# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ca7593e1-20f4-5661-a961-109665b1dc64
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-05
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Handelsgericht 05.10.2023 HOR.2022.59
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_009_HOR-2022-59_2023-10-05.pdf

## Full Text

Handelsgericht 
1. Kammer 

 

 

HOR.2022.59 / SB  
 
 
 
Entscheid vom 5. Oktober 2023 
 
 
 

Besetzung  Oberrichter Dubs, Präsident  
Ersatzrichterin Steiner 
Handelsrichter Hauser 
Handelsrichterin Scheurer 
Handelsrichter Nauer 
Gerichtsschreiber Bisegger 

 
 
   

Klägerin   A._____ AG,  
[…]   
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Wilhelm Boner,  
[…]    

 
 

   

Beklagte   B._____ AG,  
[…] 
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Casarramona, 
[…]    

 
 
 

Gegenstand  Ordentliches Verfahren betreffend Forderung 
 

 
  

 - 2 - 
 

 

 

  Das Handelsgericht entnimmt den Akten: 
 
1. Parteien 
1.1. Klägerin 
Die Klägerin ist eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Q._____. Sie bezweckt 
insbesondere […]. Einziges Mitglied ihres Verwaltungsrates sowie ihr Ge-
schäftsführer ist C._____ (Klage Rz. 1; Klagebeilage [KB] 1). D._____ ist 
als Bauführer bei der Klägerin beschäftigt und war in dieser Funktion für 
das Bauprojekt tätig, das Gegenstand des vorliegenden Prozesses bildet 
(Klage Rz. 3). 
 
1.2. Beklagte 
Die Beklagte ist eine Aktiengesellschaft mit Sitz in R._____. Sie bezweckt 
insbesondere […]. Einziges Mitglied ihres Verwaltungsrats ist E._____ 
(Klage Rz. 2; KB 2). Bei dem Gegenstand des vorliegenden Prozesses bil-
denden Bauprojekt liess sie sich von der F._____ GmbH (Geschäftsinha-
ber: G._____) vertreten (verantwortlich für Bauleitung und Planung; Klage 
Rz. 4; Antwort Rz. 4 f.; Replik Rz. 3; Duplik Rz. 6 ff.). 
 
2. Sachverhalt 
2.1. Ursprüngliche werkvertragliche Vereinbarungen 
Die Beklagte realisierte in S._____ den Neubau von zwei Häusern mit je 
zwei Wohnungen ("Zweifamilienhäuser"; Klage Rz. 3; Antwort Rz. 3; KB 3).  
 
Mit Werkvertrag vom 14. Juni 2021 übertrug die Beklagte der Klägerin die 
Ausführung der "BKP 222 / 224 Spengler-Flachdacharbeiten". Der Werk-
lohn für die Spenglerarbeiten sollte Fr. 9'210.00 und für die Flachdachar-
beiten Fr. 150'006.30 betragen (insgesamt also Fr. 159'216.30). Allerdings 
vereinbarten die Parteien, dass auf diesen Beträgen ein Rabatt von 6 % 
sowie ein Skonto von 2 % zu gewähren sei, sodass tatsächlich lediglich 
Fr. 146'670.04 bzw. zuzüglich 7.7 % MwSt. Fr. 157'963.64 als Werklohn 
vereinbart wurden. Gemäss Art. 13 des Werkvertrages sollten zudem noch 
allgemeine Abzüge in Höhe von insgesamt 0.9 % (für Bauschäden / Bau-
reinigung 0.1 %, für Bauwasser / Baustrom 0.5 % und für die Bauwesen-
versicherung 0.3 %) gewährt werden (Klage Rz. 8; Antwort Rz. 10; Replik 
Rz. 15; Duplik Rz. 23 ff.; KB 3; Replikbeilage [RB] 1 Blatt 11).  
 
2.2. Zusätzliche Dachdeckerarbeiten  
Später wählte die Beklagte eine andere Variante im Bereich des Dachs, die 
zu Mehrkosten führte (zusätzliche Dachdeckerarbeiten, insbesondere 
Wahl teurerer Ziegel).  
 
2.3. Fünf Nachträge 
Im Weiteren einigten sich die Parteien auf fünf von der Klägerin zu erbrin-
gende Nachträge (Klage Rz. 3 und 8; Antwort Rz. 3 und 10 ff.; Replik Rz. 2; 
Duplik Rz. 10 und 13 ff.).  

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2.4. Rechnungsstellung 
Gemäss Schlussrechnung Nr. 222199 (KB 9) vom 22. Juni 2022 verrech-
nete die Klägerin der Beklagten (vor Berücksichtigung von 6 % Rabatt und 
2 % Skonto) Fr. 192'403.30 für die ursprünglich vereinbarten werkvertrag-
lichen Arbeiten (Spenglerarbeiten: Fr. 9'210.00; Flachdacharbeiten 
Fr. 150'753.30) sowie die zusätzlichen Dachdeckerarbeiten 
(Fr. 32'440.00). Abzüglich 6 % Rabatt sowie 2 % Skonto stellte die Klägerin 
Fr. 177'241.92 bzw. zuzüglich 7.7 % MwSt. Fr. 190'889.55 in Rechnung 
(Klage Rz. 3 und 8 ff.; Antwort Rz. 10 ff.).  
 
Die fünf Nachträge stellte sie ebenfalls am 22. Juni 2022 - aber separat - in 
Rechnung (Rechnungen Nr. 222200-222204 [KB 4-8]). Sie verrechnete in-
klusive Mehrwertsteuer für diese insgesamt Fr. 31'819.72. Die Rechnung 
Nr. 222203 für den Nachtrag 4 (KB 7) wurde aber später von G._____ noch 
handschriftlich von Fr. 7'802.33 auf Fr. 7'134.84 (beide inkl. MwSt.) korri-
giert. Die Klägerin akzeptierte diese Korrektur, sodass die Rechnungs-
summe für die Nachträge noch Fr. 31'152.23 (inkl. MwSt.) betrug (Klage 
Rz. 3 und 8 ff.; Antwort Rz. 10 ff.; Replik Rz. 12; Duplik Rz. 20). 
 
Einer Zusammenstellung von G._____ vom 4. Juli 2022 mit dem Titel 
"Schlussrechnung" (KB 10), welche sowohl von ihm selbst und von der Klä-
gerin unterzeichnet wurde, ist zu entnehmen, dass G._____ den Schluss-
rechnungsbetrag von Fr. 190'889.55 noch um die Abzüge gemäss Art. 13 
des Werkvertrages von total 0.9 % (oben, Ziff. 2.1) korrigierte, sodass eine 
neue Abrechnungssumme von Fr. 189'171.57 resultierte. Aus der Schluss-
rechnung wie auch aus der Zusammenstellung ergibt sich ferner, dass die 
Beklagte sechs Akonto-Zahlungen im Gesamtbetrag von Fr. 154'977.85 
geleistet hatte. Ausgehend von der (neuen) Abrechnungssumme von 
Fr. 189'171.57 und den Akontozahlungen von Fr. 154'977.85 wird auf der 
Zusammenstellung ein Restguthaben der Klägerin in Höhe von 
Fr. 34'193.72 errechnet. Die Zusammenstellung enthält überdies den Ver-
merk "Der Unternehmer anerkennt die vorgelegte Abrechnung mit Verzicht 
auf jegliche Nachforderung." Überdies wird auf der Zusammenstellung fest-
gehalten: "Grantie [recte: Garantie] 18'917.15 Bankgarantie/Versiche-
rungsgarantie." 
 
2.5. Unbestrittene Zahlung 
Es ist unbestritten, dass die Beklagte der Klägerin das Restguthaben ge-
mäss Zusammenstellung (KB 10) von Fr. 34'193.72 bezahlt hat (Klage 
Rz. 8).  
 
3. Prozessgeschichte 
3.1. Klage 
Mit Klage vom 8. Dezember 2022 an das Handelsgericht des Kantons Aar-
gau stellte die Klägerin folgende Rechtsbegehren: 

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"  1.  

Die Beklagte sei zu verpflichten der Klägerin CHF 31'152.23 nebst Zins zu 
5% seit 4. August 2022 zu bezahlen. 
 
2. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen." 

 
Die Klägerin führte im Wesentlichen aus, die Beklagte habe ihr zwar die 
aus dem Werkvertrag geschuldeten Fr. 189'171.57 (inkl. MwSt.) bezahlt, 
schulde ihr aber noch die Vergütung für die Nachträge in Höhe von 
Fr. 31'152.23 (inkl. MwSt.).  
 
3.2. Klageantwort 
Mit Klageantwort vom 13. Februar 2023 beantragte die Beklagte: 
 

"  1.  
Die in der Klage gestellten Begehren seien vollumfänglich abzuweisen, so-
weit auf diese eingetreten wird.  
 
