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**Case Identifier:** 53517ca3-e2f9-5f1a-b734-d299ebaef40e
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-09-16
**Language:** de
**Title:** Schwyz Verwaltungsgericht 2. Kammer 16.09.2020 II 2018 21
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_002_II-2018-21_2020-09-16.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
Kammer II

II 2018 21

Entscheid vom 16. September 2020 

Besetzung Dr.iur. Vital Zehnder, Vizepräsident
Dr.oec. Andreas Risi, Richter
Dr.iur. Frank Lampert, Richter
lic.iur. Josef Mathis, Gerichtsschreiber

Parteien A.________,
Kläger und Widerbeklagter,
vertreten durch seine Ehefrau B.________,
diese vertreten durch Fürsprecher C.________, 

gegen

D.________AG, 
Beklagte und Widerklägerin,
vertreten durch E.________AG,

Gegenstand Krankenversicherung (Kollektiv-Taggeldversicherung nach VVG; 
Wagnis)

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Sachverhalt:

A. A.________ (…) hat bis am … in F.________ eine eigene Praxis geführt. Er 
ist bei der G.________AG kranken- und unfallversichert (vgl. BB-act. 17, 23, 26), 
verfügt über eine Einzelunfallversicherung bei der H.________AG (vgl. BB-act. 32) 
sowie eine Kollektiv-Taggeldversicherung (Krankheit und Unfall) bei der 
D.________AG (BB-act. 2) nach den Allgemeinen Vertragsbedingungen der 
D.________ Business Salary Kollektiv-Taggeldversicherung nach VVG, Ausgabe 
2006 (nachfolgend: AVB = BB-act. 1). 

B. Am [Ereignistag] führte die Praxis von A.________ einen Skitag im Skigebiet 
I.________ durch. A.________ wurde gegen 13.25 Uhr abseits der markierten Pis-
te in der Region J.________ von einer Lawine erfasst und verschüttet. Er wurde 
nach rund 40 Minuten von den aufgebotenen Rettungskräften aus den Schnee-
massen geborgen und musste aufgrund eines Herz-Kreislauf-Stillstands reanimiert 
werden. Gegen 15.00 Uhr wurde er von der Schweizerischen Rettungsflugwacht 
(nachfolgend: Rega) ins Kantonsspital K.________ geflogen (vgl. BB-act. 4, 6 und 
13). Dort erfolgte bei u.a. diagnostizierter hypoxischer Enzephalopathie und Rip-
penfrakturen beidseits die stationäre Erstbehandlung bis 25. Januar 20__. Ab da 
bis 18. Februar 20__ wurde A.________ stationär im Kantonsspital L.________ 
und danach bis 10. August 20__ im M.________ weiterbehandelt. Von dort wurde 
er bei Koma vigile ins Pflegezentrum N.________ verlegt (vgl. BB-act. 15; KB-act. 
4).

C. Am 25. Januar 20__ teilte die H.________AG A.________ mit, sie lehne den 
Leistungsanspruch für das Invaliditätskapital ab. Der Lawinenniedergang vom [Er-
eignistag] sei als Wagnis zu betrachten, weswegen der Ausschlussartikel Art. 16 
lit. h AVB zur Anwendung gelange (vgl. BB-act. 32 A 5).

Am 17. Mai 20__ informierte die G.________AG, sie werte den Unfall vom [Ereig-
nistag] als Folge eines Wagnisses von A.________. Die Leistungen aus Pflegezu-
satzversicherungen - insbesondere halbprivater Spitalversicherung - würden im 
Sinne von Art. 32 AVB rückwirkend um die Hälfte gekürzt (BB-act. 17). Daran hielt 
die G.________AG fest (BB-act. 23 und 26). 

D. Am 1. Mai 20__ erstattete Dr.iur. O.________ der damaligen Vertreterin von 
A.________ ein Privatgutachten zum Lawinenunfall vom [Ereignistag] (BB-act. 30). 
Der Rechtsvertreter von A.________ teilte der H.________AG und der 
G.________AG am 8. Mai 20__ in der Folge mit, dass ihre Leistungsablehnung 
resp. -kürzung nicht akzeptiert werde (BB-act. 34).

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E. Die D.________AG erbrachte bis 30. Juni 20__ ihre Leistungen aus der Kol-
lektiv-Taggeldversicherung vom 27. Dezember 2006 (BB-act. 2, 18 - 22, 24 f., 27 - 
29 und 39). Mit Schreiben vom 18. Juli 20__ teilte sie mit, das Verhalten von 
A.________ am [Ereignistag] stelle ein Wagnis dar. Gestützt auf Ziff. 27.1 lit. a 
AVB würden die Leistungen aus der Kollektiv-Taggeldversicherung per sofort ein-
gestellt; die Rückforderung bereits erbrachter Taggelder werde gestützt auf Ziff. 
34.2 AVB vorbehalten (BB-act. 40). 

Mit Schreiben vom 26. September 20__ bestritt der Rechtsvertreter von 
A.________ gegenüber der D.________AG das Vorliegen eines Wagnisses; sämt-
liche Ansprüche würden vorbehalten (BB-act. 34). 

F. Mit Klage vom 1. Februar 2018 liess A.________ (nachfolgend: Kläger) beim 
Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz folgende Anträge stellen:

1. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger Fr. nn.-- zu bezahlen (Police 
D.________ Versicherungen AG, Vertrags-Nr. 001.________ / Versicherten Nr. 
002.________), nebst Zins zu 5% seit 06.10.20__.

2. Es sei gerichtlich festzustellen, dass die Beklagte nicht berechtigt ist, die bis 
30.06.20__ bezahlten Taggelder zurückzufordern.

-Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.

G. Mit Klageantwort und Widerklage vom 11. April 2018 liess die 
D.________AG (nachfolgend: Beklagte) beantragen: 

1. Die Klage vom 1. Februar 2018 sei vollumfänglich abzuweisen.

2. Der Kläger/Widerbeklagte sei zu verpflichten, der Beklagten/Widerklägerin den 
Betrag von CHF mm.-- zuzüglich Zins in Höhe von 5% seit dem Tag der Wider-
klageerhebung infolge unrechtmässig bezogener Taggeldleistungen für die Zeit 
vom [Ereignistag], bzw. 15. März 20__ (Wartefrist) bis 30. Juni 20__ zurückzuer-
statten.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Klägers/Widerbeklagten.

H. Mit Replik und Widerklageantwort vom 13. Juni 2018 liess der Kläger bean-
tragen: 

1. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger Fr. nn.-- zu bezahlen (Police 
D.________ Versicherungen AG, Vertrags-Nr. 001.________ / Versicherten Nr. 
002.________), nebst Zins zu 5% seit 06.10.20__.

2. Das Feststellungsbegehren der Klage (Ziffer 2) sei als gegenstandslos abzu-
schreiben.

3. Die Widerklage sei abzuweisen.
-Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.

I. Mit Duplik und Widerklagereplik vom 23. August 2018 liess die Beklagte an 
den Anträgen aus der Klageantwort und Widerklage vom 11. April 2018 festhalten.

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J. Mit Widerklageduplik vom 25. September 2018 liess der Kläger den Antrag 
auf Abweisung der Widerklage erneuern. 

K. Aufgrund sachverhaltsmässiger Unklarheiten ersuchte das Verwaltungsge-
richt am 14. September 2018 den Pistenkontrolldienst der I.________AG das 
WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF (nachfolgend: SLF), die Rega 
und die Kantonspolizei K.________, Polizeiposten KA.________ (nachfolgend: 
Kapo K.________) um schriftliche Auskunft und Edition von Dokumentationen, 
Rapporten, Berichten etc. zum Lawinenereignis am J.________ vom [Ereignistag], 
Unterlagen zur Personenrettung - soweit diese Aussagen zur Verortung des Lawi-
nenniedergangs der Abfahrtsroute und der Fundstelle des Verschütteten enthalten 
- sowie echtzeitliche Unterlagen betreffend Lawinensituation und Schneeverhält-
nisse am Unfallort.

L. Die Kapo K.________ bekundete am 24. September 2018 ihr Erstaunen 
über die Editionsverfügung des Verwaltungsgerichts vom 14. September 2018. 
Das SLF erteilte am 26. September 2018 schriftliche Auskunft und stellte dem Ge-
richt eine Kartierung der Lawine vom [Ereignistag] und Fotoaufnahmen zu. Die 
I.________AG erteilte am 1. Oktober 2018 schriftliche Auskunft und übersandte 
dem Gericht das Betriebs- und Unfall-Protokoll vom [Ereignistag] sowie verschie-
dene Karten und Fotoaufnahmen. Die Rega erteilte am 18. Oktober 2018 ebenfalls 
schriftliche Auskunft und sandte dem Gericht den "HEMS med. Rapport Heli" so-
wie acht Fotos zu, welche die Einsatzcrew während des Einsatzes aufgenommen 
hatte (Rega-Bilder Nr. 1 - 8).

M. Die eingegangen Rückmeldungen wurden am 24. Oktober 2018 den Partei-
en zugestellt. Am 23. Januar 2019 fand eine Instruktionsverhandlung i.S.v. Art. 
226 der Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO; SR 272) vom 19. Dezember 
2008 statt, mit der Präsentation der vorläufigen Sachverhaltsdarstellung aus Sicht 
des Gerichts, den Stellungnahmen der Parteien dazu und dem Ergebnis, dass am 
28. Januar 2019 die bereits zugestellten Fotoaufnahmen der Rega in digitaler 
Form ediert und weitere Beweismassnahmen angeordnet wurden.

N. Am 18. Februar 2019 liess der Rechtsvertreter des Klägers dem Gericht ein 
'Zusatz-Gutachten' von Dr.iur. O.________ vom 11. Februar 2019 zukommen, 
welches am 20. Februar 2019 der Beklagten zugestellt wurde.

O. Mit Eingaben vom 8. und 19. März 2019 nahmen die Parteien Stellung zu 
den ihnen am 1. Februar 2019 unterbreiteten Beweismassnahmen und stellten 
Zusatzfragen. Unter Berücksichtigung dieser Eingaben wurden am 1. April 2019 
die Staatsanwaltschaft K.________ (Zweigstelle KB.________), die Praxisange-

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stellten P.________ und Q.________ welche den Kläger bei der Unfallfahrt abseits 
der markierten Piste am [Ereignistag] begleitet hatten, sowie die I.________AG um 
(weitere) schriftliche Auskunft ersucht und es wurde dem SLF ein Gutachterauftrag 
betreffend den Lawinenniedergang J.________ vom [Ereignistag] erteilt. 

P. P.________ erteilte am 11. April 2019, die I.________AG am 25. April 2019 
und Q.________ am 29. April 2019 schriftlich Auskunft. 

Die Staatsanwaltschaft K.________ erklärte mit Schreiben vom 16. April 2019 u.a., 
beim Wort "alle(n)" auf S. 5 al 2 Zeile 4 ihrer Einstellungsverfügung vom 5. April 
20__ handle es sich - wie vom Vizepräsidenten des Gerichts in der Anfrage vom 1. 
April 2019 angenommen - um einen Tippfehler; die von ihm in dieser Anfrage an-
genommene Korrektur sei richtig.

Das SLF erklärte am 16. Mai 2019, den Gutachterauftrag anzunehmen. 

Am 21. Mai 2019 wurden die eingegangenen Rückmeldungen den Parteien zuge-
stellt und sie wurden über die Annahme des Gutachterauftrags durch das SLF und 
die Personalien der ausführenden Experten des SLF informiert sowie über den 
Entscheid des Gerichts, dem SLF die Privatgutachten des Klägers ebenfalls zuzu-
stellen. 

Q. Am 3. Juni 2019 führten die Experten des SLF, R.________ und 
S.________, eine Besichtigung vor Ort durch. Da sie der bis dahin nicht restlos 
geklärten Frage, welche Route die Skisportler gewählt haben, massgebliche Be-
deutung beimassen, erfolgten am 2. Juli 2019 vor Ort (J.________), bei Anwesen-
heit des SLF-Experten S.________ und des klägerischen Parteigutachters Dr.iur. 
O.________, (je einzeln) gerichtliche Befragungen von P.________ und 
Q.________ als Zeuginnen durch den instruierenden Richter und den Gerichts-
schreiber. Die Befragungsprotokolle wurden den Parteien am 15. Juli 2019 zuge-
stellt. Mit vorliegendem Urteil wird die Delegation der Beweisabnahme nachträglich 
genehmigt (Art 155 ZPO; Hasenböhler, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenber-
ger, Kommentar ZPO, 3. Aufl., N 13 zu Art. 155).

R. Am 5. Juli 2019 wurde die I.________AG ein weiteres Mal um schriftliche 
Auskunft ersucht, welche sie am 9. Juli 2019 erteilte.

S. Am 8. Juli 2019 liess der Rechtsvertreter des Klägers dem Gericht einen 
Nachtrag zum 'Zusatz-Gutachten' von Dr.iur. O.________ vom 11. Februar 2019 
zukommen, welcher am 15. Juli 2019 der Beklagten zugestellt wurde.

T. Am 21. Januar 2020 erstattete das SLF das Gutachten betreffend den Lawi-
nenniedergang J.________ vom [Ereignistag] (nachfolgend: SLF-Gutachten).

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U. Die Parteien nahmen mit Eingaben vom 27. März 2020 und vom 27. April 
2020 Stellung zum SLF-Gutachten.

V. Mit Verfügung vom 28. April 2020 wurden den Parteien die Vernehmlassun-
gen der Gegenparteien zur Stellungnahme zugestellt, mit dem Hinweis auf das 
weitere Prozedere. Ohne Mitteilung bis spätestens am 19. Mai 2020 werde vom 
Verzicht der Parteien auf eine mündliche Hauptverhandlung ausgegangen.

W. Der Kläger liess sich am 15. Mai 2020 zur Stellungnahme der Beklagten vom 
27. April 2020 vernehmen und schloss sich mit Eingabe vom 18. Mai 2020 dem mit 
Verfügung vom 28. April 2020 skizzierten weiteren Vorgehen an, auf eine mündli-
che Verhandlung sei zu verzichten.

X. Die Beklagte nahm am 18. Mai 2020 Stellung zur Stellungnahme des Klä-
gers vom 27. März 2020 und erklärte Verzicht auf eine mündliche Verhandlung.

Y. Am 11. Juni 2020 reichte der Kläger seinen abschliessenden Parteivortrag 
ein und die Beklagte am 30. Juli 2020 ihren abschliessenden Parteivortrag.

Z. Da die Parteien dem Verzicht auf die Durchführung einer Hauptverhandlung 
zugestimmt haben (vgl. Art. 233 ZPO i.V.m. Art. 219 ZPO; Ingress lit. W und X 
hiervor), wurde eine solche nicht durchgeführt.

