# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f950c1a8-f810-5550-b2e3-727a284f36fe
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-10-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.10.2021 E-4435/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4435-2021_2021-10-12.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-4435/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 2 .  O k t o b e r  2 0 2 1  

Besetzung 
 Einzelrichterin Roswitha Petry, 

mit Zustimmung von Richter David R. Wenger;   

Gerichtsschreiberin Nathalie Schmidlin. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Kosovo,  

(…),   

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung (verkürzte Beschwerdefrist);  

Verfügung des SEM vom 28. September 2021 / N (…). 

 

 

 

E-4435/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer verliess seinen Heimatstaat gemäss eigenen Anga-

ben am 24. Juli 2021. Am 4. August 2021 reiste er in die Schweiz ein und 

suchte gleichentags um Asyl nach. 

B.  

Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Zentralein-

heit Eurodac) ergab, dass er am 12. Dezember 2014 in Deutschland ein 

Asylgesuch gestellt hatte. 

C.  

Am 9. August 2021 bevollmächtigte der Beschwerdeführer die ihm zuge-

wiesene Rechtsvertretung.  

D.  

Am 10. August 2021 nahm die Vorinstanz die Personalien des Beschwer-

deführers auf. 

E.  

Am 20. August 2021 fand das persönliche Gespräch gemäss Art. 5 der 

Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Ra-

tes vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Be-

stimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Dritt-

staatangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten An-

trags auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO) 

statt. Dabei führte der Beschwerdeführer aus, er habe im Jahr 2014 in 

Deutschland um Asyl nachgesucht. Nach Erhalt eines negativen Ent-

scheids sei er 2016 in den Kosovo zurückgekehrt.  

F.  

F.a Am 20. August 2021 richtete die Vorinstanz gestützt auf Art. 34 Dublin-

III-VO ein Informationsersuchen an die deutschen Behörden, welches 

diese mit Schreiben vom 24. August 2021 beantworteten. 

F.b Gleichentags ersuchte die Vorinstanz die deutschen Behörden um 

Übernahme des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. d der 

Dublin-III-VO. 

E-4435/2021 

Seite 3 

G.  

Am 24. August 2021 reichte der Beschwerdeführer – jeweils in Kopie – ei-

nen kosovarischen Führerausweis und Zahlungsbelege für Internetrech-

nungen ein. 

H.  

Mit Schreiben vom 26. August 2021 lehnten die deutschen Behörden das 

Wiederaufnahmeersuchen der Vorinstanz vom 24. August 2021 ab. Zur 

Begründung führten sie aus, der Beschwerdeführer habe Deutschland am 

31. August 2017 verlassen und es gebe keinen Hinweis darauf, dass er 

wieder eingereist sei. Er habe somit das Hoheitsgebiet der Dublin-Mitglied-

staaten für mehr als drei Monate verlassen, womit gemäss Art. 19 Abs. 2 

Dublin-III-VO die Zuständigkeit der Bundesrepublik Deutschland erloschen 

sei. 

I.  

Am 16. September 2021 hörte die Vorinstanz den Beschwerdeführer zu 

seinen Asylgründen an. 

Dabei gab er an, er stamme aus B._______. Seine Eltern, ein Bruder sowie 

zahlreiche weitere Verwandte lebten im Kosovo. Im Jahr (…) habe er die 

(…) abgeschlossen. Danach habe er bis im Jahr (…) als (…) gearbeitet. 

Von November 2014 bis zirka September 2016 habe er sich in Deutschland 

aufgehalten. Nach der Rückkehr in den Kosovo habe er ein Diplom als (…) 

erworben. Er habe sich zwar um eine Arbeitsstelle bemüht, sei aber bis zu 

seiner Ausreise im Juli 2021 arbeitslos gewesen. Für den Eigenbedarf 

habe er Gemüse und Früchte angepflanzt. 

Zu seinen Asylgründen führte er aus, er habe im Jahr 2013 mit seinem 

Nachbarn eine tätliche Auseinandersetzung wegen einer Frau gehabt. In 

die Schlägerei seien auch weitere Familienangehörige verwickelt gewe-

sen. Der Nachbar sei dabei im (…) verletzt worden. Die Polizei habe inter-

veniert und der Fall sei Anfang des Jahres 2014 vor Gericht verhandelt 

worden. Sie hätten zwar eine Einigung vor Gericht erzielt, aber die beiden 

Familien hätten sich nie versöhnt. Er sei mehrmals mit dem Tod bedroht 

worden. Auch nach seiner Rückkehr aus Deutschland 2016 habe sich die 

Situation nicht beruhigt. Eines Tages im (…) oder (…) 2016 sei er von Mit-

gliedern der verfeindeten Familie verprügelt worden. Er habe diesen Vorfall 

nicht den Behörden gemeldet. Ein weiterer Grund für das Verlassen seines 

Heimatstaates sei die Arbeitslosigkeit gewesen. 

E-4435/2021 

Seite 4 

J.  

Am 24. September 2021 gewährte die Vorinstanz dem Beschwerdeführer 

das rechtliche Gehör zum Entscheidentwurf. Gleichentags nahm der Be-

schwerdeführer Stellung.  

K.  

Mit Verfügung vom 28. September 2021 – gleichentags eröffnet – verneinte 

die Vorinstanz die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers, lehnte 

das Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete 

den Vollzug an. Den zuständigen Kanton beauftragte sie mit dem Vollzug 

der Wegweisung und händigte dem Beschwerdeführer die editionspflichti-

gen Akten gemäss Aktenverzeichnis aus.  

L.  

Am 28. September 2021 legte die dem Beschwerdeführer zugewiesene 

Rechtsvertretung ihr Mandat nieder.  

M.  

Mit Eingabe vom 5. Oktober 2021 erhob der Beschwerdeführer beim Bun-

desverwaltungsgericht Beschwerde. Er beantragt, er sei als Flüchtling an-

zuerkennen und es sei ihm Asyl zu gewähren. Eventualiter sei er aus hu-

manitären Gründen vorläufig aufzunehmen. Prozessual sei ihm die unent-

geltliche Prozessführung, inklusive Verzicht auf die Erhebung eines Kos-

tenvorschusses, und die amtliche Verbeiständung zu gewähren. 

N.  

Am 8. Oktober 2021 bestätigte das Gericht den Eingang der Beschwerde.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend 

– endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Der Beschwerde-

führer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert  

(Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde 

(Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist einzutreten. 

E-4435/2021 

Seite 5 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist im Ver-

fahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten 

Richters (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Weiterungen und mit summarischer 

Begründung zu behandeln (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

4.  

Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grundsätz-

lich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, 

in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zu-

gehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politi-

schen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begrün-

dete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 

AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Lei-

bes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträg-

lichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).  

5.  

5.1 Die Vorinstanz gelangt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, 

die Vorbringen des Beschwerdeführers würden den Anforderungen an die 

Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht genügen. 

Übergriffe durch Dritte oder Befürchtungen, künftig solchen ausgesetzt zu 

sein, seien nur dann flüchtlingsrechtlich relevant, wenn der Staat nicht 

schutzwillig und schutzfähig sei. Generell sei Schutz gewährleistet, wenn 

funktionierende und wirksame Polizei- und Justizorgane zur Ermittlung, 

Strafverfolgung und Ahndung von Verfolgungshandlungen bestehen. Eine 

verfolgte Person müsse Zugang zu diesem Schutz haben und dessen In-

anspruchnahme zumutbar sein. 

Die Republik Kosovo sei als verfolgungssicherer Staat bezeichnet worden, 

womit die Regelvermutung bestehe, dass keine asylrelevante staatliche 

Verfolgung stattfinde und Schutz vor nichtstaatlicher Verfolgung gewähr-

leistet sei. Es handle sich um eine relative Verfolgungssicherheit, welche 

im Einzelfall aufgrund konkreter und substantiierter Hinweise umgestossen 

werden könne.  

E-4435/2021 

Seite 6 

Aus den Akten gehe hervor, dass die Polizei unmittelbar nach der Schlä-

gerei zwischen dem Beschwerdeführer und seinem Nachbar tätig gewor-

den, der Fall vor einem Gericht verhandelt worden und es zu einer Einigung 

gekommen sei. Dies belege die Regelvermutung, dass die Republik Ko-

sovo über wirksame Polizei- und Justizorgane verfüge und Anzeigen über-

prüft würden. Der Beschwerdeführer könne sich somit – allenfalls mit Hilfe 

eines Rechtsanwalts – im Falle von weiteren Übergriffen an die heimatli-

chen Behörden wenden. Obwohl er angeblich vernommen habe, dass ihn 

die verfeindete Familie töten wolle, habe er sich nicht schutzsuchend an 

die Behörden gewandt, womit es ihm nicht gelinge, die erwähnte Regelver-

mutung umzustossen. Im Rahmen der Stellungnahme zum rechtlichen Ge-

hör setze er sich weder mit der Einschätzung des SEM auseinander, wo-

nach seine Vorbringen flüchtlingsrechtlich nicht relevant seien, noch inwie-

fern eine Rückkehr aus wirtschaftlicher oder sozialer Sicht unzumutbar sei.  

Im Übrigen beruhten die Nachteile, die er seitens des Nachbarn und des-

sen Familie erlitten oder zu befürchten habe, auf dem Motiv der Rache und 

nicht aus einem Grund im Sinne von Art. 3 AsylG, womit sie ohnehin flücht-

lingsrechtlich nicht relevant seien. Betreffend die Arbeitslosigkeit sei fest-

zuhalten, dass Nachteile, welche auf die allgemeinen politischen, wirt-

schaftlichen und sozialen Lebensbedingungen in einem Staat zurückzufüh-

ren seien, flüchtlingsrechtlich ebenfalls nicht relevant seien. 

5.2 In der Rechtsmitteleingabe bringt der Beschwerdeführer vor, sein Le-

ben sei im Kosovo in Gefahr. Er und seine Familienmitglieder seien ständig 

bedroht worden. Im Kosovo herrsche der Kanun, nicht das Gesetz. Bei ei-

ner Auseinandersetzung mit der Polizei im Jahr (…) sei er leicht verletzt 

worden.  

6.  

6.1 Die Republik Kosovo gilt als verfolgungssicherer Staat ("Safe Country") 

gemäss Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG. Bei diesen Staaten gilt grundsätzlich 

die Regelvermutung, dass asylrelevante staatliche Verfolgung nicht statt-

finde und Schutz vor nichtstaatlicher Verfolgung gewährleistet sei. Die Vor-

instanz hat sodann zu Recht festgestellt, dass der kosovarische Staat be-

züglich der geltend gemachten Bedrohung durch Drittpersonen schutzwillig 

und schutzfähig ist (vgl. dazu statt vieler Urteile des BVGer E-2845/2021 

vom 24. Juni 2021 E. 6.3. und E-508/2021 vom 11. Februar 2021 E. 7.2.1 

m.w.H.). Die Ausführungen in der Beschwerde sind nicht geeignet, zu einer 

anderen Beurteilung zu führen, zumal sie lediglich die im vorinstanzlichen 

E-4435/2021 

Seite 7 

Verfahren geltend gemachten Asylgründe wiederholen, ohne sich in sub-

stanziierter Weise mit den zutreffenden Erwägungen in der angefochtenen 

Verfügung auseinanderzusetzen. Zur Vermeidung von Wiederholungen 

kann vollumfänglich darauf verwiesen werden. Mit dem vagen Hinweis in 

der Beschwerde, er sei im Jahr (…) bei einer Auseinandersetzung mit der 

Polizei leicht verletzt worden, vermag er die erwähnte Regelvermutung 

nicht umzustossen.  

6.2 Zusammenfassend hat die Vorinstanz die Flüchtlingseigenschaft des 

Beschwerdeführers zu Recht verneint und das Asylgesuch abgelehnt.  

7.  

Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt 

es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug 

an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 

AsylG). Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtli-

che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer 

solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (vgl. 

BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

8.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund 

nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-

reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. 

E-4435/2021 

Seite 8 

ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-

stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 

EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender 

Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

8.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf 

hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Per-

sonen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Be-

schwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den 

Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers 

noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus-

schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei-

ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung 

ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes für 

Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei-

sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter 

oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR 

Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, 

§§ 124–127 m.w.H.). Dies ist ihm unter Hinweis auf die vorangehenden 

Erwägungen (vgl. E. 6.1) nicht gelungen. Auch die allgemeine Menschen-

rechtssituation im Heimatstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heuti-

gen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. Betreffend allfällige weitere 

Bedrohungen seitens der Nachbarsfamilie kann sich der Beschwerdefüh-

rer an die Behörden wenden und/oder allenfalls eine innerstaatliche Wohn-

sitzalternative suchen. Der Vollzug der Wegweisung erweist sich sowohl 

im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen als zuläs-

sig. 

E-4435/2021 

Seite 9 

8.4  Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind.  

8.4.1 Zur Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges führte die Vorinstanz 

aus, die Republik Kosovo sei als sicherer Herkunftsstaat bezeichnet wor-

den, womit eine Rückkehr in der Regel zumutbar sei. Aus den Akten wür-

den sich keine Hinweise ergeben, die geeignet wären, diese Regelvermu-

tung umzustossen. Mit seinen Familienangehörigen und zahlreichen wei-

teren Verwandten verfüge der Beschwerdeführer über ein soziales Bezie-

hungsnetz und eine gesicherte Wohnsituation. Ferner habe er die (…) ab-

geschlossen und habe Berufserfahrung als (…), (…) und in der (…) ge-

sammelt, womit er sich auch wirtschaftlich werde integrieren können. In 

medizinischer Hinsicht sei festzuhalten, dass die blosse Möglichkeit einer 

Ansteckung mit dem Coronavirus der Zumutbarkeit des Wegweisungsvoll-

zuges nicht entgegenstehe. 

8.4.2 Das Gericht schliesst sich vollumfänglich den zutreffenden Erwägun-

gen der Vorinstanz zur Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges an, zumal 

der Beschwerdeführer diesen nichts entgegensetzt. Der Vollzug der Weg-

weisung erweist sich demnach als zumutbar. 

8.5 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

8.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

 

 

E-4435/2021 

Seite 10 

10.  

10.1 Der Beschwerdeführer beantragt die Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung und amtlichen Verbeiständung. Aufgrund der vorstehen-

den Erwägungen ergibt sich, dass seine Begehren als aussichtlos zu gel-

ten haben, womit eine der kumulativ zu erfüllenden Voraussetzungen ge-

mäss Art. 65 Abs. 1 VwVG und Art. 102m AsylG nicht gegeben ist, weshalb 

die Gesuche abzuweisen sind.  

10.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Besch-

werdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-4435/2021 

Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und amt-

lichen Verbeiständung werden abgewiesen.  

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Roswitha Petry Nathalie Schmidlin 

 

 

Versand: