# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** aca97522-89d1-5f8b-9e6a-ce71fbf2f0e2
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-02-23
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 23.02.2016 S 2015 41
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2015-41_2016-02-23.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 15 41

2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Moser
Richter Meisser, Racioppi 

Aktuarin ad hoc Christen

URTEIL

vom 23. Februar 2016

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Elisabeth Blumer, 

Beschwerdeführer

gegen 

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA), 

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

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1. B._____ arbeitete seit Juli 2006 in einem 60%-Pensum als Sekretärin bei 

der C._____ AG in O.1._____ und war dadurch bei der Schweizerischen 

Unfallversicherungsanstalt (Suva) obligatorisch unfallversichert. Am 3. Juli 

2014 kehrte sie von einer Wanderung nicht zurück. Ihr Ehemann, 

A._____, meldete sie bei der Kantonspolizei Graubünden als vermisst. Es 

wurde sofort eine Suchaktion eingeleitet, bei welcher auch die 

Schweizerische Rettungsflugwacht (Rega), die SAC Rettungsstation 

Rätia der Alpinen Rettung Schweiz (ARS) und die Armee, letztere mit 

Helikoptern und mit einer Wärmebildkamera (FLIR), zum Einsatz kamen. 

Die Suchaktion war erfolglos. Mit Schadenmeldung vom 7. Juli 2014 

meldete die C._____ AG den Vorfall der Suva.

2. Für die Suchaktion stellte die Rega der Suva Fr. 8'061.75 in Rechnung, 

die ARS Fr. 51'354.55. Mit Verfügung vom 12. Januar 2015 verweigerte 

die Suva die Übernahme dieser Kosten mit der Begründung, nur wenn mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit ein Unfall vorliegen würde, könnten die 

Kosten für die Suche nach einer vermissten Person übernommen werden. 

3. Gegen diese Verfügung erhob A._____ am 9. Februar 2015 Einsprache. 

Mit Einspracheentscheid vom 27. Februar 2015 wies die Suva die 

Einsprache ab. Es könne nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

davon ausgegangen werden, dass die Versicherte am 3. Juli 2014 einen 

Unfall erlitten habe.

4. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A._____ (nachfolgend: 

Beschwerdeführer) am 1. April 2015 Beschwerde an das 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Er beantragte, der 

angefochtene Entscheid sei vollumfänglich aufzuheben und die Kosten für 

die Suche nach B._____ im Betrag von Fr. 59'912.80 seien von der Suva 

zu übernehmen. Zur Begründung machte der Beschwerdeführer geltend, 

ein Unfall sei die wahrscheinlichste Ursache für das Verschwinden seiner 

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Frau. Ein Suizid oder ein Untertauchen könne ausgeschlossen werden, 

seine Frau sei ein lebensfroher Mensch mit unproblematischen 

Lebensumständen gewesen. Im Gebiet ums Fürhörnli gebe es unzählige 

Möglichkeiten abzurutschen und über eine Felsstufe abzustürzen. Das 

Gebiet sei für eine Suche äusserst schwierig, unmöglich könnten alle 

Runsen und Felsriegel zu 100 % terrestrisch abgesucht werden. 

5. Die Suva beantragte in ihrer Beschwerdeantwort vom 20. April 2015 die 

Abweisung der Beschwerde. Sie verwies auf die Begründung im 

Einspracheentscheid und ergänzte, ebenso wahrscheinlich wie ein Unfall 

seien beispielsweise ein medizinisches Problem, Verirren, Erschöpfung, 

Suizid oder Untertauchen. 

Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensparteien in den 

Rechtsschriften und im angefochtenen Entscheid sowie auf die 

eingereichten Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Anfechtungsobjekt ist der Einspracheentscheid der Suva vom 27. Februar 

2015. Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) in Verbindung mit Art. 56 Abs. 1 

und Art. 58 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann gegen 

Einspracheentscheide der Unfallversicherer beim Versicherungsgericht 

desjenigen Kantons Beschwerde erhoben werden, in welchem die 

versicherte Person oder der Beschwerde führende Dritte zur Zeit der 

Beschwerdeführung Wohnsitz hat. Vorliegend wohnt der 

Beschwerdeführer in O.2._____, weshalb die örtliche Zuständigkeit des 

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Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden gegeben ist. Dessen 

sachliche und funktionelle Zuständigkeit ergibt sich aus Art. 57 ATSG in 

Verbindung mit Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Damit ist die Zuständigkeit 

des angerufenen Gerichts zu bejahen. Als Adressat ist der 

Beschwerdeführer vom angefochtenen Entscheid berührt und weist ein 

schutzwürdiges Interesse an dessen Überprüfung auf (Art. 59 ATSG). Auf 

die zudem frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit 

einzutreten (Art. 60 und Art. 61 lit. b ATSG).

b) Streitig und nachfolgend zu prüfen ist, ob die Suva für die Kosten der 

Suche nach der Ehefrau des Beschwerdeführers aufzukommen hat. Es 

geht dabei um die Rechnung der Schweizerischen Rettungsflugwacht 

(Rega) im Betrag von Fr. 8’061.75 und um die zwei Rechnungen der 

Alpinen Rettung Schweiz (ARS) in der Höhe von Fr. 51'354.55, somit um 

einen Gesamtbetrag von Fr. 59'416.30.

2. Gemäss Art. 13 UVG und Art. 20 der Verordnung über die 

Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) werden die durch einen Unfall 

notwendig gewordenen Rettungs- und Bergungskosten vergütet. Die Ad-

hoc-Kommission Schaden UVG präzisierte in ihrer Empfehlung Nr. 1/94 

vom 29. Juni 1994, totalrevidiert am 26. Juni 2013, dass die Rettungs- 

und Bergungskosten auch die Kosten für die Suche nach einer 

vermissten Person umfassen, wenn deren Ausbleiben die adäquate Folge 

eines Unfalles ist und so lange als nach den Umständen und nach der 

Lebenserfahrung damit zu rechnen ist, die vermisste Person lebend zu 

finden. Die Empfehlungen der Ad-hoc-Kommission Schaden UVG stellen 

zwar keine Weisungen an die Durchführungsorgane der obligatorischen 

Unfallversicherung dar und sind insbesondere für den Richter nicht 

verbindlich. Nach der Rechtsprechung sind sie jedoch geeignet, eine 

rechtsgleiche Praxis sicherzustellen, weshalb sie zu berücksichtigen sind 

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(BGE 120 V 224 E.4c). Im vorliegenden Fall stellt die Suva denn auch zu 

Recht nicht in Abrede, dass sie unfallbedingte Suchkosten grundsätzlich 

zu übernehmen hat.

3. a) Nach Art. 6 Abs. 1 UVG gewährt die obligatorische Unfallversicherung 

Leistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und 

Berufskrankheiten. Ein Unfall ist gemäss der Definition in Art. 4 ATSG die 

plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines 

ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine 

Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen 

Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. 

b) Der Sozialversicherer als verfügende Instanz und - im Beschwerdefall - 

der Richter dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn 

sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Während im Zivil- und 

Strafverfahren die richterliche Überzeugung grundsätzlich auf dem vollen 

Beweis gründet, haben Sozialversicherer und Richter im 

Sozialversicherungsrecht ihren Entscheid üblicherweise nach dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (BGE 141 V 

216 E.5.2). Im Sozialversicherungsrecht ist mit anderen Worten jener 

Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die von allen möglichen 

Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste zu würdigen ist. Die 

blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den 

Beweisanforderungen nicht (BGE 121 V 204 E.6b, 119 V 7 E.3c/aa). 

c) Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz 

beherrscht, was die Beweislast im Sinne einer Beweisführungslast 

begriffsnotwendig ausschliesst. Im Sozialversicherungsprozess tragen 

mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle 

der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die 

aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. 

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Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich 

erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer 

Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die 

Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 

V 261 E.3b, 131 V 472 E.6).

4. Im vorliegenden Fall umfasst der Sachverhalt zahlreiche geografische 

Aspekte (Lage der Gipfel, Verlauf der Wanderwege etc.). Einen Überblick 

über diese Aspekte verschafft man sich am besten auf der Geoinforma-

tionsplattform der Schweizerischen Eidgenossenschaft (https://map.geo. 

admin.ch). Aufgrund des Rapports der Kantonspolizei Graubünden vom 

28. August 2014 (Suva-act. 15) und aufgrund des Einsatzrapports der 

SAC Rettungsstation Rätia vom 9. Juli 2014 (Suva-act. 12) ist der 

Sachverhalt ansonsten wie folgt ausgewiesen:

a) Am Donnerstag, dem 3. Juli 2014, einem schönen Sommertag ohne 

Niederschläge, wollte die Versicherte eine Wanderung aufs Fürhörnli 

unternehmen. Am Morgen fuhr sie gemeinsam mit dem 

Beschwerdeführer mit dem Auto von ihrem Wohnort in O.2._____ nach 

Chur. Um zirka 7:15 Uhr stieg sie aus und begab sich von dort zur 

Postautostation beim Bahnhof Chur. Um 8:05 fuhr sie mit dem Postauto 

nach Maladers. Die Fahrt dauerte rund 15 Minuten, so dass die 

Versicherte die Wanderung um zirka 8:20 Uhr beginnen konnte. Um zirka 

10:00 Uhr traf sie bei Aschiersch (knapp 1 km südwestlich des Fürhörnli 

Gipfels, unterhalb des Punktes 1737) einen Wanderer, mit dem sie sich 

kurz unterhielt. Am Abend meldete sich die Versicherte nicht wie 

abgemacht bis 18:00 Uhr telefonisch beim Beschwerdeführer. Er konnte 

sie auf ihrem Mobiltelefon nicht erreichen und traf sie auch nicht zu Hause 

an. Um 19:02 Uhr machte der Beschwerdeführer deshalb bei der 

Kantonspolizei Graubünden eine Vermisstenanzeige.

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b) Die Kantonspolizei Graubünden leitete sofort die Suche ein. Die 

Standortermittlung des Mobiltelefons der Vermissten verlief erfolglos. 

Retter der SAC Rettungsstation Rätia der ARS begannen um 20:30 Uhr 

mit der Sucharbeit am Boden im System „erweiterte Wegsuche“, bei 

welchem Wege und das talseitig an die Wege angrenzende Gelände 

abgesucht werden (vgl. Lehrmittel Alpine Rettung, ARS, Teil 4 

Rettungstechniken, 2012, S. 15). Um 20:40 Uhr führte die Rega einen 

Suchflug durch. Es fanden sich keine Hinweise auf den Verbleib der 

Vermissten und in den Gipfelbüchern konnte die Rega Crew keinen 

Eintrag der Vermissten finden. Es kamen mehrere Teams mit 

Personensuchhunden zum Einsatz, welche jeweils zunächst einer Fährte 

folgen konnten, diese dann aber wieder verloren. Von 1:40 bis 3:00 Uhr 

nachts suchte ein Armeehelikopter das offene Gelände oberhalb der 

Waldgrenze erfolglos mit einer Wärmebildkamera (FLIR) ab. Am Freitag, 

dem 4., und am Samstag, dem 5. Juli 2014, wurde die Suche aus der Luft 

und am Boden weitergeführt und am Sonntag, dem 6. Juli 2014, fand eine 

terrestrische Suche statt. Danach wurde die Suchaktion eingestellt (vgl. 

Einsatzrapport SAC Rettungsstation Rätia [Suva-act. 12] und 

Polizeirapport Kantonspolizei Graubünden vom 5. Juli 2015 [Suva-act. 

15]).

c) Am 4. Juli 2014 startete die Kantonspolizei Graubünden eine 

Öffentlichkeitsfahndung. Darauf meldete sich gemäss Polizeirapport am 

5. Juli 2014 der Wanderer, der die Vermisste bei Aschiersch getroffen 

hatte. Laut seinen Angaben war ihm nichts Aussergewöhnliches 

aufgefallen (Suva-act. 15 S.5). Ansonsten gingen keine verwertbaren 

Hinweise bei der Polizei ein.

5. Der letzte bekannte Aufenthaltsort der Versicherten war somit Aschiersch. 

Bekannt ist auch, dass die Versicherte von Maladers (ca. 1000 m.ü.M.) 

bis Aschiersch (ca. 1700 m.ü.M) gut eineinhalb Stunden gebraucht hatte, 

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was angesichts der 700 Meter Höhendifferenz und der rund 3 km 

Horizontaldistanz auf ein zügiges Marschtempo schliessen lässt. Daraus 

lässt sich folgern, dass die Versicherte den Gipfel des Fürhörnli wohl 

bereits um etwa 10:30 Uhr erreichte respektive erreicht hätte. Welche 

Route die Versicherte für den Abstieg geplant hatte, ist nicht bekannt. Ab 

dem Fürhörnli standen ihr angesichts der frühen Tageszeit und 

angesichts ihres Marschtempos verschiedenste Abstiegsmöglichkeiten 

offen. Sie hatte die Möglichkeit, bis zum Ochsenberg zurückzugehen und 

dort einen der verschiedenen Wege hinunter nach Chur zu nehmen und 

noch einen Abstecher auf die Rote Platte anzuhängen. Sie konnte aber 

auch weitergehen zum Montalin und zum Gromser Chopf. Von dort 

konnte sie auf zahlreichen Varianten zu verschiedenen Dörfern absteigen, 

und selbst ein Abstieg auf die Nordseite wäre in Frage gekommen. Nach 

den Angaben im Polizeirapport umfasste das Suchgebiet, umschrieben 

mit „Fürhörnli – Ochsenberg – Montalin – Mittenberg – Rote Platte“ 

deshalb Wanderwege von insgesamt zirka 75 km Länge (Suva-act. 15 

S.3). Betrachtet man dieses Suchgebiet auf dem Geoinformationsportal, 

so kann festgestellt werden, dass es in diesem Gebiet viele 

Absturzmöglichkeiten gibt. Das Gelände ist oftmals steil, es hat zahlreiche 

Felsriegel und Runsen und auf der NW-Seite des Kammes zwischen 

Ochsenberg und Gromser Chopf bricht das Gelände in grossen 

Felsabbrüchen steil ab. In diesem Suchgebiet eine verunfallte Person zu 

finden, ist schwierig, insbesondere im steilen, bewaldeten Gelände, wo 

nicht aus der Luft gesucht werden kann und wo die Suchhunde abseits 

der Wege nicht effektiv eingesetzt werden können. Eine verunfallte 

Person kann in diesem Suchgebiet trotz intensiver Suche verschollen 

bleiben. Die Suva geht deshalb zu Recht davon aus, dass der Misserfolg 

der Suchaktion ein Unfallereignis keineswegs ausschliesst.

6. Zu untersuchen ist nun, welche Gründe für das Verschwinden der 

Versicherten in Frage kommen und wie wahrscheinlich die einzelnen 

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Möglichkeiten sind. Während nach der Ansicht des Beschwerdeführers 

nur ein Unfall das Verschwinden erklären kann, ist die Suva der Meinung, 

ein Unfall, namentlich ein Absturz oder ein Gewaltdelikt, sei ebenso 

denkbar wie ein medizinisches Problem, Verirren, Erschöpfung, Suizid 

oder Untertauchen.

a) Ein medizinisches Problem ist entgegen der Ansicht der Suva nicht 

wahrscheinlich. Zwar ist nach der Bergnotfallstatistik des SAC eine 

Erkrankung recht häufige Ursache eines Bergnotfalls (http://www.sac-

cas.ch/unterwegs/sicherheit/bergnotfallstatistik.html; besucht am 25. 

Januar 2015). Hätte aber vorliegend die Versicherte ein ernsthaftes 

gesundheitliches Problem gehabt, so hätte sie höchstwahrscheinlich mit 

ihrem Mobiltelefon alarmiert. Aus dem Polizeirapport ist ersichtlich, dass 

sie ein Mobiltelefon mitgeführt aber nicht eingeschaltet hatte (Suva-act. 

15 S.4). Und nach den Netzabdeckungskarten der wichtigsten 

Telefonanbieter Swisscom, Sunrise und Salt (einsehbar auf deren 

Internetseiten) wäre eine Alarmierung im gesamten Suchgebiet möglich 

gewesen. Bei einem medizinischen Problem hätte sich die Versicherte 

zudem mit grösster Wahrscheinlichkeit in unmittelbarer Nähe des 

Wanderweges niedergelassen, so dass sie bei der auf die Wanderwege 

konzentrierten Suchaktion gefunden worden wäre. Gegen ein 

medizinisches Problem spricht schliesslich, dass die Versicherte nach 

Aussage des Beschwerdeführers und nach Aussage der Arbeitgeberin in 

deren Schreiben vom 16. März 2015 (Beilage Nr. 5 des 

Beschwerdeführers) keinerlei gesundheitliche Probleme hatte und sehr 

sportlich und fit war.

b) Ein Verirren kann das Verschwinden der Versicherten ebenfalls nicht 

schlüssig erklären. Hätte sich die Versicherte verirrt, so hätte sie sich mit 

grösster Wahrscheinlichkeit per Mobiltelefon gemeldet (vgl. vorne E.6a). 

Dass sie unbeabsichtigt vom Wanderweg abkam, ist unwahrscheinlich. 

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Nach Angabe des Beschwerdeführers gegenüber der Polizei und der 

alpinen Rettung war die Versicherte eine erfahrene Wanderin und kannte 

das Wandergebiet zwischen Chur und Montalin recht gut (Suva-act. 12 

S.2 sowie 15 S.3). Dass die Versicherte den Weg absichtlich verlassen 

hat, ist ebenfalls wenig wahrscheinlich. Nach Aussage des 

Beschwerdeführers war sie zuvor beim Wandern immer auf den 

markierten Wanderwegen geblieben, hatte keine Pflanzen oder Pilze 

gesammelt und keine Tierbeobachtungen gemacht (Einsatzrapport SAC 

Rettungsstation Rätia vom 9. Juli 2014, Suva-act. 12 S.2). Gegen ein 

Verirren spricht schliesslich, dass die Versicherte eher vorsichtig und 

zuverlässig war und mit der Landkarte umgehen konnte. Dies bestätigten 

nebst dem Beschwerdeführer auch ihre Eltern, ihre Schwester und eine 

Freundin (Einsatzrapport SAC Rettungsstation Rätia, Suva-act. 12 S.2). 

c) Die Suva macht weiter Erschöpfung als mögliche Ursache für das 

Verschwinden der Versicherten geltend. Auch dies ist wenig 

wahrscheinlich. Wäre die Versicherte erschöpft gewesen, hätte sie 

alarmiert und wäre wohl bei der Suchaktion in unmittelbarer Nähe eines 

Weges gefunden worden. Zudem ist anzunehmen, dass sie als geübte 

Wanderin ihre Leistungsfähigkeit richtig einschätzen konnte und dass sie 

deshalb keine Abstiegsroute gewählt hat, welche sie konditionell 

überfordert hätte. 

d) Einem Suizid ist ebenfalls nur eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit 

beizumessen. Nach der Aussage des Beschwerdeführers war die 

Versicherte ein lebenslustiger, fröhlicher und sehr zufriedener Mensch 

ohne gravierende gesundheitliche oder sonstige Probleme. Die 

Arbeitgeberin bestätigte dies und ergänzte, dass die Versicherte an ihrer 

Arbeitsstelle dank ihrer Zuverlässigkeit und ihrem liebenswerten 

Charakter sehr beliebt gewesen sei und keinerlei Mobbing oder 

Feindschaften vorgelegen hätten (Schreiben vom 16. März 2015, Beilage 

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Nr. 5 des Beschwerdeführers). Der Beschwerdeführer macht weiter 

geltend, die Versicherte habe nie  Suizidabsichten geäussert und es liege 

auch kein Abschiedsbrief vor. Sie hätten immer wieder grössere Reisen 

unternommen, und seine Frau sei vor ihrem Verschwinden mit 

Begeisterung mit der Planung einer Weltreise beschäftigt gewesen. Die 

Arbeitgeberin bestätigte, dass die Versicherte und der Beschwerdeführer 

etliche abenteuerliche Reisen unternommen hatten (Schreiben vom 16. 

März 2015, Beilage Nr. 5 des Beschwerdeführers). Diese Vorbringen sind 

glaubhaft, so dass die Lebensumstände der Versicherten einen Suizid 

äusserst unwahrscheinlich erscheinen lassen.

e) Die soeben dargelegten Lebensumstände sprechen auch gegen ein 

Untertauchen. Es sind keinerlei Gründe ersichtlich, weshalb die 

Versicherte ihre glückliche Lebenssituation hätte verlassen sollen. 

Sodann wird im Rapport der Kantonspolizei Graubünden bestätigt, dass 

von den Konten des Beschwerdeführers und den Konten der Versicherten 

vor und nach der Vermisstmeldung keine aussergewöhnlichen 

Geldbezüge statt gefunden haben (Suva-act. 15 S.5).

f) Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die von der Suva 

geltend gemachten Szenarien (medizinisches Problem, Verirren, 

Erschöpfung, Suizid, Untertauchen) alle wenig wahrscheinlich sind. Damit 

rückt ein Unfall als Ursache für das Verschwinden der Versicherten klar in 

den Mittelpunkt. Von allen möglichen Geschehensabläufen ist ein Unfall 

am wahrscheinlichsten. Denn auf sämtlichen Abstiegsvarianten, die der 

Versicherten offen standen, besteht die Möglichkeit, bei einem Fehltritt 

über einen Felsriegel abzustürzen oder im steilen Waldgelände mit 

grosser Wucht an einen Baum zu prallen und sich dabei schwer zu 

verletzen. Dass Wandern ein gewisses Risiko birgt, zeigt die 

Bergnotfallstatistik des SAC. Danach ist Bergwandern diejenige alpine 

Disziplin, bei welcher am meisten Bergnotfälle auftreten. So gab es in den 

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letzten Jahren beim Wandern in der Schweiz jeweils rund 1000 

Bergnotfälle, das heisst schwere Unfälle, die einen Einsatz der Rega oder 

der ARS nötig machten. Absturz war über alle alpinen Disziplinen 

betrachtet die häufigste Unfallursache (http://www.sac-

cas.ch/unterwegs/sicherheit/bergnotfallstatistik.html; besucht am 25. 

Januar 2015). Dabei sind erfahrungsgemäss nicht nur unerfahrene 

Wanderer von Absturzunfällen betroffen, weil in ausgesetzten 

Wegstücken ein Stolpern oder eine Unachtsamkeit für einen Absturz 

genügen.

7. a) Damit ist mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

erstellt, dass die Versicherte auf der Wanderung am 3. Juli 2014 einen 

Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG erlitten hat. Wie bereits dargelegt (vgl. 

vorne E.2) werden gemäss Art. 13 UVG und Art. 20 UVV die durch einen 

Unfall notwendig gewordenen Rettungs- und Bergungskosten durch den 

Unfallversicherer vergütet, wobei die Rettungs- und Bergungskosten auch 

die Kosten für die Suche nach einer vermissten Person umfassen, wenn 

deren Ausbleiben die adäquate Folge eines Unfalles ist und so lange als 

nach den Umständen und nach der Lebenserfahrung damit zu rechnen 

ist, die vermisste Person lebend zu finden (Empfehlung Nr. 1/94 der Ad-

hoc-Kommission Schaden UVG). Vorliegend hat deshalb die Suva die 

Kosten für die Suche nach der Versicherten in dem Rahmen zu 

übernehmen, als nach den Umständen und nach der Lebenserfahrung 

damit zu rechnen war, dass die Versicherte lebend hätte gefunden 

werden können. 

b) Die SAC Rettungsstation Rätia unterteilte die Suchaktion in ihrem 

Einsatzrapport in die Primärsuche vom 3. bis 5. Juli 2014 und die 

Leichensuche am 6. Juli 2014 (Suva-act. 12 S.1). Die Bergretter gingen 

damit davon aus, dass die Versicherte bis am Abend des zweiten Tages 

nach dem Unfalltag Überlebenschancen hatte, und dass am dritten Tag 

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nach dem Unfalltag nicht mehr damit zu rechnen war, sie lebend zu 

finden. Auf diese Einschätzung kann abgestellt werden. Wie gezeigt war 

die Versicherte aller Wahrscheinlichkeit nach so schwer verunfallt, dass 

sie nicht mehr mit dem Mobiltelefon alarmieren konnte. Es ist deshalb 

nachvollziehbar, dass sie ohne die nötige medizinische Versorgung und 

ohne den nötigen Trinkvorrat nur bis am Abend des 5. Juli 2014 gewisse 

Überlebenschancen hatte, und dass sie am 6. Juli 2014 bereits mit 

grösster Wahrscheinlichkeit tot war. 

c) Die ARS stellte für den ersten Teil der Suche vom 3. bis zum 5. Juli 2014 

Fr. 45'576.95 in Rechnung. Der Einsatz der Rega fand am 3. Juli 2014, 

dem Tag des Verschwindens, statt und wurde mit Fr. 8’061.75 in 

Rechnung gestellt. Diese Kosten im Gesamtbetrag von Fr. 53'638.70 hat 

die Suva zu übernehmen. Für die Kosten der Leichensuche am 6. Juli 

2014 im Betrag von Fr. 5'777.60 hat die Suva hingegen in Anlehnung an 

die Empfehlung Nr. 1/94 der Ad-hoc-Kommission Schaden UVG nicht 

aufzukommen.

8. a) Der angefochtene Einspracheentscheid erweist sich hinsichtlich der 

Kosten für die Primärsuche vom 3. bis 5. Juli 2014 als nicht rechtens, so 

dass die Beschwerde teilweise gutzuheissen ist.

b) Gerichtskosten werden keine erhoben, da das kantonale 

Beschwerdeverfahren nach Art. 61 lit. a ATSG grundsätzlich kostenlos ist.

c) Der Beschwerdeführer ist mit seinem Begehren teilweise 

durchgedrungen, weshalb ihm gemäss Art. 61 lit. g ATSG die 

Parteikosten zu entschädigen sind. Diese werden vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert 

nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des 

Prozesses bemessen (Art.  61  lit.  g ATSG). Der Beschwerdeführer 

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reichte eine Honorarnote über Fr. 2'485.75 (inkl. Spesen und MWST) für 

einen Aufwand von 9.10 Arbeitsstunden ein. Dies ist angemessen. Da der 

Beschwerdeführer aber nur teilweise obsiegte, wird ihm eine 

Parteientschädigung von pauschal Fr. 2‘000.00 (inkl. MWST) 

zugesprochen.

d) Die Suva hat gemäss Art. 61 lit. g ATSG e contrario keinen Anspruch auf 

eine Parteientschädigung.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen und der angefochtene 

Einspracheentscheid wird insoweit aufgehoben, als die Suva verpflichtet 

wird, die Kosten für den ersten Teil der Suchaktion vom 3. bis 5. Juli 2014 

im Umfang von Fr. 53'638.70 zu übernehmen. Im Übrigen wird die 

Beschwerde abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Die Suva hat A._____ eine Parteientschädigung von Fr. 2000.-- (inkl. 
MWST) zu bezahlen.

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]