# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8b51b082-b9fe-5d2d-81db-d1b7905f3142
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-19
**Language:** de
**Title:** Zug Obergericht Beschwerdeabteilung 19.12.2022 BZ 2022 109
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Obergericht/ZG_OG_003_BZ-2022-109_2022-12-19.pdf

## Full Text

20221205_090956_ANOM.docx

II. Beschwerdeabteilung BZ 2022 109

Oberrichter lic.iur. St. Scherer, Abteilungspräsident
Oberrichter lic.iur. M. Siegwart
Oberrichter Dr.iur. A. Sidler
Gerichtsschreiberin lic.iur. D. Huber Stüdli

Urteil vom 19. Dezember 2022 [rechtskräftig]

in Sachen

A.________ AG,
Beschwerdeführerin,

gegen

B.________ AG,
Zustelladresse: B.________ AG, C.________,
Beschwerdegegnerin,

betreffend

Konkurseröffnung in der Betreibung Nr. ________ des Betreibungsamtes Zug
(Beschwerde gegen den Entscheid der Einzelrichterin am Kantonsgericht Zug vom 11. Oktober 
2022)

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Sachverhalt

1. Mit Entscheid vom 11. Oktober 2022 eröffnete die Einzelrichterin am Kantonsgericht Zug auf 
entsprechendes Begehren der B.________ AG (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) in der 
Betreibung Nr. ________ des Betreibungsamtes Zug über die A.________ AG (nachfolgend: 
Beschwerdeführerin) den Konkurs (offener Betrag inkl. Zinsen und Kosten: CHF 11'509.85). 
Zur Begründung hielt die Einzelrichterin im Wesentlichen fest, die Parteien seien auf den 
11. Oktober 2022, 09.00 Uhr, zur Konkursverhandlung vorgeladen worden, seien aber nicht 
erschienen. Die Beschwerdeführerin habe auch sonst nichts von sich hören lassen, weshalb 
der Entscheid auf Grundlage der Akten zu fällen sei. Die Beschwerdeführerin sei als 
Aktiengesellschaft im Handelsregister eingetragen und unterliege daher der 
Konkursbetreibung. Im vorliegenden Verfahren seien die Voraussetzungen für die 
Konkurseröffnung erfüllt, weshalb über die Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 171 f. 
SchKG und Art. 251 ZPO der Konkurs zu eröffnen sei (Verfahren EK 2022 334).

2. Gegen diesen Entscheid erhob die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 4. November 2022 
(Datum Poststempel) Beschwerde beim Obergericht des Kantons Zug und beantragte die 
Aufhebung des Konkursentscheids der Vorinstanz. Zudem ersuchte sie um Erteilung der 
aufschiebenden Wirkung.

3. Mit Verfügung vom 8. November 2022 wies der Abteilungspräsident den Antrag auf Erteilung 
der aufschiebenden Wirkung ab. Er wies das Konkursamt Zug aber an, über die notwendigen 
Sicherungsvorkehrungen hinaus einstweilen keine weiteren Vollstreckungshandlungen 
vorzunehmen.  

4. Am 17. November 2022 erklärte die Beschwerdegegnerin, die betriebene Forderung sei 
bereits im April 2022 bezahlt worden. Die Zahlung sei leider auf eine Police einer anderen 
juristischen Einheit der Allianz Versicherung erfolgt. Die Zustimmung des 
Versicherungsnehmers für die Umbuchung des Guthabens habe sie erst nach der 
Konkurseröffnung erhalten. Die Umbuchung sei nun erfolgt. Die Beschwerde gegen den 
Konkursentscheid sei daher gutzuheissen. 

5. Mit Eingabe vom 2. Dezember 2022 ersuchte die Beschwerdeführerin um einen baldigen 
Entscheid. 

6. Die Vorinstanz verzichtete auf eine Stellungnahme. 

Erwägungen

1. Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie habe den geschuldeten Betrag schon am 
29. April 2022 an die Beschwerdegegnerin überwiesen, jedoch fälschlicherweise auf das 
Konto einer anderen Police. In der Gewissheit, dass die Rechnung beglichen sei, habe sie 
nicht auf die Betreibung reagiert. Die Beschwerdegegnerin habe die Umbuchung nun 
vorgenommen, sei jedoch nicht bereit, "die Konkursandrohung zurückzuziehen" (vgl. act. 1). 

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1.1 Gemäss Art. 174 Abs. 1 SchKG kann der Entscheid des Konkursgerichtes innert zehn Tagen 
mit Beschwerde nach der ZPO angefochten werden. Die Parteien können dabei neue 
Tatsachen geltend machen, wenn diese vor dem erstinstanzlichen Entscheid eingetreten 
sind. Dabei handelt es sich um Tatsachen und Beweismittel, die vor dem erstinstanzlichen, 
angefochtenen Entscheid entstanden sind, aber in diesem Entscheid nicht berücksichtigt 
wurden, weil sie dem erstinstanzlichen Gericht trotz der hier vorgeschrieben 
Untersuchungsmaxime nicht bekannt waren und auch nicht von einer Partei vorgebracht 
wurden (Giroud/Theus Simoni, Basler Kommentar, 3. A. 2021, Art. 174 SchKG N 19). Häufig 
macht der Schuldner im Beschwerdeverfahren geltend, dass die Schuld samt Zinsen und 
Kosten vor dem erstinstanzlichen Konkurseröffnungsentscheid getilgt wurde. Weist der 
Schuldner im Beschwerdeverfahren nach, dass er die offene Schuld bereits vor der 
Konkurseröffnung bezahlt hat, prüft die Beschwerdeinstanz die Zahlungsfähigkeit des 
Schuldners nicht (Giroud/Theus Simoni, a.a.O., Art. 174 SchKG N 19b mit weiteren 
Hinweisen). 

1.2 Gemäss Art. 172 Ziff. 3 SchKG weist das (erstinstanzliche) Gericht das Konkursbegehren ab, 
wenn der Schuldner durch Urkunden beweist, dass die Schuld, Zinsen und Kosten 
inbegriffen, getilgt ist oder dass der Gläubiger ihm Stundung gewährt hat. Tilgen im Sinne 
von Art. 172 SchKG bedeutet Tilgung nach den Vorschriften des Obligationenrechts, also 
gemäss Art. 74 ff. und Art. 85 ff. OR (Giroud/Theus Simoni, a.a.O., Art. 172 SchKG N 12). 

1.3 Im vorliegenden Fall kann die Beschwerdeführerin nicht belegen, dass sie die 
Konkursforderung (inkl. Kosten) von CHF 11'509.85 bereits vor der Konkurseröffnung vom 
11. Oktober 2022, 09.15 Uhr, beglichen hat. Zwar leistete sie bereits am 29. April 2022 eine 
Zahlung in Höhe von CHF 10'000.00 an die D.________ AG, eine Partnergesellschaft der 
Beschwerdegegnerin (vgl. act. 1/2). Diese Zahlung ging somit nicht an die 
Beschwerdegegnerin als Gläubigerin in der – im Übrigen erst später eingeleiteten – 
Betreibung Nr. ________ des Betreibungsamtes Zug, sondern an eine Dritte. Der Geldbetrag 
war mithin im Zeitpunkt der Konkurseröffnung nicht auf dem Konto der Beschwerdegegnerin 
gutgeschrieben, weshalb die Erfüllungswirkung nicht eintrat. Zudem resultierte aufgrund der 
Zahlung von CHF 10'000.00 nach Abzug der Folgeprämie bloss ein Saldo zugunsten der 
Beschwerdeführerin von CHF 7'392.70 (vgl. act. 1/2). Weder mit der Zahlung von 
CHF 10'000.00 noch mit dem Guthaben von CHF 7'392.70 war die Konkursforderung von 
CHF 11'509.85 (inkl. Zinsen und Kosten) somit vollständig gedeckt.  

