# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 49ee80a7-13bc-5717-8251-4759ce5ddb17
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-03-18
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 18.03.2021 715 20 295/81
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_715-20-295-81_2021-03-18.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht 
 
 
vom  18. März 2021 (715 20 295 / 81) 
____________________________________________________________________ 
 
 
Arbeitslosenversicherung 
 
 
Ablehnung der Anspruchsberechtigung; Arbeitgeberähnliche Stellung der Minderaktio-
närin  
 
 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kan-

tonsrichter Christof Enderle, Gerichtsschreiberin Tina Gerber 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin 
  

 
gegen 
 
 

 Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland, Bahnhofstrasse 32, 
Postfach, 4133 Pratteln, Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Ablehnung der Anspruchsberechtigung  

 
 
 
A. Die 1959 geborene A.____ war zuletzt vom 1. Oktober 2018 bis 24. März 2020 als Se-
nior Consultant bei der B.____ AG angestellt, an welcher sie mit einem Aktienanteil von 40% 
beteiligt war. Gemäss Auszug aus dem Handelsregister war sie zudem seit 16. Oktober 2018 
Mitglied des Verwaltungsrats der Gesellschaft mit Einzelunterschriftsberechtigung. Am 24. März 
2020 wurde der Versicherten unter Hinweis auf die COVID-19-Pandemie fristlos gekündigt. Am 
1. April 2020 meldete sich A.____ bei der Öffentlichen Arbeitslosenkasse Baselland (Arbeitslo-

 

 
 
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senkasse) an und erhob ab demselben Datum Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung. Mit Ver-
fügung vom 14. April 2020 lehnte die Arbeitslosenkasse die Anspruchsberechtigung von A.____ 
ab. Begründend hielt sie fest, dass die Versicherte laut Handelsregisterauszug nach wie vor Mit-
glied des Verwaltungsrats und finanziell massgeblich am Unternehmen beteiligt sei. Damit übe 
sie eine arbeitgeberähnliche Stellung aus und könne weiterhin die Entscheidungen des Arbeitge-
bers bestimmen oder massgeblich beeinflussen. Sie gehöre folglich zum Kreis derjenigen Perso-
nen, die keinen Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung hätten. Hingegen könne die B.____ AG 
Kurzarbeit beantragen. Aufgrund der ausserordentlichen Lage der COVID-19-Pandemie hätten 
ausnahmsweise auch Personen in arbeitgeberähnlicher Stellung vorübergehend Anspruch auf 
Kurzarbeitsentschädigung, sofern die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt seien. Eine dagegen 
von der Versicherten erhobene Einsprache, worin sie geltend machte, seit dem 6. Mai 2020 nicht 
mehr Mitglied des Verwaltungsrats zu sein, wurde mit Entscheid vom 7. Juli 2020 von der Ein-
spracheinstanz des KIGA Baselland, Abteilung Öffentliche Arbeitslosenkasse, abgewiesen. Die 
Versicherte sei weiterhin in nicht unwesentlichem Umfang Aktionärin und besitze in dieser Eigen-
schaft weiterhin Rechte. Es bestehe deshalb immer noch die Möglichkeit, die Entscheide der 
Gesellschaft zu beeinflussen. Eine arbeitgeberähnliche Stellung sei weiterhin gegeben. 
 
B. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A.____ am 13. August 2020 Beschwerde 
beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht) und beantragte sinn-
gemäss, es seien ihr in Aufhebung des angefochtenen Entscheids Taggelder der Arbeitslosen-
versicherung auszurichten. Zur Begründung brachte sie vor, dass sie zwar auf dem Papier noch 
immer mit 40% der Aktien an der B.____ AG beteiligt sei. Sie sei jedoch am 6. Mai 2020 aus dem 
Verwaltungsrat gewählt worden. Seit April 2020 habe sie keine Möglichkeit, mit der Hauptaktio-
närin Kontakt aufzunehmen, sie habe keinen Zugang mehr zu Unterlagen, ihr E-Mail-Account sei 
gelöscht, die Zugangsdaten für die elektronischen Ordner gesperrt und ihr Profil von der Webseite 
genommen worden. Die Hauptaktionärin habe ausserdem die Treuhänderin der Gesellschaft an-
gewiesen, ihr keine Auskünfte zu geben und sie von der Unfallversicherung, der beruflichen Vor-
sorge und der Pensionskasse abgemeldet. Sie habe folglich keine Möglichkeit mehr, auf das 
Unternehmen Einfluss zu nehmen. Im August 2020 habe sie einen ersten Gerichtstermin, um 
ausstehende Lohnforderungen einzuklagen. Sie suche auch einen Weg, die Aktien zu verkaufen, 
was aufgrund der fehlenden Kommunikation mit der Hauptaktionärin nicht einvernehmlich mög-
lich sei. 
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 2. November 2020 schloss die Beschwerdegegnerin auf 
Abweisung der Beschwerde und Bestätigung ihres Einspracheentscheids.  
 
D. Mit Verfügung vom 10. November 2020 wurde die vorliegende Angelegenheit dem Drei-
ergericht zur Beurteilung überwiesen. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1. Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversi-
cherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Juni 1982 in Verbindung mit den Art. 

 

 
 
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56 und 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG) vom 6. Oktober 2000 kann gegen Einspracheentscheide aus dem Bereich der Arbeitslo-
senversicherung Beschwerde beim kantonalen Versicherungsgericht erhoben werden. Örtlich zu-
ständig ist nach Art. 100 Abs. 3 AVIG i.V.m. Art. 128 Abs. 1 sowie Art. 119 Abs. 1 lit. a und Abs. 
2 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädi-
gung (AVIV) vom 31. August 1983 das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die 
versicherte Person zur Zeit des Verfügungserlasses die Kontrollpflicht erfüllt. Vorliegend hat die 
Beschwerdeführerin die Kontrollpflicht im Kanton Basel-Landschaft erfüllt, weshalb die örtliche 
Zuständigkeit des Kantonsgerichts zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die 
Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kan-
tonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden 
gegen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch 
sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die im Übrigen frist- und 
formgerecht erhobene Laienbeschwerde vom 13. August 2020 ist demnach einzutreten. 
 
2. Zu prüfen ist, ob die Arbeitslosenkasse die Anspruchsberechtigung der Beschwerdefüh-
rerin zu Recht verneinte. Massgebend ist dabei der Sachverhalt, wie er sich bis zum Einsprache-
entscheid vom 7. Juli 2020 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die 
zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 1 E. 1.2 mit Hinweis). 
 
3.1 Gemäss Art. 31 Abs. 3 lit. c AVIG haben Personen, die in ihrer Eigenschaft als Gesell-
schafter, als finanziell am Betrieb Beteiligte oder als Mitglieder eines obersten betrieblichen Ent-
scheidungsgremiums die Entscheidungen des Arbeitgebers bestimmen oder massgeblich beein-
flussen können, sowie ihre mitarbeitenden Ehegatten keinen Anspruch auf Kurzarbeitsentschä-
digung. Praxisgemäss ist diese der Vermeidung von Missbräuchen dienende Bestimmung analog 
auf arbeitgeberähnliche Personen und deren Ehegatten anzuwenden, die Arbeitslosenentschä-
digung verlangen (BGE 145 V 200 E. 4.1 mit Hinweisen). 
 
3.2 Hervorzuheben ist, dass die Frage, ob Arbeitnehmende einem obersten betrieblichen 
Entscheidungsgremium angehören und ob sie in dieser Eigenschaft massgeblich Einfluss auf die 
Unternehmensentscheidungen nehmen können, aufgrund der internen betrieblichen Struktur zu 
beantworten ist (BGE 122 V 270 E. 3; ARV 2014 S. 222 E. 4.3.1). Keine Prüfung des Einzelfalles 
ist erforderlich, wenn sich die massgebliche Entscheidungsbefugnis bereits aus dem Gesetz 
selbst (zwingend) ergibt. Dies gilt insbesondere für die Gesellschafter einer GmbH (Art. 804 ff. 
des Bundesgesetzes betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Fünfter 
Teil: Obligationenrecht [OR]) vom 30. März 1911) sowie die (mitarbeitenden) Verwaltungsräte 
einer AG, für die das Gesetz in der Eigenschaft als Verwaltungsrat in Art. 716-716b OR verschie-
dene, nicht übertrag- und entziehbare, die Entscheidungen des Arbeitgebers bestimmende oder 
massgeblich beeinflussende Aufgaben vorschreibt (BGE 145 V 200 E. 4.2 mit weiteren Hinwei-
sen).  
 
4.1 Das Administrativverfahren wie auch der kantonale Sozialversicherungsprozess sind 
vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben 
Verwaltung und Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige 

 

 
 
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Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungspflicht dauert so 
lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinrei-
chende Klarheit besteht (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 
3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. 
 
4.2 Das Kantonsgericht besitzt in Sozialversicherungssachen die vollständige Überprü-
fungsbefugnis und ist in der Beweiswürdigung frei (§ 57 VPO in Verbindung mit Art. 61 Satz 1 
ATSG; Art. 61 lit. c ATSG). Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – 
das Gericht dürfen eine Tatsache sodann nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem 
Bestehen überzeugt sind (Urteil des Bundesgerichts vom 29. Januar 2009, 8C_552/2008, E. 2 
mit Hinweis). Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz 
nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich-
keit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforde-
rungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen 
möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b mit 
Hinweisen). 
 
5. Dem Handelsregister ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin seit dem 16. Ok-
tober 2018 als Mitglied des Verwaltungsrates mit Einzelunterschrift eingetragen war. Am 24. März 
2020 wurde die Beschwerdeführerin unter Hinweis auf die Covid-19 Pandemie fristlos entlassen. 
Am 6. Mai 2020 wurde sie nach eigenen Angaben von der Hauptaktionärin aus dem Verwaltungs-
rat abgewählt. Die entsprechende Löschung des Verwaltungsratsmandats im Handelsregister er-
folgte auf den 13. Mai 2020. In der Zeit vom 1. April 2020 (Anspruchserhebung) bis 13. Mai 2020 
(Löschung des Verwaltungsratsmandats im Handelsregister) ergibt von Gesetzes wegen eine 
massgebliche Entscheidungsbefugnis der Beschwerdeführerin als Verwaltungsrätin, die einer ar-
beitgeberähnlichen Stellung entspricht und einen Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung aus-
schliesst (E. 3.2 hiervor). Für diesen Zeitraum ist der angefochtene Einspracheentscheid zu 
Recht ergangen und die Beschwerde ist diesbezüglich abzuweisen. 
 
6.1 Zu prüfen bleibt indes, ob in der Zeit ab dem 13. Mai 2020 noch eine massgebliche Ent-
scheidungsbefugnis der Beschwerdeführerin innerhalb der B.____ AG bestand. Die Beschwer-
degegnerin bejaht dies unter Hinweis darauf, dass die Beschwerdeführerin weiterhin im Besitz 
von 40% des Aktienkapitals der B.____ AG sei. Aufgrund des Ausmasses der finanziellen Betei-
ligung liege eine arbeitgeberähnliche Stellung vor. Die Beschwerdegegnerin verweist diesbezüg-
lich auf diverse aktienrechtliche Klagen, die der Beschwerdeführerin als Minderheitsaktionärin 
zustünden und ihr ermöglichen würden, entscheidend auf den Betrieb Einfluss zu nehmen.  
 
6.2 Bei der blossen finanziellen Beteiligung an einer Aktiengesellschaft ergibt sich eine mas-
sgebliche Entscheidbefugnis nicht bereits aus dem Gesetz. Der Aktienbesitz bildet praxisgemäss 
eines der in Betracht fallenden Kriterien für den Ausschluss vom Anspruch auf Arbeitslosenver-
sicherung (Urteil des Bundesgerichts vom 20. Dezember 2019, 8C_433/2019, E. 5.2.1; Urteil des 
Eidgenössischen Versicherungsgericht [EVG, seit 1. Januar 2007: Bundesgericht, sozialrechtli-
che Abteilungen] vom 10. April 2006, C 61/05, E. 2.2). So hat das Bundesgericht in früheren Ur-

 

 
 
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teilen festgestellt, dass ein Alleinaktionär, der keine weiteren Funktionen (mehr) für die Aktienge-
sellschaft ausübte, keinen Anspruch auf Arbeitslosentaggelder hatte (Urteil des EVG vom 
14. März 2003, C 120/02). Ebenso habe ein Aktionär, der zwar nicht mehr Verwaltungsratsmit-
glied und nicht mehr zeichnungsberechtigt, jedoch noch in einem Pensum von 20% und mit einem 
Aktienanteil von 49.5% an der Gesellschaft beteiligt war, noch erheblicher Einfluss auf die Ge-
sellschaft und sei somit nicht anspruchsberechtigt (Urteil des EVG vom 10. April 2006, C 61/05). 
Keine arbeitgeberähnliche Stellung habe indessen eine versicherte Person, die über einen Akti-
enanteil von 16% verfügte, wobei die Mehrheit der übrigen Akten von ihrem Vater gehalten wur-
den (Urteil des EVG vom 27. Januar 2005, C 45/04). In einem weiteren Urteil stellte das Bundes-
gericht fest, dass ein Hauptaktionär mit 40% der Aktien auch nach seinem Rücktritt als einziger 
Verwaltungsrat den grössten Einfluss auf die Gesellschaft behalten habe, da er seit fast deren 
Gründung Präsident und anschliessend Verwaltungsrat mit Einzelunterschrift gewesen sei und 
die Firma aus Mangel an Kunden in einen inaktiven Status habe überführt werden sollen (Urteil 
des Bundesgerichts vom 13. Februar 2009, 8C_1044/2008). Bisher offengelassen hat das Bun-
desgericht die Frage, ob eine Entscheidbefugnis ab einem Mindestanteil an Kapital bejaht werden 
könne (Urteil des EVG vom 10. April 2006, C 61/05, E. 2.2; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 
vom 20. Dezember 2019, 8C_433/2018, E. 5.2.4). 
 
6.3 Mit Urteil vom 20. Dezember 2019 hatte sich das Bundesgericht erneut mit der arbeitge-
berähnlichen Stellung eines Aktionärs zu befassen. In dem zu beurteilenden Fall ging es um ei-
nen Verwaltungsrat, der mit 25% des Kapitals an einer Aktiengesellschaft beteiligt war und über-
dies als deren Geschäftsführer und Managing Director fungierte. Nachdem dem Versicherten 
fristlos gekündigt worden war, versuchte dieser vergeblich, seine Aktien zu verkaufen. Das Bun-
desgericht stellte fest, dass sich die Prüfung der Einflussmöglichkeiten der versicherten Person 
nicht auf das Kriterium der Aktionärseigenschaft und namentlich nicht auf die daraus fliessenden 
Rechte (z.B. die Auskunfts- und Einsichtsrechte nach Art. 697 OR) beschränken dürfe. Massge-
bend seien für die Zeit nach dem Rücktritt aus dem Verwaltungsrat vielmehr die konkreten Um-
stände des Einzelfalls. Es gehe zu weit, den Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung bis zur 
definitiven Aufgabe der Aktionärsstellung auszuschliessen, wenn aufgrund des Sachverhalts 
keine Missbrauchsgefahr mehr bestehe (Urteil des Bundesgerichts vom 20. Dezember 2019, 
8C_433/2018; zum Ganzen auch: ELISABETH BERGER GÖTZ, Neues aus dem Bundesgericht - 
Anspruch der Aktionärin/des Aktionärs einer AG auf Arbeitslosenentschädigung, in: Schweizeri-
sche Zeitschrift für Sozialversicherung und berufliche Vorsorge [SZS] 2020, S. 101 ff.).  
 
6.4 Nach dem soeben unter Erwägung 6.3 Ausgeführten steht fest, dass die Beschwerde-
gegnerin eine arbeitgeberähnliche Stellung der Beschwerdeführerin für die Zeit ab 13. Mai 2020 
nicht bloss unter Hinweis auf ihre Aktionärsstellung und die daraus fliessenden Rechte bejahen 
darf. Vielmehr ist zu prüfen, welche konkrete und massgebliche Einflussmöglichkeiten der Be-
schwerdeführerin nach ihrem Ausscheiden aus dem Verwaltungsrat in der Gesellschaft verblei-
ben. Diesbezüglich erweist sich die Aktenlage als ungenügend. Die Beschwerdeführerin be-
schreibt eine unharmonische Situation mit der ehemaligen Arbeitgeberin. So gibt sie in der Ein-
sprache vom 12. Mai 2020 und in der Beschwerde vom 13. August 2020 an, dass die Mehrheits- 
und einzige weitere Aktionärin jeglichen Kontakt zu ihr verweigere, ihren elektronischen Zugang 

 

 
 
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zum Unternehmen gesperrt und die Treuhänderin angewiesen habe, ihr keine Auskünfte zu ge-
ben. Eine Einigung über den Rückkauf der von ihr gehaltenen Aktien scheine nur gerichtlich mög-
lich zu sein. In der Beschwerde führt sie weiter aus, dass am 20. August 2020 eine Gerichtsver-
handlung stattfände, um Lohnforderungen zu klären. Sie hoffe, in diesem Verfahren auch eine 
Klärung bzw. Schlichtung betreffend ihr Ausscheiden aus der Gesellschaft zu erreichen. Aufgrund 
der Ausführungen der Beschwerdeführerin bestehen Anhaltspunkte dafür, dass die Beschwerde-
führerin im konkreten Fall keine Möglichkeit (mehr) hat, auf die Aktiengesellschaft massgeblich 
Einfluss zu nehmen. Es bestehen auch Anhaltspunkte dafür, dass die Beschwerdeführerin ver-
geblich versucht, ihr Aktienkapital zu verkaufen und somit aus der Aktionärsstellung auszuschei-
den. Trotz dieser Anhaltspunkte hat es die Beschwerdegegnerin unterlassen, weitere Abklärun-
gen zur konkreten Einflussmöglichkeit der Beschwerdeführerin vorzunehmen oder sich überhaupt 
zu ihren Vorbringen zu äussern. Entsprechend findet sich diesbezüglich nichts in den Akten. Eine 
abschliessende Beurteilung der streitigen Angelegenheit ist deshalb nicht möglich. Da es nicht 
die Aufgabe der kantonalen Gerichte ist, im Verwaltungsverfahren versäumte Abklärungen ge-
mäss Art. 43 ATSG nachzuholen, wird die Beschwerdegegnerin angehalten, weitere Abklärun-
gen in Bezug auf die tatsächlichen Verhältnisse – namentlich der konkreten Möglichkeit der Be-
schwerdeführerin zur Einflussnahme in die Geschicke der B.____ AG – vorzunehmen. Die Be-
schwerde wird in diesem Sinne gutgeheissen und die Angelegenheit wird zur weiteren Abklärung 
und zum Erlass einer neuen Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. 
 
7. Gemäss Art. 61 lit. a ATSG in der bis Ende 2020 gültig gewesenen, hier anwendbaren 
Fassung (vgl. Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 21. Juni 2019) hat der Prozess vor 
dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein. Es sind demnach für das vorliegende 
Verfahren keine Kosten zu erheben.  
 
8. Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 2005 
ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zulässig ge-
gen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbstständig eröffnete Zwischenentscheide 
sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Ausstandsbegeh-
ren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten anfecht-
bar, wenn sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a 
BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und 
damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren er-
sparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt 
es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und 
anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenent-
scheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückweisungsentscheid, mit 
dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiell-rechtlichen Anspruchsvorausset-
zungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2).  
 
Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischenentscheid 
im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegen-
heiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraussetzungen 

 

 
 
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zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachstehende Rechtsmittel-
belehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 
  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Ein-
spracheentscheid vom 7. Juli 2020 aufgehoben und es wird festgestellt, 
dass die Beschwerdeführerin bis 13. Mai 2020 eine arbeitgeberähnliche 
Stellung im Sinne von Art. 31 Abs. 3 lit. c AVIG innehat. Für die Zeit ab 
13. Mai 2020 wird die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne 
der Erwägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die Be-
schwerdegegnerin zurückgewiesen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 
 
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