# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3fcd48a0-0dbc-535f-95e6-c78f9b8c7aef
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-09-21
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 21.09.2017 VG.2017.00040 (VG.2017.566)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2017-00040_2017-09-21.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 21. September 2017

  
	
   

  
	
   

  
	
  II. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2017.00040

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    A.______

    	
    Beschwerdeführer

    
	
     

    	
     

    	
     

    

  

  
	
  	
    2.

    	
    B.______

    

  

  
	
   

  
	
  	
    beide vertreten durch Rechtsanwalt C.______

    

  

  
	
   

  
	
  	
    dieser substituiert durch D.______

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde 

    	
    Beschwerdegegnerin

    
	
    des Kantons Glarus

    	
     

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  Adoptionseignung

  
	
   

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung: 

  
	
  I. 

  
	
  1. 

  
	
  1.1 A.______ wandte sich mit E-Mail vom 15. Juli 2013 an
  die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) des Kantons Glarus und
  erkundigte sich nach dem richtigen Vorgehen, um zusammen mit seiner in […]
  wohnenden Ehefrau B.______ deren Nichte E.______ adoptieren zu können. Die
  KESB holte von A.______ weitere Informationen ein und stellte ihm am 19.
  Dezember 2013 die Unterlagen zur Einreichung eines Adoptionsgesuchs zu.
  Nachdem A.______ zunächst nur unvollständige Angaben gemacht hatte, gingen am
  9. September 2015 die Dossiers von A.______ und B.______ ein. Am 11.
  September 2015 teilte die KESB A.______ mit, dass einige Angaben ergänzt bzw.
  präzisiert werden müssten. Gleichentags beauftragte die KESB die Zentralbehörde
  Adoption des Kantons Zürich mit der Abklärung der Situation samt Antrag auf
  Zustimmung oder Ablehnung der Adoption.

  
	
   

  
	
  1.2 Die Zentralbehörde Adoption kam in ihrem Bericht vom
  18. Januar 2017 zum Schluss, dass für eine möglichst gute Entwicklung von
  E.______ die Adoption durch A.______ und B.______ die bestmögliche Lösung
  sei. Demgemäss empfahl sie der KESB die schriftlichen Stellungnahmen der
  leiblichen Kinder von B.______ einzuholen. Sollten diese positiv ausfallen,
  sei den Eheleuten A.______ und B.______ die Eignungsbescheinigung zur
  Aufnahme zwecks Adoption von E.______ zu erteilen und ihnen sei die nötige
  Unterstützung bei der Antragseinreichung für den Entscheid über die Fortsetzung
  des Verfahrens nach Art. 16 des Haager Übereinkommens über
  den Schutz von Kindern und die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Internationalen
  Adoption vom 29. Mai 1993 (HAÜ) in […]
  zukommen zu lassen.

  
	
   

  
	
  1.3 Die KESB führte in der Folge am 8. März 2017 ein
  Gespräch mit A.______. Am 2. Mai 2017 beschloss sie, dass die
  Voraussetzungen für die Adoptionseignung bei A.______ und B.______ nicht
  gegeben seien. Die Eignungsbescheinigung werde folglich nicht erteilt
  (Disp.-Ziff. 1). Ferner auferlegte sie A.______ und B.______ die Kosten für
  die Abklärungen durch die Zentralbehörde Adoption in der Höhe von
  Fr. 5'800.- (Disp.-Ziff. 2).

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Dagegen gelangten A.______ und B.______ mit
  Beschwerde vom 6. Juni 2017 ans Verwaltungsgericht und beantragten die
  Aufhebung des Beschlusses vom 2. Mai 2017 und die Erteilung der
  Eignungsbescheinigung gemäss Art. 6 der Verordnung über die Adoption vom 29.
  Juni 2011 (Adoptionsverordnung, AdoV). In prozessualer Hinsicht ersuchten sie
  um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und der unentgeltlichen
  Rechtsverbeiständung; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten
  der KESB.

  
	
   

  
	
  Die KESB schloss am 4.
  Juli 2017 auf Abweisung der Beschwerde; alles unter Kosten- und
  Entschädigungsfolgen zu Lasten von A.______ und B.______.

  
	
   

  
	
  2.2 A.______ und B.______ hielten in ihrer
  unaufgefordert eingereichten Stellungnahme vom 14. Juli 2017 an ihren
  Anträgen ebenso fest wie die KESB an den ihrigen in der Stellungnahme vom 16.
  August 2017.

  
	
   

  
	
  II.

  
	
  1.

  
	
  1.1 Das
  Verwaltungsgericht ist gemäss Art. 450 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs
  vom 10. Dezember 1907 (ZGB) i.V.m. Art. 67 des Gesetzes über die Einführung
  des Schweizerischen Zivilgesetzbuches im Kanton Glarus vom 7. Mai 1911
  (EG ZGB) zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt
  sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

  
	
   

  
	
  1.2 Dem Verwaltungsgericht kommt gemäss Art. 107 Abs. 2
  lit. g des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 4. Mai 1986 (VRG)
  i.V.m. Art. 450a Abs. 1 ZGB volle Kognition zu, d.h. es überprüft den
  angefochtenen Entscheid auch auf seine Angemessenheit.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Die Beschwerdeführer rügen, dass sie das
  Gesprächsprotokoll vom 8. März 2017 erst zusammen mit dem angefochtenen
  Beschluss erhalten hätten. Dadurch sei ihr rechtliches Gehör verletzt worden.
  Das Protokoll gebe zudem einzelne Aussagen des Beschwerdeführers nicht korrekt
  bzw. in verkürzter Form wieder. So habe er nicht ausgesagt, er könne sich
  nicht vorstellen, dass Bekannte von ihm ein Interesse daran hätten, seiner
  Pflegetochter und seiner Ehefrau Deutsch beizubringen. Er habe gesagt, dass
  er in […] niemanden kenne, der dies übernehmen könne. Dies im Gegensatz zur
  Schweiz, wo er beispielsweise Unterstützung von seiner Schwester hätte.
  Daneben treffe es auch nicht zu, dass die Wohnbegleitung für ihn die
  Mietzinszahlungen veranlasse; dies mache er selber. Der Sozialbericht der
  Zentralbehörde Adoption sei sodann als sachverständiges Gutachten zu
  verstehen. Die Beschwerdegegnerin dürfte nur dann von diesem Bericht
  abweichen, wenn triftige Gründe dafür vorliegen würden. Aus dem Beschluss der
  Beschwerdegegnerin gehe nicht hervor, dass der Sozialbericht an einem
  offensichtlichen Mangel oder an einem inneren Widerspruch leide. Daraus müsse
  geschlossen werden, dass keine triftigen Gründe vorliegen würden, die eine
  Abweichung vom Sozialbericht rechtfertigen könnten. Die Beschwerdegegnerin
  habe es unterlassen, die Kriterien der Adoptionseignung gegeneinander
  abzuwägen und eine umfassende Gesamtbetrachtung vorzunehmen. In der
  Hauptsache habe sie auf die finanziellen Verhältnisse abgestellt. Ohne den
  Sozialbericht konkret zu widerlegen, habe sie die Adoptionseignung verneint,
  was willkürlich sei und einen Ermessensmissbrauch darstelle. Insgesamt seien
  sie, die Beschwerdeführer, für die Adoption von E.______ geeignet und würden
  insbesondere die entsprechenden Voraussetzungen erfüllen, was auch die
  Zentralbehörde Adoption in ihrem Sozialbericht festgehalten habe.

  
	
   

  
	
  2.2 Die Beschwerdegegnerin führt aus, die
  Beschwerdeführer hätten die Möglichkeit gehabt, das Protokoll des Gesprächs
  vom 8. März 2017 einzusehen, weshalb keine Gehörsverletzung vorliege. Selbst
  wenn aber von einer Gehörsverletzung auszugehen wäre, könnte diese im
  vorliegenden Verfahren geheilt werden. Beim Sozialbericht der Zentralbehörde
  Adoption handle es sich nicht um ein Gutachten, sondern um einen Abklärungsbericht
  im Rahmen der Sachverhaltsermittlung, welcher der freien Beweiswürdigung
  unterliege. Sie habe sich entgegen der Auffassung der Beschwerdeführer detailliert
  mit dem Sozialbericht auseinandergesetzt. Die Voraussetzungen, welche gegeben
  sein müssten, um die Adoptionseignung zu bejahen, seien in der Beurteilung
  der Zentralbehörde Adoption durchwegs als Risiken gewertet worden. Als Chance
  für E.______ seien lediglich die Bindung und das Verhältnis zwischen ihr und
  den Beschwerdeführern angegeben worden. Dies sei aber bei der Beurteilung der
  Adoptionseignung nicht bzw. nicht vordergründig zu prüfen. 

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 Ein Kind darf gemäss Art. 264 ZGB adoptiert werden,
  wenn ihm die künftigen Adoptiveltern während wenigstens eines Jahres Pflege
  und Erziehung erwiesen haben und nach den gesamten Umständen zu erwarten ist,
  die Begründung eines Kindesverhältnisses diene seinem Wohl, ohne andere
  Kinder der Adoptiveltern in unbilliger Weise zurückzusetzen. Nach Art. 3 AdoV
  dürfen eine Adoption und die Aufnahme zur Adoption nur erfolgen, wenn die
  gesamten Umstände erwarten lassen, dass sie dem Wohl des Kindes dienen.

  
	
   

  
	
  3.2 Wer gewöhnlichen Aufenthalt in der Schweiz hat und
  ein Kind zur Adoption aufnehmen oder ein Kind aus dem Ausland adoptieren
  will, benötigt eine Bewilligung der kantonalen Behörde (Art. 4 AdoV). Die
  kantonale Behörde klärt nach Art. 5 Abs. 1 AdoV die Eignung der
  künftigen Adoptiveltern im Hinblick auf das Wohl und die Bedürfnisse des
  aufzunehmenden Kindes ab. Die Eignung besteht gemäss Art. 5 Abs. 2
  AdoV, wenn die gesamten Umstände, namentlich die Beweggründe der künftigen
  Adoptiveltern, erwarten lassen, dass die Adoption dem Wohl des Kindes dient
  (lit. a); das Wohl anderer Kinder der künftigen Adoptiveltern nicht
  gefährdet wird (lit. b); der Adoption keine rechtlichen Hindernisse
  entgegenstehen (lit. c); die künftigen Adoptiveltern (lit. d): nach
  Persönlichkeit, Gesundheit, zeitlichen Ressourcen, wirtschaftlicher Lage und
  erzieherischer Eignung sowie nach den Wohnverhältnissen für gute Pflege,
  Erziehung und Ausbildung des Kindes Gewähr bieten (Ziff. 1), bereit
  sind, das Kind in seiner Eigenart anzunehmen, dessen Herkunft zu
  respektieren, es entsprechend seinen Bedürfnissen mit dem Land seines
  gewöhnlichen Aufenthalts vor der Aufnahme (Herkunftsstaat) auf geeignete
  Weise vertraut zu machen (Ziff. 2), nicht wegen eines Delikts verurteilt
  worden sind, das mit einer Adoption unvereinbar ist (Ziff. 3), genügend
  auf die Adoption vorbereitet wurden, namentlich von der kantonalen Behörde
  empfohlene, geeignete Vorbereitungs- oder Informationsveranstaltungen besucht
  haben (Ziff. 4), sich schriftlich bereit erklärt haben, bei der
  Erstellung von Nachadoptionsberichten zuhanden des Herkunftsstaats
  mitzuwirken (Ziff. 5) sowie von der Unterhaltsverpflichtung nach Art. 20
  HAÜ Kenntnis genommen haben (Ziff. 6). An die Eignung der künftigen
  Adoptiveltern sind erhöhte Anforderungen zu stellen, wenn ein über vier Jahre
  altes oder ein gesundheitlich beeinträchtigtes Kind oder gleichzeitig mehrere
  Kinder aufgenommen werden sollen oder bereits mehrere Kinder in der Familie
  leben (Art. 5 Abs. 3 AdoV). Zur Abklärung zieht die kantonale Behörde
  eine Person bei, die in sozialer Arbeit oder Psychologie fachlich
  qualifiziert ist und Berufserfahrung im Kindesschutz- oder Adoptionswesen hat
  (Art. 5 Abs. 5 AdoV). 

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  Zwischen den Parteien ist
  strittig, ob es sich beim Abklärungsbericht der Zentralbehörde Adoption um
  ein Sachverständigengutachten handelt, von welchem nur bei Vorliegen
  zwingender Gründe abgewichen werden darf, oder ob es sich um einen einfachen
  Bericht handelt, der der freien Beweiswürdigung unterliegt.

  
	
   

  
	
  Auszugehen ist vom
  Gesetzestext von Art. 5 Abs. 5 AdoV. Danach zieht die kantonale Behörde
  zur Abklärung eine Person bei, die in sozialer Arbeit oder Psychologie fachlich
  qualifiziert ist und Berufserfahrung im Kindesschutz- oder Adoptionswesen
  hat. Im Gegensatz etwa zu Art. 450e Abs. 3 ZGB bei der fürsorgerischen
  Unterbringung schreibt der Gesetzgeber in Art. 5 Abs. 5 AdoV kein Gutachten
  vor. Indessen ist die fachliche Qualifikation der Abklärungsperson gerade
  deshalb nötig, weil neben eher leicht feststellbaren Fakten wie der
  Gesundheit, der wirtschaftliche Lage oder der Wohnverhältnisse auch Fragen
  der Persönlichkeit und der erzieherischen Eignung beurteilt werden müssen.
  Dabei handelt es sich nicht um ohne Weiteres feststellbare Elemente, sondern
  um Kriterien, die durch eine Fachperson sachverständig beurteilt werden
  müssen. Insofern geht ein Abklärungsbericht im Sinne von Art. 5 Abs. 5 AdoV –
  entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin – zwingend über das Zusammenstellen
  einzelner Sachverhaltselemente hinaus, indem er stets auch eine fachliche
  Würdigung des Festgestellten enthält. Damit erhält er stets auch Züge eines
  Gutachtens, selbst wenn – wie vorliegend – formell kein Gutachtensauftrag
  erteilt wurde (vgl. dazu Art. 60 VRG).

  
	
   

  
	
  Aus dem Gesagten lässt
  sich nun schliessen, dass es der Beschwerdegegnerin verwehrt ist, einzelne
  Kriterien, die durch die sachverständige Person beurteilt wurden, ohne
  zwingende Gründe anders zu werten. So darf sie beispielsweise nur bei Vorliegen
  zwingender Gründe davon ausgehen, eine Person sei erzieherisch für die Adoption
  nicht geeignet, wenn dieser im Abklärungsbericht die erzieherische Eignung
  zugesprochen wird. Die Gesamtwürdigung und der Entscheid über die
  Adoptionseignung obliegen aber wie der Entscheid über die
  Adoptionsbewilligung der Beschwerdegegnerin selbst. Dabei ist sie an eine
  allenfalls im Abklärungsbericht ausgesprochene Empfehlung nicht gebunden
  (vgl. zum Entscheid über die Adoption: Yvo Biderborst, in Handkommentar zum
  Schweizer Privatrecht, Personen- und Familienrecht inkl. Kindes- und
  Erwachsenenschutzrecht Art. 1-456 ZGB, 2. A., Zürich 2012,
  Art. 268a N. 6; Peter Breitschmid, in Basler Kommentar ZGB I, 5. A.,
  2014, Art. 268a N. 12).

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  5.1 Die Beschwerdeführer lernten sich im Jahr 2000 in
  […] kennen und heirateten im Jahr 2005. Die im Jahr 2002 geborene E.______
  ist die Tochter der Schwester der Beschwerdeführerin. Die Eltern von E.______
  trennten sich bereits vor ihrer Geburt. Kurze Zeit nach der Geburt wurde die
  Mutter von E.______ erneut schwanger und brachte Zwillinge zur Welt. Der neue
  Partner der Mutter wollte E.______ nicht als sein Kind aufnehmen, weshalb sie
  zuerst von der Grossmutter aufgezogen wurde. Da diese aber krank wurde,
  nahmen die Beschwerdeführer E.______ im Alter von etwa eineinhalb Jahren bei
  sich auf, betreuten und erzogen sie. Aufgrund einer Rechtsänderung wurde die
  ausserordentliche Invalidenrente des Beschwerdeführers im Ausland nicht mehr
  ausbezahlt, weshalb er im Jahr 2012 in die Schweiz zurückkehrte, während die
  Beschwerdeführerin und E.______ in […] blieben.

  
	
   

  
	
  5.2 Die Zentralbehörde Adoption führte in ihrem
  Sozialbericht vom 18. Januar 2017 aus, die Beschwerdeführer würden seit
  16 Jahren in einer gefestigten und stabilen Beziehung leben. Im gemeinsamen
  Gespräch zeigten sie sich liebe- und respektvoll zugewandt. Der
  Beschwerdeführer habe selbst viele Jahre in […] gelebt und wisse somit, was
  es bedeute, sich in einem fremden Land zurechtzufinden. Er habe die […] Sprache
  erlernt, sich eine Familie und ein soziales Netz in […] aufgebaut. Dank
  dieser Erfahrung werde er der Beschwerdeführerin und seiner Pflegetochter bei
  der Integration in der Schweiz helfen können. Die Entwicklung der Beziehung
  zwischen den Beschwerdeführern und E.______ habe bereits kurz nach ihrer
  Geburt ihren Anfang genommen. Die Beschwerdeführer seien in die Elternrolle
  geschlüpft. Es bestehe der Eindruck, dass die Beziehung stark und stabil sei
  und die drei zu einer Familie zusammengewachsen seien. Eine weitere Trennung
  von ihrem Pflegevater oder allenfalls auch ihrer Pflegemutter würde für
  E.______ einen Abbruch ihrer Bindung zu ihren primären Bindungspersonen
  bedeuten. Dies könnte zu Schwierigkeiten in der persönlichen und psychischen
  Entwicklung führen. Gemäss den Schilderungen der Beschwerdeführerin sowie dem
  Child Report aus […] stünden E.______ keine alternativen adäquaten
  Bezugspersonen zur Verfügung, was zudem eine existenzielle Gefährdung für sie
  darstellen würde. Indessen seien die aktuellen, äusseren Bedingungen für eine
  Adoption auf den ersten Blick nicht optimal. Die finanziellen Mittel seien
  äusserst knapp und die aktuelle Wohnung des Beschwerdeführers sei zu klein.
  Hinzu komme die gesundheitliche Beeinträchtigung des Beschwerdeführers.
  E.______ komme zudem langsam in die Pubertät, in welcher eher die Loslösung
  von den Eltern und die Berufsfindung zu den Entwicklungsaufgaben gehörten. Es
  sei aber deutlich zum Ausdruck gekommen, dass die Beschwerdeführer einen
  starken Willen hätten, die Herausforderungen meistern zu wollen. Im Falle der
  Adoption bestehe ein gewisses Risiko bezüglich der seelischen Entwicklung und
  Integration von E.______. Insgesamt sei aber die Adoption von E.______ durch
  die Beschwerdeführer die bestmögliche Lösung, da die Familie bereits seit gut
  13 Jahren zusammen lebe und die Erfahrung als positiv beurteile. Aufgrund der
  Gespräche mit den Beschwerdeführern sowie des Berichts über die Situation von
  E.______ in […] sei davon auszugehen, dass die Integration in der Schweiz
  gelingen werde. Für den Entscheid der Adoption sollte die Dauer der Beziehung
  zwischen E.______ und den Beschwerdeführern gewürdigt und die für E.______
  seelische Gesundheit ungünstige Lage in […] berücksichtigt werden.

