# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8439d17c-d5ba-537c-a93f-3f6b864c28fc
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-06-23
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 23.06.2023 ZK1 2019 78
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2019-78_2023-06-23.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Urteil vom 23. Juni 2023

Referenz ZK1 19 78

Instanz I. Zivilkammer 

Besetzung Bäder Federspiel, Vorsitzende
Cavegn und Moses
Nyfeler, Aktuarin

Parteien A._____
Berufungsklägerin
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Pius Fryberg
Quaderstrasse 8, Postfach 250, 7001 Chur 

gegen

B._____
Berufungsbeklagter

Gegenstand Nebenfolgen der Ehescheidung

Anfechtungsobj. Entscheid des Regionalgerichts Viamala vom 25.01.2018/
07.11.2018, mitgeteilt am 28.03.2019 (Proz. Nr. 115-2016-18)

Mitteilung 28. Juni 2023

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Sachverhalt

A. A._____ (nachfolgend: Mutter), geboren am _____ 1983, und B._____ 
(nachfolgend: Vater), geboren am _____ 1980, schlossen am _____ 2009 vor 
dem Zivilstandsamt C._____ die Ehe. Sie sind Eltern der Kinder D._____ (nach-
folgend: D._____), geboren am _____ 2008, E._____, geboren am _____ 2010, 
und F._____, geboren am _____ 2011. Am 1. Oktober 2014 erfolgte die Trennung 
der Ehegatten.

B. Im Rahmen eines durch die Mutter mit Eingabe vom 9. Februar 2015 
instanzierten Eheschutzverfahrens nahm der Einzelrichter am Bezirksgericht Hin-
terrhein (seit 1. Januar 2017: Regionalgericht Viamala) mit Entscheid vom 26. Ju-
ni 2015 (Proz. Nr. 135-2015-35) Vormerk davon, dass die Ehegatten seit dem 
1. Oktober 2014 getrennt leben. Des Weiteren teilte der Einzelrichter die Obhut 
über die Kinder D._____, E._____ und F._____ der Mutter zu, unter gleichzeitiger 
Belassung der gemeinsamen elterlichen Sorge, verfügte ein vorerst nur begleite-
tes Besuchsrecht für den Vater in einem geschützten Rahmen unter Anordnung 
einer ambulanten psychiatrischen Behandlung des Vaters, errichtete eine Be-
suchsrechtsbeistandschaft für die Kinder, verpflichtete den Vater zur Zahlung von 
Unterhaltsbeiträgen an die Familie – insgesamt CHF 3'656.00 zuzüglich Kinderzu-
lagen, wovon auf die Kinder je ein Betrag von CHF 800.00 entfiel – und verfügte 
eine Schuldneranweisung gegenüber der Arbeitslosenkasse zur direkten Überwei-
sung der Unterhaltsbeiträge an die Mutter. Dieser Entscheid erwuchs unangefoch-
ten in Rechtskraft.

C/a. Am 3. Oktober 2016 reichte die Mutter die Scheidungsklage mit den fol-
genden Rechtsbegehren ein:

1. Die Ehe der Parteien sei zu scheiden.

2. Die aus der Ehe hervorgegangenen Kinder:

D._____, geb. _____ 2008

E._____, geb. _____ 2010

F._____, geb. _____ 2011

seien unter die alleinige elterliche Sorge und Obhut der Mutter zu stel-
len.

3. Von der Regelung des Besuchs- und Ferienrechtes sei abzusehen; al-
lenfalls sei dem Vater ein begleitetes Besuchsrecht einzuräumen.

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4. Der Vater sei zu verpflichten, an den Unterhalt der 3 Kinder einen mo-
natlichen Unterhaltsbeitrag in Höhe von je CHF 800.00, zzgl. allfälliger 
vertraglicher- und gesetzlicher Kinderzulagen zu bezahlen.

5. Aufteilung der Pensionskassenguthaben nach Gesetz, resp. nach rich-
terlichem Ermessen. Im Sinne von Art. 129 Abs. 13 ZGB sei festzustel-
len, dass der Beklagte keine zur Deckung des gebührenden Unterhal-
tes der Klägerin ausreichende Rente entrichten kann. Die Unterde-
ckung sei mit CHF 1'500.00 festzulegen.

6. Güterrechtliche Auseinandersetzung gemäss Gesetz.

7. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.

C/b. Anlässlich der Einigungsverhandlung vom 16. November 2016 konnte in 
Bezug auf die Scheidungsfolgen keine Einigung erzielt werden.

C/c. Die als Klageantwort entgegengenommene Eingabe des Vaters vom 
23. Februar 2017 enthielt folgende Rechtsbegehren:

1. Die Ehe der Parteien sei zu scheiden.

2. Die aus der Ehe hervorgegangenen Kinder:

- D._____, geb. _____ 2008

- E._____, geb. _____ 2010

- F._____, geb. _____ 2011

seien unter die gemeinsame elterliche Sorge der Parteien und unter 
die Obhut der Mutter zu stellen.

3. Das derzeitige begleitete Besuchsrecht sei binnen Jahresfrist auf ein 
uneingeschränktes Besuchsrecht wie folgt auszudehnen:

Der Vater sei zu berechtigen, die Kinder

- an jedem zweiten Wochenende jeweils ab Freitagabend, 18.00 Uhr, 
bis Sonntagabend, 20.00 Uhr

- an einem Wochentag nach Schulschluss mit Übernachtung

- jeweils am 2. Tag der Doppelfeiertage Weihnachten und Neujahr

- während drei Wochen Ferien pro Jahr

zu besuchen resp. zu sich auf Besuch zu nehmen.

Falls sich die Eltern nicht über die Aufteilung der Ferien einigen kön-
nen, soll dem Vater in Jahren mit gerader Jahreszahl das Entschei-
dungsrecht bezüglich der Aufteilung der Ferien zukommen; in Jahren 
mit ungerader Jahreszahl der Mutter.

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Fällt das Betreuungswochenende des Vaters auf Ostern, beginnt das 
Besuchsrecht bereits ab Gründonnerstag, 18.00 Uhr, und dauert bis 
Ostermontag, 20.00 Uhr.

Fällt das Betreuungswochenende auf Pfingsten, verlängert sich das 
Besuchsrecht bis Pfingstmontag, 20.00 Uhr.

4. Der Vater sei zu verpflichten, an den Unterhalt der drei Kinder einen 
monatlichen Unterhaltsbeitrag gemäss richterlichem Ermessen zuzüg-
lich allfälliger vertraglicher und/oder gesetzlicher Kinderzulagen zu be-
zahlen.

5. Aufteilung der Pensionskassenguthaben nach Gesetz.

6. Es sei festzustellen, dass die Ehefrau keinen Unterhaltsanspruch ge-
genüber dem Ehemann besitzt.

7. Güterrechtliche Auseinandersetzung gemäss Gesetz.

Dabei sei davon Vormerk zu nehmen, dass die Errungenschaft des 
Ehemannes überschuldet ist.

8. Kosten- und Entschädigungsfolge.

D. Am 11. Mai 2017 brachte die Mutter das Kind G._____ (nachfolgend: 
G._____) zur Welt. Dessen Vater ist der Lebenspartner der Mutter, H._____.

E. Vom 12. September 2017 bis zum 21. April 2018 befand sich der Vater 
aufgrund der Umwandlung einer ihm auferlegten Geldstrafe in eine Freiheitsstrafe 
im Strafvollzug.

F/a. Am 25. Januar 2018 fand die Hauptverhandlung vor dem Regionalgericht 
Viamala statt. 

F/b. Mit Verfügung vom 29. Januar 2018 wurde das Ehescheidungsverfahren 
bis zur rechtskräftigen Erledigung der Klage des Vaters gegen die Mutter und 
G._____ auf Aberkennung der Vaterschaft sistiert.

G/a. Am 8. August 2018 legten die Parteien dem Gericht eine Teil-
Ehescheidungskonvention vor, datierend vom 11. Juli/5. August 2018.

G/b. Am 30. August 2018 reichte der Vater zum strittigen Punkt der Unter-
haltsbeiträge seinen schriftlichen Parteivortrag mit den folgenden Rechtbegehren 
ein:

1. Die Vereinbarung vom 11. Juli 2018/5. August 2018 zwischen den Par-
teien sei gerichtlich zu genehmigen.

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2. Der Vater sei zu verpflichten, an den Unterhalt der drei Kinder einen 
monatlichen Unterhaltsbeitrag gemäss richterlichem Ermessen zuzüg-
lich allfälliger vertraglicher und/oder gesetzlicher Kinderzulagen zu be-
zahlen.

3. Kosten- und Entschädigungsfolge.

G/c. Die Mutter reichte am 31. August 2018 ihren schriftlichen Parteivortrag 
zum strittigen Punkt der Unterhaltsbeiträge ein, enthaltend die folgenden Rechts-
begehren:

1. Scheidung der Ehe der Parteien.

2. Richterliche Genehmigung der zwischen den Parteien am 
11.07./05.08.2018 abgeschlossenen Vereinbarung.

3. Der Vater sei zu verpflichten, an den Unterhalt der 3 Kinder einen mo-
natlich, im Voraus zahlbaren Unterhaltsbeitrag in Höhe von je 
CHF 1'200.00, allenfalls einen Betrag nach richterlichem Ermessen zu 
bezahlen.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.

H. Mit Urteil vom 25. Januar 2018/7. November 2018, mitgeteilt 
am 28. März 2019, fällte das Regionalgericht Viamala den folgenden Entscheid:

1. Die zwischen A._____, geb. am _____ 1983 in I._____, von J._____ 
und K._____, und B._____, geb. am _____ 1980 in L._____, von 
K._____, am 12.06.2009 in C._____ geschlossene Ehe wird geschie-
den.

2.a. Die aus der Ehe hervorgegangenen Kinder D._____, geb. _____ 2008, 
E._____, geb. am _____ 2010, und F._____, geb. am _____ 2011, 
werden unter der gemeinsamen elterlichen Sorge der Parteien 
belassen.

b. Die Kinder D._____, E._____ und F._____ stehen unter der alleinigen 
Obhut der Mutter A._____, bei welcher die Kinder auch ihren Wohnsitz 
haben.

c. Die für die Kinder D._____, E._____ und F._____ von der KESB Mitte-
bünden/Moesa am 16.07.2015 errichtete Besuchsrechtsbeistandschaft 
im Sinne von Art. 308 Abs. 2 ZGB wird aufgehoben.

d. Das von den Parteien vereinbarte Besuchsrecht gemäss Ziff. Ill der 
Vereinbarung vom 11.07.2018/05.08.2018 mit folgendem Wortlaut wird 
gerichtlich genehmigt:

Das derzeitige begleitete Besuchsrecht wird aufgehoben.

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Das Besuchsrecht des Vaters wird in Absprache zwischen den Eltern unter 
Berücksichtigung der Entwicklung der Kontakte zwischen Vater und Kindern 
sowie der Wünsche der Kinder festgelegt. Dem Vater wird im Sinne eines 
minimalen Besuchsrechts das Recht eingeräumt D._____, E._____ und 
F._____ einmal wöchentlich an seinem arbeitsfreien Tag während acht 
Stunden zu besuchen bzw. zu sich auf Besuch zu nehmen.

Binnen Jahresfrist wird das Besuchsrecht des Vaters in Absprache zwischen 
den Eltern unter Berücksichtigung der Kontakte zwischen Vater und Kindern 
auf ein uneingeschränktes Besuchsrecht wie folgt ausgedehnt:

Der Vater ist berechtigt, die Kinder

- an jedem zweiten Wochenende jeweils ab Freitagabend, 18:00 Uhr bis 
Sonntagabend, 20:00 Uhr

- an einem Wochentag nach Schulschluss mit Übernachtung
- jeweils am 2. Tag der Doppelfeiertage Weihnachten und Neujahr
- während drei Wochen Ferien
zu besuchen respektive zu sich auf Besuch zu nehmen. Solange der Vater 
einen Beruf mit unregelmässigen Arbeitszeiten ausübt, ist er berechtigt, die 
Kinder unter Berücksichtigung derer schulischen und Freizeitaktivitäten an 
den vom Arbeitgeber zugeteilten Freitagen zu besuchen resp. zu sich auf 
Besuch zu nehmen.

Falls sich die Eltern nicht über die Aufteilung der Ferien einigen können, soll 
dem Vater in Jahren mit gerader Jahreszahl das Entscheidungsrecht 
bezüglich der Aufteilung der Ferien zukommen; in Jahren mit ungerader 
Jahreszahl der Mutter.

Fällt das Betreuungswochenende des Vaters auf Ostern, beginnt das 
Besuchsrecht bereits ab Gründonnerstag, 18.00 Uhr, und dauert bis 
Ostermontag, 20.00 Uhr.

Fällt das Betreuungswochenende auf Pfingsten, verlängert sich das 
Besuchsrecht bis Pfingstmontag, 20.00 Uhr.

3. Die Erziehungsgutschriften für die Berechnung künftiger AHV/IV-
Renten fallen ab dem Jahr des Eintritts der Vollstreckbarkeit des 
Scheidungsurteils vollumfänglich der Mutter A._____ zu. Es ist Sache 
der Parteien, die betroffenen Ausgleichskassen über diese Regelung 
zu informieren.

4.a. B._____ ist verpflichtet, an den Unterhalt der Kinder D._____, E._____ 
und F._____ Unterhaltsbeiträge in Höhe von je CHF 430.00 (Barunter-
halt) zu bezahlen (zuzüglich gesetzliche und/oder vertragliche Kinder- 
und/oder Ausbildungszulagen, soweit er sie bezieht).

Ab dem 18. Geburtstag von D._____ erhöht sich der Beitrag an 
E._____ und F._____ auf je CHF 640.00. Ab dem 18. Geburtstag von 
E._____ erhöht sich der Beitrag an F._____ auf CHF 755.00.

Ein Betreuungsunterhalt ist mangels Leistungsfähigkeit von B._____ 
nicht geschuldet.

b. Die Ansprüche der Kinder über ihre Volljährigkeit hinaus gegen die El-
tern bleiben gemäss Art. 277 Abs. 2 ZGB vorbehalten.

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c. Die Geltendmachung von Ansprüchen auf Deckung ausserordentlicher 
Bedürfnisse der Kinder im Sinne von Art. 286 Abs. 3 ZGB bleibt vorbe-
halten.

d. Die Unterhaltsbeiträge sind jeweils monatlich vorschüssig auf den 
1. Arbeitstag eines jeden Monats an die Mutter zu bezahlen.

e. Die Unterhaltsbeträge gemäss Ziff. 4.a. basieren auf dem Landesindex 
der Konsumentenpreise des Bundesamtes für Statistik mit Stand Ok-
tober 2018 von 102.1 Punkten (Basis Dezember 2015=100). Sie sind 
jeweils jährlich auf den 01. Januar, erstmals auf den 01. Januar 2019, 
dem Stand des Indexes per Ende November des Vorjahres anzupas-
sen. Die Anpassung erfolgt nach der Formel: Ursprünglicher Unter-
haltsbeitrag × neuer Indexstand November ÷ ursprünglicher Index-
stand. Weist die unterhaltsverpflichtete Partei nach, dass sich ihr Ein-
kommen nicht im Umfang der Teuerung erhöht hat, werden die Unter-
haltsbeiträge nur proportional zur tatsächlichen Einkommenssteigerung 
angepasst. Fällt der Index unter den Stand von Oktober 2018 berech-
tigt dies nicht zu einer Herabsetzung der Unterhaltsbeiträge.

f. Die vorstehend festgelegten Kinderunterhaltsbeiträge basieren auf fol-
gende Einkommens-, Bedarfs-, Vermögens- und Unterhaltsdeckungs-
verhältnisse (netto pro Monat in CHF, auf ganze Franken gerundet):

Einkommen in CHF 
(netto, inkl. 13. Mo-
natslohn)

Bedarf in CHF
(ohne Betreuungsunterhalt)

Manko/Über-
schuss in CHF

Vater 3700
Pensum 100%

2415 (Grundbetrag 1200, 
Wohnung 1061, 
Krankenkasse 327, IPV-173)

1'285

Mutter 1950
Pensum aktuell

1963 (Grundbetrag 1350, 
Wohnung 1500, 
Wohnkostenanteil 4 Kinder -
1000, Krankenkasse 299, IPV 
-186)

-13

3'900
Pensum ab August 
2024
80%

1963 (ab August 2024 Bedarf 
unverändert)

1937

D._____ 220 883 (Grundbetrag 600, 
Wohnung 250, Krankenkasse 
77, IPV -44)

-663

E._____ 220 683 (Grundbetrag 400, 
Wohnung 250, Krankenkasse 
77, IPV -44)

-463

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ab Februar 2020:
883 (Grundbetrag 600, 
Wohnung 250, Krankenkasse 
77, IPV -44)

-663

ab Februar 2026:
977 (Grundbetrag 600, 
Wohnung 300, Krankenkasse 
77, IPV 0)

-757

F._____ 220 650 (Grundbetrag 400, 
Wohnung 250)

-430

ab Juli 2021:
883 (Grundbetrag 600, 
Wohnung 250, Krankenkasse 
77, IPV -44)

-663

ab Februar 2026:
977 (Grundbetrag 600, 
Wohnung 300, Krankenkasse 
77, IPV 0)

-757

ab März 2028:
975 (Grundbetrag 600, 
Wohnung 375, Krankenkasse 
0, IPV 0)

-755

g. Mit den Unterhaltsbeiträgen gemäss Ziffer 4.a hiervor ist der ge-
bührende Unterhalt von D._____, E._____ und F._____ wie folgt nicht 
gedeckt:

- bis zum 10. Geburtstag von E._____ (bis und mit Januar 2020): 
Manko Barunterhalt D._____ CHF 233.00, E._____ CHF 33.00; 
Manko Betreuungsunterhalt insgesamt CHF 13.00

- ab Februar 2020 bis und mit Juni 2021 (10. Geburtstag von 
F._____): Manko Barunterhalt D._____ CHF 233.00, E._____ CHF 
233.00; Manko Betreuungsunterhalt insgesamt CHF 13.00

- ab Juli 2021 bis und mit Januar 2026 (D._____ wird volljährig): 
Manko Barunterhalt D._____, E._____ und F._____ je CHF 233.00.

- Ab Februar 2026 bis Februar 2028 (E._____ wird volljährig): Manko 
Barunterhalt E._____ und F._____ je CHF 117.00

5. Es ist kein nachehelicher Unterhalt gemäss Art. 125 ZGB geschuldet.

6. Die Stiftung Auffangeinrichtung BVG, Freizügigkeitskonten, Postfach, 
8036 Zürich, wird angewiesen, vom Freizügigkeitskonto Nr. _____ von 
B._____, geb. _____ 1980, den Betrag von CHF 4'910.00, zuzüglich 
Zins zum BVG-Mindestzinssatz oder eines allfällig höheren reglemen-
tarischen Zinssatzes auf diesem Betrag seit dem Stichtag der Teilung 
(1. Januar 2017) bis zum Zeitpunkt der Überweisung oder des Beginns 

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der Verzugszinspflicht, auf das Vorsorgekonto von A._____ bei der 
M._____, zu überweisen.

7. Die Parteien sind in güterrechtlicher Hinsicht auseinandergesetzt.

8. Im Übrigen wird die von den Parteien abgeschlossene Scheidungsver-
einbarung vom 11.07.2018/05.08.2018 im Sinne von Art. 279 ZPO ge-
nehmigt.

9.a. Die Gerichtskosten in Höhe von CHF 6'000.00 gehen je zur Hälfte zu-
lasten der Parteien. Sie werden gestützt auf die ihnen gewährte unent-
geltliche Rechtspflege (Klägerin: Proz. Nr. 135-2016-199; Beklag-
ter: Proz. Nr. 135-2017-44) zulasten des Kantons Graubünden auf die 
Gerichtskasse genommen. Die Pflicht der Parteien zur Nachzahlung im 
Sinne von Art. 123 ZPO bleibt vorbehalten.

b. Wird keine schriftliche Begründung des Entscheids verlangt, reduzie-
ren sich die Gerichtskosten auf CHF 4'000.00, bei gleichbleibender 
Verteilung und Liquidation.

c. Die Parteientschädigungen werden wettgeschlagen.

d. Rechtsanwalt lic. iur. et oec. Pius Fryberg, Chur, wird gestützt auf die 
der Klägerin gewährte unentgeltliche Rechtspflege (Proz. Nr. 135-
2016-199) zulasten des Kantons aus der Gerichtskasse mit 
CHF 8'874.50 (inklusive Barauslagen und MWST) entschädigt. Die 
Pflicht von A._____ zur Nachzahlung bleibt vorbehalten (Art. 122 Abs. 
3 ZPO, Art. 123 ZPO).

e. Rechtsanwalt Dr. iur. Marco Ettisberger, Chur, wird gestützt auf die 
dem Beklagten gewährte unentgeltliche Rechtspflege (Proz. Nr. 135-
2017-44) zulasten des Kantons aus der Gerichtskasse mit 
CHF 10'000.00 (inklusive Barauslagen und MWST) entschädigt. Die 
Pflicht von B._____ zur Nachzahlung bleibt vorbehalten (Art. 122 Abs. 
3 ZPO, Art. 123 ZPO).

10. Eine schriftliche Begründung des Entscheids wird nachgeliefert, wenn 
eine Partei dies innert 10 Tagen seit der Eröffnung des Entscheids ver-
langt. Wird keine Begründung verlangt, so gilt dies als Verzicht auf die 
Anfechtung des Entscheids mit Berufung oder Beschwerde (Art. 239 
Abs. 2 ZPO).

11. (Mitteilung)

I/a. Gegen diesen Entscheid erhob die Mutter am 10. Mai 2019 Berufung mit 
den folgenden Anträgen:

1. Ziff. 2a des Dispositivs des angefochtenen Urteils sei aufzuheben.

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Die aus der Ehe hervorgegangenen Kinder D._____, E._____ und 
F._____ seien unter die alleinige elterliche Sorge der Mutter zu stellen.

2. Ziff. 2 lit. d des Dispositivs des angefochtenen Urteils sei aufzuheben 
und es sei dem Vater weiterhin lediglich ein begleitetes Besuchsrecht 
einzuräumen.

3. B._____ sei zu verpflichten, an den Unterhalt der 3 Kinder D._____, 
E._____ und F._____ monatliche Unterhaltsbeiträge in Höhe von je 
CHF 1'200.00, allenfalls einen Betrag nach richterlichem Ermessen zu 
bezahlen.

Die Unterhaltsbeiträge seien mit der üblichen Indexklausel zu verse-
hen.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Berufungsbe-
klagten.

I/b. Der Vater beantragte in seiner Berufungsantwort vom 13. Juni 2019 die 
vollumfängliche Abweisung der Berufung, unter voller gerichtlicher und ausserge-
richtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich Mehrwertsteuer zulasten 
der Mutter.

I/c. In ihrer Replik vom 16. September 2019 hielt die Mutter unverändert an 
ihren Rechtsbegehren fest. 

I/d. Der Vater verzichtete mit Eingabe vom 18. November 2019 auf das Ein-
reichen einer Duplik. Gleichzeitig teilte der bisherige Rechtsvertreter des Vaters, 
Rechtsanwalt Marco Ettisberger, dem Gericht mit, diesen nicht mehr zu vertreten.

I/e. Am 5. Mai 2020 und am 17. August 2021 erfolgten Noveneingaben der 
Mutter, in denen sie auf die jeweils aktuellen Arbeitsverhältnisse des Vaters hin-
wies.

J/a. Mit Verfügung vom 26. Januar 2022 wurden die Parteien zur Edition ak-
tueller Unterlagen zu ihren Einkommens- und Bedarfsverhältnissen sowie zu einer 
Stellungnahme betreffend Besuchskontakte zwischen dem Vater und den Kindern 
aufgefordert. Am 14. Februar 2022 reichte die Mutter verschiedene Unterlagen 
ein. Die geforderte Stellungnahme erfolgte am 16. März 2022. Der Vater reagierte 
nicht auf die Verfügung vom 26. Januar 2022, weshalb mit Verfügung vom 13. 
April 2022 eine Editionsaufforderung an dessen Arbeitgeber erging. Nach Eingang 
der entsprechenden Unterlagen wurden diese den Parteien zugestellt. Die Mutter 
nahm dazu am 19. Mai 2022 Stellung, während der Vater sich nicht vernehmen 
liess.

J/b. Mit Verfügung vom 28. Juni 2022 wurde die Anhörung der Kinder 
D._____, E._____ und F._____ angeordnet. Diese fand am 10. August 2022 statt. 

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Im Anschluss wurde den Parteien die Gelegenheit eingeräumt, zu den Anhörun-
gen Stellung zu nehmen. Gleichzeitig wurde der Vater aufgefordert, sich zu seiner 
aktuellen gesundheitlichen sowie beruflichen Situation zu äussern. Die Mutter ver-
zichtete mit Eingabe vom 22. August 2022 auf Bemerkungen. Vom Vater ging kei-
ne Stellungnahme ein.

J/c. Im Zeitraum August/September 2022 befand sich der Vater in einer 
psychiatrischen Klinik im Kanton Bern. Mit Verfügung vom 27. September 2022 
wurde, unter der Voraussetzung, dass der Vater die zuständigen Personen vom 
Berufsgeheimnis entbindet, eine schriftliche Auskunft der behandelnden Ärzte 
über den Gesundheitszustand des Vaters angeordnet. Da der Vater die Entbin-
dung vom Berufsgeheimnis nicht unterzeichnete, konnte die entsprechende Aus-
kunft in der Folge nicht eingeholt werden.

K. Mit Schreiben vom 12. Dezember 2022 wurde den Parteien mitgeteilt, 
dass auf weitere Beweisabnahmen sowie auf die Durchführung einer mündlichen 
Verhandlung verzichtet werde. Weiter wurde festgehalten, dass das Verfahren 
sich fortan in der Phase der Urteilsberatung befinde.

L. Die vorinstanzlichen Verfahrensakten (Proz. Nr. 115-2016-18) sind bei-
gezogen.

M. Der Mutter war mit Verfügung der Vorsitzenden der I. Zivilkammer vom 
14. August 2019 (ZK1 19 79) für das Berufungsverfahren die unentgeltliche 
Rechtspflege mit Rechtsvertretung durch Rechtsanwalt Pius Fryberg gewährt 
worden. Das entsprechende Gesuch des Vaters wurde mit Verfügung der Vorsit-
zenden der I. Zivilkammer vom 22. Oktober 2019 (ZK1 19 132) abgewiesen.

Erwägungen

1. Eintretensvoraussetzungen

Beim angefochtenen Entscheid handelt es sich um einen erstinstanzlichen End-
entscheid, der mit Berufung angefochten werden kann (Art. 308 Abs. 1 lit. a ZPO). 
Die Berufung wurde form- und fristgerecht beim Kantonsgericht von Graubünden 
erhoben (Art. 311 i.V.m. Art. 145 Abs. 1 lit. a ZPO; Art. 7 Abs. 1 EGzZPO 
[BR 320.100]; act. A.1; act. B.1). Gegenstand des Berufungsverfahrens bilden im 
Wesentlichen die elterliche Sorge über die Kinder D._____, E._____ und F._____, 
das Besuchsrecht des Vaters gegenüber den Kindern sowie der Kindesunterhalt, 
so dass die Angelegenheit insgesamt als nicht vermögensrechtliche zu behandeln 
ist und kein Streitwerterfordernis gilt (Art. 308 Abs. 2 ZPO; vgl. BGer 5A_399/2014 

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v. 17.12.2014 E. 1). Die weiteren Eintretensvoraussetzungen geben zu keinen 
Bemerkungen Anlass. Auf die Berufung ist somit, unter dem Vorbehalt rechts-
genügender Begründung, einzutreten. Deren Beurteilung fällt in die Zuständigkeit 
der erkennenden Kammer (Art. 6 Abs. 1 lit. a KGV [BR 173.100]).

2. Kognition, Begründungsobliegenheit, Verfahrensmaximen und Noven-
recht

2.1. Mit der Berufung als vollkommenem Rechtsmittel kann gemäss 
Art. 310 ZPO die unrichtige Rechtsanwendung, die unrichtige Sachverhaltsfest-
stellung und – über den Wortlaut hinaus – die Unangemessenheit geltend ge-
macht werden. Das Berufungsgericht kann die gerügten Mängel des vorinstanzli-
chen Entscheids frei und unbeschränkt überprüfen (Peter Reetz/Stefanie Theiler, 
in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizeri-
schen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Aufl., Zürich 2016, N 5 ff. zu Art. 310 ZPO).

2.2. Nach Art. 311 Abs. 1 ZPO ist die Berufung zu begründen. Die Begrün-
dung muss genügend ausführlich, genau und eindeutig sein, damit die Berufungs-
instanz sie ohne Weiteres verstehen kann. Aus der Begründung muss hervorge-
hen, welche Punkte des erstinstanzlichen Entscheids angefochten werden, wes-
halb der Entscheid in den angefochtenen Punkten unrichtig sein soll und wie statt-
dessen zu entscheiden ist, wobei gegebenenfalls die Aktenstücke, auf welche sich 
die Kritik stützt, genau zu bezeichnen sind. Der blosse Verweis auf bereits vor ers-
ter Instanz erhobene Rügen oder auf die Vorakten ebenso wie allgemeine Kritik 
am erstinstanzlichen Entscheid genügen diesen Anforderungen nicht und führen 
zu Nichteintreten (BGE 138 III 374 E. 4.3.1 = Pra 2013 Nr. 4; Reetz/Theiler, 
a.a.O., N 36 ff. zu Art. 311 ZPO). Die Begründungsobliegenheit ist auch dann zu 
beachten, wenn, wie vorliegend (vgl. sogleich E. 2.3), die Untersuchungsmaxime 
zur Anwendung gelangt (BGE 141 III 569 E. 2.3.3 = Pra 2016 Nr. 99; 
Reetz/Theiler, a.a.O., N 37 zu Art. 311 ZPO; vgl. BGer 5A_800/2019 v. 9.2.2021 
E. 5.1). Ob diese Anforderungen im Einzelnen erfüllt sind, ist im jeweiligen Sach-
zusammenhang zu prüfen.

2.3. Sind in familienrechtlichen Angelegenheiten Kinderbelange strittig, so 
gelangt nach Art. 296 Abs. 3 ZPO die Offizialmaxime zur Anwendung, nach der 
das Gericht ohne Bindung an die Parteianträge entscheidet. Sodann gilt nach 
Art. 296 Abs. 1 ZPO der uneingeschränkte Untersuchungsgrundsatz, wonach das 
Gericht den Sachverhalt von Amtes wegen erforscht. Das Gericht ist verpflichtet, 
von Amtes wegen alle für die Entscheidung des Rechtsstreits massgeblichen Tat-
sachen festzustellen und gegebenenfalls die Beweise abzunehmen, die zur Fest-

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stellung der für eine dem Kindeswohl entsprechenden Entscheidung relevanten 
Tatsachen erforderlich sind. Es ist nicht an die Beweisangebote der Parteien ge-
bunden, sondern entscheidet nach seiner Überzeugung, welche Tatsachen noch 
ermittelt werden müssen und welche Beweismittel zum Nachweis dieser Tatsa-
chen relevant sind (BGer 5A_647/2021 v. 19.11.2021 E. 4.2.1; Jonas Schweig-
hauser, in: Fankhauser [Hrsg.], FamKomm Scheidung, Band II: Anhänge, 4. Aufl., 
Bern 2022, N 9 f. u. 12 f. zu Art. 296 ZPO, je m.w.H.). Die Pflicht des Gerichts, den 
Sachverhalt von Amtes wegen zu erforschen, kennt jedoch auch Grenzen. Die 
Untersuchungsmaxime entbindet die Parteien nicht von der Pflicht zur aktiven 
Mitwirkung am Verfahren und von ihrer Behauptungs- und Substantiierungslast. 
Das Sammeln des Prozessstoffs verbleibt auch bezüglich der Kinderbelange in 
erster Linie Sache der Parteien, welche nach dem Grundsatz von Treu und Glau-
ben zur Mitwirkung verpflichtet sind, da sie den Prozessstoff am besten kennen. 
Es bleibt Aufgabe der Parteien, dem Gericht das in Betracht kommende Tatsa-
chenmaterial zu unterbreiten, die Beweismittel zu bezeichnen und die für die Er-
mittlung des Sachverhalts notwendigen Beweise im Rahmen des Zumutbaren bei-
zubringen (BGE 128 III 411 E. 3.2.1 = Pra 2003 Nr. 5; BGer 5A_762/2020 
v. 9.2.2021 E. 5; Schweighauser, a.a.O., N 11 u. 13 zu Art. 296 ZPO, je m.w.H.). 
Die Untersuchungs- und die Offizialmaxime gelangen in Kinderbelangen in allen 
Verfahrensstadien und vor allen kantonalen Instanzen, mithin auch im kantonalen 
Rechtsmittelverfahren, zur Anwendung (BGE 137 III 617 E. 4.5.2; Schweighauser, 
a.a.O., N 3 u. 6 zu Art. 296 ZPO).

2.4. Das Novenrecht richtet sich im Berufungsverfahren grundsätzlich nach 
Art. 317 Abs. 1 ZPO. Neue Tatsachen und Beweismittel werden nur noch berück-
sichtigt, wenn sie ohne Verzug vorgebracht werden und trotz zumutbarer Sorgfalt 
nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten. In Verfahren betref-
fend Kinderbelange wird dieses Novenregime jedoch durch die uneingeschränkte 
Untersuchungsmaxime (vgl. soeben E. 2.3) durchbrochen mit der Folge, dass 
neue Tatsachen und Beweisanträge im Berufungsverfahren selbst dann zuzulas-
sen sind, wenn die Voraussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO nicht erfüllt sind 
(BGE 147 III 301 E. 2.2; 144 III 349 E. 4.2.1 = Pra 2019 Nr. 88 m.w.H.).

3. Beweisverfahren

3.1. Mit Verfügungen vom 26. Januar 2022, 13. April 2022 sowie 27. Sep-
tember 2022 wurden verschiedene Beweisanordnungen getroffen. Insbesondere 
wurden die durch die Parteien bis zu diesem Zeitpunkt eingereichten Urkunden 
zugelassen und die Parteien zur Edition von aktuellen Belegen zu ihren Einkom-
mens- und Bedarfsverhältnissen (inklusive jenen der Kinder) aufgefordert, unter 

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Hinweis darauf, dass im Unterlassungsfall eine Edition aus Händen der Arbeitge-
ber und der zuständigen Behörden vorbehalten bleibe. Die Mutter reichte die ver-
langten Unterlagen fristgerecht ein. Der Vater kam der Editionsaufforderung auch 
innert der ihm angesetzten Nachfrist nicht nach, weshalb die AA._____ sowie die 
AB._____, bei welchen der Vater im Jahr 2020 respektive im Jahr 2021 angestellt 
war, aufgefordert wurden, dem Gericht verschiedene Auskünfte und Unterlagen 
zum jeweiligen (vormaligen) Arbeitsverhältnis mit dem Vater zukommen zu lassen 
(act. D.28 f., D.35 f. u. I.1). Schliesslich wurde der Vater aufgefordert, zu seinen 
letzten Erwerbstätigkeiten, seinem psychischen Zustand und dem Bestand einer 
allfälligen Arbeitsunfähigkeit schriftlich und unter Beilage eines ärztlichen Berichts 
oder Zeugnisses sowie weiterer Belege (Arbeitsvertrag, Lohnabrechnungen etc.) 
Stellung zu nehmen. Da der Vater auch dieser Aufforderung nicht nachkam, wurde 
unter der Voraussetzung, dass dieser die zuständigen Personen vom Berufsge-
heimnis entbindet, eine schriftliche Auskunft der behandelnden Ärzte über seinen 
Gesundheitszustand angeordnet. Mangels Unterzeichnung der Entbindungser-
klärung durch den Vater konnte die entsprechende Auskunft jedoch in der Folge 
nicht eingeholt werden (act. D.47 u. D.51 ff.).

3.2. Die Mutter stellte in ihren Berufungsschriften diverse Beweisanträge 
(vgl. act. A.1, I.B u. IV; act. A.3, III; act. A.5 f.; act. A.8). Bereits mit Verfügung vom 
26. Januar 2022 hiess das Gericht den Antrag der Mutter (act. A.1, I.B.1 u. IV.A) 
auf Zulassung der durch sie eingereichten Unterlagen gut und wurde der Vater 
antragsgemäss (act. A.1, I.B) zur Edition diverser Unterlagen in Zusammenhang 
mit seinen Einkommensverhältnissen aufgefordert (act. D.28). Über die weiteren, 
bisher noch unbehandelt gebliebenen Anträge (vgl. act. D.28, S. 2 i.f.) ist nachfol-
gend zu entscheiden.

3.2.1. Unter anderem beantragte die Mutter die Edition ihrer eigenen Strafan-
zeigen sowie derjenigen ihrer Mutter, AH._____, gegen den Vater bei der Kan-
tonspolizei N._____ und der Kantonspolizei O._____ (act. A.1, I.B.2 u. IV.B). Die-
se Strafanzeigen betreffen Drohungen, welche der Vater gegen die Mutter und 
deren Mutter ausgesprochen haben soll. Die entsprechenden, angeblich durch 
den Vater verfassten Textnachrichten respektive E-Mails sind (teilweise) akten-
kundig (act. B.7 f.), weshalb nicht ersichtlich ist, welche zusätzlichen Erkenntnisse 
sich aus den diesbezüglichen Strafanzeigen ergeben sollten. Ausserdem sind die 
angezeigten Sachverhalte für die vorliegend vorzunehmende Regelung der Kin-
derbelange nicht von direkter Relevanz, zumal die Vorfälle im Zusammenhang mit 
der angespannten Situation im Rahmen des Scheidungsverfahrens gestanden 
haben dürften und deshalb keine allgemeinen Rückschlüsse auf das Verhalten 

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oder die Erziehungsfähigkeit des Vaters zulassen. Auch was das Protokoll über 
die Wohnungsräumung anbelangt, dessen Edition bei der Kantonspolizei N._____ 
die Mutter beantragte (act. A.1, IV.B), ist nicht ersichtlich, inwiefern diesem für das 
vorliegende Verfahren Relevanz zukommen sollte. Schliesslich sind auch von ei-
ner anscheinend der Kantonspolizei O._____ vorliegenden Auskunft von AI._____ 
(act. A.1, I.B.2 u. IV.B) zu einer angeblichen Fälschung der Unterschrift der Mutter 
durch den Vater (vgl. act. A.1, III.B.2; act. B.5) keine neuen Erkenntnisse in Bezug 
auf die vorliegend zu regelnden Fragen zu erwarten.

Dem Antrag auf Edition sämtlicher Strafakten gegen den Vater seitens der Staats-
anwaltschaft Graubünden (act. A.1, I.B.2 u. IV.B) lässt sich nicht entnehmen, auf 
welches bzw. welche Strafverfahren dieser sich genau bezieht. Der gegen den 
Vater ergangene Strafbefehl wegen mehrfacher Veruntreuung, mehrfachen Be-
trugs, mehrfacher Urkundenfälschung, falscher Anschuldigung und geringfügiger 
Zechprellerei sowie das Urteil wegen mehrfachen Betrugs und mehrfacher Urkun-
denfälschung sind aktenkundig (RG act. III/13 f.). Darüber hinausgehende Anga-
ben zu den entsprechenden Strafverfahren sind zur Regelung der Verhältnisse 
des Vaters zu den Kindern (elterliche Sorge und Besuchsrecht) nicht notwendig. 
Was die angeblichen Drohungen des Vaters gegenüber der Mutter und deren Mut-
ter sowie die diesbezüglichen Strafakten betrifft, so kann auf die soeben gemach-
ten Ausführungen verwiesen werden.

Auch soweit die Mutter beantragt, es seien Auskünfte des Hotel Restaurant 
P._____ in Q._____ bezüglich den Vater, den Arbeitsbeginn und das Arbeitsende 
einzuholen (act. A.1, IV.B), ist nicht ersichtlich, inwiefern diese Informationen für 
das laufende Verfahren von Relevanz sein sollten bzw. welche neuen Erkenntnis-
se daraus zu erwarten wären. Es ist jedenfalls unbestritten, dass der Vater aktuell 
nicht mehr für das Hotel Restaurant P._____ tätig ist. Dasselbe gilt hinsichtlich der 
Angaben zum Mietverhältnis sowie zu Drohungen des Vaters, welche beim ehe-
maligen Vermieter des Vaters einzuholen seien (act. A.1, IV.B); dies namentlich, 
da der Vater nicht mehr in der betreffenden Mietwohnung wohnt.

3.2.2. Sodann verlangte die Mutter die Erstellung eines (psychiatrischen) Gut-
achtens betreffend die Erziehungsfähigkeit des Vaters sowie eines Gutachtens 
bezüglich den persönlichen Verkehr des Vaters mit den Kindern (act. A.1, I.B.3 
u. IV.C; act. A.3, III.C). Die Mutter zweifelt die Erziehungsfähigkeit des Vaters ins-
besondere deshalb an, weil dieser sich bereits verschiedentlich in psychiatrischer 
Behandlung befand (vgl. act. A.3, II.B.3). Auch das Verhalten des Vaters in der 
Zeit nach der Verbüssung seiner Freiheitsstrafe (insbesondere Aufgabe der Ar-
beitsstelle, Nichtbezahlen der Mietzinse, angebliche Fälschung der Unterschrift 

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der Mutter, unbekannter Aufenthaltsort) scheint bei der Mutter zum Eindruck ge-
führt zu haben, dass dieser nicht erziehungsfähig sei (act. A.1, III.B.2). Das Gut-
achten betreffend Regelung des persönlichen Verkehrs strebt sie deshalb an, weil 
die Kinder anscheinend nicht mehr zum Vater auf Besuch gehen möchten 
(act. A.3, II.B.6).

Abgesehen von einzelnen Ausnahmen ist das Gutachten grundsätzlich nur eine 
von mehreren möglichen Beweismassnahmen. Das Gericht muss ein Gutachten 
anordnen, wenn dieses als einziges geeignetes Beweismittel erscheint; dies ist 
insbesondere dann der Fall, wenn das Gericht nicht über ausreichende persönli-
che Kenntnisse verfügt, um über das Kindeswohl entscheiden zu können (bei-
spielsweise wenn ein Kind an einer Krankheit leidet oder ein pathologisches Ver-
halten zeigt), oder wenn das Gericht über keine Beweise für entscheidrelevante 
Tatsachen verfügt. Dem Gericht kommt bei der Entscheidung, ob ein Gutachten in 
Auftrag zu geben ist, ein weiter Ermessensspielraum zu (Art. 4 ZGB). Das Bun-
desgericht greift folglich – im Sinne einer Willkürprüfung – nur ein, wenn das Tat-
sachengericht sein diesbezügliches Ermessen missbraucht hat 
(BGer 5A_647/2021 v. 19.11.2021 E. 4.2.2; 5A_191/2018 v. 7.8.2018 E. 5.2.1; 
vgl. Schweighauser, a.a.O., N 18 zu Art. 296 ZPO, je m.w.H.).

Es stellt sich die Frage, ob vorliegend ein qualifizierter Abklärungsbedarf im Sinne 
einer Notwendigkeit der Einholung eines Gutachtens zur Erziehungsfähigkeit des 
Vaters oder zur Ausgestaltung der Vater-Kinder-Beziehung besteht. Die Zuteilung 
des alleinigen Sorgerechts an die Mutter ist auch ohne Abklärung der Erziehungs-
fähigkeit des Vaters möglich und angezeigt. Wie nachfolgend noch aufgezeigt 
wird, ist von einer gemeinsamen elterlichen Sorge unter anderem bereits deshalb 
abzusehen, weil in den letzten Jahren praktisch keine persönlichen Kontakte zwi-
schen dem Vater und den Kindern stattfanden (vgl. E. 5.3.3 ff.). Es kann daher 
offen gelassen werden, ob beim Vater eine psychische Beeinträchtigung vorliegt, 
welche ihn an der Ausübung eines gemeinsamen Sorgerechtes hindern würde, ob 
ihm die elterliche Sorge mit anderen Worten gestützt auf Art. 311 Abs. 1 ZGB auf-
grund einer psychischen Erkrankung zu entziehen wäre. Ebenso ist aufgrund des 
mangelnden Vater-Kinder-Kontakts sowie unter Berücksichtigung des Wunsches 
der Kinder, keine bzw. lediglich eingeschränkte Besuchskontakte mit dem Vater zu 
pflegen, vorläufig ohnehin nur ein sehr eingeschränktes Besuchsrecht anzuordnen 
(vgl. E. 6.3.5), weshalb auch das geforderte Gutachten betreffend Regelung des 
persönlichen Verkehrs als nicht notwendig erscheint. Von einer Begutachtung ist 
daher im jetzigen Zeitpunkt abzusehen, zumal weitere Beweismittel – so nament-
lich die Berichte und Auskünfte der (früheren) Beiständin und der KJBE 

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(vgl. RG act. V/3 f., V/9 f., V/12, V/17 u. V/20) – vorhanden sind, auf welche sich 
das Gericht bei seinem Entscheid stützen kann.

3.2.3. Die Mutter beantragte weiter das Einholen eines Berichtes der Berufs-
beistandschaft betreffend die Vater-Kinder-Beziehung (act. A.3, III.B). In diesem 
Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass die Berichte bzw. Auskünfte der 
(früheren) Beiständin bezüglich Besuchsrechtsbeistandschaft bis zum Zeitpunkt 
des vorinstanzlichen Entscheids in den Akten liegen (vgl. RG act. V/4, V/10 
u. V/20). Neuere Berichte bestehen nicht, da die Beistandschaft im angefochtenen 
Entscheid aufgehoben wurde (act. B.1, Dispositiv-Ziff. 2 lit. c). Dem Editionsantrag 
der Mutter kann demnach nicht entsprochen werden.

3.2.4. Schliesslich stellte die Mutter Antrag darauf, richterlich befragt zu werden 
(act. A.3, III.D). Von einer solchen Befragung sind jedoch keine neuen Erkenntnis-
se zu erwarten, zumal sie ihre Sicht der Dinge bereits in den Rechtsschriften ein-
gehend dargelegt hat.

3.2.5. Zusammenfassend sind somit sämtliche Beweisanträge der Mutter, über 
welche bis anhin noch nicht entschieden wurde, abzuweisen, da von den bean-
tragten Beweisen kein Erkenntnisgewinn für das vorliegende Verfahren zu erwar-
ten ist respektive die betreffenden Beweismittel gar nicht existieren.

4. Zustellfiktion und Postulationsfähigkeit des Vaters

4.1. Wie bereits erwähnt hat der Rechtsvertreter des Vaters sein Mandat im 
Laufe des Berufungsverfahrens niedergelegt (act. A.4). Im Anschluss beteiligte 
sich der Vater nicht mehr am Verfahren und reagierte namentlich nicht mehr auf 
Schreiben des Kantonsgerichts. An ihn gerichtete eingeschriebene Postsendun-
gen holte er nicht ab. Da der Vater wusste, dass beim Kantonsgericht ein Beru-
fungsverfahren hängig ist und ausserdem in regelmässigen Abständen Schreiben 
und Verfügungen des Gerichts erfolgten, musste er mit der Zustellung von gericht-
lichen (eingeschriebenen) Postsendungen rechnen, so dass für diese die Zustell-
fiktion nach Art. 138 Abs. 3 lit. a ZPO zur Anwendung gelangt (vgl. Lukas Huber, 
in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessord-
nung [ZPO], Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2016, N 52 f. zu Art. 138 ZPO).

4.2. Fraglich ist, ob die fehlende Mitwirkung des Vaters am vorliegenden Ver-
fahren auf Desinteresse oder auf seinem Unvermögen beruht, den Prozess selbst 
zu führen. In letzterem Fall müsste gemäss Art. 69 Abs. 1 ZPO eine Prozessver-
tretung bestellt werden.

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4.2.1. Nach Art. 69 Abs. 1 ZPO kann das Gericht eine Partei, die offensichtlich 
nicht im Stande ist, den Prozess selbst zu führen, auffordern, eine Vertreterin oder 
einen Vertreter zu beauftragen. Leistet die Partei innert der angesetzten Frist kei-
ne Folge, so bestellt ihr das Gericht eine Vertretung. Dem Gericht ist im Rahmen 
der Prüfung des Vorliegens der Voraussetzungen ein grosser Ermessensspiel-
raum einzuräumen. Art. 69 ZPO ist indes restriktiv zu handhaben und eine Un-
fähigkeit zur Prozessführung nicht leichthin anzunehmen. Grundsätzlich wird die 
Postulationsfähigkeit vermutet. Das Gericht hat unter anderem die Komplexität 
des Falles, die sich stellenden rechtlichen und technischen Fragen sowie das Ver-
halten der Partei zu berücksichtigen. Als offensichtlich unfähig, einen Prozess 
selbst zu führen, ist eine Person dann zu beurteilen, wenn sie – aus physischen, 
intellektuellen oder anderen Gründen – nicht in der Lage ist, den konkreten Pro-
zess zu führen (Luca Tenchio, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kom-
mentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. Aufl., Basel 2017, N 3 u. 8 zu 
Art. 69 ZPO; Ernst Staehelin/Silvia Schweizer, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/
Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 
3. Aufl., Zürich 2016, N 2a u. 5 zu Art. 69 ZPO, je m.w.H.). Blosse Passivität sei-
tens einer Prozesspartei führt nicht automatisch zu einer Anwendung von 
Art. 69 ZPO. Wird eine Prozesspartei zunächst anwaltlich vertreten und wird das 
Vertretungsverhältnis während des Prozesses beendet, besteht auch keine Pflicht 
(und kein Recht) des Gerichts, dieser eine Frist anzusetzen, um eine neue Vertre-
tung zu bestimmen (Tenchio, a.a.O., N 15a zu Art. 69 ZPO).

4.2.2. Vorliegend ist zu beachten, dass der Vater während des Schriftenwech-
sels noch anwaltlich vertreten war. Es geht folglich nur noch um seine Vertretung 
im Rahmen der seit anfangs 2022 vorgenommenen Aktualisierung des Sachver-
halts (vgl. E. 3.1), wobei zu beachten ist, dass die (uneingeschränkte) Untersu-
chungsmaxime gilt (vgl. E. 2.3). An dieser Stelle ist darauf hinzuweisen, dass der 
Vater nicht nur im Berufungsverfahren, sondern bereits vor erster Instanz und im 
vorangehenden Eheschutzverfahren – trotz anwaltlicher Vertretung – ein unkoope-
ratives und passives Verhalten zeigte. So konnten im erstinstanzlichen Verfahren 
trotz mehrmaliger Aufforderung keine Angaben zu seinen finanziellen Verhältnis-
sen erhältlich gemacht werden (vgl. insb. RG act. I/4 u. I/6 ff.) und hatte er nicht an 
der Eheschutzverhandlung teilgenommen (RG act. III/1, I.7). Ausserdem blieb der 
Vater auch mehreren Gesprächen mit der Beiständin der Kinder unentschuldigt 
fern (RG act. I/33; RG act. V/10, Rz. 1; RG act. V/20, Rz. 1). Ein rein passives 
Verhalten genügt gemäss obigen Ausführungen aber nicht für die Annahme einer 
Postulationsunfähigkeit.

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Fraglich ist hingegen, ob der Vater allenfalls aus psychischen Gründen nicht in der 
Lage ist, sich am Verfahren zu beteiligen und seine Rechte wahrzunehmen. Es ist 
bekannt, dass er sich Ende August 2022 in einer psychiatrischen Klinik aufhielt 
(vgl. act. D.48 u. D.50). Weitere Aufenthalte in psychiatrischen Einrichtungen 
während des Berufungsverfahrens sind jedoch nicht bekannt. Der Vater hat aus-
serdem zwischenzeitlich gearbeitet (vgl. act. C.2, I.2 f. u. I.3.1). Von einer andau-
ernden psychischen Beeinträchtigung bzw. einer dauerhaften Einschränkung sei-
ner Verhandlungsfähigkeit ist daher nicht auszugehen. Unter diesen Umständen 
liegt kein eindeutiger Fall im Sinne einer offensichtlich fehlenden Postulations-
fähigkeit vor. In Übereinstimmung mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist 
deshalb darauf zu verzichten, dem Vater für das vorliegende Verfahren eine Pro-
zessvertretung zu bestellen.

5. Elterliche Sorge

5.1. Rechtliche Ausgangslage

5.1.1. Im Ehescheidungsverfahren regelt das Gericht die elterlichen Rechte und 
Pflichten, darunter namentlich die elterliche Sorge, nach den Bestimmungen über 
die Wirkungen des Kindesverhältnisses (Art. 133 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB). Die elterliche 
Sorge dient dem Wohl des Kindes (Art. 296 Abs. 1 ZGB). Es handelt sich um ein 
Pflichtrecht der Eltern, das die Gesamtheit der elterlichen Verantwortlichkeiten und 
Befugnisse gegenüber dem Kind umfasst, insbesondere in Bezug auf die Bestim-
mung des Aufenthaltsorts, die Erziehung, die gesetzliche Vertretung (Art. 301–
 306 ZGB) und die Vermögensverwaltung (Art. 318 ff. ZGB). Oberste Maxime des 
Kindesrechts in einem umfassenden Sinne ist das Kindeswohl, das auch für die 
Ausübung der elterlichen Sorge massgebende Leitlinie ist. Beim Entscheid über 
die Zuteilung der elterlichen Sorge hat das Wohl des Kindes Vorrang vor allen an-
deren Überlegungen, insbesondere vor den Wünschen der Eltern 
(BGE 143  III 361 E. 7.3.1; 136 III 353 E. 3.1; Ingeborg Schwenzer/Michelle Cot-
tier, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, ZGB I, Art. 1–456 ZGB, 
7. Aufl., Basel 2022, N 2 f. u. 8a zu Art. 296 ZGB). Die Zuteilung des Sorgerechts 
orientiert sich sodann weder an der "Schuldfrage" auf Elternebene noch darf sie 
sich von Sanktionsgedanken gegenüber einem nicht kooperationswilligen Eltern-
teil leiten lassen. Eine über die Ausgestaltung des Sorgerechts erfolgende Mass-
regelung des für den Elternkonflikt verantwortlich gemachten Elternteils würde 
unweigerlich auf dem Buckel des Kindes geschehen. Das Kindeswohl kann dem-
nach die einzige Maxime für die Sorgerechtszuteilung sein (BGE 142 III 197 
E. 3.7).

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5.1.2. Das Gericht überträgt einem Elternteil die alleinige elterliche Sorge, wenn 
dies zur Wahrung des Kindeswohls nötig ist (Art. 298 Abs. 1 ZGB). Die gemein-
same elterliche Sorge bildet den Grundsatz; dies basierend auf der Annahme, 
dass dem Wohl des (minderjährigen) Kindes am besten gedient ist, wenn die El-
tern das Sorgerecht gemeinsam ausüben. Davon soll nur abgewichen werden, 
wenn das Kindeswohl es gebietet bzw. wenn eine andere Lösung die Interessen 
des Kindes ausnahmsweise besser wahrt. Die Zuteilung der elterlichen Sorge an 
einen Elternteil allein muss deshalb eine eng begrenzte Ausnahme bleiben, ohne 
dass für die Alleinzuteilung der elterlichen Sorge aber gleich strenge Vorausset-
zungen gelten würden wie für den Entzug der elterlichen Sorge gemäss 
Art. 311 ZGB (BGE 143 III 361 E. 7.3.2; 142 III 1 E. 3.3; 141 III 472 E. 4; 
BGer 5A_377/2021 v. 21.2.2022 E. 3.1; 5A_886/2018 v. 9.4.2019 E. 4.3; 
5A_186/2016 v. 2.5.2016 E. 4; Andrea Büchler/Sandro Clausen, in: Fankhau-
ser [Hrsg.], FamKomm Scheidung, Band I: ZGB, 4. Aufl., Bern 2022, N 4 zu 
Art. 133 ZGB, je m.w.H.).

5.1.3. Eine solche Ausnahme ist namentlich dann zu bejahen, wenn die Eltern 
in einem schwerwiegenden Dauerkonflikt stehen oder in Kinderbelangen anhal-
tend kommunikationsunfähig sind bzw. gar keine Kommunikation stattfindet. Er-
forderlich ist in jedem Fall eine Erheblichkeit und Chronizität des Konflikts oder der 
gestörten Kommunikation. Punktuelle Auseinandersetzungen oder Meinungsver-
schiedenheiten, wie sie in allen Familien vorkommen und insbesondere mit einer 
Trennung oder Scheidung einhergehen können, dürfen nicht Anlass für eine Al-
leinzuteilung der elterlichen Sorge sein. Vorausgesetzt ist weiter, dass sich die 
Probleme zwischen den Eltern auf die Kinderbelange als Ganzes beziehen und 
das Kindeswohl konkret beeinträchtigen. Schliesslich ist eine Abweichung vom 
Grundsatz der gemeinsamen elterlichen Sorge nur dort am Platz, wo Aussicht 
darauf besteht, mit der Zuteilung der elterlichen Sorge an einen Elternteil allein 
eine Entlastung der Situation herbeizuführen. Damit ist zwangsläufig eine Progno-
se darüber verbunden, wie sich das Verhältnis zwischen den Eltern entwickeln 
wird. Dieser Wahrscheinlichkeitsaussage über die künftige Entwicklung müssen 
konkrete Anhaltspunkte zugrunde liegen, die aktenmässig erstellt sind. Mit ande-
ren Worten muss aufgrund einer tatsachenbasierten Sachverhaltsprognose ge-
prüft werden, ob das gemeinsame Sorgerecht eine erhebliche Beeinträchtigung 
des Kindeswohls befürchten lässt, welche bei Anordnung der alleinigen elterlichen 
Sorge mutmasslich nicht bestehen würde. Damit trägt die Rechtsprechung dem 
Willen des Gesetzgebers Rechnung, wonach die Alleinsorge nicht schon dort aus-
gesprochen werden darf, wo sie dem Kindeswohl am besten gerecht würde. Die 
gemeinsame Elternverantwortung soll die unteilbare Aufgabe der Eltern bleiben 

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und grundsätzlich auch von zerstrittenen Eltern praktiziert werden müssen. Aller-
dings lässt sich das gemeinsame Sorgerecht nur zum Wohle des Kindes ausüben, 
wenn die Eltern in Bezug auf die grundsätzlichen Kinderbelange ein Mindestmass 
an Übereinstimmung aufweisen und wenigstens im Ansatz einvernehmlich han-
deln können. Ist dies nicht der Fall, führt ein gemeinsames Sorgerecht fast 
zwangsläufig zu einer Belastung des Kindes, welche anwächst, sobald dieses das 
fehlende Einvernehmen der Eltern selbst wahrnehmen kann. Im Übrigen drohen 
auch Gefahren wie die Verschleppung wichtiger Entscheidungen, beispielsweise 
im Zusammenhang mit notwendiger medizinischer Behandlung (BGE 142 III 197 
E. 3.5 u. 3.7; 142 III 1 E. 3.3; 141 III 472 E. 4.6; BGer 5A_490/2021 v. 22.4.2022 
E. 4.2; 5A_377/2021 v. 21.2.2022 E. 3.1; Schwenzer/Cottier, a.a.O., N 14 zu 
Art. 298 ZGB, je m.w.H.).

5.1.4. Die elterliche Sorge hat wie einleitend erwähnt das Recht und die Pflicht 
zum Gegenstand, über die wesentlichen Belange des Kindes zu entscheiden. Dies 
erfordert vorab, dass die Sorgerechtsinhaber Zugang zu aktuellen Informationen 
über das Kind haben. Für eine sinnvolle Ausübung des Sorgerechts wird aber in 
der Regel auch der persönliche Kontakt zum Kind unabdingbar sein; es ist nur 
schwer vorstellbar, dass ein Sorgerechtsinhaber pflichtgemäss Entscheidungen 
zum Wohl des Kindes treffen kann, wenn über lange Zeit kein irgendwie gearteter 
Austausch zwischen ihm und dem Kind stattfindet. Die gemeinsame elterliche 
Sorge setzt dementsprechend nicht nur ein Mindestmass an Übereinstimmung 
zwischen den Elternteilen in Bezug auf die Kinderbelange voraus, sondern auch 
einen informationellen sowie einen gewissen physischen Zugang des nicht ob-
hutsberechtigten Elternteils zum Kind (BGE 142 III 197 E. 3.5; BGer 5A_377/2021 
v. 21.2.2022 E. 3.1). In diesem Sinn erachtete das Bundesgericht die Vorausset-
zungen für eine gemeinsame elterliche Sorge beim Fehlen eines solchen Zugangs 
verschiedentlich als nicht erfüllt (BGE 142 III 197 E. 3.6; BGer 5A_214/2017 
v. 14.12.2017 E. 4.3; 5A_22/2016 v. 2.9.2016 E. 4.3; 5A_926/2014 v. 28.8.2015 
E. 3.4).

5.2. Parteistandpunkte und vorinstanzlicher Entscheid

5.2.1. Im erstinstanzlichen Verfahren hatte die Mutter zunächst die alleinige 
elterliche Sorge beantragt (RG act. II/1, I.2 u. II.4), während der Vater die gemein-
same elterliche Sorge anstrebte (RG act. II/11, I.2). Anlässlich der Einigungsver-
handlung vom 16. November 2016 zeigte sich der Vater sodann noch mit der al-
leinigen elterlichen Sorge der Mutter einverstanden (RG act. I/5, S. 2). In der von 
den Parteien abgeschlossenen Teil-Ehescheidungskonvention (RG act. II/35, II) 

22 / 66

einigten sich die Eltern dann jedoch darauf, dass die Kinder unter ihrer gemein-
samen elterlichen Sorge verbleiben.

5.2.2. Die Vorinstanz genehmigte die genannte Vereinbarung und hielt in die-
sem Zusammenhang fest, das Belassen der Kinder unter der gemeinsamen elter-
lichen Sorge entspreche dem vom Gesetzgeber vorgesehenen Regelfall. Nur, 
wenn es zur Wahrung des Kindeswohls nötig sei, übertrage das Gericht einem 
Elternteil die alleinige elterliche Sorge. Die von den Parteien getroffene Regelung 
sei nicht zu beanstanden, zumal die Eltern die Bedürfnisse ihrer Kinder am besten 
kennen würden und die gemeinsame Sorge letztlich auch dem gelebten familiären 
Alltag entspreche (act. B.1, E. 2.3.1). 

5.2.3. In ihrer Berufung macht die Mutter geltend, das Einverständnis zur ge-
meinsamen elterlichen Sorge habe auf ihrer Zuversicht beruht, dass sich der Vater 
nach Verbüssung seiner Freiheitsstrafe gebessert habe. Diese Hoffnungen hätten 
sich zerschlagen, zumal der Vater in der Folge nicht mehr zur Arbeit erschienen 
sei, seine Stelle aufgegeben habe, den Mietzins nicht bezahlt und die Wohnung 
nicht ordnungsgemäss abgegeben habe sowie die Unterschrift der Mutter ge-
fälscht habe, um zu mehr Geld zu kommen. Ausserdem sei ihr nicht bekannt, wo 
der Vater sich aufhalte. Eine gemeinsame elterliche Sorge mache unter diesen 
Umständen wenig Sinn bzw. liege nicht im wohlverstandenen Interesse der Kin-
der. Die gemeinsame elterliche Sorge bedinge insbesondere das gemeinsame 
Treffen gewisser, die Kinder betreffender Entscheide, was voraussetze, dass bei-
de Elternteile erziehungsfähig seien. Beim Vater sei dies klar nicht der Fall, was im 
Bestreitungsfall durch ein entsprechendes Gutachten zu belegen sei (act. A.1, 
III.B.1 f.).

5.2.4. Der Vater hält hingegen fest, für die Alleinzuteilung der elterlichen Sorge, 
welche die eng begrenzte Ausnahme bleiben müsse, sei eine Erheblichkeit und 
Chronizität des elterlichen Konflikts oder der gestörten Kommunikation zwischen 
den Eltern vorausgesetzt. Nur, weil der Vater vorübergehend nicht erreichbar ge-
wesen sein solle, was bestritten werde, rechtfertige dies keine Alleinzuweisung 
des Sorgerechts an die Mutter. Der Vater habe einen festen Wohnsitz in N._____ 
und eine Vollanstellung. Er führe somit ein geordnetes Leben. In den Frühlingsfe-
rien sei er mit den Kindern in R._____ gewesen und habe die Mutter durch den 
fast täglichen Austausch von Bildern stets über das Wohlbefinden der Kinder in-
formiert; in dieser Zeit sei er auch immer telefonisch erreichbar gewesen. Die Mut-
ter sowie die Kinder hätten seine (neue) Mobiltelefonnummer. Nach den Ferien 
habe die Mutter den Kindern den (telefonischen) Kontakt zum Vater verweigert, 
was zum Abbruch der Besuche geführt habe. Massgebend seien indessen auch 

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die Verhältnisse zum Zeitpunkt des vorinstanzlichen Verfahrens. Es bestünden 
keine Gründe, welche eine Alleinzuteilung der elterlichen Sorge an die Mutter 
rechtfertigten (act. A.2, III.5).

5.2.5. In ihrer Replik wies die Mutter auf verschiedene Aufenthalte bzw. statio-
näre Behandlungen des Vaters in psychiatrischen Kliniken hin und machte erneut 
(implizit) geltend, dass er nicht erziehungsfähig sei. Vor diesem Hintergrund sei es 
dringend angezeigt, ein entsprechendes Gutachten einzuholen. Bei festgestellter 
mangelnder Erziehungsfähigkeit seitens des Vaters sei die gemeinsame elterliche 
Sorge nicht anzuordnen. Die Voraussetzung für die Zuteilung der alleinigen elterli-
chen Sorge, wonach diese zur Wahrung des Kindeswohls nötig sein müsse, sei 
vorliegend erfüllt. Der Vater habe sie und ihre Mutter bedroht, womit sich die 
Kommunikation seitens des Vaters auf einem Niveau abspiele, welches für das 
Kindeswohl sicher nicht von Vorteil sei. Was die Ferien in R._____ anbelange, so 
sei der Aufenthaltsort der Kinder während der Ferien mehrmals gewechselt wor-
den und hätten die Kinder keinen Kontakt zur Mutter haben dürfen, weshalb diese 
nicht gewusst habe, wo die Kinder sich aufhielten. Auch wenn der Vater einen fes-
ten Wohnsitz und eine Vollzeitanstellung habe, sei dies alleine noch lange kein 
Grund, um die gemeinsame elterliche Sorge zu rechtfertigen (act. A.3, II.B.3 ff. 
u. II.B.9 ad 5.1 f.).

5.3. Zuteilung der alleinigen elterlichen Sorge an die Mutter

5.3.1. Die Vorinstanz hat den in der Teil-Ehescheidungskonvention vom Som-
mer 2018 gestellten gemeinsamen Antrag der Eltern auf Beibehaltung der geteil-
ten elterlichen Sorge genehmigt und damit dem Grundsatz Rechnung getragen, 
dass sich das Scheidungsgericht nicht ohne ernsthaften Grund über eine Rege-
lung hinwegsetzen soll, welche die Zustimmung beider Eltern geniesst, da von den 
Parteien getragene Lösungen regelmässig besser reüssieren als autoritative An-
ordnungen (vgl. BGE 143 III 361 E. 7.3.1).

5.3.2. Aus den Akten geht hervor, dass sich in der Zeit vor dem erstinstanzli-
chen Entscheid eine gewisse Normalisierung der Kontakte zwischen dem Vater 
und den Kindern ergeben und sich die Situation des Vaters etwas stabilisiert hatte. 
Nachdem in den Jahren 2015 bis 2017 nur vereinzelte Kontakte im Rahmen der 
Begleiteten Besuchstage Graubünden (BBT) stattgefunden hatten – wobei 
D._____ an den Treffen nur anfänglich teilnahm (RG act. I/5, S. 2; RG act. V/3 f., 
V/9 f. u. V/12; act. H.1, S. 2) – und die Kinder während des Aufenthalts des Vaters 
im Strafvollzug von September 2017 bis April 2018 lediglich telefonisch mit dem 
Vater in Kontakt waren (RG act. V/20, S. 2 f.), fanden danach wieder (unbegleite-

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te) persönliche Kontakte zwischen dem Vater und allen drei Kindern statt 
(vgl. RG act. I/46; act. H.1, S. 2 u. 9), wobei die Eltern offenbar auch in der Lage 
waren, die Treffen selbst bzw. ohne Mithilfe der Beiständin zu organisieren 
(vgl. RG act. V.20, S. 2 f.). Der Vater hatte zu diesem Zeitpunkt, in welchem auch 
der vorinstanzliche Entscheid erging, Arbeit und eine Wohnung in Q._____ 
(RG act. IV/28 u. IV/30). Im Frühjahr 2019 verbrachten die Kinder mit dem Vater 
zusammen Ferien in R._____ (act. A.2, III.5.2; act. A.3, II.B.3 u. II.B.5; act. H.1, S. 
2, 6 u. 9). Ab April 2019 kam es – mit Ausnahme von zwei Treffen im Herbst 2021 
zwischen dem Vater und D._____ in S._____ respektive in I._____ – zu keinen 
persönlichen Kontakten mehr zwischen dem Vater und den Kindern. Es fand ledig-
lich noch vereinzelt ein telefonischer Austausch statt, dies namentlich an den Ge-
burtstagen der Kinder. Auch zwischen den Eltern selbst besteht seit längerem kein 
Kontakt mehr (act. A.7, Rz. 1; act. D.22; act. H.1, S. 2 ff.).

5.3.3. Während im Zeitpunkt des vorinstanzlichen Entscheids angesichts der 
damals bestehenden Situation davon auszugehen war, dass dem Kindeswohl 
durch die – von den Eltern gemeinsam beantragte und gesetzlich vorgesehene – 
Beibehaltung der gemeinsamen elterlichen Sorge am besten entsprochen werden 
kann, ist fraglich, ob dies unter den soeben beschriebenen, aktuellen Umständen 
nach wie vor der Fall ist. Wie oben dargelegt, fanden mittlerweile seit rund vier 
Jahren praktisch keine Kontakte zwischen dem Vater und den Kindern mehr statt, 
wobei ernsthafte und regelmässige Bemühungen des Vaters, mit seinen Kindern 
in Kontakt zu treten, nicht erkennbar sind (vgl. act. H.1, S. 3, 6 u. 9). Ebensowenig 
hatte der Vater Zugang zu Informationen über die Kinder, was einerseits daran 
liegt, dass auch zwischen den Eltern kein Kontakt besteht und somit kein Aus-
tausch über die Kinder stattfinden kann (vgl. act. H.1, S. 3 f., 7 u. 9); andererseits 
war die Besuchsrechtsbeistandschaft, die einen gewissen Informationsaustausch 
ermöglicht hätte, im angefochtenen Entscheid aufgehoben worden (act. B.1, Dis-
positiv-Ziff. 2 lit. c). Es ist nicht ersichtlich, wie es dem Vater unter diesen Umstän-
den möglich sein sollte, die aktuellen Bedürfnisse seiner Kinder zu kennen, was 
jedoch eine wesentliche Voraussetzung dafür wäre, gemeinsam mit der Mutter 
grundlegende Entscheidungen für diese treffen zu können. Bereits dies spricht für 
ein Absehen von einer geteilten elterlichen Sorge, zumal keine Hinweise darauf 
bestehen, dass sich diese Situation in Zukunft ändern würde.

Die Ursachen für den fehlenden Kontakt zwischen dem Vater und den Kindern 
brauchen nicht abschliessend geklärt zu werden, da für die Regelung der elterli-
chen Sorge nach dem Gesagten einzig das Kindeswohl massgebend ist. Der 
Vollständigkeit halber ist aber darauf hinzuweisen, dass der in der Berufungsant-

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wort vertretenen Ansicht des Vaters, es sei deshalb zum Abbruch der Besuche 
gekommen, weil die Mutter den Kindern den Kontakt zum Vater verweigert habe 
(act. A.2, III.5.2), nicht (vorbehaltlos) gefolgt werden kann. Nach der Entlassung 
des Vaters aus dem Strafvollzug im Frühjahr 2018 wurden Besuche der Kinder 
beim Vater durch die Mutter jedenfalls unterstützt (vgl. RG act. V/20, S. 2 ff.; 
vgl. ferner RG act. II/35, III). Solche fanden bis im Frühjahr 2019 offenbar auch 
statt. Eine Zäsur ergab sich nach dem gemeinsamen Ferienaufenthalt von Vater 
und Kindern im Frühling 2019, welcher nach den Angaben der Kinder grundsätz-
lich gut verlief, mit Ausnahme des Umstands, dass die Kinder die Mutter nicht an-
rufen durften (act. H.1, S. 2, 6 u. 9; vgl. act. A.3, II.B.5). Es ist nicht klar, inwieweit 
die Mutter sich danach bemühte, den Kontakt zwischen dem Vater und den Kin-
dern aufrecht zu erhalten, doch gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass sie Kon-
takte grundsätzlich hätte verhindern wollen oder gar aktiv verhindert hätte. Viel-
mehr hat sie sich nach Einschätzung der Beiständin immer für regelmässige Kon-
takte der Kinder zum Vater eingesetzt (RG act. V/17, Rz. 5; RG act. V/20, Rz. 5). 
Auch die Kinder schätzten es anlässlich ihrer Befragung so ein, dass die Mutter 
Kontakte zum Vater unterstützen würde, sofern sie solche wünschten (act. H.1, 
S. 3, 6 u. 9).

5.3.4. Zu beachten ist weiter, dass die mit der elterlichen Sorge verbundenen 
Rechte und Pflichten zum Wohle des Kindes auszuüben sind. Die Eltern haben 
mithin im Rahmen ihrer Möglichkeiten alles zu unternehmen, was zur gedeihlichen 
Entwicklung des Kindes erforderlich ist. Daraus folgt im vorliegenden Kontext un-
ter anderem, dass beide Elternteile ein kooperatives Verhalten an den Tag zu le-
gen und die zumutbaren Anstrengungen bei der gegenseitigen Kommunikation zu 
unternehmen haben, ohne die ein gemeinsames Sorgerecht nicht in effektiver 
Weise und zum Vorteil der Kinder ausgeübt werden kann (vgl. BGE 142 III 1 
E. 3.4; BGer 5A_609/2016 v. 13.2.2017 E. 4.3).

Vorliegend zeigt der Vater ein ausgesprochen unkooperatives Verhalten. Er gab 
gegenüber der Mutter – und im Übrigen auch gegenüber dem Gericht – grundsätz-
lich weder über seine Anstellungen noch über seinen jeweiligen Wohnsitz freiwillig 
Auskunft, sondern teilte diese Informationen, wenn überhaupt, meist erst auf ent-
sprechende Nachfrage mit. So war der Mutter gemäss ihren Angaben in der Beru-
fung vom 10. Mai 2019 nicht bekannt, wo der Vater sich zu diesem Zeitpunkt auf-
hielt und ob (und gegebenenfalls wo) er arbeitete (act. A.1, II.5. f.). In der Beru-
fungsantwort vom 13. Juni 2019 gab der Vater dann zwar bekannt, einen festen 
Wohnsitz in N._____ und seit Juni 2019 eine Anstellung in T._____ zu haben (act. 
A.2, III.5.1) und reichte er dem Gericht die entsprechenden Belege ein (act. C.2 f.). 

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Die damals von seinem Rechtsvertreter geltend gemachte Stabilität in den Le-
bensverhältnissen des Vaters bestand indes offenbar nur kurze Zeit. So war die-
ser im Jahr 2020 für eine gewisse Zeit in U._____ wohnhaft, wo er sich jedoch per 
2. Juni 2020 ohne Angabe einer Nachfolgeadresse abmeldete (act. D.18). Im Sep-
tember 2021 konnte eine Adresse des Vaters in V._____, Kanton W._____, ermit-
telt werden (act. D.23), wo er im Januar 2022 noch gemeldet war (act. D.27). Die 
nächste bekannte Zustelladresse des Vaters war das Psychiatriezentrum X._____, 
in welchem dieser sich Ende August 2022 zur Behandlung befand (act. D.48 
u. D.50), aus welchem er jedoch spätestens per Ende September – einmal mehr 
ohne entsprechende Mitteilung an die Mutter oder das Gericht – wieder austrat 
(vgl. act. D.54). Informationen über die Anstellungen des Vaters waren für die Mut-
ter nur dann erhältlich, wenn sie öffentlich zugänglich waren, beispielsweise auf 
der Homepage der jeweiligen Arbeitgeber (vgl. act. A.5 f. m.V.a. act. B.9 f.).

An dieser Stelle ist darauf hinzuweisen, dass weder die häufigen Wechsel des 
Wohnsitzes und der Arbeitsstelle noch die grosse Entfernung zwischen dem aktu-
ellen Wohnort des Vaters und jenem der Kinder (vgl. nachfolgend E. 6.3.3) für sich 
alleine gegen eine gemeinsame elterliche Sorge sprechen. Einerseits kann aus 
Wohnsitz- und Stellenwechseln nicht auf eine fehlende Fähigkeit, die elterliche 
Verantwortung wahrzunehmen, geschlossen werden. Andererseits setzt die Ausü-
bung der elterlichen Sorge nicht zwingend voraus, dass die Eltern sich persönlich 
treffen, da über Kinderbelange auch auf schriftlichem Weg, per E-Mail oder mithil-
fe von anderen Medien kommuniziert werden kann (BGer 5A_490/2021 
v. 22.4.2022 E. 4.3.1; vgl. BGE 142 III 502 E. 2.4.1). Allerdings muss die für die 
gemeinsame Ausübung der elterlichen Sorge notwendige Abstimmung zwischen 
den Elternteilen möglich sein. Werden Wohnorts- oder Stellenwechsel – Angaben, 
die im Übrigen auch im Hinblick auf den Kindesunterhalt oder die Ausübung des 
Besuchsrechts wichtig sind – nun dem anderen Elternteil nicht mitgeteilt, offenbart 
dies einen klaren Mangel an Kooperationsbereitschaft. Auch anderweitige 
Bemühungen des Vaters, mit der Mutter zwecks Regelung der Kinderbelange in 
Kontakt zu treten bzw. seinen Pflichten in Zusammenhang mit der Ausübung der 
elterlichen Sorge nachzukommen, sind nicht ersichtlich. Solche werden seitens 
des Vater denn auch nicht geltend gemacht. Inwieweit die Mutter sich bemüht hat, 
mit dem Vater zwecks Regelung der Kinderbelange in Kontakt zu treten, ist nicht 
klar, doch dürfte die Erreichbarkeit des Vaters jedenfalls stark eingeschränkt ge-
wesen sein und liegt es auch nicht an der Mutter, eine mangelnde Kooperation 
seitens des Vaters auszugleichen. Unabhängig davon steht fest, dass ein einver-
nehmliches Handeln der Eltern in Bezug auf die grundsätzlichen Kinderbelange 
mangels (ausreichender) Kommunikation zwischen den Eltern nicht möglich 

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scheint, was auch die Gefahr birgt, dass wichtige Entscheidungen verschleppt 
werden. Dieser Aspekt spricht daher ebenfalls gegen eine gemeinsame elterliche 
Sorge.

5.3.5. Unter den dargelegten Umständen sind die Eltern nicht in der Lage, die 
elterliche Sorge zum Wohl der Kinder gemeinsam auszuüben. Es entspricht daher 
dem Kindeswohl, der Mutter, welche mit den Kindern zusammenlebt und ihre Be-
dürfnisse, Fähigkeiten und Wünsche kennt, die alleinige elterliche Sorge zuzutei-
len, zumal sowohl vom fehlenden informationellen und physischen Zugang des 
Vaters zu den Kindern wie auch vom Mangel an Kooperation und Kommunikation 
zwischen den Eltern bzw. seitens des Vaters sämtliche Kinderbelange betroffen 
sind. Die Zuweisung der elterlichen Sorge an die Mutter vermeidet nicht nur die 
Gefahr, dass Entscheide betreffend die Kinder nicht auf deren aktuelle Befindlich-
keiten Rücksicht nehmen, sondern auch die Problematik, dass wichtige Entschei-
dungen verschleppt werden oder unterbleiben. Vielmehr kann die Mutter sämtliche 
notwendigen Entscheidungen rasch fassen und umsetzen und damit auch ge-
genüber Dritten (Schule, Ärzte etc.) zeitgerecht klare bzw. eindeutige Situationen 
schaffen, was den Kindern zugutekommt.

5.3.6. Offen gelassen werden kann, was den Vater in den letzten Jahren daran 
gehindert hat, seine elterliche Verantwortung wahrzunehmen, das heisst ob sein 
passives bzw. unkooperatives Verhalten auf blossem Desinteresse beruht oder 
mit einer psychischen Erkrankung in Zusammenhang steht. Wie oben dargelegt, 
orientiert sich die Zuteilung des Sorgerechts einzig am Kindeswohl, nicht aber an 
der Schuldfrage auf Elternebene oder an Sanktionsgedanken gegenüber dem 
nicht kooperationswilligen Elternteil, weshalb der Frage, ob der Vater für sein Ver-
halten (voll) verantwortlich ist oder nicht, im vorliegenden Kontext keine Bedeu-
tung zukommt. Die Tatsache, dass der Vater vom Sorgerecht ausgeschlossen 
wird, hindert ihn in Übrigen nicht daran, Kontakt zu seinen Söhnen aufzunehmen 
und zu versuchen, wieder eine tragfähige Beziehung zu ihnen aufzubauen. 
Schliesslich steht dem nicht sorgeberechtigten Elternteil ein weitgehendes Recht 
auf Auskunft und Anhörung zu (Art. 275a ZGB). 

5.3.7. Ebenfalls nicht abgeklärt zu werden braucht die Erziehungsfähigkeit des 
Vaters, welche durch die Mutter insbesondere aufgrund des Verhaltens des Vaters 
(auch) nach Verbüssung der Freiheitsstrafe sowie der (früheren) psychischen 
Probleme des Vaters in Frage gestellt wird (vgl. E. 3.2.2). Die Mutter beruft sich 
mit ihren Vorbringen sinngemäss auf den Tatbestand von Art. 311 Abs. 1 
Ziff. 1 ZGB, wonach einem Elternteil die elterliche Sorge entzogen werden kann, 
wenn er aus bestimmten Gründen ausserstande ist, diese pflichtgemäss auszuü-

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ben. Da vorliegend bereits der fehlende informationelle und physische Zugang des 
Vaters zu den Kindern sowie der Mangel an Kooperation und Kommunikation sei-
tens des Vaters gegen eine gemeinsame elterliche Sorge sprechen, erübrigt es 
sich, auf das Kriterium der Erziehungsfähigkeit des Vaters näher einzugehen.

5.3.8. Im Ergebnis ist der Antrag der Mutter auf Alleinzuteilung der elterlichen 
Sorge an sie gutzuheissen.

6. Besuchsrecht

6.1. Rechtliche Ausgangslage

6.1.1. Gemäss Art. 273 Abs. 1 ZGB haben Eltern, denen die elterliche Sorge 
oder Obhut nicht zusteht, und das minderjährige Kind gegenseitig Anspruch auf 
angemessenen persönlichen Verkehr. Dabei handelt es sich um ein gegenseitiges 
Pflichtrecht, das in erster Linie dem Interesse des Kindes dient. Oberste Richt-
schnur für die Ausgestaltung des persönlichen Verkehrs ist das Kindeswohl. Das 
Gericht hat sich deshalb in erster Linie an den Bedürfnissen des Kindes zu orien-
tieren; die Interessen der Eltern haben hinter dem vorrangig massgebenden Kin-
deswohl zurückzutreten. In diesem Sinn hat auch der persönliche Verkehr zum 
Zweck, die positive Entwicklung des Kindes zu gewährleisten und zu fördern. In 
der Entwicklung des Kindes sind seine Beziehungen zu beiden Elternteilen wich-
tig, da sie bei der Identitätsfindung eine entscheidende Rolle spielen können. Ge-
rade bei Knaben kann die Orientierungsmöglichkeit an einer väterlichen Identifika-
tionsfigur für die Entwicklung von grosser Bedeutung sein. Das Recht auf persön-
lichen Verkehr steht den Eltern und dem Kind um ihrer Persönlichkeit willen zu 
(BGer 5A_377/2021 v. 21.2.2022 E. 5.1 m.w.H., u.a. auf BGE 131 III 209 E. 4 f.; 
Schwenzer/Cottier, a.a.O., N 3 ff. zu Art. 273 ZGB).

6.1.2. Was unter angemessenem persönlichem Verkehr im Sinne von Art. 273 
Abs. 1 ZGB zu verstehen ist, lässt sich grundsätzlich nur anhand der Umstände 
des Einzelfalls unter Berücksichtigung des Zwecks des Besuchsrechts bestimmen. 
Zu berücksichtigen sind dabei namentlich das Alter des Kindes, die Persönlichkeit 
und die Bedürfnisse des Kindes und des Besuchsberechtigten, die Beziehung des 
Kindes zum Besuchsberechtigten sowie die Beziehung der Eltern untereinander, 
die zeitliche Beanspruchung bzw. Verfügbarkeit aller Beteiligten, deren Gesund-
heitszustand, die Entfernung bzw. Erreichbarkeit der Wohnorte sowie die Wohn-
verhältnisse. Von besonderer Bedeutung für die Regelung des Besuchsrechts ist 
der Wille des Kindes, dem mit fortschreitendem Alter zunehmend Rechnung zu 
tragen ist. Der Kindeswille ist nicht nur bei der Ausgestaltung des Besuchsrechts 

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im Einzelnen zu berücksichtigen, sondern auch bei der Frage, ob überhaupt Be-
suche stattfinden sollen. Es steht zwar nicht im freien Belieben des Kindes, ob es 
persönliche Kontakte zum nicht obhutsberechtigten Elternteil pflegt oder nicht; mit 
zunehmendem Alter ist aber sein Wille stärker zu gewichten. Wenn ein urteilsfähi-
ges Kind den Umgang mit einem Elternteil aufgrund eigener Erfahrungen und mit 
nachvollziehbarer Begründung ablehnt, ist ein gegen den Widerstand erzwunge-
ner Besuchskontakt mit dem Zweck des Umgangsrechts in der Regel unvereinbar, 
weshalb der Kindeswille, sofern er autonom gebildet wurde, letztlich respektiert 
werden soll (BGer 5A_23/2020 v. 3.6.2020 E. 4; 5A_647/2020 v. 16.2.2021 E. 2.5; 
5A_528/2015 v. 21.1.2016 E. 5.1; Schwenzer/Cottier, a.a.O., N 10 f. zu 
Art. 273 ZGB, je m.w.H.). Bei der Berücksichtigung des Kindeswillens ist das Alter 
des Kindes bzw. dessen Fähigkeit zu autonomer Willensbildung zu beachten, wo-
bei ungefähr ab dem zwölften Altersjahr vom Vorliegen dieser Fähigkeit auszuge-
hen ist (BGer 5A_111/2019 v. 9.7.2019 E. 2.3 m.w.H.).

6.1.3. Gestützt auf Art. 274 Abs. 2 ZGB kann das Recht auf persönlichen Ver-
kehr verweigert oder entzogen werden, wenn das Wohl des Kindes durch den 
persönlichen Verkehr gefährdet ist, die Eltern diesen pflichtwidrig ausüben, sie 
sich nicht ernsthaft um das Kind gekümmert haben oder wenn andere wichtige 
Gründe vorliegen. Das Wohl des Kindes ist gefährdet, wenn dessen ungestörte 
körperliche, seelische oder sittliche Entfaltung durch ein auch nur begrenztes Zu-
sammensein mit dem nicht obhutsberechtigten Elternteil bedroht ist. Nach bun-
desgerichtlicher Rechtsprechung ist bei der Beschränkung des persönlichen Ver-
kehrs zwischen dem Kind und dem nicht sorge- oder obhutsberechtigten Elternteil 
das Gebot der Verhältnismässigkeit zu beachten. So darf eine dauerhafte Ein-
schränkung in der Regel nicht allein wegen elterlichen Konflikten erfolgen, jeden-
falls soweit das Verhältnis zwischen dem besuchsberechtigten Elternteil und dem 
Kind gut ist. Der gänzliche Ausschluss des persönlichen Verkehrs kommt nur als 
ultima ratio in Frage. Er ist einzig dann statthaft, wenn sich die nachteiligen Aus-
wirkungen nicht anderweitig in für das Kind vertretbaren Grenzen halten lassen. 
Können die negativen Auswirkungen durch eine besondere Ausgestaltung des 
Besuchsrechts begrenzt werden, so verbieten das Persönlichkeitsrecht des nicht 
obhutsberechtigten Elternteils, der Grundsatz der Verhältnismässigkeit, aber auch 
der Sinn und Zweck des persönlichen Verkehrs dessen gänzliche Unterbindung. 
Eine Möglichkeit, das Besuchsrecht besonders auszugestalten, besteht in der An-
ordnung, die Besuche in Anwesenheit einer Drittperson durchzuführen. Das be-
gleitete Besuchsrecht bezweckt, der Gefährdung des Kindes wirksam zu begeg-
nen, Krisensituationen zu entschärfen und Ängste abzubauen sowie Hilfestellung 
für eine Verbesserung der Beziehungen zum Kind zu bieten und zwischen den 

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Eltern zu vermitteln. Grundsätzlich stellt das begleitete Besuchsrecht eine Überg-
angslösung dar und ist daher nur für eine begrenzte Dauer anzuordnen; es schei-
det aus, wenn von vornherein klar ist, dass die Besuche nicht innert absehbarer 
Zeit ohne Begleitung ausgeübt werden können (BGer 5A_874/2021 v. 13.5.2022 
E. 4.1.1; 5A_848/2021 v. 5.5.2022 E. 3.1; 5A_654/2019 v. 14.5.2020 E. 3.1; 
5A_528/2015 v. 21.1.2016 E. 5.1; Schwenzer/Cottier, a.a.O., N 16 zu Art. 274 
ZGB).

6.1.4. Gemäss Art. 307 Abs. 1 ZGB trifft die Kindesschutzbehörde geeignete 
Massnahmen, wenn das Wohl eines Kindes gefährdet ist und die Eltern nicht von 
sich aus für Abhilfe sorgen oder dazu ausserstande sind. Im Rahmen eines 
Scheidungsverfahrens fällt die Anordnung von Kindesschutzmassnahmen aus-
nahmsweise in die Zuständigkeit des Gerichts, wobei der Vollzug der angeordne-
ten Massnahmen in derartigen Fällen der Kindesschutzbehörde obliegt (Art. 315a 
Abs. 1 ZGB). Als Vollzugsbehörde ist die Kindesschutzbehörde grundsätzlich an 
das Gerichtsurteil gebunden. Allerdings ist sie auch in Fällen gemäss Art. 315a 
Abs. 1 ZGB keine reine Vollstreckungsinstanz; sie ist vielmehr grundsätzlich be-
fugt, den Vollzug ergänzender Kindesschutzmassnahmen anzuordnen oder den 
Vollzug nötigenfalls (ganz oder teilweise) vorübergehend auszusetzen, soweit das 
Kindeswohl ansonsten ernstlich gefährdet würde (vgl. PKG 2014 Nr. 3 E. 5a; Peter 
Breitschmid, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, ZGB I,
Art. 1-456 ZGB, 7. Aufl., Basel 2022, N 3 ff. zu Art. 315-315b ZGB).

Kindesschutzmassnahmen reichen von der Erteilung von Weisungen über die Er-
richtung einer Beistandschaft bis hin zur Aufhebung der elterlichen Obhut und dem 
Entzug der elterlichen Sorge (vgl. Art. 307 ff. ZGB). Erfordern es die Verhältnisse, 
ernennt die Kindesschutzbehörde dem Kind gestützt auf Art. 308 Abs. 1 ZGB ei-
nen Beistand, der die Eltern in ihrer Sorge um das Kind mit Rat und Tat unter-
stützt. Sie kann dem Beistand besondere Befugnisse übertragen, namentlich die 
Vertretung des Kindes bei der Feststellung der Vaterschaft, bei der Wahrung sei-
nes Unterhaltsanspruches und anderer Rechte sowie die Überwachung des per-
sönlichen Verkehrs (Art. 308 Abs. 2 ZGB). Die Beistandschaft zielt – im Gegen-
satz namentlich zur Erziehungsaufsicht im Sinne von Art. 307 Abs. 3 ZGB – nicht 
auf blosse Empfehlung und Begleitung, sondern auf aktives, autoritatives und kon-
tinuierliches Einwirken auf die Erziehungsarbeit der Eltern und das Verhalten des 
Kindes. Eine Beistandschaft zur Überwachung des persönlichen Verkehrs, eine 
sogenannte Besuchsrechtsbeistandschaft, ist anzuordnen, wo erhebliche, das 
Kindeswohl gefährdende Auseinandersetzungen im Umfeld des Besuchsrechts zu 
befürchten sind. Der Beistand hat im Rahmen der gerichtlich oder behördlich ver-

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bindlich festgelegten Besuchsordnung die für einen reibungslosen Verlauf der ein-
zelnen Besuche nötigen Modalitäten so festzusetzen, dass Spannungen abge-
baut, negative Beeinflussungen vermieden und die Beteiligten bei Problemen be-
raten werden (Breitschmid, a.a.O., N 1 ff. u. 14 zu Art. 308 ZGB; KGer GR 
ZK1 17 97 E. 5.2.1). Auch die oben erwähnte Begleitung der Besuche stellt eine 
Kindesschutzmassnahme dar, wobei mit der Anordnung eines begleiteten Be-
suchsrechts grundsätzlich die Ernennung einer Beistandsperson gemäss Art. 308 
Abs. 2 ZGB verbunden ist. Die Beistandsperson bestimmt die Ausgestaltung der 
Besuchskontakte im Einzelnen, wobei sie die Begleitung selbst übernehmen oder 
an eine Drittperson delegieren kann (Breitschmid, a.a.O., N 15 f. zu Art. 308 ZGB; 
Schwenzer/Cottier, a.a.O., N 25 f. zu Art. 273 ZGB).

6.2. Parteistandpunkte und vorinstanzlicher Entscheid

6.2.1. Im erstinstanzlichen Verfahren hatte die Mutter zunächst beantragt, von 
der Regelung eines Besuchs- und Ferienrechts abzusehen; allenfalls sei dem Va-
ter ein begleitetes Besuchsrecht einzuräumen (RG act. II/1, I.3). Der Vater hatte 
eine Ausdehnung des begleiteten Besuchsrechts binnen Jahresfrist auf ein unein-
geschränktes Besuchsrecht (im Wesentlichen Besuche an jedem zweiten Wo-
chenende und an einem Wochentag nach Schulschluss mit Übernachtung sowie 
während drei Wochen Ferien pro Jahr) beantragt (RG act. II/11, I.3). In der von 
den Parteien abgeschlossenen Teil-Ehescheidungskonvention einigten sich diese 
dann auf eine Aufhebung des derzeit begleiteten Besuchsrechts sowie darauf, 
dass das Besuchsrecht des Vaters in Absprache zwischen den Eltern unter 
Berücksichtigung der Entwicklung der Kontakte zwischen Vater und Kindern sowie 
der Wünsche der Kinder festgelegt werde. Im Sinne eines minimalen Besuchs-
rechts wurde dem Vater das Recht eingeräumt, die Kinder einmal wöchentlich an 
seinem arbeitsfreien Tag während acht Stunden zu besuchen oder zu sich auf 
Besuch zu nehmen. Binnen Jahresfrist sollte das Besuchsrecht dann – wiederum 
in Absprache zwischen den Eltern sowie unter Berücksichtigung der Kontaktent-
wicklung zwischen Vater und Kindern – auf ein uneingeschränktes Besuchsrecht 
(im Wesentlichen Besuche an jedem zweiten Wochenende von Freitagabend bis 
Sonntagabend und an einem Wochentag nach Schulschluss mit Übernachtung 
sowie während drei Wochen Ferien pro Jahr) ausgedehnt werden (RG act. II/35, 
III).

6.2.2. Die Vorinstanz genehmigte die von den Eltern in Bezug auf das Be-
suchsrecht getroffene Regelung. Sie hielt fest, dass sich das in der Konvention 
vereinbarte Minimalbesuchsrecht im gerichtsüblichen Rahmen bewege und die 
Arbeitszeiten des Vaters berücksichtige, wobei ein Abweichen im gegenseitigen 

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Einvernehmen und unter gebührender Berücksichtigung des Kindeswohls jeder-
zeit möglich sei. Auch die Aufhebung der Besuchsrechtsbeistandschaft sei unter 
Berücksichtigung der Entwicklung im Verlaufe des Scheidungsverfahrens und der 
zum Urteilszeitpunkt nach übereinstimmenden Angaben der Eltern gelebten Ver-
hältnisse nachvollziehbar und dem Kindeswohl dienlich (act. B.1, E. 2.3.1).

6.2.3. Die Mutter bringt in ihrer Berufung vor, sie habe der zum Urteil erhobe-
nen Besuchsrechtsregelung nur zugestimmt, weil sie der Überzeugung gewesen 
sei, der Vater habe sich durch den Strafvollzug tatsächlich gebessert. Sie habe 
ihren Kindern den Vater nicht vorenthalten wollen. Diese Hoffnungen hätten sich 
aber zerschlagen. Ihr sei nicht bekannt, wo sich der Vater aufhalte. Unter diesen 
Umständen sei das vereinbarte Besuchsrecht nicht ausführbar. Im Übrigen sei der 
Berufungsbeklagte für seine Kinder auch ein denkbar schlechtes Vorbild. Er lebe 
ihnen vor, dass es offensichtlich möglich sei, ohne zu arbeiten, das heisst mit be-
trügerischen Machenschaften, ein Leben zu führen. Dies sei für die weitere Ent-
wicklung der Kinder ausserordentlich schlecht. Aus all diesen Gründen sei zumin-
dest vorläufig von einem regelmässigen bzw. allgemein üblichen Besuchsrecht 
abzusehen. Der Vater solle lediglich ein begleitetes Besuchsrecht ausüben kön-
nen (act. A.1, III.B.3).

6.2.4. Der Vater hielt fest, dass nicht dargetan sei, inwiefern von ihm eine Ge-
fahr ausgehen solle; dies werde mit Nachdruck bestritten. Im Gegenteil würde der 
stetige Wechsel von begleiteten und unbegleiteten Besuchen die Entwicklung der 
Kinder negativ beeinflussen. Die Ausübung des Besuchsrechts habe bisher gut 
funktioniert und die Kinder hätten gerne Zeit mit ihm verbracht. Auch den gemein-
samen Urlaub in R._____ hätten die Kinder genossen. Es bestehe kein Grund, 
weshalb nun plötzlich wieder ein begleitetes Besuchsrecht angeordnet werden 
sollte, dies umso mehr, als sich die Mutter seinerzeit ausdrücklich mit der Aufhe-
bung der begleiteten Besuchstage einverstanden erklärt habe. Massgebend sei 
der Sachverhalt zum Zeitpunkt des vorinstanzlichen Verfahrens, in welchem seine 
Erziehungsfähigkeit bestätigt worden sei. Das Besuchsrecht sei daher gemäss der 
von den Parteien unterzeichneten Vereinbarung vom 11. Juli/5. August 2018 zu 
bestätigen (act. A.2, III.6.3).

6.2.5. Die Mutter hielt in ihrer Replik am Antrag auf ein begleitetes Besuchs-
recht fest. Die Kinder hätten während der Ferien in R._____ keinen Kontakt zur 
Mutter haben dürfen, weshalb sie nicht gewusst habe, wo sie sich aufhielten. Seit 
diesen Ferien hätten die Kinder nicht mehr zum Vater auf Besuch gehen wollen, 
wobei sie von der Mutter nicht beeinflusst würden. Bei einer Ausübung der Besu-

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che ohne irgendwelche Einschränkungen sei das Kindeswohl tatsächlich gefähr-
det (act. A.3, II.B.5 f. u. II.B.9 ad 6.2).

6.3. Konkrete Regelung des Besuchsrechts

Die in der Teil-Ehescheidungskonvention vereinbarte Besuchsrechtsregelung, 
welche einen Übergang vom begleiteten Besuchsrecht zu regelmässigen unbe-
gleiteten Besuchen samt Ferienrecht des Vaters vorsieht, wurde von den Parteien 
nicht umgesetzt, sondern bereits in der Berufung in Frage gestellt. Wie bereits 
dargelegt, fehlt es seit längerem an regelmässigen Kontakten zwischen dem Vater 
und den Kindern. Ausserdem ist die der getroffenen Regelung zugrunde gelegte 
Stabilisierung der persönlichen und beruflichen Verhältnisse des Vaters nicht ein-
getreten (vgl. E. 5.3.2). Hinzu kommt, dass sich der Wohnsitz des Vaters nicht 
mehr im Kanton Graubünden, sondern im Kanton Bern befindet (vgl. E. 6.3.3). 
Unter diesen Umständen ist die vereinbarte Regelung des Besuchsrechts mit Blick 
auf das Kindeswohl zu hinterfragen bzw. an die aktuellen Umstände anzupassen.

6.3.1. Zu beachten ist bei der Regelung des Besuchsrechts, dass sich bereits 
nach der Trennung der Eltern im Jahr 2014 Schwierigkeiten im Zusammenhang 
mit dem persönlichen Verkehr ergaben, weshalb im Eheschutzentscheid lediglich 
ein begleitetes Besuchsrecht des Vaters angeordnet und eine Besuchsrechtsbei-
standschaft errichtet wurde (RG act. III/1, E. 4 f. u. Dispositiv-Ziff. 3 f.). Während 
des erstinstanzlichen Verfahrens kam es, wie bereits vorgängig dargelegt, zu einer 
gewissen Normalisierung der Kontakte zwischen dem Vater und den Kindern, in-
dem ab dem Frühjahr 2018 über einen Zeitraum von mehreren Monaten unbeglei-
tete, durch die Eltern selbständig organisierte Besuche und auch ein gemeinsamer 
Ferienaufenthalt von Vater und Kindern stattfanden. Seit Frühling 2019 ist der 
Kontakt indessen praktisch abgebrochen. Vereinzelt fand ein telefonischer Aus-
tausch statt, namentlich an den Geburtstagen der Kinder. Zu persönlichen Treffen 
kam es lediglich zwischen dem Vater und D._____, die sich im Herbst 2021 zwei-
mal trafen. In Anbetracht dieses langen Unterbruchs in der persönlichen Bezie-
hung ist aktuell von einer erheblichen Entfremdung zwischen dem Vater und den 
Kindern auszugehen. Auch zwischen den Eltern besteht seit längerem kein Kon-
takt mehr (vgl. zum Ganzen bereits E. 5.3.2 f.).

6.3.2. Diejenigen Treffen, die vor dem Kontaktabbruch stattfanden, sind soweit 
ersichtlich gut verlaufen. Dies gilt namentlich für die Besuche im Rahmen der BBT, 
wie sich aus den entsprechenden Berichten der KJBE, datierend vom 29. Novem-
ber 2016, vom 18. Mai 2017 sowie vom 31. Oktober 2017 (RG act. V/3, V/9 u. 
V/12), ergibt. Der Vater ging offenbar angemessen und liebevoll mit den Kindern 

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um und konnte sich gut um sie kümmern. Im Rahmen der BBT durfte er die Räum-
lichkeiten mit den Kindern verlassen und unternahm verschiedene Ausflüge mit 
ihnen, welche er gut plante und durchführte. Die Kinder zeigten sich bei der Be-
grüssung anscheinend jeweils freudig und machten nach den Besuchen einen 
zufriedenen Eindruck, wobei D._____, wie bereits erwähnt, nur an den ersten Tref-
fen teilnahm. Seitens der Beiständin wurde daher auch eine Ausdehnung der Be-
suche als positiv beurteilt (RG act. V/10, Rz. 5; RG act. V/17, Rz. 4), was ebenso 
der (in den Berichten der KJBE geäusserten) Einschätzung der Leiterin der BBT 
entsprach. Auch die Kontakte, welche zwischen Frühjahr 2018 und Frühjahr 2019 
regelmässig stattfanden, scheinen grundsätzlich gut verlaufen zu sein 
(vgl. RG act. I/46; act. H.1, S. 2, 6 u. 9). Was schliesslich die zwei Treffen zwi-
schen D._____ und dem Vater im Herbst 2021 anbelangt, so führte D._____ dies-
bezüglich aus, dass diese ihn jeweils im Nachhinein belastet hätten bzw. nicht gut 
für ihn gewesen seien (act. H.1, S. 2; vgl. act. A.7, Rz. 1).

6.3.3. In Bezug auf die Wohnsituation des Vaters ist grundsätzlich festzuhalten, 
dass dieser mittlerweile im Kanton Bern wohnhaft ist (act. D.23 u. D.27). Es be-
steht damit eine erhebliche Distanz zum Wohnort der Kinder in Y._____. Über sei-
ne konkrete Wohnsituation hat der Vater im Berufungsverfahren trotz entspre-
chender Aufforderung keine Angaben gemacht. Es ist daher nicht klar, ob er über 
eine kindgerechte Wohnung verfügt, welche den Kindern bei Besuchen ausrei-
chend Platz bietet.

Auch über die aktuelle persönliche Situation des Vaters ist mangels dessen Mit-
wirkung im Berufungsverfahren wenig bekannt. Was seinen Gesundheitszustand 
betrifft, so befand er sich in der Vergangenheit wiederholt in psychiatrischer Be-
handlung, wobei er sich auch bereits mehrmals stationär in einer psychiatrischen 
Klinik aufhielt (RG act. II/12 u. V/5 f.; vgl. RG act. III/14, I.1; RG act. III/15, I.2). 
Dies war denn auch der Grund dafür, dass im Eheschutzverfahren lediglich ein 
begleitetes Besuchsrecht angeordnet wurde und der Vater die Weisung erhielt, 
eine ambulante psychiatrische Behandlung zu absolvieren (RG act. III/1, E. 4 
u. Dispositiv-Ziff. 3 i.V.m. RG act. V/5). Vor der Vorinstanz hatte der Vater denn 
zunächst auch noch anerkannt, dass eine Ausdehnung des Besuchsrechts nur in 
Frage komme, wenn feststehe, dass sein psychischer Zustand stabil ist 
(RG act. II/10). Im Zeitpunkt der Unterzeichnung der Teil-Eheschei-
dungskonvention ging man dann offenbar von einer gewissen Stabilisierung aus. 
Bereits im Berufungsverfahren wies die Mutter dann aber darauf hin, dass der Va-
ter wiederum stationär in einer psychiatrischen Klinik behandelt worden sei 
(act. A.3, II.B.3 u. II.B.5). Dies blieb in der Folge – aufgrund des Verzichts auf Ein-

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reichen einer Duplik – unwidersprochen; weitere Informationen zu dieser Behand-
lung liegen hingegen nicht vor. Im Zeitraum um Ende August 2022 befand sich der 
Vater im Psychiatriezentrum X._____ (vgl. act. D.48 u. D.50), wo er sich bis 
spätestens September 2022 aufhielt (vgl. act. D.54). Aus welchen Gründen und 
wie lange er sich insgesamt in der Klinik befand, ist nicht bekannt, da der Vater 
sich dazu trotz ausdrücklicher Aufforderung (act. D.52) nicht äusserte. Auch die 
Erklärung zur Entbindung der behandelnden Ärzte (namentlich denjenigen des 
Psychiatriezentrums X._____) vom Berufsgeheimnis unterzeichnete der Vater 
nicht, weshalb von Seiten des Gerichts kein ärztlicher Bericht eingeholt werden 
konnte. Damit sind keine Schlüsse zum aktuellen Gesundheitszustand des Vaters 
möglich und es kann insbesondere nicht festgestellt werden, ob zurzeit eine psy-
chische Erkrankung vorliegt, sowie, ob und inwiefern diese sich gegebenenfalls 
auf die Regelung des Besuchsrechts auswirkt. Die für den Vater im Mai 2016 er-
richtete Vertretungsbeistandschaft nach Art. 394 in Verbindung mit Art. 395 ZGB 
(RG act. IV/8) war am 12. Oktober 2017 aufgehoben worden (RG act. VI/4).

Über die aktuelle berufliche Situation des Vaters und damit auch über seine zeitli-
che Verfügbarkeit für Besuche ist aufgrund fehlender Auskünfte seitens des Va-
ters ebenfalls nichts bekannt.

Darauf hinzuweisen bleibt, dass der Vater zwar Vorstrafen aufweist 
(RG act. III/12 ff.), diese jedoch in erster Linie Vermögensdelikte betreffen, wes-
halb sie einem Besuchsrecht nicht grundsätzlich entgegenstehen (vgl. Schwen-
zer/Cottier, a.a.O., N 10 zu Art. 274 ZGB). Dies gilt auch für die unbeständigen 
Wohn- und Arbeitsverhältnisse des Vaters bzw. die von der Mutter geäusserte 
Befürchtung, er sei ein schlechtes Vorbild für die Kinder. Ein Besuchsrecht setzt 
allerdings voraus, dass der Vater seiner Informationspflicht, namentlich was sei-
nen Wohnort und seine Wohnsituation betrifft, nachkommt und für die Mutter 
bzw. für eine allfällige Beistandsperson erreichbar ist.

6.3.4. Was den Kindeswillen betrifft, so äusserte der mittlerweile 14-jährige 
D._____ den klaren Wunsch, keine Kontakte mit dem Vater mehr zu haben, weder 
persönlich noch telefonisch (act. H.1, S. 2 f.). Der 12-jährige E._____ äusserte 
sich anlässlich seiner Befragung dahingehend, dass für ihn Kontakte grundsätzlich 
vorstellbar seien, insbesondere bei einer stabilen Lebenssituation des Vaters. Er 
würde es aber bevorzugen, sich mit dem Vater schriftlich oder per Telefon auszu-
tauschen. Allfällige persönliche Treffen möchte er nicht mit dem Vater allein be-
streiten (act. H.1, S. 6). Der 11-jährige F._____ zeigte sich interessiert an der Vor-
stellung, seinen Vater ab und an persönlich zu sehen, dies jedoch am liebsten in 

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Begleitung seiner Mutter oder seiner Brüder; regelmässige telefonische Kontakte 
wünsche er nicht (act. H.2, S. 9).

6.3.5. Bei dieser Ausgangslage ist die im Scheidungsurteil festgelegte Be-
suchsrechtsregelung nicht mit dem Wohl der Kinder vereinbar. Ferien- oder Wo-
chenendaufenthalte bzw. Besuche mit Übernachtungen beim Vater können bereits 
aufgrund dessen ungeklärter Wohnsituation nicht angeordnet werden. Wegen der 
grossen geografischen Distanz zwischen dem Wohnort des Vaters und jenem der 
Kinder fallen sodann auch regelmässige Besuche unter der Woche ausser Be-
tracht. Der lange Unterbruch des Kontakts hat ferner zur Folge, dass die Bezie-
hung der Kinder zum Vater zuerst neu aufgebaut werden muss. All dies spricht 
dafür, vorerst nur ein minimales Besuchsrecht anzuordnen und dieses dann 
schrittweise auszubauen. Ein gänzlicher Verzicht auf Besuchskontakte rechtfertigt 
sich angesichts der Wichtigkeit der Beziehung zwischen dem Vater und seinen 
Söhnen sowie des Umstands, dass die bis im Frühjahr 2019 durchgeführten Be-
suche grundsätzlich gut verliefen und der Vater einen angemessenen Umgang mit 
den Kindern zeigte, demgegenüber nicht. Ein behutsamer Aufbau der Kontakte 
trägt dem aktuellen Wunsch der Kinder Rechnung, den Vater nicht regelmässig zu 
sehen, und ermöglicht ihnen gleichzeitig, ihn wieder besser kennenzulernen und 
erneut Vertrauen zu ihm zu fassen. In einem ersten Schritt werden daher Kontakte 
einmal im Monat für jeweils zwei bis vier Stunden angeordnet. Was deren Ausge-
staltung anbelangt, so bestehen aufgrund des ungeklärten psychischen Zustands 
des Vaters sowie der anlässlich der Anhörung geäusserten Anliegen der Kinder 
Bedenken gegen ein unbegleitetes Besuchsrecht. Es ist bekannt, dass eine psy-
chische Erkrankung des besuchsberechtigten Elternteils das Kindeswohl beein-
trächtigen und im Einzelfall daher eine Einschränkung des Besuchsrechts gerecht-
fertigt sein kann (vgl. Schwenzer/Cottier, a.a.O., N 8 zu Art. 274 ZGB). Solange 
nicht klar ist, ob und gegebenenfalls in welcher Ausprägung beim Vater eine psy-
chische Erkrankung vorliegt und eine Gefährdung des Kindeswohls bei unbegleite-
ten Besuchen folglich nicht ausgeschlossen werden kann, sind nur begleitete Be-
suche vorzusehen. Die genannte Regelung mit monatlichen begleiteten Besuchen 
gilt vorerst für sechs Monate.

6.3.6. Darauf, bereits heute einen stufenweisen Ausbau des Kontakts anzuord-
nen, wie es bei jüngeren Kindern üblich ist, wird in casu verzichtet. Zwar ergibt 
sich aus der Rechtsprechung, dass im Scheidungsurteil grundsätzlich eine endgül-
tige, auf Dauer angelegte Regelung des persönlichen Verkehrs mit dem nicht be-
treuenden Elternteil zu treffen ist, auch wenn diese später gegebenenfalls abge-
ändert werden muss. In der vorliegenden Situation ist aber nicht vorhersehbar, wie 

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sich die persönliche und berufliche Situation des Vaters und sein Verhältnis zu 
den Kindern entwickeln werden. Es rechtfertigt sich daher, vorerst nur eine zeitlich 
beschränkte Regelung zu treffen und es der zuständigen Kindesschutzbehörde zu 
überlassen, zeitgerecht über eine Anschlusslösung zu befinden 
(vgl. BGer 5A_377/2021 v. 21.2.2022 E. 5.4.2 m.w.H.). Das Ziel ist, dass das Be-
suchsrecht nach den ersten sechs Monaten ausgebaut werden kann und Besuche 
auch unbegleitet stattfinden können. Dies setzt jedoch voraus, dass die ersten 
Besuche gut verlaufen und eine Kindeswohlgefährdung durch unbegleitete Besu-
che ausgeschlossen werden kann sowie dass die persönlichen Verhältnisse und 
die Wohnsituation des Vaters eine Ausweitung der Besuchskontakte zulassen.

6.3.7. Wie oben dargelegt, ist mit der Anordnung eines begleiteten Besuchs-
rechts grundsätzlich die Ernennung eines Beistandes gemäss Art. 308 Abs. 2 ZGB 
verbunden. Dies erscheint auch vorliegend erforderlich und sinnvoll. Angesichts 
der fehlenden Kommunikation zwischen den Eltern sowie der zumindest bis anhin 
schwierigen Erreichbarkeit des Vaters ist unwahrscheinlich, dass die Eltern sich 
einvernehmlich über die Modalitäten des Besuchsrechts (Datum bzw. Zeit, Ort und 
Begleitung der Besuche) einigen können. Ohne eine Beistandschaft besteht daher 
die Gefahr, dass die vorliegend angeordnete Besuchsregelung nicht umgesetzt 
wird. Eine Besuchsrechtsbeistandschaft ist geeignet, die Wiederaufnahme der 
Kontakte zwischen Vater und Kindern mit dem Fernziel der Etablierung eines re-
gelmässigen und unbegleiteten Besuchsrechts in die Wege zu leiten und diesen 
Prozess zu begleiten. Ebenso können auf diese Weise die Besuche flexibel und 
den Bedürfnissen aller Beteiligten angemessen gehandhabt werden. Zu beachten 
ist ferner, dass vorliegend Unklarheit darüber besteht, ob der Vater das Besuchs-
recht überhaupt wahrnehmen wird – zumal er sich in der Vergangenheit nicht aktiv 
um Besuche bemüht hat und teilweise auch (unentschuldigt) nicht zu vereinbarten 
Besuchen im Rahmen des BBT erschien (RG act. V/12, Frage 1) – und inwieweit 
er, namentlich für den Fall des Vorliegens einer ernsthaften psychischen Erkran-
kung, in der Lage ist, sich angemessen mit den Kindern auszutauschen. Um der 
mit den erwähnten Umständen verbundenen potenziellen Gefährdung des Kin-
deswohls entgegenzuwirken, wird erneut eine Besuchsrechtsbeistandschaft nach 
Art. 308 Abs. 2 ZGB errichtet bzw. auf die Aufhebung dieser Beistandschaft, wie 
sie von der Vorinstanz im angefochtenen Entscheid gestützt auf die Teil-
Ehescheidungskonvention vorgenommen worden war (act. B.1, E. 2.3.1 u. Dispo-
sitiv-Ziff. 2 lit. c; vgl. act. D.7), verzichtet. Die Beistandsperson wird damit beauf-
tragt, die Wiederaufnahme der Kontakte zwischen Vater und Kindern in die Wege 
zu leiten, die Modalitäten der Besuche und der Begleitung zu regeln und die Be-
suche entsprechend zu organisieren. Ausserdem wird der Beistandsperson die 

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Aufgabe übertragen, die Eltern und die Kinder regelmässig sowie auf entspre-
chendes Verlangen über wesentliche Ereignisse oder Veränderungen der Situati-
on zu informieren, so dass bis zur Volljährigkeit ein Mindestmass an gegenseitiger 
Information sichergestellt ist.

Für den Fall, dass die Beistandsperson hinsichtlich der Besuchsrechtsausübung 
einen Anpassungsbedarf erkennen sollte, kann sie mit einem entsprechenden An-
trag an die Kindesschutzbehörde gelangen, welche für eine Änderung des persön-
lichen Verkehrs zuständig ist (vgl. Art. 134 Abs. 4 ZGB; Christiana Fountoulakis, 
in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, ZGB I, Art. 1–456 ZGB, 
7. Aufl., Basel 2022, N 6 zu Art. 134 ZGB) und auch allfällig erforderliche Kindes-
schutzmassnahmen ergreifen kann (vgl. Art. 315 Abs. 1 ZGB).

6.3.8. Das vorstehend Gesagte gilt für die Kinder E._____ und F._____, die 
Kontakte zum Vater nicht kategorisch ablehnen, bei denen sich aber insbesondere 
aufgrund des langen Unterbruchs des Kontakts verständlicherweise eine Verunsi-
cherung im Verhältnis zum Vater zeigt. Es ist ihnen aufgrund des hohen Werts der 
Beziehung zu beiden Elternteilen aber zuzumuten, den Vater ab und an zu treffen, 
zumal die Beistandschaft allfälligen Ängsten oder Unsicherheiten der Kinder in 
Zusammenhang mit der Wiederaufnahme der Besuche entgegenwirken kann und 
die Treffen in Begleitung stattfinden werden. Diese Treffen ermöglichen den Kin-
dern, sich ein reales Bild vom Vater zu machen und wieder eine Beziehung zu ihm 
aufzubauen. In der Regel überwiegen die positiven Aspekte regelmässiger Besu-
che beim nicht obhutsberechtigten Elternteil denn auch die negativen Aspekte 
möglicher anfänglicher Beunruhigungen und Belastungen (vgl. BGE 131 III 209 E. 
5).

Für D._____, der mittlerweile 14 Jahre alt und in Bezug auf die Regelung des Be-
suchsrechts (wie auch seine Brüder) als urteilsfähig zu betrachten ist, drängt sich 
eine abweichende Regelung auf. Bei ihm ist eine klar ablehnende Haltung ge-
genüber jeglichen Kontakten mit dem Vater erkennbar. Er äusserte sich anlässlich 
der Anhörung dahingehend, dass er weder einzelne persönliche Treffen noch ei-
nen telefonischen Austausch möchte, und dass er, falls das Gericht dennoch ei-
nen minimalen Kontakt anordnen würde, dem Vater mitteilen würde, dass er kei-
nen Kontakt wolle (act. H.1, S. 3). Anhaltspunkte dafür, dass seine aktuell bekun-
dete Haltung nicht seinem wahren Willen entsprechen würde, liegen nicht vor. 
Insbesondere bestehen keine Hinweise darauf, dass die Mutter ihn negativ beein-
flussen würde. Sie zeigt zwar offenbar keine aktiven Bemühungen, Besuche zu 
organisieren, scheint diesen aber auch nicht grundsätzlich ablehnend gegenüber-
zustehen. Die Haltung von D._____ beruht vielmehr auf eigenem Erleben. Es ist 

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davon auszugehen, dass er als ältestes Kind am meisten unter der schwierigen 
Situation (Trennung der Eltern, unregelmässige Kontakte zum Vater bzw. über 
weite Strecken fehlende Bemühungen des Vaters um Kontakt mit den Kindern, 
andere Familiensituation im Vergleich mit dem Freundeskreis etc.) gelitten hat. Er 
zeigt sich namentlich vom bisher gezeigten Verhalten des Vaters enttäuscht, wo-
bei er wohl nicht nur dessen über weite Strecken passives Auftreten gegenüber 
den Kindern anspricht, sondern auch den Umstand, dass der Vater ihm gegenüber 
gemäss eigener Wahrnehmung nicht immer ehrlich war (vgl. zum Ganzen act. 
H.1, S. 2 f.). Dies schien auch bereits zur im Rahmen der begleiteten Besuche 
geäusserten ablehnenden Haltung von D._____ beigetragen zu haben (vgl. RG 
act. V/3, S. 2). Es besteht offenbar ein erheblicher Vertrauensverlust. Zu beachten 
ist, dass D._____ trotzdem den Willen zeigte, den Kontakt zum Vater wieder auf-
zunehmen, indem er ihn im Herbst 2021 zwei Mal traf. Im Nachhinein empfand er 
diese Treffen aber als so belastend, dass er aktuell gar keine Kontakte mehr 
wünscht. Bei D._____ ist das Bedürfnis erkennbar, nach dem gescheiterten Ver-
such des Wiederaufbaus der Beziehung zum Vater zur Ruhe zu kommen und ei-
nen Weg zu finden, mit der schwierigen Situation leben zu können. Unter diesen 
Umständen ist seine (unmissverständlich geäusserte) ablehnende Haltung nach-
vollziehbar und zu respektieren. Es wäre sinnlos, eine konkrete Besuchsrechtsre-
gelung zu treffen, welche mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht umgesetzt würde und 
letztlich auch nicht durchgesetzt werden kann. Vielmehr soll D._____ die Gele-
genheit gegeben werden, selbst über weitere Kontakte mit dem Vater zu entschei-
den, in der Hoffnung, dass er zu gegebener Zeit wieder von sich aus Interesse an 
einer Beziehung zu seinem Vater zeigt. Abzusehen ist vorliegend auch von soge-
nannten Erinnerungskontakten (vgl. BGer 5A_647/2020 v. 16.2.2021 E. 2; 
5A_1006/2021 v. 15.12.2021 E. 4), zumal davon in der gegebenen Situation keine 
positive Förderung der Einstellung zum Vater zu erwarten ist.

6.3.9. Im Ergebnis ist dem Vater in Bezug auf E._____ und F._____ ein beglei-
tetes Besuchsrecht von zwei bis vier Stunden pro Monat einzuräumen, und zwar 
vorerst für eine Dauer von sechs Monaten. Danach hat die zuständige Kindes-
schutzbehörde eine Anschlusslösung zu treffen, wobei das Ziel ist,