# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d3f47893-54ae-5ce6-95ff-4635d18fa958
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-11-15
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 15.11.2018 VG.2018.00094 (VG.2018.717)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2018-00094_2018-11-15.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 15. November 2018

  
	
   

  
	
   

  
	
  II. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2018.00094

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    A.______

    	
    Beschwerdeführer

    

  

  
	
   

  
	
  	
    vertreten durch
    Rechtsanwalt B.______

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde

    	
    Beschwerdegegnerin

    
	
    des Kantons Glarus

    	
     

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  Beistandschaft

  
	
   

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung: 

  
	
  I.

  
	
  1.

  
	
  Die
  Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde des Kantons Glarus (KESB) errichtete für
  A.______ am 4. Februar 2014 mit dessen Einverständnis eine kombinierte
  Begleit- und Vertretungsbeistandschaft mit Vermögens- und
  Einkommensverwaltung gemäss Art. 393 ff. des Schweizerischen
  Zivilgesetzbuches vom 10. Dezember 1907 (ZGB).

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Mit
  Schreiben vom 28. September 2015 beantragte A.______ erstmals die Aufhebung
  der Beistandschaft. Nachdem er diesen Antrag zurückgezogen hatte, sistierte
  die KESB die Beistandschaft mit Beschluss vom 22. Dezember 2015
  teilweise und beschränkte den Auftrag der Beistandsperson auf die
  administrative Vertretung.

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1
  Am 15. Juli 2017 beantragte A.______ wiederum die Aufhebung der
  Beistandschaft. Da die KESB ihm am 15. Januar 2018 formlos mitteilte, dass
  sich seine Situation seit dem ersten Gesuch um Aufhebung der Beistandschaft
  nicht geändert habe und er auch keine neuen Gründe geltend mache, ersuchte er
  sie um Erlass einer anfechtbaren Verfügung. In der Folge informierte ihn die
  KESB mit Schreiben vom 25. Januar 2018, dass sie das Abklärungsverfahren
  fortsetze bis ein Entscheid gefällt werden könne.

  
	
   

  
	
  3.2
  Am 23. Februar 2018 (Eingangsdatum) gelangte A.______ mit
  Rechtverweigerungsbeschwerde ans Verwaltungsgericht und beantragte sinngemäss
  den Erlass einer anfechtbaren Verfügung. Nachdem dieses sein Gesuch um
  Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung am 12. März 2018 abgewiesen
  hatte, zog er seine Beschwerde mit Schreiben vom 20. März 2018 zurück, worauf
  das Verwaltungsgericht das Verfahren VG.2018.00017 am 26. März 2018 als durch
  Rückzug der Beschwerde erledigt abschrieb.

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  A.______
  wandte sich mit Schreiben vom 28. März 2018 an die KESB und ersuchte diese
  erneut um Aufhebung der kombinierten Beistandschaft. Am 10. Juli 2018 hob
  Letztere die Begleitbeistandschaft auf (Disp.-Ziff. 1) und liess die
  Vertretungsbeistandschaft mit Einkommens- und Vermögensverwaltung unverändert
  bestehen (Disp.-Ziff. 2).

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  A.______
  gelangte in der Folge am 11. September 2018
  mit Beschwerde ans Verwaltungsgericht und beantragte die Aufhebung des
  Beschlusses der KESB vom 10. Juli 2018 mit Ausnahme von Disp.-Ziff. 1.
  Eventualiter sei die Sache zur weiteren Abklärung an die KESB zurückzuweisen;
  unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der KESB. In prozessualer
  Hinsicht ersuchte A.______ um Gewährung der unentgeltlichen
  Prozessführung und der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung.

  
	
   

  
	
  Die KESB liess sich am 3.
  Oktober 2018 vernehmen und beantragte die Abweisung der Beschwerde; unter
  Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten von A.______.

  
	
   

  
	
  II.

  
	
  1.

  
	
  Das Verwaltungsgericht ist gemäss Art. 450 Abs. 1 des
  Schweizerischen Zivilgesetzbuches vom 10. Dezember 1907 (ZGB) i.V.m. Art. 67
  des Gesetzes über die Einführung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches im
  Kanton Glarus vom 7. Mai 1911 (EG ZGB) zur Behandlung der
  vorliegenden Beschwerde zuständig. Da auch die
  übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Die Erwachsenenschutzbehörde errichtet gemäss Art.
  390 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB eine Beistandschaft, wenn eine volljährige Person
  wegen einer geistigen Behinderung, einer psychischen Störung oder eines
  ähnlichen in der Person liegenden Schwächezustands ihre Angelegenheiten nur
  teilweise oder gar nicht besorgen kann.

  
	
   

  
	
  Das Gesetz kennt für
  sämtliche Formen der Beistandschaft somit einen numerus clausus von in der
  Person liegenden Gründen, welche die Massnahme zu rechtfertigen vermögen.
  Dabei werden unter geistiger Behinderung angeborene oder erworbene
  Intelligenzdefekte verschiedener Schweregrade verstanden. Psychische
  Störungen umfassen demgegenüber die anerkannten Krankheitsbilder der
  Psychiatrie (d.h. Psychosen und Psychopathien), seien sie körperlich
  begründbar oder nicht. Ferner ermöglicht der offene Ausdruck des ähnlichen in
  der Person liegenden Schwächezustands als Auffangnorm insbesondere den Schutz
  Betagter. Erfasst werden dabei aber auch extreme Fälle von Unerfahrenheit
  oder Misswirtschaft sowie seltene Erscheinungsformen körperlicher Behinderung
  (Kurt Affolter-Fringeli, in Christiana Fountoulakis et al. [Hrsg.],
  Fachhandbuch Kindes- und Erwachsenenschutzrecht, Zürich/Basel/Genf 2016,
  Rz. 8.146 ff.).

  
	
   

  
	
  2.2 Eine Vertretungsbeistandschaft wird nach Art. 394
  Abs. 1 ZGB errichtet, wenn die hilfsbedürftige Person bestimmte
  Angelegenheiten nicht erledigen kann und deshalb vertreten werden muss. Die
  Erwachsenenschutzbehörde kann die Handlungsfähigkeit der betroffenen Person
  entsprechend einschränken (Art. 394 Abs. 2 ZGB). Errichtet die
  Erwachsenenschutzbehörde eine Vertretungsbeistandschaft für die
  Vermögensverwaltung, so bestimmt sie die Vermögenswerte, die vom Beistand
  verwaltet werden sollen. Sie kann Teile des Einkommens oder das gesamte
  Einkommen, Teile des Vermögens oder das gesamte Vermögen oder das gesamte
  Einkommen und Vermögen unter die Verwaltung stellen (Art. 395 Abs. 1 ZGB).

  
	
   

  
	
  2.3 Die Massnahme ist anzuordnen, wenn die Unterstützung
  der hilfsbedürftigen Person durch die Familie, andere nahestehende Personen
  oder private oder öffentliche Dienste nicht ausreicht oder von vornherein als
  ungenügend erscheint (Art. 389 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB). Die angeordnete
  behördliche Massnahme muss erforderlich und geeignet sein (Art. 389 Abs.
  2 ZGB). Die Erwachsenenschutzbehörde hat dabei nicht gesetzlich fest
  umschriebene, starre Massnahmen, sondern Massnahmen zu treffen, die den
  Bedürfnissen der betroffenen Person entsprechen (vgl. Art. 391 Abs. 1
  ZGB). Es gilt der Grundsatz "Soviel staatliche Fürsorge wie nötig, so
  wenig staatlicher Eingriff wie möglich" (BGE 140 III 49 E. 4.3.1).

  
	
   

  
	
  2.4 Die Erwachsenenschutzbehörde hebt die
  Beistandschaft auf Antrag der betroffenen oder einer nahestehenden Person
  oder von Amtes wegen auf, sobald für die Fortdauer kein Grund mehr besteht
  (Art. 399 Abs. 2 ZGB). Dies ist u.a. der Fall, wenn die betroffene Person in
  der Lage ist, künftig ihre Angelegenheiten selbst hinreichend zu besorgen
  oder eine Vertretung zu bestellen, etwa, weil sich ihr Schwächezustand zum
  Positiven verändert hat oder weil die vorübergehende Urteilsunfähigkeit
  überwunden wurde. Sie ist aber auch dann aufzuheben, wenn sich im Nachhinein
  zeigt, dass deren Anordnung ohne hinreichenden Grund erfolgt ist (Helmut
  Henkel, in Basler Kommentar Erwachsenenschutz, 2012, Art. 399 N. 5 f.).

  
	
   

  
	
  2.5 Solange die Beschwerdegegnerin sachlich vertretbare
  Gründe darlegen kann, hat sich das Gericht bei der Überprüfung einer
  Massnahme aufgrund der grösseren Sachnähe der Beschwerdegegnerin und ihrer
  Zusammensetzung als interdisziplinäre Fachbehörde in Zurückhaltung zu üben.
  Hat die Beschwerdegegnerin die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte
  geprüft und die erforderlichen Abklärungen getroffen, steht ihr ein
  Entscheidungsspielraum zu, in den das Gericht nicht ohne Not eingreift
  (VGer-Urteil VG.2013.00131 vom 2. April 2014 E. 2.3, mit Hinweisen).

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 Der Beschwerdeführer bringt vor, die
  Beschwerdegegnerin habe den rechtserheblichen Sachverhalt unvollständig
  festgestellt, indem sie ihren Entscheid einzig auf den Bericht des
  Massnahmezentrums C.______ sowie auf die Meinung der Beistandsperson
  abgestützt habe. Sodann treffe es zwar zu, dass er in der Vergangenheit mit
  seinen finanziellen Angelegenheiten überfordert und auf Hilfe angewiesen
  gewesen sei. Aktuell sei er jedoch in der Lage, seine finanziellen und
  administrativen Angelegenheiten selbständig zu besorgen, was er mit seinem
  Verhalten gegenüber den Behörden bewiesen habe. Ferner könne die
  Beschwerdegegnerin keinen Zusammenhang zwischen seinen psychischen
  Beschwerden und der Regelung seiner Einkommens- und Vermögensverhältnisse
  nachweisen, womit sie die Beistandschaft einzig mit seiner Verschuldung
  rechtfertige, was aber für die Notwendigkeit einer Beistandschaft nicht
  ausreichend sei. Schliesslich gebe es weniger einschneidende Massnahmen,
  weshalb die Beistandschaft dem Verhältnismässigkeitsprinzip nicht standhalte.

  
	
   

  
	
  3.2 Die Beschwerdegegnerin stellt sich auf den
  Standpunkt, sie habe den Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt. Sie habe
  einen Bericht des C.______ eingeholt und habe sich bei ihrem Entscheid auf
  umfassende Abwägungen und nicht bloss auf Hypothesen abgestützt. Der
  Beschwerdeführer verkenne, dass es im vorliegenden Fall nicht um eine
  umfassende Beistandschaft gehe, sondern um eine Vertretungsbeistandschaft,
  welche aufgrund des Massnahmevollzugs teilweise sistiert worden sei. Sodann
  bringe der Beschwerdeführer nicht substantiiert vor, weshalb sein
  Schwächezustand nicht kausal für die Anordnung der Beistandschaft sei. Ferner
  habe er während der Zeit des Massnahmevollzugs bzw. ausserhalb seiner
  Haftbedingungen nicht nachweisen können, dass er die Einkommens- und
  Vermögensverwaltung im Griff habe.

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  4.1 Die Beschwerdegegnerin errichtete für den
  Beschwerdeführer mit Beschluss vom 4. Februar 2014 eine Begleit- und
  Vertretungsbeistandschaft mit Vermögens- und Einkommensverwaltung
  (Disp.-Ziff. 1) und entzog ihm die Handlungsfähigkeit hinsichtlich der
  Einkommens- und Vermögensverwaltung (Disp.-Ziff. 2), was auf Wunsch des
  Beschwerdeführers hin geschah. Abklärungen hätten gezeigt, dass er in den
  letzten fünf Monaten Schulden in der Höhe von Fr. 37'000.- angehäuft habe und
  offene Rechnungen und Mahnungen in der Höhe von über Fr. 32'000.- vorhanden
  seien. Seine Wohnsituation sei aktuell unsicher und seine Arbeitsstelle sei
  ihm fristlos gekündigt worden. Nach eigenen Angaben sei ihm alles über den
  Kopf gewachsen und er sei sich bewusst, dass er wenig Bezug zu Geld habe und
  dringend Unterstützung brauche.

