# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c17f01f5-4158-59c7-b957-b8a08d78a764
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-10-13
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 13.10.2021 BK 2021 227
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2021-227_2021-10-13.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Beschwerdekammer in 
Strafsachen

Cour suprême
du canton de Berne

Chambre de recours pénale

Beschluss
BK 21 227 + 228

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 09
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 13. Oktober 2021

Besetzung Oberrichter J. Bähler (Präsident), Oberrichter Schmid,
Oberrichter Gerber
Gerichtsschreiberin Kurt

Verfahrensbeteiligte A.________
v.d. Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

C.________
v.d. Rechtsanwalt D.________

Straf- und Zivilklägerin 1/Beschwerdeführerin 1

E.________
v.d. Rechtsanwalt D.________

Straf- und Zivilkläger 2/Beschwerdeführer 2

Gegenstand Nichtanhandnahme

Strafverfahren wegen fahrlässiger Tötung (Tauchunfall)

Beschwerde gegen die Verfügung der Regionalen Staatsanwalt-
schaft Oberland vom 21. April 2021 (O 18 12247)

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Erwägungen:

1. Mit Verfügung vom 21. April 2021 wies die Regionale Staatsanwaltschaft Oberland 
(nachfolgend: Staatsanwaltschaft) den Antrag der Straf- und Zivilkläger (nachfol-
gend: Beschwerdeführer), wonach das Verfahren personell auf den Beschuldigten 
auszudehnen sei, ab und nahm das Verfahren gegen den Beschuldigten wegen 
fahrlässiger Tötung nicht an die Hand. Dagegen reichten die Beschwerdeführer, 
vertreten durch Rechtsanwalt D.________, am 7. Mai 2021 Beschwerde ein mit 
dem Antrag, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Staatsanwalt-
schaft anzuweisen, gegen den Beschuldigten ein Strafverfahren wegen fahrlässiger 
Tötung zu eröffnen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Sowohl der Beschul-
digte, verteidigt durch Rechtsanwalt B.________, als auch die Generalstaatsan-
waltschaft beantragten in ihren Stellungnahmen vom 2. bzw. 3. Juni 2021 die Ab-
weisung der Beschwerde. 

2. Gegen Verfügungen und Verfahrenshandlungen der Staatsanwaltschaft kann bei 
der Beschwerdekammer in Strafsachen des Obergerichts des Kantons Bern (nach-
folgend: Beschwerdekammer) innert zehn Tagen schriftlich und begründet Be-
schwerde geführt werden (Art. 393 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 396 Abs. 1 der Straf-
prozessordnung [StPO; SR 312.0], Art. 35 des Gesetzes über die Organisation der 
Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1] i.V.m. Art. 29 
Abs. 2 des Organisationsreglements des Obergerichts [OrR OG; BSG 162.11]). Die 
Beschwerdeführer sind als Straf- und Zivilkläger durch die erfolgte Nichtanhand-
nahme unmittelbar in ihren rechtlich geschützten Interessen betroffen (Art. 382 
StPO). Auf die frist- und formgerechte Beschwerde ist einzutreten.

3. Betreffend Ausgangslage und Sachverhalt kann auf die Ausführungen in der Be-
schwerde sowie in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden. Am 23. Sep-
tember 2018 ereignete sich im Thunersee im Rahmen eines Ausbildungstauchgan-
ges ein tödlicher Tauchunfall. Der Tauchkurs wurde von der Tauchschule 
F.________ angeboten, bei welcher der Beschuldigte die Funktion des Geschäfts-
führers innehat. Zudem verfügt er über die höchste Ausbildungsstufe des Tauch-
verbandes PADI. Er ist PADI «Course Director». Der Ausbildungstauchgang vom 
23. September 2018 wurde von G.________ durchgeführt. Er selbst hat bei der 
F.________ seine Tauchausbildung absolviert und wird als Freelancer für die 
Durchführung von Tauchkursen, wie denjenigen vom 23. September 2018, von der 
F.________ engagiert. Er wurde vom Beschuldigten für den Tauchkurs vom 
23. September 2018 als Assistent eingesetzt. H.________, sel. (nachfolgend: Op-
fer) buchte als ausgebildeter «Open Water Scuba Instructor» bei der Tauschule 
F.________ den Ausbildungskurs zum «Specialty Deep Diver Instructor». Der Aus-
bildungskurs wurde ebenfalls von den «Open Water Scuba» Instruktoren 
I.________ und J.________ besucht. 

Die vier Beteiligten teilten sich für den Tauchgang in zwei Buddy-Teams 
(G.________/Opfer sowie I.________/J.________) auf. Das Team 
G.________/Opfer tauchte wie vorgesehen bis in 38m Tiefe. In der Folge signali-
sierte das Opfer G.________, dass etwas nicht in Ordnung sei. Gemäss Tauch-
gangprofil des Opfers vollzog dieses schliesslich aus einer Tiefe von 30m einen 

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Notaufstieg mit einer Geschwindigkeit von 1m/s. Ab ca. 10m bis 8m Tiefe leitete 
das Opfer eine Bremsung ein und kam auf einer Tiefe von 4.92m zu stehen. Das 
Tauchprofil zeigt ab diesem Zeitpunkt ein kontinuierliches Absinken bis zu einer 
Tiefe von ca. 56m. Das Opfer konnte schliesslich am 3. Oktober 2018 geborgen 
werden. 

In diesem Zusammenhang eröffnete die Staatsanwaltschaft gegen den Tauchkurs-
leiter G.________ ein Strafverfahren wegen fahrlässiger Tötung und es ist beab-
sichtigt, beim Regionalgericht Oberland Anklage gegen ihn zu erheben. 

4.

4.1 Gemäss Art. 311 Abs. 2 StPO kann die Staatsanwaltschaft die Untersuchung auf 
weitere Personen oder weitere Straftaten ausdehnen. Gemäss Art. 310 Abs. 1 Bst. 
a StPO verfügt sie die Nichtanhandnahme, sobald aufgrund der Strafanzeige oder 
des Polizeirapports feststeht, dass die fraglichen Straftatbestände oder die Pro-
zessvoraussetzungen eindeutig nicht erfüllt sind. Diese letztere Bestimmung ist 
auch anwendbar, wenn die Staatsanwaltschaft die Ausdehnung der Strafuntersu-
chung ablehnt. Zu prüfen ist somit, ob der dem Beschuldigten von den Beschwer-
deführern zur Last gelegte Tatbestand der fahrlässigen Tötung eindeutig nicht er-
füllt ist. Es muss sich insoweit um einen klaren Fall handeln (vgl. Urteil des Bun-
desgerichts 1B_25/2019 vom 7. Juni 2019 E. 2.3. mit weiteren Hinweisen).

4.2 Gemäss Art. 117 des Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB; SR 311.0) wird 
mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft, wer fahrlässig den 
Tod eines Menschen verursacht. Fahrlässig begeht ein Verbrechen oder Vergehen, 
wer die Folge seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedenkt 
oder darauf nicht Rücksicht nimmt. Pflichtwidrig ist die Unvorsichtigkeit, wenn der 
Täter die Vorsicht nicht beachtet, zu der er nach den Umständen und nach seinen 
persönlichen Verhältnissen verpflichtet ist (Art. 12 Abs. 3 StGB). Ein Schuldspruch 
wegen fahrlässiger Tötung setzt somit voraus, dass der Täter den Erfolg durch Ver-
letzung einer Sorgfaltspflicht verursacht hat. Die Straftat kann auch durch pflicht-
widriges Unterlassen (Art. 11 StGB) begangen werden. Voraussetzung ist in die-
sem Fall eine Rechtspflicht zur Vornahme der unterlassenen Handlung (Garanten-
stellung) sowie die Möglichkeit, diese Handlung vorzunehmen (BGE 141 IV 249 E. 
1.1).  

Ein Verhalten ist sorgfaltswidrig, wenn der Täter zum Zeitpunkt der Tat aufgrund 
der Umstände sowie seiner Kenntnisse und Fähigkeiten die damit bewirkte Gefähr-
dung der Rechtsgüter des Opfers hätte erkennen können und müssen und wenn er 
zugleich die Grenzen des erlaubten Risikos überschritten hat. Wo besondere, der 
Unfallverhütung und der Sicherheit dienende Normen ein bestimmtes Verhalten 
gebieten, bestimmt sich das Mass der zu beachtenden Sorgfalt in erster Linie nach 
diesen Vorschriften. Dies schliesst nicht aus, dass der Vorwurf der Fahrlässigkeit 
auch auf allgemeine Rechtsgrundsätze wie etwa den allgemeinen Gefahrensatz 
gestützt werden kann (BGE 135 IV 56 E. 2.1 mit Hinweisen). 

4.3 Erforderlich ist zudem ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang (BGE 
133 IV 158 E. 6.1). Der adäquate Kausalzusammenhang ist zu bejahen, wenn das 
Verhalten geeignet war, nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und den Erfah-

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rungen des Lebens einen Erfolg wie den eingetretenen herbeizuführen oder min-
destens zu begünstigen (BGE 138 IV 57 E. 4.1.3; 135 IV 56 E. 2.1; 133 IV 158 E. 
6.1 S. 168). Steht eine Sorgfaltspflichtverletzung durch Unterlassen zur Diskussion, 
ist anhand eines hypothetischen Kausalzusammenhangs zu prüfen, ob bei Vor-
nahme der gebotenen Handlung der Erfolg nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge 
und den Erfahrungen des Lebens mit einem hohen Grad an Wahrscheinlichkeit 
ausgeblieben wäre (vgl. BGE 135 IV 56 E. 2.1 S. 65; 134 IV 255 E. 4.4.1; je mit 
Hinweisen). 

Die Adäquanz ist zu verneinen, wenn ganz aussergewöhnliche Umstände wie das 
Mitverschulden des Opfers bzw. eines Dritten oder Material- oder Konstruktionsfeh-
ler als Mitursache hinzutreten, mit denen schlechthin nicht gerechnet werden muss-
te und die derart schwer wiegen, dass sie als wahrscheinlichste und unmittelbarste 
Ursache des Erfolgs erscheinen und so alle anderen mitverursachenden Faktoren - 
namentlich das Verhalten der beschuldigten Person - in den Hintergrund drängen 
(siehe zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts 6B_1104/2017 vom 13. April 2018 
E. 2.3.2 f. mit zahlreichen Hinweisen).

5.

5.1 Es ist unbestritten, dass der Beschuldigte aufgrund der Vorgaben des Tauchver-
bandes PADI anlässlich des Ausbildungsvorgangs vom 23. September 2018 per-
sönlich vor Ort hätte anwesend sein müssen. Insofern liegt eine Pflichtwidrigkeit 
vor, weswegen der Beschwerdeführer auch von der PADI mit einer sechsmonati-
gen Suspendierung sanktioniert worden war. Dieser Regelverstoss wurde von der 
Staatsanwaltschaft aber nicht als kausal erachtet. Die tatsächliche Begleitung des 
Tauchgangs im Wasser sei nicht vorgeschrieben, sondern die überwachende An-
wesenheit «vor Ort». Weiter hätte auch eine perfekt funktionierende und vorbereite-
te Rettungskette ab Wasseroberfläche oder ab Ufer am letalen Ausgang des 
Tauchgangs nichts geändert. Anders könnte es dann aussehen, wenn der Ausbil-
dungsstand der Prüflinge am Tag des Tauchgangs thematisiert und die Tauch-
gangplanung fundamental angepasst worden wäre. Die Staatsanwaltschaft kommt 
zum Schluss, dass dies nicht anzunehmen sei, denn mit einer deutlichen Reduktion 
der Tauchtiefe wäre der Tauchgang nicht als Kurstauchgang gewertet worden, was 
vorgängig in niemandes Interesse gewesen wäre. Zudem seien sämtliche der am 
23. September 2018 auszubildenden Instruktoren inklusive des Opfers bei der 
Tauchschule des Beschuldigten beschäftigt gewesen. Man habe sich also bereits 
als Instruktoren gekannt — und nicht etwa als Tauchschüler — und die tatsächliche 
Tieftaucherfahrung offenbar weder anlässlich der Anmeldung noch während des 
«Theorieblocks» oder bei anderen persönlichen Kontakten thematisiert. Mithin ha-
be man sich — durchaus erlaubterweise — auf die anzuwendenden Zulassungs-
vorschriften des Tauchverbands PADI und die Eigenverantwortung der 
Tauchinstruktoren verlassen, was auch bei physischer Anwesenheit des Beschul-
digten vor Ort nicht anders gewesen wäre. Da der Beschuldigte die Durchführung 
des Kurstauchgangs zulässigerweise an G.________ delegiert habe und sowohl 
dieser wie auch der Beschuldigte selbst um die — tiefen — Mindestanforderungen 
des Tauchverbands PADI gewusst hätten, das Opfer die Mindestanforderungen 
aber tatsächlich erfüllt habe, könne dem Beschuldigten offenkundig keine straf-

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rechtlich relevante und kausale Sorgfaltspflichtverletzung vorgeworfen werden. 
Beim Opfer handle es sich um einen erfahrenen Taucher und Instruktor. Beim Kur-
stauchgang vom 23. September 2018 habe es sich auch nicht um einen «Anfän-
gerkurs» gehandelt. Das Opfer habe um die unterschiedlichen physischen und 
psychischen Anforderungen von Tauchgängen bis 40m Tiefe gewusst und hätte 
folglich seine mangelnde Erfahrung selber thematisieren oder vorgängig der Kurs-
teilnahme und -durchführung für hinreichende Erfahrung sorgen müssen. Er habe 
sich aber freiwillig, in vollständiger Kenntnis der potenziellen Risiken und eigenver-
antwortlich ins Wasser begeben, um gemeinsam mit den weiteren Teilnehmern ei-
nen zählbaren Ausbildungstauchgang auf 35-40m Tiefe im Hinblick auf die Erlan-
gung des «Specialty Deep Diver Instructor»-Status zu absolvieren und nach einem 
weiteren analogen Tauchgang selber Tauchschüler in diese Tiefe führen zu dürfen. 

5.2 Die Generalstaatsanwaltschaft und der Beschuldigte schliessen sich dieser Auffas-
sung an. Insbesondere wird der Umstand ins Feld geführt, dass gemäss Gutachten 
die vorgegebenen Standards von PADI eingehalten worden seien und das Opfer 
als brevetierter Tauchlehrer eigenverantwortlich gehandelt habe. Der Beschuldigte 
hält zusammenfassend fest, dass sich weder aus den Akten noch der Beschwerde 
schlüssige Anhaltspunkte ergeben würden, wie der Tauchgang an den Erfahrungs-
stand des Opfers anzupassen gewesen wäre und inwiefern eine solche Anpassung 
den Unfalltod hätte verhindern können. Salopp ausgedrückt machten die Be-
schwerdeführer geltend, dass der Beschuldigte bei seiner Anwesenheit anlässlich 
des Briefings entgegen jeglichen Standards den ihm ebenfalls wenig bekannten 
Verunfallten (notabene ein hochbrevetierter Tauchlehrer) über seine Tieftaucher-
fahrung ausgefragt hätte, um dann zu befinden, dass der Verunfallte trotz Erfüllung 
der PADI-Anforderungen und entgegen seiner eigenverantwortlichen Selbstein-
schätzung nicht erfahren genug sei, um den von langer Hand geplanten Tauch-
gang durchzuführen bzw. um den Tauchgang in einer Weise abzuändern, dass er 
für sämtliche Kursteilnehmer zur Makulatur geworden wäre. Dass sich dieses Sze-
nario nicht mit einem hohen Grad der Wahrscheinlichkeit im Sinne der bundesge-
richtlichen Rechtsprechung hätte realisieren dürfen, sei bei nüchterner Betrachtung 
augenscheinlich. Wenn nun nach nahezu drei Jahren umfangreicher Ermittlungs-
handlungen und diverser Aktengutachten ex post der Verdacht geäussert werde, 
dass der Tauchunfall der fehlenden Erfahrung des Verunfallten geschuldet sei, 
könne daraus keinesfalls eine Strafbarkeit des Beschuldigten abgeleitet werden.

6.

6.1 Aus dem Gutachten vom 30. März 2020 geht hervor, dass die wahrscheinlichste 
Ursache für die Probleme des Opfers eine einsetzende Inertgasnarkose und/oder 
Unerfahrenheit gewesen sei (pag. 0633, auch zum Folgenden, sowie pag. 0635 
und pag. 0652 f., vgl. auch pag. 0655). Der Aufstieg des Opfers sei deutlich zu 
schnell erfolgt, was in weiterer Folge durch die Ausdehnung der Atemgase in der 
Lunge zu zentralen Lungenrissen geführt habe. Da das Opfer auf den schnellen 
Aufstieg mit einer Betätigung des Auslassventils am Anzug/Jacket reagiert habe, 
sei es zu keinem vollständigen Auftauchen gekommen. Zu diesem Zeitpunkt sei 
das Opfer noch handlungsfähig und daher noch bei Bewusstsein gewesen. Infolge 
der zentralen Lungenrisse sei in weiterer Folge Gas sowohl in den venösen wie 

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auch arteriellen Lungenkreislauf eingetreten und mit den Herzaktionen sowohl in 
die linke wie auch rechte Herzhälfte und weiter in die herznahen venösen und arte-
riellen Gefässe des Köpers verschleppt worden. Dieser Vorgang habe innerhalb 
weniger Sekunden zum Eintritt der Bewusstlosigkeit geführt und nach wenigen Mi-
nuten zum Hirntod. Der Todeseintritt des Opfers wäre nur dadurch zu verhindern 
gewesen, wenn die Geschwindigkeit des Aufstiegs früher reduziert worden wäre. 
Ab dem Zeitpunkt des unkontrollierten Aufstiegs hätten keine weiteren Massnah-
men durch G.________ oder andere Personen den weiteren Verlauf beeinflussen 
können. Aufgrund der dramatischen Lungenüberdruckverletzung hätten keine me-
dizinischen Massnahmen getroffen werden können, damit das Opfer überlebe. 
Auch eine aktivierte und an der Oberfläche wartende Rettungskette hätte in diesem 
Fall aus intensivmedizinischer Sicht keinen Erfolg gehabt (pag. 0634). Aus dem 
Gutachten geht weiter hervor, dass aus taucherischer und tauchmedizinischer 
Sicht mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen sei, dass die Unerfahrenheit 
des Opfers zu dem Unfallgeschehen signifikant beigetragen habe (pag. 0655). 
Durch mehr taucherische Erfahrung wäre der Unfall wahrscheinlich zu verhindern 
gewesen (pag. 0656 f.). 

6.2 Das vermutlich grösste Missverständnis und damit Problem beim Tauchgang ist 
gemäss Gutachten die Annahme und Voraussetzung falscher Tatsachen gewesen. 
G.________ sei wohl davon ausgegangen, dass er einen Tauchgang mit erfahre-
nen Tauchlehrern leiten solle. Was man ihm aus tauchausbildnerischer Sicht allen-
falls vorhalten könne, sei das nicht genaue Nachfragen nach dem aktuellen Status, 
d.h. wie viele Tauchgänge aktuell geloggt worden seien, wie viel Erfahrung in ei-
nem bestimmten Bereich vorhanden und wann der letzte Tauchgang gewesen sei. 
Im Regelfall würde man unabhängig vom Brevetierungsstatus eines Tauchers nicht 
sofort tief tauchen, wenn z.B. der letzte Tauchgang vor einem Jahr gewesen oder 
unter diesen besonderen Umständen noch nie getaucht worden sei. Hätte 
G.________ diesbezüglich genauer nachgefragt, hätte er gewusst, dass das Opfer 
auf dieser Tiefe und unter diesen Bedingungen erst sehr wenig Erfahrung gehabt 
habe. Dieses Wissen hätte wahrscheinlich Einfluss auf die Tauchgang-
planung und vielleicht die Reaktion unter Wasser gehabt. Vermutlich hätte auch die 
vorherige Übermittlung des Kenntnisstandes der Instruktoren durch den Kursdirek-
tor geholfen und wäre sicherlich von Vorteil gewesen (pag. 0656). Zusammenge-
fasst sei aus tauchausbildnerischer Sicht festzuhalten, dass G.________ die 
Tauchgangsplanung dann hätte anpassen und in der konkreten Situation anders 
hätte reagieren müssen, wenn er gewusst hätte, dass das Opfer in dieser Situation 
unerfahren gewesen sei. Da er aber einen Ausbildungsgang mit Tauchlehrern habe 
durchführen sollen (die in naher Zukunft selbst die Verantwortung für einen Schüler 
beim Tieftauchen gehabt hätten), sei es durchaus nachvollziehbar, dass er vermut-
lich von einem höheren Erfahrungslevel des Opfers ausgegangen sei. Allenfalls 
hätte er sich im Vorfeld genauer über den Erfahrungslevel der Tauchlehrerkandida-
ten informieren können. Es sei aber festzuhalten, dass das Opfer als Tauchlehrer 
von sich aus hätte berichten müssen, dass es wenig Erfahrung in diesem Bereich 
habe (pag. 0657), und diese Informationen auch eine Bringschuld des Opfers ge-
wesen wären (pag. 0664). 

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7. Gemäss Gutachten hätten zwar weder die Tauchschule noch G.________ und das 
Opfer gegen die geltenden Standards verstossen (mit Ausnahme der fehlenden 
Anwesenheit des Beschuldigten). Offensichtlich verfügte das Opfer aber über we-
nig bis gar keine Tieftaucherfahrung, weshalb es laut den Gutachtern eigentlich gar 
nicht die nötigen Voraussetzungen für diesen Tauchgang erfüllte, auch wenn vom 
Tauchverband PADI alle Tauchgänge tiefer als 20m als Tieftauchgänge gewertet 
werden (pag. 0659). Mit Blick auf das Gutachten und den Berichtsrapport vom 
23. April 2021 können solche Tauchgänge nicht mit Tieftauchgängen auf unter 30m 
verglichen werden. Die Einvernahme von G.________ vom 15. Januar 2019 zeigt 
jedenfalls, dass er selber davon ausgegangen ist, dass sich die Erfahrung im Tief-
tauchen auf mindestens 10 Tauchgänge auf eine Tiefe unter 30m beziehe. Weiter 
sagte er aus, dass es natürlich schon «cool» wäre, wenn man schon vorgängig 
Kenntnis davon habe, dass ein Teilnehmer noch nicht alle 10 Tieftauchgänge habe 
(pag. 0246, Z. 276 ff.). Aus seinen Aussagen ergibt sich damit wohl, dass er beim 
Tauchgang anders vorgegangen wäre, wenn er um die fehlende Erfahrung des Op-
fers gewusst hätte (pag. 0247 f., Z. 368 ff.). Darauf deuten auch die Ausführungen 
in seiner Stellungnahme vom 3. März 2021, welche er ihm Rahmen der Frist nach 
Art. 318 StPO bei der Staatsanwaltschaft eingereicht hat, hin. Darin wird die feh-
lende Erfahrung mit tiefen Tauchgängen als erschreckend bezeichnet (pag. 0852 
Akten O 18 12247). Der Umstand, dass eine angepasste Tauchgangplanung den 
geforderten Ausbildungsgang ad absurdum geführt hätte, lässt einzig darauf 
schliessen, dass der Ausbildungsgang allenfalls ohne das Opfer hätte stattfinden 
müssen (vgl. pag. 0700), führt aber nicht zur Annahme, dass diese Tauchgänge 
auf jeden Fall auch mit dem Opfer stattgefunden hätten. Zwar sagte G.________ 
aus, er wäre vorerst nur auf 35m getaucht. Allerdings stellt sich im Zusammenhang 
mit der Beurteilung seiner Strafbarkeit wohl auch die Frage, ob er mit Blick auf die 
Unerfahrenheit des Opfers überhaupt einen solchen Tauchgang im Rahmen des 
Ausbildungsganges hätte durchführen dürfen. So wird als Fazit im Ergänzungsgut-
achten festgehalten, dass G.________ dem Opfer hätte empfehlen müssen, von 
diesem Kurs zurückzutreten und vorerst weitere Tieftaucherfahrung zu sammeln. 
Diese Empfehlung hätte in noch weit grösserem Masse vom Beschuldigten kom-
men müssen, der als Letztverantwortlicher schlussendlich den tatsächlichen Tau-
cherfahrungsstand der Kandidaten gekannt und diese zu dem Ausbildungslehrgang 
eingeteilt habe (pag. 0700). Mit Blick auf diese Ausführungen ergeben sich auch 
unter Berücksichtigung der Eigenverantwortung des Opfers sowie der Einhaltung 
der Mindeststandards von PADI Anhaltspunkte, dass G.________ dem Ausbil-
dungs- und Erfahrungsstand des Opfers mehr Rechnung hätte tragen müssen und 
auch Rechnung getragen hätte, wenn er Kenntnis von der Erfahrung des Opfers 
gehabt hätte. Mit Blick darauf, dass es sich dabei um den einzigen Vorhalt handelt, 
der ihm im Gutachten (vgl. auch pag. 0663) und auch im Berichtsrapport vom 
23. April 2019 gemacht wird (pag. 0110), und den Umstand, dass die Staatsan-
waltschaft Anklage gegen ihn erheben wird, ist es nicht nachvollziehbar, weshalb 
gegen den Beschuldigten kein Verfahren eröffnet worden ist.

8. Ob die Anwesenheit des Beschuldigten vor Ort etwas geändert hätte, scheint 
tatsächlich fraglich. Zudem scheinen die PADI Standards kein Briefing bezüglich 
der Erfahrung der Teilnehmer vorzusehen (pag. 0700). Aber es stellt sich mit Blick 

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auf die vorangehenden Ausführungen die Frage, ob der Beschuldigte das Opfer 
überhaupt zu diesem Kurs hätte zulassen dürfen und/oder er nicht zumindest 
G.________ Informationen betreffend Erfahrung des Opfers im Tieftauchen hätte 
zukommen lassen müssen. Gemäss Kursausschreibung wird Erfahrung im Tieftau-
chen vorausgesetzt (pag. 0168). Der Beschuldigte wurde am 14. November 2018 
als Auskunftsperson befragt. Auf die Frage, welche Voraussetzungen die Kursteil-
nehmer hätten erfüllen müssen, um an diesem Kurs vom 23. September 2018 teil-
zunehmen, sagte er aus, sie müssten einfach PADI Instruktor sein. Also für den 
Abschluss des Kurses müssten sie 10 Tauchgänge in grösserer Tiefe, 20-40m, 
gemacht haben. Speziell für den Kurs gebe es nichts Spezifisches (pag. 0319, Z. 
154 ff.). Auf Frage, wer bei der F.________ generell überprüfe, ob die Kursteilneh-
mer die jeweiligen Voraussetzungen erfüllten, sagte der Beschuldigte aus: «Wir 
wussten es. Er musste generell ein Instruktor sein und wir wussten auch, dass die-
ser aktiv im See tauchte» (pag. 0319, Z. 169 ff.). Der Beschuldigte wusste nicht, ob 
das Opfer den Abschluss geschafft hätte, wären die zwei am 23. September 2018 
geplanten Tauchgänge erfolgreich gewesen (vgl. pag. 0319, Z. 178 ff.). Mit Blick 
auf das ergänzende Gutachten vom 14. Juli 2020 ist die Ausbildung aber nicht da-
zu da, dem Instruktor das Tieftauchen beizubringen. Dies werde bei einem solchen 
Lehrgang von allen Verbänden vorausgesetzt (pag. 0700). Es scheint daher wider-
sprüchlich, dass vom Beschuldigten für den Kurs keinerlei Erfahrung vorausgesetzt 
wird und die Tieftauchgänge erst bei Abschluss des Kurses überhaupt überprüft 
werden. Die Einvernahme des Beschuldigten deutet stark daraufhin, dass der Er-
fahrungsstand des Opfers im Bereich Tieftauchen gar nicht bekannt und wohl auch 
nicht erfragt worden war. Im Gutachten wird ausdrücklich auf die problematische 
fehlende Erfahrung des Opfers sowie die hohe Gefahr des Tieftauchens besonders 
für brevetierte Tauchlehrer wie das Opfer hingewiesen. Zudem geht daraus auch 
implizit hervor, dass die Mindeststandards von PADI aus tauchmedizinischer und 
tauchausbildnerischer Sicht zu wenig weit reichen. Der Beschuldigte verfügt über 
die höchste Ausbildungsstufe des Tauchverbandes PADI, weshalb erwartet werden 
darf, dass er um diese grossen Risiken Bescheid wusste. Trotzdem bestehen keine 
Anhaltspunkte, dass die Erfahrung mit dem Opfer, welches bekanntermassen erst 
seit drei Monaten als Tauchlehrer ausgebildet war (pag. 0107), oder dem Ausbil-
dungsverantwortlichen G.________ thematisiert worden wäre, obwohl dies als 
Kursvoraussetzung vorausgesetzt wird. Es scheint vielmehr, als der Beschuldigte 
der erforderlichen und elementaren Erfahrung im Zusammenhang mit der Kurszu-
lassung kein Gewicht beigemessen hat. In diesem Zusammenhang kann eine 
Sorgfaltswidrigkeit nicht ausgeschlossen werden, zumal gerade nicht gesagt wer-
den kann, man habe sich erlaubterweise auf die anzuwendenden Zulassungsvor-
schriften des Tauchverbands PADI und die Eigenverantwortung der Tauchinstruk-
toren verlassen. Dieses Vorgehen des Beschuldigten ist geeignet, sowohl beim 
durchführenden Tauchlehrer als auch bei den Teilnehmern ein falsches Signal zu 
senden. Es wird suggeriert, dass grundsätzlich die Voraussetzungen und die Erfah-
rung zur Vornahme zweier solcher Tieftauchgänge gegeben sind. 

9. Wie vorangehende Ausführungen zeigen, ging G.________ davon aus, dass die 
Teilnehmer bereits über die erforderlichen Tieftauchgänge verfügten, wobei er – 
was im Gutachten aus tauchmedizinischer Sicht auch empfohlen wird – von 

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Tauchgängen auf einer Tiefe unter 30m ausgegangen ist. Selbst wenn PADI be-
reits Tauchgänge unter 20m als Tieftauchgänge bezeichnet und im Gutachten in 
diesem Zusammenhang keine Verletzung der Mindeststandards von PADI festge-
stellt worden ist, scheint zumindest für G.________ der geltende Standard höher 
gewesen zu sein, was mit Blick auf die Ausführungen im Gutachten einleuchtet. 
Zudem schien G.________ davon auszugehen, dass die nötige Erfahrung am 
Kurstag vom 23. September 2018 vorlag. Aufgrund der erfolgten Kurszulassung 
durfte er das grundsätzlich auch annehmen. Anscheinend wurde die Erfahrung des 
Opfers vor der Kurszulassung aber gar nie überprüft, was zu einem Missverständ-
nis und der Annahme von falschen Voraussetzungen geführt hat. Dieses Missver-
ständnis ist grundsätzlich geeignet, das Unfallgeschehen zu beeinflussen und deu-
tet darauf hin, dass der Informationsfluss ungenügend war und bei G.________ zur 
Annahme von falschen Tatsachen geführt hat. Bei dieser Ausgangslage ist es nicht 
angezeigt, einzig dem Opfer den Vorwurf zu machen, es hätte am 23. September 
2018 seine Erfahrung offenlegen müssen bzw. den Kurs nicht antreten dürfen. 

10. Mit Blick darauf kann das Vorliegen einer Sorgfaltswidrigkeit nicht einzig mit dem 
Hinweis, die Tieftaucherfahrung sei gemäss Standards von PADI erfüllt gewesen, 
verneint werden, zumal das Einhalten der anwendbaren Normen nicht in jedem Fall 
eine Fahrlässigkeit ausschliesst und eine solche auch auf allgemeine Rechts-
grundsätze wie etwa den allgemeinen Gefahrensatz gestützt werden kann. Mit 
Blick auf die Ausführungen im Gutachten zu den hohen Risiken des Tieftauchens 
für Tauchlehrer wie das Opfer (pag. 0640 ff.) sowie den Umstand, dass die lang-
same physische, psychische und technische Adaption an die Tiefe die wichtigste 
Voraussetzung sei, um Tauchzwischenfälle zu vermeiden (pag. 0648), ist wohl 
nicht davon auszugehen, dass die Einhaltung der PADI Richtlinien eine Sorgfalts-
widrigkeit ausschliesst, zumal aus tauchmedizinischer und tauchausbildnerischer 
Sicht die Durchführung eines Kurses mit der Erfahrung des Opfers von den Gut-
achtern nicht empfohlen worden wäre. Zu berücksichtigen ist auch, dass der Be-
schuldigte und G.________ betreffend Erfahrungs- und Ausbildungsstand offenbar 
andere Auffassungen hatten. Die Erfahrung spielt im Zusammenhang mit der Kurs-
zulassung und dem Unfallgeschehen eine zentrale Rolle und es bestehen konkrete 
Anhaltspunkte, dass der Beschuldigte der Erfahrung des Opfers nicht hinreichend 
oder gar nicht Rechnung getragen hat, was zum Missverständnis von G.________ 
beigetragen hat. Eine Sorgfaltspflichtverletzung durch den Beschuldigten ist damit 
nicht eindeutig ausgeschlossen. Da es auch nicht offensichtlich ist, dass sich das 
Wissen um die Erfahrung nicht auf den Tauchvorgang ausgewirkt hätte, sind die 
Voraussetzungen für eine Nichtanhandnahme gegen den Beschuldigten wegen 
fahrlässiger Tötung nicht gegeben. Insbesondere bei Ereignissen mit schwerwie-
genden Folgen ist in der Regel eine Untersuchung durchzuführen. Dies gilt na-
mentlich, wenn eine Person bei einem Unfall eine schwere Körperverletzung erlei-
det und eine strafrechtliche Drittverantwortung nicht eindeutig ausgeschlossen 
werden kann (BGE 137 IV 285 E. 2.3 mit Hinweisen sowie E. 2.5 zum Folgenden). 
Stirbt, wie vorliegend, eine Person bei einem Unfall und bedarf die Entscheidung, 
ob sich jemand eine Sorgfaltspflichtverletzung hat zu Schulden lassen kommen, 
detaillierter Sachverhaltsabklärungen und einer eingehenden rechtlichen Würdi-
gung, besteht kein Raum für den Erlass einer Nichtanhandnahmeverfügung. Dies 

10

gilt auch dann, wenn die Schwelle für die Verfügung einer Nichtanhandnahme vor 
dem Hintergrund, dass es um eine Ausdehnung in einem Verfahren geht, in wel-
chem mit Bezug auf G.________ bereits umfangreiche Ermittlungshandlungen 
getätigt worden sind, tiefer angesetzt wird. Entgegen den Ausführungen des Be-
schuldigten ergeben sich aus den bisherigen Akten und dem Stand des Verfahrens 
keine eindeutigen Hinweise auf seine fehlende Strafbarkeit. Dass sich bei dieser 
Ausgangslage beim tragischen Unfall letztlich das allgemeine Risiko verwirklicht 
hat, welches dem Tauchsport als Risikosportart inhärent ist, wie vom Beschuldigten 
behauptet, scheint zumindest fraglich und es kann auch mit Blick auf die Schwere 
des Delikts keine Nichtanhandnahme erfolgen. 

Eine Nichtanhandnahme wegen schwerer Betroffenheit im Sinne von Art. 54 StGB 
rechtfertigt sich ebenfalls nicht. Es darf davon ausgegangen werden, dass eine 
emotionale Betroffenheit grundsätzlich immer vorliegt, wenn sich ein Todesfall im 
eigenen Verantwortungsbereich ereignet. Es bestehen keine Hinweise, dass der 
Beschuldigte und das Opfer in einem engen Verhältnis zueinanderstanden. Mit 
Blick auf die Erwägungen in diesem Entscheid steht auch nicht einzig eine Sorg-
faltspflichtverletzung lediglich formeller Natur von untergeordneter Relevanz im 
Raum. Zudem ist es nicht ersichtlich und wird auch nicht geltend gemacht, inwie-
fern der Beschuldigte durch die halbjährige Suspendierung durch PADI psychisch 
oder finanziell so schwer betroffen ist, dass eine Strafe unangemessen wäre. Bei 
dieser Ausgangslage kommt eine Nichtanhandnahme gestützt auf Art. 310 Abs. 1 
Bst. c i.V.m. Art. 8 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 54 StGB nicht in Betracht. 

Die Beschwerde ist gutzuheissen. Die Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 
21. April 2021 ist aufzuheben und dementsprechend ein Strafverfahren gegen den 
Beschuldigten wegen fahrlässiger Tötung zu eröffnen. 

11.

11.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens trägt der Kanton gestützt auf Art. 428 Abs. 4 
StPO die Verfahrenskosten. Diese werden bestimmt auf CHF 1'500.00.

11.2 Kongruent dazu steht die Entschädigungsregelung von Art. 436 Abs. 3 StPO, wo-
nach die Parteien im Falle einer Kassation Anspruch auf eine angemessene Ent-
schädigung für ihre Aufwendungen im Rechtsmittelverfahren haben. Diese Be-
stimmung verweist zwar einzig auf Art. 409 StPO (Kassation im Berufungsverfah-
ren), muss aber nach einhelliger Lehrmeinung auch im Beschwerdeverfahren an-
wendbar sein, wenn eine Rückweisung nach Art. 397 Abs. 2 StPO erfolgt (GRIES-
SER, in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2020, Art. 436 N 4; 
WEHRENBERG/FRANK, in: Basler Kommentar Schweizerische Strafprozessordnung, 
2. Aufl. 2014, Art. 436 N 14 m.w.H. sowie GUIDON, Die Beschwerde gemäss 
Schweizerischer Strafprozessordnung, 2011, N 580). Anspruch auf eine Entschä-
digung gestützt auf Art. 436 Abs. 3 StPO hat nicht nur die beschwerdeführende ob-
siegende Privatklägerschaft, sondern auch die beschuldigte Person. Entgegen der 
bislang geltenden Praxis der Beschwerdekammer ist damit auch dem am Be-
schwerdeverfahren teilnehmenden Beschuldigten eine Entschädigung für seine 
notwendigen Aufwendungen im Beschwerdeverfahren auszurichten, unabhängig 
von den gestellten Anträgen (in diesem Sinne bereits Beschluss des Obergerichts 

11

des Kantons Bern BK 11 11 vom 8. Februar 2011). Die Entschädigungen sind vom 
Kanton Bern zu entrichten.

11.3 Die Bemessung der Entschädigung liegt im Ermessen der Beschwerdekammer. 
Die Staatsanwaltschaft beabsichtigt, Anklage gegen G.________ beim Einzelge-
richt zu erheben. Gemäss Art. 17 Abs. 1 Bst. b Parteikostenverordnung (PKV; BSG 
168.811) reicht der Tarifrahmen in Verfahren vor dem Einzelgericht des Regional-
gerichts von 500 bis 25 000 Franken. Der Tarifrahmen im vorliegenden Beschwer-
deverfahren beträgt 10 bis 50 Prozent davon (Art. 17 Abs. 1 Bst. f PKV). Innerhalb 
des Rahmentarifs bemisst sich der Parteikostenersatz nach dem in der Sache ge-
botenen Zeitaufwand und der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des 
Prozesses (Art. 41 Abs. 3 des Kantonalen Anwaltsgesetzes [KAG; BSG 168.11]).

Der Rechtsanwalt des Beschuldigten macht mit Kostennote vom 5. Oktober 2021 
eine Honorarforderung von CHF 9'645.00, zuzüglich Kleinspesenpauschale von 
3%, ausmachend CHF 289.35 und Mehrwertsteuer von CHF 742.65, ausmachend 
total CHF 10’677.00, geltend. Angesichts der Bedeutung und Komplexität des vor-
liegenden Beschwerdeverfahrens und dem Umstand, dass der Anwalt erst im Be-
schwerdeverfahren beigezogen wurde und damit vorher keine Aktenkenntnis hatte, 
ist dieser Aufwand im oberen Drittel des Tarifrahmens angemessen. Die Spesen 
sind nicht einzeln ausgewiesen. Die Höhe von CHF 289.35 (3 % der Anwaltsge-
bühr) erscheint aber mit Blick auf den Aktumfang als angemessen. Dem Beschul-
digten wird damit eine Entschädigung von CHF 10'677.00 (inkl. Auslagen und 
MWST) ausgerichtet. 

Der Rechtsanwalt der Beschwerdeführer macht mit Kostennote vom 11. Oktober 
2021 ein Honorar von CHF 3'200.00 geltend. Dieses Honorar sowie die geltend 
gemachten Auslagen von CHF 35.00 geben ebenfalls zu keinen Beanstandungen 
Anlass. Die Entschädigung von insgesamt CHF 3'484.10 (inkl. MWST) ist ange-
messen. 

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Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die Verfügung der Regionalen Staatsanwalt-
schaft Oberland vom 21. April 2021 aufgehoben.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 1'500.00 trägt der Kanton.

3. Den Straf- und Zivilklägern wird für ihre Aufwendungen eine Entschädigung von 
CHF 3'484.10 (inkl. Auslagen und MWST) ausgerichtet. 

4. Dem Beschuldigten wird für seine Aufwendungen im Beschwerdeverfahren eine Ent-
schädigung von CHF 10'677.00 (inkl. Auslagen und MWST) ausgerichtet. 

5. Zu eröffnen:
- den Straf- und Zivilklägern/Beschwerdeführern 1+2, beide v.d. Rechtsanwalt 

D.________
(per Einschreiben)

- dem Beschuldigten, v.d. Rechtsanwalt B.________ (per Einschreiben)
- der Generalstaatsanwaltschaft (per Kurier)

Mitzuteilen:
- der Regionalen Staatsanwaltschaft Oberland, Staatsanwalt K.________

(mit den Akten – per Einschreiben)

Bern, 13. Oktober 2021 Im Namen der Beschwerdekammer
in Strafsachen

Der Präsident:

Oberrichter J. Bähler

Die Gerichtsschreiberin:

Kurt

Die Entschädigung für das Beschwerdeverfahren wird durch die Beschwerdekammer in Strafsachen entrichtet. 
Es wird um Zustellung eines Einzahlungsscheins ersucht. 

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgerichtsgeset-
zes (BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entspre-
chen.