# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 96e19aa9-e315-5ec9-9404-3ee6b6cafc9d
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-01-11
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 11.01.2018 S 2016 126
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2016-126_2018-01-11.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 16 126

2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Moser
Richter Meisser, Racioppi 

Aktuarin ad hoc Christen

URTEIL

vom 11. Januar 2018

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Kaspar Gehring,

Beschwerdeführer

gegen 

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA),

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

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1. A._____ war bei der B._____ GmbH als Mineur angestellt und bei der 

Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) obligatorisch unfall-

versichert, als er am 9. September 2012 auf einer Baustelle mit einer 

Baumaschine über ein Schlagloch fuhr und sich dabei eine instabile 

Deckplattenkompressionsfraktur LWK 2 und eine stabile Deckplattenim-

pressionsfraktur LWK 3 zuzog. Am 14. September 2012 wurde diese 

LWK 2/3-Fraktur operativ versorgt, indem LWK 1 mittels eines Fixateur in-

terne auf LWK 4 stabilisiert wurde. A._____ war danach voll arbeitsun-

fähig. Die Suva anerkannte ihre Leistungspflicht und erbrachte die gesetz-

lichen Versicherungsleistungen (Heilkosten und Taggelder).

2. Am 6. Februar 2013 wurde A._____ erneut operiert, es wurde ein Wirbel-

körperersatz bei LWK 2 eingesetzt. Vom 20. März 2013 bis zum 10. April 

2013 weilte A._____ zur stationären Rehabilitation in der C._____ Klinik. 

Weil sich trotz der Rehabilitationsmassnahmen im Bereich der LWS ein 

chronisches Schmerzsyndrom entwickelt hatte, wurde A._____ vom Suva 

Kreisarzt an den Wirbelsäulenchirurgen Dr. med. D._____ verwiesen. Am 

14. Oktober 2013 führte Dr. med. D._____ eine dritte Operation durch. 

Der Fixateur interne wurde auf LWK 3 verkürzt, an den Nervenwurzeln L4 

und L5 wurde eine Neurolyse vorgenommen und es wurde eine Spondy-

lodese von L4 bis S1 mit autologem Knochen gemacht. Die in der Folge 

weiterhin anhaltenden chronischen Schmerzen im Bereich der LWS führ-

ten zu einem zweiten stationären Rehabilitationsaufenthalt in der C._____ 

Klinik. Dieser dauerte vom 6. März 2014 bis zum 3. April 2014. Im Entlas-

sungsbericht vom 19. Mai 2014 wurde angegeben, die körperlich mittel-

schwere bis schwere Tätigkeit als Mineur sei mit dem aktuellen Leis-

tungsbild nicht zu vereinbaren. Es seien nur leichte körperliche Tätigkei-

ten zumutbar, welche im Rahmen von 3 bis 6 Stunden täglich zeitweise 

sitzend, stehend und gehend ausgeübt werden könnten. 

3. Mit Bericht vom 30. Juni 2014 gab Dr. med. D._____ an, wegen der per-

sistierenden Schmerzen sei eine weitere Operation geplant. Auf Veran-

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lassung des Suva Kreisarztes wurde dazu eine Zweitmeinung bei Dr. 

med. E._____ eingeholt. Dieser verneinte mit Bericht zur Sprechstunde 

vom 9. September 2014 die Indikation für die geplante Operation und riet 

zu einer konservativen Behandlung im Rahmen einer weiteren stationären 

Rehabilitation. In der Folge weilte A._____ vom 14. bis 28. Oktober 2014 

in der Rehaklinik Bellikon. Mit Austrittsbericht vom 31. Oktober 2014 wur-

de nebst dem chronischen lumbalen Schmerzsyndrom bei stattgehabter 

LWK 2 und LWK 3 Fraktur auch eine leichtgradige affektive Auslenkung 

diagnostiziert. Dazu wurde ausgeführt, die seitens des Patienten geltend 

gemachten Beschwerden und Funktionseinschränkungen könnten auf-

grund der klinischen und radiologischen Befunde nur unzureichend erklärt 

werden, das Beschwerdebild werde im Rahmen einer erheblichen Sym-

ptomausweitung mit deutlichem Schmerzvermeidungs- und Schonverhal-

ten, teilweise mitverursacht durch die psychische Problematik, deutlich 

überlagert. Die bisherige Tätigkeit als Mineur sei nicht mehr zumutbar, ei-

ne leichte bis mittelschwere Arbeit, wechselbelastend und ohne Tätigkeit 

in länger dauernder vorgeneigter und/oder verdrehter Rumpfposition so-

wie ohne Exposition der Wirbelsäule gegenüber Schlägen und Vibration 

sei ganztags zumutbar. Der Suva Kreisarzt bestätigte mit Stellungnahme 

vom 19. November 2014 die Zumutbarkeitsbeurteilung der Rehaklinik Bel-

likon und schätzte den Integritätsschaden auf 15 %.

4. Mit Schreiben vom 25. November 2014 informierte die Suva A._____ 

darüber, dass sie die Heilkosten- und Taggeldleistungen per Ende No-

vember 2014 einstellen werde. Mit Verfügung vom 22. Dezember 2014 

sprach die Suva A._____ mit Wirkung ab dem 1. Dezember 2014 eine In-

validenrente bei einem Invaliditätsgrad von 38 % und einem versicherten 

Jahresverdienst von Fr. 110‘509.-- zu. Sie ging dabei von einem Validen-

einkommen von Fr. 90‘164.-- und einem Invalideneinkommen von Fr. 

56‘234.65 aus, letzteres berechnet anhand der Lohnstrukturerhebung des 

Bundesamtes für Statistik (LSE 2012, TA1, Kompetenzniveau 1, 100%-

Pensum, Leidensabzug 15 %). Mit derselben Verfügung sprach die Suva 

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A._____ eine Integritätsentschädigung auf der Basis einer Integritätsein-

busse von 15 % zu. 

5. Mit Einsprache vom 23. Januar 2015, ergänzt am 26. März 2015, verlang-

te A._____ die Ausrichtung einer höheren Rente. Die Verfügung basiere 

auf drei falschen Elementen. Einerseits sei die medizinische Beurteilung 

der Rehaklinik Bellikon unhaltbar und andererseits seien die massgebli-

chen Einkommensparameter und der versicherte Verdienst zu korrigieren. 

Mit Einspracheentscheid vom 9. September 2016 wies die Suva die Ein-

sprache ab.

6. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A._____ (nachfolgend Be-

schwerdeführer) am 6. Oktober 2016 Beschwerde an das Verwaltungsge-

richt des Kantons Graubünden. Er beantragte, der angefochtene Einspra-

cheentscheid und die ihm zugrunde liegende Verfügung seien aufzuhe-

ben und die Suva sei zu verpflichten, ihm eine höhere Rente auszurich-

ten. Er rügte eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör und 

machte geltend, es sei nicht auf die Zumutbarkeitsbeurteilung der Reha-

klinik Bellikon vom 31. Oktober 2014, sondern auf diejenige der C._____ 

Klinik vom 19. Mai 2014 abzustellen. Das Valideneinkommen sei mindes-

tens auf Fr. 116‘692.70 festzulegen, gestützt auf den 2011 und 2012 bei 

der B._____ GmbH erzielten Lohn, inklusive aller Zulagen. Beim Invali-

deneinkommen sei ein Leidensabzug von 20 % vorzunehmen. Zusam-

menfassend ergebe sich je nach Blickwinkel auf die komplexe Lohnsitua-

tion mit den zahlreichen Zulagen laut GAV eine Spanne beim Invaliditäts-

grad von über 60 % bis über 80 %. Als versicherter Verdienst seien Fr. 

114‘968.-- anzunehmen, gestützt auf den Steuerlohnausweis des Jahres 

2011 und die Lohnbelege.

7. Mit Beschwerdeantwort vom 11. November 2016 beantragte die Suva, die 

Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Zur Begrün-

dung machte die Suva im Wesentlichen geltend, die Zumutbarkeitsbeur-

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teilung der Rehaklinik Bellikon sei voll beweiskräftig, der Austrittsbericht 

der C._____ Klinik vermöge keine Zweifel daran zu wecken. Im Bericht 

der C._____ Klink werde die quantitative Einschränkung der Arbeitsfähig-

keit auf die Schmerzsituation zurückgeführt. Hingegen sei in der Rehakli-

nik Bellikon eine erhebliche Symptomausweitung festgestellt worden. Die 

C._____ Klinik habe deshalb zu Unrecht einfach auf die Schmerzangaben 

des Beschwerdeführers abgestellt. Das Valideneinkommen sei gestützt 

auf die Angaben der B._____ GmbH zum mutmasslichen Lohn im Jahr 

2014 festgelegt worden. Dabei seien zugunsten des Beschwerdeführers 

gewisse Zulagen berücksichtigt worden, obwohl 2014 keine Schichtzula-

gen mehr angefallen wären. Der versicherte Verdienst von Fr. 110‘509.-- 

sei nicht zu beanstanden, es finde sich dazu in den Akten eine detaillierte 

Aufstellung der Berechnung. 

8. Mit Replik vom 23. November 2016 machte der Beschwerdeführer gel-

tend, die Aufstellung, auf welche die Suva bezüglich des versicherten 

Verdienstes hinweise, sei nicht selbsterklärend und stehe im Widerspruch 

zu anderen Aktenstücken. Es sei Aufgabe der Suva, diese Widersprüche 

aufzulösen. Weiter vertiefte der Beschwerdeführer seinen Standpunkt, 

wonach der Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon keine genügende 

Grundlage zur Festlegung seiner Restarbeitsfähigkeit darstelle.

9. Mit Schreiben vom 7. Dezember 2016 verzichtete die Suva auf eine ein-

lässliche Duplik.

Auf die weiteren Ausführungen im angefochtenen Entscheid und in den 

Rechtsschriften sowie auf die eingereichten Beweismittel wird, soweit er-

forderlich, in den Erwägungen eingegangen.

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Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Anfechtungsobjekt ist der Einspracheentscheid der Suva vom 9. Septem-

ber 2016. Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallver-

sicherung (UVG; SR 832.20) in Verbindung mit Art. 56 des Bundesgeset-

zes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; 

SR 830.1) kann gegen Einspracheentscheide der Unfallversicherer Be-

schwerde erhoben werden. Befindet sich der Wohnsitz der versicherten 

Person im Ausland, so ist das Versicherungsgericht desjenigen Kantons 

zuständig, in dem sich ihr letzter schweizerischer Wohnsitz befand 

(Art. 58 Abs. 2 ATSG). Vorliegend wohnte der Beschwerdeführer vor sei-

nem Wegzug aus der Schweiz in X._____/GR, weshalb die örtliche Zu-

ständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden gegeben 

ist. Dessen sachliche und funktionelle Zuständigkeit ergibt sich aus 

Art. 57 ATSG in Verbindung mit Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Damit ist die Zuständigkeit 

des angerufenen Gerichts zu bejahen. Als formeller und materieller 

Adressat ist der Beschwerdeführer vom angefochtenen Entscheid berührt 

und weist ein schutzwürdiges Interesse an dessen Überprüfung auf 

(Art. 59 ATSG). Auf die zudem frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde ist somit - unter Vorbehalt nachfolgender Erwägung 1b - einzu-

treten (Art. 60 und Art. 61 lit. b ATSG).

b) Der Beschwerdeführer beantragt die Aufhebung des angefochtenen Ein-

spracheentscheids vom 9. September 2016 sowie die Aufhebung der die-

sem Entscheid zugrunde liegenden Verfügung vom 22. Dezember 2014. 

Diesbezüglich gilt es zu beachten, dass gemäss ständiger Rechtspre-

chung des Bundesgerichtes der Einspracheentscheid an die Stelle der 

zugrunde liegenden Verfügung tritt und damit alleiniger Anfechtungsge-

genstand des Beschwerdeverfahrens bildet. Mit dem Erlass des Einspra-

cheentscheids verliert die Verfügung – soweit angefochten – jede rechtli-

che Bedeutung (BGE 130 V 424 E.1.1 und 119 V 347 E.1b; Urteil des 

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Bundesgerichts 9C_539/2014 vom 18. Dezember 2016 E.2.1). Soweit der 

Beschwerdeführer vorliegend also auch die Verfügung vom 22. Dezember 

2014 anficht, ist darauf nach dem soeben Gesagten nicht einzutreten.

2. In formeller Hinsicht rügt der Beschwerdeführer vorab eine Verletzung 

seines Anspruchs auf rechtliches Gehör. Er macht geltend, die Suva habe 

die Verfügung vom 22. Dezember 2014 ungenügend begründet und sei 

im Einspracheentscheid vom 9. September 2016 nur rudimentär auf seine 

Vorbringen eingegangen.

a) Der Anspruch auf rechtliches Gehör ergibt sich zunächst aus den sozial-

versicherungsrechtlichen Spezialbestimmungen (Art. 42, 44, 46 und 47 

ATSG). Darüber hinaus wird der Gehörsanspruch auch durch Art. 29 Abs. 

2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; 

SR 101) gewährleistet. Er dient einerseits der Sachaufklärung und garan-

tiert andererseits ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht der Par-

teien in einem Verfahren, soweit dies Einfluss auf die Rechtsstellung ha-

ben kann. Der Gehörsanspruch ist somit ein verfassungsmässig ge-

schütztes Individualrecht, hat also den Charakter eines selbständigen 

Grundrechts (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 

7. Aufl., Zürich/St. Gallen 2016, Rz 1001 und 1003). Der Gehörsanspruch 

hat nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung verschiedene Aspekte, 

unter anderem verlangt er, dass die Behörde die Vorbringen des von ei-

nem Entscheid in seiner Rechtsstellung Betroffenen auch tatsächlich hört, 

prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt. Daraus folgt die Ver-

pflichtung der Behörde, ihren Entscheid zu begründen. Dabei ist es nicht 

erforderlich, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich aus-

einandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. 

Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte be-

schränken. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass sich der Be-

troffene über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn 

in voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann. In 

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diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt wer-

den, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr 

Entscheid stützt (BGE 134 I 83 E.4.1).

b) Im vorliegenden Fall legte die Suva in ihrer Verfügung vom 22. Dezember 

2014 das Valideneinkommen ohne jegliche Begründung auf Fr. 90‘164.-- 

fest (Suva-act. 261 S. 2). Der Beschwerdeführer verlangte in seiner Ein-

spracheergänzung vom 26. März 2015 ein Valideneinkommen von min-

destens Fr. 116‘692.70 und begründete dies eingehend (Suva-act. 285 

S. 6 ff.). Im angefochtenen Einspracheentscheid führte die Suva zwar in 

groben Zügen aus, wie sich das von ihr angenommene Valideneinkom-

men von Fr. 90‘164.-- errechnet, auf die in der Einspracheergänzung vor-

gebrachten Argumente ging sie hingegen überhaupt nicht ein (Suva-act. 

