# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9233467f-be05-52f0-ade5-e9f6043d180a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-08-23
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 23.08.2011 E-87/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-87-2009_2011-08-23.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung V
E­87/2009

U r t e i l   v om   2 3 .   Augus t   2 0 1 1  

Besetzung Richter Bruno Huber (Vorsitz),
Richter Jean­Pierre Monnet,
Richter Markus König,
Gerichtsschreiber Peter Jaggi.

Parteien A._______, geboren (…),
und (…)
B._______, geboren (…),
Côte d'Ivoire,
vertreten durch Donato Del Duca, Rechtsanwalt,
Rechtsberatungsstelle für Asyl Suchende Aargau,
(…),
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Gegenstand Asyl und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 3. Dezember 2008 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
A.a. Die Beschwerdeführerin verliess ihren Heimatstaat eigenen Angaben 
zufolge  im  (…)  (Erstbefragung  im  C._______)  respektive  im  (…) 
(Einvernahme durch die Kantonspolizei  […]) und gelangte über  (…) und 
(…) im (…) (Erstbefragung) respektive im (…) (Einvernahme) illegal in die 
Schweiz.  Nachdem  sie  am  3.  Dezember  2006  von  der  Kantonspolizei 
D._______  wegen  Benutzens  eines  öffentlichen  Verkehrsmittels  mit 
einem  ihr  nicht  zustehenden  Abonnement  einvernommen  und 
gleichentags  vom  (…)  wegen  illegalen  Aufenthalts  und  Ausübens  einer 
Erwerbstätigkeit  ohne  Bewilligung  des  Landes  verwiesen  worden  war, 
ersuchte  sie  am  4.  Dezember  2006  um  Asyl.  Am  7.  Dezember  2006 
erfolgte  die  Kurzbefragung  im  C._______  und  am  9.  Januar  2007  die 
Anhörung zu den Asylgründen durch E._______.

Zur  Begründung  ihres  Asylgesuchs  machte  die  Beschwerdeführerin  im 
Wesentlichen geltend, sie gehöre der Ethnie der (...) an, stamme aus (...) 
und  habe  ihren  Lebensunterhalt  als  (…)  bestritten.  Sie  habe  die 
Elfenbeinküste im (…) verlassen, weil es in ihrem Heimatdorf zu Unruhen 
zwischen den Ethnien der  (...) und der  (...) gekommen sei. Eines Tages 
sei eine Tränengasbombe in ihr Haus geworfen und dabei ihre Mutter so 
schwer verletzt worden, dass sie in der Folge gestorben sei. Sie habe in 
(...) Propaganda für  ihre Partei RDR (Rassemblement des Républicains) 
gemacht, weshalb  sie  von Leuten der  (...)  gesucht worden  sei.  Für  den 
Inhalt der weiteren Aussagen wird auf die Akten verwiesen.

Mit  Schreiben  vom  22.  Januar  2007  räumte  das  BFM  der 
Beschwerdeführerin  im Rahmen des  rechtlichen Gehörs  die Möglichkeit 
ein,  innert Frist zu Aussagen  im Zusammenhang mit  ihrem Aufenthalt  in 
der Schweiz vor der Einreichung ihres Asylgesuchs Stellung zu nehmen, 
wovon sie keinen Gebrauch machte.

Am 26. Januar 2007 reichte der (...) des Kantons D._______ beim BFM 
Dokumente  (…)  ein,  die  anlässlich  einer  Hausdurchsuchung  bei  einer 
Landsfrau der Beschwerdeführerin sichergestellt wurden.

Die  Beschwerdeführerin  reichte  im  erstinstanzlichen  Verfahren  ausser 
einer  Mitgliederkarte  der  RDR  weder  Identitätsausweise  noch  andere 
Beweismittel zu den Akten.

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A.b. Mit Verfügung vom 5. Februar 2007 – eröffnet am 7. Februar 2007 – 
trat  das  BFM  gestützt  auf  Art.  32  Abs.  2  Bst.  a  des  Asylgesetzes  vom 
26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  auf  das  Asylgesuch  der  Beschwer­
deführerin  nicht  ein  und ordnete  die Wegweisung  aus  der Schweiz  und 
deren Vollzug an.

A.c. Am (…) brachte die Beschwerdeführerin B._______ zur Welt.

A.d. Mit Urteil vom 2. Oktober 2008 hiess das Bundesverwaltungsgericht 
die dagegen eingereichte Beschwerde vom 8. Februar 2007 gut, hob die 
Verfügung  vom  5.  Februar  2007  auf  und  wies  die  Sache  im  Sinne  der 
Erwägungen zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurück.

B. 
B.a. Mit Verfügung  vom 3. Dezember  2008 –  eröffnet  am 8. Dezember 
2008  –  stellte  das  BFM  fest,  die  Beschwerdeführerin  und  B._______ 
erfüllten  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht,  lehnte  die Asylgesuche  (recte: 
das Asylgesuch der Beschwerdeführerin) vom 4. Dezember 2006 ab und 
ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an.

