# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c45af765-35c9-59ea-9218-3ffc71ad36aa
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-02-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.02.2012 D-1066/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1066-2010_2012-02-06.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung IV
D­1066/2010

U r t e i l   v om   6 .   F e b r u a r   2 0 1 2

Besetzung Richter Fulvio Haefeli (Vorsitz),
Richter Kurt Gysi, Richter Daniele Cattaneo;
Gerichtsschreiberin Karin Schnidrig.

Parteien A._______, geboren (…), Iran,
alias B._______, geboren (…), Iran,
alias C._______, geboren (…), Iran,
und dessen Ehefrau
D._______, geboren (…), Iran,
alias E._______, geboren (…), Iran,
alias F._______, geboren (…),
ohne Nationalität,
beide vertreten durch lic. iur. HSG Benedikt Schneider­Koch, 
Rechtsanwalt, (…), 
Beschwerdeführende, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz.

Gegenstand Asyl und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 21. Januar 2010 / N _______.

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Sachverhalt:

A. 
A.a.  Der  Beschwerdeführer  und  die  Beschwerdeführerin  –  beide 
iranische  Staatsangehörige  –  verliessen  ihren  Heimatstaat  eigenen 
Angaben  zufolge  am  4.  September  2009  beziehungsweise  am  16. 
September  2009  in  Richtung  G._______.  Der  Beschwerdeführer  hielt 
sich anschliessend vom 5. September 2009 bis zum 26. Oktober 2009 
in  H._______  auf,  während  die  Beschwerdeführerin  dort  vom  17. 
September  2009  bis  zum  30.  September  2009  blieb.  Sie  wurde  dann 
nach  I._______  gebracht,  wo  ihr  die  Fingerabdrücke  abgenommen 
wurden  und  sie  sich  bis  zum  27.  Oktober  2009  aufhielt.  In  der  Folge 
wurden  die  Beschwerdeführenden  in  einem  Waldstück  wieder 
zusammengebracht,  von  wo  sie  mit  Hilfe  des  Schleppers  via  ihnen 
unbekannte  Länder  am  29.  Oktober  2009  illegal  in  die  Schweiz 
gelangten.  Im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  J._______  suchten 
sie  gleichentags  um  Asyl  nach.  Am  6.  November  2009  erfolgte  die 
Befragung  zur  Person  und  am
13.  November  2009  wurden  die  Beschwerdeführenden  zu  ihren 
Asylgründen angehört.

Dabei machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, er sei ein 
konfessionsloser  ethnischer  Azeri  und  sei  in  K._______  geboren 
worden.  Im  Mai/Juni  2006  habe  er  aufgrund  einer  Karikatur  in  einer 
iranischen Zeitung, in welcher die Volksgruppe der Azeri als Kakerlaken 
dargestellt  worden  sei,  an  der  Universität  eine  Demonstration 
organisiert, welche  ihm zuvor vom Universitätsrektor mündlich bewilligt 
worden  sei. Weil man  die Bewilligung  kurzfristig  zurückgezogen  habe, 
hätten  nur  ungefähr  dreissig  oder  vierzig  Studenten  an  der 
Demonstration  teilgenommen.  Diese  sei  von  der  Harasat,  dem 
Universitätsüberwachungsdienst,  gefilmt  worden.  Es  sei  dem 
Beschwerdeführer  gelungen,  dem  Beamten  den  Film  wegzunehmen 
und zu zerstören. Die Demonstration  sei  ausgeartet,  und am Folgetag 
seien  bei  einem  weiteren  Aufstand  mehrere  Personen  ums  Leben 
gekommen. Sodann sei er von Beamten der Ettela'at gesucht worden. 
Sie hätten seinen Eltern mitgeteilt, er müsse sich bei ihnen melden. Da 
er  dieser  Aufforderung  keine  Folge  geleistet  habe,  sei  er  vor  der 
Universität verhaftet und zum Sitz der Ettela'at gebracht worden, wo er 
seine Personalien  habe mitteilen  und Angaben  zu  seinen Verwandten 
und Bekannten habe machen müssen. Er sei wieder entlassen worden, 
in den darauffolgenden Tagen jedoch erneut zweimal für mehrere Tage 

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bei  der Ettela'at  festgehalten,  verhört  und geschlagen worden. Mit  der 
Auflage, keine Kontakte zu anderen Personen mehr zu unterhalten und 
die Stadt nicht mehr zu verlassen, habe man ihn schliesslich entlassen. 
Seine Familie habe sodann den Festnetzanschluss gekündigt. Ungefähr 
einen Monat später sei er nach L._______ und M._______ gegangen, 
wo  er  gearbeitet  habe.  Im  November  2008  sei  er  nach  K._______ 
zurückgekehrt,  habe  aber  die  meiste  Zeit  bei  seiner  Ehefrau  in 
N._______  verbracht.  Am  3.  Juni  2009  habe  er  sie  dort  geheiratet. 
Während  der  Kampagnen  hinsichtlich  der  Präsidentschaftswahlen  im 
Jahre  2009  habe  er  mit  seinen  Freunden  Propaganda  für  Mussawi 
betrieben.  Nach  der  Wahl  Ahmadinejads  habe  er  mit  ihnen  eine 
Demonstration  in  K._______  organisiert.  Am  15.  Juni  2009  habe  er 
Flugblätter  für  die  Demonstration  verteilt,  welche  am  folgenden  Tag 
hätte  stattfinden  sollen.  Am  Abend  sei  er  jedoch  von  der  Ettela'at 
festgenommen worden, wobei sie ihn ein oder zwei Tage später wieder 
entlassen  hätten.  In  der  Folge  habe  er  sich  mit  seiner  Frau  teils  in 
N._______, teils in K._______ aufgehalten. Am 3. August 2009 habe er 
bei  der  Ettela'at  ein  vorgeschriebenes  Geständnis  unterschreiben 
müssen. Die Beamten hätten  ihn entlassen und  ihm mitgeteilt, dass er 
die  Vorladung  des  Revolutionsgerichts  abwarten müsse.  Gleichentags 
sei er auf einer Plantage seiner Familie untergetaucht; die Familie habe 
er nur nachts besucht. Währenddessen habe sein Vater seine Ausreise 
organisiert.

Die Beschwerdeführerin schloss sich den Vorbringen ihres Ehemannes 
an  und  machte  darüber  hinaus  insbesondere  geltend,  sie  sei  eine 
konfessionslose  Bachtiarin  und  sei  in O._______  geboren worden.  Im 
Sommer 2006 sei sie wegen ihres Studiums nach N._______ gezogen. 
Im  September  2006  habe  sie  ihren  Ehemann  kennengelernt,  ihn  am
3. Juni 2009 geheiratet und daraufhin mehrheitlich bei seiner Familie in 
K._______  gelebt.  Im  Iran  sei  sie  als  Frau  benachteiligt  gewesen  und 
habe  weder  Meinungs­  noch  Kleidungsfreiheit  gehabt.  Nach  der 
Ausreise  des  Ehemannes  am  4.  September  2009  seien  sie  und  ihr 
Schwiegervater am 12. September 2009 und 13. September 2009 von 
der Ettela'at mitgenommen und verhört worden.

A.b. Zur Untermauerung der Vorbringen  reichte der Beschwerdeführer 
seinen  Identitätsausweis  (Shenasnameh),  seine  nationale 
Identitätskarte (Melli­Karte), sein Abschlussdiplom der Universität, seine 
Heiratsurkunde,  seinen  Führerausweis,  seinen  Militärausweis  sowie 
eine CD mit Videomaterial zu den Akten.

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Die  Beschwerdeführerin  legte  ihren  Identitätsausweis  (Shenasnameh), 
ihre  nationale  Identitätskarte  (Melli­Karte)  und  ihren 
Studentinnenausweis ins Recht.

B. 
Mit  Verfügung  vom 21.  Januar  2010  –  eröffnet  am  22.  Januar  2010 – 
stellte  das  BFM  fest,  die  Beschwerdeführenden  erfüllten  die 
Flüchtlingseigenschaft nicht, wies deren Asylgesuche vom 29. Oktober 
2009  ab  und  ordnete  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  den 
Wegweisungsvollzug an.

C. 
Mit  Eingabe  vom  22.  Februar  2010  liessen  die  Beschwerdeführenden 
gegen  diese  Verfügung  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde 
erheben und beantragen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, 
ihnen sei die Flüchtlingseigenschaft  zuzuerkennen, eventualiter sei die 
Unzulässigkeit  und  die  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs 
festzustellen und die vorläufige Aufnahme zu erteilen,  in jedem Fall sei 
von  einer  Wegweisung  aus  der  Schweiz  abzusehen.  In  prozessualer 
Hinsicht  wurde  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  und 
der  unentgeltlichen  Verbeiständung  durch  den  unterzeichneten 
Rechtsanwalt ersucht.

Als  Beweismittel  legten  die  Beschwerdeführenden  die  per  Telefax 
übermittelte  angebliche  Vorladung  der  P._______  Iran  vom  3. 
November 2009 inklusive Übersetzung ins Recht.

Auf  die  Beschwerdebegründung  und  auf  das  als  Beweismittel 
eingereichte  Dokument  wird  –  soweit  entscheidrelevant  –  in  den 
Erwägungen eingegangen.

D. 
Mit  Zwischenverfügung  vom  2.  März  2010  wies  der  zuständige 
Instruktionsrichter  die  Gesuche  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege  im Sinne  von Art.  65 Abs.  1  und 2 des Bundesgesetzes 
vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,
SR 172.021)  ab  und  forderte  die Beschwerdeführenden  unter Hinweis 
auf  die  Säumnisfolge  auf,  innert  Frist  einen  Kostenvorschuss  von
Fr. 600.­ zu leisten.

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E. 
Der Kostenvorschuss wurde am 17. März 2010 fristgerecht einbezahlt.

F. 
Mit  Eingabe  vom  7.  Juni  2010  liessen  die  Beschwerdeführenden  das 
Anhörungsprotokoll  in  Strafsachen  (Original  des  angeblichen 
Abwesenheitsurteils)  des  Q._______  Iran  vom  5.  Dezember  2009 
inklusive  Übersetzung  und  eine  Schwangerschaftsbestätigung  von  Dr. 
med. (…), (…), vom 12. Mai 2010 als weitere Beweismittel nachreichen.

G. 
Mit  Verfügungen  vom  15.  Juni  2010  und  vom  18.  Juni  2010  lud  der 
Instruktionsrichter das BFM ein, sich  in Anwendung von Art. 57 Abs. 1 
VwVG  zur  Beschwerde  und  zu  den  eingereichten  Beweismitteln  zu 
äussern.

H. 
In  seinen Vernehmlassungen  vom  17.  Juni  2010  und  vom  18.  Januar 
2011  beantragte  das  BFM  die  Abweisung  der  Beschwerde.  Neben 
weiteren Ausführungen verwies das Bundesamt auf die Erwägungen in 
der angefochtenen Verfügung, an denen es vollumfänglich festhielt.

I. 
Mit  Verfügung  vom  21.  Januar  2011  gab  der  Instruktionsrichter  den 
Beschwerdeführenden  Gelegenheit,  innert  Frist  eine  Replik 
einzureichen.

J. 
Mit  Replik  vom  7.  Februar  2011  hielten  die  Beschwerdeführenden 
vollumfänglich  an  den  in  der  Beschwerde  gestellten  Rechtsbegehren 
fest.  Zusätzlich  beantragten  sie  die  Edition  der  vollständigen  mit  der 
Schweizer  Vertretung  in  Teheran  getätigten  Korrespondenz  mit  der 
Möglichkeit,  nach  Einsicht  in  die  Botschaftsanfrage  (Akte  A35)  und 
Botschaftsantwort (Akte A38) nochmals Stellung zu nehmen.

Als weitere Beweismittel wurden folgende Dokumente ins Recht gelegt: 

– Ein  undatiertes  Schreiben  des  Internationalen  Komitees  gegen 
Hinrichtungen  mit  der  Überschrift  "Zur  Verteidigung  Politischer 
Gefangener  und  Gegen  Hinrichtungen  im  Iran  –  Internationale 
Kampagne",

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– ein  Schreiben  von  (…)  des  Sekretariats  der  R._______  der 
S._______ Iran vom 23. Januar 2011 in Kopie und

– ein  Artikel  aus  der  Neuen  Luzerner  Zeitung  vom  31.  Januar  2011 
betreffend Hinrichtungen im Iran.

Auf  die  Begründung  und  auf  die  als  Beweismittel  eingereichten 
Dokumente  wird  –  soweit  entscheidrelevant  –  in  den  Erwägungen 
eingegangen.

K. 
Mit Verfügung vom 7. November 2011 hiess der Instruktionsrichter das 
in der Eingabe vom 7. Februar 2011 gestellte Gesuch um Akteneinsicht 
gut,  händigte  den  Beschwerdeführenden  Kopien  der  Aktenstücke  A35 
und A38 aus und räumte ihnen Gelegenheit ein, sich innert Frist dazu zu 
äussern.

L. 
Mit Eingabe vom 21. November 2011 liessen die Beschwerdeführenden 
eine  entsprechende  Stellungnahme  einreichen  und  nochmals 
beantragen, es sei ihre Flüchtlingseigenschaft anzuerkennen oder ihnen 
zumindest die vorläufige Aufnahme zu gewähren.

Als  Beweismittel  liessen  sie  eine  zweite  Übersetzung  des 
Anhörungsprotokolls  beziehungsweise  des  angeblichen 
Abwesenheitsurteils vom 5. Dezember 2009 einreichen.

Auf  die  Begründung  wird  –  soweit  entscheidrelevant  –  in  den 
Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1.  Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört 
zu den Behörden nach Art. 33 VGG und  ist daher eine Vorinstanz des 
Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende 
Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der 

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vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls 
endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  [AsylG,  SR 142.31]; 
Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005 
[BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahme liegt in casu nicht vor.

1.2. Das Verfahren  richtet  sich  nach  dem VwVG,  dem VGG und  dem 
BGG,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG  und 
Art. 6 AsylG).

1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Die 
Beschwerdeführenden  haben  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen,  sind  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders 
berührt  und  haben  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung.  Sie  sind  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde legitimiert (Art. 108 Abs. 1 und Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 
VGG  i.V.m.  Art. 48  Abs. 1  und  Art. 52  Abs.  1  VwVG).  Auf  die 
Beschwerde ist einzutreten.

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 
3.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat 
oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen  ihrer  politischen  Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen 
ausgesetzt  sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen 
ausgesetzt  zu  werden  (Art. 3  Abs. 1  AsylG).  Als  ernsthafte  Nachteile 
gelten  namentlich  die  Gefährdung  des  Leibes,  des  Lebens  oder  der 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu 
tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG).

3.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 

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Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen,  die  in  wesentlichen  Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in 
sich  widersprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder 
massgeblich  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt 
werden (Art. 7 AsylG).

4. 
4.1. Das BFM lehnte die Asylgesuche der Beschwerdeführenden mit der 
Begründung  ab,  ihre  Vorbringen  hielten  den  Anforderungen  an  die 
Glaubhaftigkeit  gemäss  Art.  7  AsylG  nicht  stand.  Aufgrund  der 
zahlreichen widersprüchlichen und realitätsfremden Angaben erscheine 
die  gesamte  Verfolgungssituation  der  Beschwerdeführenden  äusserst 
unglaubhaft.  Im  Weiteren  stellten  die  Vorbringen  der 
Beschwerdeführerin  im  Zusammenhang  mit  ihrer  Benachteiligung  als 
Frau  keine  asylbeachtliche Verfolgung  im Sinne  von Art.  3 AsylG  dar. 
Schliesslich sei die eingereichte CD mit Videomaterial als Beweismittel 
untauglich, da die mit Musik untermalten Bilder von Protesten sich nicht 
direkt auf die Vorbringen des Beschwerdeführers beziehen würden und 
somit den asylrelevanten Sachverhalt nicht glaubhaft machen könnten.

Den  Vollzug  der  Wegweisung  erachtete  das  Bundesamt  als  zulässig, 
zumutbar und möglich.

4.2.  In der Beschwerde wurde  im Wesentlichen an der Glaubhaftigkeit 
der geltend gemachten Vorbringen festgehalten und diesbezüglich unter 
anderem  ausgeführt,  es  dürfe  nicht  vergessen  werden,  dass  die 
Befragungen  mittels  Dolmetscher  durchgeführt  worden  seien,  wobei 
stets Fehler in der Genauigkeit der Aussage entstünden, welche in den 
Protokollen  ihren  Niederschlag  fänden.  Es  müsse  berücksichtigt 
werden,  dass  gerade  bei  Fällen  mit  einer  anderen  Zeitrechnung  die 
Übersetzung  besonders  anfällig  für  Fehler  im  Bereich  von  Daten  sei. 
Kleine  Abweichungen  bei  Datenangaben  dürften  jedenfalls  nicht  als 
wesentliche  Widersprüche  gelten  und  die  ansonsten  klaren  und 
eindeutigen  Angaben  in  der  Sache  vollständig  verdrängen.  Die 
Untersuchung müsse sich einzig auf die Prüfung konzentrieren, ob die 
Flüchtlingseigenschaft  erfüllt  sei. Vorliegend seien keine Widersprüche 
in  wesentlichen  Elementen  der  Aussagen  auszumachen  und  es 
bestünden  keinerlei  Zweifel  an  den  Festnahmen  beziehungsweise 
Behelligungen des Beschwerdeführers durch die Ettela'at im Jahr 2006.

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Angesichts  der  latenten Gefahr  einer  Verhaftung  und  unmenschlichen 
Behandlung  dürften  die  Beschwerdeführenden  aufgrund  des 
Refoulement­Verbots und Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 
zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 
0.101) keinesfalls in den Iran zurückgeschafft werden.

4.3. 
4.3.1. Mit Vernehmlassung vom 17.  Juni 2010 äusserte  sich das BFM 
dahingehend,  dass  aus  der  in  Faxkopie  eingereichten  Vorladung  vom
3.  November  2009  nicht  hervorgehe,  aus  welchem  Grund  der 
Beschwerdeführer  für den 11. November 2009 vorgeladen worden sei. 
Zumal es sich beim eingereichten Beweismittel um eine Kopie handle, 
könne  auch  nicht  ausgeschlossen  werden,  dass  es  sich  um  eine 
Fälschung  handle.  Es  vermöge  somit  den  asylrelevanten  Sachverhalt 
nicht glaubhaft zu machen und sei untauglich.

4.3.2.  In  der  zweiten  Vernehmlassung  vom  18.  Januar  2011  wurde 
festgehalten, Dokumente wie das Anhörungsprotokoll beziehungsweise 
das angebliche Abwesenheitsurteil vom 5. Dezember 2009 seien im Iran 
gemäss gesicherten Erkenntnissen des BFM nicht fälschungssicher und 
leicht  käuflich  erwerbbar,  weshalb  ihnen  nur  ein  geringer  Beweiswert 
zukomme. Zudem weise das Dokument mehrere Unstimmigkeiten auf. 
Zum einen datiere es vom 5. Dezember 2009. Der Poststempel auf der 
Rückseite stamme hingegen vom 6. April 2009.  Im Weiteren befänden 
sich oben auf dem Dokument drei Spalten, wobei die rechte Spalte  für 
die Personalien und den Wohnort des Anschuldigenden, die mittlere für 
den Grund  der Anschuldigung  und  die  linke  für  die Personalien  sowie 
den  Wohnort  des  Angeschuldigten  gedacht  seien.  Die  Spalten  habe 
man jedoch nicht ausgefüllt. Ausserdem wirke es befremdend, dass die 
angebliche  Verurteilung  in  Abwesenheit  auf  der  Rückseite  des 
Dokuments  und  darunter  wiederum  das  Datum  5.  Dezember  2009 
aufgeführt worden seien. Es sei indes nicht nachvollziehbar, dass am 5. 
Dezember  2009  ein  Anhörungsprotokoll  erstellt  werde,  in  dem  der 
Beschwerdeführer  zu  den  Anschuldigungen  Stellung  nehme  und 
gleichentags  ein  Urteil  in  Abwesenheit  gefällt  werde,  weil  er  zum 
"damaligen  Zeitpunkt"  angeblich  nicht  anwesend  gewesen  sei.  Vor 
diesem  Hintergrund  sei  mit  erheblicher  Wahrscheinlichkeit  davon 
auszugehen,  dass  es  sich  bei  diesem  Dokument  um  eine  Fälschung 
handle.

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Im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels habe das BFM am 14. Juli 
2010  bei  der  Schweizer  Vertretung  in  Teheran  eine  Abklärung 
veranlasst.  Die  Botschaftsantwort,  welche  am  5.  Oktober  2010 
eingetroffen sei, habe ebenfalls ergeben, dass das Anhörungsprotokoll 
beziehungsweise  das  angebliche  Urteil  in  Abwesenheit  gefälscht  sei, 
was die Zweifel an der Echtheit des Dokuments noch zusätzlich erhärte.

Hinsichtlich  der  Bestätigung  der  Schwangerschaft  hielt  das  BFM  fest, 
diese könne höchstens einen kurzzeitigen Einfluss auf die Ausreisefrist 
haben. Weder  aus  der  Schwangerschaft  noch  der Geburt  des  Kindes 
ergäben sich Gründe, welche gegen einen Wegweisungsvollzug in den 
Iran sprechen könnten.

4.4.  In  der  Replik  vom  7.  Februar  2011  wurde  an  der  Echtheit  des 
Anhörungsprotokolls  beziehungsweise  des  angeblichen 
Abwesenheitsurteils  vom  5.  Dezember  2009  festgehalten  und 
diesbezüglich  insbesondere  geltend  gemacht,  der  Umstand,  dass  das 
Dokument drei verschiedene Handschriften enthalte, sei ein eindeutiger 
Hinweis  auf  dessen  Echtheit.  Im  Weiteren  treffe  es  zu,  dass  im 
Originaldokument weder die Personalien, der Wohnort noch der Grund 
der Anschuldigung ausgefüllt worden seien. Dies sei jedoch kein Beweis 
dafür,  dass es sich um eine Fälschung handle. Auf der Rückseite des 
Dokuments  sei  im  Weiteren  ein  Stempel  angebracht  worden,  der  die 
arabischen  Ziffern  06.04.09  enthalte.  Es  handle  sich  dabei  um  kein 
Datum, da dieses  in persischer Schrift, nicht aber  in arabischen Ziffern 
geschrieben worden wäre. Ausserdem würden Daten  regelmässig  von 
Hand  geschrieben.  Beachte  man  den  Ablauf,  der  hinter  dem 
umstrittenen Dokument  stecke,  so  sei  es  durchaus  plausibel,  dass  es 
innert  2­4  Wochen  zu  einer  Anzeige,  einer  Verteidigung  und  einer 
Vorladung  gekommen  sei.  Das  Dokument  müsse  genügen,  um  die 
Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführenden glaubhaft zu machen.

Das neu eingereichte Schreiben von (…) bekräftige die konkrete Gefahr, 
in die sich der Beschwerdeführer im Falle einer Rückschaffung begeben 
würde.  Sollte  die  Flüchtlingseigenschaft  verneint  werden,  sei  daher 
zumindest  die  vorläufige  Aufnahme  ernsthaft  zu  prüfen.  Von  einer 
Rückschaffung sei in jedem Fall abzusehen.

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4.5.  Mit  Stellungnahme  vom  21.  November  2011  wurde  die 
Abklärungsweise  des  BFM  und  der  Schweizerischen  Botschaft  gerügt 
und  diesbezüglich  geltend  gemacht,  der  Umstand,  dass  mit  der 
Bekanntgabe des Namens des Beschwerdeführers dessen Familie und 
Angehörige  im  Iran  und  er  selbst  in  der  Schweiz  gefährdet  worden 
seien,  habe  man  nicht  berücksichtigt.  Im  Weiteren  bezweifelten  die 
Beschwerdeführenden  die  Neutralität  des  Verfassers  der 
Botschaftsantwort. Es handle sich nicht nur um eine klärende Analyse, 
sondern  um  eine  emotional  gefärbte  und  sprachlich  einseitig 
ausgefertigte  Stellungnahme.  Sodann  genüge  es  nicht,  einfach  zu 
behaupten, der Stempel auf dem Anhörungsprotokoll beziehungsweise 
dem  angeblichen  Abwesenheitsurteil  vom
5.  Dezember  2009  sei  grundsätzlich  leicht  käuflich.  Bei  Fälschungen 
müsse nicht alleine auf den Stempel, sondern auf das ganze Dokument 
und  die  gesamten  Umstände  abgestellt  werden,  was  in  casu  nicht 
gemacht  worden  sei.  Angesichts  dessen,  dass  die  Abfassung  des 
umstrittenen  Dokuments  in  drei  verschiedenen  Schriften  gebildeter 
Personen  in  keiner Weise  berücksichtigt worden  sei,  habe man  es  zu 
Unrecht und ohne genaue Prüfung sämtlicher Umstände vorschnell als 
unecht  bezeichnet.  Ausserdem  trage  das  Dokument  eine 
Verfahrensnummer,  weshalb  es  hätte  möglich  sein  müssen,  zu 
überprüfen, ob tatsächlich eine Anzeige und eine Vorladung gegen den 
Beschwerdeführer  vorlägen.  Allein  aufgrund  einer  pauschalen  Prüfung 
die Echtheit des Dokuments in Zweifel zu ziehen, ohne konkret auf den 
Einzelfall einzugehen, genüge nicht.

5. 
Nach  einer  genauen  Prüfung  der  vorliegenden  Akten  kommt  das 
Bundesverwaltungsgericht  zum Schluss, dass die Ausführungen  in der 
Beschwerde,  der Replik  vom 7.  Februar  2011  und  der Stellungnahme 
vom  21.  November  2011  nicht  geeignet  sind,  die  als  zutreffend  zu 
erachtenden Erwägungen des BFM zu entkräften.

5.1.  Für  die  Glaubhaftigkeit  der  asylsuchenden  Person  spricht 
namentlich  die  Übereinstimmung  zwischen  den  verschiedenen 
Befragungen  (vgl.  WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  Peter  Uebersax/Beat 
Rudin/Thomas  Hugi  Yar/Thomas  Geiser  [Hrsg.]  Ausländerrecht, 
Handbücher für die Anwaltspraxis, Band VIII, 2. Auflage, Basel 2009, S. 
568 Rz. 11.149).

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5.1.1. Hinsichtlich  der  Vorbringen  des  Beschwerdeführers,  wonach  er 
Ende  Mai  oder  Ende  Juni  2006  an  der  Universität  eine  friedliche 
Demonstration  organisiert  habe,  wobei  die  ganze  Demonstration  vom 
Universitätsüberwachungsdienst  Harasat  gefilmt  worden  sei,  ist 
Folgendes festzustellen: Anlässlich der Befragung zur Person gab er an, 
dem Harasat­Mitarbeiter die Kamera aus den Händen gerissen und den 
Film beleuchtet, kaputt gemacht zu haben (vgl. Befragungsprotokoll vom
6.  November  2009,  A1  S.  7),  während  er  bei  der  Anhörung  zu  den 
Asylgründen erklärte,  er  sei  zum Harasat­Mitarbeiter  hingegangen und 
habe von ihm die Kamera verlangt. Der Mitarbeiter habe ihm daraufhin 
gesagt:  „Bitte,  nimm  die  Kamera  nicht“,  ihm  aber  den  Digital­Film 
gegeben, den er dann gelöscht habe (vgl. Anhörungsprotokoll vom 13. 
November  2009,  A10  S.  4  F19).  Zur  Rechtfertigung  dieses 
Widerspruchs  gab  der  Beschwerdeführer  an,  er  glaube,  die 
Dolmetscherin  habe  ihn  falsch  verstanden.  Er  habe  nie  von  einer 
Beleuchtung des Films gesprochen, sondern zu 100% ausgeführt, den 
Film gelöscht zu haben (vgl. a.a.O., F20). Vor dem Hintergrund, dass er 
im  Anschluss  an  die  Rückübersetzung  des  Protokolls  unterschriftlich 
bestätigte, dieses entspreche seinen Aussagen und der Wahrheit  (vgl. 
A1  S.  15),  muss  sein  Erklärungsversuch  als  unbehelfliche 
Schutzbehauptung qualifiziert werden. An dieser Einschätzung vermag 
auch  der  Hinweis  in  der  Beschwerde,  wonach  der  genaue  Wortlaut 
„entreissen“,  „abnehmen“,  „Kamera“,  „Digitalkamera“  usw.  von 
sekundärer  Bedeutung  sei  und  die  Gefahr  von  Übersetzungs­
ungenauigkeiten enthalte, ebenso wenig zu ändern.

5.1.2.  Im  Weiteren  gab  der  Beschwerdeführer  bei  der  Befragung  zur 
Person an, nach dem Aufstand habe der Ettela'at ein paar Mal bei  ihm 
zu Hause angerufen und gefordert, er solle sich bei ihnen melden. Er sei 
nicht  zu  Hause  gewesen  sei,  weshalb  seine  Angehörigen  jeweils  die 
Telefonate  entgegengenommen  hätten  (vgl.  A1  S.  7).  Anlässlich  der 
Anhörung  zu  den  Asylgründen  liess  er  dagegen  protokollieren,  die 
Agenten des Ettela'at seien zu ihnen nach Hause gekommen und hätten 
nach  ihm  gefragt  (vgl.  A10  S.  5  F31).  Auf  den  Widerspruch 
angesprochen,  rechtfertigte  er  sich  dahingehend,  dass  beide 
Ausführungen stimmten, der Ettela'at habe seine Familie angerufen und 
sei  auch  zu  ihnen  nach  Hause  gekommen  (vgl.  a.a.O.,  F  32).  Es  ist 
jedoch  davon  auszugehen,  der  Beschwerdeführer  hätte  –  falls  er 
tatsächlich  gesucht  worden  wäre  –  bereits  bei  der  Erstbefragung 
erwähnt, dass die Agenten sich nicht nur telefonisch nach ihm erkundigt, 
sondern  ihn  auch  daheim  aufgesucht  hätten.  Auch  die  Dauer  der 

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angeblichen Festnahmen seitens der Ettela'at im Jahr 2006 schilderte er 
widersprüchlich.  Im  Rahmen  der  Befragung  zur  Person  führte  er 
diesbezüglich  aus,  nachdem  er  erstmals  von  der  Ettela'at  verhaftet 
worden  sei,  habe  er  auf  einem  Blatt  seine  Personalien,  Freunde  und 
Familienangehörigen  vermerken  müssen.  Daraufhin  habe  er  gehen 
können,  sich  aber  am  folgenden  Tag  an  derselben  Adresse  wieder 
melden müssen. Bei der zweiten und dritten Verhaftung sei er drei Tage 
beziehungsweise  eine  Woche  festgehalten  worden  (vgl.  A1  S.  7/8). 
Demgegenüber  gab  er  anlässlich  der  Anhörung  an,  bei  der  ersten 
Verhaftung habe er über Nacht bei der Ettela'at bleiben müssen und sei 
erst  am  nächsten  Tag  freigelassen  worden  (vgl.  A10  S.  6  F36).  Auf 
Vorhalt  hin  gab  er  zunächst wiederum  zu Protokoll,  sie  hätten  ihn  bei 
der ersten Verhaftung nach einem Tag gehen lassen (vgl. a.a.O., F37), 
um  gleich  anschliessend  entgegen  seiner  Schilderung  bei  der 
Befragung  zur  Person  auszuführen,  er  sei  anlässlich  der  zweiten 
Festnahme zwei Tage lang dort behalten worden (vgl. a.a.O.). Von einer 
tatsächlich  verhafteten  Person  wären  indessen  übereinstimmende 
Angaben  zu  erwarten  gewesen,  zumal  es  sich  bei  einer  Festnahme 
doch  um  ein  einschneidendes,  dem  Betroffenen  sich  einprägendes 
Ereignis handelt.
Aufgrund  der  zahlreichen  Widersprüche  kann  dem  Beschwerdeführer 
weder geglaubt werden, er habe einen Film vernichtet noch sei er von 
der  Ettela'at  gesucht,  mehrmals  festgenommen  und  behelligt  worden. 
Sein  Vorbringen  in  der  Beschwerde,  wonach  sich  in  casu  keine 
Widersprüche  in  wesentlichen  Elementen  der  Aussagen  fänden,  ist 
somit  unbegründet.  Auch  das  Argument,  dass  mittels  eines 
Dolmetschers  durchgeführte  Befragungen  anfällig  auf  Fehler  seien, 
welche  sich  im  Protokoll  niederschlagen  würden,  führt  zu  keiner 
anderen Einschätzung, zumal es dem Beschwerdeführer  im Anschluss 
an  die  Rückübersetzung  offengestanden  wäre,  auf  allfällige  Fehler 
hinzuweisen.

5.1.3.  Die  angeblichen  Festnahmen  im  Jahr  2009  sind  in 
Übereinstimmung  mit  dem  BFM  gleichermassen  als  unglaubhaft  zu 
bezeichnen,  da  sich  der  Beschwerdeführer  auch  diesbezüglich  in 
Widersprüche  verstrickte.  Namentlich  sein  Vorbringen,  wonach  die 
Agenten der Ettela'at vor seiner Verhaftung bei ihm zu Hause angerufen 
und  ihn  dann  abgeholt  hätten  (vgl.  A10  S.  11  F71),  widerspricht  der 
allgemeinen Lebenserfahrung, zumal die Agenten dadurch seine Flucht 
riskiert  hätten.  In  Anbetracht  der  Sachlage  muss  auch  die  Vorladung 
des Beschwerdeführers als unglaubhaft bezeichnet werden, weshalb er 

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aus  dem  als  Beweismittel  eingereichten  Vorladungsblatt  vom  3. 
November 2009 nichts zu seinem Vorteil abzuleiten vermag.

5.1.4.  Auch  das  Aussageverhalten  der  Beschwerdeführerin  erweckt 
erhebliche  Zweifel  an  der  Glaubhaftigkeit  der  geltend  gemachten 
Behelligungen.  So  verneinte  sie  anlässlich  der  Anhörung  zu  den 
Asylgründen  die  Frage,  ob  sie  mit  irgendwelchen  Personen,  den 
heimatlichen Behörden  oder Organisationen  je Probleme  gehabt  habe 
(vgl. Anhörungsprotokoll vom 13. November 2009, A11 S. 2 F7), obwohl 
sie  bei  der  Erstbefragung  erklärte,  nach  der  Ausreise  des 
Beschwerdeführers sei sie mit ihrem Schwiegervater am 12. September 
2009  und  13.  September  2009  von  der  Ettela'at  abgeholt  und  verhört 
worden  (vgl.  Befragungsprotokoll  vom  6.  November  2009,  A2  S.  7). 
Angesichts  dessen  wäre  vielmehr  zu  erwarten  gewesen,  dass  sie  die 
beiden  angeblichen Verhöre  bei  der Direktanhörung  von  sich  aus  und 
nicht erst auf Vorhalt hin erwähnt hätte.
Was die vorangehenden Erwägungen (E. 5.1.1.­5.1.4.) anbelangt, kann 
im Übrigen zur Vermeidung von Wiederholungen vollumfänglich auf die 
zutreffenden Ausführungen  in der angefochtenen Verfügung verwiesen 
werden.

5.2.  Schliesslich  muss  die  Glaubhaftigkeit  des  Sachvortrags  auch 
angesichts  der  Botschaftsabklärung  in  Zweifel  gezogen  werden.  Laut 
dem  Abklärungsergebnis  handelt  es  sich  beim  als  Beweismittel 
eingereichten  Anhörungsprotokoll  beziehungsweise  angeblichen 
Abwesenheitsurteil  vom  5.  Dezember  2009  um  eine  Fälschung  (vgl. 
Akte A38), weshalb der Beschwerdeführer damit nicht belegen kann, er 
habe bei einer allfälligen Rückkehr im Iran Verfolgungsmassnahmen zu 
befürchten. Im Weiteren vermag die vom BFM in seiner Stellungnahme 
vom 18. Januar 2011 vertretene Argumentation gegen die Echtheit des 
Dokuments  zu  überzeugen  und  ist  mangels  stichhaltiger 
Gegenargumente  in  der  Replik  vom  7.  Februar  2011  sowie  der 
Stellungnahme  vom  21.  November  2011  zu  bestätigen.  Bei  dieser 
Sachlage  kann  insbesondere  offen  gelassen  werden,  ob  der  auf  der 
Rückseite des Dokuments angebrachte Stempel ein Datum enthält oder 
es sich dabei um eine andere Bezeichnung handelt. Überdies ergeben 
sich  aus  der  Kritik  des  Beschwerdeführers  am  Vorgehen  des 
Bundesamtes  und  der  Botschaft  im  Rahmen  der  Abklärung  keine 
Zweifel  an  deren  Zuverlässigkeit.  Infolgedessen  besteht  für  das 
Bundesverwaltungsgericht auch kein Anlass, an der Richtigkeit der von 
einer  Vertrauensperson  der  Botschaft  dargelegten  Ausführungen  und 

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der entsprechenden Folgerung des BFM zu zweifeln. Es gelangt daher 
in  freier  Beweiswürdigung  zum Schluss,  dass  das  fragliche Dokument 
gefälscht ist, weshalb darauf verzichtet werden kann, auf die in diesem 
Zusammenhang  geltend  gemachten  Vorbringen  näher  einzugehen.  In 
Anbetracht  dessen,  dass  es  sich  beim  Anhörungsprotokoll 
beziehungsweise  angeblichen  Abwesenheitsurteil  vom  5.  Dezember 
2009  um  ein  Falsifikat  handelt,  ist  das  Vorladungsblatt  vom  3. 
November 2009 ebenso als gefälscht zu bezeichnen. Diese Dokumente 
sind  gemäss
Art.  10  Abs.  4  AsylG  einzuziehen.  Auch  die  mit  der  Eingabe  vom  7. 
Februar 2011 eingereichten Beweismittel  vermögen zu keiner anderen 
Betrachtungsweise zu  führen. Das Schreiben von  (…) vom 23. Januar 
2011 ist als Gefälligkeitsschreiben ohne Beweiswert zu qualifizieren, da 
darin  im  Wesentlichen  wiederholt  wird,  das  Leben  des 
Beschwerdeführers  sei  im  Iran  in  Gefahr  gewesen  und  bei  einer 
Abschiebung  dorthin  würde  ihn  ein  hartes  Schicksal  ereilen.  Zudem 
nimmt  weder  der  Zeitungsartikel  vom  31.  Januar  2011  noch  das 
undatierte Schreiben des Internationalen Komitees gegen Hinrichtungen 
konkret  Bezug  auf  den  Beschwerdeführer,  weshalb  er  auch  daraus 
nichts zu seinen Gunsten ableiten kann.

5.3.  Als  eigenen  Grund  für  die  Einreichung  ihres  Asylgesuchs  in  der 
Schweiz machte die Beschwerdeführerin  geltend,  die allgemeine  kata­
strophale  Lage  der  Frauen  im  Iran  habe  sie  dazu  veranlasst,  ihr 
Heimatland zu verlassen  (vgl. A2 S. 7). Diesbezüglich  ist  festzuhalten, 
dass es im iranischen Kontext zweifellos zu Benachteiligungen der Frau 
gegenüber dem Mann kommt,  jedoch nicht ersichtlich  ist,  inwiefern die 
Beschwerdeführerin  davon  mehr  betroffen  sein  sollte  als  andere 
iranische Frauen. Die dargelegten Ungleichbehandlungen stellen daher 
keine ernsthaften Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG dar.

5.4.  Zusammenfassend  ergibt  sich,  dass  das  BFM  zu  Recht  davon 
ausging,  die  Vorbringen  der  Beschwerdeführenden  hielten  den 
Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht stand 
und  die  Ausführungen  der  Beschwerdeführerin  hinsichtlich  ihrer 
Benachteiligung  als  Frau  stellten  keine  asylbeachtliche  Verfolgung  im 
Sinne von Art. 3 AsylG dar. Demzufolge erweist sich die Ablehnung der 
Asylgesuche insgesamt als rechtens.

6. 

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6.1. Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein,  so  verfügt  es  in der Regel  die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet  den  Vollzug  an;  es  berücksichtigt  dabei  den  Grundsatz  der 
Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

6.2.  Die  Beschwerdeführenden  verfügen  weder  über  eine 
ausländerrechtliche  Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch 
auf Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht 
angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; Entscheidungen und Mitteilungen der 
Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21).

7. 
7.1. Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 
nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsverhältnis 
nach  den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme 
von  Ausländern  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]).

Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungsvollzugshindernissen 
gilt gemäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts und seiner 
Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der 
strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, a.a.O., S. 568 Rz. 11.148).

7.2. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 
der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers  in 
den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  einen  Drittstaat  entgegenstehen  (Art. 83 
Abs. 3 AuG).

7.2.1. So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 
gezwungen werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso Art. 33  Abs. 1  des Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).

Gemäss  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  Art. 3  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende Behandlung  oder Strafe 

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(FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter 
oder  unmenschlicher  oder  erniedrigender  Strafe  oder  Behandlung 
unterworfen werden.

7.2.2. Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend 
darauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non­Refoulement 
nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es den 
Beschwerdeführenden  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche 
Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 
AsylG  verankerte  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  im  vorliegenden 
Verfahren  keine  Anwendung  finden.  Eine  Rückkehr  der  Beschwerde­
führenden in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 
AsylG rechtmässig.

7.2.3.  Sodann  ergeben  sich  weder  aus  den  Aussagen  der 
Beschwerdeführenden  noch  aus  den Akten  Anhaltspunkte  dafür,  dass 
sie  für  den  Fall  einer  Ausschaffung  in  den  Heimatstaat  dort  mit 
beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK 
verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wären. Gemäss Praxis 
des  Europäischen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie 
jener  des  UN­Anti­Folterausschusses  müssten  die 
Beschwerdeführenden  eine  konkrete  Gefahr  ("real  risk")  nachweisen 
oder glaubhaft machen, dass ihnen im Fall einer Rückschiebung Folter 
oder  unmenschliche  Behandlung  drohen  würde  (vgl.  EGMR  [Grosse 
Kammer],  Saadi  gegen  Italien,  Urteil  vom  28. Februar  2008, 
Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 –127, mit weiteren Hinweisen). Auch 
die  allgemeine  Menschenrechtssituation  im  Iran  lässt  den 
Wegweisungsvollzug  zum  heutigen  Zeitpunkt  nicht  als  unzulässig 
erscheinen.  Nach  dem  Gesagten  ist  der  Vollzug  der  Wegweisung 
sowohl im Sinne der asyl­ als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen 
zulässig.

7.3. Gemäss Art. 83  Abs. 4  AuG  kann  der  Vollzug  für  Ausländerinnen 
und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­  oder 
Herkunftsstaat  aufgrund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg, 
allgemeiner Gewalt  und medizinischer Notlage  konkret  gefährdet  sind. 
Wird  eine  konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von 
Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren.

7.3.1.  Angesichts  der  Lage  im  Iran  kann  nicht  von  einer  Situation 
allgemeiner Gewalt oder von kriegerischen oder bürgerkriegsähnlichen 

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Verhältnissen  gesprochen  werden,  weshalb  für  die 
Beschwerdeführenden  bei  einer  Rückkehr  keine  konkrete  Gefährdung 
besteht.

7.3.2. Bei den Beschwerdeführenden handelt es sich zunächst um junge 
und  gemäss  den  Akten  gesunde  Personen.  Sodann  besuchte  der 
Beschwerdeführer während mehrerer Jahre die Schule, verfügt über ein 
Diplom als Architekt und arbeitete in verschiedenen Bereichen, während 
die  Beschwerdeführerin  von  einer  staatlichen  Universität  als 
Geologiestudentin  aufgenommen  wurde  (vgl.  A1  S.  3,  A2  S.  4). 
Angesichts dieser Sachlage kann davon ausgegangen werden, dass es 
ihnen bei einer Rückkehr  im Heimatland gelingen wird,  für sich und  ihr 
inzwischen geborenes Kind eine Existenz aufzubauen. Darüber hinaus 
besteht  im  Iran  ein  tragfähiges  Beziehungsnetz  (Eltern,  zwei 
Schwestern  und  ein  Bruder  des  Beschwerdeführers  [vgl.  A1  S.  4]; 
Mutter,  vier Schwestern und zwei Brüder der Beschwerdeführerin  [vgl. 
A2 S.  4/5]),  welches  ihnen  bei  der Wiedereingliederung  behilflich  sein 
kann. Sollten sie sich mit allfälligen Anfangsschwierigkeiten konfrontiert 
sehen, werden sie ausserdem die Möglichkeit haben, sich an den Vater 
des Beschwerdeführers zu wenden, der sehr vermögend sein soll und 
ihn  bereits  finanziell  unterstützt  hat  (vgl.  A1  S.  3).  Im  Weiteren  sind 
keine  anderen  persönlichen  Gründe  ersichtlich,  aufgrund  derer 
geschlossen  werden  könnte,  die  Beschwerdeführenden  gerieten  im 
Falle  der  Rückkehr  in  eine  existenzbedrohende  Situation.  Nach  dem 
Gesagten  wie  auch  unter  Berücksichtigung  des  Kindeswohls  gemäss 
Art.  3 Abs.  1 des Übereinkommens vom 20. November 1989 über die 
Rechte  des  Kindes  (KRK,  SR  0.107)  erweist  sich  der  Vollzug  der 
Wegweisung ebenso als zumutbar.

7.4.  Schliesslich  obliegt  es  den  Beschwerdeführenden,  sich  bei  der 
zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr 
notwendigen Reisedokumente  zu beschaffen  (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG, 
dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug der 
Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG).

7.5. Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 
Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Demnach fällt eine 
Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1 – 
4 AuG).

D­1066/2010

Seite 19

8. 
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den  rechtserheblichen  Sachverhalt  richtig 
und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist somit abzuweisen.

9. 
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  den 
Beschwerdeführenden aufzuerlegen  (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und  infolge 
mutwilliger  Prozessführung  aufgrund  der  Einreichung  gefälschter 
Dokumente  auf  insgesamt  Fr. 1'200.­  festzusetzen  (Art. 2  Abs.  2  des 
Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]).  Da  die  Beschwerdeführenden  am  17.  März  2010  bereits 
einen  Kostenvorschuss  von  Fr.  600.­  leisteten,  ist  ihnen  noch  ein 
Restbetrag von Fr. 600.– aufzuerlegen.

(Dispositiv nächste Seite)

D­1066/2010

Seite 20

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Das  Vorladungsblatt  vom  3.  November  2009  und  das 
Anhörungsprotokoll  beziehungsweise  angebliche  Abwesenheitsurteil 
vom 5. Dezember 2009 werden eingezogen.

3. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 1'200.­  werden  den 
Beschwerdeführenden  auferlegt.  Der  am  17.  März  2010  einbezahlte 
Kostenvorschuss  wird  angerechnet.  Der  Restbetrag  von  Fr.  600.­  ist 
innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse 
zu überweisen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Fulvio Haefeli Karin Schnidrig

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