# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7e471bb4-6e8b-5fa8-a2f4-b1376c9adb30
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-10-19
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 19.10.2022 SB220127
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB220127_2022-10-19.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

Geschäfts-Nr.: SB220127-O/U/bs 
 
Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Wenker, Präsident, Ersatzoberrichterin 

lic. iur. Keller und Ersatzoberrichter Dr. iur. Bezgovsek sowie 

Gerichtsschreiber MLaw Dharshing 
 

Urteil vom 19. Oktober 2022 

in Sachen 
 
A._____, 
Beschuldigter und Berufungskläger 

verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____  
 

gegen 
 

Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat,  
vertreten durch Staatsanwalt Dr. iur. T. Brändli,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte 
 

sowie 
 

B._____,  
Privatklägerin und Anschlussberufungsklägerin 

unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____,  
 

betreffend Schändung etc.  
 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Zürich,  
10. Abteilung - Einzelgericht, vom 7. Dezember 2021 (GG210279) 
  

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Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich – Limmat vom 30. August 2021 

(Urk. 22) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

− der Schändung im Sinne von Art. 191 StGB, 

− der sexuellen Belästigung im Sinne von Art. 198 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 10 Monaten Freiheitsstrafe (wovon bis und mit heute 

2 Tage durch Haft erstanden sind) sowie mit einer Busse von Fr. 1'000.–. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf zwei Jahre fest-

gesetzt. Die Busse ist zu bezahlen. 

4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatz-

freiheitsstrafe von 10 Tagen. 

5. Die nachfolgenden von der Stadtpolizei Zürich sichergestellten Gegenstände werden der 

Privatklägerin nach dem Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils auf erstes Verlangen heraus-

gegeben. Verlangt sie sie innert drei Monaten nicht heraus, werden sie der Lagerbehörde 

zur gutscheinenden Verwendung überlassen: 

− Pyjamahose (A014'183'245) 

− Sweatshirt weiss (A014'183'256) 

− Slip rot (A014'183'267) 

− Jeans (A014'183'278). 

6. Die nachfolgenden Spuren und Spurenträger werden eingezogen und der Lagerbehörde zur 

Vernichtung überlassen: 

− DNA-Spur (A015'164'519) 

− DNA-Spur (A015'164'520) 

− DNA-Spur (A015'164'531). 

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7. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin B._____ Fr. 2'500.– zuzüglich 

5 % Zins ab 5. September 2020 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das 

Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

8. Die unentgeltliche Rechtsbeiständin Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ wird für ihre Aufwen-

dungen mit Fr. 10'340.– (inkl. MwSt.) aus der Gerichtskasse entschädigt. 

9. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf  

Fr. 1'500.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 3'000.–   Gebühr für das Vorverfahren, 

Fr. 2'686.50   Auslagen (Gutachten), 

Fr. 260.–   Auslagen Vorverfahren, 

F. 10'340.–   unentgeltliche Rechtsbeiständin. 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

10. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens sowie die Kosten der un-

entgeltlichen Rechtsbeiständin der Privatklägerin werden dem Beschuldigten auferlegt. 

11. (Mitteilungen.) 

12. (Rechtsmittel.)" 

 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung 

(Urk. 45 S. 2, Urk. 75 S. 1)  

1. A._____ sei vollumfänglich freizusprechen. 

 2. Das Genugtuungsbegehren der Privatklägerin sei abzuweisen. 

 3. Die Kosten der Untersuchung, des erstinstanzlichen Verfahrens und des 

Berufungsverfahrens, einschliesslich derjenigen der unentgeltlichen Rechts-

verbeiständung, seien auf die Gerichtskasse zu nehmen. 

 4. A._____ sei für seine Anwaltskosten angemessen zu entschädigen. 

 

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b) Der Privatklägerin  

 (Anschlussberufung; Urk. 50 S. 2, Urk. 76 S. 1) 
 

Es sei der Beschuldigte in Abänderung von Dispositiv Ziffer 7 des vorinstanzlichen 

Urteils zu verpflichten, der Privatklägerin eine Genugtuung von CHF 8'000 zuzüg-

lich 5% Zins ab 5. September 2020 zu bezahlen; 

 

unter Auferlegung der Kosten zu Lasten des Beschuldigten, wobei die Kosten der 

unentgeltlichen Rechtsvertretung vorab aus der Gerichtskasse zu erstatten seien. 

 

c) Der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat des Kantons Zürich 

(schriftlich; Urk. 49 S. 1 sinngemäss)  

 Verzicht auf Anschlussberufung und Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.  
 

Erwägungen: 

I. Prozessgeschichte 

1. Das Bezirksgericht Zürich, 10. Abteilung - Einzelgericht, entschied mit Urteil 

vom 7. Dezember 2021 im Verfahren GG210279. Gegen diesen Entscheid wurde 

seitens der Verteidigung fristgerecht Berufung angemeldet. Gleichzeitig wurden 

diverse Beweisanträge gestellt (vgl. Urk. 33). Mit Präsidialverfügung vom 9. März 

2022 (Urk. 47) wurde der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat des Kantons Zürich 

(nachfolgend Staatsanwaltschaft oder Anklagebehörde) sowie der Privatklägerin 

unter Hinweis auf die Berufungserklärung der Verteidigung Frist zur Erhebung ei-

ner Anschlussberufung bzw. zum Antrag auf Nichteintreten angesetzt bzw. der 

Staatsanwaltschaft zusätzlich Frist angesetzt, um zu den Beweisanträgen der 

Verteidigung Stellung zu nehmen. Mit Eingabe vom 24. März 2022 wurde seitens 

der Staatsanwaltschaft Verzicht auf Erhebung einer Anschlussberufung erklärt 

und eine Stellungnahme zu den Beweisanträgen der Verteidigung eingereicht 

(Urk. 49). Mit Eingabe vom 4. April 2022 erhob die Privatklägerin Anschlussberu-

fung und verwies auf mehrere von ihr in Anspruch genommene Opferrechte 

(Urk. 50). Mit Präsidialverfügung vom 7. April 2022 (Urk. 52) wurden die Beweis-

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anträge der Verteidigung einstweilen abgewiesen. Am 17. Mai 2022 ergingen die 

Vorladungen an die Parteien zur heutigen Berufungsverhandlung (Urk. 52). Mit 

Eingabe vom 19. September 2022 stellte die Verteidigung weitere Beweisanträge 

(Urk. 59;  

60/1-2). Mit Präsidialverfügung vom 23. September 2022 wurde den anderen 

Parteien diesbezüglich Frist zur Stellungnahme angesetzt (Urk. 61). Mit Eingaben 

vom 26. September 2022 bzw. 10. Oktober 2022 ergingen Vernehmlassungen 

seitens der Anklagebehörde sowie Vertreterin der Privatklägerin (Urk. 62 und 66). 

Anschliessend wurden die am 19. September 2022 gestellten Beweisanträge der 

Verteidigung zugelassen und der seitens der Verteidigung beantragte Zeuge zur 

Berufungsverhandlung vorgeladen (Urk. 55+68).  

2. An der Berufungsverhandlung erschienen nebst dem vorgeladenen Zeugen 

C._____ der Beschuldigte in Begleitung seines amtlichen Verteidigers Rechts-

anwalt lic. iur. X._____ sowie die Privatklägerin in Begleitung ihrer Rechts-

vertreterin Rechtsanwältin lic. iur. Y._____.  

II. Prozessuales 

1.1. Vorliegend stellt sich vorab die Frage, ob die angeklagte sexuelle Belästi-

gung in der Anklage in subjektiver Hinsicht genügend umschrieben ist. 

1.2. Gemäss Art. 9 Abs. 1 StPO kann eine Straftat nur "wegen eines genau 

umschriebenen Sachverhalts" gerichtlich beurteilt werden. Die Anklageschrift be-

zeichnet daher "möglichst kurz, aber genau: die der beschuldigten Person vor-

geworfenen Taten mit Beschreibung von Ort, Datum, Zeit, Art und Folgen der 

Tatausführung" (Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO). Das Gericht ist an den in der Anklage 

wiedergegebenen Sachverhalt gebunden (Immutabilitätsprinzip), nicht aber an 

dessen rechtliche Würdigung durch die Anklagebehörde (Art. 350 StPO). Das 

Akkusationsprinzip bezweckt zugleich den Schutz der Verteidigungsrechte und 

dient dem Anspruch auf rechtliches Gehör. Entscheidend ist, dass der Betroffene 

genau weiss, welcher konkreter Handlungen er beschuldigt und wie sein 

Verhalten rechtlich qualifiziert wird, damit er sich in seiner Verteidigung richtig 

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vorbereiten kann. Er darf nicht Gefahr laufen, erst an der Gerichtsverhandlung mit 

neuen Anschuldigungen konfrontiert zu werden (BGE 143 IV 63 E. 2.2 S. 65; 

Urteil 6B_1059/2019 vom 10. November 2020 E. 2.3.1). Solange der 

beschuldigten Person klar ist, welcher Sachverhalt ihr vorgeworfen wird, kann 

auch eine fehlerhafte und unpräzise Anklage nicht dazu führen, dass es zu 

keinem Schuldspruch kommen darf; entscheidend ist, dass für die beschuldigte 

Person keine Zweifel darüber bestehen, welches Verhalten ihr vorgeworfen wird 

(Urteil 6B_747/2016 vom 27. Oktober 2016 E. 2.2; zur Publikation bestimmtes 

Urteil 6B_1452/2019 vom 25. September 2020 E. 1). Hinsichtlich der 

Vorsatzelemente genügt grundsätzlich der Hinweis auf den gesetzlichen 

Straftatbestand im Anschluss an die Darstellung des Sachverhalts als 

zureichende Umschreibung der subjektiven Merkmale, wenn der betreffende 

Tatbestand nur vorsätzlich begangen werden kann (BGE 120 IV 348 E. 3c mit 
Hinweis). Die Schilderung des objektiven Tatgeschehens reicht aus, wenn sich 

daraus die Umstände ergeben, aus denen auf einen vorhandenen Vorsatz 

geschlossen werden kann (Urteile 6B_638/2019 vom 17. Oktober 2019 E. 1.4.2; 

6B_434/2019 vom 5. Juli 2019 E. 2.1; 6B_266/2018 vom 18. März 2019 E. 1.2; 

6B_510/2016 vom 13. Juli 2017 E. 3.1; je mit Hinweisen). 

1.3. Vorliegend wurden die subjektiven Merkmale der dem Beschuldigten vor-

geworfenen sexuellen Belästigung in der Anklage (Handlungen gemäss Seite 3 

der Anklage ab Zeile 4) zwar nicht ausdrücklich umschrieben, indes genügt 

gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung der in casu enthaltene Hinweis 

auf den gesetzlichen Straftatbestand im Anschluss an die Darstellung des 

Sachverhalts dem Anklagegrundsatz, zumal dieses Delikt lediglich vorsätzlich 

begangen werden kann (vgl. OFK/STGB-WEDER, Art. 198 StGB N 5 f.).  

2.1. Des Weiteren stellt sich in prozessualer Hinsicht die Frage, ob die polizei-

lichen Einvernahmen von D._____, E._____ und F._____ (Urk. 9/1-3) verwertbar 

sind. 

2.2. Gemäss Art. 147 Abs. 1 StPO haben die Parteien das Recht, bei Beweis-

erhebungen durch die Staatsanwaltschaft und die Gerichte anwesend zu sein und 

einvernommenen Personen Fragen zu stellen. Dieses spezifische Teilnahme- und 

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Mitwirkungsrecht fliesst aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 107 Abs. 1 

lit. b StPO). Es darf nur in den gesetzlich vorgesehenen Fällen eingeschränkt 

werden (Art. 101 Abs. 1, Art. 108, Art. 146 Abs. 4 und Art. 149 Abs. 2 lit. b StPO; 

BGE 143 IV 397 E. 3.3.1; 141 IV 220 E. 4.4; 139 IV 25 E. 4.2 mit Hinweis). Nach 

Art. 147 Abs. 4 StPO dürfen Beweise, die in Verletzung der Bestimmungen von 

Art. 147 StPO erhoben worden sind, nicht zulasten der Partei verwendet werden, 

die nicht anwesend war (BGE 143 IV 397 E. 3.3.1, 457 E. 1.6.1; 139 IV 25 E. 4.2 

und 5.4.1; Urteil 6B_1080/2020 vom 10. Juni 2021 E. 5.1). Erhebt die Polizei 

Beweise im polizeilichen Ermittlungsverfahren (Art. 306 StPO), haben die 

Parteien grundsätzlich keine Teilnahmerechte. Dies gilt auch für die Einvernahme 

von Auskunftspersonen im polizeilichen Ermittlungsverfahren. Sollen die Angaben 

der Auskunftsperson allerdings im Verfahren zum Nachteil der beschuldigten 

Person verwertet werden, muss das Konfrontationsrecht gemäss Art. 6 Ziff. 3 lit. d 

EMRK entweder schon bei der Einvernahme selbst oder aber nachträglich 

gewährt werden (vgl. ZÜRCHER KOMMENTAR-WOHLERS, Art. 147 StPO N 2 u. N 12 

ff. m.w.H.).  

2.3. Seitens der Vorinstanz wurden die Aussagen der in Abwesenheit des 

Beschuldigten und seiner Verteidigung durchgeführten polizeilichen 

Einvernahmen von D._____, E._____ und F._____ im Rahmen der 

Beweiswürdigung zur Untermauerung der Glaubhaftigkeit der Aussagen der 

Privatklägerin herangezogen und damit letztlich zu Ungunsten des Beschuldigten 

verwertet (vgl. Urk. 43 E. III.11. S. 19 f.), was unzulässig ist. Angesichts der dem 

Beschuldigten nicht gewährten Konfrontationsrechte, einschliesslich des Rechts 

auf Ergänzungsfragen, mit Bezug auf die erwähnten Einvernahmen dieser 

drei Personen ist festzuhalten, dass deren Aussagen – einhergehend mit der 

zutreffenden Auffassung der Verteidigung (Urk. 45 S. 3 f.) – lediglich zu Gunsten 

des Beschuldigten verwertbar sind. 

