# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e1bebfaf-0f91-5aab-90f3-39bcec7ffe98
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-05-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.05.2020 E-1623/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1623-2020_2020-05-04.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
   
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-1623/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  4 .  M a i  2 0 2 0  

Besetzung 
 Einzelrichterin Christa Luterbacher, 

mit Zustimmung von Richterin Contessina Theis,  

Gerichtsschreiberin Susanne Bolz. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Georgien,  

(…),  

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung (verkürzte Beschwerdefrist);  

Verfügung des SEM vom 12. März 2020. 

 

 

 

E-1623/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin ist georgische Staatsangehörige. Sie ersuchte am 

10. Dezember 2019 um Asyl in der Schweiz, am 17. Dezember 2019 wur-

den ihre Personalien aufgenommen, am 22. Januar 2020 wurde sie im 

Bundesasylzentrum der Region (…) einlässlich zu ihren Asylgründen an-

gehört.  

B.  

Ihr Ehegatte (N […]) hatte bereits im Herbst 2018 ein Asylgesuch einge-

reicht. Das SEM hatte dieses Gesuch mit Entscheid vom 6. Dezember 

2019 abgelehnt, die Wegweisung verfügt und den Vollzug nach Georgien 

angeordnet, da es die geltend gemachte Verfolgung nicht für glaubhaft  

oder asylbeachtlich erachtete. Auf die gegen diesen Entscheid gerichtete 

Beschwerde trat das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 21. Februar 

2020 (Verfahren E-6909/2019) nicht ein, da der Beschwerdeführer den von 

der Instruktionsrichterin erhobenen Kostenvorschuss nicht fristgerecht be-

zahlt hatte.  

C.  

Die Beschwerdeführerin hatte in der Anhörung geltend gemacht, sie habe 

aufgrund der Aktivitäten ihres Ehemanns Probleme in Georgien bekom-

men. Ihr Ehemann habe Georgien 2015 verlassen, sie hätten den Kontakt 

aufgegeben, erst nachdem er in der Schweiz angekommen sei, habe er sie 

wieder kontaktiert. Sie selbst sei in Georgien Mitglied der «Leiborist Partei» 

gewesen und habe so oft wie möglich an Parteiaktivitäten und Anlässen in 

B._______ teilgenommen, dies sei auch am 17. November 2019 so gewe-

sen, sie habe eine Friedenskundgebung der Partei besucht. Am nächsten 

Tag sei sie von Polizeibeamten in Zivil an der Bushaltestelle abgepasst und 

mitgenommen worden. Diese hätten sie verhört, insbesondere auch zu den 

Aktivitäten ihres Ehemanns, der auch ein Anhänger der «Leiborist Partei» 

sei. Man habe sie bedrängt, dass sie ihren Mann zur Rückkehr nach Geor-

gien bewegen sollte. Sie habe ihren Mann kontaktiert und er habe sie auf-

gefordert, in die Schweiz zu kommen. Daraufhin sei sie am 10. Dezember 

2019 legal mit ihrem Pass aus Georgien ausgereist und habe sich via 

C._______ in die Schweiz begeben. Ihre Tochter (aus einer früheren Be-

ziehung) lebe als Studentin in Georgien. Die politischen Verhältnisse in Ge-

orgien seien unerträglich, man dürfe keine Kritik äussern, Gegner des Re-

gimes würden mundtot gemacht und verfolgt. Alle lebten in Angst.  

E-1623/2020 

Seite 3 

D.  

Am 12. Februar 2020 wies das SEM das Verfahren der Beschwerdeführe-

rin dem erweiterten Verfahren zu; mit Verfügung vom 13. Februar 2020 

wurde sie für die weitere Dauer des Verfahrens dem Kanton D._______ 

zugewiesen.  

E.  

