# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d1a8a4db-1a2c-5646-88eb-309b57307fe8
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-07-13
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 13.07.2023 LE220048
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LE220048_2023-07-13.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: LE220048-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Huizinga, Vorsitzender, Oberrichterin  

Dr. D. Scherrer und Oberrichter Dr. M. Kriech sowie  

Gerichtsschreiberin MLaw I. Aeberhard 

Beschluss und Urteil vom 13. Juli 2023 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Gesuchsteller und Berufungskläger 
 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. sc. nat. et lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

B._____,  
Gesuchsgegnerin und Berufungsbeklagte 
 

vertreten durch Rechtsanwältin MLaw Y._____  
 

betreffend Eheschutz 
 
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren 
am Bezirksgericht Dielsdorf vom 8. Dezember 2021 (EE200078-D) 

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Rechtsbegehren: 

des Gesuchstellers und Berufungsklägers (Urk. 1 S. 2 und Urk. 51 S. 3 f.; sinn-
gemäss): 

1. Es sei den Parteien das Getrenntleben zu bewilligen und es sei 
festzustellen, dass die Parteien bereits seit 18. Juni 2020 getrennt 
leben. 

2. Die gemeinsamen Kinder 
  a. C._____, geboren am tt.mm.2011 und 

 b. D._____, geboren am tt.mm.2015 
 seien für die Dauer des Getrenntlebens unter die alleinige Obhut 

des Gesuchstellers zu stellen. 
3. Es sei vorzumerken, dass sich der Wohnsitz der Kinder beim Ge-

suchsteller befindet. 
4. Der Gesuchsgegnerin seien gerichtsübliche Besuchsrechte einzu-

räumen. 
5. Es sei vorzumerken, dass der Gesuchsteller einstweilen auf Kin-

derunterhaltsbeiträge von Seiten der Gesuchsgegnerin verzichtet, 
eine spätere Geltendmachung von Unterhaltsbeiträgen aber vor-
behalten bleibt. 

6. Die Gesuchsgegnerin sei zu verpflichten, ihre Vermögens- und 
Einkommenssituation sowie die Grundlagen für ihre Bedarfsrech-
nung offenzulegen. 

7. Der Gesuchsteller behält sich vor, einen Unterhalt zugunsten der 
Gesuchsgegnerin zu beziffern, sobald die nötigen Belege, inklusi-
ve Einkommenssituation der Gesuchsgegnerin, offengelegt wor-
den sind. 

8. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich 7.7 % 
Mehrwertsteuer) zulasten der Gesuchsgegnerin. 

9. Die Gesuchsgegnerin sei zu verpflichten, den neuen Mietvertrag 
über die neue Wohnung an der E._____-strasse … in F._____ 
vorzulegen. 

10. Die Gesuchsgegnerin sei zu verpflichten, die eheliche Wohnung 
in einwandfreiem Zustand, gereinigt und mit Übergabeprotokoll an 
die Vermieterschaft zu übergeben. 

11. Die Gesuchsgegnerin sei zu verpflichten, für allfällige verrechen-
bare Mieterschäden an der ehelichen Wohnung einstweilen selbst 
aufzukommen. (Über eine allfällige anteilsmässige Rückvergü-
tung durch den Gesuchsteller ist bei der Scheidung im Rahmen 
der güterrechtlichen Auseinandersetzung zu entscheiden.) 

12. Es sei sodann festzustellen, dass die Gesuchsgegnerin für den 
Mietzins der ehelichen Wohnung alleine aufzukommen hat, bis 

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die Zahlungsverpflichtung des Ehepaares A._____B._____ ge-
genüber den Vermietern definitiv beendet ist, wofür die Gesuchs-
gegnerin entsprechend den mietrechtlichen Vorgaben selbst zu 
sorgen hat. 

13. Sollte der Mietzins für die neue Wohnung in F._____ nicht höher 
sein als der Mietzins der ehelichen Wohnung, so sei von jeder 
Erhöhung des Unterhalts zugunsten der Gesuchsgegnerin und 
den Kindern im Zusammenhang mit dem Umzug abzusehen. 

 Eventuell habe der Gesuchsteller ausschliesslich den tieferen Un-
terhalt, welcher auf der Nutzung der ehelichen Wohnung durch 
die Gesuchsgegnerin und die Kinder beruht, zu bezahlen, bis das 
Mietverhältnis über die eheliche Wohnung rechtsgültig beendet 
ist. 

 
der Gesuchsgegnerin und Berufungsbeklagten (Urk. 23 S. 1 ff.): 

" 1. Es sei festzustellen, dass die Parteien seit dem 17. Juni 2020 ge-
trennt leben. 

 2. Die gemeinsamen Kinder 
 – C._____, geb. tt.mm.2011 und 

– D._____, geb. tt.mm.2015, 
 seien bei gemeinsamer elterlicher Sorge unter die Obhut der Ge-

suchsgegnerin zu stellen. 
 3. Es sei festzustellen, dass die gemeinsamen Kinder C._____ und 

D._____ ihren Wohnsitz bei der Gesuchsgegnerin haben. 
 4. Der Gesuchsteller sei zu berechtigen und zu verpflichten, die Kin-

der jedes zweite Wochenende, jeweils in der Zeit vom 1. März bis 
30. September von Samstag, 17.00 Uhr bzw. in der Zeit vom 
1. Oktober bis Ende Februar von Samstag, 14.00 Uhr, bis Mon-
tagabend, 17.00 Uhr, zu oder mit sich auf Besuch zu nehmen. 
Ebenso sei der Gesuchsteller zu berechtigen und zu verpflichten, 
die Kinder jeweils vier Wochen pro Jahr zu oder mit sich in die 
Ferien zu nehmen. 

 Das Ferienrecht sei unter den Parteien jeweils drei Monate im Vo-
raus abzusprechen und auf eigene Kosten auszuüben. Sollten 
sich die Parteien nicht einigen können, soll die Gesuchsgegnerin 
in Jahren mit ungerader Endzahl das Wahlrecht haben und der 
Gesuchsteller in Jahren mit gerader Endzahl. 

 5. Es sei festzustellen, dass ein Umzug der Gesuchsgegnerin mit 
den Kindern keinen zustimmungsbedürftigen Sachverhalt im Sin-
ne von Art. 301a Abs. 2 lit. b ZGB darstelle. Eventualiter sei die 
Gesuchsgegnerin zu berechtigen, mit den Kindern von G._____ 
an einen anderen Wohnort in der Deutschschweiz zu ziehen, wo-

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bei sich dieser Wohnort maximal eine Autofahrstunde von 
G._____ entfernt befinde. 

 6. Der Gesuchsteller sei zu verpflichten, der Gesuchsgegnerin an 
den Unterhalt der Kinder monatliche Unterhaltsbeiträge (Bar- und 
Betreuungsunterhalt) zuzüglich Kinder- und Familienzulagen zu 
bezahlen, zahlbar jeweils im Voraus auf den Ersten eines Monats, 
erstmals per 1. Juli 2020: 

 Bis zum Auszug der Gesuchsgegnerin und der Kinder aus der 
ehelichen Wohnung: 
Barunterhalt C._____: CHF 3'037.46 
Barunterhalt D._____: CHF 2'505.46 
Betreuungsunterhalt D._____: 4'266.00 

 Ab Auszug der Gesuchsgegnerin und der Kinder aus der eheli-
chen Wohnung: 
Barunterhalt C._____: CHF 3'037.46 
Barunterhalt D._____: CHF 2'505.46 
Betreuungsunterhalt D._____: 5'266.00 

 7. Der Gesuchsteller sei zu verpflichten, der Gesuchsgegnerin einen 
persönlichen Unterhaltsbeitrag zu bezahlen, zahlbar rückwirkend 
ab 1. Juli 2020, für die Zukunft jeweils im Voraus auf den Ersten 
des Monats: 

 Bis zum Auszug der Gesuchsgegnerin und der Kinder aus der 
ehelichen Wohnung: CHF 3'650.00 

 Ab Auszug der Gesuchsgegnerin und der Kinder aus der eheli-
chen Wohnung: CHF 3'150.00 

 8. Das Familienauto BMW … sei der Gesuchsgegnerin für die Dauer 
des Getrenntlebens zur alleinigen Benützung zuzuweisen. 

 9. Alle anderslautenden Anträge des Gesuchstellers seien abzuwei-
sen. 

 10. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. Mehrwert-
steuer zu Lasten des Gesuchstellers." 

Prozessuale Anträge des Gesuchstellers und Berufungsklägers: 
(Urk. 1 S. 2) 

"1. Die Kinder C._____ und D._____ seien anzuhören. 
 2. Es sei die Zuweisung der alleinigen Obhut über die gemeinsamen 

Kinder C._____ und D._____ an den Gesuchsteller superproviso-
risch anzuordnen, mit Wirkung ab spätestens 31. Oktober 2020." 

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Verfügung und Urteil des Einzelgerichts am Bezirksgericht Dielsdorf vom 
8. Dezember 2021: 

(Urk. 88 S. 53 ff. = Urk. 93 S. 76 ff.) 

Es wird verfügt: 

1. Auf den Antrag des Gesuchstellers, die Gesuchsgegnerin sei zu verpflichten 

die eheliche Wohnung in einwandfreiem Zustand, gereinigt und mit Überga-

beprotokoll an die Vermieterschaft zu übergeben wird nicht eingetreten. 

2. Auf den Antrag des Gesuchstellers, die Gesuchsgegnerin sei zu verpflich-

ten, für allfällige verrechenbare Mieterschäden an der ehelichen Wohnung 

einstweilen selbst aufzukommen, wird nicht eingetreten. 

3. Auf den Antrag des Gesuchstellers, es sei festzustellen, dass die Gesuchs-

gegnerin für den Mietzins der ehelichen Wohnung alleine aufzukommen hat, 

bis die Zahlungsverpflichtung des Ehepaares A._____B._____ gegenüber 

den Vermietern definitiv beendet ist, wofür die Gesuchsgegnerin entspre-

chend den mietrechtlichen Vorgaben selbst zu sorgen hat, wird nicht einge-

treten. 

4. Das Verfahren betreffend Erlass vorsorglicher Massnahmen wird als gegen-

standslos geworden abgeschrieben. 

Sodann wird erkannt: 

1. Es wird festgestellt, dass die Parteien zum Getrenntleben auf unbestimmte 

Zeit berechtigt sind. 

2. Die gemeinsamen Kinder, C._____, geboren am tt.mm.2011 und D._____, 

geboren am tt.mm.2015, werden für die Dauer des Getrenntlebens unter die 

alleinige Obhut der Gesuchsgegnerin gestellt. Der gesetzliche Wohnsitz der 

beiden Kinder im Sinne von Art. 25 Abs. 1 ZGB befindet sich damit am je-

weiligen Wohnsitz der Gesuchsgegnerin. 

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3. Die Gesuchsgegnerin wird berechtigt, ihren Wohnsitz zusammen mit den 

Kindern C._____, geboren am tt.mm.2011 und D._____, geboren am 

tt.mm.2015 an die E._____-strasse … in F._____ zu verlegen. 

4. Die Parteien regeln den persönlichen Verkehr (inkl. Ferien) von Fall zu Fall 

selbst. Im Streitfall gilt Folgendes: 

Der Gesuchsteller ist berechtigt und wird verpflichtet, die Kinder 

- an jedem zweiten Wochenende jeweils in der Zeit vom 1. März bis 

30. September von Samstag, 17.00 Uhr bzw. in der Zeit vom 1. Oktober 

bis Ende Februar von Samstag, 12.30 Uhr, bis Sonntagabend, 19.00 Uhr 

- in Jahren mit gerader Jahreszahl über Ostern (Karfreitag bis Ostermon-

tag), am 25. Dezember und über Silvester 

- in Jahren mit ungerader Jahreszahl über Pfingsten (Pfingstsamstag bis 

Pfingstmontag) sowie am 24. Dezember; 

auf eigene Kosten zu betreuen. 

5. Der Gesuchsteller ist zudem berechtigt und wird verpflichtet, die Kinder jähr-

lich während den Schulferien für 4 Wochen auf eigene Kosten zu betreuen. 

Der Gesuchsteller wird verpflichtet, der Gesuchsgegnerin mindestens drei 

Monate im Voraus mitzuteilen, wann er sein Ferienbesuchsrecht ausüben 

will. 

Können sich die Parteien nicht einigen, so kommt das Entscheidungsrecht in 

Jahren mit gerader Jahreszahl dem Gesuchsteller bzw. in Jahren mit unge-

rader Jahreszahl der Gesuchsgegnerin zu. 

6. Für die Kinder C._____, geboren am tt.mm.2011 und D._____, geboren am 

tt.mm.2015, wird eine Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 2 ZGB angeordnet. 

Dem Beistand/Der Beiständin werden die folgenden Aufgaben übertragen: 

- die Ausübung der Betreuung zu organisieren, zu überwachen und die 

Parteien in der Umsetzung zu unterstützen sowie 

- die Kindseltern wo nötig und angezeigt in Erziehungsfragen zu unterstüt-
zen. 

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7. Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Bremgarten wird ersucht, ei-

nen für die Aufgaben gemäss vorstehend Ziffer 6 geeigneten Beistand bzw. 

eine dafür geeignete Beiständin zu ernennen. 

8. Der Gesuchsteller wird verpflichtet, an die Kosten des Unterhalts und der 

Erziehung der Kinder monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines je-

den Monats zahlbare Unterhaltsbeiträge (zuzüglich allfälliger gesetzlicher 

und vertraglicher Familienzulagen) wie folgt zu bezahlen: 

Phase I rückwirkend ab 1. Juli 2020 bis 30. September 2021: 

 C._____ Fr. 4'119.– (davon Fr. 1'628.– Betreuungsunterhalt) 
 D._____  Fr. 3'806.– (davon Fr. 1'628.– Betreuungsunterhalt) 

Phase II  ab 1. Oktober 2021: 

 C._____ Fr. 3'656.– (davon Fr. 840.– Betreuungsunterhalt) 
 D._____  Fr. 3'343.– (davon Fr. 840.– Betreuungsunterhalt) 

unter Anrechnung der bereits für die Zeit ab 1. Juli 2020 bezahlten Kinderun-
terhaltsbeiträge. 

9. Der Gesuchsteller wird verpflichtet, der Gesuchsgegnerin monatlich im Vo-

raus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats persönliche Unterhaltsbei-

träge wie folgt zu bezahlen:  

Phase I rückwirkend ab 1. Juli 2020 bis 30. September 2021: 

 Fr. 2'153.– 

Phase II  ab 1. Oktober 2021: 

 Fr. 2'431.– 

unter Anrechnung der bereits für die Zeit ab 1. Juli 2020 bezahlten persönli-

chen Unterhaltsbeiträge. 

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Finanzielle Verhältnisse 

Die Festsetzung der Unterhaltsbeiträge gemäss Ziffer 8 und 9 vorstehend basiert auf 

folgenden Grundlagen: 

a) Einkommen (netto pro Monat): 

  In Phase I (ab 1. Juli 2020 bis 30. September 2021): 

  Gesuchsteller (100%, inkl. 13 ML, exkl. FAZ): Fr. 20'000.– 

  Gesuchsgegnerin: Fr. 0.– 

  C._____ (Familienzulagen): Fr. 200.– 

  D._____ (Familienzulagen): Fr. 200.– 

  In Phase II (ab 1. Oktober 2021): 

  Gesuchsteller (100%, inkl. 13 ML, exkl. FAZ): Fr. 20'000.– 

  Gesuchsgegnerin: Fr. 2'800.– 

  C._____ (Familienzulagen): Fr. 200.– 

  D._____ (Familienzulagen): Fr. 200.– 

 

b) Bedarf (pro Monat): 

  In Phase I (ab 1. Juli 2020 bis 30. September 2021): 

  Gesuchsteller: Fr. 7'770.– 

  Gesuchsgegnerin: Fr. 3'256.– 

C._____:   Fr. 1'768.– 

  D._____:  Fr. 1'455.– 

  In Phase I (ab 1. Oktober 2021): 

  Gesuchsteller: Fr. 8'139.– 

  Gesuchsgegnerin: Fr. 4'479.– 

C._____:   Fr. 1'974.– 

  D._____:   Fr. 1'661.– 

10. Der Antrag der Gesuchsgegnerin, ihr sei der BMW … für die Dauer des Ge-

trenntlebens zur alleinigen Benützung zuzuweisen, wird abgewiesen. 

11. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 6'000.– festgesetzt. Wird auf eine Begrün-

dung des Entscheids verzichtet, ermässigt sich die Entscheidgebühr um ei-

nen Drittel auf Fr. 4000.–. 

12. Die Gerichtskosten werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt. 

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13. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

14. [Schriftliche Mitteilung] 

15. [Rechtsmittel] 

16. [Hinweis Art. 145 Abs. 2 ZPO]  

Berufungsanträge: 

des Gesuchstellers und Berufungsklägers (Urk. 92 S. 2 f.): 
" A. Es seien die Ziffern 2,3,4,5,7,8 [und] 9 des vorinstanzlichen Ur-

teils aufzuheben. 
 B. An deren Stelle sei folgendes festzusetzen: 
 2. Die gemeinsamen Kinder 
  a) C._____, geboren tt.mm.2011 und 
  b) D._____, geboren tt.mm.2015 
  seien für die Dauer des Getrenntlebens bei gemeinsamer elterli-

cher Sorge unter die alleinige Obhut des Berufungsklägers zu 
stellen, und es sei vorzumerken, dass sich der gesetzliche Wohn-
sitz der Kinder am jeweiligen Wohnsitz des Berufungsklägers be-
findet. 

 3. Es sei der Berufungsbeklagten ein gerichtsübliches Besuchsrecht 
– inklusive Ferienrecht – einzuräumen. 

 4. Für die vorinstanzlich angeordnete Beistandschaft nach Art. 308 
Abs. 2 ZGB für die Kinder C._____ und D._____ sei die Kindes- 
und Erwachsenenschutzbehörde Dielsdorf zu ersuchen, einen 
geeigneten Beistand / eine geeignete Beiständin zu ernennen. 

 5. Der Berufungskläger sei zu verpflichten, folgende Unterhaltszah-
lungen (zzgl. allfällige Kinderzulagen) zu leisten: 

  Phase 1: Juli 2020 bis September 2021: CHF 5'189.00, nämlich 
  C._____: CHF 2'500.00 (CHF 1'568.00 Barunterhalt, 

CHF 717.00 Anteil Betreuungsunter-
halt, CHF 215.00 Anteil Überschuss) 

  D._____: CHF 2'187.00 (CHF 1'255.00 Barunterhalt, 
CHF 717.00 Anteil Betreuungsunter-
halt, CHF 215.00 Anteil Überschuss) 

  Berufungsbeklagte  CHF 502.00 (Anteil Überschuss) 

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  Phase 2: Oktober 2021 bis Entscheid Obergericht: CHF 6007.00, 
nämlich 

  C._____: CHF 2'866.00 (CHF 1'774.00 Barunterhalt, 
CHF 840.00 Anteil Betreuungsunter-
halt, CHF 252.00 Anteil Überschuss) 

  D._____: CHF 2'553.00 (CHF 1'461.00 Barunterhalt, 
CHF 840.00 Anteil Betreuungsunter-
halt, CHF 252.00 Anteil Überschuss) 

  Berufungsbeklagte  CHF 588.00 (Anteil Überschuss) 
  Nach Entscheid Obergericht über die Obhut der Kinder beim Va-

ter für zusätzliche 6 Monate: CHF 3'054 an die Berufungsbeklag-
te, unter Vorbehalt des Vorliegens eines Konkubinates[.] 

 6. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWST) zu-
lasten der Berufungsbeklagten." 

 
der Gesuchsgegnerin und Berufungsbeklagten (Urk. 103 S. 2): 
 

" 1. Die Berufung sei vollumfänglich abzuweisen. 
 2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehr-

wertsteuer zu Lasten des Berufungsklägers/Gesuchstellers." 
 
 

Erwägungen: 

I. Sachverhalt und Prozessgeschichte 

1. Die Parteien sind verheiratet und haben zwei gemeinsame Kinder, C._____, 

geboren am tt.mm.2011, und D._____, geboren am tt.mm.2015. Mit Eingabe vom 

26. Oktober 2020 machte der Gesuchsteller und Berufungskläger (fortan Gesuch-

steller) das vorliegende Eheschutzverfahren bei der Vorinstanz hängig (Urk. 1). 

Hinsichtlich der Prozessgeschichte vor Vorinstanz kann auf das vorinstanzliche 

Urteil verwiesen werden (Urk. 88 S. 5 ff. = Urk. 93 S. 5 ff.). Dieses erging am 

8. Dezember 2021 zunächst in unbegründeter und schliesslich in begründeter 

Form (Urk. 80 und Urk. 88).  

2. Gegen das vorinstanzliche Urteil erhob der Gesuchsteller am 22. August 

2022 fristgerecht Berufung und stellte die eingangs wiedergegebenen Anträge 

(Art. 311 Abs. 1 i.V.m. Art. 314 Abs. 1 ZPO; Urk. 91/2 und Urk. 92 ff.). Mit Verfü-

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gung vom 26. August 2022 wurde dem Gesuchsteller Frist angesetzt, um den 

Kostenvorschuss in Höhe von Fr. 7'000.– zu leisten (Urk. 97). Er wurde innert 

Frist geleistet (angehefteter Rückschein zu Urk. 97 und Urk. 98), worauf der Ge-

suchsgegnerin und Berufungsbeklagten (fortan Gesuchsgegnerin) mit Verfügung 

vom 25. Oktober 2022 Frist angesetzt wurde, um eine Berufungsantwort einzu-

reichen (Urk. 102). Diese wurde samt Beilagen fristgerecht erstattet (angehefteter 

Rückschein zu Urk. 102 und Urk.103 ff.). Die Berufungsantwort samt Beilagen 

wurde dem Gesuchsteller zur Kenntnisnahme zugestellt und ihm gleichzeitig Frist 

angesetzt, um zu den von der Gesuchsgegnerin neu eingereichten Unterlagen 

und Behauptungen Stellung zu nehmen (Urk. 111). Die Stellungnahme wurde in-

nert erstreckter Frist samt Beilagen eingereicht (angehefteter Rückschein zu 

Urk. 111 und Urk. 112 ff.). Mit Beschluss vom 16. Dezember 2022 wurden 

C._____ und D._____ zu Kinderanhörungen auf den 25. Januar 2023 vorgeladen 

und die Novenstellungnahme des Gesuchstellers samt Beilagen der Gesuchs-

gegnerin gesandt (Urk. 119). Auf Gesuch der Gesuchsgegnerin wurde ihr Frist bis 

zum 19. Januar 2023 gesetzt, um sich zur Novenstellungnahme des Gesuchstel-

lers zu äussern, was sie innert Frist tat (Urk. 120 ff.). Am 25. Januar 2023 konnten 

die Kinderanhörungen plangemäss durchgeführt werden (Prot. II S. 9 ff.), worauf 

den Parteien mit Verfügung vom 30. Januar 2023 Frist angesetzt wurde, um sich 

zum Ergebnis der Kinderanhörungen zu äussern (Urk. 125). Hierauf folgten weite-

re Eingaben der Parteien (Urk. 128, Urk. 131, Urk. 136 und Urk. 138).  

3. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 1-92). Das Verfahren 

erweist sich als spruchreif. 

II. Prozessuales  

1. Die Berufung hemmt die Rechtskraft im Umfang der Anträge (Art. 315 Abs. 1 

ZPO). Angefochten werden nur die Dispositiv-Ziffern 2 bis 5 und 7 bis 9 des Ur-

teils vom 8. Dezember 2021 (Urk. 92 S. 2). Die übrigen Dispositiv-Ziffern sind so-

mit in Rechtskraft erwachsen, was vorzumerken ist. Bezüglich Dispositiv-

Ziffern 11 und 12 (Kosten- und Entschädigungsfolgen) erfolgt keine Vormerknah-

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me der  

(Teil-)Rechtskraft (Art. 318 Abs. 3 ZPO). 

2. Mit der Berufung kann sowohl die unrichtige Rechtsanwendung als auch die 

unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). 

Die Berufungsinstanz verfügt über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und 

Rechtsfragen, einschliesslich der Frage richtiger Ermessensausübung (Angemes-

senheitsprüfung; siehe BGer 5A_184/2013 vom 26. April 2013, E. 3.1).  

3. Für Kinderbelange in familienrechtlichen Angelegenheiten – wie sie vorlie-

gend zu beurteilen sind – statuieren Art. 296 Abs. 1 und Abs. 3 ZPO den Untersu-

chungs- und Offizialgrundsatz, weshalb das Gericht in diesem Bereich den Sach-

verhalt von Amtes wegen erforscht und ohne Bindung an die Parteianträge ent-

scheidet. In Verfahren, die der umfassenden Untersuchungsmaxime unterstehen, 

können die Parteien zudem im Berufungsverfahren Noven unbeschränkt vorbrin-

gen; Art. 317 Abs. 1 ZPO kommt nicht zum Tragen (BGE 144 III 349 E. 4.2.1; 

BGer 5A_800/2019 vom 9. Februar 2021, E. 2.2). 

4. Verwertbarkeit der Videoaufnahmen 

4.1. Der Gesuchsteller reichte vor Vorinstanz und mit der Berufung Video- und 

Tonaufnahmen ein (Urk. 19, Urk. 56, Urk. 96/5, Urk. 106/5a-c und Urk. 130/1-3), 

um zu beweisen, dass die Gesuchsgegnerin die Kinder wiederholt anbrüllte und 

schlug (Urk. 92 S. 11 f.). 

4.2. Die Gesuchsgegnerin bringt vor, dass die durch den Gesuchsteller einge-

reichten Videos nie in ihrem Einverständnis aufgenommen worden seien. Sie ha-

be nichts von diesen Aufnahmen gewusst. Das Aufnehmen fremder Gespräche 

sei gemäss Art. 179bis StGB strafbar. Die vom Gesuchsteller eingereichten Auf-

nahmen seien illegaler Natur und vom Gericht aus dem Recht zu weisen 

(Urk. 122 Rz. 5). 

4.3. Der Gesuchsteller entgegnet, es sei ihm, als er die Aufnahmen gemacht 

habe, nicht bewusst gewesen, dass so etwas verboten sein könnte (Urk. 128 

Rz. 8). Erst sein Rechtsvertreter habe ihn auf die Problematik von Art. 179bis StGB 

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aufmerksam gemacht. Der subjektive Tatbestand erscheine aber ohnehin fraglich 

(Urk. 128 Rz. 9). Da die Erstellung der Aufnahmen und deren Verwendung in die-

sem Verfahren alleine zum Schutz der Kinder und zur Wahrung derer berechtig-

ten Interessen erfolgt seien, liege ausserdem ein übergesetzlicher Rechtferti-

gungsgrund vor, weshalb diese Beweismittel nicht illegal seien. Der Verwertbar-

keit stehe auch angesichts der Tatsache, dass das Gericht von Amtes wegen zur 

Wahrung der Kindesschutzinteressen verpflichtet sei, nichts entgegen (Urk. 128 

Rz. 11). Der Gesuchsteller habe sich letztlich trotz der damit einhergehenden Ge-

fahr entschieden, diese Aufnahmen zu nutzen, weil er keine andere Chance ge-

sehen habe, mit seinen Bedenken endlich ernst genommen zu werden (Urk. 128 

Rz. 9). 

4.4. Rechtswidrig beschaffte Beweismittel werden nur berücksichtigt, wenn das 

Interesse an der Wahrheitsfindung überwiegt (Art. 152 Abs. 2 ZPO). Bei der Inte-

ressensabwägung ist der Rang des beeinträchtigten Rechtsguts zu beachten. Ein 

widerrechtlicher Eingriff in die Geheimsphäre wiegt schwerer als ein Eingriff in die 

Privatsphäre und materielle Werte. Weiter spielt die Intensität der Beeinträchti-

gung eine Rolle. Je stärker das rechtlich geschützte Interesse verletzt wird, umso 

mehr wird die Fairness des Verfahrens tangiert, weshalb diesfalls das Interesse 

an der Wahrheitsfindung umso gewichtiger sein muss. Auch die Art der Beschaf-

fungshandlung schlägt sich in der Interessenabwägung nieder. Hinweise auf die 

Schwere einer Beschaffungshandlung ergeben sich, wenn diese zur Verletzung 

von strafrechtlichen Bestimmungen führt (OGer ZH LA180031 vom 20.03.2019, 

E. IV.3.c)bb) m.w.H.). Wer ein fremdes nichtöffentliches Gespräch ohne Einwilli-

gung aller daran Beteiligten mit einem Tonträger aufnimmt, erfüllt den Tatbestand 

von Art. 179bis Abs. 1 StGB. Der aussergesetzliche Rechtfertigungsgrund der 

Wahrung berechtigter Interessen setzt nach der Rechtsprechung voraus, dass die 

Straftat notwendig und angemessen ist, um ein berechtigtes Ziel zu erreichen, die 

Tat also insoweit den einzig möglichen Weg darstellt und offenkundig weniger 

schwer wiegt als die Interessen, die der Täter zu wahren sucht (statt vieler: BGE 

134 IV 216 E. 6.1; OGer SB160259 vom 16.08.2017, E. III.6.4.4.1.). Kontrovers 

diskutiert wird in der Lehre, ob die anwendbare Verfahrensmaxime Einfluss auf 

- 14 - 

die Interessensausübung hat (OGer ZH LA180031 vom 20.03.2019, E. IV.3.c)bb) 

m.w.H.). 

4.5. Der Gesuchsteller bestreitet nicht, die Aufnahmen ohne Einverständnis der 

am Gespräch Beteiligten hergestellt zu haben, sondern beruft sich auf den über-

gesetzlichen Rechtfertigungsgrund der Wahrung berechtigter Interessen. Indem 

der Gesuchsteller mit den eingereichten Videoaufnahmen dem mit dem Obhuts-

entscheid betrauten Gericht die Ausraster der Gesuchsgegnerin aufzeigen und 

damit seine Kinder vor künftigen gleichen Situationen schützen wollte, strebte er 

ein berechtigtes Ziel an. Ob die Aufnahmen den einzig möglichen Weg darstell-

ten, erscheint fraglich. Dem Gesuchsteller standen insbesondere die Parteibefra-

gung bzw. die Beweisaussage und allenfalls Zeugenbefragungen der Nachbarn 

als Beweismittel offen. Die Frage des einzig möglichen Mittels muss in casu aber 

nicht abschliessend beurteilt werden. Selbst wenn die Aufnahmen strafbar oder 

mangels überwiegender Interessen persönlichkeitsverletzend im Sinne von 

Art. 28 ZGB wären, handelt es sich bloss um deren drei mit einer Gesamtdauer 

von gut zweieinhalb Minuten (Urk. 96/5). Die Intensität des Eingriffs in die Pri-

vatsphäre ist niederschwellig und das Interesse an der Aufdeckung einer mögli-

chen Kindeswohlgefährdung überwiegt deutlich. Der Verwertbarkeit der ohne Er-

laubnis hergestellten Aufnahmen steht folglich – selbst wenn sie strafbar oder 

persönlichkeitsverletzend hergestellt worden wären – nichts entgegen. 

5. Einholen eines Gutachtens 

5.1. Die Gesuchsgegnerin führt aus, dass das Gericht bei einem Wechsel der 

Obhut und damit gleichzeitig einem Wechsel der Betreuungspersonen der Kinder 

überprüfen müsse, ob so das Wohl der Kinder tatsächlich gewahrt werde. Dies-

falls müsse ein Gutachten erstellt werden, in das auch die Familie des Gesuch-

stellers einzubeziehen wäre (Urk. 122 Rz. 31). In einem kinderpsychologischen 

Gutachten sei die Erziehungsfähigkeit beider Eltern zu prüfen. Es könne nicht 

sein, dass die Kinder versuchsweise wieder in eine andere Situation gebracht 

würden, sich dann aber herausstelle, dass damit dem Kindeswohl nicht gedient 

sei und sich die Betreuung in dieser Art und Weise nicht bewähre (Urk. 131 S. 2). 

- 15 - 

5.2. Der Gesuchsteller erachtet den Aufwand eines solchen Gutachtens als of-

fensichtlich verfehlt. Zudem sei die Idee derart unausgegoren, dass sie wohl 

selbst von der Gesuchsgegnerin nicht ernst genommen werde. Es werde denn 

auch kein einziges Wort zur Begründung verloren, warum die Familie A._____ 

und welche Mitglieder der Familie A._____ einer Begutachtung zu unterziehen 

seien (Urk. 128 Rz. 42). 

5.3. Bei Eheschutzverfahren wird angestrebt, möglichst rasch eine optimale Si-

tuation für die Kinder zu schaffen. Im Gegensatz zur Scheidung steht im Eheschutz 
nicht eine definitive und dauerhafte Lösung der Kinderbelange im Vordergrund. 
Langwierige Abklärungen durch Gutachten sollten nur mit gebührender Zurück-

haltung angeordnet werden, wenn besondere Umstände (sexueller Missbrauch, 

Gewalttätigkeiten gegenüber den Kindern o.Ä.) vorliegen, aufgrund derer das Ge-

richt an die Grenzen seiner Beurteilungsfähigkeit stösst, wobei dem Gericht dies-

bezüglich ein gewisses Ermessen zukommt (BGer 5A_262/2019 vom 

30. September 2019, E. 5.2.; BGer 5A_529/2014 vom 18. Februar 2015, E. 2.3; 

OGer ZH LE150049 vom 15.08.2016, E. II.3.). 

5.4. Es liegen keinerlei Indizien vor, dass der Gesuchsteller und seine Familie 

bis anhin nicht in der Lage waren und sein werden, C._____ und D._____ adä-

quat zu betreuen. Den gesuchsgegnerischen Bedenken der fehlenden Erzie-

hungsfähigkeit des Gesuchstellers und seiner Familie durch das Schüren eines 

Loyalitätskonfliktes wird unter E.III.1.4.2. Rechnung getragen. Beide Kinder wur-

den durch eine Gerichtsdelegation getrennt angehört, wodurch ein unmittelbarer 

Eindruck gewonnen werden konnte (Prot. II S. 9 ff.). Eine sorgfältige Prüfung 

sämtlicher dem Gericht präsentierter Umstände im Lichte des Kindeswohls ergibt, 

dass eine alternierende Obhut mit überwiegendem Betreuungsanteil des Gesuch-

stellers dem Kindeswohl von C._____ und D._____ am besten gerecht wird (vgl. 

E. III.1.). Es liegen weder beim Gesuchsteller noch dessen Familie besondere 

Hinweise vor, die eine Verfahrensverzögerung durch ein Gutachten rechtfertigen 

würden. 

- 16 - 

III. Materielles  

1. Obhut 

1.1. Erwägungen der Vorinstanz 

Zur Obhutszuteilung erwog die Vorinstanz, der Gesuchsteller habe zumindest 

nicht explizit bestritten, dass die Gesuchsgegnerin stets Hauptbezugs- und 

Hauptbetreuungsperson für die Kinder gewesen sei. Dies lasse sich mithin auch 

daraus schliessen, dass der Gesuchsteller habe vorbringen lassen, er wäre "gar 

nicht auf die Idee gekommen", die Obhutszuteilung an sich selbst zu beantragen, 

"wenn er keine Bedenken hätte betreffend die Gesundheit der Gesuchsgegnerin". 

Ferner habe der Gesuchsteller eingeräumt, dass er sich im Falle einer Obhutszu-

teilung umorganisieren und gegebenenfalls auch Fremdbetreuung in Anspruch 

nehmen müsse. Folglich erachte es das Gericht als glaubhaft erstellt, dass die 

Parteien während der Dauer des Zusammenlebens ein "klassisches Familienmo-

dell" gelebt hätten und die Gesuchsgegnerin für die Kinder Hauptbezugs- und 

Hauptbetreuungsperson gewesen sei. Gemäss der Vereinbarung für die Dauer 

des Eheschutzverfahrens vom 22. Januar 2021 seien die Parteien sodann über-

eingekommen, diese Aufgabenteilung für die Dauer des Verfahrens vor Vo-

rinstanz beizubehalten. Im Sinne des Kindeswohls sei an dieser von den Parteien 

gewählten und praktizierten Lebensführung grundsätzlich nur unter besonderen 

Umständen abzuweichen. Vorliegend sehe das Gericht keinen Grund, eine von 

der bis anhin gelebten Aufgabenverteilung abweichende Obhutsregelung zu tref-

fen. Namentlich gelinge es dem Gesuchsteller nicht, das Gericht glaubhaft von ei-

ner Erziehungsunfähigkeit der Gesuchsgegnerin zu überzeugen. Seinen – von 

der Gesuchsgegnerin bestrittenen – Vorbringen sei zwar zu entnehmen, dass er 

ernsthaft um die Gesundheit der Gesuchsgegnerin und damit auch der Kinder be-

sorgt sei. Der überwiegende Teil der dazu eingereichten Beweismittel – nament-

lich die Sprachnachrichten, die Chat-Verläufe, die Fotobögen zu den Esswaren 

und den ungeöffneten Geschenken – würden jedoch höchstens auf eine punktuel-

le Überforderung der Gesuchsgegnerin in der Betreuung ihrer Kinder hinweisen, 

nicht jedoch auf eine dauerhafte Erziehungsunfähigkeit. Aus dem kurzen E-Mail-

Verkehr zwischen dem Gesuchsteller und einem Psychiater aus dem Jahr 2016 

- 17 - 

und der Arztrechnung des besagten Psychiaters aus dem Jahr 2020 könne eben-

falls nicht der Schluss gezogen werden, dass die Gesuchsgegnerin psychisch er-

krankt sei, geschweige denn, dass eine psychische Erkrankung vorliegen würde, 

welche die Erziehungsfähigkeit der Gesuchsgegnerin einschränke. Die vom Ge-

suchsteller angefertigten Tonbandaufnahmen von C._____ erachte das Gericht 

als wenig beweisrelevant, da mit Blick auf die entsprechende Gesprächssituation 

nicht festgestellt werden könne, ob C._____ authentische Antworten von sich ge-

geben habe, zumal mit H._____ eine von den Parteien unabhängige Drittperson 

dem Gericht glaubhaft erklärt habe, dass C._____ stets darum bemüht sei, es 

sowohl der Gesuchsgegnerin als auch dem Gesuchsteller Recht zu machen, und 

seine eigenen Bedürfnisse dann in den Hintergrund rücken würden. Ein solches 

Verhalten sei denn auch bei Kindern in strittigen Trennungen häufig zu beobach-

ten, weshalb die vom Gesuchsteller angefertigten Tonbandaufnahmen von 

C._____ bei einer Gesamtwürdigung wenig Beweiskraft hätten. Im Übrigen sei es 

der Gesuchsgegnerin auch gelungen, die Vorbringen des Gesuchstellers betref-

fend ihre Erziehungsunfähigkeit glaubhaft zu bestreiten. So habe sie etwa einer 

Erklärung eines Hausarztes eingereicht, in der dieser – entgegen den expliziten 

Vorbringen des Gesuchstellers – darlegt habe, dass er dem Gesuchsteller ge-

genüber keinerlei Äusserungen zum Gesundheitszustand der Gesuchsgegnerin 

gemacht habe, auch weil er die Gesuchsgegnerin gar nicht untersucht habe. Oh-

ne abschliessend über den tatsächlichen Gesundheitsstatus der Gesuchsgegne-

rin befinden zu können, erachte das Gericht sodann den Bericht von Dr. I._____ 

ebenfalls als geeignet, um an der Argumentation des Gesuchstellers erhebliche 

Zweifel zu wecken. Im entsprechenden Bericht, welcher nachträglich vom Gericht 

mit dem Verfasser telefonisch besprochen und welcher vom Gesuchsteller letzt-

lich nicht substantiiert in Frage gestellt worden sei, sei Dr. I._____ im Wesentli-

chen zum Befund gekommen, dass bei der Gesuchsgegnerin keine Hinweise auf 

eine psychiatrische Erkrankung festzustellen seien. Aus der Kindsanhörung von 

C._____ sowie aus den weiteren gerichtlichen Sachverhaltsabklärungen würden 

sich ebenfalls keinerlei Hinweise dafür ergeben, dass die Erziehungsfähigkeit der 

Gesuchsgegnerin zu verneinen oder eingeschränkt wäre. Dabei sei insbesondere 

zu bemerken, dass die Äusserungen der kontaktierten Drittpersonen im Umfeld 

- 18 - 

von C._____ und D._____ betreffend das Kindeswohl und die Erziehungsfähigkeit 

der Gesuchsgegnerin im Wesentlichen übereinstimmen würden, was sie authen-

tisch und glaubhaft mache. Bemerkenswert sei ferner, dass der Einbezug der 

Lehrpersonen in das vorliegende Verfahren von beiden Parteien erwünscht ge-

wesen sei, womit man die Lehrpersonen als von beiden Parteien anerkannte, 

neutrale Informationsquellen bezeichnen könne. Mit Blick auf vorstehende Aus-

führungen sei im Sinne des Kindeswohls an der bis anhin gelebten Aufgabentei-

lung der Parteien festzuhalten. Folglich seien die gemeinsamen Kinder C._____ 

und D._____ für die Dauer des Getrenntlebens unter die alleinige Obhut der Ge-

suchsgegnerin zu stellen. Der gesetzliche Wohnsitz der beiden Kinder im Sinne 

von Art. 25 Abs. 1 ZGB befinde sich damit am jeweiligen Wohnsitz der Gesuchs-

gegnerin (Urk. 93 S. 21 ff).  

1.2. Standpunkte des Gesuchstellers 

1.2.1. Der Gesuchsteller rügt, die Grundlagen, welche die Vorinstanz der Obhuts-

zuteilung zugrunde gelegt habe, seien völlig verfehlt (Urk. 92 Rz. 11). Im Zusam-

menhang mit der neuen Situation durch den Rausschmiss hätten sich natürlich 

neue Fragen gestellt, mit denen sich der Gesuchsteller bis dahin noch gar nie 

auseinandergesetzt habe. Da er bis dahin in die Kinderbetreuung einbezogen und 

immer präsent gewesen sei, die Kinder am Sonntag und Montag überwiegend be-

treut und am Dienstag vom Turnen abgeholt, sie drei Mal pro Woche am Abend 

ins Bett gebracht habe, damit die Gesuchsgegnerin ins Training habe gehen kön-

nen, und seine Familie (Eltern, Schwester, Bruder als Götti) mit zwei bis drei Be-

treuungstagen pro Woche sehr stark in die Betreuung der Kinder involviert gewe-

sen sei, habe er immer gewusst, wie es den Kindern gegangen sei (Urk. 92 

Rz. 15, Urk. 113 Rz. 6 und Rz. 33). Hinzu komme, dass die Gesuchsgegnerin 

selbst gar nicht viel mehr als der Gesuchsteller an die Kinderbetreuung geleistet 

habe, da sie in einem 40 %-Pensum beim Gesuchsteller angestellt gewesen sei 

und diese 40 % nicht einfach an zwei Kalendertagen geleistet habe (Urk. 92 

Rz. 15 und Urk. 128 Rz. 4). Die Gesuchsgegnerin hätte ihre Aufgaben nie in ei-

nem 20 %-Pensum erfüllen können. Zudem wäre der Lohn der Gesuchsgegnerin 

angesichts ihrer Ausbildung für den damaligen Job bei einem 20 %-Pensum völlig 

- 19 - 

unverhältnismässig gewesen. Aus der Anmeldung bei der Pensionskasse könne 

nichts abgeleitet werden, zumal die Gesuchsgegnerin diese selbst vorgenommen 

habe (Urk. 113 Rz. 39 und Urk. 128 Rz. 4). Während des Lockdowns habe der 

Gesuchsteller die Kinder oft, mindestens 28 Tage, mit ins Geschäft genommen, 

um die Gesuchsgegnerin zu entlasten. Es habe damals für die Gesuchsgegnerin 

sehr wohl etliche Pausen gegeben (Urk. 128 Rz. 6 und Rz. 128). Das vielzitierte 

"alte Betreuungsmodell" wäre also ohnehin deutlich besser von einer geteilten 

Obhut als von einer alleinigen Obhut der Gesuchsgegnerin abgebildet (Urk. 92 

Rz. 15). Erst nach der Trennung der Parteien sei für kurze Zeit eine etwas "klassi-

schere" Rollenteilung zustande gekommen, weil die Gesuchsgegnerin entgegen 

dem Schulstufenmodell nicht mehr gearbeitet habe (Urk. 113 Rz. 6). Seit der 

Trennung erlebe er die Kinder nur noch an den Besuchstagen, während derer die 

Kinder viel erzählen würden, was dem Gesuchsteller Sorgen bereite und auch 

heute noch so sei (Urk. 92 Rz. 16). So habe C._____ dem Gesuchsteller erzählt, 

die Gesuchsgegnerin habe gesagt, sie werde ihm eine Glatze schneiden, wenn er 

nicht zuhöre. Ein anderes Mal habe die Gesuchsgegnerin C._____ gesagt, sie 

dürfe seine Katze nicht töten, aber einschläfern lassen dürfe sie die Katze. Bei ei-

nem Wutausbruch der Gesuchsgegnerin sei eine Türe und eine Glasscheibe ka-

puttgegangen und sie habe einen Ventilator kaputt geschlagen. Sie habe C._____ 

gedroht, ihm heisses Kerzenwachs auf die Haut zu tropfen, wenn er nicht gehor-

che (Urk. 92 Rz. 35). Die Gesuchsgegnerin habe in den letzten Monaten immer 

wieder sehr heftig auf alles reagiert. Es gehe nicht um "punktuelle Probleme", 

sondern um eine Grundhaltung, die in bestimmten Situationen sichtbar werde und 

zur Eskalation führe. Davon seien auch die Kinder betroffen gewesen und noch 

immer betroffen, was alleine schon die Tonaufnahmen und Chatverläufe bewei-

sen würden. Dies habe beim Gesuchsteller den Eindruck hinterlassen, dass die 

Gesuchsgegnerin keine wirkliche Impulskontrolle habe. Die Auffassung des Ge-

richts, das diese "Episoden" indessen höchstens als punktuelle Überforderung der 

Gesuchsgegnerin in der Betreuung der Kinder gesehen habe, sei schon deshalb 

krass verfehlt, weil alleine der Ton und die Intensität der Ausraster gegenüber den 

Kindern nicht mehr im normalen Bereich gelegen hätten und Gefahren für die 

Kinder mit sich bringen würden (Urk. 92 Rz. 27). Fakt sei, dass die Gesuchsgeg-

- 20 - 

nerin erhebliche Probleme habe, die sie sogar zugegeben habe, aber heute als ir-

relevant vom Tisch wische mit der Behauptung, diese Probleme hätten nur mit 

den Medikamenten zu tun gehabt, die sie aufgrund der Collitis Ulcerosa habe ein-

nehmen müssen. Die Collitis Ulcerosa sei eine entzündliche Darmkrankheit, die 

unheilbar sei und schubweise verlaufe, weshalb sie und die Medikamente nach 

einem neuen Schub immer wieder zu Problemen führen könnten (Urk. 92 Rz. 28 

und Urk. 128 Rz. 36). Beim Anbrüllen und Schlagen der Kinder gehe es nicht um 

eine einmalige Situation, die halt mal passieren könne. Sie habe die Kinder mit ih-

rem Umzug ins Industriequartier in F._____ AG innert weniger Tage und völlig 

unvorbereitet entwurzelt und den Wechsel der Wohnung umgesetzt, obwohl ein 

Verbot durch das Gericht im Rahmen einer superprovisorischen Verfügung er-

gangen sei. Sie habe die Kinder, weil diese genervt hätten, beim J._____-see aus 

dem Auto geschmissen und sei weitergefahren, worauf sich die Kinder zu Fuss 

auf den Rückweg nach G._____ aufgemacht hätten (Urk. 92 Rz. 29). Da diese 

Strasse extrem verkehrsreich und dort 80 km/h signalisiert sei, könne die Ge-

suchsgegnerin kaum langsam 200 Meter gefahren und danach angehalten und 

auf die Kinder gewartet haben, ohne bei anderen Verkehrsteilnehmern unange-

nehm aufzufallen. Ausserdem hätten die Kinder davon gesprochen, dass die Ge-

suchsgegnerin mit "quietschenden Reifen" davongefahren sei (Urk. 113 

Rz. 101 f.). Die problematische Art, wie die Gesuchsgegnerin mit schwierigen Si-

tuationen umgehe, stelle eine andauernde Gefahr dar, die nicht einfach ver-

schwunden sei, weil sie nach F._____ AG gezogen sei (Urk. 128 Rz. 44). Die ge-

nannten und weitere Verhaltensweisen würden insgesamt zeigen, dass sich die 

Gesuchsgegnerin als recht egoistische Person erweise, die immer zu nehmen 

versucht habe, was sie gewollt habe, wobei sie oft impulsiv gehandelt habe und 

unberechenbar gewesen sei. Die unüberlegten und teils aggressiven Handlungen 

hätten System. Was die Kinder denken oder wünschen würden, sei bei der Ge-

suchsgegnerin offenbar völlig irrelevant (Urk. 92 Rz. 31 und Rz. 35). Es stelle sich 

die Frage, wie der Gesuchsteller die Aussagen der Kinder beweisen solle. Die 

Kinder würden entsprechende Sachen wegen des massiven Loyalitätskonflikts 

vor dem Richter kaum sagen. Wenn er selbst aber einfach Behauptungen über 

die Aussagen der Kinder aufstellen würde, hiesse es selbstverständlich, dass er 

- 21 - 

die Gesuchsgegnerin zu Unrecht schlecht darstelle und ihr schaden wolle. Daher 

versuche er, die Kinder dazu zu bewegen zu wiederholen, was sie ihm spontan 

erzählt hätten, damit er es aufnehmen könne (Urk. 92 Rz. 17). Die Kinder würden 

nicht zu Aussagen gegen die Gesuchsgegnerin genötigt (Urk. 113 Rz. 18). Es sei 

auch keine "Befragung" der Kinder vorgenommen worden. Das Tonband sei von 

Anfang an, inklusive Begrüssung, gelaufen, damit auch spontane Äusserungen 

der Kinder hätten aufgenommen werden können (Urk. 113 Rz. 19). Weder das 

Gericht, die Lehrer oder die involvierten Psychologen hätten bisher begriffen, 

dass die Gesuchsgegnerin als ausgebildete Sozialpädagogin sehr genau wisse, 

wie sie sich darzustellen habe, wenn sie sich gegenüber Fachpersonen zu prä-

sentieren habe (Urk. 92 Rz. 18). Eigenartigerweise sei sodann Dr. K._____ vom 

Gericht nie kontaktiert worden, obwohl er als Facharzt Psychiatrie im Mai 2020, 

also im Monat vor dem Rauswurf des Gesuchstellers aus der ehelichen Woh-

nung, involviert gewesen und in seiner Rechnung vom 2. Juni 2020 in der Rubrik 

Diagnose "M2-Psychische Erkrankung" vermerkt sei. Es habe also auch Fachleu-

te gegeben, welche die Sorgen des Gesuchstellers ernst genommen hätten 

(Urk. 92 Rz. 19). Damals habe der Gesuchsteller gar kein Interesse gehabt, der 

Gesuchsgegnerin zu schaden, da er noch immer an der Beziehung habe festhal-

ten wollen (Urk. 113 Rz. 50). Der Arztbericht von Dr. I._____ vom 11. Januar 

2021 sei kein ernstzunehmendes Beweismittel. Er stütze sich alleine auf die Aus-

sagen der Gesuchsgegnerin, die Dr. I._____ indessen gar nicht hinterfragt und 

einfach als Tatsachen in die Anamnese aufgenommen habe (Urk. 92 Rz. 21 f.). 

Auch der Bericht von H._____, der Therapeutin der Kinder, helfe nichts. Sie habe 

die Parteien nicht gut gekannt (Urk. 92 Rz. 23). Sie habe den Gesuchsteller ein-

mal gesehen, als C._____ eineinhalb Jahre alt gewesen sei, und ihn zwischen-

durch per WhatsApp über den Stand der Dinge informiert (Urk. 113 Rz. 54). Das 

Einzige, was den Gesuchsteller irritiert habe, sei die Aussage von L._____, der 

Hauptlehrerin von C._____, gewesen (Urk. 92 Rz. 24 und Urk. 113 Rz. 55). Es sei 

möglich, dass L._____ nicht das Wort "apathisch" in den Mund genommen habe, 

sie habe sich aber sicher beim Gesuchsteller gemeldet und davon gesprochen, 

dass C._____ zurückhaltender als sonst und wegen des Umzugs traurig sei 

(Urk. 113 Rz. 55). Die Art, wie die Lehrer alles relativiert hätten, mache den Ein-

- 22 - 

druck, dass man sich nach der Intervention von L._____ und deren Folgen intern 

abgesprochen habe und zum Schluss gekommen sei, dass es wohl am meisten 

bringe, wenn eine gewisse Distanz zwischen den Eltern bestehe (Urk. 92 Rz. 24). 

Feststehe, dass die Kinder immer in G._____ hätten bleiben wollen und dies auch 

heute noch so sei. Die Grossfamilie A._____ sei für die Kinder extrem wichtig, 

weil diese ein riesiges Auffangbecken und ein einziges grosses Zuhause für die 

Kinder gewesen sei, da sie jederzeit überall willkommen gewesen seien. G._____ 

habe darüber hinaus auch wegen der Freunde, der Sportclubs etc. wesentliche 

Bedeutung für die Kinder (Urk. 92 Rz. 31 und Rz. 35). Es mache indessen nicht 

den Eindruck, dass die spezielle Situation innerhalb der Familie und in G._____, 

die vor allem für die Kinder so wichtig sei, von der Vorinstanz wahrgenommen 

worden sei (Urk. 92 Rz. 32). Mit dem Wegzug nach F._____ AG sei nicht nur das 

ganze Netzwerk in G._____ verloren gegangen, sondern auch der Kontakt der 

Kinder zum Gesuchsteller massiv eingeschränkt worden. Dieser Entscheid der 

Gesuchsgegnerin habe sich wieder einmal als egozentrisch, losgelöst vom Kin-

deswohl und den Wünschen der Kinder erwiesen (Urk. 92 Rz. 36). Auch scheine 

das Verhältnis zu M._____, dem neuen Partner der Gesuchsgegnerin, gemäss 

C._____ nicht gerade toll zu sein. M._____ habe C._____ den Mund so zugehal-

ten, dass er keine Luft mehr bekommen habe, und er habe Plüschtiere zerstört 

(Urk. 92 Rz. 41). Jedes Mal, wenn die Kinder beim Gesuchsteller seien, sei The-

ma, dass sie zurück nach G._____ wollten. Wenn der Gesuchsteller die Kinder 

wieder nach F._____ AG bringe, sei das Bauchweh der Kinder ein Dauerthema. 

Der Leidensdruck der Kinder erscheine erheblich (Urk. 92 Rz. 42 und Rz. 44). 

Hätte das Bauchweh tatsächlich damit zu tun, dass die Kinder von der Familie 

A._____ unter Druck gesetzt und manipuliert würden, entstünde das Bauchweh 

kaum erst auf der Rückreise nach F._____ AG (Urk. 113 Rz. 141). Fakt sei, dass 

auch der Wegzug der Gesuchsgegnerin nach F._____ AG keine wesentliche Be-

ruhigung für die Kinder gebracht habe (Urk. 128 Rz. 26). Die simple Retourkut-

sche, wonach der Gesuchsteller die Kinder viel häufiger als die Gesuchsgegnerin 

angeschrien habe, stehe im Kontrast zu den Aussagen der Kinder, der Nachbarn 

und der Familie A._____ (Urk. 113 Rz. 83). Dasselbe gelte für die Aussage, dass 

die Gesuchsgegnerin darauf achte, vor den Kindern nicht schlecht über den Vater 

- 23 - 

zu sprechen, was widerlegt worden sei (Urk. 113 Rz. 82 und Urk. 128 Rz. 57). Die 

einzige Begründung, mit welcher der Gesuchsteller immer wieder als nicht erzie-

hungsfähig dargestellt werde, sei die, dass er den Kindern glaube, was diese sag-

ten, und zu beweisen versuche, was die Kinder wünschten (Urk. 128 Rz. 21). 

Wesentlich erscheine sodann, dass es einen massiven Unterschied mache, ob 

der Gesuchsteller die Obhut über die Kinder zugeteilt erhalte und sich entspre-

chend organisieren müsse oder die Obhut bei der Gesuchsgegnerin bleibe und 

der Gesuchsteller einen "Riesenunterhalt" bezahlen müsse. Im Rahmen der aktu-

ellen Situation mit der Obhut bei der Gesuchsgegnerin und dem geschuldeten Un-

terhalt sei der Gesuchsteller weitgehend gebunden und müsse viel arbeiten. Es 

gehe nicht an, diese Arbeitslast bei der Frage der Betreuung gegen ihn auszu-

spielen, nur weil ihn die Umstände derzeit dazu zwingen würden (Urk. 113 Rz. 34 

und Urk. 128 Rz. 28). Die Angebote für die Verlängerungen der Besuchsrechte 

der Gesuchsgegnerin seien unter den gegebenen Umständen völlig verfehlt 

(Urk. 113 Rz. 35). So sei dem Gesuchsteller auch schon angeboten worden, die 

Kinder auch am Montag zu betreuen und am Montagabend wieder abzugeben, 

was angesichts des Wegs über das Limmattalerkreuz und den Gubrist schlicht 

blödsinnig sei (Urk. 113 Rz. 37). Wenn der Gesuchsteller einmal von sich aus et-

was wolle, komme grundsätzlich nie etwas zustande (Urk. 113 Rz. 35). Die Be-

treuung könne der Gesuchsteller wie folgt organisieren: Sonntag bis Mittwoch zu 

100 % beim Gesuchsteller; Donnerstag bis Freitag schicke er die Kinder in die 

Schule, Mittagessen sowie nach Schulschluss bis 18.30 Uhr abwechslungsweise 

bei den Geschwistern des Gesuchstellers, dann wieder beim Gesuchsteller; 

samstags seien die Kinder während der Hochsaison bis 16.30 Uhr und ansonsten 

bis 12.30 Uhr abwechslungsweise bei den Geschwistern des Gesuchstellers, da-

nach wieder beim Gesuchsteller (Urk. 113 Rz. 59). Beide Geschwister hätten Kin-

der im Alter von C._____ bzw. D._____. Sie hätten die Kinder immer betreut, 

wenn die Gesuchsgegnerin habe arbeiten müssen (Urk. 113 Rz. 60). Die Gross-

familie A._____ sei mindestens einen Drittel in die Betreuung der Kinder involviert 

gewesen (Urk. 128 Rz. 4). Die Kinder seien sich dieses Settings gewohnt und 

würden das Umfeld sehr schätzen. Angesichts der langen Familientradition könne 

- 24 - 

nicht von einer eigentlichen Fremdbetreuung gesprochen werden (Urk. 113 

Rz. 60). 

1.2.2. In seiner Stellungnahme zur Kinderanhörung führt der Gesuchsteller einlei-

tend aus, dass die Kinder angesichts der komplexen Situation ihren Standpunkt 

sehr mutig vertreten hätten, was umso mehr gelten müsse, als sie vor der Anhö-

rung bei der Gesuchsgegnerin gewesen seien und diese vor dem Raum, in dem 

die Anhörung stattgefunden habe, auf die Kinder gewartet habe (Urk. 128 Rz. 96). 

Es sei mehr als deutlich zum Ausdruck gekommen, dass C._____ nach G._____ 

zurück wolle und beim Gesuchsteller glücklicher sei. Die Trennung vom Gesuch-

steller verursache ihm jeweils Bauchschmerzen (Urk. 128 Rz. 97). Zudem scheine 

er ein problematisches Verhältnis zu M._____ zu haben (Urk. 128 Rz. 98). Es 

schienen auch sonst etliche Darstellungen des Gesuchstellers bestätigt und sol-

che der Gesuchsgegnerin widerlegt worden zu sein (Urk. 128 Rz. 100). Auch 

D._____ wolle den Gesuchsteller mehr sehen und würde lieber bei diesem woh-

nen (Urk. 128 Rz. 101). Erstaunlich sei seine Feststellung, dass es mit der Ge-

suchsgegnerin und C._____ nicht gut gehe. Da scheine es Probleme zu geben, 

die D._____ generell als belastend empfinde. Auch die Aussagen von D._____ 

würden sehr vieles bestätigen, das vom Gesuchsteller immer wieder angespro-

chen worden sei (Urk. 128 Rz. 102). Auch mit M._____ gehe es gemäss D._____ 

nicht gut (Urk. 128 Rz. 103). Die Wünsche der Kinder seien ernst zu nehmen. Es 

sei nicht ersichtlich, was angesichts dieser Umstände dagegen sprechen könnte, 

die Obhut über die Kinder an den Gesuchsteller umzuteilen und die Unterhaltsre-

gelung entsprechend anzupassen (Urk. 128 Rz. 108). 

1.3. Standpunkte der Gesuchsgegnerin 

1.3.1. Die Gesuchsgegnerin macht geltend, sie habe bereits seit der Trennung 

kommuniziert, dass sie aus G._____ wegziehen wolle, was sich auch aus 

E. III.D/E.4 des vorinstanzlichen Urteils ergebe. Als sie dem Gesuchsteller kom-

muniziert habe, dass sie nach F._____ AG ziehen wolle, habe dieser zugestimmt. 

Er habe seine Meinung erst eine Woche später, nachdem die Gesuchsgegnerin 

die Wohnung in G._____ bereits gekündigt und aufgegeben gehabt habe, geän-

dert und dann superprovisorisch ein Wegzugsverbot beantragt (Urk. 103 Rz. 9). 

- 25 - 

Der Wegzug von G._____ sei bereits lange geplant und der Schulwechsel nicht 

unvorbereitet gewesen (Urk. 103 Rz. 38). Mit Eingabe vom 21. September 2021 

habe der Gesuchsteller dem Gericht mitgeteilt, dass er die Kündigung der eheli-

chen Wohnung ebenfalls unterzeichne. Nachdem die Wohnung in G._____ be-

reits leer gewesen sei und die Kinder in der Schule verabschiedet worden seien, 

habe der Gesuchsteller am 27. September 2021 den superprovisorischen Antrag 

gestellt, dass der Gesuchsgegnerin der Umzug zu verbieten sei (Urk. 103 Rz. 40). 

Die Kinder hätten sich nun in F._____ AG bereits gut eingelebt, hätten sehr viele 

Freunde gefunden und würden sich dort sehr wohlfühlen (Urk. 103 Rz. 38, Rz. 47, 

Rz. 59 und Rz. 65 sowie Urk. 122 Rz. 65). Die Wohnung sei sehr schön gelegen 

und es seien auch andere Kinder in der Nähe (Urk. 122 Rz. 65). Der Gesuchstel-

ler zeige, dass er und seine Familie die Kinder einem Loyalitätskonflikt aussetzten 

und sie manipulierten, indem er erneut aufgezeichnete Gespräche mit den Kin-

dern und handschriftliche Notizen von C._____ einreiche, in denen die Kinder be-

fragt bzw. zu Aussagen gegen die Gesuchsgegnerin gezwungen würden 

(Urk. 103 Rz. 11). Wenn das Kindeswohl beim Gesuchsteller tatsächlich an erster 

Stelle stände, würde er nie und nimmer die Kinder dazu bewegen, solche Briefe 

einzureichen, und er würde sie auch nie und nimmer befragen oder durch Famili-

enmitglieder befragen lassen (Urk. 103 Rz. 16). Die Kinder würden direkt genötigt, 

Stellung zu beziehen. Gerade C._____ wolle gemäss L._____ und H._____ gefal-

len und versuche bewusst, mit seinen Aussagen der gegenüberstehenden Person 

zu gefallen (Urk. 103 Rz. 11, Rz. 30 und Rz. 61). C._____ sei bemüht, es sowohl 

der Gesuchsgegnerin als auch dem Gesuchsteller recht zu machen, und rücke 

seine eigenen Bedürfnisse dann in den Hintergrund. Kinder müssten kinderge-

recht befragt werden. Mit Suggestivfragen oder unterstützenden Tonlagen werde 

den Kindern genau gezeigt, was gehört werden wolle (Urk. 103 Rz. 11). Wie sehr 

sich die Familie des Gesuchstellers in den Konflikt einmische, zeige sich nicht nur 

durch die Befragung der Kinder durch N._____, den Bruder des Gesuchstellers, 

sondern auch durch WhatsApp-Nachrichten und WhatsApp-Profilbilder (Urk. 103 

Rz. 18). Der Gesuchsteller sei nicht immer präsent gewesen und habe die Kinder 

am Sonntag und am Montag auch nicht überwiegend betreut. Er sei immer sehr 

stark arbeitsbelastet gewesen, habe von Dienstag bis Samstag und manchmal 

- 26 - 

auch am Montag von frühmorgens bis spätabends gearbeitet. Am Sonntag sei er 

so müde gewesen, dass er habe schlafen müssen. Von einer Kinderbetreuung 

könne keine Rede sein. Als die Kinder in G._____ gelebt hätten, habe der Ge-

suchsteller selber im Rahmen der Vergleichsgespräche für die Hauptarbeitszeiten 

des Jahres (Frühling/Sommer) nur ein Besuchsrecht von Samstagabend bis 

Sonntagabend und ausserhalb der Saison (Herbst/Winter) von Samstagmittag bis 

Montagabend gewünscht. Die Gesuchsgegnerin habe nicht 40 %, sondern 20 % 

bis 25 % gearbeitet. Auch bei der Pensionskasse sei ein 20 %-Pensum gemeldet 

worden. Sie habe die Buchhaltung sowie bei Bedarf Kundengespräche oder das 

Abholen von Ersatzteilen mehrheitlich von zu Hause aus, abends oder am Wo-

chenende gemacht und sei ca. einen Tag pro Woche im Geschäft gewesen. Dann 

seien die Kinder von Grosseltern oder Geschwistern betreut worden, nicht aber 

an zwei bis drei Tagen pro Woche (Urk. 103 Rz. 15, Urk. 122 Rz. 9 und Rz. 22). 

Die durch den Gesuchsteller vorgeschlagene Betreuungsregelung verbunden mit 

dem Wechsel, der den Kindern so zugemutet würde, entspreche schlichtweg nicht 

dem Kindeswohl. Die Familie A._____ sei stark in den Konflikt involviert und 

scheine diesen zu schüren. Kinder bräuchten Kontinuität, Stabilität und Zuverläs-

sigkeit (Urk. 122 Rz. 31). Die Gesuchsgegnerin sei stets die Hauptbetreuungs- 

und Hauptbezugsperson der Kinder gewesen. Dies bedeute auch, dass die tägli-

chen Konflikte von ihr hätten ausgehalten und ausgetragen werden müssen. Ge-

rade C._____ sei oft sehr schwierig gewesen, habe teilweise tägliche Wutanfälle 

und emotionale Break Downs gehabt. Die Gesuchsgegnerin habe oft nicht mehr 

gewusst, was sie machen solle. Ihren Frust habe sie hauptsächlich beim Gesuch-

steller abgelassen. Während des Lockdowns im Frühjahr 2020 seien die Kinder 

immer zu Hause gewesen und habe sich die Gesuchsgegnerin wegen ihrer 

Krankheit strikt isolieren müssen, weshalb es für sie keine Pausen mehr gegeben 

habe. Hinzu seien die Beziehungsprobleme gekommen. Während dieses Zeit-

raums seien die durch den Gesuchsteller eingereichten Videos entstanden 

(Urk. 103 Rz. 28). Bereits im Eheschutzverfahren sei eingehend ausgeführt wor-

den, dass es manchmal zu einer Überforderung gekommen sei. Sie sei gestresst 

gewesen. Der Gesuchsteller habe die Kinder häufiger als sie und auch die Ge-

suchsgegnerin selbst oft angeschrien und aufs Übelste beschimpft (Urk. 103 

- 27 - 

Rz. 29, Rz. 36 und Rz. 49). Bezüglich der Colitis Ulcerosa sei festzuhalten, dass 

diese zwar nicht heilbar sei, die Gesuchsgegnerin aber sehr gute Medikamente 

erhalte und die Erkrankung sie nicht belaste. Diese habe im Übrigen überhaupt 

nichts mit der Erziehungsfähigkeit der Gesuchsgegnerin zu tun (Urk. 103 Rz. 29). 

Sie sei sehr wohl erziehungsfähig, was sämtliche Fachpersonen bestätigt hätten 

(Urk. 103 Rz. 48). Sie sei nicht psychisch krank. Sie sei eine fürsorgliche und gute 

Mutter, die ihre Kinder liebe (Urk. 103 Rz. 12 und Rz. 16). Es sei zwar richtig, 

dass die Rechnung von Dr. K._____ zwecks Behandlung einer psychischen Er-

krankung gewesen sei. Diese Rechnung sei der Gesuchsgegnerin aber nie zuge-

stellt worden und sie habe nie einen Termin bei Dr. K._____ gehabt. Es scheine 

vielmehr so gewesen zu sein, dass Dr. K._____ mit irgendwelchen Drittpersonen 

(vermutlich dem Gesuchsteller) über die Gesuchsgegnerin gesprochen habe und 

hierfür Rechnung gestellt worden sei (Urk. 103 Rz. 22). Da der Gesuchsteller ihr 

eine psychische Erkrankung habe unterstellen wollen, habe sie sich selber von 

einem Psychiater beurteilen lassen, der in einem Arztbericht festgehalten habe, 

dass sie gesund sei, und auch gegenüber der Vorinstanz telefonisch bestätigt ha-

be, dass er eine Persönlichkeitsstörung bei ihr ausschliessen könne (Urk. 103 

Rz. 23). H._____ habe die Sichtweisen beider Parteien gekannt. Es seien damit 

zwei Fachpersonen mit jahrelanger Erfahrung zum Schluss gekommen, dass die 

Gesuchsgegnerin nicht psychisch krank und eine fürsorgliche und gute Mutter sei 

(Urk. 103 Rz. 24). Die Gesuchsgegnerin schlage die Kinder nicht und raste auch 

nicht aus (Urk. 103 Rz. 36 und Rz. 58 sowie Urk. 122 Rz. 40). Sie habe ihnen in 

seltenen Fällen und vor allem vor der Trennung aus einer emotionalen Überforde-

rung heraus auch schon einmal einen Klaps gegeben (Urk. 103 Rz. 36 und 

Rz. 58). Die Gesuchsgegnerin habe die Kinder nicht in der Nähe des J._____-

sees aus dem Auto geschmissen. Die Kinder hätten laut gestritten und sich ge-

schlagen. Entsprechend habe die Gesuchsgegnerin angehalten, habe den Kin-

dern mitgeteilt, dass sie ca. 200 m weiter vorne warten würde, da die Kinder kurz 

auslüften müssten. Sie sei langsam 200 m weitergefahren, die Kinder hätten sich 

beim Zurücklegen dieses Wegstücks wieder beruhigt und seien dann wieder ohne 

Probleme ins Auto eingestiegen (Urk. 103 Rz. 45). Die Gesuchsgegnerin habe 

C._____, als sie mit ihm bei der Coiffeuse gewesen sei und er nicht stillgehalten 

- 28 - 

habe, gesagt, dass die Coiffeuse ihm eine Glatze schneide, wenn er jetzt nicht 

stillhalte (Urk. 103 Rz. 53). Die Gesuchsgegnerin habe C._____ nie gedroht, sie 

würde seine Katze töten (Urk. 103 Rz. 54). Die Glasscheibe der Haupteingangstü-

re sei kaputt gegangen, weil C._____ barfuss mit der Ferse dagegen getreten ha-

be (Urk. 103 Rz. 55). Die Gesuchsgegnerin würde den Kindern nie damit drohen, 

ihnen heisses Kerzenwachs auf die Hand zu tropfen, wenn diese nicht gehorchen 

würden. Sie habe den Kindern gesagt, dass geschmolzenes Wachs sehr heiss 

sei. Sie habe ihnen dann gezeigt, dass man Wachs vorsichtig anfassen und 

"Wachsfinger" machen könne (Urk. 103 Rz. 57). Die Kinder würden M._____ mö-

gen, seien manchmal aber auch eifersüchtig (Urk. 103 Rz. 64). Die Gesuchsgeg-

nerin spreche nicht schlecht über den Gesuchsteller. Es sei ihr wichtig, dass die 

Kinder auch nach einem Besuchswochenende beim Gesuchsteller von diesem 

erzählen könnten, wenn sie möchten; sie müssten aber nicht und sie unterstütze 

die Beziehung zum Gesuchsteller (Urk. 122 Rz. 40). Die Gesuchsgegnerin habe 

den Kontakt der Kinder zum Gesuchsteller nie unterbunden (Urk. 103 Rz. 60 und 

Urk. 122 Rz. 19 und Rz. 35). Der Gesuchsteller sei grundsätzlich ein guter Vater, 

allerdings scheine er seine Elternrolle nicht mehr wahrnehmen zu können. Er sei 

emotional zu fest belastet und agiere nicht mehr als Elternteil, sondern als verletz-

ter Ehegatte, was seine Erziehungsfähigkeit in Frage stelle (Urk. 122 Rz. 50). Es 

sei richtig, dass die Kinder oft mit Bauchweh zur Gesuchsgegnerin kommen wür-

den, was allerdings nicht erstaune, wenn man sehe, wie sehr die Kinder von der 

Familie A._____ unter Druck gesetzt und manipuliert würden (Urk. 103 Rz. 66). 

Vielleicht seien es aber auch die Spannungen zwischen den Eltern, die ein Kind 

belasten, oder das Gefühl, ausgleichen zu wollen, aber nichts zu erreichen 

(Urk. 122 Rz. 52). Nach den Besuchswochenenden würden die Kinder immer 

sehr viel Nähe und Zuneigung brauchen (Urk. 103 Rz. 66). Die Gesuchsgegnerin 

könne sich persönlich um die Kinder kümmern, was dem entspreche, was sich die 

Kinder gewohnt seien. Der Gesuchsteller hingegen arbeite mehr als 100 %. Die 

Kinder müssten somit fremdbetreut und am Abend von einem Vater betreut wer-

den, der den ganzen Tag gearbeitet habe und müde sei, mithin wohl kaum mehr 

geduldig und kindergerecht reagieren könne. Der Gesuchsteller lehne ihre Anfra-

gen, ob er die Kinder mehr betreuen wolle, mehrheitlich ab. Auch gegenüber der 

- 29 - 

Schulsozialarbeiterin, O._____, habe er eine solche Anfrage abgelehnt (Urk. 103 

Rz. 28). Bezüglich des Wegs sei anzumerken, dass der Gubrist vom Gesuchstel-

ler problemlos umfahren werden könne, da die Anfahrt von G._____ über 

P._____ genau gleich lang wie via Gubristtunnel sei (Urk. 122 Rz. 20). Der Ge-

suchsteller betone im vorliegenden Verfahren immer wieder die hohen Unter-

haltsbeiträge, zu denen ihn die Vorinstanz verpflichtet habe, überweise der Ge-

suchsgegnerin aber trotz des vollstreckbaren vorinstanzlichen Entscheids bis heu-

te jeden Monat nur einen Unterhaltsbeitrag von Fr. 2'900.–. Gleichzeitig führe er 

aus, dass die Obhut an ihn zuzuteilen sei und er dann keinen Unterhalt mehr be-

zahlen müsse. Dies lege die Vermutung nahe, dass das Vorgehen des Gesuch-

stellers hauptsächlich finanziell motiviert sei (Urk. 122 Rz. 18 und Rz. 29 f.).  

1.3.2. Die Gesuchsgegnerin weist betreffend die Ergebnisse der Kinderanhörun-

gen darauf hin, dass bei der Einordnung der Antworten der Kinder und auch bei 

der Beweiswürdigung das Alter der Kinder zu berücksichtigen sei und dass kleine-

re Kinder sich über die Zuteilungsfrage noch nicht losgelöst von zufälligen ge-

genwärtigen Einflussfaktoren äussern und in diesem Sinne keine stabilen Ab-

sichtserklärungen abgeben würden. Es sei davon auszugehen, dass erst ab ca. 

12 Jahren ein Kind hinsichtlich der Frage der Zuteilung der Obhut urteilsfähig sei, 

wobei auch hier nicht pauschal auf den Kinderwillen abgestützt werden und dem 

Kind diese Verantwortung aufgebürdet werden dürfe. Die Aussagen der Kinder im 

Rahmen der Anhörungen würden zeigen, wie fest der Gesuchsteller die Kinder in 

den Konflikt involviere. Offensichtlich habe er mit den Kindern besprochen, dass 

sie zu ihm kommen sollten, habe ihnen den Umzug zu ihm "schmackhaft" ge-

macht und geschildert, wie die Betreuung ablaufen würde. Dies zeige einmal 

mehr, dass das Kindeswohl nicht gewahrt wäre, wenn die Kinder vom Gesuch-

steller betreut würden, der die Kinder direkt in den Konflikt involviere und sie zum 

Spielball werden lasse. Er zeige den Kindern, wie sehr er leide, was dazu führe, 

dass sich die Kinder naturgemäss auf seine Seite schlagen würden. Die Kinder 

würden nicht abschätzen können, was eine Umteilung der Obhut an den Gesuch-

steller genau bedeute. Der Gesuchsteller arbeite zu 100 % oder sogar mehr. Die 

Kinder wären einer nicht erprobten und wohl auch nicht garantierten Fremdbe-

treuung ausgeliefert. Die Kinder würden den Alltag beim Gesuchsteller nicht ken-

- 30 - 

nen. Auch könne nicht abgeschätzt werden, ob der Gesuchsteller selbst und auch 

dessen Verwandte dieser Mehrbelastung standhalten würden. Die gesuchstelleri-

schen Vorwürfe, die Gesuchsgegnerin sei überfordert und schlage gar die Kinder, 

seien durch die Kinderanhörungen nicht bestätigt worden. Aus dem Protokoll er-

gebe sich, dass es der Wunsch der Kinder sei, den alten Zustand wiederherzu-

stellen und mit beiden Eltern in der alten Wohnung in G._____ zu leben. Aus dem 

Gesprächsprotokoll der Beiständin ergebe sich der Gesamteindruck, dass beide 

Kinder eine sichere Bindung zur Gesuchsgegnerin hätten und die Kinder in einem 

Loyalitätskonflikt seien. Sowohl aus dem Protokoll der Kinderanhörungen als auch 

der Aktennotiz der Beiständin gehe hervor, dass die Kinder v.a. mehr Zeit mit dem 

Gesuchsteller verbringen möchten. Wenn es dem Gesuchsteller tatsächlich da-

rum ginge, mehr Zeit mit den Kindern zu verbringen, so wäre er anderen Lösun-

gen nicht verschlossen, was er aber sei. Auch er könnte beispielsweise die Kinder 

an jedem oder jedem zweiten Mittwochnachmittag betreuen. Dies komme für ihn 

aber nicht in Frage, was den Anschein erwecke, dass es dem Gesuchsteller nicht 

in erster Linie um die Kinder gehe. Der Gesuchsteller habe nie etwas von einer 

längeren Betreuung wissen wollen und auch die vier Wochen Ferien nie ausge-

schöpft. Seine Begründung sei immer gewesen, dass er arbeiten müsse. Dass es 

ihm nun plötzlich möglich sein sollte, sein Pensum zu reduzieren, sei nicht glaub-

würdig (Urk. 131 S. 1 f.).  

1.4. Zuteilung der Obhut 

1.4.1. Nach höchstrichterlicher Rechtsprechung hat bei der Zuteilung der Obhut 

das Kindeswohl Vorrang vor allen anderen Überlegungen, insbesondere den 

Wünschen der Eltern (BGer 5A_616/2020 vom 23. November 2020, E. 2.1.1, 

m.w.H.). Vorab ist die Erziehungsfähigkeit der Eltern zu klären. Ist die Erziehungs-

fähigkeit bei beiden Elternteilen gegeben, kann die Stabilität der örtlichen und fa-

miliären Verhältnisse ausschlaggebend sein. Schliesslich ist – je nach Alter der 

Kinder – ihrem eindeutigen Wunsch Rechnung zu tragen (BGer 5A_730/2020 

vom 21. Juni 2021, E. 3.3.1.1). Grundsätzlich sind Kinder erst ab dem 

12. Altersjahr zur autonomen Willensbildung fähig (BGer 5A_111/2019 vom 9. Juli 

2019, E. 2.3). Den Zuteilungskriterien lassen sich weitere Gesichtspunkte zuord-

- 31 - 

nen: Die Bereitschaft eines Elternteils, mit dem andern in Kinderbelangen zu-

sammenzuarbeiten, oder die Forderung, dass eine Zuteilung der Obhut von einer 

persönlichen Bindung und echter Zuneigung getragen sein sollte. Wesentlich sein 

kann ferner der Grundsatz, Geschwister möglichst nicht zu trennen. Ist aber bei 

Geschwistern, zum Beispiel aufgrund eines Altersunterschiedes, von unterschied-

lichen Bedürfnissen und insbesondere von verschiedenen emotionalen Bindun-

gen und Wünschen auszugehen, steht einer Trennung der Kinder nichts entge-

gen. Die Möglichkeit der Eltern, die Kinder persönlich zu betreuen, spielt haupt-

sächlich dann eine Rolle, wenn spezifische Bedürfnisse der Kinder eine persönli-

che Betreuung notwendig erscheinen lassen oder wenn ein Elternteil auch in den 

Randzeiten (morgens, abends und an den Wochenenden) nicht bzw. kaum zur 

Verfügung stünde; ansonsten ist von der Gleichwertigkeit der Eigen- und Fremd-

betreuung auszugehen (BGer 5A_730/2020 vom 21. Juni 2021, E. 3.3.1.1, 

m.w.H.).  

1.4.2. Erziehungsfähigkeit 

1.4.2.1. Es besteht eine natürliche Vermutung, dass Eltern erziehungsfähig sind 

(OGer ZH LE220008 vom 09.05.2022, E. II.3.4.). Von den Eltern wird erwartet, 

dass sie die Kompetenzen aufweisen, als Bindungsperson für das Kind zu fungie-

ren, die Bedürfnisse und Signale des Kindes zu erkennen und angemessen auf 

sie zu reagieren, Werte und Regeln zu vermitteln, dem Kind Wertschätzung ent-

gegenzubringen und von Ablehnung abzusehen sowie Kontinuität in Erziehung, 

Beziehung und Umfeld herzustellen (Ludewig et. al., Richterliche und behördliche 

Entscheidungsfindung zwischen Kindeswohl und Elternwohl: Erziehungsfähigkeit 

bei Familien mit einem psychisch kranken Elternteil, in: FamPra.ch 3/2015, S. 562 

ff., S. 574; OGer ZH LE180001 vom 15.03.2018, E. A.2.1.). Sie haben sich zu 

bemühen, zwischen der konfliktbehafteten Elternebene einerseits sowie dem El-

tern-Kind-Verhältnis andererseits zu unterscheiden und das Kind aus dem elterli-

chen Konflikt herauszuhalten. Sodann haben beide Elternteile ein kooperatives 

Verhalten an den Tag zu legen und die zumutbaren Anstrengungen bei der ge-

genseitigen Kommunikation zu unternehmen, ohne welche die elterlichen Pflich-

ten nicht in effektiver Weise und zum Vorteil des Kindes ausgeübt werden kön-

- 32 - 

nen. Es ist allgemein anerkannt, dass aufgrund des schicksalhaften Eltern-Kind-

Verhältnisses die Beziehung des Kindes zu beiden Elternteilen wichtig ist und bei 

dessen Identitätsfindung eine entscheidende Rolle spielen kann. Beide Elternteile 

haben deshalb mit Blick auf das Wohl des Kindes die Pflicht, eine gute Beziehung 

zum jeweils anderen Elternteil zu fördern; ihre Beachtung ist für eine tragfähige 

und kindeswohlorientierte Pflege und Erziehung wichtig. In diesem Zusammen-

hang spricht die Rechtsprechung von Bindungstoleranz. Sie bildet ein Teilaspekt 

der Erziehungsfähigkeit des betreffenden Elternteils (BGer 5A_616/2020 vom 23. 

November 2020, E. 2.1.1, m.w.H.). 

1.4.2.2. Beide Parteien stellen die Erziehungsfähigkeit des jeweils anderen in 

Frage. Die gegenseitigen Vorwürfe (Schlagen und Anschreien der Kinder, Ausras-

ter, Drohungen gegenüber den Kindern, Schüren eines Loyalitätskonfliktes durch 

Befragungen der Kinder etc.) wiegen schwer und der Umgangston der Gesuchs-

gegnerin auf den eingereichten Audio- und Videoaufnahmen ist befremdlich. Ins-

gesamt wird aber – selbst wenn alle Vorwürfe erstellt wären – noch keine Intensi-

tät erreicht, welche die natürliche Vermutung der Erziehungsfähigkeit widerlegen 

würde. Vielmehr reichten beide Parteien Schreiben von Fachpersonen, Bekann-

ten und Verwandten ein und liegen Aktennotizen der Vorinstanz vor, die ihnen ei-

nen guten Umgang mit den Kindern attestieren (Urk. 4/8-10 Urk. 12/9b, 

Urk. 12/12, Urk. 59/74-75, Urk. 59/77, Urk. 61/79, Urk. 65 S. 10, Urk. 67 S. 6, 

Urk. 106/4, Urk. 115/36, ). Wie die Vorinstanz zutreffend erwog, kann aus den im 

Recht liegenden Beweismitteln nicht auf eine psychische Erkrankung der Ge-

suchsgegnerin geschlossen werden. In den eingereichten Chatverläufen herrscht 

überwiegend ein konfliktgeladenes statt lösungsorientiertes Kommunikationskli-

ma. Dennoch verschlossen sich die Parteien nicht jeglicher Kooperation, berichte-

ten über dringende Kinderbelange (z.B. Corona, Zeckenbisse, Schulaufgaben), 

übermittelten Nachrichten oder Bilder der Kinder für den anderen Elternteil oder 

Nachrichten des anderen Elternteils an die Kinder und konnten teils Lösungen 

finden (Urk. 33/52, Urk. 53/1 und Urk. 106/2-3). Um allfällige punktuelle Erzie-

hungsdefizite und die noch vorhandenen Kommunikationsschwierigkeiten auszu-

gleichen und das Konfliktpotential abzuschwächen, ist die durch die Vorinstanz 

angeordnete und von beiden Parteien nicht bemängelte Beistandschaft im Sinne 

- 33 - 

von Art. 308 Abs. 2 ZGB beizubehalten (vgl. E. III.3.). Die Parteien lassen den 

Kontakt zum anderen Elternteil grundsätzlich zu, was aus den Kinderanhörungen 

und den Chatverläufen hervorgeht (vgl. Urk. 14 S. 4, Urk. 33/52, Urk. 53/1, Prot. II 

S. 9 ff.). Beide Eltern erweisen sich als erziehungsfähig. Es liegen auch keine An-

haltspunkte vor, wonach sich die teilweise Betreuung durch Mitglieder der Familie 

A._____ nachteilig auf das Kindeswohl auswirken würde.  

1.4.3. Persönliche Betreuung der Kinder und Stabilität der örtlichen und familiären 

Verhältnisse 

1.4.3.1. Der Gesuchsteller würde die Kinder nach seinem Betreuungsmodell von 

Sonntag bis Donnerstagmorgen, am Donnerstagabend, Freitagmorgen und -

abend sowie ab Samstagmittag bzw. in der Hochsaison ab Samstagnachmittag 

persönlich betreuen. Am Donnerstag und Freitag wären die Kinder während des 

Mittagessens sowie nach Schulschluss bis 18.30 Uhr abwechslungsweise bei den 

Geschwistern des Gesuchstellers. Auch samstags wären die Kinder während der 

Hochsaison bis 16.30 Uhr und ansonsten bis 12.30 Uhr abwechslungsweise bei 

den Geschwistern des Gesuchstellers (Urk. 113 Rz. 5). Der Gesuchsteller stünde 

somit an den Wochenenden, mithin einer der durch das Bundesgericht erwähnten 

Randzeiten, bei denen die Fremd- der Eigenbetreuung nicht gleichzusetzen ist, 

nur eingeschränkt zur Verfügung. Bei der Betreuung durch die Geschwister des 

Gesuchstellers würde es sich indes nicht um ein unerprobtes, neues Betreuungs-

konzept handeln. Die Grossfamilie A._____ wurde bereits während des Zusam-

menlebens der Parteien für die Kinderbetreuung von C._____ und D._____ ein-

gespannt. Die Gesuchsgegnerin bestätigte nämlich, dass die Kinder an dem Tag, 

an dem sie jeweils im Geschäft gewesen sei, durch die Eltern oder Geschwister 

des Gesuchstellers betreut worden seien (Urk. 103 Rz. 15, Urk. 122 Rz. 9 und 

Rz. 22). Es ist deshalb davon auszugehen, dass die Kinder bis zur Trennung der 

Parteien während mindestens eines Tages pro Woche durch die Grossfamilie 

A._____ betreut wurden. Dies wird auch durch die Erklärung des Gesuchstellers 

im Rahmen der Parteibefragung gestützt, wonach die Gesuchsgegnerin in der 

Saison (Frühling/Sommer) zwei Tage und ausserhalb der Saison (Herbst/Winter) 

weniger gearbeitet habe, wobei sie die Buchhaltung von zu Hause aus habe erle-

- 34 - 

digen können (Prot. I S. 18). Die Eltern und Geschwister des Gesuchstellers be-

stätigten schriftlich, dass sie immer wieder auf C._____ und D._____ aufgepasst 

hätten (Urk. 4/8-10), und es liegen auch entsprechende Terminabsprachen per 

WhatsApp im Recht (Urk. 115/26). Bei den vorliegend aussergewöhnlich engen 

Familienbanden ist die Betreuung durch die Grossfamilie A._____ nicht als 

Fremdbetreuung im herkömmlichen Sinne zu qualifizieren. Dies würde den be-

sonderen Verhältnissen dieses Falles zu wenig Rechnung tragen. Im vorgeschla-

genen Betreuungsmodell des Gesuchstellers blieb sodann offen, wer sich für die 

Betreuung freitags und donnerstags während der Schulzeit verantwortlich zeich-

net. Da das Geschäft des Gesuchstellers ohne Stau ungefähr 20 Minuten entfernt 

von G._____ liegt, müssten die Geschwister oder die Eltern des Gesuchstellers 

hierzu bereit sein. Da die Geschwister ebenfalls schulpflichtige Kinder haben und 

auch die Eltern des Gesuchstellers immer wieder bei der Kinderbetreuung ein-

sprangen, wird sich der Gesuchsteller mit seiner Familie zu organisieren wissen. 

1.4.3.2. Die Gesuchsgegnerin betreut die Kinder persönlich und ist in den Rand-

zeiten für die Kinder präsent. Auch das Schulische sei gemäss der ehemaligen 

Hauptlehrerin von C._____, Q._____, eher über die Gesuchsgegnerin gelaufen. 

Der Gesuchsteller habe sich ab und zu bei ihnen gemeldet, seit die Kinder bei der 

Gesuchsgegnerin gewohnt hätten (Urk. 67 S. 2). Während des Lockdowns wur-

den die Kinder zur Entlastung der Gesuchsgegnerin teilweise durch den Gesuch-

steller betreut (vgl. Urk. 130/58, Prot. I S. 14). Auch wenn der Gesuchsteller und 

die Grossfamilie A._____ Betreuungsverantwortung übernahmen, ist bereits vor 

der Trennung der Parteien von einer überwiegenden Betreuung durch die Ge-

suchsgegnerin auszugehen.  

1.4.3.3. Die Stabilität der familiären Verhältnisse wurde durch die Trennung der 

Eltern naturgemäss erschüttert. Mit der vorinstanzlichen Obhutszuteilung an die 

Gesuchsgegnerin konnte zwar die Kontinuität der Hauptbetreuungsperson auf-

rechterhalten werden. Es kann aber nicht ausser Acht gelassen werden, dass mit 

der alleinigen Obhutszuteilung der Vorinstanz an die Gesuchsgegnerin die Be-

treuung durch den Gesuchsteller auf jedes zweite Wochenende eingeschränkt 

wurde und das gewohnte Betreuungsmodell mit der Betreuung durch die Gross-

- 35 - 

familie A._____ während mindestens eines Tages pro Woche wegfiel. Die Stabili-

tät der örtlichen und der ausserhalb der Kernfamilie liegenden sozialen Verhält-

nisse wären am besten mit dem Verbleib in G._____ gewahrt gewesen. C._____ 

war bestens integriert in der Klasse (Urk. 67 S. 5). Auch D._____ hatte viele 

Freunde und Freundinnen in der Klasse (Urk. 68 S. 2). Er wurde durch den dama-

ligen Hauptlehrer, R._____, als fröhlich, aufgestellt und zugänglich beschrieben. 

Er erzähle auch gerne und beteilige sich am Unterricht. Er sei fast eine Art Mus-

terkind, wie man es sich als Lehrer wünschen würde (Urk. 68 S. 2). Seit Oktober 

2021 befindet sich der Lebensmittelpunkt der Kinder nun in F._____ AG (Urk. 93 

S. 30). Beide Buben haben in F._____ AG Freundschaften aufbauen können 

(Prot. II S. 10 und S. 13, Urk. 124/25 und Urk. 124/126). Neben diesen pflegen sie 

auch weiterhin ihre Freundschaften in G._____. So berichtete C._____, er habe 

auch zwei Kollegen aus G._____ zu seinem Geburtstagsfest eingeladen (Prot. II 

S. 10). Gegenüber der Beiständin äusserte C._____, dass er seinen alten Schul-

kollegen vermisse (Urk. 133/29). D._____ erklärte, er habe noch immer mehr Kol-

legen in G._____ als in F._____ AG (Prot. II S. 13). Erstaunlicherweise scheinen 

die Kinder sich auch nach über 15 Monaten in F._____ AG noch immer in 

G._____ verwurzelter zu fühlen. Im Gegensatz zur sehr positiven Rückmeldung 

von R._____ zeichnet der Kurzbericht der Heilpädagogin in F._____ AG, 

S._____, sodann ein eher besorgniserregendes Bild: D._____ wirke belastet und 

emotional bedrückt. Es könne ihm kaum je ein Strahlen entlockt werden. Die An-

forderungen an die erste Klasse würden ihn sehr überfordern. Mit den Klassen-

kameraden komme er gut zurecht, nahe Freundschaften hätten sich aber keine 

entwickelt (Urk. 115/52, fälschlicherweise als Bericht von T._____ bezeichnet, vgl. 

Urk. 124/26). Die Lehrerin von D._____ in F._____ AG, T._____, schrieb hinge-

gen, sie sei anderer Ansicht. D._____ habe sich schnell integriert und Freunde 

gefunden (Urk. 124/26). Die emotionale Belastung und schulische Überforderung 

stellte sie aber nicht explizit in Abrede (Urk. 124/26; e contrario). Insgesamt wird 

das Kriterium der Stabilität der örtlichen und der damit verbundenen sozialen Ver-

hältnisse trotz längerem Aufenthalt in F._____ AG noch immer in G._____ besser 

erfüllt. Selbstverständlich werden sich zwischenzeitlich auch in G._____ einige 

Änderungen ergeben und die Zeit nicht stillgestanden haben. Aufgrund der aus-

- 36 - 

sergewöhnlich tiefen Verwurzelung der Kinder ist aber anzunehmen, dass beide 

in ihrem gewohnten Umfeld schnell wieder Anschluss finden und wieder an Ge-

wohntem anknüpfen können werden.  

1.4.4. Kinderwunsch 

1.4.4.1. C._____ wird zwar erst im … [Monat] 12 Jahre alt werden. Anlässlich der 

Kinderanhörung äusserte er sich aber sehr differenziert zu seinen Vorstellungen, 

durch wen und wie er betreut werden möchte. Er legte auch nachvollziehbar und 

schlüssig dar, weshalb er lieber in G._____ wohnen würde und er G._____ ver-

misse (Prot. II S. 9 ff.). Gegenüber der Beiständin erklärte C._____ ebenfalls, 

dass er gerne wieder in G._____ sein wolle (Urk. 133/29). Die Gesuchsgegnerin 

würde er gerne jedes zweite oder jedes Wochenende und am Mittwochnachmittag 

sehen (Prot. II S. 12). C._____ stört sich am neuen Partner der Gesuchsgegnerin, 

mit dem er nicht gut auskomme. Die durch C._____ geschilderten Erziehungsme-

thoden muten denn auch seltsam an. Wie der Gesuchsteller zu Recht ausführte, 

scheint sich der Leidensdruck von C._____ in Bauchschmerzen zu manifestieren 

(Prot. II S. 12). 

1.4.4.2. D._____ ist noch sehr jung und betreffend die Betreuungsfrage urteilsun-

fähig. Dennoch sind seine Wünsche nicht unbeachtlich. Er wünscht sich zurück 

nach G._____ und zum Gesuchsteller zu ziehen. Die Wochenenden möchte er 

bei der Gesuchsgegnerin verbringen (Prot. II S. 13 f.). D._____ empfindet den 

neuen Partner der Gesuchsgegnerin als nervig (Urk. 133/29). Er meinte, mit 

C._____ und der Gesuchsgegnerin sowie dem neuen Partner der Gesuchsgegne-

rin gehe es nicht gut (Prot. II S. 13). 

1.4.5. Zwischenfazit 

1.4.5.1. Argumente für eine Obhutszuteilung an die Gesuchsgegnerin liegen in 

der Kontinuität der Hauptbetreuungsperson und in der persönlichen Betreuung 

während der Randzeiten, welche die Gesuchsgegnerin ständig gewährleisten 

könnte. Letzteres wird indes durch die in casu spezielle Situation mit der Betreu-

ung durch die Grossfamilie A._____ bei einer Zuteilung der Obhut an den Ge-

- 37 - 

suchsteller relativiert. Diese ist zwar nicht mit der persönlichen Betreuung eines 

Elternteils gleichzusetzen, kommt aber aufgrund des früher gelebten Betreu-

ungsmodells – das entgegen der Vorinstanz nicht mit einem "klassischen Famili-

enmodell" gleichgesetzt werden kann – einer solchen nahe. Zudem wäre nicht die 

gesamte Randzeit des Wochenendes betroffen, sondern lediglich der Samstag-

morgen bzw. in der Hauptsaison die Zeit bis 16.30 Uhr. 

1.4.5.2. Ins Gewicht für die Obhutszuteilung an den Gesuchsteller fallen wegen 

der fortbestehenden Verwurzelung der Kinder in G._____ die Stabilität der örtli-

chen und sozialen Verhältnisse sowie der übereinstimmende Wunsch beider Kin-

der. C._____s Wunsch nach mehr Zeit mit seinem Vater äussert sich mutmasslich 

durch psychosomatische Bauchschmerzen. Trotz des nun über ein Jahr – was 

gerade für Kinder im Alter von C._____ und D._____ eine beachtliche Zeitspanne 

darstellt – zurückliegenden Umzugs nach F._____ AG fühlen sich die Kinder noch 

immer in G._____ zu Hause und wünschen sich zurück nach G._____.  

1.4.5.3.  Nach dem Erwogenen erscheint die Obhutszuteilung an den Gesuchstel-

ler mit einem möglichst ausgedehnten Betreuungsrecht der Gesuchsgegnerin 

dem Kindeswohl von C._____ und D._____ am besten gerecht zu werden. Damit 

wird gewährleistet, dass die Kontinuität der Hauptbetreuungsperson nicht abrupt 

endet und sich ihre Betreuung mit der gewohnten Betreuung durch den Gesuch-

steller und die Grossfamilie A._____, der Verwurzelung der Kinder in G._____ 

und deren Wünschen vereinbaren lässt. Wegen der Distanz der Wohnorte sind 

die einzelnen Betreuungsperioden so festzulegen, dass die Hin- und Rückwege in 

einem vernünftigen Verhältnis zur Betreuungszeit vor Ort stehen. Es bietet sich 

an, dass anstelle der Grossfamilie A._____ die Gesuchsgegnerin die Kinder je-

weils am Freitag nach Schulschluss bis samstags 12.30 Uhr bzw. in der Hochsai-

son bis 16.30 Uhr betreut. Zusätzlich ist ihr die Betreuungsverantwortung über die 

Kinder an jedem zweiten Wochenende von Freitag, ab Schulschluss, bis Montag, 

Schulbeginn, sowie jeden Mittwoch, ab Schulschluss, bis Donnerstag, Schulbe-

ginn, zu übertragen. Unter Berücksichtigung der flexiblen Arbeitszeiten des Ge-

suchstellers (Prot. I S. 17) und um die Arbeitszeiten der Parteien durch die Abhol- 

und Bringverpflichtungen möglichst wenig einzuschränken, sind sie wie folgt aus-

- 38 - 

zugestalten: Der Gesuchsteller bringt die Kinder am Mittwoch zur Gesuchsgegne-

rin und holt sie am Donnerstagmorgen sowie Montagmorgen bei der Gesuchs-

gegnerin ab. Die Gesuchsgegnerin holt die Kinder am Freitag bei der Schule ab 

und bringt sie am Samstag zum Gesuchsteller. Die unangefochten gebliebene 

Feiertagsregelung der Vorinstanz ist beizubehalten. Die Schulferien sind hälftig 

aufzuteilen. Die Parteien sind zu verpflichten, sich mindestens drei Monate im Vo-

raus abzusprechen, welche Ferienwochen sie übernehmen möchten. Können sich 

die Parteien nicht einigen, kommt das Entscheidungsrecht dem Gesuchsteller in 

Jahren mit geraden Jahreszahlen bzw. in Jahren mit ungeraden Jahreszahlen der 

Gesuchsgegnerin zu. Weitergehende oder abweichende Betreuungsregelungen 

nach gegenseitiger Absprache sind vorzubehalten.  

1.4.5.4. Nachdem der Gesuchsgegnerin ein beachtlicher Betreuungsumfang ein-

geräumt wird, stellt sich die Frage, ob bereits von einer alternierenden Obhut aus-

zugehen ist. Das mit der Obhutsfrage betraute Gericht hat denn auch unabhängig 

davon, ob sich die Eltern auf eine alternierende Obhut geeinigt haben, zu prüfen, 

ob dieses Betreuungsmodell möglich und mit dem Wohl der Kinder vereinbar ist 

(BGE 142 III 612 E. 4.2). 

1.4.6. Alternierende Obhut 

1.4.6.1. Die Kriterien für eine alternierende Obhut sind fast deckungsgleich mit 

den Kriterien der Obhutszuteilung, weshalb diesbezüglich auf das bereits Ausge-

führte verwiesen werden kann. Die praktische Umsetzung einer alternierenden 

Obhut setzt voraus, dass die Eltern fähig und bereit sind, in den Kinderbelangen 

miteinander zu kommunizieren und kooperieren, da die alternierende Obhut orga-

nisatorische Massnahmen und gegenseitige Information erfordert. Allein aus dem 

Umstand, dass ein Elternteil sich einer alternierenden Betreuungsregelung wider-

setzt, kann indessen nicht ohne Weiteres auf eine fehlende Kooperationsfähigkeit 

der Eltern geschlossen werden, die einer alternierenden Obhut im Wege steht. 

Ein derartiger Schluss könnte nur dort in Betracht fallen, wo die Eltern aufgrund 

der zwischen ihnen bestehenden Feindseligkeiten auch hinsichtlich anderer Kin-

derbelange nicht zusammenarbeiten können mit der Folge, dass sie ihr Kind im 

Szenario einer alternierenden Obhut dem gravierenden Elternkonflikt in einer 

- 39 - 

Weise aussetzen würden, die seinen Interessen offensichtlich zuwiderläuft. Zu be-

rücksichtigen ist ferner die geographische Situation, namentlich die Distanz zwi-

schen den Wohnungen der beiden Eltern (BGE 142 III 612 E. 4.3). 

1.4.6.2.  Es wurde bereits dargelegt, dass die Parteien grundsätzlich in der Lage 

sind, sich über Kinderbelange sowie organisatorische Massnahmen auszutau-

schen, und sie bei Bedarf auf die beizubehaltende Beistandsperson zurückgreifen 

können. Der nicht unbeachtlichen Distanz der Wohnorte wurde mit den der Ge-

suchsgegnerin zugewiesenen Betreuungsperioden bereits Rechnung getragen. 

Die Voraussetzungen für eine alternierende Obhut mit überwiegendem Betreu-

ungsanteil des Gesuchstellers sind erfüllt. 

1.4.6.3. Der Betreuungsanteil von Schulkindern kann ermittelt werden, indem je-

der Tag in drei Perioden (Morgen, Schulbeginn bis Schulschluss, Abend) unterteilt 

und über 14 Tage berechnet wird, für wie viele der insgesamt 42 Perioden jeder 

Elternteil verantwortlich ist (BGer 5A_117/2021 vom 9. März 2022, E. 4.4; BGer 

5A_743/2017 vom 22. Mai 2019, E. 2.2). Nach der anzuordnenden Betreuungsre-

gelung ergibt sich nach dieser Methode ein Betreuungsanteil des Gesuchstellers 

von rund 70 % und ein Betreuungsanteil der Gesuchsgegnerin von gut 30 %: 
 Woche 1 Woche 2 

 Mo Di Mi Do Fr Sa So Mo Di Mi Do Fr Sa So 

Morgen V V V M V M V V V V M V M M 

Schule V V V V V M/V V V V V V V M M 

Abend V V M V M V V V V M V M M M 

Unter Berücksichtigung der hälftigen Ferienaufteilung und Feiertagsregelung ist 

eine alternierende Obhut mit zwei Dritteln Betreuungsanteil beim Gesuchsteller 

und einem Drittel Betreuungsanteil bei der Gesuchsgegnerin anzunehmen. 

1.4.6.4. Die Umsetzung der alternierenden Obhut und der Umzug nach G._____ 

erfordert einige organisatorische Massnahmen. Um die alternierende Obhut um-

zusetzen und die Kinder auf diese und ihren Umzug zurück nach G._____ vorzu-

bereiten, ist den Parteien eine nur kurze Übergangsfrist einzuräumen. Die alter-

nierende Obhut ist deshalb per 1. August 2023 anzuordnen. Dies ermöglicht es 

den Kindern auch, das neue Schuljahr in G._____ zu starten. 

- 40 - 

1.5. Fazit 

In Gutheissung der Berufung sind die Dispositiv-Ziffern 2 bis 5 des vorinstanzli-

chen Urteils aufzuheben und entsprechend dem Erwogenen anzupassen. 

2. Wohnsitz 

2.1. Als Wohnsitz des Kindes unter elterlicher Sorge gilt der Wohnsitz der El-

tern oder, wenn die Eltern keinen gemeinsamen Wohnsitz haben, der Wohnsitz 

des Elternteils, unter dessen Obhut das Kind steht; in den übrigen Fällen gilt sein 

Aufenthaltsort als Wohnsitz (Art. 25 Abs. 1 ZGB). Hält sich das Kind pendelnd an 

mehreren Orten nebeneinander auf, so befindet sich sein Wohnsitz an dem Auf-

enthaltsort, zu dem die engsten Beziehungen bestehen, auch wenn sich das Kind 

gerade an einem anderen Ort befindet (BGE 144 V 299 E. 5.3.3.2).  

2.2. Bis 31. Juli 2023 werden C._____ und D._____ unter der alleinigen Obhut 

der Gesuchsgegnerin belassen und befindet sich ihr Wohnsitz am jeweiligen 

Wohnsitz der Gesuchsgegnerin. Ab 1. August 2023 werden die Kinder überwie-

gend beim Gesuchsteller in G._____ betreut, wo sie auch verwurzelt sind und 

wieder in die Schule gehen werden. Ab dann hat der Wohnsitz der Kinder an je-

nem des Gesuchstellers anzuknüpfen. Entsprechend ist die Berufung auch in die-

sem Punkt gutzuheissen und sind die Dispositiv-Ziffern 2 und 3 des vorinstanzli-

chen Urteils zu modifizieren. 

3. Zuständigkeit für die Beistandschaft 

3.1. Beide Parteien begrüssen die durch die Vorinstanz angeordnete Beistand-

schaft nach Art. 308 Abs. 2 ZGB weiterhin (Urk. 92 Rz. 49, Urk. 103 Rz. 71 sowie 

Urk. 113 Rz. 31 und Rz. 149). Wegen des Wohnsitzwechsels der Kinder bean-

tragt der Gesuchsteller, dass anstelle der Kindes- und Erwachsenenschutzbehör-

de Bremgarten die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Dielsdorf zu ersu-

chen sei, eine geeignete Beistandsperson zu ernennen (Urk. 92 S. 2). 

3.2. Hat das Gericht, das für den Schutz der ehelichen Gemeinschaft zuständig 

ist, die Beziehung der Eltern zu den Kindern zu gestalten, so trifft es auch die nö-

- 41 - 

tigen Kindesschutzmassnahmen und betraut die Kindesschutzbehörde mit dem 

Vollzug (Art. 315a Abs. 1 ZGB). Örtlich zuständig ist die Kindesschutzbehörde am 

Wohnsitz des Kindes (Art. 315 Abs. 1 ZGB). Vor diesem Hintergrund ersuchte die 

Vorinstanz die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Bremgarten, eine geeig-

nete Beistandsperson für C._____ und D._____ zu ernennen (Urk. 93 Dispositiv-

Ziffer 7). Mit Entscheid vom 8. Dezember 2022 ernannte das Präsidium des Fami-

liengerichts am Bezirksgericht Bremgarten U._____ zur Beiständin. Ab dem 

Wohnsitzwechsel der Kinder per 1. August 2023 wird die Kindes- und Erwachse-

nenschutzbehörde Bezirk Dielsdorf örtlich zuständig werden. Die vorinstanzliche 

Dispositiv-Ziffer 7 ist deshalb in Gutheissung der Berufung dahingehend zu än-

dern, dass die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Bezirk Dielsdorf zu ersu-

chen ist, ab dem 1. August 2023 eine geeignete Beistandsperson für C._____ und 

D._____ zu ernennen. 

4. Unterhalt 

4.1. Phasen der Unterhaltsberechnung 

4.1.1. Die Vorinstanz erwog, dass die Parteien gemäss praktisch übereinstim-

menden Anträgen seit Mitte Juni 2020 getrennt leben würden, womit es das Ge-

richt als erstellt erachte, dass der gemeinsame Haushalt zu diesem Zeitpunkt auf-

gehoben worden und die Gesuchsgegnerin folglich ab dem 1. Juli 2020 unter-

haltsberechtigt sei. Sodann habe die Gesuchsgegnerin mit den Kindern per 

1. Oktober 2021 eine neue Mietwohnung in F._____ AG bezogen, was mit einer 

Änderung der Bedarfszahlen einhergehe. Ab demselben Zeitpunkt werde ihr zu-

gemutet, zu 50 % erwerbstätig zu sein, weshalb ihr ab dann ein hypothetisches 

Einkommen anzurechnen sei. Nach dem Gesagten erscheine es angemessen, 

die Berechnung der geschuldeten Unterhaltsbeiträge in folgende zwei Phasen 

aufzuteilen (Urk. 93 S. 30): 

Phase I: Vom 1. Juli 2020 bis 30. September 2021; 

Phase II: Ab 1. Oktober 2021. 

- 42 - 

4.1.2. Wie sogleich aufzuzeigen, ist die der Gesuchsgegnerin durch die Vo-

rinstanz gewährte Übergangsfrist zur Wiederaufnahme der Erwerbstätigkeit nicht 

zu beanstanden (vgl. E. III.4.2.2.). Die durch die Vorinstanz definierte Phase I 

kann beibehalten werden. Mit der Anordnung der alternierenden Obhut per 

1. August 2023 hat der Gesuchsteller kein 100 %-Pensum mehr zu leisten und 

ändern sich die Bedarfszahlen, weshalb die Phase II per 31. Juli 2023 endet. Der 

Gesuchsgegnerin ist nach einer Übergangsfrist bis zum 30. September 2023 die 

Aufstockung ihres Arbeitspensums auf 80 % zumutbar (vgl. E. III.4.4.1.3.). Für die 

Unterhaltsberechnung ist deshalb von folgenden Phasen auszugehen: 

Phase I: 1. Juli 2020 bis 30. September 2021; 

Phase II: 1. Oktober 2021 bis 31. Juli 2023; 

Phase III:  1. August 2023 bis 30. September 2023 

Phase IV: Ab 1. Oktober 2023. 

4.2. Phase I (1. Juli 2020 bis 30. September 2021) 

4.2.1. Ausgangslage 

Beide Parteien anerkennen das durch die Vorinstanz berücksichtigte Einkommen 

der Kinder von je Fr. 200.–, die vorinstanzlichen Bedarfspositionen – mit Aus-

nahme der Steuern – und die vorinstanzliche prozentuale Überschussverteilung 

von 35 % je Partei und 15 % je Kind (Urk. 92 Rz. 61 ff., Urk. 93 S. 31 ff. und 

Urk. 103 Rz. 77 ff.). Die diesbezüglichen vorinstanzlichen Erwägungen und fest-

gesetzten Beträge erscheinen angemessen, weshalb auf diese verwiesen werden 

kann und auch für die hiesige Unterhaltsberechnung von folgenden Bedarfspositi-

onen auszugehen ist (Urk. 93 S. 31): 

 GGin C._____ D._____ GSer 

Grundbetrag 1'350.– 400.– 400.– 1'200.– 

Wohnkosten 750.– 375.– 375.– 2'390.– 

Krankenkasse (KVG) 370.– 104.– 104.– 268.– 

Krankenkasse (VVG) 47.– 46.– 46.– 17.– 
Zusätzliche Gesundheits-
kosten 84.– 313.– 0.– 0.– 

- 43 - 

 

4.2.2. Einkommen der Gesuchsgegnerin 

4.2.2.1. Zum Einkommen der Gesuchsgegnerin führte die Vorinstanz aus, die 

Parteien seien sich einig, dass die Gesuchsgegnerin während der Ehe im Unter-

nehmen des Gesuchstellers arbeitstätig gewesen sei und dabei ein Einkommen 

von netto rund Fr. 2'132.– pro Monat erzielt habe. Ebenso unstrittig sei die Tatsa-

che, dass der Aufgabenbereich der Gesuchsgegnerin dabei ausserhalb ihrer ei-

gentlichen Ausbildung als diplomierte Sozialpädagogin gelegen habe. Gemäss 

eigenen Ausführungen habe sie bei Bedarf Gespräche mit Kunden geführt, Er-

satzteile bei Lieferanten abgeholt, Motorräder abgelöst etc., was sich im Wesent-

lichen mit den Ausführungen des Gesuchstellers decke bzw. von diesem nicht 

bestritten worden sei. Die entsprechenden Parteivorbringen seien somit glaubhaft. 

Ferner gehe aus den Akten hervor, dass das Arbeitsverhältnis zwischen der Ge-

suchsgegnerin und dem Betrieb des Gesuchstellers vom 1. Mai 2012 bis zum 

30. September 2020 gedauert habe. Anlässlich der Parteibefragung an der 

Hauptverhandlung vom 22. Januar 2021 habe die Gesuchsgegnerin dem Gericht 

mitgeteilt, dass sie sich seither nach einer Teilzeitstelle als Sozialpädagogin um-

sehe (Urk. 93 S. 39). Strittig sei die Frage, ab wann und zu welchem Pensum der 

Gesuchsgegnerin die Wiederaufnahme der Erwerbstätigkeit bzw. die Anrechnung 

eines hypothetischen Einkommens möglich und zumutbar sei. Die Gesuchsgeg-

nerin sei nach der Anstellung beim Gesuchsteller sicher während mehrerer Mona-

te keiner Erwerbstätigkeit nachgegangen. Sodann sei zu berücksichtigen, dass 

die Parteien während der Ehe nach einem klassischen Familienmodell gelebt hät-

ten und die Gesuchsgegnerin hauptsächlich für die Betreuung der Kinder verant-

wortlich gezeichnet habe. Vor diesem Hintergrund sei auch die Teilzeitstelle der 

Gesuchsgegnerin im Unternehmen des Gesuchstellers zu betrachten: Es könne 

nicht davon ausgegangen werden, dass sie zu gleichartigen Konditionen bei ei-

Mobilitätskosten 0.– 0.– 0.– 0.– 

Auswärtige Verpflegung 0.– 0.– 0.– 0.– 

Radio/TV 28.– 0.– 0.– 28.– 

Kommunikationskosten 120.– 0.– 0.– 120.– 
Hausrat- und Privathaft-
pflichtversicherung 47.– 0.– 0.– 47.– 

- 44 - 

nem Dritten beschäftigt worden wäre, weshalb festzustellen sei, dass die Ge-

suchsgegnerin schon seit mehreren Jahren nicht mehr tatsächlich in den Arbeits-

markt integriert sei. Letzteres treffe umso mehr in Bezug auf ihr eigentliches Tä-

tigkeitsfeld – die Sozialpädagogik – zu. In diesem Kontext und mit Blick auf die 

günstigen finanziellen Verhältnisse scheine es angemessen, der Gesuchsgegne-

rin eine Übergangsfrist zu gewähren, in der sie nicht zur Aufnahme einer Erwerbs-

tätigkeit verpflichtet sei und in der ihr folglich auch kein hypothetisches Einkom-

men angerechnet werde. Es erscheine angemessen, diese Übergangsfrist auf ein 

Jahr seit der Anstellung beim Gesuchsteller zu bemessen, womit sie bis am 

30. September 2021 – d.h. bis zum Ablauf von Phase I – zu gewähren sei. Das 

Einkommen der Gesuchsgegnerin in Phase I betrage somit Fr. 0.– (Urk. 93 

S. 39 f.).  

4.2.2.2. Der Gesuchsteller moniert, die Vorinstanz habe in der Unterhaltsberech-

nung auf Seiten der Gesuchsgegnerin schlicht nicht berücksichtigt, dass diese bis 

und mit September 2020 ein Einkommen von Fr. 2'132.– netto pro Monat erzielt 

habe, obwohl die Vorinstanz dieses Einkommen festgestellt habe (Urk. 92 

Rz. 55). Hinzu komme, dass beide Kinder im Jahr 2020 unstrittig bereits einge-

schult gewesen seien. Der Gesuchsgegnerin sei daher ohnehin schon ein 50 %-

Pensum zumutbar gewesen. Das müsse umso mehr gelten, wenn sie ohnehin 

schon lange 40 % gearbeitet habe und dies dem gelebten Alltag entsprochen ha-

be (Urk. 92 Rz. 57 und Urk. 113 Rz. 155). Die Gesuchsgegnerin sei in den Mona-

ten Juli bis September 2020 vom Gesuchsteller freigestellt gewesen und hätte so 

eine Anschlusslösung finden können, wenn sie gewollt hätte (Urk. 92 Rz. 57). Die 

Vorinstanz habe nicht nur das tatsächliche Einkommen der Gesuchsgegnerin bis 

Ende September 2020 nicht angerechnet, sondern habe ihr darüber hinaus auf 

Kosten des Gesuchstellers ein ganzes Jahr eingeräumt, um eine Stelle im Rah-

men ihrer alten Tätigkeit zu suchen (Urk. 92 Rz. 58). Dies habe sie aber offen-

sichtlich gar nie getan. Heute scheine die Gesuchsgegnerin irgendeinen Bürojob 

im Stundenlohn als Aushilfe bzw. für den Paketversand bei der V._____ GmbH zu 

haben (Urk. 92 Rz. 59 und Urk. 128 Rz. 90). Insgesamt sei es daher völlig ver-

fehlt, der Gesuchsgegnerin eine Auszeit von über einem Jahr fremdfinanzieren zu 

lassen, ohne dass jemals irgendwelche ernstzunehmenden, konkreten Pläne von 

- 45 - 

ihr kommuniziert worden seien und obwohl ihr gemäss Lehre und Rechtspre-

chung ein 50 %-Pensum von Beginn weg zumutbar gewesen wäre. Es sei ihr 

deshalb auch für die Phase I gemäss Vorinstanz ein Einkommen von mindestens 

Fr. 2'132.– anzurechnen (Urk. 92 Rz. 60). Es könne nicht sein, dass in einem 

Summarverfahren ein Entscheid betreffend Unterhalt erst nach über einem Jahr 

ausgefällt werde und bis zum Versand des begründeten Entscheids weitere acht 

Monate vergingen (Urk. 113 Rz. 150 und Rz. 157). Werde davon ausgegangen, 

dass ein solcher Fehlentscheid rückwirkend auch dann nicht durch Anrechnung 

eines angemessenen Einkommens der Gesuchsgegnerin korrigiert werden kön-

ne, wenn der Gesuchsteller im Resultat immer noch alle Kosten gedeckt habe, sei 

wenigstens eine angemessene Sparquote neu zu berücksichtigen (Urk. 113 

Rz. 159). 

4.2.2.3. Die Gesuchsgegnerin erwidert, dass sie ein 20 %- bis 25 %-Pensum ge-

habt habe. Die Vorinstanz habe ihr sogar rückwirkend ein Einkommen angerech-

net, obwohl ein hypothetisches Einkommen gemäss bundesgerichtlicher Recht-

sprechung nur für die Zukunft angerechnet werden dürfe (Urk. 103 Rz. 74 ff.). Das 

unbegründete Urteil sei am 21. Dezember 2021 ergangen und der Gesuchsgeg-

nerin sei ab 1. Oktober 2021 ein hypothetisches Einkommen angerechnet wor-

den. Im Übrigen habe der Gesuchsteller selbst in seiner Unterhaltsberechnung 

nicht mit einem Einkommen der Gesuchsgegnerin bis September 2020 gerechnet 

(Urk. 103 Rz. 74). Das vorinstanzliche Urteil sei nicht zu korrigieren (Urk. 103 

Rz. 75 f.). 

4.2.2.4. Bei der Festsetzung von Kinderunterhaltsbeiträgen ist grundsätzlich vom 

tatsächlichen Nettoeinkommen auszugehen. Voraussetzung für die Anrechnung 

eines hypothetischen Einkommens ist, dass eine entsprechende Einkommens-

steigerung möglich und zumutbar ist (OGer ZH LE220010 vom 17. 06.2022, 

E. C.1.3). Nach dem Schulstufenmodell ist dem hauptbetreuenden Elternteil im 

Normalfall ab der obligatorischen Beschulung des jüngsten Kindes eine Erwerbs-

tätigkeit von 50 % zuzumuten (BGE 144 III 481 E. 4.7.6). Bei der Anrechnung ei-

nes hypothetischen Einkommens ist der betroffenen Partei eine hinreichende 

Übergangsfrist einzuräumen, um die rechtlichen Vorgaben in die Tat umsetzen zu 

- 46 - 

können. In Abhängigkeit vom Grad der Wiederaufnahme oder Ausdehnung, vom 

finanziellen Spielraum der Eltern und von weiteren Umständen des Einzelfalls 

sind Übergangsfristen zu gewähren, die nach Möglichkeit grosszügig bemessen 

werden (BGE 144 III 481 E. 4.6). In der Regel beträgt die Übergangsfrist drei bis 

sechs Monate. Sie beginnt frühestens mit der erstmaligen gerichtlichen Eröffnung 

der Umstellungsfrist zu laufen. Nicht ausreichend ist die blosse Ankündigung an-

lässlich einer mündlichen Verhandlung, auch wenn bis zum Entscheid noch meh-

rere Wochen oder Monate vergehen. Eine rückwirkende Anrechnung des hypo-

thetischen Einkommens ist nur in Ausnahmefällen möglich, wenn der betroffenen 

Person ein unredliches Verhalten vorgeworfen werden kann oder wenn die gefor-

derte Umstellung in ihren Lebensverhältnissen und das Erfordernis eines ver-

mehrten beruflichen Einsatzes für sie vorhersehbar gewesen sind (OGer ZH 

LE220010 vom 17.06.2022, E. C.1.6.; OGer ZH LE180003 vom 02.07.2018, 

E. III.B.4.5; je m.w.H.). 

4.2.2.5. Selbst wenn die Gesuchsgegnerin während des Zusammenlebens in ei-

nem 40 %-Pensum statt eines 20 %-Pe