# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 38f32bcf-e19e-5a6b-ad6e-edcbb8164667
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-06-18
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 18.06.2018 SK 2018 22
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2018-22_2018-06-18.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil 
SK 18 22

Hochschulstrasse 17
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 18. Juni 2018 

Besetzung Obergerichtssuppleant Horisberger (Präsident i.V.), Oberrichter 
Vicari, Oberrichter Guéra
Gerichtsschreiberin Volknandt

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstras-
se 10, Postfach 6250, 3001 Bern

Anschlussberufungsführerin

Gegenstand versuchte schwere Körperverletzung, einfache Körperverletzung 
mit gefährlichem Gegenstand, Raub, Diebstahl etc.

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Kollegialgericht) vom 20. Oktober 2017 (PEN 2017 491)

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I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Mit Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland (Kollegialgericht) vom 20. Oktober 
2017 wurde das Strafverfahren gegen A.________ (nachfolgend: Beschuldigter) 
wegen Verleumdung und Beschimpfung, angeblich begangen am 25. Dezember 
2015 in Bern zum Nachteil von C.________, ohne Ausrichtung einer 
Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten eingestellt (pag. 
1023, Ziff. I des angefochtenen Urteils). 

Weiter wurde der Beschuldigte von den Anschuldigungen des Diebstahls und des 
betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage (Versuch), beides 
angeblich mittäterschaftlich begangen am 3. Juli 2016 in Biel zum Nachteil von 
D.________, ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von 
Verfahrenskosten, freigesprochen (pag. 1023, Ziff. II des angefochtenen Urteils). 

Hingegen wurde der Beschuldigte wie folgt schuldig erklärt (pag. 1023 f., Ziff. III 
des angefochtenen Urteils):

1. der versuchten schweren Körperverletzung, begangen am 25.12.2015 in Bern z.N. C.________,

2. der einfachen Körperverletzung mit gefährlichem Gegenstand, begangen am 25.12.2015 in Bern 
z.N. C.________, 

3. des Raubes und Versuchs dazu, mehrfach begangen

3.1 am 07.02.2016 in Bern z.N. E.________ (Versuch), 

3.2 am 16.04.2016 in Biel z.N. F.________ im Deliktsbetrag von CHF 250.00,

4. des Diebstahls, mehrfach begangen

4.1 am 18.06.2016 in Biel z.N. G.________ im Deliktsbetrag von CHF 180.00,

4.2 am 18.06.2016 in Biel z.N. H.________ in unbestimmtem Deliktsbetrag,

4.3 am 22.07.2016 in Biel z.N. I.________, in unbestimmtem Deliktsbetrag,

4.4 am 23.08.2016 in Nidau z.N. J.________ im Deliktsbetrag von CHF 890.00,

5. der Sachbeschädigung, begangen am 07.02.2016 in Bern z.N. E.________, Sachschaden CHF 
900.00,

6. der Hehlerei, begangen Mitte Januar 2016 in Biel im Deliktsbetrag von CHF 396.00,

7. der Hinderung einer Amtshandlung, mehrfach begangen am 22.01.2016 und am 07.02.2016 in 
Bern, 

8. der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfach begangen in Bern und 
andernorts zwischen Juli 2016 und August 2016 durch Erwerb und Besitz zum Eigenkonsum 
einer unbestimmten Menge Marihuana sowie zwischen September 2015 und Juli 2016 durch 
Erwerb und Besitz zum Eigenkonsum einer unbestimmten Menge Kokain, 

Hierfür wurde der Beschuldigte zu einer Freiheitsstrafe von 40 Monaten verurteilt. 
Die Polizei- und Untersuchungshaft von 206 Tagen wurden auf die Freiheitsstrafe 
angerechnet und es wurde festgestellt, dass die Strafe am 15. März 2017 vorzeitig 

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angetreten wurde. Ferner wurde der Beschuldigte zu einer Geldstrafe von 
120 Tagessätzen zu CHF 30.00 und zu einer Übertretungsbusse von CHF 200.00 
verurteilt. Der Vollzug der Geldstrafe wurde aufgeschoben unter Ansetzung einer 
Probezeit von zwei Jahren. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter 
Nichtbezahlung der Übertretungsbusse wurde auf zwei Tage festgesetzt. 
Schliesslich wurde der Beschuldigte zur Bezahlung der Verfahrenskosten in der 
Höhe von CHF 27‘007.80 verurteilt (pag. 1023 ff., Ziff. III des angefochtenen 
Urteils). 

9. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete der Beschuldigte, amtlich verteidigt durch 
Rechtsanwalt B.________, form- und fristgerecht Berufung an (pag. 1081). Nach 
Zustellung der schriftlichen Urteilsbegründung mit Verfügung vom 17. Januar 2018 
(pag. 1088) reichte die Verteidigung form- und fristgerecht eine Berufungserklärung 
ein und beschränkte diese auf die Schuldsprüche wegen versuchter schwerer 
Körperverletzung, einfacher Körperverletzung mit gefährlichem Gegenstand und 
Hehlerei sowie auf den damit zusammenhängenden Sanktionspunkt unter Kosten- 
und Entschädigungsfolgen (pag. 1097, Ziff. III, 1., 2. u. 6. sowie die Verurteilung 
gem. Ziff. III, 1., 2. u. 4. des angefochtenen Urteils). Mit Verfügung vom 13. Februar 
2018 wurde der Generalstaatsanwaltschaft Gelegenheit gegeben, 
Anschlussberufung zu erklären oder begründet Nichteintreten auf die Berufung zu 
beantragen (pag. 1106 f.). Mit Schreiben vom 16. Februar 2016 teilte die 
Generalstaatsanwaltschaft mit, dass sie sich der Berufung des Beschuldigten 
anschliesse und ihre Anschlussberufung auf die Strafzumessung betreffend 
versuchter schwerer Körperverletzung, einfacher Körperverletzung mit 
gefährlichem Gegenstand, versuchten Raubes inkl. Sachbeschädigung zum 
Nachteil von E.________ und Raub zum Nachteil von F.________ beschränke 
(pag. 1111 f.). Mit Verfügung vom 20. Februar 2018 wurde dem Beschuldigten 
Gelegenheit eingeräumt, begründet Nichteintreten auf die Anschlussberufung zu 
beantragen (pag. 1115 f.). Mit Eingabe vom 12. März 2018 teilte der Verteidiger 
mit, dass kein Nichteintreten auf die Anschlussberufung beantragt werde 
(pag. 1118). 

Die oberinstanzliche Verhandlung fand am 18. Juni 2018 statt. 

10. Oberinstanzliche Beweisergänzung

Von Amtes wegen wurden ein aktueller Strafregisterauszug sowie ein aktueller 
Führungsbericht bei der Justizvollzugsanstalt Thorberg über den Beschuldigten 
eingeholt (pag. 1156; pag. 1152 ff.). An der oberinstanzlichen mündlichen 
Verhandlung vom 18. Juni 2018 wurde zudem eine ergänzende Einvernahme des 
Beschuldigten durchgeführt (pag. 1160 ff.). 

11. Anträge der Parteien

Rechtsanwalt B.________ stellte und begründete namens des Beschuldigten 
folgende Anträge (pag. 1165 ff.):

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1. Der Angeschuldigte sei freizusprechen von der versuchten schweren Körperverletzung, 
angeblich begangen am 25.12.2015 in Bern z.N. von C.________.

2. Der Angeschuldigte sei freizusprechen von der einfachen Körperverletzung mit gefährlichem 
Gegenstand, angeblich begangen am 25.12.2015 in Bern z.N. von C.________. 

3. Der Angeschuldigte sei freizusprechen von der Anschuldigung der Hehlerei, angeblich 
begangen Mitte Januar 2016 in Biel im Deliktsbetrag von CHF 396.00. 

4. Die Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von 40 Monaten sei aufzuheben. Der Angeschuldigte 
sei für die in Rechtskraft erwachsenen Verurteilungen zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 
18 Monaten zu verurteilen unter Anrechnung der bereits verbüssten Haftstrafe. 

5. Der Angeschuldigte sei unverzüglich aus dem Strafvollzug zu entlassen. 

6. Die verfügte Geldstrafe von 120 Tagessätzen à CHF 30.00, ausmachend total CHF 3‘600.00, 
wobei der Vollzug der Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit auf 2 Jahre aufgeschoben 
wird, sei aufzuheben und die Geldstrafe sei entsprechend herabzusetzen. 

7. Dem Angeschuldigten seien die erstinstanzlichen und die vorliegenden Anwaltskosten gemäss 
eingereichten Honorarnoten zu vergüten. 

8. Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten seien dem Angeschuldigten anteilsmässig 
aufzuerlegen. 

9. Die vorliegenden Verfahrenskosten seien dem Kanton Bern aufzuerlegen. 

Die Generalstaatsanwaltschaft stellte und begründete ihrerseits folgende Anträge 
(pag. 1167 ff.):

I.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Kollegialgericht in Dreierbesetzung) vom 20. Oktober 2017 in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich

1. der Einstellung des Strafverfahrens wegen Verleumdung und Beschimpfung ohne Ausrichtung 
einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten;

2. der Freisprüche wegen Diebstahls und betrügerischem Missbrauch einer 
Datenverarbeitungsanlage (Versuch), ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne 
Ausscheidung von Verfahrenskosten;

3. der Schuldsprüche wegen mehrfachen Raubes und Versuchs dazu, mehrfachen Diebstahls, 
Sachbeschädigung, mehrfacher Hinderung einer Amtshandlung und mehrfachen 
Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz;

4. der Verurteilung zu einer Übertretungsbusse von CHF 200.00 (Ersatzfreiheitsstrafe 2 Tage);

5. der Einziehung des beschlagnahmten Natels zur Vernichtung. 

II.

A.________ sei schuldig zu erklären:

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1. der versuchten schweren Körperverletzung, begangen am 25. Dezember 2015 in Bern z.N. 
C.________;

2. der einfachen Körperverletzung mit gefährlichem Gegenstand, begangen am 
25. Dezember 2015 in Bern z.N. C.________;

3. der Hehlerei, begangen Mitte Januar 2016 in Biel im Deliktsbetrag von CHF 396.00. 

III.

A.________ sei 

in Anwendung von Art. 22, 30, 34, 40, 42, 44, 47, 48a, 51, 122, 123 Ziff. 2, 139 Ziff. 1, 140 Ziff. 1, 144 
Abs. 1, 160 Ziff. 1, 286 StGB, Art. 426 ff. StPO 

zu verurteilen:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 55 Monaten, unter Anrechnung der ausgestandenen Polizei- und 
Untersuchungshaft von 206 Tagen und mit vorzeitigem Strafantritt vom 15. März 2017; 

2. zu einer Geldstrafe von 110 Tagessätzen zu CHF 30.00, ausmachend total CHF 3‘300.00, 
wobei der Vollzug der Geldstrafe mit einer Probezeit von 2 Jahren aufzuschieben sei;

3. Zur Bezahlung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. eine angemessene 
Gebühr gemäss Art. 21 VKD). 

IV.

Im Weiteren sei zu verfügen:

1. A.________ sei zurück in den vorzeitigen Strafvollzug zu schicken. 

2. Das Honorar des amtlichen Verteidigers sei gerichtlich zu bestimmen (Art. 135 StPO).

3. Die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils (PCN-Nr. K.________) sei nach 
Ablauf der Frist durch das zuständige Bundesamt einzuholen. 

4. Die Zustimmung zur Löschung der erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten 
sei nach Ablauf der Frist durch die auftraggebende Behörde einzuholen (Art. 17 Abs. 4 i.V.m. 
Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erkennungsdienstlicher Daten). 

12. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das erstinstanzliche Urteil ist insofern in Rechtskraft erwachsen, als das 
Strafverfahren gegen den Beschuldigten wegen Verleumdung und Beschimpfung 
eingestellt wurde (pag. 1023, Ziff. I des angefochtenen Urteils). Ferner ist der 
Freispruch von den Anschuldigungen des Diebstahls und des betrügerischen 
Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage (Versuch) gemäss Ziffer II. des 
angefochtenen Urteils in Rechtskraft erwachsen. Der Beschuldigte beschränkte 
seine Berufung auf die Schuldsprüche hinsichtlich der versuchten schweren 
Körperverletzung, der einfachen Körperverletzung mit gefährlichem Gegenstand 
und der Hehlerei sowie der damit zusammenhängenden Strafzumessung, unter 
Kosten- und Entschädigungsfolgen (pag. 1097 ff.). Die Generalstaatsanwaltschaft 
beschränkte ihrerseits ihre Anschlussberufung auf die Strafzumessung betreffend 
die versuchte schwere Körperverletzung, die einfache Körperverletzung mit 

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gefährlichem Gegenstand, den versuchten Raub inkl. Sachbeschädigung zum 
Nachteil von E.________ und den Raub zum Nachteil von F.________ (pag. 1111 
f.). Infolge dieser Beschränkungen der Berufung und der Anschlussberufung sind 
die Schuldsprüche wegen Raubes und Versuchs dazu, mehrfachen Diebstahls, 
Sachbeschädigung, Hinderung einer Amtshandlung und der Widerhandlung gegen 
das Betäubungsmittelgesetz ebenfalls in Rechtskraft erwachsen (pag. 1023, Ziff. 
III, 3., 4., 5., 7. und 8 des angefochtenen Urteils). Schliesslich ist die Verurteilung 
zu einer Übertretungsbusse von CHF 200.00 bei einer Ersatzfreiheitsstrafe von 
zwei Tagen bei schuldhafter Nichtbezahlung sowie die Einziehung zur Vernichtung 
des beschlagnahmten Mobiltelefons in Rechtskraft erwachsen (pag. 1024, Ziff. III, 
3. und pag. 1026, Ziff. V, 2. des angefochtenen Urteils). 

Im Übrigen hat die Kammer das gesamte erstinstanzliche Urteil zu überprüfen. Sie 
verfügt dabei über volle Kognition (Art. 398 Abs. 2 der Schweizerischen 
Strafprozessordnung [StPO; SR 312.0]). Sie ist dabei aufgrund der auf die 
Strafzumessung beschränkten Anschlussberufung betreffend die Freiheitsstrafe 
nicht an das Verschlechterungsverbot (Verbot der reformatio in peius) gemäss 
Art. 391 Abs. 2 StPO gebunden, d.h. sie darf die Sanktion betreffend die versuchte 
schwere Körperverletzung, die einfache Körperverletzung mit gefährlichem 
Gegenstand, den versuchten Raub inkl. Sachbeschädigung zum Nachteil von 
E.________ und den Raub zum Nachteil von F.________ – nicht aber den 
Schuldpunkt und die übrigen Sanktionen – auch zu Ungunsten des Beschuldigten 
abändern. 

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung zum Sachverhaltskomplex betreffend den 
25. Dezember 2015 im Zusammenhang mit C.________ (Ziff. I. A. 1. und 2. der 
AKS; pag. 899 f.)

13. Vorwurf gemäss Anklageschrift

Gegenstand der Berufung des Beschuldigten sind unter anderem die 
Schuldsprüche wegen versuchter schwerer Körperverletzung und einfacher 
Körperverletzung mit gefährlichem Gegenstand. Mit Anklageschrift vom 2. Juni 
2017 wird diesem hierzu Folgendes vorgeworfen (pag. 898 ff.; auszugsweise 
Wiedergabe):

1. Versuchte schwere Körperverletzung, evtl. einfache Körperverletzung mit 
gefährlichem Gegenstand

begangen am 25.12.2015, L.________ (Örtlichkeit), Bern, z.N. von C.________, indem 
er C.________ aus einer Distanz von ca. drei bis vier Metern eine Glasflasche an den 
Hinterkopf warf und dabei mindestens in Kauf nahm, dass sich C.________ dabei eine 
schwere Verletzung, namentlich ein schweres Schädel- Hirntrauma mit schwerer 
Schädigung der geistigen und/oder körperlichen Gesundheit, zuziehen oder 
lebensgefährlich verletzt werden könnte.

Oder (alternativ):

begangen am 25.12 .20·15, L.________ (Örtlichkeit), Bern, z. N. von C.________, indem 
er, als er von C.________ verfolgt wurde, im Bereich der M.________ (Örtlichkeit) eine 

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Glasflasche vom Boden behändigte und diese rennend in Richtung von C.________ 
warf und dabei mindestens in Kauf nahm, dass sich C.________ dabei eine schwere 
Verletzung, namentlich ein schweres Schädel-Hirntrauma mit schwerer Schädigung der 
geistigen und/oder körperlichen Gesundheit, zuziehen oder lebensgefährlich verletzt 
werden könnte.

C.________ erlitt dabei eine ca. 1 cm breit klaffende Rissquetschwunde/glattrandige 
Hautdurchtrennung am Hinterkopf links von ca. 5 cm Länge bis in die Unterhaut reichend.

[...]

2. Einfache Körperverletzung mit gefährlichem Gegenstand oder einfache 
Körperverletzung, evtl. Tätlichkeiten

2.1. Einfache Körperverletzung mit gefährlichem Gegenstand

begangen am 25.12.2015, L.________ (Örtlichkeit), Bern, z.N. von C.________, indem 
er C.________ im Zuge einer vorerst verbalen und anschliessend tätlichen 
Auseinandersetzung auf unbestimmte Weise mit einem scharfen Gegenstand an der 
Schulter und im Bereich der linken Flanke sowie evtl. am Hinterkopf links verletzte

Oder (alternativ):

2.2. Einfache Körperverletzung, evtl. Tätlichkeiten

begangen am 25.12.2015, L.________ (Örtlichkeit), Bern, z.N. von C.________, indem 
er C.________ im Zuge einer vorerst verbalen und anschliessend tätlichen 
Auseinandersetzung an den Beinen packte, worauf dieser zu Boden fiel und sich an 
der Schulter und im Bereich der linken Flanke sowie evtl. am Hinterkopf links verletzte .

C.________ erlitt dabei folgende Verletzungen:

• 5 Schnittwunden/glattrandige Hautdurchtrennungen  an der linken Schulter über 
dem Schulterknochen und zum Rücken hin liegend von 1-5 cm Länge

• Oberflächliche Schnittwunde an der Flanke links (etwa 1-2 cm unterhalb der 
hinteren Achsellinie auf Brustwarzenhöhe) von ca. 2 cm Länge

• Evtl.: 1 cm breit klaffende Rissquetschwunde/glattrandige Hautdurchtrennung am 
Hinterkopf links von ca. 5 cm Länge bis in die Unterhaut reichend.

[…]

14. Unbestrittener und bestrittener Sachverhalt
Am Abend des 25. Dezember 2015 kam es zu zwei miteinander verbundenen 
Auseinandersetzungen zwischen dem Beschuldigten und C.________. Dabei ist 
unbestritten, dass der Beschuldigte und C.________ auf der L.________ 
(Örtlichkeit) aufeinander trafen und es zu einer verbalen und tätlichen 
Auseinandersetzung gekommen ist. Wie es zu dieser Auseinandersetzung 
gekommen ist, sprich ob es zu Beschimpfungen und Provokationen seitens der 
beteiligten Personen gekommen ist, ist unklar. C.________ weist dokumentierte 
Verletzungen unter anderem an der linken Schulter auf. Unklar ist, wer ihm diese 
Verletzungen zugefügt hat und ob der Beschuldigte ebenfalls Verletzungen davon 
trug. Der Beschuldigte bestritt, C.________ mit einem gefährlichen Gegenstand an 
der Schulter verletzt zu haben. Darüber hinaus ist unbestritten, dass die 
Auseinandersetzung seinen Fortgang nahm und der Beschuldigte eine Flasche in 
Richtung von C.________ geworfen hat. Der Beschuldigte bestreitet jedoch die 

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Kopfverletzung von C.________. Anlässlich der oberinstanzlichen Einvernahme 
bestritt er die Kopfverletzung hingegen nicht mehr explizit und führte aus, dass er 
die Flasche nicht geworfen hätte, wenn er gewusst hätte, dass er ihn so verletzen 
würde. Der amtliche Verteidiger hielt in der mündlichen Begründung seiner Anträge 
jedoch fest, die Kopfverletzungen von C.________ könnten nicht dem 
Beschuldigten zugeordnet werden. Sie haben deshalb grundsätzlich als bestritten 
zu gelten. Der Beschuldigte gab an, er selbst sei vor C.________ geflüchtet und 
habe sich mit dem Flaschenwurf gewehrt. Bestritten wird damit die vorsätzliche und 
schuldhafte Begehung der Tat. 

15. Beweismittel 

Die Vorinstanz beschreibt in ihrer Urteilsbegründung die vorliegenden Beweismittel, 
insbesondere die polizeilichen Ermittlungen, die Untersuchungen des 
Kriminaltechnischen Dienstes (KTD), die medizinischen Untersuchungen des 
Notfallzentrum des Inselspitals Bern und des Instituts für Rechtsmedizin (IRM), den 
Atemlufttest des Beschuldigten sowie die Einvernahmen (pag. 1035 ff., S. 7-22 der 
Urteilsbegründung). Darauf wird verwiesen. Bei den objektiven Beweismitteln sind 
vorwiegend das rechtsmedizinische Gutachten zur körperlichen Untersuchung von 
C.________ vom 2. März 2016 (pag. 241 ff.), der Bericht des Notfallzentrums des 
Inselspitals vom 25. Dezember 2015 (pag. 229 ff.) sowie der Rapport des KTD vom 
22. Januar 2016 (pag. 217 ff.) zu erwähnen. 

Der bestrittene Sachverhalt ist sowohl aufgrund der objektiven als auch aufgrund 
der subjektiven Beweismittel zu ermitteln. Die Vorinstanz hat auch die Aussagen 
ausführlich wiedergegeben, weshalb darauf verwiesen wird (pag. 1040 ff., S. 12-22 
der Urteilsbegründung). Soweit sich ergänzende und/oder präzisierende 
Ausführungen zu den einzelnen Beweismitteln aufdrängen, erfolgen diese im 
Rahmen der nachfolgenden Erwägungen der Kammer. 

16. Beweisergebnis der Vorinstanz 
Die Vorinstanz gelangte nach Würdigung sämtlicher Beweise zu folgendem 
Beweisergebnis (pag. 1055, S. 27-28 der Urteilsbegründung):

Das Gericht stellt in seinem Urteil auf die Beurteilung des IRM ab und geht von einer glattrandigen 
Verletzung und nicht, wie das Inselspital in seinem Arztzeugnis, von einer Rissquetschwunde aus. 
Für das Gericht ist äusserst fraglich, ob dieses Verletzungsbild durch den Wurf mit einer ganzen 
Glasflasche vereinbar ist. Viel wahrscheinlicher erscheint es, dass die Verletzung mit einer bereits 
zerbrochenen Flasche bzw. einem Teil davon zugefügt wurde. Das steht auch nicht im Widerspruch 
zu den Aussagen von C.________, der behauptete, er habe zuerst das Glas und den Schmerz an 
seinem Hinterkopf gespürt und nachher gehört, wie etwas am Boden zerschlagen sei. Selbst eine 
bereits zerbrochene Flasche kann nach dem Aufprall am Boden erneut bersten. 

Gestützt auf das vorliegende Beweisergebnis erachtet das Gericht die unter Ziff. A.1, erster Absatz, 
sowie unter A.2.1. in der Anklageschrift detailliert beschriebenen Sachverhalte mit der Präzisierung 
als erwiesen, dass A.________ 

- C.________ in einer ersten „Infight“-Phase mit einem scharfen Gegenstand an der Schulter 
verletzte und es sich beim scharfen Gegenstand um eine abgebrochene Flasche z.B. in der Art 
der vom Beschuldigten selber erwähnten Whiskyflasche handelte. 

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- in der zweiten Phase aus einer Distanz von drei bis fünf Metern eine abgebrochenen Flasche 
unkontrolliert gegen den Hinterkopf des flüchtenden C.________ warf und diesem damit die 
Schnittverletzungen am Hinterkopf zufügte. 

Weiter erachtet das Gericht als erwiesen, dass A.________ gestützt auf die in diesem Punkt 
glaubhaften und auch nicht den Aussagen von C.________ widersprechenden Aussagen betrunken, 
wütend und erregt war. C.________ wies seinerseits eine Alkoholkonzentration (geblasen) von 0,7 
Promille auf. 

Weshalb genau es am 25.12.2015 um Mitternacht oder kurz danach auf der L.________ (Örtlichkeit) 
vor der N.________ (Örtlichkeit) in Bern zwischen A.________ und C.________ zu einer zunächst 
verbalen und anschliessend körperlichen Auseinandersetzung gekommen war, konnte dagegen nicht 
erhellt werden. 

17. Beweiswürdigung durch die Kammer 

17.1 Vorbemerkungen

Für die theoretischen Grundlagen der Beweiswürdigung und der Aussagenanalyse 
kann vorab auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden 
(pag. 1050 f., S. 22-23 der Urteilsbegründung). 

Zu beurteilen ist ein dynamisches Geschehen, was bei der Würdigung der Aussa-
gen stets zu berücksichtigen ist. Das Aufeinandertreffen zwischen dem Beschuldig-
ten und C.________ ist offenbar eskaliert und es ist vorerst zu einer verbalen und 
sodann zu einer tätlichen Auseinandersetzung gekommen, welche schliesslich 
durch den Flaschenwurf seitens des Beschuldigten und der Avisierung der Polizei 
durch C.________ ein Ende fand. 

Aus dem Anzeigerapport vom 4. Januar 2016 geht hervor, dass sich der Geschä-
digte am Freitag, den 25. Dezember 2015 um 00:21 Uhr telefonisch bei der REZ 
der Kantonspolizei Bern gemeldet und mitgeteilt habe, er habe eine Flasche an den 
Kopf bekommen (pag. 151). Zwei Mitarbeiter der Kantonspolizei trafen sodann vor 
dem Restaurant O.________ auf den verletzten C.________. Dieser habe eine 
ca. 1 cm breite und 5 cm lange Rissquetschwunde hinter dem linken Ohr aufgewie-
sen. Da die Kopfwunde stark geblutet habe, sei der Geschädigte durch die Polizei 
erstversorgt worden. Durch die beigezogene Sanitätspolizei sei er zur weiteren 
medizinischen Versorgung in das Inselspital Bern gebracht worden (pag. 152). In 
der mündlichen Erstbefragung habe der Geschädigte angegeben, dass er eine 
Auseinandersetzung mit einem Mann gehabt habe, den er nur vom Sehen her ken-
ne. Der Geschädigte habe dem Mitarbeiter der Kantonspolizei ein Facebook-Foto 
des vermeintlichen Täters übergeben (pag. 152). Erste Ermittlungen über den Na-
men des angeblichen Täters seien negativ verlaufen. Über das Facebook-Profil des 
mutmasslichen Beschuldigten habe das Pseudonym «P.________» sowie diverse 
Fotos erhältlich gemacht werden können (pag. 153). Anhand der Hinweise des Ge-
schädigten, wonach es sich bei der gesuchten Person um diejenige handle, welche 
auf Facebook unter dem Pseudonym «P.________» aufgeführt sei, habe dieser am 
22. Januar 2016 an der Q.________ (Strasse) in Bern angehalten und festgenom-
men werden können. Es habe sich um den Beschuldigten gehandelt (pag. 161, Be-
richtsrapport vom 27.01.2016; pag. 165, Nachtrag vom 29.02.2016). Ferner hielt 

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die Kantonspolizei im Nachtrag vom 29. Februar 2016 fest, dass sich die Abklärun-
gen im Umfeld der N.________ (Örtlichkeit) als nicht gerade einfach, wenn nicht 
sogar unmöglich, erwiesen hätten. Schliesslich hätten die von C.________ und 
vom Beschuldigten mit Vornamen genannten Personen, welche etwas gesehen 
haben könnten, nicht ermittelt werden können (pag. 168). Die Nachträge vom 31. 
Mai und vom 6. September 2016 umfassen sodann die Auswertung des beim Be-
schuldigten erhobenen Mobiltelefons (pag. 172 ff.; pag. 182 ff.). Gemäss Ermitt-
lungsauftrag an die Polizei vom 17. November 2016 habe diese am 23. November 
2016 beim Beschuldigten im Regionalgefängnis vorgesprochen, um die Signale-
mente der von ihm genannten Personen zu erheben. Weitere Zeugen, als die be-
reits von ihm genannten, habe er nicht nennen können. Der Beschuldigte habe am 
2. Dezember 2016 auf Vorhalt der im Anschluss erstellten Fotovorweisungen keine 
von ihm genannte Person wiedererkannt (pag. 186). 

17.2 Allgemeine Würdigung der objektiven Beweismittel

17.2.1 Untersuchungen des KTD

Die Vorinstanz hat in ihren Erwägungen die Untersuchungen und deren Ergebnisse 
des KTD korrekt wiedergegeben, so dass an dieser Stelle darauf verwiesen wird 
(pag. 1037, S. 9 der Urteilsbegründung). Insbesondere hervorzuheben ist Folgen-
des: 

Im KTD-Bericht vom 22.01.2016 wird festgehalten, der KTD habe einige Stunden nach der medizini-
schen Versorgung im Spital die Spurensicherung am Opfer vorgenommen und die Verletzungen foto-
grafisch dokumentiert (pag. 221-227). Dem KTD seien nachträglich vier Glasscherben einer Flasche 
zugestellt worden, die am Ereignisort sichergestellt worden seien (pag. 228). Ab den Scherben sei ein 
DNA-Abrieb gemacht worden. Das Hauptprofil des Mischprofils sei der EDNAIS Datenbank zugestellt 
worden und habe keinen Hit ergeben. 

Ergänzend kann festgehalten werden, dass bei C.________ am Hinterkopf links, 
am Hals links, an der linken Schulter, an der Lende links sowie im Bereich der 
Schulter bzw. Brust links Verletzungen festgestellt worden seien (pag. 218). 

Im Rahmen der Schlussfolgerungen hielten die Sachbearbeiter des KTD sodann 
fest, dass nach gerichtspolizeilichen Abklärungen davon ausgegangen werden 
könne, dass C.________ an einer körperlichen Auseinandersetzung beteiligt ge-
wesen sei und sich dabei Verletzungen zugezogen habe. Aus spurentechnischer 
Sicht könnten beim aktuellen Auswertungsstand keine Angaben gemacht werden, 
welche zur Klärung des Falles beitragen könnten (pag. 218). 

Beweiswürdigend kann deshalb festgehalten werden, dass die Verletzungen von 
C.________ alle linksseitig sind und diese aller Wahrscheinlichkeit nach aus einer 
körperlichen Auseinandersetzung herrühren. Aus der Untersuchung der Flasche 
können dagegen keine sachdienlichen Hinweise entnommen werden. Fest steht, 
dass der DNA-Abrieb ab der Flasche und den Scherben keinen Hit ergab. Aus der 
Untersuchung der Glasscherben kann nicht abgeleitet werden, ob diese Flasche 
eine Rolle – und falls ja, welche – im Rahmen der Auseinandersetzung gespielt 
hat. Das muss an dieser Stelle offen bleiben und aufgrund der übrigen Beweismittel 
eruiert werden. 

11

17.2.2 Medizinische Untersuchungen

Nachdem der Geschädigte im Inselspital eingetroffen war, wurde er medizinisch 
versorgt und untersucht. Im IRM-Gutachten vom 3. März 2016 wird auf die Fotodo-
kumentation der Verletzungen von C.________ vor der chirurgischen Versorgung 
durch das Inselspital verwiesen. Gemäss dem Bericht des universitären Notfallzen-
trums des Inselspitals wurde C.________ kurz nach dem Vorfall am 25. Dezember 
2016 um 01:07 Uhr eingeliefert. Als klinischer Befund wurden eine ca. 1 cm breit 
klaffende Rissquetschwunde occipital links von ca. 5 cm Länge bis in Subkutis rei-
chend, fünf Schnittwunden an der linken Schulter über Acromion und dorsalseits 
von 1-5 cm Länge sowie eine oberflächliche Schnittwunde an der Flanke links von 
ca. 2 cm Länge festgehalten (pag. 229). In der durchgeführten Bildgebung des 
Schädels hätten relevante Traumafolgen ausgeschlossen werden können. Die 
Wunden occipatal und an der linken Schulter seien mit Prolene 4-0 in Lokalanäs-
thesie versorgt worden, die oberflächliche Wunde an der linken Flanke mit Se-
ristrips. C.________ habe in gutem Allgemeinzustand in die ambulante Weiterbe-
treuung entlassen werden können (pag. 230). 

Einleitend führte das IRM aus, dass die Verletzungen von C.________ zum Zeit-
punkt der rechtsmedizinischen Untersuchung bereits chirurgisch versorgt gewesen 
seien. Schliesslich hielt es folgende Verletzungen fest (pag. 247 ff.):

Am Hinterkopf, etwa 4 cm linksseitig der Kopfmittellinie beginnend und annähernd in Körperquerach-
se ca. 3 cm nach links ziehend, eine strichförmige, mit Einzelknopfnähten versorgte, vollständig adap-
tierte Hautdurchtrennung, stellenweise mit rötlichen, vertrockneten, blutverdächtigen Antragungen in 
der Nähe der Wundränder, teils an den Kopfhaaren haftend, und vereinzelt kleinen, bis ca. 1 mm 
durchmessenden, gelblich-rötlichen, fettgewebsverdächtigen, zwischen den Wundrändern hervortre-
tenden Gewebsstückchen. Polsterartige, rundliche, ca. 3 – 4 cm durchmessende Schwellung des die 
beschriebene Hautdurchtrennung umgebenden Weichteilgewebes. Etwa 1 cm linksseitig und unter-
halb der beschriebenen Hautdurchtrennung ein ca. 1 mm durchmessender Hautdefekt mit rötlichem 
Wundgrund und rötlich-violett verfärbtem, ca. 3 mm durchmessendem Hof. Am Nacken, jeweils ca. 
5 bzw. 8 cm linksseitig der Kopfmittellinie und wenige Zentimeter unterhalb des Ohrläppchenniveaus 
gelegen, je ein ca. 1 – 2 mm langer und ca. 0.5 mm breiter Hautdefekt mit rötlichem, bis ca. 3 mm 
durchmessendem Hof. 

Auf der linken Schulter, unmittelbar unterhalb und rückseitig der Schulterkuppe, auf einem ca. 5 x 5 
cm messenden Areal, fünf streifenförmige, annähernd in Körperlängsachse ausgerichtete, teilweise 
leicht bogenförmig verlaufende, mit Einzelknopfnähten versorgte Hautdurchtrennungen mit adaptier-
ten Wundrändern. Eine der chirurgisch vernähten Hautdurchtrennungen ca. 3 – 4 cm lang, die übrigen 
jeweils ca. 1 – 2 cm lang. In unmittelbarer Umgebung, teils als Verlängerung der oben beschriebenen 
Hautdurchtrennungen, mehrere, bis ca. 1 cm lange und bis ca. 2 mm breite, oberflächliche Hautdefek-
te mit glatten Wundrändern und rötlichem Wundgrund ohne chirurgisches Nahtmaterial. Im gleichen 
Areal eine streifenförmige, ca. 2 cm lange und bis ca. 2 mm breite, bräunliche, annähernd in Körper-
längsachse ausgerichtete Hautvertrocknung. Allseits in Umgebung der im Bereich der linken Schulter 
beschriebenen Befunde diffuse, wegdrückbare Hautrötungen. 

An der Brust links, etwa 3 – 4 cm oberhalb und ca. 2 cm mittig der linken Achsel, eine ca. 3 mm lange 
und ca. 1 mm breite, in Körperlängsachse ausgerichtete, strichförmige Durchtrennung der oberflächli-
chen Hautschichten mit glatten Wundrändern, rotem Wundgrund um umgebender, wegdrückbarer 

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Hautrötung. Weiter unten an der linken Brust, etwa in Brustwarzenlinie und ca. 5 cm oberhalb der 
Brustwarze gelegen, mehrere strichförmige, bis ca. 4 cm lange und ca. 2 mm breite, oberflächliche, 
kratzerartige Hautveränderungen. 

An der linken Flanke, etwa in der hinteren Achsellinie auf Brustwarzenhöhe beginnend und diagonal 
nach unten und hinten ziehend, eine bandförmige, etwa 8 cm lange und ca. 3 cm breite, wegdrückba-
re Hautrötung, am unteren Pol mit mehreren, bis etwa 2 mm durchmessenden Hautabschürfungen mit 
rotem Wundgrund. Etwa 1 – 2 cm unterhalb des beschriebenen Befundes eine streifenförmige, ca. 
2 cm lange und bis ca. 3 mm breite, in Körperquerachse verlaufende Hautdurchtrennung mit unre-
gelmässigen Wundrändern, rotem Wundgrund und teils krustig-vertrockneten, schwärzlichen, blutver-
dächtigen Antragungen. 

An den oberen Extremitäten und am Rumpf, betont im Bauchbereich, zahlreiche streifenförmige, 
grösstenteils in Körper- bzw. Armquerachse verlaufende, bis ca. 10 cm lange und bis ca. 1 cm breite, 
weiss-gräuliche Narben. 

Übriger Körper ohne frische Verletzungen.

Der Beurteilung des IRM ist zu entnehmen, dass sich anlässlich der körperlichen 
Untersuchung von C.________ chirurgisch vernähte Hautdurchtrennungen im Be-
reich des Hinterkopfes und der linken Schulter präsentiert hätten. Nach vorher 
stattgehabter chirurgischer Versorgung sei die Beurteilung der Tiefe der Verletzun-
gen nicht möglich und die der Wundränder deutlich erschwert gewesen. Unter Bei-
ziehung der im Inselspital angefertigten Fotos der Verletzungen vor der medizini-
schen Untersuchung hätten sich die Hautdurchtrennungen im Bereich der linken 
Schulter und des Hinterkopfes als glattrandig und ohne Schürfsaum präsentiert 
(pag. 249). Beweiswürdigend kann festgehalten werden, dass C.________ nur 
linksseitige Verletzungen aufweist. Diese seien mit der Annahme einer scharfen 
Gewalteinwirkung vereinbar und könnten beispielsweise durch Glasscherben oder 
einen anderen scharfen Gegenstand verursacht worden sein. Die festgestellten 
Verletzungen seien nicht lebensbedrohlich gewesen. Die Schnittverletzungen wür-
den erfahrungsgemäss unter Narbenbildung abheilen (pag. 249). 

Es bestehen keine ersichtlichen Gründe an den Feststellungen des Gutachtens des 
IRM und des Arztberichts des universitären Notfallzentrums zu zweifeln. Dagegen 
fällt auf, dass das universitäre Notfallzentrum von einer Rissquetschwunde, das 
IRM hingegen von einer glattrandigen Wunde ohne Schürfsaum am Hinterkopf des 
Geschädigten ausgeht. In Übereinstimmung mit der Vorinstanz stellt auch die 
Kammer primär auf die körperliche Untersuchung und die Beurteilung des IRM ab. 
Auch wenn nicht mit abschliessender Sicherheit gesagt werden kann, welchen Ur-
sprungs die Verletzungen an Schulter und Hinterkopf des Geschädigten haben, 
sind diese Verletzungen gemäss dem IRM mit einer scharfen Gewalteinwirkung 
vereinbar und könnten beispielsweise durch Glasscherben oder einen anderen 
scharfen Gegenstand verursacht worden sein. Die Verletzungsursache ist damit 
nicht abschliessend geklärt, lässt sich aber – wie die Würdigung der subjektiven 
Beweismittel noch zeigen wird – mit den Aussagen der Beteiligten, wonach eine 
Flasche geworfen wurde, in Einklang bringen. Die Verletzungen mit Glasscherben 
oder einem anderen scharfen Gegenstand sind naheliegend, weshalb sich die 
Kammer dieser Feststellung anschliesst. 

13

17.3 Allgemeine Würdigung der subjektiven Beweismittel

C.________ und der Beschuldigte wurden beide insgesamt fünf Mal befragt 
(C.________: pag. 268 ff.; pag. 271 ff.; pag. 281 ff.; pag. 289 ff.; pag. 988 ff.; Be-
schuldigter: pag. 241 ff.; pag. 262 ff.; pag. 684 ff.; pag. 991; pag. 1160 ff.). 

17.3.1 Zum ersten Aufeinandertreffen 

Es ist unbestritten, dass der Beschuldigten und C.________ am 25. Dezember 
2015 auf der L.________ (Örtlichkeit) aufeinander getroffen sind und es zu einer 
verbalen sowie tätlichen Auseinandersetzung gekommen ist. Wie es zu diesem 
Aufeinandertreffen kam, wird von den Beteiligten unterschiedlich geschildert. 

C.________ machte diesbezüglich widersprüchliche Aussagen, aber auch die Aus-
führungen des Beschuldigten sind nur schwer nachvollziehbar. 

Anlässlich der ersten Einvernahme, welche nur wenige Stunden nach dem Vorfall 
stattgefunden hat, führte C.________ aus, dass er vom Beschuldigten auf dem 
Heimweg angesprochen worden sei. Der Beschuldigte habe ihn gefragt, was er ihn 
so blöd anschaue und habe ihn weiter beschimpft sowie seine Mutter und Schwes-
tern als Schlampen bezeichnet. Er habe sich nicht auf einen Streit einlassen wol-
len. Er sei weiter beschimpft worden. Er habe den Beschuldigten ignoriert und sei 
einfach weitergegangen (pag. 269, Z. 41-47). Im Verlauf der weiteren Befragungen 
schilderte er ein erstes Aufeinandertreffen mit dem Beschuldigten im Restaurant 
R.________ in der N.________ (Örtlichkeit) an einem Tisch. So erklärte er, dass 
der Problemverursacher mit einer Person in der Nähe seines Tisches gesprochen 
habe. Er habe den Beschuldigten angeschaut und dieser habe ihn in einem unan-
ständigen Ton gefragt, weshalb er ihn so ansehe. Er habe ihn beschimpft und Sa-
chen wie «ich ficke deine Mutter» gesagt. Der Beschuldigte habe sich immer wie-
der entfernt und sei schliesslich zurückgekehrt. Er habe öfters gesagt, dass er mit 
ihm nach draussen kommen solle. Er habe sich nicht provozieren lassen und sei 
nicht mitgegangen. Irgendwann habe er nach Hause gemusst und sei zu seinem 
Fahrrad auf dem AF.________ der N.________ (Örtlichkeit) gegangen. Der Be-
schuldigte habe ihn mit denselben Worten wieder beschimpft. Es sei zum Streit ge-
kommen (pag. 273, Z. 68-78). Diese Aussagen bestätigte er sodann in den weite-
ren Einvernahmen (pag. 284, Z. 70-72; pag. 290, Z. 39-46; pag. 989, Z. 810). Wei-
ter brachte er vor, dass er zwischen den Beschimpfungen zur Toilette gegangen 
sei, um sich das Gesicht zu waschen und um sich zu beruhigen (pag. 274, Z. 149; 
pag. 290, Z. 44-45; pag. 989, Z. 10-12). Dieses Verhalten erscheint im Rahmen der 
geschilderten provokativen und aggressiven Stimmung durchaus nachvollziehbar. 
Dagegen fällt auf, dass der Geschädigte hinsichtlich seiner eigenen Rolle zu Be-
ginn eher zurückhaltend ist und schliesslich doch ein eigenes aktives Verhalten ein-
räumt. So führte er anfangs aus, dass er den Beschuldigten einfach ignoriert habe 
und weiter gegangen sei (269, Z. 47). Er habe ihn nicht provoziert. Er habe kein 
schlechtes Wort ihm gegenüber geäussert (pag. 274, Z. 141-142). Er habe ihn 
nicht beschimpft. Er habe gar nicht mit ihm gesprochen (pag. 283, Z. 55 u. 61). 
Schliesslich präzisierte er seine Aussage und gestand ein, dass er über ihn schon 
schlecht gesprochen habe. Nicht aber über seine Mutter oder seinen Vater (pag. 
294, Z. 196-197). Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung führte er 

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schliesslich aus, dass es nicht gut begonnen habe, denn sie hätten einander be-
schimpft (pag. 989, Z. 9-10). Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass 
der Geschädigte zur Vorgeschichte widersprüchliche Aussagen machte, wobei es 
zu beachten gilt, dass die erste Einvernahme nur wenige Stunden nach dem Vorfall 
stattgefunden hat und C.________ unter Schmerzen litt sowie unter Schock ge-
standen haben dürfte. Was sein eigenes Verhalten betrifft, war der Geschädigte 
anfangs darauf bedacht, seine Rolle möglichst herabzuspielen. Abschliessend 
kann festgehalten werden, dass diese Aussagen nur das Rand-, nicht aber das 
Kerngeschehen betreffen. 

Der Beschuldigte nannte politische Gründe für den Streit mit C.________. Er habe 
ein Foto mit einer S.________ Flagge machen wollen. Da sei C.________ gekom-
men und habe ihn beschimpft (pag. 253, Z. 55-57; pag. 262, Z. 45-46; pag. 685, Z. 
18; pag. 993, Z. 28). Der andere habe ihn böse angeschaut und gesagt, er ficke al-
le S.________ (pag. 993, Z. 28-29). Anlässlich der oberinstanzlichen Hauptver-
handlung erläuterte er, dass er die Fahne von seinem Cousin von T.________ be-
kommen habe. Er sei mit dem Zug gekommen und habe mit der Fahne ein Selfie 
machen wollen. Der andere habe dies gesehen (pag. 1162, Z. 42-44). Gemäss den 
Aussagen des Beschuldigten sei er von C.________ angegangen, beschimpft und 
provoziert worden. Er selbst habe ihn auch beschimpft, der andere habe aber an-
gefangen (pag. 256, Z. 171; pag. 685, Z. 40). Dass sich das erste Aufeinandertref-
fen so abgespielt haben soll und der Beschuldigte mit der Fahne aus T.________ 
gekommen sein soll, erscheint der Kammer weder nachvollziehbar noch stimmig. 

Wie sich die Beleidigungen und Provokationen genau abspielten, lässt sich nicht 
abschliessend eruieren. Insgesamt kann jedoch festgehalten werden, dass der Be-
schuldigte und C.________ übereinstimmend schilderten, am 25. Dezember 2015 
bei der N.________ (Örtlichkeit) aufeinander getroffen zu sein und es dort vorerst 
zu einer gegenseitigen verbalen Auseinandersetzung gekommen ist. Es blieb nicht 
bei diesen Beschimpfungen, sondern schwappte in eine tätliche Auseinanderset-
zung über. Schliesslich erlitt C.________ diverse Verletzungen, welche medizinisch 
behandelt werden mussten. Wie es zu diesen Verletzungen gekommen ist, gilt es 
anhand der nachfolgenden Aussagenwürdigung der Beteiligten aufzuzeigen. 

17.3.2 Erste Phase der Auseinandersetzung

Es ist unbestritten, dass der Streit auf dem AF.________ der N.________ (Örtlich-
keit) seinen Fortgang nahm und in eine tätliche Auseinandersetzung überging. Wie 
sich diese abspielte, wird von den Beteiligten unterschiedlich dargestellt. 

C.________ führte in seiner ersten Befragung aus, dass er zuerst einen starken 
Schmerz am Kopf gespürt und danach eine Flasche zerbrechen gehört habe. Er 
habe dann noch einmal so etwas wie einen Schlag auf die Schulter bekommen, er 
könne aber nicht sagen, was es gewesen sei (pag. 269, Z. 48-50). In den restlichen 
Einvernahmen schilderte er dagegen jeweils konstant, dass zuerst eine Rangelei 
stattgefunden habe, bei welcher er an der Schulter verletzt worden sei. Erst im An-
schluss, als er auf dem Weg zu seinem Fahrrad gewesen sei, sei er von hinten von 
einer Flasche getroffen worden (pag. 273, Z. 80-81; pag. 284, Z. 73; pag. 290, Z. 
50-51; pag. 990, Z. 4-5). Erneut ist darauf hinzuweisen, dass die erste Einvernah-

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me morgens um 04:00 Uhr und damit wenige Stunden nach dem Vorfall stattge-
funden hat. Der Geschädigte führte damals aus, dass er müde sei und Schmerzen 
habe. Gemäss der Kammer handelt es sich dabei eine den Umständen durchaus 
angemessene Reaktion. Der Geschädigte dürfte zudem unter Schock gestanden 
haben. Es ist deshalb nachvollziehbar, dass er zu Beginn die Verletzungen an der 
Schulter nicht weiter ausführte, da die offenbar stark blutende Kopfverletzung im 
Vordergrund stand. Dies deckt sich zudem auch mit der zur Kopfverletzung erstell-
ten Fotodokumentation (pag. 233 f.). Es macht C.________ durchaus glaubwürdig, 
fokussierte er seine Aussagen auf die vordergründigen Verletzungen. Ferner sind 
keine Aggravierungen auszumachen. Dass er dabei zuerst die Kopfverletzung und 
sodann die Schulterverletzung schilderte, vermag seiner Glaubwürdigkeit unter den 
genannten Umständen nicht schaden. Im Gegenteil, schilderte er den Ablauf der 
Auseinandersetzung im Verlauf des Verfahrens jeweils konstant. Diese Schilderun-
gen zum zeitlichen Ablauf der Auseinandersetzung decken sich im Übrigen auch 
mit den Ausführungen des Beschuldigten. 

Des Weiteren ist es zur Beurteilung des rechtserheblichen Sachverhalts nicht von 
Bedeutung, ob vor dem eigentlichen Flaschenwurf eine oder zwei Rangeleien 
stattgefunden haben und die Beteiligten mehrmals von unbeteiligten Dritten ge-
trennt wurden. Hierzu führte C.________ einerseits aus, dass es zum Streit ge-
kommen sei und kurze Zeit später Leute dazwischen gegangen seien. Danach ha-
be er bemerkt, dass er an der Schulter verletzt sei (pag. 273, Z. 78-80). Ebenso 
schilderte er es am 29. November 2016 gegenüber der Staatsanwaltschaft und an-
lässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung (pag. 290; Z. 46-50; pag. 989, 
Z. 13-15). Andererseits schilderte er, dass die Leute sie voneinander getrennt hät-
ten. Der Andere sei erneut auf ihn zugekommen. Er wisse nicht, was er in dieser 
Zeit geholt habe, ob ein Stück Glas, ein Messer oder eine Flasche mit welcher er 
ihn dann an der linken Schulter verletzt habe. Kurze Zeit später hätten sie diesel-
ben Leute wie beim ersten Mal voneinander getrennt. Er denke, die Verletzung sei 
von einer Flasche oder einem Stück Glas und nicht von einem Messer (pag. 275, 
Z. 157-163). Anlässlich der Einvernahmen vom 11. Februar 2016 führte er eben-
falls aus, dass er beim zweiten Mal, als sie aufeinander losgegangen seien, an der 
Schulter verletzt worden sei (pag. 284, Z. 78-79). Obwohl diese Aussagen teilweise 
voneinander abweichen, schilderte C.________ durchwegs konstant, dass es vor 
dem Flaschenwurf zu einer Rangelei sowie zu Körperkontakt gekommen und er 
dabei vom Beschuldigten an der Schulter verletzt worden ist. Ob sie am Ende nun 
ein- oder zweimal durch unbeteiligte Dritte getrennt worden sind, vermag an den 
sonst schlüssigen, nachvollziehbaren und konstanten Aussagen nichts zu ändern. 
Ob er den Beschuldigten dabei nun immer weggestossen oder einmal geschubst 
haben will, schadet seinen in diesem Punkt glaubhaften Aussagen nicht. Es ist er-
neut festzuhalten, dass es sich um ein dynamisches Geschehen gehandelt hat, in 
welcher das eine das andere ergab. C.________ räumte diesbezüglich eigenes 
Fehlverhalten ein und gestand, dass er den Beschuldigten gerne habe schlagen 
wollen, es aber nicht getan habe, weil er sich nicht in die Situation habe bringen 
wollen, in der er sich heute befinde (pag. 989, Z. 27-39). Seine Schilderungen wir-
ken selbsterlebt und werden in einem logischen Ablauf geschildert. Insofern kann 
der Beschuldigte aus den Unstimmigkeiten in den Aussagen von C.________ 

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nichts zu seinen Gunsten ableiten. Trotz der Rangelei und der daraus resultieren-
den Verletzungen belastete C.________ den Beschuldigten nicht unnötig oder über 
das hinaus, was er aus seiner Erinnerung heraus noch wusste. So schilderte er 
hinsichtlich des Gegenstandes differenziert, dass er gesehen habe wie der Be-
schuldigte etwas in den Händen gehalten habe, gleichzeitig räumte er aber ein, 
dass er nicht genau sagen könne, was es gewesen sei. Der Beschuldigte habe es 
in seiner Jacke versteckt. Es könne vielleicht ein Messer gewesen sein, er wisse es 
nicht (pag. 269, Z. 51-52). Auch in seiner zweiten Einvernahme bestätigte er, dass 
er nicht wisse, was der Beschuldigte in dieser Zeit geholt habe. Ob es ein Stück 
Glas, ein Messer oder eine Flasche gewesen sei, mit welcher er ihn dann an der 
linken Schulter verletzt habe (pag. 275, Z. 159-161). Auch gegenüber der Staats-
anwaltschaft führte er aus, dass der Beschuldigte etwas in der Hand gehalten ha-
be. Er wisse nicht mehr genau, ob es eine Flasche oder ein Messer gewesen sei. 
Damit habe er ihn an der Schulter verletzt (pag. 290, Z. 48-49). C.________ schil-
derte konstant, dass er in der Rangelei vom Beschuldigten mit einem Gegenstand 
verletzt worden ist. Zwar erinnert er sich nicht, um welchen Gegenstand es sich 
gehandelt hat, doch belastet er den Beschuldigten auch nicht unnötig, indem er ei-
nen konkreten Gegenstand bezeichnete. 

In den Aussagen des Beschuldigten sind zahlreiche Übertreibungen und damit Lü-
gensignale enthalten. So beschreibt er C.________ als zwei bis drei Meter grossen 
Mann (pag. 254, Z. 69). Er sei gross, so drei Meter (pag. 254, Z. 83). Er sei wie ein 
Tier auf ihn losgegangen (pag. 255, Z. 153). Er habe ihn nicht mal mit dem Finger 
berührt. Er sei ja nur so gross wie der Fuss von C.________ (pag. 256, Z. 154-
195). 

Der Beschuldigte schilderte die eigentliche Auseinandersetzung wie folgt: Anläss-
lich der ersten Einvernahme führte er aus, dass er seitens von C.________ be-
schimpft worden sei und dieser begonnen habe ihm ins Gesicht zu schlagen. Sie 
seien dann von drei Personen getrennt worden. Er habe aus der Nase und an der 
Augenbraue geblutet. Er sei am Boden gewesen. C.________ habe dann Streit mit 
den AG.________ gehabt, welche dazwischen gegangen seien. Er sei am Boden 
gelegen, als die AG.________ gekommen seien, um zu helfen. Er habe die beiden 
streiten sehen. Beide hätten je ein Messer in der Hand gehabt (pag. 253 f., Z. 57-
62). In der gleichen Einvernahme präzisierte er, dass er mit einem Kollegen einen 
Joint geraucht habe. C.________ habe eine Runde auf dem AF.________ der 
N.________ (Örtlichkeit) gedreht und sei an ihm vorbeigekommen. Dann habe er 
ihn mit der Faust auf die Brust und überall hin geschlagen. Er habe keine Luft mehr 
bekommen. Er habe auch ein Messer in den Händen gehalten und habe ihm Angst 
gemacht. Er habe das Messer immer wieder von der rechten in die linke Hand und 
umgekehrt gewechselt. Mit der anderen Hand habe er ihn jeweils geschlagen 
(pag. 254, Z. 104-109). Er habe ihm mit dem Messer gedroht, aber nicht zugesto-
chen (pag. 257, Z. 249). Gegenüber der Staatsanwaltschaft führte er aus, dass 
C.________ ihn an drei Stellen verletzt habe; an der Wange und auf der Stirn. Er 
habe ihn weiter geschlagen, während er seinen Kopf zu schützen versucht habe 
(pag. 262, Z. 48-50). Er bestätigte, dass C.________ ein Messer dabei gehabt und 
mit dem Messer eine Bewegung angedeutet habe und ihn mit der anderen Hand 
geschlagen habe (pag. 262, Z. 75-77). In der Schlusseinvernahme vom 29. De-

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zember 2016 schilderte er erneut, dass er geschlagen worden sei und geblutet ha-
be. Ebenfalls habe C.________ ein Messer dabei gehabt. Neu brachte er vor, dass 
er – nachdem er ihn ein erstes Mal geschlagen habe – in die Bar gegangen und 
anschliessend wieder zu ihm gekommen sei. Diesmal habe er noch eine leere 
Whiskyflasche zerschlagen und habe ihn mit der Flasche schlagen wollen. Er habe 
C.________ an den Beinen gepackt und dieser sei zu Boden gefallen. Er selbst sei 
dann geflüchtet (pag. 685, Z. 20-26). Er räumte sodann ein, dass sie zu Beginn aus 
der Distanz gestritten hätten. Danach hätten sie gekämpft und der andere sei mit 
der zerbrochenen Flasche zu Boden gefallen (pag. 686, Z. 67-68). Angesprochen 
auf seine Aussagen, wonach er in der einen Hand ein Messer und nun auch eine 
zerbrochene Whiskyflasche gehalten habe und ihn geschlagen haben soll, antwor-
tete der Beschuldigte, dass er beim ersten Mal ein Messer gehabt habe und ihn mit 
der anderen Hand geschlagen habe. Das zweite Mal, als er wiedergekommen sei, 
habe er die zerbrochene Flasche in der Hand gehalten und habe ihn damit schla-
gen wollen. Zwischen den beiden Auseinandersetzungen seien 45 Minuten verstri-
chen, bis C.________ aus der Bar zurückgekommen sei und ihn mit der zerbro-
chenen Whiskyflasche habe schlagen wollen (pag. 688, Z. 118-128). Anlässlich der 
erstinstanzlichen Hauptverhandlung schilderte er erneut einen Unterbruch von 45 
Minuten und die Rückkehr von C.________ mit der Whiskyflasche (pag. 993, Z. 32 
u. 35-36). Er sagte ebenfalls aus, dass er ihn an den Beinen gepackt habe und sie 
beide zu Boden gegangen seien (pag. 993, Z. 37-38), was er auch an der oberin-
stanzlichen Hauptverhandlung bestätigte (pag. 1162, Z. 22-23). Er sei es, der ge-
flüchtet sei und an der Nase geblutet habe. Er sei im Gesicht verletzt gewesen 
(pag. 994, Z. 7-8). Als ihn die Polizei angehalten habe, hätten sie seine Verletzun-
gen gesehen (pag. 994, Z. 29-30). 

Die Schilderungen des Beschuldigten zum Ablauf der ersten Auseinandersetzung 
bis hin zur Schulterverletzung von C.________ sind weder konstant noch schlüs-
sig. Er passte seine Aussagen der jeweiligen Beweislage an und brachte jeweils 
neue Versionen des Geschehenen vor. So schilderte er den 45-minütigen Unter-
bruch der Auseinandersetzung und die Rückkehr von C.________ mit einer Whis-
kyflasche, welche er zerbrochen und gegen den Beschuldigten eingesetzt haben 
soll, erstmals in der Schlusseinvernahme gegenüber der Staatsanwaltschaft. Fer-
ner weist er jegliche Schuld an der Auseinandersetzung von sich und führte aus, er 
habe ihn nicht geschlagen (pag. 256, Z. 187; pag. 262, Z. 74). Es sei nicht möglich 
C.________ zu schlagen, dieser sei drei Meter gross (pag. 256, Z. 192). Er habe 
nichts gemacht und nichts zu befürchten. Er habe niemanden geschlagen (pag. 
256, Z. 193-194). Er habe einfach seine Sachen genommen, mit dem ganzen Blut 
in seinem Gesicht und sei weggegangen (pag. 262, Z. 74-75). Wie könne er ihn 
schlagen, wenn ihm schwindelig und sein ganzes Gesicht voller Blut sei (pag. 263, 
Z. 91-92). Dagegen beschuldigte er C.________ zahlreichen Fehlverhaltens, bis 
hin zur Anschuldigung, wenn die anderen nicht dazwischen gegangen wären, hätte 
er ihn einfach auf den Boden geworfen und umgebracht (pag. 256, Z. 199-200). 
Seine Aussagen weisen deutliche Aggravierungen auf. Zu Beginn soll ihn 
C.________ mit der Faust geschlagen, sodann mit einem Messer bedroht und 
schliesslich gar mit einer zerbrochenen Whiskyflasche angegriffen haben. Es liegen 
mehrere Erklärungsversuche seitens des Beschuldigten für die Schulterverletzung 

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von C.________ vor. So schilderte er, dass letzterer an diesem Abend zusätzlich 
noch mit einem AG.________ gestritten hätte und sie sich geschlagen hätten 
(pag. 254, Z. 62-63, Z. 68-69). Der Verteidiger führte anlässlich seines oberinstanz-
lichen Plädoyers aus, dass die Schulterverletzungen aus diesem Streit herrühren 
und dem Beschuldigten nicht eindeutig zugeordnet werden könnten (pag. 1166). 
Der Beschuldigte erklärte, dass er auch nicht sagen könne, wie die Verletzungen 
an der Schulter entstanden sein könnten. Es könne sein, dass es beim Fallen ent-
standen sei oder aber von den Gegenständen (pag. 686, Z. 48-49). Es könne sein, 
dass er bei der ersten Schlägerei – als sie beide am Boden gelegen seien – auf ei-
ne Flasche gefallen sei (pag. 995, Z. 25-26). Schliesslich führte er aus, dass der 
andere [C.________] gesagt habe, er könne sich auch selber verletzen, wenn er 
wütend sei. Als er die leere Whiskyflasche zerbrochen habe, habe er gesagt, dass 
er keine Angst habe sich selbst zu verletzen. Er habe dies auch schon gemacht 
(pag. 686, Z. 56-59). Wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird, handelt es sich dabei 
um reine Schutzbehauptungen seitens des Beschuldigten. Einerseits brachte der 
Beschuldigte immer wieder neue Erklärungsversuche hervor, was nur schwer 
nachvollziehbar ist. Des Weiteren widerspricht sich der Beschuldigte in seinen Aus-
führungen, wonach sie zu Boden gegangen seien. Zu Beginn schilderte er, dass er 
aufgrund der Schläge von C.________ alleine am Boden gewesen sei. Ferner 
brachte er vor, dass er C.________ an den Beinen gepackt habe und dieser da-
durch zu Boden gefallen sei. Schliesslich wollen sie beide am Boden gelegen sein. 
Seine Schilderungen sind weder schlüssig und alles andere als überzeugend. Ei-
nerseits brachte er das zu Boden reissen von C.________ auch erst anlässlich der 
Schlusseinvernahme vor. Andererseits widerspricht er sich damit selbst, wonach er 
C.________ unterlegen gewesen sein will und dieser viel grösser als er gewesen 
sei. Darüber hinaus ist der Beurteilung des IRM zu entnehmen (pag. 249, vgl. Ziff. 
17.2.2 vorne), dass die Verletzungen am Körper von C.________ alle linksseitig 
sind. Diese nur linksseitigen Verletzungen passen nicht in das Bild einer Rangelei 
in Glasscherben am Boden. Ebenso wenig erscheint es plausibel, dass der Be-
schuldigte C.________ an den Beinen gepackt haben will und sich letzterer sodann 
beim Sturz verletzt haben will. Vielmehr lassen sich die Verletzungen mit einer kör-
perlichen Auseinandersetzung in Einklang bringen, wonach stehend auf 
C.________ mit einem scharfen Gegenstand eingewirkt wurde. Darüber hinaus 
wären eher Schürf- als Schnittverletzungen zu erwarten gewesen, hätte tatsächlich 
eine Rangelei am Boden und ein hin und her Wälzen in Scherben stattgefunden. 
Die Kammer stellt deshalb nicht auf die Aussagen des Beschuldigten ab und ge-
langt aufgrund er objektiven Beweismittel zu der Schulterverletzung sowie der in 
diesem Punkt glaubhaften Aussagen von C.________ zum Ergebnis, dass die Be-
teiligten nicht zu Boden gefallen sind und die Rangelei nicht am Boden seinen 
Fortgang genommen hat. Ebenso wenig überzeugt die Erklärung, wonach sich der 
Beschuldigte die Verletzungen selbst beigebracht haben soll oder diese aus einer 
weiteren Auseinandersetzung herrühren sollen. Hierfür gibt es keinerlei Anhalts-
punkte, welche die Aussagen des Beschuldigten stützen würden. Die von 
C.________ oder dem Beschuldigten genannten Vornamen von Personen, welche 
etwas gesehen haben könnten, konnten schliesslich nicht ermittelt werden 
(pag. 168). Auch die erstellten Fotovorweisungen, welche dem Beschuldigten an-

19

lässlich einer Fotokonfrontation vorgehalten wurde, erzielte keine Ergebnisse 
(pag. 186 ff.). Es weist somit nichts auf die Beteiligung Dritter hin. Darüber hinaus 
meldete C.________ den Vorfall noch am gleichen Abend der Polizei und nannte 
ihnen den Beschuldigten als Täter. Ein solches Verhalten wäre kaum zu erwarten 
gewesen, wenn er selbst die Auseinandersetzung ausgelöst hätte oder mehrere 
potenzielle Verursacher in Frage gekommen wären. 

Darüber hinaus verstrickt sich der Beschuldigte in weitere Widersprüche hinsicht-
lich seiner eigenen Verletzungen. Gegenüber der Polizei schilderte er, dass 
C.________ ihn ins Gesicht geschlagen habe und er aus der Nase sowie an der 
rechten Augenbraue geblutet habe (pag. 253 f., Z. 57-60). Noch in der gleichen 
Einvernahme führte er aus, dass C.________ ihn mit der Faust auf die Brust und 
überall hin geschlagen habe. Er habe keine Luft mehr bekommen. Er habe ihn 
überall mit der Faust geschlagen (pag. 254, Z. 105-106). Gegenüber der Staatsan-
waltschaft nannte er sodann Verletzungen an der Wange und der Stirn (pag. 262, 
Z. 49). In der Schlusseinvernahme nannte er schliesslich Verletzungen an der Na-
se und den Lippen. Erstmals erwähnte er, dass er überall Schnittwunden gehabt 
habe (pag. 689, Z. 156). Diese seien wahrscheinlich von den Fingernägeln von 
C.________. Auf Frage, ob die Schnittwunden von einem Messer herrühren wür-
den, antwortete der Beschuldigte, dass er dies nicht glaube. Es seien wirklich ganz 
kleine Schnittnarben gewesen. Die Frage, ob es Kratzer gewesen seien, bejahte er 
schliesslich (pag. 689, Z. 167-176). Die Verletzungen des Beschuldigten sind we-
der objektiviert noch konnten diese von Zeugen bestätigt werden. Ferner wider-
spricht sich der Beschuldigte, wonach er von den Verletzungen von C.________ 
erst durch seinen Anwalt im Gefängnis erfahren haben will, andererseits aber 
schilderte, dass er gesehen habe wie C.________ geblutet habe und verletzt ge-
wesen sei, als er aus der Bar gekommen sei (pag. 993, Z. 34; pag. 995, Z. 23-24; 
pag. 1162, Z. 14-17). 

Die Vorinstanz hielt abschliessend fest, dass bei der Betrachtung der Aussagen der 
Beschuldigten die Vermutung aufkomme, er habe seine eigenen Handlungen auf 
C.________ projiziert und sei selber in die Rolle des Geschädigten getreten (pag. 
1055, S. 27 der Urteilsbegründung). Diesem Eindruck schliesst sich die Kammer 
an. 

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Aussagen des Beschuldig-
ten von Widersprüchen und Unstimmigkeiten geprägt sind. Sie ergeben keinen 
einheitlichen Ablauf des Geschehenen und es entsteht kein nachvollziehbares Ge-
samtbild. Der Beschuldigte erzählte seine Version des Vorfalls nicht selbsterlebt. 
Seine Aussagen sind nicht nachvollziehbar, weshalb nicht darauf abgestellt werden 
kann. C.________ schilderte dagegen – trotz ebenfalls vorhandener Widersprüche 
– einen in sich stimmigen und zeitlich wie inhaltlich logischen Ablauf der ersten tät-
lichen Auseinandersetzung mit anschliessender Schulterverletzung. Es entsteht – 
im Gegensatz zu den Ausführungen des Beschuldigten – ein nachvollziehbares 
Gesamtbild, auch wenn in den einzelnen Aussagen gewisse Unstimmigkeiten vor-
handen sind. Nach Würdigung der objektiven und subjektiven Beweismittel gelangt 
die Kammer deshalb zum Schluss, dass der Beschuldigte C.________ die Schul-
terverletzungen zugefügt hat, indem er mit einem scharfen Gegenstand im Rahmen 

20

einer Auseinandersetzung stehend auf diesen eingewirkt hat. Da Letzterer den Ge-
genstand nicht genau bezeichnen konnte, muss dieser im Ergebnis offen gelassen 
werden. Aufgrund der Fotodokumentation der Schulterverletzungen und der medi-
zinischen Beurteilung ist davon auszugehen, dass es sich dabei um einen scharfen 
Gegenstand – wie zum Beispiel einer zerbrochenen Flasche oder eine Glasscher-
be – gehandelt hat.

17.3.3 Zweite Phase der Auseinandersetzung 
Es ist unbestritten, dass diese Auseinandersetzung seinen Fortgang nahm und der 
Beschuldigte eine Flasche in Richtung von C.________ warf. Der Beschuldigte be-
rief sich darauf, sich mit dem Flaschenwurf gegen C.________ gewehrt zu haben. 

C.________ schilderte den Fortgang der Auseinandersetzung, welche mit einer 
Verletzung an seinem Hinterkopf endete, schlüssig. Dabei führte er jeweils aus, 
dass er sein Fahrrad habe holen wollen. In dem Moment habe er gespürt, wie ihn 
etwas am Hinterkopf getroffen habe (pag. 273, Z. 80-81; pag. 284, Z. 73; pag. 290, 
Z. 50-51; 990, Z. 4-5). C.________ schilderte selbsterlebt und nachvollziehbar, 
dass er versucht habe den Beschuldigten zu ergreifen, dieser sei aber in Richtung 
U.________ (Örtlichkeit) gerannt. Er habe dann sein T-Shirt als Verband gebraucht 
und die Polizei angerufen (pag. 269, Z. 53-54; pag. 273, Z. 84-85; pag. 290 f., Z. 
51-52; pag. 990, Z. 5). Gegenüber der Staatsanwaltschaft und anlässlich der erst-
instanzlichen Hauptverhandlung ergänzte er, dass er zu sehr geblutet habe. Er ha-
be den Beschuldigten nicht mehr erwischen können (pag. 291, Z. 52-53; 990, Z. 5-
6). Diese Ausführungen sind nachvollziehbar. Ebenso schilderte er stimmig und 
schlüssig, dass er den Beschuldigten erst verfolgt habe, als er schon verletzt ge-
wesen sei. Die Behauptung des Beschuldigten, dass er selbst den Beschuldigten 
verfolgt habe und dieser deshalb eine Flasche genommen habe, stimme nicht. 
Wenn dies so gewesen wäre und er ihn in diesem Moment geschlagen hätte, hätte 
er sicher eine Verletzung am Gesicht aufgewiesen und nicht am Hinterkopf 
(pag. 990, Z. 18-23). Wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird, vermögen die Er-
klärungen des Beschuldigten, wie es doch zu einer Verletzung am Hinterkopf trotz 
Verfolgung seitens von C.________ gekommen sei, nicht zu überzeugen. Zum 
Gegenstand, welcher ihn am Kopf getroffen habe, erklärte C.________ gegenüber 
der Polizei, dass er einen starken Schmerz am Kopf gespürt und danach eine Fla-
sche am Boden zerbrechen gehört habe (pag. 269, Z. 48-49). Diese Aussage 
bestätigte er in seiner zweiten Einvernahme, wonach er sich umgedreht habe und 
die Flasche, welche ihn getroffen habe, am Boden habe liegen gesehen. Er wisse 
dagegen nicht mehr, ob die Flasche zerbrochen sei oder nicht. Er denke nicht, 
dass es sich um einen Stein gehandelt habe, da dort nur Flaschen am Boden gele-
gen seien (pag. 273, Z. 81-84). Er beschrieb die Flasche als kleine Flasche, ver-
mutlich eine braune Bierflasche. