# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7ba10a84-2bcc-5804-a1e3-4ba3d4524acd
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-08
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 08.03.2022 LZ210016
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LZ210016_2022-03-08.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: LZ210016-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Huizinga, Vorsitzender, Oberrichterin  

Dr. L. Hunziker Schnider und Oberrichter lic. iur. M. Spahn sowie  

Gerichtsschreiberin MLaw S. Meisel 

Beschluss und Urteil vom 8. März 2022 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beklagter, Berufungskläger und Anschlussberufungsbeklagter 

 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____,  

 

gegen 

 

1. B._____,  
2. C._____,  
Klägerinnen, Berufungsbeklagte und Anschlussberufungsklägerinnen 

 

1, 2 vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____,  

 

betreffend Unterhalt und weitere Kinderbelange 
 
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am 
Bezirksgericht Zürich, 7. Abteilung, vom 4. September 2020 (FK200014-L) 
 

  

- 2 - 

Rechtsbegehren: 

der Klägerinnen (Urk. 1 S. 2 und Prot. I S. 8, sinngemäss): 

1. Der Klägerin 2 sei in Abänderung der Erklärung der Klägerin 2 
und des Beklagten vor dem Zivilstandsamt D._____ vom 23. Ok-
tober 2017 das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht für die 
minderjährige Tochter, B._____, geb. tt.mm.2017, zuzuteilen. 

2. Es sei dem Beklagten ein angemessenes Besuchsrecht einzu-
räumen, welches in einer ersten Phase begleitet, in einem Be-
suchszentrum, zu erfolgen hat. 

3. Dieses Besuchsrecht soll nur bestehen, solange die Klägerinnen 
sich in der Schweiz aufhalten. Sollten die Klägerinnen ihren Auf-
enthalt ins Ausland verlegen, sei das Besuchsrecht entsprechend 
anzupassen. 

4. Es sei der Beklagte zu verpflichten, der Klägerin 2 rückwirkend ab 
29. Januar 2019 an die Kosten des Unterhalts von B._____, geb. 
tt.mm.2017, angemessene monatliche Unterhaltsbeiträge zuzüg-
lich Kinderzulagen zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus je-
weils auf den Ersten eines jeden Monats. 

5. Es sei die Ausgleichskasse des Beklagten anzuweisen, der Klä-
gerin 2 die Kinderzulagen für die Zeit ab Geburt der Klägerin 1 bis 
zum 30. Juni 2018 zu bezahlen. 

6. Es sei der Beklagte zu verpflichten, der Klägerin 2 die Kinderzu-
lagen vom 1. Juli 2018 bis zum 31. Dezember 2019 von total 
CHF 3'600 zu bezahlen. 

7. Es sei der Beklagte zu verpflichten, der Klägerin 2 für die Zeit 
vom 1. Januar 2020 bis zum 31. August 2020 die noch ausste-
henden Kinderzulagen zu bezahlen. 

8. Es sei zudem – für den Fall, dass die Klägerin 2 nicht erfolgreich 
die Kinderzulagen beantragen sowie beziehen kann – die Aus-
gleichskasse des Beklagten anzuweisen, die Kinderzulagen direkt 
der Klägerin 2 zu überweisen. 

9. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, letztere zuzüglich 
7.7 % MWST, zu Lasten des Beklagten. 

 

Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am Bezirksgericht  
Zürich, 7. Abteilung, vom 4. September 2020: 

(Urk. 125 = Urk. 141 S. 22 ff.) 

1. Der Antrag der Klägerin 2, es sei ihr in Abänderung der Erklärung der Kläge-

rin 2 und des Beklagten vor dem Zivilstandsamt D._____ vom 23. Oktober 

- 3 - 

2017 das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht für die minderjährige Toch-

ter, B._____, geb. tt.mm.2017, zuzuteilen, wird abgewiesen. 

2. Der Beklagte ist berechtigt und verpflichtet, die Betreuungsverantwortung für 

die Tochter auf eigene Kosten wie folgt zu übernehmen: 

In Phase 1 (sechs Monate ab Eintritt der Rechtskraft): 

− an jedem zweiten Samstag jeweils sechs Stunden von 09.00 Uhr bis 
15.00 Uhr im Rahmen eines begleiteten Besuchstreffs in einem Be-
suchszentrum. 

In Phase 2 (zwölf Monate): 

− an jedem zweiten Samstag jeweils sechs Stunden von 09.00 Uhr bis 
15.00 Uhr, wobei die Übergaben in einem Besuchszentrum zu erfolgen 
haben. 

Anschliessend in Phase 3: 

− an jedem zweiten Wochenende jeweils ab Samstag, 09.00 Uhr bis 
Sonntagabend, 17.00 Uhr. 

3. Der Antrag der Klägerinnen, es sei die Ausgleichskasse des Beklagten an-

zuweisen, der Klägerin 2 die Kinderzulagen für die Zeit ab Geburt der Kläge-

rin 1 bis zum 30. Juni 2018 zu bezahlen, wird abgewiesen. 

4. Der Antrag der Klägerinnen, es sei der Beklagte zu verpflichten, der Kläge-

rin 2 die Kinderzulagen vom 1. Juli 2018 bis zum 31. Dezember 2019 von to-

tal CHF 3'600.00 zu bezahlen, wird abgewiesen. 

5. Der Antrag der Klägerinnen, es sei der Beklagte zu verpflichten, der Kläge-

rin 2 für die Zeit vom 1. Januar 2020 bis zum 31. August 2020 die noch aus-

stehenden Kinderzulagen zu bezahlen, wird abgewiesen. 

6. Der Antrag der Klägerinnen, es sei zudem – für den Fall, dass die Klägerin 2 

nicht erfolgreich die Kinderzulagen beantragen sowie beziehen kann – die 

Ausgleichskasse des Beklagten anzuweisen, die Kinderzulagen direkt der 

Klägerin 2 zu überweisen, wird abgewiesen. 

7. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin 1 rückwirkend ab 29. Januar 

2019 monatliche Kinderunterhaltsbeiträge von CHF 4'500.00, zuzüglich all-

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fälliger Kinderzulagen, zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus an die 

Klägerin 2. 

Die Zahlungsmodalitäten gelten bis zur Volljährigkeit bzw. bis zum Ab-

schluss einer angemessenen Erstausbildung auch über die Volljährigkeit 

hinaus, solange das Kind im Haushalt der Klägerin 2 lebt und keine eigenen 

Ansprüche gegenüber dem Beklagten stellt bzw. keinen anderen Zahlungs-

empfänger bezeichnet. 

Es wird auf die Möglichkeit der Abänderung gemäss Art. 286 Abs. 2 ZGB 

und auf allfällige weitere Ansprüche der Klägerin 1 gemäss Art. 277 

Abs. 2 ZGB hingewiesen. 

8. Die Festsetzung der Unterhaltsbeiträge gemäss Ziffer 7 basiert auf folgen-

den Grundlagen:  

Einkommen netto pro Monat, inkl. Anteil 13. Monatslohn, Familienzulagen 
separat: 
− Klägerin 2: CHF 12'100.00 (100% Pensum) 
− Beklagter: CHF 12'500.00 (100% Pensum) 

− Klägerin 1: die Familienzulage von derzeit CHF 200.00 

9. Die Unterhaltsbeiträge gemäss Ziffer 7 basieren auf dem Landesindex der 

Konsumentenpreise des Bundesamtes für Statistik, Stand Ende Juli 2020 

von 101.2 Punkten (Basis Dezember 2015 = 100 Punkte). Sie sind jeweils 

auf den 1. Januar jedes Jahres, erstmals auf den 1. Januar 2021, dem 

Stand des Indexes per Ende November des Vorjahres anzupassen. Die An-

passung erfolgt nach folgender Formel: 

Neuer Unterhaltsbeitrag  = 
alter Unterhaltsbeitrag  x  neuer Index 

alter Index 

Weist die zu Unterhaltsleistungen verpflichtete Partei nach, dass sich ihr 
Einkommen nicht im Umfange der Teuerung erhöht, so werden die Unter-
haltsbeiträge gemäss Ziffer 7 nur proportional zur tatsächlichen Einkom-
menssteigerung angepasst.  
Fällt der Index unter den Stand von Ende Juli 2020, berechtigt dies nicht zu 
einer Herabsetzung der Unterhaltsbeiträge. 

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10. Die Entscheidgebühr wird auf CHF 7'500.00 festgesetzt.  

11. Die Kosten werden der Klägerin 2 sowie dem Beklagten je zur Hälfte aufer-

legt. 

12. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin 2 eine reduzierte Parteientschä-

digung in der Höhe von CHF 7'500.00 (zuzüglich 7.7% Mehrwertsteuer) zu 

bezahlen. 

13. [Schriftliche Mitteilungen]. 

14. [Rechtsmittelbelehrung]. 

Berufungsanträge: 

des Beklagten, Berufungsklägers und Anschlussberufungsbeklagten (Urk. 140 
S.  2 f.): 

"1. Es sei die Dispositivziffer 2 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 
04.09.2020 (FK200014-L/UB) aufzuheben und es sei das Besuchsrecht 
des Berufungsklägers für B._____ wie folgt festzulegen: 

  a. In Phase 1 (während zwei Monaten ab Eintritt der Rechtskraft des 
Urteils): An jedem zweiten Samstag jeweils sechs Stunden von 
09:00 Uhr bis 15:00 Uhr im Rahmen eines begleiteten Besuchs-
treffs in einem Besuchszentrum. 

  b. In Phase 2 (während 6 Monaten ab Eintritt der Rechtskraft): An 
jedem zweiten Samstag jeweils sechs Stunden von 09:00 Uhr bis 
15:00 Uhr, wobei die Übergaben in einem Besuchszentrum zu er-
folgen haben. 

  c. In Phase 3 (während 12 Monate ab Eintritt der Rechtskraft): An 
jedem zweiten Wochenende jeweils ab Samstag von 09:00 Uhr 
bis Sonntagabend 17:00 Uhr. 

  d. Anschliessend in Phase 4: An jedem zweiten Wochenende je-
weils am Freitagnachmittag nach Kindergarten-/Schulschluss bis 
Sonntagabend 18:00 Uhr. 

2. Es sei die Dispositivziffer 7 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 
04.09.2020 (FK200014-L/UB) aufzuheben und es sei der Barunterhalt 
geschuldet vom Berufungskläger, zuzüglich allfälliger Kinderzulagen, 

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zahlbar monatlich im Voraus an die Berufungsbeklagte 2, folgendermas-
sen festzulegen: 

  a. Ab 29.01.2019 bis 01.08.2020:    CHF 2'200.00 

  b. Ab 01.09.2020 bis Einschulung der Tochter: CHF 4'100.00 

  c. Nach Einschulung der Tochter: CHF 1'360.00 zzgl. 70% der 
Fremdbetreuungskosten (Fremdbetreuungskosten zu 100% von 
max. CHF 2'678.00 pro Monat) 

  d. Ab Phase 4: CHF 1'100.00 zzgl. 50% der Fremdbetreuungskos-
ten (Fremdbetreuungskosten zu 100% von max. CHF 2'678.00 
pro Monat). 

3. Es sei die Dispositivziffer 8 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 
04.09.2020 (FK200014-L/UB) aufzuheben und es seien die Bedarfsbe-
rechnung der Berufungsbeklagten 1 sowie die Nettoeinkommen der Be-
rufungsbeklagten 2 und des Berufungsklägers inkl. 13. Monatslohn und 
Bonus, nach Vorliegen des Beweisergebnisses, neu festzulegen. 

4. Eventualiter zum Rechtsbegehren Nr. 1 und 2 seien die Dispositivziffern 
2 und 7 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 04.09.2020 
(FK200014-L/UB) aufzuheben und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz 
zurückzuweisen. 

5. Es sei die Dispositivziffer 12 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 
04.09.2020 (FK200014-L/UB) betreffend Parteientschädigung aufzuhe-
ben. 

6. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. 7.7 % MwSt.) zu-
lasten der Berufungsbeklagten 2." 

 
 
der Klägerinnen, Berufungsbeklagten und Anschlussberufungsklägerinnen 
(Urk. 152 S. 3): 

"[betr. Berufung] 
1. Es seien die Rechtsbegehren 1 bis 6 des Berufungsklägers ab-

zuweisen, soweit darauf einzutreten sei. 
[betr. Anschlussberufung] 
2. Es sei die Dispositivziffer 2 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich 

vom 4. September 2020 (FK200014) aufzuheben und es sei der 
Anschlussberufungsklägerin 2 das alleinige Aufenthaltsbestim-
mungsrecht für die minderjährige Tochter, B._____, geb. 
tt.mm.2017, zuzuteilen. 

3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. 7.7% MWST 
zulasten des Berufungsklägers." 

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des Beklagten, Berufungsklägers und Anschlussberufungsbeklagten zur An-
schlussberufung (Urk. 156 S. 2, sinngemäss) 

1. Es seien die Rechtsbegehren Ziff. 2 und Ziff. 3 der Anschlussbe-
rufung vom 20.09.2021 vollumfänglich abzuweisen.  

2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. 7.7 % 
MwSt.) zulasten der Berufungsbeklagten 2.  

Verfahrensantrag: 
Es sei eine Instruktionsverhandlung durchzuführen und die Parteien 
seien hierzu vorzuladen. 

 

Erwägungen: 

I. 

1. Der Beklagte, Berufungskläger und Anschlussberufungsbeklagte (fortan Be-

klagter) und die Klägerin 2, Berufungsbeklagte 2 und Anschlussberufungsklägerin 

2 (fortan Klägerin 2) sind die unverheirateten Eltern der Tochter B._____ (Klägerin 

1, Berufungsbeklagte 1 und Anschlussberufungsklägerin 1; fortan: Klägerin 

1/Tochter), geboren am tt.mm.2017. Die Klägerin 2 und der Beklagte haben am 

23. Oktober 2017 vor der Zivilstandsbeamtin in D._____ eine Erklärung abgege-

ben, wonach sie bezüglich der gemeinsamen Tochter die gemeinsame elterliche 

Sorge erklärten und angaben, bereit zu sein, gemeinsam die Verantwortung für 

das Kind zu übernehmen und sich über die Obhut und den persönlichen Verkehr 

oder die Betreuungsanteile sowie über den Unterhaltsbeitrag für das Kind ver-

ständigt zu haben (Urk. 5/4). Seit dem 29. Januar 2020 stehen sich die Parteien in 

einem gerichtlichen Verfahren betreffend Regelung der Kinderbelange sowie des 

Kinderunterhalts gegenüber (Urk. 1).  

2. Gegen das zunächst unbegründete und hernach begründete Urteil der Vor-

instanz vom 4. September 2020 erhob der Beklagte mit Eingabe vom 11. Mai 

2021 fristgerecht Berufung mit eingangs zitierten Anträgen (Urk. 132 und 140). 

Der vom Beklagten einverlangte Kostenvorschuss von Fr. 6'000.– ging innert 

einmal erstreckter Frist bei der Obergerichtskasse ein (Urk. 145 bis Urk. 149). Mit 

Eingabe vom 20. September 2021 erstatteten die Klägerinnen die Berufungsant-

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wort und erhoben darin Anschlussberufung (Urk. 152). Mit Verfügung vom 23. 

September 2021 wurde das Begehren der Klägerinnen auf Anordnung der vorzei-

tigen Vollstreckbarkeit betreffend Dispositivziffer 7 des angefochtenen Urteils ab-

gewiesen und dem Beklagten Frist angesetzt, um die Anschlussberufung zu be-

antworten (Urk. 155). Die Anschlussberufungsantwort datiert vom 25. Oktober 

2021 (Urk. 156). Auf telefonische Nachfrage vom 8. November 2021 und unter 

Hinweis auf den Verfahrensantrag des Beklagten erklärte der Rechtsvertreter der 

Klägerinnen, dass nach Rücksprache mit der Klägerin 2 kein Interesse an einer 

Instruktionsverhandlung bestehe (Urk. 158A). Daraufhin wurde den Klägerinnen 

mit Verfügung vom 9. November 2021 die Anschlussberufungsantwort zur Kennt-

nisnahme zugestellt (Urk. 159). Die Stellungnahme der Klägerinnen vom 

22. November 2021 (Urk. 160) wurde dem Beklagten mit Verfügung vom 

2. Dezember 2021 zur Kenntnis gebracht (Prot. II S. 12). Weitere Eingaben erfolg-

ten nicht. 

3. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 1–139). Das Verfahren 

erweist sich als spruchreif. 

II.  

1. Die Berufung hemmt den Eintritt der Rechtskraft nur im Umfang der Anträge 

(Art. 315 Abs. 1 ZPO). Gegenstand des Berufungsverfahrens sind die Dispositiv-

ziffern 2, 7, 8 und 12 des angefochtenen Entscheids. Mit der Anschlussberufung 

beantragen die Klägerinnen zwar ebenfalls die Aufhebung der Dispositivziffer 2 

(Besuchsrecht), beziehen sich inhaltlich jedoch offenkundig auf Dispositivziffer 1, 

mit welcher das Rechtsbegehren der Klägerin 2 auf Zuteilung des alleinigen Auf-

enthaltsbestimmungsrechts abgewiesen wurde (vgl. Urk. 152 S. 25). Als mitange-

fochten zu gelten hat sodann die Dispositivziffer 9, zumal die darin enthaltene In-

dexklausel in unmittelbarem Zusammenhang mit dem angefochtenen Kinderun-

terhalt (Dispositivziffer 7) steht. Entsprechend sind die unangefochten gebliebe-

nen Dispositivziffern 3-6 nach Ablauf der Anschlussberufungsfrist am 

20. September 2021 (siehe Urk. 150) in Rechtskraft erwachsen (Art. 315 Abs. 1 

ZPO). Dies ist vorzumerken. Gestützt auf Art. 318 Abs. 3 ZPO gilt dies nicht für 

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die ebenfalls unangefochten gebliebene erstinstanzliche Kostenliquidation (Dis-

positivziffern 10 und 11). 

2. Mit der Berufung kann sowohl die unrichtige Rechtsanwendung als auch die 

unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). 

Die Berufungsinstanz verfügt über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und 

Rechtsfragen, einschliesslich der Frage richtiger Ermessensausübung (Angemes-

senheitsprüfung; siehe BGer 5A_184/2013 vom 26. April 2013, E. 3.1).  

3. In der Berufungsschrift (Art. 311 ZPO) ist hinreichend genau aufzuzeigen, 

inwiefern der erstinstanzliche Entscheid in den angefochtenen Punkten als fehler-

haft zu betrachten ist bzw. an einem der genannten Mängel leidet. Das setzt (im 

Sinne einer von Amtes wegen zu prüfenden Eintretensvoraussetzung) voraus, 

dass der Berufungskläger die vorinstanzlichen Erwägungen bezeichnet, die er an-

ficht, sich argumentativ mit diesen auseinandersetzt und mittels genügend präzi-

ser Verweisungen auf die Akten aufzeigt, wo die massgebenden Behauptungen, 

Erklärungen, Bestreitungen und Einreden erhoben wurden bzw. aus welchen Ak-

tenstellen sich der geltend gemachte Berufungsgrund ergeben soll. Die pauschale 

Verweisung auf frühere Vorbringen oder deren blosse Wiederholung genügen 

nicht (siehe  

BGE 138 III 374 E. 4.3.1; BGer 5A_247/2013 vom 15. Oktober 2013, E. 3.2; 

BGer 5A_751/2014 vom 28. Mai 2015, E. 2.1). Was nicht oder nicht in einer den 

gesetzlichen Begründungsanforderungen entsprechenden Weise beanstandet 

wird, braucht von der Rechtsmittelinstanz nicht überprüft zu werden; diese hat 

sich – abgesehen von offensichtlichen Mängeln – grundsätzlich auf die Beurtei-

lung der Beanstandungen zu beschränken, die in der schriftlichen Begründung 

formgerecht gegen den erstinstanzlichen Entscheid erhoben werden (siehe BGer 

4A_290/2014 vom 1. September 2014, E. 3.1 und 5; BGer 4A_258/2015 vom 

21. Oktober 2015, E. 2.4.3; BGE 142 III 413 E. 2.2.4 mit weiteren Hinweisen; 

BGer 5A_111/2016 vom 6. September 2016, E. 5.3). Insofern erfährt der Grund-

satz "iura novit curia"  

(Art. 57 ZPO) im Berufungsverfahren eine Relativierung (BK ZPO I-Hurni, Art. 57 

N 21 und 39 ff.; Glasl, DIKE-Komm-ZPO, Art. 57 N 22). 

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4. Für Kinderbelange in familienrechtlichen Angelegenheiten – wie sie vorlie-

gend zu beurteilen sind – statuiert Art. 296 Abs. 1 und 3 ZPO den Untersuchungs- 

und Offizialgrundsatz, weshalb das Gericht in diesem Bereich den Sachverhalt 

von Amtes wegen erforscht und ohne Bindung an die Parteianträge entscheidet. 

In Verfahren, welche der umfassenden Untersuchungsmaxime unterstehen, kön-

nen die Parteien zudem im Berufungsverfahren neue Tatsachen und Beweismittel 

unbeschränkt vorbringen. Art. 317 Abs. 1 ZPO kommt in diesen Verfahren nicht 

zum Tragen (BGE 144 III 349 E. 4.2.1). 

III. 

A. Verletzung des rechtlichen Gehörs 

1. Die Hauptverhandlung vom 27. August 2020 fand ohne den Beklagten statt 

(vgl. Prot. I S. 5). Der Beklagte rügt eine Verletzung seines rechtlichen Gehörs, da 

er nicht ordnungsgemäss zum Verhandlungstermin vorgeladen worden sei und er 

entsprechend keine Möglichkeit gehabt habe, seinen Standpunkt zu äussern so-

wie zu den Äusserungen der Klägerin 2 Stellung zu nehmen (Urk. 140 N 13 ff.).  

2. Die Vorinstanz führte aus, die Vorladung vom 22. Juli 2020 habe dem Be-

klagten an der von ihm genannten Adresse nicht zugestellt werden können und 

sei mit dem Vermerk "nicht abgeholt" retourniert worden. Auch der zweite Zustell-

versuch vom 5. August 2020 sei erfolglos geblieben und mit dem Vermerk "nicht 

abgeholt" retour gekommen. Am 20. August 2020 sei die Vorladung sodann auf 

die von ihm selbst angegebene E-Mail-Adresse zugestellt worden, worauf auch 

keine Reaktion des Beklagten erfolgt sei. Die Vorladung für den ursprünglichen 

Verhandlungstermin vom 24. Juni 2020 habe dem Beklagten zugestellt werden 

können und dieser habe davon, wie dem Schreiben vom 25. Mai 2020 zu ent-

nehmen sei, auch tatsächlich Kenntnis erhalten (Urk. 27). Der Beklagte habe so-

mit Kenntnis vom Verfahren gehabt und habe aufgrund des von ihm gestellten 

Verschiebungsgesuchs mit der Zustellung einer weiteren Vorladung rechnen 

müssen. Folglich greife die Zustellfiktion und die zweite Vorladung gelte am sieb-

ten Tag nach dem erfolglosen Zustellversuch als zugestellt. Sowohl die erste vom 

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Beklagten noch in Empfang genommene Vorladung, sowie auch die zweite Vorla-

dung hätten einen Hinweis auf die Säumnisfolgen enthalten. Dem Beklagten habe 

damit bewusst sein müssen, dass sein unentschuldigtes Fernbleiben prozessuale 

Folgen nach sich ziehe würde (Urk. 141 E. 2.1. ff.).  

3. Der Beklagte bringt vor, er habe sich aus gesundheitlichen Gründen für eine 

Auszeit im März 2020 nach E._____ [Staat in Asien] in die Ferien begeben. Auf-

grund der Covid19-Pandemie und der damit einhergehenden Ausreisesperre ha-

be er danach nicht mehr aus E._____ ausreisen können. Er habe jedoch bereits 

vor seiner Abreise Anfangs März 2020 sich aufgrund des pendenten Gerichtsver-

fahrens um eine nahtlose Kommunikation mit den Schweizer Behörden geküm-

mert und eine bevollmächtigte Vertretung zur Abwicklung bzw. Entgegennahme 

seiner Post organisiert, was er der Vorinstanz mit Schreiben vom 10. März 2020 

auch mitgeteilt habe. Die Bevollmächtigung habe zu Beginn einwandfrei funktio-

niert und er habe sowohl das Schreiben vom 12. März 2020 sowie die Vorladung 

vom 11. Mai 2020 über die bevollmächtigte Person zugestellt erhalten. Die Vorla-

dung zur Verhandlung vom 27. August 2020 habe ihm jedoch nicht zugestellt 

werden können, da auf der Abholungseinladung "muss selber unterschrieben 

werden" vermerkt worden sei. Dies sei ihm, da er sich zu diesem Zeitpunkt in 

E._____ befunden habe, offensichtlich nicht möglich gewesen, weshalb die Vor-

ladung von der Post wieder an den Absender retourniert worden sei. Auch das in 

der Folge von der Vorinstanz versendete Incamail habe er nicht erhalten. Da es 

sich um einen unbekannten Absender handle, sei die Wahrscheinlichkeit gross, 

dass die E-Mail im Spamordner gelandet sei. Ohnehin genüge eine Zustellung der 

Vorladung über E-Mail den gesetzlichen Anforderungen von Art. 138 Abs. 1 ZPO 

nicht, da lediglich die Übermittlung, nicht jedoch der Empfang bestätigt werde. 

Letztlich habe auch die Klägerin 2, als sie anlässlich eines Telefonats am Tag der 

Geburtstagsfeier der Tochter am tt.mm.2020 die nur vier Tage später anstehende 

Verhandlung mit keinem Wort erwähnt habe, ihren Teil dazu beigetragen, dass 

der Beklagte in Unkenntnis über die Verhandlung vom 27. August 2020 geblieben 

sei (Urk. 140 Rz. 13 ff.). 

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4. Da der Beklagte unbestrittenermassen Kenntnis vom Verfahren hatte, war er 

verpflichtet, dafür zu sorgen, dass ihm trotz seiner Auslandabwesenheit Entschei-

de, welche das Verfahren betreffen, zugestellt werden können (Huber, DIKE-

Komm-ZPO, Art. 138 N 52 f; BK ZPO-Frei Art. 138 N 26; BSK ZPO-Gschwend, 

Art. 138 N 18a). Inwiefern der Vermerk "muss selber unterschrieben werden" die 

Abholung der Sendung durch die bevollmächtigte Person verhindert haben soll, 

ist nicht ersichtlich. Wie die Klägerinnen zutreffend ausführen, wäre einzig bei In-

anspruchnahme der Zusatzleistung "Eigenhändig" die Übergabe ausschliesslich 

an die in der Adresse erwähnte Person möglich gewesen (Urk. 152 Rz. 12). Diese 

Zusatzleistung wurde jedoch – wie sich den eingereichten Kopien der Abholungs-

einladungen zweifelsfrei entnehmen lässt (Urk. 144/8; die Leistung "Eigenhändig" 

ist nicht angekreuzt) – vorliegend nicht in Anspruch genommen. Bezeichnender-

weise macht der Beklagte auch nicht geltend, dass die bevollmächtigte Person 

versucht hätte, die Sendung abzuholen, ihr dies jedoch aufgrund des Vermerks 

verwehrt worden wäre. Entsprechend hätte die vom Beklagten bevollmächtige 

Person die hinterlegte Sendung ohne weiteres entgegennehmen können. Da die 

bevollmächtigte Person dies – aus welchen Gründen auch immer – unterliess, 

greift einhergehend mit der Vorinstanz und den Klägerinnen (vgl. Urk. 152 Rz. 6 

ff.) die Zustellfiktion. Entsprechend gilt die Vorladung als am siebten Tag nach 

dem erfolglosen Zustellversuch als ordnungsgemäss zugestellt und greifen die 

Säumnisfolgen. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs liegt demnach nicht vor.  

5. Mit Verweis auf vorstehende Ausführungen (vgl. E. II.4.) sind die erstmals im 

Berufungsverfahren vorgebrachten Tatsachen dennoch zu berücksichtigen.  

B. Aufenthaltsbestimmungsrecht / Persönlicher Verkehr 

1. Aufenthaltsbestimmungsrecht 

1.1. Die Klägerin 2 beantragte vor Vorinstanz, es sei ihr in Abänderung der Er-

klärung vor dem Zivilstandsamt D._____ vom 23. Oktober 2017 das alleinige Auf-

enthaltsbestimmungsrecht für die Klägerin 1 zuzuteilen. Die Vorinstanz wies die-

sen Antrag in Dispositiv-Ziffer 1 des angefochtenen Urteils ab (Urk. 141 S. 22).  

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1.2. Die Vorinstanz erwog, die Klägerin 2 habe ausgeführt, aus beruflichen 

Gründen in die Schweiz gekommen zu sein, dann jedoch im September 2018 ihre 

Arbeitsstelle verloren zu haben und seither arbeitslos zu sein. Da sie … Rechts-

anwältin [aus dem Staat F._____] mit Spezialisierung im G._____ [Rechtsgebiet] 

sei, gehe sie davon aus, dass sie in F._____ [Staat] rasch eine Arbeitsstelle fin-

den würde. Nachdem die Klägerin 2 anlässlich der Hauptverhandlung vom 

27. August 2020 angegeben habe, dass sie seit dem 17. August 2020 über eine 

neue Anstellung bei einer Schweizer Firma verfüge, sei der Hauptgrund für ihre 

Rückkehr nach F._____ weggefallen. Hinzu komme, dass die Beziehung des Be-

klagten zur gemeinsamen Tochter nur unter äusserst erschwerten Bedingungen 

aufrecht erhalten werden könnte, da insbesondere ein regelmässiges Besuchs-

recht über eine derart grosse Distanz kaum durchgeführt werden könne, zumal es 

sich bei der gemeinsamen Tochter um ein Kind im Vorschulalter handle, das noch 

lange Zeit nicht unbegleitet von F._____ nach Europa reisen könne. Angesichts 

des Umstands, dass mit der neuen Anstellung die finanzielle Grundlage der Klä-

gerin 2 gesichert sei und die gemeinsame Tochter der Parteien ein Recht auf ei-

nen angemessenen persönlichen Verkehr mit dem Beklagten habe, scheine es 

vorliegend nicht angezeigt, der Klägerin 2 das alleinige Aufenthaltsbestimmungs-

recht für die Tochter zu übertragen. Dies würde zum jetzigen Zeitpunkt die Ent-

wicklung des Kindes – und insbesondere die Beziehung zum Vater – gefährden 

und stünde damit dem Kindeswohl entgegen (Urk. 141 S. 8 f.).  

1.3.1. Die Klägerinnen bringen vor, ungeachtet dessen, dass die Klägerin 2 am 

17. August 2020 eine Anstellung bei der H._____ AG angetreten habe, habe sie 

auch anlässlich der Hauptverhandlung beabsichtigt, wieder in ihr Heimatland zu-

rückzukehren und habe an ihrem Begehren festgehalten. Auch heute wünsche sie 

weiterhin, in ihr Heimatland zurückzukehren. Die Vorinstanz habe mit der Abwei-

sung ihres Antrags das Recht falsch angewandt. So habe sie übersehen, dass bei 

der Zuteilung des Aufenthaltsbestimmungsrechts die Niederlassungs- und Bewe-

gungsfreiheit der Eltern zu respektieren sei. Die Klägerin 2 habe also das Recht, 

wieder in ihr Heimatland zurückzukehren. Zu prüfen bleibe, ob das Wohl des Kin-

des besser gewahrt sei, wenn es mit dem wegzugswilligen Elternteil gehe oder 

wenn es sich beim zurückbleibenden Elternteil aufhalte. Irrelevant sei, ob es für 

- 14 - 

das Kind vorteilhafter wäre, wenn beide Elternteile an den angestammten Orten 

verbleiben würden. Die Vorinstanz hätte damit die Zuteilung des alleinigen Auf-

enthaltsbestimmungsrechts einzig mit dem Argument verweigern dürfen, dass das 

Kindswohl der Tochter besser gewahrt bleibe, wenn es beim Beklagten in der 

Schweiz verbleiben würde. Die Erschwerung des Besuchsrechts und damit des 

Rechts auf Umgang der Tochter mit dem Beklagten sei gemäss bundesgerichtli-

cher Rechtsprechung hingegen kein Argument. Das Bundesgericht habe festge-

stellt, dass in Bezug auf die konkrete Regelung der Kinderbetreuung oft kein Ide-

alzustand erreicht werden könne, und zwar unabhängig davon, ob das Kind weg-

ziehe oder in der Schweiz verbleibe. Entsprechend seien gemäss Bundesgericht 

bei einem Wegzug, welcher grössere Distanzen zum verbleibenden Elternteil 

nach sich ziehe, Wochenendbesuche durch längere Wochenendeinheiten oder 

längere Ferienaufenthalte zu kompensieren. Vorliegend sei die Klägerin 2 die al-

leinige Betreuerin der Tochter und die alleinige Bezugsperson. Die Beziehung 

zum Beklagten bestehe kaum und seit seiner Reise nach E._____ gar nicht mehr. 

Zudem habe der Beklagte weder die alleinige noch eine alternierende Obhut ge-

fordert, sondern lediglich ein Besuchsrecht. Daraus ergebe sich, dass es offen-

sichtlich dem Kindswohl entspreche, dass die Tochter weiterhin in der Obhut der 

Klägerin 2 verbleibe. Indem die Vorinstanz die Zuweisung des alleinigen Aufent-

haltsbestimmungsrechts mit der Begründung zurückgewiesen habe, diese stünde 

dem Kindswohl entgegen, weil der Wegzug der Ausübung eines angemessenen 

persönlichen Verkehrs entgegenstünde, verletze sie das Grundrecht auf Nieder-

lassungs- und Bewegungsfreiheit der Kläge- 

rin 2. Ferner unterliege nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung das Motiv für 

den Wegzug nicht der gerichtlichen Überprüfung. Das Motiv könne nur dann von 

Relevanz sein, wenn ein Elternteil nur aus dem Grund auswandere, um das Kind 

dem anderen Elternteil zu entfremden. Dies sei vorliegend aber mitnichten der 

Fall. Die Klägerin 2 ziehe auch nicht in ein Land, zu welchem sie keinen Bezug 

habe. In der Schweiz hätten die Klägerinnen keine Familie und seien nicht ver-

wurzelt. Demgegenüber hätten die Klägerinnen in I._____ [Stadt in F._____] viele 

Familienangehörige und Freunde. Bei einer Rückkehr nach F._____ sei geplant, 

dass die Klägerinnen in das Haus der Cousine der Klägerin 2 einziehen würden. 

- 15 - 

Das Haus sei äusserst grosszügig und biete für die Klägerinnen genügend Platz. 

Zudem sei die Cousine der Klägerin 2 eine diplomierte und erfahrene Kleinkinder-

erzieherin. Sodann entspreche die Stelle bei der H._____ AG nicht dem eigentli-

chen Spezialgebiet der Klägerin 2 und sie habe sich im Zeitpunkt der Verhand-

lung auch in einem Bewerbungsprozess für den … Rugbyverband [des Staates 

F._____] befunden, als dieser aufgrund der Corona-Pandemie auf Eis gelegt wor-

den sei. Damit ergebe sich klar, dass der von der Klägerin 2 beabsichtigte Weg-

zug nach I._____ nicht etwa der Entfremdung, sondern ihrer persönlichen und be-

ruflichen Entwicklung dienen soll (Urk. 152 Rz. 97 ff.). 

1.3.2. Demgegenüber bringt der Beklagte vor, es sei falsch, wenn die Klägerin 2 

behaupte, die Erschwerung des Besuchsrechts oder des Rechts auf persönlichen 

Verkehr spiele bei der Frage nach dem Aufenthaltsbestimmungsrecht keine Rolle. 

Vielmehr habe das Bundesgericht festgehalten, dass zur Beantwortung der Frage 

ob das Kindeswohl besser gewahrt sei, wenn das Kind mit dem auswanderungs-

willigen Elternteil wegziehe oder wenn es sich beim zurückbleibenden Elternteil 

aufhalte, dieselben Kriterien heranzuziehen seien, wie zur Beurteilung der Be-

treuung, des persönlichen Verkehrs und des Unterhalts. Sodann habe das Bun-

desgericht im erwähnten Leitentscheid BGE 142 III 481 einen Wegzug eines El-

ternteils nach J._____ [Stadt in K._____], K._____ [Staat in Europa], zu beurteilen 

gehabt. Vorliegend stehe ein Umzug nach I._____, F._____, im Raum, womit die 

Kompensation von Besuchswochenenden durch verlängerte Wochenendeinheiten 

somit von vornherein ausgeschlossen sei. Auch längere Ferienaufenthalte seien 

nicht so leicht umsetzbar bzw. opportun bei diesen Distanzen. Dem Beklagten 

wäre es lediglich möglich, seine Tochter ein- oder zweimal pro Jahr während 2-3 

Wochen Ferien zu sehen. Da die Klägerin 1 noch sehr klein sei, könnte sie nicht 

alleine zum Beklagten reisen. Er müsste demnach nach F._____ reisen und dort 

Zeit mit seiner Tochter verbringen. Da F._____ für ihn keine bekannte Umgebung 

sei und er auch nicht über eine eigene Wohnung verfüge, könnte er die Tochter 

sodann lediglich im Ferien-Setting sehen, was dem Aufbau einer Vater-Tochter-

Beziehung unter alltäglichen Umständen im Wege stehe. Er könne der Tochter so 

auch kein Umfeld bieten, welches sie mit ihm verbinde und eine Vertrauensbasis 

schaffen würde. Es sei offensichtlich, dass die Kindsmutter dadurch aktiv eine 

- 16 - 

Entfremdung des Kindes vom Kindsvater plane. Der Beklagte strebe eine gleich-

mässige Aufteilung der Betreuungszeit und somit eine alternierende Obhut an. Mit 

einem Umzug nach F._____ würde eine gleichmässige Aufteilung der Betreuung 

verunmöglicht. Dass die Klägerin 2, wie sie vorbringe, die alleinige Betreuungs- 

und Bezugsperson sei, liege einzig daran, dass sie ihm jeglichen Kontakt zu sei-

ner Tochter proaktiv verwehre. Er suche den Kontakt zur Tochter und wolle auch 

einen erheblichen Betreuungsanteil übernehmen. Die Klägerin 2 stelle sich sei-

nem Wunsch und seinen Bemühungen jedoch konsequent in den Weg. Es könne 

demnach nicht zu Lasten des Beklagten ausgelegt werden, dass er aktuell nicht 

den Betreuungsanteil übernehmen könne, den er eigentlich übernehmen wolle. 

Es werde sodann bestritten, dass die Klägerinnen nicht in der Schweiz verwurzelt 

seien. Die Klägerin 2 lebe seit 2008 in der Schweiz und habe abgesehen von ihrer 

Arbeitslosigkeit von 2018 bis 2020 auch immer in der Schweiz gearbeitet. Sie 

scheine auch gute Freundschaften geschlossen zu haben, reiche sie doch selber 

die Bestätigung ihres Bekannten L._____ ein, welcher von gemeinsamen Brun-

ches und Gartenparties sowie befreundeten Pärchen berichte. Die Klägerin 1 sei 

in der Schweiz geboren, lebe seit ihrer Geburt hier und kenne F._____ nur aus 

den Ferien. Voraussetzung für die Zuweisung des Aufenthaltsbestimmungsrechts 

sei ferner, dass die Konturen des Wegzugs feststünden. Die Klägerin 2 könne 

nicht mehr vorweisen, als dass sie mit der Klägerin 1 plane, nach I._____ zu zie-

hen. Schwer vorstellbar sei auch, dass der Arbeitsmarkt für G._____ in F._____ 

attraktiver sei als in der Schweiz, zumal zahlreiche internationale … [Verbände] in 

der Schweiz domiziliert seien. Damit würden keine genügend konkreten Grundla-

gen für eine Entscheidung durch das Gericht vorliegen. Die Klägerin 2 wolle ihre 

gut bezahlte Arbeitsstelle bereits wieder aufgeben, ohne Aussichten auf eine An-

schlusslösung in I._____. Zudem scheine sie sich nicht um eine eigenständige 

Wohnsituation zu bemühen. Der Beklagte habe demgegenüber eine sichere und 

gut bezahlte Arbeitsstelle in der Schweiz. Zudem lebe er in einer eigenen kinds-

gerechten Wohnung, welche genügend Platz und Privatsphäre für ihn und die 

Klägerin 1 biete. Die Klägerin 2 vermöge somit nicht genügend dazulegen, inwie-

fern mit einem Umzug nach I._____ das Kindeswohl der Klägerin 1 besser ge-

wahrt wäre, als wenn sie beim Beklagten bleibe. Gerade in jungen Jahren sei ein 

- 17 - 

regelmässiger Kontakt elementar, um die Eltern-Kind-Beziehung aufzubauen und 

zu stärken. Ein regelmässiges Besuchsrecht sei bei einem Umzug nach I._____ 

faktisch ausgeschlossen. Es gebe keine geeignete Lösung für eine Besuchsrege-

lung, welche das Recht auf persönlichen Verkehr der Tochter mit dem Beklagten 

dem Kindswohl entsprechend regle. Der Tochter werde bei einer Zuteilung des 

Aufenthaltsbestimmungsrechts an die Klägerin 2 und einem Aufenthaltswechsel 

nach I._____ ihr Recht auf einen angemessenen persönlichen Verkehr mit ihrem 

Vater genommen, was ihr verfassungsmässiges Recht des Kindswohls verletze 

(Urk. 156 Rz. 24 ff.). 

1.4.1. Ausgangspunkt für die Beurteilung der Frage, ob ein Aufenthaltsortswech-

sel des Kindes nach Art. 301a Abs. 2 ZGB zu bewilligen ist, bildet die vom Ge-

setzgeber bewusst getroffene Entscheidung, die Niederlassungs- und Bewe-

gungsfreiheit der Eltern zu respektieren und selbst dem Kindeswohl voranzustel-

len. Das bedeutet, dass die – ohnehin kaum justiziablen – Motive des wegziehen-

den Elternteils grundsätzlich nicht zur Debatte stehen können. Das Gericht hat 

sich entsprechend nicht mit der Frage auseinanderzusetzen, ob es für das Kind 

vorteilhafter wäre, wenn beide Elternteile am angestammten Ort verbleiben wür-

den; die entscheidende Fragestellung ist vielmehr, ob sein Wohl besser gewahrt 

ist, wenn es mit dem wegzugswilligen Elternteil geht oder wenn es sich beim zu-

rückbleibenden Elternteil aufhält, was allenfalls eine Umteilung der Obhut impli-

ziert (BGE 142 III 502 E. 2.5; BGE 142 III 481 E. 2.6).  

1.4.2. Die Frage, ob es – unter Geltung des dafür jeweils vorgesehenen Betreu-

ungs- bzw. Besuchskonzepts – für das Wohl des Kindes besser ist, mit dem weg-

zugswilligen Elternteil mitzugehen oder beim anderen Elternteil zurückzubleiben, 

ist im Wesentlichen anhand derjenigen Kriterien zu beurteilen, die das Bundesge-

richt im Zusammenhang mit der Obhutszuteilung im Trennungs- bzw. Schei-

dungsfall entwickelt hat. Für die Neuregelung der Eltern-Kind-Verhältnisse haben 

die Interessen der Eltern in den Hintergrund zu treten. Abzustellen ist auf die per-

sönlichen Beziehungen zwischen Eltern und Kindern, auf ihre erzieherischen Fä-

higkeiten und Bindungstoleranz, auf ihre Bereitschaft, die Kinder in eigener Obhut 

zu haben und sie weitgehend persönlich zu betreuen, sowie auf das Bedürfnis der 

- 18 - 

Kinder nach der für eine harmonische Entfaltung in körperlicher, seelischer und 

geistiger Hinsicht notwendigen Stabilität der Verhältnisse (BGE 142 III 481 E. 2.7; 

BGE 142 III 498 E. 4.4; OGer ZH LY180022 vom 22. August 2018, E. 5.1.2). 

1.4.3  Sind diese Grundvoraussetzungen bei beiden Elternteilen erfüllt und ist ihre 

Erziehungs- und Betreuungsfähigkeit in vergleichbarer Weise gewährleistet, so 

kommt dem Kriterium der Stabilität der Verhältnisse besonderes Gewicht zu, gilt 

es doch unnötige Veränderungen im örtlichen und sozialen Umfeld der Kinder 

soweit möglich zu vermeiden. In einem solchen Fall ist grundsätzlich jener Lösung 

der Vorzug zu geben, die unter Berücksichtigung der Umstände des Einzelfalles 

am besten geeignet ist, den Kindern – gemessen an den bisher tatsächlich geleb-

ten Verhältnissen – die notwendige Stabilität zu bieten und die mit einem Wegzug 

eines Elternteils zwangsläufig einhergehenden Veränderungen möglichst gering 

zu halten (BGer 5A_274/2016 vom 26. August 2016, E. 6; BGer 5A_444/2017 

vom 30. August 2017, E. 5.3.2). Hierbei bildet das bisher gelebte Betreuungsmo-

dell faktisch den Ausgangspunkt der Überlegungen (BGE 142 III 481 E. 2.7; BGE 

142 III 502 E. 2.5). Wird ein Kind überwiegend vom wegzugswilligen Elternteil be-

treut, gilt nach der Rechtsprechung der Grundsatz, dass es tendenziell eher im 

Wohl des Kindes sein wird, wenn es beim bisher hauptsächlich betreuenden El-

ternteil verbleibt und folglich mit ihm wegzieht (BGE 142 III 481, E. 2.7). Dies gilt 

besonders bei kleineren Kindern, die primär noch personen- und weniger umge-

bungsbezogen sind (BGE 142 III 481, 493, E. 2.7; BGE 142 III 502 E. 2.5). Ein 

Wechsel des Aufenthaltsortes des Kindes ist nur zu verbieten, wenn er eine ei-

gentliche Kindeswohlgefährdung darstellt (FamKomm-Büchler/Clausen, Art. 301a 

ZGB N 18, m.w.H.). Ist nur der wegziehende Elternteil bereit, die hauptsächliche 

Betreuung des Kindes weiterhin zu übernehmen, kann allein eine schwerwiegen-

de Kindeswohlgefährdung ein Verbot des Umzuges rechtfertigen, zumal in sol-

chen Fällen die Konsequenz eines Umzugsverbots eine Fremdplatzierung wäre 

(Bertschi/Maranta, "Wir ziehen um!? - Wenn Eltern über den Aufenthaltsort des 

Kindes streiten, FamPra 2017, S. 649 ff., S. 655). Entsprechend erwog auch das 

Bundesgericht, dass der Entscheid, wo sich der gewöhnliche Aufenthalt des Kin-

des befinden soll, imperativ präjudiziert sei, wenn nur ein Elternteil bereit  sei, die 

Betreuung der Kinder zu übernehmen, da bei dieser Ausgangslage eine nähere 

- 19 - 

Diskussion des Kindeswohls letztlich ins Leere laufe (BGE 142 III 481 E. 2.8). 

Nicht statthaft ist ein Wechsel des Aufenthaltsortes des Kindes jedoch, wenn er 

rechtsmissbräuchlich erfolgt. Rechtsmissbräuchlich verhält sich derjenige Eltern-

teil, der zusammen mit dem Kind ohne plausible Gründe alleine deswegen weg-

zieht, um Kontakte zwischen dem Kind und dem anderen Elternteil zu erschweren 

oder gar zu vereiteln (BGE 142 III 481, E. 2.7; FamKomm-Büchler/Clausen, Art. 

301a ZGB N 18, m.w.H.). 

1.5.1. Diese Grundsätze sind auch im vorliegenden Fall zu berücksichtigen. Ins-

besondere trifft es entgegen der Auffassung des Beklagten nicht zu, dass der 

Leit-entscheid BGE 142 III 481, dem ein Wegzug von M._____ nach J._____ zu 

Grunde lag, nicht zur Anwendung gelangen soll, wenn – wie vorliegend – ein Um-

zug in eine entferntere Destination im Raum stehe. Vielmehr hat sich das Bun-

desgericht darin in allgemeiner Weise dazu geäussert, nach welchen Grundsät-

zen das Gericht oder die Behörden über die Zulässigkeit des Wegzuges des Kin-

des zu entscheiden haben. Alles andere würde der bewusst getroffenen Ent-

scheidung, die Niederlassungs- und Bewegungsfreiheit der Eltern zu respektie-

ren, widersprechen. Der Beurteilung ist demnach vorliegend die Hypothese vo-

ranzustellen, dass die Kläge- 

rin 2 umzieht und in I._____, F._____ leben wird, was die Vorinstanz – wie die 

Klägerin 2 zu Recht rügt – nicht gemacht hat.  

1.5.2. Entsprechend hat sich die Vorinstanz auch nicht dazu geäussert, ob das 

Wohl der Klägerin 1 besser gewahrt wird, wenn sie mit der Klägerin 2 nach 

F._____ umzieht oder beim Beklagten bleibt. Ausgangspunkt der Beurteilung ist 

das bisher gelebte Betreuungsmodell. Vorliegend ist die Klägerin 2 unbestritten 

die Hauptbetreuungs- und Bezugsperson der Klägerin 1 (Urk. 152 Rz. 103; 

Urk. 156 Rz. 27). Ungeachtet dessen, wer für den langen Kontaktunterbruch ver-

antwortlich ist, hat der Beklagte seine Tochter seit März 2020, mithin seit nunmehr 

rund zwei Jahren, nicht mehr gesehen (Urk. 152 Rz. 57; Urk. 156 Rz. 15). Zuvor 

fanden im Zeitraum von Oktober 2019 bis Mitte Februar 2020 lediglich sieben be-

gleitete Besuche statt (Urk. 144/2 S. 4; Urk. 16/175/1-5; Urk. 140 Rz. 25 ff.; 

Urk. 152 Rz. 35 ff.). Auch wenn das Verhältnis zwischen dem Beklagten und der 

- 20 - 

Klägerin 1 anlässlich dieser Besuche vom Sozialzentrum N._____ als liebevoll, 

eng und keinesfalls distanziert beschrieben wurde (vgl. Urk. 142/15 = 

Urk. 16/175/1-5), kann – insbesondere auch angesichts des mittlerweile zweijäh-

rigen Kontaktunterbruchs – nicht von einer gefestigten Vater-Tochter-Beziehung 

ausgegangen werden. Die Klägerin 1 ist vier Jahre alt und demnach primär per-

sonenbezogen. Bei dieser Ausgangslage würde es eine unzumutbare Verände-

rung darstellen, der Klägerin 1 ihre Hauptbetreuungsperson zu entreissen. Hinzu 

kommt, dass der Beklagte keine Ausführungen zu einem möglichen Betreuungs-

konzept macht, sollte die Klägerin 1 bei ihm verbleiben. So bringt er lediglich vor, 

dass er in der Schweiz über eine sichere und gut bezahlte Arbeitsstelle verfüge 

und in einer eigenen kindsgerechten Wohnung lebe, welche genügend Platz und 

Privatsphäre für ihn und die Klägerin 1 bieten würde (Urk. 156 Rz. 34). Wenn-

gleich der Beklagte ausführen lässt, eine gleichmässige Betreuung anzustreben 

(Urk. 156 Rz. 26), gehen seine Anträge zum persönlichen Verkehr sodann nicht 

über ein übliches Besuchsrecht hinaus. Vor diesem Hintergrund wäre ein Umzug 

nur zu verbieten, wenn eine schwerwiegende Kindswohlgefährdung drohen wür-

de.  

1.5.3. Eine schwerwiegende Kindswohlgefährdung ist bei einem Umzug nach 

F._____ nicht ersichtlich. Der Umzug erfolgt nicht in eine völlig fremde Umge-

bung, sondern in das Heimatland der Klägerin 2. In I._____ leben zudem ihre 

Verwandten, die sie bereits aus einigen Ferienbesuchen (Urk. 152 Rz. 106; 

Urk. 156 Rz. 31) sowie wöchentlichen Telefonaten (vgl. Prot. I S. 12) kennt. Ent-

gegen der Auffassung des Beklagten können auch keine nachteiligen Folgen da-

rin gesehen werden, dass die Klägerin 2 plant, in das Haus ihrer Cousine einzu-

ziehen. So wurde etwa nicht vorgebracht, dass dieses nicht genügend Platz für 

die Klägerinnen bieten würde oder keine kindsgerechte Umgebung sei. Insbeson-

dere kann es keine Rolle spielen, ob die Wohnsituation des Beklagten allenfalls 

vorteilhafter für die Klägerin 1 sein könnte. Überdies ist die Klägerin 1 noch nicht 

ins schweizerische Schulsystem (vgl. nachfolgend E. III.C.3.3.4.2.) integriert und 

würde in F._____ in ihrer Muttersprache beschult werden. Es trifft zwar zu, dass 

der Kontakt zum Beklagten bei dieser grossen Distanz nur noch unter erschwer-

ten Bedingungen und vor allem im Feriensetting möglich sein wird. Dass die Klä-

- 21 - 

gerin 2 durch den Wegzug aktiv die Entfremdung des Kindes vom Kindsvater pla-

nen würde bzw. einzig aus diesem Grund wegziehen will, lässt sich jedoch an-

hand der Akten nicht erstellen. So geht zwar aus dem KESB-Bericht vom 4. Juni 

2020 (Urk. 144/22 S. 4 f.) sowie der eingereichten E-Mail Konversation 

(Urk. 144/23) hervor, dass das als sehr fordernd beschriebene Verhalten der Klä-

gerin 2, welche unter anderem die Protokolle und Regeln des BBT nicht akzep-

tierte, zum anfänglichen Kontaktabbruch bzw. zur Kündigung seitens des BBT ge-

führt hatte. Zwischen März 2020 und August 2020 hätten jedoch nur schon des-

halb keine Kontakte stattfinden können, da der Beklagte pandemiebedingt in 

E._____ festsass. Aus dem vorinstanzlichen Protokoll geht ferner hervor, dass die 

Klägerin 2 seit der Trennung vorgeschlagen habe, dass der Beklagte und die 

Tochter regelmässig Telefon- oder Facetime-Kontakte hätten, was Ersterer zu-

nächst abgelehnt habe. Seit er nach E._____ gegangen sei, hätten sie jeden 

Sonntag um 10.00 Uhr abgemacht (Prot. I S. 11 f.). Diese in Abwesenheit des 

Beklagten im vorinstanzlichen Verfahren gemachten Ausführungen blieben auch 

im Berufungsverfahren unwidersprochen. Ebenso blieb unwidersprochen, dass 

die Klägerin 2 nach seiner Rückkehr aus E._____ vorgeschlagen habe, die von 

der Vorinstanz angeordnete Besuchsrechtsregelung unabhängig von der Rechts-

kraft des Urteils zu leben, worauf er nicht reagiert habe (vgl. Urk. 152 Rz. 57; 

Urk. 156 Rz. 15). Auch der weiteren Kommunikation sind Bemühungen seitens 

der Klägerin 2 hinsichtlich einer gütlichen Einigung betreffend dem Besuchsrecht 

zu entnehmen, hat der Rechtsvertreter der Klägerinnen die Rechtsvertreterin des 

Beklagten doch mit E-Mail vom 15. Juni 2021 um eine Besprechung gebeten 

(Urk. 160 Rz. 16). In der Folge kam es offenbar nicht zu einer solchen Bespre-

chung, wobei wiederum unwidersprochen blieb, dass der Beklagte kein Interesse 

daran gezeigt haben soll. Zusammenfassend lassen die beidseits eingereichten 

Unterlagen zwar auf eine schwerfällige und teils auch von Missverständnissen 

geprägte Kommunikation zwischen den Parteien hinsichtlich des Besuchsrechts 

schliessen, dass die Klägerin 2 proaktiv die Kontakte zwischen Tochter und Vater 

verhindert hätte, geht daraus jedoch nicht hervor. Vor diesem Hintergrund ist auch 

davon auszugehen, dass die Klägerin 2 nach dem Umzug nach F._____ den Kon-

takt zwischen Vater und Tochter nicht verhindern wird.  

- 22 - 

1.5.4. Soweit der Beklagte letztlich geltend macht, die Konturen des Wegzugs 

seien nicht ausreichend dargelegt, gilt es zu berücksichtigen, dass vom weg-

zugswilligen Elternteil keine Details wie die genaue Wohn- oder Schuladresse 

verlangt werden können, weil dieser für die Umsetzung der Pläne oft gerade auf 

den Wegzugsentscheid angewiesen ist (BGE 142 III 481, E. 2.8; BGE 142 III 502, 

E. 2.6). Die Klägerin 2 plant, in ihr Heimatland F._____ zurückzukehren und nach 

I._____ zu ziehen; ihre Cousine, O._____, und deren Ehemann, P._____, hätten 

ihr und der Klägerin 1 angeboten, mit ihnen in ihrem Haus an der … [Adresse], zu 

wohnen. Ihre Tante und ihr Onkel, Q._____ und R._____ würden gleich um die 

Ecke, die Cousins S._____ und T._____ fünf Gehminuten entfernt in U._____ 

[Stadt in F._____], wohnen. Sie könne in I._____ als Anwältin arbeiten und die 

Klägerin 1 würde die öffentliche Schule besuchen (Urk. 160 Rz. 41). Wie das 

künftige Betreuungskonzept aussehen würde, legt sie damit zwar nicht im Detail 

dar, doch ist die Klägerin 2 aufgrund ihrer 100%-Erwerbstätigkeit bereits heute für 

die Betreuung der Klägerin 1 unter der Woche tagsüber auf eine Fremdbetreuung 

angewiesen. Da sie auch in F._____ plant, als Anwältin zu arbeiten, ist von einer 

mehr oder weniger gleichbleibenden Betreuungskonzeption wie aktuell in der 

Schweiz auszugehen. Dass es auch in F._____ ausreichend Angebote an 

Fremdbetreuung gibt, steht ausser Frage. Gemäss den Ausführungen der Kläge-

rinnen würden sich sodann die älteren Familienangehörigen regelmässig um die 

kleinen Kinder der übrigen Familienangehörigen kümmern (Urk. 152 Rz. 106), 

weshalb bei einem Umzug nach F._____ gar davon auszugehen ist, dass sich die 

Fremdbetreuung im Vergleich zur Schweiz – wo die Klägerin 2 keinerlei Verwand-

te hat – einfacher gestalten wird. Damit sind die Konturen des Umzugs ausrei-

chend dargelegt. Es kann entgegen der Auffassung des Beklagten insbesondere 

keine Rolle spielen, ob der Arbeitsmarkt für G._____ in F._____ tatsächlich attrak-

tiver ist als in der Schweiz, zumal die Motive des Wegzugs, wie bereits erläutert, 

nicht zu überprüfen sind.  

1.6. Zusammenfassend ist der Klägerin 2 zu bewilligen, den Aufenthaltsort der 

Klägerin 1 nach F._____ zu verlegen. Indes sind keine Gründe ersichtlich, um der 

Klägerin 2 – wie von ihr beantragt – allgemein das Aufenthaltsbestimmungsrecht 

zuzuteilen.  

- 23 - 

2. Persönlicher Verkehr 

2.1. Die Vorinstanz erwog, die anlässlich der Hauptverhandlung unwiderspro-

chen gebliebenen Ausführungen der Klägerin 2 würden sich insoweit mit den Er-

kenntnissen des Gerichts aus dem Prozess decken, als zwischen dem Beklagten 

und der gemeinsamen Tochter über längere Zeit kein Kontakt stattgefunden habe. 

Auch die eingereichten Unterlagen liessen auf einen erheblichen Konflikt zwi-

schen den Parteien schliessen. Aufgrund der Akten sei ebenfalls erstellt, dass 

zwischen den Parteien kein längerdauerndes funktionierendes Besuchsrecht ha-

be installiert werden können. Auch die umfangreichen beigezogenen Unterlagen 

der KESB (mit Verweis auf Urk. 16/175/1-5) würden von einem lang andauernden 

Konflikt zeugen, der zwar mit einem begleiteten Besuchsrecht langsam scheinbar 

entschärft worden, das jedoch nicht weitergeführt worden sei. Nachdem es sich 

bei der gemeinsamen Tochter um ein noch nicht 4 Jahre altes Kind handle und 

der Beklagte – nach eigenen Angaben – seine Tochter zum Urteilszeitpunkt seit 

mehreren Monaten nicht mehr gesehen habe, rechtfertige es sich, die Besuche so 

wieder aufzunehmen, wie sie im Verfahren vor der KESB angedacht worden sei-

en. Bei der Erstellung eines Phasenplanes sei zu berücksichtigen, dass es sich 

bei der gemeinsamen Tochter nun nicht mehr um ein Kleinstkind handle, sondern 

dass die Klägerin 1 durch ihr Alter und insbesondere durch den Krippenbesuch 

nicht mehr alleine auf die Klägerin 2 fixiert sei. Die erste Phase sei zum Schutz 

der gemeinsamen Tochter begleitet durchzuführen, damit nach dem langen Un-

terbruch des Besuchsrechts die Klägerin 1 nicht überfordert werde. Danach seien 

die Besuche unbegleitet durchzuführen, jedoch die Übergaben noch an einem 

neutralen Ort durchzuführen, um allfällige Konflikte zwischen den Parteien zu ver-

hindern. Nach Durchlaufen dieser Phasen sei die Klägerin 1 entsprechend etwas 

älter, weshalb einer Übernachtung nichts mehr im Wege stehe. Angemessen er-

scheine deshalb folgender Phasenplan (Urk. 141 S. 12 f.): 

In Phase 1 (sechs Monate ab Eintritt der Rechtskraft): 

− an jedem zweiten Samstag jeweils sechs Stunden von 09.00 Uhr bis 
15.00 Uhr im Rahmen eines begleiteten Besuchstreffs in einem Be-
suchszentrum. 

In Phase 2 (zwölf Monate): 

- 24 - 

− an jedem zweiten Samstag jeweils sechs Stunden von 09.00 Uhr bis 
15.00 Uhr, wobei die Übergaben in einem Besuchszentrum zu erfolgen 
haben. 

Anschliessend in Phase 3: 

− an jedem zweiten Wochenende jeweils ab Samstag, 09.00 Uhr bis 
Sonntagabend, 17.00 Uhr. 

