# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 25cbb09c-bdc6-53c3-9072-5e99ccaa4086
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-06
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 06.12.2022 200 2021 648
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-648_2022-12-06.pdf

## Full Text

200 21 648 IV
MAK/IMD/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 6. Dezember 2022

Verwaltungsrichterin Mauerhofer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Kölliker, Verwaltungsrichter Furrer
Gerichtsschreiber Imhasly

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 13. August 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Dez. 2022, IV/21/648, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1986 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
bezog aufgrund einer psychischen Erkrankung zwischen 1. Februar 2012 
und 31. März 2014 eine ganze bzw. zwischen 1. Mai 2015 und 30. Juni 
2016 eine Viertelsrente der Invalidenversicherung (IV; Verfügung vom 
5. Juli 2018; Akten der IV, Antwortbeilage [AB] 11.5). In medizinischer Hin-
sicht basierte diese Verfügung namentlich auf dem von Dr. med. 
C.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, erstellten psych-
iatrischen Gutachten vom 2. November 2015 (AB 11.50). Ab November 
2016 stand der Versicherte in einem Arbeitsverhältnis mit der D.________ 
AG (heute: E.________ AG [Schweizerisches Handelsamtsblatt SHAB vom 
28. April 2022]; AB 12 S. 2). Nachdem er ab Januar 2019 zu 100 % krank-
geschrieben worden war (AB 4.2), meldete sich der Versicherte im Mai 
2019 erneut bei der IV zum Leistungsbezug an (AB 5). Die IV-Stelle Bern 
(IVB bzw. Beschwerdegegnerin) tätigte erwerbliche sowie medizinische 
Abklärungen und sprach dem Versicherten berufliche Eingliederungsmass-
nahmen in Form eines dreimonatigen Belastbarkeitstrainings zu (AB 33), 
welches per 24. Februar 2020 frühzeitig abgebrochen wurde (AB 39 f.). In 
der Folge veranlasste die IVB eine Verlaufsbegutachtung durch Dr. med. 
C.________ (Gutachten vom 12. März 2021 [AB 60.1]). Mit Vorbescheid 
vom 14. April 2021 (AB 61) kündigte sie die Zusprache einer halben Rente 
ab dem 1. Februar 2020 an; dies bei einem Invaliditätsgrad von 56 %. Nach 
hiergegen erhobenem Einwand (AB 69, 71) holte die IVB eine Stellung-
nahme des Gutachters ein (AB 74) und verfügte am 13. August 2021 
(AB 78) wie angekündigt.

B.

Mit Eingabe vom 15. September 2021 erhob der Versicherte, vertreten 
durch Rechtsanwältin B.________, Beschwerde. Er beantragt die Aufhe-
bung der Verfügung vom 13. August 2021 und die Zusprache einer Drei-
viertelsrente.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Dez. 2022, IV/21/648, Seite 3

Die Beschwerdegegnerin schliesst mit Beschwerdeantwort vom 18. Okto-
ber 2021 auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 13. August 2021 
(AB 78). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Rente der Invali-
denversicherung.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 ist die Änderung vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV; AS 2021 705) in Kraft getreten. Weil in zeitlicher 
Hinsicht – vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – 
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich sind, die bei der Erfül-
lung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbe-
standes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1 S. 370, 144 V 210 E. 4.3.1 
S. 213) und die angefochtene Verfügung vor dem Inkrafttreten der IVG-
Änderung vom 19. Juni 2020 datiert, ist der Rentenanspruch nach den bis 
31. Dezember 2021 geltenden Normen (fortan aArt.) zu prüfen.

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.3 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden kön-
nen auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. 
Art. 7 ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 
IVG sowie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizini-
sche Befundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer 
nur dann anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeein-

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trächtigung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist 
(BGE 145 V 215 E. 5.1 S. 221). 

2.4 Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.5 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.6 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

2.7

2.7.1 Wird ein Gesuch um Revision eingereicht, so ist darin glaubhaft zu 
machen, dass sich der Grad der Invalidität oder der Hilflosigkeit oder die 
Höhe des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwands oder Hilfebedarfs des 
Versicherten in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenver-
sicherung [IVV; SR 831.201]). Wurde eine Rente wegen eines zu geringen 
Invaliditätsgrades verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur geprüft, 

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wenn die Voraussetzung nach Abs. 2 erfüllt ist (Art. 87 Abs. 3 IVV, vgl. 
auch BGE 130 V 343 E. 3.5.3 S. 351). Erheblich ist eine Sachverhaltsände-
rung, wenn angenommen werden kann, der Anspruch auf eine Invaliden-
rente (oder deren Erhöhung) sei begründet, falls sich die geltend gemach-
ten Umstände als richtig erweisen sollten (SVR 2014 IV Nr. 33 S. 121 E. 2).

2.7.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsge-
such ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewis-
sern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung 
des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass 
der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine 
Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls 
hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, 
um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) 
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 
198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

2.7.3 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach aArt. 17 Abs. 1 
ATSG – durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten 
materiellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

2.7.4 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1).

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3.

3.1 Fest steht, dass die Beschwerdegegnerin auf die Neuanmeldung 
vom Mai 2019 (AB 5) eingetreten ist und den Rentenanspruch in der ange-
fochtenen Verfügung vom 13. August 2021 (AB 78) materiell geprüft hat. 
Die Eintretensfrage ist – da nicht streitig – vom Gericht nicht zu beurteilen 
(BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Indes ist zu prüfen, ob im massgebenden 
Vergleichszeitraum zwischen der Verfügung vom 5. Juli 2018 (AB 11.5) 
und der Verfügung vom 13. August 2021 (AB 78) eine Veränderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, die geeignet ist, den Invali-
ditätsgrad in einer für den Leistungsanspruch erheblichen Weise zu beein-
flussen.

3.2 Der Beschwerdeführer stand ab dem 1. November 2016 in einem 
Arbeitsverhältnis mit der (damaligen) D.________ AG; dies in einem Pen-
sum von 100 % (AB 12 S. 2 f.). Ab Januar 2019 war er zu 100 % krankge-
schrieben (AB 4.2), weswegen die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis per 
Ende November 2019 auflöste (AB 20 S. 1; Protokoll per 18.10.2021 [Ein-
trag vom 04.09.2019]). Damit sind sowohl ein erwerblicher als auch ein 
medizinischer Neuanmeldungsgrund ausgewiesen und der Rentenan-
spruch ist in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig neu zu prüfen 
(vgl. E. 2.7.4 hiervor).

3.3 In medizinischer Hinsicht erging die angefochtene Verfügung vom 
13. August 2021 (AB 78) im Wesentlichen gestützt auf die folgenden Unter-
lagen:

3.3.1 Dr. med. C.________ diagnostizierte im Gutachten vom 12. März 
2021 (AB 60.1) eine ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung (ICD-10 
F60.6) mit/bei Persönlichkeitsstruktur im Sinne eines verdeckten Narziss-
mus sowie eine Dysthymia (ICD-10 F34.1) mit/bei verdecktem Narzissmus 
(S. 52 Ziff. 12.2). Der Gutachter führte aus, die im Gutachten vom 2. No-
vember 2015 formulierte diagnostische Beurteilung habe unverändert ihre 
Gültigkeit. Beim Versicherten sei von einer seit Kindheit an bestehenden 
Kontakt- und Beziehungsstörung auszugehen. Als Ursache sei eine erheb-
liche Selbstwertproblematik im Sinne eines chronischen Minderwertigkeits- 
und Insuffizienzgefühls genannt worden. Es sei davon ausgegangen wor-

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den, dass gleichzeitig eine narzisstische Problematik im Sinne eines "ge-
scheiterten" Narzissten nach Sachse vorliege. Gemeint seien mit diesem 
Begriff Personen mit narzisstischer Ausprägung, die in ihrem Leben in eine 
Phase gerieten, wo sie sich den (für sie verbindlichen) Anforderungen nicht 
mehr gewachsen fühlten und in der sie Anstrengungen einstellten und 
deutlich das Gefühl entwickelten zu scheitern (was sie manchmal objektiv 
auch tun würden [S. 53]). In Bezug auf das depressive Erleben sei es ge-
rechtfertigt, von einem chronisch depressiven Erleben im diagnostischen 
Rang einer Dysthymia zu sprechen. Die Kernsymptome wie fehlende Ener-
gie und fehlender Antrieb, Verlust des Selbstvertrauens, sozialer Rückzug, 
Pessimismus, Anhedonie etc. seien ausgewiesen und würden sich über-
lappen bzw. würden aufrechterhalten durch die narzisstische Problematik 
und auch die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung (S. 55). Die Sympto-
matik der Persönlichkeitsstörung sei als mittelgradig zu taxieren. Dies in-
kludiere auch die Symptomatik, die im Kontext der Dysthymia ausgewiesen 
sei (S. 56). Gegenüber dem Jahr 2015 sei gesamthaft von einer gewissen 
Verschlechterung in der funktionellen Leistungsfähigkeit auszugehen. Das 
Krankheitsbild sei nicht nur weiter chronifiziert und auch die Resilienz des 
Versicherten, die Beschwerden zu kompensieren, habe nachgelassen, 
auch das depressive Erleben im Sinne eines dysthymen Erlebens sei je-
denfalls gegenüber dem Jahr 2015 deutlich spürbarer. Die Arbeitsfähigkeit 
in jedweder Tätigkeit, die den beruflichen Fähigkeiten des Versicherten 
entspreche und die an einem angepassten Arbeitsplatz verrichtet werde, 
sei ab dem 1. Oktober 2019 mit 50 % zu beurteilen. Die Bedingungen des 
angepassten Arbeitsplatzes seien wie folgt: wohlwollendes Umfeld; redu-
zierter Zeit- und Leistungsdruck; reduzierter Kundenkontakt; kleines Team; 
die Arbeit könne in einem Prozess integriert sein, werde aber bevorzugt 
alleine verrichtet. Vom 1. Januar 2019 bis zum 30. September 2019 habe 
keine Arbeitsfähigkeit bestanden (S. 57 f.).

3.3.2 In der psychiatrischen Stellungnahme der F.________ AG vom 7. 
Mai 2021 (AB 69 S. 3 f.) wurde ausgeführt, der Patient habe seit Mitte März 
2021 zunehmend von Anspannungssymptomatik, Angstgefühlen und De-
realisationserleben berichtet. Es sei im Verlauf zudem häufig ein Engege-
fühl in der Brust und im Hals aufgetreten. Die Symptomatik hätte sich zu-
gespitzt, bis es ab dem 17. April 2021 zu einer massiven Exazerbation der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Dez. 2022, IV/21/648, Seite 9

Ängste gekommen sei. Der Patient hätte mehrmals täglich Panikattacken 
erlebt und sei nicht mehr in der Lage gewesen, alleine zu sein, zu reisen 
oder das Haus zu verlassen. Seit dem 19. April 2021 sei er in stationärer 
Behandlung. Der Gutachter habe eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % in einer 
angepassten Tätigkeit attestiert. Diese werde aufgrund tiefgreifender funk-
tioneller Beeinträchtigungen und in Zusammenschau des bisherigen Ver-
laufs als höher eingeschätzt.

Im Austrittsbericht derselben Klink vom 7. Juni 2021 (AB 71 S. 2 ff.) wurden 
eine ängstliche (vermeidende) Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.6) und 
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode 
(ICD-10 F33.1), diagnostiziert. Der Patient sei vom 19. April bis zum 
28. Mai 2021 hospitalisiert gewesen. 

3.3.3 Der Gutachter Dr. med. C.________ führte in der Stellungnahme 
vom 19. Juli 2021 (AB 74) zusammenfassend aus, der Austrittsbericht der 
F.________ AG lege nicht den Schluss nahe, dass überwiegend wahr-
scheinlich von einer zeitüberdauernden Verschlechterung des Gesund-
heitszustandes auszugehen sei. Eher handle es sich um ein situativ-
reaktives Geschehen, möglicherweise mitausgelöst durch den Vorbescheid 
der IV-Stelle Bern vom 14. April 2021. Auch fänden sich keine Diagnosen, 
die nicht bereits im Gutachten vom 12. März 2021 diskutiert worden wären. 
Die Stellungnahme vom 7. Mai 2021 zum Gutachten enthalte keine neuen 
medizinischen Angaben, die nicht bereits zum Zeitpunkt der Begutachtung 
vorgelegen hätten. Man teile schlussendlich die diagnostische Beurteilung 
des Referenten. Dass die Arbeitsunfähigkeit höher bewertet werde, sei zu 
respektieren, sei aber gleichfalls bereits zum Zeitpunkt der Gutachtener-
stellung bekannt gewesen. 

