# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8ccba109-52a8-5bce-9ee4-39d6a06dbb1a
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-12-11
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 11.12.2012 SB120092
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB120092_2012-12-11.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    

 
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB120092-O/U/cs 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. Th. Meyer, Vorsitzender, und lic. iur. Ruggli, 

die Ersatzoberrichterin lic. iur. Brühwiler sowie die Gerichts-

schreiberin lic. iur. Oswald 

 

 

Urteil vom 11. Dezember 2012 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter, Berufungskläger und Anschlussberufungsbeklagter 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich, vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. 
Kasper,  

Anklägerin, Berufungsbeklagte und Anschlussberufungsklägerin 

 

sowie 

 

1. B._____,  
2. ... 

Privatklägerin und Anschlussberufungsklägerin  

 

1 vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ 

 

- 2 - 

betreffend mehrfache Vergewaltigung etc. 
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Horgen, III. Abteilung, vom 
2. November 2011 (DG110003) 

 

- 3 - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 21. Februar 

2011 (Urk. HD 23) ist diesem Urteil beigeheftet.  

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

- der mehrfachen Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB, 

- der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB, 

- der mehrfachen Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 i.V.m. 

Abs. 2 lit. b StGB, 

- der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB, teilweise 

i.V.m. Art. 180 Abs. 2 lit. a StGB, 

- des mehrfachen Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen im Sinne 

von Art. 292 StGB. 

2. Vom Vorwurf der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB gegen 

C._____ sowie vom Vorwurf des Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen 

im Sinne von Art. 292 StGB betreffend den Vorfall vom 5. Dezember 2010 

wird der Beschuldigte freigesprochen.  

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 45 Monaten Freiheitsstrafe (wovon 60 

Tage durch Haft erstanden sind) und einer Busse von Fr. 1'000.–.  

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird nicht aufgeschoben. Die Busse ist zu 

bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an 

deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 10 Tagen. 

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5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 1 Fr. 8'000.– zuzüglich 

5 % Zins ab 8. August 2010 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag 

wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

6. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: 

Fr.  6'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr.  93.60   Kosten Kantonspolizei 

Fr.  1'792.25   Auslagen Untersuchung 

Fr.  10'000.00   Gebühr Anklagebehörde 

Diese Kosten werden dem Beschuldigten auferlegt. 

7. Der unentgeltliche Rechtsbeistand der Privatklägerin 1 wird für seine 

Aufwendungen aus der Gerichtskasse entschädigt. Über die Höhe der 

Kosten der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin 1 wird separat 

entschieden. 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

(Urk. 69) 

In Abänderung von Ziff. 1, 3, 4, 5, 6 des angefochtenen Urteils sei der 

Beschuldigte lediglich des mehrfachen Ungehorsams gegen amtliche 

Verfügungen (Anklagepunkt 1.4) schuldig zu sprechen. Von den übrigen 

Anklagepunkten sei er freizusprechen. Die Anschlussberufung der 

Staatsanwaltschaft sei abzuweisen. 

Mein Mandant sei mit einer geringeren Busse zu belegen. 

Auf die Zivilforderungen sei nicht einzutreten. Die Anschlussberufung der 

Privatklägerin sei abzuweisen. 

Die Kosten beider Verfahren seien auf die Staatskasse zu nehmen und es 

sei ihm eine angemessene Genugtuung und Schadenersatz für die erlittene 

- 5 - 

Haft sowie eine Parteientschädigung für die erstinstanzliche erbetene 

Verteidigung zuzusprechen. 

b) Der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich: 

(Urk. 70) 

1. Das Urteil des Bezirksgerichts Horgen vom 2. November 2011 sei 

grundsätzlich zu bestätigen, mit folgender wesentlicher Ausnahme: 

2. Der Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von 4 ½ Jahren und einer 

Busse von Fr. 1'000.– unter Anrechnung der erstandenen Haft zu bestrafen. 

c) Der Privatklägerin B._____: 

(Urk. 71) 

Der Beschuldigte sei zu verpflichten, der Privatklägerin 1 Fr. 12'000.– 

zuzüglich 5 % Zins ab 8. August 2010 als Genugtuung zu bezahlen. 

 

____________________________ 

 

- 6 - 

Erwägungen: 

I. Prozessuales 

 1. Der Beschuldigte wurde mit Urteil des Bezirksgerichts Horgen, III. 

Abteilung, vom 2. November 2011 der mehrfachen Vergewaltigung im Sinne von 

Art. 190 Abs. 1 StGB, der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB, 

der mehrfachen Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 i.V.m. Abs. 2 lit. b 

StGB, der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB, teilweise 

i.V.m. Art. 180 Abs. 2 lit. a StGB sowie des mehrfachen Ungehorsams gegen 

amtliche Verfügungen im Sinne von Art. 292 StGB schuldig gesprochen. Vom 

Vorwurf der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB gegen C._____ sowie 

vom Vorwurf des Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen im Sinne von Art. 

292 StGB betreffend den Vorfall vom 5. Dezember 2010 wurde der Beschuldigte 

freigesprochen. Er wurde mit einer unbedingten Freiheitsstrafe von 45 Monaten, 

wovon 60 Tage durch Haft erstanden sind, und einer Busse von Fr. 1'000.– 

bestraft. Ausserdem wurde er verpflichtet, der Privatklägerin 1 Fr. 8'000.– 

zuzüglich 5 % Zins ab 8. August 2010 als Genugtuung zu bezahlen. Im 

Mehrbetrag wurde das Genugtuungsbegehren abgewiesen (Urk. 51). 

 Das vorinstanzliche Urteil wurde der Privatklägerin 1 am 8. November 2011, 

der Staatsanwaltschaft am 9. November 2011 und dem Beschuldigten sowie der 

Privatklägerin 2 am 10. November 2011 schriftlich im Dispositiv zugestellt 

(Urk. 39, Urk. 40/1-4). Der Beschuldigte liess mit Eingabe vom 20. November 

2011 rechtzeitig Berufung anmelden (Urk. 41). Das schriftlich begründete Urteil 

(Urk. 51) wurde dem Beschuldigten und der Privatklägerin 2 am 7. Februar 2012 

sowie der Privatklägerin 1 und der Staatsanwaltschaft am 8. Februar 2012 

zugestellt (Urk. 48/1-4). 

 Mit Schreiben vom 13. Februar 2012 reichte der neue Verteidiger des 

Beschuldigten (vgl. Urk. 42-43) fristgerecht die Berufungserklärung ein und 

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beantragte - mit Ausnahme des Schuldspruchs wegen mehrfachen Ungehorsams 

gegen amtliche Verfügungen - einen vollumfänglichen Freispruch des 

Beschuldigten, die Bestrafung mit einer geringen Busse sowie dass auf die 

Zivilforderungen nicht einzutreten sei und die Kosten auf die Staatskasse zu 

nehmen und dem Beschuldigten eine angemessene Genugtuung und 

Schadenersatz für die erlittene Haft zuzusprechen seien (Urk. 52). Die erbetene 

Verteidigung wurde mit Präsidialverfügung vom 24. Februar 2012 in eine amtliche 

Verteidigung umgewandelt (Urk. 54). 

 Mit Eingabe vom 29. Februar 2012 erhob die Staatsanwaltschaft 

Anschlussberufung und beantragte die Bestrafung mit einer Freiheitsstrafe von 4 

½ Jahren und einer Busse von Fr. 1'000.– (Urk. 56). 

 Die Privatklägerin 1 liess mit Schreiben vom 12. März 2012 ebenfalls 

Anschlussberufung erheben und beschränkte diese auf die Bemessung der 

Genugtuung (Urk. 59). 

 Der Beschuldigte liess den Beweisantrag stellen, wonach der … Code Pénal 

[des Staates Z._____], insbesondere Art. 228, beizuziehen sei (Urk. 62 S. 1 f.). 

Diesem Antrag wurde entsprochen und ein Ausdruck des … Code Pénal [des 

Staates Z._____] zu den Akten genommen (Urk. 64). Weiter stellte der Verteidiger 

den Antrag, es sei - für den Fall, dass das Gericht zum Schluss käme, der 

Beschuldigte habe sich des Delikts gemäss Anklageziffer 1.1.1 schuldig gemacht 

- eine psychiatrische Begutachtung des Beschuldigten in Auftrag zu geben (Urk. 

64 S. 2 f.). Wie sich aus den nachstehenden Erwägungen ergibt, besteht 

hingegen kein Anlass, ein solches Gutachten erstellen zu lassen. 

 2. Die Berufung hat im Umfang der Anfechtung aufschiebende Wirkung 

(Art. 402 StPO). Die nicht von der Berufung erfassten Punkte erwachsen in 

Rechtskraft (Schmid, StPO Praxiskommentar, Art. 402 N 1; Art. 437 StPO). 

 Der Schuldspruch wegen mehrfachen Ungehorsams gegen amtliche 

Verfügungen (Dispositivziffer 1, 5. Spiegelstrich), der Freispruch des 

Beschuldigten vom Vorwurf der Drohung gegen C._____ sowie vom Vorwurf des 

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Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen betreffend den Vorfall vom 5. 

Dezember 2010 (Dispositivziffer 2) und die Entschädigung des unentgeltlichen 

Rechtsbeistands der Privatklägerin 1 aus der Gerichtskasse (Dispositivziffer 7) 

wurden nicht angefochten (vgl. Urk. 52 S. 1, Urk. 56 S. 1, Urk. 59 S. 2), weshalb 

festzustellen ist, dass das Urteil des Bezirksgerichts Horgen, III. Abteilung, vom 2. 

November 2011 bezüglich Dispositivziffern 1 teilweise, 2 und 7 rechtskräftig 

wurde. 

 3. Anlässlich der heutigen Berufungsverhandlung liessen die Parteien die 

eingangs erwähnten Anträge stellen. 

II. Sachverhaltserstellung 

 1. Der Beschuldigte bestreitet sämtliche im Berufungsverfahren zu 

überprüfenden Anklagevorwürfe (HD 5/7, Urk. 32 S. 7 ff., Urk. 67 S. 5 und S. 8 

ff.). Demnach ist zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel genügen, um die 

entsprechenden Sachverhalte rechtsgenügend zu erstellen, oder ob 

diesbezüglich ein Freispruch zu ergehen hat. 

 2. Vorfall vom 8. August 2010 in D._____ (Anklageziffer 1.1.1) 

 a) Dem Beschuldigten wird unter dieser Anklageziffer zusammengefasst 

vorgeworfen, am 8. August 2010 abends, in der gemeinsamen Wohnung in 

D._____, an der Privatklägerin 1, welche aufgrund ihrer körperlichen 

Unterlegenheit und dem Umstand, dass der Beschuldigte auf ihr gelegen hat, 

nicht mehr in der Lage gewesen sei, erfolgreich Widerstand zu leisten, gegen 

deren offenkundigen und von ihm erkannten Willen den Geschlechtsverkehr 

vollzogen zu haben. 

 Weiter wird dem Beschuldigten vorgeworfen, der Privatklägerin 1 den Mund 

zugehalten, sie am Handgelenk gepackt und ihr mit der anderen Hand gegen das 

Kinn gestossen, sie auf das Bett gestossen, sich auf sie gelegt, ihr mit einer Hand 

den Mund zugehalten und ihr mit der anderen Hand ein Kissen auf das Gesicht 

gedrückt zu haben, so dass sie Atemnot gehabt habe, ihr seinen Zeige- und 

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Mittelfinger gegen ihre Augen gestossen und ihr einen Schlag mit der Hand gegen 

ihr Gesicht versetzt sowie sich erneut auf dem Bett auf sie gelegt und ihr ein 

Kissen auf das Gesicht gedrückt zu haben, bis sie fast keine Luft mehr 

bekommen habe. Durch das gewaltsame Vorgehen des Beschuldigten habe die 

Privatklägerin 1 eine Schwellung und Schmerzen um die linke Augenhöhle und 

den linken Wangenknochen, diverse Kratzspuren im Gesicht und zwei blaue 

Blutergüsse unterhalb des rechten Knies erlitten. 

 b) Die Vorinstanz gelangte zum Schluss, dass der eingeklagte 

Sachverhalt erstellt sei. Zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen kann vorab 

auf diese zutreffenden Erwägungen im angefochtenen Entscheid verwiesen 

werden (Art. 82 Abs. 4 StPO; Urk. 51 S. 5 ff.). 

 c) Der eingeklagte Sachverhalt stützt sich insbesondere auf die Aussagen 

der Privatklägerin 1, des Beschuldigten und der Zeugen E._____, F._____ und 

G._____. 

