# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bc954a90-cf5c-5c39-9f71-e78569aec7e3
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** SU240040-O1
**Docket/Reference:** SU240040-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/SU240040-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SU240040-O/U/cwo

Mitwirkend: der Oberrichter lic. iur. B. Gut, Präsident, die Oberrichterinnen 

lic. iur. M. Knüsel und lic. iur. S. Fuchs sowie die Gerichtsschreiberin 

MLaw N. Hunziker

Urteil vom 11. April 2025

A._____,

Beschuldigter und Berufungskläger

in Sachen

gegen

Stadtrichteramt Zürich,

Verwaltungsbehörde und Berufungsbeklagte

betreffend Übertretung von Verkehrsvorschriften 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 

10. Abteilung - Einzelgericht, vom 28. Mai 2024 (GC240035)

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Strafbefehl:

Der Strafbefehl des Stadtrichteramts der Stadt Zürich vom 19. März 2024 (Urk. 28) 

ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 42 S. 18 ff.)

"Es wird erkannt:

1.

Der Einsprecher ist schuldig 





der  mehrfachen  einfachen  Verkehrsregelverletzung  im  Sinne  von  Art. 90 

Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 34 Abs. 3 SVG, Art. 44 Abs. 1 SVG, Art. 27 Abs. 1 SVG, 

Art. 48 Abs. 4 SSV und Art. 79 Abs. 6 SSV sowie 

des pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall im Sinne von Art. 92 Abs. 1 SVG i.V.m. 

Art. 51 Abs. 3 SVG.

2.

3.

Der Einsprecher wird bestraft mit einer Busse von Fr. 500.–.

Bezahlt  der  Einsprecher  die  Busse  schuldhaft  nicht,  so  tritt  an  deren  Stelle  eine 

Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen. 

4.

Die  Entscheidgebühr  wird  festgesetzt  auf  Fr. 1'200.–.  Allfällige  weitere  Auslagen 

bleiben vorbehalten.

5.

Die Gerichtskosten werden dem Einsprecher auferlegt. Über diese Kosten stellt die 

Gerichtskasse Rechnung.

6.

Die  Kosten  des  Stadtrichteramtes  Zürich  im  Betrag  von  Fr. 1'357.50  (Fr. 430.– 

Kosten gemäss Strafbefehl Nr. 2022-054-639 vom 19. März 2024 sowie Fr. 927.50 

zusätzliche Untersuchungskosten) werden dem Einsprecher auferlegt. Diese Kosten 

sowie die Busse von Fr. 500.– werden durch das Stadtrichteramt Zürich eingefordert.

7.

8.

(Mitteilungen)

(Rechtsmittel)"

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Berufungsanträge:

a)

Des Beschuldigten:

(Urk. 43; sinngemäss)

Freispruch

b)

Des Stadtrichteramts der Stadt Zürich:

(Urk. 52; sinngemäss)

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils

Erwägungen:

I. Verfahrensgang

1.

Zum  Verfahrensgang  bis  zum  vorinstanzlichen  Urteil  kann  zwecks  Ver-

meidung von Wiederholungen auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz im 

angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 42 S. 3).

2.

Der Beschuldigte wurde mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung - 

Einzelgericht, vom 28. Mai 2024 gemäss dem eingangs zitierten Urteilsdispositiv 

schuldig  gesprochen  (Urk.  42).  Am  30.  Mai  2024  meldete  der  Beschuldigte  frist-

gerecht Berufung an (Urk. 37; Art. 399 Abs. 1 StPO). Nach Zustellung des begrün-

deten Urteils (Urk. 41/2) erfolgte mit Eingabe vom 1. Oktober 2024, persönlich über-

bracht am 4. Oktober 2024, rechtzeitig die Berufungserklärung (Urk. 43; Art. 399 

Abs. 3 StPO). Das Stadtrichteramt der Stadt Zürich (nachfolgend: Stadtrichteramt) 

verzichtete  auf  eine  Anschlussberufung  (Urk.  47;  Art. 400  Abs.  3  StPO).  Mit 

Beschluss  vom  17.  Oktober  2024  wurde  die  Durchführung  eines  schriftlichen 

Berufungsverfahrens angeordnet und dem Beschuldigten Frist angesetzt, um seine 

Berufung  zu  begründen  oder  mitzuteilen,  ob  die  begründete  Berufungserklärung 

als vollständige Berufungsbegründung anzusehen sei (Urk. 48). Der Beschuldigte 

liess  sich  in  der  Folge  nicht  vernehmen.  Mit  Verfügung  vom  4.  Dezember  2024 

wurde  dem  Stadtrichteramt  Frist  angesetzt,  um  zur  begründeten  Berufungser-

klärung des Beschuldigten die Berufungsantwort einzureichen (Urk. 50). Das Stadt-

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richteramt  verzichtete  daraufhin  auf  eine  Berufungsantwort  (Urk.  52).  Das  Ver-

fahren ist spruchreif.

1. Grundsätzliches

II. Prozessuales

1.1. Gemäss Art. 398 Abs. 1 StPO ist die Berufung zulässig gegen Urteile erstin-

stanzlicher Gerichte, mit denen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen 

worden ist. Die Berufungsinstanz überprüft den vorinstanzlichen Entscheid bezüg-

lich  sämtlicher  Tat-,  Rechts-  und  Ermessensfragen  üblicherweise  frei  (Art.  398 

Abs. 2  und  3  StPO).  Bildeten  jedoch  ausschliesslich  Übertretungen  Gegenstand 

des  erstinstanzlichen  Hauptverfahrens,  so  schränkt  Art. 398  Abs.  4  StPO  die 

Kognition der Berufungsinstanz ein. In diesen Fällen wird das angefochtene Urteil 

lediglich dahingehend überprüft, ob es rechtsfehlerhaft ist oder ob eine offensicht-

lich  unrichtige  Feststellung  des  Sachverhaltes  durch  die  Vorinstanz  gegeben  ist. 

Relevant sind dabei klare Versehen bei der Sachverhaltsermittlung wie namentlich 

Irrtümer  oder  offensichtliche  Diskrepanzen  zur  Akten-  und  Beweislage.  Weiter  in 

Betracht  kommen  insbesondere  Fälle,  in  denen  die  Sachverhaltsfeststellung  auf 

einer Verletzung von Bundesrecht, in erster Linie von Verfahrensvorschriften der 

StPO selbst, beruht. Ebenfalls unter diesen Rügegrund fällt die Situation, in welcher 

die  an  sich  zur  Verfügung  stehenden  Beweismittel  offensichtlich  ungenügend 

ausgeschöpft  wurden,  mithin  der  Sachverhalt  unvollständig  festgestellt  wurde. 

Gesamthaft  gesehen  dürften  regelmässig  Konstellationen  relevant  sein,  die  als 

willkürliche  Sachverhaltserstellung  zu  qualifizieren  sind  (vgl. SCHMID/JOSITSCH, 

StPO Praxiskommentar, 4. Aufl. 2023, Art. 398 N 12 f.; BSK StPO-BÄHLER, 3. Aufl. 

2023, Art. 398 N 6). Willkür bei der Beweiswürdigung liegt vor, wenn der angefoch-

tene  Entscheid  offensichtlich  unhaltbar  ist  oder  mit  der  tatsächlichen  Situation  in 

klarem Widerspruch steht. Dass eine andere Lösung oder Würdigung ebenfalls ver-

tretbar oder gar zutreffender erscheint, genügt für die Annahme von Willkür nicht 

(BGE 138 I 305 E. 4.3 mit Hinweisen). Eine vertretbare Beweiswürdigung ist daher 

auch  dann  noch  nicht  willkürlich,  wenn  die  Berufungsinstanz  anstelle  des 

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Vorderrichters allenfalls anders entschieden hätte. Es ist somit zu überprüfen, ob 

das vorinstanzliche Urteil im Bereich der zulässigen Kognition Fehler aufweist.

1.2. Die urteilende Instanz muss sich nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich 

auseinandersetzen  und  jedes  einzelne  Vorbringen  ausdrücklich  widerlegen. 

Vielmehr kann sich das Gericht auf die seiner Auffassung nach wesentlichen und 

massgeblichen Vorbringen der Parteien beschränken (BGE 141 IV 249; BGE 138 

IV 81 E. 2.2; BGE 136 I 229 E. 5.2). 

1.3. Soweit  nachfolgend  auf  Erwägungen  der  Vorinstanz  im  angefochtenen 

Entscheid  verwiesen  wird,  erfolgt  dies  in  Anwendung  von  Art.  82  Abs.  4  StPO 

(vgl. dazu etwa BGer 6B_570/2019 vom 23. September 2019 E. 4.2, m.w.H., sowie 

NYDEGGER,  Der  Verweis  auf  die  Entscheidbegründung  der  Vorinstanz  gemäss 

Art. 82  Abs. 4  StPO,  recht  2021,  S. 15 ff.),  auch  ohne  dass  dies  jeweils  explizit 

Erwähnung findet.

2.

Umfang der Berufung

Nachdem  der  Beschuldigte  einen  vollumfänglichen  Freispruch  beantragt,  ist  das 

gesamte vorinstanzliche Urteil angefochten bzw. steht dieses unter Berücksichti-

gung des Verschlechterungsverbots gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO vollumfänglich 

zur  Disposition.  Es  ist  im  Rahmen  der  oben  erläuterten  Kognition  zu  überprüfen 

(Art. 404 Abs. 1 StPO).

III. Sachverhalt

1.  Die Vorinstanz ist zum Schluss gekommen, dass der Beschuldigte – wie ihm 

im Strafbefehl des Stadtrichteramts vom 19. März 2024 vorgeworfen wird (Urk. 28) – 

die Kollision seines Fahrzeugs mit einem Lieferwagen vom 8. September 2022 auf 

der B._____-strasse durch ungenügende Rücksichtnahme auf andere Fahrzeuge 

beim Wechseln des Fahrstreifens beim Schalten des Lichtsignals auf Grün verur-

sacht habe und sich danach trotz Sachschadens vom Unfallort entfernt habe, ohne 

seinen Namen und seine Adresse bekannt zu geben oder die Polizei zu verständi-

gen. Zudem habe der Beschuldigte am 3. Februar 2023 sein Fahrzeug auf einem 

markierten Car-Parkplatz parkiert (Urk. 42 S. 14). 

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2.  Diese  Sachverhaltsfeststellung  basiert  auf  den  Aussagen  der  Auskunfts-

person  C._____,  welche  den  kollisionsbeteiligten  Lieferwagen  fuhr,  und  auf  den 

Festellungen  der  Polizei  hinsichtlich  des  Spurenbildes.  Die  Vorinstanz  erachtete 

die Angaben von C._____ als in sich stimmig, nachvollziehbar und überzeugend. 

In seinen Aussagen fänden sich keine Übertreibungen oder sonstige Lügensignale. 

Er habe auch eingeräumt, wenn er etwas nicht wisse oder auf gewisse Dinge nicht 

geachtet  habe.  Die  Ausführungen  der  Auskunftsperson  C._____  seien  somit 

insgesamt als glaubhaft zu beurteilen. Laut der ersten Instanz lassen sich überdies 

die  glaubhaften  Angaben  von  C._____  mit  den  Feststellungen  der  Polizei 

hinsichtlich  des  Spurenbildes  in  Übereinstimmung  bringen,  gemäss  welchen  die 

Kratzspuren am Fahrzeug des Beschuldigten nach hinten ziehend gewesen seien, 

weshalb  davon  ausgegangen  werden  könne,  dass  der  Beschuldigte  in  den 

Lieferwagen hineingefahren sei. Andererseits kam die Vorinstanz nach der Analyse 

der  Aussagen  des  Beschuldigten  und  der  Zeugin  D._____,  der  Ehefrau  des 

Beschuldigten,  zum  Schluss,  dass  deren  Ausführungen,  wonach  der 

Lieferwagenfahrer  mutwillig  von  hinten  in  das  Fahrzeug  des  Beschuldigten 

hineingefahren  sei,  nicht  stimmig,  widersprüchlich,  lebensfremd  und  gesamthaft 

unglaubhaft und entsprechend nicht geeignet seien, die glaubhaften Aussagen der 

Auskunftsperson C._____ in Zweifel zu ziehen. Vielmehr seien die Aussagen des 

Beschuldigten  und  der  Zeugin  als  Schutzbehauptungen  zu  würdigen.  Die 

Sachverhaltsfeststellung  des  Parkierens  auf  einem  markierten  Car-Parkplatz 

basiert sodann auf einer polizeilich erstellten Fotodokumentation (Urk. 42 S. 10 ff.).

3.  Was  der  Beschuldigte  dagegen  mit  seiner  Berufungserklärung  vorbringt, 

genügt den gesetzlichen Begründungsanforderungen nicht. Er setzt sich mit den 

lediglich  auf  Willkür  zu  prüfenden  Sachverhaltsfeststellungen  der  ersten  Instanz 

(Art.  398  Abs.  4  StPO)  nicht  in  einer  den  formellen  Anforderungen  genügenden 

Weise auseinander. Stattdessen beschränkt er sich darauf, seine Sicht der Dinge 

zu schildern und der Vorinstanz vorzuwerfen, die Beweise nicht in diesem Sinne 

richtig gewürdigt zu haben. Das trifft beispielsweise auf seine Behauptung zu, sein 

Fahrzeug habe schon zu 75% auf der Spur des Lieferwagens gestanden, als das 

Lichtsignal  noch  auf  Rot  gewesen  sei,  und  dass  der  Lieferwagenfahrer  beim 

Wechsel auf Grün Vollgas gegeben habe und absichtlich in ihn hineingefahren sei. 

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Nach  der  Kollision  habe  er  auf  den  Lieferwagen  gewartet.  Damit  einhergehend 

beruft er sich auf seine eigenen, aus seiner Sicht glaubhaften Aussagen und auf 

die  Angaben  seiner  Ehefrau  und  wirft  der  Auskunftsperson  C._____  vor,  die 

Vorwürfe frei erfunden zu haben (Urk. 37 und Urk. 43). Damit zeigt der Beschuldigte 

nicht  ansatzweise  auf,  dass  oder  inwiefern  die  vorinstanzlichen  Sachverhalts-

feststellungen, auf denen der Schuldspruch basiert, schlechterdings unhaltbar sein 

sollen. Seine Einwände gehen über eine appellatorische Kritik an der vorinstanz-

lichen  Sachverhaltsfeststellung  und  Beweiswürdigung  nicht  hinaus.  Aus  seiner 

Berufung ergibt sich mithin nicht, inwiefern das angefochtene Urteil willkürlich bzw. 

rechtsfehlerhaft sein könnte. Entsprechendes gilt, wenn der Beschuldigte moniert, 

dass keine Bremsspuren des Lieferwagens festgestellt worden seien (Urk. 37 und 

Urk. 43). Mangels entsprechender Untersuchungen kann nicht eruiert werden, ob 

der  Lieferwagen  Bremsspuren  hinterliess  oder  nicht.  Daraus  lässt  sich  weder 

zugunsten noch zuungunsten des Beschuldigten etwas ableiten. Die Vorinstanz hat 

in ihren Erwägungen nachvollziehbar begründet, weshalb sie die Darstellung des 

Beschuldigten,  dass  sein  Fahrzeug  schon  auf  der  Spur  des  Lieferwagens 

gestanden  habe,  als  das  Lichtsignal  noch  auf  Rot  gewesen  sei  und  der  Liefer-

wagenfahrer  beim  Wechsel  auf  Grün  mutwillig  in  ihn  hineingefahren  sei,  als 

Schutzbehauptung  qualifizierte  (Urk. 42  S.  11  ff.).  Da  der  Bechuldigte  nicht 

ansatzweise  darlegt,  weshalb  die  diesbezüglichen  vorinstanzlichen  Erwägungen 

rechtsfehlerhaft bzw. willkürlich sind, ist nicht weiter darauf einzugehen.

4.  Nachdem  die  vorgebrachten  Rügen  des  Beschuldigten  zum  Sachverhalt 

allesamt ungenügend begründet und entsprechend nicht von der Überprüfungsbe-

fugnis gemäss Art. 398 Abs. 4 StPO gedeckt sind, ist seine Berufung diesbezüglich 

ohne Grundlage. Der Anklagesachverhalt ist, wie das die Vorinstanz festgehalten 

hat, erstellt (Urk. 42 S. 14). 

IV. Rechtliche Würdigung

1.  Der Beschuldigte beantragt einen Freispruch, da er den ihm vorgeworfenen 

Sachverhalt  nicht  begangen  habe.  Er  beanstandet  die  rechtliche  Würdigung  der 

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Vorinstanz des im Strafbefehl festgehaltenen Sachverhalts einzig in Bezug auf den 

Vorwurf des Parkierens auf einem markierten Car-Parkplatz (Urk. 37 und Urk. 43).

2.  Unter Parkieren ist gemäss Art. 19 Abs. 1 VRV das Abstellen des Fahrzeugs 

zu verstehen, das nicht bloss dem Ein- und Aussteigenlassen von Personen oder 

Güterumschlag dient. Nach der eigenen Darstellung des Beschuldigten stellte er 

sein Fahrzeug auf den markierten Car-Parkplatz, um die Adresse des Tesla-Cen-

ters nachzuschauen (Urk. 43). Dass er dies in seinem Fahrzeug sitzend tat, ändert 

nichts. Entscheidend ist, dass er mit seinem Fahrzeug während rund einer Minute 

zu  einem  anderen,  als  den  im  Gesetz  für  das  blosse  Anhalten  umschriebenen 

Zweck  (Ein-  und  Aussteigenlassen  von  Personen  oder  Güterumschlag)  stehen 

blieb. Da es sich gemäss dem erstellten Sachverhalt um einen den Cars vorbehal-

tenen  Parkplatz  handelte  und  dieser  durch  entsprechende  Markierung  gekenn-

zeichnet  war,  was  der  Beschuldigte  bei  pflichtgemässer  Sorgfalt  hätte  erkennen 

müssen, hat sich der Beschuldigte durch das unerlaubte Parkieren der einfachen 

Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 27 

SVG, Art. 48 Abs. 4 SSV und Art. 79 Abs. 6 SVV schuldig gemacht.

3.

Des  Weiteren  hat  sich  der  Beschuldigte  der  einfachen  Verkehrsregelverlet-

zung im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 34 Abs. 3 SVG und 

Art. 44 Abs. 1 SVG sowie des pflichtwidriges Verhaltens bei Unfall im Sinne von 

Art. 92 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 51 Abs. 3 SVG schuldig gemacht. Die 

rechtliche  Würdigung  der  Vorinstanz  ist  zutreffend  und  zu  übernehmen  (Urk.  42 

S. 15 f.). Zu ergänzen ist einzig, dass im dichten Innerortsverkehr im Interesse der 

Sicherheit und Flüssigkeit des Verkehrs zwar eine etwas elastische Handhabung 

der Vortrittsregeln besteht. Ist aber ein einzelner Fahrzeugführer zu einem Spur-

wechsel  (beispielsweise  wegen  eines  Hindernisses)  gezwungen,  so  liegt  grund-

sätzlich  keine  Situation  vor,  welche  nahelegen  würde,  dass  der  Berechtigte  (wie 

vorliegend der Lieferwagenfahrer) auf sein Vortrittsrecht verzichten müsste (Urteil 

des  BGer  6B_10/2011  vom  29.  März  2011  E.  2.3.1).  Vorliegend  hat  es  der 

Beschuldigte  versäumt,  frühzeitig  auf  die  linke  Spur  zu  wechseln,  um  bei  der 

Kreuzung  links  abzubiegen.  Zum  einen  hätte  er  den  Lieferwagen  vorbeifahren 

lassen können. Zum anderen ist anzunehmen, dass er mit einer vorausschauenden 

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Fahrweise die Spur frühzeitig hätte wechseln und ohne Weiteres in der Fahrzeug-

kolonne hinten hätte anschliessen können.

V. Sanktion

Die Vorinstanz hat die massgeblichen rechtlichen Grundlagen zur Strafzumessung 

zutreffend  dargelegt,  weshalb  darauf  zu  verweisen  ist  (Urk.  42  S.  17).  Die  Vor-

instanz hat eine Busse in Höhe von Fr. 500.– ausgefällt (Urk. 42 S. 17 f.), was der 

Beschuldigte  nicht  konkret  beanstandet.  Da  diese  Sanktion  angesichts  des  Tat-

verschuldens und der persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten angemessen 

erscheint, ist sie ebenso wie die für den Fall der schuldhaften Nichtbezahlung der 

Busse  praxisgemäss  festgesetzte  Ersatzfreiheitsstrafe  von  fünf  Tagen  zu  über-

nehmen. Die Busse ist zu vollziehen (Art. 105 Abs. 1 StGB).

VI. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1.  Ausgangsgemäss ist die vorinstanzliche Kostenregelung (Dispositivziffern 4 

bis 6) zu bestätigen.

2.1. Die  Gerichtsgebühr  für  das  Berufungsverfahren  ist  praxisgemäss  auf 

Fr. 1'500.– festzusetzen (Art. 424 Abs. 1 StPO i.V.m. § 16 Abs. 1 und § 14 GebV 

OG).

2.2.

Im  Rechtsmittelverfahren  tragen  die  Parteien  die  Kosten  nach  Massgabe 

ihres  Obsiegens  oder  Unterliegens  (Art. 428  Abs. 1  StPO).  Der  Beschuldigte 

unterliegt  mit  seinen  Anträgen  vollumfänglich,  weshalb  die  Kosten  des  Be-

rufungsverfahrens ihm aufzuerlegen sind. Bei diesem Ausgang des Verfahrens 

besteht zudem kein Anspruch auf eine Entschädigung.

-   10   -

Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A._____ ist schuldig 





der mehrfachen einfachen Verkehrsregelverletzung im Sinne von 

Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 34 Abs. 3 SVG, Art. 44 Abs. 1 SVG, 

Art. 27 Abs. 1 SVG, Art. 48 Abs. 4 SSV und Art. 79 Abs. 6 SSV sowie 

des pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall im Sinne von Art. 92 Abs. 1 

SVG i.V.m. Art. 51 Abs. 3 SVG.

Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Busse von Fr. 500.–.

Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle 

eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen. 

Das erstinstanzliche Kostendispositiv (Ziff. 4 bis 6) wird bestätigt.

Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 1'500.–.

Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt. 

Schriftliche Mitteilung in vollständiger Ausfertigung an







den Beschuldigten

das Stadtrichteramt der Stadt Zürich

die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich

sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälliger Rechts-

2.

3.

4.

5.

6.

7.

mittel an



die Vorinstanz.

8. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 

-   11   -

Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschrie-

benen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 11. April 2025

Der Präsident:

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. B. Gut

MLaw N. Hunziker