3.4

3.4.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 

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ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.4.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Die Feststellung einer revisionsbegründenden Veränderung erfolgt durch 
eine Gegenüberstellung eines vergangenen und des aktuellen Zustandes. 
Gegenstand des Beweises ist somit das Vorhandensein einer entschei-
dungserheblichen Differenz in den den medizinischen Unterlagen zu ent-
nehmenden Tatsachen. Der Beweiswert eines zwecks Rentenrevision er-
stellten Gutachtens hängt folglich wesentlich davon ab, ob es sich ausrei-
chend auf das Beweisthema – erhebliche Änderung(en) des Sachverhalts – 
bezieht. Einer für sich allein betrachtet vollständigen, nachvollziehbaren 
und schlüssigen medizinischen Beurteilung, die im Hinblick auf eine erst-
malige Beurteilung der Rentenberechtigung beweisend wäre, mangelt es 
daher in der Regel am rechtlich erforderlichen Beweiswert, wenn sich die 
(von einer früheren abweichende) ärztliche Einschätzung nicht hinreichend 
darüber ausspricht, inwiefern eine effektive Veränderung des Gesundheits-
zustandes stattgefunden hat. Vorbehalten bleiben Sachlagen, in denen es 
evident ist, dass die gesundheitlichen Verhältnisse sich verändert haben 
(SVR 2018 IV Nr. 13 S. 40 E. 4.2 und 4.2.1).

3.4.3 Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen 
Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersu-
chungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der 

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Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; 
SVR 2020 IV Nr. 71 S. 246 E. 2.2).

3.5 Das psychiatrische Gutachten von Dr. med. C.________ vom 12. 
März 2021 (AB 60.1) samt Stellungnahme vom 19. Juli 2021 (AB 74) erfüllt 
die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert eines 
medizinischen Gutachtens gestellten Anforderungen (vgl. E. 3.4.2 f. hier-
vor). Die darin enthaltenen Feststellungen beruhen auf eigenen Abklärun-
gen, sind in Kenntnis der Vorakten sowie unter Berücksichtigung der ge-
klagten Beschwerden getroffen worden. Die Ausführungen in der Beurtei-
lung der medizinischen Zusammenhänge sind einleuchtend und die gezo-
genen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand werden nachvollzieh-
bar, umfassend und einlässlich begründet. Der Gutachter setzte sich aus-
führlich mit den konkreten funktionellen Auswirkungen der diagnostizierten 
Störung auseinander und berücksichtigte insbesondere auch beim Be-
schwerdeführer vorliegende leistungshindernde äussere Belastungsfakto-
ren und Kompensationspotentiale (AB 60.1 S. 62). Schliesslich hat sich der 
Gutachter hinreichend zum Beweisthema der erheblichen Änderung des 
Sachverhalts geäussert (AB 60.1 S. 67), womit seine Expertise auch im 
Neuanmeldungskontext beweiskräftig ist. Dem Gutachten kommt somit 
voller Beweiswert zu, woran die Einwände des Beschwerdeführers nichts 
zu ändern vermögen.

3.5.1 Was zunächst die Stellungnahme der F.________ AG vom 7. Mai 
2021 (AB 69 S. 3 f.) betrifft, ist festzustellen, dass die behandelnden Ärzte 
der gutachterlichen Einschätzung im Wesentlichen folgen. So führten diese 
aus, das Gutachten sei ausführlich, würdige die Vorbefunde, die Krank-
heitsgeschichte und die bei der IV eingegangenen Berichte. In Kenntnis 
des Patienten entstehe beim Lesen des Gutachtens der Eindruck, dass der 
Gutachter den Patienten gut erfasst zu haben scheine, der Patient werde in 
den Ausführungen gut wiedererkannt. Die diagnostische Einschätzung zei-
ge sich weitestgehend übereinstimmend. Abweichungen in der Einschät-
zung zeigten sich vielmehr in der Beurteilung des Schweregrads der Beein-
trächtigung resp. der funktionellen Beeinträchtigungen. Diese seien deutlich 

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höher zu werten im Sinne einer höhergradigen gesamthaften Beeinträchti-
gung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit (AB 69 S. 3 f.). Bei dieser Ein-
schätzung handelt es sich um eine andere Beurteilung desselben Sachver-
halts, was die behandelnden Ärzte denn auch explizit einräumen (AB 69 
S. 4 am Ende). Damit vermögen sie die überzeugenden Darlegungen des 
Gutachters Dr. med. C.________ nicht in Zweifel zu ziehen, ist doch in Be-
zug auf Atteste von Hausärzten sowie behandelnden Spezialärzten der 
Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf 
ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten 
ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 353; SVR 2015 IV 
Nr. 26 S. 80 E. 5.3.3.3; Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsge-
richts [EVG; heute Bundesgericht {BGer}] vom 20. März 2006, I 655/05, E. 
5.4).

3.5.2 Bezüglich der vom 19. April bis zum 28. Mai 2021 dauernden Hos-
pitalisation (AB 71 S. 2 ff.) hat der Gutachter in der Stellungnahme vom 
19. Juli 2021 (AB 74) überzeugend dargelegt, dass daraus nicht auf eine 
längerdauernde Gesundheitsverschlechterung geschlossen werden kann. 
Insbesondere hat er schlüssig dargelegt, dass psychische Erkrankungen 
nicht statisch verlaufen, sondern generell Fluktuationen im Schweregrad 
der Symptomatik unterworfen sind. 

3.5.3 Der Beschwerdeführer rügt, der Gutachter habe die funktionelle 
Leistungsfähigkeit anhand des Mini-ICF-APP bestimmt, jedoch nicht jede 
der dreizehn Fähigkeitsbereiche auf mögliche Beeinträchtigungen überprüft 
(Beschwerde S. 5 ff.). Beim Mini-ICF-Rating handelt es sich um ein 
grundsätzlich anerkanntes Bewertungssystem für die Einschätzung der 
Aktivitäts- und Partizipationsbeeinträchtigungen bei psychischen Erkran-
kungen (vgl. dazu LINDEN/BARON/MUSCHALLA, Mini-ICF-APP, Mini-ICF-
Rating für Aktivitäts- und Partizipationsstörungen bei psychischen Erkran-
kungen, 2. Aufl. 2017, Manual). Im Rahmen der Einschätzung der Arbeits- 
und Leistungsfähigkeit durch den Gutachter unterliegt die diagnostische 
Methode grundsätzlich der Fachkenntnis und dem Ermessensspielraum 
des Experten (Entscheid des BGer vom 18. Mai 2020, 9C_119/2020, E. 
3.2.2), wobei den Testverfahren ohnehin höchstens eine ergänzende Funk-
tion zukommt und die klinische Untersuchung mit Anamneseerhebung, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Dez. 2022, IV/21/648, Seite 13

Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung entscheidend ist (Ent-
scheid des BGer vom 18. November 2021, 8C_534/2021, E. 4.1). Der Um-
stand, dass der Gutachter bewusst auf eine Berücksichtigung aller dreizehn 
Fähigkeitsdimensionen verzichtet hat, ändert damit nichts am Beweiswert 
des Gutachtens.

3.5.4 Nach dem Dargelegten erlaubt die gutachterliche Einschätzung 
eine schlüssige Beurteilung des tatsächlichen Leistungsvermögens des 
Beschwerdeführers. Im Lichte der Standardindikatoren von BGE 141 V 281 
respektive einer objektivierten Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliessli-
cher Berücksichtigung von Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung 
ist die in der Expertise von Dr. med. C.________ vom 12. März 2021 (AB 
60.1) attestierte psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit und folglich eine 
invalidenversicherungsrechtlich relevante Invalidität hinreichend plausibili-
siert. Es besteht kein triftiger Grund (BGE 145 V 361 E. 4.3 S. 367), von 
der gutachterlich attestierten Arbeitsfähigkeit von 50 % in einer leidensan-
gepassten Tätigkeit ab 1. Oktober 2019 abzuweichen.

4.

4.1 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222). 

Der Beschwerdeführer bezog vom 1. Februar 2012 bis 31. März 2014 eine 
ganze bzw. zwischen 1. Mai 2015 und 30. Juni 2016 eine Viertelsrente der 
Invalidenversicherung (AB 11.5). In medizinischer Hinsicht basierte die 
Rentenzusprache auf dem Gutachten von Dr. med. C.________ vom 2. 
November 2015, worin dieser eine ängstlich-vermeidende Persönlichkeitss-
törung (ICD-10 F60.6), DD Soziale Phobie (ICD-10 F40.1), diagnostizierte 
(AB 11.50 S. 28 Ziff. 9.1). Ab Januar 2019 und damit weniger als drei Jahre 
nach der Rentenaufhebung war der Beschwerdeführer aufgrund desselben 
psychischen Gesundheitsschadens wieder zu 100 % arbeitsunfähig (vgl. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Dez. 2022, IV/21/648, Seite 14

dazu das Gutachten von Dr. med. C.________ vom 12. März 2021 [AB 
60.1], insbesondere S. 65 Ziff. 14.1 ["Vom 01.01.2019 bis zum 30.09.2019 
bestand auch für Tätigkeiten in einem angepassten Rahmen keine Arbeits-
fähigkeit"] und S. 53 Ziff. 12.4 ["[…] die in dem Gutachten vom 02.11.2015 
formulierte diagnostische Beurteilung [hat] unverändert ihre Gültigkeit"]). 
Gestützt auf Art. 29bis IVV hat der Beschwerdeführer damit die Wartezeit 
nach Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG nicht erneut zu bestehen. Mit Blick auf die im 
Mai 2019 (AB 5) erfolgte Neuanmeldung fällt der frühestmögliche Renten-
beginn unter Berücksichtigung der sechsmonatigen Karenzfrist von Art. 29 
Abs. 1 IVG (vgl. dazu BGE 142 V 547 E. 3.2 S. 550; SVR 2019 IV Nr. 71 
S. 230 E. 3.1.3) auf den 1. November 2019. Auf diesen Zeitpunkt hin ist 
nachfolgend die Invaliditätsbemessung vorzunehmen.

4.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft. Die Ermittlung des Valideneinkommens hat 
so konkret wie möglich zu erfolgen (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 
322 E. 4.1 S. 325; SVR 2021 UV Nr. 26 S. 125 E. 6.1). 

Die Beschwerdegegnerin hat das Valideneinkommen zu Recht anhand der 
Lohnangaben der früheren Arbeitgeberin (damalige D.________ AG) ermit-
telt (AB 78 S. 4), bei welcher der Beschwerdeführer ab 1. November 2016 
bis 30. November 2019 angestellt war (AB 12 S. 2, 20). Es bestehen keine 
Anzeichen dafür, dass er ohne den erlittenen Gesundheitsschaden nicht 
weiterhin dort arbeiten würde. Ausgehend vom Lohnblatt 2019 (AB 13.1 
S. 1) ist das Valideneinkommen auf Fr. 69'550.-- (Fr. 5'350.-- x 13) festzu-
setzen.

4.3 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Dez. 2022, IV/21/648, Seite 15

Statistik (BFS) herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herange-
zogen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2021 Nr. 51 S. 168 
E. 3.2).

Gemäss gutachterlichem Zumutbarkeitsprofil besteht eine Arbeitsfähigkeit 
von 50 % in einer leidensangepassten Tätigkeit (vgl. E. 3.3.1 und E. 3.5.4 
hiervor). Da der Beschwerdeführer keine entsprechende Erwerbstätigkeit 
ausübt, ist das Invalideneinkommen anhand eines LSE-Tabellenlohnes zu 
bestimmen. Gestützt auf Tabelle TA1 der LSE 2018, Männer, Total, Kom-
petenzniveau 1, und unter Berücksichtigung der betriebsüblichen Wochen-
arbeitszeit, der Nominallohnentwicklung sowie der gutachterlich festgestell-
ten medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit von 50 % ergibt sich ein Be-
trag von Fr. 34'183.-- (Fr. 5'417.-- x 12 / 40 x 41.7 [BUA, Total, 2019] / 
101.5 x 102.4 [Tabelle T1.1.15, Nominallohnindex, Männer, 2016-2020, 
Total, Indices 2018 bzw. 2019]) x 0.5).

4.4 Zu prüfen bleibt ein Abzug vom LSE-Tabellenlohn.

4.4.1 Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte 
Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im 
Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeit-
nehmern lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unter-
durchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit 
einem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 
E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem 
Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persön-
lichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidens-
bedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskate-
gorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das 
Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu 
schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen 
ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV 
Nr. 46 S. 148 E. 3.3). Zu beachten ist, dass allfällige bereits in der Beurtei-
lung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Ein-
schränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten 
Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Ge-
sichtspunkts führen dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 S. 20).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Dez. 2022, IV/21/648, Seite 16

4.4.2 Die Beschwerdegegnerin gewährte einen Abzug von 10 % vom 
Tabellenlohn (AB 78 S. 4). Der Beschwerdeführer kritisiert dies als zu tief 
und macht geltend, da bei Männern statistisch gesehen Teilzeitarbeit ver-
gleichsweise weniger gut entlöhnt werde als eine Vollzeittätigkeit und er nur 
50 % arbeitsfähig sei, betrage der Abzug mindestens 15 % (Beschwerde 
S. 5). Unter Berücksichtigung der vom Gutachter nicht berücksichtigten 
zusätzlichen Einschränkungen erweise sich ein Gesamtabzug von 20 % als 
angemessen (Beschwerde S. 9).

4.4.2.1 Der Argumentation des Beschwerdeführers, wonach der Abzug für 
einen Mann, der "nur" im Umfang von 50 % arbeitsfähig sei, mindestens 
15 % betrage (Beschwerde S. 5), ist nicht zu folgen: Soweit er dies aus 
dem Entscheid des BGer vom 27. Dezember 2010, 9C_643/2010, ableitet, 
übersieht er, dass das Bundesgericht darin zwar einen Abzug von insge-
samt 15 % als angemessen erachtet hat. Dabei berücksichtigte das Bun-
desgericht jedoch nicht nur die Teilzeitarbeit, sondern rechtfertigte den Ab-
zug auch mit Blick auf die noch zumutbaren Tätigkeiten (E. 3.4). Eine gene-
relle Vorgabe bezüglich der Höhe des aufgrund von Teilzeitarbeit zu ge-
währenden Abzugs besteht nicht (vgl. bspw. Entscheid des BGer vom 
25. Februar 2020, 8C_729/2019, E. 5.3.3.1).

4.4.2.2 Ebenfalls nicht zu folgen ist dem Beschwerdeführer, soweit er un-
ter Hinweis auf die vom Gutachter in Anwendung des Mini-ICF-APP nicht 
geprüften Kategorien einen zusätzlichen Abzug aufgrund angeblich un-
berücksichtigt gebliebener leidensbedingter Einschränkungen geltend 
macht (Beschwerde S. 5 ff.). Die (Nicht)Berücksichtigung einzelner Fähig-
keitsbereiche betrifft die Frage nach dem Beweiswert des Gutachtens (vgl. 
dazu E. 3.5.3 hiervor), für die Frage nach der Höhe des Tabellenlohnabzu-
ges lässt sich hieraus nichts ableiten. Die vom Gutachter im Zumutbar-
keitsprofil berücksichtigten leidensbedingten Einschränkungen des Be-
schwerdeführers (vgl. E. 3.3.1 hiervor am Ende; AB 60.1 S. 57) werden im 
herangezogenen Tabellenlohn angemessen berücksichtigt, sodass unter 
diesem Gesichtspunkt kein zusätzlicher Abzug vom Tabellenlohn vorzu-
nehmen ist (vgl. dazu im Übrigen E. 4.4.3 [in fine] hiernach).

4.4.3 Nach dem Dargelegten ist unter dem Titel "Beschäftigungsgrad" 
ein Abzug vom LSE-Tabellenlohn vorzunehmen. Weitere unberücksichtigt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Dez. 2022, IV/21/648, Seite 17

gebliebene lohnmindernde Faktoren sind nicht ersichtlich. Der Höhe des 
Abzuges ist in concreto auf maximal 10 % zu veranschlagen (verdiente ein 
zu einem Pensum von 50 % - 74 % Beschäftigter verglichen mit einem zu 
einem Pensum von über 90 % Angestellten ohne Kaderfunktion gerundet 
4 % weniger [LSE T18]), womit von einem Invalideneinkommen von 
Fr. 30'765.-- (Fr. 34'183.-- [vgl. E. 4.3 hiervor] x 0.9) auszugehen ist. Am 
Ergebnis würde sich selbst bei einem hier nicht gerechtfertigten Abzug von 
15 % und einem Invalideneinkommen von Fr. 29'056.-- (Fr. 34'183.-- x 
0.85) nichts ändern (vgl. E. 4.5 hiernach).

4.5 Aus der Gegenüberstellung der beiden Vergleichseinkommen re-
sultiert ein Invaliditätsgrad von aufgerundet 56 % ([Fr. 69'550.--./. 
Fr. 30'765.--] / Fr. 69'550.-- x 100). Unter Berücksichtigung eines Tabellen-
lohnabzugs von 15 % ergäbe sich ein Invaliditätsgrad von 58 % 
([Fr. 69'550.--./. Fr. 29'056.--] / Fr. 69'550.-- x 100). So oder anders hat der 
Beschwerdeführer damit Anspruch auf eine halbe Rente der Invalidenversi-
cherung (vgl. E. 2.4 hiervor).

5.

Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung 13. August 2021 
(AB 78) in teilweiser Gutheissung der Beschwerde dahingehend abzuän-
dern, als dem Beschwerdeführer bereits ab dem 1. November 2019 eine 
halbe Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen ist (vgl. E. 4.1 hier-
vor). Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen. Die Akten gehen an die 
Beschwerdegegnerin zur Berechnung und Ausrichtung der dem Beschwer-
deführer zustehenden Rentenbetreffnisse; dies unter Berücksichtigung der 
ab 9. Dezember 2019 ausgerichteten Taggelder der Invalidenversicherung 
(vgl. AB 34) sowie der seitens des zuständigen Krankentaggeldversiche-
rers im November 2019 ausgerichteten Leistungen (vgl. AB 43.1, 43.3). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Dez. 2022, IV/21/648, Seite 18

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Mit Blick darauf, dass der Beschwerdeführer mit seiner Beschwerde einen 
um drei Monate früheren Rentenbeginn erreicht hat, jedoch seinem Antrag 
auf Zusprechung einer höheren Rente (Dreiviertelsrente; Beschwerde S. 2) 
nicht zu entsprechen ist, rechtfertigt es sich, von einem Obsiegen zu einem 
Viertel auszugehen. Dementsprechend hat der Beschwerdeführer von den 
gerichtlich auf Fr. 800.-- bestimmten Verfahrenskosten drei Viertel, ausma-
chend Fr. 600.--, zu übernehmen. Die Beschwerdegegnerin ihrerseits hat 
im Umfang ihres Unterliegens die Verfahrenskosten zu einem Viertel, aus-
machend Fr. 200.--, zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 
E. 4). Der auf den Beschwerdeführer entfallende Anteil von Fr. 600.-- ist 
dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 800.-- zu entnehmen. Die Re-
stanz von Fr. 200.-- ist ihm nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils zurück-
zuerstatten.

6.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-
sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g 
ATSG). Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens hat der teilweise ob-
siegende Beschwerdeführer Anspruch auf eine Parteientschädigung im 
Umfang eines Viertels (vgl. E. 6.1 hiervor).

Mit Kostennote vom 5. November 2021 macht Rechtsanwältin B.________ 
ein Honorar von Fr. 2'102.50 (8.41 h à Fr. 250.--) zuzüglich Auslagen von 
Fr. 6.30 und Mehrwertsteuer von Fr. 162.40 (7.7 % von Fr. 2'108.80), total 
Fr. 2'271.20 geltend, was nicht zu beanstanden ist. Hiervon hat die Be-
schwerdegegnerin dem Beschwerdeführer einen Viertel, ausmachend Fr. 
567.85 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer), zu ersetzen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Dez. 2022, IV/21/648, Seite 19

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Ver-
fügung der IV-Stelle Bern vom 13. August 2021 insoweit abgeändert, 
als dem Beschwerdeführer ab dem 1. November 2019 eine halbe Ren-
te der Invalidenversicherung zugesprochen wird. Im Übrigen wird die 
Beschwerde abgewiesen.

2. Die Akten gehen an die Beschwerdegegnerin zum weiteren Vorgehen 
im Sinne der Erwägungen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden zu Fr. 600.-- dem Be-
schwerdeführer und zu Fr. 200.-- der Beschwerdegegnerin zur Bezah-
lung auferlegt. Der auf den Beschwerdeführer entfallende Anteil von 
Fr. 600.-- wird dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von 
Fr. 800.-- entnommen. Die Restanz von Fr. 200.-- wird ihm nach Eintritt 
der Rechtskraft des Urteils zurückerstattet.

4. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer einen Parteikos-
tenanteil von Fr. 567.85 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) zu erset-
zen.

5. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Die Kammerpräsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Dez. 2022, IV/21/648, Seite 20

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.