# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f0a2e848-022c-5427-abde-3ebd196a449a
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-13
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 13.05.2024 120 2023 69
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_120-2023-69_2024-05-13.pdf

## Full Text

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Bau- und Verkehrsdirektion

Reiterstrasse 11
3013 Bern
Telefon +41 31 633 30 11
info.ra.bvd@be.ch
www.bvd.be.ch/ra

BVD 120/2023/69

Entscheid der Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD)
vom 13. Mai 2024

in der Beschwerdesache zwischen

Herrn A.________
Beschwerdeführer

und

Baupolizeibehörde der Gemeinde Lengnau, Bau- und Werkabteilung, Pfarrgasse 2, 
2543 Lengnau BE

betreffend die Verfügung der Baupolizeibehörde der Gemeinde Lengnau vom 16. Oktober 2023 
(Zusätzliche Wohnung; Sichtschutz)

I. Sachverhalt

1. Der Beschwerdeführer ist Alleineigentümer der Parzelle Lengnau (BE) Grundbuchblatt 
Nr. B.________, die in die Stockwerkeinheiten Nrn. B.________-1, B.________-2 und 
B.________-3 aufgeteilt ist. Auf der Parzelle Nr. B.________ befindet sich ein mehrgeschossiges 
Gebäude (F.________strasse 8a). Die Parzelle liegt in der Mischzone Kern (MK). Am 2. Dezem-
ber 2021 reichte der Beschwerdeführer ein Baugesuch mit folgender Umschreibung ein:

Nutzungsänderung Erdgeschoss:
- Bisher Gewerbebetrieb: Elektrogeschäft mit Ausstellungsraum und Büro

Neue Nutzung: 4 ½ Zimmerwohnung, somit Wohnnutzung
Umgebung keine Änderung1

Am 9. Februar 2022 bewilligte die Gemeinde Lengnau (BE) dem Beschwerdeführer die 
«Umnutzung von Gewerbebetrieb zu Wohnnutzung».2

2. Gemäss ihren Ausführungen in der Beschwerdeantwort vom 10. November 2023 hat die 
Gemeinde im April 2023 festgestellt, dass der Beschwerdeführer aus den Büroräumlichkeiten im 
1. Obergeschoss eine Wohnung erstellt haben soll. Als sich ein neuer Mieter bei der Einwohner-
kontrolle habe anmelden wollen, habe ihn die Gemeinde aufgrund des fehlenden eidgenössischen 

1 Pag. 13 ff. der Vorakten
2 Pag. 3 ff. der Vorakten

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Wohnungsidentifikators (EWID) für die neu erstellte Wohnung nicht erfassen können. Mit Schrei-
ben vom 27. April 2022 [gemeint 2023] teilte die Gemeinde dem Beschwerdeführer mit, sie habe 
festgestellt, dass er aus den Büroräumlichkeiten im 1. Stock ohne Baubewilligung eine neue Woh-
nung erstellt habe. Die Gemeinde bat den Beschwerdeführer, bis am 28. Mai 2022 [gemeint 2023] 
ein Baugesuch einzureichen und erklärte, andernfalls werde sie eine kostenpflichtige Verfügung 
erlassen.3 Der Architekt des Beschwerdeführers reichte mit E-Mail vom 16. Mai 2023 im Anhang 
offenbar ein Nutzungsänderungsgesuch bei der Gemeinde ein und erkundigte sich, ob er das 
Formular im eBau erstellen solle. Die Gemeinde teilte mit E-Mails vom 16. und 22. Mai 2023 mit, 
das Baugesuch sei per eBau einzureichen. Zudem präzisierte sie mit E-Mail vom 23. Mai 2023, 
da das Baugesuch vom 2. Dezember 2021 nur das Ladenlokal im Parterre betroffen habe, müsse 
für die Umnutzung im ersten Obergeschoss ein Baugesuch eingereicht werden. Daraufhin stellte 
sich der Architekt des Beschwerdeführers mit E-Mail vom 23. Mai 2023 auf den Standpunkt, das 
Baugesuch vom 2. Dezember 2021 habe auch die Umnutzung des Büros im Obergeschoss um-
fasst. Die Gemeinde antwortete gleichentags, sie sei bereit auf ein Baugesuch zu verzichten, 
wenn der Beschwerdeführer den bewilligten Plan vom Obergeschoss einreiche. Die Gemeinde 
teilte dem Beschwerdeführer zudem mit, für den Sichtschutzzaun im Süden der Parzelle müsse 
ein Baugesuch mit Ausnahmegesuch zum Unterschreiten des Strassenabstands eingereicht wer-
den. In der Folge erklärte der Architekt des Beschwerdeführers mit E-Mail vom 25. Mai 2023, 
gemäss dem Vorbesitzer der Liegenschaft sei der Sichtschutzzaun 2018/2019 erstellt respektive 
sei der vorherige Maschendrahtzaun ersetzt worden. Es sei speziell, dass beim Baugesuch vom 
2. Dezember 2021 der Zaun von der Bauverwaltung nicht thematisiert worden sei, da im Vorfeld 
mit der Bauverwaltung und Herrn C.________ eine Besichtigung durchgeführt worden sei.4

3. Mit Wiederherstellungsverfügung vom 16. Oktober 2023 teilte die Gemeinde dem Be-
schwerdeführer erneut ihre Feststellung mit, dass er aus den Büroräumlichkeiten im 1. Stock ohne 
Baubewilligung eine neue Wohnung erstellt habe. Zudem habe der Beschwerdeführer auf der 
Südseite der Liegenschaft und entlang der G.________strasse eine Sichtschutzwand erstellt, die 
den notwendigen Abstand zur öffentlichen Strasse wohl nicht einhalte. Die Gemeinde verfügte 
deshalb Folgendes:

1. Für die beiden nicht bewilligten Bauvorhaben ist innert 30 Tagen das nachträgliche Baugesuch ein-
zureichen.

2. Sollte das nachträgliche Baugesuch nicht eingereicht werden, schreiten wir zur Ersatzvornahme, d.h. 
für die unbewilligte Wohnung wird ein Benützungsverbot erlassen und der unbewilligte Sichtschutz 
wird durch eine durch uns beauftragte Unternehmung auf Ihre Kosten zurückgebaut.

3. Widerhandlungen gegen diese Verfügung sind nach Art. 50 BauG strafbar.
4. Die Kosten dieser Verfügung betragen Fr. 140.-- und werden dem Grundeigentümer auferlegt.
5. [Rechtsmittelbelehrung]

4. Gegen diese Verfügung reichte der Beschwerdeführer am 27. Oktober 2023 Beschwerde 
bei der Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD) ein. Er beantragt sinngemäss die 
Aufhebung der angefochtenen Verfügung.

5. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren für die BVD leitet5, führte mit Verfügung vom 
1. November 2023 den Schriftenwechsel durch, holte die Vorakten ein und bat die Gemeinde um 
Mitteilung, ob der Beschwerdeführer innert der Rechtsmittelfrist ein nachträgliches Baugesuch 
eingereicht hat. Mit Beschwerdeantwort vom 10. November 2023 beantragt die Gemeinde, die 

3 Pag. 2 der Vorakten
4 Vgl. den E-Mailverkehr in den Beschwerdebeilagen
5 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau- und Verkehrsdirektion 
(Organisationsverordnung BVD, OrV BVD; BSG 152.221.191)

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Beschwerde sei vollumfänglich abzuweisen. Aus der Beschwerdeantwort folgt sinngemäss, dass 
der Beschwerdeführer kein nachträgliches Baugesuch eingereicht hat.

Da die Vorakten keine Pläne enthalten, auf denen das erste Obergeschoss des Gebäudes Nr. 8a 
auf der Parzelle Nr. B.________ und die vorliegend umstrittene Wohnung dargestellt sind, bat das 
Rechtsamt die Gemeinde mit Verfügung vom 24. Januar 2024, sämtliche Baubewilligungsakten 
betreffend das Gebäude Nr. 8a auf der Parzelle Nr. B.________ (seit der Erstellung des Gebäu-
des bis und mit heute) im Original einzureichen. Die Gemeinde erklärte am 1. Februar 2024, auch 
nach eingehender Durchforstung ihres Archivs habe sie keine weiteren Unterlagen zum Gebäude 
Nr. 8a auf der Parzelle Nr. B.________ gefunden. Die ältesten Unterlagen, die ihrerseits auffind-
bar seien, stammten vom Gebäude an der G.________strasse 11 auf der Parzelle 
Nr. D.________, die an die Parzelle Nr. B.________ angrenze. Auf diesen Plänen sei ersichtlich, 
dass das Gebäude Nr. 8a auf der Parzelle Nr. B.________ im Jahr 1968 bereits bestanden habe.

