# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d5e6dbdf-ff0a-5c68-87bd-1ce219aefeb2
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-11-04
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 4. Kammer 04.11.2008 A 2008 23
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_004_A-2008-23_2008-11-04.pdf

## Full Text

A 08 23
3. Kammer 

URTEIL
vom 4. November 2008

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Handänderungssteuer

1. Die … AG (nachfolgend REK) hatte zu Beginn der Zwanzigerjahre des 

vergangenen Jahrhunderts von der … sowie von den Gemeinden …, …, …, 

…, …, …, …, …, …, …, …, … und … verschiedene 

Wasserrechtskonzessionen erworben. Gestützt darauf wurden die 

Kraftwerkstufen … (KW …), … (KW …) und … (KW …) gebaut und betrieben. 

Alle diese Konzessionen sind einheitlich am 7. November 2001 abgelaufen.

Schon vor diesem Ablaufdatum, nämlich am 8. Juni 2001 haben die 

Konzessionsgemeinden (ohne …) der REK neue Konzessionen für die 

Nutzung der Gewässer an allen drei Kraftwerkstufen und für den 

Weiterbetrieb der bestehenden Anlagen erteilt. Konzessionsgemeinden 

waren die erwähnten Gemeinden, ohne die Gemeinden … und ... Die 

Gemeinde … ist als Konzessionsgemeinde überhaupt weggefallen. Die 

Gemeinde ... hingegen hatte die Erneuerung der Konzession abgelehnt. Für 

sie hat später die Regierung zwangsweise die Konzession erteilt. Ebenfalls 

am 8. Juni 2001 schlossen die Konzessionsgemeinden (mit Ausnahme von 

...) mit der REK eine Vereinbarung über den Heimfallverzicht. Mit ihr 

verzichteten die Gemeinden auf den ihnen gestützt auf Art. 42 des 

Wasserrechtsgesetzes des Kantons Graubünden (BWRG) an sich 

zustehenden Heimfall der im Zeitpunkt des Konzessionsablaufes 

bestehenden Kraftwerkanlagen. Für den Verzicht auf die Ausübung des 

Heimfallrechtes an den im Vertrag einzeln aufgeführten Anlagen verpflichtete 

sich die REK, die Gemeinden und den Kanton insgesamt mit Fr. 112 Mio. zu 

entschädigen. Mit Beschluss der Regierung vom 21./29. Dezember 2004 ist 

auch der Kanton dieser Vereinbarung beigetreten. Überdies verfügte die 

Regierung auch für die Gemeinde ... den Heimfallverzicht. 

Wiederum am 8. Juni 2001 richteten die Konzessionsgemeinden (ohne ...) 

zusammen mit der REK das Konzessions- und Projektgenehmigungsgesuch 

an die Regierung. Dabei war allen Beteiligten von vorneherein klar, dass das 

Konzessionsgenehmigungsverfahren nicht bis zum 7. November 2001, dem 

Ablaufdatum der alten Konzessionen - also innert fünf Monaten -  zum 

Abschluss gebracht werden konnte. Deshalb ersuchten die 

Konzessionsgemeinden (ohne ...) zusammen mit der REK bereits im 

Konzessions- und Projektgenehmigungsgesuch die Regierung um Erlass 

provisorischer Massnahmen im Sinne von Art. 47 BWRG. Zur Begründung 

wurde in Ziff. 9.1 des Gesuchs folgendes ausgeführt: „Die 

Konzessionsverhandlungen mit den Gemeinden sind abgeschlossen worden. 

(...) Das Genehmigungsverfahren kann nur bei sehr speditiver Behandlung 

noch vor Ablauf der geltenden Konzessionen, d.h. vor dem 7. November 2001 

abgeschlossen werden. Es ist deshalb angezeigt, vorsorglich eine Regelung 

der Verhältnisse für den Zeitraum zwischen Ablauf der geltenden 

Konzessionen und Rechtskrafteintritt der neuen Konzessionen zu 

beantragen“. Ziff. 9.2 des Gesuches hielt sodann wörtlich folgendes fest: “Die 

REK und die Konzessionsgemeinden haben sich in Verhandlungen geeinigt, 

der Regierung für die Übergangszeit vorbehältlich einiger Anpassungen den 

unveränderten Weiterbetrieb der Prättigauer Werke zu beantragen.“ Diesem 

Gesuch entsprach die Regierung mit Entscheid vom 18. Dezember 2001, und 

zwar mit Wirkung ab dem Zeitpunkt des Ablaufs der alten Konzessionen 

(7.11.2001) für die Dauer bis zum 7. November 2004. Mit 

Regierungsentscheid vom 5.11.2002 wurde der Entscheid vom 18. Dezember 

2001 für die Dauer eines weiteren Jahres, somit bis zum 7. November 2005 

erneuert. Mit Entscheid vom 21./29.12.2004 genehmigte dann die Regierung 

die Konzessionen der Gemeinden und erteilte der REK gestützt auf Art. 12 

BWRG die Konzession auch im Namen der Gemeinde ... (Zwangsverleihung). 

Gegen den Konzessionsgenehmigungsentscheid der Regierung legten 

verschiedene Gemeinden des Albulatals beim Verwaltungsgericht Rekurs ein. 

Dieser wurde in der Folge zurückgezogen, und der Rekurs wurde am 

24.10.2005 abgeschrieben (Verfahren U 05 6). An diesem Tage sind die 

neuen Konzessionen in Rechtskraft erwachsen. 

Zwischen dem Ende der alten Konzessionen am 7.11.2001 und dem Beginn 

der neuen Konzessionen am 24.10.2005 wurden sämtliche Anlagen durch die 

REK weiter betrieben. Dies geschah gestützt auf die durch die Gemeinden 

zusammen mit der REK beantragten, bereits erwähnten 

Regierungsentscheide vom 18.12.2001 und 5.11.2002. Die alten 

Kraftwerkanlagen befanden sich zum Teil in einem sehr schlechten Zustand. 

Deshalb musste die REK mit der Erneuerung der alten Anlagen bereits im 

Jahre 2003 beginnen, somit noch unter dem Regime der regierungsrätlichen 

Übergangskonzession. Die umfassende Erneuerung dieser Anlagen, welche 

praktisch vollständig unter der Herrschaft der Übergangskonzession erfolgte, 

löste ein Investitionsvolumen von Fr. 58 Mio. aus. Die erneuerten Anlagen 

konnten am 12.5.2006, somit nur rund sieben Monate nach dem Eintritt der 

Rechtskraft der neuen Konzessionen (24.10.2005), in Betrieb genommen 

werden. 

In der Folge nahmen alle Konzessionsgemeinden die 

Konzessionserneuerung zum Anlass, eine Handänderungssteuer von 

insgesamt Fr. 2'763'238.-- zu veranlagen. Gegen alle 

Veranlagungsverfügungen erhob die REK Einsprache und beantragte deren 

Aufhebung. Die Gemeinden hiessen die Einsprachen teilweise gut und 

verzichteten auf die Besteuerung der kapitalisierten Wasserzinsen, der 

kapitalisierten Gratisenergie und der einmaligen Konzessionsgebühren. Im 

Übrigen wurden die Einsprachen abgewiesen (bei der Gemeinde … erfolgte 

noch eine weitere Korrektur). Die Gemeinden hielten an der Besteuerung der 

Heimfallverzichtsentschädigung von Fr. 112 Mio. fest.

2. Gegen diese Einspracheentscheide erhob die … AG am 28. April 2008 mit 

einer einzigen Eingabe Beschwerde an das Verwaltungsgericht mit dem 

Antrag, alle angefochtenen Entscheide aufzuheben. Massgebende 

Rechtsfragen sei einerseits, ob die bestehenden Kraftwerkanlagen je an die 

Gemeinden und den Kanton übergegangen seien, um dann wieder von diesen 

an die REK zurückzufallen, und andererseits ob wenigstens die wirtschaftliche 

Verfügungsmacht auf die Gemeinden und den Kanton übergegangen, 

ausgeübt und dann zurück übertragen worden sei. Es habe keine 

konzessionslose Übergangsphase gegeben. Die durch die Regierung 

angeordneten “provisorischen Massnahmen“ stellten eine eigentliche 

Übergangskonzession dar. Die Vereinbarung über den Heimfallverzicht habe 

auch für die Übergangskonzession Gültigkeit gehabt. Da dieser vor Ablauf der 

alten Konzession vereinbart worden sei, habe ein Heimfall eben gar nicht 

stattgefunden. Kanton und Gemeinden hätten die angeblich heimgefallenen 

Anlagen auch nicht in ihren Bilanzen ausgewiesen. Die Besteuerung dieser 

Anlagen während der Übergangsphase sei stets bei der Beschwerdeführerin 

vorgenommen worden. Es liege in jedem Fall keine wirtschaftliche 

Handänderung vor. So oder anders könne keine steuerpflichtige 

Handänderung angenommen werden. Überdies sei im Verhalten der 

Gemeinden eine krasse Verletzung von Treu und Glauben zu erblicken.

3. Die beteiligten Gemeinden beantragten in ihrer Vernehmlassung die 

Abweisung der Beschwerde. Sie machen geltend, auf Grund des Ablaufs der 

früheren Wasserrechtskonzessionen am 7.11.2001 seien die nassen Teile 

gemäss Art. 42 Abs. 1 BWRG je zur Hälfte an den Kanton und die 

Konzessionsgemeinden heimgefallen. Eine Mehrheit der Gemeinden habe 

zwar bereits am 8.6.2001 mit der Beschwerdeführerin eine 

Heimfallverzichtserklärung unterzeichnet, welche jedoch vorderhand nicht in 

Kraft getreten sei, da dazu gemäss Ziff. VI der Urkunde noch die 

Genehmigung der Regierung für die drei neuen Konzessionen erforderlich 

gewesen sei, welche erst am 21.12.2004 erfolgt sei. Überdies hätten 

verschiedene Gemeinden des Albulatales die Genehmigung der Regierung 

beim Verwaltungsgericht mit Rekurs angefochten, der erst am 24.10.2005 

zufolge Vergleiches abgeschrieben worden sei (U 05 6). Damit habe die 

Heimfallverzichtserklärung erst in diesem Zeitpunkt ihre Rechtsgültigkeit 

erhalten. Für einen rechtswirksamen Heimfallverzicht habe aber bis zu den 

Regierungsbeschlüssen vom 21.12.2004 auch die Zustimmung der 

Gemeinde … gefehlt, welche erst mit diesen gezwungen worden sei, aber 

auch jene des Kantons, der für seine Hälfte auch erst in diesem Zeitpunkt 

zugestimmt habe. Es sei also eine Zwischenphase ohne Konzessionen vom 

7.11.2001 bis zum 2.10.2005 eingetreten, als die Konzessionsgenehmigung 

von 2004 dank der Abschreibung des Rekurses rechtskräftig wurde. Mit ihren 

provisorischen Massnahmen vom 18.12.2001, welche bis zum 7.11.2004 

erlassen wurden, habe die Regierung sicher nicht die Konzessionen 

verlängert, den Heimfall verhindert oder die wirtschaftliche Verfügung auf die 

Beschwerdeführerin übertragen. Im Gegenteil habe sie jegliche präjudizielle 

Wirkung derselben ausdrücklich ausgeschlossen. Die Beschwerdeführerin sei 

in dieser Zeit provisorische Nutzniesserin der Anlagen gewesen und habe als 

solche auch von einzelnen Gemeinden als steuerpflichtig (ordentliche und 

Liegenschaftensteuern) betrachtet werden dürfen.

4. In einem zweiten Schriftenwechsel hielten die Parteien an ihren Standpunkten 

fest, ohne wesentliche neue Argumente vorzubringen.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften wird, 

soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Beschwerdethema bildet einzig die Frage, ob die Beschwerdegegnerinnen 

von der Beschwerdeführerin zu Recht eine Handänderungssteuer erhoben 

haben. Steuerobjekt ist nach Ansicht der Beschwerdegegnerinnen die nach 

dem behaupteten Heimfall der zur Diskussion stehenden Kraftwerkanlagen 

an die Gemeinden erfolgte angebliche Rückübertragung der Anlagen von den 

Konzessionsgemeinden auf die Konzessionärin. Auszugehen ist dabei von 

den in ihrem rechtlichen Gehalt übereinstimmenden Bestimmungen in den 

Steuerlassen der Gemeinden, wonach als steuerpflichtige Handänderung an 

Grundstücken, unbekümmert um einen Grundbucheintrag, jeder 

Eigentumswechsel und jede Übertragung der tatsächlichen oder 

wirtschaftlichen Verfügungsgewalt über ein Grundstück gilt. Die 

wirtschaftliche Betrachtungsweise wurde demnach vom jeweiligen 

Gesetzgeber bei der Handänderungssteuer generell als anwendbar erklärt. 

Gemäss konstanter Praxis des Verwaltungsgerichtes ist die wirtschaftliche 

Betrachtungsweise auch zu Gunsten des Steuerpflichtigen anzuwenden (vgl. 

PVG 1983 Nr. 67, 1980 Nr. 71, 1979 Nr. 109). Denn es würde zweifelsohne 

gegen den Grundsatz von Treu und Glauben verstossen, wenn bloss der 

Staat in Fällen, in denen die besondere zivilrechtliche Gestaltung eines 

Lebensvorganges zu Steuerverlusten führte, auf die wirtschaftlichen 

Gegebenheiten abstellen dürfte, um auf diese Weise doch noch eine 

Besteuerung herbeizuführen, anderseits aber nicht auch der Steuerpflichtige 

unter Hinweis auf einen vom zivilrechtlichen abweichenden wirtschaftlichen 

Tatbestand eine ungerechtfertigte Besteuerung verhindern könnte (PVG 1979 

Nr. 109). Speziell mit Bezug auf die vorliegend in Frage stehende, als 

Rechtsverkehrssteuer ausgestaltete Handänderungssteuer ergibt sich 

daraus, dass die wirtschaftliche Betrachtungsweise nicht nur zu einer 

Erweiterung des verwendeten Begriffes "Wechsel von Grundeigentum" führt, 

indem bestimmte wirtschaftliche Vorgänge, die zivilrechtlich keine 

Handänderung darstellen, trotzdem steuerlich erfasst werden können; sie 

bewirkt umgekehrt einschränkend, dass bestimmte zivilrechtliche 

Eigentumsübertragungen nur dann handänderungssteuerpflichtig sind, wenn 

sie sich auch wirtschaftlich als solche auswirken (PVG 1979, Nr. 109; VGE 

141/96). Wie im Folgenden darzulegen ist, hat vorliegend weder rechtlich 

noch wirtschaftlich eine Handänderung der zur Diskussion stehenden 

Kraftwerkanlagen stattgefunden.

2. Gemäss Art. 82 des am 1.7.1995 in Kraft getretenen neuen BWRG findet 

dieses Gesetz Anwendung auf bestehende Konzessionen, soweit dadurch 

nicht wohlerworbene Rechte verletzt werden. Demnach gilt hier grundsätzlich 

das neue kantonale Recht, was von den Parteien auch nicht in Abrede gestellt 

wird. Der Heimfall ist in Art. 42 Abs. 1 folgendermassen geregelt: “Endet die 

Verleihung durch Ablauf ihrer Dauer, Verwirkung oder Verzicht, so fallen die 

auf öffentlichem oder privatem Boden errichteten Anlagen zum Stauen und 

Fassen, Zu- oder Ableiten oder Umwälzen des Wassers, die Turbinen und 

Pumpen mit den Gebäuden, in denen sie sich befinden, die Zugehör, die zum 

Betrieb des Werkes dienenden Grundstücke und Rechte an fremden 

Grundstücken unentgeltlich und lastenfrei je zur Hälfte an den Kanton und die 

Verleihungsgemeinden heim“. Gemäss Abs. 4 derselben Bestimmung sind 

Gemeinden und Kanton befugt, auf die Ausübung des Heimfallrechtes zu 

verzichten. Wie schon beim früheren Art. 10bis Abs. 1 BWRG aus dem Jahre 

1954 (vgl. Augustin, Das Ende der Wasserrechtskonzession, S. 88) statuiert 

auch Art. 42 Abs. 1 (gemäss Botschaft der Regierung, S. 254, ist die 

Heimfallregelung des bisherigen Rechts unverändert übernommen worden) 

selber und direkt ein Heimfallrecht. Der Heimfall bei Ablauf der 

Konzessionsdauer tritt ohne weiteres ein. Das bedeutet, dass beim Ablauf 

einer Konzession grundsätzlich der unentgeltliche Heimfall aller Grundstücke 

und Rechte bezüglich nasse Anlagen automatisch eintritt; denn einer 

Erklärung oder tatsächlichen     Übernahme durch die Konzessionsgemeinden 

und den Kanton bedarf es eben nicht. Insoweit sind sich die Parteien auch 

einig.

3. Vorliegend haben aber die Verleihungsgemeinden (mit Ausnahme der 

Gemeinde ...) mit der Konzessionärin bereits am 8.6.2001 eine 

Heimfallverzichtsvereinbarung im Sinne von Art. 42 Abs. 4 BWRG 

abgeschlossen. Wie die Beschwerdeführerin zu Recht vorbringt, ist der 

Verzicht auf den Heimfall von Gesetzes wegen an keine besonderen 

Voraussetzungen gebunden. Er kann deshalb auch nur von einer einzigen 

oder nur von einzelnen Gemeinden oder auch nur vom Kanton allein erklärt 

werden. Es ist nicht etwa die Zustimmung aller Berechtigten nötig. Die 

Verzichtserklärungen sind auch an keine Form gebunden. Diese können 

deshalb sogar mündlich oder auch nur konkludent erfolgen. Sodann verlangt 

das Gesetz auch nicht ausdrücklich den Verzicht auf den Heimfall für seine 

Wirksamkeit vor Ablauf der Konzession zu erklären. Zwar ergäbe sich diese 

Reihenfolge rein sachlogisch. Da aber der Heimfallverzicht nach dem Gesetz 

der freien Parteidisposition untersteht, kann es auch nicht unzulässig sein, 

einen nachträglichen, also nach Ablauf der Konzession erfolgten 

Heimfallverzicht mit Wirkung ex tunc zu vereinbaren. Dies drängt sich gerade 

mit Blick auf Art. 45 BWRG auf, der wie folgt lautet: 

"Wird eine Konzession unter Verzicht auf die Ausübung des Heimfallrechts 

erneuert, hat der Konzessionär den Heimfallberechtigten für den Verzicht auf 

die Beanspruchung der unentgeltlich heimfallenden Anlagen eine 

Entschädigung zu entrichten." Genau darum, also um eine 

Neukonzessionierung unter Verzicht auf die Ausübung des Heimfalles, ging 

es in den zur Diskussion stehenden und im Sachverhalt ausführlich 

geschilderten wasserrechtlichen Vorgängen, die im Folgenden mit Blick auf 

die umstrittene Erhebung eine Handänderungssteuer zu würdigen sind.

4. Wie bereits mehrfach erwähnt, haben die Parteien am 8.6.2001 eine 

Vereinbarung über den Heimfallverzicht abgeschlossen. Gleichzeitig erteilten 

die Gemeinden eine neue Konzession, welche der Regierung zur 

Genehmigung eingereicht wurde mit dem Antrag, für die Dauer des 

Genehmigungsverfahrens provisorische Massnahmen nach Art. 47 BWRG zu 

erlassen. Dem kam die Regierung auch mit Beschluss vom 18.12.2001 mit 

Wirkung per Ablauf der alten Konzession nach. Mit Entscheid vom 

21./29.12.2004 wurde schliesslich die Konzession (für … zwangsweise) 

genehmigt. Diese Vorgänge sind von ihrem Ergebnis her als einheitlicher Akt 

im Sinne von Art. 45 BWRG zu betrachten. Dabei ist insbesondere 

festzustellen, dass ein Heimfall der Anlagen nicht stattgefunden hat. Denn es 

war eben gerade der Sinn der Vereinbarung über den Heimfallverzicht, dies 

zu verhindern. Dabei schadet nach dem oben Gesagten auch nicht, dass der 

Kanton die Vereinbarung erst später unterzeichnet hat und die Konzession für 

die Gemeinde … per Zwangsverleihung erteilt wurde. Ebenso wenig ist es von 

Belang, dass die Vereinbarung mit einer auflösenden Bedingung versehen 

wurde, wonach der Heimfallverzicht hinfällig geworden wäre, wenn die 

Konzessionen nicht rechtskräftig geworden wären. Denn dies ändert nichts 

daran, dass der Heimfall eben nicht stattfand und nur dann hätte stattfinden 

können, wenn sich die auflösende Bedingung realisiert hätte. Sodann ist es 

offensichtlich geradezu abwegig, von einer Übergangsphase zu reden. 

Vielmehr ermöglichte der Heimfallverzicht verbunden mit der 

Übergangskonzession den nahtlosen Übergang in die neue Konzession. 

Dass in dem vor der Neukonzessionierung liegenden Zeitraum die Anlagen 

von der Beschwerdeführerin  unverändert weiter betrieben wurden und sie 

ihre Leistungen an die Gemeinden erbracht hat, ist unbestritten. Ein 

Eigentumsübergang hat demnach klar nie stattgefunden, weshalb die 

Anlagen immer im Eigentum der Beschwerdeführerin verblieben sind. Die 

Anlagen konnten deshalb von den Gemeinden auch nicht auf die 

Beschwerdeführerin rückübertragen werden. Es gibt daher kein Steuerobjekt 

für die Erhebung einer Handänderungssteuer.

5. Schon gar nicht kann von einer wirtschaftlichen Handänderung gesprochen 

werden. Vielmehr verblieben die Anlagen nach Ablauf der alten Konzession 

wirtschaftlich vollumfänglich in den Händen der Beschwerdeführerin, wie 

diese völlig zu Recht geltend macht. Sie hat darüber nicht nur wie eine 

Konzessionärin, sondern auch wie eine Eigentümerin verfügt. So hat sie nicht 

nur den Produktionsbetrieb vollumfänglich aufrechterhalten, sondern die 

Anlagen während laufender Übergangskonzession für Fr. 58 Mio. erneuert 

und dies mit Zustimmung der Gemeinden und des Kantons. Daneben hat sie 

alle Abgaben wie bisher geleistet und das wirtschaftliche Risiko getragen. 

Keine Unternehmung, die bei Trost ist, würde so handeln und sich dazu noch 

zur Entrichtung einer Heimfallentschädigung verpflichten, wenn sie sich ihrer 

Berechtigung an den Betriebsanlagen nicht sicher sein könnte. Umgekehrt 

haben die Konzedenten über die Kraftwerkanlagen in keiner Weise verfügt. 

Es kann schliesslich auch keine Rede davon sein, dass die 

Beschwerdeführerin die Anlagen im Rahmen einer "provisorischen 

Nutzniessung" für die Konzedenten weiterbetrieben haben. Ein derartiges 

Rechtsinstitut ist dem Wasserrecht fremd. Vielmehr wurde vorliegend eben 

genau das im BRWG vorgesehene Verfahren für eine 

Konzessionserneuerung mit Heimfallverzicht und Entschädigung dafür 

durchgeführt. Wenn im Übrigen davon ausgegangen würde, dass der Heimfall 

tatsächlich stattgefunden hätte und damit auch die Vereinbarung über den 

Heimfallverzicht rechtsungültig wäre, würde auch die Entschädigung für den 

Heimfallverzicht hinfällig. Dann hätte im Rahmen eines 

"Rückübertragungsverfahrens" gewissermassen ein Kaufpreis für die 

Anlagen ausgehandelt und dabei auch die Tragung einer allfälligen 

Handänderungssteuer geregelt werden müssen. Auch das zeigt die 

Abwegigkeit der Thesen der Beschwerdegegnerinnen. Auch unter dem 

Aspekt der wirtschaftlichen Betrachtungsweise kann nach dem Gesagten 

nicht von einer Handänderung ausgegangen werden. Schliesslich geht das 

Gericht mit der Ansicht der Beschwerdeführerin, dass die Gemeinden mit der 

Erhebung von Handänderungssteuern in hohem Mass gegen Treu und 

Glauben verstossen haben, einig. Die Beschwerdeführerin  musste aufgrund 

des Geschehensablaufes nicht damit rechnen, dass von ihr noch eine 

Handänderungssteuer verlangt werden würde. Dieses Verhalten ist mit Blick 

vor allem auf den Heimfallverzicht widersprüchlich. Die Beschwerde ist 

demnach gutzuheissen und die angefochtenen Einsprachentscheide sowie 

die ihnen zugrundeliegenden Veranlagungsverfügungen sind aufzuheben.

6. Bei diesem Ausgang gehen die Verfahrenskosten unter solidarischer 

Haftbarkeit und im Verhältnis zu den veranlagten Steuerbeträgen zulasten der 

Beschwerdegegnerinnen. 

Gemäss Art. 78 Abs. 1 VRG wird die unterliegende Partei in der Regel 

verpflichtet, der obsiegenden Partei alle durch den Rechtsstreit verursachten 

notwendigen Kosten zu ersetzen. Die Gemeinden haben daher die 

Beschwerdeführerin unter solidarischer Haftbarkeit und im Verhältnis zu den 

veranlagten Steuerbeträgen aussergerichtlich zu entschädigen. Der mit der 

eingereichten Honorarnote geltend gemachte Betrag von Fr. 21'025.-- 

erscheint als ausgewiesen.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die angefochtenen 

Einsprachentscheide sowie die ihnen zugrundeliegenden 

Veranlagungsverfügungen werden aufgehoben.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 25'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 266.--

zusammen Fr. 25'266.--

gehen unter solidarischer Haftbarkeit und im Verhältnis zu den veranlagten 

Steuerbeträgen zulasten der Beschwerdegegnerinnen und sind innert 30 

Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des 

Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. Die Beschwerdegegnerinnen entschädigen die … AG unter solidarischer 

Haftbarkeit und im Verhältnis zu den veranlagten Steuerbeträgen 

aussergerichtlich mit Fr. 21'025.-- (inkl. MWST).