Das SEM lehnte das Asylgesuch mit Verfügung vom 12. März 2020 ab, 

verfügte die Wegweisung und ordnete den Vollzug an. Georgien sei ein 

sicheres Herkunftsland. Die Vorbringen der Beschwerdeführerin vermöch-

ten die Vermutung der relativen Sicherheit vor Verfolgung nicht zu erschüt-

tern. Die angebliche Festhaltung auf dem Polizeiposten für einige Stunden 

würde der erforderlichen Intensität entbehren, um als asylrechtlicher Nach-

teil zu gelten, zumal die Beschwerdeführerin sich in Georgien nicht um Hilfe 

bemüht habe und im Übrigen das Land legal habe verlassen können. Die 

von ihr geltend gemachte Bedrohung aufgrund der politischen Aktivitäten 

des Ehemanns und ihrer eigenen sei nicht glaubhaft. Es sei nicht nachvoll-

ziehbar, dass sie und ihr Mann im November 2019 hätten die Aufmerksam-

keit der georgischen Behörden auf sich ziehen sollen, nachdem ihr politi-

sches Engagement nur niederschwellig gewesen sei und sie zuvor nie 

Probleme gehabt habe. Da auch keine Wegweisungsvollzugshindernisse 

ersichtlich seien, sei der Vollzug zulässig, zumutbar und auch möglich. Die 

Verfügung wurde am 16. März 2020 eröffnet. 

F.  

Mit handgeschriebener Eingabe vom 16. März 2020 (Poststempel 19. März 

2020) wandte sich die Beschwerdeführerin an das Bundesverwaltungsge-

richt. Sie erklärte, ihr Mann habe als Freiwilliger am Krieg in der Ukraine 

teilgenommen, er sei der OSZE in E._______ bekannt. Er habe sich für 

stärkere Sanktionen gegen Russland eingesetzt. Ihre Inhaftierung habe mit 

ihrem Ehemann zu tun gehabt, sie sei in Angst um sich und ihre Tochter. 

Jede Woche habe sie Anrufe erhalten und sei bedroht worden. Seither 

habe sie Probleme und wolle zum Arzt. In Georgien gebe es viele politische 

Gefangene. Mit der Eingabe reichte sie einen früheren Entscheidentwurf 

des SEM vom 6. Februar 2020 ein sowie ein Rezept für zwei Antidepres-

siva datierend vom 16. März 2020, des weiteren ihre Heiratsurkunde, zwei 

Visitenkarten von Mitarbeitenden der OSZE-Mission in F._______ und das 

Antwortschreiben des Präsidenten der (…) an ihren Ehegatten vom  

18. Oktober 2019, alles jeweils in Kopie.   

E-1623/2020 

Seite 4 

G.  

Mit Verfügung vom 20. März 2020 bestätigte die Instruktionsrichterin den 

Eingang der Beschwerde und stellte fest, die Beschwerdeführerin könne 

den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten. 

H.  

Mit weiterer Verfügung vom 3. April 2020 setzte die Instruktionsrichterin der 

Beschwerdeführerin eine Frist zur Verbesserung ihrer Eingabe an, andern-

falls werde nach Aktenlage entschieden. Die Instruktionsrichterin wies die 

Beschwerdeführerin auch darauf hin, dass das Bundesverwaltungsgericht 

die Beschwerde des Ehegatten bereits als aussichtslos erachtet und ihn 

deshalb zur Zahlung eines Kostenvorschusses aufgefordert hatte. Das Ge-

richt sei auf die Beschwerde nicht eingetreten, da er den Kostenvorschuss 

innert Frist nicht bezahlt hatte.  

I.  

Die Beschwerdeführerin reichte bei Gericht innert Frist ein vom 12. April 

2020 datierendes Schreiben ein (Eingangsstempel: 15. April 2020). Mit die-

ser Eingabe reichte sie nochmals die bereits unter Bst. F genannten Be-

weismittel ein sowie zusätzlich den Ausdruck eines Fotos, das ihren Ehe-

mann im Krankenbett zeigt, und ein fremdsprachiges Dokument mit dem 

Foto ihres Ehemanns, in Kopie.  

