# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c822d1ea-1d3a-536c-816d-d88c688ec76c
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-02-28
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Zivilkammern 28.02.2022 ZSU.2021.174
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_001_ZSU-2021-174_2022-02-28.pdf

## Full Text

Obergericht 

Zivilgericht, 5. Kammer 

 

ZSU.2021.174 
(SF.2020.21)  

Art. 14 

 

Entscheid vom 28. Februar 2022 
 

 

Besetzung  Oberrichter Brunner, Präsident  

Oberrichter Lindner  

Ersatzrichter Schneuwly 

Gerichtsschreiber Hess         

 

 
   

Klägerin   A._____, 

[…] 

vertreten durch lic. iur. Susanne Crameri, Rechtsanwältin, 

Tödistrasse 17, 8002 Zürich    

 

     

 
   

Beklagter   B._____, 

[…] 

vertreten durch Martin Basler, Rechtsanwalt, 

Weiherstrasse 1, 4800 Zofingen    

 

     

 
 

Gegenstand  Summarisches Verfahren betreffend Regelung des Getrenntlebens 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die Parteien heirateten am tt.mm.jjjj und leben nach Darstellung der 

Klägerin seit dem tt.mm.jjjj (act. 22, 125) und nach jener des Beklagten seit 

dem tt.mm.jjjj (act. 64, 189; act. 77 f., 197, 223 f.) getrennt. Aus ihrer Ehe 

sind die beiden Söhne C. (tt.mm.jjjj) und D. (tt.mm.jjjj) hervorgegangen. 

 

2. 

2.1. 

Mit Klage vom 9. Juli 2020 ersuchte die Klägerin das Gerichtspräsidium Zo-

fingen um die Regelung des Getrenntlebens (u.a.) mit folgenden Begehren: 

 

"2.1. 
Die Liegenschaft am […] in Q. sei […] der Gesuchstellerin und den [unter 
ihre Obhut zu stellenden] Kindern [C., D.] zur alleinigen Benutzung zuzu-
weisen. 
 
[…] 
 
5. 
Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten der Gesuchstellerin […] ab 
7. Juli 2019 monatlich vorschüssig Unterhaltsbeiträge [für C. und D.] zu 
bezahlen: […] (Bezifferung wird nach dem Vorliegen des 
Beweisergebnisses vorgenommen) […] je zuzüglich allenfalls von ihm be-
zogene Kinder- resp. Ausbildungszulagen. 
 
[…] 
 
9. [Gütertrennung per 9. Juli 2020]" 

 

2.2. 

Mit Verfügung vom 10. Juli 2020 wurde (u.a.) superprovisorisch und mit 

sofortiger Wirkung die Liegenschaft am […] in Q. der Klägerin und den 

beiden Söhnen zur Benützung zugewiesen.  

 

2.3. 

Am 17. November 2020 reichte die Klägerin beim Bezirksgericht Zurzach 

eine unbegründete Ehescheidungsklage ein (OF.2020.65). 

 

2.4. 

Mit Eingabe vom 25. November 2020 beantragte der Beklagte (u.a.) die 

Abweisung der Klagebegehren sowie (u.a.): 

 

"2. 
Es sei die Liegenschaft […] in Q. – ausschliesslich den Wohnhausteil 
betreffend […] – […] der Gesuchstellerin mit […] [den Kindern] zur 
Benutzung zuzuweisen. [Sie] sei […], soweit den Landwirtschaftsteil 
betreffend (u.a. Hofareal, Stallungen, Scheunen, Wirtschaftsräume, 
Weiden usw., inkl. die dort gehaltenen Tiere sowie den Anlagen, 

 - 3 - 

 

 

Maschinen und Gerätschaften usw.) […] dem Gesuchsgegner zur alleini-
gen Benutzung zuzuweisen. 
 
[…] 

5. 
Es sei festzustellen, dass der Gesuchsgegner nicht in der Lage ist, 
[…] [Kinderunterhalt] zu bezahlen. 
 
6. 
6.1. 
Die Gesuchstellerin sei zu verpflichten, dem Gesuchsgegner [ab] 
01.09.2019 monatlich […] Unterhalt […] von CHF 5'095 zu bezahlen. […] 
 
6.2. 
Es sei die J., anzuweisen, […] CHF 5'095 per sofort vom Lohn der 
Gesuchstellerin direkt auf ein Konto des Gesuchsgegners ([…]) zu 
überweisen. 
 
[…] 
 
7. […] 
 
8. 
8.1. 
Es seien die Konti der Gesuchstellerin bis zum Eintritt der Rechtskraft des 
Scheidungsurteils mit einer Verfügungssperre im Sinne von Art. 178 ZGB 
zu belegen, so dass die Ehegatten nur gemeinsam bzw. mit schriftlicher 
Einwilligung des Gesuchsgegners über die auf die Gesuchstellerin lauten-
den Vermögenswerte verfügen können, und es sei demgemäss die K.) 
anzuweisen, die vorgenannte Verfügungssperre betreffend die auf den 
nachfolgend genannten Konti befindlichen Vermögenswerte zu errichten: 
 

 

- Bankkonto IBAN-Nr. … 
- Bankkonto IBAN-Nr. … 
- Bankkonto IBAN-Nr. …, sowie 
- sämtliche weiteren auf den Namen von A. lautenden Bankkonten bei 

der K.. 
 
8.2 
Es sei der Gesuchstellerin bis zum Eintritt der Rechtskraft des Scheidungs-
urteils gerichtlich zu verbieten, ohne Einverständnis des Gesuchsgegners 
über die auf ihren Namen lautenden Bankkonten, namentlich jene bei 
  
- der K. (Verfügungsbeschränkung bis CHF 53'000), 
- der L. (Verfügungsbeschränkung bis EUR 52'498, Konto IBAN … bzw. 

IBAN …), und  
- der M. (Verfügungsbeschränkung bis CHF 518'440 Konten-Nr. bzw. 

'Container' Nr. ..., …, … und … und …, … und …), sowie 
- über allfällige weitere Konti bei Banken im In- und Ausland zu verfü-

gen. […] 
 
8.3. 
Die Verfügungssperre, Ziffer 8.1, und die Verpflichtungen gemäss der Zif-
fer 8.2 seien [superprovisorisch] zu verfügen. 
 
9. 

 - 4 - 

 

 

Es sei die Gesuchstellerin zu verpflichten, dem Gesuchsgegner einen Pro-
zesskostenvorschuss für das vorliegende Verfahren […] von CHF 25'000 
zu leisten, eventualiter sei dem Gesuchsgegner die unentgeltliche Rechts-
pflege […]  zu gewähren." 

 

2.5.  

Am 27. November 2020 wurde (u.a.) superprovisorisch und mit sofortiger 

Wirkung verfügt: 

 

"[…] die nachfolgend aufgeführten Bankkonti bei der K. [werden] mit einer 
Verfügungssperre gemäss Art. 178 ZGB belegt, sodass die Parteien nur 
gemeinsam über diese Bankkonti verfügen können: 
 

- IBAN-Nr. … 
- IBAN-Nr. … 
- IBAN-Nr. … 
 

[…] der Gesuchstellerin [wird] richterlich verboten, ohne Einverständnis 
des Gesuchsgegners über die nachfolgend aufgeführten Konti zu verfü-
gen: 
 

- L. (Verfügungsbeschränkung bis EUR 52'498, Konto IBAN … und 
IBAN …  

- M. (Verfügungsbeschränkung bis CHF 518'440 Konten-Nr. bzw. 
'Container' Nr. …, …, … und … und …, … und … 

 
Bei Nichtbefolgung der vorstehenden superprovisorischen Verfügung wird 
Bestrafung nach Art. 292 Strafgesetzbuch (StGB) angedroht: […].' " 

 

2.6. 

Am 25. Januar 2021 beantragte die Klägerin (u.a.), die superprovisorische 

Verfügung vom 27. November 2020 sei aufzuheben, auf die Widerklage sei 

nicht einzutreten, eventuell sei sie abzuweisen, und (u.a.) die Anträge 2 

und 5 bis 9 der Eingabe vom 25. November 2020 seien abzuweisen. Zu-

dem modifizierte sie (u.a.) ihr Klagebegehren 5 insofern, als der Beklagte 

zu verpflichten sei, ihr monatlich Fr. 1'510.00 an C. und Fr. 1'447.00 an D. 

Barbedarf, zzgl. Familienzulagen, zu bezahlen, bis die Kinder ihre erste 

angemessene Ausbildung abgeschlossen haben, auch über die Mündigkeit 

hinaus. 

 

2.7. 

Am 12. März 2021 beantragte der Beklagte (u.a.) die Abweisung der Be-

gehren der Klägerin, hielt im Übrigen (u.a.) an seinen Anträgen (insb. be-

treffend Liegenschaft […] und Kinderunterhalt) fest und beantragte 

Ehegattenunterhalt von Fr. 5'228.00 (Anweisungsbetrag unverändert 

Fr. 5'095.00). Bezüglich der Verfügungssperren beantragte er: 

 

"8. 
8.1 
Es seien die Konti der Gesuchstellerin bis zum Eintritt der Rechtskraft des 
Scheidungsurteils weiterhin mit einer Verfügungssperre [i.S.v.] Art. 178 

 - 5 - 

 

 

ZGB zu belegen, so dass die Ehegatten nur gemeinsam bzw. mit schriftli-
cher Einwilligung des Gesuchsgegners über die auf die Gesuchstellerin 
lautenden Vermögenswerte verfügen können, und es sei demgemäss die 
K.) anzuweisen, die vorgenannte Verfügungssperre betreffend die auf den 
nachfolgend genannten Konti befindlichen Vermögenswerte zu errichten: 
 

- Bankkonto IBAN-Nr. …, 
- Bankkonto IBAN-Nr. …, 
- Bankkonto IBAN-Nr. …, sowie sämtliche weiteren auf den 

Namen von A. lautenden Bankkonten bei der K.. 
 
8.2 
Es sei der Gesuchstellerin bis zum Eintritt der Rechtskraft des Scheidungs-
urteils weiterhin gerichtlich zu verbieten, ohne Einverständnis des Ge-
suchsgegners über die auf ihren Namen lautenden Bankkonten, nament-
lich jene bei 
  

- der K. (Verfügungsbeschränkung bis CHF 53'000), 
- der L. (Verfügungsbeschränkung bis EUR 52'498, Konto IBAN 

… bzw. IBAN …), und  
- der M. (Verfügungsbeschränkung bis CHF 518'440 Konten-Nr. 

bzw. 'Container' Nr. …, …, … und … und …, … und …), sowie 
 
über allfällige weitere Konti bei Banken im In- und Ausland zu verfügen. 

 
[…]" 
 

Zudem beantragte er einen Prozesskostenvorschuss von Fr. 55'000.00. 

 

2.8. 

An der Verhandlung vom 10. Mai 2021 vor dem Gerichtspräsidium Zurzach 

wurde eine Parteibefragung durchgeführt. 

 

2.9. 

Mit Verfügung vom 16. Juni 2021 wurden die Parteien darauf hingewiesen, 

dass hinsichtlich der der Dispositionsmaxime unterliegenden Belange der 

Aktenschluss eingetreten sei.  

 

2.10. 

Mit unter dem Datum vom 10. Mai 2021 ergangenem Entscheid erkannte 

das Bezirksgericht Zurzach, Präsidium des Familiengerichts (u.a.): 

 

"2. 
Die eheliche Liegenschaft am […] in Q. wird der Gesuchstellerin und den 
[unter ihre Obhut gestellten] Söhnen C. und D. für die Dauer des 
Getrenntlebens zur alleinigen Benützung und Bezahlung ungeteilt 
zugewiesen. 
 
[…] 
 
5. 
Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin an den (Bar-) 
Unterhalt [von] C. und D. für die Dauer des Getrenntlebens ab dem 

 - 6 - 

 

 

1. August 2020 bis zur jeweiligen Volljährigkeit monatlich […] folgende 
Unterhaltsbeiträge zu bezahlen: 
 
C.: CHF 530.00 ab 1. August 2020 bis 28. Februar 2021  

CHF 590.00 ab 1. März 2021 bis 31. März 2022  
 
D.: CHF 555.00 ab 1. August 2020 bis 28. Februar 2021  

CHF 615.00 ab 1. März 2021 bis 30. Juni 2022  
CHF 590.00 ab 1. Juli 2022 bis 30. Juni 2024  

  
jeweils zzgl. allfällig bezogener Kinder-, Ausbildungs- oder ähnlicher Zula-
gen. 
 
6. 
Die mit superprovisorischer Verfügung vom 27. November 2020 angeord-
nete Verfügungsbeschränkung gemäss Art. 178 ZGB wird aufgehoben. 
 
7. 
Es wird per 9. Juli 2020 der Güterstand der Gütertrennung angeordnet. 
 
8. 
8.1. 
Das Gesuch des Gesuchsgegners um Leistung eines Prozesskostenvor-
schusses durch die Gesuchstellerin wird abgewiesen. 
 
8.2. 
Das eventualiter gestellte Gesuch des Gesuchsgegners um Gewährung 
der unentgeltlichen Rechtspflege wird abgewiesen. 
 
9. 
Im Übrigen werden die Anträge der Parteien abgewiesen, soweit darauf 
eingetreten wird." 

 

3. 

3.1. 

Mit fristgerechter Berufung vom 16. August 2021 gegen den ihm am 5. Au-

gust 2021 zugestellten Entscheid (Art. 142 Abs. 3 ZPO) beantragte der Be-

klagte: 

 

"Der Berufung sei aufschiebende Wirkung zu erteilen. Über dieses Begeh-
ren sei vorsorglich sofort im Rahmen einer vorläufigen Massnahme […] 
ohne vorherige Anhörung der Berufungsbeklagten zu befinden. 
 
[…] 
 
1. 
Die Ziffern 2, 5, 6 und 8.1 des [angefochtenen] Entscheides […] seien voll-
umfänglich aufzuheben und es sei neu wie folgt zu entscheiden: 
 
 … 
 
 2. 

 Die Liegenschaft […] in Q., soweit den Landwirtschaftsteil betreffend 
(u.a. Hofareal, Stallungen, Scheunen, Wirtschaftsräume, Weiden usw., 
inkl. die dort gehaltenen Tiere sowie den Anlagen, Maschinen und 

 - 7 - 

 

 

Gerätschaften usw.), wird für die Dauer des Getrenntlebens dem 
Berufungskläger zur alleinigen Benutzung zugewiesen. [Eventuell wird 
der] Zugang zum Hof […] für den Berufungskläger persönlich auf 
Montag- und Freitagmorgen (jeweils bis 12 Uhr) eingeschränkt. 

 
… 
 
5.1 
Es wird festgestellt, dass der Gesuchsgegner nicht in der Lage ist, den 
Söhnen C. und D. Unterhalt zu bezahlen. 
 
5.2 
Die Gesuchstellerin wird verpflichtet, dem Gesuchsgegner […] monat-
lich […] folgende Unterhaltsbeiträge zu bezahlen: 
 
CHF 5'212 ab 01.08.2019 bis 29.02.2020 
CHF 5'632 ab 01.03.2020 bis 31.07.2020 
CHF 5'583 ab 01.08.2020 bis 28.02.2021 
CHF 4'979 ab 01.03.2021 bis 30.06.2022 
CHF 6'775 ab 01.07.2022 
 
5.3 
Die J., wird angewiesen, den geschuldeten Unterhalt in der Höhe von 
 
CHF 4'979 ab 01.03.2021 bis 30.06.2022 
CHF 6'775 ab 01.07.2022 
 
per sofort vom Lohn der Gesuchstellerin direkt auf ein Konto des Ge-
suchsgegners (K. Konto … lautend auf B.) zu überweisen. 
 
6. 
6.1 
Die Konti der Gesuchstellerin werden bis zum Eintritt der Rechtskraft 
des Scheidungsurteils mit einer Verfügungssperre [i.S.v.] Art. 178 ZGB 
belegt, so dass die Ehegatten nur gemeinsam bzw. mit schriftlicher Ein-
willigung des Gesuchsgegners über die auf die Gesuchstellerin lauten-
den Vermögenswerte verfügen können, und es wird demgemäss die K. 
angewiesen, die vorgenannte Verfügungssperre betreffend die auf den 
nachfolgend genannten Konti befindlichen Vermögenswerte zu 
errichten: 

 
- Bankkonto IBAN-Nr. …, 
- Bankkonto IBAN-Nr. …, 
- Bankkonto IBAN-Nr. …, sowie 
- sämtliche weiteren auf den Namen von A. lautenden 

Bankkonten bei der K.. 
 

6.2 
Es wird der Gesuchstellerin bis zum Eintritt der Rechtskraft des Schei-
dungsurteils gerichtlich verboten, ohne Einverständnis des Gesuchs-
gegners über die auf ihren Namen lautenden Bankkonten zu verfügen, 
namentlich jene bei 

  
- der K. (Verfügungsbeschränkung bis CHF 53'000), 
- der L. (Verfügungsbeschränkung bis EUR 52'498, Konto IBAN 

… bzw. IBAN …), und  

 - 8 - 

 

 

- der M. (Verfügungsbeschränkung bis CHF 518'440 Konten-Nr. 
bzw. 'Container' Nr. …, …, … und … und …, … und …). 

 
Der Gesuchstellerin wird für den Widerhandlungsfall die Ungehor-
samsstrafe gemäss Art. 292 StGB anzudrohen (Busse). 
 

8.1. 
Die Gesuchstellerin wird verpflichtet, dem Gesuchsgegner einen Pro-
zesskostenvorschuss von CHF 55'000 zu bezahlen. 

 
2. 
Die Berufungsbeklagte sei zu verpflichten, dem Berufungskläger einen 
Prozesskostenvorschuss für das Berufungsverfahren von CHF 10'000 zu 
leisten, evt. sei dem Berufungskläger die unentgeltliche Rechtspflege zu 
gewähren unter Beiordnung des unterzeichnenden Anwalts. 
 
3. 
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich MwSt.-Anteilen) 
zu Lasten der Berufungsbeklagten." 

 

3.2. 

Mit Instruktionsrichterverfügung vom 18. August 2021 wurde der Antrag 

des Beklagten auf Erlass einer superprovisorischen Verfügung betreffend 

aufschiebende Wirkung abgewiesen. 

 

3.3. 

Mit Berufungsantwort vom 1. September 2021 beantragte die Klägerin die 

kostenfällige Abweisung der Berufung. 

 

3.4. 

Mit Instruktionsrichterverfügung vom 2. September 2021 wurde das mit der 

Berufung gestellte Gesuch des Beklagten um Erteilung der aufschiebenden 

Wirkung abgewiesen. 

 

3.5. 

Mit Stellungnahme vom 15. September 2021 zur Berufungsantwort bean-

tragte der Beklagte "in Ergänzung der Berufung", das Gesuch um Anord-

nung der Gütertrennung sei abzuweisen. Mit Stellungnahme vom 2. Okto-

ber 2021 beantragte die Klägerin, darauf sei nicht einzutreten, eventuell sei 

dieses Begehren abzuweisen. 

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Gegen den angefochtenen Entscheid ist als Rechtsmittel die Berufung ge-

geben (Art. 308 Abs. 1 lit. b ZPO). 

 

 - 9 - 

 

 

1.1. 

Mit Berufung können beim Obergericht als Rechtsmittelinstanz (§ 10 lit. c 

EG ZPO) die unrichtige Rechtsanwendung und die unrichtige Feststellung 

des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). 

 

1.2. 

In der Berufungsbegründung (Art. 311 Abs. 1 ZPO) hat sich der Berufungs-

kläger mit der Begründung im erstinstanzlichen Entscheid im Einzelnen und 

sachbezogen auseinander zu setzen (REETZ/THEILER, in: Kommentar zur 

Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO-Komm.], 3. Aufl., Zürich 2016, 

N. 36 zu Art. 311 ZPO). Es ist anzugeben, inwiefern der angefochtene Ent-

scheid unzutreffend sein soll. Hierfür muss die Berufung hinreichend klar 

abgefasst sein, was insbesondere eine genaue Bezeichnung der beanstan-

deten Passagen sowie der Aktenstücke bedingt, auf welche sich die Kritik 

stützt (BGE 138 III 374 Erw. 4.3.1; BGE 4A_68/2016 Erw. 4.2). Mit blossen 

Wiederholungen der eigenen Vorbringen vor erster Instanz, die von dieser 

bereits abgehandelt wurden, wird dem Begründungserfordernis nicht Ge-

nüge getan (HUNGERBÜHLER/BUCHER, in: DIKE-Kommentar ZPO, 2. Aufl., 

Zürich/St. Gallen 2016, N. 27 ff. zu Art. 311 ZPO). 

 

1.3. 

Die Rechtsmittelinstanz muss nicht von sich aus alle sich stellenden tat-

sächlichen und rechtlichen Fragen untersuchen, wenn die Parteien diese 

in oberer Instanz nicht mehr vortragen. Das Obergericht beschränkt sich – 

abgesehen von offensichtlichen Mängeln - grundsätzlich auf die Beurtei-

lung der in der Berufung und der Berufungsantwort gegen das erstinstanz-

liche Urteil erhobenen Beanstandungen (BGE 142 III 416 f. Erw. 2.2.4).  

 

1.4. 

Die Untersuchungs- resp. Erforschungsmaxime befreien die Parteien we-

der von ihrer Behauptungs- und Substantiierungslast noch von ihrer Mitwir-

kungspflicht, d.h. es liegt auch in diesem Fall an ihnen, die erforderlichen 

tatsächlichen Grundlagen für die geltend gemachten Ansprüche darzutun 

und die Beweise für die vorgebrachten Tatsachen vorzulegen resp. zu be-

antragen (BGE 140 III 485 Erw. 3.3; BGE 5A_855/2017 Erw. 4.3.2, 

5A_485/2012 Erw. 5). Verweigert eine Partei die Mitwirkung, kann sich dies 

zu ihrem Nachteil auswirken. Bleiben prozessrelevante Tatsachen beweis-

los, unterliegt diejenige Partei welche die Beweislast trägt (vgl. GEHRI, in: 

Schweizerische Zivilprozessordnung, Basler Kommentar [BSK-ZPO], 

3. Aufl., Basel 2017, N. 17 zu Art. 55 ZPO). 

 

1.5. 

Die Einschränkung, dass im Berufungsverfahren das Vorbringen neuer Tat-

sachen und Beweismittel nur im Rahmen von Art. 317 Abs. 1 ZPO möglich 

ist (BGE 138 III 625 Erw. 2.2), gilt bei Kinderbelangen nicht 

(BGE 144 III 349 Erw. 4.2.1). Die Höhe des Kinderunterhalts steht in einem 

 - 10 - 

 

 

engen Zusammenhang mit den Leistungsfähigkeiten der Eltern, welche 

auch den Umfang des Ehegattenunterhalts bestimmen. Kinder- und per-

sönlicher Unterhalt bilden mit Bezug auf diese Leistungsfähigkeiten ein 

Ganzes, dessen einzelne Teile nicht vollständig unabhängig voneinander 

festgesetzt werden können. Feststellungen aufgrund des für den Kindes-

unterhalt geltenden Untersuchungsgrundsatzes müssen deshalb allenfalls 

auch beim gleichzeitig zur Diskussion stehenden Ehegattenunterhalt Be-

rücksichtigung finden (BGE 128 III 411 Erw. 3.2.2; BGE 5A_245/2019 

Erw. 3.2.1). Die Novenschranke (Art. 317 Abs. 1 ZPO) ist daher vorliegend 

auch in Bezug auf den Ehegattenunterhalt unbeachtlich.  

 

1.6. 

Die Rechtsmittelinstanz kann Beweise abnehmen (Art. 316 Abs. 3 ZPO). 

Die Ergänzung des erstinstanzlichen Beweisverfahrens kommt namentlich 

dann infrage, wenn die erste Instanz ungenügend Beweis abgenommen 

oder Beweise nicht überzeugend gewürdigt hat (REETZ/HILBER, a.a.O., 

N. 48 zu Art. 316 ZPO). Das Gericht kann aber auch unter der Geltung der 

Erforschungsmaxime das Beweisverfahren schliessen, wenn es aufgrund 

der bereits abgenommenen Beweismittel seine Überzeugung gebildet hat 

und ohne Willkür in vorweggenommener Beweiswürdigung annehmen 

kann, seine Überzeugung werde durch weitere Beweiserhebungen nicht 

geändert (BGE 114 II 200 Erw. 2b; BGE 5A_470/2016 Erw. 4.1.2, 

5A_265/2015 Erw. 2.2.2; allgemein zur antizipierten Beweiswürdigung vgl. 

BGE 143 III 297 Erw. 9.3.2). Unter diesen Umständen liegt im Verzicht auf 

weitere Beweismassnahmen keine Verletzung des Anspruchs auf rechtli-

ches Gehör (BGE 140 I 285 Erw. 6.3.1). Es besteht kein Anspruch darauf, 

dass unnötige Beweismittel abgenommen werden oder unnötige Abklärun-

gen erfolgen (BGE 130 III 180 ff., 128 III 411 ff.).  

 

1.7. 

Der Sachverhalt ist glaubhaft zu machen (BGE 5A_239/2017 Erw. 2.3), 

was mehr als Behaupten bedeutet (BGE 120 II 398). Glaubhaft gemacht ist 

eine Tatsache, wenn für deren Vorhandensein gewisse Elemente spre-

chen, selbst wenn das Gericht mit der Möglichkeit rechnet, dass sie sich 

nicht verwirklicht haben könnte, und wenn es der anderen Partei im Rah-

men des ihr aufgrund von Art. 8 ZGB zustehenden Gegenbeweises nicht 

gelingt, Indizien geltend zu machen, welche die Glaubhaftigkeit der vorge-

brachten Behauptungen erschüttern (vgl. HASENBÖHLER, Das Beweisrecht 

der ZPO, Zürich 2015, N. 0.4, 2.6, 3.47 und 5.63). 

 

1.8. 

Im Bereich der Kinderbelange ist der Richter nicht an die Parteianträge ge-

bunden (Offizialmaxime, Art. 296 Abs. 3 ZPO). Das Gericht kann auch zu 

Ungunsten der Kinder davon abweichen (BGE 5A_169/2012 Erw. 3.3). 

 

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 - 11 - 

 

 

2. 

2.1. 

2.1.1. 

Die Vorinstanz wies die Liegenschaft am […] in Q. der Klägerin und den 

Söhnen ungeteilt zur Benützung zu (Urteil, Erw. 4). Die Parteien seien sich 

einig, dass der Wohnhausteil aus Zweckmässigkeitsgründen der Klägerin 

zuzuweisen sei. Uneinig sei man sich bezüglich des Landwirtschaftsteils; 

der Beklagte verlange dessen Zuweisung aufgrund seiner Berufsausübung 

als Landwirt. Grundsätzlich bestehe Anspruch auf ungeteilte Zuweisung 

der ehelichen Wohnung bzw. Liegenschaft; die eheliche Liegenschaft in Q. 

sei als Gesamtheit zu betrachten. Zwar sei die Zuteilung eines Raumes 

oder ähnliches an denjenigen Ehegatten, welchem die Liegenschaft nicht 

zugeteilt werde, denkbar. Hierfür müssten aber eine solche Zuteilung 

rechtfertigende Gründe geltend gemacht werden. Der Beklagte mache 

geltend, dass er als Selbstbewirtschafter des Hofes die Bewirtschaftung 

sicherstellen und freien Zugang zum Hofareal, den Stallungen, der 

Scheune, den Wirtschaftsräumen usw. wie auch zu den landwirtschaftlich 

gehaltenen Tieren und genutzten Flächen (inkl. Weiden) sowie den Anla-

gen, Maschinen und Gerätschaften usw. haben müsse. Überdies bestehe 

auch Uneinigkeit, ob es sich bei den in Q. gehaltenen Pferden um 

landwirtschaftliche Nutztiere handle, welche dem Y. des Beklagten 

zugewiesen seien (so der Beklagte), oder um privat gehaltene Tiere der 

Klägerin, welche sie gekauft habe und die seit jeher von ihr gehalten und 

betreut würden (so die Klägerin). Fest stehe jedenfalls, dass der Beklagte 

die Liegenschaft zuletzt anfangs August 2020 betreten habe und die 

Bewirtschaftung bzw. die Versorgung der Tiere (spätestens) seither einzig 

durch die Klägerin (die seit 2013 über einen sie zur Haltung der Pferde 

berechtigenden und befähigenden Sachkundenachweis verfüge) und die 

Söhne übernommen worden sei. Überdies scheine die Beziehung 

zwischen den Parteien derart belastet, dass an ein normales Nebeneinan-

der in der Liegenschaft nicht zu denken wäre.  

 

2.1.2. 

Der Beklagte (Berufung, S. 9 ff.) beharrt auf der Zuweisung des Landwirt-

schaftsteils an ihn. Gemäss dem Realteilungsverbot von Art. 58 Abs. 1 

BGBB dürften von landwirtschaftlichen Gewerben nicht einzelne Grundstü-

cke oder Grundstücksteile durch Rechtsgeschäfte, die wirtschaftlich einer 

Eigentumsübertragung gleichkommen würden, abgetrennt werden. Mit der 

Zuweisung des Landwirtschaftsanteils an die Klägerin werde seinem wirt-

schaftlichen Gesamtbetrieb (Höfe R. und Q.) ein gewichtiger Teil 

betriebswirtschaftlich entzogen. Wichtige, eine Aufteilung erlaubende 

Gründe bestünden nicht. Gegebenenfalls hätte die Vorinstanz gestützt auf 

Art. 60 Abs. 1 lit. b BGBB zwingend eine Einkommensprüfung vornehmen 

und das Einkommen aus dem abgetrennten Teil der Klägerin aufrechnen 

müssen. Im Endeffekt hätte die obligatorische Einkommensprüfung aber 

ergeben, dass das Einkommen des landwirtschaftlichen Gewerbes nicht 

 - 12 - 

 

 

einmal für ein minimales Auskommen des Beklagten alleine ausreiche (ge-

schweige denn für eine "gute landwirtschaftliche Existenz"). Weiter treffe 

nicht zu, dass seit August 2020 die Klägerin und die Kinder die Bewirtschaf-

tung des Hofes und der Tiere übernehmen würden. Diesen fehlten die fach-

liche Ausbildung und Kenntnisse sowie die Zeit und die physischen Kapa-

zitäten. Die massgeblichen Arbeiten übernehme seit geraumer Zeit E., ein 

von ihm angestellter und persönlich ausgebildeter Mitarbeiter, der zu die-

sem Zweck in Q. weile und für ihn indirekt den Hof bewirtschafte. Er selber 

erscheine nicht auf dem Hof, weil er vom Neffen der Klägerin massiv 

bedroht werde. Bei Zuteilung des Landwirtschaftsteils an die Klägerin be-

stünde kein Anlass und aus landwirtschafts- und familienrechtlicher Sicht 

keine Möglichkeit mehr, dass ein Angestellter des Landwirtschaftsbetriebs 

auf dem Hof Q. tätig werden könnte. Sämtliche Arbeiten müssten durch die 

Klägerin erfolgen, was zwangsläufig zu deren physischen wie psychischen 

Überforderung und / oder zu einer Vernachlässigung der Tiere führen 

würde. Die Klägerin könne den Hof nicht selber bewirtschaften. Nicht 

nachvollziehbar sei weiter, weshalb die Zuweisung des landwirtschaftlichen 

Teils an ihn zu Reibereien zwischen den Parteien führen sollte. Er bewirt-

schafte den Hof nach wie vor; seine dauernde Anwesenheit sei nicht 

notwendig. Zur Sicherstellung des Tierwohls genüge es, wenn er ein bis 

zweimal in der Woche zum Rechten sehe, solange die von ihm ausge-

bildeten und geführten Hofangestellten dort arbeiten könnten. Dies könne 

er zu Zeiten erledigen, zu welchen die Klägerin nicht auf dem Hofgelände 

herumgehe. Der Landwirtschaftsanteil sei ihm als Selbstbewirtschafter des 

Hofes zur alleinigen Benutzung zuzuweisen; eventuell sei der Zugang zum 

Hof für ihn persönlich auf Montag- und Freitagmorgen einzuschränken, 

damit er zumindest zum Rechten sehen könne. 

