# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a3fbabca-6874-5d13-bc5d-226a23394df1
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-12-01
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 01.12.2025 SST.2025.124
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2025-124_2025-12-01.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 2. Kammer 

 

SST.2025.124 
(ST.2024.58; STA.2019.1482) 

 

 

Urteil vom 1. Dezember 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichterin Plüss, Präsidentin  

Oberrichter Cotti 

Oberrichterin Möckli  

Gerichtsschreiberin Wanner 

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm, 

Untere Grabenstrasse 32, Postfach, 4800 Zofingen  

 

Privatklägerin   A._____ AG, 

[…] 

vertreten durch Rechtsanwalt Thomas Brändli,  

[…] 

 

    
    

Beschuldigte   B._____,  

geboren am tt.mm.1983, von Oberlunkhofen, 

[…] 

verteidigt durch Rechtsanwalt Andreas Holenstein,  

[…]   

  

 
 

Gegenstand  Gehilfenschaft zum gewerbsmässigen Betrug 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Die Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm verurteilte die Beschuldigte mit 

Strafbefehl vom 12. Mai 2023 wegen Gehilfenschaft zum gewerbsmässi-

gen Betrug zu einer bedingten Geldstrafe von 90 Tagessätzen à Fr. 70.00, 

Probezeit von 2 Jahre, sowie zu einer Busse von Fr. 1'200.00, ersatzweise 

17 Tage Freiheitsstrafe. Der Beschuldigten wird folgender Sachverhalt vor-

gehalten: 

 

Am 10.10.2014 wurde C._____ von seiner damaligen Arbeitgeberin, der 
A._____, schriftlich verwarnt, als Angestellter (Engineering Manager) der 
A._____ AG gleichzeitig an die E._____ GmbH Aufträge zu erteilen, für 
welche er als Geschäftsführer und Gesellschafter fungierte. Rund 5 Jahre 
später machte sich C._____ auf folgende Art und Weise strafbar 
(separater Strafbefehl): 
Im Zeitraum vom 29.08.2019 bis 18.03.2021 beschaffte C._____ als 
Geschäftsführer und Gesellschafter der E._____ GmbH von der F._____ 
AG mehrfach Waren im Wert von rund CHF 34‘000.00. Anschliessend 
verkaufte er die Ware weiter an seine Arbeitgeberin, der A._____ AG, für 
welche er nach wie vor als Engineering Manager angestellt war, zu 
überhöhten Preisen von rund CHF 77‘000.00. 
Aufgrund der Abmahnung der A._____ vom 10.10.2014 erstellte und 
verwendete C._____ in der Folge fingierte Rechnungen der vermeintlichen 
G._____ (Scheinfirma), lautend auf B._____, um auf diese Weise die 
A._____ AG im Glauben zu lassen und zu täuschen, sie beziehe Waren 
von der G._____ und nicht (mehr) von der E._____ GmbH. Auf diese 
Weise täuschte C._____ arglistig seine damaligen Vorgesetzten, welche 
dessen Aufträge vorab visierten und damit die schädigenden 
Vermögensdispositionen vermeintlich genehmigt haben. Der zum Nachteil 
der A._____ AG entstandene Vermögensschaden besteht aus der 
Differenz des Warenpreises, wenn diese direkt von der wahrhaftigen 
Herstellerin, der F._____ AG, bezogen worden wäre und dem Preis, 
welcher durch die Scheinfirma G._____ in Rechnung gestellt wurden. Die 
Differenz in Höhe von rund CHF 43‘000.00 liess sich C._____ von der 
Scheinfirma G._____ auf das Konto der E._____ GmbH überweisen, in der 
Absicht die E._____ GmbH und sich unrechtmässig zu bereichern. 
C._____ handelte in der Absicht, auf diese Weise seinen Lebensunterhalt 
zu finanzieren und damit gewerbsmässig. Deliktsbetrag: CHF 43‘121.60. 
Indem B._____ als Arbeitnehmerin der E._____ GmbH im Zeitraum vom 
29.08.2019 bis am 18.03.2021 C._____, resp. der E._____ GmbH, ihre 
beiden privaten PostFinance-Konten, IBAN […] und IBAN […], gegen ein 
Entgelt von CHF 100.00/Transaktion, zur Verfügung stellte, hat sie das 
strafbare Verhalten von C._____ gefördert. B._____ wusste nämlich, dass 
C._____ deren beiden privaten PostFinance-Konten für die Ausstellung 
von Rechnungen verwendet. Weiter wusste B._____, dass C._____ als 
Geschäftsführer und Gesellschafter der E._____ GmbH ihre beiden 
PostFinance-Konten deshalb verwendet, um seiner Arbeitgeberin, der 
A._____ AG, vorzuspiegeln resp. dieser vorzutäuschen, die A._____ AG 
beziehe bei der vermeintlichen Firma, G._____, Waren, obschon die 
A._____ AG in Tat und Wahrheit bei der E._____ GmbH Waren zu deutlich 
überhöhten Preisen bezog. B._____ handelte in der Absicht, sich 
unrechtmässig zu bereichern. 

 - 3 - 

 

 

 

1.2. 

Die Beschuldigte erhob am 24. Mai 2023 Einsprache gegen den Strafbe-

fehl. 

 

1.3. 

Die Staatsanwaltschaft hielt am Strafbefehl fest und überwies diesen am 

8. Mai 2024 als Anklage an das Bezirksgericht Zofingen. 

 

2. 

2.1. 

Mit Urteil vom 9. Dezember 2024 sprach der Präsident des Bezirksgerichts 

Zofingen die Beschuldigte unter Kostenfolgen wegen Gehilfenschaft zum 

gewerbsmässigen Betrug schuldig und verurteilte sie zu einer bedingten 

Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 70.00, Probezeit 2 Jahre, und einer 

Busse von Fr. 250.00, ersatzweise 4 Tage Freiheitsstrafe. Ferner verpflich-

tete die Vorinstanz die Beschuldigte unter solidarischer Haftbarkeit mit 

C._____ zur Bezahlung von Fr. 39'645.25 nebst Zins zu 5 % seit 23. Juni 

2021 sowie von Fr. 13'413.00 (Anwaltskosten) an die Privatklägerin.  

 

2.2. 

Gegen das der Beschuldigten am 20. Dezember 2024 im Dispositiv zuge-

stellte Urteil meldete diese gleichentags Berufung an. Das begründete Ur-

teil wurde ihr in der Folge am 22. April 2025 zugestellt. 

 

3. 

3.1. 

Mit Berufungserklärung vom 8. Mai 2025 beantragte die Beschuldigte unter 

Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Staates und der Privatklä-

gerin, dass sie von Schuld und Strafe freizusprechen sei sowie sämtliche 

Zivilforderungen vollumfänglich abzuweisen, eventualiter auf den Zivilweg 

zu verweisen seien.  

 

3.2. 

Mit Eingabe vom 19. Mai 2025 erhob die Staatsanwaltschaft Anschlussbe-

rufung bezüglich der Bemessung der Strafe. Sie verlangt, die Beschuldigte 

sei zu einer bedingten Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu Fr. 70.00, Probe-

zeit 2 Jahre, und einer Busse von Fr. 1'200.00, ersatzweise 17 Tage Frei-

heitsstrafe, zu verurteilen.  

 

3.3. 

Die Staatsanwaltschaft verzichtete mit Eingabe vom 16. Juni 2025 vorgän-

gig zur Berufungsverhandlung eine Begründung der Anschlussberufung 

einzureichen.  

 

 - 4 - 

 

 

3.4.  

Mit Verfügung vom 16. Juni 2025 wurde die F._____ AG aufgefordert, 

Rechnungen des Jahres 2018 an die Privatklägerin und eine Liste der emp-

fohlenen Verkaufspreise des Jahres 2018 einzureichen.  

 

3.5. 

Am 25. Juni 2025 reichte die F._____ AG verschiedene Unterlagen ein, 

welche den Parteien mit Verfügung vom 1. Juli 2025 zur Kenntnisnahme 

zugestellt wurden.  

 

3.6.  

Die Beschuldigte liess mit Eingabe vom 14. Juli 2025 mitteilen, dass sie die 

Begründung der Berufung und Anschlussberufungsantwort an der Beru-

fungsverhandlung erstatten werde.  

 

3.7. 

Am 1. Dezember 2025 fand die Berufungsverhandlung mit Befragung der 

Beschuldigten und des Mitbeschuldigten C._____ statt. 

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Die Beschuldigte beantragt einen Freispruch und die Staatsanwaltschaft 

hat hinsichtlich der Strafzumessung Anschlussberufung erhoben. Das vor-

instanzliche Urteil ist somit vollständig angefochten und zu überprüfen 

(Art. 404 Abs. 1 StPO). 

 

2. 

Die Vorinstanz fasste zunächst die Aussagen der Beschuldigten, des Mit-

beschuldigten, der Zeugen H._____ und I._____ und der Auskunftsperson 

J._____ zusammen und zeigte anhand der Kontoauszüge die Geldflüsse 

auf. Darauf kann grundsätzlich verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). 

Anschliessend stellte sie in Würdigung dessen den Sachverhalt fest (vorin-

stanzliches Urteil E. 2). In einem nächsten Schritt kam die Vorinstanz in 

Subsumtion des festgestellten Sachverhalts zum Schluss, die Beschuldigte 

habe sich der Mithilfe zum gewerbsmässigen Betrug (vorinstanzliches Ur-

teil E. 3) schuldig gemacht.  

 

Die Beschuldigte verlangt einen Freispruch.  

 

3. 

3.1. 

Gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB macht sich des Betrugs schuldig, wer in der 

Absicht, sich oder einen andern unrechtmässig zu bereichern, jemanden 

durch Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irreführt 

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oder ihn in einem Irrtum arglistig bestärkt und so den Irrenden zu einem 

Verhalten bestimmt, wodurch dieser sich selbst oder einen andern am Ver-

mögen schädigt.   

 

Angriffsmittel beim Betrug ist die Täuschung des Opfers. Die Täuschung ist 

eine unrichtige Erklärung über Tatsachen, die darauf gerichtet ist, bei ei-

nem andern eine von der Wirklichkeit abweichende Vorstellung hervorzu-

rufen (BGE 150 IV 169 E. 5.1; 147 IV 73 E. 3.1; 140 IV 11 E. 2.3.2; 135 IV 

76 E. 5.1).  

 

Die Täuschung muss zudem arglistig sein. Arglist ist nach ständiger Recht-

sprechung gegeben, wenn der Täter ein ganzes Lügengebäude errichtet 

oder sich besonderer Machenschaften oder Kniffe bedient. Bei einfachen 

falschen Angaben ist das Merkmal erfüllt, wenn deren Überprüfung nicht 

oder nur mit besonderer Mühe möglich oder nicht zumutbar ist, sowie dann, 

wenn der Täter den Getäuschten von der möglichen Überprüfung abhält 

oder nach den Umständen voraussieht, dass dieser die Überprüfung der 

Angaben aufgrund eines besonderen Vertrauensverhältnisses unterlassen 

werde. Arglist scheidet aus, wenn der Getäuschte den Irrtum mit einem 

Mindestmass an Aufmerksamkeit hätte vermeiden können. Auch unter dem 

Gesichtspunkt der Opfermitverantwortung erfordert die Erfüllung des Tat-

bestands indes nicht, dass das Täuschungsopfer die grösstmögliche Sorg-

falt walten lässt und alle erdenklichen Vorkehrungen trifft. Arglist ist ledig-

lich zu verneinen, wenn es die grundlegendsten Vorsichtsmassnahmen 

nicht beachtet (zum Ganzen: BGE 150 IV 169 E. 5 ff.; 147 IV 73 E. 3.2; 143 

IV 302 E. 1.3 und 1.3.1; 142 IV 153 E. 2.2.2; 135 IV 76 E. 5.2 mit Hinwei-

sen).  

 

Der Tatbestand des Betrugs setzt eine irrtumsbedingte Vermögensverfü-

gung des Getäuschten voraus (Urteil des Bundesgerichts 6B_129/2022 

vom 5. April 2023 E. 1.3.4). Zwischen Täuschung, Irrtum und Vermögens-

disposition muss ein Motivationszusammenhang bestehen (BGE 128 IV 

255 E. 2e/aa; 126 IV 113 E. 3.a). Ein Vermögensschaden liegt namentlich 

vor, wenn das Vermögen des Täuschungsopfers nach Vornahme der irr-

tumsbedingten Vermögensverfügung in seinem Gesamtwert tatsächlich 

verringert ist, wobei ein vorübergehender Schaden genügt (BGE 150 IV 

169 E. 5.2.1; 147 IV 73 E. 6.1; 142 IV 346 E. 3.2; Urteil des Bundesgerichts 

6B_150/2017 vom 11. Januar 2018 E. 3.3, nicht publ. in: BGE 144 IV 52; 

je mit Hinweisen).  

 

Der subjektive Tatbestand von Art. 146 Abs. 1 StGB verlangt neben einem 

Handeln in unrechtmässiger Bereicherungsabsicht Vorsatz in Bezug auf 

alle objektiven Tatbestandsmerkmale, wobei Eventualvorsatz bzw. Eventu-

alabsicht genügt (Urteile des Bundesgerichts 6B_813/2023 vom 24. Januar 

2024 E. 2.3.7; 6B_642/2023 vom 25. September 2023 E. 1.3.3; 

6B_1385/2021 vom 29. August 2023 E. 1.2.2; 6B_1314/2020 vom 8. De-

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zember 2021 E. 2.5). Eventualabsicht bezüglich der Bereicherung wird in 

der Rechtsprechung angenommen, wenn sich der Täter der Möglichkeit ei-

nes unrechtmässigen Vermögensvorteils bewusst ist, er diesen für den Fall 

des Eintritts will und nicht bloss als eine notwendige, vielleicht höchst un-

erwünschte Nebenfolge eines von ihm angestrebten anderen Erfolgs hin-

nimmt (BGE 105 IV 330 E. 2.c; 101 IV 177 E. II.8; Urteile des Bundesge-

richts 6B_813/2023 vom 24. Januar 2024 E. 2.3.7; 6B_1385/2021 vom 

29. August 2023 E. 1.2.2; 6B_689/2010 vom 25. Oktober 2010 E. 4.1).  

 

3.2.  

Nach der Rechtsprechung liegt der Ansatzpunkt für die Definition der Ge-

werbsmässigkeit im berufsmässigen Handeln. Der Täter handelt gewerbs-

mässig, wenn sich aus der Zeit und den Mitteln, die er für die deliktische 

Tätigkeit aufwendet, aus der Häufigkeit der Einzelakte innerhalb eines be-

stimmten Zeitraums sowie aus den angestrebten und erzielten Einkünften 

ergibt, dass er die deliktische Tätigkeit nach der Art eines Berufes ausübt. 

Diese abstrakte Umschreibung hat Richtlinienfunktion. Die Einnahmequelle 

braucht nicht den hauptsächlichen oder regelmässigen Erwerb zu bilden. 

Eine nebenberufliche deliktische Tätigkeit kann als Voraussetzung für Ge-

werbsmässigkeit genügen, weil auch in diesem Fall die erforderliche sozi-

ale Gefährlichkeit gegeben sein kann. Wesentlich ist ausserdem, dass der 

Täter sich darauf einrichtet, durch sein deliktisches Handeln relativ regel-

mässige Einnahmen zu erzielen, die einen namhaften Beitrag an die Kos-

ten seiner Lebensgestaltung darstellen. Zudem muss er die Tat bereits 

mehrfach begangen haben und es muss aus den gesamten Umständen 

geschlossen werden, er sei zu einer Vielzahl unter den entsprechenden 

Tatbestand fallender Handlungen bereit gewesen (BGE 147 IV 176 

E. 2.2.1; 129 IV 253 E. 2.1; 129 IV 188 E. 3.1.2; Urteile des Bundesgerichts 

6B_693/2024 vom 27. November 2024 E. 2.1.4; 6B_1385/2023 vom 

19. September 2024 E. 1.3.1; je mit Hinweisen).   

 

3.3. 

Gehilfe im Sinne von Art. 25 StGB ist, wer zu einem Verbrechen oder Ver-

gehen vorsätzlich Hilfe leistet, die Tat jedoch nur durch einen untergeord-

neten Tatbeitrag unterstützt. Nach der Rechtsprechung gilt als Hilfeleistung 

im Sinne von Art. 25 StGB jeder kausale Beitrag, der die Tat fördert, sodass 

sich diese ohne Mitwirkung des Gehilfen anders abgespielt hätte. Der Ge-

hilfe fördert eine Tat, wenn er sie durch einen untergeordneten Tatbeitrag 

unterstützt bzw. wenn er die Ausführung der Haupttat durch irgendwelche 

Vorkehrungen oder durch psychische Hilfe erleichtert. Die Hilfeleistung 

muss tatsächlich zur Tat beitragen und die Erfolgschancen der tatbestands-

erfüllenden Handlung erhöhen. Nicht erforderlich ist, dass es ohne die Bei-

hilfe nicht zur Tat gekommen wäre (BGE 149 IV 57 E. 3.2.3 mit Hinweisen; 

Urteile des Bundesgerichts 6B_116/2024 vom 24. Januar 2025 E. 2.1; 

6B_584/2024 vom 27. November 2024 E. 4.1; 6B_147/2022 vom 5. Juni 

2024 E. 2.2.3). In subjektiver Hinsicht erfordert Art. 25 StGB, dass der Ge-

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hilfe weiss oder damit rechnet, eine bestimmt geartete Straftat zu unterstüt-

zen, und dass er dies will oder in Kauf nimmt. Es genügt, wenn der Gehilfe 

den Geschehensablauf voraussieht, d.h. die wesentlichen Merkmale des 

vom Täter zu verwirklichenden strafbaren Tuns erkennt. Einzelheiten der 

Tat braucht er nicht zu kennen (BGE 149 IV 57 E. 3.2.3; 132 IV 49 E. 1.1; 

Urteile des Bundesgerichts 6B_584/2024 vom 27. November 2024 E. 4.1; 

6B_147/2022 vom 5. Juni 2024 E. 2.2.3).   

 

Der Gehilfe unterliegt grundsätzlich der Strafandrohung des Haupttäters. 

Er wird gemäss Art. 25 i.V.m. Art. 48a StGB jedoch milder bestraft. Beson-

dere persönliche Verhältnisse, Eigenschaften und Umstände, welche die 

Strafbarkeit erhöhen, vermindern oder ausschliessen, werden allerdings 

nur bei dem Täter oder Teilnehmer berücksichtigt, bei dem sie vorliegen 

(Art. 27 StGB), d.h. der sie selbst erfüllt. Als persönliche Merkmale im Sinne 

von Art. 27 StGB gelten namentlich auch die Qualifikationsgründe der Ge-

werbsmässigkeit (BGE 147 IV 176 E. 2.4.2; 105 IV 182 E. 2a; 70 IV 125; 

Urteil des Bundesgerichts 6B_702/2021 vom 27. Januar 2023 E. 1.3.5; je 

mit Hinweisen).   

 

3.4. 

Das Gericht würdigt die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten Ver-

fahren gewonnenen Überzeugung (Art. 10 Abs. 2 StPO). Bestehen unüber-

windliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraussetzungen der 

angeklagten Tat, so geht das Gericht von der für den Beschuldigten güns-

tigeren Sachlage aus (Art. 10 Abs. 3 StPO). Bloss abstrakte und theoreti-

sche Zweifel genügen nicht, weil solche immer möglich sind. Der Grundsatz 

"in dubio pro reo" verlangt indes nicht, dass bei sich widersprechenden Be-

weismitteln unbesehen auf den für den Angeklagten günstigeren Beweis 

abzustellen ist. Die Entscheidregel ist erst anwendbar, nachdem alle aus 

Sicht des urteilenden Gerichts notwendigen Beweise ausgewertet worden 

sind und nach erfolgter Beweiswürdigung als Ganzem relevante Zweifel 

bestehen (BGE 148 IV 409 E. 2.2; 144 IV 345 E. 2.2.3). 

 

4.   

4.1. 

Ausgewiesen ist, dass der Mitbeschuldigte C._____ (eigenes Verfahren 

SST.2025.126) im Tatzeitraum als Engineering Manager (Facility-Manage-

ment) bei der Privatklägerin angestellt und bei ihr insbesondere auch für 

das Vorhangsystem von der F._____ AG verantwortlich war (UA [Unter-

suchungsakten] act. 158 Ziff. 14 f., vgl. auch UA act. 159 Ziff. 39). Unbe-

stritten ist auch, dass der Mitbeschuldigte mit Blick auf seinen Aufgaben-

bereich bei der Privatklägerin im Tatzeitraum verschiedene Bestellungen 

betreffend dieses Vorhangsystem bei der G._____ veranlasst hat (vgl. GA 

[Gerichtsakten] act. 99).  

 

 - 8 - 

 

 

Gemäss Handelsregisterauszug war der Mitbeschuldigte im Tatzeitraum 

zudem Geschäftsführer und Gesellschafter der E._____ GmbH (UA act. 5). 

Die Privatklägerin wies den Mitbeschuldigte bereits am 10. Oktober 2014 

schriftlich darauf hin, die E._____ GmbH dürfe bis auf Weiteres nicht als 

Lieferant berücksichtigt werden (UA act. 126, 158 Ziff. 25).  

 

Unbestritten ist schliesslich auch, dass die E._____ GmbH im Tatzeitraum 

Ersatzteile für das Vorhangsystem der F._____ AG bestellte und diese 

Waren anschliessend via die G._____ an die Privatklägerin verkauft 

wurden (vgl. GA act. 99, 110 f.). Die G._____ lief über die Beschuldigte 

(Bankkonti, Adresse). Diese war zudem gleichzeitig Arbeitnehmerin bei der 

E._____ GmbH (vgl. IK-Auszug, UA act. 26, 48, 206 Ziff. 60 f.) und im 

Tatzeitraum auch die Lebenspartnerin von J._____ (UA act. 222 f. Ziff. 4-

6; GA act. 82). Dieser war im Tatzeitraum ebenfalls für die E._____ GmbH 

tätig (UA act. 224 Ziff. 13). Gemäss den Angaben von J._____ habe er 

primär Umsatz und Kundenbetreuung machen müssen. Er habe geschaut, 

dass die Rechnungen stimmen und der Einkauf laufe. Er habe eine 

Generalvollmacht gehabt (UA act. 224).   

 

4.2. 

Betreffend den Ablauf der Käufe lässt sich den Akten konkret Folgendes 

entnehmen:  

 

4.2.1. 

Die G._____ stellte der Privatklägerin am 29. August 2019 4 Vor-

hangmotoren (6060-15.5-CPS-W, Vorhangmotoreneinheit 6200 CPS 

1.5Nm weiss) zu einem Preis von Fr. 1'004.50 je Stück (zuzüglich Porto 

Fr. 12.50, abzüglich Skonto von 4 % bei Bezahlung innert 4 Tagen), total 

Fr. 4'035.00 in Rechnung (UA act. 84). Die Privatklägerin zahlte auf das 

Konto der Beschuldigten am 4. September 2019 Fr. 3'873.60 

(= Fr. 4'035.00 - 4 % Skonto, UA act. 290). Die Beschuldigte hob am 

6. September 2019 Fr. 4'000.00 von ihrem PostFinance-Konto ab und 

meinte bei ihrer Einvernahme vom 23. August 2023 dazu, dass sie alsdann 

bei der E._____ GmbH vielleicht bar bezahlt habe (UA act. 206 Ziff. 57 f.). 

Zu Beginn habe sie Fr. 100.00 für die Bestellung erhalten (UA act. 204 

Ziff. 40; vgl. Protokoll der Berufungsverhandlung S. 9). J._____ bestätigte 

bei seiner Befragung am 15. September 2023, dass die Beschuldigte 

Fr. 100.00 je "Transaktion" erhielt (UA act. 230 Ziff. 99 ff.).  

 

Laut Rechnung der F._____ AG vom 15. September 2019 (Lieferung 

16. August 2019) hat die E._____ GmbH solche Motoren (vgl. UA act. 237) 

und anderes (vgl. E. 4.2.3 nachfolgend) zu einem Stückpreis von 

Fr. 956.42, was der Verkaufspreisempfehlung (ohne MwSt.) der F._____ 

AG entspricht (UA act. 237), zuzüglich Porto [anteilsmässig] Fr. 12.50 

gekauft, wobei diese darauf einen Rabatt von 50 % erhielt und bei 

Bezahlung innert 10 Tagen 2 % Skonto (UA act. 253). Am 24. Februar 

 - 9 - 

 

 

2020 wurde diese Rechnung durch die E._____ GmbH beglichen 

(Fr. 4'169.27; UA act. 322).  

 

4.2.2. 

Die G._____ stellte der Privatklägerin am 10. September 2019 Rechnung 

für eine Jalousie und einen Elektromotor für Jalousien über insgesamt 

Fr. 2'470.00 (abzüglich Skonto von 4 % bei Bezahlung innert 4 Tagen; UA 

act. 83). Die Privatklägerin zahlte auf das Konto der Beschuldigten am 

13. September 2019 Fr. 2'371.20 (Fr. 2'470.00 - 4 % Skonto, UA act. 290). 

Am 17. September 2019 überwies die Beschuldigte Fr. 2'271.20 auf ein 

anderes in ihrer Berechtigung stehendes Konto (UA act. 290) und von 

jenem Konto überwies sie am 18. September 2019 Fr. 2'271.20 an die 

E._____ GmbH (UA act. 283, 303).  