 Was die Aussagen der Privatklägerin 1 betrifft, hat bereits die Vorinstanz 

detaillierte Ausführungen gemacht (Urk. 51 S. 7 ff.). Zusammenfassend und 

teilweise ergänzend kann Folgendes festgehalten werden: 

 Die polizeiliche Einvernahme der Privatklägerin 1 ist - entgegen den 

Erwägungen der Vorinstanz, welche dieser mangels Teilnahmerecht des 

Beschuldigten keinen Beweischarakter zukommen liess (Urk. 51 S. 11) - 

verwertbar. Sie fand am 10. August 2010 statt (HD 6/1), als noch die StPO des 

Kantons Zürich in Kraft war. Damals waren gemäss Rechtsprechung Aussagen, 

die ein Belastungszeuge im polizeilichen Ermittlungsverfahren getätigt hatte, 

verwertbar, wenn es im Anschluss an die polizeiliche Einvernahme, bei der 

(vorbehältlich § 25 Abs. 2 StPO/ZH) weder dem Angeschuldigten noch seinem 

Verteidiger ein Anwesenheitsrecht zukam, zu einer gesetzmässigen Einvernahme 

durch den zuständigen Untersuchungsbeamten oder Richter kam, bei welcher 

dem Belastungszeugen seine früheren Aussagen vorgehalten wurden und die 

Anwesenheits- und Teilnahmerechte des Angeschuldigten und seines 

Verteidigers gewahrt wurden (Donatsch/Schmid, Kommentar zur 

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Strafprozessordnung des Kantons Zürich, § 14 N 18). Dies war hier der Fall. Bei 

der vorliegenden polizeilichen Einvernahme handelte es sich zudem nicht um eine 

delegierte Einvernahme im Sinne von § 25 Abs. 2 StPO/ZH (die 

Delegationsverfügung der Staatsanwaltschaft an die Kantonspolizei Zürich 

erfolgte erst am 23. August 2010, HD 14) und auf die polizeiliche Einvernahme 

erfolgte am 29. September 2010 eine Einvernahme der Privatklägerin 1 durch die 

Staatsanwaltschaft, an welcher ihr ihre früheren Aussagen vorgehalten wurden 

(HD 6/2 S. 5 ff.) und an welcher der Beschuldigte und sein Verteidiger teilnahmen 

(HD 6/2 S. 1) und Ergänzungsfragen stellen durften (HD 6/2 S. 19). 

 Selbst nach der Schweizerischen StPO wäre die polizeiliche Einvernahme 

der Privatklägerin 1 verwertbar. Denn auch heute gilt, dass nur bei 

Beweiserhebungen, die von der Polizei gestützt auf einen Auftrag der 

Staatsanwaltschaft im Sinne von Art. 312 StPO durchgeführt werden, die gleichen 

Regelungen für die Beweiserhebung gelten, welche die Staatsanwaltschaft selbst 

durchführt. Erhebt die Polizei aber Beweis im polizeilichen Ermittlungsverfahren 

im Sinne von Art. 306 StPO, haben die Parteien grundsätzlich kein 

Teilnahmerecht. Sollen die Angaben der Auskunftsperson allerdings im Verfahren 

zum Nachteil der beschuldigten Person verwertet werden, muss das 

Konfrontationsrecht entweder schon bei der Einvernahme selbst oder nachträglich 

gewährt werden (Donatsch/Hans-jakob/Lieber, Kommentar zur Schweizerischen 

Strafprozessordnung, Art. 147 N 2; vgl. auch Urteil 1B_264/2012 vom 10. Oktober 

2012). 

 Bereits in der genannten polizeilichen Einvernahme erzählte die 

Privatklägerin 1 von sich aus detailliert und lebensnah, was am 8. August 2010 

geschehen sei (HD 6/1 S. 3 ff.). Dabei fällt auf, dass sie nicht unerwähnt liess, 

dass der Beschuldigte ihr eine Schmerztablette gebracht und sich nach ihren 

Schmerzen erkundigt habe. Ebenso räumte sie ein, dass sie seine Drohungen 

nicht ernst genommen habe. Dass sie den Beschuldigten nicht nur beschuldigte, 

sondern auch Dinge erwähnte, die für ihn sprechen, lässt ihre belastenden 

Aussagen um so glaubhafter erscheinen. 

- 11 - 

 Bei der Staatsanwaltschaft bestätigte die Privatklägerin 1 am 29. September 

2010 die bei der Polizei gemachten Angaben als zutreffend und wiederholte ihre 

in der ersten Einvernahme gemachten Aussagen dementsprechend (HD 6/2 S. 5 

ff.). Sie erzählte wiederum mehrheitlich von sich aus und ohne Vorhalte der 

Staatsanwaltschaft, was sie erlebt hatte. Ihre Aussagen sind äusserst detailreich 

und konstant. Widersprüche zu den früheren Aussagen sind keine erkennbar und 

die Abfolge der Geschehnisse erscheint nachvollziehbar. Dies alles lässt ihre 

Aussagen äusserst glaubhaft erscheinen. 

 Anlässlich der Hauptverhandlung vor Bezirksgericht am 1. November 2011 

wurde die Privatklägerin 1 als Auskunftsperson einvernommen (Urk. 31), wobei 

sie letzte Ungereimtheiten glaubhaft aus dem Weg räumen konnte. Dabei gewann 

die Vorinstanz einen persönlichen Eindruck der Privatklägerin 1, welcher sie darin 

bestärkte, den Aussagen der Privatklägerin 1 Glauben zu schenken (Urk. 51 S. 

20). Der Eindruck der Vorinstanz ist auch im vorliegenden Verfahren zu 

berücksichtigen. 

 Auch wenn die Privatklägerin 1 aufgrund ihrer geltend gemachten 

Zivilansprüche ein gewisses finanzielles Interesse am Ausgang des Verfahrens 

hat, sagte sie in der Untersuchung unter Hinweis auf die Straffolgen von Art. 307 

und 320 StGB aus (HD 6/2 S. 1, 6/3 S. 1, 6/4 S. 1) und belastete den 

Beschuldigten nur soweit nötig. Sodann führte sie aus, dass sie den 

Beschuldigten nicht hasse und weder positive noch negative Gefühle ihm 

gegenüber habe (HD 6/2 S. 3, vgl. auch Urk. 31 S. 2). An ihrer Glaubwürdigkeit 

bestehen deshalb kaum Zweifel. 

 Ausserdem ist festzuhalten, dass gemäss bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung bei der Würdigung von Aussagen nicht mehr wie früher Gewicht 

auf die allgemeine Glaubwürdigkeit des Einvernommenen im Sinne einer 

dauerhaften personalen Eigenschaft gelegt wird, sondern diesem Gesichtspunkt 

kaum mehr relevante Bedeutung zukommt. Weitaus bedeutender für die 

Wahrheitsfindung als die allgemeine Glaubwürdigkeit ist die Glaubhaftigkeit der 

konkreten Aussage, welche durch methodische Analyse ihres Inhalts darauf 

überprüft wird, ob die auf ein bestimmtes Geschehen bezogenen Angaben einem 

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tatsächlichen Erleben des Aussagenden entspringen (BGE 133 I 33 E. 4.3). Wie 

bereits erwähnt, sind die Aussagen der Privatklägerin 1 durchaus glaubhaft, sind 

sie doch konstant und lebensnah und ergeben ein stimmiges Ganzes. Zudem 

ergibt sich aus dem Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin der Universität 

Zürich betreffend Auswertung und Beweiswertberechnung von DNA-Spuren, dass 

der Befund des IRM mit einem Geschlechtsverkehr mit Samenerguss für den 

geltend gemachten Zeitraum, d.h. ca. 18 Stunden vor der Entnahme der Abstriche 

bei der Privatklägerin 1, vereinbar ist und dass der Beschuldigte die für anteilige 

Spurengeberschaft notwendigen DNA-Merkmale in seinem DNA-Profil aufweist 

und somit als Spurengeber nicht ausgeschlossen werden kann (HD 10/5). Die von 

der Privatklägerin 1 erlittenen Verletzungen sind sodann in der 

Fotodokumentation des Forensischen Instituts Zürich ersichtlich, welches die 

Privatklägerin 1 am 10. August 2010 fotografierte (HD 11/2), und wurden in 

ärztlichen Berichten beschrieben (HD 9/2, 9/7 S. 2). 

 Untermauert werden die Aussagen der Privatklägerin 1 sodann durch die 

Ausführungen der Zeugin E._____. Diese war zwar beim eigentlichen Vorfall nicht 

dabei, konnte aber bestätigen, dass es vorgängig zum Vorfall in ihrer 

Anwesenheit zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen der Privatklägerin 1 

und dem Beschuldigten gekommen sei (HD 7/1 S. 4 f., HD 7/2 S. 3). Ausserdem 

führte sie aus, die Privatklägerin 1 habe ihr am Tag nach dem Vorfall erzählt, dass 

sie vom Beschuldigten geschlagen und vergewaltigt worden sei. Sie habe 

erwähnt, dass Sperma aus ihrer Scheide gekommen sei, er ihr mit den Fingern in 

die Augen gedrückt habe, sie ohnmächtig geworden sei und er ihr Medikamente 

gegeben habe (HD 7/1 S. 2, 6 und 8 f., HD 7/2 S. 6). Diese Ausführungen 

stimmen mit den Angaben der Privatklägerin 1 überein. 

 Der Zeuge F._____ konnte zum Abend vom 8. August 2010 nur ausführen, 

dass er den Beschuldigten und die Privatklägerin 1 laut habe streiten hören, als er 

in seinem Zimmer gewesen sei (HD 7/4 S. 4 f.), was ebenfalls eher gegen den 

vom Beschuldigten behaupteten einvernehmlichen Geschlechtsverkehr und für 

die Darstellung der Privatklägerin 1 spricht. 

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 Ebenfalls beim Vorfall nicht dabei war der Zeuge G._____. Er führte aus, 

dass ihm der Beschuldigte gesagt habe, dass er die Privatklägerin 1 nicht 

vergewaltigt habe, sondern sie im Streit mit einer Vase auf ihn losgekommen sei 

und er sich gewehrt habe (HD 7/6 S. 5). 

 Bezüglich der Aussagen des Beschuldigten selber, kann vorab ebenfalls auf 

die diesbezüglichen vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen werden (Urk. 51 

S. 13 ff.). Zusammenfassend und teilweise ergänzend ist Folgendes festzuhalten: 

 Es fällt auf, dass der Beschuldigte in der polizeilichen Einvernahme vom 

11. August 2010 verneinte, dass es am 8. August 2010 zum Geschlechtsverkehr 

mit der Privatklägerin 1 gekommen sei (HD 5/1 S. 3, 10 und 12), in der 

polizeilichen Einvernahme vom 10. September 2010 jedoch einräumte, am 

betreffenden Abend mit der Privatklägerin 1 im gegenseitigen Einverständnis 

Geschlechtsverkehr gehabt zu haben. Sie sei wütend geworden, weil er ejakuliert 

habe und sie nicht habe schwanger werden wollen. Deshalb habe sie eine mit 

Sand und Muscheln gefüllte Glasschüssel behändigt und ihm auf den Kopf 

schlagen wollen. Es könne sein, dass er sie im Gesicht gekratzt habe, als er sich 

dagegen gewehrt habe. Dann sei die Privatklägerin 1 wütend herumgelaufen und 

ohnmächtig geworden (HD 5/4 S. 2). Dabei blieb er in der Einvernahme bei der 

Staatsanwaltschaft vom 24. November 2010 (HD 5/5 S. 3). Als Begründung, 

wieso er zuerst ausgeführt habe, dass er mit der Privatklägerin 1 keinen 

Geschlechtsverkehr gehabt habe, machte er geltend, er sei das letzte Mal verwirrt 

gewesen und habe gewusst, dass seine Frau ihn falsch anschuldige (HD 5/4 S. 

2). Später begründete er es damit, dass er dazu nicht bereit, überrascht und sehr 

nervös gewesen sei (HD 5/5 S. 3). Anlässlich der Berufungsverhandlung führte 

die Verteidigung sodann aus, der Beschuldigte habe nach der Verhaftung Angst 

gehabt, deshalb habe er in einer Radikalstrategie alles abgestritten. In der Haft 

sei man nicht rational (Urk. 69 S. 3 f., Prot. II S. 10 E5). 

 Die vom Beschuldigten genannten Gründe, wieso er nicht von Anfang an 

zugegeben hat, dass es zum Geschlechtsverkehr mit der Privatklägerin 1 

gekommen sei, vermögen nicht zu überzeugen. Einvernehmlichen 

Geschlechtsverkehr hätte er ohne Weiteres zugeben können, ohne strafrechtliche 

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Konsequenzen zu befürchten, wenn denn ein solcher stattgefunden hätte. Es ist 

davon auszugehen, dass der Beschuldigte dachte, sich dadurch am besten retten 

zu können, indem er generell alles bestreitet, was die Privatklägerin 1 sagt, und 

ihm erst später bewusst wurde, dass für den Geschlechtsverkehr auch noch 

andere Beweismittel vorliegen könnten als nur die Aussagen der Privatklägerin 1. 

Die Behauptung, dass die Privatklägerin 1 ihn wegen der Ejakulation angegriffen 

habe und er sie beim Abwehren allenfalls gekratzt habe, ist sodann als 

Schutzbehauptung zu qualifizieren, ist es doch eher ungewöhnlich, dass die 

Privatklägerin 1 ihn deswegen gleich mit einer Glasschale angreifen würde. 

 Der Beschuldigte führte in der polizeilichen Einvernahme vom 11. August 

2010 aus, dass sich die Privatklägerin 1 während des Streits jeweils selber die 

Haare ausgerissen habe und plötzlich zu Boden gefallen und wie ohnmächtig 

geworden sei. Dies sei mehrere Mal passiert (HD 5/1 S. 3). Auch betreffend den 

Vorfall vom 8. August 2010 machte er geltend, sie habe sich im Streit selber im 

Gesicht gekratzt, die Haare ausgerissen und sei wie ohnmächtig geworden (HD 

5/1 S. 7 und 10). Er begründete das damit, dass er denke, dass sie psychische 

Probleme habe, schon deshalb, weil ihre Mutter, ihre Grossmutter und ihre 

Schwester bei einem Autounfall ums Leben gekommen seien (HD 5/1 S. 7). 

Anlässlich der Hafteinvernahme vom 12. August 2012 wiederholt er, dass die 

Privatklägerin 1 psychisch krank sei (HD 5/2 S. 1). 

 Die Privatklägerin 1 verneinte, schon mehrmals einfach so ohnmächtig 

geworden zu sein und führte aus, dies sei nur einmal passiert. Ebenso wenig 

stimme es, dass sie sich selbst die Haare ausreisse (HD 6/2 S. 17). Es bestehen 

keine Anhaltspunkte dafür, dass die Privatklägerin 1 diesbezüglich lügen sollte. 

Ihre diesbezügliche Aussage ist - entgegen der Auffassung der Verteidigung (Urk. 

69 S. 3) - glaubhaft. Auch die Zeugen konnten die Behauptungen des 

Beschuldigten nicht bestätigen (HD 7/1 S. 7 ff., HD 7/4 S. 4, HD 7/6 S. 4). 

Vielmehr erscheinen die Aussagen des Beschuldigten als Versuch, das Entstehen 

der von der Privatklägerin 1 erlittenen Verletzungen zu begründen. Mit dem 

Vorschieben psychischer Probleme der Privatklägerin 1 beabsichtigte er sodann, 

diese als nicht glaubwürdig erscheinen zu lassen. 

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 Auf die Frage, ob er eifersüchtig sei, antwortete er, "nein", sie könne von ihm 

aus machen, was sie wolle (HD 5/1 S. 7). Auch in der polizeilichen Einvernahme 

vom 10. September 2010 machte er geltend, nie eifersüchtig gewesen zu sein 

(HD 5/4 S. 5) und bestätigte dies vor Vorinstanz (Urk. 32 S. 9 ff.). 

 Diese Aussagen stehen nicht nur im Widerspruch zu den Ausführungen der 

Privatklägerin 1 und von E._____ sowie G._____, welche den Beschuldigten als 

eifersüchtig bezeichneten und Vorfälle erwähnten, anlässlich welcher sich seine 

Eifersucht gezeigt hatte (HD 6/2 S. 4 und 7, HD 7/1 S. 4, HD 7/2 S. 2, HD 7/5 S. 

5, HD 7/6 S. 3), sondern auch zu den Aussagen des Beschuldigten selbst. So 

führte er aus, sie hätten gestritten, weil die Privatklägerin 1 mit einem anderen 

Mann gechattet habe (HD 5/1 S. 3), er habe versucht herauszufinden, mit wem 

sie die Ferien verbracht habe (HD 5/1 S. 6), sie habe das Geld, das er ihr 

gegeben habe, mit ihrem Liebhaber verputzt (HD 5/1 S. 14) und er habe 17 

Telefonnummern von verschiedenen Männern im Handy seiner Frau gespeichert 

gefunden (HD 5/4 S. 11). Solche Aussagen hinterlassen keineswegs den 

Eindruck eines Mannes, der keine Eifersucht kennt und dem es gleichgültig ist, 

mit wem seine Frau Kontakt hat. 

 Der Beschuldigte führte am 11. August 2010 über die Privatklägerin 1 aus, 

dass diese nicht koche, nicht wasche und sich auch nicht mehr um ihren 

gemeinsamen Sohn kümmere (HD 5/1 S. 5). Weiter machte er mehrmals geltend, 

sie wolle ihn vernichten (HD 5/1 S. 6, HD 5/2 S. 2, HD 5/5 S. 4). In der 

Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft vom 24. November 2010 bezeichnete er 

die Privatklägerin 1 als schlechte Mutter. Er führte aus, dass sie für sich und das 

Kind keine Nahrungsmittel und kein Geld mehr gehabt habe und deshalb zu ihm 

gekommen und den Kühlschrank ausgeräumt habe (HD 5/5 S. 2). Auch anlässlich 

der Berufungsverhandlung machte der Beschuldigte geltend, dass sich die 

Privatklägerin 1 nicht um den gemeinsamen Sohn gekümmert habe (Urk. 67 S. 5 

und 9 f.; Prot. II S. 13). 

 Offensichtlich versuchte der Beschuldigte, die Privatklägerin 1 in einem 

schlechten Licht erscheinen zu lassen. Es ist naheliegend, dass er damit von den 

gegen ihn erhobenen Vorwürfen ablenken und sich in ein günstigeres Licht 

- 16 - 

rücken wollte. Die Privatklägerin 1 belastete den Beschuldigten - wie bereits 

erwähnt - jedoch nicht mehr als nötig und verneinte Hassgefühle ihm gegenüber; 

ersteres spricht für die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen. Ausserdem würde eine 

Vergewaltigung selbstverständlich auch nicht dadurch gerechtfertigt werden, 

wenn die Privatklägerin 1 tatsächlich ihre Rolle als Mutter und Hausfrau 

ungenügend wahrgenommen hätte. Ebenso wenig spielt es für die Beurteilung 

eines sexuellen Übergriffs durch den Beschuldigten eine Rolle, ob sie diesen 

betrogen hatte oder nicht. 

 Die anlässlich der Berufungsverhandlung gemachten Aussagen des 

Beschuldigten, wonach es am 8. August 2010 nur zu einem Gespräch gekommen 

sei, nicht einmal zu einem Streit (Urk. 67 S. 7), erstaunen, hatten ja nicht nur die 

Privatklägerin 1, sondern auch E._____ und F._____ bestätigt, den Streit 

mitbekommen zu haben. Dass er von der Privatklägerin 1 verführt worden sei 

(Urk. 67 S. 8 f.), ist ebenso unglaubhaft, waren er und sie doch bereits kein Paar 

mehr und die Privatklägerin 1 offensichtlich nicht mehr an ihm interessiert, schon 

gar nicht nach einem solchen Streit. Sie war einzig in seiner Wohnung geblieben, 

weil es in ihrer neuen Wohnung in H._____ noch keine Möbel hatte. Sodann ist es 

nicht plausibel, dass die Privatklägerin 1 den Beschuldigten sofort wegen 

Vergewaltigung angezeigt hätte, wenn es "Versöhnungssex" gewesen wäre und 

sie sich nur darüber geärgert hätte, dass er auf ihr ejakuliert hatte. Dass sie sich 

nicht wehren konnte, als der Beschuldigte auf ihr lag, ist nachvollziehbar, ist der 

Beschuldigte doch einiges massiger als sie. Daran ändert - entgegen der 

Auffassung der Verteidigung (Urk. 69 S. 4 f.) - auch ein handicapierter Arm nichts. 

Unter den gegebenen Umständen konnte der Beschuldigte ohne Weiteres 

erkennen, dass sie mit dem Geschlechtsverkehr nicht einverstanden war. 

 d) Insgesamt sind die Aussagen des Beschuldigten weder konstant noch 

erscheinen sie stimmig. Sie bestehen vielmehr aus pauschalen und 

ausweichenden Antworten, Ungereimtheiten, dem Suchen nach Erklärungen, 

Schuldzuweisungen an die Privatklägerin 1 und Schutzbehauptungen. An deren 

Glaubhaftigkeit bestehen so erhebliche Zweifel, dass sie an der Beweiskraft der 

anderen Beweismittel, insbesondere derjenigen der Aussagen der Privatklägerin 

- 17 - 

1, nichts zu ändern vermögen. Zusammenfassend ist der Sachverhalt gemäss 

Anklageziffer 1.1.1 - insbesondere gestützt auf die Aussagen der Privatklägerin 1 

- als erstellt zu erachten. 

  

3. Vorfall vom 17./18. Juni 2009 in Z._____ (Anklageziffer 1.1.2) 

 a) In dieser Anklageziffer wird dem Beschuldigten vorgeworfen, in der 

Nacht vom 17. auf den 18. Juni 2009 in einem Hotel in Z._____ die Privatklägerin 

1 sexuell genötigt und anschliessend vergewaltigt zu haben. 

 b) Die Vorinstanz gelangte zum Schluss, dass der eingeklagte 

Sachverhalt erstellt sei. Um unnötige Wiederholungen zu vermeiden, kann vorab 

auf diese Erwägungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Art. 82 

Abs. 4 StPO; Urk. 51 S. 24 ff.). 

 c) Der eingeklagte Sachverhalt stützt sich auf die Aussagen der 

Privatklägerin 1 und des Beschuldigten. 

