# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e44690cb-ba71-50b9-adf2-d8fe1f290dbb
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-11-26
**Language:** de
**Title:** Unfallähnliche Körperschädigung verneint.
**Docket/Reference:** UV.2012.00262
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2012.00262.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2012.00262
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Annaheim
Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer
Gerichtsschreiber Stocker
Urteil
vom
26. November 2013
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
gegen
Schweizerische National-Versicherungs-Gesellschaft
Steinengraben 41, 4003 Basel
Beschwerdegegnerin
Zustelladresse: Schweizerische National-Versicherungs-Gesellschaft
Rechtsdienst
Wuhrmattstrasse
21, 4103 Bottmingen
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
,
geboren 1984, war ab 1. September 2008 bei der
Y.___
angestellt und bei der Schweizerischen National-Versicherungs-Gesellschaft AG (nachfolgend: National) gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert, als er sich am 25. September 2011 bei einem Tennisspiel an der linken Schulter verletzte. Der Schaden wurde der National am 24. November 2011 gemeldet (Urk. 2 S. 2).
Nach dem Schadensereignis wurde der Versicherte von med.
pract
.
Z.___
,
Fach
arzt FMH für Innere Medizin, behandelt (Urk. 6/M1). Dr. med.
A.___
,
Facharzt FMH für Rheumatologie und Physikalische Medizin, führte am 16. November 2011 eine funktionelle Ultraschalluntersuchung beider Schulter
gelenke durch (Urk. 6/M4). Am 9. Mai 2012 berichtete Dr. med.
B.___
,
Fach
arzt FMH für Radiologie, über die MR-
Arthrographie
der linken Schulter vom Vortag (Urk. 6/M5).
1.2
Mit Schreiben vom 27. Dezember 2011 (Urk. 7/K2; vgl. auch Urk. 7/K1) teilte die National dem Versicherten mit, dass sie ihre Leistungspflicht hinsichtlich des Schadenfalls vom 25. September 2011 verneine. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, dass sich am 25. September 2011 kein Unfall im Rechtssinne ereignet habe und auch die Voraussetzungen einer unfallähnlichen
Körperschä
digung
nicht gegeben seien. Nach erfolgter Intervention seitens des Versicherten (vgl. Urk. 7/K3) hielt die National mit Verfügung vom 25. Mai 2012 (Urk. 7/K4) an ihrer
Auffassung
fest. Die dagegen erhobene Einsprache des Versicherten (Urk. 7/K6) wies die National mit Entscheid vom 12. Oktober 2012 (Urk. 2 = Urk. 7/K9) ab.
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 12. November 2012 (Urk. 1) Beschwerde mit dem sinngemässen Antrag, es sei die National zur Erbringung der gesetzlichen Leistungen zu verpflichten. Die National schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 7. Dezember 2012 (Urk. 5) auf kosten- und
entschädi
gungsfällige
Abweisung der Beschwerde.
Auf die Ausführungen ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den Erwägungen einzugehen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ein Unfall ist gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) die plötzliche, nicht beabsichtigte schädi
gende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschli
chen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi
schen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (BGE 129 V 402 E. 2.1).
1.2
1.2.1
Gemäss Art. 6 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) kann der Bundesrat
Körper
schädigungen
, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen. Von dieser Kompetenz hat der Bundesrat in Art. 9 Abs. 2 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) Gebrauch gemacht und folgende Körperschädigungen, sofern sie nicht eindeutig auf eine Erkrankung oder eine Degeneration zurückzuführen sind, auch ohne unge
wöhnliche äussere Einwirkung den Unfällen gleichgestellt:
a.
Knochenbrüche;
b.
Verrenkungen von Gelenken;
c.
Meniskusrisse;
d.
Muskelrisse;
e.
Muskelzerrungen;
f.
Sehnenrisse;
g.
Bandläsionen;
h.
Trommelfellverletzungen.
Diese Aufzählung der den Unfällen gleichgestellten
Körper
schädigungen
ist abschliessend (BGE 116 V 136 E. 4a, 147 E. 2b, je mit Hinweisen; Maurer, Schweizerisches Unfall
versicherungsrecht, 2. Aufl., 1989, S. 202).
1.2.2
Bei unfallähnlichen Körperschädigungen nach Art. 9 Abs. 2 UVV müssen zur Begründung der Leistungspflicht des Unfallversicherers mit Ausnahme der Ungewöhnlichkeit sämtliche Tatbestandsmerkmale des Unfallbegriffs erfüllt sein. Besondere Bedeutung kommt dabei der Voraussetzung eines äusseren Ereignisses zu, das heisst eines ausserhalb des Körpers liegenden, objektiv fest
stellbaren, sinnfälligen, eben unfallähnlichen Vorfalles (BGE 129 V 466 E. 2.2). Wo ein solches Ereignis mit Einwirkung auf den Körper nicht stattgefunden hat, und sei es auch nur als Auslöser eines in Art. 9 Abs. 2
lit
. a
h UVV aufgezähl
ten Gesundheitsschadens, liegt eine eindeutig krankheits- oder degenerativ bedingte Gesundheitsschädigung vor. Kein unfallähnliches Ereignis liegt in all jenen Fällen vor, in denen der äussere Faktor mit dem (erstmaligen) Auftreten der für eine der in Art. 9 Abs. 2
lit
. a-h UVV enthaltenen Gesundheitsschäden typischen Schmerzen gleichge
setzt wird. Auch nicht erfüllt ist das Erfordernis
des äusseren schädigenden Faktors, wenn das (erstmalige) Auftreten von Schmerzen mit einer blossen Lebensverrichtung einhergeht, welche die versi
cherte Person zu beschreiben in der Lage ist; denn für die Bejahung eines äusseren auf den menschlichen Körper schädigend einwirkenden Faktors ist stets ein Geschehen verlangt, dem ein gewisses gesteigertes
Gefährdungspoten
zial
innewohnt. Das ist zu bejahen, wenn die zum einschiessenden Schmerz führende Tätigkeit im Rahmen einer allgemein gesteigerten Gefahrenlage vor
genommen wird, wie dies etwa für viele sportliche Betätigungen zutreffen kann. Wer hingegen beim Aufstehen, Absitzen, Abliegen, der Bewegung im Raum, Handreichungen und so weiter einen einschiessenden Schmerz erleidet, welcher sich als Symptom einer Schädigung nach Art. 9 Abs. 2 UVV herausstellt, kann sich nicht auf das Vorliegen einer unfallähnlichen Körperschädigung berufen (BGE 129 V 466 E. 4.2.2). Erfüllt ist demgegenüber das Erfordernis des äusseren schädigenden Faktors bei Änderungen der Körperlage, die nach
unfallmedizi
nischer
Erfahrung häufig zu körpereigenen Traumen führen können, also im Sinne der bisherigen Rechtsprechung das plötzliche Aufstehen aus der Hocke, die heftige und/oder belastende Bewegung und die durch äussere Einflüsse unkontrollierbare Änderung der Körperlage im Sinne der von der Rechtspre
chung positiv beurteilten Sachverhalte (BGE 126 V 466 E. 2.2 und 4.2).
1.2.3
Im bereits erwähnten Entscheid BGE 129 V 466 hat das damalige Eidgenössi
sche Versicherungsgericht seine Rechtsprechung zur unfallähnlichen
Körper
schädigung
in Bezug auf die einzelnen „sinnfälligen Vorfälle“ kasuistisch zusammengestellt. Das Gericht hat das Vorliegen eines äusseren Faktors insbe
sondere in folgenden Fällen bejaht: Fehlschlag beim Fussballspiel; Aufheben oder Abstellen von Gewichten von 40 bis 50 kg; Verschieben eines schweren Wäschekorbes mit dem linken Fuss; Sprung von einer Verpackungskiste;
Miss
tritt
beim Volleyballspiel mit einschiessendem Zwick im linken Knie; Sprung aus einer Höhe von 60 cm aus einem Bahngepäckwagen;
Erleiden einer
Zerrung der Adduktorenmuskeln im Rahmen eines Fussballtrainings; brüskes Umdrehen beim Kochen in Richtung Küchenschrank mit einschiessenden Schmerzen im Knie; Verstauchung des Knöchels als Folge einer Rotationsbewegung (E. 4.1).
Hingegen
hat
das damalige Eidgenössische Versicherungsgericht das Vorliegen eines äusseren Faktors etwa bei vermehrter Arbeitsbelastung, die zu einer kon
tinuierlichen Zunahme und Verschlechterung von Kniebeschwerden führten, bei wiederholten Anstrengungen (Arbeiten mit Hammer oder Bohrer) und beim Auftreten von Schmerzen „nachts bei Drehbewegungen und nach längerem Gehen“
verneint
(E. 4.1). Im Urteil U 148/04 vom 2. Dezember 2004 E. 2.3 hatte das Eidgenössische Versicherungsgericht bezüglich eines Mannes das Anheben einer ca. 20 kg schweren Waage
mit
anschliessende
m
Abdrehen
und ein
schliessendem Schmerz im Knie
zu beurteilen; es hat erkannt, dass von einer im Rahmen der üblichen Arbeit und unter normalen Bedingungen erfolgten Bewe
gung auszugehen sei, sodass der äussere Faktor infolge fehlendem gesteigerte
m
Schädigungspotenzial und somit ein unfallähnliches Ereignis zu verneinen seien. Im Urteil 8C_656/2008 vom 13. Februar 2009 E.3.3 hat das Bundesgericht entschieden, beim Heben eines bepackten ca. 20 kg schweren Koffers durch eine Frau sei ein äusserer Faktor rechtsprechungsgemäss zu verneinen; es fehle an einem gesteigerte
m
Schädigungspotenzial. Das Vorliegen eines
(generell)
gestei
gerten Gefährdungspotenzials verneinte das Bundesgericht auch beim Joggen (Urteil 8C_118/2008 vom 23. Oktober 2008 E. 3.3 mit Hinweis auf das Urteil U 100/03 vom 31. Oktober 2003 E. 3.3). Demgegenüber macht die höchstrich
terliche Praxis ein gesteigertes Gefahrenpotenzial beim Tennis aus, insbesondere - aber nicht nur - beim sogenannten „Serve-and-Volley-Spiel“ (Urteil U 398/06 vom 21. November 2006 E. 3.2 und Urteil U 368/05 vom 21. Dezember 2005 E. 3).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte ihre Leistungspflicht im Wesentlichen mit der Begründung, dass der Beschwerdeführer am 25. September 2011 keinen Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG erlitten habe und dass auch die Voraussetzun
gen für eine unfallähnliche Körperschädigung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVV nicht gegeben seien. Der Beschwerdeführer habe sich anlässlich eines Tennis
spiels bei der Ausführung eines Aufschlages verletzt. Dabei sei nichts Ausser
gewöhnliches oder
Programmwidriges vorgefallen
. Der Beschwerdeführer sei nicht gestolpert, ausgerutscht oder gestürzt. Die Aufschlag-Bewegung sei durch nichts gestört worden, sondern einfach nicht optimal verlaufen. Da kein unge
wöhnlicher äusserer Faktor ersichtlich sei, liege kein Unfall im Rechtssinne vor. Es sei aber auch keine unfallähnliche Körperschädigung gegeben, weil keine in Art. 9 Abs. 2
lit
. a
h UVV genannte Verletzung (sogenannte Listenverletzungen) zur Diskussion stehe. Es sei
en
lediglich eine leichte Bursitis
subacromialis
links sowie eine
Periarthropathia
humeroscapularis
tendopathica
, Typ
Supraspinatus
,
festgestellt worden. Diese Verletzungen fielen nicht unter die in Art. 9 Abs. 2
lit
. a
h UVV genannten Schädigungen (Urk. 2). Im vorliegenden Prozess liess die Beschwerdegegnerin ergänzen, dass dem blossen Aufschlag beim Tennis kein gesteigertes Gefahrenpotenzial innewohne und somit kein sinnfälliges Ereignis auszumachen sei. Auch deshalb könne sich der Beschwerdeführer nicht auf Art. 9 Abs. 2 UVV stützen (Urk. 5).
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer im Wesentlichen auf den Stand
punkt, dass der plötzlich auf
getretene
, stechende Schmerz in seiner linken Schulter durch eine ruckartige, ungeplante Bewegung ausgelöst worden sei. Der starke und andauernde Schmerz habe die Benützung der linken Schulter bezie
hungsweise des linken (dominanten) Armes während mehrerer Wochen (unter Belastung sogar über mehrere Monate) verhindert. Von Anfang an sei ihm von ärztlicher Seite bestätigt worden, dass es sich mit grosser Wahrscheinlichkeit um eine Art Zerrung oder Verrenkung des Schultergelenkes handle. Es könne sich demzufolge nur um eine unfallähnliche Körperschädigung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVV gehandelt haben (Urk. 1).
3.
3.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht zu Recht verneint hat, weil keine unfallähnliche Körperschädigung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVV vorliegt.
Aufgrund der Ausführungen in der Beschwerdeschrift ist davon auszugehen, dass auch der Beschwerdeführer zu Recht nicht (mehr) davon ausgeht, dass sich am 25. September 2011 ein Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG zugetragen hat (vgl. zum Unfallbegriff oben E. 1.1). Den Akten lässt sich kein Hinweis auf einen ungewöhnlichen äusseren Faktor entnehmen, der bei den
streitgegen
ständlichen
Geschehnissen eine Rolle gespielt haben könnte. Ein solcher Faktor wurde auch vom Beschwerdeführer nicht genannt. Konsequenterweise gründet seine Beschwerde in rechtlicher Hinsicht denn auch einzig auf dem
behaupteten
Vorliegen einer unfallähnlichen Körperschädigung.
3.2
3.2.1
Med.
pract
.
Z.___
hielt in seinem Bericht vom 2. Dezember 2011 (Urk. 7/M1) die Verdachtsdiagnose einer Zerrung/Reizung der
Rotatorenmanschette
links fest.
3.2.2
Dr.
A.___
nannte
in seinem Bericht über die funktionelle
Ultraschalluntersu
chung
vom 16. November 2011 (Urk.
6/M4) folgende Ergebnisse
(Schulterge
lenke beidseits):
Supraspinatus
: Sehnenstruktur symmetrisch homogen, Durchmesser und Form symmetrisch normal, funktionell unauffällig.
Infraspinatus
: Sehnenstruktur symmetrisch homogen, Durchmesser und Form symmetrisch normal, funktionell unauffällig.
Subscapularis
: Sehnenstruktur symmetrisch homogen, Durchmesser und Form symmetrisch normal, funktionell unauffällig.
Bicepssehne
: Normale Lokalisation im
Sulcus
, Struktur homogen, kein Erguss, keine Luxation.
M.
deltoideus
: Gewebetextur und Durchmesser symmetrisch normal, funktionell unauffällig.
Glenohumeral
: Kein Erguss, unauffällige
ossäre
Strukturen. Labrum dorsal normal anliegend. Links ist die
Bursalinie
unregelmässig verdickt, rechts mit glattem Verlauf, normaler Form und Dicke.
AC-Gelenk: Konturen glatt, Gelenkspalt regelrecht, Gelenkkapsel unauffällig, funktionell stabil.
Die
Rotatorenmanschette
sei in Kontinuität erhalten. Es bestehe eine leichte Bursi
tis
subacromialis
links. Es lägen keine Verkalkungen vor. Anamnestisch und klinisch handle es sich um eine
Periarthropathia
humeroscapularis
tendop
athica
, Typ
Supraspinatus
linksseitig.
Sonographisch
lasse sich noch eine leichte Bursitis
subacromialis
feststellen.
3.2.3
Dr.
B.___
erhob nach durchgeführter MR-
Arthrographie
in seinem Bericht vom 9. Mai 2012 (Urk. 9/M5) folgende Befunde:
Im Schultergelenk finden sich keine Binnenläsionen, das Labrum ist intakt, ebenfalls der
Pulley
-Komplex sowie die
Rotatorenmanschette
. Sehr gut ausgebildete
Rotatorenmanschettenmuskulatur
. Schmale, jedoch
normalkalibrige
und intakte lange
Bicepssehne
. Das AC-Gelenk weist
periartikulär
leichte entzündliche Veränderungen auf. Die distale Clavicula weist eine reaktive Hyperintensität des Kno
chenmarks sowie eine 5 mm grosse subkortikale bzw.
subchondrale
Geröllzyste auf. Der
Discus
articularis
ist als solcher nicht sauber abgrenzbar. Das
Acromion
erscheint reizlos. Die
coraco-klavikulären
Bänder scheinen intakt. Die übrigen mitdargestellten
periartikulären
Weichteilstrukturen am Schultergelenk und der mitdargestellten
Tho
raxwand
kommen normal zu Darstellung. Sehr weiter
posteriorer
Gelenkrezessus
mit deutlich
medialisiertem
Ansatz der Gelenkkapsel,
allerdings scheint das Labrum gut ausgebildet (
posteriore
Schulterin
stabilität
?).
In Anbetracht des jugendlichen Alters des Beschwerdeführers denke er, dass es sich bei den Befunden im Bereich des AC-Gelenks am ehesten um einen post
traumatischen Zustand mit noch geringer bis mässiger entzündlicher Reizung handle. Als Differentialdiagnose müsse auch ein kleines
Osteoidosteom
in der lateralen Clavicula
paraartikulär
in Betracht gezogen werden. Die
Rotatoren
manschette
sei intakt.
3.3
Den Akten können folgende Sachverhaltsdarstellungen des Beschwerdeführers entnommen werden:
Am 19. Dezember 2011 machte der Beschwerdeführer im Fragebogen der Beschwerdegegnerin folgende Angaben (Urk. 6/M2): „Aufschlag Tennis, falsche Bewegung, trotzdem ‚durchgezogen‘, Zerrung/Verletzung Muskel/Gelenk“. Er sei ein geübter Tennisspieler. Durch die falsche Bewegung beim Aufschlag sei es zu einem „Fast-Sturz“ gekommen.
In seinem Schreiben vom 16. Januar 2012 (Urk. 7/K3) schilderte der Beschwer
de
führer den Sachverhalt folgendermassen: Aufgrund eines
heranrol
lenden
Tennis
balls habe er blitzartig seinen Aufsch
lag (bereits im Sprung) unterbro
chen beziehungsweise zu unterbrechen versucht, da er einen Sturz oder Tritt auf den Ball
habe
verhindern wollen. Das sei ihm zwar gelungen, jedoch habe er sich durch die falsche respektive abgebrochene Bewegung die Schulter verletzt.
In der Einsprache vom 10. Juni 2012 (Urk. 7/K6) hielt der Beschwerdeführer daran fest: Die Verletzung an der linken Schulter sei durch ein blitzschnelles und unerwartetes Ausweichmanöver beim Tennis verursacht worden. Beim Aufschlag (Anspiel) springe er jeweils einige Zentimeter in die Höhe, um den Ball optimal ins gegnerische Feld spielen zu können. Er habe den betreffenden Aufschlag jedoch aufgrund eines Hinweises/Schreis („Achtung Ball!“) urplötz
lich abbrechen müssen, was ihn aus der Balance gebracht und zu einer falschen beziehungsweise notwendigen „Rettungs-Verrenkung“ genötigt habe. Just bei dieser ruckartigen Verrenkung habe er einen stechenden Schmerz im linken Schultergelenk erlitten.
In der Beschwerdeschrift vom 12. November 2012 (Urk. 1) fasste der Beschwe
r
de
führer zusammen, dass der plötzlich auftretende, stechende Schmerz durch eine ruckartige, ungeplante Bewegung ausgelöst worden sei.
4.
4.1
Wie oben in E. 1.2
.3
a.E
. ausgeführt
,
wurde
in den Urteilen U 398/06 vom 21. November 2006 und U 368/05 vom 21. Dezember 2005 fest
gehalten
, dass das Tennisspiel (zumindest
bei offensiv-
sportliche
r
Spielweise
) ein gesteigertes Gefährdungspotenzial
in sich birgt.
Aus den Schilderungen des Beschwerde
führers, wonach er beim Aufschlag jeweils einige Zentimeter in die Höhe springe, ist
auf einen sportlich
ambitionierte
n
Tennisspieler
zu schliessen und darauf,
dass sich das Gefahrenpotenzial
durch die von ihm beschriebene gleichermassen heftige wie den
dominante
n
Arm und die entsprechende Schul
ter besonder
s
strapazierende Bewegung realisierte
.
4.2
In medizinischer Hinsicht
hatte med.
pract
.
Z.___
zwar
die Verdachtsdiagnose einer Zerrung/Reizung der
Rotatorenmanschette
links gestellt (Urk. 6/M1)
.
Dr.
A.___
konnte nach durchgeführter funktioneller Ultraschalluntersuchung
allerdings
festhalten, dass die
Rotatorenmanschette
in Kontinuität erhalten sei (Urk. 6/M4). Die MR-
Arthrographie
von Dr.
B.___
ergab, dass die
Rotato
renmanschettenmuskulatur
gut ausgebildet sei und im Schultergelenk keine Binnenläsionen zu finden seien (Urk. 6/M5).
Die Beschwerdegegnerin stellte zu Recht auf die Diagnose von Dr.
A.___
ab, wonach eine leichte Bursitis
subacromialis
links und eine
Periarthropathia
humeroscapularis
tendopathica
, Typ
Supraspinatus
links vorliegen würden (Urk. 6/M4; vgl. Urk. 2 f. S. 9 Ziffer 9 und Urk. 6 S. 3). Wie die
Beschwerdegeg
nerin
zutreffend ausführte, handelt es sich dabei um keine in der abschliessen
den Liste von Art. 9 Abs. 2
lit
. a
h UVV aufgeführten Verletzungen. Bei einer Bursitis
subacromialis
handelt es sich um eine Schleimbeutelentzündung (
vgl. etwa
Pschyrembel
, Klinische Wörterbuch 2012, 263. Auflage, Berlin/Boston 2011, S. 331)
. Eine
Periarthropathia
humeroscapularis
ist eine
unpräzise
Sam
melb
ezeichnun
g
für verschiedene degenerative Prozesse im Bereich von
Rota
torenmanschette
, Gelenkkapsel oder langer
Bizepssehne
am Schultergelenk
(Pschyrembel
, a.a.O., S. 1592
). Wie ausgeführt
, stellten die behandelnden Ärzte aber insbesondere keine Sehnenrisse oder Bandläsionen fest. Auch die im vor
liegenden Fall diagnostizierte
Periarthropathia
humeroscapularis
kann nicht unter Art. 9 Abs. 2
lit
. a
h UVV subsumiert werden.
Daraus folgt, dass keine Listenverletzung vorliegt und demzufolge nicht von einer unfallähnlichen Körperschädigung im Rechtssinne ausgegangen werden kann. Da das Ereignis (der Aufschlag) vom 25. September 2011 - wie oben aus
geführt -
auch
nicht als Unfall zu qualifizieren ist, ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht zu Recht verneint hat. Die Beschwerde ist somit abzuweisen.
5.
Der obsiegenden Beschwerdegegnerin ist - trotz ihres Antrages - keine
Prozess
entschädigung
zuzusprechen, weil ihr ein solcher Anspruch - abgesehen von vorliegend nicht relevanten Ausnahmefällen - nicht zusteht (Art. 61
lit
. g ATSG e
contrario
sowie § 34 Abs. 2 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht [
GSVGer
]).
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Der Antrag der Beschwerdegegnerin auf Zusprechung einer Prozessentschädigung wird abgewiesen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
X.___
-
Schweizerische National-Versicherungs-Gesellschaft
-
Bundesamt für Gesundheit
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundes
gericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu ent
halten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
GräubStocker