# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 55c2ddeb-298d-5fe0-82ed-915eaa05a065
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-04-11
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 11.04.2016 SB150311
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB150311_2016-04-11.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    

 

 

Geschäfts-Nr.: SB150311-O/U/jv 
 

Mitwirkend: Oberrichter Dr. iur. F. Bollinger, Vorsitzender, Oberrichterin  

lic. iur. L. Chitvanni und Oberrichter lic. iur. Ch. Prinz sowie  

Gerichtsschreiberin lic. iur. C. Baumgartner 

 
Urteil vom 11. April 2016 

 
in Sachen 

 
A._____, 

Privatklägerin und Berufungsklägerin 

 
sowie 

 
Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, 

vertreten durch Leitenden Staatsanwalt lic. iur. D. Kloiber,  

Anklägerin 

 
gegen 

 
B._____, 

Beschuldigte und Berufungsbeklagte 

ab 05.11.2015 erbeten verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

betreffend 
mehrfache Drohung etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung -  

Einzelgericht, vom 14. April 2015 (GG140303) 

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Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 4. Dezember 2014 ist 

diesem Urteil beigeheftet (Urk. 26). 

 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 45) 

Es wird erkannt: 

1. Die Beschuldigte ist nicht schuldig und wird vom Vorwurf der mehrfachen 

Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB sowie des mehrfachen Miss-

brauchs einer Fernmeldeanlage im Sinne von Art. 179septies StGB freigespro-

chen. 

2. Die Entscheidgebühr fällt ausser Ansatz; die übrigen Kosten, inklusive jene 

der amtlichen Verteidigung und des unentgeltlichen Rechtsbeistands der Pri-

vatklägerschaft, werden definitiv auf die Gerichtskasse genommen. 

3. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Bemühungen als amtlicher Ver-

teidiger mit Fr. 7'035.20 (inkl. MwSt. und Barauslagen) aus der Gerichtskasse 

entschädigt.  

4. Rechtsanwalt lic. iur. C._____ wird für seine Bemühungen als unentgeltlicher 

Rechtsbeistand mit Fr. 5'199.10 (inkl. MwSt. und Barauslagen) aus der Ge-

richtskasse entschädigt. 

5. Das Genugtuungsbegehren der Privatklägerschaft wird abgewiesen. 

6. Der Privatklägerschaft wird keine Umtriebsentschädigung zugesprochen. 

7. (Mitteilungen) 

8. (Rechtsmittel) 

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Berufungsanträge: 

a) Der Privatklägerin (Urk. 47): 

1. Es sei in Aufhebung von Disp-Ziff. 1 des angefochtenen Urteils die Beschul-

digte der mehrfachen Drohung sowie des Missbrauchs einer Fernmelde-

anlage schuldig zu sprechen und angemessen zu bestrafen. 

2. Es sei in Abänderung von Disp.-Ziff. 5 des angefochtenen Urteils der Privat-

klägerin eine angemessene Genugtuung zuzusprechen. 

3. Es sei in Abänderung von Disp.-Ziff. 6 des angefochtenen Urteils der Privat-

klägerin eine angemessene Prozessentschädigung zuzusprechen. 

4. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien ausgangsgemäss der Beschul-

digten aufzuerlegen. 

b) Der Verteidigung der Beschuldigten (Prot. II S. 10): 

1. Die Berufung der Privatklägerin sei abzuweisen. 

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen. 

3. Das erstinstanzliche Kostendispositiv sei zu bestätigen. 

4. Der Berufungsbeklagten sei eine Umtriebsentschädigung von Fr. 200.-- so-

wie eine Entschädigung für ihre anwaltliche Verteidigung im Berufungs-

verfahren zuzusprechen. 

5. Auf die Schadenersatz- und Genugtuungsforderung der Privatklägerin sei 

nicht einzutreten. 

c) Der Staatsanwaltschaft: 

Keine Anträge (Urk. 51). 

-  4  - 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang und Prozessuales 

1. Verfahrensgang 

1.1. Mit eingangs erwähntem Urteil vom 14. April 2015 sprach das Bezirksge-

richt Zürich - Einzelgericht - die Beschuldigte von den Vorwürfen der mehrfachen 

Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB sowie des mehrfachen Missbrauchs 

einer Fernmeldeanlage im Sinne von Art. 179septies StGB frei. Das Genugtuungs-

begehren der Privatklägerin wies das Gericht ab. Ebenfalls sah es von der Zu-

sprechung einer Umtriebsentschädigung an die Privatklägerin ab (Urk. 45 

S. 35 f.). 

1.2. Gegen dieses Urteil liess die Privatklägerin am 18. April 2015 Berufung 

anmelden (Urk. 36). Am 23. Juli 2015 nahm der Rechtsvertreter der Privatklägerin 

das begründete Urteil entgegen (Urk. 44/3). Die von ihm mit Datum vom 11. Au-

gust 2015 dem Obergericht eingereichte Berufungserklärung erfolgte somit frist-

gerecht (Urk. 47). Weder die Staatsanwaltschaft noch die Verteidigung erhoben 

Anschlussberufung (Urk. 51, Urk. 52). Zudem teilte die Staatsanwaltschaft mit, 

sich am weiteren Verfahren nicht mehr aktiv beteiligen zu wollen. Indessen be-

antragte der Verteidiger der Beschuldigten, dass auf die Berufung der Privatkläge-

rin nicht einzutreten sei (Urk. 52). Die Staatsanwaltschaft verzichtete in der Folge 

auf eine Stellungnahme zur Eintretensfrage (vgl. Urk. 55, Urk. 57). Mit Beschluss 

vom 20. Oktober 2015 entschied das Obergericht das Eintreten auf die Berufung 

der Privatklägerin (Urk. 61). Mit Präsidialverfügung vom 4. November 2015 wur-

den sowohl die amtliche Verteidigung der Beschuldigten als auch die unentgeltli-

che Verbeiständung der Privatklägerin für das Berufungsverfahren widerrufen 

(Urk. 63). Daraufhin teilte Rechtsanwalt X._____ dem Gericht mit, dass er die Be-

schuldigte fortan erbeten verteidige (Urk. 78). Entsprechend reichte er seine 

Vollmacht ein (Urk. 80). Dagegen setzte die Privatklägerin das Mandat mit 

Rechtsanwalt C._____ nach Aufhebung der unentgeltlichen Rechtsvertretung 

nicht mehr fort (vgl. Urk. 76). 

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1.3. Die Berufungsverhandlung fand am 11. April 2016 statt (Prot. II S. 9 ff.). 

2. Prozessuales 

2.1. Die Privatklägerin verlangt mit ihrer Berufung einen anklagegemässen 

Schuldspruch der Beschuldigten. Damit in Zusammenhang stehend fordert sie die 

Zusprechung einer angemessenen Genugtuung und Prozessentschädigung 

(Urk. 47). Damit ist das vorinstanzliche Urteil einzig hinsichtlich der Entschädi-

gungsregelungen an die Rechtsanwälte X._____ (Dispositiv-Ziffer 3) und C._____ 

(Dispositiv-Ziffer 4) nicht angefochten und in Rechtskraft erwachsen, was vorweg 

festzustellen ist (Art. 402 i.V.m. Art. 437 StPO). Im Übrigen (Dispositiv-Ziffern 1, 2, 

5 und 6) ist das vorinstanzliche Urteil zu überprüfen (Art. 404 Abs. 1 StPO). 

2.2. Die Vorinstanz hat in ihrem Entscheid korrekt festgehalten, dass die der 

Beschuldigten vorgeworfenen Delikte der Drohung (Art. 180 Abs. 1 StGB) sowie 

des Missbrauchs einer Fernmeldeanlage (Art. 179septies StGB) nur auf Antrag ver-

folgt werden (vgl. Urk. 45 S. 4). Die Privatklägerin stellte am 12. November 2013 

den erforderlichen Strafantrag für beide Delikte (D1 Urk. 2). 

2.3. Mit der Vorinstanz ist weiter festzuhalten, dass sich die Geschädigte  

A._____ korrekt als Privatklägerin konstituierte (vgl. Urk. 45 S. 4). 

II.  Sachverhalt und rechtliche Würdigung 

1. Anklagevorwurf 

Zusammengefasst klagt die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl zwei Vorkommnisse 

an. Zunächst soll die Beschuldigte am 8. Oktober 2013 den Sohn der Privat 

klägerin auf dessen Mobiltelefon angerufen und diesem gesagt haben, dass seine 

Mutter eine Schlampe sei, dass sie (die Beschuldigte) wisse, wo er wohne und 

dass er Fussball spiele und er schon sehen werde, was sie mit ihm mache, wenn 

sie ihn oder seine Mutter erwische, was der Sohn der Privatklägerin dieser erzähl-

te. Dadurch sei die Privatklägerin beunruhigt gewesen, da sie die Äusserungen 

ernst genommen habe, was die Beschuldigte zumindest in Kauf genommen habe 

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(Urk. 26 Abs. 1). Weiter wird der Beschuldigten vorgeworfen, sie habe am 

11. November 2013 zwischen 21.57 Uhr und 21.59 Uhr mindestens drei Mal die 

Privatklägerin auf deren Mobiltelefon angerufen. In einem dieser Anrufe soll die 

Beschuldigte die Privatklägerin als Schlampe bezeichnet und zu ihr gesagt haben: 

"Ich bringe dich um, warte bis ich vor deiner Türe bin. Ich werde dich schlagen." 

Diese Äusserungen habe die Privatklägerin ernst genommen und sie habe grosse 

Angst gehabt, die Beschuldigte könnte ihre Äusserungen wahr machen, was die 

Beschuldigte zumindest in Kauf genommen habe (Urk. 26 Abs. 2). 

2. Standpunkt der Beschuldigten 

Die Beschuldigte anerkannte stets, dass sie mit ihrem Mobiltelefon am 8. Oktober 

2013 den Sohn der Privatklägerin, D._____ und am 11. November 2013 die Pri-

vatklägerin angerufen hat (D1 Urk. 4/1, Urk. 4/2, Prot. I S. 9 und 11). Indessen 

bestritt die Beschuldigte durchwegs, die Privatklägerin als Schlampe bezeichnet 

zu haben und gegenüber dem Sohn der Privatklägerin oder der Privatklägerin 

selber Drohungen ausgesprochen zu haben (D1 Urk. 4/1 S. 2 u. 3, D1 Urk. 4/2 

S. 1 u. 2, D1 Urk. 4/3 S. 3, 4, 6 u. 7, Prot. I S. 10 ff.). Anlässlich der Berufungs-

verhandlung hielt die Beschuldigte an ihrer bisherigen Darstellung fest (Urk. 83). 

Damit ist der Anklagesachverhalt mit Ausnahme der Tatsache der getätigten Tele-

fonanrufe an den Sohn der Privatklägerin (D._____) und an die Privatklägerin 

persönlich (A._____) zu erstellen. 

3. Beweismittel 

Die Vorinstanz stellte in ihrem Urteil die zur Verfügung stehenden Beweismittel 

und deren Verwertbarkeit korrekt dar, auf welche Angaben zu verweisen ist 

(Urk. 45 S. 5 f., Urk. 82 Abs. 4 StPO). Zu ergänzen ist einzig, dass sowohl die 

Verbindungsnachweise des Monats Oktober 2013 als auch November 2013 des 

Mobiltelefons der Beschuldigten in den Akten liegen und die Unterlagen be-

treffend die Mobiltelefone der Beteiligten die Aktoren D1 Urk. 6/1-8 sowie D1 

Urk. 6//11-15 betreffen. 

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4. Beweiswürdigung 

4.1. Die Vorinstanz hat in ihrem Entscheid die Grundsätze der richterlichen Be-

weiswürdigung dargelegt und ausgeführt, dass für die Beweiswürdigung zwischen 

der Glaubwürdigkeit einer Person und der Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen zu un-

terscheiden ist. Dabei hat sie auch auf den Grundsatz der freien richterlichen Be-

weiswürdigung hingewiesen. Auf die entsprechenden korrekten Ausführungen ist 

zu verweisen (vgl. Urk. 45 S.16 ff., Art. 82 Abs. 4 StPO). 

4.2. Die Vorinstanz hat sich im Weiteren mit der Glaubwürdigkeit der Beschul-

digten, der Privatklägerin und des Zeugen D._____ auseinandergesetzt, worauf 

ebenfalls verwiesen werden kann (Urk. 45 S. 18 f., Art. 82 Abs. 4 StPO).  

5. Erster Sachverhaltsteil / Vorfall vom 8. Oktober 2013 

5.1. Die Beschuldigte anerkannte bezüglich dieses Sachverhaltsteils den te-

lefonischen Kontakt mit dem Sohn der Privatklägerin, welche Telefonverbindung 

im Übrigen auch mit den Verbindungsnachweisen in der Rechnung der Firma 

Orange für den Monat Oktober 2013 aufgeführt ist (D1 Urk. 6/11 S. 5). Die Ankla-

ge wirft der Beschuldigten vor, anlässlich dieses Telefonats dem Sohn der Privat-

klägerin gesagt zu haben, seine Mutter sei eine Schlampe, sie wisse wo er wohne 

und er werde schon sehen, was sie mit ihm mache, wenn sie ihn oder seine Mut-

ter erwische. Dies habe er der Privatklägerin erzählt, wodurch diese beunruhigt 

gewesen sei. 

5.2. Dieser Vorwurf an die Beschuldigte entstammt der staatsanwaltschaft-

lichen Zeugeneinvernahme von D._____. So führte dieser am 22. Oktober 2014 

auf die Frage, ob es seitens der Beschuldigten ganz konkrete Drohungen gege-

ben habe, aus: "Ja…wie…wenn ich dich erwische, du wirst sehen, was ich mit dir 

mache, oder mit deiner Mutter. Sie hat wie gedroht, wenn sie mich erwischt, wür-

de sie mich schlagen". Auf die Frage, ob die Beschuldigte das so gesagt habe, 

gab D._____ an: "Indirekt. Sie sagte einfach, wenn ich dich erwische, du wirst se-

hen, was ich mit dir alles mache." (D1 Urk. 5/3 S. 4). Aus den Angaben der Pri-

vatklägerin geht indessen nicht hervor, dass ihr D._____ eine solche Aussage der 

Beschuldigten mitgeteilt hätte. Im Rahmen der Einvernahme bei der Stadtpolizei 

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Zürich vom 12. November 2013 gab die Privatklägerin zum Vorfall vom 8. Oktober 

2011 lediglich an, ihr Sohn habe einen Anruf auf sein Mobiltelefon erhalten. Da-

raufhin habe er sie angerufen und ihr gesagt, dass eine Frau angerufen habe, 

welche sie (die Privatklägerin) als Schlampe bezeichnet hätte. Sie habe daraufhin 

ihre Telefonnummer und auch diejenige ihres Sohnes gewechselt. Bei Frage 16 

der gleichen Einvernahme fasste die befragende Polizistin die Aussagen der Pri-

vatklägerin nochmals zusammen. Betreffend den Vorfall vom 8. Oktober 2011 

fragte die Polizistin anschliessend, ob sie es richtig verstanden habe, dass am 

nächsten Tag (Anmerkung: 8. Oktober 2013) jemand mit unterdrückter Nummer 

ihren Sohn angerufen habe und eine Frauenstimme auf albanisch zu ihrem Sohn 

gesagt habe, sie (die Privatklägerin) sei eine Schlampe und würde sich verkaufen. 

Daraufhin habe sie (die Beschuldigte) die Telefonnummern gewechselt. Diese 

Zusammenfassung bestätigte die Privatklägerin (D1 Urk. 5/1). Unweigerlich fällt 

auf, dass die Privatklägerin anlässlich ihrer ersten – und damit tatnahen – Einver-

nahme vom 12. November 2013 bezüglich des Telefonats der Beschuldigten an 

D._____ keinen drohenden Inhalt erwähnte, insbesondere nicht ausführte, 

D._____ habe ihr etwas Solches berichtet. Anlässlich der staatsanwaltschaftli-

chen Einvernahme vom 22. Oktober 2014 gab die Privatklägerin eingangs be-

kannt, sie habe bei der Polizei die Wahrheit gesagt. Ergänzungen fügte sie keine 

an (D1 Urk. 5/2 S. 4). In der Folge schilderte die Privatklägerin betreffend den 

8. Oktober 2014, ihr Sohn habe noch geschlafen als er einen anonymen Anruf er-

halten habe. Er habe sie nach dem Telefonat dann angerufen und ihr mitgeteilt, 

dass ihn eine Frau angerufen hätte. Diese Frau hätte ihn bedroht und er habe 

Angst bekommen. Weiter führte die Privatklägerin aus, ihr Sohn habe noch ge-

schlafen, deshalb sei klar, dass er Angst bekommen habe. Diese Frau hätte ihn 

aufgefordert sie (die Privatklägerin) zu verlassen und zu seinem Vater zurückzu-

kehren. Die Frau hätte sie (die Privatklägerin) als Hure und Prostituierte bezeich-

net. Weiter führte die Privatklägerin aus, sie sei der Ansicht, dass es dieser Frau 

nicht zustehe, ihren Sohn anzurufen und sie als Hure zu bezeichnen (D1 Urk. 5/2 

S. 5). Bei diesem Bericht erwähnt die Privatklägerin zwar, dass ihr Sohn bedroht 

worden sei; allerdings führt sie aus freien Stücken nichts zu dieser Drohung aus, 

auch nicht, dass sie selber dadurch in irgendeiner Form beunruhigt gewesen wä-

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re. Erst auf Nachfrage des Einvernehmenden gab die Privatklägerin an, die Be-

schuldigte habe zu ihrem Sohn gesagt "Warte noch, bis ich euch treffe, dann wirst 

du sehen". Aber auch bei dieser Ergänzung berichtete die Privatklägerin nicht von 

einer dadurch bei ihr ausgelösten Beunruhigung (D1 Urk. 5/2 S. 6). 

5.3. Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass gestützt auf die Angaben 

der Privatklägerin und des Zeugen D._____ höchst zweifelhaft erscheint, dass 

D._____ im Anschluss an das Telefonat vom 8. Oktober 2013, der Privatklägerin 

berichtete, die Beschuldigte hätte ihm gesagt "er werde schon sehen, was sie mit 

ihm mache, wenn sie ihn oder seine Mutter erwische", mithin über drohende 

Äusserungen sprach. Infolgedessen bestehen gestützt auf die erwähnten Aussa-

gen unüberwindbare Zweifel daran, dass bei der Privatklägerin aufgrund drohen-

der Äusserungen eine Beunruhigung ausgelöst worden war. Damit kann der ent-

sprechende Anklagesachverhalt nicht erstellt werden. Eine Würdigung der Aus-

sagen der Beschuldigten kann bezüglich dieses Sachverhaltsteils somit unterblei-

ben. 

5.4. Ergänzend ist auf die zutreffende vorinstanzliche Erkenntnis hinzuweisen, 

dass die Privatklägerin durch den Anruf der Beschuldigten an ihren Sohn D._____ 

lediglich insofern betroffen war, als dass sie sich um ihren Ruf sorgte bzw. dass 

sie nicht wollte, dass die Beschuldigte gegenüber ihrem Sohn schlecht über sie 

sprach. Auf die entsprechenden Ausführungen der Vorinstanz kann verwiesen 

werden (Urk. 45 S. 21, Art. 82 Abs. 4 StPO). An dieser Stelle sei lediglich be-

merkt, dass sowohl aus den Aussagen der Privatklägerin als auch aus denjenigen 

von D._____ hervorgeht, dass der Begriff "Schlampe", den die Beschuldigte ver-

wendet haben soll, bei der Privatklägerin starke Emotionen und in diesem Sinne 

eine Beunruhigung auslöste.  

5.5. Den Tatbestand von Art. 180 Abs. 1 StGB erfüllt, wer jemanden durch 

schwere Drohung in Schrecken oder Angst versetzt. Eine Drohung besteht darin, 

dass der Drohende seinem Opfer ein künftiges Übel ankündigt oder in Aussicht 

stellt. Indem das Gesetz eine schwere Drohung verlangt, nimmt es bewusst eine 

Einschränkung des Tatmittels vor. Gleichzeitig definiert es aber auch den beim 

Tatsubjekt bewirkten Erfolg, womit es eine weitere Einschränkung vornimmt und 

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diese in Beziehung zur ersten setzt: Die Drohung muss schwer sein und Angst 

machen (Delnon/Rüdy, in: BSK Strafrecht II, 3. Auflage, Basel 2013, N 13 und 19 

zu Art. 180 StGB). Die Tathandlung der schweren Drohung erschöpft sich in der 

Ankündigung eines künftigen Übels, welches diese Gefühle hervorruft. 

5.6. In rechtlicher Hinsicht ist festzuhalten, dass eine schwere Drohung, welche 

die Privatklägerin in Angst oder Schrecken versetzte, wie es das Gesetz für die 

Erfüllung des objektiven Tatbestands von Art. 180 Abs. 1 StGB verlangt, bei der 

gegebenen Ausgangslage nicht vorliegt. Die bei der Privatklägerin eingetretene 

Beunruhigung steht nicht im Zusammenhang mit der Ankündigung eines künftigen 

Übels. Zusätzlich ist zu erwähnen, dass das Gesetz verlangt, dass ein Opfer in 

Angst oder Schrecken versetzt wird, womit eine weit intensiver belastete Gefühls-

lage vorliegen muss, als dies bei einer Beunruhigung der Fall ist. Schliesslich ist 

in diesem Zusammenhang auf die Vorinstanz zu verweisen, welche selbst ge-

stützt auf den von ihr als erstellt erachteten Anklagesachverhalt zum Schluss ge-

langte, der Telefonanruf der Beschuldigten und ihre Äusserungen gegenüber dem 

Zeugen D._____ seien nicht geeignet gewesen, diesem bzw. der Privatklägerin 

einen genügend konkreten schweren Nachteil im Rechtssinne anzudrohen, wel-

che Erwägungen ebenfalls korrekt sind. 

5.7. Als Fazit ist somit festzuhalten, dass eine Verurteilung der Beschuldigten 

hinsichtlich des ersten Sachverhaltsteil (Telefonat vom 8. Oktober 2013) sowohl 

aus tatsächlichen als auch aus rechtlichen Gründen scheitert. Entsprechend ist 

die Beschuldigte in Bezug auf das Telefonat vom 8. Oktober 2013 vom Vorwurf 

der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB freizusprechen. 

6. Zweiter Sachverhaltsteil / Vorfall vom 11. November 2013 

6.1. Wie weiter oben erwähnt, hat die Beschuldigte auch bezüglich dieses 

Sachverhaltsteils die telefonische Kontaktaufnahme mit der Privatklägerin an-

erkannt (vgl. oben II. Ziffer 2). 

6.2. Konkret führte die Beschuldigte am 13. November 2013 anlässlich ihrer 

ersten polizeilichen Einvernahme aus, sie habe die Privatklägerin am 11. Novem-

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ber 2013 am Abend um ca. 21 Uhr angerufen, wobei die Privatklägerin diese An-

rufe nicht entgegen genommen habe. Sie habe mit der Privatklägerin ein Treffen 

vereinbaren wollen, um gemeinsam einen Kaffee zu trinken. Sie habe herausfin-

den wollen, ob es stimme, dass ihr Ex-Mann etwas mit der Privatklägerin gehabt 

habe. Die Privatklägerin habe sie dann am 11. November 2013 auch nach Mitter-

nacht noch angerufen (D1 Urk. 4/1 S. 1-3). Anlässlich der zweiten polizeilichen 

Einvernahme am 16. Januar 2014 bestätigte die Beschuldigte, die Privatklägerin 

am 11. November 2013 angerufen zu haben, weil sie mit ihr habe Kaffee trinken 

gehen wollen (D1 Urk. 4/2 S. 1). Anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einver-

nahme vom 22. Oktober 2014 führte die Beschuldigte erneut aus, sie habe die 

Privatklägerin um ca. 21 Uhr angerufen, weil sie mit ihr habe Kaffee trinken gehen 

wollen. Sie habe sie von Angesicht zu Angesicht sehen wollen. Die Privatklägerin 

habe sie dann angerufen, als sie schon im Bett gewesen sei. Es sei für sie selt-

sam gewesen, dass die Privatklägerin sie angerufen habe. Sie habe ihr dann ge-

sagt, wer sie sei und dass sie mit ihr einen Termin abmachen wolle, um gemein-

sam einen Kaffee trinken zu gehen. Die Privatklägerin sei damit nicht einverstan-

den gewesen, womit das Thema abgeschlossen gewesen sei. Auf den Vorhalt, 

weshalb sie am 11. November 2013 die Privatklägerin mehrfach auf deren Mobil-

telefon angerufen habe, führte die Beschuldigte aus, sie wisse das nicht mehr. Es 

sei schon richtig, dass sie am Abend zweimal angerufen habe, es könnten auch 

dreimal gewesen sein. Sie habe so oft angerufen, weil die Privatklägerin nicht ab-

genommen habe. Auf den Vorhalt, die Privatklägerin in einem dieser Anrufe als 

Schlampe bezeichnet und ihr gesagt zu haben, "Ich bringe dich um, warte bis ich 

vor deiner Türe bin. Ich werde dich schlagen" gab die Beschuldigte an, dies stim-

me überhaupt nicht (D1 Urk. 4/3 S. 3 u. 4). Auch nach der Konfrontation mit den 

Aussagen der Privatklägerin blieb die Beschuldigte dabei, die Privatklägerin am 

Telefon nicht bedroht zu haben (D1 Urk. 4/3 S. 5). Im Rahmen der vorinstanzli-

chen Hauptverhandlung führte die Beschuldigte aus, sie habe die Privatklägerin 

am 11. November 2013 um ca. 20.00 Uhr oder 21.00 Uhr zweimal anzurufen ver-

sucht, aber sie habe das Telefon nicht entgegen genommen. Etwas später, um 

ca. 23.00 Uhr, habe die Privatklägerin sie zu erreichen versucht, gerade als sie 

habe ins Bett gehen wollen. Sie habe nicht abgenommen, aber nachher die Pri-

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vatklägerin selber nochmals angerufen. Sie habe der Privatklägerin gesagt, sie 

wolle mit ihr einen Kaffee trinken gehen und sie näher kennenlernen. Die Privat-

klägerin habe geantwortet, dass sie dies nicht wolle, worauf sie (die Beschuldigte) 

aufgelegt habe. Die Frage, ob Sie anlässlich dieses Telefonats noch etwas Ande-

res gesagt habe oder ob es noch ein anderes Thema gegeben habe, verneinte 

die Beschuldigte und gab zu Protokoll, sie habe daraufhin die Privatklägerin nie 

mehr angerufen (Prot. I S. 12 f.). 

6.3. Gestützt auf die Angaben der Beschuldigten ist festzuhalten, dass sie kon-

stant berichtete, der Zweck des Telefongesprächs mit der Privatklägerin sei ge-

wesen, ein Treffen mit dieser zu vereinbaren, um gemeinsam einen Kaffee trinken 

zu können. Ebenso konstant verneinte die Beschuldigte, gegenüber der Privat-

klägerin die in der Anklage genannte und als Drohung qualifizierte Äusserung 

gemacht zu haben. 

6.4. Die Angaben der Beschuldigten zu den versuchten und geführten Telefon-

gesprächen finden eine Stütze in den Beilagen zum Polizeirapport. So zeigt Bei-

lage 7, dass die Beschuldigte die Privatklägerin zu den Zeiten 21:57 Uhr und 

21:59 Uhr drei Mal versucht hat zu erreichen, die Anrufe aber nicht entgegen ge-

nommen wurden (D1 Urk. 6/7). Beilage 6 zeigt drei verpasste Anrufe von der Pri-

vatklägerin kurz vor Mitternacht (D1 Urk. 6/6, D1 Urk. 6/14 S. 1). Allerdings sind 

die Ausschnitte auf beiden Beilagen nicht mit einem Datum versehen. Gemäss 

Polizeirapport stammen sie aber vom 11. November 2013 (D1 Urk. 1). Weiter 

geht aus der Liste der Anrufverbindungen des Natels der Beschuldigten für den 

11. November 2013 hervor, dass keine Verbindung zu einem Natel der Privatklä-

gerin aufgeführt ist (D1 Urk. 6/12; vgl. D1 Urk. 6/14). Dies zeigt auf, dass die Be-

schuldigte zumindest die Abläufe bis zum Zustandekommen des geführten Tele-

fongesprächs korrekt schilderte. Demzufolge steht aber auch fest, dass entgegen 

der Anklageschrift die der Beschuldigten vorgeworfenen Äusserungen am Abend 

des 11. November 2013 nicht anlässlich eines Telefonanrufs der Beschuldigten 

an die Privatklägerin zwischen 21:57 und 21:59 Uhr stattgefunden haben können, 

da diese Anrufe von der Privatklägerin gar nicht angenommen wurden (sie erfolg-

ten auf die in jenem Zeitpunkt inaktive Telefonnummer …; vgl. D1 Urk. 6/14). In-

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dessen vermögen die verlässlichen Aussagen der Beschuldigten hinsichtlich des 

Ablaufs der telefonischen Kontaktversuche den an sie gerichteten Vorwurf, sie 

habe am 11. November 2013 gegenüber der Privatklägerin anlässlich des geführ-

ten Telefongesprächs drohende Äusserungen gemacht, noch nicht zu entkräften. 

Die diesbezüglich konstante Bestreitung der Beschuldigten ist infolge mangelnder 

Komplexität nur ungenügend der anerkannten Kriterien zur Prüfung der Glaubhaf-

tigkeit zugänglich. Es sind daher im Folgenden die Aussagen der Privatklägerin 

zu beleuchten. 

6.5. Anlässlich ihrer polizeilichen Befragung vom 12. November 2013 (D1 

Urk. 5/1) gab die Privatklägerin auf die Frage, wie oft sie gestern angerufen wor-

den sei an, die Beschuldigte habe sie gestern Abend um 23.23 Uhr, 23.30 Uhr, 

23.35 Uhr, 23.45 Uhr und 23.56 Uhr angerufen. Die Frau habe gesagt, sie sei ei-

ne Schlampe, sie würde sie umbringen und sie solle warten, bis sie vor ihrer Türe 

sei. Sie werde sie schlagen. Sie kenne diese Frau nicht. Ihr Sohn habe aber er-

kannt, dass es die gleiche Stimme gewesen sei, wie beim Telefonanruf vom 

8. Oktober 2013. Der Name B._____ sage ihr nichts. Aufgrund der Ansage der 

Frau habe sie Angst bekommen. Sie habe wirklich Angst, sie nehme das ernst, da 

die meisten albanischen Frauen das Ausgesprochene wahr machten. Am Schluss 

der polizeilichen Einvernahme fasste die einvernehmende Polizeibeamtin den 

Sachverhalt gemäss den Angaben der Privatklägerin nochmals zusammen und 

schloss mit der Frage, ob sie alles richtig verstanden habe (Frage 16). Die Privat-

klägerin antwortete, dies sei richtig so. Sie habe ihr (mit der SMS) einfach sagen 

wollen, dass sie mit den Anrufen und den Aussagen von ihr zur Polizei gehe. 

Wieso kontaktiere sie ihren Sohn und sage zu ihm solch wüste Sachen. Ihr Sohn 

sei sicherlich traumatisiert von der ganzen Sache. Sie mache ihr einen schlechten 

Ruf. Ihr Sohn denke sicherlich, was denn hier los sei. Die Frau sei nicht glaub-

würdig. Und weiter führte die Privatklägerin aus, sie wolle, dass diese Frau be-

straft werde. Leute, die so viel Zeit hätten, sollten bestraft werden. Besonders, 

wenn sie so viel Mist erzählten. Sie fühle sich seelisch und psychisch ganz fest 

bedroht. Sie habe grosse Angst, sie wisse nicht, was sich diese Person noch alles 

überlege. Sie habe Schlaftabletten nehmen müssen, dass sie überhaupt habe 

schlafen können. Ihrem Sohn sei es gleich gegangen. Es gehe doch nicht, dass 

-  14  - 

jemand um halb zwölf anrufe und solche Sachen sage. Nach dem Hinweis auf ih-

re Opferrechte und die Dienstleistungen der Opferhilfe führte die Privatklägerin 

aus, dass sie diese wolle. Ihre Tochter sei heute aufgestanden und habe gefragt, 

ob diese Frau heute vorbei kommen und sie umbringen werde. Sie (die Privatklä-

gerin) sei ganz nervös. Im Rahmen der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme 

vom 22. Oktober 2014 (D1 Urk. 5/2 S. 3), führte die Privatklägerin aus, sie erinne-

re sich noch an die Einvernahme vom 12. November 2013 bei der Polizei. Zum 

Vorfall vom 11. November 2013 schilderte die Privatklägerin, die Beschuldigte 

habe angerufen und ihr viele verschiedene Dinge gesagt. Sie habe noch geschla-

fen, als die Beschuldigte angerufen habe. Sie habe gesagt, wenn sie (die Be-

schuldigte) sie einmal treffen würde, würde ihnen (Privatklägerin und Sohn) etwas 

zustossen. Sie habe ihr daraufhin eine SMS geschrieben mit dem Text: "Lass die 

Leute zu diesem Zeitpunkt in Ruhe. Wenn sie nicht damit aufhört, werde ich mit 

der Polizei reden."(vgl. D1 Urk. 6/15). Weiter führte die Privatklägerin aus, sie ha-

be zu jenem Zeitpunkt viele Verpflichtungen und Prüfungen gehabt. Die Beschul-

digte habe sie non-stop unter einer anonymen Nummer angerufen. Deshalb habe 

sie ihr gesagt, sie werde mit der Polizei sprechen, wenn sie sie weiter belästige. 

Die Beschuldigte habe ihr und ihren Kindern Angst gemacht, da sie zu jenem 

Zeitpunkt sehr spät angerufen habe. Sie schlafe mit den Kindern im gleichen 

Zimmer. Ausserdem hätte sie zuvor eine Schlaftablette zu sich genommen. Auf 

die Frage, was die Beschuldigte am Telefon genau gesagt habe, führte die Privat-

klägerin aus, sie habe zu jenem Zeitpunkt viele Prüfungen vor sich gehabt und 

habe viel lernen müssen. Sie könne sich an den Wortlaut nicht mehr erinnern, 

aber es sei alles aufgeschrieben. Sie habe viele Verpflichtungen als Mutter und 

Hausfrau und auch eigene Prüfungen und ihre Ausbildung. Diese Frau (die Be-

schuldigte) habe, im Gegensatz zu ihr selbst, ja genügend Zeit, sich mit sinnlosen 

Dingen zu befassen. Am Telefon habe die Beschuldigte zu ihr gesagt, sie (die 

Privatklägerin) sei eine Schlampe, eine Prostituierte. Ausserdem habe die Be-

schuldigte ihr gesagt, sie solle ihren Ehemann in Ruhe lassen. Die Beschuldigte 

habe sie gegen 01:00 und 02:00 Uhr in der Nacht angerufen. Sie sei am Schlafen 

gewesen, als sie angerufen habe. Ein normaler Mensch rufe um diese Zeit nicht 

an, nur Kosovaren würden dies tun. Die Beschuldigte habe gesagt, wenn ich dich 

-  15  - 

erwische, wird mit dir etwas passieren. Die ganze Zeit habe die Beschuldigte an-

gerufen und sie und ihre Kinder geweckt. Später habe die Beschuldigte sie via Vi-

ber angerufen. Sie sei gezwungen gewesen, gegen die Beschuldigte eine Straf-

anzeige einzureichen, weil sie durch die Beschuldigte mit Telefonanrufen belästigt 

worden seien. Die Beschuldigte habe angefangen ihre Familie zu kontaktieren 

und überall über sie zu sprechen. Die Frage, ob sie noch weiter am Telefon be-

droht worden sei, bejahte die Privatklägerin. Sie führte dazu aus, die Beschuldigte 

habe sie angerufen und sie habe das Telefon abgehängt. Die Beschuldigte habe 

sie dann via Viber kontaktiert. Später habe sie der Beschuldigten dann das SMS 

geschrieben. Sie könne ja nicht einen anonymen Anrufer anrufen oder diesem 

schreiben. Erneut wurde die Privatklägerin bezüglich weiterer konkreter Drohun-

gen befragt. Daraufhin antwortete die Privatklägerin, sie könne sich erinnern, dass 

die Beschuldigte gesagt habe, wenn sie sie treffen würde, würde ihr etwas passie-

ren. Auf den Vorhalt, bei der Polizei hätte sie davon gesprochen, die Beschuldigte 

hätte ihr gedroht, sie würde sie umbringen und schlagen, gab die Privatklägerin 

zu Protokoll, dies sei dasselbe. Und weiter führte sie aus, sie habe überhaupt kei-

ne Vorstellung, wer sie umbringen würde. Sie wolle noch etwas sagen, bevor sie 

es vergesse: Sie und ihr Sohn hätten Angst, weil die Beschuldigte mindestens 10 

Personen ihre Telefonnummer und die ihres Sohnes weitergegeben habe. In der 

Folge seien sie von diesen Personen ständig telefonisch belästigt worden und 

hätten die Situation nicht mehr ertragen können. Sie seien mehrmals telefonisch 

von unbekannten Personen mit dem Tod bedroht worden. Sie sei gezwungen ge-

wesen, die Telefonnummer zu wechseln, um diese Belästigungen nicht mehr zu 

erleben. Die Situation mit der Beschuldigten hätte sie derart beeinträchtigt, dass 

sie nicht einmal zwei Prüfungen bestanden habe. Im Rahmen der weiteren Befra-

gung zu den vorgebrachten anonymen bzw. unbekannten Anrufern führte die Pri-

vatklägerin aus, am schlimmsten sei für sie gewesen, als diese Leute gefragt hät-

ten, wie hoch ihr Preis sei, für wie viel Geld sie sich verkaufen würde. Die Be-

schuldigte habe keine Vorstellung davon gehabt, dass ihre Kinder dieses Ge-

spräch mitgehört hätten. Später in der Einvernahme gab die Privatklägerin erneut 

an, sie sei durch verschiedene anonyme Anrufe und auch via Viber mit dem Tod 

bedroht worden. 

-  16  - 

6.6. Die Vorinstanz stellte im Rahmen ihrer Beweiswürdigung fest, die Privat-

klägerin habe die Geschehnisse um die Telefonanrufe weder klar, verständlich 

noch chronologisch zu schildern vermocht. Es falle weiter in Betracht, dass ihre 

Ausführungen nicht konstant und ebenso wenig stimmig seien. Die Privatklägerin 

neige dazu, die Geschehnisse aggravierend darzustellen. Unter Verweis auf di-

verse Aussagen erschienen der Vorinstanz die Angaben der Privatklägerin un-

verständlich und nicht nachvollziehbar. Zudem erkannte die Vorinstanz Wider-

sprüche zwischen den Aussagen der Privatklägerin und denjenigen des Zeugen 

D._____. Die Vorinstanz stufte damit die Aussagen der Privatklägerin insgesamt 

als nicht glaubhaft ein. Dieses Ergebnis ist aus nachfolgenden Gründen, teilweise 

unter Präzisierung bzw. Ergänzung der vorinstanzlichen Erwägungen, zu bestäti-

gen: 

6.7. Vorab werfen bereits die Angaben der Privatklägerin zum Thema wann und 

wie oft sie von der Beschuldigten angerufen wurde, Fragen auf. Die von der Pri-

vatklägerin genannten angeblichen Anrufe der Beschuldigten am Abend des 

11. November 2013 um 23.23 Uhr, 23.30 Uhr, 23.35 Uhr, 23.45 Uhr und 23.56 

Uhr fanden nicht statt. Zu diesen Zeiten versuchte vielmehr die Privatklägerin die 

Beschuldigte anzurufen (vgl. D1 Urk. 6/1). Wie bereits die Vorinstanz festhielt, er-

scheint in diesem Zusammenhang völlig unverständlich, dass die Privatklägerin 

selbst dann noch auf ihrer Darstellung beharrte, als sie bei der staatsanwalt-

schaftlichen Einvernahme darauf hingewiesen wurde, dass zu den von ihr ge-

nannten Zeiten Anrufversuche von ihrem Natel an die Beschuldigte registriert sei-

en. Auf die entsprechenden Ausführungen der Vorinstanz ist zu verweisen (vgl. 

Urk. 45 S. 25 Ziff. 3.5.4). Von Bedeutung erscheint im Zusammenhang mit dieser 

Erkenntnis, dass es offenbar keineswegs so ist, dass einzig die Beschuldigte ver-

suchte, die Privatklägerin zu erreichen, sondern am 11. November 2013 vor Mit-

ternacht auch umgekehrte Kontaktversuche stattfanden. Fest steht bei dieser 

Sachlage im Übrigen auch, dass der in der Anklage genannte telefonische Kon-

takt, anlässlich welchem die Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin eine To-

desdrohung ausgesprochen haben soll, am 11. November 2013 nach Mitternacht, 

somit am 12. November 2013 stattgefunden haben muss. So führte schliesslich 

auch die Privatklägerin – allerdings im Unterschied zu ihren Angaben bei der Poli-

-  17  - 

zei – aus, die Beschuldigte habe sie gegen 01:00 oder 02:00 Uhr in der Nacht an-

gerufen und auch die Beschuldigte gab an, sie habe die Privatklägerin nach deren 

versuchter Kontaktaufnahme zurückgerufen (Prot. I S. 12). Offenbar fand dieser 

Anruf über den Verbindungsdienst Viber statt, zumal auf dem Verbindungsnach-

weis von Orange weder am 11. November 2013 noch am 12. November 2013 ein 

Anruf von der Beschuldigten an eine Telefonnummer der Privatklägerin verzeich-

net ist (vgl. D1 Urk. 6/12). Damit sind die Angaben der Privatklägerin über die te-

lefonischen Kontakte mit der Beschuldigten einzig in Bezug auf den erfolgten Te-

lefonanruf der Beschuldigten via Viber plausibel, im Übrigen sind die Angaben der 

Privatklägerin mit der Aktenlage nicht vereinbar und können somit nicht den Tat-

sachen entsprechen. Davon betroffen ist auch die Angabe der Privatklägerin, sie 

habe nach dem mit der Beschuldigten geführten Telefongespräch dieser eine SM 

gesandt. Anlässlich der polizeilichen Einvernahme der Privatklägerin vom 12. No-

vember 2013 (Beginn 10:43 Uhr) wurde der Handy-Bildschirm mit dieser SM foto-

grafiert. Auf dem Handybildschirm ist als Sendezeit der SM "Gestern" vermerkt. 

Demzufolge schrieb die Privatklägerin der Beschuldigten die SM am 11. Novem-

ber 2013, also vor dem mit der Beschuldigten stattgefundenen Telefongespräch 

und nicht als Reaktion darauf. Damit ist festzuhalten, dass die Privatklägerin die 

Vorgänge um das Telefonat in zeitlicher Hinsicht nicht nachvollziehbar zu schil-

dern vermochte bzw. ihre Schilderung mit der Aktenlage (und mit der Anklage 

selbst) nicht vereinbar ist, was ein unzuverlässiges Aussageverhalten der Privat-

klägerin aufzeigt. Für die Klärung der Frage, ob die Privatklägerin von der Be-

schuldigten anlässlich des von beiden Parteien bestätigten Telefongesprächs in 

der Nacht des 11./12. November 2013 bedroht wurde, sind indessen die nach-

folgenden Erwägungen von massgeblicher Bedeutung. 

6.8. Aufnahme in die Anklageschrift fand die von der Privatklägerin gemachte 

Aussage anlässlich ihrer polizeilichen Einvernahme vom 12. November 2013 (D1 

Urk. 5/1, Antwort auf Frage 8). Die Privatklägerin untermauerte ihre Aussage, in-

dem sie zu Protokoll gab, sie habe Angst bekommen und sie habe die Ansage der 

Beschuldigten ernst genommen. Und weiter gab sie an, sich seelisch und psy-

chisch ganz fest bedroht gefühlt zu haben. Indessen fanden diese Angaben in der 

rund ein Jahr später erfolgten Einvernahme der Privatklägerin bei der Staatsan-

-  18  - 

waltschaft keine Bestätigung. Aus der doch ziemlich langen Einvernahme ergibt 

sich kein Zusammenhang zwischen einer Ansage der Beschuldigten und einer 

dadurch ausgelösten Angst bei der Privatklägerin. So berichtet diese etwa nicht 

davon, die Beschuldigte habe gesagt, sie würde sie umbringen oder schlagen, 

was bei ihr Angst ausgelöst habe. Auf die konkrete Frage, was die Beschuldigte 

am Telefon zu ihr gesagt habe, antwortete die Privatklägerin äusserst auswei-

chend und verwies darauf, dass sie zu jenem Zeitpunkt viele Prüfungen vor sich 

gehabt und daher viel habe lernen müssen. Nun ist es durchaus möglich, dass 

sich jemand nach einem Jahr nicht mehr an einen genauen Wortlaut einer Aussa-

ge erinnern kann. Dass die Privatklägerin bei dieser Frage aber nicht einmal eine 

Aussage mit drohendem Inhalt erwähnt und auch nicht, dass die Ansage der Be-

schuldigten bei ihr Angst ausgelöst habe, lässt es sehr unwahrscheinlich erschei-

nen, dass die Privatklägerin anlässlich des eingeklagten Telefonats von der Be-

schuldigten tatsächlich bedroht wurde. Zumindest fand keine Drohung statt, wel-

che die Privatklägerin in Angst oder Schrecken im Rechtssinne versetzte. Denn 

dies bedeutete, dass die Privatklägerin in ihrem Sicherheitsgefühl erschüttert 

worden wäre und solches wäre ihr nach einem Jahr, insbesondere wenn sie – wie 

sie angibt – aufgrund bevorstehender Prüfungen bereits in einer herausfordern-

den Situation gestanden hatte, in Erinnerung geblieben, zumal das Erleben von 

Angst oder Schrecken eine psychische Belastungssituation darstellt. Von Angst 

sprach die Privatklägerin einzig im Zusammenhang mit der Tatsache, dass die 

Anrufe zu später Stunde erfolgten. Zwar bejahte die Privatklägerin die Frage, ob 

sie am Telefon bedroht worden sei, beschrieb indessen keine Angst, sondern gab 

einzig an, die Beschuldigte habe sie angerufen und sie selber habe das Telefon 

abgehängt. Später sei sie von der Beschuldigten via Viber kontaktiert worden. 

Diese Antwort offenbart die vorhandene, starke Tendenz der Privatklägerin in Be-

zug auf Fragen zur Drohung ausweichend zu antworten, was die Glaubhaftigkeit 

ihrer Aussagen belastet. Dies umso mehr, als die Angabe der Privatklägerin, wo-

nach die Beschuldigte angerufen, sie selber den Anruf entgegen genommen und 

sogleich beendet haben soll, objektiv keine Stütze in den Akten findet. Solche An-

rufe der Beschuldigten an die Privatklägerin (welche über Orange erfolgt sein 

müssten, da die Privatklägerin angab, erst nachher sei sie von der Beschuldigten 

-  19  - 

via Viber kontaktiert worden) sind auf dem Verbindungsnachweis von Orange be-

treffend das Mobile der Beschuldigten weder am 11. noch am 12. November 2013 

verzeichnet. Weiter fällt auf, dass die Privatklägerin auch in diesem Zusammen-

hang keine Ausführungen zu einer Todesdrohung oder der Androhung von Schlä-

gen und dadurch bei ihr ausgelöster Angst machte. Erst bei der nächsten Frage 

benannte die Privatklägerin eine Drohung und zwar soll die Beschuldigte gesagt 

haben, es würde ihr (der Privatklägerin) etwas passieren. Schliesslich gab die Pri-

vatklägerin auf den Hinweis, sie habe bei der Polizei ausgeführt, die Beschuldigte 

habe gesagt, sie werde sie umbringen an, dies sei dasselbe. Diese Aussage zeigt 

auf, dass die von der Privatklägerin in ihren Aussagen verwendeten Bezeichnun-

gen nicht eindeutig sind, sondern durchaus auch verstärkte Darstellungen wie-

dergeben. So ist nach objektiven Kriterien die Ansage "dir wird etwas passieren" 

kaum mit der Ansage "ich bringe die um" gleichzusetzen. Die Angst, auf welche 

die Privatklägerin zu sprechen kommt, erklärt sie dann auch nicht mit der Ansage 

der Beschuldigten, sondern damit, dass die Beschuldigte mindestens 10 Perso-

nen ihre Telefonnummer und diejenige ihres Sohnes weitergegeben habe. Sie 

seien dann von diesen Personen ständig telefonisch belästigt und von unbekann-

ten Personen mit dem Tod bedroht worden. Wie bereits die Vorinstanz zutreffend 

darstellte, konnte die Privatklägerin den Zusammenhang zwischen dem Telefon-

anruf der Beschuldigten vom 11./12. November 2013 und den anonymen Anrufen 

nicht plausibel darstellen (vgl. Urk. 45 S. 24 f.). Damit ist festzustellen, dass die 

Aussagen der Privatklägerin hinsichtlich des Kernsachverhalts mangelhaft de-

tailliert und nicht nachvollziehbar sind, weshalb sie unglaubhaft erscheinen. Weit-

schweifig macht die Privatklägerin überdies auf andere Vorkommnisse und Um-

stände im Zusammenhang mit Telefonanrufen aufmerksam, welche indessen vom 

Anklagesachverhalt nicht mitumfasst sind. Die entsprechenden Angaben der Pri-

vatklägerin führen jedoch dazu, dass davon ausgegangen werden muss, dass die 

Beschuldigte nicht die einzige Anruferin war und im Ergebnis unklar bleibt, ob ei-

ne Drohung ausgesprochen wurde und falls ja, wer diese aussprach. Es lässt sich 

den Angaben der Privatklägerin nicht entnehmen, dass sie durch eine Ansage der 

Beschuldigten in Angst oder Schrecken im rechtlichen Sinne versetzt worden ist. 

Vielmehr ist einzig ersichtlich, dass sich die Privatklägerin hinsichtlich ihres Rufs 

-  20  - 

als integre Person und nicht wegen der in Aussichtstellung eines schweren Nach-

teils belästigt fühlte. Bezeichnenderweise gab die Privatklägerin anlässlich der 

staatsanwaltschaftlichen Einvernahme bekannt, das Schlimmste sei für sie gewe-

sen, dass diese Leute gefragt hätten, wie hoch ihr Preis wäre bzw. für wie viel 

Geld sie sich verkaufen würde. In diesem Zusammenhang erwähnte die Privat-

klägerin, wie an anderer Stelle auch, dass ihre Kinder dies mitgehört hätten, wel-

che Angaben ebenfalls wenig glaubhaft erscheinen. Wenn es denn so gewesen 

wäre, dass sie nachts dauernd von der Beschuldigten angerufen worden war, so 

ist nicht einzusehen, weshalb sie ihr Mobile zur Sicherstellung des Schlafs der 

Kinder und damit diese nichts von fremden Anrufern mitbekamen, nicht einfach 

abstellte. Weiter soll ihre Tochter am Morgen nach dem Anruf der Beschuldigten 

gesagt haben, ob die Frau nun komme und sie umbringen werde. Im Rahmen der 

Beschreibung des entsprechenden Telefonanrufs erwähnte die Privatklägerin in-

dessen nicht, dass ihre Tochter zu jener Zeit wach gewesen war. Ganz abge-

sehen davon, dass auch unerklärlich erschiene, weshalb die Privatklägerin den 

Telefonanruf zur Nachtzeit unter Einschaltung des Lautsprechers hätte entgegen 

nehmen sollen. Auch diesbezüglich erscheinen die Angaben der Privatklägerin 

übertrieben und unglaubhaft. 

6.9. Entgegen dieser Beweiswürdigung bewertete der Vertreter der Privatkläge-

rin deren Aussagen im erstinstanzlichen Verfahren als glaubhaft und frei von 

Strukturbrüchen. Konkret führte der Rechtsvertreter aus, es sei ersichtlich, dass 

die Privatklägerin die Beschuldigte nicht zu stark habe belasten wollen. Dies lei-

tete er daraus ab, dass die Privatklägerin auf die Frage, ob bzw. was ihr Sohn 

mitgehört habe, antwortete, man solle ihn fragen. Dabei liess der Rechtsvertreter 

bei seiner Argumentation ausser Acht, dass die Privatklägerin sämtliche von ihr 

geltend gemachten anonymen Anrufe der Beschuldigten zuordnete, dies rein auf 

Vermutungen basierend. Vor diesem Hintergrund erscheint es nicht stimmig, dass 

die Privatklägerin die Beschuldigte nicht zu stark belasten wollte, vielmehr ist das 

Gegenteil der Fall. Weiter ist das vom Rechtsvertreter als erfüllt betrachtete 

Glaubwürdigkeits- und Nichtsteuerungskriterium betreffend die Angst vor anony-

men Anrufen in Bezug auf den Anklagesachverhalt nicht vorhanden. Es kann 

letztlich offen bleiben, ob die Privatklägerin von anonymen Anrufern belästigt wur-

-  21  - 

de, was bei ihr – gemäss ihren Angaben – Angst auslöste, da dies nicht Gegen-

stand des Anklagesachverhalts ist. Entgegen der Ausführungen der Privatklägerin 

steht nämlich keineswegs fest, dass die Privatklägerin von der Beschuldigten 

anonym angerufen wurde. Schliesslich ist entgegen dem Rechtsvertreter nicht er-

sichtlich, in Bezug worauf die Privatklägerin ihre Aussagen mit bewiesenen Tat-

sachen sowie mit Detailumständen verflochten haben soll. Wie im Rahmen der 

Beweiswürdigung erwogen, vermochte die Privatklägerin anlässlich der staats-

anwaltschaftlichen Einvernahme nicht einmal ansatzweise die von der Beschul-

digten angeblich ausgesprochene Drohung zu wiederholen. Von Detailumständen 

und einer Verflechtung mit bewiesenen Tatsachen kann bei dieser Ausgangslage 

keine Rede sein. 

6.10. Schliesslich ist unter Verweis auf die vorinstanzlichen Erwägungen auf die 

divergierenden Aussagen der Privatklägerin und des Zeugen D._____ hinzuwei-

sen (Urk. 45 S. 26, Art. 82 Abs. 4 StPO). Einmal mehr entstehen Zweifel an der 

Korrektheit der Aussagen der Privatklägerin. 

6.11. Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die Angaben der Privatklä-

gerin in Bezug auf den zweiten Sachverhaltsteil vorab inhaltlich nicht überzeugen. 

Sie sind weder konstant noch nachvollziehbar. Weiter erscheinen die Angaben 

der Privatklägerin bezüglich des zeitlichen Ablaufs unglaubhaft, zumal ihre Schil-

derungen mit der Aktenlage nicht in Einklang gebracht werden können. Der An-

klagesachverhalt lässt sich somit nicht erstellen. 

6.12. Damit ist die Beschuldigte auch bezüglich des zweiten Sachverhaltsteils 

(Telefonat vom 11. November 2013) vom Vorwurf der Drohung im Sinne von 

Art. 180 Abs. 1 StGB freizusprechen. 

7. Mehrfacher Missbrauch einer Fernmeldeanlage 

7.1. Die Vorinstanz hat die rechtlichen Voraussetzungen des Missbrauchs einer 

Fernmeldeanlage im Sinne von Art. 179septies StGB korrekt ausgeführt, worauf 

verwiesen werden kann (Urk. 45 S. 32, Art. 82 Abs. 4 StPO). Insbesondere wies 

die Vorinstanz unter Verweis auf die Rechtsprechung korrekt darauf hin, dass läs-

-  22  - 

tige und beunruhigende Telefonate eine minimale quantitative Intensität und/oder 

qualitative Schwere erreichen müssen, um als strafbare Einwirkung in die Persön-

lichkeitsspähre des Opfers gewertet werden zu können. 

7.2. Beim ersten Sachverhaltsteil konnte einzig erstellt werden, dass am 

8. Oktober 2013 das in der Anklageschrift genannte Telefongespräch stattfand. Im 

Übrigen konnte der Anklagesachverhalt nicht erstellt werden, mitunter kann nicht 

von einer Beunruhigung der Privatklägerin durch dieses Telefongespräch aus-

gegangen werden. Auch bezüglich des zweiten Sachverhaltsteils fand einzig ein 

Telefongespräch zwischen der Beschuldigten und der Privatklägerin statt, wobei 

der weitere Sachverhalt ebenfalls nicht erstellt werden konnte, weshalb auch hier 

eine Beunruhigung der Privatklägerin nicht mit dem Telefonanruf der Beschuldig-

ten in Verbindung gebracht werden kann. Weitergehende Vorgänge schildert die 

Anklage nicht. 

7.3. Mit der Vorinstanz ist damit festzustellen, dass sich die Beschuldigte des 

Missbrauchs einer Fernmeldeanlage im Sinne von Art. 179septies StGB nicht schul-

dig gemacht hat und von diesem Vorwurf freizusprechen ist. 

III. Zivilansprüche 

Die Vorinstanz setzte sich in ihren Erwägungen mit den Voraussetzungen eines 

Genugtuungsanspruchs zutreffend auseinander (Urk. 45 S. 34). Entsprechend 

dem vorinstanzlichen Entscheid ist die Genugtuungsforderung der Privatklägerin 

zufolge Freispruchs abzuweisen. Ausgangsgemäss hat die Privatklägerin eben-

falls keinen Anspruch auf angemessene Entschädigung für notwendige Aufwen-

dungen im Verfahren (Art. 433 Abs. 1 StPO). Von der Zusprechung einer Um-

triebsentschädigung ist somit abzusehen. 

-  23  - 

IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

8. Kosten 

8.1. Ausgangsgemäss ist der von der Vorinstanz gestützt auf Art. 426 StPO ge-

troffene Kostenentscheid zu bestätigen, zumal kein Anwendungsfall von Art. 427 

StPO vorliegt (vgl. Urk. 45 S. 33). 

8.2. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'000.-- festzu-

setzen.  

8.3. Die Kosten im Rechtsmittelverfahren tragen die Parteien nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Nachdem die Privat-

klägerin mit dem Antrag auf Schuldigsprechung der Beschuldigten sowie den An-

trägen um Zusprechung einer Genugtuung und einer Umtriebsentschädigung 

nicht durchdringt, unterliegt sie gegenüber dem Antrag der Beschuldigten auf Be-

stätigung des Freispruchs vollständig. Es ist jedoch in Beachtung der Bestimmun-

gen des Opferhilfegesetzes von einer Auflage der Verfahrenskosten an die Pri-

vatklägerin abzusehen. Die Kosten des Berufungsverfahrens sind somit definitiv 

auf die Gerichtskasse zu nehmen. 

9. Entschädigung 

9.1. Mit Präsidialverfügung vom 4. November 2015 wurde sowohl das amtliche 

Mandat von RA X._____ zur Verteidigung der Beschuldigten als auch dasjenige 

von RA C._____ zur unentgeltlichen Rechtsvertretung der Privatklägerin widerru-

fen (Urk. 63). In der Folge reichte sowohl RA X._____ als auch RA C._____ eine 

Honorarnote über die geleistete Arbeit im Berufungsverfahren ein (Urk. 67 und 

Urk. 70). Die geltend gemachten Aufwendungen in den Honorarnoten sind aus-

gewiesen. Damit sind die beiden Rechtsanwälte entsprechend ihrer Honorarrech-

nung zu entschädigen. Die errechneten Beträge wurden bereits am 22. Dezember 

2015 von der Verfahrensleitung zur Zahlung angewiesen (vgl. Urk. 67A und Urk. 

70A). 

-  24  - 

9.2. Gemäss 436 StPO i.V.m. Art. 429 Abs. 1 StPO ist der Beschuldigten eine 

Entschädigung für die angemessene Ausübung ihrer Verfahrensrechte und ihrer 

persönlichen Umtriebe zuzusprechen. Eine Entschädigungspflicht der Privatkläge-

rin gestützt auf Art. 432 StPO scheidet im vorliegenden Fall aus. Zum einen sind 

keine spezifischen Kosten im Zusammenhang mit dem Antrag im Zivilpunkt ange-

fallen und zum anderen ist nicht ersichtlich, dass die Privatklägerin die Verfah-

renseinleitung mutwillig oder grob fahrlässig bewirkt hätte. Damit ist der Beschul-

digten für ihre Aufwendungen für anwaltliche Verteidigung ab dem 12. November 

2015 eine Entschädigung aus der Gerichtskasse zuzusprechen.  

9.3. Gemäss den einschlägigen Normen der Anwaltsgebührenverordnung wird 

die Gebühr für das gesamte Berufungsverfahren nach den für die Vorinstanz gel-

tenden Regeln bemessen und beträgt maximal Fr. 8'000.-- (§ 16 ff. AnwGebV). 

Zuschläge gemäss § 17 Abs. 2 AnwGebV sind vorliegend nicht ausgewiesen. Der 

erbetene Verteidiger der Beschuldigten reichte anlässlich der Berufungsverhand-

lung seine Kostennote für die Zeit ab dem 12. November 2015 (vgl. Urk. 67 und 

67A; Entschädigung bis 11. November 2015) bis zur Berufungsverhandlung ein 

(Urk. 84). Er macht für die Beschuldigte einen Entschädigungsanspruch für an-

waltliche Verteidigung in der Höhe von Fr. 875.-- (inkl. Barauslagen und MwSt.) 

geltend. Der ausgewiesene Aufwand erscheint angemessen. Er ist im Umfang der 

Aufwendungen für die Berufungsverhandlung des Verteidigers zu ergänzen. Der 

Beschuldigten ist somit eine Prozessentschädigung von Fr. 1'300.-- (inkl. MwSt., 

inkl. Auslagen) für anwaltliche Verteidigung für das Berufungsverfahren ab dem 

12. November 2015 aus der Gerichtskasse zuzusprechen. Dagegen ist von der 

Zusprechung einer persönlichen Umtriebsentschädigung an die Beschuldigte ab-

zusehen, zumal die diesbezüglichen vom Verteidiger geltend gemachten Kosten 

von Fr. 200.-- weder begründet noch belegt wurden. 

 

-  25  - 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 14. April 

2015 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:  

1. … 

2. … 

3. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Bemühungen als amtlicher 

Verteidiger mit Fr. 7'035.20 (inkl. MwSt. und Barauslagen) aus der Ge-

richtskasse entschädigt.  

4. Rechtsanwalt lic. iur. C._____ wird für seine Bemühungen als un-

entgeltlicher Rechtsbeistand mit Fr. 5'199.10 (inkl. MwSt. und Bar-

auslagen) aus der Gerichtskasse entschädigt. 

5. … 

6. … 

7. (Mitteilungen) 

8. (Rechtsmittel) 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

 

Es wird erkannt: 

1. Die Beschuldigte wird von den Vorwürfen 

− der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB und 

− des mehrfachen Missbrauchs einer Fernmeldeanlage im Sinne von 

Art. 179septies StGB freigesprochen. 

-  26  - 

2. Das Genugtuungsbegehren der Privatklägerin wird abgewiesen. 

3. Der erstinstanzliche Kostenentscheid (Ziff. 2) wird bestätigt. 

4. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'000.--   die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 1'252.55  amtliche Verteidigung 

Fr. 1'172.45 unentgeltliche Rechtsvertretung  

5. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden definitiv auf die Gerichtskasse 

genommen. 

6. Der Privatklägerin wird keine Umtriebsentschädigung zugesprochen. 

7. Der Beschuldigten wird eine Prozessentschädigung für anwaltliche Verteidi-

gung von Fr. 1'300.--  aus der Gerichtskasse zugesprochen. 

8. Der Beschuldigten wird keine Umtriebsentschädigung zugesprochen. 

9. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− den erbetenen Verteidiger RA X._____ im Doppel für sich und die Be-
schuldigte (übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl 
− die Privatklägerin A._____ (übergeben) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− den erbetenen Verteidiger RA X._____ im Doppel für sich und die Be-
schuldigte 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl  
− die Privatklägerin A._____  

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung  

allfälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich 

− die Koordinationsstelle VOSTRA zur Entfernung der Daten gemäss 
Art. 12 Abs. 1 lit. d VOSTRA mittels Kopie von D1 Urk.19/2 

− die Kantonspolizei Zürich, KIA-ZA, mit separatem Schreiben (§ 54a 
Abs. 1 PolG) 

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10. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
 

Zürich, 11. April 2016 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Dr. iur. F. Bollinger 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. C. Baumgartner 
 

 

 

	Urteil vom 11. April 2016
	Anklage:
	Urteil der Vorinstanz: (Urk. 45)
	Es wird erkannt:
	1. Die Beschuldigte ist nicht schuldig und wird vom Vorwurf der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB sowie des mehrfachen Missbrauchs einer Fernmeldeanlage im Sinne von Art. 179septies StGB freigesprochen.
	2. Die Entscheidgebühr fällt ausser Ansatz; die übrigen Kosten, inklusive jene der amtlichen Verteidigung und des unentgeltlichen Rechtsbeistands der Privatklägerschaft, werden definitiv auf die Gerichtskasse genommen.
	3. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Bemühungen als amtlicher Verteidiger mit Fr. 7'035.20 (inkl. MwSt. und Barauslagen) aus der Gerichtskasse entschädigt.
	4. Rechtsanwalt lic. iur. C._____ wird für seine Bemühungen als unentgeltlicher Rechtsbeistand mit Fr. 5'199.10 (inkl. MwSt. und Barauslagen) aus der Gerichtskasse entschädigt.
	5. Das Genugtuungsbegehren der Privatklägerschaft wird abgewiesen.
	6. Der Privatklägerschaft wird keine Umtriebsentschädigung zugesprochen.
	7. (Mitteilungen)
	8. (Rechtsmittel)
	Berufungsanträge:
	1. Es sei in Aufhebung von Disp-Ziff. 1 des angefochtenen Urteils die Beschuldigte der mehrfachen Drohung sowie des Missbrauchs einer Fernmeldeanlage schuldig zu sprechen und angemessen zu bestrafen.
	2. Es sei in Abänderung von Disp.-Ziff. 5 des angefochtenen Urteils der Privatklägerin eine angemessene Genugtuung zuzusprechen.
	3. Es sei in Abänderung von Disp.-Ziff. 6 des angefochtenen Urteils der Privatklägerin eine angemessene Prozessentschädigung zuzusprechen.
	4. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien ausgangsgemäss der Beschuldigten aufzuerlegen.
	1. Die Berufung der Privatklägerin sei abzuweisen.
	2. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen.
	3. Das erstinstanzliche Kostendispositiv sei zu bestätigen.
	4. Der Berufungsbeklagten sei eine Umtriebsentschädigung von Fr. 200.-- sowie eine Entschädigung für ihre anwaltliche Verteidigung im Berufungsverfahren zuzusprechen.
	5. Auf die Schadenersatz- und Genugtuungsforderung der Privatklägerin sei nicht einzutreten.
	Erwägungen:
	I.  Verfahrensgang und Prozessuales

	1. Verfahrensgang
	1.1. Mit eingangs erwähntem Urteil vom 14. April 2015 sprach das Bezirksgericht Zürich - Einzelgericht - die Beschuldigte von den Vorwürfen der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB sowie des mehrfachen Missbrauchs einer Fernmeldeanlage...
	1.2. Gegen dieses Urteil liess die Privatklägerin am 18. April 2015 Berufung anmelden (Urk. 36). Am 23. Juli 2015 nahm der Rechtsvertreter der Privatklägerin das begründete Urteil entgegen (Urk. 44/3). Die von ihm mit Datum vom 11. August 2015 dem Obe...
	1.3. Die Berufungsverhandlung fand am 11. April 2016 statt (Prot. II S. 9 ff.).

	2. Prozessuales
	2.1. Die Privatklägerin verlangt mit ihrer Berufung einen anklagegemässen Schuldspruch der Beschuldigten. Damit in Zusammenhang stehend fordert sie die Zusprechung einer angemessenen Genugtuung und Prozessentschädigung (Urk. 47). Damit ist das vorinst...
	2.2. Die Vorinstanz hat in ihrem Entscheid korrekt festgehalten, dass die der Beschuldigten vorgeworfenen Delikte der Drohung (Art. 180 Abs. 1 StGB) sowie des Missbrauchs einer Fernmeldeanlage (Art. 179septies StGB) nur auf Antrag verfolgt werden (vgl...
	2.3. Mit der Vorinstanz ist weiter festzuhalten, dass sich die Geschädigte  A._____ korrekt als Privatklägerin konstituierte (vgl. Urk. 45 S. 4).
	II.  Sachverhalt und rechtliche Würdigung

	1. Anklagevorwurf
	Zusammengefasst klagt die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl zwei Vorkommnisse an. Zunächst soll die Beschuldigte am 8. Oktober 2013 den Sohn der Privat klägerin auf dessen Mobiltelefon angerufen und diesem gesagt haben, dass seine Mutter eine Schlampe se...

	2. Standpunkt der Beschuldigten
	Die Beschuldigte anerkannte stets, dass sie mit ihrem Mobiltelefon am 8. Oktober 2013 den Sohn der Privatklägerin, D._____ und am 11. November 2013 die Privatklägerin angerufen hat (D1 Urk. 4/1, Urk. 4/2, Prot. I S. 9 und 11). Indessen bestritt die Be...

	3. Beweismittel
	Die Vorinstanz stellte in ihrem Urteil die zur Verfügung stehenden Beweismittel und deren Verwertbarkeit korrekt dar, auf welche Angaben zu verweisen ist (Urk. 45 S. 5 f., Urk. 82 Abs. 4 StPO). Zu ergänzen ist einzig, dass sowohl die Verbindungsnachwe...

	4. Beweiswürdigung
	4.1. Die Vorinstanz hat in ihrem Entscheid die Grundsätze der richterlichen Beweiswürdigung dargelegt und ausgeführt, dass für die Beweiswürdigung zwischen der Glaubwürdigkeit einer Person und der Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen zu unterscheiden ist. D...
	4.2. Die Vorinstanz hat sich im Weiteren mit der Glaubwürdigkeit der Beschuldigten, der Privatklägerin und des Zeugen D._____ auseinandergesetzt, worauf ebenfalls verwiesen werden kann (Urk. 45 S. 18 f., Art. 82 Abs. 4 StPO).

	5. Erster Sachverhaltsteil / Vorfall vom 8. Oktober 2013
	5.1. Die Beschuldigte anerkannte bezüglich dieses Sachverhaltsteils den telefonischen Kontakt mit dem Sohn der Privatklägerin, welche Telefonverbindung im Übrigen auch mit den Verbindungsnachweisen in der Rechnung der Firma Orange für den Monat Oktob...
	5.2. Dieser Vorwurf an die Beschuldigte entstammt der staatsanwaltschaftlichen Zeugeneinvernahme von D._____. So führte dieser am 22. Oktober 2014 auf die Frage, ob es seitens der Beschuldigten ganz konkrete Drohungen gegeben habe, aus: "Ja…wie…wenn ...
	5.3. Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass gestützt auf die Angaben der Privatklägerin und des Zeugen D._____ höchst zweifelhaft erscheint, dass D._____ im Anschluss an das Telefonat vom 8. Oktober 2013, der Privatklägerin berichtete, die Besch...
	5.4. Ergänzend ist auf die zutreffende vorinstanzliche Erkenntnis hinzuweisen, dass die Privatklägerin durch den Anruf der Beschuldigten an ihren Sohn D._____ lediglich insofern betroffen war, als dass sie sich um ihren Ruf sorgte bzw. dass sie nicht ...
	5.5. Den Tatbestand von Art. 180 Abs. 1 StGB erfüllt, wer jemanden durch schwere Drohung in Schrecken oder Angst versetzt. Eine Drohung besteht darin, dass der Drohende seinem Opfer ein künftiges Übel ankündigt oder in Aussicht stellt. Indem das Geset...
	5.6. In rechtlicher Hinsicht ist festzuhalten, dass eine schwere Drohung, welche die Privatklägerin in Angst oder Schrecken versetzte, wie es das Gesetz für die Erfüllung des objektiven Tatbestands von Art. 180 Abs. 1 StGB verlangt, bei der gegebenen ...
	5.7. Als Fazit ist somit festzuhalten, dass eine Verurteilung der Beschuldigten hinsichtlich des ersten Sachverhaltsteil (Telefonat vom 8. Oktober 2013) sowohl aus tatsächlichen als auch aus rechtlichen Gründen scheitert. Entsprechend ist die Beschuld...

	6. Zweiter Sachverhaltsteil / Vorfall vom 11. November 2013
	6.1. Wie weiter oben erwähnt, hat die Beschuldigte auch bezüglich dieses Sachverhaltsteils die telefonische Kontaktaufnahme mit der Privatklägerin anerkannt (vgl. oben II. Ziffer 2).
	6.2. Konkret führte die Beschuldigte am 13. November 2013 anlässlich ihrer ersten polizeilichen Einvernahme aus, sie habe die Privatklägerin am 11. November 2013 am Abend um ca. 21 Uhr angerufen, wobei die Privatklägerin diese Anrufe nicht entgegen ge...
	6.3. Gestützt auf die Angaben der Beschuldigten ist festzuhalten, dass sie konstant berichtete, der Zweck des Telefongesprächs mit der Privatklägerin sei gewesen, ein Treffen mit dieser zu vereinbaren, um gemeinsam einen Kaffee trinken zu können. Eben...
	6.4. Die Angaben der Beschuldigten zu den versuchten und geführten Telefongesprächen finden eine Stütze in den Beilagen zum Polizeirapport. So zeigt Beilage 7, dass die Beschuldigte die Privatklägerin zu den Zeiten 21:57 Uhr und 21:59 Uhr drei Mal ver...
	6.5. Anlässlich ihrer polizeilichen Befragung vom 12. November 2013 (D1 Urk. 5/1) gab die Privatklägerin auf die Frage, wie oft sie gestern angerufen worden sei an, die Beschuldigte habe sie gestern Abend um 23.23 Uhr, 23.30 Uhr, 23.35 Uhr, 23.45 Uhr ...
	6.6. Die Vorinstanz stellte im Rahmen ihrer Beweiswürdigung fest, die Privatklägerin habe die Geschehnisse um die Telefonanrufe weder klar, verständlich noch chronologisch zu schildern vermocht. Es falle weiter in Betracht, dass ihre Ausführungen nich...
	6.7. Vorab werfen bereits die Angaben der Privatklägerin zum Thema wann und wie oft sie von der Beschuldigten angerufen wurde, Fragen auf. Die von der Privatklägerin genannten angeblichen Anrufe der Beschuldigten am Abend des 11. November 2013 um 23.2...
	6.8. Aufnahme in die Anklageschrift fand die von der Privatklägerin gemachte Aussage anlässlich ihrer polizeilichen Einvernahme vom 12. November 2013 (D1 Urk. 5/1, Antwort auf Frage 8). Die Privatklägerin untermauerte ihre Aussage, indem sie zu Protok...
	6.9. Entgegen dieser Beweiswürdigung bewertete der Vertreter der Privatklägerin deren Aussagen im erstinstanzlichen Verfahren als glaubhaft und frei von Strukturbrüchen. Konkret führte der Rechtsvertreter aus, es sei ersichtlich, dass die Privatkläger...
	6.10. Schliesslich ist unter Verweis auf die vorinstanzlichen Erwägungen auf die divergierenden Aussagen der Privatklägerin und des Zeugen D._____ hinzuweisen (Urk. 45 S. 26, Art. 82 Abs. 4 StPO). Einmal mehr entstehen Zweifel an der Korrektheit der A...
	6.11. Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die Angaben der Privatklägerin in Bezug auf den zweiten Sachverhaltsteil vorab inhaltlich nicht überzeugen. Sie sind weder konstant noch nachvollziehbar. Weiter erscheinen die Angaben der Privatkläger...
	6.12. Damit ist die Beschuldigte auch bezüglich des zweiten Sachverhaltsteils (Telefonat vom 11. November 2013) vom Vorwurf der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB freizusprechen.

	7. Mehrfacher Missbrauch einer Fernmeldeanlage
	7.1. Die Vorinstanz hat die rechtlichen Voraussetzungen des Missbrauchs einer Fernmeldeanlage im Sinne von Art. 179septies StGB korrekt ausgeführt, worauf verwiesen werden kann (Urk. 45 S. 32, Art. 82 Abs. 4 StPO). Insbesondere wies die Vorinstanz unt...
	7.2. Beim ersten Sachverhaltsteil konnte einzig erstellt werden, dass am 8. Oktober 2013 das in der Anklageschrift genannte Telefongespräch stattfand. Im Übrigen konnte der Anklagesachverhalt nicht erstellt werden, mitunter kann nicht von einer Beunru...
	7.3. Mit der Vorinstanz ist damit festzustellen, dass sich die Beschuldigte des Missbrauchs einer Fernmeldeanlage im Sinne von Art. 179septies StGB nicht schuldig gemacht hat und von diesem Vorwurf freizusprechen ist.
	III.  Zivilansprüche
	IV.  Kosten- und Entschädigungsfolgen

	8. Kosten
	8.1. Ausgangsgemäss ist der von der Vorinstanz gestützt auf Art. 426 StPO getroffene Kostenentscheid zu bestätigen, zumal kein Anwendungsfall von Art. 427 StPO vorliegt (vgl. Urk. 45 S. 33).
	8.2. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'000.-- festzusetzen.
	8.3. Die Kosten im Rechtsmittelverfahren tragen die Parteien nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Nachdem die Privatklägerin mit dem Antrag auf Schuldigsprechung der Beschuldigten sowie den Anträgen um Zusprechung ei...

	9. Entschädigung
	9.1. Mit Präsidialverfügung vom 4. November 2015 wurde sowohl das amtliche Mandat von RA X._____ zur Verteidigung der Beschuldigten als auch dasjenige von RA C._____ zur unentgeltlichen Rechtsvertretung der Privatklägerin widerrufen (Urk. 63). In der ...
	9.2. Gemäss 436 StPO i.V.m. Art. 429 Abs. 1 StPO ist der Beschuldigten eine Entschädigung für die angemessene Ausübung ihrer Verfahrensrechte und ihrer persönlichen Umtriebe zuzusprechen. Eine Entschädigungspflicht der Privatklägerin gestützt auf Art....
	9.3. Gemäss den einschlägigen Normen der Anwaltsgebührenverordnung wird die Gebühr für das gesamte Berufungsverfahren nach den für die Vorinstanz geltenden Regeln bemessen und beträgt maximal Fr. 8'000.-- (§ 16 ff. AnwGebV). Zuschläge gemäss § 17 Abs....

	Es wird beschlossen:
	1. …
	2. …
	3. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Bemühungen als amtlicher Verteidiger mit Fr. 7'035.20 (inkl. MwSt. und Barauslagen) aus der Gerichtskasse entschädigt.
	4. Rechtsanwalt lic. iur. C._____ wird für seine Bemühungen als unentgeltlicher Rechtsbeistand mit Fr. 5'199.10 (inkl. MwSt. und Barauslagen) aus der Gerichtskasse entschädigt.
	5. …
	6. …
	7. (Mitteilungen)
	8. (Rechtsmittel)
	Es wird erkannt:
	1. Die Beschuldigte wird von den Vorwürfen
	 der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB und
	 des mehrfachen Missbrauchs einer Fernmeldeanlage im Sinne von Art. 179septies StGB freigesprochen.

	2. Das Genugtuungsbegehren der Privatklägerin wird abgewiesen.
	3. Der erstinstanzliche Kostenentscheid (Ziff. 2) wird bestätigt.
	4. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	5. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden definitiv auf die Gerichtskasse genommen.
	6. Der Privatklägerin wird keine Umtriebsentschädigung zugesprochen.
	7. Der Beschuldigten wird eine Prozessentschädigung für anwaltliche Verteidigung von Fr. 1'300.--  aus der Gerichtskasse zugesprochen.
	8. Der Beschuldigten wird keine Umtriebsentschädigung zugesprochen.
	9. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 den erbetenen Verteidiger RA X._____ im Doppel für sich und die Beschuldigte (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl
	 die Privatklägerin A._____ (übergeben)
	 den erbetenen Verteidiger RA X._____ im Doppel für sich und die Beschuldigte
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl
	 die Privatklägerin A._____
	 die Vorinstanz
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich
	 die Koordinationsstelle VOSTRA zur Entfernung der Daten gemäss Art. 12 Abs. 1 lit. d VOSTRA mittels Kopie von D1 Urk.19/2
	 die Kantonspolizei Zürich, KIA-ZA, mit separatem Schreiben (§ 54a Abs. 1 PolG)

	10. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.