# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b0e32884-9bce-54d5-805a-06dffc9c513c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-08-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.08.2010 C-7922/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-7922-2009_2010-08-27.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-7922/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 7 .  A u g u s t  2 0 1 0

Richter Antonio Imoberdorf (Vorsitz), 
Richterin Ruth Beutler, Richter Jean-Daniel Dubey, 
Gerichtsschreiberin Susanne Stockmeyer.

N._______, 
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Verweigerung der Einreisebewilligung.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-7922/2009

Sachverhalt:

A.
Der  1981  geborene,  kubanische  Staatsangehörige  E._______  (im 
Folgenden:  Gesuchsteller  bzw.  Eingeladener)  beantragte  am 
21. September  2009  bei  der  Schweizerischen  Botschaft  in  Havanna 
ein Visum für einen 90-tägigen Besuchsaufenthalt bei N._______ (im 
Folgenden: Gastgeberin bzw. Beschwerdeführerin) in T._______ (ZH). 

Die  Schweizer  Vertretung  weigerte  sich,  ein  Visum  in  eigener 
Kompetenz zu erteilen, und leitete das Gesuch zur Prüfung und zum 
Entscheid an die Vorinstanz weiter.

B.
Nachdem das Migrationsamt des Kantons Zürich bei der Gastgeberin 
ergänzende Auskünfte eingeholt und an das BFM weitergeleitet hatte, 
wies  die  Vorinstanz  das  Einreisegesuch  mit  Verfügung  vom 
23. November 2009 ab. Dies im Wesentlichen mit der Begründung, die 
anstandslose und fristgerechte Wiederausreise nach einem Besuchs-
aufenthalt  könne nicht als gesichert  betrachtet  werden. Der Gesuch-
steller lebe in einer Region, aus der als Folge der dort herrschenden 
wirtschaftlichen  Verhältnisse  ein  anhaltend  starker  Zuwanderungs-
druck  festzustellen  sei.  Es  bestünden  zudem  keine  persönlichen, 
familiären  oder  beruflichen  Verpflichtungen  des  Gesuchstellers  in 
seinem Heimatland, die gegebenenfalls Gewähr für eine anstandslose 
und fristgerechte Rückkehr bieten könnten. Nicht auszuschliessen sei 
allenfalls  auch  eine  spätere  Heirat  der  Beschwerdeführerin  mit  dem 
Gesuchsteller. 

C.
Mit Beschwerde vom 17. Dezember 2009 beantragt die Beschwerde-
führerin  beim  Bundesverwaltungsgericht  sinngemäss  die  Aufhebung 
der vorinstanzlichen Verfügung und die Erteilung des Besuchervisums. 
Zur Begründung bringt sie  –  unter Schilderung der Beweggründe, die 
sie zur Einladung des Gesuchstellers in die Schweiz veranlasst haben 
– im Wesentlichen vor, die Vorinstanz gehe zu Unrecht davon aus, die 
Wiederausreise wäre nach einem Besuchsaufenthalt  nicht  gesichert. 
Auch habe sie den Aufenthaltszweck und die Umstände des Aufent-
halts  genügend  belegt.  Der  Antrag  sei  nur  oberflächlich  beurteilt 
worden  und  es  bestünden  gewisse  Zweifel,  ob  die  eingereichten 
Unterlagen  überhaupt  genau  durchgesehen  worden  seien.  Des 

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Weiteren  sei  es  positiv  zu  werten,  dass  der  Gesuchsteller  mit  28 
Jahren  noch  kinderlos  sei.  Sein  Einkommen entspreche  im  Übrigen 
einem  normalen  kubanischen  Durchschnittsgehalt.  Sein  Arbeitgeber 
bestätige, dass er nach seiner Rückkehr die Arbeit wieder aufnehmen 
könne. Auch könne man eine spätere Heirat mit  einer Person, in die 
man  sich  verliebt  habe,  nie  ausschliessen.  Allerdings  wolle  sie  den 
Gesuchsteller  anlässlich  seines  Aufenthalts  in  der  Schweiz  zuerst 
näher kennen lernen. Sie selbst  habe ihn bereits  mehrmals in Kuba 
besucht. 

D.
Die Vorinstanz hält in ihrer Vernehmlassung vom 16. März 2010 an der 
angefochtenen  Verfügung  fest  und  schliesst  auf  Abweisung  der  Be-
schwerde.

E.
In  ihrer  Replik  vom 14. Mai  2010  bekräftigt  die  Beschwerdeführerin 
ihre Anträge und deren Begründung.

F.
Auf den weiteren Akteninhalt  wird, soweit rechtserheblich, in den Er -
wägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 
Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden ge-
gen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20.  Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von 
einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden. Darunter 
fallen  u.a. Verfügungen des BFM,  mit  denen  die  Erteilung  eines  Vi-
sums zu Besuchszwecken verweigert wird. In dieser Materie urteilt das 
Bundesverwaltungsgericht endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundes-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Sofern  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  nichts  anderes  bestimmt, 
richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  nach 
dem VwVG (Art. 37 VGG).

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1.3 Die Beschwerdeführerin ist gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur Be-
schwerde berechtigt. Auf  die  frist-  und formgerechte Beschwerde ist 
einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG).

2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde 
als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Rechts-  und  Sachlage  zum Zeitpunkt  seines  Ent-
scheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten Ur-
teils 2A.451/2002 vom 28. März 2003).

3.
Das  schweizerische  Ausländerrecht  kennt  weder  ein  allgemeines 
Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf 
Erteilung eines Visums. Die Schweiz ist  daher – wie andere Staaten 
auch – grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Ausländern 
die  Einreise  zu  gestatten.  Vorbehältlich  völkerrechtlicher  Ver-
pflichtungen  handelt  es  sich  dabei  um  einen  autonomen  Entscheid 
(vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über Ausländerinnen und Ausländer 
vom 8. März 2002, BBl 2002 3774; BGE 135 II 1 E. 1.1 mit Hinweisen).

4.
4.1 Ausländerinnen  und  Ausländer  benötigen  zur  Einreise  in  die 
Schweiz bzw. den Schengenraum für einen Aufenthalt von höchstens 
drei  Monaten  gültige  Reisedokumente,  die  zum  Grenzübertritt  be-
rechtigen,  und  ein  Visum,  sofern  dieses  erforderlich  ist  (vgl.  Art.  5 
Abs. 1 Bst. a des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die 
Ausländerinnen  und  Ausländer  [AuG,  SR  142.20],  Art. 2  Abs. 1  der 
Verordnung vom 22. Oktober 2008 über die Einreise und die Visum-
erteilung [VEV, SR 142.204] i.V.m. Art. 5 Abs. 1 Bst. a und b der Ver-
ordnung [EG] Nr. 562/2006 des Europäischen Parlaments und des Ra-
tes vom 15. März 2006 über einen Gemeinschaftskodex für das Über-

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schreiten  der  Grenzen  durch  Personen  [nachfolgend:  Schengener 
Grenzkodex, SGK, ABl. L 105 vom 13.04.2006, S. 1-32]).

4.2 Im Weiteren müssen sie den Zweck und die Umstände ihres be-
absichtigten  Aufenthalts  belegen  und  hierfür  über  ausreichende 
finanzielle  Mittel  verfügen  (Art. 5  Abs. 1  Bst. c  SGK,  Art. 5  Abs. 1 
Bst. b  AuG);  sie  dürfen  zudem  nicht  im  Schengener  Informations-
system (SIS) zur Einreiseverweigerung ausgeschrieben sein und keine 
Gefahr  für  die  öffentliche  Ordnung,  die  innere  Sicherheit,  die  öf-
fentliche Gesundheit oder die internationalen Beziehungen eines Mit-
gliedstaats  darstellen  (Art. 5  Abs. 1 Bst. d  und e  SGK,  Art. 5  Abs. 1 
Bst. c AuG). Namentlich müssen Ausländerinnen und Ausländer für die 
gesicherte  Wiederausreise  Gewähr  bieten,  wenn  nur  ein  vorüber-
gehender  Aufenthalt  vorgesehen  ist  (Art. 5  Abs. 2  AuG,  vgl.  dazu 
BVGE  2009/27  E.  5.2  und  E.  5.3).  Hinsichtlich  der  in  Frage 
kommenden  Belege  zur  Glaubhaftmachung  des  Aufenthaltszwecks 
verweist Art. 5 Abs. 2 SGK auf den Anhang I. Art. 5 Abs. 3 SGK sowie 
Art. 2  Abs. 2  und  Art. 7–11  VEV  regeln  ausführlich  das  Einreise-
erfordernis der ausreichenden finanziellen Mittel.

5.
Gemäss Anhang I zur Verordnung (EG) Nr. 539/2001 des Rates vom 
15. März 2001 (ABl. L 81 vom 21.03.2001, S. 1–7) unterliegt der Ge-
suchsteller als kubanischer Staatsangehöriger der Visumspflicht.

6.
6.1 Zur Prüfung des Kriteriums der gesicherten Wiederausreise muss 
ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. Dazu lassen sich in der Re-
gel  keine  verlässlichen  Feststellungen,  sondern  lediglich  Prognosen 
treffen. Dabei sind sämtliche Umstände des konkreten Einzelfalles zu 
würdigen.

6.2 Anhaltspunkte  zur Beurteilung der  Gewähr für  eine fristgerechte 
Wiederausreise  können  sich  aus  der  allgemeinen  Situation  im  Her-
kunftsland  der  Besucherin  oder  des  Besuchers  ergeben.  Einreise-
gesuche von Bürgerinnen und Bürgern aus Staaten bzw. Regionen mit 
politisch oder wirtschaftlich vergleichsweise ungünstigen Verhältnissen 
können darauf hindeuten, dass die persönliche Interessenlage in sol-
chen Fällen nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten Ein-
reisebewilligung in Einklang steht.

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6.2.1 Unter der derzeitigen Staatsführung bleibt Kuba prinzipiell beim 
Konzept  einer  sozialistischen  Planwirtschaft,  in  der  politische  Ziele 
Vorrang vor ökonomischen Erwägungen haben. Das Land leidet unter 
einem grossen Defizit  in den Bereichen Infrastruktur, Industrie sowie 
Landwirtschaft und ist gezwungen, circa 80% der Lebensmittel zu im-
portieren.  Die  unter  Raúl  Castro  angekündigten  und  teilweise  auch 
eingeleiteten  Massnahmen  zur  Stärkung  der  wirtschaftlichen  Leis-
tungsfähigkeit Kubas wirken sich bisher kaum auf den Alltag der Be-
völkerung aus. Ein Übergang von der sozialistischen Planwirtschaft zu 
Marktwirtschaft  und  Privateigentum  wird  von  diesen  Massnahmen 
nicht  angestrebt,  weshalb es an Leistungsanreizen fehlt. Das durch-
schnittliche  monatliche  Salär  in  Kuba  beträgt  umgerechnet  etwa 
15 Euro.  Ein  grosser  Teil  der  Grundbedürfnisse  kann  nur  in  kon-
vertibler Währung und zu Preisen gedeckt werden, die deutlich über 
den Vergleichspreisen in Europa oder den USA liegen. Der Zugang zu 
konvertibler  Währung  bestimmt  denn  auch  den  Lebensstandard  der 
Bevölkerung.  Schätzungsweise  40 %  der  Bürger  erhalten  Über-
weisungen  ihrer  im  Ausland  lebenden  Verwandten  (Quellen:  Deut-
sches Auswärtiges Amt, im Internet unter www.auswaertiges-amt.de > 
Länder, Reisen und Sicherheit > Kuba > Wirtschaft [Stand März 2010], 
US  Department  of  State,  im  Internet  unter:  <http://www.state.gov   > 
Cuba [Stand März 2010], beide Seiten besucht im August 2010).

6.2.2 Mangels  ausreichender  Zukunftsperspektiven  ist  die  Zahl  der 
Emigranten in den letzten Jahren auf ein Rekordniveau gestiegen. Zwi-
schen 1999 und 2006 haben mehr  als  250'000 Kubaner  – somit  im 
Schnitt mehr als 30'000 jährlich – der Insel den Rücken gekehrt. An-
gaben  der  von  der  Emigration  besonders  betroffenen  US-Behörden 
zufolge dürfte  diese Zahl  weiterhin ansteigen. Sie  umfasst  vor allem 
junge und gut  ausgebildete kubanische Staatsangehörige (vgl. Neue 
Zürcher Zeitung vom 3. März 2008: "Kultureller Aderlass mit Folgen"). 
Die  Bereitschaft,  das  Land  auf  der  Suche  nach  besseren  Lebens-
bedingungen  zu  verlassen,  wird  erfahrungsgemäss  dort  noch  be-
günstigt,  wo im Ausland bereits  ein minimales Beziehungsnetz (Ver-
wandte und Bekannte) besteht. Im Falle der Schweiz führt dies ange-
sichts der strengen fremdenpolizeilichen Zulassungspraxis nicht selten 
zur Umgehung ausländerrechtlicher Bestimmungen. 

6.2.3 Im  Bezug  auf  die  Einschätzung  des  Emigrationsrisikos  ist  bei 
kubanischen  Staatsangehörigen  eine  Eigenheit  des  kubanischen 
Rechts  zu  berücksichtigen:  Hält  sich  ein  kubanischer  Staats-

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http://www.state.gov/

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angehöriger länger im Ausland auf als im Ausreisevisum vorgesehen 
(eine  Verlängerung  bis  zu  einer  Abwesenheit  von  insgesamt  11 
Monaten  kann  von  den  kubanischen  Vertretungen  im  Ausland  vor-
genommen werden), so wird ihm in vielen Fällen die Wiedereinreise 
nach Kuba verwehrt (vgl. MICHAEL KIRSCHNER, Kuba: Legale und illegale 
Aus- und Einreise, Schweizerischen Flüchtlingshilfe, Bern 2006 sowie 
JUDITH MACCHI,  Kuba: Rückkehr,  Schweizerische  Flüchtlingshilfe,  Bern 
2009 und die dort zitierten Quellen). Es versteht sich von selbst und 
bedarf  keiner  weiteren Erläuterung,  dass solche restriktiven Normen 
Emigrationswillige – einmal  im Ausland – dazu verleiten können, die 
Verpflichtung zur Wiederausreise so lange hinauszuzögern, bis sie von 
den  Behörden  des  Aufenthaltsstaates  zwangsweise  nicht  mehr 
durchgesetzt werden kann. 

6.2.4 Angesichts der geschilderten Umstände im Heimatland des Ge-
suchstellers ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz das Risiko 
einer nicht fristgerechten Wiederausreise von Besuchern aus Kuba ge-
nerell als hoch einschätzt.

6.3 Bei der Risikoanalyse sind allerdings – wie auch die Beschwerde-
führerin  zu  Recht  geltend  macht  –  nicht  nur  solch  allgemeine  Um-
stände und Erfahrungen, sondern auch sämtliche Gesichtspunkte des 
konkreten Einzelfalles zu berücksichtigen. Allerdings sind dabei nicht 
so sehr die persönlichen Eindrücke der Beschwerdeführerin vom Ge-
suchsteller ausschlaggebend, sondern vielmehr konkret nachweisbare 
besondere berufliche, gesellschaftliche oder familiäre Verpflichtungen. 
Sind diese vorhanden, können sie die Prognose für eine anstandslose 
Wiederausreise  begünstigen.  Umgekehrt  muss  bei  Personen,  die  in 
ihrer Heimat keine besonderen Verpflichtungen haben, das Risiko für 
ein fremdenpolizeilich nicht regelkonformes Verhalten (nach bewilligter 
Einreise zu einem Besuchsaufenthalt) hoch eingeschätzt werden.

6.3.1 Beim Gesuchsteller handelt es sich um einen bald 29-jährigen, 
unverheirateten  und  kinderlosen  Mann. Die  Beschwerdeführerin  gibt 
zudem an, er wohne mit seiner Mutter und einem Bruder zusammen 
und  sorge  für  diese.  Sein  Vater  und  ein  weiterer  jüngerer  Bruder 
würden  am  selben  Ort  wohnen.  Die  Eltern  seien  geschieden  (vgl. 
Schreiben der  Beschwerdeführerin  vom 30. Oktober  2009). Der  Ge-
suchsteller  selbst  erwähnt  in  einem  Schreiben  vom  16.  September 
2009  an  die  Schweizerische  Vertretung,  seine  Mutter  habe  gesund-
heitliche Probleme. Aus diesem Grund müsse sie betreut werden und 

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sie  benötige  finanzielle  Unterstützung. Während  seiner  Abwesenheit 
springe jemand anderes für  ihn ein.  Über  Art  und Ausmass der  Be-
treuung  wurden  keine Angaben getätigt.  Es  ist  jedoch  aufgrund  der 
beruflich bedingten Abwesenheit des Gesuchstellers nicht davon aus-
zugehen, diese sei besonders intensiv. Immerhin wohnt auch noch ein 
weiterer Bruder mit der Mutter zusammen; ein anderer lebt am selben 
Ort. Die finanzielle Unterstützung kann hingegen ohne weiteres auch 
aus  dem  Ausland  erfolgen.  Es  sind  somit  keine  familiären  Ver-
pflichtungen  ersichtlich,  welche  den  Gesuchsteller  von  einer 
Emigration abzuhalten vermöchten. Andere Verpflichtungen familiärer 
oder  gesellschaftlicher  Art  gehen  aus  den  Akten  und  den  Aus-
führungen der Beschwerdeführerin nicht hervor. 

6.3.2 Die  Beschwerdeführerin  macht  alsdann  berufliche  Bindungen 
des  Gesuchstellers  geltend:  Er  arbeite  bei  einer  Elektrizitätsgesell-
schaft  und  könne  seine  Stelle  nach  90  Tagen  Abwesenheit  wieder 
übernehmen  (vgl.  Schreiben  vom  30.  Oktober  2009).  Ein  ent-
sprechendes  Bestätigungsschreiben  des  Arbeitsgebers  vom  7. Sep-
tember 2009 liegt den Akten bei. Nicht bekannt ist hingegen – ausser 
dem Hinweis,  er  habe  ein  für  Kuba  durchschnittliches  Gehalt  –  die 
Höhe des monatlichen Einkommens. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass 
aufgrund  des  grossen  Lohngefälles  zwischen  der  Schweiz  und 
Staaten wie Kuba selbst ein für einheimische Verhältnisse gutes Salär 
nicht  nachhaltig  davon  abhalten  kann,  das  Heimatland dauerhaft  zu 
verlassen. Die Beschwerdeführerin führt denn auch beschwerdeweise 
aus,  ihr  Freund  habe  ein  für  Schweizer  Verhältnisse  geringes  Ein-
kommen. Vor diesem Hintergrund ist der Vorinstanz zuzustimmen, als 
auch  die  geplante  dreimonatige  Abwesenheit  des  Gesuchstellers 
einen weiteren Hinweis darstellt,  dass keine besonders starke beruf-
liche Verankerung vorliegt.  

6.3.3 Aufgrund  der  obgenannten  Ausführungen  muss  das  Vorliegen 
von  besonderen  beruflichen,  gesellschaftlichen  oder  familiären  Ver-
pflichtungen  verneint  werden.  Kommt  hinzu,  dass  die  Beschwerde-
führerin  während  des  vorinstanzlichen  Verfahrens  wie  auch  auf  Be-
schwerdeebene  Heiratsabsichten  geltend  macht.  Zwar  steht  es  ihr 
ohne weiteres zu, den Gesuchsteller im Einklang mit den migrations-
rechtlichen Regeln zu heiraten und seine anschliessende Aufenthalts-
regelung  zum  Gegenstand  eines  neuen,  aus  dem  Ausland  einzu-
leitenden  Verfahrens  zu  machen.  Erfahrungsgemäss  werden  solche 

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Schritte  jedoch oftmals  während des Besuchsaufenthalts verwirklicht. 
Insofern bestehen ebenfalls begründete Zweifel am Aufenthaltszweck. 

6.4 Vor dem allgemeinen und persönlichen Hintergrund durfte die Vor-
instanz demnach davon ausgehen, dass keine hinreichende Gewähr 
für eine fristgerechte und anstandslose Wiederausreise des Gesuch-
stellers nach einem Besuchsaufenthalt besteht. Zwar lässt sich diese 
Einschätzung nicht  zu  einer  gesicherten Feststellung verdichten; sie 
reicht aber aus, um die Erteilung eines Einreisevisums abzulehnen. An 
dieser  Beurteilung  vermögen  auch  die  Zusicherungen  der  Be-
schwerdeführerin sowie die von ihr unterzeichnete Garantieerklärung 
vom 23.  Oktober  2009  nichts  zu  ändern.  Als  Gastgeberin  kann  sie 
zwar für gewisse finanzielle Risiken im Zusammenhang mit dem Be-
suchsaufenthalt,  aus nahe liegenden Gründen aber nicht  für  ein be-
stimmtes Verhalten ihres Gastes garantieren. Denn bei der Abwägung 
des Risikos einer nicht fristgerechten Wiederausreise ist naturgemäss 
nicht so sehr die Haltung des Gastgebers, sondern in erster Linie das 
mögliche Verhalten des Gastes selbst von Bedeutung. Nur Letzterer ist 
in  der  Lage,  hinreichend  Gewähr  für  seine  Rückkehrbereitschaft  zu 
bieten (BVGE 2009/27 E. 9). Der Beschwerdeführerin steht weiterhin 
die Möglichkeit offen, ihren Freund in Kuba zu besuchen. 

6.5 Aus den vorstehenden Erwägungen folgt,  dass die angefochtene 
Verfügung im Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die 
Beschwerde ist daher abzuweisen. 

7.
Entsprechend  dem  Ausgang  des  Verfahrens  wird  die  unterliegende 
Beschwerdeführerin kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG, Art. 1, 2 und 
3 Bst. b  des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [SR 173.320.2]).

(Dispositiv Seite 10)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem in  gleicher  Höhe  geleisteten  Kosten-
vorschuss verrechnet. 

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Dossier Ref-Nr.[...] zurück)
- das Migrationsamt des Kantons Zürich

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Antonio Imoberdorf Susanne Stockmeyer

Versand: 

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