308 S. 6). Damit kommt die Suva ihrer Begründungspflicht nicht genü-

gend nach. Eine Gehörsverletzung liegt sodann auch im Zusammenhang 

mit dem versicherten Verdienst vor. Die Suva setzte sich mit den entspre-

chenden in der Einspracheergänzung (Suva-act. 285 S. 9) vorgebrachten 

Argumenten nicht auseinander und wies im Einspracheentscheid lediglich 

darauf hin, der Wert sei „korrekt ermittelt“ worden (Suva-act. 308 S. 3).

c) Die Verletzung des Gehörsanspruchs führt ungeachtet der Erfolgsaus-

sichten der Beschwerde in der Sache selbst, zur Aufhebung des ange-

fochtenen Entscheids (BGE 137 I 195 E.2.2, 132 V 387 E.5.1). Nach der 

Rechtsprechung kann aber eine nicht besonders schwerwiegende Verlet-

zung des rechtlichen Gehörs ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn die 

betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Rechtsmittelin-

stanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie auch die Rechtslage 

frei überprüfen kann. Unter dieser Voraussetzung ist darüber hinaus - im 

Sinne einer Heilung des Mangels - selbst bei einer schwerwiegenden Ver-

letzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör von einer Rückweisung der 

Sache an die Vorinstanz abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung 

zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen 

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führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der 

betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu 

vereinbaren wären (BGE 137 I 195 E.2.3.2). Vorliegend kann indessen of-

fen gelassen werden, ob die Voraussetzungen für eine Heilung erfüllt 

sind, weil die Angelegenheit – wie nachstehend gezeigt wird – ohnehin 

aus materiellen Gründen zur weiteren Abklärung und zum Neuentscheid 

an die Suva zurückzuweisen ist.

3. a) Streitig und zu prüfen ist die Höhe der Invalidenrente, mithin der Invali-

ditätsgrad mit den ihn bestimmenden Faktoren Arbeitsfähigkeit und Inva-

lideneinkommen (nachfolgend E.5 und E.6) und Valideneinkommen 

(nachfolgend E.7) sowie der versicherte Verdienst (nachfolgend E.8). Die 

streitigen Tatfragen sind dabei nach dem im Sozialversicherungsrecht üb-

lichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu klären (BGE 

129 V 177 E.3.1).

b) Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des UVG und der 

Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in Kraft ge-

treten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 

25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich 

vor dem Inkrafttreten ereignet haben, nach bisherigem Recht gewährt. 

Vorliegend finden daher grundsätzlich die bis 31. Dezember 2016 gültigen 

Bestimmungen Anwendung. Hinsichtlich der für das vorliegende Verfah-

ren anwendbaren Bestimmungen haben sich indessen mit Inkrafttreten 

der neuen Rechtssätze keine Änderungen ergeben.

4. a) Die Unfallversicherung erbringt gemäss Art. 6 UVG grundsätzlich Leis-

tungen für Berufsunfälle, Nichtberufsunfälle und Berufskrankheiten. Als 

Unfall gilt die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines 

ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine 

Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund-

heit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG). Die Leistungspflicht des 

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Unfallversicherers setzt einen natürlichen und adäquaten Kausalzusam-

menhang zwischen dem Unfallereignis und der gesundheitlichen Schädi-

gung voraus (BGE 129 V 177 E.3). Im vorliegenden Fall ist zu Recht un-

bestritten, dass das Ereignis vom 9. September 2012, als der Beschwer-

deführer auf der Baustelle in X._____ mit einer Baumaschine über ein 

Schlagloch fuhr, als Unfall zu qualifizieren ist. Unbestritten ist auch, dass 

zwischen diesem Unfallereignis und den Frakturen an LWK 2/3 sowie den 

chronischen Rückenbeschwerden, die sich in der Folge entwickelten, ein 

natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht.

b) Gemäss Art. 18 Abs. 1 UVG hat eine versicherte Person Anspruch auf 

eine Invalidenrente, wenn sie infolge eines Unfalles mindestens zu 10 

Prozent invalid ist. Als Invalidität gilt bei erwerbstätigen Versicherten die 

voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit 

(Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung 

der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und 

nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder 

teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen-

den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei-

lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die 

Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine 

Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht 

nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Zur Bestimmung des Invali-

ditätsgrades wird gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung all-

fälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine zumutbare Tätigkeit bei 

ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), 

in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, 

wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkom-

mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass Validen- 

und Invalideneinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ein-

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ander gegenüber gestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdiffe-

renz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (BGE 130 V 343 E.3.4.2).

5. a) Für die Bemessung des Invalideneinkommens ist die Frage entscheidend, 

welche Arbeitsleistungen einem Versicherten in welchem Umfang noch 

zugemutet werden können, beziehungsweise wie gross die Arbeitsfähig-

keit in einer optimal angepassten Tätigkeit ist. Für die Beantwortung die-

ser Frage sind die Verwaltung und das im Beschwerdefall angerufene Ge-

richt auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und gegebenenfalls auch an-

dere Fachleute zur Verfügung stellen (BGE 125 V 256 E.4). Aufgabe der 

medizinischen Fachleute ist es, den Gesundheitszustand der versicherten 

Person zu beurteilen und Stellung zu nehmen zu der Frage, in welchem 

Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten diese arbeitsunfähig ist 

(BGE 132 V 93 E.4, 125 V 261 E.4).

b) Arztberichte unterliegen wie sämtliche Beweismittel in sozialversiche-

rungsrechtlichen Verfahren der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c 

ATSG). Der Beweiswert der ärztlichen Stellungnahmen hängt deshalb 

nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung davon ab, ob sie für die 

streitigen Belange umfassend sind, auf allseitigen Untersuchungen beru-

hen, die geklagten Beschwerden berücksichtigen, in Kenntnis der Vorak-

ten (Anamnese) abgegeben wurden, in der Beurteilung der medizinischen 

Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchten und in den 

daraus gezogenen Schlussfolgerungen zu überzeugen vermögen. Aus-

schlaggebend für den Beweiswert ärztlicher Stellungnahmen ist folglich 

grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch dessen Be-

zeichnung als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E.5.1). Dennoch 

hat es das Bundesgericht mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung 

als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Be-

richte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen. 

Danach kommt auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner 

Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar 

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begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen 

ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt 

in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht 

schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es 

bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Un-

parteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Al-

lerdings kommt den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fach-

personen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtli-

chen Gutachten oder einem Gutachten eines versicherungsexternen Gut-

achters, welches nach Art. 44 ATSG in Auftrag gegeben wurde. Soll ein 

Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden 

werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stel-

len. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und 

Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind 

ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 139 V 225 E. 5.2, 135 V 

465 E.4.4).

c) Vorliegend sind sich die Parteien einig, dass der Beschwerdeführer in 

seiner angestammten Tätigkeit als Mineur im Tunnelbau nicht mehr ar-

beitsfähig ist. Uneinig sind sie sich bezüglich der Arbeitsfähigkeit in einer 

leidensangepassten Tätigkeit. Die Suva stützt sich auf den Austrittsbericht 

der Rehaklinik Bellikon vom 31. Oktober 2014, wonach der Beschwerde-

führer in einer leichten bis mittelschweren Arbeit in rückenschonenden 

Umständen ganztags arbeitsfähig sei (Suva-act. 246 S. 3). Die Suva 

stützt sich zudem auf die Stellungnahme ihres Kreisarztes Dr. med. 

F._____, Facharzt für Chirurgie, vom 19. November 2014, gemäss wel-

cher das Zumutbarkeitsprofil der Rehaklinik Bellikon im Rahmen der ob-

jektiven Veränderungen nachvollziehbar und anwendbar sei (Suva-act. 

249). Der Beschwerdeführer ist demgegenüber der Ansicht, es sei auf 

den Bericht der C._____ Klinik vom 19. Mai 2014 abzustellen, wonach er 

in einer leichten Tätigkeit in rückenschonenden Umständen für 3 bis 6 

Stunden pro Tag arbeitsfähig sei (Suva-act. 181 S. 8).

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Es gilt somit im Folgenden zu prüfen, ob die Suva zu Recht auf die Beur-

teilung der Rehaklinik Bellikon vom 31. Oktober 2014 und die Stellung-

nahme des Kreisarztes Dr. med. F._____ vom 19. November 2014 abge-

stellt hat.

6. a) Nach der Rechtsprechung sind fachmedizinische Stellungnahmen der 

Rehaklinik Bellikon, soweit sie von der Suva verlangt werden, nicht als 

Gutachten unabhängiger Sachverständiger im Sinne des Art. 44 ATSG zu 

betrachten. Die Ärzte der Rehaklinik Bellikon sind im Verhältnis zur Suva 

versicherungsinterne medizinische Sachverständige und ihre Berichte 

gelten als versicherungsinterne Stellungnahmen (BGE 136 V 117 E.3.4). 

Vorliegend kann somit dem Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon vom 

31. Oktober 2014 vor dem Hintergrund der dargelegten Rechtsprechung 

(vorne E.5b) grundsätzlich Beweiswert beigemessen werden, ist doch aus 

dem Naheverhältnis zwischen der Suva und der Rehaklinik Bellikon ent-

gegen der Ansicht des Beschwerdeführers nicht zum vornherein auf 

mangelnde Objektivität und auf Befangenheit zu schliessen. Ein Abstellen 

auf den Bericht der Rehaklinik Bellikon wäre indessen nur dann gerecht-

fertigt, wenn keine auch nur geringe Zweifel an dessen Zuverlässigkeit 

und Schlüssigkeit bestehen. Solche zumindest geringe Zweifel liegen 

aber - wie nachstehend aufgezeigt wird - vor.

b) Der Bericht der Rehaklinik Bellikon vom 31. Oktober 2014 basiert auf ei-

nem zweiwöchigen Rehabilitationsaufenthalt, bei welchem der Beschwer-

deführer ein umfassendes Ergonomie-Trainingsprogramm durchlief, das 

ausgehend von einer Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit 

(EFL) auf eine arbeitsbezogene Steigerung der physischen Leistungs-

fähigkeit abzielte und eine intensive interdisziplinäre Betreuung umfasste 

(Suva-act. 246 S. 1). Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers wurde 

nebst der EFL auch eine medizinische Beurteilung der Unfallfolgen vor-

genommen. Den Ärzten der Rehaklinik standen sämtliche relevanten 

Vorakten zur Verfügung (Suva-act. 246 S. 11), es wurden eine Anamnese 

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sowie der Befund erhoben (Suva-act. 246 S. 13) und es wurde auf dieser 

Grundlage unter Einbeziehung der Resultate der EFL eine Beurteilung 

vorgenommen (Suva-act. 246 S. 3). Verfasst wurde der Bericht unter der 

Führung von Dr. med. G._____, Oberarzt der Abteilung „Arbeitsorientierte 

Rehabilitation“, der für die Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit des Be-

schwerdeführers als Facharzt Physikalische Medizin und Rehabilitation 

FMH, entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers, qualifiziert war, da 

keine akute Wirbelsäulenverletzung, sondern chronifizierte Rückenbe-

schwerden zu beurteilen waren. Insoweit ist der Bericht der Rehaklinik 

Bellikon somit nicht zu beanstanden.

c) Im Bericht der Rehaklinik Bellikon wurden ein chronisches lumbales 

Schmerzsyndrom bei stattgehabter LWK2- und LWK3-Fraktur und anhal-

tender Sensibilitätsstörung im Dermatom L5 links sowie eine leichtgradige 

affektive Auslenkung diagnostiziert (Suva-act. 246 S. 1). Es wurde ein 

Zumutbarkeitsprofil erstellt, welches besagte, dass leichte bis mittel-

schwere Arbeit bei Wechselbelastung und unter Verzicht auf länger dau-

ernde vorgeneigte und verdrehte Rumpfposition, Schläge und Vibrationen 

ganztags zumutbar sei (Suva-act. 246 S. 3). Dazu wurde ausgeführt, es 

sei eine erhebliche Symptomausweitung beobachtet worden, welche teil-

weise auf eine psychische Störung zurückzuführen sei. Infolge Selbstlimi-

tierung hätten die zu erwartenden Verbesserungen bezüglich Funktion 

und Belastbarkeit nicht erreicht werden können. Die Resultate der physi-

schen Leistungstests seien deshalb für die Beurteilung der zumutbaren 

körperlichen Belastbarkeit nicht verwertbar. Das Ausmass der demons-

trierten physischen Einschränkungen lasse sich mit den objektivierbaren 

pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung und bildgebenden 

Abklärung sowie den Diagnosen nur sehr ungenügend erklären. Die Beur-

teilung der Zumutbarkeit stütze sich primär auf medizinisch-theoretische 

Überlegungen, unter Berücksichtigung der Beobachtungen bei den Leis-

tungstests und im Behandlungsprogramm. Eine weitergehende Ein-

- 15 -

schränkung der Belastbarkeit lasse sich medizinisch-theoretisch nicht be-

gründen (Suva-act. 246 S. 2). 

Diese Ausführungen sind nicht überzeugend, denn es bleibt unklar, wor-

auf die Aussagen zu den psychischen Aspekten beruhen. Zwar wird im 

Bericht der Rehaklinik Bellikon darauf hingewiesen, dass eine psychoso-

matische Abklärung durch Dr. phil. H._____ stattgefunden habe, ein ein-

gehender separater Bericht über diese Abklärung findet sich aber nicht in 

den Akten (Suva-act. 246 S. 15). Im Bericht der Rehaklinik Bellikon wird 

nur folgendes „Resultat“ zitiert (Suva-act. 246 S. 4): 
„Der Bergbau-Fachmann und Tunnelbauer aus Deutschland entwickelte nach Wirbel-

frakturen 2012 und trotz mehrerer operativer Eingriffe ein hartnäckiges Schmerzsyn-

drom, welches bisher eine berufliche Eingliederung verunmöglichte. Herr A._____ gibt 

anlässlich seiner aktuellen Rehabilitation an, dass er sich viele Sorgen um seine ge-

sundheitliche, berufliche und materielle Zukunft mache, dadurch häufig ins Grübeln gera-

te, was von Nervosität und Schwitzen begleitet sei. Zudem sei er reizbarer als früher 

geworden. Begleitet ist diese leichtgradige affektive Auslenkung von einem leicht erhöh-

ten Alkoholkonsum, welcher im Rahmen einer „Selbstbehandlung“ zu interpretieren ist 

und vom Patienten nach erfolgter Aufklärung wieder reduziert wird." 
In diesen Ausführungen finden sich indessen keine Hinweise darauf, dass 

der Beschwerdeführer aus psychischen Gründen seine physischen Sym-

ptome ausweiten und sich in seiner Leistungsfähigkeit limitieren würde. 

Die für die Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit zentrale Aussage, es liege 

eine Symptomausweitung vor, welche teilweise auf eine psychische 

Störung zurückzuführen sei, vermag sich somit nicht auf eine psycholo-

gisch-psychiatrische Fachperson abzustützen. Das weckt Zweifel an der 

Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Zumutbarkeitsbeurteilung der Re-

haklinik Bellikon. Dass im Rahmen der EFL zur Frage der Symptomaus-

weitung ein standardisierter Test durchgeführt wurde (Suva-act. 246 S. 6), 

vermag daran nichts zu ändern. 

d) Zweifel am Bericht der Rehaklinik Bellikon weckt sodann – wie der Be-

schwerdeführer zu Recht geltend macht – auch der Bericht der C._____ 

Klinik (Suva-act. 181).

- 16 -

aa) Der Bericht der C._____ Klinik datiert vom 19. Mai 2014, wurde also rund 

ein halbes Jahr vor dem Bericht der Rehaklinik Bellikon vom 31. Oktober 

2014 verfasst. Für die Frage der Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit 

sind die beiden Berichte indessen gleichermassen aussagekräftig, weil 

sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers in der Zeit von Mai 

2014 bis Oktober 2014, wie den medizinischen Akten entnommen werden 

kann, nicht wesentlich verändert hat. So enthält der Bericht der Rehaklinik 

Bellikon weitgehend dieselben Diagnosen und Befunde wie derjenige der 

C._____ Klinik (Suva-act. 181 S. 1 und 5; Suva-act- 246 S. 1 und 3). Und 

die Dres. med. D._____ und E._____, Fachärzte FMH für orthopädische 

Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, beschreiben in 

der Zeit zwischen dem Rehabilitationsaufenthalt in der C._____ Klinik 

vom 6. März 2014 bis zum 3. April 2014 und demjenigen in Bellikon vom 

10. bis 28. Oktober 2014 einen chronifizierten Krankheitsverlauf mit mehr 

oder weniger konstanten Schmerzen (Bericht vom 30. Juni 2014 [Suva-

act. 193], Bericht vom 9. September 2014 [Suva-act. 235]). 

bb) Die C._____ Klinik befindet sich in Deutschland und der Bericht vom 19. 

Mai 2014 wurde von deutschen Ärzten verfasst. Entgegen der Ansicht der 

Suva beeinträchtigt dies indessen die Beweiskraft dieser Beurteilung 

nicht, ist doch nach der Rechtsprechung für den Beweiswert ärztlicher 

Stellungnahmen deren Herkunft grundsätzlich nicht massgeblich und hat 

der Sozialversicherungsrichter alle Beweismittel, unabhängig davon, von 

wem sie stammen, objektiv zu prüfen (BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 

E.3a). Die Frage, inwieweit eine Person fähig ist, ihre Restarbeitsfähigkeit 

zu verwerten, lässt sich sodann ausschliesslich gestützt auf medizini-

sches Fachwissen beantworten, eine Vertrautheit mit dem schweizeri-

schen Sozialversicherungsrecht ist dafür entgegen der Ansicht der Suva 

nicht notwendig. 

cc) Die Ärzte der C._____ Klinik attestierten dem Beschwerdeführer eine 

Leistungsfähigkeit für zweitweise sitzende sowie stehende und gehende 

- 17 -

leichte Tätigkeiten im Umfang von 3 bis 6 Stunden pro Tag. Bezüglich der 

Schmerzsituation sei keine vollschichtige Tätigkeit möglich. Arbeit an Ma-

schinen, mit Absturzgefahr, Vibrationen oder Gehen in unebenem Gelän-

de komme nicht in Frage (Suva-act. 181 S. 8). Diese Zumutbarkeitsbeur-

teilung beruht auf einem rund einmonatigen Rehabilitationsaufenthalt des 

Beschwerdeführers in der C._____ Klinik vom 6. März 2014 bis zum 

3. April 2014 (Suva-act. 181 S. 1). Bereits zuvor hatte sich der Beschwer-

deführer vom 20. März 2013 bis zum 10. April 2013 zur Rehabilitation in 

der C._____ Klinik aufgehalten (Entlassungsbericht vom 30. April 2013 

[Suva-act. 66]). Der Bericht der C._____ Klink vom 19. Mai 2014 wurde 

unter der Leitung von Dr. med. I._____, Chefarzt Orthopädie, verfasst. Er 

enthält eine sorgfältig erhobene Anamnese, schildert detailliert die geklag-

ten Beschwerden und die funktionale Beeinträchtigung. Der Befund, ins-

besondere der orthopädische Befund, wird detailliert dargelegt (Suva-act. 

181 S. 5). Während im Bericht der Rehaklinik Bellikon nur die Parameter 

zur Wirbelsäulenbeweglichkeit und zu den Reflexen angeführt werden 

(Suva-act. 246 S. 3), wird im Bericht der C._____ Klinik auch der Zustand 

der Muskulatur beschrieben. So wird festgehalten, die Rückenmuskulatur 

sei sehr verspannt, am meisten im Lumbalbereich. Auch die Schulter-

Nacken-Muskulatur sei deutlich verspannt und es bestünden Klopf-

schmerzen über den Dornfortsätzen und am lumbosakralen Übergang. 

Die ISG und die Triggerpunkte M. piriformis medialis und lateralis seien 

beidseits schmerzhaft und die Gesässmuskulatur sei verspannt (Suva-

act. 181 S. 5). Eine Diskrepanz zwischen der Beschwerdeschilderung und 

den erhobenen klinisch-technischen objektivierbaren Befunden schliessen 

die Ärzte der C._____ Klinik explizit aus (Suva-act. 181 S. 7). Im Rahmen 

einer Plausibilitätsprüfung gelangen sie zum Schluss, dass die gestellten 

Diagnosen durch die Anamnese und die Untersuchungsbefunde hinrei-

chend hinterlegt seien (Suva-act. 181 S. 8). Der Einwand der Suva, die 

Ärzte der C._____ Klinik hätten unkritisch auf die Schmerzangaben des 

Beschwerdeführers abgestellt, trifft deshalb nicht zu. Der Bericht der 

C._____ Klinik ist in sich widerspruchsfrei und nachvollziehbar und es ist 

- 18 -

ihm für sich betrachtet Beweiskraft beizumessen. Beeinträchtigt wird die-

se jedoch dadurch, dass nicht ersichtlich ist, ob den Ärzten der C._____ 

Klinik für ihre Beurteilung die wesentlichen medizinischen Vorakten zur 

Verfügung standen; jedenfalls ergeben sich aus dem Bericht der C._____ 

Klinik vom 19. Mai 2015 keine entsprechenden Hinweise.

e) Der Bericht der Rehaklinik Bellikon vom 31. Oktober 2014 erwähnt zwar 

den Aufenthalt des Beschwerdeführers in der C._____ Klinik (Suva-act. 

246 S. 12), geht aber nicht auf die abweichende Zumutbarkeitsbeurteilung 

im Bericht der C._____ Klinik ein. Auch der Suva Kreisarzt Dr. med. 

F._____ nimmt in seinem Bericht vom 19. November 2014 nicht Stellung 

zu der anderslautenden Beurteilung der C._____ Klinik (Suva-act. 249). 

Er verweist nur auf Dr. med. E._____, der in seinem Bericht vom 9. Sep-

tember 2014 ausführte, die Genese der Beschwerden sei nicht genau 

einzuordnen (Suva-act. 235 S. 3). Diese Aussage bestätigt indessen nicht 

die von der Rehaklinik Bellikon behauptete Symptomausweitung. Viel-

mehr widersprach Dr. med. E._____ damit im Rahmen einer Zweitmei-

nung der Beurteilung von Dr. med. D._____, der in seinem Bericht vom 

30. Juni 2014 ausgeführt hatte, die Ursache der Beschwerden sei mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit auf eine Kompression der Nervenwur-

zeln L4 und L5 beidseits zurückzuführen, welche operativ zu beheben sei 

(Suva-act. 193 S. 3).

f) Zusammenfassend kann damit festgehalten werden, dass zumindest ge-

ringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Zumutbarkeits-

beurteilung der Rehaklinik Bellikon bestehen. Einerseits ist der Bericht der 

Rehaklinik Bellikon im Zusammenhang mit den psychischen Aspekten 

nicht nachvollziehbar, und andererseits steht der Zumutbarkeitsbeurtei-

lung der Rehaklinik Bellikon mit der abweichenden Zumutbarkeitsbeurtei-

lung der C._____ Klinik eine fundierte fachärztliche Einschätzung entge-

gen, mit welcher sich die Ärzte der Rehaklinik Bellikon nicht auseinander-

gesetzt haben. Die Suva hat deshalb zu Unrecht auf die Zumutbarkeits-

- 19 -

beurteilung der Rehaklinik Bellikon vom 31. Oktober 2014 abgestellt. Es 

kann somit nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegan-

gen werden, dass dem Beschwerdeführer eine leichte bis mittelschwere 

Tätigkeit ganztags zumutbar ist. Entgegen der Ansicht des Beschwerde-

führers kann aber auch nicht auf die Zumutbarkeitsbeurteilung der 

C._____ Klinik abgestellt werden, zumal - wie bereits erwähnt - dem Be-

richt der C._____ Klinik nicht entnommen werden kann, welche medizini-

schen Vorakten den Klinikärzten für ihre Beurteilung zur Verfügung stan-

den. Die medizinische Aktenlage ist widersprüchlich. Mit dem Bericht der 

Rehaklinik Bellikon und demjenigen der C._____ Klinik stehen sich zwei 

Berichte gegenüber, welche jeweils für sich betrachtet durchaus beweis-

wertig sind, welche aber bezüglich der Frage der Symptomausweitung 

und des Zumutbarkeitsprofils divergieren (vgl. vorne E.6c und 6d/cc), oh-

ne dass für diese unterschiedlichen Beurteilungen eine plausible Er-

klärung einer medizinischen Fachperson vorliegen würde. Die medizini-

sche Sachlage ist deshalb abklärungsbedürftig. Die Suva wird ein versi-

cherungsexternes fachärztliches Gutachten einzuholen haben, welches 

alle relevanten Fachbereiche abdeckt, und die Sache ist zu diesem 

Zweck an die Suva zurückzuweisen.

g) Gestützt auf das Ergebnis dieser noch vorzunehmenden medizinischen 

Abklärungen wird die Suva in der Folge das Invalideneinkommen neu 

festzulegen haben. Im vorliegenden Verfahren erübrigt es sich deshalb, 

auf die Rügen des Beschwerdeführers einzugehen, welche sich auf die 

Bemessung des Invalideneinkommens und auf den Leidensabzug bezie-

hen. Festgehalten sei diesbezüglich einzig, dass die Suva im angefochte-

nen Einspracheentscheid zu Recht auf die vom Bundesamt für Statistik 

herausgegebene Lohnstrukturerhebung für das Jahr 2014 (LSE 2014) 

abstellte (Suva-act. 308 S. 5), während sie sich in der ursprünglichen Ver-

fügung noch auf die LSE 2012 abgestützt hatte (Suva-act. 261 S. 2).

- 20 -

7. Geprüft wird nun das Valideneinkommen für das vorliegend massgebliche 

Vergleichsjahr 2014. Während die Suva gestützt auf die Angaben der 

B._____ GmbH zum mutmasslichen Lohn im Jahr 2014 (Suva-act. 145) 

ein Valideneinkommen von Fr. 90‘164.-- ermittelt hat, ist der Beschwerde-

führer der Ansicht, es sei von mindestens Fr. 116‘692.-- auszugehen, wo-

bei auf den 2011 und 2012 erzielten Lohn gemäss Steuerlohnausweis 

2011 (Suva-act. 270) und gemäss Lohnunterlagen für die Jahre 2011 und 

2012 (Suva-act. 146) abzustellen sei.

a) Das Valideneinkommen ist dasjenige Einkommen, das die versicherte 

Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 

ATSG). Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist rechtsprechungs-

gemäss entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des 

frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegen-

den Wahrscheinlichkeit ohne Unfall tatsächlich erzielen würde, und nicht, 

was sie bestenfalls verdienen könnte. Dabei wird in der Regel am zuletzt 

erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwick-

lung angepassten Verdienst angeknüpft, da erfahrungsgemäss die bishe-

rige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus-

nahmen von diesem Erfahrungssatz müssen mit überwiegender Wahr-

scheinlichkeit erstellt sein. Auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte darf 

nur unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzelfall relevan-

ten persönlichen und beruflichen Faktoren abgestellt werden (BGE 139 V 

28 E.3.3.2, 134 V 322 E.4.1, RUMO-JUNGO/HOLZER, Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung (UVG), 4. Auflage, 2012, Art. 18 S. 126 f.). Ist der zu-

letzt erzielte Lohn überdurchschnittlich hoch, so kann darauf bei der Be-

messung des Valideneinkommens dann abgestellt werden, wenn die ver-

sicherte Person diesen überwiegend wahrscheinlich weiterhin erzielt hätte 

(Urteil des Bundesgerichts 8C_316/2010 vom 6. August 2010 E.5; RUMO-

JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 130). Auszugehen ist stets vom Bruttogehalt 

(Urteil des Bundesgerichtes 8C_100/2012 vom 29. März 2012 E.3.2). 

- 21 -

Dieses ist an die seit dem Unfall eingetretene Lohnentwicklung anzupas-

sen (BGE 134 V 322 E.4.1). Ist die Lohnentwicklung beim konkreten Ar-

beitgeber nicht bekannt, so erfolgt die Anpassung aufgrund der bran-

chenspezifischen Nominallohnentwicklung (Urteil des Bundesgerichts 

8C_434/2009 vom 11. November 2009 E.3.4.2; RUMO-JUNGO/HOLZER, 

a.a.O., S. 128).

b) Der Beschwerdeführer absolvierte von 1974 bis 1976 eine Ausbildung 

zum Facharbeiter Bergbautechnologie. Von 1976 bis 1991 arbeitete er als 

Hauer im Bergbau, ab 1992 als Mineur im Tunnelbau (Suva-act. 70 S. 2, 

74 S. 4). Ab dem 20. Oktober 2003 war der Beschwerdeführer bei der 

B._____ AG angestellt und auf der Baustelle in X._____ beschäftigt. Zum 

Zeitpunkt des Unfalls am 9. September 2012 war der Beschwerdeführer 

55 Jahre alt und bereits seit rund 20 Jahren als Mineur im Tunnelbau 

tätig. Vor dem Hintergrund dieser beruflichen Biografie ist mit überwie-

gender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der Beschwerdefüh-

rer im Gesundheitsfall weiterhin als Mineur im Tunnelbau tätig gewesen 

wäre. Aus den medizinischen Unterlagen geht hervor, dass er dazu ohne 

den Unfall aus gesundheitlicher Sicht in der Lage gewesen wäre, werden 

doch abgesehen von den unfallbedingten Rückenproblemen keinerlei 

körperliche Einschränkungen oder Probleme erwähnt und wird der Allge-

meinzustand des Beschwerdeführers regelmässig als gut beschrieben 

(vgl. z.B. Bericht der C._____ Klinik, Suva-act. 181 S. 5; Bericht Dr. med. 

D._____, Suva-act. 193 S. 2).

c) Die Rohbauarbeiten im Schachtkopf X._____ wurden Ende August 2013 

abgeschlossen. Damit war der Auftrag der B._____ GmbH erfüllt und der 

Arbeitsplatz des Beschwerdeführers auf der Baustelle in X._____ existier-

te im massgeblichen Vergleichsjahr 2014 nicht mehr (vgl. Suva-act. 145, 

212). Wäre der Beschwerdeführer im Gesundheitsfall bei der B._____ 

GmbH geblieben, hätte er aber mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

weiterhin im Tunnelbau tätig sein können, da sowohl die B._____ GmbH 

- 22 -

als auch die K._____, welche die B._____ GmbH im Jahr 2014 über-

nahm, zahlreiche Tief- und Spezialtiefbauprojekte ausführten. Hätte der 

Beschwerdeführer eine neue Stelle gesucht, so hätte er als ausgebildeter 

Facharbeiter Bergbautechnologie und erfahrener Mineur angesichts der 

notorisch wachsenden Zunahme des Verkehrs und dem entsprechend 

wachsenden Bedarf an Tunnelbauten mit überwiegender Wahrscheinlich-

keit eine Stelle als Mineur im Tunnelbau gefunden. Dabei wäre er mit 

grosser Wahrscheinlichkeit wiederum an einem Ort tätig gewesen, der 

vom Familienwohnsitz in Deutschland weit entfernt gelegen hätte. Zu-

sammenfassend kann somit festgehalten werden, dass der Beschwerde-

führer ohne Unfall mit überwiegender Wahrscheinlichkeit weiterhin als Mi-

neur im Tunnelbau gearbeitet und dabei Arbeitsumstände gehabt hätte, 

die denjenigen auf der Baustelle sehr ähnlich gewesen wären. Er hätte 

einen vergleichbaren Stundenlohn erzielt und wiederum Anspruch auf Zu-

lagen für Untertage-, Nacht- und Schichtarbeit sowie Anspruch auf Ent-

schädigung der Reisezeit und Anspruch auf Versetzung (Verpflegung und 

Unterkunft) gehabt. Der Beschwerdeführer beantragt deshalb zu Recht, 

dass das Valideneinkommen nach dem Lohn zu bemessen sei, den er vor 

seinem Unfall in den Jahren 2011 und 2012 bei der B._____ GmbH 

tatsächlich erzielt habe.

d) Für das Jahr 2011 geht aus dem Lohnkontoauszug der B._____ GmbH 

für den Beschwerdeführer ein Bruttolohn von Fr. 115‘397.45 hervor (Su-

va-act. 146 S. 4). Der Lohnkontoauszug ist allerdings so strukturiert, dass 

nebst dem Stundenlohn und den diversen Zulagen auch die Positionen 

24000 (Barbarageld, Fr. 250.--) und 35000 (Spesen- und Auslagenersatz, 

Fr. 1‘674.70) Bestandteil des Bruttolohnes bilden. Dies ist insbesondere in 

Bezug auf den Spesen- und Auslagenersatz nicht sachgerecht, hat dieser 

doch keinen Lohncharakter. Auf dem Steuerlohnausweis bleiben diese 

beiden Positionen denn auch unberücksichtigt, so dass die B._____ 

GmbH dort für das Jahr 2011 einen Lohn von Fr. 113‘472.75 ausweist 

(Suva-act. 270). Von diesem Wert ist bei der Bemessung des Validenein-

- 23 -

kommens auszugehen. Zu berücksichtigen ist sodann die Lohnentwick-

lung. Gemäss den Angaben des Bundesamtes für Statistik lag der Nomi-

nallohnindex für das Baugewerbe für 2012 bei 0.7 %, für 2013 bei 0.5 % 

und für 2014 bei 0.5 % (Tabelle T1.10 Nominallohnindex 2011-2015, ab-

rufbar auf www.bfs.admin.ch, zuletzt besucht am 20. Dezember 2017). 

Unter Berücksichtigung dieser Lohnentwicklung ergibt sich für das Ver-

gleichsjahr 2014 ein Valideneinkommen von Fr. 115‘412.60 (Fr. 

113‘472.75 x 1.007 x 1.005 x 1.005).

e) Betrachtet man den Lohn des Beschwerdeführers im Unfalljahr 2012, so 

zeigt sich, dass das soeben errechnete Valideneinkommen von 

Fr. 115‘412.60 von der Grössenordnung her angemessen ist. Für das 

Jahr 2012 geht aus dem Lohnkontoauszug ein Bruttolohn von 

Fr. 103‘307.60 hervor (Suva-act. 146 S. 6). Dabei ist zu berücksichtigen, 

dass für die Zeit nach dem Unfall vom 9. September 2012 das Unfalltag-

geld und nicht der volle Lohn mit Zulagen ausbezahlt wurde. Rechnet 

man den in den Monaten Januar bis August 2012 erzielten Lohn auf das 

ganze Jahr hoch, so ergibt sich für das Jahr 2012 ein hypothetisches 

Bruttoeinkommen von Fr. 115‘813.75 (inklusive 13. Monatslohn; berech-

net wie folgt: Summe der Bruttolöhne der Monate Januar bis und mit Au-

gust 2012, dividiert durch 8, multipliziert mit 13), welches somit im Bereich 

des für das Jahr 2014 berechneten Bruttoeinkommens (vorne E.7d) liegt.

f) Zusammenfassend kann somit festgehalten werden, dass vorliegend für 

das massgebliche Jahr 2014 von einem Valideneinkommen von Fr. 

115‘412.60 auszugehen ist, weil dieser Wert aufgrund der Aktenlage 

überwiegend wahrscheinlich erscheint. Die Suva hat das Valideneinkom-

men deshalb zu Unrecht mit Fr. 90‘164.-- festgelegt. Sie hat es zudem 

versäumt, in nachvollziehbarer Weise aufzuzeigen, wie sie den Wert von 

Fr. 90‘164.-- errechnet hat und von welchen Überlegungen sie dabei aus-

gegangen ist (vgl. vorne E.2b). 

- 24 -

8. Streitig und zu prüfen ist schliesslich der versicherte Verdienst. Die Suva 

geht von einem versicherten Jahresverdienst von Fr. 110‘509.-- aus, der 

Beschwerdeführer von einem solchen von Fr. 114‘968.--, wobei er geltend 

macht, es sei auf die Lohnkontoauszüge der B._____ GmbH für die Jahre 

2011 und 2012 (Suva-act. 146) abzustellen.

a) Gemäss Art. 15 Abs. 1 UVG werden die Renten nach dem versicherten 

Verdienst bemessen. Als versicherter Verdienst gilt der innerhalb eines 

Jahres vor dem Unfall bezogene Lohn (Art. 15 Abs. 2 UVG). Anders als 

beim Valideneinkommen wird also beim versicherten Verdienst nicht ein 

möglicherweise zukünftig erreichbarer Lohn zu Grunde gelegt, sondern 

der vor dem Unfall tatsächlich bezogene Lohn (RUMO-JUNGO/HOLZER, 

a.a.O., Art. 15 S. 107). Als versicherter Verdienst gilt der nach dem Bun-

desgesetz über die AHV massgebende Lohn mit einigen, vorliegend in-

dessen nicht relevanten Abweichungen (Art. 22 Abs. 2 UVV). Gemäss 

Art. 5 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenen-

versicherung (AHVG; SR 831.10) gilt als beitragspflichtiges Einkommen  

jedes Entgelt für in unselbständiger Stellung auf bestimmte oder unbe-

stimmte Zeit geleistete Arbeit. Der massgebende Lohn umfasst auch 

Teuerungs- und andere Lohnzulagen, Provisionen, Gratifikationen, Natu-

ralleistungen, Ferien- und Feiertagsentschädigungen und ähnliche Bezü-

ge, ferner Trinkgelder, soweit diese einen wesentlichen Bestandteil des 

Arbeitsentgeltes darstellen. Die vom Arbeitgeber ausdrücklich als Spese-

nersatz bezeichneten Entschädigungen für Aufwendungen des Arbeit-

nehmers gelten hingegen nicht als Lohnbestandteil (RUMO-JUNGO/HOL-

ZER, a.a.O., Art. 15 S. 108 f. mit weiteren Hinweisen).

b) Die Suva hat sich bei der Bemessung des versicherten Verdienstes, mit-

hin des bezogenen AHV-pflichtigen Einkommens in der Zeit vom 9. Sep-

tember 2011 bis zum 8. September 2012, korrekterweise auf die von der 

B._____ GmbH eingereichten Lohnkontoauszüge der Jahre 2011 und 

2012 (Suva-act. 146) gestützt. In ihrer diesbezüglichen Zusammenstel-

- 25 -

lung (Suva-act. 257) hat die Suva aber nicht die in den Lohnkontoauszü-

gen ausgewiesenen Bruttolöhne (Position 5000) übernommen, sondern 

gewisse Positionen weggelassen, nämlich das im Dezember 2011 ausge-

richtete „Barbarageld“ (Position 24000, Fr. 250.-- [Suva-act. 146 S. 3]), 

den monatlich ausgerichteten Spesen-/Auslagenersatz (Position 35000, 

Fr. 2‘347.20 [Suva-act. 146 S. 3 und 6]) und die ebenfalls jeden Monat 

ausgerichtete Versetzungsentschädigung (Position 39500, Fr. 7‘285.-- 

[Suva-act. 246 S. 4 und 6]). Hinsichtlich Spesen/Auslagenersatz ist das 

Vorgehen der Suva korrekt, weil es sich dabei um eine Aufwandentschä-

digung und nicht um Lohn im Sinne von Art. 5 Abs. 2 AHVG handelt. 

Beim Barbarageld und bei der Versetzungsentschädigung ist das Vorge-

hen der Suva hingegen nicht nachvollziehbar. Weder im angefochtenen 

Entscheid noch in den Rechtsschriften findet sich eine Erklärung der Su-

va, weshalb sie diese beiden Positionen beim versicherten Verdienst nicht 

miteinbezogen hat. Das Barbarageld wurde gemäss Lohnkontoauszug 

(Suva-act. 146 S. 3) im Dezember 2011 einmalig in der Höhe von 

Fr. 250.-- ausgerichtet. Im Zusammenhang mit der Benennung nach der 

Heiligen Barbara, der Schutzpatronin der Bergleute, erweckt dies den An-

schein, das Barbarageld habe Gratifikationscharakter, so dass es gemäss 

Art. 5 Abs. 2 AHVG Bestandteil des massgebenden Lohnes wäre. Und 

auch bei der Versetzungsentschädigung ist nicht ersichtlich, weshalb die-

se nicht geschuldeter Lohnbestandteil sein sollte. Gemäss der Zusatzver-

einbarung für den Untertagbau zum Landesmantelvertrag 2012 -2015 für 

das Bauhauptgewerbe hat jedenfalls ein Arbeitnehmer, der nicht täglich 

vom Arbeitsort an seinen Wohnsitz zurückkehrt, an den gemäss gültigem 

Schichtplan definierten Arbeitstagen Anspruch auf die Vollversetzung, das 

heisst auf Unterkunft und ganztägige Verpflegung, sei dies in Naturalien 

oder in Form einer finanziellen Entschädigung (Anhang 12 zum LMV 2012 

– 2015, Art. 14 Abs. 2.2., einsehbar auf www.bau.ch, zuletzt besucht am 

21. Dezember 2017). Die von der Suva vorgenommene Berechnung des 

versicherten Verdienstes von Fr. 110‘509.-- ist damit unvollständig und 

insbesondere nicht nachvollziehbar.  Die Suva hat somit den versicherten 

- 26 -

Verdienst neu festzulegen und dabei ihre Berechnung nachvollziehbar 

aufzuzeigen. 

9. a) Zusammenfassend kann somit festgehalten werden, dass die Suva ein 

versicherungsexternes fachärztliches medizinisches Gutachten einzuho-

len und gestützt darauf das Invalideneinkommen neu festzulegen hat. 

Beim Valideneinkommen hat die Suva von Fr. 115‘412.60 (für das Jahr 

2014) auszugehen. Weiter hat sie den versicherten Verdienst neu festzu-

legen und dabei die Berechnungsweise und die Grundlagen der Berech-

nung nachvollziehbar darzulegen und zu begründen. Hernach hat sie 

über den Rentenanspruch des Beschwerdeführers neu zu entscheiden. 

Der angefochtene Einspracheentscheid vom 9. September 2016 erweist 

sich damit als rechtswidrig, weshalb er in Gutheissung der dagegen erho-

benen Beschwerde aufzuheben ist. Die Angelegenheit ist zur weiteren 

Abklärung und zu neuem Entscheid im Sinne der Erwägungen an die Su-

va zurückzuweisen.  

b) Gemäss Art. 61 lit. a ATSG ist das kantonale Beschwerdeverfahren in 

Sozialversicherungssachen - ausser bei leichtsinniger oder mutwilliger 

Prozessführung - kostenlos, weshalb vorliegend keine Kosten erhoben 

werden.

c) Nach Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Per-

son Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versiche-

rungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses 

bemessen. Die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren 

Abklärung und neuem Entscheid gilt als vollständiges Obsiegen 

(BGE 137 V 57 E.2.1), weshalb der anwaltlich vertretene Beschwerdefüh-

rer Anspruch auf eine Parteientschädigung hat. Der Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers hat mit Schreiben vom 23. November 2016 eine Ho-

norarnote im Umfang von gesamthaft Fr. 3‘448.45.-- eingereicht. Dieser 

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Betrag setzt sich zusammen aus einem Honorar von Fr. 3‘100.-- für 12.4 

Arbeitsstunden à Fr. 250.-- zuzüglich Barauslagen von Fr. 93.-- und 

Mehrwertsteuer von Fr. 255.45. Der geltend gemachte Arbeitsaufwand 

von 12.4 Arbeitsstunden erscheint dem Gericht als angemessen. Hinge-

gen kann nicht von einem Stundenansatz von Fr. 250.-- ausgegangen 

werden. Dieser Ansatz entspricht zwar demjenigen gemäss Art. 3 Abs. 1 

der Verordnung über die Bemessung des Honorars der Rechtsanwältin-

nen und Rechtsanwälte (Honorarverordnung, HV; BR 310.250), wonach 

ein Stundenansatz zwischen Fr. 210.-- und Fr. 270.-- als üblich gilt. Da 

der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers jedoch keine Honorarverein-

barung eingereicht hat (Art. 4 Abs. 1 HV), ist vorliegend gemäss der Pra-

xis des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden von einem mittle-

ren Stundenansatz von Fr. 240.-- auszugehen. Folglich ergibt sich eine 

aussergerichtliche Entschädigung von Fr. 3‘310.50 (= 12.4 x Fr. 240.-- 

plus 3 % Barauslagen [= Fr. 89.30] plus 8 % Mehrwertsteuer [= Fr. 

245.20]). In diesem Umfang hat die Suva den Beschwerdeführer ausser-

gerichtlich zu entschädigen.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, der angefochtene Einspracheent-

scheid aufgehoben und die Angelegenheit wird zur weiteren Abklärung 

und zum Neuentscheid im Sinne der Erwägungen an die Schweizerische 

Unfallversicherungsanstalt zurückgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben. 

3. Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt entschädigt A._____ aus-
sergerichtlich mit Fr. 3‘310.50 (inkl. MWST). 

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]