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**Case Identifier:** 822e5406-d8cb-50be-9bf0-ac95485f3094
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-02-26
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 26.02.2015 200 2014 763
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-763_2015-02-26.pdf

## Full Text

200 14 763 IV
KOJ/ABE/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 26. Februar 2015

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiberin Abenhaim

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 2. Juli 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Feb. 2015, IV/14/763, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1972 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich im Mai 2000 wegen einer Darmerkrankung bei der IV-Stelle 
Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) zum Leistungsbezug an (Antwortbei-
lage [AB] 1). Nach diversen Abklärungen (AB 4 ff.) sprach ihr die IVB mit 
unangefochten gebliebener Verfügung vom 25. Oktober 2001 (AB 18) ab 
Januar 2001 eine halbe Rente zu (Invaliditätsgrad: 60% [Status: 50% Er-
werbstätigkeit, 50% Haushalt]). 

Im Rahmen von Revisionen von Amtes wegen (AB 21, 26, 34) wurde der 
Anspruch auf eine halbe Rente zunächst bestätigt (Verfügung vom 26. No-
vember 2002 [AB 24]), die Rente per 1. Januar 2004 aufgrund der 4. IVG-
Revision bei gleich gebliebenem Invaliditätsgrad auf eine Dreiviertelsrente 
heraufgesetzt (Verfügung vom 5. Januar 2007 [AB 31/2]) und der entspre-
chende Anspruch alsdann wiederum bestätigt (Mitteilung vom 17. Oktober 
2011 [AB 37]).

B.

Mit Schreiben vom 7. Oktober 2013 (AB 38) machte der behandelnde Arzt 
der Versicherten eine Verschlechterung des Gesundheitszustands geltend; 
er wolle eine „Erhöhung der Invalidität vorschlagen“. In der Folge klärte die 
IVB die aktuellen Verhältnisse ab (AB 39 ff.), insbesondere liess sie die 
Versicherte durch ihren Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) untersuchen 
(AB 51) und veranlasste eine neue Haushaltsabklärung (AB 52). Gestützt 
darauf legte sie den Status neu auf 65% Erwerbs- und 35% Haushaltstätig-
keit fest, ermittelte einen Invaliditätsgrad von 0% und hob die Rente – nach 
durchgeführtem Vorbescheidverfahren (AB 54 ff.) – mit Verfügung vom 
2. Juli 2014 (AB 65) auf das Ende des der Verfügungszustellung folgenden 
Monats auf. Einer allfälligen Beschwerde entzog sie die aufschiebende 
Wirkung.

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C.

Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, 
am 20. August 2014 Beschwerde mit folgenden Rechtsbegehren: 

1. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 2. Juli 2014 sei aufzuheben 
und es seien der Beschwerdeführerin die ihr zustehenden gesetzlichen Ver-
sicherungsleistungen, namentlich eine ganze IV-Rente gemäss IVG zuzu-
sprechen.

Eventualiter: Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 2. Juli 2014 sei 
aufzuheben und die Akten seien zur Vornahme weiterer Abklärungen an die 
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

Subeventualiter: Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 2. Juli 2014 
sei aufzuheben und es sei auf das Revisionsgesuch der Beschwerdeführe-
rin vom 7. Oktober 2013 nicht einzutreten.

2. Der Beschwerdeführerin sei für das mittels vorliegender Rechtsschrift einge-
leitete Beschwerdeverfahren das Recht auf unentgeltliche Rechtspflege un-
ter Beiordnung des Unterzeichnenden als amtlicher Anwalt zu erteilen.

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen

Mit Beschwerdeantwort vom 19. September 2014 beantragt die Beschwer-
degegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Am 7. Oktober 2014 hiess der Instruktionsrichter das Gesuch um unentgelt-
liche Rechtspflege gut und ordnete der Beschwerdeführerin Rechtsanwalt 
B.________ als amtlicher Anwalt bei.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 

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11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde grundsätzlich einzutreten (vgl. E. 6.1 hiernach).

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 2. Juli 2014 (AB 65). 
Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin bzw. 
die Rechtmässigkeit der verfügten Rentenaufhebung und in diesem Zu-
sammenhang die Vollständigkeit der Sachverhaltsabklärung. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenan-
spruchs als auch anlässlich einer Rentenrevision stellt sich unter dem

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Gesichtspunkt von Art. 8 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invali-
ditätsbemessungsmethode (Art. 16 ATSG, Art. 28a Abs. 2 und 3 IVG). Ob 
eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig Erwerbstätige oder 
als Nichterwerbstätige einzustufen ist – was je zur Anwendung einer ande-
ren Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, Betäti-
gungsvergleich, gemischte Methode) führt –, ergibt sich aus der Prüfung, 
was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine ge-
sundheitliche Beeinträchtigung bestände (BGE 125 V 146 E. 2c S. 150). 
Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versi-
cherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in 
welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 133 V 504 
E. 3.3 S. 508).

2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Vier-
telsrente.

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99).

2.5 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).

