# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8c2ad872-629d-5c53-bc2f-f9c8103f495d
**Source:** Schaffhausen (SH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-02-15
**Language:** de
**Title:** Schaffhausen Obergericht 15.02.2021 (publiziert) 60/2014/30
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SH_OG/SH_OG_001_60-2014-30_2021-02-15.pdf

## Full Text

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Liegenschaftszutrittsrecht der Städtischen Werke Schaffhausen und Neu-

hausen am Rheinfall – Art. 13 Abs. 1, Art. 26 Abs. 1 und Art. 36 BV; Art. 7 Abs. 1, 

Art. 10, Art. 24 Abs. 1, Art. 32 und Art. 34 Abs. 1 VW 2010; Art. 4 Abs. 1 RTOW 

2010. 

Das in Art. 10 VW 2010 verankerte Zutrittsrecht, das die Städtischen Werke be-

rechtigt, alle Räume einer Liegenschaft zwecks Ermittlung bzw. Kontrolle der Be-

lastungswerte zu betreten, hält grundsätzlich unabhängig von der Meldung der Be-

lastungswerte durch eine konzessionierte Installationsfirma vor Art. 36 BV stand. 

Dies gilt insbesondere in der vorliegenden Situation (Übergang zu einer neuen Be-

rechnungsweise der Wasserabgaben; Aufbau eines neuen Erfassungssystems 

durch die Städtischen Werke). 

OGE 60/2014/30 vom 8. Dezember 2015 

Veröffentlichung im Amtsbericht 

Sachverhalt  

Die von A beauftragte B AG reichte den Städtischen Werken Schaffhausen und 

Neuhausen am Rheinfall am 1. Februar 2013 eine Installationsanzeige Wasser ein, 

wonach in der Liegenschaft C im Keller ein Boiler eingebaut sowie die zugehörige 

Kellerverteilung und die Verteilbatterie ersetzt werden sollten. Die Städtischen 

Werke erteilten am 6. Februar 2013 die Ausführungsbewilligung. Mit Schreiben 

vom 12. Februar 2013 forderten die Städtischen Werke A auf, ihnen den Zutritt zur 

Liegenschaft C zu gewähren, um die Belastungswerte in der gesamten Liegen-

schaft aufnehmen zu können. Nachdem ihnen A den Zutritt verweigert hatte, er-

liessen die Städtischen Werke eine entsprechende Verfügung. Die gegen diese 

Verfügung erhobene Einsprache wies die Stadt Schaffhausen ab. Gegen den Ent-

scheid der Stadt Schaffhausen rekurrierte A erfolglos an den Regierungsrat des 

Kantons Schaffhausen. Die gegen den regierungsrätlichen Entscheid erhobene 

Verwaltungsgerichtsbeschwerde wies das Obergericht ab. 

Aus den Erwägungen 

3. Die Beschwerdeführerin ist sodann der Auffassung, die Städtischen Werke 

hätten kein generelles Zutrittsrecht zu ihrer Liegenschaft; besichtigt werden dürften 

einzig die neuen Wasserinstallationen im Keller. Somit ist festzuhalten, dass das 

Zutrittsrecht der Städtischen Werke zwecks Kontrolle der neuen Wasserinstalla-

tionen im Keller der fraglichen Liegenschaft nicht (mehr) Streitgegenstand des vor-

liegenden Verfahrens bildet. 

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3.1. Gemäss Art. 10 der Verordnung des Grossen Stadtrats über die Wasser-

abgabe 2010 vom 15. September 2009 (VW 2010, RSS 7200.1) haben die Städti-

schen Werke für den Unterhalt und die Bedienung der Versorgungsanlagen, zur 

Vornahme von Kontrollen (z.B. Installationskontrollen), zum Ablesen der Wasser-

zähler und im Fall von Störungen das Zutrittsrecht zu sämtlichen Versorgungs-

anlagen. Die Betroffenen sind in geeigneter Form im Voraus zu informieren, aus-

genommen in Notfällen. Die Städtischen Werke sind befugt, alle zur Erfüllung die-

ser Aufgaben erforderlichen Massnahmen, Angaben und Unterlagen zu verlangen. 

Die Versorgungsanlagen umfassen die für die Gewinnung, Förderung, Speiche-

rung und Verteilung des Trink-, Brauch- und Löschwassers notwendigen Anlagen. 

Dazu gehören insbesondere die Wasserzähler und die Hausinstallationen (Art. 7 

Abs. 1 lit. d und e VW 2010).  

Die Erstellung, Änderung, und Erweiterung von Hausinstallationen benötigt eine 

Bewilligung der Städtischen Werke (Art. 32 Abs. 1 VW 2010). Vor Erhalt der Aus-

führungsbewilligung dürfen keine Installationsarbeiten vorgenommen werden 

(Art. 32 Abs. 3 VW 2010). Die Städtischen Werke prüfen die Hausinstallationen 

nach Abschluss der Arbeiten (Installationskontrolle). Sie können zudem während 

den laufenden Arbeiten und nach der Inbetriebsetzung Kontrollen durchführen 

(Art. 34 Abs. 1 VW 2010). 

Nach Art. 24 Abs. 1 VW 2010 liefern, montieren, kontrollieren und unterhalten die 

Städtischen Werke für jede angeschlossene Liegenschaft einen Wasserzähler. Die 

Städtischen Werke bestimmen für jedes Bezugsverhältnis aufgrund der notwendi-

gen Maximalleistung (massgebend ist die Summe der Belastungswerte) die Was-

serzählergrösse (Art. 4 Abs. 1 der Rahmentarifordnung Wasser des Grossen 

Stadtrats vom 20 August 2009 [RTOW 2010]; zu den Belastungswerten der Was-

serinstallationen vgl. die aufgrund von Art. 33 Abs. 1 VW 2010 massgebenden 

Richtlinien und Leitsätze des SVGW). 

3.2. Gemäss Art. 24 Abs. 1 VW 2010 i.V.m. Art. 4 Abs. 1 RTOW bestimmen die 

Städtischen Werke – wie erwähnt – für jedes Bezugsverhältnis die Grösse des 

Wasserzählers; hierfür stellen sie auf die Summe der Belastungswerte ab. Um die 

Summe der Belastungswerte zu ermitteln bzw. überprüfen zu können, benötigen 

die Städtischen Werke Zutritt zu allen Räumen der vorliegend in Frage stehenden 

Liegenschaft, welche über einen Anschluss an die Hausinstallation verfügen. Die-

ses Zutrittsrecht kommt ihnen gestützt auf Art. 10 VW 2010 grundsätzlich zu, wel-

cher insbesondere für den Unterhalt und die Bedienung der Versorgungsanlagen 

– hierzu zählen auch die Wasserzähler – sowie allgemein zur Vornahme von Kon-

trollen (lediglich beispielhaft ist die Installationskontrolle erwähnt) das Zutrittsrecht 

zu sämtlichen Versorgungsanlagen vorsieht. Zudem sieht Art. 34 Abs. 1 VW 2010 

neben der Möglichkeit der Installationskontrolle vor, dass die Städtischen Werke 

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sowohl während laufender Arbeiten als auch nach der Inbetriebsetzung Kontrollen 

durchführen können. Da die Vorschrift über das Zutrittsrecht verfassungskonform 

auszulegen und anzuwenden ist (vgl. E. 4), bedarf die Vornahme einer solchen 

Kontrolle freilich eines begründeten sachlichen Anlasses und darf nicht nur der 

Neugierde oder einer unnötigen Störung des Privatlebens dienen. 

Ein solch begründeter Anlass für eine Kontrolle besteht im vorliegenden Fall: Die 

VW 2010 sowie die RTOW 2010 traten am 1. Januar 2010 in Kraft. Die VW 2010 

ersetzte das Wasserabgabe-Reglement 1997 und die RTOW die Tarifordnung 

TO 07 (Art. 58 VW 2010, Art.10 RTOW 2010). Die VW 2010 und die RTOW 2010 

führten ein neues Mess- bzw. Tarifsystem ein, für welches die Belastungswerte 

bekannt sein müssen (vgl. Art. 57 VW 2010). Diese waren bisher den Städtischen 

Werken nicht bekannt und müssen in ein elektronisches Erfassungssystem einge-

tragen werden, das im Aufbau begriffen ist. Diese Belastungswerte ergeben sich 

entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin auch nicht aus den Plänen der 

Baupolizei Schaffhausen. Die Städtischen Werke nahmen somit die ohnehin vor-

zunehmende und nicht bestrittene Installationskontrolle zum Anlass, um die nun-

mehr für das neue Mess- und Tarifsystem massgeblichen Belastungswerte der ge-

samten in Frage stehenden Liegenschaft zu erfassen, wie dies einer bestehenden 

Dienstanweisung entspricht.  

4. Staatliche Kontrollmassnahmen im Haus führen zu einem Eingriff in das 

Grundrecht gemäss Art. 13 Abs. 1 BV, wonach jede Person Anspruch auf Schutz 

der Privatsphäre sowie auf Achtung ihrer Wohnung hat. Zusätzlich gewährleistet 

sodann Art. 26 Abs. 1 BV das Eigentum. Einschränkungen von Grundrechten be-

dürfen einer gesetzlichen Grundlage (Art. 36 Abs. 1 BV); sie müssen sodann durch 

ein öffentliches Interesse oder durch den Schutz von Grundrechten Dritter gerecht-

fertigt und verhältnismässig sein (Abs. 2 und Abs. 3).  

4.1. Die Kontrolle der vorliegend in Frage stehenden Versorgungsanlagen 

beschränkt sich – wie sich auch aus der Verfügung vom 18. April 2013 ausdrücklich 

ergibt – auf diese Einrichtungen und ist – entgegen der Auffassung der Beschwer-

deführerin – in keiner Art und Weise vergleichbar mit einer Hausdurchsuchung, die 

insbesondere auch persönliche und vertrauliche Gegenstände miteinbezieht. Es 

handelt sich, objektiv betrachtet und unabhängig davon, ob dies von der Beschwer-

deführerin als schwerwiegend empfunden wird, um einen leichten Eingriff in die 

Privatsphäre bzw. in die Eigentumsgarantie, für den eine Grundlage auf Ver-

ordnungsstufe genügt (BGer 2C_1/2009 vom 11. September 2009 E. 4.3.1) und 

der überdies von der für die Wasserversorgung verantwortlichen Werken vor-

genommen wird. Die vom Grossen Stadtrat erlassene Verordnung über die Was-

serabgabe 2010 stellt in Übereinstimmung mit dem Regierungsrat ein Gesetz im 

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formellen Sinn dar, womit das Erfordernis der gesetzlichen Grundlage jedenfalls 

erfüllt ist. Die Beschwerdeführerin stellt dies denn auch nicht in Abrede. 

4.2. Es ist sodann im öffentlichen Interesse, dass die bezogene Wassermenge 

korrekt gemessen wird und dass alle Wasserbezüger den gleichen Preis für die 

gleiche Leistung bezahlen. Dies kann nur mit der richtigen Grösse des Wasser-

zählers sichergestellt werden. Hierzu ist es notwendig, die Belastungswerte zu er-

mitteln. Was die Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit der Voraussetzung 

des öffentlichen Interesses vorbringt, sticht nicht, macht sie doch sinngemäss gel-

tend, die Kontrolle sei nicht notwendig. 

4.3. Grundrechtseingriffe müssen sodann verhältnismässig sein; das heisst, der 

Eingriff muss geeignet, erforderlich und zumutbar sein.  

Die angeordnete Kontrolle ist geeignet zu gewährleisten, dass die bezogene Was-

sermenge entsprechend den Belastungswerten der überprüften Wasserinstallatio-

nen korrekt gemessen wird und dass alle Wasserbezüger rechtsgleich behandelt 

werden. Die Geeignetheit der Massnahme wird von der Beschwerdeführerin denn 

auch nicht ausdrücklich in Frage gestellt.  

Die angeordnete Massnahme ist sodann – entgegen der Auffassung der Be-

schwerdeführerin – zur Kontrolle der fraglichen Versorgungsanlagen auch er-

forderlich. Zunächst vermag eine auf die Installationen ausserhalb des Hauses 

bzw. nur auf den Keller beschränkte Kontrolle die Ermittlung der Summe aller 

massgebenden Belastungswerte nicht zu ermöglichen. Sodann trifft es zwar zu, 

dass die B AG die Belastungswerte in der fraglichen Liegenschaft erfasste, in ein 

Formular eintrug und dieses Formular zusammen mit der Installationsanzeige den 

Städtischen Werken einreichte. Dies geschah aber im Auftrag der Beschwerde-

führerin und nicht im Auftrag der Städtischen Werke. Sodann vermag eine kon-

zessionierte Tätigkeit staatliche Kontrolle grundsätzlich weder auszuschliessen 

noch zu ersetzen. Für Lieferung, Montage, Kontrolle und Unterhalt der Wasser-

zähler sind sodann nach ausdrücklicher Vorschrift die Städtischen Werke ver-

antwortlich (Art. 24 Abs. 1 VW 2010). Sie haben daher die vom Installateur 

gemeldeten Werte auf ihre Richtigkeit hin zu überprüfen. Vorliegend erwiesen sich 

die von der B AG gemeldeten Werte denn auch teilweise als ungenügend, ins-

besondere hinsichtlich der Angaben zu den Bäckereimaschinen und der mangeln-

den Unterscheidung von WC und Urinal. Entgegen der Darstellung der Beschwer-

deführerin muss bei den Bäckereimaschinen der Wasserdurchlauf in Liter pro 

Sekunde angegeben werden, und WC und Urinal müssen unterschieden werden. 

Eine selbständige Überprüfung durch die zuständige Amtsstelle kann sodann nur 

vor Ort in der fraglichen Liegenschaft erfolgen. Mit einer solchen Überprüfung soll 

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entsprechend den geltenden Vorschriften sichergestellt werden, dass die bezoge-

ne Wassermenge korrekt und damit auch rechtsgleich gemessen wird. Für die 

angeordnete Kontrolle besteht somit ein sachlich begründeter Anlass (vgl. auch 

oben E. 3.2.). 

Die Kontrolle ist auch ohne weiteres zumutbar. Der Kontrolltermin wird grund-

sätzlich von den Städtischen Werken bestimmt, wobei selbstverständlich auf be-

gründete Wünsche der Liegenschaftsinhaber Rücksicht zu nehmen ist. Die Kon-

trolle, welche sich auf die vorliegend in Frage stehenden Versorgungsanlagen 

beschränkt, geschieht sodann in der Anwesenheit der Beschwerdeführerin und 

wäre in relativ kurzer Zeit erledigt. 

Die vorliegende Kontrolle der Versorgungsanlagen erweist sich somit als verhält-

nismässig. 

5. Das in Art. 10 VW 2010 verankerte Zutrittsrecht der Städtischen Werke hält 

somit vor Art. 36 BV stand. Die Städtischen Werke sind berechtigt, alle Räume der 

vorliegend in Frage stehenden Liegenschaft zwecks Ermittlung der Belastungs-

werte zu betreten.