# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** da79084d-eb65-5a8b-aaf1-0569eac7df96
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-09-07
**Language:** de
**Title:** Bezirksgericht Baden Strafgericht 07.09.2021 ST.2021.113/ho
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/XX_Upload/AG_UPL_001_ST-2021-113-ho_2021-09-07.pdf

## Full Text

.--·** Si2CZl 
pu * ZZlS KANTON AARGAU 
Mellingerstrasse 2a 
5400 Baden 

Bezirksgericht Baden 
Strafgericht 

Telefon 056 202 35 02 
Fax 056 202 35 00 

ST.2021 .113/ho 
StA-Nr. ST.2020.4133 

Dieses erstinstanzliche Urteil wurde durch das Urteil des Ober-
gerichts des Kantons Aargau SST.2022.24 aufgehoben 

Urteil vom 7. September 2021 

Besetzung 

Anklägerin 

Beschuldigter 

Gegenstand 

Gerichtspräsidentin Fehr 
Bezirksrichter Brändli 
Bezirksrichter Ziegler 
Bezirksrichterin Zilli 
Bezirksrichterin Messmer 
Gerichtsschreiberin Hoop 

Staatsanwaltschaft Baden, Mellingerstrasse 207 / Täfernhof, 5405 Dätt-
wil AG 

A. ___ _, geboren am tt.mm.1970, von Sachsein, 
amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin Melany Zimmerli, 

Strafverfahren betreffend BetmG-Widerhandlung, SVG-Widerhandlung, 
WG-Widerhandlung 

- 2 -

Das Gericht entnimmt den Akten: 

1. 
Am 1. Juni 2021 erliess die Staatsanwaltschaft Baden die folgende Ankla-
geschrift: 

In der Strafsache 

Beschuldigter A. von Sachsein, 

amtl. v.d. Mlaw Melany Zimmerli, Rechtsanwältin, 

Übersetzung 

Haftsache 

Nein 

Nein 

Untersuchungshaft 

(Art. 220 ff. StPO) 

26.08.2020, 15:10 Uhr, bis 19.11.2020, 17:35 Uhr 

wird wie folgt Anklage erhoben: 

I. 

1. 

2. 

3. 

4. 

5. 

6. 

1. 

Zur Last gelegte strafbare Handlungen (Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO) 

Qualifizierte Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss 
Art. 19 Abs. 1 lit. c, d und g i.V.m. Abs. 2 lit. a BetmG 

Mehrfaches Fahren ohne Berechtigung gemäss Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG 

Mehrfaches Fahren in fahrunfähigem Zustand gemäss Art. 91 Abs. 2 lit. b 

SVG 

Mehrfache Widerhandlung gegen das Waffengesetz gemäss Art. 33 Abs. 1 
lit. a WG i.V.m. Art. 4 Abs. 1 lit. d WG, Art. 7 Abs. 2 lit. b WG 

Übertretung gegen das Waffengesetz gemäss Art. 34 Abs. 1 lit. d i.V.m. Art. 

11 Abs. 1 WG und Art. 47 Abs. 1 WV 

Mehrfache Übertretungen des Betäubungsmittelgesetzes gemäss Art. 19a 

Ziff. 1 BetmG 

Qualifizierte Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz 

Der Beschuldigte hat unbefugt Betäubungsmittel besessen, veräussert und Anstalten zur 
Veräusserung getroffen. Der Beschuldigte wusste oder musste annehmen, dass sich seine 
Widerhandlungen auf Mengen von Betäubungsmitteln bezogen, welche geeignet waren, 

die Gesundheit vieler Menschen in Gefahr zu bringen. 

1.1. Besitz und Anstalten Treffen zur Veräusserung von Kokain- und Heroinge-
misch sowie Sevre-Long Kapseln 

Anlässlich der Hausdurchsuchung vom 26.08.2020 am Aufenthaltsort des Beschuldigten 

in 5415 Nussbaumen konnten aus dem Besitz des Beschuldigten in einer verschlossenen 
Geldkassette ca. 40.55 Gramm Heroingemisch (Heroin Hydrochlorid mindestens 38%), ca. 
48.6 Gramm Kokaingemisch (Kokain Hydrochlorid 86%) und 45 Kapseln Sevre-Long Kap-
seln (Schmerzmittel mit dem Wirkstoff Morphin) vorgefunden und sichergestellt werden. 

- 3 -

Weiter konnten in der Geldkassette unter anderem ca. 9.9 Gramm Paracetamol (Streck-
mittel), diverse Minigripp-Säcklein, elektronische Waage und Bargeld von CHF 3'540.00 (4 
Noten a CHF 200.00, 16 Noten a CHF 100.00, 12 Noten a CHF 50.00, 25 Noten a CHF 
20.00, 4 Noten a CHF 10.00) vorgefunden und sichergestellt werden. 

Der Beschuldigte wollte das Heroin- und das Kokaingemisch sowie die Sevre-Long Kap-
seln aus seinem Besitz an Abnehmer/innen weiterverkaufen, wozu es nur wegen der am 
26.08.2020 erfolgten Festnahme und Sicherstellungen der teilweise bereits portionierten 

Betäubungsmittel nicht kam. Der arbeitslose und über kein Einkommen verfügende Be-
schuldigte beabsichtigte, das durch den Drogenhandel erzielte Bargeld für seine Lebens-
gestaltung und persönlichen Bedürfnisse zu verwenden. 

1.2.Mehrfache Veräusserung von Heroingemisch 

1.2.1 . 
Der Beschuldigte liess B. (separates Verfahren) am 10.06.2020, 18.38 Uhr, Bahn-
hofstrasse, 5400 Baden, in seinen Personenwagen "Opel Corsa", einsteige·n, übergab die-
sem ca. 4.95 Gramm Heroingemisch (Hydrochlorid 60%) und liess ihn auf Höhe der Ha-

selstrasse 6, 5400 Baden, aussteigen. 

1.2.2. 
Der Beschuldigte übergab C. (separates Verfahren) am 10.06.2020, ca. 18:57 Uhr, an der 

Coop Tankstelle, Landstrasse 166, 5415 Nussbaumen (Gde Obersiggenthal), eine unbe-
kannte Menge Heroingemisch. 

1.2.3. 
Der Beschuldigte übergab D. (separates Verfahren) am 16.07.2020, ca. 17.15 Uhr, an der 

General-Guisan-Strasse, Fussweg Richtung Landstrasse, 5415 Nussbaumen, eine unbe-
kannte Menge Heroingemisch. 

1.2.4. 

· Der Beschuldigte übergab E. (separates Verfahren) am 26.08.2020, ca. 13.30 Uhr, an der 
General-Guisan-Strasse 49 in 5415 Nussbaumen, ca. 0.2 Gramm Heroingemisch. 

1.2.5. 

Der Beschuldigte üb~rgab F. (separates Verfahren) am 26.08.2020, ca. 12.45 Uhr, in 5415 
Nussbaumen eine unbekannte Menge Heroingemisch. 

1.2.6. 

Der Beschuldigte übergab an G. (separates Verfahren) im Zeitraum von Juni 2020 bis zum 
Zeitpunkt seiner Festnahme am 26.08.2020, in mehreren Malen eine nicht bestimmbare 
Menge Heroingemisch. 

Der Beschuldigte veräusserte mehrfach Heroingerriisch wissentlich und willentlich und war 
am 26.08.2020 im Besitz grösserer Mengen Heroin- und Kokaingemisch sowie Sevre Long 
Kapseln, welche er gewinnbringend an Abnehmer/innen weiterverkaufen wollte. Insbeson-
dere war dem Beschuldigten bei sämtlichen Tathandlungen bekannt, dass die Mengen an 
Heroin- und Kokaingemisch die Gesundheit vieler Menschen mittelbar oder unmittelbar in 

Gefahr bringen konnte, zumal auch die Gefahr von Überdossierungen und Komplikationen 
beim Mischkonsum bestand. 

- 4 -

2. Mehrfaches Fahren ohne Berechtigung 

Der Beschuldigte führte mehrfach vorsätzlich ein Motorfahrzeug, obwohl ihm der Führe-

rausweis entzogen wurde. 

2.1. 
Der Beschuldigte lenkte am 10.06.2020, ca. 18:38 Uhr, den Personenwagen "Opel Corsa",. 
vom Bahnhof Baden aus nach Nussbaumen, Landstrasse 166, zur dort befindlichen Coop 
Tankstelle, ohne über einen gültigen Führerausweis zu verfügen. 

2.2. 
Der Beschuldigte lenkte am 12.06.2020, von ca. 23.10 Uhr bis ca. 23.19 Uhr, den Perso-
nenwagen "Opel Corsa", von 5432 Neuenhof nach 5400 Baden ohne über einen gültigen 

Führerausweis zu verfügen. 

2.3. 
Der Beschuldigte lenkte am 12.08.2020, von ca. 20.32 Uhr bis ca. 20.35 Uhr, den Perso-
nenwagen "Opel Corsa",von 5432 Neuenhof nach 5400 Baden ohne über einen gültigen 

Führerausweis zu verfügen. 

Der Beschuldigte lenkte das Fahrzeug jeweils, obwohl er wusste, dass ihm das Strassen-
verkehrsamt des Kantons Aargau mit Verfügung vom 20.08.2019 ab sofort und auf unbe-
stimmte Zeit den ausländischen Führerausweis aberkannt sowie den schweizerischen Füh-

rerausweis entzogen hatte. 

3. Mehrfaches Fahren in fahrunfähigem Zustand 

Der Beschuldigte hat mehrfach vorsätzlich, obwohl er aus anderen Gründen fahrunfähig 

war, ein Motorfahrzeug geführt. 

3.1. 
Zum Sachverhalt vgl. vorstehend Ziff. 2.2. Anlässlich der vorgenannten Fahrt am 
12.06.2020 stand der Beschuldigte unter dem Einfluss von 39 µg/L Morphin (Vertrauens-
bereich 27 µg/L- 51 µg/L) sowie 176 µg/L Cocain (Vertrauensbereich 123 µg/L- 229 µg/L) 

und war aufgrund dessen im Zeitpunkt der Fahrt fahrunfähig. 

3.2. 
Zum Sachverhalt vgl. vorstehend Ziff. 2.3. Anlässlich der vorgenannten Fahrt am 

12.08.2020 stand der Beschuldigte unter dem Einfluss von 82 µg/L Morphin (Vertrauens-
bereich 5.7 µg/L - 107 µg/L) sowie 142 µg/L Cocain (Vertrauensbereich 99 µg/L-185 µg/L) 

und war aufgrund dessen im Zeitpunkt der Fahrt fahrunfähig. 

Der Beschuldigte lenkte jeweils wissentlich und willentlich unter Betäubungsmitteleinfluss 
ein Motorfahrzeug bzw. hielt er es zumindest für möglich und nahm es in Kauf, dass er das 

von ihm gelenkte Fahrzeug in fahrunfähigem Zustand lenken würde. 

4. Mehrfache Widerhandlung gegen das Waffengesetz 

Der Beschuldigte führte mehrfach vorsätzlich ohne Berechtigung eine Waffe mit sich. 

- 5 -

4.1. 
Am 26.08.2020, ca 15.1 0 Uhr, führte der Beschuldigte in 5415 Nussbaumen AG, im Kof-
ferraum seines Personenwagens Opel Corsa wissentlich und willentlich einen Schlagring 
mit sich, ohne über eine entsprechende Waffentragbewilligung zu verfügen. 

4.2. 
Am 26.08.2020, ca. 15.10 Uhr, führte der Beschuldigte in 5415 Nussbaumen AG, in seinem 
Personenwagen Opel Corsa, wissentlich und willentlich einen Softairpistole mit sich, ohne 
über eine entsprechende Waffentragbewilligung zu verfügen. 

5. Übertretung gegen das Waffengesetz 

Der Beschuldigte ist beim Erwerb einer Waffe der Pflicht einen schriftlichen Vertrag abzu-
schliessen vorsätzlich nicht nachgekommen. 

Am 26.08.2020, ca. 15.10 Uhr, führte der Beschuldigte in 5415 Nussbaumen AG, im Kof-
ferraum seines Personenwagens "Opel Corsa", wissentlich und willentlich eine Softairpis-

tole mit sich, welche aufgrund ihrer äusseren Beschaffenheit ohne Weiteres mit einer ech-

ten Faustfeuerwaffe verwechselt werden kann. Die Softairpistole hat er gleichentags von 
H. übernommen, ohne einen schriftlichen Vertrag abzuschliessen. Der Beschuldigte 
wusste bzw. nahm mindestens in Kauf, dass es zum Erwerb von Waffen besondere Pflich-
ten zu beachten gab. Gleichwohl erwarb er die Waffe willentlich, ohne die Pflichten zu be-
folgen. 

6. Mehrfache Übertretungen des Betäubungsmittelgesetzes 

Der Beschuldigte hat mehrfach unbefugt Betäubungsmittel konsumiert und solche zum Ei-
genkonsum erworben und besessen, 

6.1. Konsum und Besitz von Kokaingemisch 

Der Beschuldigte konsumierte in der Region Baden im Zeitraum von ca. Februar 2020 bis 
zum Zeitpunkt seiner Festnahme vom 26.08.2020, regelmässig, täglich meh~ere Gramm 
Kokaingemisch, vorwiegend durch Rauchen mit der Pfeife. 

Anlässlich der Polizeikontrolle vom 12.06.2020, ca. 23:19 Uhr, in 5400 Baden, Höhe Hotel 
Trafo, führte der Beschuldigte als Lenker des Personenwagens "Opel Corsa", ca. 3.5 
Gramm Kokaingemisch in seinem Besitz zum Eigenkonsum mit. 

Anlässlich der Hausdurchsuchung vom 26.08.2020 konnten aus dem Besitz des Beschul-
digten in 5432 Neuenhof ca. 1.3 Gramm Kokaingemisch für dessen Eigenkonsum vorge-
funden und sichergestellt werden. 

6.2. Konsum und Besitz von Heroingemisch 

Der Beschuldigte konsumierte in der Region Baden im Zeitraum von ca. Februar 2020 bis 
zum Zeitpunkt seiner Festnahme vom 26.08.2020, regelmässig, täglich mehrere Gramm 
Heroingemisch, vorwiegend durch Rauchen ab Folie oder durch Schnupfen. 

Anlässlich der Polizeikontrolle vom 12.06.2020, ca. 23:19 Uhr, in 5400 Baden, Höhe Hotel 
Trafo, führte der Beschuldigte als Lenker des Personenwagens "Opel Corsa', ca. 3 Gramm 
Heroingemisch für seinen Eigenkonsum in seinem Besitz mit. 

Anlässlich der Haus9urchsuchung vom 26.08.2020 konnten aus dem Besitz des Beschul-
digten in 5432 Neuenhof ca. 2 Gramm Heroingemisch für seinen Eigenkonsum vorgefun-
den und sichergestellt werden. 

- 6 -

6.3.Konsum und Besitz von Sevre-Long Kapseln 

Der Beschuldigte konsumierte in der Region Baden im Zeitraum von ca. Februar 2020 bis 
zum Zeitpunkt seiner Festnahme vom 26.08.2020, eine nicht bestimmbare Menge Sevre-

Long (Schmerzmittel mit dem Wirkstoff Morphin) durch Schlucken. 

Anlässlich der Hausdurchsuchung vom 26.08.2020 konnten aus dem Besitz des Beschul-
digten in 5432 Neuenhof, 3 Sevre-Long Kapseln für seinen Eigenkonsum vorgefunden und 

sichergestellt werden. 

II. Anträge 

1. Der Beschuldigte sei im Sinne der Anklage schuldig zu sprechen. 

2. Er sei in Anwendung der vorgenannten Gesetzesbestimmungen zu verurteilen zu: 

2 ½ Jahren Freiheitsstrafe, wovon 15 Monate unbedingt und 15 Monate 

bedingt, Probezeit 2 Jahre 
180 Tagessätze Geldstrafe a CHF 30.00, unbedingt 

· Busse CHF 500.00 
Anrechnung der ausgestandenen Haft 

3. Es sei der dem Beschuldigten mit Urteil der Staatsanwaltschaft Baden vom 
10.09.2019 (30 Tagessätze a CHF 30.00) gewährte bedingte Strafvollzug in An-
wendung von Art. 46 Abs. 1 StGB unter Bildung einer Gesamtstrafe zu widerrufen. 