2.5.1 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 

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den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Ein Revisionsgrund ist ferner unter Umständen auch dann gegeben, 
wenn eine andere Art der Bemessung der Invalidität zur Anwendung ge-
langt oder eine Wandlung des Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 130 
V 343 E. 3.5 S. 349, 117 V 198 E. 3b S. 199; SVR 2013 IV Nr. 44 S. 135 
E. 3.1.1).

2.5.2 Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeit-
punkt der ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur 
Zeit der streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 
E. 3.5.2 S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369, SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1). 
Wurde die Rente zuvor bereits revidiert oder bestätigt, so ist als zeitliche 
Vergleichsbasis die letzte rechtskräftige Verfügung heranzuziehen, sofern 
eine materielle Überprüfung des Leistungsanspruches tatsächlich stattge-
funden hat, d.h. eine rechtskonforme (medizinische) Sachverhaltsab-
klärung, eine Beweiswürdigung und gegebenenfalls – sofern Hinweise für 
eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszu-
stands bestanden – ein Einkommensvergleich durchgeführt worden sind 
(BGE 133 V 108 E. 5.4 S. 114; SVR 2013 IV Nr. 44 S. 135 E. 3.1.2).

2.5.3 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 117 V 198 E. 4b S. 200; SVR 2011 IV 
Nr. 37 S. 109 E. 1.1).

3.

Vorab ist zu prüfen, ob ein Revisionsgrund vorliegt. Da den Verfügungen 
vom 26. November 2002 (AB 24) und 5. Januar 2007 (AB 31/2) sowie der 
Mitteilung vom 17. Oktober 2011 (AB 37) jeweils keine umfassende materi-

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elle Anspruchsüberprüfung vorausging, ist als massgebender Referenz-
zeitpunkt der 25. Oktober 2001 (AB 18/2) heranzuziehen (E. 2.5.2 hiervor).

Anlässlich der Rentenzusprechung ging die Beschwerdegegnerin davon 
aus, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall zu 50% erwerbstätig 
wäre (Abklärungsbericht Haushalt vom 6. Juni 2001 [AB 13/2]). Was den 
aktuellen Status der Beschwerdeführerin anbelangt, ist der Abklärungs-
dienst im Bericht vom 7. April 2014 (AB 52/2) zu Recht davon ausgegan-
gen, dass an der bisherigen Einschätzung nicht mehr festzuhalten ist. Ins-
besondere aufgrund der grösseren Selbstständigkeit der Töchter (vgl. 
E. 4.3 hiernach) ist die Annahme eines mehr als hälftigen Erwerbsanteils 
insgesamt nicht zu beanstanden. Da im Vergleich zum massgebenden Re-
ferenzzeitpunkt somit nicht mehr von einer 50%-igen Erwerbstätigkeit im 
Gesundheitsfall ausgegangen werden kann, liegt hinsichtlich des Status 
eine Änderung vor, die grundsätzlich geeignet ist, den Invaliditätsgrad zu 
beeinflussen (E. 2.5.1 hiervor). Offen bleiben kann, ob auch in medizini-
scher Hinsicht von einer Veränderung im Sinne eines Revisionsgrundes 
auszugehen ist, was die Beschwerdegegnerin angenommen hat (vgl. AB 
65/1). Der Leistungsanspruch ist demnach frei zu prüfen (E. 2.5.3 hiervor). 

4.

In welchem konkreten Umfang die Beschwerdeführerin heute als Gesunde 
erwerbstätig wäre, ist umstritten. Während die Beschwerdegegnerin den 
Anteil der Erwerbstätigkeit auf 65% beziffert (AB 52/9, 65/2), stellt sich die 
Beschwerdeführerin auf den Standpunkt, ihr sei ein hypothetischer Er-
werbsanteil von 80-100% zuzuerkennen (Beschwerde, S. 12).

4.1 Dem Abklärungsbericht Haushalt vom 7. April 2014 (AB 52/2) lässt 
sich Folgendes entnehmen:

Gemäss den Angaben der Beschwerdeführerin würde sie heute zwischen 
80% und 100% arbeiten. Seit 2004 beziehe ihr Ehemann eine Rente (34%) 
der Unfallversicherung und arbeite 70% in einer …. Die ältere Tochter (geb. 
1995) komme zweimal pro Woche zum Mittagessen nach Hause, sonst 
esse sie in der Schule. Die jüngere Tochter (geb. 2000) sei mittlerweile 

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gross genug, um sich über Mittag selbst zu verpflegen, was auch vorkom-
me, wenn es der Beschwerdeführerin nicht gut gehe. Dann könne jene das 
Mittagessen am Arbeitsplatz des Vaters einnehmen oder die Mädchen äs-
sen in einem Schnellimbiss. Die Beschwerdeführerin habe sich in den Jah-
ren 2001 bis 2013 nie um eine Stelle bemüht; dies obwohl gemäss den 
Angaben der RAD-Ärztin vom 24. März 2014 im genannten Zeitraum keine 
dauernde Arbeitsunfähigkeit von 100% bestanden habe. Die Beschwerde-
führerin habe nicht glaubhaft dargelegt, dass sie bei guter Gesundheit zu 
einem Pensum von 80-100% arbeiten würde. Die Verwaltung gehe von 
einem Status von 60-70% aus. Bei der vom RAD attestierten Arbeitsun-
fähigkeit von 5-40% resultiere eine solche von durchschnittlich 22.5%. Die 
behinderungsbedingte Einbusse im Erwerb bezifferte der Abklärungsdienst 
mit 0%. Auch im Haushalt sei die Beschwerdeführerin nicht eingeschränkt 
(0%). Der Invaliditätsgrad betrage insgesamt 0%.

4.2 Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts sind verschiedene 
Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer 
qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und räumli-
chen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge-
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Anga-
ben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Mei-
nungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext 
schliesslich muss plausibel begründet und bezüglich der einzelnen Ein-
schränkungen angemessen detailliert sein und in Übereinstimmung mit den 
an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Ab-
klärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift in das Ermessen der 
die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein-
schätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die 
fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist 
als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 130 V 61 E. 6.2 S. 63; 
SVR 2012 IV Nr. 54 S. 196 E. 3.2).

4.3 Der Abklärungsbericht vom 7. April 2014 (AB 52/2) erfüllt nicht alle 
Anforderungen an die Beweiskraft eines solchen Berichts (E. 4.2 hiervor). 
Die Statusfestlegung ist nicht hinreichend plausibel begründet und trägt 
den Gegebenheiten nicht genügend Rechnung. Wenn die Abklärungsper-

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son die Beschwerdeführerin neu als hypothetisch zu 65% erwerbstätig ein-
stuft mit der Begründung, die RAD-Ärztin erachte die jeweils bescheinigte 
100%-ige Arbeitsunfähigkeit für ausserhäusliche Tätigkeiten nicht für ge-
rechtfertigt, die Beschwerdeführerin habe sich nicht um eine Arbeitsstelle 
bemüht und es sei davon auszugehen, dass es ihr wichtig sei, „weiterhin 
für die Töchter präsent zu sein“, vermag dies nicht zu überzeugen.

Vorab ist die Beurteilung des RAD, die in medizinischer Hinsicht Basis des 
Abklärungsberichts bildete, nicht beweiskräftig (E. 5.3.1 hiernach). Insofern 
kann nicht davon gesprochen werden, dass die Abklärungsperson Kenntnis 
der effektiven gesundheitlichen Situation hatte. Der Umstand, dass die Be-
schwerdeführerin seit Januar 2001 eine Rente bei einem Invaliditätsgrad 
von 60% bezogen hat, wird von der Abklärungsperson völlig ausser Acht 
gelassen. Indem sie weiter ausführt, die fehlenden Bemühungen um eine 
Stelle nach dem zweiten Mutterschaftsurlaub ständen im Widerspruch zur 
Aussage der Beschwerdeführerin, sie würde bei guter Gesundheit 50-60% 
arbeiten (S. 3), verkennt sie, dass dies nicht die aktuell abzuklärenden Ver-
hältnisse betrifft, sondern sich auf frühere Jahre bezieht (ab ca. 2000). 
Ebenso wenig kann der Beschwerdeführerin die fehlende Stellensuche in 
den Folgejahren bis 2013 zum Nachteil gereichen. Denn die Arbeitsun-
fähigkeit im Erwerb wurde stets mit 100% veranschlagt (AB 10/4, 20/4, 
22/1, 36/6), was die Beschwerdegegnerin jeweils übernommen hat (AB 
13/4). Vor diesem Hintergrund bestand für die Beschwerdeführerin bislang 
kein Anlass, sich um eine Stelle zu bemühen. Nicht überzeugend sind so-
dann die Schlussfolgerungen hinsichtlich des unbestritten geringeren Be-
treuungsaufwands: Im Zeitpunkt der ersten Erhebung (21. Mai 2001 [AB 
13/2]) hatte die Beschwerdeführerin ein Kleinkind (6-jährig) und einen 
Säugling (7 Monate alt) zu betreuen. Demgegenüber waren die Töchter im 
Zeitpunkt der neuen Haushaltsabklärung (2. Februar 2014 [AB 52/2]) 19 
und 14 Jahre alt. Der Abklärungsdienst geht zu Recht davon aus, dass 
ihnen im Rahmen der – auch Familienangehörigen obliegenden – Scha-
denminderungspflicht eine gewisse Mithilfe im Haushalt ohne weiteres zu-
gemutet werden kann. Gleichzeitig fällt für die Beschwerdeführerin deutlich 
weniger Betreuungsaufwand an (AB 64/2). Dieser Umstand fand in der 
Statusfestlegung nicht hinreichend Berücksichtigung. Es entspricht der all-
gemeinen Lebenserfahrung, dass Frauen, die ihre ausserhäusliche Tätig-

