# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 673a7531-1cb5-58b9-a810-4f3286310c31
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-11-27
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 27.11.2018 110 2018 88
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2018-88_2018-11-27.pdf

## Full Text

ENTSCHEID
DER

BAU-, VERKEHRS- UND ENERGIEDIREKTION 

RA Nr. 110/2018/88 Bern, 27. November 2018

in der Beschwerdesache zwischen

Herrn A.________
Beschwerdeführer 1

Herrn B.________
Beschwerdeführer 2

und

Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Pieterlen, Bauabteilung, Hauptstrasse 6, 
2542 Pieterlen

betreffend die Verfügung der Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Pieterlen vom 
12. Juni 2018 (Baugesuchs Nummer 2018-0034; Stützmauer aus Natursteinen)

I. Sachverhalt

1. Am 1. Juni 2018 haben die Beschwerdeführer bei der Gemeindeverwaltung Pieterlen 

ein gemeinsames Baugesuch eingereicht für das Erstellen einer Stützmauer aus 

Natursteinen mit einer Länge von 53 m und einer Höhe zwischen 0.6 – 1.1 m an der 

südlichen Grundstückgrenze der Parzellen Pieterlen Grundbuchblatt Nrn. C.________ und 

D.________. Die Mauer soll die bestehende Böschung abstützen. Mit Entscheid vom 

12. Juni 2018 erteilte die Gemeinde dem Bauvorhaben den Bauabschlag mit der 

Begründung, es sei im Gewässerraum der E.________ nicht zulässig.

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2. Dagegen reichten die Beschwerdeführer am 22. Juni 2018 Beschwerde bei der Bau-, 

Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Sie beantragen die 

Aufhebung des Entscheids vom 12. Juni 2018 und die Erteilung der Baubewilligung. Sie 

machen insbesondere geltend, da die Humusqualität nicht gut sei, rutsche bei starkem 

Regen die Böschung.

3. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet,1 holte beim Amt für 

Gemeinden und Raumordnung (AGR) sowie beim Tiefbauamt des Kantons Bern (TBA), 

Oberingenieurkreis III (OIK III) je einen Bericht ein. Die Parteien erhielten Gelegenheit, sich 

dazu zu äussern und Schlussbemerkungen einzureichen.

4. Auf die Rechtsschriften und die eingeholten Berichte wird, soweit für den Entscheid 

wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Sachurteilsvoraussetzungen

Bauentscheide können nach Art. 40 BauG2 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit 

Baubeschwerde bei der BVE angefochten werden. Die BVE ist somit für die Beurteilung 

der Beschwerde zuständig. Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchstellerinnen, die 

Baugesuchsteller, die Einsprecherinnen, die Einsprecher und die zuständige 

Gemeindebehörde (Art. 40 Abs. 2 BauG). Die Beschwerdeführer, deren Baugesuch 

abgewiesen wurde, sind durch den vorinstanzlichen Entscheid beschwert und daher zur 

Beschwerdeführung legitimiert. Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist 

einzutreten.

1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und 
Energiedirektion (Organisationsverordnung BVE, OrV BVE; BSG 152.221.191).
2 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0).

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2. Gewässerraum 

a) Seit dem 1. Januar 2011 verlangt das Bundesrecht die Festlegung eines 

Gewässerraums entlang von Fliessgewässern und Seen (Art. 36a GschG3). Dieser soll die 

natürliche Funktion des Gewässers, den Schutz vor Hochwasser und die 

Gewässernutzung gewährleisten. Die Kantone sind verpflichtet, den Gewässerraum 

gemäss Art. 36a GSchG bis zum 31. Dezember 2018 festzulegen.4 Dies obliegt im Kanton 

Bern den Gemeinden (vgl. Art. 5b WBG5). Solange der Gewässerraum nicht festgelegt ist, 

muss nach den Übergangsbestimmungen der GSchV beidseits der Fliessgewässer ein 

Streifen freigehalten werden. Entlang von Fliessgewässern mit einer Gerinnesohle von bis 

zu 12 m Breite ist beidseitig ein Streifen von je 8 m Breite plus die Breite der bestehenden 

Gerinnesohle freizuhalten (Abs. 2 Bst. a ÜB GSchV, sogenannter Uferstreifen). Die 

Übergangsbestimmungen sind seit dem Inkrafttreten am 1. Juni 2011 direkt anwendbar. 

Sie bedürfen keiner gesetzgeberischen Umsetzung durch die Kantone. Damit wollte der 

Gesetzgeber verhindern, dass vor der definitiven Festlegung des Gewässerraums 

präjudizierende Bauten erstellt werden. Dieser Abstand kommt somit einer Planungszone 

gleich.6 Kantonale bzw. kommunale Gewässerabstände, die weniger weit gehen als das 

Bundesrecht, sind daher unbeachtlich (Art. 49 BV7). Dies gilt auch, wenn andere kantonale 

Übergangsbestimmungen (vgl. Art. T1-1 WBG) einen anderen Schluss zuliessen.8

 

c) Gemäss Art. 526 GBR9 müssen in der Gemeinde Pieterlen Bauten einen 

Gewässerabstand von 11 m zur E.________ aufweisen resp. die im Wasserbauplan 

eingezeichnete Baulinie respektieren. Das Baureglement der Gemeinde wurde von den 

Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern vor dem 1. Januar 2011 beschlossen. Der 

Wasserbauplan III der E.________, der eine Baulinie zu diesem Gewässer definiert, wurde 

bereits am 30. Juli 2001 genehmigt. Es ist daher fraglich, ob der von der Gemeinde 

3 Bundesgesetz vom 24. Januar 1991 über den Schutz der Gewässer (Gewässerschutzgesetz, GSchG; SR 
814.20).
4 Vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 4. Mai 2011 der Gewässerschutzverordnung des 
Bundesrats vom 28. Oktober 1998 (GSchV; SR 814.201).
5 Gesetz vom 14. Februar 1989 über Gewässerunterhalt und Wasserbau (Wasserbaugesetz, WBG; BSG 
751.11).
6 Vgl. BGE 140 II 428 E. 2.3
7 Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV; SR 101).
8 VGE 2016/234 vom 25. November 2016, E. 2.1.
9 Baureglement der Gemeinde Pieterlen vom Juni 2010, genehmigt durch das Amt für Gemeinden und 
Raumordnung am 25. Januar 2011.

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definierte Gewässerraum der E.________ den Anforderungen von Art. 36a GSchG und Art. 

41c GSchV entspricht oder ob gemäss den Übergangsbestimmungen der GSchV ein 

breiterer Uferstreifen gälte. Diese Frage kann allerdings offen gelassen werden: Die 

Grundstückgrenzen, an denen die Stützmauer erstellt werden soll, verlaufen mit einem 

Abstand von ca. 7 – 11 m entlang der E.________ und befinden sich gänzlich innerhalb 

des durch die Baulinie des Wasserbauplans definierten Gewässerraums. Es ist daher 

vorliegend unerheblich, ob nach Bundesrecht ein noch breiterer Uferstreifen gelten würde. 

3. Das Erstellen von zonenkonformen Bauten im Gewässerraum 

a) Im Gewässerraum dürfen grundsätzlich nur standortgebundene, im öffentlichen 

Interesse liegende Anlagen wie Fuss- und Wanderwege, Flusskraftwerke oder Brücken 

erstellt werden. Sofern keine überwiegenden Interessen entgegenstehen, kann die 

Behörde ausserdem insbesondere die Erstellung von zonenkonformen Anlagen in dicht 

überbauten Gebieten und zonenkonforme Anlagen ausserhalb von dicht überbauten 

Gebieten auf einzelnen unüberbauten Parzellen innerhalb einer Reihe von mehreren 

überbauten Parzellen bewilligen (Art. 41c Abs. 1 Bst. a und abis GschV). 

Die Gemeinden können in der baurechtlichen Grundordnung oder in 

Überbauungsordnungen festlegen, welche Teile des Gewässerraums im Sinne des 

Bundesrechts dicht überbaut sind (vgl. Art. 5b Abs. 3 WBG). Fehlt eine entsprechende 

Festlegung in einem Gebiet, entscheidet das AGR im Baubewilligungsverfahren, ob ein 

Gebiet als "dicht überbaut" bezeichnet werden kann.10 

Die Stützmauer aus Natursteinen ist zwar in der Wohnzone zonenkonform, aber keine 

standortgebundene Anlage im öffentlichen Interesse. Es bleibt daher zu prüfen, ob sich das 

Bauvorhaben in einem dicht überbauten Gebiet oder auf einer unbebauten Parzelle in einer 

Reihe von bebauten Parzellen befindet. 

b) Das AGR ist in seiner Stellungnahme vom 13. September 2018 zum Schluss 

gekommen, das Bauvorhaben befinde sich nicht in einem dicht überbauten Gebiet. Der 

Begriff "dicht überbaut" wird nicht nur in Art. 41c GSchV verwendet, sondern auch im 

10 Vgl. Art. 5b Abs. 3 WBG.

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Zusammenhang mit der planerischen Festlegung des Gewässerraums (Art. 41a Abs. 4 und 

Art. 41b Abs. 3 GSchV). Da eine sachgerechte Planung einen genügend gross gewählten 

Perimeter voraussetzt, darf dieser nicht zu eng gefasst sein. Vielmehr sollte eine 

Gesamtbetrachtung mit Blick auf die bestehende Baustruktur des Gemeindegebiets 

erfolgen. Insbesondere bei kleineren Gemeinden umfasst der Betrachtungsperimeter in der 

Regel das gesamte Gemeindegebiet.11 Dabei sollte der Fokus auf dem Land entlang der 

Gewässer und nicht auf dem Siedlungs- oder Baugebiet als Ganzes liegen.12 Das 

Bundesgericht hielt zudem bereits verschiedentlich fest, die planerische Anpassung des 

Gewässerraums oder eine Ausnahmebewilligung solle vor allem in dicht überbauten 

städtischen Quartieren oder Dorfzentren zugelassen werden, die (wie Basel und Zürich) 

von Flüssen durchquert seien. In diesen Gebieten solle eine städtebauliche Verdichtung 

möglich sein. Hingegen bestehe bei peripheren Gebieten regelmässig kein überwiegendes 

Interesse an einer verdichteten Überbauung des Gewässerraums und daher sei der 

minimale Raumbedarf des Gewässers zu respektieren. Eine "weitgehende Überbauung" 

reiche daher nicht aus. Es gehe um Ausnahmen vom Grundsatz des Schutzes des 

Gewässerraums und der extensiven Nutzung des Gewässerraums. Daher sei der Begriff 

"dicht überbaut" restriktiv auszulegen.13 Einen Hinweis für ein dicht überbautes Gebiet 

können Zentrums- oder Kernzonen, das heisst Ortsteile mit zentrumsbildender Funktion, 

geben. Hingegen spricht das Vorhandensein von bedeutenden Grünräumen oder 

Gewässerabschnitten von ökologischer oder landschaftlicher Bedeutung eher dagegen.14

Die Stützmauer soll die südliche Böschung der mit den Wohnbauten der Beschwerdeführer 

überbauten Parzellen mit Natursteinen stützen. Das Bauvorhaben liegt in der Gemeinde 

Pieterlen. Dabei handelt es sich um eine Gemeinde mit ca. 4'500 Einwohnern. Das 

Bauvorhaben liegt damit nicht in einem städtischen, sondern vielmehr in einem peripheren 

Gebiet. Die Gemeinde weist neben bewohnten Gebieten insbesondere auch grössere 

Waldgebiete auf. Der Schwerpunkt der Bebauung liegt im Bereich der F.________strasse 

und der G.________strasse. Von dort erstreckt sie sich in südlicher Richtung bis zum 

Bahnhof. Die Parzellen, auf denen die Stützmauer errichtet werden sollte, sind zwar 

insbesondere auf Grund ihrer Nähe zum Bahnhof gut erschlossen. Sie befinden sich aber 

eher am Rand der Wohnzone und nicht in Zentrumsnähe. Zudem weist nicht nur die 

11 VGE 2016/234 vom 25. November 2016, E. 3.2.
12 BGE 140 II 428, E. 7; BGE 140 II 437 E. 5.1.
13 BGE 143 II 77, E. 2.7; BGE 140 II 428, E. 7; BGE 140 II 437 E. 5 und 5.1.
14 VGE 2016/234 vom 25. November 2016, E. 3.2.

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unmittelbare Umgebung, sondern die Gemeinde insgesamt und insbesondere das Gebiet 

entlang der E.________ zwischen dem H.________- und dem I.________weg relativ viel 

Grünfläche auf. Westlich des Bauvorhabens ist das Gebiet abgesehen von einzelnen 

Gebäuden und Schrebergärten auf beiden Uferseiten der E.________ sogar kaum 

überbaut. Vielmehr weist es grosse landwirtschaftlich genutzte Flächen auf. Der 

Uferbereich der E.________ insgesamt ist nur locker bebaut und grössenteils 

naturbelassen.

Daraus ergibt sich insgesamt, dass der Uferbereich der E.________ in Pieterlen und 

insbesondere das Gebiet, in welchem die Stützmauer errichtet werden sollte, nicht "dicht 

überbaut" ist. Dementsprechend drängt sich eine weitere Verdichtung nicht auf, sondern 

der Gewässerraum ist, soweit möglich, frei von Bauten zu belassen. Das Bauvorhaben 

kann daher nicht als zonenkonformes Bauvorhaben in dicht überbautem Gebiet bewilligt 

werden.

c) Art. 41c Abs. 1abis GSchV sieht zudem eine weiteren Ausnahmemöglichkeit für 

Bauten im Gewässerraum vor: Auf einzelnen unüberbauten Parzellen innerhalb einer 

Reihe von mehreren überbauten Parzellen können zonenkonforme Bauten bewilligt 

werden. Diese Ausnahme soll zonenkonforme Bauten ermöglichen, wenn ein allgemeines 

Interesse an der Siedlungsentwicklung nach Innen besteht. Sie bezieht sich allerdings nur 

auf die Bebaubarkeit von unüberbauten Parzellen. Eine weitere Bebauung von bereits 

bebauten Parzellen ist gestützt auf diesen Ausnahmetatbestand nicht möglich.15

Trotz reger Bautätigkeit in den letzten Jahren befinden sich in der unmittelbaren Umgebung 

des Bauvorhabens immer noch verschiedene unbebaute Parzellen. Dementsprechend liegt 

das Bauvorhaben nicht auf einer einzelnen unüberbauten Parzelle in einer Reihe von 

bebauten Parzellen. Zudem sind beide Parzellen der Beschwerdeführer bereits bebaut. 

Dementsprechend ist die Stützmauer auch nicht als Bauvorhaben auf einer unbebauten 

Parzelle in einer Reihe von bebauten Parzellen gemäss Art. 41c Abs. 1abis GeschV 

bewilligungsfähig. 

15 Vgl. Arbeitshilfe, Bestimmung dicht überbauter Gebiete, Amt für Gemeinden und Raumordnung, 30. 
Oktober 2017, S. 3, abrufbar unter: https://www.jgk.be.ch/jgk/de/index/raumplanung/raumplanung/arbeitshil 
fen/raumsicherungfliessgewaesser.assetref/dam/documents/JGK/AGR/de/Raumplanung/Arbeitshilfen/agr_rau
mplanung_arbeitshilfen_raumsicherung_gewaesser_de.pdf. 

https://www.jgk.be.ch/jgk/de/index/raumplanung/raumplanung/arbeitshil%20fen/raumsicherungfliessgewaesser.assetref/dam/documents/JGK/AGR/de/Raumplanung/Arbeitshilfen/agr_raumplanung_arbeitshilfen_raumsicherung_gewaesser_de.pdf
https://www.jgk.be.ch/jgk/de/index/raumplanung/raumplanung/arbeitshil%20fen/raumsicherungfliessgewaesser.assetref/dam/documents/JGK/AGR/de/Raumplanung/Arbeitshilfen/agr_raumplanung_arbeitshilfen_raumsicherung_gewaesser_de.pdf
https://www.jgk.be.ch/jgk/de/index/raumplanung/raumplanung/arbeitshil%20fen/raumsicherungfliessgewaesser.assetref/dam/documents/JGK/AGR/de/Raumplanung/Arbeitshilfen/agr_raumplanung_arbeitshilfen_raumsicherung_gewaesser_de.pdf

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4. Massnahmen gegen die natürliche Erosion der Ufer des Gewässers 

a) Die Beschwerdeführer machen geltend, da die Humusqualität nicht gut sei, rutsche 

bei starkem Regen die Böschung nach unten, um Schlimmes zu vermeiden, möchten sie 

die Natursteinmauer erstellen. 

b) Massnahmen gegen die natürliche Erosion der Ufer des Gewässers sind zulässig, 

soweit sie für den Schutz vor Hochwasser oder zur Verhinderung eines 

unverhältnismässigen Verlustes an landwirtschaftlicher Nutzfläche erforderlich sind (Art. 

