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**Case Identifier:** fcb16700-2cd7-51e9-889a-2f15104570b1
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-02-03
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 03.02.2021 200 2020 672
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-672_2021-02-03.pdf

## Full Text

200 20 672 IV
FUE/FRN/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 3. Februar 2021

Verwaltungsrichter Furrer, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiberin Franzen

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 17. August 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Feb. 2021, IV/20/672, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1975 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin), 
promovierte ..., zuletzt seit 1. November 2007 als ... beim C.________ an-
gestellt, meldete sich im Oktober 2018 zur Früherfassung bzw. im Novem-
ber 2018 unter Hinweis auf eine Depression bei der Eidgenössischen Inva-
lidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV, Antwortbeila-
ge [AB] 1, 12). Daraufhin führte die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerde-
gegnerin) erwerbliche und medizinische Abklärungen durch. Auf Empfeh-
lung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD; AB 55 S. 5) hin veranlasste 
sie eine polydisziplinäre (Psychiatrie, Neurologie, Allgemeine Innere Medi-
zin, Pneumologie, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewe-
gungsapparates sowie Neuropsychologie) Untersuchung beim D.________ 
(MEDAS-Gutachten vom 13. Februar 2020; AB 72.1-7). Mit Vorbescheid 
vom 26. Februar 2020 (AB 75) stellte die IVB die Verneinung des An-
spruchs auf IV-Leistungen mangels einer Diagnose mit längerdauernden 
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit in Aussicht. Hiergegen erhob die 
Versicherte, vertreten durch die E.________ AG, Einwand (AB 78, 81). 
Nachdem die IVB beim RAD eine Stellungnahme eingeholt hatte (AB 83), 
verfügte sie am 17. August 2020 dem Vorbescheid entsprechend (AB 84). 

B.

Dagegen erhob die Versicherte, nunmehr vertreten durch Rechtsanwalt Dr. 
iur. B.________, mit Eingabe vom 9. September 2020 Beschwerde mit den 
folgenden Anträgen:

1. Die Verfügung vom 17. August 2020 sei aufzuheben, und es sei der 
Beschwerdeführerin mit Wirkung ab dem 1. Mai 2019 eine ganze Inva-
lidenrente zuzusprechen.

2. Eventualiter sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuwei-
sen, damit diese weitere Abklärungen in medizinischer Hinsicht vor-
nehme und hernach über den Rentenanspruch der Beschwerdeführe-
rin neu entscheide.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWSt.) zu Lasten der 
Beschwerdegegnerin. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Feb. 2021, IV/20/672, Seite 3

Mit Beschwerdeantwort vom 11. November 2020 schloss die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 17. August 2020 
(AB 84). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdefüh-
rerin. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar 
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ab-
lauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und 
c). Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine Dreivier-
telsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 
von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei ei-
nem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsren-
te. 

2.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird bei einer erwerbs-
tätigen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt 
der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und 
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit 
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre (Art. 16 ATSG).

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2.4 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV Nr. 27 
S. 87 E. 4.2.1).

3.

3.1 Zum Gesundheitszustand und zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
der Beschwerdeführerin finden sich in den Akten im Wesentlichen folgende 
Angaben:

3.1.1 Dr. med. F.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
diagnostizierte im Bericht vom 3. Juli 2019 (AB 46 S. 1 ff.) mit Auswirkun-
gen auf die Arbeitsfähigkeit eine anhaltende affektive Störung (Dysthymie) 
mit somatischer Symptomatik (ICD-10: F34.1), eine Epilepsie (behandelt) 
sowie differentialdiagnostisch eine nicht näher bezeichnete Persönlich-
keitsproblematik (ICD-10: F60.9 / Z73.1). Bei der nun schon lange anhal-
tenden aber nach wie vor idiopathischen Symptomatik bzgl. der Arbeits- 
und Leistungsfähigkeit, welche bisher nicht therapeutisch oder medika-
mentös wesentlich beeinflussbar gewesen sei, fehle die Grundlage für eine 
diagnostisch abgestützte Prognose; es sei aber doch eher von einer pes-
simistischen Erwartung bezüglich einer mittelfristigen Verbesserung der 
Arbeitsfähigkeit auszugehen (S. 4). Zu den Funktionseinschränkungen leg-
te der Psychiater dar, es bestünden Blockaden, eine subjektive rezidivie-
rende Müdigkeit, rezidivierende Schmerzen, Konzentrationsprobleme sowie 
Missverständnisse resp. fehlende Kreativität. Die Beschwerdeführerin habe 
Ressourcen wie ... sowie der ... von ... (S. 5). Zurzeit sei sie zu 100% an-
gestellt und auch nicht krankgeschrieben (S. 6). 

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3.1.2 Dr. med. G.________ Fachärztin für Psychiatrie und Psychothera-
pie, diagnostizierte im Bericht vom 18. Juli 2019 (AB 49) mit Auswirkungen 
auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, gegenwär-
tig leichte bis mittelschwere Episode (ICD-10: F33.0/1) bei Transsexualis-
mus (ICD-10: F64.0) bzw. Transgender (ICD-10: F64.9) sowie ein Asper-
ger-Syndrom (ICD-10: F84.5; S. 1). Wegen Akzentuierung der depressiven 
Symptomatik sei die Beschwerdeführerin vom 29. November 2018 bis 24. 
März 2019 100%, ab dem 31. März 2019 60%, ab dem 1. April 2019 50% 
und ab dem 1. Mai 2019 0% arbeitsunfähig gewesen. Seit dem 1. April 
2019 sei sie im Sinne einer Wiedereingliederungsmassnahme intern ver-
setzt worden (S. 3) und arbeite 80% (entsprechend ihrem Anstellungsgrad). 
In der bisherigen Arbeit sei sie unkonzentriert, wahrscheinlich sei keine 
Fokussierung möglich aufgrund der Unfähigkeit, sich auf das Wesentliche 
zu konzentrieren. Es sei möglich, dass die Kommunikation und der Um-
gang mit ihr erschwert seien (S. 4). 

3.1.3 Lic. phil. H.________, Fachpsychologin für Neuropsychologie FSP, 
und Dr. med. I.________, Fachärztin für Neurologie, untersuchten die Be-
schwerdeführerin am 18. November 2019 verhaltens-neurologisch-
neuropsychologisch. Im entsprechenden Bericht desselben Datums (AB 
72.9 S. 1 ff.) führten sie aus, es zeigten sich eine mittelgradig unterdurch-
schnittliche verbale Ideenproduktion auf ein phonematisches Kriterium und 
eine leicht eingeschränkte geteilte Aufmerksamkeit bei einer etwas kom-
plexeren computergestützten Aufgabe bei ansonsten normalen Leistungen 
in den übrigen geprüften kognitiven Bereichen. Es ergäben sich jedoch 
sowohl im Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS)-
Fragebogen zur Kindheit als auch für das Erwachsenenalter auffällige Er-
gebnisse. Zudem bestünden anamnestisch Hinweise auf eine Autismus-
Spektrum-Störung. Die Befunde entsprächen einer insgesamt leichten 
Funktionsschwäche vorwiegend fronto-limbischer Regelkreise mit Beto-
nung der sprachdominanten Hemisphäre, unter Berücksichtigung der ana-
mnestischen Angaben sowie Fragebogenergebnisse am ehesten im Rah-
men einer vorbestehenden frühkindlich erworbenen zerebralen Entwick-
lungsschwäche (Ätiologie unklar) erklärbar mit daran assoziierter nicht-
regulärer (pathologischer) Händigkeit, primärer Aktivitäts- sowie Aufmerk-
samkeitsstörung im Sinne eines ADHS (wobei Aufmerksamkeitsschwäche 

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im Vordergrund stehe) und Teilsymptomen einer Autismus-Spektrum-
Störung (S. 4). 

3.1.4 Im polydisziplinären MEDAS-Gutachten vom 13. Februar 2020 (AB 
72.1-7) stellten die Experten nach psychiatrischen, neurologischen, allge-
meinmedizinischen, orthopädischen, neuropsychologischen sowie pneumo-
logischen Untersuchungen im interdisziplinären Konsens folgende Diagno-
sen (AB 72.1 S. 6):

Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: 
Keine

Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
1. Genuine Epilepsie
2. Dysthymia (ICD-10: F34.1)
3. Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte depressive 

Episode (ICD-10: F33.0)
4. Geschlechtsumwandlung Mann zu Frau (hormonell und chirur-

gisch) ab 2016
5. Allergie auf Pollen und Gräser mit Rhinitis allergica
6. Knöchern konsolidierte BWK 5-7 Fraktur ohne versicherungsmedi-

zinische Relevanz
7. Status nach Osteochondrom-Entfernung am rechten Oberschenkel 

1994 ohne verbliebene Funktionseinschränkungen
8. Status nach langjährigem Schmerzsyndrom
9. Tagesschläfrigkeit (Epworth Sleepiness Scale 16/24 Punkte)

Dr. med. J.________, Facharzt für Neurologie sowie Psychiatrie und Psy-
chotherapie, führte im psychiatrischen Teilgutachten (AB 72.2) aus, die 
Beschwerdeführerin leide seit vielen Jahren an einer zeitweiligen depressi-
ven Verstimmung mit Versagensängsten, Insuffizienzgefühlen und Beein-
trächtigungen auf der sozialen Kommunikationsebene, welche letztendlich 
bis in die Kindheit zurückreichten und auf eine geschlechtliche Identitätskri-
se zurückzuführen seien. Wiederholte Kränkungen mit einer unzureichen-
den Akzeptanz hätten die Persönlichkeitsentwicklung geprägt, so dass die 
aktuelle depressive Symptomatik massgeblich durch eine neurotische Feh-
lentwicklung im Sinne einer Dysthymia erklärt sei. Zusätzlich bedingten 
reaktive Einflüsse im Rahmen eines unbewältigten mehrjährigen Arbeits-
platzkonfliktes das klinische Bild, so dass die Diagnose einer rezidivieren-
den depressiven Störung mit einer gegenwärtigen leichten depressiven 
Episode formuliert werden könne. Merkmale einer Persönlichkeitsstörung 
mit einer Akzentuierung einzelner Persönlichkeitsmerkmale lägen nicht vor 

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(AB 72.2 S. 10 Ziff. 10). Die Beschwerdeführerin sei in der Lage, gemäss 
ihrer beruflichen Ausbildung, einer regelmässigen Tätigkeit auf dem allge-
meinen Arbeitsmarkt nachzugehen, dies vollschichtig und ohne Leistungs-
minderung. Wesentlich dabei erscheine ein günstiges Arbeitsumfeld mit 
einer tragfähigen und verständnisvollen Grundhaltung, auf die die Be-
schwerdeführerin im Rahmen ihrer noch verminderten emotionalen Belast-
barkeit angewiesen erscheine. Aussergewöhnliche Belastungen im Sinne 
von Tätigkeiten unter Nachtschichtbedingungen, Wechselschichtbedingun-
gen oder einem besonderen Zeitdruck (Akkord) seien nicht zumutbar, sel-
biges gelte für sämtliche Tätigkeiten mit einem regelmässigen Publikums-
verkehr bzw. Aufgaben mit einem aussergewöhnlichen Verantwortungsbe-
reich. Eine Rückkehr an den ursprünglichen Arbeitsplatz erscheine auf-
grund der vielen unbewältigten Konflikte auf der sozialen Kommunikations-
ebene jedoch unrealistisch (AB 72.2 S. 13 f. Ziff. 7.4 und 8). 

Dr. med. J.________ führte auch die neurologische Untersuchung durch. 
Im neurologischen Teilgutachten (AB 72.3) legte er dar, es liege eine genu-
ine Epilepsie mit einem günstigen Krankheitsverlauf und einer unter anti-
konvulsiver Dauerbehandlung mehrjährigen Anfallsfreiheit vor. Sämtliche 
Tätigkeiten unter Nachschichtbedingungen und regelmässige Arbeiten auf 
Gerüsten mit Absturzgefahr bzw. an laufenden Maschinen mit einer Verlet-
zungsgefährdung seien ausgeschlossen (AB 72.3 S. 8 Ziff. 7.2, 7.4). 

Im internistischen Teilgutachten hielt Dr. med. K.________, Facharzt für 
Allgemeine Innere Medizin und Medizinische Onkologie fest, aus internisti-
scher Sicht seien keine eindeutigen Pathologien oder Behandlungen be-
kannt (AB 72.4 S. 7 Ziff. 7.2). 

