# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f6025d2d-f781-57dd-ba89-8438631599c0
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-09-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.09.2009 C-6641/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-6641-2007_2009-09-07.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-6641/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  7 .  S e p t e m b e r  2 0 0 9

Richterin Maria Amgwerd (Vorsitz), 
Richter Beat Weber, Richter Frank Seethaler, 
Gerichtsschreiber Roger Mallepell.

A._______,
vertreten durch Ernest Osmani, memos Osmani, Zürich,
Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
Vorinstanz.

Invalidenversicherung; Verfügung der IVSTA vom 
5. September 2007.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-6641/2007

Sachverhalt:

A.
Der im Jahr 1946 im Kosovo geborene, verheiratete  A._______ (Be-
schwerdeführer) arbeitete von 1972 bis im Herbst 1996 als Saisonnier 
in der Schweiz, zuletzt als Hilfsarbeiter bei der X._______ AG. In die-
ser Zeit leistete er Beiträge an die schweizerische Alters-, Hinterlasse-
nen-  und  Invalidenversicherung.  1996  wurde  sein  Vertrag  bei  der 
X._______ AG wegen Personalabbau nicht mehr verlängert, weshalb 
er in den Kosovo zurückkehrte. Seit seiner Rückkehr in den Kosovo ist 
er keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgegangen. Er bezieht eine Invali-
denrente des Wohnsitzstaates im Umfang von monatlich EUR 40.-.

B.
Mit Schreiben vom 7. Mai 2004 und beigelegtem Anmeldeformular vom 
21. April  2004 samt Fragebogen für  den Versicherten stellte der Be-
schwerdeführer ein Gesuch um Zusprechung einer IV-Rente (IV-Akt. 3, 
4 und 5). Nebst weiteren Unterlagen (darunter einige schlecht kopier-
te, nicht übersetzte Berichte bzw. Untersuchungsresultate der behan-
delnden Ärzte (IV-Akt. 7-9) reichte der Beschwerdeführer folgende me-
dizinischen Berichte ein:

– Austrittsbericht  der  Universitätsklinik  K._______,  Fachbereich 
Neurologie B, Neuropsychiatrie, vom 1. Dezember 2000 (IV-Akt. 
11) 

– Medizinischer  Bericht  von  Dr. C._______,  Neurochirurg,  vom 
23. August 2001 (IV-Akt. 13)

– Facharztbericht von Dr. D._______ (Hausarzt) vom 20. Oktober 
2002 (IV-Akt. 15)

– Fragebogen für den Arzt zu Handen der Invalidenversicherung, 
ausgefüllt von Dr. C._______ am 22. April 2004 (IV-Akt. 17)

– Facharztbericht von Dr. D._______ vom 22. April 2004 (IV-Akt. 
19)

– Undatiertes ärztliches Zeugnis von Dr. D._______ (IV-Akt. 21)

– Facharztbericht von Dr. D._______ bzw. Bestätigung, dass der 
Patient  am 15. (recte: 16)  November  2000 wegen einer  Sub-
arachnoidalblutung zwei Wochen hospitalisiert war (IV-Akt. 23).

C.
Die  mit  dem  Leistungsgesuch  befasste  IV-Stelle  für  Versicherte  im 
Ausland  (nachfolgend:  Vorinstanz)  wies  das  Leistungsbegehren  des 

Seite 2

C-6641/2007

Beschwerdeführers  mit  Verfügung vom 25. Mai  2005 ab,  weil  weder 
eine  bleibende  Erwerbsunfähigkeit  noch  eine  ausreichende  durch-
schnittliche Arbeitsunfähigkeit während eines Jahres vorliege (IV-Akt. 
28).  Der  Entscheid  erfolgte  gestützt  auf  den  Bericht  des  regionalen 
ärztlichen Dienstes (nachfolgend: RAD Rhone) vom 18. Mai 2005 (IV-
Akt. 26), welchem das Dossier zur Beurteilung der medizinischen An-
spruchsvoraussetzungen vorgelegt worden war. Dr. E._______ stellte 
im erwähnten Bericht als Hauptdiagnose eine arterielle Hypertension 
fest. Zudem diagnostizierte er hypertensive Krisen und die Folgen ei-
ner Subarachnoidalblutung im Jahre 2000, welche keine Auswirkungen 
auf  die  Arbeitsfähigkeit  hätten.  Die  vorhandenen  Dokumente  seien 
ausreichend, um zu versichern, dass aus medizinischer Sicht kein in-
validisierendes Leiden im Sinne des Gesetzes vorliege.

D.
Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 
20. Juni 2005 Einsprache (IV-Akt. 30) mit dem Antrag, es sei ihm eine 
ganze Invalidenrente zu gewähren. Seit spätestens dem Jahr 2000 sei 
er voll arbeitsunfähig. Gleichzeitig reichte der Beschwerdeführer zwei 
neue ärztliche Atteste ein: 

– Bericht von Dr. F._______ vom 15. Juni 2005 (IV-Akt. 36)

– Bericht von Dr. D._______ vom 15. Juni 2005 (IV-Akt. 36). 

Die Vorinstanz legte diese Berichte dem RAD Rhone zur Beurteilung 
vor, worauf Dr. E._______ mit Stellungnahme vom 29. Juni 2006  (IV-
Akt. 29a) festhielt, der Bericht von Dr. F._______ stelle zwei neue, bis-
her unbekannte Diagnosen, nämlich eine instabile Angina Pectoris und 
einen Diabetes mellitus Typ II. Auch der Bericht von Dr. D._______ füh-
re neu die Diagnose Diabetes mellitus Typ II  an. Während Diabetes 
mellitus Typ II ohne angezeigte Komplikation kein invalidisierendes Lei-
den darstelle, müsse die mögliche instabile Angina Pectoris durch zu-
sätzliche medizinische Abklärungen in Form einer kardiologischen Un-
tersuchung und einer Ergometrie untersucht werden (IV-Akt. 29a). Ge-
stützt darauf hiess die Vorinstanz die Einsprache am 25. August 2006 
in  dem Sinne teilweise gut,  als sie  die Verfügung vom 25. Mai  2005 
aufhob und die Akten nach Eintritt der Rechtskraft des Einspracheent-
scheides  zur  Durchführung  der  ergänzenden  Abklärungen  und  zum 
Erlass  einer  neuen  beschwerdefähigen  Verfügung  dem  zuständigen 
Dienst der IV-Stelle überwies (IV-Akt 31). Am 22.Dezember 2006 er-
suchte sie die schweizerische Verbindungsstelle in Prishtina, die wei-
teren Abklärungen zu veranlassen (kardiologische Untersuchung, Er-

Seite 3

C-6641/2007

gometrie  mit  Angabe  der  NYHA-Klasse  und  maximaler  Belastung, 
EKG; IV-Akt. 33).

E.
Gestützt darauf wurde der Beschwerdeführer durch Dr. B._______ in 
Prishtina begutachtet. Dieser legte seinem Gutachten vom 12. Februar 
2007 (IV-Akt. 46) folgende medizinischen Berichte bei: 

– Bericht  von Dr. G._______, Internist,  vom 17. November 2006 
(IV-Akt. 38)

– Bericht von Dr. G._______, Internist, vom 23. Januar 2007 (IV-
Akt. 41)

– Bericht  von  Dr. H._______,  Neuropsychiater,  vom  30. Januar 
2007 (IV-Akt. 43)

– Bericht von Dr. I._______ vom 30. Januar 2007 (IV-Akt. 45).

Auf Grund des sehr hohen Blutdruckes des Beschwerdeführers konnte 
die  (von Dr. E._______ in  seiner  Stellungnahme vom 29. Juni  2006 
verlangte) Ergometrie (Belastungstest) nicht durchgeführt werden. Un-
abhängig davon stufte Dr. B._______ den Beschwerdeführer im Ergeb-
nis als zu 100% arbeitsunfähig ein. Die Arbeitsfähigkeit könne weder 
durch  Reorientierung  noch  medikamentöse  Behandlungen  wiederer-
langt werden. Das Gutachten vom 12. Februar 2007 empfiehlt die Vor-
nahme der noch nicht durchgeführten Ergometrie nach der Stabilisie-
rung des Blutdruckes und erachtet weitere Untersuchungen für ange-
zeigt. 

Die  Vorinstanz  leitete  die  von  Dr. B._______  verfassten  bzw. einge-
reichten Berichte an den RAD Rhone weiter, worauf Dr. E._______ mit 
Stellungnahme vom 23. Mai 2007 zusammenfassend mitteilte  (IV-Akt. 
51), er halte an seinen in den Berichten vom 18. Mai 2005 und 29. Juni 
2006 gemachten Schlussfolgerungen fest. Darauf stellte die Vorinstanz 
dem Beschwerdeführer mit Vorbescheid vom 6. Juni 2007 in Aussicht, 
sein Leistungsbegehren abzuweisen, wogegen der Beschwerdeführer 
am 11. Juni  2007 bzw. 10. Juli  2007 fristgerecht  Einwand erhob. Mit 
Stellungnahme  vom  29.  August  2007  hielt  der  RAD  Rhone  (Dr. 
E._______) an der bisherigen Beurteilung fest (IV-Akt. 57).

F.
Mit  Verfügung vom 5. September 2007 wies die Vorinstanz das Leis-
tungsbegehren des Beschwerdeführers mit folgender Begründung ab: 

Seite 4

C-6641/2007

Aus den ergänzten Akten ergebe sich, dass weder eine bleibende Er-
werbsunfähigkeit noch eine ausreichende durchschnittliche Arbeitsun-
fähigkeit  während eines Jahres vorliege. Trotz des Gesundheitsscha-
dens sei eine dem Gesundheitszustand angepasste gewinnbringende 
Tätigkeit  noch immer in rentenausschliessender Weise zumutbar. Ob 
eine zumutbare Tätigkeit tatsächlich ausgeübt werde, sei unerheblich. 
Es liege somit keine Invalidität vor, die einen Rentenanspruch zu be-
gründen vermöge. Der medizinische Dienst habe von den Einwänden 
des Beschwerdeführers ebenfalls Kenntnis genommen. Der Beschwer-
deführer  habe keine neuen medizinischen  Unterlagen vorgelegt. Die 
Argumentation sei medizinisch nicht nachvollziehbar und vermöge kei-
ne Änderung der Beurteilung herbeizuführen.

G.
Dagegen erhob der Beschwerdeführer am 2. Oktober 2007 Beschwer-
de  beim Bundesverwaltungsgericht.  Er  beantragt,  die  Verfügung  der 
Vorinstanz sei aufzuheben und ihm sei eine ganze Invalidenrente zu-
zusprechen.  Gleichzeitig  stellt  er  ein  Gesuch  um  unentgeltliche 
Rechtspflege. Zur Begründung betont der Beschwerdeführer, dass an-
hand der medizinischen Akten zweifelsohne feststehe, dass er in der 
angestammten Tätigkeit zu 100% arbeitsunfähig sei. Der Beschwerde-
führer leide an einer schweren Depression ICD F07, Diabetes Mellitus 
und an einer schwer therapierbaren Hypertonie. Die Beschwerden hät-
ten  weiter  zugenommen  und  beeinflussten  sich  gegenseitig.  Durch 
medizinische Massnahmen sei die Arbeitsfähigkeit nicht verbesserbar. 
Die  von  der  Vorinstanz  behauptete  Arbeitsfähigkeit  habe  der  Be-
schwerdeführer aus gesundheitlichen Gründen seit seiner Erkrankung 
im Jahr 2000 nie ausüben können. Die behandelnden Ärzte äusserten 
deutlich, dass die Arbeitsunfähigkeit bei 100% liege. Sie seien sehr er-
staunt  darüber,  dass  die  Vorinstanz  den  Beschwerdeführer  in  einer 
leichteren, dem Gesundheitszustand besser angepassten Tätigkeit zu 
100% arbeitsfähig halten, sei doch bislang noch keine Therapie erfolg-
reich gewesen. Dr. B._______ verdeutliche in seinem Gutachten, dass 
der  Beschwerdeführer  100% erwerbsunfähig  sei.  Die  Vorinstanz  sei 
auf  die ausgestellten  Arztzeugnisse,  die Anträge und Begründungen 
sowie das Gutachten von Dr. B._______ nur unzulänglich eingegan-
gen. Der  der Verfügung zu Grunde gelegte  Bericht  des RAD Rhone 
vermöge die Annahme, der Beschwerdeführer sei 100% arbeitsfähig, 
nicht  zu belegen. Im Übrigen verweist  der Beschwerdeführer auf die 
Arbeitslosenquote von 60% in seiner Heimat und die Tatsache, dass 
für  teilinvalide  Personen  in  einem  fortgeschrittenen  Alter  mit  wenig 

Seite 5

C-6641/2007

Schulbildung kein Arbeitsmarkt bestehe. Dem Beschwerdeführer fehle 
es mangels jeglicher Ressourcen (knappe Schulbildung, keine Berufs-
ausbildung,  einseitige Berufserfahrung) an Eingliederungsmöglichkei-
ten. In der freien Wirtschaft sei er nicht mehr vermittelbar. Als Beweis-
mittel legte er den bei der Vorinstanz im Rahmen der weiteren Abklä-
rungen eingeholten Bericht von Dr. B._______ vom 12. Februar 2007 
nochmals ins Recht.

H.
Mit  Vernehmlassung vom 10. Dezember 2007 schliesst die Vorinstanz 
auf  Abweisung der  Beschwerde und Bestätigung der  angefochtenen 
Verfügung.  In  der  Begründung  beruft  sich  die  Vorinstanz  auf  den 
Grundsatz der freien Beweiswürdigung, wonach u.a. ärztliche Beurtei-
lungen der freien Würdigung durch die Organe der schweizerischen In-
validenversicherung und im Beschwerdefall durch die schweizerischen 
Gerichte unterlägen, ohne dass eine Bindung an die Beurteilung aus-
ländischer  Versicherungsträger,  Krankenkassen,  anderer  Behörden 
und  Ärzte  bestehe.  Die  Vorinstanz  habe  den  streitigen  Sachverhalt 
mehrmals dem medizinischen Dienst unterbreitet,  dessen beurteilen-
der Arzt nach zusätzlichen Abklärungen und entgegen der Einschät-
zung des beauftragten Arztes Dr. B._______ zur erneuten Ansicht ge-
langt sei, dass die vorliegenden Beschwerden weiterhin keine Arbeits-
unfähigkeit  zu  begründen vermöchten. Zudem sei  die  Verwertbarkeit 
der Restarbeitsfähigkeit lediglich unter dem Gesichtswinkel des in Be-
tracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarktes zu prüfen. Die Inva-
lidenversicherung habe nicht dafür einzustehen, wenn invaliditätsfrem-
de Gründe wie das Alter  des Versicherten oder  eine  ungünstige Ar-
beitsmarktlage  die  Verwertung  der  Restarbeitsfähigkeit  erschwerten 
oder gar verunmöglichten.

I.
Mit Replik vom 15. Januar 2008 beantragt der Beschwerdeführer die 
Gutheissung der Beschwerde. Mit Duplik vom 23. Januar 2008 hält die 
Vorinstanz an ihren Anträgen auf Abweisung der Beschwerde und Be-
stätigung der angefochtenen Verfügung fest.

J.
Mit Zwischenverfügung vom 15. Februar 2008 wies das Bundesverwal-
tungsgericht  das  Gesuch  des  Beschwerdeführers  um  unentgeltliche 
Verbeiständung ab. Es wurde auf Grund der Unentgeltlichkeit des vor-
liegenden Verfahrens kein Kostenvorschuss erhoben.

