# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d67cce2d-508a-5e52-af24-a3ec88f063eb
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-11-29
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 29.11.2018 200 2018 140
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2018-140_2018-11-29.pdf

## Full Text

200 18 140 IV
SCP/BRM/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 29. November 2018

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Loosli, Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiber Braune

A.________
vertreten durch B.________, Rechtsanwältin C.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 17. Januar 2018

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Nov. 2018, IV/2018/140, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der im Januar 2007 geborene A.________ wurde erstmals am 3. April 
2007 zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung bei der IV-
Stelle Bern (IVB) angemeldet; beantragt wurden medizinische Massnah-
men im Zusammenhang mit den Geburtsgebrechen Ziff. 303 und 352 An-
hang GgV (Akten der IVB [act. II] 1). Am 25. Mai 2007 erteilte die IVB Kos-
tengutsprache für die Behandlung der Geburtsgebrechen Ziff. 303 und 355 
Anhang GgV (act. II 5). 

B.

Wegen einer Autismus-Spektrum-Störung (ASS) wurde A.________ am 
20. Januar 2017 erneut zum Leistungsbezug bei der IVB angemeldet (act. 
II 7). Die IVB holte medizinische Berichte ein (act. II 15, 19), welche sie 
dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) zur Stellungnahme vorlegte mit 
der Frage, ob sich aus den Berichten schliessen lasse, dass bereits vor 
dem 5. Altersjahr autismusspezifische Symptome festgehalten worden sei-
en und ob aus versicherungsmedizinsicher Sicht eine Geburtsgebrechen 
Ziff. 405 Anhang GgV vorliege (act. II 20). In ihrer Beurteilung vom 15. Mai 
2017 hielt die RAD-Ärztin Dr. med. D.________, Fachärztin für Kinder- und 
Jugendpsychiatrie und -Psychotherapie FMH, fest, dass vor Vollendung 
des 5. Lebensjahres keine Auffälligkeiten im Sinne einer autistischen 
Störung von Fachpersonen erwähnt worden seien; versicherungsmedizi-
nisch sei das Geburtsgebrechen Ziff. 405 Anhang GgV nicht ausgewiesen 
(act. II 21).

Daraufhin stellte die IVB mit Vorbescheid vom 23. Mai 2017 die Abweisung 
des Leistungsbegehrens für medizinische Massnahmen in Aussicht (act. II 
22). Hiergegen liessen die Eltern des Versicherten, vertreten durch die 
B.________, Rechtsanwältin C.________, am 13. Juni 2017 und mit er-
gänzender Begründung vom 7. Juli 2017 (act. II 23, 33) Einwand erheben 
mit den Anträgen, auf das Leistungsbegehren sei einzutreten und dem 

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Versicherten seien die gesetzlichen Leistungen zu erbringen. Nach Ein-
gang eines Verlaufsberichtes vom 30. August 2017 (act. II 35) bestätigte 
die RAD-Ärztin ihre bisherige Beurteilung hinsichtlich der geltend gemach-
ten Autismus-Störung, befürwortete hingegen eine Unterstützung nach Art. 
12 IVG (act. II 37). 

Mit Verfügung vom 17. Januar 2018 wies die IVB das Leistungsbegehren in 
Bezug auf die Anerkennung des Geburtsgebrechens Ziff. 405 Anhang GgV 
ab; zum weiteren Abklärungsergebnis und zum erhobenen Einwand nahm 
sie in der Verfügung Stellung (act. II 43). Am 18. Januar 2018 teilte die IVB 
mit, dass sie Kostengutsprache für Psychotherapie in der Zeit vom 10. Fe-
bruar 2017 bis 31. Januar 2019 (Revision) erteile (act. II 45). 

C.

In der am 16. Februar 2018 erhobenen Beschwerde lässt der Versicherte, 
weiterhin vertreten durch die B.________, Rechtsanwältin C.________, 
beantragen, die Verfügung vom 17. Januar 2018 sei aufzuheben und die 
Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, dem Beschwerdeführer die ge-
setzlichen Leistungen auszurichten. Zur Begründung wird im Wesentlichen 
geltend gemacht, dass entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin 
beim Versicherten bereits vor dem fünften Altersjahr eine Autismus-
Spektrum-Störung erkennbar gewesen sei; die IVB habe in ungenügender 
Weise berücksichtigt, dass beim Versicherten keine klassische Form des 
Autismus, sondern ein atypischer Autismus diagnostiziert worden sei, bei 
welchem nicht vorausgesetzt werde, dass in sämtlichen diagnostischen 
Bereichen Symptome nachweisbar seien. 

In ihrer Beschwerdeantwort vom 10. April 2018 beantragt die IVB unter 
Hinweis auf eine beigelegte nochmalige Stellungnahme des RAD vom 
19. März 2018 die Abweisung der Beschwerde. 

Im Rahmen der instruktionsrichterlich gebotenen Gelegenheit, hierzu Stel-
lung zu nehmen (vgl. prozessleitende Verfügung vom 12. April 2018), 
bestätigte der Beschwerdeführer den bisher vertretenen Standpunkt sowie 
die gestellten Anträge mit Eingabe vom 11. Mai 2018. 

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In der Folge traf der Instruktionsrichter weitere Abklärungen, insbesondere 
forderte er den Beschwerdeführer mit den prozessleitenden Verfügungen 
vom 14. Juni 2018 bzw. 29. Juni 2018 unter Hinweis auf die ihn treffende 
Beweislast sowie Mitwirkungspflicht auf, die im Rahmen der Krankenge-
schichte echtzeitlich erfolgten Aufzeichnungen des vorbehandelnden Arz-
tes Dr. med. E.________ in vollständiger Ausführung vorzulegen bzw. de-
ren Vorlage durch den neu behandelnden Hausarzt zu veranlassen. 

Nach Eingang weiterer Unterlagen (Beschwerdebeilage [act. IA] 13 ff.) so-
wie der Antwort von Dr. med. F.________ auf das instruktionsrichterliche 
Schreiben vom 15. Mai 2018 (bei den Gerichtsakten) hielt die IVB in ihrer 
Duplik vom 7. August 2018 – nach nochmaliger Konsultation des RAD – an 
den in der Beschwerdeantwort gestellten Rechtsbegehren fest. Gleiches 
gilt für die von den Parteien am 6. September bzw. 20. September 2018 
abgegebenen Schlussbemerkungen sowie den aufgrund der vom Be-
schwerdeführer eingereichten weiteren Beweismittel vorgelegten Stellung-
nahmen der IVB vom 5. Oktober 2018 (samt neuerlichem Bericht des RAD 
vom 4. Oktober 2018) bzw. des Beschwerdeführers vom 2. November 
2018.

Am 5. November 2018 ersuchte der Instruktionsrichter den – den Be-
schwerdeführer seit Januar 2013 – behandelnden Arzt, Dr. med. 
G.________, dem Gericht die ab 7. Februar 2010 gemachten Aufzeichnun-
gen des vorbehandelnden Dr. med. E.________ – die ihm über den zwi-
schenzeitlich behandelnden Dr. med. F.________ zugekommen sein dürf-
ten – vollständig zur Verfügung zu stellen. Diese Unterlagen gingen am 
9. November 2018 beim Gericht ein. Sie stimmten mit der den Parteien 
bereits bekannten Beschwerdebeilage act. I 5 überein. 

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Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtenen Entscheide sind in Anwendung von Sozialver-
sicherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch die angefochtenen Entscheide berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb er zur 
Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gege-
ben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über 
Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs-
rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwer-
den einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 17. Januar 2018 (act. 
II 43). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Versicherten auf Leistun-
gen der Invalidenversicherung im Zusammenhang mit dem Geburtsgebre-
chen Ziff. 405 Anhang GgV.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Als Geburtsgebrechen gelten diejenigen Krankheiten, die bei
vollendeter Geburt bestehen (Art. 3 Abs. 2 ATSG).

2.1.1 Nach Art. 13 Abs. 1 IVG haben Versicherte bis zum vollendeten 20. 
Altersjahr Anspruch auf die zur Behandlung von Geburtsgebrechen (Art. 3 
Abs. 2 ATSG) notwendigen medizinischen Massnahmen. Der Bundesrat 
bezeichnet die Gebrechen, für welche diese Massnahmen gewährt werden; 
er kann die Leistung ausschliessen, wenn das Gebrechen von geringfügi-
ger Bedeutung ist (Art. 13 Abs. 2 IVG).

2.1.2 Mit Art. 13 Abs. 2 IVG wurde dem Bundesrat die Kompetenz erteilt, 
aus der Gesamtheit der Geburtsgebrechen im medizinischen Sinne jene 
auszuwählen, für welche medizinische Massnahmen der IV zu gewähren 
sind (Geburtsgebrechen im Rechtssinne des IVG; BGE 122 V 113 E. 3a cc 
S. 119). Der Bundesrat verfügt dabei über einen weiten normativen Ermes-
sensspielraum (BGE 105 V 21; AHI 1999 S. 168 E. 2b). Die Geburtsgebre-
chen sind in der Liste im Anhang zur Verordnung vom 9. Dezember 1985 
über Geburtsgebrechen (GgV; SR 831.232.21) aufgeführt. Die Frage, ob 
ein Geburtsgebrechen im Rechtssinne vorliegt, ist nicht prognostisch, son-
dern retrospektiv zu beurteilen; wird zwar ursprünglich eine Geburtsgebre-
chen-Diagnose gestellt, erweist sich diese aber nachträglich als falsch, sind 
die Leistungsvoraussetzungen nicht erfüllt (SVR 2009 IV Nr. 18 S. 48 E. 
3.3 und 3.4).

2.1.3 Geburtsgebrechen nehmen in der Invalidenversicherung eine Son-
derstellung ein. Denn bis zum vollendeten 20. Altersjahr können Versicher-
te gemäss Art. 8 Abs. 2 IVG unabhängig von der Möglichkeit einer späteren 
Eingliederung in das Erwerbsleben die zur Behandlung von Geburtsgebre-
chen notwendigen medizinischen Massnahmen beanspruchen. Eingliede-
rungszweck ist die Behebung oder Milderung der als Folge eines Geburts-
gebrechens eingetretenen Beeinträchtigung (BGE 115 V 202 E. 4e cc S. 
205; Entscheid des BGer vom 21. Mai 2015, 8C_664/2014, E. 2.2). Dem-
gegenüber fällt die Behandlung des Leidens an sich nicht in den Aufgaben-
bereich der Invaliden-, sondern in denjenigen der sozialen Kranken- und 

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Unfallversicherung (vgl. Art. 12 Abs. 1 IVG; Entscheid des BGer vom 9. 
April 2014, 8C_106/2014, E. 7.1).

2.2 Um den Leistungsanspruch beurteilen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben 
(vgl. BGE 132 V 93 E. 4 S. 99).

2.2.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

2.2.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

3.

3.1 Zur medizinischen Befunderhebung und Diagnostik ergibt sich aus 
den Akten im Wesentlichen das Folgende:

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3.1.1 Dr. phil. H.________, Fachpsychologin für Neuropsychologie und 
Psychotherapie FSP, und Dr. med. I.________, Facharzt FMH für Kinder- 
und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie, von der Psychotherapeuti-
schen Praxisgemeinschaft J.________ stellten im Rahmen der Kinderpsy-
chologischen Sprechstunde vom 16. Januar bis 18. Februar 2013 beim 
Versicherten unter den Bedingungen einer äusserst wohlwollenden, sup-
portiven und sicherheitsvermittelnden Testatmosphäre aktuell einen allge-
meinen Entwicklungsrückstand mit/bei im Vordergrund stehenden grossen 
sprachlichen Auffälligkeiten (expressive und rezeptive Sprache) fest. Al-
tersgerechte Fähigkeiten hätten sich unter diesen Testbedingungen bei 
räumlich-konstruktiven und allgemein bei handlungsbezogenen Anforde-
rungen gezeigt. Es könne davon ausgegangen werden, dass der Versicher-
te auf Grund seiner erheblichen sprachlichen Schwierigkeiten, welche bis-
her noch nicht logopädisch behandelt worden seien, zunehmend überfor-
dert gewesen sei und im Rahmen dieser Überforderung zunehmend ag-
gressiv-ausagierendes bis hin zu selbstverletzendem Verhalten gezeigt 
habe. Auch die Müdigkeit sei bei unauffälligen somatischen Befunden im 
Rahmen dieser Überforderung zu interpretieren. Diese Hypothese werde 
auch gestützt durch die Rückmeldung der Kindseltern, wonach sich alle 
Verhaltensauffälligkeiten nach ca. vier-wöchigem Fernbleiben vom Kinder-
garten langsam zurückbildeten und der Versicherte wieder fröhlicher und 
leistungsbereiter wirke (act. II 19 S. 23-27).

Die gleichen Therapeuten berichteten am 17. Februar 2014, beim Versi-
cherten lasse sich – beim nunmehr klinisch deutlich gereiften Knaben 
mit/bei deutlich besserem Arbeitsverhalten und nun guter Kooperationsbe-
reitschaft – nach wie vor ein diskrepantes Entwicklungs-/Leistungsprofil 
objektivieren. Im Vordergrund stehe eine ausgeprägte sprachliche Proble-
matik/Teilleistungsstörung (Wortschatz, serielle Merkfähigkeit, phonologi-
sches Arbeitsgedächtnis, verlangsamter Wortabruf). Altersgerechte Fähig-
keiten zeigten sich bei räumlich-konstruktiven und allgemein bei hand-
lungsbezogenen Anforderungen; ebenso zeige der Versicherte gute Vor-
läuferfertigkeiten im rechnerischen Bereich. Das Arbeitsverhalten habe sich 
allgemein verbessert, hinsichtlich des auffallend verlangsamten Arbeits-
tempos dagegen verschlechtert. Aufgrund der Befunde sei eine Einschu-
lung in die Sprachheilschule indiziert (act. II 19 S. 17-20). 

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3.1.2 In seinem Bericht vom 15. Februar 2016 hielt der den Versicherten 
ab Januar 2013 behandelnde Dr. med. F.________, FMH Allgemeine Inne-
re Medizin, als Diagnose Verhaltensschwierigkeiten (mit/bei DD Überforde-
rungssituation bei kognitiv grenzwertiger Leistungsfähigkeit und sprachli-
cher Teilleistungsstörung, Angsterkrankung), ein grenzwertiges Entwick-
lungs-Leistungsprofil mit ausgeprägter sprachlicher Teilleistungsstörung 
(St. n. Logopädie, St. n. Früherziehung 3/13 bis 8/14) sowie ein normosen-
sorisches Spätschielen (mit/bei St. n. Schieloperation 3/11) fest. Die dama-
lige Abklärung (erstmaliges Auftreten der Überforderungssituation im Janu-
ar 2013) habe einen Gesamt-IQ von 81 mit sehr unausgeglichenem Leis-
tungsprofil ergeben, eher nicht klassisch einer geistigen Behinderung ent-
sprechend, sondern wahrscheinlich sei eine Entwicklungsstörung auf 
Grund der grossen Sprachproblematik entstanden (act. II 19 S. 15). 

3.1.3 Auf Anregung der Kinder- und Jugendpraxis K.________ wurde die 
Verdachtsdiagnose Asperger-Syndrom fachärztlich abgeklärt (act. II 19 S. 
14); der hiermit betraute Dr. med. L.________, Facharzt FMH für Kinder-
neurologie, nannte in seinem Bericht vom 26. Dezember 2016 als Diagno-
sen eine Autismus-Spektrum-Störung sowie ein normo-sensorisches Spät-
schielen. Die seit Kleinkindesalter (Früherziehung, Logopädie) immer wie-
der aufgetretenen Bedürfnisse seien nachvollziehbar, ebenso die schuli-
schen Massnahmen. Weder anamnestisch noch klinisch hätten sich Hin-
weise auf neurologische Defizite oder für eine fortschreitende neurodege-
nerative Erkrankung gefunden (act. II 19 S.9-11). Ein anschliessend durch-
geführtes EEG habe keine erhöhte zerebrale Erregbarkeit oder für herd-
förmige Störungen gezeigt (act. II 19 S. 7 f.).

3.1.4 Dr. med. M.________, Fachärztin FMH für Kinder- und Jugend-
psychiatrie und –psychotherapie diagnostizierte in ihrem Bericht vom 5. Mai 
2017 zuhanden der IVB eine Autismus-Spektrum-Störung, atypischer Au-
tismus (ICD-10: F84.1; Diagnose erstmals gestellt am 11. November 2016 
durch die Referentin), eine reaktiv depressive Störung mit rezidivierenden 
Erschöpfungszuständen und heftigen Impulsdurchbrüchen zuhause sowie 
eine kognitive Leistungsfähigkeit im Bereich einer Lernbehinderung. Der 
Gesundheitszustand wirke sich seit dem Kindergarten auf den Schulbesuch 
aus; der Versicherte sei durch Früherziehung und Logopädie unterstützt 

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worden. Er brauche intensive Betreuung. Als aktuelle Symptome werden 
auffällige Kommunikation, rasche Reizüberflutung, heftige Impulsdurch-
brüche, fehlende Flexibilität bei unerwarteten Veränderungen und häufiges 
Fernbleiben vom Unterricht wegen Erschöpfung beschrieben (act. II 19 S. 
2-6).