Dr. med. L.________, Facharzt für Chirurgie sowie Orthopädische Chirur-
gie und Traumatologie des Bewegungsapparates, führte im orthopä-
disch/traumatologischen Gutachten aus, in der Vergangenheit seien 
Schmerzen der Brustwirbelsäule berichtet worden, die auf die BWK-
Frakturen 5-7 im Jahr 2008 zurückgeführt worden seien. Diese Schmerzen 
seien nach dem Outing als Transgender Ende 2015 verschwunden. Es 
bestünden keine versicherungsmedizinisch relevanten Gesundheitsschä-
den (AB 72.5 S. 6 Ziff. 6, S. 7 Ziff. 7.1). 

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Lic. phil. M.________, Fachpsychologin für Neuropsychologie FSP, legte 
im neuropsychologischen Gutachten dar, in der Untersuchung seien 
minimale kognitive Minderleistungen festgestellt werden (Beurteilung nach 
den Kriterien der Schweizerischen Vereinigung der Neuropsychologinnen 
SVNP). Es sei ein mehrheitlich alters- und bildungsentsprechendes 
kognitives Leistungspotential festgestellt worden. Lediglich die verbale 
Ideenproduktion sei angesichts des hohen intellektuellen Ausgangsniveaus 
der Beschwerdeführerin und auch im Vergleich zur nonverbalen 
Ideenproduktion vermindert ausgefallen. Im Vergleich zur 
neuropsychologischen Voruntersuchung vom November 2019 habe sich 
somit eine leichte Verbesserung gezeigt. Klare Hinweise auf eine 
vorliegende Aufmerksamkeits-Defizit-Störung hätten sich aus der 
Testuntersuchung, Verhaltensbeobachtung und dem Anamnesegespräch 
nicht ergeben. Aus rein neuropsychologischer Sicht ergebe sich höchstens 
eine leichte Einschränkung der Leistungsfähigkeit in der angestammten 
Tätigkeit als .... In einer kognitiv weniger anspruchsvollen Tätigkeit könnten 
die minimalen Einschränkungen vollständig kompensiert werden (AB 72.6 
S. 6 f. Ziff. 6). 

Dr. med. N.________, Facharzt für Pneumologie und Allgemeine Innere 
Medizin mit Fähigkeitsausweis Schlafmedizin, hielt im pneumologischen 
und schlafmedizinischen Teilgutachten fest, aufgrund der normalen 
Lungenfunktion und des für Frauen normalen Leistungstests bestehe keine 
Arbeitsunfähigkeit. Auch aus rein schlafmedizinischer Sicht bestehe vorerst 
keine permanente Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Hingegen seien 
Arbeiten, welche bei Sekundenschlaf zu erhöhter Selbst- oder 
Fremdgefährdung führten, nicht mehr zumutbar. Er vermute neben einer 
schlechten Schlafhygiene vor allem den Gebrauch der langwirksamen 
Benzodiazepine (Rivotril) als Hauptursache für die Tagesschläfrigkeit (AB 
72.7 S. 2 f.). 

In der polydisziplinären Gesamtbeurteilung führten die Experten aus, aus 
der subjektiven Wahrnehmung der Beschwerdeführerin erscheinten die 
Ausführungen in sich konsistent und plausibel, wobei eine deutliche Dis-
krepanz zwischen der Selbstwahrnehmung und Fremdeinschätzung, ge-
stützt auch auf die Ergebnisse der aktuellen Untersuchungsergebnisse in 

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den jeweiligen Fachgebieten, bestehe. Die emotionale Belastbarkeit habe 
sich durch die erfolgreiche Transition in wesentlichem Masse gebessert, so 
dass aktuell vor allem reaktive Einflüsse im Rahmen des unbewältigten 
Arbeitsplatzkonfliktes das Krankheitsgeschehen dominierten. Das Akti-
vitätsniveau sei demnach wesentlich besser als subjektiv geschildert, so 
dass unter Würdigung aller Aspekte mittlerweile trotz der subjektiven Affek-
tinstabilität aus objektiver Sicht eine relativ stabile emotionale und kognitive 
Belastbarkeit gegeben sei. In der bisherigen wie auch in einer angepassten 
Tätigkeit bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Vom 29. November 2018 
bis 24. März 2019 habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Ab 
dem 25. März 2019 habe die Arbeitsunfähigkeit 60%, ab dem 1. April 2019 
50% und ab dem 1. Mai 2019 0% betragen. Diese Einschränkungen der 
Arbeitsfähigkeit seien retrospektiv vor allem im Rahmen der reaktiven Ein-
flüsse erklärt. Aus gutachterlicher Sicht sei eine unmittelbare Wiederauf-
nahme der beruflichen Tätigkeit am letzten Arbeitsplatz möglich, wobei eine 
Rückkehr an den Arbeitsplatz aber unrealistisch erscheine (AB 72.1 S. 8 
Ziff. 4.6 ff.).

