# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 63a7c97a-00e5-535a-aab7-c514a569566b
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-07-08
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 08.07.2014 B 2013/50, B 2013/51
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2013-50--B-2013-51_2014-07-08.pdf

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2013/50, B 2013/51

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 08.07.2014

Entscheiddatum: 08.07.2014

Urteil Verwaltungsgericht, 08.07.2014
Baurecht, Grenzabstand, Art. 56 BauG (sGS 731.1).Der grosse Grenzabstand 
ist in der Regel auf die am stärksten nach Süden gerichtete Längsfassade 
oder Hauptwohnseite einzuhalten. Entscheidet sich die politische Gemeinde 
für das zweite Kriterium, ist nicht die Länge der Fassade entscheidend, 
sondern jener Gebäudeteil, wo die Hauptaktivität des Wohnens stattfindet 
(Verwaltungsgericht, B 2013/50, B 2013/51).

Urteil vom 8. Juli 2014

Anwesend:  Präsident lic. iur. B. Eugster; Verwaltungsrichter lic. iur. A. Linder, 

Dr. B. Heer, lic. iur. A. Rufener, Dr. S. Bietenharder-Künzle; Gerichtsschreiber lic. iur. S. 

Schärer

_______________

In Sachen

X. und Y.Z.,

Beschwerdeführer 1 und Beschwerdegegner 2,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Alex Keller, Rosenbergstrasse 42b, 9000 St. 

Gallen,

gegen

Baudepartement des Kantons St. Gallen, Lämmlisbrunnenstrasse 54, 9001 St. Gallen,

Vorinstanz,

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und

A.B.,

Beschwerdeführer 2 und Beschwerdegegner 1,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Christoph Bürgi, Blumenbergplatz 1, 9000 St. Gallen,

und

Politische Gemeinde Goldach, vertreten durch den Gemeinderat, 9403 Goldach,

Beschwerdebeteiligte,                   

betreffend

Abbruch- und Baubewilligung (Abbruch Einfamilienhaus, Neubau Mehrfamilienhaus

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:

A./ a) X. und Y.Z. sind Eigentümer des 1'202 m  grossen Grundstücks Nr. 0000, das 

gemäss Zonenplan der Gemeinde Goldach vom 19. Juni 1992 in der Wohnzone W3 

liegt. Die Liegenschaft ist mit einem Einfamilienhaus aus den frühen 70er Jahren 

überbaut und befindet sich am Ende der D.-strasse, Gemeindestrasse 2. Klasse. Im 

nordwestlichen Teil ist sie mit einem Wendehammer belegt, der ebenfalls klassiert ist.

b) Am 10. Februar 2012 reichten die Grundeigentümer ein Gesuch für den Abbruch des 

eingeschossigen Wohnhauses und den Neubau eines viergeschossigen 

Mehrfamilienhauses samt Gartenhaus ein. Gemäss Plänen soll die Hauptbaute drei 

Vollgeschosse, ein Attikageschoss sowie ein Untergeschoss samt Tiefgarage 

aufweisen. Gegen dieses Vorhaben erhob der Eigentümer des östlich angrenzenden 

Grundstücks Nr. 0001 am 7. März 2012 Einsprache. Er rügte insbesondere, das 

geplante Mehrfamilienhaus verletze den grossen Grenzabstand und die Bestimmungen 

zum Attikageschoss. Zusätzlich würden die Strassenabstandsvorschriften missachtet 

und die Verkehrssicherheit gefährdet.

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c) Der Gemeinderat Goldach erteilte am 16. Mai 2012 die nachgesuchten 

Bewilligungen unter Bedingungen und Auflagen, wobei er das Gesuch betreffend 

Einbau eines WC im Gartenhaus abwies und auch das auf dem Attikadach geplante 

Geländer nicht bewilligte. Er verlangte zudem, dass die private Verkehrsfläche auf dem 

Baugrundstück optisch von dem mit einem Parkverbot belegten klassierten 

Wendeplatz abgetrennt werde, sei es mit einer Markierung oder einem eingelassenen 

Randstein. Die Einsprache wies er ab.

B./ a) Dagegen erhob der Einsprecher am 1. Juni 2012 Rekurs beim Baudepartement 

des Kantons St. Gallen, wobei er die kostenpflichtige Aufhebung des 

Einspracheentscheids und der Baubewilligung verlangte.

b) Die Rekursinstanz holte am 20. Juli 2012 beim kantonalen Tiefbaumt einen 

Amtsbericht ein. Aus dem entsprechenden Bericht des Kantonalen 

Strasseninspektorats vom 7. August 2012 geht hervor, dass die Unterschreitung des 

Strassenabstands ohne Weiteres möglich sei. Mit der Neugestaltung des 

Wendeplatzes könne die Verkehrssicherheit entgegen den Ausführungen des 

Rekurrenten sogar markant verbessert werden. Es empfahl jedoch, den Wendeplatz 

noch deutlicher zu zeigen. Als problematisch erachtete das Amt die Sichtzonen für die 

aus der Tiefgarage ausfahrenden Fahrzeuge. Das Bauvorhaben müsse deshalb leicht 

angepasst bzw. die Sichtzonen verbessert werden (act. 8/9, B 2013/50).

c) Am 5. September 2012 führte die Rekursinstanz in Anwesenheit der 

Verfahrensbeteiligten, des Tiefbauamts und der Kantonspolizei einen Augenschein 

durch. In der Folge wurde der Eigentümer der nördlichen Parzelle Nr. 0002 angefragt, 

für die Verbesserung der beeinträchtigten Sichtzone Hand zu bieten. Dieser erklärte 

sich darauf bereit, den Anschlag seiner Parkplätze abzusenken (act. 8/18, B 2013/50).

d) Das Kantonale Strasseninspektorat kam in seiner Stellungnahme vom 9. Oktober 

2012 zum Schluss, dass der Verkehrssicherheit mit den Anpassungen der Parkplätze 

auf dem Nachbargrundstück und der zusätzlich geplanten Aufpflästerung der 

betroffenen klassierten Strasse genügend Rechnung getragen werde und das 

Bauvorhaben nunmehr bewilligungsfähig sei (act. 8/22, B 2013/50). Mit Beschluss vom 

18. Dezember 2012 bewilligte der Gemeinderat im Planverfahren nach Art. 39 ff. des 

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Strassengesetzes (sGS 732.1, abgekürzt StrG) die baulichen Massnahmen an der D.-

strasse zur Verbesserung der ungenügenden Sichtzone (act. 8/26 B 2013/50).

e) Darauf gab der Rekurssachbearbeiter dem Rekurrenten mit Schreiben vom 

28. Dezember 2012 Gelegenheit, seinen Rekurs zurückziehen. Nachdem dieser mit 

Schreiben vom 17. Januar 2013 aber auf einem Entscheid beharrte und die Bauherren - 

trotz nötig gewordener Überarbeitung ihres Baugesuchs - mit Schreiben vom 

24. Januar 2013 verlangten, dass eine allfällige Parteientschädigung des Rekurrenten 

der Baubehörde auferlegt werde, hiess das Baudepartement den Rekurs im Sinn der 

Erwägungen teilweise gut, wies diesen im Übrigen ab und ergänzte die Baubewilligung 

mit der Auflage, dass das Strassenbauprojekt gemäss Beschluss des Gemeinderats 

vom 18. Dezember 2012 sowie die Absenkung beim Parkplatz auf Grundstück Nr. 0002 

bis spätestens zur Bauabnahme fertiggestellt sei. Die Verfahrenskosten auferlegte es 

dem Rekurrenten zu vier Fünfteln, der Bauherrschaft zu einem Fünftel und verpflichtete 

die Bauherrschaft, den Rekurrenten als im Ergebnis vollständig obsiegend 

ausseramtlich zu entschädigen.

C./ Gegen den Rekursentscheid erhoben sowohl die Bauherrschaft als auch der 

Rekurrent am 12. März 2013 beim Verwaltungsgericht Beschwerde. Während die 

erstere die kostenpflichtige Aufhebung ihrer Entschädigungspflicht und ihrerseits eine 

anteilige Entschädigung verlangt, fordert der Nachbar weiterhin die kostenpflichtige 

Aufhebung der Baubewilligung.

D./ Die Vorinstanz beantragt mit ihren Vernehmlassungen vom 7. Mai 2013, die 

Beschwerden abzuweisen. Die Baubehörde verzichtet mit Vernehmlassung vom 

17. Mai 2013 auf Anträge. Bezüglich der Beschwerde des Einsprechers nimmt sie keine 

Stellung. Zur Beschwerde der Bauherren hält sie fest, dass die nachträglichen 

Anpassungen im Rekursverfahren gar nicht nötig gewesen wären, um die gerügte 

Verkehrssicherheit gewährleisten zu können. Dazu habe sie lediglich deshalb Hand 

geboten, weil sie gehofft habe, der Rechtsstreit könne damit beendet werden. Ein 

Anspruch des Rekurrenten auf eine Parteientschädigung ergebe sich daraus aber nicht.

E./ Die Beschwerdegegner 1 und der Beschwerdegegner 2 beantragen mit 

Vernehmlassungen vom 3. Juni bzw. 20. Juni 2013 die kostenpflichtige Abweisung der 

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jeweils anderen Beschwerde. Der Beschwerdeführer 2 nahm am 5. Juli 2013 zu den 

Vorbringen der anderen Verfahrensbeteiligten nochmals Stellung. Darauf und auf die 

übrigen von den Verfahrensbeteiligten vorgebrachten Ausführungen wird, soweit 

erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Darüber wird in Erwägung gezogen:

1. Das Verwaltungsgericht ist gemäss Art. 59bis Abs. 1 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege (sGS 951.1, abgekürzt VRP) sachlich zur Behandlung der 

gegen einen Entscheid des Baudepartementes erhobenen Beschwerde zuständig. Die 

Beschwerdeverfahren B 2013/50 und B 2013/51 betreffen den gleichen 

Streitgegenstand, wobei sie die gleichen Tatbestands- und zum Teil die gleichen 

Rechtsfragen aufwerfen. Es rechtfertigt sich somit, die beiden Beschwerden in einem 

einzigen Entscheid zu behandeln. Als Adressaten des Rekursentscheids sind die 

Beschwerdeführer 1 und 2 zur Ergreifung des Rechtsmittels berechtigt (Art. 64 in 

Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingaben vom 12. März 2013 und 

26. April 2013 entsprechen zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen 

Voraussetzungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 

VRP). Auf die Beschwerden ist somit einzutreten.

2. Es ist unbestritten, dass der Ersatz des bestehenden Einfamilienhauses durch ein 

grösseres Mehrfamilienhaus dem Zonenzweck und der raumplanerischen Zielsetzung 

einer zweckmässigen und haushälterischen Nutzung des Bodens gemäss Art. 75 

Abs. 1 der Bundesverfassung (SR 101) und Art. 1 Abs. 1 des Raumplanungsgesetzes 

(SR 700, abgekürzt RPG) entspricht, zumal in der vorliegenden Wohnzone W3 die 

Ausnützungsziffer 0,6 beträgt (Tabelle zu Art. 6 des Baureglements der Politischen 

Gemeinde Goldach vom 30. März 1999, abgekürzt BauR) und das rund 1'200 m

grosse Baugrundstück mit dem heutigen kleineren Einfamilienhaus offensichtlich 

unternutzt ist. Umstritten ist jedoch zunächst, ob das Grundstück im Sinn von Art. 49 

Abs. 2 lit. a BauG und Art. 19 RPG strassenmässig hinreichend erschlossen sei bzw. 

ob die Zu- und Wegfahrt zur Liegenschaft den verkehrspolizeilichen Ansprüchen 

genüge

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2.1. Eine Zufahrt ist dann als hinreichend zu betrachten, wenn sie tatsächlich so 

beschaffen ist, dass sie bau- und verkehrstechnisch der bestehenden und der 

geplanten Überbauung genügt, den zu erwartenden Fahrzeugen und Fussgängern 

sicheren Weg bietet und von den öffentlichen Diensten ungehindert benützt werden 

kann und rechtlich gesichert ist (B. Heer, St. Gallisches Bau- und Planungsrecht, Bern 

2003, N 513).

2.2. Der Leiter Gemeindestrassen vom kantonalen Tiefbauamt führte in seinem 

Amtsbericht vom 7. August 2012 aus, mit der geplanten Neugestaltung des 

Wendeplatzes könne die Verkehrssicherheit markant erhöht werden. Auch sei es 

möglich und im vorliegenden Fall richtig, dass die Ein- und Ausfahrt zur und aus der 

Tiefgarage beim Wendeplatz angeordnet werde. Allerdings werde die Sichtzone eines 

ausfahrenden Fahrzeugs aus der Tiefgarage gegen Norden durch den obersten 

Parkplatz auf dem Nachbargrundstück Nr. 0002 leicht verdeckt. Sie könne aber 

eingehalten werden, wenn dieser Parkplatz auf dem Nachbargrundstück um etwa einen 

Meter ins Gelände verschoben werde (act. 8/9, B 2013/50). Das Gleiche bestätigte sich 

am Rekursaugenschein vom 5. September 2012 in Anwesenheit von Vertretern des 

Tiefbauamtes und der Kantonspolizei (act. 8/16, B 2013/50). In der Folge wurde der 

Eigentümer des Nachbargrundstücks Nr. 0002 angefragt, ob er dazu Hand biete. 

Dieser erklärte sich am 20. September 2012 zur nötigen Absenkung des Anschlags 

bereit. Der Gemeinderat seinerseits beschloss am 18. Dezember 2012 eine Anpassung 

bzw. eine Aufpflästerung der D.-strasse, damit die wegfahrenden Fahrzeuge weiter in 

die Strassenmitte fahren müssten, so dass sich ihr Sichtfeld beim Abbiegen zusätzlich 

erweitere. Weil das entsprechende Strassenbauprojekt klein war und kein 

Kostenverlegungsverfahren durchgeführt werden musste, verzichtete der Gemeinderat 

gestützt auf Art. 41 Abs. 2 StrG auf ein Auflageverfahren, worauf das Projekt 

unangefochten in Rechtskraft erwuchs.

2.2. Am 9. Oktober 2012 bestätigte das Tiefbauamt in einem zweiten Amtsbericht, dass 

die verkehrspolizeilichen Anforderungen mit diesen nachträglichen Anpassungen erfüllt 

seien und das Baugesuch aus verkehrstechnischer Sicht damit bewilligungsfähig sei 

(8/22, B 2013/50). Folgerichtig verknüpfte die Rekursinstanz die Baubewilligung mit 

diesen beiden Anpassungen mittels einer entsprechenden verbindlichen Auflage, womit 

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der im Rekursverfahren festgestellte Mangel hinsichtlich der hinreichenden 

strassenmässigen Erschliessung nachträglich behoben werden konnte.

2.3. Der Beschwerdeführer 2 vertritt die Meinung, das eigentliche Hauptproblem liege 

darin, dass heute ständig auf dem Wendeplatz parkiert werde. Davon abgesehen, dass 

die geplante Ein- und Ausfahrt der Tiefgarage neu über diesen Wendeplaz führen wird 

und folglich hier künftig gar nicht mehr parkiert werden kann, ist die Bauherrschaft 

gemäss Auflage Nr. 11 der Baubewilligung vom 16. Mai 2012 ausdrücklich dazu 

verpflichtet, die private Verkehrsfläche auf dem Baugrundstück optisch vom bereits 

heute mit einem Parkverbot belegten öffentlich klassierten Wendeplatz abzutrennen. 

Dazu kommt, dass allein die Befürchtung des Beschwerdeführers 2, man werde auch 

künftig nicht immer auf dem klassierten Wendeplatz wenden (können), es nicht 

rechtfertigt, deswegen das Baugesuch abzuweisen. Sollte der öffentliche Wendeplatz 

trotz optischer Abtrennung weiterhin nicht immer zum Wenden zur Verfügung stehen, 

wäre es vielmehr an den Behörden, vermehrte Kontrollen durch die Polizei zu 

veranlassen und nötigenfalls weitere Verkehrsanordnungen zu treffen bzw. den 

öffentlichen Wendeplatz mit einer entsprechenden Tafel zu kennzeichnen (vgl. dazu 

VerwGE B 2004/22 vom 2. Dezember 2004 E. 3d cc, abrufbar unter: 

www.gerichte.sg.ch).

2.4. Ohne auf die Begründung der Vorinstanz zur Bedeutung von privaten Richtlinien 

bzw. konkret zur VSS-Norm 640 273a einzugehen, behauptet der Beschwerdeführer 2 

auch im vorliegenden Verfahren wieder, der Strassen- und Wendeplatzplan halte die 

Schweizer Norm SNV 40243 nicht ein. Bei der genannten Regelung handelt es sich 

aber um keinen Rechtssatz, sondern um eine blosse Richtlinie, deren Anwendung im 

Einzelfall dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit standhalten muss, weshalb die 

Norm im konkreten Fall nicht ungeachtet der tatsächlichen Verhältnisse zu Grunde 

gelegt werden kann (VerwGE B 2010/7 vom 24. August 2010 E. 3.3., abrufbar unter: 

www.gerichte.sg.ch). Konkret liegt das Baugrundstück am Ende einer schmalen 

Sackgasse, wo situationsbedingt nur Schritttempo gefahren werden kann. Das 

Problem mit den auf dem klassierten Wendeplatz parkierten Autos wird sich dank dem 

Bauvorhaben von selbst erledigen, wobei zusätzlich verlangt wird, dass die klassierte 

Fläche von der privaten optisch abgetrennt werde. Die erforderliche Verkehrssicherheit 

ist damit hinreichend gewährleistet, selbst wenn der Wendeplatz nicht normkonform 

http://www.gerichte.sg.ch

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sein sollte. Dem Beschwerdeführer 2 ist zuzustimmen, dass ein Wendehammer keine 

ebenso ideale Wendeanlage ist wie dies zum Beispiel ein Wendekreis oder eine 

Wendeschlaufe wären, wo in einem Zug gewendet werden kann. Die seit langem 

gegebenen Umstände lassen vorliegend aber keine bessere Strassenraumgestaltung 

zu. Hinsichtlich der Bewilligungsfähigkeit des Bauprojekts ist es aber auch nicht nötig, 

dass dieses die bestmögliche Erschliessung aufweist. Für dessen Bewilligungsfähigkeit 

ist einzig erforderlich, dass dem Bauvorhaben keine im öffentlichen Recht begründeten 

Hindernisse im Wege stehen (Art. 87 Abs. 1 BauG). Dies ist mit den nachträglichen 

Änderungen nun der Fall. Allein dadurch, dass die geplante Tiefgaragenausfahrt über 

den Wendeplatz führen wird, erfährt dieser in seiner eigentlichen Funktion als Kehrplatz 

keine Änderung bezüglich des Nutzerkreises, weshalb er ohnehin nicht neu auf seine 

Normkonformität überprüft werden muss. Dazu kommt, dass die Fachleute im 

Gegenteil übereinstimmend bestätigt haben, dass die Verkehrssicherheit durch dessen 

Neugestaltung markant erhöht werde, auch wenn sich die Sichtzonen im unteren 

Bereich des empfohlenen Rahmens bewegen. Dazu hat die Vorinstanz sodann 

überzeugend ausgeführt, dass die Ausfahrt des Baugrundstücks bloss einem kleinen 

Benützerkreis zur Verfügung stehe und dass die tatsächlich gefahrene Geschwindigkeit 

auf Grund der konkreten Verhältnisse kaum Schritttempo betrage (vgl. dazu E. 5.2 des 

angefochtenen Rekursentscheids).

2.5. Aus dem Gesagten folgt, dass das Baugrundstück strassenmässig hinreichend 

erschlossen ist.

3. Weiter umstritten ist, ob das Bauvorhaben den vorgeschriebenen Grenzabstand und 

die vorgesehene Geschosszahl einhalte und ob der gesetzliche Strassenabstand 

ausnahmsweise unterschritten werden dürfe.

3.1. Der Grenzabstand von Gebäuden ist nach Art. 56 Abs. 1 des Baugesetzes (sGS 

731.1, abgekürzt BauG) die kürzeste Entfernung zwischen Fassade und Grenze, wobei 

im Grundriss gemessen wird. Unterirdische Bauten können grundsätzlich bis zur 

Grenze gestellt werden (Art. 56 Abs. 4 BauG).

3.1.1. Gemäss Tabelle von Art. 6 BauR beträgt der kleine Grenzabstand in der 

Wohnzone W3 6 m und der grosse 12 m. Art. 9 BauR konkretisiert, dass der grosse 

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Grenzabstand auf die am meisten gegen Süden orientierte Hauptwohnseite, der kleine 

auf die übrigen Gebäudeseiten einzuhalten ist. Weist eine Baute annähernd 

gleichwertige Hauptwohnseiten auf, kann der Gemeinderat die Aufteilung der Summe 

des grossen und kleinen Grenzabstands auf beide Fassaden gestatten.

3.1.2. Wie die Vorinstanz dazu richtig ausführt, erfüllt der Grenzabstand öffentliche als 

auch nachbarschützende Funktionen (vgl. act. 2 E. 2.2 mit Hinweis). Bei der Auslegung 

des unbestimmten Begriffs "Hauptwohnseite" knüpft sie an die Nutzung der hinter den 

entsprechenden Fassaden liegenden Räume an und stellt in diesem Zusammenhang 

fest, dass die Nutzung des Wohn- und Essbereichs regelmässig ausgeprägter sei als 

die der Schlafzimmer und der weiteren Nebenräume. Die nutzungsintensiven Räume 

seien vorliegend allesamt auf die Südostseite ausgerichtet und dementsprechend von 

dieser Seite her durch grosse Fensterfronten belichtet. Auf dieser Seite befänden sich 

auch die Aussenräume, der Sitzplatz im Erdgeschoss und die Balkone und Terrasse in 

den Obergeschossen. Demgegenüber weise die Südwestseite drei verhältnismässig 

kleinflächige Fenster auf. Auch die Nordostseite, auf der sich die Schmalseite der 

Küche, ein Schlafzimmer samt Dusche/WC und das Treppenhaus befänden, verfüge 

bloss über drei Fenster. Daraus folge, dass die Südostfassade die Hauptwohnseite 

darstelle. Folglich müsse diese den grossen Grenzabstand einhalten. Dies sei 

vorliegend der Fall. Mithin seien sämtliche Grenzabstände eingehalten.

3.1.3. Der Beschwerdeführer 2 bestreitet, dass bei der Festlegung des grossen 

Grenzabstands auf die Nutzung hinter der Fassade abgestellt werden dürfe. 

Entscheidend sei einzig deren Länge. Er beruft sich dabei auf den St. Galler 

Baurechtskommentar, wonach der grosse Grenzabstand in der Regel auf die am 

Stärksten nach Süden gerichtete Längsfassade oder Hauptwohnseite einzuhalten sei 

(B. Heer, St. Gallisches Bau- und Planungsrecht, Bern 2003, N 625). Allein daraus lässt 

sich jedoch nicht ableiten, dass die Hauptwohnseite identisch mit der Längsseite sei. 

Die Konjunktion "oder" besagt im Gegenteil, dass von den aufgezählten Möglichkeiten 

"Längsfassade" resp. "Hauptwohnseite" die eine oder andere relevant sei bzw. dass 

man sich für die eine oder andere Möglichkeit entscheiden könne (vgl. www.duden.de). 

Davon, dass es sich dabei um Begriffspaare mit gleicher Bedeutung handle, wie der 

Beschwerdeführer behauptet, kann somit keine Rede sein. Während mit dem Begriff 

"Längsfassade" das Gegenteil zur "Schmalseite" gemeint ist, wird mit 

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"Hauptwohnseite" jener Gebäudeteil bezeichnet, wo die Hauptaktivitäten des Wohnens 

stattfinden.

3.1.4. Die Politische Gemeinde Goldach hat sich für das Kriterium der Hauptwohnseite 

entschieden. Daran ändern auch die Hinweise und Erläuterungen zu Art. 9 BauR nichts. 

Davon abgesehen, dass sich die Genehmigung des Reglements durch das 

Baudepartement regelmässig nicht auf die entsprechenden Skizzen und Erläuterungen 

erstreckt, sondern einzig auf die verschiedenen Artikel, kann mit den stark 

vereinfachten Skizzen ohnehin bloss jener Sonderfall dargestellt werden, wo die 

Hauptwohnseite wie vorliegend auch die Längsseite ist. Auch wenn dies tatsächlich 

regelmässig der Fall sein dürfte, ist es ohne Weiteres möglich, dass je nach den 

örtlichen Verhältnissen eine der Kurzseiten als Hauptwohnseite ausgestaltet wird. 

Daran ändert auch die Möglichkeit nach Art. 9 Satz 2 BauR nichts, wonach die Summe 

des grossen und kleinen Grenzabstands auf beide Fassaden aufgeteilt werden kann, 

wenn eine Baute annähernd gleichwertige Hauptwohnseiten aufweist. Diese 

Möglichkeit setzt weder vom Wortlaut noch vom Sinn und Zweck der Bestimmung her 

annähernd gleich lange Seiten voraus, auch wenn wiederum bloss dieser Fall 

skizzenhaft dargestellt werden kann. Verlangt wird einzig, dass es sich um annähernd 

gleichwertige Hauptwohnseiten handelt. Die Länge spielt dabei grundsätzlich keine 

Rolle. Mithin kommt die vom Beschwerdeführer 2 vorgebrachte angebliche Praxis, 

wonach bei der Aufteilung des grossen und kleinen Grenzabstands die Fassadenlänge 

nicht um mehr als zehn Prozent abweichen dürften, zum Vornherein höchstens bei 

Baureglementen zum Tragen, welche die Fassadenlängen, nicht aber die 

Hauptwohnseiten als massgebend für die Verteilung der Grenzabstände erklären.

3.1.5. Der Beschwerdeführer 2 beruft sich weiter auf VerwGE B 2010/211 vom 12. April 

2011 (www.gerichte.sg.ch). In jenem Fall wird bei der Auslegung des Begriffs 

"Hauptwohnseite" in E. 2.1.3. aber ebenfalls nicht auf die Länge der Fassaden 

abgestellt, sondern wie vorliegend auf die Nutzung der Räume. Nebst der Nutzung 

waren dort zudem die Aussicht (Seesicht) sowie die Belichtung (ausgeprägte Nordlage) 

und die Besonnung (Abendsonne) von Bedeutung. Daran vermag auch nichts zu 

ändern, dass dem zu beurteilenden Bauvorhaben ein nahezu quadratischer Grundriss 

zu Grunde lag. Wie hier war die Bewilligungsbehörde auch in jenem Fall frei, bei 

gleichwertigen Fassaden eine allfällige hälftige Aufteilung zuzulassen (act. 7/9, B 

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2013/51; Art. 10 BauR). Allein die Tatsache, dass die Baubehörde dort anders als hier 

ausdrücklich befugt war, in Zweifelsfällen zu bestimmen, welche Gebäudeseite die 

massgebliche sei, ändert daran nichts.

3.1.6. Der Beschwerdeführer 2 macht weiter geltend, seinerzeit habe er einer 

Reduktion des grossen Grenzabstands nur deshalb zugestimmt, weil das heutige 

Wohnhaus lediglich eingeschossig erstellt worden sei und die Besonnung seiner 

Liegenschaft dadurch nicht betroffen worden sei. Dieser Einwand ist aber ebenfalls 

nicht massgeblich. Zum einen waren damals die rechtlichen Grundlagen nicht die 

selbigen, weil unter anderem damals ein anderes Baureglement in Kraft war. Zum 

anderen handelt es sich vorliegend um keine Erweiterung des heute noch bestehenden 

Gebäudes, sondern um einen Neubau bzw. um ein gänzlich anderes Bauvorhaben mit 

einem unterschiedlichen Grundriss, so dass nebst den rechtlichen auch die 

tatsächlichen Verhältnisse von Vornherein nicht vergleichbar sind.

3.1.7. Der Beschwerdeführer 2 wehrt sich schliesslich dagegen, dass bei der 

Bestimmung der Hauptwohnseite die Aussenräume und die Küche als Hauptwohnraum 

mitberücksichtigt werden. Anders als noch in den frühen 80er Jahren wird die Küche 

heute durchwegs zum Wohnbereich gezählt. Dies schlägt sich in deren zunehmenden 

Quadratmeterzahlen nieder, so dass es heute praktisch Standard geworden ist, dass 

man von einer Wohnküche und nicht mehr bloss von einer eigentlichen Küche spricht, 

wo man heute regelmässig frühstückt und zumindest wochentags auch mittags und 

abends isst. Alsdann ist es heutzutage geradezu der Regelfall, dass der Wohnbereich 

"loftartig" erstellt wird, wobei dieser aus einem grossen Raum zum Wohnen, Essen und 

Kochen besteht. Auch die vorliegenden Grundrisse weisen solche "offene" Küchen auf. 

Dementsprechend ist diesem grossen Raum mit Dreifachnutzung auch der jeweilige, 

praktisch gleich grosse Aussenbereich gegenübergestellt, der lediglich durch eine 

bodentiefe Glasfront abgetrennt wird und sich dank mobiler ganzwandiger 

Fensterfronten mit dem Wohnbereich im Innern verbinden lässt.

3.1.8. Mithin handelt es sich bei der vorliegenden Südostseite augenscheinlich um die 

für den grossen Grenzabstand massgebliche Hauptwohnseite. Daran vermag auch 

nichts zu ändern, dass die nach Südosten ausgerichteten Balkone die Belichtung und 

Besonnung der darunterliegenden Wohnungen im Wohnbereich beschränken. Dass die 

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Hauptwohnseite dabei kürzer ausgefallen ist als die beiden Seitenfassaden, wo 

hauptsächlich die Schlaf-, Neben- und Erschliessungsräume angeordnet sind, ergibt 

sich einzig aus der speziellen Grundstücksform, die gegen Südosten spitzförmig 

zuläuft, und ist auf Grund des massgeblichen Baureglements ohne Belang.

3.1.9. Nach dem Gesagten ist die Vorinstanz zu Recht zum Schluss gekommen, dass 

der grosse Grenzabstand nach Südosten einzuhalten ist und das Bauvorhaben somit 

die reglementarischen Grenzabstände einhalt.

3.2. In der Wohnzone W3 sind maximal drei Vollgeschosse möglich (Tabelle zu Art. 6 

BauR). Umstritten ist, ob das geplante Attikageschoss als Dachgeschoss gezählt 

werden kann oder als unerlaubtes viertes Vollgeschoss gelten muss.

3.2.1. Art. 13 Abs. 2 BauR definiert als Dachgeschoss das Geschoss im Dachraum 

eines Gebäudes mit Schrägdach. Bei einem Flachdachhaus muss das Attikageschoss 

an den Längsseiten unter einem Winkel von 55° vom Schnittpunkt der Fassade mit der 

Dachhaut über dem obersten Vollgeschoss zurückliegen. Anders als beim 

Grenzabstand, der an den Begriff der Hauptwohnseite anknüpft, spielt bei der 

Festlegung der Geschossigkeit die Längsseite (zur Unterscheidung zur Stirnseite) eine 

massgebliche Rolle.

3.2.2. Im Zusammenhang mit der Bestimmung der Geschosszahl äussert sich das 

Baureglement nicht dazu, wie die Seitenlängen bei abgesetzten und gegliederten 

Fassaden zu berechnen sei. Demgegenüber bestimmt Art. 14 BauR, dass sich die 

Gebäudelänge bei solchen Fassaden nach der senkrechten Projektion auf eine gerade 

Linie bemesse, die der Verlängerung des längsten geraden Teils dieser Fassade 

entspreche. Art. 13 Abs. 2 BauR besagt einzig, dass das Attikageschoss an den 

Längsseiten um den vorgegebenen Winkel zurückspringen müsse. Es bestimmt aber 

nicht an welchen, wenn es sich beim Bauvorhaben - wie vorliegend - um kein 

gewöhnliches vierseitiges rechtwinkliges Polygon handelt.

3.2.3. Vorschriften betreffend die Dachgestaltung und die Umschreibung der 

Geschosse gehören zum klassischen Baupolizeirecht und schützen sowohl öffentliche 

wie auch private nachbarliche Interessen. Sie dienen insbesondere auch der 

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Nutzungsbeschränkung und ästhetischen Anliegen (VerwGE B 2009/104 vom 

28. Januar 2010 E. 2.3.2., abrufbar unter: www.gerichte.sg.ch). Art. 13 BauR ist auf den 

Regelfall eines rechteckigen Gebäudes mit vier Fassaden und zwei Längsseiten 

zugeschnitten. Das vorliegende Gebäude ist aber fünfeckig und schiefwinklig. Somit 

liegt es auf der Hand, beim vorliegenden Gebäude für die Berechnung der 

massgeblichen Längsseiten hinsichtlich der Bestimmung der Geschosszahl die 

Messweise für die Gebäudelänge von abgesetzten und gegliederten Fassaden analog 

anzuwenden. Mit Blick auf den Zweck der Bestimmung, dass die Wohnnutzung über 

der Dachhaut des obersten Vollgeschosses beschränkt und das Attikageschoss 

zumindest von zwei Seiten her als zurückversetztes Geschoss im virtuellen Dachraum 

erkennbar sein soll, macht es nämlich keinen Sinn, von den effektiv geplanten 

Fassaden auszugehen, wenn die Gebäudeecke mehr als 90° aufweist. Dies zeigt sich 

besonders am vorliegenden Gebäude, dessen Knick in der nordwestlichen Fassade 

lediglich den stumpfen Winkel von beinahe 160° aufweist, womit die Fassade trotz 

Abwinklung als eine Gebäudeseite wahrgenommen wird. In solchen Fällen erweist sich 

die Praxis der Baubehörde als rechtmässig, analog der Bestimmung der Gebäudelänge 

nach Art. 14 BauR auch bei der Bestimmung der Längsseiten des Attikageschosses 

über den konkreten Grundriss das kleinstmögliche Rechteck zu legen und die 

massgeblichen Längsseiten an diesem Rechteck abzulesen.

3.2.4. Am Gesagten vermag auch nichts zu ändern, dass das vorliegende Gebäude 

durchwegs nur die minimalen Grenzabstände einhält. Insbesondere ist nicht 

nachvollziehbar, weshalb in diesem Fall das Attikageschoss "weit in den Grenzabstand 

ragen" soll. Der dazu angeführte Entscheid des Zürcher Baurekursgerichts ist nicht 

einschlägig, behandelt dieser doch den Revisionsanspruch eines Eigentümers bei 

Waldabstandslinien (BEZ 2012 Nr. 9 vom 9. Dezember 2011).

3.2.5. Konkret betragen die senkrecht auf eine gerade Linie projektierten Nordwest- 

und Südostfassaden 16,61 m, während die Südwestfassade und die Projektion der 

Nordostfassade je 15,46 m betragen. Damit steht fest, dass das Attikageschoss wie 

vorgesehen auf der Nordwest- und Südostseite um den vorgeschriebenen 55°-Winkel 

zurückspringen muss. Der Einwand des Beschwerdeführers, das Bauprojekt verletze 

die Geschosszahl, erweist sich damit ebenfalls als unbehelflich.

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3.3. Nach Art. 104 lit. a StrG beträgt der Strassenabstand gegenüber 

Gemeindestrassen 2. Klasse 3,0 m. Die Gemeinde hat diesen Abstand auf 4,0 m erhöht 

(Art. 11 Abs. 1 BauR). Das Bauvorhaben hält gegenüber dem Wendeplatz aber lediglich 

einen Strassenabstand von 3 m ein.

3.3.1. Kann ein Bauvorhaben nicht ordentlich und auch nicht mit einer 

Nebenbestimmung bewilligt werden, ist zu prüfen, ob eine Ausnahmebewilligung in 

Frage kommt. Strassenpolizeiliche Ausnahmen sind dann möglich, wenn weder 

Verkehrssicherheit noch Strasse beeinträchtigt werden noch Schutzgegenstände nach 

Art. 98 BauG zu erhalten sind (Art. 108 Abs. 2 StrG). Auf eine Ausnahmebewilligung 

besteht kein Rechtsanspruch (D. Gmür, Strassenpolizeiliche Bestimmungen, in: G. 

Germann [Hrsg.], Kurkommentar zum st. gallischen Strassengesetz vom 12. Juni 1988, 

St. Gallen 1989, Rz. 3 zu Art. 108 StrG). Ein solcher kann sich unter Umständen aber 

aus dem Gleichbehandlungsgrundsatz ergeben.

3.3.2. Ausnahmen nach Strassenrecht sind nur zurückhaltend und einzig bei Vorliegen 

besonderer Verhältnisse zu gewähren, auch wenn der Gesetzeswortlaut nicht zwingend 

nach einem Härtefall im Sinn von Art. 77 Abs. 1 lit. a BauG verlangt (GVP 2006 Nr. 35 

S. 155; Gmür, a.a.O., Rz. 3 zu Art. 108 StrG) und strassenrechtliche 

Ausnahmebewilligungen entgegen GVP 1998 Nr. 83 S. 210 f. und den Juristischen 

Mitteilungen des Baudepartements 2004/II/20 (abrufbar unter: www.jumi.sg.ch) nicht 

nur bei Vorliegen einer eigentlichen Ausnahmesituation erteilt werden dürfen. 

Strassenabstandsvorschriften verlangen vielmehr, dass die zuständigen Behörden bei 

der Erteilung von Ausnahmebewilligungen einen grossen Spielraum haben. Dies gilt 

auch bei der Erteilung von Ausnahmebewilligungen von Strassenabstandsvorschriften, 

die in Anwendung des Baugesetzes erlassen werden (Botschaft und Entwurf des 

Regierungsrates vom 28. Mai 1986, Amtsblatt 1986, S. 1650). Gleichwohl heisst das 

aber nicht, dass Ausnahmebewilligungen generell und ohne Vorliegen besonderer mit 

dem Einzelfall zusammenhängender Gründe oder gar nach Gutdünken erteilt werden 

können, ansonsten die Grundordnung aufgehoben würde (VerwGE B 2011/63 vom 

7. Dezember 2011 E. 4.4., abrufbar unter: www.gerichte.sg.ch).

3.3.3. In diesem Zusammenhang hat die Vorinstanz zu Recht auf die ungünstige Form 

des Baugrundstücks hingewiesen. Tatsächlich verläuft die Bauparzelle südlich in eine 

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weitgehend unüberbaubare schmale Spitze. Dazu kommt, dass auf seinem an sich gut 

überbaubaren breiten nördlichen Teil der klassierte Wendeplatz der Quartierstrasse 

liegt, der rund zehn Meter in das Grundstück hineinragt. Diese besonderen Umstände 

rechtfertigen es durchwegs, ausnahmsweise vom reglementarischen Strassenabstand 

abzuweichen. Davon abgesehen, dass dabei immerhin noch der Minimalabstand nach 

Art. 104 StrG eingehalten wird, ist von der Abstandsunterschreitung lediglich der gut 

übersichtliche Wendeplatz betroffen, der die kaum befahrene Quartierstrasse ohne 

Durchgangsverkehr abschliesst. Daran vermag auch der Mehrverkehr nichts zu ändern, 

der durch das Bauprojekt ausgelöst werden wird (act. 8/22, B 2013/50).

3.3.4. Nicht entscheidend in diesem Zusammenhang ist auch, dass der Wendeplatz 

allenfalls weder der ursprünglichen Baubewilligung vor 40 Jahren noch den Plänen des 

damaligen Polizeikommandos entspricht, womit dieses vor über 30 Jahren 

Verkehrsbeschränkungen auf der D.-strasse erlassen hat, wie der Beschwerdeführer 2 

geltend macht. Massgebend für die heutige Festlegung des Strassenabstands ist 

ausschliesslich der aktuell gültige Strassenplan der Politischen Gemeinde Goldach, 

weshalb auf den dazu beantragten Augenschein verzichtet werden kann (zur 

antizipierten Beweiswürdigung siehe unter anderem BGer 1C_700/2013 vom 11. März 

2014 E. 3.2). Das Gleiche gilt für den dazu beantragten Augenschein, dass der 

Wendeplatz durch die Unterschreitung des Strassenabstands in seiner Funktion noch 

stärker eingeschränkt werde. Davon abgesehen, dass heute die neu zu schaffende 

Situation vor Ort gar nicht besichtigt werden kann, haben die Fachleute bestätigt, dass 

sich die Verkehrssicherheit durch die Neugestaltung erheblich verbessern werde.

3.3.5. Weiter setzt die strassenrechtliche Ausnahmebewilligung voraus, dass dabei 

gleichwohl die Verkehrssicherheit gewährleistet bleibt. Dass dies vorliegend der Fall ist, 

steht auf Grund der vorangegangenen Erwägung E. 2. bereits fest.

3.3.6. Mithin ist die Vorinstanz zu Recht zum Schluss gelangt, dass die konkreten 

Verhältnisse eine Ausnahme vom reglementarischen Strassenabstand gegenüber dem 

Wendeplatz auf dem Baugrundstück rechtfertigen und die Verkehrssicherheit dadurch 

nicht beeinträchtigt wird. Die Fachleute sind im Gegenteil überzeugt, dass die 

Sicherheit mit der Neugestaltung des Wendeplatzes erheblich verbessert werden 

könne.

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4. Insgesamt ergibt sich, dass das Baugrundstück baureif ist, dass sich das geplante 

Mehrfamilienhaus innerhalb der erlaubten Ausmasse bewegt und sich die Verringerung 

des reglementarischen Strassenabstands gegenüber dem klassierten Wendeplatz 

rechtfertigen lässt und vertretbar ist.

5. Die Bauherrschaft stört sich daran, dass sie den Rekurrenten für das 

Rekursverfahren ausseramtlich entschädigen muss, obgleich dieser in der Hauptsache 

unterlegen sei. Da der Rekurs bloss in einem Nebenpunkt gutgeheissen worden sei, 

hätten die ausseramtlichen Kosten vielmehr entsprechend der Verlegung der amtlichen 

Kosten nach Obsiegen und Unterliegen verteilt werden müssen.

5.1. Der Rekurs des Beschwerdegegners 1 wurde teilweise gutgeheissen, weil die 

Baubewilligung nachträglich mit einer Auflage ergänzt werden musste.

5.2. Nach Art. 98bis VRP werden die ausseramtlichen Kosten nach Massgabe des 

Obsiegens und Unterliegens verlegt. In welchem Ausmass ein Beteiligter obsiegt, 

beurteilt sich wie bei den amtlichen Kosten nach den Rechtsbegehren. Beim teilweisen 

Obsiegen zweier Beteiligter, wenn also die Beteiligten in unterschiedlichem Mass 

obsiegen und unterliegen, wird praxisgemäss die Entschädigung der mehrheitlich 

obsiegenden Partei mit der Differenz der Bruchteile multipliziert, für welche beide 

Parteien kostenpflichtig werden (R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st. gallischem 

Verwaltungsrechtspflegegesetz, Lachen/St. Gallen 2004, S. 182 f.).

5.3. Die Vorinstanz führt zwar zu Recht aus, dass das Bauvorhaben im Zeitpunkt der 

Rekurserhebung unzureichend gewesen ist und der Beschwerdegegner 1 somit zu 

Recht Rekurs erhoben habe. Auch richtig ist, dass dieser Mangel mit dem 

Rekursentscheid geheilt werden musste, zumal es die Baubehörde versäumt hatte, die 

im Verlauf des verwaltungsinternen Rechtsmittelverfahrens einvernehmlich 

beschlossenen bzw. verfügten baulichen Massnahmen verbindlich mit der umstrittenen 

Baubewilligung zu verknüpfen, so dass der Rekurrent den Rekurs nicht zurückziehen 

konnte, ohne dass er Gefahr gelaufen wäre, dass das Bauvorhaben dennoch ohne die 

zusätzlichen Massnahmen auf dem Nachbargrundstück und an der Strasse realisiert 

worden wäre. Daran ändert aber nichts, dass die Baubewilligung lediglich mit einer 

Auflage geheilt bzw. bloss in einem Nebenpunkt korrigiert werden musste und die 

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Rekursgegner mit Blick auf die massgeblichen Rechtsbegehren schlussendlich 

gleichwohl grossmehrheitlich obsiegt haben, was sich in der Verteilung der amtlichen 

Kosten entsprechend niedergeschlagen hat. Mithin lässt es sich nicht rechtfertigen, 

dass die Bauherrschaft den mehrheitlich unterlegenen Rekurrenten gleichwohl 

vollständig entschädigen muss. Die Entschädigung hat vielmehr in Übereinstimmung 

mit den amtlichen Kosten zu erfolgen. Nachdem die Rekursgegner zu vier Fünfteln 

obsiegt haben, ist Ziffer 4 des angefochtenen Rekursentscheids aufzuheben und der 

Rekurrent zu verpflichten, die Rekursgegner zu drei Fünfteln ausseramtlich zu 

entschädigen.

5.4. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführer 1 hat im Rekursverfahren keine 

Kostennote eingereicht. Ohne Kostennote wird die Entschädigung nach Ermessen 

festgelegt (Art. 6 der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten, sGS 

963.75, abgekürzt HonO). Angemessen für das Rekursverfahren erscheint vorliegend 

eine Entschädigung von Fr. 3'000.- inklusive Barauslagen (Art. 22 Abs. 1 lit. c in 

Verbindung mit Art. 19 HonO), zumal dieser selber vorbringt, dass die damals 

zugesprochene Entschädigung von Fr. 4'500.- massiv übersetzt sei. Der Rekurrent hat 

die Rekursgegner daher für das Rekursverfahren mit Fr. 1'800.- zuzüglich 

Mehrwertsteuer (Art. 29 HonO) zu entschädigen.

6. Zusammengefasst erweist sich die im Rekursverfahren um eine Auflage ergänzte 

Baubewilligung als rechtmässig, womit die Beschwerde des Beschwerdeführers 2 

abzuweisen ist. Demgegenüber haben die Beschwerdeführer 1 zu Recht geltend 

gemacht, dass sie den mehrheitlich unterlegenen Rekurrenten nicht ausseramtlich zu 

entschädigen haben. Der Rekursentscheid ist in diesem Punkt abzuändern. Mithin ist 

die Beschwerde im Verfahren B 2013/50 gutzuheissen, jene im Verfahren B 2013/51 

abzuweisen.

7. In Streitigkeiten hat jener Beteiligte die amtlichen Kosten zu tragen, dessen 

Begehren ganz oder teilweise abgewiesen werden (Art. 95 Abs. 1 VRP).

Der Beschwerdeführer 2 bzw. Beschwerdegegner 1 unterliegt in beiden Verfahren B 

2013/50 und B 2013/51, womit er die amtlichen Kosten zu tragen hat. Angemessen 

erscheint eine Entscheidgebühr von insgesamt Fr. 4'000.- (Art. 7 Ziff. 222 der 

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Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der im Verfahren B 2013/51 geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 3'000.- ist dabei anzurechnen. Demzufolge ist den 

Beschwerdeführern 1 der im Verfahren B 2013/50 geleistete Kostenvorschuss von Fr. 

1'000.- zurückzuerstatten.

8. Die ausseramtliche Entschädigung wird wie gesagt nach Obsiegen und Unterliegen 

verlegt, womit der Beschwerdegegner 1 bzw. Beschwerdeführer 2 die 

Beschwerdeführer 1 bzw. Beschwerdegegner 2 ausseramtlich zu entschädigen hat. 

Angemessen erscheint eine Entschädigung von Fr. 3'000.- inklusive Barauslagen 

(Art. 22 Abs. 1 lit. b und Art. 29 HonO). Die Mehrwertsteuer kommt dazu. 

Dementsprechend ist das Entschädigungsgesuch des Beschwerdeführers 2 bzw. 

Beschwerdegegners 1 abzuweisen.

Demnach hat das Verwaltungsgericht

zu Recht erkannt:

1./  Die beiden Verfahren B 2013/50 und B 2013/51 werden vereinigt.

2./ Die Beschwerde im Verfahren B 2013/50 wird gutgeheissen. Ziff. 4 des 

Rekursentscheids Nr. 12/2013 (12-3183) vom 25. Februar 2013 wird demnach 

aufgehoben und wie folgt ersetzt:

"A.B. bezahlt X. und Y.Z. eine ausseramtliche Entschädigung von Fr. 1'800.- zuzüglich 

Mehrwertsteuer. Das Begehren von A.B. um Ersatz der ausseramtlichen Kosten wird 

abgewiesen."

3./ Die Beschwerde im Verfahren B 2013/51 wird abgewiesen.

4./ Die amtlichen Kosten für die beiden Beschwerdeverfahren von insgesamt 

Fr. 4'000.- bezahlt der Beschwerdeführer 2 bzw. Beschwerdegegner 1 unter 

Anrechnung des im Verfahren B 2012/51 geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 3'000.-. 

Der im Verfahren B 2013/50 geleistete Kostenvorschuss von Fr. 1'000.- wird den 

Beschwerdeführern 1 zurückerstattet.

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5./ Der Beschwerdegegner 1 bzw. Beschwerdeführer 2 entschädigt die Gegenpartei 

ausseramtlich mit Fr. 3'000.- inklusiv Barauslagen, zuzüglich Mehrwertsteuer. Sein 

eigenes Kostenbegehren wird abgewiesen.

V.          R.           W.

Der Präsident:                            Der Gerichtsschreiber:

lic. iur. Beda Eugster                  lic. iur. Stephan Schärer

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	Urteil Verwaltungsgericht, 08.07.2014
	Baurecht, Grenzabstand, Art. 56 BauG (sGS 731.1).Der grosse Grenzabstand ist in der Regel auf die am stärksten nach Süden gerichtete Längsfassade oder Hauptwohnseite einzuhalten. Entscheidet sich die politische Gemeinde für das zweite Kriterium, ist nicht die Länge der Fassade entscheidend, sondern jener Gebäudeteil, wo die Hauptaktivität des Wohnens stattfindet (Verwaltungsgericht, B 2013/50, B 2013/51).

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