2. 
Unter Kosten[-] und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Klägerin." 

 
Die Beklagte führte im Wesentlichen aus, die Klägerin habe ihr in der 
Schlussrechnung (KB 9) einen zu hohen Betrag in Rechnung gestellt. Die 
Parteien hätten sich durch Unterzeichnung der Zusammenstellung von 
G._____ (KB 10) aber vergleichsweise darauf geeinigt, dass die Beklagte 
den Betrag von Fr. 189'171.57 dennoch anerkenne bzw. die Beklagte der 
Klägerin das in der Zusammenstellung festgehaltene Restguthaben be-
zahle, die Parteien mit dieser Zahlung aber per Saldo aller Ansprüche aus-
einandergesetzt seien. Entsprechend habe die Klägerin von der Beklagten 
für die Nachträge nichts mehr zu fordern (Antwort Rz. 55). 
 
3.3. Weitere Schriftsätze 
In den weiteren Schriftsätzen (Replik vom 24. März 2023; Duplik vom 
22. Mai 2023; Bemerkungen zur Duplik vom 5. Juni 2023) hielten die Par-
teien an ihren Rechtsbegehren fest und führten ihre Standpunkte in tat-
sächlicher und rechtlicher Hinsicht weiter aus. 
 
3.4. Beweisverfügung und Anfrage betreffend Hauptverhandlung 
Am 30. Juni 2023 erliess der Präsident des Handelsgerichts die Beweis-
verfügung. Er liess die eingereichten Urkunden als Beweismittel zu und er-
wog, dass Zeugen- oder Parteibefragungen entweder nicht notwendig oder 
mangels schlüssiger und substantiierter Behauptungen nicht zulässig 
seien. Weiter setzte er den Parteien Frist bis zum 14. Juli 2023, um mitzu-
teilen, ob sie auf eine Hauptverhandlung verzichten und ob sie beantragen, 
schriftliche Schlussvorträge einreichen zu können. 
 

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3.5. Verzicht auf Hauptverhandlung 
Während die Klägerin mit Eingabe vom 6. Juli 2023 auf die Durchführung 
einer Hauptverhandlung verzichtete, hüllte sich die Beklagte in Schweigen. 
 
3.6. Überweisung an das Handelsgericht 
Mit Verfügung vom 7 September 2023 wurde der Fall dem Handelsgericht 
überwiesen und den Parteien der Spruchkörper bekannt gegeben.  
 

 
  Das Handelsgericht zieht in Erwägung: 

 
1. Prozessvoraussetzungen 
Gemäss Art. 60 ZPO prüft das Gericht von Amtes wegen, ob die Prozess-
voraussetzungen erfüllt sind. Zu den Prozessvoraussetzungen gehören na-
mentlich die örtliche und die sachliche (Art. 59 Abs. 2 lit. b ZPO) sowie die 
funktionelle Zuständigkeit des angerufenen Gerichts.  
 
1.1. Zuständigkeit 
1.1.1. Örtliche Zuständigkeit 
Soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, wird das angerufene Gericht 
zuständig, wenn sich die beklagte Partei ohne Einrede der fehlenden Zu-
ständigkeit zur Sache äussert (Art. 18 ZPO). Die Beklagte hat sich in der 
Klageantwort auf den Prozess eingelassen (Antwort Rz. 7). 
 
Das angerufene Handelsgericht wäre aber auch unabhängig von einer Ein-
lassung örtlich zuständig. Für Klagen aus Vertrag ist das Gericht am Wohn-
sitz oder Sitz der beklagten Partei oder an dem Ort zuständig, an dem die 
charakteristische Leistung zu erbringen ist (Art. 31 ZPO). Vorliegend han-
delt es sich um eine Streitigkeit über werkvertragliche Ansprüche. Sowohl 
der Sitz der Beklagten wie auch der Ort der charakteristischen Leistung 
(Ort der werkvertraglichen Leistungen) befindet sich im Kanton Aargau 
(Klage Rz. 6; Antwort Rz. 7). 
 
1.1.2. Sachliche Zuständigkeit 
Der Kanton Aargau hat in § 12 Abs. 1 lit. a EG ZPO von der Möglichkeit 
gemäss Art. 6 Abs. 1 ZPO Gebrauch gemacht, ein Fachgericht zu bezeich-
nen, welches als einzige kantonale Instanz für handelsrechtliche Streitig-
keiten zuständig ist (Handelsgericht). Nach Art. 6 Abs. 2 ZPO gilt eine Strei-
tigkeit als handelsrechtlich, wenn (a) die geschäftliche Tätigkeit mindestens 
einer Partei betroffen ist, (b) gegen den Entscheid die Beschwerde in Zivil-
sachen an das Bundesgericht offen steht und (c) die Parteien im schweize-
rischen Handelsregister oder in einem vergleichbaren ausländischen Re-
gister eingetragen sind.  
 
Vorliegend sind beide Parteien im Handelsregister eingetragen, der Streit-
wert übersteigt den gemäss Art. 74 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 51 ff. BGG für 

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die Zulässigkeit der Beschwerde in Zivilsachen vorausgesetzten Streitwert 
und die Streitigkeit betrifft die geschäftliche Tätigkeit der Parteien (Klage 
Rz. 5; Antwort Rz. 6). Demgemäss ist das angerufene Handelsgericht auch 
sachlich zuständig.  
 
1.1.3. Funktionelle Zuständigkeit 
Nach Art. 198 lit. f ZPO entfällt bei Streitigkeiten, für die nach den Art. 5 
und 6 ZPO eine einzige kantonale Instanz zuständig ist, das Schlichtungs-
verfahren. Damit ist das angerufene Handelsgericht auch funktionell zu-
ständig. 
 
1.2. Fazit 
Die übrigen Prozessvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen An-
lass. Auf die Klage ist einzutreten.  
 
2. Kein vergleichsweiser Verzicht auf Vergütung der Nachträge 
2.1. Rechnungsstellung der Klägerin 
Die Klägerin macht geltend, der ursprünglich vereinbarte Werklohn 
(Fr. 146'670.04 bzw. Fr. 157'963.64 inkl. MwSt.) habe infolge verschiede-
ner Zusätze und Änderungen letztlich Fr. 190'889.55 inkl. MwSt. betragen 
(vgl. Schlussrechnung, KB 9 S. 1 und 41). Von diesem Betrag seien aller-
dings noch die Positionen Bauschäden/Baureinigung (0.1% bzw. 
Fr. 190.88 inkl. MwSt.), Bauwasser/Baustrom (0.5% bzw. Fr. 954.44 inkl. 
MwSt.) und Bauwesenversicherung (0.3% bzw. Fr. 572.66 inkl. MwSt.) ab-
zuziehen gewesen (Abzug insgesamt also 0.9% bzw. Fr. 1'717.98 inkl. 
MwSt.), sodass ein Schlussbetrag von Fr. 189'171.57 inkl. MwSt. resultiert 
habe, wie dies aus der Zusammenstellung mit dem Titel "Schlussrechnung" 
von G._____ vom 5. Juli 2022 (KB 10) hervorgehe (Klage Rz. 8). 
 
Konkret berechnete die Klägerin den Betrag von Fr. 189'171.57 inkl. MwSt. 
wie folgt (KB 9 und 10): 
 

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Überdies stellte die Klägerin folgende Rechnungen für die fünf Nachträge 
(total Fr. 31'152.23 inkl. MwSt.; handschriftliche Korrekturen von G._____ 
in der Rechnung für Nachtrag 4, welche von der Klägerin akzeptiert wur-
den, bereits berücksichtigt): 
 

 
 

 
 

 
 

 
 

Spenglerarbeiten Dachentwässerung und Anschlussbleche Fr. 9'210.00 (Pos. 351)

Flachdacharbeiten Fr. 150'753.30 (Pos. 364)

Dachdeckerarbeiten Bestehend aus: (Pos. 900)

-Mehrpreis 
Variante 3 (Ziegel)

Fr. 16'100.00 (Pos. 900.100)

-weitere Kosten:

Liftaufbau Fr. 9'500.00 (Pos. 900.200)

Regierapport 11327-1 Fr. 1'830.00 (Pos. 900.300)

Regierapport 11327-2 Fr. 2'505.00 (Pos. 900.400)

Regierapport 11327-3 Fr. 2'505.00 (Pos. 900.500)

Zwischentotal Fr. 16'340.00 Fr. 16'340.00
Fr. 32'440.00 Fr. 32'440.00

Bruttobetrag Fr. 192'403.30

Rabatt Fr. -11'544.20

Nettobetrag 1 Fr. 180'859.10

Skonto Fr. -3'617.18

Nettobetrag 2 Fr. 177'241.92

Mehrwertsteuer Fr. 13'647.63

Nettobetrag nach 
MwSt.

