# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5f5ce3f8-8ce9-5d9c-a657-109786fca810
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-02
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 02.11.2022 200 2022 350
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2022-350_2022-11-02.pdf

## Full Text

200 22 350 IV
KNB/IMD/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 2. November 2022

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Mauerhofer, Verwaltungsrichter Furrer
Gerichtsschreiber Imhasly

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt und Notar B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 2. Mai 2022

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2022, IV/22/350, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1985 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich im Dezember 2018 unter Hinweis auf eine am 22. April 2018 
erlittene Hirnblutung bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbe-
zug an (Akten der IV, Antwortbeilage [AB] 5). Die IV-Stelle Bern (IVB bzw. 
Beschwerdegegnerin) tätigte erwerbliche und medizinische Abklärungen. 
Nachdem die Versicherte zwei Gesprächsterminen unentschuldigt fernge-
blieben war, forderte die IVB sie mit Schreiben vom 19. Juni 2019 (AB 33) 
unter Hinweis auf ihre Mitwirkungspflicht und die Folgen bei Widersetzlich-
keit auf, am neu festgelegten Gesprächstermin zu erscheinen. Dieser Auf-
forderung kam die Versicherte nicht nach, woraufhin die IVB nach entspre-
chender vorbescheidweiser Ankündigung (AB 36) mit Verfügung vom 
23. September 2019 (AB 37) auf das Leistungsbegehren nicht eintrat.

Mit Schreiben vom 9. Januar 2020 (AB 43) erklärte die Versicherte ihre 
Bereitschaft, ihre Mitwirkungspflicht zu erfüllen. Die IVB nahm dieses 
Schreiben als Neuanmeldung entgegen. Nach medizinischen Abklärungen 
beauftragte sie die MEDAS, mit einer polydisziplinären Begutachtung (Gut-
achten vom 16. Juni 2021 [AB 104.1-104.7]) und den Abklärungsdienst der 
IV-Stelle Solothurn mit einer Haushaltsabklärung (Stellungnahme des Ab-
klärungsdienstes zur gemischten Methode [Haushalt] vom 26. November 
2021 [Abklärungsbericht; AB 114 S. 2 ff.]). Mit Vorbescheid vom 22. De-
zember 2021 (AB 115) kündigte sie an, einen Rentenanspruch bei einem 
Status von 75 % Erwerb und 25 % Aufgabenbereich Haushalt sowie einem 
Invaliditätsgrad von 24 % zu verneinen. Nach hiergegen erhobenem Ein-
wand (AB 117, 120) holte die IVB eine Stellungnahme der MEDAS ein 
(AB 122) und verfügte am 2. Mai 2022 (AB 123) wie angekündigt.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2022, IV/22/350, Seite 3

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt und Notar 
B.________, mit Eingabe vom 2. Juni 2022 Beschwerde mit den folgenden 
Rechtsbegehren: 

1. Die Verfügung vom 2. Mai 2022 sei aufzuheben und es sei der Be-
schwerdeführerin ab dem 23. April 2019 mindestens eine halbe In-
validenrente zuzusprechen.

Eventuell sei die Sache zur weiteren Sachverhaltsabklärung und 
Neuberechnung des Invaliditätsgrads an die Vorinstanz zurückzu-
weisen.

2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Be-
schwerdegegnerin.

Die Beschwerdegegnerin beantragt mit Beschwerdeantwort vom 22. Juni 
2022 die Abweisung der Beschwerde.

Mit Eingabe vom 30. August 2022 nahm die Beschwerdeführerin Stellung 
zur Beschwerdeantwort. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 

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gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 2. Mai 2022 (AB 123). 
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine 
Rente der Invalidenversicherung.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 ist die Änderung vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV; AS 2021 705) in Kraft getreten. In zeitlicher Hin-
sicht sind – vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – 
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung 
des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes 
Geltung haben (BGE 146 V 364 E.  7.1 S. 370, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213). 
Zwar datiert die angefochtene Verfügung vom 2. Mai 2022 (AB 123), womit 
sie nach dem Inkrafttreten der IVG-Änderung vom 19. Juni 2020 erging. 
Indessen liegt der frühestmögliche Zeitpunkt der potentiellen Entstehung 
des Rentenanspruchs vor dem 1. Januar 2022 (vgl. E. 5.1 hiernach), wes-
halb die Bestimmungen des IVG und diejenigen der Verordnung vom 
17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV, SR 831.201) in der 
bis 31. Dezember 2021 gültigen Fassung (fortan: aArt.) massgebend sind 
(Rz. 9101 des Kreisschreibens über Invalidität und Rente in der Invaliden-
versicherung [KSIR]; zur Bedeutung von Verwaltungsweisungen vgl. 
BGE 144 V 195 E. 4.2 S. 198).

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2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.3 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden kön-
nen auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. 
Art. 7 ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 
IVG sowie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizini-
sche Befundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer 
nur dann anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeein-
trächtigung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist 
(BGE 145 V 215 E. 5.1 S. 221). 

2.4 Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.5 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

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Nach aArt. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbs-
tätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegat-
tin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. 
Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität 
für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermittelt 
(aArt. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätigkeit 
oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehe-
gattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der 
Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. gemischte Metho-
de; BGE 145 V 370 E. 4.1 S. 373, 144 I 21 E. 2.1 S. 23).

Bei Teilerwerbstätigen, die sich zusätzlich im Aufgabenbereich nach Art. 7 
Abs. 2 IVG betätigen, werden für die Bestimmung des Invaliditätsgrads der 
Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invaliditätsgrad in 
Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich summiert (aArt. 27bis Abs. 2 
IVV). Die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbstätig-
keit richtet sich nach Art. 16 ATSG. Das Erwerbseinkommen, das die versi-
cherte Person durch die Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht 
invalid geworden wäre, wird dabei auf ein Vollpensum hochgerechnet. Die 
prozentuale Erwerbseinbusse wird schliesslich anhand des Beschäfti-
gungsgrads, den die Person hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, 
gewichtet (aArt. 27bis Abs. 3 IVV). Für die Berechnung des Invaliditätsgrads 
in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich wird der prozentuale An-
teil der Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich im Ver-
gleich zur Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid geworden 
wäre, ermittelt. Er wird anhand des Anteils des Aufgabenbereichs gewichtet 
(aArt. 27bis Abs. 4 IVV).

2.6 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2022, IV/22/350, Seite 7

können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

3.

3.1 Der Leistungsanspruch ist im Rahmen einer Neuanmeldung infol-
ge Aufgabe der Widersetzlichkeit zu prüfen, wobei keine Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen nachgewiesen werden muss, weil die Be-
schwerdegegnerin mit Verfügung vom 23. September 2019 (AB 37) den 
Leistungsanspruch nicht materiell geprüft hat (SVR 2022 IV Nr. 36 
E. 5.2.1).

In medizinischer Hinsicht ist den Akten – soweit entscheidwesentlich – das 
Folgende zu entnehmen:

3.1.1 Im Bericht der Klinik C.________ vom 2. August 2018 (AB 13 S. 7 
ff.) wurden u.a. eine Subarachnoidalblutung bei rupturiertem Aneurysma 
der Arteria communicans posterior, WFNS I, mod. Fisher II, Hunt und Hess 
II am 22. April 2018 und eine posttraumatische Schlaf-Wachstörung dia-
gnostiziert. Seitens der Neuropsychologie seien eine verminderte verbale 
Lernleistung und Handlungsplanung bei erhöhter Ermüdbarkeit und redu-
zierter Belastbarkeit sowie Aufmerksamkeitsschwankung während drei 
Stunden festgestellt worden. Seit dem 22. April 2018 bestehe eine 
vollständige Arbeitsunfähigkeit.

Dem ambulanten Austrittsbericht derselben Klinik vom 27. September 2018 
(AB 23 S. 2) ist zu entnehmen, dass die Patientin zur Bearbeitung der 
leichten Hirnfunktionsstörungen (Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Handlungs-
planung, reduzierte Belastbarkeit, Hinweise auf eine Anpassungsstörung) 
für ambulante Massnahmen zugewiesen worden sei (Ergotherapie, Lo-
gopädie, Neuropsychologie). Die Patientin sei insgesamt an zwei Terminen 
gesehen worden. Da sie mehrfach Termine sehr kurzfristig abgesagt habe, 
ergebe sich keine Indikation für die Weiterführung von ambulanten Mass-
nahmen. Bei der am 11. September 2018 durchgeführten logopädischen 
Untersuchung habe sich eine minimale aphasische Restsymptomatik ge-
zeigt. Eine logopädische Therapie sei aus dem Grunde ebenfalls nicht indi-

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ziert. Aufgrund der bestehenden kognitiven Einschränkungen werde die 
Durchführung einer neuropsychologischen Verlaufsuntersuchung empfoh-
len.

3.1.2 Im Bericht des Spitals D.________ vom 16. August 2019 (AB 40 
S. 4 ff.) wurde festgehalten, im Vordergrund der testpsychologischen Be-
funde stünden insgesamt leichte bis mittelgradige Einschränkungen in 
Aufmerksamkeits- und Exekutivfunktionen sowie in mnestischen Funktio-
nen (Merk- und Lernfähigkeit). Im Vergleich zur Voruntersuchung im Juni 
2018 zeigten sich zum Teil deutlich verschlechterte psychometrische Leis-
tungen. Es bestehe kein Hinweis für Symptomverstärkung. Klinisch sowie 
aufgrund per Fragebogen erhobener Angaben bestünden Hinweise für das 
Vorliegen einer depressiven Symptomatik, möglicherweise mit zusätzlich 
somatisierender Komponente. Es erscheine wahrscheinlich, dass eine be-
handlungsbedürftige depressive Symptomatik im Rahmen einer Anpas-
sungsstörung das kognitive Einschränkungsprofil zum jetzigen Zeitpunkt 
relevant mitbestimme. Bezüglich einer allfälligen Residualsymptomatik auf-
grund der Subarachnoidalblutung könne aufgrund dessen aktuell kein Be-
zug genommen werden. Aufgrund der reduzierten emotionalen Belastbar-
keit sei auf eine vollständige Verlaufstestung verzichtet worden.

3.1.3 Dem polydisziplinären MEDAS-Gutachten vom 16. Juni 2021 
(AB 104.1) sind die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit zu entnehmen (S. 7 Ziff. 4.2.1):

- Nicht näher bezeichnete organische Persönlichkeits- und 
Verhaltensstörungen aufgrund einer Krankheit, Schädigung oder 
Funktionsstörung des Gehirns (ICD-10 F07.9)

- Subarachnoidalblutung bei rupturiertem Aneurysma der Arteria 
communicans posterior, WFNS I, mod. Fisher II, Hunt und Hess II am 
22. April 2018 (ICD-10 I60.-)
- Klinik: Kopfschmerzen, Erbrechen
- Risikofaktoren: Aktiver Nikotinkonsum, pos. Familienanamnese
- Komplikationen: Vasospasmen am 29.04.2018 und 02.05.2018
- Therapie: Coilembolisation am 23.04.2018 und Re-Coiling 12/2018 

(bei restperfundierter Basis)
- EVD 23.04. - 24.04.2018, lumbale Drainage 23.04. - 27.04.2018
- Nimotop 22.04. - 29.04.2018
- Angiographie mit Spasmolyse 02.05.2018: Spasmolyse beidseits (ICA 

rechts 3.5 mg und links 2 mg Nimotop). Gute Besserung der Spasmen 
postinterventionell

- MR Schädel nativ und mit KM mit Angiographie und Diffusion vom 
21.01.2021: In der Angiographie kleine Ausstülpung im Bereich des 

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bekannten gecoilten Pcom-Aneurysmas rechts, jedoch ohne Korrelat 
in der TOF, in erster Linie einem Artefakt entsprechend. Keine 
abgrenzbare Restperfusion des gecoilten Aneurysmas. Kein 
Zweitaneurysma. Superfizielle Hämosiderose supratentoriell rechts 
fronto-parietal betont

- Verdacht auf strukturelle Epilepsie (ICD-10 G40.-)
- Ätiologie: im Rahmen Diagnose 2 (Subarachnoidalblutung)
- Anamnestisch bis ca. 07/2019 dreimalige Episode mit Abwesenheit, 

fehlende Reaktion auf Ansprache, Augen offen, möglicherweise 
starrer Blick, Amnesie, kurze postiktale Verwirrtheit, Dauer des Anfalls 
ca. 30 Sekunden

- 07/2019: 3 Wochen Keppra 1500 mg/Tag; abgesetzt bei 
Stimmungsschwankungen zum depressiven Pol

- aktuell keine antikonvulsive Therapie
- Milder Halte- und Aktionstremor (ICD-10 R25.1)

- DD gesteigert physiologisch bei Amphetaminkonsum, DD essentieller 
Tremor.

Dr. med. E.________, Praktischer Arzt, hielt im allgemein-internistischen 
Teilgutachten fest, aus fachspezifischer Sicht bestünden bei der Versicher-
ten keine Diagnosen mit relevanten Einschränkungen betreffend Arbeits-
fähigkeit (AB 104.2 S. 5 Ziff. 6.1).

In neurologischer Hinsicht legte Dr. med. F.________, Facharzt für Neuro-
logie, dar, die Versicherte habe sich nach der Subarachnoidalblutung sehr 
gut erholt. In der aktuellen klinisch-neurologischen Untersuchung fänden 
sich keine fokal-neurologischen Defizite, wobei sich ein inkonstanter fein-
schlägiger Haltetremor links grösser als rechts gezeigt habe. Eine Dystonie 
habe nicht vorgelegen. Dies sei am ehesten im Rahmen eines gesteigerten 
physiologischen Tremors zu interpretieren, differentialdiagnostisch aggra-
viert aufgrund von Amphetaminkonsum. Laborchemisch habe sich auch ein 
THC-Konsum gezeigt. Bezüglich einer möglichen Epilepsie bestünden of-
fene Fragen. Erfreulicherweise seien trotz Absetzen der antikonvulsiven 
Therapie seit zumindest eineinhalb Jahren keine epilepsieverdächtigen 
Symptome mehr aufgetreten. Insgesamt seien epileptische Anfälle auf-
grund der Vorgeschichte denkbar (AB 104.2 S. 14 f. Ziff. 6.1). In der zuletzt 
ausgeübten Tätigkeit im … sei von einer Arbeitsunfähigkeit von 10 % auf-
grund eines erhöhten Pausenbedarfs auszugehen. Je nach Anforderungen 
in der angestammten Tätigkeit bestünden auch qualitative Einschränkun-
gen aufgrund der möglichen Epilepsie. Die Einschätzung der Arbeitsfähig-
keit gelte retrospektiv seit ca. Ende 2018. Auch in einer angepassten Tätig-
keit bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 10 % aufgrund des erhöhten Pau-

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senbedarfs. Darüber hinaus bestünden qualitative Einschränkungen auf-
grund des Tremors und der möglichen Epilepsie (AB 104.2 S. 17 Ziff. 8.1 
und 8.2).

Dr. sc. hum. Dipl. Psych. G.________ führte im neuropsychologischen 
Teilgutachten aus, die Ergebnisse der durchgeführten Tests würden als 
nicht valide angesehen. Die Versicherte habe beide Symptomvalidierungs-
tests mit Werten absolviert, die unter denen gelegen hätten, die bei moti-
vierter Mitarbeit erreicht würden. Es habe ein aggravierendes Verhalten 
beobachtet werden können (AB 104.6 S. 5). Die Ergebnisse der Leistungs-
tests könnten inhaltlich nicht interpretiert werden und lieferten wegen man-
gelnder Mitarbeit keine verwertbaren neuropsychologischen Befunde, da 
sie wahrscheinlich nicht das effektiv vorhandene kognitive Leistungsniveau 
abbildeten. Unter diesen Umständen bestehe andererseits auch das Risiko, 
dass tatsächliche und spezifische kognitive Defizite differenzialdiagnostisch 
nicht festgestellt werden könnten (AB 104.6 S. 7 f.).

Dem von Dr. med H.________, Praktischer Arzt und Facharzt für Psychia-
trie und Psychotherapie, erstellten psychiatrischen Teilgutachten ist zu ent-
nehmen, die grobkursorische Überprüfung der Kognition zeige insgesamt 
nur wenig Einschränkungen. Aufgrund der auffälligen Symptomvalidierung 
in der neuropsychologischen Abklärung könnten die erzielten Ergebnisse 
bei der Beantwortung der Arbeitsfähigkeit nicht mit einfliessen. Subjektiv 
empfinde die Versicherte aber im Vergleich zur letzten Überprüfung eine 
deutliche Verbesserung der kognitiven Leistungsfähigkeit. Bezogen auf die 
Funktionsfähigkeit im Alltag zeigten sich insgesamt aus rein psychiatrischer 
Sicht nur wenig Einschränkungen (AB 104.3 S. 6 Ziff. 6.1). Einfluss auf die 
Arbeitsfähigkeit habe die Diagnose von nicht näher bezeichneten organi-
schen Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen aufgrund einer Krankheit, 
Schädigung oder Funktionsstörung des Gehirns (ICD-10 F07.9; AB 104.3 
S. 6 Ziff. 6.2). In der angestammten Tätigkeit als … mit stetem Kundenkon-
takt, ohne Möglichkeiten, regelmässige Pausen einzulegen, bestehe eine 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 30 % (AB 104.3 S. 9 Ziff. 8.1). In 
einer angepassten Tätigkeit seien der Versicherten keine Tätigkeiten mit 
höherer nervlicher Belastung oder Konzentrationsanforderungen, keine 
Tätigkeiten mit eigener Entscheidfindungsbefugnis bzw. Überwachungs-

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funktion, keine Tätigkeiten mit engem Zeitlimit und im ausschliesslichen 
Personenkontakt zuzumuten. Es sollten einfache Tätigkeiten ohne beson-
dere eigene Verantwortung mit mehr vorgegebenen seriellen Arbeitsabläu-
fen durchgeführt werden. Zu empfehlen sei daher eine wohlwollende Ar-
beitsatmosphäre und auch keine Arbeit ausschliesslich im Team. In einer 
solchen Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 80 %. Retrospektiv gel-
te diese Einschätzung seit Juni 2018 (AB 104.3 S. 9 Ziff. 8.2).

Dr. med. I.________, Facharzt für Pneumologie, führte im pneumologi-
schen Teilgutachten aus, die Versicherte leide an einem eosinophilen und 
allergischen Asthma bronchiale, welches keinen Einfluss auf die Arbeits-
fähigkeit habe (AB 104.4 S. 5 Ziff. 6.3). In der angestammten Tätigkeit be-
stehe aus pneumologischer Optik eine volle Arbeitsfähigkeit, dies unter der 
Voraussetzung, dass die Arbeit körperlich leicht und unter lufthygienischen 
Bedingungen unproblematisch sei (AB 104.4 S. 6 Ziff. 8.1). Pneumologisch 
müsse keine angepasste Tätigkeit definiert werden. Bei doch recht schwe-
ren Asthma seien nur körperlich leichte Tätigkeiten zumutbar, dies unter 
lufthygienisch akzeptablen Bedingungen (AB 104.4 S. 6 Ziff. 8.2).

In der interdisziplinären Gesamtbeurteilung kamen die Gutachter zum 
Schluss, in der früheren Tätigkeit als … bestehe eine Restarbeitsfähigkeit 
von 70 %. Im Zeitraum zwischen dem 22. April 2018 und Oktober 2018 
habe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für jegliche Arbeitstätigkeit be-
standen. In einer körperlich leichten Tätigkeit bestehe quantitativ limitierend 
aus psychiatrisch-gutachterlicher Sicht noch eine Restarbeitsfähigkeit von 
80 % ab November 2018. Eine Addition der aus psychiatrischer und neuro-
logischer Sicht attestierten Arbeitsunfähigkeiten sei für angestammte und 
angepasste Tätigkeiten aufgrund der geringgradigen neurologischen Re-
duktion ab November 2018 (10 %) nicht vorzunehmen (AB 104.1 S. 6 f. 
Ziff. 4.1 und 4.8).

3.1.4 In der Stellungnahme vom 27. April 2022 (AB 122) zum Einwand 
des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin vom 2. März 2022 (AB 120) 
führte Dr. med. H.________ aus, dieser habe keine neuen Akten einge-
reicht, welche am Bild während der Erstellung des Gutachtens etwas än-
dern würden. Die Fachpsychologin G.________ hielt fest, die beiden 
durchgeführten Symptomvalidierungstests hätten Ergebnisse unter dem 

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Cut-Off ergeben. Die Reaktionszeiten der Versicherten hätten eine Variabi-
lität gehabt, die neuropsychologisch nicht erklärbar sei. Verlangsamte Re-
aktionszeiten könnten bei vielen Erkrankungen vorkommen, auch bei Hir-
naneurysma, aber dann seien sie gleichmässig verlangsamt. Der begrün-
dete Verdacht auf nicht-authentische neuropsychologische Störungen sei 
anhand von international anerkannten Kriterien ausführlich dargestellt wor-
den.

3.2

3.2.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.2.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.2.3 Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen 
Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersu-
chungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der 
Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2022, IV/22/350, Seite 13

Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; 
SVR 2020 IV Nr. 71 S. 246 E. 2.2).

3.3 Das polydisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 16. Juni 2021 
(AB 104.1 ff.) – basierend auf einer allgemein-internistischen, neurologi-
schen, psychiatrischen, pneumologischen und neuropsychologischen Un-
tersuchung (inkl. neuropsychologischer Testung) – erfüllt die von der höch-
strichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert eines medizinischen 
Gutachtens gestellten Anforderungen (vgl. E. 3.2.2 f. hiervor). Die darin 
enthaltenen Feststellungen beruhen auf eigenen Abklärungen, sind in 
Kenntnis der Vorakten sowie unter Berücksichtigung der geklagten Be-
schwerden getroffen worden. Die Ausführungen in der Beurteilung der me-
dizinischen Zusammenhänge sind einleuchtend und die gezogenen 
Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand werden nachvollziehbar, 
umfassend und einlässlich begründet. Die Beurteilung des Gesundheitszu-
standes erfolgte unter Einbezug sämtlicher hier relevanten medizinischen 
Fachdisziplinen und beruht auf kongruenten Einschätzungen anlässlich der 
interdisziplinären Gesamtbeurteilung (vgl. AB 104.1). Dem Gutachten (inkl. 
Teilgutachten) kommt somit voller Beweiswert zu, woran die Einwände der 
Beschwerdeführerin nichts zu ändern vermögen.

3.3.1 Die Beschwerdeführerin rügt unter Hinweis auf die nicht verwert-
bare neuropsychologische Testung eine Unvollständigkeit des MEDAS-
Gutachtens und macht geltend, ihr hätte Gelegenheit gegeben werden 
müssen, in einer erneuten Testreihe bei der Beschaffung valider Ergebnis-
se mitzuwirken (Beschwerde S. 5 ff. Ziff. 9 ff.). Dies erübrigte sich hier be-
reits deshalb, weil der psychiatrische MEDAS-Experte Dr. med. 
H.________ in der Lage war, in überzeugender und nachvollziehbarer 
Weise eine konkrete Diagnose zu stellen und die Arbeitsfähigkeit zu beur-
teilen. Bei der erhobenen neuropsychologischen Testung handelt es sich 
um ein Mittel der Zusatzdiagnostik, deren Befunde in die ärztlich zu erfol-
gende gutachterliche Gesamtbeurteilung und versicherungspsychiatrische 
Würdigung einzubeziehen sind. Auch wenn die Ergebnisse der kognitiven 
Leistungstests von der Neuropsychologin als nicht ausreichend valide an-
gesehen und deshalb inhaltlich nicht interpretiert wurden (AB 104.6 S. 12 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2022, IV/22/350, Seite 14

Ziff. 7.5), hat der psychiatrische MEDAS-Gutachter dies im Rahmen seiner 
Beurteilung berücksichtigt. Insbesondere hat er bei der Formulierung des 
Zumutbarkeitsprofils festgehalten, dass der Versicherten keine Tätigkeiten 
mit höherer nervlicher Belastung oder Konzentrationsanforderungen und 
keine Tätigkeiten mit eigener Entscheidungsbefugnis bzw. Überwachungs-
funktion zuzumuten seien. Zumutbar seien einfache Tätigkeiten ohne be-
sondere eigene Verantwortung mit mehr vorgegebenen seriellen Arbeitsab-
läufen zu 80 % (AB 104.3 S. 9 Ziff. 8.2). Zwar weisen die MEDAS-
Gutachter darauf hin, dass aufgrund der mangelnden Mitarbeit der Be-
schwerdeführerin im Rahmen der neuropsychologischen Testung das Risi-
ko bestehe, dass tatsächliche und spezifische kognitive Defizite differenzi-
aldiagnostisch nicht festgestellt werden könnten (AB 104.1 S. 5 Ziff. 4.1). 
Jedoch ergeben sich gestützt auf die Akten keine konkreten Anhaltspunkte 
für das Bestehen von vom psychiatrischen Gutachter in seinem Zumutbar-
keitsprofil unberücksichtigt gelassene kognitive Einschränkungen. So wur-
de etwa im neurologischen Teilgutachten festgehalten, in der Untersuchung 
habe die Versicherte adäquat und kooperativ gewirkt und es hätten sich im 
Gespräch keine Hinweise auf alltagsrelevante kognitive Defizite gefunden 
(AB 104.2 S. 13 Ziff. 4.3, S. 15 vor Ziff. 6.2). Der psychiatrische Gutachter 
konnte keine Konzentrations- oder Aufmerksamkeitsstörungen und keine 
Störung des Kurzzeitgedächtnisses feststellen; es habe keinen Anhalt für 
Störungen des Langzeitgedächtnisses und keinen Anhalt für formale oder 
inhaltliche Denkstörungen gegeben (AB 104.3 S. 5 Ziff. 4.3). Am Ganzen 
ändert nichts, dass im Bericht des D.________ vom 16. August 2019 
(AB 40 S. 4 ff.) auf leichte bis mittelgradige Einschränkungen in Aufmerk-
samkeits- und Exekutivfunktionen sowie in mnestischen Funktionen hinge-
wiesen worden ist. Dazu ist festzustellen, dass die (damals bestandene) 
depressive Symptomatik das kognitive Einschränkungsprofil relevant mit-
bestimmte. Die behandelnden Ärzte hielten denn auch fest, aufgrund des-
sen könne bezüglich einer allfälligen kognitiven Residualsymptomatik aktu-
ell kein Bezug genommen werden (AB 40 S. 5 f.). Entgegen der Darstel-
lung der Beschwerdeführerin ist damit nicht erstellt, dass zum damaligen 
Zeitpunkt erhebliche neuropsychologische Defizite vorgelegen hätten. Ins-
gesamt schmälert die Tatsache, dass die Gutachter von einer Wiederho-
lung der neuropsychologischen Testung abgesehen haben, den Beweis-
wert des MEDAS-Gutachtens nicht. Darüber hinaus ist die Beurteilung der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2022, IV/22/350, Seite 15

zumutbaren Arbeitsfähigkeit ohnehin Sache der (Fach-)Ärzte, was auf die 
hier eingesetzte Fachpsychologin nicht zutrifft (vgl. Entscheide des Bun-
desgerichts vom 19. März 2019, 8C_772/2018, E. 6.1, und 13. November 
2018, 8C_584/2018, E. 4.1.1.2).

3.3.2 Bezüglich des psychiatrischen Gutachters Dr. med. H.________ 
bringt die Beschwerdeführerin vor, sie habe die Untersuchung durch diesen 
als unfreundlich und herablassend empfunden. Sie sei von ihm als Lügne-
rin oder Profiteurin betitelt worden (Beschwerde S. 4 Ziff. 6). Den entspre-
chenden Vorwurf hat sie bereits in einem an die Beschwerdegegnerin 
adressierten Schreiben vom 19. Mai 2021 (AB 102) formuliert. Soweit die 
Beschwerdeführerin dies als Ausstands- oder Ablehnungsgrund verstanden 
haben will, ist darauf hinzuweisen, dass solche so früh wie möglich, das 
heisst nach Kenntnisnahme eines Mangels bei erster Gelegenheit, vorzu-
bringen sind. Es verstösst gegen Treu und Glauben, Mängel dieser Art erst 
in einem späteren Verfahrensstadium oder sogar erst in einem nachfolgen-
den Verfahren geltend zu machen, wenn der Einwand schon vorher hätte 
festgestellt und gerügt werden können. Wer sich auf das Verfahren ein-
lässt, ohne einen Verfahrensmangel bei erster Gelegenheit bzw. unverzüg-
lich vorzubringen, verwirkt in der Regel den Anspruch auf spätere Anrufung 
der vermeintlich verletzten Verfahrensvorschrift. Unverzüglich bedeutet ein 
Geltendmachen binnen maximal sechs bis sieben Tagen; ein zwei- bis 
dreiwöchiges Zuwarten ist bereits unzulässig (BGE 143 V 66 E. 4.3 S. 69, 
132 V 93 E. 7.4.2 S. 112; SVR 2019 IV Nr. 85 S. 280 E. 4.2). Die psychia-
trische Untersuchung fand am 27. April 2021 statt (AB 104.1 S. 2). Die Be-
schwerdeführerin wandte sich mit ihren Vorwürfen erst drei Wochen später 
mit Schreiben vom 19. Mai 2021 (AB 102) an die Beschwerdegegnerin, 
was nach dem soeben Dargelegten als verspätet zu betrachten ist.

Abgesehen davon ist es durchaus nachvollziehbar, dass der psychiatrische 
Gutachter die Beschwerdeführerin während seiner Untersuchung auf die 
nicht bestandene Symptomvalidierung im Rahmen der gleichentags durch-
geführten neuropsychologischen Testung angesprochen hat und die Be-
schwerdeführerin sich dadurch angegriffen fühlte. Das Thematisieren nicht 
valider Ergebnisse ist jedoch nicht geeignet, den Anschein von Befangen-
heit zu begründen. Schliesslich ergeben sich aus dem psychiatrischen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2022, IV/22/350, Seite 16

Teilgutachten (AB 104.3) keine Hinweise auf Umstände, die den Anschein 
der Befangenheit und die Gefahr der Voreingenommenheit objektiv zu be-
gründen vermöchten. Insbesondere ist das Gutachten neutral und sachlich 
abgefasst (BGE 147 V 79 E. 7.4.4 S. 84, 132 V 93 E. 7.2.2 S. 110), was 
seitens der Beschwerdeführerin denn auch nicht bestritten wird.

3.3.3 Des Weiteren rügt die Beschwerdeführerin, die Beschwerdegegne-
rin habe es ohne Begründung unterlassen, die in der Einwandbegründung 
beantragte medizinische Dokumentation beim Hausarzt Dr. med. 
J.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, einzuholen (Be-
schwerde S. 7 Ziff. 11). Dazu ist festzustellen, dass Dr. med. J.________ 
erst seit ca. Juli 2020 Hausarzt der Beschwerdeführerin ist (vgl. AB 60), 
den MEDAS-Gutachtern die medizinische Dokumentation des früheren 
Hausarztes Dr. med. K.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, 
zur Verfügung stand und diese im Gutachten Berücksichtigung fand (vgl. 
AB 104.5 S. 2 ff., 104.8 S. 31 ff.). Weder ist ersichtlich noch wird von der 
Beschwerdeführerin dargelegt, welche neuen Erkenntnisse sich aus aktuel-
leren Berichten des Allgemeinmediziners Dr. med. J.________ insbesonde-
re hinsichtlich der als ungenügend abgeklärt behaupteten kognitiven Ein-
schränkungen ergeben sollten. Diese Rüge zielt damit ins Leere.

3.3.4 Nach dem Dargelegten hat die Beschwerdegegnerin den medizini-
schen Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt. Gestützt auf das beweiskräf-
tige MEDAS-Gutachten vom 16. Juni 2021 (AB 104.1 ff.) ist von einer me-
dizinisch-theoretischen Restarbeitsfähigkeit von 80 % in einer körperlich 
leichten Tätigkeit auszugehen.

4.

Die Beschwerdegegnerin hat gestützt auf den Abklärungsbericht vom 
26. November 2021 (AB 114 S. 5 Ziff. 2b) den Status auf 75 % Erwerb und 
25 % Aufgabenbereich Haushalt festgesetzt (AB 123 S. 2). Davon abzu-
weichen besteht insbesondere mit Blick darauf, dass die Beschwerdeführe-
rin bis zum Eintritt des Gesundheitsschadens am 22. April 2018 in einem 
Erwerbspensum von 70 - 80 % tätig gewesen ist (AB 5 S. 6 Ziff. 5.4, 14 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2022, IV/22/350, Seite 17

S. 3 Ziff. 2.9), keine Veranlassung. Seitens der Beschwerdeführerin blieb 
die Statusfestlegung denn auch unbestritten.

5.

5.1 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222). Die von der Beschwerdeführerin nach dem Nichteintre-
tensentscheid vom 23. September 2019 (AB 37) am 9. Januar 2020 
(AB 43) erklärte Mitwirkungsbereitschaft ist als Neuanmeldung zu betrach-
ten (vgl. SVR 2019 IV Nr. 8 S. 25 E. 5.1, 2017 IV Nr. 50 S. 151 E. 3.3 und 
3.4). Damit fällt der frühestmögliche Rentenbeginn unter Berücksichtigung 
der sechsmonatigen Karenzfrist von Art. 29 Abs. 1 IVG auf den 1. Juli 
2020. Auf diesen Zeitpunkt hin ist nachfolgend die Invaliditätsbemessung 
vorzunehmen.

5.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft. Die Ermittlung des Valideneinkommens hat 
so konkret wie möglich zu erfolgen (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 
322 E. 4.1 S. 325; SVR 2021 UV Nr. 26 S. 125 E. 6.1). 

Die Beschwerdegegnerin hat das Valideneinkommen zu Recht anhand der 
Lohnangaben der früheren Arbeitgeberin (L.________ AG) ermittelt 
(AB 114 S. 8), bei welcher die Beschwerdeführerin ab 1. November 2017 
bis 8. Januar 2019 als … in einem Pensum von 75 % angestellt gewesen 
war (AB 14 S. 2 f. Ziff. 2.1 und 2.9). Es bestehen keine Anzeichen dafür, 
dass sie ohne den erlittenen Gesundheitsschaden nicht weiterhin dort ar-
beiten würde. Ausgehend von den Angaben im Arbeitgeberfragebogen vom 
10. Januar 2019, wonach die Beschwerdeführerin einen Stundenlohn von 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2022, IV/22/350, Seite 18

Fr. 24.90 (inkl. Ferienentschädigung) erhalten würde und die betriebliche 
wöchentliche Arbeitszeit 42 Stunden beträgt (AB 14 S. 3 f. Ziff. 2.9 und 
2.11), ergibt sich aufindexiert auf das Jahr 2020 in einem vollschichtigen 
Pensum (vgl. aArt. 27bis Abs. 3 IVV) ein Jahreseinkommen von Fr. 50'683.-- 
(Fr. 24.90 x 42 Std. x 48 Wochen / 103.5 x 104.5 [Tabelle T1.2.15, Nomi-
nallohnindex, Frauen, 2016-2020, Pos. 45-47 {Handel und Reparatur von 
Motorfahrzeugen}, Indices 2019 bzw. 2020]). Soweit die Beschwerdegeg-
nerin das Valideneinkommen auf Fr. 62'466.-- festsetzte (AB 114 S. 8 Ziff. 
6.1), kann dem nicht gefolgt werden, da dies nicht mit den Lohnabrechnun-
gen (AB 15.1) in Einklang steht bzw. offenkundig auf einem Rechnungsfeh-
ler beruht.

5.3 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für 
Statistik (BFS) herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herange-
zogen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2021 Nr. 51 S. 168 
E. 3.2).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 
297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2022, IV/22/350, Seite 19

E. 3.3). Zu beachten ist, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medi-
zinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen 
nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen 
und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen 
dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 S. 20).

Gestützt auf das gutachterliche Zumutbarkeitsprofil ist die Beschwerdefüh-
rerin in der Lage, ihre verbliebene Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 80 % 
in einer körperlich leichten Tätigkeit zu verwerten (vgl. E. 3.1.3 und E. 3.3.4 
hiervor). Da sie keine entsprechende Erwerbstätigkeit ausübt, ist das Inva-
lideneinkommen anhand eines LSE-Tabellenlohnes zu bestimmen. Ge-
stützt auf Tabelle TA1 der LSE 2018, Frauen, Total, Kompetenzniveau 1, 
und unter Berücksichtigung der betriebsüblichen Wochenarbeitszeit, der 
Nominallohnentwicklung sowie der gutachterlich festgestellten medizinisch-
theoretischen Arbeitsfähigkeit von 80 % ergibt sich ein Invalideneinkommen 
von Fr. 44'562.-- (Fr. 4'371.-- x 12 / 40 x 41.7 [BUA, Total, 2018] / 101.7 x 
103.6 [Tabelle T1.2.15, Nominallohnindex, Frauen 2016-2020, Total, Indi-
ces 2018 bzw. 2020] x 0.8). 

Gründe für einen Abzug vom Tabellenlohn liegen keine vor. Zunächst sind 
bei der im massgebenden Zeitpunkt 34-jährig gewesenen Beschwerdefüh-
rerin mit schweizerischer Staatsbürgerschaft keine Abzüge mit der Begrün-
dung des fortgeschrittenen Alters bzw. unter dem Titel "Nationa-
lität/Aufenthaltskategorie" gerechtfertigt. Die gutachterlich attestierte Leis-
tungsfähigkeit von 80 % kann im Rahmen einer ganztägigen Anwesenheit 
verwertet werden (AB 104.1 S. 9 Ziff. 4.9 [Pausenbedarf]), womit auch un-
ter dem Titel "Beschäftigungsgrad" kein Abzug vorzunehmen ist (Entscheid 
des Bundesgerichts vom 8. Mai 2018, 8C_211/2018, E. 4.4). Der herange-
zogene Tabellenlohn berücksichtigt die leidensbedingten körperlichen Ein-
schränkungen der Beschwerdeführerin angemessen, sodass unter diesem 
Gesichtspunkt kein zusätzlicher Abzug vom Tabellenlohn vorzunehmen ist.

5.4 Aus der Gegenüberstellung der beiden Vergleichseinkommen re-
sultiert eine ungewichtete Einschränkung von 12 % ([Fr. 50'683.--./. 
Fr. 44'562.--] / Fr. 50'683.-- x 100). Gewichtet mit dem Status von 75 % 
(vgl. E. 4. hiervor) ergibt sich eine Einschränkung im Erwerbsbereich von 
9 % (12 % x 0.75).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2022, IV/22/350, Seite 20

6.

6.1 Der von der Beschwerdegegnerin im Rahmen der Verwaltungshilfe 
mit einer Haushaltabklärung beauftragte Abklärungsdienst der IV-Stelle 
Solothurn (vgl. AB 111; Art. 32 Abs. 1 und 2 ATSG), verzichtete gemäss 
Abklärungsbericht vom 26. November 2021 (AB 114 S. 2 ff.) auf eine Erhe-
bung an Ort und Stelle (Art. 69 Abs. 2 IVV). Zur Begründung führte der Ab-
klärungsdienst aus, dass das MEDAS-Gutachten vom 16. Juni 2021 von 
einer Einschränkung im Teilaufgabenbereich Haushalt von 30 % ausgehe 
(vgl. AB 104.1 S. 10 Ziff. 4.11), die effektive Einschränkung in der Regel 
tiefer ausfalle und selbst bei Annahme einer Einschränkung von 30 % kein 
rentenbegründender Invaliditätsgrad resultiere (AB 114 S. 8).

Mit Blick auf die von der Beschwerdeführerin anlässlich der Begutachtung 
getätigte Aussage, wonach sie im Haushalt länger brauche, Einschränkun-
gen jedoch nicht zu verzeichnen seien (AB 104.3 S. 3), ist der Verzicht des 
Abklärungsdienstes der IV-Stelle auf eine Erhebung an Ort und Stelle nicht 
zu beanstanden. Die Beschwerdeführerin macht denn auch nicht geltend, 
eine solche sei erforderlich gewesen. Ob überhaupt Einschränkungen im 
Aufgabenbereich vorliegen und diese bejahendenfalls 30 % betrügen – was 
bei einer attestierten Arbeitsfähigkeit von 80 % in einer leidensangepassten 
Tätigkeit (vgl. AB 104.1 S 9 Ziff. 4.8) eher zweifelhaft erscheint – kann offen 
bleiben. Selbst unter Annahme einer Einschränkung von maximal 30 % im 
Aufgabenbereich Haushalt resultiert ein rentenausschliessender Invali-
ditätsgrad (vgl. E. 7. hiernach)

6.2 Gewichtet mit einem Status von 25 % (vgl. E. 4. hiervor) resultiert 
bei einer Einschränkung von maximal 30 % eine gewichtete Einschränkung 
im Aufgabenbereich Haushalt von höchstens 7.5 % (30 % x 0.25). 

7.

Aus den Einschränkungen im Erwerb (vgl. E. 5.4 hiervor) und im Haushalt 
(vgl. E. 6.2 hiervor) resultiert ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad 
von aufgerundet maximal 17 % (9 % + 7.5 %). Die angefochtene Verfügung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2022, IV/22/350, Seite 21

vom 2. Mai 2022 (AB 123) ist demnach im Ergebnis nicht zu beanstanden 
und die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.

8.

8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss in 
gleicher Höhe entnommen.

8.2 Es besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 1 
Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2022, IV/22/350, Seite 22

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt und Notar B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.