# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 310ea2da-b325-5465-ab98-4f3e26bb4b6f
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-06-06
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 06.06.2019 SB190038
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB190038_2019-06-06.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: SB190038-O/U/jv 
 

Mitwirkend: Der Oberrichter lic. iur. R. Naef, Präsident, die Ersatzoberrichterin 

lic. iur. S. Mathieu und der Ersatzoberrichter Dr. iur. E. Pahud sowie 

die Gerichtsschreiberin lic. iur. S. Maurer 

Urteil vom 6. Juni 2019 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich,  
vertreten durch Leitenden Staatsanwalt lic. iur. U. Hubmann, 

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend Misswirtschaft etc. 
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung,  
vom 28. August 2018 (DG180094) 
 

-   2   - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 27. März 

2018 (Urk. 27) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 42 S. 78 ff.) 

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

− der Misswirtschaft im Sinne von Art. 165 Ziff. 1 StGB i.V.m. Art. 29 lit. d StGB; 

− der ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 i.V.m. Abs. 3 

StGB (Anklageziffer 2) und 

− der Unterlassung der Buchführung im Sinne von Art. 166 StGB i.V.m. Art. 29 lit. d 

StGB. 

2. Der Beschuldigte ist nicht schuldig  

− der ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 i.V.m. Abs. 3 

StGB (Anklageziffer 1) 

− des betrügerischen Konkurses im Sinne von Art. 163 Ziff. 1 StGB; 

− des mehrfachen Betruges im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB 

und wird diesbezüglich freigesprochen. 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 14 Monaten Freiheitsstrafe. 

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 4 Jahre festge-

setzt.  

5. Es wird ein Tätigkeitsverbot im Sinne von Art. 67 StGB angeordnet und dem Beschuldigten 

untersagt, während 3 Jahren als Geschäftsführer, Verwaltungsrat oder anderweitig in der 

Geschäftsleitung einer Gesellschaft (rechtlich oder faktisch) tätig zu sein. 

6. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Staat als Ersatz für nicht mehr vorhandenen, wider-

rechtlich erlangten Vermögensvorteil Fr. 60'000.– zu bezahlen. 

-   3   - 

7. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf 

Fr. 4'500.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 2'500.00   Gebühr Strafuntersuchung (StA) 

Fr. 100.00   Auslagen Untersuchung (Zeugenentschädigung) 

Fr. 18'200.00   amtliche Verteidigung 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

8. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen 

der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten zu 60% auferlegt und zu 40% auf 

die Gerichtskasse genommen. 

9. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehal-

ten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO im Umfang von 60%. 

10. Dem Beschuldigten wird keine Entschädigung aus der Gerichtskasse zugesprochen. 

11. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Aufwendungen und Auslagen als amtlicher Ver-

teidiger des Beschuldigten mit Fr. 18'200.– (inkl. MwSt.) aus der Gerichtskasse entschädigt.  

12. (Mitteilungen) 

13. (Rechtsmittel)" 

Berufungsanträge: 
(Prot. II S. 3 f.) 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 55 S. 2) 

1. Mit der Berufung wird die Abänderung der folgenden Dispositivziffern  

des Urteils des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung vom 28. August 2018 

(DG180094-L/UB) verlangt: 

- Ziffer 1: der Beschuldigte sei freizusprechen vom Vorwurf der Misswirt-

schaft (Art. 165 Ziff. 1 StGB i.V.m. Art. 29 lit. d StGB) sowie vom Vor-

wurf der ungetreuen Geschäftsbesorgung (Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 i.V.m. 

-   4   - 

Abs. 3 StGB) und vom Vorwurf der Unterlassung der Buchführung 

(Art. 166 StGB i.V.m. Art. 29 lit. d StGB); 

- Ziffer 3: ersatzlose Aufhebung; 

 - Ziffer 4: ersatzlose Aufhebung; 

 - Ziffer 5: ersatzlose Aufhebung; 

- Ziffer 6: ersatzlose Aufhebung; 

-  Ziffer 7 & 8: die Kosten für das gesamte Strafverfahren seien auf die 

Staatskasse zu nehmen. Eventualiter seien die Kosten der amtlichen 

Verteidigung auf die Staatskasse zu nehmen und dem amtlichen Ver-

teidiger sei eine Entschädigung nach Massgabe der heute eingereich-

ten Honorarnote zuzusprechen." 

b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 48) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang 

1. Zum Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann auf die Er-

wägungen der Vorinstanz im angefochtenen Entscheid verwiesen werden 

(Urk. 42 S. 4 f.).  

2. Am 28. August 2018 erging das eingangs im Dispositiv wiedergegebene   

Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung (Urk. 42). Das Urteil wurde 

mündlich eröffnet und begründet sowie im Dispositiv übergeben (Prot. I S. 17). 

-   5   - 

3. Der Beschuldigte hatte mit Eingabe vom 6. September 2018 gegen das  

Urteil innert Frist Berufung angemeldet (Urk. 36), worauf ihm am 23. Januar 2019 

das begründete Urteil zugestellt wurde (Urk. 39; Urk. 41/2). Am 6. Februar 2019 

reichte er fristgerecht die Berufungserklärung ein (Urk. 44). Mit Präsidialverfügung 

vom 8. Februar 2019 wurde der Staatsanwaltschaft die Berufungserklärung zuge-

stellt und Frist angesetzt, um zu erklären, ob Anschlussberufung erhoben wird, 

oder um begründet ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen (Urk. 46). 

Die Staatsanwaltschaft erklärte mit Eingabe vom 28. Februar 2019, auf An-

schlussberufung zu verzichten, und beantragte die Bestätigung des vorinstanz-

lichen Urteils (Urk. 48). In der Folge wurde auf den 6. Juni 2019 zur Berufungs-

verhandlung vorgeladen (Urk. 49). Die Berufungsverhandlung fand in Anwesen-

heit des Beschuldigten und seines amtlichen Verteidigers statt; das Urteil wurde 

im Anschluss an die Berufungsverhandlung gefällt und mündlich eröffnet (Prot. II 

S. 3 ff.). 

II. Prozessuales 

1. Beweisantrag 

Seitens der Verteidigung wurde der (Beweis-)Antrag gestellt, die Handelsregister-

anmeldung vom tt. September 2013 der B._____ AG als Beweismittel zu den Ak-

ten zu nehmen. Nach einer kurzen Zwischenberatung wurde diesem Antrag statt-

gegeben und dieses Dokument als Urk. 54 zu den Akten genommen (Prot. II 

S. 5). 

2. Umfang der Berufung 

Der Beschuldigte beantragt im Berufungsverfahren einen vollumfänglichen Frei-

spruch. Seine Berufung richtet sich dementsprechend gegen die Dispositiv-Ziffern 

1 (Schuldspruch betreffend Misswirtschaft im Sinne von Art. 165 Ziff. 1 StGB 

i.V.m. Art. 29 lit. d StGB, ungetreue Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 

Ziff. 1 Abs. 1 i.V.m. Abs. 3 StGB [Anklageziffer 2] und Unterlassung der Buchfüh-

rung im Sinne von Art. 166 StGB i.V.m. Art. 29 lit. d StGB) sowie die Dispositiv-

Ziffern 3 bis 8 (Sanktions-, Vollzugs- und Kostenverteilungsregelungen; Urk. 44 

-   6   - 

S. 2). Nicht angefochten wurden die Freisprüche gemäss Dispositiv-Ziffer 2 be-

treffend ungetreue Geschäftsbesorgung (Anklageziffer 1), betrügerischer Konkurs 

und mehrfacher Betrug sowie die Kostenfestsetzung gemäss Dispositiv-Ziffer 7 

(Prot. II S. 4). Ebenfalls nicht angefochten wurden die Dispositiv-Ziffern 9 (Über-

nahme der Kosten der amtlichen Verteidigung auf Gerichtskasse unter Vorbehalt 

einer Nachforderung im Umfang von 60 %), 10 (keine Zusprechung einer Ent-

schädigung an den Beschuldigten) sowie 11 (Entschädigung amtlicher Verteidi-

ger). Bezüglich Dispositiv-Ziffern 9 und 10 ist freilich festzuhalten, dass mit dem 

Antrag auf Freispruch automatisch auch die damit zusammenhängenden Folge-

punkte des Urteils als angefochten gelten (SCHMID/JOSITSCH, StPO Praxiskom-

mentar, Art. 399 N 18, Art. 404 N 1). Im nicht angefochtenen Umfang (Dispositiv-

Ziffern 2, 7 und 11) ist das vorinstanzliche Urteil rechtskräftig geworden, was   

vorab mittels Beschlusses festzustellen ist (Art. 404 Abs. 1 StPO). Im Übrigen ist 

das vorinstanzliche Urteil unter Vorbehalt des Verschlechterungsverbots (Art. 391 

Abs. 2 StPO) zu überprüfen. 

III. Sachverhalt und rechtliche Würdigung 

A. Misswirtschaft; Unterlassung der Buchführung (Anklageziffer 1) 

1. Sachverhalt 

1.1 Dem Beschuldigten wird unter Anklageziffer 1 Folgendes vorgeworfen:  

Die B._____ AG (ehemals B1._____ AG) sei eine vom tt. März 2011 bis zum 

tt. September 2014 im Handelsregister eingetragene Handelsgesellschaft mit dem 

Zweck der Führung einer Generalunternehmung für Reinigungs- und  Bodenleg-

erarbeiten etc. gewesen. Am tt. März 2014 habe das Bezirksgericht Dietikon über 

die Gesellschaft den Konkurs eröffnet. Am tt. Mai 2014 habe das Konkursverfah-

ren mangels Aktiven eingestellt werden müssen.  

Formell sei ab 21. März 2011 C._____ Präsident des Verwaltungsrats der Gesell-

schaft gewesen – zuerst mit der weiteren Verwaltungsrätin D._____ und an-

-   7   - 

schliessend als alleiniger Verwaltungsrat –, bis er am 16. September 2013 abge-

wählt und durch E._____ ersetzt worden sei. 

Der Beschuldigte sei laut Arbeitsvertrag vom 15. August 2011 ab 1. September 

2011 als Marketing-Disponent mit einem Pensum von 50% bei der B._____ AG 

angestellt gewesen und habe ab 7. Dezember 2011 über eine rückwirkend ab 

1. September 2011 gültige General-Vollmacht zur umfassenden Vertretung der 

B._____ AG verfügt. Tatsächlich aber sei er bereits spätestens seit 21. März 2011 

als Aktionär respektive Inhaber – ohne vertragliche Vereinbarung – mit umfas-

senden Befugnissen und ohne Weisungen der formellen Verwaltungsräte befol-

gen zu müssen, in der B._____ AG u.a. als faktischer Verwaltungsrat aktiv gewe-

sen. Namentlich habe er den Firmenzweck alleine bestimmt, alleine die Ge-

schäftsführung besorgt, C._____ als Verwaltungsrat angeworben, diesen an der 

Generalversammlung vom 21. März 2011 in den Verwaltungsrat gewählt und 

F._____ als Buchhalter für die Gesellschaft engagiert. Im Weiteren sei er auch für 

sämtliche Personalbelange in der Gesellschaft zuständig gewesen. Der Beschul-

digte habe den Firmenmantel vor dem 21. März 2011 leer – ohne jegliche Aktiven 

– alleine oder gemeinsam mit einer unbekannten Drittperson von G._____, des-

sen H._____ AG oder von einer weiteren unbekannten Person gekauft. Über den 

Verbleib der Fr. 100'000.– Aktienkapital, welches der Gesellschaft tatsächlich nie 

zur Verfügung gestanden habe, habe er dem formellen Verwaltungsrat und dem 

Buchhalter trotz Nachfragen keine Rechenschaft abgelegt. 

Im Zeitpunkt der Konkurseröffnung habe die B._____ AG Schulden von mindes-

tens Fr. 200'000.– gehabt, welchen Ausständen keinerlei Aktiven gegenüber ge-

standen seien. Die Überschuldung sei noch bedeutend geringer gewesen als der 

Beschuldigte spätestens am 21. März 2011 als tatsächlicher Verwaltungsrat in die 

damals aktiven- und passivenlose B._____ AG eingetreten sei. Die Gesellschaft 

sei bereits beim Eintritt des Beschuldigten aktivenlos gewesen, weil der Gründer 

der Gesellschaft (I._____) das Aktienkapital bereits wieder vom Geschäftskonto 

abgehoben habe. Das Aktienkapital sei in der Folge als Aktivdarlehen in der 

Buchhaltung geführt und die Gesellschaft sei nur als leerer Mantel weiterverkauft 

worden. Dem Beschuldigten sei dies bekannt gewesen, dennoch habe er es un-

-   8   - 

terlassen, seinen gesetzlichen Pflichten im Sinne von Art. 725 Abs. 1 OR nachzu-

kommen und das Aktivdarlehen zu erfüllen bzw. zumindest für Sanierungsmass-

nahmen zu sorgen. Sodann habe er es in der Folge unterlassen, entsprechend 

seinen gesetzlichen Pflichten im Sinne von Art. 716a Abs. 1 OR dafür zu sorgen, 

dass eine Art. 957 ff. OR genügende Buchhaltung geführt wurde, sowie die Fi-

nanzen der Gesellschaft zumindest periodisch zu kontrollieren. Einzig für das Jahr 

2011 sei ca. am 11. März 2012 durch den Buchhalter F._____ eine Buchhaltung 

sowie eine Bilanz und Erfolgsrechnung erstellt worden, wobei auch der Beschul-

digte mitbekommen habe, dass die Bilanz eine Unterdeckung von ca. Fr. 50'000.– 

sowie ein aufgrund seiner desolaten privaten finanziellen Situation nicht werthalti-

ges Aktivdarlehen über Fr. 61'387.55 an ihn selbst aufgewiesen habe. Für die Zeit 

nach dem 1. Januar 2012 sei dann die Buchführung gänzlich unterblieben. Es 

seien lediglich Rechnungen und Belege aufbewahrt worden.  