 Unter Hinweis auf die vorinstanzlichen Erwägungen betreffend die Aussagen 

der Privatklägerin 1 (Urk. 51 S. 24 ff.) kann zusammenfassend und teilweise 

ergänzend Folgendes festgehalten werden: 

 Bereits in der polizeilichen Einvernahme vom 10. August 2010 erwähnte die 

Privatklägerin 1, dass der Beschuldigte sie in Z._____ das erste Mal richtig 

geschlagen habe (HD 6/1 S. 1). Dies erwähnte sie im Rahmen einer Aufzählung 

der Probleme zwischen ihr und dem Beschuldigten, ohne bereits auf die Details 

einzugehen. Da in dieser Einvernahme die Vergewaltigung vom 8. August 2010 

im Vordergrund stand und sie nicht nach allfälligen anderen Vergewaltigungen 

gefragt wurde, erscheint es nicht ungewöhnlich, dass sie in dieser Einvernahme 

noch nicht erwähnte, dass sie in Z._____ nicht nur geschlagen, sondern auch 

vergewaltigt worden sei. 

 Bei der Staatsanwaltschaft führte die Privatklägerin 1 am 29. September 

2010 dann aus, das erste Mal, dass der Beschuldigte sie zum 

- 18 - 

Geschlechtsverkehr gezwungen habe, sei in Z._____ im Juni 2009 gewesen. 

Sodann erwähnte sie, dass sie bereits im Januar 2010 einem Polizisten 

gegenüber erwähnt habe, dass schon einmal so etwas passiert sei, sie aber nicht 

darüber sprechen möchte (HD 6/2 S. 19). Dass die Privatklägerin 1 im Januar 

2010 nicht über die Vergewaltigung in Z._____ reden wollte, ist nicht 

ungewöhnlich, ist doch bekannt, dass Vergewaltigungsopfer oft nicht über das 

Geschehene reden möchten, sei es, weil sie sich (wenn auch grundlos) dafür 

schämen oder die Schuld bei sich selber suchen. Immerhin erwähnte sie jedoch 

bereits am 27. Januar 2010 der Polizei gegenüber, dass sie vom Beschuldigten 

am 17. Juni 2009 in Z._____ mit Händen und Füssen grün und blau geschlagen 

worden sei und er gegen sie vorgegangen sei wie ein Tier (ND 1/6 S. 3). Auch 

wenn es zutrifft, dass die Privatklägerin nicht bereits bei der ersten Gelegenheit 

von der Vergewaltigung erzählte, wie die Verteidigung geltend macht (Urk. 69 S. 6 

f.), lässt nicht daraus schliessen, dass sie nicht die Wahrheit sagte. 

 In der Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft vom 20. Oktober 2010 führte 

die Privatklägerin 1 aus, sie könne sich noch genau erinnern, dass die 

Vergewaltigung in Z._____ in der Nacht zwischen dem 17. und 18. Juni 2009 

stattgefunden habe, da sie und der Beschuldigte an diesem Tag ihr 5-jähriges 

Jubiläum gehabt hätten. Sie erzählte detailliert von der gegenseitigen Schlägerei 

im Hotelzimmer, wie der Beschuldigte sie vom Balkon weggerissen und zum Bett 

getragen habe und wie der Beschuldigte versucht habe, sie zu küssen, ihr 

zwischen die Beine gegriffen und versucht habe, ihr das Nachthemd herunter zu 

streifen und sie sich dagegen gewehrt habe. Weiter führte sie aus, wie er sie 

erneut vom Balkon weg und zum Bett gerissen und das Nachthemd nach oben 

geschoben habe sowie mit dem Kopf zwischen ihre Beine gegangen sei, und sie, 

obwohl sie sich dagegen gewehrt und ihn aufgefordert habe, dies nicht zu tun, im 

Intimbereich geleckt habe. Detailreich führte die Privatklägerin 1 weiter aus, wie 

sie geweint, er sie aber trotzdem geküsst habe und schliesslich mit seinem Glied 

gegen ihren Willen in sie eingedrungen sei (HD 6/3 S. 6 f.). 

 Die Darstellung der Privatklägerin 1 wirkt - insbesondere aufgrund der vielen 

Details - authentisch und lebensnah, weist keine Widersprüche auf und ergibt ein 

- 19 - 

stimmiges Ganzes. Sodann neigt sie nicht zu Übertreibungen, sondern räumte 

auch ein, sich während der Vergewaltigung nicht gewehrt zu haben und 

verzichtete darauf, weitere Vorfälle zu nennen, bei denen sie der Meinung ist, sie 

hätte sich wehren oder um Hilfe rufen können. Damit erscheinen ihre Aussagen 

äusserst glaubhaft. 

 Die Vorinstanz hat sich bereits detailliert mit den Aussagen des 

Beschuldigten auseinandergesetzt (Urk. 51 S. 24). Zusammenfassend und 

teilweise ergänzend ist Folgendes festzuhalten: 

 Die anlässlich der Einvernahmen vom 29. September 2010 und 20. Oktober 

2010 von der Privatklägerin 1 geäusserten Vorwürfen bestritt der Beschuldigte in 

der Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft vom 24. November 2010 pauschal. 

Er führte zuerst zwar aus, er habe "dazu vieles zu sagen", beschränkte sich dann 

aber vor allem darauf, die Privatklägerin 1 als Lügnerin und schlechte Mutter und 

sich als Opfer darzustellen (HD 5/5 S. 2). 

 d) Das Aussageverhalten des Beschuldigten weist sich auch bezüglich 

dieser Vorwürfe als ausweichend und karg aus. Durch Schuldzuweisungen an die 

Privatklägerin 1 versucht er offensichtlich von den Vorwürfen abzulenken und sich 

in ein günstigeres Licht zu rücken. Dies alles lässt erhebliche Zweifel an der 

Glaubhaftigkeit seiner Aussagen aufkommen. Zusammenfassend vermögen die 

Aussagen des Beschuldigten die Darstellung der Privatklägern 1 nicht zu 

erschüttern. 

 Allerdings umschreibt der Anklagesachverhalt, welcher sich auf die (wenn 

auch glaubhafte) Darstellung der Privatklägerin 1 stützt, den objektiven 

Tatbestand einer sexuellen Nötigung und einer Vergewaltigung nicht hinreichend. 

Dieser enthält als Mittel zur Duldung einer beischlafsähnlichen oder einer anderen 

sexuellen Handlung bzw. des Beischlafs Drohung, Anwendung von Gewalt, 

psychisches Unterdrucksetzen oder Herbeiführen der Widerstandsunfähigkeit 

(vgl. Art. 189 und 190 StGB). Aus der Anklage ergibt sich nicht, dass der 

Beschuldigte der Privatklägerin 1 gedroht oder sie unter psychischen Druck 

gesetzt hätte. Es geht daraus hervor, dass der Beschuldigte die Privatklägerin 1 

- 20 - 

zweimal am Arm vom Balkon wegriss; weitere Anzeichen von Gewalt sind nicht 

umschrieben. Es wird zwar weiter erwähnt, dass die Privatklägerin 1 erfolglos 

versucht habe, beim folgenden Cunnilingus den Kopf des Beschuldigten 

wegzustossen und dass er ihr körperlich überlegen gewesen sei, aber inwiefern 

er bei den sexuellen Handlungen im Zimmer Gewalt anwandte oder sie 

widerstandsunfähig machte, ergibt sich aus dem Anklagesachverhalt nicht. 

Vielmehr entsteht der Eindruck, dass die Privatklägerin 1 noch in der Lage 

gewesen wäre, sich zur Wehr zu setzen. 

 Spätestens bei der Prüfung des Vorsatzes, d.h. des subjektiven 

Tatbestands, ergibt sich, dass dieser dem Beschuldigten nicht nachgewiesen 

werden kann. Den sexuellen Handlungen und dem Geschlechtsverkehr war zwar 

ein Streit vorausgegangen, daraus allein musste der Beschuldigte jedoch nicht 

schliessen, dass die Privatklägerin 1 diese nicht wollte. Die Ehe war in Z._____ 

noch nicht zerrüttet. Man machte gemeinsam Ferien und hatte das 5-jährige 

Jubiläum. Selbst wenn die Privatklägerin 1 zuvor im Streit sagte, er ekle sie an, er 

solle aufhören und seinen Kopf wegstiess, ist das kein Nachweis, dass der 

Beschuldigte realisierte, dass sich diese allenfalls als widerstandsunfähig sah. Es 

ist denkbar, dass er davon ausging, dass der Streit nun vorüber war und man sich 

wieder versöhnte. Auch dem Geschlechtsverkehr war keine Gewalt 

vorangegangen, aus welcher der Beschuldigte hätte schliessen müssen, dass er 

die Privatklägerin 1 damit widerstandsunfähig gemacht und dass ein darauf 

folgender Geschlechtsverkehr unmöglich dem Willen der Privatklägerin 1 

entsprechen konnte. Die Privatklägerin 1 räumte jedenfalls selber ein, dass sie 

sich nicht gewehrt hatte. 

 Da sich all diese erheblichen Zweifel nicht aus dem Weg räumen lassen, 

kann der Sachverhalt gemäss Anklageziffer 1.1.2 nicht als erstellt erachtet 

werden, weshalb der Beschuldigte diesbezüglich vom Vorwurf der sexuellen 

Nötigung und der Vergewaltigung freizusprechen ist. 

 4. Vorfall vom Februar 2010 in I._____ (Anklageziffer 1.1.3) 

- 21 - 

 a) Dem Beschuldigten wird hier vorgeworfen, im Februar 2010 die 

Privatklägerin 1 mit beiden Händen am Hals gewürgt zu haben, so dass sie keine 

Luft mehr bekommen habe und während 3 bis 4 Tagen aufgrund von 

Schluckbeschwerden nicht mehr habe essen können. Zudem habe er gegen ihren 

Willen an ihr den Geschlechtsverkehr vollzogen, wobei die Privatklägerin 1 

aufgrund des vorangegangenen massiven Angriffs des Beschuldigten gegen ihren 

Hals Angst gehabt und unter Schock gestanden und deshalb nicht in der Lage 

gewesen sei, sich zur Wehr zu setzen. 

 b) Die Vorinstanz gelangte zum Schluss, dass der eingeklagte 

Sachverhalt erstellt sei. Zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen kann vorab 

auf diese zutreffenden Erwägungen im angefochtenen Entscheid verwiesen 

werden (Art. 82 Abs. 4 StPO; Urk. 51 S. 28 ff.). 

 c) Der eingeklagte Sachverhalt stützt sich auf die Aussagen der 

Privatklägerin 1 und des Beschuldigten. 

 Was die Aussagen der Privatklägerin 1 betrifft, so kann auf die 

diesbezüglichen vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen werden (Urk. 51 S. 28 

f.). Folgendes ist zu ergänzen: 

 In der Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft vom 29. September 2010 

erwähnte die Privatklägerin 1, dass sie im Februar 2010 vergewaltigt worden sei 

(HD 6/2 S. 19). Am 20. Oktober 2010 führte sie dann detailliert aus, wie sie vom 

Beschuldigten gewürgt worden sei und wie er sie anschliessend vergewaltigt 

habe. Sie beschrieb dabei ihre Gefühle und ihren Zustand sehr lebensnah und 

authentisch. Dabei verheimlichte sie auch nicht, dass sie kurz davor stand, den 

Beschuldigten mit einem Messer zu stechen (HD 6/3 S. 7 ff.). Sodann ist nicht 

allgemein bekannt, dass Würgen zu Schluckbeschwerden führen kann, weshalb 

ihre diesbezügliche Schilderung dafür spricht, dass sie tatsächlich gewürgt wurde. 

 Ihre Aussagen sind - entgegen der Auffassung der Verteidigung (Urk. 69 S. 

8 f.) - durchaus glaubhaft, gerade auch, weil sie nicht übertrieben erscheinen und 

- 22 - 

die Privatklägerin 1 sogar eingestand, den Beschuldigten beinahe gestochen zu 

haben. 

 d) Bezüglich der Aussagen des Beschuldigten hat bereits die Vorinstanz 

Ausführungen gemacht, auf welche verwiesen werden kann (Urk. 51 S. 29). In der 

Schlusseinvernahme bestritt er die Vorwürfe bezüglich Februar 2010 pauschal 

(HD 5/7 S. 7). Erneut vermögen die Aussagen des Beschuldigten nicht zu 

überzeugen. Es ist sodann zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte kurz zuvor 

wegen eines Vorfalls mit der Privatklägerin 1 in Haft gewesen war. Bereits 

aufgrund dieser Zerrüttung in der Beziehung durfte der Beschuldigte im Februar 

2010 nicht mehr ohne Weiteres von einvernehmlichem Sex ausgehen. 

Insbesondere musste er erkennen, dass die Privatklägerin 1, nachdem sie 

gewürgt worden war, keinen Geschlechtsverkehr mehr mit ihm wollte und es 

dieser aufgrund der vorausgegangenen Gewalt - entgegen der Auffassung der 

Verteidigung (Urk. 69 S. 9) - nicht mehr zumutbar war, sich zu wehren. 

 Gestützt auf die glaubhaften Aussagen der Privatklägerin 1 ist der 

Sachverhalt gemäss Anklageziffer 1.1.3 als erstellt zu erachten. 

 5. Vorfall vom 26. Januar 2010 in I._____ (Anklageziffer 1.2) 

 a) In dieser Anklageziffer wird dem Beschuldigten vorgeworfen, am 

26. Januar 2010 im Verlauf einer verbalen Auseinandersetzung versucht zu 

haben, die Privatklägerin 1 am Verlassen der Wohnung zu hindern, indem er mit 

einer Hand die Wohnungstüre zugehalten und mit der anderen Hand die Hand der 

Privatklägerin 1 gepackt habe. Dabei habe die Privatklägerin 1 eine Schwellung 

mit Schmerzen am rechten Ringfinger erlitten. 

 b) Die Vorinstanz gelangte zum Schluss, dass der eingeklagte 

Sachverhalt erstellt sei. Um unnötige Wiederholungen zu vermeiden, kann vorab 

auf diese zutreffenden Erwägungen im angefochtenen Entscheid verwiesen 

werden (Art. 82 Abs. 4 StPO; Urk. 51 S. 28 ff.). 

 c) Der eingeklagte Sachverhalt stützt sich auf die Aussagen der 

Privatklägerin 1 und des Beschuldigten. 

- 23 - 

 Mit den Aussagen der Privatklägerin 1 hat sich bereits die Vorinstanz 

befasst (Urk. 51 S. 32). Zu ergänzen ist Folgendes: In der polizeilichen 

Einvernahme vom 27. Januar 2010 führte die Privatklägerin 1 detailliert und 

lebensnah auf, wie es zur Verletzung des Fingers gekommen sei. Der Arzt, den 

sie aufgesucht habe, habe am rechten Ringfinger eine Verstauchung 

diagnostiziert (ND 1/6 S. 2 f.). Dies wird durch dessen Zeugnis bzw. Bericht 

bestätigt (ND 1/10-11). Bei der Staatsanwaltschaft am 29. September 2010 

wiederholte die Privatklägerin 1 ihre Aussagen, wobei diese im Kern mit den 

früheren Aussagen übereinstimmen (HD 6/2 S. 17 f.). 

 Die Aussagen der Privatklägerin 1 sind konstant und stimmig, womit sie 

glaubhaft sind. Es ist sodann nicht nachvollziehbar, wieso sie gegenüber dem 

Arzt hätte erzählen sollen, dass der Beschuldigte die Verstauchung des Fingers 

verursacht hat, wenn dem nicht so gewesen wäre. 

 Bezüglich der Aussagen des Beschuldigten kann ebenfalls vorab auf die 

diesbezüglichen vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen werden (Urk. 51 S. 32). 

 In der polizeilichen Einvernahme vom 28. Januar 2010 begann der 

Beschuldigte sofort wieder damit, die Privatklägerin 1 als schlechte Mutter 

hinzustellen. Er führte aus, dass sie ihn an seiner Jacke gezerrt und sich dabei 

ihren Finger verletzt habe. Er habe nichts gemacht, denn er habe seinen Sohn auf 

dem Arm gehalten (ND 1/4 S. 2). Ausführlich berichtete er dann darüber, wie oft 

seine Frau chatte und wie er herausgefunden habe, mit wem sie chatte (ND 1/4 

S. 3 f.). Auch in der Hafteinvernahme vom 29. Januar 2010 konzentrierten sich 

die Ausführungen des Beschuldigten hauptsächlich auf das Chatten der 

Privatklägerin 1 mit fremden Männern und dass sie keine gute Mutter sei (ND 1/5 

S. 2 ff.). Sodann führte er aus, dass sich die Privatklägerin 1 selbst verletzt habe, 

als sie sich losgezerrt habe (ND 1/5 S. 2). Diese Aussage steht im Widerspruch 

zur ersten Aussage, wonach sie ihn an der Jacke gezerrt habe und deutet zudem 

darauf hin, dass er sich eben doch festgehalten habe, denn sonst hätte sie sich 

nicht "loszerren" müssen. In der Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft vom 24. 

November 2010 führte der Beschuldigte - auf den Vorfall vom Januar 2010 

angesprochen - aus, er habe vieles dazu zu sagen, beschränkte sich aber darauf, 

- 24 - 

zu erwähnen, dass sie viel gestritten hätten, weil die Privatklägerin 1 sein Geld 

verputzt habe (HD 5/5 S. 4). In der Schlusseinvernahme machte der Beschuldigte 

erneut geltend, die Privatklägerin 1 habe an seiner Jacke gezerrt und sich dabei 

am Ringfinger verletzt (HD 5/7 S. 7), was er auch anlässlich der 

Berufungsverhandlung geltend machte (Urk. 67 S. 9). 

 d) Die Schuldzuweisungen an die Privatklägerin 1 und die Widersprüche 

in den Aussagen des Beschuldigten lassen dessen Darstellung nicht glaubhaft 

erscheinen. Vielmehr erweckt er wiederum den Eindruck, als wollte er damit vom 

gegen ihn erhobenen Vorwurf ablenken. Es ist nicht plausibel, dass die 

Privatklägerin 1 sich ohne Gewalteinwirkung durch den Beschuldigten verletzt 

hatte. Zusammenfassend kann auf die glaubhaften Aussagen der Privatklägerin 1 

abgestellt werden, womit auch der Sachverhalt gemäss Anklageziffer 1.2 erstellt 

ist. 

 6. Vorfall vom 10. Februar 2010 in J._____ (Anklageziffer 1.3) 

 a) Dem Beschuldigten wird hier vorgeworfen, am 10. Februar 2010 mit 

der Drohung (verbal und mit einer Eisenstange) gegenüber der Privatklägerin 2 

und ihrem Ehemann, die Privatklägerin 2 in grosse Angst versetzt zu haben und 

sie befürchten lassen habe, dass er ihr, ihrem Kind und ihrem Ehemann etwas 

antun könnte, namentlich sie mit der Metallstange, welcher er in der Hand 

gehalten habe, schlagen könnte. 

 b) Die Vorinstanz gelangte zum Schluss, dass der eingeklagte 

Sachverhalt erstellt sei. Zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen kann vorab 

auf diese Erwägungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Art. 82 

Abs. 4 StPO; Urk. 51 S. 34 ff.). 

 c) Der eingeklagte Sachverhalt stützt sich auf die Aussagen der 

Privatklägerin 2, ihres Ehemannes KA._____ und des Beschuldigten. 

 Die Vorinstanz hat bereits ausführliche Erwägungen zu den Aussagen der 

Privatklägerin 2 gemacht (Urk. 51 S. 35 f.). Folgendes ist zu ergänzen: Die 

Privatklägerin 2 führte in der polizeilichen Einvernahme vom 12. Februar 2010 

- 25 - 

aus, sie und ihr Mann seien vom Beschuldigten beschimpft und ihr Mann mit dem 

Tod bedroht worden. Sie habe ihm gesagt, er solle sie in Ruhe lassen, sie hätten 

ja ein Baby dabei. Er habe dann eine Eisenstange in die Hand genommen, worauf 

sie zur ihrem Mann gegangen sei und um Hilfe geschrien habe, da sie Angst 

gehabt habe. Ihr Mann habe zur Verteidigung auch eine Stange in die Hand 

genommen. Der Beschuldigte habe eine bedrohliche Haltung eingenommen und 

sie weiter verbal bedroht und dann plötzlich die Stange weggeworfen. Sie habe 

anschliessend ihren Mann umarmt und sie seien weggegangen (ND 2/5 S. 1 f.). 

Bei der Staatsanwaltschaft wiederholte die Privatklägerin 2 am 23. November 

2010 ihre Aussagen als Zeugin. Sie ergänzte, dass ihr Mann wegen des Kindes 

schnell nach Hause habe gehen wollen. An der Busstation am … habe sie eine 

Frau stehen sehen, die auf den Bus gewartet habe. Sie habe ihren Mann gefragt, 

weshalb diese Frau dort warte und er habe gesagt, dass ihm das "scheissegal" 

sei. Er habe nach Hause gehen wollen. Plötzlich habe der Beschuldigte 

geschrieen, dass man so nicht mit einer Frau rede (ND 2/9 S. 3 ff.). 

 Betreffend die Aussagen von KA._____ kann vorab auf die diesbezüglichen 

vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen werden (Urk. 51 S. 36 f.). 

Zusammenfassend und teilweise ergänzend kann Folgendes festgehalten 

werden: Die Aussagen von KA._____ in den polizeilichen Einvernahmen vom 

17. Mai 2010 stimmen im Wesentlichen mit der Darstellung der Privatklägerin 2 

überein (ND 2/6 S. 1, ND 2/7 S. 1 f.). Er erwähnte, dass er seiner Frau gegenüber 

gesagt habe, das gehe sie nichts ans, bevor es zum Streit mit dem Beschuldigten 

gekommen sei (ND 2/7 S. 2). KA._____ wiederholte und ergänzte seine 

Aussagen an der Konfrontationseinvernahme vom 23. November 2010 (ND 2/8 

S. 3 ff.). Er führte aus, dass seine Frau gefragt habe, was die Frau beim Schild 

der vormaligen Bushaltestelle mache, worauf er geantwortet habe, das sei ihm 

"scheissegal" (ND 2/8 S. 4). 

 Was die Aussagen des Beschuldigten betrifft, sind die diesbezüglichen 

vorinstanzlichen Erwägungen zu beachten (Urk. 51 S. 37 f.). Zusammenfassend 

und teilweise ergänzend ist Folgendes festzuhalten: In der polizeilichen 

Einvernahme vom 8. März 2010 machte der Beschuldigte geltend, KA._____ 

- 26 - 

habe eine Eisenstange genommen und ihn angegriffen. Die Privatklägerin 2 habe 

geweint und ihm gesagt, er solle das nicht machen (ND 2/4 S. 1). Er selber habe 

nichts gemacht, sondern die Privatklägerin 2 in Schutz genommen, weil sie von 

ihrem Ehemann beschimpft worden sei (ND 2/4 S. 2 f.). In der 

Konfrontationseinvernahme vom 23. November 2010 bestritt der Beschuldigte 

den Vorwurf erneut und machte geltend, dass KA._____ die Privatklägerin 2 

beschimpft habe (ND 2/8 S. 8 ff.). Auch in der Schlusseinvernahme bestritt er den 

Vorwurf (HD 5/7 S. 8). Anlässlich der Berufungsverhandlung führte der 

Beschuldigte aus, die Eheleute K._____ hätten einen Streit gehabt und die 

Privatklägerin 2 habe geweint. Er habe sich deshalb eingemischt und gesagt, 

dass es eine Schande sei (Urk. 67 S. 12 f.). 

 d) Es ist unbestritten, dass dem Einmischen des Beschuldigten 

mindestens eine Diskussion zwischen den Eheleuten K._____ voranging und 

diese räumten selbst ein, dass sich der Beschuldigte deswegen eingemischt 

habe. Deshalb ist es glaubhaft, dass der Beschuldigte die Privatklägerin 2 

beschützen wollte. Unter diesen Umständen macht es aber keinen Sinn, dass der 

Beschuldigte die Privatklägerin 2 mit einer Eisenstange bedroht haben soll. Wenn 

er jemanden bedrohen wollte, dann wohl ihren Ehemann. Selbst wenn man davon 

ausgeht, dass der Beschuldigte mit einer Eisenstange gedroht hat und selbst 

wenn die Privatklägerin 2 Angst hatte, so war sein Vorsatz nicht darauf gerichtet, 

die Privatklägerin 2 in Angst und Schrecken zu versetzen, wollte er ihr doch 

helfen. Der Sachverhalt gemäss Anklageziffer 1.3 ist damit nicht erstellt und der 

Beschuldigte vom diesbezüglichen Vorwurf der Drohung freizusprechen. 

