# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0ac98407-02cf-56aa-87fb-6ef9f830d583
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-09-02
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 02.09.2021 VG.2021.00039 (VG.2021.1072)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2021-00039_2021-09-02.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 2. September 2021

  
	
   

  
	
   

  
	
  I. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2021.00039

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    A.______

    	
    Beschwerdeführer

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Bachkorporation […]

    	
    Beschwerdegegner

    

  

  
	
   

  
	
  	
    2.

    	
    Departement Bau und Umwelt des Kantons
    Glarus

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  Beiträge Bachkorporation 2020

  
	
   

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung: 

  
	
  I.

  
	
  1.

  
	
  1.1 Die Bachkorporation […] stellte A.______ am 5. Juni
  2020 für die in seinem Eigentum stehenden Liegenschaften und Gebäude die
  Korporationsbeiträge für das Jahr 2020 im Gesamtbetrag von Fr. 1'052.10
  in Rechnung. Dagegen erhob A.______ am 6. Juli 2020 Einsprache. Die
  Bachkorporation [...] führte am 20. August 2020 eine
  Einspracheverhandlung durch, anlässlich welcher A.______ an seiner Einsprache
  festhielt. Die Bachkorporation [...] wies diese daraufhin mit
  Einspracheentscheid vom 25. August 2020 ab. 

  
	
   

  
	
  1.2 Dagegen gelangte A.______ mit Beschwerde vom 24.
  September 2020 ans Departement Bau und Umwelt des Kantons Glarus (DBU),
  welches diese am 14. April 2021 abwies, soweit es darauf eintrat. 

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Gegen den Entscheid des DBU erhob A.______ am 14.
  Mai 2021 Beschwerde beim Verwaltungsgericht und beantragte sinngemäss, die
  Rechnung für die Korporationsbeiträge des Jahres 2020 sei aufzuheben. Die
  Bachkorporation [...] schloss am 7. Juni 2021 auf Abweisung der
  Beschwerde. Ebenso ersuchte das DBU am 10. Juni 2021 um Beschwerdeabweisung,
  soweit darauf eingetreten werden könne; unter Kostenfolge. 

  
	
   

  
	
  2.2 Am 1. Juli 2021 ersuchte das Verwaltungsgericht das
  Departement Volkswirtschaft und Inneres des Kantons Glarus (DVI) um
  Mitteilung, was das bei diesem anhängige Verfahren der Bachkorporation [...]
  zum Gegenstand habe. Am 5. Juli 2021 teilte das DVI mit, dass Pendenzen
  der Bachkorporation [...] in Bezug auf die anstehende Statutenrevision
  inklusive Erstellung einer sogenannten Gefahrenkarte vor allen Massnahmen
  sowie in Bezug auf das Ersuchen der Bachkorporation [...] um Genehmigung des
  Dokuments Statuten und Reglemente bestehen würden.

  
	
   

  
	
  II.

  
	
  1.

  
	
  Das Verwaltungsgericht ist
  gemäss Art. 204 des Gesetzes über die Einführung des Schweizerischen
  Zivilgesetzbuches im Kanton Glarus vom 7. Mai 1911 (EG ZGB) i.V.m. Art. 105
  Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 4. Mai
  1986 (VRG) zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Da auch die
  übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde
  einzutreten.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Die Wuhrpflicht und der Schutz der Ufer an Flüssen,
  Bächen und Runsen liegt auf dem Grundeigentum, und zwar, wenn nicht durch
  Rechtsgeschäft oder Spruch zuständiger Behörden etwas anderes festgesetzt
  ist, zunächst auf denjenigen Liegenschaften und Bauwerken, welche unmittelbar
  an jene Gewässer anstossen (Art. 189 Abs. 1 EG ZGB). In zweiter
  Linie werden, wenn eine billige Lastenverteilung dies erfordert, die
  Eigentümer von Liegenschaften und Bauwerken herangezogen, welche durch die zu
  erstellenden Schutzbauten von Beschädigungen bewahrt werden sollen
  (Art. 189 Abs. 2 EG ZGB). Die Reinigung von Fluss-, Bach- und
  Runsenbetten von Material jeder Art, das den Abfluss des Wassers hemmt, liegt
  den beidseitigen Anstössern sowie den Eigentümern der durch allfällige
  Überschwemmungen zunächst bedrohten Liegenschaften und Bauwerken ob (Art. 196
  Abs. 1 EG ZGB). Wenn die nach den Art. 189 und 196 EG ZGB erforderlichen
  Wuhrungen und Ausräumungen der Wasserläufe nicht ohne weiteres von den
  Verpflichteten oder von den Gemeinden ausgeführt werden und wenn das
  öffentliche Interesse es erheischt, oder wo es der Natur der Sache nach
  wünschbar erscheint, haben alle Verpflichteten eine Korporation zu bilden
  (vgl. Art. 200 Abs. 1 EG ZGB). Die Beteiligungspflicht
  richtet sich nach der Grösse und nach dem Wert der Liegenschaften und
  Bauwerke sowie nach der ihnen voraussichtlich drohenden Gefahr, wobei
  ähnliche, bereits auf einzelnen Grundstücken haftende Lasten oder
  Dienstbarkeiten angemessen zu berücksichtigen sind (Art. 200 Abs. 2 EG ZGB).

  
	
   

  
	
  2.2 Gemäss Ziff. 1.2 der Statuten der
  Beschwerdegegnerin 1 bezweckt diese den baulichen Unterhalt und den
  allfälligen Ausbau sämtlicher Wildbäche und Runsen innerhalb der
  Perimetergrenzen. In der Ebene gehören die Bachläufe […] zum
  Korporationsgebiet (vgl. Ziff. 1.2 der Statuten sowie Perimeterplan).
  Mitglieder der Korporation sind die jeweiligen Eigentümer der innerhalb der
  Perimetergrenzen liegenden Objekte und Grundstücke (vgl. Ziff. 2.1.1 der
  Statuten). Gemäss Ziff. 3 des von der Hauptversammlung der
  Beschwerdegegnerin 1 genehmigten Veranlagungsreglements richten sich die
  Perimeterbeiträge nach dem tatsächlichen Bedarf und werden jährlich an der
  Hauptversammlung festgelegt. Sie werden in Promille des Perimeterkapitals
  jährlich wiederkehrend erhoben (Ziff. 2 Veranlagungsreglement). Das
  Perimeterkapital setzt sich aus dem Gebäudewert und dem Bodenwert gemäss den
  fiktiven Einheitspreisen pro Quadratmeter (Fr. 10.- für erschlossenes
  und parzelliertes Bauland, Fr. 2.- für Wies- und Ackerland, Fr. 1.-
  für Weideland und Fr. 0.50 für Wald) zusammen (vgl. Ziff. 4
  Veranlagungsreglement). Die Bodenklassierung erfolgt gemäss Grundbuchauszug,
  wobei ausserhalb der Bauzone für nicht landwirtschaftlich genutzte Gebäude
  800 m2 à Fr. 10.- eingesetzt werden. Überdies werden für sämtliche,
  nicht abparzellierten landwirtschaftlichen Wohnbauten 800 m2 à
  Fr. 10.- eingesetzt (vgl. Ziff. 5 Veranlagungsreglement). 

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 Der Beschwerdeführer ist der Ansicht, es sei
  unzulässig, Liegenschaften generell zu veranlagen. Die
  Beschwerdegegnerin 1 habe den Nachweis darüber zu erbringen, dass bei
  den jeweiligen Liegenschaften ein Gefahrenpotential vorhanden sei, was sie
  bis anhin nicht gemacht habe, obwohl dies das Verwaltungsgericht in einem
  Urteil aus dem Jahre 2005 auch so gesehen habe. Dennoch habe der
  Regierungsrat die Statuten der Beschwerdegegnerin 1 im Jahre 2009
  genehmigt, wenngleich diese dem Gesetz widersprechen würden, was unzulässig
  sei. Sodann liege ein Teil seiner Liegenschaften circa 300 bis 500 Meter von
  einem Bach entfernt, weshalb diese nicht gefährdet seien.

  
	
   

  
	
  3.2 Die Beschwerdegegnerin 1 bringt hingegen vor,
  gemäss dem Landsgemeindebeschluss aus dem Jahre 2014 dürften auch von
  entlasteten Grundeigentümern Beiträge eingezogen werden. Der vom
  Beschwerdeführer zitierte verwaltungsgerichtliche Entscheid aus dem Jahre
  2005 sei demnach nicht mehr einschlägig. Ferner sei nicht nachvollziehbar,
  gestützt worauf sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt stelle, seine
  Liegenschaften seien nicht gefährdet, habe er doch bereits mehrmals
  Wassereintritte in seinem Wohnhaus hinnehmen müssen. Auch kritisiere er seit
  Jahren die steigende Gefährdung des Gebiets […] aufgrund der fortschreitenden
  Überbauung im Einzugsgebiet […] sowie die fehlende Abflusskapazität des
  Durchlasses beim […]. Ihr, der Beschwerdegegnerin 1, sei die Sachlage
  klar und sie sei zur Zeit darum bemüht, die gesetzlichen Vorgaben
  umzusetzen.  

  
	
   

  
	
  3.3 Der Beschwerdegegner 2 hält fest, dass er nicht
  über die Kompetenz verfüge, die Beschwerdegegnerin 1 anzuweisen, ihre
  Statuten oder ihren Perimeterplan zu überarbeiten. Dies obliege dem DVI als
  für die Korporationen zuständige Aufsichtsbehörde. Zwar würden die Statuten
  bzw. das Veranlagungsreglement der Beschwerdegegnerin 1 entgegen den
  Vorgaben von Art. 200 Abs. 2 EG ZGB das Kriterium der Gefährdung bei der
  Bemessung der Perimeterbeiträge nicht erwähnen. Daraus sei indessen nicht
  zwingend zu schliessen, dass dieses nicht berücksichtigt worden sei, sei es
  doch durchaus möglich, dass alle im Eigentum des Beschwerdeführers stehenden
  Liegenschaften und Gebäude gleich gefährdet seien. Ob dies der Fall sei,
  könne erst nach einer Erstellung einer Gefahrenkarte vor allen Massnahmen
  beurteilt werden, was von der Beschwerdegegnerin 1 jedoch noch nicht
  umgesetzt worden sei. Zuständig für die Anweisung der
  Beschwerdegegnerin 1 zur Einholung einer Gefahrenkarte sei das DVI.
  Unbestritten sei, dass die in Rechnung gestellten Beiträge den geltenden
  Reglementen und Statuten entsprechen würden. 

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  4.1 Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet
  die Frage, ob die von der Beschwerdegegnerin 1 ausgestellte Rechnung für
  die Korporationsbeiträge des Jahres 2020 rechtmässig ist. 

  
	
   

  
	
  4.2 Es ist unbestritten, dass sich die Rechnung vom 5.
  Juni 2020 auf die Statuten und insbesondere auf das Veranlagungsreglement der
  Beschwerdegegnerin 1 stützt. So werden in der Rechnung der Wert der
  jeweiligen Liegenschaft sowie des jeweiligen Gebäudes, der in Ziff. 5 des
  Veranlagungsreglements festgelegte Preisansatz sowie der Veranlagungsfaktor
  genannt und gestützt darauf für jede Liegenschaft und jedes Gebäude der
  anfallende Korporationsbeitrag berechnet. Gegen diese Festsetzung der
  Korporationsbeiträge erhebt namentlich auch der Beschwerdeführer keine
  Einwendungen. Allerdings bemängelt er, dass im Veranlagungsreglement entgegen
  den Vorgaben von Art. 200 Abs. 2 EG ZGB das Kriterium der
  Gefährdung nicht genannt und entsprechend bei der Festsetzung des
  Korporationsbeitrags nicht berücksichtigt worden sei.

  
	
   

  
	
  4.3

  
	
  4.3.1 Das Verwaltungsgericht hat sich bereits in seinem
  Urteil vom 6. Dezember 2005 im Verfahren VG.2005.00036 mit der Festsetzung
  von Korporationsbeiträgen befasst. Darin hielt es insbesondere fest, dass
  eine gleichmässige und das Ausmass der Gefährdung vernachlässigende Belastung
  von Liegenschaften auf dem Gebiet der betroffenen Gemeinde durch Beiträge an
  die Korporation unzulässig sei. Dies darum, weil Art. 200 Abs. 2 EG ZGB die
  Beteiligungs- und Beitragspflicht ausdrücklich einerseits von der Grösse und
  dem Wert der Liegenschaften, andererseits aber auch von der ihnen
  voraussichtlich drohenden Gefahr abhängig mache. Daher gehe es nicht an, die
  Gefährdung bei der Beitragsbemessung gänzlich ausser Acht zu lassen. Zu
  diesem Zweck habe die Korporation die Gefährdungslage der einzelnen
  Liegenschaften umfassend aufzunehmen und darzustellen (Gefahrenkarte; vgl. E. III/2c).
  Dieses Urteil erwuchs unangefochten in Rechtskraft.

  
	
   

  
	
  4.3.2 Sodann hat das Verwaltungsgericht auch in seinem
  Urteil vom 30. August 2005 (Verfahren VG.2004.000139), in welchem die
  Beschwerdegegnerin 1 selber Partei war, festgehalten, dass eine abgestufte
  Beitragsberechnung (beispielsweise nach Gefahrenklassen) nötig sei. Dies
  gelte im besonderen Masse im Falle der Beschwerdegegnerin 1, bei welcher
  der Kreis der Beitragspflichtigen fast das gesamte Gemeindegebiet umfasse
  (E. III/5d). Auch dieses Urteil erwuchs unangefochten in Rechtskraft.

  
	
   

  
	
  4.4

  
	
  4.4.1 Die Statuten der Beschwerdegegnerin 1 enthalten
  keine Angaben darüber, wie die von den Korporationsmitgliedern zu leistenden
  Beiträge bestimmt werden. Ziff. 4 und 5 des Veranlagungsreglements
  nennen indessen den Gebäudewert und den Bodenwert pro Quadratmeter als
  Bemessungsgrundlagen. Wie der Beschwerdeführer zu Recht festhält, wird
  indessen die individuelle Gefährdung der jeweiligen Liegenschaft mit keinem
  Wort als Bemessungskriterium erwähnt. Folglich ist entgegen den Vorbringen
  des Beschwerdegegners 2 auch nicht davon auszugehen, dass die Gefährdung
  der jeweiligen Liegenschaft bei der Festsetzung der Korporationsbeiträge für
  das Jahr 2020 berücksichtigt worden war. Denn die Beschwerdegegnerin 1
  hat im Rahmen des Vollzugs der für sie massgebenden Reglemente die
  Korporationsbeiträge in Beachtung der dort umschriebenen Bemessungskriterien
  festgesetzt – ohne Einbezug der konkreten Gefährdung der jeweiligen
  Liegenschaften. Entsprechendes zeigt sich sodann auch aus der dem
  Beschwerdeführer zugestellten Rechnung, worin beispielsweise keine
  Gefahrenklasse und keine Reduktion oder aber keine Erhöhung der Beiträge
  aufgrund der Gefahrenlage der jeweiligen Liegenschaft bzw. des
  jeweiligen Gebäudes erwähnt wird. Dies überrascht auch nicht, hat die
  Beschwerdegegnerin 1 doch bis anhin darauf verzichtet, eine
  Gefahrenkarte zu erstellen, womit ihr schlichtweg die Grundlagen dafür
  fehlen, um die in ihrer Korporation befindlichen Liegenschaften entsprechend
  deren Gefährdungsstufe in Gefahrenklassen einzuteilen und gestützt darauf zu
  veranlagen. Dies hat die Beschwerdegegnerin 1 mittlerweile wohl auch
  eingesehen, sind doch gemäss Auskunft des DVI vom 5. Juli 2021 zur Zeit
  Bemühungen im Gange, die Statuten der Beschwerdegegnerin 1 zu
  überarbeiten und eine Gefahrenkarte vor allen Massnahmen zu erstellen. 

  
	
   

  
	
  4.4.2 Nicht zu folgen ist der Beschwerdegegnerin 1 sodann
  darin, wenn sie sich auf den Standpunkt stellt, das verwaltungsgerichtliche
  Urteil VG.2005.00036 sei aufgrund einer Gesetzesänderung nicht mehr
  einschlägig. Denn der Wortlaut von Art. 200 Abs. 2 EG ZGB hat
  sich seit dem Ergehen des genannten Urteils im Dezember 2005 nicht verändert.
  Zwar wurde anlässlich der Landsgemeinde 2014 mit Art. 202 Abs. 3
  EG ZGB ein neuer Absatz eingeführt. Darin wird jedoch die Kostentragung
  von Grundeigentümern geregelt, wenn diese der ihr obliegenden Wuhr- oder
  Unterhaltspflicht nicht nachkommen und an deren Stelle die Gemeinde tätig
  wird. Diese Konstellation entspricht nicht der hier vorliegenden, ist doch
  die Frage der Kostenverteilung innerhalb einer Korporation und damit ein
  Anwendungsfall von Art. 202 Abs. 2 EG ZGB
  Verfahrensgegenstand.

  
	
   

  
	
  4.4.3 Anzufügen bleibt, dass gemäss dem Perimeterplan der
  Beschwerdegegnerin 1 praktisch die gesamte Ortschaft […] von deren
  Perimeter umfasst wird. Dies gründet wohl darin, dass mehrere Bäche, welche
  in der ganzen Ortschaft […] verteilt sind, zum Einzugsgebiet der
  Beschwerdegegnerin 1 gehören. Während die im Eigentum des
  Beschwerdeführers stehende Liegenschaft Parz.-Nr. 01 direkt an den […]
  grenzt, verfügen dessen beide Parz.-Nrn. 02 und 03 über eine Luftdistanz
  von circa 200 Meter respektive 350 Meter bis zum […] bzw. über eine
  solche von ungefähr 110 Meter vom Zulauf des […] (Parz.-Nr. 04).
  Damit befinden sich alle im Eigentum des Beschwerdeführers stehenden
  Liegenschaften zumindest in räumlicher Nähe von einem, der
  Beschwerdegegnerin 1 zugehörigen Gewässer. Gestützt darauf kann
  angenommen werden, dass alle im Eigentum des Beschwerdeführers stehenden Liegenschaften
  und Gebäude von einem der Beschwerdegegnerin 1 zugehörigen Gewässer
  zumindest mittelbar betroffen sind. Allerdings ist eine endgültige
  Beurteilung der Gefährdung der jeweiligen Liegenschaft erst nach der
  Erstellung einer Gefahrenkarte vor allen Massnahmen möglich. 

  
	
   

  
	
  4.4.4 Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin 1
  die dem Beschwerdeführer in Rechnung gestellten Korporationsbeiträge für das
  Jahr 2020 ohne Berücksichtigung der konkreten Gefahrenlage seiner
  Liegenschaften berechnet, was Art. 200 Abs. 2 EG ZGB
  widerspricht und damit gesetzeswidrig ist. Dies musste der
  Beschwerdegegnerin 1 auch spätestens seit dem Ergehen des
  verwaltungsgerichtlichen Urteils im Verfahren VG.2004.00139 am 30. August
  2005 bewusst gewesen sein, war sie doch im genannten Verfahren selber Partei
  und wies das Verwaltungsgericht sie doch ausdrücklich auf die Notwendigkeit
  einer abgestuften Beitragsabrechnung (bspw. nach Gefahrenklassen) hin.
  Somit obliegt es der Beschwerdegegnerin 1, mittels einer Gefahrenkarte
  vor allen Massnahmen die Gefährdung der jeweiligen Liegenschaft zu bestimmen.
  Sollte sich dabei ergeben, dass gewisse, heute im Perimeterplan enthaltene
  Liegenschaften nicht gefährdet sind, ist der Perimeterplan zu überarbeiten
  und die entsprechenden Liegenschaften sind aus der Korporation zu entlassen.
  Zudem ist das Veranlagungsreglement insofern anzupassen, als dass bei der
  Bemessung der Korporationsbeiträge der Gefährdung und im Übrigen auch der
  individuellen Lastenverteilung (vgl. Art. 200 Abs. 2 letzter Teilsatz
  EG ZGB) Rechnung zu tragen ist.

  
	
   

  
	
  4.5 Schliesslich hält der Beschwerdegegner 2 im
  vorinstanzlichen Entscheid zwar grundsätzlich zu Recht fest, dass er nicht
  als Aufsichtsbehörde der Korporationen fungiere und daher nicht berechtigt
  sei, der Beschwerdegegnerin 1 Weisungen in Bezug auf ihre Statuten zu
  erteilen. Diese Kompetenz steht unbestrittenermassen dem DVI zu (Art. 2
  Abs. 2 der Korporationsverordnung vom 23. Mai 2017 [KorpV]).
  Indessen kommt dem Beschwerdegegner 2 als bei Korporationsentscheiden zuständige
  Rechtsmittelbehörde (Art. 204 EG ZGB i.V.m. Art. 103 Abs. 2 VRG i.V.m. Anhang
  I Art. A1-4 lit. g der Verordnung über die Organisation des
  Regierungsrates und der Verwaltung vom 21. März 2006 [RVOV]) die Kompetenz
  und auch die Pflicht zu, diese auf deren Rechtmässigkeit hin zu überprüfen
  (Art. 104 Abs. 1 lit. b VRG). Dabei steht es ihm insbesondere zu, auf
  allfällige Gesetzeswidrigkeiten hinzuweisen und die daraus folgenden
  Rechtsfolgen anzuordnen, was vorliegend die Aufhebung der unrechtmässig ergangenen
  Korporationsrechnung vom 5. Juni 2020 bzw. des Einspracheentscheids vom
  25. August 2020 bedeutet hätte.

  
	
   

  
	
  Dies führt zur Gutheissung
  der Beschwerde und zur Aufhebung des Entscheids des Beschwerdegegners 2
  vom 14. April 2021 sowie des Einspracheentscheids der
  Beschwerdegegnerin 1 vom 25. August 2020 und deren
  Korporationsrechnung vom 5. Juni 2020. 

  
	
   

  
	
  III.

  
	
  Die Kosten des
  vorinstanzlichen Beschwerdeverfahrens sind wie die Gerichtskosten des
  vorliegenden Verfahrens nach Art. 134 Abs. 1 lit. c VRG der unterliegenden
  Partei aufzuerlegen. Gemeinden und weitere öffentlich-rechtliche
  Körperschaften sind gemäss Art. 135 Abs. 2 VRG gegenüber kantonalen Behörden
  dann kostenpflichtig, wenn sie im Verfahren als Partei beteiligt und an der
  Angelegenheit wirtschaftlich interessiert sind. Das Verwaltungsgericht geht
  bei Abgabestreitigkeiten wie der vorliegenden in ständiger Praxis von einem
  wirtschaftlichen Interesse der als Partei beteiligten Gemeinde bzw. kommunalen
  öffentlich-rechtlichen Körperschaft oder Anstalt aus (vgl. VGer-Urteil
  VG.2015.00105/106 vom 11. Februar 2016 E. III/1, VG.2014.00123 vom 30.
  April 2015 E. III/1). Folglich sind die vorinstanzliche Spruchgebühr von
  Fr. 1'200.- sowie die Gerichtskosten des vorliegenden Verfahrens in der
  Höhe von pauschal Fr. 500.- der Beschwerdegegnerin 1 aufzuerlegen.
  Dem Beschwerdeführer sind die von ihm bereits geleisteten Kostenvorschüsse in
  der Höhe von Fr. 1'200.- bzw. Fr. 500.- zurückzuerstatten. 

  
	
  Demgemäss erkennt die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Beschwerde wird gutgeheissen. Der Entscheid des Beschwerdegegners 2
    vom 14. April 2021, der Einspracheentscheid der
    Beschwerdegegnerin 1 vom 25. August 2020 sowie deren
    Korporationsrechnung vom 5. Juni 2020 werden aufgehoben. 

    
	
    2.

    	
    Die
    Spruchgebühr des vorinstanzlichen Verfahrens in der Höhe von
    Fr. 1'200.- wird der Beschwerdegegnerin 1 auferlegt. Dem
    Beschwerdeführer wird der von ihm in gleicher Höhe geleistete
    Kostenvorschuss zurückerstattet.

    
	
    3.

    	
    Die
    Gerichtskosten von Fr. 500.- werden der Beschwerdegegnerin 1
    auferlegt. Dem Beschwerdeführer wird der von ihm in gleicher Höhe
    geleistete Kostenvorschuss zurückerstattet.

    
	
    4.

    	
    Schriftliche
    Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]