3.1.5 Die RAD-Ärztin Dr. med. D.________ hielt in ihrem Bericht vom 
15. Mai 2017 fest, dass der Verdacht auf das Vorliegen einer autistischen 
Störung ein erstes Mal im Alter von 9 Jahren entstanden sei. Eine klare 
Diagnose im Sinne eines frühkindlichen Autismus oder eines Aspergersyn-
droms habe nicht gestellt werden können; gegen das Vorliegen eines 
Aspergersyndroms spräche die Sprachentwicklungsverzögerung und für 
das Vorliegen eines frühkindlichen Autismus fehlten Belege von Auffällig-
keiten vor dem vollendeten 5. Lebensjahres. Ein atypischer Autismus be-
dinge ebenso das Vorliegen einer auffälligen Entwicklung mit Beginn im 
oder nach dem dritten Lebensjahr, qualitative Auffälligkeiten der sozialen 
Interaktion und begrenzte, repetitive und stereotype Verhaltensweisen, was 
vorliegend vor Vollendung des fünften Lebensjahres nicht von Fachperso-
nen festgehalten worden sei. Ebensowenig lägen Fachberichte aus späte-
ren Zeiten vor, die eine solche Symptomatik vor dem fünften Geburtstag 
bestätigten. Aus versicherungsmedizinischer Sicht sei das Geburtsgebre-
chen Ziff. 405 Anhang GgV nicht ausgewiesen (act. II 21).

3.1.6 Am 16. Juni 2017 führte Dr. med. M.________ – nach Kenntnis-
nahme vom Vorbescheid – aus, dass die diagnostischen Kriterien des aty-
pischen Autismus den Richtlinien für frühkindlichen Autismus entsprächen, 
abgesehen davon, dass das Manifestationsalter verspätet sei und/oder 
notwendige Symptome aus einem der drei kritischen Störungsbereiche 
(soziale Interaktion, Kommunikation, repetitiv-stereotype Verhaltensweisen) 
fehlten. Beim Versicherten liege ein Autismus mit atypischem Erkran-
kungsalter und atypischer Symptomatologie vor; bei dieser Störung seien 
autimustypische Symptome vor Erreichen des 5. Lebensjahres nicht zwin-
gend vorhanden (act. II 27 S. 1).

3.1.7 Zum vorstehenden Bericht nahm die RAD-Ärztin Dr. med. 
D.________ am 29. Juni 2017 (act. II 31 S. 2) Stellung und führte aus, dass 
keine neuen medizinischen Fakten vorgebracht worden seien, welche die 

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Anerkennung des Geburtsgebrechens Ziff. 405 Anhang GgV rechtfertigen 
würde; es fehle der Nachweis von krankheitsspezifischen, therapiebedürfti-
gen Symptomen vor Vollendung des 5. Lebensjahres im Sinne von Rand-
ziffer 405 des Kreisschreibens über die medizinischen Eingliederungs-
massnahmen der Invalidenversicherung (KSME).

3.1.8 Dr. med. N.________, Kinder- und Jugendpraxis K.________, attes-
tierte am 30. August 2017 einen stationären Gesundheitszustand; der Ver-
sicherte sei am 14. August 2017 in die Klinik P.________ (Tagesklinik; teil-
stationäre Behandlung) eingetreten. Medizinisch werde zweimal monatlich 
Psychotherapie durchgeführt zwecks Stärkung der Eltern in ihrer Erzie-
hungsfähigkeit sowie Stellung der richtigen Diagnose; angestrebt werde die 
weitere Festigung und Stärkung und Begleitung der Eltern (act. II 35).

3.1.9 Im Bericht vom 3. Oktober 2017 bestätigte die RAD-Ärztin Dr. med. 
D.________ ihre vorangegangene Beurteilung, dass das Geburtsgebre-
chen Ziff. 405 Anhang GgV nicht anerkannt werden könne. Die installierte 
Behandlung ziele darauf ab, die Beschulungsfähigkeit wieder herzustellen 
und damit die spätere Erwerbsfähigkeit vor wesentlicher Beeinträchtigung 
zu bewahren; es könne deshalb Unterstützung nach Art. 12 IVG zugespro-
chen werden (act. II 37 S. 4 f.).

3.1.10 Dr. med. E.________, der den Versicherten von Geburt an bis min-
destens September 2012 hausärztlich betreut hat, berichtete in der Kran-
kengeschichte – soweit die Aufzeichnungen überhaupt entzifferbar sind – 
von wiederholten Infektionen (Husten, Grippe, Ohren), von operativen Ein-
griffen (Phimose, Hypospadie, Strabismus) und Verletzungen nach Unfäl-
len (Verklebung von Wimpern, Sturz mit Dreirad); hingewiesen wird allge-
mein auf einen gewissen Entwicklungsrückstand (Untersuchung vom 12. 
Januar 2009 (act. II 46 S. 25 f.).

3.1.11 In der im Rahmen der Beschwerdeerhebung eingeholten Stellung-
nahme der psychiatrischen Dienste O.________ vom 7. Februar 2018 wur-
de ausgeführt, dass aus Sicht der psychiatrischen Dienste O.________ vor 
dem vollendeten 5. Lebensjahr bereits Auffälligkeiten erkennbar gewesen 
seien, die auf eine Autismus-Spektrum-Störung hindeuteten. Es wurde dar-
auf hingewiesen, dass Dr. med. E.________ den Patienten im Januar 2009 

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als wenig entwickelt und Dr. med. F.________ im Januar 2013 eine schwe-
re Verhaltensproblematik mit/bei v.a. oppositionellem und mutistischem 
Verhalten, zunehmend aggressiven Reaktionen und Vd.a. eine Spracher-
werbsstörung, DD Autismus-Spektrum-Störung, beschrieben hätten. Ge-
schildert werden sodann die klinischen Beobachtungen während der aktu-
ellen kinderpsychiatrischen Behandlung des Patienten in der Klinik 
P.________ der psychiatrischen Dienste O.________ (Beschwerdebeilage 
[act. I] 4). 

3.1.12 In den im Laufe des vorliegenden Gerichtsverfahrens eingereichten 
ergänzenden Stellungnahmen vom 19. März, 6. August sowie insbesonde-
re vom 4. Oktober 2018 (bei den Gerichtsakten) führte die RAD-Ärztin Dr. 
med. D.________ aus, dass und warum auch im Lichte der vom Be-
schwerdeführer vorgelegten ärztlichen Berichte nicht davon ausgegangen 
werden könne, die Anforderungen für die Anerkennung des Geburtsgebre-
chens Ziff. 405 Anhang GgV seien ausgewiesen; krankheitsspezifische, 
therapiebedürftige autistische Symptome seien bis zur Vollendung des 5. 
Lebensjahres nicht zu beobachten gewesen. 

3.2  Die Tragweite der Anspruchsvoraussetzung von Ziff. 405 Anhang 
GgV richtet sich nach dieser medizinischen Ausgangslage. Das Merkmal 
der bis zur Vollendung des 5. Lebensjahrs gegebenen Erkennbarkeit soll 
es ermöglichen, die prä- oder perinatale Autismus-Spektrum-Störung von 
nachgeburtlich entstandenen gleichartigen Leiden abzugrenzen (vgl. Art. 3 
Abs. 2 ATSG). Daher ist die Altersgrenze, bis zu welcher sich das 
Gebrechen manifestiert haben muss, relativ tief angesetzt. Ziff. 405 Anhang 
GgV setzt aber keine diagnostische Festlegung bis zum festgesetzten Alter 
voraus. Die Voraussetzung einer erkennbaren Störung im Sinne von Ziff. 
405 Anhang GgV wird in einer Weisung zuhanden der Verwaltung 
konkretisiert. Danach sind hinreichend bestimmte Anhaltspunkte für eine 
autistische Störung gegeben, wenn zum vollendeten 5. Lebensjahr 
"krankheitsspezifische, therapiebedürftige Symptome" bestanden (Ziff. 405 
des Kreisschreibens über die medizinischen Eingliederungsmassnahmen 
der Invalidenversicherung [KSME]). Nach dem Gesagten darf das 
Erfordernis "krankheitsspezifischer" Symptome nicht derweise verstanden 
werden, die Symptomatik habe vor dem fünften Geburtstag so klar 

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ausgebildet gewesen sein müssen, dass bereits damals ohne weiteres die 
zutreffende spezifische Diagnose hätte gestellt werden können. Nach der 
Konzeption der GgV besteht bei nachträglicher Diagnose schon dann 
hinreichende Gewissheit darüber, dass die Störung auf die Geburt 
zurückreicht, wenn bis zum 5. Geburtstag autismustypische Symptome 
verzeichnet wurden, welche eine (auch noch nicht endgültig 
spezifizierbare) Störung im fachmedizinischen Sinn auswiesen. Anhand der 
vor vollendetem 5. Lebensjahr festgehaltenen Befunde muss davon 
ausgegangen werden können, dass die nachträglich diagnostizierte 
Störung mit der damaligen identisch ist. Mithin ist das Vorhandensein einer 
bereits vollständig ausgebildeten, also autismusspezifischen Symptomatik 
nicht notwendig. In beweisrechtlicher Hinsicht folgt aus der Möglichkeit 
einer retrospektiven diagnostischen Festlegung, dass nicht nur sogenannt 
"echtzeitlich" getroffene ärztliche Feststellungen massgebend sind, 
sondern auch spätere, soweit sie Rückschlüsse auf eine rechtzeitige 
Erkennbarkeit der Störung zulassen. Allerdings ist eine nachträgliche 
Schilderung von Symptomen mit zunehmender zeitlicher Distanz kritisch zu 
würdigen, dürfte eine solche doch oftmals von späteren Beobachtungen 
überlagert sein. Im Einzelfall muss daher schlüssig dargetan sein, dass die 
betreffende Anamnese nicht bloss aktuelle Feststellungen in die 
Vergangenheit projiziert (vgl. Urteil des Bundesgerichts [BGer] vom 1. Mai 
2013, 9C_682/2012 E. 3.2 mit Hinweisen).

3.3 Vorliegend stellt sich beim am 10. Januar 2007 geborenen 
Beschwerdeführer als relevanter Überprüfungszeitraum die Zeit bis zum 
Januar 2012 dar. Sachverhaltsmässig ist dabei erstellt, dass der 
Beschwerdeführer bis zur Vollendung des 5. Lebensjahres bei Dr. med. 
E.________ in hausärztlicher Behandlung stand; in dessen echtzeitlichen 
Aufzeichnungen der Krankengeschichte finden sich bis zum 
massgebenden Zeitpunkt keine Hinweise auf autismusspezifische 
Symptome. Berichtet wird darin – soweit im vorliegenden Zusammenhang 
von Interesse –  von einem festgestellten Entwicklungsrückstand. 

Später erstellte ärztliche Berichte könnten durchaus von Beweisrelevanz 
sein, sofern sie Rückschlüsse auf die Verhältnisse im 
Überprüfungszeitraum zulassen. Zu solchen Berichten wäre allenfalls 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Nov. 2018, IV/2018/140, Seite 14

diejenigen der Psychotherapeutischen Praxisgemeinschaft J.________ 
(vgl. E. 3.1.1 hiervor), sowie von Dr. med. F.________ (vgl. E. 3.1.2 
hiervor) zu rechnen. Erstere stellte einen allgemeinen Entwicklungsrück-
stand mit/bei im Vordergrund stehenden grossen sprachlichen Auffälligkei-
ten (expressive und rezeptive Sprache) fest, was im Rahmen einer Über-
forderung interpretiert wurde; und der den Beschwerdeführer ab Januar 
2013 behandelnde Dr. med. F.________ diagnostizierte im Februar 2016 
Verhaltensschwierigkeiten (DD Überforderungssituation) sowie ein grenz-
wertiges Entwicklungs-Leistungsprofil mit ausgeprägter sprachlicher Teil-
leistungsstörung, wobei er auf ähnliche Episoden mit Überforderungssym-
ptomen (erstmals im Januar 2013) hinwies. Die Verhaltensauffälligkeiten 
seien, wie er im Schreiben vom 30. Juli 2018 zuhanden des Gerichts 
festhält, nie als Folge der psychosozialen Belastungsfaktoren interpretiert, 
sondern die Symptome als eigenständiger Gesundheitsschaden beurteilt 
worden, wobei damals noch nicht klar gewesen sei, ob es sich um eine 
Autismusspektrumstörung gehandelt habe. Dr. med. M.________ räumte 
schliesslich in ihrer Stellungnahme vom 16. Juni 2017 ein, dass das Mani-
festationsalter verspätet sei und/oder notwendige Symptome aus einem der 
drei kritischen Störungsbereiche (soziale Interaktion, Kommunikation, repe-
titiv-stereotype Verhaltensweisen) fehlten (vgl. E. 3.1.6 hiervor). Damit 
bestätigt sie letztlich, dass vor Vollendung des 5. Lebensjahres des Versi-
cherten keine autismusspezifischen Symptome erkennbar gewesen seien, 
wie dies eben zur Anerkennung des Geburtsgebrechens Ziff. 405 Anhang 
GgV vorausgesetzt wird; dass sie dies auf das Vorliegen eines atypischen 
Autismus zurückführt, vermag nichts daran zu ändern, dass bis zur mass-
geblichen zeitlichen Grenze keine einschlägigen Symptome erkennbar ge-
wesen sind. 

Auch aus den übrigen zur Verfügung stehenden ärztlichen Berichten ergibt 
sich nichts zu Gunsten der Argumentation des Beschwerdeführers: Im 
jüngsten Bericht vom 2. Oktober 2018 hat sich RAD-Ärztin Dr. med. 
D.________ nochmals einlässlich mit den von den behandelnden Ärzten 
vertretenen Standpunkten auseinandergesetzt. Im Lichte dieser Berichte 
hält sie insbesondere fest, dass ein autistisches Kind eben gerade nicht in 
der Lage sei, die seinerzeit attestierte enorme Kompensationsleistung zu 
erbringen; solches Geschehen könnte auch anderen ICD-10-Diagnosen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Nov. 2018, IV/2018/140, Seite 15

zugeordnet werden. Sodann seien Ablenkbarkeit und Abschweifen Zeichen 
einer Aufmerksamkeitsstörung; sie könnten zwar auch mit autistischen 
Störungen einhergehen, seien für deren Vorliegen aber nicht beweisend. 
Differentialdiagnostische Überlegungen seien nicht angestellt und die psy-
chosozialen Umstände diagnostisch nicht beurteilt worden. Die während 
des tagesklinischen Aufenthalts erneut aufgenommene Anamnese aus der 
Kleinkindzeit schildere ab dem zweiten Kindergartenjahr deutlichere Über-
forderungszeichen und zunehmende Verhaltensauffälligkeiten, ab Herbst 
2012 mit Wutausbrüchen, destruktivem Verhalten, Ablehnen von 
Berührungen, sich verschliessen sowie sozialem Rückzug, was erneut ein 
psychoreaktives Geschehen nahelege. Dass eine Symptomatik vor dem 5. 
Lebensjahr bestanden habe, beweise allein noch nicht das Vorliegen eines 
Autismus. Die erste Überweisung zur kinderpsychiatrischen Untersuchung 
sei wegen ausagierendem, oppositionellem und selbstverletzendem Ver-
halten durch Dr. med. Q.________ im Januar/Februar 2013 veranlasst so-
wie eine zweite im Januar/Februar 2014 durchgeführt worden; dabei sei 
weder eine Autismusdiagnose gestellt noch ein entsprechender Verdacht 
geäussert worden. Die zum 5. Geburtstag zeitnahesten kinderpsychiatri-
schen Untersuchungen hätten keine autistische Symptomatik erkennen 
lassen und auch der Bericht der Kindergärtnerin enthalte keine Beschrei-
bung autistischer Symptome. Ob die gestellte Diagnose eines atypischen 
Autismus tatsächlich zutreffend ist, was die RAD-Ärztin grundsätzlich in 
Frage stellt, kann hier letztlich offen bleiben, geht es vorliegend doch einzig 
darum, ob bis zur Vollendung des 5. Lebensjahres beim Beschwerdeführer 
eine autistische Symptomatik erkennbar gewesen ist oder nicht.

Das Gericht hat hinsichtlich dieser Frage keine Zweifel an der Schlüssigkeit 
der Beurteilung der RAD-Ärztin Dr. med. D.________, welche insbesonde-
re in ihrem Bericht vom 2. Oktober 2018 nachvollziehbar und mit einleuch-
tender Begründung dargelegt hat, dass die zur Anerkennung des Geburts-
gebrechens Ziff. 405 Anhang GgV vorausgesetzte Symptomatik bis zum 5. 
Geburtstag des Beschwerdeführers nicht nachgewiesen sei. Diesem Be-
richt kommt volle Beweiskraft zu. 

Angesichts der echtzeitlichen Befundlage kann somit nicht gesagt werden, 
es hätten vor Vollendung des 5. Lebensjahrs des Versicherten, d.h. vor 

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dem 10. Januar 2012, hinreichend bestimmte Anhaltspunkte für eine autis-
tische Störung bestanden, so dass davon ausgegangen werden könnte, die 
entsprechende Störung sei bereits als solche „erkennbar“ im Sinne der 
Rechtsprechung gewesen.

3.4 Nach dem Dargelegten hat die Beschwerdegegnerin ihre Leis-
tungspflicht zu Recht verneint. Die angefochtene Verfügung vom 17. Janu-
ar 2018 ist mithin nicht zu beanstanden; die dagegen erhobene Beschwer-
de ist dementsprechend abzuweisen.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.— bis Fr. 1’000.— festzulegen. 

Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens werden die Verfahrenskosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.—, dem unterliegenden Beschwerdeführer 
auferlegt (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Sie werden dem in gleicher Höhe geleis-
teten Kostenvorschuss entnommen.

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss] und Art. 104 Abs. 
3 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Nov. 2018, IV/2018/140, Seite 17

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.— werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern (samt Eingabe des Beschwerdeführers vom 2. No-

vember 2018)
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

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Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.