# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3140b01e-4ae0-5691-b593-3da34b81e17c
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-12-18
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 18.12.2012 SB120097
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB120097_2012-12-18.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    

 
 

Geschäfts-Nr.: SB120097-O/U/jv 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. M. Langmeier, Präsident, Oberrichterin  

lic. iur. L. Chitvanni und Oberrichter lic. iur. Ch. Prinz sowie die  

Gerichtsschreiberin lic. iur. S. Hürlimann Winterhalter 

 

Urteil vom 18. Dezember 2012 

 
in Sachen 

 

1. A._____, 
2. B._____, 
3. C._____, 
4. D._____, 
5. E._____, 
6. F._____, 
Privatkläger und I. Berufungskläger 

1, 2, 3, 4, 5, 6 vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 
sowie 

 
Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,  
vertreten durch Leitenden Staatsanwalt Dr. iur. U. Weder,  

Anklägerin und II. Berufungsklägerin 

gegen 

 

1. G._____, 
2. H._____, 
3. I._____, 
4. J._____, 
Beschuldigte und III. Berufungskläger (Rückzug von 3.) 

1  amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Y1._____ 

2  amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Y2._____ 

-   2   - 

3  amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Y3._____ 

4  amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Y4._____ 

 

betreffend  

vorsätzliche Tötung etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Horgen, I. Abteilung, vom  
14. November 2011 (DG110013) 

 

-   3   - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 12. Oktober 

2010 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 76). 

Entscheid der Vorinstanz: 
(Urk. 136 S. 164 ff.) 

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte G._____ ist schuldig: 

− der eventualvorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB 

− des Raufhandels im Sinne von Art. 133 Abs. 1 StGB 

2. Der Beschuldigte H._____ ist schuldig: 

− der mehrfachen einfachen Körperverletzung im Sinne von 

Art. 123 Abs. 1 in Verbindung mit Ziff. 2 Abs. 2 StGB 

− des Raufhandels im Sinne von Art. 133 Abs. 1 StGB 

3. Der Beschuldigte I._____ ist schuldig des Raufhandels im Sinne von 

Art. 133 Abs. 1 StGB. 

Vom Vorwurf der versuchten einfachen Körperverletzung im Sinne von 

Art. 123 Ziff. 1 in Verbindung mit Ziff. 2 Abs. 2 StGB wird der 

Beschuldigte I._____ freigesprochen. 

4. Der Beschuldigte J._____ ist schuldig des Raufhandels im Sinne von 

Art. 133 Abs. 1 StGB. 

Vom Vorwurf der mehrfachen Begünstigung im Sinne von Art. 305 

Abs. 1 StGB wird der Beschuldigte J._____ freigesprochen. 

5. Sanktion G._____: 

Der Beschuldigte G._____ wird bestraft mit 7 Jahren Freiheitsstrafe, 

wovon 637 Tage durch Haft bis und mit heute erstanden sind. 

-   4   - 

6. Sanktion H._____: 

a) Der Beschuldigte H._____ wird bestraft mit 36 Monaten 

Freiheitsstrafe. 

b) Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 24 Monaten 

aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im 

Übrigen (12 Monate, abzüglich 82 Tage, die durch 

Untersuchungshaft erstanden sind) wird die Freiheitsstrafe 

vollzogen. 

7. Sanktion I._____: 

a) Der Beschuldigte I._____ wird bestraft mit 12 Monaten 

Freiheitsstrafe, wovon 81 Tage durch Haft erstanden sind. 

b) Die Freiheitsstrafe wird vollzogen. 

c) Die mit Urteil des Obergericht des Kantons Zürich, II. Straf-

kammer, vom 19. Mai 2009 angesetzte Probezeit wird um 

1,5 Jahre verlängert. 

8. Sanktion J._____: 

a) Der Beschuldigte J._____ wird bestraft mit 12 Monaten 

Freiheitsstrafe, wovon 59 Tage durch Haft erstanden sind. 

b) Die Freiheitsstrafe wird vollzogen. 

c) Die mit Urteil des Obergerichtes des Kantons Zürich, I. 

Strafkammer, vom 8. März 2007 angesetzte Probezeit wird mit  

Wirkung ab heute um 2 Jahre verlängert. 

9. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 

9. Juni 2011 beschlagnahmten drei Armierungseisen werden 

eingezogen und der Bezirksgerichtskasse Horgen zur gutscheinenden 

Verwendung überlassen. 

-   5   - 

10. Die Daten auf der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des 

Kantons Zürich vom 9. Juni 2011 beschlagnahmten externen Festplatte 

werden nach Eintritt der Rechtskraft der Staatsanwaltschaft IV des 

Kantons Zürich zur Löschung und die externe Festplatte zur 

gutscheinenden Verwendung überlassen. 

11. Der Beschuldigte G._____ wird verpflichtet, den nachfolgenden 

Privatklägern folgende Genugtuungen, jeweils zuzüglich 5 % Zins seit 

15. Februar 2010 zu bezahlen: 

− A._____:  Fr. 40'000.– 

− B._____:  Fr. 40'000.– 

− C._____:  Fr. 10'000.– 

− D._____:  Fr. 10'000.– 

− E._____:  Fr. 10'000.– 

− F._____:  Fr. 10'000.– 

Im Mehrbetrag werden die Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

12. Der Beschuldigte G._____ wird verpflichtet, den Privatklägern A._____ 

und B._____ Schadenersatz von gesamthaft Fr. 7'339.20 zuzüglich 

5 % Zins ab 15. Februar 2010 zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das 

Schadenersatzbegehren abgewiesen. 

13. Der Beschuldigte G._____ wird verpflichtet, den Privatklägern C._____, 

D._____ und E._____ Schadenersatz von je Fr. 280.– zuzüglich 5 % 

Zins ab 15. Februar 2010 zu bezahlen. Im Mehrbetrag werden die 

Schadenersatzbegehren abgewiesen. 

14. Es wird festgestellt, dass G._____ gegenüber den Privatklägern aus 

dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach für weiteren Schaden 

ersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges des 

Schadenersatzanspruches werden die Privatkläger auf den Weg des 

Zivilprozesses verwiesen. 

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15. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 18'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 16'900.05   Gebühr Anklagebehörde 

Fr. 59'524.90   Auslagen Untersuchung 

Fr. …   amtliche Verteidigung 
 

16. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, 

ausgenommen derjenigen der amtlichen Verteidigungen und der 

unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft, werden zu 3/6 dem 

Beschuldigten G._____, zu 1/6 dem Beschuldigten H._____, zu 1/6 

dem Beschuldigten I._____ und zu 1/6 dem Beschuldigten J._____ 

auferlegt. 

Die Kosten der amtlichen Verteidigungen und der unentgeltlichen  

Vertretung der Privatklägerschaft werden auf die Gerichtskasse  

genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 

Abs. 4 StPO. Die Nachforderung für die Kosten der unentgeltlichen 

Vertretung der Privatklägerschaft richtet sich einzig gegen den  

Beschuldigten G._____. 

17. (Mitteilung) 

18. (Rechtsmittel)" 

Berufungsanträge: 
(Prot. II S. 12 ff.) 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten G._____: 

(schriftlich und mündlich; Urk. 226 S. 1 f.) 

1. Der Berufungskläger G._____ sei von sämtlichen Vorwürfen 

vollumfänglich freizusprechen, weshalb Ziff. 1, 5, 11, 12, 13, 14, und 16 

des Urteilsdispositivs entsprechend zu korrigieren seien. Alles unter 

gesetzlichen Kosten- und Entschädigungsfolgen (vollständige 

-   7   - 

Abweisung der Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren der 

Privatkläger, angemessene Entschädigung und Genugtuung 

(insbesondere für zu Unrecht erlittene Haft) für den Berufungskläger 

G._____). 

2. Eventualiter wäre der Berufungskläger G._____ (nicht wegen 

vorsätzlicher Tötung, sondern lediglich wegen Totschlags) und/oder 

wegen Tötung in entschuldbarer Notwehr im Sinne von Art. 16 StGB zu 

verurteilen und/oder in Korrektur des angefochtenen Entscheids 

wenigstens deutlich milder zu bestrafen. 

3. Im Anschluss an das Urteil sei G._____ aus der Untersuchungshaft zu 

entlassen. 

b) Der Verteidigung des Beschuldigten H._____: 

(schriftlich und mündlich; Urk. 228 S. 2) 

1. Es sei auf die geänderte Anklage nicht einzutreten. 

2. Der Beschuldigte 2 sei vom Vorwurf der mehrfachen Körperverletzung 

im Sinne von Art. 123 Ziff. 2 StGB und des Raufhandels i.S.v. Art. 133 

Abs. 1 StGB frei zu sprechen, evtl. sei er vom Vorwurf der mehrfachen 

versuchten schweren Körperverletzung frei zu sprechen. 

3. Die Zivilansprüche der Geschädigten und Privatkläger seien 

abzuweisen. 

4. Dementsprechend seien Ziff. 2, 6 und 16 des Urteilsdispositivs 

aufzuheben und neu zu beurteilen bzw. dem Ausgang des 

Berufungsverfahrens entsprechend anzupassen. 

5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Staatskasse. 

6. Eventualantrag: Eventuell sei der Beschuldigte, im Falle der 

Bestätigung der rechtlichen Würdigung seitens der Vorinstanz bzw. im 

Falle einer Verurteilung, zu einer bedingten Freiheitsstrafe von maximal 

-   8   - 

12 Monaten zu bestrafen, wovon 82 Tage durch Haft erstanden sind, 

unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren.  

c) Der Verteidigung des Beschuldigten I._____: 

(sinngemäss, schriftlich; Urk. 214) 

Die Schadenersatz- und Genugtuungsforderungen der Privatkläger seien 

abzuweisen. 

d) Der Verteidigung des Beschuldigten J._____: 

(schriftlich und mündlich; Urk. 229 S. 1 f.) 

1. Der Beschuldigte J._____ sei vom Vorwurf des Raufhandels im Sinne 

von Art. 133 StGB und damit vollumfänglich von Schuld und Strafe 

freizusprechen. 

 Eventualiter sei der Beschuldigte mit einer angemessenen Geldstrafe 

zu bestrafen, unter Anrechnung der erstandenen Haft, und der Vollzug 

sei unter Ansetzung einer Probezeit von 4 Jahren aufzuschieben.  

2. Auf die gegenüber dem Beschuldigten geltend gemachten 

Zivilforderungen der Geschädigten – Solidarhaftung für den 

Tötungsschaden – sei nicht einzutreten bzw. solche seien abzuweisen. 

Dies unter ausgangsgemässer Kosten- und Entschädigungsregelung 

zu Lasten der Geschädigten. 

3.1. Die Kosten des Untersuchungs- und erstinstanzlichen 

Gerichtsverfahren sowie der amtlichen Verteidigung seien 

ausgangsgemäss auf die Staatskasse zu nehmen und der 

Beschuldigte sei für die ihm durch die Untersuchung entstandenen 

Kosten und Umtriebe sowie für die erlittene immaterielle Unbill 

angemessen zu entschädigen. 

3.2. Die Kosten des Berufungsverfahrens inkl. der amtlichen Verteidigung 

seien auf die Staatskasse zu nehmen.  

-   9   - 

e) Der Staatsanwaltschaft: 

(schriftlich und mündlich; Urk. 225 S. 2) 

1. Das Urteil des BG Horgen vom 14. November 2011 gegen G._____, 

H._____ und J._____ sei im Schuldpunkt zu bestätigen, eventualiter 

sei der Beschuldigte H._____ statt der mehrfachen qualifizierten 

einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 in Verbindung 

mit Ziff. 2 Abs. 2 StGB der versuchten schweren Körperverletzung im 

Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB 

schuldig zu sprechen. 

2. Der Beschuldigte G._____ sei mit 11 Jahren Freiheitsstrafe, unter 

Anrechnung der bisher erstandenen Haft von insgesamt 1026 Tagen 

(6.12.2012), zu bestrafen.  

3. Der Beschuldigte H._____ sei mit 3 Jahren Freiheitsstrafe zu 

bestrafen, wobei der Vollzug dieser Freiheitsstrafe im Umfang von 

18 Monaten als vollziehbar und im gleichen Umfang von 18 Monaten, 

unter Ansetzung einer zweijährigen Probezeit, aufzuschieben sei; 

eventualiter im Fall eines Schuldspruchs wegen versuchter schwerer 

Körperverletzung sei dieser Beschuldigte mit einer Freiheitsstrafe von 

4 Jahren zu bestrafen, unter Anrechnung der erstandenen 

Untersuchungshaft von 82 Tagen. 

4. Der Beschuldigte J._____ sei mit einer – unbedingt vollziehbaren – 

Freiheitsstrafe von 18 Monaten zu bestrafen. 

5. Im Übrigen sei hinsichtlich der Beschuldigten G._____, H._____ und 

J._____ im Sinne des Urteils des Bezirksgerichts Horgen vom 

14. November zu entscheiden. 

 

 

-   10   - 

f) Des Vertreters der Privatklägerschaft: 

(schriftlich und mündlich; Urk. 226 S. 1) 

1. In Abänderung von Ziff. 11 des angefochtenen Urteils seien die 

Angeschuldigten G._____, H._____, I._____ und J._____ solidarisch 

zu verpflichten, A._____ und B._____ je CHF 50'000 nebst 5 % Zins 

seit 15.02.2010, F._____ CHF 35'000 eventualiter CHF 25'000 nebst 5 

% Zins seit 15.02.2010 und C._____, D._____ und E._____ je  

CHF 25'000 nebst 5 % Zins seit 15.02.2010 als Genugtuung zu 

bezahlen. 

2. In Abänderung von Ziff. 12 und 13 seien die Angeschuldigten 

solidarisch zu verpflichten, A._____ und B._____, den Betrag von CHF 

9'174 nebst 5 % Zins seit 15. Februar 2010 sowie C._____, D._____ 

und E._____ je CHF 350 nebst 5 % Zins seit 15. Februar 2010 als 

Schadenersatz zu zahlen. 

3. In Abänderung von Ziff. 14 des angefochtenen Urteils sei festzustellen, 

dass die vier Angeschuldigten gegenüber den Privatklägern dem 

Grundsatz nach aus dem eingeklagten Ereignis für weiteren Schaden 

und weitere Genugtuung solidarisch ersatzpflichtig sind. Zur genauen 

Feststellung des Umfanges des Schadenersatz und eines weiteren 

Genugtuungsanspruches seien die Privatkläger auf den Zivilweg zu 

verweisen.  

4. Es seien die Kosten des Berufungsverfahrens den Angeschuldigten zu 

überbinden und diese seien zu verpflichten, die Kosten der 

unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft zu übernehmen. 

 

 

 

 

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Erwägungen: 

I. Prozessgeschichte und Verfahrensgang 

1. Untersuchung und erstinstanzliches Verfahren 

Hierzu kann vollumfänglich auf die Ausführungen unter I. im angefochtenen Urteil 

verwiesen werden (Urk. 136 S. 9 ff.) 

2. Urteil der Vorinstanz 

2.1. Mit dem eingangs im Dispositiv wiedergegebenen Urteil des Bezirks-

gerichts Horgen, I. Abteilung, vom 14. November 2011, erkannte das Gericht was 

folgt (Urk. 136 S. 164 ff.): 

1.1.1. Der Beschuldigte G._____ wurde der eventualvorsätzlichen Tötung im 

Sinne von Art. 111 StGB sowie des Raufhandels im Sinne von Art. 133 Abs. 1 

StGB schuldig gesprochen. Die Vorinstanz fällte eine Freiheitsstrafe von 7 Jahren 

aus und verpflichtete den Beschuldigten G._____ weiter zur Bezahlung von 

Genugtuungen sowie Schadenersatz gemäss den Dispositivziffern 11 bis 14. 

Schliesslich auferlegte die Vorinstanz dem Beschuldigten 3/6 der Kosten für die 

Untersuchung und das gerichtliche Verfahren, nahm unter dem Vorbehalt von 

Art. 135 Abs. 4 StPO die Kosten der amtlichen Verteidigung auf die Gerichtskasse 

und hielt fest, dass sich die Nachforderung für die Kosten der unentgeltlichen 

Vertretung der Privatklägerschaft lediglich gegen den Beschuldigten G._____ 

richte. 

1.1.2. Der Beschuldigte H._____ wurde der mehrfachen einfachen 

Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Abs. 1 in Verbindung mit Ziff. 2 Abs. 2 

StGB  

sowie des Raufhandels im Sinne von Art. 133 Abs. 1 StGB schuldig gesprochen. 

Die Vorinstanz bestrafte den Beschuldigten mit einer Freiheitsstrafe von 36 

Monaten, wobei der Vollzug im Umfang von 24 Monaten aufgeschoben und die 

Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt wurde. Im übrigen Umfang wurde die 

Freiheitsstrafe unter Anrechnung der erstandenen Haft von 82 Tagen für 

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vollziehbar erklärt. Dem Beschuldigten wurden alsdann die Kosten der 

Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens im Umfang von 1/6 auferlegt, 

wobei die Kosten für die amtliche Verteidigung unter dem Vorbehalt der 

Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO auf die Gerichtskasse genommen 

wurden. 

1.1.3. Der Beschuldigte I._____ wurde des Raufhandels im Sinne von Art. 133 

Abs. 1 StGB schuldig gesprochen. Vom Vorwurf der versuchten einfachen 

Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 in Verbindung mit Ziff. 2 Abs. 2 

StGB sprach ihn die Vorinstanz frei. Der Beschuldigte wurde mit einer 

Freiheitsstrafe von 12 Monaten bestraft, wobei der Vollzug der Freiheitsstrafe  

– unter Anrechnung der erstandenen Haft von 81 Tagen – angeordnet wurde.  

Zudem verlängerte die Vorinstanz die mit Urteil des Obergerichts des Kantons  

Zürich, II. Strafkammer, vom 19. Mai 2009 angesetzte Probezeit um 1 ½ Jahre. 

Dem Beschuldigten wurden schliesslich die Kosten der Untersuchung und des  

gerichtlichen Verfahrens ebenfalls im Umfang von 1/6 auferlegt, wobei die Kosten 

für die amtliche Verteidigung unter dem Vorbehalt der Nachforderung gemäss 

Art. 135 Abs. 4 StPO auf die Gerichtskasse genommen wurden. 

1.1.4. Der Beschuldigte J._____ wurde des Raufhandels im Sinne von Art. 133 

Abs. 1 StGB schuldig gesprochen. Vom Vorwurf der mehrfachen Begünstigung im 

Sinne von Art. 305 Abs. 1 StGB wurde er hingegen freigesprochen. Das Gericht 

sanktionierte seine Delinquenz mit einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten und 

ordnete – unter Anrechnung der erstandenen Haft von 59 Tagen – den  

Vollzug der Freiheitsstrafe an. Auch dem Beschuldigten J._____ wurden 

schliesslich die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens im 

Umfang von 1/6 auferlegt, wobei die Kosten für die amtliche Verteidigung unter 

dem Vorbehalt der Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO auf die 

Gerichtskasse genommen wurden. 

3. Berufungsanmeldung und Berufungserklärung 

Gegen diese Entscheide wurden folgende Berufungen erhoben: 

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3.1. Mit Eingabe vom 15. November 2011 (Urk. 105) meldete die Anklage-

behörde rechtzeitig bei der Vorinstanz Berufung an (Art. 399 Abs. 1 StPO). Die 

Berufungserklärung der Anklagebehörde vom 30. Januar 2012 (Urk. 139) ging  

innert gesetzlicher Frist bei der Berufungsinstanz ein (Art. 399 Abs. 3 StPO).  

Darin beschränkte sie jeweils ihre Berufung und stellt die folgende Anträge:  

− Betreffend G._____ beschränkte sie die Berufung ausschliesslich auf 

das Strafmass und beantragt eine Bestrafung mit 11 Jahren  

Freiheitsstrafe. 

− Betreffend H._____ beschränkte sie ihre Berufung ausschliesslich auf 

die Anteile des unbedingten und des bedingten Strafvollzugs. Sie 

beantragt, diese seien jeweils auf 18 Monate festzulegen.  

− Betreffend I._____ beschränkte sie ihre Berufung auf das Strafmass 

und beantragt die Ausfällung von 18 Monaten Freiheitsstrafe. 

− Betreffend J._____ beschränkte sie ihre Berufung auf das Strafmass 

und beantragt die Ausfällung von 18 Monaten Freiheitsstrafe. 

Mit Schreiben vom 29. August 2012 teilte die Anklagebehörde den Rückzug ihrer 

Berufung betreffend den Beschuldigten 3, I._____, mit (Urk. 187; vgl. dazu auch 

Ziff. 3.4. nachfolgend). 

3.2. Mit Eingabe vom 17. November 2011 (Urk. 106) meldete der Verteidiger 

des Beschuldigten 1, G._____, rechtzeitig bei der Vorinstanz Berufung an (Art. 

399 Abs. 1 StPO). Die Berufungserklärung der Verteidigung vom 13. Januar 2012 

(Urk. 137) ging innert gesetzlicher Frist bei der Berufungsinstanz ein (Art. 399 

Abs. 3 StPO). Die Verteidigung teilte darin mit, die Berufung werde nicht 

eingeschränkt und es werde ein vollumfänglicher Freispruch, die vollständige  

Abweisung der Schadenersatz- und Genugtuungsansprüche sowie eine 

Genugtuung für zu Unrecht erlittene Haft beantragt. Eventualiter werde ein 

Schuldspruch wegen Totschlags und/oder wegen Tötung in entschuldbarer 

Notwehr im Sinne von Art. 16 StGB beantragt, was eine deutlich mildere 

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Bestrafung zur Folge  

haben müsse. 

3.3. Mit Eingabe vom 18. November 2011 (Urk. 107) meldete der Verteidiger 

des Beschuldigten 2, H._____, rechtzeitig bei der Vorinstanz Berufung an (Art. 

399 Abs. 1 StPO). Die Berufungserklärung der Verteidigung vom 3. Februar 2012 

(Urk. 143) ging innert gesetzlicher Frist bei der Berufungsinstanz ein (Art. 399 

Abs. 3 StPO). Die Verteidigung teilte darin mit, die Berufung werde nicht 

eingeschränkt und es werde ein vollumfänglicher Freispruch beantragt. 

3.4. Mit Eingabe vom 15. November 2011 (Urk. 104) meldete der Verteidiger 

des Beschuldigten 3, I._____, rechtzeitig bei der Vorinstanz Berufung an (Art. 399 

Abs. 1 StPO). Die Berufungserklärung der Verteidigung vom 6. Februar 2012 

(Urk. 145) ging fristgerecht bei der Berufungsinstanz ein. Mit Schreiben vom 29. 

August 2012 teilte die Anklagebehörde der hiesigen Kammer den Rückzug  

ihrer Berufung hinsichtlich des Beschuldigten 3 mit (Urk. 187). In der Folge gab 

die Verteidigung mit Eingabe vom 30. August 2012 ebenfalls den Rückzug ihrer 

Berufung bekannt (Urk. 189). Das Verfahren betreffend den Beschuldigten 3 

(I._____) wurde mittels Beschluss vom 11. September 2012 als durch Rückzug 

der Berufungen erledigt abgeschrieben (Urk. 192). Zufolge der Berufung der 

Privatklägerschaft nimmt der Beschuldigte 3 jedoch nach wie vor am  

Berufungsverfahren teil. 

3.5. Mit Eingabe vom 21. November 2011 (Urk. 108) meldete der Verteidiger 

des Beschuldigten 4, J._____, rechtzeitig bei der Vorinstanz Berufung an (Art. 

399 Abs. 1 StPO). Die Berufungserklärung der Verteidigung vom 7. Februar 2012 

(Urk. 148) ging innert gesetzlicher Frist bei der Berufungsinstanz ein (Art. 399 

Abs. 3 StPO). Die Verteidigung teilte darin mit, die Berufung richte sich gegen den 

Schuldspruch wegen Raufhandels im Sinne von Art. 133 Abs. 1 StGB sowie 

gegen die Sanktion und die Kostenregelung. 

3.6. Schliesslich meldete auch die Privatklägerschaft mit Eingabe vom  

15. November 2011 ihre Berufung an (Urk. 103; Art. 399 Abs. 1 StPO). Die 

Berufungserklärung ging rechtzeitig am 31. Januar 2012 bei der hiesigen Kammer 

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ein (Urk. 141; Art. 399 Abs. 3 StPO). Die Privatkläger lassen darin die eingangs 

wiedergegebenen Genugtuungs- und Schadenersatzbegehren stellen.  

4. Verfahrensgang 

4.1. Im Rahmen ihrer Berufungsbegründungen verzichteten die 

Anklagebehörde (Urk. 139 S. 2) sowie die Privatkläger (Urk. 141) und der 

Beschuldigte J._____ (Urk. 148 i.V.m. Urk. 99) auf das Stellen von 

Beweisanträgen. Der Beschuldigte G._____ liess die Beweisanträge stellen, es 

sei in der Wohnung von K._____ ein Augenschein durchzuführen. Ferner sei 

L._____ als Zeuge zu befragen (Urk. 137 S. 4 f.). Der Beschuldigte H._____ 

beantragte ebenfalls die Zeugeneinvernahme von L._____. Zudem seien die 

Strafakten in Sachen F._____ beizuziehen (Urk. 143 S. 2 f.). 

4.2. Mit Präsidialverfügung vom 7. März 2012 wurde den Verfahrensbeteiligten 

Frist angesetzt um zu erklären, ob Anschlussberufung erhoben respektive ob  

begründet ein Nichteintreten auf die Berufung beantragt werde. Gleichzeitig 

wurde der Anklagebehörde sowie den Privatklägern Gelegenheit zur 

Stellungnahme zu den Beweisanträgen der Beschuldigten G._____ und H._____ 

eingeräumt (Urk. 154).  

4.3. Mittels Eingabe vom 27. März 2012 liess der Beschuldigte H._____ den 

Antrag stellen, auf die Berufung der Anklagebehörde betreffend ihn sei mangels 

Legitimation nicht einzutreten (Urk. 160 S. 2). Weitere Eingaben bezüglich 

Anschlussberufung respektive Nichteintreten gingen innert Frist nicht ein. 

4.4. Die Anklagebehörde nahm mit Schreiben vom 2. April 2012 zu den 

Beweisanträgen Stellung und beantragte deren Abweisung (Urk. 162). Die 

übrigen Verfahrensbeteiligten liessen sich zu den gestellten Beweisanträgen 

innert Frist nicht vernehmen. 

4.5. Mit Präsidialverfügung vom 13. April 2012 wurde der Anklagebehörde Frist 

zur freigestellten Stellungnahme zur Eintretensfrage angesetzt (Urk. 165). Innert 

Frist beantragte diese mit Eingabe vom 30. April 2012, der Nichteintretensantrag 

-   16   - 

des Beschuldigten H._____ sei abzuweisen und auf die Berufung sei einzutreten 

(Urk. 169). 

4.6. Mittels Beschluss vom 9. Mai 2012 trat die hiesige Kammer auf die 

Berufung der Staatsanwaltschaft betreffend den Beschuldigten H._____ ein 

(Urk. 171). 

4.7. Mit Präsidialverfügung vom 17. Mai 2012 wurden die Beweisanträge der 

Beschuldigten G._____ und H._____ auf Durchführung eines Augenscheins in 

der Wohnung K._____ sowie auf Einvernahme von L._____ als Zeuge 

abgewiesen. Der durch den Verteidiger des Beschuldigten H._____ beantragte 

Aktenbeizug (Strafakten in Sachen F._____) wurde hingegen gutgeheissen (Urk. 

173).  

5. Umfang der Berufung 

Nachdem G._____ und H._____ jeweils uneingeschränkt Berufung erklären 

liessen, sich die Berufung von J._____ gegen seine Verurteilung wegen 

Raufhandels sowie gegen das Strafmass richtet, die Privatkläger den 

vorinstanzlichen Entscheid hinsichtlich der Schadenersatz- und 

Genugtuungsforderung anfechten und sich schliesslich die Berufung der 

Anklagebehörde gegen das jeweilige Strafmass der Beschuldigten 1, 2 und 4 

richtet, sind lediglich die nachfolgenden Erkenntnisse unangefochten: 

− Der Freispruch des Beschuldigten J._____ vom Vorwurf der 
mehrfachen Begünstigung im Sinne von Art. 305 Abs. 1 StGB 
(Dispositivziffer 4 Abs. 2) 

− Einziehung und Vernichtung der beschlagnahmten Armierungseisen 
(Dispositivziffer 9) 

− Verwendung der beschlagnahmten Festplatte sowie Löschung der  
Daten (Dispositivziffer 10) 

− Kostenfestsetzung (Dispositivziffer 15). 
 

Vom Eintritt der Rechtskraft dieser Anordnungen ist vorab in Anwendung von 

Art. 404 StPO Vormerk zu nehmen.  

-   17   - 

6. Allgemeines 

6.1. Der Übersichtlichkeit halber wird vorliegend an der Systematik des  

angefochtenen Entscheides weitestgehend festgehalten. 

6.2. Im Rechtsmittelverfahren kann das Gericht für die tatsächliche und die 

rechtliche Würdigung des angeklagten Sachverhaltes auf die Begründung der  

Vorinstanz verweisen. Soweit dies hernach der Fall ist, geschieht dies jeweils in 

Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO. 

II. Prozessuales 

1. Beweisanträge vor Vorinstanz 

6.3. Vor Bezirksgericht stellte sowohl die Verteidigung von G._____ (Urk. 71, 

Urk. 94 S. 1 und S. 17 f., Prot. VI S. 7 und S. 11.) als auch jene von  

H._____ (Prot. VI S. 11) Beweisanträge, welche die Vorinstanz in Ziff. II. 1.1. des 

angefochtenen Entscheides korrekt wiedergegeben hat (Urk. 136 S. 11). 

6.4. Die Vorinstanz kommt zusammengefasst zum Schluss, dem Beweisantrag 

2 des Beschuldigten G._____ sei insofern entsprochen worden, als F._____ 

anlässlich der Hauptverhandlung als Auskunftsperson einvernommen  

worden sei, wobei sämtliche Parteien die Möglichkeit gehabt hätten, 

Ergänzungsfragen zu stellen. Was die beantragte Einholung eines aktuellen 

Strafregisterauszuges sowie eines aktuellen Leumundsberichtes über F._____ 

anbelange, so erweise sich eine solche als nicht notwendig. Einerseits seien 

aktuelle Strafregisterauszüge betreffend die Brüder … [F._____ und M._____] 

bereits zu den Akten genommen worden und andererseits befinde sich auch 

schon ein Leumundsbericht betreffend F._____ bei den Akten. Die Einholung 

eines aktuellen Leumundsberichts erübrige sich, weil der Frage der 

Glaubwürdigkeit einer Person im Rahmen der Beweiswürdigung ohnehin kaum 

Bedeutung zukomme. Es sei daher nicht ersichtlich, welche Relevanz einem 

aktuellen Leumundsbericht im vorliegenden Verfahren daher noch zukommen 

soll. Was die beantragte Einholung eines aktuellen Leumundsberichtes betreffend 

†M._____ anbelange, so könne darauf verzichtet werden, da sich seine 

-   18   - 

deliktische Vergangenheit aus dem bereits beigezogenen Strafregisterauszug in 

Urk. 80 ergebe (Urk. 136 S. 11 ff.). 

Was die beantragte Zeugeneinvernahme vom L._____ angeht, so erwog die 

Vorinstanz zusammengefasst, es sei nicht ersichtlich, was eine neuerliche 

Befragung L._____s zur Entlastung der Beschuldigten beitragen könne. L._____ 

habe in seiner Einvernahme vom 16. Februar 2010 klar ausgesagt, er sei so im 

Zimmer gefesselt gewesen, dass er die Türe nicht gesehen habe, und deshalb 

nicht sagen könne, wer an die Türe geklopft habe und wie diese schliesslich 

aufgegangen sei (act. 8/5 S. 12 Antwort 95 in Verbindung mit S. 12a). Zudem 

wisse er nicht, wie und vom wem † M._____ und F._____ verletzt worden seien. 

Zuerst habe er sich von seinen Fesseln befreien müssen. Als er dann draussen 

gewesen sei, sei alles schon passiert gewesen (act. 8/5 S. 17 f. Antworten 136 bis 

142). Es sei ohne weiteres nachvollziehbar, dass die eigene Befreiung einige Zeit 

in Anspruch genommen habe. Etwas anderes lasse sich den Angaben L._____s 

jedenfalls nicht entnehmen. Entsprechend könne daher von der beantragten  

Zeugenbefragung L._____s abgesehen werden (Urk. 136 S. 80). 

6.5. Die Vorinstanz hat sich umfassend und gründlich mit den gestellten 

Beweisanträgen auseinander gesetzt. Soweit im Rahmen der 

Berufungsverhandlung keine neuen Argumente mehr vorgebracht werden, kann 

vollumfänglich auf die oben zitierten Erwägungen im angefochtenen Entscheid 

verwiesen werden. 

7. Beweisanträge im Berufungsverfahren 

7.1. Anlässlich der Berufungsverhandlung wurde den Parteivertretern vor 

Abschluss des Beweisverfahrens in Anwendung von Art. 345 StPO die 

Gelegenheit eingeräumt, weitere Beweisanträge zu stellen. Sämtliche 

Parteivertreter gaben ihren entsprechenden Verzicht vorbehaltlos zu Protokoll. 

Daraufhin wurde das Beweisverfahren durch die Verfahrensleitung für 

geschlossen erklärt (Prot. II S. 17). 

-   19   - 

7.2. Im Rahmen seines Plädoyers stellte der Verteidiger des Beschuldigten 2, 

H._____, unter Ziff. II seiner Ausführungen den Antrag, L._____ sei als Zeuge zur 

inkriminierten Auseinandersetzung zu befragen (Urk. 228 S. 6).  

Zunächst ist die Verteidigung darauf hinzuweisen, dass nach Abschluss des  

Beweisverfahrens unter dem Vorbehalt von Art. 349 StPO keine neuen 

Beweisanträge mehr gestellt werden können (Art. 405 Abs. 1 StPO i.V.m. 345 

StPO; BSK StPO - Max Hauri, Art. 345 N 7). Im Übrigen würde sich die 

Zeugenbefragung von L._____ auch dann als obsolet erweisen, wenn der 

betreffende Antrag rechtzeitig gestellt worden wäre. Diesbezüglich kann 

vollumfänglich auf die  

entsprechende und nach wie vor zutreffende Begründung der Präsidialverfügung 

vom 17. Mai 2012 verwiesen werden (Urk. 173). Weitere Ausführungen hierzu  

erübrigen sich.  

8. Verwertbarkeit der Aussagen 

8.1. Die Vorinstanz hat sich unter Ziff. II. 2 des angefochtenen Entscheides  

einlässlich mit der Frage der Verwertbarkeit der Beweismittel, namentlich mit  

jener der Aussagen F._____s, auseinandergesetzt. Sie sah mit Blick auf die 

Strafuntersuchung die Teilnahmerechte der Beschuldigten G._____, I._____ und 

J._____ verletzt, weil diese mit F._____ nicht konfrontiert worden waren. Diesen 

Mangel heilte die Vorinstanz, indem sie F._____ anlässlich der erstinstanzlichen 

Hauptverhandlung als Auskunftsperson befragte und sämtlichen Parteien die 

Gelegenheit gab, Ergänzungsfragen zu stellen. Dieser Auffassung der Vorinstanz 

kann ohne weiteres gefolgt werden. Die Aussagen von F._____ sind 

vollumfänglich und damit gegebenenfalls auch zum Nachteil der Beschuldigten 

verwertbar, was von den Verteidigern im Übrigen im Berufungsverfahren auch 

nicht in Abrede gestellt wurde. 

8.2. Das Selbe gelte – so die Vorinstanz – im übrigen auch für die Aussagen 

der Beschuldigten untereinander. Auch diese hätten an der Hauptverhandlung die 

Möglichkeit gehabt, sich zu den jeweiligen Aussagen der anderen Beschuldigten 

zu äussern respektive Ergänzungsfragen zu stellen. Auch in diesem Punkt kann 

-   20   - 

der Vorinstanz mit Verweis auf deren Begründung (Ziff. II. 2.5; Urk. 136)  

zugestimmt werden.  

8.3. Schliesslich stellt sich die Vorinstanz auf den Standpunkt, alle übrigen  

einvernommenen Personen seien im Rahmen des polizeilichen 

Ermittlungsverfahrens von der Polizei einvernommen worden, weshalb deren 

Aussagen – entgegen der Ansicht der Verteidigungen der Beschuldigten 

G._____, I._____ und J._____ – und insbesondere auch die Aussagen von 

N._____ auch zu Lasten der Beschuldigten verwertbar seien. Wie die Vorinstanz 

an anderer Stelle (Ziff. II. 2.2; Urk. 136 S. 14) zutreffend festhält, fand im 

Untersuchungsverfahren eine einzige Konfrontationseinvernahme statt, nämlich 

jene zwischen F._____ und dem Beschuldigten H._____ (Urk. 5/6). Bei 

sämtlichen übrigen Befragungen nahmen die Beschuldigten weder teil, noch 

verzichteten sie auf ihre Teilnahmerechte. Der Vorinstanz kann zwar zugestimmt 

werden, wenn diese zum Schluss kommt, alle übrigen Personen seien im 

Rahmen des polizeilichen Ermittlungsverfahrens einvernommen worden, weshalb 

den Anforderungen von Art. 147 Abs. 1 StPO e contrario Genüge getan worden 

sei. Alleine deshalb aber die Aussagen zu Lasten der Beschuldigten für 

verwertbar zu erklären, greift jedoch zu kurz. Entscheidend für die Verwertbarkeit 

dieser polizeilichen Einvernahmen ist, ob den Beschuldigten Gelegenheit 

gegeben wurde, um den sie belastenden Auskunftspersonen Fragen zu stellen. 

Der in Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK garantierte Anspruch jeder beschuldigten Person, 

Fragen an Belastungszeugen zu stellen oder stellen zu lassen, ist ein besonderer 

Aspekt des Rechts auf ein faires Verfahren gemäss Art. 6 Ziff. 1 EMRK. 

Entsprechend sind Rügen unter dem Blickwinkel beider Bestimmungen zu prüfen. 

Mit der Garantie von Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK soll ausgeschlossen werden, dass 

ein Strafurteil auf Aussagen von Zeugen abgestützt wird, ohne dass dem 

Beschuldigten wenigstens einmal angemessene und hinreichende Gelegenheit 

gegeben wurde, das Zeugnis in Zweifel zu ziehen und Fragen an den Zeugen zu 

stellen. Dieser Anspruch wird als Konkretisierung des rechtlichen Gehörs gemäss 

Art. 29 Abs. 2 BV auch durch Art. 32 Abs. 2 BV gewährleistet. Ziel dieser Normen 

ist die Wahrung der Waffengleichheit und die Gewährung eines fairen Verfahrens 

(BGE 129 I 151 E. 3.1 mit Hinweisen). Aussagen von Zeugen und 

-   21   - 

Auskunftspersonen dürfen in der Regel nur nach erfolgter Konfrontation zum 

Nachteil eines Angeschuldigten verwendet werden. Dem Anspruch, Fragen an 

Belastungszeugen zu stellen, kommt grundsätzlich ein absoluter Charakter zu. Er 

erfährt in der Praxis aber eine gewisse Relativierung. Er gilt uneingeschränkt nur, 

wenn dem streitigen Zeugnis alleinige oder ausschlaggebende Bedeutung 

zukommt, dieses also den einzigen oder einen wesentlichen Beweis darstellt BGE 

129 I 151 E. 3.1 S. 154). Damit die Verteidigungsrechte gewahrt sind, ist 

erforderlich, dass die Gelegenheit zur Befragung angemessen und ausreichend 

ist und die Befragung tatsächlich wirksam ausgeführt werden kann. Der 

Beschuldigte muss namentlich in der Lage sein, die Glaubhaftigkeit einer 

Aussage zu prüfen und den Beweiswert in kontradiktorischer Weise auf die Probe 

und in Frage stellen zu können. Das kann entweder zum Zeitpunkt erfolgen, zu 

dem der Belastungszeuge seine Aussage macht, oder auch in einem späteren 

Verfahrensstadium (Urteil des Bundesgerichts vom 31. März 2011, 6B_789/2010 

E. 2.3 mit weiteren Verweisen). Nachdem die Beschuldigten keine Gelegenheit 

hatten, den lediglich polizeilich einvernommenen Auskunftspersonen Fragen zu 

stellen, sind deren Aussagen zum Nachteil der Beschuldigten entgegen der 

Ansicht der Vorinstanz nicht verwertbar.  

9. Anklageprinzip 

9.1. Im Rahmen der erstinstanzlichen Hauptverhandlung machte die 

Verteidigung des Beschuldigten J._____ eine Verletzung des Anklageprinzips 

geltend. Die Anklagebehörde habe es unterlassen, den subjektiven Tatbestand 

des Angriffs sowie des Raufhandels zu umschreiben und darzulegen. Der dem 

Beschuldigten zur Last gelegte Angriff sei in der Anklageschrift derart unpräzise 

umschrieben, dass der entsprechende Vorwurf im objektiven und insbesondere 

im subjektiven Bereich ungenügend konkretisiert sei. Es müsse daher allein 

schon aus diesem Grund ein Freispruch erfolgen (Urk. 99 S. 15).  

9.2. Anlässlich der Berufungsverhandlung führte die Verteidigung des 

Beschuldigten J._____ hierzu aus, die Schlussfolgerung der Vorinstanz im 

angefochtenen Entscheid, wonach sich der subjektive Vorwurf unschwer 

erkennen lasse, da der Tatbestand des Angriffs bzw. des Raufhandels nur 

-   22   - 

vorsätzlich begangen werden könne, sei unzutreffend. Vielmehr ergebe sich aus 

der Anklage nicht, was dem Beschuldigten in tatsächlicher Hinsicht vorgeworfen 

werde. Insbesondere sei unklar, ob dem Beschuldigten ein Handeln mit Wissen 

und Wollen, eine Inkaufnahme eines bestimmten Erfolges oder eine 

Sorgfaltspflichtverletzung vorgeworfen werde. Entsprechend liege eine Verletzung 

des Anklagegrundsatzes vor (Urk. 229 S. 10).  

9.3. Die Vorinstanz hat zunächst zutreffende theoretische Ausführungen zum 

Anklagegrundsatz gemäss Art. 9 StPO gemacht und die aktuell massgebliche 

Praxis des Bundesgerichts zitiert. Auf diese Ausführungen kann verwiesen  

werden. In der Sache kommt die Vorinstanz zum Schluss, der Verteidigung sei 

zwar darin zuzustimmen, dass in der Anklageschrift der subjektive Tatvorwurf des 

Angriffs nicht expressis verbis festgehalten werde. Allerdings lasse sich aus dem 

Gesamtkontext der subjektive Vorwurf sowohl des Raufhandels, als auch des  

Angriffs unschwer erkennen. Hinzu komme, dass beide Straftatbestände nur 

vorsätzlich begangen werden könnten. Inwiefern die Verteidigung des 

Beschuldigten J._____ aufgrund der vermeintlich unpräzisen Anklageschrift in 

ihren Verteidigungsrechten eingeschränkt gewesen sein solle, habe diese in 

keiner Weise  

dargetan. Es sei auch nicht nachvollziehbar, inwiefern es dem Beschuldigten 

J._____ nicht hätte klar sein sollen, was ihm in tatsächlicher und rechtlicher 

Hinsicht vorgeworfen werde. Dementsprechend habe die Verteidigung in ihrem 

Plädoyer auch ausführlich zum Sachverhalt und zur rechtlichen Würdigung  

Stellung genommen. Eine Verletzung des Anklageprinzips sei daher nicht 

ersichtlich (Urk. 136 S. 18 f.). Diese zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz 

können vollumfänglich übernommen werden. Lediglich im Sinne einer Ergänzung 

ist  

darauf hinzuweisen, dass gemäss der ständigen Rechtsprechung des Bundes-

gerichts der subjektive Tatbestand in der Anklageschrift nicht ausdrücklich  

umschrieben werden muss, wenn vorweg oder im Anschluss an die Darstellung 

des Einzelfalles auf den gesetzlichen Straftatbestand hingewiesen wird, sofern 

der betreffende Tatbestand nur als Vorsatzdelikt erfüllbar ist (BGE 120 IV 348 E. 

2c S. 356; 103 Ia 6 E. 1d). Dies ist, wie die Vorinstanz richtigerweise festhielt, 

-   23   - 

vorliegend der Fall, weshalb die Beanstandungen der Verteidigung unzutreffend 

sind.  

9.4. Wohl nicht ausdrücklich, aber immerhin sinngemäss, machte auch die 

Verteidigung des Beschuldigten H._____ anlässlich der Berufungsverhandlung 

eine Verletzung des Anklageprinzips geltend. Sie stellte sich auf den Standpunkt, 

es obliege der Anklägerin, plausibel zu erläutern und zu behaupten, wann, wo, 

wie und wen der Beschuldigte verletzt haben solle. Es gehe nicht an, wichtige 

Fragen offen zu lassen, in der grob falschen Meinung, deren Beantwortung sei für 

die Verurteilung des Beschuldigten irrelevant. Es sei sehr wohl notwendig  

abzuklären, was der Beschuldigte 2 mit Blick auf die ihm vorgeworfene 

Körperverletzung effektiv gemacht habe. Entgegen der Meinung der Vorinstanz 

könne nicht einfach angenommen werden, dass der Beschuldigte 2 "irgendwann" 

und  

"irgendwie" "mehrfach jemanden verletzt" habe. Der eingeklagte Sachverhalt  

erweise sich in diesem Zusammenhang als ungenügend substantiiert und sei  

zudem nicht erstellt (Urk. 228 S. 9 und 15). 

9.5. Wie der Vertreter der Anklagebehörde bereits im Rahmen seiner Replik 

mündlich und zutreffend zu Protokoll gab (Prot. II S. 27), zielen die 

Beanstandungen der Verteidigung ins Leere. Die Anklageschrift umschreibt sehr 

wohl und in ausreichendem Masse präzise, was dem Beschuldigten konkret 

vorgeworfen wird. Inwiefern diesem nicht klar sei, wann und wo er wen auf welche 

Art und Weise verletzt haben soll, bleibt schleierhaft. Dass der genaue zeitliche 

Handlungsablauf eines Angriffs respektive eines Raufhandels aufgrund der 

diesen  

Delikten immanenten hohen Eigendynamik nicht regiebuchgleich in allen 

Einzelheiten dargetan werden kann, liegt in der Natur dieser Straftatbestände. 

Darin  

jedoch eine Verletzung des Akkusationsprinzips erblicken zu wollen, würde  

bedeuten, dass namentlich die hier zur Diskussion stehenden Straftatbestände 

überhaupt nicht zur Anklage gebracht werden könnten – ausser sie wären 

allenfalls filmisch aufgezeichnet –, was selbstredend nicht der Fall sein kann. Der  

-   24   - 

entsprechende Einwand der Verteidigung geht daher fehl. Auf die Anklage ist  

unter diesem Aspekt ohne weiteres einzutreten. 

10. Nichteintreten auf Eventualanklage 

10.1. Sowohl die Anklagebehörde als auch die Verteidigung des Beschuldigten 

H._____ wurden im Vorfeld der Berufungsverhandlung darauf hingewiesen, dass 

sich das Gericht für den Fall, dass es zum Schluss komme, der eingeklagte 

Sachverhalt lasse sich erstellen, auch die Frage stellen müsse, ob die Schläge 

mit dem Armierungseisen auf die Köpfe der Gebrüder … [F._____ und M._____] 

nicht gegebenenfalls auch unter den Straftatbestand der versuchten schweren 

Körperverletzung (Art. 122 StGB) zu subsumieren seien. Beide Parteien wurde 

daher aufgefordert, sich entsprechend vorzubereiten (Urk. 213).  

10.2. Anlässlich der Berufungsverhandlung ergänzte die Anklagebehörde die 

Anklageschrift vom 12. Oktober 2010 betreffend den Beschuldigten H._____ 

gestützt auf Art. 333 Abs. 1 StPO im Sinne einer Eventualanklage gemäss 

Art. 325 Abs. 2 StPO (Urk. 224) und beantragte für den Fall eines Schuldspruchs 

wegen versuchter schwerer Körperverletzung die Bestrafung des Beschuldigten 

H._____ mit einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren (Urk. 225 S. 2).  

10.3. Die Verteidigung des Beschuldigten H._____ beantragte in der Folge, auf 

die Eventualanklage sei nicht einzutreten. Zur Begründung führte sie im 

Wesentlichen aus, die Vorinstanz habe im angefochtenen Entscheid ganz 

bewusst davon Abstand genommen, den eingeklagten Sachverhalt unter dem 

Straftatbestand der versuchten schweren Körperverletzung zu prüfen. Es könne 

daher nicht angehen, dass sich die Berufungsinstanz nun mit diesem Vorwurf 

erstmals auseinandersetze, denn dadurch würde dem Beschuldigten im Falle 

einer abweichenden  

rechtlichen Würdigung in Bezug auf diese Frage eine Rechtsmittelinstanz verloren 

gehen. Entsprechend dürfe auf die Eventualanklage nicht eingetreten werden. Für 

den Fall einer abweichenden rechtlichen Würdigung sei die Sache an die Vor- 

instanz zurückzuweisen (Prot. II S. 22). 

-   25   - 

10.4. Art. 350 Abs. 1 StPO sieht vor, dass das Gericht getreu dem Grundsatz  

iura novit curia grundsätzlich frei ist, den eingeklagten Sachverhalt rechtlich zu 

würdigen. Dabei ist es wohl in tatsächlicher, nicht aber in rechtlicher Hinsicht an 

die Anklage gebunden. Dieser für das erstinstanzliche Verfahren ausdrücklich  

statuierte Grundsatz findet auch auf das zweitinstanzliche Verfahren Anwendung 

(Art. 405 Abs. 1 StPO). Entsprechend findet über Art. 379 StPO auch Art. 333 

Abs. 1 StPO im Berufungsverfahren Anwendung (Schmid, StPO 

Praxiskommentar, Art. 333 N 4). Die Berufung ist grundsätzlich ein 

reformatorisches Rechtsmittel. Lediglich in Ausnahmefällen hat sie kassatorische 

Wirkung. Der Gesetzgeber sieht daher eine Aufhebung des angefochtenen 

Entscheides und eine Rückweisung an die Vorinstanz nur dann vor, wenn das 

Verfahren wesentliche Mängel aufweist, die im Berufungsverfahren nicht mehr 

geheilt werden können (Art. 409 Abs. 1 StPO). In Frage kommen dabei etwa die 

nicht richtige Besetzung des Gerichts, fehlende Zuständigkeit, fehlerhafte 

Vorladungen, Verweigerung von Teilnahmerechten, nicht gehörige Verteidigung, 

Abstützen des Urteils auf nicht verwertbare Beweismittel oder die unterbliebene 

Behandlung bzw. Beurteilung  

aller Anklage-, Einziehungs- und Zivilpunkte (BSK StPO - Luzius Eugster, Art. 409 

N 1). Der Umstand alleine, dass die Berufungsinstanz eine andere rechtliche  

Auffassung vertritt als die Vorinstanz und darauf gestützt der Staatsanwaltschaft 

Gelegenheit gibt, die Anklage im Sinne von Art. 333 Abs. 1 StPO zu ändern, 

rechtfertigt damit klarerweise keine Rückweisung und verstösst keinesfalls gegen 

den Grundsatz des fairen Verfahrens i.S.v. Art. 6 EMRK. Der betreffende Einwand 

der Verteidigung entbehrt damit jeglicher Grundlage. Auf die Eventualanklage ist 

ohne weiteres einzutreten.  

III. Sachverhalt 

A. Unbestrittene Sachverhaltselemente 

-   26   - 

Die vorinstanzlichen Erwägungen zu den unbestrittenen Sachverhaltselementen 

unter Ziffer III. A. sind allseits unbestritten und korrekt wiedergegeben. Darauf 

kann verwiesen werden (Urk. 136 S. 19 ff.). 

B. Bestrittene Sachverhaltselemente 

1. Allgemeines 

Die Vorinstanz hat unter Ziffer III. B. 1. vorab die theoretischen Grundsätze der 

richterlichen Beweiswürdigung ausführlich dargetan. Darauf ist in globo zu  

verweisen.  

11. Generelle Glaubwürdigkeit 

Die Vorinstanz hat sich zur allgemeinen Glaubwürdigkeit der Beschuldigten, des 

Privatklägers F._____ sowie der übrigen einvernommen Personen geäussert. Im 

Ergebnis kann den vorinstanzlichen Einschätzungen zugestimmt werden.  

Weitere Erörterungen zur Frage der Glaubwürdigkeit erübrigen sich, da der  

allgemeinen Glaubwürdigkeit der Aussagenden nach neueren Erkenntnissen  

ohnehin kaum mehr Bedeutung zukommt. Weitaus bedeutender für die  

Wahrheitsfindung als die allgemeine Glaubwürdigkeit ist die Glaubhaftigkeit der 

konkreten Aussagen. Darauf wird nachfolgend im Detail noch einzugehen sein. 

12. Vorgeschichte 

Die im angefochtenen Entscheid unter dem Titel "Vorgeschichte" zusammen-

gefassten Aussagen von F._____ und L._____ wurden durch die Vorinstanz 

richtig wiedergegeben. Die Vorderrichter weisen darauf hin, dass die betreffenden 

Schilderungen zwar nicht durch den angeklagten Sachverhalt gedeckt, dessen 

ungeachtet aber dazu geeignet seien, sich einen Überblick über die Ereignisse 

und namentlich auch über die Lärmkulisse in der Wohnung im Vorfeld der 

eigentlichen Tathandlungen zu verschaffen. Diesen Erwägungen ist nichts 

hinzuzufügen. 

-   27   - 

13. Beginn der tätlichen Auseinandersetzung 

13.1. Das Zusammentreffen der Beschuldigten 

1.1.1. Die Vorinstanz resümiert, bei einer Gesamtbetrachtung der teilweise im  

Detail doch divergierenden Aussagen der vier Beschuldigten dränge sich 

unweigerlich der Schluss auf, dass ihr Treffen im Erdgeschoss der Liegenschaft 

bzw. vor der Wohnung von K._____ nicht bloss zufällig gewesen sei. Eine 

längerfristige Planung lasse sich aufgrund der Untersuchungsergebnisse aber 

nicht nachweisen. Fest stehe hingegen – insbesondere auch aufgrund der un-

mittelbar zuvor geführten Telefonate unter den Beschuldigten –, dass sich die vier 

Beschuldigten vor der Wohnung K._____ eingefunden hätten, um sich um die 

dortigen Vorgänge zu kümmern. Dabei hätten sie mit einer Intervention 

zugewartet, bis sich sämtliche Beschuldigte vor Ort eingefunden hätten.  

1.1.2. Die Verteidigung des Beschuldigten G._____ beanstandet weder in ihrer 

Berufungserklärung vom 13. Januar 2012 noch anlässlich der 

Berufungsverhandlung die vorinstanzlichen Erwägungen zum Zusammentreffen 

der Beschuldigten (Urk. 137 sowie Urk. 227).  

1.1.3. Die Verteidigung des Beschuldigten H._____ macht im Berufungsverfahren 

geltend, es werde nach wie vor bestritten, dass das Zusammentreffen der 

Beschuldigten im Treppenhaus nicht zufällig gewesen sein solle (Urk. 228 S. 13).  

1.1.4. J._____ liess vor Vorinstanz zusammengefasst geltend machen, er sei am 

fraglichen Abend mit I._____ verabredet gewesen. Er habe an der Haustüre des 

Mehrfamilienhauses an der O._____strasse ... in P._____ bei I._____ geläutet, 

worauf ihm mittels elektronischer Türöffnung Eintritt gewährt worden sei. Im 

Treppenhaus sei er sogleich auf I._____ und H._____ gestossen. Sie hätten alle 

drei den Lärm und die ungewöhnlichen Geräusche aus der Wohnung K._____ 

gehört. Zu diesem Zeitpunkt sei G._____ von der Arbeit zurück gekommen, wo er 

im Korridor auf seine Brüder und ihn getroffen sei. Das Zusammentreffen der vier 

Beschuldigten habe einzig deshalb stattgefunden, weil aus der von L._____ 

bewohnten Wohnung laute Stimmen, Geräusche und Schreie wahrzunehmen 

gewesen seien. Das von der Anklägerin krampfhaft und mit allen Mitteln zu 

-   28   - 

konstruieren versuchte abgesprochene Zusammentreffen der Beteiligten finde 

durch absolut gar nichts eine Stütze (Urk. 99 S. 2 f.) Anlässlich der 

Berufungsverhandlung wiederholte der Verteidiger von J._____ seinen 

Standpunkt (Urk. 229 S. 5). 

1.1.5. Die Vorinstanz hat die massgeblichen Aussagen der Beschuldigten 

sorgfältig und vollständig zusammengefasst, was von den Beschuldigten denn 

auch nicht bestritten wurde. Auf die Ausführungen der Vorinstanz kann 

vollumfänglich verwiesen werden (Urk. 136 S. 29 ff.). Ob sich die Beschuldigten 

aufgrund einer vorhergehenden Absprache oder zumindest teilweise zufällig am 

15. Februar 2010, um ca. 17.00 Uhr, im Erdgeschoss der Liegenschaft 

O._____strasse ... in P._____ einfanden, lässt sich mit den vorhandenen 

Beweismitteln letztlich nicht mit Sicherheit feststellen. Wie die Vorinstanz richtig 

ausführte, bestehen  

jedoch gewichtige Indizien, welche dafür sprechen, dass zumindest G._____ und 

J._____ telefonisch herbeigerufen wurden, damit diese zusammen mit den bereits 

im Haus anwesenden Brüdern I._____ und H._____ in der Wohnung K._____ 

intervenieren konnten. Dafür, dass diesem Vorhaben bereits eine längere 

Planung vorausgegangen wäre, finden sich in den Akten keinerlei Anhaltspunkte. 

Letztlich ist jedoch die Frage, wer, wann und aus welchem Grund am Tatort 

eingetroffen ist, nicht von zentraler Bedeutung. Entscheidend ist lediglich – und 

insoweit ist der eingeklagte Sachverhalt erstellt –, dass die Beschuldigten am 

Montag, den 15. Februar 2012, um ca. 17.00 Uhr oder kurz danach im 

Erdgeschoss der Liegenschaft O._____strasse ... in P._____, vor der Wohnung 

K._____ aufeinander trafen.  

13.2. Bewaffnung 

1.1.6. G._____ 

a) Die Vorinstanz führt zutreffend aus, es sei erstellt, dass der Beschuldigte 

G._____ das Tatmesser von Anbeginn des inkriminierten Sachverhaltes  

dabei gehabt habe. Ob er das Tatmesser erst zwischen dem Zeitpunkt seiner  

Ankunft in der Liegenschaft und dem Zeitpunkt, als er sich mit den übrigen 

-   29   - 

Beschuldigten vor der Wohnung von K._____ einfand, zu sich genommen habe, 

lasse sich nicht rechtsgenüglich erstellen. Die Beantwortung dieser Frage sei zu 

Gunsten des Beschuldigten offen zu lassen (Urk. 136 S. 36 f.).  

b) Diese Erwägungen im angefochtenen Entscheid werden durch die 

Verteidigung von G._____ nicht in Abrede gestellt. Vielmehr hält diese in ihrer 

Berufungserklärung vom 13. Januar 2012 ausdrücklich fest, die Vorinstanz habe 

richtigerweise nicht angenommen, der Beschuldigte habe das Messer zwischen 

dem Zeitpunkt seiner Ankunft in der Liegenschaft und dem Zeitpunkt, als er sich 

mit den übrigen Beschuldigten vor der Wohnung K._____ eingefunden habe, zu 

sich genommen haben (Urk. 137 S. 3). Diesen Standpunkt nahm die Verteidigung 

auch im Rahmen der Berufungsverhandlung ein (Urk. 227). 

c) Die Erwägungen der Vorinstanz sind zutreffend, unangefochten und 

bedürfen keiner Ergänzung. Der eingeklagte Sachverhalt betreffend die 

Bewaffnung des Beschuldigten G._____ ist damit erstellt. 

 

1.1.7. H._____ 

a) Hinsichtlich der Bewaffnung des Beschuldigten H._____ erwogen die 

Vorderrichter zusammengefasst, es könne festgehalten werden, dass die  

pauschalen Aussagen des Beschuldigten H._____ auch hinsichtlich der  

Umstände, wie sein DNA-Profil allenfalls auf das Armierungseisen hätte gelangen 

können, als reine Schutzbestreitungen und Lügen zu qualifizieren seien. 

Insbesondere durch den klaren und unbestrittenen Untersuchungsbericht zu den 

am Armierungseisen vorgefundenen DNA-Mischspuren, welcher zudem die 

Glaubhaftigkeit der entsprechenden Aussagen des Privatklägers F._____ stütze, 

sei klar erstellt, dass der Beschuldigte H._____ – und nicht der vom Privatkläger 

F._____ aufgrund einer kleinen Unsicherheit ebenfalls genannte Beschuldigte 

J._____ – anlässlich der tätlichen Auseinandersetzung von dem vorgefundenen 

Armierungseisen Gebrauch gemacht habe. Der diesbezüglich aufgrund der 

teilweise unsicheren Ausführungen von F._____ gemachte Einwand der 

-   30   - 

Verteidigung des Beschuldigten H._____, dies sei eine Schlussfolgerung von 

F._____, nachdem er die ersten Aussagen aller Beteiligten habe lesen können 

bzw. weil er zusätzliche Informationen nach seiner ersten Einvernahme hinterher 

erfahren habe, verfange nicht. Auch wenn F._____ dies erst anhand von  

Erinnerungen klar aussagen konnte, so sei dennoch festzuhalten, dass er bereits 

am 2. März 2010 eindeutig den Beschuldigten H._____ als denjenigen mit dem 

Armierungseisen identifiziert habe. Der polizeiliche DNA-Bericht sei am 4. März 

2010 erstellt worden, mithin habe F._____ bei seiner Aussage noch gar nichts 

von den darin festgestellten DNA-Spuren des Beschuldigten H._____ am 

vorgefundenen Armierungseisen wissen können. Auch dies spreche deutlich für 

die Glaubhaftigkeit der Aussage von F._____. Aufgrund der Blutspuren an seinen 

eigenen Kleidern sei zudem ersichtlich, dass der Beschuldigte H._____ im Laufe 

des Geschehens sicherlich in der Nähe von † M._____ gewesen sein müsse. 

Aufgrund der festgestellten Blutspritzer sei erstellt, dass er nicht erst mit 

† M._____ in Kontakt gekommen sei, als dieser bereits im Sterben am Boden 

gelegen sei. Es sei deshalb mit der Anklage davon auszugehen, dass der 

Beschuldigte H._____ während des inkriminierten Geschehens ein 

Armierungseisen bei sich gehabt habe. Wann sich der Beschuldigte H._____ 

genau mit dem Armierungseisen bewaffnet habe, sei dabei nicht von Relevanz. 

b) Die Verteidigung des Beschuldigten H._____ bestritt den eingeklagten 

Sachverhalt betreffend dessen Bewaffnung. Nach Auffassung der Verteidigung 

stellt die Sachverhaltsdarstellung der Anklagebehörde nichts weiter als eine 

spekulative Annahme dar. Dass die DNA des Beschuldigten H._____ auf einem 

Armierungseisen festgestellt worden sei, beweise nicht, dass er dieses als 

Tatwerkzeug benützt habe. Es beweise lediglich, dass er mindestens einmal in 

seinem Leben mit dem Armierungseisen in Kontakt gekommen sei. Es sei 

aktenkundig, dass G._____ die Armierungseisen von der Baustelle mit nach 

Hause genommen habe. Es sei also denkbar, dass H._____ die Armierungseisen 

in seiner alten Wohnung im Parterre einmal behändigt habe. Der Beschuldigte 

habe ja zuvor in der Wohnung K._____ gewohnt und sei im Dezember 2009 dort 

ausgezogen. Daraus ergebe sich die Möglichkeit, dass er die Armierungseisen 

einmal berührt und folglich darauf seine DNA hinterlassen habe. Es sei nämlich 

-   31   - 

denkbar, dass ein oder zwei Armierungseisen beim Auszug des Beschuldigten in 

der Wohnung des nachmaligen Mieters K._____ zurückgeblieben seien. Relevant 

sei zudem, dass die Gebrüder … [F._____ und M._____] vermutlich Handschuhe 

getragen hätten. Schliesslich sei auch zu bedenken, dass der Beschuldigte selbst 

auch zwei bis drei Schläge auf den Kopf erhalten habe. Er sei am linken Arm 

verletzt worden und habe immer geltend gemacht, er sei sofort nach dem Öffnen 

der Türe geschlagen worden. Auch damit könnten seine DNA-Spuren auf dem 

Eisen erklärt werden (Urk. 95 S. 4). Anlässlich der Berufungsverhandlung 

wiederholte die Verteidigung diese Vorbringen im Wesentlichen (Urk. 228 S. 12). 

c) Am Tatort wurden im Lichtschacht der Liegenschaft zwei Armierungseisen 

vorgefunden. Auf einem der beiden Armierungseisen, nämlich jenem mit der  

Spurenasservat Nr. …, wurde ein DNA-Mischprofil nachgewiesen, welches 

einerseits dem verstorbenen † M._____ und andererseits dem Beschuldigten 

H._____ zugeordnet werden konnte (Urk. 14/4 S. 4). Der Beschuldigte H._____ 

hat vor Vorinstanz denn auch seine Spurengeberschaft nicht bestritten. Vielmehr 

hat er sich bemüht, Erklärungen dafür vorzubringen, wie seine DNA auf das 

Armierungseisen gelangt sein könnte. Während H._____ anlässlich seiner 

zweiten polizeilichen Einvernahme vom 12. März 2010 noch zu Protokoll gab, von 

einer Eisenstange in seiner Wohnung wisse er nichts (Urk. 5/3 S. 16), brachte er 

in der vorinstanzlichen Hauptverhandlung plötzlich vor, es könne sein, dass er die 

Armierungseisen in der Wohnung K._____ zurückgelassen habe, als er dort 

ausgezogen sei (Urk. 88 S. 13). Weder dieser nachgeschobene, noch die 

betreffenden Erklärungsversuche der Verteidigung verfangen indes. Bei 

gesamtheitlicher Betrachtung sämtlicher massgeblicher Beweismittel besteht kein 

Zweifel daran, dass sich der Beschuldigte H._____ mit dem Armierungseisen 

bewaffnete und damit in das Geschehen eingriff. Wie die Vorinstanz vollkommen 

zurecht ausführt, lassen die in diesem Punkt durchaus glaubhaften Aussagen von 

F._____ sowie die durch die Rechtsmedizin festgestellten Blutspuren auf der 

Kleidung des Beschuldigten H._____ zusammen mit seiner Spurengeberschaft 

auf dem Armierungseisen vernünftigerweise nur einen Schluss zu, nämlich jenen, 

dass der Beschuldigte H._____ bei der Auseinandersetzung das Armierungseisen 

-   32   - 

mit sich führte. Auf die sorgfältige und im Ergebnis nicht zu beanstandende 

Begründung im angefochtenen Entscheid kann daher verwiesen werden.  

1.1.8. † M._____ 

Die Vorinstanz kommt gestützt auf die Aussagen der Beschuldigten G._____, 

H._____ und J._____ zum Schluss, es könne nicht ausgeschlossen werden, dass 

† M._____ bei der Auseinandersetzung mit einem Gegenstand bewaffnet 

gewesen sei. Zugunsten der Beschuldigten sei daher anzunehmen, dass 

† M._____ anlässlich der tätlichen Auseinandersetzung einen schmalen, langen 

und metallenen Gegenstand in seiner Hand gehalten habe. Mutmasslich habe es 

sich dabei um den im Lichtschacht vorgefundenen Schraubendreher gehandelt. 

Auf eben diesem sei DNA-Material gefunden worden. Die Auswertung des 

Instituts für Rechtsmedizin habe ergeben, dass sich auf dem Griff- und dem 

Schaufelteil des Schraubendrehers nicht bluthaltige DNA befunden habe, welche 

sich † M._____ habe zuordnen lassen (Urk. 136 S. 42 ff.).  

1.1.9. Die Verteidiger der Beschuldigten beanstanden diese Schlussfolgerung der 

Vorinstanz nicht. Die Verteidigung von H._____ mutmasste vor Vorinstanz, bei 

dem Gegenstand, den † M._____ in der Hand gehalten habe, habe es sich um 

das Armierungseisen gehalten, welches die Anklagebehörde dem Beschuldigten 

2 zugeordnet habe (Urk. 95 S. 4 f.). 

1.1.10. Die Vorinstanz hat die massgeblichen Aussagen der Beteiligten unter 

Ziff. III. 4.3.5. a) vollständig und richtig wiedergegeben, darauf ist zu verweisen. 

Die Beschuldigten G._____, H._____ und J._____ schildern in der Untersuchung 

übereinstimmend, dass † M._____ bei der Auseinandersetzung einen 

Gegenstand in der Hand gehalten habe. Diese im Kern kongruenten Aussagen 

sind fraglos glaubhaft, zeichnen sie sich doch insbesondere auch dadurch aus, 

dass sie frei von Übertreibungen und lebensnah geschildert sind. Ebensowenig 

wirken die Aussagen untereinander abgesprochen. Die Verteidigungen weisen an 

verschiedenen Stellen ihrer Plädoyers darauf hin, dass die Beschuldigten 

aufgrund ihrer sofortigen Inhaftierung gar keine Möglichkeit gehabt hätten, ihre 

Aussagen aufeinander abzustimmen. Dieser Auffassung kann nicht unbenommen 

-   33   - 

gefolgt werden. Den Beschuldigten wäre es nämlich unmittelbar nach dem 

Tatgeschehen ohne weiteres möglich gewesen, sich zumindest in groben Zügen 

abzusprechen. Wie den Wahrnehmungsberichten von Kpl Q._____ vom 26. 

Februar 2010 (Urk. 10/2) und von Fw R._____ vom 4. März 2010 (Urk. 10/3) zu 

entnehmen ist, standen die Beschuldigten I._____ und H._____ sowie J._____ 

beim Eintreffen der Polizei vor der Liegenschaft beieinander. Kpl Q._____ und Fw 

R._____ trafen als erste Patrouille um 17:34:38 am Tatort ein (Urk. 10/2 S. 2). 

Rund 6 Minuten später trafen die Kantonspolizisten Wm mbA S._____ und Det 

Gfr. T._____ am Tatort ein. Auch sie stellten fest, dass sich vor dem Haus 

verschiedene unbekannte Personen aufhielten (Urk. 1 S. 14). Gemäss den 

aktenkundigen Verhaftsrapporten der Kantonspolizei Zürich wurden H._____ 

(Urk. 28/1) und I._____ (Urk. 29/1) um 18.00 Uhr vor Ort verhaftet. Gemäss Urk. 

30/1 soll J._____ um 17.30 Uhr verhaftet worden sein, was jedoch offenkundig 

nicht zutreffen kann, weil zu diesem Zeitpunkt noch gar keine Polizeipatrouille vor 

Ort war. Fest steht hingegen, dass anfänglich relativ lange unklar war, was sich 

überhaupt zugetragen hatte. Die ersten Beamten vor Ort waren mit einer 

chaotischen Situation konfrontiert und bemühten sich sofort nach ihrem Eintreffen 

um den im Sterben liegenden † M._____. Sie hatten gar keine Gelegenheit, sich 

um die möglichen Tatbeteiligten zu kümmern und gegebenenfalls kolludierende 

Handlungen zu unterbinden. Es ist daher ohne weiteres denkbar, dass noch vor 

der Verhaftung der Beschuldigten gewisse Absprachen hätten stattfinden können. 

In Bezug auf die vorliegenden Frage, nämlich ob † M._____ bewaffnet gewesen 

sei, besteht jedoch kein Grund zur Annahme, dass die übereinstimmenden 

Aussagen der Beschuldigten koordiniert wären. Mit Verweis auf die einleuchtende 

Begründung der Vorinstanz ist es als erstellt zu betrachten, dass † M._____ 

anlässlich der tätlichen Auseinandersetzung einen schmalen, langen und 

metallenen Gegenstand in der Hand hielt. Dabei dürfte es sich mit grosser 

Wahrscheinlichkeit um den Schraubendreher gehandelt haben, welcher im 

Lichtschacht sichergestellt wurde und an dessen Griff- und Schaufelteil nicht 

bluthaltige DNA von † M._____ festgestellt werden konnte. Dass es sich beim 

fraglichen Gegenstand um das Armierungseisen gehandelt haben könnte, 

welches gemäss erstelltem Sachverhalt H._____ zuzuschreiben ist, kann 

-   34   - 

ausgeschlossen werden. Anlässlich seiner polizeilichen Befragung vom 16. 

Februar 2010 gab H._____ selbst zu Protokoll, er habe beim etwas älteren, 

dunkelhaarigen Mann etwas Schwarzes wahrgenommen. Was es gewesen sei, 

das "da kurz in der Hand erschien" könne er nicht sagen (Urk. 5/1 S. 6). Am 12. 

März 2010 führte H._____ dann gegenüber der Polizei aus, er habe bei einem der 

beiden Unbekannten einen Gegenstand in der Hand gesehen. Er wisse nicht, was 

es für ein Gegenstand es gewesen sei (Urk. 5/3 S. 13). Die fraglichen 

Armierungseisen befinden sich bei den Akten. Sie weisen jeweils eine Länge von 

rund 40 cm und einen Durchmesser von 1.7 cm auf (Urk 12/2 S. 8). Angesichts 

der Masse dieser Eisen ist es schlicht ausgeschlossen, dass sie dergestalt in der 

Hand geführt werden könnten, dass man sie nicht zumindest als stangen- oder 

stockartigen Gegenstand erkennen und benennen kann. Etwas derartiges hat der 

Beschuldigte H._____ jedoch nie zu Protokoll gegeben. Im Gegenteil, er spricht 

von einem Gegenstand, der kurz "in der Hand" erschienen sei. Dabei muss es 

sich offenbar um einen kleineren, weniger massiven Gegenstand gehandelt 

haben. Damit findet die Hypothese der Verteidigung H._____' in den Akten 

keinerlei Stütze, weshalb sie ohne weiteres als unzutreffend verworfen werden 

kann.  

1.1.11. F._____ 

a) Die Vorinstanz kam betreffend F._____ zum Schluss, es sei erstellt, dass 

dieser, nachdem er den Beschuldigten I._____ zu Boden gedrückt habe, diesem 

hinten aus dem Hosenbund einen Schraubenzieher gezogen hat. F._____ habe 

sich in der Untersuchung nicht dazu geäussert, wann er diesen Schraubenzieher 

wegegeworfen habe. Anlässlich der Befragung im Rahmen der Hauptverhandlung 

und mit der Belastung des Beschuldigten I._____ konfrontiert habe F._____ dazu 

ergänzend ausgeführt, dass er einen Gegenstand in der Hand gehalten habe, als 

er dem Beschuldigten I._____ den Schraubenzieher weggenommen habe. Er 

habe diesen ungefähr zwei bis drei Sekunden in der Hand gehalten, bevor er ihn 

in die Wohnung geworfen habe. Er habe den Schraubenzieher nicht mehr in der 

Hand gehabt, als er die Wohnung verlassen habe. Diese Darstellung von F._____ 

sei nicht unvereinbar mit der Wahrnehmung des Beschuldigten I._____, der ja nur 

-   35   - 

für kurze Zeit, zwei Sekunden, einen Gegenstand in der Hand von F._____ 

gesehen haben will. Hinzu komme, dass aufgrund des übrigen 

Untersuchungsergebnisses nicht davon auszugehen sei, dass F._____ sich nach 

dem Gerangel mit dem Beschuldigten I._____ weiter aktiv an der 

Auseinandersetzung beteiligt habe. Insbesondere sei von keinem weiteren der 

Beschuldigten je geltend gemacht worden, von F._____ mit einem Gegenstand 

geschlagen oder auch nur bedroht worden zu sein. Der Beschuldigte H._____ 

habe zwar teilweise unklare Aussagen über die Person, welche einen 

Gegenstand gehalten habe, gemacht. Aufgrund des erstellten Sachverhaltes sei 

aber einzig davon auszugehen, dass † M._____ einen Gegenstand 

(Schraubendreher) in der Hand gehalten habe. Der vom Beschuldigten I._____ 

wahrgenommene Gegenstand sei somit offensichtlich bloss derjenige 

Schraubenzieher gewesen, welchen F._____ diesem aus dem Hosenbund 

entnommen und danach weggeworfen habe. Es könne offen bleiben, ob F._____ 

den Schraubenzieher unmittelbar nach der Wegnahme oder erst beim Verlassen 

der Wohnung weggeworfen habe.  

b) Da die Beschuldigten weder im vorinstanzlichen Verfahren, noch in der  

Untersuchung oder im Berufungsverfahren behaupteten, F._____ sei bei der 

Auseinandersetzung bewaffnet gewesen, hat es bei den zutreffenden 

Erwägungen der Vorinstanz sein Bewenden. Für eine Bewaffnung F._____s 

bestehen keine Anhaltspunkte. 

1.1.12. L._____ 

Dass L._____ bei der tätlichen Auseinandersetzung bewaffnet gewesen sein soll, 

wurde weder von der Anklagebehörde noch von den Beschuldigten  

behauptet oder von diesem selbst zugegeben. Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, 

dass er sich nicht aktiv an den vorliegend zu beurteilenden tätlichen 

Auseinandersetzungen beteiligt hat. Soweit die Verteidigung des Beschuldigten 

H._____ im Rahmen der Berufungsverhandlung Ausführungen dazu machte, es 

sei  

denkbar, dass sich L._____ im Verlauf der Auseinandersetzung habe  

befreien, in der Wohnung ein Armierungseisen behändigen und damit F._____ 

-   36   - 

von hinten auf den Kopf schlagen können (Urk. 228 S. 13), handelt es sich dabei 

um reine Spekulationen. Weder hat eine der beteiligten Personen im Verlauf der 

Untersuchung entsprechende Wahrnehmungen zu Protokoll gegeben, noch  

bestehen irgendwelche objektiven Anhaltspunkte, welche für eine derartige  

Annahme sprechen würden. 

13.3. Beginn der Auseinandersetzung 

1.1.13. Die Vorinstanz würdigte die Aussagen der Beteiligten zusammengefasst 

dahingehend, dass nicht restlos geklärt werden könne, wer sich wann vor der  

Türe zur Wohnung K._____ eingefunden habe. Letztlich sei dies aber auch nicht 

von Relevanz. Entscheidend sei, dass zum Zeitpunkt, als die Beschuldigten an 

die Türe geklopft respektive an der Klingel geläutet hätten, diese zu viert  

gewesen seien. Wer an der Türe geklopft und/oder geläutet habe, lasse sich nicht 

mehr mit Sicherheit sagen. Ebenfalls lasse sich nicht mehr genau erstellen, wer 

wo vor der Türe gestanden sei. Die betreffenden Aussagen der Beschuldigten 

seien diesbezüglich zu widersprüchlich. Fest stehe hingegen, dass sich die  

Beschuldigten J._____ und G._____ unmittelbar vor der Türe aufgehalten hätten.  

Es sei erstellt, dass F._____ die Türe in der Folge von innen einen Spalt breit 

geöffnet habe. Als dieser die Beschuldigten vor der Türe gesehen habe, habe 

vermutlich der Beschuldigte J._____ entweder mit dem Fuss oder der Hand 

verhindert, dass die Türe wieder geschlossen worden sei. Die von den  

Verteidigungen der Beschuldigten vorgebrachte Sachverhaltsvariante, dass die 

Gebrüder … [F._____ und M._____] von ihrer Position innerhalb der Wohnung 

nur die Möglichkeit gehabt hätten, die Wohnung durch einen 

Überraschungsangriff und eine Überrumpelung ungeschoren zu verlassen, 

erscheine in Gesamtbetrachtung der Umstände und der Vorgeschichte nicht als 

ausgeschlossen. Gestützt werde diese Annahme auch durch die Tatsache, dass 

† M._____ zusammen mit den Beschuldigten G._____ und H._____ in den 

Waschküchenbereich hinuntergefallen sei. Es sei deshalb zugunsten der 

Beschuldigten offen zu lassen, aus welchem Grund schliesslich die Türe ganz 

aufgegangen sei, ob durch körperliche Gewalt der Beschuldigten oder durch 

einen der Gebrüder … [F._____ und M._____]. Ebenfalls offen zu lassen sei die 

-   37   - 

Frage, wer zuerst auf wen losgegangen sei. Diesbezüglich könne nicht 

zweifelsfrei davon ausgegangen werden, dass die Beschuldigten auf die 

Gebrüder … [F._____ und M._____] losgegangen seien bzw. diese angegriffen 

hätten. Auf der anderen Seite könne aber auch nicht einfach von der Version der 

Beschuldigten ausgegangen werden, wonach diese von den Gebrüdern … 

[F._____ und M._____] angegriffen worden seien. Wenn der Beschuldigte 

G._____ anlässlich der Hauptverhandlung ausgeführt habe, die Türe sei so 

aufgegangen, dass eine beidseitige Konfrontation stattgefunden habe, so 

erscheine dies plausibel. Dabei sei insgesamt nicht weiter verwunderlich, dass die 

Beschuldigten einerseits und F._____ andererseits jeweils gegenteilige Aussagen 

gemacht hätten. L._____ wolle seinen Aussagen zufolge nichts mitbekommen 

haben, da er von seiner Position her nichts gesehen habe. Die Aussage von 

N._____, wonach die Beschuldigten die Türe mit Körpergewalt aufgemacht 

hätten, könne insofern nicht zweifelsfrei übernommen werden, als viele ihrer 

Aussagen insbesondere auch im Vergleich mit Aussagen der Beschuldigten 

selbst über das Tatgeschehen nicht glaubhaft seien. 

In der Folge sei es unbestrittenermassen zu einer tätlichen Auseinandersetzung 

zwischen den Beschuldigten einerseits und den Brüdern … [F._____ und 

M._____] anderseits gekommen, wobei die Klärung der Frage, ob es sich dabei 

um einen Angriff gehandelt habe, rechtlicher und nicht tatsächlicher Natur sei. 

Namentlich aufgrund der teilweise widersprüchlichen Angaben von F._____ 

müsse zugunsten des Beschuldigten I._____ offengelassen werden, ob dieser vor 

der Türe den Schraubenzieher tatsächlich in der Hand gehalten habe. Was aber 

F._____s Beobachtungen im Zusammenhang mit dem Messer in der Hand des 

Beschuldigten G._____ angehe, so sei festzuhalten, dass nicht ersichtlich sei, 

wann dieser sonst im Laufe der Auseinandersetzung das Messer in G._____' 

Hand hätte sehen können. F._____ habe seinen Aussagen zufolge denjenigen 

Teil der Auseinandersetzung, welcher zur tödlichen Verletzung von † M._____ 

geführt und ausserhalb der Wohnung von K._____ stattgefunden habe, nicht 

mitbekommen. Dies alles sei geschehen, bevor F._____ seinen Bruder nach dem 

Streit auf dem Boden im Waschküchenbereich gesehen habe. Er habe nicht 

-   38   - 

gesehen, wie jemand mit einem Messer auf seinen Bruder eingestochen habe. 

Zudem habe von den übrigen Beschuldigten auch nie jemand glaubhaft dargelegt, 

F._____ sei während der tätlichen Auseinandersetzung im Waschküchenbereich 

anwesend gewesen. Dass F._____ aber von Anbeginn weg ausgesagt habe, der 

Beschuldigte G._____ habe ein Messer in der Hand gehalten, belege 

unzweifelhaft, dass Letzterer entgegen seinen Beteuerungen eben doch schon 

vor der Wohnungstüre bzw. im Zeitpunkt, als die Wohnungstüre von F._____ 

geöffnet worden sei, das Tatmesser in seiner Hand gehalten habe. Auch 

anlässlich der Hauptverhandlung habe F._____ noch einmal deutlich gemacht, 

dass der Beschuldigte G._____ das Messer in der Hand gehalten habe, als er 

(F._____) die Wohnungstüre aufgemacht habe. Untermauert werde diese 

Sachverhaltsdarstellung auch durch die  

Aufzeichnung der zwei Notrufe, worin F._____ nichts von einem Messerstich 

erwähnt habe. Es sei dabei wohl davon auszugehen, dass F._____ etwas von 

einem Messerstich gegen seinen Bruder erwähnt hätte, hätte er die 

Auseinandersetzung und den tödlichen Messerstich im Waschküchenbereich 

miterlebt. Der diesbezüglich eingeklagte und entscheidende Sachverhalt sei somit 

als erstellt zu betrachten. 

Dass der Beschuldigte H._____ das von ihm verwendete Armierungseisen bereits 

in der Wohnungstüre offen und für F._____ sichtbar in den Händen gehalten 

habe, müsse anhand der in der Hauptverhandlung gemachten Äusserungen von 

F._____ zugunsten des Beschuldigten H._____ verneint werden. Etwas anderes 

könne nicht rechtsgenügend erstellt werden.  

1.1.14. Die Verteidigung des Beschuldigten G._____ machte vor Vorinstanz 

zusammengefasst geltend, aufgrund der unabgesprochenen und überein-

stimmenden Aussagen sämtlicher Beschuldigter sei klar, dass es nie zu einem 

Angriff der Beschuldigten auf die Brüder … [F._____ und M._____] gekommen 

sei. Genau umgekehrt habe es sich verhalten. Die Beschuldigten seien nämlich 

von den aus der Wohnung stürmenden Brüdern … [F._____ und M._____] völlig 

überrascht worden. Die Anklagebehörde verfüge, mit Ausnahme der Aussagen 

F._____s, über kein einziges Beweismittel, welches ihre These stütze. Was die 

-   39   - 

Aussagen von N._____ angehe, so lasse sich diese schon aus formellen Gründen 

nicht gegen den Beschuldigten verwenden. Einzig und allein auf F._____ beruhe 

auch die Behauptung, dass G._____ vom Moment der Türöffnung an das Messer 

einsatzbereit in der Hand gehalten habe. Es sei durchaus möglich und sogar 

wahrscheinlich, dass F._____ das Messer bei G._____ erst später gesehen habe, 

als er es nämlich unten nach der Auseinandersetzung mit † M._____ noch in der 

Hand gehabt habe oder das Messer dort herumgelegen sei. Es sei daher nicht 

verwunderlich, dass er das Messer habe beschreiben können. Es gebe keine 

weiteren Spuren, welche einen Angriff auf die Gebrüder … [F._____ und 

M._____] belegen könnten und die nicht genau so gut mit der 

Auseinandersetzung nach dem Angriff durch die Gebrüder … [F._____ und 

M._____] erklärt werden könnten (Urk. 94 S. 8). 

Anlässlich der Berufungsverhandlung führte die Verteidigung hierzu aus, auch die 

"Vorinstanz habe zu Recht einen Überraschungsangriff der Gebrüder … [F._____ 

und M._____] beim Verlassen der Wohnung als erstellt angenommen und einen 

vorgängigen eigentlichen Angriff der Beschuldigten … [G._____-H._____-I._____] 

Brüder und J._____ auf die … [F._____ und M._____] (zu Recht und im 

vorliegenden Berufungsverfahren unangefochten) verneint" (Urk. 227 S. 7). 

1.1.15. Die Verteidigung von H._____ stellte sich im erstinstanzlichen Verfahren 

zusammengefasst auf den Standpunkt, die Anklageschrift beschreibe in  

ungenügender Art und Weise, wie und durch wen die Türe zur Wohnung  

K._____ geöffnet worden sei. Es sei auch unberücksichtigt geblieben, dass der 

Beschuldigte H._____ im Besitz eines Schlüssels zur Wohnung K._____ gewesen 

sei. Daraus ergebe sich, dass die Beschuldigten gerade nicht vorgehabt hätten, 

die Brüder … [F._____ und M._____] anzugreifen, ansonsten sie nämlich die 

Türe mit dem Schlüssel geöffnet hätten, und zwar ohne die Brüder … [F._____ 

und M._____] mittels klopfen und lauter Nachfragen zu warnen. Nach dem 

Klopfen sei es in der Wohnung still geworden, weil sich die Brüder … [F._____ 

und M._____] höchstwahrscheinlich auf ihre Flucht aus der Wohnung 

vorbereiteten. Ihr Plan sei es gewesen die Türe überraschend zu öffnen und die 

Wohnung unter allen Umständen zu verlassen. Aufgrund ihrer höchst kriminellen 

-   40   - 

Machenschaften in der Wohnung K._____ hätten sie zwingend mit dem Eintreffen 

der Polizei rechnen müssen, weshalb sie nur noch ein Ziel verfolgt hätten, 

nämlich zu fliehen. Sie hätten damit rechnen dürfen, dass L._____ kein Interesse 

daran gehabt habe, die Polizei zu rufen. So gesehen wären sie bei einer 

erfolgreichen Flucht aus der Wohnung straflos davon gekommen. Entsprechend 

hätten auch alle Beschuldigten übereinstimmend ausgesagt, dass die Türe 

aufgegangen sei und die Gebrüder … [F._____ und M._____] überraschend auf 

sie losgegangen seien (Urk. 95 S. 4 f.).  

Anlässlich der Berufungsverhandlung liess H._____ durch seinen Verteidiger im 

Wesentlichen das bereits Vorgebrachte wiederholen. Ergänzend dazu führte die 

Verteidigung aus, es könne nicht angehen, dass die Vorinstanz angeblich zu 

Gunsten der Beschuldigten offen lasse, aus welchem Grund schliesslich die Türe 

ganz aufgegangen sei. Auch dürfe nicht offengelassen werden, wer zuerst auf 

wen losgegangen sei. Von der Beantwortung dieser Fragen hänge nämlich ab, ob 

eine Notwehrsituation für die Beschuldigten entstanden sei, oder nicht (Urk. 228 

S. 15 ff.). 

1.1.16. Die Verteidigung von J._____ machte zunächst geltend, es müsse allein 

schon aufgrund der Formulierung in der Anklageschrift zugunsten der 

Beschuldigten angenommen werden, dass die Brüder … [F._____ und M._____] 

die Türe von sich aus und ohne entsprechende Gewalt seitens der Beschuldigten 

vollständig öffneten. Bereits aufgrund der Gegebenheiten vor Ort sei nicht 

vorstellbar, wie die vier Beschuldigten gemeinsam und gleichzeitig gegen die Türe 

gedrückt haben sollten. Einzig denkbar sei, dass sie sich in Zweierkolonnen 

gegen die Türe gestemmt hätten. Es sei erstellt, dass zumindest † M._____ aus 

der Wohnung getreten sei und dann mit G._____ und wohl noch anderen 

Beteiligten die Treppe hinuntergestürzt sei. Dieser Vorgang sei selbstredend 

unmöglich, wenn man davon ausgehe, dass die Beschuldigten die Wohnungstüre 

mit Gewalt aufdrückten und hernach in die Wohnung stürzten. Es sei auch darauf 

hinzuweisen, dass die Anklagebehörde sich unredlicher Beweismittel bediene, 

wenn sie auf die Aussagen von N._____ abstelle. Ihre Aussagen seien aufgrund 

von Art. 147 Abs. 4 StPO schlicht nicht verwertbar. Aufgrund der 

-   41   - 

Untersuchungsergebnisse sei genau das Gegenteil von dem erstellt, was 

schliesslich in die Anklage Eingang gefunden habe. Es stehe nämlich fest, dass 

die Beschuldigten durch die Brüder … [F._____ und M._____] angegriffen worden 

seien und nicht umgekehrt. Dafür dass es sich so, wie der Beschuldigte J._____ 

im Übrigen immer schon ausgesagt habe, verhalten habe, spreche auch der 

Umstand, dass er und G._____ aufgrund des  

unvermittelten Angriffs der Brüder … [F._____ und M._____] rückwärts die 

Treppe hinunterstürzten. Ihre Gewaltbereitschaft und ihr damaliges 

Aggressionspotential hätten die Brüder … [F._____ und M._____] durch ihre 

massiven Übergriffe auf L._____ eindrücklich zur Schau gestellt. (Urk. 99 S. 8 ff.).  

Anlässlich der Berufungsverhandlung machte der Verteidiger von J._____ keine 

neuen Ausführungen zum Beginn der Auseinandersetzung (Urk. 229). 

1.1.17. Die Vorinstanz hat unter Ziff. III. 4.4.1 bis 4.4.7 die Aussagen der 

Beschuldigten sowie jene von F._____ und N._____ sehr sorgfältig und 

vollständig zusammengefasst und wiedergegeben. Darauf kann zwecks 

Vermeidung von unnötigen Wiederholungen vollumfänglich verwiesen werden. In 

Bezug auf die Aussagen der Auskunftsperson N._____ gilt es jedoch unter 

Hinweis auf das unter Ziff. II. 2.3 vorstehend Erwogene zu beachten, dass allfällig 

von ihr zum Nachteil der Beschuldigten gemachte Aussagen nicht verwertet 

werden dürfen. Insofern ist den entsprechenden Beanstandungen der Verteidiger 

beizupflichten. Immerhin kann aber auch festgehalten werden, dass ihren 

Aussagen nichts  

offenkundig Entlastendes zum Vorteil der Beschuldigten entnommen werden 

kann. 

1.1.18. a) Wann und aus welchem jeweiligen Grund sich die einzelnen Beteiligten 

vor der Wohnungstüre K._____ eingefunden haben, lässt sich aufgrund der  

unterschiedlichen Angaben sämtlicher Beteiligter nicht mehr eruieren. Aufgrund 

des Beweisergebnisses ist aber erstellt, dass sich sämtliche vier Beschuldigten 

vor der Wohnungstüre befanden, als an der Türe geklopft respektive geläutet 

wurde. Insoweit ist der Sachverhalt auch durch die Beschuldigten unbestritten und 

infolgedessen als erstellt zu betrachten. Was die jeweilige Position der 

-   42   - 

Beschuldigten beim Öffnen der Türe angeht, sagte G._____ aus, er sei eher 

hinten respektive zuhinterst gestanden (Urk. 4/2 S. 3; Urk. 4/6 S. 5 f.). An anderer 

Stelle gab er an, in der zweite Reihe gestanden zu sein (Urk. 4/2 S. 8). H._____ 

gab an, G._____ sei in diesem Moment zuvorderst gestanden, hinter ihm 

J._____, dann I._____ und schliesslich er selbst (Urk. 5/1 S. 3; Urk. 5/3 S. 11). 

I._____ schilderte die Situation dahingehend, dass G._____ direkt vor der Türe 

gestanden sei. Er selbst sei leicht nach links versetzt, J._____ rechts von ihm und 

H._____ hinter ihnen gestanden (Urk. 6/1 S. 2; Urk. 6/3 S. 3). J._____ machte zur 

Situation vor der Türe keine präzisen Aussagen. Anlässlich seiner ersten 

Befragung gab er lediglich an, sie hätten geläutet und an die Türe gepoltert. 

Nachdem die Türe von innen geöffnet worden sei, habe einer von ihnen, I._____, 

G._____, oder er selbst die Hand in die Türe gehalten, damit diese nicht mehr 

geschlossen werde (Urk. 7/1 S. 2). An anderer Stelle bestätigte er seine 

Aussagen, indem er angab, er selbst, G._____, I._____ und H._____ seien vor 

der Türe gestanden. Er oder I._____ hätten dann die Türe aufgehalten (Urk. 7/3 

S. 4). Wenn die Vorinstanz angesichts dieser Aussagen schlussfolgert, es stehe 

fest, dass sich die Beschuldigten J._____ und G._____ im Zeitpunkt, als die Türe 

geöffnet worden sei, unmittelbar davor aufgehalten hätten, so ist dies durch das 

Beweisergebnis erstellt. Immerhin hat der Verteidiger von J._____ im Rahmen der 

Berufungsverhandlung zugestanden, sein Mandant habe die "allenfalls 

vorgenommenen Handlungen zur Vermeidung der sofortigen Schliessung der 

Wohnungstüre durch die sich bei  

L._____ befindlichen Personen" lediglich mit dem Ziel vorgenommen,  

"Informationen zum Wohlbefinden von L._____ zu erhalten und diesem zu 

helfen". Keinesfalls sei es um eine nachfolgende Durchführung eines tätlichen 

Angriffs bzw. Raufhandels gegangen (Urk. 229 S. 9).  

b) Es ist weiter nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz im Rahmen ihrer 

Beweiswürdigung im Ergebnis zum Schluss kommt, es könne nicht zweifelsfrei 

erstellt werden, dass die Beschuldigten auf die Gebrüder … [F._____ und 

M._____] losgegangen seien oder ob das Gegenteil der Fall gewesen sei. 

Wenngleich die von den Verteidigern der Beschuldigten ins Feld geführte 

Sachverhaltsvariante, wonach die Gebrüder … [F._____ und M._____] gleichsam 

-   43   - 

mit dem Rücken zur Wand in der Falle gesessen seien und die Flucht nach vorne 

hätten antreten müssen, nicht überzeugt, lässt sich gegenteiliges nicht restlos 

beweisen. Immerhin aber ist darauf hinzuweisen, dass sich die Wohnung 

K._____, in welcher L._____ festgehalten wurde, im Parterre der Liegenschaft 

befindet und die Gebrüder … [F._____ und M._____] ohne weiteres durch die 

Fenster respektive via Balkontüre hätten fliehen können. Anlässlich der 

Berufungsverhandlung bestätigte F._____ immerhin, sich solche Gedanken auch 

gemacht zu haben (Prozess SB120265 Urk. 57 S. 6). Insofern verfängt die 

Hypothese der Verteidiger nicht. Ebenso ist es wenig wahrscheinlich, dass die 

Gebrüder … [F._____ und M._____] den Plan hatten, bei den engen räumlichen 

Verhältnissen an den vier, zumindest teilweise bewaffneten, Beschuldigten 

vorbeizustürmen und auf diese Weise die Flucht zu ergreifen. Ein derartiges 

Vorhaben wäre bei vernünftiger Betrachtung von Anbeginn zum Scheitern 

verurteilt gewesen. Wie die Vorinstanz jedoch zurecht festhielt, muss zugunsten 

der Beschuldigten offen gelassen werden, ob die Wohnungstüre gewaltsam durch 

die Beschuldigten aufgedrückt wurde oder ob die Brüder … [F._____ und 

M._____] diese unvermittelt ganz aufrissen. Ebenso lässt sich nicht mehr im 

Detail klären, wer auf wen losgegangen ist. Wie die Vorinstanz zitierte, gab 

G._____ vor Bezirksgericht zu Protokoll, die Türe sei so aufgegangen, dass eine 

beidseitige Konfrontation stattgefunden habe (Urk. 87 S. 20). Diese Schilderung 

dürfte die konkreten Geschehnisse am besten wiedergeben. Einerseits 

versuchten die Beschuldigten unbestrittenermassen von aussen zu verhindern, 

dass die Wohnungstüre wieder geschlossen wurde und stemmten sich dagegen. 

Andererseits waren die Brüder … [F._____ und M._____] in der Wohnung 

angesichts der Übermacht vor der Türe zunächst bemüht, diese um jeden Preis 

wieder zu schliessen, und als dies nicht mehr gelang und sich die Türe für 

sämtliche Beteiligten überraschend öffnete, ging man aufeinander los. Ein 

einseitiger Angriff der Beschuldigten auf die Gebrüder … [F._____ und M._____] 

lässt sich damit nicht zweifelsfrei erstellen. Wie die Verteidigung von G._____ 

aufgrund der vorinstanzlichen Erwägungen zum Schluss kommt, die Vorderrichter 

hätten "verbindlich festgestellt", der Auseinandersetzung liege ein 

Überraschungsangriff der Gebrüder … [F._____ und M._____] zugrunde, ist 

-   44   - 

schlicht nicht nachvollziehbar. Solches lässt sich dem angefochtenen Entscheid 

jedenfalls nicht entnehmen. Hier unterliegt die Verteidigung wohl ebenso einem 

Irrtum, wie wenn sie die Auffassung vertritt, die vorinstanzlichen Erwägungen 

seien für die Rechtsmittelinstanz bindend, weil die Anklagebehörde den 

Schuldpunkt nicht angefochten habe. Dieser wurde bekanntlich von den 

Beschuldigten zum Berufungsgegenstand gemacht und steht damit im 

zweitinstanzlichen Verfahren ohne Einschränkung zur Disposition. Was die 

Einwände der Verteidigung von H._____ angeht, ist darauf hinzuweisen, dass die 

Vorinstanz entgegen den Ausführungen der Verteidigung die Frage, wer auf wen 

losgegangen sei, gerade nicht offen lässt. Die Vorinstanz kommt vielmehr mit 

Verweis auf entsprechende Zugeständnisse des Beschuldigten G._____ zum 

zutreffenden Schluss, die Türe sei so aufgegangen, dass eine beidseitige 

Konfrontation stattgefunden habe (Urk. 136 S. 55). Dies wird im Übrigen auch 

schon rein bildlich dadurch unterstrichen, dass gemäss erstelltem Sachverhalt 

(vgl. dazu später Ziff. 5) sich † M._____ kämpfend zur Wohnungstür hinaus 

bewegte (was für ein "Ausbrechen" der Gebrüder … [F._____ und M._____] 

sprechen könnte), während sich die tätliche Auseinandersetzung zwischen 

F._____ und I._____ im Innern der Wohnung abspielte (was eher einen Angriff 

der Gebrüder … [ G._____-H._____-I._____]). Die Verteidigung von H._____ 

beanstandet weiter, die Vorinstanz habe sich nicht mit dem Argument 

auseinander gesetzt, wonach H._____ im Besitz eines Wohnungsschlüssels 

gewesen sei und es daher auf der Hand liege, dass sich die Beschuldigten 

unbemerkt Zutritt zur Wohnung hätten verschaffen können, wenn sie einen Angriff 

geplant gehabt hätten. Dieses Argument ist insofern rein spekulativer Natur, als 

H._____ selbst ausführte, einer von ihnen habe an der Türklingel geläutet und 

den Türgriff gedrückt (Urk. 5/1 S. 2 f.; Urk. 5/8 S. 11 ff.). Daraus geht hervor, dass 

die Türe offenkundig von innen verschlossen war. Damit hätte sie von aussen 

wohl auch mit einem Schlüssel nicht geöffnet werden können. Insofern kann der 

Beschuldigte H._____ aus dem Umstand, dass er allenfalls über einen 

Wohnungsschlüssel verfügte, nichts zu seinen Gunsten ableiten.  

c) Wenn die Vorinstanz erwägt, in der Folge sei es unbestrittenermassen zu 

einer tätlichen Auseinandersetzung zwischen den Beschuldigten einerseits und 

-   45   - 

F._____ sowie † M._____ andererseits gekommen, wobei auf die einzelnen 

Tathandlungen später noch einzugehen sei, ist dem nichts hinzuzufügen. 

d) Soweit die Vorinstanz unter Ziff. III. 4.4.8 d) (Urk. 136 S. 56) Erwägungen zu 

einer allfälligen Bewaffnung des Beschuldigten I._____ macht, kann darauf 

angesichts seiner rechtskräftigen Verurteilung vollumfänglich verwiesen werden. 

Wie an anderer Stelle ausgeführt, stellte sich F._____ von Anfang an auf den 

Standpunkt, der Beschuldigte G._____ sei bereits zu Beginn der tätlichen 

Auseinandersetzung mit einem Messer bewaffnet gewesen. Rund drei Stunden 

nach der Auseinandersetzung wurde F._____ im Spital U._____ erstmals durch 

einen Funktionär der Kantonspolizei Schwyz zur Sache befragt. Schon damals 

gab er zu Protokoll, dass jene Person, welche auf seinen Bruder los gegangen sei 

(die Rede war von der Person mit dem "riesen Bart", womit unzweifelhaft G._____ 

gemeint sein musste) mit einem Messer bewaffnet gewesen sei. Das Messer 

habe eine 2.5 - 3 cm breite und ca. 10 cm lange Klinge aufgewiesen (Urk. 8/1 S. 

17). Anlässlich seiner polizeilichen Einvernahme vom 2. März 2010 fertigte 

F._____ eine Skizze des Messers an, welches er bei G._____ zuvor gesehen 

habe (Urk. 8/3 S. 20a). Das Tatmesser wurde bekanntlich nicht gefunden. 

Nachdem G._____ aber zu Beginn seiner Einvernahmen bestritt, bei der 

Auseinandersetzung ein Messer mit sich geführt zu haben, legte er am 5. März 

2010 ein Geständnis ab. Dabei schilderte er erstmals auch die Beschaffenheit des 

verwendeten Messers (Urk. 4/4 S. 4). Anhand dieser Beschreibungen konnte die 

Anklagebehörde Erkundigungen bei der Firma … einholen, dort hatte der 

Beschuldigte das Messer gekauft. Anhand eines Fotos konnte der Beschuldigte 

G._____ das verwendete Messer eindeutig identifizieren (Urk. 4/7 S. 2 und 

Anhang mit Fotografie des Messers). Das auf diese Weise eruierte Tatmesser 

weist eine derartige Übereinstimmung mit dem bereits am Tattag durch F._____ 

skizzierten Messer auf, das kein vernünftiger Zweifel daran bestehen kann, dass 

F._____ das Messer gesehen haben muss. Wie die Vorinstanz richtig ausführt, 

hat F._____ denjenigen Teil der Auseinandersetzung, welcher schliesslich zum 

Tode seines Bruders † M._____ führte, nicht mitbekommen, weil er zu jenem 

Zeitpunkt erstelltermassen in der Wohnung K._____ mit I._____ in eine tätliche 

-   46   - 

Auseinandersetzung verwickelt war. Seinen im Sterben liegenden Bruder hat er 

erst dann im Waschküchenbereich gesehen, als diesem die tödliche Verletzung 

bereits beigebracht worden war (vgl. dazu auch die Aussagen von F._____ an der 

Berufungsverhandlung: SB120265 Urk. 57 S. 7). Dass F._____ Teil dieser 

Auseinandersetzung im Keller- respektive Waschküchenbereich gewesen sein 

soll, wurde von keiner der Parteien je behauptet. Der Umstand, dass F._____ die 

Tatwaffe bereits in  

einem Zeitpunkt derart präzise schildern und skizzieren konnte, als G._____ noch 

behauptete, nicht mit einem Messer bewaffnet gewesen zu sein und  

niemand sonst wusste, wie das – verschwundene – Messer ausgesehen hatte, 

lässt nur einen Schluss zu: G._____ musste das Tatmesser bereits offen in der 

Hand gehalten haben, als die Wohnungstüre geöffnet wurde. Die Vorinstanz ging 

damit richtigerweise davon aus, dass der diesbezüglich eingeklagte  

Sachverhalt als erstellt zu betrachten ist. 

Dass der Beschuldigte H._____ bei der Auseinandersetzung mit einem  

Armierungseisen bewaffnet war, wurde zuvor unter Ziff. 4.2.2 dargetan. Gestützt 

auf die Aussagen von F._____ anlässlich seiner Einvernahme als 

Auskunftsperson vor Bezirksgericht kamen die Vorderrichter zum Schluss, es 

lasse sich nicht rechtsgenügend erstellen, dass H._____ das von ihm verwendete  

Armierungseisen bereits in der Wohnungstüre offen und für F._____ sichtbar in 

den Händen gehalten habe. Diese Erwägungen sind in der Sache zutreffend. 

Allerdings findet sich in der Anklageschrift auch keine entsprechende 

Sachverhaltsschilderung, welche zu erstellen gewesen wäre. Im Gegensatz zum 

Beschuldigten G._____, wo in der Anklageschrift explizit umschrieben wird, dieser 

habe zum Zeitpunkt des behaupteten Angriffs "sein Messer jedenfalls für F._____ 

sichtbar einsatzbereit in der Hand" gehalten, finden sich bezüglich H._____ keine 

entsprechenden Vorwürfe (Urk. 76 S. 6).  

14. Ablauf der Auseinandersetzung 

14.1. G._____ 

-   47   - 

1.1.19. Die Vorinstanz kommt zusammengefasst zum Schluss, es sei erstellt, 

dass sich der Beschuldigte G._____ entgegen seinen Ausführungen bereits mit 

dem offenen Tatmesser in der Hand in die tätliche Auseinandersetzung mit 

† M._____ begeben habe. Zu seinen Gunsten sei jedoch davon auszugehen, 

dass auch † M._____ einen Gegenstand in seiner Hand gehalten habe. Dabei 

habe es sich mutmasslich um den sichergestellten Schraubendreher gehandelt. 

Anlässlich der weiteren Auseinandersetzung habe sich der Beschuldigte G._____ 

eine Stichverletzung am linken Oberschenkel zugezogen, wobei nicht 

ausgeschlossen werden könne, dass diese durch sein eigenes Messer und unter 

Einwirkung von † M._____ entstanden sei. Als der Beschuldigte G._____ im 

späteren Verlauf zumindest mit seinem rechten Knie auf den Boden gesunken 

sei, habe er † M._____ den eingeklagten tödlichen Messerstich versetzt. 

1.1.20. Die Verteidigung von G._____ machte vor Vorinstanz geltend, der 

Beschuldigte habe während der ganzen Untersuchung von allem Anfang an 

zugegeben, dass er am 15. Februar 2010 in der Liegenschaft O._____strasse ... 

in P._____ anlässlich einer Auseinandersetzung † M._____ mit einem Messer 

einen tödlichen Stich beigebracht habe, dies nachdem † M._____ ihn zuvor 

angegriffen und ihm einen Stich in den Oberschenkel versetzt habe. Die 

Behauptung der Anklagebehörde, es habe eine tätliche Auseinandersetzung 

zwischen † M._____  

einerseits und G._____, H._____ und J._____ andererseits gegeben, sei durch 

nichts bewiesen. Vielmehr gestehe die Anklagebehörde ja selber ein, dass sich 

die Reihenfolge der Tathandlungen im Detail nicht klären lasse. G._____ sei nach 

seinem Treppensturz vorübergehend bewusstlos gewesen. Vielleicht habe 

† M._____ in dieser Zeit eine Auseinandersetzung mit einem der Beschuldigten 

gehabt, bei welcher er sich die festgestellten Kopfverletzungen zugezogen habe. 

Auch das sei jedoch nicht nachgewiesen. Aufgrund der weitgehend ungeklärten 

Sachlage sei zugunsten des Beschuldigten G._____ von der für ihn günstigeren 

Version auszugehen. Demnach seien die Gebrüder … [F._____ und M._____] 

unerwartet aggressiv aus der Wohnung herausgekommen und G._____ habe 

einen Schlag auf den Kopf bekommen. Danach sei er zusammen mit † M._____ 

die Treppe hinuntergestürzt. † M._____ sei mit einem unbekannten, metallenen 

-   48   - 

und spitzen Gegenstand auf ihn zugekommen. Bei diesem Gegenstand habe es 

sich vermutlich um ein Messer oder einen Schraubenzieher gehandelt. G._____ 

habe versucht † M._____ mit der Hand von sich halten, als ihm dieser einen 

(Faust-)Schlag auf den Kopf versetzt habe. Weil G._____ † M._____ offenbar 

körperlich unterlegen gewesen sei, habe er erfolglos versucht, diesen 

abzuwehren. Deshalb und weil er in Todesangst gewesen sei – er habe sich 

durch den metallenen Gegenstand von † M._____  bedroht gefühlt – habe er sein 

Outdoormesser aus der Arbeitshose hervorgeholt. Damit habe er † M._____ 

einschüchtern wollen, damit dieser von ihm hätte ablassen sollen. † M._____ 

habe aber unbeirrt weitergekämpft. Irgendwann sei dann G._____ am linken Bein 

verletzt worden. Weil † M._____ ihn gestochen habe, habe er gesehen, wie sein 

linker Oberschenkel geblutet habe. Wegen der schwindenden Kraft im Bein sei 

G._____ dann auf die Knie gesunken, wobei er wegen des Blutverlustes und 

unter Schock gedacht habe, er müsse sterben. † M._____ habe aber nicht von 

ihm abgelassen, weshalb G._____ nochmals zwei Treppen hinuntergefallen sei. 

Um sich von † M._____ zu befreien und nicht selber getötet zu werden, habe 

G._____ † M._____ schliesslich abwehrend mit beiden Händen weggestossen. 

Dabei habe er ihm mit dem Messer einen Stich in die Brust versetzt, welcher 

leider zur Tötung von † M._____ geführt habe (Urk. 94 S. 12).  

Im Rahmen der Berufungsverhandlung wiederholte die Verteidigung über weite 

Teile die bereits vor Vorinstanz vorgebrachten Argumente. Ergänzend dazu 

brachte sie vor, von einer Provokation durch den Beschuldigten G._____ könne 

keine Rede sein. Dieser habe das Messer während der Auseinandersetzung mit 

den Gebrüdern … [F._____ und M._____] zunächst gar nicht als Stichwaffe 

eingesetzt, sondern erst am Ende der Auseinandersetzung mit † M._____ tödlich 

eingesetzt. Zu diesem Zeitpunkt sei der Beschuldigte schon erheblich verletzt auf 

den Knien gewesen. Es sei unbestritten, dass der Beschuldigte mit seinem 

Messer die tödliche Verletzung von † M._____ herbeigeführt habe. Er habe sich 

in Todesangst befunden und sich nicht mehr anders zu helfen gewusst. Er habe 

nicht gezielt zugestochen, sondern versucht, den Angreifer mit letzter Kraft mit 

Notwehrwillen wegzustossen. Dabei sei es zum verhängnisvollen Stich 

gekommen. G._____ habe das Messer bloss zu Warnzwecken hervorgenommen. 

-   49   - 

Er habe † M._____ damit bloss auf Distanz halten wollen. Die Vorinstanz verfalle 

in Willkür, wenn sie davon ausgehe, dass G._____ bereits zu Beginn der 

Auseinandersetzung vor der Wohnungstüre das Messer offen in der Hand 

gehalten habe. F._____ behaupte Solches, sei aber vollkommen unglaubwürdig 

und was er sage sei unglaubhaft. Der Umstand, dass er das Messer habe 

beschreiben können, spreche nicht dafür, dass er es vor der Wohnungstüre 

gesehen habe. Ein Messer könne nämlich auch der dümmste Mensch zeichnen. 

Es sei durchaus denkbar, dass er das Messer erst später gesehen habe, zum 

Beispiel als er nach dem Streit ausserhalb der Wohnung K._____ im 

Waschküchenbereich seinen Bruder † M._____ auf dem Boden gesehen habe. 

Vor der Wohnungstüre könne er das Messer jedenfalls unmöglich gesehen 

haben. Wenn nämlich F._____ die Türe nur kurz einen Spalt von 10 cm geöffnet 

und dann wieder zugedrückt habe, könne er unmöglich vier Personen zum Teil 

vor G._____ stehend, einen Schraubenzieher und ein Messer gesehen haben. 

Eine solche Beobachtung sei objektiv gar nicht möglich, was klar mache, dass 

F._____ nicht die Wahrheit gesagt habe (Urk. 227 S. 8 ff.).  

1.1.21. a) Die Vorinstanz hat auch hier die Aussagen des Beschuldigten G._____ 

sehr gründlich und umfassend wiedergegeben. Den betreffenden Erwägungen 

unter Ziff. III. 5.1 ist nichts mehr hinzuzufügen (Urk. 136 S. 58). Neue 

Erkenntnisse konnten auch der Befragung von G._____ anlässlich der 

Berufungsverhandlung nicht entnommen werden (Urk. 217). 

b) Im Ergebnis decken sich die Schlussfolgerungen der Vorinstanz weitest-

gehend mit den durch die Verteidigung des Beschuldigten vorgebrachten 

Zugeständnissen. Bestritten wird vom Beschuldigten mit Vehemenz, dass er sich 

bereits mit dem offenen Tatmesser in der Hand in die tätliche 

Auseinandersetzung mit † M._____ begeben habe. Dass G._____ das 

verwendete Messer bereits zu Beginn der Auseinandersetzung offen in der Hand 

hielt, wurde indessen vorstehend unter Ziff. III. 4.3.6 d) ausführlich dargetan. 

Daran ändert auch die Argumentation der Verteidigung nichts, die sich auf den 

Standpunkt stellt, es sei objektiv gar nicht möglich, dass F._____ durch den 

Türspalt die Bewaffnung der Gebrüder … [G._____-H._____-I._____] habe 

-   50   - 

erkennen können. Diesbezüglich ist zunächst darauf hinzuweisen, dass die 

Schilderungen der Beteiligten in Bezug auf die Türspaltbreite alles andere als 

übereinstimmend sind. J._____, der unbestrittenermassen zuvorderst bei der 

Türe stand, gab zum Beispiel an, die Türe sei einen schmalen Spalt breit geöffnet 

worden und ein Mann habe auf Deutsch gefragt, was sie wollten. Sie hätten sich 

dann erkundigt, was in der Wohnung los sei. Der Mann habe dann aber nur 

gemeint, das gehe sie nichts an und sie sollten abhauen. Sie hätten dann nach 

L'._____ (L._____) gerufen und keine Antwort bekommen. Dann sei ein zweiter, 

unbekannter Mann zur Türe gekommen und habe ebenfalls auf Deutsch gesagt 

sie sollten abhauen (Urk. 7/1 S. 2). H._____ gab an, die Türe sei von innen 

geöffnet worden. G._____ sei zuvorderst gestanden, hinter ihm J._____, dann 

I._____. Er selber sei zuhinterst gestanden. Er habe zwei unbekannte Männer 

gesehen, die in der Türe gestanden seien. Hinter ihnen habe er L._____ gesehen. 

Dann sei alles ganz schnell gegangen (Urk. 5/1 S. 3). Wenn also die 

Beschuldigten Zeit und Raum hatten, von aussen in die Wohnung K._____ zu 

blicken, so muss es umgekehrt auch F._____ möglich gewesen sein, die vor der 

Tür stehenden Beschuldigten zu sehen. Das wäre im Übrigen gar durch eine 

bloss 10 cm geöffnete Türe möglich – wenn auch vielleicht nur mit einem Auge 

und nicht mit beiden. Von einer objektiven Unmöglichkeit, wie sie der  

Verteidiger von G._____ geltend macht, kann damit keine Rede sein.