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**Case Identifier:** 1b3855bb-0ee4-5336-a66a-7e9d3b0ab85e
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-11
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 11.01.2021 200 2020 540
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-540_2021-01-11.pdf

## Full Text

200 20 540 IV
KOJ/GET/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 11. Januar 2021

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiber Germann

A.________
vertreten durch B.________, Rechtsanwalt C.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 9. Juni 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2021, IV/20/540, Seite 2

Sachverhalt:

A.

A.a.

Die … geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. Beschwerde-
führerin), Mutter einer im … 2012 geborenen Tochter, ist gelernte … sowie 
… EFZ. Zuletzt war sie im Umfang eines 50%-Pensums als … im 
D.________ erwerbstätig (Akten der IV-Stelle Bern [nachfolgend IVB bzw. 
Beschwerdegegnerin], [act. II] 2; 5; 14 S. 1; [act. IIA] 240.1 S. 2). Im Sep-
tember 2013 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf eine Depressi-
on, Rücken-, Kopf- und Nackenschmerzen sowie Migräne bei der 
Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (act. II 
2). Nachdem die IVB erwerbliche Abklärungen getätigt und Berichte be-
handelnder Ärzte eingeholt hatte, veranlasste sie bei der E.________ 
(MEDAS) eine bidisziplinäre (rheumatologisch-psychiatrische) Begutach-
tung und legte deren Expertise vom 8. Dezember 2014 (act. II 76.1) dem 
Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) zur Beurteilung vor (act. II 91). Ferner 
liess die IVB durch ihren Abklärungsdienst einen Abklärungsbericht Haus-
halt bzw. Haushalt/Erwerb erstellen (act. II 92; 145) und forderte die Versi-
cherte unter Hinweis auf die Schadenminderungspflicht wiederholt zur 
Durchführung einer medikamentösen Behandlung mittels Einnahme eines 
Stimmungsstabilisators auf (act. II 95; 107; 116). Nachdem Massnahmen 
zur beruflichen Eingliederung gescheitert waren (act. II 129 f.), schritt die 
IVB zur Rentenprüfung und holte beim RAD und ihrem Abklärungsdienst 
weitere Stellungnahmen ein. Mit Verfügung vom 7. Juni 2017 (act. II 184) 
sprach sie der Versicherten nach Massgabe der gemischten Methode 
(Haushalt/Erwerb je 50%) ab 1. Januar 2015 bei einem Invaliditätsgrad von 
64% eine Dreiviertelsrente und ab 1. September 2015 bis 31. Januar 2016 
bei einem Invaliditätsgrad von 58% eine halbe Invalidenrente (jeweils samt 
Kinderrente) zu, verneinte jedoch bei einem Invaliditätsgrad von 16% ab 1. 
Februar 2016 einen weitergehenden Leistungsanspruch. Die dagegen von 
der Versicherten erhobene Beschwerde (act. II 185) hiess das Verwal-
tungsgericht des Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, 
mit Urteil vom 15. Mai 2018 (VGE IV/2017/646 [act. II 203]) insoweit gut, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2021, IV/20/540, Seite 3

als es die angefochtene Verfügung aufhob und die Sache zwecks Durch-
führung einer psychiatrischen Begutachtung an die IVB zurückwies. 

A.b.

In der Folge edierte die IVB die Akten der Kindes- und Erwachsenen-
schutzbehörde (KESB) Oberaargau (act. II 216) und veranlasste bei Dr. 
med. F.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, eine Be-
gutachtung. Dieser liess die Versicherte nach Rücksprache mit der IVB 
zusätzlich durch lic. phil. G.________ neuropsychologisch abklären (act. 
IIA 232 – 235) und erstattete am 19. März 2019 die (auch von lic. phil. 
G.________ unterzeichnete) Expertise (act. IIA 240.1 ff.). In der Folge un-
terbreitete die IVB das Gutachten dem RAD-Arzt Dr. med. H.________, 
Praktischer Arzt sowie Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und 
stellte Dr. med. F.________ Zusatzfragen (Bericht vom 15. September 
2019 [act. IIA 251]). Ferner liess sie durch ihren Abklärungsdienst je einen 
Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb (act. IIA 261) sowie Hilflosenentschädi-
gung für volljährige Versicherte der IV (act. IIA 262) erstellen. Mit Vorbe-
scheid vom 27. Februar 2020 (act. IIA 264) stellte die IVB der Versicherten 
die Verneinung eines Anspruchs auf Hilflosenentschädigung und mit weite-
rem Vorbescheid vom 28. Februar 2020 (act. IIA 265) die Verneinung eines 
(basierend auf der gemischten Methode [Erwerb/Haushalt je 50%] ermittel-
ten) Rentenanspruchs in Aussicht. Gegen den Vorbescheid vom 28. Fe-
bruar 2020 liess die Versicherte Einwand erheben (act. IIA 273), woraufhin 
die IVB bei ihrem Abklärungsdienst eine Stellungnahme einholte (act. IIA 
277). Mit Verfügung vom 11. Mai 2020 (betreffend Hilflosenentschädigung 
[act. IIA 276]) und vom 9. Juni 2020 (betreffend Invalidenrente [act. IIA 
278]) hielt die IVB an den in den Vorbescheiden in Aussicht gestellten Ent-
scheiden fest. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2021, IV/20/540, Seite 4

B.

Gegen die Verfügung vom 9. Juni 2020 (betreffend Invalidenrente) liess die 
Versicherte, vertreten durch B.________, Rechtsanwalt C.________, mit 
Eingabe vom 10. Juli 2020 Beschwerde erheben. Sie stellt die folgenden 
Rechtsbegehren: 

1. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 9. Juni 2020 sei aufzuheben. 

2. Der Beschwerdeführerin sei eine Invalidenrente zuzusprechen.

3. Der Beschwerdeführerin sei die unentgeltliche Prozessführung zu bewilli-
gen und sie sei von allfälligen Vorschuss- und Sicherheitsleistungen zu 
befreien. Zudem sei ihr die unentgeltliche Rechtsverbeiständung durch 
den Unterzeichnenden zu gewähren.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich der gesetzlichen 
Mehrwertsteuer) zulasten der Beschwerdegegnerin.

Mit Beschwerdeantwort vom 20. August 2020 beantragt die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Mit Verfügung vom 8. September 2020 hiess der Instruktionsrichter das 
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gut und ordnete der Beschwerde-
führerin Rechtsanwalt C.________ als amtlicher Anwalt bei.

Mit Eingaben vom 2. bzw. 27. Oktober 2020 halten die Parteien an ihren 
Rechtsbegehren und Standpunkten fest.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2021, IV/20/540, Seite 5

Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 9. Juni 2020 (act. IIA 
278). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf 
eine Invalidenrente. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2021, IV/20/540, Seite 6

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf 
eine Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgaben-
bereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ab-
lauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und 
c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreivier-
telsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 
von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.3 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen (vgl. Art. 
17 ATSG; BGE 144 1103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 E. 2.3 S. 10; SVR 2018 
UV Nr. 22 S. 79 E. 2.2.1) analog anzuwenden, weil noch vor Erlass der ers-
ten Rentenverfügung eine anspruchsbeeinflussende Änderung eingetreten 
ist mit der Folge, dass dann gleichzeitig die Änderung mitberücksichtigt 
wird. Wird rückwirkend eine abgestufte oder befristete Rente zugespro-
chen, sind einerseits der Zeitpunkt des Rentenbeginns und anderseits der 
in Anwendung der Dreimonatsfrist von Art. 88a der Verordnung vom 
17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) festzu-
setzende Zeitpunkt der Anspruchsänderung die massgebenden Ver-
gleichszeitpunkte (BGE 133 V 263 E. 6.1 S. 263; SVR 2019 IV Nr. 2 S. 4 E. 
2).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-
züglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weite-
ren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2021, IV/20/540, Seite 7

3.

3.1 Bis zum Erlass der – zeitliche Grenze der gerichtlichen Prüfung 
bildenden – angefochtenen Verfügung vom 9. Juni 2020 (act. IIA 278; BGE 
131 V 242 E. 2.1 S. 243) präsentierte sich die medizinische Aktenlage im 
Wesentlichen wie folgt: 

3.1.1 Dr. med. I.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
diagnostizierte im Bericht vom 3. Dezember 2013 (act. II 23) eine bipolare 
affektive Störung, speziell rapid cycling (ICD-10 F31.8), einen Verdacht auf 
eine Traumafolgestörung (ICD-10 F62.0) sowie nicht näher bezeichnete 
chronisch-rezidivierende Rückenschmerzen (S. 2). Es bestehe eine einge-
schränkte körperliche Einsatzfähigkeit aufgrund der Rückenschmerzen. In 
psychischer Hinsicht wechsle die Leistungsfähigkeit und Ausdauer innert 
Tagen, die Fähigkeit, mittelfristige Ziele anzustreben bzw. zu erreichen, sei 
eingeschränkt und die Konzentrationsfähigkeit sei schwankend. Die bishe-
rige Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar (S. 4). 

3.1.2 Dr. med. J.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, 
hielt im Bericht vom 26. August 2014 (act. II 61 S. 1 – 4) fest, der Gesund-
heitszustand sei stationär (S. 1). Die Beschwerdeführerin sei in ihrer Tätig-
keit als … zu 100% arbeitsunfähig (S. 2). Hinsichtlich der 
Rückenproblematik sei eine wechselbelastende Tätigkeit ohne Gewichtsbe-
lastungen von mehr als 5 – 10kg zumutbar (S. 3). 

3.1.3 Im Gutachten der MEDAS vom 8. Dezember 2014 (act. II 76.1) 
wurden bidisziplinär die folgenden Diagnosen gestellt (S. 14): 

Mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 

1. Bipolare Störung, gegenwärtig Mischzustand (ICD-10 F31.6) 
2. Hypermobilitätssyndrom (ICD-10 M35.7)

Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 

1. Chronisches zervikospondylogenes Schmerzsyndrom (ICD-10 M53.0) 
- Dysbalancen der Schultergürtelmuskulatur 
- klinisch keine Hinweise für radikuläre Symptomatik 
- radiologisch unauffälliger Befund 

2. Chronisch rezidivierendes Lumbalsyndrom (ICD-10 M54.5) 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2021, IV/20/540, Seite 8

- myostatische Insuffizienz mit den entsprechenden muskuloliga-
mentären Überlastungsreaktionen 

- klinisch keine Hinweise für radikuläre Symptomatik 

3. Zustand nach Analgetika-Abusus (ICD-10 F19.20)

Der rheumatologische Gutachter hielt fest, aufgrund der allgemeinen Hy-
permobilität bei insgesamt nicht sehr muskelkräftiger Beschwerdeführerin 
seien schwere und überwiegend mittelschwere Tätigkeiten nicht zumutbar. 
Für leichte bis gelegentlich mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten 
bestehe aus Sicht des Bewegungsapparates eine volle Arbeitsfähigkeit. Die 
zuletzt ausgeübte Tätigkeit als … liege im Grenzbereich der körperlichen 
Belastbarkeit und sei ihr aufgrund dessen lediglich in einem 50%-Pensum 
zumutbar (S. 14). In psychiatrischer Hinsicht bestehe sowohl für die ange-
stammte als auch für Verweistätigkeiten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit 
(S. 10).

In der bidisziplinären Beurteilung hielten die Gutachter fest, bei der Be-
schwerdeführerin liege aufgrund der nach der Schwangerschaft und mit der 
Kinderbetreuung voll zum Ausbruch gekommenen gravierenden psychiatri-
schen Störung eine derzeit aufgehobene Arbeitsfähigkeit in der freien Wirt-
schaft und eine 50%ige Einschränkung im Haushalt mit der 
Kinderbetreuung vor. Die aktuelle Einschätzung sei sicher ab November 
2014, wahrscheinlich mit dem Abort im … 2014. Noch vorangehend könne 
aufgrund der vorliegenden Akten keine sichere Zuordnung einer länger 
dauernden Arbeitsunfähigkeit vorgenommen werden, auch wenn diese 
partiell wohl relevant aufgehoben gewesen sei (S. 15). Es empfehle sich 
die Verordnung eines Stimmungsstabilisators (S. 16).

3.1.4 Im Verlaufsbericht vom 29. März 2016 (act. II 140) diagnostizierte 
Dr. med. I.________ eine bipolare affektive Störung, gegenwärtig teilremit-
tiert (ICD-10 F31.8) und bestehend seit dem Jugendalter, sowie einen Ver-
dacht auf eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS; ICD-10 F43.1), 
DD emotional instabile Persönlichkeitsstörung, Borderlinetypus (ICD-10 
F60.31), ebenfalls bestehend seit dem Jugendalter. Der Gesundheitszu-
stand habe sich verbessert (S. 2). Bis Oktober 2015 habe eine vollständige 
Arbeitsunfähigkeit vorgelegen, seitdem sei die Beschwerdeführerin mindes-
tens zu 50% arbeitsfähig (S. 4).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2021, IV/20/540, Seite 9

Im Bericht vom 18. Oktober 2016 (act. II 154 S. 1 f.) hielt Dr. med. 
I.________ fest, im Sommer 2016 sei es der Beschwerdeführerin relativ gut 
gegangen. Mit Herbstbeginn habe sich nun wieder eine starke Einschrän-
kung im Umgang mit anderen Personen bemerkbar gemacht. Zu Anste-
ckungsängsten trete auch eine Angst vor Erbrechen hinzu, die durch 
bestimmte Signale getriggert werde und wohl zu starken Einschränkungen 
führe. Zudem liege nahe, dass diese Ängste mit der zweiten Diagnose, der 
PTBS bzw. der Persönlichkeitsstörung, in Zusammenhang stünden und 
mal mehr, mal weniger kompensiert werden könnten. Als Folge der gerin-
geren Stressbelastbarkeit zeige sich seit einiger Zeit wieder eine ausge-
prägtere Schlafstörung. Die Symptomatik würde aktuell eine vollständige 
Arbeitsunfähigkeit begründen. Er möchte betonen, dass die relative Stabi-
lität der Stimmungslage weiter anhalte, aber durch die derzeitige Belastung 
natürlich auch bedroht sei (S. 2).

Im Bericht vom 30. Januar 2017 (act. II 169) wiederholte Dr. med. 
I.________ die im Verlaufsbericht vom 29. März 2016 (act. II 140) gestell-
ten Diagnosen und hielt zusätzlich die Diagnose einer Phobie vor anste-
ckenden Krankheiten und vor eigenem Erbrechen (ICD-10 F40.2) fest (S. 
2). Nach Stabilisierung der Stimmungsschwankungen unter der aktuellen 
Therapie seien jetzt Symptome in den Vordergrund getreten, die vorher von 
den Stimmungsschwankungen überdeckt gewesen seien und die mit den 
an zweiter und dritter Stelle bezeichneten Diagnosen (PTBS, DD emotional 
instabile Persönlichkeitsstörung, Borderlinetypus [vgl. S. 2]) in Zusammen-
hang stünden. Die Symptome einer posttraumatischen bzw. emotional in-
stabilen Persönlichkeitsstörung seien jedoch dauerhafter und reagierten mit 
einer geringeren Wahrscheinlichkeit auf eine entsprechende medikamentö-
se und psychotherapeutische Behandlung. Die Phobien vor ansteckenden 
Krankheiten und vor eigenem Erbrechen müssten artdiagnostisch der post-
traumatischen bzw. Persönlichkeitsstörung zugeordnet werden. Längerfris-
tig sei weiter von einer Erwerbsfähigkeit von 50% auszugehen, eine 
Steigerung sei jetzt aber aufgrund der weiter vorhandenen Symptome und 
des immer noch schwankenden Verlaufs in Frage gestellt (S. 4).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2021, IV/20/540, Seite 10

3.1.5 Im psychiatrisch-neuropsychologischen Gutachten vom 19. März 
2019 (act. IIA 240.1 ff.) stellten Dr. med. F.________ und lic. phil. 
G.________ die folgenden Diagnosen (act. IIA 240.1 S. 4): 

Mit und ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 

- ICD-10 F61.0 kombinierte Persönlichkeitsstörung mit emotional-instabilen 
und zwanghaften Anteilen

- ICD-10 F90.0 einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung
- ICD-10 F32.0 leichte depressive Episode 

Es beständen mittelgradige Beeinträchtigungen der Fähigkeit zur Planung 
und Strukturierung von Aufgaben und der Durchhaltefähigkeit sowie mittel- 
bis schwergradige Beeinträchtigungen der Selbstbehauptungsfähigkeit, der 
Kontaktfähigkeit zu Dritten und der Gruppenfähigkeit. Sehr wahrscheinlich 
liege auch eine mittelgradige Beeinträchtigung der Fähigkeit zur Anpas-
sung an Regeln und Routinen sowie der Flexibilität und Umstellungsfähig-
keit vor. Aus neuropsychologischer Sicht stosse die Beschwerdeführerin, 
wenn sie gleichzeitig mehrere Reize beachten soll, an ihre Grenzen, sie 
verpasse Informationen und/oder reagiere dabei langsam. Sie könne sehr 
zügig arbeiten, jedoch fehlerhaft. Bei genauer Arbeitsweise arbeite sie 
langsam, ihre Konzentration schwanke. Sie habe Mühe, sich zu strukturie-
ren und verschiedene Informationen zu integrieren. Konkret hätten sich bei 
der neuropsychologischen Testung nach 4 Stunden zunehmende Müdig-
keitszeichen gezeigt, ohne dass die Leistungen nachgelassen hätten (S. 4).

In den angestammten Berufen als … und als … bestehe aus psychiatri-
scher Sicht eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Aus neuropsychologischer 
Sicht führten die festgestellten leicht- bis mittelgradigen kognitiven Ein-
schränkungen zu einer Reduktion der Leistungsfähigkeit von 30 bis 50%, in 
Abhängigkeit von der Komplexität der beruflichen Anforderungen. Qualität 
und Quantität der Arbeitsleistungen seien vermindert, der Betreuungs- und 
Organisationsaufwand sei für einen Arbeitgeber erhöht. In der seit ca. 2015 
ausgeübten Tätigkeit als … von … und … von … oder in einer anderen 
angepassten Tätigkeit sei eine Tätigkeit von ca. 5 Stunden täglich möglich. 
Wichtig seien in diesem Zusammenhang ausreichend Zeit für die einzelnen 
Aufgaben, die zudem nacheinander statt parallel ausgeführt werden könn-
ten, Vermeidung von Ablenkungen oder Unterbrechungen, ein ruhiger Ar-
beitsplatz, möglichst wenig monotone Aufgaben, Checklisten und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2021, IV/20/540, Seite 11

detaillierte Arbeitsabläufe in schriftlicher Form, ausreichend Unterstützung 
und Führung und verlängerte Einarbeitungszeiten. Es beständen keine 
additiven Effekte der neuropsychologisch und der psychiatrisch festgestell-
ten Arbeitsunfähigkeit (S. 5).

3.1.6 In Beantwortung von Rückfragen der Beschwerdegegnerin hielt 
Dr. med. F.________ am 15. September 2019 (act. IIA 251) fest, bei einer 
Behandlung der Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung könne innert drei  
bis sechs Monaten von einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit von 20% in 
angepasster Tätigkeit ausgegangen werden. 

3.2

3.2.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.2.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.3 Wie bereits in VGE/2017/646 vom 15. Mai 2018 in E. 3.4 erwogen, 
ist der rheumatologische Teil des bidisziplinären Gutachtens der MEDAS 
vom 8. Dezember 2014 (act. II 76.1) schlüssig und überzeugt (vgl. act. II 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2021, IV/20/540, Seite 12

203 S. 17). Sodann bestehen in den Akten keine Anhaltspunkte, wonach 
sich seit der Begutachtung in somatischer Hinsicht eine Veränderung erge-
ben hätte; dergleichen macht die Beschwerdeführerin denn auch nicht gel-
tend. Demnach ist ihr in somatischer Hinsicht eine körperlich leichte bis 
gelegentlich mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit uneingeschränkt 
zumutbar (act. II 76.1 S. 14). 

3.4

3.4.1 Sodann erfüllt das in Nachachtung des Rückweisungsurteils des 
Verwaltungsgerichts vom 15. Mai 2018 veranlasste psychiatrisch-
neuropsychologische Gutachten von Dr. med. F.________ und lic. phil. 
G.________ vom 19. März 2019 (act. IIA 240.1 ff.) – sowohl für sich ge-
nommen wie auch im Verbund mit der Stellungnahme vom 15. September 
2019 (act. IIA 251) – die Anforderungen der Rechtsprechung an Expertisen 
(vgl. E. 3.2.2 vorne) und erbringt vollen Beweis. Die befundmässige und 
diagnostische Einschätzung ist nachvollziehbar und schlüssig begründet. 
Insbesondere legt Dr. med. F.________ ausführlich und überzeugend dar, 
warum er das Vorliegen einer (auch im Gutachten der MEDAS postulierten) 
bipolaren Störung und auch die (von Dr. med. I.________ gestellten) Dia-
gnosen einer Traumafolgestörung (PTBS) sowie einer Phobie vor anste-
ckenden Krankheiten verwirft (vgl. act. IIA 240.5 S. 18 – 21). Demnach liegt 
gestützt auf das Gutachten von Dr. med. F.________ und lic. phil. 
G.________ eine die Arbeits- und Leistungsfähigkeit einschränkende kom-
binierte Persönlichkeitsstörung mit (auch von Dr. med. I.________ differen-
tialdiagnostisch in Erwägung gezogenen [vgl. act. II 169]) emotional-
instabilen und zwanghaften Anteilen, eine einfache Aktivitäts- und 
Aufmerksamkeitsstörung sowie eine (die Arbeitsfähigkeit nicht einschrän-
kende [vgl. act. IIA 240.5 S. 18]) leichte depressive Episode vor. Weder 
liegen medizinische Berichte im Recht, welche sich zu den entsprechenden 
Beurteilungen im Gutachten äussern oder diese gar in Zweifel ziehen noch 
beanstandet die Beschwerdeführerin die befundmässigen und diagnosti-
schen Einschätzungen im Gutachten. 

3.4.2 Im Weiteren sind für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psy-
chischen Erkrankungen systematisierte Indikatoren (Beweisthemen und 
Indizien) beachtlich, die es – unter Berücksichtigung von leistungshindern-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2021, IV/20/540, Seite 13

den äusseren Belastungsfaktoren wie auch von Kompensationspotentialen 
(Ressourcen) – erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen 
einzuschätzen (BGE 145 V 361 E. 3.1 S. 363; 141 V 281). Ein Abweichen 
von der ärztlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung ist aus rechtlicher Sicht gebo-
ten, wenn die Einschätzung mit Blick auf die massgebenden, in die Katego-
rien "funktioneller Schweregrad" und "Konsistenz" eingeteilten Indikatoren 
(Beweisthemen) nicht hinreichend und nachvollziehbar begründet erscheint 
respektive unter Berücksichtigung der durch BGE 141 V 281 normierten 
Beweisthemen nicht überzeugt (vgl. BGE 145 V 361 E. 4.3 S. 367 f.).

3.4.3

3.4.3.1 Dr. med. F.________ und lic. phil. G.________ attestierten der 
Beschwerdeführerin in den angestammten Tätigkeiten als … und … eine 
gänzliche Arbeitsunfähigkeit. In einer den Leiden angepassten Tätigkeit sei 
ein Pensum von 5 Stunden täglich – entsprechend einer 60%igen Arbeits-
fähigkeit (vgl. act. IIA 240.5 S. 27) – zumutbar. Zu einem betreffend das 
funktionelle Leistungsvermögen vergleichbaren Schluss gelangte auch Dr. 
med. I.________, welcher der Beschwerdeführerin eine 50%ige Arbeits-
fähigkeit attestierte (act. II 169 S. 4). Seiner Einschätzung kommt insofern 
nicht unerhebliche Bedeutung zu, als er – anders als noch im Bericht vom 
3. Dezember 2013 (act. II 23) – im Bericht vom 11. Januar 2017 die (später 
von Dr. med. F.________ bestätigte) Diagnose einer Persönlichkeitss-
törung, Borderlinetypus, differentialdiagnostisch in Erwägung zog und auf 
die Dauerhaftigkeit der entsprechenden Symptomatologie hinwies (vgl. act. 
II 169 S. 2 und 4). Soweit die Beschwerdeführerin in ihrer Eingabe vom 
2. Oktober 2020 geltend macht, der psychiatrische Gutachter begründe 
nicht, warum sich die neuropsychologischen Beeinträchtigungen nur in der 
bisherigen Tätigkeit auswirken sollen (S. 1, zu Ziffer 4 der BA), verkennt 
sie, dass bei der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit die neuropsy-
chologische Beurteilung zwar separat genannt, jedoch offensichtlich in der 
Gesamtbeurteilung einer psychisch bedingten 100%igen Arbeitsunfähigkeit 
enthalten ist (act. IIA 240.1 S. 5). Das Gleiche gilt hinsichtlich der Arbeits-
fähigkeit in einer angepassten Tätigkeit, zumal die Gutachter ausdrücklich 
festhielten, es beständen keine additiven Effekte der neuropsychologisch 
und der psychiatrisch festgestellten Arbeitsunfähigkeit (S. 5). Es besteht für 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2021, IV/20/540, Seite 14

das Gericht kein Anlass, von dieser spezifisch medizinischen Einschätzung 
abzurücken (vgl. SVR 2020 IV Nr. 22 S. 76 E. 4.1), zumal diese auch nicht 
mittels anderweitiger medizinischer Beurteilungen in Zweifel gezogen wird. 

3.4.3.2 Im Übrigen hält die Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit einer – 
gestützt auf das Gutachten zuverlässig durchführbaren (vgl. act. IIA 240.1 
S. 3 ff.) – Prüfung anhand der massgeblichen Indikatoren stand: 

Zunächst bestehen in den Akten keine Anhaltspunkte für Aggravation oder 
Simulation (vgl. act. IIA 240.3 S. 9). Sodann präsentierten sich die objekti-
ven psychopathologischen Befunde (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1 S. 298) als 
nicht sehr ausgeprägt (act. IIA 240.5 S. 15 ff.); in neuropsychologischer 
Hinsicht wurden die testdiagnostisch festgestellten kognitiven Minderleis-
tungen als leicht- bis mittelgradig qualifiziert (act. IIA 240.1 S. 5). Was den 
Indikator "Behandlungserfolg oder -resistenz", also den Verlauf und Aus-
gang von Therapien anbelangt (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 299) ist fest-
zuhalten, dass sich die Beschwerdeführerin seit … 2013 psychiatrisch 
behandeln lässt, ohne dass eine nachhaltige und vollständige Besserung 
eingetreten wäre. Indem vorab die medikamentöse Therapie auf die Be-
handlung einer (vermeintlichen) bipolaren Störung abzielte, ein solches 
Krankheitsbild nach überzeugender Einschätzung von Dr. med. 
F.________ jedoch nie vorgelegen hat (vgl. E. 3.4.1 vorne) und demzufolge 
nicht von einer lege artis durchgeführten Therapie gesprochen werden 
kann mit der Folge, dass auch keine (nachhaltige) Zustandsverbesserung 
erzielt werden konnte (act. IIA 240.5 S. 23), können aus diesem Indikator 
keine wesentlichen Erkenntnisse hinsichtlich des Schweregrads der psy-
chischen Störung gewonnen werden. Im Weiteren liegen mit einer kombi-
nierten Persönlichkeitsstörung mit emotional-instabilen und zwanghaften 
Anteilen sowie einer einfachen Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung 
zwei psychische Diagnosen mit jeweils ressourcenhemmender Eigenschaft 
vor, womit offen bleiben kann, ob und wenn ja in welchem Verhältnis sie 
allenfalls Komorbiditäten (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3 S. 300) darstellen. In 
Bezug auf den Komplex "Persönlichkeit" (BGE 141 V 281 E. 4.3.2 S. 302) 
bestehen sodann Hinweise auf negativistische und zwanghafte Persönlich-
keitszüge (act. IIA 240.5 S. 17); namentlich aber liegt eine im Vordergrund 
stehende Borderline-Persönlichkeitsproblematik vor (S. 20). Dennoch attes-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2021, IV/20/540, Seite 15

tieren Dr. med. F.________ und lic. phil. G.________ der Beschwerdefüh-
rerin unter Hinweis auf die erfolgreichen Ausbildungen zur … und zur … 
sowie ihrer Tätigkeit als … und … von … erhebliche Ressourcen (act. IIA 
240.1 S. 4), was überzeugt und die Ausprägung der aufgrund der Persön-
lichkeit bestehenden funktionellen Defizite relativiert. Ferner verfügt die 
Beschwerdeführerin zwar über wenige respektive gemäss eigenen Anga-
ben zumeist nur virtuelle Kontakte mit Mitmenschen (vgl. act. IIA 240.5 S. 
14); da sie aber gemäss eigenen Angaben "wenig Vertrauen in die Men-
schen" hat, lässt sich daraus nichts Wesentliches zur Frage gewinnen, in-
wieweit der soziale Kontext (BGE 141 V 281 E. 4.3.3 S. 303) eher als 
ressourcenraubend oder aber -mobilisierend zu qualifizieren ist. 

Unter dem Blickwinkel der Konsistenz respektive der gleichmässigen Ein-
schränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren Lebensberei-
chen (BGE 141 V 281 E. 4.4.1 S. 303) folgt aus den Akten, dass – wie 
eben gezeigt – die Beschwerdeführerin … (vgl. act. IIA 240.5 S. 14), was 
als Ressource zu werten ist (vgl. act. IIA 240.1 S. 4), jedoch nicht im Wi-
derspruch zur gutachterlich attestierten Arbeitsunfähigkeit von 40% steht. 
Dies trifft auch auf die Frage nach der Inanspruchnahme von therapeuti-
schen Optionen, das heisst das Ausmass, in welchem Behandlungen 
wahrgenommen oder eben vernachlässigt werden (BGE 141 V 281 E. 4.4.2 
S. 304), zu: Die Beschwerdeführerin lässt sich – wie hiervor dargelegt – 
seit Juli 2013 durch Dr. med. I.________ psychiatrisch behandeln (act. II 23 
S. 2; 76.1 S. 7; 92 S. 3; 140 S. 3; act. IIA 240.5 S. 14), was auf einen ge-
wissen Leidensdruck hinweist. Von dessen besonderer Ausgeprägtheit 
kann jedoch in Anbetracht der zwei- bis dreiwöchigen oder mitunter monat-
lichen Therapieintervalle nicht ausgegangen werden. Insgesamt erweisen 
sich die Auswirkungen der Gesundheitsbeeinträchtigung in Relation zur in 
Frage stehenden Arbeitsunfähigkeit als konsistent. 

3.4.4 Zusammenfassend ist – im Lichte der Standardindikatoren von 
BGE 141 V 281 respektive einer objektivierten Zumutbarkeitsprüfung unter 
ausschliesslicher Berücksichtigung von Folgen der gesundheitlichen Beein-
trächtigung – die in der Expertise von Dr. med. F.________ und lic. phil. 
G.________ vom 19. März 2019 attestierte psychisch bedingte 
Arbeitsunfähigkeit und folglich eine invalidenversicherungsrechtlich 

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2021, IV/20/540, Seite 16

relevante Invalidität hinreichend plausibilisiert und es besteht kein triftiger 
Grund (BGE 145 V 361 E. 4.3 S. 367), von der gutachterlich attestierten 
Arbeitsfähigkeit von 60% abzuweichen (vgl. E. 3.4.2 vorne). 

3.5 Gestützt auf das Gutachten der MEDAS vom 8. Dezember 2014 
(act. II 76.1) ist in somatischer bzw. rheumatologischer Hinsicht eine kör-
perlich leichte bis gelegentlich mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit 
uneingeschränkt zumutbar (vgl. E. 3.3 vorne). In psychischer Hinsicht liegt 
hinsichtlich der angestammten Tätigkeiten als … sowie …. keine, in Bezug 
auf eine den Leiden angepasste Tätigkeit eine auf 5 Stunden täglich redu-
zierte – entsprechend etwa 60%ige – Arbeitsfähigkeit vor (vgl. E. 3.4.4 vor-
ne). Indem das Gutachten der MEDAS vom 8. Dezember 2014 (act. II 76.1) 
den beweismässigen Anforderungen nicht genügte (act. II 203 S. 16 f.), 
auch gestützt auf die übrigen medizinischen Berichte eine längerdauernde, 
über 40% hinausgehende Arbeitsunfähigkeit (Art. 88a IVV) im massgebli-
chen Beurteilungszeitraum nicht erstellt ist und Dr. med. F.________ – mit 
Blick auf die übrige Aktenlage (vgl. E. 3.1 vorne) nachvollziehbar – einen 
seit Juni 2012 im Wesentlichen gleichmässigen Verlauf feststellte (act. IIA 
240.5 S. 27), gilt die gutachterliche Einschätzung zur Arbeitsfähigkeit für 
den gesamten Beurteilungszeitraum. 

Auf dieser medizinisch-theoretischen Grundlage ist nachfolgend der Invali-
ditätsgrad zu bestimmen. 

4.

Der Zeitpunkt des frühest möglichen Rentenbeginns liegt mit Blick auf die 
im September 2013 (act. II 2 S. 7) erfolgte Anmeldung sowie im Lichte der 
seit Mitte 2012 bestehenden Arbeitsunfähigkeit (vgl. E. 3.5 vorne) im März 
2014 (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG i.V.m. Art. 29 Abs. 1 IVG).

5.

5.1 Der angefochtenen Verfügung vom 9. Juni 2020 (act. IIA 278) leg-
te die Beschwerdegegnerin für den gesamten Beurteilungszeitraum einen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2021, IV/20/540, Seite 17

Status von 50% Erwerb und 50% Haushalt zugrunde (S. 2 f.). Die Be-
schwerdeführerin macht geltend, sie sei "mindestens als 80% Erwerbstäti-
ge einzuschätzen" (Beschwerde, S. 8 f., Ziff. 8).

5.2 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig 
Erwerbstätige oder als Nichterwerbstätige einzustufen ist – was je zur 
Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung 
(Einkommensvergleich, Betätigungsvergleich, gemischte Methode) führt –, 
ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten 
Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde 
(BGE 141 V 15 E. 3.1 S. 20). Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der 
Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet 
werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig 
wäre (BGE 144 I 28 E. 2.3 S. 30; SVR 2019 IV Nr. 3 S. 7 E. 5.1). Zu 
berücksichtigen sind die persönlichen, familiären, sozialen und 
erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und 
Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen 
Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und 
Begabungen. Dabei sind die konkrete Situation und die Vorbringen der 
versicherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu 
würdigen (BGE 144 I 28 E. 2.3 S. 30, 117 V 194 E. 3b S. 195; SVR 2019 IV 
Nr. 3 S. 7 E. 5.1).

5.3

5.3.1 Anlässlich der ersten Erhebung zu den häuslichen Verhältnissen 
vom 25. Februar 2015 gab die Beschwerdeführerin an, sie würde im 
Gesundheitsfall zwei bis drei Tage die Woche arbeiten gehen, zumal sie 
sich von ihrem Partner trennen wolle. Die Abklärungsfachperson hielt im 
gestützt darauf erstellten Abklärungsbericht Haushalt vom 9. April 2015 
(act. II 92 S. 2 ff.) fest, die Beschwerdeführerin lebe vom Sozialhilfebudget. 
Somit müsste sie bei guter Gesundheit selber etwas verdienen. Ihr Partner 
betreue die im … 2012 geborene Tochter schon heute sehr viel. Die 
Betreuung während den Zeiten, wenn die Beschwerdeführerin die 2-3 Tage 
arbeiten gehen würde, sei gesichert. Somit sei ab dem 14. Monat nach der 
Geburt ein Status von 40-60% Erwerb anzunehmen (S. 5). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2021, IV/20/540, Seite 18

Anfang … 2015 trat die Beschwerdeführerin aufgrund eines nach der 
Trennung von ihrem Partner aufgetretenen Elternkonflikts in die betreute 
Wohnform der … bzw. im … 2015 in eine Wohnung der K.________ ein 
(vgl. act. II 216 S. 68, 159). Die KESB Oberaargau ordnete mit 
Kammerentscheid vom … 2015 die Unterstellung der Tochter unter die 
alternierende Obhut der Eltern an (drei Tage wöchentlich bei der 
Beschwerdeführerin, vier Tage beim Vater [S. 26]). Nachdem sich beide 
Elternteile ausgesöhnt und auf eine konstruktive Zusammenarbeit 
hinsichtlich der Erziehung ihrer Tochter geeinigt hatten, zog die 
Beschwerdeführerin Ende 2015 wieder in eine eigene Wohnung in … (vgl. 
S. 69). Basierend auf einem Gespräch vom 28. Juli 2015 hielt die 
Abklärungsfachperson im Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 30. 
September 2016 fest, im Gesundheitsfall hätte die Beschwerdeführerin 
zurzeit nichts am Pensum geändert. Bei guter Gesundheit würde sie in 
einem 50%-Pensum arbeiten; sie wolle jedoch auch für die Tochter da sein 
(act. II 145 S. 6). In der Folge legte die Beschwerdegegnerin in der (später 
angefochtenen) Verfügung vom 7. Juni 2017 einen Status von 50% Erwerb 
und 50% Haushalt zugrunde (act. II 184 S. 5). 

Am 11. Dezember 2019 erfolgte eine weitere Abklärung vor Ort. Im 
entsprechenden Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 21. Februar 2020 
(act. IIA 261 S. 2 ff.) hielt die Abklärungsfachperson fest, die 
Beschwerdeführerin wohne alleine mit ihrer Tochter (S. 2). Mit dem Ex-
Partner habe sie ein gutes Verhältnis. Die Tochter halte sich drei Tage pro 
Woche bei ihr und vier Tage pro Woche beim Ex-Partner auf. Der Ex-
Partner sei selbständig erwerbend und könne es sich so einteilen (S. 4). 
Zur Frage nach dem Umfang der hypothetischen Erwerbstätigkeit im 
Gesundheitsfall hielt die Abklärungsfachperson fest, die 
Beschwerdeführerin könne sich nicht dazu äussern, wieviel und was sie bei 
guter Gesundheit arbeiten würde, man solle einfach das übernehmen, was 
sie bei den letzten Abklärungen gesagt habe. Die Beschwerdeführerin sei 
informiert worden, dass man an den beiden Abklärungsgesprächen im Jahr 
2015 davon ausgegangen sei, sie würde 50% als … arbeiten. Die 
Beschwerdeführerin sei gefragt worden, ob sie dies als realistisch erachte. 
Diese sage, der Partner würde auch im Gesundheitsfall viel zur Tochter 
schauen, er habe einmal mehr und einmal weniger Aufträge als selbständig 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2021, IV/20/540, Seite 19

Erwerbender, wohne in unmittelbarer Nähe und arbeite von zu Hause aus. 
Er werde nicht vom Sozialdienst unterstützt. Sie selber sei "auf dem 
Sozialdienst." Alimente erhalte sie vom Partner keine. Auf erneute 
Nachfrage, ob sie sich vorstellen könnte, zu welchem Pensum sie bei guter 
Gesundheit arbeiten würde, habe die Beschwerdeführerin gemeint, dass – 
wenn sie gesund wäre – der Ex-Partner vielleicht etwas weniger zur 
Tochter schauen würde. Die KESB habe gesagt, die Tochter müsse mehr 
bei ihm sein als bei ihr und darum sei sie an vier Tagen bei ihm und an drei 
Tagen bei ihr. Der Partner könnte dann mehr arbeiten. Das höre sie oft von 
ihm, dass er mehr arbeiten könnte, wenn sie gesund wäre. In der Folge 
legte die Abklärungsfachperson unverändert einen Status von 50% Erwerb 
und 50% Haushalt zugrunde (S. 7). 

5.3.2 Entgegen der von der Beschwerdeführerin in der Beschwerde 
postulierten Sichtweise besteht für die Annahme, sie würde im 
Gesundheitsfall 80% erwerbstätig sein, in Würdigung der zu 
berücksichtigenden (namentlich sozialen) Verhältnisse sowie mit Blick auf 
die dazu gemachten Angaben der Beschwerdeführerin keine Grundlage. 
Insbesondere präsentierte sich die Betreuungssituation der 
Beschwerdeführerin im massgeblichen Beurteilungszeitraum (vgl. E. 4 
vorne) stets unverändert; dass diese "grundsätzlich ein 80%-Pensum nicht 
[ausschliesst]" (Beschwerde, S. 8, Ziff. 8), ändert nichts, zumal die blosse 
Möglichkeit für eine solche Annahme in beweismässiger Hinsicht nicht 
genügt. Ebenso wenig verfängt der Hinweis auf die (theoretische) 
zivilrechtliche Unterhaltspflicht, zumal für die Beantwortung der 
sozialversicherungsrechtlichen Statusfrage nicht die Zumutbarkeit einer 
Erwerbstätigkeit massgebend ist, sondern das Erwerbspensum, in dem die 
Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit tätig wäre (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 
12. September 2019, 9C_332/2019, E. 4.1). Dass die Beschwerdeführerin 
schliesslich zwei Ausbildungen abgeschlossen sowie weiterbildende Kurse 
besucht hat (Beschwerde, S. 8 f., Ziff. 8), trifft zwar zu, lässt aber für sich 
genommen keinen Rückschluss auf die Höhe des hypothetischen Pensums 
im Allgemeinen und ein höhergradiges Erwerbspensum im Besonderen zu, 
zumal die von der Beschwerdeführerin zuletzt ausgeübte Tätigkeit ebenso 
einem 50%-Pensum entsprach (vgl. act. II 14 S. 1). Schliesslich besteht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2021, IV/20/540, Seite 20

auch kein Anlass für die Annahme, dass die Trennung vom Partner für die 
Statusfrage entscheidend ist: Vielmehr ist aufgrund der Angaben der 
Beschwerdeführerin davon auszugehen, dass ihr Partner mehr arbeiten 
würde, wenn sie gesund wäre mit der Folge, dass sich die Tochter zwecks 
Betreuung mehr bei der Beschwerdeführerin aufhielte (act. IIA 261 S. 7). 

5.4 Zusammenfassend ist der Status mit der Beschwerdegegnerin auf 
50% Erwerb und 50% Haushalt festzulegen.

6.

6.1 Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil 
erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der 
Ehegattin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG 
(Einkommensvergleichsmethode) festgelegt. Waren sie daneben auch im 
Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit gestützt auf 
einen Betätigungsvergleich ermittelt (Art. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle 
sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im 
Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im 
Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen 
zu bemessen (sog. gemischte Methode; BGE 144 I 21 E. 2.1 S. 23, 142 V 
290 E. 4 S. 293).

6.2 Für die Bestimmung des lnvaliditätsgrades nach Massgabe der 
Einkommensvergleichsmethode (Art. 16 ATSG) wird bei einer erwerbstäti-
gen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt der 
Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und all-
fälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei 
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre.

6.2.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2021, IV/20/540, Seite 21

nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1). 

Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitli-
che Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinreichend genau 
beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte gemäss Tabellenlohn 
nach den vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebenen Lohnstruk-
turerhebungen (LSE) abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Inva-
liditätsbemessung nur unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im 
Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren 
abgestellt werden (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110; Entscheid des Eidgenös-
sischen Versicherungsgerichts [EVG, heute BGer] vom 30. Oktober 2002, 
I 517/02, E. 1.2).

6.2.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom BFS herausge-
gebenen LSE herangezogen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 
2019 IV Nr. 28 S. 88 E. 5.1.3). 

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das 
Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu 
schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchstens 25% zu begrenzen ist 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2021, IV/20/540, Seite 22

(BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV 
Nr. 46 S. 148 E. 3.3). 

6.3 Bei Teilerwerbstätigen, die sich zusätzlich im Aufgabenbereich 
nach Art. 7 Abs. 2 IVG betätigen, berechnet sich der Invaliditätsgrad wie 
folgt:

6.3.1 Nach der bis am 31. Dezember 2017 gültigen Rechtslage war für 
den erwerblichen Bereich die nach Massgabe der Einkommensvergleichs-
methode ermittelte Einkommenseinbusse (vgl. E. 6.2 vorne) als Anteil des 
Valideneinkommens in Prozenten auszuweisen und der so erhaltene 
Invaliditätsgrad aus dem Erwerbsteil mit dem Anteil der hypothetischen 
Erwerbstätigkeit ohne gesundheitliche Beeinträchtigung zu multiplizieren, 
um den gewichteten Invaliditätsgrad im Erwerbsteil zu erhalten. In Bezug 
auf den Aufgabenbereich war die durch einen Betätigungsvergleich (vgl. 
E. 6.1 vorne) ermittelte Invalidität mit dem Anteil der Tätigkeit im 
Aufgabenbereich zu multiplizieren, woraus sich der gewichtete 
Invaliditätsgrad im Aufgabenbereich ergab. Der gesamte Invaliditätsgrad 
ergab sich durch Addition der in beiden Bereichen berechneten und 
gewichteten Teilinvaliditäten (vgl. LEUENBERGER/MAURO in: Soziale 
Sicherheit CHSS 1/2018, S. 41 f.; BGE 125 V 146). 

6.3.2 Nach der seit 1. Januar 2018 gültigen Regelung werden der Invali-
ditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invaliditätsgrad in Be-
zug auf die Betätigung im Aufgabenbereich summiert (Art. 27bis Abs. 2 IVV, 
in Kraft seit 1. Januar 2018]). Die Berechnung des Invaliditätsgrads in Be-
zug auf die Erwerbstätigkeit richtet sich nach Art. 16 ATSG (vgl. E. 6.2 vor-
ne). Das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person durch die 
Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, 
wird dabei auf ein Vollpensum hochgerechnet. Die prozentuale Erwerbs-
einbusse wird schliesslich anhand des Beschäftigungsgrads, den die Per-
son hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet (Art. 27bis Abs. 3 
IVV [in Kraft seit 1. Januar 2018]). Für die Berechnung des Invaliditätsgrads 
in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich wird der prozentuale An-
teil der Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich im Ver-
gleich zur Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid geworden 
wäre, ermittelt. Er wird anhand des Anteils des Aufgabenbereichs gewichtet 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2021, IV/20/540, Seite 23

(Art. 27bis Abs. 4 IVV [in Kraft seit 1. Januar 2018]). Die Gesamtinvalidität 
ergibt sich aus der Addition der beiden gewichteten Teilinvaliditäten (vgl. 
LEUENBERGER/MAURO, a.a.O, S. 45).

6.3.3 Bei der Berechnung der Erwerbseinbusse gemäss Art. 27bis Abs. 3 
IVV, in Kraft seit 1. Januar 2018, ist nicht nur das Validen-, sondern auch 
das Invalideneinkommen auf der Grundlage einer hypothetischen Vollzeit-
tätigkeit zu ermitteln (BGE 145 V 370). 

6.3.4 Verfahrensmässig bildet die Änderung der IVV einen Revisions-
grund, welcher nach Abs. 1 der Übergangsbestimmung zur Verordnungs-
änderung vom 1. Dezember 2017 sofort per 1. Januar 2018 zu 
berücksichtigen ist.

6.4

6.4.1 Mit Bezug auf den erwerblichen Bereich (vgl. E. 6.2 vorne) macht 
die Beschwerdeführerin beim Valideneinkommen erstmals und anders als 
noch im Vorbescheidverfahren (vgl. act. IIA 273 S. 3 f.) geltend, es liege 
eine Frühinvalidität vor und das massgebliche Einkommen sei gestützt auf 
Art. 26 Abs. 1 IVV festzulegen (Beschwerde, S. 9, Ziff. 9). Dem kann nicht 
gefolgt werden: Zum einen verfügt die Beschwerdeführerin über zwei ab-
geschlossene Ausbildungen als … (act. II 5 S. 5) sowie als … EFZ (S. 2). 
Zum andern trifft es grundsätzlich zwar zu, dass unter die angerufene Be-
stimmung nach der Rechtsprechung auch jene Fälle zu subsumieren sind, 
in denen die versicherte Person die Berufslehre zwar abschliessen, die 
damit erworbenen Fachkenntnisse invaliditätsbedingt jedoch wirtschaftlich 
nicht gleichermassen verwerten konnte wie eine gesunde Person. Ein 
solcher Sachverhalt ist jedoch vorliegend nicht erstellt: Wohl nahm die 
Beschwerdeführerin in der Vergangenheit zahlreiche Stellenwechsel vor 
(vgl. act. II 16 S. 2), jedoch wurde damals (echtzeitlich) keine 
längerdauernde krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit attestiert und auch in 
den Gutachten wurde der Beginn der psychisch bedingten 
Arbeitsunfähigkeit erst ab dem 1. Januar 2014 (act. II 76.1 S. 10) bzw. ab 
Mitte 2012 (act. IIA 240.5 S. 27) bescheinigt. Damit ist der vorliegende Fall 
nicht vergleichbar mit dem von der Beschwerdeführerin in ihrer Eingabe 
vom 2. Oktober 2020 (S. 2 f., zu Ziffer 10 der BA) angeführten Entscheid 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2021, IV/20/540, Seite 24

des BGer vom 11. April 2019 (9C_233/2018), in welchem das 
invalidisierende Leiden bereits in Form eines Geburtsgebrechens 
vorgelegen hatte, und eine Frühinvalidität im Sinne von Art. 26 Abs. 1 IVV 
ist nicht mit dem im Sozialversicherungsrecht massgeblichen Beweisgrad 
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E. 5b. S. 360) 
ausgewiesen. 

6.4.2 Die Beschwerdegegnerin stellte bei der Ermittlung des Validenein-
kommens auf Tabellenlöhne gemäss LSE ab, was in Anbetracht der in der 
Vergangenheit allein kurzen Arbeitsverhältnisse (vgl. act. II 16 S. 2) nicht 
zu beanstanden ist (vgl. E. 6.2.1 vorne). Sodann war die Beschwerdeführe-
rin zuletzt bzw. seit … 2010 bis zum Eintritt der Arbeitsunfähigkeit aussch-
liesslich in pflegerischen Berufen tätig (vgl. act. II 16 S. 2). Entsprechend ist 
– mit der Beschwerdegegnerin (vgl. act. IIA 261 S. 9 – 11) – bei der Ermitt-
lung des Valideneinkommens auf Tabelle TA1_tirage_skill_level, Ziff. 86-88 
(Gesundheits- und Sozialwesen), Frauen, abzustellen, wobei mit Blick auf 
die Ausbildung als … EFZ Kompetenzniveau 2 massgebend ist.

6.5

6.5.1 Bezüglich des Invalideneinkommens steht zunächst fest, dass die 
Beschwerdeführerin mit ihrer Tätigkeit als … von ... und … von … (Be-
schwerde, S. 4 f., Ziff. 3) nach Lage der Akten kein relevantes Einkommen 
erzielt (vgl. Akten der Beschwerdeführerin [act. I], 3 f.) respektive dieses – 
wie zu zeigen sein wird – im Vergleich zu einem zumutbarerweise erzielba-
ren Einkommen nicht höher ausfällt, weshalb auf Tabellenlöhne gemäss 
LSE abzustellen ist (vgl. E. 6.2.2 vorne). Dabei ist es mit der Beschwerde-
führerin (Beschwerde, S. 5, Ziff. 3) jedoch sachlich nicht geboten, auf das 
der angefochtenen Verfügung vom 9. Juni 2020 zugrunde gelegte Ein-
kommen gemäss den Ziffern 73-75 der LSE (Sonstige freiberufliche, wis-
senschaftliche und technische Tätigkeiten; vgl. NOGA 2008, Allgemeine 
Systematik der Wirtschaftszweige, Erläuterungen S. 195 ff.) abzustellen. 
Vielmehr ist – entsprechend dem Vorbringen der Beschwerdegegnerin in 
der Beschwerdeantwort (S. 3, Ziff. 7) – dem Invalideneinkommen eine 
Hilfsarbeitertätigkeit gemäss Tabelle TA1_tirage_skill_level, Wert TOTAL, 
Frauen, Kompetenzniveau 1, zugrunde zu legen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2021, IV/20/540, Seite 25

Die Beschwerdeführerin wendet gegen ein solches Vorgehen ein, in Anbe-
tracht dessen, dass die angestammten Berufe nicht mehr zumutbar seien, 
insbesondere weil ein hoher Organisations- und Betreuungsaufwand für 
einen Arbeitgeber bestehe, sei darauf zu schliessen, dass dies auch für 
eine Hilfsarbeit gelte (Beschwerde, S. 7, Ziff. 5). Auch belegten die unzähli-
gen Stellenwechsel, dass sie ihre Ressourcen im Arbeitskontext nicht 
nachhaltig einbringen könne (Eingabe vom 2. Oktober 2020, S. 2 zu Ziffer 6 
der BA). Wie nachfolgend aufzuzeigen ist, kann diesen Vorbringen nicht 
gefolgt werden: 

6.5.2 Die Möglichkeit einer versicherten Person, das verbliebene Leis-
tungsvermögen auf dem allgemeinen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ver-
werten, hängt von den konkreten Umständen des Einzelfalles ab. 
Massgebend sind rechtsprechungsgemäss die Art und Beschaffenheit des 
Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und 
Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch die Persönlich-
keitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruf-
licher Werdegang oder die Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem 
angestammten Bereich. Beim ausgeglichenen Arbeitsmarkt handelt es sich 
um eine theoretische Grösse, so dass nicht leichthin angenommen werden 
kann, die verbliebene Leistungsfähigkeit sei unverwertbar. Unverwertbar-
keit der Restarbeitsfähigkeit ist anzunehmen, wenn die zumutbare Tätigkeit 
in nur so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene 
Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem 
Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und 
das Finden einer entsprechenden Stelle daher zum Vornherein als ausge-
schlossen erscheint (Entscheid des BGer vom 11. September 2020, 
9C_766/2019, E. 4.1). 

6.5.3 Im hiervor zitierten Entscheid vom 11. September 2020 hat das 
BGer die Unverwertbarkeit bei einer Versicherten, welche an einer als "tief-
greifend" bezeichneten Persönlichkeitsstörung (emotional-instabile Persön-
lichkeitsstörung vom Borderlinetypus; ICD-10 F60.31) in Kombination mit 
einem ADHS (ICD-10 F90.0) litt, bejaht (vgl. E. 4.4). Es ist nicht von der 
Hand zu weisen, dass jener Sachverhalt – vorab in diagnostischer Hinsicht 
– Parallelen zum vorliegenden Fall aufweist. Indessen ergeben sich auch 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2021, IV/20/540, Seite 26

wesentliche Unterschiede, die dazu führen, dass die nicht leichthin anzu-
nehmende Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit vorliegend nicht ge-
geben ist: So hielten die Gutachter in ihrer Expertise vom 19. März 2019 
zunächst fest, in der seit ca. 2015 ausgeübten Tätigkeit als … von … und 
… von … oder in einer anderen angepassten Tätigkeit sei eine Tätigkeit 
von ca. fünf Stunden täglich möglich, was einer Arbeitsfähigkeit von rund 
60% entspricht. Im hiervor genannten Entscheid des BGer lag die Restar-
beitsfähigkeit bei 20% und damit wesentlich tiefer (vgl. E. 3.2). Ferner wur-
den die Ressourcen dort als "sehr" eingeschränkt qualifiziert (E. 3.2); hier 
bezeichnen die Gutachter neben der aktuellen Tätigkeit als … und … von 
… die erfolgreichen Ausbildungen zur … sowie … als "wichtige Ressource" 
(act. IIA 240.1 S. 4). Zu ergänzen ist insoweit, dass die Beschwerdeführerin 
2007 und 2008 jeweils berufsbegleitend auch das … bzw. das … erwarb 
(act. II 5 S. 3 f.) und vom … 2014 bis … 2015 – mithin nach Eintritt des 
Gesundheitsschadens – einen … absolvierte und ein Kurszertifikat erwarb 
(act. IIA 240.1 S. 2), was auf eine erhaltene Durchhaltefähigkeit schliessen 
lässt. Auch wurde der Beschwerdeführerin aus neuropsychologischer Sicht 
attestiert, einfache, klar strukturierte Aufgaben sorgfältig und in altersge-
rechtem Tempo zu lösen (act. IIA 240.3 S. 10). Sodann ist die Konzentrati-
on – konkret zeigten sich bei der neuropsychologischen Testung nach vier 
Stunden zunehmende Müdigkeitszeichen, ohne dass die Leistungen nach-
liessen (act. IIA 240.1 S. 4) – vorliegend deutlich weniger stark einge-
schränkt als im vorerwähnten, vom Bundesgericht beurteilten Fall (E. 3.2). 
Weiter ist die Beschwerdeführerin im Gegensatz zu jenem Fall (E. 4.3.1) 
befähigt, ein Hobby (als … von … und … von … [vgl. auch Beschwerde, S. 
4, Ziff. 3]) auszuüben und dieses auch mit nicht unerheblichem zeitlichem 
Aufwand zu pflegen. Auch ist die Beschwerdeführerin vorliegend – offenbar 
im Gegensatz zum dort beurteilten Fall – in der Lage, die drei Tage pro 
Woche bei ihr lebende Tochter (vgl. E. 5.3.1 vorne), zu welcher sie "eine 
herzliche und enge Beziehung" habe (act. II 169 S. 3), gemeinsam mit ih-
rem von ihr getrennt lebenden Partner im Rahmen eines geteilten Sorge-
rechts zu erziehen. Wohl hatte sich im Zuge der (nach 12jähriger 
Beziehung [act. IIA 261 S. 3]) im Jahr 2015 erfolgten Trennung vorüberge-
hend ein Elternkonflikt entwickelt, welcher auch die Intervention der KESB 
erforderlich machte. Dieser Konflikt konnte jedoch einvernehmlich und kon-
struktiv unter den Partnern gelöst werden (vgl. act. II 216 S. 69), was zeigt, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2021, IV/20/540, Seite 27

dass die Beschwerdeführerin – trotz unbestrittenermassen bestehenden, 
sich auch auf die Erziehung der Tochter auswirkenden persönlichkeitsbe-
dingten Defiziten – lösungsorientiert agieren kann, wie sie denn im … über 
die von ihr angewandten Bewältigungsstrategien auch überzeugend berich-
tet (…, insbesondere ab Minute 25.13; zuletzt besucht am 11. Januar 
2021). Ferner ist darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin in der 
Vergangenheit zwar tatsächlich viele Stellenwechsel aufwies (act. II 16 S. 
2). Indessen beschlugen diese ausnahmslos Bereiche (…, …, …), in denen 
interpersonelle Fähigkeiten von zentraler Bedeutung waren. Dasselbe trifft 
auf die im Oktober 2015 gescheiterte Eingliederungsmassnahme (… im 
Rahmen einer Arbeitsvermittlung [act. II 130; Protokoll, Eintrag vom 27. Ok-
tober 2015, in den Gerichtsakten]) zu, weshalb daraus entgegen der Be-
schwerdeführerin (Eingabe vom 2. Oktober 2020, S. 2, zu Ziffer 6 der BA) 
nicht abgeleitet werden kann, auch die Verwertung einer den Leiden ange-
passten Tätigkeit im dargelegten Sinne sei unzumutbar. Im Übrigen fehlen 
vorliegend – anders als dies etwa im Entscheid des BGer vom 2. Dezem-
ber 2020 (8C_416/2020) der Fall war (vgl. E. 6.2.3 am Ende) – auch Hin-
weise auf narzisstische Anteile der Persönlichkeit, welche der Annahme 
einer einfachen Verweistätigkeit entgegenstünden. Sodann stellt die Beur-
teilung der Verwertbarkeit zwar eine Rechtsfrage dar; dennoch kann nicht 
unerwähnt bleiben, dass weder seitens des behandelnden Psychiaters 
noch der Gutachter – anders als im zuletzt genannten Entscheid des BGer 
– die Realisierung einer dem Zumutbarkeitsprofil entsprechenden Ver-
weistätigkeit aufgrund der Persönlichkeitsstruktur als erschwert oder gar 
unmöglich erachtet wurde. 

Schliesslich bestehen in somatischer Hinsicht für eine körperlich 
angepasste Tätigkeit keinerlei Einschränkungen (vgl. E. 3.5 vorne) und 
verfügt die Beschwerdeführerin mit Blick auf ihre Ausbildungen sowie di-
versen beruflichen Tätigkeiten über entsprechende Fertigkeiten. Zwar ist 
von "verlängerten Einarbeitungszeiten" auszugehen (vgl. E. 3.1.5 vorne), 
was die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit indessen nicht 
verunmöglicht.

6.5.4 Somit besteht in Bezug auf das von den Gutachtern definierte Zu-
mutbarkeitsprofil (vgl. act. IIA 240.1 S. 5; E. 3.1.5 vorne) respektive die von 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2021, IV/20/540, Seite 28

der Beschwerdegegnerin dem Invalideneinkommen zugrunde gelegte 
Hilfsarbeitertätigkeit gemäss Tabelle TA1_tirage_skill_level, Wert TOTAL, 
Frauen (vgl. E. 6.5.1 vorne), keine Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähig-
keit. 

6.6 Mit Bezug auf den Aufgabenbereich Haushalt (vgl. E. 6.1 vorne) 
wurde im Abklärungsbericht Haushalt vom 21. Februar 2020 (act. IIA 261 
S. 2 ff.) mittels Betätigungsvergleichs für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Mai 
2015 eine Einschränkung von ungewichtet 28.05% bzw. gewichtet 14.03%, 
für die Zeit vom 1. Juni bis 31. Dezember 2015 von ungewichtet 16.3% 
bzw. gewichtet von 8.15% und für die Zeit ab 1. Januar 2016 von unge-
wichtet 17.6% respektive gewichtet 8.8% ermittelt (S. 27). 

6.6.1 Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts sind verschiedene 
Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer 
qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und räumli-
chen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge-
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die 
Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende 
Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext 
schliesslich muss plausibel begründet und bezüglich der einzelnen Ein-
schränkungen angemessen detailliert sein und in Übereinstimmung mit den 
an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Ab-
klärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift in das Ermessen der 
die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein-
schätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die 
fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist 
als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 140 V 543 E. 3.2.1 S. 
547, 130 V 61 E. 6.2 S. 63; SVR 2018 IV Nr. 69 S. 224 E. 3.2).

6.6.2 Der Bericht vom 21. Februar 2020 wurde vom spezialisierten Ab-
klärungsdienst der Beschwerdegegnerin aufgrund einer Erhebung vor Ort 
am 11. Dezember 2019 (act. IIA 261 S. 2) verfasst und erfolgte in Kenntnis 
der medizinischen Situation und namentlich des Gutachtens von Dr. med. 
F.________ und lic. phil. G.________ (vgl. S. 8). Ferner stützt sich das 
Ergebnis auf die Angaben der Beschwerdeführerin zu den sozialen und 
erwerblichen Verhältnissen und zum Haushalt. Die im Abklärungsbericht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2021, IV/20/540, Seite 29

enthaltene Umschreibung der Haushaltsaufgaben entspricht den Vorgaben 
von Rz. 3087 des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der 
Invalidenversicherung (KSIH) in der hier massgeblichen Fassung. Die Ge-
wichtung der einzelnen Aufgabenbereiche hält sich sodann innerhalb der 
dort angegebenen Bandbreiten und wird weder beschwerdeweise bestritten 
noch ist sie in Anbetracht der konkreten Umstände zu beanstanden. Klare 
Fehleinschätzungen der Abklärungsfachperson sind nicht ersichtlich. Auf 
den Abklärungsbericht vom 21. Februar 2020 kann somit betreffend die 
Erhebungen vom 11. Dezember 2019 abgestellt werden (vgl. E. 6.6.1 vor-
ne). Indem der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin im gesamten 
Beurteilungszeitraum keine wesentlichen Schwankungen aufwies (vgl. E. 
3.5 vorne) und die Einschätzung des funktionellen Leistungsvermögens im 
Gutachten vom 19. März 2019 insgesamt optimistischer ausfiel als im ABI-
Gutachten, kommt auch den übrigen, im aktuellsten Bericht integrierten 
Abklärungsberichten Haushalt/Erwerb vom 9. April 2015 (act. II 92 S. 2 ff.) 
und vom 30. September 2016 (act. II 145 S. 2 ff.) Beweiswert zu. 

6.6.3 Was die Beschwerdeführerin dagegen vorbringt, führt zu keinem 
anderen Ergebnis: Soweit sie geltend macht, eine psychiatrische Stellung-
nahme zum Abklärungsbericht vom 21. Februar 2020 wäre unerlässlich 
gewesen (Beschwerde, S. 8, Ziff. 7), verkennt sie, dass der Abklärungsbe-
richt Haushalt prinzipiell auch dann eine beweistaugliche Grundlage dar-
stellt, wenn es um die Bemessung einer psychisch bedingten Invalidität 
geht, d.h. wenn die Beurteilung psychischer Erkrankungen – wie hier – im 
Vordergrund steht. Nur wenn sich die Ergebnisse der Abklärung vor Ort 
und die fachmedizinischen Feststellungen zur Fähigkeit der versicherten 
Person, ihre gewohnten Aufgaben zu erfüllen, widersprechen, ist den ärztli-
chen Stellungnahmen in der Regel mehr Gewicht einzuräumen als dem 
Bericht über die Haushaltsabklärung (vgl. Entscheid des BGer vom 12. Juli 
2018, 9C_671/2017, E. 4.2). Die Beschwerdeführerin legt nicht dar und es 
ist auch nicht ersichtlich, inwiefern die im Abklärungsbericht zu den einzel-
nen üblichen Tätigkeiten getroffenen Feststellungen hinsichtlich der jeweili-
gen Einschränkungen im Widerspruch zu den (der Abklärungsfachperson 
bekannten) gutachterlichen Einschätzungen stehen sollen. Vor diesem Hin-
tergrund ist denn auch nicht relevant, ob die Gutachter, welche die häusli-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2021, IV/20/540, Seite 30

chen Verhältnisse der Beschwerdeführerin nicht kennen, die Einschätzung 
der Abklärungsfachperson teilen. 

7.

7.1 Die Beschwerdegegnerin hat in der angefochtenen Verfügung vom 
9. Juni 2020 (act. IIA 278) vier gestaffelte Einkommensvergleiche durchge-
führt, was einerseits der sich im Beurteilungszeitraum mehrfach geänderten 
persönlichen Wohnsituation der Beschwerdeführerin als massgebende 
Revisionsgründe (vgl. E. 2.3 vorne), andererseits der per 1. Januar 2018 
geänderten Berechnungsweise des Invaliditätsgrades bei der gemischten 
Methode (vgl. E. 6.3.2 vorne) geschuldet ist. 

7.2 Für die Zeit vom März 2014 (vgl. E. 4 vorne) bis zur Trennung der 
Beschwerdeführerin von ihrem damaligen Lebenspartner (und Vater der 
gemeinsamen Tochter) im März 2015 respektive Juni 2015 ergibt sich was 
folgt: 

7.2.1

7.2.1.1 Das Valideneinkommen ist basierend auf den LSE 2014, Tabelle 
TA1_tirage_skill_level, Ziff. 86-88 (Gesundheits- und Sozialwesen), Frau-
en, Kompetenzniveau 2, zu ermitteln (vgl. E. 6.4.2 vorne). Unter Berück-
sichtigung der durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 41.5 Stunden (vgl. 
BGE 126 V 75 E. 3b bb S. 77; BFS, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirt-
schaftsabteilungen, Tabellenposition 86) und unter Zugrundelegung eines 
Status von 50% Erwerb beziffert sich das jährliche Valideneinkommen pro 
März 2014 auf Fr. 32'170.80 (Fr. 5'168.-- x 12 /40 x 41.5 x 0.5). 

7.2.1.2 Das Invalideneinkommen ist auf der Grundlage von 
TA1_tirage_skill_level, Wert TOTAL, Frauen, Kompetenzniveau 1, zu ermit-
teln (vgl. E. 6.5.1 vorne). Sodann ist der von der Beschwerdegegnerin 
berücksichtigte leidensbedingte Abzug (vgl. E. 6.2.2 vorne) von 10% (vgl. 
act. IIA 261 S. 9) nicht zu beanstanden: In Bezug auf das invaliditätsbe-
dingte Kriterium der leidensbedingten Einschränkung bestehen in den me-
dizinischen Akten im Allgemeinen und im bidisziplinären Gutachten vom 
19. März 2019 im Besonderen keine Anhaltspunkte, die einen höheren Ab-
zug rechtfertigten. Hinsichtlich der invaliditätsfremden Faktoren ist zu 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2021, IV/20/540, Seite 31

berücksichtigen, dass vorliegend sowohl Validen- wie auch Invalidenein-
kommen aufgrund statistischer Werte bestimmt werden und entsprechende 
Abzüge bei beiden Vergleichseinkommen zu berücksichtigen wären (vgl. 
Entscheid des BGer vom 19. Januar 2009, 8C_42/2008, E. 5). Demnach 
besteht gesamthaft beurteilt für das Gericht kein triftiger Grund, sein Er-
messen an die Stelle desjenigen der Verwaltung zu setzen (Entscheid des 
BGer vom 18. Januar 2018, 8C_552/2017, E. 4.3). 

Gestützt auf diese Grundlagen sowie unter Berücksichtigung der durch-
schnittlichen Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden (BFS, Betriebsübliche 
Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, TOTAL) und eines Status von 
50% Erwerb beziffert sich das Invalideneinkommen pro März 2014 auf 
Fr. 24'206.85 (Fr. 4'300.-- x 12 /40 x 41.7 x 0.9 x 0.5).

7.2.1.3 Aus der Gegenüberstellung der Vergleichseinkommen ergibt sich 
somit ab März 2014 eine Erwerbseinbusse von Fr. 7‘963.95 (Fr. 32'170.80 
– Fr. 24'206.85) und damit bezogen auf den erwerblichen Bereich ein 
Invaliditätsgrad von 24.76% bzw. gewichtet 12.38% (Fr. 7‘963.95 / 
Fr. 32'170.80 x 100 x 0.5).

7.2.2 In Bezug auf den Aufgabenbereich Haushalt ermittelte der 
Abklärungsdienst im ersten Abklärungsbericht vom 9. April 2015 (act. II 92 
S. 2 ff.) eine Gesamteinschränkung von (ungewichtet) 0.2% (S. 12). Im 
Abklärungsbericht vom 21. Februar 2020 wurde der Individualtext aus dem 
Bericht vom 9. April 2015 übernommen, jedoch erfolgte mit einer 
ungewichteten Beeinträchtigung von insgesamt 28.5% (act. IIA 261 S. 16) 
eine andere Einschätzung des funktionellen Leistungsvermögens. Es kann 
offen bleiben, welche der beiden Einschätzungen zutrifft. Denn selbst wenn 
auf die pessimistischere Einschätzung von gewichtet 14.25% (28.5% x 0.5) 
abgestellt wird, zeitigt dies kein Ergebnis zu Gunsten der 
Beschwerdeführerin (vgl. E. 7.2.3 sogleich). 

7.2.3 Demnach beträgt der Invaliditätsgrad ab März 2014 gerundet (zur 
Rundung: vgl. BGE 130 V 121 E. 3.2 S. 123) und gewichtet 27% (12.38% + 
14.25%).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2021, IV/20/540, Seite 32

7.3 Nach der Trennung von ihrem Partner hielt sich die Beschwerde-
führerin bis Ende 2015 in einer betreuten Wohnform auf (vgl. E. 5.3.1 vor-
ne). 

7.3.1 Für das Jahr 2015 beziffert sich das (nominallohnindexbereinigte; 
vgl. BFS, T1.2.10, Nominallohnindex, Frauen, 2011-2019, Abschnitt Q; 
Entscheid des BGer vom 10. Mai 2013, 8C_67/2013, E. 3.3.5) Validenein-
kommen unter Berücksichtigung der selben Bemessungsparameter (vgl. 
E. 7.2.1.1) auf Fr. 32'297.70 (Fr. 5'168.-- x 12 /40 x 41.5 /101.4 x 101.8 x 
0.5). 

Das (ebenfalls gemäss Nominalindex angepasste) Invalideneinkommen 
beträgt Fr. 24'323.65 (Fr. 4'300.-- x 12 /40 x 41.7 /103.6 x 104.1 x 0.9 x 
0.5).

Aus der Gegenüberstellung der Vergleichseinkommen ergibt dies für das 
Jahr 2015 eine Erwerbseinbusse von Fr. 7‘974.05 (Fr. 32'297.70 – 
Fr. 24'323.65) und damit bezogen auf den erwerblichen Bereich einen 
Invaliditätsgrad von 24.68% bzw. gewichtet 12.34% (Fr. 7‘974.05 / 
Fr. 32'297.70 x 100 x 0.5).

7.3.2 Hinsichtlich des Aufgabenbereichs Haushalt ermittelte der 
Abklärungsdienst der Beschwerdegegnerin im Bericht vom 30. September 
2016 eine gesamthafte Einschränkung von 16.3% (act. II 145 S. 25), 
welche Einschätzung er im Bericht vom 21. Februar 2020 übernahm (act. 
IIA 261 S. 21), was nicht zu beanstanden ist (vgl. E. 6.6.2 vorne). Der 
gewichtete Invaliditätsgrad beträgt folglich 8.15% (16.3% x 0.5).

7.3.3 Damit beträgt der Invaliditätsgrad pro 2015 gerundet und gewichtet 
20% (12.34% + 8.15%).

7.4 Ende Dezember 2015 zog die Beschwerdeführerin wieder in eine 
eigene Wohnung in … (vgl. E. 5.3.1 vorne). 

7.4.1 Das Valideneinkommen beziffert sich unter Berücksichtigung der 
LSE 2016 (vgl. Entscheid des BGer vom 27. November 2019, 8C_64/2019, 
E. 6.2.1), im Übrigen jedoch derselben Bemessungsparameter (vgl. 
E. 7.2.1.1) auf Fr. 32'173.45 (Fr. 5'156.-- x 12 /40 x 41.6 x 0.5). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2021, IV/20/540, Seite 33

Das Invalideneinkommen beträgt nach Massgabe derselben, indes auf den 
LSE 2016 basierenden Bemessungsfaktoren (vgl. E. 7.2.1.2 vorne) 
Fr. 24'561.50 (Fr. 4'363.-- x 12 /40 x 41.7 x 0.9 x 0.5).

Bei einer Erwerbseinbusse von Fr. 7‘611.95 (Fr. 32'173.45 – Fr. 24'561.50) 
ergibt dies bezogen auf den erwerblichen Bereich einen Invaliditätsgrad 
von 23.66% bzw. gewichtet 11.83% (Fr. 7‘611.95 / Fr. 32'173.45 x 100 x 
0.5).

7.4.2 Im Aufgabenbereich Haushalt beträgt die ungewichtete 
Einschränkung 17.6% (act. IIA 261 S. 26), woraus ein gewichteter 
Invaliditätsgrad von 8.8% resultiert (17.6% x 0.5).

7.4.3 Somit beträgt der Invaliditätsgrad ab 2016 gerundet und gewichtet 
21% (11.83% + 8.8%).

7.5 Wie in E. 7.1 erwogen, gilt ab 1. Januar 2018 in Bezug auf die Er-
mittlung des Invaliditätsgrades bei der gemischten Methode eine neue Be-
rechnungsweise, welche einen weiteren Revisionsgrund darstellt (vgl. E. 
6.3.4 vorne). Damit ergibt sich was folgt: 

7.5.1 Basierend auf den im Verfügungszeitpunkt bereits veröffentlichten 
LSE 2018 (Entscheid des BGer vom 27. November 2019, 8C_64/2019, E. 
6.2.1) beläuft sich das (auf ein Vollpensum hochgerechnete [vgl. E. 6.3.3 
vorne], im Übrigen aber nach denselben Faktoren zu ermittelnde) Validen-
einkommen auf Fr. 64'521.60 (Fr. 5'170.-- x 12 /40 x 41.6). 

Das (ebenfalls auf ein Vollpensum hochgerechnete [vgl. E. 6.3.3 vorne]) 
Invalideneinkommen beziffert sich unter Berücksichtigung einer Arbeitsun-
fähigkeit von 60% sowie unter Zugrundelegung im Übrigen unveränderter 
Bemessungsparameter (vgl. E. 7.2.1.2 vorne) auf Fr. 29'527.85 (Fr. 4'371.-- 
x 12 /40 x 41.7 x 0.9 x 0.6). 

Aus der Gegenüberstellung der Vergleichseinkommen ab 2018 ergibt dies 
eine Erwerbseinbusse von Fr. 34‘993.75 (Fr. 64'521.60 – Fr. 29'527.85) 
und damit im erwerblichen Bereich einen Invaliditätsgrad von 54.24% 
(Fr. 34‘993.75 / Fr. 64'521.60 x 100).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2021, IV/20/540, Seite 34

7.5.2 Betreffend den Aufgabenbereich Haushalt beträgt die 
Einschränkung unverändert 17.6% (vgl. E. 7.4.2 vorne). 

7.5.3 Damit beträgt der Invaliditätsgrad ab 2018 gerundet und gewichtet 
(vgl. E. 6.3.2 vorne) 36% ([54.24% x 0.5]) + [17.6% x 0.5]).

7.6 Zusammenfassend liegt der Invaliditätsgrad bezogen auf den ge-
samten Beurteilungszeitraum unter 40%, womit kein Anspruch auf eine 
Invalidenrente besteht (vgl. E. 2.2 vorne). Die angefochtene Verfügung vom 
9. Juni 2020 erweist sich demnach als rechtens und die Beschwerde ist 
abzuweisen.

8.

Mit der Abweisung der Beschwerde ist die Beschwerdeführerin als unterlie-
gend zu betrachten.

8.1 Mit Verfügung vom 8. September 2020 hiess der Instruktionsrich-
ter das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung von 
Rechtsanwalt C.________ als amtlicher Anwalt gut.

8.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG in der bis 31. Dezember 2020 gel-
tenden Fassung (vgl. Art. 83 ATSG) ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Im vorliegenden Fall werden die Verfahrenskosten auf Fr. 800.-- festgesetzt 
und der unterliegenden Beschwerdeführerin auferlegt (Art. 108 Abs. 1 
VRPG). Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege wird die 
Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss 
Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 
(ZPO; SR 272) – vorläufig von der Zahlungspflicht befreit (Art. 113 VRPG).

8.3 Infolge Unterliegens hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch 
auf Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Um-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2021, IV/20/540, Seite 35

kehrschluss] und Art. 108 Abs. 3 VRPG). Aufgrund der gewährten unent-
geltlichen Rechtspflege unter Beiordnung von Rechtsanwalt C.________ 
als amtlicher Anwalt bleibt dessen amtliches Honorar festzulegen.

Die (der Praxis des Verwaltungsgerichts betreffend Parteikostenersatz von 
gemeinnützig tätigen Rechtsberatungsstellen im Sinne der Rechtsprechung 
gemäss BGE 135 I 1 E. 7.4.1 S. 4 entsprechende) Kostennote von Rechts-
anwalt C.________ vom 2. Oktober 2020 ist nicht zu beanstanden. Ge-
stützt darauf ist das amtliche Honorar auf total Fr. 1'565.65 festzusetzen 
(Honorar: Fr. 1'384.50 [10.65 Stunden à Fr. 130.--] zuzüglich Auslagen von 
Fr. 69.20 und die MWST von Fr. 111.95 [7.7% auf Fr. 1'453.70]).

8.4 Die obsiegende Beschwerdegegnerin hat als Sozialversicherungs-
trägerin nach allgemeinem sozialversicherungsrechtlichem Prozessgrund-
satz keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (vgl. BGE 128 V 124 
E. 5b S. 133).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege wird 
die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht befreit.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Dem amtlichen Anwalt C.________ wird nach Eintritt der Rechtskraft 
dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 1'565.65 (inkl. 
MWST) festgesetzte Entschädigung vergütet. Vorbehalten bleibt die 
Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

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5. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.