# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3d7d9c14-8b20-5116-b96f-90ef26e22ec6
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-01-31
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 31.01.2023 S 2022 109
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2022-109_2023-01-31.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 22 109

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Pedretti

RichterInnen von Salis und Audétat

Aktuarin ad hoc Casanova

URTEIL

vom 31. Januar 2023

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____, 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Bernhard Zollinger, 

Beschwerdeführer

gegen

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden, IV-Stelle, 

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach IVG

- 2 -

I. Sachverhalt:

1. A._____, geb. 1973, ist Vater von vier minderjährigen Kindern und war 

zuletzt als Gerüstbauer über die B._____ AG bei der C._____ AG tätig. 

Am 30. September 2013 zog er sich bei einem Sturz auf der Baustelle 

stabile Impressionsfrakturen der BWK 7 und 9 sowie eine gering 

dislozierte Tibiaschaftfraktur rechts mit intraartikulärer Beteiligung zu. 

Letztere wurde gleichentags mit einer Tibiamarknagel-Osteosynthese 

operativ versorgt. Zudem wurde eine konservative Rückentherapie 

eingeleitet. Es bestand eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit.

2. Nach einer Dynamisierung einer Stellschraube an der rechten Tibia und 

Infiltrationen sowohl lumbosakral wie auch thorakal meldete sich A._____ 

im April 2014 bei der IV-Stelle des Kantons Graubünden (nachfolgend IV-

Stelle) zum Leistungsbezug an. Diese zog die Akten der Suva bei. In der 

Folge wurden bei persistierenden Schmerzen und einem grossen 

osteochondrotischen, kartilaginären Defekt am 19. August 2014 eine 

Kniearthroskopie rechts durchgeführt, bevor der Tibiamarknagel am 

19. November 2014 entfernt wurde. 

3. Vom 3. Februar 2015 bis zum 10. März 2015 hielt sich A._____ zur 

stationären Behandlung in der Rehaklinik D._____ auf. Mit Austrittsbericht 

vom 11. März 2015 wurde eine leichte bis mittelschwere Arbeitstätigkeit 

für ganztags zumutbar erachtet. Die diagnostizierte Anpassungsstörung 

bzw. längere depressive Reaktion begründe keine arbeitsrelevante 

Leistungsminderung.

4. Bei festgestellter Aussenrotationsfehlstellung der rechten Tibia wurde am 

22. April 2016 eine Korrekturosteotomie der rechten Tibia durchgeführt. 

A._____ beklagte daraufhin weiterhin Rückenschmerzen sowie 

Schmerzen im Bereich des Hüft-, Knie- und Sprunggelenks, weshalb eine 

schmerztherapeutische Behandlung eingeleitet wurde.

- 3 -

5. Am 6. Juli 2018 erfolgte sodann eine Osteosynthesematerialentfernung im 

Bereich der rechten Tibia sowie eine Arthroskopie des rechten OSG mit 

Weichteildebridément. Letzteres wurde in der Folge mittels Infiltrationen 

behandelt.

6. Mit Bericht vom 11. September 2018 wies der behandelnde Psychiater 

Dr. med. E._____ eine depressive Episode schweren Grades, eventuell 

mit psychotischen Symptomen, sowie eine chronische Schmerzstörung 

mit psychischen und somatischen Komponenten aus. Er schätzte die 

Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht auf mindestens 70 % ein.

7. Im Oktober 2019 fand eine funktionsorientierte medizinische Abklärung 

mit Durchführung einer Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit im 

Zentrum für Arbeitsmedizin, Ergometrie und Hygiene (AEH) statt. Mit 

Bericht vom 21. Oktober 2019 wurde ein Schonverhalten bei 

unphysiologischer Beinposition und Belastung, eine Symptomausweitung 

sowie eine Selbstlimitierung ausgewiesen. A._____ wurde im Minimum im 

Bereich leichter bis mittelschwerer Tätigkeiten für ganztags arbeitsfähig 

erachtet.

8. Mit rechtskräftigem Einspracheentscheid vom 19. Januar 2021 bestätigte 

die Suva, dass A._____ mangels Erheblichkeit keinen Anspruch auf eine 

Invalidenrente hat.

9. In der Folge liess die IV-Stelle A._____ polydisziplinär in den 

Fachdisziplinen Allgemeine Innere Medizin, orthopädische Chirurgie und 

Traumatologie des Bewegungsapparats sowie Psychiatrie und 

Psychotherapie begutachten, wobei der Auftrag der Neurologie 

Toggenburg AG zugeteilt wurde (nachfolgend MEDAS-Gutachten). In der 

am 19. April 2021 erstatteten Expertise wiesen die Gutachter eine 

Funktionsstörung des linken (recte: rechten) Beines nach 

Schienbeinschaftbruch am 30. September 2013 und 

- 4 -

Aufbrauchveränderungen des linken (recte: rechten) Kniegelenks sowie 

leichte Funktionsbehinderungen der Brustwirbelsäule nach in geringer 

Fehlstellung stabil abgeheilten Brüchen der Brustwirbelkörper 7 und 9 als 

Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit aus. Während sie die 

bisherige Tätigkeit als Gerüstbauer seit dem Unfalldatum für nicht mehr 

zumutbar erachteten, wiesen sie in einer angepassten Tätigkeit ab dem 

1. Oktober 2018 und auch davor vom 1. Januar 2015 bis zum 

22. April 2016 sowie ab dem 1. August 2016 mit einer vorübergehenden 

Verschlechterung eine 100 %ige Arbeitsfähigkeit aus.

10. Mit Vorbescheid vom 24. Juni 2021 stellte die IV-Stelle A._____ die 

Ausrichtung einer befristeten ganzen Invalidenrente in Aussicht. Er sei seit 

dem 30. September 2013 ohne wesentlichen Unterbruch in seiner 

Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Ohne gesundheitliche Beeinträchtigung 

könnte er als Gerüstebauer ein Jahreseinkommen (per 2020) von 

CHF 56'225.-- erzielen. Als solcher sei er nicht mehr arbeitsfähig. Indes 

sei ihm aus medizinischer Sicht ab dem 1. Januar 2015 und erneut ab dem 

1. August 2016 eine angepasste Tätigkeit zu 100 % möglich. Dabei könnte 

er gestützt auf die Tabellenlöhne der Lohnstrukturerhebung des 

Bundesamts für Statistik (LSE) jährlich CHF 68'992.-- erwirtschaften. 

Unter Berücksichtigung der dreimonatigen Wartefrist erstmals ab dem 

1. Januar 2015 werde die ganze Rente bis zum 31. März 2015 befristet. 

Ab dem 1. Juli 2016 (Verschlechterung ab dem 22. April 2016) entstehe 

erneut ein Anspruch auf eine ganze Rente bis zum 31. Oktober 2016. 

Anschliessend liege der Invaliditätsgrad unter 40 %, womit kein 

Rentenanspruch mehr gegeben sei. Dagegen liess A._____ am 

25. August 2021, 14. September 2021 und 1. Oktober 2021 Einwand 

erheben. 

11. Am 20. Juli 2022 beschied die IV-Stelle, dass A._____ keinen Anspruch 

auf berufliche Massnahmen (Umschulung bzw. Arbeitsvermittlung) habe.

- 5 -

12. Mit Verfügungen vom 14. September 2022 entschied die IV-Stelle wie im 

vorerwähnten Vorbescheid vom 24. Juni 2021 angekündigt und sprach 

A._____ eine befristete ganze Invalidenrente vom 1. Oktober 2014 bis 

zum 31. März 2015 sowie vom 1. Juli 2016 bis zum 31. Oktober 2016 zu. 

Dabei korrigierte die IV-Stelle das Valideneinkommen von CHF 56'225.-- 

auf CHF 68'022.74, indem sie es parallelisierte, ging von einer zumutbaren 

Selbsteingliederung aus und verneinte einen Leidensabzug.

13. Dagegen liess A._____ (nachfolgend Beschwerdeführer) am 

20. Oktober 2022 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden erheben und beantragen, ihm sei ab dem 1. Oktober 2014 

bis auf Weiteres eine ganze Invalidenrente samt entsprechender 

Kinderrenten auszurichten. Eventualiter seien ihm berufliche 

Massnahmen zuzusprechen. Subeventualiter sei die Sache an die IV-

Stelle zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um 

unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung. In seiner Begründung 

stimmte er der IV-Stelle insofern zu, als er in einer "behindertengerechten 

Tätigkeit" arbeitsfähig sei. Allerdings müsse klar festgestellt werden, dass 

eine solche nur auf dem zweiten Arbeitsmarkt zu finden sei. Das von der 

IV-Stelle angenommene Invalideneinkommen von CHF 68'992.--, das 

höher sei als sein Valideneinkommen, sei absolut absurd. Die auf dem 

zweiten Arbeitsmarkt üblichen Stundenansätze beliefen sich auf CHF 1.-- 

bis CHF 3.-- pro Arbeitsstunde, was bei einer wöchentlichen Arbeitszeit 

von 40 Stunden bestenfalls ein Jahreseinkommen von CHF 6'240.-- 

ergebe. Dies berechtige zu einer ganzen Invalidenrente. Ausserdem sei 

es ihm als ungelernter portugiesischer Gerüstbauer mangels 

entsprechender kognitiver Fähigkeiten nach neun Jahren Invalidität nicht 

zumutbar, eine geeignete Selbsteingliederung vorzunehmen.

14. Die IV-Stelle (nachfolgend Beschwerdegegnerin) schloss in ihrer 

Vernehmlassung vom 10. November 2022 auf Abweisung der 

Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Zur Begründung verwies sie 

- 6 -

mangels neuer rechtserheblicher Vorbringen seitens des 

Beschwerdeführers auf die angefochtenen Verfügungen, an welchen sie 

vollumfänglich festhielt.

15. Der Beschwerdefürer hielt replicando am 22. November 2022 an seinen 

Anträgen fest und vertiefte seinen Standpunkt punktuell. Die 

Beschwerdegegnerin duplizierte am 25. November 2022 bei 

unverändertem Rechtsbegehren.

16. Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften und die übrigen 

Akten wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen 

eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers können die 

Verfügungen vom 14. September 2022 der IV-Stelle des Kantons 

Graubünden, welche laut Bundesrecht der Beschwerde an das 

Versicherungsgericht am Ort der verfügenden IV-Stelle unterliegen, beim 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden als dem örtlich und sachlich 

zuständigen Versicherungsgericht angefochten werden (vgl. Art. 49 

Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; 

BR 370.100] i.V.m. Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20] sowie Art. 57 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Als formeller und 

materieller Verfügungsadressat ist der Beschwerdeführer von der 

angefochtenen Verfügung unmittelbar betroffen und er hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung. Er ist somit 

zur Beschwerdeerhebung legitimiert (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. 

Art. 59 ATSG). Die Beschwerde wurde zudem frist- und formgerecht 

- 7 -

eingereicht (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 60 Abs. 1 und 2 ATSG, Art. 38 f. 

sowie Art. 61 lit. b ATSG). Darauf ist somit einzutreten.

2.1. Streitgegenstand bildet vorliegend die Frage, ob die Beschwerdegegnerin 

zu Recht einen Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente 

samt Kinderrenten zwischen dem 1. April 2015 und dem 30. Juni 2016 

sowie ab dem 1. November 2016 verneint hat. Soweit der 

Beschwerdeführer im vorliegenden Beschwerdeverfahren seinen 

Anspruch auf berufliche Massnahmen zu überprüfen bezweckt, ist ihm mit 

der Beschwerdegegnerin entgegenzuhalten, dass darüber bereits in 

ablehnender Weise mit rechtskräftiger Verfügung vom 20. Juli 2022 

befunden worden ist (vgl. Akten der IV-Stelle [IV-act.] 228). Wie der 

Beschwerdebegründung entnommen werden kann, werden berufliche 

Massnahmen und insbesondere eine Stellenvermittlung denn auch im 

Rahmen der geltend gemachten Unzumutbarkeit der Selbsteingliederung 

anbegehrt (vgl. Beschwerde vom 20. Oktober 2022 Ziff. 3.14 S. 11 f. i.Vm. 

Ziff. 3.11 S. 10). Das Eventualbegehren auf Zusprache von beruflichen 

Massnahmen ist daher in diesem Sinne zu verstehen (zur Auslegung der 

Rechtsbegehren nach Treu und Glauben, insbesondere im Lichte der 

dazu gegebenen Begründung, vgl. Urteile des Bundesgerichts 

4A_462/2017 vom 12. März 2018 E.3.2 und 9C_8/2012 vom 

12. März 2012 E.1.1, je m.w.H.). 

2.2. Vorliegend entstand der Rentenanspruch angesichts der Anmeldung im 

April 2014 gestützt auf Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens ab dem 

1. Oktober 2014 (d.h. sechs Monate nach Geltendmachung des 

Leistungsanspruchs), sofern bis dahin das Wartejahr erfüllt war (Art. 28 

Abs. 1 lit. b IVG), was vorliegend unbestrittenermassen zutrifft 

(vgl. angefochtene Verfügungen vom 14. September 2022 [IV-act. 225] 

und Case Report vom 20. September 2022 [IV-act. 230 S. 34]). 

Unbestritten ist dabei, dass der Beschwerdeführer vom 1. Oktober 2014 

bis zum 31. März 2015 sowie vom 1. Juli 2016 bis zum 31. Oktober 2016 

- 8 -

einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente samt entsprechender 

Kinderrenten hat. Ausserdem räumte der Beschwerdeführer 

beschwerdeweise ausdrücklich ein, gegen das von der 

Beschwerdegegnerin ermittelte Valideneinkommen von CHF 68'022.74 

nichts einzuwenden. Ebenso wenig stellt er die Verneinung eines 

Leidensabzugs durch die Beschwerdegegnerin in den angefochtenen 

Verfügungen vom 14. September 2022 in Abrede (vgl. IV-act. 225 S. 3 f.).

2.3. Uneinigkeit unter den Verfahrensbeteiligten herrscht insbesondere 

hinsichtlich der Bemessung des Invalideneinkommens und dabei 

bezüglich der (Rest-)Arbeitsfähigkeit in leidensangepasster Tätigkeit (vgl. 

dazu nachstehende Erwägungen 3.1 ff.), der Verwertbarkeit der 

Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (vgl. dazu 

nachstehende Erwägungen 4.1 ff.), der Höhe des Invalideneinkommens 

(vgl. dazu nachstehende Erwägungen 5.1 ff.) und der 

Selbsteingliederungsfähigkeit des Beschwerdeführers (vgl. dazu 

nachstehende Erwägungen 6.1 ff.).

 

2.4. In Bezug auf das anwendbare Recht ist festzuhalten, dass seit dem 

1. Januar 2022 die revidierten Bestimmungen des IVG (sowie des ATSG) 

und der IVV in Kraft sind (Weiterentwicklung der IV). Da der hier 

umstrittene Rentenanspruch seine Begründung jedoch noch vor dem 

1. Januar 2022 findet, sind die bis zum 31. Dezember 2021 gültig 

gewesenen Bestimmungen massgebend (vgl. Übergangsbestimmungen 

des IVG zur Änderung vom 19. Juni 2020; Kreisschreiben über Invalidität 

und Rente in der Invalidenversicherung [KSIR], gültig ab dem 1. Januar 

2022, Rz. 9101). Dies ergibt sich auch aus den allgemeinen Grundsätzen 

des intertemporalen Rechts und des zeitlich massgebenden Sachverhalts 

(statt vieler: BGE 144 V 210 E.4.3.1 und 129 V 354 E.1, je m.w.H.; Urteil 

des Bundesgerichts 8C_521/2021 vom 22. März 2022 E.2.2).

- 9 -

3.1. Im Allgemeinen setzt der Anspruch auf Leistungen der 

Invalidenversicherung unter anderem voraus, dass die versicherte Person 

invalid oder von Invalidität unmittelbar bedroht ist. Invalidität ist gemäss 

Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 

dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (vgl. ferner Art. 4 IVG). 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, 

geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 

Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 

der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung 

des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen 

der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Art. 7 Abs. 2 

Satz 1 ATSG).

3.2. Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und bei der Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachpersonen zur Verfügung stellen. 

Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 

beurteilen und wenn nötig seine Entwicklung im Laufe der Zeit zu 

beschreiben. Dies bedeutet in erster Linie, mit den Mitteln fachgerechter 

ärztlicher Untersuchungen unter Berücksichtigung der subjektiven 

Beschwerden die Befunde zu erheben und gestützt darauf die Diagnose 

zu stellen. Bei der Folgenabschätzung der erhobenen gesundheitlichen 

Beeinträchtigungen für die Arbeitsfähigkeit kommt der Arztperson 

hingegen keine abschliessende Beurteilungskompetenz zu. Vielmehr 

nimmt die Arztperson zur Arbeitsunfähigkeit Stellung, das heisst sie gibt 

eine Schätzung ab, welche sie aus ihrer Sicht so substanziell wie möglich 

begründet bzw. nimmt sie dazu Stellung, in welchem Umfang und 

bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. 

Insoweit sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die 

- 10 -

Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person 

noch zugemutet werden können (vgl. BGE 145 V 361 E.3.2.1 f., 140 V 193 

E.3.1 f. und 132 V 93 E.4; Urteile des Bundesgerichts 8C_569/2021 vom 

2. Februar 2022 E.3.2.2, 8C_225/2021 vom 10. Juni 2021 E.3.2 und 

8C_144/2021 vom 27. Mai 2021 E.2.4).

3.3. Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den 

Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweismittel 

– frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das 

Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von 

wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 

die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen 

Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander 

widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 

ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe 

anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische 

These abstellt (vgl. BGE 143 V 124 E.2.2.2 und 125 V 351 E.3a). 

Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist demnach 

entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf 

allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 

berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der 

Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die 

Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind 

(vgl. BGE 134 V 231 E.5.1 und 125 V 351 E.3a; Urteile des 

Bundesgerichts 8C_380/2021 vom 21. Dezember 2021 E.3.2, 

8C_173/2021 vom 25. Oktober 2021 E.4.1, 8C_101/2021 vom 

25. Juni 2021 E.5.1, 8C_225/2021 vom 10. Juni 2021 E.3.2 und 

8C_144/2021 vom 27. Mai 2021 E.2.4). Ausschlaggebend für den 

- 11 -

Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels 

noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen 

Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (vgl. BGE 125 V 351 E.3a und 

122 V 157 E.1c).

3.4. Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf 

bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für 

die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche 

Zusammenstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E.3b m.w.H.). Den 

im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von 

externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen 

und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten 

und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, 

ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange 

nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen 

(vgl. BGE 137 V 210 E.1.3.4 und 125 V 351 E.3b/bb; vgl. auch Urteile des 

Bundesgerichts 8C_33/2021 vom 31. August 2021 E.2.2.2 und 

9C_257/2020 vom 23. Juli 2020 E.3.2). In Bezug auf Berichte von 

behandelnden Ärzten darf und soll der Richter auch der 

Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass behandelnde Ärzte mitunter 

im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen 

eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (vgl. BGE 135 V 465 4.5 und 

125 V 351 E.3b/cc). Insbesondere lässt es die unterschiedliche Natur von 

Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits 

und der Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen 

Experten (vgl.  BGE 124 I 170 E.4) andererseits nicht zu, ein Administrativ‑ 

oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass für 

weitere Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen 

oder Therapiekräfte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. 

Vorbehalten bleiben immerhin die Fälle, in denen sich eine vom 

- 12 -

(amtlichen) Gutachten abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die 

Berichte der behandelnden Ärzte wichtige – nicht rein der subjektiven 

Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die bei der 

Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (vgl. Urteile des 

Bundesgerichts 8C_491/2021 vom 20. Dezember 2021 E.4.1, 

8C_277/2021 vom 25. August 2021 E.3 und 8C_105/2021 vom 

8. Juni 2021 E.3). 

3.5. Im Folgenden ist somit zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht 

auf das MEDAS-Gutachten vom 19. April 2021 abgestellt hat oder ob 

konkrete Indizien gegen dessen Zuverlässigkeit sprechen bzw. dieses von 

der übrigen medizinischen Aktenlage derart in Zweifel gezogen wird, dass 

von der darin ausgewiesenen Arbeitsfähigkeit von 100 % in adaptierter 

Tätigkeit abzuweichen wäre. Während die Beschwerdegegnerin im 

Ergebnis darauf abstellt, stimmt der Beschwerdeführer ihr insoweit zu, als 

er in einer "behindertengerechten Tätigkeit" zu 100 % arbeitsfähig sei 

(vgl. hierzu Beschwerde vom 20. Oktober 2022 Ziff. 3.7 S. 9 und Replik 

vom 22. November 2022 Ziff. 3.2 S. 6 sowie Ziff. 3.5 f. S. 7 f.). Allerdings 

ist er der Auffassung, dass eine solche nur auf dem zweiten Arbeitsmarkt 

zu finden sei.

3.6. Mit Blick auf die Beweiswertigkeit des MEDAS-Gutachtens vom 

19. April 2021 ist festzustellen, dass sich die Gutachter in ihrer Beurteilung 

in Kenntnis der medizinischen Vorakten (vgl. IV-act. 196 S. 14 ff., S. 32 ff. 

und S. 60 ff.) mit den gesundheitlichen Einschränkungen des 

Beschwerdeführers auseinandergesetzt und ihre Schlussfolgerungen 

gestützt auf die eigenen Untersuchungen getroffen haben (vgl. IV-act. 196 

S. 23 f., S. 41 ff. und S. 69 ff.). Auch flossen die von dem 

Beschwerdeführer gemachten Angaben zur Krankheitsentwicklung und 

zum jetzigen Leiden in die Gesamtbeurteilung zum Gesundheitszustand 

und zur Arbeitsfähigkeitseinschätzung mit ein (vgl. IV-act. 196 S. 19 ff., 

S. 37 ff. und S. 65 ff.). Dabei wurden insbesondere auch die vom 

- 13 -

Beschwerdeführer beklagten (belastungsabhängigen) Fuss-, 

Unterschenkel-, Knie-, Hüft- und Rückenschmerzen, welche ausstrahlten, 

genauso wie die Schlafstörungen berücksichtigt (vgl. IV-act. 196 S. 19, 

S. 37 f. und S. 65). Die gutachterlichen Ausführungen in der Beurteilung 

der medizinischen Zusammenhänge sind einleuchtend und die gezogenen 

Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand sowie zur 

versicherungsrechtlich relevanten Einschätzung der Arbeitsfähigkeit 

nachvollziehbar begründet (vgl. IV-act. 196 S. 5 ff., S. 24 ff., S. 44 ff. und 

S. 71 ff.). Ferner ist das Gutachten für die streitigen Belange umfassend. 

In der Konsensbeurteilung wiesen die Gutachter folgende Diagnosen mit 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit aus: Funktionsstörung des linken 

(recte: rechten) Beines nach Schienbeinschaftbruch am 

30. September 2013 und Aufbrauchveränderungen des linken (recte: 

rechten) Kniegelenks sowie leichte Funktionsbehinderungen der 

Brustwirbelsäule nach in geringer Fehlstellung stabil abgeheilten Brüchen 

der Brustwirbelkörper 7 und 9. Ohne funktionellen Einfluss seien 

namentlich ein Pincer Impingement der rechten Hüfte, eine Neigung zu 

Halswirbelsäulenbeschwerden sowie eine Dysthymia. Dazu führten die 

Gutachter in der interdisziplinären Gesamtbeurteilung aus, bei einem 

Arbeitsunfall habe sich der Beschwerdeführer, welcher nach seinen 

Angaben bisher gesund und seit seiner Einwanderung in die Schweiz mit 

17 Jahren berufstätig gewesen sei, neben zwei unkomplizierten 

Brustwirbelbrüchen insbesondere einen anscheinend banalen 

Schienbeinbruch links (recte: rechts) zugezogen. Wegen fortdauernder 

und in andere Körperregionen ausgeweiteter Schmerzproblematik sei er 

jahrelang nachbehandelt, immer wieder bildgebend untersucht und lokal 

reoperiert worden, ohne dass eine Besserung eingetreten sei. Die Suva 

habe den Fall mit einer zu 100 % zumutbaren Restarbeitsfähigkeit 

abgeschlossen. Der Beschwerdeführer sei mit dem Unfalldatum vor acht 

Jahren im Alter von ca. 40 Jahren aus dem Berufsleben ausgeschieden. 

Orthopädischerseits bestehe aufgrund der angegebenen Diagnosen keine 

- 14 -

medizinische Zumutbarkeit mehr für die zuletzt noch angenommene 

schwere Arbeit auf Baugerüsten. Psychiatrischerseits könne in 

Übereinstimmung mit der Aktenlage keine Diagnose mit anhaltender 

Wirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden. Es habe sich aus 

versicherungsmedizinischer Sicht um wechselnd leichtgradige reaktive 

psychische Störungen auf das Unfallgeschehen (Entwicklung einer 

Dysthymie) gehandelt. Die aktuelle Einschätzung des behandelnden 

Psychiaters mit einer schweren Depression und einer chronischen 

Schmerzstörung könne nicht nachvollzogen werden (IV-act. 196 S. 5). Zur 

Konsistenzbeurteilung hielten die Gutachter im Weiteren fest, schon 

aufgrund der Aktenlage sei ein aggravatorisches Verhalten nachweisbar. 

Es habe zu nicht enden wollenden Nachuntersuchungen und im Rückblick 

wohl fragwürdigen Behandlungen geführt, so dass die Voraussetzungen 

für eine Reintegration nach acht Jahren nun denkbar schlecht seien. Um 

seine Ansprüche geltend zu machen, habe sich der Beschwerdeführer 

eine (scheinbar) nach der Verletzung ausser Funktion stehende untere 

Extremität angeeignet – in der Untersuchungssituation demonstriert als 

"schonende" Fehlstellung des operierten Beines –, die im Laufe der Jahre 

immer grotesker, ja schon fast tragisch wirke. Im Sinne einer Inkonsistenz 

könne bei der orthopädischen Untersuchung nachgewiesen werden, dass 

aufgrund der völlig symmetrischen Bemuskelung und 

Fusssohlenbeschwielung die Belastung der unteren Extremitäten 

ausserhalb der Untersuchungssituation effektiv seitengleich sein müsse. 

Der Beschwerdeführer habe allgemein wenig glaubwürdig gewirkt 

(allgemein diffuse, irritierende und ausufernde Schilderungen; angesichts 

der aktuellen orthopädischen Befunde übertriebene Angaben zur 

Schmerzintensität; unklare Angaben zu konkreten Einschränkungen bzw. 

unglaubwürdige Angaben zur Medikation) (IV-act. 196 S. 6; siehe zu den 

festgestellten Inkonsistenzen gleichermassen auch AEH-Bericht vom 

21. Oktober 2019 [IV-act. 156 S. 3 und S. 14], kreisärztliche Beurteilungen 

von Dr. med. F._____ vom 23. Juni 2020 [IV-act. 163 S. 18 f.] sowie 

- 15 -

kreisärztliche Untersuchungen 12. Juni 2019, vom 26. März 2018 und vom 

28. August 2017 durch Dr. med. F._____ [IV-act. 148 S. 14, IV-act. 125 

S. 29 und IV-act. 116 S. 10], Bericht des Inselspitals vom 26. Mai 2015 [IV-

act. 67 S. 3] und kreisärztliche Untersuchung durch Dr. med. G._____ vom 

23. Oktober 2014 [IV-act. 32 S. 5]).

3.7. Soweit der Beschwerdeführer bemängelt, die angefochtenen Verfügungen 

schweigten sich darüber aus, welche gesundheitlichen Änderungen ab 

dem 1. April 2015 bis zum 30. Juni 2016 und sodann ab dem 

1. November 2016 hätten eintreten sollen, um auf eine 100%ige 

Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten zu schliessen, kann ihm nicht 

gefolgt werden. Dabei scheint er zu übersehen, dass die MEDAS-

Gutachter eine detaillierte retrospektive Arbeitsfähigkeitseinschätzung für 

Verweisungstätigkeiten unter Berücksichtigung der Entwicklung seines 

Gesundheitsschadens vorgenommen haben (vgl. IV-act. 196 S. 7 und 

S. 50 f.), auf welche auch die Beschwerdegegnerin gestützt auf die 

Abschlussbeurteilung vom 26. Mai 2021 von RAD-Arzt H._____ abstellte 

(vgl. IV-act. 230 S. 31 f.). Danach war der Beschwerdeführer im hier 

massgeblichen Zeitraum ab Ablauf des Wartejahres im Oktober 2014 

zunächst aufgrund der am rechten Kniegelenk durchgeführten 

Arthroskopie und sodann wegen der am 19. November 2014 

vorgenommenen Marknagelentfernung im Bereich der rechten Tibia bis 

Ende Dezember 2014 zu 100 % arbeitsunfähig (vgl. hierzu auch ärztliche 

Zeugnisse vom 2. Dezember 2014, 25. November 2014, 30. Oktober 2014 

und 21. Oktober 2014 [IV-act. 41 S. 2 ff.], Austrittsbericht vom 

25. November 2014 [IV-act. 40 S. 20 ff.], Operationsbericht vom 

21. November 2014 [IV-act. 40 S. 18 f.], Sprechstundenbericht vom 

8. Oktober 2014 [IV-act. 40 S. 16 f.], Austrittsbericht vom 21. August 2014 

[IV-act. 40 S. 10 f.] und Operationsbericht vom 19. August 2014 [IV-

act. 40 S. 6 f.]). Dass die MEDAS-Gutachter nach der Genesung ab dem 

1. Januar 2015 in einer Verweisungstätigkeit auf einen verbesserten 

- 16 -

Gesundheitszustand mit 100%iger Arbeitsfähigkeit schlossen, welcher 

sich unter Berücksichtigung der dreimonatigen Wartefrist gemäss Art. 88a 

Abs. 1 IVV ab dem 1. April 2015 im Sinne einer Rentenaufhebung 

auswirkte, ist nicht zu beanstanden. Denn so erachteten auch die med. 

pract. I._____ und J._____ der Rehaklinik D._____ im Austrittsbericht vom 

11. März 2015 zur stattgehabten mehrwöchigen stationären Behandlung 

den Beschwerdeführer in einer leichten bis mittelschweren beruflichen 

Tätigkeit für ganztags arbeitsfähig (vgl. IV-act. 47 S. 3). Dazu führten sie 

in der somatischen Beurteilung was folgt aus: Anderthalb Jahre nach dem 

Sturz bei der Arbeit mit konservativ behandelter Impressionsfrakturen der 

BWK 7 und 9 ohne kernspintomographische Hinweise für neuronale 

Affektionen sowie mit osteosynthetisch versorgter Tibiaschaftfraktur 

rechts, rund sieben Monate nach der arthroskopischen Chondroplastik 

und Pridiebohrungen im Bereich des lateralen Kondylus bei grossem 

osteochondrotsichem, kartilaginärem Defekt rechts, vier Monate nach 

Metallentfernung im Bereich der Tibia rechts sowie zuletzt 

kernspintomographischem Nachweis einer progredienten Arthrose, eines 

leicht zunehmenden Gelenkergusses und von Hinweisen für ein 

entzündliches Geschehen lasse sich das Ausmass der Einschränkungen 

mit den Befunden der klinischen Untersuchung und bildgebenden 

Abklärungen sowie den Diagnosen vor allem am Rücken aus somatischer 

Sicht nur zum Teil erklären. Der Beschwerdeführer zeige ein auffälliges 

Schmerz- und Leistungsverhalten sowie Inkonsistenzen (vgl. IV-act. 47 

S. 4; vgl. auch Sprechstundenbericht von Dr. med. K._____ vom 

20. Januar 2015, wonach die beklagten Beschwerden jeweils diskrepant 

zur morphologischen Diagnostik gewesen seien [IV-act. 40 S. 25 f.]; so 

auch kreisärztliche Untersuchung durch Dr. med. G._____ vom 

23. Oktober 2014 [IV-act. 32 S. 5]). Da sie insofern die seit Ende 

Dezember 2014 erhobenen Befundungen berücksichtigten (vgl. IV-act. 47 

S. 1 f.), erscheint es daher plausibel, wenn die Zumutbarkeit einer 

ganztags ausübbaren Verweisungstätigkeit bereits seit dem 

- 17 -

1. Januar 2015 angenommen wurde. Hinzu kommt, dass auch die im 

psychosomatischen Konsilium festgestellte Anpassungsstörung bzw. 

längere depressive Reaktion von Dr. med. L._____ und Psychologin 

M._____ mit Bericht vom 13. März 2015 nicht mit einer arbeitsrelevanten 

Leistungsminderung einhergehend eingestuft wurde (vgl. IV-act. 47 

S. 14).

3.8. Sodann verschlechterte sich der Gesundheitszustand des 

Beschwerdeführers ab dem 22. April 2016, welcher wiederum gemäss 

Art. 88a Abs. 2 IVV nach dreimonatiger Wartefrist ab dem 1. Juli 2016 im 

Sinne einer erneuten Rentenzusprache zu berücksichtigen war, infolge 

der aufgrund der festgestellten Aussenrotationsfehlstellung der rechten 

Tibia durchgeführten Korrekturosteotomie (vgl. hierzu auch Austritts- und 

Operationsbericht der Universitätsklinik Balgrist vom 25. bzw. 

22. April 2016 [IV-act. 89 S. 1 ff.], ärztliche Zeugnisse vom 19. Juli 2016, 

7. Juni 2016 und 22. April 2016 [IV-act. 90], kreisärztliche Beurteilung vom 

15. März 2016 [IV-act. 84], Sprechstundenbericht vom 11. Januar 2016 

[IV-act. 82 S. 2 f.] und CT-Untersuchung vom 7. Januar 2016 [IV-act. 82]). 

Die MEDAS-Gutachter gingen von einer vollständig aufgehobenen 

Arbeitsfähigkeit in leidensangepassten Tätigkeiten bis Ende Juli 2016 aus, 

womit sie dem Beschwerdeführer eine angemessene Rekonvaleszenzzeit 

einräumten, bevor sie wiederum ab dem 1. August 2016 auf eine 

Arbeitsfähigkeit von 100 % in Verweistätigkeiten schlossen (vgl. IV-

act. 196 S. 7), was wiederum zu einer Rentenaufhebung per 

1. November 2016 führte (vgl. Art. 88a Abs. 1 IVV). Diese vollständige 

Arbeitsfähigkeitsattestierung wurde durch die am 6. Juli 2018 

durchgeführte Osteosynthesematerialentfernung im Bereich der rechten 

Tibia sowie der Arthroskopie des rechten OSG mit Weichteildebridément 

nur vorübergehend aufgehoben (vgl. hierzu Austritts- und 

Operationsbericht vom 8. bzw. 6. Juli 2018 [IV-act. 128 S. 12 ff.]) und 

deckt sich im Übrigen mit der im Bericht des AEH vom 21. Oktober 2019 

- 18 -

ausgewiesenen Zumutbarkeit einer ganztags ausgeübten, mindestens 

mittelschweren Tätigkeit ohne Besteigen von Gerüsten und 

längerdauerndem oder wiederholtem Gehen auf unebenem Boden 

(vgl. IV-act. 156 S. 4 f.; siehe ferner auch kreisärztliche Beurteilungen von 

Dr. med. F._____ vom 23. Juni 2020 [IV-act. 163 S. 19 f.] und vom 

22. November 2019 [IV-act. 158 S. 14] sowie rechtskräftiger 

Einspracheentscheid der Suva vom 19. Januar 2021 [IV-act. 183 S. 11 

und 200] und die Verfügung vom 30. September 2020 [IV-act. 168 S. 3]). 

Dieses Belastungsprofil stimmt denn auch weitgehend mit dem 

gutachterlichen überein (siehe ferner auch Austrittsbericht der Rehaklinik 

D._____ vom 11. März 2015 [IV-act. 47 S. 3]). Danach sind dem 

Beschwerdeführer Arbeiten ohne häufiges Heben und Tragen von Lasten 

über 10 kg, die überwiegend sitzend und ohne häufiges Bücken, ohne 

dauernde Zwangshaltungen der Wirbelsäule sowie ohne Treppen- oder 

Leiternsteigen vollschichtig zumutbar (vgl. MEDAS-Gutachten vom 

19. April 2021 [IV-act. 196 S. 7 und S. 50]). Eine funktionelle 

Auswirkungen zeitigende psychische Erkrankung wird in einer 

nachvollziehbaren, sich auch mit abweichenden vorbefundlichen 

Diagnosen auseinandersetzenden Beurteilung durch den psychiatrischen 

MEDAS-Experten verneint (vgl. IV-act. 196 S. 71 ff.; siehe ferner auch 

Bericht vom 13. März 2015 zum psychosomatischen Konsilium [IV-act. 47 

S. 13 f.]). Indem die Beschwerdegegnerin in den angefochtenen 

Verfügungen vom 14. September 2022 auf diese medizinischen 

Abklärungen und in der Vernehmlassung vom 10. November 2022 

ausdrücklich auf das MEDAS-Gutachten vom 19. April 2021 hinwies, kann 

ihr von dem bereits im Einwandverfahren anwaltlich vertretenen 

Beschwerdeführer nicht zum Vorwurf gereichen, keine Begründung für die 

gesundheitlichen Änderungen oder das Belastbarkeitsprofil angegeben zu 

haben. Vielmehr können die Überlegungen, von denen sich die 

Beschwerdegegnerin leiten liess, angesichts der Aktenlage nachvollzogen 

werden (vgl. BGE 145 III 324 E.6.1, 143 III 65 E.5.2 und 142 III 433 

- 19 -

E.4.3.2), weshalb auch sinngemäss – soweit überhaupt rechtsgenüglich 

geltend gemacht – keine Gehörsverletzung auszumachen ist.

3.9. Des Weiteren leuchtet nicht ein, weshalb die dem Beschwerdeführer 

verbliebene Arbeitsfähigkeit von 100 % in angepasster Tätigkeit nur auf 

dem zweiten Arbeitsmarkt umgesetzt werden können soll. Den 

gutachterlichen Ausführungen sind denn auch keine entsprechenden 

Anhaltspunkte zu entnehmen. Vielmehr beziehen sich diese – wie auch 

die Angaben in den medizinischen Berichten der Rehaklinik D._____ vom 

11. März 2015 und des AEH vom 21. Oktober 2019 (vgl. IV-act. 47 S. 3 

und IV-act. 156 S. 4 f.) – auf berufliche Verweisungstätigkeiten auf dem 

ersten Arbeitsmarkt (vgl. IV-act. 196 S. 6 f., S. 26, S. 50 f. und S. 77 f.). Es 

ist auch nicht ersichtlich, inwiefern die dem Beschwerdeführer noch 

zumutbaren, überwiegend in sitzender Position auszuübenden leichten 

Arbeiten nur im geschützten Rahmen verwertbar sein sollen, werden doch 

solche Tätigkeiten – wie hernach aufzuzeigen sein wird (vgl. dazu 

nachstehende Erwägung 4.2) – auch auf dem ersten Arbeitsmarkt 

nachgefragt.

4.1 Soweit der Beschwerdeführer mit seinem Einwand, es sei nicht 

abgehandelt worden, wie eine leidensangepasste Tätigkeit auf dem ersten 

Arbeitsmarkt für einen ungelernten Arbeiter aussehen solle, sinngemäss 

die Verwertbarkeit seiner Arbeitsfähigkeit in Abrede zu stellen trachtet, ist 

ihm vorab entgegenzuhalten, dass der Referenzpunkt für die Frage der 

Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit der hypothetisch ausgeglichene 

Arbeitsmarkt ist (vgl. Art. 7 Abs. 1 und Art. 16 ATSG; Urteile des 

Bundesgerichts 8C_202/2021 vom 17. Dezember 2021 E.5.1, 

8C_811/2018 vom 10. April 2019 E.4.4.1 f., 8C_611/2018 vom 

7. Januar 2019 E.4.3 und 8C_187/2018 vom 10. September 2018 E.2). 

Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts handelt es sich dabei um 

einen theoretischen abstrakten Begriff, der dazu dient, den 

Leistungsbereich der Invalidenversicherung von demjenigen der 

- 20 -

Arbeitslosenversicherung abzugrenzen. Der Begriff umschliesst einerseits 

ein bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der 

Nachfrage nach Stellen; anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der 

von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält 

und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und 

intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen 

Einsatzes. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob 

die invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu 

verwerten (vgl. BGE 134 V 64 E.4.2.1 und110 V 273 E.4b; Urteile des 

Bundesgerichts 8C_202/2021 vom 17. Dezember 2021 E.5.1, 

8C_710/2018 vom 30. Januar 2019 E.7.1 und 8C_458/2018 vom 

23. Oktober 2018 E.4.2; Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts [EVGE] I 350/89 vom 30. April 1991 E.3b, in: ZAK 

1991 S. 318 ff. S. 320 f.). Daraus folgt, dass für die Invaliditätsbemessung 

nicht darauf abzustellen ist, ob eine invalide Person unter den konkreten 

Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, 

ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, 

wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften 

entsprechen würden (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_330/2021 vom 

8. Juni 2021 E.5.3.1, 8C_783/2020 vom 17. Februar 2021 E.7.3.1, 

8C_231/2010 vom 12. Juli 2010 E.3.1 und 9C_610/2007 vom 23. Oktober 

2007 E.4.2, je m.H. auf EVGE I 198/97 vom 7. Juli 1998 E.3b, in: AHI-

Praxis 6/1998 S. 287 ff. S. 291). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst 

auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Arbeitsangebote, bei 

welchen versicherte Personen mit einem sozialen Entgegenkommen von 

Seiten des Arbeitgebers rechnen können. Von einer Arbeitsgelegenheit 

kann dann nicht mehr gesprochen werden, wenn die zumutbare Tätigkeit 

nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene 

Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt, oder sie nur unter nicht realistischem 

Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre 

und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein 

- 21 -

ausgeschlossen erscheint (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_452/2022 

vom 10. Januar 2023 E.5.1, 9C_21/2022 vom 15. Juni 2022 E.2.3.1, 

8C_369/2021 vom 28. Oktober 2021 E.6.1, 8C_170/2021 vom 

23. September 2021 E.5.1.1 und 9C_253/2017 vom 6. Juli 2017 E.2.2.1). 

Art und Mass dessen, was einem Versicherten an Erwerbstätigkeit noch 

zugemutet werden kann, richtet sich nach seinen besonderen 

persönlichen Verhältnissen einerseits und nach den allgemein 

herrschenden Auffassungen andererseits (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

9C_21/2022 vom 15. Juni 2022 E.2.3.1, 8C_170/2021 vom 

23. September 2021 E.5.1.1 und 8C_416/2020 vom 2. Dezember 2020 

E.4.). Für die Beurteilung der Zumutbarkeit ist letztlich insofern eine 

objektive Betrachtungsweise massgebend, als es nicht auf eine bloss 

subjektiv ablehnende Bewertung der infrage stehenden Erwerbstätigkeit 

durch den Versicherten ankommt (vgl. MEYER/REICHMUTH, in: 

STAUFFER/CARDINAUX [Hrsg.], Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 4. Aufl., Zürich/Genf 

2022, Art. 28a Rz. 28 m.H.a. BGE 109 V 25 [E.3c]).

4.2. Vorliegend wurde im MEDAS-Gutachten vom 19. April 2021 ein 

Belastungsprofil definiert. Danach sind dem Beschwerdeführer Arbeiten 

ohne häufiges Heben und Tragen von Lasten über 10 kg, die überwiegend 

sitzend und ohne häufiges Bücken, ohne dauernde Zwangshaltungen der 

Wirbelsäule sowie ohne Treppen- oder Leiternsteigen vollschichtig 

zumutbar (vgl. IV-act. 196 S. 7; siehe ferner IV-act. 196 S. 48, und S. 50). 

Dieses Belastungsprofil, wonach zusammengefasst überwiegend in 

sitzender Position auszuübende leichte Tätigkeiten zumutbar sind, 

erscheint aber nicht derart eingeschränkt, dass der ausgeglichene 

Arbeitsmarkt eine entsprechende Stelle praktisch nicht kennt (vgl. Urteile 

des Bundesgerichts 8C_383/2022 vom 10. November 2022 E.4.2.6, 

8C_143/2019 vom 21. August 2019 E.5.2 und 9C_253/2017 vom 

6. Juli 2017 E.2.2.1, je m.w.H.). Vielmehr umfasst das hier anwendbare 

- 22 -

Kompetenzniveau 1 (einfache Tätigkeiten körperlicher oder 

handwerklicher Art) auch dem Beschwerdeführer zumutbare Tätigkeiten, 

welche körperlich leicht sowie kognitiv einfach sind und überwiegend in 

sitzender Arbeitsposition mit ergonomischen Körperhaltungen ausgeführt 

werden können (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_383/2022 vom 

10. November 2022 E.4.2.6, 8C_799/2021 vom 3. März 2022 E.4.3.2, 

8C_301/2021 vom 23. Juni 2021 E.6.3, 8C_369/2021 vom 

28. Oktober 2021 E.8.2.2, 8C_143/2021 vom 7. Juni 2021 E.4.3.2, 

8C_139/2020 vom 30. Juli 2020 E.6.3.3, 9C_507/2020 vom 

29. Oktober 2020 E.3.3.3.2, 8C_151/2020 vom 15. Juli 2020 E.6.2, 

9C_447/2019 vom 8. Oktober 2019 E.4.3.2, 8C_82/2019 vom 

19. September 2019 E.6.3.2 und 9C_284/2018 vom 17. Juli 2018 E.2.2.1). 

Wie die Beschwerdegegnerin in den angefochtenen Verfügungen 

ausführte, wäre dabei beispielsweise an leichte Kontroll- oder 

Überwachungsfunktionen sowie an leichte Sortier- oder Prüfarbeiten zu 

denken (vgl. IV-act. 225 S. 3 f. und Urteile des Bundesgerichts 

8C_202/2021 vom 17. Dezember 2021 E.5.3, 8C_535/2021 vom 

25. November 2021 E.5.4.3 9C_574/2019 vom 16. Oktober 2019 E.2.3 

und 8C_77/2019 vom 8. März 2019 E.3.2.2). Vor diesem Hintergrund kann 

der Beschwerdegegnerin entgegen der Auffassung des 

Beschwerdeführers auch nicht vorgeworfen werden, in Frage kommende 

Betätigungsmöglichkeiten auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht abgehandelt 

zu haben. 

4.3. Hinzu kommt, dass auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit einem 

sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers 

(Nischenarbeitsplätze) gerechnet werden kann (vgl. Urteile des 

Bundesgerichts 9C_452/2022 vom 10. Januar 2023 E.5.1, 9C_464/2021 

vom 16. September 2022 E.4.3.1, 9C_21/2022 vom 15. Juni 2022 E.2.3.1 

und 9C_253/2017 vom 6. Juli 2017 E.2.2.1, je m.w.H.). Dass der für den 

Beschwerdeführer nötige Betreuungsaufwand derart gross wäre, dass das 

- 23 -

entsprechende Entgegenkommen realistischerweise von einem 

durchschnittlichen Arbeitgeber auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht erwartet 

werden kann (vgl. ähnlich Urteil des Bundesgerichts 9C_321/2018 vom 

16. Oktober 2018 E.5 m.w.H.), ist auch mit Blick auf die gesundheitlichen 

Einschränkungen nicht ersichtlich. Soweit der Beschwerdeführer 

insbesondere darauf hinweist, dass er über keine abgeschlossene 

Berufslehre verfüge und eine seit September 2013 dauernde ständige 

Absenz vom Arbeitsmarkt aufweise, übersieht er, dass für Hilfsarbeiten 

rechtsprechungsgemäss weder eine Berufsausbildung noch Erfahrungen 

oder sonstige Vorkenntnisse vorausgesetzt werden (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 8C_55/2021 vom 9. Juni 2021 E.5.2.1). Hinzu kommt, 

dass der Beschwerdeführer neben einer schulischen Grundausbildung 

(vgl.  IV-act. 196 S. 20, S. 38 und S. 66) aufgrund seiner bisherigen 

beruflichen Laufbahn mit verschiedenen Anstellungen im Baugewerbe als 

Gerüstbauer, in der Hotellerie als Allrounder, in der Gastronomie als Koch 

sowie im Gemüse- und Früchtehandel als Magaziner bzw. Spediteur 

(vgl. IK-Auszug vom 8. Juni 2022 [IV-act. 224], MEDAS-Gutachten vom 

19. April 2021 [IV-act. 196 S. 20, S. 38 und S. 67], AEH-Bericht vom 

21. Oktober 2019 [IV-act. 156 S. 12], Bericht des Schweizer Paraplegiker 

Zentrums vom 17. Juli 2018 [IV-act. 220 S. 4], Suva-Bericht vom 

11. April 2014 [IV-act. 11 S. 56]) über verschiedene Fertigkeiten verfügt, 

die er durchaus in einer geeigneten Verweistätigkeit nutzbar machen 

könnte. Bezeichnenderweise räumte der Beschwerdeführer 

beschwerdeweise auch ein, einfache manuelle Hilfsarbeiten ausführen zu 

können (vgl. Beschwerde vom 20. Oktober 2022 Ziff. 3.11 S. 10). 

Aufgrund der bisher ausgeübten praktischen Tätigkeiten und seinen 

manuellen Fähigkeiten dürfte sich auch der Umstellungs- und 

Einarbeitungsaufwand in eine Verweistätigkeit in Grenzen halten. Es 

fehlen somit Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer aufgrund 

seiner gesundheitlichen Einschränkungen sowie den weiteren 

personenbezogenen und beruflichen Merkmalen seine verbliebene 

- 24 -

Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht 

verwerten könnte. Vielmehr stehen dem Beschwerdeführer – wie 

aufgezeigt – genügend Einsatzmöglichkeiten in einer leidensadaptierten 

Tätigkeit offen.

4.4. Insgesamt ist somit nicht zu beanstanden, wenn die Beschwerdegegnerin 

für den hier massgeblichen Zeitraum zwischen dem 1. April 2015 und dem 

30. Juni 2016 sowie ab dem 1. November 2016 auf die 

gutachterlicherseits ausgewiesene 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer 

angepassten Tätigkeit abstellte. Die Vorbringen des Beschwerdeführers 

sind nicht geeignet, konkrete Zweifel am MEDAS-Gutachten vom 

19. April 2021 zu erwecken und dessen Beweiswert zu schmälern. 

Konkrete Anhaltspunkte, welche gegen die Zuverlässigkeit dieser 

Expertise sprechen würden, brachte der Beschwerdeführer denn auch 

nicht vor. Zudem deckt sich die gutachterliche 

Arbeitsfähigkeitseinschätzung mit jenen in den Berichten der Rehaklinik 

D._____ vom 11. März 2015 und des AEH vom 21. Oktober 2019 (vgl. IV-

act. 47 S. 3 und IV-act. 156 S. 3 f.). Letztlich räumt der Beschwerdeführer 

denn auch im vorliegenden Verfahren ein, in einer "behindertengerechten 

Tätigkeit" zu 100 % arbeitsfähig zu sein (vgl. hierzu Beschwerde vom 

20. Oktober 2022 Ziff. 3.7 S. 9 und Replik vom 22. November 2022 

Ziff. 3.2 S. 6 sowie Ziff. 3.5 f. S. 7 f.).

5.1. Des Weiteren rügt der Beschwerdeführer die Höhe des den 

angefochtenen Verfügungen zugrunde gelegten Invalideneinkommens. 

Es sei absolut absurd anzunehmen, er würde mit Invalidität ein höheres 

Erwerbseinkommen als dasjenige erzielen können, das er als Gerüstbauer 

habe realisieren können.

5.2. Mit diesem Vorbringen vermag er nicht durchzudringen. Übt die 

versicherte Person – wie hier – nach Eintritt des Gesundheitsschadens 

keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit 

- 25 -

aus, können die Tabellenlöhne gemäss der vom Bundesamt für Statistik 

herausgegebenen Lohnstrukturerhebung (LSE) herangezogen werden 

(BGE 148 V 174 E.6.2 und 143 V 295 E.2.2). Dabei wird in der Regel der 

Totalwert angewendet. Praxisgemäss ist beim anhand der LSE 

vorgenommenen Einkommensvergleich sodann von der Tabellengruppe 

A (standardisierte Bruttolöhne) auszugehen, wobei üblicherweise auf die 

Tabelle TA1_tirage_skill_level, privater Sektor, abgestellt wird (Urteil des 

Bundesgerichts 8C_18/2022 vom 5. Mai 2022 E.3.1). Im erst kürzlich 

ergangenen BGE 148 V 174 vom 9. März 2022 hat das Bundesgericht 

unter anderem mit Bezugnahme auf die jüngsten Erkenntnisse aus der 

Wissenschaft und auch auf inzwischen publizierte Beiträge entschieden, 

dass im heutigen Zeitpunkt kein ernsthafter sachlicher Grund für die 

Änderung der Rechtsprechung besteht, wonach Ausgangspunkt für die 

Bemessung des Invalideneinkommens anhand statistischer Werte 

grundsätzlich die Zentralbzw. Medianwerte der LSE darstellen (vgl. dortige 

E.9.2.5; siehe ferner Urteile des Bundesgerichts 8C_667/2021 vom 

8. Juni 2022 E.6.1.2, 8C_112/2022 vom 31. Mai 2022 E.5.1, 8C_55/2022 

vom 19. Mai 2022 E.6.3.2 und 8C_602/2021 vom 11. Mai 2022 E.4.1, je 

m.w.H.). Es wies darauf hin, dass einerseits der Medianlohn teilweise auch 

von Personen mit gesundheitlicher Beeinträchtigung erzielt werde, und 

andererseits als Korrekturinstrumente für eine einzelfallgerechte 

Betrachtung die Parallelisierung der beiden Einkommen sowie die 

Möglichkeit eines Abzugs vom Tabellenlohn zur Verfügung stünden (vgl. 

BGE 148 V 174 E.9.2.2 f.). Da das Bundesgericht mit diesem zu der bis 

zum 31. Dezember 2021 geltenden Rechtslage im Bereich der 

Invalidenversicherung ergangenen Urteil somit eine 

Rechtsprechungsänderung verworfen hat, erübrigen sich Weiterungen 

dazu.

5.3. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass vorliegend die LSE 2020 hätte 

angewendet werden sollen, da diese am 23. August 2022 – und damit 

- 26 -

noch vor Erlass der angefochtenen Verfügungen vom 

14. September 2022 –  veröffentlicht worden ist (vgl. BGE 143 V 295 und 

Urteil des Bundesgerichts 9C_15/2018 vom 2. Juli 2018 E.4.3). Danach 

beläuft sich das Invalideneinkommen (per 2020) somit auf CHF 65'815.11 

(Tabelle TA 1, Kompetenzniveau 1, Männer, Zeile "Total", umgerechnet 

auf die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden, 

Arbeitsfähigkeit von 100 %, unter Berücksichtigung des Grundsatzes der 

zeitidentischen Bemessung von Validen- und Invalideneinkommen 

[vgl. BGE 129 V 222 E.4.2 und Urteil des Bundesgerichts 8C_543/2019 

vom 25. Oktober 2019 E.5.5] = CHF 5'261.-- x 12 : 40 x 41.7 x 1). Aufgrund 

der dem Beschwerdeführer verbliebenen vollen Arbeitsfähigkeit in 

Verweisungstätigkeiten und deren Verwertbarkeit auf dem 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt bleibt entgegen der Auffassung des 

Beschwerdeführers kein Raum dafür, das Invalideneinkommen anhand 

von auf dem zweiten Arbeitsmarkt erzielbaren Jahreseinkommen zu 

bemessen. Anzumerken bleibt dabei, dass selbst bei einem maximal 

möglichen leidensbedingten Abzug von 25 % kein rentenbegründender 

Invaliditätsgrad resultierte. Denn in Gegenüberstellung zum unbestritten 

gebliebenen, parallelisierten Valideneinkommen von CHF 68'022.74 (vgl. 

angefochtene Verfügungen vom 14. September 2022 [IV-act. 225]) 

resultierte bei einem mit einem Leidensabzug von 25 % bemessenen 

Invalideneinkommen von CHF 49'361.33 (= CHF 65'815.11 x 0.75) ein 

Invaliditätsgrad von gerundet 27 %, was keinen Anspruch auf eine 

Invalidenrente verliehe.

6.1. Zu prüfen bleibt die Frage der (Un-)Zumutbarkeit der Selbsteingliederung 

des Beschwerdeführers.

6.2. Rechtsprechungsgemäss ist eine verbesserte oder neu festgestellte 

Arbeitsfähigkeit grundsätzlich auf dem Weg der Selbsteingliederung zu 

verwerten (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_648/2019 vom 4. Juni 2020 

E.4.1 und 9C_473/2019 vom 25. Februar 2020 E.5.2.1). Bei Personen, 

- 27 -

deren Rente revisionsweise herabgesetzt oder aufgehoben werden soll, 

sind nach mindestens 15 Jahren Bezugsdauer oder wenn sie das 

55. Altersjahr zurückgelegt haben, praxisgemäss in der Regel vorgängig 

Massnahmen zur Eingliederung durchzuführen, bis sie in der Lage sind, 

das medizinisch-theoretisch (wieder) ausgewiesene Leistungspotenzial 

mittels Eigenanstrengung auszuschöpfen und erwerblich zu verwerten 

(vgl. BGE 145 V 209 E.5.1 m.w.H.; Urteil des Bundesgerichts 

8C_648/2019 vom 4. Juni 2020 E.4.1). Diese Rechtsprechung findet auch 

dann Anwendung, wenn zeitgleich mit der Rentenzusprache rückwirkend 

über deren Befristung und/oder Abstufung befunden wird (vgl. BGE 145 V 

209 E.5.2-5.4; Urteile des Bundesgerichts 8C_233/2021 vom 7. Juni 2021 

E.2.4, 9C_50/2020 vom 9. Juli 2020 E.3.2, 8C_80/2020 vom 19. Mai 2020 

E.2.3 und 9C_685/2019 vom 8. April 2020 E.3.1). Demgegenüber kann 

von einer die Rentenaufhebung hindernden Unzumutbarkeit der 

Selbsteingliederung bei unter 55-jährigen Versicherten und weniger als 

15 Jahre dauerndem Rentenbezug nur dann ausgegangen werden, wenn 

eine Hilfestellung erforderlich ist, die über den allgemeinen, bei einer 

Rentenaufhebung regelmässig gegebenen Eingliederungsbedarf 

hinausgeht (vgl. BGE 145 V 209 E.5.1; Urteile des Bundesgerichts 

8C_337/2022 vom 22. November 2022 E.5.1, 8C_597/2019 vom 

12. Dezember 2019 E.8.1, 8C_84/2019 vom 29. August 2019 E.7.3, 

9C_584/2015 vom 15. April 2016 E.7 und 9C_572/2012 vom 18. Oktober 

2012 E.2.3.2). 

6.3. Fehlt der Eingliederungswille bzw. die subjektive Eingliederungsfähigkeit, 

das heisst, ist die Eingliederungsbereitschaft aus invaliditätsfremden 

Gründen nicht gegeben, darf die Rente ohne vorgängige Prüfung von 

Massnahmen der (Wieder-)Eingliederung und ohne Durchführung des 

Mahn- und Bedenkzeitverfahrens nach Art. 21 Abs. 4 ATSG herabgesetzt 

oder aufgehoben werden. Berufliche Massnahmen können zwar unter 

anderem dazu dienen, subjektive Eingliederungshindernisse im Sinne 

- 28 -

einer Krankheitsüberzeugung der versicherten Person zu beseitigen. Es 

bedarf indessen auch diesfalls eines Eingliederungswillens bzw. einer 

entsprechenden Motivation der versicherten Person (Urteile des 

Bundesgerichts 8C_233/2021 vom 7. Juni 2021 E.2.3, 9C_50/2020 vom 

9. Juli 2020 E.3.1 und 9C_797/2018 vom 10. September 2019 E.5.1, je 

m.w.H.).

6.4. Für die Ermittlung des Eckwerts des 55. Altersjahres ist 

rechtsprechungsgemäss auf den Zeitpunkt der Verfügung selbst 

abzustellen (vgl. BGE 148 V 321 E.7.3), hier also der 14. September 

2022. Damals war der am N._____ 1973 geborene Beschwerdeführer 

knapp 49 Jahre alt und hatte demnach die entsprechende Schwelle von 

55 Altersjahren noch nicht überschritten. Ebenso wenig lag ein mehr als 

15 Jahre dauernder Rentenbezug vor. Diese Umstände sprechen 

entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers nicht gegen eine 

Selbsteingliederung (vgl. BGE 145 V 209 E.5.1). 

6.5. Im vorliegenden Fall ist mit dem Beschwerdeführer zwar festzustellen, 

dass er bildungsfern aufgewachsen ist, über keine abgeschlossene 

Berufsausbildung verfügt, mässige Deutschkenntnisse aufweist und seit 

Ende September 2013 keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgegangen ist 

(vgl. MEDAS-Gutachten vom 19. April 2019 [IV-act. 196 S. 20, S. 38 und 

S. 66], kreisärztliche Untersuchung vom 28. August 2017 durch Dr. med. 

F._____ [IV-act. 116 S. 6] und Suva-Bericht vom 5. Juli 2016 [IV-act. 88 

S. 8]). Wie bereits dargelegt, fallen diese persönlichen und beruflichen 

Merkmale im hier anwendbaren, auch kognitiv einfache Tätigkeiten 

umfassenden Kompetenzniveau 1 trotz erforderlicher Neuorientierung 

aber nicht massgeblich ins Gewicht; denn für (einfache manuelle) 

Hilfsarbeiten werden rechtsprechungsgemäss weder eine 

Berufsausbildung noch Erfahrungen oder sonstige Vorkenntnisse 

vorausgesetzt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_55/2021 vom 

9. Juni 2021 E.5.2.1). Abgesehen davon war der Beschwerdeführer – wie 

- 29 -

ebenfalls schon aufgezeigt – in der Vergangenheit trotz dieser 

Erschwernisse und zeitweiser Arbeitslosigkeit in der Lage, verschiedene 

Anstellungen im Baugewerbe, in der Hotellerie und Gastronomie sowie im 

Gemüse- und Früchtehandel zu finden und diesen nachzugehen (vgl. 

dazu nachstehende Erwägung.4.3). In Übereinstimmung mit dem 

MEDAS-Gutachten vom 19. April 2021 ist daher seine berufliche 

Vorgeschichte als Ressource zu werten (vgl. IV-act. 196 S. 26). Insofern 

wird ihm darin denn auch zu Recht positiv angerechnet, dass er trotz 

seiner Herkunft und seinen knappen bildungsmässigen und sprachlichen 

Voraussetzungen im hiesigen Arbeitsmarkt flexibel einsetzbar war (vgl. IV-

act. 196 S. 6). Darüber hinaus hat er in seiner bisherigen beruflichen 

Laufbahn Fertigkeiten und Erfahrung erworben, die sich in einer 

Verweistätigkeit durchaus als nützlich erweisen. Mit Blick auf die 

Fähigkeiten des Beschwerdeführers geht aus dem MEDAS-Gutachten 

vom 19. April 2021 des Weiteren hervor, dass er genügend Ressourcen 

hat, um seinen Alltag zu bewältigen und für sich selbst zu sorgen, 

Aufgaben zu planen und strukturieren sowie sein Wissen anzuwenden, 

und dass er soziale Kontakte unterhält (vgl. IV-act. 196 S. 49, S. 72 und 

S. 77; siehe ferner Bericht des Schweizer Paraplegiker Zentrums vom 

17. Juli 2018 [IV-act. 220 S. 3]). Insofern durfte der Beschwerdeführer, da 

keine Hilfestellung erforderlich ist, die den allgemeinen 

Eingliederungsbedarf bei einer Rentenaufhebung übersteigt, auf die 

Selbsteingliederung verwiesen werden. 

6.6. Was die vom Beschwerdeführer angeführte, seit Ende September 2013 

bestehende Absenz vom Arbeitsmarkt anbelangt, ist zudem anzumerken, 

dass diese nicht durch die Invalidität begründet ist bzw. war. Denn wie 

bereits hiervor ausführlich dargelegt (vgl. dazu Erwägungen 3.6 f. oben), 

ist der Beschwerdeführer gemäss den vorerwähnten medizinischen 

Unterlagen und gutachterlichen Ausführungen seit langem, wenn auch mit 

Unterbrüchen, zumindest in einer angepassten Tätigkeit arbeitsfähig. 

- 30 -

Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers ist seine langjährige 

Absenz vom Arbeitsmarkt somit überwiegend wahrscheinlich auf 

invaliditätsfremde Gründe zurückzuführen. Zudem hat ihn die 

Beschwerdegegnerin auch in berufspraktischer Hinsicht abgeklärt. Dabei 

verneinte sie jeweils einen Anspruch auf berufliche Massnahmen 

(vgl. Mitteilung vom 1. Mai 2015 [IV-act. 50]), letztmals mit Verfügung vom 

20. Juli 2022 mangels Erfüllung der Voraussetzungen für eine 

Umschulung bzw. Arbeitsvermittlung (vgl. IV-act. 228). Hinsichtlich der mit 

Blick auf die Selbsteingliederung ebenfalls massgeblichen Frage der 

subjektiven Eingliederungsfähigkeit kann den Akten entnommen werden, 

dass sich der Beschwerdeführer verschiedentlich dahingehend geäussert 

hat, sich aufgrund seiner gesundheitlichen Einschränkungen kaum bzw. 

nicht vorstellen zu können, wieder eine Arbeit aufzunehmen (vgl. Bericht 

des Schweizer Paraplegiker Zentrums vom 17. Juli 2018 [IV-act. 220 S. 3], 

Telefonnotiz vom 19. September 2016 [IV-act. 94 S. 6] und Suva-Berichte 

vom 12. Juni 2019 und vom 5. Juli 2016 [IV-act. 145 S. 6 und IV-act. 88 

S. 7]). Zwar darf aus einer allfälligen überhöhten Krankheitsüberzeugung 

allein rechtsprechungsgemäss nicht ohne Weiteres auf die 

Aussichtslosigkeit von Eingliederungsmassnahmen geschlossen werden, 

da solche durchaus geeignet sein können, den Eingliederungswillen zu 

fördern (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_597/2022 und 8C_598/2022 

vom 11. Januar 2023 E.6.2.1, 9C_317/2017 vom 19. Juni 2017 E.3.3.2 

und 8C_446/2014 vom 12. Januar 2015 E.4.2.3 nicht publiziert in 

BGE 141 V 5). Inwiefern vorliegend auf einen solchen Willen geschlossen 

werden können soll, ist jedoch nicht ersichtlich. Im Gegenteil lässt sich 

dem MEDAS-Gutachten vom 19. April 2021 diesbezüglich entnehmen, 

dass der Beschwerdeführer die Wiederaufnahme irgendeiner 

Arbeitstätigkeit ausschloss und aussagte, er könne überhaupt nichts mehr 

arbeiten (vgl. IV-act. 196 S. 20, S. 38 und S. 67). Dies deutet auf eine 

gänzlich fehlende aktivierbare Motivation für Reintegrationsmassnahmen 

hin. 

- 31 -

6.7. Vor diesem Hintergrund ist der Beschwerdeführer – sofern überhaupt von 

einer ausreichenden subjektiven Eingliederungsfähigkeit ausgegangen 

werden kann – in Gesamtwürdigung der Sachlage neben der Absenz vom 

Arbeitsmarkt aus invaliditätsfremden Gründen aufgrund der vorerwähnten 

Fähigkeiten, seiner beruflichen Vorgeschichte sowie seinen Ressourcen 

als im Stande zu betrachten, sich ohne behördliche Hilfestellung in einer 

leidensadaptierten Tätigkeit in das Erwerbsleben zu integrieren. Mithin 

durfte er von der Beschwerdegegnerin zu Recht auf den Weg der 

Selbsteingliederung verwiesen werden.

7.1. Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet und ist abzuweisen. 

Laut Art. 69 Abs. 1bis IVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG ist das 

Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um Leistungen aus der 

Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht 

kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und 

unabhängig vom Streitwert im Rahmen von CHF 200.-- bis CHF 1'000.-- 

festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein 

durchschnittlicher Aufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Kosten in 

Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens auf CHF 700.-- 

fest. Bei diesem Prozessausgang wird der Beschwerdeführer 

grundsätzlich kostenpflichtig. Allerdings hat er um unentgeltliche 

Rechtspflege und Verbeiständung ersucht. Da die Voraussetzungen dafür 

gegeben sind, kann dem Gesuch entsprochen werden. Demzufolge gehen 

die Gerichtskosten von CHF 700.-- (vorläufig) zulasten der Gerichtskasse.

7.2. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat dem Gericht mit 

Schreiben vom 30. Januar 2023 seine Honorarnote eingereicht. Darin 

machte er einen Aufwand von 12.16 Stunden à CHF 200.-- (CHF 2'432.--

) zuzüglich Spesen in der Höhe von CHF 162.50 und 7.7 % MWST, 

insgesamt CHF 2'794.25, geltend. Allerdings werden dabei auch 

Positionen betreffend den Zeitraum vor dem Erlass der hier strittigen 

Verfügungen am 14. September 2022 aufgeführt. Diese können von 

- 32 -

vornherein keinen entschädigungsberechtigten Aufwand im vorliegenden 

gerichtlichen Verfahren darstellen, weshalb die entsprechenden 

Positionen zu streichen sind. Der Arbeits- und Zeitaufwand beläuft sich 

demnach auf acht Stunden. Der geltend gemachte Stundenansatz von 

CHF 200.-- ist nicht zu beanstanden, zumal gemäss Art. 5 Abs. 1 der 

Verordnung über die Bemessung des Honorars der Rechtsanwältinnen 

und Rechtsanwälte vom 17. März 2009 (Honorarverordnung, HV; 

BR 310.250) der Honoraransatz für den berechtigten Aufwand im Rahmen 

der bewilligten unentgeltlichen Vertretung CHF 200.-- pro Stunde beträgt. 

Zudem sind die Barauslagen mit der praxisgemäss anzuerkennenden 

Spesenpauschale von 3 % des Honorars zu veranschlagen (vgl. Urteile 

des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden S 2022 28 vom 

7. Juni 2022 E.6.2, S 2022 4 vom 24. März 2022 E.9.2, S 2021 117 vom 

25. Januar 2022 E.9 und S 2020 67 vom 8. Dezember 2020 E.7), womit 

sie vorliegend CHF 48.-- betragen. Demnach wird der Beschwerdeführer 

im Rahmen der bewilligten unentgeltlichen Vertretung mit CHF 1'774.90 

(8 Stunden à CHF 200.-- + CHF 48.-- + CHF 126.90 [7.7% MWST]) 

entschädigt.

7.3. Der obsiegenden Beschwerdegegnerin steht kein Anspruch auf Ersatz der 

Parteikosten zu (vgl. Art. 61 lit. g ATSG e contrario).

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.1. In Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (Art. 76 VRG) werden 

die Kosten von CHF 700.00 zulasten von A._____ von der Gerichtskasse 

übernommen.

- 33 -

2.2. A._____ wird in der Person von Rechtsanwalt lic. iur. Bernhard Zollinger 

ein Rechtsvertreter auf Kosten des Staates bestellt. Dieser wird durch die 

Gerichtskasse mit CHF 1'774.90 (inkl. MWST) entschädigt.

2.3. Wenn sich die Einkommens- oder Vermögensverhältnisse von A._____ 

gebessert haben und er hierzu in der Lage ist, hat er das Erlassene und 

die Kosten der Rechtsvertretung zu erstatten (Art. 77 VRG).

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilung]

[Mit Urteil 8C_193/2023 vom 25. Mai 2023 ist das Bundesgericht auf die gegen diesen 
Entscheid erhobene Beschwerde nicht eingetreten.]