# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4160d35c-fec3-55af-a309-f997c8527a25
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-10-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.10.2011 C-5722/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-5722-2009_2011-10-24.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

 

Abteilung III
C­5722/2009
{T 0/2}

U r t e i l   v om   2 4 .   O k t ob e r   2 0 1 1

Besetzung Richter Beat Weber (Vorsitz),
Richter Francesco Parrino, Richter Stefan Mesmer, 
Gerichtsschreiber Daniel Golta.

Parteien A._______, (wohnhaft in der Schweiz)
Beschwerdeführer, 

gegen

Schweizerische Ausgleichskasse SAK, 
Vorinstanz. 

Gegenstand Veranlagung der Beiträge 2008; Einspracheentscheid der 
SAK vom 4. August 2009.

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Sachverhalt:

A. 

A.a Am  […] November  2006 wurde  die  B._______ GmbH  (C._______) 
gegründet.  Gemäss  Handelsregistereintrag  (SAK/37)  besteht  ihr  Zweck 
zur  Hauptsache  darin,  die  aus  D._______  (Kenia)  operierende  Agentur 
"E._______"  zu  betreuen  sowie  deren  Geschäfte  zu  koordinieren, 
Einnahmen  zu  verwalten  und  Infrastrukturanlagen  zu  finanzieren.  Der 
1953  geborene,  die  Schweizer  Staatsangehörigkeit  aufweisende 
A._______ (im Folgenden: Beschwerdeführer) war ab ihrer Gründung bis 
jedenfalls  zum  […]  Oktober  2009  zu  95%  als  nicht 
zeichnungsberechtigter  Gesellschafter  an  der  C._______  GmbH  (im 
Folgenden: GmbH [des Beschwerdeführers]) beteiligt. 

A.b  Mit  Formular  vom  24.  August  2007  erklärte  der  damals  in  Kenia 
wohnhafte Beschwerdeführer  gegenüber  der Schweizerischen Botschaft 
in  Kenia  zuhanden  der  Schweizerischen  Ausgleichskasse  SAK  (im 
Folgenden:  SAK  bzw.  Vorinstanz)  den  Beitritt  zur  freiwilligen  Alters­, 
Hinterlassenen­  und  Invalidenversicherung  AHV/IV  (im  Folgenden: 
freiwillige  Versicherung),  in  welche  er  rückwirkend  ab  1.  Oktober  2006 
aufgenommen  wurde.  Der  Versicherungsbeitrag  für  die  Beitragsperiode 
2006/2007 (für das Jahr 2007) wurde mit Verfügung vom 23. April 2008 
auf  Fr.  864.­.  (plus  Fr.  25.90  Verwaltungskostenbeitrag)  festgelegt  und 
vom  Beschwerdeführer  bezahlt.  Im  Jahr  2008  lebte  der 
Beschwerdeführer  zusammen  mit  seiner  nicht  der  schweizerischen 
AHV/IV  angeschlossenen  Ehefrau  und  seinen  Kindern  in  Kenia  (vgl. 
SAK/1, 11, 16, 18, 37 f.). 

A.c  Mit  dem  Formular  "Erklärung  über  Einkommen  und  Vermögen 
zwecks Festsetzung der Beiträge" vom 31. Dezember 2008 (SAK/14,  im 
Folgenden:  Einkommens­  und  Vermögensdeklaration)  deklarierte  der 
Beschwerdeführer  einerseits  unter  dem  Titel  "A.  Nichterwerbstätige" 
(Seite 1 des Formulars) per 31. Dezember 2008 ein (Bar­)Vermögen von 
Fr. 100'000.­ und Immobilien im Wert von Fr. 300'000.­ und erklärte, dass 
seine  Ehefrau  nicht  erwerbstätig  sei.  Andererseits  deklarierte  er  unter 
dem Titel "B. Erwerbstätige" (Seite 2 des Formulars) für das Kalenderjahr 
2008  ein  Bruttoeinkommen  aus  selbständiger  Erwerbstätigkeit  in  der 
Höhe  von EUR 11'307.­  bei  einem Beschäftigungsgrad  von weniger  als 
50%  und  führte  aus,  dass  ihm  per  Ende  März  2009  eine  detailliertere 
Jahresabrechnung  2009  vorliegen  werde,  die  er  an  die  SAK  schicken 
werde.

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A.d Mit E­Mail  vom 13. Februar  2009 bestätigte  die SAK den Empfang 
der  Unterlagen  und  erklärte,  dass  sie  die  fehlenden  Belege  gerne 
erwarte.  Mit  E­Mail  vom  23.  Februar  2009  bedankte  sich  der 
Beschwerdeführer  für die Bestätigung, und erklärte,  dass die SAK noch 
vor Ende März die Jahresrechnung über seine Einkünfte 2008 erhalte, die 
er  auch  dem  kantonalen  Steueramt  H._______  vorlegen  werde,  da  er 
zwar  in  Kenia  niedergelassen  sei,  seine  GmbH  aber  ihren  Sitz  in 
C._______ habe. Mit E­Mail vom 26. Februar 2009 erklärte die SAK, dass 
sie mit dem Beschwerdeführer Kontakt aufnehmen werde, sobald sie die 
von  ihm  erwähnten  Dokumente  erhalten  habe,  falls  noch  etwas  fehlen 
sollte (SAK/17).

A.e Mit E­Mail vom 17. März 2009  liess der Beschwerdeführer der SAK 
die  Jahresrechnung  2008  seiner  GmbH  und  einen  Bankauszug 
zukommen  (SAK/11­13).  In  der  Jahresrechnung  wurden  für  das 
Kalenderjahr 2008 Eingänge in der Höhe von EUR 11'307.­ ausgewiesen, 
denen  Ausgaben  in  der  Höhe  von  EUR 12'457.­  plus  Fr.  3'020.­ 
gegenübergestellt  wurden.  Im  gleichen  E­Mail  erkundigte  sich  der 
Beschwerdeführer, ob die SAK damit alles habe, was sie benötige. 

A.f  Mit  Beitragsverfügung  für  das  Jahr  2008  (im  Folgenden: 
Beitragsverfügung  bzw.  Veranlagungsverfügung)  legte  die  SAK  den 
Versicherungsbeitrag  des  Beschwerdeführers  für  das  Versicherungsjahr 
2008  auf  Fr. 1'715.­  (plus  Fr.  51.45  Verwaltungskostenbeitrag)  fest 
(SAK/19). Dabei ging sie von einem Jahreseinkommen von EUR 11'307.­ 
aus, welches sie abgerundet auf ein beitragspflichtiges Einkommen von 
Fr. 17'500.­ umrechnete.

A.g  Mit  Schreiben  vom  8.  April  2009  erhob  der  Beschwerdeführer 
Einsprache  gegen  die  Beitragsverfügung  bzw.  ersuchte  zumindest  um 
Belehrung,  wieso  sein  selbständiges  Erwerbseinkommen  zur 
Beitragsbemessung  dem  Total  der  Bruttoeingänge  seiner  GmbH 
gleichgesetzt  werden  könne  (SAK/22,  26).  Aus  der  "Steuererklärung" 
gehe  hervor,  dass  er mit  seiner GmbH ein  zweites  Jahr  in  Folge  keine 
Nettoeinkünfte erzielt habe und sich kein Salär habe auszahlen können. 

A.h Die SAK bestätigte am 21. April 2009 den Erhalt der Einsprache und 
teilte dem Beschwerdeführer mit, dass sie  ihm  ihren Entscheid so rasch 
wie möglich zustellen werde (SAK/23).

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A.i Mit an den Beschwerdeführer adressiertem E­Mail vom 23. Juni 2009 
erklärte die SAK, dass er seine geltend gemachten Abzüge nicht belegt 
habe und sie zum besseren Verständnis der wirtschaftlichen Tätigkeit des 
Beschwerdeführers  zusätzlicher  Informationen  bedürfe.  Daher wolle  der 
Beschwerdeführer bis am 23. Juli 2009:

"­ die  Belege  für  alle  geltend  gemachten  Spesen  und  zudem  die 
Steuerveranlagungen  oder  ­quittungen  in  der  Schweiz  und  Kenia 
vorlegen;

­ Bestätigung  des  F._______  Verlags  der  G._______  für  die  im  Jahre 
2008 erfolgten Honorarabrechnungen;

­ die Statuten der Gesellschaft "E._______" einreichen;

­ die Adresse Ihrer Agentur in D._______ bekannt geben;

­ darlegen, woraus die wirtschaftliche Tätigkeit Ihrer Agentur in D._______ 
besteht  und  wie  sie  sich  von  der  wirtschaftlichen  Tätigkeit  der 
Gesellschaft in der Schweiz abgrenzt."

Ansonsten  werde  die  SAK  an  der  bisherigen  Veranlagungsverfügung 
festhalten.

A.j Mit Einspracheentscheid vom 4. August 2009 (SAK/31, im Folgenden: 
Einspracheentscheid) wies  die SAK  die Einsprache  ab  und  hielt  an  der 
Veranlagungsverfügung  fest.  Zur  Begründung  führte  sie  insbesondere 
aus, dass der Beschwerdeführer auf  ihr E­Mail  vom 23. Juni 2009 nicht 
reagiert und keine weiteren Informationen geliefert habe.

B. 

B.a Mit  Schreiben  vom  2.  September  2009  –  am  gleichen  Tag  bei  der 
Schweizer  Botschaft  in  Kenia  eingereicht  und  über  das Eidgenössische 
Departement  für  auswärtige  Angelegenheiten  (EDA)  an  das 
Bundesverwaltungsgericht  weitergeleitet  –  erhob  der  Beschwerdeführer 
bei  diesem  Beschwerde  gegen  den  Einspracheentscheid  (act.  1).  Er 
begründete seine Beschwerde im Wesentlichen damit, dass er das E­Mail 
vom  23.  Juni  2009,  auf  welches  im  Einspracheentscheid  Bezug 
genommen werde, nicht erhalten habe. Ausserdem habe er im Jahr 2008 
keine Einkünfte gehabt, was aus der Jahresrechnung 2008 seiner GmbH 
hervorgehe.  Stattdessen  habe  er  von  Erspartem  und  teilweise  von 
privaten  Zuwendungen  gelebt  –  im  Haushalt  seiner  Ehefrau,  die  durch 

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Zimmervermietung Einkünfte erziele und nicht der schweizerischen AHV 
angehöre. 

B.b  Ab  dem  22.  Oktober  2009  war  der  Beschwerdeführer  wieder  in 
C._______ angemeldet (vgl. act. 6, 8, 9.1).

B.c Mit  Vernehmlassung  vom  27. Oktober  2009  (act.  3)  beantragte  die 
SAK  die  Abweisung  der  Beschwerde  und  die  Bestätigung  des 
angefochtenen Einspracheentscheids.  Sie  begründete  diesen Antrag  im 
Wesentlichen damit, dass sie sich auf das Einkommen aus selbständiger 
Erwerbstätigkeit abgestützt habe, wie es der Beschwerdeführer  in seiner 
Einkommens­  und  Vermögenserklärung  2008  deklariert  habe.  Eine 
andere  Veranlagungsbasis  oder  die  Anerkennung  von  Abzügen  sei 
mangels  entsprechender,  vom  Beschwerdeführer  zu  liefernder  Belege 
und  Informationen  nicht  möglich  gewesen.  Insbesondere  habe  der 
Beschwerdeführer auf das E­Mail vom 23. Juni 2009 nicht reagiert.

B.d Mit Replik  vom 23. November  2009  bzw.  vom 26. November  2009 
beantragte  der  Beschwerdeführer  die  Gutheissung  der  Beschwerde.  Er 
begründete  diesen  Antrag  im  Wesentlichen  damit,  dass  er  das  E­Mail 
vom 23.  Juni  2009  nicht  erhalten  habe,  dass  er  und  nicht  seine GmbH 
Mitglied  der  freiwilligen Versicherung  sei  und  das Bruttoeinkommen  der 
GmbH nicht sein beitragspflichtiges Einkommen darstelle. Da er der SAK 
die  Jahresabrechnung  2008  zugestellt  habe,  die  Graubündner 
Steuerbehörden  diese  für  die  Steuereinschätzung  der  GmbH  akzeptiert 
hätten,  Buchprojekte  in  der  Regel  defizitär  seien  und  er  der  SAK 
wiederholt mitgeteilt habe, dass er und seine Familie von Erspartem, von 
Zuwendungen  und  von  Untervermietungseinkünften  seiner  Ehefrau 
lebten, habe er nicht damit rechnen müssen, dass sich die SAK genauer 
für den Geschäftsgang der GmbH interessieren würde. 

B.e  Mit  Duplik  vom  15.  Januar  2010  beantragte  die  SAK  erneut  die 
Beschwerde abzuweisen und die angefochtene Verfügung zu bestätigen, 
da  weiterhin  eine  Änderung  der  Entscheidgrundlagen  nicht  möglich  sei 
(act. 9).

B.f    Am  25.  Januar  2010  schloss  das  Bundesverwaltungsgericht  den 
Schriftenwechsel ab. 

C. 
Auf  die  weiteren  Vorbringen  der  Parteien  und  die  eingereichten 

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Unterlagen  wird  –  soweit  erforderlich  –  im  Rahmen  der  nachfolgenden 
Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 

1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32)  in Verbindung mit  Art.  33 Bst.  d VGG und Art.  85bis 
Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1946 über die Alters­ und 
Hinterlassenenversicherung  (AHVG,  SR  831.10)  beurteilt  das 
Bundesverwaltungsgericht  Beschwerden  von  Personen  im  Ausland 
gegen  Verfügungen  der  Schweizerischen  Ausgleichskasse.  An  der 
vorliegend  resultierenden  Zuständigkeit  des  Bundesverwaltungsgerichts 
ändert  auch  eine  allfällige  Verlegung  des  Wohnsitzes  des 
Beschwerdeführers  in  die  Schweiz,  wie  sie  während  des 
Beschwerdeverfahrens  stattgefunden  haben  soll  (vgl.  oben  Bst.  B.b), 
nichts. 

1.2. Aufgrund von Art. 3 Bst. dbis des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  findet  das 
VwVG keine Anwendung in Sozialversicherungsrechtssachen, soweit das 
Bundesgesetz  vom  6.  Oktober  2000  über  den  Allgemeinen  Teil  des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) anwendbar ist. Gemäss Art. 
1 Abs. 1 AHVG sind die Bestimmungen des ATSG auf die im ersten Teil 
geregelte Alters­ und Hinterlassenenversicherung anwendbar, soweit das 
AHVG nicht ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht.

1.3.  Der  Beschwerdeführer  ist  durch  den  angefochtenen 
Einspracheentscheid  berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an 
dessen Aufhebung oder Änderung, sodass er im Sinne von Art. 59 ATSG 
beschwerdelegitimiert ist.

1.4.  Da  die  Beschwerde  im  Übrigen  frist­  und  formgerecht  eingereicht 
wurde (Art. 60 ATSG und Art. 52 VwVG), ist darauf einzutreten.

2.  

2.1. Vorab ist festzuhalten, dass zwischen der Schweiz und der Republik 
Kenia  kein  Staatsvertrag  besteht,  welcher  die  freiwillige  Versicherung 
beschlagen  würde.  Die  Beurteilung  der  umstrittenen  Beitragsfestlegung 

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für  den  Beschwerdeführer  richtet  sich  somit  ausschliesslich  nach 
schweizerischem Recht.

2.2. Nach  der Rechtsprechung  stellt  das  Sozialversicherungsgericht  bei 
der Beurteilung einer Streitsache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt 
des  Erlasses  des  streitigen  Entscheides  (hier:  4.  August  2009) 
eingetretenen Sachverhalt ab (BGE 129 V 1 E. 1.2 mit Hinweisen). 

2.3.  Weil  in  zeitlicher  Hinsicht  grundsätzlich  diejenigen 
materiellrechtlichen Rechtssätze massgebend sind, die bei der Erfüllung 
des  zu  Rechtsfolgen  führenden  Tatbestandes  Geltung  haben,  sind 
vorliegend  jene  gesetzlichen  Bestimmungen  anwendbar,  welche  für  die 
strittigen Beitragszeiträume Geltung hatten  (vgl. BGE 130 V 329 E. 2.3, 
Urteil EVG H 115/01 vom 28. September 2001 E. 2 mit Hinweisen, Urteil 
des  Bundesverwaltungsgericht  C­2179/2007  vom  7.  Juni  2010  E.  3.5). 
Für das vorliegende Verfahren  ist deshalb  insbesondere die Verordnung 
vom  26.  Mai  1961  über  die  freiwillige  Alters­,  Hinterlassenen­  und 
Invalidenversicherung (VFV, SR 831.111)  in der ab dem 1. Januar 2008 
in Kraft  getretenen Fassung  anwendbar, mit welcher  unter  anderem  für 
die  freiwillige  Versicherung  ab  dem  Beitragsjahr  2008  die 
Gegenwartsbemessung  der  Beiträge  eingeführt  wurde  (vgl.  AS  2007 
1359).

3. 

3.1.  Vorliegend  ist  zu  prüfen,  ob  die  SAK  den  Beitrag  des 
Beschwerdeführers  für  das  Jahr  2008  zu  Recht  und  formell  korrekt 
amtlich festgesetzt hat und, falls  ja, ob die Beitragshöhe korrekt ermittelt 
worden ist. 

3.2. 

3.2.1.  Art.  2  Abs.  1  AHVG  bestimmt,  dass  Schweizer  Bürger  und 
Staatsangehörige  der  Mitgliedstaaten  der  Europäischen  Gemeinschaft 
oder  der  Europäischen  Freihandelsassoziation,  die  nicht  in  einem 
Mitgliedstaat  der  Europäischen  Gemeinschaft  oder  der  Europäischen 
Freihandelsasso­ziation  leben,  der  freiwilligen  Versicherung  beitreten 
können, falls sie unmittelbar vorher während mindestens fünf aufeinander 
folgenden Jahren obligatorisch versichert waren. 

3.2.2. Der Bundesrat erlässt ergänzende Vorschriften über die  freiwillige 
Versicherung; er bestimmt insbesondere die Frist und die Modalitäten des 
Beitritts,  des  Rücktritts  und  des  Ausschlusses.  Ferner  regelt  er  die 

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Festsetzung  und  Erhebung  der  Beiträge  sowie  die  Gewährung  von 
Leistungen (Art. 2 Abs. 6 Satz 1 AHVG).

3.2.3.  Grundsätzlich  beitragspflichtig  sind  die  unselbständig 
erwerbstätigen,  die  selbständig  erwerbstätigen  und  die  nicht 
erwerbstätigen  Versicherten  (vgl.  Art. 3  AHVG  sowie  speziell  für  die 
freiwillige  Versicherung  Art.  2  AHVG  und  Art.  13a  VFV),  wobei  die 
Modalitäten  der  Beitragsbemessung  für  diese  Versichertenkreise 
teilweise  unterschiedlich  ausgestaltet  sind  (vgl.  im  Grundsatz  Art.  5­7 
AHVG  für  unselbständig  erwerbstätige  Versicherte,  Art.  8  f.  AHVG  für 
selbständig  erwerbstätige  Versicherte  und  Art.  10  AHVG  für  nicht 
erwerbstätige Versicherte). Massgebend für die Bemessung der Beiträge 
für  die  freiwillige  Versicherung  im  Jahr  2008  ist  bei  erwerbstätigen 
Versicherten  das  im  Jahr  2008  tatsächlich  erzielte  Erwerbseinkommen, 
bei nichterwerbstätigen Versicherten das im Jahr 2008 tatsächlich erzielte 
Renteneinkommen  und  der  Vermögensstand  am  31.  Dezember  2008 
(Art. 14 Abs. 2 VFV).

3.2.4. Die in der freiwilligen Versicherung Versicherten sind gehalten, der 
Auslandsvertretung,  der  Ausgleichskasse  und  der  IV­Stelle  für 
Versicherte  im  Ausland  alle  zur  Durchführung  der  freiwilligen 
Versicherung  benötigten Angaben  zu machen und auf Verlangen  deren 
Richtigkeit zu belegen (Art. 5 VFV).

3.2.5. Die Versicherten haben der Ausgleichskasse innert 30 Tagen nach 
Ablauf  des  Beitragsjahres  die  für  die  Beitragsfestsetzung  erforderlichen 
Angaben zu liefern (Art. 14b Abs. 1 VFV). Die Ausgleichskasse setzt die 
für  das Beitragsjahr  geschuldeten Beiträge  spätestens bis  zum 30.  Juni 
des  Folgejahres mittels  Verfügung  fest.  Hat  die  versicherte  Person  von 
der Möglichkeit  Gebrauch  gemacht,  Akontozahlungen  zu  leisten,  nimmt 
die Ausgleichskasse den Ausgleich vor (Art. 14b Abs. 2 VFV).

3.2.6.  Werden  die  nötigen  Angaben  zur  Beitragsfestsetzung  nicht 
fristgemäss  gemacht,  so  ist  innert  zweier  Monate  schriftlich  unter 
Ansetzung  einer  Nachfrist  von  30  Tagen  zu  mahnen.  Wird  auch  die 
Nachfrist  nicht  eingehalten,  so  sind,  falls  bereits  Beiträge  in  der 
freiwilligen  Versicherung  entrichtet  wurden,  die  geschuldeten  Beiträge 
durch Veranlagungsverfügung festzusetzen (Art. 17 Abs. 1 VFV).

3.2.7. Der Beweis der Zustellung  von Mahnungen  im Sinne  von Art.  17 
Abs.  1 VFV und  deren Zeitpunkt  obliegt  der Verwaltung. Der Nachweis 

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der  Zustellung  eingeschriebener  Sendungen  kann  insbesondere  durch 
Empfangsbescheinigungen  gesichert  werden  (vgl.  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  [BVGer]  C­6787/2009  vom  15.  September 
2011  E. 3.1.5,  3.2).  Weil  der  Sozialversicherungsprozess  von  der 
Untersuchungsmaxime  beherrscht  wird,  handelt  es  sich  dabei  nicht  um 
die subjektive Beweisführungslast (Art. 8 ZGB), sondern in der Regel nur 
um die sogenannte objektive Beweislast in dem Sinne, dass im Falle der 
Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus 
dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten will (BGE 103 
V 65 E. 2a mit weiteren Hinweisen; vgl. auch Urteil BVGer C­6787/2009 
vom 15. September 2011 E. 3.1.5, 3.2).

3.3. 

3.3.1. Mit  der  Veranlagungsverfügung  vom  26. März  2009  hat  die  SAK 
die  Versicherungsbeiträge  für  das  Versicherungsjahr  2008  festgesetzt. 
Dabei ist sie von einem beitragspflichtigen Einkommen von EUR 11'307.­ 
ausgegangen.  Dies  entspricht  dem  vom  Beschwerdeführer  in  der 
Einkommens­  und  Vermögensdeklaration  2008  angegebenen 
Bruttoeinkommen  aus  selbständiger  Tätigkeit  und  den Bruttoeinnahmen 
der  GmbH  des  Beschwerdeführers  für  das  Jahr  2008,  auf  welche  der 
Beschwerdeführer  in  der  Deklaration  verwies.  Die  SAK  hat  die  in  der 
Jahresrechnung  2008  angeführten  Ausgaben  der  GmbH  nicht 
berücksichtigt und ist auch der Deklaration des Beschwerdeführers, dass 
die GmbH keinen Nettogewinn erarbeitet habe, nicht gefolgt. Sie  ist von 
einem  deutlich  höheren  beitragspflichtigen  Nettoeinkommen 
ausgegangen als der Beschwerdeführer und hat mangels Einreichen der 
mit  E­Mail  vom  23.  Juni  2009  verlangten  Unterlagen  eine  amtliche 
Beitragsfestsetzung im Sinne von Art. 17 Abs. 1 VFV vorgenommen. 

3.3.2. Der Beschwerdeführer macht geltend, von der SAK vor dem Erlass 
der  amtlichen  Veranlagungsverfügung  nicht  auf  das  Fehlen  relevanter 
Unterlagen  hingewiesen  worden  zu  sein.  Vielmehr  sei  er  davon 
ausgegangen, dass diese über ausreichende Unterlagen verfüge, um die 
Versicherungsbeiträge  –  auf  der  Höhe  des  Beitragsminimums – 
festzusetzen. Die SAK behauptet nicht, den Beschwerdeführer vor Erlass 
der Veranlagungsverfügung zum Einreichen zusätzlicher Unterlagen oder 
Angaben aufgefordert zu haben. Ein solcher Vorgang  ist aus den Akten 
auch nicht ersichtlich. Vielmehr hat die SAK dem Beschwerdeführer mit 
E­Mails  vom  13.  und  26.  Februar  2009  zugesichert,  dass  sie  mit  ihm 
Kontakt  aufnehmen  würde,  sollten  noch  nachzureichende  Dokumente 
oder Belege fehlen. Dies hat sie aber nicht getan, obwohl sie die geltend 

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gemachten  Abzüge  später  als  unzureichend  belegt  erachtete.  Somit 
führte  die  SAK  vor  Erlass  der  Veranlagungsverfügung  kein 
Mahnverfahren  gemäss  Art.  17  Abs.  1  VFV  durch  und  forderte  den 
Beschwerdeführer  auch  nicht  im  Sinne  von  Art.  5  VFV  dazu  auf,  die 
geltend gemachten Abzüge zu belegen.

3.3.3. Soweit  die  SAK  sich  darauf  beruft,  den Beschwerdeführer mit  E­
Mail  vom  23.  Juni  2009  aufgefordert  zu  haben,  konkrete  Belege 
einzureichen  und  Ausführungen  zu  machen,  verkennt  sie,  dass  das 
Mahnverfahren  betreffend  die  vom  Versicherten  für  die 
Beitragsfestsetzung zu liefernden Angaben und Belege schon vor Erlass 
der ersten Beitragsfestsetzungsverfügung durchgeführt werden muss und 
nicht  im  Rahmen  des  Einspracheverfahrens  nachgeholt  werden  kann 
(vgl. Urteil BVGer C­6787/2009 E. 3.3 f.). Selbst wenn eine nachträgliche 
Durchführung  des  Mahnverfahrens  zulässig  wäre,  müsste  die  SAK 
nachweisen  (vgl. E.  3.2.7),  dass  der Beschwerdeführer  das E­Mail  vom 
23.  Juni  2009  erhalten  hat,  was  vom Beschwerdeführer  bestritten  wird. 
Dass  die  übrige  Korrespondenz  problemlos  per  E­Mail  abgewickelt 
wurde,  kann  zwar  als  Indiz  für  dessen Zustellung  gelten. Den Akten  ist 
jedoch auch – als gegenteiliges Indiz – zu entnehmen, dass besagtes E­
Mail  im  Gegensatz  zu  den  meisten  anderen  von  der  SAK  zuvor 
versandten E­Mails keine Angabe über den Versandtzeitpunkt enthält und 
damit dessen Versand/Zustellung zumindest  fraglich erscheint. Damit  ist 
die  Vorinstanz  den  Nachweis  der  Zustellung  des  E­Mails  schuldig 
geblieben. 

4. 
Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  die  Vorinstanz  den 
Beschwerdeführer nicht rechtsgenüglich im Sinne von Art. 17 Abs. 1 VFV 
gemahnt hat, weshalb die amtliche Einschätzung zu Unrecht erfolgte. Die 
Beschwerde  ist  daher  gutzuheissen  und  der  angefochtene 
Einspracheentscheid vom 4. August 2009 aufzuheben (vgl. Urteil BVGer 
C­6787/2009  vom  15.  September  2009  E.  3.4).  Die  Sache  ist  an  die 
Vorinstanz  zurückzuweisen,  damit  sie  den Beschwerdeführer  auffordert, 
die  nötigen  Unterlagen  einzureichen  und  gegebenenfalls  ein 
ordnungsgemässes  Mahnverfahren  durchführt,  um  anschliessend  die 
Höhe des Versicherungsbeitrages für das Jahr 2008 festzulegen. Welche 
Unterlagen  für  die  korrekte  Beitragsfestsetzung  notwendig  sind,  ist  bei 
diesem Ausgang  des Beschwerdeverfahrens  nicht  zu  prüfen.  Allerdings 
ist darauf hinzuweisen, dass die SAK in ihrer Vernehmlassung ausführte, 

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dass  in mehrfacher Hinsicht  Abklärungsbedarf  besteht,  was  im Übrigen 
auch aus ihrem E­Mail vom 23. Juni 2009 ersichtlich ist.

5. 
Zu  befinden  bleibt  noch  über  die  Verfahrenskosten  und  eine  allfällige 
Parteientschädigung.

5.1. Das Verfahren ist für die Parteien kostenlos (Art. 85bis Abs. 2 AHVG), 
sodass keine Verfahrenskosten zu erheben sind.

5.2. Der obsiegenden Partei kann von Amtes wegen oder auf Begehren 
eine Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnismässig 
hohe  Kosten  zugesprochen  werden  (Art.  64  Abs.  1  VwVG).  Da  dem 
obsiegenden  Beschwerdeführer,  welcher  nicht  vertreten  war,  keine 
unverhältnismässig  hohen Kosten  entstanden  sind  und  dieser  zu Recht 
keinen  entsprechenden  Antrag  gestellt  hat,  ist  ihm  keine 
Parteientschädigung zuzusprechen (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG und Art. 7 
ff.  des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]).  Die  unterliegende  SAK  hat  keinen  Anspruch  auf 
Parteientschädigung (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird insofern gutgeheissen, als der Einspracheentscheid 
vom 4. August 2009 aufgehoben und die Sache zum weiteren Vorgehen 
im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen wird.

2. 
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

3. 
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. 
Dieses Urteil geht an:

– den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde; Kopie des E­Mails der SAK 
vom 23. Juni 2009 [SAK/30])

– die Vorinstanz (Ref­Nr. […])
– das Bundesamt für Sozialversicherungen

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Beat Weber Daniel Golta

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern,  Beschwerde  in 
öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden  (Art.  82  ff.,  90  ff. 
und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  [BGG,  SR 
173.110]). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat 
die  Begehren,  deren  Begründung mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die 
Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die 
Beweismittel  sind,  soweit  sie  der  Beschwerdeführer  in  Händen  hat, 
beizulegen (Art. 42 BGG).

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