# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 09a8642e-9ea7-595c-873d-12469805dedb
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-04-02
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 02.04.2025 SB240260
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB240260_2025-04-02.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB240260-O/U/bs

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. B. Gut, Präsident, Oberrichter lic. iur. B. Amacker 

und Oberrichterin lic. iur. S. Fuchs sowie Gerichtsschreiberin 

MLaw T. Künzle

Urteil vom 2. April 2025

in Sachen

Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, 
Anklägerin und Berufungsklägerin

gegen

A._____, 
Beschuldigter und Berufungsbeklagter

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____, 

betreffend Raub etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 4. Abteilung, 
vom 8. Februar 2024 (DG230154)

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Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 26. September 2023 

(Urk. D1/18) ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 29 S. 48 ff.)

"Es wird erkannt:

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig

 des Raubes nach Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB,

 der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 aStGB in Verbin-

dung mit Art. 22 Abs. 1 StGB,

 der mehrfachen Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB,

 der mehrfachen Missachtung der Ein- oder Ausgrenzung im Sinne von Art. 119 

Abs. 1 AIG,

 des mehrfachen geringfügigen Erschleichens einer Leistung im Sinne von 

Art. 150 StGB in Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB,

 der Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG.

2. Der Beschuldigte wird vom Vorwurf der rechtswidrigen Einreise im Sinne von 

Art. 115 Abs. 1 Bst. a AIG und dem rechtswidrigen Aufenthalt im Sinne von Art. 115 Abs. 1 

Bst. b AIG freigesprochen.

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 23 Monaten, wovon bis heute 

342 Tage durch Haft und vorzeitigen Strafvollzug erstanden sind, sowie mit einer Busse von 

Fr. 2'000.–.

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festge-

setzt. Die Busse ist zu bezahlen.

5. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfrei-

heitsstrafe von 20 Tagen.

6. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 7 Jahre des Landes verwiesen.

7. Die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem wird ange-

ordnet.

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8. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 26. September 2023 beschlag-

nahmte Barschaft von total Fr. 20.– (Asservat-Nr.: A017'380'380) wird eingezogen zur teil-

weisen Deckung der Verfahrenskosten verwendet.

9. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 26. September 2023 beschlag-

nahmte Wollmütze (Asservat-Nr.: A016'922'875) ist dem Beschuldigten nach Eintritt der 

Rechtskraft auf erstes Verlangen herauszugeben. Verlangt er diese nicht innert 30 Tagen 

ab Rechtskraft dieses Urteils heraus, werden diese der zuständigen Lagebehörde zur gut-

scheinenden Verwendung bzw. Vernichtung überlassen.

10. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 26. September 2023 beschlag-

nahmte DNA-Tape (A016'963'921) wird eingezogen und der Lagerbehörde zur Vernichtung 

überlassen.

11. Der Privatkläger 3 wird mit seinem Schadenersatzbegehren auf den Weg des Zivilprozes-

ses verwiesen.

12. Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ wird für die amtliche Verteidigung mit Fr. 11'969.55 (inkl. 

MwSt.) entschädigt.

13. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:

Fr. 6'000.– ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 5'000.–   Gebühr Strafuntersuchung

Fr. 63.95   Gutachten/Expertise etc.

Fr. 310.80   Zeugenentschädigung

Fr. 260.–   Auslagen Untersuchung

Fr. 50.–   Kostenübernahme Kanton Basel (Dossier 6)

Fr.  11'969.55   Entschädigung amtliche Verteidigung

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.

14. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen 

der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt.

15. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehal-

ten bleibt eine Nachforderung der Kosten der amtlichen Verteidigung gemäss Art. 135 

Abs. 4 StPO.

16. (Mitteilungen)

17. (Rechtsmittel)" 

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Berufungsanträge:
(Prot. II S. 5 f.)

a) Der Staatsanwaltschaft:

(Urk. 49)

1. Bestätigung des vorinstanzlichen Schuldspruchs (Dispositiv Ziff. 1)

2. Zusätzliche Schuldigsprechung von A._____ wegen rechtswidriger Einreise 

im Sinne von Art. 115 Abs. 1 lit. a AIG und rechtswidrigen Aufenthalts im Sinne 

von Art. 115 Abs. 1 lit. b AIG (Dispositiv Ziff. 1 und 2)

3. Bestrafung mit einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren und 4 Monaten, wovon 

342 Tage durch Haft erstanden sind (Dispositiv Ziff. 3)

4. Bestätigung der Bestrafung mit einer Busse von CHF 2'000.00 (Dispositiv 

Ziff. 3).

5. Vollzug der Freiheitsstrafe (Dispositiv Ziff. 4).

6. Anordnung einer Landesverweisung von 9 Jahren (Dispositiv Ziff. 6). 

7. Im Übrigen Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils (Dispositiv Ziff. 5 und 

7 ff.)

8. Unter Kostenfolgen des zweitinstanzlichen Verfahrens zulasten des Beschul-

digten A._____. 

b) Der Verteidigung des Beschuldigten:

(Urk. 50)

Die Berufung der Staatsanwaltschaft sei unter Kosten- und Entschädigungs-

folgen zu Lasten des Staates abzuweisen. Die Kosten der amtlichen Verteidi-

gung seien auf die Staatskasse zu nehmen. 

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Erwägungen:

I. Verfahrensgang und Prozessuales

1. Der Verfahrensverlauf bis zum erstinstanzlichen Urteil ergibt sich aus dem 

angefochtenen Entscheid (Urk. 29 S. 4 f.).

2. Gegen das eingangs wiedergegebene Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 

4. Abteilung, vom 8. Februar 2024 meldete die Staatsanwaltschaft fristgerecht Be-

rufung an (Urk. 23). Nach Zustellung des begründeten Urteils erfolgte am 5. Juni 

2024 rechtzeitig die Berufungserklärung (Urk. 28/1 und 30). Eine Anschlussberu-

fung oder ein Antrag auf Nichteintreten gingen nach entsprechender Fristansetzung 

weder seitens des Beschuldigten noch der Privatklägerschaft ein (Urk. 33 und 34). 

