# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ca233b1d-ffe6-5599-8577-ff36f1b03682
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-01-15
**Language:** de
**Title:** HWS-Schleudertrauma mit fortgesetzten, zervikalen Beschwerden und Aufmerksamkeitsstörungen. Adäquanz für den Rentenanspruch verneint trotz verbliebener unfallbedingter leichter Gleichgewichtsstörungen, welche zur Zusprache einer Integritätsentschädigung führte.
**Docket/Reference:** UV.2013.00268
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2013.00268.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2013.00268
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna
Sozialversicherungsrichter Vogel
Gerichtsschreiber Möckli
Urteil
vom
15. Januar 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwältin Christina Ammann
Sautter & Ammann Rechtsanwälte
Bahnhofstrasse 12, Postfach 25, 8610 Uster
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
arbeitet seit Januar 1993 bei der
Y.___
AG als Mit
glied der Geschäftsleitung in der Administration und ist bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankhei
ten versichert (
Urk.
7/2,
Urk.
7/23 S. 3). Am
3.
August 2010 erlitt sie als Bei
fahrerin auf der Autob
ahn einen Auffahrunfall: Ein vorausfahrender Personen
wagen verlor durch die geöffnete Heckklappe
geladene
Kissen, weswegen das vom Ehemann der Versicherten
gesteuerte
Auto leicht ins Schleudern
geriet
und nach eingeleiteter Vollbremsung
das hinter
ihne
n
f
ahrende Auto
mangels
Abstand
es
in das Heck ihres Personenwagens fuhr
(
Urk.
7/27). D
ie biomechani
sche Kurzbeurteilung (Triage) vom
3.
Dezember 2012 ergab auf der
Beifahrer
position
eine Geschwindigkeitsänderung (Delta-
v
)
zwischen 14 und 17 km/h (
Urk.
7/150).
X.___
begab sich gleichentags
zu
Dr.
med.
Z.___
, Fachärztin Allgemeine Medizin FMH, welche sie zur Kontrolle
ins Spital
A.___
überwies
, wo
nach Vornahme von Röntgenbildern
eine Halswirbelsäulen-Dis
torsion Grad II sowie eine Schädelkontusion und leichte Hautabschürfungen am Knie festgestellt wurden (
Urk.
7/1,
Urk.
7/12
und
Urk.
7/13). Die SUVA gewährte Heilbehandlung in Form von
Schmerzmitteln und
Physiotherapie
,
zuletzt
einen Beitrag an die
K
raniosakraltherapie
,
und richtete Taggelder aus. Bis zum 1
4.
September 2010 war die Versicherte vollzeitlich, danach ab 1
5.
September 2010 zu 70
%
, ab
5.
Januar 2011 zu 50
%
und seit
1.
Mai
2012 zu 30
%
a
rbeitsunfähig (
Urk.
7/19,
Urk.
7/65,
Urk.
7/87,
Urk.
7/121).
Am 2
6.
November 2010 fand ein ambulantes Assessment in der
Klinik B.___
statt (Bericht vom 2
9.
November 2010,
Urk.
7/52
). Ferner wurde die Versicherte am
8.
Februar 2011
im Institut für Neuropsychologische Diagnostik und Bildgebung des
C.___
neuropsy
chologisch untersucht (
Urk.
7/76
) und fand am 1
9.
April 2011 eine neurologi
sche Abklärung bei
Dr.
med.
D.___
, Facharzt für Neurologie, statt (
Urk.
7/81
), welcher seinerseits ein
e
Magne
tresonanz
(MR)-Untersuchung der
Halswirbelsäule (
HWS
)
veranlasste (
Urk.
7
/82). Wegen persistierender diffuser
Schwindelepiso
den
führte
Dr.
med.
E.___
, Facharzt für Ohren-, Nasen- und Halskrankheiten, Hals- und Gesichtschirurgie, Allergologie, klinische Immunologie und Arbeits
medizin FMH, von der Abteilung Arbeitsmedizin der SUVA am 2
7.
