# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e6e22869-0759-5723-b550-a162524f8bf7
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-06-27
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 27.06.2024 VG.2024.00006 (VG.2024.1367)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2024-00006_2024-06-27.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 27. Juni 2024

  
	
   

  
	
   

  
	
  I. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  Besetzung:
  Gerichtspräsident MLaw Colin Braun, Verwaltungsrichter Ernst Luchsinger,
  Verwaltungsrichterin Jolanda Hager und Gerichtsschreiberin MLaw Paula Brändli

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2024.00006

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    A.______

    	
    Beschwerdeführerin

    

  

  
	
   

  
	
  vertreten durch Dr. iur.
  Stefan Müller,
  Rechtsanwalt

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    BA.______

    	
    Beschwerdegegner

    

  

  
	
   

  
	
  	
    2.

    	
    BB.______

    

  

  
	
   

  
	
  	
    3.

    	
    Gemeinde Glarus

    

  

  
	
   

  
	
  	
    4.

    	
    Departement Bau und Umwelt des Kantons
    Glarus

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  Baubewilligung

  
	
   

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung:

  
	
  I.

  
	
  1.

  
	
  A.______ ist Eigentümerin
  der Parz.-Nr. 01 Grundbuch […]. Am 4. Juli 2022 reichte sie bei der
  Gemeinde Glarus ein Gesuch für die Installation einer Luft-/Wasserwärmepumpe
  ein. Hiergegen erhoben BA.______ und BB.______ am 29. August 2022
  Einsprache, welche die Gemeinde Glarus am 25. Oktober 2022 guthiess und
  das Baugesuch nicht bewilligte. In der Folge erhob A.______ am
  5. Dezember 2022 Beschwerde beim Departement Bau und Umwelt des Kantons
  Glarus (DBU), welches die Sache am 12. Dezember 2023 abwies.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  A.______ gelangte mit
  Beschwerde vom 29. Januar 2024 ans Verwaltungsgericht und beantragte die
  Aufhebung des Entscheids des DBU vom 12. Dezember 2023. Die
  Baubewilligung sei zu erteilen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu
  Lasten von BA.______ und BB.______. Das DBU schloss am 22. Februar 2024
  auf Abweisung der Beschwerde, soweit darauf eingetreten werden könne; unter
  Kostenfolge. Die Gemeinde Glarus liess sich am 26. März 2024 vernehmen
  und beantragte ebenfalls die Abweisung der Beschwerde; unter Kosten- und
  Entschädigungsfolge zu Lasten von A.______. Den nämlichen Antrag stellten
  BA.______ und BB.______ am 27. März 2024; unter Kosten- und
  Entschädigungsfolge zu Lasten von A.______.

  
	
   

  
	
  II.

  
	
  1.

  
	
  1.1
  Das Verwaltungsgericht ist gemäss
  Art. 79 Abs. 1 des Raumentwicklungs- und Baugesetzes vom
  2. Mai 2010 (RBG) i.V.m. Art. 105 Abs. 1 lit. b des
  Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 4. Mai 1986 (VRG) zur
  Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Da auch die übrigen
  Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

  
	
   

  
	
  1.2 Gemäss Art.
  107 Abs. 1 VRG können mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde Mängel des
  angefochtenen Entscheids oder des Verfahrens geltend gemacht werden. Dazu
  gehören die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen
  Sachverhalts (lit. a) und die unrichtige Rechtsanwendung einschliesslich
  eines Missbrauchs des Ermessens (lit. b). Die Unangemessenheit des
  angefochtenen Entscheids kann demgegenüber nur bei Vorliegen eines
  Ausnahmefalls gemäss der abschliessenden Aufzählung in Art. 107
  Abs. 2 VRG gerügt werden, wobei ein solcher vorliegend nicht gegeben
  ist.

  
	
   

  
	
  1.3 Die Beschwerdeführerin beantragt die Durchführung
  eines Augenscheins. Gemäss Art. 38 Abs. 1 lit. f VRG
  kann die Behörde einen Augenschein durchführen. Der Entscheid über dessen
  Anordnung steht im pflichtgemässen Ermessen der Behörde. Eine Pflicht zur
  Durchführung eines Augenscheins besteht nur dann, wenn die tatsächlichen
  Verhältnisse auf andere Weise überhaupt nicht abgeklärt werden können. Ein
  Augenschein ist insbesondere dann geboten, wenn die tatsächlichen
  Verhältnisse unklar sind und anzunehmen ist, die Parteien vermöchten durch
  ihre Darlegungen an Ort und Stelle Wesentliches zur Erhellung der sachlichen
  Grundlagen des Rechtsstreits beizutragen. Der Verzicht auf Durchführung eines
  Augenscheins ist zulässig, wenn die Akten eine hinreichende Entscheidgrundlage
  darstellen (vgl. BGer-Urteil 1C_192/2010 vom 8. November 2010
  E. 3.3, mit Hinweis; VGer-Urteil VG.2023.00043 vom 25. Januar 2024
  E. II/1.4). Vorliegend stellen sich
  hauptsächlich Rechtsfragen, wozu ein Augenschein kaum Entscheidrelevantes
  beitragen kann. Überdies ergibt sich der massgebende Sachverhalt
  rechtsgenüglich aus den im Recht liegenden Akten. Demgemäss ist auf einen
  Augenschein ebenso zu verzichten wie auf eine Befragung allfälliger Zeugen.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, das geplante
  Bauvorhaben halte den geforderten Planungswert ein. Der geplante Standort bei
  der Ostfassade des Gebäudes erweise sich dabei am geeignetsten. Dort befinde
  sich denn auch das Heizungsrohr zum Anschluss, wobei es notorisch sei, dass
  längere Rohrleitungen zu höheren Kosten und zu einem geringeren Wirkungsgrad
  der Wärmepumpe führten. Darüber hinaus befinde sich dort eine Hecke, welche
  einen lärmreduzierenden Effekt habe. Diese Variante koste gemäss
  eingereichter Offerte Fr. 41'349.05. Eine Verschiebung nach Süden würde
  für die Beschwerdegegner 1 und 2 sodann keine geringeren Immissionen
  bedeuten, da sich dort deren Aussensitzplatz befinde. Gegen eine Verschiebung
  an die Nordfassade würden des Weiteren einerseits die dortige Aussentreppe
  und andererseits der Umstand, dass die Montage an der Fassade technisch
  unmöglich sei, sprechen. Ferner bündle die Installation in einer Nische die
  Lärmemissionen, woraus eine erhöhte Lärmbelastung resultiere. Weiter sei der
  Beschwerdegegner 4 davon ausgegangen, dass die Wärmepumpe auf der
  westlichen Seite der Nordfassade neben dem überdachten Treppenaufgang
  installiert werden könne. Gemäss neu eingeholter Offerte koste dies
  allerdings Fr. 47'562.55, was einer Kostensteigerung von 15 %
  entspreche. Noch weiter westlich befänden sich zwei Parkplätze sowie der
  Hauseingang, welche nicht zu blockieren seien. Schliesslich spreche gegen
  eine Nordseiten-Variante, dass dort ein Gefälle bestanden habe, welches
  aufgefüllt worden sei. Bei einer Installation müsste das Material wieder
  abgetragen werden, was zusätzliche Kosten von rund Fr. 9'563.70
  generieren würde. Die Westfassade sei überdies ungeeignet, weil sich dort
  Fenster befänden und die Rohrleitungen dabei zu lang und zu teuer würden. Für
  die südwestliche Ecke des Hauses sei ein Preis in der Höhe von
  Fr. 43'246.50 offeriert worden, was eine Kostensteigerung von 4,5 %
  bedeute. Bei einer Innenaufstellung führten die bröckelnde Bausubstanz und
  die damit einhergehenden Sanierungsmassnahmen einerseits zu erheblichen Mehrkosten.
  Andererseits sei hierfür ein teureres Gerät notwendig, was die Kosten
  ebenfalls zusätzlich erhöhe. Die Gesamtkosten für die nordöstliche
  Kellerseite betrügen Fr. 44'470.35. Dies stelle eine Kostensteigerung
  von 7,5 % dar. Auf der südwestlichen Seite des Kellers betrügen die
  Gesamtkosten Fr. 45'474.35. Dies sei eine Kostensteigerung von rund
  10 %. Im Ergebnis halte der geplante Standort an der Ostfassade
  sämtliche baurechtlichen Vorgaben sowie emissionsrechtlichen Grenzwerte ein
  und sei letztlich deutlich günstiger als die Alternativen.

  
	
   

  
	
  2.2 Die Beschwerdegegner 1 und 2 stellen sich auf den
  Standpunkt, sie seien nicht grundsätzlich gegen die Installation einer
  Wärmepumpe. Da die Lärmemissionen durch bereits bestehende Wärmepumpen im
  Quartier trotz erstellter Lärmschutzwand in den Wintermonaten aber sehr
  belastend seien, seien der Lärmschutz und die Gesundheitsprävention höher zu
  gewichten als der finanzielle Aufwand der Beschwerdeführerin. Die Kosten der
  geplanten Variante seien dabei irrelevant, zumal das Projekt das
  Vorsorgeprinzip nicht berücksichtigt habe. Die Verschiebung des Standorts
  Richtung Süden führe zu keiner Reduktion der Lärmemissionen, da sich dort ihr
  Aussensitzplatz befinde. Aufgrund der Lärmbelastung durch die bereits
  bestehenden Wärmepumpen auf der Ost- und Südseite hätten sie trotz des
  Einbaus einer Dreifachverglasung und Wandisolation einen Schlafraum auf die
  Westseite verlegt. Die Installation der Wärmepumpe sei sowohl an der Süd- als
  auch an der Nordfassade technisch möglich, wobei der Aufwand hierfür zu
  Beginn des Bauprojekts vorgesehen werden müsse. Wenn ein mangelhaftes Projekt
  im Nachhinein korrigiert werden müsse, seien mit dem zusätzlichen Aufwand
  auch Zusatzkosten hinzunehmen. Bestehende Einrichtungen und kurz vor der
  Einreichung des Bauprojekts erstellte Anlagen am und im Haus hätten beim
  Bauprojekt der Wärmepumpe und der damit verbundenen Fassadensanierung in der
  Bauplanung berücksichtigt werden müssen. Auch eine Inneninstallation sei im
  Übrigen möglich.

  
	
   

  
	
  2.3 Die Beschwerdegegnerin 3 bringt vor, die
  Beschwerdeführerin habe die Ostfassade saniert, wobei das Grobkies bereits
  einmal entfernt worden sei. Das kurz danach eingereichte Baugesuch betreffend
  Wärmepumpe hänge damit eng zusammen. Die Beschwerdeführerin sei bereits vor
  dessen Publikation darauf hingewiesen worden, dass das Vorsorgeprinzip nicht
  eingehalten werde und es sei unbekannt, weshalb sie das gesamte Vorhaben
  nicht mit einer einzigen Baubewilligung und somit im Rahmen einer
  Gesamtplanung umgesetzt habe. Hätte sie beide Vorhaben koordiniert, hätte die
  Grobkiesschicht nur einmal entfernt werden und die Isolation der Rohre sowie
  deren Verlegung ohnehin stattfinden müssen. Diese Kosten hätten zwar etwas
  höher ausfallen können, wenn die Wärmepumpe einen anderen Standort hätte. Sie
  seien jedoch zumutbar. Die Beschwerdeführerin mache sodann geltend, dass die
  Mehrkosten für Material und Aufwendungen des Heizungsinstallateurs etwa
  Fr. 1'890.- für die südwestliche Ecke des Hauses ausmachen würden, was
  im Sinne der bundesgerichtlichen Praxis als relativ gering zu qualifizieren
  sei. Dass die Beschwerdeführerin die Kosten für Tiefbauarbeiten nicht
  nochmals bezahlen wolle, sei zwar nachvollziehbar. Es ändere aber nichts an
  der Tatsache, dass ihr zugemutet werden könne, diese Kosten zu tragen. Das
  Argument der extrem langen Rohrleitungen überzeuge des Weiteren nicht, da
  diese mit relativ geringem Aufwand isoliert werden könnten. Ferner habe die
  Beschwerdeführerin offenbar auch eine Innenaufstellung geprüft. Diesbezüglich
  sei aber äusserst fraglich, ob ein Heizungsinstallateur fachlich in der Lage
  sei, zu beurteilen, ob ein Gebäudestatiker zwingend hinzugezogen werden
  müsse. Wenn die Bausubstanz bröckelnd sei, sei eine Sanierung ohnehin
  erforderlich. Indessen sei es nicht Aufgabe der Bewilligungsbehörde, Lösungen
  aufzuzeigen, sondern lediglich zu bestimmen, ob ein Bauvorhaben die
  rechtlichen Voraussetzungen erfülle. Es sei Aufgabe des Projektverfassers,
  sicherzustellen, dass Bauprojekte umgesetzt werden könnten. Vor diesem
  Hintergrund wäre zu eruieren gewesen, welche baulichen Schallschutzmassnahmen
  zu einer weiteren Immissionsreduktion führen würden. Dies habe die
  Projektverfasserin jedoch unterlassen.

  
	
   

  
	
  2.4 Der Beschwerdegegner 4 führt aus, die
  Beschwerdeführerin bringe erst im Verfahren vor Verwaltungsgericht Argumente
  zum Innenstandort vor, obwohl dies bereits im Baugesuch hätte abgehandelt
  werden müssen. Zwar sei dies ein grundsätzlich zulässiges Novum. Nach Treu
  und Glauben dürfe es der Vorinstanz allerdings nicht vorenthalten und erst nach
  einem ungünstigen Entscheid im Rechtsmittelverfahren vorgebracht werden.
  Folglich habe es vorliegend unberücksichtigt zu bleiben. Alternative
  Innenstandorte seien sodann im Rahmen der Standortwahl einzubeziehen. Soweit
  dies gefehlt habe, sei das Baugesuch bundesrechtswidrig gewesen und von der
  Beschwerdegegnerin 3 zu Recht abgewiesen worden. Ferner seien gemäss den
  von der Beschwerdeführerin selbst eingereichten Bildern an der nordöstlichen
  Ecke drei Souterrainfenster vorhanden, womit ein kostspieliger Wanddurchbruch
  für eine Zu- und Abluftleitung für einen Innenstandort nicht erforderlich
  wäre. Im angefochtenen Entscheid sei die kostensparende Nutzung eines
  Souterrainfensters für den Innenstandort darüber hinaus abgehandelt worden.
  Hierfür sei nicht zwingend das von der Beschwerdeführerin genannte Gerät
  erforderlich und innen aufgestellte Geräte seien nicht generell teurer. Die
  Beschwerdegegnerin 3 habe das Baugesuch des Weiteren deshalb abgewiesen,
  weil der gewählte Projektstandort derjenige mit der kleinsten Distanz zur
  Nachbarliegenschaft sei und damit dem Lärmschutz am wenigsten Rechnung trage.
  Die Beschwerdeführerin verwerfe denn auch sämtliche Alternativstandorte. Dies
  unter anderem mit Hinweis auf fehlende Hecken, wobei solche ohnehin nur eine
  geringe physikalische Lärmschutzwirkung hätten. Die Lärmschutzwirkung einer
  grösseren Distanz zur Lärmquelle überwiege diejenige einer Hecke bei Weitem,
  weshalb diesem Kriterium zu Recht mehr Gewicht beigemessen worden sei. Die
  von der Beschwerdeführerin eingereichten zusätzlichen Offerten des von ihr
  beauftragten Heizungstechnikers seien schliesslich als Parteigutachten zu
  werten, wobei diese inhaltlich ohnehin nicht überzeugten. Die Kosten für eine
  geringe Verlängerung der Rohrleitungen könnten zumutbar sein, wobei auch der
  Wirkungsgrad nicht signifikant abnehme. Ein Vergleich der Offerte zum
  Projektstandort und derjenigen des nördlichen Alternativstandorts zeige
  darüber hinaus diverse Ungereimtheiten auf. An der Objektivität ihrer
  Erstellung bestehe damit Zweifel. Die Beschwerdegegnerin 3 habe bei der
  Interessenabwägung schliesslich berücksichtigt, dass die Beschwerdeführerin
  das Erdreich an der nordöstlichen Hausecke bereits für ein zweites Bauprojekt
  ausheben müsse, weshalb die beiden Bauvorhaben zusammengelegt werden könnten
  und müssten. Ausserdem habe sie auf die Möglichkeit einer Kumulation von
  Wärmepumpen an Aussenstandorten im betroffenen dicht überbauten Gebiet
  angemessen Rücksicht nehmen müssen und das Interesse sämtlicher Nachbarn an
  einer vorsorglichen Begrenzung des Lärms höher gewichtet als die der
  Beschwerdeführerin entstehenden Mehrkosten. Hierbei werde sie durch die
  Gemeindeautonomie geschützt.

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 Luft/Wasser-Wärmepumpen als ortsfeste Anlagen im
  Sinne von Art. 7 Abs. 7 des Bundesgesetzes über den Umweltschutz
  vom 7. Oktober 1983 (USG) und Art. 2 Abs. 1 der
  Lärmschutz-Verordnung vom 15. Dezember 1986 (LSV), bei deren Betrieb
  Lärmemissionen verursacht werden, dürfen gemäss Art. 25 Abs. 1 USG
  nur errichtet werden, wenn die durch diese Anlagen allein erzeugten
  Lärmimmissionen die Planungswerte in der Umgebung nicht überschreiten. Die
  Vollzugsbehörde beurteilt die ermittelten Aussenlärmimmissionen ortsfester
  Anlagen anhand der Belastungsgrenzwerte nach den Anhängen 3 ff. LSV
  (Art. 40 Abs. 1 LSV). Unabhängig von der bestehenden
  Umweltbelastung sind Emissionen im Rahmen der Vorsorge so weit zu begrenzen,
  als dies technisch sowie betrieblich möglich und wirtschaftlich tragbar ist
  (Vorsorgeprinzip; Art. 11 Abs. 2 USG und Art. 7 Abs. 1
  lit. a LSV). Bei Anlagen, welche die lärmschutzrechtlichen Planungswerte
  einhalten, kommen zusätzliche Massnahmen zum Lärmschutz im Sinne der Vorsorge
  jedoch nur in Betracht, wenn sich dadurch mit relativ geringem Aufwand eine
  wesentliche zusätzliche Reduktion der Emissionen erreichen lässt. Die
  Baubewilligungsbehörde darf sich nicht darauf beschränken, den Bauwilligen
  die Auswahl zwischen verschiedenen, die Planungswerte einhaltenden
  Projektvarianten zu gewähren. Vielmehr hat sie sich für jene Massnahme zu
  entscheiden, welche im Rahmen des Vorsorgeprinzips und des
  Verhältnismässigkeitsprinzips den besten Lärmschutz gewährleistet. Dies kann
  auch dazu führen, dass verschiedene Lärmschutzmassnahmen kumulativ anzuordnen
  sind (BGer-Urteil 1C_418/2019 vom 16. Juli 2020 E. 3.2, mit
  Hinweisen).

  
	
   

  
	
  3.2 Gemäss Art. 7 Abs. 1 LSV müssen die
  Lärmemissionen einer neuen ortsfesten Anlage nach den Anordnungen der
  Vollzugsbehörde so weit begrenzt werden, als dies technisch und betrieblich
  möglich sowie wirtschaftlich tragbar ist (lit. a) und die von der Anlage
  allein erzeugten Lärmimmissionen dürfen die Planungswerte nicht überschreiten
  (lit. b). Die Vollzugsbehörde gewährt Erleichterungen, soweit die
  Einhaltung der Planungswerte zu einer unverhältnismässigen Belastung für die
  Anlage führen würde und ein überwiegendes öffentliches, namentlich auch
  raumplanerisches Interesse an der Anlage besteht. Die Immissionsgrenzwerte
  dürfen jedoch nicht überschritten werden (Art. 7 Abs. 2 LSV). Bei
  neuen Luft/Wasser-Wärmepumpen, die überwiegend der Raumheizung oder der
  Erwärmung von Trinkwasser dienen und deren Lärmimmissionen die Planungswerte
  nicht überschreiten, sind weitergehende Emissionsbegrenzungen nach
  Abs. 1 lit. a nur zu treffen, wenn mit höchstens einem Prozent der
  Investitionskosten der Anlage eine Begrenzung der Emissionen von mindestens
  drei Dezibel (dB) erzielt werden kann (Art. 7 Abs. 3 LSV). 

  
	
   

  
	
  3.3 Auch wenn ein Projekt die Planungswerte einhält, ist
  zusätzlich das Vorsorgeprinzip zu berücksichtigen, wonach Emissionen im
  Rahmen der Vorsorge unabhängig von der bestehenden Umweltbelastung so weit zu
  begrenzen sind, als dies technisch und betrieblich möglich sowie
  wirtschaftlich tragbar ist (Art. 11 Abs. 2 USG und Art. 7
  Abs. 1 lit. a LSV). Im Lärmschutzrecht betreffend Wärmepumpen
  bedeutet dies, dass im Baugesuch für eine Aussenanlage mindestens summarisch
  die technische Möglichkeit und wirtschaftliche Tragbarkeit für eine Anlage
  mit einer vergleichbaren Leistung an alternativen Innen- und Aussenstandorten
  darzulegen ist. Es genügt dabei zwar, wenn die Plausibilität des Ausschlusses
  der Alternativstandorte beurteilt wird. Einen Innenstandort gar nicht zu
  prüfen, nur, weil die Aussenanlage die Planungswerte klar einhält, ist aber
  ungenügend und bundesrechtswidrig. In einem solchen Fall hat die Baubehörde
  als fachlich geeignete Instanz diese Prüfung nachzuholen
  (vgl. BGer-Urteil 1C_389/2019 vom 27. Januar 2021 E. 4.3 und
  4.7). 

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  4.1 Die von der Beschwerdeführerin geplante Wärmepumpe
  hält den lärmschutzrechtlichen Planungswert unbestrittenermassen ein.
  Nichtsdestotrotz besteht die zusätzliche Verpflichtung zur genügenden
  Berücksichtigung des Vorsorgeprinzips (vgl. vorstehende E. II/3.3).

  
	
   

  
	
  4.2 Vorliegend hat die Beschwerdeführerin mit ihrem
  Baugesuch das Formular "Lärmschutznachweis für Luft/Wasser-Wärmepumpen"
  eingereicht. Darin hat sie zwar angegeben, dass das Vorsorgeprinzip
  berücksichtigt worden sei. Sie hat dies – abgesehen von einem geplanten
  schallreduzierten Nachtbetrieb – jedoch weder untermauert noch belegt. Auch
  die weiteren eingereichten Unterlagen enthielten noch keine Prüfung weiterer
  möglicher Standorte der Wärmepumpe und berücksichtigten insbesondere keine
  Innenaufstellung (vgl. Cercle Bruit, Vollzugshilfe 6.21 –
  Lärmrechtliche Beurteilung von Luft/Wasser-Wärmepumpen, 16. Juni 2022,
  S. 13). Die Beschwerdegegnerin 3 durfte das Baugesuch damit in
  dieser Form nicht unbesehen bewilligen.

  
	
   

  
	
  4.3 Obschon das Baugesuch der Beschwerdeführerin mit
  Mängeln behaftet war (vgl. vorstehende E. II/4.2), wäre es in der
  Folge an der Beschwerdegegnerin 3 gelegen, die Berücksichtigung des
  Vorsorgeprinzips und dabei insbesondere die Möglichkeit und Zumutbarkeit
  alternativer Standorte (einschliesslich einer Innenaufstellung) zu prüfen.
  Dies hat sie pflichtwidrig unterlassen. Sie hat lediglich rudimentär und
  pauschal festgehalten, dass ein anderer Standort mit mehr Distanz zur
  Liegenschaft der Beschwerdegegner 1 und 2 gewählt werden sollte. Darüber
  hinaus hat sie die im Spiel stehenden Interessen nur oberflächlich
  gegeneinander abgewogen und den geplanten Standort einzig mit der Begründung
  abgelehnt, dass der Aufwand der Umplatzierung relativ gering sei und
  gleichzeitig eine wesentliche Reduktion der Immission erreicht werden könne.
  Dies begründete und belegte sie nicht weiter. Sie hatte die Beschwerdeführerin im Vorfeld per
  E-Mail und damit lediglich informell zwar darauf hingewiesen, dass das
  Vorsorgeprinzip wohl nicht eingehalten werde.
  Sie hat der Beschwerdeführerin aber nicht aufgezeigt, inwiefern sie das
  Gesuch zu verbessern oder zu ergänzen hätte. Damit verletzte die
  Beschwerdegegnerin 3 ihre Abklärungspflicht (vgl. Art. 37 VRG;
  BGer-Urteil 1C_204/2015 vom 18. Januar 2016 E. 3.7).

  
	
   

  
	
  4.4 Die Beschwerdeführerin reichte daraufhin dem
  Beschwerdegegner 4 sowie dem Verwaltungsgericht weitere Unterlagen ein.
  Diese sind zwar grundsätzlich zu berücksichtigen (vgl. Art. 92
  Abs. 1 VRG; Marco Donatsch, in Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar
  zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 3. A.,
  Zürich/Basel/Genf 2014, § 52
  N. 26 ff.). Indessen kann das Vorsorgeprinzip gestützt darauf
  ebenfalls noch nicht rechtsgenüglich beurteilt werden. Einerseits konnte die Beschwerdeführerin ihre
  behauptete technische Unmöglichkeit diverser Standorte damit nämlich nicht
  belegen. Andererseits bestehen zwischen den eingereichten Offerten ungeklärte
  und offensichtliche Diskrepanzen, wie der Beschwerdegegner 4 zu Recht
  vorgebracht hat.

  
	
   

  
	
  4.5 Die richtige und vollständige Abklärung des
  rechtserheblichen Sachverhalts, insbesondere die dazu erforderlichen
  Beweisvorkehrungen, bilden in erster Linie Aufgabe der
  Baubewilligungsbehörde, was diese vorliegend unterlassen hat. Die
  Beschwerdeinstanz kann die Sache ausnahmsweise mit verbindlichen Weisungen an
  die erstinstanzlich verfügende Behörde zurückweisen (vgl. Art. 101
  Abs. 2 VRG; Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht,
  8. A., Zürich/St. Gallen 2020, N. 1173). Lässt sich
  Versäumtes nicht ohne aufwändige Beweiserhebungen nachholen, ist die Sache an
  die Vorinstanz zurückzuweisen, denn diese ist mit den Verhältnissen vor Ort besser
  vertraut und darum regelmässig eher in der Lage, die erforderlichen
  Abklärungen durchzuführen (vgl. Kiener/Rütsche/Kuhn, N. 649;
  vgl. auch BGer-Urteil 1C_418/2019 vom 16. Juli 2020 E. 5.3).
  Zudem steht den Parteien diesfalls erneut der gesamte Instanzenzug offen
  (vgl. zum Ganzen Urteil des Verwaltungsgerichts Luzern
  V 11 128 vom 6. Januar 2012, E. 7d; vgl. auch
  VGer-Urteil VG.2014.00051 vom 30. Oktober 2013 E. II/7).

  
	
   

  
	
  4.6 Aus dem Gesagten folgt, dass die Sache zur weiteren
  Abklärung und erneuten Prüfung an die Beschwerdegegnerin 3
  zurückzuweisen ist. Dies insbesondere, weil Letztere im
  Baubewilligungsverfahren ihre Abklärungspflichten verletzt hat. Dabei wird
  sie das Vorsorgeprinzip unter Mitwirkung der Beschwerdeführerin vertieft zu
  prüfen und zu evaluieren haben, ob ein alternativer Standort oder weitere
  Lärmschutzmassnahmen denkbar und zumutbar wären, wobei sie insbesondere den
  Kriterien von Art. 7 Abs. 1 LSV Beachtung zu schenken hat.

  
	
   

  
	
  Dies
  führt zur teilweisen Gutheissung der Beschwerde. Die Entscheide des
  Beschwerdegegners 4 vom 12. Dezember 2023 und der
  Beschwerdegegnerin 3 vom 25. Oktober 2022 sind aufzuheben und die
  Angelegenheit ist an die Beschwerdegegnerin 3 zur Abklärung und erneuten
  Prüfung zurückzuweisen.

  
	
   

  
	
  III.

  
	
  1.

  
	
  1.1 Eine Rückweisung zum erneuten Entscheid mit offenem
  Ausgang gilt für die Verteilung der Kosten und Entschädigungen grundsätzlich
  als Obsiegen (BGer-Urteil 1C_621/2014 vom 31. März 2015 E. 3.3).
  Ausgangsgemäss und unter Berücksichtigung der Gesamtumstände rechtfertigt es
  sich, die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 2'000.- zur Hälfte den
  Beschwerdegegnern 1 und 2 aufzuerlegen (Art. 134 Abs. 1
  lit. c VRG) und zur Hälfte auf die Staatskasse zu nehmen (Art. 135
  Abs. 1 f. VRG). Der von der Beschwerdeführerin bereits geleistete
  Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 2'000.- ist ihr zurückzuerstatten.

  
	
   

  
	
  1.2 Ausgangsgemäss steht der Beschwerdeführerin eine
  Parteientschädigung zu, wobei diese auf pauschal Fr. 2'000.- (inkl.
  Mehrwertsteuer) festzusetzen und zur Hälfte dem Beschwerdegegner 4
  (Art. 138 Abs. 3 lit. a VRG) und zur Hälfte den
  Beschwerdegegnern 1 und 2 aufzuerlegen ist (Art. 138 Abs. 2
  VRG).

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Der vorliegende Rückweisungsentscheid stellt einen
  Zwischenentscheid dar (BGE 133 II 409 E. 1.2), weshalb die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen
  Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den Voraussetzungen von
  Art. 93 Abs. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni
  2005 (BGG) offensteht.

  
	
  Demgemäss erkennt die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Die Entscheide des
    Beschwerdegegners 4 vom 12. Dezember 2023 sowie der
    Beschwerdegegnerin 3 vom 25. Oktober 2022 werden aufgehoben und
    die Angelegenheit im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin 3
    zurückgewiesen.

    
	
    2.

    	
    Die
    Gerichtskosten in der Höhe von pauschal Fr. 2'000.- werden zur Hälfte
    den Beschwerdegegnern 1 und 2 auferlegt und zur Hälfte auf die
    Staatskasse genommen. Der von der Beschwerdeführerin bereits geleistete
    Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 2'000.- wird ihr zurückerstattet.

    
	
    3.

    	
    Die
    Beschwerdegegner 1 und 2 werden verpflichtet, der Beschwerdeführerin innert
    30 Tagen nach Rechtskraft dieses Entscheids eine Parteientschädigung
    von Fr. 1'000.- (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

    
	
    4.

    	
    Der
    Beschwerdegegner 4 wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin innert
    30 Tagen nach Rechtskraft dieses Entscheids eine Parteientschädigung
    von Fr. 1'000.- (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

    
	
    5.

    	
    Schriftliche
    Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]