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keit zugunsten der Familienarbeit aufgegeben oder reduziert haben, wieder 
ins Berufsleben einsteigen resp. ihr Arbeitspensum erhöhen, sobald die 
Kinder mit zunehmendem Alter eine gewisse Selbstständigkeit erlangt ha-
ben und keiner intensiven Betreuung – wie sie bei Kleinkindern anfällt – 
mehr bedürfen. Solches ist auch vorliegend überwiegend wahrscheinlich, 
hat die Beschwerdeführerin gegenüber der Abklärungsperson doch auch 
explizit angegeben, dass es ihr wichtig gewesen sei, für die Kinder da zu 
sein, „solange sie klein waren“ (AB 52/3). Mit Blick darauf, dass sich beide 
Töchter nunmehr über Mittag ab und zu auswärts verpflegen und im Haus-
halt mithelfen können sowie letztlich auch unter Berücksichtigung des Um-
stands, dass die Beschwerdeführerin vor der Geburt des ersten Kindes mit 
einem Beschäftigungsgrad von 100% bzw. 80% arbeitete (vgl. AB 10/2, 
13/3), ist dem geringeren Aufwand für die Kinderbetreuung mehr Gewicht 
beizumessen. Ausserdem ist dem Umstand Rechnung zu tragen, dass sich 
eine fehlende Berufsausbildung – wie die Beschwerdeführerin anlässlich 
der Haushaltsabklärung zu Recht geltend machte (AB 52/4) – regelmässig 
auf den Lohn auswirkt: Vorliegend ist erstellt, dass ihr ungelernter Ehe-
mann ein geringes Einkommen erzielt (Beschwerdebeilage [BB] 18). Damit 
ist schliesslich auch von einem gewissen (hypothetischen) finanziellen 
Druck der Beschwerdeführerin auszugehen, in grösserem als dem bisher 
von der Beschwerdegegnerin angenommenen Umfang zum Familienunter-
halt beizusteuern (vgl. auch AB 51/4 unten).

4.4 Für ein Vollzeitpensum bestehen keine hinreichenden Anhaltspunk-
te. Bei den gegebenen Umständen ist ein hypothetisches Pensum von 80% 
überwiegend wahrscheinlich und der Invaliditätsbemessung zugrunde zu 
legen. Insoweit ist in das Ermessen der Verwaltung einzugreifen.

5.

5.1 Zum Gesundheitszustand resp. zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
der Beschwerdeführerin ist den Akten Folgendes zu entnehmen:

5.1.1 Dr. med. C.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, 
führte im Bericht vom 4. Oktober 2011 (AB 36/3) folgende Diagnosen auf: 
Pancolitis indeterminata (ulcerosa), schwere Schübe einer Gastritis Typ C 

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(Gallereflux) mit Übelkeit und Schmerzsyndrom, depressive Verstimmung, 
Zustand nach Exzision eines arterio-venösen Angioms im Bereich der lin-
ken Wange, rezidivierende vago-vasale Synkopen bei Orthostase-
Syndrom. Der Gesundheitszustand sei stationär. Unverändert mache die 
Patientin trotz maximaler Immunosuppression schwere Schübe ihrer Kolitis 
durch. Die Schübe würden jeweils mit Steroidstössen durchbrochen. Der 
Zustand werde auch durch die rezidivierenden Gastritisschübe bestimmt, 
welche praktisch therapierefrektäre Schmerzzustände auslösten. Unverän-
dert sei ferner die depressive Verstimmung, welche wohl zum grössten Teil 
reaktiv auf die schwere Grunderkrankung zurückzuführen sei und die sich 
in chronischer Insomnie und chronischen Kopfschmerzen manifestiere. Die 
Kolitis äussere sich im Schub durch eine kaum kontrollierbare Diarrhoe mit 
bis zu 20 blutigen Entleerungen täglich sowie in einem chronifizierten vis-
zeralen Schmerzsyndrom und Eisenmangelzuständen (AB 36/6).

5.1.2 Im Bericht vom 7. Oktober 2013 (AB 38) nannte Dr. med. 
C.________ als neue Diagnose eine rezidivierende Urolithiasis rechts. Ak-
tuell lägen asymptomatische Kelchkonkremente rechts bis 4mm mit Mi-
krohämaturie vor. Der Gesundheitszustand habe sich verschlechtert. Die 
Behandlung der Pankolitis werde immer problematischer; die Patientin er-
trage die immunmodulatorischen Behandlungen sehr schlecht. Es bestän-
den unverändert Hämatochezien. Sonographisch bestehe eine Kolitisakti-
vität mit Verlust der Haustrierung und konsekutiven Stuhlabnormitäten (im-
perativer Stuhlgang, wiederholte Entleerung bis zu 6 bis 8 Mal täglich, im 
Schub auch nachts). Neuerdings manifestiere sich zudem die Nephrolithia-
sis rechts. Die schwere rezidivierende chronische Gastritis und das chroni-
fizierte intestinale Schmerzsyndrom persistierten. Sie beeinflussten den 
Gesundheitszustand ebenso negativ wie die sicher vorhandene depressive 
Verstimmung mit Insomnie und chronischem Kopfschmerz. Die 60%-ige 
Invalidität sei nicht mehr aufrecht zu erhalten, sie müsse sicher auf 100% 
erhöht werden.

5.1.3 Im Bericht vom 18. Dezember 2013 (AB 44) legte Dr. med. 
C.________ dar, das protrahierte Schubgeschehen erschöpfe die Patientin. 
Die bis zu 25 Stuhlentleerungen im Tag, alle imperativ, hätten sie fast zur 
Inkontinenz geführt. Auch nächtlich müsse sie bis zu stündlich Stuhl entlee-

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ren. Das somatische Krankheitsbild führe auch zu einer Verstärkung der 
depressiven Verstimmung; zurzeit dürfe ruhig von einer Erschöpfungsde-
pression gesprochen werden. Seit September 2012 sei die Patientin zu 
100% arbeitsunfähig. Bei den alltäglichen Lebensverrichtungen sei sie nicht 
auf fremde Hilfe angewiesen. Ohne die tatkräftige Mithilfe ihres Ehemannes 
im Haushalt würde sie diesen jedoch auch nicht bewältigen.

5.1.4 Die RAD-Ärztin Dr. med. D.________, Fachärztin für Allgemeine 
Innere Medizin FMH, nannte im Untersuchungsbericht vom 24. März 2014 
(AB 51) als Diagnose eine Colitis ulcerosa (gemäss Akten). Zum Verlauf in 
der Vergangenheit lasse sich nicht restlos aussagen, wie beeinträchtigend 
die Störung gewesen sei. Ab 2012 seien die Akten wenig detailliert und 
ergäben teilweise widersprüchliche Resultate. Die Aussagen von Dr. med. 
C.________ würden gegenüber den Befunden teilweise überhöht erschei-
nen. Aktuell fänden sich weder im Labor noch im Status objektive Hinweise 
auf einen aktiven Schub. Die Colitis ulcerosa verlaufe in Schüben; dazwi-
schen beständen lange remissionsfreie Intervalle. „Gemäss Literatur“ müs-
se man bei Betroffenen vor allem mit vermehrten Absenztagen rechnen. 
Man finde in der Literatur die Angabe von ca. 25 Tagen im Jahr, allerdings 
hänge dies stark vom Verlauf ab. Wenn jeweils längere Zeit kein Schub 
vorliege, könne in der Remission mit fast vollständiger Arbeitsfähigkeit ge-
rechnet werden. Durch die Behandlung würden alle zwei Monate etwa 1 bis 
2 Absenztage anfallen. Im Falle eines Schubes könne die Versicherte 1 bis 
2 Wochen ausfallen. Auch im Abklingen des Schubes könne die Leistungs-
fähigkeit noch vermindert sein. Die Anzahl Schübe sei zwar nicht voraus-
sagbar, aber bei adäquater Therapie könne man von 0 bis 2 Schüben pro 
Jahr ausgehen. Infolge der Schwankungen sei es nicht möglich, auf den 
Tag bezogen eine Arbeitsfähigkeit anzugeben; diese könne je nach Phase, 
ob im Schub oder Remission, zwischen 0 und 100% liegen (S. 7). Über ein 
ganzes Jahr gesehen sei mit einer Einschränkung von „etwa 5-40% zu 
rechnen“. Dabei bezögen sich 5% auf ein Jahr in Vollremission und 40% 
auf ein Jahr mit mehr als einem Schub (S. 8).

5.1.5 Dr. med. E.________, Facharzt für Gastroenterologie und für All-
gemeine Innere Medizin FMH, führte am 2. April 2014 eine Koloskopie 
durch; im entsprechenden Bericht vom 3. April 2014 (AB 59/4) legte er u.a. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Feb. 2015, IV/14/763, Seite 13

dar, es fänden sich recht tiefe Ulzerationen sowie eine deutliche erosive 
und erythematöse Entzündung. Folgende Diagnosen wurden aufgeführt:

1. Steroidabhängige Kolitis ulzerosa
2. Osteopenie
3. Rezidivierende Urolithiasis rechts
4. Depressive Verstimmung mit Insomnie und St.n. viszeralem Schmerzsyndrom
5. Sekundärer und tertiärer Hyperparathyreoidismus
6. Nicht glomeruläre, chronische Mikrohämaturie multifaktorieller Genese
7. Migräne
8. St.n. Trigonumleukoplakie/-zystitis Oktober 2013
9. Ureterozele rechts bei engem Ureterostium
10. Zustand nach Schwangerschaftshydronephrose rechts 2000: JJ-Einlage
11. Trichterbrust mit systolischem Klick

Seit Dezember 2013 bestehe bis auf Weiteres eine 100%-ige Arbeitsun-
fähigkeit (AB 59/6). Im Bericht vom 28. Juli 2014 (AB 66) legte Dr. med. 
E.________ sodann dar, in der Koloskopie habe sich eine aktive Kolitis 
ulzerosa im Rektum und Sigma gefunden. Das Endoskopiebild sei histolo-
gisch bestätigt worden; es habe sich eine ausgeprägte aktive ulzeröse 
chronische Entzündung gefunden (vgl. AB 66/2).

5.2

5.2.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

5.2.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Feb. 2015, IV/14/763, Seite 14

kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Sofern RAD-Untersuchungsberichte den Anforderungen an ein ärztliches 
Gutachten genügen, auch hinsichtlich der erforderlichen ärztlichen Qualifi-
kationen, haben sie einen vergleichbaren Beweiswert wie ein anderes
Gutachten (SVR 2009 IV Nr. 53 S. 165 E. 3.3.2). Soll allerdings ein Versi-
cherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden wer-
den, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. 
Insbesondere sind die von der versicherten Person aufgelegten Berichte 
der behandelnden Ärzte mitzuberücksichtigen. Wird die Schlüssigkeit der 
Feststellungen der versicherungsinternen Fachpersonen durch einen nach-
vollziehbaren Bericht eines behandelnden Arztes in Zweifel gezogen, so 
genügt der pauschale Hinweis auf dessen auftragsrechtliche Stellung nicht, 
um solche Zweifel auszuräumen. Vielmehr wird das Gericht entweder ein 
Gerichtsgutachten anzuordnen oder die Sache an den Versicherungsträger 
zurückzuweisen haben, damit dieser im Verfahren nach Art. 44 ATSG eine 
Begutachtung veranlasst (BGE 135 V 465 E. 4.4 ff. S. 469).

5.3 Wie die Beschwerdeführerin vorbringen lässt, basiert die angefoch-
tene Verfügung auf einem unvollständig abgeklärten Sachverhalt: 

5.3.1 Auf die Einschätzung von Dr. med. D.________ kann nicht absch-
liessend abgestellt werden. Zunächst hatte die RAD-Ärztin im Zeitpunkt der 
Untersuchung und Berichterstattung (AB 51) weder Kenntnis vom Bericht 
des behandelnden Gastroenterologen Dr. med. E.________ vom 3. April 
2014 (AB 59/4) – was sie selber in der Stellungnahme vom 11. Juni 2014 
(AB 62/2) feststellte – noch von den aktuellen Untersuchungsergebnissen. 
Wenn sie nach Vorlage des erwähnten Berichts im Anhörungsverfahren 
ausführt, es gebe keine neuen medizinischen Aspekte (AB 62/2), greift dies 
zu kurz: Zwar lag ihr auch anlässlich der nachträglichen Dossierunterbrei-
tung weder der histopathologische Untersuchungsbericht vom 4. April 2014 
(AB 66/2) noch der weitere Bericht von Dr. med. E.________ vom 28. Juli 
2014 (AB 66/1) vor. Indessen hätte sie die Verwaltung auf das Fehlen die-
ser Unterlagen aufmerksam machen resp. anhalten müssen, diese einzu-
holen. Denn aus dem ihr vorgelegten Bericht von Dr. med. E.________ 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Feb. 2015, IV/14/763, Seite 15

vom 3. April 2014 (AB 59/4) geht unmissverständlich hervor, dass tags zu-
vor eine Koloskopie durchgeführt wurde und dass „AKTUELL“ eine ulzera-
tive/erosive Entzündung des Rektums und Sigmas vorliegt (ad Diagnose 
1). Insofern sind – entgegen den Ausführungen der RAD-Ärztin (AB 62/2) – 
durchaus neue Befunde (AB 59/4, 66/2) vorhanden. Diese haben keinen 
Eingang in die Beurteilung von Dr. med. D.________ gefunden.

Dr. med. D.________ geht von einer wesentlich geringeren und wenig aus-
sagekräftigen Arbeitsunfähigkeit (5-40%) aus, als bisher angenommen 
worden ist (100%). Anhaltspunkte für eine erhebliche Verbesserung des 
Gesundheitszustands werden indessen nicht beschrieben und sind auch 
nicht ersichtlich. Zwar ist eine kritische Auseinandersetzung mit dem Ak-
tenmaterial (vgl. BGE 132 V 93 E. 7.2.2 S. 110) auch im Rahmen einer 
RAD-Untersuchung angebracht; Dr. med. D.________ beschränkte sich in 
ihrer Beurteilung aber über weite Strecken darauf, Kritik an den (früheren) 
Arztberichten zu üben (AB 51 S. 1-4). Dabei verkennt sie, dass es hier im 
Rahmen der Rentenrevision in erster Linie darum geht, den aktuellen Ge-
sundheitszustand der Beschwerdeführerin zu beurteilen. Wenn Dr. med. 
D.________ (rückwirkend) die Auffassung vertritt, die Befunde in den Jah-
ren 2002 und 2005 hätten keine Invalidität von 60% und keine Arbeitsun-
fähigkeit von 50% gerechtfertigt (AB 51/2), kann dies jedenfalls nicht als 
Begründung für eine Verbesserung des Gesundheitszustands herangezo-
gen werden. Eine im Sinne von Art. 53 Abs. 2 ATSG zweifellos unrichtige 
Rentenzusprechung steht zu Recht nicht zur Diskussion.

Mit der vorliegenden schweren Darmerkrankung wäre schliesslich ein Spe-
zialist für Magen- und Darmkrankheiten, d.h. ein gastroenterologischer 
Facharzt beizuziehen gewesen, wogegen Dr. med. D.________ Allge-
meinärztin ist. Zwar verfügen Allgemeinmediziner bzw. Internisten über 
breite medizinische Kenntnisse. Jedoch müssen auch RAD-Ärzte über die 
im Einzelfall gefragten fachlichen Qualifikationen verfügen (Entscheid des 
Bundesgerichts [BGer] vom 14. Juli 2009, 9C_323/2009, E. 4.3.1), was bei 
Dr. med. D.________ hier nicht der Fall ist.

5.3.2 Auch der Bericht des behandelnden Spezialisten Dr. med. 
E.________ vom 3. April 2014 (AB 59/4) und das – nach Verfügungserlass 
verfasste – Schreiben vom 28. Juli 2014 (AB 66) sind keine zulänglichen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Feb. 2015, IV/14/763, Seite 16

Beurteilungsgrundlagen. Zum einen darf und soll das Gericht in Bezug auf 
Atteste von behandelnden Ärzten der Erfahrungstatsache Rechnung tra-
gen, dass jene mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauens-
stellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 
125 V 351 E. 3b cc S. 353; Entscheid des Eidgenössischen Versiche-
rungsgerichts [EVG; heute BGer] vom 20. März 2006, I 655/05, E. 5.4). 
Zum anderen ist fraglich, ob Dr. med. E.________ zum Verlauf hinreichend 
Stellung nehmen kann. Zwar ist ohne weiteres davon auszugehen, dass er 
als Nachfolger von Dr. med. C.________ (vgl. AB 55/1) Kenntnis von den 
Vorakten hat resp. ihm die frühere Krankengeschichte zur Verfügung steht. 
Allerdings hat er weder im Bericht vom 3. April 2014 (AB 59/4) noch in 
demjenigen vom 28. Juli 2014 (AB 66) Stellung bezogen zur Ar-
beits(un)fähigkeit der Beschwerdeführerin. Die im Attest vom 14. Mai 2014 
(AB 59/6) bescheinigte volle Arbeitsunfähigkeit wird sodann nicht näher 
begründet.

5.3.3 Die in den Akten liegenden Berichte des früheren behandelnden 
Arztes Dr. med. C.________ (AB 36/3, 38, 44) sind für eine abschliessende 
Beurteilung gleichermassen nicht geeignet. Abgesehen davon, dass 
Dr. med. C.________ ebenfalls nicht über die hier erforderliche ärztliche 
Spezialisierung verfügt, hat er in den Eingaben für die Beschwerdeführerin 
Partei ergriffen resp. für die Zusprechung einer höheren Invalidenrente plä-
diert, was den Beweiswert der Berichte schmälert, fällt es doch nicht in den 
Aufgabenbereich des Arztes, sich zum Rentenanspruch zu äussern. Aus-
serdem scheint er die Arbeitsunfähigkeit mit der Invalidität gleichzusetzen 
(AB 36/4, 55/2), womit die Beurteilung nicht in allen Teilen schlüssig ist.

5.4 Zusammenfassend lässt sich die Arbeits- und Leistungsfähigkeit der 
Beschwerdeführerin gestützt auf die vorliegenden medizinischen Unterla-
gen nicht abschliessend beurteilen. Da bislang kein externes Gutachten 
vorliegt, sind die Anforderungen an die Beweiswürdigung streng (vgl. 
E. 4.2.3 hiervor). Die Schlüssigkeit der Feststellungen von Dr. med. 
D.________ wird nach dem Dargelegten insbesondere durch die ohne wei-
teres nachvollziehbaren Berichte des behandelnden Darmspezialisten Dr. 
med. E.________ sowie die aktuellen Untersuchungsergebnisse in Zweifel 
gezogen. Auch gestützt auf die Angaben von Dr. med. C.________ erge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Feb. 2015, IV/14/763, Seite 17

ben sich Zweifel an der Einschätzung der RAD-Ärztin: Er konstatierte einen 
tendenziell verschlechterten Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin 
(AB 38, 44), was angesichts der erweiterten Diagnoseliste, dem beschrie-
benen, mit einer regelmässigen Erwerbstätigkeit nur schwer vereinbaren 
Krankheitsgeschehen wie auch der Feststellung, dass die medikamentöse 
Behandlung immer problematischer werde, durchaus plausibel erscheint 
und letztlich durch die Befunde der aktuellen Koloskopie bestätigt wurde.

6.

6.1 Nach dem Dargelegten ist die Sache in Gutheissung der Beschwer-
de und Aufhebung der angefochtenen Verfügung an die Beschwerdegeg-
nerin zurückzuweisen, damit diese weitere Abklärungen durchführe, na-
mentlich eine Begutachtung veranlasse (BGE 135 V 465 E. 4.6 S. 471), 
und anschliessend über den Leistungsanspruch neu befinde. Eine Rück-
weisung erweist sich unter Berücksichtigung von BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4 
S. 264 als zulässig und geboten, zumal die anwaltlich vertretene Be-
schwerdeführerin explizit eine solche beantragt, womit sie zu verstehen 
gibt, dass sie keine Instanz verlieren will, was bei einer Gutachtensanord-
nung durch das Gericht der Fall wäre, und auch ein neuer Abklärungsbe-
richt zu erstellen ist. Die Begutachtung kann sich grundsätzlich auf den 
Fachbereich der Gastroenterologie beschränken; für einen invalidisieren-
den psychischen Gesundheitsschaden bestehen trotz einzelnen Hinweisen 
auf eine depressive Verstimmung derzeit keine hinreichenden Anhaltspunk-
te. Zum einen wird diese Problematik als reaktiv zum somatischen Ge-
schehen beschrieben (AB 36/4, 44/2) und zum anderen kann die entspre-
chende Symptomatik medikamentös behandelt werden (AB 36/4); Gegen-
teiliges wird von der Beschwerdeführerin denn auch nicht geltend gemacht. 
Sollten sich im Übrigen im Verlaufe der Begutachtung Anhaltspunkte für 
weitere erhebliche somatische oder psychische Beschwerden ergeben, 
wäre dem dannzumal vertieft nachzugehen. Da hinsichtlich der Häufigkeit 
der Stuhlgänge Unklarheiten bestehen resp. die Angaben – auch für Zeiten 
der Schübe – stark variieren (15 [AB 5/6], 10 [AB 11/2], 20 [AB 36/6], 6-8 
[AB 38/2], 25 [AB 44/2], 10 [AB 51/4] bzw. 5-7 [AB 51/6], 20-25 [AB 55/3]), 
worauf Dr. med. D.________ zu Recht hingewiesen hat, ist die Beschwer-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Feb. 2015, IV/14/763, Seite 18

deführerin allenfalls anzuhalten, ein Protokoll über die Stuhlgänge zu 
führen (vgl. AB 62/2).

Im Rahmen der gastroenterologischen Expertise wird namentlich abzu-
klären sein, in welchem Ausmass Einschränkungen in der Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit bestehen. Die Beschwerdegegnerin wird auch der Frage 
nach der Dauer und allfälligen Unterbrüchen der Arbeitsunfähigkeit (Art. 28 
Abs. 1 lit. b IVG i.V.m. Art. 29ter der Verordnung über die Invalidenversiche-
rung vom 17. Januar 1961 [IVV; SR 831.201]) nachzugehen haben.

In der Folge wird die Beschwerdegegnerin einen neuen Abklärungsbericht 
Haushalt erstellen zu lassen haben, in welchem die neuen medizinischen 
Erkenntnisse zu berücksichtigen sind. Denn die Feststellung der Ab-
klärungsperson, wonach im Haushalt keine Einschränkung mehr bestehe, 
fusst auf der nicht beweiskräftigen Beurteilung der RAD-Ärztin, und kann 
folglich nicht unbesehen übernommen werden. Schliesslich wird abzu-
klären sein, ob allenfalls Wechselwirkungen zwischen Erwerbs- und Haus-
haltbereich zu berücksichtigen sind (vgl. BGE 134 V 9).

Bei diesem Ergebnis braucht nicht geprüft zu werden, ob auf die
Beschwerde, soweit darin subeventualiter beantragt wird, es sei unter Auf-
hebung der angefochtenen Verfügung auf das Revisionsgesuch vom 7. Ok-
tober 2013 (AB 38) nicht einzutreten, überhaupt einzutreten ist (vgl. aber 
immerhin BGE 109 V 108 E. 2b S. 114 betreffend Neuanmeldung). 

6.2 Da die Beschwerdegegnerin einer Beschwerde die aufschiebende 
Wirkung entzogen hat (AB 65/2, 68) und keine missbräuchliche Provozie-
rung eines möglichst frühen Revisionszeitpunktes durch die Verwaltung 
vorliegt, dauert der Entzug auch noch für den Zeitraum des angeordneten 
Abklärungsverfahrens bis zum Erlass der neuen Verfügung an (BGE 129 V 
370; SVR 2013 IV Nr. 37 S. 112 E. 3.1). Folglich sind vorerst, d.h. während 
der vorzunehmenden Abklärungen, weiterhin keine Rentenleistungen aus-
zurichten.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Feb. 2015, IV/14/763, Seite 19

7.

7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4).

7.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG).

Mit Kostennote vom 14. Oktober 2014 macht Rechtsanwalt B.________ ein 
Honorar von Fr. 3‘000.-- (15 Stunden à Fr. 200.--) zuzüglich Auslagen von 
Fr. 127.20 und Mehrwertsteuer von Fr. 250.20, total Fr. 3‘377.40, geltend. 
Dies erscheint im Vergleich mit anderen, ähnlich gelagerten Fällen sowie in 
Anbetracht des hier mit Blick auf den einfachen Schriftenwechsel und den 
nicht ausserordentlichen Aktenumfang erforderlich gewesenen Aufwand als 
hoch, aber gerade noch angemessen. Die der Beschwerdeführerin von der 
Beschwerdegegnerin zu bezahlende Parteientschädigung ist damit auf 
Fr. 3‘377.40 (inkl. Auslagen und MWSt.) festzusetzen. 

7.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens kommt die gewährte unentgelt-
liche Rechtspflege nicht zum Tragen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Feb. 2015, IV/14/763, Seite 20

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 2. Juli 2014 aufgehoben und die Sache an die Be-
schwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie nach Vornahme der Ab-
klärungen im Sinne der Erwägungen neu verfüge. 

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 3‘377.40 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.