Januar 2012 eine Untersuchung durch. Aufgrund dieser
neurootologischen
Untersuchung kam er zum Schluss, dass drei bis vier objektivierbare
patho
-diagnostische
Sys
tembefunde
nachzuweisen seien, was zusammen mit den subjektiven
Schwin
delbeschwerden
einer leichten Störung des Gleichgewichtsfunktionssystems entspreche und einen unfallbedingten, entschädigungspflichtigen
Integritäts
schaden
von 10
%
ergäbe (
Bericht vom  23. Februar 2012,
Urk.
7/114).
Entspre
chend sprach die SUVA
X.___
mit
Verfügung vom 1
9.
April 2012 eine Integritätsentschädigung zu (
Urk.
7/121). Am 3
0.
Januar 2013 bzw. 1
9.
Februar 2013 nahmen die Kreisärzte
Dr.
med.
F.___
(
Urk.
7/154) und
Dr.
med.
G.___
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH, (
Urk.
7/160) nach Aktenvorlage
zum Fallabschluss Stellung. Sie schlossen
eine erhebliche Verbesserung der
organisch nicht zuord
en
baren
Beschwerden durch weitere Therapien aus. Mit Verfügung vom 2
7.
Februar 2013 stellte die SUVA daher die Heilkosten- und Taggeldleistungen per 2
8.
Februar 2013 ein und ver
neinte
nach Prüfung des adäquaten Kausalzusammenhang
s
den Anspruch auf eine Rente der Unfallversicherung (
Urk.
7/162). Mit Einsp
rache vom 1
3.
April 2013
(
Urk.
7/173)
, ergänzt
am 3
0.
September 2013 unter Beilage des neuropsy
chologischen Untersuchungsberichts der
C.___
vom 1
6.
August 2013 (
Urk.
7/186),
liess
X.___
eine Rente basierend auf einer mindestens 20%igen Erwerbsunfähigkeit beantragen
. Dies wies die SUVA mit Entscheid vom
9.
Oktober 2013 ab (
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob
X.___
am 1
1.
November 2013 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, es sei der Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom
3.
August 2010 und der heute nach wie vor bestehenden Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit der Beschwerdeführerin zu bejahen und demgemäss sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwerdeführerin rückwirkend ab
1.
März 2013 eine Invalidenrente auszurichten
auf der Basis einer
Erwerbsein
b
uss
e
von mindestens 20
%
(
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin beantragte in ihrer Beschwerdeantwort vom
6.
Januar 2014 Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6). Mit Verfügung vom 2
8.
Januar 2014 wies das Gericht das prozessuale Begehren um Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels ab und stellte der Beschwerdeführerin die Beschwerdeantwort zu (
Urk.
8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin aufgrund der verbleiben
den Folgen des Unfalls vom
3.
August 2010 eine Erwerbsunfähigkeit erlitt und Anspruch auf eine Rente hat.
Die Rechtsgrundlagen für die Beurteilung der Streitsache sind im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2) zutreffend dargelegt. Es betrifft dies insbesondere die Bestimmungen zum natürlichen und
adäquaten Kausalzusammenhang (Ziffer
2.a),
zum
Zeitpunkt der Einstellun
g vorüberge
hender Leistungen (Ziffer
6
.
a) sowie die von der Rechtsprechung entwickelte
Adäquanzprüfung bei Vorliegen eines Schleudertraumas der
Halswirbelsäule (Ziffer
7.a). Hierauf kann, um Wiederholungen zu vermeiden, verwiesen werden.
2.
2.1
Im Dokumentationsbogen für Erstkonsultation nach
kranio
-zervikalem
Beschleu
nigungstrauma
hielt
Dr.
Z.___
fest, dass
die Beschwerdeführerin
nach
eigenen
Angaben
ihre
n
Kopf
an der Sonnenblende vorne
angestossen
habe und sofort Kopfschmerzen, Nackenschmerzen, Schwindel und Übelkeit (ohne Erbrechen) sowie eine Sehstörung aufgetreten seien. O
b
jektiv stellte
Dr.
Z.___
eine GCS-Score von 15 Punkten, Schürfungen beider Knie und Druckschmerzen am Nacken bei normalen neurologischen Befunden fest (
Urk.
7/12). Die im Spital
A.___
angefertigten Röntgenbilder der HWS und des Thorax ergaben keinen Nachweis einer Fraktur oder eines Hämatoms
.
Die HWS wurde als druckindolent, mit paravertebralem Muskelhartspann sowie
Druck
dolenz
, rechts mehr als links, bei schmerzbedingt eingeschränkter Rechtsdre
hung
(
65 °
)
, ansonsten freie
r
Beweglichkeit
beschrieben (Urk.
7/
13). Am 1
0.
November
20
1
0
berichtete
Dr.
med.
H.___
, Fachärztin für Allgemeine Medizin,
über eine Schmerzausbreitung in Füsse, Ohren, Augen und
Nacken
schmerzen
in den rechten Unterkiefer und
die
Arme (
Urk.
7/44)
,
und in der
Klinik B.___
wurde
n
anlässlich des
a
mbulanten Assessments vom 2
9.
November 2010 schmerzhafte Bewegungseinschränkungen der HWS, vor allem Rotation beidseits, Schulter-Nacken-Schmerzen beidseits, intermittierend Kopfschmerzen okzipital, diffuse Schwindelepisoden, Durchschlafstörungen, Tagesmüdigkeit, subjektive Störun
g von Konzentration und intermi
ttierend
Kribbelparästhesien
beider Hände als aktuelle Probleme gena
nnt (
Urk.
7/52). Die dortigen Fachpersonen empfahlen eine intensivierte ambulante Physiotherapie mit medizinischem Muskelaufbautraining und weiteren aktivierenden Mass
nahmen. Anlässlich der neuropsychologischen Untersuchung
im Institut für Neuropsychologische Diagnostik und Bildgebung des
C.___
vom
8.
Februar 2011
zeigte sich
bei durchschnittli
chem Leistungsvermögen
eine deutliche Instabilität von
Aufmerksamkeitsleis
tungen
, aber keine Einschränkungen, welche auf klinisch relevante Beeinträch
tigungen höherer Hirnfunktionen hinweisen würden. Die Abklärungspersonen erachteten die subjektiven Beschwerden vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse
als
gut nachvollziehbar und sahen die Fehlleistungen im Alltag im Rahmen der Instabilität der Aufmerksamkeitsleistungen für erklärbar und überwiegend wahrscheinli
ch in
Zusammenhang mit den akuten Schmerzen und der gestei
gerten affektiven Labilität. Die affektiven Symptome, die Verhaltensbeobach
tungen und die
anamnestischen Angaben
(BDI-Wert: 27)
würde
n
aktuell für das Vorliegen klini
sch relevanter depressiver Sympt
ome sprechen, weshalb sie eine fachärztliche Abklärung und Therapie empfahlen (
Urk.
7/76).
Dr.
D.___
kam in seiner neurologischen Beurteilung vom 1
0.
Mai 2011 zum Schluss, dass ein
chronifiziertes
Zervikalsyndrom
nach Heckaufprall vorliege. Aufgrund der
Parästhesien
an den Armen und
initial
auch an den unteren Extremitäten habe eine Halsmarkreizung nicht ausgeschlossen werden können, weshalb er ein MRI der HWS veranl
asst habe, das keine Halsmark
kompression zeige.
Für eine aktenkundige Commo
tio
cerebri
(diag
nostiziert
einzig von
Dr.
Z.___
; vgl.
Urk.
7/
11)
best
ehe kein Anhalt, hingegen sei da
s MR des
Neu
r
okraniums
, das als normal beschrieben werde, seines Erachtens schon etwas auffällig, indem die
Sulci
ausserordentlich breit seien, sicher vorbestehend. Man erkenne einige Hyperintensitäten, eine vorbestehende
Entmarkung
sei aufgrund der Verteilung wenig wahrscheinlich und aufgrund der diesbezüglich
blanden
Vorgeschichte und bei normalen VEP praktisch ausgeschlossen. Die Hirnstromkurve sei in Ordnung mit Zeichen von
Vigilanzschwankungen
. Er finde somit keine organi
sche Abnormität. Die kürzlich begonnen
e
Kraniosakraltherapie
, von welcher die Beschwerdeführerin angetan sei,
könne er
unterstütze
n
. Die jetzigen Beschwer
den würden vor allem am Morgen auftreten und seien tagsüber nicht mehr vor
handen, so dass eine nächtliche
Muskelrelaxierung
zu diskutieren sei (
Urk.
7/82). Gestützt auf diese Aktenlage kam Kreisarzt
Dr.
med.
I.___
, Fach
arzt FMH für Chirurgie, am 1
6.
Mai 2011 zum Schluss, dass
keine bildgebenden traumatisch
bedingten strukturellen Läsionen vorliegen würden, aufgrund des Berichts von
Dr.
D.___
noch ein Hartspann der
Para
vertebralmuskulatur
mit eingeschränkter Rotation
des Kopfes nach rechts vorliege. Als T
herapie
sei
allenfalls eine nächtliche
Muskelrelaxierung
zu diskutieren, bei der
Kra
niosakraltherapie
handle es sich um eine Methode aus der Alternativmedizin (
Urk.
7/84).
In der Folge lehnte die Beschwerdeführerin die Durchführung einer (in der
C.___
empfohlenen) Psychotherapie ab (vgl.
Urk.
7/93
,
Urk.
7/136
).
Gemäss Zwischenberichte
n
der behandelnden Hausärzte
Dr.
H.___
bzw.
Dr.
J.___
vom 2
6.
Juli 2011 (
Urk.
7/93), 1
6.
August 2011 (
Urk.
7/97), 1
9.
Januar 2012 (
Urk.
7/109, 2
8.
August 2012 (
Urk.
7/134) und 1
6.
Oktober 2012 (
Urk.
7/143)
verblieben
d
ie Nackenbeschwerden, Kopfschmerzen, der Schwindel, die Konzentrationsschwäche sowie Vergesslichkeit unverändert
trotz fortgesetzter
Kraniosakraltherapie
(vgl. auch
Urk.
7/94,
Urk.
7/101
,
Urk.
7/136
).
Seit
1.
Mai
2012 arbeitet die Beschwerdeführerin an vier ganzen Tagen
bei attestierter Arbeitsunfähigkeit von 30
%
(
Urk.
7/136-137).
2.2
Wegen der gekl
agten Schwindelepisoden nahm
Dr.
E.___
am 2
7.
Januar
2012 eine
neuro
o
tologische
Untersuchung vor. Diese ergab in den
rotatorischen
Prü
fungen in reproduzierbarer Weise, wahrscheinlich im Rahmen eines
zervikoge
nen
Schwindels, eine mittelschwere
Dysbalance
. Nach
Dr.
E.___
steht
diese mit Wahrscheinlichkeit in kausalem Zusammenhang mit dem Unfallereignis von August 201
0.
D
amit könnten, so
Dr.
E.___
,
die leichten subjektiven Schwindel
beschwerden, welche die Versicherte vornehmlich am Morgen wahrnehme, aus ORL-ärztlicher Sicht zwangslos erklärt werden (
Urk.
7/114). Die bisherige Tätig
keit in der Personal- und Finanzabteilung könne der Beschwerdeführer
in
voll zugemutet werden. Allerdings sei es d
e
nkbar, dass sie bei grösseren körperli
chen oder geistigen Anstrengungen vermehrt Schwindel wahrnehme, so dass sie dann stündlich zusätzliche Pausen von zirka 10 Minuten einlegen müsse. Sie dürfe und solle ihr Gleichgewichtsfunktionssystem durchaus im Sinne einer Stabilisierung der Kompensationsvorgänge belasten. Weitergehende diagnosti
sche oder therapeutische
Konsequenzen würde
n
sich aktuell
nicht ergeben.
2.3
Die neuste neuropsychologische
Untersuchung
der
C.___
vom 1
7.
Juli 2013 (
Urk.
7/186) ergab – wie schon die Voruntersuchung – ein durchschnittliches kognitives Leistungsvermögen. Im Vordergrund
der Befunde
stand eine Instabi
lität von Aufmerksamkeitsleistungen, vornehmlich in der akustischen Merkfä
higkeit und der vis
uell-
semantischen Diskriminationsfähigkeit, unklarer Ätiolo
gie. Im Vergleich zur letzten Untersuchung liessen sich Verschlechterungen ver
einzelt im verbalen Lern
en von singulären Bezeichnungen
, in der akustischen Merk- und Differenzierungsfähigkeit sowie beim auditiven Encodieren komple
xer Textinformation feststellen.
Weiter zeigten sich vereinzelt langsamere Reaktionszeiten als in der Voruntersuchung.
Die leichten Veränderungen seien keinem spezifischen Ausfallmuster zuzuschreiben und seien am ehesten mit fluktuierenden Aufmerksamkeitsleistungen und der affektiven Symptomatik zu erklären. In Betracht zu ziehen seien auch alterskorrelierte
Veränderungen, die sich bei knappen kognitiven Ressourcen in Minderleistungen abbilden könnten. Die übrigen Leistungen blieben mehrheitlich stabil. Die subjektiven Beschwer
den seien vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse nachvollziehbar und überwie
gend wahrscheinlich im Zusammenhang mit den akuten Schmerzen zu sehen. Die affektiven Symptome, die Verhaltensbeobachtung und die anamnestischen Angaben (BDI-Wert 22) würden aktuell für das Vorliegen klinisch relevanter depressiver Symptome sprechen, weshalb sie eine fachärztliche
Schmerzbe
handlung
und Therapie nachdrücklich empfehlen würden.
3.
3.1
Aufgrund dieser medizinischen Aktenlage ist zweifellos davon auszugehen, dass von weiteren
wissenschaftlich anerkannten
Heilbehandlungen keine
wesentliche Verbesserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann, was auch nicht strittig ist, weshalb die Beschwerdegegnerin die vorübergehenden Leistun
gen zu Recht per 2
8.
Februar 2013 einstellte.
3.2
Entgegen de
m
Vorbringen der Beschwerdeführerin konnten keine organischen,
objektiv ausgewiesenen
Unfallfolgen festgestellt werden.
Dr.
E.___
fand bei sei
nen Prüfungen
jedoch objektiv
reproduzierbare Befunde für eine leichte Störung des Gleichgewichtsfunktionssystems, das er als wahrscheinlich unfallkausal ansah. Er verneinte jedoch eine dadurch resultierende Arbeitsunfähigkeit. Soweit die Beschwerdeführerin deswegen
bei erhöhter körperlicher
oder geisti
ger
Anstrengung
allenfalls vermehrt Pausen einschalten muss, so ist es ihr zuzumuten, dies zu kompensieren. Somit kann aus der als unfallkausal aner
kannten leichten Gleichgewichtsfunktionsstörung auch keine Erwerbsunfähig
keit resultieren.
Die neuropsychologischen Ausfallmuster sind ätiologisch unklar und wurden von den untersuchenden Fachleuten am ehesten mit fluktuierenden
Aufmerk
samkeitsleistungen
und der affektiven
, depressiven
Symptomatik erklärt. In Betracht zogen sie auch alterskorrelierte Veränderungen. Die Instabilität der Aufmerksamkeitsleistungen sahen s
ie überwiegend wahrscheinlich in
Zusam
menhang mit den akuten Schmerzen.
Eine organische Verletzung konnte durch die neuropsychologische Abklärung nicht objektiv nachgewiesen werden.
Demzufolge ist nicht zu beanstan
den, dass die Beschwerdegegnerin
eine
Adä
quanzprüfung
nach den in der Rechtsprechung bei
HWS-Schleudertraumata
entwickelten Kriterien vornahm.
3.3
Unbestritt
en
ermassen ist das Unfallereignis vom
3.
August 2010 als mittelschwe
rer Unfall einzustufen, wobei – wie die nachfolgenden Erwägungen aufzeigen – offenbleiben kann, ob es als mittelschwerer Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen
oder als mittelschwerer Unfall im engeren
Sinne
zu qualifizieren ist.
Im letzteren Fall müssten für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs entweder mehrere – mindestens drei - Kriterien in gehäufter Weise oder ein einzelnes in besonders ausgeprägter Weise
erfüllt
sein (BGE 134 V 109 E. 10.1 S. 126 f. mit Hinweis).
Entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführerin
(
Urk.
1 S. 4 ff.)
sind die Verlet
zungen
(Hautschürfungen, muskuläre, schmerzbedingte
Bewegungsein
schränkungen
)
, die sie sich beim Auffahrunfall zuzog, weder schwer noch von
besonderer
Art.
Dies gilt auch für den von ihr angeführte
n
,
wah
rscheinlich
zer
vikogen
bedingte
n
leichte
n
Schwindel
. Nach dem Unfall fanden lediglich ärztli
che Abklärungen und Verlaufskontrollen statt sowie passive manuelle Thera
pien, denen praxisgemäss nicht die Qualität fortgesetzt spezifischer, belastender ärztlicher Behandlung zukommt
(vgl. BGE 134 V 109 E. 10.2.
3.
S. 128).
Die
in Aussicht genommene
stationäre Schmerztherapie stellt ebenfalls kein
en
erhebli
che
n
Eingriff dar, weshalb dieses Kriterium zu verneinen ist
. Schliesslich sind auch die Kriterien der
erheblichen Beschwerden
und der erheblichen Arbeits
unfähigkeit zu verneinen. Die Beschwerdeführerin klagt über schubweise auf
tretende Kopfschmerzen, wobei es auch Tage ohne Kopfschmerzen gebe, und von den übrigen Beschwerden abhängige Dauerschmerzen im Nacken/Schulterbereich, zeitweise morgendliches Auftreten von
Schwindelbe
schwerden
, Lähmungserscheinungen in beiden Armen (ca. zweimal die Woche) sowie
über
vorübergehende Sehschwäche.
Sie nimmt bei Bedarf, das ist zwei bis dreimal die Woche
,
ein Schmerzmittel ein
(
Urk.
7/136)
. Damit
ist
das Kriterium der erheblichen Beschwerden nicht
gegeben
, jedenfalls nicht
in
besonders aus
geprägter Weise. Ferner ist die Beschwerdeführerin seit 1
5.
September 2010 wiederum (teil)arbeitsfähig geschrieben und arbeitet effektiv seit
1.
Mai 2013 zu 70
%
. Damit ist auch das Kriterium des Grades und Ausmasses der Arbeitsunfä
higkeit jedenfalls nicht
erfüllt
. Im
Ü
brigen kann auf die umfassende Beurteilung der Adäquanzkriterien im
Einspracheentscheid
vom
9.
Oktober 2013 (
Urk.
2
S.
10 f.) sowie in der Beschwerdeantwort vom
6.
Januar 2014 (
Urk.
6 S. 6 ff.) ver
wiesen werden, der das Gericht nichts hinzuzufügen hat.
4.
Zusammenfassend fehlt es bei den allenfalls zum Unfall noch natürlich kausa
len Beschwerden der Beschwerdeführerin an der Adäquanz bzw. ist der
unfall
bedingte
leichte
zervikogene
Schwindel ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit, so dass die Beschwerdegegnerin den Anspruch auf eine Rente zu Recht ver
neinte. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Christina Ammann
-
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
HurstMöckli