# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 252f8e84-91a8-5dba-a0a4-1d4160f96461
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-08-13
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 13.08.2015 ZK1 2015 59
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2015-59_2015-08-13.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 13. August 2015 Schriftlich mitgeteilt am:
ZK1 15 59 18. August 2015
ZK1 15 60

Entscheid 
I. Zivilkammer

Vorsitz Brunner
RichterInnen Michael Dürst und Hubert
Aktuar ad hoc Crameri

In der zivilrechtlichen Berufung

des X._____, Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Markus Ja-
nett, Schulstrasse 1, 7302 Landquart, und der X . _ _ _ _ _  S t e u e r -  u n d  F i -
n a n z b e r a t u n g  A G , Berufungsklägerin, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. 
Markus Janett, Schulstrasse 1, 7302 Landquart, 

gegen

die Entscheide der Einzelrichterin am Bezirksgericht Landquart vom 21. April 
2015, mitgeteilt am 22. April 2015, (Proz. Nr. 135-2015-115) und vom 27. April 
2015, gleichentags mitgeteilt, (Proz. Nr. 135-2015-61) in Sachen Nachlass der 
Y._____ sel., 

betreffend Ausschlagung einer Erbschaft und Gesuch um Erbbescheinigung,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. Am 15. Februar 2015 verstarb Y._____, geb. am _____1929, mit letztem 
Wohnsitz in O.1_____. X._____ reichte dem Bezirksgericht Landquart am 25. Fe-
bruar 2015 zwei letztwillige Verfügungen der Erblasserin, datierend vom 29. Mai 
2007 und vom 19. Juni 2009, zwecks Eröffnung ein.

B. Die Einzelrichterin des Bezirksgerichts Landquart eröffnete mit Entscheid 
vom 09. März 2015 die beiden letztwilligen Verfügungen und erkannte, dass 
A._____ sowie B._____ gesetzliche Erben der Erblasserin seien. Sie wurden wei-
ter vom Bezirksgericht Landquart darauf hingewiesen, dass die Frist zur Aus-
schlagung drei Monate betrage.

In ihrer letztwilligen Verfügung vom 29. Mai 2007 verfügte die Erblasserin was 
folgt:

"Letztwillige Verfügung !

Ich Y._____, geb. _____1929 in O.2_____, Bürgerin von O.3_____

Ich Y._____ bestimme X._____, Steuer und Finanzberater, O.4_____ 

Als Willensvollstrecker

O.1_____, 29. Mai 2007

[Unterschrift]"

Die Erblasserin verfügte in ihrer letztwilligen Verfügung vom 19. Juni 2009 was 
folgt:

"Letztwillige Verfügung

Ich Y._____, Bürgerin von O.3_____, verfüge letztwillig was folgt:

1. Als Willensvollstrecker bestimme ich X._____, O.4_____, bzw. Büro 
X._____, Steuer und Finanzberatung A.G., O.4_____

2. Ich beauftrage den Willensvollstrecker 

vom verbleibenden Vermögen folgende Vermächtnisse vorzunehmen:

- 100'000 Fr. für X._____.

- den übrigen Betrag zu gleichen Teilen an folgende Institutionen zu 
verteilen:

- Rega

- Arche Tierhotel Chur

- Krebsforschung Schweiz in Bern

- Stiftung schweizerische Schule für Blindenführhunde, Allschwil

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- Pro Natura schweizerischer Bund für Naturschutz

- Schweiz Berghilfe

O.5_____, 19. Juni 2009

[Unterschrift]"

C. Mit Entscheid vom 21. April 2015, mitgeteilt am 22. April 2015 (Proz. Nr. 
135-2015-115), erkannte die Einzelrichterin des Bezirksgerichts Landquart, dass 
die gesetzlichen Erben gestützt auf Art. 566 ZGB die Ausschlagung der Erbschaft 
unbedingt und vorbehaltlos erklärt haben. Das Bezirksgericht Landquart stellte 
fest, dass damit alle nächsten gesetzlichen Erben die Erbschaft ausgeschlagen 
hätten und damit die Erbschaft nach Art. 573 ZGB zur konkursamtlichen Liquidati-
on gelange. 

D. Am 27. April 2015 (Proz. Nr. 135-2015-61) teilte die Einzelrichterin des Be-
zirksgerichts Landquart X._____ mit, dass aufgrund der Ausschlagung sämtlicher 
nächsten gesetzlichen Erben die Erbschaft zur amtlichen Liquidation durch den 
Konkursrichter gelange, weshalb sein Gesuch um Erbbescheinigung als gegen-
standslos abgeschrieben werde.

E. Mit Entscheid vom 27. April 2015, mitgeteilt mit selbigem Datum (Proz. Nr. 
335-2015-47), erkannte der Bezirksgerichtspräsident als Einzelrichter SchKG, 
dass gestützt auf Art. 193 Abs. 2 SchKG die konkursamtliche Liquidation der Erb-
schaft angeordnet, das Konkursamt Landquart mit der Durchführung der Liquidati-
on beauftragt und ersucht werde, die notwendigen Publikationen vorzunehmen.

F. X._____ sowie die X._____ Steuer- und Finanzberatung AG liessen gegen 
die vorgenannten Entscheide mit Eingabe vom 06. Mai 2015 Berufung an das 
Kantonsgericht von Graubünden erheben und stellten folgende Rechtsbegehren:

"1. Der angefochtene Entscheid der Einzelrichterin in Zivilsachen am Be-
zirksgericht Landquart vom 21. April 2015, eingegangen am 28. April 
2015 (Proz. Nr. 135-2015-115), betreffend Ausschlagung und Benach-
richtigung des Konkursrichters gem. Art. 573 ZGB, in Sachen des 
Nachlasses von Y._____ sei aufzuheben.

2. Der angefochtene Entscheid des Konkursrichters am Bezirksgericht 
Landquart vom 27. April 2015, eingegangen am 28. April 2015, betref-
fend Konkurseröffnung über eine ausgeschlagene Erbschaft gemäss 
Art. 193 SchKG und Anordnung des summarischen Verfahrens (Proz. 
Nr. 135-2015-47) in Sachen des Nachlasses von Y._____ sei aufzuhe-
ben.

3. Der angefochtene Entscheid der Einzelrichterin am Bezirksgericht 
Landquart vom 27. April 2015, eingegangen am 28. April 2015, betref-

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fend Abschreibung des Gesuchs um Ausstellung der Erbenbescheini-
gung (Proz. Nr. 135-2015-61) in Sachen des Nachlasses Y._____ sei 
aufzuheben.

4. Die Angelegenheit sei zur weiteren Bearbeitung und Neuentscheidung 
an die Vorinstanz zurückzuweisen.

5. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge."

G. Auf die weiteren Ausführungen im angefochtenen Entscheid und in den 
Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen ein-
gegangen.

II. Erwägungen

1.a) Nach Art. 557 und Art. 558 ZGB i.V.m. Art. 54 Abs. 1 Schlusstitel des ZGB 
i.V.m. Art. 72 des Einführungsgesetzes zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch 
(EGzZGB; BR 210.100) und Art. 4 Abs. 1 lit. a des Einführungsgesetzes zur 
Schweizerischen Zivilprozessordnung (EGzZPO; BR 320.100) sowie Art. 248 lit. e 
ZPO ist für die Eröffnung von letztwilligen Verfügungen und Erbverträgen der Prä-
sident oder ein anderes Mitglied des Bezirksgerichts zuständig. Ebenso verhält es 
sich mit der Ausschlagungserklärung nach Art. 570 Abs. 1 ZGB, welche gegenü-
ber der zuständigen Behörde abzugeben ist. Letztere wiederum hat ein Protokoll 
über die Ausschlagungen zu führen (Art. 570 Abs. 3 ZGB). Wie sich aus dem Ent-
scheid des Kantonsgerichts von Graubünden KSK 15 21 vom 5. Mai 2015 E. 1.b 
ergibt, ist trotz Fehlens einer ausdrücklichen gesetzlichen Bestimmung mit der 
"zuständigen Behörde" in Art. 570 ZGB der Einzelrichter am Bezirksgericht ge-
meint. Bei diesen Verfahren handelt es sich um solche der freiwilligen, nichtstreiti-
gen Gerichtsbarkeit (Martin Karrer/Nedim Peter Vogt/Daniel Leu, in: Honsell /Vogt 
/Geiser Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar Zivilgesetzbuch II, 4. Auflage, Basel 
2011, N 10 zu Vor Art. 551-559 ZGB), womit das summarische Verfahren an-
wendbar ist (Art. 248 lit. e ZPO). Erstinstanzliche End- und Zwischenentscheide 
sind nach Art. 308 Abs. 1 lit. a ZPO mit Berufung anfechtbar. Zu beachten ist, 
dass in vermögensrechtlichen Angelegenheiten die Berufung nur zulässig ist, 
wenn der Streitwert mindestens CHF 10'000.00 beträgt (Art. 308 Abs. 2 ZPO) und 
gegen im summarischen Verfahren ergangene Entscheide die Berufung zuhanden 
der Berufungsinstanz innert zehn Tagen zu erfolgen hat (Art. 314 Abs. 1 ZPO). Mit 
Berufung kann nach Art. 310 ZPO unrichtige Rechtsanwendung (lit. a) und unrich-

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tige Feststellung des Sachverhalts (lit. b) geltend gemacht werden, womit die Ko-
gnition der Berufungsinstanz umfassend ist.

b) Beim angefochtenen Entscheid der Einzelrichterin des Bezirksgerichts Lan-
dquart vom 21. April 2015, mitgeteilt am 22. April 2015, betreffend Ausschlagung 
und Benachrichtigung des Konkursrichters (Proz. Nr. 135-2015-115) handelt es 
sich um einen abschliessendem Endentscheid, der grundsätzlich berufungsfähig 
ist. Der Berufungsschrift lassen sich indessen keine Angaben zum Streitwert ent-
nehmen, obschon erbrechtliche Angelegenheiten nach bundesgerichtlicher Recht-
sprechung ihrer Natur nach als vermögensrechtlich gelten (vgl. BGE 135 III 578 E. 
6; Urteile des Bundesgerichts 5A_396/2010 vom 22. Oktober 2010 E. 2.1.1 und 
5A_257/2009 vom 26 Oktober 2009 E. 1.3). Da die Rechtsbegehren der Beru-
fungskläger keine Angaben zum Streitwert enthalten, legt ihn die Berufungsinstanz 
fest (Art. 91 Abs. 1 ZPO), wobei gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung 
nicht auf den Nachlasswert abgestellt werden kann (BGE 135 III 578 E. 6.5). Da 
vorliegend die Erblasserin über ein Vermögen von rund CHF 300'000.00 verfügte 
und nach Abzug eines Vermächtnisses in der Höhe von CHF 100'000.00 an den 
Berufungskläger vom verbleibenden Vermögen zahlreiche Zuwendungen an ver-
schiedene Institutionen ausrichtete, ist davon auszugehen, dass die Streitwert-
grenze ohne Weiteres erfüllt ist, zumal die Berufungskläger vorbringen, dass es 
sich bei der Begünstigung der sechs in der letztwilligen Verfügung bedachten Insti-
tutionen um Erbeinsetzungen handelt. Die Berufung gegen den angefochtenen 
Entscheid der Einzelrichterin des Bezirksgerichts Landquart betreffend Ausschla-
gung und Benachrichtigung des Konkursrichters ist demnach grundsätzlich zuläs-
sig; ebenso ist die zehntägige Berufungsfrist gewahrt.

c) Weiter wird von den Berufungsklägern der Entscheid der Einzelrichterin des 
Bezirksgerichts Landquart betreffend Abschreibung des Gesuchs um Erbenbe-
scheinigung vom 27. April 2015 (Proz. Nr. 135-2015-61) angefochten. Bei diesem 
Entscheid handelt es sich um einen Abschreibungsentscheid, der nach der Praxis 
des Kantonsgerichts von Graubünden und der überwiegenden Lehrmeinung einzig 
mit Beschwerde nach Art. 319 ff. ZPO anfechtbar ist (vgl. dazu Verfügung des 
Kantonsgerichts von Graubünden ZK1 12 79 vom 22. Januar 2013 E. 1.a, mit 
zahlreichen Hinweisen). Die Berufungskläger liessen indessen auch gegen diesen 
Entscheid Berufung erheben und gelangen damit mit einem unzulässigen 
Rechtsmittel an das Kantonsgericht von Graubünden. Wird das von einer Partei 
eingereichte Rechtsmittel falsch bezeichnet und erweist es sich, dass die Eingabe 
dennoch die Voraussetzungen bezüglich Form und Frist des an sich zulässigen 
Rechtsmittels aufweist, so nimmt das Gericht eine sog. Konversion vor – in dem 

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Sinne, als dass es das falsch bezeichnete Rechtsmittel als dasjenige, welches 
zulässig gewesen wäre, entgegennimmt (vgl. Entscheid des Kantonsgerichts von 
Graubünden ZK1 12 35 vom 21. August 2012 E. 1.a, mit Hinweisen; Urteil des 
Kantonsgerichts von Graubünden ZK2 14 40 vom 06. März 2015 E. 1.a). 

Die Beschwerde ist gegen im summarischen Verfahren ergangene Ent-
scheide innert 10 Tagen seit Zustellung schriftlich und begründet beim Kantonsge-
richt von Graubünden einzureichen (Art. 321 ZPO und Art. 7 Abs. 1 EGzZPO). Die 
am 06. Mai 2015 fälschlicherweise als Berufung eingereichte Eingabe betreffend 
den Abschreibungsentscheid um Ausstellung einer Erbenbescheinigung durch die 
Einzelrichterin am Bezirksgericht Landquart vom 27. April 2015 (Proz. Nr. 135-
2015-61) wahrt die an die Beschwerde gestellten Frist- und Formerfordernisse, 
weshalb sie als Beschwerde entgegenzunehmen und darauf einzutreten ist.

d) Die Zuständigkeit der I. Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
für die Beurteilung der vorliegenden Angelegenheit ergibt sich aus Art. 7 Abs. 1 
EGzZGB i.V.m. Art. 6 der Verordnung über die Organisation des Kantonsgerichts 
[KGV; BR 173.100]). Der ebenfalls mit Berufung vom 06. Mai 2015 angefochtene 
Entscheid des Einzelrichters SchKG des Bezirksgerichts Landquart betreffend 
Konkurseröffnung über eine ausgeschlagene Erbschaft und Anordnung des sum-
marischen Verfahrens vom 27. April 2015, gleichentags mitgeteilt, (Proz. Nr. 135-
2015-47) wird aufgrund der Zuständigkeit der Schuldbetreibungs- und Konkurs-
kammer des Kantonsgerichts von Graubünden (Art. 8 KGV) in einem separaten 
Verfahren behandelt. Eine Berufung gegen diesen Entscheid fällt von vornherein 
ausser Betracht (Art. 309 lit. b Ziff. 7 ZPO).

e) Zur Vereinfachung des Verfahrens und wegen des engen sachlichen Zu-
sammenhangs ergeht gestützt auf Art. 125 ZPO für die angefochtenen Entscheide 
der Einzelrichterin des Bezirksgerichts Landquart vom 21. April 2015, mitgeteilt am 
22. April 2015, betreffend Ausschlagung und Benachrichtigung des Konkursrich-
ters (Proz. Nr. 135-3015-115) und vom 27. April 2015, mitgeteilt mit selbigem Da-
tum, betreffend Abschreibung des Gesuchs um Ausstellung der Erbbescheinigung 
(Proz. Nr. 135-2015-61) ein einheitlicher Entscheid. Da Rechtsfragen zu beurteilen 
sind, bleit die Kognition die gleiche.

2. Die Berufungskläger rügen zunächst die Verletzung des rechtlichen 
Gehörs, indem die Vorinstanz vor Erlass der angefochtenen Entscheide weder die 
Berufungskläger noch die weiteren im Testament aufgeführten Begünstigten an-
gehört habe. Zudem seien die Entscheide nur ungenügend begründet. Des Weite-

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ren rügen die Berufungskläger die unrichtige Rechtsanwendung, indem die Vor-
instanz die begünstigten Institutionen in der letztwilligen Verfügung der Erblasserin 
zu Unrecht als Vermächtnisnehmerin qualifiziert habe. Vielmehr handle es sich bei 
den Begünstigungen um Erbeinsetzungen.

3. Vorab ist die berufungsklägerische Rüge zu prüfen, ob es sich bei den Be-
günstigungen zugunsten verschiedener Institutionen um Erbeneinsetzungen und 
nicht um Vermächtnisausrichtungen handelt. 

a) Zunächst ist festzuhalten, dass der angefochtene Entscheid betreffend Be-
nachrichtigung des Konkursrichters im summarischen Verfahren ergangen ist (vgl. 
E. 1). Die eingehende Prüfung der Frage, ob es sich bei der Begünstigung der 
verschiedenen Institutionen in der letztwilligen Verfügung der Erblasserin um eine 
Erbeneinsetzung oder um eine Vermächtnisausrichtung handelt, obliegt dem or-
dentlichen Richter. Die nachfolgenden Ausführungen stehen damit unter dem Vor-
behalt eines anderen Ergebnisses im ordentlichen Prozess und sind eine reine 
prima-facie-Würdigung des Testaments (vgl. Verfügung des Kantonsgerichts ERZ 
10 51 vom 03. Mai 2010 E. 2c/cc [= PKG 2011 Nr. 13]). Zudem ist vor dem Hinter-
grund von PKG 2011 Nr. 13 die Aktivlegitimation des Berufungsklägers näher zu 
prüfen. Das Kantonsgericht von Graubünden hielt in diesem Entscheid fest, dass 
der Willensvollstrecker zu Rechtsmitteln gegen eine seiner Ansicht nach unzutref-
fende Erbbescheinigung nur aktivlegitimiert sei, wenn es um seine eigene Rechts-
stellung geht, mithin seine Einsetzung, Stellung oder Funktion betroffen ist. Dies 
ist vorliegend zwar prima vista nicht der Fall. Der Berufungskläger macht nämlich 
nicht geltend, er sei Erbe im Nachlass der Erblasserin. Es geht einzig um die Er-
benqualität der durch die letztwillige Verfügung begünstigten Institutionen. Aller-
dings ist festzuhalten, dass seine Stellung als Willensvollstrecker von der Frage 
abhängig ist, ob es sich um Erbeinsetzungen oder Vermächtnisausrichtungen 
handelt. Wäre nämlich Ersteres der Fall, würde die Erbschaft nicht zur amtlichen 
Liquidation gelangen. Ist hingegen letzteres der Fall, gelangt die Erbschaft zur 
konkursamtlichen Liquidation, während der sein Amt ruht (vgl. nachstehend E. 4.f). 
Aus diesem Grund ist die Aktivlegitimation des Berufungsklägers vorliegend zu 
bejahen.

b) Ob im Einzelfall eine Erbeneinsetzung oder ein Vermächtnis vorliegt, ist 
oftmals nicht offensichtlich und muss im Einzelfall durch Auslegung ermittelt wer-
den. Das Gesetz definiert das Vermächtnis als erbrechtliche Zuwendung eines 
Vermögensvorteils ohne Einsetzung der bedachten Person als Erben (Art. 484 
Abs. 1 ZGB). Dem gegenüber steht die Erbeinsetzung, wonach der Erbe die gan-

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ze Erbschaft oder einen Bruchteil davon unter Einbezug der Nachlassaktiven und 
-passiven erhält und damit zum Gesamtrechtsnachfolger (Universalsukzessor) des 
Erblassers wird.

c) Die Bezeichnung "Erbe" oder "Vermächtnis" sind bei der Auslegung von 
letztwilligen Verfügungen lediglich Indizien (Fabian Burkart, in: Abt/Weibel [Hrsg.], 
Praxiskommentar Erbrecht, 2. Auflage, Basel 2011, N 9 zu Art. 483 ZGB mit Hin-
weis auf Daniel Staehelin, in: Honsell/Vogt/ Geiser [Hrsg.], a.a.O., N 3 zu Art. 483 
ZGB; Peter Tuor, Berner Kommentar zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch, 2. 
Auflage, Bern 1952, N 4 zu Art. 483 ZGB; Arnold Escher, Zürcher Kommentar, 
Das Erbrecht, Erste Abteilung: Die Erben, Art. 457-536 ZGB, 3. Auflage, Zürich 
1960, N 3 zu Art. 483 ZGB). Entscheidend für die Auslegung, ob eine Erbeinset-
zung oder ein Vermächtnis vorliegt, ist einzig  der mutmassliche Wille des Erblas-
sers, eine Person zum Nachfolger in sein Vermögen und Träger seiner Schulden 
zu machen (Erbeinsetzung) oder ihm lediglich einzelne Vermögensgegenstände 
zukommen zu lassen (Vermächtnis). Eine Auslegungshilfe findet sich in Art. 483 
Abs. 2 ZGB, wonach als Erbeinsetzung jede Verfügung zu betrachten ist, nach der 
ein Bedachter die Erbschaft insgesamt oder zu einem Bruchteil erhalten soll. Leh-
re und Rechtsprechung haben sodann weitere Abgrenzungskriterien festgelegt.

d) Die Zuwendung eines "Rests" ist eine Erbeneinsetzung, sofern über den 
übrigen Teil des Nachlasses vor Abzug der Schulden verfügt worden ist (BGE 56 
II 12 E. 1; 100 II 98 E. 1). Falls der Begünstigte demgegenüber einen Teil der nach 
Abzug der Schulden verbleibenden Nachlassaktiven erhalten soll, ist ein Ver-
mächtnis einer bestimmten Erbquote anzunehmen (sog. Quotenvermächtnis; BGE 
89 II 278 E. 4.a). Ebenso liegt ein Vermächtnis bei der Zuweisung bestimmter 
Vermögenswerte, z.B. eine bestimmte Summe, vor (Art. 484 ZGB; BGE 50 II 332 
E. 1). Diese Vermutung kann indessen widerlegt werden. Verfügt der Erblasser 
über seinen gesamten Nachlass oder grösste Teile davon durch Zuwendung ein-
zelner Vermögenswerte, so können die äusserlich als Vermächtnisse erscheinen-
den Zuwendungen als Erbeinsetzungen mit Teilungsregel umgedeutet werden 
(Daniel Staehelin, a.a.O., N 4 zu Art. 483 ZGB; Peter Tuor, a.a.O., N 8 zu Art. 483 
ZGB; Arnold Escher, N 4 zu Art. 483 ZGB). Ein entsprechender Geschäftswille, 
die Begünstigten als Erben einzusetzen, muss indessen bereits in der letztwilligen 
Verfügung zum Ausdruck kommen, ansonsten eine solche Umdeutung nicht mög-
lich ist (Peter Weimar, Berner Kommentar, Band III, Das Erbrecht, Art. 457-516 
ZGB, Bern 2009, N 15 zu Art. 483 ZGB). Die gesetzlichen Erben werden in die-
sem Fall jedoch die Erbschaft wohl ausschlagen, weil ihnen nach der Ausrichtung 

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der Vermächtnisse nichts übrig bleibt, was zur Liquidation durch das Konkursamt 
führt (Daniel Staehelin, a.a.O, N 4 zu Art. 483 ZGB).

e) In PKG 2008 Nr. 3 setzte die Erblasserin ihren Sohn auf den Pflichtteil und 
verfügte, dass die dadurch frei werdende Quote je zu gleichen Teilen an ihre En-
kelkinder gehe (E. 3.c.bb). Im Entwurf zum Erbteilungsvertrag war widersprüchlich 
von Erben und Vermächtnisnehmern die Rede. In Würdigung der Umstände und 
insbesondere, dass die Enkelkinder damit einen Bruchteil an der Erbschaft erhiel-
ten, gelangte das Kantonsgericht von Graubünden zum Schluss, dass eine Erb-
einsetzung vorliege. In PKG 1991 Nr. 2 stellte das Kantonsgericht von Graubün-
den u.a. auf das Wort "vermachen" ab, da die mündliche Erklärung der Erblasserin 
(sog. Nottestament; Art. 506 ff. ZGB) gegenüber Zeugen erfolgte, von denen der 
eine als Urkundsperson den Unterschied zwischen Erbeinsetzung und Vermächt-
nis genau kannte. Demnach erkannte das Kantonsgericht von Graubünden, dass 
ein Vermächtnis und keine Erbeneinsetzung vorliege.

f) Für die Auffassung der Vorinstanz, wonach es sich bei sämtlichen Zuwen-
dungen um Vermächtnisse handelt, spricht vorliegend der Wortlaut der letztwilli-
gen Verfügung, wonach "vom verbleibenden Vermögen folgende Vermächtnisse 
vorzunehmen" seien. Aufgrund der vorstehenden Ausführungen erhellt indessen, 
dass nicht allein auf den Wortlaut abgestellt werden kann, sondern dass vielmehr 
auf den Willen der Erblasserin abzustellen ist. 

g) Die Erblasserin "vermacht" dem Beschwerdeführer eine bestimmte Summe 
in der Höhe von CHF 100'000.00. Vor dem Hintergrund der bundesgerichtlichen 
Rechtsprechung ist davon auszugehen, dass es sich hierbei um ein Vermächtnis 
handelt (vgl. BGE 50 II 332 E. 1); gegenteilige Anhaltspunkte, sei es in der letztwil-
ligen Verfügung selbst oder in Testamentsexterna, liegen nicht vor. Dies ist im Üb-
rigen auch nicht bestritten, geht doch der Beschwerdeführer selbst davon aus, 
dass es sich bei dem ihm zugewandten Betrag um ein Vermächtnis handelt (vgl. 
act. A.2, Ziff. C.3). Zu prüfen bleibt demnach, ob die Zuwendungen an die weite-
ren Begünstigten Erbeinsetzungen oder ebenfalls Vermächtnisse darstellen.

h) Nicht anders verhält es sich mit den weiteren Zuwendungen an verschiede-
ne Institutionen. Zunächst ergibt sich dies aus dem Wortlaut der letztwilligen Ver-
fügung, wonach diese Zuwendungen als "Vermächtnisse" ausgerichtet werden 
sollen. Die äusserlich als Vermächtnisse in Erscheinung tretenden Zuwendungen 
können als Erbeinsetzung mit Teilungsregel umgedeutet werden; hierfür ist aber 
ein entsprechender Wille der Erblasserin erforderlich, der sich bereits aus der 

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letztwilligen Verfügung ergeben muss. Dies ist vorliegend nicht der Fall. Zum ei-
nen verwendet die Erblasserin den Ausdruck "Vermächtnisse", dem zwar nur, 
aber immerhin, Indiziencharakter zukommt. Anhaltspunkte für einen anderen erb-
lasserischen Willen ergeben sich indessen aus der letztwilligen Verfügung keine – 
im Gegenteil. Zunächst verfügt die Erblasserin, dass vom "verbleibenden Vermö-
gen" Vermächtnisse auszurichten sind. Unklar ist, ob damit das "im Todeszeit-
punkt noch vorhandene Vermögen" oder das "nach Tilgung der Erbschafts- und 
Erbgangsschulden noch vorhandene Vermögen" gemeint ist. Diese Erkenntnis 
wäre vorliegend insofern bedeutend, als dadurch vor dem Hintergrund der bun-
desgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. vorstehend E. 3.d) darauf abzustellen wäre, 
ob die Erblasserin damit vor oder nach Abzug der Schulden verfügt hat und damit 
über die Brutto- oder Nettonachlassaktiven bestimmte. Mehr Klarheit ergibt sich 
aus dem zweiten Teil der auszurichtenden Vermächtnisse, wonach der "übrige 
Betrag" an die begünstigten Institutionen auszurichten ist. Die Erblasserin geht 
damit von einem Aktivum aus, der den begünstigten Institutionen zukommen soll. 
Vor dem Hintergrund von BGE 89 II 278 ist demnach von einer Zuwendung des 
Aktivenüberschusses auszugehen, womit ein Vermächtnis vorliegt (vgl. BGE 89 II 
278 E. 4.a). Diese Auffassung wird im Übrigen dadurch gestützt, dass es sich bei 
den begünstigten Institutionen um geradezu typische Vermächtnisnehmerinnen 
handelt. Sie sollen in der Regel keine Gesamtrechtsnachfolger des Erblassers 
werden und damit auch nicht das Risiko einer Haftung für die Nachlasspassiven 
tragen. Vielmehr ist der erblasserische Wille in solchen Fällen derjenige, dass die 
begünstigten Institutionen von einem Überschuss der Nachlassaktiven profitieren 
und nicht dereinst mit der Begleichung der Erbgangs- und Erbschaftsschulden 
konfrontiert sein sollen.

Letztlich sei noch festgehalten, dass sich bereits aus dem Entscheid der 
Einzelrichterin des Bezirksgerichts Landquart vom 09. März 2015 betreffend Eröff-
nung der Verfügung von Todes wegen und Mitteilung (Proz. Nr. 135-2015-60) er-
gibt, dass die Vorinstanz einzig von den zwei gesetzlichen Erbinnen A._____ und 
B._____ ausging und gerade nicht von weiteren, gewillkürten Erbeinsetzungen. 
Dasselbe ergibt sich aus  dem Übermittlungszettel vom 10. März 2015 (act. B/6), 
mit dem die Vorinstanz den Berufungsklägern u.a. die Schreiben an die Ver-
mächtnisnehmer zugestellt hat. Diesen Schreiben war zu entnehmen, dass die 
Vorinstanz den Vermächtnisnehmern den sie betreffenden Wortlaut der letztwilli-
gen Verfügung gemäss Art. 558 Abs. 1 ZGB mitgeteilt hat. Ebenso teilte die Vorin-
stanz dem Berufungskläger selbst mit Schreiben vom 09. März 2015 (act. B/5) den 
ihn betreffenden Wortlaut der letztwilligen Verfügung mit. Wenn der Berufungsklä-

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ger nunmehr die Verletzung des rechtlichen Gehörs geltend macht, weil er vor 
Erlass der angefochtenen Entscheide zu keiner Stellungnahme aufgefordert wur-
de, ist er nicht zu hören. Aufgrund der vorstehenden Mitteilungen der Vorinstanz 
konnten die Berufungskläger erkennen, dass diese bei sämtlichen Begünstigun-
gen von Vermächtnissen ausging. Diese Auffassung der Vorinstanz blieb indessen 
von den Berufungsklägern unwidersprochen. Erst nachdem die Entscheide der 
Einzelrichterin bzw. des Einzelrichters SchKG des Bezirksgerichts Landquart er-
gingen, wurden die Berufungskläger aktiv. Hatten die Berufungskläger aber vor 
Erlass der angefochtenen Entscheide Gelegenheit, ihre Rechtsposition einzubrin-
gen, sind sie mit ihrem Einwand der Verletzung des rechtlichen Gehörs nicht zu 
hören. Im Übrigen wäre die Gehörsverletzung geheilt, da die Berufungskläger sich 
in ihrer Berufungsschrift zu Tat- und Rechtsfragen frei äussern konnten (BGE 133 
I 201 E. 2.2 mit Hinweis auf BGE 127 V 431 E. 3.d.aa und 132 V 387 E. 5.1).

i) Vor dem Hintergrund des Gesagten erhellt, dass es sich bei einer prima-
facie-Würdigung der letztwilligen Verfügung der Erblasserin bei den vorgenomme-
nen Begünstigungen an die genannten juristischen und natürlichen Personen nicht 
um Erbeinsetzungen, sondern um Vermächtnisse handelt.

4.a) Die Vorinstanz hält im angefochtenen Entscheid vom 21. April 2015, mitge-
teilt am 22. April 2015, betreffend Ausschlagung und Benachrichtigung des Kon-
kursrichters (Proz. Nr. 135-2015-115) fest, dass die gesetzlichen Erbinnen 
A._____ und B._____ mit Schreiben vom 20. April 2015 (Vorinstanz act. I/2) bzw. 
mit Schreiben vom 31. März 2015 (Vorinstanz act. I/1) der Vorinstanz mitgeteilt 
haben, die Erbschaft gemäss Art. 566 ZGB unbedingt und vorbehaltlos auszu-
schlagen. Die Vorinstanz erkannte demnach, dass damit alle nächsten gesetzli-
chen Erben die Erbschaft ausgeschlagen haben und diese gemäss Art. 573 ZGB 
zur Liquidation gelange. Die zuständige Einzelrichterin des Bezirksgerichts Land-
quart benachrichtigte gestützt auf diese Erwägungen den Konkursrichter.

b) Art. 566 Abs. 1 ZGB räumt den gesetzlichen und den eingesetzten Erben 
die Befugnis ein, die ihnen zugefallene Erbschaft auszuschlagen. Die gesetzlichen 
Erben haben dies nach Art. 567 ZGB innert drei Monaten, seit sie vom Tode des 
Erblassers erfahren haben, zu tun, soweit sie nicht nachweisbar erst später vom 
Erbfall Kenntnis erhalten haben. Die Ausschlagung ist vom Erben unbedingt und 
vorbehaltlos mündlich oder schriftlich bei der zuständigen Behörde zu erklären 
und diese hat über die Ausschlagung ein Protokoll zu führen (Art. 570 ZGB). Vor-
liegend haben die nächsten gesetzlichen Erbinnen die Erbschaft innert Frist und 
zuhanden der zuständigen Behörde ausgeschlagen.

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c) Die Rechtsfolge der Ausschlagung durch sämtliche nächsten gesetzlichen 
Erben ergibt sich aus Art. 573 Abs. 1 ZGB. Demnach gelangt die Erbschaft zur 
Liquidation durch das Konkursamt, wenn alle nächsten gesetzlichen Erben die 
Erbschaft ausgeschlagen haben. Entgegen dem unpräzisen Wortlaut von Art. 573 
Abs. 1 ZGB findet die konkursamtliche Liquidation nicht statt, wenn zwar alle ge-
setzlichen Erben ausgeschlagen haben, aber mindestens ein eingesetzter Erbe 
die Annahme erklärt (Matthias Häuptli, in: Abt/Weibel [Hrsg.], Praxiskommentar 
Erbrecht, 2. Auflage, Basel 2011, N 2 zu Art. 573 ZGB). Wie vorstehend ausge-
führt, haben sämtliche gesetzlichen Erbinnen die Erbschaft unbedingt und vorbe-
haltlos ausgeschlagen. Weitere Erbeinsetzungen in der letztwilligen Verfügung 
sind nicht erfolgt, handelt es sich doch bei den Zuwendungen um Vermächtnisse 
(vgl. vorstehend E. 3.g und E. 3.h).

d) Der Grund für die Ausschlagung liegt in der Regel in der Überschuldung der 
Erbschaft (vgl. Matthias Häuptli, in: Abt/Weibel [Hrsg.], a.a.O., N 2 zu Art. 573 
ZGB; Alexander Brunner/Felix H. Boller, in: Staehelin/Bauer/Staehelin [Hrsg.], 
Basler Kommentar Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs II, 2. Aufla-
ge, Basel 2010, N 1 zu Art. 193 SchKG). Ob die Erbschaft indessen tatsächlich 
überschuldet ist und aus welchen Gründen ausgeschlagen worden ist, spielt für 
die Eröffnung des Konkurses keine Rolle; ebensowenig, ob die Ausschlagung er-
klärt oder bloss vermutet worden ist (vgl. Matthias Häuptli, in: Abt/Weibel [Hrsg.], 
a.a.O., N 2 zu Art. 573 ZGB). Massgebend ist einzig und allein, ob sämtliche 
nächsten gesetzlichen und, falls vorhanden, die eingesetzten Erben die Erbschaft 
ausgeschlagen haben oder nicht. Da vorliegend die nächsten gesetzlichen Erbin-
nen die Erbschaft ausgeschlagen haben und keine Erbeinsetzungen erfolgt sind, 
sieht das Gesetz als Rechtsfolge nach Art. 573 Abs. 1 ZGB i.V.m. 193 Abs. 1 
Ziff. 1 SchKG die Benachrichtigung des Konkursgerichts durch die zuständige 
Behörde und die anschliessende Anordnung der konkursamtlichen Liquidation 
durch das Konkursgericht vor (Art. 193 Abs. 2 SchKG).

e) Zumindest fraglich ist, ob vorliegend diese Rechtsfolge sachgerecht er-
scheint. Der Konkursrichter eröffnet aufgrund der Anzeige der zuständigen Behör-
de – im Kanton Graubünden der Einzelrichter des örtlich zuständigen Bezirksge-
richts – den Konkurs über die Erbschaft. Das Konkursamt hat sodann die Erb-
schaft zu liquidieren. Ein nach der konkursamtlichen Liquidation verbleibender 
Überschuss der Aktiven über die Erbschafts- und Erbgangsschulden ist zunächst 
zur Ausrichtung der Vermächtnisse zu verwenden. Analog zur amtlichen Liquidati-
on sind die Vermächtnisse von der Konkursverwaltung auszurichten, woraus folgt, 
dass sie in einer gesonderten Klasse nach den Drittklassforderungen in den Kollo-

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kationsplan aufzunehmen sind (vgl. Matthias Häuptli, in: Abt/Weibel [Hrsg.], 
a.a.O., N 11 zu Art. 573 ZGB). Der konkursamtlichen Liquidation kommt demnach 
im Wesentlichen dieselbe Aufgabe zu wie dem Willensvollstrecker. Dieser hat den 
Nachlass abzuwickeln und entsprechend dem Willen des Erblassers zu verteilen. 
Damit stellt sich vorliegend die Frage, ob die Anordnung einer konkursamtlichen 
Liquidation trotzdem gerechtfertigt ist, obschon mit einer Einsetzung des Willens-
vollstreckers die Nachlassabwicklung gewährleistet ist, zumal er unter behördli-
cher Aufsicht steht (vgl. Art. 83 Abs. 1 EGzZGB), die Erbschaft offensichtlich nicht 
überschuldet ist und die Erblasserin zudem über den gesamten Nachlass verfügt 
hat.

f) Gemäss Lehre ruht das Amt des Willensvollstreckers in den Fällen der 
Ausschlagung nach Art. 566 Abs. 2 ZGB und Art. 573 ZGB, während der Erb-
schaftsverwaltung nach Art. 554 ZGB und im Falle der amtlichen Liquidation nach 
Art. 596 f. ZGB und zwar auch dann, wenn der Willensvollstrecker selbst zum Erb-
schaftsverwalter oder Erbschaftsliquidator ernannt wird. Die Funktion des Willens-
vollstreckers lebt wieder auf, wenn sich nach Abschluss dieser Massnahmen oder 
auch im Fall der konkursamtlichen Liquidation ein aktiver Nachlass oder ein ver-
teilbares Liquidat ergibt (Bernhard Christ/Mark Eichner, in: Abt/Weibel [Hrsg.], 
a.a.O., N 30 zu Art. 517 ZGB; Martin Karrer/Nedim Peter Vogt/Daniel Leu, in: 
Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], a.a.O., N 21 zu Art. 518).

g) Die herrschende Lehre geht damit davon aus, dass trotz Einsetzung eines 
Willensvollstreckers sich die Anordnung einer konkursamtlichen Liquidation recht-
fertigt, wenn alle nächsten gesetzlichen Erben die Erbschaft ausgeschlagen ha-
ben. Dies erscheint zumindest in Fällen, in denen bereits nach einer summari-
schen Prüfung des Sachverhalts feststeht, dass der Nachlass nicht überschuldet 
ist, fragwürdig, zumal der Gesetzgeber bei der Anordnung der konkursamtlichen 
Liquidation des Nachlasses eine überschuldete Erbschaft vor Augen hatte. 
Tatsächlich sieht aber das Gesetz diese Rechtsfolge vor und zwar unabhängig 
von den Gründen, weshalb die Erbschaft ausgeschlagen wurde, ob sie tatsächlich 
überschuldet ist oder nicht und ob der Erblasser über seinen gesamten Nachlass 
verfügt bzw. einen Willensvollstrecker eingesetzt hat. Auch wenn diese Rechtsfol-
ge in diesen Fällen wegen der Öffentlichkeitswirkung als unangebracht erscheinen 
mag, so ist sie dennoch vom Gesetzgeber vorgesehen. Daher ist der angefochte-
ne Entscheid der Einzelrichterin des Bezirksgerichts Landquart, wonach der Kon-
kursrichter benachrichtigt wird, nicht zu beanstanden. Eine unrichtige Rechtsan-
wendung liegt nicht vor.

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5.a) Mit Schreiben vom 25. Februar 2015 ersuchte der X._____ die Vor-instanz, 
eine Erbbescheinigung (Art. 559 ZGB) auszustellen. Nachdem die nächsten ge-
setzlichen Erben die Ausschlagung der Erbschaft erklärt hatten, schrieb die Ein-
zelrichterin des Bezirksgerichts Landquart mit Entscheid vom 27. April 2015, mit-
geteilt mit selbigem Datum, das Gesuch um Erbbescheinigung (Proz. Nr. 135-
2015-61) ab. Da es sich hierbei um einen nicht berufungsfähigen Entscheid han-
delt, die Voraussetzungen indessen für eine Beschwerde nach Art. 319 ff. ZPO 
gegeben sind, wird die Eingabe vorliegend als Beschwerde entgegengenommen 
(vgl. E. 1.c). 

c) Die Erbbescheinigung ist ein von der zuständigen Behörde ausgestelltes 
Dokument, das die darin aufgeführten Personen als alleinige Erben des betreffen-
den Erblassers ausweist. Es gibt ihnen das alleinige und ausschliessliche Recht, 
den Nachlass in Besitz zu nehmen und darüber zu verfügen. Sie ist jedoch ledig-
lich ein provisorischer, deklaratorischer Ausweis und wird auf Antrag ausgestellt. 
Anspruch auf Ausstellung der Erbbescheinigung haben sowohl die gesetzlichen 
als auch die eingesetzten Erben. Keinen Anspruch auf Ausstellung haben indes-
sen aus der Erbengemeinschaft ausgeschiedene Erben, so etwa wenn sie die 
Erbschaft ausgeschlagen haben (vgl. dazu Frank Emmel, in: Abt/Weibel, a.a.O., N 
1 f. und N 6 f. zu Art. 559 ZGB). 

d) Nachdem wie vorstehend ausgeführt die nächsten gesetzlichen Erben die 
Erbschaft ausgeschlagen haben und die übrigen Begünstigten Vermächtnisneh-
mer und nicht eingesetzte Erben sind, kann im Nachlass der Erblasserin keine 
Erbbescheinigung ausgestellt werden. Die Vorinstanz hat damit das Gesuch zu 
Recht als gegenstandslos abgeschrieben, womit das beschwerdeführerische 
Rechtsbegehren um Aufhebung des angefochtenen Entscheids abzuweisen ist. 

6. Nach Art. 95 Abs. 1 ZPO bestehen die Prozesskosten aus den Gerichtskos-
ten (lit. a) und der Parteientschädigung (lit. b). Das Gericht entscheidet über die 
Prozesskosten in der Regel im Endentscheid und setzt diese von Amtes wegen 
fest (Art. 104 Abs. 1 und Art. 105 Abs. 1 ZPO). Gestützt auf Art. 9 der Verordnung 
über die Gerichtsgebühren in Zivilverfahren (BR 320.210; VGZ) erhebt das Kan-
tonsgericht als Berufungsinstanz eine Entscheidgebühr zwischen CHF 1'000.00 
und CHF 30'000.00, wobei sich vorliegend eine Entscheidgebühr von CHF 
3'000.00 rechtfertigt. Da die Berufungskläger/Beschwerdeführer mit ihren Rechts-
begehren vollumfänglich unterlegen sind, werden ihnen die Prozesskosten in soli-
darischer Haftbarkeit auferlegt, wobei diese mit dem bereits geleisteten Vorschuss 
zu verrechnen sind (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Parteikosten werden keine gesprochen.

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Berufung gegen den Entscheid der Einzelrichterin am Bezirksgericht 
Landquart (Proz. Nr. 135-2015-115) betreffend Ausschlagung der Erbschaft 
und Benachrichtigung des Konkursrichters wird abgewiesen.

2. Die Berufung gegen die Abschreibungsverfügung der Einzelrichterin des 
Bezirksgerichts Landquart (Proz. Nr. 135-2015-61) betreffend Erbbeschei-
nigung wird als Beschwerde entgegengenommen. Die Beschwerde wird 
abgewiesen.

3. Die Kosten des Berufungs- und Beschwerdeverfahrens in der Höhe von 
CHF 3'000.00 gehen in solidarischer Haftbarkeit zu Lasten der Berufungs-
kläger bzw. Beschwerdeführer und werden mit dem von ihnen bereits ge-
leisteten Kostenvorschuss in der Höhe von CHF 3'000.00 verrechnet.

4. Gegen diese, einen Streitwert von mindestens CHF 30'000.00 betreffende 
Entscheidung kann gemäss Art. 72, Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG Beschwerde in 
Zivilsachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, ge-
führt werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 
Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 
ff. BGG.

5. Mitteilung an: