# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 63045535-8be5-5b94-8ef4-670772ca80c2
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-05-08
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 08.05.2015 SB140384
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB140384_2015-05-08.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB140384-O/U/cs 
 

Mitwirkend: Oberrichter Dr. Bussmann, Präsident, die Ersatzoberrichter  

lic. iur. Ernst und lic. iur. Amacker sowie die Gerichtsschreiberin  

lic. iur. Karabayir 

 
Urteil vom 8. Mai 2015 

 

in Sachen 

 

Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,  

vertreten durch Staatsanwältin lic. iur. Stadelmann  

Anklägerin, Erstberufungsklägerin und Anschlussberufungsklägerin  

 

gegen 

 
1. A._____,  

 Beschuldigter und Berufungsbeklagter  
2. B._____,  

 Beschuldigter, Zweitberufungskläger und Anschlussberufungsbeklagter 

 

1 amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

2 amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ 

 

 

betreffend mehrfache versuchte schwere Körperverletzung   
 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 4. Abteilung, vom 
13. März 2014 (DG130364) 

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Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 31. Oktober 

2013 (Urk. 36) ist diesem Urteil beigeheftet.  

Urteil der Vorinstanz: 

1a. Der Beschuldigte A._____ ist der versuchten schweren Körperverletzung im 

Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig. 

1b. Der Beschuldigte B._____ ist der mehrfachen versuchten schweren Körper-

verletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 

StGB schuldig. 

2a. Der Beschuldigte A._____ wird bestraft mit 32 Monaten Freiheitsstrafe, wo-

von 99 Tage durch Haft erstanden sind. 

2b. Der Beschuldigte B._____ wird bestraft mit 42 Monaten Freiheitsstrafe, wo-

von 238 Tage durch Haft erstanden sind. 

3a. Der Vollzug der Freiheitsstrafe von A._____ wird im Umfang von 20 Mona-

ten aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgelegt. Im Übrigen (12 

Monate, abzüglich 99 Tage, die durch Haft erstanden sind) wird die Frei-

heitsstrafe vollzogen. 

3b. Die Freiheitsstrafe von B._____ wird vollzogen. 

4. Es wird festgestellt, dass die Beschuldigten gegenüber dem Privatkläger 

C._____ aus dem eingeklagten Ereignis vom 12. Februar 2012 dem 

Grundsatze nach solidarisch schadenersatzpflichtig sind.  

 Im Übrigen wird das Schadenersatzbegehren auf den Zivilweg verwiesen.  

5. Die Beschuldigten werden unter solidarischer Haftung verpflichtet, dem Pri-

vatkläger C._____ Fr. 20'000.– zuzüglich Zins zu 5 % ab 12. Februar 2012 

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als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegeh-

ren abgewiesen. 

6. Der Beschuldigte B._____ wird verpflichtet, dem Privatkläger D._____ 

Schadenersatz in der Höhe von Fr. 20'909.60 zuzüglich Zins zu 5 % ab 15. 

August 2013 zu bezahlen.  

 Im Übrigen wird festgestellt, dass der Beschuldigte B._____ gegenüber dem 

Privatkläger D._____ aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach 

für weiteren Schaden ab dem 1. Juli 2014 schadenersatzpflichtig ist. 

7. Der Beschuldigte B._____ wird verpflichtet, dem Privatkläger D._____ Fr. 

30'000.– zuzüglich Zins zu 5 % ab 30. September 2012 als Genugtuung zu 

bezahlen. 

8. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher 

Verteidiger des Beschuldigten A._____ mit Fr. 7'727.45 (inkl. Mehrwertsteu-

er) aus der Gerichtskasse entschädigt. 

9. Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher 

Verteidiger des Beschuldigten B._____ mit Fr. 12'384.65 (inkl. Mehrwert-

steuer) aus der Gerichtskasse entschädigt. 

10. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 6'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 12'370.–   Gebühr Strafuntersuchung 

Fr. 14'736.–   Auslagen Untersuchung 

Fr. 24'268.65   amtliche Verteidigung Rechtsanwalt Y._____  
  (inkl. Akonto-zahlung) 

Fr. 22'074.75   amtliche Verteidigung Rechtsanwalt X._____  
  (inkl. Akontozahlungen) 

 Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.  

11. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausge-

nommen diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden den Beschuldigten 

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B._____ zu zwei Dritteln und dem Beschuldigten A._____ zu einem Drittel 

auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichts-

kasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 

Abs. 4 StPO.  

12. Die Beschuldigten werden unter solidarischer Haftung verpflichtet, dem Pri-

vatkläger C._____ für das gesamte Verfahren eine Prozessentschädigung 

von Fr. 5'298.60 zu bezahlen. 

13. Der Beschuldigte B._____ wird verpflichtet, dem Privatkläger D._____ für 

das gesamte Verfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 23'788.20 zu 

bezahlen. 

Berufungsanträge:  

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (HD Urk. 91 S. 1 f.) 

" 1. Der Beschuldigte B._____ sei vom Vorwurf der versuchten schweren 

Körperverletzung zum Nachteil des Privatklägers C._____ freizuspre-

chen; eventualiter sei er bezüglich des Hauptdossiers der Tätlichkeiten 

i.S.v. Art. 126 Abs. 1 StGB, subeventualiter des Raufhandels i.S.v. 

Art. 133 StGB, subsubeventualiter des Angriffs i.S.v. Art. 134 StGB 

schuldig zu sprechen.  

 2. Der Beschuldigte B._____ sei, unter Anrechnung der erstandenen Un-

tersuchungshaft, mit einer Freiheitsstrafe von maximal 12 Monaten zu 

bestrafen. Eventualiter sei er mit einer Freiheitsstrafe von nicht mehr 

als 24 Monaten zu bestrafen.  

 3. Die Freiheitsstrafe sei aufzuschieben, unter Ansetzung einer Probezeit 

von zwei Jahren.  

 4. Dem Beschuldigten sei die Weisung einer kontrollierten Alkoholtotal-

abstinenz zu erteilen. Ferner sei ihm die Weisung zu erteilen, die locke-

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re ambulante psychiatrische Behandlung bei Dr. E._____ im Sinne ei-

nes "Monitoring" weiterzuführen.  

 5. Die Zivilklage des Privatklägers C._____ sei abzuweisen.  

 6. Unter ausgangsgemässen Kosten- und Entschädigungsfolgen."  

b) Der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich: 

(vgl. HD Urk. 67 und 90; sinngemäss) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.  

 

__________________________ 

 

Erwägungen: 

I. Prozessgeschichte/Prozessuales 

1.  Gegen vorstehend aufgeführtes Urteil hat der Beschuldigte B._____ recht-

zeitig Berufung angemeldet und mit der Berufungserklärung folgende Beanstand-

ungen vorgebracht: Mit Ausnahme des Schuldspruchs im Nebendossier sowie der 

Zivilansprüche und der Prozessentschädigung des Privatklägers D._____ (Disp.-

Ziff. 6, 7 und 13) ficht der Beschuldigte das vorinstanzliche Urteil vollumfänglich 

an, wobei er an seinen vor Vorinstanz gestellten Anträgen ausdrücklich festhält 

(Urk. 81 S. 2). Mit Eingabe vom 1. September 2014 erhob die Staatsanwaltschaft 

IV Anschlussberufung bezüglich des Beschuldigten B._____ (Urk. 84). 

2.  Der Beschuldigte A._____ erhob keine Berufung. 

3.  Die Staatsanwaltschaft zog ihre rechtzeitig angemeldete Berufung am  

7. August 2014 (Urk. 80) zurück, ebenso mit Eingabe vom 5. Mai 2015 die gegen 

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den Beschuldigten B._____ erhobene Anschlussberufung (Urk. 91). Davon ist mit-

tels Beschluss Vormerk zu nehmen. 

4.  Die Berufung hat im Umfang der Anfechtung aufschiebende Wirkung 

(Art. 402 StPO). Die nicht von der Berufung erfassten Punkte erwachsen in 

Rechtskraft (SCHMID, StPO Praxiskommentar, Art. 402 N 1; Art. 437 StPO). 

4.1.  Damit ist vorab festzustellen, dass das Verfahren betreffend den Mitbe-

schuldigten A._____ als durch Rückzug der Berufung der Staatsanwaltschaft er-

ledigt abzuschreiben und das ihn betreffende Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 

4. Abteilung, vom 13. März 2014 in Rechtskraft erwachsen ist.  

4.2.  Betreffend den Beschuldigten B._____ sind die Dispositivziffern 6 und 7 (Zi-
vilforderung und Genugtuung für Privatkläger D._____), 9 (Entschädigungszah-

lung an amtliche Verteidiger), 10 (Kostenfestsetzung) sowie 13 (Prozessentschä-

digung für Privatkläger D._____) in Rechtskraft erwachsen.  

5.  Beweisanträge wurden keine gestellt. 

 

II.  Materielles 

1.  Dem Beschuldigten wird unter Anklagepunkt HD zusammengefasst vorge-

worfen, den Privatkläger C._____ (nachfolgend Privatkläger) am 12. Februar 

2012 zusammen mit dem rechtskräftig verurteilten Mitbeschuldigten A._____ mit 

Schlägen traktiert zu haben. Durch einen Knock-out-Schlag soll der Privatkläger 

schliesslich bewusstlos und ohne sich abstützen zu können, zu Boden gefallen 

sein, wobei er mit dem Kopf ungebremst auf den Boden aufgeschlagen sei. Da-

raufhin sei der hilflos am Boden liegende Privatkläger weiter mit Fusstritten trak-

tiert worden (Urk. 36 S. 1 f.). 

2.1.  Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten im HD anklagegemäss schuldig.  

2.1.1. Der amtliche Verteidiger begründet seine Berufung zunächst damit, dass 

die Vorinstanz vom verbindlichen Anklagesachverhalt zum Nachteil des Beschul-

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digten abgewichen sei. So habe sie als erstellt erachtet, dass der Beschuldigte 

dem Privatkläger den Knock-out-Schlag verpasst haben soll (Urk. 81 S. 2; Urk. 91 

S. 2).  

2.1.2. Sodann verstosse die vorinstanzliche Beweiswürdigung gegen den Grund-

satz in dubio pro reo, zumal selbst die Staatsanwaltschaft festgehalten habe, dass 

beide Beschuldigte (d.h. auch A._____) für diesen Knock-out-Schlag in Frage 

kommen würden. Gemäss dieser Argumentation müsste zufolge unüberwindbarer 

Zweifel zugunsten des Beschuldigten davon ausgegangen werden, er sei für den 

Knock-out-Schlag nicht verantwortlich (Urk. 81 S. 3). Gestützt auf die Aussagen 

des Privatklägers und der Zeugen F._____, G._____ und H._____ liessen sich 

ohne erhebliche Zweifel A._____ als Urheber der Faustschläge, mit welchen der  

Privatkläger zu Fall gebracht worden sei, erstellen. Entgegen der Vorinstanz seien 

die Aussagen von A._____ als Schutzbehauptungen und aufgrund ihrer Wider-

sprüchlichkeit als unglaubhaft zu qualifizieren (Urk. 91 S. 3 ff.). Der angebliche 

Tatbeitrag des Beschuldigten lasse sich daraus nicht herleiten. Vielmehr sei ge-

stützt auf die Aussagen des Privatklägers erstellt, dass lediglich A._____    kräfti-

ge Schläge und Tritte ausgeteilt habe, da der Privatkläger konstant nur von einem 

Täter gesprochen und die Ohrfeige des Beschuldigten nicht einmal wahrgenom-

men habe. Falsch sei auch die Behauptung der Vorinstanz, dass die Beo-

bachtungen des Zeugen F._____ weitgehend den eingeklagten Sachverhalt     

decken würden. In seiner tatnäheren Polizeiaussage erkläre er vielmehr, er könne 

nicht sagen, ob der Beschuldigte auch zugeschlagen habe. Sodann würden die 

Zeugenaussagen G._____ und H._____ den Beschuldigten deutlich entlasten. 

Der Zeuge I._____, der gemäss Vorinstanz seine Wahrnehmung unbewusst ver-

vollständigt habe, könne nicht zur Identifizierung des Beschuldigten herangezo-

gen werden (Urk. 91 S. 6 ff.). Sodann habe die Vorinstanz einseitig Aussagen des 

Beschuldigten selbst zu dessen Nachteil verwendet. Verschiedene Zeugenaussa-

gen würden ferner der Ansicht der Vorinstanz widersprechen, wonach der Privat-

kläger nach vorne frontal auf das Gesicht gefallen sei. Ebenso wenig könne der 

Vorinstanz gefolgt werden, soweit sie aus der Fallrichtung des Privatklägers auf 

die Person des Schlagenden geschlossen habe (Urk. 81 S. 3 ff.; Urk. 91 S. 3). 

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2.2.  Die Vorinstanz hat im Rahmen der Sachverhaltserstellung zunächst anhand 

der Zugaben des Beschuldigten und des Mitbeschuldigten A._____ den unbestrit-

tenen Sachverhalt festgehalten. Danach anerkennen der Beschuldigte, als Fah-

rer, und A._____ als Beifahrer, dass es zwischen dem Mitbeschuldigten A._____ 

und dem Privatkläger, als dieser den Zebrastreifen an der Bahnhofstrasse über-

querte, aus dem Fahrzeug heraus zu einer verbalen Auseinandersetzung ge-

kommen ist. Unbestritten ist sodann, dass der Mitbeschuldigte A._____ ausge-

stiegen, sich zum Privatkläger begeben und diesem Schläge ausgeteilt hat und 

dass sich schliesslich auch der Beschuldigte in das tätliche Geschehen einmisch-

te. Der Mitbeschuldigte A._____ gab noch zu, den am Boden liegenden Geschä-

digten weiter traktiert zu haben. Unbestritten sind auch die vom Privatkläger erlit-

tenen Verletzungen (Urk. 79 S. 6; Art. 82 Abs. 4 StPO). Weiter hat die Vorinstanz, 

gestützt auf die Zugaben des Mitbeschuldigten A._____, als erstellt erachtet, dass 

er dem Privatkläger fünf kräftige Faustschläge gegen das Gesicht verpasst habe. 

Diese Zugaben werden auch vom Privatkläger selbst, was die Anzahl Schläge 

angeht, sowie vom Zeugen F._____ bestätigt. Diesbezüglich ist ebenfalls auf die 

vorinstanzlichen Erwägungen zu verweisen (Urk. 79 S. 6 f.; Art. 82 Abs. 4). 

2.3.  Aufgrund der Zugaben des Beschuldigten ist somit erstellt, dass er während 

der verbalen und tätlichen Auseinandersetzung zwischen dem Mitbeschuldigten 

A._____ und dem Privatkläger ausgestiegen ist und sich in die tätliche Auseinan-

dersetzung eingemischt hat. Bestritten ist hingegen, dass er dem Privatkläger mit 

der Faust einen Schlag an den Kopf versetzt hat, welcher zum ungebremsten 

Sturz des Privatklägers mit Aufschlagen des Kopfes am Boden geführt haben soll. 

Er habe ihm mit der flachen Hand auf die Wange geschlagen, nachdem er einen 

Schlag vom Privatkläger auf den Hinterkopf erhalten habe. Er sei aus dem Auto 

ausgestiegen, um zu schlichten (Urk. 6/4 S. 6; 6/7 S. 4; Urk. 91 S. 9; Prot. II 

S. 12 - 14).  

2.4.  Die Anklage lässt offen, welcher der beiden Täter (Beschuldigter oder 

A._____) den Knock-out-Schlag gegen den Privatkläger ausgeführt hat. Es wird 

ihnen eine gemeinschaftliche Tatbegehung zum Vorwurf gemacht. Insofern ist für 

die Tatbestandsmässigkeit nicht relevant, wem der Schlag zuzurechnen ist.  

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2.5.1. Die Vorinstanz hat den bestrittenen Sachverhalt anhand der Aussagen des 

Beschuldigten, des Mitbeschuldigten A._____, des Privatklägers sowie der Zeu-

gen, gestützt auf die ebenfalls angeführten Regeln der Beweiswürdigung (Urk. 79 

S. 7 f.) erstellt. Darauf kann grundsätzlich mit nachfolgenden Ergänzungen ver-

wiesen werden (Urk. 79 S. 8 - 19; Art. 82 Abs. 4 StPO). Vorab ist festzuhalten, 

dass entgegen der Verteidigung (Urk. 61 S. 15) auch die polizeilichen Aussagen 

der Augenzeugen zulasten des Beschuldigten verwertbar sind, da es sich nicht 

um von der Staatsanwaltschaft an die Polizei delegierte Einvernahmen im Sinne 

von Art. 312 Abs. 2 StPO handelt (DORRIT SCHLEIMINGER METTLER-BSK StPO, Art. 

147 N 7a). Ebenso sind die Aussagen des Mitbeschuldigten A._____ anlässlich 

der Einvernahme vom 22. Oktober 2012, vom 3. Oktober 2013 und in der Haftein-

vernahme entgegen der Verteidigung verwertbar (Urk. 91 S. 3). Entscheidend ist 

gemäss herrschender Lehre, dass nachträglich eine Konfrontationseinvernahme 

durchgeführt wurde (SCHMID, StPO Praxiskommentar, Art. 147 N 5).  

2.5.2.1. Stark belastet wird der Beschuldigte durch die Aussagen des Mitbeschul-

digten A._____, der in der Konfrontationseinvernahme ausführte, der Privatkläger 

sei durch den Schlag des Beschuldigten, der später dazu gestossen sei,  zu Bo-

den gegangen (Urk. HD 6/4 S. 3).   

2.5.2.2. Der Privatkläger hingegen konnte sich nur daran erinnern, dass der Mit-

fahrer ausgestiegen sei und ihn geschlagen habe; er könne sich nur an eine Per-

son erinnern. Er war sodann nicht in der Lage, anhand eines Fotobogens den Tä-

ter zu identifizieren (Urk. HD 5/1 S. 2 f.; HD Urk. 5/2 S. 4; HD Urk. 5/5 S. 6).  

2.5.2.3. Die Zeugen F._____, G._____, J._____, K._____ und H._____ beobach-

teten als Passanten das Geschehen von der gegenüberliegenden Strassenseite 

aus. Der Zeuge F._____ beobachtete, wie der Beifahrer (A._____) ausgestiegen 

und mit der Faust auf das Opfer einschlug ("… der Täter schlug richtig zu."; 

Urk. HD 10/1 Nr. 12). Der Privatkläger sei erst zu Fall gekommen, als der Zweite 

(hinten rechts oder links) ausgestiegen sei. Ob dieser auch zugeschlagen habe, 

konnte er indessen nicht sagen. Der Fahrer habe die ganze Zeit im Wagen ge-

sessen (Urk. HD 10/1 Nr. 24; Urk. HD 10/2 S. 4 f.). Als Zeuge führte er sodann in 

Abweichung zur polizeilichen Aussage noch aus, es sei sicherlich auch von     

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Seiten des Zweiten zu Handgreiflichkeiten gekommen (Urk. HD 10/2 S. 6). Die 

Zeugin G._____ hat ebenfalls den Beifahrer aussteigen sehen, und einen, der 

hinten gesessen sei (Urk. HD 10/3 Nr. 2; Urk. HD 10/4 S. 3). Sie vermutet, dass 

der Erste (Beifahrer) geschlagen habe, der andere sei daneben gestanden 

(Urk. HD 10/3 Nr. 13, 19, 28; Urk. HD 10/4 S. 3, 5). J._____ wurde erst durch das 

Rufen seiner Kollegen auf die Schlägerei aufmerksam. Beim Auto seien die Fah-

rer- und Beifahrertüre geöffnet gewesen (Urk. HD 10/5 Nr. 9). Er konnte nicht sa-

gen, ob das Opfer von Beiden geschlagen worden sei, oder ob einer es festgehal-

ten habe (Urk. HD 10/5 Nr. 11). Als Zeuge sagte er aus, dass jemand hinten si-

cher und jemand vom Beifahrersitz ausgestiegen sei (Urk. HD 10/6 S. 3). Auf den 

Widerspruch zur polizeilichen Aussage angesprochen, verwies er dann auf Letz-

tere (Urk. HD 10/6 S. 3). Er könne nicht sagen, wie viele Personen auf den Privat-

kläger eingeschlagen hätten (Urk. HD 10/6 S. 5). Die Zeugin K._____ beobachte-

te zwei Männer, die ziemlich nacheinander aus dem Auto gestiegen seien, aller-

dings könne sie nicht sagen, aus welchen Türen (Urk. HD 10/7 Nr. 8 f.). Beide 

hätten geschlagen, es habe ausgesehen, wie wenn einer das Opfer gehalten und 

der andere zugeschlagen hätte. Sie sei sich ganz sicher, dass beide geschlagen 

hätten (Urk. HD 10/7 Nr. 17 f.). Ein Täter sei dann durch die rechte Vordertür ein-

gestiegen (Urk. HD 10/7 Nr. 20). Als Zeugin führte sie aus, der Fahrer könne es 

nicht gewesen sein. Sie hätten zugeschlagen und zwar    "fadegrad" (Urk. HD 

10/8 S. 3). Die Zeugin H._____ sah zwei junge Männer, wobei einer etwas hinter 

dem Opfer gestanden, während der andere vor dem Opfer gestanden und es ge-

gen den Kopf und Bauch geschlagen habe. Das Opfer sei dann zu Boden gefal-

len. Derjenige, welcher geschlagen habe, habe das Opfer dann noch gegen den 

Bauch getreten (Urk. HD 10/11 Nr. 6); sie habe nur einen Täter schlagen sehen 

(Urk. HD 10/11 Nr. 19). Der andere habe höchstens im Umkreis eines Meters ge-

standen (Urk. HD 10/11 Nr. 20). Der Beifahrer sei auf der rechten Seite eingestie-

gen, der andere hinten rechts (Urk. HD 10/11 Nr. 22). Im Auto habe sich noch ein 

Fahrer befunden, der nicht ausgestiegen sei (Urk. HD 10/11 Nr. 24). Vor der 

Staatsanwältin bestätigte sie diese Aussagen (Urk. HD 10/12 S. 2 ff.).  

