# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2ac5bf2c-a843-5233-9d8f-4617a4bbbebb
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-09-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.09.2008 D-6727/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6727-2006_2008-09-22.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-6727/2006
law/bah
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 2 .  S e p t e m b e r  2 0 0 8

Richter Walter Lang (Vorsitz), 
Richter François Badoud, Richter Fulvio Haefeli, 
Gerichtsschreiber Christoph Basler.

A._______, geboren (...),
B._______, geboren (...),
C._______, geboren (...),
Mazedonien,
vertreten durch Werner Spirig, Fürsprecher, (...),
Beschwerdeführende,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), vormals Bundesamt 
für Flüchtlinge (BFF),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFF vom 
20. März 2003 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-6727/2006

Sachverhalt:

A.
Die Beschwerdeführenden, ethnische Albaner mit letztem Wohnsitz in 
Z._______ (Gemeinde Y._______), verliessen ihr Heimatland eigenen 
Angaben  gemäss  am  19.  November  2002  und  gelangten  am 
24. November  2002  in  die  Schweiz,  wo  sie  am gleichen  Tag in  der 
Empfangsstelle  (heute:  Empfangs-  und  Verfahrenszentrum  [EVZ]) 
Basel um Asyl nachsuchten.

A.a Am 28. November 2002 erhob das Bundesamt die Personalien der 
Beschwerdeführenden  und  befragte  sie  summarisch  zum  Reiseweg 
und zu den Gründen für das Verlassen der Heimat.

Dabei  erklärte  der  Beschwerdeführer,  er  sei  Soldat  der 
Befreiungsarmee  des  Kosovo  (UCK)  gewesen  und  von  der  Polizei 
vorgeladen  worden.  Seine  Kollegen,  die  bei  der  Befreiungsarmee 
gewesen  seien  und  sich  bei  der  Polizei  gemeldet  hätten,  seien 
verhaftet  und  verurteilt  worden.  Einige  seien  derart  misshandelt 
worden,  dass  sie  invalid  geworden  seien.  Er  habe  sich  nicht  frei 
bewegen können, da sein Dorf durch die mazedonischen Streitkräfte 
umzingelt  sei.  Die  Streitkräfte,  die  an  den  Kontrollpunkten  stünden, 
hätten eine Liste, auf  der ehemalige Soldaten aufgeführt  seien. Wer 
vorbeifahre,  werde  verhaftet.  Der  Beschwerdeführer  gab  eine 
polizeiliche  Vorladung  vom  22. April  2002  und  die  Kopie  einer 
Bestätigung  der  UCK  ab,  wonach  er  vom  11. März  bis  zum  26. 
September 2001 Dienst geleistet habe.

Die Beschwerdeführerin führte aus, sie habe sich in Gefahr befunden, 
weil  ihr  Ehemann  in  Gefahr  gewesen  sei.  Ihr  Ehemann  habe  einen 
Haftbefehl erhalten.

A.b Am 13. Januar  2003 wurden die  Beschwerdeführenden von der 
zuständigen kantonalen Behörde zu ihren Asylgründen angehört. 

Der Beschwerdeführer machte im Wesentlichen geltend, sein Pass sei 
ihm von der  Polizei  während den Unruhen von 2001 zusammen mit 
seiner Identitätskarte abgenommen worden. Im Jahr 1996 habe er bei 
der mazedonischen Armee Dienst geleistet. Während er im Jahr 2001 
bei der UCK Dienst geleistet habe, sei er im Gesicht verletzt worden. 
Als das Friedensabkommen in Kraft getreten sei, sei er im Spital von 

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X._______ gewesen. Zirka zwei Wochen vor dem 26. September 2001 
sei  er  zu  seiner  Einheit  zurückgekehrt,  die  anschliessend  von  der 
NATO und der EU entwaffnet worden sei. Man wisse, dass alle UCK-
Soldaten,  die  in  Mazedonien  gegen  die  mazedonische  Armee 
gekämpft  und  Vorladungen  Folge  geleistet  hätten,  zu  einer  ein-  bis 
zweijährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden seien. Alle inhaftierten 
UCK-Kämpfer  seien  gefoltert  worden  und  hätten  das  Gefängnis  als 
Invalide  verlassen.  Sein  Heimatdorf  sei  von  drei  mazedonischen 
Dörfern  umgeben,  in  denen  Spezialeinheiten  (mazedonische 
Freischärler)  stationiert  seien,  die  von  den  mazedonischen 
Sicherheitskräften  unterstützt  würden.  Diese  Einheiten  terrorisierten 
die  albanische  Bevölkerung  und  suchten  nach  UCK-Soldaten.  Die 
Vorladung zu einem Informationsgespräch habe er etwa zwei Wochen 
vor seiner Ausreise per Post erhalten. Nach Erhalt derselben habe er 
das Haus nicht mehr verlassen, da er sich in Gefahr gewähnt habe. 

Die Beschwerdeführerin sagte aus, ihr Ehemann habe eine polizeiliche 
Vorladung  erhalten.  Dies  sei  der  Grund  für  ihre  Ausreise  gewesen. 
Persönlich habe sie keine Probleme gehabt.

A.c Am 5. Februar  2003 wurde den Beschwerdeführenden ihr  Sohn 
C._______ geboren.

B.
Das  BFF  stellte  mit  Verfügung  vom  20.  März  2003  -  eröffnet  am 
25. März  2003  -  fest,  die  Beschwerdeführenden  würden  die 
Flüchtlingseigenschaft  nicht  erfüllen,  und lehnte die Asylgesuche ab. 
Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete 
deren Vollzug an. 

C.
C.a Mit Eingabe an die Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 
vom 19. April  2003  erhoben  die  Beschwerdeführenden  gegen  diese 
Verfügung  Beschwerde  und  beantragen,  es  sei  ihnen  Asyl  zu 
gewähren. Der Eingabe lag eine Vorladung vom 9. Januar 2003 bei.

C.b Am  24.  April  2003  ging  bei  der  ARK  eine  Bestätigung  der 
Fürsorgeabhängigkeit  der  Beschwerdeführenden  vom 22. April  2003 
ein.

D.
Der Instruktionsrichter der ARK forderte die Beschwerdeführenden mit 

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Zwischenverfügung  vom  7.  Mai  2003  zur  Leistung  eines 
Kostenvorschusses  und  zur  Einreichung  einer  Übersetzung  der 
eingereichten „polizeilichen Vorladung“ auf.

E.
E.a Am  21.  Mai  2003  reichten  die  Beschwerdeführenden  eine 
Übersetzung der Vorladung vom 9. Januar 2003 nach.

E.b Mit  Schreiben  vom  22.  Mai  2003  ersuchten  die 
Beschwerdeführenden  sinngemäss  um  Erlass  des  erhobenen 
Kostenvorschusses. Dem Schreiben lag eine Bescheinigung des (...) 
vom 14. Mai  2003 bei,  wonach  der  Sohn der  Beschwerdeführenden 
unter einem angeborenen Herzfehler leide.

F.
Mit Zwischenverfügung vom 3. Juni 2003 hiess der Instruktionsrichter 
das Gesuch um Verzicht auf  die Erhebung eines Kostenvorschusses 
gut,  hob  die  Ziffer  2  der  Verfügung  vom  7.  Mai  2003 
wiedererwägungsweise  auf,  und  stellte  die  Akten  dem  BFF  zur 
Vernehmlassung zu.

G.
In  seiner  Vernehmlassung  vom  8.  September  2003  beantragte  das 
BFF die Abweisung der Beschwerde.

H.
H.a Die  Vernehmlassung  wurde  den  Beschwerdeführenden  am 
27. Oktober  2003  zur  Kenntnis  gebracht.  Zur  Einreichung  einer 
Stellungnahme wurde ihnen Frist angesetzt.

H.b Am  1.  November  2003  übermittelten  die  Beschwerdeführenden 
der ARK eine Mitteilung der IV-Stelle der (...) vom 19. August 2003, in 
welcher  diese  die  Kostenübernahme  für  medizinische  Massnahmen 
ihres Sohnes garantierte.

I.
Mit Eingabe vom 11. Juli 2005 reichten die Beschwerdeführenden eine 
undatierte  Erklärung  von  D._______,  die  Kopie  eines  diesen 
betreffenden Gerichtsurteils vom 3. Oktober 2002 mit Übersetzung, die 
Kopie  eines  Schreibens  der  ehemaligen  Chefanklägerin  des  UNO-
Kriegsverbrechertribunals für Jugoslawien, Carla del Ponte, an einen 

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mazedonischen Staatsanwalt vom 26. Juni 2002, einen Zeitungsartikel 
sowie eine Petition ein.

J.
J.a Der  Instruktionsrichter  ordnete  am  12. September  2005  einen 
weiteren Schriftenwechsel an.

J.b Das BFM beantragte in seiner Vernehmlassung vom 20. Oktober 
2005 die Abweisung der Beschwerde.

K.
K.a Am  3.  November  2005  ersuchte  der  neu  mandatierte 
Rechtsvertreter  der  Beschwerdeführenden  um  Akteneinsicht  und 
Ansetzung einer Frist zur Stellungnahme.

K.b Der  Instruktionsrichter  der  ARK  entsprach  mit  Verfügung  vom 
17. November  2005  dem  Gesuch  um  Gewährung  der  Akteneinsicht 
und  gewährte  eine  Frist  zur  Einreichung  einer  allfälligen 
Stellungnahme.

K.c Der  Rechtsvertreter  ersuchte  am  1. Dezember  2005  um 
ergänzende Akteneinsicht.

K.d Mit Verfügung vom 9. Dezember 2005 hiess der Instruktionsrichter 
das  Gesuch  um  ergänzende  Akteneinsicht  gut  und  stellte  dem 
Rechtsvertreter  die  von  den  Beschwerdeführenden  eingereichten 
Beweismittel  in  Kopie  zur  Einsicht  zu.  Gleichzeitig  erstreckte  er  die 
Frist zur Einreichung einer allfälligen Stellungnahme.

L.
In  ihrer  Stellungnahme  vom  27.  Dezember  2005  hielten  die 
Beschwerdeführenden an ihren Anträgen fest. Sie beantragten, es sei 
ihnen Einsicht in die Dokumentenanalyse zu gewähren.

M.
Die Beschwerdeführenden gaben am 4. April  2006 einen Bericht der 
„Tetova Lajme“ vom 5. November 2001 mit Übersetzung zu den Akten 
und  machten  geltend,  mit  diesem  Bericht  könne  bewiesen  werden, 
dass D._______ in der Haft gefoltert worden sei.

N.
Am  7.  Juni  2006  übermittelten  die  Beschwerdeführenden  einen  die 

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Beschwerdeführerin betreffenden Arztbericht vom 3. Januar 1991 und 
einen  Untersuchungstermin  vom  5.  August  2004  des  (...)  für  ihren 
Sohn. Gleichzeitig beantragten sie, es sei ihnen aus gesundheitlichen 
Gründen eventualiter eine vorläufige Aufnahme zu erteilen.

O.
Mit  Schreiben  vom  23.  Oktober  2006  reichten  die 
Beschwerdeführenden folgende Beweismittel ein: eine Bestätigung der 
UCK-Mitgliedschaft  des  Beschwerdeführers  vom 5. August  2006  mit 
Übersetzung,  zwei  Fotografien  des  Beschwerdeführers  in  UCK-
Uniform,  eine  Erklärung  der  Organisation  der  Kriegsveteranen  der 
Nationalen Befreiungsarmee vom 29. Mai 2006 mit Übersetzung, einen 
Leserbrief  aus  der  Zeitung  Fakti  vom  25. August  2006  mit 
Übersetzung, einen Bericht der Zeitung Fakti vom 5. September 2006 
mit  Übersetzung,  eine  DVD-Aufnahme  einer  Fernsehsendung  über 
eine Polizeirazzia vom Januar 2001 mit  schriftlicher Niederschrift  der 
Aussagen von Zeugen mit Übersetzung, ein Arztzeugnis vom 23. Mai 
2006,  einen  Universitätsausweis  der  Beschwerdeführerin  mit 
Übersetzung,  einen  Universitätsausweis  des  Beschwerdeführers  mit 
Übersetzung und eine „Temporary ID Card“ der Beschwerdeführerin.

P.
P.a Mit  Eingabe  vom  13.  Dezember  2007  übermittelten  die 
Beschwerdeführenden  dem  Bundesverwaltungsgericht  zahlreiche 
Fotografien.

P.b Am  21.  Januar  2008  liessen  die  Beschwerdeführenden  dem 
Bundesverwaltungsgericht eine korrigierte Version ihrer Eingabe vom 
vom 13. Dezember 2007 zukommen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das 
Bundesverwaltungsgericht  Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach 
Art. 5  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember 1968  über  das 
Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört  zu den 
Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende 

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Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das 
Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der 
vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem Bereich endgültig 
(Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998  [AsylG,  SR 142.31]; 
Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 17. Juni 2005 
[BGG, SR 173.110]).

1.2 Das  Bundesverwaltungsgericht  hat  am  1.  Januar  2007  die 
Beurteilung  der  bei  der  ARK  am  31.  Dezember  2006  hängig 
gewesenen Rechtsmittel  übernommen. Das neue Verfahrensrecht  ist 
anwendbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.3 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Die 
Beschwerdeführenden sind durch die angefochtene Verfügung berührt 
und  haben  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  bzw. 
Änderung.  Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert 
(Art.  6  AsylG  i.V.m.  Art.  48  Abs.  1,  50  und  52  VwVG).  Auf  die 
Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
3.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Als  Flüchtling  wird  eine  ausländische  Person 
anerkannt,  wenn sie in ihrem Heimatstaat  oder im Land,  in  dem sie 
zuletzt  wohnte,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität, 
Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder 
begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als 
ernsthafte  Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib, 
Leben  oder  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen 
psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist 
Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG).

3.2 Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in 

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sich  widersprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder 
massgeblich  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt 
werden (Art. 7 AsylG).

4.
4.1 Das  Bundesamt  führte  zur  Begründung  seines  Asylentscheides 
aus,  das  mazedonische  Parlament  habe  am  7.  März  2002  ein 
Amnestiegesetz  erlassen,  das  alle  Personen  von  Strafverfolgung 
ausnehme, gegen die ein begründeter Verdacht bestehe, bis zum 26. 
September  2001  Straftaten  im  Zusammenhang  mit  dem  Konflikt  im 
Jahr  2001  begangen  zu  haben.  Bereits  eingeleitete  Strafverfahren 
seien einzustellen und verhängte Strafen aufzuheben. Ausgenommen 
von dieser Regelung seien 64 Personen, denen besondere Straftaten 
zur Last gelegt würden. Gemäss den Erkenntnissen des Bundesamtes 
werde  das  Amnestiegesetz  in  der  Praxis  umgesetzt.  Vor  diesem 
Hintergrund seien die Vorbringen des Beschwerdeführers, wonach er 
festgenommen und gefoltert werde, nicht mit den Tatsachen vereinbar. 
Zudem habe er gesagt, er habe die Vorladung etwa zwei Wochen vor 
seiner  Ausreise erhalten  und sich seither nicht  mehr aus dem Haus 
gewagt. Dies impliziere, dass er die Vorladung Anfang November 2002 
erhalten  habe.  Das  eingereichte  Dokument  datiere  indessen  vom 
22. April  2002. Seine dazu auf Vorhalt hin abgegebene Erklärung, er 
habe - insbesondere nach seiner Verletzung - Schwierigkeiten mit den 
genauen  Daten,  sei  als  Schutzbehauptung  einzustufen.  Es  könne 
erwartet  werden,  dass  jemand  wisse,  ob  er  zwei  Wochen  oder  ein 
halbes Jahr lang nicht mehr aus dem Haus gegangen sei. Ausserdem 
sei zu erwarten, dass die Behörden den Beschwerdeführer zwischen 
April  und  November  2002  längstens  zu  Hause  aufgesucht  und 
festgenommen  hätten,  wenn  dies  ihre  Absicht  gewesen  wäre. Nach 
den  Wahlen  vom  15.  September  2002  habe  sich  die  Lage  für  die 
albanischstämmige  Bevölkerung  im  Allgemeinen  und  für  ehemalige 
UCK-Kämpfer im Besonderen verbessert. Der Beschwerdeführer habe 
keinen Grund mehr, Verfolgungsmassnahmen zu befürchten. Die Frage 
der  Authentizität  der  der  eingereichten  Kopie  zugrunde  liegenden 
Bestätigung der UCK könne daher offen gelassen werden.

4.2 In der Beschwerde vom 19. April  2003 wird geltend gemacht,  in 
Mazedonien  würden  die  Gesetze  nicht  beachtet.  Die  meisten 
ehemaligen  UCK-Kämpfer  seien  inhaftiert  und  gefoltert  worden.  Am 
13. Januar  2003  habe  der  Beschwerdeführer  zum  wiederholten  Mal 
eine Einladung für ein Informationsgespräch bei der Polizei erhalten, 

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am 20. Dezember 2002 habe die mazedonische Polizei sein Zuhause 
durchsucht,  um ihn festzunehmen. Im Falle einer Rückkehr werde er 
verhaftet.

4.3 Das BFM führt in seiner Vernehmlassung vom 8. September 2003 
aus,  eine  amtsinterne  Überprüfung  der  auf  Beschwerdeebene 
eingereichten  Vorladung  habe  Hinweise  auf  eine  Totalfälschung 
ergeben.  Es  handle  sich  um  eine  manipulierte  (abgerissene) 
Fotokopie, die unübliche amtliche Angaben enthalte. Zudem müssten 
die Umstände, die zur Zustellung des Dokuments geführt  hätten, als 
nicht mit der Realität vereinbar eingestuft werden.

4.4 In  der  Eingabe  vom  11.  Juli  2005  wird  ausgeführt,  zahlreiche 
Landsleute, die die Beschwerdeführenden kennen würden und die in 
der  Schweiz  wohnten,  würden  bestätigen,  dass  die 
Beschwerdeführenden  in  Mazedonien  gefährdet  seien.  Mit  den 
eingereichten  Unterlagen  könne  aufgezeigt  werden,  dass  der 
ehemalige UCK-Soldat  D._______ lange Zeit  inhaftiert  gewesen sei. 
An seinem Beispiel  könne gezeigt  werden,  wie  gefährdet  ehemalige 
UCK-Soldaten in Mazedonien seien. Er und eine weitere Person seien 
von  einem  mazedonischen  Gericht  schuldig  gesprochen  worden, 
obwohl  Carla  del  Ponte  sie  als  unschuldig  bezeichnet  habe. In  der 
Zeitung  FAKTI  werde  über  die  Gewaltausübung  der  mazedonischen 
Sicherheitskräfte  gegenüber  der  albanischen  Bevölkerung  berichtet. 
Es werde erwähnt, dass die mazedonische Polizei mehrere ehemalige 
UCK-Soldaten verhaftet habe. 

4.5 Das BFM führt  in  seiner Vernehmlassung aus,  D._______ sei  in 
Mazedonien im November 2001 festgenommen worden, weil man ihn 
verdächtigt habe, im August 2001 an Folterungen und dem sexuellen 
Missbrauch von Arbeitern („Mavrovo Road Workers“) beteiligt gewesen 
zu sein. Nachdem die Beweislage eine weitere Inhaftierung nicht mehr 
zugelassen habe, sei  er im Dezember 2002 freigelassen worden. Es 
treffe  somit  nicht  zu,  dass  er,  wie  er  in  seinem  Schreiben  geltend 
mache, lediglich wegen seiner damaligen Mitgliedschaft bei der UCK 
in Haft genommen worden sei. Sein Vorbringen, er sei in der Haft über 
den Beschwerdeführer verhört worden, sei als reine Parteibehauptung 
einzustufen. Es  könne  erwartet  werden,  dass  der  Beschwerdeführer 
verhaftet  worden wäre, wenn die Behörden dies beabsichtigt  hätten. 
Die  eingereichte  Petition  sei  nicht  geeignet,  die  Situation  der 
Beschwerdeführenden in einem anderen Licht erscheinen zu lassen, 

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da es auf der Hand liege, dass sich die Unterzeichner - in der Schweiz 
lebende  Personen  albanischer  Ethnie -  aus  Gefälligkeit  für  die 
Beschwerdeführenden einsetzten.

4.6 In der Stellungnahme vom 27. Dezember 2005 wird ausgeführt, es 
sei  bewiesen,  dass  der  ehemalige  UCK-Kämpfer  D._______  auch 
nach  Inkrafttreten  des  mazedonischen  Amnestiegesetzes  im  März 
2002 wegen seiner Zugehörigkeit  zur UCK-M inhaftiert  gewesen sei. 
Er  sei  formell  wegen  „Organisierung  der  Gruppe  und  Anstiftung  zu 
Verübung von Genozid und Kriegsverbrechen nach Art. 408 Abs. 2...“ 
angeklagt  worden. Der Vorwurf  des Kriegsverbrechens stimme nicht, 
was sich aus dem Brief von Carla del Ponte ergebe, die ihn in der Haft 
einvernommen  habe.  Es  sei  damit  erwiesen,  dass  D._______  und 
E._______, der das gleiche Schicksal gehabt habe, nach Inkrafttreten 
des  Amnestiegesetzes  wegen  Zugehörigkeit  zur  UCK-M  inhaftiert 
gewesen seien. D._______ berichte von schweren Folterungen, denen 
er ausgesetzt  gewesen sei,  als er in den Händen der Spezialeinheit 
„Lavovi“  gewesen  sei.  Diese  habe  dem  ehemaligen  Innenminister 
Boskovski,  der  durch  Ungehorsam  gegenüber  der  mazedonischen 
Regierung  aufgefallen  sei,  zur  Bekämpfung  der  UCK-M  gedient. 
Boskovski sei nach Mazedonien (recte: Kroatien) geflohen und stehe 
unter  Mordverdacht.  Es  gebe  keinen  Grund  an  der  Glaubwürdigkeit 
von  D._______  zu  zweifeln,  habe  er  doch  sogar  dem 
Jugoslawientribunal  in  Den  Haag  Red  und  Antwort  stehen  müssen. 
Damit erweise sich die Annahme, D._______ sei wegen „Folterungen 
und dem sexuellen Missbrauch von Arbeitern“ festgenommen worden, 
als  falsch.  Auch die  Annahme,  alle  ehemaligen  UCK-Kämpfer  seien 
nach der  Inkraftsetzung des Amnestiegesetzes  freigelassen worden, 
erweise  sich  als  falsch.  Teile  der  UCK  hätten  auch  nach  deren 
formellen  Auflösung  am  27.  September  2001  weitergekämpft.  UCK-
Kämpfer, die weiter gemacht hätten, hätten riskiert, erneut gesucht zu 
werden. Es sei realistisch und aufgrund der Aussagen von D._______ 
glaubhaft, dass der Beschwerdeführer vorgeladen worden sei. Wäre er 
nicht in Gefahr gewesen, hätte er angesichts der Schwangerschaft der 
Ehefrau  wohl  kaum  eine  solche  Reise  angetreten.  Schliesslich  sei 
nicht  nachvollziehbar, was man sich unter  einer Fotokopie vorstellen 
solle,  die  deswegen  manipuliert  worden  sein  solle,  weil  sie 
„abgerissen“  worden  sei.  Weil  die  Vorladung  das  fluchtauslösende 
Ereignis  gewesen  sei,  sei  es  nicht  möglich,  dass  der 
Beschwerdeführer  sie  schon  im  April  2002  erhalten  habe.  Der 
Aussteller müsse sich im Datum geirrt haben, möglicherweise sei die 

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Vorladung schon am 22. April  2002 für  einen anderen Zweck datiert 
und erst später verwendet worden.

4.7 Im  Schreiben  vom  23.  Oktober  2006  wird  ausgeführt,  die 
Erklärung  der  Organisation  der  Kriegsveteranen  und  der  Leserbrief 
des ehemaligen UCK-Kämpfers F._______ würden beweisen, dass die 
politisch motivierte Verfolgung von ehemaligen UCK-Mitgliedern  trotz 
des Amnestiegesetzes weitergehe. F._______  sitze im Gefängnis, weil 
er  zu  sieben  Jahren  Freiheitsentzug  verurteilt  worden  sei;  aufgrund 
seiner  Zugehörigkeit  zur  UCK sei  ihm die  Teilnahme an Terrorakten 
unterschoben worden. Gleich sei es G._______ ergangen, der zu zehn 
Jahren  Gefängnis  verurteilt  worden  sei.  Auf  der  eingereichten  DVD 
werde  eine  Reportage  über  eine  Polizeirazzia  gezeigt;  der 
Beschwerdeführer  gebe  dem  Fernsehen  Auskunft,  sein  Auftritt 
beweise,  dass  er  sich  auch  nebst  seinem  militärischen  Einsatz 
regierungsfeindlich  geäussert  habe.  Die  interviewten  Personen 
schilderten  das  brutale  Vorgehen  der  Polizei.  Mit  den 
Studentenausweisen  werde  die  Ausbildung  der  Beschwerdeführer 
dokumentiert.

4.8 In der Eingabe vom 13. Dezember 2007 wird geltend gemacht, der 
Beschwerdeführer  habe  am  7.  November  2007  einen  Anruf  aus 
Mazedonien erhalten. Er sei über die Hinrichtung von vier ehemaligen 
UCK-Kämpfern  und  zwei  Zivilisten  informiert  worden.  Unter  den 
hingerichteten  Kämpfern  befänden  sich  zwei  Ex-Kampfgefährten, 
einer  davon  sei  ein  ehemaliger  Nachbar  der  Beschwerdeführenden. 
Die vier Ex-UCK-Kämpfer hätten sich gegen ihre Verhaftung gewehrt 
und seien niedergeschossen worden. Die Leichen seien verstümmelt 
und wahrscheinlich in einem Spital abgegeben worden, wo man ihnen 
Organe entnommen habe. Die Einschussstellen und die Nähte seien 
sichtbar. Vier weitere Personen seien verhaftet worden, weil ihnen die 
Polizei  wohl  vorwerfe,  Helfershelfer  der  ehemaligen  UCK-Kämpfer 
gewesen  zu  sein.  Der  Beschwerdeführer  habe  mehrfach  mit 
H._______ gesprochen. Beim letzten Anruf habe sich dessen Tochter 
gemeldet; sie  habe gesagt,  ihr  Vater  sei  eben verhaftet  worden. Die 
eingereichten Fotografien hätten die Beschwerdeführenden von einem 
Bekannten erhalten. Die Fotografien von den Leichen zweier Ex-UCK-
Kämpfer  seien  von  der  Veteranenvereinigung  gemacht  worden;  sie 
seien  für  die  UNO-Menschenrechtskommission  in  Genf  bestimmt. In 
den  internationalen  Medien  sei  über  das  Massaker  kaum  berichtet 
worden.  Hingegen  sei  in  den  albanischsprachigen  Fernsehsendern 

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Alsat  darüber  berichtet  worden.  Es  sei  damit  erwiesen,  dass  der 
Beschwerdeführer in grösster Lebensgefahr schwebe, sollte er seinen 
Fuss  auf  mazedonischen  Boden  setzen.  Trotz  Friedensschluss  und 
Amnestieversprechens  würden  die  ehemaligen  UCK-Kämpfer  in 
Mazedonien  liquidiert.  Die  Nachricht  und  die  Fotografien  hätten  die 
Beschwerdeführenden  geschockt,  die  Beschwerdeführerin  werde 
psychologisch betreut. 

