem Arbeitszeugnis vom 4. März 2021 (BVGer-act. 1, Bei-

lage 3) hatte der Beschwerdeführer bei der Firma T._______ GmbH zu-

nächst in der Zeit vom 1. März 2020 bis zum 31. Mai 2020 in einem von 

vornherein befristeten Arbeitsverhältnis temporär gearbeitet und es wurde 

der befristete Arbeitsvertrag in der Folge um einen weiteren Monat verlän-

gert. Da aufgrund der Corona-Situation mit Lockdown eine freie Stelle im 

Repair Center vorerst nicht mit einem Elektrotechniker habe besetzt wer-

den können, sei diese dem Versicherten angeboten worden, unter der Vo-

raussetzung einer 100 %-igen Beschäftigung. Aus dem Arbeitszeugnis 

geht ferner hervor, dass es dem Versicherten als branchenfremdem Mitar-

beiter nicht immer leichtgefallen sei, die Arbeitsabläufe zu überblicken und 

systematisch abzuarbeiten. Die körperlichen Einschränkungen durch seine 

C-1033/2021 

Seite 25 

Vorerkrankungen hätten dazu geführt, dass er immer wieder seine Arbeits-

positionen habe wechseln müssen (sitzen, gehen, stehen). Die dadurch 

bedingten Arbeitsunterbrüche hätten dazu geführt, dass die Konzentration 

nachgelassen habe, Arbeitsschritte vergessen und die Aufträge insgesamt 

zu langsam abgearbeitet worden seien. Da die Stelle alsdann ab Oktober 

2020 von einem Facharbeiter habe besetzt werden können, habe sich die 

T._______ GmbH vom Beschwerdeführer trennen müssen.  

Dieses Arbeitszeugnis zeigt, dass nicht nur die aufgrund der körperlichen 

Probleme des Versicherten erforderlichen Arbeitsunterbrüche zwecks 

Wechsel der Arbeitsposition, sondern hauptsächlich die Umstände, dass 

es sich beim Versicherten um einen branchenfremden Mitarbeiter han-

delte, der aus diesem Grunde die Arbeitsabläufe nicht immer überblicken 

und systematisch abarbeiten konnte, und weil die Stelle nun, wie von An-

fang an beabsichtigt, durch einen ausgebildeten Elektrotechniker hatte be-

setzt werden können, zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses geführt ha-

ben (vgl. hierzu auch unten E. 8.4.3.2). Dem Arbeitszeugnis ist weiter zu 

entnehmen, dass die erwähnten Arbeitsunterbrüche zwecks Wechsel der 

Arbeitsposition dazu geführt hätten, dass die Konzentration nachgelassen 

habe, Arbeitsschritte vergessen und die Aufträge insgesamt zu langsam 

abgearbeitet worden seien. Entgegen der Auffassung des Beschwerdefüh-

rers beschreibt das Arbeitszeugnis damit nicht grundsätzliche Defizite be-

züglich Konzentration und Langsamkeit, sondern stellt diese vielmehr als 

Folge der in körperlicher Hinsicht erforderlichen Wechsel der Arbeitsposi-

tion in einer nicht optimal leidensangepassten Tätigkeit dar. Dass der Be-

schwerdeführer aufgrund seiner körperlichen Einschränkungen dazu ge-

zwungen ist, seine Arbeitsposition immer wieder zu wechseln, wurde im 

bidisziplinären Gutachten indessen bereits hinreichend und sorgfältig be-

rücksichtigt mit der sowohl in orthopädischer als auch in neurologischer 

Hinsicht angegebenen nunmehr zumutbaren leichten wechselbelasten-

den, überwiegend sitzenden beruflichen Tätigkeit. Das erwähnte Arbeits-

zeugnis, bei dem es sich denn auch nicht um eine medizinische Einschät-

zung des Leistungsvermögens des Beschwerdeführers handelt, bringt da-

mit gegenüber dem bidisziplinären Gutachten keine neuen Erkenntnisse 

und vermag diese auch nicht in Zweifel zu ziehen.  

8.4 Der Beschwerdeführer macht ausserdem in seiner Beschwerde gel-

tend, seine (Rest-) Arbeitsfähigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt sei realisti-

scherweise nicht mehr verwertbar, dies aufgrund seines Alters von 61 Jah-

ren, seiner Verlangsamung, seiner Konzentrationsprobleme und der Mühe, 

neue Sachverhalte zu verarbeiten (BVGer-act. 1).  

C-1033/2021 

Seite 26 

8.4.1 Die kantonale IV-Stelle hält dem in ihrer Stellungnahme vom 11. Juni 

2021 entgegen, es sei nicht massgebend, ob der Beschwerdeführer unter 

den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden könne; es sei 

einzig auf den ausgeglichenen Arbeitsmarkt abzustellen. Es könne dem-

nach nicht aus der erfolglosen Arbeitsvermittlung geschlossen werden, 

dass in einer angepassten Tätigkeit keine verwertbare Arbeitsfähigkeit be-

stehe. Dem Beschwerdeführer stünden aufgrund des im bidisziplinären 

Gutachten vom 16. Oktober 2020 beschriebenen negativen und positiven 

Leistungsbildes auf dem theoretisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt ein ge-

nügend breites Spektrum an Verweistätigkeiten offen (Beilage zu BVGer-

act. 9). 

8.4.2 Der Beschwerdeführer ergänzt in seiner Replik, es sei in Erinnerung 

zu rufen, dass er seine Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf nach über 

40 Jahren verloren habe und ihm der freie Arbeitsmarkt aufgrund der ge-

sundheitlichen Einschränkungen und des fortgeschrittenen Alters nicht 

mehr offenstehe. Es dürfe an die Unverwertbarkeit der verbleibenden Leis-

tungsfähigkeit kein zu harter Massstab angesetzt werden, da dies den so-

zialen Schutzgedanken der Invalidenversicherung unterlaufen würde 

(BVGer-act. 12). 

8.4.3 Wie der Beschwerdeführer zu Recht ausführt, anerkennt die Recht-

sprechung, dass das (vorgerückte) Alter zusammen mit weiteren persönli-

chen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer ver-

sicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgegliche-

nen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird. Massge-

bend sind die Umstände des konkreten Falles, etwa die Art und Beschaf-

fenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Um-

stellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch 

die Persönlichkeitsstruktur, die vorhandenen Begabungen und Fertigkei-

ten, die Ausbildung, der berufliche Werdegang oder die Anwendbarkeit von 

Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich. Für den Zeitpunkt, in 

welchem die Frage nach der Verwertbarkeit der (Rest-) Arbeitsfähigkeit bei 

vorgerücktem Alter beantwortet wird, ist auf das Feststehen der medizini-

schen Zumutbarkeit einer (Teil-) Erwerbstätigkeit abzustellen (BGE 145 V 

2 E. 5.3.1; 138 V 457 E. 3.3 f.; Urteil des BGer 8C_55/2021 vom 9. Juni 

2021 E. 5.1).  

8.4.3.1 Vorliegend war der Beschwerdeführer im Zeitpunkt, als aufgrund 

des bidisziplinären Gutachtens vom 16. Oktober 2020 (Eingang bei kanto-

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=grenzg%E4ngerstatus+doppelt+ber%FCcksichtigen+abzug+vom+tabellenlohn&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F145-V-2%3Ade&number_of_ranks=0#page2
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C-1033/2021 

Seite 27 

naler IV-Stelle: 28. Oktober 2020) die medizinische Zumutbarkeit einer Er-

werbstätigkeit feststand, 60 Jahre alt. In jenem Zeitpunkt verblieb ihm bis 

zum Erreichen seines ordentlichen AHV-Pensionsalters somit eine Aktivi-

tätsdauer von fünf Jahren. Gemäss gutachterlicher Einschätzung kann der 

Beschwerdeführer aufgrund seiner gesundheitlichen Probleme sowohl in 

orthopädischer als auch in neurologischer Hinsicht noch leichte wechsel-

belastende, überwiegend sitzende Tätigkeiten ausüben, unter Ausschluss 

von schweren und dauerhaft mittelschweren Tätigkeiten. Darüber hinaus 

ist in orthopädischer Hinsicht ein umfangreicher Katalog von Leistungsein-

schränkungen in negativer Hinsicht zu beachten (vgl. oben E. 7.1). In einer 

Tätigkeit, die diesem vom orthopädischen Gutachter umschriebenen Leis-

tungsprofil Rechnung trägt, attestieren die Gutachter dem Beschwerdefüh-

rer eine volle Arbeitsfähigkeit. Der theoretisch ausgeglichene Arbeitsmarkt 

beinhaltet gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts im Kompe-

tenzniveau 1 eine Vielzahl von leichten wechselbelastenden, überwiegend 

im Sitzen ausgeübten Tätigkeiten, die auch diesen diversen funktionellen 

Leistungseinschränkungen Rechnung tragen. Mit Blick auf das erwähnte 

Belastungsprofil kann nicht gesagt werden, eine zumutbare Tätigkeit sei 

nur in so eingeschränkter Form möglich, dass sie der ausgeglichene Ar-

beitsmarkt praktisch nicht kennen würde oder nur unter nicht realistischem 

Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre, 

und dass das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein 

als ausgeschlossen erschiene (vgl. Urteile des BGer 8C_55/2021 vom 

9. Juni 2021 E. 5.2.1; 8C_433/2020 vom 15. Oktober 2020 E. 8.2.2; 

8C_219/2019 vom 30. September 2019 E. 5.2; 9C_833/2017 vom 20. April 

2018 E. 5.1). Damit ist der kantonalen IV-Stelle beizupflichten, dass dem 

Versicherten aufgrund des im bidisziplinären Gutachten vom 16. Oktober 

2020 beschriebenen negativen und positiven Leistungsbildes auf dem aus-

geglichenen Arbeitsmarkt grundsätzlich ein genügend breites Spektrum an 

Verweistätigkeiten offensteht. 

8.4.3.2 Aufgrund der Akten ist sodann erstellt, dass der Versicherte im Zeit-

punkt der Begutachtung vom 6. Oktober 2020 über ein Arbeitsverhältnis in 

Deutschland verfügte. Dies zeigt, dass der Versicherte in der Lage war, 

sich (zumindest in jenem Zeitpunkt) selbst wieder in den Arbeitsmarkt zu 

integrieren und so seine Restarbeitsfähigkeit zu verwerten. Die in der Folge 

durch die Arbeitgeberin ausgesprochene Kündigung des Arbeitsverhältnis-

ses hat sie im Arbeitszeugnis vom 4. März 2021 hauptsächlich mit der Mög-

lichkeit, die Stelle neu durch einen Facharbeiter zu besetzen, begründet 

(BVGer-act. 1, Beilage 3; vgl. oben E. 8.3.2). Trotz den im Arbeitszeugnis 

vom 4. März 2021 auch beschriebenen Arbeitsunterbrüchen infolge der in 

C-1033/2021 

Seite 28 

körperlicher Hinsicht erforderlichen Wechsel der Arbeitspositionen hat der 

Versicherte vor den Gutachtern Prof. Dr. med. O._______ und Dr. med. 

P._______ noch angegeben, es handle sich bei seiner (damaligen) beruf-

lichen Tätigkeit in Deutschland um eine optimal angepasste, wechselbe-

lastende berufliche Tätigkeit, die er sowohl im Sitzen als auch im Stehen 

ausüben könne und bei der er reguläre Pakete von maximal drei Kilo-

gramm und schwerere Pakete von maximal bis zu 6 Kilogramm zu heben 

habe (vgl. Angaben im Gutachten in IV-act. 126 auf S. 29, 64, 70 und 84). 

Dass dem Beschwerdeführer das im Zeitpunkt der Begutachtung noch be-

stehende Arbeitsverhältnis in der Folge (hauptsächlich) aus IV-fremden 

Gründen gekündigt worden ist, spricht daher – entgegen seiner Auffassung 

– ebenfalls nicht gegen eine Verwertbarkeit seiner Restarbeitsfähigkeit.  

8.5 Als Zwischenfazit ist damit festzuhalten, dass das bidisziplinäre Gut-

achten die rechtlichen Anforderungen an ein beweiskräftiges Gutachten er-

füllt. Weitere Abklärungen vermögen an diesem feststehenden Ergebnis 

nichts zu ändern, weshalb in antizipierender Beweiswürdigung darauf zu 

verzichten ist. Damit steht aufgrund des bidisziplinären Gutachtens fest, 

dass bezüglich der bisherigen beruflichen Tätigkeit des Versicherten aIs 

Schmelzer seit dem 23. Mai 2018 eine volle Arbeitsunfähigkeit besteht und 

dass der Versicherte in einer seinen Leiden angepassten beruflichen Tä-

tigkeit seit dem 15. August 2018 zu 100 % arbeitsfähig ist.  

9.  

Zu prüfen sind schliesslich die erwerblichen Auswirkungen der gesundheit-

lichen Einschränkungen.  

9.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkom-

men, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-

rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie-

hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie 

nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen; Art. 16 ATSG). Der 

Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die 

beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau 

ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Ein-

kommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die frag-

lichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden kön-

nen, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu 

C-1033/2021 

Seite 29 

schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu ver-

gleichen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 29 

E. 1; 104 V 135 E. 2b). 

9.2 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des 

Beginns des potentiellen Rentenanspruchs massgebend, wobei das Vali-

den- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben 

und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis 

zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 222 E. 4.3.1 ff., 

128 V 174). 

Der Beschwerdeführer wurde bezüglich seiner bisherigen beruflichen Tä-

tigkeit aIs Schmelzer bei der Firma B._______ AG seit dem 23. Mai 2018 

krankgeschrieben, womit das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 Bst. b IVG 

am 23. Mai 2019 abgelaufen ist. Nachdem sich der Beschwerdeführer aus-

serdem im Oktober 2018 rechtzeitig zum Bezug von Leistungen der 

schweizerischen Invalidenversicherung angemeldet hat (vgl. Art. 29 Abs. 1 

IVG), konnte damit vorliegend ein Rentenanspruch frühestens mit Wirkung 

ab dem 1. Mai 2019 (vgl. Art. 29 Abs. 3 IVG) entstehen. Für den vorzuneh-

menden Einkommensvergleich sind daher die Vergleichseinkommen des 

Jahres 2019 zu berücksichtigen. 

9.3 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die 

versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 

nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 

tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nö-

tigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepass-

ten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die 

bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. 

Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein 

(BGE 134 V 322 E. 4.1; 129 V 222 E. 4.3.1). 

Im Zeitpunkt der IV-Anmeldung vom 12. September 2018 war der Versi-

cherte seit dem 26. September 2016 in einem Vollzeitpensum bei der 

B._______ AG als Schmelzer tätig (vgl. IV-act. 11 und 48). Das Arbeitsver-

hältnis wurde – nachdem der Beschwerdeführer seit dem 23. Mai 2018 

durchgehend krankgeschrieben worden war – per 30. April 2019 durch die 

B._______ AG gekündigt (siehe Kündigung in KTG-act. 3 S. 7; vgl. auch 

Arbeitszeugnis vom 30. April 2019, wonach der Versicherte die Firma aus 

gesundheitlichen Gründen verlassen habe [IV-act. 48]). Es ist daher davon 

C-1033/2021 

Seite 30 

auszugehen, dass der Beschwerdeführer ohne Eintritt des Gesundheits-

schadens im Mai 2019 (Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns; 

vgl. E. 9.2. Abs. 2) weiterhin bei der B._______ AG in einem Vollzeitpen-

sum als Schmelzer tätig gewesen wäre. Gemäss dem "Fragebogen für Ar-

beitgebende: Berufliche Integration/Rente", ausgefüllt durch die 

B._______ AG, vom 25. Oktober 2018 Ziff. 5.1 hat der Beschwerdeführer 

hierbei ab dem 1. September 2018 ein Jahreseinkommen von Fr. 67'210.– 

sowie davor von Fr. 66'300.– erzielt (vgl. IV-act. 11). 

9.4 Im vorinstanzlichen Verfahren hatte der Beschwerdeführer mit Ein-

wandbegründung vom 22. Januar 2021 noch geltend gemacht, es sei beim 

Einkommensvergleich zu berücksichtigen, dass der vom letzten Arbeitge-

ber angegebene Jahreslohn des Jahres 2017 erheblich unter dem entspre-

chenden Eintrag in seinem individuellen Konto liege, wobei auch letzterer 

unverhältnismässig tief sei. So sei der Umstand, dass er in einer angepass-

ten Tätigkeit ohne jegliche Berufsausbildung und Erfahrung gleich viel ver-

dienen solle wie bei Ausübung seines Berufes (mit 40 Jahren Berufserfah-

rung) völlig realitätsfern. Es sei deshalb für das Valideneinkommen auf sei-

nen höheren Lohn bei der vorherigen Arbeitgeberin, der Firma U._______ 

AG (bis 2015), abzustellen (vgl. IV-act. 142). 

9.4.1 In der angefochtenen Verfügung hält die Vorinstanz dem entgegen, 

auch unter Berücksichtigung des beantragten Valideneinkommens 2017 

gemäss IK-Auszug ergebe sich im Einkommensvergleich keine rentenbe-

gründende Erwerbseinbusse. Da sich der Beschwerdeführer freiwillig mit 

einem nicht existenzsichernden Lohn einverstanden erklärt habe, könne 

dieses Einkommen nicht als massgebendes Invalideneinkommen (sic) be-

rücksichtigt werden. 

9.4.2 Vorliegend hat der Beschwerdeführer gemäss dem in den Vorakten 

liegenden (bis 2017 aktualisierten) IK-Auszug vom 29. Oktober 2018 im 

Jahr 2017 bei der B._______ AG ein Jahreseinkommen von Fr. 74'406.– 

erzielt (vgl. IV-act. 12). Damit macht der Beschwerdeführer zu Recht gel-

tend, dass das von der B._______ AG im "Fragebogen für Arbeitgebende: 

Berufliche Integration/Rente", vom 25. Oktober 2018 angegebene Jahres-

einkommen des Jahres 2017 von Fr. 66'300.– erheblich unter dem entspre-

chenden IK-Eintrag liegt. Dem Auszug "Lohnkonto 2017" ist sodann zu ent-

nehmen, dass der Beschwerdeführer im Jahr 2017 einen monatlichen 

Grundlohn von Fr. 5'000.– erzielt hat, zu welchem eine Leistungsprämie, 

Samstags- und Schichtzulagen sowie ein 13. Monatslohn hinzukam. Der 

Bruttolohn wurde mit Fr. 74'548.80 angegeben. Als AHV-Basis wurde ein 

C-1033/2021 

Seite 31 

Jahreslohn von Fr. 74'406.– (entsprechend dem IK-Eintrag des Jahres 

2017) aufgeführt (vgl. IV-act. 11 S. 9). Unter diesen Umständen steht fest, 

dass es sich bei dem von der B._______ AG im "Fragebogen für Arbeitge-

bende: Berufliche Integration/Rente", vom 25. Oktober 2018 angegebenen 

Jahreseinkommen – entgegen der auf dem Formular vorgedruckten An-

gabe – eindeutig nicht um den AHV-beitragspflichtigen Lohn handeln kann. 

Den AHV-beitragspflichtigen Lohn des Jahres 2017 hätte die B._______ 

AG richtigerweise mit Fr. 74'406.– beziffern müssen. Der Auszug "Lohn-

konto 2018" zeigt sodann, dass der Beschwerdeführer im Jahr 2018 einen 

höheren Grundlohn von Fr. 5'100.– (in den Monaten Januar bis August 

2018) respektive von Fr. 5'170.– (in den Monaten September und Oktober 

2018) erzielt hat. Im Auszug des Lohnkontos 2018 fehlen jedoch die Anga-

ben zu den Monaten November und Dezember 2018 (vgl. IV-act. 11 S. 8). 

Ausserdem hat der Beschwerdeführer im Jahr 2018 lediglich bis zum 22. 

Mai 2018 gearbeitet und wurde (bezüglich dieser zuletzt ausgeübten Tä-

tigkeit) vom 23. Mai 2018 bis zu seiner Kündigung per Ende April 2019 

durchgehend krankgeschrieben (vgl. Absenzenübersicht des Jahres 2018 

vom 25. Oktober 2018 in IV-act. 11 S. 13 und Bericht der Hausärztin vom 

16. Oktober 2019 in KTG-act. 7 S. 7). Nach der Rechtsprechung des Bun-

desgerichts ist als Valideneinkommens das vom Versicherten ohne Invali-

dität erzielbare gesamte (Brutto- [vgl. z. B. Urteil des BGer 8C_58/2021 

vom 30. Juni 2021 E. 4.1 f.]) Erwerbseinkommen, inklusive Zulagen, Gra-

tifikation und Ferienentschädigung, anzurechnen (vgl. BGE 129 V 472 

E. 4.1; 126 V 75 E. 3a). Gemäss Auszug aus dem Lohnkonto 2017 mach-

ten im Jahr 2017 noch – neben dem Grundlohn – eine Leistungsprämie 

(von Fr. 530.–), die Samstagszulagen (im Betrag von Fr. 993.50) und ins-

besondere auch die Schichtzulagen (im Betrag von Fr. 8'037.80) einen 

massgebenden Teil des Bruttojahreslohnes des Beschwerdeführers aus. 

Diese Prämie und Zulagen fielen im Folgejahr 2018 aufgrund der Krank-

schreibung ab dem 23. Mai 2018 mehrheitlich weg (vgl. IV-act. 11 S. 8 f.). 

Unter diesen Umständen ist für die Bemessung des Valideneinkommens 

zu Gunsten des Beschwerdeführers (Anm.: auch unter Berücksichtigung 

der im Jahr 2018 erfolgten Lohnerhöhungen [auf Fr. 5'100.– ab Januar 

2018 und auf Fr. 5'170.– ab September 2018] sowie der für die Zeit von 

Januar bis Mai 2018 aufgeführten Leistungsprämie im Betrag von Fr. 140.–

, der Samstagszulage von Fr. 286.05, der Schichtzulage von Fr. 3'153.– 

sowie dem 13. Montagslohn [anteilsmässig berechnet auf der Basis von 

acht Monaten Grundlohn im Betrag von Fr. 5'100.– und vier Monaten 

Grundlohn im Betrag von Fr. 5'170.–] liegt der Jahreslohn 2018 unter jenem 

des Jahres 2017) auf den AHV-beitragspflichtigen Jahreslohn 2017 ge-

mäss IK-Auszug im Betrag von Fr. 74'406.– abzustellen, wobei dieser an 

C-1033/2021 

Seite 32 

die Nominallohnentwicklung bis 2019 (gemäss Tabelle des Bundesamtes 

für Statistik, T39 Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise 

und der Reallöhne, 1939-2021; abrufbar unter https://www.bfs.ad-

min.ch/asset/de/22304341; abgerufen am 13. Dezember 2022) anzupas-

sen ist. Damit ergibt sich ein bis 2019 indexiertes Valideneinkommen von 

Fr. 75'398.52 (Fr. 74'406.– : 2249 [Index Männer 2017] x 2279 [Index Män-

ner 2019]). 

9.4.3 Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, es sei auf seinen bei 

der vormaligen Arbeitgeberin U._______ AG erzielten höheren Lohn abzu-

stellen, ist darauf hinzuweisen, dass der Versicherte gemäss dem in den 

Akten liegenden IK-Auszug – im Vergleich zum vorangehend errechneten 

Valideneinkommen von Fr. 74'769.92 – lediglich im Jahr 2012 noch einen 

höheren Lohn von Fr. 82'332.– erzielt hatte. Demgegenüber waren seine 

Einkommen der Jahre 2013 (von Fr. 69'035.–), Jahre 2014 (von 

Fr. 74'166.–) und 2015 (von Fr. 72'561.–) im Vergleich dazu allesamt tiefer. 

Das Arbeitsverhältnis mit der U._______ AG wurde schliesslich durch 

diese am 8. Juli 2015 insbesondere wegen einem Missverhältnis von Auf-

wand und Ertrag sowie Mängel im Bereich der Effizienz des Versicherten 

per Ende Oktober 2015 – und damit drei Jahre vor der IV-Anmeldung des 

Beschwerdeführers – gekündigt (vgl. IV-act. 19 S. 9). Gemäss der Recht-

sprechung des Bundesgerichts ist für die Ermittlung des Valideneinkom-

mens von selbst- oder unselbstständig Erwerbenden auf den während ei-

ner längeren Zeitspanne erzielten Durchschnittsverdienst abzustellen, 

wenn das zuletzt erzielte Einkommen starke und verhältnismässig kurzfris-

tig in Erscheinung getretene Schwankungen aufweist (Urteil des BGer 

9C_341/2022 vom 8. November 2022 E. 4.3). Nachdem es sich bei dem 

vom Beschwerdeführer bei der U._______ AG erzielten, schwankenden 

Jahreseinkommen gemäss IK indessen nicht um das vom Beschwerdefüh-

rer zuletzt erzielte Einkommen handelt, da der Beschwerdeführer vor Ein-

tritt seines Gesundheitsschadens zuletzt bei der B._______ AG gearbeitet 

hat, und gemäss Rechtsprechung für die Bemessung des Valideneinkom-

mens entscheidend ist, was der Versicherte im massgebenden Zeitpunkt 

des Rentenbeginns – vorliegend dem Jahr 2019 – nach dem Beweisgrad 

der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunder tatsächlich verdienen 

würde, und nicht was er bestenfalls verdienen könnte (Urteil des BGer 

8C_504/2018 vom 19. Oktober 2018   E. 3.5.2), ist nicht einzusehen, wes-

halb vorliegend auf den vom Beschwerdeführer lediglich im Jahr 2012 (und 

nicht auch in den Folgejahren) bei der U._______ AG erzielten höheren 

Lohn abgestellt werden sollte.  

C-1033/2021 

Seite 33 

9.4.4 Zu prüfen bleibt die Rüge des Beschwerdeführers, dass auch sein 

bei der B._______ AG zuletzt erzieltes Jahreseinkommen gemäss IK-Aus-

zug unverhältnismässig tief gewesen sei.  

9.4.4.1 Bezog eine versicherte Person aus invaliditätsfremden Gründen 

(z.B. geringe Schulbildung, fehlende berufliche Ausbildung, mangelnde 

Deutschkenntnisse, beschränkte Anstellungsmöglichkeiten wegen Saison-

nierstatus) ein deutlich unterdurchschnittliches Einkommen, ist diesem 

Umstand bei der Invaliditätsbemessung nach Art. 16 ATSG Rechnung zu 

tragen, sofern keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie sich aus freien 

Stücken mit einem bescheideneren Einkommensniveau begnügen wollte 

(BGE 125 V 146 E. 5c/bb S. 157; BGE 129 V 222 E. 4.4 S. 225). Die Grund-

überlegung dieser Rechtsprechung ist die Folgende: Wenn eine versi-

cherte Person in derjenigen Tätigkeit, die sie als Gesunde ausgeführt hat, 

einen deutlich unterdurchschnittlichen Lohn erzielt, weil ihre persönlichen 

Eigenschaften (namentlich fehlende Ausbildung oder Sprachkenntnisse, 

ausländerrechtlicher Status) die Erzielung eines Durchschnittslohnes ver-

unmöglichen, dann ist nicht anzunehmen, dass sie mit einer gesundheitli-

chen Beeinträchtigung behaftet einen (anteilmässig) durchschnittlichen 

Lohn erzielen könnte (BGE 141 V 1 E. 5.4 m. w. H.; vgl. auch BGE 134 V 

322 E. 4.1). Wird auf ein Valideneinkommen abgestellt, das aus den ge-

nannten Gründen deutlich unter den branchenüblichen Ansätzen liegt, dür-

fen diese invaliditätsfremden Faktoren auch bei der Festlegung des zumut-

baren Invalidenlohnes nicht ausser Acht gelassen werden. Die entspre-

chend vorzunehmende Parallelisierung der Einkommen trägt somit dem 

Umstand Rechnung, dass die versicherte Person als Invalide realistischer-

weise nicht den Tabellenlohn erzielen kann, weshalb ein entsprechend tie-

feres Invalideneinkommen anzunehmen ist (BGE 135 V 58 E. 3.4.3 

m. w. H.). Als deutlich unterdurchschnittlich gilt ein tatsächlich erzielter Ver-

dienst dann, wenn er mindestens 5 % vom branchenüblichen Lohn ab-

weicht (BGE 135 V 297 E. 6.1.2). Zu parallelisieren ist nur in dem Umfang, 

in welchem die prozentuale Abweichung den Erheblichkeitsgrenzwert von 

5 % übersteigt (BGE 135 V 297 E. 6.1.3). 

9.4.4.2 Damit ist der dem Beschwerdeführer im Zusammenhang mit seiner 

zuletzt ausgeübten beruflichen Tätigkeit als Giesser bei der Eisengiesserei 

B._______ AG angerechnete Validenlohn des Jahres 2019 von 

Fr. 74'769.92 zu vergleichen mit dem entsprechenden Tabellenlohn ge-

mäss der vorliegend anwendbaren Schweizerischen Lohnstrukturerhe-

bung (LSE) 2018. Die Tätigkeit als Eisen-Giesser ist dem Sektor "Herstel-

lung von Metallerzeugnissen" (Sektor 24-25 [Metallerzeugung; Herst. v. 

C-1033/2021 

Seite 34 

Metallerzeugnissen]) zuzuordnen. Der Beschwerdeführer verrichtete hier-

bei praktische Tätigkeiten wie das Bedienen von Maschinen (vgl. Aufga-

bengebiet gemäss Arbeitszeugnis der B._______ AG vom 30. April 2019 

in IV-act. 48), für welche er über eine entsprechende Ausbildung (Lehrab-

schluss) verfügte. Diese Tätigkeiten sind daher im Kompetenzniveau 2 

(praktische Tätigkeiten wie Verkauf/Pflege/Datenverarbeitung und Admi-

nistration/Bedienen von Maschinen und elektronischen Geräten/Sicher-

heitsdienst/Fahrdienst) anzusiedeln. Der durchschnittliche Monatslohn von 

im Sektor "Herstellung von Metallerzeugnissen" tätigen Männern betrug im 

Jahr 2018 Fr. 5'905.–, basierend auf einer Wochenarbeitszeit von 40 Stun-

den. Umgerechnet auf die im verarbeitenden Gewerbe im Jahr 2018 in der 

Schweiz betriebsübliche Wochenarbeitszeit von 41.3 Stunden (vgl. Statis-

tik des Bundesamts für Gesundheit "Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirt-

schaftsabschnitten und Grossregionen" der Jahre 1990-2021; abrufbar un-

ter: https://www.bfs.admin.ch/asset/de/22708574; abgerufen am 13. De-

zember 2022) sowie angepasst an die Nominallohnentwicklung bis 2019 

(vgl. Tabelle des Bundesamtes für Statistik, T39 Entwicklung der Nominal-

löhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 1939-2021 a. a. O.; der 

Index lag für Männer im Jahr 2018 bei 2260 und im Jahr 2019 bei 2279) 

ergibt dies einen durchschnittlichen Monatslohn von Fr. 6148.17 respektive 

Jahreslohn von Fr. 73'778.–. 

Nach dem Gesagten erweist sich der dem Beschwerdeführer vorliegend 

anzurechnende Validenlohn des Jahres 2019 im Betrag von Fr. 75'398.52 

nicht als unterdurchschnittlich, sondern liegt vielmehr über dem entspre-

chenden, bis 2019 indexierten Tabellenlohn. Unter diesen Umständen ist 

von einer Parallelisierung des Valideneinkommens abzusehen.  

9.5 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der be-

ruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Per-

son konkret steht (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; SVR 2011 IV Nr. 37 S. 110 

E. 4.1). Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, 

namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsscha-

dens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätig-

keit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne 

gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch heraus-gegebenen 

Lohnstrukturerhebungen herangezogen werden (BGE 126 V 75 f. E. 3b/aa 

und bb; 129 V 472 E. 4.2.1). 

Gemäss den vorliegenden Akten sowie den Angaben der Parteien stand 

der Beschwerdeführer im vorliegend massgebenden Zeitpunkt von Mai 

C-1033/2021 

Seite 35 

2019 (vgl. oben E. 9.2 Abs. 2) in keinem Arbeitsverhältnis. Unter diesen 

Umständen durfte die kantonale IV-Stelle für die Bemessung des Invali-

deneinkommens auf die schweizerischen Durchschnittslöhne gemäss LSE 

2018 abstellen.  

9.6 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind in der Regel die 

Monatslöhne gemäss der LSE-Tabelle TA1, Zeile "Total Privater Sektor", 

anzuwenden. Seit 2012 ist in Bezug auf die neu strukturierte LSE die der 

bisherigen Tabelle TA1 entsprechende Tabelle TA1_tirage_skill_level an-

zuwenden (Urteil des BGer 8C_66/2020 vom 14. April 2020 E. 4.2.2). 

Nur ausnahmsweise haben das Bundesgericht und das Eidgenössische 

Versicherungsgericht bei Personen, die vor der Gesundheitsschädigung 

lange Zeit in einem bestimmten Bereich tätig gewesen sind und bei denen 

eine Arbeit in anderen Bereichen kaum in Frage kommt, auf das statisti-

sche Durchschnittseinkommen einzelner Branchen abgestellt, wenn dies 

als sachgerecht erschien, um der im Einzelfall zumutbaren erwerblichen 

Verwertung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit Rechnung zu tragen (Urteil 

des BGer 8C_457/2017 vom 11. Oktober 2017 E. 6.2). Eine solche Aus-

nahme lässt sich vorliegend nicht begründen. Es ist daher praxisgemäss 

der Totalwert heranzuziehen.  

Für die Bemessung des Invalideneinkommens stellte die kantonale IV-

Stelle in dem im Vorbescheid vom 14. November 2020 abgebildeten Ein-

kommensvergleich (IV-act. 135 S. 2) auf die LSE 2016, Durchschnitt Män-

ner, Kompetenzniveau 1 im Betrag von Fr. 66'804.– ab. Wie vorangehend 

dargelegt, sind vorliegend indessen die Vergleichseinkommen des Jahres 

2019 zu berücksichtigen (vgl. oben E. 9.1 Abs. 2). Die kantonale IV-Stelle 

hätte daher für die Bemessung des Invalideneinkommens auf die im Zeit-

punkt der angefochtenen Verfügung bereits publizierte LSE 2018 abstellen 

müssen und den entsprechenden Tabellenlohn an die Nominallohnent-

wicklung bis 2019 anpassen müssen. Aufgrund des Umstands, dass der 

Beschwerdeführer gemäss dem bidisziplinären Gutachten lediglich noch 

einer leichten wechselbelastenden beruflichen Tätigkeit nachgehen kann 

und bei ihm darüber hinaus zahlreiche Leistungseinschränkungen in qua-

litativer Hinsicht vorliegen (vgl. oben E. 7.1), ist hierbei das tiefste Kompe-

tenzniveau 1 (einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art) zu 

berücksichtigen. Die LSE 2018 weist in der Tabelle TA1_tirage_skill_level 

als Total für Männer im Kompetenzniveau 1 einen durchschnittlichen Mo-

natslohn von Fr. 5'417.– aus, basierend auf 40 Wochenarbeitsstunden. 

Umgerechnet auf die durchschnittliche Arbeitszeit des Jahres 2018 von 

41.6 Wochenarbeitsstunden (vgl. Statistik des Bundesamts für Gesundheit 

C-1033/2021 

Seite 36 

"Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabschnitten und Grossregio-

nen" der Jahre 1990-2021, ebd., Total Sektor 2 und 3) sowie angepasst an 

die Nominallohnentwicklung bis 2019 (vgl. Tabelle des Bundesamtes für 

Statistik, T39 Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und 

der Reallöhne, 1939-2021 a. a. O.; der Index lag für Männer im Jahr 2018 

bei 2260 und im Jahr 2019 bei 2279) ergibt dies einen durchschnittlichen 

Monatslohn von Fr. 5'681.04 respektive ein durchschnittliches Jahresein-

kommen von Fr 68'173.50, welches dem Beschwerdeführer als Invaliden-

einkommen anzurechnen ist.  

9.7 Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen 

Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabel-

lenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen 

werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass 

der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufent-

haltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe 

haben können (BGE 142 V 178 E. 1.3; 124 V 321 E. 3b/aa). Aufgrund die-

ser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit 

auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit un-

terdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber 

nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Ein-

zelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 

25 % nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2; 126 V 75 

E. 5b; Urteil des BGer 9C_266/2017 vom 29. Mai 2018 E. 3.1).  

9.7.1 Hinsichtlich des leidensbedingten Abzugs darf das Bundesverwal-

tungsgericht sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desje-

nigen der Verwaltung setzen. Es muss sich hierzu auf Gegebenheiten stüt-

zen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als nahelie-

gender erscheinen lassen (vgl. hierzu BGE 126 V 353 E. 5d; 123 V 150 

E. 2; Urteil des BGer C 43/06 vom 19. April 2006 E. 1.2). 

9.7.2 Die kantonale IV-Stelle hat im Einkommensvergleich keinen Abzug 

vom Tabellenlohn berücksichtigt. In ihrer Stellungnahme vom 11. Juni 2021 

hält sie diesbezüglich fest, von der Frage der grundsätzlichen Verwertbar-

keit der Restarbeitsfähigkeit zu unterscheiden sei die Frage, ob im Einzel-

fall Anhaltspunkte dafür bestünden, dass die versicherte Person ihre ge-

sundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Ar-

beitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichen Erfolg verwerten 

könne. Lediglich wenn auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt unter Berück-

sichtigung von personen- oder arbeitsplatzbezogenen Einschränkungen 

C-1033/2021 

Seite 37 

(etwa: Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Natio-

nalität oder Aufenthaltskategorie) kein genügend breites Spektrum an zu-

mutbaren Verweistätigkeiten bestehe, rechtfertige sich allenfalls ein (zu-

sätzlicher) Abzug vom Tabellenlohn. Zu beachten sei, dass allfällige bereits 

in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesund-

heitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidens-

bedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung des-

selben Gesichtspunkts führen dürften. Vorliegend resultiere indessen 

selbst bei einem maximal möglichen Abzug vom Tabellenlohn in der Höhe 

von 25 % kein rentenbegründender Invaliditätsgrad, womit eine weitere 

Überprüfung eines allenfalls vorzunehmenden Tabellenlohnabzuges aus-

bleiben könne (Beilage zu BVGer-act. 9) 

9.7.3 Der Beschwerdeführer hat in seiner Beschwerde keinen Abzug vom 

Tabellenlohn geltend gemacht (dies auch nicht unter dem Eventualstand-

punkt). Im vorinstanzlichen Verfahren hat der Beschwerdeführer jedoch mit 

Einwandbegründung vom 22. Januar 2021 geltend gemacht, es sei bei der 

Berechnung des Einkommensvergleichs ein Leidensabzug zu berücksich-

tigen, da er seine bisherige körperlich schwere berufliche Tätigkeit nicht 

mehr ausüben könne, ohne entsprechende Arbeitserfahrung auf eine leich-

tere berufliche Tätigkeit mit stark eingeschränktem Leistungsprofil wech-

seln müsse, ein hohes Alter (von fast 61 Jahren) aufweise und Grenzgän-

ger gewesen sei (vgl. IV-act. 142). 

9.7.4 Dem Alter kommt im Zusammenhang mit dem Leidensabzug eine nur 

beschränkte Bedeutung zu. So hat das Bundesgericht festgehalten, dass 

die vorliegend in Betracht fallenden Hilfsarbeiten (einfache körperli-

che/handwerkliche Arbeiten) auf dem massgebenden ausgeglichenen 

Stellenmarkt altersunabhängig nachgefragt werden. Darüber hinaus hat 

die Rechtsprechung in diesem Zusammenhang verschiedentlich darauf 

verwiesen, dass sich ein fortgeschrittenes Alter nicht zwingend lohnsen-

kend auswirkt, da Hilfsarbeiten auf dem massgebenden ausgeglichenen 

Stellenmarkt altersunabhängig nachgefragt werden. Bei Männern im Al-

terssegment von 50 bis 64/65 wirkt sich das Alter gemäss den LSE-Erhe-

bungen bei Stellen ohne Kaderfunktion sogar eher lohnerhöhend aus (rund 

9 % gemäss LSE 2018, Tabelle TA9, Median, wobei das Bundesgericht 

offenliess, ob und inwieweit dies auch für jene Versicherten gilt, die sich 

aufgrund ihrer Invalidität im fortgeschrittenen Alter beruflich neu zu orien-

tieren haben [BGE 146 V 16 E. 7.2.1 m. w. H.]). Jedenfalls lässt sich mit 

den verfügbaren statistischen Angaben auch nicht in genereller Form un-

termauern, dass diese Kategorie von Versicherten unter Berücksichtigung 

C-1033/2021 

Seite 38 

ihrer kurzen Aktivitätsdauer bis zur Pensionierung nicht mit einem durch-

schnittlichen Einkommen rechnen könnten. Und schliesslich wird dem Um-

stand, dass die Stellensuche altersbedingt erschwert sein mag, als invali-

ditätsfremdem Faktor bezüglich des Abzugs regelmässig keine Bedeutung 

beigemessen (BGE 146 V 16 E. 7.2.1 m. w. H; Urteile des BGer 

8C_433/2020 vom 15. Oktober 2020 E. 8.2.3; 8C_151/2020 vom 15. Juli 

2020 E. 6.3.3; Urteil des BVGer C-3525/2020 vom 21. Dezember 2021 

E. 8.3.2). So fehlen auch im vorliegenden Fall Anhaltspunkte für die An-

nahme, dass der Beschwerdeführer aufgrund seines Alters mit einem ge-

ringeren Lohn rechnen müsste.  

9.7.5 Das Bundesgericht qualifiziert sodann den (invaliditätsfremden; vgl.   

Urteil des BGer 9C_385/2022 vom 2. November 2022 E. 4.6.2) Grenzgän-

gerstatus in ständiger Rechtsprechung unter dem Kriterium "Nationali-

tät/Aufenthaltskategorie" als potenziell abzugsrelevant (BGE 146 V 16 

E. 6.1). Wie bereits dargelegt, erzielte der Beschwerdeführer in seiner vor 

Eintritt des Gesundheitsschadens ausgeübten beruflichen Tätigkeit als 

Grenzgänger – entgegen seiner Darstellung – kein unterdurchschnittliches 

Erwerbseinkommen (vgl. oben E. 9.4.4.2 Abs. 2). Es ist damit nicht anzu-

nehmen, dass er infolge des Grenzgängerstatus lediglich ein unterdurch-

schnittliches Invalideneinkommen erziele