J.  

Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am 

20. März 2020 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG). 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

E-1623/2020 

Seite 5 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die 

Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, 

ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und 108 Abs. 3 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die 

Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur 

summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wird auf die Durchführung eines Schrif-

tenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

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Seite 6 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1 Das SEM lehnte das Asylgesuch der Beschwerdeführerin ab. Sie habe 

nichts vorgebracht, was auf eine ihr drohende asylerhebliche Verfolgung in 

ihrem Heimatland Georgien hinweisen würde. Georgien sei ein sicheres 

Herkunftsland im Sinne von Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG (Safe Country). Bei 

diesen Staaten gelte grundsätzlich die Regelvermutung, dass eine flücht-

lingsrechtlich bedeutsame staatliche Verfolgung nicht stattfinde und der be-

hördliche Schutz vor nichtstaatlicher Verfolgung gewährleistet sei. Die Be-

schwerdeführerin habe diese Vermutung durch ihr Vorbringen nicht er-

schüttern können. Deshalb sei der Vollzug ihrer Wegweisung auch als zu-

lässig zu erachten, zumal sie nicht vorgetragen habe, dass sie für den Fall 

einer Ausschaffung nach Georgien dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 

einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behand-

lung ausgesetzt wäre. Daran würde auch das von ihr geschilderte Verhör 

auf dem Polizeiposten von G._______ am 18. November 2019 nichts än-

dern. Das SEM erachtete den Vollzug ferner als zumutbar, wie bereits in 

der Vergangenheit könne die Beschwerdeführerin auch im Fall der Rück-

kehr weiterhin auf die Unterstützung der dortigen Institutionen zählen.  

5.2 Die Beschwerdeführerin machte im Beschwerdeverfahren im Wesent-

lichen geltend, sie fühle sich in Georgien bedroht und habe Angst um sich 

und ihre Tochter. Ihr Mann sei ein politischer Gegner und werde gesucht, 

daher habe auch sie Schwierigkeiten bekommen.  

6.  

6.1 Das Bundesverwaltungsgericht, das von Amtes wegen die Beschwer-

deakten (E-6909/2019) des Ehegatten der Beschwerdeführerin beigezo-

gen hat, kommt nach Prüfung der Akten zum Schluss, dass es der Be-

schwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich relevante Verfol-

gung glaubhaft darzulegen. Die Erwägungen des SEM (vgl. oben Bst. E) 

sind zu bestätigen. Auch in den Beschwerdeeingaben gelingt es der Be-

schwerdeführerin nicht, die zutreffenden Einschätzungen des SEM im Ent-

scheid vom 12. März 2020 zu entkräften, wonach ihr im sicheren Herkunfts-

staat Georgien keine asylbeachtliche Verfolgung drohe. Die Vorinstanz hat 

das Asylgesuch der Beschwerdeführerin zu Recht abgelehnt und ihre Weg-

weisung aus der Schweiz angeordnet. 

E-1623/2020 

Seite 7 

6.2 Die Vorinstanz hat nach umfassender Prüfung deshalb die Flüchtlings-

eigenschaft zu Recht verneint und das Asylgesuch zu Recht abgelehnt.  

7.  

7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

7.2 Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht angeordnet 

(vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

8.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund 

nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-

reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. 

ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-

stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 

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Seite 8 

EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender 

Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

8.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf 

hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Per-

sonen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da die Beschwerde-

führerin keine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder 

glaubhaft zu machen vermag, findet der in Art. 5 AsylG verankerte Grund-

satz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung. 

Die Rückkehr der Beschwerdeführerin in den Heimatstaat ist demnach un-

ter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

Es gibt auch keine Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführerin in 

Georgien mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine nach Art. 3 EMRK oder 

Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung droht. Die allgemeine Men-

schenrechtssituation im Heimatstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum 

heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten 

ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der 

völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

8.4  Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

8.5 Der Bundesrat hat Georgien am 28. August 2019 auf die Liste der ver-

folgungssicheren Staaten aufgenommen, womit Georgien ab dem 1. Okto-

ber 2019 im Sinne des Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG als sicherer Heimatstaat 

(Safe Country) und als Herkunftsland, in das eine Rückkehr von abgewie-

senen Asylsuchenden grundsätzlich zumutbar ist, bezeichnet wird. Bei sol-

chen Staaten gelten grundsätzlich die Regelvermutungen, wonach eine 

flüchtlingsrechtlich bedeutsame staatliche Verfolgung nicht stattfindet und 

gestützt auf Art. 83 Abs. 5 AIG eine Wegweisung in der Regel zumutbar ist, 

wobei es der betroffenen Person obliegt, diese Legalvermutungen umzu-

stossen.  

8.6 Die Beschwerdeführerin hat keine individuellen Gründe geltend ge-

macht, welche die Regelvermutung, wonach die Rückkehr nach Georgien 

zumutbar ist, zu erschüttern vermögen. Sie kann entweder gemeinsam mit 

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Seite 9 

ihrem Ehegatten nach Georgien zurückkehren, gemäss Art. 44 AsylG wird 

der Einheit der Familie im Rahmen von Vollzugshandlungen Rechnung ge-

tragen. Selbst wenn sie sich gegen eine Rückkehr mit dem Ehegatten ent-

scheiden würde, so würde sie in Georgien nicht in eine existenzielle Not-

lage geraten, sondern könnte – wie bisher – die Unterstützung dortiger Ein-

richtungen in Anspruch nehmen. Der Wegweisungsvollzug nach Georgien 

ist daher zumutbar. 

8.7 Auch der implizite Hinweis auf eine medizinische Notlage der Be-

schwerdeführerin steht dem Vollzug der Wegweisung nicht im Weg. Auf die 

Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs aus medizinischen Gründen ist 

nur dann zu schliessen, wenn eine notwendige medizinische Behandlung 

im Heimatland nicht zur Verfügung steht und die Rückkehr zu einer raschen 

und lebensgefährdenden Beeinträchtigung des Gesundheitszustands des 

Betroffenen führen würde, wobei als wesentlich die allgemeine und drin-

gende medizinische Behandlung erachtet wird, die zur Gewährleistung ei-

ner menschenwürdigen Existenz absolut notwendig ist und Unzumutbar-

keit noch nicht vorliegt, wenn im Heimatstaat eine nicht dem schweizeri-

schen Standard entsprechende medizinische Behandlung möglich ist (vgl. 

BVGE 2011/50 E. 8.3 und 2009/2 E. 9.3.1 je mit weiteren Hinweisen).  

Nach Kenntnisstand des Gerichts verfügt Georgien über ein funktionieren-

des Gesundheitssystem, welches vor allem in den letzten Jahren grosse 

Fortschritte gemacht hat (vgl. Urteil des BVGer E-4637/2019 vom 19. Sep-

tember 2019, m.w.H.). Der Zugang zu medizinischer Versorgung in Geor-

gien steht der Beschwerdeführerin offen, sie kann ihre Gesundheitsprob-

leme auch im Heimatstaat behandeln lassen, zumal nicht vorgetragen 

wurde, dass diese lebensbedrohlich wären.  

Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als 

zumutbar. 

8.8 Die Beschwerdeführerin kann mit ihrem Reisepass ohne Weiteres nach 

Georgien zurückkehren, weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als 

möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

8.9 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

http://links.weblaw.ch/BVGE-2011/50
http://links.weblaw.ch/BVGer-E-4637/2019

E-1623/2020 

Seite 10 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

10.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der 

Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insge-

samt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 

2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-

gericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-1623/2020 

Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden der Beschwerdeführerin aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Christa Luterbacher Susanne Bolz 

 

 

Versand: