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**Case Identifier:** 36c3e03e-99b7-5be2-925c-dd0715f5858b
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-03-18
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 18.03.2013 IV 2011/112
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2011-112_2013-03-18.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2011/112

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 18.03.2013

Entscheiddatum: 18.03.2013

Entscheid Versicherungsgericht, 18.03.2013
Art. 17 Abs. 1 ATSG, Art. 28a IVG, Art. 87, 88a und 88bis IVV. Rentenrevision. 
Rentenaufhebung ohne medizinischen Revisionsgrund nach langer 
Bezugsdauer einer halben Rente wegen MS-Erkrankung. Methodenwechsel 
wegen Statusänderung. Ein Methodenwechsel als solcher ist nie 
Revisionsgrund; für einen solchen bedarf es immer einer erheblichen 
Sachverhaltsevolution (in der Invaliden- oder der Validenkarriere). Eine 
Sachverhaltsevolution bedingt (möglicherweise) einen Methodenwechsel 
und nicht umgekehrt. Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit für 
die hypothetische Frage der Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall. Würdigung 
der konkrete Situation und der Vorbringen der versicherten Person nach 
Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St.Gallen vom 18. März 2013, IV 
2011/112). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 9C_286/2013.

Versicherungsrichterin Monika Gehrer-Hug (Vorsitz), Versicherungsrichterin Miriam 

Lendfers, Versicherungsrichter Martin Rutishauser; Gerichtsschreiber Tobias Bolt

 

Entscheid vom 18. März 2013

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Advokat lic. iur. Martin Boltshauser, c/o procap, Froburgstrasse 4, 

Postfach, 4601 Olten,

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gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rentenrevision (Einstellung Rente)

 

Sachverhalt:

A.     

A.a   A.___ meldete sich am 9. Oktober 1998 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an. Sie gab an, sie leide 

an Multipler Sklerose (IV-act. 1; Verdachtsdiagnose 1991, IV-act. 3-18; Bestätigung 

einer schubförmig verlaufenden Multiplen Sklerose 1997, IV-act. 3-7).

A.b   Dr. med. B.___, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, gab am 30. Oktober 1998 als 

Diagnosen eine Multiple Sklerose mit schubförmigem Verlauf, eine Adipositas per 

magna, einen Status nach Cholecystektomie sowie eine Depression an und bestätigte 

ab Mai 1997 eine Arbeitsunfähigkeit von 100% bei einem sich verschlechternden 

Gesundheitszustand. Seinem Bericht legte er diverse spezialärztliche Berichte bei (IV-

act. 3). Die als ungelernte Kassiererin in Vollzeit tätig gewesene Versicherte hatte den 

Arbeitsplatz gewechselt; ab ca. Juli 1994 hatte sie beim selben Arbeitgeber als 

Verkäuferin am Traiteurstand gearbeitet, ebenfalls in einem vollen Pensum 

(Arbeitgeberbericht, IV-act. 5). Der Arbeitgeber kündigte das Arbeitsverhältnis nach 

Auslauf der Krankentaggeldleistungen per 31. März 1999 (IV-act. 7).

A.c   Die Berufsberaterin der IV-Stelle hielt am 29. März 1999 fest, die Versicherte sei 

zu 50% arbeitslos gemeldet und beziehe Leistungen der Arbeitslosenversicherung. Da­

neben habe sie sich an die Fürsorge gewandt. Aus den medizinischen Unterlagen 

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sei ersichtlich, dass die Versicherte voraussichtlich weder im Verkauf noch in einer 

anderen, besser angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit über 50% erreichen könne 

(IV-act. 9).

A.d   Mit Wirkung ab 1. Mai 1998 verfügte die IV-Stelle am 22. September 1999 die 

Ausrichtung einer halben Rente bei einem IV-Grad von 50% (Valideneinkommen als 

Kassiererin/Verkäuferin Fr. 38'740, Invalideneinkommen als Kassiererin/Verkäuferin 

Fr. 19'370; IV-act. 16, 17).

A.e   Die Berufsberaterin berichtete am 13. Dezember 1999, die Versicherte habe auf 

eigene Kosten einen Sennenkurs absolviert und sei von Juni bis November 1999 auf 

einer Alp gewesen. Sie habe dort das Kochen übernommen und dafür eine Ent­

schädigung von total Fr. 4'000.-- erhalten. Die Versicherte werde sich beim RAV 

melden und eine Teilzeitstelle im Verkauf suchen (IV-act. 19).

B.     

B.a   Am 17. Mai 2001 füllte die Versicherte den Fragebogen für die erste 

Rentenrevision aus und erklärte, ihr Gesundheitszustand sei gleich geblieben. Sie sei 

nicht erwerbstätig (IV-act. 22). Der Hausarzt bestätigte am 31. Mai 2001 einen 

stationären Gesundheitszustand, gekennzeichnet durch rezidivierende leichte Schübe, 

jeweils acht bis zehn Tage andauernd, bei vor allem extremer Müdigkeit, sodass die 

Versicherte in diesen Phasen praktisch nichts arbeiten oder unternehmen könne (IV-

act. 23). Am 10. Juli 2001 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, die Überprüfung des 

Invaliditätsgrades habe keine rentenbeeinflussende Änderung ergeben. Die bisherige 

(halbe) Rente werde weiterhin ausgerichtet. Die Versicherte wurde auf ihre Meldepflicht 

hingewiesen (IV-act. 25).

B.b   Am 1. Dezember 2003 füllte die Versicherte den Fragebogen für die nächste 

Rentenrevision aus. Sie berichtete von einer Verschlechterung ihres Gesundheitszu­

standes (alle drei Monate Taubheitsgefühl in Händen und Beinen, sehr grosse Müdig­

keit). Sie sei im eigenen Haushalt tätig (IV-act. 28). Dr. med. B.___ bestätigte am 

18. Dezember 2003 die Gesundheitsverschlechterung; die Interferonbehandlung habe 

wegen Nebenwirkungen abgebrochen werden müssen. Die Versicherte gebe an, in 

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regelmässigen Abständen von vier bis fünf Monaten einen leichten Schub MS zu 

verspüren mit deutlicher Zunahme des Kribbelns in den Extremitäten und der 

Müdigkeit. Die Belastbarkeit nehme ab. Berufliche Massnahmen seien nicht angezeigt 

(IV-act. 29). Ergänzend hielt Dr. med. B.___ zuhanden der IV-Stelle am 20. Januar 2004 

fest, es sei ihm unmöglich, bei den wechselhaften Befunden eine zumutbare 

Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten zu bestimmen. Wenn es der Versicherten gut 

gehe, sei sicher eine halbtägige leichte Arbeit möglich (IV-act. 32). Dr. med. C.___ vom 

Regionalen Ärztlichen Dienst der Invalidenversicherung (RAD) erachtete die 

angegebene Gesundheitsverschlechterung am 9. Februar 2004 als nicht wesentlich. 

Der RAD-Arzt wies darauf hin, falls die Versicherte nur als Hausfrau tätig sei, müsste 

die Situation vor Ort geprüft werden (IV-act. 33). Ohne Durchführung einer 

Haushaltabklärung teilte die IV-Stelle der Versicherten am 19. Februar 2004 mit, es 

bestehe weiterhin Anspruch auf die bisherige Rente bei einem IV-Grad von 50%. 

Wiederum wurde die Versicherte auf ihre Meldepflicht hingewiesen (IV-act. 37). Der 

Pensionskasse des ehemaligen Arbeitgebers teilte die IV-Stelle am 25. November 2004 

mit, der IV-Grad der Versicherten betrage 50% (nicht nach der gemischten 

Bemessungsmethode errechnet), die nächste Revision sei per 1. März 2009 

vorgesehen (IV-act. 38).

B.c   Mit Verfügung vom 14. Oktober 2008 sprach die IV-Stelle der Versicherten mit 

Wirkung ab 1. Oktober 2003 eine Kinderrente für ihren Sohn D.___ zu (IV-act. 39).

B.d   Die Versicherte füllte am 1. Mai 2009 den Fragebogen für eine weitere Renten­

revision aus. Sie gab an, ihr Gesundheitszustand sei veränderlich, sie könne die Darm­

funktion nicht mehr kontrollieren und leide unter einer starken Müdigkeit. Sie sei nicht 

erwerbstätig und sei bei Dr. B.___ und bei Dr. E.___, FMH Facharzt für Innere Medizin, 

in Behandlung (IV-act. 42). Am 18. Mai 2009 berichtete Dr. E.___, der 

Gesundheitszustand der Versicherten sei stationär bei konstantem Verlauf. Die 

Versicherte sei wegen Luftwegsinfekten, Hautbefunden und akuten Problemen des 

Bewegungsapparates diverse Male in der Sprechstunde gewesen. In den letzten 

Monaten seien keine speziellen therapeutischen Massnahmen durchgeführt worden 

(IV-act. 45).

C.     

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C.a   Am 1. Juli 2009 stellte die IV-Stelle der Versicherten einen Fragebogen zur 

Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt zum Ausfüllen zu (IV-act. 48, 

59). Nach mehrfachen Nachfragen und Mahnungen (IV-act. 49, 50, 51) mahnte die IV-

Stelle am 25. November 2009 die Versicherte, den ausgefüllten Fragebogen 

einzureichen (IV-act. 52), worauf schliesslich ein am 26. November 2009 ausgefüllter 

Fragebogen am 30. November 2009 bei der IV-Stelle eintraf. Darin gab die Versicherte 

unter anderem an, sie sei nicht erwerbstätig. Ohne Behinderung würde sie als 

Verkäuferin mit einem Pensum von 50% arbeiten, es sei aber schwierig, eine 

entsprechende Stelle zu finden mit ihrer Erkrankung. Sie wohne mit ihrem Sohn und 

ihrem Vater in einem Einfamilienhaus. Wenn sie keinen Schub habe, könne sie den 

Haushalt mit mehreren Pausen erledigen, sie werde schnell müde. Sie habe auch 

Mühe, lange ausser Haus zu sein, denn sie brauche immer ein WC in der Nähe. Sie 

beantwortete nicht alle Fragen (IV-act. 53).

C.b   Am 18. Dezember 2009 forderte die IV-Stelle die Versicherte auf, bekannt zu 

geben, wieviel sie als Mutter eines Kindes ohne gesundheitliche Einschränkungen 

arbeiten würde (in Prozent oder Stunden pro Woche; IV-act. 54). Auf Nachfragen vom 

26. Januar und 18. Februar 2010 antwortete die Versicherte am 3. März 2010 (Ein­

gangsstempel), sie würde zu 30-50% arbeiten. Sie wünschte, sie wäre gesund. Eine 

Begründung für das angegebene Pensum wisse sie nicht (IV-act. 57-1). In einer 

internen Notiz hielt die IV-Stelle am 10. März 2010 fest, bisher sei die Versicherte als 

Vollerwerbstätige zu qualifizieren gewesen. Anlässlich der Rentenrevision habe man 

festgestellt, dass sie am 21. September 2002 Mutter geworden sei. Es sei eine 

eingehende Prüfung der Qualifikation erforderlich (IV-act. 58).

C.c   Die zuständige Abklärungsperson besuchte die Versicherte am 8. April 2010 zu 

Hause. Die Versicherte berichtete, seit einem Jahr habe sich ihr Gesundheitszustand 

erheblich verschlechtert, Hauptproblem sei der Stuhlgang, den sie nicht mehr kontrol­

lieren könne, auch wenn sie keinen MS-Schub habe. Sie könne deswegen kaum etwas 

planen. Die Pausen zwischen den Schüben seien kürzer geworden, Dauer und 

Schwere seien unterschiedlich (zwischen einigen Wochen bis zu einem halben Jahr). 

Während der Schübe sei sie dann zusätzlich eingeschränkt wegen der fehlenden Kraft 

in den Händen und Fingern und sie sehe oft Doppelbilder. Die Hausarbeit könne sie 

dann kaum noch verrichten. Allgemein sei sie dauernd sehr müde, auch in Zeiten ohne 

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Schübe. Aus wirtschaftlichen Gründen müsste sie mindestens halbtags einer Erwerbs­

tätigkeit nachgehen. Mehr wolle sie nicht wegen der Kinderbetreuung. Der Abklärungs­

beauftragte hielt fest, die tatsächlichen Einschränkungen im Haushalt seien wegen des 

schwankenden Gesundheitszustands schwierig zu bestimmen. Insgesamt könne man 

davon ausgehen, dass die Versicherte vielleicht etwa zu einem Drittel in allen Haushalt­

tätigkeiten eingeschränkt sei. Der Bericht Haushaltabklärung müsse noch aus medi­

zinischer Sicht gewürdigt werden (IV-act. 62). RAD-Arzt Dr. med. F.___ hielt dazu am 

14. Oktober 2010 lediglich fest, bei der Versicherten liege ein stabiler Gesundheits­

zustand vor. Ein medizinischer Revisionsgrund bestehe nicht. Eine Plausibilisierung der 

Haushaltabklärung nahm er nicht vor (IV-act. 63).

C.d   Mit Vorbescheid vom 25. Oktober 2010 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, 

nach Überprüfung der Qualifikation ergebe sich, dass sie neben der Betreuung ihres 

Sohnes ohne gesundheitliche Einschränkungen eine Erwerbstätigkeit zu 50% ausüben 

würde. Bei einer bestehenden Einschränkung von 30% im Haushalt (Anteil 50%), und 

einer Einschränkung von 7% im erwerblichen Bereich als Arbeitnehmerin (Anteil 50%), 

betrage der Invaliditätsgrad noch 18,5%. Ein Rentenanspruch bestehe deshalb nicht 

mehr. Die IV-Stelle teilte der Versicherten deshalb mit, es sei vorgesehen, die halbe 

Rente aufzuheben (IV-act. 67).

C.e   Namens der Versicherten erhob die procap St.Gallen – Appenzell am 30. No­

vember 2010 Einwand und beantragte die nochmalige Prüfung der Invalidität der Ver­

sicherten. Diese mache geltend, dass sie heute als Gesunde mehr als 50% arbeiten 

würde (IV-act. 71-1). Ergänzend erklärte die procap am 15. Dezember 2010, es sei 

noch nicht klar, ob sich bei der Versicherten eine gesundheitliche Verschlechterung 

eingestellt habe. Anlässlich der Haushaltabklärung habe diese berichtet, dass sie 

massive Darmprobleme habe. Das habe die Abklärungsperson ebenfalls festgestellt 

und darauf hingewiesen, dass die medizinische Situation abzuklären sei (IV-act. 73-1). 

Mit Einwandergänzung vom 22. Dezember 2010 führte die procap aus, die 

Berufsberaterin habe immer wieder darauf hingewiesen, dass die bildungsmässigen 

Voraussetzungen für eine erstmalige berufliche Ausbildung oder Umschulung bei der 

Versicherten nicht gegeben seien. Nach der Kündigung des langjährigen 

Arbeitsverhältnisses sei die Versicherte an das RAV verwiesen worden, in der 

Hoffnung, sie finde selber eine andere Arbeitsstelle mit einem Pensum von 50%. Die 

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Revisionen 2001 und 2003 hätten einen unveränderten IV-Grad von 50% ergeben. Die 

aktuelle Revision eruiere nun einen IV-Grad von 18,5% bei gleichbleibender 

Restarbeitsfähigkeit von 50%. Die Versicherte sei aber weiterhin als Vollerwerbstätige 

einzustufen, denn sie sei als alleinerziehende Mutter auf ein volles Erwerbseinkommen 

angewiesen. Sie habe zwar anlässlich der Haushaltabklärung angegeben, sie würde im 

Gesundheitsfall nur zu 50% arbeiten. Aufgrund der bildungsmässigen Voraussetzungen 

sei mit grosser Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass sie die hypothetische 

Frage nicht verstanden habe. Das zeige sich auch darin, dass sie mehrfach 

angeschrieben werden musste, bis sie Fragebogen ausgefüllt an die IV-Stelle 

zurückgesandt habe. Auch habe die Versicherte nicht gewusst, dass sie ihren Sohn ab 

Geburt hätte anmelden müssen. Aus der Haushaltabklärung sei klar ersichtlich, dass 

die Versicherte neben der IV-Rente zu 50% arbeiten müsste. Ohne Rente müsste sie 

als Gesunde zu 100% arbeiten, die Kinderbetreuung wäre sichergestellt. Die 

Versicherte lebe schon lange unter dem EL-Existenzminimum. Ein Antrag auf 

Ergänzungsleistungen wäre aber abgewiesen worden, weil ihr ein hypothetisches 

Erwerbseinkommen angerechnet worden wäre. Eine 50%-Stelle habe die Versicherte 

seit der IV-Berufsberatung im Jahr 1999 nicht gefunden, trotz jahrelanger Suche. Der 

Versicherten seien zusätzlich berufliche Massnahmen zu gewähren zur Verwertung 

ihrer Restarbeitsfähigkeit von 50% (IV-act. 74).

C.f    Am 10. Februar 2011 stellte die IV-Stelle die Rente gemäss Vorbescheid ein. Zu 

den Ausführungen der procap erläuterte sie, die Versicherte sei nicht als Vollerwerbs­

tätige einzustufen, sie habe die hypothetische Fragestellung nach entsprechender Er­

klärung verstanden und die Antwort gut begründet. Auf dem freien Arbeitsmarkt würde 

sie im Übrigen in einem Pensum von 50% ein deutlich höheres Einkommen erzielen, als 

der Rentenbetrag ausmache. Der Anspruch auf Hilfestellung bei der Stellensuche 

werde derzeit geprüft und separat beantwortet (IV-act. 75).

D.     

D.a   Gegen diese Verfügung erhob die procap am 14. März 2011 vorsorglich Be­

schwerde mit der gleichen Begründung wie im Einwandverfahren (act. G 1). Mit Be­

schwerdeergänzung vom 13. Mai 2011 beantragte die nun durch Advokat Martin 

Boltshauser vertretene Versicherte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und 

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die Weiterausrichtung der halben Rente, eventualiter die Rückweisung der Angelegen­

heit zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin. Die Beschwerdeführerin habe 

offensichtlich Mühe, gewisse Zusammenhänge zu verstehen, sie habe auch die Frage, 

was sie als Gesunde arbeiten würde, in ihrer Tragweite nicht verstehen können. Sie 

habe die Geburt des Sohnes nicht gemeldet, weil sie keine Ahnung gehabt habe, dass 

sie Ansprüche betreffend Kinderrente stellen könne. Erst auf einen auswärtigen Hinweis 

hin habe sie das getan. Korrekterweise müsse abgeklärt werden, ob die Beschwerde­

führerin in ihrer Situation einer Erwerbstätigkeit nachgehen könne. Es wäre ihr 

durchaus zumutbar, ausser Haus zu arbeiten, der Sohn sei nicht mehr so klein, seine 

Betreuung sei gesichert. Da auch die finanzielle Mitunterstützung durch den 

zwischenzeitlich verstorbenen Vater wegfalle und die Beschwerdeführerin als 

ungelernte Arbeitskraft nur ein deutlich reduziertes Erwerbseinkommen zu erwarten 

habe, stehe bereits fest, dass sie mit einer hälftigen Erwerbstätigkeit ihren finanziellen 

Verpflichtungen kaum ohne Sozialhilfe nachkommen könnte. Überdies sei aus den IV-

Akten ersichtlich, dass ca. seit einem Jahr eine gesundheitliche Verschlechterung 

eingetreten sei. Diese sei nicht abgeklärt worden, obwohl das bereits von der 

Abklärungsperson Haushalt beantragt worden sei (act. G 6).

D.b   Am 19. Mai 2011 unterzeichnete die Beschwerdeführerin eine Zielvereinbarung für 

Eingliederungsmassnahmen bei der Stiftung G.___ im Programm H.___, (Abklärung und 

Wiedereingliederung erwerbsloser Menschen), für den Zeitraum vom 16. Mai bis 12. 

August 2011 (IV-act. 89).

D.c   Die Beschwerdegegnerin erstattete am 27. Juni 2011 ihre Beschwerdeantwort, 

beantragte die Abweisung der Beschwerde und führte aus, anlässlich der Haushalt­

abklärung sei der Beschwerdeführerin ausführlich erklärt worden, wie die Frage nach 

dem Erwerbsanteil als Gesunde zu verstehen sei und welche Auswirkungen das habe. 

Sie habe auch genug Zeit gehabt für ihre Antwort. Sie habe angegeben, dass sie ohne 

Behinderung zu 50% arbeiten würde. Mehr wolle sie nicht arbeiten, sie wolle nicht, 

dass ihr Sohn auf der Strasse lebe. Ihr Vater könne den Sohn nicht betreuen. Bei dieser 

Aussage der ersten Stunde sei sie zu behaften. Mit dem Statuswechsel von einer 

Vollzeit- zu einer Teilzeittätigkeit sei ein Revisionsgrund gegeben. Die medizinische Ein­

schätzung der Arbeitsfähigkeit von 50% habe sich nicht verändert, sowohl der 

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Hausarzt als auch der RAD hätten einen stationären Gesundheitszustand beschrieben. 

Die Einschränkung im Haushaltbereich sei nicht beanstandet worden (act. G 8).

D.d   Am 24. August 2011 wurde dem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ent­

sprochen (act. G 14).

D.e   Der Rechtsvertreter reichte am 9. September 2011 die Replik ein, hielt an den 

Rechtsbegehren fest und führte aus, auf die allererste spontane Aussage zur Frage, 

wie viel sie arbeiten würde, wenn sie gesund wäre, habe die Beschwerdeführerin ge­

antwortet, zu etwa 30-50%, sie wünschte, sie wäre gesund, sie wisse keine Be­

gründung. Damit sei erstellt, dass auf diese Aussage der ersten Stunde nicht abgestellt 

werden könne, da die Beschwerdeführerin eigentlich keine richtige Aussage habe 

machen können. Im Abklärungsbericht habe sie dann tatsächlich angegeben, dass sie 

zu 50% arbeiten würde, gleichzeitig habe die Abklärungsperson festgehalten, die Be­

schwerdeführerin müsste mindestens halbtags einer Erwerbstätigkeit nachgehen, um 

sich und ihren Sohn durchzubringen. Das Vorliegen eines Revisionsgrundes werde 

bestritten, denn in Bezug auf die familienrechtliche Situation habe sich bei der Be­

schwerdeführerin nichts geändert. Unbestritten sei sie in früheren Jahren immer als 

Vollerwerbstätige eingestuft worden, obwohl der im Jahr 2002 geborene Sohn damals 

die Mutter noch notwendiger gehabt habe als jetzt. Nach dem Tod des Vaters könne 

die Beschwerdeführerin heute aufgrund ihres Budgets ohne Aufnahme einer vollen Er­

werbstätigkeit ihren Lebensunterhalt ohne Hilfe des Sozialamtes gar nicht bestreiten. 

Es sei nicht ersichtlich, weshalb aus diesen Gründen bezüglich der Statusfrage ein Re­

visionsgrund vorliegen sollte, die Beschwerdeführerin sei weiterhin als (voll) Erwerbs­

tätige einzustufen (act. G 15).

D.f    Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 30. September 2011 sinngemäss auf 

eine Duplik (act. G 17).

Erwägungen:

1.      

1.1    Strittig ist vorliegend die am 10. Februar 2011 verfügte Renteneinstellung zufolge 

des von der Beschwerdegegnerin vorgenommenen Statuswechsels. Die Beschwerde­

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gegnerin hält dafür, die IV-Stelle habe in der strittigen Verfügung die seit Mai 1998 

laufende ganze - auf einem Einkommensvergleich beruhende - Invalidenrente der 

Beschwerdeführerin zu Recht unter Zugrundelegung der gemischten Methode der 

Invaliditätsbemessung auf eine halbe Rente herabgesetzt (Art. 17 Abs. 1 ATSG; Art. 87, 

88a und 88  IVV), da sich bei unverändertem Gesundheitszustand die Grundlage der 

Invaliditätsbemessung leistungserheblich verändert habe. Die Beschwerdegegnerin 

kam nach Würdigung der medizinischen Unterlagen zum Schluss, der 

Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin habe sich im Zeitraum zwischen der 

ursprünglichen Rentenzusprache (Verfügung vom 22. September 1999) und der 

Revisionsverfügung vom 10. Februar 2011 nicht wesentlich geändert. Diese 

Beurteilung wird von der Beschwerdeführerin abgelehnt.

1.2    Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 

Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin 

für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 

ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt nach der auch unter dem ATSG massgeblichen 

Rechtsprechung jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die 

geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die 

IV-Rente ist nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, 

sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich 

gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 

Erw. 3.5 S. 349 f.). Eine einmal vorgenommene Anwendung einer bestimmten Methode 

ist nach BGE 97 V 241 nicht unveränderlich. Eine spätere Änderung der persönlichen 

und damit verbundenen wirtschaftlichen Situation kann – im Rahmen eines 

Revisionsverfahrens – Anlass geben, die bisherige Methode aufzugeben. Ein 

Methodenwechsel als solcher ist nie Revisionsgrund; für einen solchen bedarf es 

immer einer erheblichen Sachverhaltsevolution (in der Invaliden- oder der 

Validenkarriere). Eine Sachverhaltsevolution bedingt (möglicherweise) einen 

Methodenwechsel und nicht umgekehrt (vgl. den Entscheid IV 2006/57 des 

Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 4. April 2007, Erw. 1a).

1.3    Die Rechtsprechung verlangt für neue Annahmen bei der Validenkarriere einen 

überwiegend wahrscheinlichen hypothetischen Verlauf (BGE 117 V 194 Erw. 3b S. 194; 

SVR 1996 IV Nr. 76 Erw. 2c). Für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall 

bis

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ausgeübten (Teil-) Erwerbstätigkeit ist der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweis­

grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich (vgl. BGE 125 V 146 Erw. 2c 

S. 150, 117 V 194 Erw. 3b S. 194 f., je mit Hinweisen; Ulrich Meyer-Blaser, Die 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 2. Aufl. 2010, S. 48 ff.). Der Richter hat 

jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die er von allen möglichen Geschehensab­

läufen unter den gegebenen Umständen als die wahrscheinlichste erachtet (BGE 121 

V 45 Erw. 2a S. 47). Dabei sind die konkrete Situation und die Vorbringen der Ver­

sicherten nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen (ZAK 1985 

S. 468 f. Erw. 1). Tatfragen, über die sich gemäss der Natur der Dinge nur Hypothesen 

aufstellen lassen, beurteilen sich nach Erfahrungssätzen (BGE 117 V 194 E. 3b S. 195).

1.4    Ein Methodenwechsel darf nach der älteren Praxis nur vorgenommen werden, 

wenn er zwingend notwendig ist (vgl. ZAK 1969 S. 745; BGE 104 V 148 E. 2 S. 149). 

Das ist auch heute noch zu postulieren (vgl. Gabriela Riemer-Kafka, Veränderungen der 

familiären Verhältnisse als Rentenrevisionsgrund in der IV, in: René Schaffhauser/ Franz 

Schlauri [Hrsg.], Die Revision von Dauerleistungen in der Sozialversicherung, St. Gallen 

1999, S. 111). Der Methodenwechsel setzt eine Nachführung der hypothetischen 

Lebensentwicklung voraus. Es wird auf den realen Verlauf persönlicher und familiärer 

Verhältnisse nach Eintritt der Invalidität (und unter den Einwirkungen der Invalidität) 

abgestellt, obwohl diese Verhältnisse an sich ohne kausalen Einfluss auf die Invalidität 

sind. Aus dieser Realität wird auf wesentliche Änderungen im massgeblichen 

hypothetischen Sachverhalt (BGE 117 V 198 E. 3b S. 199) geschlossen. Auf eine all­

gemeine Erfahrung über das Verhalten der Mütter nach der Geburt von Kindern lässt 

sich indessen heute nicht mehr zurückgreifen (Riemer-Kafka, a.a.O., S. 115 f.). Auf ein­

deutige Lebensentwürfe und Lebenserfahrungen ist in der modernen Gesellschaft mit 

gleichen Chancen für unterschiedlichste Arten beruflichen Fortkommens immer 

weniger Verlass. Darum ist es gerechtfertigt, den Methodenwechsel nur bei triftigen 

Gründen zuzulassen, etwa wenn nach einer eindeutigen (hypothetischen) Sachlage ein 

Festhalten an der bisherigen Methode missbräuchlich wäre (vgl. den Entscheid IV 

2001/3 des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. Oktober 2001, 

Erw. 3e).

2.      

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2.1    Die Beschwerdeführerin machte im Mai 2009 geltend, ihr Gesundheitszustand 

habe sich einerseits verbessert, andererseits aber auch verschlimmert. Sie führte zur 

Verschlechterung aus, sie könne die Darmfunktion nicht mehr kontrollieren und leide 

unter starker Müdigkeit. Was sich verbessert habe, erwähnte sie nicht. Die starke 

Müdigkeit hat sie schon früher angegeben (Revision 2003), in der Zwischenzeit haben 

sich offenbar die Schwierigkeiten mit der Darmfunktion manifestiert. Arztberichte für 

die Zeit zwischen 2003 und 2009 liegen zu dieser Thematik nicht vor.

2.2    Dr. I.___ bestätigte am 18. Mai 2009, er habe die Beschwerdeführerin letztmals 

am 4. März 2009 in der Praxis gesehen, die Grunderkrankung nehme einen konstanten 

Verlauf. Die Beschwerdeführerin habe die Sprechstunde diverse Male wegen Infekten, 

Hautbefunden und akuten Problemen des Bewegungsapparates aufgesucht. Darmbe­

schwerden erwähnte er nicht. Gestützt auf diese Auskunft hat der RAD-Arzt Dr. F.___ 

im Oktober 2010 festgehalten, der Gesundheitszustand sei weiterhin stabil, eine we­

sentliche Veränderung des Gesundheitsschadens sei weiterhin nicht auszumachen. Ein 

medizinischer Revisionsgrund sei nicht ausgewiesen. Obwohl seit vielen Jahren kein 

aussagekräftiger (aktueller) Arztbericht in den Akten zu finden ist, überzeugt die Auf­

fassung des RAD-Arztes Dr. F.___. Die Beschwerdegegnerin hat denn auch eine 

weiterhin bestehende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50% anerkannt.

3.      

3.1    Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch an­

lässlich einer Rentenrevision stellt sich die Frage nach der in den drei Absätzen von 

Art. 28a IVG normierten Invaliditätsbemessungsmethode. Die Statusfrage, also die 

Frage, ob die versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als 

nichterwerbstätig zu betrachten ist, was je zur Anwendung einer anderen Methode der 

Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betätigungsver­

gleich) Anlass gibt, bestimmt sich aufgrund der Prüfung, was die versicherte Person bei 

im Übrigen unveränderten Umständen mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr­

scheinlichkeit (BGE 117 V 194 E. 3b S. 195) täte, wenn keine gesundheitliche Be­

einträchtigung bestünde. Massgebend für diese Beurteilung ist die gesamte 

persönliche, familiäre, berufliche und soziale Situation, die stets nach den konkreten 

Gegebenheiten des Einzelfalles zu bestimmen ist und sich nicht auf eine Bezugnahme 

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auf die allgemeine Lebenserfahrung oder statistische Erhebungen und Erfahrungswerte 

beschränken kann. So darf beispielsweise eine bisher erwerbstätig gewesene 

Versicherte im Rentenrevisionsverfahren nach der Geburt des ersten Kindes nicht neu 

als Hausfrau eingestuft werden mit der einzigen Begründung, dass nach der 

allgemeinen Lebenserfahrung zahlreiche (Ehe-)Frauen die Erwerbstätigkeit 

unterbrechen, solange die Kinder der vollständigen Pflege und Erziehung bedürfen 

(Ulrich Meyer, a.a.O., S. 52, S. 289 und S. 376; sinngemäss insbesondere BGE 133 V 

477 E. 6.1 S. 485 mit Hinweisen; Urteil Schuler-Zgraggen gegen die Schweiz des 

EGMR vom 24. Juni 1993, EuGRZ 1996 S. 604 Ziff. 61 ff.). Ein starker Indizwert kommt 

dabei auch jener Tätigkeit zu, welche bei Eintritt der invalidisierenden gesundheitlichen 

Beeinträchtigung tatsächlich ausgeübt wurde, vor allem bei sonst im Wesentlichen 

unveränderten Verhältnissen bis zur Entstehung des Rentenanspruchs (BGE 130 V 

393 E. 3.3 S. 396; 125 V 146 E. 2c S. 150, je mit Hinweisen).

3.2    Bei der Beantwortung der vorliegend entscheidenden Statusfrage handelt es sich 

zwangsläufig um eine hypothetische Beurteilung, die auch hypothetische Willensent­

scheidungen der versicherten Person berücksichtigen muss, welche indessen als 

innere Tatsachen einer direkten Beweisführung nicht zugänglich sind und in aller Regel 

aus äusseren Indizien erschlossen werden müssen. Der Beschwerdeführerin ist darin 

beizupflichten, dass hinsichtlich der Statusfrage nicht ohne weiteres auf die anlässlich 

der Abklärung der Verhältnisse im Haushalt erhobenen Angaben abgestellt werden 

kann. Obgleich derartige im Verlauf des Abklärungsverfahrens gemachte Aussagen 

praxisgemäss stärker zu gewichten sind als spätere, anders lautende Erklärungen, 

welche von Überlegungen sozialversicherungsrechtlicher Natur beeinflusst sein 

können, gilt es zu beachten, dass der Bedeutungsgehalt der Frage nach der 

hypothetischen Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall aufgrund der Komplexität des 

Rentensystems für Laien nicht einfach zu erkennen ist. Dies muss umso mehr gelten 

für eine Person, bei welcher - wie im Falle der Beschwerdeführerin – schon viele Jahre 

eine chronische Erkrankung vorliegt. Je länger nämlich die Krankheit bereits andauert, 

desto schwieriger ist es für die betroffene Person, sich vorzustellen, wie sie sich als 

gesunde Person verhalten würde. Bei der Beschwerdeführerin kommt hinzu, dass sie 

zufolge ihrer schulisch bescheidenen Ressourcen weder eine Lehre noch eine Anlehre 

absolvieren konnte und als ungelernte Verkäuferin/Kassiererin arbeitete. Dies gibt 

Grund zur Annahme, dass es ihr besonders schwer fallen dürfte, von den langjährigen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/18

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tatsächlichen Verhältnissen zu abstrahieren. Der Beschwerdeführerin, welche schon in 

jungen Jahren erkrankt ist, dürfte es daher gesamthaft schwer fallen, sich ein Leben 

ohne jegliche Behinderung vorzustellen, zumal ihre Arbeitsfähigkeit bereits vor Kenntnis 

der Multiplen Sklerose – nämlich durch einen Unfall mit Lendenwirbelfraktur im Jahr 

1997 – beeinträchtigt gewesen war (vgl. IV-act. 3–8, 10–1 und 10–2). Massgebend für 

die Frage, in welchem Ausmass sie als Gesunde erwerbstätig wäre, sind somit primär 

die konkreten Lebensumstände während der letzten Jahre (vgl. 8C_35/2011, Urteil vom 

24. Mai 2011, E. 3.3).

3.3    Laut Akten war die Beschwerdeführerin ab 1. März 1989 bis Mai 1997 voll­

erwerbstätig. Sie lebte mit ihrem Freund zusammen, verblieb einen Sommer auf einer 

Alp, suchte mit Unterstützung des RAV erfolglos eine Teilzeitstelle im Verkauf. Die Ge­

burt ihres Sohnes (21. September 2002) hat die Beschwerdeführerin der IV-Stelle nicht 

gemeldet. Sie ist ihren Mutterpflichten nachgegangen und hat nicht ausserhäuslich ge­

arbeitet, hat sich offenbar von ihrem Freund getrennt, musste die Interferontherapie ab­

brechen und ist spätestens gegen Ende 2003 in ihr Elternhaus zurückgekehrt (vgl. IV-

act. 28). Anlässlich der Haushaltabklärung (Selbstdeklaration) gab sie im November 

2009 wiederum an, sie suche eine Teilzeitstelle im Verkauf, finde wegen ihrer Er­

krankung aber keine. Ergänzend hielt sie auf Nachfrage fest, sie würde zu 30-50% 

arbeiten, sie wünschte, sie wäre gesund. Aufgrund dieser Angaben und in nunmehriger 

Kenntnis der Mutterschaft beantragte die Abklärungsstelle im März 2010 die Über­

prüfung der Qualifikation der Beschwerdeführerin. Anlässlich des Besuchs der ab­

klärungsbeauftragten Person erklärte die allein erziehende Beschwerdeführerin am 

8. April 2010, sie würde ohne Behinderung aus wirtschaftlichen Gründen mindestens 

halbtags eine Erwerbstätigkeit ausüben. Mehr wolle sie nicht, weil sie nicht wolle, dass 

ihr Sohn auf der Strasse aufwachse. Ihr Vater, wohnhaft im selben Haus, könne den 

Sohn nicht ausreichend betreuen, er habe dazu die Nerven nicht mehr. Während der 

Schübe sei sie im Haushalt auf die Mithilfe von Vater und Sohn angewiesen, beim Ein­

kauf sei ihre Schwester oft behilflich. Im Einwandschreiben gegen den Vorbescheid der 

Rentenaufhebung machte die Beschwerdeführerin dann erstmals geltend, als Gesunde 

würde sie heute mehr als 50% arbeiten. Ergänzend liess sie ausführen, als allein­

erziehende Mutter sei sie auf ein volles Erwerbseinkommen angewiesen. Die Kinder­

betreuung könne sie sicherstellen. Sie habe bis heute trotz jahrelanger Suche keine 

Anstelllung gefunden. Die hypothetische Frage des Arbeitspensums im Gesundheitsfall 

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habe sie nicht verstanden. Die IV-Stelle hat der offenbar motivierten Beschwerde­

führerin inzwischen Unterstützung bei der Arbeitsvermittlung gewährt (IV-act. 82, 84). 

Die Schwester der Beschwerdeführerin hat im Beschwerdeverfahren zugesichert, für 

die Kinderbetreuung zur Verfügung zu stehen. In diesem Punkt kann überwiegend 

wahrscheinlich davon ausgegangen werden, dass die Kinderbetreuung bei einer 

Teilzeitanstellung von 50% sichergestellt wäre, zusammen mit ergänzenden 

Betreuungsangeboten (z.B. schulischer Mittagstisch) wahrscheinlich auch bei einer 

Vollzeiterwerbstätigkeit. Der Knabe besucht mittlerweile die Primarschule.

3.4    Bis zur Diagnose der Multiplen Sklerose bzw. zum Unfall im Jahr 1997 mit Fraktur 

der Lendenwirbelsäule arbeitete die Beschwerdeführerin vollzeitig. Danach reduzierte 

sie den Beschäftigungsgrad gesundheitsbedingt auf 50 %; zudem wechselte sie in eine 

ihrer Behinderung besser angepasste Tätigkeit beim selben Arbeitgeber. Ihre Arbeits­

stelle verlor sie zuletzt aus gesundheitlichen Gründen. In der Folge unternahm die Be­

schwerdeführerin verschiedene Bemühungen, wieder einer Erwerbstätigkeit nach­

zugehen. Sie meldete sich beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum an und ab­

solvierte einen mehrmonatigen Sennenkurs. Trotzdem fand sie keine Arbeitsstelle 

mehr. Ihre Erklärung, sobald sie die Multiple Sklerose erwähne, habe sie keine 

realistische Chance mehr, eine spezifische Arbeitsstelle zu erhalten, erscheint 

nachvollziehbar. Obwohl gesamthaft nur wenige Arbeitsbemühungen in den Akten 

ausgewiesen sind, ist überwiegend wahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin ihre 

Restarbeitsfähigkeit zu verwerten versucht hat. Ebenso steht ausser Frage, dass sie 

ohne gesundheitliche Beeinträchtigung und ohne Geburt ihres Sohnes einer vollzeitigen 

Erwerbstätigkeit nachginge. Die entscheidende Frage ist, ob es die Geburt des Sohnes 

rechtfertigt, die ursprünglich unterstellte Validenkarriere (vollzeitige Erwerbstätigkeit als 

Hilfsarbeiterin) zu ersetzen bzw. davon auszugehen, die Beschwerdeführerin wäre ohne 

gesundheitliche Beeinträchtigungen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bloss noch 

zu 50 % erwerbstätig. Zwar hat die Beschwerdeführerin selbst mehrfach angegeben, 

sie wäre aufgrund ihrer Betreuungspflichten bloss noch zu 50 % erwerbstätig. Zur 

Begründung führte sie etwa aus, sie wolle nicht, dass ihr Sohn auf der Strasse 

aufwachse. Es bestehen allerdings erhebliche Zweifel daran, dass die 

Beschwerdeführerin dabei die Frage richtig verstanden hat. Sie hat nämlich trotz ihrer 

Behinderung eine Arbeitsstelle mit einem Pensum von 50 % gesucht und 

beispielsweise auf Nachfrage der Beschwerdegegnerin hin angegeben, sie würde zu 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/18

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30–50 % arbeiten, wünschte aber, sie wäre gesund. Sie trug ihren gesundheitlich 

eingeschränkten Ressourcen also, soweit in den Akten ersichtlich, durchwegs bereits 

Rechnung, und zwar auch, wenn sie danach gefragt wurde, wie sie sich ohne 

Behinderung verhalten würde. Dies überrascht nicht, wenn berücksichtigt wird, dass 

die Beschwerdeführerin seit über 15 Jahren gesundheitlich erheblich in ihrer 

Erwerbsfähigkeit beeinträchtigt ist und dass sie davor lediglich während etwas mehr 

als zehn Jahren als Gesunde gearbeitet hat, zumal ihre intellektuellen Ressourcen 

offenbar bescheiden sind. Da die Beschwerdeführerin durchwegs den Willen gezeigt 

hat, ihren Lebensbedarf und den ihres Sohnes soweit möglich aus eigener Kraft zu 

bestreiten, erscheint die Annahme, sie würde ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen 

und ohne Sozialversicherungsleistungen bloss zu 50 % einer Erwerbstätigkeit 

nachgehen, wenig wahrscheinlich. Als Hilfsarbeiterin könnte die Beschwerdeführerin 

nur ein bescheidenes Einkommen erzielen, das selbst zur Bestreitung des aus ihrer 

einfachen Lebenshaltung resultierenden tiefen Lebensbedarfs nicht ausreichen würde. 

Lediglich, wenn die Beschwerdeführerin einer vollzeitigen Erwerbstätigkeit nachgehen 

würde, könnte sie ihren Lebensbedarf aus eigenen Kräften bestreiten. Es ist angesichts 

dessen davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin – was sie bei der 

Beantwortung der Anfragen der Beschwerdegegnerin und während der Haushaltsab­

klärung augenscheinlich nicht getan hat – nach weiteren Möglichkeiten zur 

Vereinbarkeit einer vollzeitigen Erwerbstätigkeit und ihrer Betreuungspflichten gesucht 

hätte. Sie hätte sich wahrscheinlich nicht damit begnügt, eine Betreuung ihres Sohnes 

durch ihren Vater zu prüfen, sondern hätte nach weiteren Betreuungsmöglichkeiten 

gesucht und beispielsweise ihre Schwester angefragt. Sodann hätte sie nach 

Arbeitsstellen ausserhalb ihres angestammten Tätigkeitsgebietes gesucht und dabei 

besonders darauf geachtet, eine Stelle zu finden, bei der die Arbeitszeiten eine 

möglichst weitgehende Betreuung des Sohnes durch sie selbst zuliessen. Schliesslich 

ist auch zu berücksichtigen, dass der Sohn der Beschwerdeführerin bereits 

schulpflichtig und damit auf erheblich weniger Betreuung als im Vorschulalter 

angewiesen ist. Gesamthaft erscheint die Annahme der Beschwerdegegnerin, die 

Beschwerdeführerin würde im hypothetischen Gesundheitsfall keiner vollzeitigen 

Erwerbstätigkeit mehr nachgehen, bloss möglich, jedoch nicht überwiegend 

wahrscheinlich.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/18

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3.5    Vorliegend erscheint es überwiegend wahrscheinlich, dass die 

Beschwerdeführerin zufolge ihrer Erkrankung, die mit unregelmässigen längeren bis 

langen Ausfällen einher geht oder einher gehen kann, bisher keinen Arbeitgeber 

überzeugen konnte, sie anzustellen. Die Mutterschaft allein kann nicht als Argument für 

die Behauptung verwendet werden, die Beschwerdeführerin würde nur noch zu 50 

Prozent einer ausserhäuslichen Tätigkeit nachgehen und die restliche Zeit dem 

häuslichen Aufgabenbereich widmen. Hinzu kommt, dass die Einkommensverhältnisse 

nicht für eine Einschränkung der ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit sprechen. Es steht 

somit nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass die 

Beschwerdeführerin ohne den Gesundheitsschaden nicht weiterhin zu 100 Prozent 

erwerbstätig geblieben wäre. Der Statuswechsel kann auch nicht mittels statistischer 

Werte nachgewiesen werden, wie bereits das Bundesgericht festgestellt hat (Urteil 

9C_446/2012 vom 16. November 2012).

3.6    Nach der Aktenlage ist ein hypothetischer Wechsel aus der bisher ange­

nommenen vollen Erwerbstätigkeit zwar möglich, nach den gesamten Umständen hier 

aber, wie ausgeführt, nicht überwiegend wahrscheinlich. Da die IV-Stelle einen rechts­

verändernden Eingriff in ein Dauerschuldverhältnis vornehmen will, trägt sie die 

Beweislast bzw. das Risiko der Beweislosigkeit bei der Eruierung der 

Tatsachengrundlagen für diesen Eingriff, nicht etwa die Beschwerdeführerin (vgl. 

Entscheid IV 2006/214 vom 18. Februar 2008). Von einer zwingenden Notwendigkeit zu 

einem Methodenwechsel kann bei diesen Verhältnissen nicht gesprochen werden. Die 

Argumente der Beschwerdegegnerin reichen nach den obigen Erwägungen nicht aus, 

um den Statuswechsel als nicht nur möglich, sondern als überwiegend wahrscheinlich 

anzunehmen.

3.7    Nach dem Gesagten erweist sich die vorinstanzliche Annahme einer revisions­

rechtlich wirksamen Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse als nicht zutreffend. 

Die Beschwerdegegnerin durfte demnach keine Revision vornehmen und die Be­

schwerdeführerin hat weiterhin Anspruch auf die bisher ausgerichtete halbe Invaliden­

rente. Die angefochtene Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 11. Februar 2011 ist 

daher in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben.

4.      

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/18

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4.1    Die gemäss Art. 69 Abs. 1  IVG zu erhebenden und angesichts des durch­

schnittlichen Aufwands auf Fr. 600.-- festzusetzenden Gerichtskosten sind ausgangs­

gemäss der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.

4.2    Mit der Gutheissung der Beschwerde wird die gewährte unentgeltliche 

Rechtspflege und Rechtsverbeiständung obsolet. Die Beschwerdegegnerin hat der 

Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von ermessenweise Fr. 3’500.-- 

(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.       In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 11. Februar 2011 

aufgehoben. Die Beschwerdeführerin hat weiterhin Anspruch auf eine halbe Rente.

2.       Die Beschwerdegegnerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.

3.       Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung 

von Fr. 3’500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 18.03.2013
	Art. 17 Abs. 1 ATSG, Art. 28a IVG, Art. 87, 88a und 88bis IVV. Rentenrevision. Rentenaufhebung ohne medizinischen Revisionsgrund nach langer Bezugsdauer einer halben Rente wegen MS-Erkrankung. Methodenwechsel wegen Statusänderung. Ein Methodenwechsel als solcher ist nie Revisionsgrund; für einen solchen bedarf es immer einer erheblichen Sachverhaltsevolution (in der Invaliden- oder der Validenkarriere). Eine Sachverhaltsevolution bedingt (möglicherweise) einen Methodenwechsel und nicht umgekehrt. Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit für die hypothetische Frage der Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall. Würdigung der konkrete Situation und der Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St.Gallen vom 18. März 2013, IV 2011/112). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 9C_286/2013.

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