4. Die nachfolgenden beschlagnahmten Gegen~tände seien gestützt auf Art. 69 StGB 
einzuziehen und zu vernichten bzw. zu verwerten. Die beschlagnahmten Vermö-
genswerte seien gestützt auf Art. 70 StGB einzuziehen, eventualiter seien siege-
stützt auf Art. 263 Abs. 1 lit. b StPO zur Deckung der Verfahrenskosten zu gebrau-

chen: 

- CHF 8'064.80 Bargeld 
- ca. 45.55 Gramm Heroingemisch (PKO AG, SM-Gruppe) 
- ca. 53.40 Gramm Kokaingemisch (PKO AG, SM-Gruppe) 

- ca. 9.9 Gramm Paracetamol (PKO AG, SM-Gruppe) 
- 45 Kaseln Sevre-Long MS 00 200 (PKO AG, SM-Gruppe) 
- 3 Kapseln Sevre-Long MS 00 120 (PKO AG, SM-Gruppe) 
-·4 Pillen Valium Diazepam (PKO AG, SM-Gruppe) 

- 5 Pillen rot (PKO AG, SM-Gruppe) 
- 1 weisse Kapsel (PKO AG, SM-Gruppe) 
- Schlagring (PKO AG, SIWAS) 
- Softairpistole (PKO AG, SIWAS) 

- Mobiltelefon Nokia, 
- elektronische Kaffeemühle mit Schlagmahlwerk mit Pulverrückständen 

- Miniwaage lntertronic 
- 2 Löffel mit Pulverrückständen 
- diverse neue und benutzte Minigrip-Säcklein 
- diverse Stücke Aluminiumfolie 

5. Unter den üblichen Kosten- und Entschädigungsfolgen 

III. Weitere Angaben 

1. Höhe der bisher entstandenen Untersuchungskosten: CHF 7'136.1 0. 

2. 
2.1. 

- 7 -

2. Die Anklagegebühr beträgt CHF 2'250.00. 

Es wird um eine Vorladung zur Hauptverhandlung ersucht, entsprechend wird darum ge-
beten, den Hauptverhandlungstermin mit der Staatsanwältin abzusprechen. 

Zustellung an 
(Art. 327 StPO) 

Staatsanwalt 

Mlaw Zimmerli Melany (A Post plus) 

Anlässlich der Hauptverhandlung vom 7. September 2021 wurde der 
Beschuldigte befragt. 

2.2. 
Die Schlussanträge lauten: 

- Staatsanwaltschaft: 

1. Er sei im Sinne der Anklage schuldig zu sprechen. 

2. Er sei in Anwendung der vorgenannten Gesetzesbestimmungen zu verurteilen zu: 

2 ½ Jahren Freiheitsstrafe, wovon 15 Monate unbedingt und 15 Monate 

bedingt, Probezeit 2 Jahre 
unter Anrechnung der ausgestandenen Haft 
180 Tagessätze Geldstrafe a CHF 30.00, unbedingt 
Busse CHF 500.00 

3. Es sei der dem Beschuldigten mit Urteil der Staatsanwaltschaft Baden 
vom 10.09.2019 (30 Tagessätze a CHF 30.00) gewährte bedingte Straf-
vollzug in Anwendung von Art. 46 Abs. 1 StGB unter Bildung einer Ge-
samtstrafe zu widerrufen 

4. Die in der Anklageschrift unter II. Ziff. 4 aufgeführten Gegenstände seien gestützt auf 
Art. 69 StGB einzuziehen und zu vernichten bzw. zu verwerten. Die beschlagnahmten 
Vermögenswerte seien gestützt auf Art. 70 StGB einzuziehen, eventualiter seien sie 
gestützt auf Art. 263 Abs. 1 lit. b StPO zur Deckung der Verfahrenskosten zu gebrau-

chen. 

5. Unter den üblichen Kosten- und Entschädigungsfolgen. 

- Beschuldigter (amtliche Verteidigerin): 

3. 

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1. Der Beschuldigte sei freizusprechen von: 
der qualifizierten Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelge-
setz gemäss Art. 19 Abs. 1 lit. c, d und g i.V.m. Abs. 2 lit. a BetmG 
(Ziff. 1 der Anklageschrift); 
der mehrfachen Widerhandlung gegen das Waffengesetz gemäss 
Art. 33 Abs. 1 lit. a WG i.V.m. Art. 4 Abs. 1 lit. de WG, Art. 7 Abs. 2 
lit. b WG (Ziff. 4 der Anklageschrift); 
Übertretung gegen das Waffengesetz gemäss Art. 34 Abs. 1 lit. d 
i.V.m. Art. 11 Abs. 1 WG und Art. 47 Abs. 1 WV (Ziff. 5 der Anklage-
schrift). 

2. Der Beschuldigte sei schuldig Z,tJ sprechen: 
der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes gemäss 
Art. 19a Ziff. 1 BetrnG (Ziff. 6 der Anklageschrift); 
des mehrfachen Fahrens ohne Berechtigung gemäss Art. 95 Abs. 1 
lit. b SVG (Ziff. 2); 
des mehrfachen . Fahrens in fahrunfähigem Zustand gemäss Art. 91 
Abs. 2 lit. b SVG (Ziff. 3). 

3. Der Beschuldigte sei im Sinne der einschlägigen Gesetzesbestimmun-
gen zu verurteilen zu: 
einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen a Fr. 30.00, bedingt; 
einer Busse von Fr. 1 '000.00. 

4. Die ausgestandene Untersuchungshaft von 99 Tagen sei dem Beschul-
digten auf die Strafe anzurechnen. 

5. Es sei auf den Widerruf der mit Strafbefehl vom 10.09.2019 gewährten 
bedingten Geldstrafe in Anwendung von Art. 46 Abs. 2 StGB zu ver-
zichten. Der Beschuldigte sei zu verwarnen und die Probezeit zu ver-
längern. 

6. Es seien die beschlagnahmten Gegenstände, mit Ausnahme des Bar-
geldes von Fr. 8'064.80, einzuziehen und zu vernichten bzw. zu ver-
werten. Die beschlagnahmten Vermögenswerte im Betrag von 
Fr. 8'064.80 seien dem Beschuldigten nach Rechtskraft des Urteils her-
auszugeben. 

7. Es sei.der amtlichen Verteidigung eine Entschädigung aus der Staats-
kasse auszusprechen gestützt auf die eingereichte Kostennote. 

8. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen mit¼ zu lasten des Beschul-
digten und ¾ zu l asten der Staatskasse. 

Im Anschluss an die Verhandlung fällte das Gericht einstimmig das vorlie-

gende, mündlich eröffnete Urteil. 

4. 
Mit Eingabe vom 13. September 2021 meldete die amtliche Verteidigerin 

fristgerecht Berufung an. 

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Das Gericht zieht in Erwägung: 

I. Formelles 

1. Örtliche Zuständigkeit 
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten die Begehung von mehre-
ren Delikten vor, die alle im Bezirk Baden verübt worden sein sollen. Die 
örtliche Zuständigkeit des Bezirksgerichts Baden ist somit gegeben (Art. 34 
Abs. 1. StPO). 

2. Sachliche Zuständigkeit 
Die Staatsanwaltschaft beantragt eine Freiheitsstrafe von 2 ½ Jahren, wes-
halb gestützt auf Art. 19 StPO i.V.m. § 11 Abs. 1 i.V.m. § 12 EG StPO AG 
die sachliche Zuständigkeit des Gesamtgerichts gegeben ist. 

II. Materielles 

1. Tatvorwürfe 
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten zusammenfassend vor, 
sich der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, 
des mehrfachen Fahrens ohne Berechtigung, des mehrfachen Fahrens in 
fahrunfähigem Zustand, der mehrfachen Widerhandlung gegen das Waf-
fengesetz, der Übertretung gegen das Waffengesetz und der mehrfachen 
Übertretung gegen das Betäubungsmittelgesetz strafbar gemacht zu ha-
ben, indem er am 26. August 2020 Kokain, Heroin und Sevre-Long Kapseln 
zum beabsichtigten Verkauf besessen haben soll, vom 10. Juni 2020 bis 
26. August 2020 Heroingemisch an diverse Abnehmer veräussert haben 
soll, im Juni und August 2020 mehrere Male trotz Führerausweisentzug und 
teilweise unter Morphin- und Kokaineinfluss ein Motorfahrzeug gelenkt ha-
ben soll, am 26. August 2020 eine Softairpistole und einen Schlagring ohne 
Waffentragbewilligung und schriftlichen Vertrag übernommen und mit sich 
geführt haben soll sowie von Februar 2020 bis 26. August 2020 Kokain, 
Heroin und Sevre-Long Kapseln besessen und konsumiert haben soll. Für 
die detaillierten Vorwürfe wird auf die Anklageschrift verwiesen. 

Die Verteidigung beantragt einen Schuldspruch des Beschuldigten wegen 
mehrfacher Übertretung gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG, mehrfachen Fah-
rens ohne Berechtigung und mehrfachen Fahrens in fahrunfähigem Zu-
stand. Betreffend qualifizierter Widerhandlungen gegen das Betäubungs-
mittelgesetz und der Delikte gegen das Waffengesetz sei der Beschuldigte 
freizusprechen (Plädoyer Verteidigung, S. 25). 

1.1. 
Das Gericht hat alle für die Beurteilung der Tat und der beschuldigten Per-
son bedeutsamen Tatsachen von Amtes wegen abzuklären (vgl. Art. 6_ 
Abs. 1 StPO). In anderen Worten ist es Aufgabe des Gerichts, u.a. abzu-
klären, ob sich der in der Anklageschrift geschilderte Sachverhalt auch tat-

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sächlich so zugetragen hat. Diese Abklärung erfolgt auf dem Weg der Be-
weisführung (Art. 139 Abs. 2 StPO). Das Gericht setzt zur Wahrheitsfin-
dung alle zulässigen Beweismittel ein (Art. 139 Abs. 1 StPO). 

Was eine beschuldigte Person wusste, wollte und in Kauf nahm, betrifft so-
genannte innere Tatsachen und ist somit Tat- und nicht Rechtsfrage. Über 
Tatfragen bzw. innere Tatsachen ist ebenfalls Beweis zu führen. Ist der Tä-
ter hinsichtlich der inneren Tatsachen nicht geständig, so ist aufgrund der. 
äusseren Umstände bzw. des Tatvorgehens auf die inneren Tatsachen zu 
schliessen. Sind die Tatsachen beweismässig erstellt, so ist es eine 
Rechtsfrage, ob damit ein vom Gesetz verlangtes Tatbestandsmerkmal er-
füllt worden ist. Zu beachten ist allerdings, dass sich Tat- und Rechtsfragen 
zuweilen überschneiden können (vgl. zum Ganzen BGE 130 IV 58 E. 8.5 
mit zahlreichen Verweisen). 

1.2. 
Gemäss Art. 10 Abs. 2 StPO hat das Gericht über das Ergebnis der Be-
weisaufnahme nach seiner freien , aus dem ganzen Verfahren geschöpften 
Überzeugung zu entscheiden. Der Grundsatz der freien Beweiswürdigung 
besagt, dass die Organe der Strafrechtspflege frei von Beweisregeln und 
nur nach ihrer persönlichen Ansicht aufgrund gewissenhafter Prüfung dar-
über entscheiden, ob sie eine Tatsache für bewiesen halten oder nicht. Die 
Verurteilung kann sich auch auf Indizien oder das Protokoll einer polizeili-
chen Befragung stützen. Entscheidend ist die Überzeugungskraft eines Be-
weismittels (HAUSER/SCHWERI/HARTMANN, Schweizerisches Strafprozess-
recht, Basel/Genf/München 2005 [nachfolgend zit. HAUSER/S_CHWERI/HART-
MANN], § 54 N 1 ff.). Der Grundsatz in dubio pro reo nach Art. 10 Abs. 3 
StPO besagt, dass der Beschuldigte freizusprechen ist, wenn erhebliche 
und unüberwindbare Zweifel an der Schuld des Beschuldigten bestehen. 
Bloss abstrakte und theoretische Zweifel dürfen dabei selbstverständlich 
nicht massgebend sein, weil solche immer möglich sind. Nur wenn erheb-
liche Zweifel an der Schuld des Beschuldigten auftauchen, die sich nach 
der objektiven Sachlage aufdrängen und sich jedem kritischen vernünftigen 
Menschen stellen, ist der Beschuldigte nach dem Grundsatz in dubio pro 
reo freizusprechen. Diese Beweisregelung beruht auf der Erkenntnis, dass 
sich ein Sachverhalt nie dermassen lückenlos nachweisen lässt, dass 
sämtliche denkbaren Zweifel an seiner Verwirklichung ausgeräumt werden 
können. Die erforderliche Überzeugung des Gerichts von der Täterschaft 
des Beschuldigten ist demnach erreicht, wenn vernünftigerweise und nach 
den Erfahrungen des Lebens ein anderer als der dem Beschuldigten vor-
geworfene Sachverhalt keine oder nur geringe Wahrscheinlichkeit für sich 
hat und daher erhebliche Zweifel an der Richtigkeit des angeklagten Sach-
verhaltes nicht mehr obwalten können (HAUSER/SCHWERI/HARTMANN, § 54 
N 12 ff.). Damit ist gesagt, dass nicht jeder denkbare oder mögliche Zweifel 
an der Täterschaft eines Beschuldigten einen Zweifelsfall im Sinne des 
Art. 10 Abs. 3 StPO zu begründen vermag. Es muss sich um erhebliche 
und nicht zu unterdrückende Zweifel handeln, d.h. um solche, die sich nach 
der objektiven Sachlage aufdrängen (BGE 124 IV 86 f .; Urteil des Bundes-
gerichts 68_997/2010 vom 5. April 2011 E. 3.3.2). Der Grundsatz in dubio 

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pro reo ist dann verletzt, wenn das Gericht an der Schuld hätte zweifeln 
müssen (BGE 138 V 74 E. 7 mit Hinweisen). 

Eine Verurteilung auf der Grundlage von Indizien verletzt weder die Un-
schuldsvermutung, noch die aus ihr abgeleiteten Teilrechte. Dabei findet 
der Grundsatz in dubio pro reo nicht auf einzelne Indizien Anwendung, son-
dern entfaltet seine Wirkung bei der Beweiswürdigung als Ganzes. Mass-
gebend ist nicht eine isolierte Betrachtung der einzelnen Beweise, welche 
für sich allein genommen nur eine gewisse Wahrscheinlichkeit begründen 
und insofern Zweifel offenlassen, sondern deren gesamthafte Würdigung 
(NIKLAUS ÜBERHOLZER, Grundzüge des Strafprozessrechts, 3. Auflage, 
Bern 2012, N 693). 