3.1.5 Dr. med. O.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychothera-
pie, diagnostizierte im Bericht vom 15. April 2020 (AB 81 S. 5 ff.) eine 
schwere depressive Störung, rezidivierender Verlauf (ICD-10: F33.2), eine 
Geschlechtsinkongruenz, nach geschlechtsangleichenden Operationen und 
angleichender Hormontherapie (ICD-10: F64.0), ein ADHS beim Erwach-
senen (ICD-10: 90.0), eine Autismus-Spektrum-Störung (ICD-10: F84.5), 
eine Impulskontrollstörung (Kaufsucht, ICD-10: F63.8) sowie einen Status 
nach Grand Mal Epilepsie. Die Beschwerdeführerin sei im Gespräch deut-
lich auffällig, belastet, depressiv, müsse oft weinen, wirke oft "fahrig", 
springe von einem Gesprächsthema zum nächsten, lebe sozial zurückge-
zogen, beschäftige sich alleine in der Wohnung mit ..., sei emotional deut-
lich ängstlich-depressiv, im Gespräch in vertrauensvoller Atmosphäre offen, 
zugewandt, introspektiv, in anderen Situationen oft schüchtern wirkend, fast 
abweisend, spontan vermeide sie Blickkontakt. Es bestünden Verzweif-
lungs- und Suizidanken, auch ganz konkrete seien vorhanden. In der am-
bulanten Behandlung bleibe sie bis jetzt zuverlässig und absprachefähig, 
auf Grund des grossen Leidensdrucks sei in der Therapie auch die mobile 
Notfallnummer abgegeben worden (S. 6). Es bestehe eine 100%ige Ar-

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beitsunfähigkeit im Beruf als .... Dauerhaft gehe sie von einer Arbeitsun-
fähigkeit von 70% aus (S. 7). 

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 
2019 IV Nr. 40 S. 128 E. 3, 2018 IV Nr. 27 S. 87 E. 4.2.2). Die unterschied-
liche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arz-
tes einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizi-
nischen Experten anderseits lässt es nicht zu, ein medizinisches Adminis-

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trativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass 
weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anders-
lautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen 
sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte 
wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende 
– Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder 
ungewürdigt geblieben sind (SVR 2019 UV Nr. 31 S. 117 E. 3, 2017 IV Nr. 
49 S. 148 E. 5.5).

3.3 Das polydisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 13. Februar 2020 (AB 
72.1-7) erfüllt die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Be-
weiswert einer Expertise gestellten Anforderungen und überzeugt. Insbe-
sondere basiert die Beurteilung auf umfassenden Untersuchungen, berück-
sichtigt die geklagten Beschwerden und wurde in Kenntnis und nach Aus-
einandersetzung mit den Vorakten erstattet. Sie leuchtet in der Darlegung 
der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizini-
schen Situation ein. Folglich kommt dem Gutachten grundsätzlich voller 
Beweiswert zu (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 353).

3.3.1 Die Gutachter haben gestützt auf die fachärztlichen Untersuchun-
gen schlüssig und für den Rechtsanwender nachvollziehbar dargelegt, 
dass keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorliegen. 

Was die Beschwerdeführerin einwendet, vermag den Beweiswert des ME-
DAS-Gutachtens nicht in Zweifel zu ziehen:

3.3.2 Die Beschwerdeführerin macht zunächst geltend, die neuropsycho-
logische Untersuchung, auf die sich der psychiatrische Experte stützte, sei 
fehlerhaft. In der neuropsychologischen Untersuchung vom November 
2019 sei ein Aufmerksamkeitsdefizit in zwei Tests "objektiv festgestellt" 
worden, wohingegen im MEDAS-Gutachten keine spezifischen Tests 
durchgeführt worden seien (Beschwerde S. 5 Ziff. 17). Hierzu ist festzustel-
len, dass die neuropsychologische Expertin klare Hinweise auf eine Auf-
merksamkeits-Defizit-Störung gestützt auf die Testuntersuchung, die Ver-
haltensbeobachtung und das Anamnesegespräch verneinte (AB 72.6 S. 7). 
Dass die Neuropsychologin bei dieser Ausgangslage auf die Durchführung 
weitergehender Testungen verzichtete, ist nicht zu beanstanden, unterliegt 

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diese Entscheidung grundsätzlich der Fachkenntnis und dem Ermessens-
spielraum des Experten (vgl. Entscheid des Bundesgerichts vom 12. Sep-
tember 2017, 8C_433/2017, E. 3.4.1). Abgesehen davon handelte es sich 
bei den in der neuropsychologischen Untersuchung vom November 2019 
durchgeführten Tests teilweise um Selbstbeurteilungsbogen bzw. -Skalen 
(AB 72.9 S. 2), die naturgemäss (lediglich) die Selbsteinschätzung wieder-
geben, wobei gerade die Selbstwahrnehmung der Beschwerdeführerin dis-
krepant zu der gutachterlichen Fremdeinschätzung beurteilt wurde (AB 
72.1 S. 8 Ziff. 4.6). Aufgrund dieser Tests ist eine Aufmerksamkeits-Defizit-
Störung nicht "objektiv erstellt" (Dr. med. I.________ und lic. phil. 
H.________ konstatierten lediglich "auffällige Ergebnisse", AB 72.9 S. 4). 
Mithin sind keine Mängel des neuropsychologischen Teilgutachtens er-
kennbar, vielmehr ist es beweiskräftiger als die vorangegangene neuropsy-
chologische Untersuchung vom November 2019, wurde im Rahmen letzte-
rer – worauf der RAD zutreffend hinwies (Stellungnahme vom 30. Oktober 
2020, in den Gerichtsakten) – doch keine Symptomvalidierung durchge-
führt. Im Übrigen hat die Neuropsychologin bezüglich der Frage nach dem 
Vorliegen einer Aufmerksamkeits-Defizit-Störung zu Recht auf die vertiefte 
Exploration der psychiatrischen Begutachtung verwiesen (AB 72.6 S. 7), 
liegt das Stellen einer psychiatrischen Diagnose wie der Aufmerksamkeits-
Defizit-Störung (ICD-10: F90) doch in der Verantwortung des psychiatri-
schen Facharztes und nicht des Neuropsychologen. 

3.3.3 Weiter bringt die Beschwerdeführerin vor, die These des psychiatri-
schen Experten, wonach der Arbeitsplatzkonflikt (die Beschwerdeführerin 
wurde gemäss den spontanen Angaben anlässlich der psychiatrischen Un-
tersuchung am Arbeitsplatz "in den letzten Jahren wiederholt erheblich ge-
kränkt", weshalb "keine Vertrauensbasis mehr gegeben sei"; AB 72.2 S. 3) 
das Krankheitsgeschehen dominiere, stimme nicht, weil die Beschwerde-
führerin infolge Krankschreibung gar nicht am Arbeitsplatz sei. Sie habe die 
gleichen Beschwerden schon während des Studiums in ... gehabt (Be-
schwerde S. 5 Ziff. 18). Diesbezüglich hat die Beschwerdegegnerin zu 
Recht darauf verwiesen, dass die Beschwerdeführerin erfolgreich ... stu-
diert und in diesem Fach auch promoviert hat. Mithin sind die Auswirkun-
gen der Beschwerden, soweit sie bereits zu Studienzeiten bestanden, an-
gesichts des erfolgreichen Studienabschlusses sowie der Promotion zu 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Feb. 2021, IV/20/672, Seite 14

relativieren. Überdies bestand die Arbeitsplatzproblematik insofern weiter, 
als das Arbeitsverhältnis erst per Ende 2020 aufgelöst wurde (vgl. AB 81 S. 
6). Die berufliche Situation präsentierte sich damit als anhaltend belastend 
und die geschilderten Konflikte bestanden weiterhin. Vor diesem Hinter-
grund überzeugt die Einschätzung der Experten, wonach insbesondere der 
Arbeitsplatzkonflikt das Krankheitsgeschehen dominiere.

