# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 87c1edd4-451d-5dec-acc5-87220719fff9
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-04-27
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Sozialversicherungsrechtliche Kammer 27.04.2022 S 2020 83
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_001_S-2020-83_2022-04-27.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: lic. iur. Adrian Willimann, Vorsitz
lic. iur. Jacqueline Iten-Staub und Dr. iur. Matthias Suter
Gerichtsschreiberin: MLaw Jeannine Suter

U R T E I L  vom 27. April 2022 [rechtskräftig]
gemäss § 29 der Geschäftsordnung

in Sachen

A.________
Beschwerdeführer
vertreten durch RA lic. iur. B.________

gegen

Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG, c/o Zurich Schweiz, Postfach, 
8085 Zürich Versicherung
Beschwerdegegnerin 

betreffend

Unfallversicherung 
(Leistungen)

S 2020 83

2

Urteil S 2020 83

A. Der 1951 geborene A.________ war über seine Arbeitgeberin die "C.________ 
AG" obligatorisch bei der Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG (nachfolgend: die Zürich) 
gegen Unfälle und Berufskrankheiten versichert. Mit Unfallmeldung vom 12. April 2019 
(Eingangsdatum) meldete sich der Versicherte mit Hinweis auf einen am 2. Oktober 2018 
erlittenen Unfall ("Séquestration avec violance. Voir dépôt de plainte de Monsieur 
A.________ et de Madame D.________.") bei der Unfallversicherung (UV-act. 1). Mit 
Strafanzeige vom 16. Oktober 2018 hatte er bzw. sein damaliger Rechtsvertreter, 
RA E.________, vorgebracht, der Versicherte sei von F.________, seinem Mitarbeiter und 
Untermieter, in seinem Haus in G.________ über sechs Tage hinweg eingesperrt und 
bedroht worden (UV-act. 3). Die Zürich verlangte in der Folge medizinische und 
betriebliche Unterlagen ein, beauftragte einen Schadeninspektor (SI-Besuchsbericht vom 
5. Juni 2019, UV-act. 26) und zog die Strafakten der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis 
bei (vgl. UV-act. 69, 83, 112; sowie die eingegangenen Strafakten: UV-act. A1 ff.).

Mit Verfügung vom 30. September 2019 verneinte die Zürich für das geltend gemachte 
Ereignis die Tatbestandselemente des Unfallbegriffs und lehnte ihre Leistungspflicht ab 
(UV-act. 70). Der Versicherte liess daraufhin am 29. Oktober 2019 Einsprache erheben 
(UV-act. 73), welche die Zürich mit Einspracheentscheid vom 4. Juni 2020 abwies (UV-
act. 121 = BF-act. 2). 

B. Dagegen liess A.________ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 8. Juli 2020 
Beschwerde beim Verwaltungsgericht führen und folgende Rechtsbegehren stellen:

1. Es sei der angefochtenen Einspracheentscheid vom 4. Juni 2020 sowie die Verfügung vom 

30. September 2019 aufzuheben. Demgemäss sei die Zürich zu verpflichten, dem 

Beschwerdeführer für den im Zeitraum vom 2. bis 7. Oktober 2018 erlittenen Unfall die 

gesetzlichen Leistungen aus UVG (Taggelder, Heilungskosten, Rente etc.) zu leisten.

Eventualiter sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und die Sache zur Abklärung der 

Kausalität der Beschwerden mit dem vom 2. bis 7. Oktober 2018 erlittenen Unfall 

zurückzuweisen.

2. Alles unter Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegegnerin.

Begründend liess er im Wesentlichen darlegen, die Merkmale eines Unfalles seien erfüllt. 
Der Beschwerdeführer sei durch das Verhalten von F.________ unmittelbar betroffen. Er 
sei mit dem Tode bedroht worden, wobei der Täter 1,90 Meter gross, 130 kg schwer und 
kampferprobt gewesen sei. Das Eingesperrt- und Ausgeliefertsein zusammen mit den 

3

Urteil S 2020 83

verbalen und körperlichen Attacken würden das Merkmal der Ungewöhnlichkeit ohne 
Weiteres erfüllen. Weshalb die Darstellung des Beschwerdeführers und seiner Ehefrau 
nicht glaubhaft sein solle, sei nicht ersichtlich. Die angeblichen Widersprüche würden sich 
als haltlos erweisen. Die langdauernde Freiheitsberaubung sei ein dynamisches 
Geschehen, weshalb nicht verwunderlich sei, wenn bei späteren Einvernahmen nicht mehr 
alle Details exakt wiedergegeben würden. Entscheidend sei jedoch, dass das grobe 
Gerüst übereinstimme. Dies sei hier der Fall. Weil die Aussagen des Beschwerdeführers 
und seiner Ehefrau im Wesentlichen deckungsgleich seien, und durch weitere anwesende 
Personen bezeugt werden könnten, sei das Unfallgeschehen glaubhaft dargestellt (act. 1). 