3.1. Im Vorfeld der Berufungsverhandlung liess der Beschuldigte die Beweis-

anträge stellen, es seien zwei Urkunden zu den Akten zu nehmen und es sei 

C._____ als Zeuge zur Frage einzuvernehmen, ob der neben ihm liegende 

Beschuldigte ihn im Schlafsaal einer Berghütte – obschon sie sich nicht gekannt 

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hätten – im Schlaf innig umarmt habe, woraus sich Rückschlüsse hinsichtlich des 

subjektiven Anklagesachverhalts ergeben würden (Urk. 59). Anlässlich der 

Berufungsverhandlung liess der Beschuldigte – wie bereits im Rahmen seiner 

Berufungserklärung (Urk. 45) – die Beweisanträge stellen, dass die Privatklägerin 

durch die Berufungsinstanz zu befragen sei, E._____ und F._____ als Zeugen 

einzuvernehmen seien sowie jeweils Gutachten zur Wahrscheinlichkeit von 

indirekten DNA-Übertragungen und zur forensisch-psychiatrischen Einschätzung 

des Beschuldigten einschliesslich einer schlafmedizinischen Begutachtung 

einzuholen seien. Ausserdem liess er den Antrag auf Einholung eine schriftlichen 

Berichts beim schlafmedizinischen Facharzt G._____ stellen (Prot. II S. 9). Die 

Vertreterin der Privatklägerin schloss sich für den Fall, dass das Gericht zum 

Schluss gelangen sollte, es lägen beim Beschuldigten Hinweise auf das Vorliegen 

einer Parasomnie vor, dem Antrag auf eine sachverständige Begutachtung des 

Beschuldigten an (Prot. II S. 9 f.). 

3.2. Beweisanträge dürfen abgelehnt werden, wenn damit die Beweiserhebung 

über Tatsachen verlangt wird, die unerheblich, offenkundig, bekannt oder bereits 

rechtsgenügend erwiesen sind (s. STPO KOMMENTAR-RICKLIN, Art. 331 StPO N 1; 

bzw. Art. 318 Abs. 2 StPO). 

3.3. Die seitens der Verteidigung beantragte Zeugeneinvernahme von C._____ 

sowie die von ihr mit Eingabe vom 19. September 2022 eingereichten Urkunden 

(Urk. 60/1-2) wurden seitens des Gerichts als Beweise zugelassen (vgl. 

Präsidialverfügung vom 11. Oktober 2022: Urk. 68). Im Übrigen drängen sich im 

Berufungsprozess – abgesehen von der erneuten Befragung des Beschuldigten – 

auch von Amtes wegen keine weiteren Beweiserhebungen auf. Eine unmittelbare 

Abnahme eines Beweismittels ist notwendig im Sinne von Art. 343 Abs. 3 StPO, 

wenn sie den Ausgang des Verfahrens beeinflussen kann. Dies ist namentlich der 

Fall, wenn die Kraft des Beweismittels in entscheidender Weise vom Eindruck 

abhängt, der bei seiner Präsentation entsteht, beispielsweise wenn es in 

besonderem Masse auf den unmittelbaren Eindruck der Aussage der einzu-

vernehmenden Person ankommt, so wenn die Aussage das einzige direkte 

Beweismittel (Aussage gegen Aussage) darstellt. Allein der Inhalt der Aussage 

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einer Person (was sie sagt), lässt eine erneute Beweisabnahme nicht notwendig 

erscheinen. Massgebend ist, ob das Urteil in entscheidender Weise von deren 

Aussageverhalten (wie sie es sagt) abhängt. Das Gericht verfügt bei der Frage, 

ob eine erneute Beweisabnahme erforderlich ist, über einen Ermessensspielraum 

(BGE 140 IV 196 E. 4.4.2 S. 199 f.; Urteile 6B_1087/2019 vom 17. Februar 2021 

E. 1.2.2; 6B_1352/2019 vom 14. Dezember 2020 E. 2.4.2; 6B_83/2020 vom 

18. Juni 2020 E. 1.3.1; je mit Hinweisen). 

3.4. Im vorliegenden Fall kann trotz einer Aussage-gegen-Aussage-

Konstellation von einer erneuten Einvernahme der Privatklägerin abgesehen 

werden. Die Privatklägerin wurde bereits in der Untersuchung zwei Mal 

ausführlich zu den inkriminierten Vorfällen befragt (Urk. 4/1-2), wobei die sehr 

einlässlich durchgeführte staatsanwaltliche Befragung auf Video festgehalten 

wurde (Urk. 57A). Wesentlich ist in diesem Zusammenhang, dass sich das 

Gericht anhand der Videoaufnahme der staatsanwaltlichen Einvernahme der 

Privatklägerin einen nahezu unmittelbaren Eindruck auch über ihr nonverbales 

Aussageverhalten verschaffen konnte. Eine erneute Einvernahme durch das 

Berufungsgericht drängt sich vor diesem Hintergrund nicht auf, zumal sie zum 

Kerngeschehen konstant ausgesagt hat, sodass auch keine Notwendigkeit 

besteht, sie mit Widersprüchen zu konfrontieren. Von einer erneuten 

Einvernahme der Privatklägerin vor Berufungsgericht ist deshalb auch unter 

Berücksichtigung der massgeblichen Interessen beider Parteien – die in Frage 

stehende Verurteilung und die damit in Verbindung stehenden Folgen für den 

Beschuldigten einerseits und die mit einer erneuten Befragung zur Disposition 

stehende Belastung und die Retraumatisierungsrisiken für die Privatklägerin 

andererseits – abzusehen. 

3.5. Des Weiteren kann von einer Zeugeneinvernahme von E._____ und 

F._____ abgesehen werden, dürfen ihre polizeilichen Aussagen so oder anders 

nicht zu Ungunsten des Beschuldigten verwendet werden (s. vorstehend unter 

E. 2.3.) und erscheinen sie zur Plausibilisierung der Sachdarstellung der 

Privatklägerin zum inkriminierten Kerngeschehen nicht erforderlich. Der ent-

sprechende Beweisantrag der Verteidigung ist abzuweisen.  

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3.6. Was den Antrag der Verteidigung auf Einholung eines forensisch-

psychiatrischen bzw. schlafmedizinischen Gutachtens betreffend den Beschuldig-

ten angeht, ist auf die nachfolgenden Erwägungen zum Sachverhalt verweisen 

(vgl. E. III.G.). Dies gilt auch hinsichtlich den Antrag auf Einholung eines Kurzbe-

richtes beim Facharzt für Schlafmedizin G._____; beim Fragekatalog, den die 

Verteidigung unterbreitet haben möchte (vgl. Urk. 74/2), handelt es ich im We-

sentlichen um – über das reine Untersuchungsergebnis des Schlaflabors hinaus-

gehende – gutachterliche Fragestellungen hinsichtlich der Wahrscheinlichkeit ver-

schiedener Tathypothesen der Verteidigung. Angesichts des klaren Befundes der 

Untersuchung ("Bei sehr stabilem Schlaf ergab sich kein Hinweis für Parasomnie 

oder Tiefschlafarousal", Urk. 74/1 S. 2) besteht für einen erläuternden Bericht zur 

Schlafuntersuchung kein Bedarf. 

3.7. Schliesslich weist die Verteidigung in Zusammenhang mit ihrem Antrag auf 

Einholung eines weiteren Gutachtens erneut auf die Möglichkeit indirekter DNA-

Übertragungen hin. Wie es sich mit dem Beweiswert einer DNA-Spur im 

konkreten Fall verhält, ist in Zusammenhang mit der Würdigung der weiteren 

Beweismittel zu ermitteln, weshalb diesbezüglich auf die Erwägungen zum 

Sachverhalt verwiesen werden kann (vgl. E. III.G.2.2.16.). Alleine der Umstand, 

dass eine indirekte Übertragung regelmässig theoretisch nicht ausgeschlossen 

werden kann, begründet die Einholung eines Gutachtens unbesehen der weiteren 

Beweismittel jedenfalls nicht. Ohnehin ist darauf hinzuweisen, dass aus einem 

solchen Gutachten kaum mehr ein Erkenntnisgewinn zu erwarten wäre, zumal die 

in der von der Verteidigung eingereichten Publikation genannten Umstände, 

welche bei einer indirekte Übertragung relevant sind (Urk. 31/4 S. 542 ff.), sich 

inzwischen kaum mehr näher eruieren lassen (insbesondere genauer Zeitpunkt, 

Lokalisierung, Dauer und Umstände der Hautkontakte). 

4.1. Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung 

aufschiebende Wirkung und wird die Rechtskraft des angefochtenen Urteils 

dementsprechend gehemmt. Das Berufungsgericht überprüft somit das erst-

instanzliche Urteil nur in den angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). 

Auch wenn das Berufungsgericht nur die angefochtenen Punkte neu beurteilt, fällt 

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es am Ende ein insgesamt neues Urteil (Art. 408 StPO), worin es jedoch 

anzugeben hat, welche Punkte bereits früher in Rechtskraft erwachsen sind 

(Urteile des Bundesgerichtes 6B_482/2012 vom 3. April 2013 E. 5.3. und 

6B_99/2012 vom 14. November 2012 E. 5.3.). 

4.2. Seitens des Beschuldigten wurde die Berufung auf die Schuldsprüche 

(Dispositivziffer 1) und die dazugehörigen Nebenpunkte des Urteils (Dispositiv-

ziffern 2 bis 4 sowie 7 und 10: Strafe, Vollzug, Genugtuung zu Gunsten der 

Privatklägerin sowie Kostenauflage) beschränkt. Der vorinstanzliche Entscheid ist 

somit hinsichtlich der Dispositivziffern 5 und 6 (Einziehungen) sowie 8 (Ent-

schädigung Rechtsvertretung Privatklägerin) und 9 (Kostenfestsetzung) in 

Rechtskraft erwachsen, was mittels Beschlusses festzustellen ist. 

III. Materielles 

A. Tatvorwurf 

Hinsichtlich der Tatvorwürfe ist auf die Anklageschrift zu verweisen (Urk. 22). 

B. Anerkennungen des Beschuldigten 

1. Seitens des Beschuldigten wurde hinsichtlich des ihm vorgeworfenen An-

klagesachverhalts – auch heute – anerkannt, dass  

- er am 5. September 2020 um etwa 2 Uhr morgens zusammen mit D._____ 

in der Wohngemeinschaft der Privatklägerin erschien, worauf sie in der Kü-

che zu dritt Karten spielten und Alkohol konsumierten (Urk. 6/2 S. 3 u. 7; 

Urk. 81 S. 5 f.); sowie dass 

- er und die Privatklägerin sich in der Folge in das Bett im Schlafzimmer der 

Privatklägerin begaben (Urk. 6/2 S. 2), wobei ihm die Privatklägerin gesagt 

habe, auf welcher Seite er schlafen solle (Urk. 6/2 S. 4 u. 7; Urk. 6/4 S. 4; 

Urk. 81 S. 9 f.). 

- 12 - 

2. Des Weiteren gab der Beschuldigte in Übereinstimmung mit den Angaben 

der Privatklägerin an, dass es im Vorfeld der Übernachtung in der Küche zu 

einem Kuss zwischen ihnen gekommen sei (Urk. 6/2 S. 7; Urk. 81 S. 7 ff.). 

C. Bestreitungen des Beschuldigten 

1. Seitens des Beschuldigten wird – auch im Rahmen des Berufungsverfah-

rens – geltend gemacht, dass er damals im Zimmer der Privatklägerin umgehend 

eingeschlafen und erst wieder aufgewacht sei, als die Privatklägerin weg gewe-

sen sei (Urk. 6/2 S. 5 u. 7 ff.; Prot. I S. 6 f.; Urk. 81 S. 12). Das ihm vorgeworfene 

mutmasslich zwischen ca. 5:00 Uhr und 6:44 Uhr stattgefundene angeklagte straf-

rechtlich relevante Kerngeschehen, nämlich dass  

- er der Privatklägerin während ihres Schlafes die Pyjama- sowie die Unterho-

se bis unter das Gesäss heruntergezogen habe; 

- er seine Hand am Gesäss der Privatklägerin angelegt habe und sein erigier-

tes Glied zwischen die Gesässbacken bzw. ans Gesäss der Privatklägerin 

gesteckt und sich an ihr gerieben habe; 

- die Privatklägerin daraufhin seinen erigierten Penis weggedrückt habe; 

- er im Anschluss mit seiner Hand versucht habe, in die Hose der Privatkläge-

rin zu fassen, wobei die Privatklägerin die Hosen an ihren Po und er dage-

gen gedrückt habe; 

- er der Privatklägerin dann erneut an ihr Gesäss bzw. unter dem Pyjama an 

ihre Brust gefasst habe; 

- er ungeachtet der Gegenwehr der Privatklägerin, welche mit einer Hand ihre 

Hosen und mit der anderen ihre Brüste gehalten habe, weiter versucht habe, 

mit seiner Hand nach oben zu ihren Brüsten zu gelangen und gleichzeitig 

mit seiner Hand "bei sich etwas gemacht habe"; sowie dass 

- die ihm in subjektiver Hinsicht gemachten Vorwürfe seines Handelns gege-

ben seien, d.h. dass er in Kenntnis des stark alkoholisierten Zustandes der 

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Privatklägerin gehandelt und beabsichtigt habe, von ihrer durch den Schlaf 

bzw. den Alkoholkonsum resultierenden Urteils- und Widerstandsunfähigkeit 

zu profitieren und sie gegen ihren mutmasslichen Willen zu einer beischlafs-

ähnlichen oder einer anderen sexuellen Handlung zu missbrauchen (Urk. 

6/2 S. 7 ff.; Urk. 6/4 S. 2 ff.; Urk. 81 S. 9 ff.). 

wird von ihm unter dem Hinweis, dass er davon nichts mitbekommen habe, 

vollumfänglich bestritten (Urk. 6/2 S. 5 u. 7 f.; Urk. 6/4 S. 2 ff.; Urk. 81 S. 12). 

2. Des Weiteren wird seitens des Beschuldigten hinsichtlich des Rahmen-

geschehens in Abrede gestellt bzw. nicht bestätigt, dass 

- er, nachdem sich D._____ verabschiedet gehabt hatte, die Privatklägerin 

fragte, ob er bei ihr übernachten könne, wobei er sich vielmehr unsicher 

zeigte, wer wen gefragt habe (Urk. 6/2 S. 4 u. 7; Prot. I S. 6 f.; Urk. 81 S. 9 

f.); sowie dass 

- die Privatklägerin sich unter der Bedingung mit seiner Übernachtung bei ihr 

einverstanden erklärt habe, dass er sie und ihren Körper respektiere, womit 

er sich einverstanden gezeigt und gesagt habe, er respektiere ein "Nein" 

(Urk. 81 S. 11). 

D. Beweismittel 

1. Bei den Akten finden sich im Wesentlichen folgende massgebliche 

verwertbare Beweismittel, um den strittigen Anklagesachverhalt zu prüfen: Die 

Einvernahmen des Beschuldigten (Urk. 6/1-4; Prot. I S. 5 ff; Urk. 81 S. 4 ff.), 

diejenigen der Privatklägerin (Urk. 4/1 u. 4/2 [Videoaufnahme: Urk. 54 bzw. 57A], 

die Zeugeneinvernahme von C._____ anlässlich der Berufungsverhandlung 

(Urk. 80), das Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin (IRM) vom 28. Juli 2021 

betreffend die Auswertung von DNA-Spuren auf den Kleidern der Privatklägerin 

(Urk. 10/5), Chatverläufe zwischen der Privatklägerin und diversen Personen 

(Urk. 3 u. Urk. 14/3; insoweit sie dem Beschuldigten vorgehalten wurden), die 

Aktivitäten auf dem Mobiltelefon des Beschuldigten (Urk. 14/2), ein Kurzbericht 

des Forensischen Instituts Zürich über die spurenkundliche Überprüfung der 

- 14 - 

Kleider der Privatklägerin (Urk. 10/9), die Polizeirapporte vom 11. und 12. 

September 2020 sowie 10. Dezember 2020 (Urk. 1; Urk. 5; Urk. 7), ein Fotobogen 

des Tatorts (Urk. 8), diverse anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung 

seitens der Vertreterin der Privatklägerin (Urk. 28/1a-2b) sowie der Verteidigung 

(Urk. 31/1-6) eingereichte Unterlagen sowie die im Vorfeld oder anlässlich der 

Berufungsverhandlung seitens der Verteidigung und der Privatklägerin 

eingereichten Belege (Urk. 58; Urk. 59; Urk. 74/1-4; Urk. 77).  

2. Lediglich zu Gunsten des Beschuldigten können die Aussagen der Aus-

kunftspersonen D._____, E._____ und F._____ (Urk. 9/1-3) verwendet werden 

(vgl. vorstehend unter E. II.2.3.). 

E. Beweisgrundsätze 

Seitens der Vorinstanz wurden die Grundsätze der Beweiswürdigung zutreffend 

dargelegt (Urk. 43 E. III.5. u. 13.). Darauf kann vollumfänglich verwiesen werden. 

Auf die Argumente des Beschuldigten ist im Rahmen der nachstehenden Er-

wägungen einzugehen. Das rechtliche Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV verlangt, 

dass das Gericht die Vorbringen des von einem Entscheid in seiner 

Rechtsstellung Betroffenen auch tatsächlich hört, prüft und in seiner 

Entscheidfindung berücksichtigt. Nicht erforderlich ist, dass es sich mit allen 

Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen 

ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann es sich auf die für den Entscheid 

wesentlichen Punkte beschränken. Es müssen wenigstens kurz die Überlegungen 

genannt werden, von denen sich das Gericht hat leiten lassen und auf die sich ihr 

Entscheid stützt (BGE 141 IV 249 E. 1.3.1.; BGE 139 IV 179 E. 2.2.; BGE 138 IV 

81 E. 2.2.; Urteile des Bundesgerichts 6B_770/2020 vom 25. November 2020 E. 

1.3.2.; 6B_401/2015 vom 16. Juli 2015 E. 1.1.; je mit weiteren Hinweisen). 

F. Allgemeine Glaubwürdigkeit der unmittelbar Beteiligten 

1. Die allgemeine Glaubwürdigkeit des Beschuldigten wurde von der 

Vorinstanz unter Berücksichtigung der massgebenden Umstände zutreffend 

gewürdigt, weshalb vollumfänglich auf die entsprechenden Ausführungen (Urk. 43 

- 15 - 

E. III.7.) verwiesen werden kann. Zu unterstreichen ist, dass die Glaubhaftigkeit 

seiner Aussagen, auf welche noch einzugehen sein wird, im Vordergrund steht. 

2. Ebenso hat sich die Vorinstanz sorgfältig mit der Beurteilung der 

allgemeinen Glaubwürdigkeit der Privatklägerin und ihre damit im Zusammenhang 

stehende Interessenlage auseinandergesetzt (Urk. 43 E. III.6.). Darauf kann 

verwiesen werden. Ergänzend ist zu bemerken, dass das seitens der 

Verteidigung gemachte Vorbringen zur möglichen Motivlage der Privatklägerin 

hinsichtlich einer falschen Darstellung der Ereignisse, wonach sie aufgrund ihres 

Verhaltens – dem Kuss in der Küche; dem gemeinsamen Übernachten in einem 

Bett und/oder allfällig weiteren sich im Schlafzimmer abspielenden Ereignissen 

zwischen ihr und dem Beschuldigten – gegenüber ihrem Freund und allenfalls 

weiteren Personen unter einem Rechtfertigungsdruck gestanden sein könnte, was 

sich bereits angesichts der wahrheitswidrigen Information ihres Mitbewohners 

(vgl. Urk. 9/3 S. 2) F._____ und ihres Freundes (vgl. Urk. 9/2 S. 1) E._____ über 

den in der Küche vorgefallenen Kuss manifestiere (Urk. 30 S. 6 u. 16 f.), 

insgesamt durchaus plausibel erscheinen. Deshalb sind ihre Aussagen mit einer 

gewissen Zurückhaltung zu würdigen. Einhergehend mit der sich als zutreffend 

erweisenden Einschätzung der Vorinstanz (Urk. 43 E. III.11. S. 19) ist indes zu 

bemerken, dass der Umstand, dass die Privatklägerin den in der Küche 

gefallenen Kuss mit dem Beschuldigten gegenüber E._____ und F._____ 

unerwähnt liess (Urk. 9/2 S. 5) bzw. anders darstellte (9/3 S. 4 f.), ihre 

Glaubwürdigkeit nicht entscheidend zu erschüttern vermag, weil sie den Kuss 

gegenüber den Strafverfolgungsbehörden zu Protokoll gegeben hat, was auch die 

Wahrheit ihrer weiteren Angaben zu stützen vermag. Abgesehen davon erscheint 

das hinsichtlich des in der Küche gefallenen Kusses gegenüber ihrem Freund und 

ihrem Mitbewohner an den Tag gelegte Aussageverhalten der Privatklägerin 

angesichts ihrer offensichtlichen Scham darüber nachvollziehbar und weist nicht 

zwingend auf eine Falschdarstellung der Ereignisse hin.  

G. Beweiswürdigung 

1.1. Seitens der Vorinstanz wurden die massgebenden Aussagen des Beschul-

digten einlässlich sowie zutreffend wiedergegeben (Urk. 43 E. III.10.), weshalb 

- 16 - 

vorab darauf verwiesen werden kann. Anlässlich der Berufungsverhandlung blieb 

der Beschuldigte grundsätzlich bei seiner bisherigen Darstellung der 

Geschehnisse (Urk. 81 S. 4 ff.): Er bestritt zudem, sich von der Privatklägerin 

angezogen gefühlt oder sie "speziell attraktiv" gefunden zu haben. Zum Kuss sei 

es gekommen, weil er alkoholisiert gewesen sei. Die Privatklägerin habe ihm nach 

dem Kuss zu verstehen gegeben, dass es damit sein Bewenden habe und es 

nicht zu weiteren sexuellen Handlungen kommen werde. Er könne nicht sagen, 

wie sich die Situation weiterentwickelt hätte, wenn die Privatklägerin dies nicht 

klargestellt hätte, da er ziemlich angetrunken gewesen sei. Weiter gab der 

Beschuldigte an, nicht mehr zu wissen, was ihn dazu bewogen habe, bei der 

Privatklägerin zu übernachten bzw. nicht nach Hause zu gehen. In biografischer 

Hinsicht führte der Beschuldigte schliesslich aus, dass er als Erwachsener bisher 

zwei Mal für je ca. drei Jahre in Beziehungen gewesen sei sowie Militärdienst 

geleistet habe und ihm – bis zum Vorfall in der SAC-Hütte – noch nie ein 

auffälliges Schlafverhalten zugetragen worden sei. 

1.2.1. Die Ausführungen des Beschuldigten – welche seitens der Vorinstanz 

lediglich knapp gewürdigt wurden (vgl. Urk. 43 E. III.12.) – erweisen sich in Bezug 

auf das angeklagte Kerngeschehen als kohärent und widerspruchsfrei. Er 

verneinte konstant, im Schlafzimmer den körperlichen Kontakt zur Privatklägerin 

gesucht zu haben, wobei er nicht ausschliessen könne, sie schlafend umarmt zu 

haben (Urk. 6/2 S. 7 ff.; Urk. 6/4 S. 3; Prot. I S. 6 f.). 

1.2.2. Indes erweisen sich seine Aussagen – insoweit er solche traf (so nicht 

anlässlich seiner ersten, polizeilichen Einvernahme: vgl. Urk. 6/1 S. 2 ff.) – hin-

sichtlich der dem angeklagten Kerngeschehen vorangehenden Ereignisse als 

auffällig unpräzise: So konnte er sich weder an den Grund erinnern, weshalb 

D._____ und er in der fraglichen Nacht zur Privatklägerin gingen, noch vermochte 

er den Zustand der Privatklägerin bei ihrer Ankunft zu beschreiben oder den 

Grund seines Verbleibens in der Wohnung sowie die Umstände, wieso es zu 

seiner dortigen Übernachtung kam, anzugeben (Urk. 6/2 S. 3 ff.; Urk. 6/4 S. 5; 

Prot. I S. 6 f.; Urk. 81 S. 5 ff.). Ebenfalls auffällig ungenau erwiderte er anlässlich 

der staatsanwaltschaftlichen Hafteinvernahme die Fragen nach einem Kuss mit 

- 17 - 

der Privatklägerin ("das kann gut sein"; Urk. 6/2 S. 7) und dem gemeinsamen 

Tanzen in der Küche ("Das weiss ich nicht mehr, ob wir getanzt haben"; Urk. 6/2 

S. 7). Auch wenn der Beschuldigte damals etwas betrunken gewesen sein sollte, 

wie er es selbst in Betracht zu ziehen scheint ("Das kann gut sein"; Urk. 6/2 S. 7; 

Urk. 81 S. 11), erscheint die Vagheit und die Detailarmut seiner Aussagen selbst 

vor diesem Hintergrund als erstaunlich. Auch wenn sich aus seinen Ausführungen 

keine massgeblichen Rückschlüsse auf sein damaliges Verhalten ergeben, ist 

doch festzustellen, dass sein Aussageverhalten insbesondere vor dem 

Hintergrund der Tatsache, dass die Hafteinvernahme, anlässlich welcher die erste 

eingehende Befragung erfolgte, in deren Rahmen der Beschuldigte auch 

Aussagen traf (vgl. Urk. 6/2 S. 2 ff.), am 13. September 2020 und demnach 

lediglich 8 Tage nach den in Frage stehenden Geschehnissen stattfand. Aufgrund 

der zeitlichen Nähe zum inkriminierten Vorfall wären ohne Weiteres genauere 

Angaben von seiner Seite zu erwarten gewesen, hätte er solche treffen wollen. 

Wenn der Beschuldigte anlässlich der Berufungsverhandlung angab, die 

Privatklägerin nicht anziehend gefunden zu haben und kein Interesse an ihr 

gehabt zu haben, so fügt sich dieses zurückhaltende Aussageverhalten in Bezug 

auf die Privatklägerin stimmig in das Gesamtbild ein, welches aus seinen auch 

bisher teilweise ausweichend anmutenden Antworten entsteht. Bemerkenswert 

erscheint, dass der Beschuldigte erst im Rahmen der Berufungsverhandlung 

angab, dass ihm seitens der Privatklägerin nach dem Kuss in der Küche klare 

Grenzen gesetzt wurden (sinngemäss habe die Privatklägerin gesagt: Es sei gut 

so; vgl. Urk. 81 S. 8 f.). 

1.2.3. Einhergehend mit der zutreffenden Einschätzung seitens der unentgelt-

lichen Rechtsvertretung der Privatklägerin (Urk. 66 S. 3) erscheint zudem auffäl-

lig, dass der Beschuldigte erst kurz vor der Berufungsverhandlung auf Erfahrun-

gen verwies, welche die Verteidigung als ein Hinweis für eine 

Sex(s)omnia/Sexsomnie des Beschuldigten im Tatzeitpunkt einschätzte (vgl. Be-

weisantrag der Verteidigung vom 19. September 2022; Urk. 59), ein der- oder an-

dersartiges auffälliges Schlafverhalten davor aber nie ein Thema gewesen war 

(Urk. 6/4 S. 5; Prot. I S. 6). Anlässlich der Berufungsverhandlung brachte der Be-

schuldigte zudem vor, dass ihn auch im Rahmen des Militärdienstes, in welchem 

- 18 - 

Rahmen er regelmässig in Mehrbettzimmern nächtigte, niemand auf auffälliges 

Schlafverhalten hingewiesen habe (Urk. 81 S. 14). Der Beschuldigte führte im Er-

wachsenenalter zudem zwei je drei Jahre dauernde Beziehungen (zeitweise gar 

im gleichen Haushalt, Urk. 81 S. 14 f.). Dass es nun in relativ kurzen Abständen 

zu einem auffälligem Schlafverhalten des Beschuldigten gekommen sein soll, 

weckt zumindest gewisse Zweifel an der Authentizität des Vorfalls im Sommer 

2022. Es liegt auf der Hand, dass relativ schwerwiegende Arten von 

Schlafstörungen mit weitgreifenden bzw. zielgerichteten Handlungen, wie sie der 

Beschuldigte sinngemäss für den Tatzeitraum geltend macht, bereits in der 

Vergangenheit aufgefallen wären. 

2.1. Seitens der Vorinstanz wurden die massgebenden Aussagen der Privat-

klägerin einlässlich und zutreffend wiedergegeben (Urk. 43 E. III.8.-9.). Darauf 

kann vorab verwiesen werden.  

2.2.1. Zunächst ist festzustellen, dass die Privatklägerin äusserst ausführliche, 

konzise, individuell durchzeichnete und im Wesentlichen widerspruchsfreie Aus-

sagen traf, welche frei von Strukturbrüchen und Übertreibungen sind. Die 

Kohärenz und der Detailreichtum ihrer zu Protokoll gegebenen Angaben erweisen 

sich als beeindruckend, wobei hervorzuheben ist, dass die Privatklägerin im 

Zeitpunkt ihrer zweiten, staatsanwaltlichen Einvernahme weder Akteneinsicht – 

auch hinsichtlich ihrer ersten, polizeilichen Befragung – genommen hatte, noch 

Kenntnis des Inhalts der Aussagen der anderen einvernommenen Personen 

gehabt hatte (Urk. 4/2 S. 4). 

2.2.2. Eindrücklich verknüpft die Privatklägerin ihre Schilderungen mit den 

damals erlebten Emotionen, was ihre Aussagen lebensnah erscheinen lässt. Ihre 

Verzweiflung, nochmals über den Vorfall sprechen, tritt durch die Videoaufnahme 

deutlich zutage, was sich auch an ihrem Zittern in der Stimme und ihrem tiefen 

Durchatmen zeigt (z. B. Urk. 57A, Video: 32:09). Lebensnah erscheinen auch ihre 

Reflektionen über das Geschehene wie beispielsweise ihr Erklärungsversuch, 

weshalb der Beschuldigte gestöhnt habe; so wisse sie nicht, ob sie ihm weh getan 

habe (Urk. 4/2 S. 7). Eindrücklich schilderte sie ferner ihre damals erlebte Über-

forderung, z.B. wie sie erstarrt im Bett gelegen sei, welchen Umstand sie sehr 

- 19 - 

plausibel insbesondere damit erklärte, dass sie nicht gewusst habe, was als 

Nächstes komme (Urk. 4/2 S. 7; Urk. 57A, Video: 34:55).  

2.2.3. Scheinbare Widersprüche in ihrem Aussageverhalten lassen sich mühe-

los erklären. Ob sie dem Beschuldigten nun "sagte" (Urk. 4/2 S. 11 f.) oder an-

hand der an die jeweiligen Ränder des Bettes gelegten beiden Kopfkissen "zeig-

te" (Urk. 4/1 S. 3; Urk. 4/2 S. 6 f.), wer auf welcher Seite ihres Bettes schlafen sol-

le, ist letztlich von untergeordneter Bedeutung, da sich die beiden Handlungswei-

sen nicht gegenseitig ausschliessen und überdies auch der Beschuldigte konstant 

bestätigte, dass die Privatklägerin ihm gesagt habe, auf welcher Seite er schlafen 

solle (Urk. 6/2 S. 4 u. 7; Urk. 6/4 S. 4; Urk. 81 S. 9 f.). Nicht stichhaltig ist auch der 

Einwand der Verteidigung, wonach die Privatklägerin in widersprüchlicher Weise 

geäussert habe, ob sie "schlagartig" wach geworden sei oder "ca. 1 Minute" ge-

braucht habe, um aufzuwachen (Urk. 75 S. 5): Dass dabei von verschiedenen 

Graden der Wachheit die Rede ist, erschliesst sich aus dem Gesamtzusammen-

hang; wenn die Privatklägerin zunächst lediglich aus dem Schlaf erwachte, aber 

noch schlaftrunken war und später "schlagartig" hellwach wurde, als sie vollends 

realisierte, was vor sich ging, erscheint dies ohne Weiteres als lebensnah. Nach-

vollziehbar erläuterte die Privatklägerin zudem, wie es zum Kuss in der Küche 

kam, weil sie ihm nicht auf die Füsse habe treten bzw. ihn nicht dermassen klar 

abweisen bzw. kränken habe wollen (Urk. 57A, Video: 54:30), wobei sie dieses 

Verhalten differenziert analysiert und empfundene eigene Unzulänglichkeiten ein-

drücklich reflektiert (Urk. 4/2 S. 5 ff.; Urk. 57A, Video: 1:14:40 bzw. 1:36:00 sowie 

1:52:00).  

2.2.4. Des Weiteren beschrieb die Privatklägerin die zur Übernachtung des Be-

schuldigten bei ihr führende Konversation, woraus sich auch ohne Weiteres 

ergibt, dass es sich hierbei um eine Gefälligkeit ihrerseits gehandelt hat (vgl. auch 

Urk. 57A, Video: 1:15:40), detailliert und kohärent: Der Beschuldigte habe sie auf 

ihre Mitteilung hin, sie werde jetzt schlafen gehen, gefragt, ob er hier übernachten 

könne (Urk. 4/1 S. 2) bzw. nach einem ersten Nein ihrerseits diesbezüglich mit 

der Begründung insistiert, er habe am folgenden Vormittag um 09:00 Uhr einen 

Geschäftstermin (Urk. 4/2 S. 6), worauf sie ihm gesagt habe, wenn er hier 

- 20 - 

schlafen könne, müsse er sie in Ruhe lassen (Urk. 4/1 S. 2) bzw. habe er sie und 

ihren Körper zu respektieren (Urk. 4/2 S. 6) bzw. sie ihm klar Nein gesagt habe 

(Urk. 4/2 S. 9 f.), worauf er erwidert habe, dass er das bzw. ein Nein respektiere 

(Urk. 4/1 S. 2; Urk. 4/2 S. 6 u. 11). Vor dem Hintergrund dieser kohärenten und 

glaubhaften Aussagen der Privatklägerin, welchen der Beschuldigte selbst zudem 

lediglich erstaunlich vage Angaben entgegenzusetzen vermochte (s. E. 1.2.2. 

vorstehend), überzeugt der Einwand der Verteidigung, die Privatklägerin hätte 

den Beschuldigten vor dem Zubettgehen nicht genügend klar zu verstehen 

gegeben, dass im Bett keine körperliche Annäherung stattfinden dürfe (Urk. 30 

S. 5 f.), in keiner Weise, woran der Umstand, dass der Beschuldigte damals 

alkoholisiert war, nichts ändert. Demnach kommunizierte die Privatklägerin dem 

Beschuldigten aufgrund ihrer entsprechenden glaubhaften Sachdarstellung klar, 

dass sie kein romantisches Interesse an ihm habe, womit der in der Küche 

gefallene kurze Kuss zwischen dem Beschuldigten und der Privatklägerin auch 

keine Ausgangslage mehr für eine Weiterführung romantischer Handlungen 

darstellen konnte und der Beschuldigte sich diesbezüglich so oder anders 

keinerlei Hoffnungen (mehr) machen konnte. Des Weiteren legte die 

Privatklägerin schlüssig dar, weshalb sie aufgrund des gemeinsamen langjährigen 

Freundeskreises davon ausging, dass sie dem Beschuldigten vertrauen durfte, 

dass er nicht übergriffig werden würde (Urk. 4/2 S. 11; Urk. 57A, Video: 57:25). 

2.2.5. Sichtlich erschüttert schilderte die Privatklägerin anlässlich der staats-

anwaltlichen Einvernahme, wie sie sich mit heruntergezogenen Pyjamahosen und 

Unterhosen wiederfand, als sie aufwachte, und der Beschuldigte mit seinem 

Penis wie an ihrem Gesäss masturbierte (Urk. 4/2 S. 12; Urk. 57A, Video: 

1:03:50). Der Einwand der Verteidigung, dass es auch sein könne, dass die 

Hosen im Schlaf verrutscht seien, erweist sich als eher unplausibel, zumal sich 

der Beschuldigte an ihrem Gesäss zu schaffen machte, worin ein Grund für das 

Herunterziehen der Pyjamahose bestand. Zutreffend legte die Verteidigung dar 

(Urk. 30 S. 13; Urk. 75 S. 5), dass sich die Privatklägerin vor der Polizei noch 

unsicher zeigte, ob nebst der Pyjamahose auch die Unterhose weiter unten war 

(Urk. 4/1 S. 4 f.), was aber ihr übriges kohärentes Aussageverhalten nicht zu 

beeinträchtigen vermag, zumal es sich bei der Unterhose um einen "String" 

- 21 - 

handelte, welche die von ihr beschriebenen sexuellen Handlungen des 

Beschuldigten nicht als unmöglich erscheinen lässt (vgl. Urk. 4/1 S. 5). Auch 

wenn einzelne Unsicherheiten in den Aussagen der Privatklägerin feststellbar 

sind, vermögen diese letztlich eher die Wahrheit ihrer Aussagen zu belegen, 

zumal bei einem Erfinden des Geschehenen ein deutlich schematischeres 

Aussageverhalten zu erwarten gewesen wäre. Auch belastete die Privatklägerin 

den Beschuldigten nicht übermässig, indem sie die Frage, ob der Beschuldigte 

mit seinem Penis in sie eingedrungen sei, konstant klar verneinte (Urk. 4/1 S. 5; 

Urk. 4/2 S. 12). Die Ausführungen der Privatklägerin erweisen sich demnach auch 

mit Bezug auf das inkriminierte Kerngeschehen als sehr glaubhaft. 

2.2.6. Entgegen der Ansicht der Verteidigung (Urk. 30 S. 14) vermögen auch die 

Äusserungen der Privatklägerin zum Masturbieren des Beschuldigten zu über-

zeugen, zumal sie einheitlich angab, beim Aufwachen nicht nach hinten geschaut 

zu haben und präzisierte, dass es sich so angefühlt habe wie ein Masturbieren 

(Urk. 4/1 S. 5) bzw. beschrieb, wie der Beschuldigte seinen Penis an ihrem 

Gesäss gerieben habe (Urk. 4/1 S. 3), was angesichts des Umstandes, dass sie 

sowohl den Penis wie auch die Hände des Beschuldigten an ihrem Gesäss spürte 

(Urk. 4/2 S. 7), und sie den erigierten Penis hernach sogar noch wegdrückte 

(Urk. 4/1 S. 4/1 S. 3; Urk. 4/2 S. 7 u. 13), plausibel und nicht widersprüchlich 

erscheint. Eine Verwechslung des Penis mit dem Unterarm oder Handgelenk wie 

sie die Verteidigung geltend machen will (Urk. 75 S. 4) erscheint abwegig. 

Gestützt auf die konstanten weiteren Aussagen bestehen auch keine 

massgeblichen Zweifel, dass die Privatklägerin davon ausgehen konnte, dass der 

Beschuldigte danach weiter masturbierte bzw. "etwas bei seiner Hand bei sich 

machte" (Urk. 4/1 S. 3; Urk. 4/2 S. 7). Da sie den Vorgang aber nicht sah und aus 

ihren Aussagen auch nicht klar wird, ob sie den Penis weiterhin an ihrer Haut 

spürte, ist letzterer Vorgang – zu Gunsten des Beschuldigten – als nicht erstellt zu 

erachten.  

2.2.7. Entgegen der Auffassung der Verteidigung (Urk. 30 S. 14) erweist es sich 

auch nicht als sehr gesucht, konstruiert oder unglaubhaft, dass die Privatklägerin 

später einen Tropfen auf ihrer Pobacke gespürt bzw. bemerkt habe, wie etwas an 

- 22 - 

ihrer linken Pobacke geklebt habe (Urk. 4/1 S. 5 f.; Urk. 75 S. 5). Vielmehr ist an-

gesichts der übrigen beschriebenen Umstände naheliegend, dass es sich hierbei 

um ein Präejakulat des Beschuldigten gehandelt haben könnte. Auch gestützt auf 

ihre weiteren glaubhaften Schilderungen besteht kein Anlass, an dieser Sach-

darstellung zu zweifeln. 

2.2.8. Auch wenn der Beschuldigte im massgebenden Zeitpunkt sehr müde ge-

wesen sein sollte, was ein Durchschlafen begünstigt hätte, wie es die Verteidi-

gung unter detaillierter Bezugnahme auf die lange Wachphase, die am Vortag un-

ternommenen Aktivitäten und den Alkoholkonsum des Beschuldigten geltend 

macht (Urk. 30 S. 1 ff.), vermag dieser Umstand die angeklagten Handlungen 

nicht zu verunmöglichen. Die Verteidigung bringt in diesem Zusammenhang fer-

ner vor, dass es keinen einzigen Hinweis gebe, dass der Beschuldigte anfangs 

oder zwischenzeitlich länger wach gewesen sein könnte bzw. sich die Privatkläge-

rin diesbezüglich geirrt habe und bezieht sich in diesem Zusammenhang auch auf 

das Phänomen Sexsomnia/Sexsomnie, woraus sich ergebe, dass der Beschuldig-

te allfällige Handlungen im Schlaf ausgeführt haben könnte, weshalb sie unab-

sichtlich erfolgt seien (Urk. 30 S. 5 ff.; Urk. 75 S. 6). Diesbezüglich ist – wie be-

reits erwähnt (vgl. insb. vorstehend unter E. 1.2.3.) – sehr auffällig, dass der Be-

schuldigte erst kurz vor der Berufungsverhandlung auf eine Erfahrung verwies, 

welche die Verteidigung als ein Hinweis für eine Sexsomnia/Sexsomnie des Be-

schuldigten im Tatzeitpunkt einschätzte (vgl. Beweisantrag der Verteidigung vom 

19. September 2022; Urk. 59), weshalb nicht unerhebliche Zweifel an der Authen-

tizität des Vorfalls bestehen. Zu unterscheiden ist indes, dass die Episode in der 

SAC-Hütte vom Sommer 2022 qualitativ nicht mit den inkriminierten Vorfällen ver-

gleichbar ist (vgl. nachstehend unter E. 2.2.10.) 

2.2.9. Das Phänomen der Schlafstörung in Form der Sexsomnia (bzw. Sex-

somnie) ist wissenschaftlich diagnostisch als Schlafkrankheit klassifiziert, aber 

eher spärlich erforscht (vgl. dazu "Forensic Evaluation of Sexsomnia" in: Journal 

of the American Academy of Psychiatry and the Law online, Volume 50, Issue 3, 

Artikel vom 12. Februar 2021 

[https://jaapl.org/content/jaapl/early/2021/02/12/JAAPL. 200077-20.full.pdf] bzw. 

- 23 - 

"Sexsomnia: A Specialized Non-REM Parasomnia?" in: SLEEP, Volume 40, 

No. 2, Artikel vom 1. Februar 2017 [https://academic. oup.com/sleep/article-

pdf/40/2/zsw043/10329705/zsw043.pdf] bzw. "Sexsomnia as a Defense in Repea-

ted Sex Crimes" in: Journal of the American Academy of Psychiatry and the Law 

online, Volume 46, Issue 1, Artikel vom März 2018 

[https://jaapl.org/content/jaapl/46/1/78.full.pdf]; jeweils mit weiteren Hinweisen). 

Untersuchungen zeigten, dass Sexsomnia die Vornahme derselben sexuellen 

Handlungen umfassen kann, welche im Wachzustand vorkommen (vgl. Nachweis 

im vorerwähnten Artikel "Forensic Evaluation of Sexsomnia" S. 2). Bei einer 

Mehrheit der untersuchten Patienten bestand eine entsprechende Vorgeschichte 

bzw. Schlafprobleme wie Schlafwandeln, Sprechen im Schlaf oder das Erleben 

von Albträumen (vgl. Nachweis im vorerwähnten Artikel "Forensic Evaluation of 

Sexsomnia" S. 2). Als Nachweis für den Bestand einer entsprechenden 

Schlafkrankheit geraten die Krankheitsgeschichte des Betroffenen sowie Wahr-

nehmungszeugen in den Fokus bzw. sei damit zu rechnen, dass die davon 

betroffene Person sich um die Schlafprobleme sorge und Vorsichtsmassnahmen 

ergreife, um zukünftige Vorfälle zu vermeiden (vgl. vorerwähnter Artikel "Sex-

somnia as a Defense in Repeated Sex Crimes" S. 84 f.). 

2.2.10. Entscheidend ist vorliegend auch unter Mitberücksichtigung der dies-

bezüglich eher spärlichen wissenschaftlichen Erkenntnisse, dass abnorme Ver-

haltensweisen im Schlaf beim im Tatzeitpunkt immerhin bereits 28-jährigen 

Beschuldigten – bis kurz vor der Berufungsverhandlung – nie ein Thema gewesen 

waren (s. E. 1.2.3. vorstehend), womit keine konkreten Hinweise für das Vorliegen 

einer Sexsomnie/Sexsomnia bestehen (vgl. auch Urteile 6B_760/2019 vom 

23. Januar 2019 E. 3.2. bzw. der I. Strafkammer des Obergerichtes des Kantons 

Zürich im Verfahren SB180231 vom 25. März 2019 S. 18), weshalb dieses 

Argument und auch der Vorfall mit C._____ in der SAC-Hütte vom 30./31. Juli 

2022 vorgeschoben erscheint. Ohnehin ist der neuerliche Vorfall in der SAC-

Hütte, selbst wenn er sich so ereignet hätte, nicht geeignet, die Hypothese einer 

Sexsomnie im Tatzeitpunkt zu stützen: Zwar bestehen – entgegen der Ansicht der 

Privatklägervertretung – keine nennenswerten Zweifel an der Glaubhaftigkeit der 

Aussagen des Zeugen C._____: Dass dieser sich unsicher zeigte, in welcher 

- 24 - 

Position sich einzelne Körperteile genau befanden oder ob der Beschuldigte in 

einem Schlafsack lag (vgl. Urk. 80 S. 4 ff.), ist ohne Weiteres mit gewöhnlichen 

Verblassungstendenzen zu erklären, zumal der Zeuge beim fraglichen Vorfall 

gerade eben aufgewacht war, die Lichtverhältnisse im Schlafraum selbstredend 

ungünstig waren und der Zeuge dem Vorfall keine grosse Bedeutung zumass, 

weshalb kein Grund für ihn bestand, sich auf Einzelheiten der Geschehnisse zu 

konzentrieren oder sich diese einzuprägen. Der Zeuge legte in schlüssiger Art 

dar, wie er das nächtliche Ereignis als amüsant empfand und in der Folge (am 

nächsten Tag) zum Gegenstand eines "Running-Gag" machte. Ebenfalls 

nachvollziehbar erscheint, wie der Zeuge sich in der Folge eine Erklärung für das 

Verhalten des Beschuldigten gesucht zu haben scheint (Urk. 80 S. 6). Dass ein 

derart kurzer Vorfall arm an Realkennzeichen wie beispielsweise originellen 

Eigenheiten ist, erklärt sich von selbst und beeinträchtigt die Glaubhaftigkeit der 

Darstellung des Zeugen keineswegs. Nichtsdestotrotz handelt es sich bei dem 

vom Zeugen C._____ erwähnten Umarmen bzw. Umlegen eines Armes um wenig 

zielgerichtete Handlungen, welche ohne Weiteres mit Bewegungen im 

"Halbschlaf" vereinbar sind. Im Gegensatz zum angeklagten Vorfall erinnerte sich 

der Beschuldigte denn auch nach dem Aufwachen bruchstückhaft an den Vorfall 

mit C._____ (Urk. 59/1), was einer Handlung in der Tiefschlafphase, wie sie der 

Beschuldigte für den Tatzeitraum geltend machen will, widerspricht. Zwischen 

relativ einfachen Bewegungen wie dem Umlegen eines Arms und motorisch 

deutlich komplexeren und zielgerichteten Handlungsabfolgen wie dem Greifen 

und Herunterziehen einer Pyjama-Hose, dem Greifen unter ein Kleidungsstück an 

Gesäss und Brust liegt zudem ein deutlicher Unterschied, weshalb die Ereignisse 

in der Berghütte keineswegs als vergleichbar erscheinen mit dem angeklagten 

Vorfall.  

2.2.11. Ebenfalls klar fällt das Verdikt der Schlafuntersuchung aus, welchem sich 

der Beschuldigte kurz vor der Berufungsverhandlung im Zentrum für Schlaf- und 

Wachmedizin … unterzog: Beim Beschuldigten, ergaben sich unter Alkoholein-

fluss bei sehr stabilem Schlaf "keine Hinweis für Parasomnie oder Tiefschlaf-

arousal" (Urk. 74/1 S. 2). 

- 25 - 

2.2.12. Die Vorbringen der Verteidigung, wonach sich ein Mann bei Bewusstsein 

verbal geäussert (und nicht lediglich aufgestöhnt) hätte, wenn sein Penis weg-

gedrückt wird, oder dass ein Mann bei Bewusstsein andere sexuelle Praktiken 

vorgenommen hätte (vgl. Urk. 75 S. 6 ff.) erschöpfen sich in Spekulation und ver-

mögen als Abgrenzung zwischen bewussten und unbewussten Handlungen nicht 

zu überzeugen. 

2.2.13. Zusammengefasst fehlen weiterhin – sowohl biografisch als auch nach 

durchgeführter Schlafuntersuchung – jegliche Anzeichen dafür, dass der Be-

schuldigte an schwerwiegenden Schlafstörungen – oder gar an Sexsomnie – lei-

det. In der Folge erweist sich die Einholung eines forensisch-psychiatrischen Gut-

achtens bzw. eines schlafmedizinischen Gutachtens nicht als erforderlich. 

2.2.14. Der Umstand, dass der Beschuldigte – trotz Gegendruck der Privatkläge-

rin und dem Hochziehen ihrer Pyjamahosen – auf gezielte Weise mit den sexuel-

len Handlungen fortfuhr, spricht ferner zusätzlich gegen die seitens der Verteidi-

gung geltend gemachte Hypothese, dass er im Schlaf oder Halbschlaf gehandelt 

hat (Urk. 30 S. 7 ff.). Vor dem Hintergrund der überzeugenden Aussagen der 

Privatklägerin erweist sich auch das Vorbringen der Verteidigung, wonach es 

möglich wäre, dass sie sich im Bett bewegt habe und den schlafenden Beschul-

digten unbewusst allenfalls auch intim berührt habe, der Beschuldigte dann auf-

gewacht sei und dem Irrtum unterlegen gewesen sein könnte, dass die Privatklä-

gerin wach und aktiv gewesen sei, worauf er in die sexuellen Handlungen einge-

stiegen sei (Urk. 30 S. 6), als abwegig. Sogar als abstrus zu bewerten sind beim 

vorliegenden Beweisergebnis die Einwände der Verteidigung, die Privatklägerin 

habe lediglich ein sehr reales Traumerlebnis gehabt oder aufgrund des Alkohol-

konsums oder in einer Art Verdrängungsmechanismus jeglichen Realitätsbezug 

verloren (Urk. 30 S. 6).  

2.2.15. Unverdächtig erscheinen ferner die Umstände der Anzeigeerstattung 

durch die Privatklägerin (Urk. 4/2 S. 8 bzw. Urk. 57A, Video: 1:40:00): Anschau-

lich und lebensnah beschrieb die Privatklägerin, wie sie den Vorfall zunächst zu 

verdrängen suchte und sich auf eine wichtige Studienarbeit konzentrierte, ihr es 

aber schlecht ging und sie überfordert war, was ihrem nächsten Umfeld auffiel, 

- 26 - 

welchen Personen sie sich daraufhin auch anzuvertrauen vermochte und wie sie 

insbesondere ihr Mitbewohner F._____ bei der Kontaktierung der Opferhilfestelle 

und der Polizei unterstützte.  

2.2.16. Angesichts der erörterten sehr überzeugenden und damit glaubhaften 

Sachdarstellung der Privatklägerin besteht kein vernünftiger Zweifel, dass sich der 

Vorfall so zugetragen hat, wie er von ihr geschildert wurde, demgegenüber sich 

die Ausführungen des Beschuldigten als reine Schutzbehauptungen erweisen. 

Einhergehend mit der zutreffenden Auffassung der Vorinstanz (vgl. Urk. 43 E. 

III.11. S. 20) bestärkt ferner das Gutachten des Institutes für Rechtsmedizin der 

Universität Zürich zur Auswertung von DNA-Spuren vom 28. Juli 2021 die Schil-

derungen der Privatklägerin. Ab dem Bereich Pospalte innen und Bundbereich 

hinten, innen der Pyjamahose der Privatklägerin wurden Stichproben mit einem 

DNA-Mischprofil ausgewertet. Die Merkmale des DNA-Profils des Beschuldigten 

konnten in den 16 typisierten DNA-Systemen lückenlos im Mischprofil nachgewie-

sen werden und die übrigen Merkmale des Mischprofils stimmten mit dem DNA-

Profil der Privatklägerin überein. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Beschuldigte 

und die Privatklägerin die Spurengeber des Mischprofils sind, wurde im Gutachten 

mit mehreren Milliarden Mal grösser als die Wahrscheinlichkeit angegeben, dass 

es sich um eine unbekannte männliche Person und die Privatklägerin handle 

(Urk. 10/5 S. 2 f.). Selbst wenn die Möglichkeit indirekter DNA–Übertragung nicht 

ausgeschlossen werden kann, stellen die DNA–Spuren doch einen weiteren ge-

wichtigen Hinweis für den Wahrheitsgehalt der Aussagen der Privatklägerin dar, 

weil die DNA des Beschuldigten dort gefunden wurde, wo die Privatklägerin die 

Berührungen verortete. Aufgrund der Fundstelle der DNA innen im Bereich der 

Pospalte scheint die These der Verteidigung, wonach die DNA-Spur durch Über-

tragung stattgefunden hätte, als wenig wahrscheinlich, zumal dieser Bereich der 

Pyjama-Hose beim Anziehen kaum angefasst wird.  

2.2.17. Es bestehen auch – entgegen der Ansicht der Verteidigung (Urk. 30 

insb. S. 10 ff.; Urk. 75 S. 6 ff.) und einhergehend mit der zutreffenden Auffassung 

der Vorinstanz (Urk. 43 E. III.14) – keine massgeblichen Zweifel an der Erfüllung 

des subjektiven Anklagesachverhaltes. Die Handlungen des Beschuldigten waren 

- 27 - 

derart gezielt, dass er diese nur wissentlich und willentlich vorgenommen haben 

kann. Ihm wurde im Vorfeld der gemeinsamen Übernachtung seitens der Privat-

klägerin klar kommuniziert, dass körperliche Nähe oder sexuelle Handlungen an-

lässlich der Übernachtung nicht in Frage kämen. Der Beschuldigte musste davon 

ausgehen oder es zumindest für möglich halten, dass die Privatklägerin – nebst 

dem für ihn erkennbaren Umstand, dass sie auch aufgrund des vorgängigen ge-

meinsamen Alkoholkonsums zumindest angetrunken war – schlief, zumal sie bei-

de sich Stunden davor zum Schlafen gelegt hatten, und sie ferner bis zum Weg-

drücken seines Penis keine Reaktion zeigte. Indem er ihr ohne sie aufzuwecken 

zumindest die Pyjamahose herunterzog und seinen Penis zwischen ihren Ge-

sässbacken rieb, wusste und wollte er, dass sich die Privatklägerin aufgrund ihres 

schlafenden Zustandes nicht dagegen wehren konnte bzw. nahm er dies zumin-

dest in Kauf und musste spätestens im Augenblick, als die Privatklägerin seinen 

Penis wegdrückte, erkannt haben, dass die Privatklägerin auch weiterhin kein se-

xuelles Interesse an ihm hatte. Ungeachtet dessen berührte er sie willentlich 

nochmals am Gesäss, versuchte in die inzwischen wieder hochgezogene Hose 

der Privatklägerin zu fassen und strich danach unter ihrer Kleidung mit seiner 

Hand ihrem Körper entlang bis zu ihren Brüsten, wo er versuchte diese zu berüh-

ren, wobei er um die sexuelle Natur seiner Handlungen und um das fehlende Ein-

verständnis der Privatklägerin wusste. Im entsprechenden Umfang ist der Ankla-

gesachverhalt erstellt. 

IV. Rechtliche Würdigung 

A. Schändung 

1.1. Der Schändung im Sinne von Art. 191 StGB macht sich schuldig, wer eine 

urteilsunfähige oder eine zum Widerstand unfähige Person in Kenntnis ihres Zu-

standes zum Beischlaf, zu einer beischlafsähnlichen oder einer anderen sexuellen 

Handlung missbraucht.   

1.2. Nach der Rechtsprechung gilt als im Sinne von Art. 191 StGB widerstands-

unfähig, wer nicht imstande ist, sich gegen ungewollte sexuelle Kontakte zu 

- 28 - 

wehren, weil er seinen Abwehrwillen nicht (wirksam) fassen oder äussern oder in 

einen Abwehrakt umsetzen kann. Die Gründe einer Widerstandsunfähigkeit 

können dauernd, vorübergehend oder situationsbedingt sein. Kennzeichnend ist 

dabei, dass eine in der Person des Opfers liegende dauerhafte Eigenschaft oder 

eine vorübergehende (situative) physische oder psychische bzw. kognitive Beein-

trächtigung vorliegt, welche Zustände das dergestalt verwundbare Opfer dem 

Täter vollständig ausliefern. Die Tathandlung des Missbrauchs nach Art. 191 

StGB besteht darin, dass sich der Täter die vorbestehende Urteils- oder 

Widerstandsunfähigkeit des Opfers bewusst zunutze macht, um eine sexuelle 

Handlung zu vollziehen (vgl. zum Ganzen Urteile 6B_265/2020 vom 11. Mai 2022 

E. 3.2 und 5.2, 6B_1178/2019 vom 10. März 2021 E. 2.2 m. w. H., BGE 119 IV 

230 E. 3a).  

1.3. Widerstandsunfähigkeit wird namentlich bejaht, wenn es dem Opfer un-

möglich ist, den Angriff auf seine geschlechtliche Integrität abzuwehren, weil er 

von ihm nicht wahrgenommen wird (BGE 133 IV 49 E. 7.4 S. 56 f., Urteil 

6B_128/2012 vom 21. Juni 2012 E. 1.2.2). Das zunächst tief schlafende Opfer 

bleibt nach der Rechtsprechung zum Widerstand unfähig, wenn es nach Beginn 

des sexuellen Übergriffs zwar erwacht, sich danach aber aus körperlichen 

Gründen nicht zur Wehr setzen kann (Urteil 6B_128/2012 vom 21. Juni 2012 E. 

1.2.2 mit Hinweis). Eine Bewusstlosigkeit im Sinne eines komatösen Zustands 

wird nicht vorausgesetzt. Widerstandsunfähigkeit kann auch vorliegen, wenn sich 

eine Person alkohol- und müdigkeitsbedingt nicht oder nur schwach gegen die an 

ihr vorgenommenen Handlungen wehren kann (Urteile 6B_543/2019 vom 

17. Januar 2020 E. 3.1.2, 6B_232/2016 vom 21. Dezember 2016 E. 2.2, 

6B_128/2012 vom 21. Juni 2012 E. 1.6.4; je mit Hinweisen).  

1.4. Als beischlafsähnliche Handlungen gelten solche Verhaltensweisen, bei de-

nen das (primäre) Geschlechtsteil einer der beteiligten Personen mit dem Körper 

der anderen Person in enge Berührung kommt. Es handelt sich dabei konkret um 

das Einführen des männlichen Gliedes in After oder Mund sowie das Stimulieren 

der Vagina oder des Gliedes durch Zunge oder Lippen. Ebenfalls erfasst wird der 

sog. Schenkelverkehr, also das Reiben des männlichen Gliedes an den Ober-

- 29 - 

schenkeln direkt unterhalb des Geschlechtsteils des Partners (BSK STGB II-

MAIER, Art. 189 StGB N 50 m.w.H.). 

1.5. In subjektiver Hinsicht erfordert der Tatbestand der Schändung, dass der 

Täter in Kenntnis der Widerstandsunfähigkeit des Opfers handelt. Diese Wendung 

bringt zum Ausdruck, dass der Täter die Widerstands- bzw. Urteilsunfähigkeit des 

Opfers wahrgenommen haben muss, wobei Eventualvorsatz genügt. Eventual-

vorsätzlich handelt, wer zumindest ernsthaft für möglich hält, dass das Opfer auf-

grund seines physischen oder psychischen Zustandes nicht in der Lage ist, sich 

gegen das sexuelle Ansinnen zur Wehr zu setzen, und es trotzdem zu sexuellen 

Handlungen bestimmt, sprich wenn der Täter zumindest ernsthaft für möglich hält, 

dass sein Opfer schläft und sich gegen die sexuellen Handlungen nicht zur Wehr 

setzen kann. Sichere Kenntnis um die Widerstandsunfähigkeit ist nicht erforder-

lich (Urteile 6B_543/2019 vom 17. Januar 2020 E. 3.1.2, 6B_128/2012 vom 

21. Juni 2012 E. 1.6). 

2.1. Gestützt auf die Beweiswürdigung ist vorliegend von einer Widerstands-

unfähigkeit im Sinne von Art. 191 StGB auszugehen, da der Beschuldigte bereits 

beischlafsähnliche sexuelle Handlungen an der Privatklägerin vorzunehmen be-

gann, indem er sein primäres, erigiertes Geschlechtsorgan in engen Kontakt mit 

dem Körper der Privatklägerin, nämlich zwischen ihre Gesässbacken, brachte und 

daran rieb, als diese noch schlief bzw. sich im Halbschlaf oder in der Aufwach-

phase befand, und sich in diesem Zustand (zunächst) nicht dagegen zur Wehr 

setzen konnte.  

2.2. Sodann ergab die Sachverhaltserstellung, dass der Beschuldigte es zumin-

dest in Kauf nahm, dass die Privatklägerin aufgrund ihres zunächst schlafenden 

und hernach – aller Voraussicht nach durch den vorgängigen Alkoholkonsum et-

was verschärften – schlaftrunkenen Zustands nicht in der Lage war, sich gegen 

seine sexuellen Handlungen wirksam zur Wehr zu setzen, was er zur Vornahme 

eben dieser Handlungen ausnutzte. Indizien für ein sexuelles Interesse der Pri-

vatklägerin bestanden vorliegend keine, zumal die Privatklägerin dem Beschuldig-

ten vor dem gemeinsamen Übernachten klar kommunizierte, dass ihrerseits kein 

solches bestehe und er dies zu respektieren habe, was er ihr gegenüber auch 

- 30 - 

ausdrücklich bestätigte. Damit nahm der Beschuldigte bei der Vornahme der bei-

schlafsähnlichen Handlungen nicht nur die Widerstandsunfähigkeit, sondern auch 

das fehlende Einverständnis der Privatklägerin zumindest in Kauf. Damit ist der 

Tatbestand der Schändung gemäss Art. 191 StGB nicht nur in objektiver sondern 

auch in subjektiver Hinsicht erfüllt. 

3. Schuldausschluss- und Rechtfertigungsgründe sind keine gegeben. Ins-

besondere liegen keine Indizien vor, dass der Beschuldigte sich in einem derart 

erheblich alkoholisierten und übermüdeten Zustand befunden haben könnte 

oder dass eine Schlafkrankheit vorgelegen haben könnte (s. vorstehend unter 

E. III.2.2.10.), dass er die Widerstandsunfähigkeit der Privatklägerin deshalb nicht 

hätte erkennen können, mithin schuldunfähig gewesen sein könnte. Sein Zustand 

lässt sich denn auch nicht mit demjenigen der Privatklägerin vergleichen, welche 

im Gegensatz zu ihm schlief. Deshalb ist der Beschuldigte der Schändung im 

Sinne von Art. 191 StGB schuldig zu sprechen. 

B. Sexuelle Belästigung 

1.1. Der sexuellen Belästigung im Sinne von Art. 198 Abs. 2 StGB macht sich 

schuldig, wer jemanden tätlich sexuell belästigt. Es handelt sich dabei um quali-

fiziert unerwünschte sexuelle Annäherungen bzw. um physische Zumutungen 

sexueller Art. Eine körperliche Kontaktaufnahme wird dabei vorausgesetzt. Es 

genügen bereits wenig intensive Annäherungsversuche oder Zudringlichkeiten, 

solange sie nach ihrem äusseren Erscheinungsbild sexuelle Bedeutung haben. 

Hierunter fallen auch das Antasten an der Brust oder am Gesäss sowie das 

Betasten von Bauch und Beinen auch über den Kleidern (BGE 137 IV 263 E. 3.1).  

1.2. In subjektiver Hinsicht wird Vorsatz vorausgesetzt, wobei Eventualvorsatz 

genügt. Der Täter muss zumindest in Kauf nehmen, dass sich das Opfer belästigt 

fühlt (Urteil 6P.123/2003 vom 21. November 2003 E. 6.1).  

2.1. Indem der Beschuldigte die Privatklägerin am Gesäss berührte bzw. 

versuchte, in ihre Hose zu fassen und unter ihrer Kleidung mit seiner Hand ihrem 

Körper entlang bis zu ihrer Brust zu gelangen, belästigte er sie in sexueller Art 

- 31 - 

und Weise, was er wusste und wollte. Mit dem Einverständnis der Privatklägerin 

durfte er angesichts des Tatsache, dass sie ihm vor dem gemeinsamen Über-

nachten klar kommunizierte, dass ihrerseits kein sexuelles Interesse bestehe und 

er dies zu respektieren habe, was er ihr gegenüber auch ausdrücklich bestätigte, 

sowie dem Umstand, dass sie unmittelbar zuvor seinen erigierten Penis von sich 

weggestossen, Gegendruck gegeben und ihre Pyjamahose wieder hochgezogen 

hatte, in keiner Weise rechnen. Damit setzte sich der Beschuldigte bei der Vor-

nahme der erörterten sexuellen Handlungen wissentlich und willentlich über das 

von ihm erkannte fehlende Einverständnis der Privatklägerin hinweg.  

2.2. Damit ist auch der Tatbestand der sexuellen Belästigung gemäss Art. 198 

StGB in objektiver wie subjektiver Hinsicht erfüllt. 

3. Auch hier sind keine Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe ersicht-

lich (s. dazu vorstehend unter E. A.3.). Der Beschuldigte ist daher der sexuellen 

Belästigung im Sinne von Art. 198 StGB schuldig zu sprechen.  

V. Strafzumessung 

A. Strafrahmen 

1. Die tat- und täterangemessene Strafe ist grundsätzlich innerhalb des ordent-

lichen Strafrahmens der schwersten anzuwendenden Strafbestimmung festzu-

setzen. Dieser Rahmen ist vom Gesetzgeber in aller Regel sehr weit gefasst 

worden, um sämtlichen konkreten Umständen Rechnung zu tragen. Der ordentli-

che Rahmen ist nur zu verlassen, wenn aussergewöhnliche Umstände vorliegen 

und die für die betreffende Tat angedrohte Strafe im konkreten Fall zu hart bzw. 

zu milde erscheint. Der vom Gesetzgeber vorgegebene ordentliche Rahmen er-

möglicht in aller Regel, für eine einzelne Tat die angemessene Strafe festzulegen. 

Er versetzt den Richter namentlich in die Lage, die denkbaren Abstufungen des 

Verschuldens zu berücksichtigen (BGE 136 IV 55 E. 5.8.). 

2. Vorliegend ist hinsichtlich der Schändung von einem Strafrahmen von 

3 Tagessätzen Geldstrafe bis Freiheitsstrafe von zehn Jahren (vgl. Art. 191 StGB 

bzw. Art. 34 Abs. 1 StGB) auszugehen. Es bestehen keine aussergewöhnlichen 

- 32 - 

Umstände, welche es rechtfertigen würden, diesen ordentlichen Strafrahmen zu 

verlassen. Für die ferner zu beurteilende sexuelle Belästigung besteht ein Straf-

rahmen von Busse bis zu Fr. 10'000.– (Art. 106 Abs. 1 StGB). 

B. Theoretische Grundlagen der Strafzumessung, Strafart und Strafvollzug 

1. Innerhalb des Strafrahmens bemisst das Gericht die Strafe grundsätzlich 

nach dem Verschulden des Täters. Es berücksichtigt dabei das Vorleben und 

seine persönlichen Verhältnisse (Art. 47 Abs. 1 StGB). Das Verschulden wird 

nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, 

nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und Zielen des Täters 

sowie danach bestimmt, wie weit der Täter nach den inneren und äusseren 

Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden 

(Art. 47 Abs. 2 StGB). Für die Zumessung der Strafe ist zwischen der Tat- und der 

Täterkomponente zu unterscheiden. Bei der Tatkomponente ist als 

Ausgangspunkt die objektive Schwere des Delikts festzulegen und zu bewerten. 

Dabei ist anhand des Ausmasses des Erfolgs sowie aufgrund der Art und Weise 

des Vorgehens zu beurteilen, wie stark das strafrechtlich geschützte Rechtsgut 

beeinträchtigt worden ist. Ebenfalls von Bedeutung sind die kriminelle Energie 

sowie ein allfälliger Versuch. Hinsichtlich des subjektiven Verschuldens sind 

insbesondere das Motiv, die Beweggründe, die Willensrichtung sowie das Mass 

an Entscheidungsfreiheit des Täters zu beurteilen. Die Täterkomponente umfasst 

die persönlichen Verhältnisse, das Vorleben, insbesondere frühere Strafen oder 

Wohlverhalten, und das Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren, 

insbesondere gezeigte Reue und Einsicht, oder ein abgelegtes Geständnis 

(HEIMGARTNER IN: OFK-STGB-DONATSCH/ HEIMGARTNER/ ISENRING/WEDER, 21. A., 

Zürich 2022, Art. 47 StGB N 1 ff.). Hinsichtlich der Kriterien der Strafzumessung 

ist ergänzend auf die aktuelle Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Thema 

(Urteile 6B_619/2019 vom 11. März 2020 E. 3.3.; BGE 136 IV 55, E. 5.4 ff.; 135 

IV 130, E. 5.3.1; 132 IV 102, E. 8.1; je mit Hinweisen) zu verweisen. Gemäss 

Art. 50 StGB hat das Gericht, sofern es sein Urteil zu begründen hat, die für die 

Zumessung der Strafe erheblichen Umstände und deren Gewichtung 

festzuhalten. Es hat seine Überlegungen in den Grundzügen wiederzugeben, so 

- 33 - 

dass die Strafzumessung nachvollziehbar ist (BGE 144 IV 313 E. 1.2 S. 319; 142 

IV 365 E. 2.4.3 S. 270 f.; 136 IV 55 E. 5.5 S. 59 ff.; je mit Hinweisen). 

2. Bei der Wahl der Sanktionsart sind als wichtigste Kriterien die Zweckmäs-

sigkeit einer bestimmten Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Täter und sein so-

ziales Umfeld sowie ihre präventive Effizienz zu berücksichtigen. Grundsätzlich ist 

der Geldstrafe der Vorrang zu gewähren. Eine Freiheitsstrafe kann ausgespro-

chen werden, wenn eine solche geboten scheint, um den Täter von der Begehung 

weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten oder wenn eine Geldstrafe vo-

raussichtlich nicht vollzogen werden kann (Art. 41 Abs. 1 StGB; vgl. auch HEIM-

GARTNER IN: OFK-STGB-DONATSCH/HEIMGARTNER/ISENRING/WEDER, a.a.O., Art. 41 

StGB N 1 ff.). 

3. Der Vollzug einer Geldstrafe bzw. einer Freiheitsstrafe von höchstens zwei 

Jahren wird grundsätzlich aufgeschoben (Art. 42 Abs. 1 StGB). Bei der Prüfung, 

ob der Verurteilte für ein dauerndes Wohlverhalten Gewähr bietet, ist eine Ge-

samtwürdigung aller Umstände vorzunehmen. In die Beurteilung miteinzubezie-

hen sind neben den Tatumständen auch das Vorleben und der Leumund sowie 

alle weiteren Tatsachen, die gültige Schlüsse auf den Charakter des Täters und 

die Aussichten seiner Bewährung zulassen (Urteil 6B_38/2013 vom 8. Juli 2013 

E. 2.2.1). 

C. Konkrete Strafzumessung  

1. Sanktionsart 

Vorliegend kommt angesichts des – nachfolgend zu erörternden – Verschuldens 

und der Höhe der damit verbundenen Strafe hinsichtlich der Schändung lediglich 

eine Freiheitsstrafe in Betracht. Bezüglich der sexuellen Belästigung ist von 

Gesetzes wegen ausschliesslich eine Busse auszusprechen. 

2. Schändung 

2.1. In objektiver Hinsicht wirkt sich merklich verschuldenserschwerend aus, 

dass der Beschuldigte eine beischlafsähnliche sexuelle Handlung vornahm, in-

- 34 - 

dem er – ohne ein Kondom zu benutzen – sein erigiertes Glied zwischen den Po-

backen bzw. am Gesäss der Privatklägerin rieb, womit eine Tatvariante der 

Schändung mit relativ hoher Eingriffsintensität involviert ist. Verschuldensmin-

dernd wirkt sich der Umstand aus, dass die Vornahme dieser Handlung von ledig-

lich sehr kurzer Dauer war, wobei es allerdings die Privatklägerin war, welche ihn 

von der Fortsetzung seines Tuns abhielt, was sich wiederum verschuldenserhö-

hend auswirkt. Der Beschuldigte nutzte die Gastfreundschaft der Privatklägerin 

skrupellos aus und missbrauchte sie in ihrer eigenen Wohnung in ihrem Schlaf-

zimmer ungeachtet des von ihr vorgängig klar geäusserten Willens, was von be-

sonderer krimineller Energie zeugt. Immerhin ist nicht davon auszugehen, dass er 

den Missbrauch bereits vorgängig geplant und die Privatklägerin dafür gezielt zum 

Konsum alkoholischer Getränke motiviert hätte. Vielmehr scheint er sich eher 

spontan hierzu entschlossen zu haben. In Anbetracht sämtlicher Umstände er-

scheint die objektive Tatschwere vor dem Hintergrund des sehr weiten Strafrah-

mens als gerade noch leicht, was eine Einsatzstrafe im Bereich von 12 Monaten 

rechtfertigt. 

2.2. Subjektiv ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte rein egoistisch zur 

eigenen Lustbefriedigung handelte, wobei er darum wusste, dass die 

Privatklägerin schlief und nahm zumindest in Kauf, dass sie entsprechend keinen 

Abwehrwillen bilden bzw. ausdrücken konnte. Dieses eventualvorsätzliche 

Handeln ist ihm leicht verschuldensmindernd anzurechnen. Zu seinen Gunsten ist 

ferner von einer gewissen enthemmend wirkenden Alkoholisierung auszugehen, 

welche moderat zu seinen Gunsten zu berücksichtigen ist. Sein Verschulden ist 

nach der Würdigung der subjektiven Tatschwere insgesamt als noch leicht zu 

qualifizieren. Die erörterten Umstände vermögen eine Reduktion der Einsatzstrafe 

auf 10 Monate zu rechtfertigen. 

3. Sexuelle Belästigung 

3.1. Hinsichtlich der massgebenden jeweils zu Lasten der Privatklägerin vor-

genommenen sexuellen Belästigung wirkt einerseits in objektiver Hinsicht ver-

schuldenserschwerend, dass er mit einer gewissen Unbelehrbarkeit mehrere 

Handlungen an ihr vornahm. Andererseits wirkt sich strafschärfend aus, dass er 

- 35 - 

ungeachtet des von ihr vor dem Zubettgehen klar geäusserten Willens sowie der 

Tatsache, dass sie ihm kurz davor seinen erigierten Penis weggedrückt hatte, 

Gegendruck ausübte und sich auch durch das Hochziehen der Pyjamahose 

weiter gegen sein Vorgehen zur Wehr setzte, handelte, was von besonderer 

krimineller Energie zeugt. In objektiver Hinsicht erweist sich sein Verschulden als 

keineswegs leicht. 

3.2. Der Beschuldigte handelte wiederum rein egoistisch zur eigenen Lust-

befriedigung, wobei er direktvorsätzlich handelte. Moderat zu seinen Gunsten ist 

wiederum eine gewisse enthemmend wirkende Alkoholisierung zu 

berücksichtigen. Insgesamt vermag die subjektive Tatschwere die objektive leicht 

zu relativieren, womit sein Verschulden in Bezug auf die sexuelle Belästigung 

insgesamt als nicht leicht einzustufen ist. 

4. Täterkomponente 

4.1. Zum Vorleben und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten ist 

zu bemerken, dass er am tt. Dezember 1991 geboren wurde und mit zwei 

Geschwistern bei seinen Eltern aufwuchs. Nach Absolvierung der obligatorischen 

Schulzeit schloss er eine Ausbildung als Fachmann Betriebsunterhalt erfolgreich 

ab. Seit mehreren Jahren arbeitet er bei der H._____ als Betriebsleiter und erzielt 

dabei ein Einkommen von Fr. 6'000.– pro Monat (inkl. 13. Monatslohn, Urk. 81 

S. 3). Er ist weiterhin weder verheiratet, noch lebt er in einer Partnerschaft oder 

hat er Kinder (Urk. 6/4 F/A 50, Prot. I S. 5; Urk. 81 S. 2 ff.). Die persönlichen Ver-

hältnisse des Beschuldigten wirken sich strafzumessungsneutral aus. 

4.2. Der Beschuldigte ist nicht vorbestraft (Urk. 65), was sich ebenfalls straf-

zumessungsneutral auswirkt.  

4.3. Sein Nachtatverhalten zeitigt ebenfalls keine Auswirkungen auf die Strafzu-

messung, zumal weder ein Geständnis vorliegt, noch eine besondere Kooperation 

oder Reue erkennbar ist. 

4.4. Nach Würdigung der Täterkomponente erweist sich hinsichtlich der Schän-

dung unverändert eine Strafe von 10 Monaten Freiheitsstrafe als angemessen. 

- 36 - 

Daran sind ihm zwei Tage als durch Haft erstanden anzurechnen (vgl. Art. 51 

StGB). Bezüglich der sexuellen Belästigung erweist sich unter Berücksichtigung 

der aktuellen finanziellen Verhältnisse des Beschuldigten eine Busse in der Höhe 

von Fr. 1'000.– als angemessen. 

5. Vollzug 

Vorliegend bestehen keine Umstände, welche dagegen sprechen könnten, dass 

sich der Beschuldigte nicht dauernd wohlverhalten dürfte. Mit der Vorinstanz 

(Urk. 43 E. VI.3.-4.) kann dem Beschuldigten als Ersttäter deshalb der bedingte 

Vollzug der Freiheitsstrafe gewährt werden, unter gleichzeitiger Ansetzung einer 

zweijährigen Probezeit (Art. 42 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 44 Abs. 1 

StGB). Die Busse ist – mangels gesetzlicher Grundlage für einen bedingten Voll-

zug (vgl. Art. 105 Abs. 1 StGB) – demgegenüber zu bezahlen. Bei schuldhafter 

Nichtbezahlung droht dem Beschuldigten eine Ersatzfreiheitsstrafe von 10 Tagen 

(vgl. Art. 106 Abs. 2 StGB). 

6. Ergebnis der Strafzumessung 

Der Beschuldigte ist mit einer Freiheitsstrafe von 10 Monaten sowie einer Busse 

im Betrag von Fr. 1'000.– zu bestrafen. Die Freiheitsstrafe wird unter Gewährung 

einer Probezeit von zwei Jahren aufgeschoben, demgegenüber die Busse zu be-

zahlen ist. 

VI. Genugtuung 

A. Rechtliche Grundlagen 

Eine Genugtuung gemäss Art. 49 OR setzt eine Verletzung von Persönlichkeits-

rechten, eine immaterielle Unbill, voraus und kann nur zugesprochen werden, 

wenn die Schwere der Verletzung nicht anders wiedergutzumachen ist 

(BGE 131 III 26 E. 12.1.). Die Persönlichkeitsverletzung muss widerrechtlich sein, 

d.h. es dürfen keine Rechtfertigungsgründe für den Eingriff vorliegen. Zu 

berücksichtigen ist, wie der Verletzte in seiner besonderen Situation von der 

objektiven Schädigung betroffen und in seiner konkreten Lebensführung 

- 37 - 

beeinträchtigt wird (Urteil 6S.232/2003 vom 17 Mai 2003, E. 2.1 = Pra 93/2004 Nr. 

144). Nebst dem Vorliegen einer sog. immateriellen Unbill sowie der 

Widerrechtlichkeit der Persönlichkeitsverletzung muss die Handlung des 

Haftpflichtigen adäquat kausal für den Eingriff sein. Das Gesetz nennt als Mass 

für die Höhe der Genugtuung ausschliesslich die Art und Schwere der 

körperlichen und seelischen Verletzung, doch sind auch die Intensität und Dauer 

der Auswirkungen auf die Persönlichkeit des Betroffenen, die Möglichkeit, durch 

eine Geldzahlung den seelischen Schmerz etwas auszugleichen (BGE 118 II 410 

E. 2.a), in Erwägung zu ziehen (vgl. zum Ganzen: OFK-OR-FISCHER, Art. 49 OR 

N 1 ff.). 

- 38 - 

B. Würdigung 

1.1. Die Vertreterin der Privatklägerin verlangt im Berufungsverfahren die Zu-

sprechung einer Genugtuung im Betrag von Fr. 8000.– zuzüglich 5% Zins ab 

5. September 2020 (Urk. 50 S. 2; Urk. 76 S. 1). 

1.2. Seitens der Privatklägerin wird – auch im Berufungsverfahren – geltend 

gemacht, dass sie in ihrer Persönlichkeit widerrechtlich verletzt worden sei. Die 

Privatklägerin habe bereits bei der Polizei zu Protokoll gegeben, dass sie sich 

leer, kalt und müde fühle. Sie habe nicht viel geschlafen, oft weinen müssen, nicht 

arbeiten können und kaum gegessen. Bei der Staatsanwaltschaft habe sie dann 

ausgesagt, dass sie Vertrauensprobleme habe, nicht mehr intim werden könne 

und Angst habe, jemanden bei sich übernachten zu lassen. Sie habe ein 

gestörtes Verhältnis zu ihrem Körper und besuche eine Therapie. Am 

1. Dezember 2020 habe sie zu Frau I._____, eidg. anerkannte Psychotherapeutin 

ASP, gewechselt. Der eingereichte Bericht der Therapeutin I._____ diagnostiziere 

der Privatklägerin eine posttraumatische Belastungsstörung, welche durch das 

Ereignis vom 5. September 2020 verursacht worden sei. In Bezug auf das Ver-

schulden des Beschuldigten sei darauf hinzuweisen, dass dieser das Vertrauen 

der Privatklägerin schamlos ausgenutzt habe, um seine Lust zu befriedigen 

(Urk. 27 Ziff. 13 ff.). Anlässlich der Berufungsverhandlung wies die 

Privatklägervertretung darauf hin, dass es sich um einen gravierenden sexuellen 

Übergriff gehandelt habe und die Privatklägerin immer noch schwerwiegende 

Folgen davontrage (Urk. 76 S. 3 f.): So habe sie unter anderem an 

Konzentrationsschwierigkeiten gelitten, ein Rückzugsverhalten entwickelt und den 

Wohnort wechseln müssen; das Ereignis habe eine Zäsur im Leben der 

Privatklägerin dargestellt. Des Weiteren reichte die Privatklägervertretung einen 

aktuellen psychotherapeutischen Bericht der Therapeutin I._____ vom 

7. Oktober 2022 ein, aus dem hervorgeht, dass die Privatklägerin weiterhin bei 

dieser in psychotherapeutischer Behandlung sei und Behandlungstermine im 

Rhythmus von zwei bis drei Wochen wahrnehme. Weiter geht aus dem Bericht 

hervor, dass die Privatklägerin sich im Vorfeld der erstinstanzlichen 

Hauptverhandlung labilisiert, im Nachgang aber wieder stabilisiert habe. Nachdem 

- 39 - 

das Berufungsverfahren eingeleitet worden sei, habe sich der Zustand der 

Privatklägerin erneut verschlechtert und die Privatklägerin zeige ein stärkeres 

Vermeidungsverhalten, insbesondere im Hinblick auf den Kontakt mit Männern. 

Die Beschwerden der Privatklägerin liessen sich klar auf die an ihr vom 

Beschuldigten verübten Handlungen zurückführen (vgl. Urk. 77/1a). 

2. Der Beschuldigte liess vor Vorinstanz dagegen einwenden, dass die geltend 

gemachte Genugtuung aufgrund der nicht nachgewiesenen Widerrechtlichkeit ab-

zuweisen sei (Urk. 30 S. 21). Ausserdem sei der Bericht nicht von einer unab-

hängigen Therapeutin verfasst worden und stelle bloss eine Parteibehauptung 

dar, welche bestritten werde. Die Privatklägerin sei für die Voraussetzungen der 

zivilrechtlichen Haftung vollbeweispflichtig. Es gelinge ihr jedoch nicht, diesen 

Beweis zu erbringen (Prot. I S. 9 f.). Anlässlich der Berufungsverhandlung hielt 

die Verteidigung an ihrem Standpunkt fest und machte erneut geltend, dass keine 

gültige Diagnose betreffend die posttraumatische Belastungsstörung vorliege und 

eine allfällige Kausalität nicht bewiesen sei (Prot. II S. 14).  

3. Einhergehend mit der zutreffend Auffassung der Vorinstanz (Urk. 43 

E. VII.5.) griff der Beschuldigte widerrechtlich und schuldhaft in die psychische 

und sexuelle Integrität der Privatklägerin ein und verletzte sie dadurch in ihren 

Persönlichkeitsrechten. Die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung 

gemäss ICD-10 F43.1, welche klar auf die Schändung und sexuelle Belästigung 

durch den Beschuldigten zurückzuführen ist, ist aktenkundig (Urk. 28/1a). Auch 

unabhängig von der konkreten Diagnose bestehen bezüglich der schweren Beein-

trächtigungen, unter denen die Privatklägerin seit der Tat leidet, keine Zweifel: Die 

Schändung und die sexuelle Belästigung durch den Beschuldigten hatte beträcht-

liche Auswirkungen auf das (Sexual-)leben und den psychischen Zustand der Pri-

vatklägerin, was sich auf eindrückliche Weise bereits anhand ihrer überzeugen-

den Aussagen zeigt (vgl. z.B. Urk. 4/2 S. 18), aber auch durch die Berichte ihrer 

Psychotherapeutin vom 26. November 2021 sowie 7. Oktober 2022 belegt wird, 

wonach die Privatklägerin noch Monate nach und wegen der Tat unter Flash-

backs, Angst und Alpträumen litt und in ihrem Alltag, insbesondere im Umgang 

mit Männern, immer noch eingeschränkt ist (vgl. Urk. 28/1a S. 2; Urk. 77/1a). Der 

- 40 - 

erforderliche adäquate Kausalzusammenhang zwischen der vom Beschuldigten 

begangenen widerrechtlichen Persönlichkeitsverletzung und den geltend gemach-

ten Folgen für die Privatklägerin ist gestützt auf diese Erwägungen zu bejahen, 

zumal keinerlei Hinweise ersichtlich sind, dass es in der Vergangenheit zu ander-

weitigen traumatisierenden Einwirkungen auf die Privatklägerin gekommen wäre. 

Die seitens der Vorinstanz vorgesehene Genugtuung erweist sich aufgrund der 

gewonnenen Erkenntnisse als deutlich zu tief. Die Schwere der in Frage stehen-

den Persönlichkeitsverletzung lässt – auch im Quervergleich zu ähnlichen Fällen 

– vielmehr eine Genugtuung im Betrag von Fr. 6'000.– zuzüglich Zins ab Ereig-

nisdatum als angemessen erscheinen. Im Mehrbetrag ist das Genugtuungsbe-

gehren der Privatklägerin abzuweisen. 

VII. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

A. Vorinstanzliches Verfahren 

1. Gestützt auf Art. 428 Abs. 3 StPO hat die Rechtsmittelinstanz von Amtes 

wegen auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung zu befinden, 

wenn sie selber ein neues Urteil fällt und nicht kassatorisch entscheidet. Gemäss 

Art. 426 Abs. 1 StPO trägt die beschuldigte Person die Verfahrenskosten, wenn 

sie verurteilt wird.  

2. Ausgangsgemäss rechtfertigt es sich, dem Beschuldigten die Kosten des 

Vorverfahrens wie des vorinstanzlichen Verfahrens aufzuerlegen. Da sich der Be-

schuldigte in günstigen wirtschaftlichen Verhältnissen befindet sind ihm – einher-

gehend mit der zutreffenden Auffassung der Vorinstanz (Urk. 43 E. IX.2.) – ge-

stützt auf Art. 426 Abs. 4 StPO auch die Kosten der unentgeltlichen Rechtsbei-

ständin der Privatklägerin aufzuerlegen. 

B. Zweitinstanzliche Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1.1. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ob bzw. inwieweit eine 

Partei im Sinne dieser Bestimmung obsiegt oder unterliegt, hängt davon ab, in 

- 41 - 

welchem Ausmass ihre vor der zweiten Instanz gestellten Anträge gutgeheissen 

werden (Urteil des Bundesgerichts 6B_1344/2019 vom 11. März 2020 E. 2.2. 

m.w.H.). Wird der Entscheid im Rechtsmittelverfahren nur unwesentlich abge-

ändert, können die Kosten nach dem Verursacherprinzip auferlegt werden (Urteil 

6B_318/2016 vom 13. Oktober 2016 E. 4.1. m.w.H.). 

1.2. Der Beschuldigte unterliegt im Berufungsverfahren beinahe vollständig. Bei 

vorliegender Ausgangslage sind dem Beschuldigten auch die Kosten des 

Rechtsmittelverfahrens – einschliesslich derjenigen unentgeltlichen Rechtsbei-

ständin der Privatklägerin (vgl. Art. 426 Abs. 4 StPO bzw. obenstehende E. A.2.) 

– aufzuerlegen.  

2. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist in Anwendung von 

Art. 424 Abs. 1 StPO i. V. m. §§ 16, 2 Abs. 1 lit. b, c und d sowie 14 GebV OG 

unter Berücksichtigung der Bedeutung und Schwierigkeit des Falles sowie des 

Zeitaufwands des Gerichts für dieses Verfahren auf Fr. 4'000.– festzusetzen. Der 

geltend gemachte Aufwand bzw. die Kosten der unentgeltlichen Rechtsbeiständin 

der Privatklägerin für das Berufungsverfahren im Betrag von Fr. 7'251.– (inkl. 

MwSt.) (vgl. Urk. 73 S. 2) erweisen sich als angemessen. Unter Berücksichtigung 

ihrer – teilweise bereits berücksichtigen – Aufwendungen im Rahmen der 

Berufungsverhandlung ist die unentgeltliche Rechtsbeiständin der Privatklägerin 

mit Fr. 7'600.– (inkl. MwSt.) zu entschädigen. 

3.1. Die Entschädigungsfrage folgt den gleichen Regeln wie der 

Kostenentscheid. Es gilt der Grundsatz, dass bei Auferlegung der Kosten keine 

Entschädigung oder Genugtuung auszurichten ist (Urteil des Bundesgerichtes 

6B_802/2015 vom 9. Dezember 2015 E. 5.3; BGE 137 IV 352 E. 2.4.2).  

3.2. Ausgangsgemäss ist dem Beschuldigten keine Entschädigung oder Genug-

tuung zuzusprechen. 

 

 

- 42 - 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abtei-

lung – Einzelgericht, vom 7. Dezember 2021 wie folgt in Rechtskraft er-

wachsen ist:  

"Es wird erkannt:         

 1. (…) 

 2. (…) 

 3. (…) 

 4. (…) 

 5. Die nachfolgenden von der Stadtpolizei Zürich sichergestellten Gegenstände werden 

der Privatklägerin nach dem Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils auf erstes Verlan-

gen herausgegeben. Verlangt sie sie innert drei Monaten nicht heraus, werden sie 

der Lagerbehörde zur gutscheinenden Verwendung überlassen: 

  - Pyjamahose (A014'183'245) 

  - Sweatshirt weiss (A014'183'256) 

  - Slip rot (A014'183'267) 

  - Jeans (A014'183'278). 

 6. Die nachfolgenden Spuren und Spurenträger werden eingezogen und der Lager-

behörde zur Vernichtung überlassen: 

  - DNA-Spur (A015'164'519) 

  - DNA-Spur (A015'164'520) 

  - DNA-Spur (A015'164'531). 

 7. (…) 

 8. Die unentgeltliche Rechtsbeiständin Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ wird für ihre 
Aufwendungen mit Fr. 10'340.– (inkl. MwSt.) aus der Gerichtskasse entschädigt. 

 9. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf  

  Fr. 1'500.– ; die weiteren Kosten betragen: 

  Fr. 3'000.–   Gebühr für das Vorverfahren, 

  Fr. 2'686.50   Auslagen (Gutachten), 

- 43 - 

  Fr. 260.–   Auslagen Vorverfahren, 

  Fr. 10'340.–   unentgeltliche Rechtsbeiständin. 

  Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

 10. (…) 

 11. (Mitteilung) 

 12. (Rechtsmittel)" 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig 

− der Schändung im Sinne von Art. 191 StGB sowie 

− der sexuellen Belästigung im Sinne von Art. 198 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 10 Monaten Freiheitsstrafe (wovon bis 

und mit heute 2 Tage durch Haft erstanden sind) sowie mit einer Busse von 

Fr. 1'000.–. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 

2 Jahre festgesetzt.  

4. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 10 Tagen. 

5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin B._____ Fr. 6'000.– 

zuzüglich 5 % Zins ab 5. September 2020 als Genugtuung zu bezahlen. Im 

Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

- 44 - 

6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 4'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 7'600.00   unentgeltliche Vertretung Privatklägerschaft. 

7. Die Kosten der Untersuchung und beider gerichtlichen Verfahren, mit 

Ausnahme derjenigen der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft, 

werden dem Beschuldigten auferlegt. 

8. Die Kosten der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft werden 

einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht des 

Beschuldigten bleibt gemäss Art. 138 Abs. 1 i.V.m. Art. 135 Abs. 4 StPO 

vorbehalten. 

9. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten 
(übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat des Kantons Zürich (versandt) 
− die Vertreterin der Privatklägerin im Doppel für sich und zuhanden der 

Privatklägerin (übergeben); 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten; 
− die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat des Kantons Zürich 
− die Vertreterin der Privatklägerin im Doppel für sich und zuhanden der 

Privatklägerin; 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A 
− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung 

des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials". 

10. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

- 45 - 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. Die Be-

schwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen richten 

sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsgesetzes. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
 

Zürich, 19. Oktober 2022 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter lic. iur. Wenker 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

MLaw Dharshing 
 

 

Zur Beachtung: 

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam 

gemacht: 

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie 

vorerst nicht bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss 

er/sie die Geldstrafe definitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte 

Freiheitsstrafe. 

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden 

(Art. 46 Abs. 1 bzw. Abs. 4 StGB), 

- wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht, 

- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet. 

 

	Urteil vom 19. Oktober 2022
	Anklage:
	Urteil der Vorinstanz:
	"Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig
	 der Schändung im Sinne von Art. 191 StGB,
	 der sexuellen Belästigung im Sinne von Art. 198 StGB.

	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 10 Monaten Freiheitsstrafe (wovon bis und mit heute 2 Tage durch Haft erstanden sind) sowie mit einer Busse von Fr. 1'000.–.
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf zwei Jahre festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen.
	4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 10 Tagen.
	5. Die nachfolgenden von der Stadtpolizei Zürich sichergestellten Gegenstände werden der Privatklägerin nach dem Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils auf erstes Verlangen herausgegeben. Verlangt sie sie innert drei Monaten nicht heraus, werden sie ...
	 Pyjamahose (A014'183'245)
	 Sweatshirt weiss (A014'183'256)
	 Slip rot (A014'183'267)
	 Jeans (A014'183'278).

	6. Die nachfolgenden Spuren und Spurenträger werden eingezogen und der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen:
	 DNA-Spur (A015'164'519)
	 DNA-Spur (A015'164'520)
	 DNA-Spur (A015'164'531).

	7. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin B._____ Fr. 2'500.– zuzüglich 5 % Zins ab 5. September 2020 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.
	8. Die unentgeltliche Rechtsbeiständin Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ wird für ihre Aufwendungen mit Fr. 10'340.– (inkl. MwSt.) aus der Gerichtskasse entschädigt.
	9. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf
	Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
	10. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens sowie die Kosten der unentgeltlichen Rechtsbeiständin der Privatklägerin werden dem Beschuldigten auferlegt.
	11. (Mitteilungen.)
	12. (Rechtsmittel.)"
	Erwägungen:
	I. Prozessgeschichte
	II. Prozessuales
	III. Materielles
	IV. Rechtliche Würdigung
	1.1. Der Schändung im Sinne von Art. 191 StGB macht sich schuldig, wer eine urteilsunfähige oder eine zum Widerstand unfähige Person in Kenntnis ihres Zustandes zum Beischlaf, zu einer beischlafsähnlichen oder einer anderen sexuellen Handlung missbrau...
	2.1. Gestützt auf die Beweiswürdigung ist vorliegend von einer Widerstandsunfähigkeit im Sinne von Art. 191 StGB auszugehen, da der Beschuldigte bereits beischlafsähnliche sexuelle Handlungen an der Privatklägerin vorzunehmen begann, indem er sein pr...

	V. Strafzumessung
	A. Strafrahmen
	VI. Genugtuung
	A. Rechtliche Grundlagen
	VII. Kosten- und Entschädigungsfolgen
	A. Vorinstanzliches Verfahren

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung – Einzelgericht, vom 7. Dezember 2021 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	"Es wird erkannt:
	1. (…)
	2. (…)
	3. (…)
	4. (…)
	5. Die nachfolgenden von der Stadtpolizei Zürich sichergestellten Gegenstände werden der Privatklägerin nach dem Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils auf erstes Verlangen herausgegeben. Verlangt sie sie innert drei Monaten nicht heraus, werden sie...
	- Pyjamahose (A014'183'245)
	- Sweatshirt weiss (A014'183'256)
	- Slip rot (A014'183'267)
	- Jeans (A014'183'278).
	6. Die nachfolgenden Spuren und Spurenträger werden eingezogen und der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen:
	- DNA-Spur (A015'164'519)
	- DNA-Spur (A015'164'520)
	- DNA-Spur (A015'164'531).
	7. (…)
	8. Die unentgeltliche Rechtsbeiständin Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ wird für ihre Aufwendungen mit Fr. 10'340.– (inkl. MwSt.) aus der Gerichtskasse entschädigt.
	9. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf
	Fr. 1'500.– ; die weiteren Kosten betragen:
	Fr. 3'000.–   Gebühr für das Vorverfahren,
	Fr. 2'686.50   Auslagen (Gutachten),
	Fr. 260.–   Auslagen Vorverfahren,
	Fr. 10'340.–   unentgeltliche Rechtsbeiständin.
	Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
	10. (…)
	11. (Mitteilung)
	12. (Rechtsmittel)"
	2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig
	 der Schändung im Sinne von Art. 191 StGB sowie
	 der sexuellen Belästigung im Sinne von Art. 198 StGB.

	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 10 Monaten Freiheitsstrafe (wovon bis und mit heute 2 Tage durch Haft erstanden sind) sowie mit einer Busse von Fr. 1'000.–.
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
	4. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 10 Tagen.
	5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin B._____ Fr. 6'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 5. September 2020 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.
	6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	7. Die Kosten der Untersuchung und beider gerichtlichen Verfahren, mit Ausnahme derjenigen der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft, werden dem Beschuldigten auferlegt.
	8. Die Kosten der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft werden einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten bleibt gemäss Art. 138 Abs. 1 i.V.m. Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten.
	9. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat des Kantons Zürich (versandt)
	 die Vertreterin der Privatklägerin im Doppel für sich und zuhanden der Privatklägerin (übergeben);
	 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten;
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat des Kantons Zürich
	 die Vertreterin der Privatklägerin im Doppel für sich und zuhanden der Privatklägerin;
	 die Vorinstanz
	 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A
	 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials".

	10. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.
	Zur Beachtung:
	- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.