5.
5.1 Grundsätzlich sind Vorbringen dann glaubhaft gemacht, wenn sie 
genügend  substanziiert,  in  sich  schlüssig  und  plausibel  sind.  Sie 
dürfen sich nicht in vagen Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen 
Punkten nicht widersprüchlich sein, der inneren Logik entbehren oder 
den  Tatsachen  oder  der  allgemeinen  Erfahrung  widersprechen. 
Darüber  hinaus  muss  der  Gesuchsteller  persönlich  glaubwürdig 
erscheinen, was insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn er wichtige 
Tatsachen  unterdrückt  oder  bewusst  falsch  darstellt,  im  Laufe  des 
Verfahrens  Vorbringen  auswechselt,  steigert  oder  unbegründet 
nachschiebt  oder  die  nötige  Mitwirkung  am  Verfahren  verweigert. 
Glaubhaftmachung  bedeutet  ferner  -  im  Gegensatz  zum  strikten 
Beweis  -  ein  reduziertes  Beweismass und lässt  durchaus  Raum für 
gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des Gesuchstellers. 
Entscheidend  ist,  ob  die  Gründe,  welche  für  die  Richtigkeit  der 
Sachverhaltsdarstellung  sprechen,  überwiegen  oder  nicht.  Dabei  ist 
auf  eine  objektivierte  Sichtweise  abzustellen  (vgl.  Art.  7  AsylG; 
Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2005 Nr. 21 E. 6.1 S. 190 f.).

5.2
Hinsichtlich der Glaubhaftigkeit der Vorbringen des Beschwerdeführers 
ist  festzustellen,  dass  aufgrund  seiner  Aussagen  und  der 
eingereichten  Bestätigungen  sowie  der  Fotografien  davon 
ausgegangen  werden  kann,  dass  er  vom  14.  März  2001  bis  zum 
26. September 2001 Soldat der UCK gewesen ist. Weder aufgrund der 
eingereichten  Beweismittel  noch  seiner  Aussagen  kann  hingegen 
angenommen  werden,  er  habe  nach  diesem  Zeitpunkt  noch  an 
Aktionen  von ehemaligen  UCK-Kämpfern  teilgenommen. Er  erklärte, 
er  sei  bei  der  UCK  einfacher  Soldat  gewesen  und  aufgrund  der 
Aktenlage deutet  nichts  darauf  hin,  dass er  innerhalb der  UCK eine 
Führungsfunktion bekleidet hat. 

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5.3
5.3.1 Bezüglich  des  geltend  gemachten  Fluchtgrundes  (Erhalt  einer 
Vorladung) bestehen indessen erhebliche Ungereimtheiten. So machte 
der  Beschwerdeführer  bei  der  Erstbefragung  geltend,  er  habe  die 
Vorladung  vom  22. April  2002  per  Post  erhalten  und  sich 
anschliessend  nicht  mehr  in  die  Stadt  gewagt.  Im  Rahmen  der 
kantonalen  Anhörung  sagte  er,  er  habe  sich  nach  Erhalt  der 
Vorladung,  die  er  etwa  zwei  Wochen  vor  seiner  Ausreise 
(19. November 2002) erhalten habe, nicht mehr aus dem Haus getraut 
(vgl act. A10/13, S. 6). Das Bundesamt hat in diesem Zusammenhang 
in  der  angefochtenen Verfügung zu Recht  darauf  hingewiesen,  dass 
die Aussagen des Beschwerdeführers zum Zeitpunkt des Erhalts der 
Vorladung nicht  mit  der  Datierung derselben in Übereinstimmung zu 
bringen sind. Auch die Aussagen der Beschwerdeführerin lassen die 
Authentizität  des  Dokuments  als  zweifelhaft  erscheinen.  Bei  der 
kantonalen Anhörung erklärte sie, sie wisse nicht,  wie und wann ihr 
Ehemann die Vorladung erhalten habe; sie habe die Vorladung jedoch 
selbst  gesehen  (vgl.  act.  A11/12,  S.  5).  Sie  sei  bis  zum  Erhalt 
derselben reguläre Studentin gewesen und habe an der Universität an 
den  Vorlesungen  teilgenommen.  Danach  habe  sie  im  Fernstudium 
weiterstudiert,  sie sei nur noch an bestimmten Prüfungstagen an die 
Universität  gegangen.  Zuletzt  habe  sie  im  Juli  2002  an  Prüfungen 
teilgenommen  (vgl.  act.  A11/12,  S.  7).  Diese  Aussagen  implizieren, 
dass  die  vom  22.  April  2002  datierende  Vorladung  dem 
Beschwerdeführer nicht erst zwei Wochen vor der Ausreise, sondern 
jedenfalls vor Juli 2002 zugestellt wurde. Die Erklärung in der Eingabe 
vom  27. Dezember  2005  (Seite  8),  wonach  sich  der  Aussteller  der 
Vorladung im Datum geirrt haben müsse oder die Vorladung früher zu 
einem anderen Zweck datiert, aber erst später verwendet worden sei, 
vermag unter diesen Umständen von vornherein nicht zu überzeugen. 
Aufgrund  dieser  Überlegungen  und  des  Umstandes,  dass  die 
Beschwerdeführenden  bis  im  November  2002  an  ihrem  Wohnort 
verweilten,  ohne dass die mazedonischen Sicherheitsbehörden nach 
dem  Datum,  an  welchem  der  Beschwerdeführer  sich  angeblich  bei 
ihnen hätte melden müssen (26. April  2002), zu Hause nach diesem 
gesucht hätten,  gelangt das Bundesverwaltungsgericht zum Schluss, 
dass es sich beim bei der Vorinstanz eingereichten Dokument um eine 
Fälschung handelt.

5.3.2 Auf  Beschwerdeebene  reichte  der  Beschwerdeführer  eine 
weitere Vorladung, datierend vom 9. Januar 2003, für den 13. Januar 

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2003 ein. Hierzu ist vorab festzustellen, dass es sich offensichtlich um 
die  Kopie  eines  aus  den  90er  Jahren  des  letzten  Jahrhunderts 
stammenden  Formulars  handelt,  die  vom  Papierbogen  abgerissen 
wurde.  Das  Dokument  entspricht  in  weiten  Teilen  demjenigen  vom 
22. April 2002, welches vom Bundesverwaltungsgericht als Fälschung 
taxiert  wurde.  In  der  Beschwerde  wird  behauptet,  der 
Beschwerdeführer  habe  am  13. Januar  2003  zum  wiederholten  Mal 
eine Vorladung für ein Informationsgespräch bei der Polizeidienststelle 
in Y._______ erhalten. In der „Erklärung“ vom 21. Mai 2003 führte der 
Beschwerdeführer aus, sein Vater habe die Vorladung zwischen dem 
9.  und  dem  12.  Januar  2003  vom  Postboten  entgegengenommen. 
Diese Angaben des Beschwerdeführers  sind nicht  übereinstimmend. 
Ferner  erscheint  auch  das  geschilderte  Vorgehen  der 
Sicherheitsbehörden nicht plausibel. Nach Erhalt der ersten Vorladung 
(April  2002)  soll  der  Beschwerdeführer  von  den  Behörden  bis  zu 
seiner Ausreise nicht gesucht worden sein. Gemäss den Angaben in 
der  Beschwerde  habe  die  mazedonische  Polizei  am  20.  Dezember 
2002  sein  Haus  durchsucht,  um  ihn  festzunehmen.  Bei  dieser 
Sachlage ist jedoch nicht nachvollziehbar und damit unglaubhaft, dass 
die Sicherheitsbehörden den Beschwerdeführer im Januar 2003 erneut 
vorgeladen hätten. Hätten die mazedonischen Behörden beabsichtigt, 
ihn  zu  verfolgen,  wäre  das  unter  diesen  Umständen  eine  wenig 
erfolgversprechende  und  damit  unsinnige  Taktik  gewesen.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  gelangt  aus  diesen  Gründen  zur 
Auffassung,  dass  es  sich  auch  bei  der  zweiten  eingereichten 
Vorladung um eine Fälschung handelt.

5.3.3 Der  Antrag  in  der  Eingabe  vom  27.  Dezember  2005,  es  sei 
Einsicht  in  den  ganzen  vorinstanzlichen  Bericht  der  Analyse  der 
Vorladung  vom  9.  Januar  2003  zu  gewähren,  ist  abzuweisen.  Das 
Bundesamt hat in seiner Vernehmlassung vom 8. September 2003 die 
wesentlichen Punkte angeführt, aufgrund derer es auf eine Fälschung 
des Dokumentes schloss.

5.3.4 Gemäss Art. 10 Abs. 4 AsylG können verfälschte und gefälschte 
Dokumente  sowie  echte  Dokumente,  die  missbräuchlich  verwendet 
wurden, vom Bundesamt oder von der Beschwerdeinstanz eingezogen 
werden. Die als gefälscht erkannten Vorladungen vom 22. April  2002 
und 9. Januar 2003 sind daher einzuziehen.

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6.
6.1 Massgeblich für die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft ist die 
Situation  im  Zeitpunkt  des  Asylentscheides.  Ausgangspunkt  der 
Prüfung ist die Frage nach der im Zeitpunkt der Ausreise vorhandenen 
Furcht  vor  einer  absehbaren  Verfolgung  im  Heimatstaat. 
Veränderungen  der  objektiven  Situation  im  Heimatstaat  zwischen 
Ausreise  und  Asylentscheid  sind  zugunsten  und  zulasten  der 
Asylgesuch stellenden Person zu berücksichtigen (vgl. BVGE 2008/4 
E. 5.4 S. 38 f.; EMARK 2000 Nr. 2 E. 8a, 1994 Nr. 24 E. 8a;  WALTER 
KÄLIN,  Grundriss  des  Asylverfahrens,  Basel/Frankfurt  a.  M.  1990, 
S. 135 ff.).

6.2 Die Furcht vor künftiger Verfolgung umfasst gemäss den von der 
Rechtsprechung entwickelten Kriterien einerseits ein auf tatsächlichen 
Gegebenheiten beruhendes objektives Element sowie andererseits die 
persönliche Furchtempfindung der betroffenen Person als subjektives 
Element.  Als  Flüchtling  im  Sinne  von  Art.  3  AsylG  ist  demnach 
anzuerkennen,  wer  gute  -  das  heisst  von Dritten  nachvollziehbare  - 
Gründe  (objektives  Element)  für  seine  Furcht  (subjektives  Element) 
hat,  mit  gewisser  Wahrscheinlichkeit  und in  absehbarer  Zukunft  das 
Opfer  von  gezielter  Verfolgung  zu  werden  (vgl.  EMARK  2000  Nr. 9 
E. 5a S. 78).

6.3 Vorweg  ist  darauf  hinzuweisen,  dass  der  Schweizerische 
Bundesrat  Mazedonien mit  Beschluss  vom 25. Juni  2003 zum "safe 
country" erklärt hat, in welchem nach seinen Feststellungen Sicherheit 
vor  Verfolgung  besteht  (vgl.  Art.  6a  Abs.  2  Bst.  a  AsylG).  Diese 
Tatsache schliesst die Gewährung von Asyl und den Verzicht auf den 
Vollzug  der  Wegweisung  nicht  aus,  da  die  fehlende  Verfolgung  im 
Herkunftsland  lediglich  vermutet  wird  und  somit  widerlegt  werden 
kann.

6.4 Gemäss dem „US Departement of State“ gab es in Mazedonien in 
den  Berichtsjahren  2006  und  2007  keine  Meldungen  über  das 
Verschwindenlassen von Personen aus politischen Gründen und keine 
Berichte  über  das  Vorhandensein  von  politischen  Gefangenen.  Die 
allgemeine  Menschenrechtssituation  in  Mazedonien  hat  sich  in  den 
letzten Jahren zwar verbessert,  es werden aber immer noch Vorfälle 
über Polizeigewalt registriert (vgl. „US Department of State“, „Country 
Reports  on  Human  Rights  Practices  -  2006/2007“,  6. März 
2007/11. März 2008; „Amnesty International Report 2008“, Mai 2008).

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6.5 Wie  das  Bundesamt  in  seiner  Verfügung  vom  20. März  2003 
zutreffend darlegt, hat das mazedonische Parlament am 7. März 2002 
eine  Amnestie  beschlossen,  welche  bis  zum  26. September  2001 
begangene  Straftaten  im  Zusammenhang  mit  dem  gewaltsamen 
Konflikt  in  Mazedonien  weitgehend  für  straffrei  erklärt.  Das 
Amnestiegesetz  gilt  für  sämtliche  Staatsbürger  Mazedoniens 
ungeachtet  ihrer  ethnischen  Zugehörigkeit.  Zu  den  strafbaren 
Handlungen im Sinne der Amnestie wurden zudem auch Ereignisse im 
Zusammenhang  mit  der  vorausgegangenen  Kosovo-Krise  von  1998/ 
1999 gezählt. Von der Amnestie erfasst sind etwa - nebst Refraktion 
und Desertion aus der mazedonischen Armee - auch Straftatbestände 
wie  Hochverrat,  Meuterei,  bewaffneter  Aufstand  und  Verschwörung 
gegen  den  Staat.  Von  der  Nachhaltigkeit  der  behördlichen 
Bemühungen, die ethnischen Spannungen zwischen den Mazedoniern 
und  den  Albanern  zu  mildern  und  die  Ethnien  miteinander  zu 
versöhnen, spricht im Übrigen auch der Umstand, dass die Amnestie 
mehrfach  verlängert  worden  ist.  Von  der  Amnestiegewährung 
ausgenommen bleiben Kriegsverbrechen sowie Verbrechen gegen die 
Menschlichkeit.  Entsprechend  befinden  sich  ehemalige  Kämpfer  der 
UCK,  welche  Kriegsverbrechen  bzw.  Verbrechen  gegen  die 
Menschlichkeit  begangen  haben,  nach  Massgabe  der  gegen  sie 
verhängten  Strafen  weiterhin  in  Haft.  Gemäss  den  dem 
Bundesverwaltungsgericht  zur  Verfügung  stehenden  Quellen  wurde 
die  Amnestie  in  der  Praxis  befolgt,  zahlreiche  Inhaftierte  wurden 
freigelassen  und  Hunderte  von  Verfahren  gegen  ehemalige  UCK-
Kämpfer und -Helfer wurden eingestellt. Das Amnestiegesetz wurde in 
der ersten Zeit von den mazedonischen Behörden und den Vertretern 
der  Albaner  unterschiedlich  interpretiert  und  den  polizeilichen  und 
gerichtlichen  Organen  stand  ein  gewisser  Spielraum  für 
Interpretationen offen. Zumindest  im Jahr  2002 war  die  Praxis  noch 
teilweise  widersprüchlich;  zu  dieser  Zeit  wurden  Angehörige  der 
früheren UCK noch festgenommen, befragt und teilweise misshandelt. 
Insgesamt  waren  jedoch  nur  wenige  Personen  davon  betroffen.  Für 
den  Zeitpunkt  nach  dieser  Übergangsphase  sind  indessen  keine 
grösseren Probleme bei der Umsetzung der Amnestie zu verzeichnen 
(vgl.  Schweizerische  Flüchtlingshilfe,  Mazedonien  Update,  August 
2003).  Das  Bundesverwaltungsgericht  geht  angesichts  dieser 
Sachlage  davon  aus,  dass  der  Beschwerdeführer  im  Falle  einer 
Rückkehr  in  seine  Heimat  keine  Bestrafung  wegen  seiner  früheren 
Mitgliedschaft  in  der  UCK  befürchten  muss,  zumal  seinen 
diesbezüglichen  Ausführungen  keine  Hinweise  dafür  zu  entnehmen 

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sind,  dass  er  sich  gravierender,  von  der  Amnestie  ausgenommener 
Straftaten schuldig gemacht hätte, und auch die auf Beschwerdeebene 
erhobenen  Einwände  und  eingereichten  Beweismittel  -  wie 
nachstehend  aufgezeigt  -  zu  keinem  anderen  Schluss  zu  führen 
vermögen.

6.6
6.6.1 Soweit von auf den Fall von D._______ verwiesen wird, der sich 
nach der Amnestie vom 7. März 2002 unter der Beschuldigung, UCK-
Soldat  gewesen  zu  sein,  in  Haft  befunden  habe,  ist  Folgendes 
festzuhalten: D._______ führt in seinem Schreiben aus, er sei am 11. 
November  2001 von einer  Sondereinheit  der  mazedonischen Armee 
zusammen  mit  sechs  Mitkämpfern  festgenommen  worden.  An  fünf 
aufeinanderfolgenden Tagen seien sie verhört und insbesondere über 
den Beschwerdeführer befragt worden. Nach diesen fünf Tagen sei er 
weitere 13 Monate in Untersuchungshaft gewesen. Im Gefängnis sei er 
von  seinem  Vater  besucht  worden,  mit  dessen  Hilfe  er  den 
Beschwerdeführer  vor  der  ihm  drohenden  Gefahr  habe  warnen 
können. Er  habe  ihm empfohlen,  das  Heimatland  zu  verlassen. Der 
Beschwerdeführer  machte  indessen  im Rahmen der  Anhörung  nicht 
geltend,  von  D._______  bzw.  dessen  Vater  oder  Drittpersonen  vor 
einer  drohenden Verfolgung  gewarnt  worden  zu sein. Es  kann  auch 
nicht  davon  ausgegangen  werden,  dass  die  mazedonischen 
Sicherheitsbehörden den Beschwerdeführer bis zu seiner Ausreise im 
November 2002 nicht behelligt hätten, falls sie D._______ und dessen 
Mitgefangene  bereits  im  November  2001  insbesondere  über  den 
Beschwerdeführer  befragt  hätten.  Die  Angaben  von  D._______ 
bezüglich des Beschwerdeführers erscheinen deshalb unplausibel und 
damit  als  unglaubhaft.  Daran  ändert  nichts,  dass  dieser  von  der 
Chefanklägerin  des  UNO-Kriegsverbrechertribunals  für  Jugoslawien 
befragt wurde und sich selbst tatsächlich in Haft befand.

6.6.2 Was die Haft von D._______ selbst anbelangt, ist festzuhalten, 
dass  er  verdächtigt  wurde,  sich  an  einem  Verbrechen  gegen  die 
Menschlichkeit beteiligt zu haben. Er wurde in diesem Zusammenhang 
von  der  Chefanklägerin  des  Jugoslawien-Tribunals  befragt,  die  sich 
daraufhin entschloss, keine Anklage gegen ihn zu erheben. Dies teilte 
sie  am  26.  Juni  2002  dem  damaligen  mazedonischen 
Generalstaatsanwalt  Dzikov  mit.  Dieser  stellte  das  in  Mazedonien 
hängige Verfahren gegen D._______ indessen nicht ein. Bald nachdem 
Dzikov  am 4.  Dezember  2002  seines  Amtes  enthoben  worden  war, 

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wurde  D._______ freigelassen  (vgl.  UNHCR Macedonia,  „Fortnightly 
Information Update“,  Skopje 18. November 2002; „US Department of 
State“, „Country Reports on Human Rights Practices - 2002“, 31. März 
2003). D._______ wurde somit nicht aufgrund des Umstandes, dass er 
in  Diensten  der  UCK stand,  sondern  wegen  des  auf  ihm lastenden 
Verdachts,  sich an Verbrechen gegen die Menschlichkeit  beteiligt  zu 
haben,  in  Untersuchungshaft  versetzt. Dies ergibt  sich  aus dem von 
den Beschwerdeführenden eingereichten Entscheid  der  Strafkammer 
des  Amtsgerichts  von  Skopje  vom  3.  Oktober  2002  über  die 
Verlängerung der Untersuchungshaft. 

6.6.3 Aus den bisherigen Erwägungen ergibt sich, dass aufgrund der 
Inhaftierung  von  D._______  und  dessen  Angaben  im  eingereichten 
Schreiben  nicht  auf  eine  asylrechtlich  relevante  Gefährdung  des 
Beschwerdeführers  geschlossen  werden  kann.  Soweit  im  Schreiben 
vom  4.  Juni  2006  unter  Beilage  eines  Internetausdrucks  darauf 
hingewiesen  wird,  D._______,  wegen  dessen  Schicksals  der 
Beschwerdeführer  in  die  Schweiz  geflüchtet  sei,  sei  während seiner 
Haft  gefoltert  worden,  ist  auf  die  vorstehenden  Ausführungen  zu 
verweisen,  wonach  dem  Beschwerdeführer  nicht  geglaubt  werden 
kann, dass die mazedonischen Sicherheitsbehörden nach ihm gesucht 
hätten und er mit einer Inhaftierung habe rechnen müssen. Aufgrund 
der Aktenlage kann auch nicht davon ausgegangen werden, dass der 
Beschwerdeführer  von  den  mazedonischen  Behörden  mit  den 
Menschenrechtsverletzungen,  deren  Mitverursachung  D._______ 
verdächtigt  wurde,  in  Zusammenhang  gebracht  wird.  Ergänzend  ist 
darauf hinzuweisen, dass aufgrund des Schicksals von D._______  - 
unbesehen  der  Frage,  ob  gegen  ihn  im  Jahr  2002  aus  Sicht  der 
mazedonischen  Behörden  ausreichende  Verdachtsmomente 
bestanden  haben  -  nicht  der  Schluss  gezogen  werden  kann,  die 
Amnestiebestimmungen  wären  in  Mazedonien  systematisch  nicht 
korrekt angewandt worden.

6.7
6.7.1 Die  Beschwerdeführenden  führen  in  ihrer  Eingabe  vom 
23. Oktober 2006 an, ein Leserbrief von F._______ beweise, dass die 
politische Verfolgung  von ehemaligen  UCK-Kämpfern  in  Mazedonien 
weitergehe. Dazu ist  festzuhalten,  dass  F._______ Kommandant  der 
albanischen  Rebellen  im  Kosovo  war,  der  sich  der  NATO-geführten 
internationalen  Friedenstruppe  (KFOR)  gestellt  hat,  nachdem  er  im 
November 2003 von einem mazedonischen Gericht wegen Terrorismus 

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zu sieben Jahren Haft  verurteilt  worden war. Das Gericht sprach ihn 
wegen  eines  Bombenangriffs  in  der  Stadt  Kumanovo  und  eines 
Anschlags  auf  die  Bahnverbindung  zwischen  Belgrad  und  Skopje 
schuldig.  In  der  Folge  wurde  er  an  Mazedonien  ausgeliefert.  Allein 
deswegen,  weil  F._______  in  einem  Leserbrief  seine  Unschuld 
beteuert,  ist  indessen nicht  bewiesen,  dass  ihm eine Beteiligung an 
den Terrorakten unterschoben wurde.

6.7.2 Das  Landgericht  von  Kumanovo  verurteilte  mehrere  Personen 
wegen der Verursachung einer Minenexplosion, bei der im März 2003 
drei Menschen, darunter zwei NATO-Sodaten, ums Leben kamen, zu 
langjährigen Gefängnisstrafen. Gemäss dem eingereichten Artikel aus 
der  Zeitung  „Fakti“  bestätigte  das  Appellationsgericht  in  Skopje  das 
gegen  G._______  gefällte  Urteil.  Dadurch  dass  der  Anwalt  von 
G._______  den  Prozess  als  politisch  motiviert  bezeichnet,  kann 
indessen  nicht  darauf  geschlossen  werden,  dass  dies  tatsächlich 
zutrifft.

6.8
6.8.1 Hinsichtlich  der  Polizeiaktion  in  Brodec  (Region  Tetovo)  vom 
7. November 2007 ist Folgendes festzuhalten: In Brodec hielt sich eine 
Gruppe von bewaffneten Personen aus Kosovo und Mazedonien auf; 
einige  von  ihnen  waren  aus  dem  Gefängnis  Dubrava  im  Kosovo 
geflohen.  Dorfbewohner  Brodecs  gaben  an,  sie  hätten  vor  der 
Polizeiaktion  Männer  in  UCK-Uniform  im  Dorf  gesichtet.  Am  frühen 
Morgen des 7. November 2007 wurde das Dorf von dem Vernehmen 
nach  multiethnischen  mazedonischen  Polizeieinheiten  „gestürmt“. 
Nachdem aus einem Haus das Feuer auf die Polizei eröffnet worden 
war, ist  es zu  einem mehrstündigen Gefecht  gekommen. Die Polizei 
war hinter einer Gruppe von rund 20 bewaffneten Albanern her, deren 
harter  Kern  I._______,  genannt  "Nazi",  und  J._______  bildeten; 
J._______  verlor  bei  der  Aktion  sein  Leben,  I._______  entkam. Die 
Neue Zürcher Zeitung (NZZ) bezeichnete diese Männer als "Gewalt-
Unternehmer",  die  je  nach  Lage  als  Kämpfer  oder  als  Kriminelle  in 
Erscheinung  getreten  sind.  Bei  den  Auseinandersetzungen  kamen 
insgesamt  sechs  Personen  ums  Leben,  zwölf  Personen  wurden 
festgenommen. Bei  der  Aktion  in  Brodec,  zur  Zeit  der  gewaltsamen 
Auseinandersetzungen  in  Mazedonien  im  Jahr  2001  eines  der 
Hauptquartiere der Albanischen Nationalarmee (AKSh) - einer von der 
UNMIK  als  Terrororganisation  bezeichneten  Gruppe  -,  stiess  die 
mazedonische  Polizei  auf  ein  grosses  Waffenlager  (Raketenwerfer, 

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Gewehre,  Granaten,  Flugabwehrraketen,  Antipanzer-  und 
Personenminen).  Gemäss  Angaben  aus  der  Dorfbevölkerung  sollen 
die  Waffen Personen gehört  haben,  die  nicht  aus  Brodec  stammen. 
Die Polizei soll sich zwei Tage lang im Dorf aufgehalten und gegenüber 
den  Verfolgten  teilweise  exzessiv  Gewalt  angewendet  haben.  Die 
mazedonischen  Behörden  haben  die  Verantwortlichen  für  die 
Gewaltakte  bisher  nicht  zur  Rechenschaft  gezogen,  zumal  das 
mazedonische  Innenministerium  die  Aktion  als  verhältnismässig 
bezeichnete. Die EU-Mission und die NATO haben die Polizeiaktion als 
professionell bezeichnet (vgl. „Helsinki Committee for Human Rights“, 
„Monthly  report  on  the  human  rights  situation  in  the  Republic  of 
Macedonia“,  1. Februar  2008;  „US  Department  of  State“,  „Country 
Reports on Human Rights Practices - 2007“, 11. März 2008; „Amnesty 
International  Report  2008“,  Mai  2008;  „Le  Courrier  des  Balkans“, 
„Macédoine: sanglants  affrontements  entre  la  police  et  des  groupes 
armées  près  de  Tetovo“,  7. November  2007; Neue Zürcher  Zeitung, 
„Zeichen der Entfremdung zwischen Mazedoniern und Albanern; Die 
jüngsten  Polizeieinsätze  gegen  Freischärler  als  interethnische 
Bewährungsprobe“, Zürich, 28.11.2007; Der Standard, Wien, 6. Januar 
2008).

6.8.2 Es  ist  mithin  davon  auszugehen,  dass  sich  die  Aktion  der 
mazedonischen Polizei in Brodec offensichtlich nicht gegen Personen, 
die  seinerzeit  für  die  UCK  gekämpft  haben,  sondern  gegen  eine 
Gruppe  von  Freischärlern  bzw. eine  bewaffnete  Bande  richtete,  die 
sich  in  Brodec eingenistet  hat  und dies sich  aus  Personen,  die  aus 
einem  Gefängnis  in  Kosovo  entflohenen  Häftlingen  bzw. Kriminellen 
zusammensetzte. Einige der getöteten Männer gehörten zwar im Jahre 
2001 der UCK an, für welche sie damals an Kämpfen teilnahmen. Dies 
war jedoch offensichtlich nicht Grund für die Polizeiaktion in Brodec. 
Der  Beschwerdeführer,  der  gemäss  eigenen  Aussagen  nach  der 
Amnestie vom 7. März 2002 an keinerlei Aktionen von Splittergruppen 
der  UCK beteiligt  war,  sich  nicht  an  den Aktionen  einer  Bande  von 
Kriminellen beteiligt hat und sich seit November 2002 in der Schweiz 
aufhält, kann aus der Polizeiaktion in Brodec - objektiv gesehen - für 
seine  Person  keine  Gefährdung  ableiten,  wenngleich  durchaus 
nachvollziehbar ist, dass die Beschwerdeführenden angesichts der auf 
den  eingereichten  Fotografien  abgebildeten,  anlässlich  der 
Polizeiaktion  in  Brodec  mit  Kugeln  durchsiebten  und  entsprechend 
entstellten  Leichen  von  Personen,  von  denen  sie  zwei  persönlich 

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kannten, schockiert sind.

6.8.3 In  diesem  Zusammenhang  bleibt  festzuhalten,  dass  die 
Beschwerdeführenden in ihren Eingaben durchwegs ausblenden, dass 
sich  ehemalige  UCK-Soldaten  tatsächlich  an  Kriegsverbrechen  und 
Terrorakten beteiligt haben. Sie scheinen ebenfalls zu verkennen, dass 
sich  auch dem Abkommen von Ohrid  und nach Verabschiedung der 
Amnestie  noch  Splittergruppen  ehemaliger  UCK-Soldaten  und 
kriminelle  Banden,  die  zum  Teil  aus  ehemaligen  UCK-Soldaten 
bestehen,  gewalttätig  verhielten  bzw.  in  kriminelle  Machenschaften 
verwickelt  waren  und  sind.  Es  ist  naheliegend,  dass  solche,  in 
kriminelle  Machenschaft  verwickelte  Personen  dazu  neigen,  eine 
Verletzung der Amnestiebestimmungen bzw. eine politisch motivierte 
Verfolgung  zu  behaupten.  Aus  der  Tatsache,  dass  ehemalige  UCK-
Soldaten  für  gemeinstrafrechtliche  Delikte  bzw. in  einigen  Fällen  für 
von der Amnestie ausgenommene Straftatbestände verurteilt wurden, 
lässt sich indessen - selbst wenn einzelne Verurteilungen nicht über 
alle  Zweifel  erhaben  sein  sollten  -  nicht  ableiten,  dass  die 
Amnestiebestimmungen  von  den  mazedonischen  Behörden 
systematisch nicht korrekt umgesetzt wurden. Daran ändert auch der 
Umstand  nichts,  dass  eine  Organisation  von  Veteranen  gegründet 
wurde, die sich für die Rechte ehemaliger UCK-Soldaten einsetzt.

6.9 In einer mit der Eingabe vom 11. Juli 2005 eingereichten Petition 
bezeugen  zahlreiche  Landsleute  der  Beschwerdeführenden,  diese 
seien in ihrem Heimatland gefährdet. Die Albaner seien in Mazedonien 
politisch unter Druck und würden verfolgt. Die Situation werde immer 
schlechter. Diese Einschätzung vermag die  auf  Berichten staatlicher 
und  nichtstaatlicher  Organisationen  beruhende  Beurteilung  des 
Bundesverwaltungsgerichts,  wonach  von  einer  Verbesserung  der 
allgemeinen Lage in Mazedonien ausgehen ist, nicht entscheidend zu 
relativieren. Die albanischstämmige Bevölkerung hat zwar in gewissen 
Bereichen nach wie vor mit Benachteiligungen zu kämpfen, von einer 
generellen  politischen  Verfolgung  kann  indessen  klarerweise  nicht 
ausgegangen  werden.  Aus  diesem  Grund  hat  der  Schweizerische 
Bundesrat Mazedonien denn auch als „safe country“ bezeichnet.

6.10 Festzuhalten  bleibt,  dass  der  Beschwerdeführer  während  der 
Anhörungen  nicht  erwähnt  hat,  dass  er  in  einer  Fernsehreportage 
kritische  Aussagen  über  eine  Hausdurchsuchung  vom  Januar  2001 
gemacht hat,  geschweige denn, dass er  deswegen schon vor seiner 

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Ausreise Probleme gehabt habe. Das Bundesverwaltungsgericht geht 
deshalb  davon  aus,  dass  der  Beschwerdeführer  aufgrund  seiner 
damaligen Aussagen auch heute nicht mit Sanktionen rechnen muss. 

6.11 Das  Bundesverwaltungsgericht  gelangt  aufgrund  dieser 
Erwägungen  zur  Schluss,  dass  den  Beschwerdeführenden  in 
Mazedonien  keine  asylrechtlich  relevante  Verfolgung  droht.  Der 
Beschwerdeführer  konnte  weder  glaubhaft  machen  noch  beweisen, 
dass gegen ihn in seinem Heimatland aus politischen (oder anderen) 
Gründen ein Verfahren angestrengt oder eingeleitet wurde. Den Akten 
sind auch keine konkreten Hinweise dafür zu entnehmen, dass gegen 
ihn  nach  seiner  Ausreise  aus  Mazedonien  ein  Verfahren  eingeleitet 
wurde  und  es  ist  nicht  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  davon 
auszugehen,  dass  dies  nach  seiner  Rückkehr  in  seine  Heimat 
geschehen  wird.  Die  von  den  Beschwerdeführenden  geäusserte 
subjektive  Furcht  vor  zukünftiger  Verfolgung  erweist  sich  damit  als 
objektiv nicht begründet.

6.12 Bei dieser Sachlage erübrigt es sich, auf weitere Vorbringen in 
den  Eingaben  der  Beschwerdeführenden  und  die  eingereichten 
Beweismittel  näher  einzugehen,  da  sie  an  der  Würdigung  des 
Sachverhalts  und  somit  am  Ergebnis  nichts  zu  ändern  vermögen. 
Zusammenfassend folgt, dass die Beschwerdeführenden keine Gründe 
nach Art.  3  AsylG nachweisen oder  glaubhaft  machen  konnten. Die 
Vorinstanz  hat  die  Asylgesuche  der  Beschwerdeführenden demnach 
zu Rechtabgelehnt.

7.  
7.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet  den  Vollzug  an;  es  berücksichtigt  dabei  den  Grundsatz  der 
Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

7.2 Die  Beschwerdeführenden  verfügen  weder  über  eine 
ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch 
auf  Erteilung  einer  solchen.  Die  Wegweisung  wurde  demnach  zu 
Recht angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; EMARK] 2001 Nr. 21). 

8.
8.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das 
Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetzlichen  Bestimmungen  über 

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die vorläufige Aufnahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 
Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom  16.  Dezember  2005  über  die 
Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]).

8.2 Der  Vollzug  ist  nicht  zulässig,  wenn  völkerrechtliche 
Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin  oder 
des  Ausländers  in  den  Heimat-,  Herkunfts-  oder  in  einen  Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So  darf  keine Person  in  irgendeiner  Form zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]).

Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18.  April  1999  (BV,  SR  101),  Art.  3  des 
Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter  und andere 
grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe 
(FoK,  SR  0.105)  und  der  Praxis  zu  Art.  3  der  Konvention  vom 
4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und 
Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder 
unmenschlicher  oder  erniedrigender  Strafe  oder  Behandlung 
unterworfen werden.

8.3 Die Vorinstanz wies in  ihrer  angefochtenen Verfügung zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen  (vgl.  MARIO GATTIKER, 
Das Asyl- und Wegweisungsverfahren, 3. Aufl., Bern 1999, S. 89). Da 
es  den  Beschwerdeführenden  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann 
das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-
Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden. 
Eine  Rückkehr  der  Beschwerdeführenden  in  den  Heimatstaat  ist 
demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann  ergeben  sich  weder  aus  den  Aussagen  der 
Beschwerdeführenden noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass 
sie  für  den  Fall  einer  Ausschaffung  nach  Mazedonien  dort  mit 
beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  einer  nach  Art.  3  EMRK oder  Art.  1 

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FoK verbotenen Strafe oder  Behandlung ausgesetzt  wären. Gemäss 
Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) 
sowie  jener  des  UN-Anti-Folterausschusses  müssten  die 
Beschwerdeführenden eine konkrete  Gefahr  ("real  risk")  nachweisen 
oder glaubhaft machen, dass ihnen im Fall einer Rückschiebung Folter 
oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EMARK 2001 Nr. 
16  S.  122,  mit  weiteren  Hinweisen;  EGMR,  Bensaid  gegen 
Grossbritannien,  Urteil  vom  6.  Februar  2001,  Recueil  des  arrêts  et 
décisions 2001-I,  S. 327 ff.). Den Erwägungen zum Asylpunkt  ist  zu 
entnehmen,  dass  den  Beschwerdeführenden  in  ihrem  Heimatland 
keine  Verfolgung  droht.  Allein  die  Tatsache,  dass  der 
Beschwerdeführer im Jahre 2001 während rund sechs Monaten Soldat 
der UCK war, lässt nicht darauf schliessen, dass er bei einer Rückkehr 
in  seine  Heimat  einer  menschenrechtswidrigen  Behandlung 
ausgesetzt  wird.  Auch  die  allgemeine  Menschenrechtssituation  in 
Mazedonien  lässt  den  Wegweisungsvollzug  zum  heutigen  Zeitpunkt 
klarerweise nicht  als  unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist 
der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl-  als auch der 
völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

8.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat-  oder 
Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg, 
allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. 
Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt,  ist  -  unter Vorbehalt  von 
Art.  83  Abs.  7  AuG  -  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl. 
Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer 
vom 8. März 2002, BBl 2002 3818).

8.4.1 In Bezug auf die allgemeine Lage in Mazedonien kann nicht von 
einer  Situation  ausgegangen  werden,  aufgrund  derer  die  zivile 
Bevölkerung  als  konkret  gefährdet  bezeichnet  werden  müsste  (vgl. 
EMARK 2005 Nr. 24 E. 10 S. 215 ff.).

8.4.2 Hinsichtlich  der  individuellen  Situation  der 
Beschwerdeführenden  bei  einer  Rückkehr  in  ihr  Heimatland  ist 
aufgrund ihrer Aussagen bei den Erstbefragungen davon auszugehen, 
dass in Mazedonien nach wie vor ihre Eltern und mehrere Geschwister 
leben, so dass sie dort über ein soziales Beziehungsnetz verfügen. In 
Anbetracht ihrer guten schulischen Ausbildung ist davon auszugehen, 
dass  sie  -  allenfalls  unter  Inanspruchnahme  einer  gewissen 

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Unterstützung  durch  ihre  Angehörigen  -  eine  eigene  Existenz 
aufbauen können. Ihre mehrjährige Anwesenheit in der Schweiz lässt 
einen Wegweisungsvollzug jedenfalls nicht als unzumutbar erscheinen. 
Hinsichtlich  des  Aspekts  des  bei  einem  Wegweisungsvollzug  zu 
beachtenden  Kindeswohls  ist  festzustellen,  dass  der  Sohn  der 
Beschwerdeführenden mittlerweile  fünfeinhalbjährig  und somit  immer 
noch stark an seine Eltern gebunden ist,  mit denen er zusammen in 
die Heimat und zu seinen Verwandten zurückkehren kann. Es ist nicht 
anzunehmen,  das  Verlassen  der  Schweiz  würde  für  ihn  eine 
Entwurzelung bedeuten, die ihn längerfristig schädigen könnte. 

8.4.3
8.4.3.1 In  der  Eingabe  vom  7.  Juni  2006  wird  ausgeführt,  die 
Beschwerdeführerin  habe  im  Jahre  1991  einen  schweren  Unfall 
gehabt.  Ihr  Vater  habe  sich  als  Gastarbeiter  in  der  Schweiz 
aufgehalten. Sie sei im (...) operiert worden (vgl. den ärztlichen Bericht 
vom 3. Januar  1991),  leide  aber  immer  noch unter  Schmerzen. Der 
Unfall  habe  ihren  Bewegungsapparat  beeinträchtigt.  Ein  in 
Mazedonien aufgesuchter Arzt habe ihr gesagt, man müsse das Bein 
amputieren.  Sie  befürchte,  im  Falle  einer  Rückkehr  dermassen 
behandelt  zu  werden.  Sie  könne  ihre  Schmerzen  nur  durch  die 
Einnahme von Schmerzmitteln, die indessen Nebenwirkungen hätten, 
erträglich  halten.  Dem  eingereichten  ärztlichen  Zeugnis  von  Dr. 
K._______  vom  23.  Mai  2006  ist  zu  entnehmen,  dass  die 
Beschwerdeführerin vor allem unter Schmerzen im rechten Bein leidet. 
Im weiteren seien abdominelle Beschwerden abgeklärt worden, die auf 
psychosomatische  Ursachen  hindeuteten.  Am  20.  Mai  2006  sei  ein 
Fremdkörper entfernt worden, Laboruntersuchungen seien unergiebig 
verlaufen bzw. die Werte seien normal gewesen.

Aufgrund  der  eingereichten  ärztlichen  Berichte  kann  nicht  davon 
ausgegangen werden,  dass eine Rückkehr nach Mazedonien für die 
Beschwerdeführerin  zu  einer  konkreten  Gefährdung  aus 
medizinischen  Gründen  führen  wird.  Die  benötigten  Schmerzmittel 
bzw.  vergleichbare  Produkte  sind  in  Mazedonien  mit  Sicherheit 
erhältlich.  Das  klinische  Zentrum  in  Skopje  verfügt  über  zahlreiche 
Fachabteilungen,  darunter  eine  für  Orthopädie.  Es  besteht  ein 
umfangreiches  Behandlungsangebot  und  das  medizinische 
Fachpersonal ist im Allgemeinen gut ausgebildet.

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8.4.3.2 Der eingereichten Bescheinigung des (...)  vom 14. Mai  2003 
ist  zu  entnehmen,  dass  der  Sohn  der  Beschwerdeführenden  unter 
einem  angeborenen  Herzfehler  (Vorhofseptumdefekt 
[Vorhofscheidewanddefekt])  leidet.  Er  bedürfe  regelmässiger 
kinderkardiologischer  Überwachung  und  allenfalls  einer  Intervention, 
um langfristige Schäden am Herzen zu vermeiden. Im Schreiben der 
Beschwerdeführenden  vom  7.  Juni  2006  weisen  die 
Beschwerdeführenden  darauf  hin,  dass  ihr  Sohn  sich  regelmässig 
behandeln lassen müsse. Die letzte Kontrolle  habe am 3. November 
2004 stattgefunden, die nächste sei in zwei Jahren fällig.

Angesichts  des  Umstandes,  dass  die  Beschwerdeführenden  im 
Rahmen  ihrer  Mitwirkungspflicht  keine  weiteren  Arztberichte 
eingereicht  haben,  ist  anzunehmen,  der  Gesundheitszustand  von 
C._______  habe  sich  in  der  Zwischenzeit  nicht  verschlechtert.  Die 
erwähnten Kontrolluntersuchungen sind in  Mazedonien durchführbar. 
Wie die Vorinstanz bereits in ihrer Vernehmlassung vom 8. September 
2003  ausführte,  bestehen  im  Heimatland  der  Beschwerdeführenden 
spezialisierte Kliniken, die für die Behandlung von Herzerkrankungen 
aufgesucht  werden  können.  Auch  das  klinische  Zentrum  in  Skopje 
verfügt über eine Abteilung für Kardiologie. Es bestehen somit keine 
Hinweise  dafür,  eine  Rückkehr  der  Beschwerdeführenden  nach 
Mazedonien würde für ihren Sohn zu einer konkreten Gefährdung aus 
medizinischen Gründen führen.

8.4.4 Es  besteht  somit  kein  Grund  zur  Annahme,  die 
Beschwerdeführenden gerieten im Falle  der  Rückkehr  in  die  Heimat 
aus  individuellen  Gründen  wirtschaftlicher,  sozialer  oder 
gesundheitlicher  Natur  in  eine  existenzbedrohende  Situation.  Der 
Vollzug der Wegweisung erweist sich demnach nicht als unzumutbar 
im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG.

8.5 Festzuhalten  bliebt,  dass  auch  die  nunmehr  bald  sechsjährige 
Anwesenheit der Beschwerdeführenden in der Schweiz und die damit 
verbundene Integration keine andere Beurteilung der Zumutbarkeit des 
Wegweisungsvollzugs zulässt. Nachdem die Bestimmungen betreffend 
vorläufige  Aufnahme  infolge  einer  schwerwiegenden  persönlichen 
Notlage  (insbesondere  Art. 44  Abs. 3-5 AsylG  in  der  Fassung  vom 
26. Juni 1998;  AS 1999  2273)  auf  den  1. Januar 2007  aufgehoben 
worden  sind,  kann  bei  Beschwerden  gegen  Verfügungen  des  BFM 
bzw. des  BFF  im  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  das 

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Vorliegen  einer  schwerwiegenden  persönlichen  Notlage  nicht  mehr 
geprüft werden. Die Integration in der Schweiz war unter altem Recht 
primär  im  Rahmen  eben  jener  Notlagenprüfung  zu  berücksichtigen. 
Nach  geltendem  Recht  ist  es  nun  dem  Kanton  vorbehalten,  mit 
Zustimmung des Bundesamtes einer ihm nach Gesetz zugewiesenen 
Person  eine  Aufenthaltsbewilligung  zu  erteilen,  wenn  wegen  der 
fortgeschrittenen  Integration  ein  schwerwiegender  persönlicher 
Härtefall vorliegt (Art. 14 Abs. 2 Bst. c AsylG). 

8.6 Schliesslich  obliegt  es  den  Beschwerdeführenden,  sich  bei  der 
zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr 
notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (Art.  8  Abs.  4  AsylG), 
weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen 
ist (Art. 83 Abs. 2 AuG).

9.
Zusammenfassen  ergibt  sich,  dass  das  Bundesamt  den  Vollzug  der 
Wegweisung  zu  Recht  als  zulässig,  zumutbar  und  möglich  erachtet 
hat.  Die  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  fällt  mithin  nicht  in 
Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG).

10.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist demnach abzuweisen.

11.
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  den 
Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG) und 
auf  insgesamt  Fr. 600.--  festzusetzen (Art.  1-3  des  Reglements  vom 
21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 600.-- werden den Beschwerdeführenden 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Die  Vorladungen  vom  22.  April  2002  und  9. Januar  2003  werden 
eingezogen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den  Rechtsvertreter  der  Beschwerdeführenden  (Einschreiben; 
Beilagen: Einzahlungsschein; DVD-R, Schreiben der Veteranen vom 
29. Mai  2006,  Bestätigung  der  Veteranen  vom 5. August  2006,  2 
Fotografien,  2 Universitätsausweise,  Temporary  ID  Card,  3 
Zeitungsausschnitte,  Urteil  des  Amtsgerichts  Skopje  II  vom  3. 
Oktober 2002)

- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt  und  Rückkehrförderung,  mit  den 
Akten Ref.-Nr. N (...) (per Kurier; in Kopie)

- (...)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Walter Lang Christoph Basler

Versand: 

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