 7. Vorfall vom 3. Dezember 2010 in D._____ (Anklageziffer 1.4) 

 a) In dieser Anklageziffer wird dem Beschuldigten schliesslich unter 

anderem vorgeworfen, anlässlich des Telefonats mit der Privatklägerin 1 vom 3. 

Dezember 2010, ca. 21.30 Uhr, geäussert zu haben, dass er sie und ihren Freund 

C._____ umbringen werde, wodurch die Privatklägerin 1 in grosse Angst versetzt 

worden sei. Dass auch C._____ verängstigt worden sei, wie es die Anklage 

behauptet, konnte beweismässig nicht erstellt werden, weshalb die Vorinstanz 

diesbezüglich freisprach, was - wie erwähnt - rechtskräftig wurde. 

- 27 - 

 b) Die Vorinstanz gelangte jedoch betreffend die Privatklägerin 1 als 

Bedrohte zum Schluss, dass der eingeklagte Sachverhalt insofern erstellt sei. Um 

unnötige Wiederholungen zu vermeiden, kann vorab auf diese Erwägungen im 

angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO; Urk. 51 S. 40 

f.). 

 c) Der entsprechende Anklagesachverhalt stützt sich auf die Aussagen 

der Privatklägerin 1 und des Beschuldigten selber, während, wie es bereits die 

Vorinstanz zutreffend ausgeführt hat, die polizeiliche Einvernahme von C._____ 

vom 6. Dezember 2010 nicht zulasten des Beschuldigten verwertbar ist. 

 Was die Aussagen der Privatklägerin 1 betrifft, so kann auf die 

diesbezüglichen vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen werden (Urk. 51 S. 40 

f.). Zusammenfassend und teilweise ergänzend ist Folgendes festzuhalten: In der 

polizeiliche Einvernahme vom 6. Dezember 2010 führte die Privatklägerin 1 aus, 

dass der Beschuldigte sie am betreffenden Abend angerufen und ihr gesagt habe, 

dass sie gut zuhören solle und dass er sie und ihren neuen Partner umbringen 

werde (ND 3/3 S. 2). Sie sei wegen den Drohungen so panisch geworden, dass 

C._____ alle Fenster und Türen des Hauses kontrolliert habe. Sie habe Angst 

gehabt (ND 3/4 S. 3 f.). Am 2. Februar 2011 ergänzte die Privatklägerin 1, dass 

der Beschuldigte sie anlässlich des betreffenden Telefonats beschuldigt und ihr 

gesagt habe, dass sie mit einem nicht normalen Mann zusammen lebe, was er 

nicht dulden werde, und sie wiederholte, dass der Beschuldigte gedroht habe, sie 

und ihren Freund umzubringen. Sie habe Angst gehabt, dass er wirklich versuche, 

etwas zu machen, d.h. sie zu schlagen, zu verletzen oder sogar zu töten. Sie 

wiederholte, dass sie in Panik geraten sei und C._____ deshalb Türen und 

Fenster kontrolliert habe (HD 6/4 S. 5 f.). 

 Bezüglich der Aussagen des Beschuldigten hat bereits die Vorinstanz 

Ausführungen gemacht (Urk. 51 S. 40 f.). Zusammenfassend und teilweise 

ergänzend ist Folgendes festzuhalten: Bei der Polizei gestand der Beschuldigte 

am 6. Dezember 2010 zwar ein, den Festnetzanschluss der Privatklägerin 1 

angerufen zu haben, machte aber geltend, nur mit seinem Sohn L._____ 

gesprochen zu haben. Auf die Vorwürfe angesprochen ging er sofort wieder dazu 

- 28 - 

über, die Privatklägerin 1 als schlechte Mutter hinzustellen und sich dahingehend 

zu äussern, dass er wolle, dass sein Kind bei einem anständigen Mann 

aufwachse, und "nicht bei so einem" (ND 3/3 S. 1). Er legte dem Polizeibeamten 

sogar eine schmutzig Pfanne vor, um zu zeigen, dass sie sich nicht um den 

Haushalt und das Kind kümmere (ND 3/3 S. 5). In der Einvernahme bei der 

Staatsanwaltschaft vom 2. Februar 2011 gestand der Beschuldigte ein, die 

Telefongespräche, und damit auch dasjenige um 21.30 Uhr getätigt zu haben. Er 

habe aber niemanden bedroht (HD 5/7 S. 9). 

 d) Die Aussagen des Beschuldigten sind widersprüchlich und geprägt von 

Ausweich- und Ablenkungsversuchen, denn statt auf den Vorwurf einzugehen, 

verwies er auf die angeblich schlechten Mutterqualitäten der Privatklägerin 1. Dies 

deutet darauf hin, dass seine Ausführungen nicht der Wahrheit entsprechen. Es 

bestehen aber erhebliche Zweifel, ob die Privatklägerin 1 durch die Anrufe des 

Beschuldigten tatsächlich in Angst und Schrecken versetzt worden war. So wies 

die Verteidigung zu Recht darauf hin (Urk. 69 S. 10), dass die Privatklägerin 1 

anlässlich der Polizeieinvernahme vom 10. August 2010 ausgeführt hatte, dass 

der Beschuldigte immer wieder damit gedroht habe, sie oder andere 

umzubringen, was sie nicht ernst nehme (HD 6/1 S. 4). Deshalb ist nicht 

ersichtlich, wieso sie genau an diesem Tag diese Drohungen ernst genommen 

haben und dadurch in Angst versetzt worden sein soll. 

 Aufgrund dieser Zweifel kann der Sachverhalt gemäss Anklageziffer 1.4. 

nicht als erstellt erachtet werden. Der Beschuldigte ist demnach vom Vorwurf der 

diesbezüglichen Drohung ebenfalls freizusprechen. 

III. Rechtliche Würdigung 

 Die rechtliche Würdigung durch die Vorinstanz erweist sich als zutreffend 

und wurde weder von der Verteidigung explizit beanstandet (vgl. Urk. 37 S. 1), 

noch von der Staatsanwaltschaft (Urk. 56) und der Privatklägerschaft (Urk. 59) 

angefochten. Die Verteidigung machte einzig rechtliche Ausführungen zum Vorfall 

in Z._____ (Urk. 62 S. 1 f. und Urk. 69 S. 7 ff.). Diesbezüglich ist der Beschuldigte 

- 29 - 

jedoch schon aufgrund des nicht hinreichend erstellten Sachverhalts 

freizusprechen, weshalb nicht weiter darauf einzugehen ist. 

 Der Beschuldigte ist folglich nur hinsichtlich der Anklageziffern 1.1.1 und 

1.1.3 der mehrfachen Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB schuldig 

zu sprechen sowie der mehrfachen Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 

i.V.m. Abs. 2 lit. b StGB (Anklageziffern 1.1.1, 1.1.3, 1.2). Zur Begründung kann 

auf die zutreffenden Erwägungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden 

(Art. 82 Abs. 4 StPO; Urk. 51 S. 20-23, 30-31, 33-34). Vom Vorwurf der 

Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB und der sexuellen Nötigung im 

Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB betreffend Anklageziffer 1.1.2 sowie der 

mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB, teilweise i.V.m. 180 

Abs. 2 lit. a StGB (Anklageziffer 1.3, 1.4) ist er hingegen freizusprechen. 

IV. Schuldfähigkeit und Strafe 

 1. Die Verteidigung stellte den Beweisantrag, dass für den Fall eines 

Schuldspruchs betreffend Anklageziffer 1.1.1 eine psychiatrische Begutachtung 

des Beschuldigten anzuordnen sei. Die Privatklägerin 1 habe ausgeführt, dass sie 

dem Beschuldigten am Abend des 8. August 2010 gesagt habe, dass sie mit 

einem anderen Mann in den Ferien intim geworden sei. Da habe der Beschuldigte 

vollends die Fassung verloren und sei in Schweiss ausgebrochen. Er sei in der 

Wohnung "herumgetigert" und habe sich immer wieder mit der flachen Hand auf 

die Stirn geschlagen. Auch die Zeugin E._____ habe erklärt, der Beschuldigte sei 

sehr nervös geworden, als die Privatklägerin 1 gesagt habe, sie habe mit einem 

anderen Mann geschlafen, und habe mit der Hand auf seinen Kopf geschlagen. 

Sie habe den Beschuldigten gefragt, ob er wegen seiner Ehefrau in die 

psychiatrische Klinik wolle. Gestützt darauf sei davon auszugehen, dass sich der 

Beschuldigte in einer psychischen Ausnahmesituation befunden habe, weshalb 

sich die Frage der Schuldfähigkeit stelle (Urk. 62 S. 2 f.). 

 Besteht ernsthafter Anlass, an der Schuldfähigkeit des Täters zu zweifeln, 

so ordnet die Untersuchungsbehörde oder das Gericht die sachverständige 

- 30 - 

Begutachtung durch einen Sachverständigen an (Art. 20 StGB). Die 

Notwendigkeit, einen Sachverständigen zuzuziehen, ist erst dann gegeben, wenn 

Anzeichen vorliegen, die geeignet sind, Zweifel hinsichtlich der vollen 

Schuldfähigkeit zu erwecken, wie etwa ein Widerspruch zwischen Tat und 

Täterpersönlichkeit oder völlig unübliches Verhalten, bei früherer psychiatrischer 

Behandlung oder Befunden, wenn die Tatausführung auffällige Eigenheiten zeigt 

oder die Tat mit der bisherigen Lebensführung unvereinbar erscheint, je nach den 

Umständen bei wiederholten Sittlichkeitsdelikten, Affektzuständen oder 

Selbstmordversuchen (Trechsel/Jean-Richard, StGB PK, Art. 20 N 2; BGE 116 IV 

273 E. 4a). 

 Dass der Beschuldigte nervös wurde, die Fassung verlor und sich mit der 

Hand auf den Kopf schlug, sind zwar durchaus Zeichen dafür, dass er wütend und 

eifersüchtig wurde, aber noch keine Anzeichen, die geeignet sind, Zweifel 

hinsichtlich der vollen Schuldfähigkeit des Beschuldigten zu erwecken. Der 

Beschuldigte war immer wieder eifersüchtig und hatte sehr oft Streit mit der 

Privatklägerin 1, weshalb es sich an jenem Abend nicht um eine 

Ausnahmesituation handelte. Ausserdem waren er und die Privatklägerin 1 zu 

diesem Zeitpunkt bereits getrennt und so konnte es ihn nicht derart aus der 

Fassung bringen, dass die Privatklägerin 1 mit einem anderen Mann körperlichen 

Kontakt hatte, so dass er deswegen nicht mehr oder vermindert einsichts- oder 

steuerungsfähig war. Das Verhalten des Beschuldigten reicht folglich nicht aus, 

um an seiner Schuldfähigkeit zu zweifeln, weshalb der Antrag auf Erstellung eines 

psychiatrischen Gutachtens abzuweisen ist. 

