# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 419da9d1-a13f-5e71-8bea-b5e573136f3f
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-01-12
**Language:** de
**Title:** FGZ-Wohnsiedlung Friesenberg Zürich. Nichtunterschutzstellung.
**Docket/Reference:** BRGE I Nr. 0001/2018
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/entscheidauszug_aus_brge_i_nr._0001-2018_vom_12._januar_2018.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

G.-Nr. 
BRGE I Nr. 

R1S.2017.05018 
0001/2018 

Entscheid vom 12. Januar 2018 

Mitwirkende 

Abteilungspräsident  Walter  Linsi,  Baurichter  Claude  Reinhardt,  Baurichter 
Jürg Trachsel, Gerichtsschreiberin Karin Rüsch     

in Sachen 

Rekurrent 

Zürcher Heimatschutz ZVH, Eichstrasse 29, 8045 Zürich  

gegen 

Rekursgegner 

1.  Stadtrat von Zürich, Stadthaus, 8022 Zürich  

Mitbeteiligte 

2.  Familienheim-Genossenschaft Zürich (FGZ), Schweighofstrasse 193, 

8045 Zürich  

betreffend 

Beschluss des Stadtrates von Zürich vom 14. Dezember 2016; Verzicht auf 
Unterschutzstellung; Inventarentlassung sowie Inventarergänzungen betref-
fend Wohnsiedlungen und Gartenanlagen, Jakob-Peter-Weg 1 - 45, Marga-
retenweg  1  -  27,  Pappelstrasse  5  -  29,  Friesenbergstrasse  220,  Schweig-
hofstrasse 287 - 289, 293 - 335, 300 - 304, 308 - 318, 322 - 326 und 330 - 
334,  Schweighofstrasse  294,  294a  und  296,  Friesenbergstrasse  220, 
Schweighofstrasse 287 - 335 und 300 - 334, Zürich 3 - Wiedikon 
______________________________________________________ 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
  
 
 
 
 
 
 
 
 
hat sich ergeben: 

A. 

Mit Beschluss vom 14. Dezember 2016 stellte der Stadtrat von Zürich unter 

anderem  die  folgenden  Objekte  der Wohnsiedlung  der  Familiengenossen-

schaft  Zürich  (FGZ) im  Friesenberg  nicht  unter Schutz  bzw.  entliess  diese 

aus dem Inventar der Schutzobjekte von kommunaler Bedeutung (Disposi-

tivziffern 1 und 2): 

-   1.  Bauetappe:  Jakob-Peter-Weg  1-45,  Margaretenweg  1-27,  Pappel-
strasse  5-29  und  2-26  auf  den  Grundstücken  Kat.-Nrn.  WD2978  und 
WD2980 mitsamt den zugehörigen Gartenanlagen; 

-   2.  Bauetappe:  Friesenbergstrasse  220,  Schweighofstrasse  287-289, 
293-335,  300-304,  308-318,  322-326  sowie  330-334  auf  den  Grundstü-
cken  Kat.-Nrn.  WD7764,  WD7771,  WD7772,  WD7774  mitsamt  den  zu-
gehörigen Gartenanlagen; 

-   ehemaliges  FGZ  Genossenschaftshaus,  Schweighofstrasse  294,  294a 

und 296 auf dem Grundstück Kat.-Nr. WD2729. 

B. 

Gegen diesen Beschluss erhob der Zürcher Heimatschutz ZVH mit Eingabe 

vom  13.  Januar  2017  Rekurs  beim  Baurekursgericht  des  Kantons  Zürich 

und beantragte die Aufhebung der Dispositiv Ziffern 1 und 2 des angefoch-

tenen Beschlusses unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. 

C. 

Mit  Verfügung  vom  18.  Januar  2017  wurde  vom  Rekurseingang  Vormerk 

genommen  und  das  Vernehmlassungsverfahren  eröffnet.  Die  Familien- 

Genossenschaft  Zürich  (FGZ) wurde  von  Amtes  wegen  als  Mitbeteiligte  in 

das Rekursverfahren aufgenommen. 

D. 

Der Stadtrat von Zürich schloss in seiner Vernehmlassung vom 10. Februar 

2017  auf  Abweisung  des  Rekurses  unter  Kosten-  und  Entschädigungsfol-

gen  zu  Lasten  des  Rekurrenten.  Die  Mitbeteiligte  liess  sich  mit  Eingabe 
vom  9.  Februar 2017 vernehmen  und  beantragte  ebenfalls  die Abweisung 
des Rekurses unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Re-

kurrenten. 

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Seite 2 

 
 
E. 

Auf Begehren des Rekurrenten wurde ein zweiter Schriftenwechsel durch-

geführt.  Die  Replik  datiert  vom  6.  März  2017;  die  Dupliken  des  Stadtrates 

von Zürich und der Mitbeteiligten jeweils vom 28. März 2017. 

F. 

Mit Eingabe vom 31. März 2017 reichte der Rekurrent eine Triplik ein. Die 

Quadruplik  der  Mitbeteiligten  datiert  vom  19.  April  2017.  Der  Stadtrat  von 

Zürich verzichtete stillschweigend auf die Einreichung einer Quadruplik. 

G. 

Am 4. April 2017 wurde in Anwesenheit der Parteien ein Augenschein auf 

dem Lokal durchgeführt. 

H. 

Auf die Vorbringen der Parteien sowie auf die anlässlich des Lokaltermins 

gemachten Feststellungen wird, soweit für die Entscheidbegründung erfor-

derlich, in den nachfolgenden Erwägungen Bezug genommen. 

Es kommt in Betracht: 

1. 

Gemäss § 338b lit. a des Planungs- und Baugesetzes (PBG) sind gesamt-

kantonal  tätige  Vereinigungen,  die  sich  seit  wenigstens  zehn  Jahren  im 

Kanton  statutengemäss  dem  Natur-  und  Heimatschutz  oder  verwandten, 

rein ideellen Zielen widmen, zum Rekurs gegen Anordnungen und Erlasse 

berechtigt, soweit sie sich auf den III. Titel oder § 238 Abs. 2 PBG stützen. 

Der  Rekurrent  erfüllt  diese  Voraussetzungen  unbestrittenermassen.  Da 

auch  die  übrigen  Prozessvoraussetzungen  erfüllt  sind,  ist  auf  den  Rekurs 

einzutreten. 

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Seite 3 

 
 
2.1. 

Die  streitbetroffenen  Liegenschaften  sind  Teil  der  Wohnsiedlung  Friesen-

berg,  welche  gesamthaft  24  Etappen  umfasst.  Sie  sind  allesamt  zwischen 

1925  und  2014  durch  die  FGZ  erstellt  worden.  Die  in  sich  geschlossene 

Siedlung  entlang  der Schweighofstrasse  bildet  dabei die  1.  und  2.  Etappe 

der  Überbauung  (erbaut:  1924-1926).  Es  handelt  sich  um  ein  durch  die 

Schweighofstrasse zweigeteiltes Areal. Die 1. Bauetappe umfasst dabei die 

Grundstücke  Kat.-Nrn.  WD2980  und  WD  2978  mit  den  Gebäuden  Vers.-

Nrn.  2274,  2279,  2280,  2283, 2285, 2287, 2289, 2291, 2293,  2295, 2297, 

2302,  2309, 2314,  2317,  2318,  2323  und 2328.  Die 2.  Bauetappe  besteht 

aus den Grundstücken WD7764, WD7771, WD7772 und WD7774 mit den 

Gebäuden  Vers.-Nrn.  2427,  2430,  2435,  2438,  2441,  2446,  2451,  2456, 

2459, 2462 und 2465. 

Die  Siedlung  grenzt  im  Norden an  den  Margaretenweg,  im Westen  an  die 

Känguruwiese  sowie  an  Gebäude  der  3.  Bauetappe,  im  Südosten  an  die 

Friesenbergstrasse und im Nordosten an den jüdischen Friedhof. 

Die  1.  Bauetappe  liegt  unterhalb  der  Schweighofstrasse  direkt  neben  der 

Bahnstation "Schweighof". Die 2. Bauetappe verläuft entlang  beider Seiten 

der Schweighofstrasse. 

Die Grundstücke sind der Wohnzone W2b mit einer zulässigen Ausnützung 

von 45 % zugewiesen.  

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2.2. 

Die  streitbetroffene  Siedlung  ist  in  einem  im  Jahre  2006  durch  die  Denk-

malpflege  der  Stadt  Zürich  erstellten  Spezialinventar  über  die  gesamten 

FGZ-Siedlungen  am  Friesenberg  (act. 5.3) verzeichnet. Im Inventar ist  die 

Siedlung als beeindruckende Anlage mit ländlichem Charakter bei fast voll-

ständiger  Erhaltung  der  Originalsubstanz  umschrieben.  Bemerkenswert 

seien die stadträumlichen, typologischen und architekturhistorischen Quali-

täten. Durch die Stellung der äusseren Gebäude ergebe sich eine dörfliche 

Einheit. Diese Wirkung werde durch die stark befahrene Schweighofstrasse 

heute abgeschwächt. Die Grundstücks- und Gebäudegrössen seien für ei-

ne  Genossenschaftssiedlung  ungewöhnlich  gross;  die  Gärten  würden  zu-

sammenhängende  Grünräume  bilden;  grosse  Walmdächer  mit  markanten 

Giebeln im Heimatstil zeichneten die Gebäude aus. Empfohlen werde eine 

weitgehende  Erhaltung  der  Gesamtanlage  in  Struktur  und  Substanz.  Die 

Gebäudestruktur  und  die  Dachlandschaft  seien  dabei  spezifisch  zu  scho-

nen.  

3.1.1 

Die Mitbeteiligte stellte ein Provokationsbegehren im Hinblick auf eine allfäl-

lige Neuüberbauung der Grundstücke.  

Die Vorinstanz hat deshalb zur Beurteilung der Schutzwürdigkeit ein denk-

malpflegerisches  Gutachten  bei  der  Denkmalpflege  der  Stadt  Zürich 

(act. 5.6) in Auftrag gegeben.  

Gemäss  den  Ausführungen  im  Gutachten  liegen  die  ersten  beiden  Baue-

tappen  der  Gründersiedlung  der  FGZ  im  nördlichen  Bereich  des  Friesen-

bergs, der sich am Fusse des Uetlibergs von der Sihl bis zum Triemlispital 

hinziehe und einst durch Lehmgruben und Backsteinfabriken von der Stadt 

abgetrennt  gewesen  sei.  Es  handle  sich  um  ein  ausgesprochenes  Wohn-

quartier,  dessen  wichtigste  Bauträger  die  städtische  Stiftung  für  Wohnfür-

sorge  für  kinderreiche  Familien  und  die  FGZ  seien.  An  den  Schmalseiten 

werde der Quartierstreifen durch die Uetliberg- und die Birmensdorferstras-

se  begrenzt.  Die  mitten  durch  das  Quartier  führende  Schweighofstrasse 

bilde  das  eigentliche  Rückgrat  des  Friesenbergs.  Von  diesem  würden 

Strassen  und  Wege  abgehen,  die  der  Erschliessung  der  einzelnen  Sied-

lungsgruppen  dienten.  Im  nordwestlichen  Teil  des  Friesenbergs  durch-
schneide  die  1875  eingeweihte  Bahnlinie  der  Uetlibergbahn  das  Quartier. 

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Der  Friesenberg  habe  sich  in  der  Zwischenkriegszeit  zu  einem  eigenstän-

digen  Gartenstadt-Quartier  nach  englischem  Vorbild  entwickelt.  Durch 

Grünflächen, Bachläufe und lediglich fünf Meter breite Wohnstrassen räum-

lich gegliedert, verfüge das Quartier über eigene Infrastrukturbauten wie ein 

Genossenschaftshaus, Kindergärten, Schulen, Läden und  eine Kirche. Die 

hellen Reihenhaussiedlungen der FGZ, welche bis zum 2. Weltkrieg erstellt 

worden seien, verliehen dem Quartier einen unverwechselbaren Charakter.  

Mit Bezug auf die städtebauliche Bedeutung hält das Gutachten fest, dass 

die  erste  Bauetappe  auf  der  "Grünen  Wiese"  projektiert  worden  sei.  Die 

beiden  parallel  angeordneten  Erschliessungsstrassen  orientierten  sich  je-

doch eindeutig am benachbarten jüdischen Friedhof und nähmen jeweils in 

den  Randbereichen  einen  Richtungswechsel  vor,  so  dass  sie  rechtwinklig 

auf  die  begrenzende  Friesenberg-  und  Margaretenstrasse  zu  stehen  kä-

men. Zu diesen Hauptverkehrsachsen würden die in der Falllinie des Han-

ges verlaufenden, inneren Erschliessungsstrassen parallel geführt. Eine auf 

die  Platzmitte  hin  angelegte  Hauptachse  bilde  die  nahezu  natürliche  Fort-

setzung der diagonal zur Bahnlinie angelegten Erschliessungswege des jü-

dischen Friedhofs. Die versetzte Anordnung der längsten Hauszeilen stehe 

ganz  im  Dienste  der Raumbildung,  welche  die  zentrale  Funktion des  Plat-

zes  als  soziale  Mitte  der  Wohnsiedlung  stärke.  Dieses  abstrakte,  auf  das 

Wegsystem und die Grundstücksgrenze zum Friedhof sowie auf die Haupt-

verkehrsachse  bezogene  Siedlungslayout  habe  eine  Folie  gebildet,  auf 

welcher  der  Architekt  Fritz  Reiber  drei  Hauszeilen  von  unterschiedlicher 

Länge  und  abweichender  Typologie  entwickelt  habe.  Zwischen  Margare-

tenweg und Friesenbergstrasse würden sich die parallel situierten Hauszei-

len mit  drei  übereinanderliegenden  Etagenwohnungen und  zwei traufseitig 

anschliessenden  Reiheneinfamilienhäusern  um  eine  zentrale  Platzanlage 

gruppieren.  Einzig  die  strassenbegleitenden  Reiheneinfamilienhäuser  mit 

drei  und  zwei  Einheiten  entlang  der  Friesenbergstrasse  und  am  Margare-

tenweg seien senkrecht zur Geländeneigung platziert, während die Doppe-

leinfamilienhäuser den parallelen Abschluss zur Einfriedung des Friedhofes 

bildeten.  Die  Kreuzgiebelstellung  und  die  unterschiedlichen  Firsthöhen 

würden  zu  einer  Belebung  der  Dachlandschaft  führen,  die  im  städtebauli-

chen  Kontext  als  wichtiges  Instrument  der optischen  Orientierung  dienten. 

Die  unterschiedlichen  Wohnungs-  und  Haustypen  seien  stets  am  nördli-
chen oder östlichen Grundstücksrand zu Zeilen zusammengefasst, so dass 
die  grossen  Pflanzgärten  eine  Südwestorientierung  erhielten,  während  die 

schmalen Ziergärten einen Übergangsbereich zu den Erschliessungsstras-

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sen bildeten. Die rechteckige Platzanlage bezeichne als Gemeinschaftsbe-

reich und sozialer Treffpunkt den Schwerpunkt der gesamten Siedlungsan-

lage. 

Die  teils  versetze  Anordnung  der  längsten  Hauszeilen  erzeuge  einen  be-

grünten  Landschaftsraum  mit  vielfältigen  räumlichen  Bezügen  und  Blick-

achsen. Aufgrund der orthogonalen Erschliessungsstruktur und der aus der 

Zeilenbauweise  resultierenden  Raumbildung  lasse  sich  eine  enge  Ver-

wandtschaft  mit  der  Siedlung  Freidorf  Muttenz  (1919 - 1921)  von  Hannes 

Meyer erkennen. Die Gartensiedlung der FGZ gehöre auch in eine Entwick-

lungsreihe  mit  der  Genfer  "Cité  Jardin  de  L`Avenue  d`Aire"  (1920 - 1923) 

des Architekten Arnold Hoechel. 

Das  Gutachten  hält  sodann  fest,  dass  der  Anspruch  der  Typisierung  der 

Wohnungsgrundrisse mit insgesamt drei unterkellerten Wohn- und Hausty-

pen gelöst worden sei. Es handle sich dabei um ein Doppeleinfamilienhaus, 

ein  Reiheneinfamilienhaus  mit  drei  Wohneinheiten  und  um  ein  dreige-

schossiges  Mehrfamilienhaus,  dass  seitlich  von  zwei  Doppeleinfamilien-

häusern im Kreuzgiebel flankiert werde. Die bauliche Vereinigung des drei-

geschossigen  Mehrfamilienhauses  mit  zwei  zweigeschossigen  Reihenein-

familienhäusern  sei als  aussergewöhnlich  zu  bezeichnen.  Die  Zusammen-

fassung  zweier  unterschiedlicher  Typologien  –  das  Einfamilienhaus  mit 

Garten im Flachbau und die Etagenwohnung im Hochbau – müsse vor dem 

Hintergrund der Kontroverse um die beste Wohnform und die kostengüns-

tigste  Wohnungsproduktion  gesehen  werden.  Die  Grundrisstypologie  sei 

als  konventionell  zu  bezeichnen.  Der  Gartenraum  könne  nur  über  eine 

Treppe im Keller erreicht werden. 

Der neuklassizistische Einfluss der sachlichen Formensprache des Heimat-

stils zeige sich bereits in der symmetrischen Anordnung der drei Gebäude-

volumen.  Zu  den  Stilelementen  gehörten  auch  die  hohen Walmdächer mit 

den markanten Giebelfeldern,  die  durch  ein Rundbogenfenster akzentuiert 

seien. Die Reihung der stehenden, durch Abflussrohre vertikal gegliederten 

Dachlukarnen  erzeuge  Bilder  einer  ländlichen  Idylle,  die  zugleich  einen 

kleinstädtlichen  Charakter  annehme.  Zum  kleinstädtlichen  Charakter  der 

FGZ-Siedlungen  trügen  auch  die  vorspringenden  Treppenhausrisalite  der 

Mehrfamilienhäuser  bei,  die  oben  mit  einem  kräftigen  Architrav  abge-

schlossen  seien  und  denen  gartenseitig  ein  gerundeter  Balkon  mit  Sta-
ketengeländer als Pendant entspreche. 

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Der  Bau  der  FGZ-Siedlung  falle  in  die  Periode  des  gemeinnützigen  Woh-

nungsbaus von 1921 - 1925, als fast ausschliesslich Baugenossenschaften 

als  Wohnbauträger  aufgetreten  seien.  Die  Gründersiedlung  der  FGZ  sei 

nicht nur die erste, am Friesenberg erstellte Wohnsiedlung, sie gehöre zu-

gleich auch in die Pionierphase des genossenschaftlichen Wohnungsbaus, 

der die Arbeiterschaft mit ihrem durch die Gewerkschaften und linken Par-

teien  geformten  politischen  Selbstverständnis  zum  wichtigen  Akteur  auf 

dem Wohnungsmarkt gemacht habe. Die FGZ Gründersiedlung gelte nicht 

nur als "Herz" und "Perle" des Friesenbergs, sondern zugleich als exempla-

risches Versuchsmodell für die Ausrichtung der sozialdemokratisch gepräg-

ten Planungspolitik, die mit dem Gartenstadtmodell auf den ökonomischen 

Zwang zur maximalen Parzellen-Ausnutzung verzichtete.  

3.1.2. 

Im Weiteren wurde bereits im Jahre 2008 eine Freiraum-Analyse der FGZ-

Siedlungen  durch  das  Büro  für  Gartendenkmalpflege  der  Stadt  Zürich  er-

stellt (act. 5.5). Bezüglich der hier strittigen 1. und 2.Bauetappe kommt die 

Analyse zum Schluss, dass gerade die Gärten der 1. Bauetappe am ehes-

ten dem englischen Ideal einer Gartenstadt entsprächen. Die weiträumigen 

Hausgärten  und  liebevoll  gepflegten  Vorgärten  würden  die  Siedlung  we-

sentlich  prägen.  Die  Bebauung  trete  gegenüber  dem  allgegenwärtigen 

Grün der Gärten zurück. Nachteilig zu vermerken seien die vernachlässig-

ten  Gärten  entlang  des  Margaretenweges  und  die  aufgrund  der  hohen 

Lärmbelastung  hermetisch  wirkend  abgeriegelten  Gärten  entlang  der 

Schweighofstrasse. 

3.2. 

Der  Stadtrat  verzichtete  in  der  Folge  auf  eine  Unterschutzstellung  der 

1. und 2. Bauetappe der FGZ Siedlung mitsamt den zughörigen Gärten und 

dem ehemaligen Genossenschaftshaus.  

Er begründete seinen Entscheid zusammengefasst damit, dass die in zwei 

Bauetappen erstellte FGZ-Gründersiedlung ein wichtiger Zeuge des genos-

senschaftlichen  Wohnungsbaus  sei,  welcher  innerhalb  des  Siedlungsver-

bunds im Friesenberg als Ausnahmeerscheinung gelte, die mit allen ande-

ren  Bauetappen  nicht  vergleichbar  sei.  Sie  sei  aufgrund  der  dörflich-

kleinstädtlichen  Ausprägung  als  "helvetisches  Modell  der  Gartenstadt"  zu 
verstehen und werde mit ihrer Umgebung von der Denkmalpflege als hoch-

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Seite 8 

 
 
rangiges Schutzobjekt eingestuft. Auch das Bundesinventar ISOS sehe für 

die  beiden  Siedlungsetappen  sowie  für  das  Genossenschaftshaus  einen 

Erhalt der Substanz und damit Schutzmassnahmen vor (Erhaltungsziel A).  

Es sei indes so, dass die im Rahmen der Machbarkeitsstudie errechneten 

Kosten für eine Gesamtsanierung der Wohnsiedlung im Hinblick auf die zu 

erwartenden  monatlichen  Mietzinsbelastungen  pro  Wohnung  und  Hausteil 

als überdurchschnittlich hoch betrachtet werden müssten. Alleine die Neu-

erstellung der Abwasserkanalisation für das betroffene Areal werde sich auf 

etwa 10 Millionen Franken belaufen. Die Gebäude seien in einem schlech-

ten  Zustand;  die  Wohnungsgrössen  sowie  der  Komfort  entsprächen  nicht 

den heutigen Standards und die Wohnungen entlang der Schweighofstras-

se  und  der  Friesenbergstrasse  seien  erhöhten  Lärmimmissionen  ausge-

setzt.  Im  Falle  einer  Unterschutzstellung  müsste  die  Siedlung  aufwändig 

und teuer saniert werden, ohne eine Verbesserung hinsichtlich Komfort und 

Lärm  erreichen  zu  können.  Aus  Gründen  der  ökonomischen  Verhältnis-

mässigkeit werde von der FGZ ein Ersatzneubau angestrebt. So könne sie 

auf dem grossen Areal der Gründersiedlung preisgünstige Wohnungen an-

bieten, die auch den heutigen Wohnstandards genügten. Damit könne auch 

dem Ziel von Art. 2quater der Gemeindeordnung Rechnung getragen wer-

den. Mit einer Unterschutzstellung der fraglichen beiden Bauetappen würde 

die  FGZ  ausgerechnet  auf  ihrem  grössten  und  mit  der  S-Bahn  am  besten 

erschlossenen  Areal  in  der  Entwicklung  zeitgemässer  gemeinnütziger 

Wohnungen gehindert. Angestrebt werde eine Siedlungsverdichtung anstel-

le der grossen und schlecht genutzten privaten Gärten. Der Masterplan der 

FGZ empfehle unter Beachtung der öffentlichen Interessen  –insbesondere 

der  Vorgaben  zur  inneren  Siedlungsverdichtung  im  Raumplanungsgesetz 

(Art.  1  Abs.  2a  bis  RPG),  im  kantonalen  und  im  regionalen  Richtplan  und 

dem gesetzlich verankerten Auftrag zur Förderung des gemeinnützigen und 

preisgünstigen  Wohnungsbaus  in  der  Stadt  Zürich  –  die  Gründersiedlung 

weder  zu  inventarisieren  noch  unter  Schutz  zu  stellen.  Damit  werde  auch 

eine Unterschutzstellung der Gärten hinfällig.  

3.3.1. 

Der Rekurrent macht demgegenüber geltend, es handle sich bei der streit-

betroffenen  Gründersiedlung  unbestrittenermassen  um  ein  hochrangiges 

Schutzobjekt.  Es  sei  zwar  zutreffend,  dass  keine  der  24  Siedlungen  der 
FGZ in einem Inventar verzeichnet sei, das liege indes nicht an der fehlen-

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Seite 9 

 
 
den  Schutzwürdigkeit,  sondern  an  den  Charakteristika  des  Inventars.  Das 

Inventar sei zugeschnitten auf den Schutz von Einzelobjekten, deshalb sei 

auch  ein  Spezialinventar  durch  die  Denkmalpflege  der  Stadt  erstellt  wor-

den. Darin sei für die ersten beiden Bauetappen die höchste Kategorie Rot 

"denkmalpflegerisch wertvoll" gewählt und eine weitgehende Erhaltung der 

Gesamtanlage  in  Struktur  und  Substanz  empfohlen  worden.  Gerade  bei 

diesen  beiden  Etappen  sei  das  angestrebte  Gartenstadt-Ideal  am  konse-

quentesten  umgesetzt  worden.  Trotz  der  unbestrittenen  hochrangigen 

Schutzwürdigkeit sollen ausgerechnet diese zwei Etappen aus dem Inven-

tar entlassen werden. Begründet werde dieses Vorgehen mit einer Interes-

senabwägung,  die  jedoch  weitgehend  auf  unbelegten  Behauptungen  und 

Fehlüberlegungen basiere.  

Das  private  finanzielle  Interesse  der  Eigentümerschaft  werde  mit  einer 

überdurchschnittlich hohen Mietzinsbelastung begründet, diese indes nicht 

näher  dargelegt.  In  der  Machbarkeitsstudie  werde  vielmehr  sogar  ausge-

führt,  dass  die  Wohnhäuser  problemlos  einer  gut  vermietbaren  Wohnnut-

zung für weitere 60 Jahre zugeführt werden könnten. Rein finanzielle Inte-

ressen des Eigentümers vermögten zudem das öffentliche Interesse an ei-

ner Unterschutzstellung in aller Regel nicht zu überwiegen. 

Das öffentliche Interesse an einer Verdichtung des überbauten Gebiets gel-

te nicht absolut, sondern sei im Einzelfall in eine Abwägung miteinzubezie-

hen.  Dabei  sei  vorliegend  zu  berücksichtigen,  dass  die  Gartenstadt  eben 

gerade nicht mit dem Ziel der Verdichtung gebaut worden sei, sondern ho-

he  Wohnqualität  in  der  Naturnähe  ermöglichen  sollte.  Schliesslich  sei  da-

rauf hinzuweisen, dass der Erhalt und die Weiternutzung von bestehenden 

Bauten – nach erfolgter Sanierung, insbesondere in energetischer Hinsicht 

–  einem  anderen  öffentlichen  Interesse,  dem  schonenden  Umgang  mit 

Ressourcen  weitaus  mehr  dienten  als  der  mit  Entsorgungsaufgaben  ver-

bundene  Rückbau  einer  Siedlung,  die  gemäss  fachmännischer  Einschät-

zung noch eine Lebensdauer von weiteren 60 Jahren hätte. 

Die Friesenberg-Siedlungen seien Genossenschaftssiedlungen und würden 

das  auch bleiben.  Das  Interesse  am  gemeinnützigen Wohnungsbau  stehe 

einer Unterschutzstellung somit nicht entgegen.  

Im ISOS sei die Friesenbergbebauung wie folgt thematisiert: "Der grossflä-
chig mit unterschiedlichen genossenschaftlichen Wohnsiedlungen überbau-

te  Friesenberg  ist  für  Zürich  –  wenn  nicht  sogar  für  die  ganze  Schweiz  – 

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Seite 10 

 
 
einmalig  aufgrund  seiner  Ausdehnung  und  Qualität  als  gartenstadtähnli-

ches  Stadtrandquartier  sowie  durch  das  Nebeneinander  von  architekto-

nisch bedeutenden Siedlungen, die in ihrer zeitlichen Abfolge die Geschich-

te des sozialen Wohnungsbaus ab der Zwischenkriegszeit dokumentieren." 

Die  beiden ersten  Etappen  würden  sodann gemäss dem  ISOS als  zu  den 

am besten erhaltenen und architekturhistorisch wertvollsten Siedlungen ge-

zählt.  Der  Stadtrat  habe  zwar  anerkannt,  dass  das  ISOS  berücksichtigt 

werden müsse, habe sich dann aber in seiner Entscheidung trotzdem dar-

über  hinweggesetzt,  indem  er  diese  Interessen  bei  der  Verhältnismässig-

keitsprüfung einfach ausgeblendet habe.  

Der  Verzicht  auf  die  Unterschutzstellung  des  Genossenschaftshauses  sei 

gänzlich ohne Begründung erfolgt.  

3.3.2. 

Die  Stadt  Zürich  und  die  mitbeteiligte  Grundeigentümerin  halten  diesen 

Vorbringen  zusammengefasst  entgegen,  die  FGZ  sei  als  gemeinnützige 

Wohnbauträgerin  zur  Kostenmiete  verpflichtet.  Die  Mietzinse  hätten  ge-

mäss  den  Statuten  grundsätzlich  kostendeckend  zu  sein.  Damit  verbiete 

sich eine Quersubventionierung von zu teuren Wohnungen über die Erträge 

aus  anderen  Überbauungen.  Gleichwohl  gehe  die  FGZ  sehr  sorgsam  mit 

ihren  Liegenschaften  um  und  sei  sich  des  ansehnlichen  baulichen  Erbes 

bewusst. So bekenne sie sich auch klar zum Konzept einer modernen Gar-

tenstadt. Um alle Ansprüche angemessen zu berücksichtigen, hätten daher 

die  Stadt  und  die  Mitbeteiligte  einen  Masterplan  erarbeitet,  um  das  Frie-

senbergquartier  von  innen  weiterzuentwickeln.  Mit  dem  Masterplan  werde 

eine Gesamtschau über das ganze Gebiet des Friesenbergs und seine zu-

künftige  Entwicklung  gehalten.  Gerade  die  ältesten  Bauetappen  bedürften 

dringend einer Sanierung. Bis zum Jahre 2050 sollen weitere neun Etappen 

saniert werden. Man wolle 500 bis 700 neue Wohneinheiten schaffen, dies 

sei  indes  mit  der  jetzigen  nach  aktueller  BZO  zulässigen  geringen  Dichte 

nicht möglich. Der bauliche Zustand der Gründersiedlung sei nicht gut. Der 

Heizwärmebedarf  sei viel  zu  hoch,  der  Lärmschutz  sei  nicht  gewährleistet 

und  die  Kanalisation  und  Werkleitungen  bedürften  einer  vollständigen  Er-

neuerung.  Die  Gebäudehüllen  seien  undicht;  Küchen  und  Bäder  müssten 

totalerneuert  werden.  Die  Siedlung  sei  sicher  grundsätzlich  sanierbar:  Die 
Sanierungskosten würden indes zu einer um 80 - 100 prozentigen Verteue-
rung der Mieten führen. Die Gärten würden nicht mehr entsprechend ihrer 

ursprünglichen  Funktion  genutzt.  Der  Gedanke  der  Selbstversorgung  sei 

R1S.2017.05018 

Seite 11 

 
 
weitgehend  verschwunden.  Gerade  der  ländliche  Charakter  der  Siedlung 

passe  nicht  mehr  in  die  heutige  Stadt.  Eine  qualitativ  hochstehende  Ver-

dichtung  –  wie  diese  von  der  Mitbeteiligten  angestrebt  werde  –  auf  den 

streitbetroffenen  Grundstücken  inmitten  der  Stadt  und  mit  bereits  beste-

hender  hervorragender  Anbindung  an  den  öffentlichen  Verkehr  würden 

ganz  klar  im  öffentlichen  Interesse  liegen.  Das  Verdichtungspotential  sei 

sehr gross.  

4. 

Unbestritten  ist,  dass  es  sich  bei den  ersten  beiden  Bauetappen  der  Frie-

senbergsiedlung um ein einzigartiges und hochrangiges Schutzobjekt han-

delt. Die Qualifikation eines Objektes als "wichtiger Zeuge" oder "wesentlich 

mitprägendes  Element"  für  die  Umgebung  führt  indes  nicht  zwingend  zur 

Anordnung  von  Schutzmassnahmen  im  Sinne  von  §  205  und  §  207  PBG, 

sondern  nur,  wenn  das  öffentliche  Interesse  an  der  Erhaltung  des 

Schutzobjektes  höher  zu  werten  ist  als  entgegenstehende  öffentliche  und 

private Interessen. 

Diese Interessenabwägung ist vorliegend strittig.  

5.1. 

Massnahmen des Natur- und Heimatschutzes müssen im öffentlichen Inte-

resse  liegen  und  verhältnismässig  sein  (Art.  36 Abs. 2  und 3  der Bundes-

verfassung  [BV]).  Das  Verhältnismässigkeitsprinzip  im  engeren  Sinne  ver-

langt,  dass  eine  Schutzmassnahme  durch  ein  das  private  Interesse  über-

wiegendes öffentliches Interesse gerechtfertigt ist. Nur in diesem Fall ist die 

Massnahme  den  Privaten  zumutbar  (s.  Ulrich  Häfelin/Georg  Müller/Felix 

Uhlmann,  Allgemeines  Verwaltungsrecht,  7.  Aufl.,  Zürich/St.  Gallen  2016, 

Rz. 555 ff.). 

Nach  der  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  zur  Verhältnismässigkeit 

von Schutzmassnahmen im engeren Sinne vermag das finanzielle Interes-

se an einer gewinnbringenden oder gar höchstmöglichen Ausnützung einer 

Liegenschaft  für  sich  allein  das  öffentliche  Interesse  an  Denkmalschutz-

massnahmen grundsätzlich nicht zu überwiegen. Dies ist allerdings nicht so 

zu verstehen, dass den wirtschaftlichen Interessen privater Eigentümer bei 
der  Interessenabwägung  überhaupt  keine  Bedeutung  zukommt.  Sehr  er-

R1S.2017.05018 

Seite 12 

 
 
hebliche  finanzielle  Interessen  können  der  Verfolgung  eines  weniger  ge-

wichtigen  öffentlichen  Interesses  durchaus  im  Wege  stehen.  Hingegen 

müssen  unter  Umständen  auch  sehr  grosse  finanzielle  Interessen  der 

Grundeigentümer öffentlichen  Interessen  weichen,  weil  das  Gemeinwesen 

sonst  kaum  noch  Bauten  unter  Schutz  stellen  könnte.  Die  Frage  der  Ver-

hältnismässigkeit  im  engeren  Sinne  darf  nicht  isoliert  nur  anhand  der  zu 

erwartenden  finanziellen  Aufwendungen  beurteilt  werden.  Vielmehr  ist  im 

Rahmen der Interessenabwägung auch das Mass des öffentlichen Interes-

ses an der Unterschutzstellung und damit der Grad der Schutzwürdigkeit zu 

berücksichtigen.  Die  Grenze  der  Zumutbarkeit  einer  Einschränkung  ist  je-

denfalls  dann  erreicht,  wenn  ein  Grundstück  nicht  mehr  bestimmungsge-

mäss und wirtschaftlich sinnvoll genutzt werden kann oder wenn die Erhal-

tung des Schutzobjekts einen Restaurierungsaufwand bedingen würde, der 

in keinem vernünftigen Verhältnis zum Zweck der Unterschutzstellung mehr 

stünde.  Dabei  gilt  der  Grundsatz,  dass,  je  schutzwürdiger  eine  Baute  ist, 
desto geringer die Rentabilitätsüberlegungen zu gewichten sind.  

Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist nicht "massgebend" bzw. 

"nicht  entscheidend",  welche  zonengemässen  Ausnützungsmöglichkeiten 

oder  welche  Renditen  mit  einer  Neuüberbauung  ohne  Schutzmassnahme 

gegeben wären (vgl. BGE 118 Ia 384, E. 5e, sowie BGE  112 Ib 263, E. 4; 

s. auch VB.2010.00472 vom 26. Januar 2011, E. 8.3, www.vgr.zh.ch). Dies 

bedeutet  aber  nicht,  dass  solche  Überbauungsmöglichkeiten  überhaupt 

nicht zu berücksichtigen wären. Vielmehr ist die Möglichkeit einer Nutzung, 

wie  sie  ohne  denkmalpflegerische  Einschränkungen  rein  rechtlich zulässig 

und  tatsächlich  möglich  wäre,  mithin  das  private,  finanzielle  Interesse  an 

einer zonengemässen Nutzung in die Interessenabwägung einzubeziehen. 

Ihm  kommt  jedoch  wie  erwähnt  grundsätzlich  kein  "entscheidendes"  Ge-

wicht  im  Vergleich  zum  öffentlichen  Interesse  an  den  denkmalschützeri-

schen  Massnahmen  zu.  Dahingehende  Wirtschaftlichkeitsüberlegungen 

spielen aber eine Rolle, wenn sich die Schutzmassnahme für die Eigentü-

merschaft  geradezu  als  unzumutbar  erweisen  würde  (vgl.  VB.2003.00120 

vom  10.  September  2003,  E. 4b;  zum  Ganzen  s.  VB.2012.00287  vom 

21. November 2012; E. 6.1; VB.2007.00255 vom 4. Oktober 2007, E. 6, alle 

www.vgr.zh.ch; BGE 120 Ia 270, E. 6, BGr 1P.584/1995, E. 6b, in ZBl 1996 

366 ff.). 

R1S.2017.05018 

Seite 13 

 
 
5.2. 

Bei  sich  auf  §  203  PBG  stützenden  denkmalpflegerischen  Anordnungen 

kommt  den  Denkmalpflegebehörden  eine  gewisse  Entscheidungsfreiheit 

zu. Solche Anordnungen sind namentlich dann mit einer gewissen Zurück-

haltung  zu  überprüfen,  wenn  es  um  die  Frage  der  Qualifikation  eines  Ob-

jekts als wichtiger Zeuge, um die Bestimmung des Umfangs einer Schutz-

massnahme  oder  um  die  Auswahl  unter  mehreren  Schutzobjekten  geht. 

Diesbezügliche  Beurteilungen  sind  mit  einem  spezifisch  denkmalpflegeri-

schen  Fachwissen  verbunden.  Unerheblich  ist,  ob  es  um  Anordnungen 

kommunaler oder kantonaler Denkmalpflegebehörden geht. 

Besagte  Zurückhaltung  führt  allerdings  nicht  etwa  dazu,  dass  das  Baure-

kursgericht gleich wie das Verwaltungsgericht auf eine reine Rechtskontrol-

le beschränkt wäre (§ 20 Abs. 1 und § 50 des Verwaltungsrechtspflegege-

setzes  [VRG]).  Konsequenz  ist  vielmehr,  dass  das  Baurekursgericht  den 

angefochtenen  Entscheid  unter  gebührender  Berücksichtigung  der  Ent-

scheidgründe  der  Denkmalpflegebehörde  und  in  sorgfältiger,  einlässlicher 

Auseinandersetzung mit diesen zu überprüfen hat. Dergestalt ist zwischen 

der  Entscheidungsfreiheit  der  Denkmalpflegebehörde  einerseits  und  dem 

Anspruch  auf  wirksamen  Rechtsschutz  andererseits  (Art.  77  der  Kantons-

verfassung [KV] und Art. 29a der Bundesverfassung [BV]) praktische Kon-

kordanz  herzustellen  (Marco  Donatsch,  in:  Kommentar  VRG,  3.  Aufl.,  Zü-

rich/Basel/Genf 2014, § 20 Rz. 64 ff.). 

Im Übrigen kommt dem Baurekursgericht bei der Überprüfung von sich auf 

§  203  PBG  stützenden  denkmalpflegerischen  Anordnungen  in  der  Regel 

volle  Kognition  zu  (§ 20  Abs.  1  VRG).  Die  Frage,  was  unter  einem 

Schutzobjekt  im  Sinne  von  § 203  Abs. 1  lit.  c  PBG  zu  verstehen  ist,  kann 

das Baurekursgericht frei beantworten. Soweit ihm die örtlichen Verhältnis-

se  hinreichend  bekannt  sind,  kann  es  diese  in  der  Regel  frei  würdigen. 

Geht  es  um  bautechnische  Fragen, namentlich  um  solche der Erhaltungs- 

und  Renovationsfähigkeit  von  Schutzobjekten  oder  von  Teilen  hiervon,  ist 

das Baurekursgericht als Fachgericht in Bausachen zu deren Beantwortung 

nicht  weniger  berufen  als  die  Denkmalpflegebehörden,  womit  auch  in  die-

ser Hinsicht eine Kognitionseinschränkung nicht begründet wäre. 

R1S.2017.05018 

Seite 14 

 
 
6.1. 

Eine  Abwägung  zwischen  öffentlichen  Interessen  an  der  Erhaltung  eines 

Schutzobjekts  und  den  privaten  Interessen  an  einer  möglichst  freien  Nut-

zung  des  Grundstücks  kann  nach  dem  vorstehend  gesagten  nur  vorge-

nommen  werden,  wenn  die  Qualität  des  Objekts  als  wichtiger  Zeuge  be-

kannt ist. Die Frage nach dem Grad der Schutzwürdigkeit  blieb vorliegend 

von den Parteien unbestritten. 

Gleichwohl ist festzuhalten, dass gemäss den Feststellungen des Gerichtes 

anlässlich  des  durchgeführten  Augenscheins  und  den  Ausführungen  der 

Vorinstanz  in  der  Vernehmlassung  doch  erhebliche  Zweifel  an  der  Hoch-

rangigkeit des Schutzobjektes bestehen. Der Einzelwert der Gebäude muss 

als  eher  gering  bezeichnet  werden.  Die  Grundrisstypologien  sind  als  kon-

ventionell  einzustufen.  Den  bauliche  Zustand  der  einzelnen  Gebäude,  na-

mentlich von Aussenhülle samt Dächern und allen haustechnischen Instal-

lationen inkl. allen Erschliessungs- und Werkleitungen,  erachtet das Fach-

gericht als sehr schlecht. Bei der Erstellung der Siedlung wurden möglichst 

günstige  Baumaterialien  (Torfmull  statt  Schlacke) verwendet,  welcher Um-

stand  zu  erheblichen  Problemen  bei  der  Sanierung  führen  wird.  Auch  die 

für diese Epoche typische Nutzung der angelegten Freiräume als Nutzgar-

ten  ist  heute  kaum  mehr  erkennbar.  Die  Gründersiedlung  ist  damit  einzig 

als Ensemble gesehen ein wichtiger Zeuge und nicht in ihren einzelnen Be-

standteilen, was den Grad der Schutzwürdigkeit nach Auffassung des Ge-

richts doch erheblich mindert.  

Hinzukommt,  dass  es  sich  bei  den  strittigen  Etappen  nicht  um  einen  typi-

schen  Vertreter  des  genossenschaftlichen  Wohnungsbaus  handelt,  son-

dern eher um eine Ausnahmeerscheinung einer Gartenstadtidylle, die nicht 

per se geeignet ist, den typischen Charakter dieser Zeit zu wiederspiegeln. 

So  wurden  in  der  Stadt  denn  auch  bereits  die  Siedlungen  "Im  Eisernen 

Zeit" (1924 - 26) und "Zanggerweg" (1926/27) unter Schutz gestellt, welche 

gemäss  den  nachvollziehbaren  Ausführungen  der  Vorinstanz  besser  ge-

eignet sind, die Gartenstadtidee abzubilden. 

6.2. 

Sodann  ist festzuhalten,  dass  der Rekurrent  die denkmalschutzrechtlichen 

Auswirkungen der mittlerweile in Kraft getretenen ISOS-Festsetzung für die 
Stadt Zürich respektive der Deklarierung des Friesenberg-Quartiers mit Er-

R1S.2017.05018 

Seite 15 

 
 
haltungsziel A (Erhaltung der Substanz) verkennt. Gemäss verwaltungsge-

richtlicher  Rechtsprechung  sind  Rechtsänderungen  während  des  Rechts-

mittelverfahrens  zwar  grundsätzlich  zu  berücksichtigen  (vgl.  RB  1985 

Nr. 116),  allerdings  begründen  auf  Gebiete  bezogene  Erhaltungsziele  des 

ISOS  nicht  die  Schutzwürdigkeit  von  Einzelobjekten.  Das  ISOS  beurteilt 

Ortsbilder  in  ihrer  Gesamtheit  und  nicht  aufgrund  der  Qualität  einzelner 

Bauten. Andernfalls hätte der Umstand, dass ein Quartier der Substanzer-

haltungszone (Erhaltungsziel A) zugeschieden ist zur Folge, dass sämtliche 

dort gelegene Bauten in ihrer Substanz erhalten respektive flächendeckend 

unter Schutz gestellt werden müssten. Für einen derart massiven Eingriff in 

die  Eigentumsordnung  fehlt  dem  Bund  indes  die  Kompetenz.  Im  Rahmen 

einer künftigen (projektbezogenen) Nutzungsplanung werden die Schutzan-

liegen  des  ISOS  jedoch  angemessen  zu  berücksichtigen  sein  (vgl.  hierzu 

etwa VB.2017.00013 vom 18. Mai 2017, E. 5.1. ff., www.vgr.zh.ch). 

6.3. 

Die Vorinstanz hat im Weiteren die im konkreten Einzelfall tangierten öffent-

lichen  und  privaten  Interessen  sorgfältig  ermittelt  und  gegeneinander  ab-

gewogen. 

Wie vorstehend dargelegt, ist die Schutzwürdigkeit der Siedlung und damit 

das  denkmalpflegerische  Interesse  an  der  Erhaltung  des  Schutzobjekts 

nach Auffassung des Gerichts nicht als derart hochrangig einzustufen, wie 

dies  im  Gutachten  dargelegt  wurde.  Demnach  rechtfertigt  es  sich  vorlie-

gend, den finanziellen Interessen der Mitbeteiligten einiges Gewicht beizu-

messen (vgl. dazu BGr 1P.584/1995, E. 6b, in ZBl 1996 366 ff.). 

Der Machbarkeitsstudie (act. 5.7) der Eigentümerschaft kann betreffend ei-

ner Sanierung der Siedlung folgendes entnommen werden: 

Bezüglich dem Lärmschutz wären aufgrund der Lage an der stark befahre-

nen  Schweighofstrasse  tiefgreifende  strukturelle  Sanierungsmassnahmen 

notwendig,  wie  beispielsweise  Grundrissanpassungen.  Ebenfalls  umfang-

reich wäre eine den heutigen Ansprüchen entsprechende energetische Sa-

nierung  der  Siedlung.  Es  müssten  die  gesamte  Gebäudehülle  und  alle 

Dachflächen  über  bewohnten  Geschossen  sowie  die  Kellerdecken  unter 

bewohnten  Geschossen  isoliert  werden.  Das  Kanalisationssystem  bedarf 

von  den  Fallsträngen  bis  zu  den  öffentlichen  Anschlüssen  im  Strassenbe-
reich einer vollständigen Erneuerung.  

R1S.2017.05018 

Seite 16 

 
 
Im  Innern  müssten  insbesondere  die  gesamten  Sanitäranlagen  sowie  die 

Küchen, die Bodenoberflächen, die Wände und Decken erneuert und Mas-

snahmen bezüglich Trittschall ergriffen werden. 

Für die Sanierung beider Etappen ist gemäss der Studie mit Kosten in der 

Höhe von Fr. 54'437'000.-- zu rechnen. Die Gebäude könnten so für weite-

re 60 Jahre erhalten werden.  

Angesichts der sich bei den Akten befindlichen Machbarkeitsstudie und den 

Ausführungen  der  Stadt  und  der  Eigentümerschaft  ist  davon  auszugehen, 

dass eine integrale Unterschutzstellung für die Grundeigentümer eine gros-

se  finanzielle  Belastung  zur  Folge  hätte  (vgl.  act.5.7);  dies  insbesondere, 

da  sie  einem  genossenschaftlichen  Wohnzweck  mit  entsprechend  tiefen 

Mietzinsen  verpflichtet  ist.  Bei  einer  Sanierung  würden  die  voraussichtli-

chen Mietpreise wohl über denjenigen eines Neubaus liegen. Die Eigentü-

merschaft  rechnet  mit  minimalen  Mietpreisen  von  Fr.  2'585.--  für  ein 

5-Zimmer-Haus  und  mit  Fr.  1'936.--  für  eine  4-Zimmer-Wohnung  der 

1. Etappe nach erfolgter Sanierung. Bei der 2. Etappe würden die Mietprei-

se für die Wohnungen und Häuser zwischen Fr. 1'459.-- für eine 2-Zimmer-

Wohnung  und  Fr.  3'138.--  für  ein  5-Zimmer-Haus  mit  Dachausbau  betra-

gen.  Diese  Mietpreise  sind  mit  einem  genossenschaftlichen  Wohnzweck 

nicht vereinbar. 

Das  Baurekursgericht  als  Fachgericht  erachtet  die  Darstellung  der  zu  er-

wartenden  Sanierungskosten  als  nachvollziehbar  und  vertretbar.  Auf  die 

Einholung  eines  Gutachtens  konnte  daher  entgegen  dem  rekurrentischen 

Antrag verzichtet werden. 

Ferner steht einer Schutzmassnahme abgesehen von der in wirtschaftlicher 

Hinsicht  fragwürdigen  Sanierung  des  Schutzobjekts  vor  allem  das  erhebli-

che  finanzielle  Interesse  der  Eigentümerin  an  der  vollständigen  Neuüber-

bauung  des  Grundstücks  entgegen,  mit  welcher  insbesondere  aufgrund 

des  Verdichtungspotentials  mehr  Wohnraum  geschaffen  werden  könnte. 

Die  erhebliche  Lärm-  und  Schadstoffbelastung  entlang  der  stark  befahre-

nen Schweighofstrasse würde zwar auch im Falle eines Neubaus bestehen 

bleiben, mit  einem  Neubau  könnte  jedoch  weitaus  gezielter und effizienter 

auf die Belastungen reagiert werden, als mit einer Sanierung der bestehen-
den Siedlung.  

R1S.2017.05018 

Seite 17 

 
 
Nebst den oben angeführten privaten Interessen stehen auch öffentliche In-

teressen  einer  Schutzmassnahme  entgegen.  So  liegt  die  Realisierung  der 

Neuüberbauung auch im öffentlichen, raumplanerischen Interesse der inne-

ren  Verdichtung.  Die  Stadt  Zürich  hat  aufgrund  des  kantonalen  Raumord-

nungskonzeptes den Auftrag erhalten, über den Zeithorizont von 2030 hin-

aus Raum für zusätzliche 80'000 Bewohnerinnen und Bewohner zu schaf-

fen. Zur Abdeckung dieses zusätzlichen Raumbedürfnisses muss zwingend 

nach  innen  verdichtet  werden  können.  Das  Gebiet  des  Friesenberg-

Quartiers wird im Rahmen der Überarbeitung des regionalen Richtplans im 

Zielbild 2040 der Stadt Zürich dem Gebiet mit hoher Nutzungsdichte zuge-

wiesen  und  ist  zudem  dem  Gebiet  mit  zusätzlichem  Verdichtungspotential 

zugeordnet. Das Gebiet ist bereits bestens erschlossen und zählt damit zu 

den  Fokusgebieten  der  Siedlungsverdichtung  nach  kantonalem  Richtplan. 

Es bietet aufgrund der heute bestehenden Bebauung ein enormes Verdich-

tungspotential wie es ansonsten in der Stadt Zürich kaum zu finden ist. Die 

mit der Richtplanung angestrebte Verdichtung kann indes nur dann erfolg-

reich  umgesetzt  werden,  wenn  insbesondere  diejenigen  Areale  genutzt 

werden können, die heute unternutzt sind. Dies sind in der Stadt Zürich in 

aller  Regel  Areale  mit  einem  alten  Baubestand.  Bei  der  Raumentwicklung 

müssen  deshalb  –  wie  die  Vorinstanz  zu  Recht  festhält  –    Prioritäten  ge-

setzt  werden  und  an  gewissen  Orten  den  Interessen  an  der  Verdichtung 

gegenüber  dem  Interesse  an  der  Erhaltung  denkmalpflegerisch  wertvoller 

Substanz bzw. Siedlungsstrukturen der Vorzug gegeben werden.  

Der  Unterschied  in  der  Ausnützung  zwischen  der  bestehenden  Siedlung 

und  einer  Neuüberbauung  mit  maximaler  Ausnützung  würde  gemäss  Dar-

stellung der Mitbeteiligten (act. 9.1) bereits heute, unter der geltenden Bau- 

und  Zonenordnung  7542  m2  betragen.  Was  bei  einer  für  eine  Familie 
durchschnittlichen  Genossenschaftswohnungsgrösse  von  rund  80  m2 
94 zusätzliche  Wohneinheiten  ergeben  würde.  Auf  diese  Weise  entstünde 

an  best  erschlossener  und  zentrumsnaher  Lage  wesentlich  mehr  und 

zweckmässigerer Wohnraum, als wenn das Schutzobjekt zu erhalten wäre. 

Die  haushälterische  Bodennutzung  und  die  Siedlungsentwicklung  nach  in-
nen (Art. 1 Abs. 2 lit. abis RPG) sind zentrale Gebote der Raumplanung und 
von hohem öffentlichen Interesse. Die Verdichtungsmöglichkeiten bei einer 

Sanierung  wären  auch  bei  im  Rahmen  einer  Schutzanordnung  zu  treffen-
den  Festlegung  zulässiger  Eingriffe  in  die  Bausubstanz  zweifelsohne  er-
heblich  geringer,  als  bei  einem  Neubau.  Problematisch  ist  in  diesem  Zu-

R1S.2017.05018 

Seite 18 

 
 
sammenhang,  dass  sich  das  Schutzobjekt  durch  ausnützungsrelevante 

Eingriffe in aller Regel nachhaltig wandeln würde. 

Im  Weiteren  kommt  hinzu,  dass  die  Stadt  auch  verpflichtet  ist,  den  Anteil 

preisgünstigen Wohnraums zu erhöhen. Die Förderung der Verdichtung bei 

Genossenschaftssiedlungen ist daher sowohl dem Ziel der Verdichtung als 

auch dem Ziel, preisgünstigen Wohnraum zu schaffen, äusserst dienlich. 

Eine  Teilunterschutzstellung  fällt  aufgrund  des  Ensemblecharakters  der 

1. und  2.  Etappe  im  vornherein  ausser  Betracht  und  ist  daher  nicht  näher 

zu prüfen.  

Trotz  des  hohen  Grades  der  Schutzwürdigkeit  erweist  sich  damit  die  vo-

rinstanzliche Interessenabwägung vorliegend nicht als rechtsverletzend. 

7.1. 

Somit ist der Rekurs abzuweisen. 

[….] 

Abweichende Meinung einer Minderheit des Gerichts:  

Der  Rekurs wird  gutgeheissen.  Der  angefochtene  Beschluss  wird  insoweit 

aufgehoben als damit die 1. und 2. Bauetappe der FGZ-Siedlung am Frie-

senberg  samt  den  zughörigen  Gärten  und  das  ehemalige  Genossen-

schaftshaus  nicht  unter  Schutz  gestellt  bzw.  diese  aus  dem  Inventar  der 

Schutzobjekte  von  kommunaler  Bedeutung  entlassen  wurden.  Angesichts 

des  hohen  Grades  der  Schutzwürdigkeit  vermögen  die  weiteren  privaten 

und  öffentlichen  Interessen  das  Interesse  an  einer  Unterschutzstellung 

nicht zu überwiegen. 

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