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**Case Identifier:** 4b4935ad-0fb6-5891-9d7b-f45626d13951
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-09-04
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 04.09.2017 200 2017 224
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-224_2017-09-04.pdf

## Full Text

200 17 224 IV
KOJ/SHE/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 4. September 2017

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Grütter, Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiber Schnyder

A.________
vertreten durch Fürsprecher B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 26. Januar 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Sept. 2017, IV/17/224, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1962 geborene A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) meldete sich am 15. April 2003 unter Hinweis auf eine 
Herzerkrankung und eine Depression bei der IV-Stelle Bern (nachfolgend 
IVB oder Beschwerdegegnerin) zum Rentenbezug an (Akten der IVB, Ant-
wortbeilage [AB] 1). Diese tätigte in der Folge Abklärungen medizinischer 
und beruflicher Art. Insbesondere beauftragte sie die Begutachtungsstelle 
C.________ (MEDAS) mit der psychiatrischen Begutachtung des Versi-
cherten. Gestützt auf dessen psychiatrisches Gutachten vom 11. Juni 2004 
(AB 21) sprach die IVB dem Versicherten mit Verfügung vom 24. August 
2004 (AB 24/2) bei einem Invaliditätsgrad von 90% rückwirkend ab 1. April 
2003 eine ganze Invalidenrente zu. Der Anspruch auf eine ganze Rente bei 
unverändertem Invaliditätsgrad wurde in der Folge mehrmals bestätigt (vgl. 
Mitteilungen vom 12. Januar 2007 [AB 41] und 20. Mai 2010 [AB 57]).

B.

Anlässlich eines 2014 in die Wege geleiteten Rentenrevisionsverfahrens 
tätigte die IVB erneut medizinische und erwerbliche Abklärungen. Insbe-
sondere beauftragte sie das MEDAS mit der interdisziplinären Begutach-
tung des Versicherten (vgl. Gutachten vom 26. Januar 2016 [AB 84.1]). 
Nach Vorlage des Gutachtens an den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD; 
vgl. Stellungnahme vom 13. April 2016 [AB 86]) bat die IVB das MEDAS 
um eine Ergänzung ihres Gutachtens (vgl. Schreiben vom 15. April 2016 
[AB 87]), welche dieses am 20. Juli 2016 (AB 91) verfasste. Nach durchge-
führtem Vorbescheidverfahren (AB 93, 94, 98) hob die IVB mit Verfügung 
vom 26. Januar 2017 (AB 99) bei einem Invaliditätsgrad von 34% die Inva-
lidenrente per Ende Februar 2017 auf.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Sept. 2017, IV/17/224, Seite 3

C.

Mit Eingabe vom 1. März 2017 erhob der Versicherte – vertreten durch 
Fürsprecher B.________ – hiergegen Beschwerde. Er beantragt, die Ver-
fügung der Beschwerdegegnerin vom 26. Januar 2017 (AB 99) sei aufzu-
heben. Eventualiter sei die Beschwerdegegnerin anzuweisen, weitere me-
dizinische Abklärungen vorzunehmen. 

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 29. März 
2017 auf Abweisung der Beschwerde. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 31. März 2017 forderte der Instrukti-
onsrichter die Beschwerdegegnerin auf, bis am 1. Mai 2017 das Zustellda-
tum der angefochtenen Verfügung zu ermitteln und in einer Ergänzung zur 
Beschwerdeantwort zur Rechtzeitigkeit der Beschwerdeeinreichung Stel-
lung zu nehmen.

In der Stellungnahme vom 1. Mai 2017 beantragte die Beschwerdegegne-
rin, auf die Beschwerde sei einzutreten, da sie rechtzeitig erhoben worden 
sei. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Ver-
waltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. Ok-
tober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 

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und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG; vgl. auch Trac&Trace-Sendungsverfolgung [in 
den Gerichtsakten]) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs-
rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwer-
de einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 26. Januar 2017 (AB 
99). Streitig und zu prüfen ist die Rechtmässigkeit der verfügten Renten-
aufhebung. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

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2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3

2.3.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentli-
che Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den In-
validitätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invali-
denrente ist deshalb nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Ge-
sundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerb-
lichen Auswirkungen (oder die Auswirkungen auf die Betätigung im übli-
chen Aufgabenbereich) des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszu-
standes erheblich verändert haben. Dazu gehört die Verbesserung der Ar-
beitsfähigkeit aufgrund einer Angewöhnung oder Anpassung an die Behin-
derung. Ein Revisionsgrund ist ferner unter Umständen auch dann gege-
ben, wenn eine andere Art der Bemessung der Invalidität zur Anwendung 
gelangt oder eine Wandlung des Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 
141 V 9 E. 2.3 S. 10, 130 V 343 E. 3.5 S. 349).

2.3.2 Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeit-
punkt der ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur 
Zeit der streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 
E. 3.5.2 S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369; SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1). 
Wurde die Rente zuvor bereits revidiert oder bestätigt, so ist als zeitliche 
Vergleichsbasis die letzte rechtskräftige Verfügung heranzuziehen, sofern 
eine materielle Überprüfung des Leistungsanspruches tatsächlich stattge-
funden hat, d.h. eine rechtskonforme (medizinische) Sachverhaltsab-
klärung, eine Beweiswürdigung und gegebenenfalls – sofern Hinweise für 
eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszu-

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stands bestanden – ein Einkommensvergleich durchgeführt worden sind 
(BGE 133 V 108 E. 5.4 S. 114; SVR 2013 IV Nr. 44 S. 135 E. 3.1.2).

2.3.3 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b S. 
200; SVR 2011 IV Nr. 37 S. 109 E. 1.1).

2.3.4 Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, 
sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeeinflussende 
Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem 
Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass 
sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu 
berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Mona-
te angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 88a 
Abs. 1 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversiche-
rung [IVV; SR 831.201]). Bei einer Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit 
oder der Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die an-
spruchsbeeinflussende Änderung zu berücksichtigen, sobald sie ohne we-
sentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat (Art. 88a Abs. 2 IVV).

2.3.5 Bei Versicherten, welche die Leistung weder unrechtmässig erwirkt 
noch die Meldepflicht verletzt haben, erfolgt die Herabsetzung oder Aufhe-
bung der Renten frühestens vom ersten Tag des zweiten der Zustellung 
der Verfügung folgenden Monats an (Art. 88bis Abs. 2 IVV).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

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3.

3.1 Vorliegend ist der Sachverhalt der (auf einer umfassenden materiel-
len Leistungsprüfung basierenden) Verfügung vom 24. August 2004 (AB 
24/2) mit demjenigen im Zeitpunkt der hier angefochtenen Verfügung vom 
26. Januar 2017 (AB 89) zu vergleichen und zu prüfen, ob in den für den 
Leistungsanspruch relevanten Tatsachen eine wesentliche Änderung ein-
getreten ist, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad in anspruchsrelevanter 
Weise zu beeinflussen (vgl. E. 2.3 hiervor). 

Die Mitteilung vom 12. Januar 2007 (AB 41), mit welcher in zwei kurzen 
Sätzen festgehalten wurde, dass bei der Überprüfung des Invaliditätsgrads 
keine Änderung habe festgestellt werden können, die sich auf die Rente 
auswirke, weshalb bei einem Invaliditätsgrad von 90% weiterhin Anspruch 
auf die bisherige Invalidenrente bestehe, ist – entgegen den Vorbringen 
des Beschwerdeführers (vgl. Beschwerde S. 7 Ziff. 2.4) – revisionsrechtlich 
unbeachtlich, da ihr keine hinreichende Prüfung der anspruchsrelevanten 
Tatsachen zugrunde gelegen hat (vgl. E. 2.3.2 hiervor). Daran ändert der 
Umstand nichts, dass das psychiatrische Gutachten vom 30. November 
2006 (AB 39) eingeholt wurde. Die Beschwerdegegnerin hat im Anschluss 
daran keine einlässliche Beweiswürdigung vorgenommen. Diese war denn 
auch nicht nötig, zumal die Gutachter von einem seit einigen Jahren statio-
nären Gesundheitszustand ohne grosse Schwankungen ausgingen (S. 10 
Ziff. 7) und den Standpunkt vertraten, dass die anlässlich der Begutachtung 
2004 hervorgehobenen Beeinträchtigungen 2006 im gleichen Ausmass 
persistieren würden (S. 9 Ziff. 1). Es bestanden im Zeitpunkt der Mitteilung 
vom 12. Januar 2007 auch keine Anhaltspunkte für eine Änderung in den 
erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Zwar 
vertraten die Gutachter die Meinung, dem Beschwerdeführer wäre eine 
leidensangepasste Tätigkeit an sechs Stunden täglich bei dabei bestehen-
der mittelgradiger Verringerung der Leistungsfähigkeit zumutbar (AB 39 
S. 10 f. Ziff. 10 ff.). Allerdings ist dies dahingehend zu verstehen, dass zu-
erst die von den Gutachtern vorgeschlagene Intervention durchgeführt 
werde und nach zwei Jahren erneut eine Beurteilung erfolge (S. 10 Ziff. 8 
und 9). 

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Auch die Mitteilung vom 20. Mai 2010 (AB 57), welche die laufende Rente 
bei unverändertem Invaliditätsgrad von 90% bestätigte, ist vorliegend un-
beachtlich. Die Mitteilung erfolgte lediglich gestützt auf den einverlangten 
Auszug des Individuellen Kontos des Beschwerdeführers (AB 52), einen 
von diesem beantworteten Fragebogen (AB 53) sowie zwei Zwischenbe-
richte des behandelnden Hausarztes (AB 54) und Psychiaters (AB 56). 
Dabei handelt es sich nicht um eine hinreichend ausführliche Prüfung der 
anspruchsrelevanten Tatsachen im Sinne der Rechtsprechung zur zeitli-
chen Vergleichsbasis (vgl. E. 2.3.2 hiervor). 

3.2 Die Verfügung vom 14. August 2004 (AB 24/2) basierte im Wesent-
lichen auf folgenden medizinischen Unterlagen:

3.2.1 Med. pract. D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychothera-
pie, diagnostizierte im Bericht vom 5. Juli 2003 (AB 9) mit Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit eine seit anfangs 2002 bestehende schwere depressive 
Episode (ICD-10 F32.2) mit starker Somatisierungstendenz, chronifiziert, 
bis anhin therapieresistent. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit be-
stehe eine arterielle Hypertonie (S. 1 Ziff. lit. A). Ab etwa Anfang 2002 sei 
es im Zusammenhang mit der Stellenkündigung zunehmend zu einer 
schweren Depression mit zahlreichen somatischen Klagen gekommen. Die 
Depression werde durch die anhaltende Stellenlosigkeit aufrechterhalten 
(S. 2 lit. D. Ziff. 3). Der Versicherte klage über eine depressive Stimmung 
mit Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit, Hilflosigkeit und Wertlosigkeit. Weiter 
gebe er passive Todeswünsche, eine Einschlaf- und eine Durch-
schlafstörung sowie eine Schlafstörung am Morgen an. Die Konzentration 
bezeichne der Versicherte als stark gestört und er spiele mit den Fingern 
etc. Neben Angst und Mundtrockenheit klage er über Durchfall, Krämpfe, 
Herzklopfen, Kopfschmerzen, eine Hyperventilation, Seufzen, eine Pollaki-
surie, Schwitzen, Muskelschmerzen, eine stark verminderte Libido, eine 
Hypochondrie, starke Tagesschwankungen, eine mässige Depersonalisati-
on, eine Derealisation sowie Misstrauen (Ziff. 4). Med. pract. D.________ 
erhob als Befund deutliche und schwere Merkmale einer Depression sowie 
eine Somatisierungstendenz (Ziff. 6). Insbesondere würden die schwere 
Konzentrationsstörung, der Schwindel, die Thoraxschmerzen und die feh-
lende Lebensfreude ins Gewicht fallen. Neu dazugekommen seien Doppel-

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bilder (S. 3 lit. A Ziff. 1). Angesichts der Chronifizierung, der Therapieresis-
tenz, der Kriegstraumaerinnerungen sowie der weiterhin vorhandenen Ar-
beitslosigkeit bestehe eine schlechte Prognose (S. 2 Ziff. 7). In der bisheri-
gen Tätigkeit liege eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit vor (S. 3 Ziff. 2) mit einer 
dabei bestehenden Verminderung der Leistungsfähigkeit von 30% (Ziff. 3).

3.2.2 Im Bericht des Spitals E.________ vom 30. August 2002 (AB 16/4) 
wurden rezidive Synkopen bei Asystolie / SA-Block unklarer Ätiologie und 
eine hypertensive Herzkrankheit bei normalen Koronarien diagnostiziert (S. 
4). Das Rezidiv-Risiko sei relativ hoch, so dass die Implantation eines defi-
nitiven Herzschrittmachers empfohlen wurde, was der Versicherte jedoch 
trotz ausführlichem Gespräch ablehne (S. 5).

3.2.3 In den Berichten des Spitals F.________ vom 31. Juli 2003 (AB 
16/3) und von Dr. med. G.________, Facharzt für Ophthalmologie, vom 15. 
August 2003 (AB 26/2) wurde ein Status nach Retinopathia centralis serosa 
diagnostiziert. Als Ursache der Visusverminderung wurde eine retinale Na-
rbe bei Verdacht auf Status nach Retinopathia centralis serosa genannt. 

3.2.4 Im psychiatrischen Gutachten der MEDAS vom 11. Juni 2004 (AB 
21) wurde eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome 
mit chronischem Verlauf diagnostiziert (S. 6 Ziff. 6). Beim Versicherten 
bestünden eine erhebliche Beeinträchtigung seiner Denk- und Konzentrati-
onsfähigkeit, der Ideenproduktion sowie eine erhebliche Antriebsminde-
rung. Weiterhin schildere er ausgeprägte Angstgefühle, zum einen Versa-
gensängste und Unsicherheitsgefühle bezüglich einer neuen Arbeitstätig-
keit, zum anderen auch Angstzustände bedingt durch die Gefahr eines er-
neuten Herzstillstandes. Als zusätzliche Beeinträchtigung habe er offenbar 
Visusprobleme, die ihn beim Lesen, Schreiben, beim Fernsehen und bei 
der Arbeit am Computer im hohen Masse behindern würden. Er schildere 
eine grosse Hoffnungs- und Ratlosigkeit hinsichtlich seiner weiteren Le-
bensführung (S. 5 Ziff. 1). Aufgrund der schweren depressiven Symptoma-
tik mit den dafür typischen schweren Einschränkungen der Denk- und Kon-
zentrationsfähigkeit sowie durch die ausgeprägte ängstliche Grundhaltung 
sowohl hinsichtlich eines neuen beruflichen Versagens als auch hinsichtlich 
der Herzerkrankung sei die zuletzt ausgeübte berufliche Tätigkeit zurzeit 
nicht zumutbar (Ziff. 2-5). Eine medizinisch begründete Arbeitsunfähigkeit 

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von 20% oder mehr liege seit dem 25. April 2002 vor. Der Grad der Ar-
beitsunfähigkeit habe sich, soweit dies aus den vorliegenden Unterlagen 
und den Angaben des Versicherten abgeleitet werden könne, seither auf 
100% gesteigert (S. 6 Ziff. 6-7). Unter Berücksichtigung der in der Begut-
achtung festgestellten und medizinisch begründeten Beeinträchtigung wür-
den auch keine Funktionen und Belastbarkeiten für eine berufliche Tätigkeit 
unter angepassten Bedingungen bestehen. Aus psychiatrischer Sicht müs-
se abgewartet werden, wie sich die vorgeschlagenen Therapiemassnah-
men (kognitiv-verhaltenstherapeutisch orientierte Psychotherapie, Antide-
pressivum) in Bezug auf die Leistungsfähigkeit auswirken würden (Ziff. 10-
14). 

3.3 Seit der Verfügung vom 14. August 2004 (AB 24/2) ist den medizini-
schen Akten im Wesentlichen das Folgende zu entnehmen:

3.3.1 Im psychiatrischen Gutachten von Dr. med. H.________, Facharzt 
für Allgemeine Innere Medizin sowie Psychiatrie und Psychotherapie, und 
dem Psychologen lic. phil. I.________ vom 30. November 2006 (AB 39) 
wurden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine posttraumatische Be-
lastungsstörung (ICD-10 F43.1), eine Anpassungsstörung mit depressiver 
Reaktion (ICD-10 F43.2) sowie eine akzentuierte Persönlichkeit mit nar-
zisstischen Zügen diagnostiziert (ICD-10 F60.0; S. 7 Ziff. 3.1). Die Untersu-
chungsbefunde würden auf einen chronischen Verlauf der depressiven Stö-
rung hinweisen. Die Beeinträchtigungen, welche bereits im Gutachten der 
MEDAS vom Juni 2004 hervorgehoben worden seien, würden im gleichen 
Ausmass bis zum heutigen Zeitpunkt persistieren. Dazu würden eine Be-
einträchtigung der Denk- und Konzentrationsfähigkeit, der Ideenproduktion 
so-wie eine erhebliche Antriebsminderung gehören. Weiter bestünden Un-
sicherheits- und Versagensängste in Bezug auf eine neue Erwerbstätigkeit. 
Zugenommen hätten seit 2004 die Visusstörungen links. Der Versicherte 
habe einen weitgehend vollständigen Visusverlust des linken Auges erlitten 
(S. 9 Ziff. 1). Die psychischen Beeinträchtigungen hätten sich auf das Er-
eignis der Kündigung entwickelt. Direkte Auswirkungen seien neben einer 
kurzfristigen Arbeitsunfähigkeit stets Unbehagen am Arbeitsplatz mit Angst 
vor Kritik und erneuter Kränkung gewesen. Resultiert habe ein sozialer 
Rückzug. Die depressiven Beschwerden hätten sich zunehmend auf die 

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Leistungsfähigkeit ausgewirkt (S. 9 f. Ziff. 2). Die reduzierte Belastbarkeit 
bestehe in der verminderten Konflikt- und Stresstoleranz (S. 10 Ziff. 3). Die 
letzte Tätigkeit sei dem Versicherten nicht mehr zumutbar (Ziff. 4). Seit Ok-
tober 2001 bestehe eine medizinisch begründete Arbeitsunfähigkeit von 
20% oder mehr (Ziff. 6). Der Grad der Arbeitsfähigkeit habe sich zuneh-
mend verschlechtert und verbleibe seit einigen Jahren stationär ohne gros-
se Schwankungen (Ziff. 7). Die im Gutachten der MEDAS vorgeschlagene 
psychotherapeutische Behandlung habe im durchgeführten Rahmen nicht 
den erwarteten Erfolg gebracht. Es wäre eine höher frequentierte und auf 
die narzisstische Verarbeitung fokussierte bewältigungsorientierte psycho-
therapeutische Intervention indiziert, mit dem Ziel, den Versicherten für 
einen Arbeitsversuch zu motivieren, bzw. ihm die Ängste davor zu nehmen 
und ihn bei der Einschätzung der eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten 
zu unterstützen (Ziff. 8). Eine erneute Beurteilung, insbesondere des Er-
folgs der vorgeschlagenen Therapie, sei in zwei Jahren vorzunehmen (Ziff. 
9).

3.3.2 Am 2. April 2007 (AB 43) nahm med. pract. D.________ Stellung 
zum Gutachten von Dr. med. H.________ und dem Psychologen lic. phil. 
I.________. Eine Psychotherapie innerhalb des laufenden Verfahrens sei 
kontraindiziert. Die Deutschsprachenkenntnisse des Versicherten seien 
schlecht. Dadurch seien die therapeutischen Möglichkeiten massiv einge-
schränkt. Das Leiden sei chronifiziert. Er (med. pract. D.________) würde 
den Versicherten als Kriegsinvaliden bezeichnen. Was sich der Wiederein-
gliederung entgegenstelle, sei in erster Linie nicht die narzisstische 
Störung, sondern die chronische schwere posttraumatische Belastungs-
störung (S. 1). Was eine Psychotherapie am meisten behindere, sei jedoch 
die Übererregung des Versicherten und die Tatsache, dass Gespräche 
beim Arzt, bei den Gutachtern der Invalidenversicherung, bei der Behörde 
etc. einen Trigger darstellten, welcher zu Flashbacks und schwerem post-
traumatischen Stress führe. Jedes Gespräch wecke die Erinnerung an das 
Verhör während des Krieges in seiner Heimat und unter solchen Umstän-
den sei natürlich nicht an Psychotherapie zu denken. Ein solches Gespräch 
schade mehr, als es nütze (S. 2). 

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3.3.3 Im Gutachten der MEDAS vom 26. Januar 2016 (AB 84.1) wurde 
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine zentrale Netzhautnarbe nach 
Chorioretinopathia centralis serosa des linken Auges diagnostiziert. Ohne 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit lägen eine Persönlichkeitsakzentuie-
rung (ICD-10 Z73.1), Albträume (ICD-10 F51.5), Schwierigkeiten bei der 
Lebensbewältigung (ICD-10 Z73.0), eine arterielle Hypertonie (zum Teil 
schwankend bei Status nach rezidivierenden Synkopen bei Asystolie im 
August 2002, seitdem ohne klinische Symptome), eine Dyslipidämie, chro-
nische Spannungskopfschmerzen, eine Sehstörung links (retinal bedingt), 
ein Status nach kardialer Synkope ohne Hinweise für ein Grand mal sowie 
eine Presbyopie vor. Die Anpassungsstörung sowie die depressive Episode 
seien abgeklungen und nicht mehr relevant (S. 24). Aus psychiatrischer 
Sicht ergebe sich, dass beim Versicherten spätestens seit dem Untersu-
chungszeitpunkt die früher beschriebene versicherungsmedizinisch rele-
vante psychische Symptomatik nicht mehr bestehe. Belastungsabhängig 
könne es zu hypertensiven Zuständen kommen. Deshalb sei eine körper-
lich leichte bis mittelschwere Tätigkeit ohne grössere Stressbelastung und 
ohne gestörten Tag-/Nachtrhythmus möglich. Übermassige Stressfaktoren 
und Arbeiten unter Zeitdruck sowie Nachtarbeit sollten vermieden werden. 
Einschränkungen würden sich für Tätigkeiten mit höheren Anforderungen 
an die Sehkraft sowie das Stereosehen ergeben. Der Versicherte sei funk-
tioneller Einäuger, wobei das rechte Auge ganz gesund sei. Sämtliche 
Tätigkeiten, die kein binokulares und exaktes räumliches Sehen verlangen 
würden, seien möglich. Bildschirmarbeit sollte wegen rascher Ermüdung 
der Augen und Kopfschmerzen möglichst vermieden werden. Das Tragen 
einer gut angepassten Brille würde vermutlich etwas Erleichterung ver-
schaffen. Gefährliche Treppen, Leitern und Gerüste sollten nicht bestiegen 
werden müssen. In der angestammten Tätigkeit als … bestehe keine Ar-
beitsfähigkeit (S. 25). In einer Verweistätigkeit sei der Versicherte zu 80% 
(sechs Stunden am Tag ohne Leistungseinbusse oder acht Stunden mit 
einer Leistungseinbusse [Erholungspausen] von 20%) arbeits- und leis-
tungsfähig (S. 27 Ziff. 3.3-3.4). 

3.3.4 RAD-Arzt med. pract. J.________, Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie, führte in seiner Stellungnahme vom 13. April 2016 (AB 86) 
aus, eine Beurteilung der medizinischen Situation von 2004 bis heute sei 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Sept. 2017, IV/17/224, Seite 13

mit den Ausführungen im Gutachten der MEDAS vom 26. Januar 2016 
nicht erstellt. Der psychiatrische Gutachter lasse offen, ob die Situation, 
deren Nicht-mehr-Bestehen er beschreibe, aus seiner Sicht überhaupt je-
mals nachvollziehbar bestanden habe, bzw. ob sie zwar bestanden habe, 
sich aber im Verlauf gebessert habe. Die Vorgutachten würden in Zweifel 
gezogen, aber offen gelassen, aus welchen genauen medizinischen Grün-
den die Ergebnisse früherer gutachterlicher Äusserungen damit substantiell 
in Frage gestellt würden und wieso der psychiatrische Gutachter eine da-
von abweichende Auffassung vertrete. Dieser müsste darlegen, inwiefern 
sich die jetzigen Ergebnisse von den früheren unterscheiden würden und 
es müssten diese Unterschiede begründet und ihre Auswirkungen nach-
vollziehbar erörtert werden. Bis dato würden die früheren gutachterlichen 
Aussagen nicht genau gewürdigt und es würden keine eigenen anamnesti-
schen Bemühungen ersichtlich anhand der Aussagen des Versicherten 
oder mittels Rückfragen bei den behandelnden Ärzten (S. 2).

3.3.5 In der Stellungnahme vom 20. Juli 2016 (AB 91) führte das MEDAS 
aus, die Gutachter seien sehr wohl in der Lage gewesen, den aktuellen 
Zustand des Versicherten zu beurteilen. Die Arbeitsfähigkeit seit 2004 habe 
jedoch nicht mit dem hinreichenden Grad der Wahrscheinlichkeit chronolo-
gisch bestimmt werden können. Die Frage, zu exakt welchem Zeitpunkt 
Veränderungen eingetreten seien und wie sich der Gesundheitszustand 
des Versicherten seit dem massgeblichen Vergleichszeitraum verändert 
habe, könne aufgrund der Qualität der Aktenlage nicht in der erwarteten 
Präzision beantwortet werden (S. 4). Anlässlich der von ihnen durchgeführ-
ten psychiatrischen Untersuchung hätten vom Versicherten keine relevan-
ten Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung berichtet wer-
den können, auch wenn die Ereignisse in … als sehr belastend und auch 
gefährlich beschrieben worden seien. Auch seien vom Versicherten Sym-
ptome einer akuten Belastungsreaktion nach den Misshandlungen des Mi-
litärs auf Befragen nicht beschrieben worden, auch wenn diese objektiv 
gesehen für kurze Zeit aber durchaus hätten bestehen können, zumal auch 
seine Frau damals vergewaltigt worden sei. Es würden in der späteren Zeit 
jedoch eindeutige und regelmässig auftretende Symptome des Wiedererle-
bens mit sich aufdrängenden, belastenden Erinnerungen an das Trauma, 
Flashbacks und Alpträumen fehlen (S. 5). Es habe keine emotionale 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Sept. 2017, IV/17/224, Seite 14

Stumpfheit, Gleichgültigkeit und Teilnahmslosigkeit der Umgebung und an-
deren Menschen gegenüber oder eine aktive Vermeidung von Aktivitäten 
und Situationen bestanden, die Erinnerungen an das Trauma wachrufen 
könnten. Eine relevante vegetative Übererregtheit sei ebenso wenig eruier-
bar gewesen. Es habe keine stärkere Reizbarkeit, keine erhöhte Wach-
samkeit und keine übermässige Schreckhaftigkeit bestanden. Die 
Schlafstörungen und die Konzentrationsschwierigkeiten seien am ehesten 
auf die nach dem Arbeitsverlust eingetretene Inaktivität und Dekonditionie-
rung zurückzuführen, die Schlafstörungen auf die fehlende physiologische 
Ermüdung am Abend bei Vermeidung von adäquaten körperlichen Akti-
vitäten. Die Symptome würden beim Versicherten durch Schonverhalten 
verstärkt. Es sei jedoch durchaus anzunehmen, dass die vorhandene Be-
schwerdesymptomatik vorübergehend auch durch die Trauer nach dem 
plötzlichen Ableben seiner Ehefrau verstärkt worden sei. Während der 
psychiatrischen Untersuchung anlässlich der aktuellen Begutachtung habe 
keine Ermüdbarkeit und Konzentrationsschwäche beobachtet werden kön-
nen. Retrospektiv sei in Bezug auf die gegenwärtige Situation davon aus-
zugehen, dass die eigentliche Problematik beim Versicherten erst auftrat, 
als er eine „narzisstische Kränkung“ anlässlich des Arbeitsplatzverlustes 
erlitten habe. Beim Versicherten bestehe eine narzisstische Persönlich-
keitsakzentuierung. Solche Menschen würden besonders empfindlich auf 
eine solche Kränkung reagieren. Sie würden nicht selten Enttäuschung, 
manchmal auch Wut empfinden, wenn sie sich nicht genügend gewürdigt 
fühlten. Die fehlende Zulassung und Verleugnung von eigenen Unzuläng-
lichkeiten sei beim Versicherten zumindest wesentlich mitverantwortlich für 
die nicht adäquate Verarbeitung seiner Kündigung gewesen. Es sei davon 
auszugehen, dass damals eine depressive Episode aufgetreten sei, auch 
als Folge der Verunsicherung in Bezug auf die berufliche Zukunft des Ver-
sicherten, zumal er zu dem Zeitpunkt gerade im Begriff gewesen sei, seine 
berufliche und soziale Position in der Schweiz zu festigen. Es sei auch von 
einer Anpassungsstörung zu diesem Zeitpunkt auszugehen, ohne dass 
angenommen werden könne, dass diese dauerhaft funktionelle Beeinträch-
tigungen und ein schweres anhaltendes subjektives Leiden verursacht hät-
te. Die gegenwärtig beschriebenen Beschwerden seien unspezifisch, auch 
in Bezug auf das Traumaverhalten. Die anlässlich der Arbeitsplatzkündi-
gung erstmalig aufgetretene psychische Symptomatik, wohl auch verbun-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Sept. 2017, IV/17/224, Seite 15

den mit Schuld- und Schamgefühlen, habe in der Folge zu einem Schon-
verhalten beim Versicherten und zu einem regressiven Verhalten, das 
durch die protektive Wirkung seiner Familienangehörigen weiter bestärkt 
wurde, geführt. Dies habe bewirkt, dass er weiter in der Opferrolle verharrt 
habe und sich nicht habe bemühen müssen, sein Schicksal durch Aktivität 
und beruflichen Neuanfang zu revidieren. Die Arbeitsfähigkeit sei bis zum 
Verlust des Arbeitsplatzes nicht eingeschränkt gewesen. Es könne nicht 
bewiesen werden, dass er schon vorher an Depressionen oder anderen 
psychischen Symptomen gelitten habe. Der Versicherte scheine alle seine 
Probleme, auch solche, die mit seiner Anstrengungsbereitschaft und Leis-
tungsfähigkeit im Zusammenhang stünden, zu verleugnen und auf die 
Kriegsereignisse zu projizieren, um sie so besser zu bewältigen (S. 6 f.).

3.3.6 Med. pract. D.________ erklärte im Bericht vom 17. November 
2016 (AB 98/7), er vertrete nach wie vor die Meinung, dass der Versicherte 
an einer chronischen, therapieresistenten Depression leide. Das Resultat 
seines am 14. November 2016 durchgeführten Hamilton-Tests habe einer 
schweren depressiven Episode entsprochen. Der Versicherte werde des-
wegen auch antidepressiv behandelt. Gleichzeitig gehe er (med. pract. 
D.________) davon aus, dass eine posttraumatische Belastungsstörung 
bestehen bleiben werde. Die Ereignisse im Krieg könnten als Trauma be-
wertet werden. Es bestünden Flashbacks und Alpträume sowie unspezifi-
sche Trigger. Der Versicherte lebe in Dauerangst und habe ein grosses 
Misstrauen gegenüber Menschen. Das Leiden sei erheblich (S. 7 f. Ziff. 1).

3.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Sept. 2017, IV/17/224, Seite 16

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352). Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von 
externen Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen 
und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und 
bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist 
bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht 
konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen 
(BGE 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 2016 IV Nr. 2 S. 5 E. 4.1). Eine von 
anderen mit der versicherten Person befassten Ärzten abweichende Beur-
teilung vermag die Objektivität des Experten nicht in Frage zu stellen. Es 
gehört vielmehr zu den Pflichten eines Gutachters, sich kritisch mit dem 
Aktenmaterial auseinanderzusetzen und eine eigenständige Beurteilung 
abzugeben. Auf welche Einschätzung letztlich abgestellt werden kann, ist 
eine im Verwaltungs- und allenfalls Gerichtsverfahren zu klärende Frage 
der Beweiswürdigung (BGE 132 V 93 E. 7.2.2 S. 110).

3.5

3.5.1 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der Verfügung vom 26. Januar 
2017 (AB 99) im Wesentlichen auf das interdisziplinäre Gutachten der ME-
DAS sowie dessen ergänzende Stellungnahme vom 20. Juli 2016 (AB 99) 
gestützt. Diese erfüllen gesamthaft die an den Beweiswert eines medizini-
schen Gutachtens gestellten Anforderungen (vgl. E. 3.4 hiervor), weshalb 
ihnen volle Beweiskraft zukommt. Die Gutachter haben sich in ihren Beur-
teilungen sorgfältig mit den gesundheitlichen Einschränkungen des Be-
schwerdeführers auseinandergesetzt sowie ihre Schlussfolgerungen und 
Einschätzungen gestützt auf ihre Untersuchungen und die Akten in schlüs-
siger und nachvollziehbarer Weise dargelegt. Sie hatten Kenntnis von allen 
Vorakten und haben sämtliche ihnen zur Verfügung stehenden Informatio-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Sept. 2017, IV/17/224, Seite 17

nen in ihren Beurteilungen gewürdigt. Die Ausführungen in den Beurteilun-
gen der medizinischen Zusammenhänge sind einleuchtend und die gezo-
genen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand überzeugend begrün-
det. Insgesamt erweist sich der medizinische Sachverhalt als genügend 
abgeklärt und von weiteren Beweismassnahmen sind keine zusätzlichen 
Erkenntnisse zu erwarten, weshalb auf sie verzichtet werden kann (antizi-
pierte Beweiswürdigung; BGE 122 V 157 E. 1d S. 162). Dem Gutachten 
des MEDAS und der ergänzenden Stellungnahme kommt in der Folge un-
eingeschränkte Beweiskraft zu. 

3.5.2 Daran ändert die RAD-Stellungnahme vom 13. April 2016 (AB 86) 
nichts. Es war nicht Aufgabe der Gutachter der MEDAS zu beurteilen, ob 
die 2004 gestellten Diagnosen und beschriebenen Einschränkungen über-
haupt je bestanden. Vielmehr hatten sie den aktuellen Gesundheitszustand 
zu beurteilen und darzulegen, ob sich seit 2004 eine wesentliche Änderung 
eingestellt hat, was die Gutachter der MEDAS auch taten. Deren Gutachten 
samt ergänzender Stellungnahme bildet eine genügende Grundlage zur 
Beurteilung der aktuellen gesundheitlichen Situation und deren Verände-
rung, d.h. eine Veränderung im Vergleich zu 2004 ist damit in rechtsgenüg-
licher Form ausgewiesen (vgl. E. 3.5.3 hiernach). 

Auch die im Vorbescheidverfahren eingereichte Stellungnahme des behan-
delnden Psychiaters Dr. med. D.________ vom 17. November 2016 (AB 
98/7) führt nicht dazu, von den Ausführungen der Gutachter der MEDAS 
abzuweichen, zumal Dr. med. D.________ lediglich eine andere Beurtei-
lung als der Gutachter der MEDAS vornimmt und seinen Ausführungen 
auch keine aktuellen psychiatrischen Befunde entnommen werden können.

Was der Beschwerdeführer gegen die Beurteilung des psychiatrischen 
Gutachters der MEDAS, Dr. med. K.________, Facharzt für Psychiatrie 
und Psychotherapie, vorbringt (vgl. Beschwerde S. 13 ff. Ziff. 3.7 ff.), ver-
mag den Beweiswert des Gutachtens nicht zu schmälern. Dr. med. 
K.________ hat den Beschwerdeführer fachmännisch psychiatrisch unter-
sucht und seine Befunde und Schlussfolgerungen nachvollziehbar und be-
gründet festgehalten, insbesondere dass die depressive Episode abge-
klungen ist. Nur weil der Beschwerdeführer in der internistischen Untersu-
chung im MEDAS einen niedergeschlagenen Eindruck erweckte (AB 84.1 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Sept. 2017, IV/17/224, Seite 18

S. 32) und in der neurologischen Untersuchung reserviert war sowie die 
Stimmung affektiv gedrückt wirkte (S. 38), hat nach Einschätzung des Gut-
achters, auf welche abzustellen ist, nicht zur Folge, dass die Vorausset-
zungen erfüllt wären, um ein depressives Krankheitsbild zu diagnostizieren. 

3.5.3 Aufgrund der Ausführungen im Gutachten vom 26. Januar 2016 
(AB 84.1) ist erstellt, dass seit der erstmaligen Rentenzusprechung 2004 
eine wesentliche Veränderung des massgeblichen Gesundheitszustandes 
eingetreten ist. Einerseits hat sich die Sehkraft des linken Auges markant 
verschlechtert. Im Gutachten der MEDAS vom 26. Januar 2016 wird darge-
legt, dass der Beschwerdeführer nun als Einäuger zu betrachten sei (S. 23 
lit. D.), was 2004 bei der Rentenzusprache noch nicht der Fall war. Von 
dieser Verschlechterung geht auch der Beschwerdeführer aus, zumal er in 
der Beschwerde (S. 3 Ziff. 1.5) vorbringt, der Zustand seines linken Auges 
habe sich über die Jahre zunehmend verschlechtert, was in einem komplet-
ten Sehverlust des linken Auges geendet habe. Auch ist in Bezug auf den 
weiteren Gesundheitszustand seit 2004 von einer wesentlichen Verände-
rung auszugehen. Im Gutachten der MEDAs vom 11. Juni 2004 (AB 21) 
legten die Gutachter dar, dass dem Beschwerdeführer die bisher ausgeüb-
te Tätigkeit zurzeit aufgrund der schweren depressiven Symptomatik mit 
den dafür typischen schweren Einschränkungen der Denk- und Konzentra-
tionsfähigkeit sowie durch die ausgeprägte ängstliche Grundhaltung sowohl 
hinsichtlich eines neuen beruflichen Versagens als auch hinsichtlich der 
Herzerkrankung nicht zumutbar sei (S. 5 Ziff. 2, 4-5). Unter Berücksichti-
gung der in der Untersuchung festgestellten und medizinisch begründeten 
Beeinträchtigungen kamen die Gutachter zum Schluss, dass auch keine 
Funktionen und Belastbarkeiten für eine angepasste berufliche Tätigkeit 
vorlägen (S. 6 Ziff. 3, 10-14). Im Gutachten vom 26. Januar 2016 (AB 84.1) 
legten nun die Gutachter der MEDAS überzeugend und nachvollziehbar 
dar, dass die früher beschriebene versicherungsmedizinisch relevante psy-
chische Symptomatik 2016 nicht mehr bestanden hat (S. 24 lit. E.). Weiter 
zeigten sie in der ergänzenden Stellungnahme vom 20. Juli 2016 (AB 91) 
klar auf, dass aktuell keine Ermüdbarkeit und Konzentrationsschwäche 
beobachtet wurde (S. 6). Vom Beschwerdeführer konnten denn auch keine 
relevanten Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung berichtet 
werden (S. 5). Zudem waren 2016 auch die depressive Episode sowie die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Sept. 2017, IV/17/224, Seite 19

Anpassungsstörung abgeklungen und somit nicht mehr relevant (AB 84.1 
S. 25 lit. E). Somit wurde die Veränderung des Gesundheitszustandes ent-
gegen dem Vorbringen des Beschwerdeführers (vgl. Beschwerde S. 7 
Ziff. 2.5) nicht aufgrund der Diagnostik, sondern aufgrund der erhobenen 
Befunde und deren funktionellen Auswirkungen auf die Arbeits- und Leis-
tungsfähigkeit nachgewiesen.

3.6 Damit ist eine wesentliche Veränderung im Vergleich zu 2004 er-
stellt und die Gutachter der MEDAS haben entgegen der Auffassung des 
Beschwerdeführers nicht eine andere Beurteilung eines an sich unverän-
dert gebliebenen Zustandes vorgenommen. Die Gründe, warum die Gut-
achter nicht exakt die chronologische Veränderung der Arbeits- und Leis-
tungsfähigkeit zu begründen vermochten, legten sie in ihrer Stellungnahme 
unmissverständlich dar (vgl. AB 91 S. 4). Massgeblich ist denn auch, dass 
eine Veränderung festgestellt wurde und nicht, wann exakt eine solche 
eingetroffen ist, zumal eine vor der Begutachtung 2016 eingetretene Ver-
besserung ohnehin nicht zur Folge hat, dass eine allfällige Redukti-
on/Aufhebung der Invalidenrente rückwirkend erfolgen würde (vgl. hierzu 
auch E. 2.3.4 und 2.3.5 hiervor). Somit hat die Beschwerdegegnerin in der 
hier angefochtenen Verfügung zu Recht eine freie Prüfung vorgenommen.

Was die Arbeits- und Leistungsfähigkeit betrifft, ist der Beschwerdeführer 
entsprechend dem gutachterlichen Zumutbarkeitsprofil (AB 84.1 S. 26 f.) in 
der angestammten Tätigkeit als … nicht mehr arbeitsfähig. Eine angepass-
te Tätigkeit ist ihm zu 80%, d.h. an sechs Stunden am Tag ohne Leistungs-
einbusse oder an acht Stunden täglich mit einer Leistungseinbusse von 
20% für Erholungspausen zumutbar. 

4.

In der Folge ist der Invaliditätsgrad zu bestimmen.

4.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Sept. 2017, IV/17/224, Seite 20

Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

4.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325).

4.3 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2016 UV Nr. 13 
S. 40 E. 2.2). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöh-
ne gemäss den vom Bundesamt für Statistik (BfS) herausgegebenen Lohn-
strukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 142 V 178 E. 2.5.7 
S. 188, 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2016 UV Nr. 13 S. 40 E. 2.2). Es gilt 
zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die 
selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu 
voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohn-
mässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurchschnittli-
chen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit einem Ab-
zug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 
129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabel-
lenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und be-
ruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 
297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2015 IV Nr. 1 S. 1 E. 2.2).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Sept. 2017, IV/17/224, Seite 21

4.4 Aufgrund des unter E. 3.5 f. hiervor Dargelegten ist erstellt, dass 
spätestens per 26. Januar 2016 bzw. im Zeitpunkt der MEDAS-Untersuch-
ungen ein Revisionsgrund ausgewiesen ist. Der Einkommensvergleich ist 
somit für das Jahr 2016 vorzunehmen (BGE 128 V 174, 129 V 222).

4.5 2001, d.h. im Jahr vor dem Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, erzielte 
der Beschwerdeführer ein Jahreseinkommen inkl. 13. Monatslohn und Gra-
tifikation von Fr. 65‘585.05. Angepasst an die Nominallohnentwicklung bis 
2016 (vgl. Tabellen T1.1.93_I, Nominallohnindex Männer, 1993-2010 des 
BfS, lit. I [Verkehr und Nachrichtenübermittlung; Wert für 2001: 106.6, Wert 
für 2010: 119.9] und T1.10, Nominallohnindex, 2011-2016, des BfS, lit J 
Ziff. 49-53, [Verkehr und Lagerei; Wert für 2010: 100, Wert für 2016: 
102.3]) ergibt sich ein massgebendes Valideneinkommen von Fr. 75‘538.15 
(Fr. 65‘585.05 x 119.9 / 106.6 x 102.4 / 100).

4.6 Da der Beschwerdeführer seine Restarbeitsfähigkeit nicht verwertet, 
ist das Invalideneinkommen gestützt auf die Zahlen der LSE 2014 festzule-
gen (vgl. E. 4.3 hiervor). Der Beschwerdeführer hätte 2014 in einer lei-
densangepassten Tätigkeit gemäss der Tabelle TA1_tirage_skill_level der 
LSE 2014 im Kompetenzniveau 1 (einfache Tätigkeiten körperlicher oder 
handwerklicher Art) unter Berücksichtigung einer Arbeitsfähigkeit von 80% 
und einer betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden 
(vgl. Totalwert der Tabelle „Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsab-
teilungen in Stunden pro Woche) ein monatliches Einkommen von Fr. 
4‘430.20 (Fr. 5‘312.-- x 80% / 40 Stunden x 41.7 Stunden) erzielen können. 
Aufgerechnet auf ein Jahr und angepasst an die Nominallohnentwicklung 
(vgl. Tabelle T1.1.10, Nominallohnindex, Männer, 2011-2016, Totalwert, 
Wert für 2014: 103.2, Wert für 2016: 104.1) ergibt dies ein Jahreseinkom-
men von Fr. 53‘626.05 (Fr. 4‘430.20 x 12 Monate / 103.2 x 104.1). Hiervon 
ist wegen den Kriterien Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie 
und Beschäftigungsgrad kein Abzug vom Tabellenlohn zu machen, da sich 
hierfür aus den Akten keine Anhaltspunkte ergeben und solche vom Be-
schwerdeführer denn auch zu Recht nicht geltend gemacht werden. Die 
Beschwerdegegnerin gewährte einen behinderungsbedingten Abzug von 
10%. Eine entsprechende Reduktion des Invalideneinkommens ist indes-
sen nicht angezeigt, da die Beschwerdegegnerin mit der Berücksichtigung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Sept. 2017, IV/17/224, Seite 22

einer 20%-igen Leistungsminderung die beim Beschwerdeführer vorliegen-
den Einschränkungen bereits hinreichend berücksichtigt hat. Selbst wenn 
ein behinderungsbedingter Abzug von 10% gewährt würde, was mindes-
tens zu einem Invalideneinkommen von Fr. 48‘263.45 (Fr. 53‘626.05 x 
90%) führte, läge bei einer maximalen invaliditätsbedingten Einbusse von 
Fr. 27‘274.70 (Fr. 75‘538.15 - Fr. 48‘263.45) ein rentenausschliessender 
Invaliditätsgrad von höchstens 36% (Fr. 27‘274.70 / Fr. 75‘538.15 x 100) 
vor. Die Rente des Beschwerdeführers ist somit aufzuheben.

4.7 Der Zeitpunkt der Rentenaufhebung per Ende Februar 2017 (AB 99) 
ist unter Berücksichtigung des Art. 88bis Abs. 2 lit. a IVV nicht zu beanstan-
den. Zu prüfen bleibt jedoch, ob der Beschwerdeführer vor der Rentenein-
stellung über das ihm selber Zumutbare hinaus beruflicher Eingliederung 
bedarf.

5.

5.1 Im Regelfall ist eine medizinisch attestierte Verbesserung der Ar-
beitsfähigkeit auf dem Weg der Selbsteingliederung zu verwerten. Nach 
langjährigem Rentenbezug können ausnahmsweise Erfordernisse des Ar-
beitsmarktes der Anrechnung einer medizinisch vorhandenen Leistungs-
fähigkeit und medizinisch möglichen Leistungsentfaltung entgegenstehen, 
wenn aus den Akten einwandfrei hervorgeht, dass die Verwertung eines 
bestimmten Leistungspotenzials ohne vorgängige Durchführung befähi-
gender Massnahmen allein mittels Eigenanstrengung der versicherten Per-
son nicht möglich ist. Diese Rechtsprechung ist grundsätzlich auf Fälle zu 
beschränken, in denen die revisionsweise Aufhebung der Invalidenrente 
eine versicherte Person betrifft, welche das 55. Altersjahr zurückgelegt 
oder die Rente seit mehr als 15 Jahren bezogen hat. Ein Anspruch auf 
Massnahmen beruflicher Art setzt voraus, dass die objektive und subjektive 
Eingliederungsfähigkeit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgewie-
sen ist (Entscheid des BGer vom 1. Februar 2012, 9C_726/2011 E. 5.1).

5.2 Soweit der Beschwerdeführer Eingliederungsmassnahmen bean-
tragt, ist darauf hinzuweisen, dass er selbst davon ausgeht, dass die Vor-
aussetzungen hierfür nicht gegeben sind (vgl. Beschwerde S. 16 Ziff. 4.1). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Sept. 2017, IV/17/224, Seite 23

So bezog er im Zeitpunkt der Rentenaufhebung per Anfang März 2017 14 
Jahre eine Rente und war 54.5 jährig. Damit sind vorliegend die Vorausset-
zungen für die vorgängige Durchführung von Eingliederungsmassnahmen 
nicht erfüllt. Anhaltspunkte, dass dem Beschwerdeführer eine Verwertung 
des massgeblichen Leistungspotenzials ohne vorgängige Durchführung 
befähigender Massnahmen allein mittels Eigenanstrengungen nicht mög-
lich wäre, sind den Akten nicht zu entnehmen und werden denn auch nicht 
vorgebracht. 

6.

Zusammenfassend ist die angefochtene Verfügung vom 26. Januar 2017 
(AB 99) im Ergebnis nicht zu beanstanden. Die dagegen erhobene Be-
schwerde ist abzuweisen.

7.

7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 
200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen (Art. 
108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss glei-
cher Höhe entnommen.

7.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehr-
schluss]).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Sept. 2017, IV/17/224, Seite 24

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Sept. 2017, IV/17/224, Seite 25

desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.