# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c1f85538-a131-59ff-86d6-94970d75aff3
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-06-22
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 4. Kammer 22.06.2010 A 2010 20
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_004_A-2010-20_2010-06-22.pdf

## Full Text

A 10 20

4. Kammer 

URTEIL
vom 22. Juni 2010

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Kantons- und direkte Bundessteuer

1. …, wohnhaft in …, führten im Jahr 2006 wie in den Jahren zuvor das 

Restaurant … in ... Ihre Steuererklärung 2006 reichten sie am 8. August 2007 

ordnungsgemäss ein. Bei der Prüfung der Jahresrechnung wurde eine 

Bruttogewinnmarge I von rund 55% festgestellt. Dieser Wert wurde 

ermessensweise auf 60% erhöht. Gegen die entsprechenden 

Veranlagungsverfügungen liessen … am 19. Dezember 2008 Einsprache 

erheben. Nachdem die kantonale Steuerverwaltung die Einsprecher 

wiederholt vergeblich aufgefordert hatte, Beweismittel einzureichen, 

verweigerte sie anlässlich des Vortritts am 30. März 2009 die Annahme des 

Kassabuchs und der Kassastreifen, weil sie davon ausging, dass die Frist für 

die Einreichung dieser Beweismittel abgelaufen sei. Mit Entscheid vom 1. April 

2009 wies die kantonale Steuerverwaltung die Einsprache ab. Hiergegen 

liessen … Beschwerde ans Verwaltungsgericht erheben. Dieses Verfahren (A 

09 12) wurde mit Verfügung vom 4. Mai 2009 als gegenstandslos 

abgeschrieben, nachdem die kantonale Steuerverwaltung mit Schreiben vom 

30. April 2009 mitgeteilt hatte, dass sie den angefochtenen 

Einspracheentscheid und die entsprechenden Veranlagungsverfügungen 

aufgehoben habe.

2. In der Folge wurde das Veranlagungsverfahren nochmals neu aufgerollt. Mit 

Verfügungen vom 17. November 2009 wurde die frühere Veranlagung 

indessen im Wesentlichen bestätigt, insbesondere wurde die 

Bruttogewinnmargenkorrektur beibehalten. Die Gemeindesteuer wurde auf 

Fr. 3'620.--, die Kantonssteuer auf Fr. 4'663.-- und die direkte Bundessteuer 

auf Fr. 856.-- festgelegt. Die gegen diese Veranlagungen im Bezug auf die 

Kantonssteuer und die direkte Bundessteuer erhobene Einsprache wies die 

kantonale Steuerverwaltung mit Entscheid vom 26. Januar 2010 ab.

3. Gegen diesen Entscheid liessen … am 24. Februar 2010 Beschwerde ans 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden erheben. Sie beantragten, die 

Ermessensveranlagung mit der Aufrechnung von Fr. 35'000.-- sei aufzuheben 

und das Einkommen aus selbständiger Tätigkeit gemäss Jahresabschluss 

2006 zuzüglich der kleinen Korrektur von Fr. 559.60 zu veranlagen. Sie 

machten geltend, sie hätten detailliert begründet, weshalb der Bruttogewinn 

auf Waren so klein sei. Dies hätte von der Steuerverwaltung berücksichtigt 

werden müssen. Zwar sei der Warenerfolg mit 53.1% gegenüber den 

Erfahrungszahlen tatsächlich zu klein, doch mit einer Aufrechnung von Fr. 

35'000.-- ergebe sich eine Bruttogewinnmarge von 67.3%, welche viel zu hoch 

liege. 

4. Die kantonale Steuerverwaltung beantragte die Abweisung der Beschwerde. 

Die Erhöhung der Bruttogewinnmarge entspreche dem Durchschnitt des 

beschwerdeführerischen Betriebes der Jahre 2003 bis 2005. Die erhöhte 

Bruttogewinnmarge liege immer noch deutlich tiefer als diejenige von drei 

Vergleichsrestaurants in der Region.

5. In ihrer Replik änderten … ihren Antrag dahingehend, dass bei der 

Veranlagung gemäss Jahresabschluss auch der versehentlich nicht 

eingetragene Tagesumsatz vom 30. Dezember 2006 in der Höhe von Fr. 

888.70 zu berücksichtigen sei. Mit dieser Korrektur ergebe sich ein 

Warenerfolg von 53.3%. Würden Fr. 35'000.-- aufgerechnet, so ergebe sich 

ein unverhältnismässig hoher Warenerfolg von 67.44%. Im Weiteren nahmen 

sie detailliert Stellung zu den gegnerischen Argumenten.

6. Die kantonale Steuerverwaltung hielt in ihrer Duplik an ihrem Antrag und ihren 

Ausführungen in der Vernehmlassung fest.

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften wird, soweit 

erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt ist der Einspracheentscheid der Kantonalen 

Steuerverwaltung vom 26. Januar 2010. Beschwerdegegenstand ist die 

Frage, ob bei der Ermittlung des Einkommens aus selbständiger 

Erwerbstätigkeit die ermessensweise Aufrechnung von Fr. 35'000.-- auf den 

Bruttoumsatz zu Recht erfolgte, oder ob auf den aus der Jahresrechnung 

2006 hervorgehenden Wert hätte abgestellt werden müssen. 

2. Gemäss Art. 131 Abs. 1 lit. b und c des kantonalen Steuergesetzes (StG / BR 

720.000) wird die Veranlagung unter anderem dann nach pflichtgemässem 

Ermessen vorgenommen, wenn die Steuerfaktoren mangels zuverlässiger 

Unterlagen nicht einwandfrei ermittelt werden können, und wenn die 

ausgewiesenen Ergebnisse von den Erfahrungszahlen erheblich abweichen 

und der Steuerpflichtige hiefür keine hinlänglichen Gründe anzugeben 

vermag. Gemäss Art. 130 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die direkte 

Bundessteuer (DBG / SR 642.11) nimmt die Veranlagungsbehörde die 

Veranlagung nach pflichtgemässem Ermessen vor, wenn die Steuerfaktoren 

mangels zuverlässiger Unterlagen nicht einwandfrei ermittelt werden können; 

sie kann dabei Erfahrungszahlen, Vermögensentwicklung und 

Lebensaufwand des Steuerpflichtigen berücksichtigen. Die Voraussetzungen 

für eine Ermessenstaxation sind damit im Bezug auf die Kantons- und die 

direkte Bundessteuer nach ihrem Sinngehalt gleich. Ob diese 

Voraussetzungen im vorliegenden Fall erfüllt sind, wird nachstehend 

überprüft.

3. a) Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung muss ein Betrieb, dessen 

Einnahmen in hohem Masse in bar eingehen, ein detailliertes, chronologisch 

nachgeführtes und aufaddiertes Kassabuch führen (BG-Urteile 2C_301/2009 

und 2A.384/2003). Als zuverlässig gilt nur ein Kassabuch, das täglich 

nachgeführt wird. Dies gilt grundsätzlich, hat doch das Bundesgericht selbst 

bei einem von Bergbauern nebenbei geführten Saison-Gastbetrieb die 

tägliche Nachführung des Kassabuchs verlangt (BG-Urteil 2A.350/2005). Bei 

bargeldintensivem Geschäftsverkehr ist ferner eine tägliche Saldierung 

erforderlich; durch Kassensturz ist der buchmässige mit dem tatsächlichen 

Kassenbestand zu vergleichen und allfällige Differenzen sind sofort zu 

buchen. Nach der Praxis des Bundesgerichts ist nur auf diese Weise 

gewährleistet, dass die erfassten Bareinnahmen vollständig sind, das heisst 

den effektiven Bareinnahmen entsprechen (BG-Urteile 2C_301/2009 und 

2A.657/2005).

b) Die Beschwerdeführer führten im Jahr 2006 ein Restaurant, dessen 

Tagesumsatz gemäss Kassabuch zwischen rund Fr. 100.-- und Fr. 3'000.-- 

schwankte. Wie bei Restaurationsbetrieben üblich erfolgte die Bezahlung 

durch die Gäste in der Regel bar. Der Betrieb ist deshalb als bargeldintensiv 

einzustufen, und die Beschwerdeführer waren demzufolge zur Führung eines 

Kassabuchs nach den oben dargelegten Grundsätzen verpflichtet (BG-Urteil 

2C_171/2008). 

c) Die Beschwerdeführer benutzten eine Registrierkasse und übertrugen den mit 

der Registrierkasse errechneten Tagesumsatz in der Regel am Morgen des 

folgenden Tages in ihr Kassabuch. Die entsprechenden 

Registrierkassenstreifen sammelten sie als Belege. Auch die Ausgaben 

haben sie in der Regel korrekt gebucht, und die entsprechenden Belege 

liegen vor. Ihrer Pflicht, das Kassabuch täglich detailliert nachzuführen, sind 

sie damit nachgekommen. Eine tägliche Saldierung erfolgte indessen nicht. 

Dies geht deutlich aus dem Kassabuch hervor und wird von den 

Beschwerdeführern explizit bestätigt. Bloss am Monatsende wurde jeweils der 

Bargeldbestand in der Kasse gezählt und im Kassabuch vermerkt. Ein 

Vergleich des tatsächlichen mit dem buchmässigen Kassabestand mit daraus 

folgender Differenzbuchung wurde aber nicht einmal am Monatsende 

vorgenommen. Aufgrund der fehlenden täglichen Saldierung erweist sich die 

Führung des Kassabuchs als nicht ordnungsgemäss.

d) Nach der Praxis des Bundesgerichts bewirkt eine Kassabuchführung, welche 

wie vorliegend den Anforderungen nicht entspricht, die Vermutung der 

Unrichtigkeit der gesamten Buchhaltung, indem sie eine nicht zu beseitigende 

Ungewissheit über Höhe von Ertrag und Aufwand sowie von Aktiven und 

Passiven schafft. Der Beweiswert eines formell nicht ordnungsgemäss 

geführten Kassabuchs ist stark eingeschränkt, unabhängig davon, ob 

materielle Mängel nachgewiesen sind oder nicht (BG-Urteil 2A.657/2005). Für 

den vorliegenden Fall bedeutet dies, dass die fehlende tägliche Saldierung 

einen so gravierenden formellen Mangel darstellt, dass die 

beschwerdeführerische Jahresrechnung nicht als zuverlässige Unterlage für 

die einwandfreie Ermittlung der Steuerfaktoren betrachtet werden kann. 

Angesichts dieses Ergebnisses braucht nicht untersucht zu werden, ob die 

von der Steuerverwaltung gerügten erheblichen materiellen Mängel ebenfalls 

vorliegen, oder ob - wie dies die Beschwerdeführer behaupten - nur 

geringfügige materielle Fehler bestehen. 

4. a) Eine Ermessenstaxation ist auch dann angezeigt, wenn die ausgewiesenen 

Ergebnisse von den Erfahrungszahlen erheblich abweichen und der 

Steuerpflichtige hiefür keine hinlänglichen Gründe anzugeben vermag (Art. 

131 Abs. 1 lit. b und c StG und Art. 130 Abs. 2 DBG). Im vorliegenden Fall ist, 

wie nachstehend gezeigt wird, auch diese Voraussetzung erfüllt.

b) Der für den Vergleich mit den Erfahrungszahlen heranzuziehende Wert ist 

nach der Praxis des Bundesgerichts die so genannte "Bruttogewinnmarge I", 

welche das Verhältnis zwischen Umsatz und Warenaufwand zum Ausdruck 

bringt (BG-Urteile 2C_592/2007 und 2A.657/2005). "Bruttogewinn I" und 

"Bruttogewinnmarge I" sind in der betriebswirtschaftlichen Lehre und Praxis 

etablierte und, entgegen der Ansicht der Beschwerdeführer, in keiner Weise 

veraltete Begriffe. Dass der neue Kontenrahmen für die Schweizer Hotellerie 

und das Gastgewerbe diesen Begriff nicht verwendet, ist unerheblich, lässt 

sich doch die Bruttogewinnmarge I gestützt auf die klare und allgemeingültige 

betriebswirtschaftliche Formel unabhängig vom verwendeten Kontenplan 

errechnen.

c) Die Parteien sind sich nicht einig, welche Werte zur Berechnung der 

Bruttogewinnmarge I heranzuziehen sind. Zunächst sind deshalb die 

massgeblichen Werte zu klären.

Bruttoumsatz: In ihrem Jahresabschluss wiesen die Beschwerdeführer einen 

Bruttoumsatz ("Warenertrag") von Fr. 246'537.85 aus. Zu diesem Wert ist der 

im Kassabuch nicht eingetragene Tagesumsatz vom 30. Dezember 2006 im 

Betrag von Fr. 888.70 aufzurechnen. Nicht aufzurechnen ist, wie die 

Beschwerdeführer geltend machen, der in der Jahresrechnung unter "Diverse 

Erträge" aufgeführte Ertrag aus Beherbergung von Fr. 10'220.--. Aus dem 

Kassabuch geht hervor, dass dieser Ertrag aus einer Dauervermietung mit 

monatlich fixem Mietzins hervorgeht, so dass kein direkter wirtschaftlicher 

Bezug zum Hauptgeschäftsfeld des Restaurationsbetriebes besteht. 

Aufzurechnen sind indessen die Verpflegungskosten für die 

Beschwerdeführer. Gemäss dem Merkblatt N1/2001 über die Naturalbezüge 

der Selbständigerwerbenden der Eidgenössischen Steuerverwaltung sind die 

Warenbezüge aus dem eigenen Betrieb mit dem Betrag anzurechnen, den die 

steuerpflichtige Person ausserhalb ihres Geschäftes dafür hätte bezahlen 

müssen. Bei Restaurationsbetrieben ist in der Regel für eine erwachsene 

Person von einem Betrag von Fr. 6'000.-- pro Jahr auszugehen. Entgegen der 

Ansicht der Beschwerdegegnerin ist indessen im vorliegenden Fall nicht auf 

diesen Durchschnittswert abzustellen. Das Merkblatt weist explizit darauf hin, 

dass in Sonderfällen vom angegebenen Wert abgewichen werden soll. Ein 

solcher Sonderfall liegt hier vor, lebten die Beschwerdeführer doch nicht 

unmittelbar beim Restaurant, so dass sie sich nur dann im Restaurant 

verpflegten, wenn sie arbeiteten. Im Jahresabschluss sind unter dem Titel 

"Verpflegung Inhaber" Fr. 6'196.-- ausgewiesen. Dieser Betrag ergibt sich, 

wenn an 284 Arbeitstagen für den Gastwirt je Fr. 13.-- für Morgen- und 

Mittagessen und für die Gastwirtin je Fr. 6.-- für das Abendessen eingesetzt 

werden. Auf diese Berechnung kann vorliegend abgestellt werden. Es ergibt 

sich somit ein Bruttoumsatz von Fr. 253'622.55.

Warenaufwand: In ihrem Jahresabschluss wiesen die Beschwerdeführer 

einen Warenaufwand von Fr. 115'548.25 aus. Von diesem Wert sind Fr. 

559.60 abzuziehen, da die entsprechende Ausgabe im Kassabuch doppelt 

eingetragen worden war. Hinzuzurechnen sind Fr. 6'196.--, da die 

Naturalbezüge des Geschäftsführers wie oben gezeigt nicht beim 

Warenaufwand sondern beim Bruttoumsatz zu integrieren sind. Es ergibt sich 

somit ein korrigierter Warenaufwand von Fr. 121'184.65.

Bruttogewinn: Bei einem Bruttoumsatz von Fr. 253'622.55 und einem 

Warenaufwand von Fr. 121'184.65 ergibt sich ein Bruttogewinn von Fr. 

132'437.90.

d) Die Bruttogewinnmarge I in Prozent errechnet sich, indem der Bruttogewinn 

mit 100 multipliziert und durch den Bruttoumsatz dividiert wird. Vorliegend 

ergibt sich mit dieser Formel eine Bruttogewinnmarge I von 52.2%. Der 

beschwerdeführerische Betrieb hatte 2005 eine Bruttogewinnmarge I von 

59.36% erreicht, 2004 eine solche von 60.42% und 2003 eine solche von 

62.24%. Im Durchschnitt betrug die Bruttogewinnmarge I in den letzten drei 

Jahren vor dem hier streitigen Steuerjahr 2006 somit 60.67%. Die 

Abweichung des für 2006 ausgewiesenen Ergebnisses gegenüber den 

Ergebnissen der Vorjahre ist demnach erheblich. 

e) Die Beschwerdeführer begründen die Abweichung der Bruttogewinnmarge I 

damit, dass sie laufend Umsatzrückgänge gehabt hätten, was in kleinen 

Dorfbetrieben eine bekannte Tatsache sei. Um überhaupt noch Gäste zu 

haben, hätten sie Menüs zu Fr. 12.-- bis Fr. 14.-- bei einem Warenaufwand 

von Fr. 6.50 bis Fr. 7.-- abgeben müssen. Sie hätten vor allem Handwerker 

im Bau- und Forstgewerbe verpflegt, die bekanntlich grosse Portionen 

verlangten. Bei einem Küchenanteil von 49% wirkten sich die tiefen Preise bei 

guter Qualität sehr negativ aus. Dieses Argument vermag nicht zu 

überzeugen. Aus den Kassastreifen geht zwar hervor, dass Menüs für Fr. 14.-

- verkauft wurden, und es kann den Beschwerdeführern darin gefolgt werden, 

dass die Gewinnmarge bei einem so tiefen Menupreis in der Regel kaum mehr 

als 50 bis 55% betragen konnte. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführer 

erklärt dies aber den erheblichen Rückgang der Bruttogewinnmarge I 

indessen nicht genügend. Der Anteil der billigen Menüs ist nämlich massiv 

geringer als die Beschwerdeführer behaupten. Werden als Beispiel die 

Kassastreifen des Monates Mai analysiert, so zeigt sich, dass 86 Menüs 

verkauft wurden. Der Anteil der Menüs am gesamten Küchenumsatz im Mai 

von Fr. 6'866.20 beträgt somit bloss 17.5%. Die Preise der übrigen Speisen 

waren gemäss Kassastreifen so angesetzt, dass die jeweilige Gewinnmarge 

problemlos weit höher liegen konnte; zum Beispiel Spagetti Napoli für Fr. 14.--

, Käsebrötli für Fr. 5.50, Toast Hawaii für Fr. 13.50, Chili für Fr. 18.50, 

Bratwurst für Fr. 14.--, Spagetti Carbonara für Fr. 16.50. Die von den 

Beschwerdeführern eingereichte Zusammenstellung über den Küchenumsatz 

des Monats Mai unterscheidet sinngemäss zwischen normalpreisigen 

Speisen (Schnitzel Fr. 17.50, Cordonbleu Fr. 22.50, Rahmschnitzel Fr. 19.50, 

Fitnessteller Fr. 22.50, Stroganoff Fr. 32.50 und Rindsfilet Fr. 33.50) und 

billigen Speisen (Menüs à Fr. 14.-- und alle übrigen Speisen). Für die billigen 

Speisen weist die Zusammenstellung einen Anteil von 75.3% aus. Dies ist 

falsch. Einerseits weil wie bereits erwähnt nur die Menüs selbst relativ billig 

waren und alle übrigen Speisen zu normalen Preisen mit relativ grossen 

Gewinnmargen verkauft wurden, und andererseits auch, weil verschiedene 

eher teure Speisen ebenfalls der Rubrik der billigen Speisen zugerechnet 

wurden (Piccata zu Fr. 24.50, Riz Casimir zu Fr. 28.50, Hirschentrecote zu Fr. 

29.50 etc.). Es kann davon ausgegangen werden, dass das Verhältnis 

zwischen Menüs und normalpreisigen Speisen in den übrigen Monaten etwa 

gleich war wie im analysierten Monat Mai, so dass die billigen Menüs den 

Einbruch der Bruttogeinnmarge I nicht zu erklären vermögen.

f) Die Beschwerdeführer begründen die Abweichung der Bruttogewinnmarge I 

auch damit, dass das Dorf … keine Einkaufsmöglichkeit gehabt habe, so dass 

ihr Restaurant für Fr. 21'604.-- Handelswaren, vorwiegend Raucherwaren, mit 

geringer Gewinnmarge umgesetzt habe, was sich ebenfalls negativ auf die 

Bruttogewinnmarge ausgewirkt habe. Nicht zutreffend ist der Hinweis auf die 

fehlende Einkaufsmöglichkeit. Nach Auskunft der Gemeindeverwaltung … 

bestand der Dorfladen 2006 noch. Dass die Beschwerdeführer relativ viel 

Raucherwaren verkauft haben, erscheint aber dennoch glaubwürdig, finden 

sich doch Raucherwaren in grösseren Mengen in fast jeder Cash&Carry 

Rechnung, und ist im Jahresabschluss unter der Rubrik "Handelswaren" ein 

Betrag von Fr. 21'604.-- ausgewiesen. Dass die Gewinnmarge bei 

Raucherwaren gering ist, und dass dadurch die Bruttogewinnmarge I 

verkleinert wird, trifft ebenfalls zu. Die erhebliche Abweichung der 

Bruttogewinnmarge I im Jahr 2006 gegenüber den vorhergehenden Jahren 

wird dadurch aber nicht erklärt, liegen doch keinerlei Hinweise dafür vor, dass 

der Anteil der Handelswaren in den Vorjahren deutlich geringer war. Vielmehr 

ist anzunehmen, dass dieser Anteil in den Vorjahren in etwa gleich hoch war. 

Es gelingt den Beschwerdeführern somit nicht, hinlängliche Gründe für die 

erhebliche Abweichung des Bruttogewinns I im Jahr 2006 gegenüber den 

entsprechenden Werten der drei Vorjahre zu nennen.

5. a) Nachdem sich gezeigt hat, dass die Voraussetzungen für die 

Ermessenstaxation im vorliegenden Fall erfüllt sind, ist zu überprüfen, ob die 

Vorinstanz ihr Ermessen pflichtgemäss ausgeübt hat. Die 

Beschwerdegegnerin hat den Bruttoumsatz ermessensweise um Fr. 35'000.-

- nach oben korrigiert. Wird von einem Bruttoumsatz von Fr. 253'622.55 (vgl. 

oben 4.b.) ausgegangen, so erhält man durch die Aufrechnung von Fr. 

35'000.-- einen korrigierten Bruttoumsatz von Fr. 288'622.55. Wird von 

diesem der Warenaufwand von Fr. 121'184.65 abgezogen, so ergibt sich ein 

korrigierter Bruttogewinn von Fr. 167'437.90. Die korrigierte 

Bruttogewinnmarge I liegt dann bei 58%. 

b) Die Bruttogewinnmarge I lag im beschwerdeführerischen Betrieb in den 

Jahren 2003 bis 2005 im Durchschnitt bei 60.67%. Die korrigierte 

Bruttogewinnmarge I von 58% liegt um mehr als zwei Prozentpunkte tiefer als 

dieser Durchschnittswert, so dass die ermessensweise Korrektur um Fr. 

35'000.-- als auf jeden Fall angebracht zu werten und somit nicht zu 

beanstanden ist. Gestützt wird dieses Ergebnis durch den Einbezug von 

Vergleichswerten aus derselben Branche und Region, hat die 

Beschwerdegegnerin doch drei Restaurationsbetriebe in … untersucht und für 

2006 deutlich höhere Bruttogewinnmargen I von 63.88%, 69.1% und 76.02% 

festgestellt. 

6. Der angefochtene Einspracheentscheid und die ihm zugrunde liegenden 

Veranlagungsverfügungen erweisen sich somit als rechtmässig, und die 

Beschwerde ist abzuweisen. Bei diesem Verfahrensausgang gehen die 

Gerichtskosten zu Lasten der unterliegenden Beschwerdeführer (Art. 73 des 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege / VRG / BR 370.100 ).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 1'500.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 295.--

zusammen Fr. 1'795.--

gehen zulasten von … und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses 

Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu 

bezahlen.