Seite 6

C-6641/2007

K.
Auf die dargelegten und weitere Vorbringen wird, soweit sie rechtser-
heblich sind, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG und Art. 
69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Inva-
lidenversicherung (IVG, SR 831.20) beurteilt das Bundesverwaltungs-
gericht  Beschwerden  von  Personen  im  Ausland  gegen  Verfügungen 
der IV-Stelle für Versicherte im Ausland. Eine Ausnahme im Sinne von 
Art. 32 VGG liegt nicht vor.

1.2 Aufgrund von Art. 3 Bst. dbis des Bundesgesetzes vom 20. Dezem-
ber 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) findet 
das  VwVG  keine  Anwendung  in  Sozialversicherungssachen,  soweit 
das Bundesgesetz vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) anwendbar ist. Gemäss 
Art. 1 Abs. 1 IVG sind die Bestimmungen des ATSG auf die Invaliden-
versicherung (Art. 1a-26bis IVG und 28 bis 70 IVG) anwendbar, soweit 
das IVG nicht ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht.

1.3 Der Beschwerdeführer ist  durch die angefochtene Verfügung be-
sonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhe-
bung oder Änderung, so dass er im Sinne von Art. 59 ATSG beschwer-
deliegitimiert ist. Da die Beschwerde im Übrigen frist- und formgerecht 
(Art. 60 Abs. 1 ATSG, Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG) einge-
reicht wurde, ist auf sie einzutreten.

1.4 Gemäss Art. 19 Abs. 3 VGG sind die Richter und Richterinnen des 
Bundesverwaltungsgerichts  zur  Aushilfe  in  anderen  Abteilungen ver-
pflichtet. Vorliegend ist der Vorsitz im Beschwerdeverfahren auf die Ab-
teilung II übergegangen, unter Einbezug eines weiteren Richters der-
selben Abteilung.

2.
Das Bundesverwaltungsgericht  prüft  die  Verletzung von Bundesrecht 

Seite 7

C-6641/2007

einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermes-
sens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-
lichen Sachverhalts und die Unangemessenheit, wenn nicht eine kan-
tonale Behörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat (Art. 49 VwVG).

3.
Die Schweiz hat mit Serbien und dem Kosovo – im Unterschied zu an-
deren Nachfolgestaaten des  ehemaligen Jugoslawiens –  kein  neues 
Sozialversicherungsabkommen abgeschlossen,  weshalb  das  Abkom-
men vom 8. Juni  1962 zwischen der  Schweizerischen Eidgenossen-
schaft und der Föderativen Volksrepublik Jugoslawien über Sozialver-
sicherung  (SR  0.831.109.818.1)  weiterhin  anwendbar  ist  (vgl.  BGE 
126 V 203 E. 2b, BGE 122 V 382 f. E. 1 mit Hinweis). Nach Art. 2 die-
ses Abkommens stehen die Staatsangehörigen der Vertragsstaaten in 
ihren Rechten und Pflichten aus den in Art. 1 genannten Rechtsvor-
schriften,  zu  welchen  die  schweizerische Bundesgesetzgebung über 
die  Invalidenversicherung  gehört,  einander  gleich,  soweit  nichts  an-
deres bestimmt ist. Bestimmungen, die hinsichtlich der Voraussetzun-
gen des Anspruchs auf eine schweizerische Invalidenrente sowie der 
anwendbaren  Verfahrensvorschriften  von  dem  in  Art.  2  des  Abkom-
mens  aufgestellten  Grundsatz  der  Gleichstellung  abweichen,  finden 
sich  weder  im Abkommen selbst  noch  in  den  seitherigen schweize-
risch-jugoslawischen Vereinbarungen. Der Anspruch des Beschwerde-
führers auf Leistungen der schweizerischen Invalidenversicherung be-
stimmt sich daher auf Grund des IVG, der Verordnung über die Invali-
denversicherung vom 17. Januar 1961 (IVV, SR 832.201), des ATSG 
sowie der Verordnung vom 11. September 2002 über den Allgemeinen 
Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV, SR 830.11).

4.

4.1 Bei der Beurteilung einer Streitsache ist in der Regel auf den bis 
zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung (hier: 5. Septem-
ber 2007) eingetretenen Sachverhalt abzustellen (BGE 129 V 1 E. 1.2 
mit  Hinweis). Tatsachen,  die jenen Sachverhalt  seither verändert  ha-
ben, sollen im Normalfall  Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfü-
gung sein (vgl. BGE 121 V 362 E. 1b mit Hinweisen).

4.2 Weiter sind in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechts-
sätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führen-
den Tatbestandes Geltung hatten (vgl. BGE 130 V 329). Für das vorlie-
gende Verfahren ist deshalb das per 1. Januar 2003 in Kraft getretene 

Seite 8

C-6641/2007

Bundesgesetz  über  den  Allgemeinen  Teil  des  Sozialversicherungs-
rechts anwendbar. Die darin enthaltenen Formulierungen der Arbeits-
unfähigkeit,  der  Erwerbsunfähigkeit,  der  Invalidität  und  der  Einkom-
mensvergleichsmethode  entsprechen  den  bisherigen  von der  Recht-
sprechung  dazu  entwickelten  Begriffen  in  der  Invalidenversicherung. 
Demzufolge haben die diesbezüglich von der Rechtsprechung heraus-
gebildeten Grundsätze unter der Herrschaft des ATSG weiterhin Gel-
tung (vgl. BGE 130 V 343 E. 2 – 3.6). 

4.3 Bei den materiellen Bestimmungen des IVG und der IVV ist auf die 
Fassung gemäss den am 1. Januar 2004 in Kraft getretenen Änderun-
gen  (4.  IV-Revision)  abzustellen.  Hingegen  sind  Bestimmungen  des 
IVG und des ATSG vom 6. Oktober 2006 sowie der IVV und der ATSV 
vom 28. September  2007  (AS 2007  5129  bzw. AS 2007  5155),  die 
nach dem Erlass der angefochtenen Verfügung in Kraft getreten sind, 
nicht anwendbar. Damit sind die durch die 5. IV-Revision eingeführten 
und  am  1. Januar 2008  in  Kraft  getretenen  Änderungen  (AS 2007 
5129,  5155) nicht  zu berücksichtigen. Im Folgenden werden deshalb 
die ab 1. Januar 2004 bis Ende 2007 gültigen Bestimmungen des IVG 
und der IVV zitiert (AS 2003 3837, 3859).

5.
Anspruch auf  eine  Rente  der  schweizerischen  Invalidenversicherung 
hat, wer invalid im Sinn des Gesetzes ist (Art. 7, 8, 16 ATSG; Art. 4, 
28, 29 IVG) und beim Versicherungsfall mindestens während eines vol-
len Jahres Beiträge an die Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversi-
cherung geleistet  hat  (Art. 36 Abs. 1 IVG). Diese zwei  Bedingungen 
müssen kumulativ erfüllt sein. 

Der Beschwerdeführer hat in den Jahren 1972 bis 1996 Beiträge an 
die schweizerische Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung 
entrichtet, so dass er die gesetzliche Mindestbeitragsdauer erfüllt. Zu 
prüfen bleibt,  ob  er  im Sinne des Gesetzes  in  rentenbegründendem 
Ausmass invalid geworden ist.

5.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). 
Nach  Art.  4  IVG  kann  die  Invalidität  Folge  von  Geburtsgebrechen, 
Krankheit oder Unfall sein (Abs. 1); sie gilt als eingetreten, sobald sie 
die für die Begründung des Anspruchs auf die jeweilige Leistung erfor-
derliche Art und Schwere erreicht hat (Abs. 2). Erwerbsunfähigkeit ist 
der  durch  Beeinträchtigung  der  körperlichen,  geistigen  oder  psychi-

Seite 9

C-6641/2007

schen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und 
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs-
möglichkeiten  auf  dem  in  Betracht  kommenden  ausgeglichenen  Ar-
beitsmarkt (Art. 7 ATSG). Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beein-
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 
bedingte,  volle  oder  teilweise  Unfähigkeit,  im  bisherigen  Beruf  oder 
Aufgabenbereich  zumutbare Arbeit  zu leisten. Bei  langer  Dauer wird 
auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgaben-
bereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG).

5.2 a) Anspruch auf eine ganze Invalidenrente besteht gemäss Art. 28 
Abs. 1 IVG bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70%, derjenige 
auf  eine  Dreiviertelsrente  bei  einem  solchen  von  mindestens  60%, 
derjenige auf eine halbe Rente ab einem Grad der Invalidität von 50% 
und derjenige auf eine Viertelsrente ab einem solchen von 40%. Ren-
ten, die einem Invaliditätsgrad von weniger als 50% entsprechen, wer-
den nur an Versicherte ausgerichtet, die ihren Wohnsitz und gewöhnli-
chen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz haben, soweit nicht völ-
kerrechtliche  Vereinbarungen  eine  abweichende  Regelung  vorsehen 
(Art. 28 Abs. 1ter IVG). Eine solche Ausnahme gilt seit dem 1. Juni 2002 
für die Staatsangehörigen eines Mitgliedstaates der Europäischen Uni-
on  und  der  Schweiz,  sofern  sie  in  einem Mitgliedstaat  der  Europäi-
schen Union Wohnsitz haben (vgl. BGE 130 V 253 E. 2.3 und E. 3.1), 
nicht  aber  im Anwendungsbereich  des jugoslawisch-schweizerischen 
Sozialversicherungsabkommens. 

b) Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens 
in dem Zeitpunkt, in dem die versicherte Person mindestens zu 40% 
bleibend  erwerbsunfähig  geworden  ist  (Bst.  a)  oder  während  eines 
Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 
40% arbeitsunfähig gewesen war (Bst. b). Bei Versicherten mit Wohn-
sitz im Ausland – für die das Staatsvertragsrecht keine Ausnahme vor-
sieht – entsteht der Rentenanspruch nach Art. 29 Abs. 1 Bst. b IVG je-
doch erst, wenn sie während eines Jahres ohne wesentlichen Unter-
bruch  durchschnittlich  mindestens  zu  50%  arbeitsunfähig  gewesen 
sind  und  der  Invaliditätsgrad  nach  Ablauf  der  Wartezeit  mindestens 
50% beträgt, weil Art. 28 Abs. 1ter IVG nicht eine blosse Auszahlungs-
vorschrift,  sondern eine besondere Anspruchsvoraussetzung darstellt 
(BGE 121 V 264 E. 6c). 

5.3 a) Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbs-
einkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und 

Seite 10

C-6641/2007

nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein-
gliederungsmassnahmen durch eine ihr  zumutbare Tätigkeit  bei  aus-
geglichener  Arbeitsmarktlage  erzielen  könnte  (sog.  Invalideneinkom-
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen 
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen; 
Art. 16 ATSG). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise 
zu  erfolgen,  dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen zif-
fernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt 
werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad 
bestimmen lässt. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen nicht ge-
nau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall 
bekannten Umstände zu schätzen und die  so  gewonnenen Annähe-
rungswerte miteinander zu vergleichen (allgemeine Methode des Ein-
kommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1, BGE 104 V 136 ff. E. 2a und 
b; ZAK 1990 S. 518 E. 2).

b) Der Begriff der Invalidität ist demnach nicht nach dem Ausmass der 
gesundheitlichen Beeinträchtigung definiert, sondern nach der daraus 
folgenden  Unfähigkeit,  Erwerbseinkommen  zu  erzielen  (BGE  110  V 
275 E. 4a, 102 V 166) oder sich im bisherigen Aufgabenbereich zu be-
tätigen. Dabei sind die Erwerbs- bzw. Arbeitsmöglichkeiten nicht nur im 
angestammten Beruf bzw. der bisherigen Tätigkeit, sondern – wenn er-
forderlich – auch in zumutbaren anderen beruflichen Tätigkeiten (Ver-
weistätigkeiten)  zu  prüfen. Der  Invaliditätsgrad  ist  also  grundsätzlich 
nach wirtschaftlichen und nicht  nach medizinischen Grundsätzen zu 
ermitteln. Das heisst, dass es bei der Bemessung der Invalidität einzig 
und allein auf die objektiven wirtschaftlichen Folgen der funktionellen 
Behinderung ankommt, welche nicht unbedingt mit dem vom Arzt fest-
gelegten Grad der funktionellen Einschränkung übereinstimmen müs-
sen (BGE 110 V 275 E. 4a; ZAK 1985 S. 459). Trotzdem ist die Verwal-
tung und im Beschwerdefall auch das Gericht auf Unterlagen angewie-
sen, die der Arzt und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfü-
gung gestellt  haben. Aufgabe des Arztes ist  es, den Gesundheitszu-
stand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang 
und bezüglich welcher  Tätigkeiten der  Versicherte  arbeitsunfähig ist. 
Zudem sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die 
Beurteilung  der  Frage,  welche  Arbeitsleistungen  dem  Versicherten 
noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4, 115 V 134 E. 2, 
114 V 314 E. 3c mit Hinweisen; ZAK 1991 S. 319 E. 1c) bzw. in wel-
chem Ausmass ein Versicherter seine verbliebene Arbeitsfähigkeit bei 
zumutbarer  Tätigkeit  und zumutbarem Einsatz auf  dem ausgegliche-

Seite 11

C-6641/2007

nen Arbeitsmarkt  verwerten kann (leidensangepasste Verweisungstä-
tigkeit; ZAK 1986 S. 204 f.).

6.
Vorliegend ist strittig und vom Bundesverwaltungsgericht zu prüfen, ob 
der  Beschwerdeführer  nach  diesen  Grundsätzen  vom 11.  Mai  2003 
(ein Jahr vor der Anmeldung; Art. 48 Abs. 2 IVG in der bis zum 31. De-
zember  2007  gültig  gewesenen  Fassung)  bis  zum Erlass  der  ange-
fochtenen Verfügung am 5. September 2007 in einem rentenbegrün-
dendem Ausmass invalid geworden ist. 

6.1 Nach  Auffassung  der  Vorinstanz  liegt  weder  eine  bleibende  Er-
werbsunfähigkeit  noch  eine  im  Sinne  des  Gesetzes  ausreichende 
durchschnittliche  Arbeitsunfähigkeit  während  eines  Jahres  vor.  Dem 
Beschwerdeführer  sei  trotz  des Gesundheitsschadens eine dem Ge-
sundheitszustand angepasste gewinnbringende Tätigkeit  noch immer 
in rentenausschliessender Weise zumutbar. Dabei stützt sich die Vorin-
stanz auf die Darstellung des RAD Rhone, dessen Arzt Dr. E._______ 
auch nach der ergänzenden Begutachtung des Beschwerdeführers an 
seiner  ursprünglichen  Auffassung  festhielt,  dass  keine  anspruchsbe-
gründende Invalidität vorliege. Demgegenüber macht der Beschwerde-
führer geltend, der Bericht des RAD Rhone reiche nicht aus für die An-
nahme, er sei 100% arbeitsfähig. Stattdessen sei auf die Berichte der 
behandelnden Ärzte sowie des Begutachters Dr. B._______ abzustel-
len, woraus deutlich hervorgehe, dass der Beschwerdeführer 100% er-
werbsunfähig sei. Er leide an einer schweren Depression ICD F07, Di-
abetes  Mellitus  und  an  einer  schwer  therapierbaren Hypertonie. Die 
Vorinstanz habe einseitig auf den Bericht des RAD Rhone abgestellt 
und die übrigen Beweismittel zu wenig berücksichtigt.

6.2 Die  im  Recht  liegenden  Arztberichte  schildern  die  Situation  zu-
sammenfassend wie folgt: 

a) Austrittsbericht der Universitätsklinik K._______, Fachbereich Neu-
rologie B, Neuropsychiatrie, vom 1. Dezember 2000 (IV-Akt. 11):

Daraus  geht  hervor,  dass  der  Beschwerdeführer  vom 16. November 
2000 bis 1. Dezember 2000 wegen einer Subarachnoidalblutung (Hirn-
blutung) und wegen arterieller Hypertension (Bluthochdruck) hospitali-
siert war. Während seiner Hospitalisation wurde er mit antiödematösen 
Mitteln,  blutstillenden  Mitteln,  Antibiotika  und  Antidepressiva  behan-
delt. Nach der Behandlung verbesserte sich sein Zustand. 

Seite 12

C-6641/2007

b)  Medizinischer  Bericht  von  Dr. C._______,  Neurochirurg,  vom 
23. August 2001 (IV-Akt. 13):

Dr. C._______ stellte folgende Diagnose: "St Post ICV Cerebeler Sin, 
Lumboischialgia Bil,  Hernie Discale L4-L5". Der CT-Scan der Wirbel-
säule habe einen Bandscheibenvorfall in Höhe L4/L5 gezeigt.

c)  Facharztbericht  von  Dr.  D._______  (Hausarzt)  vom  20. Oktober 
2002 (IV-Akt. 15):

Bestätigung, dass der Beschwerdeführer am 20. Oktober 2002 notfall-
mässig  wegen  einer  hypertensiven  Krise  (Blutdruckkrise)  behandelt 
wurde. Als  Diagnose wird eine arterielle Hypertension genannt (TA = 
260/140). 

d) Fragebogen für den Arzt zu Handen der Invalidenversicherung, aus-
gefüllt von Dr. C._______ am 22. April 2004 (IV-Akt. 17):

Der Beschwerdeführer sei seit dem 23. August 2001 krank und benöti-
ge ärztliche Behandlung. Für eine Wiederanpassung ins Berufsleben 
seien medizinische Massnahmen in Form von Physiotherapie erforder-
lich. Der Invalide sei 60% arbeitsunfähig.

e) Facharztbericht von Dr. D._______ vom 22. April 2004 (IV-Akt. 19):

Bestätigung einer Arztkonsultation (Diagnose: arterielle Hypertension). 

f) Undatiertes ärztliches Zeugnis von Dr. D._______ (IV-Akt. 21):

Als  Folge  einer  unregelmässig  behandelten  arteriellen  Hypertension 
habe der Patient eine hypertensive Krise (Blutdruckkrise) erlitten und 
in der neuropsychiatrischen Klinik in K._______ hospitalisiert  werden 
müssen. Nach der Behandlung habe sich sein Zustand verbessert. Er 
habe die therapeutische Behandlung zu Hause fortgeführt. Er nehme 
regelmässig  seine  Medikamente  und  konsultiere  zweimal  im  Monat 
seinen Arzt. Der Patient habe im Jahr 2002 und im November 2003 hy-
pertensive Krisen erlitten. Er sei  mit  Antidepressiva,  antiödematösen 
und blutstillenden Mitteln sowie Antibiotika behandelt worden, und sein 
Zustand habe sich verbessert. Der Patient setze die Therapie fort und 
befinde sich unter ärztlicher Kontrolle. Die Diagnose lautete auf Hyper-
tension arterialis (arterielle Hypertension), Haemorrhagia Subarachno-
idales (Subarachnoidalblutung) und Obesitas (starkes Übergewicht). 

Seite 13

C-6641/2007

g) Facharztbericht von Dr. D._______ (IV-Akt. 23):

Bestätigung, dass der Patient ab 15. (recte: 16) November 2000 we-
gen einer Subarachnoidalblutung zwei Wochen hospitalisiert war. 

h) Bericht RAD Rhone vom 18. Mai 2005 (IV-Akt. 26):

Gestützt auf die vorstehend erwähnten, zusammen mit dem Leistungs-
gesuch  eingereichten  Unterlagen  folgerte  Dr.  E._______,  dass  aus 
medizinischer Sicht kein invalidisierendes Leiden im Sinne des Geset-
zes vorliege. Als Hauptdiagnose nannte Dr. E._______ eine  arterielle 
Hypertension. Zudem diagnostizierte  er  hypertensive Krisen und die 
Folgen  einer  Subarachnoidalblutung  (Hirnblutung), welche  allerdings 
keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hätten. Der Beschwerde-
führer sei vom 16. November 2000 bis 1. Dezember 2000 in der neuro-
logischen  Abteilung  des  Universitätsspitals  K._______  wegen  einer 
Subarachnoidalblutung in Verbindung mit  einer seit  mehreren Jahren 
bekannten und nicht regelmässig behandelten arteriellen Hypertensi-
on hospitalisiert  gewesen. Die Subarachnoidalblutung habe aber an-
scheinend keine Nachwirkungen hinterlassen. Seit der Hospitalisation 
habe der Beschwerdeführer in den Jahren 2002 und 2003 hypertensi-
ve Krisen gehabt. Die arterielle Hypertension sei für sich kein invalidi-
sierendes Leiden. Allerdings  könnten ihre  Komplikationen unter  Um-
ständen funktionelle Einschränkungen mit sich führen. Im Dossier wer-
de indessen keine Komplikation erwähnt. Die im medizinischen Bericht 
des Neurochirurgen Dr. C._______ vom 22. April 2004 (IV-Akt. 17) er-
wähnte Arbeitsunfähigkeit von 60% sei in keiner Weise begründet. 

i) Berichte von Dr. F._______ und Dr. D._______, beide vom 15. Juni 
2005 (IV-Akt. 36):

Der zusammen mit der Einsprache vom 20. Juni 2005 eingereichte Be-
richt von Dr. F._______ stellte zusätzlich zwei neue Diagnosen, näm-
lich eine instabile Angina Pectoris und eine Diabetes mellitus Typ II. 
Der Beschwerdeführer sei arbeitsunfähig. Auch der gleichzeitig einge-
reichte Bericht von Dr. D._______ führte neu die Diagnose Diabetes 
mellitus Typ II an.

j) Bericht RAD Rhone vom 29. Juni 2006 (IV-Akt. 29a):

Dr. E._______ hielt  in seiner Stellungnahme vom 29. Juni 2006 fest, 
dass der Diabetes mellitus Typ II ohne angezeigte Komplikation keine 

Seite 14

C-6641/2007

Arbeitsunfähigkeit  rechtfertige  und kein  invalidisierendes Leiden dar-
stelle. Eine allfällige instabile Angina Pectoris könne sich dagegen auf 
die  Arbeitsfähigkeit  auswirken,  weshalb  der  entsprechende  Verdacht 
untersucht  werden müsse. Es  seien zusätzliche medizinische Abklä-
rungen in Form einer kardiologischen Untersuchung und einer Ergo-
metrie erforderlich.

k) Medizinischer Bericht Dr. B._______ vom 12. Februar 2007 (IV-Akt. 
46):

Der ausführliche Bericht umschreibt die Anamnese sowie die aktuellen 
Beschwerden  des  Beschwerdeführers  und  fasst  die  Resultate  der 
durchgeführten  Untersuchungen  zusammen  (körperliche  Untersu-
chung, Echokardiografie, EKG, kardiologische Untersuchung, neurolo-
gische und psychiatrische Untersuchung). 

Die kardiologische Untersuchung führte Dr. B._______ zur Diagnose 
einer hypertensiven Herzkrankheit (Cardiomypathia chr. hypertensiva, 
ICD 10 I11). Jedoch hielt  er  fest,  dass koronare Erkrankungen nicht 
ausgeschlossen werden könnten und listete eine Reihe von Untersu-
chungen auf, welche angezeigt seien (CRP, CBC, Urin, Kreatin, Blut-
zuckerspiegel, Cholesterol, Triglyceride, HDL, FOU augenärztliche Un-
tersuchung).  Auch  betonte  er,  dass  die  Ergometrie  (Belastungstest) 
aufgrund  des  sehr  hohen  Blutdrucks  des  Beschwerdeführers  nicht 
habe durchgeführt  werden können. Es werde empfohlen,  diese oder 
ein  sog.  Holter  Monitoring  nach  der  Stabilisierung  des  Blutdrucks 
nachzuholen.  Die  Beurteilung  der  Arbeitsfähigkeit  in  Verbindung  mit 
dem Herz-Kreislauf-System sei erst nach Durchführung der erforderli-
chen zusätzlichen Untersuchungen möglich. Bei diesen Ausführungen 
stützte sich Dr. B._______ auf die gleichlautende Einschätzung von Dr. 
I._______  der  Deutschen  Klinik  für  Herzkreislaufkrankheiten  in 
K._______ in dessen medizinischen Bericht vom 30. Januar 2007 (ein-
gereicht als Beilage zum Bericht vom 12. Februar 2007, IV-Akt. 45). 

Gestützt  auf  die  Ergebnisse  der  übrigen  Untersuchungen  diagnosti-
zierte  Dr. B._______ weiter  eine  Persönlichkeits-  und Verhaltensstö-
rung aufgrund einer Krankheit, Schädigung oder Funktionsstörung des 
Gehirns  (ICD 10 F07),  Folgen einer  Subarachnoidalblutung  (ICD 10 
I69.0)  sowie  eine essentielle  (primäre)  Hypertonie (ICD 10 I10). Die 
allgemeine Verfassung des Patienten sei  komplex und chronisch; sie 
erfordere  regelmässige  medikamentöse  Behandlung. Auf  Grund  des 
Allgemeinzustands,  der  psychischen  Verfassung  und  des  Alters  des 

Seite 15

C-6641/2007

Patienten könne keine  deutliche Besserung  des Gesundheitszustan-
des erwartet  werden. Wegen der chronischen Natur der Krankheiten 
und der aktuellen psychologischen Verfassung sei der Patient arbeits-
unfähig. Trotz Reorientierung und medikamentöser Behandlung könne 
die Arbeitsfähigkeit nicht wiedererlangt werden. Der Grad der Arbeits-
unfähigkeit betrage 100%. Damit teilte Dr. B._______ die Schlussfolge-
rung,  zu  welcher  der  von  ihm  beigezogene  Neuropsychiater  Dr. 
H._______ gestützt auf seine neurologische und psychiatrische Unter-
suchung des Beschwerdeführers gekommen war. In seinem (dem Be-
richt vom 12. Februar 2007 ebenfalls beigelegten) Bericht vom 30. Ja-
nuar 2007 (IV-Akt. 43) diagnostizierte Dr. H._______ gestützt auf die 
aufgenommene Anamnese, körperliche Untersuchung sowie den men-
talen und neurologischen Zustand des Beschwerdefüherers u.a. eine 
psychoorganische Störung (ICD F 07) und schätzte die Arbeitsunfähig-
keit auf 100% ein. Im übrigen verweist der Bericht von Dr. B._______ 
kommentarlos auf zwei beigelegte, sehr kurz gehaltene Arztzeugnisse 
des  Internisten Dr. G._______  vom 17. November  2006  (IV-Akt.  38) 
und 26. Februar 2007 (recte: 23. Januar 2007, IV-Akt. 41). 

l) Bericht RAD Rhone vom 23. Mai 2007 (IV-Akt. 51):

Nach der Weiterleitung der von Dr. B._______ verfassten bzw. einge-
reichten Berichte an den RAD Rhone wies Dr. E._______ mit Bericht 
vom 23. Mai  2007 darauf  hin,  dass die kardiologische Untersuchung 
mit Echokardiografie trotz der nur mit Mühe auszugleichenden Hyper-
tension eine normale Herzfunktion gezeigt habe; der Verdacht einer in-
stabilen Angina Pectoris habe nicht bestätigt werden können. Die neu-
ropsychiatrische  Untersuchung  habe  eine  sehr  leichte  Beeinträchti-
gung der kognitiven,  amnesischen und intellektuellen Fähigkeiten im 
Rahmen einer depressiven Verstimmung gezeigt. Diese sehr diskreten 
funktionellen Beeinträchtigungen erreichten indessen sicherlich weder 
den Grad einer Depression, welche eine Arbeitsunfähigkeit irgendwel-
cher Art rechtfertigte, noch den Grad einer signifikanten psychoorgani-
schen Störung. Er halte daher vollumfänglich an seinen in den Berich-
ten vom 18. Mai 2005 und 29. Juni 2006 gemachten Schlussfolgerun-
gen fest.

m) Bericht RAD Rhone vom 29. August 2007 (IV-Akt. 57):

Schliesslich hielt Dr. E._______ auch in der im Einwandverfahren ein-
gereichten Stellungnahme vom 29. August 2007 an seiner bisherigen 
Beurteilung fest. Was die Meinungsverschiedenheit zwischen den be-

Seite 16

C-6641/2007

handelnden Ärzten und dem medizinischen Dienst  bezüglich der Ar-
beitsfähigkeit und der Wirksamkeit der medizinischen Behandlung be-
treffe, handle es sich einfach um eine unterschiedliche Beurteilung ei-
ner gleichen Situation. Es gebe für ihn keinen objektiven Grund, von 
seiner  Auffassung  in  den  vorherigen  Stellungnahmen  abzuweichen. 
Die Vorbringen des Beschwerdeführers bezüglich der Depression sei-
en in medizinischer Hinsicht nicht zulässig. Es handle sich in seinem 
Fall nicht um eine schwere Depression. 

6.3 Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismit-
tel  zu würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungsverfahren und für 
die Beschwerdeverfahren gilt  der  Grundsatz  der  freien  Beweiswürdi-
gung. Danach sind die Beweise frei,  d.h. ohne Bindung an förmliche 
Beweisregeln, umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Be-
schwerdeverfahren bedeutet dies, dass alle Beweismittel, unabhängig 
davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen sind und danach zu 
entscheiden ist, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Be-
urteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Im Sozialversiche-
rungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht 
etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegen-
den  Wahrscheinlichkeit zu  fällen.  Die  blosse  Möglichkeit  eines  be-
stimmten  Sachverhalts  genügt  den  Beweisanforderungen  nicht.  Das 
Gericht  hat  vielmehr  jener  Sachverhaltsdarstellung zu folgen,  die  es 
von  allen  möglichen  Geschehensabläufen  als  die  wahrscheinlichste 
würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b, 125 V 193 E. 2, je mit Hinweisen). Hin-
sichtlich  des  Beweiswertes  eines  Arztberichtes  ist  entscheidend,  ob 
der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Un-
tersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, 
in  Kenntnis  der  Vorakten (Anamnese)  abgegeben worden ist,  in  der 
Darlegung der Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizini-
schen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Exper-
tinnen  und  Experten  begründet  sind. Für  den  Beweiswert  ist  grund-
sätzlich weder die Herkunft  noch die Bezeichnung der eingereichten 
oder  in  Auftrag  gegebenen Stellungnahme als  Bericht  oder  als  Gut-
achten  ausschlaggebend  (vgl.  dazu  das  Urteil  des  EVG I  268/2005 
vom 26. Januar 2006 E. 1.2, mit Hinweis auf BGE 125 V 352 E. 3.a). 
Aufgabe des regionalen ärztlichen Dienstes ist es, zu Handen der Ver-
waltung  den  medizinischen  Sachverhalt  zusammenzufassen  und  zu 
würdigen.  Dazu  gehört  auch,  bei  sich  widersprechenden  medizini-
schen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die 
eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche 

Seite 17

C-6641/2007

Untersuchung  vorzunehmen sei  (Urteil  des  Bundesgerichts  9C_341/ 
2007 vom 16. November 2007 E. 4.1 mit Hinweisen).

6.4 Zentrum der voneinander abweichenden Parteistandpunkte bildet 
der Umstand, dass der Beschwerdeführer im Einspracheverfahren neu 
die Diagnose einer instabilen Angina Pectoris ins Verfahren einbrachte 
(Berichte Dr. F._______ und Dr. D._______ vom 15. Juni 2005, IV-Akt. 
36). Unbestritten ist, dass sich eine instabile Angina Pectoris in renten-
begründendem Ausmass auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdefüh-
rers auswirken könnte, und der entsprechende Verdacht  deshalb vor 
dem  Rentenentscheid  durch  medizinische  Untersuchungen  bestätigt 
oder wieder verworfen werden muss (vgl. Bericht RAD Rhone vom 29. 
Juni 2006, IV-Akt. 29a). Dr. E._______ hielt diesbezüglich eine kardio-
logische Untersuchung sowie eine Ergometrie  als  unumgänglich  (IV-
Akt. 29a). Es steht fest, dass die Ergometrie aufgrund des sehr hohen 
Blutdrucks  des  Beschwerdeführers  noch  nicht  durchgeführt  werden 
konnte. Damit bleibt aber nach wie vor ungeklärt, ob der Beschwerde-
führer  an  einer  instabilen  Angina  Pectoris  leidet,  was  auch  Dr. 
E._______ nicht in Abrede zu stellen scheint (IV-Akt. 51). Jedenfalls ist 
damit,  dass  die  kardiologische  Untersuchung  mit  Echokardiografie 
eine normale Herzfunktion zeigte, der Verdacht einer entsprechenden, 
allenfalls  invalidisierenden Erkrankung noch nicht  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit ausgeräumt. Dr. B._______ legt in seinem Bericht 
nachvollziehbar dar,  dass für  die fachgerechte Diagnosestellung und 
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in Verbindung mit dem Herz-Kreislauf-
System ein sog. Holter  Monitoring oder die  Ergometrie  nachzuholen 
ist, sobald der Blutdruck des Beschwerdeführers angemessen stabili-
siert  werden  konnte.  Seine  Ausführungen  legen  gestützt  auf  den 
schlüssigen Bericht von Dr. I._______ der Deutschen Klinik für Herz-
kreislaufkrankheiten vom 30. Januar 2007 (IV-Akt. 45) zudem überzeu-
gend dar, dass zusätzliche Untersuchungen gemacht werden müssen, 
um  das  Vorliegen  allfälliger  koronarer  Erkrankungen  zu  prüfen.  Dr. 
E._______ bringt nichts vor, was dem entgegenstehen würde. Der So-
zialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. 
Danach hat das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollstän-
dige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. 

Im Übrigen bestreitet  Dr. E._______, dass der Beschwerdeführer an 
einer die Arbeitsfähigkeit einschränkenden Depression oder einer sig-
nifikanten psychoorganischen Störung leidet. Damit widerspricht er der 
Einschätzung des Neuropsychiaters Dr. H._______ im Bericht vom 30. 
Januar 2007 (IV Akt. 43), welche auch der von der Vorinstanz beauf-

Seite 18

C-6641/2007

tragte Dr. B._______ teilt. Ob Dr. E._______ – der im Gegensatz zu Dr. 
H._______ kein Facharzt ist und den Beschwerdeführer auch nie per-
sönlich untersucht hat – allein gestützt auf die Akten in der Lage war, 
die  Diagnosestellung  des  Neuropsychiaters  im  erwähnten  Bericht  in 
Abrede zu stellen sowie die von diesem als vollumfänglich bezeichnete 
Arbeitsunfähigkeit  gänzlich  zu  verneinen,  erscheint  zweifelhaft.  Dies 
gilt  umso mehr, als Dr. E._______ seine Auffassung nicht weiter  be-
gründet,  sondern  sich im Wesentlichen auf  den Hinweis beschränkt, 
die  funktionellen  Beeinträchtigungen  seien  sehr  diskret  und  würden 
weder den Grad einer Depression noch einer psychoorganischen Stö-
rung erreichen. Wenig hilfreich ist auch der Hinweis, die unterschied-
lich beurteilte Arbeitsunfähigkeit sei einfach seine unterschiedliche Be-
urteilung  der  gleichen  Situation. Demgegenüber  kommt  dem Bericht 
von Dr. H._______ grundsätzlich ein hoher Beweiswert zu, schildert er 
die medizinische Situation doch umfassend und beruht auf den erfor-
derlichen Untersuchungen. Die abweichende ärztliche Beurteilung von 
Dr. E._______ erweckt aber immerhin gewisse Zweifel an der im Be-
richt von Dr. H._______ gestellten Diagnose und dem Umfang der dar-
aus abgeleiteten Arbeitsunfähigkeit, sodass diese nicht mit der erfor-
derlichen  überwiegenden  Wahrscheinlichkeit  erstellt  erscheinen.  Zu 
beachten ist auch, dass Beeinträchtigungen der psychischen Gesund-
heit zwar in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine 
Invalidität  im  Sinne  von  Art.  4  Abs.  1  IVG in  Verbindung  mit  Art.  8 
ATSG  bewirken  können,  eine  fachärztlich  festgestellte  psychische 
Krankheit indessen nicht ohne weiteres einer Invalidität  gleichgesetzt 
werden kann. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivier-
ten Massstab erfolgte Beurteilung, ob und inwiefern der versicherten 
Person  trotz  ihres  Leidens  die  Verwertung  ihrer  Restarbeitsfähigkeit 
auf  dem ihr  nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft 
tragbar ist (BGE 127 V 294 E. 4c). Nicht als Folgen eines psychischen 
Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht 
als relevant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die 
versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleiben-
de Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte (BGE 131 V 49 
E. 1.2, BGE 102 V 166f.; AHI 2001 S. 228 E. 2b, mit Hinweisen). Damit 
wie mit der Frage, bezüglich welcher Tätigkeiten der Beschwerdeführer 
noch arbeitsfähig ist und welche Arbeitsleistungen ihm trotz des psy-
chischen  Leidens  allenfalls  noch  zugemutet  werden  könnten, haben 
sich jedoch weder Dr. B._______ noch Dr. E._______ bzw. die Vorins-
tanz hinreichend auseinandergesetzt. In seinem Bericht vom 18. Mai 

Seite 19

C-6641/2007

2005 begnügte sich Dr. E._______ ohne weitere Begründung damit, 
den Beschwerdeführer sowohl in seiner bisherigen Tätigkeit als auch 
in einer Verweistätigkeit als zu 0% arbeitsunfähig zu beurteilen. Neben 
dem Umfang einer allfälligen aus den psychischen Beschwerden resul-
tierenden Arbeitsunfähigkeit  ist  auch nicht  hinlänglich geklärt,  ob die 
entsprechende  Diagnose  allein  schon  für  sich  invalidisierend  wäre 
oder inwiefern von einer Komorbidität auszugehen ist. Für eine fach-
kundige Überprüfung der Frage, ob die von Dr. H._______ festgestell-
ten psychischen Beeinträchtigungen den Grad einer rentenbegründen-
den  Depression  bzw.  einer  anderen  psychischen  Erkrankung  errei-
chen, scheint es unumgänglich, dass der Beschwerdeführer von einem 
Facharzt und unter Einbezug von persönlichen Befragungen begutach-
tet wird. 

6.5 Damit ist  die Beurteilung der Frage, ob der Beschwerdeführer in 
einem rentenbegründenden Ausmass invalid geworden ist,  erst mög-
lich nach Durchführung der Ergometrie sowie der von Dr. B._______ 
bzw.  Dr.  I._______  genannten  zusätzlichen  Untersuchungen  (CRP, 
CBC, Urin, Kreatin, Blutzuckerspiegel, Cholesterol, Triglyceride, HDL, 
FOU  augenärztliche  Untersuchung)  und  nach  Klärung,  ob  der  Be-
schwerdeführer an einer instabilen Angina Pectoris sowie u.U. an koro-
naren Erkrankungen leidet. Auch mit  Bezug auf  den Umstand,  dass 
der Bluthochdruck des Beschwerdeführers seit Jahren instabil ist und 
offenbar  trotz  ärztlicher  Behandlung  nicht  korrekt  eingestellt  werden 
konnte,  ist  eine ergänzende ärztliche Prüfung und Einschätzung der 
Auswirkungen auf  die Arbeitsfähigkeit  angezeigt. Zudem fehlt  es mit 
Bezug auf  die psychischen Beschwerden des Beschwerdeführers an 
der notwendigen Klarheit. Vor diesem Hintergrund drängt sich für das 
Bundesverwaltungsgericht der Schluss auf, dass der rechtserhebliche 
Sachverhalt nicht genügend abgeklärt  worden ist und der für die Ent-
scheidfällung  erforderliche  Beweisgrad  der  überwiegenden  Wahr-
scheinlichkeit nicht erreicht wurde. 

6.6 Das Gericht,  das den Sachverhalt  als ungenügend abgeklärt er-
achtet, hat grundsätzlich die  Wahl, die Sache zur weiteren Beweiser-
hebung an die Verwaltung zurückzuweisen oder selber die nötigen In-
struktionen vorzunehmen (ZAK 1987 S. 264 E. 2a, BGE 125 V 352 E. 
3a mit Hinweisen; AHI 2001 S. 113 E. 3a; Rechtsprechung und Verwal-
tungspraxis - Kranken- und Unfallversicherung [RKUV] 1999 Nr. U 332 
S. 193 E. 2a/bb und 1998 Nr. U 313 S. 475 E. 2a). Bei festgestellter 
Abklärungsbedürftigkeit  verletzt  die  Rückweisung  der  Sache  an  die 
Verwaltung als  solche weder den Untersuchungsgrundsatz noch das 

Seite 20

C-6641/2007

Gebot  eines  einfachen und  raschen Verfahrens. Anders  verhielte  es 
sich nur dann, wenn die Rückweisung an die Verwaltung einer Verwei-
gerung des gerichtlichen Rechtsschutzes gleichkäme (beispielsweise 
dann, wenn aufgrund besonderer Gegebenheiten nur ein Gerichtsgut-
achten bzw. andere gerichtliche Beweismassnahmen geeignet wären, 
zur Abklärung des Sachverhalts beizutragen), oder wenn die Rückwei-
sung nach den konkreten Umständen als unverhältnismässig bezeich-
net  werden müsste (BGE 122 V 163 Erw. 1d). Vorliegend sind keine 
Gründe ersichtlich, die der Rückweisung der Sache zur weiteren Ab-
klärung an die IV-Stelle entgegenstehen würden. 

Im Weiteren bringt der Beschwerdeführer vor, er sei in der freien Wirt-
schaft  mangels  jeglicher  Ressourcen  sowie  aufgrund  der  hohen  Ar-
beitslosenquote in seiner Heimat und der Tatsache, dass für teilinvali-
de Personen in einem fortgeschrittenen Alter mit wenig Schulbildung 
kein Arbeitsmarkt bestehe, nicht mehr vermittelbar. Darauf ist vernünf-
tigerweise  jedoch  erst  nach  Klärung  des  Sachverhalts  einzugehen, 
wenn namentlich hinreichende Angaben dazu vorliegen, ob und in wel-
chen Tätigkeiten der Beschwerdeführer überhaupt noch arbeitsfähig ist 
und  welche  Arbeitsleistungen  ihm  noch  zugemutet  werden  können. 
Dabei wird u.a. die im Urteil  I 617/02 des Eidgenössischen Versiche-
rungsgerichts  vom 10.  März  2003  in  Erwägung  3.2.3  umschriebene 
Rechtsprechung zu beachten sein. Die Invalidenversicherung hat da-
nach grundsätzlich nicht dafür einzustehen, dass ein Versicherter zu-
folge seines Alters keine seiner gesundheitlichen Beeinträchtigung an-
gepasste Arbeit mehr findet. Soweit aber die Zumutbarkeit weiterer Er-
werbstätigkeit nach Massgabe der Selbsteingliederungspflicht und der 
auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt vorhandenen Arbeitsgelegen-
heiten  in  Frage steht,  ist  zu  beurteilen,  ob für  den Versicherten  auf 
dem  allgemeinen  Arbeitsmarkt  realistischerweise  geeignete  Arbeits-
stellen zur Verfügung stehen, an denen er die ihm verbliebene Restar-
beitsfähigkeit  zumutbarerweise  noch  ganz  oder  teilweise  verwerten 
kann. Das fortgeschrittene Alter des Versicherten – der Beschwerde-
führer war zum Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung 
bereits rund 60 Jahre alt  – gehört  daher im Rahmen der Zumutbar-
keitsprüfung zu den seine erwerblichen Möglichkeiten und damit seine 
Invalidität beeinflussenden persönlichen Eigenschaften (Urteil I 617/02 
des  Eidgenössischen  Versicherungsgerichts  vom  10.  März  2003  E. 
3.2.3). 

7.
Die Beschwerde ist somit insofern teilweise gutzuheissen, als die an-

Seite 21

C-6641/2007

gefochtene  Verfügung  vom 5.  September  2007  aufzuheben  und  die 
Sache zur weiteren Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts an 
die Vorinstanz zurückzuweisen ist. Die Vorinstanz hat den Beschwer-
deführer in seiner Heimat oder in der Schweiz im Sinne der Erwägun-
gen ärztlich begutachten zu lassen. Die begutachtenden Ärzte müssen 
sich  über  die  Diagnose,  über  die  Arbeitsfähigkeit  im  angestammten 
Beruf  und in anderen zumutbaren Tätigkeiten sowie über deren Ent-
wicklung,  insbesondere  für  die  Zeitspanne  zwischen  Mai  2003  (ein 
Jahr vor der Anmeldung; Art. 48 Abs. 2 IVG in der bis zum 31. Dezem-
ber 2007 gültig gewesenen Fassung) und dem 5. September 2007 (Er-
lass  der  angefochtenen  Verfügung),  bzw.  dem  Datum  der  Untersu-
chung  äussern.  Danach  hat  die  Vorinstanz  einen  Einkommensver-
gleich zu tätigen, und anschliessend eine neue, wiederum anfechtbare 
Verfügung zu erlassen.

8.

8.1 Das  Bundesverwaltungsgericht  auferlegt  gemäss  Art.  63  Abs.  1 
und Abs. 3 VwVG die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegen-
den Partei. Eine Rückweisung gilt praxisgemäss als Obsiegen der Be-
schwerde führenden Partei (BGE 132 V 215 E. 6). Den Vorinstanzen 
werden  keine Verfahrenskosten auferlegt  (Art.  63  Abs. 2  VwVG). Es 
sind daher keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. 

8.2 Die Beschwerdeinstanz kann der ganz oder teilweise obsiegenden 
Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr 
erwachsene  notwendige  und  verhältnismässig  hohe  Kosten  zuspre-
chen (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2]).  Die  Parteientschädi-
gung umfasst  die Kosten der  Vertretung sowie  allfällige weitere  not-
wendige Auslagen der Partei (Art. 8 VGKE). Der Beschwerdeführer ist 
im  vorliegenden  Verfahren  durch  Ernest  Osmani  vertreten  (nichtan-
waltliche berufsmässige Vertretung; Art. 10 Abs. 2 VGKE). Ihm ist da-
her eine Parteientschädigung für  die ihm entstandenen notwendigen 
Kosten zuzusprechen. Da keine Kostennote eingereicht wurde, ist die 
Parteientschädigung aufgrund der Akten festzusetzen (Art. 14 Abs. 2 
S. 2 VGKE). Eine Parteientschädigung in  der  Höhe von Fr. 500.-  er-
scheint als angemessen.

Seite 22

C-6641/2007

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die  Beschwerde  wird  insoweit  gutgeheissen,  als  die  Verfügung  der 
Vorinstanz vom 5. September 2007 aufgehoben und die Sache an die 
Vorinstanz zurückgewiesen wird, damit diese nach erfolgter Abklärung 
im Sinne der Erwägungen über den Rentenanspruch neu verfüge.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.
Dem Beschwerdeführer wird zu Lasten der Vorinstanz eine Parteient-
schädigung von Fr. 500.- zugesprochen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz
- das Bundesamt für Sozialversicherungen

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Maria Amgwerd Roger Mallepell

Seite 23

C-6641/2007

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern,  Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden,  sofern  die  Vo-
raussetzungen gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesge-
richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. 
Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Ent-
scheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende 
Partei in Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

Seite 24