2. Nach Art. 174 Abs. 2 SchKG kann die Rechtsmittelinstanz die Konkurseröffnung aufheben, 
wenn der Schuldner seine Zahlungsfähigkeit glaubhaft macht und durch Urkunden beweist, 
dass inzwischen die Schuld, einschliesslich der Zinsen und Kosten, getilgt ist (Ziff. 1), der 
geschuldete Betrag bei der Rechtsmittelinstanz zuhanden des Gläubigers hinterlegt ist 
(Ziff. 2) oder der Gläubiger auf die Durchführung des Konkurses verzichtet (Ziff. 3).

2.1 Bei der 10-tägigen Rechtsmittelfrist von Art. 174 Abs. 1 SchKG handelt es sich um eine 
gesetzliche Frist. Die Konkursaufhebungsgründe gemäss Art. 174 Abs. 2 Ziff. 1-3 SchKG 
sind daher nur zu berücksichtigen, wenn sie sich innert der Rechtsmittelfrist verwirklicht 
haben und urkundlich nachgewiesen werden. Ferner muss innert der Rechtsmittelfrist die 
Zahlungsfähigkeit glaubhaft gemacht werden. Es ist nicht statthaft, die Frist zur Beibringung 

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der gehörigen Unterlagen zu verlängern (vgl. BGE 139 III 491 E. 4; Urteil des Bundesgerichts 
5A_1005/2020 vom 19. Januar 2021 E. 3.1.2). 

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2.2 Die Beschwerdegegnerin erklärte in ihrer Stellungnahme vom 17. November 2022, sie habe 
"die Zustimmung des Versicherungsnehmers für die Umbuchung des Guthabens […] erst 
nach der Konkurseröffnung erhalten". Die Umbuchung sei inzwischen durchgeführt worden 
(vgl. act. 5). Wann genau die Zustimmung der Beschwerdeführerin erfolgte und das Geld auf 
dem Konto der Beschwerdegegnerin gutgeschrieben wurde, geht aus den Akten nicht hervor. 
Entsprechend fehlt ein Nachweis, dass die Konkursforderung innert laufender 
Beschwerdefrist, d.h. bis 7. November 2022, beglichen wurde. Bereits aus diesem Grund ist 
der Beschwerde kein Erfolg beschieden. Hinzu kommt Folgendes: 

3. Bei einer Zahlung nach Konkurseröffnung muss auch die Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft 
glaubhaft gemacht werden (vgl. Art. 174 Abs. 2 SchKG). 

3.1 Glaubhaft gemacht ist eine Tatsache dann, wenn für deren Vorhandensein gewisse 
Elemente sprechen, selbst wenn das Gericht noch mit der Möglichkeit rechnet, dass sie sich 
nicht verwirklicht haben könnte (BGE 140 III 610 E. 4.1; BGE 132 III 715 E. 3.1 je m.H.). Im 
Hinblick auf die Aufhebung der Konkurseröffnung heisst dies, dass die Zahlungsfähigkeit des 
Konkursiten wahrscheinlicher sein muss als seine Zahlungsunfähigkeit. In diesem Bereich 
dürfen keine zu strengen Anforderungen gestellt werden, insbesondere wenn die 
wirtschaftliche Lebensfähigkeit des schuldnerischen Unternehmens nicht von vornherein 
ausgeschlossen werden kann. Es liegt am Schuldner, Beweismittel vorzulegen, die geeignet 
sind, seine Zahlungsfähigkeit als glaubhaft erscheinen zu lassen. Der Schuldner muss 
namentlich nachweisen, dass gegen ihn kein Konkursbegehren in einer ordentlichen 
Konkurs- oder in einer Wechselbetreibung hängig ist und dass keine weiteren vollstreckbaren 
Betreibungen vorliegen. Zahlungsfähigkeit bedeutet, dass ausreichend liquide Mittel zur 
Begleichung der fälligen Schulden vorhanden sind. Grundsätzlich als zahlungsunfähig 
erweist sich ein Schuldner, der beispielsweise Konkursandrohungen anhäufen lässt, 
systematisch Rechtsvorschlag erhebt und selbst kleinere Beträge nicht bezahlt. Bloss 
vorübergehende Zahlungsschwierigkeiten lassen den Schuldner noch nicht als 
zahlungsunfähig erscheinen, ausser wenn keine wesentlichen Anhaltspunkte für eine 
Verbesserung seiner finanziellen Situation zu erkennen sind und er auf unabsehbare Zeit als 
illiquid erscheint. Die Beurteilung der Zahlungsfähigkeit beruht auf einem aufgrund der 
Zahlungsgewohnheiten eines Konkursiten gewonnenen Gesamteindruck (Urteil des 
Bundesgerichts 5A_810/2015 vom 17. Dezember 2015 m.w.H.; GVP 1997/98, S. 157 ff. = 
BlSchK 1997, S. 225 f.; Giroud/Theus Simoni, Basler Kommentar, 3. A. 2021, Art. 174 
SchKG N 26a f. m.H.). Bei der Beurteilung der Zahlungsfähigkeit kommt dem Richter ein 
weiter Ermessensspielraum zu (vgl. Giroud/Theus Simoni, a.a.O., Art. 174 SchKG N 26).

3.2 Die Beschwerdeführerin machte keinerlei Angaben zu ihrer Zahlungsfähigkeit und reichte 
keine entsprechenden Beweismittel ein. Sie begründete dies damit, dass sie keinen Zugriff 
auf die Geschäftskonten habe. Ein aktueller Zwischenabschluss und ein 
Betreibungsregisterauszug hätte aber auch ohne Zugriff auf die Geschäftskonten eingereicht 
werden können. Lässt sich die Zahlungsfähigkeit nicht beurteilen, ist sie nicht glaubhaft 
gemacht. Die Beschwerde erweist sich daher insgesamt als unbegründet und ist 
abzuweisen. 

4. Da der Beschwerde keine aufschiebende Wirkung zuerkannt wurde, muss das Datum der 
Konkurseröffnung nicht neu auf den Zeitpunkt des vorliegenden Beschwerdeentscheides 

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festgesetzt werden. Es bleibt beim Entscheid der Einzelrichterin, wonach der Konkurs am 
11. Oktober 2022 eröffnet wurde. 

5. Bei diesem Ausgang sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens der Beschwerdeführerin 
aufzuerlegen und mit dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen (Art. 106 
Abs. 1 und Art. 111 Abs. 1 ZPO). Der Restbetrag ist zuhanden der Konkursmasse an das 
Konkursamt Zug zu überweisen. Eine Parteientschädigung ist der Beschwerdegegnerin 
schon deshalb nicht zuzusprechen, weil sie mit ihrem Antrag auf Gutheissung der 
Beschwerde unterlegen ist. 

Urteilsspruch

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Der Beschwerdeführerin wird für das Beschwerdeverfahren eine Spruchgebühr von 
CHF 750.00 auferlegt und mit dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. 
Der Restbetrag wird zuhanden der Konkursmasse an das Konkursamt Zug überwiesen.

3. Der Beschwerdegegnerin wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4. Gegen diesen Entscheid ist die Beschwerde in Zivilsachen nach den Art. 72 ff. des 
Bundesgerichtsgesetzes (BGG) zulässig; die Beschwerdegründe richten sich nach den Art. 
95 ff. BGG. Eine allfällige Beschwerde ist innert 30 Tagen seit Zustellung des Entscheids 
schriftlich begründet und mit bestimmten Anträgen sowie unter Beilage des Entscheids und 
der Beweismittel (vgl. Art. 42 BGG) beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 
14, einzureichen. Die Beschwerde hat nach Art. 103 Abs. 1 BGG in der Regel keine 
aufschiebende Wirkung.

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5. Mitteilung an:
- Parteien
- Kantonsgericht Zug, Einzelrichterin (EK 2022 334)
- Konkursamt Zug
- Handelsregisteramt Zug (im Dispositiv)
- Amt für Grundbuch und Geoinformation (im Dispositiv)
- Betreibungsamt Zug (im Dispositiv)
- Gerichtskasse (im Dispositiv)

Obergericht des Kantons Zug 
II. Beschwerdeabteilung

lic.iur. St. Scherer lic.iur. D. Huber Stüdli
Abteilungspräsident Gerichtsschreiberin

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