Indem der Beschuldigte bewusst zugelassen habe, dass das Aktienkapital der 

Gesellschaft nicht zurückbezahlt worden sei bzw. er selbst dieses ihm gewährte 

"Darlehen" in seiner desolaten finanziellen Situation überhaupt erst gewährt res-

pektive nicht zurückbezahlt habe, habe die B._____ AG einen wirtschaftlichen 

Schaden in entsprechender Höhe erlitten, was der Beschuldigte gewollt oder zu-

mindest billigend in Kauf genommen habe. Mangels Buchführung habe der Be-

schuldigte sodann selbstverschuldet wenig Kontrollmöglichkeiten hinsichtlich des 

Geschäftsganges respektive offener Kreditorenforderungen gehabt. Hätte er für 

eine korrekte Buchhaltung gesorgt und diese gelegentlich kontrolliert, so hätte er 

schon von Beginn seines Mandats an, am 21. März 2011, erkennen  müssen, 

dass die B._____ AG in einer Finanzkrise gewesen sei, und dass somit zumindest 

begründete Besorgnis bestanden habe respektive eine Überschuldung spätestens 

ca. am 11. März 2012 (Erstellung der Bilanz 2011 durch F._____) gar tatsächlich 

festgestanden sei, weshalb gemäss Art. 725 Abs. 2 OR sofort eine Zwischenbi-

lanz zu erstellen und durch einen zugelassenen Revisor prüfen zu lassen oder so-

fort die Bilanz zu deponieren gewesen wäre. Stattdessen habe der Beschuldigte 

bis ca. am 16. September 2013 mit der Gesellschaft weiter gearbeitet und diese 

anschliessend in massiv überschuldetem Zustand an E._____ übertragen.  

-   9   - 

Diese arge Nachlässigkeit des Beschuldigten, der die gebotenen Kontrollen bzw. 

Anzeigen unterlassen habe, habe eine Verschleppung des Konkurses bewirkt, 

was aufgrund der laufenden Kosten zu einer Verschlimmerung der Vermögens-

lage der B._____ AG geführt habe. Namentlich Kosten in Form von Löhnen, Bü-

romiete, Versicherungsprämien, Lieferantenforderungen, Autoleasing, Steuern 

und Verzugszinsen seien aufgelaufen, seit der Beschuldigte die Hinweise hätte 

erkennen sollen, die Anlass zur Besorgnis einer Überschuldung gegeben hätten. 

Da die B._____ AG, wie der Beschuldigte hätte erkennen sollen, keine Aussicht 

auf Fortführung der Geschäftstätigkeit mehr gehabt habe, habe sie sich mit die-

sen Ausgaben keinen für sie brauchbaren Gegenwert verschaffen können.  

1.2 Als Beweismittel liegen die Aussagen des Beschuldigten (Urk. 3/1-6 und 

Urk. 30; Prot. I S. 1 ff.; Urk. 53), des in einem separaten Strafverfahren Beschul-

digten C._____ (Urk. 3/4; Urk. 4/1+2), des Zeugen F._____ (Urk. 4/3), der Aus-

kunftspersonen J._____ (Urk. 4/4), G._____ (Urk. 4/7), K._____ (Urk. 4/6) und 

E._____ (Urk. 4/8) sowie verschiedene Dokumente (insbes. Urk. 5/1 ff.; Urk. 6; 

Urk. 7/1 ff.; Urk. 12/1 ff.; Urk. 15/1 ff.; Urk. 16/1 ff.; Urk. 17/1 ff.; Urk. 18/1 ff.) bei 

den Akten.  

1.3 Die Vorinstanz hat die Aussagen des Beschuldigten sowie der weiteren ein-

vernommenen Personen ausführlich wiedergegeben (Urk. 42 S. 11 ff. E. II/A/4.3-

4.10) und die Beweise gewürdigt. Sie legte die allgemeinen Beweiswürdigungs-

regeln korrekt dar (Urk. 42 S. 9 ff. E. II/A/4.1) und beurteilte gestützt darauf die 

Glaubwürdigkeit der einvernommenen Personen sowie die Glaubhaftigkeit ihrer 

Aussagen (Urk. 42 S. 36 ff. E. II/A/4.12) eingehend und sorgfältig. Zutreffend sind 

auch die Ausführungen der Vorinstanz zu Inhalt und Beweiswert der bei den  

Akten liegenden sachlichen Beweismittel (Urk. 42 S. 33 ff. E. II/A/4.11 u. 5). 

Auf die Erwägungen der Vorinstanz kann verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 

StPO). Im Folgenden sind die wesentlichen Punkte hervorzuheben und vereinzelt 

zu ergänzen. 

1.4 Zu den Eckdaten der B._____ AG ergibt sich aus den Akten was folgt: 

-   10   - 

− Am 3. März 2011 bestätigte die Bank L._____ der B1._____ AG (in Grün-

dung), dass zu ihren Gunsten Fr. 100'000.– einbezahlt worden seien, die 

nach Eintragung im Handelsregister zur freien Verfügung der zeichnungsbe-

rechtigten Organe stünden (Urk. 5/2). 

− Am …. März 2011 wurde die B1._____ AG ins Handelsregister des Kantons 

Schwyz eingetragen (Urk. 7/3). Gründerin und ursprüngliche Aktionärin war 

die M._____ AG bzw. deren Verwaltungsratspräsident I._____ (Urk. 7/10).  

− Am 11. März 2011 wurde die B1._____ AG von der M1._____ AG an die 

N._____ AG verkauft, wobei ein Aktionärsdarlehen über Fr. 98'525.– be-

stand (Urk. 16/2). Gleichentags verkaufte die N._____ AG (vertreten durch 

Dr. O._____) die B1._____ AG an die H._____ AG (vertreten durch 

G._____). Die Käuferin bestätigte, als Schuld gegenüber der B1._____ AG 

ein Aktionärsdarlehen von Fr. 98'747.– zu übernehmen (Urk. 16/4). 

− Am 21. März 2011 wurde die B1._____ AG in B._____ AG umbenannt (spä-

ter B._____ AG). I._____ schied zudem als Verwaltungsrat aus; C._____ 

wurde Verwaltungsratspräsident und D._____ wurde Mitglied des Verwal-

tungsrats. Die 100 Namenaktien zu Fr. 1'000.– wurden in Inhaberaktien um-

gewandelt und es wurde eine weitere Geschäftsadresse an der P._____-

Strasse 1 in … Zürich gemeldet (Urk. 7/9).  

− An einer ausserordentlichen Generalversammlung vom 6. Mai 2011 – unter 

dem Vorsitz von C._____ und mit dem Beschuldigten als Protokollführer – 

wurde die Abwahl von D._____ als Verwaltungsrätin beschlossen. Als allei-

niger Verwaltungsrat verblieb C._____ (Urk. 7/3; Urk. 7/9; Urk. 7/10).  

− Am 8. Juni 2012 wurde der Sitz der Gesellschaft an die P._____-Strasse 2, 

… Zürich verlegt (Urk. 7/11).  

− Per 17. Oktober 2013 erfolgte (aufgrund des Beschlusses an der ausser-

ordentlichen Generalversammlung vom 17. September 2013) eine weitere 

Sitzverlegung, diesmal an die Q._____-Strasse …, R._____. Gleichzeitig 

-   11   - 

schied C._____ aus dem Verwaltungsrat aus und wurde E._____ neuer 

Verwaltungsrat (Urk. 7/1; Urk. 12/1-3).  

− Mit Urteil vom tt. März 2014 eröffnete der Konkursrichter des Bezirksgerich-

tes Dietikon über die B._____ AG mit Wirkung ab dem tt. März 2014, 10:00 

Uhr, den Konkurs. Das Konkursverfahren wurde mit Urteil des Konkursrich-

ters vom 19. Mai 2014 mangels Aktiven eingestellt (Urk. 7/1). 

− Am tt. September 2014 wurde die B._____ AG im Handelsregister gelöscht 

(Urk. 7/1).  

1.5 Von zentraler Bedeutung ist die Rolle des Beschuldigten innerhalb der  

B._____ AG:  

1.5.1 Staatsanwaltschaft und Vorinstanz betrachten ihn als faktisches Organ der 

Gesellschaft, und zwar für mindestens den Zeitraum vom 21. März 2011 bis ca. 

16. September 2013. Der Beschuldigte und sein Verteidiger bestreiten dies. Der 

Beschuldigte sei einzig aufgrund des Arbeitsvertrags vom 15. August 2011 per 

1. September 2011 bis Sommer 2013 als Marketing-Disponent bei der B'._____ 

angestellt gewesen, nicht mehr und nicht weniger (Urk. 32 S. 5, 8 f.; Urk. 55 

S. 14).  

1.5.2 Der Beschuldigte gab an, mit der Gründung der Firma im März 2011 nichts 

zu tun gehabt zu haben, sondern erst per 1. September 2011 von C._____ ange-

stellt worden zu sein (Urk. 3/1 Fragen 11, 13, 24 f.; Urk. 3/2 Frage 19). Tätig ge-

wesen sei er lediglich als Arbeitnehmer für den praktischen Bereich (die Akquise 

von Arbeiten und Aufträgen sowie das Personalwesen), während C._____ als 

Verwaltungsrat den administrativen Bereich übernommen habe und sich um die 

Post, Korrespondenz, Rechnungen, Finanzen und eine korrekte Buchhaltung ge-

kümmert habe (Urk. 3/1 Fragen 27, 61, 66 und 167). C._____ sei der Chef gewe-

sen (Urk. 3/3 Frage 23). Die Generalvollmacht habe er aus rein praktischen 

Gründen erhalten, weil C._____ aus gesundheitlichen Gründen die vereinbarten 

Treffen zur Unterschrift immer wieder abgesagt habe bzw. oftmals abwesend ge-

wesen sei (Urk. 3/3 Frage 50 ff.). Seine Arbeit bei der B._____ AG habe er ir-

-   12   - 

gendwann im Sommer 2013 beendet, weil er die finanzielle Situation der Gesell-

schaft nicht mehr habe ertragen können bzw. weil die Einnahmen der Gesell-

schaft zuerst dem Betreibungsamt zugeflossen und erst danach die Mitarbeiter 

bezahlt worden seien, was er nicht mit seinem Gewissen habe vereinbaren kön-

nen. Was mit der Gesellschaft geschehen sei, nachdem er sie im Sommer 2013 

verlassen habe, wisse er nicht. Er habe nicht gewusst, dass die Gesellschaft ver-

kauft worden sei (Urk. 3/1 Fragen 154 ff.; Urk. 3/2 Fragen 19 f.). 

1.5.3 Formeller Verwaltungsrat der B._____ AG war C._____. Er war im Grün-

dungsjahr der Gesellschaft (2011) 72 Jahre alt und „machte“ – neben seinem Da-

sein als Rentner – „Mandatsbetreuung als Verwaltungsrat“ (Urk. 4/1 Frage 6). Als 

Verwaltungsrat oder Geschäftsführer tätig bzw. als solcher im Handelsregister 

aufgeführt war er bei über vierzig Gesellschaften (Urk. 4/2 S. 2 ff. Frage 7; vgl. a. 

Urk. 4/4 Fragen 60 ff.). Zu den Verhältnissen in der B._____ AG und im Besonde-

ren zur Rolle des Beschuldigten in zeitlicher und inhaltlicher Hinsicht führte 

C._____ aus was folgt: Bei der Gründung der Gesellschaft sei er (C._____) nicht 

dabei gewesen zu sein. Der Beschuldigte habe mit einer Dame (D._____) die 

B._____ AG geführt. Frau D._____ sei im Büro tätig gewesen und habe zusam-

men mit dem Beschuldigten „den Laden geschmissen" (Urk. 4/1 Frage 4). Der 

Beschuldigte – der eigentliche Geschäftsführer und effektive Inhaber – habe ihn 

angefragt, ob er in die Firma kommen wolle (Urk. 4/1 Fragen 11 f.; Urk. 4/2 Fra-

gen 79 ff.). Er habe ihm für das Verwaltungsratsmandat anfänglich eine Entschä-

digung von ca. Fr. 1'400.– bezahlt und hätte ihm monatlich einen nicht bekannten 

Betrag vergüten sollen, jedoch habe er immer weniger und später gar nichts mehr 

bezahlt. Diese Vereinbarung sei mündlich abgeschlossen worden (Urk. 4/1 Fra-

ge 66). Abgemacht gewesen sei eine Entschädigung von Fr. 3'000.– (Urk. 4/2 

Fragen 79 ff.). Insgesamt habe er plus minus ca. Fr. 2'000.– an Honorar erhalten, 

und zwar etappenweise Zahlungen in cash, welche der Beschuldigte bestimmt 

habe (Urk. 3/4 S. 4 f.). Seinen eigenen Lohn habe der Beschuldigte selbst festge-

legt (Urk. 3/4 S. 12). Handlungen wie die Handelsregisteranmeldungen bezüglich 

Sitzverlegungen oder Änderungen der Firma habe man besprochen (vgl. Urk. 3/4 

S. 3: "Mit A._____ natürlich. Er muss ja disponieren und einverstanden sein, 

wenn man den Sitz nach Zürich verlegt") bzw. seien vom Beschuldigten entschie-

-   13   - 

den worden (Urk. 3/4 S. 4: "[Die Umfirmierung] hat A._____ natürlich für sich 

schon so vorentschieden gehabt"). Ob die Aktien der B._____ AG als Wertpapie-

re ausgegeben worden seien, wisse er nicht. Er habe an der ausserordentlichen 

Generalversammlung vom 6. Mai 2011 zwar festgestellt, dass alle Aktien vertre-

ten gewesen seien; dies sei ihm jedoch so vorgelegt worden. Er wisse nicht mehr, 

von wem genau, es müsse eine Abfassung eines Treuhänders gewesen sein. Der 

Grund, weshalb der Beschuldigte nicht als Verwaltungsrat gewählt worden sei, sei 

vermutlich, dass er schon eine Firma gehabt habe, welche Konkurs gegangen sei 

(Urk. 3/4 S. 13 f.). Der Beschuldigte sei vom Reinigungsfach gewesen und habe 

ihm gegenüber gesagt, er werde die Sache schon managen. Er (C._____) habe 

keinen Zugang zu den Geschäftsunterlagen gehabt. Wenn er nachgefragt habe, 

habe man ihm nur das gegeben, was er auch habe lesen dürfen. Er habe keinen 

Schlüssel zu den Geschäftsräumlichkeiten gehabt (Urk. 4/1 Fragen 13 ff.) bzw. 

habe den Schlüssel zu den Räumlichkeiten der Gesellschaft zurückgeben müs-

sen, weil der Beschuldigte diesen für zwei Mitarbeiterinnen benötigt habe, die 

administrativ im Büro tätig gewesen seien (Urk. 3/4 S. 12). Ebenso habe er keinen 

Zugang zu Dokumenten und Unterlagen gehabt (Urk. 4/1 Fragen 13 ff.). Was die 

Buchhaltung betreffe, habe der Beschuldigte alleine entschieden, dass Herr 

F._____ beigezogen wurde; er sei in diese Entscheidung nicht eingebunden wor-

den und habe diese auch nicht abgesegnet (Urk. 3/4 S. 6). Seine Pflichten (als 

Verwaltungsrat) habe er gar nicht mehr wahrnehmen können, da er vom Ge-

schäftstreiben der B._____ AG bzw. des Beschuldigten gar keine Kenntnisse 

mehr gehabt habe. Ab ca. Frühling 2012 sei er vom Beschuldigten total übergan-

gen worden (Urk. 4/1 Fragen 19 ff., 27). Als das Betreibungsamt die Pfändung der 

B._____ AG aufgenommen habe, habe er dem Beschuldigten eröffnet, dass er so 

nicht mehr weiterarbeiten könne und er sich jemand anderen suchen solle. Da-

raufhin sei der Kontakt zum Beschuldigten abgebrochen. Erst im Nachhinein – 

etwa im Mai oder Juni 2014 – habe er dann zufällig erfahren, dass er als Verwal-

tungsrat der B._____ AG abgewählt und ersetzt worden sei (Urk. 4/1 Fragen 18, 

28). 

1.5.4 Der Zeuge F._____ führte aus, für ein Jahr die Buchhaltung der B._____ AG 

geführt zu haben. Im Jahr 2012 habe er den Auftrag bekommen, die Buchhaltung 

-   14   - 

zu machen, wobei er nachträglich Belege für das Jahr 2011 verbucht habe. Das 

Mandat habe ihm der Beschuldigte gegeben, wobei C._____ auch einmal dabei 

gewesen sei, als sie darüber gesprochen hätten (Urk. 4/3 S. 2 ff.). Die B._____ 

AG habe zwei oberste Chefs gehabt, den Beschuldigten und C._____. C._____ 

habe er ein paar Mal im Büro getroffen; was er konkret gemacht habe, entziehe 

sich seiner Kenntnis, wobei er der Verwaltungsratspräsident gewesen sei 

(Urk. 4/3 S. 6). Der Beschuldigte sei der Geschäftsführer gewesen. Er habe alles 

mit den Leuten, d.h. dem Personal, gemacht usw. Theoretisch sei C._____ über 

dem Beschuldigten gestanden, praktisch habe aber der Beschuldigte das Ge-

schäft geführt. Der Beschuldigte habe den Kundenkontakt gehabt und die Arbeit 

draussen, in der Reinigung, geführt bzw. sei für die Ausführung verantwortlich 

gewesen (Urk. 4/3 S. 9). Er (F._____) habe die Belege für das ganze Jahr 2011 

im Büro des Beschuldigten erhalten und verbucht. Die Buchhaltung sei von nie-

mandem kontrolliert worden. Er habe alles abgegeben und sie hätten es bespro-

chen. Der Kassenbestand sei hoch gewesen und er habe wissen wollen, wo das 

Geld sei. Nachdem das Geld nicht da gewesen sei, habe er es auf "privat" ver-

bucht (Urk. 4/3 S. 2 ff.), d.h. einen Betrag von Fr. 61'387.55 als Aktivdarlehen an 

den Beschuldigten "aktiviert" (Urk. 4/3 S. 7 i.V.m. Urk. 5/5; s. weiter Urk. 42 S. 29 

E. II/A/4.6). Er (F._____) habe mit dem Beschuldigten beim (Buchhaltungs-

)Abschluss darüber gesprochen und ihm gesagt, dass er es so verbuchen müsse, 

da er keine Belege für irgendwelche Auslagen habe, es in seinen Augen "privat" 

sei. Der Beschuldigte habe gesagt, er solle dies so verbuchen (Urk. 4/3 S. 7). 

1.5.5 Als Auskunftsperson einvernommen wurde der im sog. Mantelhandel sowie 

in der Vermittlung von Gesellschaftsorganen tätige J._____. Er gab an, C._____ 

vorwiegend an Handwerker serbischer oder albanischer Herkunft, die von dessen 

guter Bonität hätten profitieren wollen, vermittelt zu haben (Urk. 4/4 S. 2 ff.). Zur 

B._____ AG gab er an, diese nur vom Hörensagen zu kennen. Sein früherer Bü-

ropartner, G._____, habe ihm einmal gesagt, die Gesellschaft habe finanzielle 

Probleme (Urk. 4/4 S. 3; Urk. 4/5). Er selbst habe mit der B._____ AG nichts zu 

tun gehabt (Urk. 4/4 S. 5). Das Kürzel "…" bei der Übersicht der Mandate von 

C._____ bedeute, dass sein Büropartner G._____ dafür zuständig gewesen sei. 

Betreffend den aufgeführten "Mandatsbetrag" von Fr. 2'000.– nehme er an, dass 

-   15   - 

dies das Geld gewesen sei, das C._____ bereits erhalten habe oder das ihm ver-

sprochen worden sei (Urk. 4/4 S. 5). Zu E._____ gab J._____ an, dass G._____ 

diesen über ihn kennengelernt und in der Folge mit ihm separate geschäftliche 

Tätigkeiten geführt habe (Urk. 4/4 S. 6). G._____ habe ebenfalls die „Beerdi-

gungsdienste“, den „Mantelhandel“ und die „Vermittlung von Organen“ angeboten 

(Urk. 4/4 S. 7). 

1.5.6 Der als Auskunftsperson einvernommene G._____ gab u.a. an, den Be-

schuldigten zu kennen, jedoch nie eine Geschäftsbeziehung zu diesem gehabt zu 

haben (Urk. 4/7 Fragen 7 und 10). Die B._____ AG sei nicht sein Mandat gewe-

sen (Urk. 4/7 Fragen 54 f.). Auf Vorhalt von Urk. 16/4 gestand er indes ein, dass 

die H._____ AG, deren einziger Vertreter er war, die "B._____ AG" (unter der 

damaligen Firma B1._____ AG) am 11. März 2011 für einen Kaufpreis von 

Fr. 8'200.– von der N._____ AG erworben habe. Später müssten entweder der 

Beschuldigte, C._____ oder Frau D._____ Aktionäre der B'._____ gewesen sein 

(Urk. 4/7 Fragen 91 ff.). Die Gesellschaft S._____ AG des Beschuldigten (die 

letztlich ebenfalls an E._____ übergeben wurde; vgl. Urk. 3/1 Fragen 156 ff.; 

Urk. 3/3 Fragen 35 ff.; Urk. 13/1-3) sei im Übrigen bei ihnen (G._____) "domizili-

ert" gewesen (Urk. 4/7 Fragen 108 f.).  

1.5.7 Keine wesentlichen Informationen können den Aussagen des als Aus-

kunftsperson einvernommenen K._____ (Bruder des Beschuldigten) entnommen 

werden (Urk. 4/6; Urk. 42 S. 31 E. II/A/4.8). 

1.5.8 Als Auskunftsperson einvernommen wurde schliesslich auch E._____. Er 

gab an, dass er für G._____ als Liquidator von Gesellschaften tätig gewesen sei, 

die Gesellschaften übernommen und den Konkurs abgewartet habe, wofür er je-

weils entschädigt worden sei (Urk. 4/8 Fragen 15 ff.). Bei der Übernahme der 

B._____ AG habe er nichts, z.B. kein Bankkonto, erhalten (Urk. 4/8 Fragen 46 ff.). 

Wie die Übernahme bzw. der Wechsel im Verwaltungsrat der B._____ AG von 

Herrn C._____ auf ihn abgelaufen sei, wisse er nicht. Dafür sei G._____ zustän-

dig gewesen (Urk. 4/8 Fragen 50 ff.). Auf entsprechende Frage gab er zu Proto-

koll, als im Handelsregister eingetragener Verwaltungsrat wohl auch Aktionär der 

B._____ AG gewesen zu sein; Aktien habe er jedoch nie erhalten. Die Gesell-

-   16   - 

schaft sei bei der Übernahme durch ihn wahrscheinlich bereits konkursreif gewe-

sen. Es habe ein paar solcher Fälle gegeben, etwa bei fünf oder zehn Gesell-

schaften (Urk. 4/8 Fragen 39 ff.).  

1.5.9 Von Bedeutung sind sodann diverse Dokumente:  

− Der Name des Beschuldigten erscheint am 1. April 2011 ein erstes Mal in 

den Dokumenten der B._____ AG. An diesem Datum wurde bei der ZKB ein 

Geschäftskonto eröffnet, wobei der Beschuldigte nebst C._____ als Einzel-

Zeichnungsberechtigter eingesetzt (Urk. 18/4) und im  Übrigen dem Bruder 

des Beschuldigten (K._____) eine telefonische Auskunftsberechtigung für al-

le Geschäfte eingeräumt wurde (Urk. 18/4).  

− C._____ beantragte am 18. April 2011 bei der ZKB die Berechtigung des 

Beschuldigten für die ZKB-Onlinebank und bestellte für sich und den Be-

schuldigten eine ZKB-Maestro-Karte für das Geschäftskonto (Urk. 18/4).  

− Aus den Kontoauszügen der ZKB ist sodann ersichtlich, dass bereits ab 

6. April 2011 (Eingang einer Zahlung der T._____ GmbH über Fr. 21'350.–) 

ein reger Zahlungsverkehr mit Gutschriften und Belastungen bzw. Abhebun-

gen erfolgte. Der Beschuldigte tätigte zwischen dem 27. Juli 2011 und dem 

18. August 2011 sowie am 15. November 2011 im Kosovo Bargeldbezüge 

vom ZKB Firmenkonto in der Höhe von insgesamt Fr. 11'637.55 (Urk. 18/5). 

Entsprechendes lässt sich auch aus den Kontoblättern der Buchhaltung über 

das Jahr 2011 entnehmen (Urk. 15/3).  

− Im Weiteren wurde über das Geschäftskonto in der Zeit von April 2011 bis 

Oktober 2013 eine Vielzahl von Transaktionen abgewickelt. Die letzte Zah-

lung über Online-Banking erfolgte am 17. Oktober 2013, der letzte Bezug mit 

der Maestro-Karte des Beschuldigten (Nr. …) am 23. Oktober 2013 

(Urk. 18/5). 

− Im Protokoll der ausserordentlichen Generalversammlung vom 6. Mai 2011 

ist der Beschuldigte als „Protokollführer“ aufgeführt (Urk. 7/8).  

-   17   - 

− Gemäss Arbeitsvertrag ("Arbeitsvertrag für das kaufmännische Personal") 

vom 15. August 2011 zwischen der "B._____ AG" und dem Beschuldigten 

wurde der Beschuldigte von der Gesellschaft per 1. September 2011 unbe-

fristet zu einem Pensum vom 50% als Marketing-Disponent angestellt 

(Urk. 6).  

− Aufgrund der General-Vollmacht der "B._____ AG" vom 7. Dezember 2011 

war der Beschuldigte berechtigt, Rechtshandlungen jeder Art für die 

"B._____ AG" und dessen Interessen vorzunehmen. Die "B._____ AG" an-

erkennt mit der General-Vollmacht alle Handlungen und Erklärungen des 

Beschuldigten als für sie rechtsverbindlich bzw. soweit einzelne Punkte in 

der Vollmacht nicht oder nicht genügend rechtswirksam sind, als genehmigt. 

C._____ stellte als Verwaltungsrat der "B._____ AG" die General-Vollmacht 

aus, wobei als Gültigkeitsdatum der "01. September 2011 bis auf Weiteres" 

vorgesehen war (Urk. 5/3).  

− Der Beschuldigte war zeichnungsberechtigt für ein im April 2012 eröffnetes 

ZKB-Mieterkautionskonto bezüglich der Geschäftsräumlichkeiten an der  

U._____-Strasse … in Zürich, das am 18. Juni 2015 aufgelöst und auf ein 

neues Kautionskonto bei der ZKB, lautend auf den Beschuldigen persönlich, 

überwiesen wurde (Urk. 18/4).  

− Am 27. September 2012 unterzeichnete der Beschuldigte für die 

B._____ AG einen mit der V._____ AG geschlossenen Factoringvertrag 

(Urk. 17/3).  

1.5.10 Vor diesem Hintergrund ist der Vorinstanz beizupflichten, dass der Be-

schuldigte als massgebliche Figur bei der B._____ zu erachten ist und faktisch die 

Gesellschaft führte, während der formelle Verwaltungsrat C._____ faktisch wenig 

bzw. nichts zu sagen hatte (Urk. 42 S. 39 E. II/A/4.12.2 u. 5). Zwar ist der Vertei-

digung beizupflichten, dass nicht sämtliche Aussagen C._____s glaubhaft sind – 

und demgemäss nicht unbesehen auf alle seine Angaben abgestellt werden kann. 

Vielmehr gewinnt man den Eindruck, dass er sich wichtig machen wollte. Nichts-

destotrotz gibt er stimmig und konstant wieder, wie er zum Verwaltungsratsman-

-   18   - 

dat bei der B._____ AG gekommen ist und – insbesondere – dass der Beschul-

digte von Anfang an die bestimmende Person in der Gesellschaft gewesen ist. Of-

fensichtlich fehlte C._____ die nötige Sachkompetenz. Auch diesbezüglich ist der 

Verteidigung zuzustimmen (Urk. 55 S. 8 ff.). Dies spricht aber gerade dafür, dass 

er (C._____) blosser Strohmann war, während es eben der Beschuldigte war, der 

B._____ AG führte. Die Darstellung C._____s steht zudem im Einklang mit den 

Aussagen des Zeugen F._____ und den von J._____ geschilderten Abläufen bei 

der Vermittlung von "Stroh-Gesellschaftsorganen". Gestützt werden die Schilde-

rungen C._____s aber vor allem auch durch die sachlichen Beweismittel. Aus 

diesen ergibt sich, dass der Beschuldigte bereits am 1. April 2011 über das Ge-

schäftskonto der Gesellschaft verfügen konnte, dass die Gesellschaft bereits An-

fang April erhebliche Einkünfte aus Reinigungstätigkeit erzielte (welche nicht 

durch den in der Reinigungsbranche nicht versierten C._____ erwirtschaftet wor-

den sein können), dass der Beschuldigte bei der Generalversammlung der 

B._____ AG vom 6. Mai 2011 anwesend war und dass er im Sommer 2011 in 

seinen Ferien im Kosovo Privatbezüge mit der Geschäftskreditkarte tätigte. Mit 

den ZKB-Unterlagen (Zugriff auf Geschäftskonto ab 1. April 2011) konfrontiert, 

musste der Beschuldigte seine Aussage anpassen, vermochte aber offensichtlich 

keine auch nur halbwegs schlüssige Erklärung zu konstruieren. Der Beschuldigte 

gab an, Lohn erst nach dem Sommer 2011 erhalten zu haben; erst dann sei er 

angestellt gewesen. Vorher habe er bei der B._____ AG zwar ausgeholfen, aber 

nur aus "goodwill", um Herrn C._____ zu zeigen, dass er Aufträge in die Firma 

holen könne und etwas drauf habe (Urk. 3/3 Frage 78). Solches ist völlig lebens-

fremd. Nicht glaubhaft ist es auch, wenn der Beschuldigte seine Anwesenheit an 

der Generalversammlung vom 6. Mai 2011 (als "Protokollführer") damit erklären 

will, dass C._____ einfach einen Rat von ihm gewollt habe (Urk. 3/4 S. 5), er aber 

erst im September mit der Arbeit bei der B._____ AG angefangen habe. Ebenso 

realitätsfern ist es, wenn der Beschuldigte angibt, mit der von F._____ vorge-

nommenen Verbuchung von Fr. 61'387.55 als Aktivdarlehen zwar einverstanden 

gewesen zu sein, aber nicht realisiert zu haben, um was es gehe (vgl. Urk. 3/5 

Frage 14 ff.). Bezüglich des Aktivdarlehens ist in diesem Zusammenhang zudem 

folgende Überlegung anzustellen: Die B._____ AG war nicht genügend kapitali-

-   19   - 

siert, weshalb die Verbuchung dieses Aktivdarlehens nötig war, um die Buchhal-

tung für das Jahr 2011 auszugleichen. Wenn der Beschuldigte nicht die bestim-

mende Figur in der B._____ AG gewesen wäre (sondern C._____), hätte es kei-

nen Grund für ihn gegeben, dieses Aktivdarlehen, eine Schuld von immerhin mehr 

als Fr. 60'000.–, auf sich zu nehmen. Dieser Umstand spricht somit ebenfalls da-

für, dass der Beschuldigte die prägende Person in der B._____ AG war. Unglaub-

haft sind sodann auch die Aussagen des Beschuldigten zu seinem Ausscheiden 

aus der Gesellschaft, das er damit begründen will, dass er es nicht mit seinem 

Gewissen habe vereinbaren können, dass zuerst das Betreibungsamt und erst 

dann die Mitarbeiter bezahlt worden seien. Bezeichnend ist, dass er sich an die 

genauen Umstände des behaupteten Ausscheidens, insbesondere ob er mündlich 

oder schriftlich gekündigt habe, nicht mehr zu erinnern vermag (vgl. Urk. 3/1 Fra-

gen 154 ff.; Urk. 3/2 Frage 19). Schliesslich ergibt sich auch aus den über das 

Geschäftskonto erfolgten Transaktionen, dass der Beschuldigte bis Oktober 2013 

in der Gesellschaft aktiv war.  

1.5.11 Zusammenfassend ist festzuhalten: Aufgrund der gesamten Umstände be-

steht kein ernsthafter Zweifel, dass der Beschuldigte von Beginn weg und bis zur 

„Beerdigung" der Gesellschaft mittels Übergabe an E._____ die alles bestimmen-

de Person in der Gesellschaft war. Der Arbeitsvertrag vom 15. August 2011 gibt 

demgegenüber weder in inhaltlicher noch zeitlicher Hinsicht die tatsächliche Rolle 

des Beschuldigten in der B._____ AG wieder, zumal der Beschuldigte heute ein-

räumte, bereits ab Anfang/Mitte Jahr 2011 bei der B._____ AG zu arbeiten be-

gonnen zu haben (Urk. 53 S. 7). Anklagebehörde und Vorinstanz betrachten den 

Beschuldigten damit zu Recht als faktischen Verwaltungsrat und Geschäftsführer 

der B._____ AG, den formellen Verwaltungsrat C._____ hingegen als blossen 

Strohmann (vgl. Urk. 42 S. 41 ff. E. II/A/5). Andererseits nimmt die Vorinstanz 

ebenfalls zu Recht an, dass sich die Aktionärseigenschaft des Beschuldigten nicht 

erstellen lässt, es hierauf aber auch nicht ankommt (Urk. 42 S. 42 E. II/A/5). Un-

erheblich ist deswegen auch, dass die Aktienübergaben nach der Gründung der 

Gesellschaft – zumindest teilweise – offenbar nicht rechtmässig erfolgten, worauf 

die Verteidigung hinwies (Urk. 55 S. 4 ff.). Zudem wurden die Aktien am 21. März 

-   20   - 

2011 von Namen- in Inhaberaktien umgewandelt (Urk. 7/9), weshalb die Aktionäre 

ab jenem Zeitpunkt ohnehin nicht mehr zuverlässig eruiert werden können. 

1.6 Massgeblich sind im Weiteren die finanzielle Situation der B._____ AG so-

wie diesbezügliche Handlungen bzw. Unterlassungen des Beschuldigten:  

1.6.1 Gemäss den bei den Akten liegenden Dokumenten bestand am 11. März 

2011, dem Zeitpunkt der Übertragung der B1._____ AG von der M1._____ AG an 

die N._____ AG bzw. von dieser an die H._____ AG, ein Aktionärsdarlehen von 

Fr. 98'252.–; es lagen indes keine unerfüllten Verpflichtungen vor (vgl. Urk. 16/2). 

In der Bilanz per 31. Dezember 2011 war ein langfristiges Aktivdarlehen des Be-

schuldigten von Fr. 61'387.55 (38% der Bilanzsumme) aufgeführt, das sich ge-

mäss dazugehörigen Kontenblättern "Kasse" (Konto 1000) und "ZKB CH…" (Kon-

to 3) zusammensetzt aus einem Darlehen im Umfang von Fr. 50'000.–, den Bar-

geldbezügen des Beschuldigten im Kosovo über Fr. 11'637.55 (s. vorne E. 1.5.8) 

sowie einer einmaligen Rückzahlung in der Höhe von Fr. 250.– ("Privatkonto 

A._____", Konto 4; Urk. 15/3). Die ersten Betreibungen gegen die B._____ AG 

wurden durch die Ausgleichskasse Schwyz am 13. Juli 2012 in der Höhe von 

Fr. 100.– bzw. Fr. 811.85 eingeleitet. Darauf folgte in kurzen Abständen eine Viel-

zahl von Betreibungen verschiedener Gläubiger (02.08.12, W._____ AG, 

Fr. 2'376.40; 11.10.12, W._____, 2'136.90; 20.12.12, Suva, Fr. 4'632.45; 

14.02.13, Ausgleichskasse, Fr. 24'332.10; 25.03.13, Suva, Fr. 10'291.65; 

10.04.13, W._____ AG, Fr. 2'114.90 und Fr. 2'406.40; 24.04.13, Schweizerische 

Eidgenossenschaft, Fr. 15'668.30; 13.05.13, Schweizerische Eidgenossenschaft, 

Fr. 12'507.05; 13.05.13, Kanton und Bezirk Schwyz, Fr. 926.60; 13.05.13, Intrum 

Justitia AG, Fr. 2'898.25; 07.08.13, Schweizerische Eidgenossenschaft, 

Fr. 28'477.55; 12.08.13, W._____ AG, Fr. 564.00, 14.08.13, AA._____ AG, 

Fr. 1'200.–; 16.08.13, W._____, Fr. 9'986.40; 02.09.13, W._____, Fr. 5'115.95; 

10.09.13, W._____, Fr. 3'003.10; 11.09.13, Paritätische Kommission der Reini-

gungsbranche, Fr. 2'164.70; 18.09.13, Schweizerische Eidgenossenschaft, 

Fr. 2'067.90; 10.10.13, Ausgleichskasse Schwyz, Fr. 40'437.40; insgesamt 

Fr. 174'219.85; Urk. 7/4+5). Nach der Sitzverlegung nach R._____ per 

17. Oktober 2013 (sowie der Abstossung der Gesellschaft an E._____) kamen 

-   21   - 

nochmals Betreibungen in der Höhe von Fr. 49'499.30 hinzu (Urk. 7/5). Am 

tt. März 2014 wurde über die B._____ AG der Konkurs eröffnet und am 

19. Mai 2014 wurde das Konkursverfahren mangels Aktiven eingestellt (Urk. 7/1).  

1.6.2 Die B1._____ AG bzw. B._____ AG startete wie gesehen als leerer Aktien-

mantel ohne Vermögen (bzw. einem blossen – offensichtlich wertlosen – "Aktio-

närsdarlehen" über rund Fr. 98'000.–), aber auch ohne Schulden. Das fehlende 

Aktienkapital wurde nie an die Gesellschaft zurückbezahlt. Der Buchhalter behalf 

sich aufgrund der bestehenden Unterdeckung per Ende 2011 buchhalterisch da-

mit, Fr. 61'387.55 als Aktivdarlehen des Beschuldigten zu verbuchen (Urk. 15/3), 

wobei der Beschuldigte gar nie in der Lage gewesen wäre, dieses zu tilgen 

(Urk. 24/5+6; Urk. 53 S. 10). Das "Aktivdarlehen" war damit ohne wirtschaftlichen 

Wert. Nach der Mitte März 2012 erfolgten einmaligen Erstellung einer Buchhal-

tung für das Jahr 2011 (Urk. 15/3) – aufgrund welcher der Beschuldigte erkennen 

musste, dass die Gesellschaft tatsächlich überschuldet war – wurde nicht mehr 

Buch geführt. Der Beschuldigte traf weder angesichts der Überschuldung noch 

der in hoher Kadenz eingehenden Betreibungen (vorne E. 1.6.1) Anstalten, um 

dem drohenden Konkurs entgegenzutreten bzw. ihn abzuwenden. Er unternahm 

keinerlei Sanierungsmassnahmen, sondern gab lediglich an versucht zu haben, 

die Aufträge möglichst sparsam zu erledigen und wenig Material zu verbrauchen 

(Urk. 3/3 Fragen 119 ff.), in der Hoffnung, die betriebenen Schulden bezahlen zu 

können (Urk. 3/1 Frage 121, Fragen 134 ff.). Der Beschuldigte arbeitete mit der 

Gesellschaft bis Mitte September 2013 offenbar unverdrossen weiter – er mietete 

z.B. am 4. März 2013 gar noch einen dritten Geschäftsraum hinzu (Urk. 3/3 Frage 

197) –, so dass aufgrund der laufenden Kosten bis zum Konkurs am 19. März 

2014 nicht gedeckte und in Betreibung gesetzte Schulden von über Fr. 200'000.– 

aufliefen (vorne E. 1.6.2). Entgegen den Behauptungen des Beschuldigten (vgl. 

Urk. 3/2 Fragen 4, 8 ff.; dazu Urk. 42 S. 12 f. E. II/A/4.3.2) ist mit der Vorinstanz 

schliesslich davon auszugehen, dass der Beschuldigte sich der Pflichten eines 

Verwaltungsrats bzw. von Gesellschaftsorganen durchaus bewusst war (dazu 

Urk. 42 S. 44 E. II/A/5). 

1.7 Der relevante Anklagesachverhalt ist demgemäss als erstellt zu erachten. 

-   22   - 

2. Rechtliche Würdigung 

2.1 Anklagebehörde und Vorinstanz qualifizieren den Sachverhalt als Misswirt-

schaft im Sinne von Art. 165 Ziff. 1 i.V.m. Art. 29 lit. a bzw. d StGB und Unter-

lassung der Buchführung im Sinne von Art. 166 i.V.m. Art. 29 lit. a bzw. d StGB. 

2.2.1 Der Tatbestand der Misswirtschaft gemäss Art. 165 Ziffer 1 StGB setzt  

voraus, dass der Schuldner in anderer Weise als durch Art. 164 StGB, also nicht 

durch Gläubigerschädigung infolge Vermögensverminderung, aber etwa durch 

ungenügende Kapitalausstattung, unverhältnismässigen Aufwand, gewagte   

Spekulationen, leichtsinniges Gewähren oder Benützen von Kredit, Verschleudern 

von Vermögenswerten oder arge Nachlässigkeit in der Berufsausübung oder 

Vermögensverwaltung seine Überschuldung herbeiführt oder verschlimmert, sei-

ne Zahlungsunfähigkeit herbeiführt oder im Bewusstsein seiner Zahlungsunfähig-

keit seine Vermögenslage verschlimmert. In subjektiver Hinsicht bedarf es hin-

sichtlich der Bankrotthandlung des Vorsatzes oder Eventualvorsatzes. Bezüglich 

Vermögenseinbusse (Verschlimmerung der wirtschaftlichen Lage) genügt grobe 

Fahrlässigkeit (Urteile des Bundesgerichtes 6B_985/2016 vom 27. Februar 2017 

E. 4.1.1 und 6B_66/2008 vom 9. Mai 2008 E. 7.3), denn zu bestrafen ist nicht nur, 

wer die Zahlungsunfähigkeit will oder in Kauf nimmt, sondern auch wer sie in un-

verantwortlicher Weise bzw. unter Verletzung elementarster Vorsichtspflichten 

verneint, weil ihm jegliches Verantwortungsgefühl fehlt (PK StGB-TRECHSEL/OGG, 

Art. 165 N 11 m.H.). Als objektive Strafbarkeitsbedingung wird die Konkurseröff-

nung, ein gerichtlicher Nachlassvertrag oder ein Verlustschein vorausgesetzt.  

Handelt es sich beim Schuldner um eine juristische Person, werden die erwähn-

ten Pflichtverletzungen gemäss Art. 29 StGB einer natürlichen Person zugerech-

net, die insbesondere als Organ oder als Mitglieder eines Organs der juristischen 

Person (lit. a) oder – ohne Organ oder Mitglied eines Organs zu sein – als tat-

sächlicher Leiter handelt (lit. d). Eine Person ist ein solch tatsächlicher Leiter bzw. 

ein sog. faktisches Organ, wenn sie in elementarer Weise auf die Willensbildung 

bzw. die Führung des Unternehmens Einfluss nimmt, wie dies üblicher- und  

typischerweise durch Organe im formellen Sinn geschieht (BSK StGB-

WEISSENBERGER, Art. 29 N 12; OFK StGB-DONATSCH, Art. 29 N 11).  

-   23   - 

2.2.2  Misswirtschaft in Form der ungenügenden Kapitalausstattung setzt  

grundsätzlich eine Gründung mit völlig unzureichenden Mitteln voraus. Erfasst 

sind auch Schwindelgründungen sowie der Erwerb eines Aktienmantels (ohne 

anschliessende Sanierung), der – zumindest unter wirtschaftlichen Gesichts-

punkten – einer Neugründung gleichkommt. In diesen Fällen steht das Aktien-

kapital der neu gegründeten Gesellschaft von vornherein nicht effektiv zur Ver-

fügung (Urteil des Bundesgerichtes 6B_1103/2017 vom 7. August 2018, E. 1.2.1). 

Unter dem leichtsinnigen Gewähren von Krediten wird insbesondere die Ge-

währung ungesicherter Darlehen an den Alleinaktionär bzw. ein Organ (mit 

schlechter bzw. zweifelhafter Bonität) subsumiert (vgl. BSK StPO-HAGENSTEIN, 

Art. 165 N 25 m.H.). Arge Nachlässigkeit in der Berufsausübung ist zu bejahen 

bei der Missachtung gesetzlicher Bestimmungen der Unternehmensführung,   

insbesondere bei Vernachlässigung der Rechnungslegung (Urteil des Bundes-

gerichtes 6B_492/2012 vom 22. Februar 2013 E. 3.4.2) oder bei Unterlassung  

der gebotenen Handlungen gemäss Art. 725 OR (Sanierungsmassnahmen; Er-

stellung eine Zwischenbilanz; Benachrichtigung des Richters). Dabei können nur 

konkrete und innert kurzer Zeit umsetzbare Sanierungsmassnahmen ein Heraus-

zögern der Überschuldungsanzeige rechtfertigen, nicht hingegen vage und un-

begründete Hoffnungen, eine Gesellschaft werde überleben (BSK StGB-

HAGENSTEIN, Art. 165 N 33a). Die Pflicht zur Benachrichtigung des Richters ob-

liegt grundsätzlich einzig dem Verwaltungsrat, der diese Aufgabe nicht delegieren 

kann. Selbst faktische Organe können daher nicht für eine verspätete Benachrich-

tigung des Richters zur Rechenschaft gezogen werden, es sei denn, sie hätten 

den Verwaltungsrat von der Benachrichtigung abgehalten oder ihn über das Be-

stehen der Überschuldung zu informieren unterlassen (Urteil des Bundesgerichtes 

4A_474/2011 vom 4. Januar 2012, E. 3.1). Wie die Vorinstanz (Urk. 42 S. 45 

E. II/A/5) richtig festhält, muss entsprechendes gelten, wenn der formelle Verwal-

tungsrat blosser Strohmann ist, keine Einsicht in die Geschäftsunterlagen hat und 

über keine Entscheidungsbefugnisse verfügt. Wenn das faktische Organ unter 

diesen Umständen den formellen Verwaltungsrat nicht dazu anhält, den Richter 

zu benachrichtigen, ist ihm diese Pflichtversäumnis zuzurechnen.  

-   24   - 

2.2.3 Die Beurteilung der Vorinstanz ist zu bestätigen. Wie im Rahmen der Sach-

verhaltsfeststellung dargelegt, ist der Beschuldigte als faktischer Verwaltungsrat 

und Geschäftsführer der B._____ AG zu betrachten. Als solcher startete er die 

geschäftliche Tätigkeit der B._____ AG mittellos, insbesondere ohne effektiv vor-

handenes Aktienkapital (wobei in der Bilanz ein wertloses „Aktionärsdarlehen" 

bzw. „Aktivdarlehen" ausgewiesen wurde). Alsdann unterliess der Beschuldigte ab 

1. Januar 2012 die Buchführung sowie trotz Überschuldung bzw. begründeter Be-

sorgnis der Überschuldung die Massnahmen und Anzeigen gemäss Art. 725 OR. 

Vielmehr wirtschaftete er weiter, wodurch sich die Vermögenslage verschlimmerte 

und der unvermeidliche Konkurs verschleppt wurde. Dies war arg nachlässig. Mit 

der Vorinstanz ist damit festzuhalten, dass der Beschuldigte durch sein krass 

pflichtwidriges Globalverhalten den objektiven Tatbestand der Misswirtschaft im 

Sinne von Art. 165 StGB i.V.m. Art. 29 lit. d StGB erfüllt hat. Hinsichtlich des sub-

jektiven Tatbestands kann vollumfänglich auf die ausführlichen Erwägungen der 

Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 42 S. 49 ff. E. II/A/6.4). Die Konkurseröffnung 

erfolgte schliesslich am 19. März 2014. Damit sind alle Tatbestandsmerkmale und 

Strafbarkeitsvoraussetzungen erfüllt. Rechtfertigungs- und Schuldausschluss-

gründe sind nicht ersichtlich. Der Schuldspruch der Vorinstanz ist zu bestätigen.  

2.3.1 Der Schuldner (bzw. bei einer juristischen Person dessen formelles oder 

faktisches Organ gemäss Art. 29 lit. a und d StGB) macht sich der Unterlassung 

der Buchführung im Sinne von Art. 166 StGB schuldig, wenn er die ihm gesetzlich 

obliegende Pflicht zur ordnungsmässigen Führung und Aufbewahrung von Ge-

schäftsbüchern oder zur Aufstellung eine Bilanz verletzt, so dass sein Ver-

mögensstand nicht oder nicht vollständig ersichtlich ist. Vorausgesetzt ist im   

Sinne einer objektiven Strafbarkeitsbedingung, dass über den Schuldner der  

Konkurs eröffnet wird.  

2.3.2 Auch insoweit ist die rechtliche Würdigung der Vorinstanz zu bestätigen.  

Auf deren Ausführungen (Urk. 42 S. 53 f. E. 6.8) kann zwecks Vermeidung von 

Wiederholungen verwiesen werden. Der Beschuldigte ist der Unterlassung der 

Buchführung im Sinne von Art. 166 StGB in Verbindung mit Art. 29 lit. d StGB 

schuldig zu sprechen.  

-   25   - 

3. Konkurrenz 

Zwischen dem Straftatbestand der Misswirtschaft und jenem der Unterlassung der 

Buchführung besteht echte Idealkonkurrenz (PK StGB-TRECHSEL/OGG, Art. 165 

N 9; vgl. BSK StGB-HAGENSTEIN, Art. 165 N 97 m.H.). Dem engen sachlichen   

Zusammenhang ist im Rahmen der Strafzumessung Rechnung zu tragen, indem 

die Verletzung der Buchführungspflicht nur einmal (bezüglich Unterlassung der 

Buchführung) berücksichtigt wird.  

B. Ungetreue Geschäftsbesorgung (Anklageziffer 2) 

1. Sachverhalt 

1.1 Dem Beschuldigten wird unter Anklageziffer 2 zusammengefasst vorge-

worfen, er habe in seiner Eigenschaft als Aktionär, faktischer Verwaltungsrat und 

Geschäftsführer der B._____ AG am 6. Juli 2012 in der ZKB-Filiale Zürich-… vom 

ZKB-Geschäftskonto Fr. 60'000.– abgehoben und dieses Geld im Juli und August 

2012 in seinem ausschliesslichen privaten Interesse,  insbesondere für die Orga-

nisation eines Familienfests im Kosovo, verwendet. Er habe gewusst, dass er kei-

nen Rechtsanspruch darauf gehabt habe und dass er diesen Betrag der Gesell-

schaft aufgrund seiner knappen privaten Finanzlage auf längere Frist nicht werde 

zurückzahlen können, was er aber ohnehin nicht zu tun gedacht habe. Gehandelt 

habe er in der Absicht, sich und allenfalls eine unbekannte Drittperson im selben 

Umfang unrechtmässig zu bereichern. 

1.2 Bezüglich der Eigenschaft des Beschuldigten als faktischer Verwaltungsrat 

und Geschäftsführer der B._____ AG kann auf die Ausführungen unter E. III/A/1.5 

hiervor verwiesen werden. Für die dem Beschuldigten vorgeworfene Verletzung 

der Treuepflicht sowie die Vermögensschädigung (Verwendung von Mitteln der 

Gesellschaft über Fr. 60'000.– in seinem privaten Interesse) liegen als Beweismit-

tel im Wesentlichen verschiedene Dokumente (Urk. 5/4; Urk. 18/5 und Urk. 18/7) 

sowie die Aussagen des Beschuldigten (Urk. 3/1-6;Urk. 30 und Urk. 53), von 

C._____ (Urk. 3/4; Urk. 4/1+2) und von F._____ (Urk. 4/3) vor. 

-   26   - 

1.3.1 Gemäss einem Bankbeleg vom 6. Juli 2012 wurden an diesem Tag vom 

Firmenkonto der B._____ AG bei der ZKB (Konto-Nr. …) Fr. 60'000.– bezogen, 

wobei der Beschuldigte unterschriftlich bestätigte, den Betrag erhalten zu haben 

(Urk. 5/4). Aus dem Kontoauszug ergibt sich im Weiteren, dass unmittelbar zuvor 

– ebenfalls am 6. Juli 2012 – sechs Vergütungen der   AB._____ AG (in welcher 

der Bruder des Beschuldigten "Disponent" war; Urk. 3/3 Fragen 61 ff.) über insge-

samt Fr. 72'808.– eingingen und der Kontosaldo einen kurzzeitigen Höchststand 

von Fr. 81'103.82 aufwies. Der Saldo betrug nach dem Barbezug Fr. 17'103.82, 

schwankte in der Folge noch leicht und fiel per 26. Juli 2012 mit Fr. 1'993.18 ins 

Minus (Urk. 18/5). Zum Barbezug über Fr. 60'000.– vom 6. Juli 2012 wurde sei-

tens der ZKB in einem Dokument mit der Überschrift "Kontaktdetail" festgehalten: 

"Kunde hat heute am Schalter CHF 60'000.– bar bezogen. Er hat gesagt, dass er 

das Geld in Bar mitnehmen muss. Er geht an eine Messe und muss dort in Bar 

bezahlen" (Urk. 18/7).  

1.3.2 Der Beschuldigte führte auf Vorhalt des Belegs über die Auszahlung von 

Fr. 60'000.– vom 6. Juli 2012 aus, man habe oft Barzahlungen (teilweise für die 

Bezahlung von Mitarbeitern, für das Betreibungsamt oder den Einkauf) getätigt. 

Mit Bezug auf genau diesen Betrag (Fr. 60'000.–) könne er aber nichts sagen 

(Urk. 3/1 Fragen 146 f.). Er wisse, dass die Lohnzahlungen zwischen dem 6. und 

15. des Monats für den Vormonat gewesen sein, könne sich aber konkret nicht 

mehr an die Fr. 60'000.– erinnern (Urk. 3/1 Frage 149). Einen Zusammenhang 

zwischen dem Geldbezug und den Ferien seiner Familie im Kosovo, wie ihn 

C._____ herstelle (sogleich E. 1.5), gebe es nicht (Urk. 3/1 Frage 150). Der Vor-

wurf, er habe die Fr. 60'000.– für private Zwecke abgehoben, stimme nicht. Er 

habe sich immer um die Firma bemüht und kein Geld privat verwendet (Urk. 3/1 

Fragen 151, 168 f.; Urk. 3/2 Frage 24). In einer späteren Einvernahme gab der 

Beschuldigte an, die Fr. 60'000.– im Auftrag von C._____ abgehoben und diesem 

auch übergegeben zu haben. Das Bargeld sei bezogen worden, um Rechnungen 

und Löhne zu bezahlen (Urk. 3/3 Frage 157). Die Behauptung C._____s, er sei 

kurz nach dem Bezug des Geldes mit seiner Familie in sein Heimatland gefahren 

und habe das Geld dort in den Ferien für private Zwecke gebraucht, stimme nicht 

(Urk. 3/3 Frage 160: "Meine Eltern wohnen in der Schweiz, sowie meine Brüder 

-   27   - 

auch. Mit diesen CHF 60'000.– hätte ich meine Schulden bezahlt oder sonst ir-

gendwo Ferien gemacht."). Es sei aber richtig, dass er nach diesem Barbezug im 

Kosovo in den Ferien gewesen sei (Urk. 3/3 Frage 161). Seinen Lohn habe er vor 

seinen Ferien erhalten, wisse jedoch nicht mehr, ob dies in bar oder per Überwei-

sung erfolgt sei. Er wisse aber, dass er in den Sommerferien, als er weg gewesen 

sei, Kinderzulagen erhalten habe (Urk. 3/3 Frage 163). Auf Vorhalt, dass die Löh-

ne bei der B._____ AG regelmässig per Überweisung getätigt und der Beschul-

digte seinen Lohn von Fr. 6'000.– gemäss Kontoauszug (Urk. 18/5) am 12. Juli 

2012 erhalten habe, sowie auf die  Frage, wozu also der zusätzliche Barbezug am 

6. Juli 2012 erfolgt sei, gab der Beschuldigte an: "Ich habe Geld bekommen, das 

waren aber Kinderzulagen für die Monate zuvor. Da war sicher auch der Lohn mit 

dabei" (Urk. 3/3 Frage 164). Salärzahlungen seien mal in bar und mal per Über-

weisung erfolgt (Urk. 3/3 Frage 165). Ob er bei der Abhebung gefragt worden sei, 

wofür er das Geld brauche, und was er gesagt habe, wisse er nicht mehr (Urk. 3/3 

Frage 167). Auf Vorhalt, dass er gegenüber der Bank angegeben habe, er brau-

che das Geld für eine Messe und müsse dort bar zahlen, meinte der Beschuldig-

te: "Dass ich an eine Messe gehe? [...] Ich bin an keine Messe gegangen ... ich 

kann mich nicht daran erinnern, dass ich das gesagt haben soll" (Urk. 3/3 Fragen 

168 f.). In den weiteren Einvernahmen hielt der Beschuldigte daran fest, das Geld 

nicht privat verwendet zu haben, insbesondere auch nicht für ein Familienfest 

(vgl. Urk. 3/4 S. 10; Urk. 3/5 Fragen 7 ff.). An der vorinstanzlichen Hauptverhand-

lung wiederholte der Beschuldigte, das abgehobene Geld nicht für private Zwecke 

verwendet, sondern an C._____ übergeben zu haben. Er habe C._____ nie gross 

danach gefragt, wofür er das Geld habe abheben sollen. Er habe gewusst, dass 

man Rechnungen und Mitarbeiter habe bezahlen müssen. Es sei mehrmals vor-

gekommen, dass runde Beträge in dieser Höhe abgehoben worden seien. 

Manchmal sei es auch weniger gewesen, z.B. Fr. 5'000.– und Fr. 10'000.–. Die 

Frage, ob er für die Aushändigung der Fr. 60'000.– eine Quittung habe, verneinte 

der Beschuldigte, und erklärte, dass sie nie Quittungen erstellt hätten. Zutreffend 

sei, dass er bei der ZKB angegeben habe, er benötige das Geld für eine Messe 

(Urk. 30 S. 4 f.). Heute gab der Beschuldigte zu Protokoll, die Fr. 60'000.– 

-   28   - 

C._____ gegeben zu haben. Er nehme an, dieser habe damit Rechnungen be-

zahlt (Urk. 53 S. 11). 

1.3.3 C._____ führte aus, er sei im Juni 2012 bei der ZKB vorbeigegangen, um 

die ganz dringenden Zahlungen zu machen. Der Beschuldigte sei in den Kosovo 

in die Ferien gegangen. Er (C._____) habe für diese 14 Tage einen Schlüssel zu 

den Firmenräumlichkeiten erhalten. Eine Woche, nachdem der Beschuldigte in 

die Ferien gegangen sei, sei er zur ZKB gegangen. Er habe am Schalter die 

Rechnungen vorgewiesen und habe gesagt, dass er diese bezahlen wolle. Er ha-

be jedoch kein Geld erhalten, da das Konto leer gewesen sei. Die Dame am 

Schalter der ZKB habe ihm mitgeteilt, dass eine Woche zuvor ein hoher Betrag 

abgehoben worden sei (Fr. 60'000.–). Der Beschuldigte habe der Dame vorgelo-

gen, er benötige das Geld für einen Stand an einer Messe in Deutschland. Er wis-

se jedoch, dass die gesamte Familie des Beschuldigten zur Beschneidung der 

Söhne in den Kosovo gefahren sei. Er glaube sogar, dass im Kosovo in Liegen-

schaften investiert worden sei, wahrscheinlich mit Geld der B._____ AG (Urk. 4/1 

Frage 16). Später ergänzte C._____, dass er sich nachher kundig gemacht habe 

und keine solche Messe stattgefunden habe, schon gar keine Reinigungsmesse. 

Es sei für ihn ganz klar gewesen, dass der Beschuldigte das Geld privat verwen-

det habe. Er habe gewusst, dass die Familie des Beschuldigten für eine Be-

schneidung in den Kosovo gefahren sei und Geld wie wahnsinnig durchgelassen 

habe. Sie hätten ihm das erzählt und er habe sich dabei noch gedacht, die seien 

blöde, ihm so etwas zu erzählen. Zudem habe er von einem Bruder des Beschul-

digten gehört, dass dieser und seine Brüder das Geld, welches sie aus ihren Rei-

nigungsfirmen ziehen, im Kosovo in Liegenschaften investieren würden (Urk. 4/2 

Frage 108). An der Konfrontationseinvernahme mit dem Beschuldigten bestritt 

C._____ dessen Behauptung, von ihm die Fr. 60'000.– übergeben erhalten zu 

haben (Urk. 3/4 S. 10).   

1.3.4 F._____ gab im Zeugenstand an, C._____ habe ihm einmal gesagt, die 

Bank hätte ihn (C._____) orientiert, dass der Beschuldigte Fr. 60'000.– vom Fir-

menkonto abgehoben habe. C._____ habe eine Begründung gehabt, wozu dieses 

Geld vom Beschuldigten angeblich verwendet worden sein soll: Es sei für ein Fa-

-   29   - 

milienfest im Kosovo gewesen. Da er (F._____) die Buchhaltung für das Jahr 

2012 nicht mehr gemacht habe, habe er sich damit aber auch nicht mehr befas-

sen müssen. Er wisse nur das, was C._____ ihm gesagt habe (Urk. 4/3 Fragen 47 

ff.). 

1.4.1 Für die Beweiswürdigung ist vorab ist darauf hinzuweisen, dass im Jahr 

2012 immer wieder Barabhebungen vom ZKB-Firmenkonto der B._____ AG er-

folgten, aber keine weitere Abhebung in der Grössenordnung von Fr. 60'000.– 

(03.04.12: Fr. 12'000.–; 01.06.12: Fr. 500.–; 26.06.12: Fr. 4'700.–; 28.06.12: 

Fr. 1'000.–; 03.07.12: Fr. 10'000.–; 26.07.12: Fr. 2'500.–; 30.07.12: Fr. 2'000.–; 

03.08.12: Fr. 500.–; 16.08.112: Fr. 19'950.–; 13.09.12: Fr. 10'000.–; 21.09.12: 

Fr. 7'200.–; 24.09.12: Fr. 1'500.–; 01.10.12: Fr. 7'000.–; 11.10.12: Fr. 12'000.–; 

22.10.12: Fr. 2'000.–; 08.11.12: Fr. 13'000.–; 29.11.12: Fr. 6'000.– und Fr. 9'000.–

; 04.12.12: Fr. 7'000.–; Urk. 18/5). Es ist nicht vorstellbar, dass sich der Beschul-

digte an diesen Bargeldbezug und dessen Zweck nicht erinnern kann. Der Be-

schuldigte verwickelte sich denn auch in Widersprüche. Wollte er zunächst (in der 

polizeilichen Einvernahme) bezüglich der Auszahlung über Fr. 60'000.– nichts 

Näheres wissen, gab er später gegenüber der Staatsanwaltschaft an, diesen Be-

trag für C._____ abgehoben und diesem übergeben zu haben. Vor der Staatsan-

waltschaft wollte sich der Beschuldigte nicht mehr daran erinnern können, der 

ZKB-Mitarbeiterin als Grund für den Geldbezug angegeben zu haben, an einer 

Messe teilzunehmen und dort bar bezahlen zu müssen. Anlässlich der Hauptver-

handlung gestand er genau dies aber ein. Schliesslich erklärte er heute wiede-

rum, sich nicht erinnern zu können, der ZKB gegenüber angegeben zu haben, 

das Geld für eine Messe zu benötigen. Damit ist davon auszugehen, dass der 

Beschuldigte die Fr. 60'000.– unter einem falschen Vorwand vom Firmenkonto bei 

der ZKB abhob, und zwar ohne hierfür von C._____ beauftragt worden zu sein. 

Wie an früherer Stelle ausgeführt handelt es sich beim Beschuldigten um die 

massgebliche Figur der Gesellschaft, bei C._____ hingegen bloss um einen von 

diesem beigezogenen Strohmann, weshalb nicht nachvollzogen werden kann, 

weshalb der Beschuldigte das abgehobene Geld dem Strohmann C._____ zur 

Bezahlung von Rechnungen übergeben haben soll. Überdies macht es keinen 

Sinn, Fr. 60'000.– in bar abzuheben und das Geld anschliessend C._____ zu 

-   30   - 

übergeben (um Rechnungen und Löhne zu bezahlen), wenn man über einen   

Onlinebank-Account für die B._____ AG bei der ZKB verfügte und mithin die Zah-

lungen mittels Online-Banking hätten gemacht werden können.  

1.4.2 In Frage steht, ob auch als erstellt zu erachten ist, dass der Beschuldigte die 

abgehobenen Fr. 60'000.– entsprechend dem Anklagevorwurf "im Juli und August 

2012 in seinem ausschliesslichen privaten Interesse, insbesondere für die Or-

ganisation eines Familienfests im Kosovo" verwendet hat. Zu beachten ist, dass 

der Vorwurf der Verwendung für ein Familienfest einzig auf den Aussagen von 

C._____ beruht, der solches seinerseits aus dem Umstand schliesst, "dass die 

ganze Familie A._____ zur Beschneidung der Söhne in den Kosovo gefahren" 

sei, und ergänzt, er "glaube sogar, dass dort in Liegenschaften investiert wurde; 

wahrscheinlich vom Geld der B'._____" (Urk. 4/1 Frage 16). Die Schilderungen 

C._____s sind blosse Mutmassungen. F._____ sodann gibt nichts Anderes wie-

der, als was er von C._____ gehört hat. Nicht erstellen lässt sich damit, dass das 

Geld "für die Organisation eines Familienfests im Kosovo" verwendet wurde. 

Gleichzeitig ist festzuhalten: 

− Der Beschuldigte hat beim Barbezug gegenüber der Schalterbeamten an-

gegeben, das Geld für eine Messe zu benötigen, obwohl dies nicht der 

Wahrheit entsprach.  

− Beim abgehobenen Betrag von Fr. 60'000.– handelt es sich um einen sehr 

hohen Betrag, und zwar sowohl in absoluter Hinsicht als auch im Verhältnis 

zu den sonstigen Bezügen vom Geschäftskonto der B._____ AG. 

− Es ist nicht vorstellbar, dass der Beschuldigte nicht weiss, wofür er das Geld 

verwendet hat. Wäre es für Belange der B._____ AG verwendet worden, 

hätte er dies konkret dartun können.  

Aufgrund dieser Umstände besteht – im Ergebnis in Übereinstimmung mit der  

Vorinstanz (Urk. 42 S. 63 E. II/B/6.5) – kein ernsthafter Zweifel, dass der Be-

schuldigte die Fr. 60'000.– nicht im Interesse der Gesellschaft, sondern in seinem 

-   31   - 

eigenen privaten Interesse verwendet hat, um sich oder einen anderen unrecht-

mässig zu bereichern.   

2. Rechtliche Würdigung 

Bezüglich rechtlicher Würdigung kann auf die Ausführungen der Vorinstanz 

(Urk. 42 S. 63 f. E. II/B/7) verwiesen werden. Der Beschuldigte ist der ungetreuen 

Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziffer 1 Abs. 1 i.V.m. Abs. 3 StGB 

schuldig zu sprechen.  

IV. Strafzumessung 

1. Strafzumessungsregeln 

1.1 Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 

StGB und die an sie gestellten Begründungsanforderungen wiederholt dargelegt 

(BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff. m.H.). Darauf sowie auf die vorinstanzlichen Erwägun-

gen (Urk. 42 S. 68 ff.) kann verwiesen werden.  

1.2.1 Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzungen 

für mehrere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht zu der Strafe 

der schwersten Straftat und erhöht sie angemessen. Es darf jedoch das Höchst-

mass der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte erhöhen und ist an das 

gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden (Art. 49 Abs. 1 StGB). Gemäss 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist die Bildung einer Gesamtstrafe in An-

wendung des Asperationsprinzips nach Art. 49 Abs. 1 StGB nur möglich, wenn 

das Gericht im konkreten Fall für jeden einzelnen Normverstoss gleichartige Stra-

fen ausfällt. Dass die anzuwendenden Strafbestimmungen abstrakt gleichartige 

Strafen androhen, genügt nicht. Geldstrafe und Freiheitsstrafe sind keine gleich-

artigen Strafen im Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB (BGE 144 IV 217 E. 2.1 f.; Urteil 

des Bundesgerichtes 6B_523/2018 vom 23. August 2018, E. 1.2.2). Ungleich-

artige Strafen sind kumulativ zu verhängen. 

-   32   - 

1.2.2 Bei der Wahl der Sanktionsart sind die Zweckmässigkeit einer bestimmten 

Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Täter und sein soziales Umfeld sowie die 

präventive Effizienz zu berücksichtigen (BGE 134 IV 97 E. 4.2). Nach dem Prinzip 

der Verhältnismässigkeit soll bei alternativ zur Verfügung stehenden und hinsicht-

lich des Schuldausgleichs äquivalenten Sanktionen im Regelfall diejenige gewählt 

werden, die weniger stark in die persönliche Freiheit eingreift (BGE 138 IV 120 

E. 5.2). Hält das Gericht im Rahmen der Gesamtstrafenbildung für einzelne Delik-

te im konkret zu beurteilenden Fall unter Beachtung des Verhältnismässigkeits-

prinzips eine Geldstrafe nicht mehr für schuldadäquat und zweckmässig, hindert 

Art. 41 Abs. 1 aStGB es nicht daran, auf Einzelfreiheitsstrafen von weniger als 

sechs Monaten zu erkennen, wenn die daraus zu bildende Gesamtstrafe sechs 

Monate übersteigt (Urteil des Bundesgerichtes 6B_523/2018 vom 23. August 

2018 E. 1.2.3 m.H.). 

1.2.3 Bei der Bildung der Gesamtstrafe nach Art. 49 Abs. 1 StGB ist vorab der 

Strafrahmen für die schwerste Straftat zu bestimmen und alsdann die Einsatz-

strafe für die schwerste Tat innerhalb dieses Strafrahmens festzusetzen. Die   

Einsatzstrafe ist unter Einbezug gleichartiger Strafen der anderen Straftaten in 

Anwendung des Asperationsprinzips angemessen zu erhöhen (BGE 144 IV 217 

E. 3.5.1). Das Gericht hat damit zunächst gedanklich die Einsatzstrafe für das 

schwerste Delikt sowie die (hypothetischen) Einzelstrafen der weiteren Delikte 

festzulegen, indem es alle diesbezüglichen straferhöhenden und strafmindernden 

Umstände berücksichtigt. Alsdann hat es die Einsatzstrafe unter Berücksichtigung 

der gleichartigen (weiteren) Einzelstrafen zu erhöhen, um die weiteren Delikte zu 

sanktionieren (BGE 144 IV 217 E. 3.5.3, 4.1, 4.3).  

2. Konkrete Strafzumessung 

2.1 Ausgangslage und Vorgehen 

2.1.1 Der Beschuldigte ist wegen verschiedener Taten zu bestrafen. Für Misswirt-

schaft im Sinne von Art. 165 Ziff. 1 StGB und ungetreue Geschäftsbesorgung 

gemäss Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 i.V.m. Abs. 3 StGB sieht das Gesetz eine Freiheits-

strafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe vor. Entgegen der missverständlichen 

-   33   - 

Formulierung statuiert Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB keine Mindeststrafe (dazu   

ausführlich BSK StGB-NIGGLI, Art. 158 N 177 ff.; s.a. BStGer SK.2013.30 vom 

29. September 2014 E. 1.4.3; OGer ZH SB160130 vom 7. Juni 2017 E. IV/2.2; 

OGer ZH SB170091 vom 22. August 2018 E. V). Unterlassung der Buchführung 

im Sinne von Art. 166 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geld-

strafe bestraft.  

2.1.2 Misswirtschaft und (qualifizierte) ungetreue Geschäftsbesorgung weisen 

denselben Strafrahmen auf. Da vorliegend die Misswirtschaft verschuldensmässig 

leicht stärker ins Gewicht fällt, ist bei der Strafzumessung von jener auszugehen.  

Art. 165 Ziff. 1 StGB gibt zunächst den Strafrahmen vor. Strafschärfungs- und 

Strafmilderungsgründe führen mangels aussergewöhnlicher Umstände nicht da-

zu, die Grenzen des ordentlichen Strafrahmens zu verlassen und sie nach oben 

oder unten zu erweitern (BGE 136 IV 55 E. 5.8 m.H.). Strafschärfungsgründe sind 

aber straferhöhend und Strafmilderungsgründe strafmindernd zu berücksichtigen. 

Im Weiteren bildet die Strafe für die Misswirtschaft die Einsatzstrafe, die unter 

Einbezug gleichartiger Strafen der anderen Straftaten in Anwendung des Aspera-

tionsprinzips angemessen zu erhöhen ist. Vorliegend sieht das Gesetz für alle  

Delikte nebst einer Freiheitsstrafe eine Geldstrafe als mögliche Sanktion vor. Die 

vom Beschuldigten begangenen Delikte (Misswirtschaft, Unterlassung der Buch-

führung, Veruntreuung) stehen allerdings in einem engen zeitlichen und sach-

lichen Zusammenhang. Dementsprechend rechtfertigt es sich, bei der Strafzu-

messung nicht jede einzelne Tat zu bewerten, sondern zunächst die verschul-

densangemessene Einsatzstrafe für die Misswirtschaft zu bestimmen und sodann 

unter Bewertung des Verschuldens der Unterlassung der Buchführung sowie der 

Veruntreuung zur Gesamtstrafenbildung zu schreiten. Wenn nicht ein deutlich 

schwereres Delikt zusammen mit einer oder wenigen weiteren, leichter wiegen-

den Nebentat(en) zu sanktionieren ist, oder wenn verschiedene Straftaten in   

zeitlicher und sachlicher Hinsicht in einer Weise miteinander verknüpft sind, dass 

sie sich im Rahmen der Beurteilung der Sanktion nicht sinnvoll auftrennen und für 

sich allein beurteilen lassen, ist es ausnahmsweise angebracht, die Delikte und 

die kriminelle Energie in einem Gesamtzusammenhang zu werten. Diesfalls ist es 

-   34   - 

nicht angezeigt, für jeden Normverstoss einzeln eine (hypothetische) Strafe zu 

ermitteln (Urteile des Bundesgerichtes 6B_499/2013 vom 22. Oktober 2013 

E. 1.8; 6B_1011/2014 vom 16. März 2015 E. 4.4). 

2.2 Tatkomponenten 

2.2.1 Misswirtschaft 

Bezüglich der objektiven Tatschwere kann grundsätzlich auf die Ausführungen 

der Vorinstanz verwiesen werden. Der Beschuldigte wirtschaftete mit einer Ge-

sellschaft, die von Beginn weg nicht über das erforderliche Haftungssubstrat ver-

fügte und sich bis zu deren "Beerdigung" über E._____ bzw. bis zum Konkurs in 

einem finanziell desolaten, sich laufend verschlechternden Zustand befand. Er 

löste damit unbezahlte Forderungen und eine Welle von Betreibungen aus. 

Gleichwohl unterliess der Beschuldigte während rund eineinhalb Jahren die erfor-

derlichen Massnahmen und Anzeigen (bzw. deren Veranlassung). Im Zeitpunkt 

des Konkurses hatten sich die Schulden auf mehr als Fr. 200'000.–  

summiert. Der Deliktsbetrag ist damit beträchtlich, obwohl natürlich auch deutlich 

höhere wirtschaftliche Schäden als Folge von Misswirtschaft denkbar sind. Die 

Nutzung eines leeren Aktienmantels und die Hinzuziehung des Strohmannes 

C._____, der die Gesellschaft gegen aussen repräsentieren sollte, zeigen, dass 

der Beschuldigte weder dilettantisch und ungeplant, sondern vielmehr planmässig 

und unverfroren vorging. Das objektive Tatverschulden ist als nicht mehr leicht zu 

betrachten.  

Mit Bezug auf die subjektive Tatschwere ist festzuhalten, dass sich der Beschul-

digte seiner Pflichten bewusst war bzw. es ihm im Einzelnen ein Leichtes ge-

wesen wäre, sich zu informieren und entsprechend zu handeln. Die Folgen der 

Pflichtverletzungen hat er in Kauf genommen. Das (nur) eventualvorsätzliche 

Vorgehen relativiert das Tatverschulden geringfügig. 

Insgesamt ist das Tatverschulden als noch leicht zu werten und erscheint als   

hypothetische Einsatzstrafe eine Freiheitsstrafe von 10 Monaten bzw. eine Geld-

strafe von 300 Tagessätzen angemessen.  

-   35   - 

2.2.2 Unterlassung der Buchführung 

Zur objektiven Tatschwere ist festzuhalten, dass der Beschuldigte es ab 1. Januar 

2012 vollumfänglich unterliess, der Buchführungspflicht nachzukommen. Be-

züglich der subjektiven Tatschwere ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass  

der Beschuldigte um die Pflicht der Buchführung wusste, beauftragte er doch 

F._____ mit der Erstellung der Buchhaltung für die B._____ AG. Insgesamt ist 

das Tatverschulden als noch leicht zu werten, insbesondere unter Berücksichti-

gung des Umstandes, dass die Unterlassung der Buchführung in engem Zusam-

menhang mit der vom Beschuldigten betriebenen Misswirtschaft zu sehen ist. Die 

Einsatzstrafe ist moderat (um rund 2 Monate bzw. 60 Tagessätze) zu erhöhen.  

2.2.3 Ungetreue Geschäftsbesorgung 

Bezüglich der ungetreuen Geschäftsbesorgung fällt in objektiver Hinsicht der be-

trächtliche Deliktsbetrag von Fr. 60'000.– ins Gewicht, ebenso der Umstand, dass 

die B._____ AG in sehr schlechter finanzieller Verfassung war und einen derarti-

gen Mittelabzug nicht verkraften konnte. Die objektive Tatschwere ist als nicht 

mehr leicht zu werten. In subjektiver Hinsicht ist mit der Vorinstanz zu beachten, 

dass der Beschuldigte mit direktem Vorsatz handelte und mit seiner Tat die eige-

ne Bereicherung anstrebte. Es bleibt damit bei einer Qualifizierung des Tatver-

schuldens als nicht mehr leicht. Angemessen erscheint eine Erhöhung der Ein-

satzstrafe um rund 3 Monate bzw. 90 Tagessätze. 

2.2.4 Zwischenergebnis 

Aufgrund der Tatkomponenten resultierte – isoliert betrachtet – eine Sanktion von 

insgesamt 15 Monaten Freiheitsstrafe.  

2.3  Täterkomponenten 

2.3.1 Die ermittelte verschuldensangemessene Strafe kann alsdann aufgrund von 

Umständen, die grundsätzlich nichts mit der Tat zu tun haben, erhöht oder herab-

gesetzt werden (Täterkomponente). Hierfür sind im wesentlichen täterbezogene 

-   36   - 

Komponenten wie persönliche Verhältnisse, Vorstrafen, Leumund, besondere 

Strafempfindlichkeit und Nachtatverhalten massgebend. 

2.3.2 Zu den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten kann auf die Aus-

führungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 42 S. 73 E. III/1.7.1 f.). Heute 

gab der Beschuldigte zu Protokoll, nach wie vor bei der AC._____ Group als Ob-

jektbetreuer zu arbeiten. Er versehe ein 50-60%-Pensum und erziele ein monatli-

ches Einkommen von Fr. 1'800.–. Zudem mache er die Hauswartung an seinem 

Wohnort, was mit Fr. 850.– vergütet werde (Urk. 53 S. 3 f.). Die Vorinstanz nimmt 

zu Recht an, dass sich die persönlichen Verhältnisse nicht auf die Strafzumes-

sung auswirken. 

2.3.3 Die Verurteilung durch die Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich mit 

Strafbefehl vom 11. März 2009 wegen Misswirtschaft und Unterlassung der Buch-

führung (Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu Fr. 50.– bedingt, unter Ansetzung   

einer Probezeit von 3 Jahren, sowie Busse von Fr. 600.–) ist mittlerweile gelöscht 

(Urk. 51) und darf nicht mehr straferhöhend berücksichtigt werden. Am 23. Juni 

2015 wurde der Beschuldigte jedoch von der Staatsanwaltschaft Baden wegen 

Nichtabgabe von Ausweisen und/oder Kontrollschildern mit einer Geldstrafe von 

10 Tagessätzen zu Fr. 40.– bedingt, unter Ansetzung einer Probezeit von 

4 Jahren, und einer Busse von Fr. 500.– bestraft (Urk. 43). Diese nicht ein-

schlägige Vorstrafe wirkt sich ganz leicht straferhöhend aus.  

2.3.4 Nichts für die Strafzumessung Relevantes ergibt sich aus dem Nachtat-

verhalten (s. dazu Urk. 42 S. 74 E. III/1.8).  

2.4 Auszufällende Strafe 

Aufgrund der Täterkomponente wäre die nach den Tatkomponenten festgelegte 

Einsatzstrafe von 15 Monaten noch leicht zu erhöhen. Aufgrund des Verbotes der 

reformatio in peius (Art. 391 Abs. 2 StPO) ist dies jedoch ausgeschlossen. Die 

von der Vorinstanz ausgefällte Freiheitsstrafe von 14 Monaten ist daher zu be-

stätigen. Die Ausfällung einer Geldstrafe fällt bei dieser Strafhöhe ausser Betracht 

(Art. 34 Abs. 1 aStGB). 

-   37   - 

V. Vollzug 

Die Vorinstanz hält die bei der Bestimmung der Vollzugsform anzuwendenden 

Grundsätze fest und wendet sie korrekt auf den vorliegenden Fall an (Urk. 56 

S. 59 f. E. IV). Darauf kann grundsätzlich verwiesen werden. Da – im Gegensatz 

zum vorinstanzlichen Urteil – aber bloss noch eine – nicht einschlägige – Vorstra-

fe vorliegt, welche zudem dem Bagatellbereich zuzuordnen ist, ist die Probezeit 

auf 3 Jahre zu reduzieren.  

VI. Tätigkeitsverbot  

Die Vorinstanz hat ein Tätigkeitsverbot im Sinne von Art. 67 StGB angeordnet und 

dem Beschuldigten untersagt, während 3 Jahren als Geschäftsführer, Verwal-

tungsrat oder anderweitig in der Geschäftsleitung einer Gesellschaft (rechtlich  

oder faktisch) tätig zu sein. Mittlerweile ist – wie ausgeführt – die einschlägige 

Vorstrafe aus dem Jahr 2009 aus dem Strafregister gelöscht. Der Beschuldigte ist 

demgemäss bezüglich jener Delikte Ersttäter und es ist ihm eine positive Legal-

prognose zu stellen. Zwar könnte auch bei einem Ersttäter ein Tätigkeitsverbot 

ausgesprochen werden, dies allerdings nur, wenn eine ausgeprägte deliktische 

Neigung vorhanden wäre. Solches ist zu verneinen. Ein Tätigkeitsverbot für den 

Beschuldigten würde sich im jetzigen Zeitpunkt nicht mehr als verhältnismässig 

erweisen, weshalb vom Aussprechen eines Tätigkeitsverbotes abzusehen ist. 

VII. Ersatzforderung 

Zu bestätigen ist grundsätzlich auch die von der Vorinstanz angeordnete Ersatz-

forderung gemäss Art. 71 StGB. Auf die Erwägungen der Vorinstanz (Urk. 42 

S. 77 E. VI) kann verwiesen werden. Die Verteidigung wendet ein, die Ersatzfor-

derung sei nicht einbringlich (Urk. 55 S. 21 f.). Der Beschuldigte ist gesund und 

kann einer Erwerbstätigkeit nachgehen. Ferner ist heute eine bedingte Strafe 

auszufällen; der Beschuldigte muss – zumindest vorerst – die ausgefällte Frei-

heitsstrafe nicht verbüssen. Es kann daher nicht ausgeschlossen werden, dass er 

-   38   - 

dereinst in bessere finanzielle Verhältnisse kommen wird. Ein Verzicht auf die 

Anordnung einer Ersatzforderung ist deswegen nicht angezeigt. Nichtsdestotrotz 

präsentiert sich die finanzielle Situation des Beschuldigten als angespannt 

(Urk. 53 S. 2 ff.). In Anwendung von Art. 70 Abs. 2 StGB ist die Ersatzforderung 

daher auf Fr. 30'000.– zu reduzieren.  

VIII. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1. Die erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsregelung (Dispositiv-Ziffer 

8-10) ist zu bestätigen, da die Vorstrafe aus dem Jahr 2009 bei erstinstanzlicher 

Urteilsfällung noch nicht gelöscht war.  

2. Im Berufungsverfahren tragen die Parteien die Kosten nach Massgabe ihres 

Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte unterliegt 

mit seiner Berufung grösstenteils. Lediglich bezüglich des Tätigkeitsverbotes ob-

siegt er, ferner waren die Probezeit sowie die Ersatzforderungen leicht zu reduzie-

ren. Die Kosten des Berufungsverfahrens sind ihm daher zu 9/10 aufzuerlegen. 

Im Übrigen sind die Kosten auf die Gerichtskasse zu nehmen.  

3. Die Kosten der amtlichen Verteidigung sind gestützt auf Art. 426 Abs. 1 

StPO auf die Gerichtskasse zu nehmen. Der Beschuldigte ist zu verpflichten,   

diese Entschädigung im Umfang von 9/10 an den Staat zurückzuzahlen, sobald 

es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (vgl. Art. 135 Abs. 4 StPO). Im 

Umfang von 1/10 sind die Kosten der amtlichen Verteidigung definitiv auf die Ge-

richtskasse zu nehmen.  

4. Der amtliche Verteidiger reichte eine Honorarnote für seine Aufwendungen 

im Berufungsverfahren von 27.09 Stunden und Auslagen von Fr. 18.– ein 

(Urk. 52). Diese erscheinen angemessen und sind ausgewiesen. Hinzu kommen 

Aufwendungen von einer Stunde für die Abschlussarbeiten. Der amtliche Ver-

teidiger ist demgemäss mit Fr. 6'196.75 (inkl. MwSt. und Barauslagen) aus der 

Gerichtskasse zu entschädigen. 

-   39   - 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abtei-

lung, vom 28. August 2018 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 

"1. (…) 

 2. Der Beschuldigte ist nicht schuldig  

− der ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 i.V.m. 

Abs. 3 StGB (Anklageziffer 1) 

− des betrügerischen Konkurses im Sinne von Art. 163 Ziff. 1 StGB; 

− des mehrfachen Betruges im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB 

 und wird diesbezüglich freigesprochen. 

 3.-6. (…) 

 7. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf 

Fr. 4'500.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 2'500.00   Gebühr Strafuntersuchung (StA) 

Fr. 100.00   Auslagen Untersuchung (Zeugenentschädigung) 

Fr. 18'200.00   amtliche Verteidigung 

 Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

 8.-10.(…) 

 11. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Aufwendungen und Auslagen als amt-

licher Verteidiger des Beschuldigten mit Fr. 18'200.– (inkl. MwSt.) aus der Gerichts-

kasse entschädigt." 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

 

-   40   - 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig 

− der Misswirtschaft im Sinne von Art. 165 Ziff. 1 StGB i.V.m. Art. 29 lit. d 

StGB (Anklageziffer 1); 

− der ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 

Abs. 1 i.V.m. Abs. 3 StGB (Anklageziffer 2); 

− der Unterlassung der Buchführung im Sinne von Art. 166 StGB i.V.m. 

Art. 29 lit. d StGB (Anklageziffer 1).  

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 14 Monaten Freiheitsstrafe. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 

3 Jahre festgesetzt. 

4. Auf die Anordnung eines Tätigkeitsverbotes im Sinne von Art. 67 StGB wird 

verzichtet. 

5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Staat als Ersatz für nicht mehr  

vorhandenen, widerrechtlich erlangten Vermögensvorteil Fr. 30'000.– zu   

bezahlen. 

6. Die erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsregelung (Dispositiv-Ziffern 

8-10) wird bestätigt. 

7. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'000.– ;  die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 6'196.75  amtliche Verteidigung 

8. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme derjenigen der amt-

lichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten zu 9/10 auferlegt und zu 

1/10 auf die Gerichtskasse genommen. Die Kosten der amtlichen Verteidi-

gung werden zu 1/10 definitiv und zu 9/10 einstweilen auf die Gerichtskasse 

genommen, in welchem Umfang die Rückzahlungspflicht vorbehalten bleibt. 

-   41   - 

9. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich (versandt) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten  

− die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich  

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung  

allfälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich  
− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A  
− die Kantonspolizei Zürich, KIA-ZA, mit separatem Schreiben (§ 54a 

Abs. 1 PolG). 

10. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 

-   42   - 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
 

Zürich, 6. Juni 2019 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

lic. iur. R. Naef 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. S. Maurer 
 

 

Zur Beachtung: 

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam 

gemacht: 

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vor-

erst nicht bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss 

er/sie die Geldstrafe definitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte 

Freiheitsstrafe. 

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden 

(Art. 46 Abs. 1 bzw. Abs. 4 StGB), 

- wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht, 

- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet. 
 

	Urteil vom 6. Juni 2019
	Urteil der Vorinstanz: (Urk. 42 S. 78 ff.)
	"Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig
	 der Misswirtschaft im Sinne von Art. 165 Ziff. 1 StGB i.V.m. Art. 29 lit. d StGB;
	 der ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 i.V.m. Abs. 3 StGB (Anklageziffer 2) und
	 der Unterlassung der Buchführung im Sinne von Art. 166 StGB i.V.m. Art. 29 lit. d StGB.

	2. Der Beschuldigte ist nicht schuldig
	 der ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 i.V.m. Abs. 3 StGB (Anklageziffer 1)
	 des betrügerischen Konkurses im Sinne von Art. 163 Ziff. 1 StGB;
	 des mehrfachen Betruges im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB

	und wird diesbezüglich freigesprochen.
	3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 14 Monaten Freiheitsstrafe.
	4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 4 Jahre festgesetzt.
	5. Es wird ein Tätigkeitsverbot im Sinne von Art. 67 StGB angeordnet und dem Beschuldigten untersagt, während 3 Jahren als Geschäftsführer, Verwaltungsrat oder anderweitig in der Geschäftsleitung einer Gesellschaft (rechtlich oder faktisch) tätig zu s...
	6. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Staat als Ersatz für nicht mehr vorhandenen, widerrechtlich erlangten Vermögensvorteil Fr. 60'000.– zu bezahlen.
	7. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf
	Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
	8. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten zu 60% auferlegt und zu 40% auf die Gerichtskasse genommen.
	9. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO im Umfang von 60%.
	10. Dem Beschuldigten wird keine Entschädigung aus der Gerichtskasse zugesprochen.
	11. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Aufwendungen und Auslagen als amtlicher Verteidiger des Beschuldigten mit Fr. 18'200.– (inkl. MwSt.) aus der Gerichtskasse entschädigt.
	12. (Mitteilungen)
	13. (Rechtsmittel)"
	Berufungsanträge: (Prot. II S. 3 f.)
	1. Mit der Berufung wird die Abänderung der folgenden Dispositivziffern  des Urteils des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung vom 28. August 2018 (DG180094-L/UB) verlangt:
	- Ziffer 1: der Beschuldigte sei freizusprechen vom Vorwurf der Misswirtschaft (Art. 165 Ziff. 1 StGB i.V.m. Art. 29 lit. d StGB) sowie vom Vorwurf der ungetreuen Geschäftsbesorgung (Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 i.V.m. Abs. 3 StGB) und vom Vorwurf der Unte...
	- Ziffer 3: ersatzlose Aufhebung;
	- Ziffer 4: ersatzlose Aufhebung;
	- Ziffer 5: ersatzlose Aufhebung;
	- Ziffer 6: ersatzlose Aufhebung;
	-  Ziffer 7 & 8: die Kosten für das gesamte Strafverfahren seien auf die Staatskasse zu nehmen. Eventualiter seien die Kosten der amtlichen Verteidigung auf die Staatskasse zu nehmen und dem amtlichen Verteidiger sei eine Entschädigung nach Massgabe d...
	Erwägungen:
	I.  Verfahrensgang
	II.  Prozessuales
	III.  Sachverhalt und rechtliche Würdigung
	1. Sachverhalt
	 Am 3. März 2011 bestätigte die Bank L._____ der B1._____ AG (in Gründung), dass zu ihren Gunsten Fr. 100'000.– einbezahlt worden seien, die nach Eintragung im Handelsregister zur freien Verfügung der zeichnungsberechtigten Organe stünden (Urk. 5/2).
	 Am …. März 2011 wurde die B1._____ AG ins Handelsregister des Kantons Schwyz eingetragen (Urk. 7/3). Gründerin und ursprüngliche Aktionärin war die M._____ AG bzw. deren Verwaltungsratspräsident I._____ (Urk. 7/10).
	 Am 11. März 2011 wurde die B1._____ AG von der M1._____ AG an die N._____ AG verkauft, wobei ein Aktionärsdarlehen über Fr. 98'525.– bestand (Urk. 16/2). Gleichentags verkaufte die N._____ AG (vertreten durch Dr. O._____) die B1._____ AG an die H.__...
	 Am 21. März 2011 wurde die B1._____ AG in B._____ AG umbenannt (später B._____ AG). I._____ schied zudem als Verwaltungsrat aus; C._____ wurde Verwaltungsratspräsident und D._____ wurde Mitglied des Verwaltungsrats. Die 100 Namenaktien zu Fr. 1'000...
	 An einer ausserordentlichen Generalversammlung vom 6. Mai 2011 – unter dem Vorsitz von C._____ und mit dem Beschuldigten als Protokollführer – wurde die Abwahl von D._____ als Verwaltungsrätin beschlossen. Als alleiniger Verwaltungsrat verblieb C.__...
	 Am 8. Juni 2012 wurde der Sitz der Gesellschaft an die P._____-Strasse 2, … Zürich verlegt (Urk. 7/11).
	 Per 17. Oktober 2013 erfolgte (aufgrund des Beschlusses an der ausserordentlichen Generalversammlung vom 17. September 2013) eine weitere Sitzverlegung, diesmal an die Q._____-Strasse …, R._____. Gleichzeitig schied C._____ aus dem Verwaltungsrat a...
	 Mit Urteil vom tt. März 2014 eröffnete der Konkursrichter des Bezirksgerichtes Dietikon über die B._____ AG mit Wirkung ab dem tt. März 2014, 10:00 Uhr, den Konkurs. Das Konkursverfahren wurde mit Urteil des Konkursrichters vom 19. Mai 2014 mangels ...
	 Am tt. September 2014 wurde die B._____ AG im Handelsregister gelöscht (Urk. 7/1).
	 Der Name des Beschuldigten erscheint am 1. April 2011 ein erstes Mal in den Dokumenten der B._____ AG. An diesem Datum wurde bei der ZKB ein Geschäftskonto eröffnet, wobei der Beschuldigte nebst C._____ als Einzel-Zeichnungsberechtigter eingesetzt (...
	 C._____ beantragte am 18. April 2011 bei der ZKB die Berechtigung des Beschuldigten für die ZKB-Onlinebank und bestellte für sich und den Beschuldigten eine ZKB-Maestro-Karte für das Geschäftskonto (Urk. 18/4).
	 Aus den Kontoauszügen der ZKB ist sodann ersichtlich, dass bereits ab 6. April 2011 (Eingang einer Zahlung der T._____ GmbH über Fr. 21'350.–) ein reger Zahlungsverkehr mit Gutschriften und Belastungen bzw. Abhebungen erfolgte. Der Beschuldigte täti...
	 Im Weiteren wurde über das Geschäftskonto in der Zeit von April 2011 bis Oktober 2013 eine Vielzahl von Transaktionen abgewickelt. Die letzte Zahlung über Online-Banking erfolgte am 17. Oktober 2013, der letzte Bezug mit der Maestro-Karte des Beschu...
	 Im Protokoll der ausserordentlichen Generalversammlung vom 6. Mai 2011 ist der Beschuldigte als „Protokollführer“ aufgeführt (Urk. 7/8).
	 Gemäss Arbeitsvertrag ("Arbeitsvertrag für das kaufmännische Personal") vom 15. August 2011 zwischen der "B._____ AG" und dem Beschuldigten wurde der Beschuldigte von der Gesellschaft per 1. September 2011 unbefristet zu einem Pensum vom 50% als Mar...
	 Aufgrund der General-Vollmacht der "B._____ AG" vom 7. Dezember 2011 war der Beschuldigte berechtigt, Rechtshandlungen jeder Art für die "B._____ AG" und dessen Interessen vorzunehmen. Die "B._____ AG" anerkennt mit der General-Vollmacht alle Handlu...
	 Der Beschuldigte war zeichnungsberechtigt für ein im April 2012 eröffnetes ZKB-Mieterkautionskonto bezüglich der Geschäftsräumlichkeiten an der  U._____-Strasse … in Zürich, das am 18. Juni 2015 aufgelöst und auf ein neues Kautionskonto bei der ZKB,...
	 Am 27. September 2012 unterzeichnete der Beschuldigte für die B._____ AG einen mit der V._____ AG geschlossenen Factoringvertrag (Urk. 17/3).

	2. Rechtliche Würdigung
	 Der Beschuldigte hat beim Barbezug gegenüber der Schalterbeamten angegeben, das Geld für eine Messe zu benötigen, obwohl dies nicht der Wahrheit entsprach.
	 Beim abgehobenen Betrag von Fr. 60'000.– handelt es sich um einen sehr hohen Betrag, und zwar sowohl in absoluter Hinsicht als auch im Verhältnis zu den sonstigen Bezügen vom Geschäftskonto der B._____ AG.
	 Es ist nicht vorstellbar, dass der Beschuldigte nicht weiss, wofür er das Geld verwendet hat. Wäre es für Belange der B._____ AG verwendet worden, hätte er dies konkret dartun können.

	IV.  Strafzumessung
	1.1 Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. StGB und die an sie gestellten Begründungsanforderungen wiederholt dargelegt (BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff. m.H.). Darauf sowie auf die vorinstanzlichen Erwägungen (Urk. 42 S. 68 ...
	1.2.1 Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzungen für mehrere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht zu der Strafe der schwersten Straftat und erhöht sie angemessen. Es darf jedoch das Höchstmass der anged...
	1.2.2 Bei der Wahl der Sanktionsart sind die Zweckmässigkeit einer bestimmten Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Täter und sein soziales Umfeld sowie die präventive Effizienz zu berücksichtigen (BGE 134 IV 97 E. 4.2). Nach dem Prinzip der Verhältnism...
	1.2.3 Bei der Bildung der Gesamtstrafe nach Art. 49 Abs. 1 StGB ist vorab der Strafrahmen für die schwerste Straftat zu bestimmen und alsdann die Einsatzstrafe für die schwerste Tat innerhalb dieses Strafrahmens festzusetzen. Die   Einsatzstrafe ist ...
	2.2.4 Zwischenergebnis
	Aufgrund der Tatkomponenten resultierte – isoliert betrachtet – eine Sanktion von insgesamt 15 Monaten Freiheitsstrafe.
	V.  Vollzug
	VI.  Tätigkeitsverbot
	VII.  Ersatzforderung
	VIII.  Kosten- und Entschädigungsfolgen
	1. Die erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsregelung (Dispositiv-Ziffer 8-10) ist zu bestätigen, da die Vorstrafe aus dem Jahr 2009 bei erstinstanzlicher Urteilsfällung noch nicht gelöscht war.
	2. Im Berufungsverfahren tragen die Parteien die Kosten nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte unterliegt mit seiner Berufung grösstenteils. Lediglich bezüglich des Tätigkeitsverbotes obsiegt er, ferne...
	3. Die Kosten der amtlichen Verteidigung sind gestützt auf Art. 426 Abs. 1 StPO auf die Gerichtskasse zu nehmen. Der Beschuldigte ist zu verpflichten,   diese Entschädigung im Umfang von 9/10 an den Staat zurückzuzahlen, sobald es seine wirtschaftlich...
	4. Der amtliche Verteidiger reichte eine Honorarnote für seine Aufwendungen im Berufungsverfahren von 27.09 Stunden und Auslagen von Fr. 18.– ein (Urk. 52). Diese erscheinen angemessen und sind ausgewiesen. Hinzu kommen Aufwendungen von einer Stunde f...

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung, vom 28. August 2018 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	"1. (…)

	2. Der Beschuldigte ist nicht schuldig
	 der ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 i.V.m. Abs. 3 StGB (Anklageziffer 1)
	 des betrügerischen Konkurses im Sinne von Art. 163 Ziff. 1 StGB;
	 des mehrfachen Betruges im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB

	und wird diesbezüglich freigesprochen.
	3.-6. (…)
	7. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf
	Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
	8.-10.(…)
	11. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Aufwendungen und Auslagen als amtlicher Verteidiger des Beschuldigten mit Fr. 18'200.– (inkl. MwSt.) aus der Gerichtskasse entschädigt."
	2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig
	 der Misswirtschaft im Sinne von Art. 165 Ziff. 1 StGB i.V.m. Art. 29 lit. d StGB (Anklageziffer 1);
	 der ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 i.V.m. Abs. 3 StGB (Anklageziffer 2);
	 der Unterlassung der Buchführung im Sinne von Art. 166 StGB i.V.m. Art. 29 lit. d StGB (Anklageziffer 1).

	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 14 Monaten Freiheitsstrafe.
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt.
	4. Auf die Anordnung eines Tätigkeitsverbotes im Sinne von Art. 67 StGB wird verzichtet.
	5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Staat als Ersatz für nicht mehr  vorhandenen, widerrechtlich erlangten Vermögensvorteil Fr. 30'000.– zu   bezahlen.
	6. Die erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsregelung (Dispositiv-Ziffern 8-10) wird bestätigt.
	7. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	8. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme derjenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten zu 9/10 auferlegt und zu 1/10 auf die Gerichtskasse genommen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden zu 1/10 definitiv und zu 9/...
	9. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich (versandt)
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich
	 die Vorinstanz
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A
	 die Kantonspolizei Zürich, KIA-ZA, mit separatem Schreiben (§ 54a Abs. 1 PolG).

	10. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.
	Zur Beachtung:
	- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.