2.2. Der Beklagte bringt zusammengefasst vor, die Vorinstanz habe es bei der 

Beurteilung der Besuchsrechtsregelung verpasst, neben dem Konflikt zwischen 

den Eltern die Tatsache zu berücksichtigen, die für das Besuchsrecht effektiv re-

levant sei, nämlich das bisher gelebte Verhältnis zwischen dem Kindsvater und 

seiner Tochter. Dieses sei, wie sich aus den Tagesprotokollen des Begleiteten 

Besuchstreffs … (BBT) ergebe, eng, liebevoll und keineswegs distanziert. Die  

Vorinstanz verweise zwar auf die Tagesprotokolle, ignoriere jedoch deren Inhalt 

mehrheitlich. Ferner gehe die Vorinstanz auch nicht auf die Gründe ein, weshalb 

das begleitete Besuchsrecht nicht regulär weitergeführt worden sei. Der Beklagte 

habe versucht, mit der Klägerin 2 weitere Termine für das begleitete Besuchs-

recht im BBT zu vereinbaren. Dies sei ihm für den Januar 2020 leider nicht gelun-

gen, für die Monate Februar und März 2020 wären jedoch Termine gebucht ge-

wesen. Da er befürchtet habe, aufgrund des unkooperativen Verhaltens der Klä-

gerin 2 sei die Terminfindung für die darauffolgenden Monate gefährdet, habe er 

sich mit Schreiben vom 24. Januar 2020 an die KESB gewandt und um Hilfe ge-

beten. Die KESB habe ihm geantwortet, dass nun aufgrund der anhängig ge-

machten Unterhaltsklage der Klägerin 2 das Bezirksgericht Zürich zuständig sei. 

Ein weiterer Beleg für das gute Verhältnis zwischen dem Beklagten und der Toch-

ter sei der Bericht des Sozialzentrums N._____ vom 4. Juni 2020. Dieser be-

schreibe das Verhältnis zwischen ihm und seiner Tochter als liebevoll und attes-

tiere dem Beklagten einen kooperativen, zuverlässigen und verantwortungsbe-

wussten Umgang mit ihr. Die Klägerin 2 hingegen werde als äusserst kontrollie-

rend und überängstlich, die Zusammenarbeit als unhaltbar und ihr Verhalten als 

fordernd und frech beschrieben. Da sich die Klägerin 2 mit den Regeln des BBT 

nicht einverstanden erklärt habe, habe das BBT … in der Folge die Zusammenar-

beit beenden müssen. Die Vorinstanz stütze ihre Entscheidung nur auf die Be-

hauptungen der Klägerin 2. Dass sich die Behauptungen überhaupt nicht mit den 

- 25 - 

aktenkundigen Wahrnehmungen der involvierten Personen bei der KITA, des BBT 

…. sowie des Sozialzentrums N._____ decken würden, gehe aus den verschie-

denen Berichten hervor. Die Vorinstanz habe folglich den Sachverhalt, welchen 

sie ihrer Entscheidung über die Betreuungsregelung zugrunde gelegt habe, falsch 

festgestellt. Da zwischen ihm und seiner Tochter ein vertrautes, liebevolles Ver-

hältnis bestehe, sei es nicht verhältnismässig, dem Beklagten eine erste Phase 

der Angewöhnung von notabene einem halben Jahr aufzuerlegen, in welcher er 

seine Tochter lediglich jede zweite Woche für maximal sechs Stunden begleitet 

sehen könne. Ferner sei auch wieder damit zu rechnen, dass sich die Klägerin 2 

nicht an die Regeln eines Besuchszentrums halten und versuchen werde, die Va-

ter-Tochter-Beziehung nachhaltig zu schwächen sowie möglichst viel Kontrolle 

über die Tochter und deren Betreuung zu wahren. Dies verhindere die Förderung 

und Stärkung der selbständigen Betreuung der Tochter durch den Beklagten. Die 

begleitete Besuchszeit sei deshalb auf die beantragten zwei Monate zu reduzie-

ren. Auch die Dauer der vorinstanzlich verfügten Phasen, bis eine weitere Aus-

dehnung des Besuchsrechts stattfinden könne, sei im Lichte des bestehenden 

Vertrauensverhältnisses zwischen Tochter und Vater völlig unverhältnismässig. 

Die verfügten Phasen würden die äusserst positiven Erfahrungen des bereits 

durchgeführten begleiteten Besuchsrechts ausblenden und somit dem Kind einen 

schnelleren Aufbau eines regelmässigeren und ausgedehnteren Besuchsrechts 

zum Vater verwehren. Das vorinstanzlich festgelegte Besuchsrecht entspreche 

nur den Interessen und Vorstellungen der Klägerin 2 (Aufrechterhaltung der Kon-

trolle und Erziehung alleine durch sie). Es sei doch offensichtlich, dass unter dem 

Vorwand z.B. der "Spezialnahrung" die Klägerin 2 nur versuche, die alleinige Kon-

trolle über die Tochter langfristig an sich zu reissen (Urk. 140 Rz. 22 ff.).  

2.3. Dem Beklagten ist insofern zuzustimmen, als ausgehend von den Tage-

sprotokollen der begleiteten Besuche sowie des Berichts des Sozialzentrums 

N._____ in der Tat ein vertrauensvolles Vater-Tochter-Verhältnis im Zeitpunkt der 

begleiteten Besuche bestand. Die Vorinstanz hat jedoch die Dauer der Phasen 

nicht damit begründet, dass die begleiteten Besuche nicht zufriedenstellend ver-

laufen wären, sondern einerseits mit der konfliktbehafteten Beziehung der Kindse-

ltern sowie andererseits mit dem zum damaligen Zeitpunkt bestehenden Kontak-

- 26 - 

tunterbruch zwischen Vater und Tochter von mehreren Monaten. Beide Problema-

tiken und insbesondere Letztere stellen sich heute – wie die Klägerin 2 zu Recht 

vorbringt (Urk. 152 Rz. 30) – noch mehr, als dies vor Vorinstanz der Fall war. Für 

das subjektive Empfinden der Klägerin 1 spielt es letztlich denn auch keine Rolle, 

wer dafür verantwortlich ist, dass sie den Beklagten so lange nicht mehr gesehen 

hat. Die Situation hat sich nun aber immerhin zusätzlich insofern geändert, als 

von einem baldigen Wegzug nach F._____ ausgegangen werden muss und damit 

im Sinne des Kindeswohls ein schnellstmöglicher Wiederaufbau der Vater-

Tochter-Beziehung herzustellen ist. Insbesondere sollten möglichst bald unbeglei-

tete Besuche stattfinden können, damit solche auch im Rahmen eines Ferien-

rechts in F._____ bzw. in der Schweiz stattfinden können. Wie bereits erwähnt, 

geht aus den Tages-protokollen hervor, dass die Klägerin 1 und der Beklagte sehr 

schnell einen vertrauensvollen Umgang miteinander finden konnten. So sei die 

Klägerin 1 gleich beim ersten begleiteten Besuch vom 20. Oktober 2019 mit ei-

nem strahlenden Gesicht und "Daddy, Daddy!" rufend auf den Beklagten zuge-

rannt. Der Beklagte habe sich ebenso gefreut und die Klägerin 1 fest in die Arme 

geschlossen und geherzt (Urk. 16/175/1 = Urk. 144/15). Dass die Klägerin 1 zu 

dieser Zeit alle männlichen Personen als "Daddy" bezeichnet habe, wie die Kläge-

rin 2 vorbringt (Urk. 152 Rz. 35), ändert nichts an der Einschätzung, dass sie den 

Beklagten offenkundig unmittelbar als vertraute Person wahrgenommen hat. Auch 

in den Protokollen zu den weiteren Besuchen wird ein vertrautes und liebevolles 

Verhältnis zwischen dem Beklagten und der Klägerin 1 geschildert (Urk. 16/175/2-

5). Obwohl der Beklagte – wie die Klägerin 2 selber ausführt (vgl. Urk. 152 Rz. 55) 

– die Klägerin 1 auch vor diesen begleiteten Besuchen seit der Trennung der El-

tern im Herbst 2018 nur wenige Male gesehen hatte, bestand kein distanziertes 

Verhältnis zwischen Vater und Tochter. Der Beklagte war den Protokollen zufolge 

von Beginn an präsent und einfühlsam und schenkte der Klägerin 1 viel Aufmerk-

samkeit. Entsprechend ist davon auszugehen, dass der Beklagte sehr gut auf die 

Bedürfnisse der Klägerin 1 eingehen kann und somit – auch nach dem nunmehr 

rund zweijährigen Kontaktabbruch – schnell wieder Zugang zur Klägerin 1 finden 

wird. Dafür, dass der Beklagte (und auch das BBT) die Allergien der Klägerin 1 

nicht ernst genommen hätten, wie die Klägerin 2 mehrfach ausführen lässt 

- 27 - 

(vgl. Urk. 152 Rz. 37, Rz. 40, Rz. 43), bestehen sodann keine konkreten Anhalts-

punkte. Nachdem es bei den begleiteten Besuchen auch um die Vorbereitung un-

begleiteter Besuche geht, erscheint es entgegen der Auffassung der Klägerin 2 

(vgl. Urk. 152 Rz. 40) auch angemessen, dass das BBT die Einhaltung der Nah-

rungsvorgaben aufgrund der Allergien in die Verantwortung des Kindsvaters legte. 

Wie dem Tagesprotokoll vom 20. Oktober 2019 zu entnehmen ist, ging es dem 

BBT-Team denn auch hauptsächlich darum, dem Beklagten die Verantwortung zu 

übertragen, zu überprüfen, dass die anderen Kinder und Eltern instruktionsge-

mäss nach dem Essen ihre Hände waschen (Urk. 16/175/1 = Urk. 144/15). Dass 

es während den begleiteten Besuchen zu eigentlichen negativen Zwischenfällen 

gekommen wäre, macht die Klägerin 2 nicht geltend und geht auch aus den Akten 

nicht hervor. Vor diesem Hintergrund ist es mit dem Kindswohl vereinbar, die ers-

te Phase auf drei Monate festzulegen, jedoch – im Hinblick auf einen raschen 

Wiederaufbau der Tochter-Vater-Beziehung und da bei Kleinkindern regelmässige 

Besuche von Vorteil sind – wöchentliche Besuche vorzusehen. Gegen die über-

einstimmend genannten Zeiten, jeweils samstags von 9.00 bis 15.00 Uhr, ist 

nichts einzuwenden. Die zweite Phase mit unbegleiteten Besuchen von jeweils 

sechs Stunden von 09.00 Uhr bis 15.00 Uhr an jedem zweiten Samstag sollte 

demgegenüber während sechs Monaten stattfinden, um eine ausreichende Ver-

trauensbasis für anschliessende Übernachtungen aufbauen zu können. Sofern es 

angesichts des bewilligten Aufenthaltsortswechsels der Klägerin 1 noch dazu 

kommt, steht in Phase 3, d.h. nach sechs Monaten unbegleiteter Besuche, dem 

von der Vorinstanz vorgesehenen üblichen Besuchsrecht an jedem zweiten Wo-

chenende jeweils ab Samstag 09.00 Uhr bis Sonntagabend 17.00 Uhr mit Über-

nachtung nichts im Wege. Gerichtsüblich ist dem Beklagten ab diesem Zeitpunkt 

auch ein Ferienrecht von vier Wochen einzuräumen. Soweit der Beklagte gänzlich 

ohne Begründung mit einer Phase 4 eine Ausdehnung der vorinstanzlich festge-

legten Phase 3 beantragt, sich mithin nicht mit den vorinstanzlichen Erwägungen 

auseinandersetzt, genügt er der Begründungspflicht nicht, weshalb darauf nicht 

weiter einzugehen ist.  

2.4. Nach dem Umzug nach F._____ ist der persönliche Verkehr den veränder-

ten Verhältnissen anzupassen. Aufgrund der grossen Distanz zwischen der 

- 28 - 

Schweiz und F._____ stehen dabei zwangsläufig Ferienbesuche im Vordergrund. 

Der Beklagte ist deshalb für berechtigt und verpflichtet zu erklären, pro Jahr wäh-

rend vier Wochen auf eigene Kosten Ferien mit der Klägerin 1 zu verbringen. So-

lange die Klägerin 1 noch nicht alleine in die Schweiz fliegen darf, hat der Beklag-

te die Klägerin 1 für die Wahrnehmung des Ferienrechts in F._____ zu besuchen. 

Jedoch ist vorzumerken, dass sich die Klägerin 2 bereit erklärt hat, den Beklagten 

mit der Klägerin 1 einmal jährlich in der Schweiz zu besuchen. Sodann ist der Be-

klagte für berechtigt zu erklären, mit der Klägerin 1 wöchentlich zwei Mal zu sky-

pen bzw. anderweitig fernmündlich (wenn möglich mit Sichtkontakt) zu kommuni-

zieren. Da die Klägerin 1 bereits mehrfach mit dem Beklagten über Skype kom-

muniziert hat und die Klägerinnen zusammen bis anhin jeweils am Sonntag auch 

mit der Familie in F._____ telefonisch Kontakt hatten (vgl. Prot. I S. 12), ist ihr 

diese Form der Kommunikation auch bereits bestens bekannt. Aufgrund der Zeit-

verschiebung wird die Organisation der Kommunikation den Parteien überlassen. 

Die Klägerin 2 hat die Klägerin 1 jeweils positiv auf die Gespräche einzustimmen 

und für die Durchführung bemüht zu sein.  

C. Unterhalt 

1. Vorbemerkung 

1.1. Da der Beklagte vor Vorinstanz der Verhandlung – wie bereits eingangs 

behandelt (E. III.A.4.) – unentschuldigt fernblieb, und auch der – bereits in der 

dem Beklagten am 19. Mai 2020 zugestellten Vorladung vom 11. Mai 2020 ent-

haltenen (vgl. Urk. 25 und Urk. 26/2) – Aufforderung zur Einreichung diverser Un-

terlagen nicht nachkam, hat die Vorinstanz die Unterhaltsbeiträge für die Klägerin 

1 gestützt auf die Angaben der Klägerin 2 und im Ergebnis nach der einstufig-

konkreten Methode festgesetzt. Diese Berechnungsmethode wird von keiner der 

Parteien kritisiert. Gemäss der neusten bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist 

indes für die Festlegung von Kinderunterhaltsbeiträgen grundsätzlich die zweistu-

fige Methode mit Überschussverteilung zur Anwendung zu bringen. In besonde-

ren Situationen kann jedoch anders vorgegangen oder gar ganz von einer konkre-

ten Rechnung abgesehen werden, wobei im Unterhaltsentscheid stets zu begrün-

den ist, aus welchen Gründen von der Regel abgewichen wird (BGer 

- 29 - 

5A_311/2019 vom 11. November 2020, E. 6; BGer 5A_891/2018 vom 2. Februar 

2021, E. 4.5). Vor dem Hintergrund, dass das Bundesgericht die Entscheidung 

zugunsten der zweistufigen Methode auch damit begründet, dass es nicht im Inte-

resse des Kindes liegt, wenn ein langwieriges Beweisverfahren über Einzelheiten 

seines Bedarfes durchzuführen ist (vgl. BGer 5A_311/2019 vom 11. November 

2020, E. 6.5), ist die Vorgehensweise der Vorinstanz bei vorliegender Konstellati-

on – da die Bedarfspositionen der Klägerin 1 aufgrund der Säumnis des Beklag-

ten vor Vorinstanz unbestritten blieben – nicht zu beanstanden.  

