# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1ab54949-5f80-5cbd-8b5b-f3dcf94e7fcf
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-05-14
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 1.1. - 31.12.2012 und 1.1. - 31.12.2013 sowie Staats- und Gemeindesteuern 1.1. - 31.12.2012 und 1.1. - 31.12.2013
**Docket/Reference:** DB.2016.139
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/2-db.2016.139--2-st.2016.164.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

2 DB.2016.139 
2 ST.2016.164 

Entscheid 

14. Mai 2019 

Mitwirkend: 

Abteilungspräsident Christian Mäder, Steuerrichter Alexander Widl, Steuerrichterin 
Micheline Roth und Gerichtsschreiber Marius Obertüfer 

A   A G ,    

vertreten durch RA lic.iur. B,  

In Sachen 

gegen 

Beschwerdeführerin/ 
Rekurrentin,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Konsum,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

betreffend 

Direkte Bundessteuer 1.1. - 31.12.2012 und 1.1. - 31.12.2013 sowie  
Staats- und Gemeindesteuern 1.1. - 31.12.2012 und 1.1. - 31.12.2013 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. Die A AG (nachfolgend die Pflichtige) betreibt in C ein kleines Restaurant. 

Daneben führt der Alleinaktionär der Pflichtigen die von ihm beherrschte D GmbH. Ei-

nen  beachtlichen  Teil  der  im  Restaurant  verkauften  Weine  bezog  die  Pflichtige  von 

ihrer Schwestergesellschaft, welche die angekauften Weine in ihrem Weinkeller an der 

…strasse  8  lagerte.  In  den  Steuererklärungen  deklarierte  die  Pflichtige  steuerbare 

Reingewinne  von  Fr. 4'904.-  (2012)  und  1'831.-  (2013)  und  ein  Eigenkapital  von 

Fr. 119'405.- (2012) resp. Fr. 121'236.- (2013). 

Im  Einschätzungsverfahren forderte  die Division  Bücherrevision  die  Pflichtige 

am  5. Oktober  2015  auf,  ordnungsgemäss,  tagfertig  geführte  Kassabücher  der  Ge-

schäftsjahre 2012 und 2013 einzureichen. Ferner verlangte sie von der Pflichtigen den 

substanziierten, detaillierten und plausiblen Nachweis der in den Geschäftsjahren 2012 

und 2013 ausgewiesenen tiefen Bruttogewinnmargen von 54.97% und 64.76%. Nach-

dem  die  Pflichtige  erklärt  hatte,  kein  Kassabuch  geführt  zu  haben,  erging  am 

18. November  2015  aus  formellen  Gründen  eine  Mahnung  zur  Einreichung  des  Kas-

sabuchs.  Die  Pflichtige  wiederholte  daraufhin,  kein  Kassabuch  geführt  zu  haben  und 

bemerkte überdies,  nicht  zur  Führung von  Kassenbüchern  verpflichtet  zu sein,  da  sie 

keinen bargeldintensiven Betrieb führe. Ferner gab sie Erklärungen zur Bruttogewinn-

marge  ab,  obwohl  das  kantonale  Steueramt  in  seiner  Mahnung  keine  weiteren  Erklä-

rungen mehr verlangt hatte. 

Mit  Veranlagungsverfügung  bzw.  Einschätzungsentscheid  vom  3.  Februar 

2016  setzte das kantonale  Steueramt  die  Steuerfaktoren für  die  Steuerperioden  2012 

und 2013 nach pflichtgemässem Ermessen wie folgt fest: 

Steuerperiode 2012 

Steuerbarer Reingewinn  

Gewinnsteuersatz  

Steuerbares Eigenkapital  

Kapitalsteuersatz  

Eigenkapital per 31.12.2012 

Staats- und Gemeindesteuer  

Direkte Bundessteuer 

220'000.- 

        8.0%  

119'000.- 

       0.75‰ 

220'000.-  

 8.5% 

119'405.- 

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Steuerperiode 2013 

Steuerbarer Reingewinn  

Gewinnsteuersatz  

Steuerbares Eigenkapital  

Kapitalsteuersatz  

Eigenkapital per 31.12.2013 

Staats- und Gemeindesteuer  

Direkte Bundessteuer 

40'000.- 

        8.0%  

121'000.- 

       0.75‰ 

40'000.-  

 8.5% 

121'236.- 

Zur  Begründung  führte  es  aus,  dass  die  Pflichtige  trotz  Mahnung  vom 

18. November  2015 keine  ordnungsgemäss geführten  Kasssenbücher  eingereicht  ha-

be,  welche  Verfahrenspflichtverletzung  zur  Folge  habe,  dass  die  Veranlagung  nach 

pflichtgemässem Ermessen vorzunehmen sei.  

B.  Dagegen  erhobene  Einsprachen  wies  das  kantonale  Steueramt  mit  Ein-

spracheentscheiden vom 31. Mai 2016 ab. Ferner auferlegte es der Pflichtigen für das 

Einspracheverfahren betreffend Staats- und Gemeindesteuern 2012 und 2013 Verfah-

renskosten von Fr. 600.-. 

C. Mit Beschwerde und Rekurs vom 4. Juli 2016 liess die Pflichtige dem Steu-

errekursgericht  beantragen,  die  Einspracheentscheide  wegen  mehrfacher  Verletzung 

des  rechtlichen  Gehörs  aufzuheben  und  die  Sache  zur  Neuveranlagung  an  die  Vor-

instanz  zurückzuweisen.  Eventualiter  beantragte  sie,  die  Steuerfaktoren  gemäss  den 

eingereichten Steuererklärungen festzusetzen. Ferner beantragte sie die Zusprechung 

einer Parteientschädigung. 

In  der  Rekurs-  und  Beschwerdeantwort  vom  25.  August  2016  schloss  das 

kantonale Steueramt  auf  Abweisung  der  Rechtsmittel.  Die Eidgenössische  Steuerver-

waltung (ESTV) liess sich nicht vernehmen. Mit Replik vom 26. September 2016 hielt 

die Pflichtige an ihren Anträgen fest. Weitere Stellungnahmen erfolgten nicht. 

Auf die Parteivorbringen wird, soweit wesentlich, in den nachfolgenden Erwä-

gungen eingegangen. 

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Die Kammer zieht in Erwägung: 

1.  Dem  Antrag  des  kantonalen  Steueramts,  auf  die  Rechtsmittel  nicht  einzu-

treten, da die Einsprachen gegen die Ermessensveranlagung resp. -einschätzung kei-

nen ziffernmässig bestimmten oder bestimmbaren Antrag aufgewiesen hätten und so-

mit  richtigerweise  gar  nicht  hätte  darauf  eingetreten  werden  dürfen,  ist  nicht 

stattzugeben. Denn Art. 132 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteu-

er vom 14. Dezember 1990 (DBG) und § 140 Abs. 2 des Steuergesetzes vom 8. Juni 

1997  (StG)  sehen 

lediglich  vor,  dass  die  Einsprache  gegen  eine  Veranla-

gung/Einschätzung  nach  pflichtgemässem  Ermessen  zu  begründen  ist  und  allfällige 

Beweismittel nennen muss. Dagegen ist in den genannten Bestimmungen nicht vorge-

sehen,  dass  die  Einsprache  neben  der  zwingend  erforderlichen  Begründung  auch  ei-

nen  eigentlichen  formellen  Antrag  enthalten  muss.  Dem  Begründungserfordernis  ist 

Genüge getan, wenn sich aus den Einsprachen entnehmen lässt, was die Pflichtige an 

den  Einschätzungsentscheiden  bemängelt  und  worauf  sie  hinaus  will.  Diese  Voraus-

setzung  war  vorliegend  erfüllt.  Es  geht  aus  den beiden  Einsprachen  hervor,  dass  die 

Pflichtige  die  Voraussetzungen  für  eine  Ermessenseinschätzung  als  nicht  erfüllt  be-

trachtete  und  damit  sinngemäss  gemäss  den  eingereichten  Steuererklärungen  einge-

schätzt werden wollte. 

2. Mit der Beschwerde und dem Rekurs können gemäss Art. 140 Abs. 3 DBG 

und  § 147  Abs.  3  StG  alle  Mängel  des  angefochtenen  Entscheids  und  des  vorange-

gangenen  Verfahrens  gerügt  werden.  Das  Steuerrekursgericht  hat  als  zuständige 

Rechtsmittelinstanz die gleichen Befugnisse wie die Veranlagungsbehörde im Veranla-

gungsverfahren (Art. 142 Abs. 4 DBG, § 148 Abs. 3 StG). Es hat materiell- wie verfah-

rensrechtliche  Fehler  grundsätzlich  von  sich  aus  zu  beheben  und  einen eigenen  Ent-

scheid  zu  treffen,  der  an  die  Stelle  des  angefochtenen  tritt  (Richner/Frei/Kaufmann/ 

Meuter,  Handkommentar  zum  DBG,  3.  A.,  2016,  Art.  140  N 1  DBG,  und  Kommentar 

zum  Zürcher  Steuergesetz,  3.  A.,  2013,  § 147  N  2  StG;  VGr,  15.  Juli  1998, 

SR.98.00018).  Das  Steuerrekursgericht  ist  in  seinem  Entscheid  nicht  an  die  Anträge 

der Parteien gebunden (sinngemäss Art. 143 DBG, § 149 Abs. 2 StG). Ausnahmswei-

se kann es zwecks Wahrung des gesetzlichen Instanzenzugs die Sache zur Neubeur-

teilung an die Vorinstanz zurückweisen, namentlich wenn zu Unrecht noch kein materi-

eller  Entscheid  getroffen  worden 

ist  oder  dieser  an  einem  schwerwiegenden 

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Verfahrensmangel  leidet  (§ 149  Abs.  3  StG;  für  das  Bundessteuerrecht:  Richner/Frei/ 

Kaufmann/Meuter,  Art 143  N  26  ff.  DBG).  Der  Begriff  "schwerwiegend"  gesteht  der 

Rechtsmittelbehörde  zwar  einen  gewissen  Ermessensspielraum  zu;  jedoch  können 

nach  der  Praxis  nur  grundlegende  Mängel  des  Verfahrens  Anlass  zu  einer  Rückwei-

sung bieten (VGr, 29. Juni 2011, SB.2011.00034, E. 2.1, www.vgrzh.ch; VGr, 14. Mai 

2008,  SB.2007.00124  und  SB.2008.00002,  ZStP  2008,  254;  RB  2001  Nr.  93;  VGr, 

15. Juli 1998, SR.98.00018; VGr, 28. August 1990, SR 90/0006). Ein Fehler, der eben-

so gut von der Rekursbehörde wie von der Vorinstanz behoben werden kann, darf je-

denfalls  nicht  zu  einer  Rückweisung  führen  (RB  1983  Nr.  56)  und  schon  gar  nicht, 

wenn der Verfahrensmangel in der Zwischenzeit geheilt wurde. 

3. a) Die Pflichtige beantragt zur Hauptsache die Aufhebung der angefochte-

nen  Einspracheentscheide  wegen  schwerwiegender  Verfahrensmängel  und  fordert 

eine  Rückweisung  der  Sache  an  die  Vorinstanz  zur  Neuveranlagung.  Sie  rügt  in  die-

sem  Zusammenhang  eine  mehrfache  Verletzung  des  rechtlichen  Gehörs,  indem  ihr 

das kantonale Steueramt vor Erlass des Veranlagungs- bzw. Einspracheentscheids die 

Einsicht  in  den  Bericht  des  steueramtlichen  Bücherrevisors  verweigert  und  das  ver-

wendete statistische Material zu Bruttogewinnmargen von Restaurationsbetrieben nicht 

bekanntgegeben  habe.  Weiter  habe  das  Steueramt  durch  Nichtbekanntgabe  seiner 

Schätzungsgrundlagen  seine  Begründungspflicht  verletzt.  Durch  die  vorenthaltenen 

Einsichten  und  Aufschlüsse  seien  ihr  mehrfach  entsprechende  Stellungsnahmen  ver-

unmöglicht worden. 

b)  Gemäss  dem  in  Art.  29  Abs.  2  der  Bundesverfassung  vom  18. April  1999 

(BV)  verankerten  Grundsatz  des  rechtlichen  Gehörs  hat  die  steuerpflichtige  Person 

den  Anspruch,  vor  Erlass  eines  Entscheids,  der  in  ihre  Rechtsstellung  eingreift,  mit 

ihren  rechtserheblichen  Vorbringen  angehört  zu  werden.  Sie  hat  insbesondere  das 

Recht,  eine  Sachdarstellung  zu  geben  unter  Angabe  der  aus  ihrer  Sicht  für  die  Ein-

schätzung rechtserheblichen Tatsachen, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in 

die  Akten  zu  nehmen,  mit  erheblichen  Beweisanträgen  gehört  zu  werden  und  an  der 

Erhebung  wesentlicher  Beweise  entweder  mitzuwirken  oder  sich  zumindest  zum  Be-

weisergebnis  zu  äussern  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Art.  114  N  1  ff.  DBG  und 

§ 124  N 1  ff.  StG).  Ferner  hat  sie  auch  Anspruch  auf  einen  begründeten  Entscheid, 

damit  sie  in  der  Lage  ist,  die  Tragweite  des  Entscheids  und  die  Motive  der  entschei-

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denden Behörde zu erkennen, um dagegen im Rechtsmittelverfahren antreten zu kön-

nen (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Art. 131 N 31 DBG und § 139 N 33 StG). 

c)  Das  Recht  auf  Akteneinsicht  soll  dem  Steuerpflichtigen  ermöglichen,  sich 

über  sämtliche  für  das  Verfahren  wesentlichen  Unterlagen  zu  orientieren  (Zwei-

fel/Hunziker in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz über die 

direkte  Bundessteuer,  3. A.,  2017,  Art.  114  N  12  DBG).  Sowohl  das  Bundesgesetz 

über die die direkte Bundessteuer als auch das kantonale Steuergesetz sehen daher in 

Art. 114  DBG  bzw.  § 124  StG  einen  entsprechenden  Anspruch  des  Steuerpflichtigen 

vor  (je  Abs. 1  Satz 1).  Allerdings  ist  die Einsicht  im  laufenden Veranlagungsverfahren 

auf die vom Steuerpflichtigen selber eingereichten oder von ihm unterzeichneten Akten 

beschränkt.  Die  übrigen  Akten  stehen  dem  Steuerpflichtigen  erst  nach  Abschluss  der 

Sachverhaltsermittlung, d.h. nach der  Einspracheerledigung  zur  Einsicht  offen, soweit 

nicht  öffentliche  oder  private  Interessen entgegenstehen  (Art. 114  Abs.  2  DBG,  § 124 

Abs. 2 StG).  

d)  Vorliegend  wurde  der  Pflichtigen  die  Einsicht  in  den  Revisionsbericht  des 

kantonalen Bücherrevisors im vorinstanzlichen Verfahren zu Recht verweigert, weil ihr 

das  Einsichtsrecht  in  diesen  Amtsbericht  von  Gesetzes  wegen  erst  nach  Abschluss 

des  Verfahrens  zukommt.  Eine  Gehörsverweigerung  liegt  bei  dieser  Sachlage  nicht 

vor.  Dementsprechend  musste  der  Pflichtigen  im  Veranlagungs-  und  Einsprachever-

fahren auch keine Gelegenheit gegeben werden, sich vor Erlass der Veranlagungsver-

fügung  bzw.  des  Einschätzungsentscheids  zum  Revisionsbericht  wie  auch  zu  einer 

nachträglich  veranlassten  Auskunft  des  steueramtlichen  Bücherrevisors  Stellung  zu 

nehmen. 

Im  Übrigen  wäre  ein  diesbezüglicher  Mangel  geheilt,  weil  die  Pflichtige  den 

fraglichen  Bericht  im  vorliegenden  Verfahren  einsehen  und  hierzu  Stellung  nehmen 

konnte  und  dem  Steuerrekursgericht  die  gleiche  umfassende  Prüfungsbefugnis  zu-

kommt wie dem kantonalen Steueramt (VGr, 22. Juni 2016, SB.2016.0030). 

e) Ähnlich verhält es sich bezüglich der nicht offengelegten Erfahrungszahlen 

von  Restaurantbetrieben  bzw.  Bekanntgabe  der  vom  Steueramt  angewandten  Schät-

zungsgrundlagen. Zieht das kantonale Steueramt eine Ermessenseinschätzung infolge 

Fehlens  eines  ordnungsgemäss  geführten  Kassenbuchs  in  Betracht,  was  spätestens 

mit  der  formellen  Abmahnung  nicht  existierender  Kassenbücher  zu  erwarten  war  und 

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von  der  Pflichtigen  auch  so  vermutetet  wurde,  so  ist  das  kantonale  Steueramt  nicht 

verpflichtet,  bereits  in  der  Veranlagungsverfügung  resp.  dem  Einschätzungsentscheid 

seine Schätzungsgrundlagen bekannt zu geben. Ebenso wenig ist die Einschätzungs-

behörde auf der Stufe des Veranlagungsentscheids verpflichtet, die (Höhe der) Schät-

zung zu begründen (VGr, 2. Februar 2011, SB.2010.00137, www.vgrzh.ch). Es genügt 

der Hinweis, dass und aus welchem Grund eine Ermessensveranlagung getroffen wur-

de. Diesen Anforderungen genügten die Veranlagungsentscheide. Es liegt  mithin kein 

Verfahrensmangel vor.  

In  den  Einspracheentscheiden  gab  das  kantonale  Steueramt  seine  Schät-

zungsgrundlagen  bekannt.  Es  stützte  sich  dabei  neben  anderen  Gründen  nicht  auf 

irgendwelche  Erfahrungszahlen  anderer  Restaurantbetriebe,  sondern  nahm  einen  in-

nerbetrieblichen Margenvergleich bezüglich der Geschäftsjahre 2011 bis 2013 vor. Bei 

dieser  Sachlage  ist  nicht  mehr  relevant,  dass  der  Revisor  im  Auflageverfahren  die  in 

den Jahresrechnungen ausgewiesenen Bruttogewinnmargen zunächst mit Erfahrungs-

zahlen  anderer  Restaurantbetriebe  mit  Bruttogewinnmargen  von  rund  70%  verglich, 

jedoch  nicht  bekannt  gab,  auf  welches  Datenmaterial  er  sich  konkret  bezog.  Im  Übri-

gen  teilte  der  Steuerkommissär  dem  Vertreter  der  Pflichtigen  bereits  im  Einschät-

zungsverfahren telefonisch mit, dass sich das Steueramt auf die im Internet veröffent-

lichten Zahlen abstütze, da andere Zahlen nicht vorlägen. Damit waren offenkundig die 

Kennzahlen  der  Branchenspezialistin  KATAG mit  Bruttogewinnmargen  um  plus/minus 

70%  gemeint,  weil  andere  publizierte  Kennzahlen  mit  ähnlich  Bruttogewinnmargen 

nicht bekannt sind. Zwar verfügt das kantonale Steueramt auch über eigene, nicht öf-

fentlich  zugängliche  Statistiken.  Die  von  der  Konferenz  staatlicher  Steuerbeamter, 

Kommission für Erfahrungszahlen, ermittelten Daten mit einer durchschnittlichen Brut-

togewinnmargen von 61.5% für Gastgewerbebetriebe mit Alkoholausschank  stammen 

jedoch  -  soweit  dem  Steuerrekursgericht  bekannt  –  aus  dem  Jahr  1986.  Weil  diese 

Statistiken  später  nicht  mehr  fortgeführt  wurden,  sind  sie  für  die  in  Frage  stehenden 

Geschäftsjahre 2012 und 2013 nicht mehr aussagekräftig. 

f)  Insgesamt  ist  festzuhalten,  dass  das  kantonale  Steueramt  die  Gehörsan-

sprüche der Pflichtigen nicht verletzt hat. Im Übrigen hat das kantonale Steueramt sei-

ne Motive, die zur Ermessenseinschätzung führten, in den angefochtenen Einsprache-

entscheiden  ausführlich  dargelegt,  womit  allfällige  Verfahrensmängel  im  vorliegenden 

Rechtsmittelverfahren  geheilt  worden  sind.  Dies  führt  zur  Abweisung  des  Hauptan-

trags.  

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Damit  bleibt  noch  zu  prüfen,  ob  mangels  ordentlicher  Buchführung  die  Vo-

raussetzungen für eine Ermessensveranlagung bzw. -einschätzung vorlagen und sich 

die Höhe der Schätzung als vertretbar erweist. 

4.  a)  Zur  Vornahme  der  Veranlagung  nach  pflichtgemässem  Ermessen  wird 

geschritten,  wenn  der  Steuerpflichtige  trotz  Mahnung  seine  Verfahrenspflichten  nicht 

erfüllt oder die Steuerfaktoren mangels zuverlässiger Unterlagen nicht einwandfrei er-

mittelt werden können (Art. 130 Abs. 2 DBG, § 139 Abs. 2 Satz 1 StG). Vorausgesetzt 

ist  ein  Untersuchungsnotstand.  Dieser  ist  im  Regelfall  dadurch  verursacht,  dass  der 

Steuerpflichtige trotz Mahnung seinen Mitwirkungspflichten nicht oder nur unvollständig 

nachgekommen ist.  

b) Juristische Personen müssen der Steuererklärung die unterzeichneten Jah-

resrechnungen  (Bilanzen,  Erfolgsrechnungen)  der  Steuerperiode  beilegen  (Art. 125 

Abs. 2 DBG, § 134 Abs. 2 StG). Um die Überprüfung dieser Beilagen zu ermöglichen, 

muss  der  Steuerpflichtige  auf  Verlangen  der  Steuerbehörde  insbesondere  die  Ge-

schäftsbücher, einschliesslich der Belege, einreichen oder deren Einsichtnahme an Ort 

und Stelle dulden (Art. 123 Abs. 2  und Art. 126 Abs. 2 DBG; § 135 Abs. 2 und § 132 

Abs.  2  StG).  Weil  die  Jahresrechnung  auf  formell  und  materiell  ordnungsgemässen 

Geschäftsbüchern beruhen muss, ist die Verletzung der obligationenrechtlichen Buch-

führungsgrundsätze  zugleich  als  nicht  gehörige  Erfüllung  der  Pflicht  zur  Beilage  der 

Jahresrechnung  zu würdigen.  Die  dem  Steuerpflichtigen  überbundene  Pflicht  zur  ord-

nungsgemässen Buchführung obliegt ihm somit zugleich auch als steuerrechtliche Ver-

fahrenspflicht (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Art. 125 N 13 DBG, § 134 N 14 StG, je 

mit  Verweisungen;  zum  kantonalen  Recht:  VGr,  10.  Mai  2017,  SB.2017.00023, 

www.vgrzh.ch, RB 1963 Nr. 71, 1977 Nr. 72, 1988 Nr. 33). 

c)  Bargeldintensive  Betriebe  haben  den  Bargeldfluss  fortlaufend  und  zeitnah 

zu  erfassen  (vgl.  Merkblatt  des  kantonalen  Steueramts  vom  3.  Juli  1998  betreffend 

Aufzeichnungspflicht,  welcher  Steuerpflichtige  mit  selbstständiger  Erwerbstätigkeit  un-

terstehen, aZStB Nr. 31/300). Sämtliche Bareinnahmen und -ausgaben sind unverzüg-

lich  und  chronologisch  aufzuzeichnen.  Der  Einbezug  von  so  genannten  Vorjournalen 

oder  Vorbüchern  wie  z.B.  Registrierkassenstreifen  und  Tages-Umsatzjournalen  ist 

zwar  statthaft,  doch  entbinden  diese  nicht  von  der  Pflicht  zur  fortlaufenden  Führung 

des Kassabuchs, weil mit solchen Hilfsbüchern allein noch nicht sichergestellt ist, dass 

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sämtliche  Bareinnahmen  und  -ausgaben  erfasst  werden  (vgl.  zum  Ganzen:  RB 1983 

Nr. 51  mit  Hinweisen).  Das  Kassabuch  hat  sodann  für  jeden  Geschäftsvorfall  einen 

klaren, auf den wahren Inhalt der Eintragung hinweisenden Text zu enthalten. Ausser-

dem ist es periodisch – je nach Intensität des Bargeldverkehrs täglich, ein- oder zwei-

wöchentlich oder monatlich – zu saldieren und mit dem tatsächlichen Bargeldbestand 

zu  vergleichen,  wobei  allfällige  Differenzen  sofort  zu  buchen  sind  (VGr,  21.  Septem-

ber 2005,  SB.2005.00026,  www.vgrzh.ch).  Kassabücher  in  Form  von  Excel-Tabellen 

genügen den Anforderungen an eine ordnungsgemässe Kassabuchführung nicht, weil 

diese  Software  jederzeit  Änderungen  früher  erfasster  Datenbestände  sowie  des  aus-

gewiesenen  Bearbeitungsdatums  zulässt  (StRK  II,  3.  Dezember  2002,  2  ST.2002.63; 

23. September 2004, 2 ST.2004.315). 

Eine  Kassabuchführung,  die  den  genannten  Anforderungen  nicht  entspricht, 

bewirkt  bei  einem  bargeldintensiven  Betrieb  die  Vermutung  der  Unrichtigkeit  der  ge-

samten  Buchhaltung,  indem  sie  eine  nicht  zu  beseitigende  Ungewissheit  über  Höhe 

von  Ertrag und  Aufwand sowie von  Aktiven  und Passiven  schafft  (vgl.  VGr,  27.  Okto-

ber 2010  =  ZStP  2011,  351  ff.).  Die  Buchhaltung  scheidet  daher  als  Einschätzungs-

grundlage  aus.  Die  Ungewissheit  über  die  tatsächliche  Ertragslage  ist  durch  eine  Er-

messenseinschätzung zu überbrücken. 

5. a) Vorliegend reichte die Pflichtige trotz Mahnung vom 18. November 2015 

keine ordnungsgemässen, tagfertig geführten Kassenbücher bezüglich der Geschäfts-

jahre  2012  und  2013  ein.  Sie  erklärte,  dass  sie  kein  Kassenbuch  führe.  Ein  eigentli-

ches, physisches Kassabuch ist damit unbestrittenermassen nicht vorhanden. 

b) Die Pflichtige vertritt die Auffassung, dass sie nicht zur Kassenbuchführung 

verpflichtet  sei,  weil  sie  keinen  bargeldintensiven  Betrieb  führe.  Dieser  Auffassung 

kann  jedoch  nicht  zugestimmt  werden.  Laut  Erfolgsrechnung  belief  sich  der  Umsatz 

des  Restaurants 

in  den  Jahren  2012  und  2013  auf  Fr.  1'188'693.95  resp. 

Fr. 908'030.41.  Davon  entfiel  ein  Anteil  von  Fr. 195'102.-  (16.41%)  und  Fr. 119'922.- 

(13.39%)  auf  getippte  Bareinnahmen.  Bei  getippten  Barumsätzen  in  dieser  Grössen-

ordnung handelt es sich klarerweise um einen bargeldintensiven Betrieb, weshalb die 

Pflichtige zur Führung eines Kassabuchs in der erwähnten Weise verpflichtet gewesen 

wäre.  Die  ordnungsgemässe  Führung  eines  Kassabuchs  ist  für  bargeldintensive  Be-

2 DB.2016.139 
2 ST.2016.164 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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triebe  essentiell  (BGr,  3.  Juni  2016,  2C_849/2015  mit  weiteren  Hinweisen).  Denn  nur 

damit ist sichergestellt, dass sämtliche Bareinnahmen und -ausgaben erfasst werden. 

c)  Die  Pflichtige  vertritt  weiter  die  Auffassung,  dass  aufgrund  des  von  ihr ge-

wählten Vorgehens die Bareinnahmen trotzdem zuverlässig ermittelt und dokumentiert 

seien.  Die  Bareinnahmen  würden  ausschliesslich  über  das  Serviceportemonnaie  ab-

gewickelt.  Dieses  enthalte  zu  Beginn  des  jeweiligen  Tags  einen  Stock  von  Fr. 300.-. 

Jeden  Abend  nach  Geschäftsschluss  nehme  der  Verwaltungsrat  der  Pflichtigen  das 

Serviceportemonnaie  des  Personals  entgegen  und  zähle  gemeinsam  mit  dem  Ser-

vicemitarbeiter  das  darin  enthaltene  Bargeld.  Anhand  der  Tagesauswertung  der  Re-

gistrierkasse ermittle er den erzielten Umsatz. Davon ziehe er die Zahlungen mit Karte, 

Lunchcheck  und  anderen  Gutscheinen  sowie  den  Kassenstock  von  Fr. 300.-  ab.  Die 

Differenz  zwischen  den  getippten  Bareinnahmen  und  dem  Kassenstock  ergebe  das 

Trinkgeld des Servicemitarbeiters. Die Bareinnahmen trage er von Hand in eine Tabel-

le ein. In dieser Tabelle erfasse er auch das dem jeweiligen Servicemitarbeiter am je-

weiligen  Tag  gewährte  Trinkgeld.  Hätten  die  Gäste  das  Trinkgeld  per  Kreditkarte  ge-

währt,  werde  ein  entsprechender  Betrag  der  Kasse  entnommen  und  dem 

entsprechenden Servicemitarbeiter bar ausbezahlt. Übersteige das ausbezahlte Trink-

geld die Bareinnahmen, werde in der Tabelle ein Minusbetrag verbucht. 

d) Diese Aufzeichnungen vermögen ein Kassabuch nicht zu ersetzen. Sie sind 

nicht  manipulationssicher  und  erlauben  insbesondere  einnahmeseitig  keine  Rück-

schlüsse  auf  die  Vollständigkeit  der  Erfassung.  Auch  das  Buchhaltungskonto  "Kassa" 

genügt  den  Anforderungen an  ein ordnungsgemässes  Kassenbuch  nicht.  Es fehlt  am 

Erfordernis der Tagfertigkeit. Zudem sind keine Kassenstürze durchgeführt worden und 

entsprechend dokumentiert worden. 

Hat  die  Pflichtige  keine  Aufzeichnungen  über  den  Bargeldverkehr  geführt, 

lässt dies die gesamte Buchhaltung und damit das darin verurkundete Betriebsergeb-

nis als unzuverlässig erscheinen. Demzufolge hat das kantonale Steueramt mit Bezug 

auf  die  Festsetzung  des  in  den  Jahren  2012  und  2013  erzielten  Gewinns  zu  Recht 

nicht direkt auf die Geschäftsabschlüsse abgestellt, sondern zulässigerweise eine Ver-

anlagung resp. Einschätzung nach pflichtgemässen Ermessen vorgenommen.  

2 DB.2016.139 
2 ST.2016.164 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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6.  a)  Ist  eine  Ermessenseinschätzung  zu  Recht  ergangen,  so  kann  sie  ge-

mäss Art. 132 Abs. 3 Satz 1 DBG und § 140 Abs. 2 Satz 1 StG nur wegen offensichtli-

cher Unrichtigkeit angefochten werden. Der Steuerpflichtige hat den Nachweis der of-

fensichtlichen Unrichtigkeit im Einspracheverfahren, spätestens aber im Verfahren vor 

Steuerrekursgericht zu erbringen, und zwar dadurch, dass er innerhalb der Rechtsmit-

telfrist  die  versäumten  Verfahrenspflichten  erfüllt,  eine  zur  Beseitigung  der  Ungewiss-

heit  über  die  tatsächlichen  Verhältnisse  erforderliche  substanziierte  Sachdarstellung 

gibt  und  hierfür  notwendige  Beweismittel  beibringt  oder  zumindest  anbietet  (RB 1999 

Nr. 150). Nur unter den genannten formellen Voraussetzungen wird der Steuerpflichti-

ge  überhaupt  zur  Leistung  des  Unrichtigkeitsnachweises  zugelassen  und  ist  die  Ein-

sprache-  bzw.  Rekursbehörde  zur  Untersuchung  und  Beweisabnahme  verpflichtet. 

Andernfalls  gilt  der  Nachweis  ohne  Weiteres  als  gescheitert  mit  der  Folge,  dass  die 

Ermessenseinschätzung  als  solche  bestehen  bleibt  und  einzig  ihrer  Höhe  nach  der 

Prüfung auf offensichtliche Unrichtigkeit unterliegt (vgl. RB 1994 Nr. 45 mit Hinweisen; 

Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Art.  132  N  67  DBG  und  § 140  N  79  f.  StG;  Zwei-

fel/Hunziker, Art. 132 N 39 und 51 DBG). Als offensichtlich unrichtig erweist sich eine 

Schätzung dann, wenn sie sachlich nicht begründbar (z.B. erkennbar pönal oder fiska-

lisch  begründet)  ist,  sich  auf  sachwidrige  Schätzungsgrundlagen,  -methoden  oder  

-hilfsmittel  stützt  oder  sonst  wie  mit  den  konkreten  aktenkundigen  Verhältnissen  auf-

grund  der  Lebenserfahrung  vernünftigerweise  nicht  vereinbar  ist  (Zweifel/Hunziker, 

Art. 48 N 59 StHG; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 140 N 80 StG, je mit Hinweisen). 

Ist  dieser  Nachweis  geleistet,  bleibt  es  zwar  bei  einer  Ermessenseinschätzung,  doch 

wird  die  angefochtene  durch  eine  neue  (tiefere)  Schätzung  der  Rechtsmittelinstanz 

ersetzt. 

b) Eine nicht den gesetzlichen Anforderungen genügende Kassenbuchführung 

lässt  sich  im  Nachhinein  nicht  mehr  verbessern.  Dementsprechend  hat  sich  im  Ein-

spracheverfahren und im vorliegenden Rechtsmittelverfahren am festgestellten Befund 

auch  nichts  geändert.  Damit  hat  die  Ermessenseinseinschätzung  in  grundsätzlicher 

Hinsicht weiterhin Bestand, so dass nachfolgend allein noch zu prüfen ist, ob sich die 

angefochtene  Schätzung  als  willkürlich  erweist  und  durch  eine  tiefere  Schätzung  zu 

ersetzen ist.  

7. a) Das kantonale Steueramt schätzte den im Jahr  2012 steuerbaren Rein-

gewinn auf Fr. 220'000.-. Für die Steuerperiode 2013 setzte es diesen auf Fr. 40'000.- 

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2 ST.2016.164 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
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fest. Mit anderen Worten nahm es Gewinnaufrechnungen von Fr. 215'100.- (pro 2012) 

und  Fr. 38'200.-  (pro  2013)  vor.  Zu  diesen  Gewinnaufrechnungen  gelangte  es  durch 

einen  innerbetrieblichen  Margenvergleich  bezüglich  der  Geschäftsjahre  2011,  2012 

und 2013, und zwar durch einen Mix von zwei Schätzungsvarianten.  

b)  Die  erste  Variante  bezieht  sich  nur  auf  die  Sparte  Wein.  Hier  stellte  das 

kantonale  Steueramt  einen  innerbetrieblichen  Margenvergleich  bezüglich  der  Ge-

schäftsjahre 2012 und 2013 an und ermittelte, nachdem es die jeweils am Jahresende 

erfolgten Weinrückgaben an die D sowohl beim Umsatz als auch beim Aufwand korri-

gierte, folgende Bruttogewinnmargen: 

Umsatz Wein 

./. Verkauf an D 

Bereinigter Umsatz 

2012 

2013 

     575'688        392'303  

    -113'243         -70'696  

     462'445        321'607  

Warenaufwand Wein laut Revisionsbericht 

    -360'430       -173'554  

zuzüglich Verkauf an D 

bereinigter Warenaufwand 

Bruttogewinn  

Bruttogewinnmarge Wein 

     113'243          70'696  

    -247'187       -102'858  

     215'258        218'749  

46.55% 

68.02% 

Margendifferenz 2012 gegenüber 2013 

-21.47% 

Dabei  vertrat  das  kantonale  Steueramt  die  Auffassung,  dass  die  Gewinnauf-

rechnungen allein schon deshalb nicht willkürlich (zu hoch) ausgefallen seien, weil die 

Weinrückgaben  an  die  D  zu  Einstandspreisen  anstatt  zu  Marktpreisen  erfolgt  seien. 

Hätte  die Pflichtige  die Weine  an  die  D  zu  denselben Marktpreisen,  welche  Dritte  be-

zahlten,  verkauft,  hätten  sich  unter  Zugrundlegung  einer  Bruttogewinnmarge  von 

68.02%  gemäss  der  Berechnung  des  Steueramts  Gewinnaufrechnungen  von  rund 

Fr. 240'000.- (pro 2012) und Fr. 150'000.- (pro 2013) ergeben. 

c) Die zweite Variante bezieht sich auf alle Sparten. Hier stellte das kantonale 

Steueramt  einen  innerbetrieblichen  Margenvergleich  bezüglich  der  Geschäftsjahre 

2011  (61.47%)  und  2012  (54.97%)  an.  Da  die  Bruttogewinnmarge  im  Geschäftsjahr 

2012  ausserordentlich  tief  war  und  weit  unter  den  Ansätzen  der  KATAG  (69-72%  für 

Feinschmeckerlokale  resp.  Spezialitäten-Restaurants)  lag,  hielt  es  das  Steueramt  für 

angebracht, bei der Schätzung des potentiell erzielbaren Umsatzes dieselbe Bruttoge-

2 DB.2016.139 
2 ST.2016.164 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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winnmarge wie im Vorjahr zugrunde zu legen, was nach seiner Berechnung zu einem 

Mehrumsatz von rund Fr. 232'000.- im Jahr 2012 führte. 

d) Die Berechnungen des Steueramts zur Ermittlung der sehr unterschiedlich 

ausgefallenen  Gewinnaufrechnungen  in  den  Jahren  2012  und  2013  vermögen  im  

Ergebnis nicht zu überzeugen. Der ersten Berechnungsvariante haftet der Mangel an, 

dass  der  Verkaufswert  der  per  31.  Dezember  2013  der  D  zurückverkauften  Weine 

(Fr. 70'696.-) nicht im Erlös von Fr. 392'303.- enthalten war, sondern dem Erfolgskonto 

Nr. 3100 (Veränderung Debitoren/Angefangene Arbeiten) zugeordnet wurde. Der Um-

satz  wie  auch  der Warenaufwand  bei  der  Sparte Wein  sind  somit  im  Jahr  2013  nicht 

um je Fr. 70'696.- zu bereinigen. Dies hat zur Folge, dass sich die Bruttogewinnmarge 

bei der Sparte Wein von 68.02% auf 55.76% (Umsatz Fr. 392'303.- abzüglich Waren-

aufwand  Fr.  173'554.-  =  Bruttogewinn  Fr.  218'749.-:  Umsatz  Fr.  392'303.-)  verringert 

und die Margendifferenz zwischen den Jahren 2012 und 2013 nicht 68.02%, sondern 

lediglich noch 9.21% (55.76% - 46.55%) beträgt. Damit liesse sich für das Geschäfts-

jahr  2012  aufgrund  der  ersten  Berechnungsvariante  des  Steueramts  höchstens  noch 

eine Gewinnaufrechnung von rund Fr. 96'500.- rechtfertigen. Im Jahr 2013 könnte auf 

der  Grundlage  dieser  Variante  überhaupt  keine  Gewinnaufrechnung  bei  der  Sparte 

Wein begründet werden.  

Würde  man  trotzdem  vollumfänglich  der  Berechnungsweise  des  kantonalen 

Steueramts  folgen,  hätte  es  –  unter  Annahme  einer  Bruttogewinnmarge  von  68.02% 

auf  dem  an  die  Schwestergesellschaft  verkauften  Wein  –  im  Jahr  2013  auf  eine  Ge-

winnaufrechnung von rund Fr. 150'000.- (statt Fr. 38'200.-) schliessen müssen.  

Andererseits  hätte  das  kantonale  Steueramt  auf  der  Grundlage  der  zweiten 

Variante  unter  Zugrundelegung  einer  Bruttogewinnmarge  von  61.47%  (2011)  im  Jahr 

2013  zu  einer  Umsatzeinbusse  von  rund  Fr.  76'650.-  (statt  einer  Gewinnaufrechnung 

von  Fr. 38'200.-)  gelangen  müssen.  Aufgrund  dieser  Unstimmigkeiten  vermag  keine 

Berechnungsmethode – weder für sich allein, noch in kombinierter Form – zu überzeu-

gen. Schon die sehr unterschiedlich ausgefallenen Gewinnaufrechnungen in den Jah-

ren  2012  und  2013  geben  zu  Bedenken  Anlass,  ob  sich  die  globalen  Ermessensein-

schätzungen überhaupt noch als realitätsnah erweisen. Denn das geschäftliche Umfeld 

der Pflichtigen hat sich in den Jahren 2012 und 2013 mit Ausnahme des Wasserscha-

dens im Weinkeller der D an der …gasse 8 (hierzu nachfolgend E. 7 f.) nicht grundle-

gend verändert.  

2 DB.2016.139 
2 ST.2016.164 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
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e)  Die erste  Berechnungsvariante  des  Steueramts,  die  auf  der Grundlage  ei-

ner  geldwerten  Leistung  der  D  zu  Gunsten  der  Pflichtigen  fusst,  erweist  sich  ausser-

dem als untauglich, weil es nicht konsequent ist, das Marktwertprinzip nur beim "Wein-

verkauf"  an  die  D,  nicht  dagegen  auch  beim  Weinbezug  von  der  D  anzuwenden. 

Unterstellt man der Pflichtigen, dass sie für die Rückgaben der Weine, die bis … 2012 

(Wasserschaden)  im Weinkeller  der  D  an  der  …strasse 8  lagerten,  Marktpreise  hätte 

fordern  müssen,  dann  müsste  man  von  der  Pflichtigen  umgekehrt  auch  verlangen, 

dass  sie  die Weine  von  der  D  ebenfalls  zu  Marktpreisen  bezieht,  was  margenmässig 

weitgehend  auf  ein  Nullsummenspiel  hinausläuft,  weil  in  diesem  Fall  der  Warenauf-

wand  entsprechend  höher  wäre.  Ausserdem  müsste  bei  dieser  Betrachtungsweise 

berücksichtigt  werden,  dass  die  D  die  Kosten  für  Lagerung  und  Transport  der Weine 

getragen hat. Bei dieser Sachlage wären die entsprechenden Unkosten der D bei der 

Bemessung des Erlöses anlässlich der Weinrückgabe an die D erlösmindernd berück-

sichtigen, was gemäss der Berechnungsmethode des kantonalen Steueramts zu tiefe-

ren Gewinnaufrechnungen führen muss. 

f)  Die Pflichtige  bringt  zur  Begründung  der tiefen  Bruttogewinnmarge  im  Jahr 

2012 vor, dass die D in ihrem damaligen Weinkeller an der …strasse 8, wo die Weine 

der Pflichtigen mehrheitlich lagerten, am … 2012 einen Wasserschaden erlitten habe. 

Zwar  sei  die  Qualität  der  Weine  davon  nicht  beeinträchtigt  worden.  Sie  habe  aber 

trotzdem Umsatzeinbussen erlitten, weil sie die von der Überschwemmung betroffenen 

Weine in ihrer Weinstube günstiger habe ausschenken oder verkaufen müssen. Betrof-

fen vom Schaden waren Weine im Wert von Fr. 57'302.90. Die D machte die Erlösein-

busse von Fr. 45'800.-, von welcher die Restaurantgäste und Gassenkäufer der Pflich-

tigen durch den Genuss oder Erwerb von preislich herabgesetzten Weinen profitierten, 

offenbar erfolgreich als Schadensposten bei der Mobiliar geltend, unterliess es jedoch, 

die Pflichtige an der entsprechenden Versicherungsleistung teilhaben zu lassen. Darin 

liegt eine geldwerte Leistung der D an die Pflichtige, welche nach der Dreieckstheorie 

vollumgänglich  beim  Umsatz  der  Pflichtigen  aufzurechnen  ist.  Der  Gesamterlös  der 

Sparte  Wein  im  Jahr  2012  erhöht  sich  dadurch  von  Fr. 575'688.-  um  Fr. 45'800.-  auf 

Fr. 621'488.-, was gemäss folgender Berechnung zu einer höheren Bruttogewinnmarge 

von 51.36% bei der Sparte Wein (verglichen mit 51.66% im Jahr 2011 und 55.25% im 

Jahr 2013) führt.  

2 DB.2016.139 
2 ST.2016.164 

 
 
 
 
 
 
 
 
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Umsatz Sparte Wein (Fr. 575'688.- + Versicherungsleistung Fr. 45'800.-) 

   621'488  

2012 

./. Rückgabe an D 

Bereinigter Umsatz 

Warenaufwand Wein 

zuzüglich Verkauf an D 

Bereinigter Warenaufwand 

Bruttogewinn Sparte Wein 

in% des Umsatzes 

  -113'243  

   508'245  

   -360'430  

   113'243  

  -247'187  

   261'058  

51.36% 

g)  Bezogen  auf  alle  Sparten  hat  die  genannte  Gewinnaufrechnung  im  Jahr 

2012 eine Erhöhung der Gesamt-Bruttogewinnmarge von 54.97% auf 56.64% zur Fol-

ge: 

Umsatz alle Sparten 

Gewinnaufrechnung Versicherungsleistung 

Warenaufwand 

Veränderung Warenvorräte 

Naturalbezüge 

Bruttogewinn  

In % des Umsatzes 

2012 

   1'188'694  

      45'800  

   -537'625  

       -2'000  

        4'333  

    699'202  

56.64% 

 gegenüber 61.47% (im Jahr 2011) und 64.76% (im Jahr 2013) 

h) Insgesamt  liegen  die bereinigten  Bruttogewinnmargen  in  den  Jahren  2012 

und 2013 aber trotzdem noch weit unter den statistisch ermittelten Werten der KATAG, 

die bei Feinschmeckerlokalen von Bruttogewinnmargen von 69% und bei Spezialitäten-

Restaurants  von  solchen  von  72%  ausgeht  (vgl.  www.katag.ch,  Kennzahlen  2013, 

S. 21). Aufgeschlüsselt auf einzelne Sparten betragen die durchschnittlichen Bruttoge-

winnmargen in Feinschmeckerrestaurants beim Wein mindestens 64%, bei Spirituosen 

mindestens 73%, bei mineralischen Getränken mindestens 77% und beim Kaffee min-

destens 90%. Beim Bier und bei der Küche werden durchschnittliche Margen von unter 

70% erzielt (vgl. www.katag.ch, Kennzahlen 2013, S. 16). 

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2 ST.2016.164 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Die  Pflichtige  weist  in  der  Sparte  Küche  gemäss  ihrer  Berechnung  Margen 

von  71.23%  (2012)  und  71.72%  (2013)  aus.  Diese  Margen  liegen  leicht  über  den 

Kennzahlen der KATAG und sind nicht zu beanstanden. Bei der Sparte Wein liegen die 

gemäss E. 7.f bereinigten Bruttogewinnmargen von 51.36% (2012) und 55.25% (2013) 

dagegen  deutlich  unter  den  Vergleichsmargen  der  KATAG  von 

rund  64% 

(www.katag.ag,  Kennzahlen  2013,  S.  16).  Eine  nachvollziehbare  Begründung  hierfür 

vermochte  die  Pflichtige  nicht  zu  erbringen.  Der  Umsatzausfall  infolge  des  Wasser-

schadens  im  Jahr  2012  ist  im  bereinigten Wert  bereits  enthalten.  Im  Übrigen  machte 

die  Pflichtige  keine  Angaben  über  Mengen  und  Rabatte  der  unter  dem  ursprünglich 

vorgesehenem Verkaufswert ausgeschenkten oder verkauften Weine.  

Auch  das  Argument  der  Pflichtigen,  dass  sie  Raritäten  und  teure  Weine  mit 

einem  hohen  Korkenrisiko  anbiete,  auf  welchen  sie  nicht  eine  so  hohe  Gewinnmarge 

wie  mit  anderen  Getränken  erziele,  vermag  die  tiefen  Margen  in  der  Sparte  Wein  in 

den Jahren 2011 und 2012 nicht zu erklären, weil solche Weine auch in andern Fein-

schmeckerlokalen  angeboten  werden  und  in  den  statistischen Werten  der  KATAG  ih-

ren  Niederschlag  gefunden  haben.  Ausserdem  machte  die  Pflichtige  keine  konkreten 

Angaben über Einkaufs- und Verkaufspreise und Korkenfälle in ihrem Betrieb, so dass 

die Margendifferenz gegenüber  den  Kennzahlen  der  KATAG  nicht  hinreichend  darge-

legt, geschweige denn belegt ist. 

Weiter bringt die Pflichtige vor, dass ihre Weinmarge nicht so hoch sein könne 

wie bei anderen Restaurantpreisen, da sie auch Weine und Spirituosen über die Gasse 

verkaufe  und  damit  tiefere  Preise  erziele.  Dieses  (im  vorliegenden  Verfahren  nicht 

mehr aufgegriffene) Argument wäre grundsätzlich geeignet, die Margendifferenz  beim 

Wein  zu  erklären.  Doch  fehlen  vorliegend  konkrete  Angaben  über  Menge  und  Ge-

winnmarge bezüglich der über die Gasse verkauften Weine, so dass die letztlich aus-

gewiesenen tiefen Margen nicht genügend erklärt wurden und deshalb auch nicht  an-

derweitig  abschätzbar  sind.  Hinzu  kommt,  dass  der  Verkauf  von  Weinen  gemäss 

Handelsregisterauszug  hauptsächlicher  Gesellschaftszweck  ihrer  Schwestergesell-

schaft ist und vorliegend im Dunkeln liegt, in welchem Ausmass Weine auf Rechnung 

der Pflichtigen bzw. auf Rechnung der D verkauft wurden.  

Auch  das  Argument,  dass  Feinschmecker-Restaurants  in  der  Regel  keinen 

Gewinn  erzielen,  ist  zur  Anfechtung  der  Ermessensveranlagungen  nicht  geeignet,  da 

der Reingewinn nicht nur vom hier problematischen Bruttowarengewinn, sondern auch 

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von  anderen  Positionen,  insbesondere  vom  Personalaufwand  abhängt,  der  bei  Fein-

schmecker-Restaurants in der Regel hoch ist. 

i) Bei der Willkürprüfung ist in Betracht zu ziehen, dass die Pflichtige zwar  zu 

den  bargeldintensiven  Unternehmen  gehört.  In  einem  teuren  Feinschmeckerlokal 

nimmt jedoch der Bargeldverkehr nicht eine so grosse Rolle ein wie in einem normalen 

Restaurant,  weil  hohe  Rechnungsbeträge  heutzutage  i.d.R.  hauptsächlich  mit  Karten 

bezahlt werden. Tatsächlich beträgt der Anteil des getippten Barumsatzes am Gesam-

tumsatz  bei  der  Pflichtigen  nur  16.41%  (im  Jahr  2012)  resp.  13.39%  (im  Jahr  2013). 

Die tiefen Bruttogewinnmargen müssen damit nicht notwendigerweise mit nicht erfass-

ten Bareinnahmen zusammenhängen. Die Ursache hierfür kann auch in einem zu ho-

hen Weineinkauf liegen. Die Tatsache, dass die Pflichtigen die meisten Weine von der 

nahestehenden D bezieht, bietet ein Potential für steuerlich verpönte Gewinnverschie-

bungen.  Anhaltspunkte hierfür  bieten  die Weinrücknahmen  der  D  per  Ende  2012  und 

2013  sowie der  Umstand,  dass  ein  Grossteil  der Weine  der  Pflichtigen zumindest  bis 

zum  Wasserschaden  im  Juni  2012  im  Weinkeller  der  D  aufbewahrt  wurde.  Über  die 

Verhältnisse  bei  der  D  führte  das  kantonale  Steueramt  jedoch  keine  nähere  Untersu-

chung durch, so dass sich die Ermessensveranlagungen hinsichtlich Bestand und Um-

fang  zum  vorneherein  nicht  mit  allfälligen  möglichen  Gewinnverschiebungen  von  der 

Pflichtigen an die D begründen lassen. 

j) Insgesamt erweist sich die Schätzung des Steueramts im Jahr 2012 als zu 

hoch  und  ist  deshalb  von  Fr.  220'000.-  auf Fr.  110'000.-  herabzusetzen.  Dagegen  er-

weist sich die geschätzte Gewinnaufrechnung von Fr. 38'200.- für das Jahr 2013 nicht 

als  willkürlich  und  ist  zu  somit  zu  bestätigen.  Mit  diesen  Schätzungen  liegen  die  Ge-

samt-Bruttogewinnnmargen,  wenn  die  Gewinnaufrechnen  von  Fr.  105'100.-  resp. 

Fr. 38'200.-  beim  Umsatz  erfasst  werden,  gesamthaft  bei  58.63%  (2012)  und  66.20% 

(2013), welche Margen noch im Rahmen der Kennzahlen der KATAG liegen. 

Umsatz 

Gewinnaufrechnung 

bereinigter Umsatz 

Warenaufwand 

Veränderung Warenvorräte 

2012 

2013 

  1'188'694       895'714  

   105'100  

     38'200  

  1'293'794      933'914  

  -537'625  

  -325'335  

     -2'000  

          500  

2 DB.2016.139 
2 ST.2016.164 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Naturalbezüge 

Bruttogewinn 

in Prozenten vom Umsatz 

       4'333  

       9'217  

   758'502  

   618'296  

58.63% 

66.20% 

8. Aufgrund dieser Erwägungen sind die Rechtsmittel teilweise gutzuheissen. 

Der  steuerbare  Reingewinn  für  die  Steuerperiode  2012  ist  von  Fr. 220'000.-  auf 

Fr. 110'000.- herabzusetzen. Der steuerbare Reingewinn von Fr. 40'000.- für die Steu-

erperiode 2013 ist zu bestätigen.  

9.  a)  Da  die  Pflichtige  teilweise  obsiegt  und  das  Steuerrekursgericht  die  Er-

messensveranlagungen im Wesentlichen aufgrund der Aktenlage korrigiert, die schon 

im Einspracheverfahren bekannt war, sind die Verfahrenskosten den Parteien anteils-

mässig  nach  Massgabe  des  Obsiegens  bzw.  Unterliegens  aufzuerlegen  (Art. 144 

Abs. 1 DBG, § 151 Abs. 1 StG), d.h. zu 3/5 der Pflichtigen und zu 2/5 der Beschwerde-

gegnerin/dem  Rekursgegner.  Eine  Parteientschädigung  ist  der  Pflichtigen  nicht  zuzu-

sprechen, da sie im überwiegenden Ausmass unterliegt  (Art. 144 Abs. 4 DBG in Ver-

bindung  mit  Art.  64  Abs.  1  -  3  des  Bundesgesetzes  über  das  Verwaltungsverfahren 

vom 20. Dezember 1968, § 152 StG in Verbindung mit § 17 Abs. 2 des Verwaltungs-

rechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997). 

b)  Die  Einsprachekosten  sind  der  Pflichtigen  zu  Recht  auferlegt  worden,  da 

sie  das  Einspracheverfahren  durch  eine  schuldhafte  Verletzung  von  Verfahrenspflich-

ten notwendig gemacht hat und deshalb nach pflichtgemässem Ermessen eingeschätzt 

worden ist (§ 142 Abs. 2 Satz 2 StG in Verbindung mit § 18 Verordnung zum Steuer-

gesetz  vom  1.  April  1998,  VO  StG).  Die  Kostenauflage  von  Fr.  600.-  ist  selbst  unter 

Berücksichtigung  der  zu  hohen  Schätzung  des  kantonalen  Steueramts  immer  noch 

angemessen und deshalb zu bestätigen (§ 21 Abs. 2 VO StG). 

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2 ST.2016.164 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Die  Beschwerde  wird  teilweise  gutgeheissen.  Die  Beschwerdeführerin  wird  wie 

folgt veranlagt: 

Steuerperiode 

                     Fr. 

2012          steuerbarbarer Reingewinn 

110'000.- (Steuersatz 8,5%) 

                  Eigenkapital per 31.12.2012  

119'000.- 

2013          steuerbarbarer Reingewinn 

40'000.- (Steuersatz 8,5%) 

                  Eigenkapital per 31.12.2013  

121'000.- 

2.  Der Rekurs wird teilweise gutgeheissen. Die Rekurrentin wird wie folgt veranlagt: 

Steuerperiode 

                     Fr. 

2012          steuerbarbarer Reingewinn 

110'000.- (Steuersatz 8%) 

                  steuerbares Kapital 

119'000.- (Steuersatz 0.75‰) 

2013          steuerbarbarer Reingewinn 

40'000.- (Steuersatz 8%) 

                  steuerbares Kapital 

121'000.- (Steuersatz 0.75‰) 

[…] 

2 DB.2016.139 
2 ST.2016.164