# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 018f7630-e336-52a5-a675-c8349036fbac
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-07-13
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 13.07.2023 720 20 150 / 163 (720 2020 150 / 163)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-20-150---163_2023-07-13.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 13. Juli 2023 (720 20 150 / 163) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

IV-Rente: Würdigung des medizinischen Sachverhalts 

 

 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichterin Elisabeth Berger 

Götz, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiber Markus 
Schäfer 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Dr. Yves Waldmann, 
Advokat, St. Johanns-Vorstadt 23, Postfach 342, 4001 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, 
Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  
 
 
 
A. Die 1966 geborene A.____ war zuletzt von Februar 2001 bis August 2012 im Rahmen 
einer Teilzeittätigkeit mit einem Pensum von 9,6 Stunden pro Woche als Unterhaltsreinigerin bei 
der B.____ AG angestellt gewesen. Am 14. März 2013 meldete sie sich unter Hinweis auf ver-
schiedene gesundheitliche Beeinträchtigungen bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung 
(IV) zum Bezug von Leistungen an. Im Rahmen ihrer medizinischen Abklärungen gelangte die 
IV-Stelle zur Auffassung, dass bei der Versicherten seit Beginn des Wartejahres im Februar 
2012 sowohl in der angestammten Tätigkeit als auch in einer Verweistätigkeit durchgehend eine 

 

 
 
Seite 2   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

70 %-ige Arbeitsfähigkeit bestanden habe. Gestützt auf dieses Abklärungsergebnis lehnte die 
IV-Stelle deshalb mit Vorbescheid vom 6. Mai 2015 einen Rentenanspruch von A.____ mit der 
Begründung ab, dass das gesetzlich vorgeschriebene Wartejahr mit einer durchschnittlich min-
destens 40 %-igen Arbeitsunfähigkeit nicht erfüllt und auch im Anschluss daran eine rentenbe-
gründende Arbeitsunfähigkeit von mindestens 40 % nicht erreicht worden sei.  
 
Aufgrund der von der Versicherten gegen diesen Vorbescheid erhobenen Einwände empfahl 
der Regionale Ärztliche Dienst (RAD), weitere medizinische Abklärungen vorzunehmen. Die IV-
Stelle holte in der Folge bei Dr. med. C.____, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie 
(asim Begutachtung), ein neues psychiatrisches Gutachten ein, das bei ihr (undatiert) am 
13. September 2016 einging. Gestützt auf die Ergebnisse dieser Expertise stellte sie sich nun-
mehr auf den Standpunkt, dass bei der Versicherten keine langdauernde Arbeitsunfähigkeit 
bestehe und dass keine invalidisierenden Diagnosen vorliegen würden, die Einfluss auf die Ar-
beitsfähigkeit hätten. Nach Durchführung eines zweiten Vorbescheidverfahrens lehnte die IV-
Stelle mit Verfügung vom 18. Februar 2020 einen Anspruch von A.____ auf Leistungen der In-
validenversicherung mit dieser Begründung ab.  
 
B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten durch Advokat Dr. Yves Waldmann, 
am 21. April 2020 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kan-
tonsgericht). Darin beantragte sie, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es sei 
die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihr ab 1. Oktober 2013 unbefristet mindestens eine 
halbe Rente auszurichten. Eventualiter sei die Sache zur weiteren medizinischen Abklärung 
und zur Neubeurteilung des Leistungsanspruchs an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 
Ferner ersuchte die Beschwerdeführerin um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung 
und der unentgeltlichen Verbeiständung mit ihrem Rechtsvertreter; unter o/e-Kostenfolge.  
 

C. Mit Verfügung vom 29. Mai 2020 bewilligte das Kantonsgericht A.____ gestützt auf die 
eingereichten Unterlagen für das vorliegende Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Prozess-
führung und die unentgeltliche Verbeiständung mit Advokat Dr. Yves Waldmann als Rechtsver-
treter. 
 

D. Die IV-Stelle beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 3. Juli 2020 die Abweisung der 
Beschwerde. Gleichzeitig legte sie ihren Ausführungen eine Stellungnahme des RAD-Arztes 
pract. med. D.____, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 23. Juni 2020 bei. 
 

E. Anlässlich der Urteilsberatung vom 26. November 2020 gelangte das Kantonsgericht 
zur Auffassung, dass noch keine abschliessende Beurteilung der Angelegenheit möglich sei. Es 
stellte fest, dass sich die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung bei der Beurtei-
lung des medizinischen Sachverhalts im Wesentlichen auf das psychiatrische Gutachten von 
Dr. C.____ gestützt habe. Dieses lasse jedoch Fragen offen und insbesondere würden Unterla-
gen zu einem angeblich erfolgten "praktischen Aggravationstest" fehlen. Die ergänzenden An-
gaben und die fehlenden Unterlagen seien daher nachträglich bei der Expertin bzw. bei der 
asim als Begutachtungsstelle einzuholen. Der Fall sei zu diesem Zwecke auszustellen. Nach 
mehrfacher Rückfrage seitens des Kantonsgerichts teilte die asim Begutachtung am 8. April 

 

 
 
Seite 3   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

2022 mit, dass genauere Auskünfte zur damaligen Begutachtung der Versicherten nicht mehr 
möglich seien. Nach Eingang dieser Antwort legte der instruierende Präsident die Angelegen-
heit erneut dem Dreiergericht vor.  
 
F. Anlässlich der zweiten Urteilsberatung vom 9. Juni 2022 stellte das Kantonsgericht 
fest, dass auf das psychiatrische Gutachten von Dr. C.____ nicht abgestellt werden könne. Die 
Gutachterin habe die in der Expertise offen gebliebenen Punkte trotz entsprechender Rückfrage 
nicht klären können. Eine abschliessende Beurteilung der Angelegenheit sei demnach gestützt 
auf die vorhandene medizinische Aktenlage nicht möglich. Das Kantonsgericht beschloss des-
halb, den Fall erneut auszustellen und zur Klärung des medizinischen Sachverhalts bei 
PD Dr. med. E.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, ein psychiatrisches Gerichtsgutach-
ten in Auftrag zu geben. Im Anhang zu diesem Beschluss unterbreitete das Kantonsgericht den 
Parteien den Entwurf des entsprechenden Auftrags und den vorgesehenen Fragenkatalog zur 
Stellungnahme. Die Parteien erhoben keine Einwände gegen die Person des Gutachters und 
gegen den Fragenkatalog. Die IV-Stelle formulierte allerdings eine Zusatzfrage, die dem Exper-
ten vorzulegen sei. Am 8. August 2022 erging der entsprechende Begutachtungsauftrag des 
Kantonsgerichts an PD Dr. E.____.  
 

G. Am 11. November 2022 erstattete PD Dr. E.____ sein psychiatrisches Gerichtsgutach-
ten. Die Parteien erhielten Gelegenheit, zum Inhalt des Gutachtens und zur Frage Stellung zu 
nehmen, wie sich dessen Ergebnisse auf den Leistungsanspruch der Versicherten auswirken 
würden. Die Beschwerdegegnerin äusserte sich am 30. November 2022 unter Beilage einer 
Beurteilung des RAD-Arztes pract. med. D.____ vom 18. November 2022. Die Beschwerdefüh-
rerin reichte am 20. Januar 2023 ihre entsprechende Stellungnahme ein, gleichzeitig legte sie 
ihren Ausführungen einen Bericht des behandelnden Psychiaters Dr. med. F.____, Psychiatrie 
und Psychotherapie FMH, vom 16. Januar 2023 bei. In einem abschliessenden Schriftenwech-
sel äusserten sich die Beschwerdegegnerin am 22. Februar 2023 und die Versicherte am 
3. April 2023 zu den jeweiligen Standpunkten der Gegenpartei, wobei die Beschwerdegegnerin 
ihrer Eingabe eine weitere Stellungnahme des RAD-Arztes pract. med. D.____ vom 8. Februar 
2023 beilegte. 
 

H. Mit Verfügung vom 11. April 2023 überwies der instruierende Präsident die Angelegen-
heit dem Dreiergericht zur (erneuten) Beurteilung.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versiche-
rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden 
Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig-
keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes 
über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beur-
teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons 

 

 
 
Seite 4   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Be-
handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Festzuhalten ist sodann, dass die Be-
schwerde in Anbetracht der Fristenstillstandsregelung von Art. 1 der Verordnung über den Still-
stand der Fristen in Zivil- und Verwaltungsverfahren zur Aufrechterhaltung der Justiz im Zu-
sammenhang mit dem Coronavirus (COVID-19) vom 20. März 2020 in Verbindung mit den 
Art. 60 Abs. 2 und 38 Abs. 4 lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial-
versicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 fristgerecht erhoben wurde. Auf die Be-
schwerde der Versicherten vom 21. April 2020 ist demnach einzutreten.  
 
1.2 Am 1. Januar 2022 trat die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Ände-
rung des IVG ("Weiterentwicklung der IV", WEIV) in Kraft. Die vorliegend angefochtene Verfü-
gung erging vor dem 1. Januar 2022. Nach den allgemeinen Grundsätzen des intertemporalen 
Rechts und des zeitlich massgebenden Sachverhalts (statt vieler: BGE 144 V 210 E. 4.3.1; 
129 V 354 E. 1 mit Hinweisen) sind daher die Bestimmungen des IVG, der Verordnung über die 
Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 und des ATSG in der bis 31. Dezember 2021 
gültig gewesenen Fassung anwendbar (Urteil des Bundesgerichts vom 23. Februar 2022, 
8C_455/202, E. 2). Sie werden im Folgenden jeweils in dieser Version wiedergegeben, zitiert 
und angewendet.  
 
2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig 
gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c).  
 
2.2 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der körper-
lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im 
bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer 
wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt 
(Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 
dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburts-
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der 
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver-
stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 
nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu 
berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver 
Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2).  
 
2.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt abge-
stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 
70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie 
zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist.  

 

 
 
Seite 5   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 
3.1 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG 
anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das 
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh-
rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom-
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht 
invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkom-
mensvergleichs (BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Untervarianten des Schätzungs- oder Prozent-
vergleichs (BGE 114 V 310 E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 29). 
 
3.2 Bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die im Aufgabenbereich tätig sind und denen die 
Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, wird für die Bemessung der 
Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig 
sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28a Abs. 2 IVG). Dies ist die spezifische Me-
thode der Invaliditätsbemessung (Betätigungsvergleich; BGE 141 V 15 E. 3.2). 
 
3.3 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb 
des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 
ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für 
diese Tätigkeit nach Absatz 2 festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder 
der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der 
Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu be-
messen (Art. 28a Abs. 3 IVG). Dies ist die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung (BGE 
141 V 15 E. 3.2 mit Hinweisen).  
 
4.1 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig einzustufen ist, 
ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine 
gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der 
Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern 
in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten 
im Besonderen (vgl. Art. 27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen 
Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, 
das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen 
und Begabungen zu berücksichtigen (BGE 144 I 28 E. 2.3). Ein starkes Indiz ist dabei die Tä-
tigkeit, welche bei Eintritt der invalidisierenden gesundheitlichen Beeinträchtigung tatsächlich - 
und unter Umständen seit längerer Zeit - ausgeübt wurde, vor allem bei sonst im Wesentlichen 
unveränderten Verhältnissen bis zur Entstehung des Rentenanspruchs (Urteil des Bundesge-
richts vom 3. November 2017, 9C_201/2017, E. 4.1 mit Hinweisen). Die Statusfrage beurteilt 
sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfü-
gung (hier: 18. Februar 2020) entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im 
Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-) Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche 
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3 mit 
Hinweisen).  

 

 
 
Seite 6   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 
4.2 Anlässlich der Haushaltsabklärung vom 31. März 2015 erklärte die Versicherte, sie 
würde in einem Pensum von mindestens 50 % einer Erwerbstätigkeit nachgehen, wenn sie ge-
sund wäre. Im "Fragebogen zur Ermittlung der Erwerbstätigkeit" vom 24. April 2015 änderte 
bzw. ergänzte sie jedoch die von der Abklärungsperson entsprechend protokollierte Angabe 
handschriftlich dahingehend, dass sie ohne gesundheitliche Einschränkungen in einem Pensum 
von 80 - 100 % berufstätig wäre. An dieser Erklärung hielt sie auch in der vorliegenden Be-
schwerde fest. Wie es sich damit verhält, braucht nun allerdings nicht weiter geprüft zu werden. 
Die Frage nach dem hypothetischen Umfang der im Gesundheitsfall ausgeübten Erwerbstätig-
keit kann im vorliegenden Fall nämlich, wie weiter unten (vgl. E. 10.2 hiernach) zu zeigen sein 
wird, offen bleiben.  
 
5. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrads im Erwerbsbereich bildet die Fra-
ge, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchti-
gungen arbeitsunfähig ist. 
 
5.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä-
higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Un-
terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung 
zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur-
teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 
versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige 
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person 
noch zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2, 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 
5.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an-
deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ge-
statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den 
Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu-
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (BGE 
143 V 124 E. 2.2.2). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entschei-
dend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abge-
geben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung 
der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des 
Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).  
 
5.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-

 

 
 
Seite 7   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu 
auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5).  
 
5.3.1 So weicht das Gericht bei Gerichtsgutachten nach der Praxis nicht ohne zwingende 
Gründe von der Einschätzung des medizinischen Experten ab, dessen Aufgabe es ist, seine 
Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt 
medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise 
widersprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht eingeholtes Obergutachten in überzeugender 
Weise zu andern Schlussfolgerungen gelangt. Eine abweichende Beurteilung kann ferner ge-
rechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer Fachexperten dem Ge-
richt als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, 
sei es, dass es die Überprüfung im Rahmen einer Oberexpertise für angezeigt hält, sei es, dass 
es ohne Oberexpertise vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende Schlussfolgerun-
gen zieht (BGE 125 V 351 E. 3b/aa mit Hinweisen).  
 
5.3.2 Im Weiteren ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten 
externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Unter-
suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befun-
de zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuer-
kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 
125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen).  
 
6.1 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychischen Gesundheitsbeeinträchti-
gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich an-
erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 49 E. 1.2, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Zu 
betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltenden psychischen Leiden belastenden 
psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen kein Krankheitswert zukommt. Ein 
invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 
IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähig-
keit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psychische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, 
kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter 
therapeutischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens willensmässig er-
wartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nachzugehen (BGE 127 V 294 E. 5a mit 
Hinweisen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesundheitsbeeinträchtigung verur-
sachten Erwerbsunfähigkeit genügt es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend 
erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehmen ist, die Verwertung der Arbeitsfä-
higkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Voraussetzung - sogar 
für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 294 E. 4c in fine).  
 
