# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4390c179-74f9-53e2-8153-9af88d70333b
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-07
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Steuergerichtshof 07.11.2023 604 2023 73
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_010_604-2023-73_2023-11-07.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Rue des Augustins 3, case postale 630, 1701 Fribourg

T +41 26 304 15 00

www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

604 2023 73
604 2023 74

Urteil vom 7. November 2023

Steuergerichtshof

Besetzung Präsident: Marc Sugnaux 
Richterin: Dina Beti
Ersatzrichter: Christian Pfammatter
Gerichtsschreiber: Pascal Tabara

Parteien A.________, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt Elmar 
Wohlhauser 

gegen

KANTONALE STEUERVERWALTUNG, Vorinstanz

Gegenstand Einkommens- und Vermögenssteuer der natürlichen Personen – Besteue-
rung ausbezahlter Pensionskassengelder – Steuerperiode 2020

Beschwerde vom 7. Juli 2023 gegen den Einspracheentscheid vom 6. Juni 
2023

Kantonsgericht KG
Seite 2 von 8

Sachverhalt

A. A.________, geb. 1966, und seine Ehefrau B.________ sind im Kanton Freiburg wohnhaft 
und steuerpflichtig.

Per 31. Dezember 2019 wurde das Arbeitsverhältnis von A.________ mittels einer Aufhebungsver-
einbarung aufgelöst. Er stellte daraufhin am 19. Februar 2020 beim Amt für den Arbeitsmarkt ein 
Gesuch um Förderung einer selbständigen Erwerbstätigkeit. Es sollten Onlinekurse "Marketing für 
KMU" angeboten werden. Gemäss dem eingereichten Businessplan Januar 2020 bis Dezember 
2022 wurde damit gerechnet, dass das Unternehmen nach wenigen Monaten einen Gewinn erwirt-
schaften werde. Der in Aussicht gestellt Umsatz belief sich auf EUR 120'214 im ersten Jahr, 
EUR 256'500 im zweiten Jahr, und EUR 302'786 im dritten Jahr.

Am 29. Juni 2020 beantragte A.________ die Barauszahlung seiner Freizügigkeitsleistung aufgrund 
der Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit. Am 7. September 2020 wurde ihm ein Betrag 
von CHF 283'250.- ausbezahlt.

Im Dezember 2014 war die C.________ GmbH im Handelsregister eingetragen worden, mit 
A.________ als Geschäftsführer mit Einzelunterschrift und B.________ als Gesellschafterin. Die 
Gesellschaft bezweckt den Handel mit und den Verkauf von Gütern, insbesondere Internetproduk-
ten, sowie die Erbringung von damit zusammenhängenden Dienstleistungen. Am 31. Juli 2020 trat 
A.________ aus der GmbH aus und seine Ehefrau wurde als Geschäftsführerin eingetragen. Am 
12. März 2021 wurde B.________ als Gesellschafterin und Geschäftsführerin gelöscht und 
A.________ wiederum als Geschäftsführer eingetragen.

Am 6. August 2020 wurde das Einzelunternehmen D.________ im Handelsregister eingetragen, mit 
A.________ als Inhaber mit Einzelunterschrift. Das Unternehmen bezweckt die Erbringung von 
Dienstleistungen in den Bereichen Coaching, online-Marketing und Digitalisierung.

B. In der Steuererklärung für die Steuerperiode 2020 hat der Ehemann einen Verlust von 
CHF 2'846.- aus selbständiger Haupterwerbstätigkeit (Code 1.210), sowie Einkommen aus der 
Arbeitslosenversicherung (Code 1.510) von CHF 25'927.- angegeben, währenddem die Ehefrau aus 
unselbständiger Haupterwerbstätigkeit (Code 1.110) CHF 15'135.- und aus selbständiger Nebener-
werbstätigkeit (Code 1.220) CHF 15'762.- deklariert hat. Unter dem Titel der Privatkapitalien (Code 
3.210) wurden CHF 201'475.- und unter demjenigen der Privatliegenschaften (Code 3.310) 
CHF 299'000.- angegeben. Es wurden zudem Privatschulden (Code 4.210) von CHF 511'534.- und 
Geschäftsschulden (Code 4.220) von CHF 1'880.- deklariert.

Mit Brief vom 2. Februar 2023 hat die Kantonale Steuerverwaltung (KStV) die Steuerpflichtigen 
darauf aufmerksam gemacht, dass beim selbständigen Erwerb des Ehemannes kein Einkommen 
deklariert und weder eine Jahresrechnung noch eine Aufstellung über Einnahmen und Ausgaben 
eingesandt worden waren. Die KStV stellte sich daher auf den Standpunkt, es sei keine selbständige 
Erwerbstätigkeit aufgenommen und die Gelder der 2. Säule seien somit zu Unrecht bezogen worden. 
Unter Einräumung einer Frist zur Stellungnahme liess sie verlauten, sie beabsichtige, die Auszah-
lung der Pensionskassengelder beim ordentlichen Einkommen zu besteuern und die Veranlagung 
der Kapitalleistung zu stornieren.

Der Steuerpflichtige reichte am 27. Februar 2023 seine Stellungnahme ein. Er stellte sich auf den 
Standpunkt, er habe sehr wohl eine selbständige Tätigkeit aufgenommen, leider aber damit keinen 

Kantonsgericht KG
Seite 3 von 8

Gewinn generieren können. Er bezog sich insbesondere auf seine Eingabe vom 1. Juli 2020 beim 
Amt für den Arbeitsmarkt und den Businessplan der D.________ von Januar 2020 bis Dezember 
2022.

Die ordentliche Veranlagung erging am 20. April 2023. Die KStV übernahm darin die Angaben der 
Steuerpflichtigen, rechnete jedoch die Kapitalleistung der 2. Säule im Betrag von CHF 283'250.- 
dem Einkommen dazu (Code 3.410). Der Steuerbetrag der Kantonssteuer belief sich auf 
CHF 40'535.70 beim Einkommen und CHF 50.65 beim Vermögen. Derjenige der direkten Bundes-
steuer belief sich auf CHF 27'495.-.

C. Am 22. Mai 2023 erhoben die Steuerpflichten Einsprache gegen die Veranlagung vom 
20. April 2023. Sie beantragten, unter Code 3.140 sei der Betrag von CHF 283'250.- abzuziehen 
und die Steuern auf dieser Grundlage neu festzulegen. Eventualiter sei ein Betrag von CHF 14'228.- 
abzuziehen und die Steuern neu festzulegen.

Inhaltlich machten sie geltend, die Bedingungen für die Bejahung der Aufnahme einer selbständigen 
Tätigkeit seien vollumfänglich erfüllt. Der Einsprecher sei als Einzelunternehmen registriert und habe 
seine frühere Gesellschaft an seine Ehefrau übertragen. Er habe Webinare gemacht und Webseiten 
verkauft, in der Absicht, einen Gewinn zu erzielen. Die Tätigkeit sei dauerhaft, wenngleich noch 
immer verlustreich. Sie sei jedoch mindestens bis ins Jahre 2021 geführt worden. Die Umstände 
würden aufzeigen, dass er zum Zeitpunkt des Bezugs der Barauszahlung eindeutig der Ansicht war, 
die Tätigkeit seines Einzelunternehmens gewinnbringend aufzuführen. Er habe sich da Pensions-
kassenkapital ausbezahlen lassen, um Software-Investitionen zu tätigen, Freelance-Mitarbeiter 
anzustellen und seine Lebenskosten zu bestreiten. Im Übrigen sei die Tätigkeit nicht über die GmbH 
ausgeführt worden, da diese nun seine Ehefrau gehöre. Sollte die KStV nicht die gesamte Baraus-
zahlung zum Abzug zuzulassen, so seien zumindest die nachgewiesenen Geldinvestitionen in Höhe 
von CHF 14'228.- (Kosten für eine Freelance-Mitarbeiterin CHF 13'857.-, Investitionen in Software 
CHF 371.-) abzuziehen.

Mit Entscheid vom 6. Juni 2023 wies die KStV die Einsprache ab. Sie hielt fest, die Einzelfirma sei 
nur zur Umgehung der Auszahlung des Pensionskassengeldes genutzt worden, um damit die priva-
ten Lebenshaltungskosten zu finanzieren. Dies ergebe sich insbesondere aus der Tatsache, dass 
der Steuerpflichtige kurzfristig aus der GmbH ausgetreten sei, um sie 2021 wiederum zu überneh-
men, und auch dadurch, dass keine grösseren Investitionen, weder in der Einzelfirma noch in der 
GmbH stattgefunden haben. GmbH und Einzelfirma seien überdies im selben Sektor tätig.

D.  Mit Eingabe vom 7. Juli 2023 erhebt A.________ Beschwerde gegen den Einspracheent-
scheid vom 6. Juni 2023. Unter Kosten und Entschädigungsfolgen beantrag er die Aufhebung des 
angefochtenen Entscheids, die Zulassung des Abzugs von CHF 283'250.- unter Coder 3.410 und 
die Neuberechnung der Steuern auf dieser Grundlage. Eventualiter sei ein Betrag von CHF 14'228.- 
abzuziehen und die Steuern neu festzulegen.

Zur Begründung seiner Beschwerde wiederholt er die Argumente, die er bereist im Einsprachever-
fahren geltend gemacht hatte. Er habe sich bis ins Jahr 2021 vollumfänglich seinem Einzelunterneh-
men gewidmet. Neben seiner Arbeitsleistung habe er ungefähr CHF 14'250.- in das Unternehmen 
investiert. Im Übrigen deute auch die Anstellung eines Mitarbeiters darauf hin, dass eine selbstän-
dige Tätigkeit ausgeübt werde. Die Tatsache, dass sich sein Businessplan nicht verwirklicht habe, 
lasse keine Schlüsse auf die Dauerhaftigkeit des Unternehmens zu. Es sei gerichtsnotorisch, dass 
die ersten Jahre der Selbständigkeit oftmals nicht gewinnbringend sind. Da er sich keinen Lohn 
ausbezahlen konnte, seine Lebenshaltungskosten jedoch weiterhin finanzieren musste, sei es 

Kantonsgericht KG
Seite 4 von 8

logisch, dass unter anderem die Pensionskassengelder zum Teil für die Erhaltung der Lebenskosten 
aufgebraucht würden. Der gesamte Betrag sei somit in die Selbständigkeit investiert worden und sei 
folglich abzuziehen, mindestens aber der Betrag der bewiesenen Geldinvestitionen von 
CHF 14'228.-.

Der Kostenvorschuss von CHF 2'000.- wurde fristgerecht geleistet.

Die KStV hat am 30. August 2023 die Vorakten eingereicht. Sie verweist auf den Einspracheent-
scheid und beantragt die Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolge.

Ein weiterer Schriftenwechsel wurde nicht durchgeführt.

Auf die weiteren Elemente des Sachverhalts wird, soweit für die Entscheidfindung notwendig, in den 
nachstehenden rechtlichen Erwägungen eingegangen.

Erwägungen

1.

Die am 7. Juli 2023 fristgerecht beim zuständigen Kantonsgericht eingereichte Beschwerde (Art. 140 
Abs. 1 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer vom 14. Dezember 1990 [DBG; SR 
642.11]; Art. 50 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkten Steuern der 
Kantone und Gemeinden vom 14. Dezember 1990 [StHG; SR 642.14]; Art. 180 Abs. 1 des Gesetzes 
über die direkten Kantonssteuern vom 6. Juni 2000 [DStG; SGF 631.1]) gegen den Einspracheent-
scheid vom 6. Juni 2023 ist begründet und enthält Rechtsbegehren (vgl. Art. 140 Abs. 2 DBG; Art. 
50 Abs. 2 StHG; Art. 180 Abs. 2 DStG). Der Beschwerdeführer, Schuldner der in Frage gestellten 
Steuer, ist durch den angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an 
dessen Aufhebung oder Änderung (vgl. Art. 76 Bst. a des Gesetzes vom 23. Mai 1991 über die 
Verwaltungsrechtspflege [VRG; SGF 150.1]). Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.

Direkte Bundessteuer (604 2023 73)

2.

Art. 22 DBG regelt die steuerliche Behandlung der Einkünfte aus Vorsorge. Steuerbar sind nach 
Absatz 1 "alle Einkünfte (...) aus Einrichtungen der beruflichen Vorsorge und aus anerkannten 
Formen der gebundenen Selbstvorsorge, mit Einschluss der Kapitalabfindungen und Rückzahlun-
gen von Einlagen, Prämien und Beiträgen". Dazu gehören namentlich auch die Einkünfte aus der 
beruflichen Vorsorge (Urteil BGer 2C_217/2021 vom 4. November 2021 E. 2.1).

Werden Leistungen aus Vorsorge als Kapitalleistungen ausbezahlt, findet Art. 38 DBG Anwendung. 
Gemäss Art. 38 Abs. 1 DBG werden solche Kapitalleistungen gesondert besteuert und unterliegen 
stets einer vollen Jahressteuer. Es handelt sich um eine besonders privilegierte Besteuerung, da die 
Steuer lediglich zu einem Fünftel des Tarifs nach Art. 36 DBG berechnet wird (Abs. 2) und überdies 
die Kapitalleistungen getrennt vom übrigen Einkommen besteuert werden (Sondersteuer), womit die 
Progressionswirkung durch das übrige Einkommen entfällt (Urteil BGer 2C_217/2021 vom 
4. November 2021 E. 2.2).

Kantonsgericht KG
Seite 5 von 8

Nach Art. 5 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom 17. Dezember 1993 über die Freizügigkeit in der 
beruflichen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (Freizügigkeitsgesetz, FZG; SR 831.42) 
können die Versicherten die Barauszahlung der Austrittsleistung verlangen, wenn sie (kumulativ) 
eine selbständige Erwerbstätigkeit aufnehmen und der obligatorischen beruflichen Vorsorge nicht 
mehr unterstehen. Ratio legis von Art. 5 Abs. 1 Bst. b FZG ist die finanzielle Unterstützung beim 
Aufbau einer Unternehmung; dies als Ausnahme vom Grundsatz, dass das Vorsorgeguthaben als 
Altersvorsorge erhalten bleiben soll. Der Gesetzgeber ist davon ausgegangen, dass der Aufbau 
einer selbständigen Existenz als Grundlage für eine ausreichende Altersvorsorge durch Selbstvor-
sorge dient, weshalb der Versicherte keiner beruflichen Vorsorge mehr bedarf (BGE 139 V 367 
E. 2.2).

Sind die gesetzlichen Voraussetzungen für einen Barauszahlungsgrund erfüllt, werden diese Kapi-
talleistungen separat und zu einer vollen Jahressteuer besteuert. Andernfalls greift gemäss bundes-
gerichtlicher Rechtsprechung grundsätzlich die ordentliche Besteuerung und die Kapitalauszahlung 
ist zusammen mit dem übrigen Einkommen ordentlich zu versteuern. Vorbehalten bleibt der Fall, 
dass eine nicht rechtmässig bezogene oder zweckentfremdete Barauszahlung an die Vorsorgeein-
richtung zurückbezahlt bzw. wieder ihrem Zweck zugeführt wird (Urteile BGer 2C_655/2021 vom 
11. März 2022 E. 4.2; 2C_217/2021 vom 4. November 2021 E. 2.3).

3.

Umstritten ist vorliegend die Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit als Voraussetzung des 
Barauszahlungsgrundes.

3.1. Für den Begriff der selbständigen Erwerbstätigkeit kennzeichnend ist die Tätigkeit einer 
natürlichen Person, mit der diese auf eigenes Risiko, unter Einsatz der Produktionsfaktoren Arbeit 
und Kapital, in einer von ihr frei gewählten Arbeitsorganisation, dauernd oder vorübergehend, haupt- 
oder nebenberuflich, in jedem Fall aber mit der Absicht der Gewinnerzielung, am Wirtschaftsverkehr 
teilnimmt. Untergeordnete Anhaltspunkte sind etwa die Beschäftigung von Personal, das Ausmass 
der Investitionen, ein vielfältiger, wechselnder Kundenstamm und das Vorliegen eigener Geschäfts-
räumlichkeiten. Die Prüfung ist von Fall zu Fall aufgrund einer umfassenden Würdigung der tatsäch-
lichen Umstände vorzunehmen. Die einzelnen Gesichtspunkte dürfen dabei nicht isoliert betrachtet 
werden und können auch in unterschiedlicher Intensität auftreten (BGE 138 II 251 E. 2.4.2; Urteile 
BGer 2C_655/2021 vom 11. März 2022 E. 4.3; 2C_217/2021 vom 4. November 2021 E. 3.2).

Die sog. Gewinnstrebigkeit weist ein subjektives und ein objektives Moment auf: Zum einen muss 
die Absicht, Gewinn zu erzielen, gegeben sein; zum anderen muss aber auch die Tätigkeit zur nach-
haltigen Gewinnerzielung geeignet sein (Urteil BGer 2C_204/2016 vom 9. Dezember 2016 E. 3.3). 
Es liegt zwar in der Ordnung der Dinge liegt, wie das Bundesgericht allgemein entschieden hat, dass 
die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit eine Anlaufphase durchläuft, in der die Aufwendungen die 
Einkünfte übersteigen oder kaum durch sie gedeckt werden, aber das setzt voraus, dass die selb-
ständige Tätigkeit einen, wenn auch geringen, Umsatz abwirft. Es entspricht hingegen nicht dem 
gewöhnlichen Lauf der Dinge oder der Lebenserfahrung, dass die selbständige Tätigkeit in der 
Anfangsphase absolut keinen Umsatz generiert (Urteil BGer 2C_655/2021 vom 11. März 2022 E. 3.3 
und 5.2). Bringt eine Tätigkeit auf Dauer nichts ein, ist dies als Indiz dafür zu werten, dass es an der 
subjektiven oder objektiven Gewinnstrebigkeit mangelt. Wer wirklich eine Erwerbstätigkeit ausübt, 
wird sich in der Regel nach andauernden beruflichen Misserfolgen von der Zwecklosigkeit seiner 
Tätigkeit überzeugen lassen und diese aufgeben. Führt er sie dennoch weiter, ist anzunehmen, dass 

Kantonsgericht KG
Seite 6 von 8

dafür in subjektiver Hinsicht andere Motive als der Erwerbszweck massgebend sind (BGE 143 V 
177 E. 4.2.3).

3.2. Vorliegend ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass zahlreiche Indizien darauf hindeuten, 
dass der Beschwerdeführer im Jahr 2020 nicht wirklich beabsichtigte, eine selbständige Tätigkeit 
aufzunehmen, sondern einen Sachverhalt generieren wollte, der ihm erlaubte, für die Kapitalleistung 
seiner Pensionskasse von einer privilegierten Besteuerung zu profitieren.

3.2.1. Der Beschwerdeführer war Gesellschafter und Geschäftsführer mit Einzelunterschrift einer 
GmbH, welche den Handel mit und den Verkauf von Gütern, insbesondere Internetprodukten, sowie 
die Erbringung von damit zusammenhängenden Dienstleistungen bezweckte. Am 31. Juli 2020, also 
kurz nachdem er am 29. Juni 2020 die Barauszahlung seiner Freizügigkeitsleistung aufgrund der 
Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit beantragt hatte, trat er aus der GmbH aus und seine 
Ehefrau wurde als Geschäftsführerin eingetragen. Am 6. August 2020 wurde das Einzelunterneh-
men D.________ im Handelsregister eingetragen, mit A.________ als Inhaber mit Einzelunterschrift. 
Das Unternehmen bezweckt die Erbringung von Dienstleistungen in den Bereichen Coaching, 
online-Marketing und Digitalisierung. Da beide Unternehmen vergleichbare Tätigkeiten anbieten, ist 
es nicht nachvollziehbar, warum der Beschwerdeführer neben der GmbH noch ein wirtschaftlich viel 
riskanteres Einzelunternehmen gründete. Diese Gründung macht nur Sinn, wenn man bedenkt, dass 
die Tätigkeit als Geschäftsführer der GmbH ihm nicht die Möglichkeit gab, eine Barauszahlung 
seines Pensionskassenguthabens zu erhalten. Am 12. März 2021, also knapp sieben Monate nach 
dem Austritt des Beschwerdeführers, wurde B.________ zudem als Gesellschafterin und Geschäfts-
führerin gelöscht und A.________ wiederum als Geschäftsführer eingetragen. Dies deutet zweifels-
frei daraufhin, dass der Beschwerdeführer sich von der GmbH nur distanzierte, um die Bedingungen 
für die Barauszahlung des Pensionskassenguthabens zu erfüllen und, kurz nachdem die Auszah-
lung erfolgt war, die GmbH wieder übernahm, um seine Geschäftstätigkeit in dieser Form weiterzu-
führen.

3.2.2. Aus den spärlichen Angaben des Beschwerdeführers zur angeblichen Tätigkeit seines 
Einzelunternehmens ergibt sich zudem Folgendes.

Im Jahr 2020, also während sechs Monaten, hat das Unternehmen lediglich drei Dienstleistungser-
träge zu je CHF 990.- verbucht, alle im Dezember 2020, welche sogleich als "Rückstellung Geld-
zurück-Garantie" neutralisiert wurden. Die beabsichtigten Kurse wurden somit offensichtlich 
verbucht und vielleicht auch einkassiert, wurden jedoch nicht durchgeführt und daher rückverbucht 
bzw. zurückbezahlt. Von einem relevanten Umsatz kann somit nicht gesprochen werden kann. 

Das gleiche gilt für das Jahr 2021, in welchem die "verkauften Kurse" zu CHF 3'880.- durch die 
"Rückzahlungen Kurse" im gleichen Betrag neutralisiert wurden. Es ist somit auch hier davon auszu-
gehen, dass der Beschwerdeführer die beabsichtigten Kurse zwar angeboten und teilweise auch 
einkassiert hat, sie allerdings nicht durchgeführt hat, so dass sie zurückbezahlt werden mussten. 
Weiter wurden für die "verkauften Webseiten" zu CHF 7'000.- Dienstleistungen der C.________ 
GmbH im Wert von CHF 2'000.- bezogen, was wiederum nahelegt, dass die eigentliche Geschäfts-
tätigkeit über die GmbH und nicht über die Einzelfirma abgewickelt wurde. Die verbuchte Tätigkeit 
ist umso fragwürdiger, als sie offensichtlich, gemäss dem Auszug "E.________", nahezu 
ausschliesslich im Mai 2021 stattgefunden hat. Die verbuchten Honorare für eine Freelance-Mitar-
beiterin von März bis Dezember 2021 im Betrag von CHF 13'857.- können schliesslich aufgrund der 
vorhandenen Angaben nicht eindeutig dem Einzelunternehmen zugeordnet werden, denn es ist 

Kantonsgericht KG
Seite 7 von 8

keine Beschreibung der ausgeführten Tätigkeiten vorhanden und die Gesellschaft für die sie ausge-
führt wurden, wird in den eingereichten Unterlagen auch nicht erwähnt.

Die im Businessplan in Aussicht gestellten Einnahmen erweisen sich schliesslich umso unglaubwü-
rdiger, als alle Beträge in EUR und nicht in CHF aufgeführt werden. Es ist unter diesen Umständen 
zu vermuten, dass der Beschwerdeführer seine angeblichen Businessplan irgendwo kopiert hat, 
ohne sich konkrete Gedanken über die Möglichkeit der Verwirklichung in seinem Geschäftskreis zu 
machen, was ebenfalls den Schluss nahelegt, dass er gar nie wirklich die Absicht hatte, über das 
Einzelunternehmen tätig zu werden. Es fehlt somit sowohl am subjektiven wie auch am objektiven 
Moment der Gewinnstrebigkeit.

3.3.3. Es ist daher festzuhalten, dass es dem Beschwerdeführer nicht gelingt, die Aufnahme einer 
selbständigen Erwerbstätigkeit glaubwürdig darzulegen. Mangels Aufnahme einer selbständigen 
Erwerbstätigkeit war somit der Barauszahlungsgrund nicht gegeben. Die Barauszahlung (Kapital-
leistung) diente somit nicht der Vorsorge, weshalb gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung 
grundsätzlich die ordentliche Besteuerung greift und die Kapitalauszahlung zusammen mit dem übri-
gen Einkommen ordentlich zu versteuern ist (vgl. Urteil BGer 2C_204/2016 vom 9. Dezember 2016 
E. 3.5). Dies führt zur Abweisung des Hauptantrags der Beschwerde.

Nachdem die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Investitionen für die angebliche Tätigkeit 
– Honorare von CHF 13'857.- für eine Freelance-Mitarbeiterin von März bis Dezember 2021 und 
CHF 371.28 für den Kauf einer Black Magic Pocket Cinema Camera – nicht direkt dem Einzelunter-
nehmen zurechenbar sind (vgl. E. 3.3.2 hiervor), ist auch der Eventualantrag abzuweisen.

Die Beschwerde ist somit abzuweisen und der angefochtene Einspracheentscheid zu bestätigen.

Kantonssteuer (604 2023 74)

4.

In Bezug auf die Kantonssteuer wird die steuerliche Behandlung von Kapitalleistungen aus Vorsorge 
in Art. 23 DStG und Art. 39 DStG geregelt, welche den Art. 22 DBG und Art. 38 DBG entsprechen. 
Angesichts der mit dem Recht der direkten Bundessteuer übereinstimmenden gesetzlichen Rege-
lung kann daher für die Rechtsanwendung auf die Ausführungen in den Erwägungen 2 und 3 verwie-
sen werden. Demzufolge ist auch die Beschwerde betreffend die Kantonssteuer abzuweisen.

Kosten- und Entschädigungsfolge

5.

5.1. Die Kosten des Verfahrens sind der unterliegenden Partei aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 
DBG; Art. 131 Abs. 1 VRG). Die Höhe der Verfahrenskosten wird durch das kantonale Recht 
bestimmt (Art. 144 Abs. 5 DBG). Das heisst, dass insbesondere der Tarif der Verfahrenskosten und 
Entschädigungen in der Verwaltungsjustiz vom 17. Dezember 1991 (Tarif VJ; SGF 150.12) zur 
Anwendung gelangt (Art. 146 und Art. 147 VRG sowie Art. 4 Abs. 3 des kantonalen Ausführungsbe-
schlusses zum Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer).

Kantonsgericht KG
Seite 8 von 8

Im vorliegenden Fall scheint es angemessen, die Gerichtsgebühr auf insgesamt CHF 4'000.- festzu-
setzen. Diese Gerichtsgebühr ist dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen und zur Hälf-
te mit dem geleisteten Kostenvorschuss von CHF 2'000.- zu verrechnen.

5.2. Der unterliegende Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 
137 Abs. 1 VRG a contrario).

Der Hof erkennt:

Direkte Bundessteuer (604 2023 73)

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

Kantonssteuer (604 2023 74)

2. Die Beschwerde wird abgewiesen.

Kosten und Entschädigung

3. Die Verfahrenskosten werden auf CHF 4'000.- festgesetzt. Sie werden A.________ auferlegt 
und zur Hälfte mit dem geleisteten Kostenvorschuss von CHF 2'000.- verrechnet.

4. Es besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung.

Zustellung.

Der vorliegende Entscheid kann gemäss Art. 82 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über 
das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) innert 30 Tagen seit Eröffnung mit einer Beschwerde in 
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht in Luzern angefochten werden.

Gegen die Festsetzung der Höhe der Verfahrenskosten ist innert 30 Tagen die Einsprache an die 
Behörde, die entschieden hat, zulässig, sofern nur dieser Teil des Entscheides angefochten wird 
(Art. 148 VRG).

Freiburg, 7. November 2023/dbe

Der Präsident Der Gerichtsschreiber