# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** af17f721-6e8a-5fa8-ac91-5d90b92222d3
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-01-21
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 21.01.2015 UH140274
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_UH140274_2015-01-21.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
III. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: UH140274-O/U/BUT 

 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. Th. Meyer, Präsident, und lic. iur. W. Meyer, 

Ersatzoberrichter lic. iur. A. Schärer sowie Gerichtsschreiber lic. iur. 

L. Künzli 

 

Beschluss vom 21. Januar 2015 

 

in Sachen 

 

A._____ AG,  

Beschwerdeführerin 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X1._____ 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X2._____ 

 

gegen 

 

1. B._____,  
2. C._____,  

3. Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich,  

Beschwerdegegner 

 

1 vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y1._____ 

1 substituiert durch Substitut MLaw Y2._____ 

2 vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y3._____ 

 
betreffend Akteneinsicht   
 
Beschwerde gegen die Verfügung der Staatsanwaltschaft III des Kantons 
Zürich vom 20. August 2014, B-5/2011/120 

 

- 2 - 

Erwägungen: 

 1. Die Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich (vorliegend Beschwerde-

gegnerin 3) hat am 25. August 2011 gegen B._____ und C._____ (vorliegend Be-

schwerdegegner 1 und 2) eine Strafuntersuchung wegen Verdachts auf Verun-

treuung, evtl. ungetreue Geschäftsbesorgung, eröffnet (Urk. 3/2). Sie wirft den 

beiden Beschuldigten vor, über die von ihnen beherrschte Vision D._____ Ltd. 

von verschiedenen Kunden Gelder in der Höhe von insgesamt rund Fr. 50 Mio. 

zwecks Anlage in Devisen- und Edelmetallgeschäften entgegengenommen zu 

haben. Es bestehe der Verdacht, dass sie die Geldeinlagen nicht vereinbarungs-

gemäss investiert und ihre Kunden dadurch am Vermögen geschädigt sowie sich 

selbst allenfalls unrechtmässig bereichert hätten. Die D._____ Ltd. unterhalte bei 

der A._____ (Schweiz) AG in Zürich eine Kontokorrent- und Depotbeziehung mit 

der Stammnummer ... (sowie evtl. weitere Bankverbindungen). Auf diese Bank-

verbindung hätten die Kunden ihre Einlagen überwiesen und von dort aus sei das 

Kapital in Devisen- und Edelmetallgeschäfte angelegt worden (oder hätte ange-

legt werden sollen) (vgl. Urk. 3/3). 

 2. Im Verlauf der Ermittlungen wies die Beschwerdegegnerin 3 die A._____ 

(Schweiz) AG mit Verfügung vom 26. August 2011 an, die vorgenannte Kontokor-

rent- und Depotbeziehung sowie allfällige weitere Kontos etc., die auf den Namen 

der D._____ Ltd. und die Beschwerdegegner 1 und 2 lauten würden, zu sperren 

(Urk. 3/3). Gleichzeitig hielt sie die A._____ (Schweiz) AG zur Edition von Bank-

unterlagen an und auferlegte ihr hinsichtlich der mit dem Vollzug der Editionsver-

fügung betrauten Organe, Mitarbeitenden und Hilfspersonen eine Schweigepflicht 

(a.a.O.). Weitere Editionsverfügungen seitens der Beschwerdegegnerin 3 an die 

A._____ (Schweiz) AG folgten am 28. Oktober 2011 (Urk. 3/4), 19. Juni 2012 

(Urk. 3/5), 8. Februar 2013 (Urk. 3/6), 15. November 2013 (Urk. 3/7) und 28. Ja-

nuar 2014 (Urk. 3/8). 

 3.1 Mit Schreiben vom 29. Januar 2014 ersuchte die A._____ (Schweiz) AG 

(vorliegend Beschwerdeführerin) die Beschwerdegegnerin 3 unter Bezugnahme 

auf die letztgenannte Editionsverfügung vom 28. Januar 2014 um Einsicht in die 

- 3 - 

Strafuntersuchungsakten (Urk. 9/1). Die Beschwerdeführerin erhielt (gemäss ei-

gener Darstellung) hierauf unter Auflagen Einsicht in einen Teil der Akten. Die 

Beschwerdegegnerin 3 habe der Beschwerdeführerin nicht gestattet, sämtliche 

Akten einzusehen und Kopien von einzelnen Aktenstücken anzufertigen (vgl. Urk. 

2 S. 7 und Urk. 9/ 1). 

 3.2 Am 12. Februar 2014 ersuchte die Beschwerdeführerin die Beschwerde-

gegnerin 3 um weitergehende Akteneinsicht, insbesondere um Übersendung von 

Kopien einzelner Aktenstücke (Urk. 3/10=Urk. 9/2). Die Beschwerdegegnerin 3 

räumte hierauf den beiden Beschuldigten bzw. den Beschwerdegegnern 1 und 2 

die Gelegenheit ein, sich zum Gesuch der Beschwerdeführerin zu äussern 

(Urk. 9/3). Der Beschwerdegegner 1 wie auch der Beschwerdegegner 2 beantrag-

ten in ihren Stellungnahmen vom 26. Februar 2014 bzw. 17. März 2014 jeweils 

die Abweisung des Akteneinsichtsgesuchs (Urk. 9/13 und 14). Die Beschwerde-

führerin replizierte mit Eingabe vom 21. Mai 2014 unter Aufrechterhaltung ihrer 

Anträge (Urk. 9/17). Der Beschwerdegegner 1 wie auch der Beschwerdegegner 2 

duplizierten mit Eingaben vom 25. Juni 2014 bzw. 14. Juli 2014 ebenfalls unter 

Aufrechterhaltung ihrer bisherigen Anträge (Urk. 9/21 und 24).  

 3.3 Mit Verfügung vom 20. August 2014 wies die Beschwerdegegnerin 3 das 

Gesuch um Akteneinsicht der Beschwerdeführerin vom 29. Januar 2014 (recte: 

12. Februar 2014 [vgl. Urk. 9/2 und 9/3]) ab (Urk. 9/25). 

 4.1 Dagegen erhob die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 4. September 

2014 rechtzeitig Beschwerde bei der hiesigen Kammer. Sie beantragt, es sei ihr in 

Aufhebung der angefochtenen Verfügung uneingeschränkte Einsicht in die Straf-

untersuchungsakten zu gewähren und insbesondere zu gestatten, von den Ermitt-

lungsordnern Nr. 1-6 Kopien anzufertigen (Urk. 2 S. 3). Die Beschwerdegegne-

rin 3 verzichtete am 23. September 2014 auf eine Stellungnahme zur Beschwerde 

(Urk. 8). Mit Eingabe vom 9. Oktober 2014 beantragte der Rechtsvertreter des 

Beschwerdegegners 2 (innert erstreckter Frist) die Abweisung der Beschwerde 

und verlangte, dass die Beschwerdeführerin anzuweisen sei, sämtliche im Rah-

men der bisher gewährten Akteneinsicht erhaltenen Informationen (wie die 

Kenntnis des Aktenverzeichnisses) zu vernichten (Urk. 15 S. 1). Mit Eingabe vom 

- 4 - 

16. Oktober 2014 beantragte auch der Rechtsvertreter des Beschwerdegegners 1 

(innert erstreckter Frist) die Abweisung der Beschwerde; eventualiter sei die Be-

schwerde abzuweisen, soweit die Protokolle der Einvernahmen mit dem Be-

schwerdegegner 1 vom 14. Oktober 2013, 5. November 2013 und 11. Dezember 

2013 betroffen seien (Urk. 17 S. 1). Die Beschwerdeführerin liess hierauf durch ih-

ren Rechtsvertreter mitteilen, dass sie unter Aufrechterhaltung ihrer bisherigen 

Anträge auf eine Stellungnahme (Replik) verzichte (Urk. 21). 

 4.2 Die Sache erweist sich als spruchreif. 

 4.3 Wurde ein Akteneinsichtsgesuch eines Dritten gemäss Art. 101 Abs. 3 

StPO beurteilt, handelt es sich um einen für den Dritten verfahrenserledigenden 

Entscheid, der mit Beschwerde anfechtbar ist (SCHMUTZ, BSK StPO, 2. Auflage, 

Basel 2014, N 6 zu Art. 102 StPO; SCHMID, Praxiskommentar StPO, 2. Auflage, 

Zürich/St. Gallen 2013, N 5 zu Art. 102 StPO; vgl. Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO). Die 

übrigen Eintretensvoraussetzungen sind vorliegend erfüllt und geben zu keinen 

Erörterungen Anlass (vgl. Art. 393 ff. StPO). 

 5.1 Die Beschwerdegegnerin 3 begründete die Verweigerung der Akteinsicht 

in der angefochtenen Verfügung wie folgt: Die Beschwerdeführerin habe im Straf-

untersuchungsverfahren keine Parteistellung im Sinne von Art. 104 Abs. 1 StPO. 

Anderen Verfahrensbeteiligten stünden die zur Wahrung ihrer Interessen erforder-

lichen Verfahrensrechte einer Partei zu, wenn sie in ihren Rechten unmittelbar be-

troffen seien. Eine unmittelbare Betroffenheit sei etwa zu bejahen, wenn in Grund-

rechte oder Grundfreiheiten eingegriffen oder Zwangsmassnahmen angeordnet 

würden. Editionsverfügungen seien keine Zwangsmassnahmen und im Hinblick 

auf die erfolgten Editionsverfügungen bestehe kein aktuelles Rechtsschutzinte-

resse. Die Beschwerdeführerin sei daher nicht im Sinne von Art. 105 Abs. 2 StPO 

direkt in ihren Rechten betroffen. Dritte könnten nach Art. 101 Abs. 3 StPO Akten 

einsehen, wenn sie dafür ein schützenswertes Interesse geltend machen und der 

Einsichtnahme keine überwiegenden öffentlichen oder privaten Interessen entge-

genstünden. Ein schützenswertes Interesse werde etwa bejaht, wenn ein Dritter 

Anspruch auf Akteneinsicht erhebe zwecks Verfolgung seines Zivilanspruches in 

einem separaten Zivilverfahren. Die Beschwerdeführerin verfolge keine eigenen 

- 5 - 

Zivilansprüche. Zur Abwehr der Ansprüche sei sie nicht auf Akteneinsicht ange-

wiesen, da es ihr freistehe, im Rahmen des Zivilverfahrens den Beizug der Straf-

akten zu verlangen (Urk. 5 S. 1-2). 

 5.2 Die Beschwerdeführerin vertritt im vorliegenden Beschwerdeverfahren 

einen gegenteiligen Standpunkt. Sie rügt zum einen eine Verletzung Art. 101 

Abs. 3 StPO und macht geltend, dass sie ein schützenswertes Interesse an der 

Akteneinsicht habe (Urk. 2 S. 12-15 [Rz 35-45]). Zur Begründung bringt sie (zu-

sammengefasst) vor, dass zwei (ehemalige) Kunden der D._____ Ltd. gegen sie - 

die Beschwerdeführerin - eine (Forderungs-)Klage über Fr. 49'159.95 beim Han-

delsgericht des Kantons Zürich anhängig gemacht hätten. Die Kläger hätten ihre 

Klage gestützt auf Erkenntnisse begründet, die sie  - als Privatkläger im Strafver-

fahren gegen die Beschwerdegegner 1 und 2 - durch Einsicht in die Strafakten er-

langt hätten. Dagegen bleibe es ihr - der Beschwerdeführerin - aufgrund der an-

gefochtenen Verfügung verwehrt, die Akten des Strafverfahrens zur Abwehr der 

Klage im Rahmen der Klageantwort heranzuziehen (vgl. a.a.O.). 

 5.3 a) Der Rechtsvertreter des Beschwerdegegners 2 räumt im vorliegenden 

Beschwerdeverfahren zunächst ein, es sei grundsätzlich zutreffend, dass zur Ab-

wehr von Zivilforderungen eventuell ein Anspruch auf Akteneinsicht bestehe. Der 

Anspruch auf Akteneinsicht hänge jedoch davon ab, ob sich der Ausgang des 

Strafverfahrens auf die Zivilforderung auswirke. Ein hängiges Strafverfahren kön-

ne keine Auswirkungen auf die Zivilforderung haben. Die Klageschrift liege nur 

auszugsweise bei den Akten. Ein allfälliger Anspruch könne somit ohnehin nicht 

umfassend geprüft werden. Weiter handle es sich im Rahmen des zivilrechtlichen 

Vorwurfes ausschliesslich um Regelverstösse, die unabhängig von der Strafbar-

keit der Handlungen der Beschwerdegegner 1 und 2 eine Haftung der Beschwer-

deführerin zu begründen vermöchten. Inwiefern sich das Strafverfahren auf die zi-

vilrechtlichen Anspruchsgrundlagen auswirke, sei somit nicht ersichtlich. In der 

Klageschrift werde - soweit ersichtlich - nur zur Quantifizierung des Schadens auf 

die Strafakten Bezug genommen. Die Schadenshöhe ergebe sich aber aus den 

von der Beschwerdeführerin edierten Akten. Auch stehe es der Beschwerdeführe-

- 6 - 

rin frei, im Rahmen des Zivilverfahrens den Beizug der Strafakten zu verlangen 

und die Verletzung der Waffengleichheit zu rügen (Urk. 15 S. 4-5).   

 b) Der Rechtsvertreter des Beschwerdegegners 1 argumentiert im vorlie-

genden Beschwerdeverfahren gleich wie der Rechtsvertreter des Beschwerde-

gegners 2 (vgl. Urk. 17 S. 3-4 [Ziffer 7-9]). Darüber hinaus führt er an, dass einer 

Akteneinsicht nicht nur die privaten Interessen der Beschwerdegegner 1 und 2 

entgegenstünden, sondern auch öffentliche Interessen. Strafuntersuchungen sei-

en grundsätzlich geheim. Die Einsicht in die Strafakten sei nur in engen Grenzen 

zulässig und gelte nicht absolut (Urk. 17 S. 4 [Ziffer 19]). 

 6.1 a) Nach Art. 101 Abs. 3 StPO können aussenstehende Dritte die Akten 

eines hängigen Strafverfahrens einsehen, wenn sie dafür ein wissenschaftliches 

oder ein anderes schutzwürdiges Interesse geltend machen und der Einsicht-

nahme keine überwiegenden öffentlichen oder privaten Interessen gegenüberste-

hen. Auch der Verordnung der obersten kantonalen Gerichte über die Information 

über Gerichtsverfahren und die Akteneinsicht bei Gerichten durch Dritte vom 

16. März 2001 (LS 211.15) lässt sich nichts anderes entnehmen, wird dort doch in 

§ 21 Abs. 2 auf Art. 101 Abs. 3 und Art. 102 StPO verwiesen. 

 Dritte im Sinne von Art. 101 Abs. 3 StPO sind natürliche oder juristische 

Personen, die weder als Partei gemäss Art. 104 StPO oder als andere Verfah-

rensbeteiligte gemäss Art. 105 nach als Behörden in Straf-, Zivil- und Verwal-

tungsverfahren im Sinne von Art. 101 Abs. 2 StPO zu betrachten sind (SCHMUTZ, 

a.a.O., N 23 zu Art. 101 StPO; BRÜSCHWEILER, Kommentar StPO, 2. Auflage, Zü-

rich 2014, N 9 ff. zu Art. 101 StPO). 

 Der Dritte muss ein Interesse an der Akteneinsicht nachweisen können. Die 

Strafprozessordnung definiert nicht, was als schützenswertes Interesse zu gelten 

hat. Jedenfalls aber braucht der um Akteneinsicht ersuchende Dritte kein rechtlich 

geschütztes Interesse nachzuweisen; ein tatsächliches genügt (SCHMUTZ, a.a.O., 

N 23 zu Art. 101 StPO; SCHENKER/HAUSER, Auswirkungen einer strafrechtlichen 

Verurteilung auf die zivilrechtliche Haftung, in: Unternehmensstrafrecht und Pro-

duktsicherheit, EIZ - Europa Institut Zürich, Band/Nr. 139, Zürich 2013, S. 113; 

- 7 - 

a.M. OBERHOLZER, Grundzüge des Strafprozessrechts, 3. Auflage, Bern 2012, 

N 1263, der von Dritten ein eigenes rechtlich geschütztes Interesse verlangt). 

