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**Case Identifier:** 9f751a90-4db6-5fa5-9cf8-e90e4634b155
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-03-09
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 09.03.2010 IV 2009/406
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2009-406_2010-03-09.pdf

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2009/406

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 14.07.2020

Entscheiddatum: 09.03.2010

Entscheid Versicherungsgericht, 09.03.2010
Art. 8 Abs. 1 IVG; Art. 17 Abs. 1 IVG. Anspruch auf Umschulung. Während 
fünf Jahren versuchte die IV, einen Flötisten zum Gesangslehrer 
umzuschulen, ohne dass dieser in der Umschulung nennenswerte 
Fortschritte erzielte. Als das Ausbildungsziel sich als unerreichbar 
herausstellte, verneinte die IV einen weiteren Anspruch auf berufliche 
Massnahmen. Dies erfolgte verfrüht. Gelingt eine Umschulung nicht, so sind 
angemessene weitere Eingliederungsmassnahmen zu prüfen. Auch wenn 
vorliegend wegen des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes wohl keine 
mehrjährige weitere Umschulung in Frage kommt, so besteht doch in 
eingeschränktem Rahmen ein Anspruch auf weitere berufliche 
Massnahmen, allenfalls in Form einer Anlehre oder von Einarbeitungszeit 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 9. März 
2010, IV 2009/406).

Abteilungspräsidentin Karin Huber-Studerus, Versicherungsrichterin Monika Gehrer-

Hug, Versicherungsrichter Franz Schlauri; Gerichtsschreiberin Miriam Lendfers

Entscheid vom 9. März 2010

in Sachen

F.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch seine Mutter,

gegen

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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

berufliche Massnahmen (Nichteintreten)

Sachverhalt:

A.   

A.a F.___, Jahrgang 1969, meldete sich im Juni 2003 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung (IV) an und beantragte Berufsberatung und Umschulung (IV-

act. 11). Er ist gelernter Flötist mit Konzertreife und verfügt über ein Lehr- und 

Orchesterdiplom für Flöte (IV-act. 12). Am 4. Juni 2000 hatte er bei einem Unfall eine 

linksseitige Oberarmschaftfraktur erlitten, die zu einer Radialisparese führte. Die 

Tätigkeit als Flötenspieler sei ihm seither nicht mehr möglich, wie Dr. med. A.___ von 

der Klinik für Wiederherstellungschirurgie des Universitätsspitals Zürich am 

9. Dezember 2003 festhielt (IV-act. 22-3). Da dem Versicherten eine angepasste 

Tätigkeit jedoch mit vollem Pensum zumutbar war, nahm die IV berufliche Abklärungen 

vor und sprach ihm mit Verfügung vom 6. Januar 2005 eine Umschulung zum 

Gesangslehrer beim B.___ bis 31. Dezember 2009 zu. Für den Zeitraum 15. März 2004 

bis zur Aufnahmeprüfung des B.___ im Januar 2006 wurde ihm Gesangsunterricht zur 

Vorbereitung bewilligt (IV-act. 37). Mit Verfügung vom 21. Januar 2005 wurde ein 

Taggeld von Fr. 34.70 vom 15. März 2004 bis vorläufig 31. Dezember 2005 gewährt (IV-

act. 39). Gegen diese Verfügungen erhob der Versicherte am 24. Januar 2005 und 

16. Februar 2005 Einsprachen und beantragte die Erhöhung der zu vergütenden 

Kosten für die Vorbereitungsphase und für das Studium selbst sowie die Herabsetzung 

des bei der Taggeldbemessung angerechneten erzielbaren Einkommens (IV-act. 40; 

44). Der Rechtsdienst der Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen (SVA) 

wies die Einsprachen in Vertretung der IV-Stelle mit Entscheid vom 11. März 2005 ab 

(IV-act. 46).

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A.b Die Vorbereitung auf die Aufnahmeprüfung beim B.___ verzögerte sich (vgl. IV-

act. 59), sodass dem Versicherten auf dessen Antrag mit Verfügung vom 18. April 2006 

ein weiteres Jahr Gesangsunterricht (zwei Stunden pro Woche à Fr. 55.-) zugesprochen 

wurde (IV-act. 62). Im Lauf der ersten Monate des Jahrs 2006 wechselte der 

Versicherte seinen Gesangslehrer. Mit Verfügung vom 22. September 2006 wurde ihm 

daher für das Jahr 2006 beim neuen Gesangslehrer eine Gesangsstunde wöchentlich à 

Fr. 100.- zugesprochen (IV-act. 81). Mit Verfügung vom 15. Januar 2007 wurden diese 

Leistungen für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Oktober 2007 verlängert (IV-act. 92).

A.c Nachdem der Versicherte die Aufnahmeprüfung des B.___ nicht bestanden hatte, 

prüfte der zuständige IV-Berufsberater den Leistungsanspruch erneut. Im Bericht vom 

28. Januar 2008 hielt er fest, dass der Versicherte wiederum bei einer neuen 

Gesangslehrerin sei. Man solle jetzt nicht abbrechen. Im Frühjahr 2008 sei die neue 

Lehrerin anzufragen, ob sie eine Einschätzung des Potentials des Versicherten geben 

könne (IV-act. 103). Mit Verfügung vom 14. Februar 2008 sprach die IV-Stelle dem 

Versicherten vom 1. November 2007 bis 30. Juni 2008 weiterhin eine wöchentliche 

Gesangsstunde zu. Sie hielt in der Verfügung fest, sie gehe davon aus, dass der 

Versicherte die Aufnahmeprüfung zum Gesangsstudium bis Ende 2008 erfolgreich 

absolviere. Sollte dies nicht der Fall sein, könne eine weitere Verlängerung der 

Massnahme nicht mehr unterstützt werden, da es sich nicht mehr um eine einfache 

und zweckmässige Umschulung im Sinn des Bundesgesetzes über die Invaliden­

versicherung (IVG; SR 831.20) handeln würde (IV-act. 105). Da die Aufnahmeprüfung 

am 6. Dezember 2008 stattfinden sollte (vgl. IV-act. 111), wurde die Kostengutsprache 

für Gesangsstunden mit Mitteilung vom 26. November 2008 von Juli 2008 bis Ende 

Dezember 2008 verlängert (IV-act. 114).

A.d Nachdem der Versicherte an der Aufnahmeprüfung für die 

Gesangslehrerausbildung beim B.___ erneut gescheitert war (IV-act. 124-1), ersuchte 

er um Übernahme der Ausbildungskosten zum Gesangspädagogen an der 

Opernschule C.___. Gemäss Ausbildungsvertrag vom 15. Januar 2009 ist mit einer 

Ausbildungszeit von längstens fünf Jahren zu rechnen (IV-act. 121). Nach erneuter 

Anspruchsprüfung (vgl. insbes. IV-act. 131) teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit 

Vorbescheid vom 31. Juli 2009 mit, sie gedenke, auf sein neues Leistungsbegehren 

nicht einzutreten. Man habe ihn mit Verfügung vom 14. Februar 2008 darauf 

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aufmerksam gemacht, dass die Übernahme der Kosten für die Umschulung zum 

Gesangslehrer bis ins Jahr 2009 zugesprochen worden sei und nach Ablauf keine 

weiteren IV-Leistungen mehr geschuldet seien (IV-act. 135). Trotz Einwands des 

Versicherten vom 5. September 2009 (IV-act. 136) verfügte die IV-Stelle am 9. Oktober 

2009 gemäss Vorbescheid (act. G 1.2.1).

B.   

B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die von der Mutter des Versicherten in dessen 

Vertretung erhobene Beschwerde vom 30. Oktober 2009. Sie beantragt die Aufhebung 

der Verfügung. Die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, die gemäss gültiger 

Verfügung vom 6. Januar 2005 zugesprochenen Ausbildungskosten, Taggelder und 

Reisespesen nachzubezahlen. Gemäss den Akten sei der Entscheid, die Leistungen 

einzustellen, bereits einige Wochen vor Erlass des Vorbescheids gefallen. Der 

Beschwerdeführer sei also absichtlich getäuscht worden. Laut der ersten 

Kostengutsprache seien die Kosten bis 31. Dezember 2009 zu übernehmen. Die 

Beschwerdegegnerin habe ihren Entscheid vom 9. Oktober 2009 im Wissen darum 

gefällt, dass es keine Alternative für den damals eingeschlagenen Ausbildungsweg 

gebe. Damit habe sie die Invalidität des Beschwerdeführers unverantwortlich 

vorprogrammiert. Über zu befürchtende Probleme bei der Umschulung – die 

möglicherweise im Zusammenhang mit einer angeborenen Hirnfunktionsstörung 

stünden – habe sie den damals zuständigen Berufsberater mit E-Mail vom 23. Juni 

2004 bereits informiert, so die Mutter weiter. Im Übrigen lässt der Beschwerdeführer 

auch den Ersatz der Spesen von Fr. 960.- für die Zulassungsprüfung gemäss 

Rechnung vom 29. Januar 2008 beantragen (act. G 1).

B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 18. Januar 

2010 die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Der 

Beschwerdeführer habe bereits vor dem Unfall vom 4. Juni 2000 ein 

Valideneinkommen von nur Fr. 15'000.- jährlich erzielt. Nichts deute darauf hin, dass er 

dieses Einkommen als Gesunder noch deutlich hätte steigern können. Aufgrund dieser 

äusserst tiefen Validenbasis sei dem Beschwerdeführer demnach gemäss dem 

Verhältnismässigkeitsgrundsatz lediglich eine Eingliederung mit relativ geringen Kosten 

geschuldet. Die Kostenübernahme einer rund 5½-jährigen Ausbildung gemäss der 

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Verfügung vom 6. Januar 2005 stehe daher bereits nicht mehr im Einklang mit Art. 8 

Abs. 1 lit. a ATSG (richtig: IVG). Umso weniger sei es gerechtfertigt, dem 

Beschwerdeführer noch eine zusätzliche Eingliederung zu finanzieren, die wiederum 

fünf Jahre dauere, zumal die Verdienstaussichten höchst ungewiss seien. Auch der 

Einwand des Beschwerdeführers, die IV habe die Kosten bis Ende 2009 zu 

übernehmen, sei unbehelflich, weil die tatsächlich absolvierte Umschulung in 

wesentlichen Punkten abweiche vom Eingliederungsplan, der in der ursprünglichen 

Verfügung vom 6. Januar 2005 enthalten sei. Zudem habe der Beschwerdeführer nicht 

gegen die Mitteilung vom 26. November 2008 opponiert, in der er darauf hingewiesen 

worden sei, dass bei einem erneuten Nichtbestehen der Aufnahmeprüfung eine weitere 

Verlängerung der beruflichen Massnahme nicht mehr unterstützt werden könne 

(act. G 6).

B.c In der Replik vom 23. Januar 2010 lässt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen 

gemäss Beschwerde festhalten. Zwar könne er der Argumentation der 

Beschwerdegegnerin betreffend die Anforderungen an die wirtschaftliche Effizienz der 

bezahlten Massnahmen durchaus folgen. Die nachweisbar erschwerten Umstände des 

konkreten Falls seien aber völlig ignoriert und dadurch mögliche langfristige 

Konsequenzen zu Lasten der Beschwerdegegnerin ausser Acht gelassen worden, was 

doch zu einer solchen Wirtschaftlichkeitsrechnung gehören würde (act. G 9).

B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 29. Januar 2010 auf eine weitere 

Stellungnahme (act. G 11).

Erwägungen:

1.  

1.1  Die angefochtene Verfügung lautet auf Nichteintreten auf ein neues 

Leistungsgesuch. Der Beschwerdeführer ersuchte darum, die am 6. Januar 2005 

zugesprochene Umschulung zum Gesangslehrer dahingehend anzupassen, dass ihm 

zumindest bis Ende 2009 die neue Ausbildung zum Gesangspädagogen bezahlt würde. 

Bei diesem Gesuch handelt es sich nicht um eine eigentliche Neuanmeldung, sondern 

um ein Revisionsgesuch analog Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die 

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Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201). Darauf hat die Verwaltung grundsätzlich 

einzutreten, wenn sich der rechtserhebliche Sachverhalt in einer für den 

Leistungsanspruch massgeblichen Weise geändert hat. Das ursprüngliche 

Umschulungsziel des Gesangslehrers B.___ scheiterte nach zweimaligem 

Nichtbestehen der Aufnahmeprüfung. Die Leiterin der Opernschule C.___ wies die 

Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 18. Januar 2009 darauf hin, dass der 

Beschwerdeführer die Altersgrenze für die Musikhochschulen bereits überschritten 

habe und der B.___ seine Pläne, eine offizielle Hochschule für Musikpädagogik zu 

gründen, habe fallenlassen müssen, weshalb dem Beschwerdeführer praktisch nur der 

nun gewählte Weg (Ausbildung zum Gesangspädagogen) offen bleibe (IV-act. 119). 

Seit der ursprünglichen Leistungszusprache hat sich der rechtserhebliche Sachverhalt 

folglich anspruchserheblich geändert, sodass das Eintreten und eine materielle 

Leistungsüberprüfung angezeigt sind. Die Beschwerdegegnerin hat eine solche 

Prüfung unter Beizug ihres Berufsberaters denn auch tatsächlich vorgenommen und 

inhaltliche Abklärungen getätigt, die den Rahmen einer Eintretensprüfung überschritten 

(vgl. IV-act. 123 ff.; 130-6 ff.; 131). Die angefochtene Verfügung ist daher – entgegen 

ihrem Wortlaut – eine materielle Leistungsabweisung und kein 

Nichteintretensentscheid. Die Beschwerdegegnerin argumentiert in der 

Beschwerdeantwort vom 18. Januar 2010 zu Recht materiell-rechtlich.

1.2  Im vorliegenden Verfahren zu überprüfen ist folglich der Anspruch des 

Beschwerdeführers auf weitere Umschulungsmassnahmen. Nicht zum 

Anfechtungsgegenstand zählt gestützt auf die Verfügung vom 14. Februar 2008 

hingegen, dass die Beschwerdegegnerin am 28. Februar 2008 nur Fr. 4'700.- anstelle 

der vom Beschwerdeführer verlangten Fr. 6'000.- bezahlt hat (IV-act. 110). Auf die 

entsprechende Rüge in der Beschwerde kann entsprechend nicht eingetreten werden. 

Über die Höhe der Vergütung hat der Beschwerdeführer bei der Beschwerdegegnerin 

gegebenenfalls eine anfechtbare Verfügung zu verlangen.

1.3  Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des IVG 

in Kraft getreten. In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze 

massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes 

Geltung haben (BGE 132 V 215 Erw. 3.1.1; Urteil 8C_589/2007 vom 14. April 2008, 

Erw. 3). Die ursprüngliche Umschulung zum Gesangslehrer am B.___ wurde unter der 

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Rechtslage vor Inkrafttreten der 5. IVG-Revision verfügt. Die neu gewünschte 

Umschulung zum Musikpädagogen an der Opernschule C.___ wurde nach deren 

Inkrafttreten 2008 beantragt, weshalb der entsprechende Anspruch grundsätzlich nach 

den geänderten Bestimmungen zu prüfen ist. In materieller Hinsicht haben sich die 

massgebenden Bestimmungen jedoch ohnehin nicht geändert.

2.  

2.1  Nach Art. 8 Abs. 1 IVG haben Invalide oder von einer Invalidität bedrohte 

Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und 

geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu 

betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die 

Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b). 

Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Ausübung 

einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität (Abs. 1 ). Die Massnahme hat 

verhältnismässig zu sein, was Geeignetheit, Notwendigkeit und Angemessenheit 

(sachlich, zeitlich, wirtschaftlich und persönlich) umfasst. In der Regel besteht also nur 

ein Anspruch auf die dem jeweiligen Eingliederungszweck angemessenen, 

notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die nach den gegebenen Umständen 

bestmöglichen Vorkehren (BGE 121 V 258; BGE 124 V 108). Denn das Gesetz will die 

Eingliederung lediglich so weit sicherstellen, als diese im Einzelfall notwendig, aber 

auch genügend ist (BGE 124 V 108; BGE 121 V 260 Erw. 2c; BGE 115 V 198 Erw. 4e/

cc; ZAK 1992 S. 210 Erw. 3a). Immer muss zwischen Kosten und Nutzen der 

Eingliederungsmassnahmen ein vernünftiges Verhältnis bestehen (vgl. EVGE 1964 S. 

239; BGE 97 V 162; ZAK 1970 S. 231). Die Eingliederungsmassnahmen bestehen 

gemäss Abs. 3 unter anderem aus Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, 

erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe). 

Gemäss Art. 17 Abs. 1 IVG besteht ein Anspruch auf eine Umschulung in eine neue 

Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch 

die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder wesentlich verbessert werden kann. 

Nach Art. 6 Abs. 1 IVV gelten als Umschulung unter anderem 

Ausbildungsmassnahmen, die Versicherte nach Abschluss einer erstmaligen 

beruflichen Ausbildung wegen ihrer Invalidität zur Erhaltung oder Verbesserung der 

Erwerbsfähigkeit benötigen. Eine Invalidität im Sinn von Art. 17 Abs. 1 IVG liegt vor, 

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wenn eine versicherte Person in der bisher ausgeübten Arbeit oder in den ihr ohne 

zusätzliche berufliche Ausbildung offen stehenden, zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine 

Erwerbseinbusse von mindestens 20% erleidet (vgl. Ulrich Meyer-Blaser, 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, Zürich 1997, S. 124 f.).

2.2  Vorliegend ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer über eine qualifizierte 

musikalische Berufsausbildung als Flötist verfügt. Weiter ist hinreichend erstellt, dass 

er in der angestammten Tätigkeit als Berufsmusiker voll arbeitsunfähig ist. Die 

Beschwerdegegnerin macht nun geltend, der Beschwerdeführer habe bereits vor dem 

Unfall nur ein sehr geringes Valideneinkommen erzielt, sodass weitergehende 

Umschulungsmassnahmen bereits aus Gründen der Verhältnismässigkeit nicht in Frage 

kämen. Dem ist in dieser absoluten Form nicht zuzustimmen. Der Anspruch auf 

Umschulung beinhaltet eine qualitative Komponente: Einem Berufsmann, der in seiner 

angestammten Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig ist, ist nicht ohne weiteres zuzumuten, 

dass er eine unqualifizierte Hilfsarbeit annimmt – dies unabhängig von seinem als 

Berufsmann erzielten Einkommen. So war es grundsätzlich verhältnismässig, dem 

Beschwerdeführer eine Umschulung zum Gesangslehrer zuzusprechen. Eine Befristung 

dieser Umschulung, wie sie sich in der ursprünglichen Verfügung vom 6. Januar 2005 

findet, mag zwar sinnvoll sein als Termin für Leistungsüberprüfungen, kann aber nicht 

in Rechtskraft erwachsen als spätestmögliches Datum, bis zu welchem ein 

Umschulungsanspruch – unabhängig vom Erfolg der Eingliederung – besteht. Beim 

vorliegenden Sachverhalt, bei dem das Auftreten allfälliger Probleme nicht ganz 

unerwartet kam (vgl. IV-act. 50), ist fraglich, ob die Beschwerdegegnerin die 

Umschulung zu Recht so lange laufen liess bzw. die Vorbereitungsphase immer wieder 

verlängerte, ohne dass der Beschwerdeführer die Aufnahmeprüfung des B.___ 

bestand. Spätestens Ende 2006/Anfang 2007, also etwa zwei Jahre nach Beginn der 

Umschulungszeit, wäre eine umfassende Standortbestimmung mit vertiefter Prüfung 

der persönlichen Eignung des Beschwerdeführers und eine allfällige Anpassung des 

Eingliederungsziels angezeigt gewesen. Dass die Beschwerdegegnerin dies versäumte, 

hat sie selbst zu verantworten und kann dem Beschwerdeführer nicht zum Nachteil 

gereichen. Jedenfalls geht es nicht an, sämtliche Eingliederungsansprüche per Ende 

2009 automatisch als beendet zu bezeichnen, zumal die berufliche Eingliederung bis zu 

diesem Zeitpunkt unbestritten noch nicht gelungen ist. Zu prüfen ist daher, ob dem 

Beschwerdeführer trotz der mehrjährigen zeitlichen Verzögerung, die sich bis zum 

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Beginn einer eigentlichen Ausbildung einstellte (und während der die 

Beschwerdegegnerin ihm viele Gesangsstunden und Taggelder bezahlte), weitere 

Umschulungsmassnahmen zuzusprechen sind. Der Beschwerdeführer wurde bisher 

nicht erfolgreich umgeschult. Die Tatsache allein, dass die bisherigen Bemühungen 

weitgehend scheiterten, lässt den Anspruch des Beschwerdeführers auf 

Umschulungsmassnahmen nicht gänzlich erlöschen. Der Beschwerdeführer hat 

grundsätzlich nach wie vor Anspruch auf eine adäquate Wiedereingliederung.

2.3  Im Rahmen des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes muss sich die Umschulung zur 

Erreichung des von ihr bezweckten Eingliederungsziels als geeignet erweisen. Der 

Beschwerdeführer möchte sich noch immer im gesanglichen Bereich beruflich 

wiedereingliedern. Ob die Ausbildung zum Gesangspädagogen für Oper und Konzert 

geeignet ist, lässt sich den Akten nicht entnehmen. Diesbezüglich fehlt eine fundierte 

Stellungnahme eines qualifizierten Berufsberaters. Dieser hätte sich auch dazu zu 

äussern, ob Gesangspädagogen mit einem vergleichbaren Hintergrund wie der 

Beschwerdeführer realistische Chancen haben, in dieser Tätigkeit vollschichtig 

wiedereingegliedert zu werden. So wären auch die konkreten möglichen 

Einsatzbereiche zu definieren. Diesbezüglich hat die Beschwerdegegnerin weitere 

Abklärungen vorzunehmen.

2.4  Verhältnismässig ist die Umschulung u.a. dann, wenn sie notwendig ist, wobei 

grundsätzlich nur einfache und zweckmässige Ausbildungen zu finanzieren sind. Der 

zuständige Berufsberater hielt im Bericht vom 28. Januar 2008 fest, er sehe keine 

Alternative zur damals noch angestrebten Ausbildung zum Gesangslehrer am B.___ (IV-

act. 103). Die persönliche Angemessenheit der Ausbildung zum Gesangslehrer bzw. 

zum Gesangspädagogen erscheint nach den trotz mehrjährigen Gesangsunterrichts 

bescheidenen Fortschritten seit Umschulungsbeginn im März 2005 zumindest als 

zweifelhaft. Die Ausbildung zum Gesangslehrer am B.___ ist dem Beschwerdeführer 

trotz mehrfach verlängerter Vorbereitungszeit und wiederholter Aufnahmeprüfung nicht 

geglückt. Zwar wird ihm von Seiten der Opernschule C.___ eine gesangliche Begabung 

attestiert (vgl. IV-act. 119). Dennoch ist offen, warum die ursprüngliche Ausbildung zum 

Gesangslehrer schon an der Aufnahmeprüfung scheiterte; der IV-Berufsberater hat die 

diesbezüglich begonnenen Abklärungen (IV-act. 127; 129) zu früh abgebrochen. Die 

Beschwerdegegnerin wird diese – nötigenfalls unter Abmahnung der Mitwirkungspflicht 

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des Beschwerdeführers (Art. 43 Abs. 3 ATSG) – zu ergänzen haben. Sollte die Eignung 

des Beschwerdeführers zur Ausbildung und Tätigkeit des Gesangslehrers nicht 

gegeben sein, so dürfte dies auch für die Gesangspädagogik zutreffen. Allfällige 

Unterschiede zwischen diesen Tätigkeiten, die diesen Rückschluss als unangemessen 

erscheinen liessen, wären aufzuzeigen bzw. nötigenfalls bei den involvierten oder 

gegebenenfalls bei unabhängigen Fachpersonen zu erfragen. Selbst wenn die Eignung 

des Beschwerdeführers trotz des wenig erfolgreichen Beginns wahrscheinlich 

erschiene, so stellte sich immer noch die Frage, ob nicht eine nur teilweise 

Finanzierung dieser Ausbildung angemessen wäre. Die uneingeschränkte nochmalige 

Zusprache einer fünfjährigen Neuausbildung wäre nur dann gerechtfertigt, wenn die 

bisherigen, nicht zielführenden Ausbildungsanstrengungen allein von der IV zu 

verantworten wären. Ferner müsste feststehen, dass die bisherigen mehrjährigen 

Ausbildungsschritte keinerlei Abkürzung des aktuell gewünschten Ausbildungsganges 

erlaubten. Andernfalls könnte sich eine verhältnismässige Kürzung des weiteren 

Ausbildungsaufwandes rechtfertigen.

2.5  Aus berufsberaterischer Sicht sind ansonsten Alternativen abzuklären, so 

beispielsweise Weiterbildungen im Bereich Konzert- oder Eventorganisation, 

Musiktheorie oder in anderen musiknahen Gebieten. Da die Beschwerdegegnerin 

bereits erhebliche Leistungen erbracht hat, ohne dass sich der gewünschte Erfolg 

einstellte, kommt vor dem Hintergrund des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes nunmehr 

primär eine kürzere Eingliederung in Frage – etwa in Form einer von der 

Beschwerdegegnerin unterstützten Einarbeitungszeit in eine geeignete Tätigkeit oder in 

Form einer Anlehre (möglicherweise auch in einem Musikverlag oder im Musikhandel 

[Noten, CDs, Musikstücke etc.]). Aufwändigere Umschulungspläne wären nur bei 

eindeutig guten Erfolgsaussichten erneut in Angriff zu nehmen. Die Übernahme 

weiterer fünf Jahre der Ausbildung zum Gesangspädagogen – die vom 

Beschwerdeführer im Übrigen gar nicht beantragt wird – sprengt wie erwähnt jedenfalls 

den angemessenen Rahmen.

2.6  Sollte der Beschwerdeführer die offenbar begonnene Ausbildung zum 

Gesangspädagogen an der Opernschule C.___ weiterführen wollen, auch wenn die 

Abklärungen der Beschwerdegegnerin ergeben sollten, dass die persönliche 

Angemessenheit (Eignung) überwiegend wahrscheinlich nicht gegeben wäre, so hätte 

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er dies auf eigene Kosten zu tun. Dies bedeutet nicht, dass ein im Rahmen der 

Erwägung 2.5 bestehender Anspruch zu einem späteren Zeitpunkt ausgeschlossen 

wäre.

3.  

3.1  Gemäss den Erwägungen ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen, soweit 

darauf einzutreten ist. Die angefochtene Verfügung ist aufzuheben und die Sache an 

die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie im Sinn der Erwägungen weitere 

Abklärungen vornehme und anschliessend über den Anspruch des Beschwerdeführers 

auf berufliche Eingliederungsmassnahmen neu verfüge.

3.2  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.- bis 

Fr. 1000.- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.- erscheint 

als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als volles 

Obsiegen (ZAK 1987 S. 268 Erw. 5a). Somit unterliegt die Beschwerdegegnerin, sodass 

ihr als nicht von der Pflicht zur Übernahme amtlicher Kosten befreiter selbstständiger 

öffentlich-rechtlicher Anstalt die ganze Gerichtsgebühr aufzuerlegen ist. Dem 

Beschwerdeführer ist der von ihm geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.- 

zurückzubezahlen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1. Die Beschwerde wird unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 

9. Oktober 2009 teilweise gutgeheissen, soweit darauf eingetreten wird. Die Sache wird 

an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit diese im Sinn der Erwägungen 

weitere Abklärungen vornehme und anschliessend über den Anspruch des 

Beschwerdeführers auf berufliche Eingliederungsmassnahmen erneut verfüge.

bis

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2. Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.- zu bezahlen. Dem 

Beschwerdeführer wird der geleistete Gerichtskostenvorschuss von Fr. 600.- 

zurückbezahlt.

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	Art. 8 Abs. 1 IVG; Art. 17 Abs. 1 IVG. Anspruch auf Umschulung. Während fünf Jahren versuchte die IV, einen Flötisten zum Gesangslehrer umzuschulen, ohne dass dieser in der Umschulung nennenswerte Fortschritte erzielte. Als das Ausbildungsziel sich als unerreichbar herausstellte, verneinte die IV einen weiteren Anspruch auf berufliche Massnahmen. Dies erfolgte verfrüht. Gelingt eine Umschulung nicht, so sind angemessene weitere Eingliederungsmassnahmen zu prüfen. Auch wenn vorliegend wegen des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes wohl keine mehrjährige weitere Umschulung in Frage kommt, so besteht doch in eingeschränktem Rahmen ein Anspruch auf weitere berufliche Massnahmen, allenfalls in Form einer Anlehre oder von Einarbeitungszeit (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 9. März 2010, IV 2009/406).

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