# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 52272d5f-e885-5b18-a38a-d26527813fe8
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-09-07
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 07.09.2010 S 2009 196
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2009-196_2010-09-07.pdf

## Full Text

S 09 196

3. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 7. September 2010

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend IV-Rente

1. Der heute 49-jährige … (geb. … 1961) ist verheiratet, lebt in … und war zuletzt 

als Bodenleger erwerbstätig. Aufgrund seiner anhaltenden 

Rückenbeschwerden meldete er sich am 19. Dezember 2005 zum Bezug von 

IV-Leistungen an. Mit Verfügung vom 15. März 2007 wurde das 

Leistungsbegehren des Versicherten abgewiesen. Zur Begründung stützte 

sich die IV-Stelle des Kantons Graubünden insbesondere auf das 

interdisziplinäre Gutachten der Klinik … vom 2. November 2005. Darin 

diagnostizierten die Gutachter ein panvertebrales Schmerzsyndrom mit 

lumbospondylogener, thorakospondylogener und cervicocephaler Betonung, 

Fehlform und Fehlhaltung der Wirbelsäule, mässiggradige degenerative 

Veränderungen, Status nach leichtgradigem Morbus Scheuermann der LWS 

und BWS, in Verbindung mit Verhaltensfaktoren und psychischen Faktoren 

(maladaptiver und suppressiver ängstlicher Schmerzbewältigungsstil). Unter 

Berücksichtigung dieser Beschwerden kamen die Gutachter zum Schluss, 

dass der Versicherte in der angestammten Tätigkeit als Bodenleger zu 75-

80% arbeitsfähig sei. In einer adaptierten Tätigkeit bestehe eine 100%-ige 

Arbeitsfähigkeit. Auf ein weiteres Gesuch des Versicherten vom 27. Juni 2007 

wurde mit Verfügung von 2. November 2007 nicht eingetreten. Sowohl die 

Verfügung vom 15. März 2007 als auch jene vom 2. März 2007 erwuchsen in 

Rechtskraft.

2. a) Am 28. August 2008 gelangte der Versicherte, vertreten durch seinen 

damaligen Rechtsanwalt …, mit einem erneuten Gesuch um Revision und 

Wiedererwägung der ergangenen Verfügungen an die IV-Stelle. Weil mit dem 

Gesuch nicht glaubhaft dargelegt wurde, dass sich die tatsächlichen 

Verhältnisse seit der letzten Verfügung wesentlich verändert hatten, wurde 

auf das Leistungsbegehren nicht eingetreten. Gegen diesen Vorbescheid vom 

16. Oktober 2008 erhob der Versicherte – gestützt auf den Arztbericht von Dr. 

med. … vom 8. November 2008 - am 14. November 2008 seinen Einwand. 

Der behandelnde Psychiater Dr. med. … habe aufgrund der veränderten 

psychischen Störungen eine 50%-ige Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit 

attestiert.

b) Da der Versicherte mit Einreichung des ärztlichen Zeugnisses von Dr. med. 

… eine Verschlechterung seines Gesundheitszustandes glaubhaft machen 

konnte, trat die IV-Stelle auf die Neuanmeldung des Versicherten vom 28. 

August 2008 ein. Gleichzeitig hob sie ihren Vorbescheid vom 16. Oktober 

2008 auf. Um den Anspruch auf Leistung der Invalidenversicherung prüfen zu 

können, ordnete die IV-Stelle eine ambulante medizinische Abklärung bei der 

MEDAS Zentralschweiz (MEDAS) an. 

3. Mit Gutachten vom 6. August 2009 bestätigte der Rheumatologe der MEDAS 

die bereits von der Klinik … erstellten Diagnosen panvertebrales 

Schmerzsyndrom bei leichter S-förmiger Skoliose, Segmentdegeneration an 

der Halswirbelsäule und an der Lendenwirbelsäule sowie eine relative 

Spinalkanalstenose und veranschlagte die Arbeitsunfähigkeit als Bodenleger 

auf 20-25%, für körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten auf 0%. Der 

Psychiater der MEDAS wiederum kam nach Untersuchung des Versicherten 

zum Schluss, dass keine psychiatrische Diagnose mit Auswirkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit vorliege, stattdessen eine Entwicklung körperlicher 

Symptome aus psychischen Gründen, eine Dysthymie und eine generalisierte 

Angststörung, gegeben sei.

4. Mit Verfügung vom 16. November 2009 wies die IV-Stelle das 

Leistungsbegehren des Versicherten ab. Sie führte aus, dass der Versicherte 

weiterhin seit dem 2. November 2005 in seiner zuletzt ausgeführten Tätigkeit 

als Bodenleger zu 75-85% arbeitsfähig sei. In einer adaptierten Tätigkeit liege 

seit dem 2. November 2005 eine volle Arbeitsfähigkeit vor. Insbesondere habe 

der Beschwerdeführer in seinem Einwand keine neuen erheblichen 

Tatsachen vorgebracht, die das durchgeführte Gutachten der MEDAS 

erschüttern könnten. 

5. Dagegen erhob der Versicherte (nachfolgend Beschwerdeführer) am 14. 

Dezember 2009 beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden 

Beschwerde, mit dem Begehren um Aufhebung der angefochtenen Verfügung 

und Gewährung einer Rente aufgrund einer Teilinvalidität von mindestens 40-

50%. Zur Begründung brachte der Beschwerdeführer vor, dass er sich seit 

vier Jahren nicht mehr in der Lage fühle zu arbeiten. Seine Beschwerden 

seien klar auf eine Überbeanspruchung als Bodenleger zurückzuführen. 

Seine Leidensgeschichte und der ständige Kampf um Anerkennung seiner 

gesundheitlichen Situation hätten sich nun auch auf seine Psyche 

niedergeschlagen, weshalb er sich seit etwa zwei Monaten in stationärer 

Behandlung in der Klinik Waldhaus befinde. Mit der Behauptung, er bilde sich 

seine Beschwerden nur ein, wolle man ihn als Simulant abstempeln, um ihm 

so den Anspruch auf eine IV-Rente abzusprechen. Er fühle sich nicht als 

Simulant und würde lieber 100% arbeiten, als vom Staat abhängig zu sein. 

Tatsächlich leide er seit 1998 unter ständigen Rückenbeschwerden, was im 

Oktober 2000 von Dr. med. … und im April 2005 von Dr. med. … bestätigt 

worden sei. In Bezug auf das MEDAS-Gutachten hielt der Beschwerdeführer 

fest, dass sich dieses im Wesentlichen auf die Aussagen stütze, welche im 

Austrittsbericht des Rheuma- und Rehabilitationszentrums … vom 19. August 

2005 gemacht worden seien. Danach sei er in der angestammten Tätigkeit zu 

75-80% arbeitsfähig. Dem müsse er jedoch widersprechen. Tatsächlich habe 

er immer wieder versucht zu arbeiten, wobei ihn seine Rückenbeschwerden 

jeweils nach ein bis zwei Stunden zur Aufgabe gezwungen hätten. Im Übrigen 

frage er sich, wie er - der ja vermittlungsunfähig sei – zu 75-80% arbeitsfähig 

sein könne. 

6. Mit Vernehmlassung vom 25. Januar 2010 beantragte die IV-Stelle 

(nachfolgend Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. Dabei 

führte sie aus, dass der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde keine neuen 

rechtserheblichen Vorbringen anführe. Entsprechend verzichte sie auf die 

Wiederholung ihrer Begründung und verweise auf die angefochtene 

Verfügung vom 16. November 2009, an welcher sie vollumfänglich festhalte.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt ist die Verfügung der IV-Stelle vom 16. November 2009, 

worin das Leistungsbegehren des Beschwerdeführers abgewiesen worden 

ist. Gegenstand des Verfahrens bildet somit die Frage, ob die 

Beschwerdegegnerin das Gesuch zum Bezug von IV-Leistungen zu Recht 

abgewiesen hat.

2. a) Eine IV-Rente kann nur gewährt werden, wenn eine Invalidität vorliegt. Als 

Invalidität gilt die durch einen körperlichen oder geistigen 

Gesundheitsschaden verursachte voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 

dauernde Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1] i.V.m. Art. 

4 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Mit 

Bezug auf Art. 4 Abs. 1 IVG ist festzuhalten, dass Gegenstand der 

Invalidenversicherung nicht ein Gesundheitsschaden als solcher, sondern nur 

eine durch einen Gesundheitsschaden verursachte Arbeits- und daraus 

resultierende Erwerbsunfähigkeit sein kann. Als arbeitsunfähig gilt eine 

Person, die infolge eines Gesundheitsschadens ihre bisherige Tätigkeit nicht 

mehr, nur noch beschränkt oder unter der Gefahr ihren Gesundheitszustand 

zu verschlimmern, ausüben kann. Der Grad der Arbeitsunfähigkeit bestimmt 

sich laut Rechtsprechung nach dem Masse, in welchem der Versicherte aus 

gesundheitlichen Gründen an seinem angestammten Arbeitsplatz 

zumutbarerweise nicht mehr nutzbringend tätig sein kann. Nicht massgebend 

ist hingegen die bloss medizinischtheoretische Schätzung der 

Arbeitsunfähigkeit (BGE 111 V 235 E. 1b S. 239 mit Hinweisen). Für die 

Gewährung von IV-Leistungen müssen somit ein medizinisches Element 

(Gesundheitsschaden mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit) sowie ein 

wirtschaftliches Element (dauerhafte oder länger dauernde 

Erwerbsunfähigkeit) vorliegen. Sodann muss zwischen diesen Elementen ein 

Kausalzusammenhang bestehen (Kreisschreiben über die Invalidität und 

Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung (KSIH) ab dem 1. Januar 2008, N 

1024 ff.; Thomas Locher, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 3. 

Auflage, Bern 2003, S.159 N 12 ff.).

b) Um die Arbeitsfähigkeit bemessen zu können, sind die 

Sozialversicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte auf Unterlagen 

angewiesen, die Ärzte und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur 

Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den 

Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem 

Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten der Versicherte arbeitsunfähig ist. 

Im Weiteren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die 

Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen dem Versicherten noch 

zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99; 125 V 256 E. 4 S. 261). 

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht für 

die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten 

(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 

einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend 

für den Beweiswert ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels 

noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen 

Stellungnahmen als Berichte oder Gutachten, sondern deren Inhalt (BGE 125 

V 351 E. 3a S. 352; AHI 2001 S. 113 f. E. 3a; RKUV 2003 U 478 S. 345 E. 

5.1).

c) Zur Beurteilung der verbliebenen Arbeitsfähigkeit des Versicherten liegen 

dem Gericht folgende massgeblichen Arztberichte und Gutachten vor:

• Brief von Dr. med. …, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 8. 

November 2008:

Der behandelnde Arzt bemerkt vorweg, dass er den Patienten lediglich 

zweimal, nämlich am 23. September 2008 und am 20. Oktober 2008 

untersucht habe. Ebenso verfüge er lediglich über das Gutachten der 

Klinik … vom 25. Oktober 2005 sowie den Austrittsbericht der Zürcher 

Höhenklinik Davos vom 23. Juni 2006. Weitere Berichte lägen ihm nicht 

vor. Bei den zwei Konsultationen bei ihm seien die Kriterien für eine 

generalisierte Angststörung erfüllt gewesen, dazu habe der Patient leichte 

depressive Symptome gezeigt, welche den Kriterien einer 

Anpassungsstörung und längerer depressiver Reaktion entspreche. Die 

Kriterien einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung seien 

ebenfalls erfüllt. Sowohl in den anamnestischen Daten als auch in den 

zwei Konsultationen würden sich Hinweise auf eine passiv-aggressive 

Persönlichkeit bzw. Persönlichkeitsstörung ergeben, wobei andere 

Gespräche und testpsychologische Untersuchungen notwendig wären, 

um die Verdachtsdiagnose überprüfen zu können. Aufgrund der 

erwähnten psychischen Störungen (insbesondere der Angststörung) 

bescheinigte der behandelnde Arzt dem Beschwerdeführer in jeglicher 

Tätigkeit eine 50%-ige Arbeitsunfähigkeit.

• Polydisziplinäres MEDAS-Gutachten Zentralschweiz vom 6. August 2009:

Es werden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

gestellt: panvertebrales Schmerzsyndrom bei leichter S-förmiger 

Skoliose, Segmentdegenerationen an der Halswirbelsäule und an der 

Lendenwirbelsäule sowie eine relative Spinalkanalstenose auf Höhe des 

vierten und fünften Lendenwirbels. Die folgenden Diagnosen haben keine 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit, aber Krankheitswert: Entwicklung 

körperlicher Symptome aus psychischen Gründen bei Dysthymie und 

generalisierter Angststörung, sensoriell betontes generelles 

Halbseitensyndrom links ohne objektivierbares Korrelat, manifeste 

Verdeutlichungstendenz und Selbstlimitierung. In rheumatologischer 

Hinsicht wurde zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit festgestellt, dass man 

mit den objektivierbaren neuroradiologischen Befunden zervikal und 

lumbal gewisse Einschränkungen bezüglich Arbeiten mit steriotyp 

reklinierter Kopfhaltung sowie bezüglich Heben und Tragen von Lasten 

über 20 kg begründen könne. Die hochgradige Einschränkung, die der 

Versicherte selbst geltend gemacht hat, konnte der behandelnde 

Rheumatologe mit den Befunden am Bewegungsapparat nicht erklären. 

Auch die angestammte Tätigkeit als Bodenleger sei nicht prinzipiell 

ungünstig. Das Ärzteteam der Klinik … habe die Arbeitsfähigkeit des 

Versicherten in der angestammten Tätigkeit in ihrem Abklärungsbericht 

vom 2. November 2005 auf 75-80% festgelegt. Diese 

Leistungseinschätzung habe nach wie vor Gültigkeit. Eine vollständige 

Arbeitsunfähigkeit als Bodenleger sei mit den dokumentierten Befunden 

nicht begründbar. Eine körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit sei 

dem Versicherten vom Bewegungsapparat her uneingeschränkt 

zumutbar. 

In psychiatrischer Hinsicht wurde mit Blick auf die Arbeitsfähigkeit 

festgestellt, dass die bisherige Tätigkeit keine besonderen Anforderungen 

an die psychische Belastbarkeit stelle oder besondere Fähigkeiten 

verlange. Entsprechend liege aus psychiatrischer Sicht sowohl für die 

angestammte Tätigkeit als auch für eine adaptierte Tätigkeit eine 

Arbeitsfähigkeit von 100% vor. Für seinen psychischen 

Gesundheitszustand wäre es günstig, wenn der Versicherte wieder eine 

als sinnvoll erlebte Arbeit verrichten könne, da ihm dies Tagesstruktur, 

Bestätigung und Kontakte geben würde. 

d) In Würdigung der soeben erwähnten Arztberichte ist das Gericht zur 

Überzeugung gelangt, dass es inhaltlich keine triftigen Gründe gibt, nicht auf 

das umfassende, schlüssige und in sich widerspruchsfreie Gutachten der 

MEDAS vom 6. August 2009 abzustellen. Die Untersuchungen des 

Beschwerdeführers beruhen auf einer persönlichen, zweitägigen Abklärung 

(2.-3. Juni 2009) in rheumatologischer und in psychiatrischer Hinsicht mit 

jeweils eigenen Teilgutachten. Darin wurde die Krankengeschichte des 

Beschwerdeführers umfassend und detailliert evaluiert. Insbesondere haben 

sich sowohl der behandelnde Rheumatologe Dr. med. … als auch der 

Psychiater Dr. med. … eingehend mit den geklagten Beschwerden und den 

früheren Befunden auseinandergesetzt. Zudem haben sie die Auswirkungen 

auf die Arbeitsfähigkeit und die medizinischen Massnahmen klar festgelegt 

und begründet. Die medizinische Situation und deren Zusammenhänge sind 

daher in nachvollziehbarer Weise beurteilt worden. 

Im Gegensatz zum MEDAS-Gutachten ist die Beurteilung von Dr. med. … in 

seinem Schreiben vom 8. November 2008 weder schlüssig noch 

nachvollziehbar und seine Einschätzungen sind nur sehr rudimentär 

begründet. Damit zeigt sich, dass dem MEDAS-Gutachten vom 6. August 

2009 insgesamt ein bedeutend höheres Gewicht bei der Beweiswürdigung 

zukommt. Entsprechend ist für die Beurteilung der restlichen Arbeitsfähigkeit 

des Beschwerdeführers vollumfänglich auf das MEDAS-Gutachten 

abzustellen, welches dem Beschwerdeführer in der angestammten Tätigkeit 

als Bodenleger eine 75-80%-ige und für eine adaptierte Tätigkeit eine 100%-

ige Arbeitsfähigkeit attestiert.

e) Der Beschwerdeführer widerspricht in seiner Beschwerdeeingabe der 

Aussage, wonach er zu 75-80% arbeitsfähig sei. Tatsächlich fühle er sich 

nicht in der Lage, mehr als eine Stunde im Tag zu arbeiten. Damit macht er 

geltend, dass die Abklärungsergebnisse nicht mit der Realität übereinstimmen 

würden. Dieser Einwand kann aus folgenden Gründen nicht gehört werden: 

Bereits das Ärzteteam der Klinik … hat sowohl in seinem Austrittsbericht vom 

19. August 2005 als auch im interdisziplinären Gutachten vom 2. November 

2005 erwähnt, dass sich der Versicherte stark selbstlimitierend und 

demonstrativ leidend gezeigt habe und nicht bereit gewesen sei, an das 

funktionelle Leistungsmaximum zu gehen. Insbesondere konnten sich die 

behandelnden Ärzte das Ausmass der angegebenen 

Schmerzbeeinträchtigung und Behinderung mit den klinischen Befunden nicht 

hinreichend erklären. Auch den behandelnden Ärzten der MEDAS fiel die 

klare Verdeutlichungstendenz und Selbstlimitierung auf. Unter anderem hielt 

der behandelnde Rheumatologe im Gutachten fest, er könne die hochgradige 

Einschränkung, die der Versicherte selber geltend mache, mit den Befunden 

am Bewegungsapparat nicht erklären. Unter Beachtung dieser Umstände wird 

deutlich, dass die Ärzte der Klinik … beziehungsweise der MEDAS für die 

Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht auf die vom Beschwerdeführer 

angegebene Schmerzbeeinträchtigung und Behinderung – welche gemäss 

seinen eigenen Aussagen lediglich einen Arbeitseinsatz von einer Stunde pro 

Tag zulassen würden – abstellen konnten. Die Abklärungsergebnisse sind 

entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers klar und nachvollziehbar.

f) Schliesslich bringt der Beschwerdeführer vor, dass ihm der Anspruch auf 

Arbeitslosengelder mangels Vermittlungsfähigkeit abgesprochen worden sei. 

Er verstehe nicht, wie er zu 75-80%arbeitsfähig und gleichzeitig nicht 

vermittelbar sein sollte. Der Beschwerdeführer verkennt, dass die Beurteilung 

der Voraussetzungen für den Erhalt der versicherten Leistung in jedem der 

beiden Versicherungszweige unabhängig voneinander erfolgt und die 

invalidenversicherungsrechtliche Erwerbsfähigkeit nicht mit der 

arbeitslosenversicherungsrechtlichen Vermittlungsfähigkeit gemäss Art. 15 

AVIG gleichzusetzen ist. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung sind 

Arbeitslosenversicherung und Invalidenversicherung keine komplementären 

Versicherungen in dem Sinne, dass sich die vom Erwerbsleben 

ausgeschlossene versicherte Person in jedem Fall entweder auf Invalidität 

oder aber auf Arbeitslosigkeit berufen könnte. Wer trotz eines schweren 

Gesundheitsschadens invalidenversicherungsrechtlich nicht in 

rentenbegründendem Masse erwerbsunfähig (invalid) ist, kann gleichwohl 

arbeitslosenversicherungsrechtlich gesehen vermittlungsunfähig sein (ZAK 

1983 S.497). Andererseits schliesst der Bezug einer ganzen Invalidenrente 

die Vermittlungsfähigkeit nicht grundsätzlich aus (Urteil des Bundesgerichtes 

vom 25.09.2000, C 131/00). Aus diesem Grund sind die Versicherungsorgane 

denn auch nicht an die Beurteilung der jeweils anderen Versicherung 

gebunden (Urteil des Bundesgerichtes vom 20. April 2006, C 321/05; BGE 

127 V 478). Entsprechend kann der Beschwerdeführer aus der 

arbeitslosenversicherungsrechtlichen Vermittlungsunfähigkeit nichts zu 

seinen Gunsten ableiten. 

3. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die gesundheitlichen Beschwerden 

des Beschwerdeführers seine Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit 

um 20-25% einschränken. In einer adaptierten Tätigkeit hingegen ist der 

Beschwerdeführer zu 100% arbeitsfähig. Die Einwände des 

Beschwerdeführers sind deshalb unbegründet und die Vorinstanz hat für die 

Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zu Recht auf das 

Gutachten der MEDAS vom 6. August 2009 abgestellt. Wie bereits die 

Vorinstanz erkannt hat, besteht kein invalidisierender Gesundheitsschaden, 

weshalb dem Beschwerdeführer keine IV-Rente zu gewähren ist. Die 

angefochtene Verfügung vom 16. November 2009 ist somit zu bestätigen und 

die Beschwerde abzuweisen. 

4. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren – in Abweichung 

von Art. 61 lit. a ATSG – bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder 

Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 

kostenpflichtig. Diese Kosten werden jeweils nach dem Verfahrensaufwand 

und unabhängig vom Streitwert der Sache im Umfang von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt. Aufgrund des Ausgangs dieses Verfahrens rechtfertigt es 

sich vorliegend, dem unterliegenden Beschwerdeführer Kosten in der Höhe 

von Fr. 700.-- zu überbinden.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten von Fr. 700.-- gehen zulasten von … und sind innert 30 Tagen seit 

Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons 

Graubünden, Chur, zu bezahlen.

Auf die dagegen an das Bundesgericht erhobene Beschwerde wurde am 14. April 2011 

nicht eingetreten (9C_242/2011).