 

2.1.3. 

In ihrer Berufungsantwort (S. 4 ff.) bestreitet die Klägerin diese Ausführun-

gen. Eine Kontrolle im September 2020 durch das Veterinäramt sei zum 

Ergebnis einer vorbildlichen Tierhaltung gekommen. Der Beklagte bleibe 

jeden Beweis schuldig, worin die "Bewirtschaftung" der Liegenschaft in Q. 

bestehen solle und welcher wirtschaftliche Ausfall ihm bei der alleinigen 

Zuweisung an sie entstünde. Art. 58 Abs. 1 BGBB finde keine Anwendung. 

Die Höfe Q. und R. befänden sich auf verschiedenen Gemarkungen und 

seien in ihrer Nutzung völlig verschieden. Beim Y. handle es sich um einen 

Milchbauernhof, die Liegenschaft in Q. sei eine rein privat genutzte 

Pferdeliegenschaft. Bei letzterer handle es sich zwar um einen ehemaligen 

Bauernhof, dieser sei jedoch schon durch die Vorbesitzer jahrzehntelang 

nur als Wohnliegenschaft genutzt worden, und auch die Scheune sei vor 

schon Jahren teilweise entsprechend umgebaut worden. Die das 

Wohnhaus umgebende Pferdeweide von rund 2'000m2 sei 

landwirtschaftlich nicht nutzbar. Am Standort Q. befänden sich keine 

landwirtschaftlichen Anlagen, Maschinen und Gerätschaften. Es befinde 

sich dort einzig ein landwirtschaftlich nicht mehr einsetzbarer 

 - 13 - 

 

 

Oldtimertraktor. Unberechtigt habe der Beklagte die Pferdepässe be-

händigt und ihre Reitpferde auf seinen Hof angemeldet, um zusätzliche 

Subventionen zu erlangen. Das Erscheinen des Beklagten auf dem Grund-

stück sei unnötig und würde grössten Unfrieden stiften. E. werde seit 

20. Juli 2020 von ihr beschäftigt; er sei nie auf dem Y. beschäftigt gewesen. 

 

2.1.4. 

In seiner Eingabe vom 15. September 2021 (S. 3 ff.) räumt der Beklagte 

ein, dass E. seit 19. Oktober 2020 "nicht mehr" durch ihn angestellt sei; 

wenn immer möglich wolle er ihn aber nach Ablauf des bis 17. Oktober 

2021 befristeten Arbeitsvertrages wieder anstellen. Die Klägerin und die 

Kinder betreuten die zum landwirtschaftlichen Betrieb Y. gehörenden 

Pferde nicht. Bei der Liegenschaft Q. handle es sich nicht um "eine rein 

privat genutzte Pferdeliegenschaft". Der landwirtschaftliche Teil sei durch 

den Vorbesitzer für die Haltung von Ziegen verpachtet worden. Der 

Pferdeauslauf stelle auch ein landwirtschaftlich genutzter Teil dar, wie auch 

die Scheune mit den Stallungen.  

 

2.1.5. 

In ihrer Eingabe vom 4. Oktober 2021 (S. 5 f.) bestreitet die Klägerin, dass 

der seit 20. Juli 2020 bei ihr angestellte E. jemals Angestellter des Y. 

gewesen sei. Eine Anstellung durch den Beklagten nach Ablauf des 

aktuellen, befristeten Arbeitsverhältnisses komme für E. nicht in Frage. 

Nach Ablauf des Arbeitsvertrages werde dieser um ein Jahr verlängert. 

Dass sich auch E. als Hausangestellter um die Versorgung der Pferde 

kümmere, sei "vollkommen normal". Der Beklagte habe hinter ihrem 

Rücken die Pässe der (allesamt in ihrem Eigentum stehenden) Reitpferde 

an sich genommen und diese als Nutzpferde auf dem Y. angemeldet. Die 

Liegenschaft in Q. sei nie für landwirtschaftliche Zwecke genutzt worden, 

sondern nur für Wohnzwecke sowie für die private Reitpferdehaltung der 

Klägerin. 

 

2.2. 

2.2.1. 

Gemäss Art. 176 Abs. 1 Ziff. 2 ZGB muss das Eheschutzgericht auf Begeh-

ren eines Ehegatten die Benützung der Wohnung und des Hausrates re-

geln. Mit "Wohnung" ist die eheliche Wohnung nach Art. 162 ZGB und nicht 

die enger umschriebene Familienwohnung i.S.v. Art. 169 ZGB gemeint 

(HAUSHEER/REUSSER/GEISER, Berner Kommentar, Bern 1999, N. 29 zu 

Art. 176 ZGB; a.M. BRÄM/HASENBÖHLER, Zürcher Kommentar, Zürich 1998, 

N. 36 zu Art. 176 ZGB). Die eheliche Wohnung ist der Ort, wo sich nach 

dem Willen der Ehegatten ihr gemeinsames Leben abspielt, sie gemeinsam 

wohnen (BACHMANN, Die Regelung des Getrenntlebens nach Art. 176 und 

179 ZGB sowie nach zürcherischem Verfahrensrecht, Diss. St. Gallen 

1995, S. 86; HAUSHEER/REUSSER/GEISER, a.a.O., N. 11 zu Art. 162 ZGB). 

https://www.swisslex.ch/doc/aol/2f73657f-20df-44f9-a21a-0d311a130a84/c903d5eb-4033-4861-972d-48bf2b13c0eb/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/aol/93125229-7fd3-47e9-906e-9e462e3feb55/c903d5eb-4033-4861-972d-48bf2b13c0eb/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/aol/03c9d3ed-23d6-40f9-acde-621bf5907bba/c903d5eb-4033-4861-972d-48bf2b13c0eb/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/previews/2f73657f-20df-44f9-a21a-0d311a130a84%2C943fcacd-a5d8-4b77-8ebd-f4135da626ab/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/previews/2f73657f-20df-44f9-a21a-0d311a130a84%2C943fcacd-a5d8-4b77-8ebd-f4135da626ab/source/document-link

 - 14 - 

 

 

Der Begriff der Wohnung ist weit zu verstehen: So kann es sich beispiels-

weise um einen einzelnen Raum, ein Schiff oder einen Wohnwagen han-

deln (HAUSHEER/REUSSER/GEISER, a.a.O., N. 11 zu Art. 162 ZGB). Auch 

Häuser fallen darunter (SCHWANDER, in: Zivilgesetzbuch I, Basler Kommen-

tar [BSK-ZGB], 6. Aufl., Basel 2018, N. 6 zu Art. 169 ZGB). Es sind sodann 

nicht nur die Räumlichkeiten selbst, sondern auch der zugehörige Um-

schwung (z.B. ein Garten oder eine Garage) erfasst (BARRELET, in: Com-

mentaire Pratique Droit Matrimonial, Basel 2016, N. 8 zu 169 CC; siehe 

HAUSHEER/REUSSER/GEISER, a.a.O., N. 20 zu Art. 169 ZGB; 

DESCHENAUX/STEINAUER/BADDELEY, Les effets du mariage, 3. Aufl., Bern 

2017, Rzn. 196a und 199). Befindet sich die Wohnung auf einem landwirt-

schaftlichen Grundstück und lebt der Bauer darin mit seiner Ehegattin und 

den Kindern, so handelt es sich beim Grundstück, worauf sich der Betrieb 

befindet, als Ganzes um eine Familienwohnung (VOLLENWEIDER, Le loge-

ment de la famille selon l'article 169 CC: Notion et essai de définition, Diss. 

Lausanne 1995, S. 89; siehe NÄF-HOFMANN/NÄF-HOFMANN, Schweizeri-

sches Ehe- und Erbrecht, Eine Einführung für den Praktiker, 3. Aufl. 1998, 

Rz. 73; DESCHENAUX/STEINAUER/BADDELEY, a.a.O., Rz. 196a); der ge-

mischte Gebrauch zu geschäftlichen und zu Wohnzwecken ändert nämlich 

nichts an der Qualifikation als Wohnung (NÄF-HOFMANN/NÄF-HOFMANN, 

a.a.O., Rz. 73; DESCHENAUX/STEINAUER/BADDELEY, a.a.O., Rz. 195; 

SCHWANDER, a.a.O., N. 7 zu Art. 169 ZGB). Über einen Geschäftsbetrieb 

allein kann das Gericht im Eheschutzverfahren keine Regelung treffen (SIX, 

Eheschutz, Ein Handbuch für die Praxis, 2. Aufl., Bern 2014, Rz. 2.185). 

 

2.2.2. 

Über die Zuteilung des Rechts zur Benützung der ehelichen Liegenschaft 

an eine der Parteien entscheidet das Eheschutzgericht nach Zweckmäs-

sigkeit und grundsätzlich unabhängig davon, wer Eigentümer oder Mieter 

ist. Bleibt unklar, wem die bisherige Wohnstatt den grösseren Nutzen 

bringt, so hat derjenige Ehegatte dem andern das Haus oder die Wohnung 

zu überlassen, dem es unter Würdigung aller Umstände eher zuzumuten 

ist. Haben die Ehegatten keine Kinder, so stehen Gründe beruflicher und 

gesundheitlicher Art im Vordergrund der Beurteilung, zum Beispiel der Um-

stand, dass ein Ehegatte in der ehelichen Liegenschaft seinen Beruf aus-

übt oder ein Geschäft betreibt oder dass die Wohnverhältnisse auf beson-

dere Bedürfnisse eines gebrechlichen oder invaliden Familienmitgliedes 

zugeschnitten sind. In zweiter Linie werden Affektionsinteressen berück-

sichtigt. Darunter fallen die Beziehungsnähe zur ehelichen Liegenschaft, 

deren höherer zeitlicher Nutzungswert oder die Möglichkeit für einen Ehe-

gatten, den Unterhalt persönlich zu besorgen. Führt die Interessenabwä-

gung zu keinem eindeutigen Ergebnis, ist schliesslich im Zweifel den Ei-

gentums- oder anderen rechtlich geordneten Nutzungsverhältnissen Rech-

nung zu tragen, denen auch bei voraussehbarer längerer Aufhebung des 

gemeinsamen Haushalts ein zusätzliches Gewicht beigemessen wird. Nur 

ausnahmsweise (zum Beispiel bei unausweichlich notwendigem Verkauf, 

 - 15 - 

 

 

in offensichtlichen Mangelfällen und ähnlichem) können finanzielle Gründe 

für die Zuweisung des ehelichen Wohnhauses entscheidend sein 

(BGE 5A_766/2008 Erw. 3.1 f., 5A_78/2012 Erw. 3.1). 

 

2.3. 

Vorliegend ist unstrittig, dass der Wohnteil der Liegenschaft Q. aus 

Zweckmässigkeitsgründen der Klägerin und den beiden Söhnen zur Benut-

zung zugewiesen wird. Zur Debatte steht weiterhin die Zuweisung des 

"Landwirtschaftsteils" des Hofes. Dessen Zuweisung an sich beantragte 

der Beklagte in erster Instanz mit der Begründung, er als Selbstbewirtschaf-

ter des Hofes müsse die Bewirtschaftung sicherstellen und freien Zugang 

zum Hofareal, den Stallungen, der Scheune, den Wirtschaftsräumen usw. 

wie auch zu den landwirtschaftlich gehaltenen Tieren und genutzten Flä-

chen (inkl. Weiden) sowie den Anlagen, Maschinen und Gerätschaften 

usw. haben. Aufgrund der Ausführungen der Klägerin erscheint indessen 

als glaubhaft (vgl. Erw. 1.7 oben) und ist letztlich auch unbestritten, dass 

sich am Standort Q. keine landwirtschaftlichen Anlagen, Maschinen und 

Gerätschaften befinden, sondern einzig ein landwirtschaftlich nicht mehr 

einsetzbarer Oldtimertraktor. Seit August 2020 hat der Beklagte sodann 

den Standort Q. unstrittig nicht mehr betreten. Er hat dabei in seiner 

Eingabe vom 15. September 2021 eingeräumt, dass E. - entgegen seiner 

Behauptung in der Berufung - (jedenfalls) seit Oktober 2020 von der Klä-

gerin angestellt ist. Seine Behauptung, E. sei von ihm angestellt, und er 

(der Beklagte) bewirtschafte den Hof in Q. indirekt durch E., erweist sich 

damit als offensichtlich falsch. Belege dafür, dass E. zwischenzeitlich vom 

Beklagten angestellt worden wäre und für ihn am Standort Q. zum Einsatz 

käme, liegen nicht vor. Eine physische und psychische Überforderung mit 

dem "Landwirtschaftsteil" Q., wie sie der Beklagte der Klägerin in seiner 

Berufung unterstellt, vermag der Beklagte mit seinen blossen Be-

hauptungen nicht glaubhaft (vgl. Erw. 1.7 oben) zu machen. Ihren plausib-

len Ausführungen zufolge werden die Klägerin (die über einen sie zur Hal-

tung der Pferde berechtigenden und befähigenden Sachkundenachweis 

verfügt) und die beiden Söhne tatkräftig - auch bei der Pferdehaltung - vom 

"Hausangestellten" E. unterstützt. Ob es sich bei den Pferden (so der 

Beklagte) um dem Y. zugehörige landwirtschaftliche Nutztiere oder von der 

Klägerin privat gehaltene Pferde (so die Klägerin) handelt und in wessen 

Eigentum sich die Tiere befinden, ist irrelevant. Eine Anwesenheit des Be-

klagten am Standort Q. ist offensichtlich nicht erforderlich. Der Beklagte tut 

auch mit keinem Wort dar, weshalb es notwendig sein sollte, dass er - 

allenfalls in Abwesenheit der Klägerin - am Standort Q. sporadisch "zum 

Rechten sehen" müsste. Die Klägerin wendet sodann zu Recht ein, dass 

der Beklagte im Kontext mit dem von ihm geltend gemachten Re-

alteilungsverbot (Art. 58 BGBB) nicht ansatzweise substantiiert und damit 

auch nicht glaubhaft (vgl. Erw. 1.7 oben) macht, worin a) die 

"Bewirtschaftung" der Liegenschaft in Q. durch ihn bestehen soll und b) 

welcher wirtschaftliche Ausfall ihm bei der alleinigen Zuweisung des 

https://www.swisslex.ch/doc/unknown/553f5a07-cfb8-4396-801a-91238070abdb/citeddoc/784793be-9f33-48e3-95b3-efb07b37fb17/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/unknown/fcefc4b7-ae3b-4e43-a33f-8a8bb292d6c6/citeddoc/6ffefdc2-4a6d-4a48-99ac-5bb05e6b814c/source/document-link

 - 16 - 

 

 

ganzen Hofes Q. an die Klägerin entstünde. Er belässt es bei den 

schlichten Behauptungen, dass es sich bei der Liegenschaft Q. nicht um 

"eine rein privat genutzte Pferdeliegenschaft" handle und dass der 

Pferdeauslauf und die Scheune mit den Stallungen "auch" landwirtschaft-

lich genutzte Teile darstellten. Glaubhaftmachen bedeutet mehr als Be-

hauptungen aufstellen (Erw. 1.7 oben). Es kann damit vorliegend offenblei-

ben, ob - wie der Beklagte unter Hinweis auf BGE 127 III 90 behauptet - die 

Zuweisung des Hofes in Q. an die Klägerin inkl. Landwirtschaftsteil gestützt 

auf Art. 176 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB ein wirtschaftlich einer 

Eigentumsübertragung gleichkommendes "Rechtsgeschäft" darstellt. 

Zusammenfassend ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz die ehe-

liche Liegenschaft am […] in Q. der Klägerin und den unter ihre Obhut 

gestellten Söhnen C. und D. ungeteilt (inkl. "Landwirtschaftsteil") für die 

Dauer des Getrenntlebens zur alleinigen Benützung zugewiesen hat. Die 

Berufung des Beklagten in diesem Punkt ist als unbegründet abzuweisen. 

 

3. 

3.1. 

3.1.1. 

Die Vorinstanz (Urteil, Erw. 11.3) ordnete in der innerhalb der Berufungs-

frist nicht angefochtenen Dispositiv-Ziffer 7 per 9. Juli 2020 die Gütertren-

nung an. Es bestehe keine oder nur eine geringe Aussicht auf eine Wie-

dervereinigung der Parteien, da seit dem 17. November 2020 das 

Scheidungsverfahren rechtshängig sei und beide Parteien neue Part-

nerschaften pflegten. Das Eheschutzverfahren diene wohl einzig der 

Scheidungsvorbereitung; zwischen den Ehegatten bestehe keine 

Schicksalsgemeinschaft mehr. Zudem könnten die Parteien nicht mehr 

vernünftig miteinander wirtschaften, würden sie sich doch u.a. gegen-

seitig die Leerräumung gemeinsamer Konten vorwerfen. Das gegensei-

tige Misstrauen sei gross. 

 

3.1.2. 

Mit Eingabe vom 15. September 2021 beantragte der Beklagte in Ergän-

zung seiner Berufungsbegehren, die Dispositiv-Ziffer 7 des angefochtenen 

Entscheids sei aufzuheben und das Gesuch um Anordnung der Gütertren-

nung abzuweisen. Nachdem die Klägerin am 17. November 2020 die 

Scheidung eingereicht habe und so laut Art. 204 Abs. 2 ZGB die Auflösung 

des Güterstandes auf dieses Datum erfolgt wäre, habe er bisher keinen 

Anlass gehabt, gegen die Gütertrennung zu opponieren. Die Klägerin habe 

die Scheidungsklage nun aber am 25. August 2021, nach Einreichung sei-

ner Berufung, zurückgezogen. Dies sei eine neue Tatsache, die er ohne 

Verzug vorgebracht habe. Es liege eine zulässige Klageänderung vor. Der 

Entscheid der Vorinstanz, welcher einzig auf die fehlende Aussicht auf Wie-

dervereinigung abstelle, sei im Lichte der bundesgerichtlichen Rechtspre-

 - 17 - 

 

 

chung willkürlich und aufzuheben, da keine anderen wichtigen Gründe ge-

nannt würden, welche für die Anordnung der Gütertrennung sprechen 

könnten (S. 7 f.). 

 

3.1.3. 

Die Klägerin erachtet dieses Begehren als unzulässig. Da das Obergericht 

den Beklagten nicht zur Einreichung einer Stellungnahme aufgefordert 

habe, hätte es auch aufgrund der Akten entscheiden können. "Daher" 

könne der Beklagte sein Versäumnis, Dispositiv-Ziffer 7 mittels Berufung 

anzufechten, nicht über seine Stellungnahme vom 15. September 2021 

korrigieren. Im Übrigen wäre das Begehren abzuweisen: Die Scheidungs-

klage habe sie zurückgezogen, weil ihr durch das Verhalten des Beklagten 

im Eheschutzverfahren klar geworden sei, dass er seine jahrelange Dro-

hung, er werde "einen Scheidungskrieg losbrechen, der Jahre dauern und 

Hunderttausende verschlingen wird", wahrmache. Hätte sie die Schei-

dungsklage nicht zurückgezogen, würde der Beklagte die Frage des Tren-

nungszeitpunkts zum Anlass nehmen, das Verfahren in Bezug auf die Zu-

lässigkeit einer Scheidungsklage nach Art. 114 ZGB weiterzuziehen. Sie 

wollte ihm keine Möglichkeit dazu bieten. Da die Parteien sich gegenseitig 

des Abziehens von Geldmitteln bezichtigten, sei davon auszugehen, dass 

das gegenseitige Misstrauen zu gross und unüberwindbar sei, so dass für 

die enge wirtschaftliche Verbindung im Rahmen der Errungenschaftsbetei-

ligung keine Basis mehr existiere (Eingabe vom 2. Oktober 2021, S. 3 und 

S. 6 f.). 

 

3.2. 

3.2.1. 

Eine Klageänderung ist im Berufungsverfahren zulässig, wenn sie auf 

neuen Tatsachen und Beweismitteln i.S.v. Art. 317 Abs. 1 ZPO beruht 

(Art. 317 Abs. 2 lit. b ZPO) und die Voraussetzungen nach Art. 227 Abs. 1 

ZPO erfüllt sind, d.h. wenn bei (wie vorliegend) fehlender Zustimmung der 

Gegenpartei (lit. b) der geänderte oder neue (nach der gleichen Verfahren-

sart zu beurteilende) Anspruch mit dem bisherigen Anspruch in einem 

sachlichen Zusammenhang steht (lit. a).  

 

3.2.2. 

Diese Voraussetzungen sind vorliegend klarerweise erfüllt. Die neue Tat-

sache - Rückzug der Scheidungsklage durch die Klägerin - hat der Be-

klagte mit Eingabe vom 15. September 2021 ohne Verzug ins Verfahren 

eingebracht. Weshalb dem Beklagten die Möglichkeit der Klageänderung 

vorliegend verwehrt sein sollte, weil ihm die Berufungsantwort der Klägerin 

(bloss) zur "Kenntnisnahme" und nicht zur Erstattung einer allfälligen Stel-

lungnahme zugestellt worden ist, ist nicht nachvollziehbar. Für die Zuläs-

sigkeit der Klageänderung ist auch nicht relevant, weshalb die Klägerin die 

Scheidungsklage zurückgezogen - und damit Noven geschaffen - hat. Auf 

 - 18 - 

 

 

die Klageänderung des Beklagten ist deshalb einzutreten und damit zu prü-

fen, ob die Vorinstanz die Gütertrennung zu Unrecht angeordnet hat. 

 

3.3. 

3.3.1. 

Das Eheschutzgericht ordnet auf Begehren eines Ehegatten die Gütertren-

nung an, wenn es die Umstände rechtfertigen (Art. 176 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB). 

Erforderlich sind am Katalog von Art. 185 ZGB orientierte Umstände, wobei 

das Kriterium der Gefährdung wirtschaftlicher Interessen im Vordergrund 

steht. Eine solche liegt namentlich vor, wenn die güterrechtlichen Ansprü-

che eines Ehegatten gefährdet sind. Die Anordnung der Gütertrennung 

stellt einen schweren Eingriff in den Güterstand dar. Er darf nicht zu leicht-

fertig vorgenommen werden, denn mit der Gütertrennung verlieren die Ehe-

gatten güterrechtliche Anwartschaften. Der gesetzlich vorgesehene Zeit-

punkt für die Auflösung des Güterstandes (Art. 204 Abs. 2, Art. 236 Abs. 2 

ZGB) würde in Scheidungsverfahren nach Art. 114 ZGB faktisch bedeu-

tungslos; in güterrechtlicher Hinsicht würde die Auflösung der Ehe ins Ehe-

schutzverfahren vorverlagert (BGE 5A_945/2014 Erw. 7.2). Gefordert sind 

konkrete Anhaltspunkte dafür, dass die Eheleute nicht mehr vernünftig mit-

einander wirtschaften können, was nicht leichthin anzunehmen ist (VET-

TERLI, in: FamKomm. Scheidung, 3. Aufl., Bern 2017, N. 48 zu Art. 176 

ZGB). 

 

3.3.2. 

In erster Instanz hatte die Klägerin in der Klage zur Begründung der bean-

tragten Gütertrennung geltend gemacht, der Beklagte als Verwalter des 

ehelichen Vermögens handle misswirtschaftlich und verantwortungslos. 

Bei den Liegenschaften habe er eine Verschachtelung der Verhältnisse 

vorgenommen, die ihresgleichen suche. Die Liegenschaft S. weise eine 

Überbelehnung von mindestens Fr. 350'000.00, die Liegenschaft Q. eine 

solche von mindestens Fr. 500'000.00, die Ferienwohnung T. eine 

Überbelehnung von Fr. 156'000.00 auf, wohingegen bei der landwirtschaft-

lichen Liegenschaft U. eine massive Unterbelehnung bestehe. Folglich sei 

eine Querfinanzierung zugunsten des Hofes vorgenommen worden 

(act. 16 f.). In ihrer Replik führte die Klägerin u.a. aus, dass sich beide 

Parteien gegenseitig vorwerfen würden, die früher gemeinsamen Konten 

leergeräumt und auf neue eigene Konten transferiert zu haben (act. 173). 

In seiner Duplik bestritt der Beklagte Misswirtschaft. Die tatsächlich als 

dramatisch zu bezeichnende finanzielle Situation der Ehegatten sei den 

Tatsachen geschuldet, dass die Klägerin sämtliche gemeinsamen 

Bankkonten geräumt und sich in der Folge auch noch geweigert habe, die 

Hypothekarverträge einzuhalten und die Zinsen und Amortisationen frist-

gerecht zu leisten sowie explizit bei der K. auch noch die Kündigung der 

Hypothekarverträge beantragt habe (act. 252 f.). Vor dem Hintergrund 

dieser gegenseitigen Vorwürfe, die ihre Fortsetzung auch im vorliegenden 

Berufungsverfahren finden, ist der Vorinstanz resp. der Klägerin darin 

 - 19 - 

 

 

beizupflichten, dass die Parteien offensichtlich überhaupt nicht mehr 

vernünftig miteinander wirtschaften können und dass das gegenseitige 

Misstrauen gross und unüberwindbar ist, so dass sich eine enge wirt-

schaftliche Verbindung im Rahmen des Güterstandes der Errungenschafts-

beteiligung nicht mehr rechtfertigt. Plausible Gründe, die für dessen Wei-

terbestand sprechen würden, vermochte der Beklagte in der Berufung 

keine zu nennen. Gegen das Datum, ab welchem die Gütertrennung ange-

ordnet wurde, hat der Beklagte keine grundsätzlichen Einwendungen erho-

ben. In punkto Anordnung der Gütertrennung per 9. Juli 2021 ist der 

vorinstanzliche Entscheid damit zu bestätigen resp. die Berufung des Be-

klagten abzuweisen. 

 

4. 

4.1. 

Strittig sind der Kinder- und der Ehegattenunterhalt. 

 

4.1.1. 

Die Vorinstanz ermittelte diesen nach der Methode des Existenzminimums 

mit Überschussverteilung (Urteil, Erw. 7). 

 

4.1.2. 

Es wurden fünf Phasen gebildet: 

 

(1)  August 2019 bis Februar 2020 (Beklagter verlangt Unterhalt für sich) 

(2)  März bis Juli 2020 (neu: Konkubinat Klägerin, C. 16 Jahre alt) 

(3)  August 2020 bis Februar 2021 (neu: Wohnsituation Klägerin) 

(4)  März 2021 bis Juni 2022 (neu: Auflösung Konkubinat der Klägerin) 

(5)  ab Juli 2022 (neu: D. 16 Jahre alt) 

 

4.1.3. 

Für die Klägerin wurden folgende Überschüsse (Einkommen - Existenzmi-

nimum) ermittelt: 

 

(1) Fr. 6'993.00 

(Fr. 10'745.00 – Fr. 3'752.00 [Grundbetrag Fr. 1'200.00; Wohnkosten 

Fr. 689.00 abzgl. Anteil Kinder Fr. 345.00; KVG Fr. 358.00; Arbeitsweg 

Fr. 322.00; auswärtige Verpflegung Fr. 198.00; Steuern Fr. 1'330.00]) 

 

(2) Fr. 7'529.00 

(Fr. 10'745.00 – Fr. 3'216.00 [neu: Grundbetrag Fr. 850.00; Wohnkos-

ten Fr. 345.00 abzgl. Anteil Kinder Fr. 172.00; Steuern Fr. 1'315.00]) 

 

(3) Fr. 7'778.00 

(Fr. 10'745.00 – Fr. 2'976.00 [neu: Wegfall Arbeitsweg und auswärtige 

Verpflegung; Steuern Fr. 1'415.00]) 

 

 - 20 - 

 

 

(4) Fr. 6'471.00 

(Fr. 10'745.00 – Fr. 3'216.00 [neu: Grundbetrag Fr. 1'200.00; Wohn-

kosten Fr. 1'379.00 abzgl. Anteil Kinder Fr. 500.00; KVG Fr. 360.00; 

Arbeitsweg Fr. 322.00; auswärtige Verpflegung Fr. 198.00; Steuern 

Fr. 1'315.00]) 

 

(5) Fr. 6'496.00 

(Fr. 10'745.00 – Fr. 4'249.00 [neu: Steuern Fr. 1'290.00]). 

 

4.1.4. 

Für den Beklagten ergaben sich folgende Überschüsse: 

 

(1) Fr. 6'205.00 

(Fr. 10'000.00 – Fr. 3'795.00 [Grundbetrag Fr. 1'200.00; Wohnkosten 

Fr. 689.00; KVG Fr. 358.00; Arbeitsweg Fr. 78.00; Steuern 

Fr. 1'470.00]) 

 

(2) Fr. 6'235.00 

(Fr. 10'000.00 – Fr. 3'765.00 [neu: Wohnkosten Fr. 646.00; Steuern 

Fr. 1'440.00]) 

 

(3) Fr. 6'326.00 

(Fr. 10'000.00 – Fr. 3'674.00 [neu: Steuern Fr. 1'470.00]) 

 

(4) Fr. 6'356.00 

(Fr. 10'000.00 – Fr. 3'644.00 [neu: Steuern Fr. 1'440.00]) 

 

(5) Fr. 6'211.00 

(Fr. 10'000.00 – Fr. 3'789.00 [neu: Steuern Fr. 1'585.00]) 

 

4.1.5. 

C. (ungedeckter) Unterhaltsbedarf (Existenzminimum - Kinderzulage) 

wurde festgelegt auf: 

 

(1) Fr. 672.00 

(Grundbetrag Fr. 600.00; Wohnkostenanteil Fr. 172.00; KVG 

Fr. 100.00; abzgl. Kinderzulage Fr. 200.00) 

 

(2) Fr. 536.00 

(neu: Wohnkostenanteil Fr. 86.00; Kinderzulage Fr. 250.00) 

 

(3) Fr. 622.00 

(neu: Wohnkostenanteil Fr. 172.00) 

 

(4) Fr. 700.00 

 (neu: Wohnkostenanteil Fr. 250.00) 

 - 21 - 

 

 

 

4.1.6. 

Für D. ergab sich ein (ungedeckter) Unterhaltsbedarf von: 

 

(1) Fr. 672.00 

(Grundbetrag Fr. 600.00; Wohnkostenanteil Fr. 172.00; KVG 

Fr. 100.00; abzgl. Kinderzulage Fr. 200.00) 

 

(2) Fr. 586.00 

(neu: Wohnkostenanteil Fr. 86.00) 

 

(3) Fr. 672.00 

(neu: Wohnkostenanteil Fr. 172.00) 

 

(4) Fr. 750.00 

(neu: Wohnkostenanteil Fr. 250.00) 

 

(5) Fr. 700.00 

(neu: Kinderzulage Fr. 250.00) 

 

4.1.7. 

Nach Deckung des (ungedeckten) Unterhaltsbedarfs der Kinder verblieben 

Gesamtüberschüsse (Überschuss Parteien - Unterhaltsbedarf Kinder) von 

 

(1) Fr. 11'854.00, (2) Fr. 12'642.00, (3) Fr. 12'810.00, (4) Fr. 11'377.00 und 

(5) Fr. 12'007.00. 

