# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0ca33e17-c806-5331-abd2-2fbb33ce53d4
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-10-27
**Language:** de
**Title:** Schädelhirntrauma. Anwendbarkeit der Schleudertrauma-Praxis. Adäquanzprüfung für Unfall im mittleren Bereich. Abweisung der Beschwerde.
**Docket/Reference:** UV.2014.00104
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2014.00104.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2014.00104
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Käch
Ersatzrichterin Lienhard
Gerichtsschreiberin Schucan
Urteil
vom
27. Oktober 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt
Dr.
Walter Keller
Obergass
Rechtsanwälte
Obergasse 34, Postfach 2177, 8401 Winterthur
gegen
SWICA Versicherungen AG
Römerstrasse 37, Postfach, 8401 Winterthur
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1985
,
war
seit dem 1
9.
April 2011 als Sachbe
arbeiterin Produktion bei
Y.___
angestellt
und damit
bei der
SWICA
Versiche
rungen AG
(SWICA
)
unfall
versich
ert, als si
e am 3
0.
Dezember 2011
auf dem Weg vom
Parkplatz
zur Arbeit
von einem Lastwagen angefahren wurde (
Unfallmeldung,
Urk.
7
/1). Im Rahmen der
gleichentags erfolgten
Erstbehand
lung
wurden eine Commotio cerebri
mit/bei nicht dislozierter frontaler
Kalot
tenfraktur
bis ins
Orbitad
ach
,
einem
Hämatom und
einer
Schürfwunde frontal rechts sowie eine Hüftkontusion rechts festgehalten und eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit bis
3.
Januar 2012 attestiert
(
Urk.
7/6
und
Urk.
7/7
).
Mit Verfügung vom 1
1.
Oktober 2013 stellte die SWICA
die von ihr bis da
hin erbrachten Leistungen per
1.
Juli 2013 ein (
Urk.
7/
49
).
Die d
agegen
von der
Versicherte
n
am
8.
November
2013
erhobene und am 1
1.
Dezember
2013
ergänz
te
Einsprache (
Urk.
7/50 und
Urk.
7/52
)
wies die SWICA mit
Einsprache
entscheid
vom 2
1.
März 2014 ab (
Urk.
7
/58
=
Urk.
2)
.
2.
Die Versicherte erhob am
8.
Mai 2014 Beschwerde
g
egen den
Einsprache
ent
scheid
vom 2
1.
März 2014
(
Urk.
2)
und beantragte, dieser sowie die Verfü
gung vom 1
1.
Oktober 2013 seien aufzuheben
,
und es seien ihr weiterhin die gesetzli
chen Leistungen aus dem Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG) aus
zurichten (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
2.
Juni 2014 (
Urk.
6) beantragte die SWICA die Abweisung der Beschwerde,
was der Beschwerdeführerin am
3.
Juli 2014 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natür
lichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die allei
nige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E.
4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwal
tung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm oblie
genden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglich
keit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.2
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten,
wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (
BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.3
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.4
Die zum Schleudertrauma entwickelte Rechtsprechung wendet das Bundesge
richt sinngemäss auch bei der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammen
hangs zwischen einem Unfall und den Folgen eines Schädel-Hirn-Traumas (BGE 117 V 369 E. 4b)
an
sofern sich die Folgen eines Schädel-Hirn-Traumas auf
grund des bunten Beschwerdebildes (Kopf- und Nackenschmerzen, Schwindel, Konzentrationsstörungen mit Verlangsamung und Fehlerhaftigkeit sowie erheb
lichen Lern- und Gedächtnisstörungen, rasche Ermüdbarkeit,
Visusstörungen
beziehungsweise Licht- und Lärmempfindlichkeit, Reizbarkeit und Nervosität, Schlafstörungen, Angstzustände und Depressionen sowie Wesensveränderung) mit jenem eines Schleudertraumas vergleichen lassen (Urteil des Bundesgerichts U 72/05 vom 1
1.
Oktober 2005 E. 3.1).
1.
5
Die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und der infolge eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule auch nach Ablauf einer ge
wissen Zeit nach dem Unfall weiterbestehenden gesundheitlichen Beeinträchtigun
gen, die nicht auf organisch nachweisbare Funktionsausfälle zurückzuführen sind, hat nach der in BGE 117 V 359 begründeten Rechtspre
chung des Bundesgerichts in analoger Anwendung der Methode zu erfolgen, wie sie für psychische Störun
gen nach einem Unfall entwickelt worden ist (vgl. BGE 123 V 98 E. 3b, 122 V 415 E. 2c). Es ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall eine massgebende Bedeu
tung für die Entstehung der Arbeits- bezie
hungsweise der Erwerbsunfähigkeit zu
kommt. Das trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit ande
ren Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Demnach ist zunächst zu ermitteln, ob der Unfall als leicht oder als schwer zu betrachten ist oder ob er dem mittleren Bereich angehört. Auch hier ist der adä
quate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und gesundheitlicher Beeinträch
tigung bei leichten Unfällen in der Regel ohne Weiteres zu verneinen und bei schweren Unfällen ohne Weiteres zu bejahen, wogegen bei Unfällen des mittle
ren Bereichs weitere Kriterien in die Beurteilung mit einzu
beziehen sind. Je nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist und abhängig davon, ob einzelne dieser Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müssen mehrere herangezogen werden.