 

4.2.3. 

Die G._____ stellte der Privatklägerin am 20. September 2019 

2 Tandemvorhangmotoreinheiten (6065T-1.5-W, 6500/6700 Tandem, 

2x1.5Nm weiss) zu einem Preis von Fr. 2'057.25 je Stück (zuzüglich Ver-

packung Fr. 4.50 und Porto Fr. 12.50, abzüglich Skonto von 4 % bei Be-

zahlung innert 4 Tagen), total Fr. 4'131.50 in Rechnung (UA act. 82). Die 

Privatklägerin zahlte auf das Konto der Beschuldigten am 24. September 

2019 Fr. 3'966.25 (Fr. 4'131.50 – 4 % Skonto, UA act. 283). Am 26. Sep-

tember 2019 überwies die Mitbeschuldigte Fr. 3'866.25 auf das Konto der 

E._____ GmbH (UA act. 283, 303).   

 

Den sich in den Akten befindenden Rechnungen der F._____ AG lässt sich 

eine Lieferung dieser Motoren an die E._____ GmbH nicht entnehmen (vgl. 

UA act. 252, 253, 255, 256, 257, 260, 477). Es gibt jedoch eine Rechnung 

der F._____ AG vom 15. September 2019 (Lieferung 16. August 2019) an 

die E._____ GmbH für 2 Tandemmotoren (6060T-1.5-W, Motoreneinheit 

6200 Tandem 2x1.5BNm Weiss 1 Satz) (und anderes, vgl. E. 4.2.1 hiervor) 

zu einem Stückpreis von Fr. 1'958.35 (zuzüglich Porto [anteilsmässig] 

Fr. 12.50), die mit Blick auf den Liefertermin der F._____ AG zum 

Rechnungsdatum der G._____ passt. Auf diese Motoren zu einem Preis 

von Fr. 1'958.35 gewährte die F._____ AG der E._____ GmbH einen 

Rabatt von 50 % und bei Bezahlung innert 10 Tagen 2 % Skonto 

(UA act. 253). Am 24. Februar 2020 wurde diese Rechnung durch die 

E._____ GmbH beglichen (UA act. 322; vgl. E. 4.2.1 hiervor).  

 

Die F._____ AG empfiehlt (unverbindlich), beide obgenannten Tandem-

motore für Fr. 1'958.35 (ohne MwSt.) an den Endverbraucher zu verkaufen 

(UA act. 237).  

 

4.2.4. 

Die G._____ stellte der Privatklägerin am 6. Juli 2020 5 Vorhangmotoren 

(6060-1.5-CPS-W, Vorhangmotoreneinheit 6200 CPS 1.5Nm weiss) zu 

 - 10 - 

 

 

einem Preis von Fr. 1'115.25 je Stück (zuzüglich Verpackung Fr. 6.50 und 

Porto Fr. 12.50, abzüglich Skonto von 4 % bei Bezahlung innert 4 Tagen), 

total Fr. 5'595.25 in Rechnung (UA act. 81). Die Privatklägerin zahlte auf 

das Konto der Beschuldigten am 10. Juli 2020 Fr. 5'371.45 (Fr. 5'595.25 - 

4 % Skonto, UA act. 284). Am 14. Juli 2020 überwies die Mitbeschuldigte 

Fr. 2'121.45 an die E._____ GmbH (UA act. 284).  

 

Laut Rechnung der F._____ AG vom 23. Juni 2020 hat die E._____ GmbH 

solche Motoren zu einem Stückpreis von Fr. 956.42 gekauft, wobei diese 

darauf einen Rabatt von 45 % erhielt und bei Bezahlung innert 10 Tagen 

2 % Skonto (UA act. 255). Die E._____ GmbH zahlte diese Rechnung am 

9. September 2020 (Fr. 2'832.65; UA act. 333).  

 

Die F._____ AG empfiehlt (unverbindlich), diese Motoren für Fr. 956.42 

(ohne MwSt.) an den Endverbraucher zu verkaufen (UA act. 237). 

 

4.2.5. 

Die G._____ stellte der Privatklägerin am 10. Dezember 2020 

25 Vorhangmotoren (6060-1.5-CPS-W, Vorhangmotoreneinheit 6200 CPS 

1.5Nm weiss) zu einem Preis von Fr. 1'004.50 je Stück und 5 Tandemmo-

tore (6065T-1.5-W, Tandemmotoreinheit 6500/6700, 2x1.5Nm weiss) zu ei-

nem Stückpreis von Fr. 2'057.25 (zuzüglich Verpackung Fr. 25.75 und 

Porto Fr. 35.20, abzüglich Skonto von 3 % bei Bezahlung innert 4 Tagen), 

total Fr. 34'218.60 in Rechnung (UA act. 80). Die Privatklägerin zahlte auf 

das Konto der Beschuldigten am 4. Dezember 2020 Fr. 16'490.90 (Vor-

auszahlung) und am 14. Dezember 2020 Fr. 17'195.85 (Fr. 17'727.70 – 

3 % Skonto, UA act. 287), total Fr. 33'686.75. Am 4. Dezember 2020 über-

wies die Beschuldigte an die F._____ AG Fr. 17'967.18 und am 15. De-

zember 2020 an die E._____ GmbH Fr. 16'895.85 (UA act. 287).  

 

Laut Rechnung der F._____ AG vom 30. November 2020 hat die E._____ 

GmbH die Vorhangmotoren zu einem Stückpreis von Fr. 956.42 und die 

Tandemmotoren (6060T-1.5-W und nicht wie von der G._____ in 

Rechnung gestellt 6065T-1.5-W) zu einem Stückpreis von Fr. 1'958.35 ge-

kauft, wobei diese darauf einen Rabatt von 45 % und einen Sonderrabatt 

(inkl. Vorkasse/Skonto) von 10 % erhielt (UA act. 256). Wie bereits er-

wähnt, wurde diese Rechnung via das Konto der Beschuldigten am 4. De-

zember 2020 bezahlt (Fr. 17'967.18; UA act. 287).  

 

Die F._____ AG empfiehlt (unverbindlich), Vorhangmotore zu Fr. 956.42 

(ohne MwSt.) und die Tandemmotore (Typ 6060T-1.5-W) zu Fr. 1'958.35 

(ohne MwSt.) an den Endverbraucher zu verkaufen (UA act. 237).   

 

4.2.6. 

Die G._____ stellte der Privatklägerin am 23. Dezember 2020 weitere 

25 Vorhangmotoren (6060-1.5-CPS-W, Vorhangmotoreneinheit 6200 CPS 

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1.5Nm weiss) zu einem Preis von Fr. 1'004.50 je Stück (zuzüglich Ver-

packung Fr. 25.00 und Porto Fr. 32.50), total Fr. 25'170.00 (abzüglich 

Skonto von 7 % bei Bezahlung der Hälfte des Kaufpreises innert 3 Tagen) 

in Rechnung (UA act. 79; vgl. auch Rechnung der G._____ vom 20. Januar 

2021, UA act. 79). Am 24. Dezember 2020 überwies die Privatklägerin an 

die Beschuldigte Fr. 11'704.05 und am 26. Januar 2021 Fr. 12'207.50 (UA 

act. 287 f.). Die Beschuldigte überwies an die E._____ GmbH am 

24. Dezember 2020 Fr. 11'604.05 und am 26. Januar 2021 Fr. 12'102.50 

(vgl. UA act. 287, 384, 386).  

 

Laut Rechnung der F._____ AG vom 23. Dezember 2020 hat die E._____ 

GmbH die Vorhangmotoren zu einem Stückpreis von Fr. 956.42 gekauft, 

wobei diese darauf einen Rabatt von 45 % und einen Sonderrabatt (inkl. 

Vorkasse/Skonto) von 10 % erhielt (UA act. 257). Diese Rechnung be-

zahlte die E._____ GmbH am 11. Januar 2021 (Fr. 12'747.05; UA 

act. 385).  

 

Die F._____ AG empfiehlt (unverbindlich), Vorhangmotore zu Fr. 956.42 

(ohne MwSt.) an den Endverbraucher zu verkaufen (UA act. 237).  

 

4.2.7. 

Die G._____ stellte der Privatklägerin am 18. März 2021 ein Transportband 

(GO-6220, 300m) zu einem Preis von Fr. 8'223.75 (Fr. 27.41 pro Meter; 

zuzüglich Verpackung und Porto Fr. 25.00), total Fr. 8'248.75 (abzüglich 

Skonto von 3 % bei Bezahlung innert 4 Tagen) in Rechnung (UA act. 77). 

Am 22. März 2021 überwies die Privatklägerin an die Beschuldigte 

Fr. 8'001.30 (UA act. 289). Die Beschuldigte überwies am 23. März 2021 

Fr. 7'900.00 an die E._____ GmbH (UA act. 289; 389).  

 

Laut Rechnung der F._____ AG vom 9. März 2021 hat die E._____ GmbH 

dieses Transportband für Fr. 3'999.48 zuzüglich Fr. 25.00 Postgebühren 

gekauft, wobei diese darauf einen Rabatt von 50 % und bei Bezahlung in-

nert 10 Tagen 2 % Skonto erhielt (UA act. 477). Am 23. März 2021 be-

zahlte die E._____ GmbH diese Rechnung (Fr. 2'137.02 = Fr. 2'180.64 – 

2 % Skonto).  

 

Die F._____ AG empfiehlt (unverbindlich), solche Transportbänder (Rolle 

mit 300 Meter) zu einem Preis von 13.34 pro Meter, d.h. Fr. 3'999.48 (ohne 

MwSt.) an den Endverbraucher zu verkaufen (UA act. 252). Die Pri-

vatklägerin hat somit das Transportband von der G._____ für einen Preis 

gekauft, der deutlich über der Preisempfehlung der F._____ AG liegt.  

 

4.2.8. 

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Privatklägerin 

Fr. 81'182.10 an die G._____ bezahlte. Die Beschuldigte leitete an die 

E._____ GmbH per Banküberweisung Fr. 56'761.30 weiter. Ebenso ist – 

 - 12 - 

 

 

auch mit Blick auf spätere Transaktionen (E. 4.2.3 und E. 4.2.6) – glaub-

haft, dass die Beschuldigte (auch) hinsichtlich der ersten Transaktion 

(E. 4.2.1) Fr. 100.00 behielt und den Rest in bar an die E._____ GmbH 

weitergab. Die E._____ GmbH zahlte Fr. 21'885.99 (E. 4.2.1, 4.2.3, 4.2.4, 

4.2.6, 4.2.7) und die Beschuldigte Fr. 17'967.18 (E. 4.2.5) an die F._____ 

AG. Wer die der Privatklägerin am 10. September 2019 in Rechnung 

gestellten Waren beim Lieferanten einkaufte und zu welchen Konditionen 

ist aufgrund von fehlenden Belegen nicht ausgewiesen (E. 4.2.2).  

 

4.3. 

4.3.1. 

Zum Konstrukt – Einkauf über E._____ GmbH und Verkauf an die 

Privatklägerin über die G._____ – gaben die Beteiligten Folgendes an:  

 

4.3.1.1. 

Bei der Einvernahme vom 25. Januar 2022 verweigerte der Mitbeschuldigte 

Aussagen (UA act. 106 ff.).  

 

Der Mitbeschuldigte sagte bei der Einvernahme vom 23. August 2023 aus, 

er habe sich den Personalwechsel H._____/K._____ [bei der 

Privatklägerin] zwischen 2019 und Ende 2020 nicht zu Nutze gemacht (UA 

act. 160 Ziff. 41). Weiter gab er an, er habe von [Herrn] J._____ gewusst, 

dass B._____ bzw. die G._____ neu mit den Vorhangsystemen handle. 

Dieser habe, um ihn zu informieren, gesagt, dass er das an die G._____ 

abgegeben habe. Dieser habe dazu nichts weiter gesagt. Er (der Mitbe-

schuldigte) habe nicht nachgefragt (UA act. 160 f. Ziff. 49-52, 60). Auf den 

Vorhalt, bei der G._____ handle es sich um eine Scheinfirma, die zu 

überteuerten Preisen an die Privatklägerin verkauft habe, meinte der 

Mitbeschuldigte, er (der Mitbeschuldigte) habe nichts verkauft. Die E._____ 

habe verkauft und es sei nicht überteuert gewesen, sondern der Katalog-

preis (UA act. 161 Ziff. 55).  