 

Diese Überschüsse wurden den Söhnen - plafoniert auf 50 % ihres Grund-

bedarfs (vor Abzug der Kinderzulage) - wie folgt zugewiesen: 

 

C. mit (1) Fr. 436.00, (2) Fr. 393.00, (3) Fr. 436.00 resp. (4) Fr. 475.00, und 

D. mit (1) Fr. 436.00, (2) Fr. 393.00, (3) Fr. 436.00 resp. (4 und 5) 

Fr. 475.00, je bis zur Volljährigkeit. 

 

Dies ergab einen (ungedeckten) Unterhaltsbedarf (Barunterhalt) für C. von 

(1) Fr. 1'108.00, (2) Fr. 929.00, (3) Fr. 1'058.00 und (4) Fr. 1'175.00, und 

für D. von (1) Fr. 1'108.00, (2) Fr. 979.00, (3) Fr. 1'108.00, (4) Fr. 1'225.00 

und (5) Fr. 1'175.00, jeweils bis zur Volljährigkeit der Söhne. 

 

Da die Klägerin auf eine rückwirkende Geltendmachung von Kinderalimen-

ten verzichtet habe, seien diese ab 1. August 2020 geschuldet, so dass die 

für die ab Phase 3 berechneten Alimente massgebend seien. Davon habe 

der Beklagte, je bis zur Volljährigkeit der Söhne, jeweils die Hälfte zu tra-

gen, d.h. für C. (3) Fr. 530.00 und (4) Fr. 590.00, und für D. (3) Fr. 555.00, 

(4) Fr. 615.00 und (5) Fr. 590.00, jeweils zzgl. allfällig bezogener Zulagen. 

 

 - 22 - 

 

 

4.1.8. 

Ehegattenunterhalt wurde dem Beklagten, der solchen ab 1. August 2019 

geltend gemacht hatte, nicht zugesprochen. Die Parteien könnten für sich 

selber sorgen. Die Gegenüberstellung der Existenzminima und der Ein-

kommen ergebe überdies, dass die Parteien annährend gleich leistungsfä-

hig seien, so dass sich "unter Berücksichtigung sämtlicher Umstände" die 

Zusprechung eines persönlichen Unterhaltsbeitrags an den Beklagten nicht 

rechtfertige. 

 

Ausführungen zur vom Beklagten beantragten Schuldneranweisung der Ar-

beitgeberin der Klägerin erübrigten sich damit. 

 

4.2. 

4.2.1. 

Nach der neuen Rechtsprechung des Bundesgerichts ist in allen Unter-

haltsstreitigkeiten grundsätzlich die zweistufige Methode der Unterhaltsbe-

rechnung zur Anwendung zu bringen. Bei dieser werden die familienrecht-

lichen Existenzminima der betroffenen Unterhaltsschuldner und des Unter-

haltsgläubigers deren (tatsächlichen oder hypothetisch erzielbaren) Ein-

künften gegenübergestellt sowie allfällige Überschüsse verteilt (im Manko-

fall ist dem Unterhaltsschuldner das betreibungsrechtliche Existenzmini-

mum zu belassen, BGE 135 III 66) (vgl. BGE 147 III 293 und 147 III 308 

betreffend [nach-]ehelichen Unterhalt im Nachgang zu BGE 147 III 265 be-

treffend Kindesunterhalt). Bei der Bedarfsermittlung bzw. der Ermittlung 

des gebührenden Unterhalts sind als Ausgangspunkt die "Richtlinien der 

Konferenz der Betreibungs- und Konkursbeamten der Schweiz für die Be-

rechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums" zu verwenden, 

bzw. für die tatsächlichen Verhältnisse im Kanton Aargau die im Kreis-

schreiben der Schuldbetreibungs- und Konkurskommission des Oberge-

richts vom 21. Oktober 2009 enthaltenen Richtlinien für die Berechnung 

des betreibungsrechtlichen Existenzminimums (Notbedarf) nach Art. 93 

SchKG (SchKG-Richtlinien; KKS.2005.7). Bei Kindern ist in Abweichung 

davon je ein (bei den Wohnkosten des Obhutsinhabers abzuziehender) 

Wohnkostenanteil einzusetzen und sind im Übrigen auch die Fremdbetreu-

ungskosten zu berücksichtigen. Diese beiden Positionen sowie die in den 

Richtlinien genannten Zuschläge (relevant für das Kind: Krankenkassen-

prämien, Schulkosten, besondere Gesundheitskosten) sind zum Grundbe-

trag hinzuzurechnen. Soweit es die finanziellen Mittel zulassen, ist jedoch 

der gebührende Unterhalt zwingend auf das sog. familienrechtliche Exis-

tenzminimum - wozu sowohl bei den Elternteilen als auch bei den Kindern 

typischerweise die Steuern gehören - zu erweitern, auf welches diesfalls 

Anspruch besteht. Ein unzulässiger Mix mit der einstufig-konkreten Me-

thode ist gemäss Bundesgericht u.a. die Berücksichtigung von Zusatzposi-

tionen wie Reisen, Hobbys, "u.ä.m."; solcher Lebensbedarf ist aus dem 

Überschussanteil zu finanzieren. Soweit nach allseitiger Deckung des fa-

 - 23 - 

 

 

milienrechtlichen Existenzminimums Ressourcen verbleiben (sog. Über-

schuss), kann der Barbedarf des Kindes bzw. der hierfür zu verwendende 

Unterhaltsbeitrag durch Zuweisung eines Überschussanteils weiter erhöht 

werden (vgl. BGE 147 III 265 Erw. 7.2) nach dem Prinzip von grossen und 

kleinen Köpfen (gemeint: Eltern und minderjährige Kinder) (vgl. BGE 147 

III 265 Erw. 7.3). Von einer solchen Aufteilung kann und muss aufgrund der 

besonderen Konstellation im Einzelfall abgewichen werden, wobei im Urteil 

stets zu begründen ist, aus welchen Gründen die Regel zur Anwendung 

gebracht oder davon abgewichen wird (vgl. BGE 5A_52/2021 Erw. 7.2). Li-

mitiert werden kann der rechnerische Überschussanteil des Kindes aus er-

zieherischen und aus konkreten Bedarfsgründen namentlich bei weit über-

durchschnittlich guten finanziellen Verhältnissen (BGE 147 III 265 Erw. 7.3, 

147 III 293 Erw. 4.4 a.E.; BGE 5A_491/2020 Erw. 4.3.1, 5A_365/2019 

Erw. 5.3). Keinen Anspruch auf einen Überschussanteil haben volljährige 

Kinder, die auch im Rahmen der Unterhaltsfestsetzung nach der zweistufig-

konkreten Methode ausschliesslich Anrecht auf Deckung ihres familien-

rechtlichen Existenzminimums haben (BGE 5A_1072/2020 Erw. 8.4).   

 

4.2.2. 

Auch beim ehelichen Unterhalt bildet sodann die bisherige Lebensführung 

den Ausgangspunkt für die Bestimmung des gebührenden Unterhaltes bei-

der Ehegatten: Es darf nicht zur Vorwegnahme der güterrechtlichen Ausei-

nandersetzung kommen, indem über die bisherige Lebenshaltung hinaus 

einfach das Gesamteinkommen hälftig geteilt würde. Deshalb bedarf es bei 

der Unterhaltsermittlung nach der zweistufigen Methode dann, wenn ein 

Ehegatte (in der Regel der Unterhaltsgläubiger) nach der Aufhebung des 

gemeinsamen Haushalts eine Erwerbstätigkeit aufnimmt oder ausdehnt 

und dies einen Überschuss oder eine erhebliche Steigerung desselbigen 

zur Folge hat, einer zweiten (Kontroll-)Rechnung, in der ebenfalls in An-

wendung der zweistufigen Methode der Überschuss für die Zeit des Zu-

sammenlebens zu ermitteln ist; denn die Obergrenze des (nach-)ehelichen 

(Verbrauchs-)Unterhalts entspricht dem familienrechtlichen Existenzmini-

mum (insbesondere inkl. Steuern) zuzüglich des betragsmässig unverän-

derten Anteils am früheren gemeinsamen Überschuss  (vgl. BGE 147 III 

293  Erw. 4). 

 

5. 

5.1. 

5.1.1. 

Zu den Wohnkosten der Klägerin erwog die Vorinstanz (Urteil, Erw. 7.2.7, 

S. 43 ff.): Da die Parteien zunächst (Phase 1 und 2) noch beide in der Lie-

genschaft am […] in Q. (in verschiedenen Wohnungen) gewohnt hätten, sei 

davon auszugehen, dass sie sich die Wohnkosten von Fr. 1'378.80 

(Hypothekarzins und Nebenkosten) geteilt hätten, so dass ihnen in Phase 

1 je Fr. 689.00 anzurechnen seien. In den Phasen 2 und 3 habe der Le-

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=5A_52%2F2021&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-293%3Ade&number_of_ranks=0#page293

 - 24 - 

 

 

benspartner der Klägerin in deren Wohnung gewohnt, sodass die Wohn-

kosten anteilsmässig aufzuteilen und bei der Klägerin mit Fr. 345.00 

(Phase 2 [Hälfte von Fr. 689.00]) bzw. Fr. 689.00 (Phase 3 [Hälfte von 

Fr. 1'379.00]) zu berücksichtigen seien. Ab Phase 4 bewohne die Klägerin 

(zusammen mit den Söhnen) die Liegenschaft alleine, sodass ihr von da 

an die vollen Wohnkosten (Fr. 1'379.00) anzurechnen seien. Für die Söhne 

seien grundsätzlich Wohnkostenanteile von je Fr. 250.00 einzusetzen; die 

Wohnkostenanteile seien aber gegen oben auf 50 % der gesamten Wohn-

kosten zu begrenzen. Unter Berücksichtigung dieser "Deckelung" würden 

von den Wohnkosten der Klägerin in Phase 1 und 3 Wohnkostenanteile für 

die Söhne von Fr. 345.00 (Fr. 689.00 / 2) bzw. Fr. 172.00 pro Kind 

(Fr. 344.50 / 2), und in Phase 2 Fr. 172.00 (Fr. 344.50 / 2) bzw. Fr. 86.00 

pro Kind (Fr. 172.25 / 2) abgezogen. Ab Phase 4 trage die Klägerin die 

Wohnkosten (Fr. 1'379.00) alleine, weshalb Wohnkostenanteile der Kinder 

von je Fr. 250.00 in Abzug zu bringen seien. Andere Kosten, wie etwa für 

die Liegenschaft in S. – die von den Parteien nicht bewohnt werde – und 

auch Amortisationskosten, blieben unberücksichtigt, da "nur effektive 

Wohnkosten entscheidend" seien. 

 

5.1.2. 

5.1.2.1. 

Der Beklagte bringt vor (Berufung, S. 13 f.), in den Phasen 3 und 4 (als er 

nicht mehr am […] gewohnt habe), habe eine der beiden Wohnungen dort 

leer gestanden. Gleichwohl habe die Vorinstanz der Klägerin die gesamten 

Liegenschaftskosten (in Phase 3 unter Berücksichtigung einer hälftigen 

Reduktion aufgrund der Mitbenützung der Wohnung durch ihren Leben-

spartner) angerechnet, obwohl die Vorinstanz selber ausgeführt habe, dass 

die Kosten für von den Parteien nicht bewohnte Häuser und Wohnungen 

nicht berücksichtigt werden könnten. Der Klägerin seien für die Phase 3 

daher lediglich Fr. 345.00 (Fr. 689.00 / 2) und ab Phase 4 Fr. 689.00 

(Fr. 1'379.00 / 2) einzusetzen resp. nach Abzug der Wohnkostenteile der 

Kinder gemäss Vorinstanz in Phase 3 Fr. 173.00 (Fr. 345.00 – Fr. 172.00) 

und ab Phase 4 Fr. 343.00 (Fr. 648.00 – Fr. 345.00). 

 

5.1.2.2. 

In ihrer Berufungsantwort (S. 8 f.) bringt die Klägerin vor, aufgrund der Be-

schaffenheit des Hauses bewohnten die Söhne seit jeher je ein eigenes 

Zimmer im oberen Stock. Im unteren Stockwerk befänden sich ein Wohn-

zimmer, ein Durchgangszimmer, ein von ihr benutztes Schlafzimmer, die 

Küche, eine Vorratskammer sowie ein Badezimmer und ein WC. Diese 

Wohnsituation sei zwangsläufig auch nach dem Auszug des Beklagten die-

selbe geblieben. Zudem fielen die Hypothekarkosten für diese Wohnung 

an, egal wie viele Personen dort lebten. Zu berücksichtigen sei auch, dass 

ihre Wohnkosten und die der Kinder sehr bescheiden seien. 

 

 - 25 - 

 

 

5.1.3. 

Die Wohnkosten der Liegenschaft in Q. sind grundsätzlich unbestritten. 

Dasselbe gilt für deren Aufteilung auf den Partner der Klägerin und die 

beiden Kinder. Die Ausführungen der Klägerin in ihrer Berufungsantwort 

(S. 8 f.), wonach die beiden Söhne seit jeher ein eigenes Zimmer im oberen 

Stock bewohnten und dass diese Wohnsituation auch nach dem Auszug 

des Beklagten unverändert geblieben sei, blieb sodann seitens des Beklag-

ten unwidersprochen, so dass darauf abgestellt werden kann (vgl. 

BGE 4A_747/2012 Erw. 3.3). Vor diesem Hintergrund ist nicht zu bean-

standen, dass die Vorinstanz auch nach dem Auszug des Beklagten aus 

der Liegenschaft in Q. resp. ab Phase 3 von Wohnkosten von Fr. 1'379.00 

ausgegangen ist und diese – im Übrigen grundsätzlich unstrittig gemäss 

Vorinstanz – auf den Partner der Klägerin und die beiden Söhne resp. auf 

die beiden Söhne aufgeteilt hat. 

 

5.1.4. 

Es bleibt damit bei den vorinstanzlich für die Klägerin in den betreffenden 

Phasen ermittelten (familienrechtlichen) Existenzminima (Erw. 4.1.3 oben). 

 

5.2. 

Die familienrechtlichen Existenzminima des Beklagten blieben unbean-

standet (Erw. 4.1.4 oben). 

 

5.3. 

Der (ungedeckte) Unterhaltsbedarf der Söhne ist unstrittig (Erw. 4.1.5 und 

Erw. 4.1.6 oben). 

 

6. 

6.1. 

6.1.1. 

Zum Einkommen des Beklagten hielt die Vorinstanz fest (Urteil, S. 53 ff.): 

 

Der Beklagte sei promovierter AX und selbstständig und vollzeitlich als BX 

tätig gewesen, bis er ab 2013 die Ausbildung zum Landwirt EFZ absolviert 

und seine Tätigkeit als Berater reduziert habe. Seit 2019 führe er den Y. in 

R. und betreibe Milchwirtschaft. Seine Beratungstätigkeit als DX habe er 

aufgegeben. Die aktuellen, effektiven Einkommens- und 

Vermögensverhältnisse des Beklagten seien nicht bekannt. Er beschränke 

sich im Wesentlichen darauf geltend zu machen, dass er Fr. 0.00 

Einkommen erziele und es ihm weder möglich noch zumutbar sei, mehr zu 

verdienen. Weder liege eine aktuelle Betriebsrechnung des Y., welchen er 

seit 1. Januar 2019 führe, vor, noch bestünden Angaben bzw. Belege zu 

den ausbezahlten Direktzahlungen, etc. Auch fehle etwa ein aktueller Beleg 

seines Landwirtschaftskontos. Der Beklagte gebe zwar an, aufgrund seines 

Gesundheitszustandes in administrativen und finanziellen Belangen über-

 - 26 - 

 

 

fordert zu sein, weshalb für ihn am 27. April 2021 eine Vertretungsbei-

standschaft im Bereich Administration und Finanzen nach Art. 394 Abs. 1 

ZGB errichtet worden sei; dies erstaune allerdings, da der Beklagte ganze 

Ordner an Beilagen verurkundet habe, in denen er teils akribisch angeblich 

missbräuchliche Kontobelastungen und allfällige Vorenthaltungen der Klä-

gerin zusammengetragen habe, oder angesichts der detaillierten Nieder-

schrift der Grundprinzipien der angedachten Finanzplanung, des 

Cashflows und des Kapitalplans oder des speziellen "Interviews", das sich 

der Beklagte gegeben habe. Bezüglich des Y. fehlten hingegen aktuelle 

Angaben gänzlich. Betreffend Direktzahlungen habe sich der Beklagte an 

der Parteibefragung damit begnügt auszuführen, dass jene pro Jahr etwa 

Fr. 80'000.00 bis Fr. 85'000.00 betragen würden und die Milchgeldeinnah-

men zwischen Fr. 8'000.00 und Fr. 9'000.00 pro Monat variierten, wobei die 

Gelder auf das auf seinen Namen lautende Hofkonto fliessen würden. Da-

von würden sämtliche Ausgaben für den Betrieb, also die Lieferungen, der 

Unterhalt, die Reparatur, die Löhne, die Versicherungen, die Verbindlich-

keiten, etc. bezahlt. Was monatlich für den Beklagten an Einkommen ver-

bleibe, sei nicht bekannt bzw. solle gemäss dem Beklagten Fr. 0.00 betra-

gen. Überprüfen lasse sich diese Behauptung mangels Belegen allerdings 

nicht. Der Beklagte sei seiner Mitwirkungspflicht nicht nachgekommen. Die 

Klägerin habe Belege zum ehemals gemeinsamen Privatkonto "Landwirt-

schaft", welches bis Mitte 2020 noch auf beide Parteien gelautet habe, ein-

gereicht. Aus dem Kontoauszug gehe hervor, dass dem Beklagen von der 

Abteilung Finanzen Aargau am 26. Juni 2019 Fr. 45'244.00, am 4. Novem-

ber 2019 Fr. 32'467.90 und am 22. Mai 2020 Fr. 45'840.55 ausbezahlt wor-

den seien. Überdies gingen aus dem Beleg Gutschriften der N. (Milch-

produzentenorganisation) am 17. April 2019 von Fr. 8'575.75, am 

17. Mai 2019 von Fr. 8'511.15, am 18. Juni 2019 von Fr. 7'917.20, am 

18. Oktober 2019 von Fr. 8'714.30 und am 19. November 2019 von 

Fr. 8'388.10 hervor, und ebenso fänden sich Auszahlungen der P. am 

25. April 2019 von Fr. 1'689.30 und am 11. Juni 2020 von Fr. 500.00. Ab 

Juli 2020 seien keine weiteren Kontoeingänge ersichtlich. Diese Gutschrif-

ten deckten sich in etwa mit den Vorbringen des Beklagten an der Partei-

befragung. Allerdings bleibe es dabei, dass nicht eruiert werden könne, wie 

sich die Hofeinnahmen und -ausgaben aktuell gegenüberstünden und was 

dem Beklagten verbleibe. Es finde sich in den Unterlagen zumindest eine 

Aufstellung der finanziellen Situation des Y. der Jahre 2014 bis 2017. Das 

Jahr 2017 (als aktuellstes Jahr) weise ein Nettoergebnis (massgeblicher 

Gewinn EBITDA) von Fr. 120'502.00 aus, wobei dieses Ergebnis etwa dem 

Durchschnitt der Jahre 2013 bis 2017 von Fr. 117'848.00 entspreche. 

Dabei gelte es zu beachten, dass dieses Einkommen des Betriebs über 

dem Durchschnittseinkommen von Milchkühebetrieben (2017: ~ 

Fr. 85'000.00) gemäss Agroscope, Landwirtschaftliche Einkommensstatis-

tik 2019 (S. 26), gelegen habe. Damals sei noch der Vorgänger des Be-

klagten, F., der Hofbetreiber gewesen. Der Beklagte habe jedoch grosse 

Pläne bezüglich der Hofentwicklung gehabt und habe mit einer 

 - 27 - 

 

 

Verdoppelung des Milchviehbestandes und der Installation einer Melkrobo-

teranlage (Einsparung Lohnkosten Fr. 40'000.00 pro Jahr) den Gewinn auf 

Fr. 140'000.00 bis Fr. 200'000.00 steigern wollen. Die Melkroboteranlage 

sei zwischenzeitlich angeschafft worden, ob auch der Viehbestand erhöht 

worden sei, entziehe sich der Kenntnis des Gerichts. Was bekannt und 

durch ärztliche Zeugnisse belegt sei, sei die gesundheitliche Beeinträchti-

gung des Beklagten. Offenbar leide er an einer rezidivierenden depressiven 

Störung in ausgeprägter familiärer Belastungssituation bei Familienzerrüt-

tung und Trennung sowie psychische und Verhaltensstörungen durch Al-

kohol, Abhängigkeitssyndrom. Zudem sei im Herbst 2020 ein bösartiger 

Nierentumor festgestellt und operiert worden. Aufgrund dessen werde ihm 

von der behandelnden Ärztin, G., eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit 

in seiner früheren beruflichen Tätigkeit als Unternehmensberater und eine 

verbleibende Arbeitsfähigkeit im landwirtschaftlichen Bereich von maximal 

20 % attestiert. Der Beklagte habe an der Parteibefragung zur Frage, wie 

man sich die Bewirtschaftung auf dem Y. vorstellen müsse, angegeben, 

dass er zwei Angestellte habe, denen er brutto zwischen Fr. 2'200.00 und 

Fr. 2'500.00 bezahle. Ausserdem sei sein Vorgänger F. täglich auf dem 

Hof. Alle würden mithelfen. Mangels anderweitiger Hinweise sei also davon 

auszugehen, dass der Hofbetrieb aufgrund der Mithilfe Dritter so wie ge-

habt aufrechterhalten werden könne. Werde ausserdem angenommen, 

dass die in Betrieb genommene Melkroboteranlage zu einer Effizienzstei-

gerung und wesentlichen Entlastung geführt habe, und gleichzeitig davon 

ausgegangen, dass der Beklagte aufgrund seines Gesundheitszustandes 

zwar seine Zukunftsvision mit der Verdoppelung des Milchviehbestandes 

noch nicht in die Tat habe umsetzen können, aber gleichzeitig auf tatkräf-

tige Unterstützung seiner Mitarbeitenden und F. zählen dürfe, sei beim Hof 

(mangels anderweitiger Angaben oder Belege) mindestens vom 

Durchschnittsgewinn der Jahre 2013 bis 2017 von Fr. 120'000.00 aus-

zugehen. Darin seien "Fremdarbeiten" von rund Fr. 30'000.00 enthalten, 

wobei fraglich sei, was darunter zu verstehen sei. Jedenfalls sei bekannt, 

dass der Beklagte seinen beiden Mitarbeitenden je Fr. 2'200.00 bis 

Fr. 2'500.00 pro Monat bezahle, also jährlich maximal Fr. 60'000.00. Der 

Beklagte behaupte nicht, dass er F. Lohn zahle. Da beim 

Durchschnittsgewinn 2013 bis 2017 von Fr. 120'000.00 nur Fremdarbeiten 

von rund Fr. 30'000.00 enthalten seien, allerdings bekannt sei, dass durch 

die Installation der Melkroboteranlage Lohnkosten von Fr. 40'000.00 pro 

Jahr eingespart werden könnten, habe es bei den Fr. 120'000.00 sein Be-

wenden. Entsprechend sei dem Beklagten – mangels anderweitiger Anga-

ben – ein Einkommen von Fr. 10'000.00 pro Monat aus landwirtschaftlicher 

Tätigkeit anzurechnen.  

 

6.1.2. 

Der Beklagte bringt vor, es sei willkürlich, wenn die Vorinstanz zur "Schät-

zung" seines Einkommens auf Jahre zurückliegende Betriebsverhältnisse 

 - 28 - 

 

 

Bezug nehme, welche durch ein Ehepaar mit aller Energie und deren le-

benslangen Erfahrung erzielt worden seien. Es seien seither wichtige Be-

triebszweige weggefallen (Rebbau und Viehzucht). Die Vorinstanz habe die 

gesundheitliche Problematik der Tiere nicht berücksichtigt; zudem habe sie 

im Widerspruch zu sämtlichen Vorbringen angenommen, die Melkanlage 

habe zu einer Effizienzsteigerung und wesentlichen Entlastung geführt. Die 

Vorinstanz stelle auf einen x-beliebigen Jahreswert ab. Der 3-Jahresschnitt 

(2015-2017) - das Ergebnis 2014 (Fr. 151'665.00) sei unbeachtlich, da aus-

serhalb der 3-Jahresfrist und auffällig gut - betrage Fr. 106'575.00. Dabei 

handle es sich um den EBITDA-Wert (und nicht um den Nettogewinn), vom 

welchem Zinsen, Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Ver-

mögensgegenstände sowie die Sozialversicherungsbeiträge und weitere 

nicht betriebliche (indirekte) Kosten in Abzug zu bringen seien. Gemäss 

Grundlagenbericht 2017 hätten sich die durchschnittlichen Abschreibungen 

2015 bis 2017 auf Fr. 15'387.00 belaufen. Nach Abzug auch der Sozialver-

sicherungsabgaben für ihn (ca. Fr. 13'000.00) resultiere ein näher zutref-

fendes Nettoeinkommen der Vorbesitzer von rund Fr. 89'000.00. Darin 

seien gemäss Vorinstanz Fr. 30'000.00 Fremdarbeiten enthalten. Aktuell 

beschäftige er drei Mitarbeiter. Die Bruttolohnsumme betrage Fr. 2'200.00 

bis Fr. 2'500.00 pro Monat und Mitarbeiter. Bei Annahme eines Durch-

schnittswerts von Fr. 2'350.00 ergebe sich eine jährliche Lohnsumme von 

Fr. 84'600.00 zzgl. Arbeitgeberanteil Sozialversicherungen von 

Fr. 6'750.00, somit Fr. 91'350.00. Hinzu komme die Entschädigung für F., 

von dem er täglich Unterstützung erhalte. Gemäss Lohnrichtlinie für 

familienfremde Arbeitnehmende in der Schweizer Landwirtschaft 2021 

betrage der Richtlohn für einen landwirtschaftlichen Betriebsleiter mit über 

fünf Jahren Erfahrung Fr. 4'760.00 bis Fr. 6'345.00, was einem Mittelwert 

von Fr. 5'552.00 entspreche. Unter Berücksichtigung, dass er in seiner 

landwirtschaftlichen Tätigkeit (nur) 20 % arbeitsfähig sei, sei ein 

Betriebsleiter in einem 80 %-Pensum nötig, was einen Jahreslohnaufwand 

(inkl. Sozialversicherungsbeiträge des Arbeitgebers) von Fr. 57'483.00 er-

gebe. Nach Abzug der unter dem Strich resultierenden, zusätzlichen Lohn-

kosten (Fr. 118'833.00) vom errechnete Nettogewinn (Fr. 89'000.00) resul-

tiere ein Verlust von rund Fr. 60'000.00. Gemäss der von der ALK anhand 

der Buchhaltung von F. überprüften Rechnung vom Y. sei mit dem Hof in 

den Jahren 2015 bis 2017 ein "landwirtschaftliches Einkommen" (ohne 

Angestellte) von zwischen Fr. 43'528.00 bis Fr. 58'119.00 erzielt worden. 

Es bleibe also festzustellen, dass er als Landwirt kein Einkommen erzielen 

könne (Berufung, S. 18 ff.). 

 

6.2. 

6.2.1. 

In eherechtlichen Verfahren setzt der Anspruch eines Ehegatten auf Leis-

tung eines Unterhaltsbeitrags durch den anderen voraus, dass er nicht in 

der Lage ist, seinen Bedarf aus eigenen Mitteln zu decken (vgl. 

BGE 5A_524/2020 Erw. 4.6.1, 5A_239/2017 Erw. 2.1, 5A_907/2018 

 - 29 - 

 

 

Erw. 3.4.4; AEBI-MÜLLER, Familienrechtlicher Unterhalt in der neusten 

Rechtsprechung, jusletter vom 3. Mai 2021, Rz. 9), wofür den Ehegatten, 

der Unterhalt beansprucht, vorliegend den Beklagten, die Beweislast trifft 

(Art. 8 ZGB; vgl. BGE 5A_1049/2019 Erw. 4.4). 

 

6.2.2. 

Der Klägerin ist beizupflichten, dass der Beklagte (wie schon in erster In-

stanz) im Berufungsverfahren keinerlei Belege zu seiner Einkommenssitu-

ation eingereicht hat. Der Beklagte hat sich auch in zweiter Instanz gänzlich 

um seine prozessuale Mitwirkungspflicht foutiert. Selbst die Löhne seiner 

angeblichen Angestellten ermittelte er lediglich anhand von Hypothesen 

und reichte zu deren Beleg keine Unterlagen ein. Aufgrund der plausiblen 

Ausführungen der Klägerin erscheint es sodann als gänzlich unglaubwür-

dig, dass - wie vom Beklagten behauptet - F. als stellvertretender 

Betriebsleiter mit erheblichen Lohnkosten auf dem Y. arbeiten soll. Gemäss 

einem Telefonat vom 25. August 2021 der Klägerin mit seiner Frau I. wohnt 

F. gegenüber und hilft nur von Zeit zu Zeit aus. Er sei weder angestellt noch 

arbeite er selbständig für den Hof. Im Weiteren scheint aufgrund der vom 

Beklagten in erster Instanz eingereichten ärztlichen Unterlagen eine 

Arbeitsfähigkeit als Landwirt von nur maximal 20 % nicht als glaubhaft 

(Erw. 1.7 oben). Hinsichtlich des Beweiswerts eines ärztlichen Berichts ist 

nicht nur entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, 

auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berück-

sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist und 

in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizini-

schen Situation einleuchtet. Es ist ausserdem zu berücksichtigen, ob die 

Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 

Erw. 5.1, 125 V 351 Erw. 3a). Es ist dabei nicht willkürlich, wenn (u.a.) be-

rücksichtigt wird, dass von den Parteien vorgelegte ärztliche Atteste Be-

standteil der Parteivorbringen und nicht eigentliche Beweismittel sind 

(BGE 5A_239/2017 Erw. 2.4; BGE 141 III 433 Erw. 2.6, 140 III 24 Erw. 2.5). 

Im "Ärztliche[n] Zeugnis zur Vorlage beim Gericht" vom 24. November 2020 

(Klageantwortbeilage 1.1), auf welches jenes vom 7. Mai 2021 (Beilage 23 

zur Eingabe des Beklagten vom 7. Mai 2021) bezüglich "Diagnose, 

Behandlung sowie- und Arbeitsfähigkeit" verweist (es gebe keine 

Besserung in Bezug auf die Leistungs- und Arbeitsfähigkeit), diagnostiziert 

G., beim Beklagten eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig 

schwere Episode (ICD-10 F 32.2) in ausgeprägter familiärer Be-

lastungssituation bei Familienzerrüttung und Trennung (ICD-10 Z 63), Psy-

chische und Verhaltensstörungen durch Alkohol, Abhängigkeitssyndrom 

(ICD-10 F 10.2) sowie arterielle Hypertonie. Zudem sei vor kurzem ein 

Nierentumor festgestellt und operiert worden. Die depressive und 

Erschöpfungssymptomatik zeige sich darin, dass der Beklagte berufliche, 

private und auch administrative Aufgaben nicht oder nicht zeitgerecht er-

fülle. Der Beklagte sei aufgrund dieser Sachlage in seiner früheren berufli-

chen Tätigkeit als Unternehmensberater nicht arbeitsfähig. "Dies [gelte] 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=5A_239%2F2017&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F134-V-231%3Ade&number_of_ranks=0#page231
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https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=5A_239%2F2017&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F141-III-433%3Ade&number_of_ranks=0#page433
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=5A_239%2F2017&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F140-III-16%3Ade&number_of_ranks=0#page16

 - 30 - 

 

 

weitgehend ebenfalls für den landwirtschaftlichen Bereich". Hier bestehe 

nach ihrer Einschätzung eine Arbeitsfähigkeit von aktuell maximal 20 %. 

Dass die von der behandelnden Psychiaterin aufgeführte Diagnose zu ei-

ner (vorübergehenden) Arbeitsunfähigkeit des Beklagten von 100 % hin-

sichtlich seiner früheren Tätigkeit als EX führen konnte, vermag noch 

einigermassen einzuleuchten; wie sich diese – was die Psychiaterin eher 

nebenbei noch vermerkt - hingegen auch auf seine Tätigkeit als Landwirt 

zu (mindestens) 80 % auswirken soll, vermag einzig unter Hinweis auf eine 

vom Veterinäramt festgestellte Verschlechterung der Milchqualität wegen 

ungenügender Kontrollen nicht zu überzeugen. Die Erfahrungstatsache, 

dass behandelnde Ärzte aufgrund ihrer auftragsrechtlichen Vertrauensstel-

lung eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen, darf berücksichtigt werden 

(vgl. BGE 125 V 351 Erw. 3b/cc). Aktuelle ärztliche Unterlagen oder Be-

richte, die eine entsprechende (aktuell noch bestehende) Ar-

beitsunfähigkeit des Beklagten im landwirtschaftlichen Bereich von 80 % 

nachvollziehbar aufzeigen würden, wurden nicht eingereicht. 

 

6.3. 

6.3.1. 

Verweigert eine Partei die Mitwirkung bei der Beweiserhebung (vgl. 

Art. 160 Abs. 1 ZPO) unberechtigterweise, d.h. liegen keine Weigerungs-

gründe i.S.v. Art. 163 ZPO vor, so berücksichtigt dies das Gericht bei der 

(freien) Beweiswürdigung (Art. 157 i.V.m. Art. 164 ZPO). Die Untersu-

chungsmaxime schliesst dabei nicht aus, bei fehlender Mitwirkung zum 

Nachteil der betreffenden Partei zu entscheiden (vgl. RÜETSCHI, in: Berner 

Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung [BK-ZPO], Bern 2012, 

N. 5 zu Art. 164 ZPO), da die Parteien aufgrund der ihnen obliegenden Be-

hauptungs-, Bestreitungs- und Substantiierungslast die Verantwortung für 

die Sachverhaltsermittlung tragen (SUTTER-SOMM/LAZIC, in: ZPO-Komm., 

a.a.O., N. 11 zu Art. 272 ZPO). 

 

6.3.2. 

Bei einem selbständig Erwerbstätigen ist grundsätzlich auf das Durch-

schnittseinkommen in der Regel der letzten drei Jahre (damit nicht ein zu-

fällig günstiges oder ungünstiges Geschäftsergebnis als Massstab dient) 

abzustellen (BGE 143 III 620 Erw. 5.1). Für die Ermittlung von Einkommen 

kann sich das Gericht sodann auf statistische Werte stützen, wobei es im 

Sinne einer tatsächlichen Vermutung darauf schliessen darf, dass der be-

treffende Lohn im Einzelfall tatsächlich erzielbar ist (BGE 5A_129/2019 

Erw. 3.2.2.1). Der Y. in R., auf welchem der Beklagte Milchwirtschaft 

betreibt, befindet sich in der Produktionskataster-Zone "Hügelzone" 

(www.ag.ch/app/agisviewer4/v1/agisviewer.html). Gemäss der schon von 

der Vorinstanz beigezogenen Landwirtschaftlichen Einkommensstatistik (in 

der aktuellsten Fassung) 2020 des Eidgenössischen Departements für 

Wirtschaft, Bildung und Forschung (Agroscope [dem Bundesamt für Land-

http://www.ag.ch/app/agisviewer4/v1/agisviewer.html
https://www.blw.admin.ch/blw/de/home.html?_organization=705

 - 31 - 

 

 

wirtschaft [BLW] angegliedertes Kompetenzzentrum des Bundes für land-

wirtschaftliche Forschung]), Ausgabe Oktober 2021 

(www.agroscope.admin.ch/agroscope/de/home/themen/wirtschaft-tech-

nik/betriebswirtschaft/zabh/einkommensstatistik.html), einer zentralen 

Auswertung von Buchhaltungsdaten, belief sich das "Landwirtschaftliche 

Einkommen" (netto) eines Milchkuhbetriebs mit 1.7 Arbeitskräften in der 

Hügelregion im Jahr 2018 auf Fr. 58'620.00, im Jahr 2019 auf Fr. 61'679.00 

und im Jahr 2020 auf Fr. 64'593.00 (Seite 6). Aufgrund der ansteigenden 

Tendenz rechtfertigt es sich, beim Beklagten im hier relevanten Zeitraum 

von einem Einkommen von Fr. 64'593.00 auszugehen. Es ist nicht ersicht-

lich, weshalb der Beklagte nicht in der Lage gewesen sein und in Zukunft 

nicht in der Lage sein sollte, ein Einkommen in dieser Höhe zu erzielen, 

weshalb ihm für die ganze Zeit der Unterhaltsberechnung (und damit ab 

August 2019) dieses Einkommen mit im Monatsdurchschnitt (rund) 

Fr. 5'400.00 anzurechnen ist. Soweit die Klägerin sinngemäss auf der An-

rechnung eines hypothetischen Einkommens aus Beratertätigkeit beharrt 

(der Beklagte habe ihr zugesichert gehabt, seine lukrative Beratertätigkeit 

wieder aufzunehmen, und die berufliche Selbstverwirklichung müsse zu-

rückstehen, weshalb sich der Beklagte bei einem "eventuellen Weiterbe-

trieb" des Hofs das Einkommen gemäss Vorinstanz anrechnen lassen 

müsse), setzt sie sich mit der diesbezüglich nachvollziehbaren Begründung 

der Vorinstanz nicht substantiiert auseinander (vgl. Erw. 1.2 oben). Die 

Vorinstanz hatte dazu überzeugend ausgeführt, der Beklagte sei 60-jährig, 

und seine Psychiaterin attestiere ihm eine vollumfängliche Arbeitsunfähig-

keit als Unternehmensberater. Darüber hinaus könne dem Beklagten - 

auch wenn er selber ursprünglich wohl andere Pläne gehabt haben dürfte 

bzw. jene zumindest gegenüber Dritten entsprechend kundgetan habe - als 

(selbstständigen bzw. betriebsleitenden) Landwirt eine Nebenerwerbstätig-

keit nach Arbeitsschluss nicht zugemutet werden, sei doch notorisch, dass 

die Tätigkeit als Landwirt nicht täglich jeweils zur (ungefähr) gleichen Zeit 

ende und seine Präsenz zu den unterschiedlichsten Tageszeiten vonnöten 

sei.  

 

6.4. 

Zusammenfassend ist dem Beklagten ab August 2019 ein monatliches Net-

toeinkommen von gerundet Fr. 5'400.00 anzurechnen. 

 

7. 

7.1. 

7.1.1. 

Zum Einkommen der Klägerin erwog die Vorinstanz (Urteil, S. 51 ff.): 

 

Sie arbeite zu 90 % als CX bei der J.. Gemäss den eingereichten Lohnaus-

weisen habe sie im Jahr 2019 netto Fr. 121'959.00 (exkl. Kinderzulagen; 

inkl. Fr. 972.00 als Einkommen aufzurechnende "Pauschalspesen") und im 

Jahr 2020 netto Fr. 156'332.70 (inkl. Fr. 30'000.00 Bonus, Fr. 5'250.00 

https://www.blw.admin.ch/blw/de/home.html?_organization=705
http://www.agroscope.admin.ch/agroscope/de/home/themen/wirtschaft-technik/betriebswirtschaft/zabh/einkommensstatistik.html
http://www.agroscope.admin.ch/agroscope/de/home/themen/wirtschaft-technik/betriebswirtschaft/zabh/einkommensstatistik.html

 - 32 - 

 

 

Kinderzulagen; keine Kommunikationspauschale) verdient. Laut Schreiben 

der J. vom 31. März "2019" (recte: 2021) handle es sich beim Bonus um 

einen "einmaligen" Sonderbonus (gegen "Rückzug" der Kündigung durch 

die Klägerin) für das Jahr 2019, welcher mit dem Januarlohn 2020 

ausgerichtet worden sei. An der Parteibefragung habe die Klägerin ange-

geben, dass bei ihrer Arbeitgeberin praktisch keine Bonuszahlungen ge-

leistet würden und sie – so glaube sie – im Jahr 2018 eine Bonuszahlung 

(Fr. 30'000.00) erhalten habe. Sie habe damals schon gekündigt gehabt, 

weil sie sich selbstständig habe machen wollen, und ihre Arbeitgeberin 

habe sie dann gebeten, zurückzukommen, ihr den Partnerstatus angebo-

ten und ihr hierfür Fr. 30'000.00 ausbezahlt. Unter Hinweis auf das 

Schreiben der J. vom 31. März 2021 habe sich die Klägerin zunächst 

verunsichert gegeben, ob es 2018 oder 2019 gewesen sei, habe dann je-

doch festgestellt, dass es im Jahr 2019 gewesen sein dürfte, da sie damals 

gekündigt habe. Für das Jahr 2018, 2020 und 2021 habe es keinen Bonus 

gegeben. In der Replik habe die Klägerin allerdings ausgeführt, dass sie im 

Jahr 2018 eine "einmalige Treueprämie" (Fr. 30'000.00) erhalten habe, 

welche als Dank dafür ausbezahlt worden sei, dass keine Kündigung erfolgt 

sei. Zudem sei offenbar ein "kleiner Bonus" (Fr. 5'000.00) ausgerichtet 

worden. Der Lohnausweis 2018 oder sonstige Lohnbelege seien nicht 

eingereicht worden. Gleichzeitig habe die Klägerin geltend gemacht, dass 

sie im Februar 2019 gekündigt habe, woraufhin ihr die Arbeitgeberin das 

Angebot einer einmaligen Zahlung von Fr. 30'000.00 gemacht habe, damit 

sie die Kündigung zurückziehe. Daher sei fraglich, ob es sich bei der 

unbelegten "einmaligen Treueprämie" 2018 gemäss Replik um den 

"einmaligen Sonderbonus" gehandelt habe, immerhin sei nicht nur der 

Betrag identisch (Fr. 30'000.00), sondern auch der Grund der Auszahlung 

(keine Kündigung resp. deren Rückzug). Da die Klägerin selber angegeben 

habe, dass Bonuszahlungen bei ihrer Arbeitgeberin unüblich seien und ihr 

auch eine Verwechslung der Jahre 2018 und 2019 an der Parteibefragung 

passiert sei, sei mangels anderweitiger Hinweise davon auszugehen, dass 

der Klägerin nur im Jahr 2020 für das Jahr 2019 ein Bonus (Fr. 30'000.00) 

ausbezahlt worden sei. Nichtsdestotrotz mute es ungewöhnlich an, dass 

die Klägerin, obwohl sie 2019 Partnerin geworden sei, seither keine Boni 

mehr erhalten haben soll. Die im Lohnausweis 2020 genannten 

Fr. 30'000.00 Bonus hätten bekanntlich das Jahr 2019 betroffen und für all-

fällige Bonuszahlungen für das Jahr 2020 lägen lediglich die Lohnabrech-

nungen für Januar und Februar 2021 vor. Aufgrund des Umstandes, dass 

von einer einmaligen Bonuszahlung auszugehen sei und jene überdies für 

den Einkauf als Partnerin verwendet worden sei, sei der Bonus unberück-

sichtigt zu lassen, sodass für das Jahr 2020 von einem Nettolohn (exkl. 

Kinderzulagen) von Fr. 121'082.70 auszugehen sei, was ca. Fr. 10'090.00 

pro Monat entspreche. Im Gegensatz zum Jahr 2019 sei der Klägerin 2020 

ohne ersichtlichen Grund keine Kommunikationspauschale (Fr. 972.00) 

ausgerichtet worden; da jene jedoch 2021 wieder ausbezahlt werde, recht-

 - 33 - 

 

 

fertige es sich, vom Durchschnitt der Einkommen 2019 und 2020 auszuge-

hen ([Fr. 121'959.00 {Lohn 2019 inkl. Spesen} + Fr. 121'082.70 {Lohn 2020 

ohne Spesen}] / 2), wodurch rund Fr. 121'520.00 bzw. rund Fr. 10'125.00 

pro Monat resultierten. 

 

Weiter sei die Klägerin (Mit-)Eigentümerin einer Liegenschaft in W., wobei 

gemäss Steuererklärung 2017 (neuere Steuererklärungen lägen nicht vor) 

von einem Mietrohertrag von jährlich Fr. 9'294.00 auszugehen sei, von wel-

chem der (pauschale) Liegenschaftsunterhalt (Fr. 1'859.00) abzuziehen 

sei, so dass netto Fr. 7'435.00 pro Jahr bzw. Fr. 620.00 pro Monat verblie-

ben, die der Klägerin als Vermögensertrag anzurechnen seien. 

 

Zusammen mit dem Erwerbseinkommen ergebe dies ein monatliches Ein-

kommen von rund Fr. 10'745.00 (Fr. 10'125.00 + Fr. 620.00). 

 

7.1.2. 

Der Beklagte beziffert die der Klägerin anrechenbaren Einkünfte (inkl. Ver-

mögensertrag von Fr. 620.00 gemäss Vorinstanz und inkl. Bonus) auf 

Fr. 12'625.00 (Phase 1 bis 4) und Fr. 14'648.00 (Phase 5). Er habe mit von 

der Vorinstanz zu Unrecht nicht mehr berücksichtigter Eingabe vom 9. Juni 

2021 vorgebracht, dass die Klägerin im Jahre 2018 eine Bonuszahlung 

"Gutschrift" von Fr. 38'985.45 erhalten habe und dass der Lohnausweis 

2020 einen Bonus von Fr. 30'000.00 ausweise. In dieser Eingabe habe er 

weiter ausgeführt, dass die Klägerin im Jahre 2019 eine Beteiligung an der 

J. für Fr. 30'000.00 erworben habe, wobei ihr der Kaufpreis von der 

Arbeitgeberin als vorgängige Überweisung (Fr. 25'000.00 am 

10. September 2019 als "VORSCHUSS SEP 19") resp. als zusätzlicher 

Lohn (+ Fr. 2'000.00 resp. + Fr. 3'000.00 am 23. Dezember 2019 resp. 

24. Januar 2020) ausbezahlt worden sei. Dieser Vorschuss sei nie zurück-

bezahlt worden und sollte im Lohnausweis 2019 als Gratifikation erschie-

nen. Die Klägerin belege weder den (massgebenden) Kaufwert der Beteili-

gung noch die Details der ganzen Beteiligungstransaktion. Damit sei er-

stellt, dass die Klägerin seit 2018 jährlich Bonus- und/oder Beteiligungs-

zahlungen von mindestens Fr. 30'000.00 erhalten habe, wobei auch der 

Agiowert der Beteiligung aus dem Jahr 2019 an der J. hinzuzurechnen sei, 

über welchen sich die Klägerin auszuweisen hätte. Bei ihr und/oder ihrer 

Arbeitgeberin seien die Steuererklärungen der J. (aus denen der 

Steuerwert der Beteiligung errechenbar sei), die Jahresrechnungen und 

Bilanzen der J. (aus denen der Bilanzwert der Beteiligung errechenbar sei), 

das Aktienbuch und die Angaben betreffend die Anzahl der von der 

Klägerin erworbenen Aktien an der Arbeitgeberin, deren Bewertung, 

Kaufpreis, weitere Kaufbedingungen usw. zu edieren. Eventualiter sei das 

Einkommen der Klägerin um Fr. 30'000.00 zu erhöhen. Der Umstand, dass 

sie solche Zahlungen verneine, und die J., bei der die Klägerin Partnerin 

sei und damit eine Interessenverbindung bestehe, mit Schreiben vom 

31. März 2019 einen einmaligen Sonderbonus behaupte, vermöge an den 

 - 34 - 

 

 

Zahlungen der J. an die Klägerin nichts zu ändern. Ab Phase 5 (wenn beide 

Kinder 16 Jahre alt seien) sei der Klägerin ein 100 %-Pensum und damit 

ein Erwerbseinkommen von Fr. 14'028.00 anzurechnen. Sie habe 

angegeben, dass sie nur wegen der Kinder nicht 100 % arbeite. 

 

7.1.3. 

Die Klägerin wendet ein, die Eingabe vom 9. Juni 2021 sei verspätet, weil 

nach Aktenschluss eingereicht (vgl. Prozessgeschichte Ziff. 1.9). Ein allfäl-

liger Bonus wirke sich nicht auf den Unterhalt der Söhne aus; diese stünden 

unter ihrer Obhut, was heisse, dass "einzig" das Einkommen des Beklagten 

für die Berechnung des Kinderunterhalts massgeblich sei. Sie erhalte seit 

2018 keinen Bonus mehr; die Zahlung von Fr. 30'000.00 sei einmalig ge-

wesen. Ein Agiomehrwert sei nicht vorhanden; ein solcher wäre ohnehin 

bloss vermögensrelevant. Neu erziele sie seit 1. Dezember 2020 keinen 

Liegenschaftsertrag mehr, weil sie ihre Liegenschaftsanteile per 30. No-

vember 2020 verkauft habe (Berufungsantwort, S. 10 f.). 

 

7.1.4. 

In der Eingabe vom 15. September 2021 (S. 5 f.) bringt der Beklagte vor, 

der Verkauf der Liegenschaft in W. sei ein unzulässiges Novum. Überdies 

vermöge die nur unvollständig eingereichte Berufungsantwortbeilage 3 den 

angeblichen Verkauf der Liegenschaftsanteile nicht zu beweisen / glaub-

haft zu machen. Das Dokument lege weder die Parteien des Kaufs noch 

den Verkaufspreis und die weiteren Konditionen offen, insbesondere sei 

der behauptete Verkaufsabschluss nicht von der Klägerin unterzeichnet. 

 

7.1.5. 

In ihrer Eingabe vom 4. Oktober 2021 bestreitet die Klägerin, den Verkauf 

der Miteigentumsanteile fingiert zu haben. Sie habe einen Grundbuchaus-

zug angefordert und werde ihn nach Erhalt einreichen. 

 

7.2. 

7.2.1. 

Grundsätzlich sorgen beide Elternteile, ein jeder nach seinen Kräften, für 

den in Form von Pflege, Erziehung und Geld zu erbringenden Unterhalt 

(Art. 276 Abs. 1 und 2 ZGB). Dies gilt an sich auch für den gesamten Geld-

unterhalt (gemäss Art. 285 Abs. 1 und 2 ZGB). Soweit die Eltern getrennt 

leben, wird praktisch relevant, wer an wen welchen Geldbetrag zu entrich-

ten hat. Steht das Kind – wie vorliegend die beiden Söhne der Parteien - 

unter der alleinigen Obhut des einen Elternteils, so leistet der obhutsbe-

rechtigte Elternteil seinen Unterhaltsbeitrag vollständig mittels Naturalun-

terhalt, so dass der Geldunterhalt vor dem Hintergrund der Gleichwertigkeit 

von Geld- und Naturalunterhalt grundsätzlich vollständig dem anderen El-

ternteil anheimfällt, weil dieser weitestgehend von den mit dem Naturalun-

terhalt erfüllten Aufgaben entbunden ist. Von diesem Grundsatz muss das 

 - 35 - 

 

 

Gericht jedoch ermessensweise abweichen, wenn der hauptbetreuende El-

ternteil leistungsfähiger ist als der andere. Ein Elternteil gilt in diesem Zu-

sammenhang als leistungsfähig, wenn er mit seinem eigenen Einkommen 

seinen Bedarf zu decken vermag und darüber hinausgehend über einen 

Überschuss verfügt (BGE 5A_727/2018 Erw. 4.3.2.2), bzw. ist die Leis-

tungsfähigkeit in diesem Sinne in dem Umfang gegeben, als das eigene 

Einkommen den eigenen Bedarf übersteigt (BGE 5A_743/2017 Erw. 5.3.2). 

 

Wie zu zeigen sein wird, ist die Klägerin in der Lage, mit ihrem eigenen 

Einkommen ihren Bedarf zu decken; ihr verbleibt gar ein beträchtlicher 

Überschuss. Ihr Einwand, in Bezug auf die Kinderalimente spiele nur das 

Einkommen des Beklagten eine Rolle, verfängt deshalb nicht. Die Klägerin 

verkennt im Übrigen, dass im vorliegenden Berufungsverfahren die unein-

geschränkte Untersuchungsmaxime gilt (vgl. Erw. 1.5 oben). 

 

7.2.2. 

Die Bonuszahlungen gehören zum Einkommen (BGE 5A_454/2010 

Erw. 3.2). Nach ständiger Praxis der 5. Zivilkammer des Obergerichts wird 

ein Bonus bei einer Ungewissheit hinsichtlich seiner Höhe und Auszahlung 

aus der Unterhaltsberechnung ausgeklammert und erst im Zeitpunkt einer 

allfälligen Auszahlung den Parteien anteilmässig zugewiesen. Wurde ein 

solcher jedoch nachweislich ausbezahlt, ist er aufgrund des Effektivitäts-

grundsatz im betreffenden Zeitraum zum Einkommen zu schlagen. Ein (ef-

fektiv ausbezahlter) Bonus ist dabei in demjenigen Jahr zu berücksichtigen, 

in welchem er ausbezahlt wurde und damit zur Bestreitung der Lebenshal-

tung zur Verfügung stand. Vorliegend ergibt sich aus den eingereichten 

Lohnausweisen 2019 und 2020, dass der Klägerin im Jahr 2019 inkl. der 

unstrittig als Einkommen anzurechnenden Pauschalspesen Fr. 121'959.00 

und damit monatlich (rund) Fr. 10'160.00 und im Jahr 2020 ein Jahresnet-

toeinkommen von Fr. 151'082.70 (inkl. Fr. 30'000.00 Bonus, ohne Kinder-

zulagen; keine Kommunikationspauschale) resp. monatlich (rund) 

Fr. 12'590.00 ausbezahlt wurde. Diese Einkommen sind der Unterhaltsbe-

rechnung in den Jahren 2019 und 2020 auf Seiten der Klägerin zu Grunde 

zu legen; was den im Jahr 2020 ausbezahlten Bonus betrifft, lässt sich die 

sinngemässe Behauptung der Klägerin, der Bonus habe nicht zur Lebens-

haltung zur Verfügung gestanden, weil sie sich damit als Partnerin bei der 

J. eingekauft habe, nicht verifizieren. Für den Zeitraum ab 1. Januar 2021 

ist vom von der Vorinstanz ermittelten Durchschnittseinkommen der Jahre 

2019 und 2020 (ohne Bonus) von Fr. 10'125.00 auszugehen, da aufgrund 

der Aktenlage ungewiss erscheint, ob der Klägerin im Jahr 2021 ein Bonus 

ausbezahlt wurde resp. ihr inskünftig ein Bonus (und falls ja, in welche 

Höhe) ausbezahlt wird. Es rechtfertigt sich, einen der Klägerin ab dem Jahr 

2021 (allfällig) ausbezahlten resp. in Zukunft (allenfalls) zur Auszahlung 

gelangenden Bonus aus der Unterhaltsberechnung auszuklammern und 

erst für den Fall resp. im Zeitpunkt einer allfälligen Auszahlung den Parteien 

anteilmässig zuzuweisen. 

 - 36 - 

 

 

 

7.2.3. 

Für die Bemessung von Unterhaltsbeiträgen ist grundsätzlich das tatsäch-

lich erzielte Einkommen massgebend. Schöpft ein Elternteil seine Erwerbs-

kraft aber nicht voll aus, darf ein hypothetisches Einkommen angerechnet 

werden, sofern dieses zu erzielen zumutbar und möglich ist (BGE 144 III 

481 Erw. 4, 143 III 233 Erw. 3.2). Insbesondere Kinderbetreuungspflichten 

können einer Erwerbstätigkeit entgegenstehen. Mit Blick auf die Pra-

xistauglichkeit und für den Normalfall ist gemäss dem sog. Schulstufenmo-

dell (BGE 144 III 481 ff.) einem Elternteil ab Vollendung des 16. Lebensjahr 

des jüngsten Kindes ein Vollzeiterwerb zuzumuten. Von dieser Richtlinie 

kann je nach den Umständen im Einzelfall nach pflichtgemässem richterli-

chem Ermessen abgewichen werden. Im Rahmen der vorinstanzlichen 

Parteibefragung hat die Klägerin eingeräumt, dass sie wegen der Kinder 

nur 90 % arbeite (act. 277). Vorliegend bestehen keine Anhaltspunkte da-

für, dass es der Klägerin als Partnerin der J. nicht möglich und auch nicht 

zumutbar wäre, ab Vollendung des 16. Altersjahres von D. am tt.mm.jjjj 

resp. der Einfachheit halber ab dem 1. Juli 2022 ein 100 %-Pensum zu 

verrichten, weshalb ihr ab dann ein (von Fr. 10'125.00 für ein 90 %-Pensum 

hochgerechnetes) Einkommen von Fr. 11'250.00 anzurechnen ist. 

 

7.2.4. 

Entgegen dem Beklagten handelt es sich beim Vorbringen der Klägerin in 

der Berufungsantwort, sie habe ihren Liegenschaftsmiteigentumsanteil ver-

kauft und damit sei ihr Mietertrag weggefallen, nicht um eine Tatsache, die 

im vorliegenden Rechtsmittelverfahren nicht mehr berücksichtigt werden 

könnte (vgl. Erw. 1.5 oben). Der Beklagte weist jedoch zu Recht darauf hin, 

dass die von der Klägerin als Berufungsantwort 3 lediglich auszugsweise 

eingereichte "Urkunde" (Deckblatt; je zwei unterschiedliche Seiten 3 und 8) 

nirgends von der Klägerin unterzeichnet ist. Nachdem die Klägerin auch 

den mit Eingabe vom 2. Oktober 2021 in Aussicht gestellten Grundbuch-

auszug betreffend die Liegenschaft in W. bis zum heutigen Datum nicht 

eingereicht hat, ist der Verkauf ihrer Miteigentumsanteile und damit der 

Wegfall des grundsätzlich unstrittigen Mietertrages von Fr. 620.00 

monatlich nicht glaubhaft (vgl. Erw. 1.7 oben) gemacht. 

 

7.2.5. 

Zusammenfassend sind der Klägerin folgende (fixen, durchschnittlichen 

und gewichteten) Einkünfte (Einkommen und Mietertrag) anzurechnen:  

 

Phase 1  (August 2019 bis Februar 2020)   Fr. 11'475.00 

([5x Fr. 10'160.00 + 2x Fr. 12'590.00] / 7; Fr. 620.00) 

 

Phase 2  (März bis Juli 2020)     Fr. 13'210.00 

  (Fr. 12'590.00 + Fr. 620.00) 

 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=01.01.2020&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=pus&query_words=hypothetisches+Einkommen+zumutbar+m%F6glich&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F143-III-233%3Ade&number_of_ranks=0#page233
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=01.01.2020&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=pus&query_words=hypothetisches+Einkommen+zumutbar+m%F6glich&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F143-III-233%3Ade&number_of_ranks=0#page233

 - 37 - 

 

 

Phase 3  (August 2020 bis Februar 2021)   Fr. 12'505.00 

([5x Fr. 12'590.00 + 2x Fr. 10'125.00] / 7; Fr. 620.00) 

 

Phase 4 (März 2021 bis Juni 2022)    Fr. 10'745.00 

(Fr. 10'125.00 + Fr. 620.00) 

 

Phase 5  (ab Juli 2022)      Fr. 11'870.00 

(Fr. 11'250.00 + Fr. 620.00). 

 

8. 

8.1. 

Der für die beiden Söhne ermittelte Unterhaltsbedarf blieb grundsätzlich 

unbeanstandet. Er beträgt für C. (1) Fr. 1'108.00, (2) Fr. 929.00, (3) 

Fr. 1'058.00 und (4) Fr. 1'175.00, und für D. (1) Fr. 1'108.00, (2) Fr. 979.00, 

(3) Fr. 1'108.00, (4) Fr. 1'225.00 und (5) Fr. 1'175.00, jeweils bis zur 

Volljährigkeit der Söhne. Der Beklagte stellt sich lediglich auf den 

Standpunkt, er könne mangels Leistungsfähigkeit entgegen der Vorinstanz 

nicht dazu verpflichtet werden, sich daran zu beteiligen. 

 

8.2. 

Vom Grundsatz, dass bei alleiniger Obhut des einen Elternteils der Geld-

unterhalt vollständig dem anderen Elternteil anheimfällt, muss das Gericht 

ermessensweise abweichen, wenn der hauptbetreuende Elternteil leis-

tungsfähiger ist als der andere (vgl. Erw. 7.2.1 oben oben). 

 

8.2.1. 

Die Klägerin verfügt über folgende Leistungsfähigkeit (Einkommen – fami-

lienrechtliches Existenzminimum), und zwar ab Januar 2021 ohne Berück-

sichtigung eines allfälligen Bonus (vgl. Erw. 7.2.2 oben): 

 

Phase 1: Fr. 7'723.00  (Fr. 11'475.00 – Fr. 3'752.00)  

Phase 2: Fr. 9'994.00  (Fr. 13'210.00 – Fr. 3'216.00)  

Phase 3: Fr. 9'529.00  (Fr. 12'505.00 – Fr. 2'976.00)  

Phase 4: Fr. 7'529.00  (Fr. 10'745.00 – Fr. 3'216.00)  

Phase 5: Fr. 7'621.00  (Fr. 11'870.00 – Fr. 4'249.00)  

 

8.2.2. 

Die Leistungsfähigkeit des Beklagten präsentiert sich wie folgt: 

 

Phase 1: Fr. 1'605.00  (Fr. 5'400.00 – Fr. 3'795.00)  

Phase 2: Fr. 1'635.00  (Fr. 5'400.00 – Fr. 3'765.00)  

Phase 3: Fr. 1'726.00  (Fr. 5'400.00 – Fr. 3'674.00)  

Phase 4: Fr. 1'756.00  (Fr. 5'400.00 – Fr. 3'644.00)  

Phase 5: Fr. 1'611.00  (Fr. 5'400.00 – Fr. 3'789.00)  

 

 - 38 - 

 

 

8.2.3. 

Im Lichte dieser um ein mehrfaches höheren Überschüsse der Klägerin und 

weil die Kinder mit 13 bzw. 15 Jahre schon bei Klageeinreichung über eine 

gewisse Selbständigkeit verfügten und die Klägerin zudem offensichtlich 

von ihrem "Hausangestellten" E. entlastet wird, rechtfertigt es sich, dass 

die Klägerin alleine für den Barunterhalt der minderjährigen Kinder 

aufkommt, obwohl sie unter ihrer alleinigen Obhut stehen. Damit ist die Be-

rufung des Beklagten insofern (teilweise) gutzuheissen, als er die ihn zur 

Bezahlung von Kinderalimenten verpflichtende Dispositiv-Ziffer 5 anficht. 

 

9. 

Der Ehegattenunterhalt des Beklagten