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**Case Identifier:** 99e74a26-b8ed-523f-a5fe-66f59f8b36e4
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-11-23
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 23.11.2021 200 2021 674
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-674_2021-11-23.pdf

## Full Text

200 21 674 ALV
MAK/GET/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil der Einzelrichterin vom 23. November 2021

Verwaltungsrichterin Mauerhofer
Gerichtsschreiber Germann

A.________
vertreten durch B.________, Rechtsanwältin C.________
Beschwerdeführer

gegen

Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern 
Rechtsdienst, Lagerhausweg 10, 3018 Bern
Beschwerdegegner

betreffend Einspracheentscheid vom 24. August 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Nov. 2021, ALV/21/674, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der … geborene A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. Beschwerde-
führer) meldete sich am 28. September 2021 beim Regionalen Arbeitsver-
mittlungszentrum (RAV) zur Arbeitsvermittlung an, nachdem sein 
Arbeitsverhältnis bei der D.________ AG per 31. Dezember 2020 im Zuge 
einer betrieblichen Umstrukturierung gekündigt worden war (Akten des 
Amts für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern [nachfolgend AVA 
bzw. Beschwerdegegner], [Dossier Arbeitslosenkasse Unia, act. II] 52-54). 
Am 30. September 2020 beantragte der Versicherte Arbeitslosenentschä-
digung ab 1. Januar 2021 (act. II 48-51). Mit Verfügung vom 14. April 2021 
(Dossier RAV-Region Emmental-Oberaargau [act. IIA] 146-148) stellte das 
RAV den Versicherten wegen erstmaliger Ablehnung einer zumutbaren 
Stelle für die Dauer von 24 Tagen ab dem 27. Februar 2021 in der An-
spruchsberechtigung auf Arbeitslosenentschädigung ein. Die dagegen er-
hobene Einsprache (act. IIA 90-94) wies das AVA mit Entscheid vom 
24. August 2021 (Dossier Rechtsdienst [act. IIB] 1-6) ab. 

B.

Dagegen liess der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin 
C.________, mit Eingabe vom 24. September 2021 Beschwerde erheben. 
Er stellt die folgenden Rechtsbegehren: 

1. Der Einspracheentscheid vom 24. August 2021 sei aufzuheben, und es 
sei auf eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung zu verzichten.

2. Eventualiter: Der Einspracheentscheid vom 24. August 2021 sei insofern 
aufzuheben, als dass die Dauer der Einstellung in der Anspruchsberech-
tigung von 24 auf 4 Tage herabgesetzt wird.

3. Subeventualiter: Der Einspracheentscheid vom 24. August 2021 sei inso-
fern aufzuheben, als dass die Dauer der Einstellung in der Anspruchsbe-
rechtigung von 24 auf 12 Tage herabgesetzt wird.

- unter Kosten- und Entschädigungsfolgen -

Mit Beschwerdeantwort vom 13. Oktober 2021 beantragt der Beschwerde-
gegner die Abweisung der Beschwerde.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Nov. 2021, ALV/21/674, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 100 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 25. Juni 1982 über die 
obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung 
[AVIG; SR 837.0] i.V.m. Art. 128 Abs. 2 der Verordnung vom 31. August 
1983 über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolven-
zentschädigung [AVIV; SR 837.02]). Da auch die Bestimmungen über Frist 
(Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 
des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechts-
pflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde ein-
zutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der die Verfügung vom 14. April 2021 
(act. IIA 146-148) bestätigende Einspracheentscheid vom 24. August 2021 
(act. IIB 1-6). Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdegegner den Be-
schwerdeführer zu Recht im Umfang von 24 Tagen in der Anspruchsbe-
rechtigung auf Arbeitslosenentschädigung eingestellt hat.

1.3 Da der Streitwert bei einer Einstelldauer von 24 Tagen unter 
Fr. 20'000.-- liegt (Fr. 201.15 [vgl. act. II 32] x 24 = Fr. 4'827.60), fällt die 
Beurteilung der Beschwerde in die einzelrichterliche Zuständigkeit (Art. 57 
Abs. 1 GSOG).

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die versicherte Person hat Anspruch auf Arbeitslosenentschädi-
gung, sofern die Voraussetzungen gemäss Art. 8 Abs. 1 AVIG erfüllt sind. 
Die Arbeitslosenentschädigung wird als Taggeld ausgerichtet. Für eine 
Woche werden fünf Taggelder ausbezahlt (Art. 21 AVIG).

2.2

2.2.1 Nach Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG ist die versicherte Person in der 
Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn sie die Kontrollvorschriften oder 
die Weisungen der zuständigen Amtsstelle nicht befolgt, namentlich eine 
zumutbare Arbeit nicht annimmt. Die Ablehnung einer zumutbaren Arbeit 
ohne entschuldbaren Grund gilt als schweres Verschulden, was eine Ein-
stellung in der Anspruchsberechtigung zwischen 31 und 60 Tagen nach 
sich zieht (Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG in Verbindung mit Art. 45 Abs. 3 lit. c 
und Abs. 4 lit. b AVIV).

2.2.2 Gemäss Rechtsprechung ist der Einstellungstatbestand nach Art. 
30 Abs. 1 lit. d AVIG auch dann erfüllt, wenn die versicherte Person die 
Arbeit zwar nicht ausdrücklich ablehnt, es aber durch ihr Verhalten in Kauf 
nimmt, dass die Stelle anderweitig besetzt wird. Mithin erfasst der Tatbe-
stand grundsätzlich jedes Verhalten, welches das Zustandekommen eines 
Arbeitsvertrags scheitern lässt. Die arbeitslose versicherte Person hat bei 
den Verhandlungen mit dem künftigen Arbeitgeber klar und eindeutig die 
Bereitschaft zum Vertragsabschluss zu bekunden, um die Beendigung der 
Arbeitslosigkeit nicht zu gefährden (BGE 122 V 34 E. 3b S. 38; Entscheid 
des Bundesgerichts [BGer] vom 10. Juni 2021, 8C_24/2021, E. 3.1). Eben-
so ist der Tatbestand erfüllt, wenn sich die arbeitslose Person trotz Zuwei-
sung einer Stelle nicht ernsthaft um die Aufnahme von 
Vertragsverhandlungen bemüht. Ins Gewicht fallen sodann liederliche Be-
werbungsunterlagen oder das Auftreten, das Verhalten und die Äusserun-

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gen der versicherten Person während des Bewerbungsgesprächs (SVR 
2021 ALV Nr. 5 S. 16 E. 5.2). 

2.2.3 Ob eine Arbeit zumutbar ist, beurteilt sich nach Art. 16 AVIG: Nach 
dessen Abs. 1 ist grundsätzlich jede Arbeit zumutbar, während die Aus-
nahmen, in denen eine Arbeit als unzumutbar gilt, in Abs. 2 abschliessend 
aufgelistet sind (BGE 122 V 34 E. 4d S. 41; SVR 2021 ALV Nr. 5 S. 15 E. 
5.1). 

2.3 Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung nach Art. 30 Abs. 1 
lit. d AVIG setzt nicht (zwingend) den Nachweis eines 
Kausalzusammenhangs zwischen dem Verhalten der versicherten Person 
und der Verlängerung der Arbeitslosigkeit, mithin dem (auch) der 
Arbeitslosenversicherung entstandenen Schaden voraus. Vielmehr werden 
bestimmte Handlungen und Unterlassungen bereits dann sanktioniert, 
wenn sie erst ein Schadensrisiko in sich bergen (SVR 2021 ALV Nr. 5 S. 16 
E. 3.2; BARBARA KUPFER BUCHER, Bundesgesetz über die obligatorische 
Arbeitslosenversicherung und Insolvenzentschädigung, 5. Aufl. 2019, 
S. 227).

2.4 Der den Sozialversicherungsprozess beherrschende Untersu-
chungsgrundsatz (Art. 43 Abs. 1 ATSG) schliesst die Beweislast im Sinne 
einer Beweisführungslast begriffsnotwendig aus, da es Sache des Gerichts 
– und der verfügenden Behörde – ist, für die Zusammentragung des Be-
weismaterials besorgt zu sein. Die Parteien tragen mithin in diesem Verfah-
rensbereich in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der 
Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus 
dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese 
Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, 
durch die Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest 
die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 
144 V 427 E. 3.2 S. 429, 138 V 218 E. 6 S. 222). Dabei müssen die dem 
Einstellungstatbestand zugrunde liegenden Tatsachen mit dem im Sozial-
versicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein-
lichkeit erstellt sein (Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts 
[EVG, heute BGer] vom 22. Februar 2007, C 17/07, E. 2.2). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Nov. 2021, ALV/21/674, Seite 6

3.

3.1 Gestützt auf die im Recht liegenden Akten ist von Folgendem aus-
zugehen: 

3.1.1 Nachdem sich der Beschwerdeführer nach im Zuge einer betriebli-
chen Umstrukturierung erfolgter Kündigung des bisherigen Arbeitsverhält-
nisses per 31. Dezember 2020 (act. II 54) zur Arbeitsvermittlung und zum 
Bezug von Arbeitslosentschädigung angemeldet hatte (act. II 48-53), unter-
zeichneten er und sein Personalberater beim RAV am 15. Oktober 2020 
eine Wiedereingliederungsvereinbarung (act. IIA 198 f.). Ferner erfolgten 
(telefonische) Beratungsgespräche mit dem RAV-Personalberater (act. IIA 
194; 180). 

Am 1. Februar 2021 bewarb sich der Beschwerdeführer bei der 
E.________ AG (act. II 172). Mit E-Mail vom 26. Februar 2020 (act. IIA 170 
f.) hielt die Personalberaterin der E.________ zu Handen des RAV-
Personalberaters fest, am 24. Februar 2021 sei mit dem Beschwerdeführer 
vereinbart worden, dass er am Montag 1. März 2021 bei der F.________ 
AG in … probearbeiten gehe. Ab Dienstag hätte er dann einen unbefriste-
ten Einsatzvertrag für Fr. 30.-- pro Stunde erhalten. Es sei geplant gewe-
sen, dass der Beschwerdeführer nach drei Monaten temporärem Einsatz 
eine Festanstellung übernehmen würde. Der Beschwerdeführer habe "heu-
te Morgen" (26. Februar 2021) angerufen und mitgeteilt, dass er die Stelle 
nicht annehmen möchte, weil ihm der Lohn zu tief sei. Er habe vorher 
Fr. 5'769.-- pro Monat verdient. Die Lohneinbusse sei ihm zu hoch. Bei der 
E.________ wäre er auf Fr. 5’200.-- gekommen. Dies habe man ihm auch 
vorgerechnet. Für die Festanstellung hätte er dann mit der F.________ AG 
neu verhandeln müssen. Es sei aber davon auszugehen, dass der Lohn 
dann bei ca. Fr. 5’500.-- gelegen hätte. Wenn man noch berücksichtige, 
dass der Arbeitsweg um 22 km pro Strecke, also 44 km pro Tag kürzer sei, 
ergebe dies eine Ersparnis von Fr. 669.90 pro Monat. Das Angebot sei für 
den Beschwerdeführer auf keinen Fall unrentabel. Er sei darauf angespro-
chen worden, dass der Fall beim RAV gemeldet werde und er daher sicher 
mit einer Sanktion rechnen müsse. Es stosse seitens der E.________ "sehr 

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sauer auf", dass der Beschwerdeführer lieber arbeitslos sei, als diese Stelle 
anzunehmen. Er sei daher nach Art. 30 AVIG in der Anspruchsberechti-
gung einzustellen.

Auf die mit E-Mail vom 1. März 2020 (act. IIA 169) erfolgte Frage des RAV-
Beraters, "als was" der Beschwerdeführer angestellt worden wäre und in 
welchem Umfang er in den ersten drei Monaten hätte arbeiten können, 
antwortete die E.________-Personalberaterin gleichentags, dass er als … 
im Umfang von 100% angestellt worden wäre (act. IIA 169). 

3.1.2 Mit Schreiben vom 2. März 2021 (act. IIA 168) gewährte das RAV 
dem Beschwerdeführer unter Hinweis, dass eine allfällige Pflichtverletzung 
zu einer vorübergehenden Einstellung in der Anspruchsberechtigung 
führen könne, Gelegenheit zur Stellungnahme. Davon machte der Be-
schwerdeführer mit Schreiben vom 10. März 2021 (act. IIA 164 f.) Ge-
brauch und machte geltend, er widerspreche der Darstellung der 
E.________ vehement. Der angebotene Lohn von Fr. 5'200.-- pro Monat 
sei ihm keinesfalls zu tief gewesen, und zudem habe ihm die E.________ 
keinen schriftlichen Einsatzvertrag vorgelegt. Richtig sei, dass er am 24. 
Februar 2021 ein Gespräch mit der Personalberaterin der E.________ ge-
habt habe. Es stimme, dass sie ihm einen Einsatzvertrag für die Firma 
F.________ in … habe anbieten wollen. Er habe sich wie üblich nach den 
Konditionen erkundigt (Lohn, 13. Monatslohn, Arbeitszeit, Sozialleistungen 
etc.). Die Personalberaterin habe ihm jedoch nur sehr vage Auskünfte ertei-
len und auch nicht erklären können, wie der angebliche Lohn von 
Fr. 5’200.-- pro Monat zustande komme. Seine Berechnungen hätten einen 
Monatslohn von maximal Fr. 4’800.-- ergeben. Es habe sich bei der Stelle 
um eine dreimonatige Temporärstelle gehandelt. Auf die Frage, ob die 
Chance auf eine anschliessende Festanstellung bestehe, habe ihm die 
Personalberaterin auch keine klare Antwort liefern können. Seine selbst-
verständlichen und höflich gestellten, für ein Vorstellungsgespräch völlig 
üblichen und gerechtfertigten Fragen hätten die Personalberaterin offenbar 
aber verunsichert und verärgert. Das Telefonat habe deshalb ihrerseits 
angefangen zu eskalieren und sie habe in sehr unhöflichem Ton behauptet, 
dass er gar nicht arbeiten wolle und habe das Gespräch abrupt beendet. Er 

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habe jedoch nie gesagt, dass die Stelle ihn nicht interessieren würde, oder 
ihm der Lohn grundsätzlich zu tief sei.

Der Beschwerdeführer erklärte ferner, es stimme, dass er am 26. Februar 
2021 die Personalberaterin nochmals angerufen habe. Aber nicht um ihr 
mitzuteilen, dass er die Stelle wegen des Lohnes nicht habe annehmen 
wollen, sondern um im Gegenteil sein Interesse nochmals zu bekunden 
und vielleicht doch noch seine offenen Fragen erörtern zu können. Auch 
dieses Telefongespräch sei von ihrer Seite jedoch sehr unbefriedigend und 
unhöflich verlaufen. Er habe sich dann direkt bei der entsprechenden Firma 
bewerben wollen, jedoch habe ihm sein RAV-Berater empfohlen, davon 
abzusehen (aufgrund des Konfliktes mit der E.________). Aus dem Darge-
legten werde klar, dass er keinesfalls eine zumutbare Stelle abgelehnt ha-
be, sondern im Gegenteil sein Interesse bekundet habe, aber der 
Vertragsabschluss aufgrund des unprofessionellen Verhaltens der 
E.________ nicht zustande gekommen sei.

Auf Ersuchen des RAV hin nahm die Personalberaterin der E.________ mit 
E-Mail vom 18. März 2021 (act. IIA 155) zur Darstellung des Beschwerde-
führers Stellung. Sie halte an ihrer Darlegung (vom 26. Februar 2021) fest. 
Sie hätten täglich mit Menschen zu tun, die arbeitslos seien und Stellen 
ablehnten. Grundsätzlich verdienten sie auch kein Geld, wenn sie dem 
RAV versicherte Personen meldeten, die Stellen ablehnten. Ausserdem 
habe eine Arbeitskollegin den Fall auch "live" mitbekommen und sie werde 
ihre Aussage bestätigen.

3.1.3 Im Einspracheverfahren hielt der RAV-Berater mit E-Mail vom 
2. August 2021 (act. IIA 75 f.) fest, er habe mit dem Beschwerdeführer in 
der Zeit vom 24. Februar bis 17. März 2021 Kontakt gehabt, das Telefon-
gespräch aber nicht protokolliert. Nachdem der Beschwerdeführer die Stel-
lungnahme erhalten habe, habe dieser ihn angerufen und seine Sicht 
geschildert, wie er sie auch in der Stellungnahme geschrieben habe. Er 
habe dem Beschwerdeführer gesagt, dass der Stellenvermittler "bestimmt 
nicht Freude" habe, wenn er sich bei der Firma direkt bewerbe und das 
Probleme geben könnte. "Das mit dem Lohn" habe er in erster Linie von 
der Rückmeldung des Stellenvermittlers. Der Beschwerdeführer habe ihm 
aber gesagt, dass er den Stundenlohn zuerst falsch gerechnet habe. Er 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Nov. 2021, ALV/21/674, Seite 9

habe dem Beschwerdeführer gesagt, dass der Monat im Durchschnitt 21.7 
Tage habe und so der Lohn auch höher sei als er für sich gerechnet habe. 
Im Übrigen sei der Beschwerdeführer die ganze Zeit sehr engagiert gewe-
sen und habe viel "für eine neue Stelle gemacht."

Mit Schreiben vom 13. August 2021 (act. IIA 71 f.) bestätigte der Be-
schwerdeführer, es stimme, dass er seinen RAV-Personalberater im Tele-
fongespräch vom 2. März 2021 gefragt habe, ob er sich direkt beim 
Einsatzbetrieb melden solle und der RAV-Berater dann davon abgeraten 
habe. Ebenfalls stimme es, dass der Beschwerdeführer in diesem Telefon-
gespräch vom 2. März 2021 über die Lohnhöhe und deren Berechnung 
gesprochen habe.

3.2 Aufgrund der vorliegenden Akten steht überwiegend wahrschein-
lich fest, dass der Beschwerdeführer am 24. und 26. Februar 2021 jeweils 
ein (telefonisches) Gespräch mit der Personalberaterin der E.________ 
hatte. Soweit der Beschwerdegegner das zweite Gespräch vom 26. Febru-
ar 2021 in Zweifel zu ziehen scheint (vgl. Beschwerdeantwort, S. 5, Art. 3 
["Selbst wenn also dem Beschwerdeführer gefolgt werden sollte, dass er 
sich am 26. Februar 2021 nochmals gemeldet habe"]) ist darauf hinzuwei-
sen, dass die Personalberaterin der E.________ in der E-Mail vom 26. Fe-
bruar 2021 auf einen Anruf des Beschwerdeführers von "heute Morgen" 
Bezug nimmt, was nur den 26. Februar 2021 betreffen kann (act. IIA 170). 
Ferner ist unbestritten und anerkennt der Beschwerdeführer, dass die Per-
sonalberaterin der E.________ ihm einen Einsatzvertrag für eine Tätigkeit 
bei der F.________ AG in … anbieten wollte. Schliesslich ist auch hinrei-
chend erstellt, dass es bei den beiden Telefonaten inhaltlich um die (ver-
traglichen) Modalitäten des angebotenen Einsatzes bei der F.________ AG 
ging, wobei – was im Grundsatz ebenso unbestritten ist – auch die Lohn-
frage zur Diskussion gestanden hat.

3.3 Darüber hinaus gehen die von den Parteien eingenommenen 
Standpunkte hinsichtlich des anlässlich dieser Gespräche Vorgefallenen 
auseinander. 

3.3.1 Der Beschwerdegegner macht u.a. gestützt auf die Angaben der 
Personalberaterin der E.________ geltend, es sei wegen der unterschiedli-

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chen Lohnvorstellungen nicht zur Anstellung bei der F.________ AG ge-
kommen. Demgegenüber erklärt der Beschwerdeführer, die Vertragsver-
handlungen seien bereits gescheitert, als er telefonisch im üblichen Rah-
men Fragen zum Lohn gestellt habe. Zu prüfen ist somit im Folgenden, ob 
der Beschwerdeführer in den Telefongesprächen vom 24. und 26. Februar 
2021 die Anstellung wegen eines zu tiefen Lohns ablehnte, oder ob die 
Vertragsverhandlungen aus anderen Gründen scheiterten.

3.3.2 Entgegen der – tendenziellen, wenngleich auch relativierten – Auf-
fassung des Beschwerdegegners (Beschwerde, S. 4, Art. 2) kommt den 
Angaben der Personalberaterin der E.________ kein höherer Beweiswert 
zu als der Darstellung des Beschwerdeführers, zumal die Art und Weise 
der Schilderung des Gesprächsinhalts durch die Personalberaterin der 
E.________ Zweifel an deren Objektivität und in der Folge der Vollständig-
keit und Richtigkeit des wiedergegebenen Sachverhalts aufkommen las-
sen. Ferner können die Angaben der Personalberaterin der E.________ 
nicht anhand echtzeitlicher Dokumente verifiziert werden; insbesondere 
wurden die nämlichen Gespräche nicht protokolliert. Auch ihre Darstellung 
in der E-Mail vom 18. März 2021 (act. IIA 155), wonach eine Zeugin "den 
Fall auch live mitbekommen" haben soll, kann insoweit nicht den Tatsachen 
entsprechen, als es sich um ein Telefonat handelte und die angebliche 
Zeugin folglich nicht selber mithören konnte, welchen Standpunkt der Be-
schwerdeführer bei den Gesprächen vertrat (vgl. act. IIA 72). Anhand der 
Angaben der Personalberaterin der E.________ lässt sich nicht (überwie-
gend wahrscheinlich) belegen, dass der Beschwerdeführer anlässlich die-
ser Telefonate ein Verhalten – namentlich im Sinne von inadäquaten 
Lohnvorstellungen – an den Tag gelegt hat, welches zumindest ein Scha-
densrisiko im Sinne einer Verlängerung der Arbeitslosigkeit bzw. eines 
Scheiterns von Vertragsverhandlungen in sich barg. 

Die Darstellung der Personalberaterin der E.________ hat auch nicht des-
halb mehr Glaubwürdigkeit als jene des Beschwerdeführers, weil dieser 
bereits einmal eine Stelle wegen unbefriedigendem Lohn abgelehnt haben 
soll, wie der Beschwerdegegner geltend macht. Eine solche Schlussfolge-
rung kann auch nicht im Verbund mit den übrigen Akten gezogen werden: 
Was insbesondere den Eintrag im Verlaufsprotokoll vom 17. März 2021 

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betrifft, worin der RAV-Berater festhielt, die Anstellung bei der F.________ 
AG sei "wegen dem Lohn abgesagt" worden (act. IIA 80), bezog sich diese 
Angabe – wie der RAV-Berater in der Stellungnahme vom 2. August 2021 
ausdrücklich einräumte (act. IIA 75) – auf die Rückmeldung des Stellen-
vermittlungsbetriebs respektive der Personalberaterin der E.________, auf 
welche jedoch nach dem Dargelegten nicht abgestellt werden kann. Aus 
dem RAV-Verlaufsprotokoll ergeben sich auch keine weiteren Anhaltspunk-
te, wonach der Beschwerdeführer das Zustandekommen der hier streitigen 
Anstellung bei der F.________ AG von einer spezifischen Lohnhöhe (oder 
anderen Bedingungen) abhängig gemacht hätte.

3.3.3 Der Umstand, dass Unklarheiten hinsichtlich der Berechnung der 
Lohnhöhe bestanden hätten, wie der Beschwerdeführer vorbringt, darf ihm 
ebenfalls nicht zum Nachteil gereichen. Blosses Nachfragen hinsichtlich 
der Berechnung des Lohns (oder anderer Vertragsmodalitäten) kommt 
nicht einem Verhalten gleich, welches erfahrungsgemäss das 
Zustandekommen eines Arbeitsvertrages scheitern lässt oder den Schluss 
auf einen fehlenden Vertragswillen zulässt. Auch eine arbeitslose Person 
darf im Rahmen eines Vorstellungsgespräches mit der potentiellen Arbeit-
geberin über den Lohn verhandeln, soweit sie aufgrund ihrer Schadenmin-
derungspflicht dadurch nicht die Chance der angebotenen Anstellung 
vereitelt, wenn ersichtlich wird, dass die Gegenseite damit nicht einver-
standen ist (vgl. Entscheid des BGer vom 10. Februar 2020, 8C_750/2019, 
E. 4.3.1). Nichts Anderes kann gelten, wenn – wie hier – ein (privater) Ar-
beitsvermittlungsbetrieb (vgl. VZAVG; abrufbar unter www.avg-
seco.admin.ch) im Sinne des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 1989 über 
die Arbeitsvermittlung und den Personalverleih (Arbeitsvermittlungsgesetz 
[AVG]; SR 823.11) beteiligt ist, der als Verleiher im Rahmen eines Perso-
nalverleihs als Arbeitgeber fungiert. Allein aus dem Umstand, dass die 
Lohnfrage Diskussionsgegenstand bildete, lässt sich demnach nicht bereits 
auf ein eine mögliche Anstellung gefährdendes Verhalten schliessen. 

Somit ist nicht von Belang, dass der Beschwerdeführer – wie der 
Beschwerdegegner vorbringt (Beschwerdeantwort, S. 5, Art. 3) – den 
angebotenen Stundenlohn von Fr. 30.-- nicht bestreitet. Ob schliesslich die 
vom Beschwerdeführer beabsichtigte, vom RAV-Berater jedoch mit Blick 

http://www.avg-seco.admin.ch
http://www.avg-seco.admin.ch

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Nov. 2021, ALV/21/674, Seite 12

auf das Konfliktpotential mit der E.________ nicht empfohlene 
Direktbewerbung bei der F.________ AG (act. IIA 75) im Lichte der 
Sanktionsdrohung (Beschwerdeantwort, S. 6, Art. 4) erfolgte oder nicht, 
kann dahingestellt bleiben. Jedenfalls stellt eine solche Absicht des 
Beschwerdeführers kein Verhalten dar, welches gegen eine Bereitschaft 
zum Vertragsabschluss zwecks Beendigung der Arbeitslosigkeit spräche. 

3.4 Zusammenfassend ist nicht mit dem Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der Beschwerdeführer, 
welcher seitens des RAV-Beraters wiederholt als engagierter 
Stellensuchender bezeichnet wurde (vgl. act. IIA 41; 75), die Arbeitsstelle 
bei der F.________ AG abgelehnt bzw. durch sein Verhalten ein 
Zustandekommen eines Arbeitsverhältnisses gefährdet oder vereitelt hat. 
Von weiteren Beweismassnahmen sind keine zusätzlichen (beweisrechtlich 
relevanten) Erkenntnisse in Bezug auf die dem Einstellungstatbestand 
zugrunde liegenden Tatsachen zu erwarten. Die Folgen der Beweislosigkeit 
sind vom Beschwerdegegner zu tragen (vgl. E. 2.4 vorne). Der 
Beschwerdeführer wurde folglich zu Unrecht (ab dem 27. Februar 2021 im 
Umfang von 24 Tagen) in der Anspruchsberechtigung auf 
Arbeitslosenentschädigung eingestellt. In Gutheissung der Beschwerde ist 
der angefochtene Einspracheentscheid vom 24. August 2021 aufzuheben. 

4.

4.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG 
(Umkehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu 
erheben.

4.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-
sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g 
ATSG).

Mit am 26. Oktober 2021 eingereichter und nicht zu beanstandender Kos-
tennote hat Rechtsanwältin C.________ ein Honorar von Fr. 2'287.50, Aus-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Nov. 2021, ALV/21/674, Seite 13

lagen von Fr. 59.90 und die Mehrwertsteuer (MWST) von Fr. 180.75 gel-
tend gemacht. Der gesamte Parteikostenersatz wird somit auf Fr. 2'528.15 
(inkl. Auslagen und MWST) festgesetzt.

Demnach entscheidet die Einzelrichterin:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Einspracheent-
scheid des Amts für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern vom 
24. August 2021 aufgehoben.

2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. Der Beschwerdegegner hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 2'528.15 (inkl. Auslagen und MWST), zu er-
setzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin C.________ z.H. des Beschwerdeführers
- Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern, Rechtsdienst 
- Staatssekretariat für Wirtschaft – SECO

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Nov. 2021, ALV/21/674, Seite 14

Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.