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**Case Identifier:** 7b88afe4-42dc-53db-8d00-7336944d8d47
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-10-21
**Language:** de
**Title:** Einschätzung 2006 und Verrechnungssteuer 2007
**Docket/Reference:** ST.2008.344
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_ST_2008_344_vg.pdf

## Full Text

STEUERREKURSKOMMISSION II 
DES KANTONS ZÜRICH 

2 ST.2008.344 

Entscheid 

21. Oktober 2009 

Mitwirkend: 

Präsident R. Oesch, Mitglied R. Schircks Denzler, Ersatzmitglied H. Knüsli und  
Sekretär M. Ochsner 

In Sachen 

gegen 

Rekurrent,  

Rekursgegner,  

A,    

vertreten durch B,  

S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt, 
Division Nord, 
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich 

betreffend 

Einschätzung 2006 und Verrechnungssteuer 2007 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. A (nachfolgend der Pflichtige) ist mit C, geborene D, verheiratet und wohnt 

seit Jahren mit ihr zusammen in einem eigenen Haus in E . Dort unterliegen die Ehe-

leute A-D seit langem der unbeschränkten Steuerpflicht. In F besitzt der Pflichtige ein 

Zweifamilienhaus, das er jedenfalls in den Jahren 2005 und 2006 teilweise selber be-

nutzt und teilweise (an G) vermietet hat. Er war in diesen Jahren Präsident und Dele-

gierter des Verwaltungsrats der H in I und der K in L; seine Ehefrau war Verwaltungsrä-

tin  dieser  Gesellschaften.  Sodann  waren  die  Ehegatten  Mehrheitsaktionäre  beider 

Gesellschaften.  Zudem  war  der  Pflichtige  Verwaltungsratspräsident  der  M  und  der  N, 

beide  in  L; seine Ehefrau  amtete auch in diesen Gesellschaften als  Verwaltungsrätin. 

Schliesslich war der Pflichtige (Executive bzw. Non-executive) President of the Board 

der  O  bzw.  P.  Der  Pflichtige  war  in  F  als  Wochenaufenthalter  gemeldet  und  hier  bis 

und  mit  Steuerperiode  2005  steuerlich  entsprechend  behandelt  worden.  Das  heisst, 

dass  auch  in  der  Steuerperiode  2005  einzig  die  hiesige  Liegenschaft  und  der  Ertrag 

daraus  im  Kanton  Zürich  besteuert  wurden.  Als  steuerpflichtig  wurden  dabei  beide 

Ehegatten betrachtet. 

Am 29. Mai  2007 ging  beim Gemeindesteueramt  F die Steuererklärung 2006 

samt einer Kopie der entsprechenden … Steuererklärung ein. Gestützt auf eine telefo-

nische Besprechung zwischen dem Steuersekretär der Gemeinde  F und dem Pflichti-

gen vom 10. Mai 2004 liess das kantonale Steueramt diesen wissen, es werde für die 

Steuerperiode  2006  die  unbeschränkte  Steuerhoheit  über  ihn  beanspruchen.  Zu  die-

sem  Zweck  unterbreitete  es  am  25. Juli  2007  einen  entsprechenden  Einschätzungs-

vorschlag.  Nachdem  der  Pflichtige  mitgeteilt  hatte,  er  sei  damit  nicht  einverstanden, 

schätzte das kantonale Steueramt ihn für 2006 wie folgt ein: 

Einkommen 

Vermögen   

steuerbar 

     Fr.   

248'500.- 

950'000.- 

satzbestimmend  

Fr. 

305'700.- 

1'728'000.-. 

Den Verrechnungssteueranspruch 2007 für Fälligkeiten 2006 setzte es gleichzeitig auf 

Fr. 19'697.45 fest. 

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Begründet wurde dies damit, dass der Pflichtige unselbstständig erwerbstätig 

und leitender Angestellter sei. Daher befinde sich das Hauptsteuerdomizil am Arbeits-

ort;  am  Aufenthaltsort  (sc.  wohl  Wohnsitz)  der  Familie  unterhalte  er  einzig  einen  "se-

kundären  Steuerwohnsitz".  Bei  solcher  Lage  der  Dinge  stehe  dem  Kanton  Zürich  na-

mentlich  das  Besteuerungsrecht  für  den  Lohn  des  Pflichtigen  und  den  hälftigen 

Bestand an Wertschriften und Guthaben sowie den entsprechenden Ertrag zu. 

B.  Hiergegen  erhob  der  Pflichtige  am  20. Dezember  2007  Einsprache.  Darin 

verlangte er vorab einen Steuerhoheitsentscheid, worin verbindlich über seine hiesige 

Steuerpflicht  bzw.  deren  Umfang  zu  befinden  sei.  Sodann  liege  ein  klarer  Verstoss 

gegen das Verbot der interkantonalen Doppelbesteuerung vor, da bereits der Kanton R 

sein Erwerbseinkommen bis und mit 2006 rechtskräftig besteuert habe. 

Mit  Entscheid  vom  26. September  2008  wies  das  kantonale  Steueramt  die 

Einsprache  ab.  Dabei  führte  es  zunächst  aus,  unter  den  gegebenen  Umständen  sei 

kein  Raum  für  einen  Vorentscheid  über  den  Umfang  der  Steuerpflicht  des  Pflichtigen 

im Kanton Zürich. In der Sache selbst sei massgeblich, dass dieser in der M in L Ge-

schäftsführer  und  Verwaltungsratspräsident  sei.  Ebenso  sei  er  Verwaltungsratspräsi-

dent der N, einer Tochtergesellschaft der M, welche ein bedeutendes Unternehmen mit 

zahlreichen Mitarbeitern sei. Mithin sei der Pflichtige hier in leitender Stellung erwerbs-

tätig; das begründe im Kanton Zürich eine unbeschränkte Steuerpflicht. 

C. 1. Mit Rekurs vom 27. Oktober 2008 verlangte der Pflichtige, es sei festzu-

stellen, dass der notwendige Vorbescheid (Steuerdomizilentscheid) über Art und Aus-

mass der Steuerpflicht im Steuerjahr 2006 nicht ergangen sei und dass der Pflichtige in 

dieser  Steuerperiode  der  unbeschränkten  Steuerpflicht  im  Kanton  Zürich  nicht  unter-

stehe. Eventuell sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. 

Mit  Rekursantwort  vom  7./12. Januar  2009  schloss  das  kantonale  Steueramt 

auf Abweisung des Rechtsmittels. 

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2. Mit Verfügung vom 27. Januar 2009 hat die Steuerrekurskommission II das 

Verfahren vorläufig sistiert. Am  5. Oktober 2009 hat das Gericht die Sistierung aufge-

hoben. 

Die Rekurskommission zieht in Erwägung: 

1. Unbestritten  ist,  dass  der  Pflichtige  in  der  streitbetroffenen  Steuerperiode 

2006 (Allein-)Eigentümer einer Liegenschaft in F war und darum auf jeden Fall gemäss 

Art. 4  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  über  die  Harmonisierung  der  direkten  Steuern  der 

Kantone  und  Gemeinden  vom  14. Dezember  1990  (StHG)  und  § 4  Abs. 1  lit. b  des 

Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) im Kanton Zürich steuerpflichtig war. Streitig ist 

einzig,  ob  er  hier  gestützt  darauf 

(bloss)  der  beschränkten  oder  aber 

– aufgrund anderer Umstände – der unbeschränkten Steuerhoheit (Art. 3 Abs. 1 StHG 

bzw. § 3 Abs. 1 StG) unterlag. Während das kantonale Steueramt dafür hält, die hiesi-

ge unbeschränkte Steuerpflicht sei gegeben, widersetzt sich der Pflichtige dieser Beur-

teilung  unter  Verweis  auf  seinen  steuerlichen  Wohnsitz  im  Kanton  R,  wo  er  für  2006 

bereits  entsprechend  rechtskräftig  eingeschätzt  sei.  Fest  steht  sodann,  dass  sich  der 

Wohnsitz  seiner  Ehefrau,  mit  welcher  er  in  ungetrennter  Ehe  lebt,  nach  wie  vor  in  E  

befand.  

2. a)  Bestreitet  ein  Steuerpflichtiger  die  Steuerhoheit  eines  Kantons,  so  muss 

laut bundesgerichtlicher Rechtsprechung zunächst in einem grundsätzlichen Entscheid 

über die Frage der Steuerpflicht (Steuerhoheit) befunden werden, bevor das Einschät-

zungsverfahren  durchgeführt  wird  (BGr,  10. Juni  2008,  2C_249/2008,  www.bger.ch). 

Dieser  Anspruch  besteht  gemäss  Bundesgericht  direkt  auf  Grund  des  verfas-

sungsmässigen  Verbots  der  interkantonalen  Doppelbesteuerung  (Art. 127  Abs. 3  BV) 

und ist unabhängig davon, ob  das kantonale Recht ein solches Verfahren kennt oder 

nicht  (Locher/Locher,  Die  Praxis  der  Bundessteuern,  III.  Teil:  Das  interkantonale 

Doppelbesteuerungsrecht, § 1, III A, 1 Nrn. 7, 10, 23 - 25). Es ist unzulässig und ver-

stösst  gegen  Art. 127  Abs. 3  BV,  direkt  zu  einer  Einschätzung  zu  schreiten,  obschon 

der Steuerpflichtige die Steuerhoheit bestritten hat. Diese Regelung ist für alle Kantone 

bindend, mithin auch für Zürich. 

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Indes besteht ein solcher Anspruch des Rechtsuchenden laut Praxis des Ver-

waltungsgerichts  nur  dann,  wenn  umstritten  ist,  ob  im  Kanton  Zürich  überhaupt  ein 

steuerlicher Anknüpfungspunkt besteht. Anders verhält es sich dann, wenn  fest steht, 

dass  der Steuerpflichtige  im Kanton  Zürich beschränkt steuerpflichtig ist, so  zum Bei-

spiel dank hiesigen Liegenschaftenbesitzes (auf Grund sog. wirtschaftlicher Zugehörig-

keit; nach § 4 Abs. 1 lit. b StG). Wendet sich der Steuerpflichtige dagegen, dass er hier 

(neu)  unbeschränkt  steuerpflichtig  sein  soll  (auf  Grund  sog.  persönlicher  Zugehörig-

keit), ist nicht die Frage nach der subjektiven Steuerpflicht bzw. nach dem Steuerdomi-

zil  im  Kanton,  sondern  bloss  der  Umfang  der  Steuerpflicht  bzw.  der  am  (hiesigen) 

Steuerdomizil  steuerbaren  Teile  von  Einkommen  und  Vermögen  streitig.  Hierüber  ist 

nun nicht im Rahmen eines (wie gesehen, bundesrechtlich vorgeschriebenen) Vorent-

scheids,  sondern  im  gewöhnlichen  Veranlagungsverfahren  zu  entscheiden  (RB 1997 

Nr. 41  =  StE 1997  B 11.3  Nr. 10;  VGr,  21. Mai  2003,  SB.2002.00111).  Diese  Vor-

gehensweise  lässt  sich  schon  darum  rechtfertigen,  weil  der  Steuerpflichtige  unter  

solchen  Umständen  ohnehin  gehalten  ist,  in  Zürich  eine  vollständig  ausgefüllte,  alle 

massgeblichen  Zahlen  umfassende  Steuererklärung  vorzulegen.  Diesen  Vorgaben 

haben  sich  die  Steuerrekurskommissionen  zu  unterziehen  (StRK  I,  24. September 

2003,  1 ST.2003.322,  auch  zum  Folgenden).  Trifft  das  Steueramt  unter  solchen  Um-

ständen einen Vorentscheid, so heben die Steuerrekurskommissionen diesen auf Re-

kurs  hin  auf  und  weisen  die  Sache  zur  Einschätzung  an  die  Steuerbehörden  zurück. 

Diesen Entscheid muss erstinstanzlich zwingend die Verwaltung treffen; es wäre dem 

Gericht  verwehrt,  insofern  unmittelbar  aktiv  zu  werden.  Dass  diese  Rechtsauffassung 

bundesrechtswidrig sei, hat das Bundesgericht noch nie festgestellt. 

b) Wie erwähnt, war der Pflichtige 2006 als Eigentümer einer Liegenschaft in 

F hier klarerweise jedenfalls beschränkt steuerpflichtig. War die unbeschränkte Steuer-

pflicht streitig, so war das kantonale Steueramt nicht nur befugt, sondern nach der  zi-

tierten  verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung gehalten, direkt zur Einschätzung zu 

schreiten. Mithin ist sie vorliegend korrekt vorgegangen, indem sie den Pflichtigen am 

29. November  2007  für  die  Steuerperiode  2006  eingeschätzt  hat,  ohne  zuvor  einen 

Hoheitsentscheid (Vorentscheid) zu fällen. Hätte das Amt anders gehandelt und damit 

dem  Ansinnen  des  Pflichtigen  entsprochen,  müsste  es  sich  den  Vorwurf  gefallen  las-

sen,  es  habe  die  Rechtsprechung  des  Verwaltungsgerichts  missachtet  und  sein  Vor-

gehen sei gesetzwidrig. 

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Diese Rechtslage verkennt der Pflichtige. Indem er  vernachlässigt, dass  sich 

die Verhältnisse wegen der unbestrittenermassen bereits – wenn auch nur beschränkt 

auf  das  Grundeigentum  und  den  Ertrag  daraus – vorhandenen  Steuerpflicht  anders 

darstellen  als  im  Normalfall,  beruft  er  sich  zu  Unrecht  auf  die  Rechtsprechung  des 

Bundesgerichts,  wonach  bei  interkantonalen  Steuerstreitigkeiten  von  Bundesrechts 

wegen  ein  unbedingter  Anspruch  auf  einen  Vorentscheid  besteht.  Sein  Vorwurf,  die 

steueramtliche Verfahrensweise sei bundesrechtswidrig, zielt ins Leere. Zwar trifft sei-

ne Erkenntnis zu, das Steueramt habe keinen Vorentscheid gefällt; doch hat die dafür 

notwendige  gesetzliche  Grundlage  gefehlt.  Ist  mithin  erstellt,  dass  das  kantonale  

Steueramt  in  casu  verfahrensmässig  korrekt  vorgegangen  ist,  kann  dem  Hauptantrag 

des Pflichtigen, es sei festzustellen, dass es am unerlässlichen "Vorbescheid (Steuer-

domizilentscheid)"  mangle,  nicht  gefolgt  werden.  Ein  dahin gehendes  Feststellungsin-

teresse, es fehle an einem Vorentscheid, ist nicht erkennbar.  

3. a) Nach Art. 3 StHG und § 3 Abs. 1 StG ist eine natürliche Person aufgrund 

persönlicher  Zugehörigkeit  steuerpflichtig,  wenn  sie  ihren  steuerrechtlichen  Wohnsitz 

im Kanton hat (je Abs. 1). Einen solchen Wohnsitz hat sie namentlich dann, wenn sie 

sich hier mit der Absicht dauernden Verbleibens aufhält (je Abs. 2). Nach der massgeb-

lichen bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu Art. 127 Abs. 3 BV ist der steuerrechtli-

che  Wohnsitz  (Hauptsteuerdomizil)  einer  unselbstständig  erwerbenden  Person  im  in-

terkantonalen Verhältnis derjenige Ort, wo die betreffende Person sich mit der Absicht 

dauernden  Verbleibens  aufhält  bzw.  wo  sich  der  Mittelpunkt  ihrer  Lebensinteressen 

befindet  (Locher/Locher,  § 3,  I  B,  Nr. 20).  Dieser  Mittelpunkt  bestimmt  sich  nach  der 

Gesamtheit  der  objektiven,  äusseren  Umstände,  aus  welchen  sich  diese  Interessen 

erkennen lassen; unmassgeblich sind die bloss erklärten Wünsche des Steuerpflichti-

gen. Ebenso wenig kommt es auf die rein gefühlsmässige Bevorzugung eines Orts an. 

Dem polizeilichen Domizil, wo die Schriften hinterlegt sind oder die politischen Rechte 

ausgeübt werden, kommt keine entscheidende Bedeutung zu. Denn dabei handelt es 

sich um äussere Merkmale, die nur ein Indiz für den steuerrechtlichen Wohnsitz bilden 

können (BGE 132 I 36 E. 4.1).  

Hält  sich  eine  Person  abwechslungsweise  an  zwei  verschiedenen  Orten  auf, 

so namentlich dann, wenn der Arbeitsort und ihr sonstiger Aufenthaltsort auseinander 

fallen,  bestimmt  sich  der  steuerrechtliche  Wohnsitz  danach,  zu  welchem  Ort  sie  die 

stärkere  Beziehung  unterhält.  Bei  unselbstständig  erwerbenden  Steuerpflichtigen  ist 

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dies gewöhnlich der Ort, wo sie für längere oder unbestimmte Zeit Aufenthalt nehmen, 

um von dort aus der täglichen Arbeit nachzugehen. Diesfalls ist der Zweck des Lebens-

unterhalts  dauernder  Natur.  Auch  hier  ist  die  Würdigung  der  gesamten  Umstände 

massgeblich (BGE 132 I 36  f., auch zum Folgenden). Bei in ungetrennter Ehe leben-

den Personen mit Beziehungen zu mehreren Orten gelten die persönlichen und familiä-

ren Kontakte zum Ort, wo sich ihre Familie, d.h. der Ehegatte und die Kinder aufhalten, 

als stärker als diejenigen zum Arbeitsort bzw. jenem andern Ort, von wo aus sie ihrer 

Arbeit regelmässig nachgehen. Doch gilt das nur dann, wenn sie täglich oder wenigs-

tens an den Wochenenden an den Familienort zurückkehren und auch dann nur, falls 

sie in nicht leitender Stellung (unselbstständig) erwerbend sind. Demnach unterstehen 

verheiratete  Pendler  oder  Wochenaufenthalter  grundsätzlich  ausschliesslich  der  (un-

beschränkten) Steuerhoheit des Kantons, in welchem sich ihre Familie aufhält. Anders 

beurteilen  sich  demgegenüber  die  Verhältnisse  dort,  wo  der  Steuerpflichtige  als  un-

selbstständig  Erwerbstätiger  in  leitender  Funktion  arbeitet.  Verbringt  eine  solche  Per-

son die Wochenenden und ihre Freizeit  bei der Familie, begründet der Arbeitsort das 

Hauptsteuerdomizil und am Familienort befindet sich ein "sekundärer Steuerwohnsitz". 

Das  Bundesgericht  hat  an  dieser  Aufteilung  trotz  Kritik,  wonach  diese  Konstruktion 

unter dem Regime des StHG nicht mehr gesetzmässig und daher nicht mehr zulässig 

sei (Höhn/Mäusli, Interkantonales Steuerrecht, 4. A., 1999, S. 103 ff. und 137 f.), fest-

gehalten (BGr, 11. September 2007, 2C_112/2007, www.bger.ch = StE 2008 A 24.24.3 

Nr. 3,  auch  zum  Folgenden).  Kehrt  der  Steuerpflichtige  hingegen  täglich  zur  Familie 

zurück,  gilt  der  Aufenthaltsort  der  Familie  laut  bundesgerichtlicher  Rechtsprechung 

ungeachtet der beruflichen Stellung als Steuerwohnsitz.  

Die  Anforderungen,  welche  die  Rechtsprechung  an  eine  "leitende  Stellung" 

stellt,  sind  hoch  (BGr,  7. Januar  2004,  2P.2/2003,  www.bger.ch  =  ASA  73,  420  = 

StE 2004  A  24.24.3  Nr. 2).  Erforderlich  sind  kumulativ  (a)  eine  besondere  Verantwor-

tung (b) in einer bedeutenden Unternehmung (c) mit zahlreichem Personal (BGE 125 I 

468;  BGr,  29. Juli  2002,  2P.335/2001,  www.bger.ch).  Die  berufliche  Beanspruchung 

erweist sich als derart stark, dass die familiären und sozialen Beziehungen in den Hin-

tergrund treten (BGr, 7. Januar 2004, 2P.2/2003, auch zum Folgenden). Dies trifft z.B. 

beim  Direktor  einer  Maschinenfabrik,  beim  Stellvertreter  des  Chefingenieurs  einer  

Kohlenmine,  beim  Geschäftsführer  eines  Bergwerks,  welchem  zeitweise  400  Arbeiter 

unterstehen,  bei  einem  technischen  Direktor  mit  130  -  140  Untergebenen  sowie  dem 

Präsidenten der Generaldirektion der SBB zu. Hingegen genügt dazu eine Chefposition 

in einer öffentlichen Anstalt, welche einen Umsatz von Fr. 15 Mio. generiert und mehr 

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als 100 Mitarbeiter zählt, nicht, zumal die Mitarbeitenden mehrheitlich bloss teilzeitlich 

beschäftigt sind, viele sogar zu weniger als 50% eines Vollzeitpensums. Ein Personen-

bestand von 70 Personen ist zu gering, um als Unternehmung "mit zahlreichem Perso-

nal"  zu  gelten,  wie  das  Bundesgericht  im  erwähnten  Urteil  unmissverständlich  fest-

gehalten  hat.  Anders  zu  entscheiden  ist  dann,  wenn  der  Betrieb  "fortgeschritten" 

automatisiert ist (Locher/Locher, § 3, I B, 1 b Nr. 14). Eine anspruchs- und verantwor-

tungsvolle  Stellung  reicht  für  sich  allein  eben  noch  nicht  aus.  Sodann  ist  der  Haupt-

aktionär,  Präsident  und  Delegierte  des  Verwaltungsrats  eines  mittelgrossen  Familien-

unternehmens,  das  rund  30  Personen  beschäftigt  und  in  welchem  zwei  Söhne  als 

kaufmännischer und Betriebsdirektor mitarbeiten, nicht im Sinn der Rechtsprechung in 

"leitender Stellung" in einem bedeutenden Unternehmen mit zahlreichem Personal tätig 

(Locher/Locher,  § 3,  I B,  1 b  Nr. 16).  Schliesslich  hat  das  höchste  Schweizer  Gericht 

am … festgehalten, der Direktor der … erfülle "unbestrittenermassen" die Kriterien ei-

nes  Angestellten  in  "leitender  Stellung"  (sc.  in  einer  bedeutenden  Unternehmung  mit 

zahlreichem  Personal).  Aktenkundig  ist,  dass  die  …  einen  Jahresumsatz  von  Fr. 60  - 

70 Mio. erwirtschaften und 150 Mitarbeitende beschäftigen. 

b)  Nach  § 132  Abs. 1  StG  haben  die  Steuerbehörden  zusammen  mit  dem 

Steuerpflichtigen  die  für  die  vollständige  und  gerechte  Besteuerung  massgeblichen 

tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse festzustellen. Dabei haben diese Behörden 

die steuerbegründenden oder -erhöhenden Tatsachen nachzuweisen, der Steuerpflich-

tige  hingegen  jene  Umstände,  welche  die  Steuerschuld  mindern  oder  aufheben 

(RB 1987 Nr. 35). Damit obliegt es jenen, den Wohnsitz als steuerbegründende Tatsa-

che  darzutun.  Dem  Steuerpflichtigen  kann  freilich  auch  im  interkantonalen  Verhältnis 

der Gegenbeweis für die von ihm behauptete subjektive Steuerpflicht an einem neuen 

Ort  auferlegt  werden,  falls  die  von  der  Behörde  angenommene  bisherige  subjektive 

Steuerpflicht als sehr wahrscheinlich anzunehmen ist (vgl. ASA 39, 288). Diese Regel 

greift  auch  dann,  wenn  nicht  der  Ort  des  Hauptsteuerdomizils  umstritten  ist,  sondern 

ein Nebensteuerdomizil, d.h. ein Spezial- oder ein sekundäres Steuerdomizil. Dabei ist 

gleichgültig,  ob  ein  solches  Domizil  neu  begründet  oder  aber  ein  bisheriges  aufgeho-

ben wird (Pra 2000 Nr. 7 E. 3c; BGr, 4. März 2009, 2C_667/2008, www.bger.ch).  

4. a)  Der  Pflichtige  wohnt  seit  Jahren  mit  seiner  Ehefrau  in  E  im  eigenen 

Haus.  Der  familiäre  Mittelpunkt  beider  liegt  auch  nach  Meinung  des  Zürcher  Steuer-

amts  dort.  Das  hat  dazu  geführt,  dass  sie  seit  langem  an  jenem  Ort  unbeschränkt 

steuerpflichtig waren; einzig der Kanton R hatte einen entsprechenden Steueranspruch 

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geltend gemacht. Dies hat sich indes in der hier streitigen Steuerperiode 2006 hinsicht-

lich der Person des Pflichtigen geändert, indem nun der Kanton  Zürich ihn grundsätz-

lich unbeschränkt der eigenen Steuerhoheit unterwerfen will. Das kantonale Steueramt 

hält dafür, angesichts der besonderen Umstände bilde beim Pflichtigen – im Gegensatz 

zur Gattin – nicht mehr der Familienort das Hauptsteuerdomizil, sondern F als Ort, von 

wo aus  er,  der Pflichtige, während  der Woche  seiner anspruchsvollen Arbeit in geho-

bener Stellung nachgehe. 

b)  War  das  steuerliche  Hauptdomizil  des  Pflichtigen  bis  anhin  anerkannter-

massen in E, obliegt der Nachweis nach dem Gesagten den … Steuerbehörden, wenn 

sie dieses ab 2006 neu für den Kanton Zürich beanspruchen (vorn E. 3b). Sie machen 

nicht geltend, bezüglich seines persönlichen, familiären oder beruflichen Umfelds habe 

sich  damals  im  Vergleich  zu  früher  irgendetwas  wesentlich  geändert.  Vielmehr  führt 

das kantonale Steueramt aus, der Pflichtige sei Wochenaufenthalter in seinem Haus in 

F. Von dort aus suche er seinen Arbeitsort in L auf, wo er seiner Erwerbstätigkeit als 

Mitglied  der  Geschäftsleitung  und  Verwaltungsratspräsident  der  M  nachgehe.  Zudem 

sei  er  Verwaltungsratspräsident  der  N,  ebenfalls  in  L,  bei  welcher  Gesellschaft  auch 

seine  Ehefrau  im  Verwaltungsrat  aktiv  sei.  Der  Pflichtige  und  seine  Gattin  hätten  ein 

"Nettoeinkommen"  von  Fr. 244'563.-  bzw.  von  Fr. 22'951.-  bezogen.  Gestützt  auf  Be-

richte in einer Zeitubg ergebe sich, dass es sich bei der M um ein "bedeutendes" Un-

ternehmen  handle.  Erst  im  Einspracheentscheid  hat  das  Steueramt  nachgeschoben, 

die  M  erweise  sich  aufgrund  dieses  Berichts  sowie  des  Organigramms  als  Unterneh-

men mit zahlreichem Personal. Weitere Argumente für den Standpunkt des Steueramts 

fehlen. 

c)  All  diese  Ausführungen  genügen  nicht  annähernd,  um  den – wie  gesehen 

notwendigen  (oben  E.  3b) – Beweis  für  ein  Hauptsteuerdomizil  in  F  zu  leisten.  Im 

Grund beschränkt sich die Begründung in der blossen Behauptung, der Pflichtige sei in 

leitender  Stellung  in  der  M  als  einem  bedeutenden  Unternehmen  mit  namhaften  Per-

sonal tätig. Die Beweisführung mangelt bereits daran, dass eine Subsumtion der kon-

kreten  Verhältnisse  unter  die  notwendigen  Kriterien  "bedeutende  Unternehmung"  und 

"namhaftes  (zahlreiches)  Personal"  im  Sinn  der  Rechtsprechung  nicht  erfolgte.  Dies 

war auch gar nicht möglich, hat es die Verwaltung doch versäumt, die konkreten Daten 

aufzuarbeiten.  Darum  fehlten  die  Grundlagen  für  die  gebotene  Abhandlung.  Ist  dies 

nicht  einmal  ansatzweise  geschehen,  so  muss  der  Beweis  von  vornherein  scheitern. 

Hinzu  kommt,  dass  der  Verweis  auf  in  den  Akten  liegende  Zeitungsartikel  an  sich 

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schon  problematisch  ist,  falls  nicht  die  wesentlichen  Erkenntnisse  daraus  in  der  Ent-

scheidbegründung  aufgezeigt  werden.  Ob  insofern  der  gesetzlich  gebotenen  Begrün-

dungspflicht  (§ 126  Abs. 1  StG)  hinreichend  Genüge  getan  ist,  mag  offenbleiben.  Da 

dem  Pflichtigen – wie  noch  aufzuzeigen  ist – Recht  zu  geben  ist,  braucht  auch  nicht 

geprüft  werden,  ob  das  Steueramt  eine  Gehörsverletzung  (Art. 29  BV)  beging,  indem 

es  ohne  vorherige  Anhörung  auf  den  Artikel  in  einer  Zeitung  abstellte.  Die  entspre-

chende Bezugnahme hilft zudem schon darum nicht, weil sie keine relevanten Informa-

tionen  enthalten.  Es  wird  dort  ausgeführt,  der  …  verarbeite  im  Jahr  rund  ….  Für  die 

Spitzenbelastung in der Woche  … stockten die Mitarbeitenden, worunter "viele Haus-

frauen und Studenten", ihr Arbeitspensum auf. Im Weiteren wird erwähnt, dass die … 

dieser Firma zu 70% aus … in P und T stammten. Weder über den Umsatz, die Grösse 

des  Unternehmens  noch  die  Anzahl  der  Mitarbeitenden  lässt  sich  etwas  Konkretes 

entnehmen. Also ist diese Grundlage als untauglich zu qualifizieren. 

d)  Der  Pflichtige  tut  überzeugend  dar,  dass  die  Voraussetzungen  für  die  An-

nahme  eines  Hauptsteuerdomizils  qua  "leitende  Stellung"  angesichts  der  konkreten 

Situation ohnehin nicht erfüllt sind. Richtig sei, dass er durchschnittlich drei Mal in der 

Woche  in  seinem  Haus  in  F  nächtige.  Er  arbeite  in  der  Regel  von  Dienstag  bis  Don-

nerstag in L. Er sei Verwaltungsratspräsident der M, der N, der K, alle in L, sowie der 

H, I, welche zu 80% an der O und zu 50% an S in P beteiligt sei. Dort amte er als Exe-

cutive bzw. Non-executive President of the Board. In den … Gesellschaften sei er nicht 

mehr  operativ  tätig,  sondern  beschränke  sich  auf  Projektstudien.  Die  operative  Tätig-

keit  spiele  sich  hauptsächlich  in  der  M  ab  und  sei  (2006)  von  U  und  V  bewerkstelligt 

worden.  Einen  wesentlichen  Teil  seiner  Berufsarbeit  erledige  er  in  E  ,  wo  er  über  die 

dafür notwendige Infrastruktur verfüge. Sodann halte er sich jährlich mehrmals bei den 

genannten … Gesellschaften auf, welche …; dort sei er, wie zu schliessen ist, operativ 

tätig  und  stimme  deren  Tätigkeiten  namentlich  mit  den  Bedürfnissen  der  …  Gesell-

schaften  ab.  Unter  solchen  Umständen  eine  "derart  intensive  Beziehung  zum  Ge-

schäftsort" zu konstruieren, dass dieser (richtigerweise der Wochenaufenthaltsort, von 

welchem er seiner angeblich  "leitenden Funktion" nachgehe) zum  Hauptsteuerdomizil 

werde, gehe nicht an. All diese Ausführungen klingen glaubhaft. 

Ob unter solchen Umständen im Licht der geltenden Rechtsprechung auf ein 

bedeutendes  Unternehmen  zu  schliessen  ist,  muss  offenbleiben.  Denn  es  fehlen  die 

notwendigen Angaben dazu. Das Steueramt hat es unterlassen, entsprechende Abklä-

rungen zu treffen. Die M scheint die Kerngesellschaft und damit der wesentlichste Teil 

2 ST.2008.344 

 
 
 
 
 
 
 
- 11 - 

des mehrere Gesellschaften umfassenden, anscheinend mit Ausnahme der K in der I 

… gebündelten Konstrukts zu sein. Einschlägige Zahlen aus der Buchhaltung und aus 

der Bilanz sind nicht bekannt, obgleich solche dem Steueramt hinsichtlich der M, da in 

L  domiziliert,  ohne  Schwierigkeiten  direkt  zugänglich  gewesen  wären.  Auch  hätte  es 

die  notwendigen  Informationen  auf  dem  Weg  über  den  Pflichtigen  einholen  können. 

Namentlich fehlen Angaben über Umsatz und Lohnsumme. Ob der Pflichtige in einem 

"bedeutenden Unternehmen" tätig war, lässt sich somit nicht entscheiden. Ebenso we-

nig  ist  die  Zahl  der  Mitarbeitenden  bekannt.  Zwar  spricht  die  öffentlich  zugängliche 

Wirtschaftsinformation für Herbst 2005 von 20 Mitarbeitenden. Träfe diese Zahl zu, so 

stünde  von  vornherein  fest,  dass  das  Kriterium  der  namhaften  Anzahl  Mitarbeitender 

nicht erfüllt wäre. Diese Darstellung deckte sich in etwa mit dem Organigramm der  M 

per … 2006, wonach dort inklusive der drei in der Geschäftsleitung tätigen Herren A, U 

und V 19 Personen beschäftigt waren. Allerdings ist anzunehmen, dass in dieser Zahl 

nicht sämtliche Mitarbeitenden aufgeführt sind. Wie viele besetzte Vollzeitstellen allen-

falls  noch  hinzuzählen  wären,  ist  mangels  steueramtlicher  Untersuchung  unbekannt. 

An der Beurteilung der Lage vermag der Umstand, dass der Pflichtige auch noch der N 

mit fünf und der K mit zehn Angestellten (laut der nämlichen Quelle) vorstand, nichts zu 

ändern. Zur  Zeit sollen laut  Angaben des Pflichtigen in der  "ganzen"  Holding mitsamt 

den Tochtergesellschaften und wohl auch inklusive der K schweizweit 82 Vollzeitstellen 

besetzt sein. Dieser Hinweis bezieht sich auf die Verhältnisse im Oktober 2008 und hat 

daher keine Bedeutung für die Beurteilung der Situation im streitbetroffenen Steuerjahr 

2006; entsprechende Rückschlüsse verbieten sich mangels gesicherter Anhaltspunkte. 

Im Licht der bundesgerichtlicher Rechtsprechung würde selbst diese Zahl, wäre sie für 

2006 ausgewiesen, nicht genügen, um als hinreichend ("zahlreiches Personal") zu gel-

ten  (vgl.  vorn  E.  3a).  Daher  mag  dahingestellt bleiben,  ob  die – teilweise  ohnehin un-

terschiedliche – Stellung  des  Pflichtigen  in  den  verschiedenen  Einzelgesellschaften  in 

diesem  Zusammenhang  als  Einheit  zu  betrachten  ist.  Diesbezüglich  fehlten  Präjudi-

zien, musste bis anhin einzig entschieden werden, ob die Stellung in ein und derselben 

Gesellschaft  als  "leitend"  zu  würdigen  sei.  Bei  alledem  vermag  allein  der  Umstand, 

dass der Pflichtige den Verwaltungsrat von M, N und K präsidiert, welche Gesellschaf-

ten  in  L  angesiedelt  sind,  nichts  zu  ändern,  auch  dann  nicht,  wenn  die  Funktion  als 

Geschäftsleiter  der  M  und  Delegierter  der  K  mit  berücksichtigt  wird.  Anzumerken  ist, 

dass die berufliche Tätigkeit der Ehefrau und deren Stellung in den erwähnten Gesell-

schaften bei alledem von vornherein keine Rolle spielen kann. 

2 ST.2008.344 

 
 
 
 
- 12 - 

Schliesslich sei erwähnt, dass die einschlägige bundesgerichtliche Rechtspre-

chung,  soweit  erkennbar,  naturgemäss  ohnehin  nur  dann  einzugreifen  vermag,  wenn 

der  Steuerpflichtige  während  der  ganzen  Arbeitswoche  getrennt  vom  Familienort  am 

Wochenaufenthaltsort weilt, um in leitender Stellung seiner beruflichen Tätigkeit nach-

zugehen  (StE 2008  A  24.24.3  Nr. 3).  Auch  diese  Bedingung  ist  hier  nicht  erfüllt,  hat 

sich  der  Pflichtige  doch – wie  er  sagt,  nicht  zuletzt  auch  aus  gesundheitlichen  Grün-

den – jeweils nur während drei Tagen pro Woche in F/L aufgehalten, die restliche Zeit 

jedoch am Familienort, es sei denn, er sei auf Geschäftsreisen oder sonstwie ortsab-

wesend gewesen. 

f) Nach alledem muss es dabei sein Bewenden haben, dass dem kantonalen 

Steueramt  der  ihm  obliegende  Nachweis,  der  Pflichtige  sei  2006  als  leitender  Ange-

stellter  in  einem  bedeutenden  Unternehmen  mit  zahlreichem  Personal  tätig  gewesen, 

misslungen ist. Demnach kann der Kanton Zürich pro 2006 die unbeschränkte Steuer-

hoheit über den Pflichtigen nicht beanspruchen. 

5. Zwar bildet vordergründig betrachtet bloss die Frage des Hauptsteuerdomi-

zils  Streitgegenstand.  Richtig  gesehen  ist  indes  die  Einschätzung  vom  Rekurs  eben-

falls betroffen (vgl. vorn E. 2a). Dabei sind die einzelnen Bestandteile der Einschätzung 

nicht  bestritten;  streitig  ist  allein  die  Ausscheidung.  Deshalb  kann  von  einer  Rückwei-

sung zwecks Neuerstellung der Ausscheidung 2006 abgesehen werden. 

Befinden 

sich 

die  Hauptsteuerdomizile 

der  Eheleute  A-D 

in  

E , 

jedenfalls  ausserhalb  des  Kantons  Zürich, 

ist  die  Ausscheidung 

für  die  

Steuerperiode 2006 wie folgt abzuändern: 

Vermögen 

Mobile Aktiven 

Liegenschaften 

Gewichtete Vermögenswerte  

./. Passivenanteil 

Zürich   

   Fr.  

Total 

   Fr. 

448'200 

448'200 

(16,56%) 

174'102 

274'098 

2'049'332 

   657'138 

2'706'470 

  (100%) 

1'051'341 

1'655'129 

2 ST.2008.344 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Korrektur Repartitionswerte   

steuerbares Vermögen (abgerundet) 

  49'800 

323'000 

     73'015 

1'728'000 

Einkommen 

Liegenschaftsertrag 

steuerbares Einkommen 

    0 

    0  

./.  10'144 

   305'700. 

6. Nicht direkt angefochten ist die Verfügung betreffend den Anspruch auf die 

Rückerstattung  von  Verrechnungssteuern  auf  Fälligkeiten  2006. Immerhin  ist  dies  im-

plizit  geschehen.  Macht  der  Pflichtige  letztlich  erfolgreich  geltend,  sein  Hauptsteuer-

domizil befinde sich nicht in F, sondern ausserhalb des Kantons Zürich –konkret in E  –

 , so muss er diesen Anspruch zwingend dort geltend machen (vgl. Art. 22 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes  über  die  Verrechnungssteuer  vom  13. Oktober  1965  [VStG]  und 

Art. 51  Abs. 3  der  Vollziehungsverordnung  zum  Verrechnungssteuergesetz  vom 

19. Dezember 1966; Bernhard Zwahlen, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuer-

recht, Band II/2, 2004, Art. 22 N 11 VStG); nur dort kann er eine solche Rückerstattung 

erwirken.  In  Zürich  wird  2006  nur  der – allerdings  negative – Liegenschaftsertrag  be-

steuert;  ausgeschlossen 

ist  hier  die  steuerliche  Erfassung  von  verrechnungs-

steuerbelasteten Vermögenserträgen. Der Pflichtige hat in Zürich nie einen Antrag auf 

Rückerstattung  von  Verrechnungssteuern  gestellt.  Hat  er  mithin  keinen  entsprechen-

den Anspruch geltend gemacht, ist nicht anzunehmen, er beharre auf dem ihm im Ein-

spracheentscheid zugesprochenen Betrag; vielmehr ist davon auszugehen, er verzich-

te  konsequenterweise  hier  darauf.  Würde  anders  entschieden  und  die 

Verrechnungssteuerangelegenheit  im  vorliegenden  Verfahren  ausser  Acht  gelassen 

mit der Begründung, die hiesige Verrechnungssteuerfestsetzung sei nicht angefochten 

und daher in Rechtskraft erwachsen, hätte dies unausweichlich eine Rückleistungsver-

fügung der Zürcher Behörden im Sinn von Art. 58 VStG zur Folge. Solche administrati-

ven Leerläufe sind tunlichst zu vermeiden. 

7. Am Rand sei auf eine Merkwürdigkeit, ja Ungereimtheit hingewiesen: 

Mit  der  rechtskräftigen  Einschätzung  2005  hat  der  Kanton  Zürich  einzig  die 

Liegenschaft  F  und  den  Ertrag  daraus  besteuert.  Dabei  hat  das  kantonale  Steueramt 

beide  Ehegatten  ins  Recht  gefasst,  obgleich  das  Haus  in  F  im  Alleineigentum  des 

2 ST.2008.344 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Pflichtigen stand und daher einzig er einen wirtschaftlichen Anknüpfungspunkt im Kan-

ton Zürich besass (§ 4 Abs. 1 lit. b StG). In der angefochtenen Einschätzung 2006 (und 

dem  diesen  bestätigenden  Einspracheentscheid)  hingegen  erscheint  bloss  noch  der 

Pflichtige als Steuersubjekt, und dies obgleich der Kanton  Zürich nun über ihn, der in 

rechtlich und tatsächlich ungetrennter Ehe lebt, die unbeschränkte Steuerhoheit bean-

sprucht. Dabei wäre es nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung allenfalls unter 

solchen  Umständen  geboten,  am  Hauptsteuerdomizil  des  einen  Gatten  ebenso  den 

andern  zu  erfassen,  auch  wenn  dieser  über  ein  davon  abweichendes  eigenes 

Hauptsteuerdomizil  (Wohnsitz)  verfügt,  und  dies  einzig  gestützt  auf  die  eheliche  Ge-

meinschaft  mit  gemeinsamer  Mittelverwendung  (Locher/Locher,  § 3,  I B,  3  Nr. 18).  Ist 

aber  ausschliesslich  ein  wirtschaftlicher  Anknüpfungspunkt  des  einen  Gatten  im  Kan-

ton gegeben, so ist nicht einzusehen, weshalb hier beide steuerpflichtig sein sollen; in 

diesem  Sinn  wird  in  der  nun  im  Rechtsmittelverfahren  getroffenen  Einschätzung  aus-

schliesslich der Rekurrent aufgeführt. Das kantonale Steueramt ist bei dieser Gelegen-

heit  einzuladen,  die  Rechtslage  zu  klären  und  die  massgeblichen  Grundsätze  für  die 

Verwaltung verbindlich festzuhalten 

8. Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  vom  unterliegenden 

Staat  zu  tragen  (§ 151  Abs. 1  StG).  Sodann  steht  dem  obsiegenden  Pflichtigen  ge-

stützt  auf  § 152  StG  i.V.m.  § 17  Abs. 2  des  Verwaltungsrechtspflegegesetzes  vom 

24. Mai 1959/ 8. Juni 1997 eine (angemessene) Parteientschädigung zu. 

Demgemäss erkennt die Rekurskommission: 

1.  Der Rekurs hinsichtlich der Staats- und Gemeindesteuer wird gutgeheissen. Es wird 

festgestellt,  dass  der  Rekurrent  in  der  Steuerperiode  2006  nur  gemäss  § 4  Abs. 1 

lit. b StG beschränkt der Steuerhoheit des Kantons Zürich untersteht.  

Der Rekurrent wird wie folgt eingeschätzt (Tarif nach  § 35 Abs. 2 bzw. § 47 Abs. 2 

StG): 

Steuerperiode 

Einkommen   

Vermögen 

  2006 

steuerbar 

       Fr.  

        0.-  

       Fr. 

   323'000.- 

2 ST.2008.344 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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satzbestimmend 

   305'700 

1'728'000.-. 

Der  Rekurs  hinsichtlich  der  Verrechnungssteuer  wird  gutgeheissen.  Der  Rücker-

stattungsanspruch 2007 für die Verrechnungssteuer, Fälligkeitsjahr 2006, wird auf 

Fr. 0.- festgesetzt. 

[…] 

2 ST.2008.344