3.3.4 Zur Rüge, die Aussagen der Experten über das Aktivitätsniveau 
seien nicht konsistent (Beschwerde S. 5 f. Ziff. 18-23) ist festzuhalten, dass 
die Beschwerdeführerin gemäss dem psychiatrischen Gutachter durchaus 
in der Lage ist, stabile Bindungen in einem begrenzten Umfeld zu führen 
und auch das therapeutische Angebot einer aktuell wöchentlichen ambu-
lanten Psychotherapie in ... mit entsprechendem Reiseaufwand (von ... 
herkommend) zu bewältigen (AB 72.2 S. 10 Ziff. 7.2). Gefragt nach ihrem 
Tagesablauf erwähnte sie, dass sie jeweils am Morgen ..., zeitweise ..., ..., 
kurze Einkäufe tätige, ... und ein grosses Interesse am ... mit ... habe (AB 
72.2 S. 6). Anlässlich der verhaltens-neurologisch-neuropsychologischen 
Untersuchung vom 18. November 2019 erzählte sie, sie habe am Tag zu-
vor den ganzen Tag mit ... etwas ... (AB 72.9 S. 1) und bei der neuropsy-
chologischen Untersuchung führte sie damit übereinstimmend aus, wenn 
für sie etwas Sinn mache und ihr Interesse wecke, könne sie ausgezeich-
net fokussieren und dann alles andere um sich herum vergessen (AB 72.6 
S. 3). Die Einschätzung der Experten, wonach das Aktivitätsniveau besser 
ist als subjektiv geschildert (AB 72.1 S. 8 Ziff. 4.6), vermag nach dem Dar-
gelegten zu überzeugen. 

3.3.5 Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, die Tagesschläfrig-
keit sei nicht ausreichend gewürdigt worden bzw. der psychiatrische Gut-
achter äussere sich hierzu nicht (Beschwerde S. 6 Ziff. 22 f.). Diesbezüg-
lich ist mit der Beschwerdegegnerin (Beschwerdeantwort S. 4 f. Ziff. 13) 
festzuhalten, dass der Beschwerdeführerin aus schlafmedizinischer Sicht 
keine permanente Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert wurde und 
Vorsichtsmassnahmen nur bei gewissen Arbeiten zu treffen sind. Der Ex-
perte ging nachvollziehbar und überzeugend davon aus, dass als Hauptur-
sache für eine vermehrte Tagesschläfrigkeit neben einer schlechten 
Schlafhygiene vor allem der Gebrauch der langwirksamen Benzodiazepine 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Feb. 2021, IV/20/672, Seite 15

(Rivotril) in Frage komme (AB 72.7 S. 2 f.). Die Tagesschläfrigkeit wurde in 
der polydisziplinären Konsensbeurteilung berücksichtigt und sowohl hin-
sichtlich der bisherigen Tätigkeit als auch in angepassten Tätigkeiten als 
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eingestuft (AB 72.1 S. 5). 

3.3.6 Schliesslich wird vorgebracht, im Laufe der MEDAS-Abklärung habe 
sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin deutlich verschlech-
tert, sie habe sich gekratzt und geschnitten und gemäss dem Bericht der 
Dr. med. O.________ vom 15. April 2020 (act. II 81 S. 6) sei sie suizidal 
(Beschwerde S. 7 Ziff. 26 ff.). In der polydisziplinären Konsensbeurteilung 
hielten die Experten überzeugend und nachvollziehbar fest, dass die Inter-
pretation von Selbstverletzung wahrscheinlich sei, ohne dass sich hieraus 
aber unter Würdigung der gesamten psychiatrischen Vorgeschichte und 
der eigenen Untersuchungsergebnisse eine eigenständige Diagnose mit 
damit verbundenen Konsequenzen hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit ableiten 
liesse (AB 72.1 S. 6 Ziff. 4.1). Im Übrigen ist mit der Beschwerdegegnerin 
(Beschwerdeantwort S. 5 Ziff. 16) davon auszugehen, dass bei einer aku-
ten Suizidalität der Beschwerdeführerin im Nachgang zur MEDAS-
Begutachtung entsprechende ärztliche Massnahmen (stationärer Aufent-
halt) von der behandelnden Psychiaterin eingeleitet worden wären. 

3.3.7 Auch der einwandweise ins Recht gelegte Bericht von Dr. med. 
O.________ vom 15. April 2020 (AB 81 S. 5 ff.), die sich nicht mit der poly-
disziplinären Expertise auseinandersetzt, sondern sich lediglich auf eine 
andere (abweichende) Beurteilung des medizinischen Sachverhalts be-
schränkt, enthält keine den Gutachtern nicht bekannten bzw. von ihnen 
ungewürdigten Aspekte. Die von der behandelnden Psychiaterin gestellten 
Diagnosen (u.a. ADHS beim Erwachsenen, Autismus-Spektrum-Störung 
sowie Impulskotrollstörung) werden im Übrigen nicht nachvollziehbar an-
hand der klassifikatorischen Vorgaben hergeleitet. Mithin ergeben sich 
auch aus diesem Bericht keine konkreten Indizien gegen die Zuverlässig-
keit der Expertise (vgl. E. 3.2 hiervor).

3.4 Gestützt auf das beweiskräftige MEDAS-Gutachten vom 13. Febru-
ar 2020 (AB 72.1-7) ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin 
seit vielen Jahren unter einer depressiven Verstimmung mit Versagen-
sängsten, Insuffizienzgefühlen und Beeinträchtigungen auf der sozialen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Feb. 2021, IV/20/672, Seite 16

Kommunikationsebene leidet, die auf eine geschlechtliche Identitätskrise 
zurückzuführen ist, wobei sich der innerseelische Konflikt nach einer erfolg-
reichen Transition in den letzten Jahren signifikant gebessert hat. Zusätz-
lich bedingten reaktive Einflüsse im Sinne eines unbewältigten mehrjähri-
gen Arbeitsplatzkonfliktes das depressive Geschehen bzw. die im Untersu-
chungszeitpunkt dominierende verminderte emotionale Belastbarkeit be-
ruhte auf diesem Arbeitsplatzkonflikt (AB 72.1 S. 5 Ziff. 5.1, S. 7 Ziff. 4.3). 
Die interdisziplinäre Einschätzung der Gutachter, wonach die Beschwerde-
führerin in der bisherigen (indes nicht am gleichen Arbeitsplatz) sowie in 
einer adaptierten Tätigkeit vollschichtig arbeitsfähig ist (AB 72.1 S. 8 
Ziff. 4.7 f.), überzeugt. Retrospektiv folgten die Gutachter den attestierten 
Arbeitsunfähigkeiten, wobei sie diese im Wesentlichen auf die "reaktiven 
Einflüsse" zurückführten (AB 72.1 S. 8 Ziff. 4.7; 72.2 S. 11 Ziff. 7.1; S. 12 
Ziff. 7.3). Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung darf das klinische Be-
schwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belasten-
den psychosozialen Faktoren herrühren, bestehen (BGE 127 V 294 E. 5a 
S. 299). Je stärker psychosoziale oder soziokulturelle Faktoren im Einzelfall 
in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto 
ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von 
Krankheitswert vorhanden sein (BGE 145 V 215 E. 6.3 S. 288). Die retro-
spektiven Arbeitsunfähigkeiten sind nach den überzeugenden Darlegungen 
der Gutachter vor allem auf den belastenden Arbeitsplatzkonflikt zurückzu-
führen und nicht auf eine krankheitswertige Störung. Damit sind sie invali-
denversicherungsrechtlich nicht zu berücksichtigen bzw. vermögen keinen 
befristeten Rentenanspruch zu begründen. 

3.5 Zusammengefasst liegen gestützt auf das MEDAS-Gutachten vom 
13. Februar 2020 (AB 72.1-7) keine Diagnosen mit Auswirkungen auf die 
Arbeitsfähigkeit vor. Die Beschwerdeführerin ist in der bisherigen Tätigkeit 
vollschichtig und ohne Leistungsminderung arbeitsfähig. 

Mangels eines IV-relevanten Gesundheitsschadens besteht kein Anspruch 
auf eine Invalidenrente. Folglich ist die Verfügung vom 17. August 2020 
(AB 84) nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde ab-
zuweisen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Feb. 2021, IV/20/672, Seite 17

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG in der bis Ende 2020 geltenden Fas-
sung ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsge-
richt in Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-
Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand 
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- 
festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen. 

4.2 Es besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehr-
schluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen. 

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt Dr. iur. B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

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Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Feb. 2021, IV/20/672, Seite 19

desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.