 

Bei der Einvernahme im Rahmen der vorinstanzlichen Hauptverhandlung 

vom 9. Dezember 2024 sagte der Mitbeschuldigte, der Wechsel zur 

G._____ sei erfolgt, weil sie mit dem Vorgänger nicht mehr zufrieden 

gewesen seien. Er sei durch Herrn J._____ auf die G._____ gekommen. 

Wie genau, könne er nicht mehr sagen. Er habe die Beschuldigte nicht 

direkt gekannt. Er habe sie erst 2021 durch die E._____ kennengelernt, als 

er 2021 ins Geschäft gekommen sei. Zum Ablauf und zur Übertragung des 

Geschäfts [mit den Vorhangsystemen] an die G._____ könne er nicht viel 

sagen. J._____ sei zuständig gewesen. Er als Inhaber [der E._____ GmbH] 

habe nicht über alles Bescheid gewusst. J._____ habe eine Vollmacht 

gehabt. Die Doppelrolle der Beschuldigten [bei der E._____ GmbH und 

G._____] fände er nicht problematisch. Es sei so [über die G._____] 

gemacht worden vom Geschäftsaufbau her. Die Beschuldigte oder 

G._____ sei durch die E._____ (J._____) supportet worden. Hinsichtlich 

 - 13 - 

 

 

des Einkaufs der Motoren durch die G._____-Beratung bei F._____ glaube 

er, dass dies alles über Herrn J._____ gelaufen sei. Zur Befähigung der 

Beschuldigten, das Geschäft [mit dem Vorhangsystem] zu führen, könne er 

nichts sagen (GA act. 85 ff.).  

 

Vor Obergericht verweigerte er Aussagen zur Sache und verwies auf seine 

letzten protokollierten Aussagen (vgl. Protokoll der Berufungsverhandlung 

S. 15 f.). 

 

4.3.1.2. 

Bei der Einvernahme vom 19. Januar 2022 verweigerte die Beschuldigte 

die Aussagen (UA act. 106 ff.).  

 

Die Beschuldigte sagte bei der Einvernahme vom 23. August 2023 aus, bei 

der G._____ handle es sich nicht um eine fiktive Firma. Die Idee dazu habe 

schon länger bestanden. Ursprünglich sei etwas mit Hunden die Idee 

gewesen. Sie habe den Bereich der Vorhangsysteme nicht gekannt, das 

sei eine Möglichkeit gewesen, die sich ergeben habe. Die E._____ GmbH 

habe gefragt, ob sie das übernehmen möchte (UA act. 202 f. Ziff. 9-15). Die 

Hintergründe dafür kenne sie nicht (UA act. 203 Ziff. 27, UA act. 205 

Ziff. 47). Die E._____, J._____, habe sie bei der Übernahme unterstützt 

und sie eingearbeitet. Er habe ihr im BusPro-System geholfen, damit sie 

dort selber die Buchhaltung und Rechnungen habe machen können 

(UA act. 203 Ziff. 17-20). Zu Beginn sei die Unterstützung 10 von 10 gewe-

sen, dann immer wie weniger (UA act. 205 Ziff. 48). Sie habe die Waren 

bei E._____ bestellt und daher dort bezahlt. Sie verneint, dass ihr die 

Waren von der E._____ einfach übergeben worden seien (UA act. 205 f. 

Ziff. 53-55). Auf die Frage, wie das Vorhangsystem funktioniere, antwortete 

die Beschuldigte, sie habe die Motoren einkaufen müssen. Das Hotel habe 

diese dann einbauen und [die Vorhänge] automatisch auf- und zumachen 

können. Sie wisse nicht, was man bei diesen Motoren beachten müsse. Sie 

habe keinen Kontakt mit F._____ gehabt. Das wäre später erfolgt, aber 

dann habe F._____ [das Geschäft] an I._____ verkauft (UA act. 204 Ziff. 36 

f.). Zu ihrem Verdienst [im Zusammenhang mit dem Verkauf der Vorhang-

systeme] sagte die Beschuldigte, zu Beginn habe sie Fr. 100.00 für die Be-

stellung erhalten. Sobald sie alles selber übernommen hätte, hätte sie dann 

die Differenz vom Einstandspreis zum Verkaufspreis erhalten (UA act. 204 

Ziff. 40). Sie vertreibe das [Vorhang-]System seit 2021 nicht mehr. I._____ 

habe dies übernommen und es sei für sie nicht mehr attraktiv gewesen (UA 

act. 204 Ziff. 32 f.).  

 

Bei der Einvernahme im Rahmen der vorinstanzlichen Hauptverhandlung 

vom 9. Dezember 2024 sagte die Beschuldigte aus, sie habe den Mitbe-

schuldigten nach ihrer Anstellung bei der E._____ 2017 bis 2021 nicht 

getroffen. Sie habe schon gewusst, dass er der Inhaber [der E._____] sei, 

aber sie habe nichts gross mit ihm zu tun gehabt. Ursprünglich sei die Idee 

 - 14 - 

 

 

gewesen, über die G._____ etwas mit Hunden zu machen. Sie habe 

einfach noch etwas nebendran machen wollen. Die E._____ habe sie 2019 

gefragt, ob sie Interesse habe, das mit den Vorhangmotoren zu 

übernehmen. Sie (E._____, J._____) hätten ihr am Anfang noch geholfen, 

weil sie sich nicht ausgekannt habe mit den Vorhangmotoren. Das Ziel sei 

gewesen, dass sie es nach und nach übernehme: Einkauf und Verkauf als 

Zwischenhändler. Sie habe nie bei F._____ direkt bestellt. Die Aufträge 

vom A._____ seien über Herrn J._____, die E._____ gelaufen, weil er den 

Kontakt gehabt habe. Auf die Frage, mit wem sie (die Beschuldigte) Kontakt 

gehabt habe, sagte sie aus, bei F._____ sei es I._____ gewesen. Vom 

A._____ wisse sie es nicht mehr. Zuerst habe der Mitbeschuldigte noch 

dort gearbeitet. Sie wisse nicht, über wen sie hätte gehen müssen. Zum 

Verdienst meinte die Beschuldigte, als Übergangsregelung seien 

Fr. 100.00 pro Auftrag vereinbart gewesen. Auf Nachfrage führte sie weiter 

aus, sie kenne die Marge [betreffend das Vorhangsystem] nicht. Sie hätten 

eine Liste mit den empfohlenen Verkaufspreisen von F._____ gehabt. Das 

sei ihre Vorlage gewesen. Die Beschuldigte bestreitet, dass es sich bei der 

G._____ um eine Scheinfirma handelte. Es sei ihr Geschäft gewesen. Sie 

habe die Rechnungen an die Privatklägerin über das BusPro-System, das 

sei ein Buchhaltungsprogramm, geschrieben. Sie habe von der E._____ 

ihre Buchhaltung auf diesem System separat eröffnen können. Die Lizenz 

[für das Buchhaltungsprogramm BusPro] habe die E._____ gehabt. Auf die 

Frage, wo sie die Rechnungen geschrieben habe, antwortete sie, sie habe 

auf das System der E._____ vom Geschäft oder zuhause zugreifen 

können. Sie habe diese bei E._____ geschrieben (GA act. 77 ff.).  

 

Vor Obergericht sagte sie aus, sie habe nichts davon gewusst, dass 

C._____ in seiner Funktion beim A._____ keine Verträge mit der E._____ 

GmbH abschliessen durfte. Sie habe erst später davon erfahren (vgl. 

Protokoll der Berufungsverhandlung S. 8). Beim Motorengeschäft habe es 

sich um ein Nischengeschäft gehandelt und für sie sei es eine gute 

Möglichkeit gewesen, selbständig zu werden, wobei sie auf jeden Fall 

gehofft habe, Gewinn zu machen (vgl. Protokoll der Berufungsverhandlung 

S. 9). Zunächst sei klar gewesen, dass sie bei den verschiedenen 

Verkäufen mit Unterstützung Fr. 100.00 Gewinn mache. Sie habe aber 

keine klare Vorstellung davon gehabt, ab wann sie das Ganze selbständig 

übernehmen werde (vgl. Protokoll der Berufungsverhandlung S. 9 Mitte). 

Sie habe immer Kontakt mit J._____ gehabt (vgl. Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 9 f.). Sie habe sich technisch nichts angeeignet, 

weil die A._____ bereits eingespielt gewesen sei (vgl. Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 10 f.). Wenn es technische Probleme gegeben 

hätte, hätte sie sich Wissen holen müssen bzw. hätte sie fachlich bei 

C._____, J._____ oder bei F._____ nachgefragt. Allenfalls hätte sie auch 

geschaut, ob sie eine schnelle Ausbildung machen könnte (vgl. Protokoll 

der Berufungsverhandlung S. 11). Die Buchhaltung der G._____ habe sie 

über das Programm der E._____ GmbH gemacht, wobei sei teilweise 

 - 15 - 

 

 

zuhause oder in der E._____ GmbH gearbeitet habe (vgl. Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 11 f.). Sie habe kein wirtschaftliches Risiko 

getragen, da sie erst auf Bestellung den Motor bestellt und geliefert habe 

(vgl. Protokoll der Berufungsverhandlung S. 12 f.).  

 

4.3.1.3. 

Am 15. September 2022 wurde J._____ als Auskunftsperson befragt. Er 

sagte zur Entstehung der Zusammenarbeit zwischen der E._____ GmbH 

und der Privatklägerin, dass der Beschuldigte gefragt habe, ob sie die 

Motoren einkaufen könnten und zu welchem Preis. Sie hätten diese 

günstiger beschaffen können und seien dann in "d Kränz" gekommen. Der 

Beschuldigte habe ihn ganz klar in seiner Funktion bei der Privatklägerin 

(und nicht als Inhaber der E._____) gefragt (UA act. 227 f. Ziff. 60-63). Die 

Motorengeschichte hätten sie [E._____ GmbH] nicht lange behalten wollen. 

Es sei kein interessanter Geschäftszweig. Die Mitbeschuldigte habe ein 

zweites [Stand-]Bein gesucht. Sie hätten gesagt, mach du das. Ihnen sei 

es vor allem darum gegangen, dass die Privatklägerin einen guten Partner 

gehabt habe, bei welchem sie gewusst hätten, dass es funktioniere. Die 

Mitbeschuldigte habe keine Ausbildung. Als verlässlichen Nachfolger im 

Bereich Vorhangmotoren/-systeme habe sie sich präsentiert, da sie 

hervorragende Arbeitszeugnisse gehabt habe und sie sie hervorragend in 

die Geschichte eingeführt hätten (UA act. 228 Ziff. 65 f.). Seit wann es die 

G._____ gebe und was ihr Kerngeschäft sei, wusste J._____ nicht. Es 

handle sich nicht um eine Scheinfirma. Auf die Frage, wer entschieden 

habe, den Auftrag mit der A._____ betreffend das F._____ Vorhangsystem 

an die G._____ weiterzugeben, meinte J._____, dass er das gewesen sei. 

Was der Beschuldigte dazu gesagt habe: Solange es für die Privatklägerin 

keine Probleme gebe, alles gut. Sie hätten davon gewusst, dass der 

Beschuldigte 2014 abgemahnt worden sei (UA act. 229 f. Ziff. 82-91). Sie 

hätten die Waren eingekauft und an die Mitbeschuldigte verkauft und diese 

habe weiterverkauft (UA act. 230 Ziff. 99). Er habe schauen müssen, dass 

die Privatklägerin nach wie vor zufrieden sei. Sie hätten niemanden 

gefunden und eine interne Lösung gesucht und gefunden (UA act. 231 

Ziff. 103). Er habe die Beschuldigte eingeführt und unterstützt, indem er ihr 

das ganze Rechnungswesen gezeigt habe. Wie man es erfasse, wie man 

es kalkuliere. Am Schluss mache man sie mit dem Lieferanten bekannt, 

wozu es nicht mehr gekommen sei (UA act. 231 Ziff. 106). Die Rechnungen 

habe die Beschuldigte selbst herausgelassen. Es sei so, dass diese 

Rechnungen mit der gleichen Software wie bei der E._____ GmbH erstellt 

worden seien (UA act. 232 Ziff. 112-114). Auf die Frage, ob er noch etwas 

beizufügen oder zu berichtigen habe, meinte J._____, der Mitbeschuldigte 

sei in einem Dilemma gewesen, dass er günstig habe einkaufen müssen 

und dies nicht mehr über die E._____ GmbH habe machen dürfen. Sie 

hätten deshalb eine Lösung finden müssen, damit es für die Privatklägerin 

nach wie vor stimme. Sein Job sei gewesen, zu schauen, ob es eine 

Lösung gebe. Wäre es mit der Beschuldigten nicht gegangen, wäre fertig 

 - 16 - 

 

 

gewesen (UA act. 232 Ziff. 116). Es seien andere Firmen angefragt wor-

den, welche wollte J._____ nicht sagen (UA act. 233 Ziff. 134). Die E._____ 

GmbH habe das A._____ nicht beliefert, ganz klar nicht (UA act. 232 

Ziff. 117).  

 

4.3.2. 

Der Mitbeschuldigte durfte wegen der Abmahnung der Privatklägerin im 

Jahr 2014 die E._____ GmbH als Lieferantin nicht berücksichtigen. Das 

war ihm wie auch J._____ gemäss ihren eigenen Aussagen bekannt. Aus 

den Ausführungen von J._____ ergibt sich weiter, dass der Mitbeschuldigte 

gleichwohl über die E._____ GmbH eine Lösung für die Aufträge der 

Privatklägerin betreffend das Vorhangsystem suchte. J._____ schilderte, 

dass der Mitbeschuldigte deshalb in einem Dilemma gewesen sei. Dass 

diesbezüglich eine Kommunikation zwischen dem Mitbeschuldigten und 

J._____ geführt wurde, ist mit Blick auf die geschäftlichen Beziehungen 

zwischen den beiden sodann nachvollziehbar. Der Mitbeschuldigte ist 

Inhaber der E._____ GmbH und J._____ arbeitete für dieses Unternehmen. 

Dass eine Lösung über die E._____ GmbH oder G._____ aufgrund von 

objektiven Gründen notwendig gewesen wäre (gemäss dem 

Mitbeschuldigten war die Privatklägerin mit dem Vorgänger nicht mehr 

zufrieden), ist als Schutzbehauptung einzustufen. Wie Rechnungen der 

F._____ AG zu entnehmen ist, lieferte diese im Jahr 2018 direkt an die 

Privatklägerin (UA act. 252, 258 f., 260), wobei dies mit Blick auf die 

Aussage von I._____ (vgl. E. 4.4.1.3 nachfolgend) und einer Auskunft von 

N._____ (UA act. 472) weiterhin möglich gewesen wäre (vgl. auch 

E. 4.4.2.1 nachfolgend). Die erfolgte Einsetzung der Firma der Be-

schuldigten stellt eine als Umgehung des Verbots der Privatklägerin dar, 

wonach die E._____ GmbH keine Aufträge erhalten soll. Der 

Mitbeschuldigte scheint hier ausgenutzt zu haben, dass er einen neuen 

direkten Vorgesetzten erhielt. Die Einsetzung der G._____ war aus Sicht 

des Mitbeschuldigten nötig, da dieser Rechnungen von mehr als 

Fr. 2'000.00, was auf die Rechnungen der G._____ zutrifft (vgl. E. 4.2 

hiervor), von seinem Vorgesetzten (H._____) bei der Privatklägerin visieren 

lassen musste (GA act. 84).  

 

Die Firma der Beschuldigten wurde bloss gegen aussen für die Privatklä-

gerin vorgeschoben. J._____ beschrieb die Einsetzung der G._____ denn 

auch als "interne Lösung" (UA act. 231 Ziff. 103). Vor den Aufträgen der 

Privatklägerin hat die Beschuldigte in eigenem Namen (bzw. für die 

G._____) weder mit dem Vorhangsystem der F._____ AG (oder anderen 

Vorhangsystemen) gehandelt noch dafür geworben. Sie verfügte ferner 

weder über das nötige Fachwissen, um Aufträge der Privatklägerin zu 

bearbeiten, noch über die erforderliche Infrastruktur. Sie verwendete das 

Buchhaltungssystem der E._____ GmbH an ihrem Arbeitsplatz bei der 

E._____ GmbH und wurde bei der Auftragserledigung von J._____, einem 

Mitarbeiter der E._____ GmbH, maximal unterstützt. Sie kannte das 

 - 17 - 

 

 

Vorhangsystem anfänglich gar nicht und selbst nachdem sie einige Auf-

träge für die Privatklägerin abgewickelt hatte, konnte sie zur Funktions-

weise der Vorhangmotoren der F._____ AG – abgesehen davon, dass 

damit Vorhänge automatisch auf- und zugemacht werden können – keine 

Angaben machen (vgl. UA act. 204 Ziff. 36). Die Beschuldigte hatte somit 

nicht das nötige Fachwissen, um als Zwischenhändlerin betreffend das 

Vorhangsystem der F._____ AG zu agieren. Auch die Verteilung des 

Bruttogewinns (Marge) spricht dafür, dass die G._____ nur vorgeschoben 

wurde, tatsächlich jedoch die E._____ GmbH die Aufträge der Privat-

klägerin ausführte. So ist ausgewiesen, dass der E._____ GmbH der 

Bruttogewinn aus dem Geschäft mit der Privatklägerin fast ausschliesslich 

zufloss (vgl. E. 4.2.8 hiervor). Es stellt somit eine Schutzbehauptung dar, 

dass eine Übergabe des Geschäfts mit den Vorhangsystemen an die 

Beschuldigte bzw. die G._____ – losgelöst von der Abmahnung des 

Mitbeschuldigten durch die Privatklägerin – erfolgt wäre. Das Geschäft mit 

den Vorhangsystemen war im Tatzeitpunkt lukrativ, denn anhand der 

Belege und Aussagen der Beteiligten ist ausgewiesen, dass aus 6 

Transaktionen (ohne jene gemäss E. 4.2.2 hiervor) ein Bruttogewinn 

(Umsatz minus Einkaufskosten) von rund Fr. 40'000.00 erzielt werden 

konnte und davon (mindestens) Fr. 36'377.71 an die E._____ GmbH floss 

(vgl. E. 4.2.8 hiervor). Auch die Faktoren, dass die Beschuldigte (soweit 

ersichtlich) kein wirtschaftliches Risiko trug und pro Transaktion eine 

pauschale Entschädigung von Fr. 100.00 (und nicht eine vom 

Verkaufspreis abhängige Marge) bezog, sprechen für eine Umgehung des 

Verbots, dass der Mitbeschuldigte bei der E._____ GmbH Waren bezieht. 

Faktisch agierte die Beschuldigte nicht als Zwischenhändlerin mit eigenen 

wirtschaftlichen Risiken (wie Lagerhaltung, Preisänderungen, 

Absatzschwankungen; vgl. hierzu auch Protokoll der Be-

rufungsverhandlung S. 12 f. und S. 19), sondern als Treuhänderin der 

E._____ GmbH, die ein Honorar für die Fakturierung der verkauften Ware 

und für Entgegennahme und Weiterleitung des Kaufpreises bezog. 

 

4.4.  

Zu prüfen ist weiter, ob die Privatklägerin aufgrund der Lieferkette (Einkauf 

über E._____ GmbH, Verkauf über G._____) einen zu hohen Preis für die 

Waren der F._____ AG bezahlt hat und damit geschädigt wurde.  

 

4.4.1. 

Den Akten lässt sich Folgendes entnehmen:  

 

4.4.1.1. 

Es gibt drei Rechnungen der F._____ AG an die Privatklägerin, welchen 

sich Folgendes entnehmen lässt:  

- Gemäss Rechnung vom 16. April 2018 lieferte die F._____ AG an die 

Privatklägerin Transportband (10mm, Rolle 50m, Artikel 6220) zu 

Fr. 774.50 (zuzüglich Porto und Administrationskosten Fr. 15.00). Ein 

 - 18 - 

 

 

Rabatt ist nicht ausgewiesen, jedoch wurde ein Skonto von 2 % bei 

Zahlung innert 10 Tagen gewährt (UA act. 259).  

- Laut Rechnung vom 3. Oktober 2018 lieferte die F._____ AG an die 

Privatklägerin 5 Motoreinheiten 6200 (3. Generation modifi.; Artikel 

6260-1030-W) je Stück zu Fr. 695.80, 2 Motoreinheiten 6200 Tandem-

set (Artikel 6260-1030-W) zu Fr. 1'391.60 je Stück und Transportband 

(10mm, Rolle 50m) zu Fr. 645.50 (ohne Porto und Administrationskos-

ten). Ein Rabatt ist nicht ausgewiesen, jedoch wurde ein Skonto von 

2 % bei Zahlung innert 10 Tagen gewährt (UA act. 258).  

- Gemäss Rechnung vom 7. Juli 2020 lieferte die F._____ AG an die Pri-

vatklägerin Transportband (10mm, Rolle 50m, Artikel 6220-050) zu 

Fr. 666.58 abzüglich eines Rabatts von 40 %, mithin zu Fr. 399.948 

(zuzüglich Transportkosten Fr. 25.00). Ferner wurde ein Skonto von 

2 % bei Bezahlung innert 10 Tagen gewährt (UA act. 260).  

 

4.4.1.2. 

H._____, welcher ab 2019 der direkte Vorgesetzte des Mitbeschuldigten 

bei der Privatklägerin war (GA act. 72 f.), bestätigte bei seiner Einvernahme 

vom 9. Dezember 2024, dass eine direkte Belieferung der Privatklägerin 

durch die F._____ AG aufgrund des vorhandenen Know-hows möglich 

gewesen wäre (GA act. 75).  

 

Auch der Mitbeschuldigte räumte ein, dass die Privatklägerin die Voraus-

setzungen mitbrachte, um von der F._____ AG direkt beliefert zu werden 

(GA act. 90).  

 

4.4.1.3. 

I._____, der am 28. November 2023 als Zeuge einvernommen wurde, 

führte im Tatzeitraum als Zwischenlieferant der F._____ AG ein eigenes 

Unternehmen (UA act. 244 Ziff. 7 f.). Er legte zu den Preisen der F._____ 

AG dar, die Fachhändler, welche eine Ausstellung betreiben und Support 

leisten würden, bekämen auf die Produkte auf den empfohlenen 

Verkaufspreis einen Rabattsatz zwischen 40-50 %. Je mehr Umsatz der 

Fachhändler mache, desto höher sei sein Rabattsatz. Unternehmen, die 

einen eigenen technischen Dienst hätten [und direkte beliefert würden, UA 

act. 244 Ziff. 10 f.], bezahlten den Bruttobetrag, also den empfohlenen 

Kaufpreis. Seit er bei der Firma F._____ dran sei, sei das immer so (UA 

act. 245 Ziff. 12-15). Er gab weiter an, er sei bei der [in Holland ansässigen] 

F._____ AG seit 3-4 Jahren im Zusammenhang mit der ungeklärten 

Nachfolge von O._____ am Aushelfen gewesen. Seit 2 Jahren zu 100 % 

und ab 2024 habe er die F._____ AG in seine Firma integriert. Bis Ende 

2023 habe Holland über die Rabatte entschieden (UA act. 248 Ziff. 49 f.). 

Auf Vorhalt einer Rechnung an die Privatklägerin von der F._____ AG, die 

einen Rabatt von 40 % ausweist, sagte I._____, er könne das nicht 

beurteilen. P._____ müsste dazu befragt werden. Er (I._____) könne zur 

Gewährung von Rabatten auf das Transportband oder auch andere 

 - 19 - 

 

 

Produkte nichts sagen. Die Fakturierung sei über Holland gelaufen. Ob dies 

ein Ausreisser gewesen sei, wisse er nicht. Im Normalfall werde nicht mit 

dem Rabattsatz an Kunden geliefert (UA act. 247 Ziff. 39 f.).  

 

4.4.1.4. 

Auf schriftliche Anfrage führte P._____ (vgl. UA act. 471) aus, 2018 hätte 

der technische Dienst der Privatklägerin bei ihnen eine direkte Anfrage 

gemacht und es sei damals entschieden worden, die Privatklägerin direkt 

zu beliefern. Nach diesen Lieferungen habe ein Mitarbeiter der Pri-

vatklägerin angerufen und mitgeteilt, dass wegen einer Vereinbarung alle 

Lieferungen immer über Herrn J._____ / E._____ gehen müssten. Deshalb 

seien die Ersatzteile wieder über die E._____ zur Privatklägerin geliefert 

worden. Zu den Preisen der Motore und Transportbänder verwies P._____ 

auf die Umsatzübersicht von 2011 bis 2020, eine Übersicht der an die 

E._____ und die Privatklägerin gelieferten Waren und die seit 2019 gültigen 

empfohlenen Verkaufspreise (EPV). Darauf gäben sie abhängig vom 

Kundentyp und Umsatz Rabatt bis zu 50 %. Das sei auch vom 

Jahresumsatz abhängig (UA act. 473).   

 

4.4.2. 

4.4.2.1. 

Aus den Angaben der Beteiligten ergibt sich, dass die Privatklägerin die 

Waren über die F._____ AG direkt hätte beziehen können und dies si-

cherlich zu den von der F._____ AG empfohlenen Verkaufspreisen. Mit der 

Vorinstanz ist davon auszugehen, dass der Mitbeschuldigte dies unter-

bunden hat. Ferner ist mit Blick auf die drei Rechnungen der F._____ AG 

an die Privatklägerin davon auszugehen, dass die Privatklägerin jeweils 

2 % Skonto bei Bezahlung innert 10 Tagen erhalten hätten (so die Rech-

nungen der F._____ AG an die Privatklägerin wie auch jene an die E._____ 

GmbH). Die Privatklägerin hat an die G._____ in zeitlicher Hinsicht stets so 

bezahlt, dass sie den Skonto erhielt. Sie hat sodann mit Blick auf einen 

höheren Skonto auch Vorauszahlungen an die G._____ geleistet. Es kann 

somit in einem ersten Schritt festgestellt werden, dass die Privatklägerin 

einen zu hohen Preis bezahlte, sofern sie an die G._____ mehr bezahlte 

als den von der F._____ AG empfohlenen Verkaufspreis (plus MwSt.) 

abzüglich 2 % Skonto bzw. Sonderrabatte in Folge Vorauszahlung.  

 

Es zeigt sich betreffend die verschiedenen Transaktionen Folgendes: 

- Die Privatklägerin hätte betreffend die 1. und 3. Transaktion (E. 4.2.1, 

4.2.3 hiervor) bei einer Direktlieferung der F._____ AG Fr. 8'198.16 (UA 

act. 253, ohne Rabatt) bezahlt. Effektiv bezahlt hat sie Fr. 8'001.25, 

mithin keinen über der Kaufpreisempfehlung liegenden Preis. 

- Hinsichtlich der Transaktion 2 (E. 4.2.2 hiervor) liegt keine Rechnung 

vor und die Produkte können keinem Artikel der Liste über die Verkaufs-

preisempfehlungen der F._____ AG zugeordnet werden.  

 - 20 - 

 

 

- Bezüglich der 4. Transaktion (E. 4.2.4 hiervor) hätte die Privatklägerin 

bei einer Direktlieferung Fr. 5'047.47 (UA act. 255, ohne Rabatt) be-

zahlt. Effektiv bezahlt hat sie Fr. 5'371.45. Mithin hat sie diese Lieferung 

überzahlt und eine Schädigung der Privatklägerin im Umfang von 

Fr. 323.98 ist ausgewiesen.  

- Betreffend die 5. Transaktion (E. 4.2.5 hiervor) hätte die Privatklägerin 

bei einer Direktlieferung (ohne [Sonder-]Rabatte) Fr. 35'571.38 bzw. 

mit Sonderrabatt von 10 % Fr. 32'667.59 (UA act. 256) bezahlt. Effektiv 

bezahlt hat sie Fr. 34'458.08. Für das Obergericht ist erstellt, dass die 

Privatklägerin auch einen Sonderrabatt mit Blick auf die von ihr geliste-

ten Vorauszahlung erhalten hätte. Eine Schädigung der Privatklägerin 

im Umfang von Fr. 1'790.49 ist ausgewiesen.  

- Bezüglich der 6. Transaktion (E. 4.2.6 hiervor) hätte die Privatklägerin 

bei einer Direktlieferung Fr. 25'236.58 bzw. mit Sonderrabatt von 10 % 

Fr. 21'519.45 bezahlt (UA act. 257). Tatsächlich bezahlt hat sie 

Fr. 23'911.55. Für das Obergericht ist wiederum erstellt, dass die Pri-

vatklägerin auch einen Sonderrabatt mit Blick auf die von ihr geleistete 

Vorauszahlung erhalten hätte, weshalb eine Schädigung der Privatklä-

gerin im Umfang von Fr. 2'392.10 ausgewiesen ist.  

- Bei der letzten Transaktion (E. 4.2.7 hiervor) hätte die Privatklägerin bei 

einer Direktlieferung Fr. 3'943.99 bezahlt. Effektiv bezahlt hat sie für 

diese Waren an die G._____ Fr. 8'001.30, womit eine Schädigung der 

Privatklägerin von Fr. 4'057.31 ausgewiesen ist.  

 

Gesamthaft ist mit Blick auf die Kaufpreisempfehlungen der F._____ AG 

ein Schaden bei der Privatklägerin von Fr. 8'563.88 erstellt.  

 

4.4.2.2. 

Weiter zu prüfen ist, ob bei der Privatklägerin betreffend die Transaktionen 

1-3 ein Schaden ausgewiesen ist, da sie von weitergehenden Rabatten, 

wie sie etwa eine Zwischenhändlerin von der F._____ AG erhalten hatte, 

nicht profitiert hat, und auch, ob deshalb betreffend die Transaktionen 4-7 

ein weitergehender Schaden festzustellen ist.  

 

Aus den Ausführungen von P._____ lässt sich auf diese Frage keine klare 

Antwort entnehmen. Die Aussage von I._____ spricht gegen einen 

weitergehenden Schaden bei der Privatklägerin, wobei anzumerken ist, 

dass er im Tatzeitraum für die Preispolitik bei der F._____ AG nicht 

verantwortlich war.  

 

Es ist somit angezeigt, die Rechnungen der F._____ AG an die Privat-

klägerin genauer zu analysieren. Die Privatklägerin zahlte im Jahr 2018 für 

das Transportband (10mm, Rolle 50m) einmal Fr. 775.50 und ein anderes 

Mal Fr. 645.50 (UA act. 258 f.). Eine Preisempfehlung betreffend dieses 

Transportband für das Jahr 2018 liegt nicht vor (vgl. Eingabe der F._____ 

AG vom 25. Juni 2025). Aus dem Umstand, dass die Privatklägerin nicht 

 - 21 - 

 

 

immer den gleichen Preis bezahlte, ist aber zu schliessen, dass ihr 

zumindest teilweise ein Preisnachlass gewährt wurde. Entsprechend er-

hielt die Privatklägerin mit der Rechnung vom 7. Juli 2020 von der F._____ 

auf das Transportband auch einen Rabatt von 40 % (UA act. 260). Die 

Privatklägerin kaufte im Jahr 2018 u.a. auch den Motor "6260-1030-W" zu 

einem Stückpreis von Fr. 695.80, bei dem es sich gemäss P._____ um den 

Artikel "6060-1.5-CPS-W" handelt (vgl. UA act. 473 i.V.m. 481). Die 

F._____ AG empfiehlt diesen Motor zu einem Preis von Fr. 956.42 zu 

verkaufen (vgl. empfohlene Verkaufspreise 2018, in: Eingabe der F._____ 

AG vom 25. Juni 2025), mithin hat die Privatklägerin diesen Motor für rund 

Fr. 250.00 (ca. 27 %) unter dem empfohlenen Kaufpreis erhalten. 

Vergleichbares ist betreffend den von der Privatklägerin im Jahr 2018 bei 

der F._____ AG gekauften Tandemmotor (6260-1030-W für Fr. 1'391.60) 

festzustellen. Es dürfte sich bei diesem Motor angesichts des Beschriebs 

in der Rechnung (UA act. 258) um den Artikel "6060T-1.5-W" gemäss Liste 

über die Kaufpreisempfehlung 2018 (Fr. 1'958.35) handeln, welchen auch 

die E._____ GmbH für die Privatklägerin einkaufte (UA act. 253, 256). Es 

ist somit davon auszugehen, dass die Privatklägerin auf diesen Motor einen 

Rabatt von etwas weniger als 30 % erhielt. Insgesamt lässt sich feststellen, 

dass davon auszugehen ist, dass die F._____ AG der Privatklägerin auf die 

Preisempfehlung regelmässig einen Preisnachlass gewährte. Aufgrund 

dieser Indizien ist für das Obergericht ausgewiesen, dass der Privatklägerin 

aufgrund des Einkaufkonstrukts (kein direkter Einkauf bei der F._____ AG, 

sondern über die E._____ GmbH bzw. G._____) auch betreffend der 

Transaktionen 1-4 ein Schaden entstanden ist und der Schaden betreffend 

die Transaktionen 5-7 Fr. 8'563.88 übersteigt, da sie von zusätzlichen 

Rabatten – wie sie etwa auch einer Zwischenhändlerin gewährt wurden – 

nicht profitieren konnte.   

 

4.5. 

4.5.1. 

Mit Blick auf den festgestellten Sachverhalt ergibt sich betreffend den Mit-

beschuldigten (Haupttat) Folgendes: 

 

Der Mitbeschuldigte wandte sich betreffend die Auftragserledigung an die 

E._____ GmbH, welche die Bestellungen bei der F._____ AG auslöste und 

die auch den Grossteil des Gewinns einnahm. Faktisch war somit die 

E._____ GmbH die Zwischenhändlerin. Dies verschleierte der 

Mitbeschuldigte, indem die Beschuldigte und ihre Einzelfirma, die G._____, 

dazwischengeschaltet wurden. Die Privatklägerin wurde somit darüber ge-

täuscht, als ihr vorgespiegelt wurde, die E._____ GmbH habe mit den 

Aufträgen an die F._____ AG nichts zu tun.  

 

Diese Täuschung ist als arglistig zu qualifizieren. Um die Involvierung der 

E._____ GmbH zu verschleiern, wurden täuschende Machenschaften 

getätigt (mit Rechnungen der G._____, mit Adresse und Bankkonti der Be-

 - 22 - 

 

 

schuldigten). Die Beschuldigte und die G._____ wurden vorgeschoben, 

sodass die Privatklägerin nicht erkennen konnte, wer effektiv als Zwi-

schenhändlerin handelte.  

 

Die Privatklägerin irrte sich, da sie meinte, die G._____ sei (auch faktisch) 

die Zwischenhändlerin des Vorhangsystems der F._____ AG und die 

E._____ GmbH habe damit nichts zu tun. Entsprechend wurden die 

Aufträge/Rechnungen der G._____ auch vom Vorgesetzten des Mit-

beschuldigten freigegeben (vgl. GA act. 84).  

 

Die Privatklägerin hat aufgrund des täuschungsbedingten Irrtums verschie-

dene Vermögensverschiebungen in Form der Bezahlung der Rechnungen 

der G._____ vorgenommen (E. 4.2 hiervor), was sie nicht getan hätte, 

wenn sie gewusst hätte, dass dahinter die E._____ GmbH steht.  

 

Der Privatklägerin entstand im Zusammenhang mit den Transaktionen (1-

7) ein Schaden. Der objektive Tatbestand des Betrugs betreffend den Mit-

beschuldigen ist somit in 7 Fällen ausgewiesen.  

 

Der Mitbeschuldigte handelte vorsätzlich. Er wusste, dass er der E._____ 

GmbH keine Aufträge erteilen darf und wollte daher die Privatklägerin über 

deren Beteiligung bei den Aufträgen täuschen, indem er eine andere Firma 

dazwischenschaltete. Er wollte dadurch über die E._____ GmbH, deren 

einziger Geschäftsführer und Gesellschafter er gemäss 

Handelsregisterauszug war, einen unrechtmässigen Gewinn erzielen. 

Vorliegend ist ein solcher unrechtmässiger Gewinn der Beschuldigten und 

der E._____ GmbH bzw. deren wirtschaftlich berechtigten Person (des 

Mitbeschuldigten) betreffend die Transaktionen 1-7 von knapp 

Fr. 40'000.00 (Überweisungen der Privatklägerin an die Beschuldigte 

minus Zahlungen der E._____ GmbH/Beschuldigten an die F._____ AG; 

E. 4.2) ausgewiesen. Der E._____ GmbH bzw. dem Mitbeschuldigten floss 

dieser Gewinn mehrheitlich zu, denn gemäss den mit Blick auf die 

Kontoauszüge glaubhaften Angaben der Beschuldigten und von J._____ 

erhielt sie je Transaktion Fr. 100.00 vom Gewinn. Der Mitbeschuldigte 

strebte diesen unrechtmässigen Gewinn an. Somit ist auch der subjektive 

Tatbestand erfüllt.  

 

Der Mitbeschuldigte hat sich des mehrfachen Betrugs (Transaktionen 1-7) 

schuldig gemacht.  

 

4.5.2. 

Die Beschuldigte hat die Tat des Mitbeschuldigten gefördert, indem sie ihn 

bei der Abwicklung der Transaktionen unterstützte. Sie hat ihren Namen 

(bzw. jenen ihrer Einzelfirma) und ihre Konti als Fassade zur Verfügung 

gestellt, sodass für die Privatklägerin nicht ersichtlich war, dass die 

E._____ GmbH bei diesen Verkäufen mitwirkt und den Gewinn 

 - 23 - 

 

 

(mehrheitlich) einnimmt. Das ist nicht bloss ein harmloses Alltagsgeschäft 

bzw. eine berufstypische Dienstleistung. Vielmehr hat die Beschuldigte 

damit Betrugshandlungen des Mitbeschuldigten gefördert, wobei sich die 

Tat ohne ihre Hilfeleistung nicht so abgespielt hätte. Die Rechnungen 

wären vom Vorgesetzten des Mitbeschuldigten bei der Privatklägerin nicht 

visiert worden.  

 

Die Beschuldigte wusste – entgegen ihrer Aussage (GA act. 80) – um die 

Lukrativität des Geschäfts mit dem Verkauf des Vorhangsystems, hat sie 

doch eine Rechnung bei der F._____ AG direkt von ihrem Konto bezahlt 

(E. 4.2.5 hiervor) und ferner ist davon auszugehen, dass sie auch Zugriff 

bei der E._____ GmbH auf die relevanten Informationen hatte. Denn 

gemäss ihren Angaben war sie bei der E._____ GmbH im Bereich der 

Administration (insbesondere auch betreffend Debitoren, Kreditoren) tätig 

(UA act. 206, vgl. auch UA act. 228 ff. Ziff. 65, 138; vgl. Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 6). Damit übereinstimmend gab sie auch an, 

dass das Geschäft mit dem Vorhangsystem bis zur Übernahme durch 

I._____, d.h. im Tatzeitraum ein Gutes war (UA act. 204 Ziff. 32). Die 

Beschuldigte konnte sodann nicht erklären, weshalb ihr dieser 

Geschäftsbereich abgegeben werden sollte (UA act. 205 Ziff. 47). 

Nachdem sie in diesem Bereich über kein Fachwissen verfügt, ist die 

Behauptung, sie hatte diesen Bereich irgendwann einmal selbständig 

führen sollen, als Schutzbehauptung einzustufen. Entsprechend wurde sie 

auch während dem Tatzeitraum, der mehr als ein Jahr umfasst, mit dem 

Lieferanten (F._____ AG) auch nicht bekannt gemacht. Vielmehr war sich 

die Beschuldigte bewusst, dass hier ihr Name (bzw. jener ihrer Einzelfirma) 

bloss als Fassade nach aussen (für die Privatklägerin) vorgeschoben 

wurde. Dass damit die Privatklägerin (Arbeitgeberin des Mitbeschuldigten) 

darüber arglistig getäuscht wurde, dass die Gewinne an die E._____ GmbH 

fliessen, ist evident und das muss auch die Beschuldigte gewusst haben. 

Zumal sie über die problematische Doppelfunktion des Mitbeschuldigten 

(Arbeitnehmer der Privatklägerin, Inhaber der E._____ GmbH) Bescheid 

wusste (UA act. 203 Ziff. 29, GA act. 77). Die Beschuldigte erkannte somit 

die wesentlichen Merkmale des vom Mitbeschuldigten verübten 

(mehrfachen) Betrugs und dessen Vorsatz. Hinzukommt, dass das 

Obergericht davon überzeugt ist, dass die Beschuldigte – mit Blick darauf, 

dass sie die langjährige Freundin von J._____ (UA act. 222 f. Ziff. 4-6, GA 

act. 82) und dieser über den Grund für die Einsetzung eines Dritten 

informiert war – wusste, weshalb dieses ganze Konstrukt nötig war und 

weshalb der Mitbeschuldigte diese Aufträge anders als in der 

Vergangenheit (vgl. dazu UA act. 204 Ziff. 30) nicht mehr direkt über die 

E._____ GmbH abwickelte. Nämlich weil der Mitbeschuldigte für seine Ar-

beitgeberin keine Geschäfte mit der E._____ GmbH mehr abschliessen 

durfte.  

 

 - 24 - 

 

 

4.5.3.  

Die Beschuldigte wie auch J._____ gaben an, die Beschuldigte habe pro 

Transaktion Fr. 100.00 bekommen, dies in einem Zeitraum von etwas mehr 

als über 1 ½ Jahren. Etwas anderes lässt sich zulasten der Beschuldigten 

nicht nachweisen. Damit ist nicht ausgewiesen, dass die Beschuldigte 

einen namhaften Beitrag an die Kosten ihrer Lebensgestaltung durch die 

Gehilfenschaft zum mehrfachen Betrug erzielte (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 6B_253/2016 vom 29. März 2017 E. 2.3). Bei ihr ist das 

Merkmal der Gewerbsmässigkeit daher zu verneinen und sie ist der Gehil-

fenschaft zum mehrfachen Betrug (betreffend die 7 Transaktionen) schul-

dig zu sprechen.  

 

5.  

5.1. 

Die Vorinstanz verurteilte die Beschuldigte zu einer bedingten Geldstrafe 

von 30 Tagessätzen zu Fr. 70.00, Probezeit 2 Jahre, und einer Busse von 

Fr. 250.00, ersatzweise 4 Tage Freiheitsstrafe.  

 

Die Beschuldigte verlangt einen Freispruch und äussert sich nicht zur Straf-

zumessung für den Fall einer Verurteilung (vgl. Protokoll der Berufungsver-

handlung S. 3).  

 

Die Staatsanwaltschaft, welche betreffend die Strafzumessung Anschluss-

berufung erhoben hat, beantragt, die Beschuldigte sei zu einer bedingten 

Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu Fr. 70.00, Probezeit 2 Jahre, und einer 

Busse von Fr. 1'200.00, ersatzweise 17 Tage Freiheitsstrafe zu verurteilen.  

 

5.2. 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 

StGB wiederholt dargelegt (BGE 147 IV 241; 144 IV 313; 144 IV 217; 

141 IV 61 E. 6.1.1; 136 IV 55 E. 5.4 ff.; je mit Hinweisen). Entsprechendes 

gilt für die Bildung der Einsatz- und der Gesamtstrafe nach Art. 49 Abs. 1 

StGB in Anwendung des Asperationsprinzips (BGE 144 IV 313 E. 1.1; 144 

IV 217 E. 2 f.; 141 IV 61 E. 6.1.2; je mit Hinweisen). Darauf kann verwiesen 

werden.  

 

5.3. 

Bei der neuen Strafzumessung ist zu beachten, dass die Sanktionsart 

(Geldstrafe) und der bedingte Vollzug der Geldstrafe nicht zuungunsten der 

Beschuldigten angefochten worden sind. Die Anschlussberufung hebt das 

Verschlechterungsverbot (Art. 391 Abs. 2 StPO) im von den Parteien be-

stimmten Streitgegenstand (Art. 404 Abs. 1 StPO) nur im Umfang ihrer An-

träge auf (vgl. BGE 147 IV 167 E. 1.5.2 f.). Daher gilt hier hinsichtlich der 

Sanktionsart (Geldstrafe) und des bedingten Vollzugs der Geldstrafe das 

Verschlechterungsverbot (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_428/2013 

vom 15. April 2014 E. 3.4; JÜRG BÄHLER, in: Basler Kommentar, Schweize-

 - 25 - 

 

 

rische Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2023, N. 13 zu Art. 399 StPO). Im Üb-

rigen sind diese vorinstanzlichen Schlussfolgerungen bei der nicht vorbe-

straften Beschuldigten auch richtig.   

 

5.4. 

5.4.1. 

Das Gesetz sieht für den Betrug einen Strafrahmen von Freiheitsstrafe bis 

zu 5 Jahren oder eine Geldstrafe vor (Art. 146 Abs. 1 StGB), wobei der Tä-

ter, der dazu lediglich vorsätzlich Hilfe leistet, milder bestraft wird (Art. 25 

StGB). Die Einsatzstrafe ist für die schwerste Straftat festzusetzen. Vorlie-

gend erscheint die Gehilfenschaft zum Betrug betreffend die Transaktion 5 

mit Blick auf den aus diesem Geschäft erwirtschaften unrechtmässigen Ge-

winn des Mitbeschuldigten und der Beschuldigten von etwas über 

Fr. 15'000.00 als die gravierendste Tat. Hinsichtlich der Art und Weise der 

Tatausführung bzw. die Verwerflichkeit des Handelns ist zu berücksichti-

gen, dass die Beschuldigte mit anderen Personen – insbesondere mit dem 

Haupttäter zusammenwirkte –, was ein planmässiges Vorgehen zeigt. Hin-

sichtlich der Beweggründe ist nichts Besonderes auszumachen, ist doch 

zu beachten, dass eine unrechtmässige Bereicherung jedem Vermögens-

delikt immanent und die Beschuldigte vom unrechtmässig erzielten Gewinn 

nur sehr beschränkt (mir Fr. 100.00) profitiert hat. Verschuldenserhöhend 

wirkt sich jedoch das sehr grosse Mass an Entscheidungsfreiheit, über das 

die Beschuldigte verfügt hat, aus. Es sind keine inneren oder äusseren Um-

stände ersichtlich, welche ihre Entscheidungsfreiheit eingeschränkt haben. 

Je leichter es aber für sie gewesen wäre, von den der Mithilfe bei den be-

trügerischen Machenschaften abzusehen bzw. das Vermögen der Privat-

klägerin zu respektieren, desto schwerer wiegt die Entscheidung dagegen 

und damit das Verschulden (vgl. BGE 127 IV 101 E. 2a; 117 IV 112 E. 1 

S. 114; Urteil des Bundesgerichts 6B_91/2022 vom 18. Januar 2023 

E. 3.4.3). Insgesamt ist unter Berücksichtigung des breiten Spektrums 

möglicher Tathandlungen von einem in Relation zum Strafrahmen von bis 

zu 5 Jahren Freiheitsstrafe von einem leichten Verschulden auszugehen, 

sodass hier eine Einsatzstrafe von 40 Tagessätzen Geldstrafe (plus Ver-

bindungsbusse) auszufällen ist.  

 

5.4.2. 

In Anwendung des Asperationsprinzips gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB ist die 

Geldstrafe aufgrund der weiteren Betrugshandlungen angemessen zu er-

höhen. Diesbezüglich liegt lediglich hinsichtlich des jeweils unrechtmässig 

erzielten Gewinns ein Unterschied vor, im Übrigen kann auf die Erwägung 

E. 5.4.1 hiervor verwiesen werden. Angesichts dessen rechtfertigt sich für 

die Gehilfenschaft zum Betrug betreffend die Transaktion 6 (unrechtmässi-

ger Gewinn von rund Fr. 11'000.00) eine Einzelstrafe von 25 Tagessätzen 

(plus Verbindungsbusse), betreffend die Transaktion 7 (unrechtmässiger 

Gewinn von rund Fr. 5'800.00) von 20 Tagessätzen (plus Verbindungs-

busse)und betreffend die Transaktionen 1, 2, 3 und 4 (unrechtmässiger Ge-

 - 26 - 

 

 

winn von rund Fr. 3'500.00, Fr. 2'500.00) von jeweils 15 Tagessätzen (plus 

Verbindungsbusse). Da zwischen der Transaktion 5 und den anderen 

Transaktionen insbesondere ein enger sachlicher Zusammenhang besteht 

und diese Taten innerhalb von etwas mehr als 1 ½ Jahren ausgeführt wur-

den, womit auch noch eine zeitliche Nähe vorliegt, scheint es hier gerecht-

fertigt, die Einsatzstrafe für die Gehilfenschaft zum Betrug betreffend die 

Transaktion 6 um 20 Tagessätze, betreffend die Transaktion 7 um 10 Ta-

gessätze und betreffend Transaktionen 1, 2, 3 und 4 von jeweils 5 Tages-

sätze (jeweils plus Verbindungsbusse) zu erhöhen.   

 

5.4.3. 

Aufgrund des Tatverschuldens ist eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen 

(plus Verbindungsbusse) schuldangemessen.  

 

5.4.4. 

Hinsichtlich der Täterkomponente zeigen sich keine straferhöhenden oder 

strafreduzierende Umstände: Die Beschuldigte ist nicht vorbestraft, was 

den Normalfall darstellt und sich bei der Strafzumessung grundsätzlich 

neutral auswirkt (BGE 136 IV 1 E. 2.6). Sie ist nicht geständig und zeigt 

auch keine Einsicht. Aus den persönlichen und familiären Verhältnissen der 

Beschuldigten (ledig, in Teilzeit erwerbstätig; GA act. 81) ergeben sich 

keine für die Strafzumessung relevanten Faktoren.  

  

5.4.5. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschuldigte zu einer (be-

dingten) Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu verurteilen ist 

 

5.5. 

Die Höhe des Tagessatzes ist nach den persönlichen und wirtschaftlichen 

Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt des Urteils zu bemessen, insbeson-

dere nach dem Einkommen, dem Vermögen, dem Lebensaufwand, allfälli-

gen Familien- und Unterstützungspflichten sowie dem Existenzminimum 

(Art. 34 Abs. 2 StGB). 

 

Die Vorinstanz (E. 4.4 S. 16 f.) stellte auf den von der Beschuldigten an-

lässlich der Hauptverhandlung angegebenen Lohn von monatlich rund 

Fr. 2'660.00 (vgl. GA act. 81) ab und ermittelte mit einem allgemeinen Ab-

zug in Höhe von 20 % für Krankenkasse, Steuern und notwendige Berufs-

kosten einen Tagessatz von Fr. 70.00. Anlässlich der obergerichtlichen 

Hauptverhandlung gab die Beschuldigte anlässlich ihrer Befragung zu ih-

ren persönlichen Verhältnissen an, sie werde aktuell gepfändet. Der einge-

reichten Pfändungsurkunde ist zu entnehmen, dass ihr Existenzminimum 

auf Fr. 2'550.00 festgesetzt und der Betrag über dem Existenzminimum auf 

Fr. 1'150.00 festgelegt wurde. Die Schuldbeträge (ca. Fr. 2'000.00 Steuer-

amt Solothurn, Fr. 230.00 Steueramt, Fr. 210.00 SERAFE und Fr. 325.00 

Innova Versicherungen AG) sind jedoch nicht sehr hoch und relativ schnell 

 - 27 - 

 

 

gepfändet (vgl. Protokoll der Berufungsverhandlung S. 7 f.). Gemäss ihren 

eingereichten Lohnabrechnungen beträgt ihr monatliches Nettoeinkommen 

durchschnittlich Fr. 3'231.65 (Fr. 2'394.00 [Juli 2025], Fr. 3'710.00 [August 

2025], Fr. 3'591.00 [September 2025]), wovon 20 % gemäss obigen Anga-

ben abzuziehen sind. Angesichts dessen, dass die Beschuldigte in be-

scheidenen finanziellen Verhältnissen lebt und sie zu einer hohen Anzahl 

Tagessätzen Geldstrafe verurteilt wird, rechtfertigt sich ein weiterer Abzug 

von insgesamt 30 %. Der Tagessatz beträgt somit gerundet Fr. 60.00.  

 

5.6. 

Eine – wie hier – bedingt ausgesprochene Geldstrafe kann mit einer Busse 

verbunden werden (Art. 42 Abs. 4 StGB). Vorliegend ist die Verbindung der 

bedingt ausgesprochenen Geldstrafe mit einer Busse angezeigt, um der 

Beschuldigten die Ernsthaftigkeit der Sanktion und die Konsequenzen sei-

nes Handelns deutlich vor Augen zu führen. Das Hauptgewicht hat dabei 

auf der bedingten Geldstrafe zu liegen, während der unbeding-

ten Verbindungsbusse nur untergeordnete Bedeutung zukommt. Der Anteil 

der Verbindungsbusse an der gesamten Strafe, d.h. an der bedingt ausge-

sprochenen Geldstrafe und der Verbindungsbusse in ihrer Gesamtheit, soll 

grundsätzlich maximal einen Fünftel betragen (BGE 149 IV 321 E. 1.3.1 f.).  

 

Mit Blick auf die wirtschaftlichen Verhältnisse und auch insgesamt aufgrund 

des Verschuldens erscheint hier eine Verbindungsbusse von Fr. 1'200.00 

angemessen, um der Beschuldigten die Konsequenzen und das Unrecht 

ihres strafbaren Verhaltens klar vor Augen zu führen.  

 

Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhaftem Nichtbezahlen der Busse ist ge-

stützt auf Art. 106 Abs. 2 StGB, ausgehend vom als Umrechnungsschlüs-

sel zu verwendenden Tagessatzes von Fr. 50.00 (BGE 134 IV 60 E. 7.3.3), 

auf 20 Tage Freiheitsstrafe festzusetzen. 

 

6. 

Die Vorinstanz verpflichtete die Beschuldigte unter solidarischer Haftbar-

keit mit dem Mitbeschuldigten zur Bezahlung einer Zivilforderung von 

Fr. 39'645.25.  

 

In der Berufung der Beschuldigten finden sich für den Fall der ganz oder 

teilweisen Abweisung der Berufung keine Ausführungen zu der von der 

Vorinstanz zugesprochenen Zivilforderung. Demgemäss ist darauf nicht 

weiter einzugehen und es kann auf die unbestritten gebliebenen Erwägun-

gen der Vorinstanz verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO), zumal hin-

sichtlich der adhäsionsweise geltend gemachten Zivilforderung die Dispo-

sitionsmaxime gilt und von der Beschuldigten ein substantiiertes Bestreiten 

verlangt würde. 

 

 - 28 - 

 

 

7. 

7.1. 

Die Parteien tragen die Kosten des Berufungsverfahrens nach Massgabe 

ihres Obsiegens bzw. Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Für die Bemes-

sung des auf die jeweilige Partei entfallenden Kostenanteils ist dabei von 

entscheidender Bedeutung, welchen Arbeitsaufwand die Beurteilung der 

einzelnen Punkte notwendig gemacht haben (und nicht die Wichtigkeit der 

Anträge für die Partei; Urteile des Bundesgerichts 6B_176/2019 vom 

13. September 2019 E. 2.2; 6B_642/2015 vom 17. August 2015 E. 2.1.2). 

Erwirkt eine Partei, die ein Rechtsmittel ergriffen hat, einen für sie günsti-

geren Entscheid, so können ihr die Verfahrenskosten u.a. auferlegt werden, 

wenn der angefochtene Entscheid nur unwesentlich abgeändert wird 

(Art. 428 Abs. 2 lit. b StPO).  

 

Die Beschuldigte dringt mit ihrer Berufung, mit der sie einen Freispruch ver-

langt, weitgehend nicht durch, auch wenn sie nicht der Gehilfenschaft zum 

gewerbsmässigen Betrug, sondern der Gehilfenschaft zum mehrfachen 

Betrug schuldig zu sprechen ist. Die Staatsanwaltschaft obsiegt im Ergeb-

nis (und insgesamt betrachtet) mit ihrer Berufung. Entsprechend diesem 

Verfahrensausgang rechtfertigt es sich, der Beschuldigten den im Verhält-

nis zum Mitbeschuldigten auf sie entfallenden Anteil (vgl. Art. 418 Abs. 1 

StPO) der obergerichtlichen Verfahrenskosten vollumfänglich aufzuerle-

gen. Die andere rechtliche Qualifikation (im Vergleich zum Antrag der Be-

schuldigten auf Freispruch) erscheint nämlich von untergeordneter Bedeu-

tung – die Beschuldigte ist nach wie vor eines Verbrechens schuldig – und 

dies hat auch den Aufwand des Obergerichts nicht massgeblich beeinflusst 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts 7B_249/2022 vom 18. Januar 2024 

E. 12.4.2).  

 

7.2.  

Der Kostenentscheid präjudiziert die Entschädigungsfrage (BGE 147 IV 47 

E. 4.1; 137 IV 352 E. 2.4.2). Ausgangsgemäss hat die Beschuldigte ihre 

Parteikosten selbst zu tragen (Art. 436 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 429 Abs. 1 

StPO e contrario). 

 

7.3. 

Die Privatklägerin hat sich am vorliegenden Berufungsverfahren beteiligt 

und obsiegt. Es ist ihr eine Parteientschädigung gemäss Art. 436 Abs. 1 

i.V.m. Art. 433 Abs. 1 lit. a StPO zuzusprechen.  

 

Die anlässlich der Berufungsverhandlung mit Honorarnote vom 1. Dezem-

ber 2025 geltend gemachte Entschädigung der Privatklägerin ist auf einen 

Stundenansatz von Fr. 240.00 zu reduzieren (§ 9 Abs. 2bis AnwT) und auf 

die effektive Dauer der Berufungsverhandlung (inkl. Weg sowie Vor- und 

Nachbesprechung) von 6 statt 9 Stunden anzupassen. Im Ergebnis resul-

tiert ein Honorar von gerundet Fr. 3'105.00 (Fr. 2'772.00 [11.55 h à 

 - 29 - 

 

 

Fr. 240.00], Auslagenpauschale von 3 % [Fr. 83.15], Reisespesen 

[Fr. 18.80], MwSt. von 8.1 % [Fr. 232.80]), welche zulasten der Beschuldig-

ten zuzusprechen ist. 

 

8. 

Fällt die Rechtsmittelinstanz selbst einen neuen Entscheid, so befindet sie 

darin auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 

Abs. 2 StPO). 

 

8.1. 

Die vorinstanzliche Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen er-

weist sich nach wie vor als korrekt und bedarf keiner Korrektur. Denn der 

Umstand, dass der Tatbestand nicht wegen Gehilfenschaft zum gewerbs-

mässigen Betrug, sondern wegen Gehilfenschaft zum mehrfachen Betrug 

schuldig zu sprechen ist, hat keine Auswirkungen darauf. Es besteht be-

treffend der der Beschuldigten mit der Anklage zur Last gelegten Handlun-

gen ein Sachverhalt, der bloss anders zu würdigen ist, und diesbezüglich 

waren alle Untersuchungshandlungen notwendig (vgl. Urteil des Bundes-

gerichts 6B_1254/2023 vom 10. April 2025 E. 3.3.2).  

 

8.2. 

Der Privatklägerin wurde vor Vorinstanz eine Parteientschädigung von 

Fr. 13'413.00 zugesprochen. Diese erscheint unter Berücksichtigung der 

Bedeutung und des Umfangs des vorinstanzlichen Verfahrens sowie der 

tatsächlichen und rechtlichen Schwierigkeiten als angemessen. 

  

10.  

Tritt das Berufungsgericht, wie vorliegend, auf die Berufung ein, so fällt es 

ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 StPO, 

Art. 81 StPO). 

 

 
   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschuldigte ist schuldig der Gehilfenschaft zum mehrfachen Betrug 

gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 25 StGB. 

 

2. 

Die Beschuldigte wird hierfür gemäss der in Ziff. 1 genannten Gesetzesbe-

stimmungen sowie gestützt auf Art. 47 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB, Art. 34 

StGB, Art. 42 Abs. 1 und Abs. 4 StGB, Art. 44 StGB und Art. 106 StGB 

 

zu einer bedingten Geldstrafe von 90 Tagessätzen à Fr. 60.00, d.h. 

Fr. 5'400.00, Probezeit 2 Jahre, 

 

 - 30 - 

 

 

und zu einer Verbindungsbusse von Fr. 1'200.00, ersatzweise 20 Tage 

Freiheitsstrafe, 

 

verurteilt. 

 

3. 

Die Beschuldigte wird unter solidarischer Haftbarkeit mit C._____ ver-

pflichtet, der Privatklägerin Fr. 39'645.25 nebst Zins zu 5 % seit 23. Juli 

2021 zu bezahlen.  

 

4. 

4.1. 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten, bestehend aus einer Gerichtsge-

bühr von Fr. 3'000.00 und Auslagen von Fr. 154.00, gesamthaft 

Fr. 3'154.00, werden der Beschuldigten auferlegt.  

 

4.2. 

Die Beschuldigte hat ihre obergerichtlichen Parteikosten selbst zu tragen.  

 

4.3. 

Die Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin unter solidarischer 

Haftbarkeit mit C._____ für das Berufungsverfahren eine Entschädigung 

von Fr. 3'105.00 (inkl. Auslagen und MwSt.) zu bezahlen. 

 

5. 

5.1. 

Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten werden der Beschuldigten in der 

Höhe von Fr. 2'200.00 auferlegt. 

 

5.2. 

Die Beschuldigte hat ihre erstinstanzlichen Parteikosten selbst zu tragen.  

 

5.3. 

Die Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin unter solidarischer 

Haftbarkeit mit C._____ für das erstinstanzliche Verfahren eine Ent-

schädigung von Fr. 13'413.00 zu bezahlen. 

 

 

 Zustellung an:  

[…] 

 

 
   

Hinweis zur Bedeutung der bedingt ausgesprochenen Strafe 

(Art. 44 Abs. 3 StGB) 

  

Bei einer ausgefällten bedingten Geld- oder Freiheitsstrafe wird der Vollzug 

aufgeschoben. Gleichzeitig wird dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis fünf Jahren 

 - 31 - 

 

 

angesetzt. Hat sich der Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit bewährt, so wird die 

aufgeschobene Strafe nicht mehr vollzogen (Art. 45 StGB). Das bedeutet, dass die 

Geldstrafe dann nicht zu bezahlen bzw. die Freiheitsstrafe nicht anzutreten ist. Begeht der 

Verurteilte während der Probezeit aber ein Verbrechen oder Vergehen und ist deshalb zu 

erwarten, dass er weitere Straftaten verüben wird, so widerruft das Gericht grundsätzlich 

die bedingte Strafe (Art. 46 Abs. 1 StGB). 

  

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der 

vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das 

Schweizerische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 

Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen 

Bundesgericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die 

Beschwerdelegitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 
   

Aarau, 1. Dezember 2025 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 2. Kammer 

Die Präsidentin:    Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Plüss     Wanner