1.3. 
Bei sich widersprechenden Aussagen hat der Richter im Rahmen der freien 

Beweiswürdigung abzuwägen, welche Person und Aussage glaubwürdiger 
ist. Dabei führt der Grundsatz der Unschuldsvermutung nicht automatisch 
zu einer stärkeren Gewichtung der Aussage des Beschuldigten. Zur Wür-
digung von Partei- oder Zeugenaussagen sind die nachfolgenden Kriterien 
heranzuziehen: In erster Linie ist nicht auf die allgemeine Glaubwürdigkeit 
der Person abzustellen, sondern auf die Glaubhaftigkeit der im Prozess re-
levanten Aussagen mit Bezug auf den konkret zu beurteilenden Vorfall. De-
ren Aussageinhalt ist zu analysieren und kritisch zu würdigen, wobei auf 
das Vorhandensein von Realitätskriterien bzw. auf das Fehlen von Lügen-
signalen zu achten ist (GRONER, Beweisrecht, Bern 2011 [nachfolgend zit. 
GRONER], S. 108 ff. und S. 170 ff.; Bundesgerichtsurteil 68_354/2011 vom 
10. Oktober 2011 E. 3.2). Realitätskriterien sind solche Merkmale, deren 
ausgeprägtes Vorhandensein indiziellen Charakter für den Wahrheitsge-
halt einer Aussage haben. Neben der wichtigen Aussagekonstanz bei meh-
reren Aussagen zumindest für das Kerngeschehen spricht beispielsweise 
für eine realitätsbegründete Darstellung, wenn die Aussage in sich logisch 
konsistent ist, wenn die Darstellung im freien Bericht sprunghaft erfolgt, 
wenn sie viele Details enthält, wenn die Kernhandlung mit bestimmten 
räumlichen und örtlichen Verhältnissen und zeitlichen Gegebenheiten ver-
knüpft ist, wenn Interaktionen, die sich gegenseitig bedingen oder aufei-
nander bezieh_en, dargestellt werden, wenn der Zeuge Gespräche wieder-
geben kann und besonders auch, wenn er in der Lage ist, Komplikationen 
im Handlungsablauf wiederzugeben (DITTMANN, Zur Glaubhaftigkeit von 
Zeugenaussagen, Plädoyer 2/1997, S. 33 ff.). 

Zu berücksichtigen sind auch die Motive der Aussagenden. Hat jemand ein 
eigenes Interesse am Ausgang des Verfahrens oder ist er mit einer Partei 
befreundet oder verwandt bzw. besteht ein Anreiz zu einer Falschaussage, 
haben seine Aussagen eine geringere Überzeugungskraft als diejenigen 
einer unabhängigen Person. Insbesondere ein stereotypes oder gehemm-
tes Aussageverhalten einer in einem Interessen- oder Loyalitätskonflikt ste-
henden Person kann ein Indiz dafür sein, dass diese unter Druck gesetzt 
wurde. Werden Äusserungen hingegen durch weitere Umstände bestätigt, 
etwa durch gleiche Aussagen anderer Zeugen oder sachliche Beweismittel , 

- 12 -

gewinnen diese an Beweiskraft. Dasselbe gilt für wiederholte Aussagen. 
Wesentlich ist dabei, ob die Geschehnisse im Kerngehalt immer gleich ge-
schildert werden. Im laufe des Verfahrens abweichende Aussagen über 
Einzelheiten müssen nicht zu einer fehlenden Glaubhaftigkeit führen. Ins-
besondere wenn der Aussagende plausibel erklären kann, warum er seine 
Äusserungen änderte, kann auch auf eine widersprüchliche Darstellung ab-
gestellt werden. Aufgrund der unterschiedlichen Betroffenheit und Wahr-
nehmung eines Ereignisses kann es aber durchaus sein, dass sich eine 
Person eher an Einzelheiten erinnern kann als alle anderen Beteiligten. In 
der Regel ist davon auszugehen, dass kurz nach dem Vorfall geäusserte 
Schilderungen unbefangener und zuverlässiger sind. Je länger ein Ereignis 
zurückliegt, desto weniger kann man sich an etwas erinnern (GRONER, 
S. 108 ff., S. 170 ff. und S. 250 f.; Bundesgerichtsurteil 68_760/2010 vom 
13. Dezember2010 E. 2.4.1). 

1.4. 
Ist die beschuldigte Person geständig, so prüft das Gericht die Glaubwür-
digkeit ihres Geständnisses und fordert sie auf, die näheren Umstände der 
Tat genau zu bezeichnen (Art. 160 StPO). 

2. Rechtlich relevante Sachverhalte 
Im Folgenden sind die für die rechtliche Beurteilung massgeblichen Sach-

verhalte zu ermitteln. 

2.1. 
2.1.1. Anklagevorwurf 
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten in Anklageziffer 1. vor, er 
habe am 26. August 2020 ca. 40.55 g Heroingemisch (38 % Reinheitsgrad), 
ca. 48.6 g Kokaingemisch (86 % Reinheitsgrad) und 45 Sevre-Long Kap-
seln in einer verschlossenen Geldkassette aufbewahrt. Er habe diese Be-
täubungsmittel weiterverkaufen wollen, wozu es bloss aufgrund der Fest-
nahme nicht gekommen sei. Weiter habe er am 10. Juni 2020 B. ca. 4.95 
g Heroingemisch (Reinheitsgrad 60 %) und C. eine unbekannte Menge He-
roingemisch übergeben. Am 16. Juli 2020 habe er D. eine unbekannte 
Menge Heroingemisch übergeben, ebenso am 26. August 2020 an F. und 
im Zeitraum von Juni 2020 bis 26. August 2020 mehrere Male an G .. Am 
26. August 2020 soll er E. 0.2 g Heroingemisch übergeben haben. 

2.1.2. Standpunkt des Beschuldigten 
Der Beschuldigte anerkennt, die Geldkassette samt Inhalt in seinem Besitz 
gehabt zu haben. Er bestreitet jedoch, die Betäubungsmittel weiterverkau-
fen gehabt zu wollen, diese seien zum Eigenkonsum bestimmt gewesen 
(Prot. HV, S. 11 ). Dass es zu übergaben von Heroingemisch gekommen 

sein soll, bestreitet der Beschuldigte grundsätzlich. 

2.1.3. Sachliche Beweismittel 
2.1.3.1. 

- 13 -

An der Hausdurchsuchung vom 26. August 2020 konnten in der Wohnung 
von G. in Nussbaumen eine elektronische Kaffeemühle mit Pulverrückstän-
den, eine Geldkassette mit Fr. 3'500.00 Bargeld (Stückelung 4x200, 
16x100, 12x50, 25x20, 4x10), 11 Behältnisse mit Betäubungsmitteln, be-
nutzte und unbenutzte Minigrip, Minigrip mit Tabletten, ein Filzstift, ein 50 
g Gewichtsstein, ein Ersatzschlüssel und eine Metallnadel und eine Mini-
waage und 2 Löffel mit Pulverrückständen sichergestellt werden (UA act. 
110 f., 128 ff.). Bei den Betäubungsmitteln handelte es sich um 45 Kapseln 
Sevre-Long (grün und rot), um 48.6 g Kokain mit Reinheitsgrad von 86 % 
und um 40.55 g Heroin mit einem Mindest-Reiriheitsgrad von 38 % (UAact. 
309 ff., 342 f.). Zwei Minigrip-Säckchen enthielten zusammen 9.9 g Para-
cetamol (UA act. 314, 342 f.). 

An der Hausdurchsuchung vom 26. August 2020 konnten in der Wohnung 
der Mutter des Beschuldigten in Neuenhof leere und mit Betäubungsmitteln 
gefüllte Minigrip-Säckchen, Bargeld in Gassenstückelung (Fr. 4'160.- in 
200-, 100-, 50- und 10-Franken-Scheinen, € 250.-, $ 109.-), Alufolien mit 
Pulverresten, 4 orangefarbene Tabletten, 3 rote Kapseln und weitere Ge-
genstände sichergestellt werden (UA act. 81 ff.). Bei den Betäubungsmit-
teln handelte es sich um ca. 1,3g Kokaingemisch, ca. 2g Heroingemisch 
und 3 rote Sevre-Long Kapseln. 

An der Hausdurchsuchung in Nussbaumen war E. in der Wohnung anwe-
send. Bei ihm konnte 0.2 g Heroin sichergestellt werden (UA act. 110, 337 
ff.). 

2.1.3.2. 
Bei der Observation am 10. Juni 2020 konnte B. beobachtet werden, wie 
er abends in Baden an der Bahnhofstrasse in das neben ihm haltende Auto 
des Beschuldigten einsteigt. Zwei Minuten später steigt er wieder aus. Bei 
der nachfolgenden Personenkontrolle konnten 5 g Heroin festgestellt wer-
den (UA act. 491 f.). Auf dem bei B. sichergestellten Minigrip mit Heroinge-
misch konnte die DNA-Spur des Beschuldigten festgestellt werden (UA act. 
321). Das Heroingemisch von 4.7 g enthielt gemäss Bericht des IRM Bern 
vom 29. Juni 2020 60 % Heroin Hydrochlorid (UA act. 328 f.). 

Bei der Observation am 10. Juni 2020 konnte beobachtet werden, wie der 
Beschuldigte mit seinem Opel Corsa an die Coop Pronto-Tankstelle in 
Nussbaumen fährt. Eine weibliche Person mit Kleinkind auf dem Arm 
kommt mit eBike an die Tankstelle und steigt mit Kind beifahrerseitig beim 
Beschuldigten ein. 3 Minuten später steigt sie aus und entfernt sich. Die 
Frau kann als C. identifiziert werden (UA act. 331). 

Bei der fotografisch dokumentierten Observation am 16. Juli 2020 traf sich 
der Beschuldigte für 3 Minuten mit einer weiblichen Person auf einem Fahr-
rad, mit einem Kind im Kindersitz. Die Frau konnte als D. identifiziert wer-
den (UA act. 336). D. geht danach mit dem Kleinkind für 37 Minuten in das 

- 14 -

WC an der Coop Pronto-Tankstelle. "Völlig verladen" fährt sie danach zum 
Friedhof, wo sie erneut auf die WC-Anlage geht. Nach 45 Minuten entsorgt 
sie Material im Robidog-Kübel gegenüber der Toilette (UA act. 336). Aus 
diesem Robidog-Eimer in Obersiggenthal konnte eine Kartonverpackung 
zum Spritzenset "Flash+", eine Spritzenverpackung, eine Cellophanverpa-
ckung, ein blaues Papiertuch mit Blutanhaftungen und ein leeres Minigrip 
sichergestellt werden (UA act. 332). Auf dem Minigrip konnte DNA von ei-
ner weiblichen Person festgestellt werden. Die Blutanhaftungen auf dem 
Papiertuch stammen von einem Menschen (UA act. 333). 

2.1.3.3. 
Am 26. August 2020 schrieb die Telefonnummer 076 ... (abgespeichert als 
"I.") ein SMS auf das Nokia-Mobiltelefon des Beschuldigten: "1 dunk. Wo? 
Chömmer am 12.45 abmache?" Der Beschuldigte antwortete: "Tunnel hal-
tistell. Ok, viertel vor. Bring 120". Dies wurde mit "Ok" bestätigt (UA act. 
354). F. gab diese Mobiltelefon-Nummer als die eigene an. 

Am 26. August 2020 schrieb die Telefonnummer 078 .. . (abgespeichert als 
"J.") ein SMS auf das Nokia-Mobiltelefon des Beschuldigten: "40 dunkel 20 
hell .. . So geg de Mittag wer cool. .. Dete wod immer bisch oder?" Es folgt 
eine Diskussion über Zeit und Ort. "J." möchte "aber fertig ... so wie gescht 
bitte". Der Beschuldigte antwortet, "hani nüt im moment". "J." beschwert 
sich mit "Jo nei. .. Den muesch mer 60 geh ... lsch en Witz oder? Ha jo 
gschribä 40 b und 20 h [ .. . ] asso am halbi nimis brune mal". Daraufhin er-
widert der Beschuldigte "Eimol träffe. Ich chume nachher nöd no einisch 
nur wäge säbem züg. Entweder wartisch für beides oder susch vergisisch 
das h" (UA act. 355). In Nussbaumen konnte an diesem Tag braunes He-
roin-Pulver, jedoch kein weisses bzw. helles Heroin gefunden werden (UA 
act. 342 f.). "J." schrieb zudem, "bring der 2 snögscht mal. Has vergesse" 
und "rot". 

Am 26. August 2020 sendete ein "K." mit der Rufnummer 078 .. . die Nach-
richt "Ok nimsch e roti mit" an den Beschuldigten (UA act. 534). 

2.1.3.4. 
Der Beschuldigte machte mit seinem Unternehmen,·Z., im Jahr 2014 einen 
Brutto-Umsatz von $ 192'050.-, im 2015 von $ 280'620.69, im 2016 von 
$·230'158.16 ($ 103'320.41 + $ 126'837.75) und im Jahr 2017 von 
$ 92'150.65 (UA act. 372.14 ff.). 

Auf das Postkonto des Beschuldigten erfolgten folgende Einzahlungen (UA 
act. 646 ff.): 

- 11. Februar 2019 
- 8. April 2019 

16. Mai 2019 
- 29. Juli 2019 

22. August 2019 
- 3. September 2019 
- 30. September 2019 

Fr. 5'000.00 
Fr. 2'200.00 
Fr. 2'250.00 
Fr. 2'000.00 
Fr. 2'050.00 
Fr. 600.00 
Fr. 4'000.00 

27. Dezember 2019 
3. Februar 2020 
1. April 2020 
8. Juni2020 
Total 

- 15 -

Fr. 5'300.00 
Fr. 200.00 
Fr. 2'100.00 
Fr. 2'950.00 
Fr. 28'650.00 

Von G. wurden die folgenden Einzahlungen auf dasselbe Postkonto getä-
tigt: 

16. September 2019 Fr. 400.00 
5. November 2019 Fr. 350.00 
8. Januar2020 Fr. 350.00 
10. Februar 2020 Fr. 300.00 
6. April 2020 Fr. 350.00 

· 8. Mai 2020 Fr. 350.00 
12. Mai 2020 Fr. 110.00 
9. Juni2020 Fr. 200.00 
10. August 2020 Fr. 450.00 
I Qtal Fr. 2'860.00 

Insgesamt ergibt dies Einzahlungen von Fr. 31 '510.00. 

2.2. Einvernahmen 
2.2.1. 
An der Einvernahme vom 10. September 2020 sagte der Beschuldigte aus, 
sein aktuelles Vermögen bestehe aus dem beschlagnahmten Geld aus 
Neuenhof und Nussbaumen. Ca. $ 40'000.- in bar habe er im August 2018 
aus den USA in die Schweiz mitgenommen. Das Geld habe er in einem 
schwarzen Etui in Neuenhof aufbewahrt. Er sei in die Schweiz eingereist, 
weil seine Mutter wegen gesundheitlicher Probleme Hilfe gebraucht habe. 
Er habe bei ihr und bei G. logiert und an beiden Orten keine Miete bezahlen 
müssen. G. habe er Lebensmittel und Zigaretten bezahlt. Ab und zu habe 
er ihm unentgeltlich Heroin und Kokain offeriert. Er habe zwei Handys, eine 
Nummer (Nokia, Rufnummer 076 ... ) sei für die weniger erwünschten 
Leute, die ihn nicht auf dem Samsung (Rufnummer 077 ... ) anrufen sollten. 
Heroin und Kokain habe er Anfang 2020 begonnen zu konsumieren, zum 
Schluss 3-4 g Heroin und bis zu 8 g Kokain täglich. Am 26. August 2021 
habe er mit E. ca. 0.2 g Heroin gegen eine Sevre-Long Tablette getauscht. 
Er bestreitet, Kokain und Heroin verkauft zu haben. Ab und zu habe er Be-
täubungsmittel von Juni bis August 2020 unentgeltlich offeriert (UA act. 255 
ff.). 

An der Einvernahme vom 17. September 2020 gab der Beschuldigte an, er 
habe Ende Juli 2018 ca. $ 40'000.- in die Schweiz eingeführt als Feriengeld 
für Reisen nach Italien (3 Monate im Frühling/Sommer 2019) und Belgien 
(3 Monate ca. September - Dezember 2019). Er habe dieses Geld nicht 
auf dem Konto gelassen, weil er sonst Bank- und Transfergebühren hätte 
zahlen müssen. er einen schlechteren Wechselkurs erhalten hätte und der 
Dollar immer schwächer geworden sei. In der Schweiz habe er es nicht auf 
ein Konto eingezahlt, weil er sonst darauf besteuert worden wäre. Er habe 

- 16 -

eine zweite Telefonnummer für unerwünschte Kollegen und Bekannte, 
nicht für Drogengeschäfte. L. sei ein flüchtiger Bekannter, mit dem er we-
gen Geldschulden Streit bekommen habe. Er habe nicht gewusst, dass 
diese SI M-Karte auf ihn eingelöst sei. Die Sevre-Long Kapseln habe er ge-
tauscht oder für Fr. 20.- gekauft, um innerhalb von 2.5 Wochen einen Ent-
zug machen zu können. Die elektronische Kaffeemühle habe er zum Zer-
kleinern der Heroin-Steine benutzt. Er habe grosse Mengen Heroin gekauft 
für ca. Fr. 55.- pro Gramm, weil er nicht jede Woche auf der Gasse habe 
suchen wollen. Anfang August 2020 habe er die 42 g Heroin in Baden für · 
Fr. 2'200.- gekauft in einem grossen Minigrip mit Klebeband umwickelt. Das 
aufgefundene Kokain habe er eine Woche später für Fr. 3'200.- bei dersel-
ben Person in Baden gekauft, in einem Minigrip mit Klebeband umwickelt. 
Beides sei für den Eigenkonsum gewesen. Die Qualität sei durchgehend 
gleich gewesen. Die in Nussbaumen aufgefundene Geldkassette und die 
sich darin befindlichen Gegenstände gehörten ihm. Das aufgefundene 
Geld stamme teilweise aus seinem Ersparten aus den USA. Die Minigrip-
Säckchen habe der Beschuldigte für den Transport von Kleinmengen nach 
Neuenhof und für Tausche mit Sevre-Long Kapseln gebraucht. Der Filzstift 
habe er für Notizen benutzt der sei per Zufall in der Kassette gewesen. Die 
blauen Valium-Tabletten seien für den ängstlichen Hund von G., er handle 
auch nicht mit Medikamenten (UA act. 423 ff.). 

An der Einvernahme vom 24. September 2020 führte der Beschuldigte aus, 
er könne keine Bankunterlagen zu seinem Ersparten einreichen, weil der 
grösste Teil aus Bargeldverkäufen von Autoteilen stamme. Für die Handy-
Verkäufe gebe es Steuerunterlagen. Das auf L. eingelöste Nokia habe er 
von einem Herrn, M., erhalten. L. kenne er nicht und er habe auch nicht 
gewusst, dass sie eine Prostituierte sei. Vom gekauften Heroin und Kokain 
habe er ein wenig konsumiert. Ein zusätzlich gefülltes Minigrip sei von ei-

nem früheren Einkauf (UA act. 460 ff.). 

An der Einvernahme vom 12. November 2020 gab der Beschuldigte zu Pro-
tokoll, er habe B. getroffen, ihm aber nichts verkauft. Er kenne ihn nur über 
G .. B. habe für ihn Aktions-Zigaretten gekauft, weil er am Bahnhof vorbei-
kam und dem Beschuldigten gleichentags gesagt wurde, er dürfe pro Tag 
nur eine Aktion nutzen. B. sei bei der Postautohaltestelle in sein Auto ge-
stiegen, habe ihm die Zigarettenstangen gegen Geld übergeben. G. habe 
ihm aufgrund der guten Qualität noch seinen Heroin-Kauf aus Zürich ge-
zeigt, er habe das Heroin in die Hände genommen. Der Beschuldigte bleibt 
dabei, E. Heroin gegen Sevre-Long getauscht zu haben. E. sei wohl ver-
wirrt gewesen, wenn er bestreitet, das Sevre-Long gegeben zu haben (UA 
act. 486 ff.). 

An der Einvernahme vom 19. November 2020 sagte der Beschuldigte, C. 
kenne er flüchtig. Beim letzten Kontakt sei es um ein persönliches Ge-
spräch gegangen. Er habe ihr keine Drogen verkauft (UA act. 498 ff.). Mit 
D. sei er befreundet. Er verweigert auf die Frage, ob es Drogen-Tauschge-
schäfte gab, die Aussage. An den Grund für das Treffen könne er sich nicht 
mehr erinnern. Er habe ihr keine Drogen verkauft. Auf Konfrontation mit der 

- 17 -

Observation gibt er keine Antworten (UA act. 506 ff.). F. kenne er durch 
seine Frau. An das letzte Treffen könne er sich nicht erinnern. Er bestreitet, 
ihm Drogen abgegeben zu haben, verweigert ansonsten die Aussage und 
nimmt zum Chat-Verlauf keine Stellung (UA act. 516 ff.). J. bzw. N. und K. 
kenne er, weitere Aussagen insbesondere zum Chat-Verkehr verweigert 
er. Er bestreitet, ihnen Drogen verkauft zu haben (UA act. 524 ff.). 

An der Einvernahme vom 2. Dezember 2020 gab der Beschuldigte an, sein 
Postkonto habe er zum Rechnungen zahlen benutzt. Das eingezahlte Geld 
stamme vom Ersparten aus den USA. Zu den einzelnen Zahlungen konnte 
er nichts mehr sagen. Eine Erklärung, weshalb er nachzahlte, obwohl noch 
genügend Geld zum Zahlen auf dem Konto war, konnte er nicht geben. G. 
habe für ihn jeweils Geld einbezahlt, wenn er an der Post vorbeiging (UA 
act. 535 ff.). Zu Fragen betreffend Betäubungsmittelkonsum gab er keine 
Auskunft. Die sichergestellten Betäubungsmittel seien sein Besitz, er habe 

diese jedoch nicht verkauft (UA act. 545 ff.). 

An der Schlusseinvernahme vom 25. Mai 2021 sagte der Beschuldigte aus, 
das aufgefundene Kokain und Heroin sei für den Eigenkonsum gewesen, 
die Sevre-Long Tabletten für einen geplanten Entzug und das Geld aus der 
Kassette für den Lebensunterhalt. Mit E. habe er Heroin gegen Sevre-Long 
getauscht, G. habe er für den Konsum Heroin gegeben. Ansonsten habe 
er keine Betäubungsmittel abgegeben (UA act. 290.3 ff.). 

An der Hauptverhandlung vom 7. September 2021 sagte der Beschuldigte 
aus, er habe aus den USA $ 40'000 . ..: in bar in die Schweiz eingeführt und 
dann nach und nach in Wechselstuben gewechselt. Auf das Postfinance-
Konto sei das nötige eingezahlt worden, um Rechnungen zah len zu kön-
nen. Er sei zuerst zu seinem Vater nach Italien gereist bis August, danach 
noch 3 Monate bei der Freundin in Belgien gewesen, bevor er im ca. ·No-
vember 2018 fest in der Schweiz gewesen sei. Die Reisen seien aufgrund 
fehlender Übernachtungskosten sehr günstig gewesen, er habe sie von sei-
nem Ersparten finanziert. G. habe ihm Stück für Stück Geld für die gemein-
sam verbrachten Ferien überwiesen (Benzin, Maut, Restaurantbesuche). 
Einen Teil von seinem Ersparten habe er, der Beschuldigte, ihm auch zum 
Einzahlen mitgegeben, wenn G. sowieso in den Markthof musste. Er habe 
ihm keine Miete gezahlt, dafür häufig Lebensmittel und Zigaretten besorgt. 
Seiner Mutter habe er keine Miete gezahlt, teilweise habe sie auch seine 
Krankenkassenprämien übernommen. Er habe im Frühling mit dem Dro-
genkonsum begonnen. Im Juni/Juli habe er nur sporadisch konsumiert, das 
sei dann recht schnell mehr geworden. Die aufgefundenen Betäubungsmit-
tel seien für den Eigenkonsum gewesen. Die grosse Menge habe er sich 
leisten können und er habe - gerade auch mit Corona - nicht jeden Tag 
suchen gehen wollen. Dies habe für 1 - 2 Monate gereicht und er habe so 
weniger zahlen müssen. Das Heroin habe er auf einmal gekauft für ca. Fr. 

· 1800.-, das Kokain ein anderes Mal auf einmal. Der Inhalt der kleinen Mi-
nigrip-Säckchen sei gute Ware aus früheren Käufen gewesen. Die Sevre-
Long Kapseln habe er sich iusammengesammelt für einen selbständigen 
Entzug in Sizilien. Die Waage habe er gehabt, um die Kaufmengen und den 

- 18 -

Tageskonsum kontrollieren und um die Notfallreserve für Neuenhof abmes-
sen zu können. Das aufgefundene Bargeld und das Geld auf dem Post-
konto stamme - bis auf ein paar Tausender von seinen Eltern -von seinem 
eingeführten Ersparten. B. habe ihm die 4für3-Aktions-Zigaretten gekauft 
und im Auto vorbeigebracht. Bei dieser Gelegenheit habe B. ihm das ge-
kaufte Heroin guter Qualität gezeigt. C. und D. kenne er, mit diesen habe 
er an den Observationstagen ein persönliches Gespräch geführt. Er habe 
sich mit ihnen bei diesen Treffen für ein späteres persönliches Gespräch 
verabredet. Ihnen und F. habe er keine Betäubungsmittel abgegeben. E. 
habe ihm 2 Sevre-Long Kapseln als Dankeschön für Drogen gegeben. An 
der Einvernahme sei E. verwirrt gewesen (Prot. HV, S. 4 ff.). 

2.2.2. 
B. sagte in der Einvernahme vom 12. November 2020 aus, er und der Be-
schuldigte würden sich über G. kennen. Er konsumiere jetzt nichts mehr. 
Das letzte Mal sei er vor zwei Monaten mit Heroin erwischt worden. An 
diesem Tag habe er sich kurz davor mit dem Beschuldigten getroffen, um 
ihm im Auto 1 O Pack Aktions-Zigaretten aus dem Bahnhofkiosk Baden zu 
bringen. G. habe ihm am Telefon gesagt, er solle dem Beschuldigten diese 
kaufen. Die Übergabe habe 5 Minuten gedauert, ansonsten sei nichts ge-
wesen im Auto, der Beschuldigte habe nichts von seinem Heroinkauf mit-
bekommen. Dieser habe es ihm auch nicht verkauft. Auf die sichergestellte 
männliche DNA-Spur angesprochen, sagte G. , er habe dem Beschuldigten 
das Heroin gezeigt, vielleicht habe er es in den Fingern gehabt (UA act. 
554 ff.). 

E. sagte an der Einvernahme vom 12. November 2020 aus, der Beschul-
digte sei ein Kollege von ihm. Er sei am 26. August 2020 für den Besitz von 
Heroin in Gs Wohnung gebüsst worden, als er mit diesem Pommes und 
Plätzli habe essen wollen. Er woilte keine Aussagen machen, von wem er 
das Heroin erhalten hatte. Später anerkennt er, die 0.2 g Heroin vom Be-
schuldigten erhalten zu haben. Auf die Aussage des Beschuldigten ange-
sprochen, wonach er das Heroin gegen Sevre-Long Kapseln getauscht 
habe, erwiderte E., dies stimme ganz sicher nicht und er sei ganz durchei-
nander. Er habe Subutex als Substitutionsmedikament (UA act. 570 ff.). 

F. gab in der Einvernahme vom 2. Dezember 2020 an, er habe zwei Han-
dynummern (079 .. . und 076 ... ), weil er das Handy mit der ersten Nummer 
verloren und wiedergefunden gehabt habe. Er be·nutze dieses Handy und 
wenn es sonst jemand brauche. Zu Fragen betr. Beschuldigter und Betäu-
bungsmittel machte er keine Aussagen (UA act. 584 ff.). 

C. sagte am 19. November 2020 aus, sie benutze die auf sie lautende Han-
dynummer. Des Weiteren machte sie keine Aussagen (UA act. 599 ff.). 

D. führte an der Einvernahme vom 19. November 2020 aus, sie würde den 
Beschuldigten über einen Kollegen kennen. Sie habe ein, zwei Mal Seel-
sorgerin gespielt, als es ihm aufgrund des Todes einer guten Freundin nicht 
gut gegangen sei. Zuletzt habe sie ihn beim Markthof in Nussbaumen bei 

- 19 -

einem Spaziergang getroffen, vor ca. einem halben Jahr. Am 16. Juli 2020 
hätten sie sich wohl zufällig getroffen, weil sie häufig mit ihrem Sohn dort 
spazieren gehe, er habe gerne Tiere (z.B. den Hund von G.) und es habe 
dort eine Baustelle mit Baggern. Es sei kein vereinbartes Treffen gewesen, 
sie hätten sich gekreuzt. Sie sei an diesem Tag auf die Toiletten, weil sie 
habe Wasser lassen oder Hände waschen müssen. Zu allfälligen Betäu-
bungsmittelgeschäften von und mit dem Beschuldigten verweigerte sie die 
Aussage (UA act. 612 ff.). 

G. führte an der Einvernahme vom 26. August 2020 aus, der Beschuldigte 
sei ein kollegialer Freund, sie würden sich seit etwa zwei Jahren kennen. 
Der Beschuldigte wohne eigentlich bei seiner Mutter in Neuenhof. Er sei 
vorübergehend bei ihm eingezogen, weil aufgrund eines zweiwöchigen 
Aufenthalts seines Vaters zu wenig Platz in der elterlichen Wohnung gewe-
sen sei. Danach sei er den Beschuldigten nicht mehr losgeworden. Er habe 
keine Miete bezahlt, lediglich ab und zu Lebensmittel gekauft. Im Septem-
ber 2019 seien sie zusammen einen Monat beim Vater des Beschuldigten 
in Sizilien gewesen, da habe ihn der Beschuldigte eingeladen. Am Tag der 
Hausdurchsuchung hätte er mit E. grilliert und Substanzen konsumiert. Zur 
Frage, ob E. in der Wohnung Betäubungsmittel bezog, grinste er und wollte 
nichts dazu sagen. Zu allfälligen Betäubungsmittelgeschäften des Beschul-
digten verweigerte er die Aussage (UA act. 629 ff.). 

2.3. 
2.3.1. Erstellung des Sachverhaltes Ziff. 1.1 
Dass die aufgefundenen Mengen an Betäubungsmittel im Besitz des Be-
schuldigten standen, wird von diesem nicht bestritten. Er behauptet jedoch, 
diese seien lediglich für den Eigenkonsum bestimmt gewesen. Es sei güns-
tiger, einfacher und sicherer gewesen, eine grosse Menge auf einmal ein-
zukaufen, um nicht mehrmals wöchentlich suchen gehen zu müssen. Er 
habe das Geld dazu gehabt. Er habe keinen Handel betrieben. 

2.3.1.1. 
Der Beschuldigte gibt an, mit ca. $ 40'000.- in bar in die Schweiz eingereist 
zu sein. Er habe einen Teil davon in verschiedenen Tranchen in Wechsel-
stuben in Schweizer Franken gewechselt und dieses Geld für seine Reisen, 
für den Drogenkauf und für seine Lebenshaltung in der Schweiz ausgege-
ben. Der Dollar-Franken-Kurs bewegte sich zwischen Mitte 2018 und Mitte 
2020 zwischen 1: 1 und 1 :0,96, selten 1: 1,02 (https://www.finanzen.ch/de-
visen/historisch/dollarkurs). Zu Gunsten des Beschuldigten wird mit einem 
Kurs von 1: 1 umgerechnet, sodass er Fr. 40'000.- wechseln konnte. Hinzu-
zurechnen sind ein paar Tausende von den Eltern des Beschuldigte - laut . 
Beschuldigten weniger als Zehntausend. Es ist zu überprüfen, ob der Be-
schuldigte tatsächlich nur von diesen Beträgen gelebt haben kann oder ob 
noch Geld aus Drogenverkäufen hinzugekommen sein muss. Von der An-
fangssumme abzuziehen sind zum einen die Ausgaben, zum andern das 
aufgefundene Geld, das noch nicht ausgegeben worden ist. 

- 20 -

In den durchsuchten Wohnungen wurde Bargeld im Wert von Fr. 3'500.00 
und Fr. 4'160.00 sichergestellt. Auf sein Postkonto hat der Beschuldigte 
Einzahlungen von Fr. 31'510.00 getätigt , wovon am 25. August 2020 noch 
Fr.. 1 '034.00 übrig waren. Die Einzahlungen wurden fast vollständig für die 
Lebenshaltung, wie Internet, Handy-Abo, Steuern, Spital, etc. verwendet. 
Ein Teil seiner Lebenshaltung in der Schweiz war damit noch nicht abge-
deckt, so z.B. Lebensmittel , Zigaretten, Krankenkasse, Auto, Bussen (z.B. 
UA act. 132). Die Barbezüge vom Postkonto in der Höhe von ca. 
Fr. 5'000.00 sowie die Postüberweisung von Fr. 745.00 reichen zur De-
ckung dieser übrigen Lebenshaltungskosten nicht aus, kostet doch die 
Krankenkasse bereits ca. Fr. 300.00 pro Monat (Prot. HV, S. 14). Berechnet 
man diese Prämien zurückhaltend erst ab der Rückkehr von seinen Reisen 
(November/Dezember 2018, 20 x Fr. 300.00), sind die Barbezüge und 
Überweisungen damit bereits aufgebraucht. Für den grossen Heroin- und 
Kokainkauf hat der Beschuldigte Fr. 5'000.- (zu Gunsten des Beschuldigten 
ausgehend von seiner tieferen Preisschätzung) ausgegeben. Darin sind die 
Kosten für die kleinen Drogenkäufe davor (laut Beschuldigtem Fr. 50.00 pro 
Gramm Heroin, für Kokain liegt der übliche Preis bei ca. Fr. 100.00 pro 
Gramm) noch nicht enthalten. Der Beschuldigte gibt an, zuletzt bis zu 8g 
Kokain und 2-3g Heroin pro Tag konsumiert zu haben. Begonnen habe es 
im Juni/Juli. Selbst bei einer erheblich geringeren Konsummenge von je 1 g 
Kokain und Heroin pro Tag ergibt dies Aufwendungen von Fr. 4'500.00 pro 
Monat. Für die mehrmonatigen Reisen (mindE;Jstens 1 Monat beim Vater 
bzw. in Italien, 3 Monate bei der Freundin in Belgien) habe der Beschuldigte 
maximal€ 50.- pro Tag ausgegeben. Dies ergibt für die Gesamtdauer ca. 
Fr. 6'000.00. 

So resultiert (mit vorsichtigen Schätzungen und ausgenommen eines Teils 
der Lebenshaltungskosten) ein Betrag von Fr. 54'670.00 als Total des aus-
gegebenen und aufgefundenen Geldes. Dies übersteigt den Betrag, den 
der Beschuldigte als Startkapital in die Schweiz mitgebracht bzw. von sei-
nen Eltern erhalten haben will (ca. Fr. 45'000.00), deutlich. Anhand dieser 
Berechnungen ergibt sich, dass der Beschuldigte seinen Aufenthalt in der 
Schweiz nicht nur von seinem Ersparten finanziert hat, sondern dass Ein-
nahmen aus Betäubungsmittelhandel hinzugekommen sein müssen. Auch 
die Begründung des Beschuldigten, er habe auch noch bar mit Autoteilen 
gehandelt, vermag die Differenz nicht zu erklären. Wären es ein Autoteile-
Handel in Amerika gewesen, wäre der Geldfluss ersichtlich gewesen. Für 
den Handel in der Schweiz hätte er Autoteile zukaufen müssen und die 
Marge ist nicht derart gross, dass sich mehrere tausend Franken Gewinn 
hätten erwirtschaften lassen. Auch vom Opel Corsa konnte er nicht unbe-
schränkt Teile verkauft haben, da dieser noch fahrfähig war. 

Der Beschuldigte behauptete, "das nötigste" auf das Postkonto eingezahlt 
. zu haben, um Rechnungen begleichen zu können. Dem Hinweis, es seien 
Einzahlungen getätigt worden, obwohl noch genügend Geld auf dem Konto 
gewesen sei, hatte er nichts entgegenzusetzen. Gleichzeitig offenbarte sich 
eine Abneigung gegen Bankkonti (aufgrund der Gebühren und zu erwar-
tenden Steuern), was im Widerspruch dazu steht, mehr als nötig auf das 

- 21 -

Bankkonto einzuzahlen, wenn es nur für das Begleichen von Schulden er-
öffnet wurde. Zudem erfolgten regelmässig Barbezüge von jeweils mehre-
ren hundert Franken von diesem Konto (UA act. 646 ff.), was keinen Sinn 
ergibt, wenn man noch grosse Mengen Bargeld zu Hause vorrätig hat. Wei-
ter ist die Behauptung, G. habe Geld eingezahlt, um seine Ferienschulden 
ratenweise abzubezahlen, unglaubhaft. G. sagte aus, er sei eingeladen 
worden. Er hatte keinen Grund, in diesem Punkt zu lügen. 

2.3.1.2. 
Auch die in Nussbaumen aufgefundenen Gegenstände deuten auf Betäu-
bungsmittelhandel hin. Ein Filzstift und ein 50g-Gewichtsstein benötigt ein 
Konsument nicht. Ebenso wenig bräuchte er derart viele leere Minigrip-
Säckchen, wenn er sie nur für den Notvorrat für Neuenhof nutzen würde. 
Zudem hätte er sie für sich selber auch wiederverwenden können. Das Bar-
geld war in typischer "Gassenstückelung" (mehrere Scheine aller kleinen 
Noten) vorhanden, wie dies im Verkehr mit Betäubungsmittelkonsumenten 
üblich ist. Ungewöhnlich für einen Konsumenten, nicht dagegen für einen 
Dealer, ist die aufgefundene grosse Menge an Betäubungsmitteln. Die Er-
klärung des Beschuldigten, es sei in grossen Mengen billiger, er habe das 
Geld dafür gehabt und die Beschaffung sei einfacher und sicherer, mag für 
sich gesehen einleuchtend klingen. Die Möglichkeit des Handels ist damit 
jedoch nicht ausgeschlossen. 

Bei der Frage nach dem Paracetamol ist dem Beschuldigten an der Haupt-
verhandlung unabsichtlich zur Hälfte das Wort "Streckmittel" rausgerutscht 
(Prot. HV, S. 12). Es fiel ihm da wohl gerade noch ein, dass nur Händler 
Streckmittel in reiner (Pulver-)Form verwenden bzw. auf Vorrat haben und 
diese Äusserung ihn deshalb als Händler verraten könnte. Er behalf sich 
dann mit folgender Erklärung: "Heroin ist manchmal, dass es einen im Hals 
kratzt oder dass es jemanden zum Husten bringt. Da hilft es, wenn man 
etwas Streckmittel reintut, dann . Wird es etwas feiner." Jemand, der die 
Betäubungsmittel lediglich zum Eigenkonsum im Besitz hat, würde sagen 
"mich kratzt es manchmal im Hals bzw. bringt mich zum Husten" und "dann 
tue ich etwas Streckmittel rein", weil es nur ihn betrifft. Die 
Allgemeinformulierungen "einen", "jemanden" und "man" deuten dagegen 
eher darauf hin, dass der Beschuldigte sich als Betäubungsmittelhändler 
betätigt und Streckmittel bei mehreren Personen verwendet. 
Dass der Beschuldigte nicht nur mit Heroin und Kokain gehandelt hat, 
sondern auch mit Sevre-Long Kapseln - welche er lediglich für den 
späteren Drogenentzug als Eigenkonsum besessen haben will - zeigt die 
Anweisung von K. an den Beschuldigten: "nimsch en roti mit". Die Sevre-
Long Kapseln sind rot. 

2.3.1.3. 
Die Aussagen des Beschuldigten zum Erhalt des Nokia-Mobiltelefons bzw. 
der SI M-Karte sind widersprüchlich. Zuerst will er L. als Mann kennen, der 
ihm das Mobiltelefon wegen Geldschulden übergeben hat. Auf die Identität 
von L. angesprochen, antwortete er, diese kenne er nicht, das Mobiltelefon 
habe er von einem Mann namens M. erhalten. Dies zeigt auf, dass der 

- 22 -

Beschuldigte nicht davor zurückscheut, Geschichten zu erfinden, statt die 
Wahrheit zu erzählen. Er passt seine Aussagen den 
Ermittlungsergebnissen an. Seine Aussagen sind folglich mit Vorsicht zu 
geniessen. Zudem ist die Tatsache, dass der Beschuldigte zwei 
Mobiltelefone nutzt und eine Nummer für unerwünschte Leute hat, ein 
weiteres Indiz dafür, dass er Drogenhandel betrieb. In diesem Milieu ist es 
üblich, eine zweite SIM-Karte für den Handel zu haben, welche noch dazu 
auf jemand anderes lautet, um die Identifikation durch die Polizei zu 
verunmöglichen. 

2.3.1.4. 
G. gab an, den Beschuldigten seit zwei Jahren zu kennen, also seit dieser 
in die Schweiz zurückgekehrt ist. Es ist unüblich, dass man jemanden, den 
man noch nicht so lange kennt, fast ein Jahr unentgeltlich bei sich wohnen 
lässt, ihm ein eigenes Zimmer zur Verfügung stellt und es durchgehen 
lässt, dass sich der Gast nicht an der Hausarbeit beteiligt. Allgemein be-
kannt ist dagegen, dass Drogensüchtige Dealer bei sich wohnen lassen in 
Gegenleistung gegen Drogen. Dass G. über den Betäubungsmittelhandel 
Bescheid wusste, jedoch davon nichts erzählen wollte, zeigte auch die Ein-
vernahme vom 26. August 2020. So grinste er auf die Fragen, ob E. oder 
andere Personen beim Beschuldigten Betäubungsmittel bezogen haben, 
verweigert die Aussage und bittet um eine Pause (UA act. 635). Zudem 
wollte er auf die Frage, ob er mit dem Beschuldigten über Betäubungsmit-
telhandel gesprochen habe, nichts sagen, fügte jedoch an, dass er ihm die 
Wohnung zur Verfügung gestellt habe und der Überfall im letzten Jahr nicht 
wegen ihm war (UA act. 647). Daraus folgt, dass G. dem Beschuldigten die 
Wohnung für den Betäubungsmittelhandel zur Verfügung gestellt habe und 
er deswegen bzw. wegen dem Beschuldigten überfallen wurde. G. habe 
zudem schon viel früher mit einer Hausdurchsuchung gerechnet (UA act. 
638). Mit einer Hausdurchsuchung rechnet man nur, wenn es einen kon-
kreten Grund gibt. Dieser findet sich hier im Betäubungsmittelhandel des 
Beschuldigten, von dem auch G. Kenntnis hatte. 

2.3.1.5. 
Nach Auswertung der zahlreichen Beweismittel zeigt sich, dass die Aus-
sage des Beschuldigten, er habe die aufgefundenen Betäubungsmittel le-
diglich zum Eigenkonsum besessen, eine Schutzbehauptung darstellt. Der 
Beschuldigte verstrickt sich in Widersprüchen und passt seine Aussagen 
auf den jeweiligen Ermittlungsstand an. Mal verrät sich der Beschuldigte 
durch einen Versprecher, mal sind seine Aussagen unlogisch. Zudem gibt 
es Widersprüche zu den glaubhaften Aussagen Beteiligter. Es bestehen 
beim Gericht keine Zweifel daran, dass sich der Sachverhalt gemäss An-
klage zugetragen hat, weshalb darauf abgestellt wird. 

2.3.2. Erstellung des Sachverhaltes Ziff. 1.2.1. 
B. erzählte von sich aus nur den legalen Teil (Zigarettenübergabe) des 
Treffens mit dem Beschuldigten. Er passte seine Geschichte stückchen-
weise an die ihm vorgehaltenen Ermittlungsergebnissen an: Den Konsum 
und Besitz von Heroin am 10. Juni 2020 gab er zu, weil er an diesem Tag 

- 23 -

mit Heroin erwischt wurde. Der Beschuldigte habe vom Heroinkauf nichts 
mitbekommen, ausser der Zigarettenübergabe sei im Auto nichts passiert. 
Als B. damit konfrontiert wurde, dass auf dem Minigrip-Säckchen mit He-
roin eine männliche (ohne weitere Identifikation) DNA-Spur festgestellt 
werden konnte, gab er zu, dass der Beschuldigte es eventuell in den Fin-
gern hatte, weil er damit wohl habe angeben wollen. Dies, obwohl die 
DNA-Spur mit dieser Vorhaltensweise genauso gut von B. hätte stammen 
können und er angeblich nicht wusste, dass der Beschuldigte mit Orogen 
zu tun hat bzw. konsumiert. Niemand zeigt einem flüchtig Bekannten He-
roin, ohne zu wissen, wie dieser zu Heroin steht. Danach wollte er sich 
plötzlich nicht mehr erinnern, was im Auto gelaufen ist, obwohl er sich im 
Übrigen genau an die Situation mit den Zigaretten (mit Angabe der Marke) 
erinnern konnte (UA act. 558 ff.). Die Aussagen von B. entsprachen in 
den wichtigen Punkten nicht der Wahrheit. Diese Umstände machen die 
Aussagen von B. nicht glaubhaft. Gleich im Anschluss der Befragung von 
B. wurde der Beschuldigte zum Treffen im Auto befragt. Dass die Aussa-
gen des Beschuldigten mit denjenigen von B. übereinstimmten, liegt nicht 
daran, dass es sich dabei um die reine Wahrheit handelt. Vielmehr ist dies 
der Tatsache geschuldet, dass der Beschuldigte an der Befragung von B. 
kurz davor teilnehmen konnte. So hörte er die Aussagen von B. und 
konnte seine Antworten entsprechend darauf anpassen. 

Die Indizien (Observation eines sehr kurzen Treffens zwischen B. und dem 
Beschuldigten, Sicherstellung eines Minigrip-Säckchens bei B. im An-
schluss, Fingerabdrücke des Beschuldigten auf dem Minigrip) und die Wür-
digung der Aussagen lassen beim Gericht keine Zweifel aufkommen, dass 
der Beschuldigte im Auto das sichergestellte Heroin an B. übergeben hat. 
Nicht auszuschliessen ist, dass dabei auch eine Zigarettenübergabe statt-
gefunden hat, was aber nichts am Würdigungsergebnis zu ändern vermag. 

2.3.3. Erstellung des Sachverhaltes Ziff. 1.2.2. 
Zum Treffen zwischen C. und dem Beschuldigten lässt sich Folgendes aus-
führen: Um eine zufällige Begegnung kann es sich nicht gehandelt haben, 
C. wusste, dass der Beschuldigte im Auto auf sie wartete. Ein Winken, Hu-
pen oder ähnliche Massnahmen, um bei einem zufälligen Aufeinandertref-
fen auf sich aufmerksam zu machen, konnte nicht beobachtet werden. Für 
ein persönliches Gespräch über die aktuellen Schwierigkeiten im Leben 
des Bes~huldigten war das Treffen mit drei Minuten zu kurz. Dies heisst 
nicht, dass dieses Thema nicht angeschnitten wurde, es konnte allerdings 
nicht der (einzige) Grund für das Treffen gewesen sein. Ebenso wenig 
ergibt die Behauptung des Beschuldigten einen Sinn, sie hätten sich ge-
troffen, um ein Treffen für ein Gespräch zu vereinbaren. Dies hätten sie 
über denselben Kommunikationskanal machen können, wie sie das Treffen 
im Auto vereinbart hatten. Für sich alleine würden diese Umstände nicht 
ausreichen, um den Anklagesachverhalt zweifelsfrei zu erstellen. Unter Be-
rücksichtigung der übrigen Vorfälle, insbesondere die hohe Menge an auf-
gefµndenen Betäubungsmitteln beim Beschuldigten, ergibt sich· ein stimmi-
ges Bild, das nur eine Drogenübergabe als Erklärung für das Treffen offen 
lässt. 

- 24 -

2.3.4. Erstellung des Sachverhaltes Ziff. 1.2.3. 
Der Beschuldigte gibt an, mit D. nur kurz gesprochen zu haben, 
es sei möglich, dass sie für ein späteres Gespräch abgemacht haben. Eine 
Heroin-Übergabe wird bestritten. 

An der Observation konnte keine sichtbare Heroin-Übergabe dokumentiert 
werden. Das im Robidog-Eimer aufgefundene Drogenbesteck wurde zwar 
nicht explizit D. zugeordnet, jedoch stammen die Blutreste von einer weib-
lichen Person und D. wurde beobachtet, wie sie das Material in diesem 
Robidog-Eimer entsorgt. Folglich darf davon ausgegangen werden, dass 
D. während des Konsums von Heroin observiert wurde, zumal sie zwei Mal 
ungewöhnlich lange auf der Toilette verschwand und von den observieren-
den Polizisten als "völlig verladen" beschrieben wurde. Die Tatsache, dass 
dieser Vorgang unmittelbar nach dem Treffen mit dem Beschuldigten ge-
schah, legt den Schluss nahe, dass sie das Heroin zuvor von diesem er-
halten hatte. Dies umso mehr, als weitere beobachtete Treffen mit ähnli-
chem Muster zwischen dem Beschuldigten und anderen Personen als Dro-
genübergabe-Treffen qualifiziert werden (siehe E. 2.3.2 und 2.3.3). Allen 
Treffen ist gemeinsam, dass die Beteiligten fadenscheinige Begründungen 
für die Begegnungen lieferten (Zufall, Zigarettenübergabe, vereinbartes 
Treffen, um ein weiteres Treffen vereinbaren zu können), dass die Treffen 
nur 2-3 Minuten dauerten und es sich um eher flüchtig Bekannte des Be-
schuldigten handelte. Unter Berücksichtigung aller Indizien ist entspre-
chend auch hier von einer Drogenübergabe und somit vom Sachverhalt 
gemäss Anklageschrift auszugehen. 

2.3.5. Erstellung des Sachverhaltes Ziff. 1.2.4. 
Der Beschuldigte ist geständig, E. ca. 0.2 g Heroingemisch abgegeben zu 
haben. Dies wird von E. bestätigt. Der Anklagesachverhalt kann als·erstellt 
gelten. 

2.3.6. Erstellung des Sachverhaltes Ziff. 1.2.5. 
Die SMS-Kommunikation über ein Dunk(les) für (Fr.) 120 fand zwischen 
dem Beschuldigten und 'F. statt. Beide bestreiten, dass zwischen ihnen eine 
Übergabe von Heroin stattgefunden hat. Eine Erklärung für den Chatverlauf 
wollten beide nicht liefern. In den Nachrichten vereinbaren sie die zu lie-
fernde Sache (Dunkles), den Preis (Fr. 120.-) sowie den Übergabeort (Hal-
testelle Tunnel) und -zeitpunkt (12.45 Uhr). In den Akten findet sich ein 
weiterer Chatverlauf mit einem "J.". Auch darin wird die zu liefernde Sache 
(40 dunkel bzw. "b", 20 hell bzw. "h"), der Zeitpunkt und der Übergabeort 
("dete wod immer bisch") vereinbart. In der Drogenszene bezeichnet man 
Heroin als "H", "Braunes"/"b" bzw. "Dunkles" oder "Weisses" bzw. "Hel-
les"/"h". In der Kommunikation mit "J." entspann sich zudem eine Diskus-
sion, weil der Beschuldigte kein Helles habe, was damit übereinstimmt, 
dass an der Hausdurchsuchung am gleichen Tag nur braunes, nicht aber 
weisses Heroin sichergestellt wurde. 

- 25 -

Folglich war der Chat mit F. nicht der einzige, es existierte auch der Chat 
mit "J.", der dem gleichen Aufbau-Schema folgte. Aus den Chats lässt sich 
weiter lesen, dass es nicht die erste Übergabe an den beiden Orten sein 
konnte, sondern dass bereits mehrere übergaben stattgefunden haben 
müssen. Ansonsten hätte "J." nicht geschrieben "dete wod immer bisch". 
Und F. hätte nicht gewusst, wo die Haltestelle "Tunnel" ist, denn eine sol-
che gibt es in der Umgebung nicht. 

Weiter erwähnen sowohl J., als auch K. das Wort "rot" bzw. "nimsch e roti 
mit". Im Zusammenhang mit den übrigen Nachrichten und den aufgefunde-
nen Betäubungsmitteln sowie den Aussagen des Beschuldigten zeigt sich, 
dass es sich dabei um Sevre-Long Kapseln handeln muss, weil diese rot 
sind. 

Der Beschuldigte sagte zudem aus, dass die Nokia-Handynummer für un-
erwünschte Kollegen und Bekannte sei. Der Schluss liegt nahe, dass er 
diese Nummer für Drogenkonsumenten bzw. -abnehmer benutzte. So ver-
fügten neben F., K. und "J." auch B. und E. über diese Nummer, während 
G. als Mitbewohner die Samsung-Nummer besass. 

All diese Indizien fügen sich zu einem derart dichten Beweisnetz zusam-
men, dass keine Zweifel bestehen, dass sich der Sachverhalt wie in der 
Anklageziffer 1.2.5. beschrieben zugetragen hat. Zudem untermauert es 
die erstellten Sachverhalte Ziff. 1.2.1 - 1.2.4, dass der Beschuldigte Betäu-
bungsmittel an verschiedene Konsumenten veräussert hat. 

2.3.7. Erstellung des Sachverhaltes Ziff. 1.2.6. 
Der Beschuldigte ist geständig, G. mehrmals Heroingemisch abgegeben 
zu haben (UA act. 276 f.). Der Anklagesachverhalt kann als erstellt gelten. 

2.3.8. Fazit 
Unter Berücksichtigung aller Umstände und Indizien zeigt sich, dass der 
Beschuldigte die in Nussbaumen aufgefundenen Betäubungsmitteln zur 
Veräusserung an Drogenkonsumenten in Besitz hatte. Weiter hat er mehr-
fach Heroingemisch tatsächlich veräussert. 

2.4. 
2.4.1. 
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten in Anklageziffer 2. vor, am 
10. Juni 2020 vom Bahnhof Baden nach Nussbaumen, am 12. Juni 2020 
von Neuenhof nach Baden und am 12. August 2020 von Neuenhof nach 
Baden ohne gültigen Führerausweis in einem Opel Corsa gefahren zu sein. 

2.4.2. 
Der Beschuldigte anerkennt, an den vorgenannten drei Daten ohne gülti-
gen Führerausweis Auto gefahren zu sein (Prot. HV, S. 9). Wenn der Be-
schuldigte behauptet, er habe bloss den amerikanischen Führerausweis 
einschicken müssen, der schweizerische sei daher noch gültig, geht er fehl 

- 26 -

(Prot. HV, S. 8 f.). Mit Verfügung vom 20. August 2019 wurde ihm der aus-
ländische Führerausweis per sofort aberkannt, was den Entzug des 
schweizerischen Führerausweises zur Folge hatte (UA act. 216). Folglich 
ist auf den Sachverhalt gemäss Anklage abzustellen. 

2.5. 
2.5.1. 
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten in Anklageziffer 3. vor, die 
Fahrten am 10. Juni 2020 und 12. August 2020 unter Einfluss von Morphin 
und Kokain unternommen zu haben. · 

2.5.2. 
Der Beschuldigte anerkennt, an den beiden vorgenannten Daten unter Dro-
geneinfluss Auto gefahren zu sein. Er habe sich nicht unter Drogeneinfluss 
gefühlt (Prot. HV, S. 9). Die IRM-Gutachten vom 3. und 4. September 2020 
ergaben je einen Nachweis von Morphin und Kokain (UA act. 212, 243). 
Folglich ist auf den Sachverhalt gemäss Anklage abzustellen. 

2.6. 
2.6.1. 
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten in den Anklageziffern 4. 
und 5. vor, am 26. August 2020 einen Schlagring und eine Softair-Pistole 
ohne entsprechende Waffentragbewilligung mit sich geführt zu haben. Die 
Softair-Pistole habe er zudem von H. übernommen, ohne mit diesem den 
erforderlichen schriftlichen Vertrag abzuschliessen. 

2.6.2. 
Der Beschuldigte bestreitet, dass sich der Schlagring und die Softair-Pis-
tole im Kofferraum befunden hätten. Vielmehr seien sie in einem Sack hin-
ter dem Kofferraum gestanden. Er habe die Gegenstände aus dem Ruck-
sack von H. in seinen Sack umgepackt, um sie zur Begutachtung nach 
Hause zu nehmen. Am selben Tag hätte er sie ihm wieder zurückgegeben. 
Einen schriftlichen Vertrag hätten sie nicht gemacht (Prot. HV, S. 19). 

2.6.3. 
Anlässlich der Hausdurchsuchung vom 26. August 20 konnten im Koffer-
raum des Opel Corsa des Beschuldigten ein Schlagring und eine Softair-
Pistole aufgefunden werden (UA act. 111 , 143 ff.). Auf den Fotos von der 
Beschlagnahmung ist ersichtlich, dass sich die Gegenstände im Koffer-
raum befanden und nicht ausserhalb des Autos. 

2.6.4. 
An der Einvernahme vom 10. September 2020 sagte der Beschuldigte aus, 
H. habe ihm ein paar Sachen (den Schlagring und die Pistole) zeigen wol-
len. Sie hätten sich ein paar Minuten ins Auto gesetzt, gesprochen und 
dann wieder gehen wollen. Herr H. habe die Gegenstände im Rucksack 
mitgebracht, er habe sie dann in eine Tragtasche umgepackt, aber nicht in 
den Kofferraum verstaut. Er habe sich die Qualität der Gegenstände zu 
Hause ansehen wollen, weil sie von wish.com stammen, wo er auch etwas 

- 27 -

habe bestellen wollen. Später am Abend habe er sie wieder zurückgeben 
wollen (UA act. 272 ff.). 

An der Einvernahme vom 24. September 2020 blieb der Beschuldigte bei 
seinen Aussagen. Er ergänzte, Herr H. wohn·e 0.5 Kilometer von ihm ent-
fernt (UA act. 467 f.). 

An der Schlusseinvernahme vom 25. Mai 2021 sagte der Beschuldigte aus, 
H. habe die Gegenstände auf einer Website bestellt, von der er auch Ge-
genstände zu kaufen beabsichtigte. Da diese Website sehr billige Produkte 
verkauft, habe er die Qualität prüfen wollen. Es habe dabei keine Rolle ge-
spielt, um was für Gegenstände es sich gehandelt habe. Deshalb habe er 
die Gegenstände in seinem. Auto mitgeführt, er sei aber mit dem Auto nicht 
gefahren. Die Softair-Pistole habe er nicht kaufen wollen (UA act. 290.6 f.). 

2.6.5. 
Zu Gunsten des Beklagten ist von dessen Version auszugehen, dass er die-
Gegenstände tatsächlich bloss zur Begutachtung von H. ausgeliehen ha-
ben will und sie sich zum Zweck der Übergabe im Auto getroffen haben. 
Aufgrund der Fotos der Hausdurchsuchung (vom Kofferraum des Opel 
Corsa) kann - in Abweichung von der Aussage des Beschuldigten - als 
erstellt gelten, dass sich die Pistole und der Schlagring im Kofferraum des 
Beschuldigten befand und nicht ausserhalb. Da die Übergabe der Gegen-
stände bei der Festnahme des Beschuldigten bereits stattgefunden hat, be-
fanden sie sich im Besitz des Beschuldigten. Eine Waffentragbewilligung 
hatte er nicht, ebenso wenig schloss· er mit H. einen schriftlichen Vertrag 
betreffend Softair-Pistole. 

2.7. 
2.7.1. 
Die Staatsanwalts_chaft wirft dem Beschuldigten in Anklageziffer 6.1. vor, 
von Februar 2020 bis 26. August 2020 täglich mehrere Gramm Kokainge-
misch konsumiert zu haben. Am 12. Juni 2020 habe der Beschuldigte ca. 
3.5 g Kokaingemisch zum Eigenkonsum mit sich geführt. Am 26. August 
2020 konnten in Neuenhof ca. 1.3 g Kokaingemisch aufgefunden werden, 
die sich im Besitz zum Eigenkonsum des Beschuldigten befunden haben 
sollen. 

2.7.2. 
An der Hausdurchsuchung vom 26. August 2020 konnten in der Wohnung 
der Mutter des Beschuldigten in Neuenhof 1.3 g Kokaingemisch sicherge-
stellt werden (UA act. 159). 

Bei der Anhaltung am 12. Juni 2020 konnte 3.5 g Kokaingemisch beim Be-
schuldigten aufgefunden werden (UA act. 180, 187). 

- 28 -

2.7.3. 
An der Einvernahme vom 10. September 2020 sagte der Beschuldigte aus, 
er habe am 12. Juni 2020 zu einer Geburtstagsparty gehen wollen. Er habe 
für sich und die Partygänger Stoff organisiert (UA act. 268 ff.). 

An der Einvernahme vom 24. September 2020 führte der Beschuldigte aus, 
er habe das aufgefundene Kokain als Notration zum Konsumieren in Neu-
enhof gehabt (UA act. 468). 

An der Schlusseinvernahme vom 25. Mai 2021 sagte der Beschuldigte aus, 
es sei richtig , dass er das Heroin und Kokain für den Eigenkonsum bei sich 
hatte. Die Betäubungsmittel gehörten ihm. Er habe aber erst gegen Ende 
mehrere Gramm täglich konsumiert (UA act. 290.7). 

2.7.4. 
Der Beschuldigte ist geständig, regelmässig Kokain konsumiert zu haben 
und das aufgefundene Kokain in Neuenhof zum Eigenkonsum besessen 
zu haben. Auch das am 12. Juni 2020 sichergestellte Kokain war gemäss 
eigenen Angaben des Beschuldigten (zumindest teilweise) zum Eigenkon-
sum bestimmt. Folglich kann auf den Sachverhalt gemäss Anklageschrift 
abgestellt werden. 

2.8. 
2.8.1. 
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten in Anklageziffer 6.2. vor, 
von Februar 2020 bis 26. August 2020 täglich mehrere Gramm Heroinge-
misch konsumiert zu haben. Am 12. Juni 2020 habe der Beschuldigte ca. 
3 g Heroingemisch zum Eigenkonsum mit sich geführt. Am 26. August 2020 
konnten in Neuenhof ca. 2 g Heroingemisch aufgefunden werden, die sich 
im Besitz zum Eigenkonsum des Beschuldigten befunden haben sollen. 

2.8.2. 
An der Hausdarchsuchung vom 26. August 2020 konnten in der Wohnung 
der Mutter des Beschuldigten in Neuenhof ca. 1 g Heroingemisch festge-
stellt werden (UA act. 73). 

Bei der Anhaltung am 12. Juni 2020 konnte 3 g Heroingemisch beim Be-
schuldigten aufgefunden werden (UA act. 180, 187). 

2.8.3. 
An der Einvernahme vom 10. September 2020 und an der Hauptverhand-
lung sagte der Beschuldigte aus, er habe am 12. Juni 2020 zu einer Ge-
burtstagsparty gehen wollen. Er habe für sich und die Partygänger Stoff 
organisiert (UA act. 268 ff.; P rot. HV, S. 11 ). 

An der Einvernahme vom 24. September 2020 führte der Beschuldigte aus, 
er habe das aufgefundene Heroin in Neuenhof gehabt, um bei den Über-
nachtungen dort nicht auf Entzug zu kommen (UA act. 468). 

- 29 -

An der Schlusseinvernahme vom 25. Mai 2021 sagte der Beschuldigte aus, 
es sei richtig, dass er das Heroin und Kokain für den Eigenkonsum bei sich 
hatte. Er habe erst gegen Ende mehrere Gramm täglich konsumiert (UA 
act. 290.8). 

2.8.4. 
Der Beschuldigte ist geständig, regelmässig Heroin konsumiert zu haben 
und das aufgefundene Heroin in Neuenhof zum Eigenkonsum besessen zu 
haben. Auch das am 12. Juni 2020 sichergestellte Heroin war gemäss ei-
genen Angaben des Beschuldigten (zumindest teilweise) zum Eigenkon-
sum bestimmt. Folglich kann auf den Sachverhalt gemäss Anklageschrift 
abgestellt werden. 

2.9. 
2.9.1. 
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten in Anklageziffer 6.3. vor, 
von Februar 2020 bis 26. August 2020 eine nicht bestimmbare Menge 
Sevre-Long konsumiert zu haben. Am 26. August 2020 konnten in Neuen-
hof 3 Kapseln Sevre-Long aufgefunden werden, die sich im Besitz zum Ei-
genkonsum des Beschuldigten befunden haben sollen. 

2.9.2. 
An der Hausdurchsuchung vom 26. August 2020 konnten in der Wohnung 
der Mutter des Beschuldigten in Neuenhof 3 rote Kapseln aufgefunden wer-
den (UA act. 74, 103). 

2.9.3. 
An der Einvernahme vom 24. September 2020 führte der Beschuldigte aus, 
die Sevre-Long Kapseln in Nussbaumen habe er für Fr. 50.- gekauft für den 
Notfall (UA act. 468). 

An der Schlusseinvernahme vom 25. Mai 2021 sag~e der Beschuldigte aus, 
er habe mit den Sevre-Long Kapseln in Sizilien einen Drogenentzug ma-
chen wollen (UA act. 290.8). Er habe keinen Entzug beim Arzt machen wol-
len, weil dort langfristig einfach ein Betäubungsmittel gegen ein anderes 
ausgetauscht werde (Methadon oder Sevre-Long). Er habe einen kurzen 
und nachhaltigen Entzug machen wollen (UA act. 290.9). 

2.9.4. 
Der Beschuldigte bestreitet, bereits Sevre-Long konsumiert zu haben, gibt 
jedoch zu, dass die Kapseln für den Eigenkonsum bestimmt und in seinem 
Besitz waren. Sodass auf den Sachverhalt gemäss Anklageschrift abge-
stellt wird. 

Der Beschuldigte bringt vor, er habe - um seine Konsummenge zu kennen 
und Veränderungen im Konsumverhalten zu bemerken - das Heroin abge-
wogen. So habe er auch gewusst, welche Menge er als Notvorrat für Neu-
enhof habe mitnehmen müssen (Prot. HV, S. 13). Mit dieser Begründung 

- 30 -

gibt es keinen Grund, zusätzlich Sevre-Long Kapseln als Notvorrat in Neu-
enhof zu lagern. Stattdessen hätte der Beschuldigte ganz einfach etwas 
mehr Heroin mitnehmen können. Dies vor allem dann, wenn der Beschul-
digte - wie von ihm behauptet - die Sevre-Long Kapseln tatsächlich nur für 
den geplanten Entzug mühsam zusammengespart hatte. In diesem Fall 
hätte er bestimmt nicht vor dem Entzug auf die schwer zu beschaffenden 
Sevre-Long-Kapseln als Notvorrat zurückgreifen wollen, wenn stattdessen 
noch genügend Heroin vorrätig war. Viel wahrscheinlicher ist, dass der Be-
schuldigte auch manchmal bzw. zumindest einmal Sevre-Long-Kapseln 
konsumierte, ansonsten es keinen Grund gäbe, einen kleinen Teil Sevre-
Long Kapseln in Neuenhof zu lagern. Es kann entsprechend betr. Besitz 
und Konsum der Kapseln von Sachverhalt gemäss Anklageschrift ausge-
gangen werden. 

3. Rechtliche Würdigung 
3.1. Qualifizierte Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittel-ge-
setz 
3.1.1 . Grundtatbestand 
Tatobjekte der Betäubungsmitteldelikte sind Betäubungsmittel gemäss 
Art. 2 lit. a BetmG. Einer einfachen Widerhandlung gegen das Betäubungs-
mittelgesetz gemäss Art. 19 Abs. 1 BetmG macht sich u.a. strafbar, wer 
Betäubungsmittel unbefugt veräussert, verordnet, auf andere Weise einem 
andern verschafft oder in Verkehr bringt (lit. ·c) oder Betäubungsmittel un-
befugt besitzt, aufbewahrt, erwirbt oder auf andere Weise erlangt (lit. d); 
sowie wer zu einer Widerhandlung nach den Buchstaben a-f Anstalten trifft 
(lit. g). Unbefugt ist eine Handlung, wenn eine durch das Gesetz oder durch 
eine Bewilligung vermittelte Befugnis fehlt oder missachtet wird, was vor-
liegend unbestrittenermassen gegeben ist (FINGERHUTH/SCHLEGEL/Ju-
CKER, Kommentar BetmG, 3. Aufl., Zürich 2016, [zit.: FINGERHUTH/SCHLE-
GEL/JUCKER, OFK BetmG], Art. 19 N 17 ff.). 

Kokain, Heroin und Sevre-Long Kapseln (mit Wirkungstypen Kokain und 
Morphin) gelten i.S.v. Art. 2 lit. a BetmG als Betäubungsmittel. Der Beschul-
digte hat Kokain, Heroin und Sevre-Long-Kapseln bei sich zu Hause ge-
habt, um es anderen zu verschaffen. Zudem konnten ihm Heroin-Veräusse-
rungen nachgewiesen werden. Damit erfüllt der Beschuldigte den objekti-
ven Tatbestand des Besitzes, anderen Verschaffen sowie Anstalten treffen 
zur Veräusserung von Betäubungsmitteln. 

3.1.2.Qualifikation als "schwerer Fall" 
Für die Qualifikation als schweren Fall i.S.v. Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG ist 
die Menge des reinen Stoffes entscheidend, mit welcher die Gesundheit 
vieler Menschen in Gefahr gebracht werden kann (BGE 119 IV 180 E. 2.b.). 
Bei Kokain liegt nach ständiger Rechtsprechung eine Gefährdung der Ge-
sundheit vieler Menschen bei einer Reinmenge von 18 g oder mehr vor. 
Bei Heroin liegt dieser Wert bei 12 g (BGE 106 IV 241 E. 2a). Entsprechend 
ist ab diesen Mengen von einem schweren Fall auszugehen. Von den unter 
Anklageziff. 1.1. festgehaltenen Mengen ist abhängig vom Reinheitsgrad 
des Betäubungsmittels die Menge des reinen Stoffes zu berechnen. 

- 31 -

3.1.3. 
Insgesamt wurden ca. 40.55 g Heroingemisch mit einem Reinheitsgrad von 
mind. 38 % und ca. 48.6 g Kokaingemisch (86 % Reinheitsgrad) aufgefun-
den. Dies ergibt eine Heroin Hydrochlorid-Menge von 15.4 g und eine Ko-
kain-Reinmenge von rund 41 .8 g. Diese Werte liegen klar über den ent-
sprechenden Schwellenwerten. Der qualifizierte Tatbestand i.S. v. Art. 19 
Abs. 2 lit. a BetmG ist damit für das Kokain und Heroin beim Beschuldigten 
in der Wohnung unstreitig erfüllt. Die 45 Sevre-Long-Kapseln enthielten je 
200 mg Morphin (UA act. 309). Bei Medikamenten mit dem Wirkstoff Mor-
phin ist gemäss Literatur von einer zehnmal schwächeren Wirkung gegen-
über Heroin auszugehen (FINGERHUTH/SCHLEGELIJUCKER, OFK BetmG, 
Art. 19 N 184). Die insgesamt 9 g Wirkstoff reichen für sich allein nicht für 
den schweren Fall aus. Da es sich bei der vorliegenden Situation (Besitz 
und Anstalten treffen zur Veräusserung von verschiedenen Betäubungs-
mitteln) um Tateinheit handelt (vgl. FINGERHUTH/SCHLEGEL/JUCKER, OFK 
BetmG, Art. 19 N 156), ist unerheblich, ob die Menge der Sevre-Long-Kap-
seln für sich allein ebenfalls zur Gefährdung der Gesundheit vieler Men-
schen ausreicht. 

Auch die veräusserten Mengen Heroingemisch (Anklageziffer 1.2) errei-
chen den Qualifikations-Schwellenwert für sich gesehen nicht. Es stellt sich 
die Frage, in welchen Fällen bei einer wiederholten Tatbegehung von ei-
nem qualifizierten Fall im Sinne von Art. 19 Abs. 2 BetmG auszugehen ist. 
Während die bundesgerichtliche Rechtsprechung vor der Revision des Be-
täubungsmittelstrafrechts im Jahre 2008 (Änderung vom 20. März 2008; 
AS 2009 S. 2623) sämtliche Tathandlungen eines Betäubungsmitteldelin-
quenten unter den schweren Fall zusammenfasste, solange dieser damit 
eine Menge umsetzte, welche die Gesundheit vieler Menschen gefährdete 
(vgl. statt vieler BGE 105 IV 73), ist ei"ne solche pauschale Zusammenfas-
sung der Tathandlungen unter dem aktuellen Recht nicht mehr möglich. 
Dies, da der schwere Betäubungsmittelhandel in den neuen Bestimmungen 
abschliessend umschrieben und der pauschale Qualifikationsgrund ge-
mäss der früheren bundesgerichtlichen Praxis mithin nicht mehr vorgese-
hen ist (vgl. HUG-BEELI, BetmG Kommentar, Basel 2016, Art. 19 N 961 ff.). 
Stattdessen ist nach dem geltenden Recht jede Tat des Delinquenten ge-
sondert zu betrachten und eine gesamthafte Beurteilung der Tathandlun-
gen nur noch dann in Betracht zu ziehen, wenn die wiederholte Tatbege-
hung als natürliche Handlungseinheit erscheint, welche auf einem einmali-
gen Willensentschluss beruht und wegen des engen räumlichen und zeitli-
chen Zusammenhanges noch als einheitliches Geschehen beurteilt werden 
kann (FINGERHUTH/SCHLEGEL/JUCKER, OFK BetmG, Art. 19 N 194 m.H.a. 
BGE 133 IV 256, E. 4.5. , wonach die Rechtsfigur der natürlichen Hand-
lungseinheit indes zurückhaltend zu handhaben ist, nachdem sowohl die 
fortgesetzte Tatbegehung als auch die verjährungsrechtliche Einheit auf-
gegeben worden sind). Eine solche Konstellation kann im Betäubungsmit-
telstrafrecht beispielsweise dann gegeben sein, wenn ein Täter aus einem 
qualifizierten Vorrat sukzessive Betäubungsmittel veräussert und auf diese 

- 32 -

Weise einer von einem generellen Vorsatz getragenen dauerhaften Han-
delstätigkeit nachgeht. Im Weiteren ist die Qualifikation dann in Betracht zu 
ziehen, wenn jemand gleichzeitig mehrere Päckchen mit bloss geringfügi-
gen Drogenmengen verkauft, die Gesamtmenge aber die Grenze des 
schweren Falls überschreitet (FINGERHUTH/SCHLEGEL/JUCKER, OFK 
BetmG, Art. 19 N 195). Keine Zusammenfassung der einzelnen Tathand-
lungen darf nach aktuellem Recht demgegenüber dann stattfinden, wenn 
die Betäubungsmitteldelikte nicht von einem einheitlichen Willensent-
schluss getragen sind und der Täter beispielsweise in unregelmässigen 
Abständen bzw. gelegentlich kleinere Mengen an Kollegen auf Partys aus-
liefert (Urteil des BGer 6S.190/2000 vom 11. Juli 2001 , E. 2a ff.). Demnach 
kann echte Realkonkurrenz insbesondere auch in jenen Fällen vorliegen, 
in denen jemand einerseits eine qualifizierte Betäubungsmittelmenge in 
Verkehr bringt und andererseits eine einfache Menge eines Betäubungs-
mittels umsetzt, dies insbesondere dann, wenn mit diesen Handlungen un-
terschiedliche Abnehmer beliefert werden (ALBRECHT, Die Strafbestimmun-
gen des Betäubungsmittelgesetzes, 3. Aufl. 2016, Art. 19 N 232; HuG-BE-
ELI, Art. 19 N 965 und 984). 

Dem Beschuldigten konnten zwei Heroin-Gemisch-Veräusserungen am 
10. Juni 2020, eine am 16. Juli 2020 und drei am 26. August 2020 nachge-
wiesen werden. Im Zusammenhang mit der in der Wohnung in Nussbau-
men aufgefundenen Menge an Betäubungsmittel-Vorrat und den Werkzeu-
gen zeigt sich, dass die Handlungen in Anklageziffer 1.2 keine sporadi-
schen Einzelfälle sind. Es kann nicht davon gesprochen werden, dass er 
nur bei Gelegenheit und nur unregelmässig tätig gewesen ist. Vielmehr 
ging der· Beschuldigte regelmässig , ziemlich professionell und organisiert 
dem Drogenhandel nach. Der Vorrat war zur weiteren Veräusserung vor-
gesehen. Dies wäre in mit Anklageziffer 1.2 vergleichbarer Weise gesche-
hen, wäre er am 26. August 2020 nicht verhaftet worden. Der Vorsatz des 
Beschuldigten bezog sich auf den regelmässigen Drogenhandel als Gan-
zes. Er fasste diesen nicht für jede Übergabe von Neuem. Die einzelnen 
Tatbegehungen (die Veräusserungen untereinander und gegenüber dem 
Besitz des Vorrats) erscheinen bei objektiver Betrachtung aufgrund des en-
gen räumlichen und zeitlichen Zusammenhangs als einheitliches Gesche-
hen. Daraus ergibt sich, dass die Anklageziffern 1.1 und 1.2 als ein gesam-
ter Drogenhandelskomplex anzusehen· sind und folglich auch die Ver-
äusserungen unter die Qualifikation fallen. 

3.1.4. 
Der Beschuldigte hat entsprechend eine qualifizierte Menge Betäubungs-
mittel besessen, um sie verschiedenen Abnehmern verschaffen zu können. 
In sechs Fällen hat zudem eine tatsächliche Veräusserung von Heroinge-
misch stattgefunden. Der Beschuldigte hat mit Wissen und Willen getan. 
Es war ihm auch bewusst, dass er damit die Gesundheit vieler Menschen 
gefährdete. 

Es sind keine Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe ersichtlich, 
sodass sich der Beschuldigte der qualifizierten Widerhandlung gegen das 

- 33 -

Betäubungsmittelgesetz nach Art. 19 Abs. 1 lit. c, d und g i.V.m. Abs. 2 lit. a 
BetmG schuldig gemacht hat. 

3.1.5. Konkurrenz innerhalb der qualifizierten BetmG-Widerhandlung 
Anstalten treffen kommt im Schuldspruch neben anderen erfüllten Tathand-
lungen zum Ausdruck, wenn es diesen nachfolgt (FINGERHUTH/SCHLE-
GELIJuCKER, OFK BetmG, Art. 19 N 163 f.). Dies ist vorliegend der Fall , die 
geplante Veräusserung des Vorrats folgt dem Besitz des Vorrates. Dies 
darf aber nicht zu einer Strafschärfung nach Art. 49 StGB führen (FINGER-
HUTH/SCHLEGEL/JucKER, OFK BetmG, Art. 19 N 163). 

Besitz/Anstalten treffen und Veräusserung stehen hier in echter Konkur-
renz zueinander, weil sie sich innerhalb des Drogenhandelskomplexes auf 
verschiedene Betäubungsmittel bzw. Teilschritte beziehen. Sie sind daher 
separat aufzuführen. 

3.2. Mehrfaches Fahren ohne Berechtigung 
Wer ein Motorfahrzeug führt, bedarf des Führerausweises (Art. 10 Abs. 2 
SVG). Der Beschuldigte hat am 10. Juni, 12. Juni und 12. August 2020 trotz 
entzogenem Führerausweis einen Personenwagen gefahren. Aus der Ver-
fügung vom 20. August 2019 geht hervor, dass die entzogene Fahrerlaub-
nis steh auch auf ausländische und internationale Ausweise bezieht. Dem 
Beschuldigten war bewusst, dass er keine Fahrerlaubnis in der Schweiz 
hatte (Prot. HV, S. 8 f.). Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe lie-
gen nicht vor. Der Beschuldigte hat sich demnach des Fahrens ohne Be-
rechtigung (Art. 95 Ziff. 1 SVG i.V.m. Art. 10 Abs. 2 SVG) strafbar gemacht. 

3.3. Mehrfaches Fahren in fahrunfähigem Zustand 
Beim Beschuldigten konnte am 12. Juni und August 2020 im Blut Morphin 
und Kokain festgestellt werden. Der Beschuldigte anerkennt denn auch den 
Tatbestand. Der Beschuldigte hat damit den objektiven und subjektiven 
Tatbestand von Art. 91 Abs. 2 lit. b SVG i.V.m. Art. 31 Abs. 2 SVG und 
Art. 2 VRV erfüllt. Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe sind nicht 
erkennbar. Der Beschuldigte hat sich somit des Fahrens in fahrunfähigem 
Zustand schuldig gemacht. 

3.4. Mehrfache Widerhandlung gegen das Waffengesetz 
Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe wird bestraft, wer vor-
sätzlich ohne Berechtigung Waffen, wesentliche oder besonders konstru-
ierte Waffenbestandteile, Waffenzubehör, Muniti.on oder Munitionsbestand-
teile anbietet, überträgt, vermittelt, erwirbt, besitzt, herstellt, abändert, um-
baut, trägt, in einen Sehengen-Staat ausführt oder in das schweizerische 
Staatsgebiet verbringt (Art. 33 Abs. 1 lit. a WG). Wer eine Waffe an öffent-
lich zugänglichen Orten tragen oder sie transportieren will, benötigt eine 
Waffentragbewilligung (Art. 27 Abs. 1 WG). 

Gemäss Art. 4 Abs. 1 lit. d WG gelten Schlagringe als Waffen, da sie dazu 
bestimmt sind, Menschen zu verletzen. Für Softair-Waffen, die aufgrund 
ihres Aussehens mit echten Feuerwaffen verwechselt werden können, gilt 

- 34 -

dasselbe (Art. 4 Abs. 1 lit. g WG). Die Waffen befanden sich beim Beschul-
digten im Kofferraum seines Autos. Gemäss Rechtsprechung qualifiziert 
bereits die Aufbewahrung von Waffen im Kofferraum als "tragen" i.S.v. 
Art. 27 Abs. 1 WG (Urteil des Obergerichts des Kantons Bern SK-Nr. 
2008/164 vom 21. August 2008 E. 111.1). Da der Beschuldigte nicht über 
eine Waffentragbewilligung verfügte, war er nicht zum Tragen von Waffen 
berechtigt und erfüllte damit den objektiven Tatbestand. Indem er willentlich 
in Kauf nahm, gegen die Waffentragbewilligungspflicht zu verstossen, han-
delte er zumindest eventualvorsätzlich. 

Es sind keine Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe ersichtlich. 
Der Beschuldigte hat sich der mehrfachen Widerhandlung gegen das Waf-
fengesetz schuldig gemacht. 

3.5. Übertretung gegen das Waffengesetz 
Mit Busse wird gemäss Art. 34 Abs. 1 lit. d WG i.V.m. Art. 11 Abs. 1 WG 
bestraft, wer die Pflicht verletzt, bei der Übertragung einer Waffe ohne Waf-
fenerwerbsschein einen schriftlichen Vertrag abzuschliessen. Für Softair-
Waffen, die aufgrund ihres Aussehens mit echten Feuerwaffen verwechselt 
werden können, gilt keine Waffenerwerbsscheinpflicht (Art. 1 O Abs. 1 lit. e 
WG}, sodass i.c. der schriftliche Vertrag zum Tragen kommt. Der Beschul-
digte gibt zu, keinen Vertrag geschlossen zu haben. Er ist der Meinung, 
dass er keinen Vertrag hätte schliessen müssen, weil er die Waffe nicht 
habe kaufen, sondern ausleihen wollen (UA act. 290.7). In der Terminologie 
des Waffengesetzes ist eine Übertragung bzw. ein Erwerb bereits bei einer 
Gebrauchsle\he gegeben (ASLANTAS, in: Facincani/Sutter [Hrsg.], Waffen-
gesetz (WG), Stämpflis Handkommentar, Bern 2017 [zit.: HK WG-BEARBEI-
TER/IN], Art. 1 N 4]. Folglich erfüllte der Beschuldigte die objektiven Tatbe-
standsmerkmale. Indem er willentlich in Kauf nahm, Pflichten bei der Über-
nahme von Waffen nicht einzuhalten, handelte er zumindest eventualvor-
sätzlich. 

Da keine Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe ersichtlich sind, 
hat sich der Beschuldigte der Übertretung gegen das Waffengesetz schul-

dig gemacht. 

3.6. Mehrfache Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes 
Wer unbefugt Betäubungsmittel vorsätzlich konsumiert oder wer zum eige-
nen Konsum eine Widerhandlung i.S.v. Art. 19 BetmG begeht, wird mit 
Busse bestraft (Art. 19a Ziff. 1 BetmG). Kokain, Heroin und Sevre-Long 
Kapseln (mit Wirkungstypen Kokain und Morphin) gelten i.S.v. Art. 2 lit. a 
BetmG als Betäubungsmittel. 

Sowohl der objektive als auch der subjektive Tatbestand von Art. 19a Ziff. 1 
BetmG sind gegeben. Der Beschuldigte hat sowohl zu verschiedenen Zeit-
punkten, als auch verschiedene Substanzen konsumiert und zum Eigen-
konsum besessen. Da weder Rechtfertigungs- noch Schuldausschluss-
gründe vorliegen, hat sich der Beschuldigte der mehrfachen Übertretung 

- 35 -

des Betäubungsmittelgesetzes i.S.v. Art. 19a Ziff. 1 BetmG schuldig ge-
macht. 

3.7. Konkurrenzen 
Im Ergebnis hat sich der Beschuldigte der qualifizierten Widerhandlungen 
gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie der Übertretung des Betäu-
bungsmittelgesetzes schuldig gemacht. Hinzu kommen die beiden Stras-
senverkehrsdelikte mehrfaches Fahren ohne Berechtigung und mehrfa-
ches Fahren in fahrunfähigem Zustand, als auch mehrfache Widerhandlun-
gen gegen das Waffengesetz. Diese Delikte stehen in echter Konkurrenz 
zueinander. Die Betäubungsmitteldelikte wie auch die Waffendelikte unter-
einander betreffen je verschiedene Sachverhalte, für die Strassenverkehrs-
delikte untereinander gilt dasselbe und gegenüber den Delikten aus den 
jeweils anderen Gesetzen sind andere Rechtsgüter geschützt 
(FAHRNI/HEIMGARTNER, in: Niggli/Probst/Waldmann- [Hrsg.], Basler Kom-
mentar, Strassenverkehrsgesetz, Basel 2014, Art. 91 N 66; BussMANN, 
Art. 95 N 8). Demzufolge bleibt es beim Schuldspruch bezüglich sämtlicher 
obgenannter Delikte. 

III. Strafzumessung 

1. Anträge Parteien 
Die Staatsanwaltschaft beantragt eine Freiheitsstrafe von 2 ½ Jahren, wo-
von je 15 Monate bedingt und unbedingt, eine unbedingte Geldstrafe von 
180 Tagessätzen und eine Busse von Fr. 500.00. Zudem sei die mit Urteil 
der Staatsanwaltschaft Baden vom 10. September 2019 bedingt ausge-
sprochene Geldstrafe von 30 Tagessätzen unter Bildung einer Gesamt-
strafe zu widerrufen. 

Die amtliche Verteidigerin beantragt eine bedingte Geldstrafe von 120 Ta-
gessätzen und eine Busse von Fr. 1'000.00. Auf den Widerruf der bedingt 
ausgesprochenen Strafe sei zu verzichten, der Beschuldigte sei zu verwar-
nen und die Probezeit sei zu verlängern (Plädoyer, S. 25). 

2. Strafzumessungsmethodik 
2.1. Begründungsanforderungen 
Nach Art. 50 StGB hat das Gericht, sofern es sein Urteil zu begründen hat, 
die für die Zumessung der Strafe erheblichen Umstände und deren Ge-
wichtung festzuhalten. Es hat seine Überlegungen in den Grundzügen wie-
derzugeben, so dass die Strafzumessung nachvollziehbar ist. Es ist jedoch 
nicht gehalten, in Prozentangaben oder Zahlen anzugeben, in welchem 
Umfang die einzelnen Strafzumessungskriterien gewichtet werden (Urteil 
68_390/2009 des Bundesgerichts vom 14. Januar 2010, E. 2.3.; BGE 134 
IV 17, E. 2.1). Gemäss aktueller Rechtsprechung des Bundesgerichtes 
muss die Formulierung des Verschuldens auch begrifflich in Einklang ste-
hen mit der Höhe der Sanktion (Urteil 6B_ 1096/2010 des Bundesgerichts · 
vom 7. Juli 2011, E. 4.2.). 

- 36 -

2.2. Strafzumessungskriterien 
Nach Art. 47 StGB ist die Strafe innerhalb des Rahmens, den das Gesetz 
für eine bestimmte Tat festlegt und der durch allfällige Strafmilderurigs-
oder Strafschärfungsgründe i.S.v. Art. 48 ff. StGB verändert werden kann, 
nach dem Verschulden des Täters zu bemessen. Dieses richtet sich nach 
der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts 
und der Verwerflichkeit des Handelns des Täters, d.h. nach der gezeigten 
kriminellen Energie, dem Tatbeitrag bei einer Tatausführung durch mehrere 
Täter sowie einem allfälligen Versuch (vgl. Urteil SB130421 des Zürcher 
Obergerichts vom 31. Januar 2014). Ebenfalls massgebend sind die Be-
weggründe und Ziele des Täters und wie weit dieser nach den inneren und 
äusseren Umständen der Tat dazu in der Lage war, die verursachte Ge-
fährdung oder Verletzung zu vermeiden (sog. Tatkomponente). Bei der 
Strafzumessung sind das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des 
Täters, wie auch die Wirkung der Strafe auf sein Leben angemessen zu 
berücksichtigen (sog. Täterkomponente). Dabei kann die verschuldensan-
gemessene Strafe aufgrund von Umständen, die mit der Tat grundsätzlich 
nichts zu tun haben, erhöht oder herabgesetzt werden. Massgebend hierfür 
sind im Wesentlichen täterbezogene Komponenten wie die persönlichen 
Verhältnisse, Vorstrafen, Leumund, Strafempfindlichkeit und Nachtatver-
halten wie Geständnis, Einsicht, Reue, etc. (vgl. dazu DANIEL Jo-
SITSCH/GIAN EGE/CHRISTIAN SCHWARZENEGGER, Strafrecht II, strafen und 
Massnahmen, 9. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2018, S. 100 ff.; BGE 
127 IV 101, E. 2.a sowie BGE 129 IV 6, E. 6.1 zu aArt. 63 StGB). 

2.3. Gesamtstrafenbildung 
2.3.1. 
Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzungen 
für mehrere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht zu der 
Strafe der schwersten Straftat und erhöht sie angemessen. Es darf jedoch 
das Höchstmass der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte er-
höhen und ist an das gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden 
(Art. 49 Abs. 1 StGB). 

In einem neueren Leitentscheid hat sich das Bundesgericht einlässlich mit 
den Voraussetzungen und der Methodik der Gesamtstrafenbildung ausei-
nandergesetzt. Die Bildung einer Gesamtstrafe in Anwendung des Aspera-
tionsprinzips nach Art. 49 Abs. 1 StGB ist demnach nur möglich, wenn das 
Gericht im konkreten Fall für jeden einzelnen Normverstoss gleichartige 
Strafen ausfällt (sog. «konkrete Methode»). Dass die anzuwendenden 
Strafbestimmungen abstrakt gleichartige Strafen androhen, genügt nicht. 
Geldstrafe und Freiheitsstrafe sind keine gleichartigen Strafen im Sinne von 
Art. 49 Abs. 1 StGB (BGE 144 IV 217 E. 2.2 mit Hinweisen). Ausnahmen 
hat die bundesgerichtliche Rechtsprechung .namentlich dann zugelassen, 
wenn entweder zahlreiche gleichartige Delikte vorlagen, sodass es sich 
nicht mehr rechtfertigte, für jeden Normverstoss einzeln eine hypothetische 
Strafe zu ermitteln (vgl. BGer 68_ 499/2013 vom 22. Oktober 2013, E. 1.8), 
oder wenn die einzelnen Straftaten zeitlich und sachlich derart eng mitei-

- 37 -

nander verkn(.ipft waren, dass sich diese nicht sinnvoll auftrennen und be-
urteilen liessen (BGer 68_1011/2014 vom 16. März 2015, E. 4.4; vgl. zu-
letzt BGer 68_1196/2015 vom 27. Juni 2016, E. 2.4.2). Weiter präzisierte 
das Bundesgericht, dass die auszusprechende Gesamtstrafe auf den ver-
schuldensangemessenen Einzelstrafen basiere und nicht umgekehrt. Erst 
nachdem es sämtliche Einzelstrafen (gedanklich) festgesetzt hat, könne 
das Gericht beurteilen, ob und welche Einzelstrafen gleichartig seien 
(BGE 144 IV 217 E. 4.1). 

Im Folgenden sind deshalb in einem ersten Schritt die Einzelstrafen für die 
konkreten Delikte festzulegen und anschliessend zu prüfen, aus welchen 
Einzelstrafen Gesamtstrafen zu bilden sind. 

2.3.2. 
2.3.2.1. 
Wichtigste Kriterien für die Wahl der Sanktionsart bilden ihre Zweckmäs-
sigkeit, ihre Auswirkungen auf den Täter und sein soziales Umfeld sowie 
ihre präventive Effizienz. Nach dem Prinzip der Verhältnismässigkeit soll 
bei alternativ zur Verfügung stehenden Sanktionen im Regelfall diejenige 
gewählt werden, die weniger stark in die persönliche Freiheit des Betroffe-
nen eingreift bzw. ihn am wenigsten hart trifft. Im Vordergrund steht daher 
bei Strafen bis zu sechs Monaten die Geldstrafe als gegenüber der Frei-
heitsstrafe mildere Sanktion (BGE 134 IV 97, E. 4.2.2 mit Hinweisen). Vom 
Regelfall der Geldstrafe als mildere Sanktion kann abgewichen werden, 
wenn diese Strafart spezialpräventiv ungenügend wäre (ZÜND, Strafrecht: 
Ein Wegweiser zu den neuen Sanktionen, in: Plädoyer 6/08, S. 40 mit Hin-
weisen). 

Auf eine Freiheitsstrafe kann insbesondere erkannt werden, wenn in Anbe-
tracht der einschlägigen Vorstrafen des Täters und seiner Ungerührtheit 
gegenüber dem Straf- und Vollzugssystem davon auszugehen ist, dass 
nicht eine Geldstrafe, sondern nur eine Freiheitsstrafe als angemessene 
und zweckmässige Sanktion in Frage kommt (BGer 6B_782/2011 vom 
3. April 2012 E. 4.1 ). Nach Art. 41 Abs. 1 StGB kann statt auf Geldstrafe 
auf Freiheitsstrafe erkannt werden, wenn eine Freiheitsstrafe notwendig er-
scheint, um den Täter von weiteren Straftaten abzuhalten oder wenn eine 
Geldstrafe nicht vollzogen werden kann. Der Ausfällung einer einheitlichen 
Freiheitsstrafe für mehrere Delikte steht ferner nichts entgegen, wenn die 
einzelnen Taten Teil eines zusammenhängenden Vorgehens sind und 
gleichgelagerte Einzelhandlungen in einem Gesamtkontext darstellen 
(BGer 68_499/2013 vom 22. Oktober 2013 E. 1.7 f.; BGer 68_157/2014 
vom 26. Januar 2015 E. 3.1 ). Wenn die verschiedenen Straftaten eng mit-
einander verknüpft sind, ist es sinnvoll und zulässig, diese in einem Ge-
samtzusammenhang zu würdigen (vgl. BGer 68_ 1011/2014 vom 16. März 
2015 E. 4.4). 

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2.3.2.2. 
Für das qualifizierte Betäubungsmitteldelikt ist gemäss Art. 19 Abs. 2 
BetmG eine Freiheitsstrafe auszusprechen. Die einzelnen Vorfälle basie-
ren auf einem Willensentschluss auf sukzessiven Veräusserung des gros-
sen Betäubungsmittel-Vorrats, sodass ein sachlicher Zusammenhang be-
steht. Daher rechtfertigt es sich, für die gesamte Anklageziffer 1 eine ein-
zige Strafe ohn