Zur  Begründung  führte  das  Bundesamt  an,  die  Vorbringen  der 
Beschwerdeführerin  vermöchten  den  Anforderungen  an  die 
Glaubhaftigkeit nicht standzuhalten.  Insbesondere sei  festzuhalten, dass 
die Beschwerdeführerin bereits im Jahre (…) in die Schweiz eingereist sei 
und erst  am 4. Dezember 2006 nach  ihrer Festnahme durch die Polizei 
und  vor  dem Hintergrund der  drohenden Wegweisung aus der Schweiz 
um  Asyl  nachgesucht  habe.  Ein  solches  Verhalten  entspreche  nicht 
demjenigen  einer  tatsächlich  verfolgten  Person.  Zudem  habe  sie  sich 
widersprüchlich  und  wenig  überzeugend  zur  Frage  geäussert,  weshalb 
sie nicht schon früher ein Asylgesuch eingereicht habe.

Des Weiteren habe sie sich widersprüchlich zu den Schlüsselelementen 
ihrer  Verfolgungsgeschichte  geäussert.  Anlässlich  der  Kurzbefragung 
habe sie den Zwischenfall mit einer Tänengasgranate auf das Jahr  (…) 
datiert. Ihre Mutter sei bei diesem Angriff so schwer verletzt worden, dass 
sie daran gestorben und die Beschwerdeführerin am (…) ausgereist sei. 
Bei  der  kantonalen  Anhörung  habe  sie  dagegen  geltend  gemacht,  der 
Tränengasangriff habe  im  (…) stattgefunden;  ihre Mutter sei deshalb  im 
(…) gestorben. Bei der Einvernahme durch die Kantonspolizei C._______ 
habe sie ausgesagt, sie habe ihr Heimatland im (…) verlassen.

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Hinzu  komme,  dass  die  Beschwerdeführerin  die  ihr  aus  ihrem 
Engagement  für  die  RDR  entstandenen  politischen  Probleme 
unsubstanziiert  geschildert  habe.  So  sei  ihre  diesbezügliche  spontane 
Schilderung  bei  der  Kurzbefragung  sehr  knapp  ausgefallen  und  habe 
lediglich auf die allgemeine Lage in Côte d'Ivoire Bezug genommen. Sie 
habe erst auf wiederholte Nachfragen hin geltend gemacht,  für die RDR 
aktiv und dadurch sehr bekannt gewesen zu sein. Trotz ihrer angeblichen 
Bekanntheit sei es ihr auch bei der kantonalen Anhörung nicht gelungen, 
dieses Engagement  für  die RDR  zu  substanziieren. Sie  sei  nicht  in  der 
Lage gewesen, etwas über die Struktur der Partei zu sagen, stattdessen 
habe sie sich  in  ihren Aussagen auf Allgemeinplätze wie beispielsweise 
auf den Ort, an dem die Parteiversammlungen jeweils abgehalten worden 
seien,  beschränkt.  Über  ihre  Funktion  innerhalb  der  Partei  und  ihre 
konkreten Aufgaben habe sie praktisch nichts ausgesagt. Ihre Aussagen 
zu  den  daraus  resultierenden  Problemen  und  zu  den  ethnischen 
Konflikten  in  ihrer Heimatstadt seien sehr unpersönlich und ohne eigene 
Betroffenheit ausgefallen.

Andere  Vorbringen  widersprächen  in  wesentlichen  Punkten  der 
allgemeinen Erfahrung oder der Logik des Handelns und seien deshalb 
unglaubhaft.  Insbesondere  sei  nicht  nachvollziehbar,  dass  die 
Beschwerdeführerin, die sich gemäss eigenen Angaben vor ihrer Reise in 
die Schweiz als Händlerin in (…), (…) und (…) aufgehalten haben wolle, 
nicht  Zuflucht  in  einem  dieser  Staaten  gesucht  habe.  Realitätsfremd 
erweise  sich  sodann  ihre Aussage, der Schlepper habe  jeweils an  ihrer 
Stelle Reisepapiere vorgezeigt, und sie wisse nicht, auf welche  Identität 
diese  gelautet  hätten.  Eine  solche  Vorgehensweise  sei  mit  den 
Gepflogenheiten im internationalen Flugverkehr nicht zu vereinbaren.

Aufgrund  der  vorherstehenden  Ausführungen  könne  nicht  geglaubt 
werden,  dass  die  Beschwerdeführerin  als  Aktivistin  der  RDR  bekannt 
gewesen  sei,  es  deshalb  einen  Tränengasangriff  auf  ihr Haus  gegeben 
habe,  bei  dem  ihre  Mutter  getötet  worden  sei,  und  sie  ihr  Heimatland 
wegen politischen Problemen verlassen habe.

Die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  sei  die  Regelfolge  der  Ablehnung 
eines  Asylgesuchs,  und  aus  den  Akten  ergäben  sich  keine  Hinweise 
darauf,  dass  deren  Vollzug  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder  nicht 
möglich sein könnte.

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Zur Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs führte das Bundesamt an, in 
Côte  d'Ivoire,  namentlich  in  Abidjan  und  in  den  umliegenden Gebieten, 
herrsche  keine  Situation  allgemeiner  Gewalt,  von  der  das  ganze 
Staatsgebiet  betroffen  wäre  und  von  der  eine  konkrete  Gefahr  für  die 
Bevölkerung  im  Sinne  von  Art.  83  Abs.  4  des  Bundesgesetzes  vom 
16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG, 
SR 142.20)  ausginge.  Dem  Wegweisungsvollzug  stünden  auch  keine 
individuellen  Vollzugshindernisse  entgegen,  zumal  die 
Beschwerdeführerin  in  ihrem  Heimatland  erfolgreich  Handel  betrieben 
habe  und  zu  diesem  Zweck  auch  in  Nachbarländer  gereist  sei.  Ihre 
finanzielle  Situation  sei  gut  gewesen  und  sie  sei  in  der  Lage  gewesen, 
legal nach Europa zu reisen. Sie habe in Côte d'Ivoire (…) Kinder, die bei 
einem (…) in (…) lebten. Zudem verfüge sie mit ihren Geschwistern und 
Halbgeschwistern  in  verschiedenen  Städten  über  ein  ausgedehntes 
Beziehungsnetz.  Aus  den  zu  den  Akten  gereichten  Dokumenten  sei 
ersichtlich,  dass  die  Beschwerdeführerin  zeitweilig  auch  selber  in  (…) 
gewohnt habe. Sie verfüge also über ein tragfähiges Beziehungsnetz und 
sei  in  der  Lage,  den Lebensunterhalt  für  sich  und  ihr(…)  (…)  selber  zu 
bestreiten.

B.b.  Mit  Rechtsmitteleingabe  vom  7.  Januar  2009  (Poststempel) 
beantragte  die  Beschwerdeführerin  durch  ihren  Rechtsvertreter  in 
materieller  Hinsicht  für  sich  und  B._______  die  Aufhebung  der 
vorinstanzlichen  Verfügung  und  unter  Zuerkennung  der 
Flüchtlingseigenschaft  die  Gewährung  von  Asyl,  eventualiter  die 
Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung  und  die  Rückweisung  der 
Sache an das BFM zur Neubeurteilung, subeven­tualiter die Feststellung 
der  Unzulässigkeit  des  Wegweisungsvollzugs  unter  Gewährung  der 
vorläufigen Aufnahme.

In prozessualer Hinsicht  liess sie beantragen, es seien das  in der an­
gefochtenen  Verfügung  erwähnte  Einvernahmeprotokoll  der  Kan­
tonspolizei  C._______  und  die  Gerichtsakten  (…)  betreffend  die 
Vaterschafts­  und  Unterhaltsklage  des  Prozessbeistandes  respektive 
des Anwalts ihr(…) (…) beim (...) beizuziehen, auf die Erhebung eines 
Kostenvorschusses sei zu verzichten und es sei  ihr die unentgeltliche 
Rechtspflege  samt  anwaltlicher  Verbeiständung  in  der  Person  ihres 
Rechtsvertreters zu bewilligen.

Zur  Stützung  ihrer  Vorbringen  liess  sie  unter  anderem  ein  Schreiben 
des  Prozessbeistandes  respektive  Anwalts  ihr(…)  (…)  vom  21. No­

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vember  2008  an  das  (...)  (und  zugleich  eine  Honorarnote  ihres 
Rechtsvertreters vom 7. Januar 2009) zu den Akten reichen.

Am 13. Januar 2009 (Poststempel) liess die Beschwerdeführerin die in 
der  Beschwerde  in  Aussicht  gestellte  Unterstützungsbedürftigkeitser­
klärung des (…) vom 6. Januar 2009 einreichen.

Auf die Begründung der Rechtsbegehren und die eingereichten Doku­
mente  wird,  soweit  für  den  Entscheid  wesentlich,  in  den  nachfolgen­
den Erwägungen eingegangen.

B.c.  Mit  Zwischenverfügung  vom  20.  Januar  2009  teilte  der 
Instruktionsrichter der Beschwerdeführerin mit, sie und ih(…) (…) dürften 
den  Ausgang  des  Rechtsmittelverfahrens  in  der  Schweiz  abwarten, 
forderte sie auf, innert Frist zum Einvernahmeprotokoll der Kantonspolizei 
C._______  vom  3.  Dezember  2006  Stellung  zu  nehmen,  verlegte  den 
Entscheid  über  die Anträge  auf Beizug  der Akten  des  (…)  (…)  und auf 
Erlass der Verfahrenskosten auf einen späteren Zeitpunkt, verzichtete auf 
die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  und  wies  den  Antrag  auf 
unentgeltliche Rechtsverbeiständung ab.

B.d.  Mit  Eingabe  vom  3.  Februar  2009  (Poststempel)  nahm  die 
Beschwerdeführerin Stellung zum Einvernahmeprotokoll.

B.e.  Die  Vorinstanz  hielt  in  ihrer  Vernehmlassung  vom  2.  März  2009 
vollumfänglich an den Erwägungen in der angefochtenen Verfügung fest 
und beantragte die Abweisung der Beschwerde.

B.f. Die Beschwerdeführerin hielt  in  ihrer Replik  vom 31. März 2009 an 
den gestellten Rechtsbegehren fest und beantragte die Gutheissung der 
Beschwerde.

B.g.  Am  21.  April  2009  liess  die  Beschwerdeführerin  Kopien  eines 
Mitgliederausweises der RDR und eines Schreibens des Präsidenten der 
RDR­Sektion von (...) zu den Akten reichen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 

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1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM 
gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz 
des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende 
Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der 
vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls 
endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 
Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110]).

1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 
AsylG).

1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Die  Be­
schwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 
durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz­
würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Sie 
ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  (Art. 105  und 
Art. 108  Abs. 1  AsylG,  Art. 48  Abs. 1  sowie  Art. 52  VwVG).  Auf  die 
Beschwerde ist einzutreten.

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 
3.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat 
oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden. Als  ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  des 
Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen 

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unerträglichen  psychischen  Druck  bewirken.  Den  frauenspezifischen 
Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG).

3.2.  Die  Flüchtlingseigenschaft  gemäss  Art. 3  AsylG  erfüllt  eine 
asylsuchende Person nach Lehre und Rechtsprechung dann, wenn sie 
Nachteile  von  bestimmter  Intensität  erlitten  hat  beziehungsweise  mit 
beacht­licher  Wahrscheinlichkeit  und  in  absehbarer  Zukunft 
begründeterweise  befürchten  muss,  welche  ihr  gezielt  und  aufgrund 
bestimmter Verfol­gungsmotive durch Organe des Heimatstaates oder 
durch nichtstaat­liche Akteure zugefügt worden sind beziehungsweise 
zugefügt  zu  werden  drohen  (vgl.  BVGE  2008/4  E. 5.2  S. 37, 
Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  [vormaligen]  Schweizerischen 
Asylrekurskommission  [EMARK]  2006  Nr. 18  E. 7  und  8  S. 190 ff., 
EMARK  2005  Nr. 21  E. 7  S. 193).  Aufgrund  der  Subsidiarität  des 
flüchtlingsrechtlichen  Schutzes  setzt  die  Zuerkennung  der 
Flüchtlingseigenschaft ausserdem voraus, dass die betroffene Person 
in  ihrem  Heimatland  keinen  ausreichenden  Schutz  finden  kann  (vgl. 
BVGE  2008/4  E. 5.2  S. 37 f.,  EMARK  2006  Nr. 18  E. 10  S.  201  ff., 
EMARK 2005 Nr. 21 E. 7.3 S. 194 und E. 11.1 S. 201 f.).

Ausgangspunkt für die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft ist die im 
Zeitpunkt der Ausreise vorhandene Verfolgung oder begründete Furcht 
vor  einer  solchen.  Letztlich  ist  indessen  der  Zeitpunkt  des  Asylent­
scheides massgeblich, das heisst,  es  ist  zu prüfen, ob die Furcht  vor 
einer absehbaren Verfolgung  (noch) begründet  ist. Dabei  sind Verän­
derungen  der  objektiven  Situation  im  Heimatstaat  zwischen  Ausreise 
und Asylentscheid zugunsten und zulasten der asylsuchenden Person 
zu  berücksichtigen  (vgl.  BVGE  2008/4  E. 5.4  S. 38 f.,  EMARK  2000 
Nr. 2  E. 8a  S.  20;  WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  UEBERSAX/RUDIN/HUGI 
YAR/GEISER  [Hrsg.],  Ausländerrecht,  Basel/Bern/Lausanne  2009, 
Rz. 11.17  und  11.18;  WALTER  KÄLIN,  Grundriss  des  Asylverfahrens, 
Ba­sel/Frankfurt a.M. 1990, S. 135 ff.).

3.3.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich 
auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7 
AsylG).

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4. 
4.1.  Vorliegend  ist  festzustellen,  dass  die  gesuchsbegründenden 
Vorbringen den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit  in der Tat nicht zu 
genügen vermögen.

Insbesondere  hat  die  Beschwerdeführerin  trotz  ihrer  bereits  im  (…) 
(Erstbefragung)  respektive  im  (…)  (Einvernahme  durch  die 
Kantonspolizei  C._______)  erfolgten  Einreise  in  die  Schweiz  erst  am 
4. Dezember  2006  im  Zusammenhang mit  der  drohenden Wegweisung 
aus der Schweiz um Asyl nachgesucht, was sich mit dem Verhalten einer 
tatsächlich verfolgten Person nicht vereinbaren lässt. Die diesbezüglichen 
Entgegnungen auf Beschwerdeebene erweisen sich als wenig stichhaltig, 
zumal  weder  im  Schreiben  vom  22.  Juli  2008  noch  in  den 
entsprechenden  Ausführungen  in  der  Rechtsmitteleingabe  vom 
8. Februar  2007  nachvollziehbar  Gründe  angeführt  werden,  welche  die 
Beschwerdeführerin daran hätten hindern können,  ihre Asylgründe nicht 
bereits viel früher geltend zu machen. Der Einwand, der Mann, den sie in 
der Schweiz kennengelernt habe, habe ihr gesagt, sie brauche nicht um 
Asyl nachzusuchen, weil er sie heiraten werde, erweist sich als gänzlich 
unbehelflich.

Hinzu  kommt,  dass  auch  die  Entgegnungen  auf  Beschwerdeebene  zu 
den  in  der  angefochtenen  Verfügung  aufgezeigten  Unstimmigkeiten  in 
zentralen  Punkten  der  Asylvorbringen  (Tränengasangriff  und  Tod  der 
Mutter  der  Beschwerdeführerin)  nicht  zu  überzeugen  vermögen,  zumal 
damit  lediglich  eine  Version  der  Geschehnisse  bekräftigt  wird,  ohne 
indessen  in  substanziierter  und  detaillierter  Weise  zu  den  von  der 
Vorinstanz  aufgezeigten  Unstimmigkeiten  Stellung  zu  nehmen.  Nicht 
erklärt  wird  mit  den  Ausführungen  beispielsweise,  weshalb  die 
Beschwerdeführerin bei der Kurzbefragung den Tränengasangriff auf das 
Jahr (…) und den Tod ihrer Mutter auf einen Zeitpunkt vor ihrer angeblich 
am (…) erfolgten Ausreise datiert hat (Akten BFM A1/10 S. 6). Als völlig 
konfus  erweisen  sich  die  Ausführungen  in  der  Stellungnahme  vom  2. 
Februar 2009 zum Einvernahmeprotokoll der Kantonspolizei C._______, 
die  Mutter  der  Beschwerdeführerin  sei  am  (…)  verstorben,  Ende  (…) 
habe dann die Beerdigung der verstorbenen Mutter stattgefunden. Auch 
die weiteren Ausführungen in der Stellungnahme sind nicht geeignet, die 
von  der  Vorinstanz  hinsichtlich  des  Ausreisezeitpunkts  zu  Recht 
aufgezeigten Unstimmigkeiten zu erklären.

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Vor diesem Hintergrund und  insbesondere auch aufgrund der Tatsache, 
dass die Beschwerdeführerin nicht imstande war, substanziierte Angaben 
zur  RDR  zu  machen,  kann  ihr  das  geltend  gemachte  politische 
Engagement  nicht  geglaubt  werden.  Da  sich  die  diesbezüglichen 
Ausführungen  in  der  Beschwerde  darauf  beschränken,  die  wenig 
substanziierten  mündlichen  Aussagen  zu  bekräftigen,  ohne  auch  nur 
ansatzweise zur Argumentation der Vorinstanz Stellung zu nehmen, kann 
an dieser Stelle zur Vermeidung von Wiederholungen vollumfänglich auf 
die zutreffenden Erwägungen in der angefochtenen Verfügung verwiesen 
werden. Den zur Stützung dieser Vorbringen mit Eingabe vom 21. April 
2009 zu den Akten gereichten Kopien eines Mitgliederausweis der RDR 
und  eines  Schreibens  des  RDR­Sektionspräsidenten  von  (...)  kommt 
bereits  angesichts  der  Tatsache,  dass  es  sich  bei  diesen  Dokumenten 
lediglich  um Kopien  handelt,  die  ohne weiteres manipuliert worden  sein 
können,  kein  Beweiswert  zu.  Hinzu  kommt,  dass  sich  das  Schreiben 
inhaltlich nicht mit  der Aussage der Beschwerdeführerin,  ihre Mutter  sei 
an  den  Folgen  eines  Attentats  mit  einer  Tränengasbombe  gestorben, 
vereinbaren  lässt.  Des Weiteren  fällt  auf,  dass  die  Beschwerdeführerin 
entgegen den Ausführungen  im Schreiben nie geltend gemacht  hat,  sie 
sei vor den Ereignissen des Jahres (…) Präsidentin der Frauen der RDR 
gewesen.  Zudem  fehlt  bei  der  Kopie  des  RDR­Mitgliederausweises  ein 
Foto  und  das  Geburtsdatum  stimmt  nicht  mit  den  diesbezüglichen 
Angaben der Beschwerdeführerin überein.

4.2.  Unbesehen  der  fehlenden  Glaubhaftigkeit  der  Vorbringen  ist  im 
Zeitpunkt des Asylentscheides  festzustellen, dass sich die Lage  in Côte 
d'Ivoire seit der Ausreise der Beschwerdeführerin  im (…) (Erstbefragung 
im C._______) respektive im (…) (Einvernahme durch die Kantonspolizei 
C._______,  [...])  massgeblich  verändert  hat.  Insbesondere  ist 
festzustellen,  dass  der  Präsident  der  RDR,  Alassane  Ouattara,  am  28. 
November  2010  die  Präsidentschaftswahlen  gewann.  Nach  mehreren 
Monaten  bürgerkriegsähnlicher  Zustände  –  verursacht  durch  die 
Weigerung des  früheren Präsidenten Laurent Gbagbo, seine Niederlage 
einzugestehen  –  lancierten  die  Truppen  des  international  anerkannten 
Wahlsiegers Alassane Ouattara Ende März 2011 einen Grossangriff, der 
mit der Festnahme Laurent Gbagbos  im April und mit der Beherrschung 
des gesamten Staatsgebietes von Côte d'Ivoire Anfang Mai 2011 endete. 
Nach  der  Vereidigung  von  Präsident  Ouattara  vom  21.  Mai  2011 
konstituierte  sich  am  1.  Juni  2011  ein  neues Ministerkabinett  unter  der 
Leitung des Premierministers Guillaume Soro.  Im Ministerkabinett  ist die 

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RDR mit vierzehn von insgesamt sechsunddreissig Ministerposten die am 
stärksten vertretene politische Fraktion.

Angesichts  dieser  Sachlage  kann  ausgeschlossen  werden,  dass  die 
Beschwerdeführerin  zum  heutigen  Zeitpunkt  aufgrund  ihrer  geltend 
gemachten Aktivitäten  für  die RDR  vor  ihrer  Ausreise  aus Côte  d'Ivoire 
oder  nach  ihrer  Einreise  in  die  Schweiz  begründete  Furcht  vor 
asylrelevanter Verfolgung im Sinne des Asylgesetzes haben muss.

4.3.  Zusammenfassend  folgt,  dass  die  Beschwerdeführerin  keine 
Gründe  nach  Art.  3  AsylG  nachweisen  oder  glaubhaft  machen  kann. 
Die Vorinstanz hat  das Asylgesuch der Beschwerdeführerin demnach 
zu Recht abgelehnt.

5. 
5.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht 
ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 
der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

5.2. Die  Beschwerdeführerin  und  ih(…)  (…)  verfügen  weder  über  eine 
ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf 
Erteilung  einer  solchen.  Aus  den  antragsgemäss  beigezogenen  Akten 
(…) des (…) (Urteil vom 14. Januar 2009, in Rechtskraft seit 20. Februar 
2009) ergibt sich, dass es sich beim Vater von B._______ um einen zum 
Zeitpunkt  der  Urteilsfällung  unbekannten  Aufenthalts  befindlichen 
französischen Staatsangehörigen mit  letztbekannter Wohnsitzadresse  in 
Frankreich  handelt.  Die  Wegweisung  wurde  demnach  zu  Recht 
angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; BVGE 2009/50 E. 9).

6. 
6.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 
nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 
den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von 
Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG).

Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  der 
vormaligen  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte 
Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. 
STÖCKLI, a.a.O., Rz. 11.148).

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6.2. 
6.2.1. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug  für Ausländerinnen 
und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­  oder 
Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg, 
allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind. 
Wird  eine  konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von 
Art. 83  Abs. 7  AuG  –  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren.  Bei 
minderjährigen Beschwerdeführern muss das Kindeswohl im Rahmen der 
Zumutbarkeitsprüfung  als  gewichtiger  Aspekt  mitberücksichtigt  werden 
(vgl. EMARK 1998 Nr. 13 E. 5e S. 98, mit weiteren Hinweisen).

6.2.2. Das Bundesamt führte zur Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs 
an,  in  Côte  d'Ivoire,  namentlich  in  Abidjan  und  in  den  umliegenden 
Gebieten,  herrsche  keine  Situation  allgemeiner  Gewalt,  von  der  das 
ganze Staatsgebiet betroffen wäre und von der eine konkrete Gefahr für 
die Bevölkerung im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG ausginge.

Dem  Wegweisungsvollzug  stünden  auch  keine  individuellen 
Vollzugshindernisse  entgegen,  zumal  die  Beschwerdeführerin  in  ihrem 
Heimatland  erfolgreich  Handel  betrieben  habe  und  zu  diesem  Zweck 
auch  in  Nachbarländer  gereist  sei.  Ihre  finanzielle  Situation  sei  gut 
gewesen und sie sei in der Lage gewesen, legal nach Europa zu reisen. 
Sie  habe  in Côte  d'Ivoire  (…) Kinder,  die  bei  einem  (…)  in  (…)  lebten. 
Zudem  verfüge  sie  mit  ihren  Geschwistern  und  Halbgeschwistern  in 
verschiedenen Städten über ein ausgedehntes Beziehungsnetz. Aus den 
zu  den  Akten  gereichten  Dokumenten  sei  ersichtlich,  dass  die 
Beschwerdeführerin  zeitweilig  auch  selber  in  (…)  gewohnt  habe.  Sie 
verfüge  also  über  ein  tragfähiges  Beziehungsnetz  und  sei  in  der  Lage, 
den Lebensunterhalt für sich und B._______ selber zu bestreiten.

6.2.3. Art. 35 Abs. 1 VwVG verpflichtet die Behörden, schriftliche Ver­
fügungen  zu  begründen.  Die  Begründungspflicht  konkretisiert  den 
Grundsatz  des  rechtlichen  Gehörs  (Art.  29  Abs.  2  der 
Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom 
18. April  1999  [BV,  SR  101]).  Sie  ermöglicht  es  den 
Verfügungsadressaten,  wirksam  Be­schwerde  zu  führen,  und 
verhindert,  dass  sich  die  Behörden  von  un­sachgemässen  Motiven 
leiten  lassen  (vgl.  ALFRED  KÖLZ/ISABELLE  HÄ­NER, 
Verwaltungsverfahren  und  Verwaltungsrechtspflege  des  Bundes, 
2. Aufl., Zürich 1998, RZ. 354 ff.).

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6.2.4.  Die  Vorinstanz  verfügt  im  Bereich  der  Anordnung  des 
Wegweisungsvollzugs (im Gegensatz zum Bereich der Anordnung der 
Wegweisung;  Art.  44  Abs.  1  AsylG)  über  einen  erheblichen 
Ermessensspielraum.  Dieser  Umstand  wirkt  sich  direkt  auf  die 
erforderliche  Begründungsdichte  aus:  Im  Rahmen  der  Prüfung  der 
Durchführbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  sind  die  Vorbringen  der 
betroffenen  Person,  ihre  persönliche  Situation  sowie  die  allgemeine 
Lage  im Heimat­  oder Herkunftsstaat  zu würdigen,  und  die  auf  diese 
Weise  erlangten  Befunde  sind  an  verhältnismässig  offenen 
Rechtsbegriffen  zu  messen.  Die  Begründung  des  angeordneten 
Wegweisungsvollzugs  hat  demnach  dichter  und  ausführlicher 
auszufallen,  als  wenn  lediglich  –  wie  bei  der  Anordnung  der 
Wegweisung  –  eine  gesetzlich  vorgeschriebene  Rechtsfolge 
angewandt wird. Die Unzumutbarkeit des Wegwei­sungsvollzugs kann 
sich  aus  der  allgemeinen  Lage  im  Heimatstaat  oder  aus  den 
persönlichen Verhältnissen der betroffenen Person er­geben.

Zur  Begründung  einer  Verfügung,  mit  welcher  die  Zumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs festgestellt wird, hat die Vorinstanz daher einer­
seits  ausdrücklich  darzutun,  dass  die  betroffene  Person  im  Heimat­ 
oder  Herkunftsstaat  unter  Würdigung  der  dort  herrschenden  politi­
schen,  sicherheitstechnischen  und  wirtschaftlichen  Verhältnissen  kei­
ner  konkreten  Gefährdung  ausgesetzt  wäre.  Anderseits  muss  darge­
legt werden, dass auch aufgrund der persönlichen Situation der betrof­
fenen Person keine konkrete Gefährdung zu befürchten ist. Insgesamt 
gilt es, die humanitären Aspekte  im Zusammenhang mit der Situation, 
in  der  sich  die  betroffene  Person  bei  einer  Rückkehr  ins  Heimatland 
befinden würde, gegen das öffentliche Interesse am Vollzug der Weg­
wiesung abzuwägen. Aus der Begründung muss ersichtlich sein, dass 
diese Abwägung  vorgenommen wurde  (vgl.  dazu EMARK 2006 Nr.  4 
E. 5.1 S. 44 f., mit weiteren Hinweisen).

6.2.5.  Vorliegend  ist  festzustellen,  dass  die  Begründung  der  Zumut­
barkeit des Wegweisungsvollzugs in der angefochtenen Verfügung kei­
ne  Hinweise  darauf  enthält,  dass  das  BFM  die  persönliche  Situation 
der Beschwerdeführerin  gebührend gewürdigt  und eine Abwägung  im 
Sinne der vorgenannten Erwägung  (E. 6.2.4.)  vorgenommen hat.  Ins­
besondere  ist  nicht  ersichtlich,  dass  sich  das  BFM  mit  dem  Kindes­
wohl  (vgl.  E.  6.2.1.)  de(…)  in  der  Schweiz  geborenen  (…)  der  Be­
schwerdeführerin auseinandergesetzt hat. Dies erschwert nicht nur ei­
ne sachgerechte Anfechtung der vorinstanzlichen Verfügung durch die 

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betroffene  Person,  sondern  beschränkt  auch  die  Möglichkeit  des 
Bundesverwaltungsgerichts,  den  erstinstanzlichen  Entscheidfindungs­
prozess zu überprüfen. Bei dieser Sachlage muss festgestellt werden, 
dass  das  Bundesamt  der  ihm  obliegenden  Begründungspflicht  nicht 
nachgekommen  ist  und  damit  den  Anspruch  der  Beschwerdeführerin 
auf rechtliches Gehör verletzt hat.

6.2.6. Nachdem  feststeht, dass die Vorinstanz die Begründungspflicht 
verletzt  hat,  bleibt  zu  prüfen,  ob  dieser  Mangel  geheilt  werden  kann 
oder  zur  Kassation  der  angefochtenen  Verfügung  führen  muss.  Ent­
sprechend  der  formellen  Natur  des  rechtlichen  Gehörs  sind  Ent­
scheide mit mangelhafter Begründung  im Beschwerdeverfahren unge­
achtet  ihrer  allfälligen  materiellen  Richtigkeit  grundsätzlich  aufzuhe­
ben. Im Beschwerdeverfahren kann die Gehörsverletzung jedoch unter 
Umständen  geheilt  werden,  wenn  die  Rechtsmittelinstanz  über  die 
volle Kognition verfügt, die fehlende oder mangelhafte Begründung im 
Beschwerdeverfahren nachgeliefert respektive verbessert wird und die 
betroffene  Partei  dazu  angehört  wird  (vgl.  KÖLZ/HÄNER,  a.a.O., 
Rz. 366).  Vorliegend  hat  es  die  Vorinstanz  unterlassen,  in  ihrer  Ver­
nehmlassung vom 2. März 2009 eine rechtsgenügliche Begründung für 
den  angeordneten  Wegweisungsvollzug  nachzuliefern,  obwohl  in  der 
Beschwerde unter  anderem angeführt wurde,  die Beschwerdeführerin 
und ihr Sohn gehörten zur Kategorie der verletzlichen Personen, ihr in 
(…) wohnhafter  (…)  sei  arbeitslos  und  nicht  in  der  Lage,  für  sein(…) 
(…)  und  (…)  aufzukommen,  sie  habe  ihren  Verwandten  aus  Scham 
nichts von der Existenz ihre(…) in der Schweiz geborenen (…) erzählt 
und  sie  befürchte,  als  muslimische  Frau  mit  einem  ausserehelichen 
Kind  von  der  eigenen  Familie  verstossen  und  von  der  Gesellschaft 
geächtet zu werden. Angesichts dieser Sachlage bleibt kein Raum für 
eine  Heilung  des  als  schwerwiegend  zu  qualifizierenden  Verfahrens­
mangels,  weshalb  die  angefochtene  Verfügung  hinsichtlich  der  An­
ordnung des Wegweisungsvollzugs zu kassieren ist.

7. 
Die Beschwerde ist somit  insoweit gutzuheissen, als die Dispositivziffern 
4  und  5  der  Verfügung  vom  3.  Dezember  2008  aufzuheben  und  die 
Sache  zur  Neubeurteilung  des  Wegweisungsvollzugs  im  Sinne  der 
Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen ist. Soweit weitergehend 
ist die Beschwerde abzuweisen.

8. 

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8.1.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  (hälftiges  Obsiegen  der 
Beschwerdeführerin)  wären  die  reduzierten  Verfahrenskosten 
grundsätzlich  der  Beschwerdeführerin  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1 
VwVG).  Weil  indessen  aufgrund  der  Akten  nach  wie  vor  von  der 
prozessualen Bedürftigkeit  der Beschwerdeführerin auszugehen und die 
Beschwerde  aufgrund  der  vorstehenden  Erwägungen  nicht  als 
aussichtslos  zu  bezeichnen  ist,  ist  der  Antrag  auf  Erlass  der 
Verfahrenskosten  (Art.  65  Abs.  1  VwVG)  gutzuheissen  und  die 
Beschwerdeführerin von deren Bezahlung zu befreien.

8.2. Der  teilweise  obsiegenden  und  vertretenen  Beschwerdeführerin  ist 
zulasten der Vorinstanz eine Parteientschädigung für die ihr erwachsenen 
notwendigen  und  verhältnismässig  hohen Kosten  zuzusprechen  (Art. 64 
Abs. 1 VwVG  i.V.m. Art.  7 des Reglements vom 21. Februar 2008 über 
die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht 
[VGKE, SR 173.320.2]). Entsprechend dem Grad des Durchdringens  ist 
diese  Entschädigung  um  die  Hälfte  zu  reduzieren.  Der  in  der 
eingereichten  Kostennote  vom  7.  Januar  2009  geltend  gemachte 
Arbeitsaufwand  von  11 Stunden  zu  einem Stundenansatz  von Fr.  250.­ 
erscheint  unter  Berücksichtigung  von  Umfang  und  Schwierigkeit  des 
vorliegenden Verfahrens nicht  angemessen,  zumal nur die notwendigen 
Kosten  zu  ersetzen  sind.  Unter  Berücksichtigung  der  massgeblichen 
Bemessungsfaktoren (vgl. Art. 8 ff. VGKE), der Praxis in Vergleichsfällen 
und  der  bis  zur  Urteilsfällung  erfolgten  weiteren  Eingaben  des 
Rechtsvertreters  ist  die Vorinstanz anzuweisen, der Beschwerdeführerin 
für  das  Rechtsmittelverfahren  eine  reduzierte  Parteientschädigung  von 
insgesamt  Fr.  1500.­  (inklusive  Auslagen  und  allfällige  Mehrwertsteuer) 
auszurichten.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird insoweit gutgeheissen, als damit die Aufhebung der 
vorinstanzlichen  Verfügung  im  Wegweisungsvollzugspunkt  beantragt 
wird. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.

2. 
Die  Dispositivziffern  4  und  5  der  Verfügung  vom  3.  Dezember  2008 
werden  aufgehoben.  Die  Sache  wird  zur  Neubeurteilung  des 
Wegweisungsvollzugs  im  Sinne  der  Erwägungen  an  die  Vorinstanz 
zurückgewiesen.

3. 
Der  Antrag  auf  Erlass  der  Verfahrenskosten  wird  gutgeheissen.  Die 
Beschwerdeführerin  wird  von  der  Bezahlung  der  Verfahrenskosten 
befreit.

4. 
Die Vorinstanz wird angewiesen, der Beschwerdeführerin für das Rechts­
mittelverfahren eine Parteientschädigung von Fr. 1500.­ auszurichten.

5. 
Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das BFM und (…).

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Bruno Huber Peter Jaggi

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