6.2 Zu ergänzen ist, dass das Bundesgericht mit BGE 143 V 418 entschieden hat, dass 
grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren nach 
BGE 141 V 281 zu unterziehen sind. Dieses Verfahren definiert systematisierte Indikatoren, die 
- unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kom-
pensationspotentialen (Ressourcen) anderseits - im Regelfall erlauben, das tatsächlich erreich-

 

 
 
Seite 8   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

bare Leistungsvermögen ergebnisoffen und symmetrisch zu beurteilen (BGE 141 V 281 E. 3.6). 
Entscheidend ist dabei, unabhängig von der diagnostischen Einordnung des Leidens, ob es 
gelingt, auf objektivierter Beurteilungsgrundlage den Beweis einer rechtlich relevanten Arbeits- 
und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei die versicherte Person die materielle Beweislast zu 
tragen hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 mit Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 3.7.2). 
 
7.1 Die IV-Stelle holte zur Abklärung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit 
der Versicherten bei Prof. Dr. med. G.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, das psychiat-
rische Gutachten vom 17. Februar 2014 ein. Da dieses Unklarheiten und Widersprüche bezüg-
lich der der Versicherten attestierten Arbeitsfähigkeit enthielt, gelangte der RAD in der Folge mit 
mehreren Rückfragen an Prof. Dr. G.____. Nach Auffassung des RAD liessen die Antworten 
der Expertin jedoch nach wie vor keine abschliessende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der 
Versicherten zu. Der RAD gelangte deshalb - zu Recht - zum Schluss, dass auf das Gutachten 
von Prof. Dr. G.____ nicht abgestellt werden könne, und er empfahl der IV-Stelle richtigerweise, 
eine neue psychiatrische Expertise einzuholen.  
 
7.2 In der Folge gab die IV-Stelle bei Dr. C.____ ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag, 
das bei ihr (undatiert) am 13. September 2016 einging. Darin gelangte die Expertin zum 
Schluss, dass bei der Versicherten keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit er-
hoben werden könne. Als gesundheitliche Beeinträchtigung ohne Auswirkung auf die Arbeitsfä-
higkeit diagnostizierte sie eine Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.0). Den Umstand, dass sich 
keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit feststellen lasse, begründete Dr. C.____ 
im Wesentlichen damit, dass bei der Explorandin immer wieder Inkonsistenzen auffallen würden 
und dass der Eindruck von Aggravation entstanden sei. 
 
7.3 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom 18. Februar 2020 bei 
der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts im Wesentlichen auf dieses psychiatrische 
Gutachten von Dr. C.____. Insbesondere übernahm sie deren Standpunkt, wonach bei der Ver-
sicherten keine invalidisierenden Diagnosen vorliegen würden, die Einfluss auf die Arbeitsfähig-
keit hätten.  
 
7.4.1 Anlässlich der ersten Urteilsberatung vom 26. November 2020 beschloss das Kan-
tonsgericht, den Fall zwecks Vervollständigung des medizinischen Sachverhalts auszustellen. 
Es hielt fest, dass die Gutachterin in ihrer Expertise im Abschnitt "4.1 Befunderhebung" (S. 7 
des Gutachtens) zum Thema "Verhaltensbeobachtung" unter anderem ausführe, bei der Versi-
cherten würden immer wieder Inkonsistenzen auffallen, bzw. es entstehe auch der Eindruck von 
Aggravation. Sodann weise Dr. C.____ am Ende dieses Abschnitts darauf hin, dass "ein prakti-
scher Aggravationstest auffällig" sei. Im Gutachten selber oder in dessen Anhang würden sich 
allerdings keinerlei Angaben oder Unterlagen zu der Art und der Durchführung sowie zu den 
konkreten Ergebnissen und einer allfälligen Besprechung der Ergebnisse dieses Aggravations-
tests finden. Da die entsprechenden Angaben bzw. Unterlagen fehlten, seien diese nachträglich 
bei der Begutachtungsstelle einzuholen. Der asim bzw. der Gutachterin Dr. C.____ sei Gele-
genheit zu geben, nähere Angaben zu der Art und der Durchführung sowie zu den konkreten 
Ergebnissen und zu einer allfälligen Besprechung der Ergebnisse des gemäss Gutachten er-

 

 
 
Seite 9   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

folgten "praktischen Aggravationstests" zu machen und die entsprechenden Unterlagen zu die-
sem Test nachzureichen.  
 
7.4.2 Nach mehrfacher Rückfrage seitens des Kantonsgerichts teilte die asim am 8. April 
2022 mit, dass Dr. C.____ nicht mehr bei ihr tätig sei. Leider würden sich in den Unterlagen 
zum Gutachten keine weiteren schriftlichen Notizen über die Exploration finden. Eine Rückfrage 
bei Dr. C.____ habe ergeben, dass diese nicht mehr mit ausreichender Sicherheit sagen könne, 
um was für einen praktischen Test es sich gehandelt habe. Genauere Auskünfte seien somit 
leider nicht mehr möglich. Nach Eingang dieses Antwortschreibens wurde die Angelegenheit 
erneut dem Dreiergericht zur Beurteilung überwiesen.  
 
7.5 Im Rahmen seiner zweiten Urteilsberatung vom 9. Juni 2022 musste das Kantonsge-
richt feststellen, dass es mit der im Anschluss an die erste Urteilsberatung erfolgten gerichtli-
chen Erkundigung bei der asim nicht gelang, die offenen Fragen des psychiatrischen Gutach-
tens von Dr. C.____ zu klären und den massgebenden medizinischen Sachverhalt insoweit zu 
vervollständigen. Es beschloss daher, den Fall nochmals auszustellen. Zur Begründung wies es 
vorab auf die Rechtsprechung des Bundesgerichts zu den Auswirkungen einer allfälligen Ag-
gravation auf den Leistungsanspruch der versicherten Person hin. Danach fällt eine versicherte 
Gesundheitsschädigung ausser Betracht und ein Rentenanspruch ist ausgeschlossen, wenn die 
Leistungseinschränkung einer versicherten Person auf Aggravation oder einer ähnlichen Kons-
tellation beruht, die eindeutig über die blosse (unbewusste) Tendenz zur Schmerzausweitung 
und -verdeutlichung hinausgeht, ohne dass das aggravatorische Verhalten auf eine verselb-
ständigte, krankheitswertige psychische Störung zurückzuführen wäre (BGE 141 V 281 
E. 2.2.1). Ob ein Ausschlussgrund gegeben ist, bedarf jedoch nach ebenfalls gefestigter bun-
desgerichtlicher Rechtsprechung einer sorgfältigen Prüfung auf möglichst breiter Beobach-
tungsbasis auch in zeitlicher Hinsicht (Urteil des Bundesgerichts vom 22. Oktober 2019, 
9C_520/2019, E. 6.1 mit weiteren Hinweisen). Im Lichte dieser bundesgerichtlichen Rechtspre-
chung würden - so das Kantonsgericht in seinem Beschluss vom 9. Juni 2022 - die äusserst 
knapp gehaltenen Aussagen von Dr. C.____, wonach bei der Explorandin immer wieder Inkon-
sistenzen aufgefallen seien und der Eindruck von Aggravation entstanden sei, nicht ausreichen, 
um im Fall der Beschwerdeführerin das Vorliegen einer rechtserheblichen Gesundheitsschädi-
gung ausschliessen zu können. So unterlasse es die Gutachterin, die angesprochenen Inkon-
sistenzen in ihrer Beurteilung explizit zu benennen. Im Weiteren begründe sie ihre Feststellung, 
dass anlässlich der Untersuchung der Eindruck von Aggravation entstanden sei, nicht näher. 
Letztlich beschränke sie sich diesbezüglich auf den Hinweis, dass "ein praktischer Aggravati-
onstest auffällig" sei. Im Gutachten selber oder in dessen Anhang würden sich dann allerdings 
keinerlei Angaben oder Unterlagen zu der Art und der Durchführung sowie zu den konkreten 
Ergebnissen und einer allfälligen Besprechung der Ergebnisse dieses Aggravationstests finden. 
Ein weiterer Mangel des Gutachtens liege sodann darin, dass sich Dr. C.____ nicht mit der Fra-
ge auseinandersetze, ob die von ihr festgestellte Aggravation der Explorandin allenfalls auf eine 
verselbständigte, krankheitswertige psychische Störung zurückzuführen sei. Ebenso unterlasse 
sie es, das von ihr als aggravatorisch bezeichnete Verhalten der Versicherten von der gerade 
für psychosomatische Störungen wesenstypischen Tendenz zur Schmerzausweitung und  
-verdeutlichung abzugrenzen. Aus dem Gesagten folge, so das Fazit des Kantonsgerichts, dass 

 

 
 
Seite 10   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

auf das undatierte, am 13. September 2016 bei der IV-Stelle eingegangene psychiatrische Gut-
achten von Dr. C.____ nicht abgestellt werden könne. Es beschloss daher, zur abschliessenden 
Klärung der medizinischen Sachlage ein psychiatrisches Gerichtsgutachten in Auftrag zu ge-
ben. Mit dessen Erstellung wurde in der Folge PD Dr. E.____ beauftragt. 
 
8.1 Am 11. November 2022 erstattete PD Dr. E.____ sein Gerichtsgutachten. Darin erhebt 
er gestützt auf eine ambulant-psychiatrische Untersuchung der Explorandin und auf die medizi-
nische Aktenlage als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende 
depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD10: F33.1), und eine Somatisie-
rungsstörung (ICD10: F45.0). Im Abschnitt 6.3 des Gutachtens ("Begründung der Diagnosen 
und differentialdiagnostische Diskussion") legt PD Dr. E.____ mit einlässlicher Begründung dar, 
woraus er die genannten beiden Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit herleitet. 
Ebenso begründet er überzeugend, dass bei der Explorandin weder eine Persönlichkeitsstö-
rung noch eine Angststörung vorliegen. An dieser Stelle kann deshalb vollumfänglich auf die 
entsprechenden Ausführungen des Experten (S. 28 ff. des Gutachtens) verwiesen werden. 
PD Dr. E.____ weist sodann darauf hin, dass zwischen den beiden erhobenen psychiatrischen 
Diagnosen eine relevante negative Interferenz in dem Sinne bestehe, dass das depressive Er-
leben das Schmerzerleben aktiviere und umgekehrt das Schmerzerleben selbstverständlich 
auch das depressive Erleben permanent nähre und unterhalte. Dies habe zur Folge, dass die 
beiden psychischen Störungen in einer relevanten Komorbidität vorlägen und dazu beitragen 
würden, dass beide Störungen zu einer Chronifizierung tendierten. Dies bedeute sodann auch, 
dass man es bei der depressiven Störung wie auch bei der Somatisierungsstörung mit dauer-
haften und zumindest teilweise therapieresistenten Störungen zu tun habe, und zwar deshalb 
therapieresistent, weil sie nicht einer Remission zugeführt werden könnten, zumal sie chronifi-
ziert und dauerhaft seien. Deren Intensität könne jedoch mittels Psychotherapie und antide-
pressiver Medikation vermindert werden. Es handle sich also nicht um schwerergradige psychi-
sche Störungen.  
 
8.2 In der Diskussion allfällig vorhandener psychosozialer Belastungsfaktoren (S. 37 f. des 
Gutachtens) weist PD Dr. E.____ als erstes auf aktuelle finanzielle Engpasssituationen der Ver-
sicherten und ihres Ehemannes hin. Diese finanziellen Aspekte seien aber invaliditätsfremd. 
Dasselbe gelte auch für den Umstand, dass die Explorandin den sukzessiven Auszug aller ihrer 
sechs Kinder habe hinnehmen müssen. Auch in diesem Zusammenhang sei hervorzuheben, 
dass die Explorandin keine Persönlichkeitsstörung aufweise, sodass sie auf ausreichend subli-
mierte Abwehrmechanismen zurückgreifen könne, um mit diesen emotionalen Belastungen 
adäquat umgehen zu können. lnvaliditätsfremd sei auch der Umstand, dass die Explorandin 
kaum über deutsche Sprachkenntnisse verfüge. Ebenso handle es sich beim soziokulturellen 
Hintergrund, den die Versicherte mitbringe, um einen invaliditätsfremden psychosozialen Fak-
tor. Wenn die Explorandin über ihre Tagesaktivitäten erzähle, so falle auf, dass sie die meisten 
Haushaltstätigkeiten delegiert habe. Aktiv seien der Ehemann und alle sechs Kinder, die gröss-
tenteils in der unmittelbaren Nachbarschaft leben würden. Die Familienmitglieder würden der 
Versicherten die meisten der alltäglich anfallenden Arbeiten und Tätigkeiten abnehmen, sodass 
hier bei der Explorandin ein erhebliches Regressionspotenzial gefördert und im Grunde mitge-
tragen und unterstützt werde. Dies führe bei der Versicherten wiederum dazu, dass ihre Krank-

 

 
 
Seite 11   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

heitsüberzeugung fixiert werde. Als Ergebnis sei deshalb festzuhalten, dass bei der Explorandin 
zahlreiche psychosoziale Belastungsfaktoren vorliegen würden, die jedoch allesamt invaliditäts-
fremd seien. Diese könnten bei der Explorandin subjektiv aber dazu führen, dass sie sich psy-
chisch als deutlich leidender und in ihrer Arbeitsfähigkeit als erheblich beeinträchtigter erlebe, 
als dies im Rahmen seiner Begutachtung aus objektiver psychiatrischer Sicht untermauert und 
bestätigt werden könne. Explizit zu erwähnen sei in diesem Zusammenhang allerdings, dass 
bei der Versicherten keine Persönlichkeitspathologie vorliege, die dazu führen könnte, dass 
primär invaliditätsfremde psychosoziale Belastungsfaktoren sekundär invaliditätsrelevant wer-
den könnten. 
 
8.3 Da Dr. C.____ in ihrer Expertise mehrfach auf Inkonsistenzen und ein aggravatori-
sches Verhalten der Versicherten anlässlich ihrer Begutachtung hingewiesen hat, setzt sich PD 
Dr. E.____ in seinem Gutachten explizit auch mit dem Verhalten der Explorandin anlässlich 
seiner Untersuchung auseinander (vgl. S. 30 des Gutachtens). Er weist darauf hin, dass die 
Versicherte im Grunde gut kooperiert habe. Einzig zu Beginn der Begutachtung habe sie wie-
derholt mitgeteilt, dass sie sich an Vergangenes nicht erinnern vermöge. Sie habe dann aber im 
Grunde die gestellten Fragen recht gut antworten können, solange sie keine Daten und Namen 
habe angeben müssen. Sie habe offenbar nie lesen und schreiben gelernt und habe auch nie 
ein Zahlenverständnis entwickelt. Dies begründe seines Erachtens auch, dass sie in seiner Be-
gutachtung in der Prüfung der Orientierungsqualitäten rein formal in sämtlichen vier Dimensio-
nen Auffälligkeiten gezeigt habe, die sich aber weitgehend aufgelöst hätten, als er einfache Bei-
spiele erfragt habe, bei denen die Explorandin keine Zahlen oder Daten und Namen habe be-
nennen müssen. Wenn dieser Aspekt nicht ausreichend berücksichtigt werde, könne allenfalls 
in einer Untersuchungssituation der Eindruck entstehen, dass seitens der Explorandin keine 
ausreichende Kooperationsbereitschaft vorliege, wie dies Dr. C.____ in ihrem psychiatrischen 
Gutachten erwogen habe. Ebenso könne der Eindruck entstehen, dass hier bewusstseinsnahe 
Mechanismen wirksam seien, wenn die Explorandin zu einzelnen Lebensbereichen ausrei-
chend detaillierte Angaben habe machen können, während ihr dies zu anderen Lebensberei-
chen nicht gelungen sei. Letzteres betreffe aber im Grunde ausschliesslich Bereiche, bei denen 
sie Zahlen bzw. Daten und Namen habe benennen müssen. Diese vermeintlichen Diskrepan-
zen, die aber keine Inkonsistenzen darstellen würden, habe Dr. C.____ in ihrem psychiatrischen 
Gutachten möglicherweise als Ausdruck einer bewussten Aggravation verstanden. In diesem 
Zusammenhang seien jedoch die fehlenden schulischen Ausgangsbedingungen der Exploran-
din zu würdigen, ansonsten werde man diesen Defiziten nicht gerecht. Dies bedeute demnach, 
dass die Explorandin anlässlich seiner Untersuchung nach seinem Erleben und nach seinem 
Dafürhalten recht gut kooperiert und im Grunde keine interaktionellen Schwierigkeiten gezeigt 
habe. 
 
8.4 Im Hinblick auf die Würdigung der bei der Explorandin vorhandenen Fähigkeiten, Res-
sourcen und Belastungen nimmt PD Dr. E.____ sodann eine Würdigung der qualitativen Funk-
tionsfähigkeiten anhand der sogenannten ICF-Kriterien vor (S. 41 ff. des Gutachtens). Dabei 
gelangt er zusammenfassend zum Schluss, dass die qualitativen Funktionsfähigkeiten aus psy-
chiatrischer Sicht in den relevanten Beurteilungsdimensionen leicht bis mittelgradig beeinträch-
tigt seien, sodass die Arbeitsfähigkeit der Versicherten im ersten Arbeitsmarkt aus psychiatri-

 

 
 
Seite 12   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

scher Sicht in der Höhe von 30 % eingeschränkt sei. Die Prognose, dass die Explorandin in 
einem Pensum von 70 % wieder im ersten Arbeitsmarkt tätig sein werde, sei aus psychiatri-
scher Sicht "rein theoretisch" gut. Den Begriff "theoretisch" verwende er, weil die Versicherte 
seit nunmehr 10 Jahren nicht mehr im ersten Arbeitsmarkt tätig gewesen sei, sodass eine rele-
vante Dekonditionierung eingetreten sei. Diese lasse sich aber überwinden. Ein weiterer Grund, 
weshalb er den Begriff "theoretisch" verwende, liege darin, dass die Explorandin mit überwie-
gender Wahrscheinlichkeit mit ihrer Rolle als Arbeitnehmerin schon seit längerem gänzlich ab-
geschlossen habe, was aus psychiatrischer Sicht aber nicht nachvollzogen werden könne.  
 
8.5 Abschliessend beantwortet PD Dr. E.____ die ihm unterbereitete Frage nach der Ar-
beitsfähigkeit der Versicherten in der bisherigen und in einer angepassten Tätigkeit dahinge-
hend, dass in jeglichen beruflichen Tätigkeiten des ersten Arbeitsmarkts aus psychiatrischer 
Sicht eine 70 %-ige Arbeitsfähigkeit bestehe. Zum zeitlichen Verlauf der Entwicklung dieser 
Arbeitsfähigkeit führt er aus, der Beginn der attestierten 70 %-igen Arbeitsfähigkeit im ersten 
Arbeitsmarkt müsse etwas arbiträr festgelegt werden. Es gelte einen ausgesprochen langen 
retrospektiven Zeitraum zu beurteilen, was nicht ohne Weiteres möglich sei, zumal die Explo-
randin während vielen Jahren nicht in einer ambulanten psychiatrischen Behandlung gestanden 
habe. Im Rahmen seiner aktuellen Begutachtung sei er zur selben Einschätzung der Arbeitsfä-
higkeit gelangt wie Prof. Dr. G.____ in ihrem psychiatrischen Gutachten vom 17. Februar 2014 
bzw. im Rahmen ihrer diversen nachfolgenden Stellungnahmen. Wenn die Explorandin heute 
mitteile, dass sich ihre Grundstimmung nicht verändert habe, so könne diese Angabe dahinge-
hend interpretiert werden, dass sich auch ihre innerpsychische Belastbarkeit und somit mög-
licherweise auch ihre Arbeitsfähigkeit seither nicht verändert hätten. Somit sei aber nicht auszu-
schliessen, dass die attestierte 70 %-ige Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht seit der psy-
chiatrischen Begutachtung durch Prof. Dr. G.____ vorliege. 
 
9.1 In ihrer Stellungnahme vom 30. November 2022 zum Gerichtsgutachten von PD 
Dr. E.____ vertrat die Beschwerdegegnerin gestützt auf die Beurteilung ihres RAD-Arztes pract. 
med. D.____ vom 18. November 2022 die Auffassung, dass auf das Gutachten abgestellt wer-
den könne. Dieses beruhe auf allseitigen Untersuchungen und die psychiatrisch festgestellten 
Krankheiten seien hinsichtlich ihrer Symptomatologie, des Krankheitsverlaufs und ihren Auswir-
kungen auf den Alltag anhand der fachärztlich erhobenen Befunde nachvollziehbar festgestellt 
und bewertet worden. Die gutachterlich festgelegte Arbeitsfähigkeit sei auch nach Prüfung der 
Standardindikatoren vollumfänglich nachvollziehbar. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführe-
rin äusserte sich am 20. Januar 2023. Er hielt fest, dass die gutachterliche Diagnose einer re-
zidivierenden depressiven Störung grundsätzlich nachvollziehbar sei, nicht aber die attestierte 
Restarbeitsfähigkeit von 70 %. Der Gerichtsgutachter selber bezeichne die verbliebene Arbeits-
fähigkeit als nicht sofort umsetzbar, weil nach zehn Jahren Abwesenheit vom ersten Arbeits-
markt eine Dekonditionierung eingetreten sei. PD Dr. E.____ erachte diese zwar als überwind-
bar, er äussere sich aber nicht zur Zeitspanne, die hierfür nötig sei. Im Weiteren könne zur Kritik 
am Gutachten von PD Dr. E.____ vollumfänglich auf den Bericht des behandelnden Psychiaters 
Dr. F.____ vom 16. Januar 2023 verwiesen werden. Dieser halte zutreffend fest, dass bei der 
Versicherten auch eine Somatisierungsstörung bestehe und dass sie im ersten Arbeitsmarkt 

 

 
 
Seite 13   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

sicher nicht mehr arbeitsfähig sei. Der Psychostatus und die Beschwerden stünden der Annah-
me einer 70 %-igen Arbeitsfähigkeit entgegen.  
 
9.2 Nach den oben geschilderten Beweismaximen (vgl. E. 5.3.1 hiervor) weicht das Gericht 
bei Gerichtsgutachten nach der Praxis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung der 
medizinischen Experten ab, deren Aufgabe es ist, ihre Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur 
Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Vorliegend ist 
kein Grund für ein Abweichen vom psychiatrischen Gerichtsgutachten von PD Dr. E.____ vom 
11. November 2022 ersichtlich. Es ist viel mehr festzuhalten, dass dieses die rechtsprechungs-
gemässen Voraussetzungen an eine medizinische Beurteilungsgrundlage in jeder Hinsicht er-
füllt: Es weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf, es ist - wie dies vom Bundesgericht 
verlangt wird (vgl. E. 5.2 hiervor) - für die streitigen Belange umfassend, es stützt sich auf eine 
sorgfältige persönliche Untersuchung der Explorandin, es berücksichtigt die geklagten Be-
schwerden und es ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden. Inhaltlich ist das Gutachten 
widerspruchsfrei und es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der 
Beurteilung der medizinischen Situation ein. Überzeugend ist insbesondere, wie PD Dr. E.____ 
die von ihm erhobenen Diagnosen herleitet, wie er deren Auswirkungen auf die Funktionsfähig-
keit beurteilt und wie er seine psychiatrischen Diagnosen von den bei der Versicherten vorhan-
denen - invaliditätsfremden - psychosozialen Belastungsfaktoren abgrenzt (vgl. E. 8.1 und 8.2 
hiervor). Schliesslich nimmt er auch zu den fachärztlichen Einschätzungen der Administrativ-
gutachter Stellung, wobei er sich insbesondere eingehend mit der abweichenden Beurteilung 
von Dr. C.____ auseinandersetzt. Diesbezüglich legt er überzeugend dar, weshalb der Versi-
cherten - entgegen der Einschätzung der genannten Vorgutachterin - kein aggravatorisches 
Verhalten zur Last gelegt werden kann (vgl. E. 8.3 hiervor).  
 

9.3.1 Was die Beschwerdeführerin vorbringt, vermag die ausschlaggebende Beweiskraft der 
Gerichtsexpertise von PD Dr. E.____ nicht in Frage zu stellen. Sie macht geltend, der Gerichts-
gutachter selber bezeichne die attestierte 70 %-ige Arbeitsfähigkeit als "rein theoretisch" und als 
nicht sofort umsetzbar. Mit diesem Einwand kann die Beschwerdeführerin vorliegend nichts zu 
ihren Gunsten ableiten. PD Dr. E.____ zeigt nämlich in seinen weiteren Ausführungen schlüssig 
auf, dass und weshalb, die Gründe, welche die Versicherte (angeblich) an der Wiedereingliede-
rung im ersten Arbeitsmarkt hindern, als überwindbar zu betrachten sind. Sodann lässt die Be-
schwerdeführerin in ihrem Einwand unberücksichtigt, dass PD Dr. E.____ den Begriff einer 
"theoretischen" Arbeitsfähigkeit von 70 % vor allem auch verwendet, weil die Beschwerdeführe-
rin zumindest mit überwiegender Wahrscheinlichkeit mit ihrer Rolle als Arbeitnehmerin schon 
seit längerem gänzlich abgeschlossen hat. Dies ist jedoch, wie PD Dr. E.____ überzeugend 
darlegt, aus psychiatrischer Sicht nicht nachvollziehbar. Sodann beschreibt der Gerichtsgutach-
ter ausführlich, dass bei der Versicherten zahlreiche psychosoziale Belastungsfaktoren vorlie-
gen, die er aber zu Recht allesamt als invaliditätsfremd qualifiziert. Wenn die Beschwerdeführe-
rin deshalb in den letzten Jahren nicht mehr erwerbstätig war, obwohl sie eine (Teil-) Erwerbstä-
tigkeit aus gesundheitlichen Gründen durchaus hätte ausüben können, so beruht dies vorwie-
gend auf ihrem soziokulturellen Familiensystem und nicht auf einer - ein invalidisierendes Aus-
mass annehmenden - krankheitsbedingten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Die Beschwer-
deführerin hat sich somit die gutachterlich attestierte Arbeitsfähigkeit anrechnen zu lassen.  

 

 
 
Seite 14   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 
9.3.2 Den ausschlaggebenden Beweiswert des Gerichtsgutachtens von PD Dr. E.____ ver-
mögen auch die abweichenden Einschätzungen des behandelnden Psychiaters Dr. F.____ 
nicht in Zweifel zu ziehen. Dieser stellt in seinem Bericht vom 16. Januar 2023 zwar die glei-
chen Diagnosen wie der Gerichtsgutachter, er attestiert der Versicherten jedoch eine vollständi-
ge Arbeitsunfähigkeit, wobei er dies mit einer schweren Chronifizierung der Depression sowie 
mit dem "allgemeinen psychosozialen und psychopathologischen Zustand" der Patientin be-
gründet. Ersteres - eine schwere Chronifizierung der Depression - lässt sich nun allerdings mit 
Blick auf die ausführliche Herleitung und Diskussion der Diagnosen durch den Gerichtsgutach-
ter nicht nachvollziehen. Soweit Dr. F.____ auf den psychosozialen und psychopathologischen 
Zustand der Versicherten verweist, bezieht er sodann - ohne weitere Differenzierungen - auch 
die gewichtigen, bei der Beschwerdeführerin vorhandenen invaliditätsfremden Belastungsfakto-
ren in die Einschätzung der Restarbeitsfähigkeit ein. Vor diesem Hintergrund können seine ab-
weichenden Einschätzungen aber keine begründeten Zweifel am Gerichtsgutachten wecken.  
 
9.4 Zusammenfassend ergibt sich demnach gestützt auf die schlüssigen Ergebnisse des 
Gerichtsgutachtens von PD Dr. E.____, dass seit der ursprünglichen Begutachtung durch Prof. 
Dr. G.____ anfangs 2014 bis heute in jeglichen beruflichen Tätigkeiten des ersten Arbeits-
markts von einer 70 %-igen Arbeitsfähigkeit der Versicherten auszugehen ist.  
 
10.1 Wie oben ausgeführt (vgl. E. 3.1 hiervor), ist der Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen 
Versicherten nach der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs zu bestimmen. Da die 
Versicherte bereits im Zeitpunkt der Anmeldung zum Leistungsbezug keiner Erwerbstätigkeit 
mehr nachging und sie auch aktuell keine solche ausübt, ist es angezeigt, sowohl das Validen- 
als auch das Invalideneinkommen unter Beizug der Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohn-
strukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik (vgl. dazu BGE 126 V 76 E. 3b/bb mit 
Hinweisen und 124 V 322 E. 3b/aa) zu ermitteln. Da der Versicherten als Gesunde sämtliche 
Tätigkeiten im privaten Sektor im Kompetenzniveau 1 ("einfache Tätigkeiten körperlicher oder 
handwerklicher Art") offenstehen würden, stellt grundsätzlich das Total der Frauenlöhne des 
Kompetenzniveaus 1 gemäss der anwendbaren LSE-Tabelle TA1_tirage_skill_level das mass-
gebende Valideneinkommen dar. Laut dem Gerichtsgutachten von PD Dr. G.____ ist es der 
Versicherten auch nach Eintritt des Gesundheitsschadens weiterhin zumutbar, sämtliche dieser 
Tätigkeiten im Kompetenzniveau 1 im privaten Sektor zu verrichten, allerdings kann nicht mehr 
von einer uneingeschränkten, sondern lediglich noch von einer 70 %-igen Arbeitsfähigkeit in 
sämtlichen dieser Tätigkeiten ausgegangen werden. Werden nun aber sowohl das Validen- als 
auch das Invalideneinkommen einer versicherten Person anhand desselben LSE-Tabellenlohns 
ermittelt (hier: Total der Frauenlöhne des Kompetenzniveaus 1 der LSE-Tabelle 
TA1_tirage_skill_level) und besteht zudem, wie dies vorliegend der Fall ist, beim Invalidenlohn 
kein Anlass für die Vornahme eines leidensbedingten Abzuges vom Tabellenlohn (vgl. dazu 
BGE 146 V 16 E. 4.1 mit zahlreichen Hinweisen), so führt diese Berechnungsweise dazu, dass 
der Invaliditätsgrad der medizinisch-theoretischen Arbeitsunfähigkeit der versicherten Person 
entspricht. Vorliegend bedeutet dies, dass sich der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin 
gemäss der durch den Gerichtsgutachter attestierten 30 %-igen Arbeitsunfähigkeit auf 30 % 
beläuft. 

 

 
 
Seite 15   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 
10.2 Offen bleibt, ob der Invaliditätsgrad der Versicherten nach der allgemeinen Methode 
des Einkommensvergleichs - woraus nach dem soeben Gesagten ein Invaliditätsgrad von 30 % 
resultiert - oder aber nach der gemischten Methode zu bemessen ist. Dies hängt von der Be-
antwortung der Frage ab, ob die Beschwerdeführerin - wie von der Abklärungsperson der IV-
Stelle im "Fragebogen zur Ermittlung der Erwerbstätigkeit" vom 24. April 2015 protokolliert - als 
Gesunde in einem Pensum von 50 % einer ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit nachgehen wür-
de, oder ob sie aufgrund der Darstellung in ihrer Beschwerde bzw. gemäss ihrer handschriftli-
chen Ergänzung im "Fragebogen zur Ermittlung der Erwerbstätigkeit" zu 80 % oder gar zu 
100 % erwerbstätig wäre. Diese Frage kann nun aber - wie bereits weiter oben festgehalten 
(vgl. E. 4.2 hiervor) - vorliegend offen bleiben. Im Haushaltabklärungsbericht vom 29. April 2015 
wurde bei der Versicherten im Haushaltbereich eine Einschränkung von insgesamt 10 % ermit-
telt. Es sind keine Gründe ersichtlich, weshalb von diesem Ergebnis abzuweichen wäre. Viel-
mehr darf in diesem Zusammenhang berücksichtigt werden, dass auch der Gerichtsgutachter 
PD Dr. G.____ den Umstand, wonach der Versicherten der Grossteil der alltäglich anfallenden 
Haushaltsarbeiten und -tätigkeiten durch ihre Familienmitglieder abgenommen wird, als nicht 
krankheitsbedingt, sondern ausdrücklich als invaliditätsfremd bezeichnet (vgl. S. 38 des Gut-
achtens). Bei einer Einschränkung im Haushaltbereich von 10 % und einer solchen von 30 % im 
Erwerbsbereich resultiert in Anwendung der gemischten Methode der Invaliditätsbemessung in 
sämtlichen Varianten der verschiedenen (zeitlichen) Aufteilungen zwischen Erwerbs- und 
Haushalttätigkeit, die vorliegend in Frage kommen, im Ergebnis immer ein lnvaliditätsgrad von 
weniger als 30 %. 
 
10.3 Da der ermittelte Invaliditätsgrad von maximal 30 % unter dem für einen Rentenan-
spruch mindestens erforderlichen Invaliditätsgrad von 40 % liegt, hat die IV-Stelle einen Ren-
tenanspruch der Versicherten im Ergebnis zu Recht abgelehnt. Die gegen die betreffende Ver-
fügung vom 18. Februar 2020 erhobene Beschwerde muss deshalb abgewiesen werden. 
 
11. Abschliessend bleibt über die Kosten des Verfahrens zu befinden.  
 
11.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die 
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit-
wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Vorliegend ist dem Kantonsgericht ein 
überdurchschnittlich hoher Verfahrensaufwand entstanden, weshalb es sich rechtfertigt, die 
Verfahrenskosten auf den gemäss bundesrechtlichem Kostenrahmen maximal zulässigen Be-
trag von Fr. 1'000.-- festzusetzen. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der 
Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Be-
schwerdeführerin unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen sind. 
Der Beschwerdeführerin ist nun allerdings mit Verfügung vom 29. Mai 2020 die unentgeltliche 
Prozessführung bewilligt worden. Aus diesem Grund werden die Verfahrenskosten vorläufig auf 
die Gerichtskasse genommen. 
 

 

 
 
Seite 16   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

11.2 Nach Art. 45 Abs. 1 ATSG hat der Versicherungsträger die Kosten der Abklärung zu 
übernehmen, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen angeord-
net, so übernimmt er deren Kosten dennoch, wenn die Massnahmen für die Beurteilung des 
Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil nachträglich zugesprochener Leistungen bilden. 
Wie das Bundesgericht in BGE 137 V 210 entschieden hat, sind in den Fällen, in denen zur 
Durchführung der vom Gericht als notwendig erachteten Beweismassnahme an sich eine 
Rückweisung in Frage käme, eine solche indessen mit Blick auf die Wahrung der Verfahrens-
fairness entfällt, die Kosten der durch das Gericht in Auftrag gegebenen Begutachtung den IV-
Stellen aufzuerlegen. Dies sei, so das Bundesgericht weiter, mit der zitierten Bestimmung von 
Art. 45 Abs. 1 ATSG durchaus vereinbar (BGE 137 V 210 E. 4.4.2). Vorliegend war das Kan-
tonsgericht anlässlich seiner Urteilsberatung vom 9. Juni 2022 zum Ergebnis gelangt, dass auf 
das von der IV-Stelle eingeholte Gutachten von Dr. C.____ nicht abgestellt werden konnte. Das 
Kantonsgericht beschloss daher zur abschliessenden Klärung des medizinischen Sachverhalts 
ein psychiatrisches Gerichtsgutachten in Auftrag zu geben. Das in der Folge eingeholte Ge-
richtsgutachten von PD Dr. E.____ vom 11. November 2022 war mit anderen Worten für eine 
abschliessende Beurteilung des Rentenanspruchs des Versicherten unerlässlich. Im Lichte der 
geschilderten bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind demnach die Kosten der Begutachtung 
der IV-Stelle aufzuerlegen. Diese Kosten belaufen sich insgesamt auf Fr. 6'653.--; sie setzen 
sich zusammen aus der Honorarrechnung des Gutachters PD Dr. E.____ vom 11. November 
2022 im Betrag von Fr. 6'000.--, den Dolmetscherkosten von Fr. 247.50 gemäss Rechnung des 
H.____ vom 3. November 2022 und den Laborkosten von Fr. 405.50 laut Rechnung der 
I.____ AG vom 7. Februar 2023.  
 
11.3.1 Gemäss Art. 61 lit. g Satz 1 ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person 
Anspruch auf Ersatz ihrer Parteikosten. Stellt man vorliegend ausschliesslich auf den Prozess-
ausgang ab, so würde der Beschwerdeführerin als unterliegender Partei nach dem Wortlaut der 
genannten Bestimmung keine Parteientschädigung zustehen. Diesbezüglich gilt es allerdings, 
Folgendes zu beachten: Die Möglichkeit, der Beschwerde führenden Person trotz Unterliegens 
in der Sache eine Entschädigung zuzusprechen, bleibt im ATSG zwar unerwähnt, trotzdem er-
achtet dies das Bundesgericht im kantonalen Gerichtsverfahren ausnahmsweise für zulässig, 
soweit die Gegenpartei die Kosten unnötigerweise verursacht hat. Dabei beruft es sich auf den 
allgemeinen Rechtsgrundsatz, wonach jene Partei für die Kosten des Verfahrens aufzukommen 
hat, welche es bewirkt hat (Urteil des Bundesgerichts vom 9. April 2021, 8C_176/20202, E. 3.2 
mit zahlreichen Hinweisen). Dementsprechend kann dies dazu führen, dass die Behörde einer 
unterliegenden Partei die Parteikosten zu ersetzen hat, wenn sie das Verfahren durch einen 
Fehler veranlasst oder wenn sie der Beschwerde führenden Partei - unter damaliger Optik - 
zumindest berechtigten Anlass zur Ergreifung des Rechtsmittels gegeben hat (vgl. zum Ganzen 
auch: MARTIN BERNET, Die Parteientschädigung in der schweizerischen Verwaltungsrechtspfle-
ge, Zürich 1986, S. 136 ff.).  
 
11.3.2 Wie oben geschildert (vgl. E. 7.3 hiervor), stützte sich die IV-Stelle in der vorliegend 
angefochtenen Verfügung vom 18. Februar 2020 bei der Beurteilung des medizinischen Sach-
verhalts vollumfänglich auf das undatierte, am 13. September 2016 bei ihr eingegangene psy-
chiatrische Gutachten von Dr. C.____. In ihrer Beschwerde vom 21. April 2020 rügte und be-

 

 
 
Seite 17   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

gründete die Versicherte explizit, dass und weshalb auf das betreffende Gutachten von 
Dr. C.____ - entgegen der Sichtweise der IV-Stelle - nicht abgestellt werden könne. Anlässlich 
der in dieser Angelegenheit vorausgegangenen Urteilsberatungen vom 26. November 2020 und 
9. Juni 2022 erachtete das Kantonsgericht diese von der Beschwerdeführerin erhobenen Rügen 
als begründet; es beschloss, zur Klärung des medizinischen Sachverhalts mit Ergänzungsfra-
gen an Dr. C.____ zu gelangen. Nachdem sich dies als erfolglos erwiesen hatte, entschied es 
anlässlich der zweiten Urteilsberatung, zur abschliessenden Klärung der medizinischen Sachla-
ge ein psychiatrisches Gerichtsgutachten in Auftrag zu geben. Die damaligen Beschlüsse des 
Kantonsgerichts machen deutlich, dass die Erhebung der Beschwerde durch die Versicherte 
jedenfalls insoweit begründet war, als sie darin in zutreffender Weise die vorinstanzliche Abklä-
rung und Würdigung des medizinischen Sachverhalts beanstandete. Dies wiederum zeigt, dass 
die Versicherte - unter damaliger Optik - ausreichende Veranlassung hatte, die rentenableh-
nende Verfügung der IV-Stelle vom 18. Februar 2020 beim Kantonsgericht anzufechten. Vor 
diesem Hintergrund rechtfertigt es sich, der Beschwerdeführerin für die von ihrem Rechtsvertre-
ter bis zur zweiten Urteilsberatung vom 9. Juni 2022 erbrachten notwendigen Bemühungen eine 
angemessene Parteientschädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Für diese Lösung 
spricht auch der Umstand, dass die Versicherte in gleicher Weise Anspruch auf eine angemes-
sene Parteientschädigung zu Lasten der IV-Stelle gehabt hätte, wenn das Kantonsgericht an-
lässlich der genannten Urteilsberatung den Fall nicht ausgestellt und ein Gerichtsgutachten in 
Auftrag gegeben, sondern stattdessen die angefochtene Verfügung aufgehoben und die Ange-
legenheit zur weiteren Abklärung des medizinischen Sachverhalts an die IV-Stelle zurückge-
wiesen hätte. Bei dieser Vorgehensweise des Gerichts gilt nämlich nach ständiger bundesge-
richtlicher Rechtsprechung die Beschwerde führende Person als (vollständig) obsiegende Par-
tei, welche gemäss Art. 61 lit. g ATSG Anspruch auf eine Parteientschädigung zu Lasten des 
betroffenen Sozialversicherers hat (vgl. BGE 137 V 57 E. 2.1 und 2.2, BGE 132 V 215 E. 6.2, je 
mit Hinweisen).  
 
11.3.3 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin wies in seinen Honorarnoten vom 22. Juli 
2020 und 3. April 2023 im Zeitraum ab Eingang der angefochtenen Verfügung bis zur zweiten 
Urteilsberatung vom 9. Juni 2022 einen Zeitaufwand von 9,5 Stunden aus, was sich in Anbe-
tracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen erweist. Die Bemü-
hungen sind zu dem in Sozialversicherungsprozessen praxisgemäss zur Anwendung gelan-
genden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Nicht zu beanstanden sind sodann die 
für den genannten Zeitraum geltend gemachten Auslagen von Fr. 190.--. Der Beschwerdeführe-
rin ist deshalb für die bis zur zweiten Urteilsberatung vom 9. Juni 2022 erbrachten Bemühungen 
ihres Rechtsvertreters eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2'762.50 (9,5 Stunden 
à Fr. 250.-- + Auslagen von Fr. 190.-- zuzüglich 7,7 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle 
zuzusprechen. 
 
11.3.4 Die nach der zweiten Urteilsberatung vom 9. Juni 2022 angefallenen ausserordentli-
chen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschlagen. Da der Beschwerdefüh-
rerin mit Verfügung vom 29. Mai 2020 die unentgeltliche Verbeiständung mit ihrem Rechtsver-
treter bewilligt worden ist, ist dieser für die von der obigen Parteientschädigung nicht erfassten, 
nach dem 9. Juni 2022 erbrachten Bemühungen und die seither ausgewiesenen Auslagen aus 

 

 
 
Seite 18   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

der Gerichtskasse zu entschädigen. In seiner Honorarnote vom 3. April 2023 weist der Rechts-
vertreter ab dem genannten Datum einen Zeitaufwand von 6,3 Stunden aus, was sich als an-
gemessen erweist. Dasselbe gilt hinsichtlich der für diesen Zeitraum geltend gemachten Ausla-
gen von Fr. 129.20. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 
17. November 2003 beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 200.-- pro 
Stunde. Dem Rechtsvertreter ist deshalb für seine nach dem 9. Juni 2022 erbrachten Bemü-
hungen und die seither ausgewiesenen Auslagen ein Honorar in der Höhe von Fr. 1'496.15 
(6,3 Stunden à Fr. 200.-- + Auslagen von Fr. 129.20 zuzüglich 7,7 % Mehrwertsteuer) aus der 
Gerichtskasse auszurichten. 
 
11.3.5 In Bezug auf die vorläufig auf die Gerichtskasse genommenen Verfahrenskosten und 
das aus der Gerichtskasse ausgerichtete Honorar ihres Rechtsvertreters wird die Beschwerde-
führerin ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte (GOG) 
vom 22. Februar 2001 aufmerksam gemacht, wonach eine Partei, der die unentgeltliche 
Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. 
 
  

 

 
 
Seite 19   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen.  

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'000.-- werden der Be-
schwerdeführerin auferlegt. 

Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung werden die 
Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen.  

 3. Die Kosten der gerichtlichen Begutachtung in der Höhe von Fr. 6'653.-- 
werden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. 

 4. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerdeführerin eine redu-
zierte Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2‘762.50 (inkl. Ausla-
gen und 7,7 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen.  

Im Übrigen werden die ausserordentlichen Kosten wettgeschlagen. 

Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung wird dem 
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ein Honorar in der Höhe von 
Fr. 1'496.15 (inkl. Auslagen und 7,7 % Mehrwertsteuer) aus der Ge-
richtskasse ausgerichtet. 

 

 
 
 
 http://www.bl.ch/kantonsgericht