# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 97ccfa0c-81a3-52fe-85fd-714db7460cb2
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-12-19
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 19.12.2017 110 2017 87
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2017-87_2017-12-19.pdf

## Full Text

ENTSCHEID
DER

BAU-, VERKEHRS- UND ENERGIEDIREKTION 

RA Nr. 110/2017/87 Bern, 19. Dezember 2017

in der Beschwerdesache zwischen

Herrn A.________
Beschwerdeführer

vertreten durch Herrn Rechtsanwalt B.________

und

C.________
Beschwerdegegner

sowie

Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Saanen, Bauverwaltung, 3792 Saanen

betreffend die Verfügung der Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Saanen vom 
6. Juli 2017 (Baugesuch Nr. 2016-178; Erstellen und Betreiben einer Bowls Anlage)

I. Sachverhalt

1. Der Beschwerdegegner reichte am 12. Dezember 2016 bei der Gemeinde Saanen 

ein Baugesuch ein für das Erstellen und Betreiben einer Bowls Anlage mit zwei 

Spielbahnen (Spielfläche total 31 m x 8 m) mit grünem Kunstrasen-/Teppichbelag auf 

sickerfähiger Asphalt-, Beton-Tragschicht. Das Baugesuch umfasst weiter das Aufstellen 

eines Gartenhauses und Werbeelemente. Die Nutzung der Anlage und die Werbung 

werden nur für die Monate April bis November beantragt. Die hier betroffene Parzelle 

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Saanen Grundbuchblatt Nr. D.________ liegt in der Zone für Sport und Freizeit ZSF. 

Gegen das Bauvorhaben erhob der Beschwerdeführer Einsprache.

Mit Gesamtentscheid vom 6. Juli 2017 erteilte die Gemeinde Saanen die Baubewilligung. 

Sie legte in ihrem Entscheid fest, dass die temporären Reklamefahnen und temporären 

Werbebanden nur während dem Spiel- und Trainingsbetrieb aufgestellt werden dürfen.

2. Dagegen reichte der Beschwerdeführer am 4. August 2017 Beschwerde bei der Bau-, 

Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Er stellt folgende 

Rechtsbegehren:

"1. Der Gesamtentscheid Nr. 2016-178 der Einwohnergemeinde Saanen vom 6. Juli 

2017 sei aufzuheben und dem Vorhaben sei der Bauabschlag zu erteilen;

2. Eventuell: Der Gesamtentscheid Nr. 2016-178 der Einwohnergemeinde Saanen vom 

6. Juli 2016 sei aufzuheben, soweit damit auch die Bewilligung für das Aufstellen 

eines Gartenhauses erteilt wurde und von der Rechtsverwahrung sei Kenntnis zu 

nehmen und zu geben;

3. Subeventuell: Der Gesamtentscheid Nr. 2016-178 sei um die Auflage, dass allfällige 

privatrechtliche Angelegenheiten (Bauverbot etc.) vor Beginn der Bauarbeiten mit 

den jeweiligen Eigentümern zu regeln sind, zu ergänzen und von der 

Rechtsverwahrung sei Kenntnis zu nehmen und zu geben; 

unter Kosten und Entschädigungsfolge."

Der Beschwerdeführer macht insbesondere eine Gehörsverletzung, die fehlende 

Zonenkonformität, eine Unterschreitung des Grenzabstandes, eine Verletzung der 

Lärmvorschriften sowie eine Verletzung der Baubeschränkung geltend.

3. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet1, holte die 

Vorakten ein und führte den Schriftenwechsel durch. Das Rechtsamt forderte den 

Beschwerdegegner auf, die von ihm eingereichte Beschwerdeantwort zu unterzeichnen 

und die Zeichnungsberechtigung des für ihn handelnden Präsidenten mittels eines 

unterzeichneten Protokollauszuges zu belegen. Der Beschwerdegegner kam dieser 

1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und 
Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191)

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Aufforderung nach. Das Rechtsamt der BVE teilte den Parteien zudem mit, dass nach 

einer summarischen Einschätzung des Rechtsamtes der BVE die geplante Bowls Anlage 

bewilligungspflichtig sei und den in dieser Zone vorgeschriebenen Grenzabstand von 3 m 

nicht einhalte (Anhang 7 zum Gemeindebaureglement). Da der Beschwerdeführer die 

diesbezügliche Rüge erst im Beschwerdeverfahren vorgebracht habe, werde Gelegenheit 

gegeben, das Baugesuch zurückzuziehen oder zu diesen Überlegungen Stellung zu 

nehmen. Die darauf folgenden Stellungnahmen der Gemeinde und des 

Beschwerdegegners vom 5. Oktober 2017 wurden den übrigen Verfahrensbeteiligten 

zugestellt. Auf die Rechtsschriften und Stellungnahmen wird, soweit für den Entscheid 

wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen näher eingegangen.

