# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b04a4a2f-3ec7-56b0-8f91-b2436d0694f4
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-01-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.01.2022 E-5603/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5603-2021_2022-01-26.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-5603/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 6 .  J a n u a r  2 0 2 2  

Besetzung 
 Einzelrichter David R. Wenger, 

mit Zustimmung von Richterin Nina Spälti Giannakitsas,  

Gerichtsschreiber Matthias Neumann. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Brasilien,  

(…),   

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 1. Dezember 2021 / N (…). 

 

 

 

E-5603/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am 20. September 2021 in der Schweiz um 

Asyl nach. Am 23. September 2021 fand die Befragung zur Person (BzP) 

statt. Am 1. Oktober 2021 wurde das Dublin-Gespräch durchgeführt und 

am 11. November 2021 hörte ihn das Staatssekretariat für Migration (SEM) 

vertieft zu seinen Asylgründen an (Anhörung). 

Zu seiner Biographie und zu seinen Asylgründen machte er im Wesentli-

chen Folgendes geltend: Er sei im Jahre (…) in der Stadt B._______ in 

C._______ geboren und habe dreizehn Geschwister. Nach dem Tod seines 

Vaters habe ihn sein Onkel im Jahr (…) bei sich in der D._______ aufge-

nommen, wo er fortan aufgewachsen und die örtlichen Schulen absolviert 

und (…) ein Universitätsstudium abgeschlossen habe. Danach sei er im 

(…) tätig gewesen, nachdem er bereits während des Studiums in der (…) 

in D._______ gearbeitet habe. Im Juni 2017 sei er mit einem Visum nach 

E._______ ausgereist. Im August 2018 sei sein Sohn in E._______ zur 

Welt gekommen. Bis zu seiner Ausreise habe er gemeinsam mit der Mutter 

des Kindes, einer brasilianischen Staatsangehörigen, in der Stadt 

F._______ gelebt. Am 11. März 2021 sei er auf einer Busreise in E._______ 

von Unbekannten attackiert und zusammengeschlagen worden und habe 

danach ihm Spital behandelt werden müssen. Fortan habe er in Angst ge-

lebt und befürchtet, Opfer von weiteren Attacken zu werden. Am 17. Sep-

tember 2021 habe er E._______ legal mit dem Flugzeug in Richtung 

Schweiz verlassen.  

B.  

Mit Verfügung vom 1. Dezember 2021 stellte das SEM fest, der Beschwer-

deführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte dessen Asylgesuch 

ab, wies ihn aus der Schweiz weg und beauftragte den zuständigen Kanton 

mit dem Vollzug. 

C.  

Mit Eingabe vom 22. Dezember 2021 erhob der Beschwerdeführer gegen 

diese Verfügung beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. Er bean-

tragt die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Feststellung, 

dass die Wegweisung, sowohl nach E._______ wie auch nach C._______, 

unzumutbar sei. In prozessualer Hinsicht ersucht er um Gewährung der 

unentgeltlichen Rechtspflege, einschliesslich Verzicht auf die Erhebung ei-

nes Kostenvorschusses.  

E-5603/2021 

Seite 3 

D.  

Am 27. Dezember 2021 bestätigte der Instruktionsrichter den Eingang der 

Beschwerde und verfügte, der Beschwerdeführer könne den Ausgang des 

Verfahrens einstweilen in der Schweiz abwarten. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwer-

den gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG und entscheidet auf dem Gebiet 

des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG 

[SR 142.31]; Art. 83 Bst.d Ziffer 1 BGG). Der Beschwerdeführer ist als Ver-

fügungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). 

Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten 

(Art.  108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 Abs.1 VwVG).  

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur 

summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

E-5603/2021 

Seite 4 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).  

4.3 Die Vorinstanz lehnte das Asylgesuch des Beschwerdeführers mit der 

Begründung ab, er sei gemäss seinen Angaben sowohl Staatsangehöriger 

von C._______ als auch von E._______. Er habe ausschliesslich Schwie-

rigkeiten in E._______ geltend gemacht. In seinem Heimatstaat 

C._______ habe er jedoch keine Probleme gehabt. Allfällige Asylvorbrin-

gen mit Bezug zu E._______ würden die Flüchtlingseigenschaft nur dann 

zu begründen vermögen, wenn diese auch in seinem Heimatstaat 

C._______ zu einer Verfolgungssituation führten. Aufgrund der Aktenlage 

könne jedoch nicht geschlossen werden, dass der Beschwerdeführer auf-

grund der geltend gemachten Probleme in E._______ auch in C._______ 

entsprechende Nachteile zu befürchten hätte. Aus diesem Grund erübrige 

es sich, die vorgebrachten Erlebnisse in E._______ zu thematisieren und 

diese einer Glaubhaftigkeitsprüfung zu unterziehen. Dennoch sei festzu-

stellen, dass der von ihm geltend gemachte, einmalige Vorfall weder aus 

einem flüchtlingsrelevanten Motiv erfolgt sei noch die geforderte Intensität 

und Aktualität aufweise. Die geschilderten Nachteile seien deshalb flücht-

lingsrechtlich nicht relevant. 

4.4  

4.4.1 Es ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer in C._______ gebo-

ren und damit die C._______ Staatsbürgerschaft bei Geburt erworben hat. 

Gemäss seinen Angaben verfügt er auch über den C._______ Pass und 

C._______ Identitätskarte, deren Nachreichung er im Asylverfahren zwar 

in Aussicht gestellt, jedoch bis heute nicht zu den Akten gereicht hat (vgl. 

SEM-eAkten, 1109676-17/13, F6–F10). Ebenso unbestritten ist E._______ 

Staatsbürgerschaft, welche er im Asylverfahren durch entsprechende Be-

weismittel (Pass und Identitätskarte) belegt hat. In der Anhörung sowie auf 

Beschwerdeebene macht der Beschwerdeführer jedoch geltend, bei einer 

allfälligen Rückkehr nach C._______ könnte es Probleme geben, da 

C._______ die doppelte Staatsbürgerschaft nicht anerkenne und er den 

E-5603/2021 

Seite 5 

Verlust der C._______ Staatsbürgerschaft riskiere (vgl. SEM-eAkten, 

1109676-17/13, F52).  

4.4.2 Gemäss den anwendbaren C._______ Rechtsgrundlagen trifft es zu, 

dass die doppelte Staatsbürgerschaft in C._______ grundsätzlich verboten 

ist und die betroffene Person im Falle des Erwerbs einer anderen Staats-

bürgerschaft die C._______ Staatsbürgerschaft verliert (vgl. Bronwen 

Manby, Citizenship Law in Africa, A Comparative Study, New York 2016, 

S. 74 ff.). Die verfügbare Quellenlage weist jedoch auf Ausnahmen und die 

abweichende praktische Anwendung dieser Rechtsgrundlagen durch die 

C._______ Behörden hin. Namentlich besteht eine Ausnahme für Frauen, 

welche durch Heirat die Staatsbürgerschaft ihres Ehemanns erhalten ha-

ben und für C._______ Staatsbürger, welche in C._______ geboren wur-

den. In diesen Fällen ist eine doppelte Staatsbürgerschaft erlaubt (vgl. 

Jeune Afrique, Double nationalité: quels sont les pays africains qui l’autori-

sent?, 05.12.2015, <https://www.jeuneafrique.com/mag/284412/ 

societe/double-nationalite-pays-africains-lautorise/>, abgerufen am 

18.01.2022; vgl. Government of Canada, Travel advice and advisories for 

C._______, 10.01.2022, <https://travel.gc.ca/destinations/C._______>, 

abgerufen am 18.01.2022). Weiter weisen die verfügbaren Quellen darauf 

hin, dass der Verlust der Staatsbürgerschaft infolge des Erwerbs einer an-

deren Staatsbürgerschaft eine entsprechende Aberkennung der Staatsbür-

gerschaft durch die C._______ Regierung voraussetzt, diese in der Praxis 

jedoch selten eine solche Aberkennung verfügt (vgl. EU Global Diaspora 

Facility (EUDiF), Diaspora engagement mapping C._______, 10.2021, 

<https://diasporafordevelopment.eu/wp-content/uplo-

ads/2021/10/CF_C._______-v.6.pdf>, abgerufen am 18.01.2022). 

4.4.3 Aufgrund des Gesagten ist mit der Vorinstanz festzustellen, dass der 

Beschwerdeführer sowohl Staatsangehöriger C._______ wie auch 

E._______ ist und somit über zwei Staatsangehörigkeiten verfügt. Auch 

wenn es zutreffen würde, dass seine C._______ Identitätsdokumente ab-

gelaufen sind und er diese folglich erneuern müsste, ist nach dem Gesag-

ten nicht mit allfälligen Schwierigkeiten seitens der C._______ Behörden 

zu rechnen und es kann mit genügender Sicherheit ausgeschlossen wer-

den, dass die C._______ Behörden keine neuen Dokumente ausstellen o-

der ihm bei einer Einreise die C._______ Staatsbürgerschaft aberkennen 

würden. 

  

E-5603/2021 

Seite 6 

4.5  

4.5.1 Gestützt auf Art. 1 A Ziff. 2 Abs. 2 des Abkommens vom 28. Juli 1951 

über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) sind Personen 

von der Anerkennung als Flüchtling ausgeschlossen, die mehrere Staats-

angehörigkeiten besitzen und die den Schutz von wenigstens einem dieser 

Länder in Anspruch nehmen können. Soweit verfügbar hat der Schutz des 

Landes, dessen Staatsangehörigkeit eine Person besitzt, Priorität gegen-

über dem internationalen Schutz beziehungsweise dem Schutz durch ei-

nen Drittstaat (vgl. UNHCR, Handbuch über Verfahren und Kriterien zur 

Feststellung der Flüchtlingseigenschaft, Genf 1979, Neuauflage: UNHCR 

Genf 2013, S. 24 f.). 

4.5.2 Aufgrund seiner C._______ Staatsbürgerschaft kann sich der Be-

schwerdeführer mithin nach C._______ begeben und dort aufgrund der 

geltenden Niederlassungsfreiheit (wieder) Wohnsitz nehmen. Er macht 

keine Fluchtgründe geltend, die sich auf das Territorium des C._______ 

Staates beziehen. Seine pauschalen und unsubstantiierten Einwendun-

gen, wonach er bei einer Rückkehr nach C._______ riskiere, jung zu ster-

ben und seit fast vier Jahren nicht mehr im Land gewesen sei, vermögen 

keine flüchtlingsrelevante Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG zu be-

gründen. Da der Beschwerdeführer in C._______ keine asylrelevante Ver-

folgung befürchten muss, ist er nicht auf den Schutz der Schweiz angewie-

sen. 

4.5.3 Bei dieser Sachlage kann die Frage der flüchtlingsrechtlichen Rele-

vanz der Vorbringen betreffend die geltend gemachte Verfolgung in 

E._______ offenbleiben. Selbst wenn davon auszugehen wäre, dass diese 

geltend gemachte Verfolgung – ein Angriff durch unbekannte Personen im 

Bus – sich wie vom Beschwerdeführer geschildert ereignet hätte, ist der 

Beschwerdeführer im Sinne des Subsidiaritätsprinzips offensichtlich nicht 

auf den Schutz der Schweiz angewiesen, da er im anderen Heimatstaat, 

wo sich weitere Familienmitglieder aufhalten, Zuflucht nehmen könnte. Im 

Übrigen gab er an der Anhörung selbst an, er habe schon seit langem – 

das heisst vor dem geschilderten Ereignis – vorgehabt, E._______ zu ver-

lassen (vgl. SEM-eAkten, 1109676-17/13, F66).  

4.6 Es erübrigt sich daher, auf die weiteren Ausführungen und eingereich-

ten Beweismittel auf Beschwerdeebene einzugehen. Das SEM hat das 

Asylgesuch des Beschwerdeführers demnach zu Recht abgelehnt. 

E-5603/2021 

Seite 7 

5.  

Die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein Asylge-

such hat in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge (Art. 44 

AsylG). Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtli-

che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer 

solchen (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). Die verfügte 

Wegweisung steht daher im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen 

und wurde von der Vorinstanz zu Recht angeordnet. 

 

6.  

6.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Auslän-

der und über die Integration AIG, SR 142.20]).  

 

6.2  

6.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 FK). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des 

Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-

same, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, 

SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder 

unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen 

werden.  

 

6.2.2 Der Vollzug der Wegweisung durch Rückschaffung nach C._______ 

ist unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig, weil der Beschwerde-

führer – wie zuvor dargelegt – dort keinen Nachteilen im Sinne von Art. 3 

AsylG ausgesetzt wäre. Aus den Vorbringen des Beschwerdeführers erge-

ben sich ausserdem auch keine konkreten und gewichtigen Anhaltspunkte 

für die Annahme, dass er im Falle einer Ausschaffung nach C._______ mit 

beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK verbotenen Strafe 

oder Behandlung ausgesetzt wäre (vgl. aus der Praxis des Europäischen 

Gerichtshofs für Menschenrechte etwa die Urteile i.S. Bensaid, Rep. 2001-

E-5603/2021 

Seite 8 

I, S. 303, sowie i.S. Saadi vom 28. Februar 2008 [Grosse Kammer], Be-

schwerde Nr. 37201/06, Ziff. 124 ff., jeweils m.w.N.). Auch die allgemeine 

Menschenrechtssituation in C._______ bietet zum heutigen Zeitpunkt kei-

nen konkreten Anlass zur Annahme, dem Beschwerdeführer drohe eine 

entsprechende Gefährdung. Der Vollzug der Wegweisung ist somit sowohl 

im Sinne der asylgesetzlichen als auch der völkerrechtlichen Bestimmun-

gen zulässig.  

 

6.3  

6.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf 

Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren.  

6.3.2 Die allgemeine Lage in C._______ ist weder von Bürgerkrieg noch 

von allgemeiner Gewalt gekennzeichnet, so dass der Vollzug der Wegwei-

sung dorthin grundsätzlich zumutbar erscheint. Es bestehen auch sonst 

keine Anhaltspunkte, die darauf schliessen liessen, der Beschwerdeführer 

sei bei einer Rückkehr nach C._______ einer konkreten Gefährdung im 

Sinne von Art. 83 Abs. 4 AIG ausgesetzt. Insbesondere ist auch nicht da-

von auszugehen, dass er bei seiner Rückkehr in den Heimatstaat in wirt-

schaftlicher Hinsicht in eine existenzbedrohende Situation gelangen wird. 

Gemäss eigenen Angaben arbeitete er während zwei Jahren in der (…) in 

D._______ und danach für rund ein Jahr im (…) (vgl. SEM-eAkten, 

1109676-17/13, F25) und verfügt damit über Berufserfahrung. Ausserdem 

hat er in C._______ die Universität abgeschlossen und weist einen hohen 

Bildungsstand auf (vgl. SEM-eAkten, 1109676-17/13, F23). Schliesslich le-

ben in C._______ die Mutter, dreizehn Geschwister sowie weitere Ver-

wandte des Beschwerdeführers, namentlich sein Onkel, bei welchem er 

aufgewachsen ist und welcher nach dem Tod des Vaters als Adoptivvater 

für den Beschwerdeführer fungierte (vgl. SEM-eAkten, 1109676-17/13, 

F31). Mit einem ausgedehnten familiären Netz, einem hohen Bildungs-

stand und einer relativ breiten Berufserfahrung sind die Voraussetzungen 

für eine Wiedereingliederung in C._______, sowohl in sozialer wie auch in 

wirtschaftlicher Hinsicht, als gut zu bezeichnen. 

Demgemäss ist der Wegweisungsvollzug in allgemeiner wie auch in indivi-

dueller Hinsicht als zumutbar einzustufen. 

E-5603/2021 

Seite 9 

6.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Wegweisungsvollzug auch als möglich zu be-

zeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AlG) 

6.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug nach 

C._______ zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine 

Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt damit ausser Betracht (Art. 83 

Abs. 1– 4 AIG). 

7.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit überprüfbar – 

angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

8.  

8.1 Der Beschwerdeführer beantragt die Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung (Art. 65 Abs. 1 VwVG). Aufgrund der vorstehenden Erwä-

gungen ergibt sich, dass sein Begehren als aussichtslos zu gelten hat. Da-

mit ist eine der kumulativ zu erfüllenden Voraussetzungen nicht gegeben, 

weshalb das Gesuch ungeachtet einer geltend gemachten Mittellosigkeit 

abzuweisen ist. 

8.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-

deführer aufzuerlegen und praxisgemäss auf insgesamt Fr. 750.– festzu-

setzen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 

2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-

gericht [VGKE], SR 173.320.2). Das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung 

eines Kostenvorschusses erweist sich mit vorliegendem Entscheid als ge-

genstandslos. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-5603/2021 

Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.–  werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

David R. Wenger Matthias Neumann 

 

 

Versand: