# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c5981ee9-528c-55f4-9fed-e7e4a394ea79
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-03-10
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 10.03.2015 470 15 16 (470 2015 16)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_470-15-16_2015-03-10.pdf

## Full Text

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Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht,  

vom 10. März 2015 (470 15 16) 

____________________________________________________________________ 

 

 

 

Strafprozessrecht 

 

 

Nichtanhandnahme des Verfahrens 

 

 
Besetzung Präsident Dieter Eglin, Richterin Helena Hess (Ref.), Richter Ste-

phan Gass; Gerichtsschreiber i.V. Gabriel Giess 
 

Parteien A.____, gesetzlich vertreten durch B.____ und C.____,  
vertreten durch Advokat Nicolai Fullin, indemnis Rechtsanwälte, 
Spalenberg 20, Postfach 1460, 4001 Basel,  
Beschwerdeführer 

  
 
gegen 
 
 

 Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Allgemeine Hauptabtei-
lung, Grenzacherstrasse 8, Postfach, 4132 Muttenz,  
Beschwerdegegnerin 
 
D.____, 
vertreten durch Rechtsanwalt Dominik Dall'O, SwissLegal 
Dürr + Partner, Centralbahnstrasse 7, 4010 Basel,  
Beschuldigter 
 

Gegenstand Nichtanhandnahme des Verfahrens 

Beschwerde gegen die Nichtanhandnahmeverfügung der Staatsan-
waltschaft Basel-Landschaft vom 2. Januar 2015 

 

 
 
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A. Mit Verfügung vom 2. Januar 2015 nahm die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft (nach-
folgend: Staatsanwaltschaft) das Verfahren in Anwendung von Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO gegen 
D.____ wegen fahrlässiger Körperverletzung sowie Widerhandlung gegen das Strassenver-
kehrsgesetz nicht an die Hand. Die Kosten wurden dem Staat auferlegt.  

Die in der besagten Verfügung angeordnete Nichtanhandnahme des Verfahrens wurde von der 
Staatsanwaltschaft im Wesentlichen wie folgt begründet: Am 19. Juni 2014, 18:45 Uhr, sei 
A.____ mit seinem Fahrrad den abschüssigen X.____weg in E.____ hinunter auf die 
Y.____strasse zugefahren. Bei der Kreuzung der beiden Strassen habe das Fahrrad das 
Stoppsignal überquert und sei mit der hinteren, rechten Fahrzeugseite des auf der 
Y.____strasse in Richtung X.____weg fahrenden Personenwagens Ford Mondeo, der vom Be-
schuldigten gelenkt wurde, kollidiert. Aufgrund der Lokalisation der von A.____ erlittenen Ver-
letzungen (Felsenbeinfraktur rechts, Gehirnerschütterung und Kontusionsblutungen in der rech-
ten Hemisphäre, Hämatotympanon rechts sowie Prellung der rechten Flanke) sei davon auszu-
gehen, dass er bereits vor der Kollision des Fahrrads mit dem Personenwagen zu Fall gekom-
men sei. Sämtliche Pflichten gemäss Art. 52 SVG (wohl gemeint: Art. 51 SVG) seien von 
D.____ respektive seinen Mitfahrern nach dem Unfall erfüllt worden. Es würden keinerlei An-
haltspunkte vorliegen, die darauf schliessen lassen, dass der Beschuldigte den Unfall verur-
sacht habe. Die in Frage kommenden Tatbestände seien eindeutig nicht erfüllt. 

B. Mit Eingabe vom 19. Januar 2015 erhob A.____ Beschwerde gegen die Nichtanhand-
nahmeverfügung vom 2. Januar 2015. Er beantragte, es sei die Beschwerdeführerin (recte: Be-
schwerdegegnerin) zu verpflichten, das Strafverfahren gegen den Beschwerdegegner (Verfah-
rensnummer XY) an die Hand zu nehmen. Insbesondere sei die Beschwerdegegnerin anzuwei-
sen, weitere Abklärungen zum Unfallhergang zu tätigen und im Anschluss daran erneut über 
die Strafbarkeit des Beschwerdeführers (recte: Beschuldigten) zu entscheiden; unter o/e-
Kostenfolge. 

Auf die Begründung der Beschwerde sowie der nachfolgenden Eingaben der Parteien wird, 
soweit erforderlich, im Rahmen der Erwägungen des vorliegenden Beschlusses eingegangen. 

C. Die Staatsanwaltschaft nahm mit Eingabe vom 30. Januar 2015 Stellung zur Beschwerde 
vom 19. Januar 2015 und beantragte die Abweisung derselben; unter o/e-Kostenfolge.  

D. Schliesslich liess sich mit Schreiben vom 2. Februar 2015 der Beschuldigte vernehmen. 
Er begehrte ebenfalls die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde, soweit auf diese über-
haupt einzutreten sei. Zudem sei die Nichtanhandnahmeverfügung der Beschwerdegegnerin 
vom 2. Januar 2015 zu bestätigen; unter o/e-Kostenfolge zu Lasten des Beschwerdeführers. 

Erwägungen 

1.1 Die Beschwerde ist gemäss Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO zulässig gegen Verfügungen und 
Verfahrenshandlungen von Polizei, Staatsanwaltschaft und Übertretungsstrafbehörden. Ge-
mäss Art. 393 Abs. 2 StPO können Rechtsverletzungen, die falsche Feststellung des Sachver-

 

 
 
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halts sowie Unangemessenheit gerügt werden. Da mit der Beschwerde alle Mängel des ange-
fochtenen Entscheids geltend gemacht werden können, verfügt die Rechtsmittelinstanz über 
volle Kognition (PATRICK GUIDON, Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 393 N 15). Die 
Beschwerdefrist gegen schriftlich oder mündlich eröffnete Entscheide beträgt 10 Tage, wobei 
die Beschwerde schriftlich und begründet bei der Beschwerdeinstanz einzureichen ist (Art. 396 
Abs. 1 StPO). Gemäss Art. 310 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 322 Abs. 2 sowie Art. 382 
Abs. 1 StPO ist jede Partei, die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Ab-
änderung der angefochtenen Nichtanhandnahmeverfügung hat, zur Beschwerde berechtigt 
(NATHAN LANDSHUT/THOMAS BOSSHARD, Zürcher Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 310 
N 13). Die gesetzlichen Bestimmungen enthalten keine abschliessende Liste der zur Be-
schwerde legitimierten Parteien. Der Parteibegriff ist im Sinne der Art. 104 und 105 StPO zu 
verstehen. Demnach wird nebst der beschuldigten Person und der Privatklägerschaft auch den 
anderen am Verfahren beteiligten Personen, insbesondere der geschädigten Person (vgl. 
Art. 105 Abs. 1 lit. a StPO), die Beschwerdelegitimation zuerkannt, sofern sie sich am erstin-
stanzlichen Verfahren beteiligt haben und ein rechtlich geschütztes Interesse geltend machen 
können (Botschaft zur Vereinheitlichung des Strafprozessrechts, BBl 2006, 1308; VIKTOR 
LIEBER, Zürcher Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 382 N 4; NIKLAUS SCHMID, Praxiskommen-
tar StPO, 2. Aufl. 2013, Art. 382 N 1).  

1.2 Bei Verkehrsunfällen stellt sich regelmässig die Frage, ob der Beschwerdeführer durch 
die dem Beschuldigten angelastete Verkehrsregelverletzung unmittelbar in seinen Rechten ver-
letzt wurde und somit ein rechtlich geschütztes Interesse gemäss Art. 382 Abs. 1 StPO geltend 
machen kann. Für die Beurteilung, ob ein rechtlich geschütztes Interesse vorliegt, ist das mit 
Art. 90 Abs. 1 SVG geschützte Rechtsgut heranzuziehen. Gemäss der kantons- und bundesge-
richtlichen Rechtsprechung wird mit der Bestimmung für einfache Verkehrsregelverletzungen 
(Art. 90 Abs. 1 SVG) einzig und allein ein allgemeines Interesse beziehungsweise der reibungs-
lose Ablauf der Fortbewegung auf öffentlichen Strassen unmittelbar geschützt. Hingegen wer-
den Individualrechtsgüter wie Leib und Leben oder das Eigentum respektive Vermögen nur mit-
telbar von besagter Norm erfasst (BGE 138 IV 258 E. 3.1; KGer 470 14 69 vom 10. Juni 2014 
E. 2.2; vgl. auch GORAN MAZZUCCHELLI/MARIO POSTIZZI, Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, 
Art. 115 N 88).  

Keine Verkehrsregeln sind die in Art. 51 Abs. 2 bis 4 SVG verankerten Pflichten zur Benachrich-
tigung der Polizei, deren Verletzung nach der Spezialnorm des Art. 92 SVG strafbar ist 
(PHILIPPE WEISSENBERGER, Kommentar Strassenverkehrsgesetz und Ordnungsbussengesetz, 
2. Aufl. 2014, Art. 90 SVG N 6). Art. 51 Abs. 2 und 3 SVG bezwecken primär die Abklärung des 
Unfallhergangs und dienen somit der Strafrechtspflege (BGer 6S.431/2004 E. 1 e contrario). 
Eine Geschädigtenstellung ist demnach auch bezüglich dieser Spezialnorm nicht gegeben. Es 
kann damit auf die Ausführungen zu Art. 90 Abs. 1 SVG verwiesen werden. 

Es kann folglich festgehalten werden, dass auf die Beschwerde - soweit sie Widerhandlungen 
gegen das Strassenverkehrsgesetz betrifft - mangels eines rechtlich geschützten Interesses 
seitens des Geschädigten nicht einzutreten ist. 

 

 
 
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1.3 Mit der vorliegenden Beschwerde wird die Nichtanhandnahmeverfügung der Staatsan-
waltschaft Basel-Landschaft vom 2. Januar 2015 angefochten. Diese Verfügung stellt ein taugli-
ches Beschwerdeobjekt dar. Die Nichtanhandnahmeverfügung wurde dem Beschwerdeführer 
am 7. Januar 2015 zugestellt. Die 10-tägige Frist lief somit am 17. Januar 2015 ab. Da der letz-
te Tag der Frist auf einen Samstag fiel, endet die Frist gemäss Art. 90 Abs. 2 StPO am nächst-
folgenden Werktag, was der 19. Januar 2015 war. Da die Beschwerde an eben diesem Tag der 
Post zum Versand aufgegeben wurde, ist sie innert Frist und damit rechtzeitig erfolgt. 

1.4 Die Eltern des Beschwerdeführers reichten am 31. August 2014 Strafanzeige gegen 
D.____ ein, mit der Begründung, dass A.____ nicht nur leichte Schürfungen, sondern eine 
schwere Körperverletzung erlitten habe. Sie bringen sinngemäss vor, dass diverse Begebenhei-
ten des Unfalls von den zuständigen Behörden nicht genügend gewürdigt worden seien.  

Es steht aufgrund der Akten fest, dass der Beschwerdeführer durch den in Frage stehenden 
Unfall verletzt wurde. Er ist also Geschädigter und konstituierte sich aufgrund der Strafanzeige 
überdies als Privatkläger (Art. 118 Abs. 1 StPO). Ob der Beschwerdeführer als Opfer gemäss 
Art. 116 f. StPO qualifiziert wird, kann vorliegend offen bleiben. Er hat jedenfalls ein rechtlich 
geschütztes Interesse, dass überprüft wird, ob die vorliegend angefochtene Nichtanhandnah-
meverfügung zu Recht erfolgte und ist demzufolge zur Beschwerdeerhebung bezüglich des 
Tatbestands der fahrlässigen Körperverletzung (Art. 125 StGB) legitimiert. 

1.5 Die Zuständigkeit der Dreierkammer des Kantonsgerichts, Abteilung Strafrecht, zur Beur-
teilung der vorliegenden Beschwerde ergibt sich aus Art. 20 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 StPO sowie 
aus § 15 Abs. 2 EG StPO. Auf die Beschwerde ist somit einzutreten, soweit sie die von der 
Staatsanwaltschaft verfügte Nichtanhandnahme bezüglich der in Frage stehenden fahrlässigen 
Körperverletzung betrifft.  

2.1 Gemäss Art. 310 Abs. 1 StPO verfügt die Staatsanwaltschaft die Nichtanhandnahme ei-
nes Strafverfahrens, sobald auf Grund der Strafanzeige oder des Polizeirapports feststeht, dass 
die fraglichen Straftatbestände oder Prozessvoraussetzungen eindeutig nicht erfüllt sind (lit. a), 
Verfahrenshindernisse bestehen (lit. b) oder aus den in Art. 8 StPO genannten Gründen auf 
eine Strafverfolgung zu verzichten ist (lit. c). Da dieser Bestimmung zwingender Charakter zu-
kommt, muss die Staatsanwaltschaft bei Vorliegen der in Art. 310 Abs. 1 StPO genannten 
Gründe eine Nichtanhandnahmeverfügung erlassen (ESTHER OMLIN, Basler Kommentar StPO, 
2. Aufl. 2014, Art. 310 N 8). Mit dem sofortigen Entscheid, kein Untersuchungsverfahren durch-
zuführen, soll verhindert werden, dass Personen durch grundlose Anzeigen oder Ermittlungen 
Nachteile erleiden und nutzlose Umtriebe anfallen. Da eine Nichtanhandnahmeverfügung nur 
dann erlassen wird, wenn keine Untersuchungshandlungen vorgenommen werden (Art. 309 
Abs. 4 StPO), muss es sich folglich um sachverhaltsmässig und rechtlich klare Fälle handeln, 
wobei sich dies allein aus den Akten zu ergeben hat. Die Nichtanhandnahme wegen fehlendem 
Straftatbestand oder fehlender Prozessvoraussetzungen darf nur dann verfügt werden, wenn 
mit Sicherheit feststeht, dass der zu beurteilende Sachverhalt unter keinen Straftatbestand fällt 
oder gar nicht verfolgbar ist (ESTHER OMLIN, a.a.O., Art. 310 N 8 ff.; vgl. auch NATHAN 
LANDSHUT/THOMAS BOSSHARD, a.a.O., Art. 310 N 4 ff.). 

 

 
 
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2.2 Der Beschwerdeführer wirft dem Beschuldigten in der Beschwerde vom 19. Januar 2015 
insbesondere pflichtwidriges Verhalten nach dem Unfall sowie mangelnde Vorsicht und Nicht-
beherrschen des Fahrzeugs vor. Wie in E. 1.2 ausgeführt, ist dem Beschwerdeführer die Ge-
schädigtenstellung betreffend die strafrechtlichen Bestimmungen des SVG abzusprechen; diese 
ergibt sich jedoch aus den Tatbeständen des Schweizerischen Strafgesetzbuches (GORAN 
MAZZUCCHELLI/MARIO POSTIZZI, a.a.O., Art. 115 N 88). Soweit der Beschwerdeführer Ausfüh-
rungen zu den strafrechtlichen Bestimmungen des SVG macht, ist er damit nicht zu hören. In 
der Beschwerde sind keine expliziten Hinweise auf Tatbestände aus dem Strafgesetzbuch er-
sichtlich. Gemäss der Nichtanhandnahmeverfügung vom 2. Januar 2015 könnte bei vorliegen-
dem Sachverhalt wohl lediglich Art. 125 StGB (fahrlässige Körperverletzung) einschlägig sein. 

3.1 Fraglich und nachfolgend zu prüfen bleibt somit einzig, ob es Hinweise gibt, die berechtig-
ten Zweifel an der Annahme der Staatsanwaltschaft aufkommen lassen, der Tatbestand der 
fahrlässigen Körperverletzung gemäss Art. 125 StGB sei eindeutig nicht erfüllt.  

3.2 Eine fahrlässige Körperverletzung gemäss Art. 125 StGB begeht, wer fahrlässig einen 
Menschen am Körper oder an der Gesundheit schädigt (Abs. 1). Ist die Schädigung schwer, so 
wird der Täter von Amtes wegen verfolgt (Abs. 2). Fahrlässig begeht ein Verbrechen oder Ver-
gehen, wer die Folge seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedenkt oder 
darauf nicht Rücksicht nimmt. Pflichtwidrig ist die Unvorsichtigkeit, wenn der Täter die Vorsicht 
nicht beachtet, zu der er nach den Umständen und nach seinen persönlichen Verhältnissen 
verpflichtet ist (Art. 12 Abs. 3 StGB). 

3.3 Die Staatsanwaltschaft bringt sowohl in der Nichtanhandnahmeverfügung vom 2. Januar 
2015 wie auch in der Stellungnahme vom 30. Januar 2015 vor, dass keine Anhaltspunkte vor-
liegen würden, die darauf schliessen lassen, dass D.____ den Unfall verursacht habe. Eine al-
ternative Sachverhaltsvariante wie sie der Beschwerdeführer vorbringe (beispielsweise ein 
„Ausweichmanöver wegen Tier oder Gegenverkehr“) scheide schon deshalb aus, weil sich 
sämtliche Schäden am Personenwagen am hinteren Ende des Fahrzeugs befänden. Wäre 
D.____ für die Kollision verantwortlich gewesen, hätten sich entsprechende Schadenspuren 
zwingend im vorderen Bereich des Automobils befinden müssen. Selbst wenn man davon aus-
ginge, dass A.____ hinter dem Personenwagen durchfahren wollte und von einem brüsken 
Bremsmanöver von D.____ überrascht worden sei, so dass es deshalb zu Kollision kam, läge 
die Verantwortung für die Kollision alleine beim vortrittsmissachtenden Fahrradlenker. 

3.4 In der Tat sind in casu keinerlei Hinweise erkennbar, die für eine Sorgfaltspflichtverletzung 
von D.____ am Verkehrsunfall vom 19. Juni 2014 sprechen. A.____ selbst hat gegenüber dem 
behandelnden Arzt im Kinderspital zum Unfallhergang ausgeführt, er sei mit dem Fahrrad seit-
lich in ein Auto gefahren (vgl. ärztlicher Austrittsbericht vom 31. Juli 2014; act. 13). Diese Aus-
sage deckt sich mit den Feststellungen der Polizei Basel-Landschaft am Personenwagen Ford 
Mondeo im Polizeibericht vom 16. Juli 2014: „Delle in Kotflügel hinten rechts, Delle in Türe hin-
ten rechts, Radabdeckung hinten rechts beschädigt“ (act. 51). Der Mitfahrer im unfallbetroffe-
nen Personenwagen, E.____, sagte ebenfalls aus, dass der Fahrradfahrer in die hintere rechte 
Fahrzeugseite geprallt sei (act. 55). In der Einvernahme vom 12. August 2014 sagte A.____ bei 

 

 
 
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der Jugendanwaltschaft Basel-Landschaft als beschuldigte Person wie folgt aus (act. 137): 
„Meine Bremsen gingen nicht mehr so gut. Die Bremsen gingen so fest um am Bremsgriff zu 
ziehen.“ Auf Frage hin bestätigte A.____, dass das Fahrrad dadurch weniger gebremst hat. 
Diese Depositionen decken sich mit der Aussage von E.____ gemäss Polizeibericht vom 
16. Juli 2014, wonach es den Anschein gemacht habe, als würde A.____ stark bremsen; er sei 
entsprechend wackelig gewesen (act. 55). F.____, ein am Unfall unbeteiligter Nachbar, sagte 
als Auskunftsperson aus, dass er den Unfall nicht gesehen habe. Er habe nur einen lauten 
Knall gehört, sich umgedreht und einen Jungen neben seinem Fahrrad liegen gesehen (vgl. 
Polizeibericht vom 16. Juli 2014; act. 59). Ebenfalls ist erstellt und wird auch vom Beschwerde-
führer nicht bestritten, dass der Personenwagen vortrittsberechtigt und A.____ entsprechend 
vortrittsbelastet war. Aus diesen diversen und unabhängigen Quellen lässt sich ein schlüssiges 
Bild des Unfallherganges zuverlässig rekonstruieren. Jedenfalls gibt es keinerlei Anzeichen da-
für, dass durch das Verhalten von D.____ der Tatbestand der fahrlässigen Körperverletzung 
(Art. 125 StGB) nur schon ansatzweise erfüllt sein könnte.  

3.5 Die Ausführungen in der Beschwerde vom 19. Januar 2015 - und im Übrigen auch bereits 
in der Strafanzeige vom 31. August 2014 - beschränken sich auf vage Spekulationen und Hypo-
thesen allgemeiner Art. Sämtliche einschlägigen Mutmassungen wie ein Manöver eines ande-
ren unbekannten Verkehrsteilnehmers, ein Ausweichmanöver wegen einem Tier oder Gegen-
verkehr oder die angeblich sehr unübersichtliche Baustellensituation finden in den Akten über-
haupt keine Stütze. Es fehlt dabei jegliche Konkretisierung dessen, was der Beschuldigte bei 
genügender Vorsicht hätte zur Vermeidung des Unfalls beitragen können. Der Vorwurf der fahr-
lässigen Körperverletzung wird denn auch selbst vom Beschwerdeführer gar nicht (ausdrück-
lich) vorgebracht. Die Darlegungen in der Beschwerde erschöpfen sich im Wesentlichen darin, 
D.____ und seinen beiden Mitfahrern pflichtwidriges Verhalten nach dem Unfall vorzuwerfen. 
Wie schon ausgeführt, ist jedoch auf diese Rügen nicht einzutreten. Der Vollständigkeit halber 
sei indes erwähnt, dass die diesbezüglichen Vorbringen jeglicher Grundlage entbehren und die 
Insassen des Personenwagens nach dem Unfall sämtliche Pflichten gemäss Art. 51 SVG vor-
behaltlos erfüllt haben. 

3.6 Aufgrund des Gesagten ist die Beschwerde somit als unbegründet abzuweisen, soweit 
darauf einzutreten ist. Die Staatsanwaltschaft hat demnach das Verfahren gegen D.____ zu 
Recht nicht an die Hand genommen.  

4.1 Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelverfahrens 
nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Entsprechend dem Ausgang des vorlie-
genden Verfahrens gehen die Kosten in Höhe von CHF 800.00, bestehend aus einer Gerichts-
gebühr von CHF 750.00 (§ 13 Abs. 1 der Verordnung über die Gebühren der Gerichte) sowie 
Auslagen von CHF 50.00, zu Lasten des Beschwerdeführers. 

4.2 Zusätzlich ist dem Beschuldigten zu Lasten des unterliegenden Beschwerdeführers eine 
Parteientschädigung für das vorstehende Verfahren zuzusprechen. Der Vertreter des Beschul-
digten, Rechtsanwalt Dominik Dall’O, macht in der Honorarnote vom 2. Februar 2015 eine Par-
teientschädigung im Umfang von 5.65 Stunden à CHF 275.00 (zuzüglich 8% MWST) geltend. 

 

 
 
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Das Kantonsgericht, Abteilung Strafrecht, erachtet aufgrund der Schwierigkeit des vorliegenden 
Falles und gestützt auf § 3 Abs. 1 der Tarifordnung für Anwältinnen und Anwälte (TO) einen 
Honoraransatz von CHF 230.00 pro Stunde praxisgemäss als angemessen. Somit ist dem Be-
schuldigten eine Parteientschädigung zu Lasten des Beschwerdeführers in der Höhe von ins-
gesamt CHF 1‘403.45, bestehend aus einem Honorar von CHF 1‘299.50 sowie 8% MWST von 
CHF 103.95, zuzusprechen. 

Demnach wird erkannt: 

 
://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 
 
 2. Die ordentlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens in der Höhe von 

CHF 800.00, bestehend aus einer Gerichtsgebühr von CHF 750.00 
und Auslagen von CHF 50.00, werden dem Beschwerdeführer auf-
erlegt. 

 
 3. Dem Beschuldigten wird für das Beschwerdeverfahren eine Partei-

entschädigung zu Lasten des Beschwerdeführers in der Höhe von 
CHF 1‘403.45, bestehend aus einem Honorar von CHF 1‘299.50 
sowie 8% MWST von CHF 103.95, zugesprochen. 
 

 
 
 
Präsident 
 
 
 
 
Dieter Eglin 

Gerichtsschreiber i.V. 
 
 
 
 
Gabriel Giess