# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ed18db60-c28e-5704-9b16-0337c48090bb
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-10-20
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 20.10.2008 UV 2008/6
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2008-6_2008-10-20.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2008/6

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 05.05.2020

Entscheiddatum: 20.10.2008

Entscheid Versicherungsgericht, 20.10.2008
Art. 24 UVG: Prüfung der Integritätsbemessung von mehreren bei einem 
Motorradunfall erlittenen Verletzungen (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen, vom 20. Oktober 2008, UV 
2008/6).

Vizepräsident Joachim Huber, Versicherungsrichterin Karin Huber-Studerus und 

Versicherungsrichter Martin Rutishauser; Gerichtsschreiber Marcel Kuhn  

Entscheid vom 20. Oktober 2008

in Sachen

B.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Stefan Hofer, Lange Gasse 20, 4052 Basel,

gegen

Zürich Versicherungs-Gesellschaft, Recht, Postfach, 8085 Zürich,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Integritätsentschädigung

Sachverhalt:

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A.         

A.a    Die 1975 geborene B.___ war bei der A.___ als Dekorateurin tätig und dadurch 

bei der Zürich Versicherungs-Gesellschaft (nachfolgend: Zürich) obligatorisch gegen 

die Folgen von Unfällen versichert. Am 15. August 2000 wurde sie in Italien als 

Mitfahrerin auf einem Motorrad in eine Kollision verwickelt (Zürich-act. Z 1). Nach einer 

Erstbehandlung im Spital Meran, Italien, erfolgte vom 18. August bis 4. September 

2000 eine Hospitalisation im Kantonsspital St. Gallen. In den Berichten vom 11. und 

26. September 2000 (Zürich-act. ZM 8 und 9) wurden die Diagnosen extraarticuläre 

Scapulafraktur links, Pneumothorax links ventral, Brustwirbelkörper (BWK) 5-Fraktur 

bei Status nach dorsaler Spondylodese Th4 bis 6 vom 28. August 2000, Milzruptur bei 

Status nach Splenektomie und Pneumovac-Impfung vom 22. August 2000, 

Metacarpale IV-Fraktur rechts und Fraktur Processus styloideus radii rechts erhoben. 

Am 27. November 2000 (Zürich-act. ZM 14) wurden zusätzlich eine posttraumatische 

Depression und cerebrale Funktionsstörungen diagnostiziert. Vom 26. Februar bis 24. 

März 2001 erfolgte ein stationärer Aufenthalt in der Klinik Valens. Im Austrittsbericht 

vom 9. April 2001 (Zürich-act. ZM 22) wurde - zusätzlich zu den Diagnosen des 

Kantonsspitals St. Gallen - ein Schädel-Hirn-Trauma festgehalten. Die persistierenden 

Beschwerden im thorakovertebralen Bereich erforderten am 8. Oktober 2001 eine 

neuerliche dorsale Stabilisierung von Th6/7 (Zürich-act. 42). Ebenfalls hauptsächlich 

zur Stabilisierung der Wirbelsäule erfolgte vom 5. bis 29. November 2001 ein erneuter 

Aufenthalt in der Klinik Valens (Zürich-act. ZM 46). Nach weiteren operativen Eingriffen 

und verschiedenen Therapiemassnahmen diagnostizierte Dr. med. C.___, Spezialarzt 

FMH für Orthopädische Chirurgie, am 25. November 2003 (Zürich-act. ZM 80) ein 

refraktäres thorako-spondylogenes Schmerzsyndrom. Am 26. Januar 2006 (Zürich-act. 

ZM 88) erstattete das Ärztliche Begutachtungsinstitut (ABI), Basel, ein polydisziplinäres 

Gutachten. Als zusätzliche Diagnosen wurden u.a. ein mittelstark ausgeprägtes, leicht 

linksbetontes Zervikalsyndrom, ein chronisches thorako-spondylogenes 

Schmerzsyndrom und leicht bis mässig ausgeprägte kognitive Defizite bei Zustand 

nach Hirnkontusion sowie Schmerzinterferenz erhoben. Im Aktengutachten vom 6. 

September 2006 (Zürich-act. ZM 94) hielt Dr. med. D.___, Orthopädische Chirurgie 

FMH, fest, dass bei der Versicherten ein Integritätsschaden von 35% bestehe.

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A.b   Mit Verfügung vom 31. August 2007 (Zürich-act. Z 258) eröffnete die Zürich der 

Versicherten, dass der Rentenbeginn auf den 1. Januar 2005 festgelegt werde. Da 

ausschliesslich Unfallfolgen vorliegen würden, werde der von der Invalidenversicherung 

ermittelte Invaliditätsgrad von 82% übernommen. Der versicherte Verdienst belaufe 

sich auf Fr. 46'109.35. Gestützt auf Art. 20 Abs. 2 UVG bestehe ein Anspruch auf eine 

UVG-Komplementärrente. Die Integritätseinbusse von 35% setze sich zusammen aus 

dem chronischen thorako-zerviko-spondylogenen Schmerzsyndrom 5%, dem 

kognitiven Defizit 20% sowie der Entfernung der Milz 10%, wodurch sich ein Anspruch 

auf eine Integritätsentschädigung von Fr. 37'380.-- ergebe.

A.c    In der gegen diese Verfügung erhobenen Einsprache vom 3. Oktober 2007 

(Zürich-act. Z 264) wurden der Invaliditätsgrad und der Rentenbeginn akzeptiert. 

Hingegen wurde die Bemessung des unfallbedingten Integritätsschadens von 35% 

angefochten. Mit Einspracheentscheid vom 13. Dezember 2007 (Zürich-act. Z 270) 

wies die Zürich die Einsprache ab.

B.        

B.a   Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die von Rechtsanwalt Stefan 

Hofer, Basel, im Namen der Versicherten erhobene Beschwerde vom 14. Januar 2008 

mit den Anträgen, der Einspracheentscheid vom 13. Dezember 2007 sei aufzuheben 

und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, der Beschwerdeführerin eine 

Integritätsentschädigung entsprechend einer unfallbedingten Integritätseinbusse von 

70% zu gewähren; der Beschwerdeführerin sei für das Beschwerdeverfahren eine 

angemessene Parteientschädigung zuzusprechen. Zur Begründung wird im 

Wesentlichen ausgeführt, dass wenn das chronische thorako-spondylogene 

Schmerzsyndrom und das Zervikalsyndrom einfach zusammengefasst würden, eine 

Integritätseinbusse von mindestens 20% angenommen werden müsse. Auch die Suva 

nehme für ein Zervikalsyndrom eine Integritätseinbusse von 15 bis 20% an. Die 

Dauerschmerzen seien medizinisch hinreichend dokumentiert und ein mittelstark 

ausgeprägtes Zervikalsyndrom sei eindeutig ausgewiesen. Die Zürich habe als 

Insassenversicherer für die Folgen der Frakturen von BWK 5/6 mit dorsaler 

Spondylodese von BWK 4-6 und das damit zusammenhängende chronische thorako-

spondylogene Schmerzsyndrom eine medizinisch-theoretische Invalidität von 20% 

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angenommen. Die medizinisch-theoretische Invalidität nach Gliederskala sei dasselbe 

wie die Integritätseinbusse, obwohl es Unterschiede geben könne. Die diagnostizierte 

Depression müsse von der leichten Hirnfunktionsstörung mit kognitiven Defiziten 

unterschieden werden. Die somatischen Folgen des Unfalls seien geeignet, auch 

psychische Schädigungen zu verursachen. Die Adäquanz des Kausalzusammenhangs 

zwischen dem Unfall und der Depression sei gegeben. Die Gesamtintegritätseinbusse 

von 70% ergebe sich aus der leichten Hirnfunktionsstörung 20%, dem chronischen 

thorako-zerviko-spondylogenen Schmerzsyndrom 20%, der Splenektomie 10% und 

der Depression 20%. Die residuellen Schmerzen und die leichten 

Funktionseinschränkungen der linken Schulter seien bei der Gesamtbetrachtung mit zu 

berücksichtigen. Der Beweiswert eines Aktengutachtens sei geringer als der 

Beweiswert eines polydisziplinären Gutachtens.

B.b Mit der Beschwerdeantwort vom 14. März 2008 beantragt die Beschwerdegegnerin 

Abweisung der Beschwerde. Der Unfall vom 15. August 2000 sei den mittelschweren 

Unfällen zuzuordnen, weshalb die Dauerhaftigkeit des psychischen Schadens ohne 

Weiteres verneint werden könne. Selbst wenn von einem mittelschweren Unfall an der 

Grenze zu einem schweren Unfall auszugehen wäre, müsste ein Anspruch verneint 

werden. Die depressive Episode deute unmissverständlich auf eine vorübergehende 

Störung hin. Die Beschwerdeführerin habe sich nie ernsthaft und über längere Zeit in 

psychiatrische Behandlung begeben, weshalb die Behandlungsmöglichkeiten nicht 

ausgeschöpft seien. Die Dauerhaftigkeit der psychischen Störung als Voraussetzung 

für eine Integritätsentschädigung sei somit nicht gegeben. Die Einschätzung von Dr. 

D.___ betreffend der Integritätsentschädigung für die an der Wirbelsäule erlittenen 

Verletzung richte sich nach der Tabelle 7 (Integritätsschaden bei 

Wirbelsäulenaffektionen) und stütze sich auf sämtliche medizinischen Akten. Die 

Einschätzung sei im Rahmen des zulässigen Ermessens geblieben und die Begründung 

sei schlüssig und nachvollziehbar. Die medizinisch-theoretische Invalidität nach 

Gliederskala gemäss AVB entspräche nicht der Integritätsentschädigung nach UVG, 

die Bemessungsgrundlage sei eine andere.

B.c   Mit Replik vom 18. April 2008 hielt der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin an 

den gestellten Rechtsbegehren unverändert fest.

B.d Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet.

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Erwägungen:

1.         

1.1    Erleidet eine versicherte Person durch einen Unfall eine dauernde erhebliche 

Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Integrität, so hat sie Anspruch auf 

eine angemessene Entschädigung (Art. 24 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]). Als dauernd gilt ein Integritätsschaden, wenn er 

voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht, 

und als erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität unabhängig von der 

Erwerbsfähigkeit augenfällig oder stark beeinträchtigt ist (Art. 36 UVV; vgl. RKUV 1998 

Nr. U 303 S. 354).

1.2    Die Integritätsentschädigung ist nach der Schwere des Integritätsschadens 

abzustufen (Art. 25 Abs. 1 UVG). Für die Bemessung der Integritätsentschädigung 

gelten die Richtlinien des Anhangs 3 zur UVV (Art. 36 Abs. 2 UVV). Der Anhang 3 zur 

UVV enthält eine Skala der Integritätsschäden. Dadurch, dass ein Integritätsschaden in 

der Liste steht, ist dessen Erheblichkeit bejaht, nicht dagegen in jedem Fall die Dauer, 

d.h. der voraussichtlich lebenslange Charakter (Gilg/Zollinger, Die 

Integritätsentschädigung, 1984, S. 49 f.). Die Skala ist verbindlich, als Grobraster 

indessen nicht abschliessend. Sie enthält lediglich richtunggebende, in der Praxis 

häufig vorkommende Schäden mit den entsprechenden Werten. Teilschäden, andere 

Schäden oder Kombinationen derartiger Ganz- oder Teilschäden müssen mit den 

Listenfällen verglichen und nach der Schwere der durchschnittlichen Auswirkungen 

taxiert werden (Art. 36 Abs. 3 UVV; Ziff. 1 Abs. 2 der Richtlinien im Anhang 3 zur UVV). 

Die Schätzung des Integritätsschadens ist eine ausschliesslich ärztliche Angelegenheit. 

Die Skala der Integritätsschäden im Anhang 3 zur UVV erlaubt es dem Arzt oder der 

Ärztin, grundsätzlich jede Integritätsentschädigung annähernd vergleichbaren 

Integritätsschäden der Skala zuzuordnen. Trotzdem hat sich in der Praxis ein Bedürfnis 

zur differenzierten listenmässigen Erfassung der Integritätsschäden manifestiert. Der 

ärztliche Dienst der Suva hat in der Folge, basierend auf der erwähnten Skala und unter 

Berücksichtigung dieser absolut verbindlichen Werte, weitere Schätzungsgrundlagen in 

tabellarischer Form erarbeitet (Mitteilungen der Medizinischen Abteilung der Suva Nr. 

57 bis 59, Tabellen 1 bis 16). Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen 

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stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für die Parteien nicht verbindlich, umso 

mehr als Ziffer 1 der Richtlinien im Anhang 3 zur UVV bestimmt, dass der in der Skala 

angegebene Prozentsatz des Integritätsschadens für den Regelfall gilt, welcher im 

Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch 

lediglich als Richtwerte angesehen werden, mit denen die Gleichbehandlung aller 

versicherten Personen gewährleistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV 

vereinbar (BGE 113 V 218; RKUV 1987 Nr. U 21 S. 328 und Nr. U 31 S. 438).

1.3    Bei der Schätzung der Beeinträchtigung der Integrität hat der Arzt oder die Ärztin 

auf den massgeblichen Zeitpunkt hin festzustellen, in welcher Hinsicht die versicherte 

Person durch den Unfall noch körperlich oder geistig/psychisch geschädigt ist. Sie 

haben sich im weiteren dazu zu äussern, welche dieser Schäden als dauernd zu 

betrachten sind, d.h. voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens im 

gleichen Umfang bestehen bleiben. Bei geringfügigen Verletzungsfolgen hat sich der 

Arzt oder die Ärztin zur Frage zu äussern, ob die Schädigung im Hinblick auf die im 

Anhang 3 zur UVV enthaltenen Listenpositionen als erheblich, d.h. augenfällig oder 

stark zu gelten hat. Gegebenenfalls haben sie zudem auf voraussehbare 

Verschlimmerungen aufmerksam zu machen. Anschliessend ist es Sache der 

Verwaltung bzw. des Sozialversicherungsgerichts, die ärztlichen Schlussfolgerungen 

daraufhin zu prüfen, ob sie den gesetzlichen Anforderungen gerecht werden. Dabei ist 

zu beachten, dass insbesondere die Einordnung von Nichtlisten- und kombinierten 

Fällen dem Arzt oder der Ärztin einen grossen Ermessensspielraum öffnet, in welchen 

die Verwaltung bzw. das Sozialversicherungsgericht nicht ohne Not bzw. nur dann 

eingreifen soll, wenn die unfallmedizinische Beurteilung im Hinblick auf die Liste im 

Anhang 3 zur UVV sachlich nicht gerechtfertigt ist und zu stossenden Ungleichheiten 

führen würde.

1.4     Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren 

gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und 

Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 

Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das 

Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle 

Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und 

danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige 

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Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei 

einander widersprechenden Arztberichten den Prozess nicht erledigen, ohne das 

gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die 

eine und nicht die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswerts 

eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange 

umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten 

begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich weder die 

Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 

gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a mit 

Hinweisen). Die Rechtsprechung erachtet Aktengutachten als zulässig, wenn die Akten 

ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben und 

diese Daten unbestritten sind. Voraussetzung ist ein lückenloser Untersuchungsbefund, 

damit die begutachtende Fachperson im Stande ist, sich aufgrund der vorhandenen 

Unterlagen ein lückenloses Bild zu verschaffen (PVG 1996, 265 Erw. 3b).

2.         

2.1    Die Beurteilung des Integritätsschadens durch die Beschwerdegegnerin stützt 

sich auf das Aktengutachten von Dr. D.___ vom 6. September 2006. Es liege ein 

chronisches thorako-zerviko-spondylogenes Schmerzsyndrom bei reduziert 

belastbarer Wirbelsäule vor. Gemäss Tabelle 7 der UVG-Skala entspreche das auf der 

Schmerzfunktionsskala einem Wert von + - ++, was bei einem Status nach 

Wirbelfraktur (inklusive Spondylodese) einem Integritätsschaden von 0 - 10% 

gleichkomme. Aufgrund der beschriebenen Restfunktion sei von einem 

Integritätsschaden an der Wirbelsäule von 5% auszugehen. Das neuropsychologisch 

festgestellte, leicht bis mässig ausgeprägte kognitive Defizit bei Zustand nach 

Hirnkontusion, entspreche einem Integritätsschaden von 20%. Die als Folge des 

Unfalls durchgeführte Splenektomie stelle gemäss Tabelle 9 einen Integritätsschaden 

von 10% dar. Die erwähnten Schätzungen könnten addiert werden, weil sie sich nicht 

gegenseitig ausschliessen würden. Somit ergebe sich ein Integritätsschaden von 35%. 

Die Beschwerdeführerin lässt dagegen die Ausrichtung einer Integritätsentschädigung 

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auf der Basis einer Integritätseinbusse von 70% beantragen. Die Parteien sind sich 

einig darüber, dass die leicht bis mässig ausgeprägten kognitiven Defizite eine 

Integritätseinbusse von 20% und die Splenektomie eine solche von 10% rechtfertigen. 

Streitig sind hingegen die Höhe der Integritätseinbusse bezüglich des thorako-zerviko-

spondylogenen Schmerzsyndroms sowie die Frage, ob für die diagnostizierte 

depressive Episode eine Integritätsentschädigung auszurichten ist.

2.1.1             Dr. D.___ legte seiner Bemessung des Integritätsschadens bezüglich des 

thorako-zerviko-spondylogenen Schmerzsyndroms die Suva-Feinrastertabelle 7 

(Integritätsschaden bei Wirbelsäulenaffektionen) zu Grunde. Unter Berücksichtigung 

der Ziffer 1 (Frakturen: LWS/BWS/HWS inklusive Spondylodese) bewertete er die 

Schmerzen anhand der Schmerzfunktionsskala zwischen + und ++. Dies entspricht 

einem Zustand zwischen mässigen Beanspruchungsschmerzen, in Ruhe selten oder 

keine, gute und rasche Erholung (1-2 Tage) und geringen Dauerschmerzen, bei 

Belastung verstärkt, auch in Ruhe. Dem ABI-Gutachten ist zu entnehmen, dass sich die 

Beschwerdeführerin über konstante Schmerzen im Bereich der mittleren BWS 

beklagte. Das Druckgefühl sei andauernd vorhanden, wobei sich die Schmerzen 

belastungsabhängig verstärken würden. Die Beweglichkeit im Bereich der mittleren 

BWS sei nur diskret vermindert. Dr. C.___ teilte im Bericht vom 17. Juli 2006 (Zürich-

act. ZM 93) mit, dass bei sehr schönem Ergebnis eine Therapiepause eingeleitet 

werden könne. Die Beschwerdeführerin könne sportliche Aktivitäten, wie Schwimmen 

im Sommer, nach freiem Ermessen ausführen. Dem Bericht vom 11. Juli 2007 (Zürich-

act. ZM 98) ist zu entnehmen, dass sie sich gegenüber Dr. C.___ über lokal wechselnde 

und deutlich belastungsabhängige Beschwerden beklagte. Am 8. November 2007 

(Zürich-act. ZM 99) teilte Dr. C.___ mit, dass durch die Xefo-Medikation das Level der 

Beschwerden gesenkt werden könne, gänzlich schmerzfrei werde sie dadurch 

allerdings nicht. Aufgrund der medizinischen Umschreibung der Beschwerden 

erscheint es somit nachvollziehbar, dass Dr. D.___ in Anlehnung an die Schmerzskala 

höchstens von geringen Dauerschmerzen, bei Belastung verstärkt, auch in Ruhe, und 

somit von einer Integritätsentschädigung von höchstens 10% ausgeht. Allerdings gilt 

es zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin unter Einbezug des gesamten 

unfallbedingten Krankheitsverlaufs an beachtlichen Dauerschmerzen gelitten hat und 

weiterhin leidet. Hinweise, welche Zweifel an der Glaubhaftigkeit der geklagten 

Schmerzen aufkommen lassen könnten, sind den Akten keine zu entnehmen. 

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Insbesondere die massiven Einschränkungen in einer leidensadaptierten Tätigkeit 

lassen doch Rückschlüsse auf die geklagten Dauerschmerzen zu. In Würdigung 

sämtlicher Umstände ist somit davon auszugehen, dass bei der Festlegung des 

Integritätsschadens bezüglich des thorako-zerviko-spondylogenen Schmerzsyndroms 

eher von der Schmerzskala im Bereich ++, als im Bereich + auszugehen ist. Somit 

rechtfertigt es sich - insbesondere wegen der beachtlichen Dauerschmerzen - für die 

Funktionseinbusse an der Wirbelsäule von einem Integritätsschaden von 10% 

auszugehen. Im Übrigen vermag der Einwand des Rechtsvertreters der 

Beschwerdeführerin, wonach die Zürich als Insassenversicherung für das chronische 

thorako-spondylogene Schmerzsyndrom eine medizinisch-theoretische Invalidität von 

20% angenommen habe, an der ansonsten schlüssigen Beurteilung von Dr. D.___ 

nichts zu ändern. Obwohl der Beschwerdeführerin beizupflichten ist, dass die 

medizinisch-theoretische Invalidität gemäss Gliederskala als Vorlage bei der Einführung 

der Integritätseinbusse gemäss Art. 36 UVV mit Anhang 3 gedient hat, vermag eine 

diesbezügliche Einschätzung keine verbindlichen Auswirkungen auf die 

Integritätsentschädigung im Sozialversicherungsbereich zu begründen. Aus den 

Ausführungen bezüglich der medizinisch-theoretischen Invalidität, wonach die 

Funktionseinbusse der Wirbelsäule ein Drittel der Norm betrage, kann nicht eine höhere 

Integritätsentschädigung nach UVG abgeleitet werden, der beurteilende Arzt hat sich 

diesbezüglich an die entsprechende Tabelle zu halten. Ebenso wenig vermag die von 

der Beschwerdeführerin eingereichte Integritätsschätzung eines Zervikalsyndroms 

durch die Suva einen Integritätsschaden von 20% zu begründen. Bei der eingereichten 

Schätzung sind zusätzlich funktionelle Schwindelbeschwerden und ein Tinnitus mit 

einbezogen worden. Ausserdem hat eine Schätzung des Integritätsschadens - 

insbesondere bei einem Zervikalsyndrom - ohnehin einzelfallbezogen zu erfolgen.

2.1.2             Die Beschwerdeführerin macht sodann für die unfallbedingte Depression 

eine Integritätseinbusse von 20% geltend. Im ABI-Gutachten wurde eine depressive 

Episode leichten bis mittleren Grades diagnostiziert. Die Beschwerdeführerin leide 

eindeutig an einer Niedergeschlagenheit, einem verminderten Selbstwertgefühl, einer 

tiefen Traurigkeit und Wut, die sie teilweise gegen sich selbst richte, einer gewissen 

misstrauisch-dysphorischen Haltung gegenüber den Mitmenschen, verbunden mit 

erhöhter Kränkbarkeit, einem Verlust an Interessen, einem sozialen Rückzug und 

insgesamt einer zum Teil dissimulierten melancholischen Grundstimmung. Die 

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Beschwerdeführerin weigere sich zu akzeptieren, dass sie psychische Probleme habe. 

Es bestehe eine dringende Indikation für psychotherapeutische Gespräche und eine 

psychopharmakologische Behandlung wäre sinnvoll. Dr. D.___ war bei der Beurteilung 

des Integritätsschadens im Besitz des ABI-Gutachtens, und er hatte somit Kenntnis 

von der psychiatrischen Diagnose. Eine Integritätseinbusse aufgrund der psychischen 

Störung erachtete er jedoch nicht als angezeigt. Auch bei psychischen Störungen setzt 

der Anspruch auf eine Integritätsentschädigung eine dauernde und erhebliche 

Schädigung voraus. Damit die Erheblichkeit psychischer Störungen bejaht werden 

kann, müssen sie das Ausmass üblicher Varianten psychischer Beschwerden im 

Lebensverlauf eindeutig überschreiten. Sodann gilt ein Integritätsschaden als dauernd, 

wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang 

besteht. Bei psychischen Beschwerden müssen sämtliche Behandlungsmöglichkeiten 

ausgeschöpft worden sein, damit von einer Dauerhaftigkeit gesprochen werden kann. 

Die Dauerhaftigkeit des psychischen Schadens muss speziell begründet werden. Eine 

psychiatrische Diagnose alleine ist noch keine ausreichende Begründung zur 

Festlegung des Integritätsschadens. (Suva-Tabelle 19 Integritätsschaden bei 

psychischen Folgen von Unfällen). Aufgrund der medizinischen Aktenlage ist eine 

Erheblichkeit der psychischen Beschwerden eher fraglich. Nachdem die 

Beschwerdeführerin eine psychotherapeutische Betreuung noch gar nicht 

aufgenommen hat und eine psychopharmakologische Behandlung indiziert wäre, sind 

die Behandlungsmöglichkeiten offensichtlich noch nicht ausgeschöpft, weshalb nicht 

von einer dauerhaften psychischen Störung ausgegangen werden kann. Somit sind 

keine Hinweise ersichtlich, dass Dr. D.___ bei der Integritätsschätzung sein Ermessen 

in unzulässigerweise überschritten hätte.

2.2    Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass grundsätzlich auf die 

schlüssige und nachvollziehbare

Beurteilung von Dr. D.___ abgestellt werden kann. Bezüglich der 

Funktionseinschränkung im Bereich der Wirbelsäule rechtfertigt es sich jedoch, die 

Integritätsentschädigung in Abweichung zum Gutachten von Dr. D.___ auf 10% zu 

veranschlagen.

3.         

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3.1    Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde in Aufhebung des 

angefochtenen Einspracheentscheids in dem Sinn teilweise gutzuheissen, dass der 

Beschwerdeführerin eine Integritätsentschädigung auf der Basis einer 

Integritätseinbusse von 40% zu gewähren ist.

3.2    Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

3.3    Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 

61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor 

Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- 

bis Fr. 12'000.--. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin verzichtete auf das 

Einreichen einer Kostennote. Im vorliegenden Fall erscheint angesichts des 

eingeschränkten Prozessthemas eine Parteientschädigung von Fr. 3'000.-- (inklusive 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.        In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene 

Einspracheentscheid vom 13. Dezember 2007 aufgehoben und der 

Beschwerdeführerin ein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung entsprechend 

einer Integritätseinbusse von 40% zuerkannt.

2.        Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.        Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung 

von Fr. 3'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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