Als Kriterien nennt die Rechtsprechung hier:
-
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls;
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;
-
fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung;
-
erhebliche Beschwerden;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
-
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
-
erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.
Diese Aufzählung ist abschliessend. Anders als bei den Kriterien, die das Bundes
gericht in seiner oben zitierten Rechtsprechung (BGE 115 V 133) für die Beurtei
lung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und einer psy
chischen Fehlentwicklung für relevant erachtet hat, wird bei der Beur
teilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall mit Schleudertrauma der Halswirbelsäule und den in der Folge eingetretenen Beschwerden auf eine Dif
ferenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet, da es bei Vorliegen eines solchen Traumas nicht ent
scheidend ist, ob Beschwerden medizinisch eher als organischer und/oder psy
chischer Natur bezeichnet werden (BGE 134 V 109; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., 1999 Nr. U 341 S. 409 E. 3b, 1998 Nr. U 272 S. 173 E. 4a; BGE 117 V 359 E. 5d/
aa
und 367 E. 6a).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte in ihrem
Einspracheentscheid
(
Urk.
2)
eine Leistungspflicht ab
1.
Juli 2013 mangels adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis vom 3
0.
Dezember 2011 und den Beschwerden. Da heute keine bildgebend-objektivierbare
n
Befunde mehr bestünden, sei
rechtspre
chungsgemäss
eine separate Prüfung der Adäquanz vorzunehmen. Der Zeitpunkt der Adäquanzprüfung sei gegeben, da von der Fortsetzung der ärztli
chen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit mehr erwartet werden könne, zumal die Beschwerde
führerin seit Mai 2012 zu 100
%
arbeitsfähig sei
(S. 4
Ziff.
3.2
-4)
.
2.2
Dagegen machte die Beschwerdeführerin in ihrer Besc
hwerde (
Urk.
1) gelten
d
, sie habe
rund ein Jahr nach dem Unfall an persistierenden chronischen Kopf
schmerzen, Ohrenschmerzen, Doppelbildern sowie
an
neuropsychologischen Defiziten und Schlafstörungen gelitten
. Dem Bericht des
Z.___
vom 2
7.
November 2012 sei zu entnehmen, dass sie die
Diagnose
kriterien
für einen posttraumatischen Kopfschmerz
nach mittelschwerer bis schwerer Kopfverletzung und begleitendem neurasthenisch-depressiven Syn
drom erfülle
. Die Unfallkausalität der persistierenden Kopfschmerzen werde be
jaht
,
und es lägen somatisch klar fassbare Verletzungen vor
(S. 3
Ziff.
2-3
, S. 4
Ziff.
6
lit
. a-b
). Die Rechtsprechung zur
Distorsion
der Halswirbelsäule (HWS)
sei vorliegend nicht anwendbar, da Ausgangspunkt der persistierenden Beschwerden ein nachweislich erlittenes Schädel-Hirn-Trauma mit Commotio cerebri und Schädel-
Kalottenfraktur
sei (S.
3
Ziff.
4).
Die Beweislast für den behaupteten Wegfall des massgeblichen Kausalzusammenhangs liege beim Unfallversicherer und sei in keiner
Art und Weise erbracht worden
(S. 4 f.
Ziff.
6
lit
. c-d).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin über den
1.
Juli 2013 hin
aus Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung hat.
3.
3.1
Die Ärzte des Spital
s
A.___
stellten in ihrem Austrittsbericht vom 3
1.
Dezember 2011 (
Urk.
7/6) folgende Diagnosen (S. 1
Mitte
):
-
Commotio cerebri mit/bei
:
-
nicht dislozierte
r
frontale
r
Kalottenfraktur
bis ins
Orbitadach
-
Hämatom und Schürfwunde frontal rechts
-
Hüftkontusion rechts
Die Ärzte führten aus, die Patientin sei per Ambulanz zugewiesen worden, nach
dem sie in einen anfahrenden Lastwagen
gelaufen sei und sich dabei den Kopf am Fahrzeug angeschlagen habe. Seither habe sie Kopfschmerzen, jedoch keine Übelkeit oder Erbrechen
. Fremdanamnestisch sei die Glasgow
Coma
Scale
(GCS) immer 15
gewesen
, jedoch könne sich die Patientin nicht mehr voll an den Unfallhergang erinnern.
Des Weiteren gebe sie Schmerzen in der HWS und der rechten Hüfte an. Ansonsten
zeige sich eine
gesunde Patientin
.
Zu den Befunden führten die Ärzte unter anderem aus, die Pupillenlichtreaktion beid
seits sei
promt
und
konsensuell
. Die Augenmotorik sei allseits intakt und sym
metrisch. Es bestehe ein Hämatom und eine Schürfwunde frontal rechts. Es bestehe kein
Kalottenk
ompressionsschmerz
,
jedoch
eine
Druck
dolenz
frontal rechts
,
der restliche Gesichtsschädel weise keine
Druckdolenz
auf. Die
Kieferöff
nung
sei frei
,
und es bestehe keine
Druckdolenz
über den Kieferköpfchen, keine Okklusionsstörung. Der Gehörgang sei beidseits intakt und unauffällig
(S. 1 unten f.)
.
Auch die Trommelfelle seien beidseits intakt und unauffällig.
Es bestehe eine
Druckdolenz
über der
HWS
und
die Beweglichkeit sei
schmerzbe
dingt
eingeschränkt. Es lägen keine neurologischen Ausfälle in den oberen Extr
emitäten vor (S. 2 oben
).
Zu der am 3
0.
Dezember 2011 durchgeführten
Computertomographie (
CT
)
des Schädels führten die Ärzte aus, es zeige sich eine frontale
Kalottenfraktur
mit Ausläufer bis ins
Orbitadach
. Es bes
tehe kein Hämatom in der Orbita und
keine freie Luft in der Orbita oder
intraparenchymatös
. Das Hämatom sei frontal rechts. Unter dem Hämatom bestehe ein
hypodenses
Areal
intracraniell
, am ehesten einem Artefakt entsprechend und nicht einer Ischämie, da die Gegen
seite sich ebenso zeige.
Die CT des Schädels vom 3
1.
Dezember 2011 habe keine
intracerebralen
Verletzungen gezeigt
und bezüglich der
Kalottenfraktur
einen Status idem
(S. 2 Mitte
).
Die
Hospitalisation
sei problemlos verlaufen
. Nach unauffälliger neurologischer Überwachung und
blandem
Verlaufs-CT habe die Patientin am 3
1.
Dezember 2011 nach Hause entlassen werden können
(S. 2 unten).
Eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit bescheinigten die Ärzte vom 3
0.
Dezember 2011 bis
3.
Januar 2012 (vgl.
Urk.
7/7), und verwiesen weiter auf den Hausarzt (v
gl.
Urk.
7/9
Ziff.
8
-9
).
3.
2
Dr.
med.
B.___
,
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, stellte in sei
nem
Bericht
vom 2
0.
Januar 2012 (
Urk.
7/10) folgende Diagnose (
Ziff.
1):
-
Commotio cerebri mit
-
frontaler
Kalottenfraktur
bis ins
Orbitadach
-
Hämatom frontal rechts
-
Verdacht auf Kontusion
im
Oberkieferbereich
rechts
Dr.
B.___
führte zum bisherigen Verlauf und gegenwärtigen Zustand aus, bis
lang protrahierten Schwindel, Kopf- und Kauschmerz rechts (
Ziff.
2). Gegen
wärtig finde eine Analgesie statt. Es sei eine zahnärztliche und ophthalmologi
sche Beurteilung geplant. Die Kontrollen fänden wöchentlich statt. Es sei
geplant,
zwischen dem 2
5.
und 3
0.
Januar 2012 die Arbeit im Umfang von 25 bis 50
%
wieder aufzunehmen (
Ziff.
4-5).
3.
3
I
n seinem
Bericht
vom
1
4.
März 2012 (
Urk.
7/11)
führte
Dr.
B.___
aus, es sei zu einer langsamen Besserung der Kopfschmerzen, des Schwindels und der Belast
barkeit gekommen (
Ziff.
2). Gegenwärtig nehme die Beschwe
rd
eführerin Anal
getika nach B
edarf. Die Konsultationen fänden alle 10 bis 14 Tage statt (
Ziff.
3). Die Beschwerdeführerin habe die Arbeit seit dem 2
5.
Januar 2012 wieder zu 25
%
, seit dem 2
0.
Februar 2012 zu 40
%
und seit dem 1
2.
März 2012 zu 60
%
aufgenommen. Ein bleibender Nachteil sei nicht zu erwarten (
Ziff.
4).
3.
4
I
n seinem
Berich
t vom 2
1.
Juni 2012 (
Urk.
7/21)
führte
Dr.
B.___
aus, d
ie Bes
serung verlaufe insgesamt
sehr
zögerlich.
Die Beschwerdeführerin leide unter Kopf- und Nackenschmerzen und unter belastungsabhängigem Schwindel (
Ziff.
1). Der Abschluss der Behandlung sei offen. Es lägen keine Anhaltspunkte dafür vor, dass der Vorzustand nicht zu erreichen wäre. Es laufe erneut eine physiotherapeutische Massnahme (
Ziff.
3).
Die A
rbeitsunf
ähigkeit
sei weiter ab
dem
2.
April 2014
auf 30
%
,
ab
dem
1
0.
April 2014
auf 20
%
, ab
dem
2
3.
April 2014
auf 10
%
und ab
dem
1
4.
Mai 2012
auf 0
%
reduziert worden
(
Ziff.
4).
3.
5
Dr.
B.___
führte
in seinem
Bericht
vom
2
3.
August 2012 (
Urk.
7/22) aus, e
s bestehe weiterhin ein harziger Verlauf mit persistierendem Kopfweh und
Kon
zentrationsprobleme
n
(
Ziff.
1).
Im Heilungsverlauf spielten keine unfallfremden Faktoren mit (
Ziff.
2)
.
Die letzte Konsultation habe am 2
1.
August 2012 statt
gefunden.
Es sei noch mit einer Verbesseru
ng der Unfallfolgen, namentlich der
Schmerzverbesserung und der Verbesserung der neuropsychologischen Defizite durch Physiotherapie und durch den S
pontanverlauf
zur rechnen
(
Ziff.
3). Es sei keine erneute Arbeitsunfähigkeit ausgestellt worden (
Ziff.
4)
. Eine neuropsy
chologische Testung werde angestrebt
(
Ziff.
6)
.
3.
6
Dr.
phil.
C.___
,
Psychologin FSP/Fachpsychologin für Neuropsychologie FSP,
Z.___
, führte nach neuropsychologischer Untersuchung der Beschwerde
führerin
am
1
3.
November 2012 in ihrem Bericht vom 1
4.
November 2012 (
Urk.
7/29) aus,
wie aus den ihr vorliegenden Akten hervorgehe, sei zwei Jahre vor dem Ereignis im Juni 2009 ein MRI der HWS bei klinisch chronischen Kopfschmerzen, betont i
m Hinterkopf
,
veranlasst worden
(S. 2 oben)
.
Zudem sei die Patientin augenärztlich abgeklärt worden, wie das aus Akte 4 hervorgehe. Die Zuweisung sei zur Abklärung von Doppelbildern erfolgt. So habe die Pati
entin über intermittierendes Doppelsehen seit dem Schädelhirntrauma am 3
0.
Dezember 2011 berichtet. Am
7.
März 2012 sei eine Augenmuskelparese durch den Hess-Test ausgeschlossen worden
,
und sie habe bereits über einen deutlichen Rückgang der Doppelbilder berichtet. Es habe sich nur noch eine
Exophorie
in der Nähe gezeigt und die Folgebewegungen seien flüssig und die
Blicksakkaden
präzise gewesen.
Die
orthoptischen
Befunde hätten die subjektiv empfundene Unschärfe für die Ferne nicht erklären können
(S. 2 Mitte).
Die Beschwerdeführerin habe ausgeführt, dass sie Mühe habe, bis die Informati
onen bei ihr ankämen. Sie vergesse vieles und könne Termine nicht behalten und ihr Namensgedächtnis sei schlecht. Sie verwechsle auch Zahlen, was ihr früher nie passiert sei. Eine gewisse Zeitspanne gehe es, dann aber könn
t
e sie am Mittag schlafen. Wenn es
zuviel
sei, sehe sie auch nicht mehr scharf. Am Anfang habe sie auch Doppelbilder gehabt. Mehrheitlich seien diese jetzt weg, dazwischen kämen diese aber wieder. Sie sehe dann wie nicht scharf
(S. 2 unten f.). Das Hören sei laut Beschwerdeführerin in Ordnung, sie habe aber seit dem Unfall Ohrenschmerzen und leide unter stechenden Schmerzen vor allem im rechten Ohr, selten auch im linken Ohr. Das logische Denken sei schwieriger. Im Schreiben mache sie eher Orthographiefehler. Lesen und Rechnen sei kein Problem. Nach zwei bis drei Stunden sei eine gewisse Müdigkeit da.
Stimmungs
mässig
sei sie belastet und sie fühle den Druck vom Geschäft. Ihr Schlaf sei nicht gut (S. 3 oben).
Dr.
phil.
C.___
führte in ihrer Beurteilung nach den durchgeführten neuropsy
chologischen Tests
aus, a
us neuropsychologischer Sicht zeige sich
ein sehr unausgeglichenes diffuses
Resultat
e
profil
mit unauffälligen, leichten, mittel
schweren und schweren kognitiven Funktionsstörungen sowie Auffälligkeiten
in Emotionalität und Verhalten, welche im Vordergrund stünden.
So werde von
der Beschwerdeführerin
eine schwerste Angstproblematik angegeben. Die psy
chische Belastbarkeit sei bereits nac
h einer Stunde zunehmend verschlechtert.
Sie
wirke oft verloren, konfus und ratlos.
Im kognitiven Bereich zeigten sich unauffällige Befunde im intellektuellen Leistungsvermögen verbal, in der Figur-Grundwahrnehmung sowie in den visuell-räumlichen und
visuo
-konstruktiven Fähigkeiten. Leichte Störungen bestünden in den exekutiven Funktionen sowie im verbal-episodischen Lernen und Gedächtnis vor Einzelinformationen. Bis mittelschwere Störung
en
hätten sich im figuralen Lernen und Gedächtnis
gezeigt,
sowie bis schwere Störungen
seien
in der Textverarbeitungen
auch
in den Merkspannen sowie in den Aufmerksamkeitsbereichen festgestellt
worden
(S. 5 oben).
Da die Symptomvalidierung sehr auffällig sei, könnten die
obgenannten
Befun
de nicht genügend wahrscheinlich als authentische kognitive Störungen einge
stuft werden.
Es ergäben sich zwar Hinweise, dass auch authentische
Funkti
onsstörungen vorhanden seien. Aufgrund fehlender Vorbefunde, der Hinweise für multiple und diffuse bis schwere Störungen, welche im Gegensatz zur All
tags- und beruflichen Kompetenz stünden, sei aber aus neuropsychologischer Sicht eine genaue Einordnung nicht möglich. Zusammen mit den Verhaltensbe
obachtungen hätten sich aus neuropsychologischer Sicht vor allem Hinweise für eine klinisch relevante psychiatrische Störung ergeben. Dabei könnten am ehesten Angst- und dissoziative Symptome nicht ausgeschlossen werden, wes
halb eine fachpsychiatrische Abklärung zu empfehlen sei. Davon abzugrenzen und zu beurteilen seien neuropsychologische Störungen zum Beispiel im Rah
men eines epileptischen Prozesses
und die fachneurologische Beurteilung der Bildgebung (S. 5 Mitte).
Aufgrund der Hinweise für im Vordergrund
stehende
nicht authentische kogni
tive Funktionsstörungen mit schwersten Störungen in Aufmerksamkeit, Kurz
zeit-/Arbeits-/Textgedächtnis und Darstellung der Autobiographie, welche so in Art und Ausmass weder im Rahmen eine
s
leichten Schädelhirntraumas und/oder eines HWS-Traumas noch bei anderen hirnorganischen Ursachen angetroffen würden, müsste explizit auch nach anderen Erklärungen und Ursa
chen
gesucht werden. Integrativ dürfte eine psychiatrische Begutachtung unter Einbezug der prätraumatischen psychischen Entwicklung und eine ausführliche Fremdanamnese notwendig werden (S. 5 unten).
3.
7
Dr.
med.
D.___
, Oberarzt,
und
Dr.
med.
E.___
, As
sis
tenzarzt,
Klinik für Neurologie,
Z.___
,
stellten in ihrem
Bericht vom 2
7.
November 2012 (
Urk.
7/30)
folgende Diagnosen (S. 1
):
-
posttraumatische Kopfschmerzen nach mittelschwerer bis schwerer Kopf
verletzung mit/bei:
-
klinisch: chronischem Kopfschmerz, Ohrenschmerzen, rechts
fronto
-temporale
Parästhesien
, Doppelbilder
n
und neurasthenisch-depressi
vem Syndrom mit neuropsychologischen Defiziten und Schlafstörun
gen
-
im Rahmen von Diagnose 2
-
Status nach Verkehrsunfall am 3
0.
Dezember 2011 (Fussgänger gegen Auto) mit/bei:
-
Schädel
-Hirn-Trauma
-
nicht dislozierter
Kalottenfraktur
Die Ärzte führten aus, gemäss Angaben der Beschwerdeführerin seien ihr bereits zuhause, jedoch verstärkt bei der Wiedereingliederung in den Arbeitsalltag verschiedene Defizite beziehungsweise Veränderungen zum Vorzustand aufge
fal
len. Insbesondere hätten sich ihre Auffassungsgabe und ihr Gedächtnis verschlechtert. Dies falle ihr
besonders
auf, wenn sie eine grosse Menge an Infor
mationen zu verarbeiten habe, beziehungsweise später am Tag. Weiterhin hätten sich ihre Kopfschmerzen verändert. Zwischenzeitlich seien diese auf die Stelle des Anpralls an den LKW (rechts
fronto
-temporal) begrenzt. Die zeitlichen Kriterien könne sie nicht gut beschreiben, da diese ausgesprochen unscharf seien. Es handle sich jedoch
nicht um tägliche
Kopfschmerzen.
Schmerzverstär
kend
wirkten Kunstlicht, gewisse Parfüms sowie bestimmte Töne. Weiterhin habe sie rechts
fronto
-temporale
Parästhesien
, welche ihr mehrmals täglich auffielen.
Die Kopfschmerzen hätten sei
t
dem Unfall bestanden
.
Auch sei direkt nach dem Unfall ein
Schwindelgefühl aufgetreten, was nach initial permanentem Vorhandensein inzwischen nur noch zwei bis drei Mal pro Woche für wenige Sekunden auftrete.
Sie fühle sich dann unsicher auf dem Boden (S. 2 oben). Sie selbst habe zudem das Gefühl, häufig verzögert die rich
tigen
Worte zu finden, von ihren Mitmenschen sei
jedoch nichts Auffälliges berichtet worden.
Die initial beschriebenen Doppelbilder beziehungsweise das
Unscharfsehen
seien inzwischen fast komplett rückläufig
.
Problematisch sei für sie der mehrmals täglich für Sekunden bis Minuten auftre
tende, stechende Ohrschmerz.
Dieser sei bisher noch nicht
fach
ärztlich abgeklärt worden. Gemäss den Angaben der Beschwerdeführerin würden die Defizite sie in der Gesamtheit stark bei der Ausübung ihrer täglichen
Arbeit einschränken, insbesondere die neuropsychologischen (S. 2 Mitte).
Vor einigen Monaten sei es vorübergehend unter verstärkter Belastung am Arbeitsplatz zu einer
depressiven Episode mit niedergedrückter Stimmung und schlechtem Schlaf gekommen, was aktuell voll remittiert sei
. Die Beschwerde
führerin stelle eine günstige Selbstp
rognose. Sie arbeite bei der
Y.___
-Bäckerei,
wobei es sich um ein wenig mitarbeiterfreundliches Betriebsklima handle und sie einen Verweis aufgrund nachlässigen Arbeitens erhalten habe.
Sie beabsich
tige längerfristig
die Arbeit zu wechseln
. Zur Medikation habe die Beschwerde
führerin ausgeführt, sie nehme teilweise wochenwei
s
e auch keine Analgetika ein (S. 2 Mitte).
Die Ärzte führten zum
neurologischen Status aus, die detaillierte Prüfung von Hirnnerven (inklusive
Vestibularisfunktion
), Motorik, Sensibilität, Reflexen, Koordination sowie Stand und Gang hätten keine
n
pathologischen Befund
ergeben. Das EEG vom 2
6.
November 2012 habe keinen Herdbefund und keine epilepsietypischen Potentiale ergeben.
Die Patientin erfülle die Diagnosekriterien für einen posttraumatischen Kopf
schmerz nach mittelschwerer bis schwerer Kopfverletzung und begleitendem neurasthenisch-depressiven Synd
rom als Ursache der Beschwerden
.
Eine andere Ätiologie der diffusen Beschwerden habe in der klinisch
neurologi
schen Untersuchung beziehungsweise
den auswärtig durchgeführten Abklärun
gen nicht eruiert werden können. Aufgrund des zeitli
chen Zusammenhangs mit dem Lastwagen-
Unfall hätten sie keine Zweifel an der zeitlichen Kausalität.
Es sei von einer
Chronifizie
rung
der Beschwerden auszugehen
(S.
2 unten f.
)
.
3.
8
Dr.
D.___
und
Dr.
E.___
,
Klinik für Neurologie,
Z.___
,
führten in ihrem Bericht vom 1
2.
August 2013 (
Urk.
7/48) zur Frage, ob noch medizinisch objektivierbare Befunde bestünden
,
aus, in der detaillierten neurologischen Untersuchung von Hirnnerven (inklusive
Vestibularisfunktion
), Motorik, Sensi
bilität, Reflexen, Koordination sowie Stand und Gang habe sich
kein patholo
gischer Befund
erheben lassen. Der neuropsychologische Bericht liege
vor. In ihm habe Frau
Dr.
phil.
C.___
ein sehr unausgeglichenes und diffuses
Resul
tatprofil
mit unauffälligen, leichten, mittelsch
w
eren bis schweren kognitiven Funktionsstörungen sowie Auffälligkeiten in Emotionalität und Verhalten fest
gestellt. Die Symptomvalidierung sei hierbei sehr auffällig gewesen. Die Ärzte führten aus, für den von
Dr.
phil.
C.___
differenzialdiagnostisch nicht
aus
schliessbaren
neurologischen Prozess zum Beispiel im Rahmen einer Epilepsie gebe es je
doch ihrerseits keinen Hinweis.
4.
4.
1
Zu prüfen ist die Unfallkausalität der von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Beschwerden, so den Kopfschmerzen,
Ohrenschmerzen,
den
Doppel
bildern,
der neuropsychologischen Defizite
und der Schlafstörungen
.
I
ndes
bestritt sie
die Anwendbarkeit der spezifischen Adäq
uanzprüfung nach der HWS-Praxis
(vorstehend E. 2.2).
4.2
Aufgrund
der Akten ist erstellt, dass die
Beschwerdeführer
in
ein
Schädelhirn
trauma
erlitten hat. Ebenso kann als erstellt betrachtet werden, dass sich keine strukturellen Läsionen des Gehirns haben objektivieren lassen
(vgl. vorstehend E.
3.1)
.
Auch in den Berichten von
Dr.
D.___
und
Dr.
E.___
vom November 2012 respektive August 2013
sowie
im Bericht
der
Neuropsychologin
Dr.
phil.
C.___
vom No
vember 2012 (vorstehend E. 3.6-8
)
wurde
festgehalten,
dass
keine organische Ursache für die Beschwerden mehr
bestehe
.
Ausdrücklich ver
neinte die Neuropsychologin
Dr.
phil.
C.___
einen Kausalzusammenhang mit den geltend gemachten Beschwerden und dem Unfallereignis, indem sie aus
führte,
dass die kognitiven Befunde nicht genügend wahrscheinlich als authen
tische kognitive Störungen eingestuft werden könnten
und die vorgebrachten Beschwerden
weder in ihrer Art noch im Ausmass im Rahmen von leichten Schädelhirntraumas
oder
bei anderen hirnorganischen Verletzungen angetroffen würden.
Somit besteht die insoweit klassische Ausgangslage, dass beim Unfall eine bestimmte Verletzung (Schädelhirntrauma) stattgefunden hat und die im
Ent
scheidzeitpunkt
noch geklagten Beschwerden nicht mit einer strukturellen Läsion erklärt werden können, so dass über das Bestehen eines
rechtsgenügli
chen
Kausalzusammenhangs
- entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin -
praxisgemäss in Anwendung der Adäquanzprüfung, die ursprünglich zur
Kau
salitätsprüfung
nach erlittener HWS-Distorsion entw
ickelt wurde
, zu entschei
den ist (
vgl.
vorstehend E. 1.4
-5
).
Nicht ausreichend für die Kausalitätsbeurteilung ist daher
die A
ussage von
Dr.
D.___
und
Dr.
E.___
, welche, obwohl sie keine pathologischen Befunde haben feststellen können, lediglich aufgrund des zeitlichen Zusam
menhangs darauf schlossen,
die diffusen Beschwerden stünden im Zusammen
hang mit dem Unfall vom
Dezember
2011
(vgl. vorstehend E. 3.7
-8
)
.
4.
3
Vorab
ist die Schwere des Unfallereig
nisses
zu bestimmen.
Da das
Ereignis weder als leicht noch als schwer im Sinne der Rechtsprechung einzustufen ist,
ist es
dem m
ittleren Bereich zuzurechnen
.
Zu den schweren Ereignissen im mittleren Bereich hat die Rechtsprechung bei
spielsweise einen Unfall gezählt, bei dem ein Personenwagen auf der Überhol
spur der Autobahn bei einer Geschwindigkeit von rund 130 km/h plötzlich ins Schleudern geriet, die Normalspur und den Pannenstreifen überquerte, mit der Böschung kollidierte und sich überschlug; der Personenwagen wurde auf die Überholspur zurückgeschleudert und kam auf den Rädern stehend zum Still
stand, wobei der Beifahrer beim Überschlagen aus dem Dachfenster auf die
Böschung geschleudert wurde und die versicherte Person das Fahrzeug nicht mehr eigenständig verlassen konnte (Urteil 8C_799/2008 vom 1
1.
Februar 2009 E. 3.2.2). Als schwerer Fall im mittleren Bereich wurde auch ein Zusammenprall mit einem aus der Gegenrichtung kommenden Fahrzeug in einem Tunnel mit drei beteiligten Autos, bei dem ein Toter und mehrere Verletzte zu beklagen waren, qualifiziert (RKUV 1999 Nr. U 335 S. 207), ferner einen
Reifenplatzer
auf der Autobahn bei ca. 95 km/h mit anschliessendem Überschlagen des Fahrzeugs auf das Dach (unveröffentlichte E. 3.3.2 des Urteils BGE 129 V 323 = RKUV 2003 Nr. U 481, S. 203).
Stellt man all dies in Rechnung, so ist das
vorliegende
Unfallereignis auch nicht im Grenzbereich zu einem schweren Unfallereignis anzusiedeln, sondern im mittleren Bere
ich im engeren Sinne.
Demnach müssen drei der massgebenden Kriterien erfüllt sein, damit ein adäquater Kausal
zu
sam
men
hang zu bejahen ist (SVR 2010 UV Nr. 25 E. 4.5).
4.
4
Weder besonders dramatische Begleitumstände noch eine besondere Eindrück
lichkeit des Unfalls sind vorliegend ersichtlich. Zu urteilen ist hie
r
bei objektiv und nicht aufgrund des subjektiven Empfindens bzw. Angstgefühls des Versi
cherten (Urteil 8C_249/2009 vom
3.
August 2009 E. 8
.2 mit Hinweisen). Der
Unfall vom 3
0.
Dezember 2011
spielte sich weder unter besonders dramatischen Begleitumständen ab, noch war er besonders eindrücklich.
Den polizeilichen Abklärungen ist diesbezüglich zu entnehmen, dass der Lastwagenchauffeur die Beschwerdeführerin bei Dunkelheit und Schneefall beim Abbiegen und einer Geschwindigkeit von etwa 20 bis 30 Stundenkilometern übersah und das Fahr
zeug sie zu Fall gebracht und verletzt hatte (vgl.
Urk.
7/12/3 S. 1, S. 4). Die Beschwerdeführerin selbst gab zu Protokoll, dass sie sich bei starkem Schneefall die Kapuze über den Kopf gezogen und den Lastwagen nicht gehört habe. Plötzlich habe sie zwei Lichter und eine weisse Front gesehen und nicht mehr reagieren können (
Urk.
7/12/2 S. 7). Unter diesen Umständen
ist namentli
ch kein unüblicher Schrecken der Beschwerdeführerin
zu erkennen, und es waren keine relevanten Begleitumstände zu verzeichnen, welche die Bejahung des Kriteriums gestatten würden.
Hingegen dürfte das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzungen erfüllt sein, hat der Unfall doch nicht nur ein Schädelhirntrauma zur Folge gehabt, sondern zusätzl
ich eine Schädelfraktur und eine
Hüftkontu
sion
, also insgesamt doch
weitere Verletzungen von
teils
erheblicher Schwere.
Anhaltspunkte für eine
fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung bestehen nicht.
Abklärungsmassnahmen und blosse ärztliche Kontrollen sind im Rahmen des Kriteriums der fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen
Behandlung nicht zu berücksichtigen (Urteile 8C_698/2008 vom 2
7.
Januar 2009 E. 4.4 und 8C_126/2008 vom 1
1.
November 2008 E. 7.3).
Das Kriterium der erheblichen Beschwerden kann, wenn auch nicht in ausge
präg
ter Form, als erfüllt betrachtet werden.
Der Beschwerdefüh
re
rin
klagte durchwegs über Nacken- und Kopfschmerzen und
belastungsabhängigen Schwindel sowie zusätzlich ab August 2012 über Konzentrationsprobleme
und weitere kognitive Einschränkungen
. Indessen konnte
sie dennoch ab Mitte Mai 2012 ihre Arbeitstätigkeit wieder vollständig aufnehmen
und nahm gemäss Angaben anlässlich der neurologischen Untersuchung im November 2012 teil
weise wochenweise keine Analgetika ein
.
Zudem führte sie zu diesem Zeitpunkt aus, die beschriebenen Doppelbilder seien inzwischen fast komplett rückläufig, wobei sich dem Bericht der Neuropsychologin
Dr.
phil.
C.___
vom November 2012 (vorstehend E. 3.6) entnehmen lässt, dass eine bereits im
März 2012 durchgeführte
augenärztliche Abklärung
keine
Befunde
ergab
, welche die von der Beschwerdeführerin beklagten Beschwerden hätte er
klären können. Auch suchte die Beschwerdeführerin betreffend
die
anlässlich der neuropsychologi
schen
und neurologischen
Abklärung
erwähnten
,
seit dem
Unfall
bestehenden
,
stechenden
Ohrenschm
erzen (vorstehend E. 3.6
-7
)
bislang keinen Facharzt auf und in den Berichten des behandelnden Hausarztes
Dr.
B.___
(vorstehend E.
3.2-5)
sind derartige Schmerzen auch nicht erwähnt, so dass das Ausmass der dadurch verursachten Beeinträchtigung relativiert werden muss. Im Übrigen ergab schon die
Erstuntersuchung im Spital
A.___
betreffend die Ohren und den Gehörgang unauffällige Befunde
(
vgl.
vorstehend E. 3.1).
Zwei weitere Kriterien sodann - die Unfa
llfolgen erheblich verschlimmer
nde ärztliche Fehlbehandlung; schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Kompli
kationen - si
nd offensichtlich nicht erfüllt, genauso wenig wie das
Kriterium einer erheblichen Arbeitsunfähigkeit
. So war die Beschwerdeführerin bereits ab
dem 2
5.
Januar 2012 wieder teilweise und ab
Mai 2012
wieder vollständig arbeitsfäh
ig
(vgl. vorstehend E. 3.3 und E.
3.4
)
.
4.
5
Zusammenfassend
ist somit von den massgebenden Kriterien
lediglich
eines erfüllt
und
ein
weiteres in nicht wesentlich ausgeprägter Form.
Damit sind jedenfalls nicht drei Kriterien erfüllt, so dass das Bestehen eines adä
quaten Kausalzusammenhanges zu verneinen ist.
Fehlt es am adäquaten Kau
salzusammenhang, so ist kein
rechtsgenüglic
her
Kausalzusammenhang erstellt
,
und es
besteht keine weitergehende Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
erweist sich deshalb als zutreffend, womit die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt
Dr.
Walter Keller
-
SWICA Versicherungen AG
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur
kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
MosimannSchucan