41c Abs. 5 GSchV).

c) Der OIK III hat in seinem Fachbericht ausgeführt, mit dem Hochwasserschutzprojekt 

"BWP3 Ausbau der E.________" seien insbesondere das Durchflussprofil der E.________ 

vergrössert, die Sohlen gesichert, die Wasserführung bei Trockenheit gesichert und die 

Gerinne ökologisch aufgewertet worden. Zudem führe der Wasserbauträger regelmässig 

Gewässerunterhaltsarbeiten durch, um die wasserbaulichen und ökologischen 

Massnahmen aufrecht zu erhalten. Gemäss der Gefahrenkarte der Gemeinde Pieterlen 

und dem zugehörenden technischen Bericht weise die E.________ ein geringes Gefälle 

und eine sehr bescheidene Fliessgeschwindigkeit auf. Es sei nicht mit 

Böschungserosionen zu rechnen. Daher seien keine sogenannten harten 

Böschungsverbauungen, wie Kunst- oder Natursteinmauern, ausgeführt worden. 

Schliesslich sei dem OIK III nicht bekannt, dass im Bereich des Bauvorhabens tatsächlich 

Erosionen erfolgt seien. Allfällige Schäden müssten im Rahmen des Gewässerunterhalts 

dem OIK III angezeigt und anschliessend repariert werden. 

Der OIK III kommt daher zum Schluss, bei der geplanten Stützmauer handle es sich klar 

nicht um eine Massnahme gegen die natürliche Ufererosion und zum Schutz von 

Hochwasser. Vielmehr stütze sie die private Terrasse resp. die Gartenanlage, die auf 

einem um 80 cm angehobenen Terrain und zum Teil im Gewässerraum der E.________ 

angelegt worden sei. Dem Bauvorhaben sei der Bauabschlag zu erteilen.

d) Die Ausführungen des OIK III überzeugen: Auf Grund der geringen 

Fliessgeschwindigkeit ist die Wahrscheinlichkeit von erodierenden Böschungen sehr klein. 

Zudem wäre der Wasserbauträger zuständig für die Behebung von allfälligen Schäden und 

das Ergreifen von geeigneten Massnahmen. Überdies sprechen die Beschwerdeführer 

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nicht direkt die natürliche Erosion der unmittelbaren Uferböschung der E.________ an. 

Vielmehr möchten sie ein Rutschen des Hanges auf ihrer Parzelle verhindern. Dieser Hang 

ist auf Grund des aufgeschütteten Umgebungsbereichs der Wohnhäuser der 

Beschwerdeführer steiler als der natürliche Hangverlauf wäre. Das Rutschen dieser 

Böschung dürfte daher in erster Linie auf diese Aufschüttung zurückzuführen sein resp. sie 

hat das Rutschen zumindest stark begünstigt. Vorkehrungen gegen dieses Rutschen 

stellen keine Massnahme gegen die natürliche Erosion des Gewässers dar. Schliesslich 

soll die Stützmauer weder dem Schutz vor Hochwasser noch zur Verhinderung eines 

unverhältnismässigen Verlustes an landwirtschaftlicher Nutzfläche dienen. Daher ist die 

von den Beschwerdeführern geplante Stützmauer ohnehin unabhängig von der Ursache 

des Rutschens der Böschung gestützt auf Art. 41c Abs. 5 GSchV nicht bewilligungsfähig. 

5. Gleichbehandlung im Unrecht 

a) Die Beschwerdeführer machen geltend, auf der Nachbarparzelle sei mit den gleichen 

Grenzabständen eine Löffelsteinmauer erstellt, daher sähen sie kein Problem in diesem 

Bereich auch eine Natursteinmauer zu erstellen. Mit diesem Argument machen die 

Beschwerdeführer sinngemäss eine Gleichbehandlung im Unrecht geltend.

b) Das Gebot rechtsgleicher Behandlung nach Art. 8 Abs. 1 BV16 ist ein 

verfassungsmässiges Recht. Die Rechtsgleichheit gebietet, Gleiches nach Massgabe 

seiner Gleichheit gleich und Ungleiches nach Massgabe seiner Ungleichheit ungleich zu 

behandeln.17 Der Umstand, dass das Gesetz in anderen Fällen nicht oder nicht richtig 

angewendet worden ist, gibt dem Bürger grundsätzlich keinen Anspruch darauf, ebenfalls 

abweichend vom Gesetz behandelt zu werden. Der Grundsatz der Gesetzmässigkeit der 

Verwaltung geht dem Rechtsgleichheitsprinzip, und damit dem Anspruch auf 

Gleichbehandlung im Unrecht, in der Regel vor. Auf Gleichbehandlung im Unrecht besteht 

ausnahmsweise ein Anspruch, wenn die Behörde nicht nur in einem oder einigen Fällen, 

sondern in ständiger Praxis vom Gesetz abweicht und zu erkennen gibt, dass sie auch in 

Zukunft nicht gesetzeskonform handeln werde. Selbst wenn diese Voraussetzungen erfüllt 

16 Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV; SR 101).
17 Regina Kiener/Walter Kälin, Grundrechte, 2. Auflage, Bern 2013, S. 414.

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sind, können öffentliche Interessen oder berechtigte Interessen Dritter an einer 

gesetzmässigen Rechtsanwendung der Gleichbehandlung im Unrecht entgegenstehen.18 

c) Die Beschwerdeführer verweisen einzig auf einen ähnlich gelagerten Fall in ihrer 

Nachbarschaft. Ob diese Mauer tatsächlich auch im Gewässerraum der E.________ steht  

oder nicht, kann offen bleiben, den ein einziges Beispiel deutete noch nicht auf eine 

ständige Praxis der Gemeinde hin. Zudem gibt die Gemeinde gerade nicht zu erkennen, 

dass sie an einer allfälligen rechtswidrigen Praxis festhalten möchte. Schliesslich bestehen 

öffentliche Interessen an der Freihaltung des Gewässerraums. Dementsprechend können 

sich die Beschwerdeführer nicht auf einen Anspruch auf Gleichbehandlung im Unrecht 

berufen. Auch diese Rüge erweist sich somit als unbegründet.

6. Fazit

Das Bauvorhaben befindet sich im Gewässerraum der E.________. Die Stützmauer ist 

keine standortgebundene Baute im öffentlichen Interesse. Sie liegt zudem weder in dicht 

überbautem Gebiet noch auf einer einzelnen unüberbauten Parzelle innerhalb einer Reihe 

von mehreren überbauten Parzellen. Schliesslich kann sie auch nicht als Massnahme 

gegen die natürliche Erosion der Ufer des Gewässers betrachtet werden. Daher erweist 

sich die Stützmauer entlang der südlichen Parzellengrenzen der Beschwerdeführer als 

nicht bewilligungsfähig. Die Gemeinde hat dem Bauvorhaben zu Recht den Bauabschlag 

erteilt.

7. Kosten

a) Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegen die Beschwerdeführer. Sie haben 

die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden bestimmt auf eine 

Pauschalgebühr von Fr. 1'000.– (Art. 103 Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 GebV19).

b)  Parteikosten werden keine gesprochen (Art. 104 Abs. 1 und 4 VRPG).

18 BGer 1C_400/2014 vom 4.12.2014, E. 2.3.
19 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; 
BSG 154.21).

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III. Entscheid

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. Der Bauentscheid der Gemeinde Pieterlen vom 

12. Juni 2018 wird bestätigt.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1'000.– werden den Beschwerdeführern zur Bezahlung 

auferlegt. Die Beschwerdeführer haften solidarisch für den gesamten Betrag. Eine 

separate Zahlungseinladung folgt, sobald dieser Entscheid in Rechtskraft erwachsen 

ist.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

IV. Eröffnung

- Herrn A.________, eingeschrieben

- Herrn B.________, eingeschrieben

- Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Pieterlen, Bauabteilung, eingeschrieben

Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion

Der Direktor

Christoph Neuhaus
Regierungspräsident