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.1 Zu beurteilen ist die Leistungspflicht aus einem Kollektiv-Krankentaggeld-
versicherungsvertrag, inkl. vertraglich vereinbartem Versicherungsschutz bei Un-
fällen, welcher unter die Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung 
zu subsumieren ist (vgl. Urteil BGer 4A_382/2014 vom 3.3.2015 Erw. 2). Derartige 
Zusatzversicherungen unterstehen gemäss Art. 2 Abs. 2 des Krankenversiche-
rungsaufsichtsgesetzes (KVAG; SR 832.12) vom 26. September 2014 dem Bun-
desgesetz über den Versicherungsvertrag (VVG; SR 221.229.1) vom 2. April 1908. 
Für die Entscheidung von Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen zur sozialen 
Krankenversicherung ist im Kanton Schwyz das Verwaltungsgericht zuständig 
(Art. 7 ZPO i.V.m. § 24 Abs. 2 des Einführungsgesetzes zum Bundesgesetz über 
die Krankenversicherung [EGzKVG; SRSZ 361.100] vom 19.9.2007). Streitigkeiten 
aus solchen Versicherungen sind privatrechtlicher Natur (BGE 138 III 2 Erw. 1.1), 
das Verfahren richtet sich nach der ZPO (vgl. Urteil BGer 4A_110/ 2017 vom 
27.7.2017 Erw. 3), wobei vor der Klageeinreichung kein Schlichtungsverfahren 
durchzuführen ist (BGE 138 III 558 Erw. 4). Nach Art. 243 Abs. 2 lit. f ZPO gilt oh-
ne Rücksicht auf den Streitwert das vereinfachte Verfahren.

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1.2 Die Versicherer müssen ihre Verpflichtungen aus Versicherungsverträgen 
am schweizerischen Wohnsitz des Versicherten oder des Versicherungsnehmers 
erfüllen. Der Gerichtsstand richtet sich nach der ZPO (Art. 46a VVG). Unabhängig 
davon, ob der vorliegende Kollektiv-Taggeld-Versicherungsvertrag als Konsumen-
tenvertrag (Art. 32 ZPO) gilt oder unter die Grundsatzregel betreffend die örtliche 
Zuständigkeit für Klagen aus Vertrag (Art. 31 ZPO, wonach als Gerichtsstand u.a. 
der Ort der charakteristischen Leistung in Frage kommt) fällt, kann die Klage am 
Wohnsitz des Klägers erhoben werden. Auch Art. 38 AVB sieht für Klagen aus 
dem Versicherungsvertrag (wahlweise u.a.) die Zuständigkeit der Gerichte am 
Schweizerischen Wohnort des Versicherungsnehmers bzw. Anspruchsberechtigen 
oder Arbeitsort des Anspruchsberechtigen vor (BB-act. 1).

1.3 Das Verwaltungsgericht ist somit örtlich und sachlich zuständig zur Beurtei-
lung der vorliegenden Klage - und der damit in einem sachlichen Zusammenhang 
stehenden Widerklage (Art. 14 Abs. 1 ZPO; Art. 224 Abs. 1 ZPO; Art. 243 Abs. 2 
lit. f ZPO) -, die Ansprüche aus einer Kollektiv-Taggeld-Versicherung beschlagen, 
welche unter die Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung zu sub-
sumieren sind (vgl. Erw. 1.1 hiervor); dies ist unumstritten. Auch die weiteren Pro-
zessvoraussetzungen sind unbestrittenermassen gegeben. Auf die Klage resp. 
Widerklage ist mithin einzutreten.

1.4 Im vereinfachten Verfahren nach Art. 243 ff. ZPO stellt das Gericht den 
Sachverhalt von Amtes wegen fest (Art. 247 Abs. 2 lit. a ZPO; sog. soziale Unter-
suchungsmaxime, vgl. Urteil BGer 5A_2/2013 vom 6.3.2013 Erw. 4.2). Der Unter-
suchungsgrundsatz befreit die Parteien nicht davon, bei der Feststellung des ent-
scheidwesentlichen Sachverhalts aktiv mitzuwirken und die allenfalls zu erheben-
den Beweise zu bezeichnen. Die Parteien tragen auch im Bereich der sozialen Un-
tersuchungsmaxime die Verantwortung für die Sachverhaltsermittlung. Das Gericht 
hat lediglich seine Fragepflicht auszuüben, die Parteien auf ihre Mitwirkungspflicht 
sowie das Beibringen von Beweisen hinzuweisen. Zudem hat es sich über die 
Vollständigkeit der Behauptungen und Beweise zu versichern, wenn diesbezüglich 
ernsthafte Zweifel bestehen. Wenn die Parteien durch Anwälte vertreten sind, 
muss sich das Gericht zurückhalten, wie im ordentlichen Verfahren (vgl. BGE 141 
III 569 Erw. 2.3; Urteil BGer 4A_592/2015 vom 18.3.2016 Erw. 3). 

1.5.1 Nach Art. 8 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs (ZGB; SR 210) vom 
10. Dezember 1907 hat, wo es das Gesetz nicht anders bestimmt, derjenige das 
Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu beweisen, der aus ihr Rechte ab-
leitet. Demgemäss hat die Partei, die einen Anspruch geltend macht, die rechtsbe-
gründenden Tatsachen zu beweisen, während die Beweislast für die rechtsaufhe-

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benden bzw. rechtsvernichtenden oder rechtshindernden Tatsachen bei der Partei 
liegt, die den Untergang des Anspruchs behauptet oder dessen Entstehung oder 
Durchsetzbarkeit bestreitet (BGE 141 III 241 Erw. 3.1; 130 III 321 Erw. 3.1). Einre-
den sind von der Partei zu beweisen, die sie geltend macht (vgl. BGE 138 III 620 
Erw. 5.1.1). Diese Grundregeln gelten auch im Bereich des Versicherungsvertrags 
(BGE 130 III 321 Erw. 3.1). Nach diesen Grundsätzen ist der Eintritt des Versiche-
rungsfalls vom Anspruchsberechtigten zu beweisen. Den Versicherer trifft die Be-
weislast für Tatsachen, die ihn zu einer Kürzung oder Verweigerung der vertragli-
chen Leistung berechtigen (BGE 141 III 241 Erw. 3.1; 130 III 321 Erw. 3.1; Marcel 
Süsskind, in: Basler Kommentar VVG, Nachführungsband, 2012, ad N 57 zu 
Art. 14 VVG mit Hinweisen).

1.5.2 Ein Beweis gilt als erbracht, wenn das Gericht nach objektiven Gesichts-
punkten von der Richtigkeit einer Sachbehauptung überzeugt ist. Absolute Ge-
wissheit kann dabei nicht verlangt werden. Es genügt, wenn das Gericht am Vor-
liegen der behaupteten Tatsache keine ernsthaften Zweifel mehr hat oder allenfalls 
verbleibende Zweifel als leicht erscheinen. Der Versicherer hat bei Sachverhalten, 
welche nicht mehr restlos geklärt werden können, nicht den strikten Nachweis zu 
führen; es genügt das Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (vgl. 
Andreas Hönger/Marcel Süsskind, in: Basler Kommentar VVG, 2001, N 5 zu Art. 
14 VVG; Süsskind, a.a.O., ad N 57 zu Art. 14 VVG je mit weiteren Hinweisen; Ur-
teil BGer 4A_431/2010 vom 17.11.2010 Erw. 2.6).

1.5.3 Die Beweislastverteilung regelt die Folgen der Beweislosigkeit. Gelangt ein 
Gericht dagegen in Würdigung der Beweise zum Schluss, eine Tatsachenbehaup-
tung sei bewiesen oder widerlegt, ist die Beweislastverteilung gegenstandslos. 
Tatsächliche Vermutungen lassen den Schluss auf das Vorhandensein oder das 
Fehlen bestimmter Tatsachen zu und bilden Teil der Beweiswürdigung (vgl. BGE 
141 III 241 Erw. 3.2 mit Hinweise auf 138 III 359 Erw. 6.3; 135 II 161 Erw. 3).

1.6.1 Im Zivilprozess stellt ein Privatgutachten kein Beweismittel dar, sondern 
blosse Parteibehauptung. Parteibehauptungen, denen ein Privatgutachten zugrun-
de liegt, werden indes meist besonders substantiiert sein. Entsprechend genügt 
eine pauschale Bestreitung nicht; die Gegenpartei ist vielmehr gehalten zu sub-
stantiieren, welche einzelnen Tatsachen sie konkret bestreitet. Wird jedoch eine 
Tatsachenbehauptung von der Gegenpartei substantiiert bestritten, so vermögen 
Parteigutachten als reine Parteibehauptungen diese allein nicht zu beweisen. Als 
Parteibehauptungen mögen sie allenfalls zusammen mit - durch Beweismittel 
nachgewiesenen - Indizien den Beweis zu erbringen. Werden sie aber nicht durch 

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Indizien gestützt, so dürfen sie als bestrittene Behauptungen nicht als erwiesen 
erachtet werden (vgl. BGE 141 III 433 Erw. 2.6).

1.6.2 Ein sachverständiger Zeuge ist dank seiner Fachkunde in der Lage, den von 
ihm wahrgenommenen Sachverhalt fachkundig zu analysieren und somit ein ers-
tes Gutachten und erste Schlussfolgerungen mitzuliefern. Somit kann das Gericht 
den sachverständigen Zeugen nicht bloss zu dessen unmittelbaren Wahrnehmun-
gen einvernehmen, sondern ihn überdies zur fachkundigen Beurteilung des Sach-
verhaltes befragen. Zu denken ist etwa an den Arzt, der die betroffene Partei am 
Unfallort behandelt hat, oder an den Architekten, welcher die Verantwortung über 
die streitgegenständliche Baustelle innehatte. Im Gegensatz zu einem Sachver-
ständigen/Gutachter, der vom Gericht ernannt wird, ist er nicht ersetzbar. Ein sach-
verständiger Zeuge darf nur zu eigenen Wahrnehmungen, insbesondere zu sol-
chen die er gestützt auf seine Sachkunde machte, und zu den daraus zu ziehen-
den tatsächlichen Schlussfolgerungen befragt werden. Darüber hinausgehende 
Fragen sind Expertenfragen, die nicht dem Zeugen, sondern einem Sachverstän-
digen zu unterbreiten sind. Soll der Sachverständige also nicht über seine früheren 
Wahrnehmungen Auskunft geben, sondern eine neue fachmännische Beurteilung 
abgeben, ist er Sachverständiger (vgl. Eva Borla-Geiger, in: Gehri/Jent-Søren-
sen/Sarbach, Kommentar ZPO, 2. Aufl. 2015, N 1 f. zu Art. 175 ZPO mit weiteren 
Hinweisen).

1.6.3 Der Sachverständige (Experte) soll dem Richter durch seine besonderen 
fachlichen Kenntnisse die zur Entscheidung notwendige Erfahrung beziehungs-
weise das notwendige Fachwissen vermitteln. Der gerichtliche Experte teilt dem 
Richter auf Grund seiner Sachkunde entweder Erfahrungs- oder Wissenssätze 
seiner Disziplin mit, erforscht für das Gericht erhebliche Tatsachen oder zieht 
sachliche Schlussfolgerungen aus bereits bestehenden Tatsachen. In Fachfragen 
darf das Gericht nur aus triftigen Gründen von einem Gerichtsgutachten abwei-
chen. Fehlt es an derartigen Gründen, soll das Gericht in Fachfragen nicht seine 
eigene Meinung anstelle derjenigen des Experten setzen. Der Gutachter ist im 
Gegensatz zum (allenfalls sachverständigen) Zeugen, der über eigene Wahrneh-
mungen aussagt, ersetzbar, weshalb er vom Gericht bestimmt wird. Von den Par-
teien in Auftrag gegebene Stellungnahmen sind in Bezug auf Fragen, die in glei-
cher Weise zum Gegenstand eines Gerichtsgutachtens gemacht werden könnten, 
nach dem Willen des Gesetzgebers für sich allein nicht zum Beweis geeignet und 
fallen insoweit auch nicht unter den Begriff der Urkunde (vgl. Urteil BGer 
4A_66/2018 vom 15.5.2019 Erw. 2.2 mit Hinweise auf die Rechtsprechung).

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2.1 In Ziff. 27 der AVB werden die Einschränkungen des Versicherungsschutzes 
geregelt (BB-act. 1). Laut Ziff. 27.1 lit. a Satz 1 werden bei Wagnissen keine Versi-
cherungsleistungen bei Krankheiten, Unfällen und deren Folgen erbracht. "Wag-
nisse sind Handlungen, mit denen sich der Versicherte einer besonders grossen 
Gefahr aussetzt, ohne die Vorkehren zu treffen oder treffen zu können, die das Ri-
siko auf ein vernünftiges Mass beschränken". Diese Definition entspricht wörtlich 
der Legaldefinition von Wagnissen in Art. 50 Abs. 2 Satz 1 der Verordnung über 
die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) vom 20. Dezember 1982.

2.2 Die allgemeinen Bedingungen eines Versicherungsvertrags, wie vorformu-
lierte AGB-Klauseln werden nach denselben Grundsätzen ausgelegt wie andere 
Vertragsbestimmungen (BGE 142 III 671 Erw. 3.3; 135 III 1 Erw. 2, Urteil BGer 
4A_84/2012 vom 29.6.2012 Erw. 4.1 je mit Hinweisen; Stephan Fuhrer, in: Basler 
Kommentar VVG, a.a.O., N 93 ff. zu Art. 33 VVG). Haben sich die Parteien 
tatsächlich nicht geeinigt, was für die vorformulierten AGB regelmässig der Fall ist, 
ist die Auslegung umstrittener Klauseln nach Massgabe des Vertrauensprinzips 
vorzunehmen. Dabei ist vom Wortlaut der Erklärungen auszugehen, welche jedoch 
nicht isoliert, sondern aus ihrem konkreten Sinngefüge heraus zu beurteilen sind. 
Demnach ist der vom Erklärenden verfolgte Regelungszweck massgebend, wie 
ihn der Erklärungsempfänger nach den gesamten Umständen in guten Treuen 
verstehen durfte und musste (vgl. BGE 142 III 671 Erw. 3.3 mit Hinweisen). Die 
Auslegung einer gefahrenbeschränkenden Abrede richtet sich nach der Bedeu-
tung, die den verwendeten Wörtern im täglichen Sprachgebrauch üblicherweise 
zukommt. Soweit keine speziellen Kenntnisse vorausgesetzt werden können, sind 
die in AVB häufig anzutreffenden fachtechnischen Ausdrücke nach dem Verständ-
nis auszulegen, die ein Laie der betreffenden Bestimmung entgegenbringt (vgl. 
Landolt/Weber, Privatversicherungsrecht in a nutshell, 2. Aufl. 2018, S. 39; Kuhn/ 
Müller-Studer/Eckert, Privatversicherungsrecht, 2. Aufl. 2002 S. 171 f.). Mehrdeu-
tige Klauseln in allgemeinen Versicherungsbedingungen sind nach der Unklar-
heitsregel gegen den Versicherer als deren Verfasser auszulegen. Eine Konkreti-
sierung der Unklarheitsregel findet sich in Art. 33 VVG. Danach haftet der Versi-
cherer für alle Ereignisse, welche die Merkmale der Gefahr, gegen deren Folgen 
Versicherung genommen wurde, an sich tragen, es sei denn, dass der Vertrag ein-
zelne Ereignisse in bestimmter, unzweideutiger Fassung von der Versicherung 
ausschliesst. Die Unklarheitsregel gelangt jedoch nur zur Anwendung, wenn die 
Zweifel durch die übrigen Auslegungsmittel nicht beseitigt werden können (vgl. Ur-
teile BGer 4A_499/2018 vom 10.12.2018 Erw. 2; 4A_84/2012 vom 29.6.2012 
Erw. 4.1, je mit Hinweisen). 

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Mit einer Deckungsausschlussklausel wird ein an sich gedecktes Risiko ausge-
schlossen. Solche Klauseln sind restriktiv auszulegen, müssen aber nicht alle nicht 
gedeckten Ereignisse aufzählen. Es reicht eine präzise nicht zweideutige Beschrei-
bung, welche im Gesamtzusammenhang keine Zweifel über den Deckungsumfang 
aufkommen lässt (vgl. Kieser/Landolt, Unfall·Haftung·Versicherung, 2011, N 160 
S. 51). 

2.3.1 Hat der Versicherungsnehmer oder der Anspruchsberechtigte das Ereignis 
leichtfahrlässig herbeigeführt oder sich einer leichten Fahrlässigkeit im Sinne des 
vorhergehenden Absatzes schuldig gemacht, oder hat eine der übrigen dort aufge-
führten Personen das Ereignis leichtfahrlässig herbeigeführt, so haftet der Ver-
sicherer in vollem Umfange (Art. 14 Abs. 4 VVG). Diese Norm ist relativ zwingend 
und kann nur zugunsten des Versicherungsnehmers oder Anspruchsberechtigten 
abgeändert werden (Art. 98 Abs. 1 VVG). Mittels vertraglicher Ausschlüsse kann 
jedoch auch die leichtfahrlässige Herbeiführung des befürchteten Ereignisses in 
Form bestimmter Handlungsweisen von der Leistungspflicht ausgenommen wer-
den (vgl. Felix Walter Lanz, Adverse Selection und Moral Hazard in der Privat- und 
Sozialversicherung, Zürich 2014, S. 178). Aufgrund von Art. 14 Abs. 4 VVG sind 
Vertragsklauseln unbeachtlich, gemäss denen bei leichter Fahrlässigkeit eine Leis-
tungskürzung oder gar ein Deckungswegfall greifen soll. Deckungsausschlüsse 
i.S.v. Art. 33 VVG, die an ein Verschulden des Versicherungsnehmers gekoppelt 
sind oder an eine Sorgfaltspflichtverletzung anknüpfen, haben die Schranken von 
Art. 14 Abs. 4 VVG zu beachten. Solange Deckungsausschlüsse verhaltensbezo-
gen und verschuldensneutral formuliert werden und somit insbesondere auch dann 
gelten, wenn gar kein Verschulden gegeben ist, halten sie nach der überwiegen-
den Lehrmeinung vor Art. 14 Abs. 4 VVG allerdings stand. So wird etwa die Zuläs-
sigkeit eines generellen Ausschlusses von Wagnissen unter dem Gesichtswinkel 
von Art. 14. Abs. 4 VVG bejaht (vgl. Hönger/Süsskind, a.a.O., N 56 zu Art. 14 VVG 
mit Hinweisen; Süsskind, a.a.O., ad N 56 zu Art. 14 VVG mit weiteren Verweisen 
insbesondere auf die abweichende Meinung von Valentin Monn, Von ausge-
schlossenen Verhaltensweisen im Privatversicherungsrecht, HAVE 2008, S. 97 ff.). 

2.3.2 Setzt sich eine versicherte Person einer schweren Gefahr aus, die sich auch 
unter günstigsten Umständen und mit zweckmässigen Massnahmen nicht auf ein 
vernünftiges Mass reduzieren lässt, so liegt nach Ansicht von Monn ein absolutes 
Wagnis vor, bei dem es nicht auf das Verschulden ankommt. Setzt sich die versi-
cherte Person dagegen einer Gefahr aus, die sich auf ein vernünftiges Mass redu-
zieren liesse, sie diese aufgrund ihrer persönlichen Fähigkeiten, Eigenschaften 
und Vorkehren (Ausrüstung, Ausbildung etc.) jedoch nicht auf ein vernünftiges 
Mass beschränkt, so trifft sie der Vorwurf, ein relatives Wagnis eingegangen zu 

12

sein, und damit ein Verschulden im Sinne der groben Fahrlässigkeit (vgl. Monn, 
a.a.O., S. 100 mit weiteren Hinweisen). Wer ein Wagnis auf sich nehme, gehe in 
der Regel eine von ihm erkannte, offensichtliche Gefahr ein und nehme unter Um-
ständen den Versicherungsfall sogar in Kauf und handle damit meist grobfahrläs-
sig im Sinne von Art. 14 Abs. 2 VVG. Weil 'aus dem Begriff des Wagnisses grob-
fahrlässiges Verhalten vorliegen müsse', seien die Wagnis-Klauseln gewissermas-
sen als standardisierte Grobfahrlässigkeitstatbestände zu betrachten. Aus diesem 
Grund - und nicht, weil ein individuelles Verhalten aus der versicherten Gefahr 
ausgeschlossen oder die Klausel verschuldensneutral formuliert sei - halte sie im 
Ergebnis vor Art. 14 Abs. 4 VVG stand. Nur wenn der Wagnistatbestand nicht er-
füllt sei, bleibe die Leistungskürzung nach Art. 14 Abs. 2 VVG zu prüfen (vgl. 
Monn, a.a.O., S. 100 und mit weiteren Hinweisen). 

2.3.3 Definition und Begriffsmerkmale der Grobfahrlässigkeit i.S.v. Art. 14 Abs. 2 
und 3 VVG sind im Wesentlichen nicht anders als im übrigen Zivilrecht (vgl. Hön-
ger/Süsskind, a.a.O., N 18 zu Art. 14 VVG). Grobfahrlässigkeit i.S.v. Art. 14 Abs. 2 
VVG liegt dann vor, wenn unter Verletzung elementarster Vorsichtsgebote nicht 
beachtet wird, was jedem verständigen Menschen in der gleichen Lage unter den 
gleichen Umständen hätte einleuchten müssen (Lanz, a.a.O., S. 177). Die man-
gelnde Sorgfalt wird dem Durchschnittsverhalten gegenübergestellt, das von ver-
nünftigen Menschen in derselben Situation erwartet werden kann. Dieser Beurtei-
lung ist nicht ein individueller, sondern ein objektivierter, den konkreten Umstän-
den aber Rechnung tragender Massstab zugrunde zu legen. Versicherungsneh-
mer haben sich deshalb auf einer - gegenüber der allgemeinen - grösseren Fach-
kenntnis behaften zu lassen. Der Begriff der groben Fahrlässigkeit geht weiter als 
derjenige der groben Verletzung von Verkehrsregeln nach Art. 90 Abs. 2 des Stras-
senverkehrsgesetzes (SVG; SR 741.01) vom 19. Dezember 1958, welcher darü-
ber hinaus die Missachtung einer wichtigen Verkehrsvorschrift in objektiv schwerer 
Weise und damit die abstrakte oder konkrete Gefährdung der Verkehrssicherheit 
voraussetzt (vgl. Süsskind, a.a.O., ad N 18 f., 21 zu Art. 14 VVG mit weiteren Hin-
weisen; Landolt/Weber, a.a.O., S. 79; Kieser/Landolt, a.a.O., N 821 S. 271).

2.4.1  Der Duden (www.duden.de → Wörterbuch) definiert die Wortbedeutung des 
Wagnisses als gewagtes, riskantes Vorhaben (a) und als Gefahr, Möglichkeit des 
Verlustes, des Schadens, die mit einem Vorhaben verbunden ist (b). Der mit 
Art. 50 Abs. 2 Satz 1 UVG übereinstimmende Wortlaut von Ziff. 27.1 lit. a AVB 
(BB-act. 1; vgl. Erw. 2.1 hiervor) knüpft daran an, dass sich eine versicherte Per-
son mit der vorgenommenen Handlung einer besonders grossen Gefahr ausset-
zen muss, und ist grundsätzlich fassbar genug, damit die Versicherten ihr Verhal-
ten danach auszurichten und allfällige Konsequenzen einzuschätzen vermögen 

http://www.duden.de

13

(vgl. dazu auch Entscheid UV 2014/63 des Versicherungsgerichts St. Gallen vom 
24.2.2017 Erw. 2.3.3). Nach allgemeinem Sprachgebrauch wird ein Wagnis nur 
angenommen, wenn der Handelnde sich der besonderen Gefahr bewusst ist (vgl. 
Franz Erni, Unfall am Berg: wer wagt verliert!, in: Barbara Klett [Hrsg.]; Haftung am 
Berg 2013, Zürich/Basel/Genf 2013, S. 23). In Ziff. 27 der AVB wird - wie in Art. 50 
Abs. 1 UVV - das Kriterium "wissentlich" weggelassen. Vom Wortlaut von Art. 50 
Abs. 2 Satz 1 UVG ausgehend ist das Bundesgericht in BGE 138 V 522 zum Schluss 
gelangt, dass sich das subjektive Element des Wissens auf die Gefahrensituation 
als solches beziehe und nicht auf die konkreten Umstände (Regeste, Erw. 6 f.). 
Lässt sich die objektiv vorhandene besondere Gefahr, welche der riskanten Hand-
lung inhärent ist, - auch unter günstigsten Umständen und mit zweckmässigen 
Massnahmen - nicht auf ein vernünftiges Mass reduzieren, liegt ein (absolutes) 
Wagnis vor. Liesse sich die objektiv vorhandene besondere Gefahr, welche der 
riskanten Handlung inhärent ist, durch entsprechende Vorkehren dagegen auf ein 
vernünftiges Mass herabsetzten, trifft die versicherte Person der Vorwurf, ein rela-
tives Wagnis eingegangen zu sein, wenn sie diese Vorkehrungen nicht getroffen 
hat. 

2.4.2 Ob der Kläger bei der zweiten Variantenabfahrt am [Ereignistag] abseits der 
markierten Pisten ein absolutes Wagnis eingegangen ist, gemäss welchem es 
nach Monn nicht auf das Verschulden ankommt (vgl. Erw. 2.3.2 hiervor), steht in 
casu nicht in Frage. Umstritten ist vielmehr, ob sich der Kläger mit/bei der zweiten 
Variantenabfahrt am [Ereignistag] einer besonders grossen Gefahr ausgesetzt hat 
und - bejahendenfalls -, ob er dabei die bei den gegebenen Verhältnissen gebote-
nen (üblichen) Vorkehrungen zur Gefahrenbeschränkung getroffen oder aber die-
se (in schwerwiegender Weise; vgl. dazu Erw. 2.5.2 f. hiernach) missachtet habe. 
Beide Parteien gehen bei letzterer Frage davon aus, dass sich die Gefahr auf ein 
vernünftiges Mass habe resp. hätte herabsetzen lassen, so dass in Frage steht, ob 
der Kläger mit seinen Handlungen am [Ereignistag] ein relatives Wagnis einge-
gangen ist.

2.5.1 Eine Gefahr gilt dann als besonders gross, wenn eine Handlung unfallträch-
tig ist, indem sich daraus leicht resp. häufig Unfälle oder aber besonders schwere 
Unfälle ereignen können (vgl. Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 
2. Aufl. Bern 1989, S. 501). Unter besonders grosser Gefahr wird eine unmittelba-
re drohende, akute Gefahr verstanden (vgl. Andreas Brunner/Doris Vollenweider 
in: Basler Kommentar UVG, 2019, N 42 zu Art. 39 UVG). Das Unfallrisiko muss al-
so hoch und die Gefahr für hohe Versicherungsleistungen klar vorhanden sei (vgl. 
Franz Erni, a.a.O., S. 25).

14

2.5.2 Bei Sportarten in der freien Natur wie Bergsteigen, Klettern oder Schnee-
sportaktivitäten ist ein relatives Wagnis beispielsweise zu bejahen, wenn die für 
diese Sportarten entwickelten Regeln oder allgemeine Vorsichtsgebote (Hinweise 
auf Lawinengefahr, Sperrung der Pisten etc.) grob missachtet werden. Leichte Re-
gelverstösse genügen allerdings nicht, es muss für die versicherte Person erkenn-
bar sein, dass sie sich durch die Missachtung einer Vorschrift oder die Nichtbeach-
tung von Warn- oder Hinweisschildern einer Gefahr für Leib und Leben aussetzt 
(vgl. Brunner/Vollenweider a.a.O., N 52 zu Art. 39 UVG). Auch auf der Homepage 
der Suva (suva.ch → Sportarten → Wagnisse) sowie in der am 16. Juni 2010 total 
revidierten Empfehlung der "Ad-hoc-Kommission Schaden UVG Nr. 5/83 Wagnis-
se" vom 10. Oktober 1983 werden Schneesport-Aktivitäten abseits markierter Pis-
ten bei schwerwiegender Missachtung der sportüblichen Regeln und Vorsichtsge-
bote (ungenügender Ausrüstung, Erfahrung oder bei schlechtem Wetter etc.) als 
Beispiel für ein relatives Wagnis aufgeführt. Wer markierte Routen verlässt, ob-
wohl die Lawinenbulletins auf eine erhebliche Lawinengefahr im Routengebiet hin-
gewiesen haben, muss mit einer Wagniskürzung rechnen (vgl. Erni, a.a.O., S. 29). 

2.5.3 Wird bei der Prüfung eines relativen Wagnisses danach gefragt, ob die ver-
sicherte Person die Vorkehren getroffen hat, welche geeignet sind, das Risiko auf 
ein vernünftiges Mass herabzusetzen, geht es im Grunde genommen um die Fra-
ge der objektiven Pflichtwidrigkeit (d.h. um die objektive Seite des Verschuldens). 
Erfüllt die versicherte Person nicht alle Voraussetzungen, welche die Gefahr zu 
reduzieren vermögen (persönliche Fähigkeiten, Eigenschaften, Kenntnisse, Aus-
rüstung und Vorbereitung), begeht sie eine Pflichtwidrigkeit, da sie sich nicht so 
verhält, wie sich ein vernünftiger Mensch unter denselben zeitlichen und örtlichen 
Umständen verhalten hätte. Ist sie in Bezug auf die Wagnishandlung urteilsfähig, 
kann der versicherten Person ihr Handeln subjektiv zugerechnet werden. Die Prü-
fung des Vorliegens eines relativen Wagnisses rückt somit unweigerlich in die 
Nähe des Verschuldens (vgl. Alexandra Rumo-Jungo, Die Leistungskürzung oder 
-verweigerung gemäss Art. 37-39 UVG, 1993, S. 302 f. und 312 f.). Die Grenze 
zwischen Wagnis und grobfahrlässigem Verhalten ist manchmal schwierig zu zie-
hen (vgl. Erni, a.a.O., S. 34). Ein und dieselbe Handlung kann gleichzeitig ein 
Wagnis und ein schuldhaftes Verhalten darstellen. Die Begriffe des Wagnisses 
und der Grobfahrlässigkeit schliessen sich nicht aus. Die Erfüllung des Wagnisbe-
griffs bedingt (im Unfallversicherungsrecht) jedoch nicht, dass sich die versicherte 
Person schuldhaft einer besonders grossen Gefahr aussetzt (vgl. BGE 138 V 522 
Erw. 5.3 und Erw. 7.3; Rumo-Jungo, a.a.O., S. 286 f.). 

2.6 Bei der Prüfung, ob die versicherte Person die Vorkehren getroffen habe, 
welche geeignet sind resp. gewesen wären, das Risiko auf ein vernünftiges Mass 

15

herabzusetzen, stellt sich nach dem Gesagten zwangsläufig die Frage der objektiven 
Pflichtwidrigkeit, unabhängig davon, ob diese Prüfung im Rahmen des obligatori-
schen Unfallversicherungsrechts oder im Privatversicherungsrecht erfolgt (vgl. Erw 
2.3.2 und 2.5.1 hiervor). Während im obligatorischen Unfallversicherungsrecht ein 
Verschulden für die Erfüllung des Wagnisbegriffs nicht vorausgesetzt ist, ist diese 
Frage im Privatversicherungsrecht nicht unumstritten (vgl. Erw. 2.3.1 f. hiervor). 

Für das vorliegende Verfahren kann dies nur insofern von konkreter Bedeutung 
sein, wenn sich bei der Prüfung der Frage, ob der Kläger mit seinen Handlungen 
am [Ereignistag] ein relatives Wagnis eingegangen ist, Unsicherheiten darüber er-
geben sollten, ob ihm eine objektive Pflichtwidrigkeit vorzuwerfen ist, welche zu-
gleich ein schuldhaftes Verhalten im Sinne der groben Fahrlässigkeit darstellt (vgl. 
Erw. 2.3.2 f. und 2.5 hiervor).

3.1 In der Klage vom 1. Februar 2018 wurde u.a. festhalten, der Kläger habe sich 
im Unfallzeitpunkt im Pistennahbereich auf einer Variantenabfahrt befunden, die 
Schneeverhältnisse seien gut, die Sichtverhältnisse ordentlich gewesen. Der Klä-
ger habe während der Bergfahrt auf dem T.________-Lift das Gelände analysiert 
und die Seite rechts des Lifts als sicher und gut befahrbar eingestuft. Die von ihm 
gewählte Abfahrt werde von den Skisportlern des Skigebiets regelmässig für das 
Variantenfahren benützt. Der Kläger habe über eine solide Alpinerfahrung verfügt 
und die SKUS-Warntafeln korrekt interpretieren können. Mit den von ihm getrage-
nen RECCO-Reflektoren habe er dafür gesorgt, dass er im Notfall so rasch als 
möglich hätte lokalisiert und geborgen werden können. Die Gruppe um den Kläger 
(insbesondere er selber) habe über genügend Erfahrung im Beurteilen der Risiken 
abseits der gesicherten Piste verfügt; die Durchführung einer Variantenabfahrt im 
Nahbereich der Piste sei mit der verwendeten Ausrüstung ohne weiteres zulässig 
gewesen. Die zweite Variantenabfahrt sei rechtzeitig geplant und sachgerecht vor-
bereitet worden. Es hätten keine Anzeichen bestanden, die zu erhöhter Vorsicht 
Anlass gegeben hätten (vgl. Ziff. III. Art. 1 S. 5 ff.). Es habe kein Wagnis vorgele-
gen, das seinen vertraglichen Anspruch ausschliessen oder kürzen liesse. Der 
Kläger habe sich keiner besonders grossen Gefahr ausgesetzt, weswegen es nicht 
darauf ankommen könne, ob er Vorkehrungen zur Risikodämmung getroffen habe 
oder nicht. Das Lawinenbulletin des Unfalltages habe keinen Verzicht auf Varian-
tenabfahrten gefordert, sondern eine vorsichtige Beurteilung der latenten Gefahr 
im zu fahrenden Gelände. Diese erhöhte Vorsicht beschränke sich auf Steilhänge 
von mehr als 30° und im Speziellen in einer Höhe von oberhalb 2200 m.ü.M. Das 
Faktum, dass er abseits der Piste in eine Lawine geraten sei, könne nicht als Be-
weis für eine besonders gefährliche Situation dienen. Das Ausmass der Gefahr 
müsse ex ante, nach den damals objektiv zur Verfügung stehenden Beurteilungs-

16

kriterien beurteilt werden. Danach sei das Unfallereignis nicht voraussehbar gewe-
sen; mit dem Lawinenabgang habe nicht gerechnet werden müssen (vgl. Ziff. IV. 
Art. 3 S. 10 ff.).

3.2 Die Beklagte hat in ihrer Klageantwort/Widerklage vom 11. April 2018 u.a. 
ausgeführt, der Kläger habe am [Ereignistag] bei erheblicher Lawinengefahr die 
ordentliche Piste verlassen, um eine Variantenabfahrt in einer Gefahrenzone 
durchzuführen, in der sich eine erhebliche Lawinengefahr bereits durch einzelne 
Wintersportler habe verwirklichen können. Damit habe er sich einer besonders 
grossen Gefahr ausgesetzt. Bei erheblicher Lawinengefahr seien eine optimale 
Routenwahl und die Anwendung von risikomindernden Massnahmen notwendig, 
namentlich das Mitführen der Standard-Notfallausrüstung. Daran ändere auch das 
Tragen von RECCO-Reflektoren nichts. Dem Kläger habe es an der notwendigen 
Ausrüstung gefehlt. Weitere Massnahmen zur Risikoreduktion seien gemäss dem 
Merkblatt "Achtung Lawinen" des SLF insbesondere die Information über die Wet-
ter- und Lawinensituation und Tourenplanung, das Setzen des LVS auf "Senden" 
sowie die laufende Neubeurteilung von Wetter, Schnee, Gelände, Mensch und 
Zeitplan. Laut P.________ habe es sich um eine spontane Idee gehandelt, abseits 
der Piste zu fahren. Über die Lawinensituation sei nicht gesprochen worden. Der 
Kläger habe mithin vorgängig keine Informations- oder Abklärungsmassnahmen 
getroffen, was die Lawinensituation und die Tourenplanung betreffe. Dass er die 
sichtbar angebrachten SKUS-Warntafeln - welche auf die Lawinengefahr im freien 
Gelände hingewiesen hätten - zur Kenntnis genommen habe, lasse sich den Un-
terlagen nicht entnehmen (vgl. Ziff. III. 10.2 ff. S. 11 ff.). Zur Beurteilung der Lawi-
nengefahr unterwegs sei die steilste Stelle im Hang massgebend. Gemäss der 
GRM bestehe bei einer Hangneigung von mehr als 30° und einem im Lawinen-
bulletin festgehaltenen erheblichen Lawinengefahr ein erhöhtes Risiko, welches ri-
sikomindernde Massnahmen verlange. Der Unfallort habe somit auch aufgrund 
seiner Steilheit bei den am Unfalltag herrschenden Verhältnissen ein erhöhtes Ri-
siko geboten. Der Kläger, welcher ohne die erforderliche Minimalausrüstung un-
terwegs gewesen sei, hätte bei gebotener Sorgfalt auf das Fahren ausserhalb der 
markierten Piste verzichten müssen, wenn er denn das Lawinenbulletin gelesen 
und die SKUS-Warntafeln zur Kenntnis genommen hätte (vgl. Ziff. III. 10.5 f. S. 13 
f.). 

3.3 In der Replik/Widerklageantwort vom 13. Juni 2018 wurde seitens des Klä-
gers u.a. dargelegt, im Lawinenbulletin für den [Ereignistag] sei eine erhebliche 
Lawinengefahr ausgegeben worden und der Gefahrenbeschrieb habe vor Trieb-
schneeansammlungen oberhalb von 2200 m.ü.M. gewarnt. Der Kläger habe sich 
nicht im Risikobereich gemäss diesem Gefahrenbeschrieb aufgehalten. Die An-

17

rissstelle müsse deutlich unterhalb, bei max. 1970 m.ü.M. angesetzt werden (vgl. 
Ziff. III. A. Art. 7 Nr. 7 S. 14 f.). Auf einer Variantenabfahrt unmittelbar neben der 
Piste habe keine Standard-Notfallausrüstung mitgeführt werden müssen; im Nah-
pistenbereich genüge die Ausstattung mit einem Recco-Reflektor. Zudem sei die 
Gruppe mit Mobiltelefonen ausgerüstet gewesen, so dass die Rettungskräfte sofort 
hätten alarmiert werden können. Schliesslich sei das Nichtmitführen der Standard-
Notfallausrüstung für den Schadenseintritt nicht kausal gewesen. Alleine wegen 
der geltenden Gefahrenstufe lasse sich nicht von einem erhöhten oder gar hohen 
Risiko sprechen. Die Gefahrenstufe müsse - neben weiteren Faktoren - immer in 
Relation zur Hangneigung gesetzt werden (vgl. Ziff. III. Art. 7 Nr. 8 S. 16). Der Klä-
ger habe bei der Bergfahrt mit dem Sessellift das Gelände analysiert und gesehen, 
wo man abseits der Piste habe hinunterfahren können. Er habe dies mit seinen bei-
den Begleiterinnen besprochen. Der Kläger habe Erfahrung in der Durchführung 
von Skitouren abseits der präparierten Piste gehabt. Aus dem Umstand, dass er 
mit seinen Begleiterinnen nicht über die Lawinensituation gesprochen habe, lasse 
sich nicht schliessen, dass er sich nicht mit dem Risiko eines möglichen Lawinen-
niedergangs befasst habe. Aufgrund der deutlich angebrachten SKUS-Warntafeln 
sei davon auszugehen, dass er die Gefahrenstufe 3 zur Kenntnis genommen und 
aufgrund seiner Tourenerfahrung zweifellos gewusst habe, was dies bedeute. 

Die SKUS-Warntafeln "Lawinengefahr" würden bei Gefahrenstufe 3 zur Warnung 
aufgestellt, als allgemeiner Hinweis (vgl. Ziff. III. A. Art. 7 Nr. 9 S. 17 f.). Es sei all-
gemein bekannt, dass das Lawinengelände bei einer Steilheit von 30° beginne, 
wobei sich die meisten Lawinen erst ab einer Hangneigung von 35° lösen würden. 
Selbst wenn in casu von einer relevanten Hangneigung von 30° bis 35° auszuge-
hen wäre, hätte sich der Kläger gemäss der GRM nicht im roten Bereich befunden, 
wo sich wegen eines zu hohen Risikos ein Verzicht aufgedrängt hätte. Gemäss 
Lawinenkunde könnten bei Stufe 3 im Variantengelände etwas steilere Hänge 
noch benützt werden, weil aufgrund des ständigen Befahrens durch die Schnee-
sportler die Lawinensituation oft günstiger sei als im weniger frequentierten Tou-
rengelände. Selbst eine orange Einfärbung gemäss GRM hätte keinen Verzicht er-
fordert, weil der Kläger eine solide Tourenerfahrung habe vorweisen können und 
mit einer zuvor sorgfältig evaluierten Routenwahl die möglichen Vorsichtsmass-
nahmen getroffen habe. Es müsse davon ausgegangen werden, dass der Kläger 
das aktuelle Lawinenbulletin zur Kenntnis genommen habe (vgl. Ziff. III. A. Art. 7 
Nr. 10 f. S. 18 ff.). Die Staatsanwaltschaft K.________ habe, unter Berücksichti-
gung der alpinistischen Erfahrung der involvierten Personen, das Begehen der 
konkret gewählten Route als vertretbar beurteilt (vgl. Ziff. III. A. Art. 7 S. 20).

18

3.4 In der Duplik/Widerklagereplik vom 23. August 2018 hat die Beklagte u.a. 
festgehalten, der Kläger habe mit dem Befahren des ungesicherten Geländes aus-
serhalb der markierten Piste bei den herrschenden Verhältnissen das Risiko einer 
sehr grossen Gefahr in Kauf genommen und die gebotene Sorgfalt, auf welche die 
von ihm nicht beachteten SKUS-Warntafeln hingewiesen hätten, vermissen las-
sen. Er habe dabei sämtliche risikomindernden oder -ausschliessenden Massnah-
men unterlassen. Sein individuelles Verschulden wiege schwer. Selbst wenn man 
der abweichenden Lehrmeinung von Monn (vgl. Erw. 2.3.2 hiervor) folgen wollte, 
wäre der Deckungsausschluss aufgrund der fehlenden leichten Fahrlässigkeit gül-
tig (vgl. Ziff. 12 ff. S. 5 f.). Bei erheblicher Lawinengefahr, vor der mittels Ausschil-
derung gewarnt worden sei, hätten nicht lediglich minimale Restrisiken bestanden. 
Eine (vorhandene oder nicht vorhandene) Nähe zu einem Rettungsdienst minimie-
re die Inkaufnahme der Lawinengefahr selber nicht. Der Kläger habe nicht über die 
Standart-Notfallausrüstung verfügt, daran ändere das Tragen der Recco-Reflek-
toren nichts. Die Behauptungen zum mutmasslichen Kausalzusammenhang des 
LSV würden bestritten. Bei dem konkreten Unfallort habe es sich aufgrund seiner 
Steilheit um einen Hang mit erheblicher Lawinengefahr gehandelt (vgl. Ziff. 17 ff. 
S. 7 ff.).

Ob dem verantwortlichen Pistenunternehmen oder den Begleiterinnen des Klägers 
für das Ereignis vom [Ereignistag] ein strafrechtlicher Vorwurf gemacht werden 
könne, sei für die Frage, ob der Kläger mit seiner Handlung ein Wagnis eingegan-
gen sei, nicht massgeblich. Die Staatsanwaltschaft sei lediglich davon ausgegan-
gen, dass die Beteiligten das Begehen der konkret gewählten Route als vertretbar 
beurteilt hätten. Eine Führungsrolle - wenn überhaupt - sei dem Kläger zugekom-
men; dessen Verschulden sei indes kein Gegenstand der Einstellungsverfügung 
vom 5. April 20__ gewesen (vgl. Ziff. 26 S. 9). 

4. Der Eintritt des Versicherungsfalls ist vorliegend unbestritten am [Ereignis-
tag] eingetreten, als der Versicherte gegen 13.25 Uhr in der Region J.________ 
abseits der markierten Piste von einer Lawine erfasst und verschüttet wurde. Zum 
Hergang und den äusseren Umständen des Lawinenunfalls vom [Ereignistag] in 
der Region J.________ ergibt sich aus der Aktenlage was folgt:

4.1 In den gleichlautenden Lawinenbulletins des SLF vom [Ereignis-Vortag] 
17.00 Uhr und vom [Ereignistag], 08.00 Uhr wurde in der Gefahrenkarte 
U.________, Gebiet B, im Übertitel (Flash) auf "Erhebliche Lawinengefahr. Vor-
sicht vor schwachem Altschnee" aufmerksam gemacht. Die Gefahrenstufe wurde 
mit "Erheblich, Stufe 3" bezeichnet. Als Lawinenprobleme wurden "Triebschnee, 
Altschnee" und als Gefahrenstellen 'sämtliche Hangexpositionen' aufgeführt. Als 

19

Grenzbereich wurde die Höhenlage 1800 m genannt. Der Gefahrenbeschrieb lau-
tete (BB-act. 3 S. 2):

Die frischen und älteren Triebschneeansammlungen müssen vorsichtig beurteilt wer-
den. Sie überlagern oberhalb von rund 2200 m eine schwache Altschneedecke, vor 
allem an Schattenhängen. Lawinen können schon von einzelnen Wintersportlern 
gelöst werden und mittlere Grösse erreichen. Fernauslösungen sind möglich. 
Wummgeräusche und Risse beim Betreten der Schneedecke können auf die Gefahr 
hinweisen. Touren und Variantenabfahrten erfordern Erfahrung in der Beurteilung 
der Lawinengefahr und Vorsicht.

4.2 Laut Betriebs- und Unfall-Protokoll der I.________AG vom [Ereignistag] (vgl. 
Ingress lit. L hiervor) war es am Unfalltag schön und kalt. Die Alarmierung über 
den Lawinenniedergang erfolgte um 13.31 Uhr. Zwei Mitarbeiter rückten aus. Um 
13.43 Uhr wurde die Rega aufgeboten. Drei Personen suchten den Lawinenkegel 
ab. Um 14.10 Uhr trafen zwei weitere Mitarbeiter mit dem Recco[-Suchgerät] ein. 
Um 14.20 Uhr wurde der Patient gefunden und reanimiert. Um 14.25 Uhr war die 
Rega-Ärztin beim Patienten. 

4.3 Gemäss "HEMS med. Rapport Heli" (vgl. Ingress lit. L hiervor) wurde der 
Verschüttete um ca. 14.13 Uhr gefunden und die Rega-Ärztin war um 14.15 Uhr 
beim Patienten.

4.4 P.________ wurde am 8. Februar 20__ von der Kapo K.________ als Aus-
kunftsperson einvernommen und beantwortete u.a. folgende Fragen (BB-act. 4):

2. Frage Am [Ereignistag] gegen 1325 Uhr ereignete sich im Skigebiet I.________, 
abseits der Piste, im V.________, ein Lawinenunfall, wobei A.________ 
verschüttet wurde. Was können sie uns dazu sagen?

(…) A.________, Q.________ und ich fuhren zusammen Ski beziehungsweise 
Snowboard. Am Nachmittag fuhren wir drei das erste Mal abseits der Piste. Das war 
auf der linken Seite des Skilifts. Es hatte wenig Schnee und auch apere Stellen, 
trotzdem gelangten wir ins Tal und fuhren wieder mit demselben Lift hoch. Wir ent-
schlossen nochmal abseits der Piste ins Tal zu gelangen. Wir fuhren auf der Piste 
ein Stück Richtung Tal, von der Stelle wo wir die erste Abfahrt machten überquerten 
wir unter dem Lift das Gebiet und gelangten somit auf die rechte Seite des Liftes. 
Auf der rechten Seite machten wir einen kurzen Halt. Ich befand mich etwas ober-
halb der beiden Anderen. In dem Gebiet hatte es Stauden die aus dem Schnee her-
ausragten. A.________ sagte zu uns wartet kurz, "Ich goh go luegga". Ich nehme an 
er wollte schauen wie das Gebiet aussieht und ob wir dort runterfahren können. 
Q.________ und ich warteten. A.________ fuhr in den Hang hinein und plötzlich 
brach der Schnee. A.________ konnte zuerst mit der Lawine mitfahren und wurde 
dann verschüttet.

3. Frage Wie setzte sich die Gruppe zusammen und wie kam es zu dieser Zu-
sammensetzung?

A.________ und Q.________ mit dem Snowboard und ich mit Skiern. Es war eine 
spontane Idee abseits der Piste zu fahren. Unten am Lift waren wir noch alle zusam-
men. Ich hörte wie A.________ zu einer Kollegin sagte, dass er und Q.________ 

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abseits der Piste ins Tal fahren wollen. Ich sagte noch während der Liftfahrt zu einer 
anderen Kollegin ich fahre heute nicht Pulverschnee, ich habe nicht die richtigen 
Skier dabei. Als wir alle oben angekommen sind, sagte A.________ zu den anderen, 
Q.________, P.________ und ich fahren abseits der Piste ins Tal. Ich dachte gut 
dann fahre ich auch mit. Ich denke es war eine spontane Aktion.

4. Frage Waren schon Spuren vorhanden?
Ja es hatte auf beiden Seiten Spuren. Auf der linken Seite war das Gelände schon 
ziemlich verfahren. Auf der rechten Seite hatte es so wie ich es noch weiss mindestens 
eine Spur. Oberhalb der rechten Seite hatte es auch mehrere Spuren im Schnee.

5. Frage Wer fuhr an erster Stelle?
A.________ fuhr an erster Stelle.

6. Frage Haben sie akustische Feststellungen, wie "Wumm"-Geräusche und der-
gleichen festgestellt?

Nein, ich hörte nichts dergleichen.

7. Frage Konnten sie während der Abfahrt oder auf der Liftfahrt frühere Lawinen-
abgänge feststellen?

Nein, ich habe nichts dergleichen festgestellt, habe auch nicht darauf geachtet.

8. Frage Wie schätzen sie die Lawinensituation ein?
Wir haben nicht darüber gesprochen, ich denke niemand hat über die Lawinensitua-
tion nachgedacht, ansonsten hätten wir sicher darüber gesprochen.

9. Frage Wer traf vor oder während der Abfahrt die Entscheidung?
Auf der Liftfahrt vor der zweiten Abfahrt sagte A.________, dass er das Gelände an-
geschaut habe. Er wisse nun wo wir runterfahren können. Aber schlussendlich ent-
schieden wir alle drei, dass wir dort runterfahren wollen.

10. Frage Welche Anweisungen wurden bis zu Unfall von wem gegeben (…) und 
inwiefern wurden diese Anordnungen befolgt?

Es wurden keine Anweisungen gegeben. Wir waren alle drei selbstständig unterwegs.

11. Frage Welche Erfahrung und Ausbildung haben sie abseits der Piste?
Ich habe keine Ausbildung als Tourenleiter oder dergleichen. Ich hatte mal an einem 
Kurs teilgenommen und dabei die Handhabung mit dem LSV geübt. Dort ging es 
mehr darum um die Bergung von Verschütteten. Jedoch habe ich auch schon Ski-
touren gemacht.

12. Frage Welche Erfahrungen hatten die beiden anderen Teilnehmer?
A.________ erzählte an dem Tag, dass er zusammen mit seinen Kindern unter Be-
gleitung eines Skitourenleiters schon mehrere Skitouren unternommen hat. 
Q.________ hat meines Wissens keine Erfahrung. Mit dem Snowboard denke ich 
sicher nicht, wie es mit Ski aussieht weiss ich nicht.

13. Frage Wie waren sie ausgerüstet?
Ich war mit den Alpinskier und einer Mütze ausgerüstet. Q.________ und 
A.________ fuhren Snowboard und trugen einen Helm. LVS oder andere Lawinen-
utensilien trugen wir nicht auf uns.

15. Frage Wo wurde die Lawine ausgelöst?
So wie ich weiss, ging die Lawine etwas oberhalb von A.________ los. Wie weit der 
Abstand von mir und Q.________ war kann ich nicht sagen. Ich kann Distanzen 
nicht so gut einschätzen.

16. Frage Wie gestaltete sich der Rettungsablauf?

21

Der Lawinenabgang war ca. um +1324 Uhr. Nach Stillstand der Lawinen fuhren, bezie-
hungsweise rutschen wir den Lawinenhang runter um eine Übersicht zu bekommen. 
Jedoch sahen wir nichts von A.________. Darauf rief ich eine Arbeitskollegin (…) an 
und schilderte ihr, was passiert sei. Ich beauftragte sie, dass am Lift jemand informie-
ren solle und dass man die REGA aufbieten müsse. Ich konnte um +13.31 mit einem 
Patrouillier reden und ihm ebenfalls schildern was passiert sei. Nach einiger Zeit 
kamen die ersten Helfer auf Platz und suchten nach dem Verschütteten. Nach eini-
ger Zeit konnte A.________ geortet (mit RECCO) und geborgen werden. Dann kam 
die REGA. (…).
+Zeitang. von Herr (…) [handschriftliche Notiz des Sachbearbeiters/Protokollführers]

4.5 Im Kriminalrapport vom 3. März 20__ finden sich u.a. folgende Angaben
(BB-act. 6): 

Tatort Gemeinde W.________
Ort I.________, V.________, J.________

Osthang, nordwestlich neben der Bergbahn T.________
Koordinaten 003.________ / 004.________

Tatzeit Freitag, [Ereignistag], 13:24
Fundstelle Koordinaten 005.________ / 006.________, 2020 Meter über Meer

Einleitung Am Freitag, [Ereignistag] / 1402 meldete die REGA, dass sich im Skige-
biet I.________, im Gebiet V.________, ein Lawinenunfall ereignet habe. Eine Per-
son sei verschüttet.

Unfallort Die Unfallstelle befindet auf dem Gebiet der Gemeinde W.________. 
Im Skigebiet der I.________ in dem Gebiet J.________ in dem V.________. Das 
Schneebrett löste sich im V.________ auf einer Höhe von 2170 Meter über Meer. 
Der Hang weist dort eine Neigung von 25 Grad auf und der Anriss befindet sich am 
orographisch linken Rand einer dort ausbildenden Runse. Im Runsenverlauf beträgt 
die Steilheit 30 Grad und etwas mehr. Im Bereich der Einfahrtspur des Snowboard 
Fahrers betrug die Anrisshöhe der Lawine ca. 40cm.

Angetroffene Situation  Bei unserem Eintreffen hatten die aufgebotenen Rettungs-
kräfte die verschüttete Person bereits geborgen und die REGA-Crew war dabei le-
bensrettende Massnähmen einzuleiten. Die Lawine war ca. 150 Meter lang und ca. 
20 Meter breit. Der Schnee im Lawinenstau war feucht und sehr kompakt, was auf 
eine Durchfeuchtung zumindest der oberflächlichen Schneedecke hindeutete. Weite-
re Einzelheiten können dem beiliegenden Fotoblatt entnommen werden.
Die beiden nicht in die Lawinen geratenen Begleiterinnen hatten die Unfallstelle be-
reits verlassen und waren unterwegs zur Talstation in X.________, wo sie durch die 
Polizei in Empfang genommen wurden.

Getroffene Massnahmen  (…) Der Sachbearbeiter traf um ca. 1430 Uhr bei der 
Talstation in X.________ ein. Nach Rück- und Absprache mit dem Rettungschef (…) 
wurden die ersten Tatbestandsaufnahmen anhand genommen. (…) P.________ und 
Q.________, sowie der Rest der Praxismitarbeiterinnen waren vor Ort und konnten 
zum Sachverhalt mündlich befragt werden. (…).
Die aufgebotenen Rettungskräfte konnten den Verschütteten ca. 40 Minuten nach 
der Alarmierung, dank Einsatz des "RECCO" lokalisieren und aus den Schneemas-
sen befreien. Der nicht ansprechbare Snowboard Fahrer wurde durch die REGA-Crew 
reanimiert und anschliessend ins Kantonsspital (…) überführt. (…).

22

Ermittlungen  Am Freitag, [Ereignistag] herrschte im Unfallgebiet erhebliche Lawi-
nengefahr, Stufe 3. Ich verweise dazu auf den Bericht des beiliegenden Lawinen-
bulletins, der Gefahrenkarte für Nord und Mittelbünden und dem kompletten Lawi-
nenbulletin mit dem Ausgabezeitpunkt vom [Ereignistag] / 0800 Uhr. (…).
Im Skigebiet der I.________ herrschten am Unfalltag gute Schneeverhältnisse. Ab-
seits der Piste konnten einige apere Stellen im Bereich von Graten, Kuppen und un-
terhalb von Gehölzen festgestellt werden.
Am Unfalltag war es den Alpen entlang oft stark bewölkt mit einzelnen Schnee-
schauer und ein paar Aufhellungen, vor allem gegen Westen hin. Die Temperatur 
war zwischen 0 und +2 Grad, in 2000 Metern Höhe um -11 Grad. In erhöhten Lagen 
herrschte starker bis stürmischer Wind aus Sektor West.
Weder P.________ noch Q.________ verfügen über eine besondere Touren-  oder 
Lawinenkursausbildung.

Unfallhergang  Aufgrund der vorgefundenen Spuren sowie laut Aussagen der Aus-
kunftsperson dürfte sich der Lawinenunfall wie folgt zugetragen haben:
Am Freitag, [Ereignistag] trafen sich die Praxismitarbeiter und dessen Chef 
A.________ zu einem Skiausflug im Skigebiet I.________. (…). Während des Ski-
fahrens kam A.________ spontan die Idee, dass er Variantenfahren möchte. 
Q.________ und P.________ schlossen sich ihm an. Die erste Variante fuhren sie 
im V.________ links von der Bergbahn in Richtung Skipiste. Anschliessend begaben 
sie sich wieder auf den T.________-Lift in Richtung Bergstation. Während der Berg-
fahrt analysierte A.________ das Gelände und meinte, dass auf der rechten Seite 
des Liftes das Gelände besser sei und dass man dort nochmals ausserhalb der Pis-
te ins Tal runter fahren könne. Auch diesmal schlossen sich ihm Q.________ und 
P.________ an. Um ca. 1315 fuhr die Dreiergruppe von der Bergstation los bis zur 
Stelle wo sie die erste Variantenabfahrt gestartet hatten dort unterquerten sie den 
Lift und gelangten auf die rechte Seite des Geländes. Auf der rechten Seite machten 
die Drei einen kurzen Halt. A.________ sagte zu den andern, "i gohn go luegga". 
A.________ fuhr in Hang hinein und sogleich löste sich etwas über ihm ein Schnee-
brett. Vorerst konnte sich A.________ auf dem Schneebrett halten, jedoch wurde er 
kurze Zeit später von den Schneemassen verschluckt. Seine Mitarbeiterinnen verlo-
ren ihn aus den Augen. Als die Lawine zum Stillstand kam fuhren Q.________ und 
P.________ auf das Schneefeld um sich einen Überblick zu verschaffen. Sie konn-
ten aber nichts mehr von A.________ finden. In der Folge orientierte P.________ ih-
re Arbeitskollegin (…) und beauftragte diese die Rettung und die REGA aufzubieten. 
Laut Mobiltelefondaten der Praxismitarbeiter von Dr. A.________ wurde die Lawine 
um 1324 ausgelöst. 1328 informierte P.________ (ihre Arbeitskollegin,) diese konnte 
dann 1331 die Pistenrettung erreichen. Der Rettungschef (…) konnte den Verschüt-
ten mittels RECCO um 1410 orten, 10 Minuten später konnte der leblose Körper von 
A.________ aus der ca. 40cm tiefen Schneemasse geborgen werden. Die bereits 
eingetroffene REGA-Crew begann sofort mit der Reanimation des Patienten. Um 
1459 atmete A.________ soweit selbständig, dass er in die REGA-Helikopter verla-
den und ins Kantonspital (…) überflogen werden konnte. Die Gruppe Variantenfah-
rer war weder mit LVS noch mit andern Lawinenbergungsmittel ausgerüstet. (…).

Bemerkungen  (…) Q.________ wurde nicht schriftlich als Auskunftsperson einver-
nommen, ihre mündlich gemachten Aussagen enthielten keine Wiedersprüche zu 
der schriftlichen Aussage von P.________. 
An der Tal- und Bergstation in X.________, sowie am FA.________pass und an den 
einzelnen Liftanlagen wurde mittels Warntafeln auf die Lawinengefahr aufmerksam 
gemacht.

23

4.6 In der Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft K.________ vom 5. 
April 20__ (BB-act. 13) wurden der Unfallhergang und die Witterungsverhältnisse 
in Ziff. 1 und 3 der Begründung entsprechend den Ausführungen zu Unfallort, Er-
mittlung und Unfallhergang im Kriminalrapport vom 3. März 20__ (BB-act. 6) wie-
dergegeben; so namentlich die Höhe von 2170 m.ü.M., wo sich das Schneebrett 
gelöst habe, die Anrisshöhe der Lawine von 40 cm (im Bereich der Einfahrtspur 
des Snowboard Fahrers) und die Hangneigung von 25° in diesem Bereich. In Ziff. 
5 der Begründung wurde die von der Gruppe gewählte Abfahrt als Variante aus-
serhalb des 'gepisteten Skigebiets' bezeichnet, wobei gemäss den polizeilichen 
Abklärungen am fraglichen Tag mittels SKUS-Warntafeln bei der Tal- und Bergsta-
tion, am FA.________pass sowie an den einzelnen Liftanlagen sichtbar auf die 
Lawinengefahr im freien Gelände hingewiesen worden sei. In Ziff. 6 der Begrün-
dung - in welcher eine strafrechtliche Verantwortlichkeit von Q.________ und 
P.________ geprüft wurde - wurde festgehalten, dass sich im Laufe der Strafun-
tersuchung keine Hinweise ergeben hätten, wonach sie die aktuelle Gefahr besser 
als der Verschüttete hätten erkennen können oder erkannt hätten und die entspre-
chenden Bedenken nicht ins Gespräch eingebracht hätten. Vielmehr sei davon 
auszugehen, dass "alle(n)" (vgl. Ingress lit. P hiervor) - unter Berücksichtigung ih-
rer alpinistischen Erfahrung und Kenntnis der Erfahrung der jeweils anderen Per-
son - das Begehen der konkret gewählten Route als vertretbar beurteilten hätten. 
Entsprechend sei auch niemandem, unabhängig von der Frage einer möglichen 
Garantenstellung, eine strafrechtlich relevante Sorgfaltspflichtverletzung zum Vor-
wurf zu machen, so dass eine Verurteilung wegen fahrlässiger Körperverletzung 
gemäss Art. 125 Abs. 2 des Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB; SR 
311.00) vom 21. Dezember 1937 nicht in Betracht falle.

4.7 Im WSL Bericht: Schnee und Lawinen in den Schweizer Alpen, Hydrologi-
sches Jahr 20__/__, Heft __/20__ wurde das Lawinenereignis vom [Ereignistag] in 
J.________ (…) aufgeführt und die Anrisskoordinaten mit 007.________ / 
008.________ angegeben. 

4.8 Im Privatgutachten vom 1. Mai 20__ (BB-act. 30) ging Dr.iur. O.________ 
gestützt auf die Fotoaufnahmen der Kapo K.________ (BB-act. 7 Nr. 1 - 4) davon 
aus, dass die Region des Fundortes im Kartenausschnitt der Kapo K.________ 
(BB-act. 7 Nr. 5) korrekt vermerkt worden sei. Die im Kriminalrapport (BB-act. 6) 
angegebenen Koordinaten würden nicht mit den Einträgen in diesem Kartenaus-
schnitt übereinstimmen, sondern Positionen weit mehr in Richtung Norden ent-
sprechen. Die 'richtigen' CH-Koordinaten für den Fundort müssten - dem Karten-
ausschnitt entsprechend - bei ungefähr 009.________ / 010.________ angegeben 
werden (vgl. Ziff. II. B S. 5 f.). Die im Kartenausschnitt (BB-act. 7 Nr. 5) mit einem 

24

Stern markierte Fundstelle sei gemäss den dort gegebenen Höhenkurven tiefer als 
im Kriminalrapport angegeben (2020 m.ü.M), auf ca. 1900 m.ü.M. gelegen. Die 
Pfeilrichtung zwischen Anrissstelle der Lawine und der Fundstelle in diesem Kar-
tenausschnitt (von Stern zu Stern) weiche von der Falllinie ab und könne - auch 
unter Berücksichtigung von je nach Geländeform möglichen Abweichungen sich 
bewegender Schneemassen - ausgeschlossen werden. In diesem Kartenaus-
schnitt sei einzig die Fundstelle ungefähr am richtigen Ort eingetragen. Die Anriss-
stelle der Lawine müsse sich weit mehr im Osten befunden haben, als im Karten-
ausschnitt eingetragen. Koordinaten und Höhenangaben der Anrissstelle könnten 
nicht zutreffen. Bei dieser Sachlage seien die Gutachter angehalten, sich primär 
auf das vorhandene Bildmaterial (BB-act. 7 Nr. 1 - 4) abzustützen. Nicht widerleg-
bar sei die polizeiliche Feststellung, wonach der Hang im Bereich des Schnee-
brett-Anrisses eine Neigung von 25° aufgewiesen habe. Betreffend maximaler 
Steilheit der Runse sei von den genannten 30° (und etwas mehr) auszugehen. Die 
massgebende durchschnittliche Neigung der Flanke betrage 25 - 30° und gelte 
damit nicht als potentieller Lawinenhang (vgl. Ziff. II. B S. 6 f.).

Unter Ziffer IV. B (S. 13 ff., insbesondere ad. Aufnahme Nr. 3 S. 14) des Privatgut-
achtens wurde mit Verweis auf die jeweiligen Standorte in Beilage 5 im Anhang 
(Kartenausschnitt J.________; mit Fotonummern) i.V.m. den Fotoaufnahmen Nr. 1 
- 10 im Anhang, sowie Beilage 6 im Anhang (Kartenausschnitt J.________; Über-
sicht) und Beilage 7 im Anhang (Kartenausschnitt J.________; Abzweigung 2. Va-
riantenabfahrt) die von den Privatgutachtern angenommene Routenwahl des Klä-
gers und seiner Begleiterinnen bei der "2. Variantenabfahrt" präsentiert.

4.9 Das SLF erklärte am 26. September 2018 schriftlich, es habe den Polizei-
rapport inkl. Fotodossier, den Einsatzbericht der Rega, Zeitungsberichte sowie Fo-
tos 'ihrer Beobachterin' vor Ort. Anhand der Fotos sei es möglich, die Lawine zu 
kartieren, mit geringen Korrekturen gegenüber dem Bericht im Heft 51/20__:

a. Höchste Stelle Anriss:    011.______ / 012.______    1940 m.ü.M. (±10 m)
b Tiefste Stelle Auslauf:    013.______ / 014.______    1840 m.ü.M. (±15 m)
c Fundstelle:    015.______ / 016.______    1847 m.ü.M. (± 5 m)

Der Routenverlauf der Gruppe lasse sich anhand der vorhandenen Unterlagen 
nicht auf der Karte eintragen. Die einzelnen, auf den Fotos ersichtlichen Spuren, 
würden es nicht erlauben zu rekonstruieren, wo die Gruppe abgefahren sei. 

4.10 Die I.________AG teilte am 1. Oktober 2018 mit, die Fundstelle sei per GPS 
aufgenommen worden (017.________ / 018.________). 

4.11 Die Rega hielt mit Schreiben vom 18. Oktober 2018 fest, die Einsatzcrew sei 
sich einig, dass jener Punkt, welcher im Kartenausschnitt (Beilage zur Editionsver-

25

fügung vom 14.9.2018) mit F bezeichnet sei (= Anrisskoordinaten gemäss WSL 
Bericht Heft __/20__; vgl. Erw. 4.7 hiervor) die Anrisskante/-Linie der Lawine mar-
kiere. Die Fundstelle des Patienten sei aus Sicht der Einsatzcrew weiter nordöst-
lich als im erwähnten Kartenausschnitt mit Punkt D eingetragen (= Fundstelle Kar-
te Kriminalrapport), nämlich auf der Koordinaten 019.________ / 020.________. 
Die von der Einsatzcrew während des Einsatzes vom [Ereignistag] aufgenomme-
nen acht Fotos würden die Anrissstelle, die Ausdehnung usw. zeigen. Der Ein-
satzcrew sei es nicht möglich, die Fahrroute des Verunfallten zu rekonstruieren.

4.12 Im 'Zusatz-Gutachten' vom 11. Februar 2019 führte Dr.iur. O.________ u.a. 
aus, die Angaben zum Bereich der Anrisszone, der mit einem Pfeil vermerkte La-
winenzug im Gelände (BB-act. 7 Nr. 5) und die Koordinaten des Fundortes im Kri-
minalrapport (BB-act. 6) seien unzutreffend. Auf den Rega-Bildern Nr. 1 bis 4 sei-
en die Anrisskanten von zwei Schneebrettern zu sehen, die sich wahrscheinlich 
fast zeitgleich gelöst hätten. Laut Fotoblatt Nr. 3 der Kapo K.________ (BB-act. 7 
Nr. 3) sei die Gruppe um den Kläger bei der nordwestlichen Lawine (von unten ge-
sehen auf der rechten Seite) ins Gelände eingestiegen. Auf den Bildern der Rega 
seien keine Spuren in Richtung dieses Anrisses zu erkennen. Bei der 'linken' La-
wine sei am rechten Rand der oberen Anrisskante eine Abfahrtsspur in "S-Form" 
zu erkennen, die bei der darunter gelegenen Anrisskante verschwinde. Ob diese 
Spur vor oder nach dem Lawinenabgang gelegt worden sei, sei ungewiss. Vom 
Kläger könne sie nicht stammen, da er weiter oben von der Lawine erfasst worden 
sei. Im Rega-Bild Nr. 3 seien unterhalb des Lawinenkegels drei nach links (in 
südöstlicher Richtung) wegführende Spuren zu sehen, welche vor oder nach dem 
Lawinenniedergang gelegt worden sein könnten. Oberhalb der Anrisskante der 
beiden Schneebretter könnten keine gut sichtbaren Einfahrtsspuren lokalisiert und 
einer Person zugeordnet werden. Auf dem Rega-Bild Nr. 1 sei erkennbar, dass auf 
der von der Sonne beschienenen Fläche unterhalb des Sesselliftes diverse Varian-
tenfahrer unterwegs gewesen seien (vgl. Ziff. II. S. 4 ff.).

Entgegen der bisherigen Annahmen spreche vieles dafür, dass der Kläger im frag-
lichen Abhang nicht von der in der Karte eingezeichneten nordwestlichen Lawine 
erfasst worden sei, sondern von derjenigen oberhalb des südöstlich gelegenen 
Hauptcouloirs. Es gebe keine gewichtigen Indizien dafür, dass der Kläger über-
haupt beabsichtigt habe, den Unfallhang zu befahren. Eher sei anzunehmen, dass 
er auf der Suche nach der einfachsten Tiefschneevariante (westlich des Gelän-
derückens) von dem auf der rechten (nordöstlich gelegenen) Seite abgehenden 
Schneebrett überrascht worden sei. Wo der Kläger exakt durchgefahren sei, habe 
bislang nicht rekonstruiert werden können. Aufgrund der Rega-Fotografien müsse 
von zwei Schneebrettern gesprochen werden (vgl. Ziff. IV. S. 8 ff.).

26

4.13 P.________ erklärte - in Beantwortung der ihr am 1. April 2019 gestellten 
Fragen - mit Schreiben vom 11. April 2019, bei den eingekreisten Personen (auf 
den Vergrösserungen des Bildes Nr. 3 der Rega [= Beilagen zum Auskunftsbegeh-
ren vom 1.4.2019]) handle es sich um sie und Q.________. Nach ihrer Erinnerung 
handle es sich dabei um den Standort, an den sie nach dem Lawinenniedergang 
gemäss Einvernahmeprotokoll vom 8. Februar 20__, Frage 16 (BB-act. 4) hinein-
gefahren/-gerutscht seien und Hilfe angefordert hätten. Sie habe eine Lawine ge-
sehen, die den Kläger mitgerissen habe. Fragen zum ungefähren Ausmass / der 
Ausdehnung der niedergegangenen Lawine, wo der Kläger in den Hang hineinge-
fahren sei, wo er von der Lawine erfasst worden sei, wo sie zu diesem Zeitpunkt 
gewartet und von wo sie nach dem Lawinenniedergang die Fahrt fortgesetzt habe, 
könne sie nach rund drei Jahren nicht (mehr) beantworten. Zum Zeitpunkt des La-
winenniedergangs sei sie voll auf das Geschehen fokussiert gewesen und habe 
keine weiteren Personen im oder am Hang bemerkt. 

4.14 Die I.________AG erklärte am 25. April 2019, sie habe keine Kenntnis, ob 
am [Ereignistag] am besagten Hang (bei der sichtbaren Anrisslinie/-kante; markiert 
auf dem Rega-Bild Nr. 1) eine oder mehrere Lawinen niedergegangen seien; ihre 
Mitarbeiter seien erst nach dem Ereignis vor Ort gewesen. Der Lawinenniedergang 
bei der markierten Linie sei bekannt. Dieses Gebiet ausserhalb der markierten Pis-
te werde von der I.________AG nicht gesichert. Beim Eintreffen ihrer Mitarbeiter 
am Unglücksort habe die Situation (entsprechend dem Rega-Bild Nr. 3) bestan-
den. Während der Suchaktion seien keine weiteren Lawinen niedergegangen. Es 
sei ausgeschlossen, dass eine Lawine näher beim Sessellift niedergegangen und 
die Person erfasst habe oder dass die Person näher beim Sessellift erfasst worden 
sei. Bei der Sesselbahn seien keine Anrisse ersichtlich gewesen. Der Hang, in 
dem sich das Lawinenunglück ereignet habe, werde oft befahren. Je nach 
Schneeverhältnissen werde der gesamte Hang immer wieder befahren, solange 
noch eine frische Spur gefunden werde. Da dieser Hang nicht die Sicherheit der 
präparierten Pisten tangiere, werde er nicht besonders beachtet. Am Vortag habe 
es geschneit. In diesem Gebiet herrschten oft Süd- /Westwind und es könne zu 
Triebschneeansammlungen kommen. Am [Ereignistag] seien die Triebschneean-
sammlungen eher klein gewesen, dafür ein schwacher Schneedeckenaufbau. 

4.15 Q.________ erklärte am 29. April 2019, sie könne den Aussagen von 
P.________ im Einvernahmeprotokoll vom 8. Februar 20__, Fragen 2 und 16 (BB-
act. 4) zustimmen. Es habe sich um eine Lawine gehandelt. Sie nehme an, dass 
es sich bei den eingekreisten Personen (auf den Vergrösserungen des Bildes Nr. 3 
der Rega) um sie und P.________ handle. Es handle sich dabei um den Standort, 
an den sie nach dem Lawinenniedergang hineingefahren/-gerutscht seien und Hil-

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fe angefordert hätten. Nach mehr als drei Jahre könne sie keine sichere Stellung 
mehr zu Ausmass oder der Ausdehnung der niedergegangenen Lawine nehmen 
oder wo der Kläger in den Hang hineingefahren sei, wo er von der Lawine erfasst 
worden sei, wo sie zu diesem Zeitpunkt gewartet und von wo sie nach dem Lawi-
nenniedergang die Fahrt fortgesetzt hätten. Auch sei sie damals unter Schock ge-
standen. Zum Zeitpunkt des Lawinenniedergangs habe sie keine weiteren Perso-
nen im oder am Hang bemerkt.

4.16 Anlässlich der am 2. Juli 2019 vor Ort (J.________) erfolgten Zeugeneinver-
nahme gab Q.________ u.a. Folgendes zu Protokoll:

- vor der Begehung, nach Vorhalt der Antwort von P.________ auf die Frage 2 im 
Einvernahmeprotokoll der Kapo K.________ (BB-act. 4; vgl. Erw. 4.4 hiervor):

Dieser Sachverhaltsbeschrieb treffe zu, es sei noch etwas detaillierter gewesen. 
Sie sei zuerst voraus gewesen. A.________ sei hinter ihr gefahren. Dann sei da so 
ein Stein oder Gebüsch im Weg gewesen. Da habe sie angehalten und gesagt, da 
seien sie falsch, sie müssten nachher [die Snowboards] abziehen und nach vorne 
laufen. Dann habe er gesagt, nein, nein, sie seien richtig. Da sei sie wieder aufge-
standen und habe eigentlich in den Hang hinein gewollt. Da habe er gesagt, sie 
sollten warten, er gehe schauen. Dann sei er unter ihr durch[gefahren], und dann 
habe es ihn mitgenommen (vgl. Antwort auf Frage 2).

- an der Position oberhalb des Sesselliftmastes 10 (beim markanten Stein):

Sie habe versucht sich zu merken, wo sie die Piste verlassen hätten. Sie sei sich 
nicht mehr sicher, glaube aber, es sei zwischen den Masten 9 und 10 gewesen. 
An den markanten Stein hier könne sie sich nicht erinnern. Beim Herauffahren hät-
ten sie von Masten 9 und 10 gesprochen. Dort müssten sie unterqueren. Weil sie 
von unten auch einen Snowboarder auf einem "Hoger" gesehen hätten. Dort habe 
es auch so Spuren gehabt (vgl. Antworten auf Fragen 3a und 3b).

- an der Position in der Nähe von Masten 10: 

Es sei nur ein Spekulieren, aber vom Gelände her glaube sie, dass sie weiter un-
ten, näher beim Masten 9 gewesen seien (vgl. Antwort auf Frage 3b in fine).

- an der Position etwas oberhalb des Masten 9:

Dort wo sie angehalten hätten, sei es etwas steiler gewesen als hier, und es habe 
da einen Stein oder ein Gebüsch gegeben, der aus dem Schnee geragt sei. Unter 
diesem habe sie angehalten. Sie sei von der Seite des Lifts her zu dieser Stelle 
gelangt. Sie sei nicht richtig gefahren, eher reingeschlittert, -getastet. Hier sei kei-
ne präparierte Piste gewesen. Sie habe das Gefühl gehabt, wenn sie noch tiefer 
kämen, dann müssten sie nach vorne 'trampen', da hätten sie zu wenig Schuss um 
nach vorne fahren zu können. Sie hätten wieder an die Talstation des Lifts gelangen 

28

wollen. Sie habe gesagt, irgendwie seien sie da falsch. A.________ habe gesagt, 
nein, es sei gut. Sie solle warten, er gehe schauen. Er sei dann nach links (Blick-
richtung talwärts) unter ihr in das Couloir gefahren. Nur wenige Meter von ihr ent-
fernt sei er vom Brett erfasst worden. Sie habe das Gefühl, dass er die Lawine aus-
gelöst habe. Die Lawine sei mit ihm gekommen, als er in das Couloir gefahren sei. 
Das Schneebrett habe sich leicht oberhalb von ihm gelöst; die Anrisskante sei et-
was oberhalb von ihm gewesen. Sie habe gesehen, wie es diese Linie gegeben 
habe und er auf diesem Kuchen gestanden habe. Dann habe es gestäubt und eine 
Wolke gegeben. Sie habe ihn schnell nicht mehr gesehen. Nach ihrer Erinnerung 
sei er wie in eine Einbuchtung ("Duhle") hineingefahren und dort habe sich das 
Schneebrett gelöst, ziemlich nahe bei ihm, nur dort (vgl. Antworten auf Fragen 3c, 3d 
und 3e). 

-an der Position etwas unterhalb des Masten 9:

Ob sie die Sesselbahn zwischen Masten 9 und 10 oder unterhalb von Masten 9 
unterquert hätten, könne sie nicht mehr sagen. P.________, die weiter oben an-
gehalten habe, sei nach dem Lawinenabgang zu ihr gekommen. Von diesem 
Standort aus hätten sie jedoch zu wenig Übersicht gehabt, um den ganzen Auslauf 
überblicken zu können. Deshalb hätten sie sich nach unten begeben, zur Stelle, 
wo man sie auf den Fotos sehe (Rega-Bild Nr. 3, vgl. auch SLF-Gutachten Abb. 1 
S. 8 und Beilage 2). Dabei seien sie nicht dort hineingefahren, wo sich die Lawine 
gelöst habe. Wie sie zu diesem Standort gelangt seien - gerade nach unten oder 
nach links oder rechts traversierend -, wisse sie nicht mehr; sie sei P.________ 
gefolgt. Als sie eine Bewegung gesehen und gemeint habe, das sei A.________, 
habe sie sogar das Snowboard abgezogen und sei in den Schnee hineingelaufen. 
Die Lawine habe nicht wuchtig ausgesehen, sie sei eingegrenzt gewesen, wie eine 
Strasse. Sie habe weder vorher noch nachher mitbekommen, dass weitere Lawi-
nen abgegangen wären (vgl. Antworten auf Fragen 2, 3e und 3h).

-an der Position (noch) etwas weiter unterhalb des Masten 9: 

Sie glaube, es sei ziemlich sicher hier gewesen, das sei viel vertrauter. Von hier 
sehe man auch nicht in den Auslaufbereich, was Sinn mache. A.________ sei 
dort, mit Blick nach unten in diese Runse hineingefahren. Die Distanz zu dieser 
Runse scheine ihr zu stimmen. In diesem Fall hätten sie den Sessellift wohl unter 
dem Masten 9 unterquert. Es sehe steiler aus, als im Winter. Ob es schon vorher 
Risse, Anrisse oder alte Lawinen gehabt habe, wisse sie nicht, darauf habe sie 
nicht geachtet. Sie wisse auch nicht, ob es in diesem Bereich bereits Spuren ge-
habt habe. Andere Personen habe sie in diesem Bereich nicht gesehen (vgl. Ant-
worten auf Fragen 3h in fine und 5). 

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Sie habe noch nie eine Skitour gemacht und sie sei auch nicht rechts oder links 
der Piste im Tiefschnee gefahren, wenn, dann beim Schlepplift an der 
Y.________, in Z.________. A.________ habe faktisch die Führung der Gruppe 
übernommen. Er habe auch gesagt, wer mit ihm mitkomme. Als er gesagt habe, er 
gehe schauen, habe sie auf das O.K. gewartet und ihn beobachtet (vgl. Antwort 
auf Frage 10). 

4.17 Anlässlich der am 2. Juli 2019 vor Ort (J.________) erfolgten Zeugeneinver-
nahme gab P.________ u.a. zu Protokoll:

- an der Position oberhalb des Sesselliftmastes 10 (beim markanten Stein):

A.________ habe während dem Hochfahren mit der Sesselbahn gesagt, er habe 
jetzt das Gebiet studiert. Sie glaube, er habe gesagt, sie müssten bei Masten 10 
oder 11 hinüberfahren. Wo sie tatsächlich hinübergefahren seien, wisse sie nicht. 
An den Stein hier erinnere sie sich nicht. Als sie vom Sessellift nach oben ge-
schaut hätten, sei dort jemand gestanden, wie auf einem Egg (vgl. Antworten auf 
Fragen 3 und 3a).

- an der Position etwas oberhalb des Masten 9:

Da sich der Anriss noch tiefer befinde, seien sie wahrscheinlich bei diesem Mast 
hinübergefahren. Sie seien ziemlich direkt dorthin gefahren, wo sie dann angehal-
ten hätten. Etwas weiter oben, als dort wo sie angehalten hätten, habe es noch ei-
ne Spur gehabt, die sei aber nach hinten, oberhalb des Rückens verlaufen (vgl. 
Antwort auf Frage 3b).

- an der Position etwas unterhalb des Masten 9:

Als A.________ gesagt habe, er gehe schauen, sei sie an der Stelle geblieben, wo 
sie angehalten hätten. Von dieser Position, etwas oberhalb der anderen, habe sie 
gesehen, wie die Lawine abgegangen und A.________ erfasst habe. Sie habe ihn 
nicht fallen, sondern mitfahren sehen, aber nicht lange. Es habe dann Schnee auf-
gewirbelt und Wolken gegeben. Darin sei er verschwunden. Den Auslauf habe sie 
nicht gesehen. Der Anriss sei etwas unterhalb von ihr und etwas oberhalb von 
A.________ gewesen, zwischen ihr und ihm. Als die Lawine abgegangen sei, sei 
sie schnell herunter zu Q.________ gefahren, die sich unterhalb des Anrisses, et-
was seitlich befunden habe. Von da hätten sie nicht ganz nach unten sehen kön-
nen (vgl. Antwort auf Frage 3b). 

- an der Position etwas weiter unterhalb des Masten 9 der Sesselbahn:

Hier sei es nicht gewesen. Wenn hier zwei Lawinen gleichzeitig losgegangen 
wären, hätten sie das von hier aus sehen müssen. Sie seien nicht so nahe beim 
Lift gewesen, als A.________ gesagt habe, sie sollten warten, er gehe jetzt 

30

schauen. Sie denke, das müsse weiter dort drüben gewesen sein (zeigt nach 
rechts, Blickrichtung bergwärts) (vgl. Antworten auf Fragen 3b und 3c).

- an der Position etwas höher, weiter in Richtung des mittleren Couloirs: 

Sie denke, es sei hier gewesen. Als sie A.________ nach dem Lawinenniedergang 
nicht mehr gesehen hätten, seien sie nach unten gefahren, um das Gelände über-
blicken zu können. Sie seien nicht durch das Lawinenschuttgebiet gefahren. Sie 
seien durch Stauden hindurch gefahren, daran könne sie sich erinnern, jedoch 
nicht wo genau; wahrscheinlich durch jene dort unten. Die Stauden hätten zum 
Teil aus dem Schnee hinausgeschaut und kaum Blätter getragen. Dort, wo sie 
hinuntergefahren seien, sei es knollig und rau gewesen. Weiter unten, wo sie bis 
ganz hinunter hätten schauen können, seien sie geblieben und sie habe begon-
nen, Hilfe anzufordern (am fotografisch dokumentierten Standort auf dem Rega-
Bild Nr. 3, vgl. auch SLF-Gutachten Abb. 1 S. 8 und Beilage 2 und 3). Q.________ 
habe unten das Snowboard abgezogen, weil sie gemeint habe, es habe sich etwas 
bewegt und sie müsse jetzt graben. Sie glaube, die Lawine sei hier in der Mitte 
hinuntergegangen. Das Couloir sei wahrscheinlich auch mit Schnee gefüllt gewe-
sen. Wo genau sich A.________ und Q.________ befunden hätten, könne sie 
nicht sagen. Sie sei etwas oberhalb der Anrisskante gestanden. Die Distanz zu 
Q.________ habe sicher mehr als 3 m betragen, ob es 10 m oder 20 m gewesen 
seien, wisse sie nicht. Sie denke, A.________ sei hier durch dieses Couloir hinun-
ter (vgl. Antworten auf Fragen 3c bis 3e). 

- an der Position etwas höher, im Bereich der Anrisskante des mittleren Lawinenab-
gangs:

Als A.________ gesagt habe, er gehe schauen, habe sie gedacht, hier gehe es 
noch recht steil nach unten. Da wo sie den Sessellift unterquert hätten, sei es we-
niger steil gewesen. Das könne hier stimmen, weil man das Gelände nicht recht 
überblicken könne und nicht bis nach unten sehe. Sie seien nach dem Lawinen-
niedergang nicht durch das Couloir, sondern auf der Seite, durch die Stauden, 
nach unten gefahren. Für sie mache der Verlauf hier Sinn. Bei der vorherigen Po-
sition (näher bei Mast 9), sei kein Couloir gewesen, das gerade nach unten verlau-
fen sei, sondern eher seitlich. Auch stimme die Distanz zum Sessellift. Zwischen 
welchen Masten sie die Sesselbahn unterquert hätten, wisse sie nicht, sie habe 
nicht auf die Nummern geachtet. Was A.________ auf dem Sessellift gesagt habe, 
und wo sie tatsächlich gefahren seien, müsse nicht übereinstimmen. A.________ 
sei nach ihrer Vorstellung etwas schräg, aber nicht steil gegen das Couloir hinge-
fahren, als er gesagt habe, sie sollten warten; sie könne das aber nicht mit Sicher-
heit sagen. Dass an verschiedenen Stellen Lawinen abgegangen seien, habe sie 
nicht realisiert (vgl. Antworten auf Fragen 3e bis 3g). 

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- an der Position (wieder) etwas näher zur Sesselbahn, unterhalb des Masten 9:

Hier hinunter sei es bestimmt nicht gewesen. Das Gelände habe anders ausgese-
hen. Es habe ein Couloir gehabt, das nicht schräg, sondern gerade hinunterge-
gangen sei, so wie bei der vorherigen Position. Der Anriss sei eigentlich direkt un-
ter ihr gewesen. Sie sei oberhalb des linken Eckbereichs des Anrisses (Blickrich-
tung bergwärts gestanden. Von dort aus sei sie zu Q.________ gelangt, ohne über 
einen Anriss fahren müssen. Von dort bis zur Stelle, wo sie dann gewartet hätten, 
hätten sie nie in den Lawinenschnee gequert. Aber sie seien durch Stauden gefah-
ren (vgl. Antwort auf Frage 3g).

- an der Position etwas höher in den Bereich der Anrisskante oberhalb des, der 
Sesselbahn am nächsten liegenden Lawinenzuges (vgl. SLF-Gutachten Abb. 1 
S. 8 und Beilage 2 und 3):

Das stimme für sie nicht hier. Als A.________ schauen gegangen sei, sei da ein 
Couloir gewesen, das gerade nach unten verlaufen sei, ein richtiger Kennel. Die 
Stauden, durch welche sie nachher abgefahren seien, seien rechts (Blickrichtung 
talwärts) von diesem Kennel gewesen. Als sie unten an der Stelle gewesen seien, 
wo sie Hilfe angefordert hätten, habe sie oben eine Person gesehen und ihr zuru-
fen können, dort wo man auch auf dem Foto (vgl. Rega-Bilder Nr. 1 - 3) Personen 
sehe. Von dort, vom Lift her, seien dann auch die Retter zu ihnen heruntergekom-
men. Sie selber seien aber nicht von diesem Bereich her nach unten gefahren. 
Von dort wo die Retter heruntergekommen seien, sei auch die Lawine nicht herun-
tergekommen, (vgl. Antworten auf Frage 3g). 

Über das Variantenfahren oder Tourenfahren hätten sie sich nicht unterhalten. Sie 
sei an zwei Skitagen dabei gewesen. Das sei das erste Mal gewesen, dass man 
Variantenfahren gegangen sei. Eigentliche Vorbereitungen hätten sie nicht getrof-
fen. Es sei ein Spontaneinfall gewesen. Die Themen Lawinengefahr und Lawinen-
bulletin seien nicht diskutiert worden (vgl. Antworten auf Fragen 8 bis 11).

- an der Position (wieder) etwas tiefer, unterhalb des Masten 9, nach Konfronta-
tion, dass Q.________ gesagt habe, sie sei hier gestanden, als A.________ un-
ter ihr durchgefahren sei, wo die Lawine abgegangen sei:

Dem würde sie nicht zustimmen. Es sei ein richtiger Kennel gewesen, der abge-
gangen sei und es habe diese Stauden auf der rechten Seite (Blickrichtung tal-
wärts) gehabt. Sie seien weiter hinübergefahren, bei welchem Masten wisse sie 
nicht. Dort wo sie gestanden sei, als sie angehalten hätten, habe sie diese Spur, 
die weiter oben nach hinten verlaufen und hinter dem Hügel verschwunden sei, 
überblicken können, nicht nur ein kurzes Stück. Wenn sie jetzt hier stehe, würde 
sie von dieser Spur nur das letzte Stück, weit hinten sehen. Um dorthin zu gelan-
gen, wo die Spur hingeführt habe, wären sie zu tief gewesen. Aber sie hätten ja 

32

auch nicht nach hinten gewollt, sondern vorne herab. Andere Spuren und andere 
Variantenfahrer habe sie nicht gesehen (vgl. Antworten auf Fragen 13, 16 bis 20).

- an der Position wo P.________ und Q.________ Hilfe angefordert und gewartet 
haben (fotografisch dokumentierter Standort auf dem Rega-Bild Nr. 3):

Auf der Geländekante Richtung Sessellift schräg nach links oben (Blickrichtung berg-
wärts) sei die erwähnte Person erschienen, der sie zugerufen habe. Sie selber seien 
nicht von dort heruntergefahren, sondern von weiter rechts (Blickrichtung bergwärts). 
Der Fluss der Lawine sei immer links (Blickrichtung talwärts) von ihnen gewesen, 
als sie durch die Stauden hier heruntergefahren seien. Sie hätten diesen nie ge-
quert. Die Helfer seien von der anderen Seite gekommen. Von den anderen Lawi-
nen wisse sie nichts, davon habe sie nichts wahrgenommen. Sie habe einzig wahr-
genommen, dass es hier hinunter "ufahrig" gewesen sei (vgl. Antwort auf Frage 20).

4.18 Die I.________AG erklärte - in Beantwortung der ihr am 5. Juli 2019 unter-
breiteten Fragen - am 9. Juli 2019 u.a., die Begleiterinnen des Verschütteten hätten 
sich beim Eintreffen der Retter an der auf dem Bild (Kartenausschnitt und Fotos 
mit Varianteneinträgen des Experten S.________ [= Beilage zum Auskunftsbegeh-
ren vom 5.7.2019; vgl. auch SLF-Gutachten Abb. 1 S. 8 und Beilage 2 und 3) mar-
kierten Stelle befunden. Die Retter seien entlang der blau gestrichelten Route 
gemäss Variante B auf der Karte / der Fotografien zu den beiden Frauen gelangt. 
Zu der vom Verunfallten gewählte Route könne sie keine Angaben machen; die 
Retter hätten mit den beiden Frauen gesprochen, jedoch ohne spezifisch nachzu-
fragen, wie der Unfall passiert sei. An weitere Umstände, welche für die eine oder 
andere Variante sprechen würde, könnten sich die Retter nicht erinnern.

4.19 Im Nachtrag vom 3. Juli 2019 zum 'Zusatz-Gutachten' hielt Dr.iur. 
O.________ u.a. fest, durch die Zeugenaussagen sei nun erstellt, dass der Kläger 
nicht, wie auf dem Fotoblatt Nr. 3 der Kapo K.________ (BB-act. 7 Nr. 3) einge-
zeichnet, in den Hangbereich eingefahren sei. Er sei beim Erkunden des Weiter-
wegs hangabwärts vom Schneebrett überrascht worden. Seine Begleiterinnen hät-
ten auf eine Rückmeldung von ihm gewartet, als sich die Lawine gelöst habe. Laut 
Aussagen von P.________ soll man sich oberhalb des Hauptcouloirs befunden 
haben. Nach dem Lawinenabgang sei man durch die Sträucher rechts des Haupt-
couloirs zu dem auf dem Rega-Bild Nr. 3 fotografisch dokumentierten Absatz hin-
untergefahren. Wegen der Grösse und Dichte der Sträucher erachte er es als nicht 
möglich, diese Zone auf diese Weise zu durchfahren. Nach Aussage von 
Q.________ soll man sich oberhalb des südöstlich des Hauptcouloirs befindlichen 
'zweiten' Couloir befunden haben. Von dort erscheine es ihm machbar, durch das 
weniger störende Strauchwerk zum besagten Absatz hinunterzufahren. Die Grup-

33

pe habe wohl nicht - wie ursprünglich geplant - zwischen den Masten Nr. 10 und 
11, sondern im Bereich des Masten Nr. 9, ins fragliche Gelände gequert. Unab-
hängig davon, ob man auf die Aussagen von P.________ oder Q.________ ab-
stütze, hätte der Kläger die Möglichkeit gehabt, mit den beiden Begleiterinnen in 
südöstlicher Richtung zur Piste zurück zu queren, wenn er die weitere Abfahrt 
durch eines der beiden Couloirs als zu riskant eingestuft hätte und nicht vom Nie-
dergang des Schneebrettes überrascht worden wäre. 

4.20 Am 21. Januar 2020 erstatteten die Gutachter des SLF (unterzeichnet von 
den Autoren R.________ und S.________ sowie dem Institutsleiter Prof. Dr. 
BA.________) das SLF-Gutachten, Lawinenunfall J.________ (Gmde. 
W.________) vom [Ereignistag]. 

Einleitend wiesen die Gutachter darauf hin, dass keine schnee- und lawinentech-
nischen Aufnahmen an der Unfallstelle stattgefunden haben und die Geländebe-
gehung durch die Gutachter erst im Sommer 2019 durchgeführt werden konnte. 
Die gutachterliche Beantwortung der Fragen des Gerichts und der Parteien basier-
ten daher ausschliesslich auf den Erkenntnissen der zwei Geländebegehungen 
vom 3. Juni und 2. Juli 2019 und den zur Verfügung stehenden (einzeln aufgeliste-
ten) Unterlagen. Die nach Aktenlage bestehenden Diskrepanzen betreffend die 
genauen Ortsangaben, insbesondere der gewählten Route, wo sich die Gruppe 
kurz vor dem Unfallereignis aufgehalten habe und wo der Verunfallte in den Hang 
gefahren sei, bevor ihn die Lawine erfasst habe liessen sich aus den Akten nicht 
mit absoluter Sicherheit beantworten (S. 2 ff.).

Nach Wiedergabe des Unfallhergangs (S. 4 f.) entsprechend dem Kriminalrapport 
vom 3. März 20__ (BB-act. 6; Erw. 4.5 hiervor) wiesen die Gutachter unter "Gene-
relle Hinweis zum Gutachten" u.a. darauf hin, dass dieser Kriminalrapport teilweise 
falsche Ortsangaben (falsch eingetragene Unfallkoordinaten), sowie falsche Steil-
heitsangaben enthalte. Die Kartierung der Lawine durch das SLF im September 
2018 (vgl. Erw. 4.9 hiervor) sei auf Basis der damals zur Verfügung stehenden Fo-
tos der I.________AG und Kapo K.________ erfolgt, die aus dem Bereich der 
Fundstelle des Verschütteten gemacht worden seien. Aus diesem Blickwinkel sei 
nur der Teil der Schneebrettlawine orografisch aussen links sichtbar gewesen, so 
dass auf Basis dieser Bilder eine Kartierung der ganzen Lawine nicht möglich ge-
wesen sei. Aus diesem Blickwinkel sei möglicherweise die These der Kapo 
K.________ entstanden, die Gruppe habe sich im Bereich dieses Lawinenanrisses 
aufgehalten (vgl. BB-act. 7 Nr. 5). Dass polizeiliche Unfallaufnahmen auch im An-
rissgelände stattgefunden hätten, sei aus den Akten nicht ersichtlich. Schnee- und 
lawinentechnische Aufnahmen am Unfallort seien keine durchgeführt worden. Die 
Abfahrtsroute des Klägers sei somit nicht bekannt. Die Bilder im Kriminalbericht 

34

(BB-act. 7) liessen keine gesicherten Rückschlüsse über den Ort der Einfahrt des 
Klägers zu. Die schriftlichen Befragungen der beiden Zeuginnen P.________ und 
Q.________ im April 2019 habe die Frage der genauen Örtlichkeit nicht klären 
können (vgl. Erw. 4.13 und 4.15 hiervor). Ihre Aussagen anlässlich der Gelände-
begehung vom 2. Juli 2019 (vgl. Erw. 4.16 und 4.17 hiervor) seien sich in Bezug 
auf die Örtlichkeit widersprechend. Es gebe somit keine gesicherte Aussage zu 
den Fragen, wo die Gruppe angehalten habe, bevor der Kläger in den Hang einge-
fahren sei und wo er in den Hang eingefahren sei, bevor er von der Lawine erfasst 
worden sei. Als einzig auswertbare Unterlagen existierten die Rega-Bilder Nr. 1 bis 
8, die von der REGA-Crew während des Anflugs und während der Rettung ge-
macht worden seien. Auf Basis dieser Bilder und den Informationen von der 
Geländebegehung vom 3. Juni 2019 habe die Lawine neu kartiert werden können 
(S. 5 f.; Abb. 1 S. 8 und Beilage 2).

Nach Ausführung zum "Wetter am Unfalltag und Witterungsverlauf bis zum Unfall-
tag" (S. 6 f.) führten die SLF-Experten in Beantwortung der mit Gutachterauftrag 
vom 1. April 2019 gestellten Fragen u.a. Nachfolgendes aus:

ad 1.a) (…). Die Lawine (Verortung, Ausmass, etc.) ist zu beschreiben und auf einer 
Karte festzuhalten.

Die drei Anrissgebiete der Schneebrettlawine, die Fliessrichtung der Lawine und 
das Ablagerungsgebiet hätten mit guter Genauigkeit rekonstruiert und entspre-
chend in die Karte eingezeichnet werden können. Das Ausmass der Unfalllawine 
habe anhand der Bilder der Rega-Bilder rekonstruiert werden können. Eingezeich-
net seien zudem die gemäss Aussagen anlässlich der Begehung vom 2. Juli 2019 
von P.________ (Variante A) und Q.________ (Variante B) möglichen Einfahrtsva-
rianten des Klägers in den Unfallhang (Abb. 1):

[Kartenausschnitt mit Eintragungen der Unfalllawine und Varianten]

Folge man den Aussagen von P.________, wonach der Kläger in das mittlere der 
beiden Anrissgebiete eingefahren sei (Variante A), so müssten aus Sicht der Gut-
achter auf den REGA-Bilder die Spuren der beiden Frauen sichtbar sein, als sie 
nach der Erfassung von A.________ ein Stück abgefahren seien. Beide Zeugin-
nen würden aussagen, dass sie nicht im Hang hinuntergerutscht seien, wo die La-
wine abgegangen sei, weil sie dies als zu gefährlich beurteilt hätten. Q.________ 
habe gemäss Zeugenaussage das Snowboard ausgezogen, als sie gemeint habe, 
eine Bewegung im Schnee gesehen zu haben. Dabei sei sie im Schnee eingesun-
ken, was darauf hinweise, dass der Schnee weich gewesen sei. Wenn die beiden 
Frauen vom Standort, den P.________ beschreibe, nach unten gerutscht wären, 
so müssten nach Ansicht der Gutachter auf den REGA-Bildern entsprechende Spu-
ren sichtbar sein. Die Gutachter würden daher eher zur Annahme neigen, dass die 

35

Gruppe beim Standort, wie ihn Q.________ beschreibe, d.h. auf der orografisch 
rechten Seite des Lawinenhanges stehen geblieben sei und dass der Kläger von 
orografisch rechts in den Hang (Variante B) gefahren sei. Aktuell lasse sich die 
Frage der genauen Örtlichkeiten nicht mehr mit ausreichender Sicherheit beant-
worten.

ad 1.b) Auf den Rega-Bildern ist eine Linie sichtbar (…). Handelt es sich dabei auf 
der ganzen Länge um eine Anrisskante? Was bedeutet dies für das Ausmass 
oder die Anzahl Lawinenniedergänge?

Auf den Rega-Bildern seien drei Hauptanrissgebiete ersichtlich, aus denen der 
Schnee in den zentralen Graben und somit in dasselbe Ablagerungsgebiet geflos-
sen seien. Die Gutachter würden davon ausgehen, dass sich die Schneebrettlawi-
nen in den drei Anrissgebieten praktisch gleichzeitig d.h. innert wenigen Sekunden 
gelöst hätten. Man könne hier von einer Lawine mit mehreren Anrisszonen spre-
chen. Es handle sich nicht um eine einzelne Anrisskante auf der ganzen Linie, 
sondern stellenweise um die Anrisskanten der drei Anrissgebiete.

ad 1.c) Gegenüber der Polizei führte P.________ aus: "... nach dem Stillstand der La-
winen..." (vgl. Frage 16 Einvernahme Protokoll). Ging am besagten [Ereignis-
tag] am J.________ eine einzige Lawine nieder oder besteht die Möglichkeit 
von Primar- und Sekundärlawinenniedergängen?

Die Aussage von P.________ zeige, dass sich der Schnee aus den drei Anrissge-
bieten praktisch gleichzeitig, möglicherweise durch eine Kettenreaktion gelöst ha-
be. Es sei nachvollziehbar, dass, sobald die Schneemassen in Bewegung seien, 
dies als eine Lawine wahrgenommen werde, insbesondere auch weil die Schnee-
massen aus den drei Anrissgebieten durch den selben Graben abgeflossen seien. 
Aus Sicht der Gutachter bestehe ein direkter Zusammenhang zwischen der Befah-
rung des Hanges durch A.________ und der Auslösung der Lawine. Es sei anzu-
nehmen, dass sich die Lawine in der Mulde, in die A.________ eingefahren sei, 
als erstes gelöst habe (sogenannte Primärlawine) und unmittelbar darauf sich 
ebenfalls die Lawinen in den anderen Anrissgebieten gelöst hätten, wobei der 
Schnee der mittleren und der orografisch rechten Mulden schliesslich als eine La-
wine durch den Graben ins Ablagerungsgebiet geflossen sei.

ad 2.a) Generelle Beschreibung des Lawinenhanges und im Speziellen unter beson-
derer Berücksichtigung des Lawinenbulletins vom [Ereignistag].

Der Unfallhang sei nach Nordosten abfallend, zwischen 25° und 45° steil und liege 
auf einer Höhe von 1850 bis 1950 m.ü.M.. Aufgrund der unregelmässigen Gelän-
deform seien die Hangneigungen auf kleinem Raum sehr unterschiedlich. Der be-
troffene Hangbereich werde im oberen Bereich durch zwei markante Mulden ge-
gliedert, beide zwischen 35° und 40° steil. Diese Mulden würden hangabwärts in 
einen gemeinsamen Graben leiten, welcher ungefähr in der Hangmitte erreicht 

36

werde. Abgleitender Schnee aus diesen zwei Mulden und den teils sehr steilen 
angrenzenden Flanken werde in diesem Graben kanalisiert.

lm Lawinenbulletin vom [Ereignis-Vortag], 17 Uhr, und vom [Ereignistag], 8 Uhr, sei 
eine "erhebliche" Lawinengefahr (Stufe 3) in allen Expositionen oberhalb von rund 
1800 m prognostiziert worden. Der Triebschnee sei als Hauptgefahr und Altschnee 
als zweite Gefahr beschrieben worden (im Detail vgl. Erw. 4.1 hiervor). Gemäss 
dieser Prognose seien Triebschneeansammlungen die Hauptgefahr gewesen. 
Auch anhand der Wind- und Neuschneemessungen der umliegenden     IMIS-
Messstationen (Schneestation CA.________, rund 1.5 km nördlich der Unfallstelle 
auf 2262 m.ü.M. und Windstation DA.________, rund 3 km nord-nordöstlich der 
Unfallstelle auf 3028 m.ü.M.; vgl. dazu Beilage 6 und 'Generelle Hinweise' S. 6) 
könne davon ausgegangen werden, dass sich in der Unfallregion zwischen dem 
12. und [Ereignistag] Triebschnee gebildet habe. Dieser liege meistens unregel-
mässig verteilt. Betroffen von der Triebschneegefahr seien in der Regel vor allem 
Rinnen und Mulden sowie Kammlagen. Der Hinweis, dass der Triebschnee ober-
halb 2200 m auf einer schwachen Altschneedecke gelegen sei, bedeute, dass 
oberhalb 2200 m der Deckenaufbau zudem im Altschnee verbreitet schwach und 
dadurch die Gefahr auch grossflächiger habe vorhanden sein können und grösse-
re Schneebrettlawinen möglich gewesen seien. Zusammengefasst handle es sich 
beim Unfallhang um einen Hang, auf den die Beschreibung als besondere Gefah-
renstelle gemäss Lawinenbulletin zugetroffen habe.

ad 2.b) Welche Bedeutung kommt der Tatsache zu, dass sich der Lawinennieder-
gang über 1800 m.ü.M