# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2e3877c8-88d8-53fd-a194-5dee5cafb16d
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-18
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 18.06.2020 200 2019 357
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2019-357_2020-06-18.pdf

## Full Text

200 19 357 IV
LOU/GET/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 18. Juni 2020

Verwaltungsrichter Loosli, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Furrer
Gerichtsschreiber Germann

A.________
vertreten durch B.________, Rechtsanwalt C.________
substituiert durch B.________, Rechtsanwalt D.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

Pensionskasse E.________ 
Beigeladene

betreffend Verfügung vom 25. März 2019

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Juni 2020, IV/19/357, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die … geborene A.________ (ehemals …; nachfolgend Versicherte bzw. 
Beschwerdeführerin), gelernte ... EFZ und bis Ende Mai 2016 als ... und ... 
bei der F.________ AG im Umfang von 100% erwerbstätig, meldete sich im 
Juli 2016 unter Hinweis auf eine „Depression, Selbstverletzung, Posttrauma-
tische Belastungsstörung [PTBS]“ bei der Eidgenössischen Invalidenversi-
cherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV-Stelle Bern [nachfolgend 
IVB bzw. Beschwerdegegnerin], [act. II], 5; 17 S. 1; 18 S. 3; 24 S. 1). Nach-
dem die IVB erwerbliche Abklärungen getätigt, Berichte behandelnder Ärzte 
beigezogen und Rücksprache bei med. pract. G.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), genom-
men hatte, gewährte sie der Versicherten ein Belastbarkeitstraining bei der 
Abklärungsstelle H.________ (nachfolgend Abklärungsstelle H.________ 
[act. II 50]), einen externen Arbeitseinsatz (mit Coaching durch die Ab-
klärungsstelle H.________) bei der I.________ AG (dem ehemaligen Lehr-
betrieb [vgl. act. II 5 S. 5]; nachfolgend I.________ [act. II 59; 62; 67]) sowie 
als weitere Folgemassnahme einen Arbeitsversuch daselbst (act. II 79). Mit 
Anstellungsvertrag vom 7. April 2018 (act. II 95) wurde die Versicherte von 
der I.________ mit Wirkung ab 1. Mai 2018 als „... Teilzeit“ bei flexibler Hand-
habung der wöchentlichen Arbeitszeit im Stundenlohn angestellt, woraufhin 
die IVB die beruflichen Massnahmen mit Mitteilung vom 16. Mai 2018 (act. II 
96) per 22. April 2018 abschloss und zur Prüfung weiterer Leistungsan-
sprüche schritt. Nachdem sie Berichte behandelnder Ärzte eingeholt hatte, 
veranlasste die IVB bei Dr. med. J.________, Fachärztin für Psychiatrie und 
Psychotherapie, eine Begutachtung (Expertise vom 27. November 2018 [act. 
II 116.1]). Mit Vorbescheid vom 22. Januar 2019 (act. II 119) stellte die IVB 
die Verneinung eines Anspruchs auf Leistungen der IV mit der Begründung 
in Aussicht, es liege kein invalidisierender Gesundheitsschaden im Rechts-
sinne vor. Daran hielt die IVB – nachdem die Versicherte hatte Einwand er-
heben lassen (act. II 128) – mit Verfügung vom 25. März 2019 (act. II 130) 
fest. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Juni 2020, IV/19/357, Seite 3

B.

Dagegen liess die Versicherte, vertreten durch B.________, Rechtsanwalt 
C.________, dieser substituiert durch B.________, Rechtsanwalt 
D.________ (Akten der Beschwerdeführerin [act. I] 3), mit Eingabe vom 9. 
Mai 2019 Beschwerde erheben. Sie stellt die folgenden Rechtsbegehren: 

1. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 25. März 2019 sei aufzuhe-
ben. 

2. Es sei eine Invalidenrente zuzusprechen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich der gesetzlichen Mehr-
wertsteuer) zulasten der Beschwerdegegnerin.

Mit Beschwerdeantwort vom 11. Juni 2019 beantragt die Beschwerdegegne-
rin die Abweisung der Beschwerde.

Mit Replik vom 7. Oktober 2019 hält die Beschwerdeführerin an ihren be-
schwerdeweise gestellten Rechtsbegehren und vorgebrachten Standpunk-
ten fest. 

Mit Duplik vom 28. Oktober 2019 hält die Beschwerdegegnerin an ihren 
Rechtsbegehren und Ausführungen in der Beschwerdeantwort fest.

Die mit prozessleitender Verfügung des Instruktionsrichters vom 14. Mai 
2020 zum Verfahren beigeladene Pensionskasse E.________ verzichtete 
auf die Einreichung einer Stellungnahme innert der ihr gewährten Frist bis 
zum 15. Juni 2020. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Ver-
waltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

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(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträgen 
nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt und hat 
ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie zur Be-
schwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben 
(Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invali-
denversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über Frist 
(Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 
des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechts-
pflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde ein-
zutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 25. März 2019 (act. II 
130). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf 
eine Invalidenrente (vgl. Rechtsbegehren, Ziff. 2). 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 80 
lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 

2.

Die Beschwerdeführerin rügt, die Beschwerdegegnerin habe ihr rechtliches 
Gehör (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung [BV; SR 101]; Art. 42 ATSG) 
verletzt, indem sie die in der angefochtenen Verfügung vom 25. März 2019 
(act. II 130) postulierte Abweichung von der gutachterlichen Einschätzung 
der Arbeitsfähigkeit nicht hinreichend begründet respektive sich mit den ent-
sprechenden Vorbringen im Vorbescheidverfahren nicht genügend ausein-
andergesetzt habe (vgl. Beschwerde, S. 5, Ziff. 5).

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Die Beschwerdegegnerin hat in der nämlichen Verfügung die für die Leis-
tungszusprache wesentlichen Begründungselemente bzw. rechtlichen Ent-
scheidgrundlagen (vgl. act. II 130 S. 4) zwar dargelegt, jedoch allein sehr 
kursorisch und wenig einlässlich zu den massgeblichen Indikatoren Stellung 
genommen (S. 2). Ob die Beschwerdegegnerin damit die wesentlichen Be-
standteil des Anspruchs auf rechtliches Gehör bildende Begründungspflicht 
(BGE 136 I 229 E. 5.2 S. 236) wirklich verletzte, kann jedoch offen bleiben, 
nachdem weder ersichtlich ist noch die Beschwerdeführerin geltend macht, 
dass ihr eine sachgerechte Anfechtung der Verfügung vom 25. März 2019 
wegen des geltend gemachten Verfahrensmangels nicht möglich gewesen 
wäre. Im Übrigen kann nach der Rechtsprechung eine nicht besonders 
schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs als geheilt gelten, wenn 
die betroffene Person, wie vorliegend, die Möglichkeit erhält, sich vor einer 
Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechts-
lage frei überprüfen kann (BGE 137 I 195 E. 2.3.2 S. 197, 126 V 130 E. 2b 
S. 132; SVR 2019 IV Nr. 65 S. 210 E. 4.3). Von einer Rückweisung der Sache 
zur Gewährung des rechtlichen Gehörs an die Verwaltung ist im Sinne einer 
Heilung des Mangels selbst dann abzusehen, wenn – was hier nicht zutrifft 
– von einer schwerwiegenden Verletzung des rechtlichen Gehörs auszuge-
hen wäre, führte die Rückweisung doch zu einem formalistischen Leerlauf 
und damit zu unnötigen Verzögerungen, die mit dem (der Anhörung gleich-
gestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurtei-
lung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 137 I 195 E. 2.3.2 S. 197; 
SVR 2019 AHV Nr. 7 S. 20 E. 3.1.1, 2013 IV Nr. 26 S. 76 E. 4.2). Letzteres 
gilt vorliegend in Anbetracht des Umstands, dass die Beschwerdeführerin 
ausdrücklich einen materiellen Entscheid verlangt (vgl. Beschwerde, S. 2, 
Rechtsbegehren Ziff. 2), erst recht. 

Demnach wäre eine allfällige Gehörsverletzung im vorliegenden Beschwer-
deverfahren ohne weiteres geheilt. 

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3.

3.1

3.1.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Be-
einträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur 
vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). 

3.1.2 Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG sowie 
Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Befund-
lage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann an-
spruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchtigung 
ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 145 V 215 E. 
5.1 S. 221).

Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist jedoch noch nicht gesagt, 
dass dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob dies zutrifft, beurteilt 
sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem Einfluss, den der Ge-
sundheitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hat. Entscheidend 
ist, ob der versicherten Person wegen des geklagten Leidens nicht mehr zu-
mutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb gilt eine objektivierte 
Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berücksichtigung von Folgen 
der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 106 E. 4.4 S. 110).  

3.1.3 Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und da-
mit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkun-
gen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen 
guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden 
könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt 
(BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 2014 IV Nr. 2 
S. 5 E. 3.1).

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3.2

3.2.1 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine 
Rente, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgaben-
bereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines 
Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% ar-
beitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jah-
res zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG 
besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, wenn die versicherte Person 
mindestens 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 
60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht An-
spruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 
40% ein solcher auf eine Viertelsrente. 

3.2.2 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
IV-Rente sind die für die Rentenrevision (Art. 17 Abs. 1 ATSG) geltenden 
Bestimmungen (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 E. 2.3 S. 10 f., 130 V 
343 E. 3.5.2 S. 351) analog anzuwenden (BGE 109 V 125 E. 4a S. 127; AHI 
1998 S. 121 E. 1b).

3.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur-
teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-züglich wel-
cher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

4.

4.1 Bis zum Erlass der – die zeitliche Grenze der gerichtlichen Prüfung 
bildenden – angefochtenen Verfügung vom 25. März 2019 (act. II 130; BGE 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Juni 2020, IV/19/357, Seite 8

131 V 242 E. 2.1 S. 243) präsentierte sich die (medizinische) Aktenlage im 
Wesentlichen wie folgt:

4.1.1 Vom … bis … 2016 war die Beschwerdeführerin in der Klinik 
K.________ AG hospitalisiert. Im Austrittsbericht vom 1. April 2016 (act. II 
21 S. 1 – 6) wurden eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1) 
mit Status nach mehrmaliger Selbstverletzung in fraglich suizidaler Absicht 
(ICD-10 X78) und eine PTBS nach schwerem Reitunfall 2001 und postope-
rativem Herzkreislaufstillstand (ICD-10: F43.1) diagnostiziert (S. 1). Die Be-
schwerdeführerin habe mit dreizehn Jahren einen schweren Reitunfall 
gehabt und sich dabei unter anderem eine Orbitafraktur zugezogen. Nach 
der Revisionsoperation sei es zu einem Herzstillstand gekommen, wobei 
während drei Stunden eine Reanimation und eine Stabilisierung erfolgt 
seien. In dieser Phase habe sie ein „Nahtoderlebnis“ durchgemacht und sich 
dabei von aussen gesehen (S. 2). Die Arbeitsunfähigkeit betrage auf den 
bisherigen Arbeitsplatz bezogen bis vorerst Ende April 2016 100% (S. 5).

4.1.2 Mit zu Handen des Krankentaggeldversicherers erstelltem Gutach-
ten vom 7. Juni 2016 (act. II 30.2) hielt Dr. med. L.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, als Diagnose mit Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit eine schwere depressive Episode ohne psychotische Sym-
ptome (ICD-10 F32.2) fest. Als Diagnose ohne Einfluss auf die 
Arbeitsfähigkeit nannte er eine akzentuierte Persönlichkeit gemischter Prä-
gung (mit Anteilen emotionaler Instabilität als auch passiv-aggressiven An-
teilen [S. 3]). Die arbeitsfähigkeitsrelevante Diagnose der schweren 
depressiven Episode lasse sich zwangsfrei unter Anwendung des ICD-10-
Manuals begründen. Die für die Arbeitsunfähigkeit nicht relevante Diagnose 
(akzentuierte Persönlichkeit) werde vermutlich von behandelnder Seite als 
die genannte PTBS interpretiert, wofür er nicht genügend Kriterien als erfüllt 
erkennen könne (S. 3 f.). Es bestehe für „keine Form einer Arbeit“ eine Ar-
beitsfähigkeit (S. 4).

4.1.3 Vom … bis … 2016 wurde die Beschwerdeführerin in der Tageskli-
nik der Privatklink K.________ AG teilstationär weiterbehandelt (vgl. act. II 
54 S. 1). Im Bericht vom 5. Januar 2017 (act. II 44) wurden als Diagnosen 
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit akzentuierte Persönlichkeitszüge vom 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Juni 2020, IV/19/357, Seite 9

emotional-instabilen Typus (ICD-10 Z73), eine ausgeprägte ldentitätss-
törung, Impulsivität, selbstverletzendes Verhalten, affektive Instabilität, chro-
nisches Gefühl der inneren Leere, massive Anspannungszustände, nach 
aussen „überreguliert“, Defizite bei der Emotionswahrnehmung sowie eine 
mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.2) und selbstverletzendes 
Verhalten durch Schneiden (ICD-10 X78) diagnostiziert (S. 2). Es beständen 
kognitive Einschränkungen bezüglich Konzentrationsfähigkeit; Aufmerksam-
keit und Gedächtnisfunktion seien vermindert (S. 3). Ab sofort sei eine be-
hinderungsangepasste Tätigkeit zu 50% möglich (S. 4).

4.1.4 Der RAD-Arzt med. pract. G.________ hielt im Bericht vom 16. Ja-
nuar 2017 (act. II 48) fest, die Klinik beschreibe zwar „nur“ eine Persönlich-
keitsakzentuierung, diese gehe aber mit Symptomen einher, die im Ausmass 
durchaus einer manifesten Persönlichkeitsstörung entsprächen, krankheits-
wertig seien und auch langanhaltend. Hinsichtlich der funktionellen Auswir-
kungen der Beeinträchtigungen könne auf die Aussagen der Klinik abgestellt 
werden (S. 5).

4.1.5 Im Bericht der Abklärungsstelle H.________ vom 26. April 2017 
(act. II 60) wurde festgehalten, die Beschwerdeführerin habe das am 23. Ja-
nuar 2017 aufgenommene, (kontinuierlich) auf 50% erhöhte Pensum (bei der 
Berner Brocki der Abklärungsstelle H.________) von aussen betrachtet pro-
blemlos umsetzen können, was sie bestätigt habe. Bis zum Ende des drei-
monatigen Belastbarkeitstrainings habe eine Erhöhung der Belastbarkeit im 
Arbeitsalltag beobachtet werden können. Sie habe anstehende Aufträge 
selbständig geplant und durchgeführt. Zudem habe die Beschwerdeführerin 
weitere Mitarbeiter in die unterschiedlichen Arbeitsschritte eingeführt und in 
der Ausführung unterstützt (S. 2). Zur Vermittelbarkeit hielten die Eingliede-
rungsfachpersonen fest, der Schritt in die freie Marktwirtschaft sei zu gross, 
ein begleiteter externer Arbeitseinsatz im ersten Arbeitsmarkt jedoch realis-
tisch (S. 3). 

Mit weiterem – den am 24. April 2017 begonnenen externen Arbeitseinsatz 
bei der I.________ betreffenden – Bericht der Abklärungsstelle H.________ 
vom 14. November 2017 (act. II 82) wurde festgehalten, die Beschwerdefüh-
rerin habe die Belastbarkeit gehalten. Die Leistungsfähigkeit habe sie inso-
fern erbracht, als die Inhaber der I.________ bei den Coachings immer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Juni 2020, IV/19/357, Seite 10

wieder betont hätten, dass sie die Beschwerdeführerin noch nicht voll belas-
teten, sie auch schonen und ihr signalisieren würden, dass sie bestimmen 
könne, wie viel sie sich zumute. Jedoch sagten die Inhaber auch stets aus, 
dass sich die Beschwerdeführerin sehr dienstleistungsorientiert und wirt-
schaftlich zeige und grosses Interesse habe, die Kunden gut zu bedienen 
und auch guten Gewinn zu generieren. Es werde die Fortsetzung des Ar-
beitsversuchs empfohlen (S. 3).

4.1.6 Med. pract. Regina Stöcklin, Fachärztin für Psychiatrie und Psycho-
therapie, diagnostizierte im Bericht vom 19. Dezember 2017 (act. II 85) – 
wohl irrtümlich unter „Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit“ 
aufgeführt – eine komplexe PTBS (ICD-10 F43.1) mit/bei rezidivierender de-
pressiver Störung, aktuell leichtgradige depressive Episode (ICD-10 F33.2), 
Selbstverletzungen, dissoziativer Störung (ICD-10 F44.7), Reitunfall mit Ge-
sichtsschädelfrakturen mit Herzstillstand nach chirurgischer Intervention und 
dreistündiger Reanimation 2001, Status nach Alkoholabusus (S. 2). Die Ar-
beitsunfähigkeit habe vom 1. Februar 2017 „bis heute“ 100% betragen, be-
zogen auf den freien Arbeitsmarkt. Im von der IV unterstützten 
Arbeitsversuch bestehe eine 50%ige Arbeitsfähigkeit (S. 5). 

Im Bericht vom 10. April 2018 (act. II 91) hielt med. pract. Stöcklin fest, der 
Gesundheitszustand habe sich nicht wesentlich verändert, er sei zwischen 
schwankend und leicht verbessert (S. 1). Eine Präsenzzeit von 8 Stunden 
pro Tag sei zumutbar unter der Voraussetzung, dass die Beschwerdeführe-
rin nach maximal zwei Arbeitstagen einen Tag zur Erholung zur Verfügung 
habe. Dies ergebe eine Präsenzzeit von durchschnittlich 24 Stunden pro Wo-
che (S. 2).

4.1.7 Im Bericht der Abklärungsstelle H.________ vom 11. April 2018 
(act. II 94) wurde festgehalten, die Beschwerdeführerin arbeite im Schnitt mit 
einem Pensum von 50%, zeitweilig gebe es Wochen, in welchen sie 60% 
arbeite. Auch berichte sie, dass sie in einer Woche (wegen Krankheitsaus-
fall) zu 90% habe arbeiten müssen, was für sie definitiv zu viel gewesen sei. 
Sie habe mehrere Tage benötigt, um sich davon zu erholen. Es sei ihr psy-
chisch wieder schlechter gegangen, was zur Folge gehabt habe, dass sie 
sich bei Engpässen nicht mehr flexibel habe zeigen und einspringen können. 

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Daher sei das Pensum vorerst auch so belassen worden. Die Beschwerde-
führerin werde als psychisch stabiler wahrgenommen. Dennoch sei wichtig 
zu erwähnen, dass ein Pensum von mehr als maximal 60% aktuell nicht re-
alistisch sei. Ihr Vorgesetzter habe mitgeteilt, dass die Beschwerdeführerin 
ihre Arbeitsleistung habe steigern können. Jedoch sei diese noch nicht ganz 
auf dem durchschnittlichen Niveau seiner Angestellten. Er habe dies damit 
begründet, dass sie im Bürobereich neu eingeführt worden sei. Punkto Be-
lastbarkeit meine er, dass die Beschwerdeführerin soweit auch Fortschritte 
erzielt hätte. Er prognostiziere, dass sie in etwa sechs Monaten eine gleiche 
Belastbarkeit erlangen könne, wie ihre Arbeitskolleginnen. Insofern beurteile 
der Geschäftsinhaber die aktuelle Belastbarkeit auf 60% (bei einem Beschäf-
tigungsgrad von 50%). Auch er gehe davon aus, dass das Pensum mittel-
fristig nicht erhöht werden könne. Er sei bereit, die Beschwerdeführerin ab 
dem … 2018 im Stundenlohn anzustellen. Durchschnittlich werde sie ein 
Pensum von 50% erreichen (S. 3).

4.1.8 Med. pract. G.________ hielt im Bericht vom 8. August 2018 (act. II 
105) fest, es sei insgesamt ein recht erfolgreicher Eingliederungsverlauf dar-
gestellt, wobei aber unklar bleibe, was letztendlich der Gesundheitsschaden 
sei und ob dieser Gesundheitsschaden es rechtfertige, mit dem Eingliede-
rungsergebnis (Pensum 50%) zufrieden sein zu können. Insbesondere die 
bestehenden diagnostischen Unklarheiten erforderten eine psychiatrische 
Begutachtung (S. 1).

4.1.9 Dr. med. J.________ hielt im psychiatrischen Gutachten vom 
27. November 2018 (act. II 116.1) die folgenden Diagnosen fest (S. 21): 

Mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

• Mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1) mit/bei Status nach schwerer 
depressiver Episode 01/16 (ICD-10 F32.2) ohne psychotische Symptome

• Störung der Emotionsregulation mit Tendenz zu selbstverletzendem Verhalten 
(ICD-10 Z73)

Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

• keine

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In der Beurteilung hielt Dr. med. J.________ fest, in der aktuellen Untersu-
chung hätten eine leicht niedergedrückte Stimmung bei erhaltender affekti-
ver Auslenkbarkeit, ein vermindertes Selbstwertgefühl, Schuldgefühle, Zu-
kunftsängste, eine Somatisierungstendenz, eine reduzierte Belastbarkeit so-
wie eine Störung der Emotionsregulation objektiviert werden können. Diese 
Symptomatik sei durch die genannten Diagnosen vollumfänglich erklärbar. 
Es sei davon auszugehen, dass die Symptomatik hinsichtlich der depressi-
ven Episode bei Ende der stationären Behandlung bereits nur noch mittel-
gradig vorhanden gewesen sei, wie auch in den entsprechenden 
Arztberichten dokumentiert sei (S. 22). Sodann besitze die Beschwerdefüh-
rerin ein hohes Mass an Funktionalität, weshalb die Diagnose einer Persön-
lichkeitsstörung nicht zu stellen sei. Dennoch habe sie eine Störung der 
Emotionsregulation (S. 23). Sodann sei es – entgegen den Vorberichten – 
bei der Entfernung des Osteosynthesematerials 2002 nicht zu einem Herz-
stillstand gekommen und es sei keine Reanimation erfolgt (S. 20), weshalb 
die Diagnose einer (komplexen) PTBS nicht zu stellen sei (S. 25 f.). Im Ab-
schlussbericht des Jobcoachings vom April 2018 sei ein maximal 60%iges 
Pensum in der Tätigkeit im ehemaligen Lehrbetrieb als realistisch bewertet 
worden. Aufgrund der aktuellen Symptomatik sei davon auszugehen, dass 
die Beschwerdeführerin in der aktuellen Tätigkeit zu 60% ohne Leistungs-
minderung arbeitsfähig sei. Dabei handle es sich bereits um eine angepasste 
Tätigkeit, da die Beschwerdeführerin keine Kaderposition mehr wahrnehme. 
Da sie in dieser Tätigkeit ihre Fachkompetenz und ihre Erfahrung einbringen 
könne, sei nicht davon auszugehen, dass sie in einer anderen Tätigkeit eine 
relevant höhere Arbeitsleistung erbringen könne (S. 26 f.). Diese Einschät-
zung gelte ab April 2018 (S. 30). 

4.2

4.2.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, un-
abhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander wi-
dersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne 
das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Juni 2020, IV/19/357, Seite 13

warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt 
(BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

4.2.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchun-
gen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. 
Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern des-
sen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 
351 E. 3a S. 352).

4.3 Das psychiatrische Gutachten von Dr. med. J.________ vom 27. 
November 2018 (act. II 116.1) erfüllt grundsätzlich die Voraussetzungen an 
den Beweiswert ärztlicher Berichte (vgl. E. 4.2.2 vorne) und es lassen sich 
gestützt auf diese Expertise die vorliegend relevanten Tat- und Rechtsfragen 
zuverlässig und abschliessend beurteilen (vgl. E. 4.2.1 vorne). Dies aner-
kennt – anders als noch im Vorbescheidverfahren (act. II 128 S. 1 – 3) – nun 
auch die Beschwerdeführerin (Beschwerde, S. 4, Ziff. 3).

4.4 Dr. med. J.________ erachtete die angestammte Tätigkeit der 
Beschwerdeführerin mit Führungsaufgaben als nicht mehr geeignet. In einer 
den Leiden angepassten Tätigkeit, welche der aktuell ausgeübten 
entspreche, attestierte sie eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit (act. II 116.1 S. 26 
f.). Zu prüfen bleibt, ob diese Einschätzung eine Invalidität (vgl. E. 3.1.1 
vorne) begründet, d.h. aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht 
massgeblich ist. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Juni 2020, IV/19/357, Seite 14

5.

5.1

5.1.1 Es ist dem klaren Willen des Gesetzgebers gemäss Art. 7 Abs. 2 
ATSG Rechnung zu tragen, wonach im Zuge einer objektivierten Betrach-
tungsweise von der grundsätzlichen „Validität“ der versicherten Person aus-
zugehen ist (BGE 141 V 281 E. 3.7.2 S. 295).

5.1.2 Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die 
Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorga-
ben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 281 
E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt die Prü-
fung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegründende In-
validität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturierten 
normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 E. 4.1 
S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 418 E. 
7.2 S. 429). 

5.1.3 Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeein-
trächtigung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung auf 
der ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe 
nach BGE 131 V 49 standhält. Trifft dies zu, erfolgt schliesslich auf der zwei-
ten Ebene anhand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von 
Indikatoren eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – unter 
Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer-
seits und Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – tatsächlich 
erreichbaren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt im 
Regelfall nach gemeinsamen Eigenschaften systematisierte Standardindika-
toren zu beachten (E. 4.1.3 S. 297), welche sich in die Kategorien „funktio-
neller Schweregrad“ (E. 4.3 S. 298) und „Konsistenz“ einteilen lassen (E. 4.4 
S. 303). Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 S. 304). Die Anerken-
nung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die 
funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen 
Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig 
und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit 

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Juni 2020, IV/19/357, Seite 15

nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit die 
materiell beweisbelastete versicherte Person zu tragen (E. 6 S. 308).

5.2

5.2.1 Die sachverständige Person schätzt das Leistungsvermögen an-
hand der einschlägigen Indikatoren ein. Die Rechtsanwender überprüfen die 
betreffenden Angaben frei, insbesondere dahin, ob die Ärzte sich an die 
massgebenden normativen Rahmenbedingungen gehalten haben, das 
heisst, ob sie ausschliesslich funktionelle Ausfälle berücksichtigt haben, wel-
che Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung sind, und ob die versiche-
rungsmedizinische Zumutbarkeitsbeurteilung auf objektivierter Grundlage 
erfolgt ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG; BGE 141 V 281 E. 5.2.2 S. 307). Eine davon 
losgelöste Parallelüberprüfung „nach besserem juristischen Wissen und Ge-
wissen“ darf jedoch nicht stattfinden. Vielmehr ist im Rahmen der Beweis-
würdigung zu fragen, ob die funktionellen Auswirkungen medizinisch im 
Lichte der normativen Vorgaben widerspruchsfrei und schlüssig mit (zumin-
dest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Entscheidend 
bleibt letztlich immer die Frage der funktionellen Auswirkungen einer 
Störung, welche im Rahmen des Sozialversicherungsrechts abschliessend 
nur aus juristischer Sicht beantwortet werden kann (BGE 145 V 361 E. 3.2.2 
S. 364, 144 V 50 E. 4.3 S. 54).

5.2.2 Zur Grenzziehung zwischen der freien Überprüfung durch die 
rechtsanwendende Stelle in Anwendung der Standardindikatoren gemäss 
BGE 141 V 281 auf der einen und unzulässiger juristischer Parallelbeurtei-
lung auf der anderen Seite hat das Bundesgericht Folgendes festgehalten: 
Von einer lege artis, normorientierten, d.h. nach Massgabe von BGE 141 V 
281 erfolgten medizinischen Schätzung ist aus triftigen Gründen abzuwei-
chen. Solche liegen vor, wenn die medizinisch-psychiatrische Annahme ei-
ner Arbeitsunfähigkeit unter dem entscheidenden Gesichtswinkel von 
Konsistenz und materieller Beweislast der versicherten, rentenansprechen-
den Person zu wenig gesichert ist und insofern nicht überzeugt. Dabei ist zu 
beachten, dass die ärztliche Beurteilung Ermessenszüge aufweist, die auch 
den Rechtsanwender begrenzen. Für die Prüfung der Frage, ob und inwie-
weit die ärztlichen Experten ihre Arbeitsunfähigkeitsschätzung unter Beach-
tung der massgebenden Indikatoren (Beweisthemen) hinreichend und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Juni 2020, IV/19/357, Seite 16

nachvollziehbar begründet haben, ist erforderlich, dass die Sachverständi-
gen substanziiert darlegen, aus welchen medizinisch-psychiatrischen Grün-
den die erhobenen Befunde das funktionelle Leistungsvermögen und die 
psychischen Ressourcen in qualitativer, quantitativer und zeitlicher Hinsicht 
zu schmälern vermögen. Insbesondere hat der medizinisch-psychiatrische 
Sachverständige darzutun, dass, inwiefern und inwieweit wegen der von ihm 
erhobenen Befunde die beruflich-erwerbliche Arbeitsfähigkeit eingeschränkt 
ist, und zwar – zu Vergleichs-, Plausibilisierungs- und Kontrollzwecken – un-
ter Miteinbezug der sonstigen persönlichen, familiären und sozialen Akti-
vitäten der rentenansprechenden Person. Kommen die Experten dieser 
Aufgabe unter Berücksichtigung der durch BGE 141 V 281 normierten Be-
weisthemen überzeugend nach, wird die medizinisch-psychiatrische Folgen-
abschätzung auch aus der juristischen Sicht des Rechtsanwenders Bestand 
haben (BGE 145 V 361 E. 4.3 S. 368). Fehlt es daran, ist der Beweis nicht 
geleistet und nicht zu erbringen, was sich nach den Regeln über die (mate-
rielle) Beweislast zuungunsten der rentenansprechenden Person auswirkt 
(BGE 145 V 361 E. 3.2.2 S. 364, 144 V 50 E. 4.3 S. 54).

5.3 Die von Dr. med. J.________ gestellten Diagnosen einer 
mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10 F32.1) mit/bei Status nach 
schwerer depressiver Episode 01/16 (ICD-10 F32.2) ohne psychotische 
Symptome sowie Störung der Emotionsregulation mit Tendenz zu 
selbstverletzendem Verhalten (ICD-10 Z73) sind in Bezug auf die 
klassifikatorischen Vorgaben formal grundsätzlich nachvollziehbar 
begründet (act. II 116.1 S. 21 – 23; E. 3.1.2 und E. 5.1.2 vorne; vgl. jedoch 
E. 5.4.1 hinten). Ferner hat Dr. med. J.________ mit überzeugender und 
nachvollziehbarer Begründung das Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung 
verneint (vgl. S. 23). Dasselbe gilt in Bezug auf die von den behandelnden 
Ärzten bisweilen gestellten (vgl. E. 4.1 vorne), jedoch auch bereits von Dr. 
med. L.________ ausdrücklich verworfenen (act. II 30.2 S. 3 f.) Diagnose 
einer (komplexen) PTBS (act. II 116.1 S. 23 – 26). Indem Dr. med. 
J.________ – in Übereinstimmung mit der übrigen Aktenlage – sodann keine 
Hinweise für Aggravation oder Simulation feststellte (S. 17), ist das Vorliegen 
von Ausschlussgründen zu verneinen (vgl. E. 5.1.3 vorne). Dr. med. 
J.________ hat sich in ihrer Expertise jedoch nur ansatzweise an den nor-
mativen Vorgaben gemäss BGE 141 V 281 orientiert (vgl. Entscheid des 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Juni 2020, IV/19/357, Seite 17

Bundesgerichts [BGer] vom 7. Februar 2020, 8C_423/2019, E. 3.2.3 e con-
trario), weshalb ihre Stellungnahmen zur Arbeitsfähigkeit bereits deshalb von 
den Organen der Rechtsanwendung vertieft zu prüfen sind (vgl. E. 5.2 
vorne).

5.4

5.4.1 Zur Kategorie „funktioneller Schweregrad“ und zum Komplex „Ge-
sundheitsschädigung“ (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1 S. 298 f.) ist Folgendes 
festzuhalten: Gemäss dem Gutachten von Dr. med. J.________ war die af-
fektive Auslenkbarkeit erhalten, die Stimmung leicht gedrückt, jedoch be-
stand keine schwere Auslenkung in die negative Richtung. Der Antrieb war 
in der Untersuchungssituation nicht vermindert, der Gedankengang formal 
und inhaltlich korrekt. Während der Untersuchung waren keine Konzentrati-
ons- oder Auffassungsstörungen objektivierbar, ebenso wenig ein Hypera-
rousal, Flashbacks, emotionale Abgestumpftheit. Weiter stellte die 
Gutachterin ein vermindertes Selbstwertgefühl sowie Zukunftsängste fest. 
Vereinzelt träten in spezifischen Situationen Panikattacken auf, welche die 
Beschwerdeführerin meide (Kino, Flugzeug). Es beständen keine Hinweise 
auf Ich-Störungen, Wahnideen, Halluzinationen oder Zwänge. Weiter führte 
Dr. med. J.________ als Befunde wiederholt auftretende Zustände starker 
innerer Anspannung, Defizite in der Emotionsregulation mit Neigung zu 
selbstverletzendem Verhalten zur Spannungsregulation (schneiden, Alko-
hol, Tabletten), Schuldgefühle sowie reduzierte Belastbarkeit auf. Freudlo-
sigkeit, Interessensverlust, dissoziative Phänomene, Derealisation und 
Hoffnungslosigkeit seien nicht vorhanden. Hingegen bestehe eine leichte 
Somatisierungstendenz; jedoch beständen keine Gleichgültigkeit gegenüber 
anderen Personen, keine Teilnahmslosigkeit an der Umgebung, keine Sui-
zidgedanken und keine Hinweise für akute Selbst- oder Fremdgefährdung 
(act. II 116.1 S. 17). 

Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht geltend macht (Beschwerdeantwort, 
S. 3, Ziff. 9), präsentierten sich namentlich die depressionsbezogenen Be-
funde anlässlich der Begutachtung als nicht erheblich ausgeprägt und sie 
stehen in einem erheblichen Kontrast zur diagnostizierten mittelgradigen de-
pressiven Episode (ICD-10 F32.1). Insbesondere wurden ein mangelnder 
Antrieb und ein Interessenverlust ausdrücklich verneint (vgl. jedoch hierzu 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Juni 2020, IV/19/357, Seite 18

DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], Internationale Klassifikation psychischer 
Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 10. Aufl., 
2015, S. 172 f.) und empfand bzw. empfindet die Beschwerdeführerin gerade 
in Zusammenhang mit ihrer beruflichen Tätigkeit viel Freude (vgl. act. II 60 
S. 2; 85 S. 11). Die basierend auf der Aktenlage sowie den Angaben der 
Beschwerdeführerin weiter aufgeführten Zustände starker innerer Anspan-
nung, Defizite in der Emotionsregulation mit Neigung zu selbstverletzendem 
Verhalten zur Spannungsregulation (schneiden [anamnestisch letztmals im 
Juni 2018 [act. II 116.1 S. 10], Alkohol, Tabletten), Schuldgefühle und redu-
zierte Belastbarkeit erreichen ausdrücklich zudem nicht ein Ausmass, wel-
ches die Diagnose einer emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung 
rechtfertigen würde (vgl. S. 23), weshalb auch insoweit von keiner erhebli-
chen Ausprägung der Befundlage auszugehen ist. Die von den behandeln-
den Ärzten als in Bezug auf eine berufliche Tätigkeit namentlich 
einschränkend beschriebenen Konzentrationsstörungen und verminderte 
Aufmerksamkeit und Gedächtnisfunktion (vgl. act. II 31 S. 3; 44 S. 3) liessen 
sich anlässlich der Begutachtung nicht mehr feststellen. Ergänzend ist so-
dann auf die von Dr. med. J.________ berücksichtigten Resultate gemäss 
Mini-ICF-Rating (für Aktivitäts- und Partizipations-beeinträchtigungen bei 
psychischen Erkrankungen) hinzuweisen: Demnach ist die Beschwerdefüh-
rerin in sieben der dreizehn Fähigkeitsdimensionen nicht beeinträchtigt (act. 
II 116.1 S. 18 f.; 116.3). Einzig bei den Items „Flexibilität und Umstellungs-
fähigkeit“ sowie „Durchhaltevermögen“ bestehen mittelgradige Beeinträchti-
gungen, wohingegen bei den Fähigkeiten „Anwendung fachlicher 
Kompetenzen“, „Selbstbehauptungsfähigkeit“, „Familiäre und intime Bezie-
hungen“ sowie „Selbstpflege“ lediglich leichte Beeinträchtigungen vorliegen. 
Auch dies korrespondiert nicht mit dem gutachterlich attestierten, relativ ho-
hen Arbeitsunfähigkeitsgrad von 40%. 

5.4.2 In Bezug auf den Indikator „Behandlungs- und Eingliederungserfolg 
oder -resistenz“ (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 299) ist Folgendes festzuhal-
ten:

5.4.2.1 Nach der Rechtsprechung sagt die Therapierbarkeit eines Leidens 
für sich allein nichts über den invalidisierenden Charakter einer psychischen 
Störung aus (BGE 143 V 409 E. 4.2.1 S. 412). Gleichwohl gilt die Frage, ob 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Juni 2020, IV/19/357, Seite 19

eine Therapie durchgeführt wird, als Indiz für den Leidensdruck der versi-
cherten Person und damit den Schweregrad der Störung (BGE 143 V 409 E. 
4.2.1 S. 412 und E. 4.4 S. 414).

Vom … bis … 2016 liess sich die Beschwerdeführerin in der Klinik 
K.________ stationär und anschliessend vom … bis … 2016 teilstationär 
psychiatrisch behandeln (act. II 21 S. 1 – 6; 54 S. 1). Ab Januar 2017 erfolgte 
die (ambulante) Behandlung durch die Psychiaterin med. pract. Stöcklin (act. 
II 85 S. 2, 5). Dr. med. J.________ hielt in ihrem Gutachten fest, die Be-
schwerdeführerin profitiere von der Weiterführung der ambulanten Therapie. 
Hierbei sollte der Fokus auf die antidepressive Therapie sowie das Training 
der Emotionsregulation gelegt und eine Psychopharmakotherapie allenfalls 
optimiert werden (act. II 116.1 S. 27). Damit erweist sich die psychische Be-
einträchtigung zwar weiterhin einer Behandlung zugänglich – wobei diese 
medikamentös noch optimierbar ist –, jedoch lässt sich daraus entgegen der 
offenbar angenommenen Auffassung der Beschwerdegegnerin (vgl. Be-
schwerdeantwort, S. 4, Ziff. 13) nach der hiervor dargelegten Rechtspre-
chung nicht ohne weiteres auf eine fehlende Invalidität schliessen. 

5.4.2.2 Sodann ergeben sich Rückschlüsse auf den Schweregrad einer 
Gesundheitsschädigung auch aus der Eingliederung im Rechtssinne, hat 
sich die versicherte Person in beruflicher Hinsicht doch primär selbst 
einzugliedern und, soweit angezeigt, an entsprechenden Eingliederungs- 
und Integrationsmassnahmen teilzunehmen. Fallen solche Massnahmen 
nach ärztlicher Einschätzung in Betracht, bietet die Durchführungsstelle 
dazu Hand und nimmt die rentenansprechende Person dennoch nicht daran 
teil, gilt dies als starkes Indiz für eine nicht invalidisierende Beeinträchtigung.  
Umgekehrt kann eine trotz optimaler Kooperation misslungene 
Eingliederung im Rahmen einer gesamthaften, die jeweiligen Umstände des 
Einzelfalles berücksichtigenden Prüfung bedeutsam sein (BGE 141 V 281 E. 
4.3.1.2 S. 300). 

Die Beschwerdeführerin hat an diversen Eingliederungs- und 
Integrationsmassnahmen der Beschwerdegegnerin teilgenommen, nach 
deren Abschluss sie mit Anstellungsvertrag vom 7. April 2018 (act. II 95 S. 
2) sowie mit Wirkung ab 1. Mai 2018 als „... Teilzeit“ bei der I.________ an-
gestellt wurde. Damit liegt offensichtlich keine Eingliederungsresistenz vor 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Juni 2020, IV/19/357, Seite 20

(Beschwerdeantwort, S. 3, Ziff. 9), vielmehr manifestiert das Durchlaufen 
und der in ein Anstellungsverhältnis mündende Abschluss der Eingliede-
rungsmassnahmen grundsätzlich das Bestreben der Beschwerdeführerin, 
die psychischen Beeinträchtigungen zu überwinden. 

Dr. med. J.________ orientierte sich bei der Einschätzung der medizinisch-
theoretischen Arbeitsfähigkeit an der „aktuellen Symptomatik“ (vgl. act. II 
116.1 S. 26 f.) – welche jedoch dem Dargelegten zufolge die attestierte Ar-
beitsunfähigkeit nicht hinreichend zu plausibilisieren vermag (vgl. E. 5.4.1 
vorne) – und an den Ergebnissen der beruflichen Eingliederungsmassnah-
men. Was Letzteres anbelangt, so gilt es rechtsprechungsgemäss zu beach-
ten, dass die abschliessende Beurteilung der sich aus einem 
Gesundheitsschaden ergebenden funktionellen Leistungsfähigkeit in der 
Hauptsache dem Arzt oder der Ärztin, nicht den Fachleuten der Berufsbera-
tung/beruflichen Eingliederung obliegt, zumal wenn im Verlaufe der Einglie-
derungsmassnahmen keine enge, sich gegenseitig ergänzende 
Zusammenarbeit zwischen der Ärzteschaft und der Berufsberatung vorlag 
(vgl. Entscheid des BGer vom 27. Juni 2018, 8C_48/2018, E. 4.3.1). 

Vorliegend erfolgte nach Abschluss des Belastbarkeitstrainings in der Ab-
klärungsstelle H.________ im April 2017 (mit einer Pensumerhöhung auf 
50%) durch den RAD keine medizinisch-theoretische Einschätzung des 
funktionellen Leistungsvermögens. Vielmehr lag die weitere berufliche Ein-
gliederung in der Hand der Eingliederungsfachpersonen, welche einen be-
gleiteten Arbeitseinsatz empfahlen, wobei die Beschwerdeführerin diese – 
bei ihrem früheren Lehrbetrieb, der I.________, durchgeführte – berufliche 
Massnahme grösstenteils selber organisierte (act. II 60 S. 3). Dabei wurde 
ein konstantes Arbeitspensum von 50% (act. II 61) bzw. eine Steigerung 
„nach Absprache“ (act. II 66) vereinbart. Aus dem Bericht der Abklärungs-
stelle H.________ vom 14. November 2017 (act. II 82) geht jedoch hervor, 
dass die Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin darauf bedacht war, diese zu 
schonen bzw. ihr zu signalisieren, dass sie bestimmen könne, wie viel sie 
sich zumute (vgl. S. 3). Kann zu Beginn der Eingliederungsmassnahmen (im 
Sinne des Belastbarkeitstrainings) die Einschränkung der Leistungsfähigkeit 
noch medizinisch-theoretisch nachvollzogen werden (vgl. act. II 48 S. 5), so 
basierte sie im weiteren Verlauf respektive ab dem externen Arbeitseinsatz 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Juni 2020, IV/19/357, Seite 21

massgeblich auf dem von der Beschwerdeführerin kommunizierten subjektiv 
Möglichen, welches von der Arbeitgeberin denn auch als massgeblich erach-
tet respektive entsprechend umgesetzt wurde. Im (von Dr. med. J.________ 
referierten) Schlussbericht der Abklärungsstelle H.________ vom 11. April 
2018 (act. II 94) wurde entsprechend ein Pensum von mehr als 60% als nicht 
realistisch beurteilt, wobei dies ausschliesslich auf der Einschätzung der Ar-
beitgeberin beruhte (vgl. S. 3). Eine medizinisch-theoretische Arbeitsun-
fähigkeit von 40% ist dadurch nicht erstellt. Auch wurden die Leistungen der 
Beschwerdeführerin qualitativ stets als sehr gut beurteilt, wobei die für das 
Coaching zuständige Eingliederungsfachperson in einer an die Beschwerde-
gegnerin gerichteten E-Mail vom 29. Juni 2017 (act. II 68 S. 1) festhielt, sie 
habe heute „(unauffällig) beobachten“ können, dass die Beschwerdeführerin 
die Kunden sehr zuvorkommend, unaufdringlich und souverän bediene. 
Auch wenn berücksichtigt wird, dass die geltend gemachten psychischen 
Beeinträchtigungen der Beschwerdeführerin für Dritte nicht ohne weiteres 
auf Anhieb erkennbar sind, so manifestieren ihre guten Leistungen bei den 
Eingliederungsmassnahmen auch ihre Fähigkeit, die Beschwerden zu über-
winden. Mit Blick auf die dargelegten Umstände lassen sich die bescheinigte 
40%ige Arbeitsunfähigkeit damit eingliederungsanamnestisch nicht hinrei-
chend plausibilisieren und eine (teilweise) Invalidität nicht erhärten. 

5.4.3 Aus dem Gutachten von Dr. med. J.________ ergeben sich keine 
Hinweise auf eine erhebliche ressourcenraubende (somatische oder) 
psychische Komorbidität (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3 S. 300). Insbesondere 
hat Dr. med. J.________ mit überzeugender Begründung das Vorliegen 
sowohl einer Persönlichkeitsstörung als auch einer (komplexen) PTBS 
verneint (vgl. E. 5.3 vorne). Sodann fällt die als Z-Diagnose klassifizierte 
Störung der Emotionsregulation mit Tendenz zu selbstverletzendem 
Verhalten (ICD-10 Z73) nicht unter den Begriff der 
invalidenversicherungsrechtlich erheblichen 
Gesundheitsbeeinträchtigungen (Entscheid des BGer vom 12. November 
2019, 9C_542/2019, E. 3.2; vgl. jedoch E. 5.4.4 sogleich). 

5.4.4 In Bezug auf den Komplex „Persönlichkeit“ (BGE 141 V 281 E. 4.3.2 
S. 302) hielt Dr. med. J.________ in ihrem Gutachten fest, bei der Beschwer-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Juni 2020, IV/19/357, Seite 22

deführerin sei kein stabiles Verhaltensmuster zu nennen, das in unterschied-
lichen Lebensbereichen konstant auftrete. Sie besitze ein hohes Mass an 
Funktionalität. Sie habe Schule und berufliche Qualifikationen erfolgreich ab-
schliessen und neun Jahre in einer Kaderposition mit hohem Verantwor-
tungsbereich arbeiten können. Diese Arbeit habe auch hohe Ansprüche an 
die soziale Kompetenz gehabt, da sie mit Führungsaufgaben und vielen zwi-
schenmenschlichen Interaktionen verbunden gewesen sei. Dies habe die 
Beschwerdeführerin lange Zeit gut bewältigen können, weshalb die Dia-
gnose einer Persönlichkeitsstörung nicht zu stellen sei. Dennoch habe die 
Beschwerdeführerin eine Störung der Emotionsregulation. Zum einen sei sie 
gegenüber ihren Gefühlen sehr reguliert nach aussen. Zum anderen leide 
sie wiederholt unter starken Spannungszuständen, die die Beschwerdefüh-
rerin insbesondere über selbstschädigendes Verhalten (Alkohol, Selbstver-
letzungen) abmildere. Die Beschwerdeführerin habe Defizite, ihre Emotionen 
über konstruktive Lösungen zu regulieren. Dennoch erreiche diese Sympto-
matik kein Ausmass, das die Diagnose einer emotional-instabilen Persön-
lichkeitsstörung rechtfertigen würde (act. II 116.1 S. 23). 

Aufgrund dieser Darlegungen liegen keine ausgeprägten negativen Auswir-
kungen der Persönlichkeitsstruktur der Beschwerdeführerin vor. Zwar 
schränken die der Störung der Emotionsregulation zugeschriebenen Sym-
ptome das funktionelle Leistungsvermögen situativ ein. Dauerhafte und er-
hebliche ressourcenhemmende Eigenheiten werden ihnen jedoch nicht 
zuteil. 

5.4.5 In Bezug auf den Komplex „Sozialer Kontext“ (BGE 141 V 281 
E. 4.3.3 S. 303) folgt aus den Akten zwar, dass die Beschwerdeführerin zu 
den Eltern und Geschwistern keinen oder nur wenig Kontakt hat (vgl. act. II 
54 S. 2; 116.1 S. 8, 12 f.). Hingegen lebt die Beschwerdeführerin seit Anfang 
2017 zusammen mit ihrem Partner (act. II 85 S. 3; 116.1 S.15). Sie ist 
mittlerweile verheiratet und schwanger (vgl. Replik, S. 3, Ziff. 6). Auch verfügt 
sie über einen Freundinnenkreis (vgl. act. II 54 S. 4; 116.1 S. 15; 116.2 S. 2) 
und eine Cousine steht ihr gemäss eigenen Angaben nahe (act. II 54 S. 4). 
Soweit in den Berichten der behandelnden Ärzte ein sozialer Rückzug fest-
gestellt wurde, wurde dieser allein als leicht (act. II 21 S. 5; 85 S. 4) oder 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Juni 2020, IV/19/357, Seite 23

gering (act. II 128 S. 8) qualifiziert; anderweitig wurde das soziale Netz hin-
gegen als gut beurteilt (act. II 116.2 S. 2). Insgesamt hält der Lebenskontext 
der Beschwerdeführerin – insbesondere in Form einer Partnerschaft und ei-
nes Freundinnenkreises – auch erhebliche (mobilisierbare) Ressourcen für 
die Bewältigung der psychischen Gesundheitsbeeinträchtigung bereit. 

5.4.6 Im Rahmen der Konsistenzprüfung (BGE 141 V 281 E. 4.4 S. 303 f.) 
ist mit Blick auf den Indikator einer gleichmässigen Einschränkung des 
Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen (BGE 141 V 281 
E. 4.4.1 S. 303) Folgendes festzuhalten: 

5.4.6.1 Zum Tagesablauf der Beschwerdeführerin hielt Dr. med. 
J.________ im Gutachten vom 27. November 2018 fest, an Arbeitstagen 
stehe sie um 0745 Uhr auf, mache sich fertig und gehe zur Arbeit. Ein 
Frühstück würde es nicht geben. Die Beschwerdeführerin fahre mit dem Auto 
zur Arbeit. Während der Arbeit übernehme sie Aufgaben im Laden und im 
Büro. Den Abend verbringe sie oft zuhause, spreche mit dem Partner, 
manchmal koche er das Abendessen. Wenn die Beschwerdeführerin alleine 
sei, gebe es meist ein einfaches Abendessen. Am Abend würde sie nicht 
mehr viel unternehmen. Sie würde fernsehen, duschen und dann ins Bett 
gehen. An freien Tagen stehe sie gegen 0900 Uhr auf, je nachdem, wie stark 
die Rückenschmerzen seien. Dann habe sie „meist immer“ Termine: Psych-
iaterin, Neuraltherapie. Ein- bis zweimal in der Woche hüte sie einen Hund. 
Manchmal treffe sie eine Freundin. Manchmal sei sie auch so erschöpft, dass 
sie an freien Tagen zuhause bleibe. Die Arbeiten im Haushalt würde sich die 
Beschwerdeführerin mit ihrem Partner teilen. Wenn sie alleine sei, müsse sie 
die Arbeit gut einteilen, damit es nicht zuviel werde (act. II 116.1 S. 15). Die 
Beschwerdeführerin würde verschiedene Dinge gegen die Spannung vor-
nehmen: So versuche sie, darüber zu sprechen, versuche, raus zu gehen. 
Auch hüte sie einen Hund, mache Sport (…) und lese häufig (act. II 116.1 S. 
10). Im Bericht der Klinik K.________ AG vom 15. Februar 2017 wurde fest-
gehalten, die Beschwerdeführerin nenne als Ressourcen Zeichnen, Musik 
hören, lesen und ihren Hund (act. II 54 S. 4). Anderweitig geht aus den Akten 
hervor, dass die Beschwerdeführerin auch … betreibt (act. II 116.2 S. 5).

Die Schilderungen der Beschwerdeführerin präsentieren zunächst einen 
weitgehend normalen Tagesablauf und es sind keine Besonderheiten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Juni 2020, IV/19/357, Seite 24

ersichtlich, welche insoweit auf erhebliche funktionelle Beeinträchtigungen in 
der Leistungsfähigkeit schliessen lassen oder solche zu erhärten 
vermöchten. Insbesondere ist nicht erkennbar und die Beschwerdeführerin 
macht dies auch nicht geltend, dass sich wesentliche Veränderungen in 
Bezug auf die Verhältnisse vor Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung 
ergeben hätten. Dies gilt auch hinsichtlich der Freizeitaktivitäten, gab die 
Beschwerdeführerin anlässlich des Erstgesprächs gegenüber der 
Beschwerdegegnerin doch an, bereits vor Eintritt der psychischen 
Beschwerden „nie viel Hobbies“ gehabt zu haben. Ihr Hobby sei die Arbeit 
gewesen und früher das …, was sie aus Zeitgründen aufgegeben habe (act. 
II 17 S. 2). Insofern belegen die aktenkundigen aussererwerblichen 
Aktivitäten der Beschwerdeführerin zum einen keine invaliditätsbedingte 
Reduktion in Bezug auf alltägliche Lebensverrichtungen oder 
Freizeitaktivitäten. Zum andern fällt auf, dass die Beschwerdeführerin auch 
weiterhin diversen Interessen und Hobbies nachgeht und daraus 
offensichtlich auch Ressourcen schöpfen kann. Dies ist insofern von Belang, 
als Dr. med. J.________ diesen Aspekt bei der von ihr bescheinigten 
medizinisch-theoretischen Arbeitsunfähigkeit von 40% nicht berücksichtigt 
bzw. diskutiert hat und entsprechend auch keine Diskussion der Konsistenz 
erfolgte. 

5.4.6.2 In Anbetracht der nicht wesentlich ausgeprägten 
diagnoserelevanten Befunde (vgl. E. 5.4.1 vorne) sowie unter 
Berücksichtigung eines im Wesentlichen intakten sozialen Netzes (vgl. E. 
5.4.5 vorne) und des sowohl im Administrativgutachten wie in den übrigen 
Akten dokumentierten weitgehend normalen Aktivitätenniveaus im 
aussererwerblichen Bereich (vgl. E. 5.4.6.1 vorne), erweist sich eine (auch 
nur partiell) unüberwindbare Einschränkung des funktionellen Leistungsver-
mögens im erwerblichen Kontext respektive in Bezug auf den als ausgegli-
chen unterstellten Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG), welcher gekennzeichnet ist 
durch ein gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach 
Arbeitskräften und einem Fächer verschiedenster Tätigkeiten sowohl bezüg-
lich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie 
auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes (BGE 138 V 457 E. 3.1 S. 459; 
SVR 2019 IV Nr. 21 S. 66 E. 4.2), als nicht hinreichend plausibilisiert. Dies 
gilt auch unter Einbezug des behandlungs- und eingliederungsanamnestisch 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Juni 2020, IV/19/357, Seite 25

ausgewiesenen Leidensdrucks (BGE 141 V 281 E. 4.4.2 S. 304): Zwar ist 
aufgrund der in Anspruch genommenen Behandlungen ein gewisser 
Leidensdruck plausibel (vgl. E. 5.4.1.1 vorne), jedoch vermag die 
Beschwerdeführerin aus den durchgeführten Eingliederungsmassnahmen, 
bei welchen sie kooperativ mitgewirkt hat, unter den dargelegten Umständen 
nichts zu ihren Gunsten abzuleiten (vgl. E. 5.4.1.2 vorne).  

5.5 Zusammenfassend ist – im Lichte der Standardindikatoren von BGE 
141 V 281 respektive einer objektivierten Zumutbarkeitsprüfung unter aus-
schliesslicher Berücksichtigung von Folgen der gesundheitlichen Beein-
trächtigung (vgl. E. 3.1.2 vorne) – die im Gutachten von Dr. med. J.________ 
attestierte Arbeitsunfähigkeit respektive Einschränkung der 
Leistungsfähigkeit und folglich eine invalidenversicherungsrechtlich 
relevante Invalidität unter Miteinbezug der sonstigen persönlichen, familiären 
und sozialen Aktivitäten nicht plausibilisiert und unter dem entscheidenden 
Gesichtswinkel von Konsistenz und materieller Beweislast der 
Beschwerdeführerin (vgl. E. 5.2.2 vorne) rechtlich nicht ausgewiesen. Eine 
Invalidität im Rechtssinne ist somit gestützt auf das Gutachten von Dr. med. 
J.________ nicht erstellt (vgl. E. 3.1.1 vorne). 

5.6 Die Einschätzung im Administrativgutachten gilt ab April 2018 (act. 
II 116.1 S. 30) respektive für die Zeit ab Abschluss der 
Eingliederungsmassnahmen pro April 2018 (vgl. act. II 96 S. 1). Der 
Zeitpunkt des frühest möglichen Rentenbeginns ist mit Blick auf die im Juli 
2016 erfolgte Anmeldung zum Leistungsbezug (act. II 5 S. 8) sowie in 
Anbetracht der ab Januar 2016 attestierten Arbeitsunfähigkeit (act. II 8) 
jedoch der Januar 2017 (Art. 28 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 29 Abs. 1 IVG). Zu 
prüfen ist, wie es sich mit dem Vorliegen einer Invalidität für die Zeit zwischen 
Januar 2017 und März 2018 verhält.

5.7

5.7.1 In ihrem Gutachten vom 27. November 2018 hielt Dr. med. 
J.________ zum Verlauf der Arbeitsfähigkeit fest, die Beschwerdeführerin 
sei in der Zeit vom … 2016 bis … 2016 stationär und in der Zeit vom … 2016 
bis … 2016 teilstationär behandelt worden. Es sei nicht davon auszugehen, 
dass in der Zeit zwischen den Behandlungen eine relevante Arbeitsfähigkeit 

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Juni 2020, IV/19/357, Seite 26

bestanden habe. Während der stationären und teilstationären Behandlung 
sei rein formell eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit anzunehmen. Im Rahmen 
des Belastbarkeitstrainings habe per Ende April 2017 ein 50%iges Pensum 
erzielt werden können. Ab Abschluss des Trainings sei eine 50%ige 
Arbeitsfähigkeit für eine angepasste Tätigkeit anzunehmen, mit einer 
Leistungsminderung von 30%. 

5.7.2 Die für die Zeit während der Hospitalisationen attestierte 100%ige 
Arbeitsunfähigkeit ist mit Blick auf die gleich lautenden Einschätzungen von 
Dr. med. L.________ im Gutachten vom 7. Juni 2016 (act. II 30.2 S. 4) und 
dem RAD-Arzt med. pract. G.________ (act. II 48 S. 5) nachvollziehbar. 
Ebenso als schlüssig erweist sich die Annahme einer nach Abschluss des 
Belastbarkeitstrainings Ende April 2017 (act. II 60 S. 3) basierend auf einem 
gebesserten psychischen Gesundheitszustand wiedergewonnenen 
Arbeitsfähigkeit im Sinne einer anspruchsrelevanten Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen (vgl. E. 3.2.2 vorne). Bei einer bis April 2017 
andauernden 100%igen Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten besteht 
demnach für die Zeit ab Januar 2017 bis und mit Juli 2017 (Art. 88a Abs. 1 
der Verordnung vom 17. Januar 1961 [IVV; SR 831.201]) Anspruch auf eine 
ganze Invalidenrente (vgl. E. 3.2.1 vorne). Die ab April 2017 bescheinigte 
50%ige Arbeitsunfähigkeit mit zusätzlicher 30%iger Leistungsminderung und 
in der Folge eine Invalidität sind demgegenüber aufgrund der Akten nicht 
erstellt (vgl. E. 5.4, insbesondere E. 5.4.2.2 vorne), zumal sich auch für diese 
Zeit keine Hinweise für eine wesentliche gesundheitlich bedingte 
Einschränkung des aussererwerblichen Aktivitätenniveaus in den Akten 
auffinden lassen (vgl. E. 5.4.6 vorne). Dass der Beschwerdeführerin 
berufliche Eingliederungsmassnahmen zugesprochen wurden, stellt keinen 
Widerspruch dar, da deren Gewährung allein eine Bedrohung durch 
Invalidität voraussetzt (vgl. Art. 8 Abs. 1 IVG). 

Damit besteht ab August 2017 mangels Vorliegens einer Invalidität im 
Rechtssinne kein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung mehr.

5.8 Zusammenfassend ist die Beschwerde insoweit gutzuheissen, als 
der Beschwerdeführerin von Januar 2017 bis und mit Juli 2017 eine ganze 
Invalidenrente zuzusprechen ist. Soweit weitergehend, ist die Beschwerde 
abzuweisen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Juni 2020, IV/19/357, Seite 27

5.9 Die Beschwerdeführerin bezog vom 23. Januar bis 23. April 2017 
Taggelder der IV (act. II 50; 53), weshalb die Beschwerdegegnerin deren 
Verrechnung mit den Rentenleistungen zu prüfen hat (vgl. Art. 22 Abs. 5bis 
IVG und Art. 20ter IVV). 

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 
200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. Eine Aufteilung der Verfahrenskosten 
nach Massgabe des – an den Parteianträgen gemessenen – bloss teilweisen 
Obsiegens ist nicht vorzunehmen (Beschluss der erweiterten Abteilungskon-
ferenz vom 13. Oktober 2009). 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens demnach die teilweise unterliegende Beschwerde-
gegnerin zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Der geleistete Kostenvorschuss 
von Fr. 800.-- ist der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechtskraft des 
Urteils zurückzuerstatten.

6.2

6.2.1 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf Er-
satz der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). Dabei rechtfertigt der Umstand 
des bloss teilweisen Obsiegens keine Reduktion der Parteientschädigung, 
zumal sie den Prozessaufwand nicht beeinflusst hat (BGE 117 V 401 E. 2c 
S. 407; SVR 2016 IV Nr. 12 S. 38 E. 5).

6.2.2 Mit am 8. November 2019 eingereichter und nicht zu beanstanden-
der Kostennote hat Rechtsanwalt D.________ ein Honorar von Fr. 1‘774.25 
(11.8 Stunden à Fr. 130.--; Auslagen von Fr. 91.-- sowie Portokosten von 
Fr. 22.40 und die Mehrwertsteuer [MWSt.] von Fr. 126.85) geltend gemacht. 
Der gesamte Parteikostenersatz wird somit auf Fr. 1‘774.25 (inkl. Auslagen, 
Portokosten und MWSt.) festgesetzt.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Juni 2020, IV/19/357, Seite 28

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfü-
gung der IV-Stelle Bern vom 25. März 2019 insoweit aufgehoben, als 
der Beschwerdeführerin von Januar 2017 bis und mit Juli 2017 eine 
ganze Invalidenrente zugesprochen wird. Im Übrigen wird die Be-
schwerde abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 800.-- 
wird der Beschwerdeführerin nach Rechtskraft des Urteils zurückerstat-
tet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 1‘774.25 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu er-
setzen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern
- Pensionskasse E.________ 
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Juni 2020, IV/19/357, Seite 29

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes 
vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.