# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ea57e25e-19ba-57da-8cb4-b7d3dcdb692d
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** LZ240036-O8
**Docket/Reference:** LZ240036-O8
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/LZ240036-O8.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer  

Geschäfts-Nr.: LZ240036-O/U

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Huizinga, Vorsitzender, Oberrichterin 

lic. iur. N. Jeker und Ersatzoberrichter lic. iur. T. Engler 

sowie Gerichtsschreiberin MLaw E. Tvrtkovic

Beschluss und Urteil vom 18. September 2025

in Sachen

A._____, 

Beklagter und Berufungskläger

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____, 

gegen

1.

2.

B._____, 

C._____, 

Klägerinnen und Berufungsbeklagte

1 vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y1._____, 

2 vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y2._____, 

betreffend Unterhalt und weitere Kinderbelange

Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts am Bezirksgericht Hinwil vom 

26. August 2024 (FK220033-E)

- 2 -

Rechtsbegehren:

A)

1.

2.

der Klägerin 1 (Urk. 55 S. 1 ff.):

Es  sei  B._____,  geboren  am  tt.mm.2021,  unter  der  Obhut  der 
Kindsmutter zu belassen;

Der  Kindsvater  sei  für  berechtigt  und  verpflichtet  zu  erklären, 
B._____ wie folgt zu sich oder mit sich zu Besuch zu nehmen:

a.

Regelung Verbleib Schweiz:

-

-

-

-

-

drei  Besuche  à  sieben  Stunden,  dann  drei  Besuche  à 
neun  Stunden;  stattfindend  die  kommenden  Mittwoche, 
Samstage und Sonntage (Abänderung Entscheid KESB 
Hinwil  vom  16. August  2022,  Ziff.  1.2;  bereits  für  die 
Dauer des Verfahrens);

direkt  anschliessend  14-tägliches  Wochenendbesuchs-
recht  des  Kindsvaters;  zunächst  zweimal  jeweils  von 
Samstag, 8:00 Uhr, bis Sonntag, 12:00 Uhr, ab da jeweils 
von Samstag, 8:00 Uhr, bis Sonntag, 17:00 Uhr (Abände-
rung Entscheid KESB Hinwil vom 16. August 2022, Ziff. 
1.2 bzw. 1.3 Spiegelstrich 1 und 2; bereits für die Dauer 
des Verfahrens);

sowie Besuchsrecht des Kindsvaters jeweils in der ande-
ren Woche jeweils freitags von 12:30 Uhr bis 17:00 Uhr; 
dies bis zum Eintritt von B._____ in den Kindergarten (Ab-
änderung Entscheid KESB Hinwil vom 16. August 2022, 
Ziff.  1.2  bzw.  1.3  Spiegelstrich  1  und  2;  bereits  für  die 
Dauer des Verfahrens);

ab  Kindergarteneintritt:  14-tägliches  Wochenendbe-
suchsrecht  des  Kindsvaters  jeweils  von  Freitag,  17:30 
Uhr, bis Sonntag, 18:00 Uhr;

ausserdem sei dem Kindsvater in Abänderung des Ent-
scheids  der  KESB  Hinwil  vom  16.  August  2022  ein  ge-
richtsübliches  Feiertagsbesuchsrecht  einzuräumen;  da-
bei sei gerichtlich festzulegen, dass nach dem Feiertags-
besuchsrecht  beim  Kindsvater  B._____  das  darauffol-
gende  Wochenende  bei  der  Kindsmutter  verbringt,  der 
Rhythmus somit allenfalls neu gestartet wird;

ausserdem sei der Kindsvater für berechtigt und verpflich-
tet  zu  erklären,  B._____  ab  dem  dritten  Geburtstag  für 
zwei nicht aufeinanderfolgende Wochen pro Jahr und ab 
dem Jahr 2026 für fünf Wochen pro Jahr zu sich oder mit 
sich in die Ferien zu nehmen; dabei seien die Eltern jähr-
lich  abwechselnd  für  vorwahlberechtigt  zu  erklären,  mit 
einer Vorlaufzeit von drei Monaten vor geplantem Ferien-

- 3 -

antritt, der Kindsvater habe dabei ab dem Kindergarten-
eintritt von B._____ bei der Wahrnehmung des Vorwahl-
rechts darauf Rücksicht zu nehmen, dass die Kindesmut-
ter mit B._____ in den Schulsommerferien drei aufeinan-
derfolgende Wochen in Deutschland (oder an einem Ort 
ihrer Wahl) verbringen kann;

b.

Regelung Wegzug nach Deutschland:

-

Für  den  Fall,  dass  der  Kindsmutter  gerichtlich  bewilligt 
wird,  den  Wohnsitz  von  B._____  nach  Deutschland  zu 
verlegen,  sei  dem  Kindsvater  in  Abänderung  der  Ent-
scheide der KESB Hinwil vom 16. August 2022 sowie des 
Bezirksrats Hinwil vom 16. Dezember 2022 ab Ausreise 
von  B._____  aus  der  Schweiz  ein  Wochenendbesuchs-
recht von Freitagabend bis Sonntagabend alle drei Wo-
chen  einzuräumen;  startend  am  dritten  Wochenende 
nach  erfolgtem  Wegzug  von  B._____;  dies  auf  Kosten 
des Kindsvaters; der Kindsvater hat dabei spätestens 48h 
zum Voraus der Kindsmutter die genauen Übergabezei-
ten  bekanntzugeben;  der  Kindsvater  sei  zudem  für  be-
rechtigt zu erklären, die Kindsmutter für jedes dritte sol-
che Besuchsrecht bis spätestens vier Wochen zum Vor-
aus aufzufordern, die Reisen mit B._____ selbst durchzu-
führen und B._____ spätestens samstags, 11.00 Uhr, in 
der Schweiz zu übergeben, die Flugtickets für Mutter und 
Kind seien dabei vom Kindsvater zu entschädigen oder in 
Absprache direkt zu buchen, der Rückflug erfolgt frühes-
tens  sonntags,  15:00  Uhr;  die  Reisepapiere  werden  je-
weils mit B._____ übergeben;

- Der Vater sei für berechtigt zu erklären, mit B._____ min-
destens zweimal die Woche, jeweils mittwochs und sonn-
tags,  sowie  an  Feiertagen  ohne  Besuchsrecht  und  am 
Geburtstag von B._____, ein Videotelefonat durchzufüh-
ren; die Mutter sei zu verpflichten, ein entsprechend ein-
gerichtetes Gerät sowie B._____ dafür bereitzuhalten;

-

-

ausserdem sei dem Kindsvater in Abänderung des Ent-
scheids  der  KESB  Hinwil  vom  16.  August  2022  ein  ge-
richtsübliches  Feiertagsbesuchsrecht  einzuräumen;  es 
sei  dabei  gerichtlich  festzulegen  dass  nach  dem  Feier-
tagsbesuchsrecht  beim  Kindsvater  B._____  die  beiden 
darauffolgenden Wochenenden bei der Kindsmutter ver-
bringt, der Rhythmus somit allenfalls neu gestartet wird;

ausserdem sei der Kindsvater für berechtigt und verpflich-
tet  zu  erklären,  B._____  ab  dem  dritten  Geburtstag  für 
zwei nicht aufeinanderfolgende Wochen pro Jahr und ab 
dem Jahr 2026 für fünf Wochen pro Jahr zu sich oder mit 
sich in die Ferien zu nehmen; dabei seien die Eltern jah-

- 4 -

resweise abwechselnd für vorwahlberechtigt zu erklären 
mit  einer  Vorlaufszeit  von  drei  Monaten  vor  geplantem 
Ferienantritt; 

-

bis  zur  effektiv  erfolgten  Ausreise  von  B._____  sei  der 
Kindsvater gemäss obigen Anträgen 2.a. für besuchsbe-
rechtigt zu erklären;

3.

Es sei der Kindsvater zu verpflichten, der Kindsmutter für den Un-
terhalt von B._____ ab Rechtshängigkeit der Unterhaltsklage einen 
angemessenen monatlichen Unterhalt zu bezahlen, zusammenge-
setzt aus einem angemessenen Barunterhalt und einem angemes-
senen Betreuungsunterhalt für B._____;

zahlbar an die Kindsmutter jeweils im Voraus auf den ersten Tag 
jedes Monats, rückwirkend seit Geburt bis zum Abschluss einer an-
gemessenen  Ausbildung,  auch  über  die  Mündigkeit  hinaus,  so-
lange B._____ in deren Haushalt lebt oder keine eigenen Ansprü-
che stellt bzw. keinen anderen Zahlungsempfänger bezeichnet; die 
Unterhaltsbeiträge seien gerichtsüblich zu indexieren;

4.

Der Kindsvater sei zu verpflichten, sich an den ausserordentlichen 
Kinderkosten, über die sich die Parteien vorgängig verständigt ha-
ben,  nach  Abzug  von  Kostenbeteiligungen  Dritter  (insbesondere 
Versicherungen) hälftig zu beteiligen;

alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. 7.7 % MwSt) zulas-
ten der Kindseltern.

B)

1.

2.

3.

der Klägerin 2 (Urk. 51 S. 2 ff.):

Es  sei  der  Vater  zu  verpflichten,  der  Klägerin  rückwirkend  ab 
tt.mm.2021  einen  angemessenen  Kindesunterhaltsbeitrag,  min-
destens CHF 2'500.– pro Monat, jeweils monatlich im Voraus, zu 
bezahlen;

Es sei der Vater im Sinne einer vorsorglichen Massnahme für die 
Dauer  dieses  Verfahrens  zu  verpflichten,  einen  angemessenen 
Kindesunterhaltsbeitrag, mindestens CHF 2'500.–, jeweils monat-
lich im Voraus, zu bezahlen;

Es sei der Vater für berechtigt und verpflichtet zu erklären, B._____ 
auf  eigene  Kosten  wie  folgt  mit  sich  oder  zu  sich  auf  Besuch  zu 
nehmen:

- 5 -

4.

5.

Es sei gestützt auf Art. 301a Abs. 2 ZGB die Zustimmung zur Ver-
legung des Aufenthaltsortes von B._____ nach Deutschland zu er-
teilen; 

Es seien Erziehungsgutschriften vollständig der Mutter anzurech-
nen;

- 6 -

6.

7.

8.

9.

C)

1.

2.

3.

4.

5.

Es sei ein Gutachten über die Erziehungsfähigkeit des Vaters an-
zuordnen;

Es sei für den Vater eine Familienbegleitung zu installieren;

Es sei der Klägerin die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen 
und in der Person von Rechtsanwalt Y2._____ einen unentgeltli-
chen Rechtsbeistand zu bestellen;

Alles- unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich MwSt.) 
zu Lasten des Vaters.

des Beklagten (Urk. 53 S. 2 ff.):

Es sei die Obhut über die Tochter B._____ dem Vater zuzuteilen 
und  der  Kindsmutter  ein  ausgedehntes  Besuchsrecht  gemäss 
nachfolgenden Ausführungen zuzusprechen.

Eventualiter  seien  Ziffer  2,  3  und  4  des  Entscheides  der  Kindes- 
und Erwachsenenschutzbehörde Bezirk Hinwil vom 24. Mai 2022 
aufzuheben, und

a)

b)

c)

es sei der Mutter, C._____, gestützt auf Art. 301a Abs. 2 ZGB 
zu verbieten, den Aufenthaltsort von B._____ ausserhalb des 
Bezirks D._____ zu verlegen.

es sei die Tochter B._____ unter die alleinige Obhut des Va-
ters zu stellen.

es seien die Erziehungsgutschriften vollständig dem Vater an-
zurechnen.

Subeventualiter  sei  ein  Erziehungsfähigkeitsgutachten  betr.  Bin-
dungstoleranz der Kindsmutter in Auftrag zu geben.

Es sei das Kontaktrecht über die Tochter B._____ gemäss nach-
folgenden Ausführungen zu regeln.

Eventualiter seien Ziffer I und II des Beschlusses des Bezirksrates 
Hinwil vom 16. Dezember 2022 aufzuheben, und es sei Dispositiv 
Ziff. II mit folgender Fassung zu ersetzen:

Es seien Ziffer 1 Subziffer 1.1 bis 1.4 des Entscheides der Kindes- 
und  Erwachsenenschutzbehörde  Bezirk  Hinwil  vom  16.  August 
2022 aufzuheben und für die Dauer des Verfahrens mit folgender 
Fassung zu ersetzen:

Der Kindsvater wird für berechtigt und verpflichtet erklärt, B._____ 
(unbegleitet) auf eigene Kosten wie folgt mit sich oder zu sich auf 
Besuch zu nehmen (wobei B._____ vom jeweiligen Elternteil beim 
anderen abzuholen ist – unter Anrechnung der während des Ver-
fahrens verstrichenen Phasen):

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-

-

Phase 2: ab sofort
Dienstag, 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr
Donnerstag, 14.00 Uhr bis Freitag, 07.30 Uhr bzw. Beginn Ta-
gesmuttereinsatz
Sonntag, 14.00 Uhr bis Montag, 07.30 Uhr bzw. Beginn Ta-
gesmuttereinsatz

Phase 3: ab April 2023 für die weitere Dauer des Verfahrens
alternierend
jeden zweiten Donnerstag, 17.00 Uhr bis Freitag, 18:00 Uhr 
bzw. jedes 2. Wochenende von Freitag, 18.00 Uhr bzw. Ende 
Tagesmuttereinsatz  bis  Montag,  7.30  Uhr  bzw.  Beginn  Ta-
gesmuttereinsatz

in den geraden Jahren an Weihnachten jeweils vom 24. De-
zember, 10.00 Uhr, bis 25. Dezember, 18.00 Uhr, sowie vom 
31. Dezember, 10.00 Uhr, bis 1. Januar, 18.00 Uhr, in unge-
raden Jahren vom 25. Dezember, 10.00 Uhr, bis 26. Dezem-
ber, 10.00 Uhr, sowie vom 1. Januar, 10.00 Uhr, bis 2. Januar, 
18.00 Uhr

während drei Wochen Ferien pro Jahr

Die  Eltern  sprechen  sich  über  die  Aufteilung  der  Ferien  je-
weils rechtzeitig ab. Können sie sich nicht einigen, so kommt 
dem Vater in Jahren mit ungerader Jahreszahl das Entschei-
dungsrecht bezüglich der Aufteilung der Ferien zu; in Jahren 
mit gerader Jahreszahl der Mutter.

Fällt das Betreuungswochenende des Vaters auf Ostern, be-
ginnt  seine  Betreuungsverantwortung  bereits  ab  Gründon-
nerstag, 18.00 Uhr, und dauert bis Ostermontag, 18.00 Uhr. 
Fällt  das  Betreuungswochenende  des  Vaters  auf  Pfingsten, 
verlängert  sich  seine  Betreuungsverantwortung  bis  Pfingst-
montag, 18.00 Uhr.

-

Für den Fall des Wegzuges von B._____ ins Ausland

Solange B._____ noch nicht ordentlich eingeschult ist:

Jeweils  alle  4  Wochen  von  Freitag  bis  Donnerstag,  wobei 
B._____ vom Vater bei der Mutter abgeholt und von der Mut-
ter beim Vater abgeholt werden muss.

Mit ordentlicher Einschulung von B._____:

Jeweils das letzte Wochenende im Monat von Freitag (nach 
Schulschluss) bis Sonntag, 18:00 Uhr, an ihrem Wohnsitz

Während  8  Wochen  Ferien  pro  Jahr  in  der  Schweiz,  wobei 
B._____  (solange  sie  die  Reise  nicht  selber  antreten  kann) 
vom Vater bei der Mutter abgeholt und von der Mutter beim 
Vater abgeholt werden muss.

- 8 -

Die  Eltern  sprechen  sich  über  die  Aufteilung  der  Ferien  je-
weils rechtzeitig ab. Können sie sich nicht einigen, so kommt 
dem Vater in Jahren mit ungerader Jahreszahl das Entschei-
dungsrecht bezüglich der Aufteilung der Ferien zu; in Jahren 
mit gerader Jahreszahl der Mutter.

6.

Es seien die Kinderunterhaltsbeiträge zu regeln, wobei die defini-
tive  Bezifferung  erst  nach  Vorlage  der  aktuellen  Unterlagen  der 
Kindsmutter konkretisiert werden kann.

7.

Im Übrigen seien die Anträge der Klägerinnen abzuweisen.

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich MwSt.) zu Lasten 
der Klägerin 2.

Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren 
am Bezirksgericht Hinwil vom 26. August 2024:
(Urk. 109 S. 52 ff. = Urk. 117 S. 52 ff.)

Die Klägerin 1 wird unter der Obhut der Klägerin 2 belassen.

Die Klägerin 2 wird dazu berechtigt, den Aufenthaltsort der Klägerin 1 nach 

Deutschland zu verlegen.

1.

2.

3.

Solange  die  Klägerin  2  mit  der  Klägerin  1  in  der  Schweiz  verbleibt,  ist  der 

Beklagte berechtigt und verpflichtet, die Klägerin 1 wie folgt auf eigene Kosten 

zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen:

a)

bis zum Eintritt von B._____ in den Kindergarten:







an  jedem  zweiten  Wochenende  von  Samstag,  8:00  Uhr,  bis  Sonntag, 

16:30 Uhr,

in  jeder  zweiten  Woche  (nämlich  in  jener,  in  der  kein  Wochenendbe-

suchsrecht stattfindet) von Donnerstag, 17:00 Uhr, bis Freitag, 8:00 Uhr,

in  den  geraden  Jahren  an  Weihnachten  jeweils  vom  24.  Dezember, 

10:00  Uhr,  bis  25.  Dezember,  10:00  Uhr,  sowie  vom  31.  Dezember, 

10:00 Uhr, bis 1. Januar, 18:00 Uhr; die Klägerin 1 verbringt das darauf-

- 9 -

folgende  Wochenende  bei  der  Klägerin  2  (womit  der  14-tägliche  Be-

suchsrechtsrhythmus allenfalls neu gestartet wird),



in den ungeraden Jahren an Weihnachten jeweils vom 25. Dezember, 

10:00 Uhr, bis 26. Dezember, 10:00 Uhr sowie vom 1. Januar, 10:00 Uhr, 

bis  2.  Januar,  18:00  Uhr;  die  Klägerin  1  verbringt  das  darauffolgende 

Wochenende bei der Klägerin 2 (womit der 14-tägliche Besuchsrechts-

rhythmus allenfalls neu gestartet wird),



fällt das Besuchswochenende des Beklagten auf Ostern, beginnt seine 

Betreuungsverantwortung  bereits  ab  Gründonnerstag,  18:00  Uhr,  und 

dauert bis Ostermontag, 18:00 Uhr, und die Klägerin 1 verbringt das dar-

auffolgende Wochenende bei der Klägerin 2,



fällt das Besuchswochenende des Beklagten auf Pfingsten, verlängert 

sich seine Betreuungsverantwortung bis Pfingstmontag, 18:00 Uhr, und 

die Klägerin 1 verbringt das darauffolgende Wochenende bei der Kläge-

rin 2,



für zwei nicht aufeinanderfolgende Ferienwochen pro Jahr; die Klägerin 

2 ist in den geraden Jahren und der Beklagte in den ungeraden Jahren 

vorwahlberechtigt,  wobei  die  Parteien  die  Ferien  mindestens  drei  Mo-

nate im Voraus anzumelden bzw. mit dem anderen Elternteil abzuspre-

chen  haben,  und  der  Beklagte  ist  zusätzlich  verpflichtet,  darauf  Rück-

sicht zu nehmen, dass die Klägerin 2 mit der Klägerin 1 in den Sommer-

ferien drei aufeinanderfolgende Ferienwochen verbringen kann,

b)

ab dem Eintritt von B._____ in den Kindergarten:





an  jedem  zweiten  Wochenende  von  Freitag,  17:30  Uhr,  bis  Sonntag, 

18:00 Uhr,

in  jeder  zweiten  Woche  (nämlich  in  jener,  in  der  kein  Wochenendbe-

suchsrecht stattfindet) von Donnerstag, 17:00 Uhr bzw. ab Kindergarten-

/Schulschluss, bis Freitag, 8:00 Uhr bzw. bis Kindergarten-/Schulbeginn,

- 10 -



in  den  geraden  Jahren  an  Weihnachten  jeweils  vom  24.  Dezember, 

10:00  Uhr,  bis  25.  Dezember,  10:00  Uhr,  sowie  vom  31.  Dezember, 

10:00 Uhr, bis 1. Januar, 18:00 Uhr; die Klägerin 1 verbringt das darauf-

folgende  Wochenende  bei  der  Klägerin  2  (womit  der  14-tägliche  Be-

suchsrechtsrhythmus allenfalls neu gestartet wird),



in den ungeraden Jahren an Weihnachten jeweils vom 25. Dezember, 

10:00 Uhr, bis 26. Dezember, 10:00 Uhr sowie vom 1. Januar, 10:00 Uhr, 

bis  2.  Januar,  18:00  Uhr;  die  Klägerin  1  verbringt  das  darauffolgende 

Wochenende bei der Klägerin 2 (womit der 14-tägliche Besuchsrechts-

rhythmus allenfalls neu gestartet wird),



fällt das Besuchswochenende des Beklagten auf Ostern, beginnt seine 

Betreuungsverantwortung  bereits  ab  Gründonnerstag,  18:00  Uhr,  und 

dauert bis Ostermontag, 18:00 Uhr, und die Klägerin 1 verbringt das dar-

auffolgende Wochenende bei der Klägerin 2,



fällt das Besuchswochenende des Beklagten auf Pfingsten, verlängert 

sich seine Betreuungsverantwortung bis Pfingstmontag, 18:00 Uhr, und 

die Klägerin 1 verbringt das darauffolgende Wochenende bei der Kläge-

rin 2,



für sechs Ferienwochen pro Jahr; die Klägerin 2 ist in den geraden Jah-

ren und der Beklagte in den ungeraden Jahren vorwahlberechtigt, wobei 

die Parteien die Ferien mindestens drei Monate im Voraus anzumelden 

bzw. mit dem anderen Elternteil abzusprechen haben; der Beklagte ist 

zusätzlich verpflichtet, darauf Rücksicht zu nehmen, dass die Klägerin 2 

mit der Klägerin 1 in den Schulsommerferien drei aufeinanderfolgende 

Ferienwochen verbringen kann.

4.

Ab dem Zeitpunkt, in welchem die Klägerin 2 mit der Klägerin 1 ihren Wohnsitz 

nach Deutschland verlegt hat, ist der Beklagte berechtigt und verpflichtet, die 

Klägerin 1 wie folgt auf eigene Kosten zu sich oder mit sich auf Besuch zu 

nehmen:

- 11 -



an jedem dritten Wochenende von Freitagabend bis Sonntagabend, be-

ginnend  am  dritten  Wochenende  nach  dem  erfolgten  Wegzug  nach 

Deutschland, wobei der Beklagte der Klägerin 2 spätestens 48 Stunden 

zum Voraus die genauen Übergabezeiten bekanntzugeben hat,



dabei ist der Beklagte berechtigt, die Klägerin 2 für jedes dritte solche 

Besuchsrecht spätestens vier Wochen im Voraus aufzufordern, die Rei-

sen mit der Klägerin 1 selbst durchzuführen und ihm die Klägerin 1 spä-

testens samstags um 11.00 Uhr in der Schweiz zu übergeben; die Flug-

tickets für Mutter und Kind sind diesfalls vom Beklagten zu entschädigen 

oder von ihm in Absprache direkt zu buchen; der Rückflug erfolgt frühes-

tens sonntags um 15:00 Uhr; die Reisepapiere von B._____ werden je-

weils mit B._____ übergeben.

Zusätzlich ist der Beklagte berechtigt, mit der Klägerin 1 mindestens zweimal 

pro Woche, jeweils mittwochs und sonntags, sowie an Feiertagen ohne Be-

suchsrecht und am Geburtstag der Klägerin 1, ein Videotelefonat durchzufüh-

ren. Die Klägerin 2 ist verpflichtet, ein entsprechend eingerichtetes Gerät so-

wie B._____ dafür bereitzuhalten.

Ausserdem ist der Beklagte berechtigt und verpflichtet, die Klägerin 1 bis zu 

deren Kindergarteneintritt während zwei nicht aufeinanderfolgende Ferienwo-

chen pro Jahr und ab deren Kindergarteneintritt während sechs Ferienwochen 

pro Jahr zu sich bzw. mit sich auf Besuch zu nehmen. Die Klägerin 2 ist in den 

geraden Jahren und der Beklagte in den ungeraden Jahren vorwahlberechtigt, 

wobei die Parteien die Ferien mindestens drei Monate im Voraus anzumelden 

bzw. mit dem anderen Elternteil abzusprechen haben.

5.

Die mit Entscheid der KESB Bezirk Hinwil vom 22. September 2021 vorsorg-

lich und mit Entscheid derselben Behörde vom 16. August 2022 definitiv er-

richtete Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 und Abs. 2 für die Klägerin 1 wird 

aufgehoben. Der Rechenschafts-/Schlussbericht der Beiständin vom 28. No-

vember 2023 wird verdankt und genehmigt.

- 12 -

6.

Die  Erziehungsgutschriften  gemäss  Art.  52fbis  AHVV  werden  vollumfänglich 

der Klägerin 2 angerechnet.

7.

Der  Beklagte  wird  verpflichtet,  die  folgenden  monatlichen  Kinderunterhalts-

beiträge, zuzüglich gesetzliche und/oder vertragliche Kinder-, Familien- und 

Ausbildungszulagen,  zu  bezahlen,  solange  die  Klägerinnen  in  der  Schweiz 

leben:











Fr.

Fr.

1'882.–

ab 1. Juni 2021 bis 31. Dezember 2022 (Barunterhalt)

2'157.–

ab 1. Januar 2023 bis 31. August 2025
(davon Fr. 789.– Barunterhalt und Fr. 1'368.– Betreu-
ungsunterhalt, wobei zur Deckung des gebührenden 
Unterhaltes monatlich Fr. 1'228.– fehlen)

Fr.

1'709.–

ab 1. September 2025 bis 31. August 2033
(davon Fr. 1'139.– Barunterhalt und Fr. 570.– Betreu-
ungsunterhalt)

Fr.

Fr.

1'295.–

ab 1. September 2033 bis 30. Juni 2037 (Barunterhalt)

1'442.–

ab 1. Juli 2037 bis zum Abschluss einer angemesse-
nen Ausbildung der Klägerin 1, auch über die Volljäh-
rigkeit hinaus (Barunterhalt)

Die Unterhaltsbeiträge und die Familienzulagen sind an die Klägerin 2 zahl-

bar, monatlich im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats. Die Zahlungs-

modalitäten gelten bis zur Volljährigkeit bzw. bis zum Abschluss einer ange-

messenen Ausbildung auch über die Volljährigkeit hinaus, solange die Kläge-

rin 1 im Haushalt der Klägerin 2 lebt und keine eigenen Ansprüche gegenüber 

dem Beklagten stellt bzw. keinen anderen Zahlungsempfänger bezeichnet.

8.

Der  Beklagte  wird  verpflichtet,  die  folgenden  monatlichen  Kinderunterhalts-

beiträge, zuzüglich gesetzliche und/oder vertragliche Kinder-, Familien- und 

Ausbildungszulagen, zu bezahlen, und zwar ab dem Monat, welcher auf die 

Verlegung des Wohnsitzes der Klägerinnen nach Deutschland folgt:





Fr.

1'293.–

bis 31. August 2033 (davon Fr. 709.– Barunterhalt und 
Fr. 584.– Betreuungsunterhalt)

Fr.

870.–

ab 1. September 2033 bis 30. Juni 2037 (Barunterhalt)

- 13 -



Fr.

903.–

ab 1. Juli 2037 bis zum Abschluss einer angemessenen 
Ausbildung der Klägerin 1, auch über die Volljährigkeit 
hinaus (Barunterhalt)

Die Unterhaltsbeiträge und die Familienzulagen sind an die Klägerin 2 zahl-

bar, monatlich im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats. Die Zahlungs-

modalitäten gelten bis zur Volljährigkeit bzw. bis zum Abschluss einer ange-

messenen Ausbildung auch über die Volljährigkeit hinaus, solange die Kläge-

rin 1 im Haushalt der Klägerin 2 lebt und keine eigenen Ansprüche gegenüber 

dem Beklagten stellt bzw. keinen anderen Zahlungsempfänger bezeichnet.

9.

Ausserordentliche Kinderkosten (mehr als Fr. 200.– pro Ausgabeposition, z.B. 

Zahnarztkosten, ungedeckte Gesundheitskosten, Kosten für schulische För-

derungsmassnahmen etc.) sind von der Klägerin 2 und vom Beklagten je hälf-

tig zu tragen. Voraussetzung für die hälftige Kostentragung ist, dass sie sich 

vorgängig über die ausserordentliche Ausgabe geeinigt haben. Kommt keine 

Einigung zustande, so trägt der veranlassende Elternteil die entsprechende 

Ausgabe einstweilen allein; die gerichtliche Geltendmachung der Kostenbe-

teiligung bleibt vorbehalten.

10. Die  Unterhaltsbeiträge  gemäss  den  Dispositivziffern  7  und  8  dieses  Urteils 

basieren auf dem Landesindex der Konsumentenpreise des Bundesamtes für 

Statistik, Stand Ende Juli 2024 von 107.5 Punkten (Basis Dezember 2020 = 

100  Punkte).  Sie  sind  jeweils  auf  den  1.  Januar  jedes  Jahres,  erstmals  auf 

den 1. Januar 2026, dem Stand des Indexes per Ende November des Vorjah-

res anzupassen. Die Anpassung erfolgt nach folgender Formel:

neuer Unterhaltsbeitrag =

  ursprünglicher Unterhaltsbeitrag x neuer Index

                        ursprünglicher Index

Fällt der Index unter den Stand von Ende Juli 2024, berechtigt dies nicht zu 

einer Herabsetzung der Unterhaltsbeiträge.

11. Die Festsetzung der Unterhaltsbeiträge gemäss den Dispositivziffern 7 und 8 

dieses Urteils basiert auf folgenden Grundlagen: 

- 14 -

Einkommen netto pro Monat, inkl. Anteil 13. Monatslohn, exkl. Familienzula-

gen:

• Klägerin 1:

die Familienzulage von Fr. 200.– bzw. Fr. 250.– (Schweiz) 
bzw. von Fr. 250.– (Deutschland)

• Klägerin 2 (Schweiz):

Fr. 4'340.–

von Juni 2021 bis und mit Dezember 2022

Fr. 0.–

von Januar 2023 bis und mit August 2025

Fr. 2'350.–

Fr. 3'760.–

von  September  2025  bis  und  mit  August 
2033 (50%-Pensum)

von September 2033 bis und mit Juni 2037
(80%-Pensum)

Fr. 4'700.–

ab Juli 2037 (100%-Pensum)

• Klägerin 2 (Deutschland):

Fr. 1'150.–

bis und mit August 2033 (50%-Pensum)

Fr. 1'840.–

von September 2033 bis und mit Juni 2037
(80%-Pensum)

Fr. 2'300.–

ab Juli 2037 (100%-Pensum)

• Beklagter:

Fr. 5'375.–

von Juni 2021 bis und mit Dezember 2022 
(100%-Pensum)

Fr. 5'527.–

ab Januar 2023 (100%-Pensum)

Vermögen:

für die Unterhaltsberechnung nicht massgebend

12. Alle abweichenden bzw. darüber hinausgehenden Anträge der Parteien wer-

den abgewiesen.

- 15 -

13. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

6'000.–

; die weiteren Gerichtskosten betragen:

13'320.25   bisher aufgelaufene Kosten der Kindsvertretung.

14. Die Kosten werden der Klägerin 2 und dem Beklagten je zur Hälfte auferlegt, 

jedoch infolge der ihnen gewährten unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen 

auf  die  Gerichtskasse  genommen.  Die  Parteien  werden  auf  die  Nachzah-

lungspflicht gemäss Art. 123 ZPO hingewiesen

15. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

16.

[Schriftliche Mitteilung]

17.

[Rechtsmittel]

Berufungsanträge:

des Beklagten und Berufungsklägers (Urk. 116 S. 2 ff.):

"1. Dispositiv-Ziff.  1  des  Urteils  vom  26.  August  2024  (FK220033-D) 
sei aufzuheben und es sei die Obhut über die Tochter B._____ dem 
Vater zuzuteilen.

2. Dispositiv-Ziff.  2  des  Urteils  vom  26.  August  2024  (FK220093-D) 
sei aufzuheben und es sei der Kindsmutter unter Androhung von 
Art.  292  StGB  zu  verbieten,  den  Aufenthaltsort  der  Tochter 
B._____ aus dem Bezirk D._____ zu verlegen. 

3. Dispositiv-Ziff.  3  und  4  des  Urteils  vom  26.  August  2024 
(FK220033-D)  seien  aufzuheben  und  es  sei  die  Kindsmutter  be-
rechtigt zu erklären, B._____ wie folgt zu betreuen:

- Für den Fall des Verbleibs der Kindsmutter in der Schweiz

alternierend
jeden zweiten Donnerstag 17.00 Uhr bis Freitag 18.00 Uhr 
bzw.  jedes  2.  Wochenende  von  Freitag,  18.00  Uhr  bzw.  Ende 
Tagesmuttereinsatz bis Montag, 7.30 Uhr bzw. Beginn Tages-
muttereinsatz

in den geraden Jahren an Weihnachten jeweils vom 24. Dezem-
ber,  10  Uhr,  bis  25.  Dezember  18.00  Uhr,  sowie  vom  31.  De-
zember 10.00 Uhr bis 1. Januar, 18.00 Uhr

- 16 -

in ungeraden Jahren vom 25. Dezember, 10.00 Uhr bis 26. De-
zember 10.00 Uhr sowie vom 1. Januar 10.00 Uhr bis 2. Januar 
18.00 Uhr

während sechs Wochen Ferien pro Jahr

Die Eltern sprechen sich über die Aufteilung der Ferien jeweils 
rechtzeitig ab. Können sie sich nicht einigen, so kommt dem Va-
ter in Jahren mit ungerader Jahreszahl das Entscheidungsrecht 
bezüglich  der  Aufteilung  der  Ferien  zu;  in  Jahren  mit  gerader 
Jahreszahl der Mutter.

Fällt  das  Betreuungswochenende  des  Vaters  auf  Ostern,  be-
ginnt seine Betreuungsverantwortung bereits ab Gründonners-
tag, 18.00 Uhr, und dauert bis Ostermontag, 18.00 Uhr. Fällt das 
Betreuungswochenende  des  Vaters  auf  Pfingsten,  verlängert 
sich  seine  Betreuungsverantwortung  bis  Pfingstmontag,  18.00 
Uhr.

- Für den Fall des Wegzuges der Kindsmutter ohne B._____ 

ins Ausland

Solange B._____ noch nicht ordentlich eingeschult ist:

Jeweils  alle  4  Wochen  von  Freitag  bis  Donnerstag,  wobei 
B._____ vom Vater bei der Mutter abgeholt und von der Mutter 
beim Vater abgeholt werden muss.

Mit ordentlicher Einschulung von B._____:

Jeweils  das  letzte  Wochenende  im  Monat  von  Freitag  (nach 
Schulschluss) bis Sonntag, 18.00 Uhr an ihrem Wohnsitz

Während  8  Wochen  Ferien  pro  Jahr  in  Deutschland,  wobei 
B._____ (solange sie die Reise nicht selber antreten kann) vom 
Vater bei der Mutter abgeholt und von der Mutter beim Vater ab-
geholt werden muss.

Die Eltern sprechen sich über die Aufteilung der Ferien jeweils 
rechtzeitig ab. Können sie sich nicht einigen, so kommt dem Va-
ter in Jahren mit ungerader Jahreszahl das Entscheidungsrecht 
bezüglich  der  Aufteilung  der  Ferien  zu;  in  Jahren  mit  gerader 
Jahreszahl der Mutter.

4. Eventualiter seien Dispositiv-Ziff. 3 und 4 des Urteils vom 26. Au-
gust 2024 (FK220033-D) aufzuheben und es sei der Kindsvater be-
rechtigt zu erklären, B._____ wie folgt zu betreuen:

- Während des Verbleibs der Kindsmutter in der Schweiz

alternierend
jeden zweiten Donnerstag 17.00 Uhr bis Freitag 18.00 Uhr
bzw.  jedes  2.  Wochenende  von  Freitag,  18.00  Uhr  bzw.  Ende 
Tagesmuttereinsatz bis Montag, 7.30 Uhr bzw. Beginn Tages-
muttereinsatz

- 17 -

in den geraden Jahren an Weihnachten jeweils
vom 24. Dezember, 10 Uhr, bis 25. Dezember 18.00 Uhr, sowie 
vom 31. Dezember 10.00 Uhr bis 1. Januar, 18.00 Uhr
in ungeraden Jahren vom 25. Dezember, 10.00 Uhr bis 26. De-
zember 10.00 Uhr sowie vom 1. Januar 10.00 Uhr bis 2. Januar 
18.00 Uhr

während sechs Wochen Ferien pro Jahr

Die Eltern sprechen sich über die Aufteilung der Ferien jeweils 
rechtzeitig ab. Können sie sich nicht einigen, so kommt dem Va-
ter in Jahren mit ungerader Jahreszahl das Entscheidungsrecht 
bezüglich  der  Aufteilung  der  Ferien  zu;  in  Jahren  mit  gerader 
Jahreszahl der Mutter.

Fällt  das  Betreuungswochenende  des  Vaters  auf  Ostern,  be-
ginnt seine Betreuungsverantwortung bereits ab Gründonners-
tag, 18.00 Uhr, und dauert bis Ostermontag, 18.00 Uhr. Fällt das 
Betreuungswochenende  des  Vaters  auf  Pfingsten,  verlängert 
sich  seine  Betreuungsverantwortung  bis  Pfingstmontag,  18.00 
Uhr.

- Für den Fall des Wegzuges mit B._____ ins Ausland

Solange B._____ noch nicht ordentlich eingeschult ist:

Jeweils  alle  4  Wochen  von  Freitag  bis  Donnerstag,  wobei 
B._____ vom Vater bei der Mutter abgeholt und von der Mutter 
beim Vater abgeholt werden muss.

Mit ordentlicher Einschulung von B._____:

Jeweils  das  letzte  Wochenende  im  Monat  von  Freitag  (nach 
Schulschluss) bis Sonntag, 18.00 Uhr an ihrem Wohnsitz

Während  8  Wochen  Ferien  pro  Jahr  in  der  Schweiz,  wobei 
B._____ (solange sie die Reise nicht selber antreten kann) vom 
Vater bei der Mutter abgeholt und von der Mutter beim Vater ab-
geholt werden muss.

Die Eltern sprechen sich über die Aufteilung der Ferien jeweils 
rechtzeitig ab. Können sie sich nicht einigen, so kommt dem Va-
ter in Jahren mit ungerader Jahreszahl das Entscheidungsrecht 
bezüglich  der  Aufteilung  der  Ferien  zu;  in  Jahren  mit  gerader 
Jahreszahl der Mutter.

5. Dispositiv-Ziff.  6  des  Urteils  vom  26.  August  2024  (FK220033-D) 
sei aufzuheben und die Erziehungsgutschriften seien vollumfäng-
lich dem Berufungskläger anzurechnen.

6. Dispositiv-Ziff.  7  des  Urteils  vom  26.  August  2024  (FK220033-D) 
sei aufzuheben und mit folgender Fassung zu ersetzen (wobei die 
abschliessende  Bezifferung  erst  nach  Edition  der  Unterlagen  der 
Berufungsbeklagten erfolgen kann):

- 18 -

6.1 Der Beklagte wird verpflichtet, für die gemeinsame Tochter 
folgende  Unterhaltsbeiträge  zu  bezahlen  (zuzüglich  gesetzliche 
und/oder  vertragliche  Kinder-/Familien  und  Ausbildungszulagen), 
solange die Klägerin 1 in der Schweiz unter der Obhut der Mut-
ter lebt:

ab 1. Juni 2021 bis 31. Dezember 2022: CHF 1'305 (CHF 952
+ CHF 352 [Überschuss]; gerundet)

ab 1. Januar 2023 bis Umteilung Obhut: CHF 1'413 (CHF
1'102; gerundet Barunterhalt + CHF 313 Betreuungsunterhalt, wo-
bei ein Manko von CHF 125.00 festzuhalten ist)

Die Unterhaltsbeiträge und die Familienzulagen sind zahlbar, mo-
natlich  im  Voraus  auf  den  Ersten  eines  jeden  Monats.  Die  Zah-
lungsmodalitäten  gelten  bis  zur  Volljährigkeit  bzw.  bis  zum  Ab-
schluss einer angemessenen Ausbildung auch über die Volljährig-
keit hinaus, solange die Klägerin 1 im Haushalt der Klägerin 2 lebt 
und  keine  eigenen  Ansprüche  gegenüber  dem  Beklagten  stellt 
bzw. keinen anderen Zahlungsempfänger bezeichnet.

6.2 Mit Umteilung der Obhut an den Beklagten wird die Kläge-
rin verpflichtet, für die gemeinsame Tochter folgende Unterhalts-
beiträge zu bezahlen (zuzüglich gesetzliche und/oder vertragliche 
Kinder-/Familien und Ausbildungszulagen), solange die Klägerin 
1 in der Schweiz unter der Obhut des Vaters lebt:

ab Umteilung der Obhut bis 31. August 2033: CHF 2'290
(CHF 1'235; gerundet Barunterhalt + CHF 1'055 Betreuungsunter-
halt)

ab 1. September 2033 bis 30. Juni 2037: CHF 1'560 (Barunter-
halt CHF 1'290 zuzüglich Überschuss CHF 110 zzgl. Betreuungs-
unterhalt CHF 160)

ab 1. Juli 2037 bis zum Abschluss einer angemessenen 
Erstausbildung der Klägerin 1: CHF 660 (Barunterhalt CHF 660 
ohne Überschuss nach Leistungsfähigkeit der Eltern)

Die Unterhaltsbeiträge und die Familienzulagen sind zahlbar, mo-
natlich  im  Voraus  auf  den  Ersten  eines  jeden  Monats.  Die  Zah-
lungsmodalitäten  gelten  bis  zur  Volljährigkeit  bzw.  bis  zum  Ab-
schluss einer angemessenen Ausbildung auch über die Volljährig-
keit hinaus, solange die Klägerin 1 im Haushalt des Beklagten lebt 
und keine eigenen Ansprüche gegenüber der Klägerin 2 stellt bzw. 
keinen anderen Zahlungsempfänger bezeichnet.

7. Eventualiter (für den Fall der Abweisung von Rechtsbegehren Ziff. 
1 , 2 und 6 vorstehend) sei Dispositiv-Ziff. 7 des Urteils vom 26. Au-
gust 2024 (FK220033-D) aufzuheben und mit folgender Fassung 
zu ersetzen (wobei die abschliessende Bezifferung erst nach Edi-
tion der Unterlagen der Berufungsbeklagten erfolgen kann):

- 19 -

Der  Beklagte  wird  verpflichtet,  für  die  gemeinsame  Tochter  fol-
gende  Unterhaltsbeiträge  zu  bezahlen  (zuzüglich  gesetzliche 
und/oder  vertragliche  Kinder-/Familien  und  Ausbildungszulagen), 
solange die Klägerin 1 unter der Obhut der Klägerin 2 in der 
Schweiz lebt:

ab 1. Juni 2021 bis 31. Dezember 2022: CHF 1'305 (CHF 952 + 
CHF 352 [Überschuss]; gerundet)

ab 1. Januar 2023 bis 31. August 2033: CHF 1'413 (CHF 1'102; 
gerundet Barunterhalt + CHF 313 Betreuungsunterhalt, wobei ein 
Manko von CHF 125.00 festzuhalten ist)

ab 1. September 2033 bis 30. Juni 2037: CHF 1'285 (Barunterhalt 
CHF 972 zuzüglich Überschuss)

ab  1.  Juli  2037  bis  zum  Abschluss  einer  angemessenen 
Erstausbildung der Klägerin 1: CHF 490 (Barunterhalt CHF 490 
ohne Überschuss nach Leistungsfähigkeit der Eltern)

Die Unterhaltsbeiträge und die Familienzulagen sind zahlbar, mo-
natlich  im  Voraus  auf  den  Ersten  eines  jeden  Monats.  Die  Zah-
lungsmodalitäten  gelten  bis  zur  Volljährigkeit  bzw.  bis  zum  Ab-
schluss einer angemessenen Ausbildung auch über die Volljährig-
keit hinaus, solange die Klägerin 1 im Haushalt der Klägerin 2 lebt 
und  keine  eigenen  Ansprüche  gegenüber  dem  Beklagten  stellt 
bzw. keinen anderen Zahlungsempfänger bezeichnet.

8. Dispositiv-Ziff. 8 sei vollumfänglich aufzuheben.

9. Eventualiter  (für  den  Fall  der  Abweisung  von  Rechtsbegehren 
Ziff. 1 und 2 vorstehend) sei Dispositiv-Ziff. 8 vollumfänglich aufzu-
heben und durch folgende Fassung zu ersetzen: 

Der Beklagte wird verpflichtet, ab dem Monat, welcher auf die Ver-
legung  des  Wohnsitzes  der  Klägerinnen  nach  Deutschland  folgt, 
folgende Unterhaltsbeiträge zu bezahlen:

Ab Umzug nach Deutschland bis 30. Juni 2027: EUR 567

Ab 1. Juli 2027 bis 30. Juni 2033: EUR 669

Ab 1. Juli 2033 bis 30. Juni 2029: EUR 804

Ab 1. Juli 2039 bis zum 30. Juni 2042: EUR 743

10. Dispositiv-Ziff.  9  des  Urteils  vom  26.  August  2024  (FK220033-D) 

sei vollumfänglich aufzuheben.

11. Dispositiv-Ziff. 10 des Urteils vom 26. August 2024 (FK220033-D) 
sei in Bezug auf den Verweis auf Dispositiv Ziff. 8 vollumfänglich 
aufzuheben. 

- 20 -

12. Dispositiv-Ziff. 11 des Urteils vom 26. August 2024 (FK220033-D) 
sei aufzuheben und entsprechend der nachfolgenden Ausführun-
gen zu aktualisieren.

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MwSt. zulasten 
des Berufungsbeklagten.

der Klägerin 1 und Berufungsbeklagten 1 (Urk. 125 S. 1):

"Es seien die berufungsklägerischen Anträge abzuweisen;

unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MwSt. zulasten der Kinds-
eltern bzw. der Staatskasse." 

der Klägerin 2 und Berufungsklägerin 2 (Urk. 122 S. 3) 

"1.

 2.

Die Berufung sei vollumfänglich abzuweisen;

Alles  unter  Kosten-  und  Entschädigungsfolgen  (zuzüglich  MWSt) 
zu Lasten des Berufungsklägers."

Prozessuale Anträge:

des Beklagten und Berufungsklägers (Urk. 116 S. 8):

"Es sei dem Berufungskläger die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilli-
gen  und  ihm  in  der  Person  der  Unterzeichnenden  eine  unentgeltliche 
Rechtsbeiständin zu gewähren."

der Klägerin 2 und Berufungsbeklagten 2 (Urk. 122 S. 3):

"Es sei der Berufungsbeklagten 2 die unentgeltliche Rechtspflege zu be-
willigen und ihr in der Person des Unterzeichnenden ein unentgeltlicher 
Rechtsbeistand zu bestellen."

- 21 -

Erwägungen:

I. Sachverhalt und Prozessgeschichte

1.

Die Klägerin 2 und Berufungsbeklagte 2 (fortan Klägerin 2) und der Beklagte 

und  Berufungskläger  (fortan  Beklagter)  sind  die  unverheirateten  Eltern  der  am 

tt.mm.2021 geborenen Klägerin 1 und Berufungsbeklagten 1 (fortan B._____ oder 

Klägerin 1). B._____ lebt bei der Klägerin 2 in E._____. 

2. Mit Eingabe vom 20. September 2022 machten die Klägerinnen unter Beilage 

der Klagebewilligung des Friedensrichteramts E._____ vom 7. Juli 2022 (Urk. 1) 

das vorliegende Verfahren bei der Vorinstanz anhängig (Urk. 2). Hinsichtlich des 

Prozessverlaufs vor Vorinstanz kann auf das angefochtene Urteil verwiesen wer-

den (Urk. 117 S. 8 f.). Dieses erging am 26. August 2024 (Urk. 117). 

3. Gegen  dieses  Urteil  erhob  der  Beklagte  mit  Eingabe  vom  7.  Oktober  2024 

rechtzeitig (vgl. Urk. 110) Berufung und stellte die eingangs wiedergegebenen An-

träge (Urk. 116). Mit Verfügung vom 13. November 2024 wurde den Klägerinnen 

Frist zur Einreichung einer Berufungsantwort angesetzt (Urk. 121). Die rechtzeitig 

erstatteten  Berufungsantworten  vom  11.  Dezember  2024  (Urk.  122)  und  vom 

19. Dezember 2024 (Urk. 125) wurden den Parteien je gegenseitig zur Kenntnis-

nahme zugestellt (Urk. 126). In der Folge ersuchte der Beklagte um Fristansetzung 

zur Stellungnahme (Urk. 128), welche er innert erstreckter Frist (Urk. 129 - 130) mit 

Eingabe vom 24. Februar 2025 einreichte. Diese Stellungnahme wurde den Kläge-

rinnen  am  5.  und  6. März  2025  zur  Kenntnisnahme  zugestellt  (vgl. Prot. II  S.  5). 

Nach  Einholung  der  Honorarnote  der  Kindsvertreterin  (Urk.  134  und  Urk.  135) 

wurde diese mit Verfügung vom 5. Mai 2025 dem Beklagten und der Klägerin 2 zur 

Stellungnahme zugestellt (Urk. 136), worauf sich einzig die Klägerin 2 vernehmen 

liess (Urk. 137). 

4.

Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 1-115). Das Verfahren 

erweist sich als spruchreif. Auf die Parteivorbringen ist nur insoweit einzugehen, als 

sie entscheidrelevant sind. 

- 22 -

II. Prozessuales

1.

Die  Berufung  hemmt  die  Rechtskraft  nur  im  Umfang  der  Anträge  (Art. 315 

Abs. 1 ZPO). Nicht angefochten ist Dispositiv-Ziffer 5 (Aufhebung Beistandschaft), 

weshalb sie in Rechtskraft erwachsen ist. Dies ist vorzumerken. Bezüglich Dispo-

sitivziffern  13  bis  15  (Kosten-  und  Entschädigungsfolgen)  erfolgt  demgegenüber 

keine Vormerknahme der (Teil-)Rechtskraft (Art. 318 Abs. 3 ZPO). 

2. Mit der Berufung kann sowohl die unrichtige Rechtsanwendung als auch die 

unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). 

Die  Berufungsinstanz  verfügt  über  unbeschränkte  Kognition  bezüglich  Tat-  und 

Rechtsfragen, einschliesslich der Frage richtiger Ermessensausübung (Angemes-

senheitsprüfung; BGer 5A_1049/2019 vom 25. August 2021 E. 3.). 

3.

In der Berufungsschrift ist hinreichend genau aufzuzeigen, inwiefern der erst-

instanzliche Entscheid in den angefochtenen Punkten als fehlerhaft zu betrachten 

ist bzw. an einem der genannten Mängel leidet. Das setzt (im Sinne einer von Am-

tes wegen zu prüfenden Eintretensvoraussetzung) voraus, dass der Berufungsklä-

ger die vorinstanzlichen Erwägungen bezeichnet, die er anficht, sich argumentativ 

mit diesen auseinandersetzt und mittels genügend präziser Verweisungen auf die 

Akten aufzeigt, wo die massgebenden Behauptungen, Erklärungen, Bestreitungen 

und Einreden erhoben wurden bzw. aus welchen Aktenstellen sich der geltend ge-

machte Berufungsgrund ergeben soll. Die pauschale Verweisung auf frühere Vor-

bringen  oder  deren  blosse  Wiederholung  genügen  nicht  (vgl.  BGE  141  III  569 

E. 2.3.3; BGE 138 III 374 E. 4.3.1). Was nicht oder nicht in einer den gesetzlichen 

Begründungsanforderungen entsprechenden Weise beanstandet wird, braucht von 

der Rechtsmittelinstanz nicht überprüft zu werden; diese hat sich – abgesehen von 

offensichtlichen Mängeln – grundsätzlich auf die Beurteilung der Beanstandungen 

zu beschränken, die in der schriftlichen Begründung formgerecht gegen den erst-

instanzlichen  Entscheid erhoben  werden  (siehe  BGer  4A_290/2014  vom  1. Sep-

tember  2014,  E.  3.1  und  5;  BGer  4A_258/2015  vom  21.  Oktober  2015  E.  2.4.3; 

BGE  142  III  413  E.  2.2.4;  BGer  5A_111/2016  vom  6.  September  2016,  E.  5.3). 

Diese Grundsätze gelten auch im Bereich der unbeschränkten Untersuchungsma-

xime (BGer 5A_800/2019 vom 9. Februar 2021, E. 5.1).

- 23 -

4.

Für  Kinderbelange  in  familienrechtlichen  Angelegenheiten  –  wie  sie  vorlie-

gend zu beurteilen sind – statuiert Art. 296 Abs. 1 und 3 ZPO den Untersuchungs- 

und Offizialgrundsatz, weshalb das Gericht in diesem Bereich den Sachverhalt von 

Amtes wegen erforscht und ohne Bindung an die Parteianträge entscheidet. In Ver-

fahren, die der umfassenden Untersuchungsmaxime unterstehen, können die Par-

teien zudem im Berufungsverfahren neue Tatsachen und Beweismittel bis zur Ur-

teilsberatung unbeschränkt vorbringen (Art. 317 Abs. 1bis i.V.m. Art. 407f ZPO). 

III. Materielles

A.

Zuteilung der Obhut / Umzug nach Deutschland / Persönlicher Verkehr 

1.

Vorbemerkungen

Die  Vorinstanz  gab  die  allgemeinen  rechtlichen  Grundlagen  und  die  Rechtspre-

chung zur Obhutszuteilung (Urk. 117 S. 12 f.), zum Aufenthaltsbestimmungsrecht 

(Urk. 117 S. 18) sowie zum persönlichen Verkehr (Urk. 117 S. 20) zutreffend wie-

der, sodass darauf verwiesen werden kann.

2. Obhut 

2.1. Erwägungen der Vorinstanz

2.1.1. Die  Vorinstanz  beliess  B._____  unter  der  alleinigen  Obhut  der  Klägerin  2 

(Urk. 117 Dispositiv-Ziffer 1). Der Beklagte verlangt mit seiner Berufung die Zutei-

lung der Alleinobhut an ihn (Urk. 116 S. 2). 

2.1.2. Einleitend hielt die Vorinstanz fest, dass eine alternierende Obhut im vorlie-

gend Fall nicht in Betracht komme. Weder die Eltern noch die Kindsvertretung hät-

ten eine solche beantragt und gingen im Ergebnis darin einig, dass es angesichts 

der derzeit unzureichenden Kommunikations- und Kooperationsbereitschaft der El-

tern an der praktischen Umsetzbarkeit fehle (Urk. 117 S. 12 ff.). 

2.1.3. Zur Frage der Alleinobhut erwog die Vorinstanz in der Folge zusammenge-

fasst, die zum Urteilszeitpunkt dreijährige B._____ werde seit ihrer Geburt überwie-

gend durch die Klägerin 2 betreut. Letztere sei unbestritten ihre Hauptbezugsper-

- 24 -

son. Die bisher gelebten Betreuungsverhältnisse und die daraus entstandene enge 

Bindung zwischen Mutter und Tochter sei für die Obhutszuteilung von zentraler Be-

deutung. B._____ befinde sich im Kleinkindalter. Wie die Kindsvertreterin festge-

halten habe, sei es für ihre Entwicklung sehr wichtig, dass sie ihre Hauptbezugs-

person zur Verfügung habe und nicht allzu lange von dieser getrennt werde. Dem-

nach entspreche es dem mutmasslichen Willen der noch urteilsunfähigen B._____, 

den  Alltag  weiterhin  im  Haushalt  der  Klägerin  2  zu  verbringen.  Ein  Wechsel  der 

Hauptbetreuungsverantwortung  zum  Beklagten  stünde  dieser  Stabilität  entgegen 

und wäre dem Kindeswohl abträglich, was gegen eine Obhutszuteilung an ihn spre-

che (Urk. 117 S. 13 f.). 

Beide  Elternteile  seien  zweifelsfrei  erziehungsfähig.  Zwar  habe  der  Beklagte  die 

Bindungstoleranz der Klägerin 2 bemängelt und geltend gemacht, sie sabotiere die 

Kontakte zwischen ihm und B._____. Tatsächlich habe sich die Klägerin 2 seit der 

Geburt  von  B._____  aufgrund  des  Paarkonfliktes  wiederholt  schwergetan,  unbe-

schwerte Kontakte zwischen Vater und Tochter zuzulassen. Ende September 2021 

habe sich die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde des Bezirks Hinwil (KESB) 

dazu  veranlasst  gesehen,  der  Klägerin  2  das  Aufenthaltsbestimmungsrecht  über 

B._____ zu entziehen, woraufhin diese zunächst notfallmässig bei den Grosseltern 

väterlicherseits und anschliessend im Haus für Mutter und Kind in F._____ unter-

gebracht worden sei (vgl. KESB-Urk. 23 und KESB-Urk. 41). Vor dem Hintergrund 

dieser einschneidenden Massnahmen sei auch nicht verwunderlich, dass die Klä-

gerin  2  laut  Indikationsbericht  zur  KOFA-Intensivabklärung  vom  15. Dezember 

2021  eine  geringe  Impulskontrolle  gegenüber  dem  Beklagten  gezeigt  und  keine 

bzw.  nur  begleitete  Kontakte  zwischen  ihm  und  B._____  habe  zulassen  wollen 

(KESB-Urk. 82 und KESB-Urk. 119). Gleichwohl seien die Fachpersonen aber be-

reits damals zur klaren Einschätzung gelangt, dass das Kindswohl unter ihrer Obhut 

gesichert sei, die Mutter-Kind-Beziehung stabil, verlässlich und vertraut sei und die 

erzieherischen  Kompetenzen  der  Klägerin  2  als  positiv  eingeschätzt  wurden 

(KESB-Urk. 119). Seit Anfang des Jahres 2023 zeichne sich sodann eine deutliche 

Entspannung des Elternkonflikts ab. So sei es den Parteien anlässlich der Verhand-

lung  vom  13. Februar  2023  unter  Mitwirkung  der  Kindsvertreterin  gelungen,  eine 

Kontaktregelung zwischen dem Beklagten und B._____ für die Dauer des Verfah-

- 25 -

rens zu vereinbaren (Urk. 56). Gemäss Rückmeldung der Beiständin vom 17. Juli 

2023 seien die Elterngespräche seither im Grundsatz positiv und einvernehmlicher 

als zuvor verlaufen. Die Besuchsregelung sei mit leichten Modifikationen umgesetzt 

und beibehalten worden und die Eltern seien fähig, die Besuchsdaten selbständig 

und einvernehmlich miteinander abzusprechen (Urk. 72). Diese Entwicklung – so 

die Vorinstanz weiter – sei erfreulich und zeige, dass die Klägerin 2 sich seit mehr 

als  anderthalb  Jahren  auf  ein  unbelastetes  Kontaktrecht  zwischen  B._____  und 

dem  Beklagten  einlasse.  Eine  Einschränkung  der  Bindungstoleranz,  die  einen 

Wechsel  des  hauptbetreuenden  Elternteils  gebieten  könnte,  sei  nicht  erkennbar. 

Zweifellos  sei  auch  der  Beklagte  erziehungsfähig  und  grundsätzlich  in  der  Lage, 

das Kindswohl unter seiner Obhut zu gewährleisten. In Anbetracht der bisherigen 

Betreuungsverhältnisse,  gestützt  auf  entwicklungspsychologischen  Erkenntnisse 

sowie in Übereinstimmung mit den Ausführungen der Kindsvertreterin sei indessen 

aufgrund des Alters von B._____ davon auszugehen, dass es für ihr Wohlergehen 

nach wie vor wichtig sei, nicht zu lange von der Klägerin 2 getrennt zu leben. Ein 

Wechsel der Hauptbetreuungsverantwortung zum Beklagten sei auch deshalb nicht 

angezeigt, weil er – selbst bei einem reduzierten Pensum von 80% – stark auf Dritt-

betreuung zurückgreifen müsste, während die Klägerin 2 weiterhin in der Lage sei, 

die Betreuung vorwiegend persönlich wahrzunehmen, was unter den Aspekten der 

Kontinuität und Stabilität der bisherigen Verhältnisse ebenso zu beachten sei. Im 

Ergebnis sei das Kindswohl unter der Obhut der Klägerin 2 besser gewährleistet, 

weshalb die Obhut bei ihr zu belassen sei (Urk. 117 S. 13 ff). 

2.2. Erziehungsfähigkeit der Klägerin 2

2.2.1. Der Beklagte rügt, die Vorinstanz habe der Klägerin 2 zu Unrecht eine unein-

geschränkten  Erziehungsfähigkeit  attestiert.  Es  sei  aktenwidrig,  wenn  die  Vorin-

stanz festhalte, die Klägerin 2 lasse sich mittlerweile auf ein unbelastetes Kontakt-

recht zwischen Vater und Tochter ein und eine Einschränkung der Bindungstole-

ranz  sei  nicht  erkennbar  (vgl.  Urk. 117  S.  14).  Die  Vorinstanz  habe  die  von  ihm 

dargelegten Schwierigkeiten unberücksichtigt gelassen und damit sein rechtliches 

Gehör  verletzt.  So  habe  er  insbesondere  mit  Eingabe  vom  22.  November  2023 

(Urk. 96) sowie den Beilagen 42 und 43 (Urk. 97/42-43) dargetan, dass sich die 

- 26 -

Kommunikation zwischen den Parteien entgegen den Hoffnungen seit Abschluss 

der Vereinbarung vom 13. Februar 2023 nicht verbessert habe. Die Klägerin 2 dik-

tiere ihm nach wie vor, wie er sich zu verhalten habe. Sie verweigere ihm die Her-

ausgabe von B._____, wenn er sie nicht persönlich abhole und schreibe ihm vor, 

was B._____ zu essen, wie er sie ins Bett zu bringen und welches Waschmittel er 

zu verwenden habe (Urk. 116 Rz. 12 und Rz. 21). Überdies sei unter Verweis auf 

die KESB-Akten sowie den Indikationsbericht zur KOFA-Intensivabklärung daran 

zu erinnern, dass die Klägerin 2 den Kontakt bereits seit der Geburt von B._____ 

erheblich erschwert habe (Urk. 116 Rz. 15 ff.). Auch nach Überweisung des Ver-

fahrens vom Bezirksrat Hinwil an die Vorinstanz habe sich daran nichts geändert. 

Ferner habe die Klägerin 2 mit rechtsmissbräuchlich motivierten Wegzügen nach 

Deutschland und G._____ [Kanton in der Schweiz] gedroht, um ihn unter Druck zu 

setzen (Urk. 116 Rz. 18). Die Vorinstanz habe dieses Verhalten verharmlost und 

sich einseitig auf eine veraltete Rückmeldung der Beiständin aus dem Jahr 2023 

gestützt, ohne seine dazu eingereichte Stellungnahme (Urk. 104) zu berücksichti-

gen (Urk. 116 Rz. 21). Darin habe er insbesondere ausgeführt, dass – entgegen 

der Annahme der Beiständin – auch die selbständige Planung und Umsetzung der 

Besuche nur dann funktioniere, wenn er sich dem Diktat der Klägerin 2 füge. Es sei 

damit  offensichtlich  und  insbesondere  durch  die  Beilagen  Urk. 97/42-43  belegt, 

dass die Klägerin 2 nicht die Bereitschaft besitze, in Kinderbelangen mit ihm zu-

sammenzuarbeiten. Die mangelnde Bindungstoleranz spreche klar gegen die Zu-

teilung  der  Obhut  an  die  Klägerin  2  bzw. für  die  Zuteilung  der  Obhut  an  ihn 

(Urk. 116 Rz. 23 ff.; Urk. 131 Rz. 14 ff. und Rz. 49 ff.). 

2.2.2. Die Klägerin 2 hält dem entgegen, die Erwägungen der Vorinstanz seien nicht 

zu beanstanden (Urk. 122 Rz. 13 ff.). Bei den Vorbringen des Beklagten handle es 

sich um appellatorische Kritik, die auf unbewiesenen Parteibehauptungen beruhe. 

Weder  die  Eingabe  vom  22.  November  2024  (Urk.  96)  noch  die  vom  Beklagten 

eingereichten Beilagen (Urk. 97/42-43) seien geeignet, einen "Beweis" für eine ein-

geschränkte Bindungstoleranz zu erbringen (Urk. 122 Rz. 16 f.). Sie habe dem Be-

klagten den persönlichen Verkehr mit B._____ stets ermöglicht und sämtliche Be-

suchstermine eingehalten. Anlässlich der erstinstanzlichen Verhandlung habe der 

Beklagte selbst bestätigt, dass die damaligen acht Besuchstermine stattgefunden 

- 27 -

und gut funktioniert hätten (Prot. I. S. 24). Auch seither hätten sämtliche Besuche 

funktioniert. Zudem habe sie dem Beklagten wiederholt zusätzliche Besuche aus-

serhalb der vereinbarten Zeiten angeboten, etwa an Ostern oder an B._____s Ge-

burtstag, welche er abgelehnt habe (Urk. 122 Rz. 19 ff.; vgl. Urk. 124/2-4). Im Üb-

rigen betreue sie B._____ seit deren Geburt weitgehend alleine und kenne deren 

Bedürfnisse gut. Dass sie dem Beklagten Hinweise zur Ernährung, Schlafroutine 

und  Bekleidung  "vorschreibe"  sei  deshalb  stets  dem  Kindeswohl  gewidmet  (Urk. 

122 Rz. 24). Dass die Vorinstanz sich nicht näher mit den Eingaben des Beklagten 

auseinandergesetzt habe, sei nicht zu beanstanden, zumal diese schlichtweg be-

langlos  seien.  Insbesondere  die  vom  Beklagten  vorgebrachte,  nicht  relevante, 

Kommunikation aus der Vergangenheit (Urk. 97/42-43) und die damaligen KESB-

Akten seien heute nicht mehr relevant. Die Beziehung zwischen den Eltern habe 

sich inzwischen beruhigt und der persönliche Verkehr zwischen dem Beklagten und 

B._____ sei gewährleistet und funktioniere gut (Urk. 122 Rz. 27). Ihre Erziehungs-

fähigkeit sei zweifelsohne zu bejahen (Urk. 122 Rz. 45).

2.2.3. Die Kindsvertreterin führt aus, sie habe sich kein vertieftes Bild von der Bin-

dungstoleranz der Klägerin 2 machen können. Fakt zu sein scheine, dass die ge-

richtlich vorgesehenen Besuche stattfänden und von der Klägerin 2 nicht verhindert 

würden. Beim Gespräch vom 19. Dezember 2024 habe sich gezeigt, dass die Klä-

gerin 2 nicht sonderlich positiv über den Beklagten spreche, ihre persönliche Mei-

nung  aber  gemäss  ihren  Angaben  vor  B._____  zu  deren  Schutz  zurückzuhalten 

versuche. So bastle sie beispielsweise mit B._____ ein Geschenk für den Beklag-

ten (Urk. 125 Rz. 29).

2.2.4. Soweit der Beklagte in prozessualer Hinsicht eine Gehörsverletzung geltend 

macht, ist festzuhalten, dass die Vorinstanz sich mit den entscheidrelevanten tat-

sächlichen und rechtlichen Aspekten auseinandergesetzt und ihren Entscheid so 

begründet hat, dass eine sachgerechte Anfechtung möglich war. Sie war nicht ge-

halten, auf jedes einzelne Vorbringen des Beklagten einzugehen (vgl. BGE 142 III 

433 E. 4.3.2 m.w.H.; BK ZPO-Hurni, Art. 53 N 60 f.). Im Übrigen hatte der Beklagte 

im vorliegenden Berufungsverfahren die Möglichkeit, sich vor einer Instanz zu äus-

- 28 -

sern, die sowohl den Sachverhalt wie auch die Rechtslage frei überprüfen kann. 

Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs liegt damit nicht vor. 

2.2.5. Auch in der Sache ist der Rüge nicht zu folgen. Die thematisierte Bindungs-

toleranz bezeichnet nach der Rechtsprechung die Bereitschaft eines Elternteils, mit 

dem anderen in Kinderbelangen zusammenzuarbeiten und insbesondere die Be-

ziehung  zum  anderen  Elternteil  zuzulassen  und  aktiv  zu 

fördern  (BGer 

5A_351/2018 vom 23. Oktober 2018 E. 5.2. m.w.H.). 

Zwar ist aktenkundig, dass die Klägerin 2 nach der Geburt von B._____ Mühe damit 

bekundete,  einen  unbelasteten  Kontakt  zwischen  Vater  und  Tochter  zuzulassen 

(vgl.  umfangreiche  KESB-Akten,  insb.  Urk.  119).  Die  Vorinstanz  hat  diese  Um-

stände  jedoch  nicht  unberücksichtigt  gelassen,  sondern  ausdrücklich  in  ihre  Ge-

samtwürdigung  einbezogen.  Diese  Vorkommnisse  liegen  inzwischen  rund  vier 

Jahre zurück und belegen keine gegenwärtige Bindungsintoleranz der Klägerin 2. 

Entscheidend sind die aktuellen Verhältnisse. Die Vorinstanz hat in diesem Zusam-

menhang zu Recht auf die seit Anfang 2023 erkennbare Entspannung des Eltern-

konflikts abgestellt: Die vereinbarte Besuchsregelung vom 13. Februar 2023 (Urk. 

54) wird gemäss dem Schlussbericht der Beiständin vom 28. November 2023 von 

den Parteien kontinuierlich umgesetzt, wobei die Eltern in der Lage seien, die Be-

suchsdaten  selbständig  und  einvernehmlich  miteinander  abzusprechen 

(vgl. Urk. 100). Die vom Beklagten eingereichten Eingaben (Urk. 96, Urk. 97/42-43, 

Urk. 104), mit denen er eine fehlende Bindungstoleranz der Klägerin 2 belegen will, 

rechtfertigen keine abweichende Beurteilung. Zwar lassen sich namentlich aus den 

eingereichten Chatverläufen punktuelle Unstimmigkeiten in Bezug auf Themen wie 

Abholung, Ernährung oder Kleidung von B._____ entnehmen (Urk. 97/43). Solche 

Differenzen  betreffen  jedoch  primär  die  Kommunikation  zwischen  der  Klägerin  2 

und dem Beklagten und sind auch unter grundsätzlich kooperierenden Elternteilen 

nicht ungewöhnlich. Sie lassen für sich allein nicht den Schluss zu, die Klägerin 2 

sei nicht bereit, die Beziehung zwischen B._____ und dem Beklagten zuzulassen 

oder zu fördern. Insbesondere ergeben sich daraus keine Hinweise auf eine tat-

sächliche Kontaktverweigerung bzw. -erschwerung. Im Übrigen hielt auch die Bei-

ständin in ihrem Schlussbericht vom 28. November 2023 fest, dass die Kommuni-

- 29 -

kation zwischen den Eltern nicht spannungsfrei verlaufe und sich teilweise in De-

tailfragen verliere (mit welchem Waschmittel die Kleider gewaschen werden etc.). 

Entgegen der Auffassung des Beklagten (vgl. Urk. 116 Rz. 21; Urk. 131 Rz. 46) 

wurde  die  Beistandschaft  deswegen  gleichwohl  nicht  als  erfolglos,  sondern  als 

zweckmässig  abgeschlossen  erachtet,  weil  die  wesentlichen  Ziele  –  nämlich  die 

Gewährleistung  des  persönlichen  Verkehrs  und  die  eigenverantwortliche  Umset-

zung der Besuchsregelung – erreicht wurden (vgl. Urk. 100 S. 6 f.). Zudem bestä-

tigte auch die Kindsvertreterin, dass die Parteien ihr gegenüber angegeben haben, 

sich an das erstinstanzliche Urteil zu halten und die Besuche wie vorgesehen statt-

finden (Urk. 125 Rz. 11). Damit gelingt es dem Beklagten nicht, eine eingeschränkte 

Bindungstoleranz der Klägerin 2 zu belegen. Die Rüge erweist sich als unbegrün-

det. 

2.3. Entwicklungspsychologische Studien 

2.3.1. Der Beklagte macht geltend, die Vorinstanz habe als einen der Hauptgründe 

für die Zuteilung der Obhut an die Klägerin 2 "entwicklungspsychologische Erkennt-

nisse" angeführt und daraus abgeleitet, dass es aufgrund des Alters von B._____ 

für ihr Wohlergehen wichtig sei, nicht zu lange von ihrer Mutter getrennt zu sein 

(vgl. Urk. 117 S. 15). Das Bundesgericht habe jedoch klargestellt, dass kinderpsy-

chologische Studien für die Obhutszuteilung nicht massgebend seien (unter Hin-

weis auf BGer 5A_357/2020 E. 3.3). Massgebend sei jeweils der konkrete Einzel-

fall. Die Vorinstanz habe weder eine von ihm ausgehende Kindeswohlgefährdung 

festgestellt  noch ausgeführt,  inwiefern die  Entwicklung von  B._____  unter  seiner 

Obhut konkret gefährdet wäre. Vielmehr habe sie seine Erziehungsfähigkeit aus-

drücklich bejaht. Indem sie dennoch pauschal angenommen habe, die Mutter spiele 

aufgrund des Alters des Kindes eine wichtigere Rolle, ohne seine individuellen Be-

treuungskompetenzen zu berücksichtigen, habe sie seine Gleichwertigkeit als Be-

treuungsperson  verkannt,  stereotype  Rollenbilder  verfestigt  und  das  elterliche 

Gleichbehandlungsgebot verletzt. Das Abstellen auf "kinderpsychologische Über-

legungen" losgelöst vom konkreten Einzelfall sei willkürlich und als Argument für 

die Zuteilung der Obhut an die Klägerin 2 ungeeignet (Urk. 116 Rz. 27 ff.). 

- 30 -

2.3.2. Die  Klägerin  2  entgegnet,  die  entwicklungspsychologischen  Erkenntnisse 

seien kein Hauptgrund für die Obhutszuteilung an sie gewesen. Ausschlaggebend 

sei allein das Kindeswohl gewesen, das bei ihr besser gewährleistet werden könne 

als  beim  Beklagten.  Der  vom  Beklagten  zitierte  Bundesgerichtentscheid  beziehe 

sich auf das Modell der alternierenden Obhut und sei auf den vorliegenden Fall nur 

bedingt anwendbar. Die Vorinstanz habe sich nicht allein auf entwicklungspsycho-

logische Erkenntnisse und das Alter von B._____, sondern auch auf die Ausfüh-

rungen der Kindsvertreterin, die bisherigen Betreuungsverhältnisse sowie ihre Stel-

lung  als  Hauptbezugsperson  für  B._____  gestützt.  Entscheidend  sei  für  die  Vor-

instanz der konkrete Einzelfall gewesen und nicht abstrakte kinderpsychologische 

Studien wie es der Beklagte geltend mache (Urk. 122 Rz. 46 ff.). 

2.3.3. Dem Beklagten ist nicht zu folgen. Zwar hat das Bundesgericht festgehalten, 

dass  kinderpsychologische  Studien  für  die  Obhutszuteilung  nicht  massgebend 

sind,  da  sich  in  der  Kinderpsychologie  ohnehin  verschiedene  Meinungen  finden, 

die sich mehr oder weniger absolut für oder gegen das Betreuungsmodell der al-

ternierenden  Obhut  aussprechen  (BGE  142  III  617  E.  3.2.3;  BGer  5A_367/2020 

vom 19. Oktober 2020, E. 3.3). Diese Rechtsprechung richtet sich indes gegen eine 

schematische Anwendung bestimmter Betreuungsmodelle ohne Bezug zum kon-

kreten Einzelfall. Vorliegend hat sich die Vorinstanz nicht abstrakt auf allgemeine 

entwicklungspsychologische Überlegungen gestützt, sondern nachvollziehbar be-

gründet, weshalb es im derzeitigen Entwicklungsstadium von B._____ – namentlich 

aufgrund  ihres  Kleinkindalters,  ihrer  engen  Bindung  zur  Klägerin  2  als  Hauptbe-

zugsperson  und  der  bestehenden  Betreuungskontinuität  –  für  ihr  Wohlergehen 

wichtig ist, dass sie nicht über längere Zeit von der Klägerin 2 getrennt wird. Die 

entwicklungspsychologischen  Hinweise  stellen  in  diesem  Zusammenhang  keine 

selbständige Begründungsgrundlage dar, sondern dienen lediglich der Ergänzung 

der konkreten Würdigung. Soweit der Beklagte geltend macht, die Vorinstanz habe 

seine individuellen Betreuungsfähigkeiten unzureichend berücksichtigt, ist festzu-

halten, dass diese nicht in Frage gestellt wurden. Die Obhutszuteilung an die Klä-

gerin 2 erfolgte nicht wegen unzureichender Betreuungskompetenzen des Beklag-

ten, sondern gestützt auf eine Gesamtwürdigung der relevanten Kriterien unter dem 

Primat des Kindeswohls. Die Rüge erweist sich daher als unbegründet. 

- 31 -

2.4. Bisheriges Betreuungsmodell

2.4.1. Der Beklagte rügt weiter, die Vorinstanz habe sich bei der Zuteilung der Ob-

hut zu Unrecht auf die bisherigen Betreuungsverhältnisse gestützt (vgl. Urk. 117 

S. 14).  B._____  sei  erst  nach  der  Trennung  der  Eltern  geboren  worden,  sodass 

kein gelebtes Familiensystem bestanden habe. Die Hauptbezugspersonenstellung 

der Klägerin 2 sei daher nicht "natürlich gewachsen", sondern allein darauf zurück-

zuführen,  dass  sie  ihm  von  Beginn  an  den  Aufbau  einer  Beziehung  zu  B._____ 

verweigert habe. Das von der Vorinstanz herangezogene Argument der "Stabilität 

der Verhältnisse" beruhe damit auf einer einseitig geschaffenen Ausgangslage. Er 

und B._____ hätten gemäss Art. 8 EMRK ein Recht auf Familienleben, das auch 

einen regelmässigen Kontakt umfasse. Es sei unzulässig, die Obhut allein gestützt 

auf die bestehenden Betreuungsverhältnisse zuzusprechen, wenn diese auf einer 

einseitigen Blockade eines Elternteils beruhten. Indem die Vorinstanz dieses Un-

gleichgewicht nicht korrigiert habe, habe sie den Status quo verfestigt und damit 

das Kindeswohl langfristig gefährdet (Urk. 116 Rz. 35 ff.; Urk. 131 Rz. 6). 

2.4.2. Die Klägerin 2 entgegnet, sie verweigere den Kontakt zwischen Vater und 

Tochter  nicht.  Die  Situation  habe  sich  aktenkundig  verbessert.  Die  Stabilität  der 

Verhältnisse sei aus der Sicht von B._____ zu beurteilen. Seit deren Geburt habe 

sie die Betreuung persönlich übernommen, während der Beklagte voll erwerbstätig 

und stets auf Drittbetreuung angewiesen gewesen sei. Aus Sicht von B._____ sei 

sie  deshalb  die  Hauptbezugsperson.  Es  sei  mit  dem  Kindswohl  unvereinbar, 

B._____ aus ihrer gewohnten Umgebung und von ihrer Hauptbezugsperson zu lö-

sen, um beim Beklagten zu leben. Ob dies "fair" erscheinen möge oder nicht, sei 

nicht  von  Belang.  Das  Kindeswohl  stehe  über  den  Wünschen  des  Beklagten 

(Urk. 122 Rz. 55 ff.).

2.4.3. Dem Beklagten ist nicht zu folgen. Es trifft zwar zu, dass die Parteien nie im 

in einem gemeinsamen Haushalt lebten und somit kein gemeinsam gelebtes Fami-

liensystem bestand. Für die Obhutszuteilung ist jedoch nicht entscheidend, wie sich 

die bisherigen Betreuungsverhältnisse herausgebildet haben oder wer hierfür ver-

antwortlich ist. Entscheidend ist allein, welche Regelung unter den gegebenen Um-

ständen dem Kindeswohl am besten entspricht. Unbestritten ist, dass B._____ seit 

- 32 -

ihrer Geburt überwiegend von der Klägerin 2 betreut wird und diese ihre Hauptbe-

zugsperson ist. Für ein Kleinkind kommt der Kontinuität dieser Betreuung beson-

deres Gewicht zu. Der Einwand des Beklagten, dies sei allein auf eine unberech-

tigte  Kontaktverweigerung  durch  die  Klägerin  2  zurückzuführen,  vermag  daran 

nichts zu ändern. Die Zuteilung der Obhut hat sich ausschliesslich an den konkreten 

Bedürfnissen des Kindes zu orientieren und kann nicht dazu dienen, vergangene 

Konflikte oder vermeintliches Ungleichgewicht zwischen den Eltern auszugleichen. 

Ein Wechsel der Hauptbetreuungsperson würde für B._____ einen erheblichen Ein-

schnitt in ihre gewohnte Lebenssituation bedeuten, auch wenn der Beklagte inzwi-

schen eine wichtige Bezugsperson  für sie ist. Auch aus Art. 8 EMRK ergibt sich 

nichts anderes. Die Elternrolle des Beklagten bleibt anerkannt und sein Recht auf 

persönlichen Verkehr mit B._____ ist weiterhin gewährleistet (vgl. nachfolgend Ziff. 

E. III. A. 4.). Die Vorinstanz hat dem bisherigen Betreuungsmodell daher zu Recht 

besonderes Gewicht beigemessen. Die Rüge erweist sich als unbegründet. 

2.5. Mutmasslicher Wille von B._____

2.5.1. Der  Beklagte  rügt,  die  vorinstanzliche  Feststellung,  wonach  es  dem  "mut-

masslichen Willen" von B._____ entspreche, den Alltag mit der Klägerin 2 zu ver-

bringen (vgl. Urk. 117 S. 13), basiere auf einer subjektiven Ansicht der Kindsvertre-

terin.  Zum  Zeitpunkt  ihrer  Einsetzung  am  29.  November  2023  sei  B._____  noch 

nicht einmal zweijährig gewesen. In diesem Alter sei sie weder urteilsfähig noch in 

der Lage, einen eigenen, autonomen Willen zu bilden oder mitzuteilen, bei welchem 

Elternteil sie den Alltag lieber verbringen würde. Stütze sich die Vorinstanz unre-

flektiert auf diese subjektiven Behauptungen der Kindsvertreterin verfalle sie in Will-

kür (Urk. 116 Rz. 41; Urk. 131 Rz. 1 und 7). 

2.5.2. Die Klägerin 2 entgegnet, es sei die Aufgabe der Kindsvertreterin, den mut-

masslichen Willen des Kindes zu vertreten. Dieser könne auf einer Einschätzung 

beruhen, sich aber auch aus den Umständen ergeben, namentlich daraus, dass sie 

(die Klägerin 2) seit jeher die Hauptbezugsperson von B._____ sei. Diese Einschät-

zung decke sich mit der Tatsache, dass B._____ seit ihrer Geburt alleine von ihr 

betreut werde. Die Vorinstanz habe diese Einschätzung nicht isoliert, sondern zu-

- 33 -

sammen mit einer Reihe weiterer Gründe und Argumente angeführt, um die Obhut 

bei ihr zu belassen (Urk. 122 Rz. 64).

2.5.3. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist der Aspekt der Willensvertre-

tung  durch  die  Kindsvertretung  nur  bei  urteilsfähigen  Kindern  relevant.  Fehlt  die 

Urteilsfähigkeit, hat die Kindsvertretung dem Gericht primär das objektivierte Kinds-

wohl zu vermitteln. Die Fähigkeit zur autonomen Willensbildung ist in Obhuts- und 

Zuteilungsfragen in der Regel ab dem zwölften Altersjahr anzunehmen (BGE 142 

III 153 E. 5.2.4; BGer 5A_984/2019 vom 20. April 2020 E. 5.2; BGer 5A_400/2015 

vom 25. Februar 2016 E. 2.3).

2.5.4. Der Beklagte weist zutreffend darauf hin, dass B._____ aufgrund ihres Alters 

nicht urteilsfähig ist und daher keinen rechtlich relevanten autonomen Willen bilden 

kann. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Vorinstanz unzulässigerweise auf den 

"mutmasslichen Willen" der noch urteilsunfähigen B._____ abgestellt hätte. Der Be-

griff bezeichnet im vorliegenden Zusammenhang nicht eine subjektive Willensäus-

serung von B._____, sondern die von der Kindsvertreterin vermittelte, am Kindes-

wohl orientierte Einschätzung. Diese beruht auf einer umfassenden Abklärung der 

tatsächlichen  Gegebenheiten  und  stellt  keine  bloss  subjektive  Behauptung  der 

Kindsvertreterin dar. Die Vorinstanz hat diese Einschätzung in ihre Gesamtwürdi-

gung einbezogen und nachvollziehbar dargelegt, weshalb es für die Entwicklung 

von B._____ wichtig ist, ihre Hauptbezugsperson zur Verfügung zu haben und es 

in ihrem Wohl liegt, wenn sie den Alltag bei der Klägerin 2 verbringt. Die Rüge er-

weist sich daher als unbegründet. 

2.6. Persönliche Betreuungsmöglichkeit 

2.6.1. Der Beklagte rügt weiter, die Vorinstanz sei vom Grundsatz der Eigen- und 

Fremdbetreuung abgewichen und habe damit Bundesrecht verletzt (unter Hinweis 

auf BGE 144 III 481 E. 4.6.3 und E. 4.7). So habe die Vorinstanz festgehalten, dass 

ein Wechsel der Hauptbetreuungsverantwortung zum Beklagten umso weniger an-

gezeigt sei, als dieser – selbst bei einer Reduktion des Arbeitspensums auf 80% – 

in erheblichem Ausmass auf Drittbetreuung angewiesen wäre, während die Kläge-

rin  2  die  Betreuung  weiterhin  mehrheitlich  selbst  wahrnehmen  könne  (Urk.  117 

- 34 -

S. 15 f.). Dass er auf Drittbetreuung angewiesen sei, dürfe jedoch nicht zu seinen 

Ungunsten gewertet werden, zumal auch die Klägerin 2 während ihrer Arbeitstätig-

keit eine Tagesmutter beigezogen habe. Es widerspreche zudem dem Grundsatz 

der Gleichbehandlung, wenn der Klägerin 2 faktisch zugestanden werde, sich bis 

zur Einschulung von B._____ vollständig der Betreuung zu widmen und keiner Er-

werbstätigkeit nachzugehen, während ihm die Obhut mit Hinweis auf sein Erwerbs-

pensum versagt werde, obwohl auch er bereit wäre, sein Arbeitspensum an eine 

Obhutszuteilung anzupassen (Urk. 116 Rz. 44 ff.; Urk. 131 Rz. 8 ff.). 

2.6.2. Die Klägerin 2 entgegnet, selbst wenn man von einer grundsätzlichen Gleich-

wertigkeit von Eigen- und Fremdbetreuung ausgehe, müsse bei den gelebten Ver-

hältnissen das Kontinuitätsprinzip greifen. Für die Zuteilung der Obhut seien Stabi-

lität und Kontinuität entscheidend, welche B._____ nur bei ihrer Hauptbezugsper-

son erfahre. Sie könne B._____ weiterhin persönlich betreuen, der Beklagte hinge-

gen nicht, da er zwangsläufig auf Drittbetreuung angewiesen wäre. Es wäre ihm 

unbenommen  gewesen,  seine  Arbeitsstelle  zu  kündigen  und  sich  vollumfänglich 

um seine Tochter zu kümmern (Urk. 122 Rz. 65 ff.). 

2.6.3. Die  Möglichkeit  der  Eltern,  das  Kind  persönlich  zu  betreuen,  spielt  haupt-

sächlich dann ein Rolle, wenn spezifische Bedürfnisse des Kindes eine persönliche 

Betreuung  notwendig  erscheinen  lassen  oder  wenn  ein  Elternteil  selbst  in  den 

Randzeiten (morgens, abends und an den Wochenenden) nicht bzw. kaum zur Ver-

fügung  stünde;  ansonsten  ist  von  der  Gleichwertigkeit  von  Eigen-  und  Fremdbe-

treuung  auszugehen  (BGer  5A_589/2021  vom  23.  Juni  2022,  E.  3.1.2;  BGer 

5A_222/2021 vom 15. Dezember 2021, E. 3.1.1). Gleichzeitig ist das Kriterium bei 

Säuglingen und Kleinkindern stärker zu gewichten als bei Jugendlichen (BGE 142 

III 612 E. 4.3).

2.6.4. Die Vorinstanz hat bei der Obhutszuteilung berücksichtigt, dass der Beklag-

ten in erheblichem Umfang auf Drittbetreuung angewiesen wäre, während die Klä-

gerin 2 die Betreuung mehrheitlich selbst wahrnehmen könne. Dies ist insoweit zu 

relativieren, als Eigen- und Fremdbetreuung – wie dargelegt – grundsätzlich gleich-

wertig sind. Zwar ist zu beachten, dass B._____ sich im Kleinkindalter befindet und 

die persönlichen Betreuung durch einen Elternteil daher tendenziell höher zu ge-

- 35 -

wichten ist. Dieses Kriterium verliert jedoch zunehmend an Bedeutung, da auch die 

Klägerin 2 mit dem Kindergarteneintritt von B._____ im August 2025 gehalten ist, 

einer  Erwerbstätigkeit  im  Umfang  von  50%  nachzugehen  und  damit  in  Zukunft 

ebenfalls auf Drittbetreuung angewiesen sein dürfte (vgl. E. III. B. 1.1.1). Gleichwohl 

hat die Vor-instanz die Zuteilung der Obhut an die Klägerin 2 nicht primär auf die 

persönliche Verfügbarkeit gestützt, sondern auf die enge Bindung von B._____ zu 

ihrer Hauptbezugsperson sowie die Betreuungskontinuität. Der Einwand des Be-

klagten rechtfertigt deshalb keine andere Beurteilung.

2.7. Persönliches Umfeld 

2.7.1. Der Beklagte rügt, die Vorinstanz habe das persönliche Umfeld der Parteien 

unberücksichtigt gelassen. Er verfüge in H._____ und Umgebung über ein stabiles 

soziales Umfeld, bestehend aus seiner Familie, einem festen Freundeskreis sowie 

einem langjährigen Arbeitsverhältnis bei derselben Firma. Demgegenüber verfüge 

die Klägerin 2 in Deutschland abgesehen von ihrer Mutter, Schwester und einem 

Onkel über kein soziales Netzwerk. B._____ sei zudem in der Schweiz geboren. 

Die Stabilität der örtlichen und familiären Verhältnisse spreche daher gegen einen 

Wegzug und für eine Obhutszuteilung an ihn (Urk. 116 Rz. 50 ff.). 

2.7.2. Die  Klägerin  2  entgegnet,  sie  stamme  aus  Norddeutschland,  sei  dort  sehr 

verwurzelt und könne auf familiäre Unterstützung zählen. B._____ sei ihrem Alter 

entsprechend eher personen- als umgebungsbezogen, weshalb die Stabilität der 

örtlichen Verhältnisse nicht ausschlaggebend sei (Urk. 122 Rz. 73). 

2.7.3. Dem Kriterium der örtlichen Stabilität und des familiären Umfelds kommt im 

vorliegenden  Fall  nur  untergeordnete  Bedeutung  zu.  B._____  befindet  sich  im 

Kleinkindalter, ist damit stärker personen- als ortsbezogen und die Klägerin 2 ist 

unbestrittenermassen ihre Hauptbezugsperson. Vor diesem Hintergrund fällt für die 

Obhutszuteilung weder das persönliche Umfeld des Beklagten, noch jenes der Klä-

gerin 2 ausschlaggebend ins Gewicht. Die Rüge erweist sich als unbegründet. 

- 36 -

2.8. Fazit

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Einwände des Beklagten gegen die 

Zuteilung der Obhut über B._____ an die Klägerin 2 nicht stichhaltig sind. Die Be-

schwerde ist in diesem Punkt abzuweisen und die vorinstanzliche Obhutszuteilung 

an die Klägerin 2 zu bestätigen. 

3. Wechsel des Aufenthaltsorts nach Deutschland 

3.1. Die  Vorinstanz  erwog  zusammenfassend,  die  Klägerin  2  habe  ihren  Willen 

zum Umzug nach Deutschland wiederholt klar bekundet. Auch wenn der Beklagte 

dargelegt und belegt habe, dass die Klägerin 2 den Wegzug wiederholt angekündigt 

und als Druckmittel eingesetzt habe, um ihren Willen oder vermeintliche Ansprüche 

durchzusetzen, sei nicht davon auszugehen, dass der Umzug einzig der Vereite-

lung seines Kontakts zu B._____ diene. Vielmehr habe die Klägerin 2 nachvollzieh-

bare  Gründe  für  den  Umzug  dargelegt,  namentlich  die  Unterstützung  durch  ihre 

Herkunftsfamilie.  Im  Übrigen  sei  bereits  im  Rahmen  der  Obhutsfrage  festgestellt 

worden, dass ihre Bindungstoleranz nicht derart in Frage gestellt sei, dass damit 

eine  eingeschränkte  Erziehungsfähigkeit  einherginge,  und  sie  inzwischen  schon 

seit  mehr  als  anderthalb  Jahren  unbegleitete  Kontakte  zwischen  dem  Beklagten 

und B._____ zulasse. Im Ergebnis seien die Motive der Klägerin 2 einer gerichtli-

chen Überprüfung entzogen und ihr Wegzug nach Deutschland als Hypothese vor-

auszusetzen. Es bleibe einzig die Frage zu beantworten, ob das Wohl von B._____ 

besser gewahrt sei, wenn sie mit der Klägerin 2 nach Deutschland ziehe oder beim 

Beklagten in der Schweiz verbleibe. Aufgrund des Kleinkindalters von B._____ sei 

davon auszugehen, dass sie mehr personen- als umgebungsbezogen sei und in 

Deutschland  ähnliche  Lebensbedingungen  wie  in  der  Schweiz  vorfinden  werde. 

Wie bereits im Zusammenhang mit der Obhutszuteilung sei daher an das bisher 

gelebte Betreuungsmodell anzuknüpfen. Entscheidend sei dabei, dass die Klägerin 

2 nach wie vor die Hauptbezugsperson von B._____ sei und es dem mutmasslichen 

Willen von B._____ entsprechen dürfte, nicht zu lange von ihr getrennt zu werden. 

Damit sei Kindswohl besser gewährleistet, wenn B._____ mit der Klägerin 2 nach 

Deutschland ziehe, als wenn sie beim Beklagten verbleibe. Entsprechend sei der 

- 37 -

Klägerin 2 die Verlegung des Aufenthaltsortes von B._____ nach Deutschland zu 

bewilligen (Urk. 117 S. 18 f. ). 

3.2. Der Beklagte wirft der Vorinstanz vor, sie habe die Beweise willkürlich gewür-

digt  und  Bundesrecht  verletzt,  wenn  sie  ausführe,  die  Klägerin  2  bezwecke  den 

Wechsel des Aufenthaltsortes nicht einzig deshalb, um den Kontakt zwischen ihm 

und B._____ zu vereiteln (Urk. 116 Rz. 57). Entgegen dieser Feststellung sei be-

legt, dass die Klägerin 2 ihm bereits seit der Schwangerschaft wiederholt mit einem 

Wegzug nach Deutschland gedroht habe und zwar einzig mit dem Ziel, ihn aus dem 

Leben von B._____ zu "eliminieren" (Urk. 116 Rz. 58). So habe sie ihm im Januar 

2021  mitgeteilt,  er  solle  freiwillig  auf  das  gemeinsame  Sorgerecht  verzichten 

(Urk. 116 Rz 59 f.). Im Dezember 2021 habe sie als einzigen Grund für den Umzug 

angegeben, keinerlei Kontakt zu ihm – auch nicht für B._____ – zu wünschen und 

daher  entweder  die  Rückkehr  nach  Deutschland  oder  ein  Kontaktverbot  in  der 

Schweiz zu erwägen (Urk. 116 Rz. 62 f.). Im April 2022 habe sie gegenüber der 

KESB den Umzug nach Deutschland davon abhängig gemacht, dass ihr das allei-

nige Sorgerecht zugesprochen werde (Urk. 116 Rz. 64 f.). Gleiches gelte für den 

November 2022, als sie ihren Verbleib in E._____ von der Unterzeichnung eines 

Unterhaltsvertrages  und  dem  Rückzug  seiner  Anträge  abhängig  gemacht  habe 

(Urk. 116 Rz. 67). Aus den Akten ergebe sich kein sachlicher Grund für den Umzug. 

Die von der Klägerin 2 geltend gemachte familiäre Unterstützung in Deutschland 

sei lediglich als nachgeschobene Schutzbehauptung zu werten (Urk. 116 Rz. 68). 

Aufgrund der beweisrechtlichen Abwägung sei erstellt, dass der geplante Umzug 

der Klägerin 2 rechtsmissbräuchlich und die Verlegung des Aufenthaltsortes von 

B._____ daher zu verweigern sei (Urk. 116 Rz. 69; Urk. 131 Rz. 30 ff.). Was sodann 

die  Ausführungen  der  Kindsvertreterin  im  Zusammenhang  mit  dem  Umzug  von 

B._____ nach Deutschland anbelange, erwiesen sich diese als unzutreffend und 

erfolgten in Überschreitung ihrer Kompetenz, indem diese lediglich ihre subjektive 

Ansicht wiedergebe (Urk. 131 Rz. 20 ff.).

3.3. Die  Klägerin  2  erwidert,  ihr  Verhalten  sei  zu  keinem  Zeitpunkt  rechtsmiss-

bräuchlich gewesen. Wie die Vorinstanz zutreffend erkannt habe, habe sie nach-

vollziehbare Gründe für den geplanten Wegzug nach Deutschland vorgetragen, na-

- 38 -

mentlich die Unterstützung durch ihre Herkunftsfamilie. Die vom Beklagten einge-

reichten Chatverläufe und Äusserungen könnten nicht als "Beweis" im Rechtssinn 

gelten. Diese seien inzwischen überholt und belegten einzig, dass die Parteien sich 

bereits in der Vergangenheit uneinig gewesen seien. Ihre Motive für einen Wegzug 

seien im Übrigen durch die verfassungsrechtlich garantierte Niederlassungs- bzw. 

Bewegungsfreiheit geschützt und für den Beklagten nicht von Belang. Die Bewilli-

gung  des  Umzugs  nach  Deutschland  sei  unter  Würdigung  sämtlicher  relevanter 

Umstände erfolgt und daher nicht zu beanstanden (Urk. 122 Rz. 81 ff.). 

3.4. Die  Kindsvertreterin  führt  aus,  die  Klägerin  2  habe  ihr  gegenüber  bestätigt, 

nach wie vor mit B._____ nach Deutschland umziehen zu wollen. B._____ sei noch 

zu  jung,  um  einzuschätzen  zu  können,  was  es  bedeutete,  den  Vater  künftig  nur 

noch mit dem Flugzeug (oder dem Nachtzug) besuchen zu können. Sie sei – wie 

die Vorinstanz festgehalten habe – nach wie vor mehr personen- als ortsbezogen, 

weshalb es tendenziell zu ihrem Wohl sei, wenn sie mit ihrer Hauptbezugsperson 

der Klägerin 2 wegziehen dürfe. B._____ befinde sich in einem Alter, in dem sie 

sich gut an einem neuen Ort eingliedern könne und sei mit ihrem offenen Wesen 

zweifellos in der Lage, auch in Deutschland wieder Freunde zu finden. Zugleich sei 

auch der Beklagte eine wichtige Bezugsperson geworden. Die Vorinstanz habe die-

sem Umstand bei der Regelung des persönlichen Verkehrs für den Fall des Weg-

zugs von B._____ Rechnung getragen (Urk. 125 Rz. 22 ff.). 

3.5. Ergänzend bzw. verdeutlichend zu den vorinstanzlichen Ausführungen ist im 

Zusammenhang mit der Verlegung des Aufenthaltsortes (vgl. Urk. 117 S. 18) Fol-

gendes festzuhalten: Gemäss Art. 301a Abs. 2 ZGB bedarf der Wechsel des Auf-

enthaltsortes ins Ausland bei unter gemeinsamer elterlicher Sorge stehenden Kin-

dern der Zustimmung des anderen Elternteils oder der Bewilligung durch das Ge-

richt.  Die  Niederlassungs-  bzw.  Bewegungsfreiheit  der  Eltern  wird  dadurch  nicht 

eingeschränkt. Zur Prüfung der Genehmigung nach Art. 301a Abs. 2 lit. a ZGB ist 

der Wegzug als Hypothese vorauszusetzen. Die Gründe dafür haben grundsätzlich 

belanglos zu bleiben (BGE 142 III 481 E. 2.5 ff.). Etwas anderes gilt dann, wenn 

der Wechsel des Aufenthaltsortes des Kindes rechtsmissbräuchlich erfolgt. Rechts-

missbräuchlich verhält sich derjenige Elternteil, der zusammen mit dem Kind ohne 

- 39 -

plausible Gründe allein deswegen wegzieht, um Kontakte zwischen dem Kind und 

dem anderen Elternteil zu erschweren oder gar zu vereiteln (BGE 142 III 481 E. 2.7; 

FamKomm-Büchler/Clausen, Art. 301a ZGB N 18, m.w.H.). 

