# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6af8ac4e-0beb-516f-ae07-2bc570e60430
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-01-10
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 10.01.2024 WPR.2024.1
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_WPR-2024-1_2024-01-10.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht 

2. Kammer 

 

WPR.2024.1 / ko 
ZEMIS [***]; N [***]  

 

Urteil vom 10. Januar 2024 
 

 
   

Gesuchsteller   Amt für Migration und Integration Kanton Aargau,  

Sektion Asyl und Rückkehr, Bahnhofstrasse 88, 5001 Aarau   

vertreten durch lic. iur. Thomas Hefti, Bahnhofstrasse 88, 5001 Aarau    

 

 
   

Gesuchsgegner   A._____, von Aegypten,  

alias B._____, von Tunesien   

z. Zt. im Zentrum für ausländerrechtliche Administrativhaft, 8058 Zürich   

amtlich vertreten durch lic. iur. Christoph Waller, Rechtsanwalt, 

Postplatz 3, Postfach, 5610 Wohlen    

 

 
   

Gegenstand  Durchsetzungshaft gestützt auf Art. 78 AIG / Haftverlängerung 

 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Der Einzelrichter entnimmt den Akten: 

 

A. 

Der Gesuchsgegner reiste eigenen Angaben zufolge am 28. März 2012 

illegal in die Schweiz ein und stellte am folgenden Tag ein Asylgesuch unter 

dem Namen B._____, geb. tt.mm.jjjj (Akten des Amts für Migration und 

Integration [MI-act. 1 ff.). Am 2. Mai 2012 ersuchte das Bundesamt für 

Migration (BFM; heute Staatssekretariat für Migration [SEM]) die 

italienischen Behörden um Rückübernahme des Gesuchsgegners (MI-

act. 53). Aufgrund der italienischen Zuständigkeit trat das BFM auf das 

Asylgesuch nicht ein (MI-act. 54 ff.). 

 

Der Gesuchsgegner wurde sodann im Sommer 2012 straffällig und wurde 

deshalb mit Verfügung des Zwangsmassnahmengerichts Aargau vom 

4. Juli 2012 in Untersuchungshaft versetzt (MI-act. 62 ff.). Am 2. Oktober 

2012 ordnete die Staatsanwaltschaft Luzern gegen den Gesuchsgegner 

eine Untersuchungshaft an, welche am 3. Dezember 2012 in einen vor-

zeitigen Strafvollzug umgewandelt wurde (MI-act. 204 ff., 209 ff.). Mit Urteil 

des Kriminalgerichts Luzern vom 6. Juni 2013 wurde der Gesuchsgegner 

zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt (MI-

act. 232 ff.). Aufgrund dieser Inhaftierung konnte die Rückführung des Ge-

suchsgegners nach Italien nicht fristgerecht stattfinden, sodass die Rück-

übergabefrist am 3. Juli 2013 abgelaufen ist (MI-act. 283) und das BFM das 

Asylgesuch des Gesuchsgegners wieder aufnahm (MI-act. 288 ff.).  

 

Ab dem 17. Oktober 2013 galt der Gesuchsgegner als unbekannten Auf-

enthalts (MI-act. 313). Nachdem die Schweiz dem Rückübernahmeer-

suchen Schwedens im Rahmen des Dublin-Verfahrens zugestimmt hatte 

(MI-act. 318), wurde der Gesuchsgegner am 16. Januar 2014 aus Schwe-

den in die Schweiz überstellt (MI-act. 322). Gleichentags wurde gegen den 

Gesuchsgegner eine Eingrenzung auf das Gebiet des Bezirks Aarau an-

geordnet (MI-act. 328 ff.). 

 

Mit Verfügung vom 28. März 2014 lehnte das BFM das Asylgesuch des 

Gesuchsgegners ab, wies ihn aus der Schweiz weg und ordnete an, er 

habe die Schweiz bis zum 23. Mai 2014 zu verlassen (MI-act. 346 ff.). Der 

Entscheid erwuchs am 10. Mai 2014 in Rechtskraft (MI-act. 386). 

 

Ab dem 12. Mai 2014 befand sich der Gesuchsgegner erneut in Untersu-

chungshaft (MI-act. 376 ff.) und nach Bestätigung der Staatsanwaltschaft 

Lenzburg-Aarau per 18. August 2014 im vorzeitigen Strafvollzug (MI-

act. 400 ff.). Mit Urteil vom 7. Januar 2015 des Bezirksgerichts Aarau wur-

de der Gesuchsgegner zudem zu zwei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt (MI-

act. 409 ff.).  

 

 - 3 - 

 

 

Anlässlich eines Ausreisegesprächs beim Amt für Migration und Integration 

(MIKA) am 17. November 2016 gab der Gesuchsgegner an, er heisse in 

Wahrheit A._____, geb. tt.mm.jjjj und stamme aus Ägypten (MI-act. 460 ff.). 

 

Ab dem 19. Oktober 2017 galt der Gesuchsgegner erneut als unbekannten 

Aufenthalts (MI-act. 526). Am 7. Dezember 2018 und am 27. März 2019 

stimmte das SEM jeweils einem Rückübernahmeersuchen der Niederlande 

und Deutschlands zu (MI-act. 527), worauf der Gesuchsgegner am 13. No-

vember 2019 aus den Niederlanden in die Schweiz überstellt wurde (MI-

act. 529 ff.). 

 

Mit Verfügung vom 22. April 2020 wies das MIKA den Gesuchsgegner aus 

der Schweiz weg und ordnete an, er habe die Schweiz bis am 23. Mai 2020 

in Richtung seines Heimatlandes zu verlassen (MI-act. 573 ff.). 

 

Mit Urteil des Bezirksgerichts Aarau vom 17. November 2022 wurde der 

Gesuchsgegner zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt und 

gleichzeitig für sieben Jahre des Landes verwiesen (MI-act. 760 ff.). 

 

Anlässlich des rechtlichen Gehörs vom 4. Oktober 2023 betreffend die An-

ordnung einer Ausschaffungshaft gab der Gesuchsgegner im Wesentlichen 

an, er wolle nicht nach Ägypten zurückkehren (MI-act. 833 ff.). Mit Verfü-

gung vom 4. Oktober 2023 ordnete das MIKA gestützt auf Art. 76 AIG eine 

Ausschaffungshaft für die Dauer von drei Monaten an, welche durch den 

Einzelrichter des Verwaltungsgerichts mit Urteil vom 6. Oktober 2023 bis 

zum 4. Januar 2024, 12.00 Uhr, bestätigt wurde (MI-act. 862 ff.; 

WPR.2023.89). 

 

Am 18. Oktober 2023 teilte das SEM dem MIKA mit, der neue ägyptische 

Konsul sei nicht bereit ein konsularisches Gespräch mit dem Gesuchs-

gegner durchzuführen, weil bereits zwei konsularische Gespräche statt-

gefunden hätten, diese aber erfolglos geblieben seien. Ohne neue Informa-

tionen sei es sinnlos, ein weiteres Gespräch zu vereinbaren (MI-act. 872). 

Das SEM konnte jedoch mit dem ägyptischen Konsul einen Termin auf den 

13. Dezember 2023 vereinbaren, um ihm neue Erkenntnisse zu unter-

breiten, mit dem Ziel, ein erneutes konsularisches Gespräch mit dem Ge-

suchsgegner zu erreichen (MI-act. 894). 

 

Am 12. Dezember 2023 gewährte das SEM dem Gesuchsgegner das 

rechtliche Gehör betreffend die Anordnung einer Durchsetzungshaft, an-

lässlich dessen der Gesuchsgegner angab, nur zu kooperieren, wenn er 

aus der Haft entlassen werde (MI-act. 896). Anschliessend an das recht-

liche Gehör wurde dem Gesuchsgegner mit Verfügung vom 12. Dezember 

2023 die Durchsetzungshaft von einem Monat eröffnet (MI-act. 899 ff.), 

welche durch den Einzelrichter des Verwaltungsgerichts mit Urteil vom 

 - 4 - 

 

 

13. Dezember 2023 bis zum 11. Januar 2024, 12.00 Uhr, bestätigt wurde 

(MI-act. 914 ff.; WPR.2023.107). 

 

Mit Schreiben vom 14. Dezember 2023 informierte das SEM das MIKA da-

rüber, dass der neue ägyptische Konsul nicht bereit sei, mit dem Gesuchs-

gegner im Rahmen eines konsularischen Gesprächs zu sprechen, da dies 

bereits durch seinen Vorgänger erfolgt sei. Zudem habe sein Vorgänger 

eine entsprechende Anfrage an die zuständige Stelle in Kairo gesandt, 

welche negativ beantwortet worden sei. Sobald neue Elemente zur ägyp-

tischen Identität des Gesuchsgegners vorliegen würden, könne ein kon-

sularisches Gespräch in Betracht gezogen werden (MI-act. 910). 

 

B. 

Am 3. Januar 2024 gewährte das MIKA dem Gesuchsgegner in Abwe-

senheit des Rechtsvertreters das rechtliche Gehör betreffend Verlängerung 

der Durchsetzungshaft (MI-act. 924 ff.). Im Anschluss an die Befragung 

wurde dem Gesuchsgegner die Verlängerung der Durchsetzungshaft wie 

folgt eröffnet (act. 1 ff.): 

 

1. 
Die Durchsetzungshaft wird gestützt auf Art. 78 AIG um zwei Monate bis 
zum 11. März 2024, 12.00 Uhr, verlängert. 
 
2. 
Die Haft wird im Zentrum für ausländerrechtliche Administrativhaft Zürich 
(ZAA) vollzogen. Soweit für die Befragung oder die Durchführung einer 
Haftverhandlung zwingend, erfolgt die Inhaftierung für die notwendige 
Dauer im Bezirksgefängnis Aarau.  

 

C. 

Im Rahmen der Gewährung des rechtlichen Gehörs äusserte sich der Ge-

suchsgegner dahingehend, dass er auf die Durchführung einer mündlichen 

Verhandlung zur Überprüfung der angeordneten Verlängerung der Durch-

setzungshaft verzichte (act. 5). 

 

D. 

Wie bereits im Urteil vom 13. Dezember 2023 festgehalten, wurde dem 

Rechtsvertreter des Gesuchsgegners eine Frist bis zum 4. Januar 2024, 

17.00 Uhr, für eine allfällige Stellungnahme eingeräumt, sollte die Durch-

setzungshaft bis am 3. Januar 2024 verlängert werden (WPR.2023.107; 

MI-act. 914 ff.). Der amtliche Rechtsvertreter reichte fristgerecht am 

4. Januar 2024 seine Stellungnahme ein, in welcher er die Aufhebung der 

 - 5 - 

 

 

Verfügung des MIKA vom 3. Januar 2024 und die unverzügliche Entlas-

sung des Gesuchsgegners aus der Haft beantragte (act. 9).  

 

 
   

Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

 

I. 

1. 

Eine bestehende Durchsetzungshaft kann mit Zustimmung der richter-

lichen Behörde jeweils um zwei Monate verlängert werden (Art. 78 Abs. 2 

des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer und über die 

Integration vom 16. Dezember 2005 [Ausländer- und Integrationsgesetz, 

AIG; SR 142.20]). Auf Gesuch der inhaftierten Person überprüft das an-

gerufene Gericht die Rechtmässigkeit und Angemessenheit der durch das 

MIKA angeordneten Verlängerung der Durchsetzungshaft aufgrund einer 

mündlichen Verhandlung innerhalb von acht Arbeitstagen nach Einrei-

chung des Gesuchs (Art. 78 Abs. 4 AIG). 

 

Verzichtet der Inhaftierte auf eine mündliche Verhandlung, entscheidet die 

richterliche Behörde vor Ablauf der bereits bewilligten Haft aufgrund der 

Akten über die Verlängerung der Durchsetzungshaft (Urteil des Bundes-

gerichts 2C_1089/2012 vom 22. November 2012, Erw. 3.2.1).  

 

2. 

Im vorliegenden Fall wurde die bestehende Haft bis zum 11. Januar 2024, 

12.00 Uhr, bestätigt (Entscheid des Verwaltungsgerichts WPR.2023.107 

vom 13. Dezember 2023; MI-act. 914). Am 3. Januar 2024 ordnete das 

MIKA die Haftverlängerung an (act. 1 ff.). Anlässlich des rechtlichen Ge-

hörs verzichtete der Gesuchsgegner auf die Durchführung einer mündli-

chen Verhandlung zur Überprüfung der angeordneten Haftverlängerung 

(act. 5). Die heutige Überprüfung erfolgt daher ohne Befragung des Ge-

suchsgegners, gestützt auf die Akten, und vor Ablauf der bereits bewilligten 

Haft. 

 

II. 

1. 

Hat eine Person ihre Pflicht zur Ausreise aus der Schweiz innerhalb der ihr 

angesetzten Frist nicht erfüllt und kann die rechtskräftige Weg- oder Aus-

weisung aufgrund ihres persönlichen Verhaltens nicht vollzogen werden, 

so kann sie, um der Ausreisepflicht Nachachtung zu verschaffen, in Durch-

setzungshaft genommen werden, sofern die Anordnung der Ausschaf-

fungshaft nicht zulässig ist und eine andere mildere Massnahme nicht zum 

Ziel führt (Art. 78 Abs. 1 AIG). 

 

Zuständige kantonale Behörde im Sinne von Art. 78 Abs. 3 AIG ist gemäss 

§ 13 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zum Ausländerrecht vom 25. No-

 - 6 - 

 

 

vember 2008 (EGAR; SAR 122.600) das MIKA. Im vorliegenden Fall wurde 

die Haftverlängerung durch das MIKA und damit durch die zuständige 

Behörde angeordnet (act. 1 ff.). 

 

2. 

2.1. 

Das MIKA begründet seine Haftverlängerung damit, dass der Gesuchs-

gegner nach wie vor keine Kooperationsbereitschaft hinsichtlich seiner 

Ausreise zeige. Mit der Verlängerung der Durchsetzungshaft solle er 

weiterhin angehalten werden, bei der Ausreise zu kooperieren. Der Haft-

zweck ist damit erstellt. 

 

2.2. 

Zu prüfen ist weiter, ob ein rechtskräftiger Weg- oder Ausweisungsent-

scheid vorliegt. 

 

Mit Verfügung vom 22. April 2020 wurde der Gesuchsgegner weggewiesen 

(MI-act. 573 ff.). Mit Urteil des Bezirksgerichts Aarau vom 17. November 

2022 wurde der Gesuchsgegner unter anderem für sieben Jahre des Lan-

des verwiesen. Dieser Entscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft 

(MI-act. 760 ff.). Damit liegt ein rechtskräftiger Wegweisungsentscheid vor.  

 

2.3. 

Die Anordnung einer Durchsetzungshaft ist nur dann zulässig, wenn dem 

Betroffenen eine Ausreisefrist angesetzt wurde und er innerhalb dieser Frist 

nicht ausgereist ist. 

 

Die per 23. Mai 2020 angesetzte Ausreisefrist (MI-act. 573 ff.) hat der Ge-

suchsgegner unbenutzt verstreichen lassen. 

 

2.4. 

Weiter wird vorausgesetzt, dass die Weg- oder Ausweisung auf Grund des 

persönlichen Verhaltens des Betroffenen nicht vollzogen werden kann. 

 

Der Gesuchsgegner hat mehrfach, zuletzt im Rahmen des rechtlichen 

Gehörs vom 3. Januar 2024, ausgesagt, er wolle nicht kooperieren und 

werde bei der Papierbeschaffung nicht mitwirken (act. 5). Aus den Akten 

lässt sich entnehmen, dass er sich in den vergangenen zwei kon-

sularischen Gesprächen ebenfalls unkooperativ verhalten hat, weshalb der 

neue ägyptische Konsul keine weitere Anhörung durchführen will, solange 

keine neuen Informationen vorliegen (MI-act. 891). Diese Haltung wurde im 

Gespräch zwischen dem SEM und dem ägyptischen Konsul vom 13. De-

zember 2023 bestätigt (MI-act. 910). Damit ist erstellt, dass die Mitwirkung 

des Gesuchsgegner für die Papierbeschaffung zwingend notwendig ist.  

 

 - 7 - 

 

 

Unter diesen Umständen ist offensichtlich, dass die Weg- bzw. Ausweisung 

aufgrund des persönlichen Verhaltens des Betroffenen nicht vollzogen wer-

den kann. Dementsprechend ist diese Voraussetzung ebenfalls erfüllt. 

 

2.5. 

Eine Durchsetzungshaft ist schliesslich nur dann zu bestätigen, wenn die 

Anordnung einer Ausschaffungshaft unzulässig ist und eine mildere 

Massnahme nicht zum Ziel führt. 

 

Die Anordnung einer Ausschaffungshaft würde voraussetzen, dass der 

Gesuchsgegner in absehbarer Zeit auch gegen seinen Willen ausgeschafft 

werden könnte (Art. 80 Abs. 6 lit. a AIG; BGE 130 II 56).  

 

Wie bereits mit Urteil vom 13. Dezember 2023 (WPR.2023.107, Erw. II/2.5; 

MI-act. 919 f.) festgestellt wurde, besteht ohne die Mitwirkung des Ge-

suchsgegners keine Vollzugsperspektive. Daran hat sich in der Zwischen-

zeit nichts geändert. Das Gespräch zwischen dem SEM und dem ägyp-

tischen Konsul vom 13. Dezember 2023 war erfolglos, sodass ein Ge-

spräch erst dann möglich sein wird, wenn der Gesuchsgegner kooperiert 

(MI-act. 910). Da der Gesuchsgegner in absehbarer Zeit nicht gegen 

seinen Willen ausgeschafft werden kann, bestehen nach wie vor keine Voll-

zugsperspektiven, womit die Anordnung einer Ausschaffungshaft unzu-

lässig ist (vgl. Art. 80 Abs. 6 lit. a AIG). Inwiefern eine andere, mildere 

Massnahme zum Ziel führen könnte, ist nicht ersichtlich. 

 

2.6. 

Nach dem Gesagten sind die Voraussetzungen für die Verlängerung einer 

Durchsetzungshaft erfüllt. 

 

3. 

Bezüglich der Haftbedingungen liegen keine Beanstandungen vor (act. 5). 

 

4. 

Es liegen auch keine Anzeichen dafür vor, dass das MIKA dem Be-

schleunigungsgebot nicht ausreichend Beachtung geschenkt hätte. 

 

5. 

5.1. 

Gemäss Art. 79 Abs. 1 AIG darf die ausländerrechtliche Inhaftierung im 

Sinne von Art. 75 - 78 AIG zusammen die maximale Haftdauer von 

sechs Monaten nicht überschreiten. Eine darüber hinausgehende Ver-

längerung auf höchstens 18 Monate, bzw. für Minderjährige zwischen 

15 und 18 Jahren auf höchstens zwölf Monate, ist nur zulässig, wenn 

entweder die betroffene Person nicht mit den zuständigen Behörden ko-

operiert oder sich die Übermittlung der für die Ausreise erforderlichen 

 - 8 - 

 

 

Unterlagen durch einen Staat, der kein Schengen-Staat ist, verzögert 

(Art. 79 Abs. 2 AIG). 

 

5.2. 

Im vorliegenden Fall befindet sich der Gesuchsgegner mit Ablauf der 

bewilligten Haft bereits seit drei Monaten in ausländerrechtlicher Haft im 

Sinne von Art. 75 - 78 AIG (Ausschaffungshaft 5. Oktober 2023 – 12. De-

zember 2023; Durchsetzungshaft 12. Dezember 2023 – 11. Januar 2024).  

 

Die sechsmonatige Frist wird damit am 5. April 2024 enden und die Haft 

kann längstens bis zum 5. April 2025 verlängert werden. 

 

5.3. 

Das MIKA ordnete mit Verfügung vom 3. Januar 2024 die Verlängerung der 

Durchsetzungshaft um weitere zwei Monate, d.h. bis zum 11. März 2024, 

12.00 Uhr, an. 

 

Da die ausländerrechtliche Inhaftierung im Sinne von Art. 75 - 78 AIG im 

vorliegenden Fall die Dauer von sechs Monaten nicht überschreitet, bedarf 

es keiner Prüfung der Voraussetzungen von Art. 79 Abs. 2 AIG. 

 

Nachdem die maximal zulässige Haftdauer nicht überschritten wird sowie 

der Vollzug der Rückführung massgeblich vom Verhalten des Gesuchs-

gegners abhängig ist und es diesbezüglich zu Verzögerungen kommen 

kann, ist die angeordnete Haftverlängerung nicht zu beanstanden. Der Ge-

suchsgegner hat jederzeit die Möglichkeit zu kooperieren und durch seine 

anschliessende Ausreise die Haft zu beenden (Art. 78 Abs. 6 lit. b AIG). 

 

6. 

Abschliessend stellt sich die Frage, ob die Haftverlängerung deshalb nicht 

zu bestätigen sei, weil sie im konkreten Fall gegen das Prinzip der Verhält-

nismässigkeit verstossen würde.  

 

Der Gesuchsgegner macht geltend, er sei nicht in der Lage ägyptische 

Reisepapiere zu beschaffen, da er in Ägypten keine Angehörigen habe und 

seit Jahren nicht mehr in Ägypten lebe. Eine Verlängerung der Durch-

setzungshaft würde daher ins Leere laufen und sei damit unzulässig 

(act. 9). Dem ist nicht zu folgen. Der Gesuchsgegner hat sich bisher ge-

weigert bei der Papierbeschaffung mitzuwirken und hat auch mehrfach 

ausgesagt, zuletzt am rechtlichen Gehör vom 3. Januar 2024, nicht ko-

operieren zu wollen (act. 5). Solange der Gesuchsgegner seine Mitwirkung 

verweigert, ist nicht davon auszugehen, dass die Papierbeschaffung 

tatsächlich aussichtslos ist. Unter diesen Umständen besteht offensichtlich 

ein überwiegendes öffentliches Interesse, den Gesuchsgegner durch In-

haftierung weiter unter Druck zu setzen, bei der Papierbeschaffung zu ko-

 - 9 - 

 

 

operieren und seine Weigerung, auszureisen, aufzugeben, weshalb die 

Verlängerung der Durchsetzungshaft als verhältnismässig zu erachten ist.  

 

Bezüglich der familiären Verhältnisse ergeben sich keine Anhaltspunkte, 

welche gegen eine Haftverlängerung sprechen würden. Der Gesuchs-

gegner macht auch nicht geltend, er sei nicht hafterstehungsfähig. Ins-

gesamt sind keinerlei Gründe ersichtlich, welche die Verlängerung der Haft 

als unverhältnismässig erscheinen liessen. 

 

III. 

1. 

Gemäss § 28 Abs. 1 EGAR ist das Verfahren betreffend Haftüberprüfung 

unentgeltlich. Demgemäss werden keine Kosten erhoben. 

 

2. 

Der mit Urteil vom 6. Oktober 2023 bestätigte amtliche Rechtsvertreter 

bleibt im Amt und kann seine Kostennote im Rahmen des Verfahrens 

WPR.2023.89 einreichen.  

 

IV. 

1. 

Der Gesuchsgegner wird darauf hingewiesen, dass ein Haftentlassungs-

gesuch unter Vorbehalt des Rechtsmissbrauchs jederzeit gestellt werden 

kann (BGE 140 II 409, Erw. 2.2) und beim MIKA einzureichen ist (§ 15 

Abs. 1 EGAR). 

 

2. 

Soll die Haft gegebenenfalls erneut verlängert werden (Art. 78 Abs. 2 und 3 

AIG), hat das MIKA dem Gesuchsgegner vorgängig das rechtliche Gehör - 

insbesondere betreffend seiner Ausreisebereitschaft - zu gewähren. 

Gleichzeitig ist ihm die Frage zu unterbreiten, ob er die Durchführung einer 

mündlichen Verhandlung im Sinne von Art. 78 Abs. 4 AIG wünscht und ob 

er in diesem Fall eine Präsenzverhandlung verlangt oder mit einer Skype-

Verhandlung einverstanden ist (Urteil des Bundesgerichts 2C_846/2021 

vom 19. November 2021). Die allfällige Anordnung einer Haftverlängerung 

ist dem Verwaltungsgericht spätestens acht Arbeitstage vor Ablauf der 

bewilligten Haft einzureichen. 

 

 
   

Der Einzelrichter erkennt: 

 

1. 

Die am 3. Januar 2024 durch das MIKA angeordnete Verlängerung der 

Durchsetzungshaft wird bis zum 11. März 2024, 12.00 Uhr, bestätigt. 

 

 - 10 - 

 

 

2. 

Die Haft ist im Zentrum für ausländerrechtliche Administrativhaft Zürich zu 

vollziehen. Für die Dauer der Befragung oder die Durchführung einer 

Haftverhandlung kann die Inhaftierung, soweit zwingend notwendig, im 

Bezirksgefängnis Aarau erfolgen. 

 

3. 

Es werden keine Kosten auferlegt. 

 

4. 

Der mit Urteil vom 6. Oktober 2023 bestätigte amtliche Rechtsvertreter 

bleibt im Amt und kann seine Kostennote im Rahmen des Verfahrens 

WPR.2023.89 einreichen.  

 

 
   

Zustellung an: 

den Gesuchsgegner (Vertreter, im Doppel; vorab per IncaMail) 

das MIKA (mit Rückschein; vorab per E-Mail) 

das Staatssekretariat für Migration, 3003 Bern 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Dieser Entscheid kann wegen Verletzung von Bundesrecht, Völkerrecht, 

kantonalen verfassungsmässigen Rechten sowie interkantonalem Recht 

innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, angefochten werden. Die unterzeichnete Beschwerde 

muss das Begehren, wie der Entscheid zu ändern sei, sowie in gedrängter 

Form die Begründung, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt, mit 

Angabe der Beweismittel enthalten. Der angefochtene Entscheid und als 

Beweismittel angerufene Urkunden sind beizulegen (Art. 82 ff. des 

Bundesgesetzes über das Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz, BGG; 

SR 173.110] vom 17. Juni 2005). 

 

 

 - 11 - 

 

 

   

Aarau, 10. Januar 2024 

 

Verwaltungsgericht des Kantons Aargau 

2. Kammer 

Der Einzelrichter: 

 

 

 

Busslinger