In der Folge bestätigte das die Gemeinde auch auf telefonische Nachfrage des Rechtsamtes vom 
5. Februar 2024 und teilte mit, gemäss dem eidgenössischen Gebäude- und Wohnungsregister 
(GWR) sei das Gebäude an der F.________strasse Nr. 8a im Jahr 1946 oder 1960 errichtet wor-
den. Zudem konnte die Gemeinde mit Hilfe des GWR die Eigentümerschaften der Parzelle 
Nr. B.________ bis am 1. Januar 1980 rekonstruieren. Anhand dieser Angaben hat das Rechts-
amt in der Folge zunächst Nachforschungen beim Regierungsstatthalteramt Seeland (ehemals 
Amtsbezirk Büren) angestellt. Das Regierungsstatthalteramt Seeland teilte am 13. Februar 2024 
mit, dass sich in seinem Archiv lediglich noch Akten ab dem Jahr 2002 befänden. Die älteren 
Baubewilligungsakten seien beim Staatsarchiv des Kantons Bern. Die weiteren Nachforschungen 
des Rechtsamts ergaben, dass auch beim Staatsarchiv keine Baubewilligungsakten oder baube-
willigten Pläne betreffend die Parzelle Nr. B.________ vorhanden sind.

Mit Verfügung vom 29. Februar 2024 bat das Rechtsamt den Beschwerdeführer aktuelle und (so-
fern vorhanden) alte bewilligte Pläne, auf denen das erste Obergeschoss des Gebäudes Nr. 8a 
auf der Parzelle Nr. B.________ und die vorliegend umstrittene Wohnung dargestellt sind, einzu-
reichen. Der Beschwerdeführer teilte am 12. März 2024 mit, er habe keine alten Pläne. Zudem 
reichte der Beschwerdeführer auch keine aktuellen Pläne ein.

Die Parteien erhielten anschliessend Gelegenheit, Schlussbemerkungen einzureichen. Die Ge-
meinde verzichtete mit Schreiben vom 18. April 2024 auf das Einreichen von Schlussbemerkun-
gen. Vom Beschwerdeführer gingen innert Frist keine Schlussbemerkungen ein.

6. Auf die Rechtsschriften und die Vorakten wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den 
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Eintretensvoraussetzungen

Gemäss Art. 49 Abs. 1 BauG6 können baupolizeiliche Verfügungen nach Art. 45 bis 48 BauG in-
nert 30 Tagen seit Eröffnung mit Beschwerde bei der BVD angefochten werden. Die BVD ist damit 
zur Beurteilung der Beschwerde zuständig. Wiederherstellungsverfügungen kann anfechten, wer 
vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders 
berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung der Verfügung hat (Art. 65 Abs. 1 

6 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0)

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VRPG7).8 Der Beschwerdeführer ist als Adressat durch die angefochtene Verfügung beschwert 
und daher zur Beschwerde legitimiert. Auf seine form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde 
ist einzutreten.

2. Rechtliche Grundlagen

a) Bauten und Anlagen dürfen nur mit behördlicher Bewilligung errichtet oder geändert werden 
(Art. 22 Abs. 1 RPG9). Baubewilligungspflichtig sind alle künstlich geschaffenen und auf Dauer 
angelegten Bauten, Anlagen und Einrichtungen (Bauvorhaben), die in fester Beziehung zum Erd-
boden stehen und geeignet sind, die Nutzungsordnung zu beeinflussen, indem sie zum Beispiel 
den Raum äusserlich erheblich verändern, die Erschliessung belasten oder die Umwelt beein-
trächtigen (Art. 1a Abs. 1 BauG). Baubewilligungspflichtig sind auch die Zweckänderung und der 
Abbruch von Bauten, Anlagen und Einrichtungen sowie wesentliche Terrainveränderungen 
(Art. 1a Abs. 2 BauG). Demgegenüber keiner Baubewilligung bedürfen insbesondere der Unter-
halt von Bauten und Anlagen, für eine kurze Dauer erstellte Bauten und Anlagen sowie andere 
geringfügige Bauvorhaben (Art. 1b Abs. 1 BauG).

In Art. 6 f. BewD10 sind die baubewilligungsfreien Bauvorhaben konkretisiert. Gemäss Art. 6 
Abs. 1 Bst. c BewD bedürfen das Unterhalten und Ändern (einschliesslich Umnutzen) von Bauten 
und Anlagen keiner Baubewilligung, wenn keine bau- oder umweltrechtlich relevanten Tat-
bestände betroffen sind. Bau- oder umweltrechtlich relevante Tatbestände liegen beispielsweise 
vor, wenn die Zweckänderung Zonenvorschriften berührt oder Bestimmungen über die Baulinien 
und Bauabstände, über die Umgebungsgestaltung (z.B. die Aussenräume nach Art. 14 BauG, die 
Aufenthaltsbereiche und Spielplätze nach Art. 15 BauG) oder den Umweltschutz tangiert oder 
wenn die Änderung zu einer wesentlichen Mehrbelastung der Erschliessungsanlagen (inkl. Park-
plätze) führt. Sodann statuiert Art. 6 Abs. 1 Bst. d BewD, dass bauliche Änderungen im Gebäu-
deinnern, die nicht mit einer baubewilligungspflichtigen Nutzungsänderung verbunden sind und 
nicht die Brandsicherheit betreffen, keiner Baubewilligung bedürfen. Im Umkehrschluss folgt aus 
Art. 6 Abs. 1 Bst. d BewD, dass bauliche Änderungen im Gebäudeinnern der Baubewilligungs-
pflicht unterstellt sind, wenn sie die Brandsicherheit betreffen.11 Beispielsweise hat der erstmalige 
Einbau einer Küche mit Herd und Backofen Auswirkungen auf die Brandsicherheit.12 Schliesslich 
hält Art. 6 Abs. 1 Bst. i BewD fest, dass bis zu 1.20 Meter hohe Einfriedungen baubewilligungsfrei 
sind.

Auch wenn sich ein Bauvorhaben als baubewilligungsfrei erweist, hat es die öffentlich-rechtlichen 
Bauvorschriften einzuhalten (vgl. Art. 1 und Art. 1b Abs. 2 BauG). So sind insbesondere die Si-
cherheits- und Ästhetikanforderungen zu erfüllen und der Strassenabstand gemäss Art. 56 ff. SV13 
bzw. das Lichtraumprofil gemäss Art. 83 SG14 zu wahren.15

b) Wird ein Bauvorhaben ohne Baubewilligung ausgeführt (sog. formelle Rechtswidrigkeit), 
setzt die Baupolizeibehörde eine angemessene Frist zur Wiederherstellung des rechtmässigen 
Zustands unter Androhung der Ersatzvornahme (vgl. Art. 46 Abs. 1 und 2 BauG). Bauarbeiten, die 

7 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21)
8 Vgl. Michael Pflüger, in Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 65 N. 9
9 Bundesgesetz vom 22. Juni 1979 über die Raumplanung (Raumplanungsgesetz, RPG; SR 700)
10 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1)
11 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, Band I, 5. Aufl., Bern 2020, Art. 1a N. 23 f.
12 Vgl. BVD 120/2021/74 vom 20. Oktober 2022 E. 2b
13 Strassenverordnung vom 29. Oktober 2008 (SV; BSG 732.111.1)
14 Strassengesetz vom 4. Juni 2008 (SG; BSG 732.11)
15 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 1b N. 3

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nicht aus der Baubewilligung und den genehmigten Plänen hervorgehen, gelten grundsätzlich als 
nicht bewilligt bzw. formell rechtswidrig. Es ist Sache der Bauherrschaft, diese Vermutung zu zer-
stören. Ihr obliegt die Beweislast für das Vorhandensein einer Baubewilligung.16 Im Verwaltungs- 
und Verwaltungsjustizverfahren stellen die Behörden den Sachverhalt zwar von Amtes wegen fest 
(Art. 18 Abs. 1 VRPG). Diese sogenannte Untersuchungsmaxime mindert die Behauptungs- und 
Bestreitungslast der Parteien im Vergleich zu Verfahren, in denen die Verhandlungsmaxime gilt. 
Die Parteien sind weitgehend von der Beweisführungslast entbunden. Es ist Aufgabe der instru-
ierenden Behörde, die rechtserheblichen Tatsachen zu erheben. Der Untersuchungspflicht der 
Behörde steht allerdings die Mitwirkungspflicht der Parteien gegenüber. Aus dem Grundsatz von 
Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3 und Art. 9 BV17) ergibt sich, dass die Parteien zur Mitwirkung bei 
den Abklärungen verpflichtet sind.18 Insbesondere verpflichtet Art. 20 Abs. 1 VRPG die Parteien 
zur Mitwirkung an der Sachverhaltsfeststellung, wenn sie aus einem Begehren eigene Rechte 
ableiten. Soweit es um Sachumstände geht, aus denen die Partei etwas zu ihren Gunsten ableiten 
will, liegt die Mitwirkung in deren eigenem Interesse.19 Auch im öffentlichen Recht gilt nämlich, 
dass eine Partei, die aus einer beweisbedürftigen Tatsache etwas für ihren Standpunkt ableiten 
will, im Falle der Beweislosigkeit die Folgen trägt (sog. objektive Beweislast; Art. 8 ZGB20).21

c) Die Wiederherstellungsverfügung muss im öffentlichen Interesse liegen, verhältnismässig 
sein und darf den Vertrauensgrundsatz nicht verletzen. Ein öffentliches Interesse an der Wieder-
herstellung des rechtmässigen Zustandes ist im Allgemeinen gegeben, da das Interesse an der 
Einhaltung der baurechtlichen Bestimmungen und an der konsequenten Verhinderung von Bau-
ten, die der baurechtlichen Ordnung widersprechen, generell gross ist.22 Bei gutem Glauben der 
Bauherrschaft kann die Wiederherstellung unterbleiben, wenn nicht gewichtige öffentliche oder 
private (nachbarliche) Interessen sie gebieten.23 Es wird allgemein vorausgesetzt, dass die Bau-
bewilligungspflicht für Bauvorhaben bekannt ist.24 Bei bösem Glauben (im baurechtlichen Sinn) 
der Bauherrschaft kann auf die Wiederherstellung nur verzichtet werden, wenn die Abweichung 
vom Erlaubten unbedeutend ist oder die Wiederherstellung nicht im öffentlichen Interesse liegt 
oder sonst wie unverhältnismässig wäre.25 Eine Wiederherstellungsmassnahme ist verhältnis-
mässig, wenn sie geeignet ist, das angestrebte Ziel zu erreichen, sachlich, räumlich, zeitlich und 
personell nicht weiter geht, als zur Herstellung des rechtmässigen Zustands nötig ist (Erforder-
lichkeit) und die Belastung für die pflichtige Person in einem vernünftigen Verhältnis zum verfolg-
ten Ziel steht (Zumutbarkeit). Auch die Wiederherstellungsfrist muss verhältnismässig sein. Sie ist 
so zu bemessen, dass die pflichtige Person nach allgemeiner Erfahrung ihre Pflicht bis zum Ablauf 
der Frist erfüllen kann.26

d) Die Massnahmen zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes sind genau zu be-
zeichnen. Bauten und Teile von Bauten, die ohne Bewilligung errichtet wurden und nicht bewilli-
gungsfähig sind, sind grundsätzlich zu beseitigen. Ein blosses Benützungsverbot genügt häufig 
nicht, da ein solches auf Dauer meist nur mit unverhältnismässigem Verwaltungsaufwand kontrol-
lierbar und durchsetzbar ist. Sind an sich zulässige Räume einer unrechtmässigen Nutzung zuge-
führt worden, so sind sie durch wirksame bauliche Massnahmen (z.B. Entfernen von Installationen 

16 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 46 N. 9b Bst. c
17 Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV; SR 101)
18 Michel Daum, in Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 18 N. 4 f. 
19 Michel Daum, a.a.O., Art. 20 N. 2 
20 Schweizerisches Zivilgesetzbuch vom 10. Dezember 1907 (ZGB; SR 210)
21 Michel Daum, a.a.O., Art. 18 N. 11 
22 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 46 N. 9a
23 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 46 N. 9b Bst. a
24 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 46 N. 9b Bst. a/bb
25 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 46 N. 9b Bst. e
26 Vgl. zum Ganzen BVR 2013 S. 85 E. 5.1; Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 46 N. 9c

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und Einrichtungen) für diese Nutzung unbrauchbar zu machen.27 Zur Unbewohnbarmachung von 
Räumen fallen beispielsweise das Entfernen der Kücheneinrichtung, der Badezimmerinstallatio-
nen und der elektrischen Anschlüsse in Betracht.28

e) Nach Ablauf von fünf Jahren, seitdem die Rechtswidrigkeit erkennbar war, kann die Wieder-
herstellung des rechtmässigen Zustandes nur verlangt werden, wenn zwingende öffentliche Inter-
essen es erfordern (Art. 46 Abs. 3 BauG). Um die Frist zu wahren, genügt die Aufforderung der 
Behörde, ein nachträgliches Baugesuch einzureichen.29

f) Gemäss Art. 46 Abs. 2 Bst. b BauG wird die Wiederherstellungsverfügung aufgeschoben, 
wenn der Pflichtige innert 30 Tagen seit ihrer Eröffnung ein Gesuch um nachträgliche Baubewilli-
gung einreicht. Massgebend im nachträglichen Baubewilligungsverfahren ist das Recht, das im 
Zeitpunkt der Ausführung des Bauvorhabens bzw. im Zeitpunkt der Nutzungsänderung anwendbar 
war. Späteres Recht ist anzuwenden, wenn es für die Bauherrschaft günstiger ist oder wenn die 
Bauherrschaft das Bewilligungserfordernis in der Absicht missachtet hatte, dem späteren stren-
geren Recht zuvorzukommen.30 Versäumt es die Bauherrschaft ein nachträgliches Baugesuch 
einzureichen, so ist der Anspruch auf materielle Prüfung der Baurechtskonformität grundsätzlich 
verwirkt. In Fällen, in denen kein nachträgliches Baugesuch gestellt wird, hat die Rechtsmittel-
behörde wenigstens summarisch zu prüfen, ob das Vorhaben bewilligt werden könnte oder ob es 
materiell rechtswidrig ist. Nach der Praxis des Verwaltungsgerichts wäre es unverhältnismässig, 
eine an sich bewilligungsfähige Baute oder Anlage bloss wegen Fehlens der Baubewilligung be-
seitigen zu lassen.31

g) Rechtskräftig verfügte Massnahmen, die der Pflichtige innerhalb der angesetzten Frist nicht 
oder nicht vorschriftsgemäss ausführt, lässt die Baupolizeibehörde auf seine Kosten durch Dritte 
vornehmen (Art. 47 Abs. 1 BauG; sog. Ersatzvornahme). Die Ersatzvornahme setzt die Vollstreck-
barkeit der Wiederherstellungsverfügung, deren Nichterfüllung durch die zur Wiederherstellung 
verpflichteten Person, die Eignung der Wiederherstellungsverfügung zur ersatzweisen Vollstre-
ckung und die vorherige Androhung der Ersatzvornahme voraus. Eine Verfügung ist vollstreckbar, 
wenn sie nicht mehr mit einem ordentlichen Rechtsmittel angefochten werden kann.32 Bevor die 
Baupolizeibehörde zur Ersatzvornahme schreiten kann, hat sie somit eine Wiederherstellungsver-
fügung mit Fristansetzung zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes und Androhung 
der Ersatzvornahme zu erlassen (vgl. Art. 116 Abs. 1 VRPG i.V.m. Art. 46 BauG). Die Ersatzvor-
nahme mit den Angaben, wann und wie die Ersatzvornahme durchgeführt wird, hat grundsätzlich 
separat zu erfolgen (vgl. Art. 116 Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 47 Abs. 1 BauG). Die Ersatzvornahme-
verfügung kann zwar in die Wiederherstellungsverfügung integriert werden. Auch in diesem Fall 
muss aber die Ersatzvornahme zunächst angedroht werden und die Vollstreckungsmodalitäten 
sind weitgehend festzulegen.33

3. Zusätzliche Wohnung im 1. Obergeschoss

a) Der Beschwerdeführer macht sinngemäss geltend, die Gemeinde habe die Umnutzung des 
Büros im ersten Obergeschoss mit Bauentscheid vom 9. Februar 2022 bewilligt. Das Büro sei im 
Baugesuchsformular 1.0 erwähnt. Zudem habe die Gemeinde die Umnutzung publiziert. Der Be-

27 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 46 N. 10
28 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 46 N. 10c
29 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 46 N. 11 Bst. b
30 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 46 N. 14a
31 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 46 N. 15a
32 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 47 N. 3
33 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 47 N. 4

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schwerdeführer bringt weiter vor, dass er für die ganze Liegenschaft um Bewilligung zur Umnut-
zung in Wohnungen ersucht habe. Die Gemeinde habe mit E-Mail vom 23. Mai 2023 den Verzicht 
auf ein neues Nutzungsänderungsgesuch erwähnt. Zudem zitiert er Art. 43 BewD, wonach Pro-
jektänderungen während des Verfahrens und der Bauausführung möglich seien. Mit Schreiben 
vom 12. März 2024 ergänzt der Beschwerdeführer, gemäss den Informationen der Gebäudever-
sicherung Bern (GVB) sei die Liegenschaft seit 1950 versichert. Die Umnutzung umfasse das 
Erdgeschoss mit Ausstellungsraum des Elektrogeschäfts, ein kleines Büro im Obergeschoss so-
wie das Kellergeschoss (Materiallager des Elektrogeschäfts). Das Büro im Obergeschoss sei 
früher ein Studio gewesen und mache etwa 18% der Bruttogeschossfläche des Obergeschosses 
aus. Der Bauentscheid vom 9. Februar 2022 spreche von einer «Umnutzung» und nicht von einer 
«Teilumnutzung». Es sei deshalb fraglich, ob für das Kellergeschoss ebenfalls noch ein Umnut-
zungsgesuch erstellt werden müsse. Sinngemäss bringt der Beschwerdeführer zudem vor, dass 
das Vorgehen der Gemeinde spitzfindig sei und die Verfahrensgerechtigkeit beeinträchtige.

b) Die Gemeinde erklärt demgegenüber, der Grundbuchauszug beschreibe die Stockwerkein-
heit Nr. B.________-3 wie folgt: «Verkaufsladen, Lager und Büro im Erdgeschoss, Büro im 
1. Obergeschoss, 5 Estrichabteile im Dachgeschoss, 2 Lagerabteile im Untergeschoss». Dem-
nach hätten sowohl im Erdgeschoss als auch im 1. Obergeschoss je ein Büro bestanden. Im Bau-
gesuchsformular 1.0 vom 2. Dezember 2021 habe der Beschwerdeführer zwar keine Angaben zu 
den einzelnen Wohnungen der Liegenschaft gemacht und bei der Umschreibung des Bauvorha-
bens ein Büro erwähnt. Da die Liegenschaft aber zwei Büroräumlichkeiten beinhaltet habe, der 
Situationsplan vom 26. Januar 2022 wie auch die Projektpläne vom 12. November 2021 lediglich 
das Erdgeschoss der Liegenschaft betroffen hätten und keine Pläne für das 1. Obergeschoss Be-
standteil des Baugesuchs gewesen seien, habe der Beschwerdeführer keine Baubewilligung der 
Umnutzung des Büros im 1. Obergeschoss in eine Wohnung beantragt. Daran ändere auch der 
Publikationstext nichts. Nach Art. 26 Abs. 3 lit. b BewD sei das Bauvorhaben in der Veröffentli-
chung lediglich «allgemein» zu umschreiben Die Publikation müsse nicht eine umfassende Um-
schreibung des Projektvorhabens beinhalten. Zudem verweise die Publikation auf die Gesuchs-
unterlagen. Die Baubewilligung vom 9. Februar 2022 erstrecke sich deshalb nur auf das Erdge-
schoss. Für die baubewilligungspflichtige Wohneinheit im 1. Obergeschoss bestehe keine Baube-
willigung. Da die Gemeinde im Zeitpunkt der Baubewilligung vom 9. Februar 2022 nichts von der 
Umnutzung im 1. Obergeschoss gewusst habe, habe sie den Beschwerdeführer nicht auf die Mög-
lichkeit einer Projektänderung hinweisen können.

c) Zunächst kann festgehalten werden, dass die (allfällige) Umnutzung des Kellergeschosses 
vorliegend nicht Streitgegenstand bildet und im Folgenden nicht weiter darauf einzugehen ist. Zwi-
schen den Verfahrensbeteiligten ist unbestritten, dass sich im ersten Obergeschoss des Gebäu-
des auf der Parzelle Nr. B.________ früher ein Büro befunden hat. Auch das Grundbuch liefert 
entsprechende Hinweise. So enthält der Grundbuchauszug zur Stockwerkeinheit Nr. B.________-
1 zum Sonderrecht folgende Beschreibung:

Verkaufsladen, Lager und Büro im Erdgeschoss, Büro im 1. Obergeschoss, 5 Estrichabteile im Dachge-
schoss, 2 Lagerabteile im Untergeschoss34

Der Beschwerdeführer bestreitet in seiner Beschwerde vom 27. Oktober 2023 nicht, dass er das 
Büro im ersten Obergeschoss nach Abschluss des Baubewilligungsverfahrens im Jahr 2022 zu 
einer Wohnung umgenutzt hat. Die Umnutzung von Büroräumlichkeiten zu einer Wohnung an sich 
kann bereits dazu führen, dass die massgebenden Zonenvorschriften tangiert werden. Vorliegend 
ist davon auszugehen, dass in der Wohnung eine Kochgelegenheit eingebaut wurde. Damit wurde 
durch die Umnutzung die Brandsicherheit betroffen. Hinzu kommt, dass beim Einbau einer zu-

34 Beschwerdeantwortbeilage Nr. 1

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sätzlichen Wohnung beispielsweise auch die Bandbreite der erforderlichen Anzahl Abstellplätze 
für Motorfahrzeuge, Fahrräder und Motorfahrräder (vgl. Art. 49 ff. BauV35) nicht mehr eingehalten 
sein kann. Aus diesen Gründen ist die Nutzungsänderung von Büroräumlichkeiten zu einer Woh-
nung vorliegend baubewilligungspflichtig.

d) Aus den Ausführungen des Beschwerdeführers und der Gemeinde geht hervor, dass das 
Gebäude Nr. 8a auf der Parzelle Nr. B.________ wohl spätestens in den fünfziger Jahren errichtet 
worden ist. Abgesehen von der dem Beschwerdeführer am 9. Februar 2022 erteilten Baubewilli-
gung sind jedoch keine weiteren Baubewilligungen und / oder baubewilligte Pläne vorhanden. Es 
ist daher nicht nachvollziehbar, wie viele Wohn- und Gewerberäume im Gebäude ursprünglich 
bewilligt worden sind und ob seit der Erstellung des Gebäudes allenfalls Umnutzungen bewilligt 
worden sind. Entscheidend und im Folgenden zu prüfen ist, ob mit der Baubewilligung vom 9. Fe-
bruar 2022 die Nutzungsänderung des Büros im ersten Obergeschoss bewilligt wurde. Mit Bau-
entscheid vom 9. Februar 2022 hat die Gemeinde die «Umnutzung von Gewerbebetrieb zu Wohn-
nutzung» bewilligt.36 Das Bauvorhaben wurde auch in der Publikation als «Umnutzung von Ge-
werbebetrieb zu Wohnnutzung» bezeichnet.37 Die Umschreibung des Bauvorhabens im Bauent-
scheid und in der Publikation ist zwar sehr allgemein und offen formuliert. Der Beschwerdeführer 
kann daraus jedoch nichts zu seinen Gunsten ableiten. Dass die Publikation des Bauvorhabens 
lediglich eine allgemeine Umschreibung des Bauvorhabens enthielt, ist mit Blick auf Art. 26 Abs. 3 
Bst. b BewD nicht zu beanstanden. Ebenso wenig ist vorliegend entscheidend, ob von einer «Um-
nutzung» oder einer «Teilumnutzung» die Rede ist. Massgebend sind vielmehr die Gesuchsakten, 
auf welche die Publikation explizit verwies.38 Bereits aus dem am 9. Februar 2022 bewilligten Plan 
Grundriss/Fassaden vom 12. November 2021 geht hervor, dass nur eine 4.5 Zimmerwohnung im 
Erdgeschoss bewilligt wurde. Der Plan Grundriss/Fassaden vom 12. November 2021 enthält ein-
zig den Grundriss des Erdgeschosses. Auch an der Fassade sind lediglich Änderungen im Erd-
geschoss eingezeichnet. Für das 1. Obergeschoss ist demgegenüber kein Plan aktenkundig. Die 
Zustimmungserklärungen der Grundeigentümerschaften der Parzellen Nrn. D.________, 
E.________ und H.________ vom 22. September 2021 betreffen ebenfalls nur die «Nutzungsän-
derung Erdgeschoss: Bisher Gewerbebetrieb: Elektrogeschäft mit Ausstellungsraum und 
Büro/Neue Nutzung: 4 ½ Zimmerwohnung, somit Wohnnutzung». Den Zustimmungserklärungen 
beigelegt ist ein Plan Erdgeschoss vom 17. September 2021, der nur die 4.5 Zimmerwohnung im 
Erdgeschoss, nicht aber das 1. Obergeschoss zeigt.39 Des Weiteren enthält das Baugesuchsfor-
mular 1.0 vom 2. Dezember 2021 folgende Umschreibung des Bauvorhabens:

Nutzungsänderung Erdgeschoss:
- Bisher Gewerbebetrieb: Elektrogeschäft mit Ausstellungsraum und Büro

Neue Nutzung: 4 ½ Zimmerwohnung, somit Wohnnutzung
Umgebung keine Änderung40

Auch die Umschreibung des Bauvorhabens nennt nur die Nutzungsänderung im Erdgeschoss und 
eine 4 ½ Zimmerwohnung, nicht jedoch eine weitere Umnutzung im 1. Obergeschoss. Das Bau-
gesuchsformular 1.0 vom 2. Dezember 2021 enthält zudem keine Angaben zu der Anzahl beste-
hender und neuer Wohnungen auf der Parzelle Nr. B.________.41 Dasselbe gilt für das Formular 
2.0 (Technik).42 Im Übrigen umfasste das Bauvorhaben auch gemäss Formular B 3.0 (Entwässe-

35 Bauverordnung vom 6. März 1985 (BauV; BSG 721.1) 
36 Vgl. pag. 3 ff. der Vorakten
37 Pag. 12 der Vorakten
38 Pag. 12 der Vorakten
39 Vgl. die Vorakten, Lasche mit den Projektplänen
40 Pag. 13 ff. der Vorakten
41 Pag. 13 ff. der Vorakten
42 Pag. 16 f. der Vorakten

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rung von Grundstücken) nur eine Wohnung mit 4 Zimmern.43 Wäre die Umnutzung im 1. Oberge-
schoss Bestandteil des Baugesuchs gewesen, hätten in diesem Formular bei der Anzahl Woh-
nungen entsprechend zwei Wohnungen ausgewiesen werden müssen. Aus den genannten Grün-
den ergibt sich, dass mit Baubewilligung vom 9. Februar 2022 die Umnutzung im 1. Obergeschoss 
nicht bewilligt wurde. Die Umnutzung des Büroraums im 1. Obergeschoss ist damit formell rechts-
widrig. Die Gemeinde hat zu Recht eine Wiederherstellungsverfügung erlassen. Es ist nicht er-
sichtlich, inwiefern das Vorgehen der Gemeinde spitzfindig sein und die Verfahrensgerechtigkeit 
beeinträchtigen sollte.

e) Hinsichtlich der materiellen Rechtswidrigkeit ist zunächst zu klären, welche rechtlichen 
Grundlagen anwendbar sind. Das von der Gemeinde online veröffentlichte Baureglement zur Teil-
revision der Ortsplanung vom Januar 2023 ist derzeit noch nicht vom AGR genehmigt.44 Zudem 
lag es vom 23. Juni bis 25. Juli 2022 sowie vom 7. Dezember 2022 bis 9. Januar 2023 und damit 
mutmasslich erst nach der Umnutzung des Büroraums im 1. Obergeschoss öffentlich auf. Vorlie-
gend ist daher das bisherige Baureglement der Einwohnergemeinde Lengnau vom August 2011, 
zuletzt genehmigt durch das Amt für Gemeinden und Raumordnung des Kantons Bern (AGR) am 
10. Juni 2022 massgebend.

Gemäss Art. 211 Abs. 3 GBR45 sind in der Mischzone Kern MK unter anderem das Wohnen und 
dem Wohnen gleichgestellte Nutzungen zulässig. Die Umnutzung eines Büros in ein Studio ist 
daher nicht von vornherein materiell rechtswidrig. Die Bewilligungsfähigkeit einer Umnutzung setzt 
jedoch voraus, dass beispielsweise genügend Abstellplätze für Fahrzeuge (vgl. Art. 49 ff. BauV) 
sowie Abstellräume vorhanden sind (vgl. Art. 42 ff. BauV). Ebenso müssen Wohnräume den 
wohnhygienischen Vorschriften genügen (vgl. Art. 64 ff. BauV). Hinzu kommt, dass auch der 
Brandschutz überprüft werden muss (vgl. Art. 57 Abs. 3 BauV). Der Beschwerdeführer hat im vor-
liegenden Beschwerdeverfahren trotz entsprechender Aufforderung keine aktuellen Pläne zum 
1. Obergeschoss eingereicht. Im Rahmen der summarischen Prüfung kann daher nicht bewiesen 
werden, dass die Umnutzung des Büros im 1. Obergeschoss materiell-rechtlich zulässig, das 
heisst bewilligungsfähig ist. Der Beschwerdeführer trägt die Folgen der Beweislosigkeit. Anders 
ausgedrückt ist nach dem Gesagten davon auszugehen, dass die Umnutzung des Büros im 
1. Obergeschoss nicht nur formell, sondern auch materiell rechtswidrig ist. Insofern erweist sich 
die Beschwerde als unbegründet.

f) Aus Dispositiv-Ziff. 2 der angefochtenen Verfügung folgt, dass die Gemeinde als Wieder-
herstellungsmassnahme ein Benützungsverbot für das Studio im 1. Obergeschoss verfügen 
wollte. Die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes liegt vorliegend ohne Weiteres im 
öffentlichen Interesse, da sich die Umnutzung aufgrund einer summarischen Prüfung als formell 
und materiell rechtswidrig erweist. Das öffentliche Interesse an der Wiederherstellung des recht-
mässigen Zustands überwiegt die entgegenstehenden privaten Interessen des Beschwerdefüh-
rers. Die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes mittels eines Benützungsverbotes er-
weist sich grundsätzlich auch als zumutbar und erforderlich. Insofern erweist sich die Beschwerde 
als unbegründet. In der nachfolgenden Erwägung 5 wird jedoch nochmals auf die Wiederherstel-
lungsanordnung zurückzukommen sein.

43 Pag. 20 der Vorakten
44 Abrufbar unter https://www.lengnau.ch/online-schalter/reglemente-verordnungen/
45 Baureglement der Einwohnergemeinde Lengnau vom August 2011, genehmigt durch das Amt für Gemeinden und 
Raumordnung des Kantons Bern (AGR) am 11. Mai 2012

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4. Sichtschutz

a) Der Beschwerdeführer macht geltend, beim Sichtschutz handle es sich um einen «Ersatz» 
des vorherigen Maschendrahtzaunes. Aus den Beschwerdebeilagen folgt, dass der Sichtschutz 
nach Ansicht des Beschwerdeführers angeblich im Jahr 2018/2019 errichtet worden sein soll.

Die Gemeinde führt in ihrer Beschwerdeantwort vom 10. November 2023 aus, der Sichtschutz 
halte weder den Strassenabstand gemäss Art. 56 Abs. 1 SV noch das Lichtraumprofil gemäss 
Art. 83 Abs. 1 SG ein. Von einer angeblichen Begehung vor Ort mit Herrn C.________ habe sie 
keine Kenntnis. Es sei selbsterklärend, dass sie den Beschwerdeführer dazu aufgefordert hätte, 
die bestehende Sichtschutzwand im Baugesuch zu integrieren, sofern sie davon gewusst hätte.

b) Soweit das zuständige Gemeinwesen in Nutzungsplänen oder in der Gesetzgebung nichts 
anderes festlegt, gilt für Bauten und Anlagen an Kantonsstrassen ein Abstand von fünf Meter ab 
Fahrbahnrand (Art. 80 Abs. 1 Bst. a SG) und für solche an Gemeindestrassen, Privatstrassen im 
Gemeingebrauch sowie an selbständigen Fuss- und Radwegen ein Abstand von 3.60 m (Art. 80 
Abs. 1 Bst. b SG). Für Bauten und Anlagen, die weder die Verkehrssicherheit beeinträchtigen 
noch den Ausbau der Strasse erschweren, legt der Regierungsrat geringere Abstände fest (Art. 80 
Abs. 2 SG). Für Einfriedungen und Zäune bis zu einer Höhe von 1.2 m gilt ein Strassenabstand 
von 0.5 m ab Fahrbahnrand (Art. 56 Abs. 1 SV). Höhere Einfriedungen und Zäune sind um ihre 
Mehrhöhe zurückzuversetzen (Art. 56 Abs. 2 SV). An unübersichtlichen Strassenstellen dürfen 
Einfriedungen und Zäune die Fahrbahn um höchstens 0.6 m überragen (Art. 56 Abs. 3 SV). Die 
Gemeinden können in Nutzungsplänen oder in Reglementen gegenüber Gemeindestrassen und 
Privatstrassen im Gemeingebrauch andere Abstände vorschreiben (Art. 59 Abs. 1 SV). Das bis-
herige Baureglement der Gemeinde Lengnau enthält mit Art. A147 Abs. 2 GBR folgende Regelung 
zu den Abständen gegenüber Strassen und Wegen:

Für Tiefbauten wie Zugänge, Abstellplätze, Rampen, Mauern und für Anlagen der Gartengestaltung gilt von 
Gemeindestrassen ein Abstand von 1.5 m, sofern dadurch nicht die Verkehrssicherheit oder andere öffent-
liche Interessen beeinträchtigt werden.
Vorbehalten bleiben Hauszugänge, Gartenzäune und dergleichen, die mit Zustimmung der Gemeinde bis 
0.3 m am Fahrbahnrand respektive unmittelbar am Trottoirrand erstellt werden dürfen.

Vom Strassenabstand zu unterscheiden ist das Lichtraumprofil. Der Raum über der Fahrbahn von 
öffentlichen Strassen, einschliesslich des Raums seitlich zum Fahrbahnrand, ist bis auf eine Höhe 
von mindestens 4.50 m freizuhalten (Art. 83 Abs. 1 SG). Der an die Fahrbahn angrenzende seitli-
che Raum ist auf einer Breite von 0.50 m freizuhalten (Art. 83 Abs. 3 SG). Der Strassenabstand 
und die lichte Breite werden je ab dem Fahrbahnrand gemessen und müssen grundsätzlich beide 
eingehalten werden.46 Das Lichtraumprofil gemäss Art. 83 Abs. 3 SG ist zwingend einzuhalten. 
Es gibt keine Kompetenz der Gemeinden, abweichende Regelungen zu erlassen.47 Art. A147 
Abs. 2 GBR, demgemäss Gartenzäune und dergleichen bis 0.3 m am Fahrbahnrand erstellt wer-
den dürfen, führt somit nicht dazu, dass das Lichtraumprofil nach Art. 83 Abs. 3 SG nicht mehr 
eingehalten werden muss.

c) Aus den Beschwerdeantwortbeilagen Nrn. 2 bis 5 geht hervor, dass sich auf der Südseite 
des Gebäudes auf der Parzelle Nr. B.________ zur G.________strasse hin ein kleiner Grünbe-
reich befindet. Der Grünbereich ist auf drei Seiten mit einer Mauer und einer auf dieser errichteten 
schwarzen Sichtschutzwand abgegrenzt. Den Beschwerdeantwortbeilagen 3, 4 und 5 lässt sich 
entnehmen, dass die Mauer bereits im Jahr 2013 bestand, wobei sich im Zeitpunkt der Aufnahme 

46 VGE 2017/181 vom 18. April 2018 E. 3.2
47 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 12 N. 19 mit Hinweis auf VGE 2017/181 vom 18. April 2018 E. 3.5

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weder eine Sichtschutzwand noch ein Maschendrahtzaun oder ähnliches auf der Mauer befand. 
Die Mauer selbst ist nicht Gegenstand der angefochtenen Wiederherstellungsverfügung und somit 
auch nicht Streitgegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens. 

Die Abgrenzung des Grünbereichs mit der Mauer und der Sichtschutzwand erfolgt im Südosten 
gegenüber den Parkplätzen auf der Parzelle Nr. B.________, im Süden gegenüber der 
G.________strasse sowie im Südwesten gegenüber der Nachbarparzelle Nr. D.________. Ent-
lang der G.________strasse und gegenüber der Nachbarparzelle Nr. D.________ erreichen die 
Sichtschutzwand und die Mauer zusammen eine Höhe von ca. 2 m.48 Somit ist die Sichtschutz-
wand gemeinsam mit der Mauer weit über 1.2 m hoch. Folglich ist die Baubewilligungspflicht für 
die Sichtschutzwand zu bejahen. Eine Baubewilligung ist nicht aktenkundig. Auch der Beschwer-
deführer macht nicht geltend, dass die Sichtschutzwand bewilligt wurde. Die Sichtschutzwand ist 
daher formell rechtswidrig.

d) Die Sichtschutzwand befindet sich zumindest teilweise innerhalb des Lichtraumprofils 
gemäss Art. 83 Abs. 3 SG. So insbesondere an ihrer südwestlichen Ecke. Zudem liegt die Sicht-
schutzwand deutlich näher als 1.5 m bei der Fahrbahn.49 Dass die Gemeinde einer Unterschrei-
tung des Strassenabstandes zugestimmt hat, ist nicht aktenkundig. Die Sichtschutzwand hält da-
mit auch den Strassenabstand gemäss Art. A147 Abs. 2 GBR nicht ein. Nach dem Gesagten er-
weist sich die Sichtschutzwand als materiell rechtswidrig bzw. nicht bewilligungsfähig.

e) Als Wiederherstellungsmassnahme hat die Gemeinde in Dispositiv-Ziff. 2 der angefochte-
nen Verfügung zumindest sinngemäss den Rückbau bzw. die Entfernung der Sichtschutzwand 
angeordnet. Wie bereits erwähnt, bestanden im Jahr 2013 auf der Mauer weder ein Maschen-
drahtzaun noch eine Sichtschutzwand. Aus den entsprechenden Aufnahmen aus Google Street 
View ist ersichtlich, dass der Grünbereich im Süden der Parzelle bepflanzt war, wobei Sichtlücken 
bestanden. Die auf der F.________strasse von Norden herkommenden Fahrzeuge, die in süd-
westlicher Richtung auf die G.________strasse abbiegen wollten, konnten sowohl die Ausfahrt 
aus der Garage auf der Parzelle Nr. D.________ sowie die G.________strasse selbst ein-
sehen.50 Mit der Sichtschutzwand sind die Garagenausfahrten auf der Parzelle Nr. D.________ 
nicht mehr sowie die G.________strasse nicht mehr vollständig für die von der nördlichen 
F.________strasse herkommenden Verkehrsteilnehmenden einsehbar. Dies kann zu gefährlichen 
Situationen führen. Die Entfernung der gesamten Sichtschutzwand führt zu einer wesentlichen 
Verbesserung bzw. zu einer Wiederherstellung der Verkehrssicherheit. An der Entfernung der 
Sichtschutzwand und damit der Freihaltung des Lichtraumprofils sowie der Einhaltung des Stras-
senabstandes besteht somit ein gewichtiges öffentliches Interesse. Auch ist die Entfernung geeig-
net und erforderlich, die Verkehrssicherheit wiederherzustellen bzw. im Vergleich zum heutigen 
Zustand deutlich zu verbessern. Ferner ist die Entfernung der Sichtschutzwand dem Beschwer-
deführer auch zumutbar. Soweit ersichtlich, kann die Sichtschutzwand technisch leicht entfernt 
werden. Die Kosten hierfür dürften zudem nicht übermässig sein. Die Wiederherstellung des recht-
mässigen Zustandes ist nach dem Gesagten verhältnismässig.

Im Übrigen kann offen gelassen werden, wann genau die Sichtschutzwand erstellt worden ist und 
ob die Gemeinde vor dem Eigentumserwerb des Beschwerdeführers Besichtigungen durchgeführt 
hat. Einerseits dürfte die fünfjährige Frist gemäss Art. 46 Abs. 3 BauG eingehalten sein, soweit 
die Sichtschutzwand wie vom Beschwerdeführer vorgebracht im Jahr 2018/2019 erstellt worden 
ist. So hat die Gemeinde den Beschwerdeführer im April 2023 und damit innert fünf Jahren nach 
Erstellung erstmals zur Einreichung eines nachträglichen Baugesuches aufgefordert. Andererseits 

48 Vgl. den Klappmeter auf den Fotos auf der Beschwerdeantwortbeilage Nr. 2
49 Vgl. die Beschwerdeantwortbeilage Nr. 2
50 Vgl. zum Ganzen die Beschwerdeantwortbeilagen Nrn. 3 bis 5

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besteht aufgrund der Verkehrssicherheit ein zwingendes öffentliches Interesse an der Wiederher-
stellung des rechtmässigen Zustandes (vgl. Art. 46 Abs. 2 Bst. e BauG). Die Anordnung der Wie-
derherstellung des rechtmässigen Zustandes erweist sich daher insgesamt als zulässig. Insofern 
sind die Rügen des Beschwerdeführers unbegründet.

5. Unvollständigkeit der Wiederherstellungsverfügung, Rückweisung

a) Aus dem Titel und der Begründung der angefochtenen Verfügung sowie den Vorakten ergibt 
sich eindeutig, dass die Gemeinde die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes anordnen 
wollte. Wie vorangehend dargelegt, hat die Gemeinde zu Recht die Wiederherstellung des recht-
mässigen Zustandes angeordnet. Das Dispositiv der angefochtenen Verfügung ist jedoch weder 
korrekt formuliert noch vollständig.

b) In Dispositiv-Ziff. 1 der angefochtenen Verfügung hielt die Gemeinde fest, «für die beiden 
nicht bewilligten Bauvorhaben ist innert 30 Tagen das nachträgliche Baugesuch einzureichen». 
Diese Formulierung könnte so verstanden werden, als dass der Verfügungsadressat zwingend ein 
nachträgliches Baugesuch einzureichen hat. Aus Art. 46 Abs. 2 Bst. b BauG folgt lediglich, dass 
die zur Wiederherstellung verpflichtete Person innert 30 Tagen seit Eröffnung der Wiederherstel-
lungsverfügung ein nachträgliches Baugesuch einreichen kann. Mit anderen Worten steht es der 
zur Wiederherstellung verpflichteten Person frei, auf die Einreichung eines nachträglichen Bauge-
suches zu verzichten. Die Gemeinde hätte dem Beschwerdeführer daher «Gelegenheit» erteilen 
sollen, innert 30 Tagen seit Eröffnung der Wiederherstellungsverfügung ein nachträgliches Bau-
gesuch einzureichen.

c) Hinsichtlich des Studios im 1. Obergeschoss wollte die Gemeinde mit Dispositiv-Ziff. 2 der 
angefochtenen Verfügung als Wiederherstellungsmassnahme offenbar (nur) ein Benützungsver-
bot erlassen. Das heisst die Gemeinde wollte verfügen, dass das Studio im 1. Obergeschoss nicht 
als Wohnung genutzt werden darf. Wie vorangehend aufgezeigt, ist grundsätzlich nicht zu bean-
standen, dass die Gemeinde ein Benützungsverbot erlassen wollte. Die Gemeinde hätte das 
Benützungsverbot aber konkreter formulieren müssen. Das heisst sie hätte im Dispositiv der Wie-
derherstellungsverfügung ausdrücklich schreiben müssen, dass das Studio bzw. ehemalige Büro 
im 1. Obergeschoss nicht als Wohnung genutzt werden darf. Zudem hätte die Gemeinde im Dis-
positiv den konkreten Zeitpunkt, das heisst ein Datum X, nennen müssen, ab dem das Benüt-
zungsverbot gelten soll. Hierbei hätte die Gemeinde beachten müssen, dass der konkrete Zeit-
punkt in dem Sinne angemessen ist, als dass dem Beschwerdeführer genügend Zeit verbleibt, die 
Wohnung zu räumen bzw. einer allfälligen Mieterschaft zu künden. 

Ferner ist nicht korrekt, dass die Gemeinde in Dispositiv-Ziff. 2 der angefochtenen Verfügung aus-
geführt hat, soweit kein nachträgliches Baugesuch eingereicht werde, schreite sie direkt zur Er-
satzvornahme und erlasse für die unbewilligte Wohnung ein Benützungsverbot. Gemäss Art. 46 
Abs. 2 BauG hätte die Gemeinde dem Beschwerdeführer zunächst eine angemessene Frist zur 
Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes setzen müssen, allenfalls unter Androhung der 
Ersatzvornahme. Die Ersatzvornahmeverfügung zu diesem Zeitpunkt ist jedoch noch nicht zuläs-
sig.

Des Weiteren erscheint ein Benützungsverbot als einzige Wiederherstellungsmassnahme aber 
nicht geeignet, die unrechtmässige Wohnnutzung zu verhindern. Bleibt das Studio im 1. Oberge-
schoss unverändert bestehen, entsteht ein grosser Kontrollaufwand für die Durchsetzung des 
Benützungsverbots. Die Gemeinde hätte daher noch weitere, konkrete Wiederherstellungsmass-
nahmen anordnen müssen und dem Beschwerdeführer zunächst eine angemessene Frist zur 
Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes ansetzen müssen. Die Wiederherstellungs-

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massnahmen, die das Bewohnen des Studios effektiv verhindern, könnten möglicherweise in ei-
nem Rückbau der Kochgelegenheit, der sanitären Einrichtungen und der Plombierung der ent-
sprechenden Wasser- und Abwasserleitungen bestehen. Aufgrund der Aktenlage ist derzeit aber 
noch gänzlich unklar, welche Wiederherstellungsmassnahmen vorliegend in Betracht kommen 
und worin die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes überhaupt besteht. So ist bei-
spielsweise nicht ersichtlich, ob das Büro im 1. Obergeschoss bereits über sanitäre Anlagen ver-
fügt hat oder ob diese mit der Umnutzung erstmals installiert wurden. Es ist auch nicht ersichtlich, 
wie das Studio baulich gestaltet ist und welche Wiederherstellungsmassnahmen folglich angeord-
net werden können und müssen.

d) Betreffend die Sichtschutzwand geht aus der angefochtenen Verfügung hervor, dass die 
Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes in der Beseitigung der Sichtschutzwand beste-
hen sollte. Wie bereits dargelegt, ist diese Wiederherstellungsanordnung grundsätzlich nicht zu 
beanstanden. Es ist aber unzulässig, dass die Gemeinde in Dispositiv-Ziff. 2 der angefochtenen 
Verfügung ausgeführt hat, soweit kein nachträgliches Baugesuch eingereicht werde, schreite sie 
direkt zur Ersatzvornahme und lasse den Sichtschutz durch eine von ihr beauftragte Unterneh-
mung auf Kosten des Beschwerdeführers zurückbauen. Gemäss Art. 46 Abs. 2 BauG hätte die 
Gemeinde dem Beschwerdeführer auch diesbezüglich zunächst eine angemessene Frist zur Wie-
derherstellung des rechtmässigen Zustandes, d.h. zur Entfernung der Sichtschutzwand, ansetzen 
müssen. In diesem Stadium des Wiederherstellungsverfahrens hätte die Gemeinde dem Be-
schwerdeführer die Ersatzvornahme vorerst nur androhen dürfen für den Fall, dass er die Gele-
genheit zur Einreichung eines nachträglichen Baugesuches nicht nutzen oder die Sichtschutz-
wand innert Frist nicht selber entfernen sollte.

e) Nach Art. 72 Abs. 1 VRPG entscheidet die Beschwerdeinstanz in der Sache oder weist die 
Akten ausnahmsweise mit verbindlichen Anordnungen an die Vorinstanz zurück. Erweist sich die 
Beschwerde als begründet, soll die Beschwerdeinstanz das streitige Rechtsverhältnis wenn mög-
lich nach ihrer eigenen Erkenntnis abweichend von der angefochtenen Verfügung neu regeln. Das 
Gesetz verbietet der Beschwerdebehörde jedoch nicht, kassatorisch zu entscheiden. Sie soll von 
der Möglichkeit der Rückweisung nur ausnahmsweise Gebrauch machen. Es müssen besondere 
Gründe dafür sprechen, dass die Vorinstanz noch einmal zum Entscheid über das streitige Rechts-
verhältnis aufgerufen wird. Mangelnde Entscheidreife der Angelegenheit kann einen solchen 
Grund darstellen, sofern die Beschwerdebehörde selber allzu umfangreiche Beweismassnahmen 
durchführen müsste.51

f) Aus den vorangehenden Erwägungen folgt, dass die Gemeinde grundsätzlich zu Recht die 
Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes hinsichtlich des Studios im 1. Obergeschoss und 
der Sichtschutzwand angeordnet hat. Das Dispositiv der angefochtenen Wiederherstellungsver-
fügung erweist sich jedoch als fehlerhaft. Die angeordneten Wiederherstellungsmassnahmen sind 
zu konkretisieren. Hinsichtlich des Studios im 1. Obergeschoss sind zusätzlich zum Benützungs-
verbot weitere Wiederherstellungsmassnahmen zu prüfen. Aufgrund der Aktenlage ist derzeit 
keine entsprechende Ergänzung möglich. Es ist nicht Aufgabe der BVD, erstmals die nötigen 
Sachverhaltsabklärungen vorzunehmen und die möglichen weiteren Wiederherstellungsmassnah-
men zu prüfen. Es rechtfertigt sich daher, die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Ange-
legenheit an die Gemeinde zurückzuweisen. Die Gemeinde hat die Wiederherstellung des recht-
mässigen Zustandes im Sinne der Erwägungen neu zu verfügen. Das bedeutet sie hat dem Be-
schwerdeführer (erneut) Gelegenheit zur Einreichung eines nachträglichen Baugesuches innert 
30 Tagen seit Eröffnung der Verfügung zu erteilen, die Wiederherstellungsmassnahmen neu und 
konkret zu formulieren, insbesondere hinsichtlich des Studios im 1. Obergeschoss zu ergänzen 
und dem Beschwerdeführer eine angemessene Frist zur Wiederherstellung des rechtmässigen 

51 Vgl. Ruth Herzog, in Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 72 N. 7 f.

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Zustandes anzusetzen (allenfalls unter Androhung der Ersatzvornahme, sofern der Beschwerde-
führer innert Frist kein nachträgliches Baugesuch einreicht oder die Wiederherstellung des recht-
mässigen Zustandes nicht freiwillig umsetzt). Zudem hat die Gemeinde dem Beschwerdeführer 
vorgängig das rechtliche Gehör zu gewähren.

g) Aufgrund der Aufhebung der angefochtenen Verfügung und der Rückweisung der Sache zur 
Fortsetzung des Verfahrens wird auch die Kostenverfügung der Gemeinde aufgehoben. Die Ge-
meinde wird die Kosten für das Wiederherstellungsverfahren in ihrer neuen Verfügung neu zu 
verlegen haben. Die Kosten des vorinstanzlichen Wiederherstellungsverfahrens von CHF 140.00, 
die der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde klar ablehnt, sind vorliegend daher nicht absch-
liessend zu beurteilen. Sie geben jedoch zu folgenden Bemerkungen Anlass: Gemäss Gebühren-
reglement der Gemeinde Lengnau vom 5. Dezember 2013 werden für die normale Verwaltungs-
tätigkeit die Aufwandgebühr I und für die Verwaltungstätigkeit, die eine besondere fachliche Qua-
lifikation erfordert die Aufwandgebühr II erhoben (vgl. Art. 4 Abs. 2 Bst. a und b Gebührenregle-
ment). Die Gebühren nach Aufwand werden nach dem Zeitaufwand berechnet, der für die kon-
krete Dienstleistung erforderlich ist (vgl. Art. 4 Abs. 3 Gebührenreglement). Für baupolizeiliche 
Massnahmen wie beispielsweise Wiederherstellungsverfügungen wird die Aufwandgebühr II er-
hoben (vgl. Art. 38 Gebührenreglement). Die Aufwandgebühr II beträgt CHF 140.00 pro Stunde 
(vgl. den Gebührentarif der Einwohnergemeinde Lengnau vom 11. März 2014). Für das hier strit-
tige Wiederherstellungsverfahren hat die Gemeinde mit Dispositiv-Ziff. 4 der angefochtenen Ver-
fügung Verfahrenskosten von CHF 140.00 erhoben. Das entspricht einem Zeitaufwand von einer 
Stunde. Dieser Aufwand dürfte wohl angemessen sein.

6. Kosten des Beschwerdeverfahrens

Die Verfahrenskosten im Beschwerdeverfahren bestehen aus einer Pauschalgebühr, die vorlie-
gend auf CHF 1200.– bestimmt wird (Art. 103 Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 GebV52). Die 
Verfahrenskosten werden der unterliegenden Partei auferlegt, es sei denn, das prozessuale Ver-
halten einer Partei gebietet eine andere Verlegung oder die besonderen Umstände rechtfertigen, 
keine Verfahrenskosten zu erheben (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Nach der Praxis des Verwaltungs-
gerichts ist im Kostenpunkt von einem vollumfänglichen Obsiegen auszugehen, sofern bei Vorlie-
gen eines reformatorischen (Haupt-)Antrags ein Rückweisungsentscheid ergeht und die infolge 
Rückweisung vorzunehmende Neubeurteilung noch zu einer vollständigen Gutheissung des Be-
gehrens führen kann.53

Die Sache wird vorliegend zwar zur Fortsetzung des Verfahrens an die Gemeinde zurückgewie-
sen. Eine vollständige Gutheissung des Begehrens des Beschwerdeführers ist mit Blick auf die 
vorangehenden Erwägungen jedoch ausgeschlossen. Die Sache wird zur Konkretisierung und Er-
gänzung der Wiederherstellungsmassnahmen hinsichtlich des Studios im 1. Obergeschoss sowie 
zur Ansetzung einer angemessenen Wiederherstellungsfrist an die Gemeinde zurückgewiesen. 
Die Beschwerde wird im Ergebnis somit vollumfänglich abgewiesen. Es ist daher gerechtfertigt, 
dem Beschwerdeführer trotz Rückweisungsentscheid für das vorliegende Beschwerdeverfahren 
Kosten aufzuerlegen. Weil sich die angefochtene Verfügung aber in mehrerlei Hinsicht als fehler-
haft erwies, erscheint es angemessen, dem Beschwerdeführer lediglich die Hälfte der Verfahrens-
kosten, ausmachend CHF 600.–, aufzuerlegen. Der Gemeinde können keine Verfahrenskosten 
auferlegt werden (vgl. Art. 104 Abs. 4 i.V.m. Art. 2 Abs. 1 Bst. b VRPG). Parteikosten werden 
keine gesprochen (Art. 104 Abs. 1 VRPG).

52 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; BSG 
154.21)
53 BVR 2016 S. 222 E. 4.1

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III. Entscheid

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. Die Verfügung der Gemeinde Lengnau (BE) vom 
16. Oktober 2023 wird von Amtes wegen aufgehoben. Die Sache wird zur Fortsetzung des 
Verfahrens im Sinne der Erwägungen an die Gemeinde zurückgewiesen. Die Vorakten ge-
hen mit vorliegendem Entscheid zurück an die Gemeinde.

2. Dem Beschwerdeführer werden Verfahrenskosten von CHF 600.– auferlegt. Eine separate 
Zahlungseinladung folgt, sobald dieser Entscheid in Rechtskraft erwachsen ist.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

IV. Eröffnung

- A.________, eingeschrieben
- Baupolizeibehörde der Gemeinde Lengnau, eingeschrieben, mit Beilage gemäss Dispositiv-

Ziff. III.1

Bau- und Verkehrsdirektion

Der Direktor

Christoph Neuhaus
Regierungsrat

Rechtsmittelbelehrung

Dieser Rückweisungsentscheid kann innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Beschwerde beim Ver-
waltungsgericht des Kantons Bern, Speichergasse 12, 3011 Bern, angefochten werden, wenn die 
Voraussetzungen nach Art. 61 i.V.m. Art. 74 Abs. 3 VRPG erfüllt sind. Eine allfällige Verwaltungs-
gerichtsbeschwerde, die mindestens in drei Exemplaren einzureichen ist, muss einen Antrag, die 
Angabe von Tatsachen und Beweismitteln, eine Begründung sowie eine Unterschrift enthalten; 
der angefochtene Entscheid und andere greifbare Beweismittel sind beizulegen.