# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a2cc2570-d3b3-589d-b0d2-93917a09da54
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-09-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.09.2021 E-4168/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4168-2021_2021-09-27.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-4168/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 7 .  S e p t e m b e r  2 0 2 1  

Besetzung 
 Einzelrichterin Esther Marti, 

mit Zustimmung von Richter Yannick Antoniazza-Hafner; 

Gerichtsschreiberin Patricia Petermann Loewe. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Irak,  

Bundesasylzentrum (BAZ) B._______,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung 

(Dublin-Verfahren); 

Verfügung des SEM vom 14. September 2021 / N (…). 

 

 

 

E-4168/2021 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer, welcher am 5. August 2021 in die Schweiz 

eingereist sei, am 13. August 2021 hier um Asyl nachsuchte, 

dass ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Zent-

raleinheit Eurodac) vom 18. August 2021 ergab, dass er am 3. August 

2016 und am 4. Oktober 2019 jeweils in Deutschland um Asyl nachgesucht 

hatte, 

dass er am 19. August 2021 den Rechtsschutz im BAZ C._______ mit sei-

ner Rechtsvertretung mandatierte und er tags darauf durch das SEM zu 

seinen Personalien befragt wurde, 

dass das SEM ihm im Rahmen des Dublin-Gespräches vom 30. August 

2021 (SEM-Akten 1105932-15/2, in der Folge A15) im Beisein seiner (da-

maligen) Rechtsvertretung das rechtliche Gehör zur mutmasslichen Zu-

ständigkeit Deutschlands oder allenfalls Spaniens für die Durchführung 

des Asyl- und Wegweisungsverfahrens, zu einer Überstellung dorthin so-

wie zum medizinischen Sachverhalt gewährte, 

dass er angab, er werde in Deutschland in Haft genommen und in den Irak 

abgeschoben, 

dass er ausserdem in Deutschland in einem kleinen Ort abseits der Stadt 

gewohnt habe, was kein Leben gewesen sei, 

dass er sich zwischenzeitlich zwar in Spanien aufgehalten habe, man ihm 

dort aber gesagt habe, er solle nach Deutschland zurückkehren, 

dass er bezüglich des medizinischen Sachverhalts informierte, er habe 

«zwei Operationen gehabt, wobei er viel Wasser in der Lunge habe» und 

er habe immer noch Schwierigkeiten zu atmen, nachdem er eine Infektion 

gehabt habe, 

dass das SEM am 1. September 2021 die zuständige deutsche Behörde 

gestützt auf die Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parla-

ments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und 

Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines 

von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitglied-

staat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (Dublin-III-

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Seite 3 

VO), um Wiederaufnahme des Beschwerdeführers ersuchte (Art. 18 Abs. 1 

Bst. b Dublin-III-VO), 

dass die deutschen Behörden dieser Anfrage am 3. September 2021 ge-

stützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin-III-VO zustimmten, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe an das SEM vom 6. September 

2021 geltend machte, er sei im Irak (…) und leide darunter, 

dass er diesbezüglich einen Antrag auf Abklärung seines psychischen Ge-

sundheitszustandes stellte sowie eine Kopie eines ID-Ausweises ein-

reichte, 

dass das SEM am 8. September 2021 die Pflege des zuständigen BAZ auf 

elektronischem Weg um Informationen über den Gesundheitszustand des 

Beschwerdeführers ersuchte, 

dass diese am 10. September 2021 dahingehend antwortete, der Be-

schwerdeführer habe sie tags zuvor über Probleme (…) informiert, jedoch 

habe er bis anhin keine (…) abgegeben, 

dass er sich auch über Schmerzen in der Lunge beklagt habe und daher 

auf den 14. September 2021 ein Arzttermin vereinbart worden sei, wobei 

er keine Atemprobleme zu haben scheine, 

dass er sich bezüglich psychischen Belastungen nicht geäussert habe und 

insgesamt nicht auf Medikamente angewiesen sei, 

dass das SEM mit Verfügung vom 14. September 2021 – einen Tag später 

eröffnet – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf 

das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eintrat, die Wegweisung aus 

der Schweiz nach Deutschland anordnete und ihn aufforderte, die Schweiz 

spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, 

dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den Ent-

scheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushändigung 

der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an den Beschwer-

deführer verfügte, 

dass die Rechtsvertretung am 16. August 2021 ihr Mandat niederlegte, 

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dass der Beschwerdeführer mit Formularbeschwerde vom 17. September 

2021 gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerde erhob und beantragt, nach Aufhebung der Verfügung sei auf-

grund eines Vollzugshindernisses die vorläufige Aufnahme anzuordnen, 

dass er in verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragt, es sei die unentgeltli-

che Prozessführung zu gewähren, auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses zu verzichten und es sei ein amtlicher Rechtsbeistand einzuset-

zen, 

dass ausserdem die aufschiebende Wirkung zu gewähren sei, 

dass die vorinstanzlichen Akten dem Bundesverwaltungsgericht am 

20. September 2021 in elektronischer Form vorlagen (vgl. Art. 109 Abs. 3 

AsylG), 

dass die Instruktionsrichterin am 20. September 2021 gestützt auf Art. 56 

VwVG den Vollzug der Überstellung per sofort einstweilen aussetzte, 

 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-

gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-

gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33 

VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 

AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens einzig die 

Frage sein kann, ob das SEM zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 

Bst. b AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten 

ist und gestützt auf die Dublin-III-VO seine Wegweisung nach Deutschland 

angeordnet hat, 

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dass demgegenüber die Frage, ob angesichts von Wegweisungsvollzugs-

hindernissen eine vorläufige Aufnahme anzuordnen sei, grundsätzlich nicht 

Gegenstand der Überprüfung ist,  

dass es sich allerdings vorliegend um eine Laienbeschwerde handelt, die 

mittels vorgedrucktem Formular eingereicht worden ist, 

dass sich aus der Begründung des Begehrens hinreichend klar ergibt, wes-

halb der Beschwerdeführer die angefochtene Verfügung für unrechtmässig 

hält und inwiefern er deren Aufhebung begehrt, 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, 

wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb das Ur-

teil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet wurde, 

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 

(Art. 31a Abs. 1‒3 AsylG), die Beurteilungskompetenz der Beschwer-

deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu 

Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 

2012/4 E. 2.2, je m.w.H.), 

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG), 

dass diesbezüglich die Dublin-III-VO zur Anwendung kommt, 

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dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-

gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III als 

zuständiger Staat bestimmt wird, 

dass das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates ein-

geleitet wird, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals ein Asylantrag gestellt 

wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO), 

dass im Rahmen eines Wiederaufnahmeverfahrens (take back) – wie vor-

liegend – keine (erneute) Zuständigkeitsprüfung nach den in Kapitel III 

(Art. 8–15 Dublin-III-VO) genannten Kriterien stattfindet (vgl. BVGE 2017 

VI/5 E. 6.2 und 8.2.1 m.w.H.), 

dass sich aus den Akten ergibt, dass der Beschwerdeführer am 4. Oktober 

2019 letztmals in Deutschland ein Asylgesuch eingereicht hatte, 

dass Deutschland innert der in Art. 25 Abs. 1 Dublin-III-VO festgelegten 

Frist dem Gesuch um Übernahme des Beschwerdeführers am 3. Septem-

ber 2021 zustimmte (Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin-III-VO), 

dass die grundsätzliche Zuständigkeit Deutschlands somit gegeben ist, 

und zwar über ein rechtskräftig abgeschlossenes Asylverfahren hinaus bis 

zu einem allfälligen Vollzug der Wegweisung, was vom Beschwerdeführer 

auch nicht bestritten wird, 

dass gemäss Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO der die Zuständig-

keit prüfende Mitgliedstaat für die Durchführung des Asylverfahrens zu-

ständig wird, falls es sich als unmöglich erweist, einen Antragsteller in den 

eigentlich zuständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentliche 

Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahme-

bedingungen für Antragsteller in jenem Mitgliedstaat systemische 

Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder 

entwürdigenden Behandlung im Sinne von Art. 4 der Charta der Grund-

rechte der Europäischen Union (EU-Grundrechtecharta) mit sich bringen, 

und nach den Regeln der Dublin-III-VO kein anderer zuständiger Mitglied-

staat bestimmt werden kann, 

dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO be-

schliessen kann, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder 

Staatenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch 

wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die 

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Prüfung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO; sog. Selbstein-

trittsrecht), 

dass es keine wesentlichen Gründe für die Annahme gibt, das Asylverfah-

ren und die Aufnahmebedingungen für Antragsteller in Deutschland wür-

den systemische Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer un-

menschlichen oder entwürdigenden Behandlung im Sinne von Art. 4 EU–

Grundrechtecharta mit sich bringen, 

dass Deutschland Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 

10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche 

oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Ab-

kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, 

SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 

(SR 0.142.301) ist und seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflich-

tungen nachkommt, 

dass auch davon ausgegangen werden darf, dieser Staat anerkenne und 

schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des 

Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 

zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des in-

ternationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom 

26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, 

die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie) ergeben, 

dass unter diesen Umständen die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Satz 2 

Dublin-III-VO nicht in Betracht fällt, 

dass nach Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO die Schweiz ein Asylgesuch 

materiell prüfen kann, auch wenn nach den in der Verordnung vorgesehe-

nen Kriterien ein anderer Staat zuständig ist (sog. Selbsteintrittsrecht), 

dass diese Bestimmung nicht unmittelbar anwendbar ist, sondern nur in 

Verbindung mit einer anderen Norm des nationalen oder internationalen 

Rechs angerufen werden kann (vgl. BVGE 2010/45 E. 5) und ein einklag-

barer Anspruch auf Ausübung des Selbsteintrittsrechts dann besteht, wenn 

ein Verstoss gegen übergeordnetes Recht, zum Beispiel gegen eine Norm 

des Völkerrechts, droht (vgl. ebd. E. 7.2), 

dass der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde vorbringt, sein Asylge-

such sei von den deutschen Behörden schon zweimal abgelehnt worden, 

obwohl er habe glaubhaft darlegen können, dass er im Irak verfolgt werde, 

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dass er nach einer Überstellung nach Deutschland in den Irak abgescho-

ben werde, wo ihm – ein Opfer (…) – verfolgungsrelevante Nachteile wie 

Stigmatisierungen erwarten würden, 

dass er ferner in Deutschland nicht die nötige gesundheitliche Versorgung 

und Aufklärung erhalten werde, 

dass der Beschwerdeführer mit seinen Einwänden offensichtlich nichts dar-

zutun vermag, was die Vermutung, Deutschland halte seine völkerrechtli-

chen Verpflichtungen grundsätzlich ein, in seinem Fall zu widerlegen ver-

mag, 

dass keine Gründe für die Annahme bestehen, Deutschland werde in 

seinem Fall den Grundsatz des Non-Refoulement missachten und ihn zur 

Ausreise in ein Land zwingen, in dem sein Leib, sein Leben oder seine 

Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in 

dem er Gefahr laufen würde, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen 

zu werden, 

dass insbesondere davon auszugehen ist, dass Deutschland auch in sei-

nem Fall bei einer allfälligen Abschiebung in den Herkunfts- oder einen 

Drittstaat ausserhalb des Asylverfahrens unions- oder völkerrechtskonform 

handeln wird, wobei diesbezüglich die Richtlinie des Europäischen Parla-

ments und des Rates 2008/115/EG vom 16. Dezember 2008 über die ge-

meinsamen Normen und Verfahren in den Mitgliedstaaten zur Rückführung 

illegal aufhältiger Drittstaatsangehöriger zur Anwendung gelangt, 

dass eine zwangsweise Rückweisung von Personen mit gesundheitlichen 

Problemen gemäss neuerer Praxis des Europäischen Gerichtshofs für 

Menschenrechte (EGMR) zu Art. 3 EMRK zwar nicht mehr ein fortgeschrit-

tenes oder terminales Krankheitsstadium bedingt, die Anforderungen zur 

Annahme eines Verstosses gegen Art. 3 EMRK aber hoch bleiben, 

dass sie erst dann ausnahmsweise erfüllt sein können, wenn eine schwer 

kranke Person durch die Abschiebung – mangels angemessener medizini-

scher Behandlung im Zielstaat – mit einem realen Risiko konfrontiert 

würde, einer ernsten, raschen und unwiederbringlichen Verschlechterung 

ihres Gesundheitszustands ausgesetzt zu werden, die zu intensivem Lei-

den oder einer erheblichen Verkürzung der Lebenserwartung führen würde 

(vgl. Urteil des EGMR Paposhvili gegen Belgien 13. Dezember 2016, 

Grosse Kammer 41738/10, § 180 ff. m.w.H.), 

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dass dies für die Situation des Beschwerdeführers nicht zutrifft, zumal es 

sich bei ihm nicht um eine schwerkranke Person im massgeblichen Sinne 

handelt und der Umstand, dass für den 14. September 2021 noch ein Arzt-

termin vorgesehen war, daran nichts ändert, 

dass diesbezüglich bis heute auch keine Unterlagen zu den Akten gereicht 

wurden, 

dass im Übrigen allgemein bekannt ist, dass Deutschland über eine aus-

reichende medizinische Infrastruktur verfügt und der Beschwerdeführer mit 

dem blossen Hinweis, sein Asylgesuch sei in Deutschland abgewiesen 

worden nicht darzutun vermag, er hätte nach seiner Überstellung nach 

Deutschland keinen Zugang zu medizinischer Behandlung, sollte er dieser 

bedürfen,  

dass die schweizerischen Behörden, die mit dem Vollzug der angefochten 

Verfügung beauftragt sind, gemäss den bereits erstellen Überstellungsmo-

dalitäten den medizinischen Umständen der Überstellung des Beschwer-

deführers Rechnung tragen werden (A27), 

dass das Selbstbestimmungsrecht im Landesrecht durch Art. 29a Abs. 3 

der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) konkre-

tisiert wird und das SEM ein Asylgesuch gemäss dieser Bestimmung «aus 

humanitären Gründen» auch dann behandeln kann, wenn dafür gemäss 

der Dublin-III-VO ein anderer Staat zuständig wäre, 

dass dem SEM bei der Anwendung dieser sogenannten Souveränitätsklau-

sel Ermessen zukommt (vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.) und den Akten keine 

Hinweise auf eine gesetzeswidrige Ermessensausübung (vgl. Art. 106 

Abs. 1 Bst. a AsylG) durch die Vorinstanz zu entnehmen sind, 

dass das Bundesverwaltungsgericht sich angesichts seiner Kognitionsbe-

schränkung in diesem Bereich unter diesen Umständen weiterer Ausfüh-

rungen zur Frage eines Selbsteintritts enthält, 

dass es nach dem Gesagten keinen Grund für eine Anwendung der Ermes-

sensklauseln von Art. 17 Dublin-III-VO gibt und an dieser Stelle festzuhal-

ten bleibt, dass die Dublin-III-VO den Schutzsuchenden kein Recht ein-

räumt, den ihren Antrag prüfenden Staat selber auszuwählen (vgl. auch 

BVGE 2010/45 E. 8.3), 

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dass das SEM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b 

AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist und 

– weil keine Ausnahme im Sinne von Art. 32 Bst. a der Asylverordnung 1 

vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) vorliegt –, zu Recht in Anwen-

dung von Art. 44 AsylG die Wegweisung nach Deutschland angeordnet 

hat,  

dass die angefochtene Verfügung des SEM Bundesrecht nicht verletzt und 

den rechtserheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt 

(Art. 106 Abs. 1 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist, 

dass das Beschwerdeverfahren mit dem vorliegenden Urteil abgeschlos-

sen ist, weshalb sich der Antrag auf Gewährung der aufschiebenden Wir-

kung als gegenstandslos erweist und der am 20. September 2021 ange-

ordnete Vollzugsstopp dahinfällt, 

dass sich die Behandlung des Antrages auf Verzicht auf die Erhebung ei-

nes Kostenvorschusses mit dem abschliessenden Urteil erübrigt, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten grundsätzlich dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) sind und sein Ge-

such um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung abzuweisen ist, 

da die Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt – als 

aussichtlos zu bezeichnen waren, weshalb die Voraussetzungen von 

Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht erfüllt sind, 

dass mangels Erfüllung von Art. 65 Abs. 1 VwVG kein amtlicher Rechtsbei-

stand bestellt werden kann, 

dass die Verfahrenskosten von Fr. 750.– (Art. 1‒3 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzu-

erlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem 

Beschwerdeführer auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand 

des Urteils zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Das Gesuch um Beigabe einer amtlichen Rechtsvertretung wird abgewie-

sen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Esther Marti Patricia Petermann Loewe 

 

 

Versand: