# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 96749458-20d3-5f72-9f06-66ce09cfb71c
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-05-17
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 17.05.2018 SB170345
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB170345_2018-05-17.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB170345-O/U/cwo 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. R. Naef, Präsident, Oberrichterin 

lic. iur. R. Affolter und Ersatzoberrichter lic. iur. R. Faga  

sowie der Gerichtsschreiber Dr. iur. F. Manfrin 

Urteil vom 17. Mai 2018 

 

in Sachen 
 

1. A._____,  
2. B._____,  
Privatklägerinnen und I. Berufungsklägerinnen (Rückzug) 

1 unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X1._____ 

2 unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X2._____ 
 

sowie 
 

Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat,  
vertreten durch Staatsanwältin lic. iur. S. Tobler,  

Anklägerin und II. Berufungsklägerin 
 

gegen 
 

C._____,  
Beschuldigter und III. Berufungskläger 

amtlich verteidigt durch Fürsprecher Y._____ 

betreffend 

gewerbsmässiger Menschenhandel etc.  

- 2 - 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 4. Abteilung,  
vom 17. März 2017 (DG160321) 

 

- 3 - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich – Limmat vom 27. Oktober 2016 

(Urk. D1 39) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 76 S. 126 ff.) 

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte C._____ ist schuldig  

- der Förderung der Prostitution im Sinne von Art. 195 Abs. 2 aStGB zum Nach-
teil von A._____; 

- der mehrfachen Förderung der Prostitution im Sinne von Art. 195 Abs. 3 aStGB 
sowie 

- des strafbaren Schwangerschaftsabbruchs im Sinne von Art. 118 Abs. 2 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird freigesprochen vom Vorwurf  

- des gewerbsmässigen Menschenhandels im Sinne von Art. 182 Abs. 1 und 
Abs. 2 StGB; 

- der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Ver-
bindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB sowie 

- der Freiheitsberaubung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 StGB. 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 3 Jahren und 8 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis 

und mit heute 539 Tage durch Haft sowie durch vorzeitigen Strafantritt erstanden 

sind. 

4. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 27. Oktober 2016 be-

schlagnahmten Fr. 400.– (Beleg Nr. 131962) werden eingezogen und zur teilweisen 

Deckung der Verfahrenskosten verwendet. 

5. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin 1 A._____ 

aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. Zur 

genauen Feststellung des Umfanges des Schadenersatzanspruches wird die Privat-

klägerin 1 A._____ auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.  

6. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 1 A._____ Fr. 16'000.– zuzüg-

lich 5 % Zins ab 31. Dezember 2010 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag 

wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

7. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin 2 B._____ 

aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. Zur 

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genauen Feststellung des Umfanges des Schadenersatzanspruches wird die Privat-

klägerin 2 B._____ auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.  

8. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 2 B._____ Fr. 8'000.– zuzüglich 

5 % Zins ab 21. August 2010 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das 

Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

9. Es wird die Abnahme einer DNA-Probe und Erstellung eines DNA-Profiles des Be-

schuldigten im Sinne des DNA-Profil-Gesetzes angeordnet. 

Die Kantonspolizei Zürich wird mit dem Vollzug beauftragt und der Beschuldigte ver-

pflichtet, sich innert 30 Tagen ab Eintritt der Rechtkraft des Urteils bei der Kantons-

polizei Zürich, Erkennungsdienst, Zeughausstrasse 11, Zürich, zur erkennungsdienst-

lichen Behandlung mit Wangenschleimhautabnahme zu melden. 

Kommt er dieser Verpflichtung unentschuldigt nicht nach, ist die Kantonspolizei ver-

pflichtet, ihn zwangsweise vorzuführen. 

10. Fürsprecher Y._____ wird für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten mit 

Fr. 39'973.90 (inkl. Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt. 

11. Rechtsanwältin lic. iur. X1._____ wird für die unentgeltliche Rechtsvertretung der Pri-

vatklägerin 1 mit Fr. 15'392.45 (inkl. Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschä-

digt. 

12. Rechtsanwältin lic. iur. X2._____ wird für die unentgeltliche Rechtsvertretung der Pri-

vatklägerin 2 mit Fr. 16'534.60 (inkl. Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschä-

digt. 

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13. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 10'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 10'000.–   Gebühr Strafuntersuchung 

Fr. 277.60   Gutachten / Expertisen 

Fr. 550.–   Zeugenentschädigung 

Fr. 3'359.60   Auslagen Untersuchung 

Fr. 8'338.60   unentgeltliche Rechtsvertretung D._____, B._____ und A._____ 

Fr. 15'392.45   unentgeltliche Rechtsvertretung PK 1 (ab 14.01.2016) 

Fr. 16'534.60   unentgeltliche Rechtsvertretung PK 2 (ab 14.01.2016) 

Fr. 39'973.90   amtliche Verteidigung 

Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.  

14. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen die-

jenigen der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der Privat-

klägerschaft sowie von D._____, werden dem Beschuldigten auferlegt. 

15. Die Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der Privat-

klägerschaft – nicht jedoch die Kosten der unentgeltlichen Vertretung von D._____ – 

werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung 

gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. 

16. Die Kosten der unentgeltlichen Vertretung von D._____ im Betrag von Fr. 2'383.90 

werden der Staatsanwaltschaft zur Abschreibung belassen. 

17. (Mitteilungen.) 

18. (Rechtsmittel.)" 

Berufungsanträge: 
(Prot. II S. 8-10) 

a) Der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 127 S. 1) 

1. Der Beschuldigte sei – in Abänderung von Ziff. 2 des Urteils des Be-

zirksgerichtes Zürich vom 17. März 2017 – der versuchten schweren 

Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 

Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen. 

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2. Bestrafung mit einer Freiheitsstrafe von 5 Jahren. 

3. Anrechnung der erstandenen Haft. 

4. Auferlegung der erst- und zweitinstanzlichen Kosten sowie der Gebühr 

für das Vorverfahren (mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Vertei-

digung).  

b) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 128 S. 2) 

1. Es sei festzustellen, dass folgende Punkte des vorinstanzlichen Urteils 

in Rechtskraft erwachsen sind: 

- Ziff. 2 des vorinstanzlichen Urteilsdispositivs 

   - Freispruch gewerbsmässiger Menschenhandel 
   - Freispruch Freiheitsberaubung 

- Ziff. 10, 11, 12, 13 und 16 des vorinstanzlichen Urteilsdispositivs. 

2. Herr C._____ sei ebenfalls von der mehrfachen Förderung der Prostitu-

tion zN. A._____ und B._____, dem Schwangerschaftsabbruch zN 

A._____ und von der versuchten schweren Körperverletzung zN 

A._____ freizusprechen. 

3. Es seien die Verfahrenskosten der ersten und zweiten Instanz und die 

Kosten der amtlichen Verteidigung vollumfänglich auf die Staatskasse 

zu nehmen. 

4. Es sei Herrn C._____ eine angemessene Genugtuung für unrechtmäs-

sig erstandene Haft zu bezahlen. 

5. Es sei Herr C._____ zu entlassen. 

6. Es seien die geltend gemachten Zivilansprüche vollumfänglich abzu-

weisen. 

7. Es sei die Abnahme einer DNA Probe zwecks Erstellung eines DNA 

Profils abzuweisen bzw. auf eine solche sei zu verzichten. 

 

- 7 - 

c) Der unentgeltlichen Rechtsvertreterin der Privatklägerin 1:  

(Urk. 130 S. 2) 

1. Das vorinstanzliche Urteil vom 17. März 2017 sei bezüglich der Dispo-

sitivziffern 5 und 6 (Zivilansprüche der Privatklägerin A._____) vollum-

fänglich zu bestätigen. 

2. Die Kosten der unentgeltlichen Rechtsvertreterin für das vorliegende 

Verfahren seien (gemäss beiliegender Honorarnote) auf die Gerichts-

kasse zu nehmen. 

d) Der unentgeltlichen Rechtsvertreterin der Privatklägerin 2:  

(Urk. 126 S. 2) 

1. Die Berufung des Beschuldigten sei abzuweisen, soweit sie die straf- 

als auch die zivilrechtlichen Ansprüche der Privatklägerin B._____ be-

treffen. 

2. Das vorinstanzliche Urteil der 4. Abteilung des Bezirksgerichtes Zürich 

vom 17. März 2017 sei insbesondere in Bezug auf die Ziffern 7 und 8 

zu bestätigen. 

3. Die Kosten des Verfahrens, inklusive denjenigen der unentgeltlichen 

Rechtsvertretung der Privatklägerin (gemäss eingereichter Honorarno-

te) seien dem Beschuldigten aufzuerlegen bzw. auf die Staatskasse zu 

nehmen. 

Erwägungen: 

I. Prozessgeschichte, Berufungsumfang, Prozessuales 

1. Prozessgeschichte 

1.1. Das vorstehend wiedergegebene Urteil vom 17. März 2017 wurde den Par-

teien gleichentags mündlich eröffnet (Prot. I S. 57 ff.). Der Beschuldigte meldete 

mit Schreiben vom 27. März 2017 innert Frist schriftlich Berufung an (Urk. 75), 

ebenso die Staatsanwaltschaft mit Schreiben vom 23. März 2017 (Urk. 73), die 

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Privatklägerin 1 A._____ mit Schreiben vom 22. März 2017 (Urk. 72) und die Pri-

vatklägerin 2 B._____ mit Schreiben vom 23. März 2017 (Urk. 74). 

1.2. Nach Zustellung des begründeten Urteils (Urk. 76) reichten die Staatsan-

waltschaft am 29. August 2017 (Urk. 77) und der Beschuldigte am 12. September 

2017 (Urk. 84) fristgerecht die Berufungserklärung ein. Mit Schreiben vom 

1. September 2017 (Urk. 81) und 7. September 2017 (Urk. 82) zogen die Privat-

klägerinnen 1 und 2 ihre Berufungen zurück, was vorab vorzumerken ist. 

1.3. Mit Präsidialverfügung vom 14. September 2017 wurde die Berufungser-

klärung der Staatsanwaltschaft in Anwendung von Art. 400 Abs. 2 und 3 StPO 

dem Beschuldigten und den Privatklägerinnen sowie die Berufungserklärung des 

Beschuldigten der Staatsanwaltschaft und den Privatklägerinnen zugestellt, um 

gegebenenfalls Anschlussberufung zu erheben oder Nichteintreten auf die Beru-

fung zu beantragen. Gleichzeitig wurde den Privatklägerinnen in Anwendung von 

Art. 335 Abs. 4, Art. 153 Abs. 1 und Art. 68 Abs. 4 StPO Frist gesetzt, um sich zur 

Auswahl der Mitglieder des Gerichts und der übersetzenden Person zu äussern 

(Urk. 86). Die Staatsanwaltschaft verzichtete mit Schreiben vom 28. August 2017 

(recte: 28. September 2017) auf eine Anschlussberufung betreffend die Berufung 

des Beschuldigten und auf einen Nichteintretensantrag (Urk. 88). Der Beschuldig-

te und die Privatklägerinnen liessen sich nicht vernehmen. 

1.4. Am 25. Januar 2018 wurde auf den 17. Mai 2018 zur Berufungsverhand-

lung vorgeladen. Die Privatklägerinnen wurden nicht zum persönlichen Erschei-

nen verpflichtet (Urk. 90). 

1.5. Mit Eingabe vom 2. Mai 2018 stellte die Verteidigung die Beweisanträge, 

es seien die Privatklägerinnen anlässlich der Berufungsverhandlung zu befragen 

und die Akten des Migrationsamtes Solothurn (recte: Aargau) betreffend die Pri-

vatklägerin 1 beizuziehen (Urk. 106). Mit Präsidialverfügung vom 14. Mai 2018 

(Urk. 112) wurde der Beweisantrag auf Beizug der Akten des Migrationsamts gut-

geheissen. Weiter wurde erwogen, dass über den Antrag auf Einvernahme der 

beiden Privatklägerinnen anlässlich der Berufungsverhandlung vom 17. Mai 2018 

zu entscheiden sein wird. In der Folge wurden die entsprechenden Akten beim 

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Migrationsamt Kanton Aargau beigezogen (Urk. 116) und den Parteien zugestellt 

(Urk. 117 und 118).  

1.6. Mit weiterer Eingabe vom 15. Mai 2018 stellte der Verteidiger des Beschul-

digten den Antrag, es sei die Krankengeschichte über die Privatklägerin 1 bei den 

Städtischen Gesundheitsdiensten Zürich zu edieren (Urk. 119). 

1.7. Am 17. Mai 2018 fand die Berufungsverhandlung statt. Es erschienen der 

Beschuldigte in Begleitung seines amtlichen Verteidigers, die Staatsanwältin und 

die unentgeltlichen Rechtsbeiständinnen der Privatklägerinnen (Prot. II S. 8). Vor-

fragen waren keine zu entscheiden (Prot. II S. 10 f.). Nach der Befragung des Be-

schuldigten stellte der Verteidiger ergänzend zu den bereits gestellten Beweis-

anträgen den Beweisantrag auf Beizug der Krankengeschichte des Spitals … 

über die Privatklägerin 1 (Prot. II S. 12 f.). Nach interner Beratung des Gerichts 

wurden die noch offenen Beweisanträge abgewiesen (Prot. II S. 15). Nach den 

Parteivorträgen und dem Schlusswort des Beschuldigten verzichteten die Partei-

en auf eine mündliche Urteilseröffnung und -erläuterung (Art. 84 Abs. 3 StPO; 

Prot. II S. 24). Die geheime Beratung fand gleichentags statt; das Urteil wurde 

ebenfalls am 17. Mai 2018 gefällt (Prot. II S. 25 ff.; Urk. 131) und am Folgetag den 

Parteien – vorab per Fax – schriftlich im Dispositiv eröffnet (Urk. 131 und 

Urk. 132). 

2. Umfang der Berufung 

2.1. Der Beschuldigte verlangt einen vollumfänglichen Freispruch (Urk. 84 und 

Urk. 128). Anlässlich der Berufungsverhandlung präzisierte er auf entsprechende 

Frage, dass auch die Dispositivziffer 13 (Kostenfestsetzung) nicht angefochten sei 

(Prot. II S. 11; Urk. 128 S. 2). Die Staatsanwaltschaft beantragt eine zusätzliche 

Verurteilung wegen versuchter schwerer Körperverletzung, eine Bestrafung des 

Beschuldigten mit einer höheren Freiheitsstrafe und den Verzicht auf die Abnah-

me einer DNA-Probe und die Erstellung eines DNA-Profils (Urk. 77 und Urk. 127). 

Die Freisprüche vom Vorwurf des gewerbsmässigen Menschenhandels und der 

Freiheitsberaubung (Dispositivziffer 2 Alinea 1 und 3) sind nicht angefochten. Un-

angefochten blieben weiter die Entschädigungen der amtlichen Verteidigung und 

- 10 - 

der unentgeltlichen Rechtsvertretungen (Dispositivziffern 10, 11 und 12). Unange-

fochten ist schliesslich die erstinstanzliche Kostenfestsetzung und die Regelung 

der Kosten der unentgeltlichen Vertretung von D._____ (Dispositivziffern 13 und 

16) (zum Ganzen Prot. II S. 11). In diesem Umfang ist der vorinstanzliche Ent-

scheid in Rechtskraft erwachsen, was vorab vorzumerken ist (Art. 399 Abs. 3 in 

Verbindung mit Art. 437 StPO).  

2.2. Im Übrigen steht der angefochtene Entscheid unter Berücksichtigung des 

Verschlechterungsverbots im Sinne von Art. 391 Abs. 2 StPO zur Disposition. 

3. Prozessuales (Beweisanträge, Anklageprinzip) 

3.1. Beweisanträge 

3.1.1. Die Verteidigung beantragte im erstinstanzlichen Verfahren wie auch im Be-

rufungsverfahren, die Privatklägerinnen seien vor Schranken zu befragen (so zu-

letzt Prot. II S. 12 f.). Im Rahmen der Erwägungen zur Sachverhaltserstellung wird 

auf die anlässlich der Berufungsverhandlung zumindest einstweilen als nicht not-

wendig erachteten Beweisergänzungen zurückzukommen sein. 

Den Beweisantrag auf Beizug der Akten des Migrationsamtes Solothurn (recte: 

Aargau) betreffend die Privatklägerin 1 stellte der Beschuldigte im Zusammen-

hang mit dem Zeitpunkt der Einreise der Privatklägerin 1 in die Schweiz und ihrer 

erstmaligen Tätigkeit als Prostituierte. Laut Beschuldigter müsse aus diesen Ak-

ten ersichtlich sein, wann die Privatklägerin 1 eine Kurzaufenthaltsbewilligung 

(Ausweis L EU/EFTA) erhalten habe, um in Olten als Prostituierte zu arbeiten. 

Grundsätzlich beruht das Rechtsmittelverfahren auf Beweisen, die im Vorverfah-

ren und im erstinstanzlichen Hauptverfahren erhoben worden sind (Art. 389 

Abs. 1 StPO). Die Rechtsmittelinstanz erhebt von Amtes wegen oder auf Antrag 

einer Partei die erforderlichen zusätzlichen Beweise (Art. 389 Abs. 3 StPO). Der 

massgebliche Zeitpunkt für Beweisanträge ist grundsätzlich die Berufungserklä-

rung (vgl. Art. 399 Abs. 3 lit. c StPO). Gleichwohl können Beweisanträge im 

mündlichen Berufungsverfahren bis zum Abschluss des Beweisverfahrens gestellt 

werden (BGE 143 IV 214 E. 5.4 S. 223; Urteil 6B_542/2016 vom 5. Mai 2017 

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E. 3.4.3). Der erstmalige Beweisantrag ist deshalb rechtzeitig gestellt. Was er 

aber belegen sollte, legt der Beschuldigte nicht ausdrücklich dar. Immerhin sinn-

gemäss macht er geltend, dass der fragliche Beweisantrag Fakten liefern könnte, 

wonach die Privatklägerin 1 bereits vor dem Treffen mit ihm in Olten der Prostitu-

tion nachgegangen sei. Nachdem sich gezeigt hat, dass keine Migrationsakten im 

Kanton Solothurn vorhanden sind, sondern der Kanton Aargau eine entsprechen-

de Migrationsakte führt (Urk. 110), wurde dem Beweisantrag stattgegeben und die 

Akten wurden vom Migrationsamt Aargau beigezogen (Urk. 111 und Urk. 112).  

3.1.2. Schliesslich wird im Rahmen der Beweiswürdigung zu klären sein, welcher 

Beweiswert den Einvernahmen der Privatklägerinnen zuzumessen sein wird. Da-

zu kann bereits Folgendes vorweggenommen werden. Kritisiert die Verteidigung, 

die Staatsanwaltschaft habe teilweise das Fragerecht der Verteidigung beschnit-

ten, ist die Rüge offensichtlich begründet. Lässt die Staatsanwaltschaft Zusatz-

fragen nicht zu mit dem Hinweis, diese seien bereits vorgängig beantwortet wor-

den, verkennt sie Sinn und Zweck des Konfrontationsrechts. Der Beschuldigte 

muss die Möglichkeit haben, sein Fragerecht wirksam auszuüben. Dies bedingt 

zweifelsohne, bereits gestellte Fragen in einem späteren Zeitpunkt wieder aufzu-

werfen (wie dies die Staatsanwaltschaft gegenüber dem Beschuldigten im Übri-

gen auch tut). Dieses aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör fliessende Vertei-

digungsrecht muss hier nicht weiter erklärt werden. Der Konfrontationsanspruch 

wurde gesamthaft betrachtet nicht verletzt (vgl. nachfolgend). 

3.1.3. Im Weiteren stellte die Verteidigung kurz vor Verhandlung den Antrag, es 

sei die Krankengeschichte der Städtischen Gesundheitsdienste Zürich über die 

Privatklägerin 1 beizuziehen. Dies soll ermöglichen, die zeitliche Einordnung des 

angeblichen Vorfalls des Schwangerschaftsabbruchs zu überprüfen und zu objek-

tivieren (Urk. 119). Anlässlich der Berufungsverhandlung wies die Verfahrenslei-

tung die Parteien – mit Blick auf den Beweisantrag der Verteidigung vom 15. Mai 

2018 (Urk. 119) – darauf hin, dass bereits ein Bericht der Städtischen Gesund-

heitsdienste über die Privatklägerin 1 als Urk. D2 13/2 im Recht liegt. Anlässlich 

der Berufungsverhandlung stellte die Verteidigung ergänzend den Antrag, es sei-

en die weiteren Krankenakten bei den Städtischen Gesundheitsdiensten sowie 

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die Krankengeschichte beim Spital … über die Privatklägerin 1 einzuholen. Dabei 

wurde einzig geltend gemacht, dass "vielleicht […]  dort noch mehr Informationen 

verfügbar [seien] zu dem ganzen Vorfall" (Prot. II S. 13). 

Auf die Abnahme von (weiteren) Beweisen kann verzichtet werden, wenn es um 

offenkundige oder gerichtsnotorische Tatsachen oder rechtlich nicht erhebliche 

Tatsachen geht oder wenn mit Sicherheit gesagt werden kann, dass die Be-

weisabnahme auch dann an der richterlichen Überzeugung nichts mehr ändern 

könnte, wenn ihr Ergebnis die vom Antragsteller aufgestellte Behauptung stützen 

würde (vgl. Art. 139 Abs. 2 StPO; an Stelle vieler Urteil 6B_421/2015 vom 16. Juli 

2015 E. 2.3 m.H.a. BGE 136 I 229 E. 5.3). Beweisanträge sind – auch im Beru-

fungsverfahren – zu begründen (Art. 379 StPO i.V.m. Art. 331 Abs. 2 StPO; 

HUG/SCHEIDEGGER, in: Kommentar zur Schweizerischen StPO, 2. Aufl. 2014, 

N. 13 zu Art. 399 StPO). 

Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass bereits aus dem in den Akten vorhandenen 

Bericht der Städtischen Gesundheitsdienste über die Privatklägerin 1 (Urk. D2 

13/2) hervorgeht, dass sich die Privatklägerin 1 dort am 21. Februar 2011 in Be-

handlung begab und dabei eine Frühschwangerschaft festgestellt wurde. Die bei-

den anderen im Bericht genannten Behandlungen stehen in keinem erkennbaren 

Zusammenhang zum vorliegenden Fall, was im Übrigen auch seitens der Vertei-

digung nicht behauptet wurde. Bereits dieser vorhandene Bericht kann zur zeitli-

chen Einordnung des Schwangerschaftsabbruchs herangezogen werden, worauf 

die Verteidigung mit ihrem Beweisantrag abzielte (vgl. Urk. 119 S. 2). Inwiefern 

der Beizug weiterer medizinischer Akten, sofern solche überhaupt verfügbar sein 

sollten, einen Erkenntnisgewinn mit Blick auf hier rechtserhebliche Tatsachen 

(vgl. Art. 139 Abs. 2 StPO) bringen sollte, ist nicht ersichtlich. Die Verteidigung hat 

denn auch mit keinem Wort begründet, zum Nachweis welcher (rechtserheb-

lichen) Tatsachen sie die genannten Beweisanträge stellte. Diese unbegründet 

gebliebenen Beweisanträge zu nicht erkennbar rechtserheblichen Tatsachen sind 

abzuweisen. 

 

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3.2. Anklageschrift 

Die Staatsanwältin korrigierte anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung 

die Anklageschrift dahingehend, dass die Privatklägerin 1 Ende 2009 (und nicht 

im Sommer 2009) in die Schweiz gekommen war (Prot. I S. 19). Ungenauigkeiten 

in der Anklageschrift sind solange nicht von entscheidender Bedeutung, als für die 

beschuldigte Person keine Zweifel darüber bestehen, welches Verhalten ihr ange-

lastet wird und sie sich angemessen verteidigen kann (Urteil 6B_253/2017 vom 

1. November 2017 E. 1.4 mit Hinweis). Dies ist hier der Fall. So hat sich denn 

auch die Verteidigung anlässlich der Berufungsverhandlung einlässlich und aus-

führlich mit den Anklagevorwürfen auseinandersetzen können (vgl. Urk. 128; 

Prot. II S. 16-18 und 23 f.). Unter dem Aspekt der Umgrenzungs- und Informa-

tionsfunktion der Anklageschrift (vgl. BGE 143 IV 63 E. 2.2 S. 65 mit Hinwei-

sen) ist die genannte Präzisierung nicht zu beanstanden. 

II. Sachverhalt und rechtliche Würdigung 

1. Allgemeines/Konfrontationsanspruch/Befragung der Privatklägerinnen vor 
Schranken 

1.1. Die Vorinstanz hat die theoretischen Grundsätze der richterlichen Beweis-

würdigung eingehend dargelegt (Urk. 76 S. 14 ff.). Darauf kann vollumfänglich 

verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO), ebenso auf die vorinstanzlichen Erwä-

gungen zur Frage der Glaubwürdigkeit des Beschuldigten und der Privatklägerin-

nen (Urk. 76 S. 19 ff. und 23). Im Übrigen kann sich die Berufungsinstanz auf die 

für ihren Entscheid wesentlichen Punkte beschränken (vgl. BGE 141 IV 249 

E. 1.3.1 S. 253; 141 III 28 E. 3.2.4 S. 41; je mit Hinweisen). 

Der Vorinstanz kann insbesondere auch gefolgt werden, soweit sie einen Kom-

plott zwischen den Privatklägerinnen und D._____ verneint (Urk. 76 S. 20 f.). Er-

gänzend kann dazu Folgendes festgehalten werden. Der Beschuldigte fasste den 

Grund des behaupteten Komplotts mit folgenden Worten zusammen: "D._____ 

hat mich von Anfang an gehasst, weil sie sich mit mir versöhnen wollte, und ich 

dies nicht wollte. B._____ wegen der Bewilligung. A._____ wegen der Eifersucht" 

(Urk. D1 11/5 S. 12; ähnlich so auch zuletzt Urk. 124 S. 41 f.). Er erwähnte bereits 

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in seiner ersten Hafteinvernahme in der Schweiz vom 24. Dezember 2015, seine 

frühere Ehefrau D._____ wolle ihn anschwärzen. Diese habe ca. im Mai 2015 

"B._____" (die Privatklägerin 2) kontaktiert und aufgefordert, zusammen bei der 

Polizei Aussage zu machen. Die Privatklägerin 2 habe dies seiner Partnerin 

E._____ via Facebook erzählt und seine Partnerin habe dies als Video festgehal-

ten (Urk. D1 11/1 S. 2). In einer späteren Einvernahme erklärte der Beschuldigte, 

die Privatklägerin 2 habe keine Aufenthaltsbewilligung gehabt. D._____, zu der 

die Privatklägerin 2 einen guten Kontakt gehabt habe, habe gewusst, dass mit ei-

nem Strafverfahren die Privatklägerin 2 als Geschädigte die Schweiz nicht verlas-

sen müsse. Das Ganze sei die Idee von D._____ gewesen (Urk. D1 11/5 S. 12). 

Die Verteidigung reichte vor Vorinstanz soweit erkennbar in diesem Zusammen-

hang zwei undatierte Schreiben mit den Überschriften "Video 1" und "Video 2 – 

scheint die Fortsetzung des 1. Videos zu sein" ins Recht (Urk. D1 23/1-2). Unter 

der Prämisse, dass diese Schriftstücke ein tatsächlich erfolgtes Gespräch zwi-

schen E._____ und der Privatklägerin 2 wahrheitsgemäss wiedergeben, geht dar-

aus hervor, dass die Privatklägerin 2 gegenüber E._____ behauptete, der Be-

schuldigte habe sie nie verprügelt und nicht terrorisiert. D._____ aber habe sie 

aufgefordert, bei der Polizei entsprechende Aussagen zu machen. Aus einer wei-

teren Unterhaltung (Facebook Messenger-Chat) zwischen E._____ (respektive 

E'._____) und der Privatklägerin 2 vom 9. und 10. November 2015 geht hervor, 

wie E._____ unter Hinweis auf von ihr erstellte Videoaufnahmen von der Privat-

klägerin 2 mit klaren Worten fordert, diese solle zur Polizei gehen. Dort solle sie 

erzählen, dass "D'._____" (D._____) die Privatklägerin 2 zur Lüge angestiftet ha-

be. Dann werde die Privatklägerin 2 "aus diesem Fall rausbleiben als Schuldige" 

und "deswegen keine Probleme bekommen" (Urk. D1 22/2). Bei der Staatsan-

waltschaft damit konfrontiert, erklärte die Privatklägerin 2, E._____ habe sie ange-

rufen und ihr vorgeworfen, den Beschuldigten (ihren Lebenspartner) angezeigt zu 

haben. Dann sei es doch normal, wenn sie das Gegenteil behaupte. Sie fürchte 

sich vor dem Beschuldigten und habe sich nur selbst schützen wollen (Urk. D1 

12/7 S. 25 f.). Diese Ausführungen sind nachvollziehbar und die genannten 

Schriftstücke lassen aus mehreren Gründen nicht auf einen Komplott schliessen. 

Wie noch zu zeigen sein wird, widersprechen sich die Privatklägerinnen selbst in 

- 15 - 

jüngeren Einvernahmen (mithin nach der behaupteten Absprache) etwa zur Fra-

ge, ob die Privatklägerin 1 bereits früher in der Schweiz der Prostitution nachging. 

Weiter blieb von der Privatklägerin 2 die von der Privatklägerin 1 erwähnte Vorga-

be, sie hätten auf Geheiss des Beschuldigten auch während ihrer Tage anschaf-

fen und sich dazu Meeresschwämme einführen müssen, gänzlich unerwähnt. 

Auch der Übergriff betreffend strafbarer Schwangerschaftsabbruch haben die Pri-

vatklägerinnen teilweise unterschiedlich geschildert und selbst die Privatklägerin 1 

äusserte sich zu diesem Vorfall nicht in konstanter Weise. Hätte ein Komplott und 

damit eine auch von der Verteidigung vor Vorinstanz wiederholt behauptete Ab-

sprache vorgelegen, wären die Aussagen koordinierter und kohärenter ausgefal-

len. Zum letztgenannten Tatvorwurf bestehen zudem belastende Aussagen von 

Drittpersonen (F._____ und G._____), die Teil der Verschwörung sein müssten, 

was der Beschuldigte nicht behauptet und mangels Hinweisen ebenfalls ausge-

schlossen werden kann. G._____ belastete den Beschuldigten bereits in der Ein-

vernahme vom 5. Oktober 2011. Schliesslich spricht folgender Umstand gegen 

den vom Beschuldigten angeführten Komplott. Dieser behauptete explizit, seine 

frühere Ehefrau D._____ habe ca. im Mai 2015 die Privatklägerin 2 aufgefordert, 

mit ihr zur Polizei zu gehen und Aussagen zu machen (Urk. D1 11/1 S. 2). Wurde 

aber ein gemeinsames Agieren gegen den Beschuldigten ca. im Mai 2015 verein-

bart, wäre mit Fug zu erwarten, dass dies zu einer Zäsur im Aussageverhalten der 

Privatklägerinnen geführt hätte. Dies ist klarerweise nicht der Fall. Wie noch zu 

zeigen sein wird, basiert der Anklagevorwurf (auch) auf den belastenden Aussa-

gen, welche die Privatklägerin 1 bereits im September 2014 und die Privatklägerin 

2 im Februar 2012 zu Protokoll gaben. 

Auch überzeugen die vom Beschuldigten ins Feld geführten angeblichen Motive 

der drei Frauen für einen Komplott nicht. Dass D._____ den Beschuldigten "von 

Anfang an gehasst" haben soll, ist bereits durch die Aussagen des Beschuldigten 

widerlegt: So gab er anlässlich der Berufungsverhandlung zu Protokoll, dass er zu 

D._____, als er bereits nicht mehr mit ihr in einer Liebesbeziehung stand und un-

ter anderem mit ihr nach H._____ zog, kein schlechtes Verhältnis gehabt habe 

(Urk. 124 S. 27). In unverträglichem Widerspruch dazu, dass D._____ ihn von An-

fang an gehasst haben soll, steht auch der Umstand, dass der Beschuldigte of-

- 16 - 

fenbar auf Anraten von D._____ in die Schweiz gekommen sei und sogar anfäng-

lich unter anderem zusammen mit ihr in deren Wohnung an der …-Strasse ge-

wohnt habe (Urk. 124 S. 8 f., 12 f. und 26 f.). Dass die Privatklägerin 2 den Be-

schuldigten deshalb zu Unrecht belasten soll, weil ihr die Beratungsstelle FIZ 

quasi dazu geraten haben soll, um so eine Aufenthaltsbewilligung zu erwirken, 

vermag ebenfalls nicht zu überzeugen. Ein solches Vorgehen hätte der Privatklä-

gerin 2 bestenfalls eine Bewilligung für die Dauer des Strafverfahrens verschafft, 

aber nicht darüber hinaus. In Bezug auf das behauptete Falschbelastungsmotiv 

der Privatklägerin 1 ist genauso wenig einleuchtend, dass die Privatklägerin 1 den 

Beschuldigten aus Eifersucht angezeigt haben soll. Es ist geradezu widersinnig, 

diejenige Person, zu der die Privatklägerin 1 eigentlich (wieder) eine Beziehung 

aufbauen wollte, derart falsch zu belasten, dass sie ins Gefängnis muss. Und 

schliesslich ist auch aktenkundig, dass das Verhältnis zwischen diesen drei Frau-

en durchaus angespannt und gar negativ war (vgl. nur Urk. D1 12/3 S. 8 f.). Ein 

koordiniertes Vorgehen dieser drei Frauen im Sinne eines Komplotts scheint auch 

vor diesem Hintergrund ausgeschlossen. 

Die Verteidigung sieht Absprachen und Angleichungen der Aussagen sympto-

matisch darin, dass die Privatklägerin 2 in der Einvernahme vom 24. Mai 2016 

klar abgegrenzte Vorwürfe habe vorbringen wollen, die Thema bei den anderen 

Einvernahmen gewesen, mit der Privatklägerin 2 aber nicht weiter besprochen 

worden seien (vgl. Urk. 61 S. 8). Ihr kann nicht gefolgt werden, soweit sie damit 

behaupten sollte, die von der Privatklägerin 2 erwähnten Themen, wonach der 

Beschuldigte D._____ geschlagen und "I._____" für ca. Fr. 5'000.– gekauft habe, 

seien in früheren Befragungen der Privatklägerin 2 nicht zur Sprache gekommen. 

Bereits in der Einvernahme vom 16. Februar 2012 machte die Privatklägerin 2 

dazu detaillierte Angaben (Urk. D2 10/1 S. 6 f., 23 und 28 ff.). 

1.2. Zum Beweiswert der Einvernahmen der Privatklägerin 1 und zum Konfron-

tationsanspruch des Beschuldigten ist Folgendes festzuhalten. Anlässlich der 

staatsanwaltschaftlichen Einvernahme der Privatklägerin 1 vom 12. Februar 2016 

liess die Staatsanwältin verschiedene Fragen des Beschuldigten etwa betreffend 

den Zeitpunkt der erstmaligen Einreise in die Schweiz, eine Anzeige im Zusam-

- 17 - 

menhang mit einem Übergriff in Olten sowie die familiären Verhältnisse der Pri-

vatklägerin 1 in Verletzung seines Fragerechts nicht zu (vgl. vorstehend; Urk. D1 

12/3 S. 5 ff. und 11 ff.). Es stellt sich die Frage, ob es dem Beschuldigten möglich 

war, die Glaubhaftigkeit der belastenden Aussagen zu prüfen und deren Beweis-

wert in kontradiktorischer Weise auf die Probe und in Frage zu stellen (BGE 133 

I 33 E. 2.2 S. 37 mit Hinweisen). Die Privatklägerin 1 wurde am 16. September 

2014 durch die Staatsanwaltschaft befragt. Im Verlaufe des Septembers 2014 er-

folgten weitere Einvernahmen durch die Kantonspolizei. Die staatsanwaltschaft-

lichen Einvernahmen vom 9. und 12. Februar 2016 fanden im Beisein des Be-

schuldigten und dessen Verteidigers statt. Anlässlich der letztgenannten Ein-

vernahme hatte der Verteidiger Gelegenheit, Ergänzungsfragen zu stellen, wovon 

er auch während rund zwei Stunden Gebrauch machte (Urk. D1 12/3 S. 1 ff.). Die 

Privatklägerin 1 beantwortete Fragen etwa zu ihrem Vorleben in Ungarn, ihrer 

psychischen Verfassung, ihrer Einreise in die Schweiz, den ersten Kontakten mit 

Freiern in J._____ und am Sihlquai, ihrem Verhältnis zu verschiedenen Personen 

(etwa zur Privatklägerin 2 und zu D._____), dem Benützen des öffentlichen Ver-

kehrs und der Taxis in Zürich, den Verpflegungsmöglichkeiten während der Ar-

beit, ihren Reisen nach Ungarn und den ärztlichen Kontrolluntersuchungen. Aus 

dem Protokoll sind keine Fragen zu den zahlreichen belastenden Aussagen – et-

wa zu den Drohungen, den verschiedenen Vorgaben der Prostitution und dem 

Schwangerschaftsabbruch – ersichtlich. Dass der Beschuldigte solche Ergän-

zungsfragen stellen wollte, diese aber nicht zugelassen wurden, geht aus dem 

Protokoll nicht hervor und macht der Beschuldigte nicht geltend. Im Rahmen einer 

Gesamtwürdigung hatte der Beschuldigte im Vorverfahren ausreichend Gelegen-

heit, sein Fragerecht auszuüben und die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Privat-

klägerin 1 (wie auch der Privatklägerin 2) in Frage zu stellen. Sein Konfronta-

tionsanspruch ist nicht verletzt. 

1.3.  

1.3.1. Die Verteidigung beantragte im erstinstanzlichen Verfahren wie auch im Be-

rufungsverfahren die Befragung der Privatklägerinnen vor Schranken. 

- 18 - 

1.3.2. Art. 343 Abs. 3 StPO verpflichtet das Gericht im Vorverfahren ordnungsge-

mäss erhobene Beweise nochmals zu erheben, sofern die unmittelbare Kenntnis 

des Beweismittels für die Urteilsfällung notwendig erscheint. Diese Bestimmung 

verankert eine (einmalige) Unmittelbarkeit im erstinstanzlichen Verfahren, in der 

Regel jedoch keine solche für das Rechtsmittelverfahren. Art. 389 Abs. 2 StPO 

regelt die Wiederholung der erstinstanzlichen Beweisabnahmen im Rechtsmittel-

verfahren. Eine unmittelbare Beweisabnahme hat im mündlichen Berufungsver-

fahren gemäss Art. 343 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 405 Abs. 1 StPO auch zu 

erfolgen, wenn die unmittelbare Kenntnis des Beweismittels für die Urteilsfällung 

notwendig erscheint. Eine unmittelbare Beweisabnahme ist notwendig, wenn sie 

den Ausgang des Verfahrens beeinflussen kann. Dies ist namentlich der Fall, 

wenn die Kraft des Beweismittels in entscheidender Weise vom Eindruck ab-

hängt, der bei seiner Präsentation entsteht. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn 

es in besonderem Masse auf den unmittelbaren Eindruck einer Zeugenaussage 

ankommt, so etwa, wenn Aussage gegen Aussage steht. Das Gericht verfügt bei 

der Frage, ob eine erneute Beweisabnahme erforderlich ist, über einen Ermes-

sensspielraum (BGE 143 IV 288 E. 1.4.1 S. 290 f.; 140 IV 196 E. 4.4.1 und 4.4.2 

S. 198 ff.; Urteil 6B_1408/2016 vom 20. Februar 2018 E. 1.4.1 mit Hinweisen). Ei-

ne Beweisabnahme durch das Gericht gemäss Art. 343 Abs. 3 StPO ist aber nicht 

schon deshalb notwendig, weil nonverbales Verhalten wie Mimik, Gestik, Rede-

fluss, Emotionen etc. der einvernommenen Person stets Teil ihrer Aussageleis-

tung ist und die intuitive Einordnung der Aussage beeinflussen. Andernfalls hätte 

der Gesetzgeber bei den Personalbeweisen konsequenterweise das Unmittelbar-

keitsprinzip statuieren müssen, was er jedoch unterliess (HAURI/VENETZ, in: Basler 

Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, Bd. II, 2. Aufl. 2014, N. 22 

zu Art. 343 StPO). Die Aussagekraft nonverbalen Verhaltens darf allerdings nicht 

überbewertet werden, und dessen Interpretation ist schwierig. Von einer erneuten 

Beweisabnahme durch das Gericht muss unter Umständen aus Gründen 

des Opferschutzes abgesehen werden (siehe Art. 152-156 StPO). Für diese Fälle 

empfiehlt es sich, die Einvernahmen in der Untersuchung audiovisuell aufzu-

zeichnen (ARIANE KAUFMANN, Das Unmittelbarkeitsprinzip und die Folgen seiner 

- 19 - 

Einschränkung in der Schweizerischen Strafprozessordnung, Diss. Luzern 2013, 

S. 291; Urteil 6B_430/2015 vom 12. Juni 2015 E. 2.3.2). 

1.3.3. Von einer Befragung der Privatklägerinnen im Berufungsverfahren ist aus 

mehreren Gründen abzusehen. Beide Privatklägerinnen sind, selbst wenn sie als 

Zivilklägerinnen ein Eigeninteresse am Prozessausgang haben dürften, grund-

sätzlich als glaubwürdig zu bezeichnen (Urk. 76 S. 19). Wie im Rahmen der Be-

weiswürdigung zu zeigen sein wird, sind ihre Aussagen glaubhaft und Elemente, 

die gegen die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen sprechen könnten, unbedeutend. 

Entsprechende Widersprüche oder Abweichungen können erklärt werden und 

vermögen die Glaubhaftigkeit der Schilderungen zum Kerngeschehen nicht um-

zustossen. Zudem ist eine Auseinandersetzung mit dem teilweise unterschied-

lichen Aussageverhalten für das Gericht gestützt auf die protokollierten Aussagen 

ohne deren unmittelbare Kenntnis möglich. Hält die Rechtsprechung fest, ein un-

mittelbarer Eindruck einer Zeugenaussage sei etwa bei Aussage gegen Aussage 

relevant, gilt es hier weiter zu berücksichtigen, dass eine solche Konstellation 

nicht vorliegt. Die Vorwürfe gegen den nicht geständigen Beschuldigten fussen im 

ganz wesentlichen Umfang nicht einzig auf den Schilderungen einer einzigen 

Person. Vielmehr stützen sie sich auf die Aussagen zweier Privatklägerinnen und 

(betreffend den strafbaren Schwangerschaftsabbruch und die versuchte eventual-

vorsätzliche schwere Körperverletzung) zweier weiterer Zeugen.  

Soweit für die Beurteilung der Glaubhaftigkeit der Aussagen der Privatklägerinnen 

allenfalls deren nonverbales Verhalten hilfreich ist, ist dies in den ausführlichen 

Videobefragungen (Urk. D1 12/2, 12/4, 12/6 und 12/8) gut dokumentiert. Das 

Bundesgericht hielt fest, Videoaufzeichnungen könnten genügen, um sich ein hin-

reichendes Bild von der Glaubwürdigkeit der Auskunftsperson oder des Zeugen 

respektive der Glaubhaftigkeit deren Aussagen zu verschaffen. Im konkreten Fall 

sei eine persönliche Einvernahme des Opfers durch die Berufungsinstanz erfor-

derlich, da das Opfer von früheren Aussagen abgewichen sei und diese erweitert 

habe (Urteil 6B_70/2015 vom 20. April 2016 E. 1.4.2). Daraus ist aber nicht zu 

schliessen, dass Videoaufzeichnungen nur solange ein hinreichendes Bild der be-

fragten Person erlauben, als sie sich in ihren Aussagen nicht widerspricht und 

- 20 - 

diese stets gleichbleibend zu Protokoll gibt. Einer solchen apodiktischen Auf-

fassung wäre nicht zu folgen. Wie ausgeführt, hat der Gesetzgeber bei den Per-

sonalbeweisen das Unmittelbarkeitsprinzip nicht vorgegeben. Zudem erfordern 

widersprüchliche Aussagen nicht notwendigerweise eine nochmalige Beweis-

abnahme vor Gericht (HAURI/VENETZ, a.a.O., N. 24 zu Art. 343 StPO). Erlauben 

die Videoaufzeichnungen, die Einvernahme und die Reaktionen der befragten 

Person genau zu verfolgen, kann darauf abgestellt werden. Im genannten Urteil 

unterstrich das Bundesgericht, den konkreten Aufzeichnungen komme nur eine 

eingeschränkte Beweiskraft zu. Das Opfer habe in den Videoaufzeichnungen die 

Tatvorwürfe zu keinem Zeitpunkt frei und zusammenhängend geschildert. Es ha-

be fast ausschliesslich auf die Frage der Staatsanwaltschaft geantwortet und sei 

regelmässig zwecks Protokollierung unterbrochen worden. Das Einvernahme-

protokoll gebe nicht den Wortlaut seiner Aussagen wieder, sondern deren diktierte 

Zusammenfassung durch die Staatsanwaltschaft (Urteil 6B_70/2015 vom 20. April 

2016 E. 1.4.2). Die hier verfügbaren Aufzeichnungen präsentieren sich in einem 

anderen Licht. Die Aussagen der Privatklägerinnen wurden frei wiedergegeben 

und wie vom Übersetzer festgehalten sorgfältig protokolliert, ohne dass die Ant-

worten für das Protokoll "angepasst" worden wären. Unnötige Unterbrechungen 

finden sich nicht. Insgesamt erlauben die Aufzeichnungen einwandfrei, den Be-

fragungen zu folgen und einen unmittelbaren Eindruck zu erhalten. Darauf kann 

abgestellt werden.  

Schliesslich kann festgehalten werden, dass der Beschuldigte sein Teilnahme-

recht in Bezug auf die Einvernahmen der Privatklägerin 1 (9. und 12. Februar 

2016) sowie der Privatklägerin 2 (24. Mai 2016) wahrnehmen konnte. Die vor der 

Verhaftung des Beschuldigten (September 2015) durchgeführten Einvernahmen 

der Privatklägerinnen in den Jahren 2012 und 2014 legen entgegen der Vertei-

digung (Urk. 106; zuletzt auch Urk. 128 S. 8-10) keine weitere Konfrontation mit 

den Privatklägerinnen nahe. Die Verteidigung macht geltend, es seien syste-

matisch Befragungen von Zeugen und Auskunftspersonen in Abwesenheit des 

Beschuldigten durchgeführt worden, obwohl der Beschuldigte, zwar im Ausland, 

aber eigentlich greifbar gewesen sei. Davon kann keine Rede sein. Aus den 

Rapporten der Kantonspolizei geht hervor, dass der Beschuldigte ab dem 

- 21 - 

28. November 2011 "nicht mehr auffindbar" bzw. der aktuelle Aufenthaltsort nicht 

mehr bekannt war (Rapport vom 5. Juli 2012: Urk. D2 1/1 S. 25 und 28; Rapport 

vom 2. Juli 2012: Urk. D1 1 S. 9). Nicht haltbar ist die Behauptung der Vertei-

digung, die Strafverfolgungsbehörden hätten keine Bemühungen unternommen, 

den Beschuldigten dingfest zu machen. Aus den Akten ergibt sich, dass die Poli-

zei in der Folge diverse Interpol-Anfragen getätigt hat (Urk. D2 1/2; Urk. D2 1/4; 

Urk. D2 1/5; Urk. D2 1/15; Urk. D2 1/16; Urk. D2 1/16; Urk. D2 1/18). Am 6. März 

2013 erfolgte sodann die Ausschreibung des Beschuldigten im automatisierten 

Fahndungssystem des Bundes RIPOL (Urk. D2 18/1). Am 9. Juni 2015 erliess die 

Staatsanwaltschaft einen internationalen Haftbefehl verbunden mit dem inter-

nationalen Ersuchen um Fahndung nach dem Beschuldigten zur Festnahme 

im Hinblick auf eine Auslieferung (Urk. D2 18/2 und Urk. D2 18/3 resp. 

Urk. D1 31/1+2). All dies führte schliesslich zur Verhaftung des Beschuldigten in 

Belgien am 25. September 2015 (Urk. D1 31/5) und hernach zur Auslieferung an 

die Schweizer Strafverfolgungsbehörden am 23. Dezember 2015 (Urk. D1 31/8-

11). Der Unterstellung der Verteidigung, die Strafverfolgungsbehörden hätten ge-

zielt in Abwesenheit des Beschuldigten quasi Vorverhöre mit Belastungszeugen 

durchgeführt und damit die Teilnahmerechte des Beschuldigten nach Art. 147 

StPO umgangen, ist damit die Grundlage entzogen. 

Zudem finden sich in den Akten keine Hinweise, dass die Privatklägerinnen be-

hördlicherseits beeinflusst worden wären. Der erneute Vorwurf des Beschuldigten 

an die Adresse der Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration muss deshalb 

als haltlos bezeichnet werden. Aus dem Hinweis auf das Urteil 6B_129/2017 vom 

16. November 2017 (BGE 143 IV 457), wonach der Beschuldigte nach Art. 147 

Abs. 1 StPO grundsätzlich das Recht hat, an Einvernahmen von Mitbeschuldigten 

im gleichen Verfahren teilzunehmen, vermag der Beschuldigte für eine erneute 

Konfrontation mit den Privatklägerinnen nichts abzuleiten. 

1.3.4. Zusammenfassend ist aus oben genannten Gründen eine weitere Befra-

gung der Privatklägerinnen nicht nötig. Darauf ist schliesslich auch aus Gründen 

des Opferschutzes zu verzichten.  

- 22 - 

2. Einreise der Privatklägerin 1 in die Schweiz Ende 2009 

2.1. Die Vorinstanz kommt zusammengefasst zum Schluss, es sei erstellt, dass 

die Privatklägerin 1 in Ungarn in ärmlichen Verhältnissen gelebt habe. Sie sei von 

K._____ und L._____ in die Schweiz geschickt worden, um Kreditschulden ihres 

damaligen Freundes abzuarbeiten. Über die Art der Arbeit habe sie vor Antritt der 

Reise keine Kenntnis gehabt. In der Schweiz angekommen, habe sie den Be-

schuldigten kennengelernt, der ihre Reisekosten bezahlt und sie nach J._____ 

gebracht habe. Dort habe sie mit einem ihr unbekannten Mann gegen Entgelt Ge-

schlechtsverkehr gehabt. Eine Verbindung zwischen den Kreditgebern in Ungarn 

und dem Beschuldigten habe nicht bestanden (Urk. 76 S. 21 ff. und 29). 

2.2. Der Beschuldigte anerkannte den Sachverhalt vor Vorinstanz insoweit, als 

er die Privatklägerin 1 Ende 2009 am Tag ihrer Ankunft in der Schweiz abgeholt 

habe. Er führte aus, die Privatklägerin 1 habe in ein Studio gehen wollen, wo aber 

niemand aufgemacht habe. Sie habe ihm gesagt, dass sie mit ihm zusammenar-

beiten wolle. Darauf habe er ihr erklärt, wie er arbeite ("dass die Mädchen auf der 

Strasse arbeiten und wir auf sie aufpassen"), womit sich die Privatklägerin 1 ein-

verstanden erklärt habe. Ihre Reisekosten habe er am selben Tag bezahlt. Unzu-

treffend sei, dass sie in Ungarn in ärmlichen Verhältnissen gelebt hätte. Zudem 

sei die Privatklägerin 1 in die Schweiz gekommen, um sich zu prostituieren. Dass 

sie bei Antritt der Reise in Ungarn nicht gewusst habe, dass sie in der Schweiz als 

Prostituierte arbeiten würde, sei gelogen. Zutreffend sei, dass die Privatklägerin 1 

am ersten Abend nach ihrer Ankunft mit einem Freier Geschlechtsverkehr gehabt 

habe und vom Verdienst von Fr. 200.– ihm Fr. 150.– abgegeben habe (Prot. I 

S. 18 ff.). 

Anlässlich der Berufungsverhandlung wiederholte der Beschuldigte im Wesent-

lichen den bereits geschilderten Standpunkt (Urk. 124 S. 24 f., 27 ff., 43) resp. 

liess ihn durch seinen Verteidiger wiederholen (vgl. Urk. 128 S. 11 f.).  

2.3. Die Vorinstanz hat die Aussagen beider Privatklägerinnen sowie des Be-

schuldigten zutreffend zusammengefasst und korrekt gewürdigt, worauf verwie-

sen werden kann. Dass die Privatklägerin 1 vor Antritt der Reise in die Schweiz 

- 23 - 

nicht wusste, dass sie sich hier prostituieren würde, hat sie wiederholt und glaub-

haft ausgeführt (Urk. D2 19/5.1 S. 5; Urk. D2 19/5.2 S. 5 f.; Urk. D1 12/1 S. 11 f.). 

Es ist nicht erkennbar, weshalb sie dies wahrheitswidrig behaupten sollte. Darauf 

ist abzustellen, selbst wenn ihre Schilderungen zur Ankunft in der Schweiz nicht 

ganz einheitlich ausfielen (Urk. D2 19/5.1 S. 5; Urk. D2 19/5.2 S. 6; Urk. D1 12/1 

S. 5 f.). Die Erklärung, sie sei von einer Tätigkeit als Reinigungskraft oder Baby-

sitterin ausgegangen und habe erst in der Schweiz oder auf der Busfahrt in die 

Schweiz von der eigentlichen Prostitution erfahren, steht auch im Einklang mit ih-

ren weiteren Aussagen. So habe sie, als sie von der Tätigkeit als Prostituierte er-

fahren habe, nach Ungarn zurückfahren wollen, für die Fahrt aber kein Geld zur 

Verfügung gehabt (vgl. nachfolgend E. II.3.1). Ob die Geldgeber in Ungarn wie 

angeklagt den Kontakt zum Beschuldigten organisierten, lässt sich mit den vor-

handenen Beweismitteln nicht mit Sicherheit feststellen (vgl. Urk. D1 19/1 S. 3). 

Zudem hat es mit dem unangefochtenen und deshalb rechtskräftigen Freispruch 

vom Vorwurf des gewerbsmässigen Menschenhandels sein Bewenden, weshalb 

darauf nicht weiter einzugehen ist. 

3. Förderung der Prostitution im Sinne von Art. 195 Abs. 2 aStGB zum Nachteil 
der Privatklägerin 1 

3.1. Sachverhalt 

3.1.1. Die Vorinstanz würdigt die Aussagen der Beteiligten und stellt in erster Linie 

auf die Schilderungen der Privatklägerin 1 ab, welche sie als konstant und detail-

reich bezeichnet. Danach habe die Privatklägerin 1 zurück nach Ungarn fahren 

wollen, als sie vom Beschuldigten vernommen habe, dass sie sich prostituieren 

müsse. Der Buschauffeur habe sie ohne Bezahlung nicht mitnehmen und der Be-

schuldigte habe die Kosten für die Rückreise nicht übernehmen wollen. In 

J._____ sei sie vom Beschuldigten über die Arbeitsbedingungen informiert wor-

den. Dort habe sie die ersten zwei Freier gehabt und das eingenommene Geld 

(Fr. 200.–) gleich dem Beschuldigten übergeben müssen. Im Anschluss habe er 

sie zusammen mit zwei anderen Frauen an den Zürcher Sihlquai gefahren, ihr 

den Arbeitsort (Wohnwagen) gezeigt und sie von seinem Auto aus beobachtet. 

Auf ihre erneute Erklärung, nach Ungarn zurückfahren zu wollen, da sie die Rei-

- 24 - 

sekosten ja bereits abgearbeitet habe, habe er geantwortet, der Bus fahre nur je-

den zweiten Tag. Damit habe er sie überzeugt, bis dahin weiter anzuschaffen. 

Später habe er sie zu D._____ gefahren. Er habe sie in ein Zimmer gebracht und 

ihr gesagt, dass sie sich ausziehen solle, da er jedes seiner neuen Mädchen aus-

probieren müsse. Ansonsten müsste er sie wegschicken. Da sie nicht gewusst 

habe, wohin sie gehen könnte, es sei Nacht gewesen und es habe geschneit, ha-

be sie aus Angst mit ihm geschlafen. Nach dem Geschlechtsverkehr habe er sie 

wieder an den Sihlquai gefahren. Das Geld von einem weiteren Kunden habe sie 

dem Beschuldigten übergeben. Zurück in J._____ habe er ihr ihren Anteil verwei-

gert. Er habe ihr gesagt, sie könne viel Geld verdienen und müsse sich vor den 

Kreditgebern in Ungarn nicht fürchten. Er würde sie beschützen. Von da an habe 

sie jeden Tag am Sihlquai gearbeitet und dem Beschuldigten ihre gesamten Ein-

nahmen übergeben. Die Privatklägerin 1 habe, so die Vorinstanz, sehr detaillierte 

und umfassende Aussagen deponiert, den Sachverhalt in einer nachvollziehbaren 

logischen Reihenfolge wiedergegeben, Unsicherheiten offen zugegeben, den Be-

schuldigten nicht in unnötiger Weise belastet, spontan verschiedene Details ge-

schildert und schlüssige Angaben über ihre Gefühlslage gemacht. Glaubhaft sei 

auch, dass sich die Privatklägerin 1 in J._____ das erste Mal prostituiert habe. Auf 

die anderslautenden Aussagen der Privatklägerin 2, wonach die Privatklägerin 1 

ihr gesagt habe, sich bereits vor dem Treffen mit dem Beschuldigten prostituiert 

zu haben, sei nicht abzustellen. Es sei gut denkbar, dass die Privatklägerin 1 sol-

ches tatsächlich behauptet habe, um gegenüber den bereits erfahrenen Prostitu-

ierten um den Beschuldigten herum nicht als unerfahren dazustehen (Urk. 76 

S. 35 ff. und 44). 

3.1.2. Der Beschuldigte bestritt den Sachverhalt vor Vorinstanz weitgehend. Die 

Privatklägerin 1 habe Geld verdienen, der Prostitution nachgehen und bei ihm ar-

beiten wollen. Auch sei sie einverstanden gewesen, am Sihlquai auf dem Stras-

senstrich zu arbeiten. Bereits vor der Begegnung mit ihm habe sie als Prostituier-

te in Studios gearbeitet. Das erste Geschäft mit dem Freier in J._____ habe sie 

freiwillig angenommen. Der gemeinsame Geschlechtsverkehr sei einvernehmlich 

gewesen. Sie habe auf keinen Fall zurück nach Ungarn gewollt (Prot. I S. 18 ff. 

und 24 f.). 

- 25 - 

Anlässlich der Berufungsverhandlung wiederholte der Beschuldigte im Wesent-

lichen den bereits geschilderten Standpunkt (Urk. 124 S. 24 f., 27 f., 32 f., 43). Er-

gänzend führte die Verteidigung aus, es sei gestützt auf die Aussagen der Privat-

klägerin 2 und des Beschuldigten nach wie vor davon auszugehen, dass die Pri-

vatklägerin 1 ihnen gegenüber angegeben habe, sich bereits früher als Prostitu-

ierte betätigt zu haben. Jedenfalls beständen keine Zweifel daran, dass der Be-

schuldigte von diesen Angaben der Privatklägerin 1 ausgegangen sei und auch 

davon haben ausgehen dürfen (Urk. 128 S. 14). 

3.1.3. Die Vorinstanz hat die Aussagen der Privatklägerinnen und des Beschuldig-

ten sorgfältig und vollständig zusammengefasst und korrekt gewürdigt. Darauf 

kann verwiesen werden. Richtig ist auch, dass nach der Darstellung der Privat-

klägerin 2 ihr die Privatklägerin 1 erzählt hatte, bereits vor dem Treffen mit dem 

Beschuldigten der Prostitution nachgegangen zu sein (Urk. D1 12/7 S. 32 und 35; 

Urk. D2 act. 10/1 S. 10). Dies lässt hingegen die anderslautenden Schilderungen 

der Privatklägerin 1 nicht als unglaubhaft erscheinen. Insbesondere gilt es zu un-

terstreichen, dass die Privatklägerin 1 ihre damalige Gefühlslage nachvollziehbar 

und eindrücklich geschildert hat. Sie habe Angst gehabt, da sie sich vorher noch 

nie prostituiert habe. Sie habe geweint, was der Beschuldigte mit der Bemerkung 

quittiert habe, davon würden die Leute in Ungarn ihr Geld nicht zurückbekommen. 

Als sie mit dem ersten Freier ins Zimmer gegangen sei, habe sie ebenfalls ge-

weint. B'._____ (die Privatklägerin 2) habe ihr gesagt, sie solle es nicht tragisch 

nehmen. Nur der Erste sei schlimm, sie solle es schnell machen, dann wäre es 

schneller vorbei. Sie habe nur zwei Gedanken gehabt, dass sie Angst habe und 

nach Ungarn habe zurückkehren wollen (Urk. D2 19/5.2 S. 7). Diese Schilderun-

gen stimmen mit der Aussage der Privatklägerin 1 überein, sich in J._____ das 

erste Mal prostituiert zu haben. Es ist nicht erkennbar, weshalb die Privatklägerin 

1 dies wahrheitswidrig behaupten sollte. Im Übrigen ergibt sich auch aus den bei-

gezogenen Akten des Migrationsamts Aargau nichts Gegenteiliges, nämlich dass 

sich die Privatklägerin 1 bereits früher prostituiert hätte (vgl. Urk. 116). Auch wird 

der Beschuldigte nicht entlastet durch die Aussagen der Privatklägerin 1 anläss-

lich ihrer kantonspolizeilichen Befragung vom 18. November 2011. Damals hielt 

die Privatklägerin 1 als beschuldigte Person (Verfahren wegen Widerhandlung 

- 26 - 

gegen das AuG) fest, erst seit einem Jahr in der Schweiz der Prostitution nachzu-

gehen und vorher in Ungarn und Österreich tätig gewesen zu sein (Urk. D2 19/9.1 

S. 3). Stellt sich der Beschuldigte auf den Standpunkt, er hätte ihr falls gewünscht 

die Kosten für die Rückreise nach Ungarn bezahlt (Urk. D1 11/5 S. 21), sind diese 

Ausführungen und die von ihm bemühte Loyalität gegenüber einer ihm damals 

völlig unbekannten Person nur schwer nachvollziehbar. So hat dies der Beschul-

digte denn auch anlässlich der Berufungsverhandlung relativiert und ausgeführt, 

er hätte ihr die Rückreise nicht bezahlt, wenn sie unmittelbar nach ihrer Ankunft 

wieder zurück gewollt hätte; er wäre aber für die Rückreisekosten aufgekommen, 

wenn die Privatklägerin 1 zurück hätte wollen, nachdem sie bereits eine gewisse 

Zeit bei ihm angestellt gewesen war (Urk. 124 S. 43 f.). Auch diese Relativierung 

wirkt nicht glaubhaft: Wenn es – wie der Beschuldigte glauben machen will – so 

gewesen wäre, dass die Mädchen einen Teil der Prostitutionseinnahmen hätten 

für sich behalten können, wäre es den Mädchen ohne weiteres möglich gewesen, 

nach einer gewissen Zeit als Prostituierte mit ihrem angeblich eigenen Verdienst 

für die Rückreisekosten aufzukommen.  

Wenn die Vorinstanz unter anderem angesichts dieser Aussagen schlussfolgert, 

der anklagerelevante Sachverhalt sei erstellt, so ist dem beizupflichten.  

3.2. Rechtliche Würdigung 

3.2.1. Gemäss Art. 195 Abs. 2 aStGB (der dem seit 1. Juli 2014 gültigen Art. 195 

lit. b StGB entspricht; AS 2014 1159, BBl 2012 7571) wird mit Freiheitsstrafe bis 

zu zehn Jahren oder Geldstrafe bestraft, wer eine Person unter Ausnützung ihrer 

Abhängigkeit oder eines Vermögensvorteils wegen der Prostitution zuführt. Die 

Revision erweiterte einzig die Tathandlungen gegenüber minderjährigen Perso-

nen (vgl. Art. 195 Abs. 1 aStGB und Art. 195 lit. a StGB). Dies betrifft nicht die 

Privatklägerin 1, da sie (wie auch die Privatklägerin 2) im Tatzeitraum bereits voll-

jährig war. Art. 195 lit. b StGB ist deshalb nicht milder. Der Grundsatz der 

lex mitior (Art. 2 Abs. 2 StGB) gelangt nicht zur Anwendung. Massgebend ist hier 

deshalb Art. 195 Abs. 2 aStGB. 

- 27 - 

3.2.2. Die Vorinstanz hat in ihrer rechtlichen Würdigung zutreffende theoretische 

Erwägungen zum Tatbestand der Förderung der Prostitution im Sinne von 

Art. 195 Abs. 2 aStGB gemacht und den Beschuldigten diesbezüglich schuldig 

gesprochen. Sie unterstreicht die ausweglose Situation der Privatklägerin 1, wel-

che der Beschuldigte durch Begleichung ihrer Schulden sowie mittels Drohungen 

verschärfte und ausnutzte (vgl. etwa KASPAR MENG, in: Basler Kommentar, Straf-

recht, Bd. II, 3. Aufl. 2013, N. 20 zu Art. 195 StGB). Seine Machtstellung ze-

mentierte der Beschuldigte noch am Tag ihrer Ankunft, indem die Privat-

klägerin 1 aus Angst mit ihm den Beischlaf erduldete. Der Beschuldigte nahm 

zumindest in Kauf, dass sich die Privatklägerin 1 zuvor noch nie prostituiert hatte 

(vgl. auch nachfolgend). Auf die vorinstanzlichen Erwägungen kann verwiesen 

werden (Urk. 76 S. 44 ff.). 

3.2.3. Die Verteidigung stellt sich auf den Standpunkt, dass der Beschuldigte von 

den Angaben der Privatklägerin 1 ausgegangen sei und habe ausgehen dürfen, 

dass sie bereits früher der Prostitution nachgegangen sei. Ein "Zuführen" 

im Sinne von Art. 195 Abs. 2 aStGB sei damit nicht mehr möglich bzw. es fehle 

am Vorsatz des Beschuldigten, da er von einer früheren Prostitutionstätigkeit 

ausgegangen sei (Urk. 128 S. 14 und Prot. II S. 18). 

Nach dem von der Vorinstanz zutreffend erstellten Sachverhalt (dazu vorstehend) 

hat die Privatklägerin 1 dem Beschuldigten kommuniziert, dass sie davon ausge-

gangen sei, sie würde in der Schweiz putzen oder als Babysitterin arbeiten. Als 

die Privatklägerin 1 von ihrer eigentlichen Tätigkeit hier in der Schweiz erfuhr, 

weinte sie und wollte nach Hause, hatte aber kein Geld für die Rückreise. Auch 

nachdem sie die Reisekosten mit den ersten Freiern noch am selben Tag abge-

arbeitet hatte, wollte die Privatklägerin 1 zurück, wobei der Beschuldigte ihr mitge-

teilt hat, der nächste Bus fahre erst in zwei Tagen wieder. Selbst wenn also die 

Privatklägerin 2 dem Beschuldigten gesagt haben soll, die Privatklägerin 1 hätte 

ihr (der Privatklägerin 2) gegenüber ausgeführt, sie prostituiere sich nicht das ers-

te Mal, so musste dem Beschuldigten aufgrund des von der Privatklägerin 1 man-

nigfach signalisierten Widerstands klar sein, dass sie diese Tätigkeit nicht ausfüh-

ren wollte und dies noch nie zuvor gemacht hatte. Mit seinem Verhalten nahm der 

- 28 - 

Beschuldigte zumindest in Kauf, eine Frau der Prostitution zuzuführen, die sich 

davor nie prostituiert hatte. Der Beschuldigte handelte in Bezug auf das Zuführen 

zur Prostitution mithin zumindest eventualvorsätzlich im Sinne von Art. 12 Abs. 2 

Satz 2 StGB. 

3.2.4. Der Beschuldigte ist demnach schuldig zu sprechen der Förderung der 

Prostitution im Sinne von Art. 195 Abs. 2 aStGB zum Nachteil der Privat-

klägerin 1. 

4. Mehrfache Förderung der Prostitution im Sinne von Art. 195 Abs. 3 aStGB 
zum Nachteil der Privatklägerinnen 1 und 2 

4.1. Sachverhalt allgemein 

Einleitend fasst die Vorinstanz die Aussagen beider Privatklägerinnen, des Be-

schuldigten und mehrerer Zeugen respektive Auskunftspersonen zusammen. Die 

Schilderungen thematisieren zahlreiche Vorgaben, welche der Beschuldigte laut 

Anklage den Privatklägerinnen für die Prostitution diktiert haben soll (Preise der 

sexuellen Dienstleistungen, Arbeitsorte, Arbeitszeiten, Ablieferung des Verdiens-

tes, Freitage etc.), die vom Beschuldigten ausgeübte Kontrolle, dessen Drohun-

gen und verschiedene gewalttätige Übergriffe zum Nachteil beider Privatklägerin-

nen. Auf diese sorgfältige und vollständige Zusammenfassung wie auch auf die 

Erwägungen zur Glaubwürdigkeit der Zeugen respektive Auskunftspersonen kann 

(mit wenigen Korrekturen, vgl. E. II.4.2.3, 4.4.3, 4.5.3 und 4.7) verwiesen werden 

(Urk. 76 S. 50 – 72).   

4.2. Sachverhalt betreffend Handlungsbeschränkungen und Vorgaben der 

Prostitution 

4.2.1. Die Vorinstanz resümiert, zum Vorwurf, dass der Beschuldigte den Privat-

klägerinnen vorgegeben habe, welche Dienstleistungen sie zu welchen Preisen 

zu erbringen hatten, welche Arbeitszeiten sie einhalten mussten und wie der Be-

schuldigte die Privatklägerinnen kontrollierte, stünden die Aussagen der Privat-

klägerinnen jenen des Beschuldigten gegenüber. Nach den konstanten, lebens-

nahen und übereinstimmenden Aussagen der Privatklägerinnen habe der Be-

- 29 - 

schuldigte von ihnen verlangt, dass sie sehr viel und oft hätten arbeiten müssen. 

Der Beschuldigte habe sie kontrolliert, indem er sie während der Arbeit von sei-

nem Auto aus beobachtet habe. Zudem hätten sie ihn vor und nach jeder Dienst-

leistung anrufen müssen. Pausen oder freie Tage hätten sie kaum gehabt. Wäh-

rend der Arbeit hätten sie sich nicht respektive kaum verpflegen können. Zumin-

dest den Grossteil ihrer Einnahmen habe er ihnen abgenommen, was sie auf-

grund verschiedener Versprechungen (Eröffnung eines ungarischen Restaurants 

respektive eines Nagelstudios) geduldet hätten. Die Privatklägerinnen hätten auch 

während ihrer Tage arbeiten müssen. Dabei habe der Beschuldigte verlangt, dass 

sie sich während der Menstruationsblutung Meeresschwämme einführen (Urk. 76 

S. 72 ff.). 

4.2.2. Vor Vorinstanz stellte sich der Beschuldigte im Wesentlichen auf den 

Standpunkt, mit den Privatklägerinnen zusammengearbeitet zu haben. Gegen ei-

nen Teil ihrer Einnahmen sei er für die Wohnung und das Essen aufgekommen. 

Zudem habe er sie beschützt. Er habe sie nur dorthin gefahren, wo die Privat-

klägerinnen hätten arbeiten wollen. Sie hätten die Freitage selbst gewählt. Dass 

er jeweils in der Nähe, das heisst vier bis fünf Kilometer entfernt, parkiert habe 

und sie ihn angerufen hätten, sei zu ihrem Schutz erfolgt. Es sei nicht um Kontrol-

le gegangen. Die Preise für die Dienstleistungen habe nicht er bestimmt. Dass er 

die Privatklägerin 2 angeschrien hätte, weil sie während ihrer Schwangerschaft 

keinen ungeschützten Oralverkehr habe machen wollen, stimme nicht. Es sei um-

gekehrt. Er habe ihr gesagt, sie solle während ihrer Schwangerschaft nicht auf die 

Strasse gehen. Die Anschuldigungen basierten auf einem Geflecht zwischen den 

Privatklägerinnen und D._____, es gehe ihnen vermutlich um Geld (Prot. I S. 22 

ff. und 32 ff.). 

Anlässlich der Berufungsverhandlung wiederholte der Beschuldigte im Wesent-

lichen den bereits geschilderten Standpunkt (Urk. 124 S. 29 ff.. 33, 37 ff., 44 f., 46 

ff.). Wie bereits vor Vorinstanz führte die Verteidigung aus, dass die Angaben der 

beiden Privatklägerinnen nicht plausibel seien. Eine effektive Einschränkung der 

Handlungsfähigkeit bzw. der Entscheidungsfreiheit sei nicht gegeben; die fakti-

- 30 - 

schen Lebensverhältnisse würden ein klar anderes Bild zeigen (Urk. 128 S. 14-

16).  

4.2.3. Die Vorinstanz hat die Aussagen beider Privatklägerinnen sowie des Be-

schuldigten korrekt gewürdigt, worauf verwiesen werden kann. Richtig ist, dass in 

den Aussagen der Privatklägerinnen immer wieder und übereinstimmend zum 

Ausdruck kommt, wie der Beschuldigte sie zur Arbeit drängte und ihnen kaum 

Freizeit oder Pausen gewährte. Ebenso konstant und übereinstimmend fallen die 

Schilderungen zur ausgeübten Kontrolle und zum Umstand aus, dass der Be-

schuldigte zumindest einen Grossteil der Einnahmen einkassierte. Gleiches gilt in 

Bezug auf die Instruktionen betreffend Polizeikontrollen, welche mit der Vor-

instanz die Privatklägerinnen im Wesentlichen übereinstimmend schilderten 

(vgl. Urk. D2 19/5.3 S. 16 und D2 10/1 S. 25). Bei Nichtbefolgen drohte 

der Beschuldigte laut Privatklägerin 1 mit Schlägen (Urk. D1 12/1 S. 40). Die mit 

der Vorinstanz kleineren Widersprüche in den Aussagen der Privatklägerin 1 zu 

den Pausen und den Möglichkeiten, sich während der Arbeit zu verpflegen 

(vgl. Urk. D1 12/1 S. 35; Urk. D2 19/5.3 S. 18; Urk. D1 12/3 S. 10), vermögen die 

Glaubhaftigkeit der übrigen Aussagen nicht umzustossen. Sie betreffen eher un-

bedeutende Nebenumstände und sind, nachdem die Privatklägerin 1 (abgesehen 

von einer kurzen Befragung durch die ungarischen Behörden im Mai 2014) erst-

mals im September 2014 in der Schweiz zur Sache befragt wurde, auch durch 

den mehrjährigen Zeitablauf erklärbar.  

Nicht anders verhält es sich mit der Schilderung der Privatklägerin 1, sie hätten 

auf Geheiss des Beschuldigten auch während ihrer Tage anschaffen und sich 

Meeresschwämme einführen müssen. Die Privatklägerin 2 habe für die Entfer-

nung eines solchen Schwammes ein Spital aufsuchen müssen (Urk. D2 19/5.2 

S. 11; Urk. D2 19/5.3 S. 17; Urk. D1 12/1 S. 15). Solches blieb zwar von der Pri-

vatklägerin 2 unerwähnt, obwohl eine entsprechende Erfahrung ohne Weiteres in 

Erinnerung bleiben dürfte. Die Privatklägerin 2 wurde aber in den Einvernahmen 

nie ausdrücklich darauf angesprochen. Dass sie solches nicht spontan zu Proto-

koll gab, stimmt mit ihrem gegenüber der Staatsanwaltschaft eher zurückhalten-

den Aussageverhalten und ihren teilweise schambehafteten Reaktionen überein 

- 31 - 

(vgl. Urk. D1 12/7 S. 5, 12 und 16). Es erscheint überdies lebensfremd, dass sich 

jemand eine solche Geschichte mit den Meeresschwämmen ausdenkt, ohne dass 

ein realer Erlebnishintergrund bestünde.  

Betreffend den Beschuldigten ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass seine Aus-

sagen oftmals übertrieben, beschönigend und wenig überzeugend ausfielen. Dies 

trifft etwa auf seine Behauptung zu, er und die Privatklägerinnen hätten den in 

H._____ erzielten Verdienst selbst in jener Zeit untereinander aufgeteilt, als die 

Privatklägerin 2 schwanger gewesen sei (Urk. 124 S. 49 f.). Weiter will er auch im 

Berufungsverfahren auf die Privatklägerinnen nur aufgepasst und sie nicht kon-

trolliert haben. Einzig zu diesem Zweck hätten die Privatklägerinnen ihn vor und 

nach einem Kunden jeweils anrufen müssen und habe er in der Nähe parkiert (so 

zuletzt Urk. 124 S. 28 ff., 37 f., 40 f., 44 ff.). Diese Erklärung steht nicht nur im Wi-

derspruch zu den Schilderungen der Privatklägerinnen (Urk. D1 12/7 S. 6 [Privat-

klägerin 2]: "Aber ich weiss nicht, wovor er mich hätte beschützen sollen. Er hat 

das nie getan."; Urk. D1 12/1 S. 34 [Privatklägerin 1]: "...wir mussten ihn anrufen, 

wenn wir 'in ein Geschäft gingen'. Wir mussten ihm sagen, für wie viel und wie 

lange. Und ich musste ihm auch anrufen, wenn wir fertig waren."; Urk. D1 12/1 

S. 38 [Privatklägerin 1]: "...wenn zum Beispiel der Kunde 50 Franken für 5 Minu-

ten Französisch bezahlte und wir in dieser Zeit mit ihm noch nicht fertig waren, 

dann rief uns C'._____ an und sagte, dass wir entweder aufhören oder noch mehr 

Geld verlangen sollten. Er stritt sich mit uns, wenn der Kunde noch nicht fertig war 

und wir länger mit ihm blieben. Er meinte, die Hälfte der Zeit würden wir gratis mit 

dem Kunden zusammen sein."). Die Erklärung des Beschuldigten ist auch nicht in 

Übereinstimmung zu bringen mit seinen weiteren Schilderungen, jeweils mehrere 

Kilometer entfernt parkiert zu haben. Wie er ohne Blickkontakt und aus der Ferne 

in nützlicher Frist vor Ort zu sein und den Schutz der Privatklägerinnen sicherzu-

stellen gedachte, bleibt sein Geheimnis. Nicht einleuchtend ist in diesem Zusam-

menhang auch, wenn der Beschuldigte einerseits geltend macht, die Polizei sei 

am Sihlquai ständig präsent und mache im Zweiminutentakt Kontrollen, weshalb 

es – sinngemäss – gar nicht sein könne, dass er die Frauen unter Beschränkung 

ihrer Handlungsfreiheit in der Prostitution halte. Darauf angesprochen, dass die 

Frauen bei einer derartig engmaschigen Polizeikontrolle die angeblichen Be-

- 32 - 

schützerdienste des Beschuldigten gar nicht benötigen würden, gab der Beschul-

digte dann andererseits an, die Polizei hätte manchmal gar nicht reagiert oder sei 

zu spät gekommen, da es am Sihlquai an den Wochenenden jeweils viel Stau gä-

be (Urk. 124 S. 29, 33, 41, 46 f.). Wenn bereits die Polizei, obschon die Polizei-

station in wenigen Metern Entfernung zum Strich liegt, nicht rechtzeitig hätte 

Schutz bieten können, dann müsste das umso mehr für den Beschuldigten gelten, 

der seinen Wagen weiter entfernt parkiert hatte oder teilweise gar in seiner Woh-

nung weilte (so der Beschuldigte anlässlich der Berufungsverhandlung, Urk. 124 

S. 28). Ein weit entferntes Parkieren in Kombination mit den Anrufen der Frauen 

an den Beschuldigten, zu denen sie jeweils vor und nach dem Geschäft verpflich-

tet gewesen sind, erlaubte aber selbstredend die von den Privatklägerinnen ge-

schilderte Kontrolle. Die Ausführungen des Beschuldigten, die Frauen hätten ihn 

vor und nach jedem Geschäft zu ihrem eigenen Schutz anrufen müssen, sind vor 

diesem Hintergrund gänzlich unglaubhaft. Der Vorfall in Olten, bei dem die Privat-

klägerin 1 von einem Freier vergewaltigt worden sein soll, zeigt im Übrigen klar, 

dass das vom Beschuldigten behauptete Schutzsystem völlig sinn- und wirkungs-

los war mit Blick auf den wirklichen Schutz der Frauen. Es ging ihm in erster Linie 

um Kontrolle. Die Verteidigung wandte ein, beim Telefonat, welches die Frauen 

zu Beginn eines Geschäfts an den Beschuldigten machen mussten, sei es darum 

gegangen, dem Freier vor Augen zu führen, dass jemand im Hintergrund aufpas-

se. Dies sei die Funktion des Telefonats gewesen und damit sei der Schutz für die 

Frauen sichergestellt worden (Urk. 124 S. 31). Auch dieser Einwand vermag die 

angebliche Beschützer-Rolle des Beschuldigten nicht plausibel zu erklären. Wenn 

das Telefonat tatsächlich eine derartige Wirkung auf den Freier gezeitigt haben 

soll, hätte es dazu aber nicht den Beschuldigten am anderen Ende der Leitung 

gebraucht. Es hätte genügt, wenn die Prostituierte einen solchen Anruf vortäuscht 

oder ihre Kollegin anruft und den Freier dabei glauben lässt, sie rufe ihren Auf-

passer an. 

Schliesslich hielten die Privatklägerin 2 und M._____ fest, der Beschuldigte habe 

von Letzterem aufgrund der Schwangerschaft der Privatklägerin 2 Fr. 30'000.– 

verlangt (Urk. D2 10/1 S. 28; Urk. D1 12/7 S. 21 f.; Urk. D2 5/4 S. 5). Eine solche 

Forderung respektive "Ablösesumme" ist mit der vom Beschuldigten behaupteten 

- 33 - 

Funktion nur schwer vereinbar. Sie rundet vielmehr die von den Privatklägerinnen 

geschilderten Machenschaften ab. Wenn die Vorinstanz schlussfolgert, der ankla-

gerelevante Sachverhalt sei erstellt, so ist dem beizupflichten.  

4.3. Sachverhalt betreffend Schlag gegen die Wand zum Nachteil der Privat-

klägerin 1 

4.3.1. In Bezug auf den versuchten Faustschlag des Beschuldigten gegen den 

Kopf der Privatklägerin 1 erwägt die Vorinstanz, dieser Vorfall sei gestützt auf die 

Aussagen der Privatklägerin 1 erstellt. Die Privatklägerin 1 habe wiederholt sehr 

detaillierte Ausführungen gemacht und auch Nebensächliches, etwa die vom Be-

schuldigten dabei erlittene Handverletzung, genau und konstant umschrieben, 

während die Schilderungen des Beschuldigten stereotyp und auswendig gelernt 

wirkten (Urk. 76 S. 76 f.). 

4.3.2. Der Beschuldigte bestritt den Vorfall vor Vorinstanz. Dieser habe sich an-

ders abgespielt. Er sei gestürzt und habe sich deshalb an der Hand verletzt. Am 

Folgetag sei er auf dem Weg in die Notaufnahme abermals umgefallen (Prot. I 

S. 25 f.). 

Anlässlich der Berufungsverhandlung wiederholte der Beschuldigte den bereits 

geschilderten Standpunkt (Urk. 124 S. 34).  

4.3.3. Die vorinstanzliche Würdigung der Aussagen ist korrekt und kann über-

nommen werden. Zutreffend ist auch, dass die Privatklägerin 1 den Grund der 

Auseinandersetzung in der kantonspolizeilichen und staatsanwaltschaftlichen 

Einvernahme unterschiedlich schilderte (Urk. D2 19/5.3 S. 12 und Urk. D1 12/1 

S. 28). Dieser Umstand vermag aber die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen nicht in 

Frage zu stellen. Insbesondere relativierte die Privatklägerin 1 bereits gegenüber 

der Kantonspolizei mehrmals, sie sei sich betreffend den Auslöser des Streits 

nicht mehr sicher. Es ist deshalb nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz im 

Rahmen ihrer Beweiswürdigung zum Schluss gelangt, der in der Anklageschrift 

umschriebene versuchte Faustschlag gegen das Gesicht der Privatklägerin 1 sei 

erstellt, nicht aber der Grund der Auseinandersetzung. 

- 34 - 

4.4. Sachverhalt betreffend Schwangerschaftsabbruch 

4.4.1. Die Vorinstanz sieht als erstellt, dass es zwischen der Privatklägerin 1 und 

dem Beschuldigten zum Streit gekommen sei darüber, ob die Privatklägerin 1 das 

ungeborene Kind behalten solle oder nicht. In der Folge habe der Beschuldigte 

die Privatklägerin 1 gestossen und gegen den Bauch getreten, worauf die Privat-

klägerin 1 wenig später ihr ungeborenes Kind verloren habe. Der Privatklägerin 2, 

welche der Privatklägerin 1 habe zu Hilfe eilen wollen, habe der Beschuldigte eine 

Ohrfeige verpasst (Urk. 76 S. 77 ff.). 

4.4.2. Der Beschuldigte bestritt den Vorwurf vor Vorinstanz. Dies sei blosses Ge-

rede. Er habe nie jemanden geschlagen oder getreten. Er sei mit der Privat-

klägerin 1 am 22. Februar 2011 wegen einer leichten Blutung in … im Spital ge-

wesen. Dort sei die Privatklägerin 1 untersucht worden. Man habe einen Ultra-

schall gemacht und sie habe eine Spritze bekommen. Er habe gewusst, dass sie 

schwanger gewesen sei. Zutreffend sei, dass es eine Diskussion um das Kind 

gegeben habe. Einen Abort habe es nicht gegeben. Er sei nach Hause gefahren, 

weil sein Kind (in Ungarn) am tt.mm.2011 verstorben sei. Die Privatklägerin 1 sei 

in der Schweiz geblieben und habe auf seine Kinder aufgepasst. Der Vorwurf sei 

eine raffinierte, erfundene Geschichte der Privatklägerin 2. Diese habe sie an die 

Privatklägerin 1 weitererzählt und sie belehrt, wie sie aussagen solle (Prot. I S. 26 

ff.). 

Anlässlich der Berufungsverhandlung wiederholte der Beschuldigte im Wesent-

lichen den bereits geschilderten Standpunkt (Urk. 124 S. 34 ff., 45 f., 49). Auch 

die Verteidigung erhob im Wesentlichen die bereits vor Vorinstanz vorgetragenen 

Einwände. Ergänzend führte die Verteidigung aus, dass bei einer Früh-

schwangerschaft wie auch bei einer bereits erlittenen Fehlgeburt eine grössere 

Wahrscheinlichkeit eines Aborts bestehe. Die Privatklägerin 1 habe sich wegen 

Komplikationen in ärztliche Behandlung begeben müssen. Aufgrund dessen sei 

bei der Privatklägerin 1 von einer erhöhten Wahrscheinlichkeit eines Frühaborts 

auszugehen. Es sei auch nicht klar, ob die Privatklägerin 1 überhaupt mit einem 

lebensfähigen Embryo schwanger gewesen sei. Unklar sei weiter auch, ob in ei-

ner solch frühen Phase der Schwangerschaft ein Abort durch äussere Einflüsse 

- 35 - 

überhaupt ausgelöst werden könne. Der Embryo sei in dieser Phase ca. 2 mm 

gross, die Gebärmutter liege noch weit unten und sei durch das Becken ge-

schützt. Um einen Abort herbeizuführen, bräuchte es eine massive äussere Ge-

walteinwirkung im Schambereich. Die Kausalität zwischen dem behaupteten Tritt 

des Beschuldigten und dem angeblichen Abort sei nicht untersucht worden. Die 

Aussagen der Privatklägerin 1 zum behaupteten Abort, also zum behaupteten 

Übergriff durch den Beschuldigten und zu dessen angeblichen Folgen, seien nicht 

glaubhaft. So habe die Privatklägerin 1 bspw. von keinerlei Verletzungen aufgrund 

dieses Übergriffs berichtet, die aber bei der behaupteten Gewalteinwirkung zu er-

warten gewesen wären (Urk. 128 S. 17-20). 

4.4.3.  

4.4.3.1. Auch dieser Vorwurf beruht hauptsächlich auf den Schilderungen der Pri-

vatklägerinnen. Die Vorinstanz unterstreicht zu Recht, dass ihre Aussagen hier 

nicht deckungsgleich und nicht gänzlich konstant sind. Der Vorinstanz kann je-

doch nicht in sämtlichen Punkten gefolgt werden. Zutreffend ist, dass die Privat-

klägerin 1 an der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 16. September 2014 

und damit in der ersten in der Schweiz durchgeführten Einvernahme als Grund 

der Auseinandersetzung angab, der Beschuldigte habe das Kind nicht haben wol-

len (Urk. D2 19/5.1 S. 16). Nur einen Tag später hielt sie gegenüber der Kantons-

polizei fest, dass der Beschuldigte sie und die Privatklägerin 2 nach der Arbeit in 

J._____ nach Luzern an die Strasse habe bringen wollen, sie das nicht gewollt 

hätten und es zu einem Streit gekommen sei. Die Auseinandersetzung stellte die 

Privatklägerin 1 mithin in Zusammenhang mit der Arbeit. Unmittelbar vorher aber 

schilderte die Privatklägerin 1 in der besagten Einvernahme, wie sie mit dem Be-

schuldigten eine Ärztin aufgesucht habe. Dort hätten sie von der Schwangerschaft 

erfahren. Der Beschuldigte habe seine Vaterschaft in Frage gestellt, nach seinem 

Dafürhalten müsse vielmehr ein Freier der Vater des Kindes sein. Auch die Ärztin 

habe sich gewundert, warum der Beschuldigte das Kind nicht gewollt habe 

(Urk. D2 19/5.2 11). Die Privatklägerin 1 erwähnte demnach unmittelbar vor dem 

Streit betreffend die Arbeit in Luzern auch die Missstimmung aufgrund der be-

kannt gewordenen Schwangerschaft, weshalb von einer eigentlichen Diskrepanz 

- 36 - 

in ihren Aussagen nicht gesprochen werden kann. Die Schwangerschaft als 

Grund des Streits wiederholte die Privatklägerin 1 auch später in der staatsan-

waltschaftlichen Einvernahme vom 9. Februar 2016 (Urk. D1 12/1 S. 16), was 

auch die Privatklägerin 2 als Auskunftsperson bestätigte (Urk. D2 10/1 S. 12). 

Dass der Beschuldigte die Privatklägerin 1 in den Bauch trat, hat diese mehrfach 

zu Protokoll gegeben. Sie umschrieb den Übergriff folgendermassen: "Ich erhielt 

dann Fusstritte von ihm, er trat mich sogar gegen meinen Bauch" (Urk. D2 19/5.1 

S. 16); "Er stampfte sogar auf meinen Bauch" (Urk. D2 19/5.1 S. 16); "...ich be-

kam Fusstritte. Er trat mich in meinen Bauch, er stampfte darauf..." (Urk. D2 

19/5.2 S. 11 f.); "Einen Fuss setzte er auf meinen Bauch mit Gewicht", "...er hat 

mit Gewicht auf meinen Bauch getreten" (Urk. D1 12/1 S. 22). Auf nochmaliges 

Fragen hielt die Privatklägerin 1 fest, "mit seinem ganzen Körpergewicht setzte er 

seinen Fuss auf meinen Bauch". Dies habe der Beschuldigte einmal getan 

(Urk. D1 12/1 S. 22 f.). Das Treten gegen den Bauch bestätigte auch die Privat-

klägerin 2 als Auskunftsperson (Urk. D2 10/1 S. 12: "Danach trat C._____ 

A._____ mehrmals in den Bauch"; Urk. D1 12/7 S. 11 und 18: "Er hat auf ihren 

Bauch getreten"; "Natürlich mit dem Fuss"). Die Schilderungen beider Frauen 

stimmen in diesem Punkt im Kern demnach überein. 

Gleichlautend sind ihre Schilderungen auch, wonach der Übergriff im Unterge-

schoss respektive in der Kellerbar der Liegenschaft in J._____ stattgefunden hat 

(Urk. D1 12/1 S. 21; Urk. D1 12/7 S. 18). Zur Frage, wer beim Vorfall anwesend 

war, gaben die Privatklägerinnen hingegen unterschiedliche Antworten zu Proto-

koll. Die Privatklägerin 1 schilderte (in Abweichung der erstinstanzlichen Feststel-

lungen), der Beschuldigte und beide Privatklägerinnen seien anwesend gewesen 

(Urk. D2 19/5.2 S. 11 f.; Urk. D1 12/1 S. 24), die Privatklägerin 2 erwähnte noch 

zwei weitere Frauen (Urk. D1 12/7 S. 18 f.).  

Richtig ist, wenn die Vorinstanz die Schilderungen zu den Ereignissen im An-

schluss an die tätliche Auseinandersetzung als diametral verschieden bezeichnet. 

Die Privatklägerin 1 hielt zuerst fest, sie sei nach dem Vorfall in ein Spital in der 

Nähe von J._____ gefahren, wo sie eine Injektion erhalten habe und dann nach 

Hause geschickt worden sei (Urk. D2 19/5.2 S. 12). Später sagte sie bei der 

- 37 - 

Staatsanwaltschaft aus, sie habe nach dem Vorfall nicht in der Schweiz, sondern 

in Ungarn ein Spital aufgesucht, der Spitalbesuch in der Schweiz sei wenige Tage 

vor dem Übergriff erfolgt (Urk. D1 12/1 S. 24 ff.; vgl. Urk. D2 19/5.1 S. 16). Weiter 

hielt sie mehrmals fest, sie sei am Folgetag nach Ungarn gereist (Urk. D2 19/5.1 

S. 16; Urk. D2 19/5.2 S. 12; Urk. D1 12/1 S. 25). Unterschiedlich fielen auch ihre 

Angaben aus, wann und wo der Abort erfolgte. Einerseits hielt sie fest, sie sei 

nach dem Besuch des Spitals (in der Nähe von J._____) nach H._____ gefahren. 

Unter der Dusche habe sie gespürt, dass etwas Grosses aus ihr rausgekommen 

sei (Urk. D2 19/5.2 S. 12). Andererseits schilderte sie, der Abort sei ca. eine halbe 

bis eine Stunde nach dem Übergriff in J._____ unter der Dusche erfolgt (Urk. D1 

12/1 S. 22 und 25). Ihre Aussage, wonach allenfalls auch die Privatklägerin 2 den 

Abort gesehen habe, präzisierte sie später mit dem Hinweis, sie habe dies einzig 

dem Beschuldigten gezeigt (Urk. D2 19/5.2 S. 12; Urk. D1 12/1 S. 25). Diese un-

terschiedlichen Angaben zu einem einschneidenden Erlebnis werfen die Frage 

nach der Glaubhaftigkeit der Schilderungen auf. Grundsätzlich wäre zu erwarten, 

dass die Umstände eines solchen Erlebnisses konstant wiedergegeben werden. 

Unbestritten und durch ein objektives Beweismittel belegt (Urk. D1 17) ist, dass 

die Privatklägerin 1 am 22. Februar 2011 mit vaginaler Blutung das Spital … auf-

suchte. Damit stimmt ihre korrigierte Fassung vom 9. Februar 2016 überein 

(Urk. D1 12/1 S. 24 ff.). Es trifft somit zu, dass die Privatklägerin 1 wie von ihr be-

hauptet das Spital in … in unmittelbar zeitlicher Nähe zum Übergriff aufgesucht 

hat. Dabei ist anzunehmen, dass sie den Spitalbesuch in der Schweiz anlässlich 

der kantonspolizeilichen Einvernahme (nicht aber anlässlich der staatsanwalt-

schaftlichen Einvernahme) unrichtig einordnete und ihn fälschlicherweise nach 

anstatt vor dem Übergriff in Erinnerung hatte. Zu beachten ist auch hier, dass bis 

zur ersten Einvernahme rund 3 1/2 Jahre (und zur folgenden Befragung weitere 1 

1/2 Jahre) vergingen und die unterschiedlichen Schilderungen (auch) durch diese 

Zeitspannen zu erklären sind. Nicht zu beanstanden ist, wenn die Vorinstanz im 

Rahmen ihrer Beweiswürdigung zum Schluss kommt, die Abreise der Privatkläge-

rin 1 nach Ungarn am Folgetag stehe mit den Ausführungen im Widerspruch, 

dass zeitgleich der Beschuldigte wegen eines Todesfalls nach Ungarn abreiste 

und die Privatklägerin 1 dessen Kinder in Zürich zu betreuen hatte. Dies führten 

- 38 - 

der Beschuldigte (Urk. D1 11/6 S. 13), die Privatklägerin 2 (Urk. D2 10/1 S. 15) 

und grundsätzlich auch die Privatklägerin 1 (Urk. D2 19/5.3 S. 2) übereinstim-

mend aus. Der Todesfall ereignete sich am tt.mm.2011 (Urk. D2 19/6.2). Dass die 

Privatklägerin 1 die Frage nach der zeitlichen Relation zwischen Abort und Todes-

fall in der Familie des Beschuldigten unterschiedlich schilderte (Urk. D2 19/5.2 

S. 13; Urk. D1 12/1 S. 26 f.), unterstreicht schliesslich mit der Vorinstanz ebenfalls 

ihre Mühe, Geschehnisse einer chronologischen Abfolge zuzuordnen. Auch in 

den Schilderungen der Privatklägerin 2 lässt sich eine Unstimmigkeit ausmachen, 

nämlich zur Frage, wie sie vom Abort erfuhr. Ihre Erklärung zu den unterschiedli-

chen Schilderungen ist nachvollziehbar (vgl. Urk. D2 10/1 S. 12; Urk. D1 12/7 

S. 19 f.). 

4.4.3.2. Wie die Vorinstanz richtig ausführt, haben die Privatklägerinnen ungeach-

tet der teilweise abweichenden Aussagen den angeklagten Sachverhalt im Kern-

geschehen – das heisst den Streit betreffend das ungeborene Kind, das Stossen 

der Privatklägerin 1 und das Treten gegen ihren Bauch sowie den Ort des Über-

griffs – gleichbleibend, ohne Widersprüche und ohne unnötige Belastungen dar-

gestellt. Das dem Beschuldigten zur Last gelegte Verhalten haben sie im Laufe 

der Einvernahmen weder abgeschwächt noch zurückgenommen. Demgegenüber 

blieb der Beschuldigte insoweit pauschal, als er betonte, nie jemanden geschla-

gen oder getreten zu haben, und er die belastenden Aussagen der Privatkläger-

innen (erneut) als Komplott bezeichnete. Nicht plausibel ist seine Schilderung, 

wonach die Privatklägerin 1 und er zwar über die Schwangerschaft eine Diskussi-

on geführt hätten, die Schwangerschaft aber nach seiner Rückkehr aus Ungarn in 

die Schweiz nicht mehr thematisiert worden sei (Urk. 124 S. 45 f.). Vielmehr wäre 

– folgt man der Sachdarstellung des Beschuldigten – zu erwarten gewesen, dass 

der Beschuldigte respektive die Privatklägerin 1 dannzumal erneut auf die 

Schwangerschaft zu sprechen gekommen wären. Blieb die Schwangerschaft 

nach der Rückkehr des Beschuldigten aber unerwähnt, bestand dazu respektive 

für eine weitere Diskussion offensichtlich kein Grund (mehr) und war das Thema 

aus der Welt geschafft. Dies stützt als Indiz den Anklagevorwurf und spricht ge-

gen eine (in den Worten des Beschuldigten) raffinierte, erfundene Geschichte der 

Privatklägerinnen. 

- 39 - 

4.4.3.3. Zum Vorfall wurde zudem G._____ als Auskunftsperson und Zeuge be-

fragt. Seine Schilderungen sind im Rahmen der Beweiswürdigung entgegen der 

Ansicht der Vorinstanz nicht vollständig auszuklammern und unbedeutend. Zwar 

trifft zu, dass G._____ die beim Streit anwesenden Personen (er selbst, N._____, 

B._____ und eine Schwarzhaarige) in Abweichung der Privatklägerinnen schilder-

te (Urk. D1 13/7 S. 4 f.). Die unterschiedliche Schilderung der Personen vor Ort 

vermag hingegen (wie bereits betreffend die Aussagen der Privatklägerinnen) 

seine Aussagen nicht als gänzlich unglaubhaft darzutun. Gleiches gilt in Bezug 

auf den Ort des Geschehens, den die Privatklägerinnen mit "Untergeschoss" res-

pektive "in der Bar im Keller" des Gebäudes in J._____ bezeichneten (Urk. D1 

12/1 S. 21; Urk. D1 12/7 S. 18), während der Zeuge demgegenüber in Erinnerung 

hatte, dass der Vorfall in der nämlichen Liegenschaft aber sich "auf der Kel-

lertreppe unten" abspielte (Urk. D1 13/7 S. 4). Diese leicht abweichende Schilde-

rung scheint hier wenig relevant und auch mit dem vom Zeugen laut eigenen 

Aussagen im Jahre 2015 erlittenen Schlaganfall (Urk. D1 13/7 S. 3) erklärbar zu 

sein. Ganz unbedeutend ist schliesslich, dass der Zeuge schlecht sieht, nachdem 

er in das Untergeschoss eilte und das Geschehen nicht bloss aus der Ferne beo-

bachtete. Hält die Vorinstanz zudem fest, der Zeuge habe den Vorfall zeitlich 

nach dem Todesfall in der Familie des Beschuldigten eingeordnet und müsse 

deshalb von einem anderen Ereignis berichten, sind diese Feststellungen nicht 

ganz vollständig. Der Zeuge schilderte bei anderer Gelegenheit und vor dem er-

wähnten Schlaganfall, der Vorfall sei vor dem Todesfall in Ungarn geschehen, 

was mit dem Beweisergebnis im Einklang steht (vgl. Urk. D2 19/4 S. 9; Urk. D1 

13/7 S. 4 f.). Deshalb kann der Vorinstanz, die nicht auf den Zeugen abstellt, nicht 

gefolgt werden. Laut Zeuge geschah der Übergriff des Beschuldigten auf die Pri-

vatklägerin 1 im Zusammenhang mit ihrer Schwangerschaft im Untergeschoss der 

besagten Liegenschaft in J._____ und – gestützt auf die ersten Aussagen – zu-

dem unmittelbar vor dem Todesfall in Ungarn. Dass er einen anderen Vorfall beo-

bachtete, kann deshalb ausgeschlossen werden. 

4.4.3.4. F._____ (früherer Name: F1._____) wohnte zum Tatzeitpunkt in der frag-

lichen Liegenschaft "O._____" in J._____. Selbst wenn sie den Übergriff nicht 

selbst beobachten konnte, stützen ihre Aussagen als Auskunftsperson und Zeu-

- 40 - 

gin die Sachverhaltsschilderung der Privatklägerinnen und des Zeugen G._____. 

F._____ führte aus, die Privatklägerin 1 habe am besagten Abend gegen Mitter-

nacht an ihrer Haustüre geläutet, um ihr ihre Schwangerschaft mitzuteilen. Dabei 

habe sie ihr das Ultraschallbild des Kindes gezeigt, welches vom Beschuldigten 

sei. Die Privatklägerin 1 sei dann wieder nach unten in die Bar gegangen. Plötz-

lich habe F._____ den Beschuldigten schreien und fluchen gehört. Auch habe sie 

einen Lärm gehört, wie wenn etwas umfalle. F._____ sei nach unten gegangen. 

Die dort angetroffenen Gäste hätten dann erzählt, dass der Beschuldigte die Pri-

vatklägerin 1 in den Bauch getreten und geschlagen habe. Die Privatklägerin 1 

habe dort gestanden, geweint und in ihre Wohnung gehen wollen. Da sei ihr der 

Beschuldigte nachgerannt und habe sie gepackt. Sie (F._____) sei dazwischen 

gegangen und habe dem Beschuldigten gesagt, er solle behutsam mit ihr umge-

hen, die Privatklägerin 1 sei schwanger. Darauf habe der Beschuldigte geantwor-

tet, er habe genug Kinder, er wolle dieses Kind nicht (Urk. D2 19/7 S. 6 f.; Urk. D1 

13/3 S. 10). Diese Aussagen stützen den Anklagevorwurf und widerlegen die un-

glaubhaften Beteuerungen des Beschuldigten anlässlich der Berufungsverhand-

lung, dass er eigentlich keine Einwände dagegen gehabt hätte, dass die Privat-

klägerin 1 das Kind austrage (Urk. 124 S. 34 f.). Ebenfalls widerlegen bereits die 

Aussagen von G._____ und F._____, dass die – wie es der Beschuldigte ver-

harmlosend ausdrückte – "Diskussion" um die Schwangerschaft zwischen ihm 

und der Privatklägerin 1 nicht wie von ihm geschildert im Auto erfolgte (vgl. 

Urk. 124 S. 45 und 49), sondern dass der tätliche Übergriff eben im fraglichen 

Keller stattfand. 

4.4.3.5. Die im Kerngeschehen übereinstimmenden Aussagen der Privatklägerin-

nen werden mithin von G._____ und F._____ in der Hauptsache bestätigt. Der 

anklagerelevante Sachverhalt ist erstellt. 

Daran vermögen auch die weiteren vorgebrachten Einwände der Verteidigung 

nichts zu ändern: Der Umstand, dass sich die Privatklägerin 1 am 22. Februar 

2011 wegen Blutungen ins Spital … für einen Untersuch begab (vgl. Urk. D1 17), 

lässt nicht auf bereits vor dem Übergriff bestehende Schwangerschaftskomplikati-

onen schliessen, welche ursächlich für den Abort sein sollen. Es ist bekannt, dass 

- 41 - 

vaginale Blutungen im ersten Schwangerschaftstrimester relativ häufig vorkom-

men, ohne dass dies ein Symptom von Komplikationen sein muss. Aufgrund der 

erstellten zeitlichen Abläufe ist ein Wirkungszusammenhang zwischen dem Über-

griff des Beschuldigten, also dem Fusstritt, den unmittelbar danach aufgetretenen 

Bauchkrämpfen und dem sodann erlittenen Abort rechtsgenügend erstellt. Vor 

diesem Hintergrund zielen die Vorbringen der Verteidigung ins Leere, wonach ein 

Abort aufgrund äusserer Einwirkungen in diesem frühen Schwangerschaftsstadi-

um unwahrscheinlich sein soll. Im Übrigen sprechen auch die Ausführungen der 

sachverständigen IRM-Ärztin nicht gegen einen Abort durch äussere Einwirkung, 

wie sie hier in Frage steht. Im Gegenteil: Die IRM-Ärztin gab zu den möglichen 

Folgen des angeklagten und erstellten Fusstritts unter anderem an – und zwar un-

ter der Annahme, dass die Gewalteinwirkung "am Oberbauch passiert ist" –, dass 

"eine solche stumpfe Gewalteinwirkung zu einer Plazentalösung bzw. zu einer 

Einblutung hinter der Plazenta führen, was zu einem Abort führen kann" (Urk. D1 

13/8 S. 4; zur Kausalität zwischen dem inkriminierten Verhalten und dem Abort 

vgl. auch E. II.5.1.2 und II.5.2.2 nachfolgend).  

4.5. Sachverhalt betreffend Schlag in den Rücken zum Nachteil der Privat-

klägerin 1 

4.5.1. Die Vorinstanz kommt zusammengefasst zum Schluss, es sei erstellt, dass 

der Beschuldigte die Privatklägerin 1 in den Rücken "geschlagen" habe. Während 

die Ausführungen der Privatklägerin 1 zum Ort und zur Vorgeschichte nicht gänz-

lich konstant seien, habe sie das Kerngeschehen konstant und ohne Wider-

sprüche geschildert und zudem innere Vorgänge preisgegeben (Urk. 76 S. 80 f.). 

4.5.2. Der Beschuldigte bestritt auch diesen Vorfall vor Vorinstanz (Prot. I S. 28 

f.). 

Anlässlich der Berufungsverhandlung wiederholte der Beschuldigte im Wesent-

lichen seinen bisherigen Standpunkt. Die Polizei hätte das auf dem Strassenstrich 

festgestellt, wenn ein Mädchen wegen dieses angeblichen Schlags nicht mehr 

hätte gerade stehen können (Urk. 124 S. 36 f.). 

- 42 - 

4.5.3. Die vorinstanzliche Würdigung der Aussagen ist korrekt und kann grund-

sätzlich übernommen werden. Zutreffend ist, dass die Privatklägerin 1 den Ort 

des Geschehens nicht konstant angab. Anlässlich der kantonspolizeilichen Ein-

vernahme hielt sie fest, dies sei in einer Wohnung im Kanton Aargau geschehen 

(Urk. D2 19/5.3 S. 10). Gegenüber der Staatsanwaltschaft führte sie aus, es sei in 

einem Hotel geschehen, sie sei sich nicht sicher, es könnte in Winterthur gewe-

sen sein. Auf Vorhalt ihrer früheren Aussagen hielt sie fest, es könnte auch im 

Kanton Aargau gewesen sein (Urk. D1 12/1 S. 29). Die Privatklägerin 1 hat mithin 

offengelegt, betreffend den Ort des Geschehens sich nicht mehr genau erinnern 

zu können. Ebenso hat sie die Vorgeschichte nach den zutreffenden vorinstanz-

lichen Erwägungen unterschiedlich zu Protokoll gegeben, wobei der zeitliche Ab-

lauf nicht durchwegs kohärent erscheint (Urk. D2 19/5.3 S. 10 ff.; Urk. D1 12/1 

S. 29 ff.). Hingegen hat sie verschiedene Umstände (dass sie sich duckte, um 

dem Schlag auszuweichen, es im Rücken knackte, sie wegen der Schmerzen 

nicht gerade stehen konnte, aber dennoch unmittelbar nach dem Vorfall wieder 

arbeiten musste) gleichbleibend geschildert. Diese widerspruchsfreien Aussagen 

sind als glaubhaft einzuschätzen, und es kann darauf abgestellt werden. Zur Art 

des Schlages bleibt Folgendes festzuhalten. In der kantonspolizeilichen Einver-

nahme vom 18. September 2014 wurden die Schläge gegen den Rücken und die 

Rippen als Faustschläge umschrieben. Einen (nicht angeklagten) Fusstritt er-

wähnte die Privatklägerin 1 damals nur gegen den linken Unterschenkel (Urk. D2 

19/5.3 S. 10). Anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme behauptete 

die Privatklägerin 1 erstmals, der Beschuldigte habe ihr auch Fusstritte gegen den 

Rücken verpasst (Urk. D1 12/1 S. 29 ff.). Zugunsten des Beschuldigten ist auf die 

erste Schilderung gegenüber der Polizei abzustellen. Demnach ist die Anklage in-

soweit erstellt, als der Beschuldigte der Privatklägerin 1 mit der Faust gegen den 

Rücken und die Rippen schlug, so dass die Privatklägerin 1 während fast eines 

Monats Rückenschmerzen hatte. 

 

 

 

- 43 - 

4.6. Sachverhalt betreffend Packen am Hals zum Nachteil der Privatklägerin 2 

4.6.1. Die Vorinstanz sieht als erstellt, dass der Beschuldigte die Privatklägerin 2 

am Hals gepackt habe, nachdem diese ihre Tageseinnahmen nicht habe abgeben 

wollen (Urk. 76 S. 81). 

4.6.2. Der Beschuldigte bestritt den Vorwurf vor Vorinstanz. Die Privatklägerin 2 

habe jeweils ihren Verdienst nicht abgegeben, sondern nur den vereinbarten Teil. 

Wenn sie dazu nicht in der Lage gewesen sei, habe sie weniger abgegeben 

(Prot. I S. 34). 

Auch anlässlich der Berufungsverhandlung bestritt der Beschuldigte diesen Vor-

wurf (Urk. 124 S. 39). 

4.6.3. Wie die Vorinstanz richtig ausführt, sind die Aussagen der Privatklägerin 2 

konstant und stimmig (Urk. D2 10/1 S. 18; Urk. D1 12/7 S. 9). Wenn die Vor-

instanz darauf abstellt und den Sachverhalt in diesem Punkt als erstellt betrachtet, 

ist dem nichts beizufügen. 

4.7. Dauer der Handlungsbeschränkung 

Die Vorinstanz erwägt, unter Würdigung der Aussagen des Beschuldigten und der 

Privatklägerinnen lasse sich die Deliktsdauer nicht exakt bestimmen. Nicht erstellt 

sei, dass der Beschuldigte den Druck gegenüber den Privatklägerinnen "während 

der gesamten Dauer von Ende 2009 bis Ende 2011" aufrechterhalten habe. Viel-

mehr lasse sich lediglich feststellen, dass die vorgeworfenen Handlungs-

beschränkungen zwischen diesen Eckdaten erfolgt seien. Dazwischen sei es zu 

einzelnen oder mehreren kurzen oder längeren Unterbrechungen gekommen, 

wobei sich Länge und Zeitpunkt nicht erstellen liessen (Urk. 76 S. 81 f.). 

Richtig ist, dass die Abwesenheit des Beschuldigten im Zusammenhang mit dem 

Tod seines Sohnes durch die Beteiligten und Zeugen verschieden umschrieben 

wird (Urk. D1 act. 11/1 S. 5 f., Urk. D1 11/6 S. 13, Prot. I S. 27 [Beschuldigter]; 

Urk. D2 19/5.3 S. 3, [Privatklägerin 1]; Urk. 12/7 S. 16 und 29 [Privatklägerin 2]; 

Urk. D1 13/7 S. 8 [G._____]; Urk. D1 12/5 S. 24 [D._____]; Urk. D1 13/1 S. 2 und 

- 44 - 

7 und Urk. D1 13/5 S. 4 [P._____]; Urk. D1 13/2 S. 7 [Q._____]). Die Schilderun-

gen reichen von einer Woche bis rund drei Monate. Selbst wenn die Zeitspanne 

von sämtlichen Beteiligten (mit Ausnahme des Beschuldigten) nicht länger als auf 

einen Monat bemessen wird, lassen sich nach den zutreffenden vorinstanzlichen 

Erwägungen Länge und Zeitpunkt des fraglichen Aufenthaltes in Ungarn nicht 

feststellen. Entsprechendes gilt betreffend die Anzahl und Dauer der verschiede-

nen (teilweise gemeinsamen) Reisen nach Ungarn. Dem Beschuldigten ist weiter 

zuzubilligen, dass die Privatklägerin 2 während mindestens sechs Monaten nicht 

für ihn, sondern für D._____ gearbeitet hat (Urk. 12/7 S. 26 f.). Hält die Vorinstanz 

fest, diese Unterbrechungen seien zwischen den Eckdaten Ende 2009 und Ende 

2011 anzusiedeln, ist dies nicht ganz exakt respektive trifft dieser zeitliche Rah-

men nur für die Privatklägerin 1 zu. In Bezug auf die Privatklägerin 2 geht die An-

klage von einer Zeitspanne ab Sommer 2009 bis Ende 2011 aus. Die Privatkläge-

rin 2 gab an, ab Mai 2009 bis Herbst 2011 respektive ab Juni 2009 bis ca. August 

2011 für den Beschuldigten als Prostituierte gearbeitet zu haben (Urk. D1 12/7 

S. 11; Urk. D2 10/1 S. 5). Deshalb ist unter Berücksichtigung des Anklagegrund-

satzes in Bezug auf die Privatklägerin 2 von einer Deliktsdauer ab Sommer 2009 

bis August/September 2011 auszugehen.  

4.8. Rechtliche Würdigung 

4.8.1. Nach Art. 195 Abs. 3 aStGB macht sich strafbar, wer die Handlungsfreiheit 

einer Person, die Prostitution betreibt, dadurch beeinträchtigt, dass er sie bei die-

ser Tätigkeit überwacht oder Ort, Zeit, Ausmass oder andere Umstände der Pros-

titution bestimmt. Geschütztes Rechtsgut ist die Entscheidungsfreiheit der Prosti-

tuierten, die nicht verletzt werden darf. Von der Bestimmung wird erfasst, wer sich 

der Prostituierten gegenüber in einer Machtposition befindet, die es ihm erlaubt, 

deren Handlungsfreiheit einzuschränken und festzulegen, wie sie ihrer Tätigkeit 

im Einzelnen nachzugehen hat, oder in Einzelfällen bestimmte Verhaltensweisen 

zu erzwingen. Die Strafbarkeit setzt voraus, dass auf die betroffene Person ein 

gewisser Druck ausgeübt wird, dem sie sich nicht ohne weiteres entziehen kann, 

so dass sie in ihrer Entscheidung, ob und wie sie dem Gewerbe nachgehen will, 

nicht mehr vollständig frei ist, und dass die Überwachung oder die bestimmende 

- 45 - 

Einflussnahme ihrem Willen oder ihren Bedürfnissen zuwiderläuft. Die Machtposi-

tion kann etwa auf dem wirtschaftlichen und sozialen Druck, der auf den Frauen 

lastet, und auf ihrer schwachen Stellung als mittellose illegale Aufenthalterinnen 

beruhen. Ein solcher Druck kann weiter darin bestehen, dass der Täter die Kon-

trolle darüber ausübt, ob, wie und in welchem Ausmass die Prostituierte dem Ge-

werbe nachgeht, von ihr regelmässig über ihre Arbeit und ihre Einkünfte Rechen-

schaft fordert oder die Umstände ihrer Tätigkeit, namentlich etwa die Art der zu 

erbringenden Leistungen, die pro Kunde mindestens oder höchstens aufzuwen-

dende Zeit, den Preis und die Modalitäten der Abrechnung, näher festlegt 

(BGE 129 IV 81 E. 1.2 S. 83 f.; 126 IV 76 E. 2 S. 80 f.; 125 IV 269 E. 1 S. 270 f.). 

Für die Erfüllung des Tatbestands spielt es keine Rolle, ob die Prostitution frei-

willig oder unfreiwillig ausgeübt wird (Urteil 6B_476/2015 vom 26. November 2015 

E. 3.3 mit Hinweisen). 

4.8.2. Die Vorinstanz kommt in ihrer rechtlichen Würdigung zum Schluss, dass 

sich der Beschuldigte der mehrfachen Förderung der Prostitution im Sinne von 

Art. 195 Abs. 3 aStGB zum Nachteil beider Privatklägerinnen schuldig gemacht 

hat. Sie unterstreicht die Vorgaben, welche der Beschuldigte den Privatkläger-

innen machte (Ort, Zeit, Art der Dienstleistungen und Preise), die vom Beschul-

digten ausgeübte Kontrolle, die durch verschiedene Versprechen geschaffene 

psychische und finanzielle Abhängigkeit und den Ausbau seiner Machtposition 

durch physische Übergriffe und Drohungen (Urk. 76 S. 83 ff.). 

4.8.3. Mit der Vorinstanz hat der Beschuldigte auf die Privatklägerinnen einen un-

zulässigen Druck im Sinne der Bestimmung ausgeübt. Auf die vorinstanzlichen 

Erwägungen kann vorab verwiesen werden. Richtig ist etwa, dass der Beschuldig-

te die Arbeitszeiten, die Dauer der einzelnen Leistungen und den Teil des abzulie-

fernden Geldes bestimmte, zum Umgang mit der Polizei Instruktionen erteilte und 

die Privatklägerinnen fast täglich und selbst bei Krankheit, während ihrer Tage 

und nach schmerzhaften Schlägen arbeiten mussten. Dass die Privatklägerinnen 

ab und zu an einem Sonntag frei machen konnten, ändert daran (auch wenn sie 

die arbeitsfreien Sonntage allenfalls selbst bestimmen konnten) nichts. Ebenso 

diktierte der Beschuldigte und nicht die Strasse die Preise für die verschiedenen 

- 46 - 

Dienstleistungen. Damit ging einher, dass der Beschuldigte, wurden die zeitlichen 

Vorgaben pro Kunde (15 Minuten) überzogen, auf das Einkassieren eines Extra-

geldes pochte. Zu relativieren ist der vorinstanzliche Vorwurf, er habe auch die 

Dienstleistungen vorgeschrieben. Davon ist zwar auszugehen, allerdings konnten 

die Prostituierten davon sanktionslos abweichen, da eine Kontrolle der letztlich 

praktizierten Dienstleistungen für den Beschuldigten ohnehin nicht möglich war. 

Freier und Praktiken konnten die Privatklägerinnen ablehnen (vgl. etwa Urk. D2 

19/5.3 S. 19 und 22; Urk. D1 12/1 S. 13 und 38 f.; Urk. D1 12/7 S. 34). Daraus 

vermag der Beschuldigte im Ergebnis aber nichts für sich abzuleiten. Mit den ver-

schiedenen Vorgaben, der engmaschigen Kontrolle während der Arbeitszeiten 

und zumindest teilweise auch in der Freizeit (so musste die Privatklägerin 2 etwa 

mitteilen, wohin sie in der Freizeit geht und was sie macht) und das zum Teil ge-

waltsame Einkassieren mindestens eines Grossteils des erwirtschafteten Ver-

dienstes hatte der Beschuldigte gegenüber den Privatklägerinnen eine Macht-

position inne und sorgte er f