2.5.2.4. Der Zeuge I._____ fuhr zur Tatzeit mit seinem Taxi am Tatort vorbei, zu-

sammen mit der Zeugin L._____. Er konnte den Vorfall nur etwa eine Sekunde 

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lang beobachten, dabei habe er sehen können, dass ein Mann geschlagen wor-

den sei (Urk. HD 10/9 Nr. 10). Derjenige, der geschlagen habe, habe ein weisses 

T-Shirt oder Hemd mit einer schwarzen Jacke angehabt, er sei auch der Fahrer 

gewesen (HD Urk. 10/9 Nr. 12, 16). Er hatte sodann bemerkt, dass beide Türen 

des Täterfahrzeuges vorne geöffnet gewesen seien (Urk. HD 10/9 Nr. 5). Es sei 

sicher kein Lenker im Auto gewesen (Urk. HD 10/9 Nr. 7). Er konnte nur einen 

Mann schlagen sehen, der andere sei ca. einen Meter daneben gestanden (Urk. 

HD 10/9 Nr. 13). Er sei am Fahren gewesen und habe deshalb nicht alles mitbe-

kommen (Urk. HD 10/9 Nr. 10, 19). Als Zeuge bestätigte er, dass der Mann, der 

(von hinten) zugeschlagen habe, auch der Fahrer gewesen sei (Urk. HD 10/10 S. 

5). Die Zeugin L._____ hat zwei Personen gesehen, die auf einen Dritten einge-

schlagen und getreten hätten (Urk. HD 10/13 Nr. 6). Der Fahrer sei sicher im Auto 

gesessen, als sie vorbeigefahren seien (Urk. HD 10/13 Nr. 12; aber widersprüch-

lich dazu in Nr. 23: Sie habe keine Person wahrgenommen, sie gehe davon aus, 

dass ein Lenker im Auto gesessen habe). Das Opfer sei zu Boden gestossen 

worden, sie habe gesehen, wie beide auf das Opfer eingetreten hätten (Urk. HD 

10/13 Nr. 14). Sie habe nicht gesehen, wie der Privatkläger auf den Boden gefal-

len sei (Urk. HD 10/13 Nr. 15; aber widersprüchlich dazu in Nr. 27: sie habe ge-

sehen, dass das Opfer zu Boden gefallen sei). Es   seien beide Täter involviert 

gewesen. Sie könne aber nicht genau sagen, ob beide geschlagen oder getreten 

hätten. Beide seien direkt beim Opfer gestanden (Urk. HD 10/13 Nr. 16). Als Zeu-

gin rund ein Jahr später konnte sie sich nicht an Einzelheiten des Vorfalls erinnern 

(Urk. HD 10/14 S. 3 ff.). 

2.5.2.5. M._____ wurde als Zeuge vom Mitbeschuldigten A._____ als Beweismit-

tel angerufen, da er mit dem Beschuldigten im Gefängnis über den Vorfall ge-

sprochen haben soll. Der Beschuldigte soll ihm, nach Angaben vom Mitbeschul-

digten A._____, gesagt haben, dass er (der Beschuldigte) dem Privatkläger einen 

K.O.-Schlag und einen Fusstritt verpasst habe; dies bestritt indessen der Zeuge 

(Urk. HD 10/15 S. 2 ff.; Urk. HD 10/16 S. 3).  

2.5.3. Aus diesen Zeugenaussagen erhellt zunächst, dass kein Zeuge die Täter 

identifizieren konnte. Sodann variieren die Angaben, ob der Fahrer sich an der 

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Auseinandersetzung beteiligt hat oder nicht. Für eine Mehrzahl (F._____, 

G._____, K._____, H._____ und L._____) war der Fahrer nicht beteiligt. Die Aus-

sagen unterscheiden aber klar zwischen einem Hauptbeteiligten und einer zwei-

ten Person; für drei Zeugen stand diese daneben bzw. war unklar, ob sie sich an 

Tätlichkeiten beteiligte (G._____, J._____, H._____); F._____ ordnet ihr Hand-

greiflichkeiten zu, während gemäss K._____ beide geschlagen hätten bzw. der 

Privatkläger von der zweiten Person gehalten worden sei. Gemäss I._____ hat 

der Fahrer von hinten zugeschlagen und gemäss L._____ waren beide Täter in-

volviert. Bei der Gewichtung dieser Aussagen ist die Position der Zeugen zu be-

achten. I._____ und L._____ fuhren im Taxi vorbei, hatten nach eigenen Angaben 

nur eine kurze Wahrnehmungszeit (I._____: eine Sekunde; Urk. HD 10/9 Nr. 3). 

Ihre Angaben erscheinen deshalb nicht sehr aussagekräftig. Wie die Verteidigung 

zu Recht festhielt (Urk. 61 S. 21; Urk. 91 S. 6 ff.), lassen sich in den Aussagen 

des Zeugen I._____, der nachher an den Tatort zurückkehrte, als bereits die Poli-

zei und Ambulanz vor Ort waren, eigene Wahrnehmungen und Interpretationen 

nicht mehr auseinanderhalten.  

Die übrigen Zeugen standen bei Beginn der Auseinandersetzung auf der gegen-

überliegenden Strassenseite und wurden zu unterschiedlichen Zeitpunkten auf die 

Auseinandersetzung aufmerksam. K._____ hat von Anbeginn an die Auseinan-

dersetzung verfolgt und machte trotz der Dynamik der Situation detaillierte Anga-

ben zum Geschehen. Ihre Aussage, wonach beide eine sehr aggressive Haltung 

an den Tag gelegt und – ganz sicher – beide geschlagen hätten, wirkt überzeu-

gend, zumal auch ihre geschilderte Reaktion ("völlig perplex", verbale Reaktion; 

Urk. HD 10/7 S. 2) stimmig zum Beobachteten steht. F._____s Aussagen be-

schränken die Rolle des Mitbeschuldigten auf Handgreiflichkeiten. Es ergibt sich 

aber klar, dass der Privatkläger erst nach Beteiligung des Beschuldigten zu Fall 

gekommen ist. Die Zeugin H._____ wurde erst durch die Aufforderung der Zeugin 

K._____ an J._____ ("Mach öppis") auf das Geschehen aufmerksam, beobachte-

te nicht von Anbeginn an das Geschehen, was bei der Würdigung ihrer Aussage 

zu berücksichtigen ist ("Nur einen Täter schlagen gesehen"). Der Zeuge J._____, 

der hinter der Gruppe hergelaufen war, hat als letzter das Geschehen mitbekom-

men (Urk. HD 10/5 Nr. 5). Er hat nur den letzten Schlag gesehen, der zum Sturz 

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des Privatklägers auf den Boden führte, wobei er auf das Gesicht aufgeschlagen 

sei. Indem er nur den letzten Schlag gesehen hat, relativiert sich seine Aussage, 

er wisse nicht, ob der Privatkläger von zwei Tätern geschlagen worden sei. Die 

Zeugin G._____ hat nur eine Person auf den Privatkläger einschlagen sehen, al-

lerdings erst, als der zweite Täter ausgestiegen war. Sie vermutete, dass dies der 

erste Täter gewesen sei, weil der zweite Täter nachher etwas abseits gestanden 

sei (Urk. HD 10/3 Nr. 19).  

2.5.4. Die Zeugen waren sich teilweise nicht einig, ob nebst dem Beifahrer der 

Fahrer oder sonst ein Mitfahrer aus dem Auto ausgestiegen sei. Der Beschuldigte 

und A._____ hatten zunächst behauptet, dass A._____ der Fahrer und der Be-

schuldigte der Mitfahrer gewesen sei (Urk. HD 6/1 S. 2; Urk. HD 7/1 S. 1). Auf-

grund der späteren Zugaben des Beschuldigten und des Mitbeschuldigten 

A._____ ist die Zuordnung indessen nunmehr klar: A._____ war der Beifahrer, der 

Beschuldigte war der Fahrer (Urk. HD 6/2 Nr. 13; Urk. HD 7/2 Nr. 14). Dieses 

Aussageverhalten zeigt, dass ihre Angaben mit der nötigen Vorsicht zu würdigen 

sind, schrecken sie doch offenbar nicht davor zurück, Absprachen betreffend die 

Rollenverteilung zu machen.  

2.5.5. Den Angaben des Beschuldigten zum weiteren Tatgeschehen, wonach er 

schlichtend in die Auseinandersetzung zwischen dem Privatkläger und dem Mit-

beschuldigten A._____ eingegriffen habe, stehen die Angaben der Zeugen entge-

gen. So hat kein Zeuge irgendwelche Handlungen des Beschuldigten beobachtet, 

wonach er versucht hätte, den heftig auf den Privatkläger einschlagenden 

A._____ zu bändigen (Originalton des Beschuldigten: "Ich stieg aus und ging zu 

A._____ und versuchte ihn, ins Auto zu zerren"; Urk. HD 6/2 S. 3). Sodann ergibt 

sich aus den Zeugenaussagen klar, dass der Privatkläger erst nach dem Auftre-

ten des Beschuldigten ungebremst auf das Gesicht zu Boden stürzte, was eben-

falls gegen die Schlichtungsthese spricht. Die Aussage des Beschuldigten, wo-

nach er erst ausgestiegen sei, als der Privatkläger bereits am Boden gelegen ha-

be (Urk. HD 6/4 S. 4), wird durch die Zeugenaussagen klar widerlegt und vom 

Beschuldigten später auch nicht mehr aufrechterhalten. In der Konfronta-

tionseinvernahme will er sodann, im direkten Widerspruch zu seinen früheren An-

-   14   - 

gaben zwischen den Privatkläger und A._____ gegangen sein, wobei er einen 

Schlag vom Privatkläger auf den Hinterkopf erhalten habe. Nach diesem Schlag 

habe er zurückgeschlagen und dann habe er einen "Klatsch" gehört und dann sei 

der Privatkläger mit dem Rücken auf den Boden gefallen. Er habe dem Privatklä-

ger mit der offenen Hand ins Gesicht auf die Wange geschlagen (Urk. HD 6/4 

S. 6). Danach sei der Privatkläger noch am Boden liegend von A._____ mit 

Fusstritten traktiert worden. Dann habe er A._____ gesagt, er solle ins Auto 

kommen, worauf dieser dann ins Auto gekommen sei (Urk. HD 6/4 S. 12). Auch 

diese Angaben widerlegen die Schlichtungsthese. Aus den Zeugenaussagen 

ergibt sich vielmehr, dass erst durch das Auftauchen der Zeugen die Täter vom 

Privatkläger abgelassen haben. Die Aussagen des Beschuldigten sind taktischer 

Natur, Zugaben erfolgten nach Massgabe der Einvernahmen der Zeugen.  

2.5.6. Die Vorinstanz hielt sodann dafür, dass die Aussagen des inzwischen 

rechtskräftig verurteilten A._____ konsistent seien. Bereits in der zweiten Einver-

nahme habe er den im Wesentlichen nunmehr eingeklagten Sachverhalt zu Pro-

tokoll gegeben und sei in der Folge bei diesen Aussagen geblieben (Urk. 79 S. 9 

f.). Für die Verteidigung ist diese Einschätzung absolut nicht nachvollziehbar (Urk. 

81 S. 3; Urk. HD 91 S. 3 ff.). Darauf ist nachfolgend einzugehen.  

Während A._____ in der ersten polizeilichen Einvernahme – in Absprache mit 

dem Beschuldigten – eine Lügengeschichte auftischte (Urk. HD 7/1), gestand er 

anlässlich der zweiten Einvernahme, den Privatkläger geschlagen zu haben. Der 

Beschuldigte sei dann auch ausgestiegen und habe dem Privatkläger eine ge-

schlagen. Danach seien sie weggefahren (Urk. HD 7/2 S. 3 f.). Die Vorinstanz hat 

sodann zutreffend festgehalten, dass A._____ im Verlauf der weiteren Einver-

nahmen mit weiteren Zugaben sich zunehmend selbst belastete. Während er zu-

nächst die Auseinandersetzung als Mann gegen Mann mit Fäusten beschrieb 

(Urk. HD 7/2 Nr. 20 ff.), änderte er diese Darstellung später zu seinen Ungunsten, 

indem er auf ein einseitiges Einschlagen ohne aktive Gegenwehr des Privatklä-

gers umschwenkte (Prot. I S. 14). Anfänglich gab er auch an, der Privatkläger sei 

nach dem Schlag des Beschuldigten wieder aufgestanden (Urk. HD 7/2 S. 4) bzw. 

habe versucht, aufzustehen (Urk. HD 7/4 S. 6); dies erwähnte er später nicht 

-   15   - 

mehr (Prot. I S. 16; "Er lag seitlich am Boden"). Auch gab er – auf entsprechende 

Behauptung des Beschuldigten (Urk. HD 7/5 S. 11 f.) – zu, auf den am Boden lie-

genden Privatkläger eingetreten zu haben, bestritt allerdings die Fusstritte gegen 

den Kopf (Urk. HD 7/5 S. 12; Prot. I S. 15). Insgesamt zeigt das Aussageverhalten 

des verurteilten A._____, dass er mit zunehmender Verfahrensdauer den ihm 

vorgeworfenen Sachverhalt weitgehend anerkannt hat. Insoweit lösen sich auch 

anfängliche Widersprüche auf. Das Eingreifen des Beschuldigten schildert er al-

lerdings in allen Einvernahmen gleichbleibend (Urk. HD 7/2 Nr. 34; Urk. HD 7/4 

S. 7; Urk. HD 7/5 S. 2 f., 12 f.; Urk. HD 7/6 S. 5; Prot. I S. 14 f.). Für die Glaubhaf-

tigkeit seiner Aussagen spricht sodann, wie auch die Vorinstanz festgestellt hat 

(Urk. 79 S. 12), die grosse Übereinstimmung mit den Zeugenaussagen. Die Ein-

wände der Verteidigung vermögen an dieser Einschätzung nichts zu ändern 

(Urk. 81 S. 3 f. mit Hinweis auf Urk. 61 S. 13 -15). Mit der zunehmenden Rück-

nahme seiner anfänglichen Schutzbehauptungen lösen sich die dadurch beding-

ten anfänglichen Widersprüche in den Aussagen von A._____. Nicht nachvoll-

ziehbar ist die Argumentation des Verteidigers, wonach A._____ seinen Beitrag 

zu bagatellisieren und das Verhalten des Privatklägers und des Beschuldigten zu 

dramatisieren versuche, gab A._____ doch zu, den Privatkläger fünf Mal mit 

Fäusten geschlagen und – nach dem Fall auf den Boden – getreten zu haben. Für 

die Glaubhaftigkeit der Aussagen von A._____ spricht sodann die Übereinstim-

mung mit den Zeugenaussagen v.a. betreffend den Zeitpunkt des Eingreifens des 

Beschuldigten und des ungebremsten Sturzes des Privatklägers. Die Aussagen 

von A._____ sind im Gegensatz zu jenen des Beschuldigten nachvollziehbar. Es 

ist denn auch nur der Beschuldigte, der den Sturz des Privatklägers nach hinten 

bzw. seitlich auf den Rücken fallend beschrieben hat. Mit seiner Aussage, der Pri-

vatkläger sei nach seinem Schlag gegen die Wange "vor Angst" umgefallen (Urk. 

HD 7/5 S. 7), signalisiert der Beschuldigte einen Argumentationsnotstand. Insge-

samt sind die Aussagen von A._____, was die Beteiligung des Beschuldigten an-

geht, überzeugend.  

2.6.  Aus den vorliegenden Beweismitteln erhellt, dass der Beschuldigte sich an 

der tätlichen Auseinandersetzung beteiligte, dem Privatkläger einen Schlag an 

den Kopf versetzte und in der Folge der Privatkläger ungebremst zu Boden gefal-

-   16   - 

len ist. Die Anklage lässt offen, wer den "Knock-out"-Schlag zu verantworten hat. 

Die Staatsanwältin hielt dies in ihrem vorinstanzlichen Plädoyer ausdrücklich fest 

(Urk. 55 S. 5). Die Vorinstanz erachtete als erstellt, dass der Beschuldigte als letz-

ter den Privatkläger vor dessen Fall seitlich mit der Faust ins Gesicht geschlagen 

habe (Urk. 79 S. 16). Sie hält weiter fest, dass dieser Schlag zumindest mitur-

sächlich für den Knock-out des Privatklägers gewesen sein soll. Sie hält auch 

fest, dass nicht auszuschliessen sei, dass der Privatkläger bereits durch die 

Schläge des Mitbeschuldigten A._____ kurz vor dem Knock-out gewesen sei und 

es keines starken Schlages des Beschuldigten bedurft habe, dass der Privatklä-

ger bewusstlos zu Fall gekommen sei (Urk. 79 S. 17). Damit muss es indessen 

sein Bewenden haben. Entscheidend ist, dass aufgrund der Zeugenaussagen 

aber auch aufgrund der Aussagen von A._____ feststeht, dass nach diesem 

Schlag der Privatkläger bewusstlos zu Boden ging und dieser insofern mitursäch-

lich für den Sturz gewesen sein muss. Dies genügt für die tatbestandliche Zuord-

nung des Verhaltens des Beschuldigten.  

2.7.  Der Beschuldigte liess sodann noch einwenden (Urk. 61 S. 24), es sei nicht 

nachgewiesen, dass er bewusst und gewollt mit A._____ zusammengewirkt habe. 

Dieser Einwand wird im Rahmen der rechtlichen Würdigung betreffend der Mittä-

terschaft zu beurteilen sein. 

2.8.  Die Verletzungen des Privatklägers sind durch das Gutachten des Instituts 

für Rechtsmedizin der Universität Zürich vom 27. Mai 2013 (Urk. HD 11/3) aus-

gewiesen und wurden vom Beschuldigten als Folge des eingeklagten Vorfalls an-

erkannt (Urk. HD 6/7 S. 4). Mit der Vorinstanz ist sodann festzuhalten, dass die 

Zurechnung der einzelnen Verletzungen zu den jeweiligen Tatbeiträgen ange-

sichts der gemeinschaftlichen Tatausführung offen bleiben kann (Urk. 79 S. 19, 

21; Art. 82 Abs. 4 StPO).  

2.9.1. Insgesamt ist daher der äussere Sachverhalt, wie er in der Anklageschrift 

festgehalten wurde, als erstellt zu erachten. Zugunsten des Beschuldigten ist so-

dann davon auszugehen, dass er sich nur mit einem Schlag an der ganzen Aus-

einandersetzung beteiligte.  

-   17   - 

2.9.2. Der innere Sachverhalt ist mit der Vorinstanz im Rahmen der rechtlichen 

Würdigung zu prüfen.  

3.  Rechtliche Würdigung  

3.1.  In rechtlicher Hinsicht würdigte die Vorinstanz – entsprechend dem Antrag 

der Staatsanwaltschaft – das im Hauptdossier angeklagte Verhalten des Beschul-

digten als versuchte schwere Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in 

Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB, begangen in Mittäterschaft. 

3.2.  Die Vorinstanz hat zunächst die bundesgerichtliche Rechtsprechung zur Mit-

täterschaft aufgeführt, worauf vollumfänglich zu verweisen ist (Urk. 79 S. 20; 

Art. 82 Abs. 4 StPO). Sie hat sodann erwogen, dass sich der Beschuldigte, nach 

Beginn der Auseinandersetzung zwischen A._____ und dem Privatkläger, aus ei-

genem Antrieb eingemischt hat. Er hatte zuvor mitverfolgt, wie A._____ den Pri-

vatkläger mit seinen Fäusten traktierte, ohne dass dieser aktive Gegenwehr ge-

leistet hätte, sondern vor allem mit seinen Händen und Armen versuchte, sich vor 

den Schlägen zu schützen. Der Beschuldigte gesellte sich zu A._____ und schlug 

ebenfalls den Privatkläger an den Kopf. Wie bereits erwähnt, sind keine Anzei-

chen vorhanden, dass er schlichtend eingreifen wollte. Ebenso wenig sind in den 

Aussagen der Augenzeugen Anzeichen für eine rechtfertigende Notwehr des Be-

schuldigten vorhanden (Urk. 61 S. 24). Vielmehr wollte wohl der Beschuldigte 

dem Privatkläger ebenfalls seinen Unmut über dessen angeblich ungebührliches 

Verhalten mit Nachdruck unter Beweis stellen. Wenn es ihm darum gegangen  

wäre, A._____ möglichst rasch ins Auto zu bringen, um nach Hause fahren zu 

können, hätte er ihn einfach packen und ins Auto zerren können. Ein Schlag ge-

gen den Privatkläger wäre diesfalls nicht notwendig gewesen, da dieser in der 

Auseinandersetzung mit A._____ nur eine passive Abwehrhaltung eingenommen 

hatte. Mit seinem Schlag zeigte er – wie die Vorinstanz zu Recht festhält (Urk. 79 

S. 21; Art. 82 Abs. 4 StPO) – dass er das Verhalten von A._____ nicht nur billigte, 

sondern den Privatkläger zusätzlich schädigen wollte. Damit aber  leistete er ei-

nen wesentlichen Tatbeitrag, zumal sein Einsatz zumindest Mitursache des 

Knock-Outs des Privatklägers war. Daran ändert nichts, dass er nicht für den Be-

ginn der Auseinandersetzung verantwortlich war und sich insgesamt nur mit ei-

-   18   - 

nem Schlag an der Auseinandersetzung beteiligte. Dass dieser Schlag indessen 

dazu beigetragen hat, den Privatkläger vollständig ausser Gefecht zu setzen, er-

weist sich – entgegen den Vorbringen der Verteidigung (Urk. 91 S. 10 f.) – als ge-

nügend intensive Mitwirkung, um den Beschuldigten als Mittäter zu qualifizieren, 

wenn auch nicht unbedingt – wie die Vorinstanz – als Hauptbeteiligter. 

3.3.  Die Vorinstanz kam sodann nach einer sorgfältigen rechtlichen Würdigung 

zum Schluss, dass zwar mangels Erfolg keine schwere Körperverletzung im Sin-

ne von Art. 122 StGB vorliegt, dass indessen der Versuch im Sinne von Art. 22 

Abs. 1 StGB gegeben ist. Sie erwog zu Recht, dass es zum Allgemeinwissen   

gehört und auch dem Beschuldigten bekannt war, welche gravierenden Folgen 

Faustschläge und Tritte gegen den Kopf bzw. das Gesicht einer Person und damit 

allfällig bewirkte Stürze nach sich ziehen können (Urk. 79 S. 23 f.; Art. 82 Abs. 4 

StPO). Die Vorinstanz hat sodann auf die Rechtsprechung des Bundesgerichts 

hingewiesen, wonach der Richter vom Wissen des Täters auf den Willen schlies-

sen kann, wenn sich dem Täter die Verwirklichung der Gefahr als so wahrschein-

lich aufdrängte, dass die Bereitschaft, sie als Folge hinzunehmen, vernünftiger-

weise nur als Inkaufnahme des Erfolgs ausgelegt werden kann. Und soweit der 

Täter nicht geständig ist, kann sich der Richter bei diesem Entscheid regelmässig 

nur auf äusserlich feststellbare Indizien und auf Erfahrungsregeln stützen, die ihm 

Rückschlüsse von den äusseren Umständen auf die innere Einstellung des Täters 

erlauben. Zu den relevanten äusseren Umständen gehören die Grösse des dem 

Täter bekannten Risikos der Tatbestandsverwirklichung, die Schwere der Sorg-

faltspflichtverletzung, die Beweggründe des Täters und die Art der Tathandlung. 

Der Schluss, der Täter habe die Tatbestandsverwirklichung in Kauf genommen 

darf jedenfalls nicht allein aus der Tatsache gezogen werden, dass sich dieser 

des Risikos der Tatbestandsverwirklichung bewusst war und dennoch handelte 

(BGE 130 IV 58 E. 8.4). 

Vorliegend hat der Beschuldigte mit der Faust gegen den Kopf eines Opfers,  

welches bereits zuvor von einem anderen Mittäter mit Fäusten ebenfalls im Kopf-

bereich traktiert wurde, geschlagen. Damit nahm er weitere, ernsthafte Verletzun-

-   19   - 

gen des Geschädigten im Sinne von Art. 122 StGB in Kauf (Urk. 79 S. 25; Art. 82 

Abs. 4 StPO). Damit handelte er zumindest eventualvorsätzlich.  

3.4.  Der Verteidiger hielt dafür, dass der Beschuldigte – wenn man einen auf 

Verletzungsfolgen gerichteten Vorsatz bejahen sollte – mit seinem Verhalten den 

Tatbestand des Raufhandels (subeventualiter) bzw. des Angriffs (subsubeven-

tualiter) erfüllt habe (Urk. 91 S. 11 f.). Dem kann entgegen gehalten werden, dass 

es gemäss erstelltem Sachverhalt bezüglich Raufhandels an einer gegenseitigen 

Auseinandersetzung fehlt. Der Privatkläger verhielt sich absolut passiv. Ferner 

kommt auch die Verurteilung wegen Angriffs nicht in Frage, nachdem ein mittäter-

schaftliches Vorgehen und der auf eine Verletzungsfolge – und nicht "nur" auf   

einen Angriff – gerichtete Vorsatz erstellt ist.  

3.5.  Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe sind nicht ersichtlich. Der 

Beschuldigte ist somit hinsichtlich des Hauptdossiers der versuchten schweren 

Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 

StGB schuldig zu sprechen. 

4.  Gegen den anklagegemässen Schuldspruch im Nebendossier erhob der 

Verteidiger keine Berufung (Urk. 81 S. 2; Urk. 91 S. 1 f.). Diesbezüglich ist auf die 

Erwägungen der Vorinstanz zu verweisen (Urk. 79 S. 26 - 28; Art. 82 Abs. 4 

StPO).  

5.  Zusammengefasst ist der Beschuldigte deshalb der mehrfachen versuchten 

schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 

Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen. 

 

III. Strafe 

1.  Die Vorinstanz hat den Strafrahmen zutreffend festgelegt (Urk. 79 

Erw. III.1.1. und 1.3.) sowie die Grundsätze der Strafzumessung zutreffend wie-

dergegeben (Urk. 79 Erw. III.2.). Darauf kann vollumfänglich verwiesen werden.  

-   20   - 

2.1.   Was das objektive Tatverschulden betreffend den Vorfall vom 12. Februar 

2012 angeht, so ist zunächst festzuhalten, dass die körperliche Schädigung des 

Privatklägers C._____ beträchtlich war. Er erlitt ein Schädelhirntrauma mit Einblu-

tungen sowie eine Weichteilschwellung im Gesichtsschädel und an der Stirn mit 

Einblutungen in beiden Nasennebenhöhlen. Weiter erlitt der Privatkläger mehrfa-

che Brüche des Gehirn- und Gesichtsschädels, Rissquetschwunden im Gesicht, 

am Nasenrücken und in der mittleren Region der Stirn zwischen den  Augenbrau-

en. Als Folge der Verletzungen mussten die Weichteilschäden am Kopf und die 

Knochenbrüche des Gehirn- und Gesichtsschädels chirurgisch versorgt werden. 

Der Geschädigte befand sich deswegen acht Tage in Spitalpflege und war 

schliesslich einige Wochen, das heisst bis zum 25. März 2012 arbeitsunfähig 

(Urk. HD 11 S. 3, Urk. HD 50, Urk. HD 52/1). Diese Verletzung resultierte aus ei-

nem brutalen Vorgehen des Mitbeschuldigten A._____ und des Beschuldigten 

aus einem völlig nichtigen Anlass. Insbesondere die mit Fäusten gegen den Kopf 

geführten Schläge weisen auf eine grosse Hemmungslosigkeit gegenüber der 

körperlichen Integrität des Privatklägers hin. Der Beschuldigte hat mit seiner un-

überlegten Brutalität das Opfer auch psychisch beeinträchtigt, in dem es ihm das 

Sicherheitsgefühl im öffentlichen Raum geraubt hat. Dass der Beschuldigte die 

Auseinandersetzung nicht initiierte, vermag ihn verschuldensmässig nur wenig zu 

entlasten, zumal er in Kenntnis der gesamten Umstände den Mitbeschuldigten 

A._____ nachher wesentlich unterstützte und zu den erheblichen Verletzungen 

des Privatklägers, welche dieser durch den ungebremsten Sturz auf den Boden 

auf sein Gesicht erlitt, beigetragen hat. Im Vergleich zum Tatanteil des Mitbe-

schuldigten A._____, der mehrmals mit der Faust auf den Kopf des Privatklägers 

eingeschlagen hat und dem am Boden liegenden Opfer noch Fusstritte verab-

reichte, ist das Verschulden des Beschuldigten in objektiver Hinsicht etwas tiefer, 

aber grundsätzlich auch mit nicht mehr leicht zu gewichten. 

In subjektiver Hinsicht ist zunächst das eventualvorsätzliche Handeln zugunsten 

des Beschuldigten zu berücksichtigen. Ansonsten fallen keine verschuldensrelati-

vierenden Faktoren ins Gewicht. Das Motiv des Beschuldigten, sich der völlig 

sinnlosen Tat des Mitbeschuldigten A._____ anzuschliessen, bleibt angesichts 

seiner Bestreitungen im Dunkeln. Mit der Vorinstanz kann vermutungsweise da-

-   21   - 

von ausgegangen werden, dass er möglichst rasch nach Hause fahren wollte, und 

somit rein egoistische Motive an den Tag legte.  

Die Verteidigung trägt vor, dass es nicht angehen könne, für beide Täter die   

gleiche Einsatzstrafe festzulegen (Urk. 81 S. 7; Urk. 91 S. 18). Die Vorinstanz hat-

te diese auf 36 Monate festgelegt. Unter Berücksichtigung des geringeren Tatbei-

trages des Beschuldigten erweist sich eine Einsatzstrafe von 30 Monaten als an-

gemessen.  

2.2.  Gemäss Art. 22 Abs. 1 StGB kann das Gericht die Strafe bei Versuch mil-

dern. Das Ausmass der Strafreduktion hängt dabei von der Nähe des tatbe-

standsmässigen Erfolgs und von der Schwere der tatsächlichen Folgen der Tat ab 

(WIPRÄCHTIGER/KELLER-BSK Strafrecht I, Art. 48a N 24, mit weiteren Hinweisen). 

Die Vorinstanz hat mit zutreffender Begründung, worauf zu verweisen ist (Urk. 79 

S. 34 i.V.m. Erw. III.3.2.), angesichts der Verletzungsschwere (eine gravierende 

einfache Körperverletzung im Sinne von Art. 123 StGB, die nur durch Zufall nicht 

in eine lebensgefährliche Körperverletzung umschlug) lediglich eine leichte Re-

duktion von 2 Monaten vorgenommen. Damit ist von einer tatbezogenen Einsatz-

strafe von 28 Monaten auszugehen.  

2.3.  Was die Täterkomponente angeht, so ist auf die Ausführungen der Vor-

instanz (Urk. 79 S. 34) und das psychiatrische Gutachten (Urk. HD 13/3) zu ver-

weisen. Der Beschuldigte B._____ wurde 1989 als jüngstes von vier Geschwis-

tern im Kosovo geboren. Im Jahr 1990 zog die Familie in die Schweiz, wo der Va-

ter zwei Jahre später verstarb und die Kinder bei der Mutter aufwuchsen. Nach 

Absolvierung der Primar- und Realschule begann der Beschuldigte eine Lehre als 

Maurer, die er jedoch abbrach und in der Folge eine Stelle als Hilfsarbeiter in    

einer Verzinkerei antrat. Seit 2011 arbeitet der Beschuldigte bis anhin bei 

N._____ als Operator bzw. stellvertretender Teamleiter (HD Urk. 30/4 und 30/5; 

HD Urk. 13/3 S. 8-13; Prot. I S. 10; Prot. II S. 6 ff.). Gemäss seinen glaubhaften 

Angaben anlässlich der Berufungsverhandlung und dem eingereichten Auszug 

aus dem Handelsregister ist der Beschuldigte daneben in seiner eigenen Firma 

("… Bauservice B._____) tätig, welche er zusammen mit einem Kollegen am 21. 

-   22   - 

Januar 2015 gründete (Prot. II S. 10; Urk. 92/3). Nachgewiesenermassen bezahlt 

der Beschuldigte dem Privatkläger D._____ ferner seit über einem Jahr monatlich 

Fr. 300.– (Prot. II S. 9, 11; Urk. 92/1). Weiter gab er an, dass er seit seiner Ent-

lassung überhaupt keinen Alkohol mehr trinke (Prot. II S. 9). In naher Zukunft ha-

be er vor, mit seiner Freundin zusammenzuziehen und eine Familie zu gründen 

(Prot. II S. 11). Aus dem Schreiben von Dr. med E._____, Facharzt für Psychiatrie 

& Psychotherapie, geht hervor, dass der Beschuldigte seit dem 24. Juni 2013 bei 

diesem in Behandlung ist (Urk. 92/2). Vorstrafen weist der Beschuldigte nicht auf 

(HD Urk. 49). 

Der Gutachter hat im Gutachten vom 27. Mai 2013 eine erhebliche Störung in der 

Persönlichkeitsentwicklung des Beschuldigten verneint, auch wenn bei ihm von 

einer narzisstischen Kränkbarkeit auszugehen sei (Urk. 13/3 S. 55).  

Daraus sind keine strafzumessungsrelevanten Faktoren zu gewinnen. Ein eigent-

liches Geständnis liegt nicht vor. Entgegen der Verteidigung (Urk. 61 S. 10; 

Urk. 91 S. 16) ist auch nicht sein jugendliches Alter (22-jährig im Tatzeitpunkt) 

strafmindernd in Rechnung zu stellen, da er genügend reif war, unter den gege-

benen Umständen sozialadäquat, nämlich ohne brutale Gewalt, zu reagieren. 

Die Einsatzstrafe ist bei 28 Monaten zu belassen. 

3.1.  Diese Einsatzstrafe ist nun mit der Strafe für den Vorfall vom 30. September 

2012 zu asperieren. Der Beschuldigte begab sich um ca. 03.15 Uhr in Begleitung 

von Kollegen vom Ausgang kommend zum Parkhaus … in Zürich, wo er auf eine 

Gruppe traf, in der sich u.a. der Privatkläger D._____ befand. Für das objektive 

Tatverschulden ist nun relevant, dass er diesen unvermittelt und ohne Anlass an-

gegriffen hat und ihn mit einem heftigen Schlag bewusstlos schlug, sodass der 

Privatkläger D._____ bewusstlos zu Boden ging und mit dem Kopf ungebremst 

auf dem Boden aufschlug. Die Verletzungen waren gravierend. Er erlitt einen 

mehrfachen Schädelbruch mit Austritt von Hirnflüssigkeit und Hirnblutungen, ei-

nen Knochenbruch im rechten Ohr mit Blutaustritt aus dem Ohr, weitere Fraktu-

ren, Rissquetschwunden und Kontusionen samt Kontusionsblutungen, eine leich-

te Hirnschwellung sowie im weiteren Verlauf ein Gerinnsel in einer Gehirnvene. In 

-   23   - 

der Folge musste er bis zum 8. Oktober 2012 hospitalisiert werden. Anschlies-

send befand er sich zwei Monate in der Rehabilitation (Urk. ND 7/7). Weitere Fol-

gen waren ein Tinnitus, anhaltend stechende Nackenschmerzen und ein gestör-

tes Geruchsempfinden (Urk. ND 7/6, 7/7). Wie bereits im vorangehenden Fall hat 

der Beschuldigte sein Opfer mit brutaler Gewalt in seiner physischen und psychi-

schen Integrität massiv verletzt. Die Einsatzstrafe ist mit der Vorinstanz auf 36 

Monate anzusetzen.  

Was die subjektive Tatschwere angeht, so konnte der Beschuldigte keine Anga-

ben zum eigentlichen Vorfall machen, insbesondere auch zur Frage, weshalb er 

den ihm unbekannten Privatkläger mit einem Schlag niederstreckte. Er habe mit 

Freunden seinen Geburtstag gefeiert und sei derart betrunken gewesen, dass er 

sich nicht an den Vorfall erinnern könne (Urk. ND 1 3/5 S. 3).  

Der Gutachter O._____, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, erstattete 

am 27. Mai 2013 ein Gutachten (Urk. HD 13/3). Er hält fest, dass beim Beschul-

digten für eine alkoholtoxisch bedingte psychophysische Beeinträchtigung nicht 

nur die (teilweise allerdings unklaren Mengen-)Angaben des Beschuldigten zu 

seinem Alkoholkonsum sprechen würden, sondern auch die Fremdwahrnehmun-

gen (aggressive Wirkung vor der Tat, ihn bei Laufen stützen zu müssen).  Dabei 

sprächen allerdings gegen einen schweren Rauschzustand die Faktoren, sich 

nach der Tat ohne fremde Hilfe vom Tatort entfernen zu können sowie noch gra-

vierender der Faktor, sich unmittelbar nach der Tat vom Tatort entfernt zu haben, 

was zum Schluss führen müsse, dass der Beschuldigte noch an einem genügen-

den Mass an Realisierungsfähigkeit seiner Tat verfügt habe und sein sich vom 

Tatort entfernen als Flucht vor einer allfälligen Ergreifung wegen dieser Tat anzu-

sehen sei. Von daher werde gutachterlicherseits von einem beim Beschuldigten 

zum Tatzeitpunkt vorliegenden mittelschweren alkoholtoxisch bedingten Rausch-

zustand ausgegangen. Aus dem voran Gesagten leite sich anhand des Tatge-

schehens nach gutachterlichem Dafürhalten eine knapp leichte Verminderung der 

Unrechtseinsichtsfähigkeit und eine gerade mittelgradige Verminderung der Fä-

higkeit zum einsichtsgemässen Handeln ab. Eine knapp leichte Verminderung der 

Unrechtseinsichtsfähigkeit werde dabei gutachterlicherseits deshalb angenom-

-   24   - 

men, als dass sich aus der obig hypothetisch dargelegten motivationalen Aus-

gangslage eine leicht verzerrte Realitätswahrnehmung herleitet (den Blick einer 

anderen Person als vermeintliche Provokation zu werten, wo wahrscheinlich 

überhaupt keine Provokation stattgefunden habe). Aus der Unmittelbarkeit der 

Tathandlung als solcher, dem Privatkläger quasi ohne Vorwarnung einen (massi-

ven) Schlag zu versetzen, leite sich in der Folge her, einem aggressiven Impuls 

denn ohne grossen inneren Widerstand zu folgen. Gesamthaft sei daher für diese 

Tat eine mittelschwere Verminderung der Schuldfähigkeit anzunehmen (Urk. 13/3 

S. 44 f.; S. 52). Diesen nachvollziehbaren und überzeugenden Ausführungen des 

Gutachters ist zu folgen. Es liegen keine Gründe vor, davon abweichend von ei-

ner schwereren Verminderung der Schuldfähigkeit auszugehen, wie das die Ver-

teidigung geltend macht (Urk. 91 S. 14; vgl. BGE 101 IV 130; BGE 129 I 57 f.; Ur-

teil BGer vom 5. Oktober 2007 [6B_283/2007], E. 2). Demnach ist von einer mit-

telschweren Verminderung der Schuldfähigkeit auszugehen. Sodann ist zu beach-

ten, dass der Beschuldigte eventualvorsätzlich handelte. Insgesamt erweist sich 

eine Reduktion der objektiven Einsatzstrafe auf 18 Monate als angemessen.  

3.2.  Angesichts der gravierenden Folgen der Tat ist die versuchte Tatbegehung 

unter Hinweis auf die Ausführungen der Vorinstanz nur mit einer geringen Straf-

reduktion von 2 Monaten zu berücksichtigen (Urk. 79 S. 35 f.).  

3.3.1. Was die Täterkomponente angeht, so kann zunächst auf die vorstehenden 

Ausführungen betreffend Vorleben und den persönlichen Verhältnissen verwiesen 

werden (Erw. III.2.3.). 

3.3.2. Strafmindernd sind das Geständnis, seine Einsicht und teilweise seine 

Wiedergutmachung sowie schriftliche Entschuldigung zu gewichten, wobei die 

Strafe um rund einen Drittel zu reduzieren wäre. Entgegen der Vorinstanz ist hin-

gegen der Umstand, dass der Beschuldigte während laufender Strafuntersu-

chung, nach nur knapp 6 Monaten, erneut einschlägig delinquierte, deutlich – mit 

rund einem Viertel – straferhöhend zu berücksichtigen. Insgesamt führt dies zu 

einer Reduktion um 2 Monate.  

3.4. Insgesamt ist von einer Strafe von 14 Monaten auszugehen. 

-   25   - 

4.1.  Wie bereits erwähnt, ist die Einsatzstrafe (für den Vorfall vom 12. Februar 

2012) unter Einbezug der zweiten Straftat in Anwendung des Asperationsprinzips 

in einer Gesamtwürdigung angemessen zu einer Gesamtstrafe zu erhöhen, wobei 

ebenfalls den jeweiligen Umständen Rechnung zu tragen ist (Urteil BGer vom 

23. Juni 2010 [6B_323/2010], E. 3.2.; BGE 118 IV 119 E. 2b; 127 IV 101 E. 2c.; 

ACKERMANN, BSK-Strafrecht I, Art. 49 N 49). Zu beachten ist dabei das Verhältnis 

der einzelnen Taten untereinander, ihr Zusammenhang, ihre grössere oder gerin-

gere Selbständigkeit sowie die Gleichheit oder Verschiedenheit der verletzten 

Rechtsgüter und Begehungsweisen. Der Gesamtschuldbeitrag des einzelnen De-

likts wird dabei geringer zu veranschlagen sein, wenn die Delikte zeitlich, sachlich 

oder situativ in einem engen Zusammenhang stehen (Urteil BGer vom 23. Juni 

2010 [6B_323/2010]). 

4.2.  Auszugehen ist von der Einsatzstrafe für versuchte schwere Körperverlet-

zung von 28 Monaten. Das zweite Delikt ist zwar einschlägig, weist indessen kei-

nen näheren Zusammenhang auf. Der Gesamtschuldbeitrag erfährt deshalb keine 

namhafte Reduktion. Insgesamt erweist sich in Anwendung des Aspera-

tionsprinzips eine Freiheitsstrafe von 38 Monaten als dem Verschulden des Be-

schuldigten angemessen.  

5.1. Damit liegt die ins Auge gefasste Sanktion in einem die Grenze für den teil-

bedingten Vollzug mitumfassenden bzw. nicht erheblich überschreitenden Be-

reich. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung hat das Gericht unter diesen 

Umständen sich die Frage zu stellen, ob eine Strafe, die diese Grenze nicht über-

schreitet, noch vertretbar ist. Bejaht es diese Frage unter besonderer Berücksich-

tigung der Wirkung der Strafe auf das Leben des Beschuldigten (Art. 47 Abs. 1 

StGB), so ist die Strafe in dieser Höhe festzulegen. Im Einzelnen kann sich näm-

lich immer noch strafmindernd auswirken, dass der Verurteilte durch die Verbüs-

sung der Freiheitsstrafe aus seinem günstigen Umfeld herausgerissen wird (BGE 

134 IV 17 E. 3.3-3.6; Urteil BGer vom 28. Januar 2010 [6B:584/2009], E. 2.3;  

Urteil BGer vom 21. Januar 2008 [6B_560/2007], E. 2.1.2-2.1.5). Ob und wie weit 

dieser Strafminderungsgrund zur Anwendung gelangt, hängt von den konkreten 

Umständen ab und ist an sich unabhängig von der Höhe der Strafe. Losgelöst da-

http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=6B_323%2F2010&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F118-IV-119%3Ade&number_of_ranks=0%23page119
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-   26   - 

von hat das Gericht bei der Strafzumessung angesichts der einschneidenden 

Konsequenzen des unbedingten Vollzugs zu berücksichtigen, dass die subjekti-

ven Voraussetzungen des Strafaufschubs im Sinne einer günstigen beziehungs-

weise nicht ungünstigen Prognose im konkreten Einzelfall an sich erfüllt sind.  

5.2. Der Beschuldigte lebt gemäss seinen eigenen glaubhaften Angaben und 

den eingereichten Unterlagen zwischenzeitlich in stabilen und geregelten Verhält-

nissen. Er arbeitet seit fünf Jahren 100% in einer verantwortungsvollen Führungs-

position und geht daneben auch einer neu aufgebauten selbstständigen Erwerbs-

tätigkeit nach. Es ist somit von einer ausgesprochen guten beruflichen Integration 

auszugehen. Auch in Bezug auf sein Privatkleben hat sich der Beschuldigte gut 

entwickelt. So wird er mit seiner langjährigen Freundin zusammenziehen und hat 

Pläne, mit dieser eine Familie zu gründen. Ferner leistet er erwiesenermassen 

monatliche Beiträge zur Abzahlung des Genugtuungsanspruches von D._____, 

was für ein Bemühen spricht, mit seiner Vergangenheit abzuschliessen, Wieder-

gutmachung zu leisten und eine neue Zukunft aufzubauen. Glaubhaft gab er 

schliesslich an, keinen Alkohol mehr zu konsumieren. Es ist ihm die Weisung zu 

erteilen, sich einer kontrollierten Alkoholabstinenz zu unterziehen. Berücksichtigt 

man schliesslich, dass er sich auch ohne Widerstand einer ambulanten psychiat-

rischen Therapie unterzieht, scheint die Legalbewährung des Beschuldigten auf 

sehr gutem Weg zu sein, zumal er auch keine Vorstrafen aufweist und eine güns-

tige Prognose somit vermutet wird. Unter diesen Umständen würde die gesamte 

Verbüssung der ins Auge gefassten mehrjährigen Freiheitsstrafe den Beschuldig-

ten aus seinem günstigen Umfeld herausreissen und wäre unter Resozialisie-

rungsaspekten problematisch. Folglich erscheint es durchaus vertretbar und an-

gebracht, eine Strafe von 36 Monaten Freiheitstrafe, also eine solche, welche die 

Grenze zum teilbedingten Vollzug nicht überschreitet, auszusprechen.  

 

IV. Vollzug 

1. Dass die Voraussetzungen für die Gewährung des teilbedingten Vollzugs im 

Sinne von Art. 43 Abs. 1 StGB gegeben sind (36 Monate Freiheitsstrafe, günstige 

-   27   - 

Prognose), wurde bereits oben dargelegt. Berücksichtigt man schliesslich die 

Warnwirkung des unbedingt zu vollziehenden Strafteils sowie die anzuordnende 

Weisung, kann dem Beschuldigten durchaus eine günstige Prognose gestellt 

werden.  

2.  Beim teilbedingten Vollzug darf der unbedingt vollziehbare Teil die Hälfte der 

Strafe nicht übersteigen (Art. 43 Abs. 2 StGB), und sowohl der aufgeschobene 

wie auch der zu vollziehende Teil der Freiheitsstrafe müssen mindestens 6 Mona-

te betragen (Art. 43 Abs. 3 Satz 1 StGB). Innerhalb des gesetzlichen Rahmens 

(unbedingt vollziehbarer Teil hier also zwischen 6 und 18 Monaten) liegt die Fest-

setzung im pflichtgemässen Ermessen des Gerichts. Das Verhältnis der Strafteile 

ist so festzusetzen, dass darin die Wahrscheinlichkeit der Legalbewährung des 

Täters einerseits und dessen Einzeltatschuld andererseits hinreichend zum Aus-

druck kommen. Je günstiger die Prognose und je kleiner die Vorwerfbarkeit der 

Tat sind, desto grösser muss der auf Bewährung ausgesetzte Strafteil sein. Der 

unbedingt vollziehbare Strafteil darf das unter Verschuldensgesichtspunkten 

(Art. 47 StGB) gebotene Mass nicht unterschreiten (BGE 134 IV 97 E. 6.3.4.3; 

BGE 134 IV 1 E. 5.6). 

3. Angesichts des nicht mehr leichten Tatverschuldens scheint es trotz der gu-

ten Prognose gerechtfertigt, die Freiheitsstrafe von 36 Monaten im Umfang von 

15 Monaten zu vollziehen. Im Umfang von 21 Monaten ist die Freiheitsstrafe auf-

zuschieben und die Probezeit auf 2 Jahre festzusetzen.  

4. Die bisherige Inhaftierung des Beschuldigten von 238 Tagen ist an diese 

Strafe anzurechnen (Art. 51 StGB). 

 

V. Zivilansprüche 

1.  Die Vorinstanz hat festgestellt, dass A._____ und der Beschuldigte B._____ 

dem Privatkläger C._____ gegenüber aus dem eingeklagten Ereignis vom 12. 

Februar 2012 dem Grundsatze nach solidarisch schadenersatzpflichtig sind, wo-

bei das Schadenersatzbegehren auf den Zivilweg verwiesen wurde. Gegenüber 

-   28   - 

A._____ ist diese Entscheidung bereits rechtskräftig. Gegenüber dem Beschuldig-

ten ist diese Dispositivziffer zu bestätigen. Der Privatkläger hat keine Berufung 

bzw. Anschlussberufung erklärt. Einer Abänderung des Entscheides zulasten des 

Beschuldigten stünde die reformatio in peius entgegen. 

2.  Der Verteidiger bringt vor, die vom Privatkläger geltend gemachte Genugtu-

ung von Fr. 20'000.– sei viel zu hoch, insbesondere weil alle Verletzungen folgen-

los verheilt seien und infolge des Selbstverschuldens des Privatklägers eine Re-

duktion der Genugtuung vorzunehmen sei (Urk. 61 S. 26). Die Vorinstanz hat un-

ter Beachtung der Lehre und Rechtsprechung und unter zutreffender Würdigung 

der physischen und psychischen Auswirkungen der Tat die Genugtuung auf 

Fr. 20'000.– festgelegt und im Mehrbetrag abgewiesen (Urk. 79 S. 40 f.). Darauf 

ist ohne Weiterungen zu verweisen. Eine Reduktion zufolge Selbstverschuldens 

erscheint angesichts der gesamten Umstände – die Provokation ging klarerweise 

vom Mittäter A._____ aus ("fuck you") und die Antwort des Privatklägers ("fuck 

you too"; Urk. HD 5/1 Nr. 11 f.) ist als sofortige Reaktion im Sinne einer Retorsion 

zu würdigen – nicht angebracht, zumal die ursprüngliche Provokation vom Täter 

ausging. Dass sich der Privatkläger als Fussgänger provokativ verhalten hätte, ist 

nicht ersichtlich. Aufgrund der Zeugenaussagen ergibt sich vielmehr, dass der 

Beschuldigte sehr zügig auf den Fussgängerstreifen zugefahren sei (z.B. Urk. HD 

10/11 Nr. 5); was wiederum die Version des Privatklägers stützt, der ausführte, er 

habe nochmals beim Überqueren der Strasse angehalten, da er sich nicht sicher 

gewesen sei, ob das Fahrzeug wirklich bremsen würde (Urk. HD 5/1 Nr. 4). Der 

Entscheid der Versicherung des Privatklägers, die Leistungen um 20 % wegen 

Grobfahrlässigkeit zu kürzen (Urk. 52/2), ist gestützt auf vorliegende Akten nicht 

nachvollziehbar.  

Der Beschuldigte ist deshalb unter solidarischer Haftung mit A._____ zu verpflich-

ten, dem Privatkläger C._____ Fr. 20'000.– zuzüglich Zins zu 5 % ab 12. Februar 

2012 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag ist das Genugtuungsbegehren 

abzuweisen. 

 

-   29   - 

VI. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1.  Ausgangsgemäss ist die erstinstanzliche Kostenauflage (Ziff. 11) zu bestäti-

gen. 

2.  Im Berufungsverfahren tragen die Parteien die Kosten nach Massgabe ihres 

Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte unterliegt 

mit seinen Anträgen weitgehend, zumal es sich bei der Reduktion der Strafe um 

einen Ermessensentscheid ohne Einfluss auf die Kostenauflage handelt. Aus-

gangsgemäss sind dem Beschuldigten somit die Kosten des Berufungsverfah-

rens, mit Ausnahme derjenigen der amtlichen Verteidigung, aufzuerlegen. Die 

Kosten der amtlichen Verteidigung sind gestützt auf Art. 426 Abs. 1 StPO auf die 

Gerichtskasse zu nehmen; entsprechend ist der amtliche Verteidiger, Rechtsan-

walt lic. iur. Y._____, mit Fr. 7'262.25 (inkl. 8% MwSt.) aus der Gerichtskasse zu 

entschädigen. 

3.  Die Vorinstanz verpflichtete den Beschuldigten solidarisch mit A._____, dem 

Privatkläger C._____ für das gesamte Verfahren eine Prozessentschädigung von 

Fr. 5'298.60 zu bezahlen (Urk. 79 S. 44).  

In der vom Geschädigtenvertreter Rechtsanwalt lic. iur. HSG P._____ eingereich-

ten Honorarnote sind verschiedene Positionen aufgeführt, welche versicherungs- 

und opferrechtliche Belange ausserhalb des vorliegenden Strafverfahrens betref-

fen: so diejenigen vom 11. Juni 2013, vom 18. und 21. Oktober 2013, vom 25. 

November 2013, vom 19. Dezember 2013 und vom 8., 17. sowie 23. Januar 2013 

(Urk. 52/2). Die von der Vorinstanz festgesetzte Prozessentschädigung von Fr. 

5'298.60 ist um die genannten Positionen, d.h. 5.5 Stunden à Fr. 250.– zzgl. 

MwSt., also gesamthaft um Fr. 1'485.–, zu kürzen.  

Der Beschuldigte ist somit solidarisch mit A._____ zu verpflichteten, dem Privat-

kläger C._____ für das gesamte Verfahren eine Prozessentschädigung von 

Fr. 3'813.60 zu bezahlen. 

 

-   30   - 

Es wird beschlossen: 

1. Das Verfahren betreffend den Beschuldigten A._____ wird als durch Rück-

zug der Berufung der Staatsanwaltschaft erledigt abgeschrieben.  

Demgemäss ist das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 4. Abteilung, vom 

13. März 2014 bezüglich des Beschuldigten A._____ rechtskräftig.  

2. Es wird davon Vormerk genommen, dass die Staatsanwaltschaft ihre Be-

rufung und ihre Anschlussberufung gegen den Beschuldigten B._____ zu-

rückgezogen hat.  

3. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 4. Abteilung, 

vom 13. März 2014 bezüglich Dispositivziffern 6 und 7 (Zivilforderung und 

Genugtuung für Privatkläger D._____), 9 (Entschädigungszahlung an amtli-

chen Verteidiger), 10 (Kostenfestsetzung) sowie 13 (Prozessentschädigung 

für Privatkläger D._____) in Rechtskraft erwachsen ist. 

4. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

5. Rechtsmittel:  

Gegen Ziff. 1 Abs. 1 und Ziff. 2 dieses Beschlusses kann bundesrechtliche 

Beschwerde in Strafsachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

-   31   - 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte B._____ ist schuldig der mehrfachen versuchten schweren 

Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 

1 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 36 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 238 

Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind. 

3. Die Freiheitsstrafe von 36 Monaten wird im Umfang von 21 Monaten aufge-

schoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (15 Monate, 

wovon 238 Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind) wird sie vollzo-

gen. 

4. Für die Dauer der Probezeit wird dem Beschuldigten die Weisung einer kon-

trollierten Alkoholabstinenz erteilt.  

5. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger 

C._____ aus dem eingeklagten Ereignis vom 12. Februar 2012 dem 

Grundsatze nach solidarisch mit A._____ schadenersatzpflichtig ist. 

Im Übrigen wird das Schadenersatzbegehren auf den Zivilweg verwiesen.  

6. Der Beschuldigte wird unter solidarischer Haftung mit A._____ verpflichtet, 

dem Privatkläger C._____ Fr. 20'000.– zuzüglich Zins zu 5 % ab 12. Februar 

2012 als Genugtuung zu bezahlen. Es wird festgestellt, dass das Genugtu-

ungsbegehren im Mehrbetrag rechtskräftig abgewiesen wurde. 

7. Die erstinstanzliche Kostenauflage (Ziff. 11) wird bestätigt. 

8. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 4'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 7'262.25   amtliche Verteidigung B._____ 

 
9. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der 

amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten 

-   32   - 

der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen. Die 

Rückzahlungspflicht bleibt vorbehalten. 

10. Der Beschuldigte wird unter solidarischer Haftung mit A._____ verpflichtet, 

dem Privatkläger C._____ für das gesamte Verfahren eine Prozessentschä-

digung von Fr. 3'813.60 zu bezahlen. 

11. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten B._____ (übergeben) 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten A._____ (versandt) 

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich (versandt) 
− den Vertreter des Privatklägers C._____ für sich und zuhanden des 

Privatklägers (versandt); 

(Eine begründete Urteilsausfertigung - und nur hinsichtlich ihrer 
eigenen Anträge (Art. 84 Abs. 4 StPO) - wird den Privatklägern nur 
zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach Erhalt des Dispositivs 
verlangen.) 

− den Vertreter des Privatklägers D._____ für sich und zuhanden des 
Privatklägers (versandt); 
(Eine begründete Urteilsausfertigung - und nur hinsichtlich ihrer 
eigenen Anträge (Art. 84 Abs. 4 StPO) - wird den Privatklägern nur 
zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach Erhalt des Dispositivs 
verlangen.) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten B._____  

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten A._____ 

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel  

− die Vorinstanz 

− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 
Vollzugsdienste 

-   33   - 

− betreffend den Beschuldigten B._____ an das Migrationsamt des 
Kantons Zürich  

− betreffend beide Beschuldigte an die Koordinationsstelle VOSTRA je 
mit Formular A  

− betreffend beide Beschuldigte an die KOST Zürich je mit dem Formular 
"Löschung des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks 
Bestimmung der Vernichtungs- und Löschungsdaten 

12. Rechtsmittel:  

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer 

 
 

Zürich, 8. Mai 2015 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter Dr. Bussmann 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. Karabayir 
 

 

	Urteil vom 8. Mai 2015
	Anklage:
	Urteil der Vorinstanz:
	1a. Der Beschuldigte A._____ ist der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig.
	1b. Der Beschuldigte B._____ ist der mehrfachen versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig.
	2a. Der Beschuldigte A._____ wird bestraft mit 32 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 99 Tage durch Haft erstanden sind.
	2b. Der Beschuldigte B._____ wird bestraft mit 42 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 238 Tage durch Haft erstanden sind.
	3a. Der Vollzug der Freiheitsstrafe von A._____ wird im Umfang von 20 Monaten aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgelegt. Im Übrigen (12 Monate, abzüglich 99 Tage, die durch Haft erstanden sind) wird die Freiheitsstrafe vollzogen.
	3b. Die Freiheitsstrafe von B._____ wird vollzogen.
	4. Es wird festgestellt, dass die Beschuldigten gegenüber dem Privatkläger C._____ aus dem eingeklagten Ereignis vom 12. Februar 2012 dem Grundsatze nach solidarisch schadenersatzpflichtig sind.
	Im Übrigen wird das Schadenersatzbegehren auf den Zivilweg verwiesen.
	5. Die Beschuldigten werden unter solidarischer Haftung verpflichtet, dem Privatkläger C._____ Fr. 20'000.– zuzüglich Zins zu 5 % ab 12. Februar 2012 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.
	6. Der Beschuldigte B._____ wird verpflichtet, dem Privatkläger D._____ Schadenersatz in der Höhe von Fr. 20'909.60 zuzüglich Zins zu 5 % ab 15. August 2013 zu bezahlen.
	Im Übrigen wird festgestellt, dass der Beschuldigte B._____ gegenüber dem Privatkläger D._____ aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach für weiteren Schaden ab dem 1. Juli 2014 schadenersatzpflichtig ist.
	7. Der Beschuldigte B._____ wird verpflichtet, dem Privatkläger D._____ Fr. 30'000.– zuzüglich Zins zu 5 % ab 30. September 2012 als Genugtuung zu bezahlen.
	8. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher Verteidiger des Beschuldigten A._____ mit Fr. 7'727.45 (inkl. Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt.
	9. Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher Verteidiger des Beschuldigten B._____ mit Fr. 12'384.65 (inkl. Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt.
	10. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf:
	Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.
	11. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden den Beschuldigten B._____ zu zwei Dritteln und dem Beschuldigten A._____ zu einem Drittel auferlegt. Die Kosten der amtlichen V...
	12. Die Beschuldigten werden unter solidarischer Haftung verpflichtet, dem Privatkläger C._____ für das gesamte Verfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 5'298.60 zu bezahlen.
	Berufungsanträge:
	" 1. Der Beschuldigte B._____ sei vom Vorwurf der versuchten schweren Körperverletzung zum Nachteil des Privatklägers C._____ freizusprechen; eventualiter sei er bezüglich des Hauptdossiers der Tätlichkeiten i.S.v. Art. 126 Abs. 1 StGB, subeventualite...
	2. Der Beschuldigte B._____ sei, unter Anrechnung der erstandenen Untersuchungshaft, mit einer Freiheitsstrafe von maximal 12 Monaten zu bestrafen. Eventualiter sei er mit einer Freiheitsstrafe von nicht mehr als 24 Monaten zu bestrafen.
	3. Die Freiheitsstrafe sei aufzuschieben, unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren.
	4. Dem Beschuldigten sei die Weisung einer kontrollierten Alkoholtotalabstinenz zu erteilen. Ferner sei ihm die Weisung zu erteilen, die lockere ambulante psychiatrische Behandlung bei Dr. E._____ im Sinne eines "Monitoring" weiterzuführen.
	5. Die Zivilklage des Privatklägers C._____ sei abzuweisen.
	6. Unter ausgangsgemässen Kosten- und Entschädigungsfolgen."
	Erwägungen:
	I.  Prozessgeschichte/Prozessuales
	II.  Materielles
	III.  Strafe
	IV.  Vollzug
	V.  Zivilansprüche

	2.  Der Verteidiger bringt vor, die vom Privatkläger geltend gemachte Genugtuung von Fr. 20'000.– sei viel zu hoch, insbesondere weil alle Verletzungen folgenlos verheilt seien und infolge des Selbstverschuldens des Privatklägers eine Reduktion der Ge...
	Der Beschuldigte ist deshalb unter solidarischer Haftung mit A._____ zu verpflichten, dem Privatkläger C._____ Fr. 20'000.– zuzüglich Zins zu 5 % ab 12. Februar 2012 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag ist das Genugtuungsbegehren abzuweisen.
	VI.  Kosten- und Entschädigungsfolgen

	3.  Die Vorinstanz verpflichtete den Beschuldigten solidarisch mit A._____, dem Privatkläger C._____ für das gesamte Verfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 5'298.60 zu bezahlen (Urk. 79 S. 44).
	In der vom Geschädigtenvertreter Rechtsanwalt lic. iur. HSG P._____ eingereichten Honorarnote sind verschiedene Positionen aufgeführt, welche versicherungs- und opferrechtliche Belange ausserhalb des vorliegenden Strafverfahrens betreffen: so diejenig...
	Der Beschuldigte ist somit solidarisch mit A._____ zu verpflichteten, dem Privatkläger C._____ für das gesamte Verfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 3'813.60 zu bezahlen.
	Es wird beschlossen:
	1. Das Verfahren betreffend den Beschuldigten A._____ wird als durch Rückzug der Berufung der Staatsanwaltschaft erledigt abgeschrieben.
	Demgemäss ist das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 4. Abteilung, vom 13. März 2014 bezüglich des Beschuldigten A._____ rechtskräftig.
	2. Es wird davon Vormerk genommen, dass die Staatsanwaltschaft ihre Berufung und ihre Anschlussberufung gegen den Beschuldigten B._____ zurückgezogen hat.
	3. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 4. Abteilung, vom 13. März 2014 bezüglich Dispositivziffern 6 und 7 (Zivilforderung und Genugtuung für Privatkläger D._____), 9 (Entschädigungszahlung an amtlichen Verteidiger), 10 (...
	4. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	5. Rechtsmittel:
	Gegen Ziff. 1 Abs. 1 und Ziff. 2 dieses Beschlusses kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte B._____ ist schuldig der mehrfachen versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 36 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 238 Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind.
	3. Die Freiheitsstrafe von 36 Monaten wird im Umfang von 21 Monaten aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (15 Monate, wovon 238 Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind) wird sie vollzogen.
	4. Für die Dauer der Probezeit wird dem Beschuldigten die Weisung einer kontrollierten Alkoholabstinenz erteilt.
	5. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger C._____ aus dem eingeklagten Ereignis vom 12. Februar 2012 dem Grundsatze nach solidarisch mit A._____ schadenersatzpflichtig ist. Im Übrigen wird das Schadenersatzbegehren auf ...
	6. Der Beschuldigte wird unter solidarischer Haftung mit A._____ verpflichtet, dem Privatkläger C._____ Fr. 20'000.– zuzüglich Zins zu 5 % ab 12. Februar 2012 als Genugtuung zu bezahlen. Es wird festgestellt, dass das Genugtuungsbegehren im Mehrbetrag...
	7. Die erstinstanzliche Kostenauflage (Ziff. 11) wird bestätigt.
	8. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	9. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht bleibt vorbehalten.
	10. Der Beschuldigte wird unter solidarischer Haftung mit A._____ verpflichtet, dem Privatkläger C._____ für das gesamte Verfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 3'813.60 zu bezahlen.
	11. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten B._____ (übergeben)
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten A._____ (versandt)
	 die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich (versandt)
	 den Vertreter des Privatklägers C._____ für sich und zuhanden des Privatklägers (versandt);
	(Eine begründete Urteilsausfertigung - und nur hinsichtlich ihrer eigenen Anträge (Art. 84 Abs. 4 StPO) - wird den Privatklägern nur zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach Erhalt des Dispositivs verlangen.)
	 den Vertreter des Privatklägers D._____ für sich und zuhanden des Privatklägers (versandt);
	(Eine begründete Urteilsausfertigung - und nur hinsichtlich ihrer eigenen Anträge (Art. 84 Abs. 4 StPO) - wird den Privatklägern nur zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach Erhalt des Dispositivs verlangen.)
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten B._____
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten A._____
	 die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich
	 die Vorinstanz
	 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 betreffend den Beschuldigten B._____ an das Migrationsamt des Kantons Zürich
	 betreffend beide Beschuldigte an die Koordinationsstelle VOSTRA je mit Formular A
	 betreffend beide Beschuldigte an die KOST Zürich je mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- und Löschungsdaten

	12. Rechtsmittel:
	Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.