# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d7a74d5f-fa79-5edb-ba09-e7193dc291ca
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-04
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 04.06.2020 200 2020 114
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-114_2020-06-04.pdf

## Full Text

200 20 114 UV
FUE/LUB/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 4. Juni 2020

Verwaltungsrichter Furrer, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Kölliker, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiber Lüthi

A.________
vertreten durch B.________
Beschwerdeführerin

gegen

Mutuel Versicherung AG
Rechtsdienst, Rue des Crèdes 5, Postfach, 1919 Martigny
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 7. Januar 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Juni 2020, UV/20/114, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1972 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
war ab 1. September 2017 als ... bei der C.________ GmbH angestellt und 
dadurch bei der Mutuel Versicherung AG (Mutuel bzw. Beschwerdegegne-
rin) obligatorisch gegen Berufs- und Nichtberufsunfälle sowie Berufskrank-
heiten versichert. Gemäss Unfallmeldung UVG vom 13. Dezember 2017 
war sie am 4. November 2017 in der Küche am Material ausladen. Der Bo-
den sei feucht gewesen und so sei sie auf das Steissbein gestürzt (Akten 
der Mutuel Versicherung, [act II] 1). Die Mutuel gewährte im Zusammen-
hang mit diesem Ereignis die gesetzlichen Unfallversicherungsleistungen in 
Form von Heilbehandlung und Taggeld (act. II 20, 27 S. 4, act. II 28). Mit 
Verfügung vom 19. Juni 2019 (act. II 37) stellte sie gestützt auf eine Beur-
teilung ihres Vertrauensarztes (act. II 36) diese vorübergehenden Leistun-
gen per 31. Dezember 2018 ein und verneinte einen Anspruch auf weitere 
Versicherungsleistungen. Daran hielt sie auf Einsprache hin (act. II 41) und 
erneuter Beurteilung durch den Vertrauensarzt (act. II 49) mit Entscheid 
vom 7. Januar 2020 (act. II 50) fest.

B.

Mit Eingabe vom 6. Februar 2020 hat die Versicherte, vertreten durch 
B.________, Beschwerde erhoben und sinngemäss beantragt, der ange-
fochtene Einspracheentscheid sei aufzuheben und ihr seien über den 
31. Dezember 2018 hinaus die gesetzlichen Unfallversicherungsleistungen 
zu gewähren.

Mit Beschwerdeantwort vom 26. März 2020 hat die Beschwerdegegnerin 
auf Abweisung der Beschwerde geschlossen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Juni 2020, UV/20/114, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der die Verfügung vom 19. Juni 2019 
(act. II 37) bestätigende Einspracheentscheid vom 7. Januar 2020 
(act. II 50). Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin aufgrund 
des Ereignisses vom 4. November 2017 über den 31. Dezember 2018 hin-
aus Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung hat.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen 
Unfallversicherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, 
eines Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 
UVG). Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung 
eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die 
eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen 
Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung setzt 
nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang 
zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 129 V 
177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 2018 UV Nr. 3 S. 9 E. 3.1, 2012 UV Nr. 2 
S. 6 E. 3.1).

2.2 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 
nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten 
gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja-
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 
Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 
ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen 
Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten 
Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht 
werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung 
entfiele ("conditio sine qua non"; BGE 142 V 435 E. 1 S. 438, 129 V 177 E. 
3.1 S. 181; SVR 2019 IV Nr. 9 S. 26 E. 3.1; Entscheid des Bundesgerichts 
[BGer] vom 21. September 2018, 8C_781/2017, E. 5.1). Für die Bejahung 
des natürlichen Kausalzusammenhangs genügt es, wenn der Unfall für 
eine bestimmte gesundheitliche Störung eine Teilursache darstellt (BGE 
134 V 109 E. 9.5 S. 125, 123 V 43 E. 2b S. 45; SVR 2009 UV Nr. 3 S. 12 E. 
8.3). Die Anforderungen an den Nachweis des natürlichen 
Kausalzusammenhangs in Medizin und Recht müssen nicht immer gänzlich 
deckungsgleich sein. Deshalb kann es vorkommen, dass der natürliche 
Kausalzusammenhang aufgrund (unfall-)medizinischer Erfahrung rechtlich 
bejaht wird, obwohl im Einzelfall ein strikter Beweis im medizinisch-

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wissenschaftlichen Sinn nicht zu erbringen ist (BGE 117 V 369 E. 3e S. 
379).

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 
worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 
der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im 
Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden 
Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines 
Zusammenhanges genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs 
nicht (BGE 142 V 435 E. 1 S. 438, 129 V 177 E. 3.1 S. 181; SVR 2010 UV 
Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder 
überhaupt erst manifest, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers 
erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache des Ge-
sundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und aussch-
liesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft zu, wenn entweder 
der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall 
bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich 
nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes 
auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine) er-
reicht ist (BGE 146 V 51 E. 5.1 S. 55). Ebenso wie der leistungsbegrün-
dende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausa-
len Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens 
mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Mög-
lichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfal-
les genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfra-
ge handelt, liegt die Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leis-
tungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht 
bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (BGE 146 V 
51 E. 5.1 S. 56).

2.3 Die am 1. Januar 2017 in Kraft getretenen und vorliegend an-
wendbaren Änderungen vom 25. September 2015 des UVG (vgl. Abs. 1 
der Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des 

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UVG) und vom 9. November 2016 der Verordnung vom 20. Dezember 
1982 über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202; vgl. Art. 147b UVV) 
haben an den obigen Bestimmungen und der aufgeführten Rechtsprechung 
(vgl. E. 2.1 und 2.2 hiervor) materiell nichts geändert.

2.4 Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistungsansprüche 
bedarf es verlässlicher medizinischer Entscheidungsgrundlagen (Entscheid 
des BGer vom 26. März 2019, 8C_824/2018, E. 3.2). Insbesondere ist der 
Beweis des natürlichen Kausalzusammenhangs bzw. dessen Wegfallens in 
erster Linie mit den Angaben medizinischer Fachpersonen zu führen 
(Entscheid des BGer vom 28. Februar 2019, 8C_167/2018, E. 4.2).

3.

3.1 Dass das Ereignis vom 4. November 2017 die kumulativen Tatbe-
standsvoraussetzungen des Unfallbegriffs gemäss Legaldefinition (vgl. 
E. 2.1 hiervor) erfüllt, ist zu Recht unbestritten. Entsprechend hat die Be-
schwerdegegnerin im Zusammenhang mit diesem Ereignis ihre Leistungs-
pflicht anerkannt (act. II 4) und vorübergehende Leistungen (Heilungskos-
ten und Taggelder; act. II 20, 27 S. 4, act. II 28) erbracht, bis sie diese 
rückwirkend per 31. Dezember 2018 eingestellt hat (und auf eine Rückfor-
derung der bis 31. Mai 2019 erbrachten Leistungen verzichtet hat; 
act. II 37). Damit hat die Beschwerdegegnerin das Vorliegen der An-
spruchsvoraussetzungen (act. II 4, 20, 28) – insbesondere die leistungsbe-
gründende natürliche Unfallkausalität – anerkannt (vgl. Entscheid des BGer 
vom 1. Februar 2011, 8C_895/2010, E. 5.1), womit die Beweislast für das 
Dahinfallen des Kausalzusammenhangs bei ihr liegt (vgl. E. 2.2 hiervor). 

3.2 In medizinischer Hinsicht lassen sich den Akten im Wesentlichen 
die folgenden Angaben entnehmen:

3.2.1 Ein am 7. November 2017 durchgeführtes Röntgen des Sacrums 
zeigte in der seitlichen Aufnahme intakte knöcherne Strukturen des Os sa-
crum und des Os coccygis ohne Anhaltspunkte für eine dislozierte Fraktur 
(act. II 5 S. 5).

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3.2.2 Anlässlich einer Computertomographie (CT) des Beckens vom 
5. Dezember 2017 (act. II 5 S. 4) wurde eine nicht dislozierte, jedoch mehr-
fragmentäre Fraktur des 1. coccygealen Segments beschrieben. Es 
bestünden intakte knöcherne Strukturen des Os sacrum wie auch des übri-
gen Beckenskeletts, eine leichtgradige ISG-Arthrose und eine erhebliche 
Spondylarthrose rechts betont L4/5, weniger ausgeprägt auch L5/S1.

3.2.3 Im ärztlichen Erstbericht vom 21. Dezember 2017 (act. II 5 S. 2-3) 
diagnostizierte Dr. med. D.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medi-
zin, eine Fraktur des 1. coccygealen Segments. Die erhobenen Befunde 
(Druckdolenz und Schmerzen bei Bewegung von Becken oder Beinen; 
S. 1) seien mit dem geltend gemachten Ereignis (vom 4. November 2017) 
vereinbar und plausibel. Er attestierte eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % 
vom 4. November bis 31. Dezember 2017. Der Behandlungsabschluss er-
folge voraussichtlich in einigen Wochen (S. 3).

3.2.4 Eine Magnetresonanztomographie (MRT) der Wirbelsäule 
(LWS/Sacrum) vom 15. Januar 2018 (act. II 6) dokumentierte degenerative 
LWS-Veränderungen mit linkskonvexer Skoliose, Osteochondrose LWK 4/5 
mit Modic Änderungen Typ I und diskreter, degenerativ bedingter Anterolis-
these. Zudem offenbarte sich eine breitbasige foraminal rechtsbetonte Dis-
kushernie LWK 4/5 mit Tangierung L4 foraminal rechts und L5 im Ursprung 
rechts, ein Diskusbulging LWK 5/SWK 1 foraminal links mit Tangierung L5 
foraminal links, ein diskretes Diskusbulging LWK 2/3 L3/4 ohne Neurokom-
pression und deutliche basale Spondylarthrosen, punktum maximum LWK 
4/5 rechts mit Synovialzyste.

3.2.5 Im Sprechstundenbericht des Spitals E.________ vom 15. März 
2018 (act. II 11 S. 4 f.) wurden als Hauptdiagnosen eine konservativ be-
handelte Fraktur Os coccygis vom 4. November 2017 und unilaterale, linke 
lumbosakrale Übergangsanomalien Typ IIa genannt. Ein MRT des Sa-
crums vom 14. März 2018 habe eine persistierende Flüssigkeitskollektion 
im sacrococcygealen Übergang gezeigt. Dies entsprechend einer Non Uni-
on nach der Os Coccyx Fraktur. Als Zufallsbefund zeige sich eine Überg-
angsanomalie lumbosakral rechts mit einem Pseudogelenk zwischen ei-
nem hypertrophen (S. 4) Proc. Transversus und der Sakrumschulter, wel-
che in der TIRM-Sequenz ebenfalls angegeben habe (Castellvi Typ IIa). 

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Erfahrungsgemäss könne eine derartige Verletzung bis zu einem Jahr ha-
ben, bis sie definitiv ausgeheilt sei. In seltenen Fällen müsse im Verlauf bei 
einer Non Union eine Infiltration und äusserst selten allenfalls sogar eine 
Coccygektomie durchgeführt werden. Die Übergangsanomalie L5-S1 kön-
ne durchaus auch chronische Beschwerden im Sinne einer Lumbalgie ma-
chen (S. 5).

3.2.6 Am 4. Mai 2018 diagnostizierte Dr. med. D.________ eine Fraktur 
des Os Coccyx, traumatisierte Spondylarthrosen, eine Diskushernie L4/5 
und lumbosacrale Übergangsanomalien (act. II 11 S. 1). Es bestehe vom 4. 
November 2017 bis auf Weiteres eine vollständige Arbeitsunfähigkeit 
(act. II 11 S. 2).

3.2.7 Der beratende Arzt der Mutuel, F.________, Facharzt für Allgemei-
ne Innere Medizin, berichtete am 18. Mai 2018, die diagnostizierte Fraktur 
Os coccygis stehe überwiegend wahrscheinlich in kausalem Zusammen-
hang mit dem Ereignis vom 4. November 2017 (act. II 12 S. 1). Bei der Ab-
klärung mittels Bildgebung habe sich eine Übergangsanomalie L5/S1 ge-
funden, welche durchaus auch chronische Beschwerden im Sinne von 
Lumbalgien verursachen könne. Im Moment könne nicht beantwortet wer-
den, ob der Staus quo ante/sine erreicht bzw. wann voraussichtlich ein sol-
cher mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erreicht sei. Es handle sich um 
eine Non union nach Coccyx Fraktur, deren Heilung bis ein Jahr in An-
spruch nehmen könne und eventuell weiterer konservativer Behandlungen 
bedürfe. Die attestierte Arbeitsunfähigkeit sei absolut ausgewiesen und 
werde sicher noch weiter andauern (act. II 12 S. 2).

3.2.8 In der Sprechstunde des Spitals E.________ vom 4. Juni 2018 wur-
den Lumbalgien mit intermittierenden Femoralgien beidseits bei Fazetten-
gelenksarthrosen L4/5 bilateral sowie skoliotischer Fehlhaltung der LWS 
diagnostiziert. Die Patientin stelle sich aufgrund von progredienten Lumbal-
gien mit Ausstrahlung in beide Beine vor. Bezüglich des Os coccygis sei sie 
mittlerweile beschwerdefrei. Störend seien nun lokal tieflumbale Rückenbe-
schwerden (act. II 26 S. 7 f.).

3.2.9 Im Bericht des Spitals E.________ vom 23. Oktober 2018 
(act. II 3 f.) wurde als Diagnose lumbovertebrale Schmerzen beidseits 

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mit/bei Fazettengelenksarthrose L4/5 bilateral sowie skoliotischer Fehlhal-
tung der LWS und Fazettengelenksinfiltration L4/5 beidseits mit positivem 
Resultat aufgeführt (S. 3). Klinisch zeigten sich Hinweise auf eine fazettäre 
Schmerzursache. Der stechende Schmerzcharakter könnte auf eine neur-
opathische Komponente deuten (S. 4). 

3.2.10 Dr. med. D.________ nannte im Zwischenbericht vom 26. Novem-
ber 2018 (act. II 26 S. 1 f.) als Diagnosen lumbovertebrale Schmerzen 
beidseits im Anschluss an Sturz auf das Gesäss mit Coccyx Fraktur am 
4. November 2017 (S. 1). Es gebe Umstände, die den Heilungsverlauf un-
günstig beeinflussten. Es handle sich um eine traumatisierte lumbo-sacro-
coccygeale Wirbelsäule, die anlagemässig (Skoliose, Sakralisierung von 
Teilen von L5) vorbelastet sei. Es bestehe bis auf Weiteres eine Arbeitsun-
fähigkeit von 100 % (S. 2). Dies bestätigte Dr. med. D.________ am 
22. Mai 2019 und hielt zudem fest, dass als bleibender Nachteil eine soma-
toforme Schmerzstörung zu erwarten sei (act. II 35 S. 1-3).

3.2.11 Der Vertrauensarzt der Mutuel, Dr. med. G.________, Facharzt für 
Chirurgie, diagnostizierte im Bericht vom 7. Juni 2019 (act. II 36) einen 
Sturz auf das Gesäss mit Fraktur des Os coccyx bei schwerem degenerati-
vem und kongenitalem Vorzustand (S. 1). Aktuell bestehe keine Diagnose 
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Die diagnostizierten aktuellen Be-
schwerden stünden nur möglicherweise in kausalem Zusammenhang mit 
dem Ereignis vom 4. November 2018 (recte 2017). Nach einem Jahr sei 
der natürliche Kausalzusammenhang der Beschwerden mit dem Ereignis 
vom 4. November 2017 erloschen. Der Verlauf dieses Falles werde seit 
1. Januar 2019 zu 100 % von nicht mit diesem Unfall in Zusammenhang 
stehenden Faktoren beeinflusst. Die Versicherte habe Fazettengelenksar-
throsen L4/L5, eine Lumbalskoliose und eine lumbosacrale Übergangsa-
nomalie. Dazu habe sie eine somatoforme Schmerzstörung entwickelt. Der 
Status quo ante (temporäre Verschlimmerung eines Vorzustandes) oder 
der Status quo sine (schicksalsmässiger Verlauf eines krankhaften Vorzu-
standes) sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit spätestens am 31. De-
zember 2018 erreicht (S. 2). Eine weitere Heilbehandlung als Folge des 
Unfalles sei weder notwendig, zweckmässig noch geeignet, den Gesund-
heitszustand namhaft zu verbessern. Die Versicherte bedürfe zur Erhaltung 

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ihrer verbleibenden Arbeitsfähigkeit als Folge des Unfalls keiner dauernden 
ärztlichen Behandlung und Pflege. In der bisherigen Tätigkeit als ... beste-
he keine unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit (S. 3). Eine dauerhafte erhebli-
che Schädigung der körperlichen Integrität als Folge des Unfalls liege nicht 
vor (S. 4).

In der medizinischen Beurteilung vom 17. Dezember 2019 (act. II 49) führte 
der Vertrauensarzt aus, das Ereignis vom 4. November 2017 habe eine 
Fraktur des Os coccygeum verursacht. Die durchgeführten Untersuchun-
gen hätten schwerwiegende vorbestehende degenerative Schädigungen 
aufgezeigt (Fazettengelenksarthrosen L4/5 und L5/S1, Lumbalskoliose und 
lumbosakrale Übergangsanomalien). Dazu habe die versicherte Person 
somatoforme Beschwerden entwickelt, die nur im möglichen Kausalitäts-
verhältnis mit dem Ereignis vom 4. November 2017 stünden. Nach einem 
Jahr seien die Beschwerden der Coccyx Fraktur abgeklungen und die an-
dauernden Schmerzen stünden im überwiegend wahrscheinlichen Kausa-
litätsverhältnis mit den vorbestehenden degenerativen Schädigungen und 
den kongenitalen Übergangsanomalien. Der Status quo sine am 31. De-
zember 2018 könne bestätigt werden (S. 2).

3.3 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweis-
wert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet 
sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverläs-
sigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem An-
stellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf 

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mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Gleiches gilt, 
wenn ein frei praktizierender Arzt von einer Versicherung wiederholt für die 
Erstellung von Gutachten beigezogen wird (SVR 2008 IV Nr. 22 S. 70 E. 
2.4). Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in 
die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen las-
sen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im 
Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutach-
ters allerdings ein strenger Massstab anzulegen (BGE 125 V 351 E. 3b ee 
S. 354).

Auch reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern ein lückenlo-
ser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beur-
teilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mit-
hin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hin-
tergrund rückt (Entscheid des BGer vom 15. April 2020, 8C_125/2020, 
E. 3).

3.4 Die Beschwerdegegnerin hat sich im angefochtenen Einspra-
cheentscheid vom 7. Januar 2020 (act. II 50) massgeblich auf die Aktenbe-
urteilungen ihres Vertrauensarztes Dr. med. G.________ vom 7. Juni 
(act. II 36) und 17. Dezember 2019 (act. II 49) gestützt. Diese erfüllen die 
Anforderungen der Rechtsprechung an den Beweiswert eines Aktenbe-
richts (vgl. E. 3.3 hiervor). Dem Vertrauensarzt lagen die gesamten Akten 
des Unfallversicherers vor, darunter die Ergebnisse der bildgebenden Un-
tersuchungen vom 7. November (act. II 5 S. 5) und 5. Dezember 2017 
(act. II 5 S. 4) sowie vom 15. Januar 2018 (act. II 6) und 14. März 2018 
(act. II 11 S. 4 f.). Er konnte sich gestützt auf die Akten ein vollständiges 
Bild verschaffen. Dr. med. G.________ hat sich mit den bildgebend darge-
stellten Befunden sowie den übrigen Berichten auseinandergesetzt und 
einleuchtend und schlüssig ausgeführt, dass durch das Ereignis vom 
4. November 2017 eine Fraktur des Os coccygeum verursacht wurde – bei 
schwerwiegenden vorbestehenden degenerativen Schädigungen (Fazet-
tengelenksarthrose L4/5 und L5/S1, Lumbalskoliose und lumbosacrale 
Übergangsanomalien) – wobei die unfallkausalen Beschwerden nach ei-
nem Jahr abgeklungen und die andauernden Schmerzen nunmehr einzig 
(zu 100 %; act. II 36 S. 2 Ziff. 2.2) in einem Kausalzusammenhang zu den 

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vorbestehenden degenerativen Schädigungen stehen bzw. die zwischen-
zeitlich entwickelten somatoformen Beschwerden nur in einem möglichen 
Kausalitätsverhältnis zum Ereignis vom 4. November 2017 stehen. Mithin 
sei der status quo sine (Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen 
Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder 
später eingestellt hätte) am 31. Dezember 2018 erreicht (act. II 36, 49). Auf 
diese überzeugende Beurteilung kann abgestellt werden, zumal die Be-
schwerdeführerin am 4. Juni 2018 angab, bezüglich des Os coccygis be-
schwerdefrei zu sein (Bericht des Spitals E.________ vom 7. Juni 2018; 
act. II 26 S. 7). Auch bestehen keinerlei Anhaltspunkte für eine allfällige 
richtunggebende Verschlimmerung des degenerativen Vorzustands, ge-
schweige denn, dass eine solche bildgebend ausgewiesen wäre. Dass der 
Vertrauensarzt keine eigene Untersuchung durchgeführt hat (vgl. Be-
schwerde S. 2), mindert den Beweiswert nicht, denn er konnte sich, wie 
zuvor ausgeführt, aufgrund der vorhandenen Akten ein vollständiges Bild 
machen über Anamnese, Verlauf und gegenwärtige Situation (vgl. RKUV 
2006 U 578 S. 175 E. 3.4, 1988 U 56 S. 371 E. 5b). Zudem kann insbeson-
dere (auch) die Kausalität im Rahmen einer ausschliesslich auf den Akten 
basierenden Beurteilung erörtert werden (Entscheid des BGer vom 9. No-
vember 2011, 8C_383/2011, E. 4.2). Die Beurteilungen des Dr. med. 
G.________ stehen im Übrigen im Einklang mit dem Bericht des Prof. 
Dr. med. H.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumato-
logie des Bewegungsapparates, des Spitals E.________ vom 15. März 
2018, in welchem er darlegte, erfahrungsgemäss könne es bei einer derar-
tigen Verletzung bis zu einem Jahr dauern, bis sie geheilt sei (act. II 11 
S. 5). Dieselbe Auffassung vertrat auch der beratende Arzt der Beschwer-
degegnerin Dr. med. F.________ (act. II 12 S. 3). Fachärztliche Berichte, in 
denen eine vom Vertrauensarzt abweichende Beurteilung (substantiiert) 
vertreten wird, liegen – anders als beschwerdeweise geltend gemacht (Be-
schwerde S. 2) – keine vor. Der behandelnde Dr. med. D.________ wollte 
sich explizit nicht dazu äussern, ob die attestierte vollständige Arbeitsun-
fähigkeit auf Unfall oder Krankheit zurückzuführen sei (act. II 23), bzw. hielt 
einzig in den ärztlichen Zeugnissen vom 8. Februar und 11. Mai 2019 
dafür, dass die Beschwerdeführerin wegen Unfall arbeitsunfähig sei, jedoch 
ohne dies zu begründen (act. II 27 S. 2, 31 S. 3). Folglich ist mit dem Be-
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der Status 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Juni 2020, UV/20/114, Seite 13

quo sine (vgl. E. 2.2 hiervor) am 31. Dezember 2018 erreicht wurde. Damit 
ist ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis vom 
4. November 2017 und den andauernden, lumbovertebralen Beschwerden 
(act. II 35) zu verneinen. Weiterer medizinischer Abklärungen bedarf es 
nicht (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 122 V 157 E. 1d S. 162).

3.5 Nach dem Dargelegten ist der angefochtene Einspracheentscheid 
vom 7. Januar 2020 (act. II 50) nicht zu beanstanden und die dagegen er-
hobene Beschwerde abzuweisen. 

4.

4.1 Verfahrenskosten sind in Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG in Ver-
bindung mit Art. 61 lit. a ATSG keine zu erheben.

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht weder für die unterlie-
gende Beschwerdeführerin noch für die obsiegende Beschwerdegegnerin 
ein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. 
Art. 61 lit. g ATSG; BGE 126 V 143 E. 4a S. 150).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- B.________   z.H. der Beschwerdeführerin
- Mutuel Versicherung AG  
- Bundesamt für Gesundheit

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Juni 2020, UV/20/114, Seite 14

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.