Fr. 190'889.55

Abzüge

Fr. -190.88

Fr. -954.44

Fr. -572.66

Total Abzüge -1'717.98 Fr. -1'717.98

Fr. 189'171.57

-Bauwesenversicherung (0.3%)

Abrechnungssumme

Total Dachdeckerarbeiten

6% auf Bruttobetrag

2% auf Nettobetrag 1

7.7% auf Nettobetrag 2

0.9% auf Nettobetrag nach MwSt.:

-Bauschäden / Baureinigung (0.1%)

-Bauwasser / Baustrom (0.5%)

Flachdacharbeiten Fr. 3'402.75
Rabatt in Höhe von 6% Fr. -204.16
Nettobetrag 1 Rechnung Nr. 222202 Fr. 3'198.59
Skonto in Höhe von 2% Fr. -63.97
Nettobetrag 2 Rechnung Nr. 222204 Fr. 3'134.62
Mehrwertsteuer zzgl. 7.7% Fr. 241.37
Nettobetrag nach 
MwSt. Fr. 3'375.99

Nachtrag 1 (Rechnung Nr. 222200; KB 4) 

Flachdach- und 
Spenglerarbeiten Fr. 11'010.00
Mehrwertsteuer zzgl. 7.7% Fr. 847.77
Nettobetrag nach 
MwSt. Fr. 11'857.77

Nachtrag 2 (Rechnung Nr. 222201; KB 5)

Mehrkosten 
Gehwegplatten Fr. 4'379.00
Mehrwertsteuer zzgl. 7.7% Fr. 337.18
Nettobetrag nach 
MwSt. Fr. 4'716.18

Nachtrag 3 (Rechnung Nr. 222202; KB 6)

Mehrkosten 
Gehwegplatten Fr. 6'624.40
Mehrwertsteuer zzgl. 7.7% Fr. 510.10
Nettobetrag nach 
MwSt. Fr. 7'134.84

Nachtrag 4 (Rechnung Nr. 222203; KB 7)

(handschriftliche Korrekturen in KB 8 beachten)

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2.2. Darstellung der Beklagten 
Die Beklagte machte in der Klageantwort geltend, die Klägerin habe in der 
Schlussrechnung vom 22. Juni 2022 für die ursprünglich vereinbarten Leis-
tungen Fr. 159'963.30 (vor Mehrwertsteuer) in Rechnung gestellt 
(Fr. 9'210.00 für die Spenglerarbeiten und Fr. 150'753.30 für die Dachde-
ckerarbeiten). Gemäss Werkvertrag sei für diese Arbeiten aber ein Werk-
lohn vor Mehrwertsteuer von Fr. 146'670.00 (recte: 146'670.04, vgl. KB 3; 
Aktenzusammenzug Ziff. 2.1) vereinbart worden. Die Differenz von 
Fr. 13'293.26 sei von der Beklagten bzw. deren Architekten G._____ nicht 
akzeptiert worden (Antwort Rz. 40 f.). In der Duplik korrigierte die Beklagte 
diese Ausführungen und machte geltend, bei Verfassen der Klageantwort 
versehentlich davon ausgegangen zu sein, dass der Betrag von 
Fr. 146'670.00 (recte: Fr. 146'670.04) sich ohne 6% Rabatt und 2% Skonto 
verstehe. Tatsächlich seien beim Betrag von Fr. 146'670.00 (recte: 
Fr. 146'670.04) Rabatt und Skonto aber bereits berücksichtigt worden 
(Duplik Rz. 23 ff.). Aufgrund dieser Ausführungen wäre davon auszugehen, 
dass die Beklagte nunmehr (wie die Klägerin [Replik Rz. 15]) davon aus-
geht, dass (mit Ausnahme einer Ausmassdifferenz, die offenbar beide Par-
teien anerkennen) es betreffend diese Positionen tatsächlich keine Diffe-
renz gibt. Allerdings verweist die Beklagte in Rz. 68 ihrer Duplik erneut auf 
einen zu viel in Rechnung gestellten Betrag, der diese Rechnungsdifferenz 
miteinschliesst. Die Ausführungen der Beklagten sind folglich widersprüch-
lich.  
 
Die Beklagte führte sodann aus, sie anerkenne zwar, dass die Wahl ande-
rer Dachflächen (als "Ziegel" bezeichnet, wobei genau genommen nicht nur 
andere Ziegel bestellt worden seien; KB 9 S. 41, Position 900.100) zu ei-
nem Mehrpreis geführt hätten. Die Arbeiten seien je Haus für beide Häuser 
aber für Fr. 15'960.00 offeriert worden (nach Berücksichtigung von 6% Ra-
batt, 2% Skonto und 7.7% MwSt.). In der Schlussrechnung werde aber der 
Betrag von Fr. 16'100.00 verrechnet und auf diesem Betrag zudem erneut 
die Mehrwertsteuer aufgerechnet (Antwort Rz. 11, 13 und 43; Replik 
Rz. 19; Duplik Rz. 14 und 39 ff.; Duplikbeilage [DB] 1).  
 

Dämmschichten über 
der Abdichtung 
(Umkehrdächer) Fr. 4'099.70
Rabatt in Höhe von 6% Fr. -245.98
Nettobetrag 1 Rechnung Nr. 222202 Fr. 3'853.72
Skonto in Höhe von 2% Fr. -77.07
Nettobetrag 2 Rechnung Nr. 222204 Fr. 3'776.65
Mehrwertsteuer zzgl. 7.7% Fr. 290.80
Nettobetrag nach 
MwSt. Fr. 4'067.45

Nachtrag 5 (Rechnung Nr. 222204; KB 8) 

Total Fr. 31'152.23

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Den weiteren Mehrpreis für die Dachdeckerarbeiten habe sie nicht akzep-
tiert (KB 9 S. 41, Positionen 900.200 [Fr. 9'500.00], 900.300 [Fr. 1'830.00], 
900.400 [Fr. 2'505.00], 900.500 [Fr. 2'505.00]). G._____ habe den Rech-
nungsbetrag von Fr. 32'440.00 auf der Schlussabrechnung (S. 41) sowie 
den angeblich noch geschuldeten Betrag auf S. 1 der Schlussabrechnung 
von Fr. 35'911.70 daher durchgestrichen (Antwort Rz. 42; Duplik Rz. 15; 37 
und 65). Über den Positionen 900.200 – 900.500 habe er festgehalten "2x" 
(KB 9 S. 41). Damit habe er zum Ausdruck gebracht, dass diese Positionen 
von der Beklagten doppelt verrechnet worden seien: Einmal mit dem 
Grundhonorar von Fr. 150'753.30 (Position 364 "Flachdacharbeiten") und 
dann nochmals unter der Position 900 "Dachdeckerarbeiten" (Duplik 
Rz. 36). Die Fr. 9'500.00 (Liftaufbau) seien ebenfalls bereits im Preis des 
ursprünglichen Werkvertrags inkludiert (Antwort Rz. 44). Die Ziegeleinde-
ckung habe entgegen der Klägerin nichts mit der Abdeckung des Liftauf-
baus zu tun. Diese betreffe vielmehr das Hausdach und sei mit E-Mails vom 
9. Oktober 2021 offeriert und bestellt worden (Duplik Rz. 42 ff. und 65; 
DB 1).  
 
Die aus den Regierapporten hervorgehenden Kosten seien ebenfalls be-
reits im ursprünglichen Werkvertrag (in Position 364 "Flachdacharbeiten") 
inbegriffen. Folglich seien diese Leistungen doppelt abgerechnet worden 
(Antwort Rz. 45). Zwar seien die Regierapporte unterzeichnet worden. Dies 
aber nur, weil die Klägerin die Arbeiten an Subunternehmer übertragen 
habe. Die Subunternehmer hätten G._____ kontaktiert und von ihm ver-
langt, dass er die Regierapporte unterzeichne, damit sie ihre Leistungen 
gegenüber der Klägerin in Rechnung stellen könnten. G._____ habe an 
sich keine Regierapporte akzeptieren wollen, welche zu zusätzlichen (d.h. 
nicht im Werkvertrag enthaltenen) Werklohnforderungen führten. G._____ 
wisse nicht mehr, wer seitens der Subunternehmer die Regierapporte un-
terzeichnet habe. Die Klägerin habe diesbezüglich Auskunft zu erteilen 
(Antwort Rz. 46 f.). Bei der beigezogenen Subunternehmerin habe es sich 
um die H._____ GmbH mit Sitz in T._____ gehandelt (Duplik Rz. 49 ff.; 
DB 2).  
 
Der Architekt G._____ habe jedoch eine unkomplizierte, einvernehmliche 
Lösung angestrebt (Antwort Rz. 54). Vergleichsweise sei er bereit gewe-
sen, die Schlussrechnung über Fr. 190'889.55 grundsätzlich zu akzeptie-
ren, allerdings unter Vorbehalt der zusätzlichen Berücksichtigung der Ab-
züge im Betrag von total 0.9 % (also den Betrag von Fr. 189'171.57; Ant-
wort Rz. 55 ff.). Im Gegenzug sollten mit Bezahlung dieses Betrags (nach 
Abzug der Akonto-Zahlungen waren noch Fr. 34'193.72 offen) die Nach-
träge aber ebenfalls als getilgt gelten (Antwort Rz. 58; Duplik Rz. 71 ff.). 
G._____ habe der Klägerin daher mit Schreiben vom 5. Juli 2022 die mit 
handschriftlichen Korrekturen versehene Schlussrechnung vom 22. Juni 
2022 (KB 9), die Zusammenstellung mit dem Titel "Schlussrechnung" (be-

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reits durch ihn selbst unterzeichnet; KB 10), sämtliche Nachtragsrechnun-
gen (KB 4-8) sowie eine handschriftliche Auflistung der Schlussrechnung 
(DB 3) übermittelt. Aufgrund der Tatsache, dass G._____ der Klägerin nicht 
nur sämtliche Nachtragsrechnungen, sondern auch die handschriftlich kor-
rigierte Schlussrechnung und eine handschriftliche Auflistung mit dem Aus-
gangsbetrag gemeinsam mit der Zusammenstellung, welche den Hinweis 
"Der Unternehmer anerkennt die vorgelegte Abrechnung mit Verzicht auf 
jegliche Nachforderung" übermittelt habe, sei der Klägerin klar gewesen, 
dass er eine vergleichsweise Einigung per Saldo aller Ansprüche vor-
schlage. Der Klägerin sei also klar gewesen, dass sie nur noch den Betrag 
von Fr. 34'193.72 erhalte, für die Nachträge dagegen nichts mehr zu for-
dern habe (Duplik Rz. 71 ff.). 
 
Diesen Vorschlag habe die Klägerin angenommen. Auch sie habe die Zu-
sammenstellung von G._____ (KB 10) unterzeichnet (Antwort Rz. 59 ff.).  
 
Die Klägerin habe der Beklagten auch einen Garantieschein der I._____ 
AG [eine Versicherung] über Fr. 18'918.00 ausgehändigt (Antwortbeilage 
[AB] 6). Der Betrag entspreche exakt 10 % des gesamten Werklohns 
(Fr. 189'171.57) gemäss Art. 4 des Werkvertrages (i.V.m. Art. 181 SIA-
Norm 118; Antwort Rz. 62). Träfe die Behauptung der Klägerin zu, wonach 
die Beklagte der Klägerin zusätzlich noch eine Vergütung für die Nachträge 
schulde, so hätte auch ein entsprechend höheres Garantieversprechen 
ausgestellt werden müssen (Antwort Rz. 63; Duplik Rz. 78). 
 
2.3. Darstellung der Klägerin 
Die Klägerin führte aus, die Beklagte mache betreffend den ursprünglich 
vereinbarten Werkpreis ein Durcheinander mit den Zahlen, indem sie mit 
den Zahlen vor Rabatt, Skonto und MwSt. rechne. Rechne man richtig, 
gebe es – unter Vorbehalt einer Ausmassdifferenz – keine Abweichung 
zum vereinbarten Werklohn (Replik Rz. 15). 
 
Betreffend die bestrittenen Positionen der Dachdeckerarbeiten (Positionen 
900.200-900.500) verhalte es sich so, dass diese Positionen von der Be-
klagten unterschriftlich anerkannt worden seien (Replik Rz. 17). Die Bau-
leitung als Vertretung der Beklagten habe die einzelnen Positionen für rich-
tig befunden (Replik Rz. 18).  
 
Betreffend den Liftaufbau blende die Beklagte den Ablauf der Angelegen-
heit aus. Bei der Offertstellung sei lediglich ein Flüssigkunststoffanschluss 
gerechnet worden (Bitumenabdichtung zu Betonwand der Liftüberfahrt). 
Mit der nachträglich gewählten besseren Ziegeleindeckung seien die ent-
sprechenden Spenglerarbeiten im Anschlussbereich ausgeführt worden. 
Bezüglich weiterer Abdichtungsarbeiten seien keine Anforderungen gestellt 
worden. Die Ausführung der Arbeiten sei während der Bauphase auf der 
Baustelle jeweils zwischen dem Bauleiter G._____ und dem Bauführer 

 - 11 - 
 

 

 

D._____ besprochen worden. Die Klägerin sei entsprechend dieser Ab-
sprachen beauftragt gewesen. Gemäss der Zusammenstellung mit dem Ti-
tel "Schlussabrechnung" (KB 10) sei der Nettobetrag ohne Abzüge akzep-
tiert worden (Fr. 190'889.55 netto vor MwSt. [recte: inkl. MwSt.]). Lediglich 
die im Werkvertrag (KB 3) aufgeführten Abzüge für Bauschäden / Baurein-
igung (0.1 %), Bauwasser / Baustrom (0.5%) und Bauwesenversicherung 
(0.3 %) seien noch vorgenommen worden (insgesamt 0.9 %). Das Total der 
Abzüge betrage folglich Fr. 1'717.98 (vor MwSt. [recte: nach MwSt.]; Replik 
Rz. 20). 
 
Alle zusätzlichen Arbeiten seien mit G._____ besprochen und von ihm als 
Vertreter der Beklagten ausdrücklich in Auftrag gegeben worden. In der 
Klageantwort seien die erfolgten Auftragserteilungen ohnehin ausdrücklich 
anerkannt worden (siehe Klageantwort Rz 18, 23, 28, 30, 33, 37, 38). Alle 
Regierapporte seien seitens der F._____ GmbH während der Bauphase 
kontrolliert und unterschrieben worden. Damit liege die Beweislast auf Sei-
ten der Beklagten (Art. 8 ZGB). Nach Art. 47 SIA-Norm 118 habe die Bau-
leitung jeden Regierapport zu prüfen und dem Unternehmer die für ihn be-
stimmte Anzahl Exemplare innert sieben Tagen unterzeichnet zurückzuge-
ben. G._____ habe die Regierapporte unterzeichnet und der Klägerin re-
tourniert (Replik Rz. 21). 
 
Die Klägerin habe keine Tätigkeiten an Subunternehmer übertragen. Sie 
habe lediglich für bestimmte Teilaspekte, die nicht in das Tätigkeitsgebiet 
der Klägerin gefallen seien, sondern beispielsweise in die des Gartenbau-
ers, entsprechende Hilfskräfte beigezogen, die dann für ihre Arbeit als Hilfs-
person durch die Klägerin im Stundenlohn entlohnt worden seien. Diesbe-
züglich sei nie strittig gewesen, dass die H._____ GmbH auf dem Bau tätig 
geworden sei. Es seien daher keine im Werkvertrag nicht enthaltenen Wer-
klohnforderungen gestellt worden. Lediglich die Tätigkeit der Klägerin für 
die zusätzlich gewünschten Tätigkeiten, die teilweise nicht das eigentliche 
Tätigkeitsgebiet der Klägerin betroffen hätten, seien durch entsprechende 
Hilfspersonen geleistet und über die Klägerin abgerechnet worden. Folglich 
könnten die Mitarbeitenden der Klägerin gar nicht unter Druck gestanden 
haben, Regierapporte unterzeichnen zu lassen, weil sie damit nichts zu tun 
gehabt hätten. Dazu sei nur der Bauführer der Klägerin (D._____) ermäch-
tigt gewesen. Gemäss Art. 6 des Werkvertrages (KB 3), wo das Ausführen 
von Regiearbeiten (Taglohnarbeiten) beschrieben sei, ergebe sich die Be-
antwortung der Frage der Beklagten. Entscheidend sei, dass die Rapporte 
einerseits durch den Bauführer (G._____) sowie anderseits durch den Bau-
leiter D._____ unterschrieben worden seien (Replik Rz. 22; Bemerkungen 
Rz. 17). 
 

 - 12 - 
 

 

 

Darüber, dass G._____ angeblich den Betrag der Schlussrechnung (bzw. 
die genannten Positionen) nicht akzeptiert habe, habe es keinerlei Kommu-
nikation gegeben. Es handle sich hierbei höchstens um eine blosse Men-
talreservation (Replik Rz. 25).  
 
Es treffe im Weiteren auch nicht zu, dass die Klägerin in der Schlussrech-
nung einen zu hohen Betrag verrechnet habe (Replik Rz. 26). Die Berech-
nungen der Beklagten hinsichtlich des angeblich zu viel in Rechnung ge-
stellten Betrages seien falsch (Replik Rz. 27).  
 
Eine angeblich behauptete vergleichsweise Lösung durch Zahlung von 
Fr. 189'171.57 inklusive Nachträge sei nie diskutiert worden. Die Beklagte 
könne denn auch keine entsprechenden Beweise vorlegen oder nennen 
(Art. 8 ZGB). Es gebe keine entsprechende Rechnung der Beklagten, die 
sich auf die massgeblichen Fakten abstützen könne (Replik Rz. 27). Schon 
die Tatsache, dass die Berechnungen in der Klageantwort in mehrfacher 
Hinsicht falsch seien, lasse erkennen, dass eine solche Rechnung gar nie 
aufgegangen wäre (Replik Rz. 28). Die Beklagte habe mit der Zahlung vom 
18. Juli 2022 über Fr. 34'193.70 (AB 5 S. 1) den Restbetrag der Schluss-
rechnung gemäss Werkvertrag (KB 3) getilgt. Von einer angeblichen per-
Saldo-Zahlung sei erstmals in der Klageantwort gesprochen worden (Rep-
lik Rz. 29; vgl. auch Bemerkungen Rz. 5, 23). 
 
Der Garantieschein (AB 6) sei in Bezug auf die im Werkvertrag geleisteten 
Arbeiten (KB 3) und die Schlussrechnung zum Werkvertrag (KB 9) erstellt 
worden. Der Garantieschein beziehe sich ausschliesslich auf die in der 
Schlussrechnung behandelten Positionen des Werkvertrages (KB 10) und 
nicht auf die fünf separaten Nachtragsvereinbarungen (KB 4-8). Diese 
Nachträge seien daher in der Unternehmerschlussrechnung vom 4. Juli 
2022 nicht erwähnt (KB 10; Replik Rz. 30). 
 
2.4. Beurteilung 
2.4.1. Keine per-Saldo-Vereinbarung 
Der Darstellung der Beklagten, die Parteien hätten sich vergleichsweise 
darauf geeinigt, dass die Beklagte den Betrag der Schlussrechnung (unter 
Vorbehalt der Berücksichtigung zusätzlicher Abzüge von 0.9 %) aner-
kenne, und die Parteien damit per Saldo aller Ansprüche auseinanderge-
setzt seien (die Beklagte also nichts mehr für die fünf Nachträge bezahlen 
müsse), kann nicht gefolgt werden.  
 
Mit der Schlussrechnung rechnete die Klägerin ausschliesslich über die Ar-
beiten ab, welche sie gemäss dem (ursprünglichen) Werkvertrag (Aktenzu-
sammenzug Ziff. 2.1) sowie den später vereinbarten zusätzlichen Dachde-
ckerarbeiten (Aktenzusammenzug Ziff. 2.2) erbrachte. Die fünf Nachträge 
(Aktenzusammenzug Ziff. 2.3) stellte sie zwar zeitgleich (22. Juni 2022), 
aber separat in Rechnung (vgl. Rechnungen Nr. 222200 bis 222204 vom 

 - 13 - 
 

 

 

22. Juni 2022 [KB 4-8]). Bereits dies legt nahe, dass sich die Zusammen-
stellung von G._____, welche den Titel "Schlussrechnung" trägt, lediglich 
auf die Schlussrechnung der Klägerin bezog und nicht auch auf die separat 
in Rechnung gestellten fünf Nachträge. 
 
Der Inhalt der Zusammenstellung (KB 10) bestätigt dieses Ergebnis: Mit 
der Schlussrechnung stellte die Klägerin den Betrag von Fr. 190'889.55 in 
Rechnung. Die Zusammenstellung geht ebenfalls von diesem Betrag aus, 
berücksichtigte aber zusätzliche Abzüge von 0.9 % (Art. 13 des Werkver-
trages), sodass sich eine Abrechnungssumme von Fr. 189'171.57 ergibt. 
Von diesem Betrag werden dann in der Zusammenstellung lediglich noch 
die Akonto-Zahlungen der Beklagten (welche im Übrigen auch auf der 
Schlussrechnung aufgelistet werden) in Abzug gebracht und der von der 
Beklagten für die Leistungen gemäss Werkvertrag noch zu bezahlende 
Restbetrag festgehalten. Die Nachträge werden auf der Zusammenstellung 
nirgends erwähnt. Diese bilden folglich nicht Gegenstand der Zusammen-
stellung. Die Parteien haben durch Unterzeichnung der Zusammenstellung 
von G._____ folglich zwar sehr wohl eine Vereinbarung getroffen, aller-
dings nur hinsichtlich der Tatsache, dass der Beklagten ein zusätzlicher 
Abzug von 0.9% auf dem Betrag der Schlussrechnung zu gewähren ist, 
dieser ansonsten von der Beklagten aber anerkannt wird. Über die Nach-
träge spricht sich die Zusammenstellung nicht aus.  
 
Daran ändert die Tatsache nichts, dass die Zusammenstellung den Hinweis 
enthält "Der Unternehmer anerkennt die vorgelegte Abrechnung mit Ver-
zicht auf jegliche Nachforderung". Bezieht sich die Zusammenstellung 
bloss auf die Schlussrechnung betreffend den Werkvertrag sowie die zu-
sätzlich vereinbarten Dachdeckerarbeiten, so bezieht sich auch der Ver-
zicht auf Nachforderungen bloss auf diese Positionen, nicht jedoch auf die 
fünf Nachträge. Bei den fünf Nachträgen handelt es sich zudem ohnehin 
nicht um Nachforderungen der Klägerin, waren diese im Zeitpunkt der Un-
terzeichnung der Zusammenstellung doch bereits in Rechnung gestellt.  
 
An diesem Ergebnis ändert auch die Tatsache nichts, dass die Klägerin der 
Beklagten gemeinsam mit der Zusammenstellung (KB 10) auch die von ihr 
handschriftlich korrigierte Schlussrechnung (KB 9), eine handschriftliche 
Auflistung (DB 3) sowie sämtliche (handschriftlich bearbeiteten) Nachtrags-
rechnungen übermittelt haben will. Aus keinem dieser Dokumente geht her-
vor, dass die Klägerin mit Unterzeichnung der Zusammenstellung (KB 10) 
auf die Vergütung der Nachträge verzichten würde. Aus der blossen Tatsa-
che, dass diese Dokumente der Zusammenstellung beilagen, lässt sich sol-
ches zudem nicht ableiten. Die Klägerin hat die Übermittlung dieser Doku-
mente denn auch nicht so verstanden und musste sie nach dem Vertrau-
ensprinzip auch nicht so verstehen. 
 

 - 14 - 
 

 

 

Die Ausstellung der Bankgarantie in Höhe von Fr. 18'918.00 (AB 6) ist ent-
gegen der Beklagten ebenfalls nicht als Indiz zu werten, dass die Klägerin 
auf die Vergütung der Nachträge verzichtet hätte. Zwar trifft es zu, dass die 
Bankgarantie (in Übereinstimmung mit Art. 4 des Werkvertrages i.V.m. 
Art. 181 SIA-Norm 118) 10 % der Abrechnungssumme gemäss der Zu-
sammenstellung ausmacht. Indessen gilt es zu beachten, dass die Zusam-
menstellung festhält, dass eine Garantie in Höhe von Fr. 18'917.15 (es 
wurde dann offenbar auf den nächsten Franken aufgerundet) abzugeben 
ist. Die Garantie bezieht sich folglich ebenfalls bloss auf die Schlussrech-
nung (und nicht auf die fünf Nachträge).  
 
2.4.2. Berechnungen der Beklagten nicht nachvollziehbar 
Dass die Behauptung der Beklagten, die Parteien hätten sich vergleichs-
weise darauf geeinigt, dass die Beklagte die Abrechnungssumme von 
Fr. 189'171.57 anerkenne und die Klägerin auf eine Vergütung der Nach-
träge verzichte, nicht zutreffen kann, ergibt sich schliesslich auch daraus, 
dass die Berechnung, mit welcher die Beklagte diese Vergleichslösung er-
klärte, nicht nachvollziehbar ist.  
 
Die Beklagte führte diesbezüglich in der Klageantwort aus, der von der Klä-
gerin für die Leistungen gemäss Werkvertrag (ohne die fünf Nachträge) ge-
forderte Betrag von Fr. 189'171.57 sei um Fr. 29'193.26 zu hoch gewesen 
(Antwort Rz. 58). Im Sinne einer pragmatischen Lösung habe die Beklagte 
der Klägerin vorgeschlagen, auf die Nachträge (welche betragsmässig fast 
gleich viel betragen) zu verzichten.  
 
Gemäss der Beklagten ergibt sich der Betrag von Fr. 29'193.26, den die 
Klägerin angeblich zu viel in Rechnung gestellt habe, einerseits daraus, 
dass die Klägerin für die ursprünglichen Werkleistungen Fr. 13'293.26 zu 
viel abgerechnet habe und andererseits zusätzliche Dachdeckerarbeiten 
(Fr. 15'900.00) abgerechnet habe, welche von der Beklagten nicht aner-
kannt worden seien. 
 
2.4.2.1. Ursprünglich vereinbarte Werkleistungen (ohne Dachdecker-
 arbeiten sowie die fünf Nachträge)  
Die Beklagte begründete die Behauptung, die Klägerin habe Fr. 13'293.26 
zu viel für die Werkleistungen abgerechnet, in der Klageantwort wie folgt: 
Die Klägerin habe Fr. 159'963.30 (vor Mehrwertsteuer) für die (ursprünglich 
vereinbarten) Werkleistungen in Rechnung gestellt (Fr. 9'210.00 für die 
Spenglerarbeiten und Fr. 150'753.30 für die Dachdeckerarbeiten [KB 10]). 
Gemäss Werkvertrag sei für diese Arbeiten aber ein Werklohn vor Mehr-
wertsteuer von bloss Fr. 146'670.00 (recte: 146'670.04, vgl. KB 3) verein-
bart worden. Es bestehe somit eine Differenz von Fr. 13'293.26 (Antwort 
Rz. 40 f.).  
 

 - 15 - 
 

 

 

Die Klägerin weist jedoch zu Recht darauf hin, dass die Berechnungen der 
Beklagten falsch sind, da beim Betrag von Fr. 159'963.30 anders als beim 
Betrag von Fr. 146'670.04 Rabatt und Skonto noch nicht berücksichtigt 
sind. Berücksichtigt man Rabatt und Skonto, so ergibt sich (abgesehen von 
einer kleinen Abweichung, die offenbar auf eine unbestritten gebliebene 
Ausmassdifferenz zurückzuführen ist) genau der Betrag, welcher gemäss 
Werkvertrag bzw. Offerte geschuldet ist. 
 
Die Gegenüberstellung der Schlussrechnung (KB 9) mit dem Werkvertrag 
(KB 3) und der Offerte (RB 1 Blatt 11) wird in der nachfolgenden Tabelle 
dargestellt: 
 

 
 
In der Duplik erkannte die Beklagte wohl an, falsch gerechnet zu haben 
(vgl. Rz. 23 ff.). Allerdings führte sie an anderer Stelle der Duplik (Rz. 68) 
widersprüchlicherweise dennoch aus, die Klägerin habe Fr. 29'193.26 zu 
viel in Rechnung gestellt. Da der Betrag von Fr. 29'193.26 den angeblichen 
Differenzbetrag von Fr. 13'293.26 enthält, war dennoch auf die unzutref-
fende Berechnung der Beklagten einzugehen (oben, E. 2.2).  
 
2.4.2.2. Dachdeckerarbeiten 
Doch auch hinsichtlich der Behauptung der Beklagten, die Klägerin habe 
Dachdeckerarbeiten abgerechnet, welche die Beklagte nicht habe bezah-
len müssen, ist nicht nachvollziehbar. 
 
Von den Kosten für die Dachdeckerarbeiten im Gesamtbetrag von 
Fr. 32'440.00 (vor Rabatt, Skonto, MwSt. und Abzügen) anerkannte die Be-
klagte in der Klageantwort lediglich den Mehrpreis für die Ziegel (KB 9 
S. 41, Position 900.100: Fr. 16'100.00 exkl. Rabatt, Skonto und MwSt.). 
Auch in der Duplik anerkannte sie einen Mehrbetrag für die Ziegel, präzi-
sierte aber, dass der Mehrbetrag unter Berücksichtigung von Rabatt, 
Skonto und Mehrwertsteuer lediglich Fr. 15'960.00 betrage. Den Restbe-
trag von Fr. 16'340.00 bestritt sie sowohl in der Klageantwort wie auch in 
der Duplik. Dieser Restbetrag setzt sich aus den Kosten für den Liftaufbau 
(Position 900.200: Fr. 9'500.00) sowie drei Regierapporten (Position 

Schlussrechnung Werkvertrag Offerte
Spenglerarbeiten Dachentwässerung und 

Anschlussbleche Fr. 9'210.00 9'210.00
Flachdacharbeiten Fr. 150'753.30 150'006.30
Bruttobetrag Fr. 159'963.30 159'216.30
Rabatt 6% auf Bruttobetrag Fr. -9'597.80 -9'552.98
Nettobetrag 1 Fr. 150'365.50 149'663.32
Skonto 2% auf Nettobetrag 1 Fr. -3'007.31 -2'993.28
Nettobetrag 2 Fr. 147'358.19 146'670.04 146'670.04
Mehrwertsteuer 7.7% auf Nettobetrag 2 Fr. 11'346.58 11'293.60 11'293.60
Nettobetrag nach 
MwSt. Fr. 158'704.77 157'963.64 157'963.64

Zahlen in Fettdruck enthalten mathematisch nicht korrekte Rundungen

 - 16 - 
 

 

 

900.300 Fr. 1'830.00, Position 900.400 Fr. 2'505.00 und Position 900.500 
Fr. 2'505.00) zusammen (KB 9 S. 41 ff.).  
 
Was zunächst die Kosten für die Ziegel angeht, so beruft sich die Beklagte 
auf eine E-Mail vom 12. Oktober 2021 der Klägerin an G._____ (DB 1). In 
dieser E-Mail findet sich folgende Offerte: 
 

 
 
Aus der E-Mail vom 12. Oktober 2021 geht folglich hervor, dass die Kläge-
rin einen Bruttobetrag je Haus von Fr. 8'050.00 offerierte, für beide Häuser 
also den Betrag von Fr. 16'100.00. Es ist unerfindlich, wie die Beklagte bei 
dieser Sachlage zum Schluss kommen kann, es sei nicht wie vereinbart 
abgerechnet worden. 
 
Was sodann die übrigen Kosten angeht, so ist folgendes festzuhalten: Die 
handschriftlichen Bemerkungen auf der Schlussrechnung (KB 9) – die un-
bestrittenermassen von G._____ stammen und auf welche sich die Be-
klagte beruft – lassen nicht den Schluss zu, dass die Beklagte diese Kosten 
nicht akzeptiert hätte. Die Beklagte weist zwar zutreffend darauf hin, dass 
der Betrag von Fr. 32'440.00 auf S. 41 (KB 9) sowie die noch zu bezah-
lende Summe von Fr. 35'911.70 auf S. 1 der Schlussrechnung (KB 9) 
durchgestrichen wurden. Die einzelnen Positionen 900.200-900.500 wur-
den jedoch abgehakt und auf der Frontseite (wo sich ein Überblick über die 
Abrechnung findet) wurde der Betrag von Fr. 32'440.00 nicht durchgestri-
chen. Auch der ebenfalls noch angebrachte Vermerk "2x" ist nicht zwin-
gend so zu verstehen, dass etwas doppelt abgerechnet wurde bzw. 
G._____ diesen Einwand erhoben hätte. Naheliegend scheint, dass der 
Kommentar damit im Zusammenhang steht, dass die Arbeiten für beide 
Zweifamilienhäuser erbracht wurden.  
 
Auch betreffend die Regierapporte gelingt es der Beklagten nicht, darzule-
gen, dass sie diese Kosten eigentlich nicht hätte bezahlen müssen. Unbe-
stritten ist, dass die Regierapporte seitens der Beklagten von G._____ un-
terzeichnet wurden. Betreffend die Frage, wer die andere Unterschrift leis-
tete, behaupten die Parteien widersprüchliches. Gemäss der Beklagten 
seien die Regierapporte von Subunternehmern der Klägerin unterzeichnet 
worden. Diese hätten die Regierapporte gebraucht, um ihre Leistungen ge-
genüber der Klägerin geltend zu machen. Die Klägerin behauptet demge-
genüber, die zweite Unterschrift stamme von D._____. Sinngemäss stellt 
sie sich auf den Standpunkt, die Regierapporte seien nicht von ihren Sub-
unternehmern, sondern von ihr selbst angefertigt worden, damit sie die Re-
giearbeiten gegenüber der Beklagten in Rechnung stellen könne. Letzteres 

 - 17 - 
 

 

 

erscheint zutreffend, sind die Regierapporte doch auf dem Briefpapier der 
Klägerin ausgestellt worden. Stammten die Regierapporte von den Subun-
ternehmern, so hätten diese kaum das Briefpapier der Klägerin verwendet.   
 
2.4.3. Zusammenfassung 
Zusammengefasst gelingt es der Beklagten nicht, zu beweisen, dass die 
Klägerin mit Unterzeichnung der Zusammenstellung von G._____ vom 4. 
Juli 2022 auf die Vergütung der (unbestrittenermassen vereinbarten und 
erbrachten) fünf Nachtragsleistungen verzichtete.  
 
3. Höhe der Vergütung für die fünf Nachträge 
3.1. Darstellung der Beklagten 
Die Beklagte führte aus, es sei richtig, dass sich die Parteien auf fünf Nach-
träge geeinigt hätten (Antwort Rz. 13). Die Klägerin habe folgende Nach-
träge in Rechnung gestellt (Antwort Rz. 18 ff. und 49; Duplik Rz. 20 ff. 
und 56): 
 

 
 
Auf diesen Nachtragsleistungen hätte ihr die Klägerin (wie bei den Leistun-
gen gemäss Werkvertrag) aber noch 6 % Rabatt und 2 % Skonto gewähren 
müssen (Antwort Rz. 50) sowie gemäss Art. 13 des Werkvertrages einen 
allgemeinen Abzug von 0.9 % (Antwort Rz. 51; Duplik Rz. 57 ff.). Die Klä-
gerin habe in den Nachtragsrechnungen Nr. 222200 (KB 4) und 222204 
(KB 8) denn auch Rabatt und Skonto gewährt. In den drei Nachtragsrech-
nungen 222201 (KB 5), 222202 (KB 6) und 222203 (KB 7) sei dies "verges-
sen" gegangen (Duplik Rz. 61). Es resultiere folgende Berechnung (Duplik 
Rz. 59 und 63): 
 

 
 

gemäss Antwort gemäss Duplik
Nachtrag 1 Rechnung Nr. 222200 Fr. 3'402.75 3'402.75
Nachtrag 2 Rechnung Nr. 222201 Fr. 11'010.00 11'010.00
Nachtrag 3 Rechnung Nr. 222202 Fr. 4'379.00 4'379.00
Nachtrag 4 Rechnung Nr. 222203 Fr. 7'244.50 6'624.40
Nachtrag 5 Rechnung Nr. 222204 Fr. 4'099.70 4'099.70
Total vor MwSt. Fr. 30'135.95 29'515.85
7.7% MwSt. Fr. 2'320.47 2'272.72

Total inkl. MwSt. Fr. 32'456.42 31'788.57

Fettdruck: Abweichungen zwischen Klageantwort und Duplik

gemäss Duplik *recte:
Nachtrag 1 Rechnung Nr. 222200 Fr. 3'402.75 3'402.75
Nachtrag 2 Rechnung Nr. 222201 Fr. 11'010.00 11'010.00
Nachtrag 3 Rechnung Nr. 222202 Fr. 4'379.00 4'379.00
Nachtrag 4 Rechnung Nr. 222203 Fr. 7'134.80 6'624.40
Nachtrag 5 Rechnung Nr. 222204 Fr. 4'099.70 4'099.70
Total vor MwSt. Fr. 30'026.25 29'515.85
Rabatt 6% auf Total vor MwSt. Fr. -1'801.58 -1'770.95
Werklohn nach Rabatt Fr. 28'224.68 27'744.90
Skonto 2% auf Werk lohn nach Rabatt Fr. -564.49 -554.90
Werklohn nach Rabatt 
und Skonto Fr. 27'660.18 27'190.00
Abzüge Art. 13 Werkvertrag (0.9%) Fr. -248.94 -244.71

Werklohn vor MwSt. Fr. 27'411.24 26'945.29

*(die Beklagte setzte für den Nachtrag 4 offensichtlich den Netto- anstatt den Bruttobetrag ein; vgl. 
auch Tabelle oben sowie Duplik Rz. 20 und 56 )

 - 18 - 
 

 

 

3.2. Darstellung der Klägerin 
Die Klägerin führte aus, der von der Beklagten genannte Gesamtbetrag für 
die Nachtragsrechnungen sei nicht korrekt. Richtig sei der von der Klägerin 
genannte Betrag (Fr. 31'152.33 inkl. MwSt.). Der von der Beklagten be-
hauptete Betrag entspreche nicht dem verrechneten Betrag (Replik Rz. 23; 
Bemerkungen Rz. 15).  
 
Rabatt und Skonto seien im Werkvertrag nicht explizit für alle möglichen 
Leistungen, insbesondere nicht für zusätzliche Leistungen ausserhalb des 
Werkvertrages aufgrund neuer Abmachungen, vereinbart worden. Die Ra-
batt- und Skonto-Bestimmungen würden sich lediglich auf die zugrundelie-
gende Offerte beziehen. Die fünf Nachträge seien exakt gemäss den fünf 
Zusatzofferten abgerechnet worden (Replik Rz. 24).  
 
3.3. Beurteilung 
Die von den Parteien genannten Beträge für die Nachtragsrechnungen 
stimmen im Wesentlichen überein. Allerdings nennt die Beklagte jeweils die 
Bruttobeträge und die Klägerin die Nettobeträge. Eine Ausnahme besteht 
nur hinsichtlich der Rechnung Nr. 222203 (KB 7). Die Beklagte geht hier 
von einem Bruttobetrag von Fr. 7'244.50 aus. Dies, weil sie die handschrift-
lichen Korrekturen auf dieser Rechnung ignorierte. Richtig ist der von der 
Klägerin genannte Bruttobetrag von Fr. 6'624.40 (welcher die handschriftli-
chen Korrekturen von G._____, die von der Klägerin akzeptiert wurden, be-
rücksichtigt). In der Duplik anerkannte dies die Beklagte denn auch, indem 
sie ausführte, nunmehr von einem Betrag von Fr. 7'134.80 auszugehen 
(Duplik Rz. 20 und 56 sowie korrigierte Tabellen oben in E. 3.1). Bei die-
sem Betrag handelt es sich um den Nettobetrag zum Bruttobetrag 
Fr. 6'624.40 (vgl. oben E. 2.1). Allerdings nennt die Beklagte in der Aufstel-
lung in Rz. 59 der Duplik dann ebenfalls den Nettobetrag, obwohl sie in der 
Tabelle ansonsten mit Bruttobeträgen rechnet. Es dürfte sich um ein Ver-
sehen handeln. Entsprechend wurde dies in der obigen Tabelle bereits kor-
rigiert. 
 
Was die Frage angeht, ob die Klägerin der Beklagten auch auf den Nach-
trägen Rabatt (6 %) und Skonto (2 %) sowie Abzüge (0.9 %) zu gewähren 
hat, gilt es festzustellen, dass die Klägerin die Nachträge nicht einheitlich 
abrechnete. Bei den Nachträgen 2-4 (Rechnungen Nr. 222201-222203 
[KB 5-7]) gewährte die Klägerin weder Rabatt noch Skonto oder einen Ab-
zug. Bei den Nachträgen 1 (Rechnung Nr. 222200 [KB 4]) und 5 (Rech-
nung Nr. 222204 [KB 8]) gewährte die Klägerin demgegenüber Rabatt und 
Skonto. Die Klägerin legt nicht dar und es leuchtet auch sonst nicht ein, 
weshalb für die Nachträge ein anderes Abrechnungsmodell als für die an-
deren Werkleistungen gelten sollte. Dies umso mehr, als die Klägerin hin-
sichtlich des von ihr geltend gemachten Verzugszinses die Auffassung ver-
tritt, die Vorschriften des Werkvertrages fänden auch auf die Nachträge An-
wendung (Klage Rz. 11).  

 - 19 - 
 

 

 

 
Demgemäss sind der Beklagten grundsätzlich auch auf den fünf Nachträ-
gen Rabatt, Skonto und die Abzüge zu gewähren. Skonto wurde aber aus-
weislich der Schlussrechnung nur für Zahlungen innert 10 Tagen gewährt. 
Auch nach Art. 190 Abs. 1 Satz 2 SIA-Norm 118 verliert der Bauherr nach 
Ablauf der Zahlungsfrist den vereinbarten Anspruch auf den Skontoabzug. 
Da die Beklagte die Nachträge bis heute nicht bezahlt hat, hat sie keinen 
Anspruch auf Skonto. Die Beklagte schuldet der Klägerin demgemäss den 
folgenden Betrag: 
 

 
 
4. Verzugszins 
4.1. Darstellung der Klägerin 
Die Klägerin macht geltend, im Werkvertrag sei die SIA-Norm 118 für an-
wendbar erklärt worden. In den visierten Nachtragsrechnungen seien der 
Beklagten Zahlungsfristen von 10 Tagen eingeräumt worden. Gemäss 
Art. 155 SIA-Norm 118 würden Forderungen des Unternehmers mit dem 
Prüfbescheid der Bauleitung (dieser sei vorliegend am 4. Juli 2022 erfolgt) 
fällig und seien innert 30 Tagen zu bezahlen. Sämtliche Rechnungen seien 
durch G._____ geprüft und als in Ordnung befunden worden, sodass die 
Bauherrschaft spätestens nach 30 Tagen in Verzug geraten sei (Art. 190 
SIA-Norm 118). Die Nachtragsrechnungen seien am 4. Juli 2022 durch die 
Bauleitung visiert worden, sodass ab dem 4. August 2022 der gesetzliche 
Verzugszins von 5 % geschuldet sei (Klage Rz. 11).  
 
4.2. Darstellung der Beklagten 
Die Beklagte bestreitet lediglich unter Verweis auf die bereits oben wieder-
gegebenen Ausführungen, dass sie der Klägerin überhaupt noch etwas 
schulde. Auf die Verzugszinsproblematik geht sie nicht konkret ein (Antwort 
Rz. 68).  
 
4.3. Beurteilung 
Die Beklagte bestreitet die von der Klägerin behauptete Anwendbarkeit der 
SIA-Norm 118 nicht. Demgemäss ist davon auszugehen, dass diese an-

Nachtrag 1 Rechnung Nr. 222200 Fr. 3'402.75
Nachtrag 2 Rechnung Nr. 222201 Fr. 11'010.00
Nachtrag 3 Rechnung Nr. 222202 Fr. 4'379.00
Nachtrag 4 Rechnung Nr. 222203 Fr. 6'624.40
Nachtrag 5 Rechnung Nr. 222204 Fr. 4'099.70
Bruttobetrag Fr. 29'515.85
Rabatt 6% auf Bruttobetrag Fr. -1'770.95

Nettobetrag 1 Fr. 27'744.90
Mehrwertsteuer 7.7% auf Nettobetrag 2 Fr. 2'136.36
Nettobetrag nach 
MwSt. Fr. 29'881.26
Abzüge 0.9% auf Nettobetrag nach 

MwSt. Fr. -268.93
Abrechnungssumme Fr. 29'612.32

 - 20 - 
 

 

 

wendbar ist. Nach Art. 190 Abs. 1 Satz 5 SIA-Norm 118 ist der am Zah-
lungsort übliche Zinssatz für bankmässige Kontokorrentkredite an Unter-
nehmer massgebend.  
 
Die SIA-Norm 118 weicht folglich von Art. 104 Abs. 1 OR ab, wonach ein 
Verzugszinssatz von 5 % gilt.1 Die Klägerin hätte im vorliegenden Prozess 
daher darlegen müssen (Art. 55 Abs. 1 ZPO), welcher Zins am Zahlungsort 
(vorliegend Q._____, vgl. Art. 74 Abs. 2 Ziff. 1 OR) für bankmässige Kon-
tokorrentkredite an Unternehmer gilt bzw. im massgebenden Zeitpunkt galt. 
Da die Klägerin dies unterliess, steht die Höhe des geschuldeten Verzugs-
zinssatzes nicht fest. Der Klägerin kann daher kein Verzugszins zugespro-
chen werden. 
 
5. Fazit 
Die Beklagte schuldet der Klägerin für die fünf Nachträge Fr. 29'612.32. Im 
Übrigen ist die Klage abzuweisen.  
 
6. Prozesskosten 
6.1. Allgemeines 
Die Prozesskosten bestehen aus den Gerichtskosten und der Parteient-
schädigung (Art. 95 Abs. 1 ZPO). Die Prozesskosten werden der unterlie-
genden Partei auferlegt. Bei Nichteintreten und bei Klagerückzug gilt die 
klagende Partei, bei Anerkennung der Klage die beklagte Partei als unter-
liegend (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Hat keine Partei vollständig obsiegt, so wer-
den die Prozesskosten nach dem Ausgang des Verfahrens verteilt (Art. 106 
Abs. 2 ZPO). Ein geringfügiges Unterliegen im Umfang von einigen Pro-
zenten ist in der Regel jedoch bei der Prozesskostenliquidation nicht zu 
berücksichtigen und der weit überwiegend unterliegenden Partei sind sämt-
liche Prozesskosten aufzuerlegen.2 Vorliegend obsiegt die Klägerin in etwa 
im Umfang von 95 %. Demgemäss trägt die Beklagte sämtliche Prozess-
kosten. 
 
6.2. Gerichtskosten 
Die Gerichtskosten bestehen vorliegend einzig aus der Entscheidgebühr 
(Art. 95 Abs. 2 lit. b ZPO). Der Grundansatz der Entscheidgebühr bestimmt 
sich nach Art. 96 ZPO i.V.m. § 7 Abs. 1 VKD in Abhängigkeit des gemäss 
§ 4 Abs. 1 VKD nach Art. 91 ff. ZPO zu bestimmenden Streitwerts.  
 
Der Streitwert wird durch das Rechtsbegehren bestimmt. Zinsen und Kos-
ten des laufenden Verfahrens oder einer allfälligen Publikation des Ent-
scheids sowie allfällige Eventualbegehren werden nicht hinzugerechnet 
(Art. 91 Abs. 1 ZPO). Demgemäss beträgt der Streitwert Fr. 31'152.23. 

                                                
1  GAUCH/STÖCKLI, in: Gauch/Stöckli, Kommentar zur SIA-Norm 118, 2. Aufl. 2017, Art. 190 N. 16.2. 
2  BSK ZPO-RÜEGG/RÜEGG, 3. Aufl. 2017, Art. 106 N. 3; JENNY, in: Sutter/Somm/Hasenböhler/Leuen-

berger, Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. Aufl. 2016, Art. 106 N. 10. 

 - 21 - 
 

 

 

 
Der Grundansatz gemäss § 7 Abs. 1 VKD beträgt demgemäss Fr. 3'159.00 
(Fr. 1'290.00 + 6 % des Streitwertes [gerundet Fr. 1'869.00]). Eine Erhö-
hung bzw. Reduktion des Grundansatzes gemäss § 7 Abs. 3 VKD ist vor-
liegend nicht angezeigt. Die Gerichtskosten werden gestützt auf Art. 111 
Abs. 1 Satz 1 ZPO mit dem Gerichtskostenvorschuss der Klägerin in glei-
cher Höhe verrechnet. Die Beklagte hat der Klägerin gestützt auf Art. 111 
Abs. 2 ZPO die vorgeschossenen Gerichtskosten in Höhe von Fr. 3'159.00 
zu ersetzen. 
 
6.3. Parteientschädigung 
Die Parteientschädigung bemisst sich gemäss Art. 96 ZPO i.V.m. § 3 
Abs. 1 lit. a Ziff. 4 sowie § 4 Abs. 1 AnwT i.V.m Art. 91 Abs. 1 ZPO ausge-
hend von einer gestützt auf den Streitwert (Fr. 31'152.23) zu bestimmen-
den Grundentschädigung in Höhe von (gerundet) Fr. 6'328.00 (Fr. 2'590.00 
+ 12 % des Streitwertes [gerundet Fr. 3'738.00]). Durch die Grundentschä-
digung sind Instruktion, Aktenstudium, rechtliche Abklärungen, Korrespon-
denz und Telefongespräche sowie eine Rechtsschrift und die Teilnahme an 
einer behördlichen Verhandlung abgegolten (vgl. § 6 Abs. 1 AnwT). Vorlie-
gend fand keine Verhandlung statt, was mit einem ordentlichen Abschlag 
in Höhe von 20 % gemäss § 6 Abs. 2 AnwT zu berücksichtigen ist. Weiter 
fand ein doppelter Schriftenwechsel statt, der zu einem ordentlichen Zu-
schlag in Höhe von 20% gemäss § 6 Abs. 3 AnwT berechtigt. Überdies be-
rechtigten auch die vom Kläger eingereichten Bemerkungen zur Duplik zu 
einem ordentlichen Zuschlag in Höhe von 20 %. Demgemäss ist von einer 
Entschädigung in Höhe von (gerundet) Fr. 7'594.00 auszugehen. Ausser-
ordentliche Zu- oder Abschläge nach § 7 AnwT sind keine vorzunehmen. 
Hinzuzurechnen ist jedoch eine Auslagenpauschale von praxisgemäss 3% 
(§ 13 Abs. 1 Satz 2 AnwT). Einen Mehrwertsteuerzuschlag auf der Partei-
entschädigung beantragte die Klägerin zu Recht nicht. Sie ist selbst mehr-
wertsteuerpflichtig und kann daher auf der von ihrem Rechtsvertreter gel-
tend verrechneten Mehrwertsteuer den Vorsteuerabzug geltend machen.3 
Demgemäss hat die Beklagte der Klägerin gestützt auf Art. 111 Abs. 2 ZPO 
eine Parteientschädigung in Höhe von (gerundet) Fr. 7'822.00 zu bezahlen.  
 

  

                                                
3  Gerichte Kanton Aargau, Generalsekretariat, Merkblatt zur Frage der Berücksichtigung der Mehr-

wertsteuer bei der Bemessung der Parteientschädigung, Ziff. 2.3. 

 - 22 - 
 

 

 

   

Das Handelsgericht erkennt: 
 
1. 
In teilweiser Gutheissung der Klage wird die Beklagte verpflichtet, der 
Klägerin Fr. 29'612.32 zu bezahlen. Im Übrigen wird die Klage abgewiesen. 
 
2. 
Die Gerichtskosten in Höhe von Fr. 3'159.00 werden der Beklagten aufer-
legt. Die Gerichtskosten werden mit dem von der Klägerin geleisteten Ge-
richtskostenvorschuss in gleicher Höhe verrechnet. Die Beklagte wird ver-
pflichtet, der Klägerin die vorgeschossenen Gerichtskosten in Höhe von 
Fr. 3'159.00 zu ersetzen. 
 
3. 
Die Beklagte hat der Klägerin eine Parteientschädigung in Höhe von 
Fr. 7'822.00 (inkl. Auslagen) zu bezahlen. 
 
 

   

Zustellung an: 
[…] 

 
 
 

  
  1. 

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Zivilsachen (Art. 72 ff., 
Art. 90 ff. BGG) 
 
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröff-
nung der vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Be-
schwerde an das Schweizerische Bundesgericht erhoben werden. 
 
Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweize-
rischen Bundesgericht einzureichen. Die Beschwerdeschrift ist in einer 
Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit An-
gabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte elekt-
ronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form 
darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) 
verletzt. Die Urkunden, auf die sich die Partei als Beweismittel beruft, sind 
beizulegen, soweit die Partei sie in den Händen hat; ebenso ist der ange-
fochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). 
 

  

 - 23 - 
 

 

 

   

Aarau, 5. Oktober 2023 
 
Handelsgericht des Kantons Aargau 
1. Kammer 
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 
Dubs Bisegger