# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cacd7bda-a636-576d-be32-21215255d28d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-07-15
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 15.07.2008 E-8092/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-8092-2007_2008-07-15.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-8092/2007
E-5471/2007
E-5472/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 5 .  J u l i  2 0 0 8

Richterin Therese Kojic (Vorsitz), 
Richter Gérard Scherrer, Richterin Christa Luterbacher, 
Gerichtsschreiberin Muriel Beck Kadima.

1. A._______
2. B._______
3. C._______
4. D._______
Türkei,
alle vertreten durch Edith Hofmann, 
Gesuchsteller,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 
3003 Bern.

Revision; Urteile des Bundesverwaltungsgerichtes vom 
21. Mai 2007 und vom 13. Juli 2007
N_______

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-8092/2007; E-5471/2007; E-5472/2007

Sachverhalt:

A.
Die Gesuchsteller ersuchten am 1. Oktober 2003 in der Schweiz um 
Asyl. Mit drei gesonderten Verfügungen vom 19. April 2005 stellte das 
Bundesamt  für  Migration  (BFM)  fest,  die  Gesuchsteller  erfüllten  die 
Flüchtlingseigenschaft  nicht,  und lehnte die  Asylgesuche ab. Gleich-
zeitig ordnete es deren Wegweisung aus der Schweiz und den Vollzug 
an.

B.
Mit  drei  separaten  Urteilen  vom  21.  Mai  2007 (E-4341/2006, 
E-4342/2006,  E-4343/2006)  wies  das  Bundesverwaltungsgericht  die 
Beschwerden der  Gesuchsteller  vom 18. Mai  2005 gegen die Verfü-
gungen des BFM vom 19. April 2005 ab.

C.
Mit  Urteil  vom 13. Juli  2007 wies  das Bundesverwaltungsgericht  die 
Revisionsgesuche  vom  29.  Juni  2007  (E-4438/2007,  E-4440/2007, 
E-4442/2007)  ab,  mit  welchen  die  Gesuchsteller  die  revisionsweise 
Aufhebung  der  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  21.  Mai 
2007 gestützt auf Art. 121 Bst. d BGG (versehntliche Nichtberücksich-
tigung von in den Akten liegenden erheblichen Tatsachen) beantragt 
hatten. 

D.
Am 25. Juli 2007 reichten die Gesuchsteller über ihre Rechtsvertrete-
rin beim BFM eine mit „Wiedererwägungsgesuch eventuell 2. Asylge-
such“ betitelte Eingabe ein und beantragten die Gewährung von Asyl, 
eventualiter den Verzicht auf den Vollzug der Wegweisung unter gleich-
zeitiger  Anordnung der  vorläufigen Aufnahme. Zur Stützung der Vor-
bringen reichten sie ein Arztzeugnis vom 23. Juli 2007 betreffend die 
Einweisung der Gesuchstellerin 2 in ein Psychiatriezentrum, deutsche 
Asylakten  des  Bruders  E._______  des  Gesuchstellers  1,  drei 
Fotografien, einen Internetartikel vom 6. April  2005, einen Ausschnitt 
eines Zeitungsartikels in Kopie, eine Liste von zum Teil als Flüchtlinge 
anerkannten Personen aus dem Herkunftsdorf  der Gesuchsteller (...) 
und das Militärbüchlein des Gesuchstellers 4 im Original zu den Akten. 

E.
Mit  Verfügungen  vom 16.  August  2007  trat  das  BFM  betreffend  die 

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Gesuchsteller 3 und 4 (..., erwachsene Kinder der Gesuchsteller 1 und 
2)  auf  das Wiedererwägungsgesuch mangels  Zuständigkeit  nicht  ein 
und überwies die Eingabe vom 25. Juli  2007,  ergänzt  am 3. August 
2007,  zur  Behandlung  als  Revisionsgesuche  (E-5471/2007 
[Gesuchstellerin 3] und E-5472/2007 [Gesuchsteller 4]) zuständigkeits-
halber an das Bundesverwaltungsgericht.

F.
Mit Telefax-Verfügung vom 17. August 2007 setzte die zuständige Inst-
ruktionsrichterin  den Vollzug der Wegweisungen der  Gesuchsteller  3 
und 4 vorläufig aus.

G.
Am  23.  August  2007  reichten  die  Gesuchsteller  3  und  4  über  ihre 
Rechtsvertreterin  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerden  ge-
gen  die  Entscheide  des  BFM  vom  16.  August  2007  ein  (vgl. 
E-8799/2007 betreffend die Gesuchstellerin 3 und E-8798/2007 betref-
fend den Gesuchsteller 4), in welchen sie unter anderem beantragten, 
es sei zu klären, ob es sich bei ihrer Eingabe vom 25. Juli 2007 um ein 
Wiedererwägungs- oder ein Revisionsgesuch handle.

H.
Mit Zwischenverfügung vom 31. August 2007 nahm das Bundesverwal-
tungsgericht  die Eingabe vom 25. Juli 2007 nach einer ersten Akten-
prüfung als  Revisionsgesuch und die Eingabe vom 23. August  2007 
als weitere Ergänzung im Revisionsverfahren der Gesuchsteller 3 und 
4  entgegen  und  hiess  die  Gesuche  um  Aussetzung  des  Vollzuges 
sowie um unentgeltliche Rechtspflege gut. 

I.
Am  9.  November  2007  informierten  die  Gesuchsteller  3  und  4  das 
Bundesverwaltungsgericht,  dass  ihre  Mutter  (die  Gesuchstellerin  2) 
bereits mehrmals vier Monate (...) hospitalisiert sei. Dabei reichten sie 
ein ärztliches Zeugnis ihre Mutter betreffend vom (...) vom 26. Oktober 
2007 in Kopie zu den Akten.

J.
Mit  Verfügung  vom 29. November  2007  wies  das  BFM das  Wieder-
erwägungsgesuch  der  Gesuchsteller  1  und  2  vom  25.  Juli  2007  – 
betreffend  die  neue,  nachträglich  entstandene  Tatsache  der  psychi-
schen  Erkrankung  der  Gesuchstellerin  –  ab,  und  trat  für  den  Rest 
mangels Zuständigkeit nicht darauf ein. Es überwies die Eingabe vom 

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25. Juli 2007 mit Ergänzungen vom 3. und 28. August 2007 sowie vom 
9.  November  2007  zur  Behandlung  als  Revisionsgesuch  zuständig-
keitshalber an das Bundesverwaltungsgericht. 

K.
Mit Instruktionsverfügung vom 30. November 2007 setzte die Instruk-
tionsichterin den Vollzug der Wegweisung auch für die Gesuchsteller 1 
und 2 aus und verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses.

L.
Die Gesuchsteller 1 und 2 liessen mit Eingabe ihrer Rechtsvertreterin 
vom 1. Dezember  2007 die  Verfügung des  BFM vom 29. November 
2007 anfechten (vgl. E-8185/2007) und beantragten darin unter ande-
rem eine Frist für die Verbesserung des dadurch hängig gewordenen 
Revisionsgesuchs, welche vom Bundesverwaltungsgericht am 10. De-
zember 2007 gewährt wurde.

M.
Am 27. Dezember 2007 und 24. Januar 2008 ergänzten die Gesuch-
steller 1 und 2 ihr Revisionsgesuch und reichten weitere vom Bundes-
verwaltungsgericht  mit  Verfügung vom 14. Januar 2008 angeforderte 
Beweismittel nach (Kurzberichte der Hilfswerksvertretung über die Be-
fragungen des Gesuchstellers 1 vom 27. Oktober 2003 und 24. Feb-
ruar 2005, der Gesuchstellerin 3 vom 14. November 2003 und vom 24. 
Februar 2005, der Gesuchstellerin 2 sowie des Gesuchstellers 4 vom 
24. Februar 2005; Schreiben von Dr. med. G_______, vom 18. Januar 
2008).

N.
Am  24.  April  2008  reichte  die  Rechtsvertreterin  nach  Aufforderung 
durch das Gericht ihre Honorarnoten vom 24. Januar 2008 ein.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.  
1.1 Das Bundesverwaltungsgericht  entscheidet  gemäss Art. 105  des 
Asylgesetzes  vom 26. Juni  1998  (AsylG,  SR 142.31)  endgültig  über 
Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. 
Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]) 
des  BFM (Art.  31-34  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni 
2005  [VGG,  SR  173.32];  Art.  83  Bst.  d  Ziff.  1  des  Bundesgerichts-

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gesetzes  vom 17.  Juni  2005  [BGG,  SR 173.32]).  Es  ist  ausserdem 
zuständig für die Revision von Urteilen, die es in seiner Funktion als 
Beschwerdeinstanz gefällt hat (vgl. BVGE 2007/21 E. 2.1 S. 242 f.). 

1.2 Gemäss  Art. 45  VGG  gelten  für  die  Revision  von  Urteilen  des 
Bundesverwaltungsgerichts  die Art. 121-128  BGG  sinngemäss. Nach 
Art. 47 VGG findet auf Inhalt, Form und Ergänzung des Revisionsge-
suches Art. 67 Abs. 3 VwVG Anwendung.

1.3 Mit dem ausserordentlichen Rechtsmittel der Revision wird die Un-
abänderlichkeit  und Massgeblichkeit  eines rechtskräftigen Beschwer-
deentscheides angefochten,  im Hinblick darauf,  dass die Rechtskraft 
beseitigt wird und über die Sache neu entschieden werden kann (vgl. 
PIERRE TSCHANNEN/ULRICH ZIMMERLI,  Allgemeines  Verwaltungsrecht, 
2. Aufl., Bern 2005, S. 269). 

1.4 Das Bundesverwaltungsgericht zieht auf Gesuch hin seine Urteile 
aus  den  in  Art. 121-123  BGG  aufgeführten  Gründen  in  Revision 
(Art. 45  VGG).  Nicht  als  Revisionsgründe gelten  Gründe,  welche die 
Partei, die um Revision nachsucht, bereits im ordentlichen Beschwer-
deverfahren hätte geltend machen können (vgl. Art. 46 VGG).

1.5  Da  die  drei  Revisionsgesuche  in  der  Sache  zusammenhängen 
und  in  allen  drei  Verfahren  dieselben  Revisionsgründe  angerufen 
werden, rechtfertigt es sich vorliegend, die Vorbringen in einem Urteil 
zu beurteilen.

2.  
2.1 Die  Gesuchsteller  machen  geltend,  sie  hätten  erhebliche  Tatsa-
chen erst  nachträglich  erfahren beziehungsweise vorbringen  können 
und entscheidende Beweismittel nachträglich aufgefunden, welche sie 
im  früheren  Verfahren  nicht  hätten  beibringen  können  (vgl.  Art.  123 
Abs. 2 Bst. a  BGG; Art. 46 VGG). Als Tatsachen, welche im Zeitpunkt 
der vorangegangenen Urteile vom 21. Mai 2007 und 13. Juli 2007 nicht 
bekannt  waren,  werden  massive  sexuelle  Übergriffe  gegen  die  Ge-
suchstellerin  2  genannt.  Diese  wurden  erst  im  Laufe  der  psychiat-
rischen Behandlung nach der  Einweisung in  eine Klinik  am 28. Juni 
2007 bekannt. Die  Gesuchstellerin  konnte  sich  erstmals  am 26. Juli 
2007  zu  ihren  Erlebnissen  konkret  äussern.  Zum  Beweis,  wonach 
bereits  im  ordentlichen  Verfahren  Hinweise  auf  solche  Übergriffe 
vorgelegen hätten, wird auf die Befragungsprotokolle sowie Akten be-
treffend Feststellung von blauen Flecken bei der Beschwerdeführerin 

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bereits in der Empfangsstelle und Protokolle der bei den Befragungen 
anwesenden Hilfswerksvertretungen hingewiesen, welche erst im Re-
visionsverfahren beigebracht wurden. Zudem wurden im Wiedererwä-
gungsverfahren  Arztberichte  vom 12.  und  23.  Juli  2007,  23.  August 
2007 und 26. Oktober 2007 eingereicht.

2.2 Nachdem die neue Tatsache der geltend gemachten gravierenden 
sexuellen Übergriffe erst im Juli 2007 bekannt wurde, ist von der recht-
zeitigen Einreichung der Revisionsgesuche auszugehen (vgl. Art. 124 
Abs. 1 Bst. d BGG). 

2.3 Die  Gesuchsteller  sind  durch  die  angefochtenen  Urteile  berührt 
und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung bezie-
hungsweise Änderung. Die Legitimation ist gegeben.

2.4 Auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichten Eingaben 
ist deshalb einzutreten (Vgl. Art. 47 VGG i.V.m. Art. 67 Abs. 3 VwVG 
und Art. 52 VwVG).

3.  
3.1 Gemäss Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG kann die Revision verlangt 
werden,  wenn  die  ersuchende  Partei  nachträglich  erhebliche  Tatsa-
chen erfährt oder entscheidende Beweismittel auffindet, die sie im frü-
heren Verfahren nicht beibringen konnte, unter Ausschluss der Tatsa-
chen und Beweismittel, die erst nach dem Entscheid (im ordentlichen 
Verfahren) entstanden sind. Es handelt  sich also um unechte Noven 
(vgl.  NICOLAS VON WERDT,  in: HANSJÖRG SEILER/NICOLAS VON WERDT/ANDREAS 
GÜNGERICH, Bundesgerichtsgesetz [BGG], Bern 2007, S. 526, RN 7).

Erheblich beziehungsweise entscheidend im Sinne von 123 Abs. 2 Bst. 
a BGG sind neue Tatsachen und Beweismittel dann, wenn sie, soweit 
im ordentlichen Verfahren bereits bekannt,  geeignet gewesen wären, 
zu einem anderen Entscheid zu führen (vgl. BGE 108 V 171 E.1.; VON 
WERDT,  a.a.O, S. 526 f., RN 10 ff.;  KARL SPÜHLER/ANNETTE DOLGE/DOMINIK 
VOCK, Kurzkommentar  zum  Bundesgerichtsgesetz  [BGG],  Zürich/St. 
Gallen 2006, S. 229, RN 5). 

Nachträglich erfahrene oder aufgefundene erhebliche Tatsachen und 
Beweismittel bilden im Übrigen nur dann einen Revisionsgrund, wenn 
sie der gesuchstellenden Person damals trotz hinreichender Sorgfalt 
nicht bekannt sein konnten oder ihr die Geltendmachung oder Beibrin-
gung  aus  entschuldbaren  Gründen  nicht  möglich  war  (vgl.  EMARK 

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1994 Nr. 27 E. 5a und b S. 198 f.; SPÜHLER/DOLGE/VOCK,  a.a.O., S. 229, 
RN 4, mit weiteren Hinweisen).

4.
4.1 Hinsichtlich  des  angerufenen  Revisionsgrundes  bringen  die  Ge-
suchsteller sinngemäss im Wesentlichen vor, entscheidende Tatsachen 
seien  bekannt  geworden  und  es  seien  Beweismittel  aufgefunden 
worden, welche die Asylvorbringen der Gesuchsteller in einem andern 
Lichte erscheinen liessen. Deshalb wäre der dem Urteil  vom 21. Mai 
2007 zu Grunde liegende Schluss,  die Vorbringen der Gesuchsteller 
seien unglaubhaft, beziehungsweise die dem Urteil vom 13. Juli 2007 
zu Grunde liegende Einschätzung,  der sich bei den Akten des BFM 
befindende ärztliche  Kurzbericht  vom Oktober  2003 sei  unerheblich, 
anders ausgefallen. Bei den neu eingebrachten Beweismitteln handle 
es sich insbesondere um Kurzberichte der Hilfswerksvertretung, wel-
che über die Anhörungen und Befragungen der Gesuchsteller am 27. 
Oktober  2003,  am  14.  November  2003  beziehungsweise  am  24. 
Februar  2005 erstellt  worden seien. Diesen sei  zu entnehmen,  dass 
Ursache der diagnostizierten posttraumatischen Belastungsstörungen 
der Gesuchstellerin 2 nicht der ungewisse Aufenthaltsstatus, sondern 
vielmehr die von der Gesuchstellerin 2 anlässlich ihrer Haft  vom 23. 
September  2003  erlittenen  Übergriffe  seien,  weshalb  diese  Haft  als 
glaubhaft  zu  erachten  sei.  In  der  Eingabe  vom  25.  Juli  2007  wird 
geltend  gemacht,  die  Gesuchstellerin  2  habe  unter  dem  Druck  der 
drohenden Wegweisung -  vor  allem auch ihres  Sohnes,  welcher  bei 
der Rückkehr in den Militäridenst einrücken müsste – dekompensiert, 
in eine Klinik eingewiesen werden müssen und schliesslich über ihre 
Erlebnisse  berichtet.  Dies  sei  ihr  anlässlich  der  Anhörungen  im 
ordentlichen  Verfahren  nicht  möglich  gewesen.  Sie  sei  zwar  gefragt 
worden,  ob sie  lieber  mit  einer  Frau über  ihre  Asylgründe sprechen 
wolle. Sie habe jedoch nicht darüber sprechen können und deshalb die 
Frage  verneint.  Die  Gesuchstellerin  habe  diesen  Sachverhalt  bisher 
stets  verdrängt  und  erst  gegenüber  den  behandelnden  Ärztinnen  in 
Anwesenheit  einer  Dolmetscherin  darüber  sprechen  können. In  den 
Akten  fänden  sich  jedoch  zahlreiche  Hinweise,  welche  eine  nähere 
Prüfung  nahe  gelegt  hätten.  Mit  der  Eingabe  vom  3.  August  2007 
wurde eine schriftliche Zusammenfassung der Erlebnisse der Gesuch-
stellerin 2 eingereicht. 

4.1.1 Im Urteil vom 21. Mai 2007 die Gesuchsteller 1 und 2 betreffend 
(E-4341/2006) führte das Bundesverwaltungsgericht in Bezug auf den 

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Gesundheitszustand  der  Gesuchstellerin  2  unter  anderem  aus  (vgl. 
Ziff. 4.2.12 der Erwägungen), gemäss ärztlichem Bericht von Dr. med. 
H._______  vom 27. Juni  2005  leide  sie  an  einer  posttraumatischen 
Belastungsstörung  (ICD-10:  F43.1)  und  an  einer  rezidivierenden 
depressiven  Störung,  gegenwärtig  mittelgradige  Episode  mit 
somatischen  Symptomen  (ICD-10:  F33.1).  Die  unter  dem  Titel 
„Anamnese“  in  den  Zeugnissen wiedergegebenen  Angaben  der  Ge-
suchstellerin sowie weitere Ausführungen in den ärztlichen Berichten 
entsprächen den - vom Bundesverwaltungsgericht als nicht glaubhaft 
gewerteten  -  Asylvorbringen  der  Gesuchsteller.  In  Anbetracht  der 
vorstehenden  Erwägungen  dieses  Urteils  könnten  die  ärztlichen 
Zeugnisse  daher  nicht  als  ausschlaggebendes  Indiz  für  die 
Glaubhaftigkeit der Aussagen der Gesuchsteller gewertet werden. 

4.1.2 Im Revisionsurteil vom 13. Juli 2007 war zu prüfen, ob das Bun-
desverwaltungsgericht eine aktenkundige Tatsache versehentlich nicht 
berücksichtigt hatte. Das Gericht stellte fest, dass der sich bei den Ak-
ten  des  BFM  befindliche  Kurzbericht  von  Dr.  med.  H._______  vom 
11./18. Oktober 2003 im Urteil  vom 21. Mai 2007 zwar nicht  explizit 
erwähnt  worden  sei,  hingegen  alleine  aus  diesem  Umstand  nicht 
bereits  gefolgert  werden könne,  das Bundesverwaltungsgericht  habe 
eine  aktenkundige  Tatsache  versehentlich  nicht  berücksichtigt.  Im 
Urteil sei in ausführlicher und umfassender Weise begründet worden, 
weshalb die Asylvorbringen nicht glaubhaft dargelegt worden und die 
Voraussetzungen für die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft nicht 
erfüllt  seien.  Es  könne  indessen  offen  bleiben,  ob  die  ärztliche 
Kurznotiz  versehentlich  nicht  berücksichtigt  worden  sei,  zumal  das 
fragliche  Schriftstück  mangels  Erheblichkeit  nicht  geeignet  sei,  zu 
einem anderen,  für  die  gesuchstellende Partei  günstigeren Ergebnis 
zu  führen.  Insbesondere  seien  die  Ursachen  der  ärztlichen 
Feststellungen in der Kurznotiz (multiple kleine Kontusionsmarken an 
Armen  und  Beinen,  Schwellungen  an  beiden  Knöchelregionen, 
unklares  Schwellungsgefühl  linke  Gesichtshälfte)  unbekannt  und 
gelinge  es  den  Gesuchstellern  mit  diesem  Dokument  nicht,  eine 
andere  Beurteilung  ihrer  im  ordentlichen  Asylverfahren  als  nicht 
glaubhaft qualifizierten Vorbringen herbeizuführen.

4.2 Ob die Vorbringen der Gesuchsteller in den Urteilen vom 21. Mai 
2007 und vom 13. Juli 2007 unrichtig gewürdigt wurden, braucht vorlie-
gend nicht näher geprüft zu werden. Es ist hier lediglich festzustellen, 
ob  die  neu  geltend  gemachten  Tatsachen  und  die  eingereichten 

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Beweismittel  als  entscheidend im Sinne von 123 Abs. 2 Bst. a  BGG 
gelten können und ob sie den gesuchstellenden Personen in den frü-
heren Verfahren trotz hinreichender Sorgfalt nicht bekannt sein konn-
ten oder ihnen die Geltendmachung oder Beibringung aus entschuld-
baren Gründen nicht möglich war. 

4.2.1 Es steht fest, dass die eingereichten Berichte der Hilfswerksver-
treterin und des Hilfswerksvertreters vor dem Ergehen des Urteils vom 
21. Mai 2007 erstellt wurden und demnach bereits im ordentlichen Ver-
fahren  hätten  eingereicht  werden  können.  Es  ist  jedoch  nachvoll-
ziehbar, dass die Gesuchsteller sie nicht früher eingereicht haben, da 
es  unüblich  ist,  Befragungsnotizen  der  Hilfswerksvertreterinnen  und 
-vertreter  als  Beweismittel  beizuziehen,  da in  der  Regel  davon aus-
gegangen wird,  dass  die  Befragungsprotokolle  mit  den persönlichen 
Notizen  der  Hilfswerkvertretungen  übereinstimmen.  Zudem  konnten 
die Gesuchsteller davon ausgehen, dass die bei den Akten liegenden 
ärztlichen Notizen und Berichte hinreichende Hinweise auf die von der 
Gesuchstellerin 2 erlittenen Misshandlungen liefern würden. Dass die 
Gesuchstellerin 2 ihre Erlebnisse erst unter dem Druck der drohenden 
Rückschaffung bekannt  gab, ist  im vorliegenden Fall  ebenfalls  nach-
vollziehbar  (vgl.  zu  dieser  Thematik  ausführlich  Entscheidungen und 
Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK] 
2003  Nr.  17  E.  4  S.  105  ff.).  Das  verspätete  Vorbringen  dieser 
Ereignisse ist demzufolge als entschuldbar zu erachten.

4.2.2 Sowohl die von der Gesuchstellerin 2 nachträglich geschilderten 
Vorfälle wie die eingereichten Berichte der Hilfswerkvertretung sind als 
erheblich  zu  bezeichnen,  da  ihnen  Hinweise  zu  entnehmen  sind, 
welche die tatbeständliche Grundlage für die rechtliche Würdigung der 
Asylvorbringen der Gesuchsteller, namentlich deren Glaubhaftigkeit, in 
ein anderes Licht rücken könnten.

4.2.3 Auch wenn diese Vorfälle lediglich die Gesuchstellerin 2 betref-
fen, wirken sie sich auf die übrigen Gesuchsteller aus. Werden nämlich 
die  neu  geltend  gemachten  Vorkommnisse  als  glaubhaft  erkannt, 
erscheinen auch die von den Angehörigen vorgebrachten Übergriffe in 
einem  anderen  Licht  und  es  ist  insbesondere  zu  prüfen,  ob  die 
Gesuchsteller mit weiteren Übergriffen zu rechnen haben. Dabei wird 
für jedes Familienmitglied die eigene konkrete Situation zu prüfen sein. 

4.2.4 Aufgrund der vorangehenden Erwägungen erübrigt es sich, auf 
weitere  Vorbringen  und  Beweismittel  –  insbesondere  den  verspätet 

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nachgereichten Militärausweis des Gesuchstellers 3 und die weiteren 
im Wiedererwägungs- und Revisionsverfahren nachgereichten Beweis-
mittel – im vorliegenden Revisionsverfahren einzugehen. 

5.
Zusammenfassend ergibt sich, dass die nachträglich geltend gemach-
ten Tatsachen und die  Kurzberichte der Hilfswerksvertretung neue er-
hebliche  Tatsachen  und  Beweismittel  darstellen,  weshalb  die  Urteile 
des Bundesverwaltungsgerichts vom 21. Mai 2007 aufzuheben und die 
Beschwerdeverfahren wieder aufzunehmen sind. 

Die noch hängigen Beschwerden (E-8185/07, E-8798/07, E-8799/07) 
gegen die Wiedererwägungsentscheide des BFM werden mit separa-
ten Verfügungen abgeschrieben.

6.
6.1 Bei  diesem  Verfahrensausgang  sind  keine  Kosten  aufzuerlegen 
(vgl. Art. 63 Abs. 1 und 3 i.V.m. Art. 68 Abs. 2 VwVG). Damit werden 
die Gesuche um unentgeltliche Rechtspflege gegenstandslos.

6.2 Den Gesuchstellern  ist  angesichts  des Obsiegens im Revisions-
verfahren in Anwendung von Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 68 Abs. 2 
VwVG eine  Parteientschädigung  für  ihnen  erwachsene  notwendige 
Vertretungskosten  zuzusprechen  (vgl.  auch  Art.  7  des  Reglements 
vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, SR 173.320.2]). Die Rechtsvertre-
terin  der  Gesuchsteller  reichte  am 24. April  2008  zwei  Kostennoten 
vom 24. Januar 2008 ein. In ihrer Kostennote im Verfahren der Eltern 
(E-8092/07),  welche  als  angemessen betrachtet  werden kann,  weist 
sie  einen  Betrag  von  insgesamt  Fr. 1'471.--  (inkl.  Auslagen  von  Fr. 
56.--)  aus.  Die  Kostennote  in  den  Verfahren  der  Tochter  und  des 
Sohnes  (E-5471/2007  und  5472/2007)  weist  einen  Betrag  von  Fr. 
1119.-- (inkl. Auslagen von Fr. 34.--)  aus. Dieser Betrag ist ebenfalls 
als angemessen zu bezeichnen. Den Gesuchstellern ist damit insge-
samt  eine  Parteientschädigung  von  total  Fr 2'590.--  (inkl.  Auslagen) 
zuzusprechen (vgl. Art. 10 und Art. 14 Abs. 2 VGKE).

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 10

E-8092/2007; E-5471/2007; E-5472/2007

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die  Revisionsgesuche  werden  gutgeheissen.  Die  Urteile  des  Bun-
desverwaltungsgerichts vom 21. Mai 2007 (E-4341/06, E-4342/06 und 
E-4343/06) werden aufgehoben. 

2.
Die Beschwerdeverfahren werden wieder aufgenommen. Die Gesuch-
steller  beziehungsweise Beschwerdeführer  können den Ausgang der 
Verfahren in der Schweiz abwarten.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

4.
Den Gesuchstellern wird für das Revisionsverfahren vom Bundesver-
waltungsgericht eine Parteientschädigung von Fr. 2'590.--  entrichtet.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- die  Rechtsvertreterin  der  Gesuchsteller (Einschreiben;  Beilagen: 
Formular Zahladresse mit Briefumschlag)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, zu den Ak-
ten Ref.-Nr. N_______

-

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Therese Kojic Muriel Beck Kadima

Versand: 

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