3.6. Vorliegend ist eine rechtsmissbräuchliche Motivation der Klägerin 2 zu ver-

neinen.  Der  Beklagte  verweist  zwar  auf  Chatverläufe  und  Äusserungen  aus  den 

Jahren  2021  und  2022,  in  denen  die  Klägerin  2  den  Wegzug  nach  Deutschland 

wiederholt thematisierte, an Bedingungen knüpfte und teilweise als Druckmittel ein-

setzte. Diese stammen jedoch aus einer Zeit erheblicher elterlicher Spannungen 

und liegen inzwischen mehrere Jahre zurück. Sie belegen keine gegenwärtige und 

ernsthaft verfolgte Absicht, den Kontakt zwischen dem Beklagten und B._____ zu 

verhindern. Entscheidend ist vielmehr, dass sich die Situation – wie bereits im Zu-

sammenhang mit der Obhutszuteilung festgehalten – seither wesentlich verändert 

hat. Der persönliche Verkehr zwischen B._____ und dem Beklagten hat sich gefes-

tigt, die vereinbarte Besuchsregelung wird von beiden Elternteilen eingehalten und 

der Beklagte ist zu einer wichtigen Bezugsperson für B._____ geworden (vgl. E. III. 

A.  2.2.5).  Hinzu  kommt,  dass  die  Klägerin  2  für  den  Fall  eines  Wegzugs  nach 

Deutschland  ein  entsprechendes  Besuchsrecht  zwischen  B._____  und  dem  Be-

klagten beantragt hat (vgl. E. III. A. 4.2), was ebenfalls gegen eine Kontaktverhin-

derung spricht. Konkrete Anhaltspunkte, dass die Klägerin 2 den Kontakt bei einem 

Umzug nach Deutschland vereiteln würde (vgl. Urk. 131 Rz. 17), bestehen nicht. 

Soweit der Beklagte geltend macht, die von der Klägerin 2 angeführte Unterstüt-

zung durch ihre Herkunftsfamilie sei bloss eine nachgeschobene Schutzbehaup-

tung, überzeugt dies ebenfalls nicht. Weshalb die Klägerin 2 nach Deutschland zie-

hen will, ist für die rechtliche Beurteilung – nachdem keine rechtsmissbräuchliche 

Absicht festgestellt werden kann – nicht von Belang. Gleichwohl ist festzuhalten, 

dass die Inanspruchnahme familiärer Unterstützung in Deutschland durch die Klä-

gerin 2 glaubhaft und objektiv nachvollziehbar erscheint. 

Vor diesem Hintergrund ist unter Einbezug der Einschätzung der Kindsvertreterin 

–  die  auf  einer  umfassenden  Abklärung  des  Kindeswohls  beruht  und  nicht  bloss 

eine subjektive Meinung darstellt (vgl. bereits E. III. A. 2.5.4) – sowie der weiteren, 

von der Vorinstanz festgestellten Umstände, insbesondere der engen Bindung von 

- 40 -

B._____ zu ihrer Hauptbezugsperson und der gelebten Betreuungskontinuität, fest-

zuhalten, dass das Kindswohl besser gewahrt ist, wenn B._____ mit der Klägerin 2 

nach  Deutschland  zieht,  als  wenn  sie  beim  Beklagten  verbleibt.  Damit  bleibt  es 

beim vorinstanzlichen Ergebnis, wonach der Klägerin 2 die Verlegung des Aufent-

haltsortes von B._____ nach Deutschland zu bewilligen ist. 

4.

Persönlicher Verkehr

4.1. Regelung bei einem Verbleib in der Schweiz

4.1.1. Die Vorinstanz erwog, die Parteien hätten sich mit Vereinbarung vom 13. Fe-

bruar  2023  auf  eine  Kontaktregelung  für  die  Dauer  des  Verfahrens  geeinigt 

(Urk. 56). Demnach sei der Beklagte – nach einer stufenweisen Aufbauphase mit 

zunächst sechs unbegleiteten Besuchen ohne Übernachtungen im Februar 2023 – 

seit März 2023 berechtigt, B._____ jedes zweite Wochenende von Samstag, 8.00 

Uhr bis Sonntag, 16.30 Uhr sowie in den jeweils dazwischenliegenden Wochen von 

Donnerstag, 17.00 Uhr bis Freitag, 8.00 Uhr zu sich oder mit sich auf Besuch zu 

nehmen.  Diese  Regelung  sei  in  einer  ersten  Phase,  d.h.  bis  zum  Eintritt  von 

B._____ in den Kindergarten, fortzuführen. Zusätzlich sei dem Beklagten in dieser 

Phase ein Ferienrecht von zwei nicht aufeinanderfolgenden Wochen pro Jahr ein-

zuräumen. Ab dem Kindergarteneintritt erscheine es angesichts des fortgeschritte-

nen Alters von B._____ als angemessen, das Wochenendbesuchsrecht um eine 

zweite  Übernachtung  zu  erweitern,  d.h.  dieses  bereits  am  Freitag  ab  17.30  Uhr 

beginnen  und  jeweils  am  Sonntag,  18.00  Uhr  enden  zu  lassen.  Zugleich  sei  der 

Beklagte ab diesem Zeitpunkt zu sechs Ferienwochen pro Jahr berechtigt, wobei 

er darauf Rücksicht zu nehmen habe, dass die Klägerin 2 mit B._____ in den Schul-

sommerferien  drei  aufeinanderfolgende  Ferienwochen  verbringen  könne.  Ferner 

räumte die Vorinstanz dem Beklagten in beiden Phasen ein Feiertagbesuchsrecht 

ein, nämlich ein alternierendes Besuchsrecht an Weihnachten und Neujahr (je nach 

gerader oder ungerader Jahreszahl) und eine Ausdehnung des Wochenendendbe-

suchsrechts an Ostern und Pfingsten (Urk. 117 S. 20 f.). 

4.1.2. Der Beklagte beantragt für den Fall eines Verbleibs in der Schweiz eine Aus-

weitung des Besuchsrechts dahingehend, dass er B._____ jeden zweiten Donners-

- 41 -

tag, 17.00 Uhr bis Freitag, 18.00 Uhr betreut sowie ein verlängertes Wochenend-

besuchsrecht jeweils von Freitag, 18.00 Uhr bis Montag, 7.30 Uhr bzw. Beginn Ta-

gesmuttereinsatz, einzuräumen sei. Zusätzlich verlangt er ein Ferienbesuchsrecht 

von sechs Ferienwochen pro Jahr sowie ein alternierendes bzw. verlängertes Fei-

ertagsbesuchsrecht.  Er  habe  die  von  der  Vorinstanz  bis  zum  Kindergarteneintritt 

festgelegte Besuchsregelung bereits mehrfach als qualifiziert unangemessen mo-

niert. Angesichts seiner nachweislich guten Beziehung zu B._____, seiner unbe-

strittenen Erziehungsfähigkeit und der Tatsache, dass B._____ bereits früh fremd-

betreut worden sei, sei ein derart minimales Besuchsrecht nicht sachgerecht. Es 

sei  widersprüchlich,  ihm  zwar  eine  Ferien-  und  Feiertagsregelung  mit  mehreren 

aufeinanderfolgenden Übernachtungen zuzugestehen, in der Alltagsbetreuung je-

doch nicht mehr als eine Übernachtung pro Woche einzuräumen. Die bestehende 

Regelung verunmögliche zudem wichtige Rituale, da er und B._____ dadurch nur 

einmal wöchentlich gemeinsam ein Abendessen sowie das Ritual von Zubettgehen 

und Aufwachen erleben könnten (Urk. 116 Rz. 71 ff.).

4.1.3. Die Klägerinnen halten die vorinstanzliche Besuchsrechtsregelung für ange-

messen und beantragen, die Berufung des Beklagten abzuweisen (Urk. 122 Rz. 94 

ff.; Urk. 125 Rz. 21). 

4.1.4. Die  vorinstanzliche  Besuchsregelung  unterscheidet  zwischen  einer  Phase 

bis zum Kindergarteneintritt von B._____ und einer Phase danach. Da der Kinder-

garteneintritt im August 2025 erfolgte (vgl. Urk. 122 Rz. 101) ist die Zeit davor nicht 

mehr relevant. Gegenstand der vorliegenden Beurteilung ist deshalb das Besuchs-

recht  nach  Kindergarteneintritt.  Dabei  ist  bereits  eine  altersgerechte  Erweiterung 

vorgesehen: Gemäss Regelung der Vorinstanz beginnt das Wochenendbesuchs-

recht neu am Freitag, 17.30 Uhr und endet am Sonntag, 18.00 Uhr. Damit wird dem 

Anliegen des Beklagten Rechnung getragen, mit B._____ mehr als einmal pro Wo-

che gemeinsame Rituale wie Abendessen, Zubettgehen und Frühstück zu pflegen. 

Eine Verlängerung bis Montagmorgen – wie vom Beklagten beantragt – würde hin-

gegen bedeuten, dass B._____ den Wochenbeginn ausserhalb ihres gewohnten 

Lebensmittelpunktes erlebt. Gerade im Hinblick auf den Kindergartenstart ist es für 

ihre Stabilität und Eingewöhnung jedoch zielführend, den Montagmorgen in einem 

- 42 -

konstanten und vertrauten Umfeld zu erleben und insbesondere auch den Schul-

weg am Anfang einer neuen Woche von ihrem Wohnort aus mit ihren Freundinnen 

und Freunden zu absolvieren. Die Rückgabe am Sonntagabend trägt diesem Be-

dürfnis besser Rechnung und ermöglicht einen ruhigen Übergang in die neue Kin-

dergartenwoche. 

Auch  die  beantragte  Ausdehnung  von  Donnerstagabend,  17.00  Uhr  bis  Freitag-

abend, 18.00 Uhr, erscheint nicht angezeigt. Die vorinstanzlich vorgesehene Re-

gelung von Donnerstag, 17.00 Uhr, bis Freitag, 8.00 Uhr umfasst bereits eine Über-

nachtung und ermöglicht dem Beklagten, sowohl den Abend als auch den darauf-

folgenden Morgen mit B._____ zu verbringen. Eine Verlängerung bis Freitagabend 

um 18.00 Uhr würde angesichts der vollzeitlichen Erwerbstätigkeit des Beklagten 

keine wesentliche zusätzliche Betreuungszeit schaffen und drängt sich daher nicht 

auf. 

Keinen  Streitpunkt  bildet  schliesslich  das  vom  Beklagten  beantragte  Ferien-  und 

Feiertagsbesuchsrecht,  das  ab  dem  Kindergarteneintritt  mit  der  vorinstanzlichen 

Regelung übereinstimmt. Dass der Beklagte beanstandet hätte, der Klägerin 2 drei 

aufeinanderfolgende Wochen mit B._____ in den Schulsommerferien zu ermögli-

chen, ist nicht ersichtlich. Insgesamt erweist sich das vorinstanzlich festgelegte Be-

suchsrecht als angemessen und ist zu bestätigen. 

4.2. Regelung beim Wegzug nach Deutschland

4.2.1. Die Vorinstanz legte für den Fall eines Wegzugs von B._____ nach Deutsch-

land – beginnend am dritten Wochenende nach dem erfolgten Wegzug – folgendes 

Besuchsrecht fest: Der Beklagte sei berechtigt und verpflichtet, B._____ an jedem 

dritten Wochenende von Freitagabend bis Sonntagabend zu sich oder mit sich auf 

Besuch zu nehmen. Die genauen Übergabezeiten habe er der Klägerin 2 spätes-

tens 48 Stunden im Voraus bekanntzugeben. Zudem sei der Beklagte berechtigt, 

die Klägerin 2 für jedes dritte solche Besuchsrecht spätestens vier Wochen im Vor-

aus anzufordern, die Reisen mit B._____ selbst durchzuführen und ihm B._____ 

spätestens samstags um 11.00 Uhr in der Schweiz zu übergeben. Die Kosten für 

die Flugtickets für Mutter und Kind seien diesfalls vom Beklagten zu entschädigen 

- 43 -

oder von ihm in Absprache direkt zu buchen. Der Rückflug habe frühestens sonn-

tags um 15.00 Uhr zu erfolgen. Eine Feiertagsregelung erscheine nach dem Weg-

zug aus der Schweiz wegen der nur kurzen gemeinsamen Zeit des Beklagten und 

B._____  sowie  der  teilweise  wohl  voneinander  abweichenden  Feiertage  in  der 

Schweiz und in Norddeutschland als wenig praktikabel, weshalb darauf zu verzich-

ten sei. Angesichts des reduzierten persönlichen Kontakts sei es zudem unabding-

bar,  dass  regelmässige  Videotelefonate  stattfänden.  Der  Beklagte  sei  daher  zu-

sätzlich berechtigt, mindestens zwei Mal pro Woche, jeweils mittwochs und sonn-

tags, sowie an Feiertagen ohne Besuchsrecht und am Geburtstag von B._____ ein 

Videotelefonat  durchzuführen.  Ausserdem  sei  der  Beklagte  berechtigt  und  ver-

pflichtet, B._____ bis zu deren Kindergarteneintritt während zwei nicht aufeinander-

folgenden Ferienwochen pro Jahr und ab deren Kindergarteneintritt während sechs 

Ferienwochen  pro  Jahr  zu  sich  bzw.  mit  sich  auf  Besuch  zu  nehmen  (Urk.  117 

S. 22). 

4.2.2. Der Beklagte rügt, die Vorinstanz habe das von ihm beantragte Besuchsrecht 

als "nicht altersadäquat" verworfen, ohne dies näher zu begründen. Insbesondere 

die Ablehnung einer Feiertagsregelung mit dem Hinweis auf deren geringe Prakti-

kabilität  sei  bundesrechtswidrig,  ermessensfehlerhaft  und  willkürlich.  Eine  Feier-

tagsregelung sei auch nach einem Umzug ins Ausland praktikabel und könne flexi-

bel an die Gegebenheiten angepasst werden. Es wäre offensichtlich im Interesse 

des Kindes, dass beide Elternteile an wichtigen Feiertagen teilhaben könnten. Zu-

dem könne an nicht persönlich wahrnehmbaren Feiertagen der Kontakt über digi-

tale Kommunikationsmittel erfolgen. Feiertage böten wertvolle Gelegenheiten zur 

Stärkung  der  Vater-Kind-Bindung  und  seien  für  die  emotionale  Entwicklung  des 

Kindes von Bedeutung. Die bundesgerichtliche Rechtsprechung, wonach bei grös-

serer  Distanz  weniger,  dafür  aber  längere  Besuchsperioden  oder  kompensatori-

sche Ferienzeiten gewährt werden sollen, habe die Vorinstanz unbeachtet gelas-

sen. Gestützt darauf beantragt der Beklagte für den Fall eines Wegzugs, ihm vor 

der Einschulung von B._____ ein Besuchsrecht alle vier Wochen von Freitag bis 

Donnerstag  einzuräumen.  Ab  Einschulung  sei  ihm  ein  Besuchsrecht  jeweils  am 

letzten  Wochenende  eines  jeden  Monats  von  Freitag  (nach  Schulschluss)  bis 

Sonntag, 18.00 Uhr, an ihrem Wohnsitz, einzuräumen sowie ein Ferienrecht von 

- 44 -

acht Wochen pro Jahr mit alternierendem Entscheidungsrecht bei Uneinigkeit über 

die Ferienaufteilung (Urk. 116 Rz. 79 ff.).

4.2.3. Die Klägerinnen beantragen, die vorinstanzliche Regelung zu bestätigen und 

die Berufung des Beklagten abzuweisen (Urk. 122 Rz. 111 ff.; Urk. 125 Rz. 21). 

Hinsichtlich der Feiertagsregelung bringt die Klägerin 2 vor, Feiertage seien meist 

einzelne,  datumsgebundene  Tage,  die  nicht  immer  auf  ein  Wochenende  fielen. 

Eine entsprechende Regelung müsse daher für sämtliche Feiertage erfolgen und 

die konkreten Wochentage bis zur Volljährigkeit von B._____ berücksichtigen so-

wie mit den Feiertagen in Deutschland abgestimmt werden. Dies sei nicht praktika-

bel (Urk. 122 Rz. 108). 

4.2.4. Nach dem Umzug von B._____ nach Deutschland ist der persönliche Verkehr 

den veränderten Verhältnissen anzupassen. Im Vordergrund steht wiederum – an-

gesichts des Kindergarteneintritts – die Ausgestaltung des Besuchsrechts nach der 

Einschulung. Die vorinstanzliche Regelung sieht Besuche im Drei-Wochen-Rhyth-

mus vor. Dies ermöglich im Durchschnitt mehr als einen Besuch pro Monat. Der 

vom Beklagten beantragte Wechsel zu nur einem Besuchswochenende pro Monat 

würde längere Zeiträume ohne persönlichen Kontakt schaffen. Gerade bei jüngeren 

Kindern  sind  häufige  und  regelmässige  Kontakte  für  die  Aufrechterhaltung  einer 

stabilen  Bindung  besonders  wichtig.  Die  vorinstanzliche  Regelung  trägt  diesem 

Umstand besser Rechnung und ist beizubehalten. 

Soweit der Beklagte das Fehlen einer Feiertagsregelung rügt, fehlt es zwar an ei-

nem entsprechenden Antrag (vgl. Urk. 116 S. 2 ff.). Gleichwohl liegt es im Kindes-

wohl, dass B._____ zumindest die Weihnachts- und Osterfeiertage, denen eine be-

sondere Bedeutung zukommt und die in beiden Ländern gleichzeitig stattfinden, mit 

beiden Elternteilen verbringen kann. Nach dem Ferienkalender der norddeutschen 

Bundesländer fallen die Weihnachtsfeiertage – einschliesslich des 27. und 28. De-

zember  –  zumindest  bis  ins  Jahr  2030  durchgehend  in  die  Schulferien,  sodass 

keine  Kollision  mit 

regulären  Schultagen 

zu 

erwarten 

ist 

(vgl. 

https://www.kmk.org/service/ferien.html,  besucht  am  15.  August  2025).  Bei  der 

Ausgestaltung der Feiertagsregelung ist zudem dem Reiseaufwand Rechnung zu 

tragen, damit trotz An- und Rückreise eine ausreichende gemeinsame Besuchszeit 

- 45 -

möglich  ist.  Entgegen  der  Vorinstanz  ist  der  Beklagte  daher  zu  berechtigten, 

B._____ wie folgt auf eigene Kosten zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen: 

Weihnachtsfeiertage: 

 in geraden Jahren vom 24. Dezember bis 28. Dezember, wobei der Be-

klagte der Klägerin 2 die genauen Übergabezeiten spätestens 48 Stunden 

im Voraus bekanntzugeben hat; 

 in ungeraden Jahren vom 28. Dezember bis 2. Januar, 18.00 Uhr, wobei 

der Beklagte der Klägerin 2 die genauen Übergabezeiten spätestens 48 

Stunden im Voraus bekanntzugeben hat.

Osterfeiertage:

 in geraden Jahren von Karfreitag bis Ostermontag, wobei der Beklagte der 

Klägerin 2 die genauen Übergabezeiten spätestens 48 Stunden im Voraus 

bekanntzugeben hat.

Hinsichtlich der vom Beklagten beantragten acht Ferienwochen ist nicht ersichtlich, 

weshalb ihm ein derart grosser Anteil – rund zwei Drittel der gesamten Schulferien 

– eingeräumt werden sollte. Eine solche Regelung würde den Ferienanteil der Klä-

gerin 2 mit B._____ erheblich verkürzen. Auch bei grenzüberschreitenden Famili-

enkonstellationen liegt es im Kindeswohl, wenn beide Elternteile in etwa gleicher-

massen Ferien mit dem Kind verbringen und gemeinsame Erlebnisse ausserhalb 

des  Alltags  ermöglichen  können.  Die  von  der  Vorinstanz  zugesprochenen  sechs 

Ferienwochen für den Beklagten tragen diesem Grundsatz Rechnung und sind zu 

bestätigen. 

B.

Unterhalt 

1.

Unterhaltsbeiträge bis zum Wegzug der Klägerinnen nach Deutschland

1.1. Einkommen der Parteien 

1.1.1. Einkommen Klägerin 2 

- 46 -

1.1.1.1. Die Vorinstanz hielt fest, die Klägerin 2 habe im Zeitraum von Juni 2021 bis 

Dezember  2022  gestützt  auf  Mutterschaftsentschädigung,  Arbeitslosentaggelder 

und  Zwischenverdienst  ein  durchschnittliches  monatliches  Einkommen  von 

Fr. 4'340.–  erzielt.  Seit  Januar  2023  beziehe  die  Klägerin  2  Sozialhilfeleistungen 

(vgl. Urk. 52/24 und Urk. 52/25), weshalb ihr bis zum Kindergarteneintritt der Klä-

gerin 1 kein Einkommen anzurechnen sei. Daran ändere nichts, dass sie bis No-

vember 2022 einen Versuch unternommen habe, mittels Arbeit auf Abruf wieder in 

den Arbeitsmarkt einzusteigen. Ab September 2025 (Kindergarteneintritt der Klä-

gerin 1) sei die Klägerin 2 gemäss dem Schulstufenmodell gehalten, eine Erwerbs-

tätigkeit in einem 50%-Pensum aufzunehmen. Zur Ermittlung des mutmasslich er-

zielbaren  Einkommens  sei  auf  den  bei  der  Arbeitslosenkasse  versicherten  Ver-

dienst, den im Jahr 2021 für die Mutterschaftsentschädigung berechneten Tages-

satz sowie branchenübliche Durchschnittslöhne für den Beruf "Fachfrau Betreuung 

mit  Fachrichtung  Behindertenbetreuung"  abzustellen,  womit  von  einem  Nettoein-

kommen von Fr. 4'700.– bei einem 100%-Pensum auszugehen sei. Entsprechend 

sei der Klägerin 2 ab September 2025 ein Einkommen von Fr. 2'350.– (50%-Pen-

sum) anzurechnen. Mit dem Übertritt der Klägerin 1 in die Sekundarstufe ab Sep-

tember 2033 sei eine Aufstockung auf ein 80%-Pensum zumutbar, womit das an-

rechenbare Einkommen auf Fr. 3'760.– steige. Ab Juli 2037, mit dem Erreichen des 

16. Altersjahrs  der  Klägerin  1,  sei  schliesslich  von  einem  vollen  Erwerbspensum 

und  damit  von  einem  monatlichen  Nettoeinkommen  von  Fr. 4'700.–  auszugehen 

(Urk. 117 S. 27 f.). 

1.1.1.2. Der  Beklagte  rügt  zum  einen,  die  Vorinstanz  habe  Bundesrecht  verletzt, 

indem sie festgehalten habe, die Klägerin 2 sei gemäss Schulstufenmodell noch 

nicht gehalten, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen. Das Schulstufenmodell diene 

nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung lediglich als Ausgangslage und sei nicht 

anwendbar, wenn der betreuende Elternteil – wie hier – bereits zuvor mehr gear-

beitet habe. Es sei aktenkundig, dass die Klägerin 2 bereits nach der Geburt der 

Klägerin 1 im Zeitraum von Juni bis Dezember 2022 durchschnittlich in einem 50%-

Pensum gearbeitet habe. Zudem habe sie im Zusammenhang mit ihrem geplanten 

Umzug  angegeben,  in  Deutschland  wieder  berufstätig  sein  zu  wollen.  Die  Vorin-

- 47 -

stanz hätte daher spätestens mit der Aussteuerung der Klägerin 2 ein hypotheti-

sches Einkommen annehmen müssen (Urk. 116 Rz. 93 ff.). 

Zum anderen habe die Vorinstanz in Verletzung seines rechtlichen Gehörs sowie 

der Offizialmaxime nicht berücksichtigt, dass die Kontoauszüge der Klägerin 2 für 

den Zeitraum vom 1.  Januar 2021 bis 10. Oktober 2023 diverse TWINT-Gutschrif-

ten in der Gesamthöhe von Fr. 179'703.58 ausgewiesen hätten, was durchschnitt-

lich Fr. 5'400.– pro Monat entspreche (vgl. Urk. 90/37-38; Urk. 93). Der Klägerin 2 

sei daher eine Frist zur Einreichung von Unterlagen über ihre Einkommensverhält-

nisse (insbesondere aktueller Arbeitsvertrag, Suchbemühungen, Lohnabrechnun-

gen)  anzusetzen.  Bis  zum  Vorliegen  entsprechender  Nachweise  sei  einstweilen 

von  einem  Einkommen  von  Fr. 5'400.–  bei  einem  100%-Pensum  auszugehen 

(Urk. 116 Rz. 96 und 104 ff.). 

1.1.1.3. Die Klägerin 2 hält dem entgegen, die Vorinstanz habe das Schulstufen-

modell  zutreffend  angewendet.  Bei  den  vom  Beklagten  erwähnten  TWINT-Gut-

schriften handle es sich um private Transaktionen im Freundeskreis, insbesondere 

zur Aufteilung von Kosten für Essen und Getränke. Diese stellten kein Erwerbsein-

kommen dar. Sie beziehe seit Januar 2023 nachweislich Sozialhilfe, was klar be-

lege,  dass  sie  weder  über  Einkommen  noch  über  Vermögen  verfüge  (Urk. 122 

Rz. 115 ff.). 

1.1.1.4. Die Vorinstanz hat zutreffend festgehalten, dass es sich beim sog. Schul-

stufenmodell um eine Richtlinie handelt, von der in pflichtgemässer richterlicher Er-

messensausübung im Einzelfall abgewichen werden kann (vgl. Urk. 117 S. 25 f; 

BGE 144 III 481 E. 4.7.9). Solche Umstände liegen hier nicht vor. Die Klägerin 2 

war lediglich während rund sechs Monaten (Juni bis November 2022) teilzeitlich auf 

Abruf (Pflegevisite) erwerbstätig (Urk. 52/26). Diese kurze und unregelmässige Tä-

tigkeit  begründet  kein  gefestigtes  Erwerbsmodell,  welches  ein  Abweichen  vom 

Schulstufenmodell  rechtfertigen  würde.  Auch  die  vom  Beklagten  angeführte  Ab-

sicht einer künftigen Erwerbstätigkeit der Klägerin 2 in Deutschland bleibt hypothe-

tisch. Mangels besonderer Umstände durfte die Vorinstanz daher zu Recht davon 

absehen, der Klägerin 2 für die Zeit vor Kindergarteneintritt der Klägerin 1 ein hy-

pothetisches Einkommen anzurechnen. 

- 48 -

Sofern der Beklagte geltend macht, es seien diverse Zahlungseingänge via TWINT 

als Einkommen der Klägerin 2 zu qualifizieren, kann ihm nicht gefolgt werden. Aus 

den  eingereichten  Kontoauszügen  ergibt  sich,  dass  der  Gesamtbetrag  von 

Fr. 179'703.58 sämtliche Gutschriften im Zeitraum vom 1.  Januar 2021 bis 10. Ok-

tober  2023  umfasst  (vgl.  Urk. 91/38).  Darin  enthalten  sind  unter  anderem  Unter-

haltszahlungen des Beklagten selbst sowie Gutschriften der UNIA und SVA. Die 

übrigen Gutschriften bestehen überwiegend aus kleineren Beträgen von Privatper-

sonen, was auf Transaktionen im privaten Umfeld hindeutet. Anhaltspunkte für eine 

entgeltliche Erwerbstätigkeit der Klägerin 2 bestehen nicht. Vielmehr spricht auch 

der seit Januar 2023 nachweisliche Bezug von Sozialhilfe (Urk. 52/25) gegen das 

Vorliegen eines relevanten Erwerbseinkommens. 

1.1.1.5. Insgesamt bleibt es bei den vorinstanzlich berücksichtigen Einkommen der 

Klägerin 2. Sie braucht demnach auch nicht aufgefordert zu werden, Unterlagen zu 

ihren Einkommensverhältnissen einzureichen (Urk. 116 Rz. 105). 

1.1.2. Einkommen Beklagter

1.1.2.1. Die Vorinstanz ging für den Zeitraum von Juni 2021 bis Dezember 2022 

von  einem  durchschnittlichen  monatlichen  Einkommen  des  Beklagten  von 

Fr. 5'375.– aus. Für die Zeit ab Januar 2023 rechnete die Vorinstanz ihm gestützt 

auf  die  im  Recht  liegenden  Lohnabrechnungen  von  März  bis  und  Juli  2023  ein 

durchschnittliches monatliches Nettoeinkommen von Fr. 5'527.– an. Hinweise auf 

ein zusätzliches Einkommen, namentlich im Zusammenhang mit behaupteten Ar-

beiten auf dem Hof seiner Eltern, bestünden nicht (Urk. 117 S. 31). 

1.1.2.2. Der  Beklagte  macht  geltend,  den  eingereichten  Lohnabrechnungen  aus 

dem Jahr 2023 lasse sich ein monatliches Nettoeinkommen von Fr. 5'323.55 ent-

nehmen (Urk. 60/39 und Urk. 82/40). Weitergehende Vergütungen wie die Mittags-

zulage,  die  ausserordentliche  Entschädigung  für  Reisezeiten  oder  der  Überstun-

denzuschlag dürften nicht als Lohnbestandteil berücksichtigt werden, wenn damit 

effektive Spesen oder Arbeitsleistungen vergütet würden, die über ein 100%-Pen-

sum  hinausgingen.  Hierzu  könne  er  nicht  verpflichtet  werden.  Damit  sei  erstellt, 

dass  er  ein  Bruttoeinkommen  von  Fr. 5'750.–  pro  Monat  erziele,  zuzüglich  eines 

- 49 -

anteilsmässig  ausgerichteten  13.  Monatslohns  von  Fr.  479.15  pro  Monat.  Ohne 

Kinderzulage resultiere daraus ein monatliches Nettoeinkommen von Fr. 5'285.50 

(Urk. 116 Rz. 107 ff.). Diesen Lohn erziele er auch heute (vgl. Urk. 119/2). 

1.1.2.3. Die  Klägerin  2  erwidert,  die  vorinstanzliche  Berechnung  sei  korrekt  und 

nicht zu beanstanden. Gemäss den eingereichten Berufungsbeilagen habe der Be-

klagte in den Monaten Juli bis September 2024 einen Nettolohn von Fr. 5'757.40 

(Juli 2024), Fr.  6'325.50 (August 2024) und Fr. 5'523.55 (September 2024) erzielt. 

Sein durchschnittlicher Nettolohn betrage daher im Jahr 2024 Fr. 5'868.80, wovon 

für  die  Unterhaltsberechnung  auszugehen  sei.  Dass  der  Beklagte  seine  Mittags-

pause regelmässig bei seinen Eltern verbringe, spreche zudem gegen seinen Ein-

wand,  die  Mittagszulage  dürfe  nicht  als  Lohnbestandteil  angerechnet  werden 

(Urk. 122 Rz. 125 f.).

1.1.2.4. Mittagszulage und Reisezeitentschädigung

Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung gehören Spesen grundsätzlich nicht 

zum anrechenbaren Einkommen, sofern damit reale Auslagen ersetzt werden, die 

dem Erwerbstätigen tatsächlich entstehen (BGer 5A_627/2019 vom 9. April 2020 

E. 3.3). Die Behauptungs- und Beweislast dafür, dass es sich um keinen Lohnbe-

standteil handelt, trägt der Spesenbezüger (OGer ZH LY180053 vom 26. Februar 

2019 E. 4.2.5). 

Vorliegend hat der Beklagte hinsichtlich der Mittagszulage nicht belegt, dass ihm in 

entsprechender Höhe effektive Verpflegungskosten entstanden sind. Vielmehr hat 

er eingeräumt, die Mittagspause regelmässig bei seinen Eltern zu verbringen, was 

gegen solche Auslagen spricht (vgl. Urk. 117 S. 33). Gleiches gilt für die Reisezei-

tentschädigung: Auch insoweit hat der Beklagte nicht nachgewiesen, dass ihm da-

durch effektive Mehrkosten entstanden sind. Beide Positionen sind damit als Lohn-

bestandteile zu berücksichtigen. 

1.1.2.5. Überzeitvergütungen

Nach  Lehre  und  Rechtsprechung  sind  Überstunden  (bzw.  Überzeit)  im  Rahmen 

einer tatsächlich festgestellten, regelmässigen Überstundenabgeltung als Einkom-

- 50 -

men  zu  berücksichtigen,  jedenfalls  soweit  ihre  Leistung  als  zumutbar  erscheint 

bzw. kein Grund für die Reduktion des Arbeitseinsatzes besteht und die Entrichtung 

angemessener  Unterhaltsbeiträge  davon  abhing  (vgl.  LC140029  vom  22.  April 

2015 E. III 2.3.2 m.w.H.; LZ180009 vom 30. Januar 2019 E. II 5.3).

Im  vorliegenden  Fall  weisen  die  eingereichten  Lohnabrechnungen  nur  vereinzelt 

und zudem in geringer Höhe die Positionen "LMV-Auszahlung über 48 Std./Woche" 

(März 2023, Juli 2024), "Überzeitauszahlung ML" (Juli 2024) und "Zuschlagsaus-

zahlung  ML  25%  (Juli  2024,  September  2024)  aus  (Urk.  82/40  und  Urk.  119/2). 

Angesichts der fehlenden Regelmässigkeit dieser Leistungen bzw. der Vergütung 

von Überzeit rechtfertigt es sich, diese bei der Bemessung des massgebenden Ein-

kommens sowohl für die Vergangenheit als auch für die Zukunft unberücksichtigt 

zu lassen. 

1.1.2.6. Fazit

Aus den Lohnabrechnungen März bis Juli 2023 ergibt sich ein monatlicher Netto-

lohn von Fr. 5'525.– (inkl. Mittagszulage und Reisezeitentschädigung, ohne Über-

zeitvergütung, vgl. Urk. 82/40). Für die Monate Juli bis September 2024 ergibt sich 

unter denselben Prämissen (d.h. unter Einbezug der Mittagszulage und Reisezei-

tentschädigung,  ohne  Überzeitvergütung)  ein  monatlicher  Durchschnitt  von 

Fr. 5'575.– (Fr. 5'297.– [Juli 24] +Fr. 6'125.– [August 24] + Fr. 5'302.– [September 

24]; vgl. Urk. 119/2). Angesichts der geringen Differenz erscheint es sachgerecht, 

vom Durchschnitt dieser Werte auszugehen. Damit ist ab 1. Januar 2023 von einem 

Nettoeinkommen des Beklagten von Fr. 5'550.– (inkl. 13. Monatslohn, inkl. Mittags-

zulage und Reisezeitentschädigung, exkl. Überzeitvergütung) auszugehen. 

1.1.3. Einkommen Klägerin 1 

Die Vorinstanz rechnete der Klägerin 1 ein Einkommen aus Familienzulagen von 

Fr. 200.– bzw. ab Juni 2033 von Fr. 250.– an (Urk. 117 S. 31). Dies ist dahingehend 

anzupassen, dass sich die Kinderzulagen per 1. Januar 2025 auf Fr. 215.– bzw. ab 

mm.2033 (für die ab diesem Zeitpunkt 12-jährige Klägerin 1) auf Fr. 268.– erhöhen 

- 51 -

(vgl. Verordnung über die Anpassung der Familienzulagen an die Preisentwicklung 

vom 28.  August 2024 [SR 836.2]). 

1.2. Bedarf der Parteien

1.2.1. Phasenbildung

1.2.1.1. Die Vorinstanz legte ihrer Unterhaltsberechnung fünf Phasen zu Grunde 

(Urk. 117 S. 31 ff.): 

 Phase I: tt.mm.2021 bis 31. Dezember 2022 (ab Geburt der Klägerin 1; teil-

weise Erwerbstätigkeit der Klägerin 2)

 Phase  II:  1.  Januar  2023  bis  31.  August  2025  (keine  Erwerbstätigkeit  der 

Klägerin 2)

 Phase III: 1. September 2025 bis 31. August 2033 (ab Kindergarteneintritt 

der Klägerin 1, 50%-Pensum der Klägerin 2) 

 Phase IV: 1. September 2033 bis 30. Juni 2037 (ab Übertritt der Klägerin 1 

in die Oberstufe, 80%-Pensum der Klägerin 2) 

 Phase V: ab 1. Juli 2037 bis zum Abschluss einer angemessenen Ausbil-

dung der Klägerin 1, auch über die Volljährigkeit hinaus (ab Vollendung des 

16. Altersjahres der Klägerin 1, 100%-Pensum der Klägerin 2) 

1.2.1.2. Der Beklagte wendet sich in seiner Berufung nicht gegen die Phasenbil-

dung als solche. Er rügt jedoch, der Unterhalt in Phase V sei aufgrund der dann 

eintretenden  Volljährigkeit  der  Klägerin  1  falsch  berechnet  worden  (Urk. 116 

Rz. 118 ff.). Dies trifft insofern nicht zu, als Phase V bereits mit der Vollendung des 

16. Altersjahres der Klägerin 1 (Geburtsdatum: tt.mm.2021) und nicht erst mit deren 

Volljährigkeit beginnt. 

Ab  Volljährigkeit  der  Klägerin  1  entfallen  –  wie  der  Beklagte  zutreffend  vorbringt 

(Urk. 116 S. 41) – die Betreuungspflichten und der Unterhalt ist zwischen den Eltern 

im  Verhältnis  ihrer  Leistungsfähigkeit  aufzuteilen  (BGE  147  III  265  E.  8.5).  Eine 

Überschussverteilung an das volljährige, sich noch in Ausbildung befindende Kind 

ist nicht vorzunehmen (BGE 147 III 265 E. 7.2). Mit Verweis auf Erwägung B.1.3.7 

- 52 -

verfügt  der  Beklagte  im  dannzumaligen  Zeitpunkt  über  einen  Überschuss  von 

Fr. 1'650.– (wie in Phase V) und die Klägerin 2 über einen solchen von Fr.  1'517.– 

(Fr. 4'700.– [Einkommen] - Fr. 3'183.– [Bedarf]). Dies entspricht einer Leistungsfä-

higkeit des Beklagten von 52% und einer solchen der Klägerin 2 von 48%. Für die 

Zeit  ab  Volljährigkeit  ist  eine  Phase  VI  ab  1.  Juli  2039  bis  zum  Abschluss  einer 

angemessenen Ausbildung der Klägerin 1, auch über die Volljährigkeit hinaus, vor-

zusehen.

1.2.2. Bedarf der Klägerin 1

1.2.2.1. Fremdbetreuungskosten in Phase I 

a)

Die Vorinstanz erwog, für die Klägerin 1 seien in den Monaten Mai bis De-

zember 2022 nachgewiesene Fremdbetreuungskosten von insgesamt Fr. 15'600.– 

angefallen (Urk. 73 Rz. 3 und Urk. 75/35). Aufgrund der unregelmässigen Arbeits-

einsätze der Klägerin 2 habe sie rasch eine flexible Betreuungslösung finden müs-

sen. Es sei nachvollziehbar, dass sie in dieser Situation zunächst keine preisgüns-

tige Betreuung habe finden können. Es bestünden keine ernsthaften Anzeichen da-

für, dass die in den eingereichten Quittungen aufgeführten Beträge nicht effektiv 

angefallen seien. Die Kosten seien daher im Bedarf der Klägerin 1 zu berücksichti-

gen. Bei einer Verteilung der Gesamtkosten von Fr. 15'600.– auf die 19 Monate der 

ersten Unterhaltsphase (Juni 2021 bis Dezember 2022) ergäben sich durchschnitt-

lich Fr. 821.– pro Monat (Urk. 117 S. 33). 

b)

Der Beklagte bringt vor, die Annahme der Vorinstanz, die Klägerin 2 habe 

zunächst keine günstigere Betreuung finden können, sei bloss eine subjektive Ver-

mutung  und  damit  willkürlich.  Er  habe  bestritten,  dass  die  Klägerin  2  die  Kosten 

effektiv bezahlt habe (vgl. Urk. 93). Trotz Editionsaufforderung vom 2. Oktober 2023 

habe die Klägerin 2 keine entsprechenden Unterlagen eingereicht, womit die Be-

treuungskosten unbelegt geblieben seien. Es hätten daher im Bedarf der Klägerin 

1 für Mai bis Dezember 2022 keine Betreuungskosten berücksichtigt werden dürfen 

(Urk. 116 Rz. 114 f.).

- 53 -

c)

Die Klägerin 2 entgegnet, es wäre dem Beklagten unbenommen gewesen, 

selbst eine günstige Betreuungsmöglichkeit zu finden. Es sei notorisch, dass ge-

eignete  Betreuungsplätze  oft  Monate  oder  sogar  Jahre  im  Voraus  ausgebucht 

seien. Angesichts dessen sei nachvollziehbar, dass kurzfristig keine kostengünsti-

gere Betreuungsmöglichkeiten hätten gefunden werden können (Urk. 122 Rz. 127). 

d)

Die im Recht liegenden Quittungen belegen, dass in den Monaten Mai bis 

Dezember  2022  Fremdbetreuungskosten  für  die  Klägerin  1  in  der  festgestellten 

Höhe angefallen sind (vgl. Urk. 75/35). Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass es 

vorliegend  keinerlei  Anhaltspunkte  dafür  gibt,  dass  diese  Belege  unrichtig  wären 

oder die Kosten nicht effektiv bezahlt wurden. Es bleibt daher bei den vorinstanzlich 

berücksichtigen Fr. 821.– im Bedarf der Klägerin 1. 

1.2.2.2. Grundbetrag in Phase III

Von Amtes wegen ist zu beachten, dass sich der Grundbetrag für die Klägerin 1 mit 

Vollendung des 10. Altersjahres – und nicht erst, wie von der Vorinstanz angenom-

men, ab dem 12. Altersjahr (vgl. Urk. 117 S. 39) – auf Fr. 600.– erhöht (vgl. Richt-

linien  der  Konferenz  der  Betreibungs-  und  Konkursbeamten  der  Schweiz  für  die 

Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums vom 1. Juli 2009). Da 

die Klägerin 1 am tt.mm.2031 und damit innerhalb der Phase III zehn Jahre alt wird, 

ist für diese Phase ein durchschnittlicher Grundbetrag von rund Fr. 456.– ([69 Mo-

nate x Fr. 400.– + 27 Monate x 600] : 96 Monate), anstatt der vorinstanzlich einge-

setzten Fr. 400.– (vgl. Urk. 117 S. 37) zu berücksichtigen. 

1.2.2.3. Übrige Bedarfspositionen 

Die übrigen Bedarfspositionen der Klägerin 1 wurden im Berufungsverfahren von 

keiner Partei beanstandet und erweisen sich als angemessen (vgl. Urk. 117 S. 32 

ff.).  Demnach  präsentiert  sich  der  Bedarf  der  Klägerin  1  wie  folgt  (gerundet,  in 

Schweizer Franken):

- 54 -

Phase III

456.–
514.–

75.–

0.–

300.–
-
50.–
-

-

Phase I

400.–
498.–

75.–

24.–

821.–
-
100.–
-

55.–

Phase II
400.–
514.–

75.–

0.–

0.–
-
-
-

-

Phase IV
600.–
514.–

75.–

0.–

0.–
-
100.–
20.–

55.–

Phase V

600.–
514.–

180.–

0.–

0.–
100.–
130.–
20.–

55.–

1'973.–

989.–

1'395.–

1'364.–

1'599.–

Grundbetrag
Wohnkosten
Krankenkasse 
(KVG)
Gesundheits-
kosten
Fremdbetreuung
Mobilität
Steuern
Kommunikation
Krankenkasse 
(VVG)
Total

Phase VI
*

* Die Bestimmung des Bedarfes der Klägerin 1 in der Phase VI, mithin ab deren 

Eintritt in die Volljährigkeit, ist mit erheblichen Unsicherheiten behaftet, wenn er wie 

vorliegend für ein noch sehr junges Kind festzulegen ist (vgl. dazu auch BGE 148 

III 353 nicht publ. E. 8.3.). Als Anhaltspunkt für eine mögliche Entwicklung der Le-

benshaltungskosten ab Volljährigkeit kann die von der Fachstelle Studienfinanzie-

rung  der  Universität  Zürich  publizierte  Aufstellung  der  monatlichen  Studien-  und 

Lebenshaltungskosten für Studierende an der Universität Zürich dienen. Diese geht 

von  folgenden  Positionen  aus:  Fr. 250.–  Studienkosten,  Fr. 450.–  Verpflegungs-

kosten, Fr. 95.– Fahrkosten, Fr. 200.– Kosten für Versicherungen, Krankenkasse 

und AHV, Fr. 910.– Wohnkosten, Fr. 25.– Rückstellungen (Steuern) und Fr. 270.– 

für  Persönliches  wie  Kleider,  Hygiene,  Freizeit  und  Mobiltelefon  zusammen 

(vgl. www.studienfinanzierung.uzh.ch/de/informationen/studien_lebenskos-

ten.html, besucht am 29. August 2025). Im Sinne einer Prognose erscheint es als 

angemessen, davon auszugehen, dass der Klägerin 1 im Zeitpunkt ihrer Volljährig-

keit monatliche Bedarfskosten von Fr. 2'200.– anfallen werden. Für den Fall, dass 

sich  diese  Kosten  im  Zeitpunkt  der  Volljährigkeit  massgeblich  anders  darstellen, 

wären die Beteiligten auf das Abänderungsverfahren zu verweisen.

1.2.3. Bedarf der Klägerin 2

1.2.3.1. Fahrkosten in Phase I

- 55 -

a)

Die Vorinstanz erwog, es sei nachvollziehbar, dass die Klägerin 2 für ihre 

Arbeitstätigkeit von Juni bis November 2022 (sechs Monate) auf ein eigenes Fahr-

zeug angewiesen gewesen sei. Ihre Arbeit habe jeweils um 6.35 Uhr begonnen, 

wobei sie zuvor jeweils die Klägerin 1 zur Tagesmutter habe bringen müssen. Für 

diesen Zeitraum seien ihr für sämtliche fahrzeugbezogenen Kosten ein Betrag von 

Fr. 350.– pro Monat im Bedarf anzurechnen. Für die übrigen 13 Monate der ersten 

Unterhaltsphase (Dezember 2021 bis Dezember 2022) sei mangels Erwerbstätig-

keit der Klägerin 2 kein Fahrzeug notwendig gewesen, weshalb hierfür nichts an-

zurechnen sei. Für die erste Unterhaltsphase (19 Monate) ergebe sich damit ein 

durchschnittlicher Betrag von Fr. 110.– pro Monat (Urk. 117 S. 34).

b)

Der  Beklagte  bringt  vor,  die  erste  S…  [S-Bahn]  fahre  um  04.33  Uhr  in 

E._____ Richtung Zürich, weshalb die Klägerin 2 nicht auf ein Fahrzeug angewie-

sen  gewesen  sei.  Dass  ein  Fahrzeug  ihr  den  Alltag  erleichtert  habe,  sei  für  den 

Kompetenzcharakter nicht entscheidend. Eine Erleichterung bei der Kinderbetreu-

ung oder eine reine Zeitersparnis genüge nicht. Die Vorinstanz habe Bundesrecht 

verletzt, indem sie den Kompetenzcharakter des Fahrzeugs unter Hinweis auf den 

Schichtbeginn sowie die Organisation der Kinderbetreuung bejaht habe (Urk. 116 

Rz. 116 f.). 

c)

Die Klägerin 2 entgegnet, dem Beklagten sei offenbar nicht bewusst, was 

es bedeute, sich um ein Kleinkind zu kümmern. Es sei ihr nicht zumutbar gewesen, 

die Klägerin 1 bereits um 3.00 Uhr zu wecken, zu versorgen und zur Tagesmutter 

zu  bringen,  nur  um  die  erste  Zugverbindung  um  04.33  Uhr  zu  erreichen.  Ihre 

Schicht habe bereits um 6.35 Uhr begonnen, was per se schon sehr früh sei. Hinzu 

komme,  dass  sie  als  Mutter  eines  Kleinkindes  erhöhte  Flexibilität  benötige 

(Urk.  122 Rz. 128 f.)

d)

Fahrzeugkosten sind nur dann im Bedarf zu berücksichtigen, wenn dem für 

den Arbeitsweg benutzten Fahrzeug Kompetenzcharakter zukommt, d.h. wenn die 

Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel unter den konkreten Umständen unzumutbar 

ist (z.B. bei Nacht- oder Schichtarbeit). Eine blosse Alltagserleichterung oder reine 

Zeitersparnis genügt hierfür nicht. Jedoch können mehrere Umstände zusammen 

- 56 -

die Benutzung des öffentlichen Verkehrs als unzumutbar erscheinen lassen (OGer 

ZH LE180072 vom 9. September 2019 E. II/B.2.5.5.3). 

Vorliegend ist unbestritten, dass die Klägerin 2 während der fraglichen Monate eine 

Frühschicht um 6.35 Uhr zu leisten hatte und die Klägerin 1 zuvor zur Tagesmutter 

bringen musste. Diese Kombination aus Betreuungspflicht gegenüber einem Klein-

kind und frühem Arbeitsbeginn stellt eine besondere Belastungssituation dar. Die 

vom Beklagten angeführte Zugverbindung um 04.33 Uhr stellt angesichts des er-

heblich früheren Aufstehens, der Versorgung der Klägerin 1 und des zusätzlichen 

Weges zur Tagesmutter keine zumutbare Alternative dar. Die Vorinstanz hat den 

Kompetenzcharakter des Fahrzeugs daher zu Recht bejaht. Die konkrete Höhe der 

angerechneten Fahrzeugkosten wurde im Berufungsverfahren nicht beanstandet, 

weshalb es in Phase I bei den vorinstanzlich berücksichtigten Fr. 110.– pro Monat 

bleibt. 

1.2.3.2. Kommunikationskosten in Phase III

Um  ein  Manko  in  Phase  III  zu  vermeiden,  erwog  die  Vorinstanz,  es  seien  unter 

anderem die Kommunikationskosten bei der Klägerin 2 (und dem Beklagten) von 

je Fr. 150.– auf je Fr. 98.– zu kürzen (vgl. Urk. 117 S. 38). Damit bei der vorliegend 

angepassten Berechnung (vgl. sogleich E. 1.3) kein Manko resultiert, sind die Kom-

munikationskosten auf je Fr. 90.– zu reduzieren.

1.2.3.3. Bedarfspositionen für neu zu bildende Phase VI

Für die neu zu bildende Phase VI entspricht der Bedarf der Klägerin 2 jenem in der 

Phase V.

1.2.3.4. Übrige Bedarfspositionen 

Die übrigen Bedarfspositionen der Klägerin 2 werden im Berufungsverfahren von 

keiner Partei beanstandet und erweisen sich als angemessen (vgl. Urk. 117 S. 32 

ff.). Es ist deshalb von folgendem Bedarf der Klägerin 2 auszugehen (gerundet, in 

Schweizer Franken): 

- 57 -

Grundbetrag
Wohnkosten
Krankenkasse 
(KVG)
Gesundheits-
kosten
ausw. Verpfleg.
Mobilität
Steuern
Hausrat/Haft-
pflicht
Kommunikation 
(inkl. Serafe)
Krankenkasse 
(VVG)
Total

Phase I

Phase II

Phase III

Phase IV

1'350.–
997.–

232.–

83.–

0.–
110.–
200.–

26.–

150.–

11.–

1'350.–
1'029.–

217.–

0.–

0.–
0.–
-

-

-

-

1'350.–
1'029.–

1'350.–
1'029.–

217.–

0.–

0.–
150.–
50.–

26.–

90.–

-

217.–

0.–

0.–
150.–
200.–

26.–

150.–

11.–

Phase V (=VI)
1'350.–
1'029.–

217.–

0.–

0.–
150.–
250.–

26.–

150.–

11.–

3'159.–

2'596.–

2'912.–

3'133.–

3'183.–

1.2.4. Bedarf des Beklagten

1.2.4.1. Kommunikationskosten in Phase III

Wie bei der Klägerin 2 erwogen (vgl. E. 1.2.3.2), sind die Kommunikationskosten 

auch  beim  Beklagten  auf  Fr.  90.–  zu  reduzieren,  um  ein  Manko  in  Phase  III  zu 

vermeiden. 

1.2.4.2. Bedarfspositionen für neu zu bildende Phase VI

Für die neu zu bildende Phase VI entspricht der Bedarf des Beklagten jener der 

Phase V.

1.2.4.3. Übrige Bedarfspositionen 

Die übrigen Bedarfspositionen des Beklagten erweisen sich als angemessen und 

wurden nicht beanstandet. Demnach präsentiert sich der Bedarf des Beklagten ge-

mäss den vorinstanzlichen Erwägungen (Urk. 117 S. 32 ff.) wie folgt (gerundet, in 

Schweizer Franken): 

- 58 -

Phase I

Phase II

Phase III

Phase IV

Phase V (=VI)

Grundbetrag
Wohnkosten
Krankenkasse (KVG)
Gesundheitskosten
ausw. Verpflegung
Mobilität
Steuern
Hausrat/Haftpflicht
Kommunikation (inkl. 
Serafe)
Krankenkasse (VVG)
Total

1'200.–
1'250.–
346.–
-
0.–
0.–
300.–
30.–

150.–

-
3'276.–

1'200.–
1'800.–
370.–
-
0.–
0.–
-
-

1'200.–
1'800.–
370.–
-
0.–
0.–
320.–
30.–

1'200.–
1'800.–
370.–
-
0.–
0.–
320.–
30.–

-

90.–

150.–

-
3'370.–

-
3'810.–

-
3'870.–

1'200.–
1'800.–
370.–
-
0.–
0.–
350.–
30.–

150.–

-
3'900.–

1.3. Unterhaltsberechnung 

1.3.1. Vorbemerkung

Die Vorinstanz hat die rechtlichen Grundlagen der Unterhaltsberechnung im Grund-

satz zutreffend dargelegt und festgehalten dass die sog. zweistufige Methode mit 

Überschussverteilung gilt. Darauf kann verwiesen werden (Urk. 117 S. 24 ff.). 

1.3.2. Phase I (tt.mm.2021 bis 31. Dezember 2022) 

Nach dem Gesagten sind für die Phase I im Berufungsverfahren keine Korrekturen 

vorzunehmen.  Für  die  Unterhaltsberechnung  kann  daher  vollumfänglich  auf  die 

vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen werden (Urk. 117 S. 41). 

1.3.3. Phase II (ab 1. Januar 2023 bis 31. August 2025)

1.3.3.1. In der Phase II beträgt das Einkommen der Klägerin 2 Fr. 0.– (vgl. E. III. B. 

1.1.1). Bei der Klägerin 1 ist von einem Einkommen von rund Fr. 205.– ([24 Monate 

x Fr. 200.– + 8 Monate x Fr. 215.–] / 32 Monate) auszugehen (vgl. E. III. B. 1.1.3). 

Beim  Beklagten  ist  ein  Einkommen  von  Fr. 5'550.–  zu  berücksichtigen  (E.  III.  B. 

1.1.2.6). 

1.3.3.2. Dem  Beklagten  verbleiben  nach  Deckung  seines  Bedarfs  Fr.  2'180.– 

(Fr. 5'550.– [Einkommen] - Fr. 3'370.–[Bedarf]). Nach Deckung des Barbedarfs der 

- 59 -

Klägerin 1 von Fr. 784.– (Fr. 989.– [Bedarf Klägerin 1] - Fr. 205.– [Kinderzulagen]), 

verbleiben ihm noch Fr. 1'396.– (Fr. 2'180 - Fr. 784). Damit kann er einen Teil des 

Betreuungsunterhalts  decken.  Der  geschuldete  Betreuungsunterhalt  von 

Fr. 2'596.– (= Lebenshaltungskosten Klägerin 2) bleibt im Umfang von Fr. 1'200.– 

ungedeckt (Fr. 2'596.– - Fr. 1'396.–). Während der Phase II hat der Beklagte für die 

Klägerin 1 damit einen Unterhaltsbeitrag von Fr. 2'180.– (davon Fr. 1'396.– Betreu-

ungsunterhalt) zu leisten. Es besteht ein Manko von Fr. 1'200.– (Betreuungsunter-

halt), welches festzuhalten ist (Art. 282 Abs. 1 lit. c ZPO).

1.3.4. Phase III (ab 1. September 2025 bis 31. August 2033)

1.3.4.1. Ab Beginn der Phase III ist der Klägerin 2 ein 50%-Pensum anzurechnen 

und damit Fr. 2'350.– (vgl. E. III. B. 1.1.1). Das Einkommen der Klägerin 1 beträgt 

gerundet Fr. 217.– ([93 Monate x Fr. 215.– + 3 Monate x Fr. 268.–] : 96 Monate). 

Das Einkommen des Beklagten beträgt Fr. 5'550.– (vgl. E. III. B. 1.1.2.6). 

1.3.4.2. In der Phase III resultiert weder ein Überschuss noch ein Manko. Die Leis-

tungsfähigkeit des Beklagten beläuft sich auf Fr. 1'740.– (Fr. 5'550.– [Einkommen] 

- Fr. 3'810.– [Bedarf]). Er hat damit den Barunterhalt der Klägerin 1 von Fr. 1'178.– 

(Fr. 1'395.– [Bedarf Klägerin 1]- Fr. 217.–[Kinderzulagen]) sowie den Betreuungs-

unterhalt  von  Fr.  562.–  (Fr. 2'912.–  [Lebenshaltungskosten  der  Klägerin  2]  - 

Fr. 2'350.–  [Einkommen  der  Klägerin  2])  zu  decken.  Damit  ergibt  sich  ein  Unter-

haltsbeitrag von Fr. 1'740.– (Fr. 1'178.– + Fr. 562.–).

1.3.5. Phase IV (ab 1. September 2033 bis 30. Juni 2037)

1.3.5.1. In der Phase IV ist der Klägerin 2 ein 80%-Pensum anzurechnen, entspre-

chend  Fr.  3'760.–  (vgl.  E.  III.  B.  1.1.1).  Das  Einkommen  der  Klägerin  2  ist  mit 

Fr. 268.– (vgl. E. III. B. 1.1.3 ) zu berücksichtigen. Das Einkommen des Beklagten 

bleibt bei Fr. 5'550.– (vgl. E. III. B. 1.1.2.6). 

1.3.5.2. Dem  Beklagten  verbleiben  nach  Deckung  seines  Bedarfs  Fr.  1'680.– 

(Fr.  5'550.–  [Einkommen]  -  Fr.  3'870.–  [Bedarf]).  Nach  Deckung  des  Barbedarfs 

der Klägerin 1 von Fr. 1'096.– (Fr. 1'364 [Bedarf Klägerin 1] - Fr . 268.– [Kinderzu-

lagen], verbleibt ein Überschuss von Fr. 584.– (Fr. 1'680.– - Fr. 1'096.–). Dieser ist 

- 60 -

zu  zwei  Dritteln  (Fr. 389.–)  dem  Beklagten  und  zu  einem  Drittel  (Fr. 195.–  )  der 

Klägerin  1  zuzuweisen.  Ein  Betreuungsunterhalt  ist  ab  dieser  Phase  nicht  mehr 

geschuldet,  da  die  Klägerin  2  ihren  Bedarf  (Fr.  3'133.–)  mit  ihrem  Einkommen 

(Fr. 3'760.–)  decken  kann.  Der  Unterhaltsbeitrag  für  die  Klägerin  1  beträgt  somit 

Fr. 1'291.– (Fr. 1'096.– + Fr. 195.–). 

1.3.6. Phase V (ab 1. Juli 2037 bis 30. Juni 2039)

1.3.6.1. In der Phase V ist der Klägerin 2 ein 100%-Pensum anzurechnen und damit 

Fr. 4'700.– (vgl. E. III. B. 1.1.1). Das Einkommen der Klägerin 1 ist mit Fr. 268.– 

(vgl.  E.  III.  B.  1.1.3)  zu  berücksichtigen.  Das  Einkommen  des  Beklagten  beträgt 

unverändert Fr. 5'550.– (vgl. E.  E. III. B. 1.1.2.6). 

1.3.6.2. Dem  Beklagten  verbleiben  nach  Deckung  seines  Bedarfs  Fr.  1'650.–

(Fr. 5'550.–  -  Fr.  3'900.–).  Nach  Deckung  des  Barbedarfs  der  Klägerin  1  von 

Fr. 1'331.– (Fr. 1'599.– [Bedarf Klägerin 1] - Fr. 268.– [Ausbildungszulagen], ver-

bleibt ein Überschuss von Fr. 319.–, der zu zwei Dritteln (Fr. 213.–) beim Beklagten 

und zu einem Drittel (Fr. 106.–) bei der Klägerin 1 verbleibt. Der Unterhaltsbeitrag 

beträgt somit Fr. 1'437.– (Fr. 1'331.– + Fr. 106.–). 

1.3.7. Phase VI (ab 1. Juli 2039 bis zum Abschluss einer angemessenen Erstaus-

bildung, auch über die Volljährigkeit hinaus)

1.3.7.1. Ab Volljährigkeit der Klägerin 1 entfallen – wie der Beklagte zutreffend vor-

bringt (Urk. 116 S. 41) – die Betreuungspflichten und der Unterhalt ist zwischen den 

Eltern im Verhältnis ihrer Leistungsfähigkeit aufzuteilen (BGE 147 III 265 E. 8.5). 

Eine Überschussverteilung an das volljährige, sich noch in Ausbildung befindende 

Kind ist nicht vorzunehmen (BGE 147 III 265 E. 7.2) 

1.3.7.2. Der Beklagte verfügt über einen Überschuss von Fr. 1'650.– (wie in Phase 

V) und die Klägerin 2 über einen solchen von Fr.  1'517.– (Fr. 4'700.– [Einkommen] 

- Fr. 3'183.– [Bedarf]). Dies entspricht einer Leistungsfähigkeit des Beklagten von 

52% und einer solchen der Klägerin 2 von 48%. Der Unterhaltsanspruch der Klä-

gerin 1 beträgt rund Fr. 1'930.– (Fr. 2'200.– [Bedarf] - Ausbildungszulagen). Dieser 

- 61 -

ist vom Beklagten zu 52% (Fr. 1'000.–) und von der Klägerin 2 zu 48% (Fr. 930.–) 

zu tragen. Eine Überschussverteilung zugunsten der Klägerin 1 entfällt. 

1.4. Ergebnis Unterhaltsbeiträge

Zusammenfassend ist der Beklagte zu verpflichten, folgende monatliche Kinderun-

terhaltsbeiträge  für  die  Klägerin  1,  zuzüglich  gesetzlicher  und/oder  vertraglicher 

Kinder-, Familien- und Ausbildungszulagen zu bezahlen, solange die Klägerinnen 

in de Schweiz leben: 













Fr.

1'882.– ab tt.mm.2021 bis 31. Dezember 2022 (Barunterhalt)

Fr. 

2'180.– ab 1. Januar 2023 bis 31. August 2025

(davon Fr. 784.– Barunterhalt und Fr. 1'396.– Betreuungsun-
terhalt, wobei zur Deckung des gebührenden Unterhaltes mo-
natlich Fr. 1'200.– fehlen)

Fr.

1'740.– ab 1. September 2025 bis 31. August 2033

(davon Fr. 1'178– Barunterhalt und Fr. 562.– Betreuungsun-
terhalt)

Fr. 

1'291.– ab 1. September 2033 bis 30. Juni 2037 (Barunterhalt) 

Fr. 

1'437.– ab 1. Juli 2037 bis 30. Juni 2039 (Barunterhalt) 

Fr.

1'000.– ab. 1. Juli 2039 bis zum Abschluss einer angemessenen 

Ausbildung der Klägerin 1, auch über die Volljährigkeit hin-
aus (Barunterhalt)

2.

Unterhaltsbeiträge ab Wegzug der Klägerin 2 mit der Klägerin 1 nach 
Deutschland 

2.1.

Internationale Zuständigkeit und anwendbares Recht

2.1.1. Mit dem Wegzug der Klägerin 2 mit der Klägerin 1 nach Deutschland liegt ein 

internationaler  Sachverhalt  vor.  Die  internationale  Zuständigkeit  der  schweizeri-

schen Gerichte für den Kindesunterhalt ergibt sich aus Art. 5 Ziff. 2 des Überein-

kommens  über  die  gerichtliche  Zuständigkeit  und  die  Anerkennung  und  Vollstre-

ckung von Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen (Lugano-Übereinkommen) 

in Verbindung mit Art. 79 IPRG, zumal sich die Klägerinnen 1 und 2 zurzeit nach 

wie vor in der Schweiz aufhalten. 

- 62 -

2.1.2. Das  auf  den  Kindesunterhalt  anwendbare  Recht  bestimmt  sich  gemäss 

Art. 83 Abs. 1 IPRG nach dem Haager Übereinkommen vom 2. Oktober 1973 über 

das auf Unterhaltsplichten anzuwendende Recht (HUÜ). Nach Art. 4 HUÜ ist für 

die in Art. 1 HUÜ genannten Unterhaltspflichten ("Unterhaltspflicht gegenüber ei-

nem nichtehelichen Kind") das am gewöhnlichen Aufenthalt des Unterhaltsberech-

tigten geltende innerstaatliche Recht massgebend. Verlegt der Unterhaltsberech-

tigte seinen gewöhnlichen Aufenthalt, so ist ab diesem Zeitpunkt des Aufenthalts-

wechsels an das innerstaatliche Recht am neuen gewöhnlichen Aufenthalt anzu-

wenden. Weil die Klägerinnen 1 und 2 erst nach dem vorliegenden Entscheid, der 

ihnen die Aufenthaltsverlegung nach Deutschland erlaubt, ihren Aufenthalt verle-

gen  werden,  bleibt  es  somit,  entgegen  der  Auffassung  des  Beklagten  (Urk.  116 

Rz. 131) bei der Anwendung schweizerischen Rechts auch hinsichtlich der Unter-

haltsbeiträge für die Zeit nach dem Umzug nach Deutschland. 

2.2. Einkommen der Parteien 

2.2.1. Einkommen Klägerin 2

Die Vorinstanz ging für den Fall eines Umzugs nach Deutschland von einem mo-

natlichen Einkommen der Klägerin 2 von EUR (bzw. Fr.) 2'300.– bei einem 100%-

Pensum bzw. EUR (bzw. Fr.) 1'150.– bei einem 50%-Pensum aus (Urk. 117 S. 42 

f.). Dies blieb unbeanstandet. 

2.2.2. Einkommen Beklagter

2.2.3. Der Beklagte macht geltend, ihm sei bei einem Wegzug der Klägerinnen nach 

Deutschland ein 80%-Pensum zuzugestehen. Dies ermögliche es ihm, gemäss der 

von ihm beantragten Besuchsregelung (vor Einschulung der Klägerin 1) alle vier 

Wochen am Donnerstagabend mit dem Nachtzug nach Deutschland zu reisen, um 

die  Klägerin  1  abzuholen  und  mit  ihr  eine  Woche  in  der  Schweiz  zu  verbringen. 

Damit sei von einem hypothetischen Einkommen von Fr. 4'240.– (bzw. EUR 4'517) 

auszugehen (Urk. 116 Rz. 134). 

2.2.4. Eine solche Besuchsregelung wird vorliegend nicht angeordnet. Der persön-

liche Verkehr findet vielmehr jeweils an den Wochenenden statt (vgl. E. III. A. 4.2), 

- 63 -

was auch bei einem Vollzeitpensum ohne Weiteres durchführbar ist. Die vom Be-

klagten geltend gemachte Notwendigkeit einer Pensumsreduktion entfällt damit. Es 

besteht weder eine tatsächliche, noch eine rechtliche Grundlage, ihm ein reduzier-

tes Einkommen anzurechnen. Es bleibt daher bei einem 100%-Pensum und einem 

Einkommen von Fr. 5'550.– (E. III. B. 1.1.2.6).

2.2.5. Einkommen Klägerin 1

Wie die Vorinstanz zutreffend festhielt, beträgt das Kindergeld in Deutschland mo-

natlich EUR (bzw. Fr.) 250.– (vgl. Urk. 117 S. 44). 

2.3. Bedarf der Parteien

2.3.1. Phasenbildung 

2.3.1.1. Die Vorinstanz ging für die Zeit ab dem Wegzug nach Deutschland von 

folgenden Phasen aus (vgl. Urk. 117 S. 44 ff.): 

 Phase I: ab dem Monat, welcher auf die Verlegung des Wohnsitzes der Klä-

gerinnen nach Deutschland folgt, bis 31. August 2033, 

 Phase II: ab 1. September 2033 bis 30. Juni 2037 

 Phase III: ab 1. Juli 2037 bis zum Abschluss einer angemessenen Ausbil-

dung der Klägerin 1, auch über die Volljährigkeit hinaus 

2.3.1.2. Die Bestimmung des Unterhalts der Klägerin 1 ab deren Eintritt in die Voll-

jährigkeit, ist für den Fall des Wegzugs nach Deutschland mit noch erheblicheren 

Unsicherheiten  behaftet,  weshalb  sich  in  Übereinstimmung  mit  der  Vorinstanz 

rechtfertigt,  die  Phase  III  auch  über  die  Volljährigkeit  bis  zum  Abschluss  einer 

Erstausbildung andauern zu lassen.

2.3.2. Düsseldorfer Tabelle 

Der Beklagte beruft sich für die Unterhaltsberechnung auf die Düsseldorfer Tabelle, 

die im deutschen Recht als Richtlinie zur Bemessung des angemessen Kinderun-

terhalts  dient  (https://www.olg-duesseldorf.nrw.de/infos/Duesseldorfer_Tabelle/, 

besucht am 15. August 2025). Da jedoch – wie dargelegt – schweizerisches Recht 

- 64 -

zur Anwendung gelangt, ist die Düsseldorfer Tabelle vorliegend nicht massgebend. 

Die von der Vorinstanz im Hinblick auf den geplanten Wegzug nach Deutschland 

vorgenommene Anpassung einzelner Bedarfspositionen an das deutsche Preisni-

veau  wurde  vom  Beklagten  –  mit  Ausnahme  der  sogleich  zu  behandelnden  Be-

suchsrechtskosten – im Berufungsverfahren nicht beanstandet und erweist sich als 

angemessen (vgl. Urk. 116 Rz. 137 ff.). 

2.3.3. Besuchsrechtskosten im Bedarf des Beklagten

2.3.3.1. Die  Vorinstanz  hat  die  Voraussetzungen  für  die  Anrechnungen  von  Be-

suchsrechtskosten im Bedarf zutreffend dargelegt. Sie erwog, angesichts der un-

terschiedlichen Überschüsse der Parteien erscheine es im vorliegenden Fall ange-

messen,  dass  der  Beklagte  die  anfallenden  Besuchsrechtskosten  selber  trage 

(Urk. 117 S. 46 f.).

2.3.3.2. Der Beklagte macht geltend, ihm seien die Besuchsrechtskosten im Bedarf 

anzurechnen. Bei einem Umzug nach I._____ [Stadt in Deutschland] sei die Distanz 

erheblich. Es würden regelmässige Flugkosten von ca. Fr. 300.– pro Flug sowie 

Hotelübernachtungen von Fr. 100.– pro Nacht (d.h. Fr. Fr. 200.– pro Besuchswo-

chenende) anfallen. Da er gemäss vorinstanzlichem Entscheid die Kosten selbst 

dann zu tragen habe, wenn die Klägerin 2 mit der Klägerin 1 reise, sei von monat-

lichen Besuchsrechtskosten von rund Fr. 1'000.– auszugehen (Fr. 500.– alle drei 

Wochen = 9'500.– pro Jahr; Fr. 791.– pro Monat; Urk. 116 Rz. 139 ff.).

2.3.3.3. Mit diesen Ausführungen setzt sich der Beklagte weder mit den vorinstanz-

lichen Erwägungen auseinander, noch belegt er die pauschal geltend gemachten 

Kosten von Fr. 1'000.– in irgendeiner Weise. Unter diesen Umständen sind keine 

Besuchsrechtskosten in seinem Bedarf zu berücksichtigen. 

2.3.4. Übrige Bedarfspositionen 

2.3.4.1. Der Bedarf der Parteien ist entsprechend den vorinstanzlichen Erwägun-

gen zu übernehmen (vgl. Urk. 117 S. 44 ff.).

- 65 -

2.3.4.2. Der Bedarf der Klägerin 1 präsentiert sich wie folgt (gerundet, in Schweizer 

Franken): 

Grundbetrag
Wohnkosten
Krankenkasse (KVG)
Gesundheitskosten
Fremdbetreuungskosten
Mobilität
Steuern
Kommunikation (inkl. Se-
rafe)
Krankenkasse (VVG)
Total

Phase I

Phase II

Phase III 

256.–
329.–
0.–
0.–
192.–
0.–
0.–

0.–

0.–
777.–

385.–
329.–
0.–
0.–
0.–
0.–
0.–

13.–

-
727.–

385.–
329.–
0.–
0.–
0.–
64.–
0.–

13.–

-
791.–

2.3.4.3. Der Bedarf der Klägerin 2 präsentiert sich wie folgt (gerundet, in Schweizer 

Franken): 

Grundbetrag
Wohnkosten
Krankenkasse (KVG)
Gesundheitskosten
ausw. Verpflegung
Mobilität
Steuern
Hausrat/Haftpflicht
Kommunikation (inkl. Se-
rafe)
Krankenkasse (VVG)
Total

Phase I

Phase II

Phase III 

865.–
660.–
0.–
0.–
0.–
96.–
0.–
17.–

96.–

865.–
660.–
0.–
0.–
0.–
96.–
0.–
17.–

96.–

865.–
660.–
0.–
0.–
0.–
96.–
0.–
17.–

96.–

0.–
1'734.–

0.–
1'734.–

0.–
1'734.–

- 66 -

2.3.4.4. Der Bedarf des Beklagten präsentiert sich wie folgt (gerundet, in Schweizer 

Franken): 

Grundbetrag
Wohnkosten
Krankenkasse (KVG)
Gesundheitskosten
ausw. Verpflegung
Mobilität
Steuern
Hausrat/Haftpflicht
Kommunikation (inkl. Se-
rafe)
Krankenkasse (VVG)
Besuchsrechtskosten
Total

Phase I

Phase II

Phase III 

1'200.–
1'800.–
370.–
-
0.–
0.–
320.–
30.–

1'200.–
1'800.–
370.–
-
0.–
0.–
320.–
30.–

150.–

150.–

-
0.–
3'870.–

-
0.–
3'870.–

1'200.–
1'800.–
370.–
-
0.–
0.–
350.–
30.–

150.–

-
0.–
3'900.–

2.4. Unterhaltsberechnung 

2.4.1. In  Phase  I  beträgt  die  Leistungsfähigkeit  des  Beklagten  Fr.  1'680.– 

(Fr. 5'550.– [Einkommen - Fr. 3'870.– [Bedarf]). Nach Deckung des Barbedarfs der 

Klägerin 1 von Fr. 527.– (Fr. 777.– [Bedarf Klägerin 1] - Fr. 250.–[Kindergeld]) sowie 

des  Betreuungsunterhalts  von  Fr.  584.–  (Fr.  1'150.–    [Einkommen  Klägerin  2]  - 

Fr. 1'734.– [Lebenshaltungskosten Klägerin 2] verbleibt dem Beklagten ein Über-

schuss von Fr. 569.–. Dieser ist ihm zu zwei Dritteln (Fr. 379.–) zu belassen und zu 

einem Drittel (Fr. 190.–) der Klägerin 1 zuzuweisen. Damit resultiert ein Unterhalts-

beitrag zugunsten der Klägerin 1 von insgesamt Fr. 1'301.– (davon Fr. 584.– Be-

treuungsunterhalt).

2.4.2. In  Phase  II  beträgt  die  Leistungsfähigkeit  des  Beklagten  unverändert 

Fr. 1'680.–  (Fr.  5'550.–  [Einkommen]  -  Fr.  3'870.–  [Bedarf].).  Nach  Deckung  des 

Barbedarfs der Klägerin 1 von Fr. 477.– (Fr. 727.– [Bedarf Klägerin 1] - Fr. 250.–

[Kindergeld]) verbleibt ihm ein Überschuss von Fr. 1'203.–. Dieser ist ihm zu zwei 

Dritteln (Fr. 802.–) zu belassen und zu einem Drittel (Fr. 401.–) der Klägerin 1 zu-

zuteilen. Ein Betreuungsunterhalt ist nicht mehr geschuldet, da die Klägerin 2 ihren 

Bedarf von Fr. 1'734.– mir ihrem Einkommen (Fr. 1'840.– bei 80%-Pensum) decken 

- 67 -

kann.  Damit  beträgt  der  Unterhaltsbeitrag  zugunsten  der  Klägerin  1  Fr.  878.– 

(Fr. 477 + Fr. 401.–). 

2.4.3. In Phase III ergibt sich eine Leistungsfähigkeit des Beklagten von Fr. 1'650.– 

(Fr. 5'550.– [Einkommen] - Fr. 3'900.– [Bedarf]). Nach Deckung des Barbedarfs der 

Klägerin  1  von  Fr.  541.–  (Fr.  791.–  [Bedarf  Klägerin  1]  -  Fr.  250.–  [Kindergeld]) 

verbleibt  ihm  ein  Überschuss  von  Fr.  1'109.–.  Dieser  ist  ihm  zu  zwei  Dritteln 

(Fr. 739.–) zu belassen und zu einem Drittel (Fr. 370.–) der Klägerin 1. Der Unter-

haltsbeitrag zugunsten der Klägerin 1 beträgt Fr. 911.– (Fr. 541.– + Fr. 370.–). Die-

ser Unterhaltsbeitrag ist auch nach der Volljährigkeit fortzuführen, auch wenn die 

Aufteilung nach der Leistungsfähigkeit der Eltern erfolgt und keine Überschussver-

teilung vorzunehmen ist, zumal in dieser Zeit mit einem höheren Bedarf zu rechnen, 

ist, der derzeit aber noch nicht quantifiziert werden kann. 

2.5. Ergebnis Unterhaltsbeiträge

Zusammenfassend ist der Beklagte zu verpflichten, folgende monatlichen Kinder-

unterhaltsbeiträge für die Klägerin 1, zuzüglich gesetzlicher und/oder vertraglicher 

Kinder-, Familien- und Ausbildungszulagen zu bezahlen, beginnend ab dem Monat, 

welcher auf die Verlegung des Wohnsitzes der Klägerinnen nach Deutschland folgt:







Fr.

1'301.– bis 31. August 203 (davon Fr. 717.– Barunterhalt und 

Fr. 584.– Betreuungsunterhalt)

Fr. 

878.–

ab 1. September 2033 bis 30. Juni 2037 (Barunterhalt) 

Fr. 

911.–

ab 1. Juli 2037 bis zum Abschluss einer angemessenen 
Ausbildung der Klägerin 1, auch über die Volljährigkeit hin-
aus (Barunterhalt)

3.

Ausserordentliche Kinderkosten

3.1. Die Vorinstanz erkannte, dass die Klägerin 2 und der Beklagte ausserordent-

liche Kinderkosten (z.B. Zahnarztkosten, ungedeckte Gesundheitskosten, Kosten 

für schulische Förderungsmassnahmen etc.) nach vorgängiger Absprache hälftig 

zu übernehmen hätten, sofern diese den Betrag von Fr. 200.– pro Ereignis über-

stiegen (Urk. 119 S. 50, Dispositiv-Ziffer 9).

- 68 -

3.2. Der Beklagte stellt sich auf den Standpunkt, es sei im Verfahren zur Fest-

setzung der Kinderunterhaltsbeiträge nicht zielführend, die Beteiligung beider El-

ternteile an den ausserordentlichen Kosten des Kindes generell festzulegen, zumal 

eine solche Regelung im konkreten Fall nicht vollstreckbar sei (unter Verweis auf 

das Urteil des Kantonsgerichts St. Gallen FO.2016.20/21 vom 18. Dezember 2018). 

Dispositiv-Ziffer  9  des  angefochtenen  Urteils  sei  daher  aufzuheben  (Urk.  116 

Rz. 166). 

3.3. Die Klägerin 2 hält dem entgegen, Dispositiv-Ziffer 9 stehe nicht im Wider-

spruch zu Art. 286 Abs. 3 ZGB, halte die Vorinstanz doch fest, dass die gerichtliche 

Geltendmachung der Kostenbeteiligung vorbehalten bleibe (Urk. 122 Rz. 158 f.). 

3.4. Über die Tragung allfälliger ausserordentlicher Kinderkosten haben sich die 

Parteien gestützt auf Art. 286 Abs. 3 ZGB zunächst zu verständigen und erst im 

Streitfall das Gericht anzurufen. Die vorinstanzliche Regelung betreffend ausseror-

dentliche Kinderkosten ist aufzuheben, da sie eine generelle Regelung im Hinblick 

auf  künftig  entstehende,  ausserordentliche  Kinderkosten  enthält,  wofür  keine 

Grundlage besteht. Daran ändert auch nichts, dass in Unterhaltsverträgen durch-

aus Klauseln üblich sind, in denen sich der eine Elternteil nach vorgängiger Abspra-

che zur Beteiligung an solchen Kosten verpflichtet (OGer ZH LZ220027 vom 7. Fe-

bruar 2024 E. III. 5.3; OGer ZH LE230003 vom 14. Juli 2023 E. III. 2.2.).

4.

Indexierung 

4.1. Der  Beklagte  macht  geltend,  bei  Zustimmung  des  Umzugs  der  Klägerin  1 

nach Deutschland gelte deutsches Recht. Damit sei die Festlegung der schweize-

rischen Indexklausel unzulässig und Dispositiv-Ziffer 10 des angefochtenen Urteils 

insofern  anzupassen,  dass  diese  nur  für  die  Zeit  in  der  Schweiz  gelte  (Urk.  116 

Rz. 167). 

4.2. Nachdem – wie dargelegt (vgl. E. III. B. 2.1) – schweizerisches Recht zur 

Anwendung gelangt, bleibt auch die Indexklausel bestehen. Sie ist indessen zu ak-

tualisieren. Der Landesindex der Konsumentenpreise des Bundesamts für Statistik 

lag  im  Juli  2025  bei  107.8  Punkten  (Basis  Dezember 2020  =  100 Punkte; 

- 69 -

https://www.bfs.admin.ch/bfs/  de/home/statistiken/preise/landesindex-konsumen-

tenpreise.gnpdetail.2024-0295.html, besucht am 15. August 2025).

5.

Grundlagen 

Dispositiv-Ziffer 11, worin die Vorinstanz die finanziellen Grundlagen für die Unter-

haltsbeiträge (Einkommen und Vermögen) festhielt (Urk. 117 S. 58 f.), wurde eben-

falls angefochten und wäre entsprechend anzupassen. Der Deklarationspflicht ge-

mäss Art. 301a ZPO ist jedoch Genüge getan, wenn Einkommen und Vermögen 

jedes Elternteils und des Kindes aus den Erwägungen hervorgehen. Einer erneuten 

Aufnahme  im  Dispositiv  bedarf  es  nicht.  Entsprechend  erübrigt  sich  eine  Anpas-

sung von Dispositiv-Ziffer 11, welche ersatzlos aufgehoben werden kann. 

IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1.

Kosten- und Entschädigungsfolgen des erstinstanzlichen Verfahrens 

1.1.

Trifft die Berufungsinstanz einen neuen Entscheid, so entscheidet sie auch 

über die Prozesskosten des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 318 Abs. 3 ZPO). 

1.2 Die Vorinstanz setzte die Entscheidgebühr auf Fr. 6'000.– fest, auferlegte die 

Kosten der Klägerin 2 und dem Beklagten je zur Hälfte und schlug die Parteient-

schädigungen wett (Urk. 117 S. 50 f.). Dies blieb unangefochten (vgl. Urk. 116 S. 2 

ff.) und ist nicht zu beanstanden. Die Dispositiv-Ziffern 13 bis 15 des angefochtenen 

Urteils sind daher zu bestätigen (Art. 318 Abs. 1 lit. a ZPO). 

2.

Kosten- und Entschädigungsfolgen des zweitinstanzlichen Verfahrens

2.1. Die  Entscheidgebühr  für  das  Berufungsverfahren  ist  in  Anwendung  von 

§ 5 Abs. 1, § 6 Abs. 2 lit. b sowie § 12 Abs. 1 und Abs. 2 GebV OG auf Fr. 6'000.– 

festzusetzen. 

2.2. Hinzu kommen die Kosten der Kindsvertreterin (Art. 95 Abs. 2 lit. e ZPO). 

Die  Kindsvertreterin  macht  Aufwendungen  in  der  Höhe  von  Fr.  2'227.30  geltend 

(Urk. 135). Die geltend gemachte Kleinspesenpauschale kann in analoger Anwen-

dung von § 23 Abs. 2 AnwGebV nicht vergütet werden, weshalb lediglich die kon-

- 70 -

kret ausgewiesenen Spesen von Fr. 65.80 (Fr. 56.– [Fahrspesen] + Fr. 5.80 [Porto] 

+ Fr. 4.– [Kosten Telefonanlage]; vgl. Urk. 135 S. 2) berücksichtigt werden können. 

Damit  resultiert  ein  zu  entschädigender  Aufwand  von  Fr.  2'174.75  (inkl.  8.1% 

MwSt.). 

2.3. Berufungsgegenstand bilden vorliegend nicht vermögensrechtliche Kinder-

belange sowie Kinderunterhaltsbeiträge. Betreffend die strittigen nicht vermögens-

rechtlichen  Kinderbelange  (Obhut,  Verlegung  des  Aufenthaltsortes,  persönlicher 

Verkehr) ist praxisgemäss von einem je hälftigen Obsiegen der Parteien auszuge-

hen (Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO). In Bezug auf den Unterhaltsstreit sind die Verfah-

renskosten indes nach dem entsprechenden Verfahrensausgang zu verteilen (Art. 

106 ZPO). Die Vorinstanz sprach der Klägerin 1 (gerechnet mit einer mutmassli-

chen Unterhaltspflicht bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres) Unterhaltsbeiträge 

von gesamthaft Fr. 414'936.– ([19 Monate x Fr. 1’882.–] + [32 Monate x Fr. 2’157.–] 

+ [96 Monate x Fr. 1’709.–] + [46 Monate x Fr. 1’295.–] + [60 Monate x Fr. 1’442.–

]) zu. Der Beklagte beantragt eine Reduktion auf insgesamt Fr. 294'169.– (19 Mo-

nate x Fr. 1’305.–] + [128 Monate x Fr. 1’413.–] + [46 Monate x Fr. 1’285.–] + [60 

Monate x Fr. 490.–]). Mit vorliegendem Urteil zugesprochen werden Unterhaltsbei-

träge von insgesamt Fr. 402'432.– ([19 Monate x Fr. 1’882.–] + [32 Monate x Fr. 

2’180.–] + [96 Monate x Fr. 1’740.–] + [46 Monate x Fr. 1’291.–] + [24 Monate x Fr. 

1’437.–] + [36 Monate x Fr. 1'000.–]. Damit unterliegt der Beklagte im Unterhalts-

streit  zu  rund  90%.  Da  die  beiden  Themenbereiche  in  etwa  gleich  zu  gewichten 

sind,  unterliegt  der  Beklagte  im  Berufungsverfahren  zu  rund  75%.  Entsprechend 

sind die Kosten des Berufungsverfahrens dem Beklagten zu 75% und – zumal nach 

Praxis  der  entscheidenden  Kammer  im  Verfahren  der  vorliegenden  Art  Kindern 

keine  Prozesskosten  auferlegt  werden  (OGer  ZH  LZ230042  vom  20.  November 

2019 E. D.2) – der Klägerin 2 zu 25% aufzuerlegen.

2.4. Der Beklagte und die Klägerin 2 ersuchen um Gewährung der unentgeltli-

chen Rechtspflege (Urk. 116 S. 8 und Urk. 122 S. 3). 

2.4.1. Nach  Art.  117  ZPO  hat  eine  Person  Anspruch  auf  unentgeltliche  Rechts-

pflege, wenn sie nicht über die erforderlichen Mittel verfügt (lit. a) und ihr Rechts-

begehren nicht aussichtslos erscheint (lit. b). Wenn dies zur Wahrung ihrer Rechte 

- 71 -

notwendig ist, besteht darüber hinaus ein Anspruch auf unentgeltliche Rechtsver-

beiständung (Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO). Als bedürftig gilt, wer für die Kosten des 

Prozesses  nicht  aufkommen  kann,  ohne  die  Mittel  anzugreifen,  derer  er  zur  De-

ckung des notwendigen Lebensunterhalts für sich und seine Familie bedarf. Für die 

Beurteilung der prozessualen Bedürftigkeit ist die gesamte wirtschaftliche Situation 

der  gesuchstellenden  Partei  zum  Zeitpunkt  der  Gesuchstellung  zu  würdigen 

(vgl. BGE 138 III 217 E. 2.2.3; BGE 135 I 221 E. 5.1). Die unentgeltliche Rechts-

pflege befreit nicht von der Bezahlung einer Parteientschädigung an die Gegenpar-

tei (Art. 118 Abs. 3 ZPO). Obsiegt die unentgeltlich prozessführende Partei und ist 

die Parteientschädigung bei der Gegenpartei nicht oder voraussichtlich nicht ein-

bringlich, so wird die unentgeltliche Rechtsverbeiständung vom Kanton angemes-

sen entschädigt. Mit der Zahlung geht der Anspruch auf den Kanton über (Art. 122 

Abs. 2 ZPO). 

2.4.2. Der  Beklagte  erzielt  ein  Einkommen  monatliches  Nettoeinkommen  von 

Fr. 5'550.–  (vgl.  E.  III.  B.  1.1.2.6).  Nach  Deckung  seines  Bedarfs  von  rund 

Fr. 3'370.– (vgl. oben Phase II) und der Leistung der Unterhaltsbeiträge an die Klä-

gerin 1 verbleiben ihm nicht mehr genügend Mittel zur Tragung der Prozesskosten 

des  Berufungsverfahrens.  Weiter  ist  ausgewiesen,  dass  er  über  kein  namhaftes 

Vermögen verfügt (vgl. Urk. 119/3), weshalb er insgesamt als mittellos zu qualifi-

zieren ist. Da das Verfahren nicht aussichtslos ist und der Beklagte zur Bewältigung 

des  Prozesses  auf  anwaltliche  Unterstützung  gemäss  Art.  118  Abs.  1  lit.  c  ZPO 

angewiesen ist, ist ihm im Sinne von Art. 117 ZPO die unentgeltliche Rechtspflege 

zu gewähren und es ist ihm in der Person von Rechtsanwältin lic. iur. X._____ eine 

unentgeltliche  Rechtsbeiständin  zu  bestellen.  Der  Beklagte  ist  auf  die  Nachzah-

lungspflicht nach Art. 123 ZPO hinzuweisen. 

2.4.3. Die  finanziellen  Mittel  der  Klägerin  2  sind  ausgewiesen.  Sie  hat  ebenfalls 

ohne Weiteres als mittellos zu gelten (vgl. Urk. 91/37; Urk. 124/6). Das Verfahren 

erweist sich auch aus Sicht der Klägerin 2 als nicht aussichtslos und sie war zur 

Bewältigung des Prozesses auf anwaltliche Unterstützung gemäss Art. 118 Abs. 1 

lit. c ZPO angewiesen. Das Gesuch der Klägerin 2 um Gewährung der unentgeltli-

chen Rechtspflege ist daher zu bewilligen und ihr ist Rechtsanwalt lic. iur. Y2._____ 

- 72 -

als unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen. Die Klägerin 2 ist auf die Nachzah-

lungspflichtig nach Art. 123 ZPO hinzuweisen. 

2.5.

In Anwendung von § 2 Abs. 1, § 5, § 9, § 11 Abs. 2 sowie § 13 Abs. 1 und 2 

AnwGebV ist die volle Parteientschädigung auf Fr. 8'000.– festzulegen. Angesichts 

des Obsiegens der Klägerin 2 zu rund 75% wäre der Beklagte zu verpflichten, dem 

unentgeltlichen Rechtsbeistand der Klägerin 2 für das Berufungsverfahren eine re-

duzierte  Parteientschädigung  in  Höhe  von  Fr.  4'000.–  zuzüglich  8.1%  Mehrwert-

steuer zu bezahlen, total somit Fr. 4'324.–. Der unentgeltlich prozessierende Be-

klagte  ist  indes  nicht  in  der  Lage,  diese  Entschädigung  zu  begleichen,  weshalb 

Rechtsanwalt lic. iur. Y2._____ aus der Staatskasse zu entschädigen ist (Art. 122 

Abs. 2 ZPO). Mit der Zahlung geht die Forderung auf den Kanton Zürich über. Die 

Rückforderung des ausbezahlten Betrages beim Beklagten bleibt vorbehalten (Art. 

123 Abs. 1 ZPO). 

Es wird beschlossen:

1.

Es wird vorgemerkt, dass Dispositiv-Ziffer 5 des Urteils des Einzelgerichts im 

vereinfachten Verfahren am Bezirksgericht Hinwil vom 26. August 2024 in 

Rechtskraft erwachsen ist.

2.

Dem  Beklagten  wird  für  das  zweitinstanzliche  Verfahren  die  unentgeltliche 

Rechtspflege  bewilligt  und  es  wird  ihm  in  der  Person  von  Rechtsanwältin 

lic. iur. X._____ eine unentgeltliche Rechtsbeiständin bestellt. 

Der  Beklagte  wird  auf  die  Nachzahlungspflicht  im  Sinne  von  Art.  123  ZPO 

hingewiesen. 

3.

Der  Klägerin  2  wird  für  das  zweitinstanzliche  Verfahren  die  unentgeltliche 

Rechtspflege bewilligt und es wird ihr in der Person von Rechtsanwalt lic. iur. 

Y2._____ ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt. 

Die Klägerin 2 wird auf die Nachzahlungspflicht im Sinne von Art. 123 ZPO 

hingewiesen. 

- 73 -

4.

Schriftliche Mitteilung und Rechtsmittelbelehrung mit nachfolgendem Er-

kenntnis. 

Es wird erkannt:

1.

In teilweiser Gutheissung der Berufung werden die Dispositiv-Ziffern 4, 7, 8, 

9, 10 und 11 des Urteils des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am 

Bezirksgericht Hinwil vom 26. August 2024 aufgehoben und durch folgende 

Fassung ersetzt: 

"4. Ab dem Zeitpunkt in welchem die Klägerin 2 mit der Klägerin 1 ihren 

Wohnsitz nach Deutschland verlegt hat, ist der Beklagte berechtigt und 

verpflichtet, die Klägerin 1 wie folgt auf eigene Kosten zu sich oder mit 

sich auf Besuch zu nehmen:

a) Wochenendbetreuung 



an  jedem  dritten  Wochenende  von  Freitagabend  bis  Sonntag-

abend,  beginnend  am  dritten  Wochenende  nach  dem  erfolgten 

Wegzug nach Deutschland, wobei der Beklagte der Klägerin 2 spä-

testens 48 Stunden zum Voraus die genauen Übergabezeiten be-

kanntzugeben hat,



dabei ist der Beklagte berechtigt, die Klägerin 2 für jedes dritte sol-

che  Besuchsrecht  spätestens  vier  Wochen  im  Voraus  aufzufor-

dern, die Reisen mit der Klägerin 1 selbst durchzuführen und ihm 

die Klägerin 1 spätestens samstags um 11.00 Uhr in der Schweiz 

zu  übergeben;  die  Flugtickets  für  Mutter  und  Kind  sind  diesfalls 

vom Beklagten zu entschädigen oder von ihm in Absprache direkt 

zu buchen; der Rückflug erfolgt frühestens sonntags um 15:00 Uhr; 

die Reisepapiere von B._____ werden jeweils mit B._____ überge-

ben.

b)

Feiertage

- 74 -







in geraden Jahren vom 24. Dezember bis 28. Dezember, wobei der 

Beklagte der Klägerin 2 die genauen Übergabezeiten spätestens 

48 Stunden im Voraus bekanntzugeben hat; 

in ungeraden Jahren vom 28. Dezember bis 2. Januar, 18.00 Uhr, 

wobei  der  Beklagte  der  Klägerin  2  die  genauen  Übergabezeiten 

spätestens 48 Stunden im Voraus bekanntzugeben hat.

in geraden Jahren von Karfreitag bis Ostermontag, wobei der Be-

klagte der Klägerin 2 die genauen Übergabezeiten spätestens 48 

Stunden im Voraus bekanntzugeben hat.

c)

Videotelefonate 

Zusätzlich ist der Beklagte berechtigt, mit der Klägerin 1 mindes-

tens zweimal pro Woche, jeweils mittwochs und sonntags, sowie 

an Feiertagen ohne Besuchsrecht und am Geburtstag der Klägerin 

1, ein Videotelefonat durchzuführen. Die Klägerin 2 ist verpflichtet, 

ein entsprechend eingerichtetes Gerät sowie B._____ dafür bereit-

zuhalten.

d)

Ferien

Ausserdem ist der Beklagte berechtigt und verpflichtet, die Klägerin 

1 bis zu deren Kindergarteneintritt während zwei nicht aufeinander-

folgende Ferienwochen pro Jahr und ab deren Kindergarteneintritt 

während sechs Ferienwochen pro Jahr zu sich bzw. mit sich auf 

Besuch zu nehmen. Die Klägerin 2 ist in den geraden Jahren und 

der  Beklagte  in  den  ungeraden  Jahren  vorwahlberechtigt,  wobei 

die Parteien die Ferien mindestens drei Monate im Voraus anzu-

melden bzw. mit dem anderen Elternteil abzusprechen haben.

7.

Der Beklagte wird verpflichtet, die folgenden monatlichen Kinderunter-

haltsbeiträge, zuzüglich gesetzliche und/oder vertragliche Kinder-, Fa-

- 75 -

milien- und Ausbildungszulagen zu bezahlen, solange die Klägerinnen 

in der Schweiz leben: 

 Fr.

1'882.– ab tt.mm.2021 bis 31. Dezember 2022 (Barunterhalt)

 Fr.  2'180.– ab 1. Januar 2023 bis 31. August 2025

(davon Fr. 784.– Barunterhalt und Fr. 1'396.– Betreu-
ungsunterhalt, wobei zur Deckung des gebührenden 
Unterhaltes monatlich Fr. 1'200.– fehlen)

 Fr.

1'740.– ab 1. September 2025 bis 31. August 2033

(davon Fr. 1'178– Barunterhalt und Fr. 562.– Betreu-
ungsunterhalt)

 Fr.  1'291.– ab 1. September 2033 bis 30. Juni 2037 (Barunterhalt) 

 Fr.  1'437.– ab 1. Juli 2037 bis 30. Juni 2039 (Barunterhalt) 

 Fr.

1'000.– ab. 1. Juli 2039 bis zum Abschluss einer angemesse-
nen Ausbildung der Klägerin 1, auch über die Volljäh-
rigkeit hinaus (Barunterhalt)

8.

Der Beklagte wird verpflichtet, die folgenden monatlichen Kinderunter-

haltsbeiträge, zuzüglich der gesetzlichen und/oder vertraglichen Kinder-, 

Familien- und Ausbildungszulagen zu bezahlen, und zwar ab dem Mo-

nat,  welcher  auf  die  Verlegung  des  Wohnsitzes  der  Klägerinnen  nach 

Deutschland folgt:

 Fr.

1'301.– bis 31. August 2033 (davon Fr. 717.– Barunterhalt und 

Fr. 584.– Betreuungsunterhalt)

 Fr.  878.–

ab 1. September 2033 bis 30. Juni 2037 (Barunterhalt) 

 Fr.  911.–

ab 1. Juli 2037 bis zum Abschluss einer angemesse-
nen Ausbildung der Klägerin 1, auch über die Volljäh-
rigkeit hinaus (Barunterhalt)

9.

[Ersatzlos gestrichen]

10. Die Unterhaltsbeiträge gemäss den Dispositivziffern 7 und 8 dieses Ur-

teils basieren auf dem Landesindex der Konsumentenpreise des Bun-

desamtes für Statistik, Stand Ende Juli 2025 von 107.8 Punkten (Basis 

Dezember 2020 = 100 Punkte). Sie sind jeweils auf den 1. Januar jedes 

Jahres, erstmals auf den 1. Januar 2026, dem Stand des Indexes per 

- 76 -

Ende November des Vorjahres anzupassen. Die Anpassung erfolgt nach 

folgender Formel:

neuer Unterhaltsbeitrag =

ursprünglicher Unterhaltsbeitrag x neuer Index

         ursprünglicher Index

Fällt der Index unter den Stand von Ende Juli 2025, berechtigt dies nicht 

zu einer Herabsetzung der Unterhaltsbeiträge.

11. Hinsichtlich der finanziellen Grundlagen, welche diesem Entscheid zu-

grunde liegen, wird auf die entsprechenden Erwägungen verwiesen." 

Im Übrigen wird die Berufung abgewiesen. 

2.

Die Kosten- und Entschädigungsfolgen des erstinstanzlichen Urteils (Dispo-

sitivziffern 13-15) werden bestätigt. 

3.

Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

6'000.00 ; die weiteren Gerichtskosten betragen:

2'174.75   Kosten der Kindesvertretung 

4.

Rechtsanwältin lic. iur. Y1._____ wird für ihre Bemühungen und Barausla-

gen als Kindsvertreterin für das Berufungsverfahren mit Fr. 2'174.75 (inkl. 

MwSt.) aus der Gerichtskasse entschädigt. 

5.

Die Gerichtskosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden dem Beklag-

ten zu 3/4 und der Klägerin 2 zu 1/4 auferlegt, jedoch zufolge Gewährung der 

unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. 

Eine Nachforderung gestützt auf Art. 123 ZPO bleibt vorbehalten. 

6.

Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin 2 für das zweitinstanzliche Verfah-

ren eine reduzierte Parteientschädigung von Fr. 4'324.– zu bezahlen. Rechts-

anwalt lic. iur. Y2._____ wird für diesen Betrag direkt aus der Gerichtskasse 

entschädigt. 

- 77 -

Mit der Zahlung geht der Anspruch auf den Kanton Zürich über. Die Rückfor-

derung des ausbezahlten Betrages beim Beklagten bleibt vorbehalten. 

7.

Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an das Migrationsamt des Kantons Zü-

rich sowie an die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein.

Nach  unbenutztem  Ablauf  der  Rechtsmittelfrist  gehen  die  erstinstanzlichen 

Akten an die Vorinstanz zurück.

8.

Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30  Tagen  von  der  Zustellung  an  beim  Schweizerischen  Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14,  einzureichen.  Zulässigkeit  und  Form  einer  solchen  Be-

schwerde  richten  sich  nach  Art. 72 ff.  (Beschwerde  in  Zivilsachen)  oder 

Art. 113 ff.  (subsidiäre  Verfassungsbeschwerde)  in  Verbindung  mit  Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. 

Es handelt sich um eine nicht vermögensrechtliche Angelegenheit. 

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung.

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG.

Zürich, 18. September 2025

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer

Der Vorsitzende:

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. A. Huizinga

MLaw E. Tvrtkovic 

versandt am:
jo