# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 30f85eeb-94c1-542e-9ecd-a68ce59d414d
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-06-14
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 14.06.2023 BV.2023.22
**Docket/Reference:** BV.2023.22
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_BV-2023-22_2023-06-14

## Full Text

Ausstand (Art. 29 Abs. 3 VStrR i.V.m. Art. 59 Abs. 1 lit. b i.V.m Art. 56 StPO); Rückzug des Gesuchs;;Ausstand (Art. 29 Abs. 3 VStrR i.V.m. Art. 59 Abs. 1 lit. b i.V.m Art. 56 StPO); Rückzug des Gesuchs;;Ausstand (Art. 29 Abs. 3 VStrR i.V.m. Art. 59 Abs. 1 lit. b i.V.m Art. 56 StPO); Rückzug des Gesuchs;;Ausstand (Art. 29 Abs. 3 VStrR i.V.m. Art. 59 Abs. 1 lit. b i.V.m Art. 56 StPO); Rückzug des Gesuchs

Beschluss vom 14. Juni 2023 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 
Roy Garré, Vorsitz, 
Patrick Robert-Nicoud und Felix Ulrich, 
Gerichtsschreiberin Inga Leonova 

   
 
Parteien 

  
A., 
vertreten durch Rechtsanwältin Laura Jetzer,  

Gesuchsteller 
 

 gegen 
   

B., Eidgenössisches Finanzdepartement, 
Generalsekretariat EFD,  

Gesuchsgegner 
 
 

Gegenstand  Ausstand (Art. 29 Abs. 3 VStrR i.V.m. Art. 59 Abs. 1 
lit. b i.V.m Art. 56 StPO); Rückzug des Gesuchs 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BV.2023.22 
 
 
 
 

- 2 - 

 

 

Die Beschwerdekammer hält fest, dass: 
 

- das Eidgenössische Finanzdepartement (nachfolgend «EFD») gegen A. am 
5. September 2022 eine verwaltungsstrafrechtliche Untersuchung wegen des 
Verdachts auf Verletzung der Meldepflicht gemäss Art. 37 GwG eröffnete; 
 

- C., Gruppenleiterin beim EFD, A. mit Strafbescheid vom 20. Oktober 2022 der 
Verletzung der Meldepflicht gemäss Art. 37 Abs. 1 i.V.m. Art. 9 Abs. 1 GwG 
schuldig sprach und ihn zu einer Busse von Fr. 30'000.-- verurteilte; 
 

- B., […] beim EFD, A. mit Strafverfügung vom 16. Dezember 2022 der Verlet-
zung der Meldepflicht gemäss Art. 37 Abs. 1 i.V.m. Art. 9 Abs. 1 GwG schuldig 
sprach und ihn zu einer Busse von Fr. 10'000.-- verurteilte; 
 

- gegen A. bei der Strafkammer des Bundesstrafgerichts am 13. Januar 2023 
Anklage erhoben wurde (Beschluss des Bundesstrafgerichts BV.2022.48 vom 
31. März 2023, Sacherhalt lit. O); 
 

- die Beschwerdekammer eine von A. erhobene Beschwerde mit Beschluss 
BB.2022.48 vom 31. März 2023 guthiess und festhielt, dass C. im Verwaltungs-
strafverfahren gegen A. in den Ausstand zu treten hat (Beschluss des Bun-
desstrafgerichts BV.2022.48 vom 31. März 2023); 
 

- A. in der Folge mit Eingabe vom 6. April 2023 bei der Strafkammer mehrere 
Anträge i.S.v. Art. 60 Abs. 1 StPO betreffend die Aussonderung der seiner An-
sicht nach kontaminierten Verfahrensakten stellte (BV.2023.21, act. 1);  
 

- B. zum Aussonderungsgesuch von A. mit Schreiben vom 21. April 2023 Stel-
lung nahm und darin u.a. ausführte, dass für die Beurteilung des Gesuchs die 
Beschwerdekammer zuständig sei (BV.2023.21, act. 2);  
 

- die Strafkammer das Aussonderungsgesuch von A. am 25. April 2023 zustän-
digkeitshalber der Beschwerdekammer weiterleitete (BV.2023.21, act. 3), wo-
raufhin die Beschwerdekammer das Verfahren BV.2023.21 eröffnete; 
 

- A. im Inhalt der Stellungnahme von B. vom 21. April 2023 Hinweise auf Befan-
genheit erkannte und mit an ihn gerichtetem Schreiben vom 28. April 2023 
Ausstandsgründe geltend machte (act. 1); 
 

- B. zuhanden der Strafkammer zum Ausstandsgesuch mit Eingabe vom 5. Mai 
2023 Stellung nahm und darin die Beschwerdekammer für die Beurteilung des 
Ausstandsgesuchs als zuständig erachtete;  

  

- 3 - 

 

 

- in der Folge die Strafkammer das Ausstandsgesuch vom 28. April 2023 am 
8. Mai 2023 der Beschwerdekammer weiterleitete (act. 2-3); daraufhin die Be-
schwerdekammer das vorliegende Verfahren eröffnete; 
 

- A. innert erstreckter Frist mit Replikschrift vom 12. Juni 2023 den Rückzug sei-
nes Ausstandsgesuchs gegen B. vom 28. April 2023 mit einer kurzen Begrün-
dung erklärte und unter den dargelegten Umständen das Gericht ersuchte, auf 
die Erhebung einer Gerichtsgebühr zu verzichten (act. 8). 
 
 
 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass: 
 
- sich die Zuständigkeit der Beschwerdekammer für die Behandlung des vorlie-

genden Ausstandsgesuches aus Art. 29 Abs. 3 VStrR i.V.m. Art. 59 Abs. 1 lit. b 
StPO i.V.m. Art. 37 Abs. 1 StBOG ergibt (vgl. KONOPATSCH/EHMANN, Basler 
Kommentar, 2020, Art. 29 VStrR N. 118 ff.); 

 
- analog zu Art. 386 Abs. 2 lit. b StPO das Ausstandsgesuch bis zum Abschluss 

des Schriftenwechsels zurückgezogen werden kann; 
 
- der Rückzug des Ausstandsgesuchs den Rechtsstreit beendet, weshalb das 

Ausstandsverfahren als erledigt abgeschrieben werden kann; 
 
- sich die Verteilung der Gerichtskosten in verwaltungsstrafrechtlichen Verfah-

ren vor der Beschwerdekammer nach den Bestimmungen des BGG richtet 
(Art. 25 Abs. 4 VStrR i.V.m. Art. 66 ff. BGG analog; vgl. TPF 2011 25 E. 3); 

 
- bei Erledigung zufolge Rückzugs des Gesuchs auf die Erhebung der Gerichts-

kosten ganz oder teilweise verzichtet werden kann, wobei dem Gericht grosses 
Ermessen zukommt (Art. 66 Abs. 2 BGG analog; GEISER, a.a.O., Art. 66 BGG 
N. 20); 

 
- die Gerichtsgebühr für das vorliegende Verfahren dem Gesuchsteller aufzuer-

legen und angesichts des bisher angefallenen Aufwandes auf Fr. 300.-- fest-
zusetzen ist (vgl. Art. 25 Abs. 4 VStrR i.V.m. Art. 73 StBOG und Art. 5 und 8 
Abs. 1 BStKR), unter Verrechnung des entsprechenden Betrages aus dem ge-
leisteten Kostenvorschuss von Fr. 2'000.--; 

 

- die Bundesstrafgerichtskasse anzuweisen ist, dem Gesuchsteller den Restbe-
trag von Fr. 1'700.-- zurückzuerstatten. 

http://links.weblaw.ch/TPF_2011_25

- 4 - 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 
 
1. Das Ausstandsverfahren wird zufolge Rückzugs des Ausstandsbegehrens als 

erledigt abgeschrieben. 
 
2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 300.-- wird dem Gesuchsteller auferlegt, unter An-

rechnung des entsprechenden Betrags aus dem geleisteten Kostenvorschuss 
von Fr. 2'000.--. Die Bundesstrafgerichtskasse wird angewiesen, dem Ge-
suchsteller den Restbetrag von Fr. 1'700.-- zurückzuerstatten. 

 
 

Bellinzona, 14. Juni 2023 
 
Im Namen der Beschwerdekammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  
 
 
 
 
 
 
 
Zustellung an 
 
- Rechtsanwältin Laura Jetzer 
- B., Eidgenössisches Finanzdepartement  
 
 
 
Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.