  
	
   

  
	
  5.3 Die in Art. 5 Abs. 2 AdoV aufgeführten
  Eignungskriterien dienen der Beurteilung, ob adoptionswillige Personen im
  Hinblick auf das Wohl und die Bedürfnisse des aufzunehmenden Kindes geeignet
  sind, ein Kind aus einem bestimmten Staat zu adoptieren. Sind die
  Eignungsvoraussetzungen erfüllt, bestätigt die Behörde nach der Eignungsabklärung
  mittels Verfügung die Eignung der künftigen Adoptiveltern und stellt ihnen
  eine Eignungsbescheinigung aus. Diese nennt das Profil des Kindes,
  insbesondere den Herkunftsstaat, das Mindest- und Höchstalter, seinen
  Gesundheitszustand und sein Geschlecht (Bundesamt für Justiz, Adoption in der
  Schweiz, Bern 2014, Ziff. 6.1.3). Daraus ergibt sich, dass bei der
  herkömmlichen Auslandadoption die Adoptionseignung nicht in Bezug auf ein
  bestimmtes Kind, sondern in einer generellen Weise bejaht oder verneint wird.
  

  
	
   

  
	
  Der vorliegend zu
  beurteilende Fall unterscheidet sich von der herkömmlichen Auslandsadoption
  grundlegend. Bei der typischen Auslandsadoption wird das zu adoptierende Kind
  aus einer bestehenden Betreuungsstruktur wie etwa in der ursprünglichen
  Familie oder in einem Heim herausgenommen. Im Gegensatz dazu wurde E.______
  im Alter von ungefähr eineinhalb Jahren durch die Beschwerdeführer
  aufgenommen und lebte etwa zehn Jahre mit beiden Beschwerdeführern und ab dem
  Jahr 2012 alleine mit der Beschwerdeführerin zusammen. Vorliegend geht es
  daher nicht um die Prüfung, ob die Beschwerdeführer in einer generellen Weise
  zur Adoption eines Kindes geeignet sind, sondern ihre Eignung ist einzig im
  Hinblick auf eine allfällige Adoption von E.______ zu prüfen. Dabei gelten
  freilich die Kriterien von Art. 5 Abs. 2 AdoV auch, allerdings
  steht über allem die Frage des Kindeswohls, welches Ziel und Rechtfertigung
  der Adoption überhaupt ist (vgl. Art. 264 ZGB; Art. 3 AdoV;
  Breitschmid, Art. 264 N. 19). Die Adoptionseignung ist daher den
  Beschwerdeführern zu bescheinigen, wenn die Adoption von E.______ durch die
  Beschwerdeführer im Kindeswohl liegt. 

  
	
   

  
	
  5.4 Der Beschwerdeführer lebt von seiner
  ausserordentlichen Invalidenrente. Ob und was die Beschwerdeführerin in der
  Schweiz arbeiten könnte, ist unklar. Die finanziellen Verhältnisse sind daher
  äusserst angespannt. Daneben bestehen beim Beschwerdeführer verschiedene
  gesundheitliche Probleme, wobei die behandelnden Ärzte ihm attestieren, dass
  er sich bis zur Volljährigkeit in angemessener Weise um E.______ kümmern
  könne. Die Beschwerdeführerin lebte sodann noch nie in der Schweiz und
  beherrscht die deutsche Sprache nicht, weshalb sie sich in der Schweiz selbst
  integrieren muss. Unklar ist zudem die Wohnsituation, was aber insoweit nicht
  allzu sehr ins Gewicht fällt, als es den Beschwerdeführern möglich sein
  dürfte, im Kanton eine genügend grosse Wohnung zu einem tragbaren Mietzins zu
  finden.

  
	
   

  
	
  Insgesamt ist davon
  auszugehen, dass die Beschwerdeführer bei einer generellen Betrachtungsweise
  die Eignungskriterien nicht vollständig erfüllen. Nun wollen sie aber nicht
  irgendein Kind adoptieren, sondern E.______. Hier ist zunächst zwar zu berücksichtigen,
  dass E.______ bereits knapp 15 Jahre alt ist, noch nie in der Schweiz war und
  weder mit der hiesigen Kultur noch mit der deutschen Sprache vertraut ist,
  was ihre Integration sicherlich schwierig macht. Demgegenüber ist aber auch
  wesentlich, dass sie seit ihrem zweiten Altersjahr zusammen mit der
  Beschwerdeführerin und bis ins Jahr 2012 auch mit dem Beschwerdeführer lebte.
  Es ist offensichtlich, dass die Beschwerdeführer, vor allem die
  Beschwerdeführerin, die wesentlichen Bezugspersonen von E.______ sind und von
  ihr wohl als soziale Eltern wahrgenommen werden (vgl. etwa Child
  Report). Die gelebte Wirklichkeit steht daher einer Verneinung der
  Adoptionseignung alleine gestützt auf die nicht vollständige Erfüllung der
  Eignungskriterien von Art. 5 Abs. 2 AdoV entgegen. Massgebend ist
  wie dargelegt vielmehr, was im Kindeswohl liegt.

  
	
   

  
	
  5.5 Eine aus der Sicht des Kindeswohls optimale Lösung
  ist vorliegend nicht ersichtlich, da es dem Beschwerdeführer aus finanziellen
  Gründen nicht möglich ist, nach […] zurückzukehren. Am ehesten dem Kindeswohl
  entspricht wohl der Status quo, bei welchem der Beschwerdeführer in der
  Schweiz wohnt, während sich die Beschwerdeführerin und E.______ weiterhin in
  […] aufhalten. Diesfalls würden keine Integrationsprobleme, welche ein Umzug
  in die Schweiz unweigerlich mit sich bringt, entstehen. E.______ könnte zudem
  ihre Ausbildung in […] fortsetzen und auch ihre ausserhalb der Kernfamilie
  bestehenden sozialen Kontakte weiterhin pflegen. Auch weitere Risiken wie die
  für ein Zusammenleben in der Schweiz finanziell schwierige Lage, die aktuell
  für ein Leben als Familie ungeeignete Wohnung in der Schweiz sowie die angeschlagene
  Gesundheit des Beschwerdeführers würden sich so nicht in einer dem Kindeswohl
  unzuträglichen Weise verwirklichen können. Zu beklagen wäre aber, dass sie
  weiterhin vom Beschwerdeführer räumlich getrennt wäre. Dies wäre indessen
  wohl annehmbar, da E.______ bereits seit fünf Jahren nicht mehr mit dem
  Beschwerdeführer zusammenlebt, was auch ohne Weiteres erklärt, dass die
  Beschwerdeführerin ihre wichtigste Bezugsperson ist (vgl. etwa Child Report).
  

  
	
   

  
	
  5.6 Die Adoptionseignung der Beschwerdeführer darf
  indessen nicht deshalb verneint werden, weil der Status quo für das
  Kindeswohl die bessere Lösung als eine Adoption zu sein scheint. Bei einer
  derartigen Argumentation würde die Beschwerdeführerin nämlich vor die Wahl
  gestellt, entweder mit dem Beschwerdeführer in der Schweiz zusammenzuleben
  oder – um das Wohl von E.______ nicht zu gefährden – ohne den Beschwerdeführer
  in […] zu verbleiben. Wird aber die Beschwerdeführerin faktisch gezwungen,
  zur Verwirklichung des Kindeswohls auf ein Zusammenleben mit ihrem Ehemann in
  der Schweiz zu verzichten, worauf sie gemäss Art. 42 Abs. 1 des
  Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer vom 16. Dezember 2005
  (AuG) grundsätzlich einen Anspruch hat, so wird in einer unzulässigen Weise
  in ihr durch Art. 13 der Bundesverfassung der Schweizerischen
  Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV) und Art. 8 der
  Europäischen Menschenrechtskonvention vom 4. November 1950 (EMRK)
  garantiertes Recht auf Achtung des Familienlebens eingegriffen.

  
	
   

  
	
  5.7 Daraus folgt, dass im Hinblick auf das Kindeswohl
  nicht der Status quo der Adoption von E.______ mitsamt dem Leben in der
  Schweiz gegenüberzustellen ist, sondern die Situation, in welcher sich
  E.______ befinden würde, wenn die Beschwerdeführerin zu ihrem Ehemann in die
  Schweiz zöge, sie aber in […] bliebe. 

  
	
   

  
	
  Damit kommt der
  mutmasslichen Betreuungssituation von E.______ in […] bei einem Wegzug der
  Beschwerdeführerin in die Schweiz wesentliche Bedeutung zu, welcher Frage die
  Beschwerdegegnerin – wohl unter der nach dem Dargelegten unzulässigen
  Zugrundelegung des Status quo – nicht die gebührende Beachtung geschenkt hat.
  Aus den Akten lässt sich zunächst die Beziehung von E.______ zu ihren
  leiblichen Eltern nicht hinreichend klären. Aus dem Child Report geht hervor,
  dass die Beziehung liebevoll und stark sei, während die Beschwerdeführer
  ausführen, E.______ habe ihre Mutter zwar sporadisch getroffen, es sei jedoch
  nie eine verbindliche Mutter-Kind-Beziehung zwischen den beiden entstanden
  (Sozialbericht). Unbestritten ist, dass sowohl die leibliche Mutter als auch
  der leibliche Vater verheiratet sind und je eine eigene Familie mit zwei
  Kindern bzw. mit einem Kind haben. Sodann haben die leiblichen Eltern die
  Adoptionsfreigabe erklärt, was von der Schweizer Botschaft in […] beglaubigt
  wurde. Darin führten sie unter anderem aus, dass sich E.______ bei den
  leiblichen Eltern sicher nicht zurechtfinden würde, weil sie bisher nicht mit
  ihnen gelebt habe. Die leiblichen Eltern hätten nun je eine eigene Familie
  und bisher keine Unterhaltsbeiträge für sie bezahlt. 

  
	
   

  
	
  Es erscheint als
  offensichtlich, dass E.______ weder in die Familie ihrer leiblichen Mutter
  noch in diejenige ihres leiblichen Vaters als Familienmitglied aufgenommen
  und ihr dort die notwendige Pflege und Erziehung geleistet würden. Dies ist
  aufgrund der Vorgeschichte, welche überhaupt erst zur Aufnahme von E.______
  durch die Beschwerdeführerin geführt hat, wenig erstaunlich. Ebenfalls unwahrscheinlich
  ist, dass die drei Kinder der Beschwerdeführerin aus erster Ehe (im Alter von
  26, 24 und 22 Jahren) sich um E.______ in einer genügenden Weise kümmern
  könnten. Zum einen wären sie aufgrund des geringen Altersunterschieds für
  Erziehungsaufgaben ungeeignet, zum anderen studieren alle drei und verdienen
  sich ihren Lebensunterhalt mittels Nebenjobs (vgl. Sozialbericht), was wohl
  die Betreuung eines bald 15-jährigen Mädchens kaum möglich macht. Konkrete
  Anhaltspunkte dafür, dass andere Bezugspersonen vorhanden sind, welche für
  eine gute Pflege und Erziehung von E.______ geeignet erschienen und dazu
  bereit sind, lassen sich in den Akten nicht finden.

  
	
   

  
	
  Insgesamt muss davon
  ausgegangen werden, dass bei einem Wegzug der Beschwerdeführerin in die Schweiz
  E.______ nicht nur von ihrer wichtigsten Bezugsperson getrennt wäre, sondern
  ihre künftige Betreuungs- und Erziehungssituation völlig ungeklärt wäre.
  Demgegenüber bliebe durch eine Adoption von E.______ in der Schweiz die bisherige
  Betreuungs- bzw. Erziehungsstruktur aufrechterhalten. Dabei ist zu berücksichtigen,
  dass die Beschwerdeführer zu den sozialen Eltern von E.______ geworden sind
  und zwischen ihnen eine starke und stabile Beziehung besteht (Sozialbericht).
  Unter Berücksichtigung all dieser Umstände liegt es auf der Hand, dass durch
  eine Adoption von E.______ trotz der erwähnten Risiken das Kindeswohl viel
  besser gewahrt bleibt als bei einem Verbleiben von E.______ in […] ohne
  Beschwerdeführerin, bei welchem ihr Wohl akut gefährdet wäre. In diesem Sinne
  ist auch der Sozialbericht zu verstehen, wonach die Adoption von E.______ in
  der Schweiz (unter den gegebenen Umständen) die bestmögliche Lösung sei.
  Insofern vermag die im Sozialbericht ausgesprochene Empfehlung, bei Vorliegen
  von positiven Stellungnahmen der Kinder der Beschwerdeführerin den
  Beschwerdeführern die Eignungsbescheinigung zur Aufnahme von E.______ zwecks
  Adoption zu erteilen, entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin zu überzeugen.
  

  
	
   

  
	
  5.8 Die Zentralbehörde Adoption stellte der
  Beschwerdegegnerin zwar am 13. Februar 2017 die Zustimmungserklärung der drei
  leiblichen Kinder der Beschwerdeführerin zu. Diese ist allerdings nicht
  beglaubigt, was nachzuholen ist. Nicht mehr ausstehend sind hingegen die
  beglaubigten Unterhaltsverpflichtungen der Beschwerdeführer.

  
	
   

  
	
  Demgemäss ist die
  Beschwerde teilweise gutzuheissen. Disp.-Ziff. 1 des Beschlusses der
  Beschwerdegegnerin vom 2. Mai 2017 ist aufzuheben. Die Beschwerdegegnerin ist
  einzuladen, den Beschwerdeführern die Eignung zur Adoption von E.______ im
  Sinne von Art. 6 Abs. 1 AdoV zu bescheinigen, sobald die beglaubigten
  Zustimmungserklärungen der drei leiblichen Kinder der Beschwerdeführerin
  vorliegen.

  
	
   

  
	
  6.

  
	
  Bei diesem Ausgang des
  Verfahrens muss die von den Beschwerdeführern gerügte Verletzung des
  rechtlichen Gehörs nicht weiter geprüft werden.

  
	
   

  
	
  III.

  
	
  1.

  
	
  Die Partei hat
  grundsätzlich im Beschwerdeverfahren die amtlichen Kosten zu tragen, wenn sie
  unterliegt (Art. 134 Abs. 1 lit. c VRG). Der Kanton ist für seine Behörden
  nicht kostenpflichtig, es sei denn, besondere Umstände rechtfertigen dies
  (Art. 135 Abs. 1 VRG). Die Gerichtskosten sind daher auf die
  Staatskasse zu nehmen.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Die Beschwerdegegnerin ist
  nach Art. 138 Abs. 3 lit. a VRG zu verpflichten, den in der Hauptsache
  obsiegenden Beschwerdeführern eine Parteientschädigung von Fr. 2'500.-
  (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 Die Beschwerdeführer beantragen die Gewährung der
  unentgeltlichen Prozessführung und der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung.
  Gemäss Art. 139 Abs. 1 des Gesetzes über die
  Verwaltungsrechtspflege vom 4. Mai 1986 (VRG) befreit die Behörde eine
  Partei, der die Mittel fehlen, um neben dem Lebensunterhalt für sich und ihre
  Familie die Verfahrenskosten aufzubringen, auf Gesuch hin ganz oder teilweise
  von der Kosten- und Vorschusspflicht, sofern das Verfahren nicht aussichtslos
  ist. Unter denselben Voraussetzungen weist sie der Partei auf Gesuch hin oder
  von Amtes wegen einen Anwalt als Rechtsbeistand zu, falls ein solcher für die
  gehörige Interessenwahrung erforderlich ist (Art. 139 Abs. 2 VRG). Der
  Nachweis der Bedürftigkeit obliegt nach Art. 139 Abs. 3 VRG der
  gesuchstellenden Partei.

  
	
   

  
	
  3.2 Da den Beschwerdeführern keine Gerichtskosten
  aufzuerlegen sind, ist ihr Gesuch um unentgeltliche Prozessführung als
  gegenstandslos geworden abzuschreiben.

  
	
   

  
	
  3.3 Aus den Akten ergibt sich die Mittellosigkeit der
  Beschwerdeführer ohne Weiteres. Da die Beschwerde teilweise gutzuheissen ist,
  kann sie zudem nicht als aussichtslos bezeichnet werden. Schliesslich waren
  die Beschwerdeführer für das vorliegende Verfahren auf eine rechtliche
  Vertretung angewiesen. Daraus folgt, dass ihr Gesuch um unentgeltliche
  Rechtsverbeiständung gutzuheissen und ihnen in der Person von Rechtsanwalt
  C.______ ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen ist. Letzterer ist
  mit pauschal Fr. 2'500.- (inkl. Mehrwertsteuer) zu entschädigen. Daran
  anzurechnen ist die Parteientschädigung seitens der Beschwerdegegnerin in
  gleicher Höhe.

  
	
  Demgemäss beschliesst die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Das
    Gesuch der Beschwerdeführer um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung
    wird als gegenstandslos geworden abgeschrieben.

    
	
    2.

    	
    Das
    Gesuch der Beschwerdeführer um Gewährung der unentgeltliche Rechtsverbeiständung
    wird gutgeheissen. Ihnen wird in der Person von Rechtsanwalt C.______ ein
    unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt.

    
	
    3.

    	
    Der Rechtsbeistand wird zu Lasten der Gerichtskasse
    mit Fr 2'500.- (inkl. Mehrwertsteuer) entschädigt. Daran
    angerechnet wird die Parteientschädigung seitens der Beschwerdegegnerin in
    gleicher Höhe.

    

  und erkennt sodann:

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Disp.-Ziff. 1 des Beschlusses
    der Beschwerdegegnerin vom 2. Mai 2017 wird aufgehoben. Die
    Beschwerdegegnerin wird eingeladen, den Beschwerdeführern die Eignung zur
    Adoption von E.______ im Sinne von Art. 6 Abs. 1 AdoV zu bescheinigen,
    sobald die beglaubigten Zustimmungserklärungen der drei leiblichen Kinder
    der Beschwerdeführerin vorliegen.

    
	
    2.

    	
    Die
    Gerichtskosten werden auf die Staatskasse genommen.

    
	
    3.

    	
    Die
    Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, den Beschwerdeführern innert 30 Tagen
    nach Rechtskraft dieses Entscheids eine Parteientschädigung in der Höhe von
    Fr. 2'500.- (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

    
	
    4.

    	
    Schriftliche
    Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]