# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 70164b91-b302-53f4-85c8-08f5ffa5a281
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-12-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.12.2010 D-7088/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-7088-2010_2010-12-07.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-7088/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  7 .  D e z e m b e r  2 0 1 0

Richter Thomas Wespi (Vorsitz),
Richter Markus König, 
Richterin Nina Spälti Giannakitsas, 
Gerichtsschreiber Stefan Weber.

A._______, geboren X._______,
Sri Lanka,
vertreten durch lic. iur. Emil Robert Meier, Rechtsanwalt,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 
27. August 2010 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-7088/2010

Sachverhalt:

A.
Eigenen Angaben zufolge verliess der Beschwerdeführer, ein srilanki-
scher Staatsangehöriger tamilischer Ethnie aus B._______, Nordpro-
vinz,  mit  letztem Wohnsitz  in  Colombo, seinen Heimatstaat  im März 
2010  auf  dem  Luftweg.  Über  ihm  unbekannte  Länder  sei  er  am 
30. März  2010  unter  Umgehung  der  Grenzkontrolle  in  die  Schweiz 
gelangt. Am 1. April 2010 stellte er im C._______ ein Asylgesuch, wo 
am 7. April 2010 die Kurzbefragung stattfand. Am 15. April 2010 wurde 
der Beschwerdeführer vom BFM zu seinen Asylgründen angehört.

Zur Begründung seines Asylgesuchs führte der Beschwerdeführer im 
Wesentlichen aus, er habe bis zur Ausreise seiner Mutter mit  dieser 
und seiner Schwester zusammen in einem (...) in Colombo gewohnt. 
Seine Mutter habe ihn kurz vor der Ausreise zu D._______, einer Be-
kannten, gebracht, wo er in der Folge gewohnt und von wo aus er bis  
zur (...) Klasse die Schule besucht habe. Der Ehemann von D._______ 
habe  in  E._______  gewohnt,  weshalb  D._______  ebenfalls  dorthin 
habe umziehen wollen. D._______ habe daraufhin seine Reise nach 
F._______ mit einem Agenten organisiert, worauf er ein bis eineinhalb 
Jahre  in  G._______  bei  einer  Familie  gewohnt  habe  und  dort  den 
Haushalt habe besorgen müssen. Er habe weder Lohn erhalten noch 
habe man ihm erlaubt, mit seiner Mutter Kontakt aufzunehmen. Seine 
Mutter habe jedoch gewusst, dass er sich in G._______ aufhalte. Die 
in F._______ wohnhafte Familie habe zusammen mit D._______ seine 
Rückkehr  nach  Sri  Lanka  organisiert.  Im  (...)  sei  er  in  Colombo 
angekommen und von einer Familie abgeholt  worden, welche gegen 
Geldleistungen  von  D._______  seine  Beherbergung  übernommen 
habe. Er  sei  wieder  zur  Schule  gegangen,  habe  diese  jedoch  nicht 
regelmässig besuchen können. Auch sei er von der Familie – sowohl 
derjenigen  in  G._______  als  auch  derjenigen  in  Colombo  – 
geschlagen und zur Hausarbeit angehalten worden. Ferner habe man 
ihm zwischendurch kein Essen gegeben. Die Familie in Colombo habe 
ihm zu verstehen gegeben, dass er eine Belastung für  sie darstelle, 
worauf  er  zu  seiner  hier  in  der  Schweiz  lebenden  Mutter  habe 
emigrieren wollen. Für die weiteren Ausführungen des Beschwerdefüh-
rers wird, soweit wesentlich, auf die Akten verwiesen.

B.
Mit Verfügung vom 27. August 2010 – frühestens eröffnet am 30. Au-

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gust 2010 – lehnte das BFM das Asylbegehren des Beschwerdefüh-
rers ab und ordnete gleichzeitig dessen Wegweisung aus der Schweiz 
und  den  Vollzug  an.  Die  Vorinstanz  begründete  ihre  Verfügung  im 
Wesentlichen damit,  dass die Schilderungen des Beschwerdeführers 
weder  die  Anforderungen von Art. 3  des Asylgesetzes vom 26. Juni 
1998 (AsylG, SR 142.31)  an die Flüchtlingseigenschaft  noch diejeni-
gen von Art. 7 AsylG an die Glaubhaftigkeit  erfüllten. Ferner sei der 
Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers als zulässig, zumut-
bar und möglich zu erachten.

C.
Mit  an  das  Bundesverwaltungsgericht  gerichteter  Beschwerde  vom 
29. September 2010 (Datum Poststempel)  beantragte der Beschwer-
deführer, es sei die vorinstanzliche Verfügung aufzuheben und die Sa-
che an das BFM zurückzuweisen, eventualiter seien die Dispositivzif-
fern 2 bis 5 aufzuheben, von einer Wegweisung sei abzusehen und es 
sei  ihm die  vorläufige  Aufnahme in  der  Schweiz  zu  gewähren,  sub-
eventualiter sei das Beschwerdeverfahren mit demjenigen seiner Mut-
ter (und Schwester) zu vereinigen, und ersuchte in formeller Hinsicht 
um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 
Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das 
Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Die Vorinstanz sei aufzu-
fordern, ihm Akteneinsicht zu gewähren unter Fristansetzung zur Ein-
reichung  einer  Beschwerdeverbesserung  respektive  einer  ergänzen-
den Beschwerdebegründung.

D.
Mit  Zwischenverfügung des Instruktionsrichters vom 1. Oktober 2010 
wurde  dem Beschwerdeführer  mitgeteilt,  dass  er  den  Ausgang  des 
Verfahrens in der Schweiz abwarten könne. Es wurde festgestellt, dass 
der  durch  einen  Rechtsanwalt  vertretene  Beschwerdeführer  zwar 
explizit die Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie von Ziffern 
2 bis 5 des Dispositivs dieser Verfügung, die Rückweisung der Sache 
an die Vorinstanz und die Gewährung von Asyl sowie den Verzicht auf 
die Wegweisung beantrage, was bedeuten würde, dass die Nichtaner-
kennung der Flüchtlingseigenschaft  in Rechtskraft  erwachsen würde, 
da diesbezüglich kein konkreter Antrag gestellt  worden sei. Indessen 
ergebe sich aus der Begründung, in der auf die Gefahr einer Reflex-
verfolgung hingewiesen und somit implizit auf die Voraussetzungen der 
Flüchtlingseigenschaft eingegangen und geltend gemacht werde, die-
se seien erfüllt, dass der Beschwerdeführer sinngemäss auch die An-

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erkennung  als  Flüchtling  beantrage,  weshalb  es  sich  erübrige,  eine 
entsprechende Klarstellung zu verlangen. Die Vorinstanz wurde aufge-
fordert,  dem Beschwerdeführer Einsicht in die entscheidwesentlichen 
Akten des Asylverfahrens zu gewähren, anschliessend die Vorakten an 
das Bundesverwaltungsgericht zu retournieren, und dem Beschwerde-
führer Gelegenheit eingeräumt, bis zum 1. Oktober 2010 eine ergän-
zende Beschwerdebegründung einzureichen, wobei im Unterlassungs-
fall aufgrund der bestehenden Aktenlage entschieden werde. Überdies 
wurde das Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung abgewie-
sen und der Entscheid über das Gesuch um Gewährung der unentgelt-
lichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG sowie um all-
fälligen Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses auf einen 
Zeitpunkt  nach Ablauf  der Frist  verwiesen. Dem Gesuch um Vereini-
gung  des  vorliegenden  Beschwerdeverfahrens  mit  demjenigen  der 
Mutter  und  Schwester  (ebenfalls  N_______;  [...])  des  Beschwerde-
führers  wurde  im  Sinne  einer  Koordination  dieser  Verfahren 
entsprochen.

E.
Mit  Verfügung  vom  8.  Oktober  2010  gewährte  das  BFM  dem  Be-
schwerdeführer Akteneinsicht.

F.
Mit  Fax-Schreiben vom 11. Oktober 2010 ersuchte der Beschwerde-
führer – mit Bezug auf die Zwischenverfügung des Instruktionsrichters 
vom 1. Oktober 2010 – es sei die Nachfrist im Dispositiv der erwähn-
ten Zwischenverfügung zu korrigieren.

G.
Mit Schreiben vom 11. Oktober 2010 teilte der Instruktionsrichter dem 
Beschwerdeführer  mit,  dass aufgrund eines Kanzleiversehens in der 
Zwischenverfügung vom 1. Oktober 2010 ein falsches Datum vermerkt 
worden sei. Richtigerweise laute der erste Satz von Ziffer 4 des Dis-
positivs  der  erwähnten  Zwischenverfügung:  "Dem Beschwerdeführer 
wird Gelegenheit gegeben, bis am 18. Oktober 2010 eine ergänzende 
Beschwerdebegründung einzureichen."

H.
Mit  Eingabe  vom  18.  Oktober  2010  reichte  der  Beschwerdeführer 
seine Stellungnahme zu den Akten.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Ju-
ni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu 
den  Behörden  nach  Art. 33  VGG und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnah-
me im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungs-
gericht  ist  daher  zuständig  für  die Beurteilung der  vorliegenden Be-
schwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig 
(Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Die  Beschwerde  ist  frist-  und  formgerecht  eingereicht.  Der  Be-
schwerdeführer ist  durch die angefochtene Verfügung besonders be-
rührt  und hat  ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be-
ziehungsweise Änderung; er ist daher zur Einreichung der Beschwerde 
legitimiert  (Art. 108 Abs. 1 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 
VGG und Art. 48 Abs. 1 und 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist – auch 
unter  Berücksichtigung  des  Umstandes,  dass  die  Mutter  des  Be-
schwerdeführers als dessen gesetzliche Vertreterin die Vollmacht des 
Rechtsvertreters unterzeichnete –, einzutreten.

1.3 Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  un-
richtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sach-
verhalts  und die  Unangemessenheit  gerügt  werden (Art. 106 Abs. 1 
AsylG).

1.4 Wie bereits in der Zwischenverfügung vom 1. Oktober 2010 fest-
gehalten wurde, geht das Bundesverwaltungsgericht davon aus, dass 
auch Ziffer 1 des Dispositivs der vorinstanzlichen Verfügung (Vernei-
nung der Flüchtlingseigenschaft) angefochten wurde.

1.5 Das vorliegende Urteil  ergeht aus sachlichen und prozessökono-
mischen  Gründen  gleichzeitig  mit  demjenigen  der  Mutter  und  der 
Schwester des Beschwerdeführers ([...]; Geschäftsnr. [...]; N_______), 
die  gegen  den  Entscheid  des  BFM  vom  30. August  2007  beim 
Bundesverwaltungsgericht am 1. Oktober 2007 eine Beschwerde ein-
reichten (vgl. auch Bst. D. oben).

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1.6 Die  Abteilungen  des  Bundesverwaltungsgerichts  entscheiden  in 
der Regel in der Besetzung mit drei Richtern oder Richterinnen (vgl.  
Art. 21 Abs. 1 VGG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vor lie-
gend auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet.

2.  
2.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person an-
erkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zu-
letzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit 
zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist  Rechnung 
zu tragen (Art. 3 AsylG).

2.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen oder zumindest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahr-
scheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vor-
bringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeb-
lich  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden 
(Art. 7 AsylG).

3.  
3.1 Die  Vorinstanz  führte  zur  Begründung  ihres  ablehnenden  Ent-
scheids im Wesentlichen aus, es sei vorweg darauf hinzuweisen, dass 
die Vorbringen des Beschwerdeführers mit erheblichen Zweifeln belas-
tet seien. So habe dieser beispielsweise zum Verbleib des Vaters an-
dere Angaben als seine Mutter gemacht. Darüber hinaus seien seine 
Schilderungen sehr allgemein ausgefallen und würden sich in wenigen 
kurzen, stereotypen Sätzen erschöpfen. Die einfach und allgemein ge-
haltenen Aussagen würden eine subjektiv geprägte Wahrnehmung ver-
missen lassen, so dass seine Darlegungen als offensichtlich unglaub-
haft zu taxieren seien. Insbesondere würden seine Ausführungen die 
vertiefende  Substanz  sowie  eine  authentische  und  erlebnisgeprägte 
Nacherzählung vermissen lassen,  die von ihm zu erwarten gewesen 
wäre, wenn er das Geschilderte tatsächlich erlebt  hätte. Die diesbe-

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züglichen  Darlegungen  entbehrten  jeglicher  Realitätsmerkmale,  wie 
sie von einer Person erwartet werden dürften, welche selbst Erlebtes 
wiedergebe.

Es könne indessen auf eine vertiefte Auseinandersetzung mit den Un-
glaubhaftigkeitselementen  im  Sachverhaltsvortrag  verzichtet  werden. 
Den  Akten  seien  nämlich  keine  Anhaltspunkte  dafür  zu  entnehmen, 
dass der Beschwerdeführer jemals seitens der heimatlichen Behörden 
oder seitens Dritter asylrelevante Nachteile erlitten habe. Er habe aus-
schliesslich häusliche Gewalt von Drittpersonen, denen er anvertraut 
worden sei, geltend gemacht. Solche Vorfälle seien auch in Sri Lanka 
grundsätzlich strafbar und würden von den Strafverfolgungsbehörden 
geahndet.  So  habe  das  srilankische  Parlament  im  Jahre  2005  ein 
Gesetz gegen häusliche Gewalt verabschiedet. Die geltend gemachten 
Ereignisse würden demnach keine Gründe im Sinne von Art. 3 AsylG 
darstellen.

3.2  
3.2.1 Demgegenüber  hielt  der  Beschwerdeführer  in  seiner  Rechts-
mitteleingabe im Wesentlichen fest, aufgrund der frühen Mitgliedschaft 
seines  Vaters  bei  den  H._______  sowie  aufgrund  der  familiären 
Verstrickungen  mit  diesen  bestehe  für  ihn  eine  ernsthafte 
Verfolgungsgefahr  im  Sinne  einer  Reflexverfolgung.  Dazu  sei 
ergänzend auf den Fall seiner Mutter zu verweisen. Diese Umstände 
habe das BFM nicht oder in ungenügender Weise beim Entscheid be-
rücksichtigt.  Aufgrund  der  Gefahr  einer  Reflexverfolgung  sei  eine 
Rückkehr nach Sri Lanka für ihn nicht zumutbar, weshalb ihm eine vor-
läufige Aufnahme in der Schweiz zu gewähren sei. Da die Möglichkeit  
bestehe, dass seine Mutter und seine Schwester in der Schweiz vor-
läufig aufgenommen werden könnten, bestehe die Gefahr der Verlet-
zung des Grundsatzes der Einheit der Familie, falls er nach Sri Lanka 
zurückkehren  müsste.  Überdies  sei  weder  ihm  noch  seiner  Mutter 
diesbezüglich das rechtliche Gehör gewährt worden.

3.2.2 In  seiner Stellungnahme brachte der  Beschwerdeführer  ergän-
zend vor, aus der Anhörung gehe klar hervor, dass er die Vereinigung 
mit seiner Kernfamilie wünsche und die Trennung denn auch durch die 
Flucht bedingt sei. Ferner sei zu bestätigen, dass die Familie, bei wel -
cher er in Sri Lanka gewohnt habe, nach E._______ gezogen sei. Auf-
grund seiner Ausführungen über die Misshandlungen in F._______ wie 
auch bei seiner Rückkehr nach Sri Lanka ergebe sich, dass er der Un-

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terstützung durch seine Mutter nach wie vor bedürfe. Zu seinem Vater 
könne er selber nicht allzu viel angeben und es sei in diesem Punkt 
auf die Ausführungen im Verfahren seiner Mutter zu verweisen.

Hinsichtlich seiner Rechtsvertretung sei darauf hinzuweisen, dass ge-
mäss dem Aktenverzeichnis des BFM keine Vollmacht seines Rechts-
vertreters  vermerkt  sei,  auch  nicht  in  den  beiden  Befragungen.  Vor 
diesem Hintergrund erstaune es, dass der Entscheid seinem Rechts-
vertreter eröffnet worden sei, welcher nur zufällig (gleiche N-Nummer 
wie seine Restfamilie) den Entscheid der Vorinstanz dem Beschwerde-
führer habe weiterleiten können. Dass das BFM die Zustellung seines 
Entscheides  auf  diese  Weise  vorgenommen habe,  sei  insbesondere 
für die Frage, ob ein Beizug eines Anwaltes erforderlich gewesen sei,  
mitzuberücksichtigen.

4.
Das Bundesverwaltungsgericht  gelangt  nach Prüfung der  Akten zum 
Schluss,  dass das BFM im Rahmen der  Prüfung der  Asylvorbringen 
aufgrund der ausgeführten einzelnen Aspekte zu Recht erkannt hat, 
dem vom Beschwerdeführer  in  der  vorgebrachten  Form geltend  ge-
machten  Sachverhalt  könne  in  seinem Gesamtbild  keine  Grundlage 
entnommen  werden,  die  die  Voraussetzungen  der  Flüchtlingseigen-
schaft gemäss Art. 3 AsylG erfüllen könnte. Die Entgegnungen in der 
Rechtsmitteleingabe sowie in der Beschwerdeergänzung vom 18. Ok-
tober 2010 vermögen die angefochtene Verfügung nicht zu entkräften.

4.1 Hinsichtlich  der  gerügten  mangelhaften  Entscheideröffnung  ist 
festzustellen, dass der Beschwerdeführer im vorinstanzlichen Verfah-
ren nicht durch einen Anwalt vertreten war. Die Mutter des minderjähri-
gen Beschwerdeführers gilt als dessen gesetzliche Vertreterin und sie 
wurde ihrerseits während ihres vorinstanzlichen Asylverfahrens bereits 
vom jetzigen Rechtsvertreter des Beschwerdeführers vertreten. Offen-
sichtlich schloss die Vorinstanz aus diesem Umstand, der Beschwer-
deführer  werde  im  vorinstanzlichen  Verfahren  ebenfalls  von  diesem 
Rechtsvertreter vertreten, und eröffnete den Asylentscheid dem frühe-
ren bevollmächtigten Rechtsvertreter der Mutter des Beschwerdefüh-
rers und nicht letzterem selber. Auch wenn festzuhalten ist, dass die-
ses Vorgehen der Vorinstanz nicht rechtskonform ist – das BFM hätte 
bei  allfälligen  Unklarheiten  entsprechende  Abklärungen  vornehmen 
können –, ist festzustellen, dass dem Beschwerdeführer dadurch kein 
Rechtsnachteil erwachsen ist (vgl. Art. 38 VwVG), zumal er innerhalb 

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der  laufenden  Beschwerdefrist  eine  Beschwerde  einreichen  konnte 
und – nach nachträglich gewährter Akteneinsicht durch das BFM – auf 
Beschwerdeebene  die  Möglichkeit  erhielt,  eine  nachträgliche  Be-
schwerdeergänzung einzureichen; eine Möglichkeit, von der er mit Ein-
reichung seiner Stellungnahme vom 18. Oktober 2010 denn auch Ge-
brauch machte. Die in dieser Eingabe aufgeworfene Frage, ob in Zu-
sammenhang mit der Zustellung für den Beschwerdeführer der Beizug 
eines Anwaltes erforderlich gewesen sei, ist vorliegend irrelevant. Wä-
re der Rechtsvertreter der Auffassung gewesen, er sei nicht vom Be-
schwerdeführer  mandatiert,  hätte  er  die  Verfügung an das BFM zu-
rückschicken können unter Hinweis darauf,  er  sei  nicht  der Vertreter 
des Beschwerdeführers. Die Vorinstanz wäre diesfalls gehalten gewe-
sen, die Verfügung direkt dem Beschwerdeführer zu eröffnen.

4.2 Im Weiteren ist die sinngemässe Rüge der Verletzung des Unter-
suchungsgrundsatzes  zu  prüfen,  da  ein  allenfalls  ungenügend  ab-
geklärter Sachverhalt eine materielle Beurteilung verunmöglichen wür-
de. Der Beschwerdeführer bringt zudem vor, die Vorinstanz habe die 
aufgrund  der  Mitgliedschaft  seines  Vaters  zur  H._______  und  der 
familiären  Verstrickungen  mit  den  H._______  bestehende  Ver-
folgungsgefahr nicht oder nur in ungenügender Weise berücksichtigt, 
weshalb sinngemäss die Begründungspflicht verletzt sei.

4.2.1 Der Untersuchungsgrundsatz gehört zu den allgemeinen Grund-
sätzen  des  Asylverfahrens  (vgl.  Art.  12  VwVG i.V.m. Art.  6  AsylG). 
Demnach hat die Behörde von Amtes wegen für die richtige und voll-
ständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes  zu sorgen. 
Sie muss die für das Verfahren notwendigen Sachverhaltsunterlagen 
beschaffen und die rechtlich relevanten Umstände abklären sowie ord-
nungsgemäss darüber Beweis führen (beispielsweise durch die Einho-
lung eines Gutachtens). Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneinge-
schränkt, er findet sein Korrelat in der Mitwirkungspflicht des Asylsu-
chenden (vgl. Art. 13 VwVG und Art. 8 Abs. 1 AsylG). Vorliegend ist die 
Vorinstanz aufgrund der Parteiauskünfte (vgl. Art. 12 Bst. b VwVG) of-
fensichtlich  davon  ausgegangen,  dass  der  rechtserhebliche  Sach-
verhalt als erstellt  gelten könne und keine weiteren Beweismassnah-
men zu ergreifen seien. So gilt  ein Sachverhalt  erst dann als unvoll-
ständig  festgestellt,  wenn  in  der  Begründung  des  Entscheides  ein 
rechtswesentlicher Sachumstand übergangen beziehungsweise über-
haupt nicht  beachtet  wird (vgl.  FRITZ GYGI,  Bundesverwaltungsrechts-
pflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 286). In casu ist festzustellen, dass die 

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Vorinstanz  im  angefochtenen  Entscheid  die  Asylgründe  des  Be-
schwerdeführers  sowohl  unter  dem Blickwinkel  von Art. 3  AsylG als 
auch von Art. 7 AsylG geprüft und gewürdigt hat. Auf Nachfrage an-
lässlich der direkten Anhörung beim BFM führte der Beschwerdeführer 
an, er habe alles sagen können und habe keine weiteren Gründe und 
bestätigte im Folgenden mit seiner Unterschrift  – so auch anlässlich 
der Befragung im C._______ – die Vollständigkeit und Korrektheit des 
Protokolles (vgl. act. B12/13, S. 10 f.8; act. B1/10, S. 6). Dass der Be-
schwerdeführer, auch wenn er als Minderjähriger Auskunft  zu geben 
hatte,  anlässlich  der  Befragungen  keine  vertieften,  mit  Realkenn-
zeichen  versehene  Sachverhaltsschilderungen  machte,  kann  vorlie-
gend der Vorinstanz nicht  als  Unterlassung und damit  einhergehend 
als eine ungenügende Sachverhaltsabklärung angelastet werden, son-
dern muss er sich selber zu seinen Ungunsten anrechnen lassen. Lie-
fert ein Asylgesuchsteller im Rahmen der durchgeführten Befragungen 
– wie vorliegend – auch auf Nachfragen lediglich stereotype und ober -
flächliche Sachverhaltselemente,  so ist  die Vorinstanz auch im Rah-
men des eingeschränkten Untersuchungsgrundsatzes nicht verpflich-
tet,  diese  Sachverhaltselemente  noch  weiter  zu  vertiefen. Von einer 
Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes im Rahmen einer unrichti-
gen oder unvollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachver-
haltes kann demnach nicht  ausgegangen werden. Die  Vorinstanz ist 
ferner nach Würdigung der Parteivorbringen und der aktuellen Situa-
tion in der Heimat des Beschwerdeführers zu einem anderen Schluss 
als dieser gekommen, was noch keine Verletzung des Untersuchungs-
grundsatzes  darstellt.  Dementsprechend  drängten  sich  auch  keine 
weitergehenden Abklärungen des Sachverhaltes auf.

4.2.2 Insofern aus dem Vorbringen des Beschwerdeführers, das BFM 
habe aufgrund der Mitgliedschaft seines Vaters zur H._______ und der 
familiären  Verstrickungen  mit  den  H._______  die  bestehende  Ver-
folgungsgefahr nicht oder nur in ungenügender Weise berücksichtigt, 
die Rüge einer fehlerhaften Anwendung der Bestimmungen im Asyl-
gesetz (Anwendung von Art. 7 AsylG anstatt von Art. 3 AsylG) zu er-
kennen  ist,  ist  darauf  hinzuweisen,  dass  nach  der  gesetzlichen 
Konzeption bei Asylgesuchen die Gesuchsteller verpflichtet  sind, die 
Flüchtlingseigenschaft  nachzuweisen  oder  zumindest  glaubhaft  zu 
machen (vgl. Art. 7 Abs. 1 AsylG). Gelingt es Gesuchstellern jedoch 
nicht,  auch nur die herabgesetzten Beweisanforderungen der Glaub-
haftmachung  der  Flüchtlingseigenschaft  zu  erfüllen,  so  ist  die  Vor-
instanz logischerweise nicht  gehalten,  die ohnehin nicht  glaubhaften 

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Schilderungen noch zusätzlich auf ihre Asylrelevanz zu prüfen. In casu 
hat  jedoch die Vorinstanz die Asylvorbringen sowohl  auf  ihre Glaub-
haftigkeit  als auch auf ihre Asylrelevanz überprüft  und diesbezüglich 
lediglich auf  eine vertieftere Prüfung der  Unglaubhaftigkeitselemente 
verzichtet, da die Schilderungen des Beschwerdeführers den Voraus-
setzungen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG ohnehin 
nicht genügten.

4.2.3 Die  Rüge  der  Verletzung  der  Untersuchungsgrundsatzes  und 
der Begründungspflicht erweist  sich demnach als unbegründet,  wes-
halb der Rückweisungsantrag abzuweisen ist.

4.3 Im Zusammenhang mit der Rüge, der Grundsatz der Einheit  der 
Familie sei verletzt, machte der Beschwerdeführer geltend, es bestehe 
die  Gefahr,  dass  er  aufgrund  des  angeordneten  Wegweisungsvoll-
zuges von seiner Mutter  und seiner Schwester  getrennt  würde,  falls 
diese  in  der  Schweiz  bleiben  könnten.  Diesbezüglich  sei  auch  das 
rechtliche Gehör verletzt worden, weil weder er noch seine Mutter als 
seine gesetzliche Vertreterin dazu angehört worden sei. Da sich auf -
grund der nachfolgenden Erwägungen (siehe E. 6) keine Trennung der 
Familienmitglieder  ergibt,  brauchte  die  Vorinstanz in  diesem Zusam-
menhang das rechtliche Gehör nicht zu gewähren, weshalb keine Ge-
hörsverletzung vorliegt.

4.4 In materieller Hinsicht ist anzuführen, dass vorliegend – unbese-
hen einer  Prüfung der Glaubhaftigkeit  der Asylvorbringen – die vom 
Beschwerdeführer angeführten Gründe für das Verlassen seiner Hei-
mat keine Asylrelevanz zu entfalten vermögen. Die Vorinstanz hat im 
angefochtenen Entscheid zu Recht und mit zutreffender Begründung 
festgehalten,  dass die geltend gemachten Ereignisse (häusliche Ge-
walt von Drittpersonen, denen er anvertraut worden sei) keine Gründe 
im Sinne von Art. 3 AsylG darstellen. Die angeführten Ereignisse ver-
mögen  zum heutigen  Zeitpunkt  nicht  zu  einer  objektiv  begründeten 
Furcht  vor zukünftiger  Verfolgung im Sinne der  zu  beachtenden Be-
stimmungen  zu  führen.  Eine  Verfolgung  durch  Dritte  ist  nach  der 
Schutztheorie  dann  flüchtlingsrechtlich  relevant,  wenn  dem  Asylsu-
chenden im Heimatland kein  adäquater  Schutz  zur  Verfügung steht. 
Schutz  vor  nichtstaatlicher  Verfolgung  im Heimatstaat  ist  als  ausrei-
chend zu qualifizieren, wenn die betroffene Person effektiv Zugang zu 
einer funktionierenden und effizienten Schutzinfrastruktur hat und ihr 
die  Inanspruchnahme eines  solchen  innerstaatlichen  Schutzsystems 

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individuell  zumutbar  ist.  Eine  Garantie  für  langfristigen  individuellen 
Schutz kann jedoch nicht  verlangt  werden. Keinem Staat  gelingt  es, 
die  absolute  Sicherheit  aller  seiner  Bürger  jederzeit  und  überall  zu 
garantieren  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  D-2838/2007 
vom 15. Mai 2009; Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizeri-
schen Asylrekurskommission [EMARK] 2006 Nr. 18 E. 10.3.2. S. 204; 
EMARK 1996 Nr. 28 S. 271 f.). Für den Beschwerdeführer ist nach die-
sen Massstäben hinreichender Schutz durch die heimatlichen Behör-
den gewährleistet. Nach den Erkenntnissen des Bundesverwaltungs-
gerichtes  funktioniert  der  srilankische  Polizei-  und  Justizapparat 
grundsätzlich und ist darauf bedacht, seine Unabhängigkeit zu wahren. 
Polizeiliche Aufgaben werden wahrgenommen und eine effektive Straf-
verfolgung wird ermöglicht. Somit  sprechen vorliegend keine Gründe 
dafür,  dass  in  Sri  Lanka  keine  wirksame  und  funktionierende  Infra-
struktur  zur  Schutzgewährung  zur  Verfügung  steht.  Zudem ergeben 
sich  aus den Akten keine Hinweise,  dass die staatliche Schutzinfra-
struktur dem Beschwerdeführer nicht zugänglich wäre und die srilanki-
schen  Behörden  offensichtlich  aus  einem Grund  nach  Art.  3  AsylG 
nicht  willens wären,  ihm Schutz vor allfälligen Übergriffen der  ange-
führten Drittpersonen zu gewähren und zu diesem Zweck konkrete und 
geeignete  Massnahmen zu  treffen. Es  ist  demnach  davon auszuge-
hen, dass der Beschwerdeführer objektiv Zugang zu den Strafverfol-
gungsbehörden  hat.  Dass  der  Beschwerdeführer  den  Akten  zufolge 
bislang keine solchen Schritte zu seinem Schutz eingeleitet hat, kann 
den srilankischen Behörden jedenfalls nicht angelastet werden. Unter 
diesen Umständen vermögen die geltend gemachten Ereignisse pra-
xisgemäss nicht zur Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft und zur 
Gewährung des Asyls zu führen.

Soweit der Beschwerdeführer eine Reflexverfolgung geltend macht, ist 
vorweg auf die Erwägungen im Urteil  seiner Mutter und Schwester – 
dieses ergeht gleichzeitig wie das vorliegende Urteil  – zu verweisen, 
worin festgehalten wird, dass bei diesen nicht von einer Reflexverfol-
gung ausgegangen werden könne, da sich die Mutter zu einem Enga-
gement und einer Mitgliedschaft des Ehemannes (und Vaters des Be-
schwerdeführers) bei den H._______ widersprüchlich geäussert habe, 
weshalb die dementsprechenden Vorbringen als nachträgliche Anpas-
sungen  an  einen  asylrelevanten  Sachverhalt  zu  qualifizieren  seien. 
Von einer Reflexverfolgung ist  ferner auch darum nicht  auszugehen, 
weil der Beschwerdeführerin eigenen Angaben zufolge weder jemals 
mit den srilankischen Behörden Probleme gehabt habe noch inhaftiert 

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oder vor Gericht gewesen sei (vgl. act. B1/10, S. 6), obwohl seine Mut-
ter  im  (...)  von  der  Polizei  festgenommen,  über  Nacht  auf  dem 
Polizeiposten  festgehalten  und  am nächsten  Morgen  ohne  Auflagen 
wieder entlassen worden sei (vgl. act. A7/33, S. 11) und sein Vater ab 
dem Jahre (...) mit den Sicherheitskräften Probleme bekommen haben 
soll.

4.5 Zusammenfassend folgt,  dass der Beschwerdeführer die Voraus-
setzungen  zur  Zuerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  nicht  erfüllt.  
Die Vorinstanz hat daher das Asylbegehren zu Recht abgelehnt. Es er-
übrigt sich, auf die weiteren Ausführungen in den Beschwerdeeinga-
ben näher einzugehen, da sie an dieser Würdigung nichts zu ändern 
vermögen.

5.  
5.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet  den  Vollzug  an;  es  berücksichtigt  dabei  den  Grundsatz  der 
Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

5.2 Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine ausländerrechtli-
che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung ei -
ner  solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht  angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; Entscheidungen und Mitteilungen der Schweize-
rischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21).

6.  
6.1
Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 
nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis 
nach den gesetzlichen Bestimmungen über  die vorläufige  Aufnahme 
von  Ausländern  (Art.  44  Abs.  2  AsylG;  Art.  83  Abs. 1  des  Bundes-
gesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Aus-
länder [AuG, SR 142.20]).

6.2
6.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtun-
gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän-
ders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenste-
hen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-

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zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus ei -
nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Ge-
fahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]).

Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Über-
einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-
same,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4.  No-
vember 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

6.2.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwer-
deführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung 
glaubhaft zu machen, kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des 
flüchtlingsrechtlichen Non-refoulements im vorliegenden Verfahren kei-
ne  Anwendung  finden.  Eine  Rückführung  des  Beschwerdeführers  in 
seinen Heimatstaat  ist  demnach unter dem Aspekt  von Art. 5 AsylG 
rechtmässig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdefüh-
rers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall ei-
ner  Ausschaffung  in  den  Heimatstaat  dort  mit  beachtlicher  Wahr-
scheinlichkeit  einer  nach  Art. 3  EMRK  oder  Art. 1  FoK  verbotenen 
Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäi-
schen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des 
UN-Anti-Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  kon-
krete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm 
im Fall  einer  Rückschiebung Folter  oder  unmenschliche Behandlung 
drohen  würde  (vgl.  EGMR  [Grosse  Kammer],  Saadi  gegen  Italien, 
Urteil  vom 28. Februar  2008,  Beschwerde Nr. 37201/06,  §§ 124 bis 
127,  mit  weiteren Hinweisen). Auch die allgemeine Menschenrechts-
situation  in  Sri  Lanka  lässt  den  Wegweisungsvollzug  zum  heutigen 
Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der 

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Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völ-
kerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

6.3
6.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art.  83 
Abs. 7  AuG –  die  vorläufige  Aufnahme zu  gewähren  (vgl.  Botschaft 
zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 
8. März 2002, BBl 2002 3818).

6.3.2 Das Bundesverwaltungsgericht nahm im Urteil BVGE 2008/2 zur 
Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs abgewiesener Asyl-
suchender tamilischer Ethnie eine Lageanalyse vor. Gemäss der dies-
bezüglich festgelegten Praxis setzt die Anerkennung einer innerstaatli-
chen Aufenthaltsalternative im Süden des Landes und damit die Zu-
mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in den Grossraum Colombo für 
srilankische  Asylsuchende  tamilischer  Ethnie,  welche  aus  der  Nord- 
oder  Ostprovinz  stammen,  das  Vorliegen  besonders  begünstigender 
Faktoren wie die Existenz eines tragfähigen familiären oder sozialen 
Beziehungsnetzes  sowie  die  Aussicht  auf  eine  gesicherte  Einkom-
mens-  und  Wohnsituation  voraus  (a.a.O.,  E. 7.6.2).  Für  srilankische 
Asylsuchende tamilischer Ethnie, welche aus dem Grossraum Colom-
bo oder dessen Umgebung stammen und dort über ein tragfähiges Fa-
milien- oder Beziehungsnetz verfügen und mit einer konkreten Unter-
kunftsmöglichkeit rechnen können, ist grundsätzlich von der Zumutbar-
keit  des  Wegweisungsvollzugs  in  diese  Gebiete  auszugehen,  wobei 
die Dauer der Landesabwesenheit  mitzuberücksichtigen ist; je kürzer 
der Aufenthalt in Colombo dauerte und je weiter er zeitlich zurückliegt, 
desto höhere Anforderungen sind an das Vorliegen eines tatsächlichen 
familiären  oder  sozialen  Beziehungsnetzes  zu  stellen  (a.a.O., 
E. 7.6.1).

Seit  Erlass  des vorstehend zitierten Grundsatzurteils  haben die  Be-
hörden die Sicherheitsmassnahmen erneut verschärft, und zwar unge-
achtet  dessen,  dass die srilankische Regierung Ende Mai  2009 den 
militärischen Sieg über die tamilischen Rebellen verkündet hat. Mithin 
bleibt die Frage offen, wie sich die allgemeine Sicherheits- und Men-
schenrechtslage in  Sri  Lanka – insbesondere für  die  Tamilen – ent-

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wickeln  wird  (vgl.  dazu  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
D- 4125/2006 vom 16. Februar  2010 E. 10.2.3,  mit  weiteren Hinwei-
sen). Unter diesen Umständen bleibt weiterhin auf individueller Basis 
zu prüfen, ob für Tamilen im Süden Sri Lankas respektive im Gross-
raum Colombo eine innerstaatliche Aufenthaltsalternative besteht.

6.3.3 Der  Beschwerdeführer  stammt  aus  B._______  in  der 
Nordprovinz von Sri Lanka, weshalb eine Rückkehr dorthin angesichts 
der oben skizzierten Rechtsprechung als nicht zumutbar zu erachten 
ist.

6.3.4 Zu prüfen bleibt demnach, ob für den Beschwerdeführer im Sü-
den des Landes respektive im Grossraum Colombo eine innerstaat li-
che Aufenthaltsalternative besteht,  was das Vorliegen besonders be-
günstigender  Faktoren  wie  die  Existenz  eines  tragfähigen  familiären 
oder sozialen Beziehungsnetzes sowie die Aussicht auf eine gesicher-
te Einkommens- und Wohnsituation voraussetzt.

Diesbezüglich  wurde  im  Urteil  der  Mutter  und  Schwester  des  Be-
schwerdeführers festgehalten, dass angesichts der als unglaubhaft zu 
erachtenden  Asylvorbringen,  der  Nachreichung  eines  gefälschten 
Identitätsdokumentes und des Umstandes, dass seine Mutter unter fal-
schen Personalien  in  der  Schweiz  ein  Asylgesuch eingereicht  habe, 
berechtigte  Zweifel  am angeblich fehlenden tragfähigen Beziehungs-
netz und am Nichtbestehen einer längerfristig gesicherten Unterkunft 
aufkommen liessen. Diese Zweifel  sind  auch  im vorliegenden  Verfa-
hren angebracht. So sind den Ausführungen des Beschwerdeführers 
zu  entnehmen,  dass  er  mit  seiner  Familie  als  (...),  somit  bereits  im 
Jahre (...), nach Colombo übersiedelt sein soll  (vgl. act. B1/10, S. 1), 
was sich mit  den Angaben seiner Mutter zum Jahr der Übersiedlung 
nach  Colombo  ([...])  nicht  in  Übereinstimmung  bringen  lässt. 
Ausserdem  divergieren  die  Schilderungen  des  Beschwerdeführers 
zum Zeitpunkt und den Gründen des Verschwindens seines Vaters im 
Vergleich  zu  den  entsprechenden  Angaben  seiner  Mutter  (vgl.  act. 
B1/10,  S. 3; act. B12/13,  S. 3),  was angesichts obiger Ausführungen 
den Schluss zulässt,  dass  der  Beschwerdeführer  – und mithin  auch 
seine nächsten Familienangehörigen – in Colombo respektive im Sü-
den des Landes noch immer über familiäre Beziehungen beziehungs-
weise über soziale Kontakte verfügen. 

Es kann daher der Schluss gezogen werden, dass der Beschwerde-

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führer  in  der  Region  Colombo  über  ein  tragfähiges  Beziehungsnetz 
und eine längerfristig  gesicherte  Unterkunft  im Sinne  der  oben  dar-
gelegten  Rechtsprechung  des  Bundesverwaltungsgerichts  verfügt, 
zumal  auch  die  Mutter  und  Schwester  des  Beschwerdeführers  mit 
Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  gleichen  Datums  die  Schweiz 
zu  verlassen  haben.  Weiter  ist  zu  berücksichtigen,  dass  der  Be-
schwerdeführer  eine  gute  Schulbildung  besitzt  und  dabei  auch  von 
den in der Schweiz gewonnenen Kenntnissen profitieren kann (vgl. act. 
B1/10, S. 3; Beschwerdeschrift S. 5). Ausserdem verfügt seine Mutter 
in etlichen Staaten über (...), die ihm und seinen Familienangehörigen 
zumindest  in  finanzieller  Hinsicht  Unterstützung  leisten  können,  soll 
doch ein  in  I._______  lebender  (...)  seiner  Mutter  bereits  bei  deren 
Ausreise  geholfen  haben  (vgl  act.  A1/9,  S. 3).  In  Anbetracht  dieser 
Umstände ist es dem Beschwerdeführer zuzumuten, in den Grossraum 
Colombo  zurückzukehren  und  sich  dort  mit  seinen  nächsten 
Familienangehörigen niederzulassen. Es ist zudem im Vergleich zu an-
deren jugendlichen Asylbewerbern, die sich bereits mehrere Jahre in 
der Schweiz aufhalten, nicht davon auszugehen, der Beschwerdefüh-
rer, der am 1. April 2010 um Asyl ersuchte, sei hier derart integriert,  
dass  er  bei  einer  Rückkehr  in  sein  Heimatland  vor  unüberwindliche 
Schwierigkeiten gestellt würde, sich dort wieder zurechtzufinden.

6.3.5 Nach dem Gesagten erweist  sich der Vollzug der Wegweisung 
zusammenfassend auch als zumutbar.

6.4 Schliesslich  obliegt  es  dem Beschwerdeführer,  sich  bei  der  zu-
ständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr  not-
wendigen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), wes-
halb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist 
(Art. 83 Abs. 2 AuG).

6.5 Insgesamt  ist  der  durch  die  Vorinstanz  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung  zu  bestätigen. Die  Vorinstanz  hat  diesen  zu  Recht  als 
zulässig,  zumutbar  und  möglich  erachtet.  Nach  dem  Gesagten  fällt 
eine  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme ausser  Betracht  (Art.  83 
Abs. 1-4  AuG). Auf  die  Ausführungen in  der  Beschwerdeschrift  zum 
Grundsatz  der  Familieneinheit  ist  bei  dieser  Sachlage  nicht  weiter 
einzugehen.

7.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 

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und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

8.
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  wären  die  Kosten  dem  Be-
schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 
Fr. 600.- festzusetzen (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 2 und 3 des 
Reglements  vom  11.  Dezember  2006  über  die  Kosten  und  Ent-
schädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]).

Gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG wird eine Partei, die nicht über die erfor-
derlichen Mittel verfügt, auf Antrag hin von der Bezahlung der Verfah-
renskosten befreit, wenn ihr Begehren im Zeitpunkt der Gesuchseinrei-
chung  nicht  aussichtslos  erscheint.  Diese  Voraussetzungen  sind  im 
konkreten Fall  erfüllt,  da  die  vorliegende Beschwerde nicht  als  aus-
sichtslos bezeichnet werden kann und von der prozessualen Bedürftig-
keit des Beschwerdeführers auszugehen ist. Das Gesuch um Gewäh-
rung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 
VwVG ist  daher gutzuheissen. Es sind somit  keine Verfahrenskosten 
aufzuerlegen.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch  um Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  im 
Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird gutgeheissen.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Einschreiben)
- das BFM,  Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N_______ 

(per Kurier; in Kopie)
- J._______ (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Thomas Wespi Stefan Weber

Versand:

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