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**Case Identifier:** b075c7d0-d7b9-5886-9dca-bea5e4ec26bb
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-08-14
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2014 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2014
**Docket/Reference:** DB.2017.178
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/2-db.2017.178--2-st.2017.222-1588772725.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

2 DB.2017.178 
2 ST.2017.222 

Entscheid 

 14. August 2019 

Mitwirkend: 

Einzelrichter Alexander Widl und Gerichtsschreiberin Cécile Schmidlin 

1.  A,    
2.  B,    

vertreten durch RA lic.iur. C,  

In Sachen 

gegen 

Beschwerdeführer/ 
Rekurrenten,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Süd, 
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

Direkte Bundessteuer 2014 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2014 

betreffend 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. A und B (nachfolgend der/die Pflichtige bzw. die Pflichtigen) wurden am 11. 

Mai  2016  vom kantonalen  Steueramt für  die  Steuerperiode  2014 mit  einem  steuerba-

ren Einkommen von Fr. 118'700.- (direkte Bundessteuer) und Fr. 113'400.- und einem 

steuerbaren  Vermögen  von  Fr. 249'000.-  (je  Staats-  und  Gemeindesteuern)  einge-

schätzt. Dabei verweigerte ihnen das Amt u.a. die Mehrkosten der Verpflegung für die 

berufstätige  Ehefrau  sowie  diverse  Krankheitskosten,  nämlich  Diätpauschalen  von  je 

Fr.  2'500.-  für  beide  Pflichtige  (insgesamt  Fr.  5'000.-),  Kosten  von  Fr.  2'839.-  für  Ge-

sundheitsmatratzen  ihrer  beiden  Kinder  sowie  weitere  Kosten  von  Fr.  1'300.-  für  eine 

Reittherapie der 13-jährigen Tochter D. 

B.  Eine  dagegen  erhobene  Einsprache,  die  sich  gegen  die  Aufrechnung  der 

oben  erwähnten  und weiterer  Kosten  richtete,  wies  das kantonale Steueramt mit  Ein-

spracheentscheiden vom 28. August 2017 ab. 

C. Mit Beschwerde und Rekurs vom 28. September 2017 liessen die Pflichti-

gen  dem  Steuerrekursgericht  beantragen,  die  Einspracheentscheide  aufzuheben  und 

das steuerbare Einkommen für die Steuerperiode 2014 auf Fr. 109'900.- (direkte Bun-

dessteuer)  resp.  Fr. 104'500.-  (Staats-  und  Gemeindesteuern)  und  das  steuerbaren 

Vermögen auf Fr. 249'000.- festzusetzen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragten 

sie den Beizug sämtlicher Steuerakten ab der Steuerperiode 2009. Ferner beantragten 

sie die Zusprechung einer angemessenen Parteientschädigung. 

In  der  Beschwerde-  und  Rekursantwort  vom  24. Oktober  2017  schloss  das 

kantonale  Steueramt  auf  Abweisung  der  Rechtsmittel.  Diese  Stellungnahme  nutzten 

die Pflichtigen zu weiteren Vorbringen und zur Einreichung weiterer Beweismittel, wo-

raufhin  das  kantonale  Steueramt  den  Verpflegungsmehrkostenabzug  der  Pflichtigen 

anerkannte. 

Auf  die  Parteivorbringen  wird,  soweit  rechtserheblich,  in  den  nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen. 

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Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

1. Dem verfahrensrechtlichen Antrag auf Beizug der Steuerakten 2014 wurde 

entsprochen.  Ebenso  liegen  die  Steuerakten  des  Vorjahres  bei  den  Akten.  Hingegen 

besteht keine Notwendigkeit, die Vorakten früherer Jahre (ab Steuerperiode 2009) bei-

zuziehen, da früher eingereichte Arztzeugnisse zum Nachweis von Diätpauschalen für 

die Einschätzung in der Steuerperiode 2014, wie noch darzulegen sein wird, nicht mehr 

relevant  sind.  Zudem  begründen  frühere  Einschätzungen  keine  schützenswerte  Ver-

trauensgrundlage, in späteren Veranlagungsperioden in einer gleich beurteilten Weise 

eingeschätzt zu werden (BGr, 19. März 2003, 2P.292/2002, NStP 2003, 37). 

2 a) Zur Ermittlung des Reineinkommens werden von den gesamten steuerba-

ren Einkünften die zu ihrer Erzielung notwendigen Aufwendungen und die allgemeinen 

Abzüge  abgezogen  (Art.  25  des  Bundesgesetzes  über  die  direkte  Bundessteuer  vom 

14.  Dezember  1990  [DBG],  § 25  des  Steuergesetzes  vom  8. Juni 1997  [StG]).  Dazu 

gehören u.a. die Berufskosten (Art. 26 DBG, § 26 StG) sowie die Krankheits- und Un-

fallkosten, soweit der Steuerpflichtige die Kosten selber trägt und diese 5% der um die 

Aufwendungen  gemäss  Art.  26-33  DBG  und  §  26-31  StG  verminderten  steuerbaren 

Einkünfte übersteigen (Art. 33 Abs. 1 lit. h DBG, § 32 lit. a StG). Das Steuergesetz be-

rücksichtigt  damit  letztere  Aufwendungen  steuermindernd,  obschon  sie  grundsätzlich 

zu den nicht abziehbaren Lebenshaltungskosten gehören. 

b)  Die als  Berufskosten geltend gemachten  Verpflegungsmehrkosten  der  Ehe-

frau  in  Höhe  von  Fr. 1'440.-  wurden  vom  kantonalen  Steueramt  anerkannt,  nachdem 

die  Pflichtige  ihre  Arbeitszeitregelung  in  der  Replik  näher  erläutert  und  eine  Bestäti-

gung ihres Arbeitgebers E über die einzuhaltende Mittagspausenzeit beigebracht hatte. 

3  a)  Streitig  sind  im  vorliegenden Verfahren  einzig  noch die  Krankheitskosten, 

welche  die Pflichtigen  nach  Abzug  der  Selbstbehalte  von  Fr.  6'652.- (direkte  Bundes-

steuer)  und  Fr.  6'508.-  (Staats-  und  Gemeindesteuern),  entsprechend  5%  der  Netto-

einkommen  von  Fr.  133'055.-  (direkte  Bundessteuer)  resp.  Fr.  130'155.-  (Staats-  und 

Gemeindesteuern)  bei  gesamten  im  vorliegenden  Verfahren  geltend  gemachten 

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Krankheitskosten von Fr. 13'980.- auf Fr. 7'327.- (direkte Bundessteuer) und Fr. 7'472.- 

(Staats-  und  Gemeindesteuern),  bezifferten.  Dabei  geht  es  einzig  noch  um  die  Anre-

chenbarkeit  der  beiden  Diätpauschalen  von  je  Fr.  2'500.-  sowie  der  Kosten  von 

Fr. 2'839.-  für  Gesundheitsmatratzen  sowie  weiterer  Kosten  von  Fr.  1'300.-  für  eine 

Reittherapie.  Alle  übrigen  Krankheitskosten,  welche  die  Pflichtigen  im  vorliegenden 

Rechtsmittelverfahren  in  Höhe  von  Fr.  4'841.-  (Selbstbehalte  Fr.  1'500.-  +  Medika-

mentkosten  Fr.  92.-  +  Zahnarztkosten  Fr.  3'249.-)  geltend  machten,  sind  nicht  mehr 

streitig. 

b) Als abzugsfähig gelten gemäss den genannten Bestimmungen, die im DBG 

und  im  StG  gleich  lauten,  allgemein  alle  Kosten  zur  Erhaltung  und Wiederherstellung 

der  körperlichen  oder  psychischen  Gesundheit,  bei  welchen  ein  adäquater  Kausalzu-

sammenhang  zwischen  den  Kosten  und  einer  gesundheitlichen  Beeinträchtigung  be-

steht (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Handkommentar  zum  DBG,  3.  A.,  2016,  Art. 33 

N 147 DBG, und Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 3. A., 2013, § 32 N 12 StG). 

c)  Die  Eidgenössische  Steuerverwaltung  hat  die  abzugsfähigen  Kosten 

im  Kreisschreiben  Nr.  11  vom  31.  August  2005  über  den  Abzug  von  Krankheits- 

und  Unfallkosten  sowie  von  behinderungsbedingten  Kosten  (nachfolgend  KS  Nr. 11) 

näher  konkretisiert.  Gleiches  tat  das  kantonale  Steueramt  in  seinem  Merkblatt  vom 

19. Juli 2005 (in der Fassung vom 18. September 2012/5. Juni 2013) zu den Abzügen 

der  Krankheits-  und  Unfallkosten  sowie  der  behinderungsbedingten  Kosten  (ZStB 

Nr. 19/002, nachfolgend Merkblatt). Demnach sind als Krankheitskosten insbesondere 

Auslagen für ärztliche Behandlungen und ärztlich verordnete Medikamente, bestimmte 

Zahnbehandlungen,  Heilmassnahmen,  krankheits-  oder  unfallbedingte  Pflege,  Spital- 

und  Heilstättenaufenthalte  und  dergleichen  anrechenbar.  Einige  Auslagen,  die  nicht 

ohne  Weiteres  von  den  nicht  abzugsfähigen  Lebenshaltungskosten  abgrenzbar 

sind, erfordern eine ärztliche Verordnung, die vor Antritt der betreffenden Massnahme 

ausgestellt  werden  muss.  Eine  erst  nachträglich  ausgestellte  ärztliche  Bescheinigung 

genügt  nicht,  selbst  wenn  die  in  Frage  stehende  Massnahme  zweckmässig  war  und 

sogar  zu  einem  Heilerfolg  führte  (BGr,  10. Juli  2009,  2C_103/2009).  Nicht  als  Krank-

heitskosten abzugsfähig sind Auslagen, die nur mittelbar oder indirekt mit einer Krank-

heit oder einer Heilung bzw. einer Pflege in Zusammenhang stehen (z.B. Transportkos-

ten  zum  Arzt,  Besucherkosten,  Ersatz  von  Bodenbelägen für  Asthmatiker)  sowie Auf-

wendungen, die lediglich der Prävention dienen. 

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d)  Bezüglich der  Kosten für  Diäten  bestimmt  das  KS  Nr.  11  in Ziff. 3.2.10  Fol-

gendes: 

"Die Mehrkosten einer ärztlich angeordneten, lebensnotwendigen Diät (z.B. bei 

Zöliakie,  Diabetes)  können  abgezogen  werden.  Gleiches  gilt  für  die  Mehrkosten  von 

Spezialnahrung  (Aufbau-  und  Sonderkost,  Ergänzungsnahrung  etc.),  die  auf  ärztliche 

Anordnung hin eingenommen werden muss. Anstelle des Abzugs der effektiven Kosten 

kann bei andauernder, lebensnotwendiger Diät eine Pauschale von Fr. 2'500.- geltend 

gemacht  werden.  An  Diabetes  erkrankte  Personen  können  jedoch  nur  die  effektiven 

Mehrkosten zum Abzug bringen." 

Ähnlich lautet die Regelung im kantonalen Merkblatt in Ziff. 2.b: 

"  Bei  einer  ärztlich  angeordneten  Diät  oder  Spezialnahrung  können  die  Mehr-

kosten  abgezogen  werden.  Anstelle  des  Abzugs  der  tatsächlichen  Mehrkosten  kann 

bei  andauernden,  lebensnotwendigen  Diäten  eine  Pauschale  von  Fr.  2'500.-  geltend 

gemacht werden (z.B. Zöliakie). 

e)  Als  Verwaltungsweisung  richten  sich  das  Kreisschreiben  und  das  Merkblatt 

zwar vorab an die Vollzugsorgane und ist für Gerichte nicht verbindlich. Diese berück-

sichtigen es aber bei ihrer Entscheidung, sofern es eine dem Einzelfall angepasste und 

gerecht  werdende  Auslegung  der  anwendbaren  gesetzlichen  Bestimmungen  zulässt. 

Das  Gericht  weicht  nicht  ohne  triftigen  Grund  von  Verwaltungsweisungen  ab,  wenn 

diese  eine  überzeugende  Konkretisierung  der  rechtlichen  Vorgaben  darstellen.  Inso-

fern wird dem Bestreben der Verwaltung, durch interne Weisungen eine rechtsgleiche 

Gesetzesanwendung zu gewährleisten, Rechnung getragen (BGE 133 V 346 E. 5.4.2, 

mit Hinweisen). 

f) Krankheits- und Unfallkosten im vorstehenden Sinn stellen steuermindernde 

Tatsachen  dar,  welche  gemäss den  allgemeinen  Beweislastregeln vom Steuerpflichti-

gen  darzutun  und  nachzuweisen  sind  (vgl.  RB 1987  Nr. 35,  auch  zum  Folgenden). 

Wegen  der  Abgrenzungsproblematik  zu  den  nicht  abzugsfähigen  Lebenshaltungs-

kosten einerseits und den präventiven Gesundheitsmassnahmen andererseits, sind an 

die Substanziierung der gesundheitlichen Beeinträchtigung und der zur Behebung oder 

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Linderung  vorgesehenen  Massnahmen  vergleichsweise  strenge  Anforderungen  zu 

stellen  (BGr,  14.  April  2008,  2C_722+723/2007,  E.  3.2;  VGr,  1. Oktober 2014, 

SB.2014.00093  und  SB.2014.00094,  E.  2.4,  www.vgrzh.ch).  Der  Steuerpflichtige  hat 

bis  zum  Ablauf  der  Rechtsmittelfrist  die  zum  Beweis  für  seine  Darstellung  erforderli-

chen  Beweismittel  einzureichen  oder  zumindest  anzubieten  (RB 1975  Nr. 55,  1986 

Nr. 49). Fehlt es an einer hinreichenden Sachdarstellung oder Beweismittelofferte, trifft 

das Steuerrekursgericht keine weitere Untersuchungspflicht. Es hat den Steuerpflichti-

gen weder zur Ergänzung seiner mangelhaften Sachdarstellung noch zur Beibringung 

besserer Beweismittel anzuhalten. 

4 a) Bei den von den Pflichtigen geltend gemachten Kosten für Gesundheits-

matratzen (Fr. 2'839.-) sowie für eine Reittherapie (Fr. 1'300.-) handelt es sich gerade 

um solche Kosten, die in einem "Graubereich" liegen, in welchem die Abzugsfähigkeit 

der  entsprechenden  Kosten  nicht  ohne  weiteres  bejaht  oder  verneint  werden  kann. 

Dies gebietet wie erwähnt eine erhöhte Substanziierungspflicht, damit beurteilt werden 

kann,  ob  die  erwähnten  Auslagen  in  erster  Linie  als  krankheits-  oder  unfallbedingte 

Kosten  im  oben  beschriebenen  Sinn  zum  Abzug  zugelassen  werden  können.  Dieser 

Substanziierungspflicht  sind  die  Pflichtigen  nicht  nachgekommen.  Eine  ärztliche  Ver-

ordnung,  die  vor  Tätigung  der  entsprechenden  Auslagen  ausgestellt  sein  muss  (vgl. 

Ziff. 3 c), reichten die Pflichtigen nicht ein. Es wurden im Einspracheverfahren lediglich 

hinterher  ausgestellte  ärztliche  Atteste  eingereicht.  Im  Arztzeugnis  vom  ...  Juni 2016 

bestätigt  Dr.  F,  dass  D,  Tochter  der  Pflichtigen,  bei  ihm  wegen  Rückenproblemen  in 

Behandlung sei und er eine Hippotherapie als dienlich erachte und empfehle. Im zwei-

ten  Attest  vom  .... Juni  2015  bestätigt  Dr. G,  dass  beide  Kinder  der  Pflichtigen  bei  ihr 

wegen  schwerer  Allergie  in  Behandlung gewesen seien  und  sie  Allergiker  Bettmatrat-

zen  für  sie  als  dienlich  erachte  und  empfehle.  Im  vorliegenden  Rechtsmittelverfahren 

reichte die Pflichtige schliesslich noch eine von ihr selbst verfasste ärztliche Therapie-

Verordnung,  datiert  vom  25.  Mai  2015  ein,  worin  sie  für  ihre  Tochter  D  eine  "Hippo-

therpie, Beginn 2014 bis auf weiteres" anordnete. 

b) Sowohl ärztliche Verordnungen wie auch Arztzeugnisse unterliegen wie je-

des andere Gutachten der freien Beweiswürdigung. Der Beweiswert solcher Zeugnisse 

ist  erheblich  herabgemindert,  wenn  darin  wesentliche  Angaben  zur  gesundheitlichen 

Beeinträchtigung und zum Behandlungskonzept fehlen oder die Umstände darauf hin-

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deuten,  dass  Gefälligkeitsgutachten  ausgestellt  wurden.  Das  von  der  Pflichtigen 

schliesslich selbst erstellte Attest hat den Stellenwert eines Parteigutachtens und weist, 

da  die  Pflichtige  ein  erhebliches  Interesse  an  steuerlichen  Abzügen  hat  und  damit  in 

eigener Sache befangen ist, so gut wie keinen Beweiswert auf, auch wenn die Pflichti-

ge als Ärztin in der Lage ist, Diagnosen und Behandlungskonzepte zu erstellen.  

c) Bezüglich der Reittherapie der 13-jährigen Tochter D ergeben sich aus den 

eingereichten  Zeugnissen  keine  konkreten  Angaben  über  deren  gesundheitlichen  Be-

einträchtigung und zum Behandlungskonzept der Therapie. Die Pflichtige selbst mach-

te über die gesundheitlichen Beschwerden ihrer Tochter keine genauen Angaben, weil 

sie  sich  auf  das  Arztgeheimnis  beruft.  Bestätigt  wurde  vom  nachträglich konsultierten 

Arzt Dr. F einzig, dass D bei ihm wegen Rückenprobleme in ärztlicher Behandlung ge-

wesen  sei.  Zum  Behandlungskonzept  der  Therapie  wurden  im  Attest  keine  näheren 

Angaben gemacht. Er attestierte einzig, dass er eine Hippotherapie als dienlich erachte 

und  empfehle.  Es  ist  bei  dieser  Sachlage  nicht  belegt,  dass  die  Reittherapie  medizi-

nisch indiziert war und – allenfalls neben weiteren nicht erwähnten Massnahmen – eine 

adäquate  Behandlungsmethode  war,  um  die  Rückenprobleme  der  Tochter  zu  beseiti-

gen oder zu lindern. Bei der Tätigkeit Reiten steht im Allgemeinen der Charakter einer 

durchaus  sinnvollen  Freizeitbeschäftigung  im  Vordergrund,  welche  ganz  allgemein  – 

auf den gesunden wie auf den kranken Menschen – sowohl in körperlicher wie auch in 

seelischer  Hinsicht  ausgleichende,  positive  Auswirkungen  zeitigt.  Ist  der  adäquate 

Kausalzusammenhang  zwischen  den  Kosten  und  der  gesundheitlichen  Beeinträchti-

gung  nicht  belegt,  sind  die  Kosten  für  die  Reittherapie  zu  Recht  nicht  bei  den  Krank-

heitskosten berücksichtigt worden. 

d)  Ähnlich  verhält  es  sich  bei  den  Kosten  für  "Allergiker"matratzen  für  beide 

Kinder. Auch hier fehlen konkrete Angaben über die Art der Allergien, an welchen bei-

de Kinder leiden und über das Behandlungskonzept. Dr. G bescheinigte nur, dass sie 

Allergiker Bettmatratzen als dienlich erachte und empfehle. Mit einer blossen Empfeh-

lung  ohne  Bezugnahme  auf  die  Art  der  Allergie  ist  jedoch  nicht  hinreichend  belegt, 

dass die Anschaffung von Allergiker Matratzen aus medizinischer Sicht erforderlich und 

verhältnismässig war. Ferner steht aufgrund der Herstellerangaben auch nicht fest, ob 

sich die beschafften Bico-Matratzen "VitaLuxe" und "Isabelle Moon" überhaupt in opti-

maler Weise zur Bekämpfung der in Frage stehenden Allergien eigneten. Schliesslich 

ist in Betracht zu ziehen, dass Matratzen zu den klassischen Mitteln des täglichen Ge-

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brauchs  gehören,  wobei  Qualitätsmatratzen  sowohl  für  den  gesunden  als  auch  den 

kranken  Menschen  positive  Auswirkungen  für  die  Gesundheit  haben.  Dies  reicht  je-

doch gemäss der gebotenen restriktiven Auslegung nicht aus, um die Kosten für Mat-

ratzen als Krankheitskosten in Abzug bringen zu können. Es verhält sich diesbezüglich 

gleich  wie  beim  Asthmatiker,  der  die  Kosten  für  den  Ersatz  von  Bodenbelägen  als 

Krankheitskosten in Abzug bringen will. Solche Kosten sind gemäss KS Nr. 11 nicht als 

Krankheitskosten abzugsfähig (vgl. Ziff. 3 c). 

e)  Schliesslich  beanspruchen  beide  Pflichtigen  Diätpauschalen  von 

je 

Fr. 2'500.-, weil sie auf ärztliche Anweisung hin strenge Diät halten müssen. Die Pflich-

tige macht geltend, dass sie seit ihrer Tätigkeit am I-Spital J an einer namentlich nicht 

genannten  Berufskrankheit  leide  und  gemäss  ärztlicher  Empfehlung  von  MU  Dr.  K, 

I-Spital J, datiert vom ... Juni 2014, weiterhin strikte Leberdiät – unter Ausschluss von 

Salz,  rotem  Fleisch,  tierischen  Fetten,  gebratenen,  gegrillten  oder  gebackenen  Le-

bensmitteln – halten müsse. Weiter müsse sie genügend Proteine und Vitamin zufüh-

ren.  Der  Pflichtige  leidet  an  den  Spätfolgen  einer  Meningitis.  Offenbar  aus  diesem 

Grund ordnete der ihn behandelnde Arzt Dr. L in seinem ärztlichen Zeugnis vom ... No-

vember 2017 eine strikte Diät an. Es ist davon auszugehen, dass entsprechende Arzt-

zeugnisse schon in früheren Steuerperioden eingereicht wurden. Dies und ob es sich 

bei  sämtlichen  Zeugnissen  um  ärztliche  angeordnete  Ernährungsanweisungen  oder 

um  blosse  ärztliche  Empfehlungen  handelt,  spielt  jedoch  für  den  Ausgang  des  vorlie-

genden  Rechtsmittelverfahrens  keine  Rolle,  weil  für  einzuhaltende  Diäten  schon  seit 

längerer Zeit kein grundsätzlicher Anspruch mehr auf Geltendmachung einer Pauscha-

le besteht. Bei einer ärztlich angeordneten, lebensnotwendigen Diät (z.B. Zöliakie, Dia-

betes)  können  nur  mehr  die  Mehrkosten  abgezogen  werden.  Sind  keine  Mehrkosten 

ausgewiesen,  kommt  der  Abzug  einer  Pauschale  anstelle  des  Abzugs  der  effektiven 

Kosten zum vornherein nicht in Betracht.  

Im  vorliegenden  Fall  sind  allfällige  Mehrkosten  infolge  einer  Diäternährung 

gegenüber einer gewöhnlichen Ernährung nicht ausgewiesen. Bei der von der Pflichti-

gen  zu  befolgenden  Leberdiät,  deren  Grundstein  vor  allem  Gemüse,  sättigendes 

Eiweiss  (Nüsse,  Hülsenfrüchte,  Eier, fettarme  Milchprodukte,  Fisch  und Geflügel),  zu-

ckerarme  Obstsorten  und  eine  ausreichende  kalorienfreie  Getränkezufuhr  sind 

(www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Ernährungstherapie  bei  Fettleber,  besucht  am 

13. August 2019), liegt es nicht auf der Hand, dass ihr diesbezüglich überhaupt Mehr-

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kosten  gegenüber  einer  gewöhnlichen  Ernährung  unter  Einschluss  von  alkoholischen 

Getränken entstehen. Welche Diätnahrung der Pflichtigen zu sich nehmen muss, wur-

de überhaupt nicht ausgeführt. Es ist bei dieser Sachlage nicht überprüfbar, inwiefern 

ihm  dadurch  gegenüber  einer  gewöhnlichen  Ernährung  Mehrkosten  entstehen.  Damit 

sind die geltend gemachten Diätpauschalen zu Recht als Krankheitskosten unberück-

sichtigt geblieben.  

5.  Aufgrund  der  vorstehenden  Erwägungen  sind  die  Rechtsmittel  teilweise 

gutzuheissen und sind die Pflichtigen für die Steuerperiode 2014 wie folgt einzuschät-

zen.  

Direkte Bundessteuer 2014 

steuerbares Einkommen laut Einspracheentscheid 

./. Verpflegungsmehrkosten der Pflichtigen   

steuerbares Einkommen 

steuerbares Einkommen gerundet 

Staats- und Gemeindesteuern 2014 

steuerbares Einkommen laut Einspracheentscheid 

./. Verpflegungsmehrkosten der Pflichtigen   

steuerbares Einkommen 

steuerbares Einkommen gerundet 

(in Fr.) 

118'765.- 

 - 1'440.- 

117'325.- 

117'300.- 

113'465.- 

 - 1'440.- 

112'025.- 

112'000.- 

steuerbares Vermögen laut Einspracheentscheid 

249'000.- 

6. Bei diesem Verfahrensausgang sind die Gerichtskosten den Pflichtigen auf-

zuerlegen, da sie nur in geringfügigem Ausmass obsiegten und die Tatsachen, die zur 

teilweisen  Gutheissung  führten,  erst  im  vorliegenden  Rechtsmittelverfahren  vorge-

bracht  hatten  (Art.  144 Abs.  1  und  2  DBG;  §  151  Abs.  1  und  2 StG).  Aus  demselben 

Grund steht ihnen die beantragte Parteientschädigung nicht zu (Art. 144 Abs. 4 in Ver-

bindung  mit  Art.  64  Abs.  1-3  des  Verwaltungsverfahrensgesetzes  vom  20.  Dezem-

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ber 1968 § 152 StG in Verbindung mit § 17 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegeset-

zes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997).  

Demgemäss erkennt der Einzelrichter: 

1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Die Beschwerdeführer werden für die

direkte Bundessteuer, Steuerperiode 2014, mit einem steuerbaren Einkommen von

Fr. 117'300.- veranlagt (Tarif gemäss Art. 214 Abs. 2 DBG; Verheiratetentarif).

2. Der  Rekurs  wird  teilweise  gutgeheissen.  Die  Rekurrenten  werden  für  die  Staats- 

und  Gemeindesteuern,  Steuerperiode  2014,  mit  einem  steuerbaren  Einkommen

von Fr. 112'000.- und einem steuerbaren Vermögen von Fr. 249'000.- eingeschätzt

(Tarif gemäss § 35 Abs. 2 bzw. § 47 Abs. 2 StG; Verheiratetentarif).

[…] 

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