C. Die Zürich (nachfolgend auch: Beschwerdegegnerin) beantragte in ihrer 
Vernehmlassung vom 5. Oktober 2020 die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde. 
Aus prozessualer Sicht stellte sie den Antrag, es seien die kompletten Strafakten bei der 
Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis (Verfahrensnummer _______) zu edieren. Zur 
Begründung führte sie im Wesentlichen aus, der Beschwerdeführer nenne verschiedent-
lich D.________ als Zeugin. Nachdem diese aus dem gleichen Sachverhalt hinaus 
Leistungen von der Beschwerdegegnerin verlange und mit dem Beschwerdeführer 
(gemäss den Hinweisen in der Beschwerde) verheiratet sei, könne sie als Zeugin nicht 
gehört werden. Die Schilderung des Sachverhaltes in der Beschwerdeschrift basiere auf 
den Aussagen des Beschwerdeführers und D.________, wobei sich diese in verschiedene 
Widersprüche verwickelten und nicht glaubwürdig seien. Aus den detaillierten Strafakten 
ergebe sich, dass sich eben gerade kein Sachverhalt abgespielt habe, welcher die 
einzelnen Tatbestandsmerkmale des Unfallbegriffes erfülle. Nachdem das Unfallereignis 
nicht habe glaubhaft gemacht werden können, erübrigten sich Ausführungen in Bezug auf 
die Kausalitätsfrage. Sollte wider Erwarten vom Vorliegen eines Unfalles ausgegangen 
werden, so müsste die Frage der Kausalität allerdings geprüft werden (act.4).

D. Mit Schreiben vom 12. Oktober 2020 gab das Verwaltungsgericht den Parteien 
Gelegenheit, sich im Zusammenhang mit der beantragten Edition der Strafakten zu einer 
Sistierung des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bis zum Abschluss des erwähnten 
Strafverfahrens zu äussern (act. 5).

E. Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 19. Oktober 2020 auf eine Äusserung 
(act. 6). Der Beschwerdeführer beantragte am 22. Oktober 2020, das Verfahren sei nicht 
zu sistieren. Wie sich aus der beigelegten Sistierungsverfügung der Staatanwaltschaft 
Limmattal/Albis vom 18. August 2020 entnehmen lasse, sei das Strafverfahren gegen 

4

Urteil S 2020 83

F.________ sistiert worden, weil dieser aufgrund der COVID-19-Bestimmungen nicht in 
der Schweiz habe einvernommen werden können. Wann diese Sistierung aufgehoben 
werde, und wie lange nachher das Strafverfahren dauere, sei ungewiss. Eine Sistierung 
des vorliegenden Verfahrens würde daher eine Rechtsverweigerung bedeuten (act. 8). 

F. Es erfolgte kein weiterer Schriftenwechsel. Auf die weiteren Ausführungen in den 
Rechtsschriften wird – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen 
eingegangen. 

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1. Am 1. Januar 2021 sind die am 21. Juni 2019 verabschiedeten, geänderten 
Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. Das 
Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung eines Falles grundsätzlich auf den bis 
zum Zeitpunkt des Erlasses des strittigen Entscheids eingetretenen Sachverhalt ab; in 
zeitlicher Hinsicht sind, vorbehältlich abweichender Übergangsbestimmungen, diejenigen 
Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden 
Tatbestandes Geltung hatten (vgl. etwa BGE 147 V 278 E. 2.1; 144 II 326 E. 2.1.1; 131 V 
9 E. 1; 129 V 354 E. 1, je mit Hinweisen). 

Der hier angefochtene Einspracheentscheid erging am 4. Juni 2020; die zu beurteilende 
Beschwerde wurde am 8. Juli 2020 der Post übergeben. Anwendbar sind demnach die bis 
zum 31. Dezember 2020 gültigen Normen des ATSG; diese werden nachfolgend denn 
auch in dieser Fassung zitiert. Etwas anderes ergibt sich hier auch nicht aus Art. 82a 
ATSG (Übergangsbestimmung zur Änderung vom 21. Juni 2019), der vorsieht, dass für im 
Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung vom 21. Juni 2019 beim erstinstanzlichen 
Gericht hängige Beschwerden das bisherige Recht gilt.

2.
2.1 Das Verwaltungsgericht beurteilt als einzige kantonale Instanz Beschwerden aus 
dem Bereich der Sozialversicherung (Art. 57 ATSG i.V.m. § 77 Abs. 1 des Gesetzes über 
den Rechtsschutz in Verwaltungssachen [VRG; BGS 162.1] sowie § 4 Abs. 1 lit. b der 

5

Urteil S 2020 83

kantonalen Vollziehungsverordnung zum Bundesgesetz über die Unfallversicherung 
[BGS 842.5]). Die örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons Zug ist 
vorliegend gestützt auf Art. 58 Abs. 1 ATSG – Wohnsitz der versicherten Person zur Zeit 
der Beschwerdeerhebung – gegeben. Der Beschwerdeführer ist seit Mai 2019 in 
H.________ wohnhaft (vgl. etwa UV-act. 26 S. 4). Damit ist das Verwaltungsgericht des 
Kantons Zug zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde örtlich und sachlich zuständig.

2.2 Der angefochtene Einspracheentscheid datiert vom 4. Juni 2020 und ist dem 
(damaligen) Rechtsvertreter des Beschwerdeführers am 8. Juni 2020 zugegangen. Die 
Beschwerdeschrift wurde am 8. Juli 2020 der Post übergeben. Die Beschwerde ist damit 
i.S.v. Art. 60 Abs. 1 ATSG rechtzeitig eingereicht worden. Die Beschwerdeschrift 
entspricht sodann den formellen Anforderungen und der Beschwerdeführer ist als vom 
Einspracheentscheid direkt Betroffener zur Beschwerde legitimiert, weshalb die 
Beschwerde vom Gericht zu prüfen ist. 

Anfechtungsobjekt ist vorliegend allerdings einzig der Einspracheentscheid vom 4. Juni 
2020, welcher die Verfügung vom 30. September 2019 ersetzt (vgl. BGE 142 V 337 
E. 3.2.1). Soweit der Beschwerdeführer nebst der Aufhebung des Einspracheentscheids 
auch die Aufhebung der Verfügung vom 30. September 2019 verlangt, ist darauf nicht 
einzutreten. Im Übrigen ist die Beschwerde materiell zu beurteilen. Die Beurteilung erfolgt 
auf dem Zirkulationsweg gemäss § 29 der Geschäftsordnung des Verwaltungsgerichtes 
(GO VG; BGS 162.11).

3. Streitig und zu prüfen ist, ob ein Unfall im Sinne des Gesetzes – namentlich ein 
Schreckereignis – vorliegt bzw. ob das Unfallereignis rechtsgenüglich erstellt ist. 

4.
4.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; 
SR 832.20) werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die 
Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten 
gewährt. 

4.2 Erste Voraussetzung für die Leistungspflicht eines Unfallversicherers ist das 
Vorliegen eines Unfalls resp. einer unfallähnlichen Körperschädigung. Als Unfall gilt die 
plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren 
Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, 

6

Urteil S 2020 83

geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Unfallbegriff; Art. 4 
ATSG). 

4.3 Rechtsprechung und Lehre haben schreckbedingte plötzliche Einflüsse auf die 
Psyche seit jeher als Einwirkung auf den menschlichen Körper (im Sinne des geltenden 
Unfallbegriffes) anerkannt und für ihre unfallversicherungsrechtliche Behandlung 
besondere Regeln entwickelt. Danach setzt die Annahme eines Unfalles voraus, dass es 
sich um ein aussergewöhnliches Schreckereignis, verbunden mit einem entsprechenden 
psychischen Schock, handelt; die seelische Einwirkung muss durch einen gewaltsamen, in 
der unmittelbaren Gegenwart der versicherten Person sich abspielenden Vorfall ausgelöst 
werden und in ihrer überraschenden Heftigkeit geeignet sein, auch bei einem gesunden 
Menschen durch Störung des seelischen Gleichgewichts typische Angst- und Schreck-
wirkungen hervorzurufen. Diese Rechtsprechung wurde dahingehend präzisiert, dass 
auch bei Schreckereignissen nicht nur die Reaktion eines (psychisch) gesunden 
Menschen als Vergleichsgrösse dienen kann, sondern in diesem Zusammenhang 
ebenfalls auf eine "weite Bandbreite" von Versicherten abzustellen ist. Zugleich ist dabei – 
unter Bezugnahme auf den massgeblichen Unfallbegriff – relativierend zu betonen, dass 
sich das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit definitionsgemäss nicht auf die Wirkung 
des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber bezieht, weshalb nicht von Belang 
sein kann, wenn der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach 
sich zieht (BGE 129 V 177 E. 2.1; BGer 8C_30/2007 vom 20. September 2007 E. 2.2).

4.4 Praxisgemäss sind die einzelnen Umstände des Unfallgeschehens von der 
leistungsansprechenden Person glaubhaft zu machen. Kommt sie dieser Forderung nicht 
nach, indem unvollständige, ungenaue oder widersprüchliche Angaben gemacht werden, 
die das Bestehen eines unfallmässigen Schadens als unglaubwürdig erscheinen lassen, 
so besteht keine Leistungspflicht des Unfallversicherers (BGE 103 V 176). Insbesondere 
ist zu verlangen, dass die Schilderungen mit den vorhandenen Indizien im Wesentlichen 
übereinstimmen. Im Streitfall obliegt es dem Gericht zu beurteilen, ob die einzelnen 
Voraussetzungen des Unfallbegriffs erfüllt sind. Der Untersuchungsmaxime entsprechend 
hat es von Amtes wegen die notwendigen Beweise zu erheben und kann zu diesem 
Zwecke auch die Parteien heranziehen. Wird auf Grund dieser Massnahmen das 
Vorliegen eines Unfallereignisses nicht wenigstens mit Wahrscheinlichkeit erstellt – die 
blosse Möglichkeit genügt nicht –, so hat dieses als unbewiesen zu gelten, was sich 
zulasten der den Anspruch erhebenden Person auswirkt (BGE 114 V 298 E. 5b). Die 
Verwaltung als verfügende Instanz darf eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, 

https://www.koordination.ch/de/online-handbuch/atsg/unfallbegriff/uebersicht/

7

Urteil S 2020 83

wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Der Grundsatz, wonach die ersten 
Aussagen nach einem schädigenden Ereignis in der Regel unbefangener und 
zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, stellt eine im Rahmen der freien 
Beweiswürdigung zu berücksichtigende Entscheidungshilfe dar (BGE 121 V 45 E. 2a). Sie 
kann nur zur Anwendung gelangen, wenn von zusätzlichen Abklärungen keine neuen 
Erkenntnisse zu erwarten sind (zum Ganzen: BGer 8C_648/2013 vom 18. Februar 2014 
E. 3.1 und 3.2 mit weiteren Hinweisen).

4.5 Hervorzuheben ist des Weiteren, dass sich der mangelhafte Nachweis eines die 
Merkmale des Unfalles erfüllenden Ereignisses nur selten durch medizinische 
Feststellungen ersetzen lässt. Es kommt ihnen im Rahmen der Beweiswürdigung für oder 
gegen das Vorliegen eines unfallmässigen Geschehens in der Regel nur die Bedeutung 
von Indizien zu (BGE 134 V 72 E. 4.3.2.2; BGer 8C_735/2015 vom 22. Januar 2016 E. 2). 
Auch deckt sich der Begriff des Traumas nicht mit dem Unfallbegriff im Sinne von Art. 4 
ATSG (BGer 8C_589/2021 vom 17. Dezember 2021 E. 5.5 mit Hinweisen).

5. Wie die Vorinstanz zutreffend dargelegt hat, ist das geltend gemachte 
Unfallereignis – wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen – nicht glaubhaft gemacht und 
letztlich auch nicht mit dem geforderten Beweismass der Wahrscheinlichkeit erstellt. 

5.1 Es ergeben sich deutliche Widersprüche zwischen der Sachverhaltsdarstellung 
des Beschwerdeführers und jener von D.________ einerseits sowie zwischen den 
jeweiligen Aussagen in den Einvernahmen bei der Polizei und bei der Staatsanwaltschaft 
anderseits. Diesbezüglich kann auf die ausführliche Begründung im Einspracheentscheid 
vom 4. Juni 2020 (UV-act. 121) sowie in der Vernehmlassung vom 5. Oktober 2020 (act. 
4) verwiesen werden. 

Hervorzuheben ist, dass bei der Sachverhaltsdarstellung des Beschwerdeführers – mit 
massiver Gewalt, Würgen und wiederholten starken Schlägen ihm gegenüber – 
körperliche Folgen wie Hämatome, Würgemale oder ähnliches zu erwarten gewesen 
wären. Der Beschwerdeführer sagte gegenüber der Staatsanwaltschaft aus, keine 
sichtbaren Wunden erlitten zu haben (UV-act. A6.2 Frage 44). Gleichzeitig stufte er die 
Schläge von F.________ auf einer Skala von 1–10 (10 = volle Kraft) bei 10 ein (UV-
act. A6.2 Frage 47). Auf Nachfrage der Staatsanwaltschaft gab er dann an, eine Prellung 
erlitten zu haben, welche ein paar Tage sichtbar gewesen sei (UV-act. A6.2 Frage 49 und 
111 f.). D.________ sagte aus, der Beschwerdeführer habe sich an der Schulter verletzt 

https://www.koordination.ch/de/online-handbuch/beweisrecht/aussage-der-ersten-stunde/
https://www.koordination.ch/de/online-handbuch/beweisrecht/aussage-der-ersten-stunde/

8

Urteil S 2020 83

(UV-act. A7.2 Frage 33 f.). Nebst diesen offensichtlichen Ungereimtheiten ist darüber 
hinaus nicht nachvollziehbar, dass es den (eingeschüchterten) anwesenden 
Familienmitgliedern des Beschwerdeführers bzw. D.________ einerseits gelungen war, 
während der behaupteten Freiheitsberaubung Ton- und Videoaufnahmen mit ihren 
Mobiltelefonen zu machen – mit dem Ziel, das widerrechtliche Vorgehen zu 
dokumentieren (vgl. UV-act. A6.2 Frage 66; UV-act. A7.2 Frage 58 ff.) –, demgegenüber 
Verletzungsfolgen im Nachgang der Tat nicht dokumentiert wurden.

Exemplarisch für die deutlichen Widersprüche sind etwa auch die Aussagen bezüglich der 
zur Drohung verwendeten Tatwaffe (Beschwerdeführer: 15 bis 20 cm langes 
Küchenmesser, UV-act. A6.1 Frage 53; D.________: Schraubenzieher, UV-act. A7.1 
Frage 41; spitzer Brieföffner, UV-act. A7.2 Frage 49), die unterschiedlichen Details im 
Zusammenhang mit den Aussagen zum Grund der Eskalation (Beschwerdeführer: Kuss 
auf Wange der Tochter von F.________, UV-act. A6.1 Frage 15; D.________: Küsse auf 
die Wange, UV-act. A7.1 Frage 55; "die Tochter brachte jedoch aufgrund der Situation 
kein Wort heraus", UV-act. A7.1 Frage 19; Kuss auf den Hals, UV-act. A7.2 Frage 18; "Wir 
gingen dann alle ins Büro und seine Tochter erzählte dann, dass ausser einem Kuss auf 
den Hals von meinem Mann nichts vorgefallen sei.", UV-act. A7.2 Frage 23). 

Zudem wurde in der Tat nicht nachvollziehbar dargelegt, wie es F.________ gelungen 
sein soll, neun Personen (davon drei erwachsene Männer und vier erwachsene Frauen) 
über mehrere Tage hinweg festzuhalten und im vorgebrachten Sinne zu kontrollieren 
(vgl. hierzu etwa UV-act. A6.1 Frage 44 ff.; UV-act. A6.2 Frage 25, 55 ff.; UV-act. A7.1 
Frage 36 ff.; UV-act. A7.2 Frage 38 ff.; dabei insbesondere auch die Feststellungen der 
Staatsanwaltschaft, wonach an der Tür des Büros [wo der Beschwerdeführer festgehalten 
worden sein soll] gemäss den eingereichten Videoaufnahmen kein Schloss zu sehen sei). 
Die Mobiltelefone wurden den übrigen Anwesenden unbestrittenermassen nicht 
abgenommen, die Wohnungstüren waren nicht verriegelt, Einkäufe wurden getätigt, 
Familienmitglieder vom Bahnhof abgeholt und die anwesenden Kinder wurden (unter 
anderem sogar vom beschuldigten Täter) in die Schule gebracht und wieder abgeholt. Es 
gab folglich Zeiten, in denen F.________ gar nicht im Haus anwesend war.

Ebenso bleibt nicht nachvollziehbar, weshalb nicht sofort nach dem Ende der 
behaupteten, mehrere Tage dauernden Freiheitsberaubung die Polizei informiert wurde 
(vgl. UV-act. A6.1 Frage 60; UV-act. A6.2 Frage 68; UV-act. 7.2 Frage 53 f.). Gerade 
wenn die Beteiligten – wie behauptet – auch nach dem Ereignis noch Angst gehabt hätten, 

9

Urteil S 2020 83

dass F.________ nochmals zurückkommt, erscheint ein Zuwarten nicht nachvollziehbar. 
Dass erst noch ein Dolmetscher habe organisiert werden müssen, vermag als Begründung 
jedenfalls nicht zu überzeugen. 

Diese Widersprüche sind – entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers – nicht bloss 
unwesentlich. Sie betreffen zentrale Aspekte der als Unfallereignis angeführten 
Freiheitsberaubung. Die Inkonsistenzen ziehen sich denn auch durch die gesamte 
Sachverhaltsdarstellung. Zudem stimmen die Schilderungen nicht mit den vorhandenen 
Indizien überein. So sind keine körperlichen Verletzungen des Beschwerdeführers 
dokumentiert und die bei der Staatsanwaltschaft eingereichten Videos zeigen 
(unbestrittenermassen) gerade keine bedrohlichen Situationen und keine verängstigte 
Stimmung, wie sie denn im Sinne von "Drohungsfussfesseln" bzw. einer "permanenten 
Druck- und Bedrohungssituation" hätte durchgängig bestanden haben sollen (vgl. act. 1 
Ziff. III.4.1 am Ende; vgl. insbesondere auch UV-act. A6.2 Frage 72 ff.). 

Wenn es auch zu einem (mehrtägigen) Streit mit Tätlichkeiten, Beschimpfungen und 
Drohungen zwischen dem Beschwerdeführer und dem ebenfalls im gleichen Haushalt 
lebenden F.________ und damit zu einer angespannten Situation zwischen den beiden 
Familien gekommen sein mag, ist die behauptete Intensität des Geschehens – namentlich 
die angeführte Freiheitsberaubung – im Sinne eines aussergewöhnlichen Schreck-
ereignisses (verbunden mit einem entsprechenden psychischen Schock) aufgrund der 
widersprüchlichen Angaben vorliegend jedenfalls nicht glaubhaft dargetan. 

5.2 Zwar lässt sich den Akten die Diagnose einer posttraumatischen 
Belastungsstörung (PTBS) entnehmen, allerdings ergeben sich auch aus den Berichten 
zum Gesundheitszustand des Beschwerdeführers erhebliche Widersprüche. 

5.2.1 Gemäss dem Bericht des Schadeninspektors vom 5. Juni 2019 würden 
D.________ und der Beschwerdeführer unter psychischen Problemen leiden. 
Insbesondere der Beschwerdeführer sei schwer getroffen worden. Er leide unter 
Angstzuständen und Schlafstörungen. D.________ habe ebenfalls psychische Probleme, 
sie habe Angst um ihre Liebsten und ihre Familie. Beide würden angeben, dass sich ihr 
Gesundheitszustand gebessert habe, seit sie per 7. Mai 2019 nach H.________ gezügelt 
seien. Sie würden jetzt wieder über mehr Mut und Motivation verfügen, um schrittweise 
wieder ins normale Leben zurückzukehren. Die ärztliche Behandlung sei durch die KAPO 
Zürich eingeleitet worden, indem der Psychologe der KAPO Zürich ("Herr I.________") 

10

Urteil S 2020 83

zugezogen worden sei. Dies sei ab Meldung bei der Polizei, sprich am 8. Oktober 2019 
(recte: 2018), der Fall gewesen. Herr I.________ habe die Beteiligten begleitet, als diese 
zurück ins Haus gemusst haben, um ihre Sachen abzuholen. Herr I.________ habe im 
weiteren Verlauf die Behandlung bei einem Psychiater eingefädelt. Die nächste 
gemeinsame Besprechung mit Dr. med. J.________, FMH Psychiatrie und 
Psychotherapie, sei auf den 20. Juni 2019 vorgesehen (Datum der ersten Behandlung 
müsse beim Arzt nachgefragt werden). Die Prognose sei gut. Alsdann sei mit einer 
Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit zu rechnen. Es seien keine weiteren Ärzte 
hinzugezogen worden. Rechtsanwalt E.________ stehe für weitere Auskünfte zur 
Verfügung, vorerst werde dieser der Unfallversicherung den Bericht von Herrn I.________ 
zukommen lassen, dieser liege bereits vor (UV-act. 26 S. 2 ff.). 

5.2.2 Nach der Besprechung mit dem Schadeninspektor liess RA E.________ der 
Unfallversicherung mit E-Mail vom 5. Juni 2019 den "kurzen Bericht des Psychologen, den 
die Polizei damals beigezogen hatte" zukommen (UV-act. 29). Angehängt war die 
Bestätigung von K.________, Psychotherapeut ASP, vom 18. März 2019, worin dieser 
zuhanden der Strafverfolgungs- und Justizbehörden bestätigte, dass ihn der 
Beschwerdeführer erstmals am 25. Oktober 2018 auf Empfehlung der Opferhilfe Zürich 
aufgesucht habe. Der Versicherte sei gemäss seinen Schilderungen vom 2. bis 7. Oktober 
2019 (recte: 2018) gegen seinen Willen samt seiner ganzen Familie unter Drohungen an 
seinem Domizil festgehalten worden. Das habe bei ihm zu einer PTBS (ICD-10 F43.1) 
geführt, welche bis heute andauere. Er (Psychotherapeut K.________) hoffe, den 
Patienten bis Ende April 2019 wieder soweit stabilisieren zu können, dass er 
vernehmungsfähig sei. Er leide immer noch unter massiven Intrusionen, welche besonders 
durch Details getriggert werden könnten, die an die Tat erinnerten. Einvernahmen würden 
zu den Ereignissen gehören, die besonders viel triggern könnten. Sie könnten Dissoziation 
und damit vorübergehend fehlende Wahrnehmung und Erinnerung, Wehrlosigkeit und 
psychische Zusammenbrüche bewirken (UV-act. 28). 

5.2.3 Im Arztzeugnis zuhanden der Unfallversicherung vom 11. Juni 2019 
diagnostizierte Dr. J.________ eine PTBS "reaktiviert" (ICD-10 F43.1). Im Oktober 2018 
sei das Ehepaar entführt und im eigenen Haus für fünf Tage in Gewahrsam genommen 
worden. Sie seien arretiert, mit dem Leben bedroht und ihr Hab und Gut sei geraubt 
worden. Erst nach fünf Tagen, als eine Frau aus der Nachbarschaft gekommen sei, seien 
die Entführer geflohen und die Polizei habe kontaktiert werden können. Der Versicherte 
leide unter wiederholtem Trauma-Erleben mit Flashbacks, Alpträumen, emotionaler 

11

Urteil S 2020 83

Stumpfheit, starker Wut, emotionalem Rückzug zuhause, Freudlosigkeit, erhöhter 
Schreckhaftigkeit und Angst. Er vermeide es aus dem Haus zu gehen, wenn nicht 
unbedingt nötig (Polizei, Arztbesuch, Anwalt), beklage starke Schlafstörungen und 
Vigilanzsteigerung. Zur Frage, ob durch eine weitere Heilbehandlung noch eine namhafte 
Besserung des Gesundheitszustands zu erwarten sei, führte Dr. J.________ aus: nein, es 
brauche Zeit, so ein traumatisches Erleben könne nicht auf die "Schnelle" kuriert werden 
(UV-act. 37).

Im "Feuille-accident LAA" hielt Dr. J.________ drei Konsultationen fest (28. März 2019, 
5. April 2019, 10. Mai 2019) und bescheinigte (rückwirkend) ab 2. Oktober 2018 eine 
100%ige Arbeitsunfähigkeit (UV-act. 15 S. 1). Im Arztzeugnis vom 18. April 2019 (100%ige 
Arbeitsunfähigkeit vom 1.–30. April 2019) gab Dr. J.________ an, der Patient sei seit 
8. Oktober 2018 in seiner Behandlung (UV-act. 10). 

5.2.4 Vorweg ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer und D.________ in den 
Einvernahmen der Polizei und der Staatsanwaltschaft nie zu Protokoll gegeben hatten 
"arretiert" worden zu sein. Auch ist im Zusammenhang mit der "Flucht der Entführer" in 
den Ermittlungsakten nie die Rede von einer Frau aus der Nachbarschaft (vgl. UV-
act. A6.1 Frage 55; UV-act. A7.2 Frage 18, 65). Damit liegt abermals eine neue Version 
des Geschehensablaufs bei den Akten. 

Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer die Einreichung des Berichts der effektiven 
Erstbehandlung bei "Herr I.________" in Aussicht gestellt und stattdessen die Bestätigung 
von Psychotherapeut K.________ beigebracht hatte. Letzterer wurde am 25. Oktober 
2018 auf "Empfehlung der Opferhilfe Zürich" aufgesucht und ist damit offensichtlich nicht 
jener Psychologe, welchen "die Polizei damals beigezogen hatte". Aus der Bestätigung 
von Psychologe K.________, lassen sich keine Details zum Unfallhergang entnehmen. 
Ärztliche Berichte, welche zeitnah nach dem Ereignis datieren, finden sich keine in den 
Akten. Würden solche vorliegen, welche die Sachverhaltsdarstellung des Versicherten – 
im Sinne einer Aussage der ersten Stunde – untermauern könnten, hätte der anwaltlich 
vertretene Beschwerdeführer diese vorliegend wohl eingereicht oder zumindest erwähnt. 
Auch wenn im Sozialversicherungsrecht der Untersuchungsgrundsatz gilt, können die 
Parteien zur Sachverhaltsermittlung herangezogen werden (was die Beschwerdegegnerin 
denn auch getan hatte). Ohnehin liegt es rechtsprechungsgemäss am Beschwerdeführer, 
das behauptete Unfallereignis glaubhaft zu machen. Er hat demgemäss die 

12

Urteil S 2020 83

Konsequenzen aus seinen unvollständigen und widersprüchlichen Angaben zu tragen 
(vgl. vorne E. 4.4). 

Allein die Diagnose einer PTBS vermag – vor dem Hintergrund der zahlreichen 
Widersprüche – das Unfallgeschehen schliesslich nicht zu belegen (vgl. vorne E. 4.5; vgl. 
ferner in diesem Zusammenhang zu den besonderen Vorgaben bei der Herleitung und 
Begründung der Diagnose einer PTBS: BGer 9C_548/2019 vom 16. Januar 2020 
E. 6.3.1). 

5.3 Zu den aufgezeigten Inkonsistenzen tritt die verspätete Unfallmeldung vom 
12. April 2019 hinzu (sechs Monate nach dem geltend gemachten Unfallereignis; UV-
act. 1). Der Beschwerdeführer führt diesbezüglich aus, die Unfallmeldung habe nicht 
früher ergehen können, weil er (erst seit 2017 in der Schweiz wohnhaft) nicht gewusst 
habe, dass er obligatorisch gegen Unfälle versichert gewesen sei (act. 1 Ziff. II.4). Mit der 
Beschwerdegegnerin ist festzuhalten (vgl. act. 4 Ziff. III.8), dass diese Erklärung nicht 
schlüssig ist.

Auch beim Besuch des Schadeninspektors in der Kanzlei des damaligen Rechtsvertreters, 
RA E.________, hatten der Beschwerdeführer und D.________ – auf die verspätete 
Unfallmeldung angesprochen – ausgeführt, dass sie sich mit den Gegebenheiten in der 
Schweiz nicht auskennen würden, sie seien der Meinung gewesen, für diesen Vorfall 
keinen Versicherungsschutz zu haben. Der Psychiater habe sie darauf aufmerksam 
gemacht, dass eine Meldung an die Unfallversicherung nötig sei. Dies wäre eine 
Angelegenheit für den Arbeitgeber gewesen. Der (beim Gespräch ebenfalls anwesende) 
RA E.________ habe es auf sich genommen ("Er hätte müssen…"). Die Löhne seien nach 
dem Vorfall weiterbezahlt worden. Als die finanzielle Situation bei der Arbeitgeberin 
angespannt geworden sei, habe man sich mit dem Psychiater unterhalten, welcher die 
Meldung an die Unfallversicherung forciert habe (UV-act. 26 S. 4). 

Wie sich aus dem Handelsregister ergibt, war der damalige Rechtsvertreter von November 
2017 bis Oktober 2021 Mitglied des Verwaltungsrates der C.________ AG. Rechtsanwalt 
E.________ hatte den Beschwerdeführer, welcher Geschäftsführer der Gesellschaft war, 
(unbestrittenermassen) bei der Geschäftsgründung und den damit einhergehenden 
notwendigen Formalitäten beraten. Dazu gehören selbstredend auch die zu beachtenden 
sozialversicherungsrechtlichen Aspekte, die Gesellschaft hatte denn auch andere 
Angestellte (etwa F.________). Wenn der Beschwerdeführer (als Geschäftsführer) und 

13

Urteil S 2020 83

D.________ (welche ferner seit Februar 2019 als Verwaltungsratspräsidentin der 
C.________ AG im Handelsregister eingetragen ist) darauf verweisen, die Unfallmeldung 
sei eine Sache des Arbeitgebers gewesen, ist dies insofern unbehilflich. Ebenso dürfte 
sich der damalige Rechtsvertreter, welcher im Zeitpunkt des geltend gemachten 
Unfallgeschehens als Verwaltungsratsmitglied der Arbeitgeberin fungierte, mit den 
"Gegebenheiten in der Schweiz" ausgekannt haben. Ernsthafte Gründe für die verspätete 
Meldung werden damit keine vorgebracht. Auch diese Sachlage unterstützt die 
Glaubwürdigkeit der Sachverhaltsdarstellung des Versicherten nicht. 

6.
6.1 Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass das geltend gemachte 
Unfallereignis in Würdigung der gesamten Umstände nicht mit Wahrscheinlichkeit erstellt 
ist und damit im Sinne der dargelegten Rechtsprechung als unbewiesen zu gelten hat, 
was sich zulasten des Beschwerdeführers auswirkt (vgl. vorne E. 4.4). Vor diesem 
Hintergrund erübrigt sich eine Kausalitätsprüfung der beklagten gesundheitlichen 
Beschwerden. 

Die vorliegende Beschwerde erweist sich folglich als unbegründet und ist 
dementsprechend abzuweisen. 

6.2 An diesem Ergebnis würde im Übrigen auch eine Zeugeneinvernahme von 
D.________ (Ehefrau des Beschwerdeführers, wobei hierzu widersprüchliche Angaben 
bestehen, vgl. etwa UV-act. A5.1 Frage 13), L.________ und M.________ (Töchter von 
D.________) nichts ändern (antizipierte Beweiswürdigung: BGE 143 III 297 E. 9.3.2; BGer 
8C_812/2013 vom 10. April 2014 E. 3.2.2). Einerseits macht D.________ im parallelen 
Verfahren S 2020 84 aus dem gleichen Sachverhalt Leistungen geltend, anderseits sind 
ihre Aussagen in den Einvernahmeprotokollen hinlänglich dokumentiert. Ferner vermögen 
auch die undatierten, im Hinblick auf dieses Verfahren verfassten "Bestätigungen" von 
L.________ und M.________ (welche ferner nicht in Gerichtssprache vorliegen, BF-act. 4 
und 5) die widersprüchlichen Sachverhaltsschilderungen des Beschwerdeführers, die 
fehlende Übereinstimmung mit den vorhandenen Indizien sowie die verspätete 
Unfallmeldung nicht zu widerlegen. Es ist vor diesem Hintergrund auch nicht davon 
auszugehen, dass Zeugeneinvernahmen der Töchter von D.________ diesbezüglich neue 
entscheidrelevante Erkenntnisse zu Tage bringen könnten. 

14

Urteil S 2020 83

Im Weiteren sind nach Kenntnis des Verwaltungsgerichts in der Strafuntersuchung gegen 
F.________ zwischenzeitlich keine weiteren Einvernahmen oder Verfahrensschritte 
erfolgt; etwas anderes wurde von den Parteien denn auch nicht vorgebracht. Insofern 
befindet sich die (bis dato) vollständige Strafakte bereits in den vorliegenden Verfahrens-
akten (UV-act. A1 ff.). Die beantragte Aktenedition erweist sich damit als gegenstandslos. 

7. Das Verfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht ist kostenlos (Art. 61 
lit. a ATSG). Eine Parteientschädigung ist bei diesem Verfahrensausgang nicht 
zuzusprechen (Art. 61 lit. g ATSG im Umkehrschluss). 

15

Urteil S 2020 83

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Luzern Beschwerde in öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten eingereicht werden.

5. Mitteilung an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (im Doppel), die 
Beschwerdegegnerin sowie an das Bundesamt für Gesundheit, Bern.

Zug, 27. April 2022

Im Namen der
SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHEN KAMMER
Der Vorsitzende

Die Gerichtsschreiberin

versandt am