# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d85606c7-b60a-55bb-81ee-d197dff2e030
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-02-16
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 16.02.2022 SST.2021.64
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2021-64_2022-02-16.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 2. Kammer 

 

 

SST.2021.64 

(ST.2019.51; STA.2017.3851) 

 

 

Urteil vom 16. Februar 2022 
 

 

Besetzung  Oberrichterin Plüss, Präsidentin  

Oberrichter Fedier  

Oberrichter Egloff  

Gerichtsschreiberin i.V. Flütsch     

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg, 

Riburgerstrasse 4, 4310 Rheinfelden  

 

Privatkläger   A._____, 

[…] 

vertreten durch Rechtsanwalt Michael Ritter,  

[…] 

 

    
    

Beschuldigte   B._____,  

geboren am tt.mm.1969, von Deutschland, 

[…] 

verteidigt durch Rechtsanwalt Cornel Wehrli,  

[…]   

 

  

 
 

Gegenstand  Mehrfacher Betrug 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

 

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1.  

1.1. 

Die Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg erliess gegen die 

Beschuldigte am 12. Februar 2019 den folgenden Strafbefehl: 

 

 "Sachverhalt: 
 
Mehrfacher Betrug  
Art. 146 Abs. 1 StGB 
 
Die Beschuldigte hat in der Absicht, sich unrechtmässig zu bereichern, 
jemanden durch Unterdrücken von Tatsachen arglistig irrezuführen und 
so den Irrenden zu einem Verhalten zu bestimmen, wodurch dieser sich 
selbst am Vermögen schädigt.  
 
Mehrfache Nötigung  
Art. 181 StGB  
 
Die Beschuldigte hat  jemanden durch Androhen ernstlicher Nachteile 
genötigt etwas zu tun.  
 
Der Beschuldigte und die Privatklägerin haben sich am 31.01.2014 an 
einer Vereinsversammlung des E. kennen gelernt. Im Anschluss bat die 
Beschuldigte den Privatkläger um ein kleines Darlehen. Sie habe 
finanzielle Probleme wegen ihrer Scheidung/Wohnsituation. Der 
Privatkläger hat ihr am 04.03.2014 CHF 10'000.00 als Darlehen 
überwiesen. Innerhalb von wenigen Wochen ist es auf Bitten der 
Beschuldigten zu weiteren Darlehen zwischen CHF 3'000.00 und 
CHF 4'000.00 gekommen. Diese Beträge hat der Privatklägerin der 
Beschuldigten jeweils in bar übergeben. Die Beschuldigte hatte 
versichert, die Darlehen zurück zu zahlen, sobald ihre Scheidung 
beendet sei. Vom April 2014 bis Juni 2015 sind zahlreiche weitere 
Darlehen zwischen CHF 1'000.00 und CHF 6'000.00 erfolgt. Insgesamt 
hat die Beschuldigte CHF 75'000.00 als Darlehen vom Privatkläger 
erhalten. Die einzelnen Darlehensbeträge wurden an den jeweiligen 
Wohnadressen der Beschuldigten oder am Wohnort des Privatklägers 
der Beschuldigten übergeben. 
 
Die Beschuldigte hat den Privatkläger zu den Darlehen genötigt, indem 
sie ihm ihr Leid geklagt hat und dass sie sich ohne die Unterstützung des 
Privatklägers schon längst etwas angetan hätte. Mehrfach hat sie dem 
Privatkläger gegenüber gedroht sich umzubringen bzw. sie werde 
zugrunde gehen, wenn er ihr kein weiteres Geld leihe. Der Privatkläger 
wollte am Tod der Beschuldigten nicht schuld sein und hat ihr weitere 
Darlehen gewährt. Dies war zum Zeitpunkt, als er ihr bereits ca. die 
Hälfte des gesamten Darlehens ausgerichtet hatte. 
 
Der Privatkläger hat bereits nach der Gewährung von insgesamt 
CHF 17'000.00 die Beschuldigte um Rückzahlung des Darlehens 
ersucht. Diese wurde ihm zugesichert, da nach der Scheidung aus dem 
Verkauf der ehelichen Liegenschaft das Geld zur Verfügung stehen 
würde. Die Beschuldigte hat sich wiederholt und vehement geweigert, 
eine Schuldanerkennung z.G. des Privatklägers zu unterzeichnen. Ihr 

 - 3 - 

 

 

 

Anwalt habe ihr geraten, während der Scheidung nichts zu 
unterschreiben. Die Beschuldigte hat den Privatkläger auch unter Druck 
gesetzt, indem sie behauptete, Probleme mit ihrer Arbeitsstelle zu 
bekommen bzw. dass sie ihre Stelle verlieren könnte, falls sie das 
Darlehen zurückzahlen müsse. Die Beschuldigte sagte, dass es ihr 
psychisch sehr schlecht gehe und der Privatkläger solle doch an ihre 
Psyche denken. 
 
Die Beschuldigte hatte den Privatkläger arglistig getäuscht indem sie ihm 
die Rückzahlung der Darlehen zusicherte obwohl sie weder in der Lage 
dazu war noch die Absicht hatte, die Darlehen je zurück zu bezahlen. Sie 
täuschte dem Privatkläger vor, in ihrer Wohnung gesundheitsgefährdeten 
Stoffen ausgesetzt zu sein und deshalb eine andere Wohnung zu 
benötigen. Ein anderes Mal gab sie vor, dass ihre Katze den 
Parkettboden in der Wohnung zerkratzt hätte und sie von der 
Vermieterschaft zur Instandstellung der Schäden aufgefordert worden ist 
und daher wieder Geld benötige. 
 
Der Privatkläger hat der Beschuldigten folgende Darlehensbeträge 
ausgerichtet: 
 
- 04.03.2014 CHF 10'000.00 
- 21.03.2014 CHF 3'000.00 
- 03.04.2014 CHF 4'000.00 
- 11.04.2014 CHF 4'000.00 
- 22.04.2014 CHF 4'000.00 
- 26.06.2014 CHF 5'000.00 
- 03.07.2014 CHF 6'000.00 
- 18.07.2014 CHF 6'000.00 
- 28.07.2014 CHF 3'000.00 
- 11.08.2014 CHF  3'000.00 
- 26.08.2014 CHF 3'000.00 
- 04.09.2014 CHF 3'000.00 
- 16.09.2014 CHF 3'000.00 
- 25.09.2014 CHF 2'000.00 
- 15.10.2014 CHF 4'000.00 
- 17.10.2014 CHF 3'000.00 
- 19.12.2014 CHF 3'000.00 
- 29.12.2014 CHF 1'000.00 
- 14.05.2015 CHF 3'000.00 
- 12.06.2015 CHF 2'000.00 
Total CHF 75'000.00 
 
Ort: […] V., […] 
   […] W., […] 
   […] X., […] 
   […] T., […] 
   […] R., […] 
Zeit:  4. März 2014 bis 12. Juni 2015 
Deliktsbetrag: CHF 75'000.00 
Privatkläger. A., […] 
 
Dieses Verhalten ist strafbar gemäss: 
 
den oben aufgeführten Gesetzesartikeln sowie aArt. 34 StGB, aArt. 42 
Abs. 1 StGB, aArt. 42 Abs. 4 StGB i.V.m. Art. 106 StGB, Art. 44 StGB, 
Art. 47 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB 

 - 4 - 

 

 

 

 
Die Beschuldigte wird verurteilt zu: 
 
1. Einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je CHF 110.00, bedingt 

aufgeschoben bei einer Probezeit von 2 Jahren. 
 
2. Einer Busse von CHF 2'400.00. 

Bei schuldhafter Nichtbezahlung tritt an Stelle der Busse eine Ersatz-
freiheitsstrafe von 22 Tagen. 

 
3. Den Kosten 
 

- Strafbefehlsgebühr CHF 1'300.00 
 

Rechnungsbetrag CHF 3'700.00 
 
Über Auslagen, die nach Erlass des vorliegenden Strafbefehls eingehen, 
wird separat verfügt. 
 
4. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 
 
5. Die Zivilforderung von CHF 75'000.00 wird auf den Zivilweg verwiesen. 
 
6. Das Urteil wird im Strafregister eingetragen." 

 

1.2. 

Gegen diesen Strafbefehl erhob die Beschuldigte am 15. Februar 2019 

Einsprache. Die Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg hielt am 

Strafbefehl fest und überwies die Akten mit Verfügung vom 16. Juli 2019 

an das Bezirksgericht Rheinfelden zur Durchführung des Hauptverfahrens. 

 

2. 

2.1. 

Am 28. August 2020 fand die Hauptverhandlung vor der Präsidentin des 

Bezirksgerichts Rheinfelden mit Befragung des Privatklägers und der 

Beschuldigten statt. 

 

2.2.  

Der Privatkläger stellte anlässlich der Hauptverhandlung folgende Anträge: 

 

 "1. 
Die Beschuldigte sei wegen mehrfachen Betrugs sowie mehrfacher 
Nötigung schuldig zu sprechen und angemessen zu bestrafen. 
 
2. 
Im Zivilpunkt sei die Beschuldigte adhäsionsweise zu verpflichten, dem 
Privatkläger CHF 75'000.00 zzgl. 5% Zins seit 15. Mai 2017 sowie die 
Betreibungskosten von CHF 103.30 zu bezahlen und es sei der 
Rechtsvorschlag gegen die Betreibung vom 16. August 2017 
(Betreibungs-Nr. aaa) zu beseitigen. 
 
3. 

 - 5 - 

 

 

 

Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zzgl. MwSt.) zu Lasten der 
Beschuldigten, wobei die Entschädigung des Privatklägers im Umfang der 
eingereichten Honorarnote festzusetzen sei." 
 

2.3. 

Die Beschuldigte stellte anlässlich der Hauptverhandlung folgende 

Anträge: 

 

 "1. 
Die Angeklagte sei von Schuld und Strafe freizusprechen. 
 
2. 
Die Zivilforderung sei abzuweisen. Eventualiter auf den Zivilweg zu 
verweisen. 
 
3. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen." 

 

Zusätzlich stellte sie folgenden Verfahrensantrag: 

 

 "Es sei die Einvernahme von Frau G. aus den Akten zu entfernen." 

 

2.4. 

Die Präsidentin des Bezirksgerichts Rheinfelden erkannte am 6. Oktober 

2020: 

 

 "1. 
Die Beschuldigte wird vom Vorwurf der mehrfachen Nötigung gemäss  
Art. 181 StGB freigesprochen. 
 
2. 
Die Beschuldigte ist schuldig des mehrfachen Betrugs gemäss Art. 146 
Abs. 1 StGB. 
 
3. 
3.1 
Die Beschuldigte wird in Anwendung der in Ziff. 2 erwähnten Bestimmung 
und gestützt auf aArt. 34, Art. 47 und 49 Abs. 1 StGB zu 80 Tagessätzen 
Geldstrafe verurteilt. Der Tagessatz wird auf Fr. 100.00 festgelegt. Die 
Geldstrafe beläuft sich auf Fr. 8'000.00. 
 
3.2 
Der Beschuldigten wird gestützt auf Art. 42 StGB für die Geldstrafe  
gemäss Ziff. 3.1. der bedingte Strafvollzug gewährt. Die Probezeit wird 
gestützt auf Art. 44 Abs. 1 StGB auf 2 Jahre festgesetzt. 
 
Die Beschuldigte wird entsprechend der Vorschrift von Art. 44 Abs. 3 StGB 
über die Bedeutung und die Folgen der bedingten Strafe aufgeklärt: Wenn 
sie sich bis zum Ablauf der Probezeit bewährt, d.h. keine Verbrechen oder 
Vergehen mehr begeht, wird gemäss Art. 45 StGB die aufgeschobene 
Strafe nicht mehr vollzogen. Begeht sie aber während der Probezeit ein 
Verbrechen oder Vergehen und ist deshalb zu erwarten, dass sie weitere 
Straftaten verüben wird, so widerruft das Gericht die bedingte Strafe 
(Art. 46 Abs. 1 StGB). 

 - 6 - 

 

 

 

 
4. 
In Gutheissung der Zivilklage des Privatklägers A. wird die Beschuldigte 
verpflichtet, ihm Schadenersatz von Fr. 75'000.00 zzgl. 5 % Zins seit 15. 
Mai 2017 sowie die Betreibungskosten von Fr. 103.30 zu bezahlen. 
Gleichzeitig wird der Rechtsvorschlag gegen die Betreibung vom 16. 
August 2017 (Betreibungs-Nr.: aaa) beseitigt. 

 
5. 
Die Verfahrenskosten bestehen aus: 
a) der Entscheidgebühr von    Fr. 1'200.00 
b) der Anklagegebühr von     Fr. 1'400.00 
c) den Kosten für die unentgeltl. Verbeiständung von Fr. 0.00 
d) den Kosten für Übersetzungen von   Fr. 0.00 
e) den Kosten für Gutachten von    Fr. 0.00 
f) den Kosten der Mitwirkung anderer Behörden von Fr. 0.00 
g) den Spesen von     Fr. 90.00 
h) andere Auslagen     Fr. 0.00 
Total       Fr. 2'690.00 
 
Der Beschuldigten werden die Gebühren gemäss lit. a und b sowie die 
Kosten gemäss lit. g im Gesamtbetrag von Fr. 2'690.00 zu 70% und somit 
im Betrag von Fr. 1'883.00 auferlegt. Der Restbetrag von Fr. 807.00 geht 
zu Lasten der Staatskasse. 

 
6. 
6.1 
Die Kostennote des Verteidigers der Beschuldigten, lic. iur. Cornel Wehrli, 
Rechtsanwalt […], wird im Umfang von Fr. 11'967.15 (inkl. Fr. 855.60 
MwSt.) richterlich genehmigt. 
 
6.2 
Die Gerichtskasse Rheinfelden wird angewiesen, dem Verteidiger der 
Beschuldigten, lic. iur. Cornel Wehrli, Rechtsanwalt […], den Betrag von 
Fr. 3'590.15 (30 % des Betrags gemäss Ziff. 6.1.) zu bezahlen. Im Übrigen 
trägt die Beschuldigte ihre Kosten selber. 
 
6.3 
Die Kostennote des Vertreters des Zivil- und Strafklägers, MLaw Michael 
Ritter, Rechtsanwalt […], wird im Umfang von Fr. 13'129.90 (inkl. 
Fr. 938.70 MwSt.) richterlich genehmigt. 
 
6.4 
Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Zivil- und Strafkläger dessen 
Parteikosten im Gesamtbetrag von Fr. 13'129.90 zu ersetzen." 

 

2.5. 

Das Urteilsdispositiv vom 6. Oktober 2020 wurde der Beschuldigten am 

23. Oktober 2020 zugestellt. Mit Eingabe vom 30. Oktober 2020 meldete 

sie Berufung an. Das begründete Urteil wurde ihr in der Folge am 15. 

Februar 2021 zugestellt. 

 

 - 7 - 

 

 

 

3. 

3.1. 

Mit Berufungserklärung vom 5. März 2021 beantragte die Beschuldigte, die 

Ziffern 2 bis 6 des Urteils des Bezirksgerichts Rheinfelden vom 6. Oktober 

2020 seien aufzuheben. Die Beschuldigte sei vom Vorwurf des mehrfachen 

Betrugs gemäss Art. 146 StGB freizusprechen und die Zivilklage des 

Privatklägers sei abzuweisen, eventualiter auf den Zivilweg zu verweisen. 

Dies unter den üblichen Kosten- und Entschädigungsfolgen sowohl des 

erst- als auch des zweitinstanzlichen Verfahrens. 

 

3.2. 

Mit Berufungsbegründung vom 29. April 2021 hielt die Beschuldigte an 

ihren Berufungsanträgen fest. 

 

3.3. 

Die Staatsanwaltschaft beantragte mit Berufungsantwort vom 18. Mai 2021 

die Abweisung der Berufung, unter Kostenfolge.  

 

3.4. 

Der Privatkläger beantragte mit Berufungsantwort vom 25. Mai 2021 die 

Abweisung der Berufung, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. 

 

3.5. 

Die Berufungsverhandlung fand am 16. Februar 2022 statt. Der 

Privatkläger, die Zeugin G. und die Beschuldigte wurden befragt. 

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Die Beschuldigte hat das vorinstanzliche Urteil mit Ausnahme des 

Freispruchs vom Vorwurf der Nötigung gemäss Art. 181 StGB 

vollumfänglich angefochten. Das Urteil ist somit in diesem Umfang zu 

überprüfen (Art. 404 Abs. 1 StPO). 

 

2. 

2.1. 

Die Vorinstanz hat die Beschuldigte des mehrfachen Betrugs gemäss 

Art. 146 Abs. 1 StGB schuldig gesprochen. Sie hat es als erstellt erachtet, 

dass die Beschuldigte den Privatkläger über ihren fehlenden Rück-

zahlungswillen getäuscht habe. Als Folge dieser Täuschung habe er ihr im 

Zeitraum vom 4. März 2014 bis 12. Juni 2015 Darlehen über insgesamt 

Fr. 75'000.00 ausgerichtet. Die Beschuldigte habe die Absicht gehabt, sich 

unrechtmässig zu bereichern. 

 

 - 8 - 

 

 

 

2.2. 

Die Beschuldigte bestreitet mit Berufung, sich des mehrfachen Betrugs 

gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB strafbar gemacht zu haben. Sie rügt die 

vorinstanzliche Beweiswürdigung und bringt eventualiter vor, dass auch die 

rechtlichen Voraussetzungen des Betrugs nicht erfüllt seien. 

 

3. 

3.1. 

Die Beschuldigte macht vorab geltend, die Zeugenaussage von G. beruhe 

auf einem Verstoss gegen Art. 179bis StGB (Abhören und Aufnehmen 

fremder Gespräche) und sei somit entgegen der Auffassung der Vorinstanz 

nicht verwertbar (vgl. Berufungsbegründung S. 5). Sie bezieht sich damit 

auf die Aussagen der Zeugin G. anlässlich ihrer Einvernahme vom 22. Juni 

2018 sowie anlässlich der Berufungsverhandlung vom 16. Februar 2022. 

Dort hat sie angegeben, auf Bitten des Privatklägers ein zwischen ihm und 

der Beschuldigten geführtes Telefonat über den Telefonlautsprecher 

mitgehört zu haben (vgl. Untersuchungsakten [UA] act. 36 ff., Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 11 ff.). 

 

3.2. 

Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung kann der Lautsprecher eines 

Telefons zwar grundsätzlich als Abhörgerät i.S.v. Art. 179bis StGB 

eingesetzt werden. Das tatbestandsmässige Verhalten setzt jedoch unter 

anderem voraus, dass der Täter das Abhörgerät vorsätzlich in Betrieb setzt, 

um das nichtöffentliche Gespräch mitzuhören (BGE 133 IV 249 E. 3.4 f.). 

Der Privatkläger hat anlässlich der Einvernahme vom 26. März 2018 

ausgesagt, er habe "damals das Telefon auf Lautsprecher gestellt", damit 

die Zeugin G. habe mithören können (vgl. UA act. 32). Dies bestätigte er 

anlässlich der Berufungsverhandlung vom 16. Februar 2022 (vgl. Protokoll 

der Berufungsverhandlung S. 6). Die Zeugin G. hat anlässlich ihrer 

Einvernahme vom 22. Juni 2018 sowie ihrer Befragung an der 

Berufungsverhandlung vom 16. Februar 2022 zu Protokoll gegeben, das 

Telefongespräch sei nicht geplant gewesen und sie wisse auch nicht mehr, 

wie es zustande gekommen sei oder wer wen angerufen habe. Sie sei 

damals zufällig beim Privatkläger gewesen, sie habe ein eigenes Zuhause 

und sei nicht regelmässig bei ihm gewesen. Sie sei damals regelmässig 

zwischen Y. und R. hin und hergereist. Der Privatkläger habe sein Telefon 

erst nach etwa 2 Minuten auf Lautsprecher gestellt (vgl. UA act. 37, UA act. 

39, Protokoll der Berufungsverhandlung S. 12). Aus den Aussagen geht 

glaubhaft hervor, dass das Mithören des Gesprächs seitens der Zeugin G. 

vorgängig nicht geplant war. So hat sie sich nur zufällig beim Privatkläger 

befunden und hat das Gespräch auch nicht von Anfang an über den 

Lautsprecher mitgehört. Ausserdem ist nicht erstellt, dass sie den 

Lautsprecher des Telefons selbst in Betrieb genommen oder das Mithören 

des Gesprächs in sonstiger Weise initiiert hätte. Da sie dem 

Telefongespräch zwischen dem Privatkläger und der Beschuldigten nur 

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zufällig und auf Initiative des Privatklägers zugehört hat, hat sie sich nicht 

strafbar gemacht. Wie von der Vorinstanz zutreffend festgestellt, ist ihre 

Aussage somit verwertbar (vgl. Urteil E. 3.1). 

 

4. 

Vorliegend ist unbestritten, dass die Beschuldigte und der Privatkläger sich 

am 31. Januar 2014 an einer Vereinsversammlung des E. kennengelernt 

haben und der Privatkläger am 4. März 2014 Fr. 10'000.00 auf ihr 

Privatkonto überwiesen hat (vgl. UA act. 30, UA act. 44, UA act. 153, 

Gerichtsakten [GA] act. 25). Strittig und damit zu prüfen ist, ob es zu 

weiteren Bargeldübergaben gekommen ist und ob die Beschuldigte dem 

Privatkläger zugesichert hat, das Geld zurückzubezahlen. 

 

5. 

5.1. 

5.1.1. 

5.1.1.1. 

Der Privatkläger macht geltend, er habe der Beschuldigten zwischen dem 

4. März 2014 und dem 12. Juni 2015 insgesamt Fr. 75'000.00 ausbezahlt, 

davon Fr. 10'000.00 als Überweisung und Fr. 65'000.00 in bar (vgl. 

Fälligstellung der Darlehensforderung vom 27. März 2017, UA act. 160 f.; 

Strafanzeige vom 10. November 2017, UA act. 138 ff.). Er hat sich sowohl 

in der Strafanzeige vom 10. November 2017, der Einvernahme vom 26. 

März 2018, der Befragung anlässlich der Hauptverhandlung vor der 

Vorinstanz vom 28. August 2020, als auch der Berufungsverhandlung vom 

16. Februar 2022 zu dieser Behauptung geäussert. So habe er ihr zuerst 

die Fr. 10'000.00 gegeben. Danach seien aber laufend neue Forderungen 

und damit auch Zahlungen gekommen. Die Beschuldigte sei verzweifelt 

gewesen und habe ihm gesagt, sie wisse nicht weiter und er müsse ihr 

mehr Geld geben, ansonsten sie sich das Leben nehme. Er habe Erbarmen 

mit ihr gehabt und ihr immer wieder ein bisschen Geld zugeschoben. Sie 

habe immer wieder wegen Geld gefragt, als sie essen gegangen seien. 

Ausserdem habe er ihr auch einmal einen von einer Katze verunreinigten 

Boden und einen Fernseher, den sie sich gewünscht habe, bezahlt. Nach 

der Überweisung der Fr. 10'000.00 habe er ihr die weiteren Geldbeträge in 

bar gegeben, "einmal Fr. 2'000.00, dann wieder Fr. 3'000.00". Er habe ihr 

jeweils die Geldnoten in die Hand gegeben, meistens bei ihm zuhause, 

aber auch mal unterwegs, wenn sie zusammen essen gegangen seien. 

Andere Personen seien bei diesen Übergaben nie anwesend gewesen. 

Das Geld, welches er ihr gegeben habe, habe er für sich notiert. Man könne 

dies auf den Bankauszügen sehen. Immer, wenn er ihr Geld geliehen habe, 

habe er einen Bargeldbezug getätigt. Wenn er ihr beispielsweise 

Fr. 3'000.00 gegeben habe, habe er ca. Fr. 5'000.00 bezogen, natürlich 

auch für sich selbst (vgl. UA act. 29 ff.; UA act. 138 ff., GA act. 23 ff., 

Protokoll Berufungsverhandlung S. 3 ff.). 

 

 - 10 - 

 

 

 

5.1.1.2. 

Die Aussagen des Privatklägers, wonach er der Beschuldigten neben der 

unstrittigen Überweisung von Fr. 10'000.00 noch weiteres Geld gegeben 

habe, werden im Wesentlichen von der Zeugin G. gestützt. Die Zeugin will 

ein Telefongespräch zwischen dem Privatkläger und der Beschuldigten 

mitgehört haben, in welchem die Beschuldigte dies bestätigt habe. Die 

Zeugin G. hat sich diesbezüglich erstmals anlässlich ihrer Einvernahme 

vom 22. Juni 2018 geäussert. Dort hat sie ausgesagt, der Privatkläger habe 

ihr schon vor dem Telefonat von der Beschuldigten und was da gelaufen 

sei erzählt. Sie hätten vorgängig darüber gesprochen und das Ganze kurz 

angeschaut. Ein anderes Gespräch zwischen dem Privatkläger und der 

Beschuldigten habe sie nie mitbekommen. Im besagten Telefonat sei es 

um das Geld gegangen, welches der Privatkläger von ihr zurückfordern 

wollte. Die Beschuldigte habe bestätigt, den Geldbetrag von Fr. 75'000.00 

von ihm erhalten zu haben. Sie habe auch einen Betrag von Fr. 30'000.00 

erwähnt, allerdings wisse sie nicht mehr, worum es dabei gegangen sei. 

Sie glaube, die Beschuldigte habe erwähnt, dass sie ihm Fr. 75'000.00 

zurückbezahlen werde, wenn die Scheidung durch sei (vgl. UA act. 35 ff.). 

Anlässlich der Berufungsverhandlung vom 16. Februar 2022 wurde die 

Zeugin G. erneut dazu befragt. Sie gab an, ein starkes Medikament 

einnehmen zu müssen, weshalb ihre Gedächtnisleistung eingeschränkt 

sei. Sie wisse deshalb nicht mehr alle Einzelheiten (vgl. Berufungsprotokoll 

S. 11 f.). Die damalige Aussage vor der Polizei, dass die Beschuldigte den 

Erhalt von Fr. 75'000.00 bejaht und ihre Rückzahlungspflicht bekundet 

habe, könne sie jedoch heute noch bestätigen. Es seien verschiedene 

Beträge genannt worden; sie habe, so glaube sie, von Fr. 30'000.00 gehört, 

es sei aber auch mal die Rede von Fr. 35'000.00 oder Fr. 40'000.00 

gewesen. Sie wisse es nicht mehr genau (vgl. Protokoll 

Berufungsverhandlung S. 12). Darüber hinaus bestätigte die Zeugin G., 

dass der Privatkläger ihr bereits 2015 davon berichtet habe, einer Frau 

Fr. 75'000.00 in Raten gegeben zu haben und dass er das Geld wieder 

zurückwolle. Dies habe ihn sehr bedrückt (vgl. Protokoll 

Berufungsverhandlung S. 11). Weiter habe er eine handschriftliche Liste 

mit den Beträgen gemacht, welche sie einmal gesehen habe (vgl. Protokoll 

Berufungsverhandlung S. 12). 

 

5.1.1.3. 

Die Beschuldigte hat sich anlässlich ihrer Einvernahme vom 23. August 

2018 zur Behauptung des Privatklägers, sie habe Fr. 75'000.00 von ihm 

erhalten, geäussert (vgl. UA act. 42 ff.). Bei der Befragung an der 

Hauptverhandlung vor der Vorinstanz am 28. August 2020 hat sie in Bezug 

auf die Anklagevorwürfe von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch 

gemacht (vgl. GA act. 29). Selbiges gilt für die Befragung anlässlich der 

Berufungsverhandlung vom 16. Februar 2022 (vgl. Protokoll der Berufungs-

verhandlung S. 14). Die Beschuldigte bestreitet konsequent, Fr. 75'000.00 

vom Privatkläger erhalten zu haben. So hat sie ausgesagt, sie wisse nichts 

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von den Fr. 75'000.00, aufgrund welcher der Privatkläger Anzeige gegen 

sie erstattet habe. Entgegen seinen Behauptungen habe sie ihm nie über 

Probleme geklagt und habe ihn auch nie um Geld gebeten. Sie habe nur 

die Fr. 10'000.00 am 4. März 2014 vom Privatkläger überwiesen erhalten. 

Sie könne die Aussage des Privatklägers, dass es sich total um einen 

Betrag von Fr. 75'000.00 handle, nicht bestätigen. Sie wisse auch nichts 

von einem Telefonat mit dem Privatkläger, in welchem sie bestätigt haben 

soll, insgesamt Fr. 75'000.00 von ihm erhalten zu haben. Es stimme nicht, 

dass sie ihn immer wieder nach Geld gefragt habe und ihn stark unter Druck 

gesetzt habe, als er nichts mehr habe geben wollen. Er habe ihr 

Fr. 10'000.00 überwiesen und sonst wisse sie von nichts (vgl. UA act. 43 

ff.). 

 

5.1.2. 

5.1.2.1. 

Der Privatkläger hat eine persönliche Notiz der einzelnen Beträge und der 

dazugehörigen Übergabedaten erstellt. Die entsprechende Aufstellung ist 

in seiner "Fälligstellung" der Darlehensforderungen vom 27. März 2017 

zuhanden der Beschuldigten ersichtlich und wird in seiner Strafanzeige 

vom 10. November 2017 entsprechend aufgeführt (vgl. UA act. 161, UA 

act. 138 ff.). Dass er die Beträge jeweils für sich notiert habe, sagte der 

Beschuldigte bereits anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 26. 

März 2018 aus (vgl. UA act. 32). Dies bestätigte er zudem anlässlich der 

Berufungsverhandlung vom 16. Februar 2022. Er habe die Beträge jedes 

Mal zuhause notiert; er habe doch wissen wollen, wieviel Geld er der 

Beschuldigten "ausgebe" (vgl. Protokoll der Berufungsverhandlung S. 9 f.). 

Die Aussagen des Privatklägers in Bezug auf den von ihm ausgezahlten 

Gesamtbetrag sind somit vor dem Hintergrund dieser Aufstellung sowie 

den Bankauszügen des Privatklägers (vgl. UA act. 153 ff.) zu würdigen. 

Dabei ergeben sich gewisse Unstimmigkeiten: Bis auf vier Daten stimmen 

die getätigten Bargeldbezüge in ihrer Höhe nicht mit den behaupteten 

Bargeldübergaben an die Beschuldigte überein (3. April 2014, 26. August 

2014, 4. September 2014, 12. Juni 2015; vgl. UA act. 153 ff.; vgl. Beilagen 

des Vertreters zur Hauptverhandlung vom 28. August 2020). Der 

Privatkläger hat im Zeitraum zwischen dem 21. März 2014 und dem 12. 

Juni 2015 insgesamt mehr Geld bezogen, als er an die Beschuldigte 

übergeben haben will. Er machte Barbezüge über insgesamt Fr. 81'500.00 

und hätte unter Berücksichtigung der Fr. 65'000.00, welche er an die 

Beschuldigte übergeben haben will, einen Überschuss von Fr. 16'500.00 

an abgehobenem Bargeld gehabt (vgl. UA act. 153 ff., Beilagen des 

Vertreters zur Hauptverhandlung vom 28. August 2020).  Dazu hat der 

Privatkläger sowohl anlässlich seiner Einvernahme als auch anlässlich der 

Berufungsverhandlung angegeben, er habe natürlich auch für sich und 

seine laufenden Kosten Geld gebraucht. Wenn er ihr z.B. Fr. 3'000.00 

gegeben habe, habe er vorgängig ca. Fr. 5'000.00 bezogen, auch für sich 

(vgl. UA act. 32, Protokoll Berufungsverhandlung S. 4). Dies erscheint 

 - 12 - 

 

 

 

glaubhaft, zumal in den Kontoauszügen des Privatklägers zwar 

regelmässig Vergütungsaufträge erscheinen, jedoch keine Transaktionen 

für Lebensmittelkäufe oder ähnlichem mit einer Maestrokarte ersichtlich 

sind (vgl. UA act. 153 ff.). Der Privatkläger verfügte gemäss eigener 

Aussage über keine anderen Bankkonten und hatte auch keine Barmittel 

oder sonstiges Vermögen, welches er hätte heranziehen können. Er habe 

lediglich eine Wohnung, welche ihm gehöre (vgl. Protokoll Berufungs-

verhandlung S. 6). Es ist davon auszugehen, dass er den Überschuss von 

Fr. 16'500 während der relevanten Periode von März 2014 bis Juni 2015 

für den täglichen Bedarf (Lebensmittel, etc.) ausgab, was nachvollziehbar 

erscheint. Eine weitere Unstimmigkeit ergibt sich indessen in Bezug auf 

den Zeitpunkt der Bargeldbezüge: Anlässlich seiner polizeilichen 

Einvernahme gab der Privatkläger an, er habe jeweils vor der Bargeld-

übergabe an die Beschuldigte Bargeldbezüge von seinem Konto getätigt 

(vgl. UA act. 32). Diese Aussage steht im Widerspruch zu den vom 

Privatkläger eingereichten Kontoauszügen (vgl. UA act. 153 ff.). Aus den 

insgesamt 19 Daten lassen sich deren drei ausmachen, an welchen der 

Privatkläger Geld an die Beschuldigte übergeben haben will, jedoch 

vorgängig keine Bargeldbezüge getätigt hat (26. Juni 2014, 17. Oktober 

2014, 14. Mai 2015). Wie bereits die Vorinstanz feststellte, lassen sich die 

behaupteten Zahlungen an die Beschuldigte jedoch aus dem Restsaldo 

vorheriger Bargeldbezüge erklären (vgl. Urteil E. 5.3.3). Ausserdem bezog 

der Privatkläger auch an Daten Bargeld, an welchen er gar keine 

Zahlungen an die Beschuldigte geltend macht (21. August 2014, 27. 

Oktober 2014, 23. April 2015; vgl. UA act. 153 ff.). Nach dem Gesagten ist 

festzuhalten, dass die festgestellten Unstimmigkeiten nicht gegen die 

Glaubhaftigkeit der Aussagen des Privatklägers sprechen. 

 

5.1.2.2. 

Der Privatkläger stützt sich auf die Aussagen der Zeugin G. anlässlich ihrer 

Einvernahme vom 22. Juni 2018, gemäss welchen sie gehört haben will, 

dass die Beschuldigte den Betrag von Fr. 75'000.00 gegenüber dem 

Privatkläger in einem Telefonat bestätigt habe (vgl. UA act. 36 ff.). Dazu ist 

festzuhalten, dass sie anlässlich der Berufungsverhandlung vom 16. 

Februar 2022 und unter Strafandrohung von Art. 307 StGB erneut 

aussagte, dem Telefonat beigewohnt zu haben und gehört zu haben, dass 

die Beschuldigte ihre Geldschuld gegenüber dem Privatkläger bestätigt 

habe (vgl. Protokoll Berufungsverhandlung S. 12). Dass sich die Zeugin G. 

im Zeitpunkt der Berufungsverhandlung an gewisse Einzelheiten des 

Telefongesprächs nicht mehr erinnern konnte, ist einerseits darauf 

zurückzuführen, dass dieses bereits mehrere Jahre zurücklag und sie 

anlässlich der Berufungsverhandlung gemäss eigener Aussage unter 

Einfluss eines starken, sedativ wirkenden Medikaments gestanden habe. 

Gleichwohl wies sie darauf hin, dass sie die Aussagen, die sie 

diesbezüglich vor der Polizei im Juni 2018 gemacht habe, auch heute noch 

so bestätigen könne (vgl. Protokoll Berufungsverhandlung S. 11 f.). Damals 

 - 13 - 

 

 

 

hatte sie ausgesagt, es sei von den Fr. 75'000.00 die Rede gewesen, 

welche die Beschuldigte dem Privatkläger schulde. Die Beschuldigte habe 

den Erhalt von Fr. 75'000.00 bestätigt (vgl. UA act. 37). Im Übrigen 

stimmten ihre Aussagen weitgehend mit jenen der Einvernahme vom 22. 

Juni 2018 und den Aussagen des Privatklägers überein. Insbesondere 

führte sie anlässlich der Berufungsverhandlung aussagekräftig aus, dass 

der Privatkläger bereits im Jahre 2015 darüber geklagt habe, dass er der 

Beschuldigten immer wieder Geld gegeben habe und ihn die Situation sehr 

belastet habe. Ebenfalls bestätigte sie, dass sie eine handschriftliche 

Auflistung der verschiedenen ausgehändigten Beträge gesehen hatte, 

welche der Privatkläger erstellt habe (vgl. Protokoll Berufungsverhandlung 

S. 12 f.). Nach dem Gesagten sind neben den Aussagen des Privatklägers 

auch jene der Zeugin G. als glaubhaft zu beurteilen. 

 

5.1.2.3. 

Die Beschuldigte bestreitet ihrerseits konsequent, dass nach der 

Überweisung von Fr. 10'000.00 vom 4. März 2014 weiteres Geld an sie 

geflossen sei. So habe sie weder wiederholt über finanzielle und 

persönliche Schwierigkeiten geklagt noch weitere Fr. 65'000.00 vom 

Privatkläger erhalten. Zwar hat die Beschuldigte anlässlich ihrer 

Einvernahme vom 23. August 2018 zweimal verneint, überhaupt jemals 

Geld vom Beschuldigten erhalten zu haben und dies erst dann zugegeben, 

als sie explizit auf die in ihrem Kontoauszug ausgewiesene Überweisung 

von Fr. 10'000.00 hingewiesen worden ist (vgl. UA act. 43 f.). Allerdings hat 

sie am Ende der Einvernahme angefügt, sie sei bei der Frage davon 

ausgegangen, dass die Fr. 10'000.00 bereits ausgewiesen seien und sie 

sonst kein Geld erhalten habe (vgl. UA act. 51). Zu beachten ist, dass die 

Beschuldigte im vorliegenden Verfahren, wie auch im Hinblick auf die 

Zivilforderung des Privatklägers, selbstverständlich ein Interesse daran hat, 

die Vorwürfe von sich zu weisen. Da sich die Aussagen der Beschuldigten 

anlässlich ihrer Einvernahme vom 23. August 2018 weitestgehend auf 

Abstreitungen beschränken und sie anlässlich der Befragungen vor der 

Vorinstanz und der Berufungsinstanz ihre Aussage verweigerte (vgl. GA 

act. 29, Protokoll der Berufungsverhandlung S. 14), sind ihre Äusserungen 

zu den Vorwürfen jedoch keiner Aussagewürdigung im eigentlichen Sinne 

zugänglich.  

 

5.1.3. 

Nach dem Gesagten ist festzuhalten, dass der Privatkläger von Anfang an 

konstant und übereinstimmend geschildert hat, er habe der Beschuldigten 

nach der Überweisung vom 4. März 2014 weitere Bargeldbeträge im 

Umfang von Fr. 65'000.00 übergeben. Seine diesbezüglichen Aussagen – 

auch in Bezug auf die wiederholten Klagen der Beschuldigten über 

finanzielle Probleme, welche die Zahlungen zur Folge hatten – sind über 

die Zeitachse hinweg weitestgehend deckungsgleich geblieben. Der 

Privatkläger hat wiederholt glaubhaft ausgeführt, er habe jeweils mehr Geld 

 - 14 - 

 

 

 

bezogen, als er ihr gegeben habe, da er auch Geld für seinen eigenen 

Lebensbedarf benötigt habe. Dies lässt sich, wie bereits ausgeführt (vgl. 

Ziff. 5.1.2.1), anhand der eingereichten Bankauszüge nachvollziehen (vgl. 

UA act. 153 ff.). Dass er die ausgehändigten Beträge jeweils für sich notiert 

habe, sagte der Privatkläger sowohl anlässlich seiner ersten Einvernahme 

vom 26. März 2018 als auch an der Berufungsverhandlung vom 16. 

Februar 2022 aus. Dies wurde zudem von der Zeugin G. anlässlich der 

Berufungsverhandlung bestätigt (vgl. Protokoll der Berufungsverhandlung 

S. 12 f.). Auch die sonstigen Aussagen der Zeugin G. stützen jene des 

Privatklägers (vgl. Ziff. 5.1.2.2). Bei diesem Beweisergebnis ist davon 

auszugehen, dass der Privatkläger der Beschuldigten nach der 

unbestrittenen Überweisung vom 4. März 2014 bis zum 12. Juni 2015 

insgesamt weitere Fr. 65'000.00 in bar übergeben hat. 

 

5.2. 

5.2.1. 

5.2.1.1. 

Der Privatkläger hat sich anlässlich seiner Einvernahme vom 26. März 

2018, seiner Befragung an der Hauptverhandlung vom 28. August 2020 

sowie der Befragung an der Berufungsverhandlung vom 16. Februar 2022 

zu den Umständen der Überweisung vom 4. März 2014 und den 

nachfolgenden Geldübergaben bis zum 12. Juni 2015 geäussert (vgl. UA 

28 ff.; GA act. 23 ff., Protokoll der Berufungsverhandlung S. 3 ff.). So habe 

die Beschuldigte ihm am Abend des 31. Januar 2014, nachdem sie sich an 

der Generalversammlung des E. kennengelernt hätten, ihr Leid geklagt, 

wonach sie wegen Lärmbelästigung sofort aus der Wohnung in V. 

ausziehen müsse und deshalb Geld benötige. Sie halte es nicht mehr aus 

und müsse so schnell wie möglich ausziehen, noch bevor der Mietvertrag 

auslaufe. Er habe dem Darlehen sofort zugestimmt, er habe dieser Frau 

einfach helfen wollen. Er habe ihr gesagt, dass er ihr Fr. 10'000.00 geben 

könne, aber über die Bank. Auch habe er ihr gesagt, dass er eine 

Bestätigung wolle, dass er ihr das Geld geliehen habe. Erstmals auf die 

Rückzahlung angesprochen habe er sie eigentlich in diesem Moment, als 

er ihr das Geld überwiesen habe. Sie habe aber nichts unterschreiben 

wollen, solange die Scheidung nicht durch gewesen sei. Das sei auch bei 

den nachfolgenden Geldübergaben so gewesen, als er sie jeweils um eine 

Schuldanerkennung gebeten habe. Es sei der Beschuldigten von Anfang 

an klar gewesen, dass es sich um ein Darlehen handle, welches sie 

zurückzahlen müsse. So habe sie immer gesagt, er müsse keine Angst um 

das Geld haben, er bekomme es sicher wieder zurück. Sie könne den 

Geldbetrag jedoch erst zurückzahlen, wenn ihre Scheidung vorbei sei. Sie 

habe ihm dies mehrfach versichert und er habe darauf vertraut. Als er ihr 

eine Schuldanerkennung zur Unterschrift vorgelegt habe, habe sie das 

Blatt zerrissen. Er habe immer wieder eine schriftliche Bestätigung 

verlangt, doch sie sei jedes Mal wütend geworden und habe sogar gedroht, 

sie würde zugrunde gehen oder sich das Leben nehmen, sofern er ihr kein 

 - 15 - 

 

 

 

Geld mehr gebe. Er habe gedacht, wenn die Scheidung durch sei, 

bekomme er das Geld. Sie habe die Schuldanerkennung nie 

unterschrieben. Sie habe immer gesagt, er solle aufhören danach zu fragen 

und ihr vertrauen. Der Anwalt habe ihr gesagt, während der Scheidung 

nichts zu unterschreiben. Sie habe nach der Scheidung eine Wohnung zu 

verkaufen und er müsse keine Angst haben, da gebe es schon Geld. Das 

Geld sei von seiner Seite nicht als Geschenk gedacht gewesen. Er sei 

grosszügig und gebe Geld, aber das müsse man wiedergeben (vgl. UA act. 

30 ff., GA act. 23 ff., Protokoll der Berufungsverhandlung S. 3 ff.). Weiter 

sei es undenkbar, dass die Beschuldigte davon ausgegangen sei, es 

handle sich bei den Geldern um ein Geschenk. Sie habe dies erst vor 

Gericht so gesagt (vgl. Protokoll der Berufungsverhandlung S. 3). 

 

5.2.1.2. 

Die Zeugin G. hat in ihrer Einvernahme vom 22. Juni 2018 sowie anlässlich 

der Berufungsverhandlung vom 16. Februar 2022 ausgesagt, dass die 

Beschuldigte ihre Rückzahlungspflicht im Telefonat mit dem Privatkläger 

(vgl. Ziff. 5.1.1.2) erwähnt habe. Sie habe bestätigt, dass es sich beim Geld 

um ein Darlehen handle, welches sie zurückbezahlen müsse. Sie habe 

gewusst, dass sie das Geld nicht behalten dürfe (vgl. UA act. 37 f., Protokoll 

der Berufungsverhandlung S. 12). In ihrer Einvernahme, an welcher sie 

anlässlich der Berufungsverhandlung festhielt (vgl. Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 12), sagte sie weiter aus, die Beschuldigte habe 

dem Privatkläger gesagt, sie habe im Moment finanzielle Schwierigkeiten 

und könne nichts zurückzahlen. Sie habe dem Privatkläger auch gesagt, 

dass es ihr psychisch schlecht gehen würde, wenn sie von ihm betrieben 

werden würde. Sie würde dann Probleme bei der Arbeitsstelle bekommen 

und ihre Arbeit allenfalls sogar verlieren. Der Privatkläger müsse an ihre 

Psyche denken. Sie habe sich während dem Telefonat nicht bereit erklärt, 

eine Schuldanerkennung zu unterschreiben. Sie habe gesagt, er solle ihr 

vertrauen. Sie sei eher empört gewesen und habe gesagt, er verlange 

etwas von ihr, was gar nicht nötig sei. Er solle ihr einfach glauben, ihr 

vertrauen. Sie sei sehr erbost und verärgert gewesen und habe auch sehr 

genervt gewirkt (vgl. UA act. 37 ff.). 

 

5.2.1.3. 

Die Beschuldigte bestreitet, vom Privatkläger Fr. 65'000.00 in bar erhalten 

zu haben und ihm diese zu schulden. Sie anerkennt lediglich den Erhalt der 

Überweisung vom 4. März 2014 über Fr. 10'000.00 (vgl. Ziff. 5.1.2.3). Dabei 

habe es sich jedoch um ein Geschenk gehandelt. Von einer Rückzahlung 

sei nie die Rede gewesen; der Privatkläger habe auch nie eine 

Schuldanerkennung von ihr verlangt. Sie habe das Geld gebraucht, um 

Rechnungen zu bezahlen. Sie habe erst gar nicht damit gerechnet, dass 

dieser Mann ihr dieses Geld schenke. Aus ihrer Sicht sei es nicht als 

Darlehen gedacht gewesen, wie der Privatkläger dies behaupte. Darüber 

sei nicht geredet worden. Das Geld sei von seiner Seite aus gekommen, 

 - 16 - 

 

 

 

sie habe ihm keinen Grund genannt, weshalb sie Geld benötige. Sie seien 

zusammen Abendessen gegangen und im Gespräch hätten sie über 

private Sachen geredet. Am Schluss habe er ihr gesagt, dass er sie mit 

etwas überraschen wolle. Sie habe nicht gewusst, womit. Sie sei dann auch 

sehr überrascht über die Höhe des Geldbetrags gewesen. Bezüglich 

Rückzahlung des Geldbetrags sei nichts vereinbart worden. Es stimme 

nicht, dass er eine schriftliche Bestätigung gewollt habe und sie nichts habe 

unterschreiben wollen. Er habe sie nie gebeten, etwas zurückzuzahlen. Auf 

die Frage hin, weshalb der Privatkläger Darlehen erfinden sollte, hat die 

Beschuldigte zu Protokoll gegeben, er habe ihr Avancen gemacht und 

versucht, sie zu küssen und anzufassen, was sie habe verweigern müssen. 

Sie habe auch seine Nummer sperren lassen müssen, weil er sie nachts 

telefonisch belästigt habe. Er habe diese Sache erfunden, weil sie seine 

Zuneigung nicht erwidert habe. Ausserdem glaube sie, es gäbe einen 

Zusammenhang mit seiner neuen Freundin, der Zeugin G. (vgl. UA act. 43 

ff., UA act. 49 f.). 

 

5.2.2. 

5.2.2.1. 

Gemäss erstelltem Sachverhalt hat die Beschuldigte vom Privatkläger nach 

der unbestrittenen Überweisung vom 4. März 2014 über Fr. 10'000.00 

zwischen dem 21. März 2014 und dem 12. Juni 2015 weitere Fr. 65'000.00 

in bar erhalten (vgl. Ziff. 5.1.3). Der Privatkläger hat die Umstände dieser 

Überweisung und der Bargeldübergaben im gesamten Verfahren 

kongruent und detailreich geschildert. So hat er von Anfang an glaubhaft 

dargelegt, dass die Beschuldigte ihm bereits anlässlich ihres Kennen-

lernens vom 31. Januar 2014 über finanzielle Schwierigkeiten und 

Wohnungsprobleme geklagt habe und er deshalb zugestimmt habe, ihr 

finanziell auszuhelfen. Ebenfalls legte er in sämtlichen Befragungen 

glaubhaft dar, dass es in der Folge immer wieder zu Klagen über finanzielle 

Probleme durch die Beschuldigte gekommen sei und er sich deshalb immer 

wieder bereit erklärt habe, Geld zu geben (vgl. UA act. 31 ff., GA act. 23 ff., 

Protokoll Berufungsverhandlung S. 3 ff.). Dass gewisse Aussagen des 

Privatklägers dazu nicht vollumfänglich deckungsgleich sind, schadet ihrer 

Glaubhaftigkeit schliesslich nicht. Der Privatkläger ist zum Zeitpunkt der 

Geldüberweisung und der weiteren Geldübergaben bereits 76 bzw. 77 

Jahre alt gewesen. Die Strafanzeige hat er am 10. November 2017 und 

damit über 3,5 Jahre später eingereicht. Bei der Einvernahme am 26. März 

2018, der Hauptverhandlung vor der Vorinstanz am 28. August 2020 sowie 

der Berufungsverhandlung vom 16. Februar 2022 ist der Privatkläger 

bereits 80 bzw. 83 und 85 Jahre alt gewesen. Gewisse Schwierigkeiten der 

zeitlichen Einordnung von Geschehnissen sind aufgrund des fortge-

schrittenen Alters des Privatklägers und der langen Zeitspanne des 

Verfahrens zu erwarten. So spricht der Umstand, dass er anlässlich der 

Strafanzeige angegeben hat, dem Darlehen vom 4. März 2014 über 

Fr. 10'000.00 "nach mehrmaliger Bitte" (vgl. UA act. 138 ff.), gemäss seiner 

 - 17 - 

 

 

 

Einvernahme jedoch "sofort" (vgl. UA act. 28 ff.) zugestimmt zu haben, nicht 

gegen seine sonst kongruente Darstellung der Geschehnisse. Der 

Privatkläger hat überdies konstant ausgesagt, er habe wiederholt versucht, 

von der Beschuldigten eine Schuldanerkennung zu bekommen, wobei er 

jedoch immer gescheitert sei. Insbesondere hat er aussagekräftig 

beschrieben, wie erbost die Beschuldigte jeweils über die entsprechende 

Bitte gewesen sei und dass sie einmal eine vorgelegte Schuldanerkennung 

vor seinen Augen zerrissen habe. Ebenfalls habe sie ihm mehrmals gesagt, 

sie werde sich das Leben nehmen oder das Ganze seinen Kindern 

erzählen, obwohl er die Sache habe geheim halten wollen (vgl. UA act. 31, 

GA act. 24, GA act. 26, Protokoll der Berufungsverhandlung S. 5). Der 

Privatkläger konnte sich trotz der längeren Zeitspanne an viele Details 

seiner Interaktionen mit der Beschuldigten erinnern und gab diese an 

sämtlichen Befragungen übereinstimmend wieder. Auch diesbezüglich 

erscheinen seine Aussagen als glaubhaft. Es ergeben sich keine Hinweise 

darauf, dass der Privatkläger die Darlehen bzw. die Rückzahlungspflicht 

der Beschuldigten aufgrund abgewiesener Zuneigung oder aus sonstigen 

Gründen erfunden haben sollte. Wenn es auch wahrscheinlich ist, dass ein 

gewisses Interesse an der Beschuldigten bestanden hat, ist aus den Akten 

nicht ersichtlich, dass dies für die Vorwürfe des Privatklägers bzw. das 

vorliegende Verfahren von Relevanz ist. 

 

5.2.2.2. 

Die glaubhaften Aussagen des Privatklägers werden durch die Zeugin G. 

gestützt. Diese hat in ihrer Einvernahme mehrmals und in eigenen Worten 

beschrieben, dass die Beschuldigte um ihre Rückzahlungspflicht gewusst 

und dem Privatkläger die Rückzahlung auch bestätigt habe. So habe die 

Beschuldigte begriffen, dass sie "das Geld nicht behalten dürfe" (vgl. UA 

act. 38). Insbesondere hat sie auch detailreich ausgeführt, dass die 

Beschuldigte darüber gesprochen habe, dass sie das Geld momentan aus 

finanziellen Gründen nicht zurückzahlen könne und eine Betreibung des 

Privatklägers sie auch im Zusammenhang mit ihrer Psyche und ihrem 

Arbeitgeber in eine missliche Lage bringen könnte. Ebenfalls habe sie 

erbost und genervt gewirkt, als der Privatkläger sie auf die Unterzeichnung 

einer Schuldanerkennung angesprochen habe (vgl. UA act. 38). Diese 

Aussagen zum Verhalten der Beschuldigten, deren Ausflüchte im 

Zusammenhang mit der Rückzahlung und die negative Reaktion auf die 

Frage einer Schuldanerkennung erscheinen glaubhaft. Zudem bestätigte 

sie ihre Aussagen der Einvernahme vom 22. Juni 2018 anlässlich der 

Berufungsverhandlung vom 16. Februar 2022 (vgl. Protokoll 

Berufungsverhandlung S. 12). Ihre Aussagen zu der Rückzahlungspflicht 

und Verweigerung einer Schuldanerkennung seitens der Beschuldigten 

sind somit als glaubhaft zu erachten. 

 

 - 18 - 

 

 

 

5.2.2.3. 

Entgegen den Vorbringen des Privatklägers behauptet die Beschuldigte, 

der Privatkläger habe ein persönliches Interesse an ihr gehabt und habe 

ihr deshalb ein Überraschungsgeschenk von Fr. 10'000.00 gemacht. Sie 

habe nicht gewusst, worum es sich bei dem Geschenk gehandelt habe und 

sei dann auch sehr überrascht über die Höhe des Geldbetrags gewesen. 

Bezüglich einer Rückzahlung sei nichts vereinbart worden (vgl. UA act. 44). 

Anlässlich ihrer Einvernahme vom 23. August 2018 hat sie ausgesagt, sie 

sei mit dem Privatkläger zum Abendessen gegangen. Im Gespräch hätten 

sie über private Sachen geredet und am Schluss habe er ihr gesagt, dass 

er sie mit etwas überraschen wolle. Sie habe nicht gewusst, womit (vgl. UA 

act. 44). Es ist unbestritten, dass der Privatkläger ihr das Geld am 4. März 

2014 überwiesen und nicht bei einem Abendessen in bar übergeben hat. 

Wie der Privatkläger – wenn es stimmen sollte, dass die Beschuldigte ihn 

nie um Geld gebeten habe – vorgängig die Kontoinformationen der 

Beschuldigten erhalten haben soll, ist weder aus den Akten noch den 

Aussagen der Beschuldigten ersichtlich. Des Weiteren hat der Privatkläger 

in der Strafanzeige vom 10. November 2017 sowie an der Berufungs-

verhandlung vom 16. Februar 2022 angegeben, der Beschuldigten einen 

Ring und einen neuen Fernseher geschenkt zu haben. Ebenfalls habe er 

sie wiederholt zum Abendessen eingeladen und ihr bei Wohnungs-

wechseln und anderen Belangen geholfen (vgl. UA act. 146, Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 5). Die beiden Parteien haben offensichtlich eine 

freundschaftliche Beziehung miteinander gepflegt, während welcher der 

Privatkläger der Beschuldigten auch hin und wieder Zuwendungen 

gemacht hat. Dies ist soweit nachvollziehbar und wurde vom Privatkläger 

von Anfang an nicht bestritten. Es ist deshalb, wie bereits dargelegt (vgl. 

Ziff. 5.2.2.1), auch nicht auszuschliessen, dass ein gewisses Interesse an 

der Beschuldigten vorhanden war, wie die Beschuldigte dies vorbringt. 

Trotzdem erscheint es unter den konkreten Umständen und insbesondere 

den wirtschaftlichen Verhältnissen des Privatklägers (pensionierter 

Landwirt ohne Pensionskasse, vgl. GA act. 22, GA act. 27, Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 7 f.) lebensfremd, dass er der Beschuldigten 

nach der damals erst kurzen Bekanntschaft von rund einem Monat ein 

Geschenk in der Höhe von Fr. 10'000.00 gemacht haben soll. Implizit 

bestätigt dies im Übrigen auch die Beschuldigte, die angesichts der Höhe 

des Betrags angegeben hat, "überrascht" gewesen zu sein (vgl. UA act. 

44). Umso weniger nachvollziehbar erscheint vor diesem Hintergrund, dass 

der Privatkläger ihr die beweismässig erstellten Fr. 65'000.00 in bar (vgl. 

Ziff. 5.1.3) geschenkt haben sollte. Im Gegensatz zur Darstellung der 

Beschuldigten erscheint vielmehr glaubhaft, dass der Privatkläger ihr die 

besagten Geldsummen auf ihre wiederholte Bitte geliehen und überwiesen 

bzw. übergeben hat. Im Übrigen liegen, wie bereits dargelegt, keine 

Hinweise in den Akten vor, welche die Behauptungen der Beschuldigten im 

Zusammenhang mit enttäuschten Erwartungen des Privatklägers oder 

einem Motiv der Falschbezichtigung seitens der Zeugin G. belegen könnten 

 - 19 - 

 

 

 

(vgl. Ziff. 5.2.2.1 bzw. 5.2.2.2). Die Aussagen der Beschuldigten im 

Zusammenhang mit der Überweisung vom 4. März 2014 und den weiteren 

Bargeldübergaben in der Höhe von Fr. 65'000.00 sind somit als reine 

Schutzbehauptungen zu erachten. 

 

5.2.3. 

Nach dem Gesagten ist festzuhalten, dass der Privatkläger glaubhaft 

dargelegt hat, dass es sich bei der Überweisung vom 4. März 2014 und den 

darauffolgenden Bargeldübergaben zwischen dem 21. März 2014 und dem 

12. Juni 2015 um rückzahlungspflichtige Darlehen und nicht um ein 

Geschenk gehandelt hat, dass sich die Beschuldigte dessen auch bewusst 

gewesen ist und ihm die Rückzahlung mehrmals versichert hat. Ebenfalls 

hat er glaubhaft dargelegt, dass die Beschuldigte mehrmals eine 

Schuldanerkennung verweigert hat (vgl. Ziff. 5.2.2.1). Selbiges hat die 

Zeugin G. in ihren ebenfalls glaubhaften Aussagen bestätigt (vgl. Ziff. 

5.2.2.2). Die Aussagen der Beschuldigten, wonach sie die Überweisung als 

Überraschungsgeschenk erhalten habe und deshalb keine 

Rückzahlungspflicht ihrerseits bestehe, erweisen sich demgegenüber als 

unglaubhaft. Selbiges gilt für die implizit bestrittene Rückzahlungspflicht in 

Bezug auf die Fr. 65'000.00 in Bargeld, deren Erhalt durch die Beschuldigte 

als beweismässig erstellt zu erachten ist (vgl. Ziff. 5.1.3, Ziff. 5.2.2.3). 

 

6. 

Nach obigem Beweisergebnis ist von folgendem Sachverhalt auszugehen: 

Die Beschuldigte hat vom Privatkläger am 4. März 2014 auf ihre Bitte hin 

ein Darlehen von Fr. 10'000.00 auf ihr Konto überwiesen erhalten, 

nachdem sie ihm über finanzielle Probleme geklagt hat. Zwischen dem 21. 

März 2014 und dem 12. Juni 2015 richtete der Privatkläger der 

Beschuldigten, ebenfalls auf Bitten und Klagen ihrerseits hin, weitere 

Fr. 65'000.00 in bar aus, dies jeweils an 19 verschiedenen Daten (vgl. UA 

act. 161, UA act. 138 ff.). Der Beschuldigten ist dabei von Anfang an 

bewusst gewesen, dass sie das Geld zurückzahlen muss. Den 

wiederholten Aufforderungen des Privatklägers, das Geld 

zurückzubezahlen oder ihre Schuld mindestens schriftlich festzuhalten, ist 

sie nicht nachgekommen.  

 

7. 

7.1. 

Gemäss Anklage soll die Beschuldigte den Privatkläger mit ihrem Verhalten 

über ihren Rückzahlungswillen arglistig getäuscht und sich dadurch 

bereichert haben. Damit habe sie sich des Betrugs gemäss Art. 146 Abs. 1 

StGB schuldig gemacht. Die Beschuldigte bestreitet mit Berufung den 

Erhalt des Darlehens und sinngemäss eine Rückzahlungspflicht ihrerseits. 

Eventualiter bringt sie vor, dass eine Opfermitverantwortung des Privat-

klägers vorliege, wodurch eine Strafbarkeit im Zusammenhang mit dem 

 - 20 - 

 

 

 

Vorwurf des Betrugs aufgrund fehlender Arglist ohnehin entfalle (vgl. 

Berufungsbegründung S. 2 ff.). 

 

7.2. 

Des Betruges gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB macht sich schuldig, wer 

jemanden durch Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen 

arglistig irreführt oder ihn in einem Irrtum arglistig bestärkt und so den 

Irrenden zu einem Verhalten bestimmt, wodurch dieser sich selbst oder 

einen anderen am Vermögen schädigt. 

 

7.3. 

7.3.1. 

Als Täuschung gilt jedes Verhalten, welches darauf abzielt, bei einem 

anderen eine von der Wirklichkeit abweichende Vorstellung über objektiv 

feststehende Tatsachen der Vergangenheit oder Gegenwart hervorzu-

rufen. Auch gegenwärtige innere Tatsachen, welche sich auf künftige 

Vorgänge beziehen, können täuschungsrelevant sein. Im Zusammenhang 

mit Betrugskonstellationen betrifft dies insbesondere die innere Tatsache 

des (Rück-)Zahlungswillens. Wer einen Darlehensvertrag abschliesst und 

bereits im Zeitpunkt des Vertragsschlusses nicht gewillt ist, seiner 

Rückzahlungspflicht nachzukommen, täuscht nicht über das künftige 

Zahlungsereignis, sondern über seinen gegenwärtigen Leistungswillen 

(vgl. BGE 135 IV 76 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen; MAEDER/NIGGLI, in: 

Basler Kommentar, Strafrecht II, 4. Aufl. 2019, N. 41 ff. zu Art. 146 StGB).  

 

7.3.2. 

Die Beschuldigte hat am 4. März 2014 ein Darlehen über Fr. 10'000.00 vom 

Privatkläger überwiesen bekommen. In der Folge bezog sie von ihm 

zwischen dem 21. März 2014 und dem 12. Juni 2015 weitere 19 

Bargelddarlehen in der Höhe von Fr. 65'000.00. Dabei hat sie ihm stets 

versichert, diese Darlehen von gesamthaft Fr. 75'000.00 nach der 

Scheidung zurückzuzahlen. Trotz dieses Versprechens hat sie sich 

fortwährend geweigert, ihre Schuld schriftlich zu bestätigen (vgl. Ziff. 6). 

Stattdessen hat sie den Privatkläger wiederholt damit vertröstet, er werde 

das Geld schon zurückbekommen und müsse ihr einfach glauben und 

vertrauen (vgl. Ziff. 5.2.1.1). Trotz ihres Rückzahlungsversprechens ist die 

Beschuldigte offensichtlich von vornherein weder gewillt gewesen, ihre 

Geldschuld schriftlich festzuhalten noch sie überhaupt zu begleichen, 

zumal der Privatkläger sein Geld auch nach der Scheidung der 

Beschuldigten und bis heute nicht zurückerhalten hat. Daran vermögen 

auch die wiederholten Appelle an das Vertrauen und den Glauben des 

Privatklägers nichts zu ändern, bestätigen diese doch vielmehr, dass die 

Beschuldigte den Privatkläger in seiner Überzeugung, sie werde ihr 

Rückzahlungsversprechen schon halten, noch hat bestärken wollen. Die 

Beschuldigte hat den Privatkläger damit über ihren tatsächlich nicht 

 - 21 - 

 

 

 

vorhandenen Rückzahlungswillen getäuscht, wodurch eine relevante 

Täuschungshandlung ohne Weiteres zu bejahen ist.  

 

7.3.3. 

Das Gesetz verlangt, dass die Täuschung arglistig sein muss. Nach 

ständiger Praxis des Bundesgerichts definiert sich Arglist dadurch, dass der 

Täter ein ganzes Lügengebäude errichtet oder sich besonderer Machen-

schaften oder Kniffe bedient. Arglist kann auch bei einfachen Lügen 

vorliegen, deren Überprüfung nicht bzw. nur mit besonderer Mühe möglich 

oder gar unzumutbar ist (vgl. BGE 142 IV 153 E. 2.2.2 mit weiteren 

Hinweisen). Die Vorspiegelung eines tatsächlich nicht bestehenden 

Rückzahlungswillens ist grundsätzlich arglistig, da sich diese auf eine 

innere Tatsache bezieht, welche vom Vertragspartner nicht überprüft 

werden kann. 

 

7.3.4. 

Die Beschuldigte ist bei ihrer Täuschung gezielt vorgegangen. Sie hat die 

Gutgläubig- und Gutmütigkeit des Privatklägers durch eine Kombination 

von Klagen, Vorwänden und leeren Versprechungen ausgenutzt. Beim 

Rückzahlungswillen handelt es sich um eine innere, dem objektiven Beweis 

nicht zugängliche Tatsache. Dem Privatkläger war es somit von vornherein 

nicht möglich, den Rückzahlungswillen zu überprüfen. Nach dem Gesagten 

ist das Vorliegen des objektiven Tatbestandsmerkmals der Arglist zu 

bejahen. 

 

7.4. 

7.4.1. 

Entgegen der Auffassung der Beschuldigten liegt auch keine Opfermit-

verantwortung des Beschuldigten vor, die die Arglist ausschliessen würde. 

Die wäre nur dann der Fall, wenn der Getäuschte seinen Irrtum mit einem 

Mindestmass an Aufmerksamkeit hätte vermeiden können. Dabei ist nicht 

darauf abzustellen, wie ein durchschnittlich vorsichtiger und erfahrener 

Dritter auf die Täuschung reagiert hätte. Entscheidend ist vielmehr die 

jeweilige Lage und Schutzbedürftigkeit des Betroffenen im Einzelfall. Der 

strafrechtliche Schutz fällt nicht bei jeder Fahrlässigkeit des Getäuschten 

dahin, sondern lediglich bei einem Mass an Leichtfertigkeit, welches das 

betrügerische Verhalten des Täters in den Hintergrund treten lässt. 

Insbesondere bei besonders schutzbedürftigen Personen sind keine hohen 

Anforderungen an die Opfermitverantwortung zu stellen. Dazu gehören 

unter anderem unerfahrene und aufgrund ihres Alters beeinträchtigte 

Personen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_518/2012 vom 5. Februar 

2013 E. 3.4.1, BGE 135 IV 76 E. 5.2 f., je mit Hinweisen; Urteil des 

Bundesgerichts 6B_609/2011 vom 23. Februar 2012 E. 4.3.3).  

 

 - 22 - 

 

 

 

7.4.2. 

Es ist unbestritten, dass sich die Beschuldigte und der Privatkläger am 

31. Januar 2014 im Rahmen einer Veranstaltung des E. kennengelernt 

haben und in der Folge eine freundschaftliche Beziehung gepflegt haben, 

während welcher sie sich ab und zu getroffen haben (vgl. UA act. 30 ff., UA 

act. 44, GA act. 24). Es ist davon auszugehen, dass sich in der Zeit von 

etwas über einem Monat, bevor es zur Überweisung vom 4. März 2014 

gekommen ist, ein gewisses Vertrauensverhältnis zwischen den Beiden 

entwickelt hat, welches sich in der nachfolgenden Periode bis zum Juni 

2015 weiter vertieft haben dürfte. Es ist deshalb nachvollziehbar, dass der 

Privatkläger grundsätzlich darauf vertraut hat, dass die Beschuldigte ihm 

die Wahrheit sagt und sich an ihre Versprechen hält, zumal er in diesem 

Zeitpunkt keinen Anlass für Zweifel gehabt hat. Die Beschuldigte hat den 

Privatkläger wiederholt damit vertröstet, dass er das Geld nach der 

abgeschlossenen Scheidung wiederbekomme, worauf der Privatkläger 

gemäss eigener Aussage gewartet hatte (vgl. Protokoll der Berufungs-

verhandlung S. 5). Es erschien ihm offenbar schlüssig, dass die 

Beschuldigte auf Anraten ihres Anwalts keine Schuldanerkennungen 

unterzeichnen sollte, solange die güterrechtliche Auseinandersetzung 

anlässlich ihrer Scheidung nicht abgeschlossen sei (vgl. UA act. 33, GA 

act. 24, Protokoll der Berufungsverhandlung S. 3 ff.). Als nach der 

Scheidung in 2017 jedoch keine Rückzahlung erfolgte, leitete der 

Privatkläger die Betreibung ein und machte später Strafanzeige (vgl. UA 

act. 163, UA act. 138). Die Beschuldigte hat dem Privatkläger immer wieder 

eine tatsächlich nicht bestehende Notlage vorgegaukelt und seine 

Gutmütigkeit ausgenutzt. Eine Rückzahlung verweigerte sie wiederholt 

unter glaubhaft erscheinenden Vorwänden. Von Leichtfertigkeit des 

Privatklägers kann unter diesen Umständen keine Rede sein. Eine 

Opfermitverantwortung liegt nicht vor. 

 

7.5. 

7.5.1. 

Die arglistige Täuschung muss bei dem Getäuschten eine Vorstellung 

hervorrufen, welche von der Wirklichkeit abweicht. Der Getäuschte muss 

sodann gestützt auf diese irrtümliche Vorstellung eine rechtliche oder 

tatsächliche Vermögensdisposition treffen, welche freiwillig zu erfolgen hat. 

Mit Eintritt des Vermögensschadens ist das Betrugsdelikt vollendet. 

Gemäss ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts entspricht der 

Schaden der ungewollten Vermögensminderung des Geschädigten, das 

heisst der Differenz zwischen dem gegenwärtigen Vermögensstand und 

dem Stand, den das Vermögen ohne das schädigende Ereignis, in diesem 

Falle ohne die arglistige Täuschung, hätte (vgl. BGE 147 IV 73 E. 6.1). 

Zwischen arglistiger Täuschung und Irrtum sowie zwischen Irrtum und 

Vermögensdisposition muss ein Motivationszusammenhang vorliegen, 

zwischen der Vermögensdisposition und dem Schaden ein Kausalzusam-

menhang (MAEDER/NIGGLI, a.a.O., N. 40 zu Art. 146 StGB). 

 - 23 - 

 

 

 

 

7.5.2. 

Der Privatkläger hat der Beschuldigten freiwillig, aber im Vertrauen darauf, 

dass er das Geld wieder zurückerhalten werde, ein Darlehen über 

insgesamt Fr. 75'000.00 (Überweisung von Fr. 10'000.00 vom 4. März 

2014 und Bargeld über insgesamt Fr. 65'000.00 zwischen 21. März 2014 

und 12. Juni 2015) ausgerichtet. Hätte er den in Wahrheit fehlenden Rück-

zahlungswillen der Beschuldigten gekannt, hätte er das Darlehen nicht 

gewährt und sein Vermögen hätte sich nicht entsprechend vermindert. Die 

arglistige Täuschung der Beschuldigten über ihren Rückzahlungswillen ist 

somit direkt kausal für den eingetretenen Schaden. Der hypothetische 

Vermögensstand des Privatklägers wäre ohne die Täuschung im Umfang 

des Darlehenswertes höher als er dies effektiv ist. Somit beläuft sich der 

ihm entstandene Schaden auf Fr. 75'000.00. 

 

7.6. 

7.6.1. 

In subjektiver Hinsicht muss der Betrug, das heisst die Abfolge von der 

Täuschung über die Vermögensdisposition bis zum Schaden, vom Täter 

zumindest gewollt und somit vom Vorsatz erfasst sein. Es genügt 

Eventualvorsatz. Darüber hinaus muss der Täter in der Absicht, sich 

unrechtmässig zu bereichern, handeln (MAEDER/NIGGLI, a.a.O., N. 269 ff. 

und 273 zu Art. 146 StGB). 

 

7.6.2. 

Die Beschuldigte hat den Privatkläger durch wiederholte Vorspiegelung 

eines Rückzahlungswillens arglistig getäuscht und damit bewirkt, dass er 

ihr am 4. März 2014 Fr. 10'000.00 als Darlehen überwiesen und zwischen 

dem 21. März 2014 und dem 12. Juni 2015 insgesamt weitere Fr. 65'000.00 

in bar als Darlehen ausbezahlt hat. Die Beschuldigte hat sich durch dieses 

vom Privatkläger erhaltene Geld bereichern wollen. Sie hat damit 

direktvorsätzlich gehandelt, nicht nur in Bezug auf die arglistige Täuschung, 

sondern auch hinsichtlich des Eintritts eines Vermögensschadens beim 

Privatkläger und die bei ihr eingetretene Bereicherung. Der Betrugstat-

bestand ist somit auch in subjektiver Hinsicht erfüllt. 

 

7.7. 

Es sind weder Rechtfertigungs- noch Schuldausschlussgründe ersichtlich. 

Die Beschuldigte hat sich im Zusammenhang mit der Überweisung vom 

4. März 2014 über Fr. 10'000.00 sowie den Bargeldzahlungen zwischen 

dem 21. März 2014 und dem 12. Juni 2015 von insgesamt Fr. 65'000.00 

des mehrfachen Betruges gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB strafbar gemacht. 

 

 - 24 - 

 

 

 

8. 

8.1. 

Der vorinstanzliche Schuldspruch gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB wird 

vorliegend bestätigt. Selbiges gilt, wie im Folgenden zu zeigen ist, für die 

vorinstanzliche Strafzumessung. Im Zusammenhang mit dem anwend-

baren Strafrahmen und der Anwendung des neuen Sanktionenrechts kann 

vorab auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden 

(vgl. Urteil E. 6.1.2 f.). 

 

8.2. 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach 

Art. 47 ff. StGB wiederholt dargelegt (BGE 141 IV 61 E. 6.1.1; 

BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff. S. 59 ff. mit Hinweisen). Darauf kann verwiesen 

werden. 

 

8.3. 

Die Beschuldigte hat mit der arglistigen Täuschung des Privatklägers einen 

Deliktbetrag von Fr. 75'000.00 umgesetzt, wodurch dem Privatkläger ein 

erheblicher finanzieller Schaden entstanden ist. Die Beschuldigte ist dabei 

gezielt vorgegangen und hat seine Gutmütigkeit schamlos ausgenutzt. Das 

Verhalten der Beschuldigten, insbesondere der Umstand, dass sie sich 

eine betagte Person als Opfer für ihre Täuschung ausgesucht hat, zeugt 

von einem Mass an Rücksichtslosigkeit und krimineller Energie, welches 

nicht mehr als nur geringfügig einzuschätzen ist. Wie bereits die Vorinstanz 

zutreffend festgestellt hat, muss zudem davon ausgegangen werden, dass 

die Beschuldigte das vom Privatkläger erhaltene Geld zudem für 

luxuriösere Ausgaben – etwa ihre Leasinggeschäfte von rund Fr. 900.00 

pro Monat für einen Porsche, einen Smart und eine Harley Davidson – und 

nicht etwa zur Deckung des Grundbedarfs benötigt hat (vgl. Urteil E. 6.2.2; 

UA act. 10).  

 

Das Tatverschulden kann unter diesen Umständen nicht mehr als leicht 

erachtet werden. Bei einem folglich mittelschweren Verschulden erscheint 

die von der Vorinstanz als angemessen erachtete Geldstrafe von 90 

Tagessätzen als zu mild. Sie kann aber aufgrund des Verschlechterungs-

verbots (Art. 391 Abs. 2 StPO) nicht erhöht werden. Eine Senkung kommt 

indessen ebenfalls nicht in Frage.  

 

8.4. 

Die Täterkomponente wirkt sich neutral aus. Die Beschuldigte hat keine 

Vorstrafen, ist berufstätig (vgl. Lohnabrechnung Januar 2022, Beilagen der 

Verteidigung zur Berufungsverhandlung) und lebt in normalen finanziellen 

Verhältnissen und ohne Schulden (vgl. UA act. 47). 

 

 - 25 - 

 

 

 

8.5. 

Zusammenfassend bleibt es – wie erwähnt – bei der von der Vorinstanz 

festgelegten Geldstrafe von 90 Tagessätzen.  

 

8.6. 

Wie die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat, ist die Verfahrensdauer von 

über 4 Jahren seit Beginn der Strafuntersuchung vorliegend strafmildernd 

zu berücksichtigen, da keine besondere Komplexität des Falles oder 

sonstige Umstände vorliegen, welche eine längere Verfahrensdauer zu 

rechtfertigen vermögen (vgl. Urteil E. 6.2.3). Eine Reduktion um 10 

Tagessätze erscheint angemessen, wodurch die Beschuldigte zu einer 

Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu verurteilen ist. 

 

8.7. 

Die Beschuldigte bezieht ein monatliches Nettoeinkommen von 

Fr. 3'348.25 (vgl. Lohnabrechnung per Januar 2022, Beilagen der 

Verteidigung zur Berufungsverhandlung). Unter Berücksichtigung des 

13. Monatslohns und eines Pauschalabzugs von 20% ergibt sich eine 

Tagessatzhöhe von Fr. 100.00. Es bleibt somit bei der von der Vorinstanz 

ausgefällten Geldstrafe von Fr. 8'000.00 (Fr. 100.00 x 80; vgl. E. 6.3). 

 

Ausserdem hat die Vorinstanz zutreffend festgestellt, dass der 

Beschuldigten – insbesondere aufgrund ihrer Vorstrafenlosigkeit – keine 

ungünstige Prognose gestellt werden kann. Es ist diesbezüglich auf die 

korrekten Ausführungen der Vorinstanz zu verweisen (vgl. Urteil E. 6.4). In 

Anwendung von Art. 42 Abs. 1 StGB ist somit der bedingte Vollzug der 

Geldstrafe zu gewähren. Mit der Vorinstanz ist die Probezeit gemäss Art. 

44 Abs. 1 StGB auf 2 Jahre anzusetzen (vgl. Urteil E. 6.4.2). 

 

9. 

9.1. 

Die Beschuldigte wird vorliegend des mehrfachen Betrugs gemäss Art. 146 

Abs. 1 StGB schuldig gesprochen, weshalb das Gericht gestützt auf 

Art. 126 Abs. 1 lit. a StPO über die anhängig gemachte Zivilklage zu 

entscheiden hat. Hinsichtlich der allgemeinen Voraussetzungen der 

Adhäsionsklage und der Aktivlegitimation des Privatklägers kann auf die 

zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urteil E. 7 

f.). 

 

9.2. 

Der Privatkläger beantragt, die Beschuldigte habe ihm im Zusammenhang 

mit den von ihm ausgerichteten Darlehen die Rückzahlung von gesamthaft 

Fr. 75'000.00 zuzüglich 5% Zins zu leisten. Zusätzlich seien dem 

Beschuldigten die Betreibungskosten von Fr. 103.30 zu bezahlen und der 

Rechtsvorschlag der Betreibung (Betreibungsnummer aaa; UA act. 163) 

vom 16. August 2017 zu beseitigen. Die Vorinstanz hat die Zivilforderung 

 - 26 - 

 

 

 

des Privatklägers über Fr. 75'000.00 zuzüglich 5% Zins gutgeheissen, die 

Beschuldigte zur Zahlung der Betreibungskosten verpflichtet und den 

Rechtsvorschlag beseitigt (Urteil E. 7.3 ff.). Die Beschuldigte verlangt mit 

Berufung, die Zivilforderung des Privatklägers sei abzuweisen. 

 

9.3. 

9.3.1. 

Durch den Darlehensvertrag verpflichtet sich der Darleiher zur Übertragung 

des Eigentums an einer Summe Geldes oder an andern vertretbaren 

Sachen, der Borger dagegen zur Rückerstattung von Sachen der 

nämlichen Art in gleicher Menge und Güte (Art. 312 OR). 

 

Der Privatkläger bringt vor, er habe der Beschuldigten Darlehen von 

insgesamt Fr. 75'000.00 gewährt, welche sie ihm zurückzuzahlen habe. 

Wie bereits dargelegt, sind sowohl die Überweisung über Fr. 10'000.00 

vom 4. März 2014 als auch die Bargeldzahlungen über Fr. 65'000.00 

zwischen dem 21. März 2014 und dem 12. Juni 2015 beweismässig erstellt. 

Somit bezieht sich die zu beurteilende Rückzahlungspflicht der 

Beschuldigten vorliegend auf Darlehen über insgesamt Fr. 75'000.00 (vgl. 

Ziff. 6). 

 

9.3.2. 

Wurde für ein Darlehen weder ein Rückzahlungstermin noch eine 

Kündigungsfrist vereinbart, ist das Darlehen innerhalb von sechs Wochen 

ab der ersten Aufforderung zurückzuerstatten (Art. 318 OR). Nach dieser 

Bestimmung wird das Darlehen durch Aufforderung des Darleihers innert 

sechs Wochen zur Rückzahlung fällig. Mit Ablauf der sechswöchigen Frist 

endet der Vertrag und der Borger kommt ohne Weiteres in Verzug (Art. 102 

Abs. 2 OR; vgl. MAUENBRECHER/SCHÄRER in: Basler Kommentar, 

Obligationenrecht I, 7. Auflage 2020, N. 7 zu Art. 318). Befindet sich der 

Schuldner mit der Zahlung einer Verbindlichkeit im Verzug, hat er einen 

Verzugszins von 5% für das Jahr zu zahlen (Art. 104 Abs. 1 OR). 

 

Der Privatkläger hat der Beschuldigten das Darlehen über Fr. 10'000.00 am 

4. März 2014 sowie weitere Bardarlehen über Fr. 65'000.00 zwischen dem 

21. März 2014 und 12. Juni 2015 ausbezahlt. Es ist nicht ersichtlich, dass 

die Parteien jeweils einen konkreten Verfallstag oder Rückzahlungstermin 

vereinbart hätten. Allerdings hat der Privatkläger der Beschuldigten die 

Darlehen mit Schreiben vom 27. März 2017 auf den 15. Mai 2017 gekündigt 

(vgl. UA act. 160). Aus einem Schreiben vom 3. April 2017 des damaligen 

Vertreters des Privatklägers geht hervor, dass er an diesem Tag ein 

Telefonat mit der Beschuldigten zu besagtem Kündigungsschreiben vom 

27. März 2017 geführt hat (vgl. UA act. 162). Das Schreiben wurde ihr somit 

spätestens am 3. April 2017 zugestellt, womit die Kündigungsfrist von 

sechs Wochen in jedem Fall gewahrt worden ist. Die Rückzahlung der 

Darlehen über Fr. 75'000.00 ist somit am 15. Mai 2017 fällig geworden. Die 

 - 27 - 

 

 

 

Beschuldigte befindet sich seither im Verzug und hat ab diesem Datum 

einen Verzugszins in der Höhe von 5% zu bezahlen. 

 

9.4. 

Der Privatkläger beantragt weiter, die Beschuldigte sei zu verpflichten, ihm 

die Betreibungskosten von Fr. 103.30 zu bezahlen. Ausserdem sei der 

Rechtsvorschlag in der Betreibung vom 16. August 2017 zu beseitigen. 

 

Was die Betreibungskosten von Fr. 103.30 betrifft, ist darauf hinzuweisen, 

dass diese nicht adhäsionsweise im Strafverfahren geltend gemacht 

werden können, da es sich nicht um Kosten handelt, welche unmittelbar 

aus der Straftat herrühren (vgl. Art. 122 Abs. 1 StPO). Für die Beseitigung 

des Rechtsvorschlags in der Betreibung vom 16. August 2017 gibt es 

zudem in der Strafprozessordnung keine gesetzliche Grundlage, weshalb 

der Privatkläger diesbezüglich an den ordentlichen Rechtsöffnungsrichter 

zu verweisen ist. Die diesbezüglichen Anträge des Privatklägers sind 

entsprechend abzuweisen. 

 

10. 

Die Zivilforderung des Privatklägers wird im Umfang von Fr. 75'000.00 

zuzüglich 5% Zins seit dem 15. Mai 2017 gutgeheissen.  

 

11.  

11.1. 

Die Parteien tragen die Kosten des Berufungsverfahrens nach Massgabe 

ihres Obsiegens und Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ob eine Partei 

als obsiegend oder unterliegend gilt, hängt davon ab, in welchem Ausmass 

ihre vor Berufungsgericht gestellten Anträge gutgeheissen wurden (Urteil 

des Bundesgerichts 6B_176/2019 vom 13. September 2019 E. 2.2). 

 

Die Berufung der Beschuldigten wird vorliegend abgewiesen. Ausgangs-

gemäss sind ihr die Kosten des Berufungsverfahrens von gesamthaft 

Fr. 2'170.00, bestehend aus der Gerichtsgebühr von Fr. 2'000.00 und den 

Auslagen von Fr. 170.00, vollumfänglich aufzuerlegen. 

 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschuldigte keinen Anspruch 

auf Entschädigung und trägt ihre Parteikosten im Berufungsverfahren 

selber (Art. 436 StPO i.V.m. Art. 429 Abs. 1 e contrario). 

 

11.2. 

Der Privatkläger hat gegenüber der Beschuldigten Anspruch auf 

angemessene Entschädigung für notwendige Aufwendungen im 

Berufungsverfahren, wenn er obsiegt (Art. 436 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 433 

Abs. 1 lit. a StPO). Der Privatkläger hat die Entschädigungsforderung bei 

der Strafbehörde zu beantragen und zu beziffern (Art. 433 Abs. 2 StPO). 

 

 - 28 - 

 

 

 

Vorliegend obsiegt der Privatkläger mit seinem Antrag auf Abweisung der 

Berufung grossmehrheitlich. Demnach ist er für seine notwendigen 

Aufwendungen im Berufungsverfahren zu entschädigen. Nach § 9 Abs. 1 

i.V.m. § 9 Abs. 3 des Dekrets über die Entschädigung der Anwälte 

(Anwaltstarif, AnwT, SAR 291.150) bemisst sich die Entschädigung des 

Vertreters der Privatklägerschaft nach dem angemessenen Zeitaufwand, 

wobei der Stundenansatz in der Regel Fr. 220.00 beträgt. Auslagen und 

Mehrwertsteuer werden separat entschädigt (§ 9 Abs. 2bis AnwT). 

 

Mit Kostennote vom 16. Februar 2022 hat der Vertreter des Privatklägers, 

Michael Ritter, Rechtsanwalt […], Kosten von gesamthaft Fr. 3'252.55 

(13.3 Std. à Fr. 220.00 sowie Auslagen von Fr. 50.00, inkl. 7.7% MwSt.) 

geltend gemacht. Dieser Aufwand erweist sich dem Umfang und der 

Bedeutung der vorliegenden Strafsache nach als angemessen und ist 

entsprechend gutzuheissen. Der Privatkläger ist somit von der 

Beschuldigten im Umfang von Fr. 3'252.55 zu entschädigen. 

 

12. 

12.1. 

Fällt das Obergericht einen neuen Entscheid, befindet es darin auch über 

die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 Abs. 3 StPO).  

 

Die vorinstanzliche Kostenregelung erweist sich als korrekt und bedarf 

keiner Änderung. Unter Berücksichtigung des vorliegend unangefochten 

gebliebenen Freispruchs vom Vorwurf der Nötigung gemäss Art. 181 StGB 

sind der Beschuldigten die vorinstanzlichen Verfahrenskosten von 

gesamthaft Fr. 2'690.00 zu 70% und somit im Betrag von Fr. 1'883.00 

aufzuerlegen. Der Restbetrag von Fr. 807.00 geht zu Lasten der 

Staatskasse. 

 

12.2. 

Wird die beschuldigte Person ganz oder teilweise freigesprochen, hat sie 

Anspruch auf Entschädigung (Art. 429 Abs. 1 StPO). 

 

Die Vorinstanz hat die Kostennote des frei gewählten Verteidigers der 

Beschuldigten vom 28. August 2020 im Umfang von Fr. 11'967.15 

genehmigt (vgl. Urteil E. 8.2). 

 

Die Beschuldigte wird im vorinstanzlichen Verfahren teilweise freige-

sprochen. Sie ist im Umfang ihres Freispruchs, somit im Umfang von 30%, 

zu entschädigen. Im Hinblick auf ihre vorinstanzlichen Parteikosten von 

Fr. 11'967.15 ergibt sich eine Entschädigung von Fr. 3'590.15. Im 

Zusammenhang mit dem Zivilpunkt sind ihr keine nennenswerten 

Aufwendungen entstanden, wodurch eine Entschädigung durch den 

Privatkläger entfällt (vgl. Art.  432 Abs. 1 StPO). Die Entschädigung von 

Fr. 3'590.15 geht vollumfänglich zu Lasten der Staatskasse. Im Übrigen 

 - 29 - 

 

 

 

trägt die Beschuldigte ihre Parteikosten im Rahmen des vorinstanzlichen 

Verfahrens selber. 

 

12.3. 

Der Privatkläger hat gegenüber der Beschuldigten Anspruch auf 

angemessene Entschädigung für notwendige Aufwendungen im Verfahren, 

wenn er obsiegt (Art. 433 Abs. 1 lit. a StPO). 

 

Die Kostennote des Vertreters des Privatklägers vom 28. August 2020 

wurde von der Vorinstanz im Umfang von Fr. 13'129.90 gutgeheissen (vgl. 

Urteil E. 8.3). 

 

Der Privatkläger dringt mit seinem Antrag auf Gutheissung der 

Zivilforderung grossmehrheitlich durch. Nach diesem Verfahrensausgang 

ist er von der Beschuldigten vollumfänglich, d.h. im Umfang von 

Fr. 13'129.90, zu entschädigen. 

 

13. 

Tritt das Berufungsgericht, wie vorliegend, auf die Berufung ein, so fällt es 

ein neues Urteil, welches das vorinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 StPO, 

Art. 81 StPO). 

 

 
   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschuldigte wird des mehrfachen Betrugs gemäss Art. 146 Abs. 1 

StGB schuldig gesprochen. 

 

2. [in Rechtskraft erwachsen] 

Die Beschuldigte wird vom Vorwurf der Nötigung gemäss Art. 181 StGB 

freigesprochen. 

 

3. 

3.1. 

Die Beschuldigte wird gestützt auf aArt. 34, Art. 47 und 49 Abs. 1 StGB zu 

80 Tagessätzen Geldstrafe verurteilt. Der Tagessatz wird auf Fr. 100.00 

festgelegt. Die Geldstrafe beläuft sich somit auf Fr. 8'000.00. 

 

3.2. 

Der Beschuldigten wird gestützt auf Art. 42 StGB für die Geldstrafe gemäss 

Ziff. 3.1. der bedingte Strafvollzug gewährt. Die Probezeit wird gestützt auf 

Art. 44 Abs. 1 StGB auf 2 Jahre festgesetzt. 

 

 - 30 - 

 

 

 

4. 

4.1. 

Die Zivilklage des Privatklägers ist gutzuheissen. Die Beschuldigte wird 

verpflichtet, dem Privatkläger Schadenersatz in der Höhe von Fr. 75'000.00 

zuzüglich 5% Zins seit 15. Mai 2017 zu bezahlen.  

 

4.2. 

Im Übrigen wird die Zivilforderung des Privatklägers auf den Zivilweg 

verwiesen. 

 

5. 

5.1. 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten von Fr. 2'170.00, bestehend aus 

der Gerichtsgebühr von Fr. 2'000.00 und den Auslagen von Fr. 170.00, 

werden der Beschuldigten auferlegt.  

 

5.2. 

Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger für seine Kosten im 

Berufungsverfahren eine Entschädigung von Fr. 3'252.55 zu entrichten. Im 

Übrigen trägt der Privatkläger seine Parteikosten selber. 

 

5.3. 

Die Beschuldigte trägt ihre Parteikosten im Rahmen des Berufungs-

verfahrens selber. 

 

6. 

6.1. 

Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten von Fr. 2'690.00 werden der 

Beschuldigten zu 70%, somit zu Fr. 1'883.00 auferlegt. Die restlichen 

Kosten von Fr. 807.00 werden auf die Staatskasse genommen. 

 

6.2. 

Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger für seine Parteikosten 

im Rahmen des erstinstanzlichen Verfahrens eine Entschädigung von 

Fr. 13'129.20 zu entrichten. Im Übrigen trägt der Privatkläger seine 

erstinstanzlichen Parteikosten selber. 

 

6.3. 

Die vorinstanzliche Gerichtskasse wird angewiesen, dem Verteidiger der 

Beschuldigten, lic. iur. Cornel Wehrli, Rechtsanwalt […], den Betrag von 

Fr. 3'590.15 zu bezahlen. Im Übrigen trägt die Beschuldigte ihre 

erstinstanzlichen Parteikosten selber. 

 

 

 Zustellung an: 

[…] 

 - 31 - 

 

 

 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der 

vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das 

Schweizerische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 

Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen 

Bundesgericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die 

Beschwerdelegitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 
   

Aarau, 16. Februar 2022 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 2. Kammer 

Die Präsidentin:    Die Gerichtsschreiberin i.V.: 

 

 

 

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