# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3dfbe56c-7857-53dd-8cb4-9f400745962b
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-02-18
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 18.02.2021 725 20 218/53
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-20-218-53_2021-02-18.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 18. Februar 2021 (725 20 218 / 53) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Unfallbegriff / Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors 

 

 
Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Beat Hersberger, 

Kantonsrichter Jürg Pulver, Gerichtsschreiber Markus Schäfer 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Jürg Tschopp, Advokat, 
Simonius & Partner, Aeschenvorstadt 67, Postfach, 4010 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 HOTELA Versicherungen AG, Rechtsdienst, Rue de la Gare 18, 
Case Postale 1251, 1820 Montreux 1, Beschwerdegegnerin, vertre-
ten durch Lorenz Fivian, Rechtsanwalt, ELSIG & FIVIAN Rechtsan-
wälte, Freiburgstrasse 25, Postfach 73, 3280 Murten 
 

  
  
Betreff Leistungen  
 
 
 
A. Die 1972 geborene A.____ war seit 1. Oktober 2017 als Hauswirtschaftsangestellte im 
Hotel B.____ tätig und durch den Arbeitgeber bei der HOTELA Versicherungen AG (nachfol-
gend: HOTELA) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert. 
Am 2. Juli 2018 liess A.____ der HOTELA durch ihren Arbeitgeber einen Berufsunfall melden. 
Gemäss den Angaben in der am 2. Juli 2018 übermittelten Schadenmeldung war die Versicher-
te am 27. Mai 2018 "beim Fensterreinigen ausgerutscht". Am 1. Juni 2018 suchte die Versicher-

 

 
 
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te ihre Hausärztin Dr. med. C.____ auf, welche laut den Angaben im undatierten "Arztzeugnis 
UVG" eine Zerrung/zentrale Partialruptur des Musculus obturatoris externus links diagnostizier-
te.  
 
Gestützt auf ihre Abklärungen erliess die HOTELA am 23. Januar 2020 eine Verfügung, mit der 
sie ihre Leistungspflicht für das Ereignis vom 27. Mai 2018 vollständig ablehnte. Zur Begrün-
dung machte sie geltend, es seien weder der Unfallbegriff gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes 
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 noch 
die Kriterien einer Listendiagnose gemäss Art. 6 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Unfall-
versicherung (UVG) vom 20. März 1981 erfüllt. Daran hielt die HOTELA auf Einsprache der 
Versicherten hin mit Einspracheentscheid vom 1. Mai 2020 fest. 
 
B. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A.____, vertreten durch Advokat Jürg 
Tschopp, am 3. Juni 2020 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungs-
recht (Kantonsgericht). Darin beantragte sie, es sei der angefochtene Einspracheentscheid auf-
zuheben. Die Beschwerdebeklagte habe ihr die "gesetzlichen Leistungen aus UVG" zu erbrin-
gen, insbesondere Taggelder und Heilungskosten. Eventualiter sei ein unabhängiges Gutach-
ten, insbesondere über die Unfallkausalität und die Dauer der Erwerbsunfähigkeit, in Auftrag zu 
geben, allenfalls durch Rückweisung an die Beschwerdebeklagte; unter o/e-Kostenfolge.  
 
C. In ihrer Beschwerdeantwort vom 19. August 2020 beantragte die HOTELA, vertreten 
durch Rechtsanwalt Lorenz Fivian, die Beschwerde sei abzuweisen und der Einspracheent-
scheid vom 1. Mai 2020 sei zu bestätigen.  
 
D. Am 23. Oktober 2020 reichte die Beschwerdeführerin zwei Berichte der Klinik D.____, 
Zürich, vom 17. Juni 2020 und 6. Oktober 2020 ein.  
 
E. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels hielt die Beschwerdeführerin mit Replik 
vom 23. November 2020 an den in der Beschwerde gestellten Rechtsbegehren und den we-
sentlichen bisherigen Vorbringen fest. Die HOTELA wiederum beantragte in ihrer Duplik vom 
28. Dezember 2020 nach wie vor die Abweisung der Beschwerde. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 ATSG, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG 
in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 UVG auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen 
Einspracheentscheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht 
Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht des-
jenigen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohn-
sitz hat. Vorliegend befindet sich dieser in E.____ (BL), weshalb die örtliche Zuständigkeit des 
Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die 
Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das 
Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Be-

 

 
 
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schwerden gegen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist 
somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übri-
gen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde der Versicherten vom 3. Juni 2020 ist dem-
nach einzutreten.  
 
2.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversi-
cherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufs-
unfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Ein Unfall im Sinne dieser 
Bestimmung ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnli-
chen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperli-
chen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG). Die Leistungspflicht 
des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und 
dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Arbeitsunfähigkeit, Invalidität, Integritätsschädigung) 
ein natürlicher und ein adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 142 V 435 E. 1, 
129 V 177 E. 3.1 und 3.2).  
 
2.2 Nach Art. 6 Abs. 2 UVG erbringt die Versicherung ihre Leistungen auch bei folgenden 
Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzufüh-
ren sind (sog. "unfallähnliche Körperschädigungen" oder "Listenverletzungen"): Knochenbrüche 
(lit. a), Verrenkungen von Gelenken (lit. b), Meniskusrisse (lit. c), Muskelrisse (lit. d), Muskelzer-
rungen (lit. e), Sehnenrisse (lit. f), Bandläsionen (lit. g) und Trommelfellverletzungen (lit. h).  
 
2.3 In systematischer Hinsicht ist zu berücksichtigen, dass das Institut der unfallähnlichen 
Körperschädigung mit der UVG-Revision vom 25. September 2015 (in Kraft seit 1. Januar 2017) 
neu auf Gesetzesstufe in Art. 6 Abs. 2 UVG verankert wurde. Die Gesetzessystematik legt na-
he, dass Abs. 1 (Unfall) und Abs. 2 (Listenverletzung) unabhängig voneinander sind und grund-
sätzlich jeder Tatbestand einzeln zu prüfen ist (BGE 146 V 51 E. 8.5). Liegt eine Listenverlet-
zung vor, so hat der Unfallversicherer nach deren Meldung die genauen Begleitumstände abzu-
klären. Ist die Listenverletzung auf ein Unfallereignis im Sinne von Art. 4 ATSG zurückzuführen, 
so ist der Unfallversicherer nach Art. 6 Abs. 1 UVG leistungspflichtig. Sind hingegen nicht sämt-
liche Kriterien des Unfallbegriffs nach Art. 4 ATSG erfüllt, so wird der Unfallversicherer für eine 
Listenverletzung nach Art. 6 Abs. 2 UVG grundsätzlich leistungspflichtig, sofern er nicht den 
Nachweis dafür erbringt, dass die Verletzung vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zu-
rückzuführen ist (BGE 146 V 51 E. 9.1). 
 
3. Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistungsansprüche bedarf es verlässli-
cher medizinischer Entscheidungsgrundlagen (BGE 134 V 231 E. 5.1). Das Gericht hat diese 
nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung 
(vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozi-
alversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu 
prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beur-
teilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widerspre-
chenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismate-

 

 
 
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rial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere 
medizinische These abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arzt-
berichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf 
allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis 
der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam-
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss-
folgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 
E. 3a mit Hinweis). 
 
4.1 Zu prüfen ist als erstes, ob die Beschwerdeführerin am 27. Mai 2018 einen Unfall im 
Rechtssinn erlitten hat. Wie bereits oben festgehalten (vgl. E. 2.1 hiervor), ist ein Unfall die 
plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors 
auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psy-
chischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG). 
 
4.2 In der Unfallmeldung des Arbeitgebers (Akte A1) ist zum Unfallhergang festgehalten, 
die Versicherte sei "beim Fensterreinigen ausgerutscht". In der Folge ersuchte die HOTELA die 
Beschwerdeführerin, zur Ergänzung der Schadenmeldung einen Fragebogen auszufüllen (Akte 
A3). Darin gab die Versicherte im Abschnitt "Genaue Beschreibung des Hergangs" an, sie sei in 
einem Hotelzimmer mit Fensterputzen beschäftigt gewesen. Sie sei ausgerutscht und habe da-
bei eine falsche Bewegung gemacht. Auf die Frage: "Welches Element ist für diesen Schaden-
fall verantwortlich?" führte sie aus, sie sei mit einem Bein ausgerutscht, weil ihre Hüften müde 
von der schweren Arbeit gewesen seien. Die Frage: "Auf welche Körperseite sind Sie gefallen?" 
beantwortete sie dahingehend, dass sie nicht gefallen sei, sie habe sich noch rechtzeitig "auf 
dem Tisch auffangen" können. 
 
5.1 Die Beschwerdegegnerin bestreitet, dass vorliegend das für den Unfallbegriff wesentli-
che Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors gegeben ist.  
 
5.2.1 Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er - nach einem objektiven Massstab - 
nicht mehr im Rahmen dessen liegt, was für den jeweiligen Lebensbereich alltäglich und üblich 
ist (BGE 142 V 219 E. 4.3.1, 134 V 72 E. 4.1). Praxisgemäss bezieht sich das Begriffsmerkmal 
der Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen 
selbst. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor 
allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich zog (Urteil des Bundesgerichts vom 
17. September 2020, 8C_368/2020, E. 4.2 mit Hinweisen).   
 
5.2.2 Nach Lehre und Rechtsprechung kann das für den Unfallbegriff wesentliche Merkmal 
des ungewöhnlichen äusseren Faktors in einer unkoordinierten Bewegung bestehen. Bei Kör-
perbewegungen gilt dabei der Grundsatz, dass das Erfordernis der äusseren Einwirkung ledig-
lich dann erfüllt ist, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den natürlichen Ablauf 
einer Körperbewegung gleichsam "programmwidrig" beeinflusst hat (BGE 130 V 117 E. 2.1 mit 
Hinweisen). Dies trifft beispielsweise dann zu, wenn die versicherte Person stolpert, ausgleitet 
oder an einem Gegenstand anstösst, oder wenn sie, um ein Ausgleiten zu verhindern, eine re-

 

 
 
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flexartige Abwehrhaltung ausführt oder auszuführen versucht (Urteil des Bundesgerichts vom 
10. April 2014, 8C_783/2013, E. 4.2 mit Hinweisen).  
 
5.3 Die Beschwerdegegnerin macht geltend, die Versicherte habe im Fragebogen zum 
Unfallhergang erklärt, sie sei ausgerutscht, weil ihre Hüften von der Arbeit müde gewesen sei-
en. Sie bestätige, dass sie eine falsche Bewegung gemacht und sich einen Muskel gezerrt ha-
be. Sie sei nicht gefallen und habe sich noch auf dem Tisch auffangen können. Somit könne 
festgehalten werden, dass die Beschwerdeführerin nicht ausgerutscht sei. "Nach der unverfäng-
lichen Aussage der ersten Stunde" habe sie, da ihre Hüften müde gewesen seien, eine falsche 
Bewegung gemacht und sich beim drohenden Sturz auffangen können. Bei diesem Vorgang sei 
somit keine Programmwidrigkeit wie ein Ausrutschen (auf dem Boden), Stolpern oder derglei-
chen erwähnt. Die falsche Bewegung und das Wiederauffangen mit der Hand könne nicht als 
Programmwidrigkeit qualifiziert werden. Die Beschwerdeführerin sei dabei gewesen, eine bana-
le und für den jeweiligen Lebensbereich alltägliche und übliche Körperbewegung vorzunehmen. 
Ein äusserer ungewöhnlicher Faktor könne demnach nicht bejaht werden. Hinsichtlich des Be-
griffsmerkmals der Ungewöhnlichkeit sei hinzuzufügen, dass die Einwirkungen, die aus alltägli-
chen Vorgängen resultieren würden, in aller Regel nicht als Ursache einer Gesundheitsschädi-
gung taugen würden. 
 
5.4 Dieser Betrachtungsweise der Beschwerdegegnerin kann nicht gefolgt werden. Sowohl 
der Unfallmeldung (Akte A1) als auch dem Fragebogen zur Ergänzung der Schadenmeldung 
(Akte A3) kann unmissverständlich - und inhaltlich übereinstimmend - entnommen werden, dass 
die Versicherte beim Fensterreinigen in einem Hotelzimmer ausgerutscht ist. Entgegen der Auf-
fassung der Beschwerdegegnerin ist in diesem Zusammenhang nicht von Relevanz, dass die 
Versicherte dabei nicht ganz zu Boden gestürzt ist, sondern dass sie den drohenden Sturz 
durch ein Auffangen "auf dem Tisch" (gemeint ist wohl: am Tisch) verhindern konnte. Ebenfalls 
nicht von Bedeutung ist die Angabe der Versicherten, dass "ihre Hüften von der Arbeit müde 
gewesen seien." Auch vor diesem Hintergrund stellt das erfolgte Ausgleiten eine unkoordinierte 
- den natürlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam "programmwidrig" beeinflussende - 
Bewegung dar. Als solche erfüllt sie, wie vorstehend aufgezeigt (vgl. E. 5.2 hiervor), das nach 
der Rechtsprechung für den Unfallbegriff wesentliche Merkmal des ungewöhnlichen äusseren 
Faktors.  
 
6. Die Beschwerdegegnerin stellt im Zusammenhang mit der Beurteilung einer allfälligen, 
aus Art. 6 Abs. 2 UVG resultierenden Leistungspflicht das Vorliegen einer Listenverletzung in 
Frage. Sie stützt sich dabei auf die Einschätzungen ihres beratenden Arztes Dr. med. F.____, 
Orthopädische Chirurgie FMH, vom 23. August 2018 und 19. Dezember 2019 sowie auf einen 
Bericht von Dr. med. G.____, Oberärztin am Spital H.____, vom 11. November 2019. Soweit 
die Beschwerdegegnerin damit ganz generell das Fehlen eines (unfallbedingten) Gesundheits-
schadens in Zweifel ziehen will, kann ihr nicht gefolgt werden. Die entsprechende Einschätzung 
wiederspricht klarerweise der vorhandenen Aktenlage. Dieser ist nämlich zu entnehmen, dass 
Prof. Dr. I.____, Facharzt für Radiologie und Neuroradiologie, am 25. Juni 2018 - also vier Wo-
chen nach dem Ereignis - bei der Versicherten mittels MR des linken Hüftgelenks eine Zerrung 
bzw. zentrale Partialruptur des Musculus obturatoris externus am muskulotendinösen Übergang 

 

 
 
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diagnostizierte. Sodann erhob auch der von der Beschwerdegegnerin beauftragte Gutachter 
Dr. med. J.____, Physikalische Medizin und Rehabilitation - Speziell Rheumaerkrankungen 
FMH, in seiner ausführlichen Expertise vom 11. Juni 2019 gestützt auf eine persönliche Unter-
suchung und das Studium der medizinischen Aktenlage als Diagnose mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit einen Status nach Abduktuionstrauma des linken Beines am 27. Mai 2018 mit 
Zerrung bzw. zentraler Partialruptur des Musculus obturatoris externus am muskulotendinösen 
Übergang. 
 
7. Aus dem Gesagten folgt, dass vorliegend die strittigen oder in Frage gestellten Tatbe-
standselemente des Unfallbegriffs von Art. 4 ATSG - die ungewöhnliche äussere Einwirkung 
und der Gesundheitsschaden - erfüllt sind. Da auch die übrigen Merkmale - die Plötzlichkeit und 
die fehlende Absicht - unbestrittenermassen gegeben sind, ist das Ereignis vom 27. Mai 2018 
entgegen dem Einspracheentscheid vom 1. Mai 2020 als Unfall im Rechtssinn zu qualifizieren. 
 
8. Dieses Ergebnis - die Bejahung eines Unfalls im Rechtssinn - führt dazu, dass die Be-
schwerde der Versicherten gutzuheissen, der angefochtene Einspracheentscheid vom 1. Mai 
2020 aufzuheben und die Angelegenheit zur Festsetzung der gesetzlichen Versicherungsleis-
tungen an die HOTELA zurückzuweisen ist. 
 
9.1 Art. 61 lit. a ATSG in der bis Ende 2020 gültig gewesenen, hier anwendbaren Fassung 
(vgl. Art. 83 ATSG) hält fest, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die Parteien 
kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. 
 
9.2 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Da die Beschwerdeführerin obsiegende Partei ist, ist ihr eine Partei-
entschädigung zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. Der Rechtsvertreter der Be-
schwerdeführerin hat in seiner Honorarnote vom 23. November 2020 für das vorliegende Ver-
fahren einen Zeitaufwand von 12 Stunden und 20 Minuten geltend gemacht, was sich in Anbe-
tracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen erweist. Die Bemü-
hungen sind zu dem in Sozialversicherungsprozessen praxisgemäss für durchschnittliche Fälle 
zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Nicht zu bean-
standen sind sodann die geltend gemachten Auslagen von Fr. 388.--. Der Beschwerdeführerin 
ist deshalb eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 3‘738.65 (12 Stunden und 20 Minuten 
à Fr. 250.-- + Auslagen von Fr. 388.-- zuzüglich 7,7 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der HOTELA 
zuzusprechen. 
 

  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Einsprache-
entscheid der HOTELA Versicherungen AG vom 1. Mai 2020 aufgeho-
ben und die Angelegenheit wird zur Festsetzung der gesetzlichen 
Versicherungsleistungen an die HOTELA Versicherungen AG zurück-
gewiesen.  

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Die HOTELA Versicherungen AG hat der Beschwerdeführerin eine 
Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 3'738.65 (inkl. Auslagen und 
7,7 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

 

 

 
 
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