# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5f105990-e98b-5f3a-9a64-0190a2f4b396
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-06-30
**Language:** de
**Title:** Rückweisung, Sachverhalt bezüglich Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit nicht hinreichend ermittelt, Parteientschädigung bei Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung nach Vertreterwechsel
**Docket/Reference:** IV.2013.00302
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2013.00302.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2013.00302
I. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Grünig, Vorsitzende
Sozialversicherungsrichter Spitz
Ersatzrichter Wilhelm
Gerichtsschreiberin Gohl Zschokke
Urteil
vom
30. Juni 2014
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Christos
Antoniadis
Antoniadis
Advokaturbüro
Badenerstrasse
89, 8004 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
wurde
am 21. August 1952
geboren. Im Jahr 2006
zog er von
Y.___
in die Schweiz
um
(
Urk.
6/1/1
und 6/2
)
, wo er in der Folge
in diversen befristeten Anstellungsverhältnissen
tätig war
(
Urk.
6/1/5 f.
,
6/9/2 f.
und 6/14
)
.
Zuletzt war
er
ab
dem 16. August 2011
bei der
Z.___
AG angestellt (Urt. 6/1/6),
die
ihn als Gärtner Hilfsarbeiter vermittelte.
Am 14. September 2011 erlitt er einen Arbeitsunfall (
Urk.
6/10/3), bei welchem er
sich eine
Thoraxkontusion
und eine Rippenfraktur zuzog (
Urk.
6/10/5
, 6/10/7
und 6/10/8).
Deswegen bestätigte ihm
Dr.
med.
A.___
, Facharzt FMH für Innere Medizin, eine bis zum 5. Dezember 2011 dauernde Arbeitsunfähigkeit. Unmittelbar danach schrieb
dieser
ihn wegen Krankheit, namentlich
wegen
einer Osteoporose und einem vorbestehenden chronischen
Lumbovertebralsyndrom
, bis
auf weiteres zu
100
% arbeitsunfähig (vgl.
Urk.
6/10/2 ff.
,
6/19/1 ff.
und 6/20
).
Am
15. Dezember 2011
meldete sich
X.___
bei der Invali
denversicherung
an
und ersuchte um Massnahmen für die berufliche Einglie
derung
sowie
um Ausrichtung einer Rente
(
Urk.
6/
1
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zog darauf die IK-Auszüge
(Urk. 6/14),
Akten der
Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva;
Urk.
6/10) und weitere medizinische Unterlagen bei (
Urk.
6/12
,
6/13
, 6/19, 6/20 und 6/21
). Überdies holte sie Arbeitgeberauskünfte ein (
Urk.
6/15).
Am 25. April 2012 teilte
die IV-Stelle
dem Versicherten mit, dass keine beruflichen Eingliederungsmass
nahmen möglich seien (
Urk.
6/22).
Nach dem Eintreffen weiterer ärztlicher Berichte (vgl.
Urk.
6/24) erliess
sie
am
23. November
2012 einen
negativen Vor
bescheid (
Urk.
6/8
), gegen welchen
X.___
keinen Einwand erhob
(
vgl.
Urk.
6/29 bis 6/35
). Mit Verfügung vom
25
.
Februar 2013
verneinte
die IV-Stelle
einen Rentenanspruch
(
Urk.
2 = Urk.
6/
36
).
2.
Dagegen
liess
X.___
mit Eingabe vom
25
. März 2013
Beschwerde erheben (
Urk.
1)
.
Sein Vertreter verlangte, die angefochtene Verfü
gung sei aufzuheben und dem Beschwerdeführer sei eine
Invalidenren
te
zuzu
sprechen
.
Eventualiter sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer berufliche Massnahmen zu gewähren beziehungsweise diese seien abzuklären. Eventuell seien
auch
zusätzliche fachärztliche Expertisen zur Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit des Beschwerdeführers anzuordnen. Alles unter Koste
n
- und Entschädigungsfolge zulast
en der Beschwerdegegnerin (Urk.
1 S. 2).
Die
IV-Stelle
schloss am
29
. April 2013 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5). Mit Verfügung vom
2.
Mai
2013 wurde ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet (
Urk.
7) und mit Schreiben vom
19. Juni
2013
wurde
den Parteien
mitgeteilt,
dass innert der angesetzten Frist kei
ne Replik eingegan
gen sei (Urk.
10
). Am
11
. Februar 2014
traf
beim Gericht
ein
Schreiben von
Rechtsanwalt
lic
.
iur
. Christos
Antoniadis
ein
,
mit welchem dieser mitteilte, dass
er der neue Rechtsvertreter des Beschwerdeführers sei (
Urk.
11).
Zusammen mit
seiner
Eingabe
reichte er auch
eine
Vollmacht
des Beschwerdeführers
(Urk.
12/1) und einen
nicht unterzeichneten
Bericht von
Dr.
A.___
vom 27.
Dezember 2013
(Urk.
12/2) zu den Akten.
Überdies ersuchte er um einen zweiten Schriftenwechsel und beantragte, es sei dem Beschwerdeführer die un
entgeltliche Rechtspflege zu gewähren und in s
einer Person ein unentgeltlicher
Rechts
vertreter
zu bestellen
(
Urk.
11 S. 2).
Mit Verfügung vom 7. März 2014 wurde das Gesuch um erneute Fristansetzung zur Einreichung einer Replik ab
gewiesen (
Urk.
13 S. 3).
Dem
Beschwerdeführer wurde
zudem
Frist ange
setzt, das vollständig ausgefüllte Formular zur Abklärung seiner prozessualen Bedürftigkeit und
ein Schreiben betreffend
die Niederlegung des Mandates seines früheren Vertreters einzureichen (
Urk.
13 S. 3). Ferner wurde der Beschwerdegegnerin Frist angesetzt, um
sich zum
neu eingereichten ärztlichen Bericht zu
äussern
(
Urk.
13 S. 4). Diese teilte mit Schreiben vom 19. März 2014 mit, dass sie auf eine Stellungnahme verzichte (
Urk.
16).
Mit Zuschrift vom 20. März 2014 (
Urk.
17) reichte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers das
ver
langte Formular
(
Urk.
18), Unterlagen zu den finanziellen Verhältnissen des Beschwerdeführers (
Urk.
19/1 und 19/2) sowie ein Schreiben des Beschwerde
führers vom 18. März 2014 an den vormaligen Rechtsvertreter betreffend Mandatsentzug (
Urk.
19/3) zu den Akten. Darauf wurde dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 14. März 2014 die unentgeltliche Prozessführung gewährt und es wurde ihm Rechtsanwalt Christos
Antoniadis
als unentgeltlicher Rechtsver
treter für das vorliegende Verfahren
bestellt (Urk.
20).
Auf die einzelnen Ausführungen in den Rechtsschriften wird, soweit erforder
lich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1  des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG).
Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung;
IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.3
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vor
instanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (
§
26
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung ab
gelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
entscheidrelevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. SVR 1995 ALV Nr. 27 S. 69).
Be
i
ungenügenden Abklärungen
durch den Versicherungsträger holt
die Beschwer
deinstanz im Regelfall ein Gerichtsgutachten ein
,
wenn sie einen (im Verwaltungs
verfahren anderweitig erhobenen) medizinischen Sachverhalt über
haupt für gut
achtlich abklärungsbedürftig hält oder wenn eine Administrativexpertise in einem rechtserheblichen
Punkt nicht beweiskräftig ist.
E
ine Rückweisung an den Versicherungsträger
bleibt hingegen möglich, wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten
Frage begrün
det
ist.
Ausserdem
bleibt es dem kantonalen Gericht (unter dem Aspekt der Verfahrensgarantien) unbenommen, eine Sache zurückzuweisen, wenn lediglich eine Klarstel
lung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachtlichen Ausführun
gen erforderlich ist (B
GE 137 V 210
E.
4.4.1.
4 mit Hinweisen; Urteil des Bun
desgerichts
8C_815/2012 vom 21.
Oktober 2013 E.
3.4
,
publi
ziert in SVR 1/2014 UV Nr. 2 S.
3)
.
2.
2.1
Gegenstand der angefochtenen Verfügung vom 25. Februar 2013 (
Urk.
2) ist einzig der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente. Die Durchführung beruflicher Massnahmen hatte die Beschwerdegegnerin bereits mit Mitteilung vom 25. April 2012 (
Urk.
6/22) abgelehnt. Soweit der Beschwer
deführer in der Beschwerde die Gewährung beruflicher Massnahmen beantragt (
Urk.
1), ist daher nicht darauf einzutreten.
2.
2
I
n der angefochtenen Verfügung
zog die Beschwerdegegnerin
in Betracht,
dass dem Beschwerdeführer
gemäss der medizinischen Beurteilung
seine bisherige Arbeitstätigkeit
nicht mehr zumutbar sei
.
N
ach Ablauf der einjährigen Warteze
it und bei Rentenanspruch am 1.
September 2012
sei
von einer Arbeitsfähigkeit von 100
%
in einer angepassten Tätigkeit
auszugehen.
Die Beschwerdegegnerin
führte einen Einkommensvergleich durch
,
dem
sie ein
Valideneinkommen
von Fr. 73‘100.55 und ein
Invalideneinkommen von Fr.
53‘034.80
zu Grunde legte
. Sie
gelangte zum Schluss, es liege lediglich ein Invaliditätsgrad von 27
%
vor, welcher keinen Rentenanspruch zu begründen vermöge (
Urk.
2 S. 1 f.).
Demge
genüber lässt der Beschwerdeführer in der Beschwerdeschrift vom 25. März 2013 im Wesentlichen den Standpunkt vertreten, dass er bei einer entsprechen
den geeigneten Beschäftigung in der Lage sein sollte, einen Verdienst von
etwa
Fr. 40‘000.-- zu erzielten, so dass sich ein Invaliditätsgrad von 45
%
ergebe (
Urk.
1 S. 6 f.).
Damit ist
strittig
, in welchem Umfang der Beschwerdeführer einer angepassten Tätigkeit nachgehen und welches Einkommen er dabei erzie
len kann. Mit ihrer Beschwerdeantwort hat die Beschwerdegegnerin zudem das ursprünglich ihren Berechnungen zu Grunde gelegte
Valideneinkommen
von
Fr. 73‘100.55 in Frage gestellt und neu ein solches von Fr. 52‘377.75 ermittelt (
Urk.
5 S. 2).
3.
3.1
Es ist unbestritten und aufgrund der medizinischen Unterlagen erstellt, dass der Beschwerdeführer an
einer Osteoporose und einem chronischen
Lumbovertebralsyndrom
leidet
(vgl.
Urk.
6/10/7, 6/10/8, 6/19/1
, 6/19/5, 6/20
, 6/24/1
und 6/24/5)
.
3.2
In seinem ärztlichen Bericht vom 29. März 2012 attestierte med.
pract
.
B.___
,
ein Mitarbeiter von
Dr.
A.___
,
dem Beschwerdeführer wegen seiner Krank
heit eine bis zum 20. April 2012 dauernde Arbeitsunfähigkeit von 100
%
als Gärtner und Bauarbeiter (
Urk.
6/19/2). In welchem Umfang der Beschwerde
führer eine behinderungsangepasste Tätigkeit ausüben könne,
sei
verlaufsabhängig. Gegebenenfalls
wäre
dies mit Hilfe eines Assessments zu ermitteln. Aktuell
und bis auf weiteres
sei dem Beschwerdeführer keine körperliche Tätig
keit zumutbar
(
Urk.
6/19/3)
.
3.3
Am
3. und
4. Apri
l 2012 befand med.
pract
.
B.___
,
dass
der Beschwerdeführer
nicht nur für die angestammte, sondern auch für angepasste Tätigkeiten bis auf weiteres
zu 100
%
arbeitsunfähig
sei
. Er empfahl,
etwa in sechs Monaten
, wenn die erlittene Fraktur konsolidiert sei,
in der Rheumatologischen Klinik des
S
pitals
C.___
ein
Arbeitsassessment
durchzuführen
(
Urk.
6/20/1 und 6/21/6).
3.4
Der Regionale Ärztliche Dienst gelangte – ohne eine Untersuchung des Beschwer
deführers – am 24. April 2012 zum Schluss,
unter Berücksichtigung der
vorhandenen medizinischen Unterlagen
sei es
nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer ab dem 18. September 2011 bis mindestens zum 20. April 2012, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
auch
bis auf weiteres beziehungs
weise dauerhaft, in seiner bisherigen Tätigkeit zu 100
%
arbeitsunfähig sei. Für eine angepasste Tätigkeit würden aktenkundige konkrete Angaben fehlen. Es sei jedoch mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
ebenfalls von einer Arbeitsunfä
higkeit von 100
%
vom 18. September 2011 bis zum 20. April 2012 auszuge
hen. Danach sei gemäss der langjährigen fachärztlich-orthopädischen Praxiserfahrung eine schrittweise Steigerung möglich. Spätestens Ende Juli 2012 sollte eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
für körperlich
leichte Arbeiten vorhanden sein, bei denen kein
Heben und Tragen von Lasten von mehr als 10 Kilogramm und
keine gebückte, verdrehte oder nach vorne geneigte
Haltung des Rumpfes
erfor
derlich sei.
Dabei seien
axi
al stauchende Belastungen
zu vermeiden
(Urk.
6/26/2 f.).
3.5
PD
Dr.
med. D.___
, Oberarzt der Rheumaklinik des
S
pitals
C.___
, hielt in seinem Bericht vom 1
2.
September 2012 fest, dass er den Beschwerdeführer am 18. Juli 2012 in der Sprechstunde gesehen habe (Urk.
6/24/6).
Wegen der doch erheblich reduzierten Knochendichte, welche letztlich die zumutbaren Gewichtsbelastungen auf den knapp mittelschweren Bereich beschränke, hätten
er und seine Kollegen
auf eine ausführliche Testung der funktionellen Leistungsfähigkeit verzichtet. Unter Berücksichtigung der vor
handenen objektiven Befunde und der DEXA-Werte lasse sich das zumutbare Arbeitsprofil mit genügender Zuver
lässigkeit aus rein medizinisch
-prognosti
schen Gründen einschätzen. Demnach sei der Beschwerdeführer in seiner ange
stammten Tätigkeit auf Dauer zu 100
%
arbeitsunfähig. Eine leichte, wechselpositionierte Tätigkeit, die es erlaube
,
zwischen Stehen, Gehen und Sitzen zu wechseln, und mit der man vermeiden könne, länger als kurze Zeit vorgeneigt oder in verdrehter Position zu st
e
hen, sei
ihm
medizinisch-theoretisch ganztags zumutbar. Aufgrund der vorhandenen objektiven Befunde und der Funktions
störung sei jedoch mit einem vermehrten Pausenbedarf von zwei Stunden und einer zusätzlichen ermüdungsbedingten Leistungsminderung zu rechnen, was medizinisch-theoretisch einer Arbeitsfähig
keit von 70
%
entspreche
(
Urk.
6/24/6).
3.6
Mit ärztlichem Bericht vom 26. Oktober 2012 attestierte
Dr.
A.___
dem Beschwerde
führer in seiner angestammten Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
. Für leichte und abwechselnde Arbeiten bestehe eine Arbeitsfähigkeit zwischen 50 und 70
%
(
Urk.
24/1).
3.7
Dr.
A.___
hielt in seinem ärztlichen Bericht vom 27. Dezember 2013
fest, dass der Beschwerdeführer in der Tätigkeit als Hilfsgärtner bis auf weiteres zu 100
%
ar
beitsunfähig sei.
Für
eine leichte angepasste Tätigkeit, bei welcher der Beschwerdeführer selber einteilen könne, wie lange er sitze, laufe oder stehe,
könne er
mit einem Pensum von
50
%
eingesetzt werden
(
Urk.
12/2 S. 2).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte ihren Entscheid auf die Stellungnahme
des Regio
nalen Ärztlichen Dienstes
vom
24. April 2012
(
Urk.
2 S. 2)
, obwohl sie Kenntnis von den anderslautenden Einschätzungen des behandelnden Arztes
Dr.
A.___
vom
26. Oktober 2012 (Arbeitsfähigkeit von 50 bis 70
%
in angepasster Tätigkeit)
und
von
Dr.
D.___
vom 12. September 2012 (Arbeitsfähigkeit von 70
%
in angepasster Tätigkeit) hatte.
Weder hat die Beschwerdegegnerin darge
tan noch ist ersichtlich, weshalb der kaum begründeten und in einem frühen Zeitpunkt abgegebenen Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes Vorrang zukommen sollte. Vielmehr spricht der
Umstand, dass dieselbe
nicht auf
eine
r
eigene
n
Untersuchung des Beschwerdeführers
basierte
, dagegen.
4.2
Bereits bei Erlass der angefochtenen Verfügung
waren medizinische Unterlagen vorhanden, welche die Annahme einer Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
im Umfang
von 50
%
bis zu 70
%
zuliessen (vgl.
Urk.
6/24/6 und 24/1).
Bei einer derart grossen Spannbreite ist es für die Invaliditätsbemessung
von entscheidender Bedeutung
, in welchem Bereich die
verbliebene
Arbeitsfä
higkeit tatsächlich anzusiedeln ist. Dies gilt unabhängig davon, welches
Valideneinkommen
massgebend ist und auf welche Weise das Invalideneinkommen
für ein
Pensum von 100
%
zu ermitteln ist.
Der Bericht
von
Dr.
D.___
vom 12.
September 2012
divergiert bezüglich der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit von demjenigen des behandelnden Arztes
Dr.
A.___
vom 26. Oktober 2012 (
vgl.
Urk.
6/
24/1
und 6/24/6
). Er
beruht
auf
der
einige Monate zurückliegende
n
Vorsprache des Beschwerdeführers
vom
Juli 2012 und hält ausdrücklich fest, dass auf eine ausführliche Testung ver
zichtet
worden sei
(
Urk.
6/24/6). Unter diesen Umständen kann
nicht
ohne wei
teres darauf abgestellt werden
.
M
it Hilfe der
von
Dr.
A.___
genannte
n
Spannbreite von 50 bis 70
%
lässt sich auch nicht
ermitteln, in welchem Umfang der Beschwerdeführer in angepasster Tätigkeit noch arbeitsfähig ist
.
Bei
der vor
handenen
Aktenlage
wären
ergänzende medizinische Abklärungen
angezeigt gewesen
(Art. 43 ATSG).
Daran vermag auch der
neu eingereichte
ärztliche
Bericht von
Dr.
A.___
vom 27. Dezember 2013, welcher dem Beschwerdeführer eine Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit vo
n 50
%
attestiert (
Urk.
12/2 S.
2),
nichts zu ändern. Er genügt ebenfalls nicht, um den
medizinisch relevan
te
n
Sachverhalt
zu
beurteilen. Ohne Angabe einer entsprechenden Begründung gelangt
Dr.
A.___
neuerdings zu einer Einschätzung, welche
sowohl
von seiner bish
er vertretenen
eigenen
als
auch von derjenigen von
Dr.
D.___
abweicht.
4.3
Zusammenfassend ergibt sich, dass über den strittigen Leistungsanspruch nicht ohne zusätzliche medizinische Abklärungen betreffend die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in angepasster Tätigkeit entschieden werden kann. Da die
selben grundsätzlicher Natur sind, wird die Beschwerdegegnerin diese vorzu
nehmen haben. Der angefochtene Entscheid ist somit aufzuheben und die Sache ist zur Durchführung der notwendigen Abklärungen
und neuer Entscheidung
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen
(
§
26
GSVGer
)
. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
Damit wird auch der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Einkommensvergleich hinfällig, weshalb dieser nicht weiter zu überprüfen ist.
5.
5.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhäng
ig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200.-- bis 1‘000.-- festzulegen
(Art. 69
Abs.
1
bis
IVG)
und auf
Fr.
6
00.--
fest
zusetzen.
Nach ständi
ger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen der
beschwerdeführenden
Partei (BGE 137 V 57 E. 2.1 mit Hinweisen). Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5
.2
Überdies hat der obsiegende Beschwerdeführer
Anspruch auf
den Ersatz der Parteikosten
(
§
34
Abs.
1
GSVGer
)
.
Die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung
wird ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Der vormalige
V
ertreter des Beschwerdeführers hatte die Beschwerdeschrift vom 2
5.
März 2013 zu verfassen, welche sieben Seiten umfasst (
Urk.
1). Überdies hatte er die Verfügung vom
2.
Mai 2013 zur Kenntnis zu nehmen (vgl.
Urk.
7 und 8).
Dafür erscheint ein Betrag von
Fr.
900
.-- (inklusive
Barauslagen und 8
% Mehrwertsteuer) als angemessen.
Der unentgeltliche Rechtsvertreter beantragte die ermessensweise F
estsetzung seiner Entschädigung
unter Berücksichtigung eines angemessenen Aufwands von 30 bis 40 Minuten für das Studium des Endentscheides (
Urk.
22). Es ist zu berücksichtigen, dass er
zwei kurze
Eingaben vom 1
0.
Februar 2014 (
Urk.
11) und vom 2
0.
März 2014 (
Urk.
17)
verfasste
, mit welchen er auch Unterlagen einreichte (
Urk.
12/2, 18 und 19/1-3).
Überdies
hatte er die Verfügungen
vom 7.
und vom 2
4.
März 2014 zur Kenntnis zu nehmen (
Urk.
13, 15, 20 und 21).
Ferner
führte
er
zwei Telefonate mit Mitarbeitern des Gerichts (
Urk.
14
).
Dafür erscheint ein Betrag von
Fr.
600.-- (inklusive Barauslagen und 8 % Mehrwert
steuer) als angemessen.
Der Gesamtbetrag von
Fr.
1‘50
0.
-- entspricht der
Bedeutung der Streitsache
und
der Schwierigkeit des Prozesses
, weshalb
er
zuzusprechen ist
.
Das Gericht erkennt:
1.
Die Beschwerde wird
, soweit auf sie eingetreten wird,
in dem Sinne gutgeheissen, dass die angefochtene Verfügung vom 25. Februar 2013 aufgehoben und die Sache an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zurückgewiesen wird,
damit diese, nach erfolgter Abklärung im Sinne er Erwägungen, über den Rentenan
spruch des Beschwerdeführers neu verfüge.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rech
nung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts
kraft zugestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
dem unentgeltlichen Rechtsvertreter
des Beschwerdeführers, Rechtsanwalt Christos Antoniadis, Zürich,
eine
Prozessentschädi
gung
von
Fr.
600.
-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
)
und dem Beschwerdeführer p
er
sönlich eine solche von
Fr.
90
0.--
(inkl. Barauslagen und
MWSt
)
zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Christos
Antoniadis
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur
kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Die VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GrünigGohl Zschokke