# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 29b44d78-9bcc-5838-9554-1e6e76b70302
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2019-09-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.09.2019 D-4264/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4264-2019_2019-09-02.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-4264/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 .  S e p t e m b e r  2 0 1 9  

Besetzung 
 Richter Jürg Marcel Tiefenthal (Vorsitz), 

Richterin Daniela Brüschweiler, Richter Walter Lang, 

Gerichtsschreiber Daniel Merkli. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,  

(…),   

Gesuchsteller,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern. 

   

Gegenstand 

 
Revision;  

Urteil des Bundesverwaltungsgerichts  

D-2363/2019 vom 4. Juni 2019.  

 

 

 

D-4264/2019 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Gesuchsteller – ein sri-lankischer Staatsangehöriger tamilischer 

Ethnie aus B._______ bei C._______ – am 27. März 2019 in der Schweiz 

um Asyl nachsuchte,  

dass er zur Begründung seines Asylgesuches im Wesentlichen geltend 

machte, dass er sich – anders als seine D._______ und E._______ – der 

Zwangsrekrutierung durch die Liberation Tigers Tamil Eelam (LTTE) erfolg-

reich habe entziehen können, 

dass er und seine Familienangehörigen in der Endphase des Krieges im 

Jahre 2009 vertrieben worden und in einem Camp der Armee bei 

F._______ untergekommen seien, wo sie zu Verbindungen zu den LTTE 

befragt worden seien, 

dass sein D._______ inhaftiert und einem Rehabilitationsprogramm zuge-

wiesen worden sei und durch Zahlung von Bestechungsgeldern Sri Lanka 

Ende des Jahres 2011 habe verlassen können, wobei er in der Folge in 

Deutschland als Flüchtling anerkannt worden sei, 

dass die Aktivitäten des E._______ für die LTTE hätten verschwiegen wer-

den können und er mit seiner Familie am 15. April 2010 nach B._______ 

zurückgekehrt sei, 

dass sein E._______ aus Furcht vor Verhaftung im Jahre 2015 ausgereist 

sei und in Belgien einen Aufenthaltstitel erhalten habe, 

dass er, der Gesuchsteller, am 13. August 2018 im Rahmen von Bauarbei-

ten in der Nähe seines Hauses auf ein Waffendepot der LTTE gestossen 

sei, das er und ein Freund in einem See versenkt hätten,  

dass am 15. August 2018 Angehörige des Criminal Investigation Depart-

ment (CID) in seiner Abwesenheit seinen Eltern mitgeteilt hätten, dass er 

die gefundenen Waffen auf den Posten in C._______ abzugeben habe, 

worauf er sich bis zu seiner Ausreise am 25. Februar 2019 an verschiede-

nen Orten im Verborgenen aufgehalten habe, 

dass das SEM mit Entscheid vom 7. Mai 2019 das Asylgesuch des Be-

schwerdeführers vom 27. März 2019 teils wegen Unglaubhaftigkeit der Vor-

bringen, teils wegen fehlender Asylrelevanz ablehnte, dessen Wegweisung 

D-4264/2019 

Seite 3 

aus der Schweiz anordnete und den Vollzug als zulässig, zumutbar und 

möglich erachtete, 

dass das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil D-2363/2019 vom 4. Juni 

2019 eine dagegen erhobene Beschwerde abwies, womit der Entscheid 

des SEM vom 7. Mai 2019 in Rechtskraft erwuchs, 

dass der Gesuchsteller mit Gesuch vom 20. August 2019 unter Beilage 

mehrerer Dokumente (Vorladung des TID [Terrorist Investigation Division] 

vom 3. Juni 2019 für den 10. Juni 2019 mit Übersetzung, Bestätigungs-

schreiben des F._______ vom 27. Juni 2019, Bestätigungsschreiben von 

G._______ vom 5. August 2019) um revisionsweise Aufhebung des Urteils 

des Bundesverwaltungsgerichts D-2363/2019 vom 4. Juni 2019 ersuchte, 

dass im wiederaufzunehmenden Beschwerdeverfahren seine Flüchtlings-

eigenschaft und die Asylgewährung, eventualiter die Unzulässigkeit, allen-

falls die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen seien,  

dass in prozessualer Hinsicht um Verzicht auf das Erheben eines Kosten-

vorschusses und um Gewährung der aufschiebenden Wirkung sowie der 

unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG ersucht 

wurde, 

 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 105 AsylG (SR 142.31) 

auf dem Gebiet des Asyls in der Regel endgültig über Beschwerden gegen 

Verfügungen des SEM (vgl. zur Ausnahme Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG) ent-

scheidet und es ausserdem zuständig ist für die Revision von Urteilen, die 

es in seiner Funktion als Beschwerdeinstanz gefällt hat (vgl. BVGE 

2007/21 E. 2.1),  

dass gemäss Art. 45 VGG für die Revision von Urteilen des Bundesverwal-

tungsgerichts die in Art. 121–128 BGG aufgeführten Revisionsgründe sinn-

gemäss gelten,  

dass Gründe nicht als Revisionsgründe gelten, welche die Partei, die um 

Revision nachsucht, bereits im ordentlichen Beschwerdeverfahren hätte 

geltend machen können (sinngemäss Art. 46 VGG), 

D-4264/2019 

Seite 4 

dass nach Art. 47 VGG auf Inhalt, Form und Ergänzung des Revisionsge-

suches Art. 67 Abs. 3 VwVG Anwendung findet,  

dass das Bundesverwaltungsgericht in der Regel Revisionsgesuche in der 

Besetzung mit drei Richtern oder Richterinnen entscheidet, sofern das Re-

visionsgesuch nicht in die Zuständigkeit des Einzelrichters fällt (Art. 21 

Abs. 1 und Art. 23 VGG i.V.m. Art. 111 AsylG), 

dass der Gesuchsteller durch das angefochtene Urteil berührt ist und ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat, 

dass in der Eingabe vom 20. August 2019 im Wesentlichen geltend ge-

macht wird, dass seinen Eltern am 8. Juni 2019 eine Vorladung des TID 

ausgehändigt worden sei (vgl. im Original eingereichte Vorladung des TID 

vom 3. Juni 2019 mit Übersetzung, Beilagen 2 und 3), 

dass sich nach Missachtung der Vorladung Unbekannte in Zivil nach dem 

Aufenthaltsort des Gesuchstellers erkundigt hätten und seinen Vater hätten 

mitnehmen wollen, der vor Aufregung ohnmächtig geworden sei und sich 

in spitalärztliche Behandlung habe begeben müssen (vgl. Bestätigungs-

schreiben des F._______ vom 27. Juni 2019, Beilage 4), wobei eine zu 

diesem Zeitpunkt ebenfalls anwesende Nonne den Vorfall miterlebt habe 

und bezeugen könne (vgl. Bestätigungsschreiben von G._______ vom 

5. August 2019, Beilage 5),  

dass mit der Einreichung der Vorladung des TID vom 3. Juni 2019, die er 

im Rahmen des abgeschlossenen Asylverfahrens «in Unkenntnis von de-

ren Existenz nicht habe einreichen können», die behördliche Suche nach 

ihm belegt werde,  

dass der Gesuchsteller mit der Einreichung der genannten Dokumente 

sinngemäss den Revisionsgrund neuer erheblicher Tatsachen oder Be-

weismittel anruft,  

dass die nach Ergehen des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts vom 

4. Juni 2019 entstandenen Bestätigungsschreiben der G._______ vom 5. 

August 2019 und des F._______ vom 27. Juni 2019 revisionsrechtlich nicht 

berücksichtigt werden können,  

dass indessen das Bestätigungsschreiben des F._______ vom 27. Juni 

2019 aufgrund seines lediglich allgemein gehaltenen Inhalts und dasjenige 

D-4264/2019 

Seite 5 

der G._______ vom 5. August 2019 aufgrund der naheliegenden Möglich-

keit, dass es sich um ein blosses Gefälligkeitsschreiben handelt, ohnehin 

nicht relevant sind, 

dass auch die Beweiskraft der eingereichten Vorladung vom 3. Juni 2019 

vor dem Hintergrund der Unglaubhaftigkeit der Vorbringen und der fragli-

chen Beschaffenheit (handschriftlich ergänztes Formulardokument) als ge-

ring einzustufen ist, 

dass daher keine hinreichenden Anhaltspunkte bestehen, welche die vor-

genommene Einschätzung der Unglaubhaftigkeit der Vorbringen des Ge-

suchstellers in Frage stellen würden, 

dass somit der vom Gesuchsteller angerufene Revisionsgrund nicht geeig-

net ist, eine revisionsweise Aufhebung des Urteils des Bundesverwaltungs-

gerichtes vom 4. Juni 2019 herbeizuführen, weshalb das Revisionsgesuch 

vom 20. August 2019 abzuweisen ist,  

dass mit Ergehen des vorliegenden Urteils die Gesuche um Verzicht auf 

das Erheben eines Kostenvorschusses und der einstweiligen Aussetzung 

des Vollzugs gegenstandslos werden, 

dass das Revisionsgesuch im Zeitpunkt der Einreichung aussichtslos er-

schien, weshalb die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechts-

pflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG abzuweisen sind, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Verfahrenskosten in der 

Höhe von Fr. 1‘500.– dem Gesuchsteller aufzuerlegen sind (Art. 37 VGG 

i.V.m. Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 

2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-

gericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-4264/2019 

Seite 6 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Das Revisionsgesuch wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 1‘500.– werden dem Gesuchsteller auferlegt.  

3.  

Dieses Urteil geht an den Gesuchsteller, das SEM und die kantonale Mig-

rationsbehörde. 

 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

 

Jürg Marcel Tiefenthal Daniel Merkli 

 

 

 

Versand: