# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0887bc1b-99f3-5c3d-8cc9-1691fffc0370
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-07
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 07.01.2021 200 2020 841
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-841_2021-01-07.pdf

## Full Text

200 20 841 UV
FUR/BOC/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 7. Januar 2021

Verwaltungsrichterin Fuhrer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Jakob, Verwaltungsrichterin Wiedmer
Gerichtsschreiberin Bossert

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________, substituiert durch Rechtsanwäl-
tin Dr. jur. C.________
Beschwerdeführerin

gegen

Suva
Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 15. Oktober 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Jan. 2021, UV/20/841, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1957 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherte bzw. Beschwer-
deführerin) war über ihre Arbeitgeberin im Haupterwerb bei der Schweizeri-
schen Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: Suva bzw. 
Beschwerdegegnerin) obligatorisch gegen Berufs- und Nichtberufsunfälle 
sowie Berufskrankheiten versichert, als sie sich am 14. November 2017 bei 
einem Autounfall verschiedene Verletzungen zuzog, insbesondere eine Hüft-
luxation mit Acetabulumfraktur rechts, was am 16. November 2017 operativ 
behandelt wurde (Akten der Suva [act. II] 1, 20 f., 51, 82). Die Suva erbrachte 
in der Folge die gesetzlichen Versicherungsleistungen, wobei sie die Tag-
geldleistungen wegen Grobfahrlässigkeit um 10 % kürzte, dies während 
längstens zwei Jahren nach dem Unfall (Verfügung vom 20. Februar 2018 
[act. II 54]). Die dagegen erhobene Einsprache (act. II 55) wies die Suva mit 
Einspracheentscheid vom 16. Mai 2018 (act. II 91) ab. Am 19. März 2018 
hatte sich die Versicherte einer Hüfttotalprothesenoperation rechts unterzo-
gen (act. II 60). Nachdem der Kreisarzt Dr. med. D.________, Facharzt für 
Allgemeine Innere Medizin und Chirurgie, am 14. Mai 2019 zur Integritäts-
entschädigung und am 2. August 2019 zum Zumutbarkeitsprofil Stellung ge-
nommen hatte (act. II 164, 169), sprach die Suva der Versicherten mit 
Verfügung vom 21. April 2020 (act. II 212) rückwirkend ab dem 1. Februar 
2020 bei einer Erwerbsunfähigkeit von 24 % eine Invalidenrente von monat-
lich Fr. 1'167.30 sowie eine Integritätsentschädigung von Fr. 59'280.-- bei 
einer Integritätseinbusse von 40 % zu. Die betreffend Rentenanspruch erho-
bene Einsprache (act. II 219) wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 
15. Oktober 2020 (act. II 225) ab. 

B.

Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, 
dieser substituiert durch Rechtsanwältin Dr. jur. C.________, am 12. Novem-
ber 2020, Beschwerde. Sie beantragt, unter Aufhebung des angefochtenen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Jan. 2021, UV/20/841, Seite 3

Einspracheentscheides sei ihr eine Invalidenrente ausgehend von einem Er-
werbsunfähigkeitsgrad von zumindest 32 % zuzusprechen, unter Kosten- 
und Entschädigungsfolgen. 

Mit Beschwerdeantwort vom 27. November 2020 beantragt die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Ver-
waltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträgen 
nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt und hat 
ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie zur Be-
schwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben 
(Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie 
Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Ge-
setzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 
155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist der Einspracheentscheid vom 15. Oktober 2020 (act. 
II 225). Streitig und zu prüfen ist einzig der Anspruch auf eine Invalidenrente 
und dabei insbesondere die Rentenhöhe bzw. die Berechnung des Invali-
deneinkommens. Die zugesprochene Integritätsentschädigung ausgehend 
von einer Integritätseinbusse von 40 % war bereits im Einspracheverfahren 

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nicht mehr streitig (act. II 219/2), so dass diesbezüglich Teilrechtskraft ein-
getreten ist (vgl. BGE 144 V 354 E. 4.3 S. 358). 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend aus 
drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 80 
lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2017 sind die Änderung vom 25. September 2015 des 
Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung (UVG; SR 
832.20) und die Änderung vom 9. November 2016 der Verordnung vom 
20. Dezember 1982 über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in Kraft 
getreten. Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem Inkrafttreten 
der Änderung vom 25. September 2015 des UVG ereignet haben, und für 
Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, werden 
nach bisherigem Recht gewährt (Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur 
Änderung vom 25. September 2015 des UVG). Da sich vorliegend der rele-
vante Unfall am 14. November 2017 ereignet hat (act. II 1), sind hier die seit 
dem 1. Januar 2017 gültigen Bestimmungen anwendbar.

2.2 Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10 % 
invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern 
sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat (Art. 
18 Abs. 1 UVG). Der Bundesrat regelt die Bemessung des Invaliditätsgrades 
in Sonderfällen. Er kann dabei auch von Art. 16 ATSG abweichen (Art. 18 
Abs. 2 UVG).

2.3 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-

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lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende 
Erwerbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem aus-
geglichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). Für die Beurteilung des Vorliegens 
einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitli-
chen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zu-
dem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 
2 ATSG).

2.4 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkom-
men, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger 
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausge-
glichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Er-
werbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden 
wäre (Art. 16 ATSG).

2.5 Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, 
dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst 
genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der 
Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die 
fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden 
können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu 
schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu verglei-
chen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 29 E. 1 
S. 30, 104 V 135 E. 2b S. 136; SVR 2019 BVG Nr. 16 S. 64 E. 4.4.2).

2.6

2.6.1 Für die Bemessung des Valideneinkommens ist in der Unfallversiche-
rung nach jenem hypothetischen Verdienst zu fragen, welchen die versi-
cherte Person ohne die unfallbedingte Schädigung wahrscheinlich erzielen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Jan. 2021, UV/20/841, Seite 6

würde. Dieser kann sich zwar mit dem mutmasslichen Verdienst als gesunde 
Person decken, aber nur dann, wenn keine weiteren, nicht unfallbedingten, 
leistungsschmälernden Beeinträchtigungen vorhanden sind (SVR 2018 UV 
Nr. 33 S. 115 E. 2.1).

2.6.2 Im Rahmen des für die Invaliditätsbemessung durchzuführenden Ein-
kommensvergleichs ist ein Nebenerwerbseinkommen beim hypothetischen 
Einkommen ohne Invalidität (Valideneinkommen) zu berücksichtigen, sofern 
es mit überwiegender Wahrscheinlichkeit weiterhin erzielt worden wäre, 
wenn die versicherte Person gesund geblieben wäre. Dies gilt ohne Rück-
sicht auf den hiefür erforderlichen zeitlichen oder leistungsmässigen Auf-
wand (SVR 2018 UV Nr. 12 S. 40 E. 4.5; RKUV 2003 U 476 S. 108 E. 3.2.1).

2.7

2.7.1 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Per-
son konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte Person 
nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an 
sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können nach der 
Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik 
herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden 
(BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2019 IV Nr. 28 S. 88 E. 5.1.3).

2.7.2 Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Per-
sonen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Ver-
gleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren 
Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit 
unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand 
ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 
E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem 
Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persön-
lichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbe-
dingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie 
und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invali-
deneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schät-
zen, wobei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 

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135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 
148 E. 3.3).

3.

3.1 Zu Recht nicht bestritten ist das vom Kreisarzt Dr. med. D.________ 
definierte Zumutbarkeitsprofil. In der Stellungnahme vom 2. August 2019 
(act. II 169) führte dieser aus, wie auch schon die IV in ihrer Verfügung vom 
15. Juli 2019 festhalte, sei der Beschwerdeführerin die Tätigkeit als ... nicht 
mehr zumutbar, dies vor allem wegen des mit dieser Tätigkeit oft verbunde-
nen … respektive … und … von … beim … des …. Der Zumutbarkeitsbeur-
teilung gemäss Verfügung der IV-Stelle Bern vom 15. Juli 2019 könne er sich 
anschliessen. Diese laute wie folgt: Zu vermeiden seien Zwangshaltungen, 
ausschliessliche Steh- und Gehbelastung, Arbeiten in gebückter Haltung, 
Heben von Lasten körperfern, häufiges Treppensteigen, Besteigen von Lei-
tern und Gerüsten, repetitives Hocken, Kauern, Bücken oder Tätigkeiten in 
nach vorne geneigter Haltung, Gehen auf unebenem Gelände, Kälte-, 
Nässe- und Zugluftexposition. In Ausnahmefällen und in nicht repetitiver 
Weise könnten Gewichte von 10 - 15 kg gehoben und getragen werden. Zu-
sätzlich seien auch das … und … von schweren Lasten (mit dem …) und 
Tätigkeiten mit Einwirken von starken Vibrationen oder Schlägen respektive 
Sprungbelastungen auf das betroffene Hüftgelenk nicht mehr zumutbar. Auf 
dieses voll beweiskräftige Zumutbarkeitsprofil ist folglich abzustellen (zum 
Beweiswert eines medizinischen Berichtes vgl. BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 
126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.2

3.2.1 Beschwerdeweise wird einzig bei der Bestimmung des Invalidenein-
kommens das Abstellen auf das Kompetenzniveau 2 der LSE beanstandet. 
Die Beschwerdeführerin macht geltend (Beschwerde S. 3 ff.), es hätte das 
tiefere Kompetenzniveau 1 herangezogen werden müssen. Wenn die versi-
cherte Person nach Eintritt der Invalidität nicht auf einen angestammten Be-
ruf zurückgreifen könne, rechtfertige sich die Anwendung von 
Kompetenzniveau 2 nach der bundesgerichtlichen Praxis nur, wenn sie über 

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besondere Fertigkeiten und Kenntnisse verfüge. Hier liege kein solcher Aus-
nahmefall vor. Die Beschwerdeführerin sei bisher als ... und ... tätig gewesen, 
in beiden Tätigkeiten aber ungelernt. Es fehlten ihr insoweit überdurch-
schnittliche berufliche Fähigkeiten, die sie nun in einer angepassten Tätigkeit 
verwerten könnte. Zudem verfüge sie über eine Ausbildung zur ... und über 
eine ... Ausbildung, welche jedoch vor Jahrzehnten absolviert worden seien. 
Auch habe sie in den letzten Jahren nicht mehr auf diesen Berufen gearbei-
tet. Es sei fraglich, ob die damaligen beruflichen Kenntnisse noch aktuell 
seien und sich diese noch abrufen liessen. Da körperliche Tätigkeiten prak-
tisch vollständig ausscheiden würden, könnten die durch die bisherigen be-
ruflichen Tätigkeiten gesammelten praktischen Erfahrungen nicht mehr 
gewinnbringend verwertet werden. Insofern könnten die vorhandenen Aus-
bildungen und auch die zwischenzeitlich erworbene Berufserfahrung als ... 
und ... nicht mehr verwertet werden. Auch aufgrund des fortgeschrittenen 
Alters der Beschwerdeführerin (sie sei nun bereits 63 Jahre alt), sei fraglich, 
welche angepasste Tätigkeit sie tatsächlich noch ausüben könnte, in welcher 
sie ihre bisherigen beruflichen Erfahrungen verwerten könnte. 

3.2.2 Demgegenüber hält die Beschwerdegegnerin fest (Beschwerdeant-
wort S. 3), wenn die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität nicht auf 
ihren angestammten Beruf zurückgreifen könne, rechtfertige sich die Anwen-
dung des Kompetenzniveaus 2 nach der bundesgerichtlichen Praxis immer 
dann, wenn sie über besondere Fertigkeiten und Kenntnisse verfüge. Das 
sei grundsätzlich der Fall, sobald die versicherte Person über einen Berufs-
abschluss verfüge, Voraussetzung sei allerdings, dass die erworbenen Be-
rufskenntnisse trotz Unfallfolgen zumindest teilweise noch verwertbar seien, 
wenn nicht im angestammten Beruf, so doch auf dem allgemeinen Arbeits-
markt. Mit Blick auf die Berufsbiographie der Beschwerdeführerin – sie sei 
gelernte … und habe langjährige Berufserfahrung als … und ... – sei davon 
auszugehen, dass sie die erworbenen Erfahrungen durchaus auch in einer 
angepassten Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt verwerten könne. 
Es sei die Vielfalt der beruflichen Erfahrungen, die hier für die Anwendung 
von Kompetenzniveau 2 spreche. Mit ihren Berufserfahrungen sei die Be-
schwerdeführerin trotz unfallbedingter Einschränkungen in der Lage, viel 
mehr als nur "einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art "(De-
finition Kompetenzniveau 1) auszuführen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Jan. 2021, UV/20/841, Seite 9

3.3

3.3.1 Wenn die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität – wie hier 
(vgl. act. II 169) – nicht auf den angestammten Beruf zurückgreifen kann, 
rechtfertigt sich die Anwendung von LSE-Kompetenzniveau 2 praxisgemäss 
nur dann, wenn sie über besondere Fertigkeiten und Kenntnisse verfügt (Ent-
scheide des Bundesgerichts [BGer] vom 22. April 2020, 8C_5/2020, E. 5.3.2, 
vom 26. März 2019, 8C_732/2018, E. 8.2.1, vom 14. Juni 2018, 
8C_227/2018, E. 4.2.2, und 11. Oktober 2017, 8C_457/2017, E. 6.3). 

3.3.2 Das Kompetenzniveau 1 umfasst "einfache Tätigkeiten körperlicher 
oder handwerklicher Art" und das Kompetenzniveau 2 beinhaltet "Praktische 
Tätigkeiten wie Verkauf/Pflege/Datenverarbeitung und Administration/Bedie-
nen von Maschinen und elektronischen Geräten/Sicherheitsdienst/Fahr-
dienst". Die Beschwerdeführerin verfügt über eine Ausbildung zur ... sowie 
über eine ... Ausbildung (act. II 138/1; vgl. Beschwerde S. 4). Diese Berufe 
übt die Beschwerdeführerin seit langer Zeit nicht mehr aus, seit mehr als 20 
Jahren ist sie als ... tätig (act. II 36/1) und im Nebenerwerb übt sie eine Tätig-
keit als ... aus (act. II 138/2). Gemäss Rechtsprechung (Entscheid des Eid-
genössischen Versicherungsgerichts [EVG, heute BGer] vom 21. April 2005, 
I 822/04, E. 5.2; vgl. auch BGer 8C_457/2017, E. 6.3 und Entscheid des 
BGer vom 15. Oktober 2013, 8C_386/2013, E. 6.2) waren im Fall eines Ver-
sicherten, der bereits verschiedene Berufe (…- und …, …, selbstständiger 
…) ausgeübt hatte, besondere Fertigkeiten und Kenntnisse vorhanden, so 
dass auf das Kompetenzniveau 2 abgestellt werden konnte. Mit Blick auf 
diese Rechtsprechung und die zwei Ausbildungen der Beschwerdeführerin 
sowie die Erfahrungen in den Tätigkeiten als ... und ... ist auch bei der Be-
schwerdeführerin vom Vorhandensein besonderer Fertigkeiten und Kennt-
nisse im Sinne der Rechtsprechung (vgl. E. 3.3.1 hiervor) auszugehen. Wie 
die Beschwerdegegnerin zutreffend festhält (Beschwerdeantwort S. 3), 
rechtfertigt es sich damit aufgrund der Vielfalt der beruflichen Erfahrungen 
für die Bestimmung des Invalideneinkommens auf das Kompetenzniveau 2 
abzustellen. Trotz ihrer unfallbedingten Einschränkungen ist die Beschwer-
deführerin in der Lage, dem Kompetenzniveau 2 entsprechende praktische 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Jan. 2021, UV/20/841, Seite 10

Tätigkeiten wie Verkauf/Pflege/Datenverarbeitung und Administration/Bedie-
nen von Maschinen und elektronischen Geräten/Sicherheitsdienst/Fahr-
dienst auszuüben. 

Soweit die Beschwerdeführerin zudem geltend macht (Beschwerde S. 4), 
auch aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters (63jährig) sei fraglich, in welcher 
angepassten Tätigkeit sie tatsächlich ihre bisherigen beruflichen Erfahrun-
gen verwerten könnte, ist festzuhalten, dass sich im Bereich der Unfallversi-
cherung keine Rechtsprechung etabliert hat, wonach die Unverwertbarkeit 
einer verbleibenden medizinisch-theoretischen Restarbeitsfähigkeit wegen 
des fortgeschrittenen Alters zu berücksichtigen wäre (vgl. THOMAS FLÜCKI-
GER in: FRÉSARD-FELLAY/LEUZINGER/PÄRLI [Hrsg.], Basler Kommentar, Un-
fallversicherungsgesetz, 2019, Art. 18 N. 37 mit Hinweis auf Entscheid des 
BGer vom 10. August 2018, 8C_313/2018, E. 6.6; vgl. insbesondere auch 
Art. 28 Abs. 4 UVV). Folglich ist auf die diesbezüglichen Vorbringen der Be-
schwerdeführerin nicht näher einzugehen. 

3.3.3 Die Bestimmung der beiden Vergleichseinkommen gibt im Übrigen 
keinen Anlass zu Beanstandung (vgl. act. II 225/5); auch von der Beschwer-
deführerin wurden diesbezüglich keine weiteren Einwände erhoben. 

3.4 Nach dem Dargelegten ist der von der Beschwerdegegnerin ermit-
telte Invaliditätsgrad von gerundet 24 % (act. II 225/5) nicht zu beanstanden, 
weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.

4.

4.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG (in der 
bis Ende 2020 gültigen Fassung; vgl. Art. 83 ATSG) sind keine Verfahrens-
kosten zu erheben.

4.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. g 
ATSG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Jan. 2021, UV/20/841, Seite 11

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin Dr. jur. C.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- Suva  
- Bundesamt für Gesundheit

Die Kammerpräsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes 
vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.