Sodann wurde hinsichtlich Dossier 3 (Urk. D1/18 S. 5) beim Staatssekretariat für 

Migration mit Schreiben vom 4. Oktober 2024 um Akteneinsicht bezüglich allfälliger 

Akten für den Zeitraum ab November 2022 ersucht (Urk. 40), jedoch ohne Erfolg, 

gemäss Auskunft des Staatssekretariates sind keine Akten vorhanden (Urk. 40).

3. Zur Berufungsverhandlung vom 2. Dezember 2024 erschienen Staatsanwalt 

MLaw B._____ und der amtliche Verteidiger Rechtsanwalt Dr. iur. X._____. Der 

Beschuldigte erschien unentschuldigt nicht. Sowohl der amtlichen Verteidigung als 

auch dem Staatsanwalt war nichts über seinen Verbleib sowie seinen aktuellen Auf-

enthaltsort bekannt (Prot. II S. 3). Vorgängige Abklärungen des Gerichts bei der 

Insassenkoordination sowie den Migrationsämtern des Kantons Zürichs und des 

Kantons Wallis blieben erfolglos (Urk. 39). In Anwendung von Art. 407 Abs. 2 in 

Verbindung mit Art. 366 ff. StPO wurde eine neue Verhandlung auf den 2. April 

2025 angesetzt und die Vorladung für den Beschuldigten im Amtsblatt publiziert 

(Urk. 46). Der Beschuldigte blieb abermals unentschuldigt fern (Prot. II S. 6), wes-

halb die Berufungsverhandlung in seiner Abwesenheit durchgeführt wurde. Sein 

Aufenthaltsort ist bis dato nicht bekannt. Sämtliche getätigten Nachforschungen 

des Gerichts beim Staatssekretariat für Migration und beim Migrationsamt des 

Kantons Wallis blieben wiederum erfolglos (Urk. 48). Die Parteivertreter konnten 

anlässlich der Berufungsverhandlung vom 2. April 2025 ebenfalls nichts über den 

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Aufenthaltsort des Beschuldigten sagen (Prot. II S. 6). Vorfragen und Beweis-

anträge waren keine zu behandeln (Prot. II S. 6), das Verfahren ist spruchreif.

4. Die Berufung der Staatsanwaltschaft richtet sich gegen den Freispruch wegen 

rechtswidriger Einreise und rechtswidrigen Aufenthalts (Dossier 3) (Dispositiv-

ziffer 2), die Bemessung der Strafe und deren Vollzug (Dispositivziffern 3 - 5) sowie 

die Dauer der Landesverweisung (Dispositivziffer 6) (Urk. 30; Urk. 49). Folglich ist 

das vorinstanzliche Urteil vom 8. Februar 2024 im übrigen Umfang (Dispositiv-

ziffern 1 und 7 - 15) in Rechtskraft erwachsen, was mittels Beschluss festzustellen 

ist. 

5. Soweit für die tatsächliche und rechtliche Würdigung des eingeklagten Sach-

verhaltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, erfolgt dies in An-

wendung von Art. 82 Abs. 4 StPO, auch ohne dass dies explizit Erwähnung findet. 

Ferner hat sich das Gericht nicht mit jedem Parteivorbringen einlässlich ausein-

anderzusetzen, sondern kann sich auf die wesentlichen Punkte beschränken. Die 

Entscheidbegründung hat dabei die wesentlichen Überlegungen, von denen sich 

das Gericht hat leiten lassen und auf die es seinen Entscheid stützt, kurz zu nennen 

(vgl. BGE 146 IV 297 E. 2.2.7, mit weiteren Hinweisen).

II. Schuldpunkt (Dossier 3)

1. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten vor, zirka am 2. November 

2022 von Frankreich herkommend mit dem Zug in die Schweiz eingereist zu sein 

und sich in der Folge bis zu seiner Verhaftung am 4. März 2023 ununterbrochen in 

der Schweiz aufgehalten zu haben, obschon er – wissend – nicht über die für 

Staatsangehörige von Algerien für die Einreise und den Aufenthalt in der Schweiz 

erforderlichen Reisedokumente (Reisepass und Visum) verfügt habe (Urk. 18 S. 5, 

Dossier 3). Die Staatsanwaltschaft beantragt auch im Berufungsverfahren, der Be-

schuldigte sei deswegen der rechtswidrigen Einreise im Sinne von Art. 115 Abs. 1 

lit. a AIG und des rechtswidrigen Aufenthalts im Sinne von Art. 115 Abs. 1 lit. b AIG 

schuldig zu sprechen (Urk. 30 S. 2, Urk. 49 S. 2). Die amtliche Verteidigung hält 

daran fest, dass der Beschuldigte freizusprechen sei (Urk. 50 S. 2 f.). 

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2. Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten von diesem Vorwurf frei mit der Be-

gründung, er bestreite konstant, über die Abweisung seines Asylantrags informiert 

worden zu sein und etwas anderes lasse sich auch den Migrationsakten nicht ent-

nehmen, weshalb sich der Sachverhalt nicht erstellen lasse (Urk. 29 S. 13 und 

Dispositivziffer 2). 

3. Der rechtswidrigen Einreise und des rechtswidrigen Aufenthalts im Sinne von 

Art. 115 Abs. 1 lit. a und b AIG macht sich schuldig, wer die Einreisevorschriften 

nach Art. 5 AIG verletzt bzw. sich rechtswidrig, namentlich nach Ablauf des bewilli-

gungsfreien oder des bewilligten Aufenthalts, in der Schweiz aufhält. 

4.1. Unbestritten ist, dass der Beschuldigte im Jahre 2018, damals noch als Min-

derjähriger, in die Schweiz einreiste und ein Asylgesuch stellte. Das Gesuch wurde 

schliesslich mit Verfügung vom 24. August 2018 abgelehnt, dem Beschuldigten 

auferlegt, die Schweiz bis zum 19. Oktober 2019 zu verlassen und der Kanton 

Wallis mit dem Vollzug der Wegweisung beauftragt. Die Verfügung konnte dem 

Beschuldigten jedoch nicht zugestellt werden, weil er unbekannten Aufenthalts war 

(Urk. D1/9/15). Im vorliegenden Verfahren ist den Aussagen des Beschuldigten zu 

entnehmen, dass er zu jenem Zeitpunkt für einige Jahre nach Frankreich ging und 

keine Kenntnis des ablehnenden Asylentscheides hatte (Prot. I S. 14, Urk. D1/5/1 

F/A 57 - 59). Sodann anerkannte er im Rahmen des Strafverfahrens, am 2. Novem-

ber 2022 in die Schweiz eingereist und dann geblieben zu sein, ohne über die dazu 

notwendigen Papiere oder ein Visum verfügt zu haben (Prot. I S. 13). Auf einen 

anderen Vorwurf, welcher sich im Januar 2023 zugetragen hatte, angesprochen, 

gab er sodann zu Protokoll, er habe eigentlich in C._____ Asyl beantragen wollen 

und sei danach nach D._____ geschickt worden (Prot. I S. 12). Gegenüber der 

Staatsanwaltschaft sagte er sodann aus, als er in die Schweiz zurückgekommen 

sei, sei er nach C._____ gegangen und von da nach D._____ transferiert worden. 

Über die Abweisung des Asylantrages sei er nicht informiert worden. Er bestätigte, 

was sich auch aus den Akten seitens der Walliser Behörden ergibt (Urk. D1/9/21), 

am 2. November 2022 in E._____ im F._____ untergebracht worden zu sein, und 

ergänzte, es sei ihm gesagt worden, dass innerhalb von 6 Monaten sein Asylantrag 

wieder aktiviert werde. Dann bekomme man wieder einen blauen Ausweis und 

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werde in einem anderen Asylzentrum untergebracht (Urk. D1/5/1 F/A 59 ff.). Auf 

Vorhalt des Fotos aus den Beilagen zum Rapport in Dossier 2, erklärte der Be-

schuldigte sodann, dies sei ein Ausgangs- und Identifikationsschein, welchen man 

von der Asylbehörde bekomme (Urk. D1/5/1 F/A 64 und Urk. D2/2/6). 

4.2.1. Die Verteidigung führte zum fraglichen Sachverhalt aus, der Beschuldigte 

habe den negativen Asylentscheid aus dem Jahre 2018 nie erhalten. Zudem habe 

er nicht davon ausgehen müssen, dass er sich nicht in der Schweiz aufhalten dürfe. 

Es treffe zu, dass er in formeller Hinsicht am 2. November 2022 ohne gültigen Auf-

enthaltstitel in die Schweiz eingereist und hier verblieben sei. Jedoch habe er sich 

am 2. November 2022 gleich nach seiner Einreise freiwillig zum Migrationsamt in 

C._____ begeben. Von dort aus habe man ihn für zwei Übernachtungen nach 

D._____ gesandt und dann sei er im F._____ durch das Sozialamt Wallis aufge-

nommen und offenbar nicht zwecks Wegweisung an die zuständige Behörde über-

stellt worden. Im F._____ hätte der Beschuldigte dann während Dauer des Asyl-

verfahrens für die Dauer von sechs Monaten bleiben sollen. Zwar hätte der Be-

schuldigte wohl aufgrund des negativen Asylentscheides aus dem Jahre 2018 nach 

seiner erneuten Einreise in die Schweiz im Jahre 2022 durch das Migrationsamt 

ausgeschafft werden müssen. Weshalb dies nicht geschehen sei, sei unklar. Auf 

jeden Fall habe der Beschuldigte aufgrund des Verhaltens der Behörden, welche 

ihn im Wallis für sechs Monate platziert hätten, nicht davon ausgehen müssen, dass 

er illegal in die Schweiz eingereist sei und sich hier illegal aufhalte. Er wäre höchs-

tens wegen fahrlässiger Begehung mit einer Busse zu bestrafen (Art. 115 Abs. 3 

AIG), was jedoch nicht angeklagt worden sei (Urk. 18 S. 7 f.; Urk. 50 S. 3). 

4.2.2. Die Staatsanwaltschaft hielt dem (in der Hauptverhandlung) entgegen, man 

müsse an den gesunden Menschenverstand appellieren. 2018 sei der Beschuldigte 

in die Schweiz gekommen und habe ein Asylgesuch gestellt. Dann habe er das 

Land wieder verlassen und sei nach drei Jahren in die Schweiz zurückgekehrt in 

der Annahme, dass er hier bleiben könne. Man müsse sich die Situation für die 

Migrationsbehörden vorstellen: es sei hier jemand, den man eigentlich nach Alge-

rien abschieben müsse, ein Land, in das er nicht zwangsweise zurückgeschickt 

werden könne. Es wäre nicht in Ordnung gewesen, ihn einfach auf die Strasse zu 

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stellen und ihm zu sagen, er solle nun verschwinden. Vielmehr habe man ihm die 

Möglichkeit und einen Platz zum Bleiben angeboten. Er sei an eine Unterkunft ver-

wiesen worden, wo er habe bleiben können und gleichzeitig hätten die Behörden 

gewusst, wo er sich befinde, um ihn in der kontrollierten Ausreise in der Schweiz 

zu unterstützen. Aber zu behaupten, dass der Verweis an die Unterkunft eine Ein-

ladung sei, hier zu bleiben, obwohl sein Asylgesuch abgelehnt worden sei, sei sehr 

weit hergeholt (Prot. I S. 20 f.). Anlässlich der Berufungsverhandlung argumentierte 

die Staatsanwaltschaft, dass der Begründung der Vorinstanz, wonach dem Be-

schuldigten in subjektiver Hinsicht kein Vorsatz nachgewiesen werden könne, nicht 

gefolgt werden könne. Der Beschuldigte habe im Jahr 2018 damit rechnen müssen, 

dass sein Asylgesuch abgelehnt werde, wenn er mit den Behörden nicht kooperiere 

und die Schweiz einfach verlasse. Der Beschuldigte sei zudem ohne Reise-

dokumente eingereist. Es spiele keine Rolle, ob ihm der ursprüngliche Asylent-

scheid eröffnet worden sei oder nicht, da er die Voraussetzungen für die legale 

Einreise schlichtweg nicht erfüllt habe. Spätestens mit der Mitteilung der Polizei von 

G._____ am 21. Januar 2023, dass er sich illegal in der Schweiz aufhalte, sei von 

einem Eventualvorsatz des Beschuldigten auszugehen. Der Beschuldigte habe 

sich diesfalls trotz entsprechenden Hinweises der Polizei nicht darum gekümmert, 

seinen Asylstatus abzuklären (Urk. 49 S. 2). Dass der Beschuldigte vom Migrati-

onsamt des Kantons Wallis vorübergehend eine Bleibe gegeben worden sei, hänge 

damit zusammen, dass Personen nicht einfach auf freien Fuss gesetzt werden dür-

fen, sofern die Vermutung bestehe, dass sie illegal hier seien. Die erneute Einreise 

des Beschuldigten ohne Papiere müsse demnach bestraft werden (Prot. II S. 7). 

4.3.1. Gemäss Art. 10 Abs. 1 StPO gilt jede Person bis zu ihrer rechtskräftigen 

Verurteilung als unschuldig. Aus der Unschuldsvermutung folgen in erster Linie 

Regeln für die Beweisführung: Als Beweislastregel bedeutet der Grundsatz, dass 

es Sache der Anklagebehörde ist, die Schuld nachzuweisen, und nicht Sache der 

beschuldigten Person, ihre Unschuld zu beweisen. Gelingt der Anklagebehörde 

dieser Nachweis nicht, so hat der Staat die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen 

(vgl. Botschaft zur Vereinheitlichung des Strafprozessrechts vom 21.12.05, 

BBl 2006 1132).

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4.3.2. Die Vorinstanz hielt zutreffend fest, es lägen keine objektiven Beweismittel 

vor, dass der Beschuldigte über den ablehnenden Asylentscheid vom August 2018 

informiert worden ist. Es bleibe auch unklar, weshalb und vom wem der Beschul-

digte bei seiner Einreise am 2. November 2022 nach E._____ ins F._____ ge-

schickt worden sei, obschon sein Asylgesuch abgelehnt worden sei, und unklar sei 

auch, ob sich der Beschuldigte bei seiner erneuten Einreise über den Stand des 

Asylverfahrens informiert habe (Urk. 29 S. 12 f.). 

Fest steht, dass ein Asylgesuch des Beschuldigten im August 2018 abgewiesen 

wurde und nicht nachgewiesen werden kann, dass er schriftlich oder mündlich je-

mals darüber informiert wurde. Fest steht auch, dass der Kanton Wallis mit dem 

Vollzug der Wegweisung beauftragt wurde, sollte der Beschuldigte die Schweiz 

nicht bis Oktober 2019 verlassen haben. Weiter ist davon auszugehen, dass der 

Beschuldigte am 2. November 2022 in C._____ in die Schweiz einreiste und unter 

behördlicher Anweisung nach D._____ gebracht wurde. Dort wurde er schliesslich 

in der kantonalen Unterkunft F._____ untergebracht und dies behördlich als seine 

Adresse registriert (vgl. Urk. 39 [Email vom 24. September 2024]). Sodann wurde 

er mit einem internen Ausweis ausgestattet, der im Übrigen dieselbe Dossier-

nummer (…) trägt, unter welcher der Beschuldigte bereits im Verfahren im Jahre 

2018 bei den Behörden registriert war (vgl. D2/2/6 und D1/9). Akten des Staatsse-

kretariats für Migration, die über die Einreise und/oder Unterbringung und den Auf-

enthalt des Beschuldigten in der Unterkunft F._____ ab November 2022 Aufschluss 

geben würden, existieren nicht (vgl. Urk. 40 und 41). 

Wie die Staatsanwaltschaft für ihre Anklage hinsichtlich des subjektiven Tatbestan-

des bei dieser Ausgangslage Beweis führen will, erhellt nicht. Der Beschuldigte hielt 

sich mit Wissen der kantonalen Behörden in der Schweiz auf. Vielmehr noch: er 

wurde einer kantonalen Unterkunft zugeteilt, sein Aufenthalt wurde registriert und 

es wurde ihm ein Ausweis ausgehändigt. Sein mehrmonatiger Aufenthalt wurde 

ihm letztlich von staatlicher Seite ermöglicht und auch finanziert. Ob er dabei Kennt-

nis des Entscheides aus dem Jahre 2018 hatte oder hätte haben müssen, ist bei 

dieser Ausgangslage letztlich unerheblich. Es ist der Verteidigung Recht zu geben, 

dass der Beschuldigte aufgrund des Verhaltens der Behörden nicht davon ausge-

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hen musste, dass er illegal in die Schweiz eingereist ist und sich hernach illegal 

hier aufgehalten habe. Auch bleibt unklar, weshalb aufgrund des ablehnenden 

Asylentscheides aus dem Jahre 2018 der Beschuldigte bei seiner Einreise und Plat-

zierung im Kanton Wallis im Jahre 2022 nicht ausgeschafft wurde. Dass diese Weg-

weisung unterblieb, kann ihm im vorliegenden Strafverfahren jedenfalls nicht zum 

Nachteil gereichen. Ein direkt- oder eventualvorsätzliches Verhalten des Beschul-

digten, wie es ihm in der Anklage betreffend Dossier 3 vorgeworfen wird, lässt sich 

jedenfalls nicht erstellen und der Beschuldigte ist vom Vorwurf der rechtswidrigen 

Einreise und des rechtswidrigen Aufenthaltes im Sinne von Art. 115 Abs. 1 lit. a 

bzw. b AIG freizusprechen.

III. Strafzumessung und Vollzug

1. Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten des Raubes im Sinne von 

Art.  140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne 

von Art. 122 Abs. 1 aStGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB, der mehrfachen Tätlich-

keiten im Sinne von Art. 126 StGB, der mehrfachen Missachtung der Ein- oder 

Ausgrenzung im Sinne von Art. 119 Abs. 1 AIG, des mehrfachen geringfügigen 

Erschleichens einer Leistung im Sinne von Art. 150 StGB in Verbindung mit 

Art. 172ter Abs. 1 StGB sowie der Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im 

Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG schuldig und sanktionierte sein Verhalten mit ei-

ner bedingten Freiheitsstrafe von 23 Monaten sowie einer zu bezahlenden Busse 

von Fr. 2'000.00 (Urk. 29, Dispositivziffern 1 und 3 - 5). 

2.1. Die Staatsanwaltschaft appelliert - ungeachtet des Freispruchs vom Vorwurf 

der rechtswidrigen Einreise und des rechtswidrigen Aufenthalts - gegen die Höhe 

der Freiheitsstrafe und beantragt stattdessen eine zu vollziehende Freiheitsstrafe 

von 3 Jahren und 4 Monaten. Die Busse stellt sie nicht in Frage (Urk. 30; Urk. 49 

S. 3 f.). Sie argumentiert, die ausgefällte Freiheitsstrafe sei angesichts des Ver-

schuldens des Beschuldigten deutlich zu tief (Urk. 30). Die Einsatzstrafe für den 

Raub sei auf 30 Monate Freiheitsstrafe festzusetzen. Unerklärlich sei, dass die 

Vorinstanz das Vorleben des Beschuldigten strafmindernd berücksichtigt habe und 

auch die von der Vorinstanz zugesprochene Strafminderung wegen des angebli-

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chen Geständnisses und der behaupteten Reue (Urk. 49 S. 3 f.). Der Beschuldigte 

habe lediglich ein Teilgeständnis abgelegt. Die Täterkomponente sei mit maximal 

10% strafmindernd zu berücksichtigen, was 27 Monate ergebe. Für die versuchte 

schwere Körperverletzung seien asperiert 10 Monate angemessen. Falsch sei hier, 

dass die Vorinstanz die schwierige Kindheit und Jugend strafmindernd gewichtet 

habe (Urk. 49 S. 4). 

2.2. Die amtliche Verteidigung hält dem entgegen, dass die von der Vorinstanz 

ausgesprochene Freiheitsstrafe von 23 Monaten aufgrund der Umstände eher zu 

hoch erscheine, sicherlich nicht zu tief. Bei der Höhe des Strafmasses seien das 

junge Alter des Beschuldigten sowie die desolaten Verhältnisse, in welchen er auf-

gewachsen sei, zu berücksichtigen (Urk. 50 S. 3 f.).

3. Zu den allgemeinen Grundsätzen der Strafzumessung sowie zum Strafrah-

men im Allgemeinen und im Konkreten kann vorab auf die Ausführungen der Vor-

instanz verwiesen werden (Urk. 29 S. 28 ff.). 

4.1. Raub

Mit der Vorinstanz ist als Erstes die Einsatzstrafe für den Raub nach Art. 140 Ziff. 1 

Abs. 1 StGB (Dossier 1) als schwerste Straftat festzusetzen. Bei der objektiven 

Tatschwere fällt ins Gewicht, dass der Beschuldigte mit zwei Mittätern zwar nicht 

ausgefeilt, sondern einigermassen dilettantisch, gar primitiv, aber doch planmässig 

agierte und dadurch eine nicht unerhebliche kriminelle Energie an den Tag legte. 

Bei der von ihnen anvisierten Beute handelte es sich sodann um eine Schweizer 

Luxusuhr, welche einen Wert von mehreren Tausend Franken aufwies. Der Über-

griff fand in der Nacht in einer menschenleeren Tiefgarage statt, in welcher der 

Privatkläger 3 dem Angreifer schutzlos ausgeliefert war. Zwar dauerte der Übergriff 

nicht lange, jedoch ging der Beschuldigte mit zäher Beharrlichkeit vor, um sein Ziel 

– dem Privatkläger die Uhr zu entwenden – zu erreichen, was ihm letztlich auch 

gelang. So versuchte der Beschuldigte nicht etwa nur, die Uhr vom Handgelenk 

des Privatklägers zu reissen oder ihn unter Androhung von Gewalt zur Aushändi-

gung derselben aufzufordern, sondern ging ihn körperlich in grober Weise an, biss 

ihn in den Handrücken und warf ihn zu Boden. Der Privatkläger 3 trug dadurch 

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einen Rippenbruch, Ablederungs- und Schürfwunden sowie eine Bissverletzung 

und eine Schwellung am linken Handrücken davon. Die Verletzungen führten im 

Ergebnis dazu, dass der Privatkläger 3 während zwei Wochen (teilweise) arbeits-

unfähig war (Urk. D1/7/3-5), ganz abgesehen davon, dass eine Bisswunde Infek-

tionen hervorrufen könnte sowie eine erhebliche Gefahr für die Übertragung von 

Krankheiten darstellt. Das objektive Tatverschulden wiegt gerade noch leicht und 

wird durch die subjektive Tatschwere nicht relativiert. Das junge Alter ist seit dem 

Wegfall der Strafmilderung gemäss Art. 64 letzter Absatz StGB kein Grund mehr, 

die Strafe zu reduzieren. Der Beschuldigte handelte direktvorsätzlich und aus reiner 

Habgier. Zwar befand er sich zu jenem Zeitpunkt aufgrund seines unklaren Aufent-

haltsstatus und der damit einhergehenden Arbeitslosigkeit in einer schwierigen 

Lebensphase ohne unmittelbare Perspektive. Jedoch vermag dies das Verschul-

den einer derart sinnlosen Tat nicht zu mindern. Hinweise, dass die Steuerungs- 

und Einsichtsfähigkeit des Beschuldigten zum Tatzeitpunkt strafzumessungsre-

levant eingeschränkt gewesen war, fehlen, auch wenn er angeblich eine Flasche 

Whisky getrunken und Betäubungsmittel konsumiert haben will (vgl. Prot. I S. 9 ff.). 

Gegen eine massgebliche Intoxikation spricht ferner, dass der Privatkläger 3 schil-

derte, der Beschuldigte sei nach der Tat mit der Uhr "blitzartig" die Treppe hochge-

rannt (Urk. D1/6/2 S. 5), zudem zeigte sich das ganze Vorgehen des Beschuldigten 

zielgerichtet, koordiniert ausgeführt und geplant. Die Einsatzstrafe ist nach dem 

Gesagten im unteren Drittel des von 6 Monaten bis 10 Jahre reichenden Straf-

rahmens bei 24 Monaten festzusetzen. 

4.2. Versuchte schwere Körperverletzung

Für die versuchte schwere Körperverletzung ist vorliegend von dem zum Zeitpunkt 

der Tat geltenden Recht und damit von einem Strafrahmen von 6 Monaten bis zu 

zehn Jahren Freiheitsstrafe auszugehen (Art. 122 aStGB, Art. 2 Abs. 2 StGB; vgl. 

dazu zutreffend die Vorinstanz: Urk. 29 S. 29). 

Zur objektiven Tatschwere ist festzuhalten, dass der Übergriff von kurzer Dauer war 

und der Beschuldigte zwar spontan und ohne Planung handelte, sein Verhalten 

aber völlig sinnlos und nicht nachvollziehbar ist und er überdies im Zusammen-

wirken mit zwei weiteren Tätern auf den Privatkläger 2, und damit in der Mehrzahl, 

-   14   -

losging. Es bestand keinerlei Veranlassung, derart in Rage zu geraten und eine 

derartige Skrupellosigkeit an den Tag zu legen und einen Stein von rund 7 Zenti-

meter Durchmesser aus kurzer Distanz in Richtung des Kopfes des Privatklägers 2 

zu werfen. Dies gilt umso mehr, als es sich beim Kopf um eine besonders sensible 

Körperregion handelt und gravierende Verletzungen der Augen, des Gehörs, des 

Schädels, des Gesichts oder gar des Gehirns hätten resultieren können. In subjek-

tiver Hinsicht ist zwar von einem eventualvorsätzlichen Handeln auszugehen, je-

doch gab es keine auch nur annähernd erkennbare Veranlassung für das aggres-

sive Verhalten des Beschuldigten. Er hätte es ohne Weiteres bei der verbalen Aus-

einandersetzung belassen können. Die subjektive Tatschwere vermag die objektive 

deshalb nicht zu relativieren und es ist nach dem Gesagten von einem noch leich-

ten Tatverschulden auszugehen. Die vollendete Tat wäre - mit der Vorinstanz - mit 

einer Einzelstrafe von 12 Monaten Freiheitsstrafe zu sanktionieren. Nachdem es 

letztlich bei einem Versuch blieb, ist dafür eine Strafminderung vorzunehmen. Es 

stand zwar nicht in der Macht des Beschuldigten, dass gravierendere Verletzungen 

ausblieben, jedoch ist mangels schwerwiegender Folgen die Einzelstrafe um einen 

Drittel auf 8 Monate zu reduzieren. Im Ergebnis ist die Einsatzstrafe von 24 Mona-

ten in Anwendung des Asperationsprinzips um 8 Monate auf 32 Monate zu er-

höhen.

4.3. Missachtung der Ein- und Ausgrenzung

Was das Tatverschulden für die mehrfache Missachtung der Ein- und Ausgrenzung 

im Sinne von Art. 119 Abs. 1 AIG betrifft, ist anzumerken, dass der Beschuldigte 

sich insgesamt vier Mal der Missachtung einer Ausgrenzung in den Städten 

C._____ und H._____ schuldig gemacht hat, wobei zwei von drei Vorfällen in 

C._____ lediglich rund eineinhalb Stunden auseinander liegen und der dritte Ver-

stoss nur gerade sieben Tage später stattfand. Im Übrigen ist nicht klar, wie lange 

der Beschuldigte sich jeweils in den fraglichen Gebieten aufgehalten hatte. Die sub-

jektive Tatschwere, der Beschuldigte handelte vorsätzlich und ohne nennenswerte 

Beweggründe, vermag die objektive nicht zu relativieren. Insgesamt wiegt das Ver-

schulden für jede einzelne Missachtung sehr leicht und es wäre je eine Einzelstrafe 

von 60 Tagen festzulegen. In diesem Bereich könnte das Verhalten des Beschul-

-   15   -

digten mit einer Geldstrafe sanktioniert werden. Jedoch ist vorliegend eine Frei-

heitsstrafe auszusprechen (vgl. Art. 41 StGB). Der Lebenswandel des Beschuldig-

ten wird einen Vollzug der Geldstrafe nicht möglich machen. Dass er nicht bereit 

ist, Verantwortung für sein Handeln zu übernehmen, zeigt sich nur schon darin, 

dass er nicht zur Berufungsverhandlung erscheint und selbst für den amtlichen Ver-

teidiger nicht kontaktierbar ist. Aufgrund des situativ, zeitlich und sachlich engen 

Zusammenhanges der vier Missachtungen rechtfertigt es sich somit, die Einsatz-

strafe in Anwendung des Asperationsprinzips – mit der Vorinstanz (Urk. 29 S. 36) 

– für alle vier Vorfälle um insgesamt 3 Monate, mithin auf 35 Monate, zu erhöhen. 

4.4. Täterkomponente

Zum Vorleben und den persönlichen Verhältnissen kann vorab auf die zutreffenden 

Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 29 S. 32 f.). Es ist der Vor-

instanz beizupflichten, dass das bisherige Leben des jungen Beschuldigten von 

grossen Belastungen und einschneidenden Erlebnissen geprägt ist, was eine 

leichte Strafminderung von 2 Monaten rechtfertigt. Vorstrafen sind im Strafregister 

keine verzeichnet (Urk. 47). 

Was das Nachtatverhalten betrifft, so war der Beschuldigte bezüglich des Raubes 

zum Nachteil des Privatklägers 3 letztlich, allerdings erst nach Vorhalt der er-

drückenden Beweislage, sowie bezüglich der mehrfachen Missachtung der Aus-

grenzung geständig, was ebenfalls leicht strafmindernd, mithin im Umfang von 

insgesamt 6 Monaten zu berücksichtigen ist. Das Nachtatverhalten hinsichtlich der 

versuchten schweren Körperverletzung zeigt sich strafzumessungsneutral, ins-

besondere negierte der Beschuldigte durchwegs, den Privatkläger 2 mit einem 

Stein beworfen zu haben.

4.5. Fazit

Zusammenfassend resultiert für den Beschuldigten für die ihm vorgeworfenen 

Taten und unter Berücksichtigung der Täterkomponente eine Freiheitsstrafe von 

-   16   -

27 Monaten. Dabei sind ihm, mit der Vorinstanz (Urk. 29 S. 38 f.), 342 Tage für 

erstandene Haft anzurechnen (Art. 51 StGB) 

4.6. Vollzug

Aufgrund der Strafhöhe von 27 Monaten Freiheitsstrafe scheidet der bedingte Voll-

zug von Gesetzes wegen aus (Art. 42 Abs. 1 StGB e contrario). Dem Beschuldigten 

ist jedoch der teilbedingte Vollzug nach Art. 43 Abs. 1 StGB zu gewähren. Der Be-

schuldigte hat keine Vorstrafen (Urk. 47). An der Einschätzung der Vorinstanz be-

treffend die Legalprognose des Beschuldigten hat sich zudem zwischenzeitlich 

grundsätzlich nichts geändert. Darauf kann verwiesen werden (Urk. 29 S. 39 f.). Es 

scheint im vorliegenden Fall angemessen, 10 Monate der Freiheitsstrafe zu voll-

ziehen und den Vollzug der restlichen 17 Monate aufzuschieben. Der Beschuldigte 

ist unbekannten Aufenthalts und selbst durch den amtlichen Verteidiger nicht 

kontaktierbar. Die Legalprognose ist unklar. Um den Restbedenken Rechnung zu 

tragen, ist die Probezeit auf 4 Jahre festzusetzen. 

5.1. Bussen

Für die Tätlichkeiten zulasten des Privatklägers 2, die Erschleichung einer gering-

fügigen Leistung zulasten der Privatklägerin 1 und die Übertretung des Betäu-

bungsmittelgesetzes sprach die Vorinstanz eine Busse von insgesamt Fr. 2'000.00 

aus. Die Busse wird von der Staatsanwaltschaft nicht moniert, wurde lege artis 

bemessen und bedarf keiner Korrektur. Es kann deshalb auf die zutreffenden Er-

wägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 29 S. 37 f.). Der Beschuldigte ist 

für die Übertretungen mit einer Busse von insgesamt Fr. 2'000.00 zu bestrafen. Die 

Busse ist zu bezahlen, bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so hat 

an deren Stelle praxisgemäss eine Ersatzfreiheitsstrafe von 20 Tagen zu treten 

(Art. 106 Abs. 2 StGB). 

IV. Dauer der Landesverweisung

1. Die Vorinstanz verwies den Beschuldigten im Sinne von Art. 66a StGB für 

7 Jahre des Landes und ordnete die Ausschreibung im Schengener Informations-

system an (Urk. 29 Dispositivziffer 6 und 7). Die Landesverweisung als solche (inkl. 

-   17   -

Ausschreibung im SIS) steht im Berufungsverfahren nicht mehr zur Diskussion, je-

doch moniert die Staatsanwaltschaft deren Dauer und erachtet 9 Jahre als ange-

messen (Urk. 30 S. 2; Urk. 49 S. 4). Die amtliche Verteidigung hält dem entgegen, 

dass 9 Jahre in der vorliegenden Konstellation unverhältnismässig seien und das 

vorinstanzliche Urteil auch betreffend die Höhe der Landesverweisung zu bestäti-

gen sei (Urk. 50 S. 4 f.).

2. Gemäss Art. 66a Abs. 1 StGB ist die Landesverweisung für 5 - 15 Jahre aus-

zusprechen. Das Gericht hat dabei ein weites Ermessen, wobei der Grundsatz der 

Verhältnismässigkeit zu beachten und auch das Verschuldens des Täters zu be-

rücksichtigen ist (vgl. BKS StGB-Zurbrügg/Hruschka, Art. 66a N 27 ff. m.w.H.). 

3. Der Beschuldigte machte sich gleich zweier Katalogtaten (Raub, versuchte 

schwere Körperverletzung) schuldig. In beiden Fällen wiegt das Verschulden noch 

leicht. Die beiden Einzelstrafen bewegen sich jeweils noch im unteren Drittel des 

Strafrahmens. Was die persönlichen Interessen des Beschuldigten betrifft, so hat 

er keine Bindung zur Schweiz, er hielt sich hier nur wenige Monate in einer Asyl-

unterkunft auf, verfügt über keinen Aufenthaltsstatus und gegenwärtig ist gar 

unklar, ob er sich überhaupt noch in der Schweiz befindet. Die Dauer der Landes-

verweisung auf das Mindestmass von 5 Jahren festzulegen ginge aus all diesen 

Gründen fehl. Jedoch ist in Anbetracht des Verschuldens eine Landesverweisung 

von 9 Jahren unverhältnismässig hoch. In Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist 

die Dauer auf 7 Jahre festzusetzen.  

V. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'600.00 festzu-

setzen (Art. 424 Abs. 1 aStPO in Verbindung mit § 16 Abs. 1 und § 14 Abs. 1 GebV 

OG). 

2. Die amtliche Verteidigung macht für das Berufungsverfahren eine Entschädi-

gung von total Fr. 2'588.95 (inkl. Barauslagen und MwSt.) geltend (Urk. 51). Der 

Aufwand ist ausgewiesen und angemessen und in dieser Höhe zu entschädigen.

-   18   -

3. Die Kosten des Berufungsverfahrens tragen die Parteien grundsätzlich nach 

Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 aStPO). Die Staats-

anwaltschaft unterliegt mit ihren Anträgen vollumfänglich. Die Kosten, inklusive die 

Kosten der amtlichen Verteidigung, sind deshalb auf die Gerichtskasse zu nehmen.

Es wird beschlossen:

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 4. Abteilung, 

vom 8. Februar 2024 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 

"Es wird erkannt:

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig

 des Raubes nach Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB,

 der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 aStGB in 

Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB,

 der mehrfachen Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB,

 der mehrfachen Missachtung der Ein- oder Ausgrenzung im Sinne von Art. 119 

Abs. 1 AIG,

 des mehrfachen geringfügigen Erschleichens einer Leistung im Sinne von 

Art. 150 StGB in Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB,

 der Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 

BetmG.

2.-6. (…)

7. Die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem wird 

angeordnet.

8. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 26. September 2023 be-

schlagnahmte Barschaft von total Fr. 20.– (Asservat-Nr.: A017'380'380) wird einge-

zogen zur teilweisen Deckung der Verfahrenskosten verwendet.

9. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 26. September 2023 be-

schlagnahmte Wollmütze (Asservat-Nr.: A016'922'875) ist dem Beschuldigten nach 

-   19   -

Eintritt der Rechtskraft auf erstes Verlangen herauszugeben. Verlangt er diese nicht 

innert 30 Tagen ab Rechtskraft dieses Urteils heraus, werden diese der zuständigen 

Lagebehörde zur gutscheinenden Verwendung bzw. Vernichtung überlassen.

10. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 26. September 2023 be-

schlagnahmte DNA-Tape (A016'963'921) wird eingezogen und der Lagerbehörde zur 

Vernichtung überlassen.

11. Der Privatkläger 3 wird mit seinem Schadenersatzbegehren auf den Weg des Zivil-

prozesses verwiesen.

12. Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ wird für die amtliche Verteidigung mit Fr. 11'969.55 

(inkl. MwSt.) entschädigt.

13. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:

Fr. 6'000.– ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 5'000.–   Gebühr Strafuntersuchung

Fr. 63.95   Gutachten/Expertise etc.

Fr. 310.80   Zeugenentschädigung

Fr. 260.–   Auslagen Untersuchung

Fr. 50.–   Kostenübernahme Kanton Basel (Dossier 6)

Fr.  11'969.55   Entschädigung amtliche Verteidigung

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.

14. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen die-

jenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt.

15. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; 

vorbehalten bleibt eine Nachforderung der Kosten der amtlichen Verteidigung ge-

mäss Art. 135 Abs. 4 StPO.

16. (Mitteilungen)

17. (Rechtsmittel)"

2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

-   20   -

Es wird erkannt:

1. Der Beschuldigte wird vom Vorwurf der rechtswidrigen Einreise im Sinne 

von Art. 115 Abs. 1 lit. a AIG und dem rechtswidrigem Aufenthalt im Sinne 

von Art. 115 Abs. 1 lit. b AIG freigesprochen. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 27 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 

342 Tage durch Haft erstanden sind, sowie mit einer Busse von Fr. 2'000.00.

3. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 20 Tagen.

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 17 Monaten aufgescho-

ben und die Probezeit auf 4 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (10 Monate) wird 

die Freiheitsstrafe vollzogen.

5. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 7 Jahre des Landes 

verwiesen.

6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr. 3'600.– ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 2'588.95   amtliche Verteidigung (inkl. 8,1% MWSt)

Fr.   Publikationskosten (noch ausstehend). 

7. Die Kosten des Berufungsverfahrens, einschliesslich derjenigen der amtli-

chen Verteidigung, werden auf die Gerichtskasse genommen.

8. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an

 die amtliche Verteidigung 
 den Beschuldigten (durch Publikation im Amtsblatt)
 die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl 
 die Privatklägerin I._____ 
 den Privatkläger J._____
 den Privatkläger K._____

-   21   -

(Eine begründete Urteilsausfertigung gemäss Art. 84 Abs. 4 StPO wird 

den Privatklägern nur zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach 

Erhalt des Dispositivs verlangen.)

 das Migrationsamt des Kantons Zürich 

sowie in vollständiger Ausfertigung an

 die amtliche Verteidigung 
 den Beschuldigten (durch Publikation im Amtsblatt)
 die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl 
 das Staatssekretariat für Migration, Postfach, 3003 Bern

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an

 die Vorinstanz
 das Migrationsamt des Kantons Zürich 
 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A 
 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste.

9. Der Beschuldigte kann innert 10 Tagen seit Erhalt des Entscheids beim 
Obergericht des Kantons Zürich, I. Strafkammer, schriftlich oder mündlich 

eine neue Beurteilung des in ihrer Abwesenheit ergangenen Urteils verlan-
gen. Im Gesuch hat der Beschuldigte kurz zu begründen, weshalb er an der 

Berufungsverhandlung nicht teilnehmen konnte. Das Gericht lehnt das Ge-

such ab, wenn der Beschuldigte ordnungsgemäss vorgeladen worden, aber 

der Berufungsverhandlung unentschuldigt ferngeblieben ist (Art. 368 Abs. 2 

und 3 StPO, Art. 379 StPO).

10. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 

-   22   -

Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebe-

nen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 2. April 2025

Der Präsident:

lic. iur. B. Gut

Die Gerichtsschreiberin:

MLaw T. Künzle

Zur Beachtung:

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam 

gemacht:

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vor-

erst nicht bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss 

er/sie die Geldstrafe definitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte 

Freiheitsstrafe.

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden 

(Art. 46 Abs. 1 bzw. Abs. 4 StGB),

- wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht,

- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.