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**Case Identifier:** 38590e24-a8f2-5c19-888b-67c35dee6904
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-06-24
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 24.06.2019 IV 2018/342
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2018-342_2019-06-24.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2018/342

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 02.04.2020

Entscheiddatum: 24.06.2019

Entscheid Versicherungsgericht, 24.06.2019
Art. 7 ATSG; Art. 8 ATSG; Art. 28 IVG: Gemäss beweiskräftigem Gutachten ist 
die Beschwerdeführerin sowohl in ihrer bisherigen Tätigkeit als Tages- und 
Pflegemutter als auch in einer körperlich nicht schweren Verweistätigkeit zu 
50% arbeitsfähig. Das tatsächliche Valideneinkommen ist schwankend und 
lässt sich aus strukturellen Gründen (Entschädigung pro betreutes Kind und 
Stunde) nicht berechnen. Entsprechend der 50%igen Arbeitsfähigkeit 
beträgt das Invalideneinkommen 50% des bisherigen (nicht bestimmbaren) 
tatsächlichen Einkommens bzw. des durchschnittlichen Tabellenlohns des 
Kompetenzniveaus 1. Die Restarbeitsfähigkeit ist verwertbar und ein 
Tabellenlohnabzug von jedenfalls mehr als 10% nicht begründbar, so dass 
ein Invaliditätsgrad von höchstens 55% resultiert (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 24. Juni 2019, IV 
2018/342).

Entscheid vom 24. Juni 2019

Besetzung

Versicherungsrichterininen Miriam Lendfers (Vorsitz), Christiane Gallati Schneider und 

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiberin Beatrix Zahner

Geschäftsnr.

IV 2018/342

Parteien

A.___,

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Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Robert Baumann, Advokatur Robert Baumann 

AG, Waisenhausstrasse 17, Postfach, 9001 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich am 24. Oktober 2013 wegen psychischer Beeinträchtigung und 

"Blutsenke" bzw. wegen des Todes ihrer Tochter, bei der Invalidenversicherung (IV) 

zum Leistungsbezug an (IV-act. 1; Fremdakten, act. 1-1). Gemäss Angaben der 

Regionalen Vermittlungsstelle B.___ vom 29. November 2013 und 22. September 2016 

war die Versicherte seit 1. April 2002 bis zum Übergang der Rechtszuständigkeit an die 

Stadt C.___ per 31. Dezember 2014 als Tagesmutter angestellt. Die Arbeitgeberin gab 

an, nach Eintritt des Gesundheitsschadens ab 1. April 2013 habe das Pensum 50% 

betragen. Daneben betreue die Versicherte eine Pflegetochter (IV-act. 10-1 ff. und IV-

act. 71).

A.a. 

Die die Versicherte psychiatrisch behandelnde Dr. med. D.___, Oberärztin 

psychiatrisches Zentrum E.___, hatte dem Krankentaggeldversicherer am 31. Januar 

2013 berichtet, die Versicherte leide anamnestisch unter dem Tod ihrer Tochter und 

dem Wegzug ihres Sohnes zum leiblichen Vater. Sie hatte eine Anpassungsstörung, 

längere depressive Reaktion nach Tod der Tochter im März 20__ (ICD-10: F43.21) 

diagnostiziert. Deshalb sei die Versicherte nicht arbeitsfähig. Nach Einleitung einer 

A.b. 

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Gesprächstherapie und einer psychopharmakologischen antidepressiven Therapie 

habe sich der Zustand stabilisiert. Es sei eine tagesklinische Therapie während zwei bis 

drei Tagen wöchentlich geplant. Ab 1. März 2013 sei von einer Teilarbeitsfähigkeit und 

ab 1. April 2013 von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit auszugehen (Fremdakten, 

act. 1-14 ff.).

Die tagesklinische Behandlung im psychiatrischen Zentrum E.___ dauerte vom 

25. Januar bis 28. Juni 2013. Im Austrittsbericht vom 12. August 2013 wurde als 

Diagnose u.a. "Anpassungsstörungen: längere depressive Reaktion nach Tod der 

Tochter im März 20__ (ICD-10: F43.21)" festgehalten und zusammengefasst 

ausgeführt, die Versicherte verfüge über ein hohes Mass an Merkfähigkeit und 

Konzentration sowie über solide handwerkliche Fähigkeiten und vielfältige kreative 

Ideen. Diese Ressource habe wesentlich zur Stabilisierung des Befindens beigetragen. 

Auffallend sei die gewählte Bewältigungsstrategie der fast übermässigen 

Selbstaktivierung gewesen, um schmerzhafte Zustände (Jahrestag des Todes der 

Tochter, gesundheitlicher Zusammenbruch des Partners) zu ertragen.

A.c. 

Im Auftrag der Krankentaggeldversicherung begutachtete med. pract. F.___ die 

Versicherte am 3. Dezember 2013 fachpsychiatrisch. Sie diagnostizierte eine 

prolongiert verlaufende depressive Anpassungsstörung (ICD-10: F43.21) mit Übergang 

in eine anhaltende affektive Störung: Dysthymia (ICD-10: F34.1). Beide Diagnosen 

beeinflussten die Arbeitsfähigkeit insofern, dass die Versicherte aufgrund der 

depressiven Erschöpfungssymptomatik mit Antriebsstörung sowie der 

Stimmungsschwankungen und der nachlassenden Konzentrationsfähigkeit allenfalls in 

einem Teilpensum arbeitsfähig sei. Seit dem Tod ihrer Tochter eineinhalb Jahre zuvor 

habe die Versicherte nach einer prolongierten Trauerreaktion eine depressive 

Anpassungsstörung entwickelt, die noch verstärkt worden sei durch die Diagnose einer 

rheumatischen Erkrankung im Sommer 2012. Eine belastungsstabile 

Durchhaltefähigkeit habe auch mit regelmässiger ambulanter psychotherapeutischer 

Behandlung nicht erreicht werden können. Grundsätzlich könne mit einer 100%igen 

Arbeitsfähigkeit gerechnet werden. Allerdings bestehe die Aussicht auf eine Steigerung 

der aktuell auf 50% reduzierten Arbeitsfähigkeit in der Gesamtbewertung der Befunde 

nicht vor Ablauf von mindestens vier, eher sechs Monaten. In psychischer Hinsicht sei 

die Versicherte eingeschränkt durch die verminderte Konzentrationsspanne bei 

A.d. 

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konzentrativen, die Anpassungsfähigkeit und Flexibilität beanspruchenden Tätigkeiten, 

die ein hohes Mass an Ausdauer und seelischer Belastung erforderten, in einem 

Umfang von mindestens 50% (Zeit, Leistung). Zumutbar seien Tätigkeiten von geringer 

körperlicher Beanspruchung mit hohem repetitivem Anteil, nach Möglichkeit mit 

geringem Zeit- und Termindruck, geringer Verantwortung für komplexere Abläufe, in 

einem zeitlichen Ausmass von 50% bei allenfalls angepasster - reduzierter - Leistung 

(ca. 80%; Fremdakten, act. 2-4 ff.).

Die Eingliederungsverantwortliche hielt am 26. Februar 2014 fest, die Versicherte 

betreue vollzeitlich ein 11-jähriges Mädchen und zwei weitere Kinder während 6 bis 7 

Stunden wöchentlich. Sie bemühe sich nicht mehr um weitere Kinder, sei nicht 

vermittelbar (IV-act. 20-4). Mit Mitteilung vom 17. März 2014 wies die IV-Stelle das 

Leistungsbegehren um berufliche Massnahmen ab, da sich die Versicherte aktuell 

lediglich in beschränktem Masse arbeitsfähig fühle und im Rahmen eines Teilpensums 

weiterhin ihrer angestammten Tätigkeit als Tagesmutter nachgehe (IV-act. 24).

A.e. 

Mit Vorbescheid vom 28. März 2014 gewährte die IV-Stelle der Versicherten das 

rechtliche Gehör zur beabsichtigten Abweisung des Rentengesuchs (IV-act. 27), worauf 

die Versicherte am 25. April 2014 Einwand erheben liess (IV-act. 28). Mit Verfügung 

vom 26. Mai 2014 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab, da kein 

invalidisierender Gesundheitsschaden vorliege (IV-act. 31). Dagegen liess die 

Versicherte am 23. Juni 2014 beim Versicherungsgericht Beschwerde erheben (IV-

act. 36-2 ff.).

A.f. 

Med. pract. F.___ führte in einer Verlaufsbeurteilung vom 5. September 2014 als 

Diagnose eine anhaltende affektive Störung: Anpassungsstörung depressiv und mit 

Mitbeteiligung anderer Gefühle (ICD-10: F43.21) und den Verdacht auf schädlichen 

Gebrauch von Alkohol im Sinne einer Selbstmedikation (ICD-10: F10.1) bei lang 

anhaltenden Schlafstörungen an. Die affektive Störung sowie die Schlafstörungen 

setzten das Durchhaltevermögen, die Konzentrationsfähigkeit sowie die 

Gesamtbelastbarkeit nachhaltig herab. Wesentliche neue Erkenntnisse im Vergleich zur 

Vorbeurteilung vom Dezember 2013 seien nicht zu erfassen. Es habe nach wie vor 

keine belastungsstabile Durchhaltefähigkeit erreicht werden können. In der beruflichen 

Tätigkeit als Tagesmutter könne die Arbeitsfähigkeit von 50% bei erkennbarer 

A.g. 

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Chronifizierung der depressiven Symptomatik trotz regelmässiger psychiatrischer 

Behandlung absehbar nicht massgeblich gesteigert werden. Konzentrative Tätigkeiten 

(z.B. Computertätigkeiten, Bestellungen aufnehmen, exakte Arbeiten unter zeitlichem 

Druck) seien ebenfalls im Umfang von 50% eingeschränkt (Fremdakten, act. 3-10 ff.). 

Im Arztbericht vom 6. Oktober 2014 hielt Dr. D.___ fest, die Zumutbarkeit der 

bisherigen Tätigkeit müsste neu evaluiert werden, da die Versicherte seit Längerem 

keine Pflegekinder mehr betreue. Die Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit sei im 

Umfang von 50% ab sofort möglich (IV-act. 43). Vom 13. März bis 9. April 2016 war die 

Versicherte im Psychiatrischen Zentrum G.___, Krisenintervention, hospitalisiert. Es 

wurde eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, 

ohne somatisches Syndrom (ICD-10: F33.10), diagnostiziert. Die Versicherte wurde bei 

rückläufiger depressiver Symptomatik entlassen, es wurde ihr aber dennoch eine 

vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert (IV-act. 65-2 ff.).

Mit Entscheid vom 27. Juni 2016 hiess das Versicherungsgericht die Beschwerde 

teilweise gut und wies die Angelegenheit zur weiteren Abklärung und neuer Verfügung 

an die IV-Stelle zurück (Verfahren IV 2014/321, IV-act. 57). Der medizinische 

Sachverhalt erweise sich als nicht ausreichend abgeklärt. Erst recht erlaubten die 

vorhandenen medizinischen Berichte nicht, auf eine vollständige Überwindbarkeit der 

Beschwerden bzw. auf eine vollständige Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten zu 

schliessen. Die angefochtene Verfügung und die ihr zugrundeliegenden medizinischen 

Berichte genügten den Anforderungen des strukturierten Beweisverfahrens (BGE 141 V 

281) nicht. Der medizinische Sachverhalt sei weiter abzuklären, sowohl in somatischer 

wie in psychiatrischer Hinsicht (E. 3.4, IV-act. 57-10).

A.h. 

Dr. med. H.___, Facharzt FMH Allgemeine Innere Medizin, erwähnte im Arztbericht 

vom 23. August 2016 unter anderem, die Versicherte leide primär an einer schweren 

Depression, welche exazerbiert sei nach dem unerwarteten Tod der Tochter im Jahre 

20__. Diese stehe deutlich im Vordergrund. Er behandle die Versicherte aufgrund der 

Polymyalgie rheumatica, welche unter Dauer-Steroidtherapie fluktuierend verlaufe. 

Zudem bestehe ein Status nach Mammakarzinom mit Operation im April 2003. 

Schliesslich zeigten sich arthrotische Veränderungen sowohl in der Schulter rechts wie 

auch im Knie rechts, welche gelegentlich analgetischer Interventionen bedürften (IV-

act. 67-2). Am 18. November 2018 berichtete Dr. H.___, er habe die Versicherte am 

A.i. 

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1. Juni 2015 arbeitsfähig geschrieben, damit sie sich beim RAV anmelden könne. Im 

weiteren Verlauf hätten sich nach wie vor grosse Probleme gezeigt. Die psychiatrische 

Erkrankung werde weiterhin vom sozialpsychiatrischen Dienst in E.___ behandelt. Aus 

hausärztlicher Sicht sei eine 100%ige Arbeitsfähigkeit sicherlich nicht realistisch (IV-

act. 87-2). Dr. med. I.___, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Ärztin 

Psychiatrisches Zentrum E.___, notierte im Arztbericht vom 16. Januar 2017 als 

Diagnosen eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10: 

F33.4), sowie schädlichen Alkoholgebrauch (ICD-10: F10.1). Die Integration auf dem 

ersten Arbeitsmarkt sei nicht realistisch und werde von der Versicherten auch nicht 

angestrebt (IV-act. 94-2 ff.).

Im Auftrag der IV-Stelle wurde die Versicherte durch die MEDAS Zentralschweiz 

polydisziplinär begutachtet (Gutachten vom 12. Juli 2017; Dr. med. J.___, Innere 

Medizin, Dr. med. K.___, Rheumatologie, Dr. med. L.___, Psychiatrie, lic. phil. M.___, 

Neuropsychologie; Untersuchungen 16., 18. und 26. Mai 2017; IV-act. 109). Die 

Gutachter diagnostizierten im Wesentlichen (1.) eine chronische Schmerzstörung mit 

somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41) mit aktuell nicht eindeutig 

zuzuordnenden, eher mechanisch bedingten Oberschenkelschmerzen beidseits bei 

insgesamt unwahrscheinlicher Diagnose einer Polymyalgia rheumatica, (2.) eine 

Dysthymia und (3.) eine Osteoporose an Lendenwirbeln und Schenkelhals und 

Osteopenie im gesamten Hüftbereich bei Corticosteroid-Dauertherapie, starkem 

Nikotinabusus, Biphosphonat-Therapie  und Status nach fünfjähriger 

Oestrogenhemmer-Therapie (Tamoxifen) nach Mammakarzinom (IV-act. 109-26). Die 

Arbeitshypothese einer Polymyalgia rheumatica hielt der rheumatologische Gutachter 

insgesamt für unwahrscheinlich, fand aber eine beginnende Polyarthrose an den Hüft-, 

Knie- und distalen Fingergelenken (IV-act. 109-26). Psychiatrisch bestehe eine 

chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren sowie eine 

Dysthymie (IV-act. 109-26). Der diese auslösende physiologische Prozess könne aus 

den Akten diagnostisch nicht sicher erschlossen werden und es bleibe damit auch in 

Bezug auf die Diagnose eine gewisse Unsicherheit (IV-act. 109-46). Weiter lägen 

Hinweise auf früheren schädlichen Gebrauch von Alkohol vor. Aus psychiatrischer 

Sicht betrage die Arbeitsfähigkeit generell 50% (IV-act. 109-26). Für die zuletzt 

ausgeübte Tätigkeit als Tagesmutter schätzten die Gutachter die Arbeitsfähigkeit auf 

A.j. 

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B.  

50%, wobei ausschliesslich die psychiatrischen Befunde limitierend wirkten (IV-

act. 109-27). Dies gelte auch für andere körperlich leichte und mittelschwere 

Verweistätigkeiten sowie für den Haushalt, während körperliche Schwerarbeit aufgrund 

der rheumatologischen Befunde nicht mehr zumutbar sei (IV-act. 109-28). RAD-Arzt Dr. 

med. N.___, Facharzt für Prävention und Gesundheitswesen, nahm am 18. Juli 2017 

Stellung; auf das Gutachten könne abgestellt werden (IV-act. 110).

Mit Vorbescheid vom 12. Dezember 2017 stellte die IV-Stelle der Versicherten die 

Zusprache eine halben Rente ab 1. April 2014 bei einem Invaliditätsgrad von 58% in 

Aussicht (IV-act. 115). Mit Einwand vom 29. Januar/28. Februar 2018 liess die 

Versicherte geltend machen, es sei ihr der maximale Tabellenlohnabzug von 25% zu 

gewähren. Damit habe sie Anspruch auf eine Dreiviertelsrente (IV-act. 122).

A.k. 

Mit Verfügung vom 27. September 2018 sprach die IV-Stelle der Versicherten ab 

1. April 2014 eine halbe Rente zu. Gemäss Gutachten der MEDAS Zentralschweiz 

bestehe sowohl in der angestammten als auch in einer anderen vergleichbaren 

Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50%. Aus dem Einkommensvergleich resultiere ein 

Invaliditätsgrad von 58%. Das Zumutbarkeitsprofil sei nicht behinderungsbedingt auf 

körperlich leichte Tätigkeiten beschränkt. Eine Mehrfachbehinderung sei nicht 

vorhanden. Das fortgeschrittene Alter rechtfertige ebenfalls keinen Abzug vom 

Invalideneinkommen und ein teilzeitbedingter Minderverdienst liege nicht vor (IV-act. 

130).

A.l. 

Gegen die Verfügung vom 27. September 2018 lässt die Versicherte, vertreten 

durch Rechtsanwalt lic. iur. R. Baumann, am 10. Oktober 2018 Beschwerde erheben. 

Sie beantragt, die angefochtene Verfügung sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge 

aufzuheben, soweit sie weitergehende Leistungen verneine. Es sei ihr mit Wirkung ab 

wann rechtens, allerspätestens ab 1. April 2014, eine ganze Invalidenrente 

zuzusprechen und auszurichten. Eventualiter sei die Streitsache in Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese 

weitere Abklärungen und anschliessend eine Neubeurteilung und Neufestsetzung ihrer 

Leistungsansprüche vornehme. Aufgrund der mehreren Diagnosen mit wesentlicher 

Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit sowie sehr zahlreichen Diagnosen 

B.a. 

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ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, jedoch auch mit Krankheitswert, 

sowie auch aufgrund zahlreicher Nebenbefunde sei von erheblichen Wechselwirkungen 

der Leiden auszugehen, so dass die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit 

ausgeschlossen bzw. sehr unwahrscheinlich sei. Tatsächlich habe sie ihre 

Restarbeitsfähigkeit bis zur Pensionierung denn auch nicht mehr verwerten können. 

Selbst wenn die 50%ige Restarbeitsfähigkeit verwertet werden könnte, ergäbe sich 

zumindest ein Invaliditätsgrad mit Anspruch auf eine Dreiviertelsrente. Als Tagesmutter 

sei eine halbtägige Tätigkeit für eine ganztägige Betreuung suchende Mutter mit 

zusätzlichem Aufwand verbunden, sodass sie eine Lohneinbusse zu gewärtigen habe. 

Gestützt auf das Gutachten sei von einer Mehrfachbehinderung bzw. von 

Wechselwirkungen zwischen den körperlichen und psychischen Leiden auszugehen, 

die einen Leidensabzug rechtfertigten. Dies gelte umso mehr, als im Gutachten 

festgehalten werde, dass nur noch wenige Ressourcen vorhanden und ihre berufliche 

Wiedereingliederung illusorisch seien. Auch aufgrund der kurz bevorstehenden 

Pensionierung müsse sie mit einer Lohneinbusse rechnen. Sie sei in den letzten zehn 

Jahren ihrer Erwerbstätigkeit ausschliesslich als Tages- und Pflegemutter tätig 

gewesen und könne in andere Tätigkeitsbereiche, wenn überhaupt, nur schwierig 

integriert werden. Insgesamt rechtfertige sich der maximale Tabellenlohnabzug von 

25%. Bereits bei einem Abzug von lediglich 15% oder gar 10% ergäbe sich ein 

Invaliditätsgrad von 64,4% bzw. 62,3%. Somit sei ihr mindestens eine Dreiviertelsrente 

zuzusprechen (act. G 1).

In ihrer Beschwerdeantwort vom 28. November 2018 beantragt die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerdeführerin sei im 

massgeblichen Zeitpunkt des Rentenbeginns 59 1/2 Jahre alt gewesen und habe somit 

eine verbleibende Aktivitätsdauer von 4,5 Jahren gehabt. Dabei sei zu berücksichtigen, 

dass sie in ihrer angestammten Tätigkeit als Tagesmutter 50% arbeitsfähig sei und sie 

somit keine neue Tätigkeit aufnehmen oder sich einarbeiten müsse. Auch entspreche 

die Restarbeitsfähigkeit von 50% einem durchaus üblichen Arbeitspensum. Somit 

könne dem Faktor Alter keine die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit 

ausschliessende Bedeutung beigemessen werden. Zudem sei den geltend gemachten 

Nebenbefunden und Wechselwirkungen bereits bei der gutachterlichen Festsetzung 

der Restarbeitsfähigkeit von 50% Rechnung getragen worden. Somit sei die 

B.b. 

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Erwägungen

1.  

Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit zu bejahen. Weiter sei auch kein 

Tabellenlohnabzug vorzunehmen. Die Teilzeittätigkeit wirke sich auf die zu erwartende 

Entlöhnung nicht aus. Auch das fortgeschrittene Alter rechtfertige keinen Abzug. 

Überdies betrage die Arbeitsfähigkeit gemäss Gutachten (auch) in der angestammten 

Tätigkeit 50%, womit das Invalideneinkommen 50% des Valideneinkommens 

ausmache und somit ein Invaliditätsgrad von 50% bestehe, womit ein allfälliger 

Tabellenlohnabzug ohnehin keinen Anspruch auf eine Dreiviertelsrente begründe 

(act. G 4).

Mit Replik vom 17. April 2019 trägt die Beschwerdeführerin vor, aufgrund der 

Komplexität des Beschwerdebildes bzw. der Wechselwirkungen könne sie die Tätigkeit 

als Tagesmutter nicht mehr im 50%-Pensum ausüben. Vor allem aber erfordere diese 

Tätigkeit einen ganztägigen Einsatz und sei in einem Pensum von 50% nicht 

umsetzbar. Vor Eintritt ihrer Krankheit am 12. November 2012 sei sie einer 

Beschäftigung von 100% nachgegangen. Das im Auszug aus dem individuellen Konto 

(IK) in den Jahren 2010 bis 2012 aufgeführte Durchschnittseinkommen von 

Fr. 32'118.-- sei nicht durch eine 50%ige, sondern durch eine 100%ige Tätigkeit erzielt 

worden und entspreche dem Valideneinkommen. Parallel dazu betrage das 

Invalideneinkommen bei 50%iger Restarbeitsfähigkeit Fr. 16'059.--, wovon wiederum 

der maximale Tabellenlohnabzug von 25% vorzunehmen sei, so dass im Ergebnis ein 

Invaliditätsgrad von 62,5% und damit ein Anspruch zumindest auf eine 

Dreiviertelsrente resultiere (act. G 13).

B.c. 

Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 15).B.d. 

Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und 

nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 

1.1. 

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ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. 

Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar 

ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 

831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person 

mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60 %, auf eine 

halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 %, und auf eine Viertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 40 % invalid ist. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen, Art. 16 ATSG). Der als ausgeglichen unterstellte Arbeitsmarkt 

umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei 

welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen vonseiten des Arbeitgebers 

rechnen können. Von einer Arbeitsgelegenheit kann gemäss bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung nur dann nicht mehr gesprochen werden, wenn die zumutbare 

Tätigkeit nurmehr in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene 

Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem 

Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden 

einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (Urteile 

des Bundesgerichts vom 28. April 2010, 8C_1050/2009, E. 3.3, mit Hinweisen, und 

vom 29. August 2007, 9C_95/2007, E. 4.3).

1.2. 

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des 

Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen 

Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind 

(BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen; BGE 141 V 14 E. 6.3.1). Im Sinne einer Richtlinie 

1.3. 

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2.

Der angefochtenen Verfügung liegt in medizinischer Hinsicht das Gutachten der 

MEDAS Zentralschweiz vom 12. Juli 2017 (IV-act. 109) zugrunde. Zunächst ist dessen 

Beweistauglichkeit zu prüfen.

ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen 

Spezialärzten und -ärztinnen, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und 

Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 

Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, volle Beweiskraft 

zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise 

sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/bb).

Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und 

Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige 

Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a). 

Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den 

streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben 

Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen 

stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der 

Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte 

hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). Im Sozialversicherungsrecht hat 

das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, 

nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V 

360 E. 5b; BGE 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen).

1.4. 

Die Beschwerdeführerin berichtete den Gutachtern im Wesentlichen, 

vorbestehende Knie- und Beckenkammschmerzen hätten sich nach dem Tod der 

Tochter verstärkt, im Juni 2012 seien dann noch Rückenschmerzen hinzu gekommen. 

Unter der begonnenen Spiricort-Therapie hätten sich die Schmerzen fluktuierend, 

während der letzten fünf Jahre etwa stationär verhalten. Am meisten schmerze es von 

beiden grossen Trochanteren ausstrahlend in beide Knie beim Aufstehen und nach 

längerem Sitzen. Der Schmerz sei ziehend, durchschnittlich 5 - 6 auf der Skala von 0 

bis 10. Die Gelenke seien eigentlich nicht betroffen. Ebenausgehen könne sie während 

einer halben Stunde. Beim Bergaufgehen komme zu den Schmerzen noch eine 

Schwäche hinzu, andererseits könne sie die drei Stockwerke in ihrem Haus noch in 

einem Zug bewältigen (IV-act. 102-19 ff., 33 f., 52). Die Besorgung des 

Dreipersonenhaushalts, so wie er aktuell existiere, sei für sie mit der vorhandenen 

Flexibilität vorläufig noch möglich (IV-act. 109-18 f.). Gemütsmässig erlebe sie 

2.1. 

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"schaurige Schwankungen" mit Tendenz auf die depressive Seite (IV-act. 109-25). Auf 

mentaler Ebene berichtete die Versicherte über schwankende Leistungen und 

Fehlleistungen (Vergesslichkeit, Begriff suchen, verzögerte Antwort). Die Konzentration 

bei ihrer kreativen Tätigkeit sei hingegen sehr gut, sie könne stundenlang an etwas 

dranbleiben. Auch die Konzentration und Reaktion im Strassenverkehr seien gut (IV-

act. 109-52). Invalid sei sie, weil sie seit dem Tod ihrer Tochter nicht mehr belastbar 

sei. Sie habe sich davon nicht erholen können. Daneben belasteten sie die 

Spannungen mit ihrem Mann, der sie in der schwierigen Situation nicht genügend 

unterstützen könne, und mit ihrer pubertierenden Pflegetochter, sowie dass ihre 

epilepsiekranke Enkelin bei ihr wohne, die viel Unterstützung benötige und 

behinderungsbedingt eine praktische IV-Ausbildung absolviere. Andererseits schlafe 

sie acht bis neun Stunden pro Nacht. Ihre Hobbys, Therapie und gemeinsame Ausflüge 

täten ihr gut (IV-act. 109-25, 43, 52 f.). Auf der psychischen Ebene leide sie unter einer 

ausgeprägten Ermüdbarkeit und Überforderung schon unter Alltagsbelastungen. Der 

Antrieb sei vermindert und sie habe ausgeprägte Mühe, sich aufzuraffen. Die 

Schlafstörungen hätten sich unter Surmontil und Cipralex deutlich gebessert. Sie stehe 

in andauernder ambulanter Psychotherapie, was wesentlich zur Stabilisierung des 

Zustandes beitrage (IV-act. 109-43).

Die neuropsychologische Untersuchung ergab eine alters- und 

ausbildungsadäquate kognitive Leistungsfähigkeit (IV-act. 109-55). Auch in der 

psychiatrischen Untersuchung wirkte die Beschwerdeführerin immer präsent und 

aufmerksam, nie müde (IV-act. 44). Der psychiatrische Gutachter hielt fest, aktuell sei 

eine Mischung verschiedenster Einflussfaktoren festzustellen, die sich nur schwer unter 

eine einheitliche Diagnose bringen liessen (IV-act. 109-45). Er bejahte die Diagnose 

einer chronischen Schmerzstörung, obwohl der auslösende physiologische Prozess 

aus den Akten nicht sicher erschlossen werden könne. Das Gefühl der Schwäche, 

Überforderung und der generellen Einschränkung ordnete er diagnostisch "am 

ehesten" der Dysthymie zu und erachtete die durch die Vorgutachterin gestellte 

Diagnose einer anhaltenden affektiven Störung im Sinne einer Anpassungsstörung als 

nicht ganz klar, aber auch die Schwierigkeit einer eindeutigen diagnostischen 

Erfassung aufzeigend (IV-act. 109-46). Er führte aus, die Beschwerden seien im 

Vergleich zum Vorgutachten etwa unverändert ausgeprägt. Sie liessen sich nicht in 

einer ganz alltäglichen Vorgehensweise einer eindeutigen psychiatrischen Diagnose 

zuordnen und seien dennoch relevant für die Arbeitsfähigkeit, namentlich in Anbetracht 

des fortgeschrittenen Alters. Unter Berücksichtigung aller Teilaspekte sei die 

Bestätigung einer 50%igen Arbeitsfähigkeit ab dem letzten Gutachten angemessen. 

Dies gelte auch für eine Verweistätigkeit, wobei allerdings angesichts des Alters der 

2.2. 

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Einstieg in ein neues Tätigkeitsfeld praktisch ausgeschlossen sei. Die Problematik habe 

sich im heutigen Umfang mit dem Tod der Tochter manifestiert und dürfte damit im 

festgelegten Umfang bereits etwa fünf Jahre andauern (IV-act. 109-47).

Der rheumatologische Gutachter diagnostizierte eher mechanisch bedingte, 

gegenwärtig nicht zuzuordnende Oberschenkelschmerzen beidseits sowie eine 

Osteoporose mit deutlich erhöhtem Frakturrisiko (IV-act. 109-26). Die Diagnose einer 

Polymyalgia rheumatica sei zumindest retrospektiv in den zur Verfügung stehenden 

Unterlagen erschwert reproduzierbar. "Klinikführende" Syndrome (akut auftretende 

myalgische Schmerzen, Kopfschmerzen, Kiefer claudicatio, Impingementsymptomatik 

im Schulterbereich respektive Bursitis und eine massiv erhöhte BSR) seien nicht 

detailliert beschrieben. Der Hausarzt habe im Februar 2014 über die Diagnose 

berichtet, ohne die zugrundeliegende Klinik zu erwähnen (IV-act. 109-36). Der 

Gutachter erhob einen altersentsprechend völlig unauffälligen rheumatologischen 

Status. In Berücksichtigung der Dauersteroideinnahme, welche eine andere 

rheumatische oder degenerative Erkrankung "kaschieren" könne, des für eine 

Polymyalgie extrem atypischen Verlaufs, der Schmerzlokalisation, des hohen 

Steroidbedarfs, der Behandlungsdauer und des erhöhten BSR sei dieses 

Krankheitsbild aus rheumatologischer Erfahrung heraus mit grosser Wahrscheinlichkeit 

nicht vorhanden, differenzialdiagnostisch aber im Sinne eines Beweises nicht 

vollständig auszuschliessen. Aufgrund der Anamnese und des rheumatologischen 

Status könne aktuell keine relevante Arbeitsunfähigkeit attestiert werden. Dies gelte 

unabhängig der aufgezeigten differentialdiagnostischen Diskussion. Klinisch ergäben 

sich weiter gewisse Hinweise auf arthrotische Veränderungen (leichte Coxarthrose 

linksbetont, Gonarthrose beidseitig mit leichter Fehlstellung, deutlich ausgeprägte 

Fingerpolyarthrose), die aber nicht zu einer weitergehenden Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit führten (IV-act. 109-37). Aus rheumatologischer Sicht sei die 

Versicherte 100% arbeitsunfähig für körperliche Schwerarbeit, dagegen 100% 

arbeitsfähig für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten inklusive Haushalt und 

Kinderbetreuung (IV-act. 109-26, 38).

2.3. 

Aus psychiatrischer Sicht wurden keine Diagnosen gestellt, denen eine schwere 

Beeinträchtigung der funktionellen Leistungsfähigkeit inhärent wäre. Der Serumspiegel 

der Antidepressiva Surmontil (Trimipramin/Nortrimipramin) und Cipralex (Escitalopram) 

war laborchemisch stark unterhalb des therapeutischen Rahmens bzw. kaum 

nachweisbar (IV-act. 109-26). Der rheumatologische Gutachter schliesst 

nachvollziehbar aus, dass die Beschwerdeführerin mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit an einer Polymyalgie leide. An anderer Stelle wird erwähnt, es sei 

2.4. 

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frappant, dass nach angeblich täglicher Einnahme von 12,5 mg oder mehr Prednisolon 

während vier bis fünf Jahren keine Cushing-Stigmata feststellbar seien. Zudem 

sprächen die Laborparameter und die angegebene Einnahmezeit gegen die tägliche 

Einnahme (IV-act. 109-28). Von einer ins Gewicht fallenden Komorbidität ist auch 

deshalb nicht auszugehen, weil Dr. H.___ die psychische Erkrankung als deutlich 

vordergründig bezeichnete (Bericht vom 23. August 2016, IV-act. 67-2). Der 

psychiatrische Gutachter legte weiter dar, die Beschreibung der Trauer über den Tod 

ihrer Tochter sei von deutlichen Emotionen begleitet gewesen. Die Ehe habe die 

Beschwerdeführerin ebenso wie den weitgehend reduzierten Konsum alkoholischer 

Getränke sachlich, überzeugend und plausibel beschrieben. Sie habe einen 

anregungsarmen Alltag mit finanziellen Engpässen, mit wirtschaftlichen Begrenztheiten, 

aber immer noch mit kleinen Höhepunkten und Freuden dargelegt (IV-act. 109-44, 46). 

Ohne Zweifel mitbedingt durch die fehlenden Geldmittel und die fehlende Mobilität 

habe ein gewisser sozialer Rückzug stattgefunden (IV-act. 109-44), dieser sei nicht 

vollständig (IV-act. 109-46). Es hätten sich keine Hinweise gefunden auf ein aktives 

Suchtverhalten oder ein aktives Alkoholabhängigkeitssyndrom zum aktuellen Zeitpunkt, 

was durch die Laborwerte, die Neuropsychologie und die Tatsache, dass ihre 

Fähigkeit, Pflegekinder zu betreuen, nie in Frage gestellt worden sei, gestützt werde 

(IV-act. 109-44 f.). Die Beschwerdeführerin habe ohne Zweifel belastende Umstände in 

ihrer Kindheit und Jugend aushalten müssen. Auf der Beziehungsebene habe sie sich 

vor der Ehe erfreulich gehalten, was man auch als nachwirkende Ressource für den 

aktuellen Alltag ansehen könne. Die Scheidung habe sie mit dem Konsum 

alkoholischer Getränke wesentlich erleichtern können und nach dem Tod der Tochter 

sei es nicht zu diesem Lösungsweg gekommen, was positiv bewertet werden müsse. 

Sie habe immerhin eine kameradschaftlich geführte Ehe aufbauen können, die eine 

gewisse soziale Sicherheit vermittle und auch die Bewirtschaftung eines eigenen 

Hauses zulasse mit Rückzugsmöglichkeiten für beide Partner (IV-act. 109-45). Kurz vor 

dem Erreichen des regulären Pensionsalters seien nur noch wenige Ressourcen 

vorhanden. Die Versicherte habe die Trauerarbeit nach dem Tod ihrer Tochter bisher 

trotz ambulanter Psychotherapie nur ungenügend leisten können und es sei nicht 

anzunehmen, dass sie vor dem AHV-Alter in diesem ganzen Bewältigungspotenzial 

noch wesentliche Fortschritte machen könne. Auch eine totale Alkoholabstinenz sei 

realistischerweise nach der langen Anamnese nicht mehr zu erreichen (IV-

act. 109-46 f.). Das ganze Leben der Versicherten müsse sich aufgrund der Umstände 

und der seelischen und körperlichen Einschränkungen auf einen kleinen Raum 

beschränken, sie habe die Mobilität verloren und auch gemäss Mini-ICF seien 

Beeinträchtigungen vorhanden, die sich auf alle Lebensaspekte auswirkten (IV-

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3.  

act. 109-47). Die Konsistenz sei gegeben, es sei kein Teil ihres Lebens von der 

Problematik ausgespart (IV-act. 109-47).

Das Gutachten der MEDAS Zentralschweiz berücksichtigt die geklagten 

Beschwerden sowie die medizinischen Vorakten umfassend. Die Begründung des 

rheumatologischen Gutachters, weshalb er sich der Diagnose einer Polymyalgia 

rheumatica nicht anschliessen könne, erscheint schlüssig. Entsprechend erklärt sich, 

dass die beklagten Schmerzen nicht mehr somatisch, sondern psychiatrisch als 

chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren erfasst 

werden. Das Gutachten berücksichtigt die Standardindikatoren gemäss dem 

strukturierten Beweisverfahren (BGE 141 V 281). Die Gutachter haben namentlich 

berücksichtigt, dass die Compliance der Beschwerdeführerin bei der 

Medikamenteneinnahme zumindest fraglich ist. In der Arbeitsfähigkeitsschätzung wird 

ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Beschwerden seit dem Verlaufsgutachten 

von med. pract. F.___ vom 5. September 2014 (Fremdakten, IV-act. 3-10 ff.), bei 

allerdings fortschreitender Chronifizierung und einer Zunahme der altersbedingten, 

physiologischen Defizite, etwa unverändert ausgeprägt seien (IV-act. 109-46, 47). Dies 

leuchtet insofern ein, als bereits im Vorgutachten auf eine Chronifizierung der 

depressiven Symptomatik hingewiesen worden war (Fremdakten, act. 3-12). Die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung ist somit medizinisch plausibel begründet und unbestritten. 

Im Rahmen der Rechtsanwendung ist jedoch zu berücksichtigen, dass sie "namentlich 

auch in Anbetracht des fortgeschrittenen Alters" (IV-act. 109-47) erfolgte und somit ein 

eigentlich invaliditätsfremder Faktor eingeflossen ist.

2.5. 

Die Beschwerdeführerin meldete sich am 21. Oktober 2013 bei der IV an (IV-

act. 1). Aufgrund der Akten ist von einer mindestens 50%igen Arbeitsunfähigkeit seit 

November 2012 auszugehen (Krankentaggeldabrechnung [Fremdakten, act. 7]; 

Arztzeugnisse [Fremdakten, act. 1-19 ff., 1-24 f.; act. 8-5 f.; act. 8-8 f.]; Gutachten med. 

pract. F.___ vom 17. Dezember 2013 [Fremdakten, act. 2-4 ff.] und vom 5. September 

2014 [Fremdakten, act. 3-10 ff.]), so dass das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b 

IVG im November 2013 erfüllt war und der Rentenanspruch nach Ablauf der Frist von 

Art. 29 Abs. 1 IVG ab 1. April 2014 besteht.

3.1. 

Der Auszug aus dem individuellen Konto (IK) der Beschwerdeführerin weist aus der 

Tätigkeit als Pflege- bzw. Tagesmutter folgende Einkommen aus: Für das Jahr 2006: 

Fr. 10'448.--, 2007: Fr. 15'981.--, 2008: Fr. 22'909.--, 2009: Fr. 36'903.--, 2010: 

Fr. 30'856.--, 2011: Fr. 36'782.-- (IV-act. 61-1 f.). Diese Beträge setzten sich zusammen 

3.2. 

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4.

Die Beschwerdeführerin macht geltend, ihre Restarbeitsfähigkeit sei nicht mehr 

verwertbar.

aus einem fixen Anteil als Entlöhnung der Tätigkeit als Pflegemutter (vollzeitliche 

Betreuung der Pflegetochter) sowie aus einem variablen Anteil für die Tätigkeit als 

Tagesmutter (Angabe Arbeitgeberin vom 4. Dezember 2013, IV-act. 10-7). Die 

Arbeitgeberin führte aus, die Beschwerdeführerin habe teilweise mehrere Kinder 

gleichzeitig oder (zeitlich) versetzt betreut und es sei ihr pro tagesbetreutes Kind ein 

Stundenansatz von Fr. 6.-- (einschliesslich Ferienentschädigung) vergütet worden, 

womit sich der Lohn nicht linear zu den insgesamt aufgewendeten Betreuungsstunden 

errechnen lasse (vgl. Angaben Arbeitgeberin vom 29. November 2013, IV-act. 10-2, 

und vom 4. Dezember 2013, IV-act. 10-7). Die Beschwerdegegnerin qualifizierte die 

Beschwerdeführerin als im Gesundheitsfall 100% erwerbstätig (IV-act. 77; IV-act. 85), 

ging aber von einem Valideneinkommen von Fr. 64'236.-- aus (IV-act. 113, 130-4). Für 

das Jahr 2013 wurden Fr. 18'250.--, für 2014 Fr. 13'160.-- und für 2015 Fr. 9'106.-- 

abgerechnet (IK-Auszug, IV-act. 61-1; Angaben Arbeitgeberin vom 22. September 

2016, IV-act. 71-6).

Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in 

der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren 

persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer 

versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren 

Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungslast nicht mehr zumutbar ist. 

Fehlt es an einer wirtschaftlich verwertbaren Resterwerbsfähigkeit, liegt eine 

vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, die einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente 

begründet. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene 

Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich 

nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den Umständen des 

Einzelfalls ab. Massgebend können die Art und Beschaffenheit des 

Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und 

Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, 

vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder 

Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (BGE 138 V 

460 E. 3.1 mit weiteren Hinweisen; Urteile des Bundesgerichts vom 22. März 2012, 

9C_153/2011, E. 3.1 und vom 28. Mai 2009, 9C_918/2008, E. 4.2.2 mit Hinweisen). 

4.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/21

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Massgebend für die Beurteilung der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ist der 

Zeitpunkt des Feststehens der medizinischen Zumutbarkeit einer 

(Teil-)Erwerbstätigkeit. Dieser ist gegeben, sobald die medizinischen Unterlagen eine 

zuverlässige Sachverhaltsfeststellung erlauben (BGE 138 V 461 f. E. 3.3 f.).

Zwar wies das hiesige Versicherungsgericht die Angelegenheit mit Entscheid vom 

27. Juni 2016 an die Beschwerdegegnerin zurück, da der medizinische Sachverhalt 

nicht ausreichend abgeklärt war (IV-act. 57). Indes war med. pract. F.___ im 

Verlaufsgutachten vom 5. September 2014 zum Schluss gekommen, gesamthaft bleibe 

es bei einer Arbeitsfähigkeit von 50% (Fremdakten, act. 3-12), und Dr. D.___ hatte im 

Arztbericht vom 6. Oktober 2014 festgehalten, die Wiederaufnahme der beruflichen 

Tätigkeit sei im Umfang von 50% ab sofort möglich (IV-act. 43-3). Lediglich nach der 

stationären Behandlung vom 13. März bis 9. April 2016 wurde der Beschwerdeführerin 

eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert (Austrittsbericht Psychiatrisches Zentrum G.___ 

vom 31. Mai 2016, IV-act. 65-2 ff.). Dr. H.___ hatte die Beschwerdeführerin am 1. Juni 

2015 im Hinblick auf die Anmeldung bei der Arbeitslosenversicherung zu 100% 

arbeitsfähig geschrieben, hielt aber am 18. November 2016 fest, aus hausärztlicher 

Sicht sei eine 100%ige Arbeitsfähigkeit nicht realistisch (IV-act. 87-2; Fremdakten, 

act. 5-2). Zu einer Teilarbeitsfähigkeit äusserte sich der Hausarzt nicht. 

Gesamtbetrachtend war damit immer klar davon auszugehen, dass zumindest eine 

Teilarbeitsfähigkeit bestand. Das war auch für die Beschwerdeführerin erkennbar. 

Tatsächlich hat sie ihre Pflegetochter unter der Woche auch nach Eintritt der 

Erkrankung durchgehend betreut und damit immer ein wenigstens kleines Einkommen 

erzielt. Zudem ergibt sich aus echtzeitlichen Akten, dass sie auch nach dem Tod ihrer 

Tochter neben ihrer Pflegetochter zumindest zeitweise weitere Tageskinder betreute 

(vgl. Bericht Psychiatrisches Zentrum E.___ vom 31. Januar 2013, Fremdakten, 

act. 1-16; Eintrag FI-Assessmentprotokoll vom 14. Februar 2014, IV-act. 20-4; 

Fachpsychiatrisches Verlaufsgutachten med. pract. F.___ vom 5. September 2014, 

Fremdakten, act. 8-22). Die im Gutachten wiedergegebenen Aussagen der 

Beschwerdeführerin, dass sie aufgrund der Erinnerung an ihre verstorbene Tochter (IV-

act. 109-18 f.) bzw. dass sie wegen der Belastung nicht mehr im Stande sei, 

Tageskinder zu betreuen (IV-act. 109-52 f.) und dass sie ausschliesslich ihre 

Pflegetochter und seit März 2017 ihre Enkeltochter betreue (IV-act. 109-34), können 

demnach nicht im absoluten Sinne verstanden werden, dass die Beschwerdeführerin 

nach dem Tod ihrer Tochter gar keine Tageskinder mehr betreut hätte. Nähere 

Abklärungen dazu würden insgesamt an der grundsätzlichen und hier wesentlichen 

Feststellung, dass die Beschwerdeführerin bereits vor der Begutachtung mindestens 

zeitweise in der Lage war, weitere Tageskinder zu betreuen, nichts ändern. Bereits vor 

4.2. 

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5.  

Kenntnisnahme des Inhalts des Gutachtens war ihr bewusst, dass sie zumindest 

teilweise arbeitsfähig war bzw. entsprechend eingeschätzt würde. Folglich ist nicht zu 

beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin für die Prüfung der Verwertbarkeit der 

Restarbeitsfähigkeit zu Recht vom massgebenden Alter im Zeitpunkt der Entstehung 

des Rentenanspruchs von 59 1/2 Jahren ausgegangen ist. Die verbleibende 

Erwerbsdauer beträgt somit 4 1/2 Jahre.

Die Beschwerdeführerin hatte nach eigenen Angaben eine Lehre als Technische 

Zeichnerin nicht abgeschlossen und war bis zum Jahr 2002 als Mitarbeiterin in der 

Produktion und Spedition tätig gewesen. Ab 2001 bis Ende 2014 war sie als 

Tagesmutter tätig und ab 2003 betreute sie die Pflegetochter (vgl. IV-act. 109-17). Aus 

medizinischer Sicht war der Beschwerdeführerin im Verfügungszeitpunkt ihre bisherige 

Tätigkeit als Kinderbetreuerin weiterhin zumutbar, und sie konnte in dieser Tätigkeit 

eine mittlerweile langjährige Erfahrung vorweisen. Auch in den Bereichen Produktion 

und Spedition verfügt die Beschwerdeführerin über berufliche Erfahrung. Aus 

rheumatologischer Sicht sind ihr körperlich schwere Arbeiten nicht mehr zumutbar (IV-

act. 109-28), was eine Tätigkeit in einer Spedition, nicht aber eine körperlich leichte 

Lieferdienst-, Überwachungs- oder Produktionstätigkeit ausschliessen dürfte. Die 

Auswirkungen der psychischen Beeinträchtigungen sind mit der 

Arbeitsfähigkeitsschätzung von 50% vollumfänglich berücksichtigt; es finden sich keine 

Anhaltspunkte für beispielsweise akzentuierte Persönlichkeitszüge oder andere 

Umstände, die eine besondere Rücksichtnahme durch einen potentiellen Arbeitgeber 

erfordern würden. Mit Blick auf die vom Bundesgericht selbst als streng bezeichnete 

Rechtsprechung (vgl. dazu M. Weiss, Verwertung der Restarbeitsfähigkeit aufgrund 

vorgerückten Alters - Rechtsprechungstendenzen, in: SZS 62/2018, S. 630 ff., mit 

Verweis auf Urteil des Bundesgerichts vom 27. September 2010, 8C_482/2010, E. 4.3) 

ist vorliegend die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit gegeben.

4.3. 

Die Beschwerdeführerin ist nicht nur in einer Verweistätigkeit, sondern gemäss 

beweiskräftigem MEDAS-Gutachten auch in der angestammten Tätigkeit als Tages- 

bzw. Pflegemutter zu 50% arbeitsfähig (IV-act. 109-27). Dies erscheint plausibel, zumal 

bei dieser Tätigkeit eine gewisse Freiheit in der Zeiteinteilung möglich ist. Das 

Vorbringern der Beschwerdeführerin, durch einen zeitlichen Einsatz von 50% lasse sich 

im Beruf der Tagesmutter nicht ein Einkommen von 50% eines Vollzeitlohnes 

generieren, ist nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen. 

Notorischerweise besteht durchaus auch eine Nachfrage nach Halbtageseinsätzen in 

der Kinderbetreuung. Zudem geht aus dem Gutachten nicht hervor, dass die 

5.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/21

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Beschwerdeführerin ihre 50%ige Arbeitsfähigkeit aus medizinischer Sicht nicht auch 

ganztags verwerten könnte. Auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt könnte sie gewissen 

Einschränkungen in ihrer Belastbarkeit überdies in Bezug auf Alter und Anzahl bei der 

Auswahl der zu betreuenden Kinder Rechnung tragen (z. B. keine ganz jungen Kinder 

und nicht zu viele gleichzeitig). Somit ist es ihr grundsätzlich zumutbar und möglich, 

50% des vor Eintritt des Gesundheitsschadens erzielten Einkommens zu verdienen. 

Ausgehend vom bisherigen tatsächlichen Einkommen als zu 100% tätige Tages- und 

Pflegemutter, jedoch unabhängig von dessen konkreter Höhe, ergibt sich bei einer 

Arbeitsfähigkeit von 50% ein Invaliditätsgrad von 50% (Prozentvergleich).

Zum selben Ergebnis gelangte man im Übrigen, wenn man davon ausginge, dass 

der Beschwerdeführerin die Tätigkeit als Pflege- bzw. Tagesmutter im Umfang von 

50% nicht mehr zumutbar sei.

5.2. 

Die vor Eintritt des Gesundheitsschadens erzielten Einkommen waren stark 

schwankend und strukturelle Gründe beziehungsweise das Fehlen eines konstanten 

Arbeitspensums lassen die Bestimmung eines sich auf die konkreten Verhältnisse 

stützenmden Valideneinkommens nicht zu. Zudem lagen die vor dem Eintritt des 

Gesundheitsschadens erzielten Einkommen weit unter dem Durchschnittseinkommen 

gemäss Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik (BFS), 

Anforderungsniveau 4 bzw. Kompetenzniveau 1 Frauen (per 2014 Fr. 53'793.--; vgl. 

Informationsstelle AHV/IV, IV, Ausgabe 2019, Bern 2019, Anhang 2) sowie unter dem 

Ansatz der Empfehlungen der Tagesfamilien Schweiz zur Entlöhnung von Tageseltern 

in SVT-Mitgliederorganisationen vom August 2012. Danach entspricht die gleichzeitige 

Betreuung von drei Tageskindern einem 100%-Pensum, was bei einem Stundenlohn 

von Fr. 7.80 bis Fr. 8.00 pro Stunde und betreutes Kind einen Jahreslohn von 

ca. 47'543.-- ergäbe (im Internet abrufbar unter www.kibesuisse.ch/fileadmin/

user_upload/Kibesuisse/Publikationen/DE_SVT_Lohnrichtlinien_Tageseltern_12.pdf., 

eingesehen am 7. Juni 2019). Mangels zuverlässiger Einkommensgrundlage wäre für 

die Bemessung des Valideneinkommens deshalb auf den genannten Tabellenlohn als 

Hilfsarbeiterin abzustellen. Wie bereits festgehalten (E. 4.3), sind der 

Beschwerdeführerin körperlich nicht schwere Verweistätigkeiten zumutbar. Somit ist 

sie - vorbehältlich eines allfälligen Tabellenlohnabzugs, vgl. die nachfolgenden 

Ausführungen - in der Lage, entsprechend ihrer Arbeitsfähigkeit durch eine 

Verweistätigkeit ein Invalideneinkommen in der Höhe von 50% des Tabellenlohnes des 

Kompetenzniveaus 1 zu erzielen.

5.2.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/21

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Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen 

Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) 

allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass 

persönliche und berufliche Merkmale wie Art und Ausmass der Behinderung, 

Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und 

Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 

3b/aa S. 323). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene 

Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit 

unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 880 E. 5b/aa in 

fine). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der 

Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und 

darf 25 % nicht übersteigen (BGE 126 V 80 E. 5b/bb-cc; 134 V 327 f. E. 5.2; Urteil des 

Bundesgerichts vom 17. Juli 2009, 9C_368/2009, E. 2.1; zum Ganzen auch Urteil des 

Bundesgerichts vom 23. Dezember 2014, 9C_630/2014, E. 2.1 mit weiteren Verweisen). 

Nach ständiger Rechtsprechung können gesundheitliche Einschränkungen, die bereits 

bei der Beurteilung des medizinischen Zumutbarkeitsprofils enthalten sind, nicht 

zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzuges einfliessen und so zu einer 

doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunktes führen. Dabei rechtfertigt der 

Umstand, dass eine grundsätzlich vollzeitlich arbeitsfähige versicherte Person 

gesundheitlich bedingt lediglich reduziert leistungsfähig ist, an sich keinen Abzug vom 

Tabellenlohn. Bestehen jedoch über das ärztlich beschriebene Beschäftigungspensum 

hinaus zusätzliche Einschränkungen, wie beispielsweise ein vermindertes Rendement 

pro Zeiteinheit wegen verlangsamter Arbeitsweise oder ein Bedarf nach 

ausserordentlichen Pausen, oder ist die funktionelle Einschränkung ihrer besonderen 

Natur nach nicht ohne weiteres mit den Anforderungen vereinbar, wie sie sich aus den 

gewöhnlichen betrieblichen Abläufen ergeben, kann dies bei der Bemessung des 

leidensbedingten Abzugs vom statistischen Tabellenlohn berücksichtigt werden (Urteil 

des Bundesgerichts vom 18. Januar 2018, 8C_552/2017, E. 5.3.1, mit weiteren 

Verweisen).

5.2.2. 

Würde das Invalideneinkommen gestützt auf den Tabellenlohn für weibliche 

Hilfsarbeiterinnen bemessen, käme ein Abzug grundsätzlich in Frage. Diesbezüglich ist 

allerdings zu beachten, dass der psychiatrische Gutachter bei seiner 

Arbeitsfähigkeitsschätzung dem fortgeschrittenen Alter bereits Rechnung getragen hat 

(vgl. IV-act. 109-47). Als Psychiater dürfte er damit nicht (bloss) die körperlichen, 

altersbedingten degenerativen Erscheinungen gemeint haben. Das fortgeschrittene 

Alter kann daher nicht mehr für die Begründung eines Tabellenlohnabzugs 

5.2.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/21

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6.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Die Beschwerdeführerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen; diese ist 

durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss gedeckt.

herangezogen werden. Der Beschwerdeführerin sind leichte bis mittelschwere 

Tätigkeiten, wie sie das Kompetenzniveau 1 umfasst, nach wie vor zumutbar, so dass 

auch diesbezüglich kein Tabellenlohnabzug zu gewähren ist (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts vom 23. Dezember 2014, 9C_630/2014, E. 2.1 mit weiteren Verweisen). 

Ein Tabellenlohnabzug von mehr als 10% rechtfertigt sich vorliegend jedenfalls nicht, 

so dass bei einer Arbeitsunfähigkeit von 50% ein Invaliditätsgrad von höchstens 55% 

resultiert, welcher Anspruch auf eine halbe Rente begründet.

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.6.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem 

Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdeführerin 

aufzuerlegen und durch den von ihr geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.-- 

gedeckt. Die Beschwerdeführerin hat bei diesem Verfahrensausgang keinen Anspruch 

auf eine Parteientschädigung (vgl. Art. 61 lit. g ATSG).

6.2. 

bis

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	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 24.06.2019
	Art. 7 ATSG; Art. 8 ATSG; Art. 28 IVG: Gemäss beweiskräftigem Gutachten ist die Beschwerdeführerin sowohl in ihrer bisherigen Tätigkeit als Tages- und Pflegemutter als auch in einer körperlich nicht schweren Verweistätigkeit zu 50% arbeitsfähig. Das tatsächliche Valideneinkommen ist schwankend und lässt sich aus strukturellen Gründen (Entschädigung pro betreutes Kind und Stunde) nicht berechnen. Entsprechend der 50%igen Arbeitsfähigkeit beträgt das Invalideneinkommen 50% des bisherigen (nicht bestimmbaren) tatsächlichen Einkommens bzw. des durchschnittlichen Tabellenlohns des Kompetenzniveaus 1. Die Restarbeitsfähigkeit ist verwertbar und ein Tabellenlohnabzug von jedenfalls mehr als 10% nicht begründbar, so dass ein Invaliditätsgrad von höchstens 55% resultiert (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 24. Juni 2019, IV 2018/342).

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