 2. a) Die Verteidigung beantragte vor Vorinstanz für den Fall eines 

Schuldspruchs eine Freiheitsstrafe von maximal 14 Monaten (Urk. 37 S. 3) und 

anlässlich der Berufungsverhandlung eine deutlich tiefere Strafe als diejenige, 

welche die Vorinstanz ausgesprochen hat (Urk. 69 S. 10). Die Staatsanwaltschaft 

stellte in ihrer Anschlussberufung den Antrag, dass der Beschuldigte mit einer 

Freiheitsstrafe von 4 ½ Jahren und einer Busse von Fr. 1'000.– zu bestrafen sei 

(Urk. 56 S. 1, Urk. 70 S. 1). 

- 31 - 

Die Vorinstanz hat den Strafrahmen korrekt abgesteckt und die gesetzlichen 

Zumessungsregeln wie auch die hier massgeblichen belastenden und 

entlastenden Faktoren zutreffend dargelegt. Um unnötige Wiederholungen zu 

vermeiden, kann vorab auf alle diese Erwägungen im angefochtenen Entscheid 

verwiesen werden (Urk. 51 S. 42 ff.). 

 Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzungen für 

mehrere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht zu der Strafe der 

schwersten Straftat und erhöht sie angemessen. Es darf jedoch das Höchstmass 

der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte erhöhen. Dabei ist es an das 

gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden (Art. 49 Abs. 1 StGB). Gemäss 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist bei der Bildung einer Gesamtstrafe nach 

Art. 49 Abs. 1 StGB vorab der Strafrahmen für die schwerste Straftat zu 

bestimmen und alsdann die Einsatzstrafe für die schwerste Tat innerhalb dieses 

Strafrahmens festzusetzen. Schliesslich ist die Einsatzstrafe unter Einbezug der 

anderen Straftaten in Anwendung des Asperationsprinzips angemessen zu 

erhöhen. Das Gericht hat mithin in einem ersten Schritt gedanklich die 

Einsatzstrafe des schwersten Delikts festzulegen, indem es alle diesbezüglichen 

straferhöhenden und strafmindernden Umstände einbezieht. In einem zweiten 

Schritt hat es die Strafe zu erhöhen, um die weiteren Delikte zu sanktionieren. 

Auch dort muss es den jeweiligen Umständen Rechnung tragen (BGE 

6B_865/2009 vom 25. März 2010 E. 1.2.2). Als schwerste Tat gilt jene, die 

gemäss abstrakter Strafdrohung des Gesetzes mit der höchsten Strafe bedroht ist 

(BGE 6B_885/2010 vom 7. März 2011 E. 4.4.1). 

 b) Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB ist mit 

Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren bedroht, wobei von den beiden 

Vergewaltigungen diejenige vom 8. August 2010 im Vordergrund steht. 

Innerhalb des festgelegten Strafrahmens misst das Gericht die Strafe nach 

dem Verschulden des Täters zu. Es berücksichtigt das Vorleben und die 

persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf dessen Leben (Art. 47 

Abs. 1 StGB). Das Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung oder 

Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, 

- 32 - 

den Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit der 

Täter nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die 

Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden (Art. 47 Abs. 2 StGB). Ausgangspunkt 

bei der Strafzumessung ist die objektive Tatschwere, d.h. die Schwere der 

Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts bzw. der schuldhaft 

verursachte Erfolg. Ebenso massgeblich ist die subjektive Tatschwere, die sich 

aus der Intensität des deliktischen Willens sowie den Beweggründen für die Tat 

ergibt. Mit zu berücksichtigen sind schliesslich das Vorleben und die persönlichen 

Verhältnisse des Täters. 

 Betreffend die objektive Tatschwere ist zu berücksichtigen, dass der 

Beschuldigte die körperliche Unterlegenheit der Privatklägerin 1 hemmungslos 

ausnutzte und dabei nicht davor zurückschreckte, Gewalt anzuwenden. Er 

handelte gegen den Willen der Privatklägerin 1 und ohne Rücksicht auf allfällige 

psychische Konsequenzen des Opfers. Die Vergewaltigung dauerte zwar nicht 

allzu lange und es wurden dabei keine Hilfsmittel angewandt, es war aber 

immerhin bereits das zweite Mal, dass die Beschuldigte dies erdulden musste. 

Das Verschulden wiegt in objektiver Hinsicht erheblich. 

 Was die subjektive Tatschwere betrifft, so handelte der Beschuldigte 

direktvorsätzlich. Seine Motive waren egoistisch, da es ihm darum ging, seine 

sexuellen Bedürfnisse zu befriedigen und seine Macht über die Privatklägerin 1 zu 

demonstrieren. Er handelte aus Eifersucht und in der Meinung, dass er mit seiner 

Ehefrau tun und machen könne, was er wolle. In subjektiver Hinsicht wiegt das 

Verschulden ebenfalls erheblich. 

Insgesamt erweist sich für die Vergewaltigung vom 8. August 2010 eine 

Einsatzstrafe von zwei Jahren Freiheitsstrafe als angemessen. 

c) Straferhöhend wirkt sich die weitere Vergewaltigung d.h. diejenige vom 

Februar 2010 aus. Dabei wiegt das Verschulden des Beschuldigten sowohl in 

objektiver als auch in subjektiver Hinsicht erheblich. Auch hier wandte der 

Beschuldigte Gewalt an, um schliesslich die Widerstandsunfähigkeit der 

Privatklägerin 1 herbeizuführen. Er setzte sich über den Willen und das Wohl der 

- 33 - 

Privatklägerin 1 hinweg und handelte direktvorsätzlich und aus rein eigennützigen 

Beweggründen. 

Zusammenfassend rechtfertigt es sich, die Einsatzstrafe von 2 Jahren um 1 

Jahr zu erhöhen, weshalb eine Strafe von 3 Jahre Freiheitsstrafe dem gesamten 

Verschulden des Beschuldigten angemessen erscheint. 

d) Zum Vorleben und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten 

kann vorab auf die Ausführungen im angefochtenen Entscheid (Urk. 51 S. 45) 

bzw. die Personalakten (HD 19) und die Einvernahmen zur Person (HD 5/1 S. 4 

f., HD 19/14, HD 19/16, Urk. 32 S. 1 ff.) verwiesen werden. Ergänzt werden diese 

durch die Einvernahme zur Person anlässlich der Berufungsverhandlung 

(Urk. 67). Daraus ergibt sich, dass der Beschuldigte zusammen mit mehreren 

Brüdern und zwei Schwestern bei seinen Eltern im M._____ aufgewachsen ist. Er 

besuchte die Schulen im M._____ und erlernte dort den Beruf eines 

Maschinentechnikers. 1981 heiratete er das erste Mal. Aus der Ehe gingen vier 

Kinder hervor. Im Jahr 1986 liess er sich in der Schweiz nieder, nachdem er sich 

davor nur temporär mit einer Arbeitsbewilligung in der Schweiz aufgehalten hatte. 

1998 liess er sich scheiden, da seine Frau nicht in der Schweiz wohnen wollte. 

1999 zogen seine Kinder zu ihm in die Schweiz, wo sie heute noch leben. 

N._____, der jüngste Sohn, lebt inzwischen nicht mehr bei ihm. Der Beschuldigte 

wurde im Jahr 2001 Schweizerbürger. Die Privatklägerin 1 lernte er im Januar 

2004 im M._____ kennen und heiratete sie im Juni des selben Jahres in der 

Schweiz. Aus der Ehe ging der Sohn L._____ hervor (HD 5/1 S. 4 f., HD 19/14 

S. 2 ff., Urk. 67 S. 1 ff.). Zu ihm habe er eine gute Beziehung. Er sehe ihn jeden 

zweiten Sonntag und bezahle monatliche Unterhaltsbeiträge von Fr. 1'560.– (Urk. 

32 S. 2 ff.), wobei er anlässlich der Berufungsverhandlung ergänzte, die 

Unterhaltsbeiträge von Fr. 1'500.– seien sowohl für die Privatklägerin 1 als auch 

für L._____ (Urk. 67 S. 3). Von der Privatklägerin 1 liess sich der Beschuldigte am 

25. Mai 2011 scheiden (Urk. 37 S. 2). Im Oktober 2011 hat der Beschuldigte 

wieder geheiratet, lebt inzwischen aber von seiner dritten Ehefrau getrennt. Das 

Scheidungsverfahren sei in O._____ im Gange (Urk. 67 S. 3). 

- 34 - 

Was sein beruflicher Werdegang betrifft, so arbeitete der Beschuldigte von 

1981 bis 1982 als Saisonier bei einer Spenglerfirma in P._____. Danach war er 

als Maurer im M._____ tätig. Von 1986 bis März 1989 arbeitete er bei der Familie 

Q._____ in R._____ als Hilfsarbeiter auf dem Bauernhof und als Hilfskoch in der 

Restaurantküche. Von März 1989 bis Juni 1995 war er bei der Firma S._____ in 

D._____ als Maurer und dann als Vorarbeiter angestellt, danach arbeitete er bis 

Dezember 1999 bei der Firma T._____ in U._____ als Baupolier. Anschliessend 

arbeitete er bis März 2001 bei der Firma V._____ in W._____ als 

Reinigungsvorarbeiter, danach bis Juni 2009 bei der Firma AA._____ in AB._____ 

als Polier. Ab Juni 2009 bis zu seiner Festnahme im August 2010 ging er bei der 

Firma AC._____ AG in J._____ einer Arbeit als Polier im Strassenbau nach 

(HD19/14 S. 5 f., HD 5/1 S. 4). Aufgrund der Verhaftung wurde ihm gekündigt. 

Von Juli 2010 bis 31. Juli 2011 war er infolge eines Unfalls krankgeschrieben. 

Während drei Monaten habe er keine Leistungen der SUVA erhalten, die restliche 

Zeit aber schon. Danach war er während 2 Monaten und 10 Tagen temporär 

angestellt. Ab 10. Oktober 2011 war der Beschuldigte arbeitslos, hat seit dem 

1. Februar 2012 aber einen neuen Arbeitsvertrag bei der Firma AD._____ AG in 

AE._____, wo er als Polier monatlich Fr. 7'600.– brutto als Grundlohn, zuzüglich 

Spesen, bzw. Fr. 6'600.– netto verdient. Er hat ausserdem Schulden in der Höhe 

von ca. Fr. 75'000.–, wovon Fr. 2'000.– monatlich über das Betreibungsamt 

abbezahlt werden (Urk. 32 S. 2 ff., HD 19/16 S. 2, Urk. 66, Urk. 67 S. 4). 

Seine Freizeit verbringt der Beschuldigten im Familiengartenverein bzw. in 

seinem Schrebergarten und mit Pilze sammeln (HD 19/14 S. 7 f., Urk. 67 S. 4 f.). 

Aus der Biographie und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten 

ergeben sich keine Anhaltspunkte, die für die Strafzumessung von wesentlicher 

Bedeutung wären. 

 Entgegen der Auffassung der Verteidigung (Urk. 69 S. 10) liegt keine 

besondere Strafempfindlichkeit vor, da jedes Strafverfahren neben der Strafe 

zusätzliche Belastungen mit sich bringt und der Verlust der Arbeitsstelle eine 

gesetzmässige Folge jeder freiheitsentziehenden Sanktion darstellt. 

- 35 - 

 Der Beschuldigte ist zwar nicht vorbestraft (Urk. 53), was aber ebenfalls 

keine Strafminderung rechtfertigt (BGE 136 IV 1). Weitere Straferhöhungs- oder -

minderungsgründe sind nicht ersichtlich. 

 e) Damit bleibt es bei einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren als 

angemessener Sanktion. Dazu anzurechnen ist die erstandene 

Untersuchungshaft von 60 Tagen (Art. 51 StGB). 

 Die Höhe der Freiheitsstrafe erlaubt keinen bedingten Strafvollzug (vgl. Art. 

42 StGB). Den Vollzug einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr und 

höchstens drei Jahren kann das Gericht nur teilweise aufschieben, wenn dies 

notwendig ist, um dem Verschulden des Täters genügend Rechnung zu tragen 

(Art. 43 Abs. 1 StGB). Bei der Bemessung des vollziehbaren Teils - der hier 

zwischen 6 und 18 Monaten liegt (Art. 43 Abs. 2 und 3 StGB) - ist dem 

Verschulden sowie der Legalprognose Rechnung zu tragen. Das Verhältnis der 

Strafteile ist so festzusetzen, dass darin die Wahrscheinlichkeit der 

Legalbewährung des Täters einerseits und dessen Einzeltatschuld andererseits 

hinreichend zum Ausdruck kommt (BGE 134 IV 15). Der Beschuldigte ist 

Ersttäter, lebt in geordneten Verhältnissen, ist in der Schweiz gut integriert und 

geht einer Arbeit nach, weshalb trotz fehlenden Geständnisses davon 

auszugehen ist, dass das vorliegende Strafverfahren eine entsprechende 

Warnwirkung auf ihn hat und ihn auch der Vollzug nur eines Teils der Strafe 

nachhaltig beeindrucken wird. Es kann ihm deshalb eine günstige Legalprognose 

gestellt werden. Andererseits ist, wie ausgeführt, von einem erheblichen 

Tatverschulden auszugehen. Dies erfordert eine tatsächlich spürbare Sanktion. 

Es rechtfertigt sich deshalb, den vollziehbaren Strafanteil auf 1 Jahr festzusetzen. 

Im Umfang von 2 Jahren ist die Strafe aufzuschieben. Die Probezeit ist auf 2 

Jahre festzusetzen. 

 f) Für die mehrfachen Tätlichkeiten sowie den mehrfachen Ungehorsam 

gegen eine amtliche Verfügung ist zusätzlich eine Busse auszufällen. Vorliegend 

erscheint eine solche von Fr. 1'000.– dem Verschulden, welches bei den 

Übertretungen nicht mehr leicht wiegt, und den persönlichen Verhältnisse des 

Beschuldigten angemessen. Für den Fall, dass der Beschuldigte die Busse 

- 36 - 

schuldhaft nicht bezahlt, ist die Ersatzfreiheitsstrafe auf 10 Tage festzusetzen 

(Art. 106 Abs. 2 StGB). 

V. Zivilpunkt 

 Die Privatklägerin 1 macht eine Genugtuung von Fr. 12'000.– zuzüglich 5 % 

Zins ab 8. August 2010 geltend (Urk. 59 S. 2, Urk. 71). Die Vorinstanz hat die Vor-

aussetzungen für eine Genugtuung zutreffend dargelegt und der Privatklägerin 1 

eine Genugtuung von Fr. 8'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 8. August 2010 

zugesprochen (Urk. 51 S. 48). Die durch die Vorinstanz festgelegte Höhe der 

Genugtuung erscheint im Vergleich mit anderen Fällen der Vergewaltigung als zu 

tief. Gemäss Praxis des Obergerichts wird für eine Vergewaltigung in der Regel 

eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 10'000.– zugesprochen. Da es sich 

vorliegend um zwei Vergewaltigungen handelte, ist der Beschuldigte zu 

verpflichten, der Privatklägerin 1 eine Genugtuung von Fr. 12'000.– zuzüglich 5 % 

Zins ab 8. August 2010 zu bezahlen. 

VI. Kosten 

 Ausgangsgemäss ist die erstinstanzliche Kostenaufstellung (Ziff. 6) zu 

bestätigen. Da der Beschuldigte teilweise freizusprechen ist, sind die Kosten der 

Untersuchung und des erstinanzlichen Verfahrens dem Beschuldigten zu drei 

Vierteln aufzuerlegen und im Übrigen auf die Gerichtskasse zu nehmen. 

 Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Staatsanwaltschaft 

unterliegt mit ihrem Antrag vollumfänglich, wohingegen die Privatklägerin 1 mit 

ihre Antrag obsiegt. Der Beschuldigte wiederum obsiegt mit seinem Antrag auf 

Freispruch teilweise. Beim vorliegenden Ausgang des Verfahrens sind die Kosten 

des Berufungsverfahrens dem Beschuldigten zu zwei Dritteln aufzuerlegen und im 

Übrigen auf die Gerichtskassen zu nehmen. Die Kosten der amtlichen 

Verteidigung sind - unter Vorbehalt der Rückzahlungspflicht gemäss Art. 135 Abs. 

4 StPO - auf die Gerichtskasse zu nehmen. Die Kosten für die unentgeltliche 

- 37 - 

Verbeiständung der Privatklägerin 1 sind ohne Einschränkung auf die 

Gerichtskasse zu nehmen, da solche nur dann von der beschuldigten Person zu 

tragen sind, wenn sie sich in günstigen wirtschaftlichen Verhältnissen befindet 

(Art. 426 Abs. 4 StPO). 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Horgen, III. 

Abteilung, vom 2. November 2011 bezüglich Dispositivziffern 1 teilweise 

(Schuldspruch wegen mehrfachen Ungehorsams gegen amtliche 

Verfügungen), 2 (Freisprüche) und 7 (Entschädigung Rechtsbeistand der 

Privatklägerin 1) in Rechtskraft erwachsen ist. 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist ausserdem schuldig 

− der mehrfachen Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB 

(Anklageziffern 1.1.1 und 1.1.3) sowie 

− der mehrfachen Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 i.V.m. 

Abs. 2 lit. b StGB. 

2. Der Beschuldigte wird vom Vorwurf der Vergewaltigung im Sinne von 

Art. 190 Abs. 1 StGB und der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 

Abs. 1 StGB (Anklageziffer 1.1.2) sowie der mehrfachen Drohung im Sinne 

von Art. 180 Abs. 1 StGB, teilweise i.V.m. Art. 180 Abs. 2 lit. a StGB, 

freigesprochen. 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 3 Jahren Freiheitsstrafe, wovon 60 Tage 

durch Untersuchungshaft erstanden sind, und einer Busse von Fr. 1'000.–. 

- 38 - 

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 2 Jahren aufgeschoben 

und die Probezeit auf zwei Jahre festgesetzt. Im Übrigen (1 Jahr abzüglich 

60 Tage Untersuchungshaft) wird die Freiheitsstrafe vollzogen. 

5. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 10 Tagen. 

6. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 1 Fr. 12'000.– 

zuzüglich 5 % Zins seit 8. August 2010 als Genugtuung zu bezahlen. 

7. Die erstinstanzliche Kostenaufstellung (Ziff. 6) wird bestätigt. Die Kosten der 

Untersuchung und des erstinstanzlichen Verfahrens werden dem 

Beschuldigten zu drei Vierteln auferlegt und im Übrigen auf die 

Gerichtskasse genommen. 

8. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr.     amtliche Verteidigung (ausstehend) 

Fr.     unentgeltliche Geschädigtenvertretung (ausstehend) 

 
9. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden zu zwei Dritteln dem 

Beschuldigten auferlegt und im Übrigen auf die Gerichtskasse genommen. 

Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse 

genommen. Die Rückzahlungspflicht bleibt vorbehalten. Die Kosten der 

unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin 1 werden auf die 

Gerichtskasse genommen. 

10. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Angeklagten (übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich (übergeben) 
− den Vertreter der Privatklägerin 1 im Doppel für sich und zuhanden der 

Privatklägerin 1 
− die Privatklägerin 2 (Dispositivziffern 2, 10, 11) 

- 39 - 

 (Eine begründete Urteilsausfertigung - und nur hinsichtlich ihrer 

eigenen Anträge (Art. 84 Abs. 4 StPO) - wird den Privatklägern nur 

zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach Erhalt des Dispositivs 

verlangen.) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Angeklagten  

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich 
− den Vertreter der Privatklägerin 1 im Doppel für sich und zuhanden der 

Privatklägerin 1 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung 

allfälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdiesnte 
− die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und 

Vernichtung des ED-Materials" zwecks Löschung des DNA-Profils 
− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A. 

11. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des 

Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des 

Bundesgerichtsgesetzes. 

 

- 40 - 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer 

 
 

Zürich, 11. Dezember 2012 
 
 

Der Vorsitzende: 
 
 
 

Oberrichter lic. iur. Th. Meyer 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. Oswald 
 

 

	Urteil vom 11. Dezember 2012
	 Anklage:
	Urteil der Vorinstanz:
	Berufungsanträge:
	In Abänderung von Ziff. 1, 3, 4, 5, 6 des angefochtenen Urteils sei der Beschuldigte lediglich des mehrfachen Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen (Anklagepunkt 1.4) schuldig zu sprechen. Von den übrigen Anklagepunkten sei er freizusprechen. Die Ans...
	Mein Mandant sei mit einer geringeren Busse zu belegen.
	Auf die Zivilforderungen sei nicht einzutreten. Die Anschlussberufung der Privatklägerin sei abzuweisen.
	Die Kosten beider Verfahren seien auf die Staatskasse zu nehmen und es sei ihm eine angemessene Genugtuung und Schadenersatz für die erlittene Haft sowie eine Parteientschädigung für die erstinstanzliche erbetene Verteidigung zuzusprechen.
	1. Das Urteil des Bezirksgerichts Horgen vom 2. November 2011 sei grundsätzlich zu bestätigen, mit folgender wesentlicher Ausnahme:
	2. Der Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von 4 ½ Jahren und einer Busse von Fr. 1'000.– unter Anrechnung der erstandenen Haft zu bestrafen.
	Erwägungen:
	I.  Prozessuales

	Der Schuldspruch wegen mehrfachen Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen (Dispositivziffer 1, 5. Spiegelstrich), der Freispruch des Beschuldigten vom Vorwurf der Drohung gegen C._____ sowie vom Vorwurf des Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen betre...
	II.  Sachverhaltserstellung
	III.  Rechtliche Würdigung
	IV.  Schuldfähigkeit und Strafe
	V.  Zivilpunkt
	VI.  Kosten

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Horgen, III. Abteilung, vom 2. November 2011 bezüglich Dispositivziffern 1 teilweise (Schuldspruch wegen mehrfachen Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen), 2 (Freisprüche) und 7 (Entschädig...
	2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist ausserdem schuldig
	 der mehrfachen Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB (Anklageziffern 1.1.1 und 1.1.3) sowie
	 der mehrfachen Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 i.V.m. Abs. 2 lit. b StGB.

	2. Der Beschuldigte wird vom Vorwurf der Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB und der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 1.1.2) sowie der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB, teilweise i.V....
	3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 3 Jahren Freiheitsstrafe, wovon 60 Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind, und einer Busse von Fr. 1'000.–.
	4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 2 Jahren aufgeschoben und die Probezeit auf zwei Jahre festgesetzt. Im Übrigen (1 Jahr abzüglich 60 Tage Untersuchungshaft) wird die Freiheitsstrafe vollzogen.
	5. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 10 Tagen.
	6. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 1 Fr. 12'000.– zuzüglich 5 % Zins seit 8. August 2010 als Genugtuung zu bezahlen.
	7. Die erstinstanzliche Kostenaufstellung (Ziff. 6) wird bestätigt. Die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten zu drei Vierteln auferlegt und im Übrigen auf die Gerichtskasse genommen.
	8. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	9. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden zu zwei Dritteln dem Beschuldigten auferlegt und im Übrigen auf die Gerichtskasse genommen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht bleibt vorbeh...
	10. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Angeklagten (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich (übergeben)
	 den Vertreter der Privatklägerin 1 im Doppel für sich und zuhanden der Privatklägerin 1
	 die Privatklägerin 2 (Dispositivziffern 2, 10, 11)

	(Eine begründete Urteilsausfertigung - und nur hinsichtlich ihrer eigenen Anträge (Art. 84 Abs. 4 StPO) - wird den Privatklägern nur zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach Erhalt des Dispositivs verlangen.)
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Angeklagten
	 die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich
	 den Vertreter der Privatklägerin 1 im Doppel für sich und zuhanden der Privatklägerin 1
	 die Vorinstanz
	 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdiesnte
	 die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Löschung des DNA-Profils
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A.

	11. Rechtsmittel:
	Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.