# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** aae44efa-c512-5b11-9eb6-4f66decb2aa6
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-09-08
**Language:** de
**Title:** Qualitative Anforderungen an eine anlässlich eines Referentenaugenscheins vom Baurekursgericht erstellte Fotodokumentation.
**Docket/Reference:** BRGE II Nr. 0126/2015
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/entscheidauszug_aus_brge_ii_nr._0126-2015_vom_8._september_2015.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 
2. Abteilung 

G.-Nr. 
BRGE II Nr. 

R2.2015.00099 
0126/2015 

Entscheid vom 8. September 2015 

Mitwirkende 

Abteilungspräsident  Peter  Rütimann,  Baurichter  Emil  Seliner,  Baurichter 
Stefano Terzi, Gerichtsschreiberin Christine Suter-Pfannes     

in Sachen 

Rekurrierende 

1.  Erben YZ, nämlich:,   

1.1.  [….]  
1.2.  [….]  
1.3.  [….]  
1.4.  [….]  

gegen 

Rekursgegnerschaft 

1.  Baukommission X, [….]  

2.  T. S., [….]  

betreffend 

Baukommissionsbeschluss  vom  13.  August  2013;  Baubewilligung  für  Ein-
familienhaus; Rückweisung zum Neuentscheid mit VB.2014.00514 
_______________________________________________________ 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
hat sich ergeben:  

A. 

Mit Beschluss vom 13. August 2013 erteilte die kommunale Baubehörde T. 

S.die baurechtliche Bewilligung für die Erstellung eines Einfamilienhauses. 

B. 

Dagegen  erhoben  die  Erben  YZ  mit  gemeinsamer  Eingabe  vom  13.  Sep-

tember  2013  fristgerecht  Rekurs  beim  Baurekursgericht  und  beantragten 

die Aufhebung des angefochtenen Entscheids unter Kosten- und Entschä-

digungsfolgen zu Gunsten der Rekurrierenden (G.-Nr. R2.2013.00127). 

Mit  gemeinsamer  Eingabe  vom  16.  September  2013  erhoben  weitere  An-

wohner  fristgerecht  Rekurs  beim  Baurekursgericht  und  beantragten  die 
Aufhebung  des  angefochtenen  Entscheids  unter  Kosten-  und  Entschädi-

gungsfolgen 

zu 

Lasten 

des 

privaten  Rekursgegners 

(G.-Nr. 

R2.2013.00129). 

C. 

Mit  Entscheid  vom  12.  August  2014  vereinigte  das  Baurekursgericht  die 

beiden  Verfahren  und  wies  die  Rekurse  ab,  soweit  sie  nicht  zufolge  Pro-

jektänderung  gegenstandslos  geworden  abgeschrieben  wurden  (BRGE  II 

Nrn. 0102 und 0103/2014).  

D. 

Das hierauf von den Erben YZ angerufene Verwaltungsgericht hiess deren 

Beschwerde mit Urteil vom 16. April 2015 gut und wies die Sache zur Neu-

beurteilung  im  Sinne  der  Erwägungen  an  das  Baurekursgericht  zurück 

(VB.2014.00514). Die  Rekurrierenden  im  Verfahren  G.-Nr.  R2.2013.00129 

verzichteten auf einen Weiterzug, weshalb ihnen gegenüber das Urteil des 

Baurekursgerichts vom 12. August 2014 in Rechtskraft erwuchs.  

E. 

Mit  Präsidialverfügung  vom  8.  Juni  2015  wurde  von  der  Rückweisung  der 

Akten  des  Rekursgeschäfts  G.-Nr.  R2.2013.00127  Vormerk  genommen 

und  das  Rekursverfahren  unter  der  neuen  Geschäftsnummer 
R2.2015.00099 fortgesetzt.  

R2.2015.00099 

Seite 2 

 
 
F. 

Am 17. Juni 2015 ergänzte die Gerichtsschreiberin die vom Verwaltungsge-

richt  in  ihrem  Entscheid  VB.2014.00514  bemängelte  Fotodokumentation. 

Das Fotoprotokoll wurde den Parteien mit Präsidialverfügung vom 23. Juni 

2015 zur freigestellten Stellungnahme zugestellt. Die Bauherrschaft und die 

Rekurrierenden  nahmen  mit  Eingaben  vom  13.  bzw.  14.  Juli  2015  zur  er-

gänzten Fotodokumentation Stellung.  

G. 

Auf  die  Vorbringen  der  Parteien  und  die  Ergebnisse  des  Augenscheins 

wird,  soweit  für  die  Entscheidfindung  erforderlich,  in  den  nachstehenden 

Erwägungen Bezug genommen. 

Es kommt in Betracht: 

[….]. 

3. 

Das  Verwaltungsgericht  bemängelt  in  seinem  Rückweisungsentscheid, 

dass die im Augenscheinprotokoll enthaltene Fotodokumentation den erfor-

derlichen  Anforderungen  nicht  genüge.  Aufgrund  von  Kontrast  und  Hellig-

keit  der  Fotografien  hätten  die  am  Entscheid,  nicht  aber  am  Augenschein 

beteiligten Baurichter, nicht zuverlässig feststellen können, ob die Rüge der 

Rekurrierenden  berechtigt  gewesen  sei.  So  seien  die  Aussteckungsprofile 

auf  dem  von  der  S.-Strasse  aufgenommenen  Foto  Nr.  5  nur  mit  "grösster 

Mühe" zu erkennen. Die von der D.-Strasse her aufgenommenen Fotogra-

fien  seien  teilweise  unterbelichtet  wiedergegeben.  Die  im  Rekursverfahren 

vorgebrachten  Rügen  hätten  anhand  dieser  Dokumentation  nicht  mit  der 

gebotenen Kognition überprüft werden können.  

Bei seinem Neuentscheid ist das Baurekursgericht gemäss § 64 Abs. 2 des 

Verwaltungsrechtspflegegesetzes  (VRG)  an  die  in  der  Begründung  des 

Rückweisungsentscheides  enthaltene  rechtliche  Beurteilung  der  Streitsa-

che  gebunden.  Die  kritisierte  Fotodokumentation  wurde  deshalb  ergänzt 
und den Parteien zur Vernehmlassung zugestellt.  

R2.2015.00099 

Seite 3 

 
 
Die Rekurrierenden halten in ihrer Stellungnahme vom 14. Juli 2015 dafür, 

dass  die  Aussteckungsprofile  auch  auf  den  neu  erstellten  Fotos  kaum  er-

kennbar seien. Auf Foto Nr. 20 seien die Profilstangen zwar "nachgezogen" 

auf dem Foto Nr. 22, welches an dem von den Rekurrierenden in der Re-

kursschrift  verlangten  Standort  geschossen  worden  sei,  seien  die  Profil-

stangen  nicht  ersichtlich.  Ob  das  turmartige  Bauvorhaben,  dessen  Einzel-

erscheinung anhand der Fotos Nrn. 3, 16 und 18 und 20 einigermassen er-

kennbar sei, den Anforderungen zu genügen vermöge, lasse sich auch an-

hand der neuen Fotodokumentation nicht zuverlässig feststellen.  

Vorab ist einzuräumen, dass der Kontrast und die Helligkeit der im Winter 

bei bedecktem Himmel aufgenommenen Fotografien vom 3. Februar 2014 

nicht optimal sind. Über das für die Beurteilung des Bauvorhabens relevan-

te bauliche Umfeld geben jedoch schon diese Fotografien hinreichend Aus-

kunft. Nicht erstaunlich ist demgegenüber, dass bei einer das bauliche Um-

feld  dokumentierenden  Aufnahme  aus  über  100 m  Entfernung  die  Ausste-

ckungsprofile nur undeutlich erkennbar sind. Die Dimensionen des Bauvor-

habens  stehen  bei  solchen  Aufnahmen  denn  auch  nicht  im  Vordergrund, 

sondern geht es darum, einen Eindruck von der baulichen und landschaftli-

chen Umgebung zu gewinnen. Über die Gestalt und Grösse des Projektes 

hat  sich  das  Gericht  in  erster  Linie  anhand  der massgebenden  Pläne  und 

nicht  anhand  der  Aussteckungsprofile  zu  orientieren.  Den  erforderlichen 

Anforderungen wird daher sowohl die bemängelte Fotografie Nr. 5 (im Pro-

tokoll des Verfahrens G.-Nr. R2.2013.00127) als auch die ergänzte Fotodo-

kumentation  (insbesondere  Fotos  Nrn.  19,  20,  21  und  22)  ohne  weiteres 

gerecht,  ist  darauf  doch  die  betroffene  Gesamtüberbauung  abgebildet.  Im 

Übrigen  bleibt  darauf  hinzuweisen,  dass  die  am  Augenschein  mit  Digital-

kamera aufgenommenen Fotografien in der Geschäftskontrolle des Baure-

kursgerichts elektronisch gespeichert werden und bei Bedarf von allen Bau-

richtern  des  dreiköpfigen  Spruchkörpers  in  vergrösserter  Version  eingese-

hen  werden  können,  um  allfällige  Details  (wie  z.B.  Aussteckungsprofile 

usw.) genauer zu betrachten. Die am Entscheid mitwirkenden Richter konn-

ten mithin bereits anhand der Augenscheinfotos vom 3. Februar 2014 einen 

umfassenden Eindruck vom Bauvorhaben im Zusammenhang mit der bau-

lichen  und  landschaftlichen  Umgebung  gewinnen.  Die  erneut  von den  Re-

kurrierenden gehegten Zweifel sind in Anbetracht der nunmehr bei den Ak-
ten liegenden umfangreichen Fotodokumentation nicht nachvollziehbar.  

[….] 

R2.2015.00099 

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