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**Case Identifier:** 0addf99f-c2b3-5f11-9d1c-1771e558c952
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-07-27
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 27.07.2018 200 2018 440
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2018-440_2018-07-27.pdf

## Full Text

200 18 440 UV publiziert in BVR 2019 S. 89
SCP/JAP/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 27. Juli 2018

Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiber Jakob

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. B.________
Beschwerdeführer 

gegen

Suva 
Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern 
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 9. Mai 2018

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juli 2018, UV/18/440, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1986 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) war 
bei der Suva obligatorisch unfallversichert, als er am 7. Oktober 2015 von 
mehreren herunterfallenden Paletten am Kopf und Rücken getroffen wurde 
(Schaden-Nr. …) und am 18. März 2016 sowie am 14. August 2016 Auf-
fahrunfälle erlitt (Schaden-Nrn. … und …). Die Suva stellte die im Zusam-
menhang mit diesen Ereignissen zunächst gewährten gesetzlichen Unfall-
versicherungsleistungen mit Verfügung vom 24. Oktober 2017 per 1. No-
vember 2017 ein. Daran hielt sie auf Einsprache hin mit Entscheid vom 
9. Mai 2018 fest (Akten des Versicherten, Beschwerdebeilage [BB] 1).

B.

Mit Eingabe vom 13. Juni 2018 hat der Versicherte, vertreten durch 
Rechtsanwältin lic. iur. B.________, Beschwerde erhoben. Er stellt die fol-
genden Anträge:

« 1. Es sei die Verfügung der Suva Bern vom 24. Oktober 2017 be-
treffend die Verfahren Nrn. … / … / … aufzuheben.

2. Es seien dem Beschwerdeführer rückwirkend ab 1. November 
2017 Versicherungsleistungen (Taggeld, Heilkosten, Rente) 
auszurichten.

3. Eventualiter sei die Verfügung aufzuheben, und die Sache zu 
weiteren Abklärungen an die Vorinstanz zurückzuweisen.

4. Dem Beschwerdeführer sei die unentgeltliche Rechtspflege un-
ter Beiordnung der Unterzeichneten als unentgeltliche Rechts-
beiständin zu gewähren.

5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.»

Der Instruktionsrichter hat mit prozessleitender Verfügung vom 15. Juni 
2018 das Rechtsbegehren, welches die (nicht Anfechtungsobjekt bildende) 
Verfügung vom 24. Oktober 2017 betrifft, nach seinem erkennbaren, wirkli-
chen Sinn ausgelegt. Gleichzeitig hat er im Zusammenhang mit dem Ge-
such um unentgeltliche Rechtspflege vom Beschwerdeführer ergänzende 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juli 2018, UV/18/440, Seite 3

Angaben verlangt sowie das Hauptverfahren vorerst auf die Prüfung der 
Rechtzeitigkeit der Beschwerde beschränkt.

Die Suva (Beschwerdegegnerin) hat mit Stellungnahme vom 29. Juni 2018, 
unter Beilage der Sendungsinformation der Schweizerischen Post (in den 
Gerichtsakten), auf Nichteintreten geschlossen.

Mit Zuschrift vom 6. Juli 2018 hat der Beschwerdeführer Unterlagen zum 
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege nachgereicht (BB 5). Er beantragt, 
auf die Beschwerde sei einzutreten; eventualiter sei die Beschwerdefrist 
wiederherzustellen. Am 23. Juli 2018 hat er auf eine ergänzende Stellung-
nahme verzichtet.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Ver-
waltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. Ok-
tober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Zwar ist die Einsprache kein 
devolutives Rechtsmittel, ein Einspracheentscheid tritt jedoch an die Stelle 
der ursprünglichen Verfügung (vgl. BGE 131 V 407 E. 2.1.2.1 S. 411). Vor 
diesem Hintergrund ist die Beschwerde dahingehend auszulegen (vgl. 
MERKLI/AESCHLIMANN/HERZOG, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, 
Art. 32 N. 11), dass nicht die Aufhebung der Verfügung vom 24. Oktober 

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2017 (Beschwerde S. 2 Ziff. 1), sondern des Einspracheentscheids vom 
9. Mai 2018 (BB 1) beantragt wird (vgl. prozessleitende Verfügung vom 
15. Juni 2018). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 58 Abs. 1 
ATSG) und auch die Bestimmungen über die Form (Art. 61 lit. b ATSG; 
Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 
über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) sind eingehalten. 
Näher zu prüfen ist die Rechtzeitigkeit der Beschwerde.

1.2 Die Beschwerde ist innerhalb von 30 Tagen nach der Eröffnung des 
Einspracheentscheids oder der Verfügung, gegen welche eine Einsprache 
ausgeschlossen ist, einzureichen (Art. 60 Abs. 1 ATSG). Dabei sind 
Art. 38-41 ATSG sinngemäss anwendbar (Art. 60 Abs. 2 ATSG). Berechnet 
sich eine Frist nach Tagen oder Monaten und bedarf sie der Mitteilung an 
die Parteien, so beginnt sie am Tag nach ihrer Mitteilung zu laufen (Art. 38 
Abs. 1 ATSG). Schriftliche Eingaben müssen spätestens am letzten Tag 
der Frist dem Versicherungsträger eingereicht oder zu dessen Handen der 
Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder 
konsularischen Vertretung übergeben werden (Art. 39 Abs. 1 ATSG). Ist 
der letzte Tag der Frist ein Samstag, ein Sonntag oder ein vom Bundes-
recht oder vom kantonalen Recht anerkannter Feiertag, so endet sie am 
nächstfolgenden Werktag. Massgebend ist das Recht des Kantons, in dem 
die Partei oder ihr Vertreter beziehungsweise ihre Vertreterin Wohnsitz 
oder Sitz hat (Art. 38 Abs. 3 ATSG).

1.3 Die Eröffnung einer Verfügung (oder eines Einspracheentscheids) 
ist eine empfangsbedürftige, nicht aber eine annahmebedürftige einseitige 
Rechtshandlung; sie entfaltet daher ihre Rechtswirkungen vom Zeitpunkt 
ihrer ordnungsgemässen Zustellung an (vgl. BGE 103 V 63 E. 1b S. 65). 

1.3.1 Im Zweig der obligatorischen Unfallversicherung bestehen keine 
gesetzlichen Vorschriften darüber, wie die Versicherungsträger ihre 
Verfügungen und Einspracheentscheide zustellen sollen. Aus dem 
Schweigen des Gesetzes in diesen und anderen verwaltungsrechtlichen 
Materien über die Art der Zustellung leitet das Bundesgericht grundsätzlich 
ab, dass es den Behörden freigestellt ist, auf welche Art sie ihre 
Verfügungen versenden. Insbesondere dürfen sie sich deshalb auch der 
Versandart A-Post Plus bedienen. Die Eröffnung muss bloss so erfolgen, 

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dass sie dem Adressaten ermöglicht, von der Verfügung oder der 
Entscheidung Kenntnis zu erlangen, um diese gegebenenfalls sachgerecht 
anfechten zu können. Bei uneingeschriebenem Brief erfolgt die Zustellung 
bereits dadurch, dass er in den Briefkasten oder ins Postfach des 
Adressaten gelegt wird und damit in den Macht- bzw. Verfügungsbereich 
des Empfängers gelangt. Dass der Empfänger von der Verfügung 
tatsächlich Kenntnis nimmt, ist nicht erforderlich (BGE 142 III 599 E. 2.4.1 
S. 603).

1.3.2 Bei der Zustellungsart A-Post Plus wird der Brief mit einer Nummer 
versehen und ähnlich wie ein eingeschriebener Brief mit A-Post spediert. 
Im Unterschied zu den eingeschriebenen Briefpostsendungen wird aber der 
Empfang durch den Empfänger nicht quittiert. Entsprechend wird der 
Adressat im Falle seiner Abwesenheit auch nicht durch Hinterlegung einer 
Abholungseinladung avisiert. Die Zustellung wird vielmehr elektronisch 
erfasst, wenn die Sendung in das Postfach oder in den Briefkasten des 
Empfängers gelegt wird. Auf diese Weise ist es möglich, mit Hilfe des von 
der Post zur Verfügung gestellten elektronischen Suchsystems «Track & 
Trace» die Sendung bis zum Empfangsbereich des Empfängers zu 
verfolgen (BGE 142 III 599 E. 2.2 S. 601). 

1.3.3 Rechtsprechungsgemäss obliegt der Beweis der Tatsache sowie 
des Zeitpunktes der Zustellung von Verfügungen der Verwaltung, welche 
die entsprechende (objektive) Beweislast trägt (Entscheid des 
Bundesgerichts [BGer] vom 10. November 2010, 9C_791/2010, E. 4.1). 
Entsprechend hat sie zu beweisen, dass die Sendung in den Briefkasten 
des Empfängers gelangte (Entscheid des BGer vom 8. September 2016, 
4A_10/2016, E. 2.2.1, nicht publiziert in: BGE 142 III 671; vgl. auch BGE 
142 III 599 E. 2.1 S. 601). 

Mit einem «Track & Trace»-Auszug wird nicht direkt bewiesen, dass die 
Sendung tatsächlich in den Empfangsbereich des Empfängers gelangt ist, 
sondern bloss, dass durch die Post ein entsprechender Eintrag in ihrem 
Erfassungssystem gemacht wurde. Einzig im Sinne eines Indizes lässt sich 
aus diesem Eintrag darauf schliessen, dass die Sendung in den Briefkasten 
oder in das Postfach des Adressaten gelegt wurde. Mangels Quittierung 
lässt sich dem «Track & Trace»-Auszug sodann nicht entnehmen, ob 

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tatsächlich jemand die Sendung behändigt hat und um wen es sich dabei 
handelt (BGE 142 III 599 E. 2.2 S. 602). 

1.3.4 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, die sich auch auf 
die Zustellungsart A-Post Plus bezieht, liegt ein Fehler bei der 
Postzustellung nicht ausserhalb jeder Wahrscheinlichkeit. Eine fehlerhafte 
Postzustellung ist allerdings nicht zu vermuten, sondern nur anzunehmen, 
wenn sie aufgrund der Umstände plausibel erscheint. Auf die Darstellung 
des Adressaten, dass eine fehlerhafte Postzustellung vorliegt, ist daher 
abzustellen, wenn seine Darlegung der Umstände nachvollziehbar ist und 
einer gewissen Wahrscheinlichkeit entspricht, wobei sein guter Glaube zu 
vermuten ist (BGE 142 III 599 E. 2.4.1 S. 604). Rein hypothetische 
Überlegungen des Adressaten genügen indes nicht (Entscheid des BGer 
vom 2. Juni 2015, 9C_90/2015, E. 3.2). 

1.4 Es ist unbestritten und aktenmässig ausgewiesen, dass der am 
11. Mai 2018 (Freitag nach Christi Himmelfahrt) mit A-Post Plus versandte 
Einspracheentscheid vom 9. Mai 2018 (BB 1) am 12. Mai 2018 (Samstag) 
via Postfach zugestellt wurde (Eingabe vom 6. Juli 2018 S. 3 lit. B Ziff. 16; 
Beilage 2 zur Eingabe vom 29. Juni 2018 [in den Gerichtsakten]; BB 7). 
Soweit der Beschwerdeführer moniert, die Postübergabe sei an einem Frei-
tag am «Brückenwochenende» uneingeschrieben erfolgt und das Zustell-
datum nicht ohne Weiteres erkennbar (Eingabe vom 6. Juli 2018 S. 3 lit. B 
Ziff. 16), ist ihm nicht zu folgen: Vorab handelt es sich bei sog. «Brückenta-
gen» allemal um Werktage, welche der Postaufgabe von empfangsbedürf-
tigen Verwaltungsakten nicht entgegenstehen. Sodann ist die gewählte 
Versandart nicht zu beanstanden, zumal die Spezialgesetzgebung zur obli-
gatorischen Unfallversicherung keine spezifischen Bestimmungen zur Zu-
stellungsart von Mitteilungen respektive Verfügungen und Einspracheent-
scheiden enthält (vgl. Art. 105 ff. des Bundesgesetzes vom 20. März 1981 
über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20] und Art. 124 f. der Verord-
nung vom 20. Dezember 1982 über die Unfallversicherung [UVV; 
SR 832.202]). Des Weiteren ist das jeweilige Zustelldatum trotz des Um-
standes, dass die mittels A-Post Plus verschickten Sendungen – anders als 
Einschreiben (R) – auch an Samstagen zugestellt werden, für den Adressa-
ten ohne grossen Aufwand auch nach mehrtätiger Büroabwesenheit fest-

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stellbar (mittels der auf dem Umschlag figurierenden Sendenummer sowie 
dem erwähnten Onlinedienst «Track & Trace»; vgl. <www.post.ch>). Hinzu 
kommt, dass der Zutritt zur Postfachanlage in der betreffenden Postfiliale – 
wie bereits mit prozessleitender Verfügung vom 10. Juli 2018 (S. 2 Ziff. 1 
lit. g) aufgezeigt worden ist – auch an Wochenenden (Samstag und Sonn-
tag) in der Zeit von 05.00 Uhr bis 18.00 Uhr gewährleistet ist (vgl. 
<www.post.ch>, Rubrik: Standorte und Öffnungszeiten). Wenngleich die 
Versicherten bzw. deren Rechtsvertretungen nicht verpflichtet sind ihr Post-
fach auch am Samstag zu leeren, haben sie jedenfalls hinzunehmen, dass 
bei einer auf Werktage beschränkten Leerung des Postfaches die Rechts-
mittelfrist allenfalls bereits vor der eigentlichen Kenntnisnahme des Anfech-
tungsobjektes zu laufen beginnt und sich dadurch faktisch verkürzt. 
Schliesslich ist auch die Rüge unbegründet, das Stellen der «Fristenfalle» 
widerspreche dem Grundsatz von Treu und Glauben und sei als rechts-
missbräuchlich zu qualifizieren (Eingabe vom 6. Juli 2018 S. 3 lit. B 
Ziff. 16). Das Bundesgericht schützte ein entsprechendes Vorgehen bereits 
vor Jahren (vgl. Entscheid des BGer vom 14. Januar 2010, 2C_430/2009, 
E. 2.4 f.), was «in der Anwaltschaft zu reden» gab und in einschlägigen 
Periodika abgehandelt wurde (vgl. CHANSON GEORGES, Fristenfallen bei 
«A-Post Plus» +Einschreiben, Anwaltsrevue 2010, S. 384 ff.; Plädoyer 
4/2010 S. 63). 

Nach dem Dargelegten steht fest, dass der Einspracheentscheid vom 
9. Mai 2018 (BB 1) am 12. Mai 2018 in den Macht- bzw. Verfügungsbereich 
des Empfängers gelangte und die 30tägige Beschwerdefrist mithin am 
13. Mai 2018 (dies a quo) zu laufen begann bzw. am 11. Juni 2018 
(Montag) ablief (dies ad quem). Damit ist die auf den 13. Juni 2018 datierte 
und gleichentags der Post übergebene Beschwerde grundsätzlich 
verspätet erhoben worden. Zu prüfen bleibt der im Rahmen des 
beschränkten Beschwerdeverfahrens gestellte Eventualantrag, wonach die 
Rechtsmittelfrist wiederherzustellen sei (Eingabe vom 6. Juli 2018 S. 2 Ziff. 
2).

1.5

1.5.1 Ist die gesuchstellende Person oder ihre Vertretung unverschulde-
terweise abgehalten worden, binnen Frist zu handeln, so wird diese wie-

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derhergestellt, sofern sie unter Angabe des Grundes innert 30 Tagen nach 
Wegfall des Hindernisses darum ersucht und die versäumte Rechtshand-
lung nachholt (Art. 41 ATSG). 

Nach der Rechtsprechung ist die Wiederherstellung nur bei klarer Schuld-
losigkeit der betroffenen Prozesspartei und ihrer Vertretung zu gewähren, 
es darf also auch keine bloss leichte Fahrlässigkeit vorliegen. In Frage 
kommt objektive Unmöglichkeit zeitgerechten Handelns wie beispielsweise 
bei Naturkatastrophen, Militärdienst oder schwerwiegender Erkrankung, 
oder subjektive Unmöglichkeit, wenn zwar die Vornahme einer Handlung, 
objektiv betrachtet, möglich gewesen wäre, die betroffene Person aber 
durch besondere Umstände, die sie nicht zu vertreten hat, am Handeln 
gehindert worden ist. In Betracht kommen insbesondere unverschuldete 
Irrtumsfälle. Es ist indes ein strenger Massstab anzuwenden. Insbesondere 
stellt ein auf Unachtsamkeit zurückzuführendes Versehen kein unverschul-
detes Hindernis dar (SVR 2017 IV Nr. 24 S. 68 E. 2.2).

Das Gesetz lässt die Wiederherstellung nur zu, wenn weder der Partei 
noch ihrem Vertreter für die Versäumnis ein Vorwurf gemacht werden kann 
(BGE 114 II 181 E. 2 182). Fehler ihres Vertreters oder Erfüllungsgehilfen 
hat sich die Partei wie eigene anrechnen zu lassen. Erfüllungsgehilfe ist 
dabei nicht nur, wer der Autorität der Partei oder ihres Vertreters untersteht, 
sondern jede Hilfsperson, ohne dass ein ständiges Rechtsverhältnis zu ihr 
nötig ist (BGE 114 Ib 67 E.3 S. 74; RKUV 1997 U 279 S. 274 E. 3b; ZAK 
1989 S. 223 E. 2a).

1.5.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, für ihn bzw. seine Rechts-
vertreterin sei es wegen des in einer «offensichtlich rechtsmissbräuchlicher 
Weise» vorgenommenen Postversands des angefochtenen Einspracheent-
scheids nicht ohne Weiteres möglich gewesen, den Beginn des Fristenlau-
fes zu erkennen. Die Rechtsvertreterin sei bei der Fristberechnung von der 
faktischen Kenntnisnahme des angefochtenen Entscheids gemäss Ein-
gangsstempel ausgegangen, womit sie sich offensichtlich in einem Irrtum 
befunden habe (Eingabe vom 6. Juli 2018 S. 4 lit. B Ziff. 17).

Wie vorstehend aufgezeigt (vgl. E. 1.4 hiervor), waren das Zustelldatum 
ohne grossen Aufwand feststellbar und das Vorgehen der Beschwerde-

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gegnerin nicht zu beanstanden. Ein entschuldbarer Grund für die Fristver-
säumnis kann zudem auch nicht im falschen Eingangsstempel erblickt wer-
den. Einerseits stellt ein vom eigenen Kanzleipersonal angebrachter Ein-
gangsstempel bei der Rechtsvertreterin – anders als namentlich eine falsch 
erteilte Auskunft der zuständigen Amtsstelle (ARV 2000 S. 31 E. 2a) – kei-
ne geeignete Vertrauensgrundlage für die Berechnung des Fristenlaufes 
dar. Darüber hinaus war für sie aufgrund der Adresszeile des Einspra-
cheentscheids (BB 1) ohne weiteres ersichtlich, dass dieser mittels A-Post 
Plus eröffnet und damit allenfalls auch bereits am Samstag zugestellt wur-
de. Andererseits vermag sich der Beschwerdeführer nicht mit dem Hinweis 
auf begangene Fehler seiner Rechtsvertreterin oder deren Hilfspersonen 
zu exkulpieren, hat er sich das entsprechende Verhalten doch anzurechnen 
(vgl. E. 1.5.1 hiervor). Im Übrigen anerkennt er, dass ihm (bzw. seiner Ver-
tretung) allenfalls eine leichte Fahrlässigkeit anzulasten ist (Eingabe vom 
6. Juli 2018 S. 4 lit. B Ziff. 17), womit ohnehin keine klare Schuldlosigkeit 
vorläge (vgl. E. 1.5.1 hiervor). Mangels eines Wiederherstellungsgrundes 
hat bezüglich der erst nach Ablauf der Rechtsmittelfrist erhobenen Be-
schwerde vom 13. Juni 2018 ein Nichteintreten zu erfolgen, wobei für die-
ses Prozessurteil der Einzelrichter zuständig ist (Art. 57 Abs. 1 GSOG).

2.

2.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG 
sind keine Verfahrenskosten zu erheben.

2.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist dem Beschwerdeführer 
keine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 108 Abs. 3 VRPG [Umkehr-
schluss] i.V.m. Art. 1 Abs. 1 UVG und Art. 61 Ingress ATSG). Die Be-
schwerdegegnerin als autonome Anstalt des öffentlichen Rechts (Art. 61 
Abs. 1 UVG) hat ebenfalls keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung 
(vgl. Art. 104 Abs. 4 VRPG).

Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von den 
Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, wenn die 
Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechtsbegehren 
nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzungen kann 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juli 2018, UV/18/440, Seite 10

überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet werden, 
wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtfertigen 
(Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV Nr. 22 
S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1).

Als aussichtslos sind nach der bundesgerichtlichen Praxis Prozessbegeh-
ren anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind 
als die Verlustgefahren und deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden 
können. Dagegen hat ein Begehren nicht als aussichtslos zu gelten, wenn 
Gewinnaussichten und Verlustgefahren sich ungefähr die Waage halten 
oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist dabei, ob eine 
Partei, die über die nötigen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung 
zu einem Prozess entschliessen oder aber davon absehen würde (BGE 
129 I 129 E. 2.3.1 S. 135; SVR 2011 UV Nr. 6 S. 23 E. 6.1).

Vorliegend hat der anwaltlich vertretene Beschwerdeführer gegen den mit-
tels A-Post Plus am 10. Mai 2018 eröffneten Einspracheentscheid (BB 1) 
erst am 13. Juni 2018 – und damit verspätet – ein Rechtsmittel ergriffen, 
womit die getroffene Rechtsvorkehr als von vornherein aussichtslos zu 
qualifizieren ist. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist folglich 
abzuweisen. Ob die anwaltliche Verbeiständung geboten und die Voraus-
setzung der Prozessarmut erfüllt gewesen wäre, kann somit offen bleiben. 

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Auf die Beschwerde vom 13. Juni 2018 wird nicht eingetreten.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von 
Rechtsanwältin lic. iur. B.________ als amtliche Anwältin wird abge-
wiesen.

3. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä-
digung zugesprochen.

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4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin lic. iur. B.________ z.H. des Beschwerdeführers 
- Suva (samt Doppel der Eingabe vom 23. Juli 2018)
- Bundesamt für Gesundheit

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.