1.2. Um eine Regelungslücke bei einer allfälligen (freiwilligen oder unfreiwilli-

gen) Planänderung zu vermeiden, sind die Unterhaltsbeiträge ungeachtet des 

bewilligten Umzugs nach F._____ für die Schweiz festzulegen. Mit Blick auf den 

geplanten Umzug nach F._____ sind sodann auch noch keine effektiven Bedarfs-

kosten bekannt, weshalb es sich rechtfertigt, die relevanten Bedarfszahlen bei 

Wohnsitz in Zürich an die Lebenshaltungskosten in F._____ sowie die Angaben 

der Klägerin 2 zu den Konturen des Wegzugs anzupassen (vgl. dazu 

E. III.B.1.5.4.). 

2. Einkommen 

2.1. Einkommen des Beklagten 

2.1.1. Die Vorinstanz rechnete dem Beklagten ein monatliches Nettoeinkommen 

von Fr. 12'500.– an (Urk. 141 S. 20 f.). Hierzu führte sie aus, da beim Beklagten 

nur ältere Einkommenszahlen belegt seien (mit Verweis auf Urk. 5/5 ff.) und of-

fenbar eine Änderung in der Anstellung erfolgt sei (mit Verweis auf Prot. I. S. 7), 

sei von einem geschätzten, leicht höheren Einkommen des Beklagten gegenüber 

der Klägerin 2 (Fr. 12'000.–) auszugehen. 

2.1.2. Der Beklagte macht geltend, da der Vorinstanz sein Arbeitgeber bekannt 

gewesen sei, wäre sie aufgrund der Verpflichtung, den Sachverhalt von Amtes 

wegen zu erforschen, angehalten gewesen, eine entsprechende Lohnabrechnung 

edieren zu lassen. Tatsache sei, dass er aktuell inkl. Quellensteuerabzug monat-

- 30 - 

lich netto Fr. 7'054.60 erhalte, ohne Quellensteuerabzug Fr. 11'665.95 (Urk. 140 

Rz. 40). 

2.1.3. Derjenige, der sich auf die Untersuchungsmaxime beruft bzw. eine Verlet-

zung derselben geltend macht, muss zunächst aufzeigen, dass das Gericht den 

Sachverhalt unvollständig festgestellt hat. Ausserdem sind die Tatsachen zu be-

haupten, die das Gericht festzustellen bzw. abzuklären unterlassen hat, und 

schliesslich ist darzutun, inwiefern diese behaupteten Tatsachen für den Ausgang 

des Verfahrens entscheidend sind (BGer 5A_863/2017 vom 3. August 2018, E. 

2.4, mit Verweis auf BGer 5A_513/2014 vom 1. Oktober 2015, E. 4.1, und BGer 

5A_574/2012 vom 17. Dezember 2012, E. 2.2.1). An Letzterem fehlt es vorlie-

gend, weshalb auf diese Rüge nicht weiter einzugehen ist. Weitere Ausführungen 

erübrigen sich auch insofern, als der Beklagte die vor Vorinstanz fehlenden Unter-

lagen nunmehr im Berufungsverfahren nachreichte und diese – wie eingangs dar-

gelegt und sogleich zu zeigen sein wird (vgl. E. II.4.) – noch berücksichtigt werden 

können.  

2.1.4. Als Beleg reicht der Beklagte eine Lohnabrechnung vom September 2020 

sowie den Lohnausweis 2020 ins Recht (Urk. 144/26-27). Quellensteuerabzüge 

im geltend gemachten Umfang von monatlich Fr. 4'611.35 gehen daraus jedoch 

nicht hervor. Auf der Lohnabrechnung September 2020 wurde ein Quellensteuer-

abzug von Fr. 1'604.10 getätigt; keine Relevanz haben die ebenfalls aufgeführten 

Nachverrechnungen der Vormonate (vgl. Urk. 144/26 S. 2; darin mit * markiert). 

Dem Lohnausweis 2020 lassen sich sodann Quellensteuerabzüge von insgesamt 

Fr. 23'848.– entnehmen (Urk. 144/27, Punkt 12), was einen durchschnittlichen 

Abzug von monatlich Fr. 1'987.– ausmacht. Diese abgezogenen Quellensteuern 

sind – entgegen der Auffassung der Klägerinnen (vgl. Urk. 152 Rz. 67) – vom Net-

toeinkommen, welcher im Lohnausweis 2020 mit Fr. 141'825.– beziffert ist 

(Urk. 144/27, Punkt 11) – in Abzug zu bringen. Ebenfalls in Abzug zu bringen sind 

die Kinderzulagen im Betrag von monatlich Fr. 200.– (vgl. 144/26). Zum Nettoein-

kommen hinzuzurechnen sind jedoch Spesenentschädigungen, soweit ihnen kei-

ne tatsächlichen Auslagen gegenüberstehen (BGer 5A_686/2010 vom 6. Dezem-

ber 2010, E. 2.3, BGer 5D_167/2008 vom 13. Januar 2009, E. 5 und BGer 

- 31 - 

5A_373/2007 vom 30. Oktober 2007, E. 3.2, je mit weiteren Hinweisen). Im Jahr 

2020 hat der Beklagte eine Spesenentschädigung von insgesamt Fr. 8'400.– er-

halten (vgl. Urk. 144/27, Punk 13.1). Der Beklagte behauptet lediglich pauschal, 

die Spesen würden der Deckung von kleineren Ausgaben dienen, welche ihm 

durch seine Arbeitstätigkeit anfallen würden (Urk. 156 Rz. 21). Da er weder näher 

darlegt, für welche Tätigkeiten er die Spesenpauschale von monatlich Fr. 700.– 

zu verwenden hat, noch Belege hierzu einreicht, ist davon auszugehen, dass sie 

ihm zur freien Verfügung steht und demnach – einhergehend mit den Klägerinnen 

(Urk. 152 Rz. 66; Urk. 160 Rz. 27) – Lohnbestandteil ist. Den Klägerinnen ist fer-

ner zuzustimmen, dass die auf der Lohnabrechnung ersichtliche freiwillig geleiste-

te Einlage in Aktien in Höhe von Fr. 3'850.–, welche zum tiefer ausbezahlten Net-

tolohn führt, ebenfalls zum Nettoeinkommen gehört (Urk. 152 Rz. 67). Dem Ge-

sagten zufolge resultiert ausgehend vom Lohnausweis 2020 ein monatliches Net-

toeinkommen des Beklagten von gerundet Fr. 10'330.– (Fr. 141'825.– - 

Fr. 23'848.– [Quellensteuerabzug] - Fr. 2'400.– [Kinderzulagen] + Fr. 8'400.– [Re-

präsentationsspesen] : 12 Monate).  

2.2. Einkommen der Klägerin 2 

2.2.1. Der Beklagte führt aus, das vorinstanzlich festgestellte Nettoeinkommen 

der Klägerin 2 von Fr. 12'099.65 nicht zu bestreiten, doch habe es die Vorinstanz 

unterlassen, einen sicherlich vorhandenen 13. Monatslohn sowie einen Bonus 

einzurechnen (Urk. 140 Rz. 37 f.). 

2.2.2. Wie aus dem von der Klägerin 2 im Berufungsverfahren eingereichten Ar-

beitsvertag und dem Lohnausweis 2020 hervorgeht, erhält sie weder einen 

13. Monatslohn noch einen Bonus (vgl. Urk. 154/14 und Urk. 154/15). Weiterun-

gen erübrigen sich.  

3. Barbedarf der Klägerin 1 vor dem Umzug nach F._____ 

3.1. Die Vorinstanz hat den Barbedarf der Klägerin 1 auf Fr. 5'029.– festgesetzt 

(Urk. 141 S. 18). Der Beklagte kritisiert die Bedarfsrechnung hinsichtlich der zu-

sätzlichen Kinderkosten und der Fremdbetreuungskosten (Urk. 140 Rz. 41 ff.). 

- 32 - 

 

 

3.2. Zusätzliche Kinderkosten 

3.2.1. Die Vorinstanz berücksichtigte im Bedarf der Klägerin 1 zusätzliche Kinder-

kosten im Umfang von Fr. 400.–. Sie erwog, die Klägerin 2 mache geltend, dass 

die Klägerin 1 auf besondere Mahlzeiten angewiesen sei und sich diese pro Tag 

auf zusätzlich rund Fr. 14.– belaufen würden. Da die Höhe dieses Betrags grund-

sätzlich unbestritten geblieben sei, sei dieser Betrag zu berücksichtigen (Urk. 141 

S. 18).  

3.2.2. Der Beklagte bringt vor, korrekt sei zwar, dass der Betrag aufgrund seiner 

Abwesenheit anlässlich der Verhandlung unbestritten geblieben sei, dieser wäre 

von der Vorinstanz jedoch zumindest zu hinterfragen gewesen bzw. wären Belege 

für die doch bemerkenswert hohen Extrakosten von der Klägerin 2 zu verlangen 

gewesen. Ferner sei für die Vorinstanz aufgrund der Akten erkennbar gewesen, 

dass die Klägerin 2 eindeutig zu Übertreibungen neige, wenn es um die Allergien 

der Tochter gehe. Dies gehe unter anderem aus dem Tagesprotokoll des BBT 

vom 17. November 2019 sowie dem Bericht des Sozialzentrums N._____ vom 

4. Juni 2020 hervor. Tatsache sei, dass die Klägerin 1 lediglich allergisch auf Glu-

ten und Laktose sei. Es bedinge unbestrittenermassen eine Umstellung auf spe-

zielle Ernährungsprodukte, allerdings sei die Gluten- und Laktoseintoleranz heut-

zutage in der Bevölkerung derart verbreitet, dass auch in gewöhnlichen Super-

märkten eine Vielzahl alternativer Produkte zu vernünftigen Preisen zur Verfü-

gung stünden, welche sicherlich keine zusätzlichen Kosten in der Höhe von 

Fr. 14.– pro Tag verursachen würden. Die Nahrungsmittelkosten seien im Grund-

betrag schon enthalten, weshalb keine zusätzlichen Kosten berücksichtigt werden 

könnten (Urk. 140 Rz. 43 ff.). 

3.2.3. Die Klägerinnen halten entgegen, es sei durch einen Arztbericht belegt, 

dass die Klägerin 1 unter einer Eiweiss- und Eigelb-Allergie sowie unter einer 

Milchproteinallergie leide (unter Verweis auf Urk. 61). Auch wenn der Beklagte 

- 33 - 

wider besseres Wissen behaupte, dass die Klägerin 1 lediglich unter einer Lakto-

se-Allergie leide, so würden ihre Allergien bedeuten, dass sie sämtliche Esswa-

ren, welche Eier oder Milchprodukte enthielten, meiden müsse. Sie müsse sozu-

sagen vegan ernährt werden, wobei aber Fleisch erlaubt sei. Eine solche Nah-

rung, welche bei einem Kind zwingend durch Zusätze wie Vitamin B12, Jod, Ei-

sen, Calcium und Omega-3-Fettsäuren ergänzt werden müsse, erfordere zusätz-

liche Kosten. So koste beispielsweise ein Vegan-Joghurt zwischen Fr. 1.50 und 

Fr. 3.30, während ein normales Joghurt rund Fr. 0.80 koste. Der Grundbetrag von 

Fr. 400.–, in welchem bekanntlich auch Kosten für Kleider, Hygieneartikel etc. 

enthalten seien, reiche für die Spezialnahrung bei Weitem nicht aus (Urk. 152 

Rz. 71 ff.).  

3.2.4. Die vom Beklagten mit Blick auf gluten- und laktosefreie Produkte gemach-

ten Ausführungen sind angesichts der ausgewiesenen (Urk. 61; Urk. 154/9; vgl. 

auch Urk. 154/10) und letztlich auch unwidersprochen gebliebenen (vgl. Urk. 156 

Rz. 20 ff.) Eiweiss- und Eigelb-Allergie der Klägerin 1 nicht stichhaltig. Indes ist 

dem Beklagten insofern zuzustimmen, als die zusätzlichen Kinderkosten weder im  

vorinstanzlichen Verfahren noch im Berufungsverfahren auch nur annähernd be-

legt wurden. Entsprechend sind die zusätzlichen Kinderkosten von Fr. 400.– im 

Bedarf der Klägerin 1 nicht zu berücksichtigen. 

3.3. Fremdbetreuungskosten 

3.3.1. Hinsichtlich der Fremdbetreuungskosten erwog die Vorinstanz, die Betreu-

ungskosten für die Klägerin 1 seien für vier Tage ausgewiesen und würden 

Fr. 2'142.40 betragen (mit Verweis auf Urk. 58/99). Da die Klägerin 2 jedoch an 

fünf Tagen arbeite, rechtfertige es sich, die anfallenden Kosten hochzurechnen. 

Entsprechend seien die geltend gemachten Fr. 2'678.– angemessen (Urk. 141 S. 

18).  

3.3.2. Die Höhe der Fremdbetreuungskosten für fünf Tage ab Aufnahme einer 

100%-Erwerbstätigkeit im August 2020 von Fr. 2'678.– wird vom Beklagten nicht 

bestritten. Indes macht er geltend, dass die Klägerin 2 davor seit Oktober 2018 

ohne Arbeitsstelle gewesen sei und somit keine oder nur geringe Fremdbetreu-

- 34 - 

ungskosten angefallen seien. Während der Phase der Arbeitslosigkeit der Kläge-

rin 2 von Oktober 2018 bis August 2020 seien Fremdbetreuungskosten von ma-

ximal Fr. 500.– anzurechnen (Urk. 140 Rz. 41 f.). Sodann habe die Vorinstanz 

keine Abstufung der Fremdbetreuungskosten nach Phasen vorgenommen, ob-

wohl im Urteilszeitpunkt habe antizipiert werden können, dass die im Juli 2021 

vier Jahre alte Tochter im Sommer 2021 eingeschult werde. Da sich die Fremdbe-

treuungskosten infolge der Einschulung massiv und laufend verändern würden, 

werde beantragt, dass ab Einschulung der Tochter deren Fremdbetreuungskosten 

(d.h. Mittagstisch, Vor-/Nachbetreuung KITA) von der Klägerin 2 offenzulegen 

seien und sich der Beklagte anteilsmässig daran zu beteiligen habe (Urk. 140 

Rz. 46 ff.). 

3.3.3. Demgegenüber bringen die Klägerinnen zusammengefasst vor, die Kläge- 

rin 2 sei auch während der Arbeitslosigkeit gezwungen gewesen, die Klägerin 1 

fremdbetreuen zu lassen, da bei Arbeitslosigkeit eine Arbeitslosenentschädigung 

nur ausbezahlt werde, wenn die betroffene Person vermittlungsfähig sei. Sie 

müsse sich entsprechend während der Arbeitslosigkeit so organisieren, dass sie 

nicht daran gehindert sei, im Umfang des geltend gemachten Beschäftigungsgra-

des einer unselbständigen Erwerbstätigkeit nachzugehen. Soweit der Beklagte 

bemängle, dass die Vorinstanz im Hinblick auf die Fremdbetreuung und Einschu-

lung keine Abstufung nach Phasen vorgenommen habe, übersehe er, dass sich 

beim Kinderunterhalt einzelne Positionen reduzieren, andere sich jedoch erhöhen 

würden. Es sei notorisch, dass die Kosten für Kinder über die gesamte Unter-

haltsdauer zu- und nicht abnähmen. Auch wenn sich Fremdbetreuungskosten re-

duzierten oder ab einem gewissen Zeitpunkt wegfielen, kämen andere Kosten 

hinzu, welche gesamthaft zu einem höheren Unterhalt führen würden. Wenn also 

die Vorinstanz auf eine Abstufung des Unterhalts verzichtet habe, so führe dies 

über die gesamte Unterhaltsdauer tendenziell dazu, dass die Unterhaltsbeiträge 

zu tief und nicht zu hoch seien. Abgesehen davon, dass die Klägerin 1 erst im 

August 2022 eingeschult werde, seien Betreuungskosten auch bei einer Einschu-

lung notwendig (Urk. 152 Rz. 68 ff.).  

- 35 - 

3.3.4.1. Dass der Klägerin 2 auch während der Arbeitslosigkeit Fremdbetreuungs-

kosten angefallen sind, geht aus den Rechnungen der Kita "V._____", die auch 

der Beklagte einreicht, hervor (vgl. Urk. 144/31). Daraus ist jedoch auch ersicht-

lich, dass die Klägerin 1 in diesem Zeitraum nur an zwei bzw. ab August 2019 drei 

Tagen der Woche die Kita besuchte. Daran ändert auch das E-Mail des RAV-

Mitarbeiters, wonach die Klägerin 2 für Fremdbetreuung besorgt sein muss, nichts 

(Urk. 154/16). Mittels Rechnungen belegt sind die aufgewendeten Kosten für die 

Fremdbetreuung im Zeitraum von Februar 2019 bis und mit Februar 2020 

(Urk. 144/31). Da per August 2020 die bisher geltende Regelung durch eine neue 

Vereinbarung ersetzt wurde (vgl. Urk. 58/99), ist davon auszugehen, dass der zu-

letzt geschuldete Betrag von Fr. 1'494.– für drei Tage pro Woche in der Kita auch 

noch für die Monate März 2020 bis Juli 2020 anfiel. Demzufolge resultiert ein ge-

samter Rechnungsbetrag von Fr. 25'398.–, was durchschnittlich pro Monat 

Fr. 1'411.– ausmacht. Es sind lediglich diese effektiv angefallenen Fremdbetreu-

ungskosten anzurechnen.  

3.3.4.2. Soweit der Beklagte mit Blick auf die voraussichtlichen künftigen Fremd-

betreuungskosten beantragt, diese (bzw. ein Teil davon) jeweils nach Vorlage der 

effektiv anfallenden Kosten zu bezahlen, ist ihm entgegenzuhalten, dass es nicht 

sachdienlich erscheint, wenn die Klägerinnen die Kosten im Streitfall immer wie-

der aufs Neue belegen müssen. Gerade auch im Hinblick auf einen Umzug nach 

F._____ ist es wichtig, klare Regeln zu haben. Entsprechend sind die zukünftigen 

Fremdbetreuungskosten zu schätzen: Grundsätzlich wird jedes Kind, das bis zum 

31. Juli vier Jahre alt ist, in den Kindergarten eingeschult (www.stadt-

zuerich.ch/Volksschule/Kindergarten/Eintritt). Der obligatorische Schuleintritt der 

Klägerin 1 hätte demnach bereits per August 2021 erfolgt sein müssen, wobei ei-

ne Rückstellung möglich ist, wenn ein Kind mit vier Jahren noch nicht reif für den 

Eintritt ist. Seitens des Beklagten blieb unwidersprochen, dass die Klägerin 1 den 

Kindergarten erst ab August 2022 besuchen wird (vgl. Urk. 156 Rz. 20 ff.). Ange-

sichts der Allergien der Klägerin 1, dem im August 2021 hängigen Antrag betref-

fend Umzug nach F._____ sowie der Tatsache, dass die Klägerin 1 lediglich … 

Tage vor dem Stichtag Geburtstag hat, erscheint dies auch glaubhaft. Entspre-

chend ist davon auszugehen, dass die Klägerin 1 ab August 2022 an fünf Vormit-

- 36 - 

tagen den Kindergarten besucht. Ab dem 2. Kindergartenjahr kommen zwei 

Nachmittage hinzu. Einhergehend mit den Klägerinnen (Urk. 152 Rz. 78) wird die 

Klägerin 2 angesichts ihres 100%-Pensums sowie dem Unterrichtsende nachmit-

tags bereits um 15.20 Uhr weiterhin jeweils auf die Mittags- und Nachmit-

tags/Abendbetreuung angewiesen sein. Nicht ersichtlich ist indes die Notwendig-

keit einer Morgenbetreuung (vgl. Urk. 152 Rz. 78 ff.). Davon ist auch für die ersten 

drei Jahre der Primarschule, in welche die Klägerin 1 voraussichtlich im August 

2024 eintreten wird, auszugehen, zumal durch Unterrichtszeit sowie die freien 

Nachmittage die Arbeitszeiten der Klägerin 2 nicht ausreichend abgedeckt sind. 

Die Kosten für die Mittags- und Nachmittagsbetreuung betragen ausgehend von 

einem geschätzten steuerbaren Einkommen der Klägerin 2 von rund 

Fr. 100'000.– gemäss dem Beitragsrechner der schulergänzenden Betreuungs-

angebote rund Fr. 1'285.– (vgl. www.stadt-

zuerich.ch/Volksschule/Betreuung/Beitragsrechner). Ab der 4. Primarstufe, d.h. ab 

August 2027, sind die Unterrichtszeiten umfangreicher und ist davon auszugehen, 

dass die Klägerin 1 ihre(n) freie(n) Nachmittag(e) anderweitig (Freunde, Hobbies 

etc.) nutzen wird. Mit 10 Jahren ist einem Kind überdies zuzumuten, einzelne 

Stunden auch ohne Aufsicht zu Hause zu verbringen. Entsprechend fällt ab der 

4. Primarstufe (September 2027) lediglich noch der Mittagstisch und damit ein Be-

trag von rund Fr. 585.– an (vgl. www.stadt-

zuerich.ch/Volksschule/Betreuung/Beitragsrechner). Da dem Beklagten ab dem 

Umzug nach F._____ bzw. ab dem Zeitpunkt, da unbegleitete Besuche mit Über-

nachtung stattfinden, auch ein Ferienrecht von vier Wochen zukommt, in welchen 

die Klägerin 1 somit nicht fremdbetreut werden muss, fallen ausgehend von 13 

Schulferienwochen entgegen der Auffassung der Klägerinnen (vgl. Urk. 152 

Rz. 78) lediglich während vier Ferienwochen, d.h. 20 Tagen pro Jahr, Betreu-

ungskosten an. Gemäss dem Beitragsrechner für schulergänzende Betreuungs-

angebote resultiert hierfür ein Betrag von rund Fr. 130.– pro Monat (vgl. 

www.stadt-zuerich.ch/Volksschule/Betreuung/Beitragsrechner; Mittelwert zwi-

schen 1 Tag pro Monat [Fr. 88.–] und 2 Tage pro Monat [Fr. 175.–]). Dieser Be-

trag ist sodann beizubehalten, zumal zwar ab einem gewissen Alter die Hortbe-

- 37 - 

treuung während der Ferienzeit wegfällt, im Gegenzug jedoch etwa Kosten für Fe-

rienlager o.ä. anfallen werden.  

3.3.4.3. Nicht gefolgt werden kann den Klägerinnen, wenn sie geltend machen, 

dass die höheren Fremdbetreuungskosten sich gewissermassen durch höhere 

andere nicht berücksichtigte Kosten neutralisieren bzw. gar übertroffen würden, 

zumal sich die Fremdbetreuungskosten – wie gezeigt – in erheblichem Ausmass 

reduzieren. Allerdings ist den altersbedingt ansteigenden Kosten insofern Rech-

nung zu tragen, als dass sich ab dem 10. Lebensjahr der Klägerin 1 der Grundbe-

trag auf Fr. 600.– erhöht und ihr überdies ein Betrag für öffentliche Verkehrsmittel 

von Fr. 65.– (Jahresabonnement Zone 110) sowie für Kommunikationskosten von 

Fr. 80.– anzurechnen ist. Daneben wurde der Klägerin 1 unter dem Titel Hobbies 

ein Betrag von monatlich Fr. 400.– angerechnet, der beidseits unangefochten 

blieb und im Grunde dem Überschussanteil bei der zweistufigen Methode ent-

spricht. Auch wenn dieser Betrag, wie von den Klägerinnen vor Vorinstanz ausge-

führt, aktuell für den Besuch eines Musik-, eines Gymnastik- und eines Schwimm-

kurses (Urk. 56 Rz. 26 ff.) vollumfänglich aufgebraucht werden sollte, gilt es den-

noch zu berücksichtigen, dass sich die Interessen von Kindern und insbesondere 

beim Wechsel vom Kindesalter ins Teenageralter verändern und demnach auch 

die Freizeitkosten gewissen Schwankungen unterliegen. Der im Bedarf der Kläge-

rin 1 berücksichtigte Betrag von Fr. 400.– bietet demnach auch ausreichend 

Spielraum für künftige Freizeitkosten.  

3.4. Krankenkasse 

3.4.1. Die Vorinstanz hat keinen Beitrag für die Krankenkasse der Klägerin 1 be-

rücksichtigt, da die Klägerinnen vor Vorinstanz ausführten, dass der Beklagte die 

Prämienrechnungen bezahle und sie nicht wüssten, wie hoch diese ausfielen 

(Urk. 1 Rz. 58).  

3.4.2. Obwohl diese Lösung von keiner der Parteien beanstandet wurde, er-

scheint es angesichts der alleinigen Obhut der Klägerin 2 sowie mit Blick auf den 

geplanten Umzug nach F._____ nicht sachgerecht, dass die Krankenkassenprä-

mien in Zukunft weiterhin vom Beklagten direkt übernommen werden. Wie den 

- 38 - 

vom Beklagten im erstinstanzlichen Verfahren verspätet eingereichten Unterlagen 

entnommen werden kann, betragen die Prämien für KVG und VVG-Versicherung 

der Kläge- 

rin 1 Fr. 130.– (Urk. 71/13). Diese sind künftig, mithin ab April 2022 in ihrem Be-

darf zu berücksichtigen. Im Gegenzug hat der Beklagte diese nicht mehr zu über-

nehmen. Es empfiehlt sich, die Rechnungsadresse entsprechend auf die Klägerin 

2 zu ändern.  

 

 

 

3.5. Fazit  

Der Bedarf der Klägerin 1 präsentiert sich demnach wie folgt: 

  Phase I Phase II Phase III Phase IV Phase V 

  
29.01.2019 

- 
31.07.2020 

01.08.2020  
- 

31.03.2022 

01.04.2022  
- 

31.07.2022 

01.08.2022  
- 

31.07.2027 

ab 
01.08.2027  

Grundbetrag Fr. 400.– 400.– 400.– 400.– 600.– 
Wohnkosten Fr. 1'080.– 1'080.– 1'080.– 1080.– 1'080.– 
Elektrizität Fr. 21.– 21.– 21.– 21.– 21.– 
Krankenkasse 
(inkl. VVG) Fr. 0.– 0.– 130.– 130.– 130.– 

Gesundheits-
kosten Fr.  50.– 50.– 50.– 50.– 50.– 

Fremdbetreu-
ung Fr. 1'411.– 2'678.– 2'678.– 1'415.– 715.– 

Freizeit Fr. 400.– 400.– 400.– 400.– 400.– 
ÖV-Kosten Fr. 0.– 0.– 0.– 0.– 65.– 
Kommunikation Fr. 0.– 0.– 0.– 0.– 80.– 
Total Fr. 3'094.– 4'629.– 4'759.– 3'496.– 3'141.– 

4. Barbedarf der Klägerin 1 nach dem Umzug nach F._____ 

4.1. Gemäss der Lebenshaltungskosten-Vergleichsstudie der OECD sind die 

Lebenshaltungskosten in F._____ rund 25% tiefer als in der Schweiz (vgl. 

https://www.oecd-ilibrary.org/economics/data/prices/comparative-price-levels _...). 

- 39 - 

Entsprechend rechtfertigt es sich, den Barbedarf der Klägerin 1 auf 75% zu redu-

zieren.  

4.2. Die Klägerin 2 hat sodann ausgeführt, mit der Klägerin 1 in das Haus ihrer 

Cousine ziehen zu wollen, weshalb es nicht angemessen erscheint, von den ak-

tuell sehr hohen Mietkosten auszugehen. Der den Lebenshaltungskosten ange-

passte Betrag ist aufgrund dessen um weitere 20% zu reduzieren. Ferner macht 

die Klägerin 2 geltend, dass die älteren Familienangehörigen regelmässig auf die 

Kinder aufpassen würden. Vor diesem Hintergrund rechtfertigt es sich überdies, 

auch die den Lebenshaltungskosten angepassten Fremdbetreuungskosten um 

weitere 20% zu reduzieren.  

4.3. Der Bedarf der Klägerin 1 präsentiert sich demnach nach einem Umzug 

nach F._____ bzw. frühestens per 1. Mai 2022 wie folgt: 

  Phase III Phase IV Phase V 

  
01.05.2022  

- 
31.07.2022 

01.08.2022  
- 

31.07.2027 
ab 01.08.2027  

Grundbetrag Fr. 300.– 300.– 450.– 
Wohnkosten* Fr. 648.– 648.– 648.– 
Elektrizität Fr. 16.– 16.– 16.– 
Krankenkasse 
(inkl. VVG) Fr. 98.– 98.– 98.– 

Gesundheits-
kosten Fr.  38.– 38.– 38.– 

Fremdbetreu-
ung** Fr. 1'607.– 849.– 429.– 

Freizeit Fr. 300.– 300.– 300.– 
ÖV-Kosten Fr. 0.– 0.– 49.– 
Kommunikation Fr. 0.– 0.– 60.– 
Total Fr. 3'007.– 2'249.– 2'088.– 

*  Fr. 1'080.– x 0.75 x 0.8 

** Fr. 2'678.– x 0.75 x 0.8 / Fr. 1'415.– x 0.75 x 0.8 / Fr. 715.– x 0.75 x 0.8 

5. Aufteilung der Unterhaltslast 

5.1. Die Vorinstanz erwog, die Klägerin 2 leiste den überwiegenden Teil der Be-

treuung und Pflege, soweit diese nicht durch Dritte sichergestellt werde. Ange-

- 40 - 

messen erscheine eine finanzielle Aufteilung im Verhältnis 10% auf die Klägerin 2 

und 90% auf den Beklagten (Urk. 141 S. 19).  

5.2. Der Beklagte macht geltend, ab der (vorinstanzlich festgelegten) Phase 3 

übernehme er jedes zweite Wochenende die Betreuung für die Tochter. Somit 

habe er maximal 70% des Barunterhalts und der Fremdbetreuungskosten zu 

übernehmen. Ab der Umsetzung des gerichtsüblichen Besuchsrechts (jedes zwei-

te Wochenende von Freitagnachmittag nach Kindergartenschluss bis Sonntag-

abend) sei er zur Übernahme von maximal 60% des Barunterhals sowie 50% der 

Fremdbetreuungskosten zu verpflichten. Sodann sei zu gegebener Zeit ohnehin 

eine alternierende Obhut erstrebenswert bzw. zu prüfen (Urk. 140 Rz. 49 ff.). 

5.3. Die Klägerinnen halten entgegen, da die Klägerin 2 ihren Unterhaltsbeitrag 

bereits vollständig in natura leiste, falle der Geldunterhalt vollständig dem Beklag-

ten anheim. Dies gelte umso mehr, als die Klägerin 2 überobligatorische Leistun-

gen erbringe. Von diesem Grundsatz könne und müsse abgewichen werden, 

wenn der hauptbetreuende Elternteil leistungsfähiger sei als der andere. Vorlie-

gend würden beide Parteien nachweislich etwa gleichviel verdienen. Entspre-

chend sei schon die Überbindung von 10% des Unterhalts durch die Vorinstanz 

auf die Klägerin 2 nicht korrekt (Urk. 52 Rz. 81).  

5.4. Steht das Kind unter der alleinigen Obhut eines Elternteils, indem es in 

dessen Haushalt lebt und den anderen Elternteil nur im Rahmen des Besuchs- 

und Ferienrechts sieht, so leistet der obhutsberechtigte Elternteil seinen Unter-

haltsbeitrag bereits vollständig in natura, indem er dem Kind Pflege und Erzie-

hung erweist (sog. Naturalunterhalt; BGer 5A_311/2019 E. 5.5). Dabei gilt es zu 

beachten, dass der Naturalunterhalt sich auch auf die Betreuung zu Randzeiten 

sowie auf verschiedenste Aufgaben wie Kochen, Waschen, Einkaufen, Hausauf-

gabenhilfe, Krankenbetreuung, Nachtdienste, Taxidienste und Unterstützung bei 

der Bewältigung der Alltags- und sonstigen Sorgen des heranwachsenden Kindes 

erstreckt (BGer 5A_727/2018 vom 22. August 2019 E. 4.3.3 m.w.H.) und dem-

nach auch dann geleistet wird, wenn das Kind tagsüber fremdbetreut wird. Dies-

falls fällt der Geldunterhalt vor dem Hintergrund der Gleichwertigkeit von Geld- 

und Naturalunterhalt vom Grundsatz her vollständig dem anderen Elternteil an-

- 41 - 

heim, welcher die Obhut nicht innehat und demzufolge von den vorstehend auf-

gezählten Aufgaben weitestgehend entbunden ist (BGer 5A_311/2019 vom 

11. November 2020, E. 5.5. und E. 8.1.). Vom soeben festgehaltenen Grundsatz 

kann und muss das Gericht jedoch ermessensweise abweichen, wenn der haupt-

betreuende Elternteil leistungsfähiger ist als der andere (BGer 5A_311/2019 vom 

11. November 2020, E. 8.1. m.w.H.).  

5.5. Würde der Beklagte zur Übernahme der gesamten Unterhaltslast verpflich-

tet, verblieben der Klägerin 2 zusammen mit ihrem eigenen Einkommen von 

Fr. 12'100.– pro Monat doppelt bis knapp dreifach so viele Mittel wie dem Beklag-

ten nach Abzug der entsprechenden Unterhaltsbeiträge. Damit ist sie erheblich 

leistungsfähiger als der Beklagte, weshalb es sich aufdrängt, vom vorstehend be-

schriebenen Grundsatz abzuweichen. Dies gilt umso mehr, als die Beklagte auch 

mit einer 50%-Anstellung bzw. der Hälfte ihres Einkommens in der Lage wäre, ih-

re eigenen (für den Betreuungsunterhalt relevanten) Lebenshaltungskosten zu 

decken, weshalb sich die überobligatorische Leistung der Klägerin 2 – welche der 

Beklagte mit der Bezahlung eines massgeblichen Teils der Fremdbetreuungskos-

ten ermöglicht – nicht zu seinem Vorteil auswirkt. Die Verteilung der Unterhaltslast 

der Vorinstanz im Verhältnis von 90% auf den Beklagten und 10% auf die Kläge-

rin 2 erscheint angemessen und ist zu übernehmen. Soweit der Beklagte eine 

abweichende Aufteilung aufgrund der Betreuungsanteile beantragt, ist ihm nicht 

zu folgen, denn es liegt keine über ein übliches Besuchsrecht hinausgehende Be-

treuung des Beklagten vor. Unbehelflich ist auch der Hinweis, dass eine alternie-

rende Obhut anzustreben sei, zumal eine solche von ihm weder beantragt noch 

eine diesbezügliche Absicht näher ausgeführt wurde. Abgesehen davon stünde 

dieser Absicht auch der bewilligte Umzug nach F._____ entgegen.  

6. Konkrete Unterhaltsbeiträge 

6.1. Unterhaltsbeiträge vor dem Umzug nach F._____ 

6.1.1. Vom vorstehend ermittelten Barbedarf bzw. 90% davon sind die Kinderzu-

lagen in Höhe von Fr. 200.– bzw. ab August 2029 (12. Geburtstag der Kläge- 

rin 1) Fr. 250.– in Abzug zu bringen. Demzufolge ist der Beklagte bis zum definiti-

- 42 - 

ven Umzug der Klägerin 1 nach F._____ zur Bezahlung folgender (gerundeter) 

Unterhaltsbeiträge zu verpflichten:  

− vom 29. Januar 2019 bis 31. Juli 2020: 
Fr. 2'605.–  

− vom 1. August 2020 bis 31. März 2022: 
Fr. 3'985.–  

− vom 1. April 2022 bis 31. Juli 2022: 
Fr. 4'105.– 

− vom 1. August 2022 bis 31. Juli 2027: 
Fr. 2'965.–  

− vom 1. August 2027 bis 31. Juli 2029: 
Fr. 2'645.–  

− ab 1. August 2029:  
Fr. 2'600.–  

6.1.2. Die Unterhaltsbeiträge (zuzüglich allfälliger vom Beklagten bezogener ver-

traglicher oder gesetzlicher Kinder-, Familien- oder Ausbildungszulagen) sind – 

soweit nicht rückwirkend geschuldet – monatlich im Voraus, auf den Ersten eines 

jeden Monats zahlbar an die Klägerin 2, solange die Klägerin 1 in ihrem Haushalt 

lebt und keine eigenen Ansprüche stellt bzw. keinen anderen Zahlungsempfänger 

bezeichnet. Die Indexierung ist den aktuellen Verhältnissen anzupassen. 

6.1.3. Da die Klägerin 2 mit ihrem Nettoeinkommen von Fr. 12'099.– sogar ihren 

grosszügig erweiterten Bedarf (vgl. Urk. 141 S. 16) ohne weiteres zu decken ver-

mag, ist kein Betreuungsunterhalt geschuldet.  

6.2. Unterhaltsbeiträge nach dem Umzug nach F._____ 

6.2.1. Für Kinder mit Wohnsitz im Ausland werden Familienzulagen nur ausge-

richtet, soweit zwischenstaatliche Vereinbarungen das vorschreiben (vgl. 

https://www.bsv.admin.ch/bsv/de/home/sozialversicherungen/famz/grundlagen-

und-gesetze/ausland.html., besucht am 15.02.2022). Eine solche Vereinbarung 

besteht nicht zwischen der Schweiz und F._____. Entsprechend ist davon auszu-

gehen, dass die Klägerin 1 ab ihrem Umzug nach F._____ kein eigenes Einkom-

men im Sinne von Familienzulagen mehr generiert. Entsprechend sind die in der 

Schweiz erhältlichen Kinderzulagen auch nicht in Abzug zu bringen. Allerdings 

- 43 - 

reduzieren sich die geschuldeten Unterhaltsbeiträge um allfällige von der Klägerin 

2 künftig in F._____ bezogene vertragliche oder gesetzliche Kinder- oder Famili-

enzulagen. Die Klägerin 2 ist deshalb zu verpflichten, dem Beklagten den Bezug 

und die Höhe von Zulagen unmittelbar mitzuteilen.  

6.2.2. Demzufolge ist der Beklagte ab dem definitiven Umzug der Klägerin 1 nach 

F._____ zur Bezahlung folgender (gerundeter) Unterhaltsbeiträge zu verpflichten:  

− frühestens ab 1. Mai 2022 bis 31. Juli 2022: 
Fr. 2'705.– 

− vom 1. August 2022 bis 31. Juli 2027: 
Fr. 2'025.–  

− ab 1. August 2027: 
Fr. 1'880.–  

6.2.3. Die Unterhaltsbeiträge (abzüglich allfälliger von der Klägerin 2 bezogener 

vertraglicher oder gesetzlicher Kinder-, Familien- oder Ausbildungszulagen) sind – 

soweit nicht rückwirkend geschuldet – monatlich im Voraus, auf den Ersten eines 

jeden Monats zahlbar an die Klägerin 2, solange die Klägerin 1 in ihrem Haushalt 

lebt und keine eigenen Ansprüche stellt bzw. keinen anderen Zahlungsempfänger 

bezeichnet. 

6.2.4. Wenngleich sich das Einkommen der Klägerin 2 in F._____ reduzieren soll-

te, wird sie aufgrund des tieferen Preisniveaus weiterhin in der Lage sein, ihre ei-

genen Lebenshaltungskosten zu decken. Ein Betreuungsunterhalt fällt demnach 

auch nach dem Umzug nach F._____ nicht an.  

7. Bereits geleistete Zahlungen 

7.1. Wird ein Unterhaltsschuldner – wie vorliegend – rückwirkend zur Leistung 

von Unterhaltsbeiträgen verpflichtet, sind schon erbrachte Unterhaltszahlungen zu 

berücksichtigen bzw. anzurechnen, zumal der Unterhaltsschuldner nicht zu Zah-

lungen verpflichtet werden darf, welche zur Zeit der Festsetzung der Unterhalts-

bei-träge bereits durch Tilgung untergegangen sind. Wenn ein Unterhaltsschuld-

ner bereits erbrachte Unterhaltsleistungen geltend macht, ist gestützt auf die Be-

hauptungen und die im Verfahren offerierten Beweise zu prüfen, inwieweit die Be-

träge an die ausstehende Schuld angerechnet werden können (vgl. ZR 107 Nr. 60 

- 44 - 

mit weiteren Hinweisen und Verweisen; siehe auch OGer ZH LE180050 vom 8. 

Februar 2019, E. III.9.6). 

7.2. Der Beklagte macht geltend, er habe entgegen der Behauptung der Kläge-

rin 2 im vorinstanzlichen Verfahren bereits einen erheblichen Teil zum Unterhalt 

der Klägerin 1 beigetragen. So habe er bei der Geburt der Klägerin 1 ein Sparkon-

to angelegt, auf welches er monatlich Fr. 250.– überweise. Ferner habe er von 

2018-2020 jeweils die Hälfte der Kita-Kosten sowie diverse Rechnungen für Hob-

bies der Klägerin 1 bezahlt. Auf eigene Rechnung habe er ihr sodann diverse 

Spielsachen, Esswaren oder Windeln geschickt (Urk. 140 Rz. 56 ff.).  

7.3.1. Belegt ist zwar, dass der Beklagte mittels Dauerauftrag monatlich 

Fr. 250.– auf ein Sparkonto für die Klägerin 1 überweist (Urk. 144/29), doch die-

nen Spareinlagen gerade nicht dem laufenden Unterhalt. Dass die Klägerinnen 

auf dieses Konto zugreifen könnten, macht der Beklagte jedenfalls nicht geltend 

(vgl. auch Urk. 152 Rz. 87). Demzufolge können die freiwillig auf ein Sparkonto 

der Kläge- 

rin 1 einbezahlten Beträge nicht an die rückwirkende Unterhaltspflicht angerech-

net werden. 

7.3.2. Hinsichtlich der hälftigen Übernahme der Kita-Kosten reicht der Beklagte 

als Beleg die Kita-Rechnungen von August 2018 bis Februar 2020 ins Recht 

(Urk. 144/31), wobei jeweils ein handschriftlicher Vermerk enthalten ist, wonach 

die Hälfte des Rechnungsbetrags bezahlt worden sei (z.B. Rechnungsbetrag in 

der Rechnung vom 29. August 2018: Fr. 1'500.–; Vermerk: "Paid 750"). Wie die 

Klägerinnen zu Recht vorbringen, ist dies grundsätzlich nicht ausreichend, um zu 

belegen, dass diese Beträge effektiv beglichen wurden (Urk. 152 Rz. 88). Viel-

mehr wären mittels entsprechender Kontoauszüge die Abbuchungen nachzuwei-

sen gewesen. Allerdings gilt es zu berücksichtigen, dass die Klägerin 2 im vo-

rinstanzlichen Verfahren ausführte, dass sie vereinbart hätten, dass der Beklagte 

50% der Kita-Kosten bezahle, dies jedoch seit März 2020 nicht mehr tue (Prot. I 

S. 14 f.). Demnach stimmen ihre Ausführungen mit jenen des Beklagten überein 

und werden überdies durch die Vermerke auf den Rechnungen untermauert. Ent-

sprechend sind 50% der in den Rechnungen von Januar 2019 bis März 2020 

- 45 - 

ausgewiesenen Rechnungsbeträge – welche mit den handschriftlichen Notizen 

übereinstimmen – von insgesamt Fr. 9'542.– als bereits geleistete Unterhaltsbei-

träge anzurechnen.  

7.3.3. Mittels Banküberweisung belegt ist ferner, dass der Beklagte für den 

Schwimmkurs der Klägerin 1 Fr. 250.– bezahlt hat (Urk. 144/32 S. 4). Nicht aus-

reichend bzw. lediglich mit Rechnungen belegt sind demgegenüber die Übernah-

me der Kosten für den Musikkurs (Urk. 144/32 S. 1 und 2). 

7.3.4. Sodann reicht der Beklagte mehrere mittels Kreditkarte beglichene Gala-

xus-Rechnungen ein, auf welchen diverse Spielartikel sowie Pampers aufgeführt 

sind (Urk. 144/33). Abgesehen davon, dass unwidersprochen blieb, dass die 

Spielsachen von den Eltern des Beklagten finanziert worden seien (vgl. Urk. 152 

Rz. 89), es sich mithin nicht um Zahlungen seinerseits handelt, ist auch nicht er-

sichtlich, inwiefern der Beklagte damit Unterhaltsleistungen abgegolten haben 

soll. Unter diesem Titel ist dem Beklagten demnach nichts anzurechnen. 

7.3.5. Dem Gesagten zufolge ist festzuhalten, dass der Beklagte bis und mit 

März 2022 bereits Unterhaltsleistungen von Fr. 9'792.– erbracht hat und dieser 

Betrag anzurechnen ist. 

8. Kosten- und Entschädigungsfolgen des erstinstanzlichen Verfahrens 

8.1. Trifft die Berufungsinstanz einen neuen Entscheid, so entscheidet sie auch 

über die Prozesskosten des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 318 Abs. 3 ZPO).  

8.2. Die Vorinstanz setzte die Gerichtsgebühr auf Fr. 7'500.– fest (Urk. 141, 

Dispositiv-Ziffer 10) und auferlegte diese der Klägerin 2 und dem Beklagte je zur 

Hälfte (Urk. 141, S. 21, Dispositiv-Ziffer 11). Diese Regelung blieb unangefochten, 

erscheint angemessen und ist zu bestätigen.  

8.3. Ferner setzte die Vorinstanz die volle Parteientschädigung auf Fr. 15'000.– 

fest und verpflichtete den Beklagten – da dieser im Gegensatz zu den Klägerin-

nen keinen Antrag auf Zusprechung einer Prozessentschädigung gestellt habe – 

der Klägerin 2 eine auf die Hälfte reduzierte Prozessentschädigung von 

- 46 - 

Fr. 7'500.– zzgl. 7.7 % Mehrwertsteuer zu entrichten (Urk. 141 S. 21 f.). Dies rügt 

der Beklagte zu Recht (vgl. Urk. 140 Rz. 65 ff.). Bei teilweisem Obsiegen und Un-

terliegen (Art. 106 Abs. 2 ZPO) werden die Bruchteile des Unterliegens bzw. Ob-

siegens der Parteien vorab verrechnet und erst dann für die mehrheitlich obsie-

gende Partei die ihr auf Grund ihres Aufwands zustehende herabgesetzte Partei-

entschädigung festgelegt (ZR 1973, Nr. 18; SJZ 1981 S. 342 f.; KUKO ZPO-

Schmid/Jent-Sørensen, Art. 106 N 4; Frank/Sträuli/Messmer, Kommentar zur Zür-

cherischen Zivilprozessordnung, § 69 N 18). Da die Parteien vorliegend in glei-

chem Masse unterlegen sind, sind die Parteientschädigungen für das erstinstanz-

liche Verfahren somit wettzuschlagen.  

IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1. Die Höhe der Gerichtsgebühr für das