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**Case Identifier:** ec359b6f-b5d1-5a5a-9934-950013e4aa97
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-08-20
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsrekurskommission 20.08.2020 IV-2020/17
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VWEK_001_IV-2020-17_2020-08-20.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV-2020/17

Stelle: Verwaltungsrekurskommission

Rubrik: Verkehr

Publikationsdatum: 28.09.2020

Entscheiddatum: 20.08.2020

Entscheid Verwaltungsrekurskommission, 20.08.2020
Art. 16d Abs. 1 lit. b SVG (SR 741.01). Der Rekurrent lenkte ein 
Motorfahrzeug mit einer mittleren Blutalkoholkonzentration von 2,9 
Gewichtspromille. Krankheitsbedingt nimmt er ein Medikament, welches zu 
Haarausfall führen kann. In den Haaren wurden sehr hohe Ethylglucuronid-
Werte von 160 pg/mg (kopfhautnah) und 230 pg/mg (kopfhautfern) 
festgestellt. Diese Werte sind ein Mehrfaches von 30 pg/mg, wo die Grenze 
zum übermässigen Alkoholkonsum liegt. Ein verändertes Haarwachstum 
beeinflusst das analytische Ergebnis der EtG-Konzentration im Haar nicht. 
Hingegen hat dies Auswirkungen auf das Zeitfenster, das die Haarprobe 
abbildet. Dass die Haaranalyse allenfalls einen weiter zurückliegenden 
Zeitraum abdeckt als im Gutachten angegeben, vermag Letzteres nicht zu 
erschüttern. Aufgrund der hohen Werte ist auf jeden Fall ein übermässiger 
Alkoholkonsum nachgewiesen, wofür auch der Umstand spricht, dass der 
Rekurrent in der Lage war mit 2,9 Gewichtspromille ein Fahrzeug zu lenken. 
Bestätigung des Führerausweisentzugs auf unbestimmte Zeit 
(Verwaltungsrekurskommission, Abteilung IV, 20. August 2020, IV-2020/17).

Präsident Urs Gmünder, Richter Urs Früh und Beat Fritsche, Gerichtsschreiberin Silvia 

Geiger

X, Rekurrent,

vertreten durch Rechtsanwältin lic.iur. Ganden Tethong, Selnau-strasse 6, 8001 Zürich,

gegen

Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt, Abteilung Administrativmassnahmen, 

Frongartenstrasse 5, 9001 St. Gallen, Vorinstanz,

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betreffend

Führerausweisentzug (Sicherungsentzug)

Sachverhalt:

A.- X erwarb den Führerausweis für die Kategorien B und BE sowie die Unterkategorien 

A1, D1 und D1E am 25. Oktober 1990. Seit dem 22. September 2000 ist er zudem für 

die Kategorie C und seit dem 29. Januar 2004 für die Kategorie CE fahrberechtigt. Im 

Informationssystem über die Verkehrszulassung (IVZ; früher: Administrativ-

massnahmen-Register) ist er nicht verzeichnet. Er leidet seit fünfzehn Jahren an 

Multipler Sklerose, wogegen er gemäss eigener Angabe vom 28. November 2019 seit 

etwas mehr als einem Jahr das Medikament Gilenya einnehme. Zudem nimmt er seit 

mehreren Jahren das Medikament Modasomil gegen Müdigkeit.

B.- Am 1. August 2019, 19.15 Uhr, meldete die Ehefrau von X der Kantonalen 

Notrufzentrale St. Gallen, dass ihr Ehemann die Wohnung nach einem Streit verlassen 

habe, und sie befürchte, er könnte sich etwas antun. Rund eine Stunde später wurde X 

von der Kantonspolizei St. Gallen vor seiner Wohnung in einem Motorfahrzeug 

angehalten. Aufgrund des Verdachts auf Fahrunfähigkeit wegen Alkoholisierung wurde 

eine Blutprobe angeordnet. Die Auswertung der Probe ergab für den Zeitpunkt des 

Ereignisses eine Blutalkoholkonzentration (BAK) von mindestens 2,62 und höchstens 

3,18 Gewichtspromille. Wegen Suizidäusserungen wurde X noch gleichentags von der 

Amtsärztin des Kantons St. Gallen fürsorgerisch in der Psychiatrischen Klinik Waldhaus 

in Chur untergebracht, wo er fünf Tage hospitalisiert war.

Am 17. September 2019 stellte das Strassenverkehrsamt eine verkehrsmedizinische 

Untersuchung in Aussicht und verbot X das Führen von Motorfahrzeugen vorsorglich 

ab sofort. Mit Strafbefehl des Untersuchungsamts A vom 2. Oktober 2019 wurde er 

wegen Fahrens in nicht fahrfähigem Zustand (qualifizierte Alkoholkonzentration) und 

fahrlässigen Nichtmitführens des Führerausweises zu einer bedingten Geldstrafe von 

100 Tagessätzen zu je Fr. 20.– und einer Busse von Fr. 400.– verurteilt. Am 4. Oktober 

2019 ordnete das Strassenverkehrsamt eine verkehrsmedizinische Untersuchung an, 

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welcher sich X am 28. November 2019 im Institut für Rechtsmedizin (IRM) am 

Kantonsspital Graubünden, Chur, unterzog. Im verkehrsmedizinischen Gutachten vom 

19. Dezember 2019 wurde die Fahreignung aufgrund eines verkehrsrelevanten 

Alkoholmissbrauchs aus verkehrsmedizinischer Sicht verneint.

C.- Mit Verfügung vom 22. Januar 2020 entzog das Strassenverkehrsamt X den 

Führerausweis auf unbestimmte Zeit und ordnete eine Sperrfrist von drei Monaten 

(1. August bis 31. Oktober 2019) an. Als Bedingungen für die Aufhebung des Entzugs 

wurden eine kontrollierte Alkoholabstinenz mittels Haaranalysen von mindestens zwölf 

Monaten, eine begleitende Behandlung und Betreuung nach Ermessen eines 

Facharztes für Psychiatrie und Psychotherapie mit Verlaufsberichten, eine Behandlung 

der Multiplen Sklerose und der Folgeerkrankungen nach Massgabe des behandelnden 

Neurologen inklusive Verlaufsbericht, optional eine verkehrspsychologische 

Begutachtung nach Abschluss der kontrollierten Alkoholabstinenz, sofern nach wie vor 

das Medikament Modasomil verordnet ist, sowie eine verkehrsmedizinische 

Kontrolluntersuchung festgelegt. Einem allfälligen Rekurs wurde die aufschiebende 

Wirkung entzogen. X wurde zudem darauf hingewiesen, dass die Abstinenz bis zur 

Neubeurteilung bzw. Wiedererteilung des Führerausweises fortgesetzt werden sollte, 

zumal mit entsprechenden Auflagen zu rechnen sei.

D.- Gegen die Verfügung des Strassenverkehrsamts vom 22. Januar 2020 erhob X mit 

Eingabe seiner Rechtsvertreterin vom 5. Februar 2020 Rekurs bei der 

Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen (VRK) und beantragte, die 

angefochtene Verfügung sei aufzuheben, der Sachverhalt sei durch die Rekursinstanz 

richtig und vollständig festzustellen, insbesondere sei eine erneute Haaranalyse 

durchzuführen mit Messung und unter Berücksichtigung der 

Haarwuchsgeschwindigkeit des Rekurrenten, und es sei durch die Rekursinstanz in der 

Sache neu zu entscheiden, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Mit 

Vernehmlassung vom 24. Februar 2020 beantragte das Strassenverkehrsamt die 

Abweisung des Rekurses; eventualiter sei zum Befund bzw. zur Interpretation des 

Haaranalyseergebnisses eine Stellungnahme eines Toxikologen (beispielsweise am 

Institut für Rechtsmedizin in St. Gallen) einzuholen. Die Rechtsvertreterin reichte am 

3. März 2020 eine Honorarnote ein. Am 3. April 2020 stellte sie dem Gericht zudem das 

Ergebnis der periodischen ärztlichen Kontrolluntersuchung zur Fahreignung von X vom 

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30. März 2020 zu. Am 15. Mai 2020 nahm das IRM Zürich zu den Vorbringen von X 

Stellung und beantwortete die vom Gericht mit Schreiben vom 16. April 2020 gestellten 

Fragen. Dazu äusserte sich die Rechtsvertreterin mit Eingabe vom 26. Mai 2020. Am 7. 

Juli 2020 teilte sie zudem mit, dass sich der Rekurrent am IRM Zürich einer 

Haaranalyse unterziehen werde.

Auf die Ausführungen zur Begründung der Anträge wird, soweit erforderlich, in den 

Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:

1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die VRK ist zum 

Sach-entscheid zuständig. Die Befugnis zur Rechtsmittelerhebung ist gegeben. Der 

Rekurs vom 5. Februar 2020 ist rechtzeitig eingereicht worden und erfüllt in formeller 

und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 

des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den 

Rekurs ist einzutreten.

2.- Im Rekursverfahren ist umstritten, ob die Vorinstanz die Fahreignung des 

Rekurrenten zu Recht verneint, den Führerausweis auf unbestimmte Zeit entzogen und 

die Wiedererteilung des Führerausweises von verschiedenen Bedingungen abhängig 

gemacht hat.

a) Die Vorinstanz geht in der angefochtenen Verfügung von einer mangelnden 

Fahreignung aufgrund eines erheblichen Alkoholproblems aus. Sie stützt sich dabei auf 

das Ereignis vom 1. August 2019 und das verkehrsmedizinische Gutachten des IRM 

Chur vom 19. Dezember 2019 (inklusive der Haaranalyse des IRM Zürich vom 4. 

Dezember 2019). Aus dem Gutachten ergebe sich aufgrund der 

Untersuchungsbefunde, dass die Fahreignung abgesprochen werden müsse. Das 

Gutachten zeige keine offenkundigen Mängel, welche die Richtigkeit und Schlüssigkeit 

in Frage stellen würden. Es erscheine schlüssig, sei nachvollziehbar begründet und 

zeige keine Indizien, welche gegen dessen Zuverlässigkeit sprechen würden. Dass ein 

erhebliches Alkoholproblem vorliegen müsse, habe sich im Vorfall vom 1. August 2019 

manifestiert. Die Tatsache, dass der Rekurrent trotz 2,62 Gewichtspromille in der Lage 

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gewesen sei, ein Fahrzeug zu führen, spreche für eine ausgeprägte 

Toleranzentwicklung gegenüber Alkohol.

b) Der Rekurrent macht demgegenüber geltend, dass die Haaranalyseresultate des 

IRM Zürich vom 4. Dezember 2019 die konkreten Umstände nicht berücksichtige. Er 

leide an Multipler Sklerose und nehme seit mehr als einem Jahr das Medikament 

Gilenya. Dieses habe Auswirkungen auf den Haarwuchs und könne zu Haarausfall 

führen. Seit der Einnahme dieses Medikaments habe er einen verminderten Haarwuchs 

und insbesondere einen erheblich verlangsamten Haarwuchs. Seine Haare würden 

nicht gemäss Norm ca. 1 cm, sondern lediglich ca. 0,2 cm pro Monat wachsen. Dies 

sei nicht berücksichtigt worden. Das Resultat der Haaranalyse des IRM Zürich vom 4. 

Dezember 2019 stehe deshalb im Widerspruch zum Umstand, dass er seit dem Vorfall 

vom 1. August 2019 keinen Alkohol mehr konsumiert habe. Am 6. Januar 2020 habe er 

sich einem CDT-Test unterzogen, welcher für den Zeitraum von ca. 6. Oktober 2019 bis 

6. Januar 2020 über den Alkoholkonsum Auskunft gebe. Das Resultat spreche gegen 

einen Alkoholkonsum im fraglichen Zeitraum und stehe zusammen mit dem Resultat 

des CDT-Tests im Rahmen der Begutachtung im Widerspruch zum Ergebnis der 

Haaranalyse. Eine Alkoholsucht im verkehrsrechtlichen Sinn müsse nachgewiesen 

werden. Eine Fahrt mit einer sehr hohen BAK reiche gemäss Bundesgericht für sich 

allein noch nicht aus, um eine Alkoholsucht zu bejahen. Auch würden 

verkehrsmedizinische Gutachten allein gestützt auf biochemische Analyseresultate von 

u.a. Haarproben keine genügende Grundlage für einen Sicherungsentzug darstellen. 

Die Frage der Fahreignung hänge nicht lediglich vom naturwissenschaftlichen 

Nachweis des Alkoholkonsums ab, sondern sei Gegenstand einer juristischen Wertung. 

Im Bericht des Psychiatriezentrums Werdenberg-Sarganserland vom 11. Dezember 

2019 sei ebenfalls festgehalten, dass es keine Hinweise auf einen Alkohol- oder 

Drogenkonsum gebe. Für eine Alkoholsucht gemäss ICD-10 müssten drei oder mehr 

Kriterien erfüllt sein; er erfülle – wenn überhaupt – nur zwei der Kriterien. Für einen 

Sicherungsentzug müsse eine Sucht vorliegen, welche die Fahreignung ausschliesse. 

Das Gutachten komme aber gerade nicht zum Schluss, dass eine Abhängigkeit 

vorliege, sondern lediglich eine mit einer "Alkoholabhängigkeit vergleichbare" 

Alkoholproblematik. Deshalb sei der Sicherungsentzug nicht gerechtfertigt. Er sei als 

Chauffeur sehr viel gefahren, ohne je gegen das Strassenverkehrsgesetz verstossen zu 

haben.

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3.- a) Eine Grundvoraussetzung für die Erteilung des Führerausweises ist die 

Fahreignung. Dieser Begriff umschreibt die körperlichen und geistigen 

Voraussetzungen, um ein Fahrzeug im Strassenverkehr sicher lenken zu können. Die 

Fahreignung muss grundsätzlich dauernd vorliegen (BGE 133 II 384 E. 3.1). Unter 

anderem verfügt über Fahreignung, wer frei von einer Sucht ist, die das sichere Führen 

von Motorfahrzeugen beeinträchtigt (Art. 14 Abs. 2 lit. c des Strassenverkehrsgesetzes, 

SR 741.01, abgekürzt: SVG). Wird nachträglich festgestellt, dass die gesetzlichen 

Anforderungen zur Erteilung nicht oder nicht mehr bestehen, ist der Führerausweis zu 

entziehen (Art. 16 Abs. 1 SVG). Gemäss Art. 16d Abs. 1 lit. b SVG wird der 

Führerausweis einer Person auf unbestimmte Zeit entzogen, wenn sie an einer Sucht 

leidet, welche die Fahreignung ausschliesst. Im Zusammenhang mit Alkohol ist auf 

fehlende Fahreignung zu schliessen, wenn die Person nicht mehr in der Lage ist, 

Alkoholkonsum und Strassenverkehr ausreichend zu trennen, oder wenn die nahe 

liegende Gefahr besteht, dass sie im akuten Rauschzustand am motorisierten 

Strassenverkehr teilnimmt (BGE 127 II 122 E. 3; Ph. Weissenberger, Kommentar SVG 

und OBG, 2. Aufl. 2015, Art. 16d SVG N 28).

b) Die Vorinstanz trägt die Beweislast für das Vorliegen der fehlenden Fahreignung. Die 

persönlichen Verhältnisse des Betroffenen sind in jedem Fall und von Amtes wegen 

genau abzuklären. Das Ausmass der notwendigen behördlichen Nachforschungen 

richtet sich nach den Umständen des Einzelfalls und liegt im pflichtgemässen 

Ermessen der Entzugsbehörde (BGE 129 II 82 E. 2.2). Bei Verdacht auf eine 

Suchterkrankung wird die betroffene Person verkehrsmedizinisch untersucht und 

gestützt auf das ärztliche Gutachten werden die notwendigen 

Administrativmassnahmen angeordnet. Solchen Gutachten kommt nach der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie schlüssig erscheinen, 

nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien 

gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 123 V 331 E. 1c). Das verkehrsmedizinische 

Gutachten unterliegt der freien richterlichen Beweiswürdigung (Art. 21 Abs. 3 und 

Art. 58 Abs. 1 VRP). In Sachfragen weicht der Richter nur aus triftigen Gründen von 

einer gerichtlichen Expertise ab. Er prüft, ob sich aufgrund der übrigen Beweismittel 

und der Vorbringen der Parteien ernsthafte Einwände gegen die Schlüssigkeit eines 

Gutachtens in wesentlichen Punkten aufdrängen. In diesem Fall hat er nötigenfalls 

ergänzende Beweise zur Klärung der Zweifel zu erheben (BGE 133 II 384 E. 4.2.3 mit 

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weiteren Hinweisen). Das verkehrsmedizinische Gutachten soll in der 

Gesamtbeurteilung die erhobenen Befunde hinsichtlich der Fragestellung würdigen und 

so gewichten, dass die Schlussfolgerungen und die Beantwortung der Fragestellung 

auch für einen Laien nachvollziehbar sind (Bächli-Biétry, Inhalt des Gutachtens, 

Würdigung, Folgefragen aus verkehrspsychologischer Sicht, in: Jahrbuch zum 

Strassenverkehrsrecht 2009, S. 58).

c) Die verkehrsmedizinische Untersuchung des Rekurrenten fand am 28. November 

2019 statt. Gestützt auf die Vorakten, die verkehrsmedizinischen Abklärungen, die 

Haaranalyseresultate des IRM Zürich vom 4. Dezember 2019, den Austrittsbericht der 

Psychiatrischen Klinik Waldhaus, einen Bericht des Psychiatriezentrums Werdenberg-

Sarganserland sowie Fremdauskünfte kamen die Gutachter zum Schluss, dass die 

Fahreignung wegen Vorliegens eines verkehrsrelevanten Alkoholmissbrauchs nicht 

bejaht werden könne. Wer in der Lage sei, ein Fahrzeug mit einer BAK von mindestens 

2,62 Gewichtspromille noch lenken zu können, sei an die Alkoholwirkung gewöhnt. Die 

Haaranalyse habe für den Zeitraum zwischen Mitte Juni und Mitte November 2019 eine 

sehr hohe Konzentration von EtG ergeben. Dies belege einen chronischen, 

übermässigen Alkoholkonsum mindestens in diesem Zeitraum. Es bestehe eine 

schwere Alkoholproblematik, vergleichbar mit einer Alkoholabhängigkeit.

d) aa) Bei der forensisch-toxikologischen Haaranalyse auf EtG handelt es sich um eine 

direkte, beweiskräftige Analysemethode, deren Resultate objektive Rückschlüsse zum 

Alkoholkonsum eines Probanden während einer bestimmten Zeit erlauben (vgl. zum 

Ganzen Schweizerische Gesellschaft für Rechtsmedizin, Arbeitsgruppe Haaranalytik, 

Bestimmung von Ethylglucuronid [EtG] in Haarproben, Version 2014, Ziff. 3.1). Die 

bundesgerichtliche Rechtsprechung anerkennt die Haaranalyse als geeignetes Mittel 

zum Nachweis sowohl eines übermässigen Alkoholkonsums als auch der Einhaltung 

einer Abstinenzverpflichtung. Der vom Rekurrenten erwähnte Bundesgerichtsentscheid 

1C_20/2012 vom 18. April 2012 wurde in BGer 1C_809/2013 vom 13. Juni 2014 

relativiert und ist deshalb nicht einschlägig. Die Haaranalyse gibt direkten Aufschluss 

über den Alkoholkonsum. Nach dem Alkoholkonsum wird das Abbauprodukt EtG im 

Haar eingelagert. Weil EtG ein Abbauprodukt von Alkohol ist, korreliert die festgestellte 

EtG-Konzentration mit der aufgenommenen Menge an Trinkalkohol. Aufgrund des 

Kopfhaar-Längenwachstums von rund einem Zentimeter pro Monat lassen sich 

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Aussagen über den Alkoholkonsum während der entsprechenden Zeit vor der 

Haarentnahme machen (vgl. Urteil des Bundesgerichts [BGer] 1C_491/2017 vom 9. Mai 

2018 E. 3.2, 1C_615/2014 vom 11. Mai 2015 E. 2.3.1; BGE 140 II 334 E. 3 mit 

Hinweisen).

bb) Die dem Rekurrenten anlässlich der verkehrsmedizinischen Untersuchung am 

28. November 2019 abgenommene Kopfhaarprobe wies im kopfhautnahen Segment 

einen EtG-Gehalt von 160 pg/mg und im kopfhautfernen Segment einen EtG-Gehalt 

von 230 pg/mg auf. Wie im verkehrsmedizinischen Gutachten vom 19. Dezember 2019 

dazu ausgeführt wird, stellt dies eine hohe Konzentration dar, welche einen 

chronischen, übermässigen Alkoholkonsum belegt. Nach der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung ist dies bereits bei EtG-Werten von 45 und 66 pg/mg der Fall 

(vgl. BGer 1C_150/2010 vom 25. November 2010 E. 5.3). Ein EtG-Wert von 94 pg/mg 

begründet nach der Praxis des Bundesgerichts ein schwerwiegendes Indiz für einen 

verkehrsrelevanten Alkoholmissbrauch mit Suchtgefährdung im Sinn von Art. 16d 

Abs. 1 lit. b SVG (vgl. BGer 1C_243/2010 vom 10. Dezember 2010 E. 2.7). Die 

vorliegend festgestellten EtG-Werte entsprechen einem Mehrfachen des Wertes von 

30 pg/mg, wo die Mediziner die Grenze zum übermässigen Alkoholkonsum lokalisieren 

(vgl. Schweizerische Gesellschaft für Rechtsmedizin, a.a.O., Ziff. 6.2; vgl. BGE 140 II 

334 E. 7). Bereits eine Konzentration von 30 pg/mg EtG deutet auf einen massiven 

täglichen Alkoholkonsum von über 60 Gramm Ethanol hin (vgl. Schweizerische 

Gesellschaft für Rechtsmedizin, a.a.O., Ziff. 6.1 und 6.2; Consensus of the Society of 

Hair Testing on Hair Testing for Chronic Excessive Alcohol Consumption 2009, in: 

Toxichem Krimtech 76/2009 S. 252, www.gtfch.org). Die ausgewiesenen EtG-Werte 

von über 100 pg/mg belegen damit einen durchschnittlichen Alkoholkonsum von weit 

mehr als 60 Gramm Ethanol pro Tag, was einem massiven täglichen 

Alkoholüberkonsum entspricht.

cc) Der Rekurrent macht geltend, dass er aufgrund der Einnahme des Medikaments 

Gilenya verlangsamtes Haarwachstum habe und die Haaranalyse deshalb nicht 

aussagekräftig sei. Das Medikament Gilenya kann gemäss Gebrauchsinformation für 

Anwender als häufige Nebenwirkung Haarausfall verursachen. Von verlangsamtem 

Haarwachstum steht darin, soweit ersichtlich, indessen nichts. Die Rechtsmediziner 

des IRM Zürich führten dazu in der Stellungnahme vom 15. Mai 2020 aus, dass 

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Haarausfall unter anderem dadurch gekennzeichnet sein könne, dass der prozentuale 

Anteil der Haare in der Telogen-Phase (Ruhephase vor dem Ausfall des Haars) deutlich 

erhöht sei. Damit sinke der Anteil der Haare in der Anagen-Phase (Wachstumsphase), 

wodurch der Eindruck des verlangsamten Haarwachstums entstehen könne. Selbst 

wenn man beim Rekurrenten von einem veränderten Haarwachstum ausginge, änderte 

dies an den gemessenen EtG-Werten nichts. Denn gemäss Stellungnahme des IRM 

Zürich vom 15. Mai 2020 beeinflusst ein verändertes Haarwachstum das analytische 

Ergebnis der Konzentration von EtG im Haar nicht (Ziff. 2). Ein allfällig verändertes 

Haarwachstum hat jedoch Auswirkungen auf das Zeitfenster, das die Haarprobe 

repräsentiert. Ist die Anzahl telogener Haare erhöht, so deckt die Haarprobe ein zeitlich 

länger zurückliegendes Zeitfenster ab als bei normalem Haarwachstum (Stellungnahme 

des IRM vom 15. Mai 2020 Ziff. 2). Beim Rekurrenten ist somit trotz eines allfällig 

veränderten Haarwachstums von EtG-Werten von 160 pg/mg und 230 pg/mg 

auszugehen. Aufgrund des allfällig veränderten Haarwachstum lässt sich allerdings 

nicht genau bestimmen, in welchem Zeitraum das EtG in die Haare abgelagert wurde. 

Allenfalls reicht der Zeitraum weiter als Mitte Juni 2019, wie im Ergebnis der 

Haaranalyse vom 4. Dezember 2019 festgehalten, zurück. Dass die Haaranalyse 

allenfalls einen weiter zurückliegenden Zeitraum abdeckt als im Gutachten angegeben, 

vermag das Gutachten nicht zu erschüttern. Beim angegebenen Zeitraum handelt es 

sich immer um eine grobe Schätzung, die das individuelle Haarwachstum nicht 

berücksichtigt. Die Gutachter wussten zudem nicht, dass beim Rekurrenten allenfalls 

ein verändertes Haarwachstum vorliegen könnte, da er dies erst im Rekurs vorbrachte. 

Unabhängig vom genauen Zeitrahmen ist aufgrund der hohen EtG-Werte jedenfalls ein 

übermässiger Alkoholkonsum nachgewiesen.

dd) Wenn jemand regelmässig so viel Alkohol trinkt, dass er die genannten Grenzwerte 

überschreitet, wird der betroffenen Person die Fahreignung abgesprochen werden 

müssen, weil dann die naheliegende Gefahr besteht, dass sie in fahrunfähigem Zustand 

ein Fahrzeug lenkt. Ein solches Konsumverhalten erlaubt es kaum je, ausreichend 

zwischen dem Suchtmittelkonsum und dem Strassenverkehr zu trennen. Der Rekurrent 

ist deshalb mehr als jede andere Person der Gefahr ausgesetzt, sich in einem Zustand 

ans Steuer eines Fahrzeugs zu setzen, der das sichere Führen nicht mehr 

gewährleistet. Bei einem regelmässigen, nach den gesetzlichen Grenzwerten als 

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übermässig geltenden Alkoholkonsum stellt ein Sicherungsentzug die Regel dar 

(Weissenberger, a.a.O., Art. 16d N 30).

ee) Dem Rekurrenten ist zuzustimmen, dass auch signifikant erhöhte biochemische 

Werte nicht immer einen zweifelsfreien Schluss auf eine den Sicherungsentzug 

rechtfertigende fehlende Fahreignung im Sinn von Art. 16d Abs. 1 lit. b SVG erlauben. 

Deutlich erhöhte EtG-Werte sind zwar ein wichtiges Indiz für mangelnde 

Fahrtüchtigkeit. Als Voraussetzung für den Sicherungsentzug braucht es aber immer 

eine ausreichende verkehrsmedizinische Abklärung (BGer 1C_150/2010 vom 

25. November 2010 E. 5.1 mit Hinweisen und E. 5.3 sowie 1C_615/2014 vom 11. Mai 

2015 E. 2.5.1). Dem ist die Vorinstanz im vorliegenden Fall in genügendem Masse 

nachgekommen, indem sie eine verkehrsmedizinische Untersuchung anordnete und 

den Sicherungsentzug auf das verkehrsmedizinische Gutachten vom 19. Dezember 

2019, welchem eine umfassende Abklärung der Verhältnisse des Rekurrenten und nicht 

nur die biochemische Haaranalyse des IRM vom 4. Dezember 2019 zugrunde liegt, 

stützte.

e) Dass die Gutachter nicht zum Schluss kamen, es liege eine Alkoholabhängigkeit vor, 

sondern ein verkehrsrelevanter Alkoholmissbrauch, welcher vergleichbar mit einer 

Abhängigkeit sei, ist nicht zu beanstanden. Der Suchtbegriff des Verkehrsrechts stimmt 

mit jenem der Medizin nicht überein. Das verkehrsrechtliche Verständnis der Sucht 

erlaubt, auch bloss suchtgefährdete Personen, bei denen aber jedenfalls ein die 

Verkehrssicherheit beeinträchtigender regelmässiger Alkoholmissbrauch vorliegt, vom 

Führen eines Motorfahrzeugs fernzuhalten. Gegenüber dem medizinischen ist beim 

verkehrsrechtlichen Suchtbegriff der Bezug zum Strassenverkehr von entscheidender 

Bedeutung. Eine Sucht oder Suchtgefährdung ist strassenverkehrsrechtlich dann 

relevant, wenn sie so beschaffen ist, dass die Gefahr besteht, dass sich die betroffene 

Person in nicht fahrfähigem Zustand ans Lenkrad setzen wird (Weissenberger, a.a.O., 

Art. 16d SVG N 28; BGE 129 II 82 E. 4.1 mit Hinweisen; BGer 6A.8/2007 vom 1. Mai 

2007 E. 2.1). Diese Gefahr hat sich beim Rekurrenten am 1. August 2019 verwirklicht. 

Er lenkte ein Fahrzeug mit einer sehr hohen BAK von mindestens 2,62 und maximal 

3,18 Gewichtspromille. Da ein Sicherungsentzug nicht wegen eines schuldhaften 

Verhaltens des Ausweisinhabers erfolgt, sondern im Interesse der Verkehrssicherheit, 

gilt die Unschuldsvermutung nicht und darf beim Alkoholisierungsgrad auf den 

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Mittelwert abgestellt werden (BGE 140 II 331 E. 6). Dieser beträgt 2,9 Gewichtspromille. 

Dem Rekurrenten ist zuzustimmen, dass allein die hohe BAK für die Annahme einer 

Alkoholsucht nicht genügt. Der hohe Wert weist aber klar auf eine allgemeine 

Alkoholgewöhnung des Rekurrenten hin. Die gemessenen, sehr hohen EtG-Werte 

stehen dazu nicht im Widerspruch. Für Personen, welche nur selten Alkohol trinken, ist 

es gar nicht möglich, eine Blutalkoholkonzentration von mehr als 2,0 Gewichtspromille 

überhaupt zu erreichen, zumal sie – aufgrund der alkoholtoxischen Wirkung – schon 

vorher mit zunehmender Übelkeit, Bewusstseinsstörungen und beispielsweise 

Erbrechen reagieren. Derart beeinträchtigte Personen sind nicht mehr in der Lage, nur 

noch halbwegs zielgerichtete Handlungen auszuführen, geschweige denn das 

Fahrzeug zu finden und dieses einigermassen korrekt bedienen und führen zu können 

(vgl. B. Liniger, Verkehrsmedizin: Fahreignungsbegutachtung und Auflagen, in: 

Jahrbuch zum Strassenverkehrsrecht 2004, St. Gallen 2004, S. 92). In der Fachliteratur 

wird zudem darauf hingewiesen, dass von der durchschnittlich alkoholgewohnten 

Bevölkerung Werte von über 1,6 Gewichtspromille nicht erreicht werden und das 

einmalige Erreichen oder Überschreiten dieses Wertes auch ohne aktive 

Verkehrsteilnahme bereits ein Beleg eines gesundheitsschädigenden und 

missbräuchlichen Umgangs mit Alkohol ist, welcher mit einer Suchtgefährdung 

einhergeht (vgl. Liniger, a.a.O., S. 93). Deshalb muss beim Rekurrenten aufgrund des 

hohen Alkoholisierungsgrades im Ereigniszeitpunkt – in Übereinstimmung mit dem 

Gutachten – von einer erheblichen Toleranzentwicklung ausgegangen werden, welche 

sich nur durch ein längerfristiges normabweichendes Trinkverhalten entwickeln kann. 

Dementsprechend lässt sich das fragliche Ereignis nicht mit einem einmaligen 

Alkoholüberkonsum erklären. Vielmehr ist unter den gegebenen Umständen von einem 

verkehrsrelevanten Alkoholmissbrauch mit Suchtgefährdung auszugehen.

f) Vor diesem Hintergrund erweist sich die Schlussfolgerung der Gutachter, dass die 

Fahreignung des Rekurrenten nicht befürwortet werden könne, als schlüssig und 

nachvollziehbar. Sowohl der Bericht des Neurologen vom 13. Januar 2020, wonach der 

CDT-Wert beim Rekurrenten normal sei, sowie der Bericht des Psychiatriezentrums 

Werdenberg-Sarganserland vom 11. Dezember 2019, wonach keine Hinweise auf einen 

Alkoholkonsum vorgelegen hätten, vermögen an diesem Ergebnis nichts zu ändern. 

Einerseits können die aus dem Blut ermittelten Werte einen Alkoholkonsum nicht wie 

die Haaranalyse direkt nachweisen, und andererseits kommt einem Arztzeugnis nicht 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/14

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der gleich hohe Stellenwert wie einer verkehrsmedizinischen Untersuchung zu. Der 

Bericht des Psychiatriezentrums Werdenberg-Sarganserland stützt sich zudem 

lediglich auf die Angaben des Rekurrenten zum Alkoholkonsum. Ebenso wenig 

aussagekräftig sind der (nicht unterzeichnete) Bericht der ärztlichen 

Kontrolluntersuchung vom 30. März 2020 – wobei diesbezüglich nicht klar ist, ob die 

Ärztin Kenntnis hatte von der Trunkenheitsfahrt vom 1. August 2019 – sowie die 

schriftlichen Angaben des Neurologen und der Augenärztin vom 9. Dezember 2019, 

welche sich zu einem allfälligen Alkoholkonsum des Rekurrenten überhaupt nicht 

äussern.

4.- Insgesamt ergibt sich damit, dass die Vorinstanz zu Recht auf das 

verkehrsmedizinische Gutachten vom 13. August 2019 abgestellt und den 

Führerausweis des Rekurrenten gestützt auf Art. 16d Abs. 1 lit. b SVG aufgrund eines 

verkehrsrelevanten Alkoholmissbrauchs entzogen hat. Der mit dem Sicherungsentzug 

verbundene Eingriff in die Persönlichkeitssphäre des Rekurrenten ist angesichts der auf 

dem Spiel stehenden öffentlichen Inter-essen der Sicherheit anderer 

Verkehrsteilnehmer erforderlich und angemessen und liegt nicht zuletzt auch in seinem 

eigenen, wohlverstandenen Interesse (vgl. BGer 6A.15/2000 vom 28. Juni 2000 E. 4). 

Dem ungetrübten automobilistischen Leumund des Rekurrenten kommt im 

Sicherungsentzugsverfahren keine entscheidende Bedeutung zu, denn bei Vorliegen 

einer fehlenden Fahreignung muss zwingend ein Entzug auf unbestimmte Zeit erfolgen 

(vgl. Art. 16d Abs. 1 lit. b SVG; BGE 133 II 331 E. 9.1; Weissenberger, a.a.O., Art. 16d 

N 10). Ob der Rekurrent – wie er geltend macht – seit dem Vorfall vom 1. August 2019 

alkoholabstinent ist, muss erst im Rahmen des Verfahrens um Wiedererteilung des 

Führerausweises überprüft werden (vgl. Art. 17 Abs. 3 SVG).

5.- Dass die Vorinstanz als Bedingungen für die Aufhebung des Führerausweisentzugs 

eine kontrollierte Alkoholabstinenz mittels Haaranalysen von mindestens zwölf 

Monaten, eine begleitende Behandlung und Betreuung nach Ermessen eines 

Facharztes für Psychiatrie und Psychotherapie mit Verlaufsberichten, eine Behandlung 

der Multiplen Sklerose und der Folgeerkrankungen nach Massgabe des behandelnden 

Neurologen inklusive Verlaufsbericht, optional eine verkehrspsychologische 

Begutachtung nach Abschluss der kontrollierten Alkoholabstinenz, sofern nach wie vor 

das Medikament Modasomil verordnet ist, sowie eine verkehrsmedizinische 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/14

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Kontrolluntersuchung festlegte, ist nicht zu beanstanden. Insbesondere bei einem 

verkehrsrelevanten Alkoholmissbrauch muss das Alkoholtrinkverhalten in dem Sinn 

ausreichend geändert worden sein, dass Trinken und Fahren zuverlässig getrennt 

werden können. Die Änderung des Alkoholtrinkverhaltens muss derart stabil gefestigt 

sein, dass die Verhaltensänderung in der Regel zwölf Monate konsequent vollzogen 

wurde (Seeger, Alkohol und Fahreignung, in: Arbeitsgruppe Verkehrsmedizin [Hrsg.], 

Handbuch der verkehrsmedizinischen Begutachtung, 1. Aufl. 2005, S. 27). Auch wenn 

beim Rekurrenten aufgrund der Einnahme des Medikaments Gilenya der Anteil 

telogener Haare erhöht sein könnte, ist davon auszugehen, dass bei einer Haaranalyse 

nach sechs bzw. zwölf Monaten nicht allein aufgrund des Anteils telogener Haare EtG 

nachgewiesen wird (sogenanntes Auswachsphänomen, vgl. Stellungnahme IRM Zürich 

vom 15. Mai 2020 Ziff. 3). Es ist somit nichts gegen die Methode der Haaranalyse zum 

Nachweis der Alkoholabstinenz einzuwenden. Der Rekurrent hat zudem mitgeteilt, dass 

er sich einer erneuten Haaranalyse unterziehen werde. Zu den weiteren Bedingungen 

für die Aufhebung des Führerausweisentzugs wird im Rekurs nichts vorgebracht, 

weshalb auf diese nicht weiter einzugehen ist.

6.- Mit dem Sicherungsentzug soll sichergestellt werden, dass der Rekurrent zum 

Schutz der Sicherheit der übrigen Verkehrsteilnehmer vom Strassenverkehr 

ferngehalten wird. Dieser Zweck wäre gefährdet, wenn der Rekurrent während des 

Beschwerdeverfahrens als Motorfahrzeugführer zum Strassenverkehr zugelassen 

würde. Einer allfälligen Beschwerde ist deshalb die gesetzlich vorgesehene 

aufschiebende Wirkung zu entziehen (Art. 64 und Art. 51 VRP).

7.- a) Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten dem 

Rekurrenten aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1‘500.– 

(vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12) erscheint angemessen. 

Der Kostenvorschuss von Fr. 1'500.– ist damit zu verrechnen.

b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist keine ausseramtliche Entschädigung 

zuzusprechen (Art. 98  VRP).

Entscheid:

1.  Der Rekurs wird abgewiesen.

bis

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2.  Einer allfälligen Beschwerde wird die aufschiebende Wirkung entzogen.

3.  Der Rekurrent hat die amtlichen Kosten von Fr. 1'500.– (Entscheidgebühr)

     zu bezahlen, unter Verrechnung des Kostenvorschusses in gleicher Höhe.

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	Entscheid Verwaltungsrekurskommission, 20.08.2020
	Art. 16d Abs. 1 lit. b SVG (SR 741.01). Der Rekurrent lenkte ein Motorfahrzeug mit einer mittleren Blutalkoholkonzentration von 2,9 Gewichtspromille. Krankheitsbedingt nimmt er ein Medikament, welches zu Haarausfall führen kann. In den Haaren wurden sehr hohe Ethylglucuronid-Werte von 160 pg/mg (kopfhautnah) und 230 pg/mg (kopfhautfern) festgestellt. Diese Werte sind ein Mehrfaches von 30 pg/mg, wo die Grenze zum übermässigen Alkoholkonsum liegt. Ein verändertes Haarwachstum beeinflusst das analytische Ergebnis der EtG-Konzentration im Haar nicht. Hingegen hat dies Auswirkungen auf das Zeitfenster, das die Haarprobe abbildet. Dass die Haaranalyse allenfalls einen weiter zurückliegenden Zeitraum abdeckt als im Gutachten angegeben, vermag Letzteres nicht zu erschüttern. Aufgrund der hohen Werte ist auf jeden Fall ein übermässiger Alkoholkonsum nachgewiesen, wofür auch der Umstand spricht, dass der Rekurrent in der Lage war mit 2,9 Gewichtspromille ein Fahrzeug zu lenken. Bestätigung des Führerausweisentzugs auf unbestimmte Zeit (Verwaltungsrekurskommission, Abteilung IV, 20. August 2020, IV-2020/17).

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