  
	
   

  
	
  4.2 Mit Urteil des Kantonsgerichts Glarus vom 25. März
  2015 wurde der Beschwerdeführer der Brandstiftung, des Lenkens eines nicht
  betriebssicheren Fahrzeugs, des unberechtigten Tragens einer Waffe, des nicht
  sorgfältigen Aufbewahrens einer Waffe, der Urkundenfälschung und des
  Herstellens und Besitzes von Pornographie schuldig gesprochen und zu einer
  Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt, wobei der Vollzug der Strafe zu
  Gunsten einer stationären Massnahme aufgeschoben wurde. 

  
	
   

  
	
  4.3

  
	
  4.3.1 Am 14. April 2014 trat der Beschwerdeführer in den
  Vollzug ins C.______ ein. Gemäss dem Bericht über den Behandlungsverlauf vom
  11. November 2015 diagnostizierte Dr. D.______, Rechtspsychologe,
  beim Beschwerdeführer im März 2014 eine kombinierte Persönlichkeitsstörung
  mit vorwiegend dissozialen aber auch narzisstisch exzentrischen Merkmalen (ICD-10: F61.0) sowie eine bipolare
  Affektive Störung (ICD-10: F31.1). Am 21. Oktober 2015 nahmen
  Dr. med. E.______ und Dr. med. F.______, Fachärztinnen
  für Psychiatrie und Psychotherapie, zum Gesundheitszustand Stellung. Sie
  kamen dabei zum Schluss, dass die kombinierte Persönlichkeitsstörung und der
  Steuerungsfokus des Beschwerdeführers eine anhaltende Risikodisposition für
  ein delinquentes Verhalten darstellten.

  
	
   

  
	
  4.3.2 Am
  12. November 2015 empfahl das C.______ die Aufrechterhaltung der
  Beistandschaft. Zwar habe die Beistandsperson während der stationären
  Massnahme nicht sehr viele Aufgaben zu erfüllen. Mit den absehbaren
  Vollzugsöffnungen und einer späteren externen Platzierung sei eine
  Beistandschaft aber unabdingbar. So habe die Vergangenheit gezeigt, dass der
  Beschwerdeführer auf Hilfe in der Einkommens- und Vermögensverwaltung
  angewiesen sei. Er bekunde grosse Probleme mit der Einteilung seines Verdienstes
  und mit der Einhaltung eines von ihm erstellten Budgets. Man sei überzeugt,
  sobald er wieder Handlungsspielraum für den Abschluss von Verträgen habe und
  Einkäufe in Eigenregie tätigen könne, werde er sich weiter verschulden.
  Überdies sei zu berücksichtigen, dass er bei einer offenen Platzierung mit
  Schulden von etwa Fr. 90'000.- konfrontiert sei.

  
	
   

  
	
  4.4 Im Bericht vom 12. Oktober 2016 führte die
  Beiständin aus, die kombinierte Persönlichkeitsstörung des Beschwerdeführers
  werde in Gruppen- oder Einzeltherapien aufgearbeitet. Betreffend die
  finanziellen Verhältnisse habe sich das Vermögen des Beschwerdeführers um Fr.
  89.40 vermehrt. Es bestünden aber dennoch rund Fr. 200'000.- Schulden
  nebst Forderungen von Zivilklägern in der Höhe von gegen Fr. 2'000'000.-.
  Diese Angaben wiederholte die Beiständin im Schreiben vom 9. August
  2017, nachdem der Beschwerdeführer am 15. Juli 2017 um die Aufhebung der
  Beistandschaft ersucht hatte.

  
	
   

  
	
  4.5

  
	
  4.5.1 Dem Verlaufsbericht des C.______ vom 9. März 2018
  lässt sich sodann entnehmen, dass es am 13. Dezember 2017 im C.______ zu
  einem Brandereignis gekommen war, welches dem Beschwerdeführer zugeschrieben
  wurde. Daraufhin sei er für ein Timeout in die geschlossene Abteilung und am
  7. März 2018 schliesslich in die Justizvollzugsanstalt G.______ verlegt
  worden, wo er in einem hochstrukturierten therapeutischen Setting behandelt
  werde. Ihm werde gestützt auf das Gutachten von Dr. med. H.______, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom Juni 2017
  eine narzisstische Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.80) und eine
  Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörung mit einer teilweisen Störung des
  Sozialverhaltens (ICD-10: F90.1) attestiert. Dr. E.______ und
  Dr. F.______ führten am 23. Februar 2018 dazu aus, die
  Persönlichkeitsstörung und die Steuerungsproblematik stellten die anhaltende
  Risikodisposition für ein delinquentes Verhalten dar. Aufgrund des
  Ereignisses vom 13. Dezember 2017 müsse zusätzlich zu den Diagnosen von
  Dr. H.______ die Diagnose einer
  kombinierten Persönlichkeitsstörung mit dissozialen Anteilen in die
  Überlegungen einbezogen werden. Es sei beim Beschwerdeführer von einem sich
  situativ ergebenden Steuerungsdefizit auszugehen. Unter erhöhten sozialen
  Anforderungen zeige er offensichtlich Anzeichen eines kompensatorischen
  Risikoverhaltens. Wegen seines Störungsmusters bei einer psychischen
  Destabilisierung bedürfe er einer intensiven sozialen und therapeutischen
  Begleitung, damit die Stabilität der Handlungsschwelle aufrechterhalten
  werden könne. Der Beschwerdeführer habe zudem mehrfach betont, dass er sich
  frühestens im Arbeitsexternat oder nach der bedingten Entlassung der
  Schuldensanierung widmen wolle, weshalb man die Problematik im April 2017
  aufgegriffen habe. Dabei habe sich gezeigt, dass er keine Kenntnis von der
  genauen Schuldensumme habe, wobei im Betreibungsregisterauszug vom 11. Juli
  2017 Verlustscheine über eine Summe von Fr. 59'197.75 erwähnt seien.
  Zudem sei er der Ansicht, dass mit seinem Arbeitsentgelt keine Schulden zu
  bezahlen seien, da solche Zahlungen mit Blick auf die hohe Schuldensumme
  keinen Sinn machten. 

  
	
   

  
	
  4.5.2 Am 13. März 2018 führte das C.______ aus, es sei
  davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer noch mehrere Jahre im geschützten
  Rahmen untergebracht werde. Er wolle die Aufhebung der Beistandschaft vor dem
  Hintergrund, ungehindert über die Hinterlassenschaft seiner noch lebenden
  Eltern zu verfügen. Es werde beabsichtigt, das Geld den bestehenden
  Gläubigern zu entziehen. Aktuell wolle der Beschwerdeführer während des
  Vollzugs heiraten. Er habe darum gebeten, Fr. 5'000.- von seinem
  Sperrkonto an seine vermeintliche Verlobte zu überweisen, was aber nicht
  gemacht worden sei. Trotz des aktuell durch den Vollzug geschützten und
  gesicherten Umfelds sei eine beistandschaftliche Vermögens- und
  Einkommensverwaltung unabdingbar. Der Beschwerdeführer sei mit seiner
  Finanzverwaltung bei zunehmenden Freiheitsgraden derart überfordert, dass er
  aufgrund seiner psychischen Störung sich selbst und sein Umfeld massiv
  schädige.

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  5.1 Der Beschwerdeführer rügt zunächst, die
  Beschwerdegegnerin habe den Sachverhalt nur ungenügend abgeklärt. Dabei
  bringt er zwar zu Recht vor, dass Letztere ihren Entscheid einzig auf einen
  Bericht des C.______ und einen der Beiständin abstützte. Er verkennt jedoch,
  dass der Verlaufsbericht des C.______ gestützt auf mehrere Akten erging und
  nicht nur die Meinung des Leiters der Sozialen Integration, sondern auch
  ärztliche Stellungnahmen von Dr. E.______
  und Dr. F.______ sowie medizinische
  und weitere Abklärungen enthält. Da der Verlaufsbericht zusammen mit der
  Stellungnahme der Beiständin insgesamt einen eindeutigen Schluss auf die
  Notwendigkeit der Aufrechterhaltung der erwachsenenschutzrechtlichen
  Massnahme zulässt, ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin in antizipierter
  Beweiswürdigung auf weiteren Abklärungen verzichtete, zumal sie im Rahmen von
  Art. 446 Abs. 1 ZGB nur den rechtserheblichen Sachverhalt und damit
  die Umstände zu erforschen hat, welche für die Regelung des in Frage
  stehenden Rechtsverhältnisses relevant sind (Christoph Auer/Michèle Marti, in
  Basler Kommentar Erwachsenenschutz, 2012, Art. 446 N. 4).

  
	
   

  
	
  5.2

  
	
  5.2.1 Sodann ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer
  an psychischen Beschwerden leidet. Gestützt auf die im Recht liegenden medizinischen
  Stellungnahmen sind diese Störungen für die Begehung der strafrechtlich
  geahndeten Taten massgeblich verantwortlich. Des Weiteren ist mit
  Dr. E.______ und Dr. F.______ einig zu gehen, dass nach wie vor ein
  erhebliches Risiko besteht, dass der Beschwerdeführer bei einer psychischen
  Destabilisierung weitere strafrechtlich relevanten Taten begeht.
  Diesbezüglich gehen die Ärzte auch übereinstimmend von einer weiteren
  Therapiebedürftigkeit des Beschwerdeführers aus. Ferner ergibt sich aus den
  im Recht liegenden Akten, dass die Delikte Auswirkungen auf die Verschuldung
  des Beschwerdeführers zeitigen, wobei Dr. E.______ und Dr. F.______
  nachvollziehbar ausführen, dass der Beschwerdeführer wegen seines Störungsmusters bei einer psychischen
  Destabilisierung einer intensiven sozialen und therapeutischen Begleitung
  bedarf, damit die Stabilität der Handlungsschwelle aufrechterhalten werden
  kann. Folglich besteht entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers ein
  kausaler Zusammenhang zwischen den psychischen Beschwerden und der
  Hilfsbedürftigkeit in vermögens- und einkommenstechnischen Angelegenheiten.

  
	
   

  
	
  Selbst wenn man einen
  solchen Zusammenhang aber verneinen würde, liesse sich eine
  Hilfsbedürftigkeit des Beschwerdeführers begründen, da als Grund für eine
  Beistandschaft nach dem oben Dargelegten (vgl. vorstehende E. II/2.1)
  auch extreme Fälle von Misswirtschaft erfasst werden. Dies kann aufgrund der
  vom Beschwerdeführer verursachten massiven Verschuldung, welche ihren
  Höhepunkt darin hat, dass er sich beim Kantonsgericht als insolvent erklärte,
  vorliegend ohne Weiteres bejaht werden.

  
	
   

  
	
  5.2.2 Folglich ist eine Hilfsbedürftigkeit des
  Beschwerdeführers zu bejahen. Davon, dass diese im Zeitpunkt des Gesuchs um
  Aufhebung der Vertretungsbeistandschaft nicht mehr vorlag, ging die
  Beschwerdegegnerin sodann zu Recht nicht aus. Der Beschwerdeführer vermag
  nämlich nicht nachzuweisen, dass er seine Einkommens- und Vermögensverwaltung
  und die Besorgung der administrativen Angelegenheiten im Griff hat. So weist
  er zwar richtigerweise darauf hin, dass er sich vereinzelt um administrative
  Belange (Erheben von Rechtsvorschlag, Schriftenwechsel mit Behörden,
  Bestellung eines Rechtsvertreters) gekümmert hat. Ein vernünftiger Umgang mit
  Geld ist allerdings darin nicht zu erblicken. Vielmehr liegt es nahe, dass er
  mit seinem Vorgehen die Verfügungsmacht über sein Erspartes wiedererlangen
  wollte. In diesem Lichte sind denn auch die Aussagen des C.______ zu sehen,
  wonach während des Massnahmevollzugs Probleme mit der Budgetplanung bestanden
  hätten und wonach die Weiterführung der Beistandschaft zu empfehlen sei, da
  bei einer allfälligen Vollzugslockerung das von ihm Ersparte Geld in Gefahr
  sei bzw. eine weitere Verschuldung drohe. Dass eine solche Gefahr besteht,
  zeigte der Beschwerdeführer einerseits mit seinem vergangenen Verhalten,
  indem er einen massiven Schuldenberg anhäufte. Andererseits machte er während
  des Vollzugs keine Anstalten, dass er seine vermögens- und
  einkommensrelevanten Probleme angehen möchte. Vielmehr äusserte er sich
  dahingehend, dass er einen grösseren Betrag für seine bevorstehende Hochzeit
  brauche, was zwar legitim erscheint, einem sorgsamen Umgang mit Geld aber
  diametral entgegensteht.

  
	
   

  
	
  5.2.3 Aus dem Gesagten folgt, dass der Beschwerdeführer
  beim sorgsamen Umgang mit Geld nach wie vor hilfsbedürftig ist. Darüber
  hinaus besteht ein nicht zu unterschätzendes Risiko, dass der
  Beschwerdeführer ohne Beistandschaft Verträge abschliesst oder sich sonst wie
  verpflichtet und in der Folge weitere Schulden anhäuft, weshalb insgesamt eine
  Aufhebung der erwachsenenschutzrechtlichen Massnahme nicht angezeigt ist.
  Daran ändert nichts, dass der Beschwerdeführer zur Zeit im Massnahmevollzug
  ist. Wie das C.______ nämlich nachvollziehbar darlegt, ist eine
  Vollzugslockerung durchaus möglich, wodurch sich der Beschwerdeführer mit
  seiner wiedererlangten Freiheit ohne Hilfe einer Beistandsperson erneut mit
  Problemen im Umgang mit Geld konfrontiert sähe. In diesem Lichte ist auch die
  teilweise Sistierung der Massnahme während des Vollzugs zu sehen, welche
  ebenfalls nicht zu beanstanden ist. Sodann ändert nichts an der
  Hilfsbedürftigkeit des Beschwerdeführers, dass er die Konkurseröffnung
  erwirken konnte. So hat die Massnahme der Beschwerdegegnerin nämlich nicht
  einzig die Schuldensanierung, sondern auch die Bewahrung vor einer weiteren
  Verschuldung zum Ziel, welche selbst nach erfolgreichem Privatkonkurs möglich
  ist. Hinzu kommt, dass der betroffenen Person durch einen Privatkonkurs ein
  Neuanfang gewährt werden soll. Dabei soll sie aber schützenswerte Ziele
  verfolgen, indem sie dafür sorgt, dass mit dem wiedererlangten
  Budgetgleichgewicht Krankenkasse, Wohnungsvermieter, Fiskus, etc. wieder auf
  ihre Rechnung kommen (Mario Roncoroni, in Daniel Hunkeler [Hrsg.]
  Kurzkommentar zum Schuldbetreibungs- und Konkursgesetz, Basel, 2. A, Art. 191
  N. 8). Zur Verfolgung solcher Ziele ist der Beschwerdeführer auf die Hilfe
  einer Beistandsperson angewiesen. Unerheblich ist schliesslich auch, dass die
  Errichtung der Beistandschaft mit der Zustimmung des Beschwerdeführers
  erfolgte, da eine Weiterführung einer erwachsenenschutzrechtlichen Massnahme
  auch ohne Zustimmung der betroffenen Person erfolgen kann, sofern die
  gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.

  
	
   

  
	
  5.3 Die Eingriffe in die Privatsphäre und in die
  Rechtstellung des Beschwerdeführers sind schliesslich auch geeignet und
  erforderlich. So kann einer weiteren Verschuldung selbst nach Eröffnung des
  Privatkonkurses nur mit der Einschränkung der Handlungsfähigkeit in
  einkommens- und vermögenstechnischen Belangen begegnet werden. Darüber hinaus
  ist keine mildere Massnahme zweckmässig und zielführend. So würde dem
  Beschwerdeführer durch die in Art. 392 ZGB genannten Massnahmen eine Freiheit
  gewährt, welche ihm eine weitere Verschuldung ermöglichen würde. Aus
  denselben Gründen fällt auch eine Schuldenberatung oder die Hilfe anderer
  privaten oder öffentliche Dienste ausser Betracht. Ferner erscheint die
  Unterstützung durch die Familie als ungeeignet, zumal diese sich selbst mit
  Gefährdungsmeldung an die Beschwerdegegnerin wandte. Daraus folgt, dass sich
  die vorliegend streitbetroffene Massnahme als verhältnismässig erweist.

  
	
   

  
	
  Demgemäss ist die
  Beschwerde abzuweisen.

  
	
   

  
	
  III.

  
	
  1.

  
	
  1.1 Der Beschwerdeführer beantragt die Gewährung der
  unentgeltlichen Prozessführung und der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung.
  Gemäss Art. 139 Abs. 1 des Gesetzes über die
  Verwaltungsrechtspflege vom 4. Mai 1986 (VRG) befreit
  die Behörde eine Partei, der die Mittel fehlen, um neben dem Lebensunterhalt
  für sich und ihre Familie die Verfahrenskosten aufzubringen, auf Gesuch hin
  ganz oder teilweise von der Kosten- und Vorschusspflicht, sofern das
  Verfahren nicht aussichtslos ist. Unter denselben Voraussetzungen weist sie
  der Partei auf Gesuch hin oder von Amtes wegen einen Anwalt als
  Rechtsbeistand zu, falls ein solcher für die gehörige Interessenwahrung
  erforderlich ist (Art. 139 Abs. 2 VRG). Der Nachweis der Bedürftigkeit
  obliegt nach Art. 139 Abs. 3 VRG der gesuchstellenden Partei.

  
	
   

  
	
  1.2 Die
  Mittellosigkeit des Beschwerdeführers ergibt sich ohne Weiteres aus den
  Akten. Zudem kann das vorliegende Verfahren nicht als aussichtslos bezeichnet
  werden. Folglich ist sein Gesuch um unentgeltliche Prozessführung
  gutzuheissen. Da er für das Verfahren zudem auf eine rechtliche Vertretung
  angewiesen war, ist auch sein Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung
  gutzuheissen und ihm ist in der Person von Rechtsanwalt B.______ ein
  unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen. Letzterer ist mit pauschal Fr.
  1'500.- (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

  
	
  2.

  
	
  Nach Art. 134 Abs. 1 lit.
  c IVG hat die Partei, welche im Beschwerdeverfahren unterliegt, die amtlichen
  Kosten zu tragen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die
  Gerichtskosten von pauschal Fr. 1'500.- dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Auf
  deren Erhebung ist indessen zufolge Gewährung der unentgeltlichen
  Prozessführung einstweilen zu verzichten. Der Beschwerdeführer ist darauf
  hinzuweisen, dass eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt
  worden ist, für den Fall, dass sie später in günstige wirtschaftliche
  Verhältnisse gelangt, zur Nachzahlung der Verfahrenskosten verpflichtet
  werden kann (Art. 139a VRG). Ausgangsgemäss ist dem Beschwerdeführer keine
  Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 138 Abs. 3 VRG
  e contrario). Mangels Vorliegens besonderer Umstände steht eine solche
  auch der Beschwerdegegnerin nicht zu (Art. 138 Abs. 4 VRG).

  
	
  Demgemäss beschliesst die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Gesuche des Beschwerdeführers um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung
    und der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung werden gutgeheissen. Ihm wird
    in der Person von Rechtsanwalt B.______ ein unentgeltlicher Rechtsbeistand
    bestellt.

    
	
    2.

    	
    Der
    Rechtsbeistand wird zu Lasten der Gerichtskasse mit Fr. 1'500.-
    (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) entschädigt.

    
	
    3.

    	
    Die
    Nachzahlungspflicht gemäss Art. 139a VRG bleibt vorbehalten.

    
	
    4.

    	
    Die
    Gerichtskasse wird beauftragt, spätestens im November 2023 zu prüfen, ob
    die Voraussetzungen für die Nachzahlung erfüllt sind.

    

  und erkennt sodann:

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Beschwerde wird abgewiesen.

    
	
    2.

    	
    Dem
    Beschwerdeführer werden die Gerichtskosten von Fr. 1'500.- auferlegt,
    auf deren Erhebung einstweilen verzichtet wird.

    
	
    3.

    	
    Es
    werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

    
	
    4.

    	
    Schriftliche
    Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]