II. Erwägungen

1. Prozessvoraussetzungen

a) Bauentscheide können nach Art. 40 BauG2 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit 

Baubeschwerde bei der BVE angefochten werden. Die BVE ist somit für die Beurteilung 

der Beschwerde zuständig. Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchstellerinnen, die 

Baugesuchsteller, die Einsprecherinnen, die Einsprecher und die zuständige 

Gemeindebehörde (Art. 40 Abs. 2 BauG). Der Beschwerdeführer, dessen Einsprache 

abgewiesen wurde, ist durch den vorinstanzlichen Gesamtentscheid beschwert und daher 

zur Beschwerdeführung legitimiert. Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde 

ist einzutreten.

b) In ihrer Stellungnahme vom 5. Oktober 2017 führt die Gemeinde aus, es sei durch 

das Rechtsamt der BVE festzustellen, ob auf die erst im Beschwerdeverfahren 

vorgebrachte Rüge des nicht eingehaltenen Grenzabstandes einzutreten sei.

Am 1. April 2017 ist der revidierte Art. 40 Abs. 2 BauG in Kraft getreten. Demnach entfällt 

die Einschränkung auf Rügen, die bereits in der Einsprache erhoben worden sind. Da es 

sich dabei um eine verfahrensrechtliche Regelung handelt, ist diese sofort, also auch auf 

2 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721)

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hängige Verfahren, anzuwenden.3 Der Beschwerdeführer darf daher im 

Beschwerdeverfahren neue Rügen erheben. 

2. Grenzabstand 

a) Der Beschwerdeführer macht geltend, der in der vorliegenden Zone vorgesehene 

Grenzabstand von 3 m werde nicht eingehalten. Der Beschwerdegegner hält das Vorhaben 

nicht für baubewilligungspflichtig, weshalb der Grenzabstand nicht einzuhalten sei. In 

seiner Stellungnahme vom 5. Oktober 2017 bringt der Beschwerdegegner zudem vor, die 

geplante Bowls Anlage sei lediglich ein weiteres, ebenerdiges Spielfeld innerhalb der Zone 

für öffentliche Nutzung, vergleichbar mit den Flächen des Tennisplatzes und der Eisbahn, 

welche beide bis an die Grundstückgrenzen reichten. Das Bowls Spielfeld sei eine 

Teilfläche des Nutzungsbereichs für die Eisbahn und sei eine bereits entsprechend 

ausgestaltete ebene Fläche mit sickerfähigem Untergrund. Die Gemeinde führte in ihrer 

Stellungnahme vom 5. Oktober 2017 aus, sie teile die Einschätzung des Rechtsamtes, 

dass das Bauvorhaben bewilligungspflichtig sei. Der im Anhang 7 des Baureglements 

aufgeführte Grenzabstand von 3 m beziehe sich auf Gebäude, deren Maximalhöhe im 

gleichen Satz festgelegt werde. Für Aussenanlagen mit einer Höhe von 1.20 m seien keine 

Minimalabstände definiert. 

b) Nach Art. 1a Abs. 1 BauG sind alle künstlich geschaffenen und auf Dauer angelegten 

Bauvorhaben, die in fester Beziehung zum Erdboden stehen und geeignet sind, die 

Nutzungsordnung zu beeinflussen, baubewilligungspflichtig. Massstab dafür, ob eine 

bauliche Massnahme erheblich genug ist, um sie dem Bewilligungsverfahren zu 

unterwerfen, ist die Frage, ob mit deren Realisierung nach dem gewöhnlichen Lauf der 

Dinge so wichtige räumliche Folgen verbunden sind, dass ein Interesse der Öffentlichkeit 

oder der Nachbarn an einer vorgängigen Kontrolle besteht.4 Keiner Baubewilligung 

bedürfen nach Art. 1b Abs. 1 BauG der Unterhalt von Bauten und Anlagen, für eine kurze 

Dauer erstellte Bauten und Anlagen sowie andere geringfügige Bauvorhaben. Im Übrigen 

bestimmt das Baubewilligungsdekret die baubewilligungsfreien Bauvorhaben. 

Baubewilligungsfrei sind etwa kleine Nebenanlagen wie kurze Sichtschutzwände, auf zwei 

3 Vgl. Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 25 N. 11
4 BGE 120 Ib 379 E. 3c sowie Zaugg/Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, 
Bern 2013, Art.1a N. 10 m.w.H.

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Seiten offene, ungedeckte Gartensitzplätze oder unbeheizte Schwimmbecken bis zu 15 m2 

Fläche (Art. 6 Abs. 1 Bst. b BewD5). Nicht nur Neuerstellungen bedürfen einer 

Baubewilligung, auch Erweiterungen von Bauten und Anlagen sind grundsätzlich 

baubewilligungspflichtig.6 

Die geplanten zwei Spielbahnen weisen eine Spielfläche von 248 m2 auf (31 m x 8 m). Die 

heute bestehende offenbar drainierte Grasfläche7 soll gemäss Umschreibung des 

Bauvorhabens im Baugesuch durch eine 7 cm dicke sickerfähigen Asphalt-, Beton-

Tragschicht ersetzt und in den Monaten April bis November mit grünem Kunstrasen-

/Teppichbelag bedeckt werden. Vorgesehen sind insbesondere am Rand des Spielfelds 15 

cm tiefe und 20 cm breite Rinnen ("Ditch"), daran anschliessend an den schmalen Seiten 

des Feldes zwei mobile Rückwände mit Sitzbank, diverse (Stütz-)mauern und 

verschiedene Werbeelemente für Sponsoren.8 

Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung stellt das Einrichten eines Autoabstellplatzes 

mit Rasengittersteinen einen baubewilligungspflichtigen Vorgang dar.9 Das 

Verwaltungsgericht hat zudem entschieden, dass das Herrichten eines Reitplatzes mit 

Grasboden zu einem Allwetterplatz mit Kies- und Sandbelag bewilligungspflichtig ist.10 

Gleiches muss für die vorliegend umstrittene Spielfläche gelten. Sie steht mit der neu 

geplanten 7 cm dicken sickerfähigen Asphalt-, Beton-Tragschicht in fester Beziehung zum 

Erdboden und enthält zusätzlich oberirdische Bauteile (Mauern und mobile Rückwände). 

Aufgrund der vorgesehenen Grösse und dem Spielzweck ist sie geeignet, die 

Nutzungsordnung zu beeinflussen. In Übereinstimmung mit der Gemeinde ist daher davon 

auszugehen, dass die Bowls Anlage baubewilligungspflichtig ist. Ebenfalls 

bewilligungspflichtig sind die vorgesehenen Werbeelemente für Sponsoren, da es sich 

dabei nicht um Eigenreklamen im Sinne von Art. 6a Abs. 1 BewD handelt. Diese umfassen 

nur Werbung auf dem eigenen Betriebs(-Areal) oder dessen unmittelbare Nähe für eigene 

5 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1) 
6 Zaugg/Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art.1a N 16.
7 Vgl. Fotos im Anhang zur Beschwerdeantwort
8 Vgl. genehmigter Plan "Bodenaufbau, Rückwand/Ditch and Bank" sowie insbesondere Situationsplan 
Reklame
9 BGer 1P.410/1990 vom 21.2.1992 E. 1b.
10 VGE 17846 vom 4.12.1989, E. 2

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Produkte, Dienstleistungen, Veranstaltungen oder Ideen. Fremdreklamen wie die 

vorliegende sind baubewilligungspflichtig.11 

c) Die geplante Bowls Anlage reicht an der nordwestlichen Ecke praktisch bis an die 

Grundstückgrenze zur Liegenschaft auf der Parzelle Saanen Gbbl.-Nr. E.________, von 

welcher der Beschwerdeführer Stockwerkeigentümer ist. 

Gemeinden sind gestützt auf Art. 12 Abs. 2 BauG ermächtigt, die Gebäude- und 

Grenzabstände festzulegen. Gemäss Anhang 7 des Baureglements der Gemeinde Saanen 

(GBR) gilt auf der Parzelle D.________ was folgt: "Es sind nur zweck- und 

standortgebundene zweigeschossige Gebäude bzw. Anlagen gestattet. Die Gebäudehöhe 

darf höchstens 7 m und der Grenzabstand muss 3 m betragen." Als Zweckbestimmung 

sieht das GBR "Tennisplatz, Natureisbahn, Ski- und Touristikzentrum" vor. Die Gemeinde 

macht geltend, der im Anhang 7 des Baureglements aufgeführte Grenzabstand von 3 m 

beziehe sich auf Gebäude, deren Maximalhöhe im gleichen Satz festgelegt werde. Für 

Aussenanlagen mit einer Höhe von 1.20 m seien keine Minimalabstände definiert. 

Für Bauten, die den Boden überragen, wird gewöhnlich für die besonnte Längsseite ein 

grosser Grenzabstand und für die übrigen Seiten ein kleiner Grenzabstand festgelegt. 

Diese Mindestabstände sind je nach Art der Zone unterschiedlich gross (wo höher gebaut 

werden darf, sind sie meist grösser). Besondere Abstände bestehen in der Regel für 

unbewohnte Kleinbauten und für unterirdische Bauten. Für Sonderbauformen wie 

Schwimmbecken, Gewächshäuser, Bienenhäuser, Tiergehege, Mauern, Masten usw. 

fehlen oft angepasste Vorschriften. In solchen Fällen wird gewöhnlich auf die 

Empfehlungen der Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion des Kantons Bern (JGK) 

zurückgegriffen, die als Ausdruck der kantonalen Verwaltungspraxis gelten können.12 

Das GBR sieht für die Parzelle D.________ nur zweck- und standortgebundene 

zweigeschossige Gebäude bzw. Anlagen mit einem Grenzabstand von 3 m vor. Das GBR 

unterscheidet für die betroffene Zone nicht in klarer Weise zwischen dem Grenzabstand für 

Hauptbauten mit einer maximalen Höhe von 7 m und anderen Bauten wie Nebenbauten 

oder unterirdischen Bauten. Die Auslegung der Gemeinde, wonach der Grenzabstand von 

11 Zaugg/Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 1b N. 13 
sowie Bernische Systematische Information Gemeinden (BSIG) Nr. 7/721.51/1.1, Reklamen, Ziff. 2 bis 4 
(abrufbar unter: <www.bsig.jgk.be.ch>)
12 Ludwig/Stalder, Öffentliches Baurecht, in: Müller/Feller (Hrsg.), Bernisches Verwaltungsrecht, 2. Auflage 
2013, S. 489 N. 46 

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3 m nur für Gebäude gilt, ist insoweit nachvollziehbar, als es sich bei der Bowls Anlage um 

eine besondere Bauform handelt. Besondere Bauformen werden zumeist von den 

kantonalen und kommunalen Bauvorschriften nicht befriedigend erfasst, da sie auf 

"Durchschnittbauten" zugeschnitten sind. Da vorliegend die Baubewilligungspflicht zu 

bejahen ist und das GBR keine anderslautende klare Regelung enthält, könnte aufgrund 

der geringen Höhe der Bowls Anlage durchaus ein privilegierter Grenzabstand in Betracht 

gezogen werden.13 Die Weisungen der JGK enthalten jedoch keine Vorschriften für 

Sportanlagen wie die vorliegende. Einzig für Schwimmbecken und Schwimmhallen sehen 

die Weisungen einen speziellen Grenzabstand vor, und zwar den kleinsten (ordentlichen) 

Grenzabstand nach GBR, unter Ausschluss der Gebiete mit annähernd geschlossener 

Bauweise.14 Allerdings sieht die Gemeinde in Art. 8 GBR keinen solchen Grenzabstand 

vor, der weniger als 3 m beträgt. Daher führt eine Privilegierung hier nicht zu einem 

anderen Ergebnis. Die Auffassung der Gemeinde, dass überhaupt kein Grenzabstand 

einzuhalten sei, ist hingegen nicht haltbar. Dass der bestehende Tennisplatz praktisch bis 

an die Grenze gebaut ist, ist vermutlich Folge der nachträglichen Abparzellierung.15 

d) Das Baugesuch umfasst zusätzlich verschiedene Werbeelemente für Sponsoren. 

Neu sind Werbeschilder an den Spielbahnrückwänden (2 x 800/35 cm), sowie am 

Tennisgitterzaun Reklamefahnen (4 x 260/150 cm) und Werbebanden vom Boden bis zu 

einer Höhe von 50 cm vorgesehen (14 x 260 cm).16 Diese Werbeelemente reichen im 

Nordwesten (Werbeschilder an Spielbahnrückwand) und Südwesten (Tennisgitterzaun mit 

Reklamefahnen und Werbebanden) bis an die Parzellengrenze zur Liegenschaft, von 

welcher der Beschwerdeführer Stockwerkeigentümer ist. 

Das GBR enthält für Reklamen keine besonderen Grenzabstände (vgl. Art. 34 GBR). Die 

diesbezüglichen Weisungen der JGK sehen für freistehende, also nicht an Fassaden 

montierte Reklamen, den Grenzabstand für unbewohnte Nebenbauten vor.17 Gemäss Art. 

45 Abs. 1 GBR müssen unbewohnte Nebenbauten einen Grenzabstand von 3 m einhalten. 

13 Vgl. Bernische Systematische Information Gemeinden (BSIG) Nr. 7/721.0/10.1, Baubewilligungsverfahren, 
Empfehlungen zur Behandlung einiger Sonderfälle von baubewilligungspflichtigen Vorhaben, Ziff. 1 (abrufbar 
unter: <www.bsig.jgk.be.ch>)
14 Bernische Systematische Information Gemeinden (BSIG) Nr. 7/721.0/10.1, Baubewilligungsverfahren, 
Empfehlungen zur Behandlung einiger Sonderfälle von baubewilligungspflichtigen Vorhaben, Ziff. 2.3 in 
Verbindung mit Anhang I Ziff. 3 (abrufbar unter: <www.bsig.jgk.be.ch>)
15 Vgl. Vorakten Gemeinde, Dokument 18 mit Plan vom 7. Februar 1984
16 Vgl. insbesondere Situationsplan Reklame und Plan "Werbung an Gitterzaun zu Tennisplatz"
17 Vgl. Bernische Systematische Information Gemeinden (BSIG) Nr. 7/721.51/1.1, Reklamen, Ziff. 7.2 (abrufbar 
unter: <www.bsig.jgk.be.ch>)

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Der Beschwerdegegner beantragt die Werbung nur für die Monate April bis November. Im 

Gesamtentscheid vom 6. Juli 2017 legte die Gemeinde fest, dass die temporären 

Reklamefahnen und temporären Werbebanden nur während dem Spiel- und 

Trainingsbetrieb aufgestellt werden dürfen. Damit verlangt die Gemeinde, dass sämtliche 

Werbeelemente nach jedem Spiel oder Training entfernt werden müssen. Die korrekte 

Umsetzung dieser Auflage ist für die Reklamefahnen (260 x 150 cm) und Werbebanden 

(260 x 50 cm) am Tennisgitterzaun kaum realistisch.18 Aufgrund ihrer Grösse müssen diese 

Werbeelemente jedenfalls einen Grenzabstand von 3 m einhalten. Da die geplanten 

Reklamen im Südwesten bis an die Grundstückgrenze reichen, verletzen sie die 

Abstandsvorschriften klar.

Welchen Abstand die im Weiteren vorgesehenen mobilen Werbeschilder mit einer Höhe 

von 35 cm an den Spielbahnrückwänden einhalten müssen, kann offen bleiben. 

3. Ergebnis und Hinweise

a) Zusammenfassend handelt es sich bei der Bowls Anlage und den Reklamen um 

bewilligungspflichtige Vorhaben, welche einen Grenzabstand einzuhalten haben. Da sie bis 

an die Parzellengrenze reichen, können sie nicht bewilligt werden. Da das Gartenhaus als 

Materiallager für die Bowls Anlage dient, besteht kein Interesse daran, dieses separat zu 

prüfen und allenfalls zu bewilligen. Offen bleiben kann daher auch, welche allfälligen 

Rechtsfolgen das Schreiben des Beschwerdegegners vom 10. Februar 2017 hatte, mit 

welchem er auf den Bau des Gartenhauses allenfalls verzichten würde und ein 

angepasstes Baugesuch einreichte.19 Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der 

Gesamtentscheid der Gemeinde Saanen vom 6. Juli 2017 wird aufgehoben und dem 

Baugesuch vom 12. Dezember 2016 wird der Bauabschlag erteilt. Nicht geprüft werden 

müssen daher die weiteren vorgebrachten Rügen (rechtliches Gehör, Zonenkonformität, 

Baubeschränkung, Lärmvorschriften). 

b) Sollte der Beschwerdegegner für ein neues Projekt wieder ein Baugesuch einreichen, 

müsste die Gemeinde auch überprüfen, inwieweit der Strassenabstand gegenüber der 

18 Vgl. dazu auch die Fotos der bereits bestehenden Reklamen bei den bewilligten Plänen
19 Vgl. Vorakten Gemeinde, Dokument 14

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Grubenstrasse eingehalten wird bzw. dafür gestützt auf ein Ausnahmegesuch eine 

Ausnahmebewilligung erteilt werden könnte. Einwände zivilrechtlicher Art wären zudem als 

Rechtsverwahrung vorzumerken (Art. 32 und 36 Abs. 3 BewD). 

4. Kosten

a) Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegt der Beschwerdegegner. Er hat die 

Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden bestimmt auf eine 

Pauschalgebühr von Fr. 1'000.– (Art. 103 Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 GebV20).

Der Beschwerdegegner hat nach wie vor die Kosten des Bewilligungsverfahrens zu tragen 

(Art. 52 Abs. 1 BewD), wenn auch reduziert um die Kosten für die Baukontrolle (Fr. 150.–) 

und "Benützungsgebühr für öffentliche Verkehrswege" (Fr. 80.–). Für das Inkasso der 

reduzierten Gebühr von Fr. 1'219.– ist die Gemeinde zuständig.

b) Der Beschwerdegegner hat zudem dem Beschwerdeführer die Parteikosten zu 

ersetzen (Art. 108 Abs. 3 VRPG). 

 

Der Anwalt des Beschwerdeführers macht Parteikosten von insgesamt Fr. 5'840.– geltend 

(Honorar Fr. 5'250.–, Auslagen Fr. 157.–, MWST Fr. 433.–). Die Parteikosten umfassen 

den durch die berufsmässige Parteivertretung anfallenden Aufwand (Art. 104 Abs. 1 

VRPG). Nach Art. 11 Abs. 1 PKV21 beträgt das Honorar in verwaltungsrechtlichen 

Beschwerdeverfahren Fr. 400.– bis Fr. 11'800.– pro Instanz. Innerhalb des Rahmentarifs 

bemisst sich der Parteikostenersatz nach dem in der Sache gebotenen Zeitaufwand sowie 

der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses (Art. 41 

Abs. 3 KAG22). Im vorliegenden Fall ist der gebotene Zeitaufwand als unterdurchschnittlich 

zu werten, da nur ein Schriftenwechsel stattfand und kein Beweisverfahren durchgeführt 

wurde. Angesichts der Baukosten gemäss Baugesuch von rund Fr. 120'000.– und den 

umstrittenen Rechtsfragen sind auch die Bedeutung der Streitsache und die Schwierigkeit 

des Prozesses insgesamt als eher unterdurchschnittlich einzustufen. Daher erscheint ein 

Honorar von Fr. 3'725.– als angemessen. Der Beschwerdegegner hat dem 

20 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; 
BSG 154.21)
21 Verordnung vom 17. Mai 2006 über die Bemessung des Parteikostenersatzes (Parteikostenverordnung; 
PKV; BSG 168.811)
22 Kantonales Anwaltsgesetz vom 28. März 2006 (KAG; BSG 168.11)

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Beschwerdeführer somit Parteikosten in der Höhe von Fr. 4'192.60 (Honorar Fr. 3'725.–, 

Auslagen 157.–, Mehrwertsteuer Fr. 310.60) zu ersetzen.

III. Entscheid

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Gesamtentscheid der Gemeinde Saanen 

vom 6. Juli 2017 wird aufgehoben. Dem Baugesuch vom 12. Dezember 2016 wird 

der Bauabschlag erteilt.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1'000.– werden dem Beschwerdegegner zur Bezahlung 

auferlegt. Eine separate Zahlungseinladung folgt, sobald dieser Entscheid in 

Rechtskraft erwachsen ist.

Die reduzierten Kosten des erstinstanzlichen Baubewilligungsverfahrens von 

Fr. 1'219.– werden dem Beschwerdegegner zur Bezahlung auferlegt. Für das 

Inkasso dieser Kosten ist die Gemeinde zuständig.

3. Der Beschwerdegegner hat dem Beschwerdeführer Parteikosten im Betrag von 

Fr. 4'192.60 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) zu ersetzen. 

IV. Eröffnung

- Herrn Rechtsanwalt B.________, eingeschrieben

- C.________, eingeschrieben

- Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Saanen, Bauverwaltung, eingeschrieben

BAU-, VERKEHRS- UND 

ENERGIEDIREKTION

Die Direktorin

RA Nr. 110/2017/87 11

Barbara Egger-Jenzer

Regierungsrätin