 Bei der Interessenabwägung ist sodann aufgrund der gesamten Umstände 

zu beurteilen, ob das schützenswerte wissenschaftliche, ökonomische oder an-

derweitige Interesse im konkreten Fall schwer genug wiegt, um die entgegenste-

henden öffentlichen oder privaten Interessen an der Geheimhaltung in den Hin-

tergrund treten zu lassen. Zu gewichten ist insbesondere das öffentliche Interesse 

an einer raschen und ungestörten Durchführung des Strafverfahrens. Weiter darf 

der Zweck der Strafuntersuchung durch die Akteneinsicht nicht gefährdet werden. 

Mangels Nähe zum Verfahrensgegenstand ist bei Dritten die Interessenabwägung 

besonders sorgfältig vorzunehmen und ein schützenswertes Interesse nicht 

leichthin zu bejahen (SCHMUTZ, a.a.O., N 23 zu Art. 101 StPO; BRÜSCHWEILER, 

Kommentar StPO, 2. Auflage, Zürich 2014, N 10 zu Art. 101 StPO; BBL 2006 

S. 1085ff., S. 1162). 

 Gleich wie bei Art. 101 Abs. 2 StPO (Akteneinsicht anderer Behörden) ist in 

jedem Fall zu prüfen, ob den öffentlichen oder privaten Interessen nicht durch 

mildere Massnahmen Rechnung getragen werden kann, indem etwa nur gewisse 

Aktenstücke oder bestimmte Passagen oder Namen überdeckt werden (SCHMUTZ, 

a.a.O., N 22 und 23 zu Art. 101 StPO). 

 b) Wie die Beschwerdeführerin zutreffend ausführen lässt, hatte das Bun-

desgericht in einem Entscheid vom 13. März 2014 (1B_33/2014) einen ähnlich 

gelagerten Fall zu beurteilen. Konkret ging es um die Frage, ob ein nicht am 

Strafverfahren beteiligter Dritter, gegen den eine (zivilrechtliche) Verantwortlich-

keitsklage erhoben worden war, ein schützenswertes Interesse im Sinne von 

Art. 101 Abs. 3 StPO an der Einsicht in die Akten des parallel laufenden Strafver-

fahrens hatte. Das Bundesgericht bejahte das Vorliegen eines schützenswerten 

Interesses und erwog (a.a.O., E. 3.3): "[…] Kann sich nach dem Gesagten das 

Strafverfahren auf diese Zivilforderung auswirken, so betrifft dies nicht nur den 

klagenden Sicherheitsfonds ..., sondern mittelbar auch den beklagten Beschwer-

deführer. Dieser hat Anspruch darauf, im Verantwortlichkeitsverfahren seine Par-

teirechte voll wahrnehmen zu können, was eine Zugriffsmöglichkeit auf alle rele-

- 8 - 

vanten Akten voraussetzt. Er hat damit klarerweise ein schutzwürdiges Interesse 

an der Einsicht in die Strafakten; es widerspräche dem Prinzip der Waffengleich-

heit, dass dieses Recht dem klagenden Sicherheitsfonds ... zusteht und dem be-

klagten Beschwerdeführer vorenthalten wird. […]" 

 c) Aus der (auszugsweise) bei den Akten liegenden Klageschrift vom 6. Juni 

2014 (Urk. 3/9) ergibt sich, dass zwei (ehemalige) Kunden der D._____ Ltd. ge-

stützt auf Art. 41 OR von der Beschwerdeführerin Schadenersatz in der Höhe von 

Fr. 49'159.95 verlangen. Aus dem Inhaltsverzeichnis der Klageschrift ist zu 

schliessen, dass die Kläger der Beschwerdeführerin im Rahmen der Begründung 

der Widerrechtlichkeit im Sinne von Art. 41 OR einen Verstoss gegen die Best-

immungen des KAG (Bundesgesetz über die kollektiven Kapitalanlagen), even-

tualiter unbewilligte Entgegennahme von Publikumsanlagen und subeventualiter 

die Verletzung von Art. 305bis StGB (Geldwäscherei) vorwerfen (Urk. 3/9 S. 3).  

 Konkret führen die Rechtsvertreter der Kläger in der Klageschrift aus, sie 

hätten am 22. Oktober 2012 im Strafverfahren detaillierte Einsicht in die von der 

Beklagten (bzw. der vorliegenden Beschwerdeführerin) edierten Unterlagen ge-

nommen. Zudem habe die Beklagte (bzw. die vorliegende Beschwerdeführerin) 

im April 2013 nochmals weitere Unterlagen ediert, die ebenfalls gesichtet worden 

seien. Weiter hätten ab Herbst 2013 Einvernahmen mit C._____ und B._____ 

(vorliegend Beschwerdegegner 1 und 2) stattgefunden. Erst im Rahmen der de-

taillierten Sichtung dieser Unterlagen hätten die Kläger verschiedene Umstände 

entdeckt, die eine Mitverantwortung der Beklagten (bzw. der vorliegenden Be-

schwerdeführerin) für den bei den Klägern entstandenen Schaden begründen und 

welche das Fundament dieser Klage bilden würden (Urk. 3/9 S. 21). 

 Die Zivilkläger leiten somit in tatsächlicher Hinsicht ihre zivilrechtlichen An-

spruchsgrundlagen gegen die Beschwerdeführerin (unter anderem) aus Erkennt-

nissen ab, die sie als (konstituierte) Privatkläger im Strafverfahren gegen die Be-

schwerdegegner 1 und 2 im Rahmen ihrer (dortigen) Akteneinsicht gewonnen hat-

ten. Bei dieser Ausgangslage erscheint es als ausreichend klar, dass sich das 

Strafverfahren auf die Zivilforderung auswirken kann. Der vom Bundesgericht ge-

fordert Konnex ist mithin gegeben. Daran ändert nichts, dass die Zivilkläger die 

- 9 - 

Widerrechtlichkeit (im Sinne von Art. 41 OR) der Handlungen der beklagten Be-

schwerdeführerin mit Normverstössen begründen, die - soweit ersichtlich - nicht 

Gegenstand der hängigen Strafuntersuchung gegen die Beschwerdegegner 1 und 

2 bilden. Es bleibt dabei, dass die Kläger ihren zivilrechtlichen Anspruch (auch) 

aus Erkenntnissen aus dem Strafverfahren ableiten. 

 Die Zivilkläger beschränken sich - soweit ersichtlich - zur Begründung der 

Klage auf die von der Beschwerdeführerin edierten Unterlagen sowie je zwei Pro-

tokolle der Einvernahmen mit den Beschwerdegegnern 1 und 2 als beschuldigte 

Personen (vgl. Urk. 3/9 S. 21-23). Die Protokolle liegen der Klage als Beweisoffer-

ten bzw. Beilagen Nr. 39-42 bei (vgl. Urk. 3/9 [Beweismittelverzeichnis]). Die Be-

schwerdeführerin hat sodann selbstredend bereits Kenntnis von den von ihr zu-

handen des Strafverfahrens edierten Unterlagen. Im Lichte des zitierten Bundes-

gerichtsentscheids geht es jedoch nicht an, die Beschwerdeführerin einfach auf 

ihre Beklagtenrolle und die (bereits) aktenkundigen Protokolle sowie die ihr (be-

reits) bekannten Unterlagen zu verweisen. Gemäss Bundesgericht hat (auch) der 

Beklagte vielmehr Anspruch darauf, im Zivilverfahren seine Parteirechte voll 

wahrnehmen zu können, was eine Zugriffsmöglichkeit auf alle relevanten Akten 

voraussetzt. Um die Parteirechte im Zivilverfahren aber voll wahrnehmen zu kön-

nen, ist die Beschwerdeführerin grundsätzlich auf die Einsicht in sämtliche Straf-

akten angewiesen. Nur so kann sie überhaupt die Beweistauglichkeit der bereits 

bekannten Unterlagen einschätzen und feststellen, ob noch andere relevante Do-

kumente etc. im Strafverfahren existieren und sich solche gegebenenfalls zur Dar-

legung ihres gegenteiligen Standpunktes im Zivilverfahren als sachdienlich erwei-

sen. 

 An sich steht es - wie auch die Beschwerdegegner einwenden - der Be-

schwerdeführerin offen, über ein Begehren um Beizug der Strafakten im Zivilpro-

zess im Sinne von Art. 101 Abs. 2 StPO Einsicht in die Akten zu erhalten. Die Be-

jahung eines entsprechenden Gesuchs hängt jedoch davon ab, ob der Zivilrichter 

einen Beizug überhaupt als nötig erachtet (vgl. Art. 101 Abs. 2 StPO). Abgesehen 

davon bildet Art. 101 Abs. 3 StPO eine eigenständige Anspruchsgrundlage für die 

Akteneinsicht eines Dritten. Das Vorliegen eines schützenswerten Interesses 

- 10 - 

kann mithin nicht davon abhängig gemacht werden, ob die Akten allenfalls auf ei-

nem anderen Weg beigezogen werden können oder nicht. 

 Private oder öffentliche Interessen, die das Interesse der Beschwerdeführe-

rin auf Akteneinsicht überwiegen könnten, werden in der angefochtenen Verfü-

gung nicht angeführt, und solche sind auch nicht ersichtlich. Die Akteneinsicht 

führt jedenfalls nicht zu einer Verzögerung des Verfahrens und/oder könnte den 

Zweck der Untersuchung gefährden. Auch seitens der Beschwerdegegner 1 und 

2 werden keine privaten Interessen namhaft gemacht. Die im Strafverfahren als 

Privatkläger konstituierten Zivilkläger können gestützt auf Art. 107 Abs. 1 lit. a 

StPO grundsätzlich uneingeschränkt Akteneinsicht nehmen. Mit anderen Worten 

können die beschuldigten Beschwerdegegner 1 und 2 ohnehin nicht verhindern, 

dass Erkenntnisse aus dem Strafverfahren im Zivilprozess verwendet werden 

(vgl. BGE 1B_33/2014, a.a.O., E. 3.4). 

 Ob allenfalls an einzelnen Teilen der Akten wie beispielsweise der Perso-

nalakten punktuell besondere, überwiegende Geheimhaltungsinteressen der Be-

schwerdegegner 1 und 2 bestehen, kann im vorliegenden Verfahren nicht beurteilt 

werden, da die Strafakten nicht vorliegen. Sollte dies der Fall sein, so liegt es in 

der Verantwortung der Beschwerdegegnerin 3, bei der Gewährung der grundsätz-

lich vollen Akteneinsicht an die Beschwerdeführerin die nach Art. 102 Abs. 1 Satz 

2 StPO geeigneten Massnahmen zu treffen (vgl. BGE 1B_33/2014, a.a.O., E. 

3.4). 

 d) Die Beschwerdegegnerin 3 hat der Beschwerdeführerin somit im Sinne 

der Erwägungen Akteneinsicht zu gewähren, wobei Letztere bei der Ausübung 

des Akteneinsichtsrechts nach Art. 102 Abs. 3 StPO einen Anspruch auf Anferti-

gung von Kopien hat (vgl. SCHMUTZ, a.a.O., N 5 zu Art. 102 StPO). 

 6.2 Nach dem Gesagten vermag die Beschwerde unter dem Gesichtspunkt 

von Art. 101 Abs. 3 StPO durchzudringen. Dies führt zur Gutheissung der Be-

schwerde und zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids. Ob die Beschwerde 

auch unter dem Gesichtspunkt von Art. 105 Abs. 1 lit. d und f i.V.m. Art. 105 

- 11 - 

Abs. 2 StPO Erfolg gehabt hätte (vgl. Urk. 2 S. 8-12 [Rz 21-34]), braucht bei die-

sem Ausgang nicht geprüft zu werden und kann offen bleiben. 

 7. Bei diesem Verfahrensausgang sind die Kosten des Beschwerdeverfah-

rens den unterliegenden Beschwerdegegnern 1 und 2 je zur Hälfte aufzuerlegen 

(unter solidarischer Haftung eines jeden für den anderen) (Art. 428 Abs. 1 StPO 

und Art. 418 Abs. 1 und 2 StPO). In Anwendung von § 17 Abs. 1 und § 2 Abs. 1 

der Gebührenverordnung des Obergerichts (GebV OG) ist die Gerichtsgebühr auf 

Fr. 1'200.– festzusetzen.  

8. Gemäss Art. 436 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 433 Abs. 1 StPO (analog) 

haben die unterliegenden Beschwerdegegner 1 und 2 die (anwaltlich vertretene) 

Beschwerdeführerin für ihre Aufwendungen im Beschwerdeverfahren zu gleichen 

Teilen unter solidarischer Haftung eines jeden für den anderen zu entschädigen 

(vgl. Art. 418 Abs. 1 und 2 StPO). Es erscheint angemessen, diese Entschädi-

gung auf Fr. 1'500.– (zuzüglich 8 % MwSt.) festzusetzen.  

Es wird beschlossen: 

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 

Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich vom 20. August 2014 (B-

5/2011/120) aufgehoben und Disp.-Ziff. 1 derselben wie folgt neu gefasst: 

 

"Das Gesuch von RA X2._____ namens und im Auftrag der A._____ 

(Schweiz) AG um Akteneinsicht vom 29. Januar 2014 bzw. 12. Februar 2014 

wird unter dem Vorbehalt allenfalls noch zu treffender Schutzmassnahmen 

gemäss Art. 102 Abs. 1 Satz 2 StPO gutgeheissen." 

2. Die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren wird auf Fr. 1'200.– fest-

gesetzt und den Beschwerdegegnern 1 und 2 je zur Hälfte unter solidari-

scher Haftung auferlegt. 

- 12 - 

3. Die Beschwerdegegner 1 und 2 werden verpflichtet, je zur Hälfte unter soli-

darischer Haftung für den ganzen Betrag, der Beschwerdeführerin für das 

Beschwerdeverfahren eine Entschädigung von Fr. 1'620.– zu bezahlen. 

4. Schriftliche Mitteilung an: 

− den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin, zweifach, für sich und 
zuhanden der Beschwerdeführerin (per Gerichtsurkunde); 

− den Rechtsvertreter des Beschwerdegegners 1, zweifach, für sich und 
zuhanden des Beschwerdegegners 1, unter Beilage von Urk. 21 (per 
Gerichtsurkunde); 

− den Rechtsvertreter des Beschwerdegegners 2, zweifach, für sich und 
zuhanden des Beschwerdegegners 2, unter Beilage von Urk. 21 (per 
Gerichtsurkunde); 

− die Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich, ad B-5/2011/120, unter 
Beilagen von Urk. 21 sowie – nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. 
nach Erledigung allfälliger Rechtsmittel – unter Rücksendung der bei-
gezogenen Akten, Urk. 9 (jeweils gegen Empfangsbestätigung) 

5. Rechtsmittel: 
Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben wer-

den. 
Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der 

Ersten öffentlich-rechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 

14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise 

schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 

- 13 - 

Zürich, 21. Januar 2015 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
III. Strafkammer 

 
Präsident: 

 
 
 

lic. iur. Th. Meyer 

Gerichtsschreiber: 
 
 
 

lic. iur. L. Künzli 
 
 
 

	Beschluss vom 21. Januar 2015
	
	Erwägungen:
	Es wird beschlossen:
	1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich vom 20. August 2014 (B-5/2011/120) aufgehoben und Disp.-Ziff. 1 derselben wie folgt neu gefasst:  "Das Gesuch von RA X2._____ namens und im ...
	2. Die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren wird auf Fr. 1'200.– festgesetzt und den Beschwerdegegnern 1 und 2 je zur Hälfte unter solidarischer Haftung auferlegt.
	3. Die Beschwerdegegner 1 und 2 werden verpflichtet, je zur Hälfte unter solidarischer Haftung für den ganzen Betrag, der Beschwerdeführerin für das Beschwerdeverfahren eine Entschädigung von Fr. 1'620.– zu bezahlen.
	4. Schriftliche Mitteilung an:
	 den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin, zweifach, für sich und zuhanden der Beschwerdeführerin (per Gerichtsurkunde);
	 den Rechtsvertreter des Beschwerdegegners 1, zweifach, für sich und zuhanden des Beschwerdegegners 1, unter Beilage von Urk. 21 (per Gerichtsurkunde);
	 den Rechtsvertreter des Beschwerdegegners 2, zweifach, für sich und zuhanden des Beschwerdegegners 2, unter Beilage von Urk. 21 (per Gerichtsurkunde);
	 die Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich, ad B-5/2011/120, unter Beilagen von Urk. 21 sowie – nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger Rechtsmittel – unter Rücksendung der beigezogenen Akten, Urk. 9 (jeweils gegen Empf...

	5. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der Ersten öffentlich-rechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. ...