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**Case Identifier:** 462d7677-9681-5fd7-a2bf-c626c6da9838
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-04-27
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 27.04.2023 RR.2023.44
**Docket/Reference:** RR.2023.44
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_RR-2023-44_2023-04-27

## Full Text

Gesuch um Wiedererwägung des Entscheides des Bundesstrafgerichts RR.2022.240 + RP.2023.5 vom 12. April 2023 betreffend Dispositiv Ziff. 4 (Entschädigung des amtlichen Rechtsbeistands);;Gesuch um Wiedererwägung des Entscheides des Bundesstrafgerichts RR.2022.240 + RP.2023.5 vom 12. April 2023 betreffend Dispositiv Ziff. 4 (Entschädigung des amtlichen Rechtsbeistands);;Gesuch um Wiedererwägung des Entscheides des Bundesstrafgerichts RR.2022.240 + RP.2023.5 vom 12. April 2023 betreffend Dispositiv Ziff. 4 (Entschädigung des amtlichen Rechtsbeistands);;Gesuch um Wiedererwägung des Entscheides des Bundesstrafgerichts RR.2022.240 + RP.2023.5 vom 12. April 2023 betreffend Dispositiv Ziff. 4 (Entschädigung des amtlichen Rechtsbeistands)

Entscheid vom 27. April 2023 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Roy Garré, Vorsitz, 

Miriam Forni und Giorgio Bomio-Giovanascini,  

Gerichtsschreiberin Chantal Blättler Grivet Fojaja  

   
 

Partei 

  

A.,  

Gesuchsteller 

 

  

   

Gegenstand  Gesuch um Wiedererwägung des Entscheides des 

Bundesstrafgerichts RR.2022.240 + RP.2023.5 vom 

12. April 2023 betreffend Dispositiv Ziff. 4 (Entschädi-

gung des amtlichen Rechtsbeistands) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: RR.2023.44 

  

 

 

 

- 2 - 

 

 

Die Beschwerdekammer hält fest, dass: 

 

- das Bundesamt für Justiz (nachfolgend «BJ») mit Auslieferungsentscheid 

vom 16. Dezember 2022 die Auslieferung von B. an Serbien bewilligte 

(RR.2022.240, act. 9.20);  

 

- dagegen B. persönlich mit Eingabe vom 27. Dezember 2022 bei der Be-

schwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde erhob und der Be-

schwerdekammer mitteilte, er habe seinen vom BJ ernannten amtlichen 

Rechtsbeistand, Rechtsanwalt A. (nachfolgend «RA A.»), von seinem Man-

dat entbunden und bereits einen neuen amtlichen Verteidiger aufgeboten 

(RR.2022.240, act. 1); 

 

- B. mit Eingabe vom 4. Januar 2023 um unentgeltliche Rechtspflege ersuchte 

und zur Wahrung seiner Rechte die Bestellung eines Anwalts beantragte 

(RR.2022.240, act. 8); 

 

- der Präsident der Beschwerdekammer mit Zwischenentscheid RP.2023.5 

vom 17. Januar 2023 RA A. zum amtlichen Rechtsbeistand von B. bestellte 

(RR.2022.240, act. 14); 

 

- die Beschwerdekammer mit Entscheid RR.2022.240 + RP.2023.5 vom 

12. April 2023 die Beschwerde abwies, soweit sie darauf eintrat (Dispositiv-

Ziffer 1), das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gut-

hiess (Dispositiv-Ziffer 2), keine Gerichtsgebühr erhob (Dispositiv-Ziffer 3) 

und RA A. für das Verfahren vor dem Bundesstrafgericht mit Fr. 2'500.-- aus 

der Bundesstrafgerichtskasse entschädigte (Dispositiv-Ziffer 4); in Anwen-

dung der massgeblichen Verfahrensvorschiften die Entschädigung nach Er-

messen festgelegt wurde, da keine Kostennote eingereicht worden war 

(E. 8.3); 

 

- RA A. der Beschwerdekammer mit Schreiben vom 18. April 2023 eine Rech-

nung für die im Verfahren RR.2022.240 aufgelaufenen Barauslagen im To-

talbetrag von Fr. 3'005.35 einreichte, da diese Kosten in der ermessenswei-

sen Zusprechung der Anwaltsentschädigung von Fr. 2'500.-- nicht enthalten 

gewesen seien; er um korrekte Ergänzung/Wiedererwägung der Dispositiv-

Ziffer 8.3 (recte 4) des Entscheides RR.2022.240 vom 12. April 2023 er-

suchte (act. 1). 

 

 

 

- 3 - 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass: 

 

- in Beschwerdeverfahren in internationalen Rechtshilfeangelegenheiten sich 

das Verfahren vor der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts im 

Grundsatz nach den Bestimmungen des Bundesgesetzes über das Verwal-

tungsverfahren vom 20. Dezember 1968 (VwVG; SR 172.021) richtet (Art. 37 

Abs. 2 lit. a i.V.m. Art. 39 Abs. 2 lit. b des Bundesgesetzes über die Organi-

sation der Strafbehörden des Bundes [StBOG; SR 173.71]); die Beschwer-

dekammer dabei als Gericht (s. 3. Titel des Strafbehördenorganisationsge-

setzes) und nicht als Verwaltungsbehörde entscheidet;   

 

- Wiedererwägung immer dort zulässig ist, wo sie gesetzlich vorgesehen 

(BGE 113 Ia 146 E. 3a) ist;  

 

-  das Wiedererwägungsgesuch im Verwaltungsverfahrensrecht des Bundes 

nicht allgemein geregelt wird (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Ver-

waltungsrecht, 7. Aufl. 2016, N. 1277); das VwVG zwar die Möglichkeit der 

Wiedererwägung in Art. 58 Abs. 1 erwähnt, es dabei allerdings um die Wie-

dererwägung der angefochtenen Verfügung der Vorinstanz, mithin einer 

Bundesverwaltungsbehörde, durch diese selbst während eines hängigen 

Beschwerdeverfahrens geht (MÄCHLER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], 

Kommentar VwVG, 2. Aufl. 2019, N. 12 zu Art. 58);  

 

- demgegenüber das VwVG die Wiederaufnahme eines Verfahrens vor einer 

Beschwerdeinstanz, deren Entscheid als qualifiziert fehlerhaft gerügt wird, 

als Revision bezeichnet (KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und 

Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, N. 723 f.); das Zurück-

kommen auf (in Rechtskraft erwachsene) Beschwerdeentscheide in den 

Art. 66 bis 68 VwVG geregelt ist (PFLEIDERER, in: Waldmann/Weissenberger 

[Hrsg.], Praxiskommentar, 2. Aufl. 2016, N. 24 zu Art. 58 VwVG); vor Eintritt 

der Rechtskraft Beschwerdeentscheide mit einem ordentlichen Rechtsmittel 

weitergezogen werden können; derartige Entscheide aus Gründen der 

Rechtssicherheit der Wiedererwägung nicht zugänglich sind (Entscheide des 

Bundesstrafgerichts RR.2012.212 vom 23. Oktober 2012, S. 4; RR.2009.49 

vom 5. März 2009, S. 3; RR.2009.136 vom 14. April 2009, S. 3); durch Ver-

weisung in Art. 40 Abs. 1 StBOG für Revision von Entscheiden der Be-

schwerdekammer des Bundesstrafgerichts nach Artikel 37 Absatz 2 StBOG 

die Artikel 121-129 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG; 

SR 173.110) sinngemäss gelten;  

 

- mit dem vorliegenden Gesuch die Wiedererwägung von Dispositiv-Ziff.4 des 

Entscheids RR.2022.240 vom 12. April 2023 verlangt wird; somit das 

- 4 - 

 

 

vorliegende Gesuch um Wiederaufnahme des Verfahrens in formeller Hin-

sicht weder eine erst- noch eine vorinstanzliche Verfügung im Sinne von 

Art. 58 Abs. 1 VwVG betrifft;  

 

-   dementsprechend auf das Wiedererwägungsgesuch betreffend den Ent-

scheid des Bundesstrafgerichts RR.2022.240 vom 12. April 2023 bezüglich 

der Entschädigung des amtlichen Rechtsbeistandes nicht einzutreten ist; 

 

- das Gesuch um Wiedererwägung in Anbetracht des Umstandes, dass dieses 

explizit als solches gestellt wurde, nicht in ein Revisionsgesuch uminterpre-

tiert werden kann und daher von einer Weiterleitung des Gesuchs zustän-

digkeitshalber an die Berufungskammer des Bundesstrafgerichts (vgl. 

Art. 38a StBOG) abzusehen ist; darüber hinaus die Revision nur rechtskräf-

tige Urteile beschlägt (SCHERRER REBER, in: Waldmann/Weissenberger 

[Hrsg.], Praxiskommentar, 2. Aufl. 2016, N. 24 zu Art. 58 VwVG; ESCHER, 

Basler Kommentar, Bundesgerichtsgesetz, 3. Aufl. 2018, N. 1 zu Art. 121); 

 

- der Gesuchsteller bei diesem Ausgang des Verfahrens als unterliegende 

Partei zu gelten und entsprechend die Verfahrenskosten zu tragen hat 

(Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 39 Abs. 2 lit. b StBOG); die dem Mandanten 

des Gesuchstellers für das Beschwerdeverfahren RR.2022.240 + RP.2023.5 

gewährte unentgeltliche Rechtspflege und Vertretung für das vorliegende 

Verfahren nicht gilt; für die Berechnung der Gerichtsgebühren gemäss 

Art. 63 Abs. 5 VwVG i.V.m. Art. 73 StBOG das Reglement des Bundesstraf-

gerichts über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bundesstraf-

verfahren vom 31. August 2010 (BStKR; SR 173.713.162) zur Anwendung 

gelangt; unter Berücksichtigung aller Umstände die Gerichtsgebühr vorlie-

gend auf Fr. 300.-- festzusetzen ist (vgl. Art. 8 Abs. 3 BStKR). 

- 5 - 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Auf das Gesuch um Wiedererwägung des Entscheides der Beschwerdekam-

mer des Bundesstrafgerichts RR.2022.240 + RP.2023.5 vom 12. April 2023 

betreffend Dispositiv-Ziffer 4 wird nicht eingetreten. 

 

2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 300.-- wird dem Gesuchsteller auferlegt.  

 

 

Bellinzona, 27. April 2023 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Rechtsanwalt A. 

 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.