# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 46a204b9-1126-5ced-902b-603d779a4b6b
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-01-22
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 22.01.2013 R 2012 52
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2012-52_2013-01-22.pdf

## Full Text

R 12 52
4. Kammer 

URTEIL
vom 22. Januar 2013

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Änderung Grundordnung (Einleitung)

1. a) Die seit 2006 im alleinigen Eigentum von Frau … stehenden Parzellen 1039, 

3590 und 3591 im Gebiet … des Dorfes … waren ab Einführung des ersten 

Baugesetzes im Jahr 1968 der Grünzone zugeteilt. Am 27. März 1977 wurde 

eine neue Zonenplanung verabschiedet, gemäss welcher die erwähnten 

Grundstücke der „Grünzone und Zone für öffentliche Bauten und Anlagen“ 

(ZöBA) gemäss Art. 46 des damals geltenden Baugesetzes (BG) zugewiesen 

wurden. Auf Anordnung der Regierung wurde der erwähnte Art. 46 BG in der 

Volksabstimmung vom 23. April 1978 dahin abgeändert, dass die Grünzone 

weggelassen wurde. Der neue Art. 46 BG von 1978 wurde durch die Regierung 

am 12. Juni 1978 genehmigt. Mit regierungsrätlichen Genehmigungen vom 5. 

Juli 1982, vom 12. März 1990 und zuletzt vom 27. April 1999 wurde dieser Art. 

46 betreffend ZöBA im kommunalen Baugesetz noch mehrfach bestätigt. Nach 

einer erfolglosen Einigungsbesprechung vom 2. Mai 2012 stellte die 

Eigentümerin am 3. Mai 2012 unter Verweis auf die nun 34-jährige 

Zugehörigkeit zur ZöBA ohne entsprechende Verwendung durch die Gemeinde 

beim Gemeindevorstand den Antrag, ihre Parzellen von der ZöBA neu der 

benachbarten Wohnzone B gemäss Art. 47 BG zuzuteilen.

b) Mit Entscheid vom 8. Mai 2012, mitgeteilt am 4. Juni 2012, beschloss der 

Gemeindevorstand, auf den Zuteilungsantrag nicht einzutreten (Ziff. 1) und das 

Gesuch auf Einleitung eines entsprechenden Zonenplanänderungsverfahrens 

abzuweisen (Ziff. 2).   

2. Dagegen erhob Frau … am 20. Juni 2012 Beschwerde an das 

Verwaltungsgericht mit den Anträgen auf Aufhebung und Anweisung des 

Gemeindevorstandes, das partielle Zonenplanverfahren zur beantragten 

Umzonung ihrer Parzellen gemäss Art. 47 ff. des kantonalen 

Raumplanungsgesetzes (KRG) bzw. 12 ff. der kantonalen 

Raumplanungsverordnung (KRVO) einzuleiten und durchzuführen, evtl. alles 

nur bezüglich Parzelle 3591. Nachdem der angefochtene Entscheid das Datum 

vom 4. Mai 2012 trage und der Gemeindevorstand aber erst am 8. Mai 2012 

entschieden habe, sei durch Protokollauszug nachzuweisen, dass ein 

entsprechender Gemeindevorstandsbeschluss überhaupt erfolgt sei, ansonsten 

alles nichtig sei. Ihr sei der Entscheid jedenfalls erst am 5. Juni 2012 

zugegangen, sodass sich die vorliegende Beschwerde als rechtzeitig erweise. 

Die ihr gehörenden Parzellen würden seit nunmehr 34 Jahren zur ZöBA 

gehören, ohne dass sie die Gemeinde seither in Anspruch genommen habe. 

Deshalb habe sie denn auch den Antrag auf Umzonung in die benachbarte 

Wohnzone gestellt. Hier gehe es sogar um eine altrechtliche Planung aus dem 

Jahr 1978, also vor dem Inkrafttreten des eidgenössischen 

Raumplanungsgesetzes (RPG) am 1. Januar 1980. In solchen Fällen 

unterbleibe nach der ständigen bundesgerichtlichen Rechtsprechung eine auf 

das in Art. 21 Abs. 2 RPG genannte Tatbestandselement „nötigenfalls“ 

gestützte Abwägung zwischen dem Interesse an einer Plananpassung und dem 

Gebot der Rechtssicherheit bzw. dem Prinzip der Planbeständigkeit. Zu prüfen 

bleibe somit nach Art. 21 Abs. 2 RPG noch, ob sich die Verhältnisse seither 

verändert hätten. Zur Ausgangslage im Jahr 1978 sei weder in den damaligen 

Botschaften des Gemeindevorstandes noch in den entsprechenden 

Genehmigungsbeschlüssen der Regierung etwas enthalten. Ein solches 

Interesse an der späteren Ballonwiese könne aber angenommen werden, 

ansonsten die Regierung jene Zuteilung zur ZöBA nicht genehmigt hätte. 

Bezüglich behauptete Anlässe auf der Ballonwiese und daraus entstehenden 

Parkplatzbedarf in unmittelbarer Nähe ergebe sich, dass auch zufolge der 

Erstellung des Sportzentrums mittlerweile nur noch sehr wenige öffentliche 

Anlässe pro Jahr hier stattfinden würden (Ballonmeisterschaft während ca. 10 

Tagen, Zirkus Nock während 3 Tagen, Schwingfest und Musikfest alle paar 

Jahre). Der geringe Parkplatzbedarf zeige sich auch an der schwachen 

Auslastung der bereits vorhandenen 30 Parkplätze an Ort und der 39 öffentlich 

zugänglichen Parkplätze in der benachbarten Autoeinstellhalle der Schule. 

Überdies sei ein kommunales Projekt für mehr Parkraum gar nicht vorhanden. 

Ähnliches treffe für den geplanten Ersatz des Parkhauses zu, wo die Anzahl der 

Parkplätze (PP) ebenfalls reduziert werde. Der behauptete Bedarf für einen 

Kindergartenbau betreffe nur in einer von 6 Varianten die Parzellen der 

Beschwerdeführerin. Das hier geplante Feuerwehrgebäude sei in der 

Zwischenzeit auch an einem anderen Ort eingangs Dorf von … herkommend 

erstellt worden. In Tat und Wahrheit würde somit kein Bedürfnis mehr bestehen, 

ihre Parzellen für öffentliche Bauten und Anlagen zu nutzen. Der Gemeinde 

gehe es vielmehr darum, ihre drei Parzellen günstig zu erwerben. Die verlangte 

Umnutzung sei mit Art. 15 RPG vereinbar, nachdem die genügende 

Erschliessung unbestritten sei und die Einzonung von 2367 m2 bei einer 

Bauzonenreserve von 9.7 Hektaren nicht im Ernst als „deutliche Vergrösserung“ 

bezeichnet werden könne. Hinzu komme, dass die Gemeinde mit ihren 

Kontingenten auch für Zweitwohnungen die Reserve in 6 – 7 Jahren 

aufgebraucht haben werde. Auf jeden Fall sei die Einzonung für die durch den 

Vater der Beschwerdeführerin bereits überbaute Parzelle 3591 zu gewähren. 

3. In ihrer Vernehmlassung beantragte die Gemeinde, auf die Beschwerde sei 

nicht einzutreten, evtl. sei sie abzuweisen. Das Protokoll der 

Gemeindevorstandssitzung werde beigelegt. Bei der Mitteilung des Entscheides 

vom 8. Mai 2012 sei nur fälschlicherweise 4. Mai 2012 anstatt 4. Juni 2012 

geschrieben worden, was zu korrigieren sei. Bei Einreichung ihres 

Einzonungsgesuches vom 3. Mai 2012 sei die Beschwerdeführerin nicht mehr 

Eigentümerin der Parzellen 1039, 3590 und 3591 gewesen, da die Gemeinde 

schon vorher ihr Enteignungsrecht unter Mitteilung an die Eigentümerin gemäss 

Art. 97 Abs. 3 KRG am 18. April 2012 rechtsgestaltend ausgeübt und nach Art. 

656 Abs. 2 des eidgenössischen Zivilgesetzbuches (ZGB) auch ohne 

Grundbucheintrag das Eigentum bereits erworben habe. Der 

Beschwerdeführerin fehlte somit die Beschwerdelegitimation und auf ihre 

Eingabe sei nicht einzutreten. Materiell sei unbestritten, dass die drei fraglichen 

Parzellen nie einer Bauzone angehört hätten, da sie bereits im Jahre 1968 der 

kommunalen Grünzone zugeteilt gewesen seien, mit welcher schon damals die 

öffentlichen Bedürfnisse hätten abgedeckt werden sollen. Im Jahr 1978 seien 

sie dann schliesslich bis heute der ZöBA zugeteilt worden. Nach Art. 47 Abs. 2 

KRG und der Praxis des Verwaltungsgerichts stehe einem Eigentümer 

höchstens der Anspruch auf Einleitung eines Einzonungsverfahrens, nicht aber 

direkt auf Einzonung zu. Deshalb sei der Hauptantrag der Beschwerdeführerin 

von vornherein abzuweisen, sofern überhaupt darauf eingetreten werde. 

Eigentlich sei vorliegend nur der Eventualantrag der Beschwerdeführerin zu 

prüfen. Die Voraussetzung der älteren Planung treffe hier offensichtlich zu. 

Hingegen sei die zweite Voraussetzung der beträchtlichen Änderung der 

Verhältnisse seit der Einführung sicher nicht gegeben. In der Tat sei die Frage 

des Bedarfes nach ZöBA letztmals bei der definitiven Zuteilung zu derselben im 

Jahr 1978 eingehend geprüft und klar bejaht worden. Darauf könne heute nicht 

mehr zurückgekommen werden. Auf Grund einer öffentlich-rechtlichen 

Beschränkung aus Erwerb von Grundstücken durch Personen im Ausland zu 

Gunsten des Grundbuchinspektorates Graubünden in den Jahren 1963, 1964 

und 1967 könne die Beschwerdeführerin abgesehen vom bestehenden 

Einfamilienhaus darauf gar nichts mehr realisieren, sodass eine Einzonung 

auch aus dieser Sicht widersinnig wäre. Wahrscheinlich habe sich deswegen 

die Familie der Beschwerdeführerin nie gegen die Zuteilung zur ZöBA gewehrt. 

Steuerlich sei dies ihr entgegengekommen, da das Land deswegen nie als 

Bauland habe bewertet werden können. Nachdem die ZöBA als Bauland mit 

einer speziellen Nutzung zu betrachten sei, stelle sich die Frage der 

weitgehenden Überbauung nach Art. 15 RPG gar nicht. Aber auch abgesehen 

davon wäre die beantragte Einzonung in die Bauzone B mit der erwähnten 

Bestimmung nicht vereinbar, nachdem gemäss Überbauungsstatistik vom Mai 

2012 noch eine unüberbaute Reserve von 7,4 ha bestehe neben einer 

grösseren Reserve an Altbauten, was angesichts der angenommenen 

Zweitwohnungsinitiative und der stagnierenden einheimischen 

Bevölkerungsentwicklung für die nächsten 15 Jahre vollumfänglich genüge. 

4. In ihrer Replik führte die Beschwerdeführerin noch aus, ihre Legitimation sei auf 
jeden Fall gegeben. Einerseits verhalte sich die Gemeinde widersprüchlich und 

treuwidrig, wenn sie im angefochtenen Entscheid ohne Eintretensvorbehalt 

ausdrücklich verfügt habe, dass ihr Einzonungsgesuch abgewiesen werde. 

Andererseits treffe es gar nicht zu, dass sie nicht immer noch Eigentümerin der 

drei Parzellen sei, da der Gemeinde vorliegend gar kein Enteignungsrecht 

zustehe, was im Parallelverfahren bezüglich Enteignung zur Diskussion stehe 

(R 12 92). Die Gemeinde könne aber das Eigentum gar nicht erworben haben, 

auch weil sie die gemäss Art. 26 Abs. 1 des kantonalen Enteignungsgesetzes 

(kEntG) vorgesehene und notwendige Zahlung nicht geleistet habe. Ob sie bzw. 

ihr Vater sich früher gegen die Zuteilung zur ZöBA gewährt hätten, spiele hier 

keine Rolle, da es um die Frage gehe, ob die Einleitung des verlangten 

Zonenplanänderungsverfahrens gerechtfertigt und ob seit 1968 bzw. 1978 eine 

Änderung der Verhältnisse eingetreten sei oder nicht. Der Hauptantrag vor 

Verwaltungsgericht laute auf Aufhebung des angefochtenen 

Abweisungsentscheides der Gemeinde und Einleitung des entsprechenden 

Zonenzuteilungsverfahrens, weshalb sehr wohl darauf einzutreten sei. Der 

Eventualantrag vor Verwaltungsgericht beschränke sich auf die Einleitung des 

Verfahrens bezüglich ihrer Parzelle Nr. 3591, der bei Abweisung des 

Hauptantrages zu behandeln sei. Sie habe in den Ziff. 17 – 32 ihrer 

Beschwerde im Detail dargelegt, dass der Bedarf an ZöBA in der Gemeinde seit 

1978 stetig abgenommen habe, was für die Beurteilung ihrer Beschwerde von 

Relevanz sei. Auf jeden Fall lasse sich der Bedarf an einem weiteren 

Kindergarten problemlos auch an einem anderen Standort decken. Ihr 

Ferienhaus auf Parzelle 3591 werde seit Jahrzehnten so genutzt und gehöre 

seither zu einer ordentlichen Bauzone. Auf jeden Fall sei es bisher auch als zur 

Bauzone gehörend um Fr. 160‘000.-- zu hoch geschätzt worden, wie sich aus 

dem Entscheid der Enteignungskommission VI vom 20. Juni/12. Juli 2012 

ergebe. Steuerliche Vorteile habe sie bisher somit keine gehabt. Weder die 

angenommene Zweitwohnungsinitiative noch irgendwelche konkreten Gründe 

würden einer Einzonung von nur 2367 m2 entgegenstehen, zumal die bereits 

vorhandene Bauzone ZöBA nur in eine andere Bauzone B umgewandelt 

werden solle. Schliesslich sei ein Neubau - wie die Gemeinde ausgeführt habe - 

tatsächlich rechtlich ausgeschlossen.

5. In ihrer Duplik führte die Gemeinde noch aus, die Frage der Legitimation sei 

von Amtes wegen zu prüfen, da gemäss Art. 97 Abs. 2 KRG als 

Spezialbestimmung der Eigentumsübergang bereits durch die Mitteilung an die 

Eigentümer aussergrundbuchlich erfolge. Gemäss BGE 114 Ia 340 und 88 I 

295 könnten die Gemeinden abgesehen von der unzulässigen Sicherung von 

ausgedehnten Landflächen ihre Bedürfnisse an ZöBA für die nächsten 30 Jahre 

sichern. Auch wenn kein Kindergarten gebaut werden sollte, habe sie die 

Verwendung der vorliegenden ZöBA für verschiedene öffentliche Zwecke nicht 

nur aufgezeigt, sondern auch durch die langjährige entsprechende Nutzung 

nachgewiesen. Hingegen ergebe sich klar aus den beizuziehenden 

Enteignungsakten, dass die Beschwerdeführerin selber ihr Haus nur selten 

aufgesucht habe, nachdem am Augenschein der Garten sich in einem sehr 

schlechten Zustand befunden habe (allenfalls Stromverbrauchrechnung der 

letzten 10 Jahre einholen). Auch die steuerlichen Vorteile seien gegeben, 

nachdem der Landwert der Parzellen der Beschwerdeführerin bei 213.-- Fr./m2 

liege, während die Bauzone in der Umgebung zwischen 700.-- und 1‘000.-- 

Fr./m2 betrage. Allenfalls seien auch hier die amtlichen Schätzungen der 

benachbarten Grundstücke zu edieren. 

6. In einer weiteren Stellungnahme zur Duplik bemerkte die Beschwerdeführerin 

noch, dass die Gemeinde selber im Jahr 2002 eine ganze Serie von 

Grundstücken zum Verkauf angeboten habe, die sich bestens für die Nutzung 

einer ZöBA geeignet oder sich gar in einer solchen befunden hätten (2 

Schulhäuser, 1 Feuerwehrmagazin, 1 Pfrundhaus, verschiedene unüberbaute 

Grundstücke deren vier inzwischen auch verkauft seien).

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Verfahren ist der Entscheid vom 8. Mai, 

mitgeteilt am 4. Juni 2012, worin die Gemeinde (Beschwerdegegnerin) auf den 

Zuteilungsantrag der Beschwerdeführerin (partielles Zonenplanverfahren; 

Umzonung einer ZöBA in Wohnzone B nicht eintrat (Ziff. 1; Hauptantrag) sowie 

das Gesuch auf Einleitung eines entsprechenden 

Zonenplanänderungsverfahrens namentlich bezüglich der Parzelle 3591 

(bereits überbaut mit einem Ferienhaus) abwies (Ziff. 2; Eventualantrag). 

Beschwerdegegenstand bilden dabei die Fragen, ob die Beschwerdeführerin 

formell zur Stellung des Hauptantrags überhaupt legitimiert war und ob die 

materiellen Voraussetzungen für die Einleitung und Durchführung eines 

entsprechenden Zonenplanänderungsverfahrens – speziell in Bezug auf die 

Parzellen 3591, 3590 und 1039 (allesamt bisher im Eigentum der 

Beschwerdeführerin stehend und seit 1978 der ZöBA zugewiesen) – 

vorgelegen hätten, um die beantragte Umzonung nicht abzuweisen.

2. a) Nach Art. 21 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Raumplanung (RPG) kann 

ein Grundeigentümer unter gewissen Bedingungen einen Anspruch formeller 

Natur auf Überprüfung einer bestehenden Orts- und Nutzungsplanung erheben. 

Dies gilt namentlich dann, wenn die bisherige Planung schon älter ist und sich 

die Verhältnisse seit Erlass der Planung beträchtlich geändert haben (BGE 114 

Ia 335, 120 Ia 227 = Pra 1996 Nr. 7; Urteile BGer 1C_202/2009 vom 12. 

Oktober 2009 E. 3.2, 1C_334/2011 vom 5. Januar 2012 E. 2, 2.1-2.5). Solche 

Ansprüche sind laut dieser Vorschrift durch den Gemeindevorstand zu 

behandeln und zu entscheiden. Damit wird gleichzeitig sichergestellt, dass 

abgelehnte Ansprüche auf Überprüfung der geltenden Nutzungsordnung auf 

dem Beschwerdeweg dem Verwaltungsgericht zum Entscheid unterbreitet 

werden können. Falls ein Verfahren für eine Teil- oder Totalrevision der 

Ortsplanung schon im Gange ist, können Ansprüche aus Art. 21 Abs. 2 RPG 

auch mit einer entsprechenden Planungsbeschwerde nach Art. 101 des 

Raumplanungsgesetzes für den Kanton Graubünden (KRG) geltend gemacht 

werden (vgl. Botschaft der Regierung an den Grossen Rat, Heft 3, 2004/2005, 

zur KRG-Revision). Vorliegend hätte die Beschwerdeführerin folglich im 

Anschluss an die Genehmigung der letzten Zonenplanrevision im Jahre 

2010/2011 an die Regierung gelangen können, mit dem Begehren, auch 

bezüglich der Parzellen 3591, 3590 und 1039 habe eine Planung (Prüfung der 

zumindest partiellen Umzonung von ZöBA in Wohnzone B) stattzufinden.

b) Aus diesem Grund erteilt Art. 47 Abs. 2 KRG eben auch keinen Anspruch auf 

Umzonung, sondern bloss einen Anspruch auf Einleitung eines Verfahrens auf 

Änderung der Grundordnung. Eine eigene Vorschrift, wonach bei 

Nichtausübung des Enteignungsrechtes durch das jeweils zuständige 

Gemeinwesen innert bestimmter Frist ein Anspruch auf Umzonung einer ZöBA 

besteht, kennt das bündnerische Recht nicht (vgl. P. HÄNNI, Planungs-, Bau- 

und besonderes Umweltschutzrecht, 5. Aufl., Bern 2008, S. 168). Aus der 

Tatsache, dass die Vorinstanz die ZöBA-Parzellen bis heute – also 34 Jahre 

nach ihrer Zuweisung zur ZöBA - noch nicht ihrer endgültigen 

Zweckbestimmung zugeführt hat, kann die Beschwerdeführerin ebenfalls nichts 

zu Gunsten einer allfälligen Umzonung herleiten, weil das Bundesgericht auch 

bereits entschieden hat, dass die Gemeindebehörden die zu planenden 

öffentlichen Bauten und Anlagen nach den Bedürfnissen einer weit längeren 

Zeitperiode als derjenigen von Art. 15 RPG (15 Jahre) bemessen können (vgl. 

Bundesgerichtsurteil vom 10. März 1995 in ZBl 97/1996 S. 116; sowie BGE 114 

Ia 339 – 30 Jahre; VGU R 06 41).

c) Aus dem Gesagten ergibt sich, dass ein direkter Anspruch auf Zuteilung zu 

Bauland (Umzonung der ZöBA in die Wohnzone B) gestützt auf Art. 47 Abs. 2 

KRG  - gemäss Hauptantrag (Ziff. 1) – klarerweise zu verneinen ist und die 

Vorinstanz daher mit Fug - mangels eines entsprechenden Anspruchs der 

Beschwerdeführerin darauf - nicht darauf eingetreten ist. In dieser Beziehung ist 

die Beschwerde folgerichtig abzuweisen.

d) Was den Eventualantrag auf Einleitung eines Zonenplanrevisionsverfahrens – 

besonders auch im Hinblick auf die Umzonung der bereits überbauten Parzelle 

3591 - betrifft (Antrag Ziff. 2), so kann eine solche Einleitung für die Abänderung 

der Grundordnung nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen (Kriterium der 

erheblich veränderten Verhältnisse) gegeben sein, die hier aber eindeutig nicht 

als erfüllt angesehen werden können. Ins Gewicht fällt dabei vorliegend im 

Besonderen, dass die fraglichen Parzellen 3591, 3590 und 1039 allesamt 

jahrzehntelang (seit 1978) unangefochten der ZöBA zugewiesen waren und 

sich die Beschwerdeführerin anlässlich der letzten Zonenplanrevision im Jahre 

2010/2011 auch nicht mittels Planungsbeschwerde bei der Regierung nach Art. 

101 KRG zur Wehr setzte. Der bis dahin über 30 Jahre lang gültige 

Planungsbestand wurde damit aber ausdrücklich noch einmal bestätigt und 

gefestigt, womit auch keine Veranlassung für eine erneute Überprüfung des 

öffentlichen Interesses am Beibehalt dieser ZöBA gegeben war. Die 

ursprünglich vorgenommene Güter- und Interessenabwägung für die 

Zuweisung der Parzellen 3591, 3590 und 1039 zur ZöBA und gegen eine 

private Nutzung derselben mit Ferien- und Wohnhäusern musste von der 

Vorinstanz deshalb auch nicht von Neuem erfolgen. Soweit sich die 

Beschwerdeführerin auf den Standpunkt stellte, die innere Begründung und 

Rechtfertigung für die Zuteilung ihrer Parzellen zur ZöBA sei im Laufe der Zeit 

weggefallen, was durch den Verkauf mehrerer weit besser geeigneter 

Grundstücke durch die Gemeinde belegt werden könne, verkennt sie, dass die 

drei genannten Parzellen 3591, 3590 und 1039 aufgrund ihrer topographischen 

Lage (Ebenerdigkeit der Bodenflächen), der guten Erschliessung und ihrer 

beträchtlichen Gesamtfläche von total 2367 m2 doch von erheblichem 

öffentlichen Interesse sind und sich die Vorinstanz nicht mit weit weniger 

geeigneten, nicht zusammenhängenden oder sonst unbrauchbaren – weil fern 

ab und nur erschwert zugänglich gelegenen – Restparzellen als ZöBA zufrieden 

geben muss. Die Beschwerde erweist sich demnach auch unter diesem 

Gesichtspunkt als sachlich unbegründet.

3. a) Der angefochtene Entscheid vom 8. Mai/4. Juni 2012 ist damit rechtens, was zu 

seiner umfassenden Bestätigung (Ziff. 1 Nichteintreten auf Hauptantrag; Ziff. 2 

Abweisung des Eventualantrags) und zur Abweisung der Beschwerde vom 20. 

Juni 2012 führt. 

b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf Art. 

73 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG) der 

Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Der Beschwerdegegnerin steht nach Art. 78 

Abs. 2 VRG keine aussergerichtliche Entschädigung zu, da sie lediglich in 

ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegte.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 1‘500.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 288.--

zusammen Fr. 1‘788.--

gehen zulasten von Frau … und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses 

Entscheids an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu 

bezahlen.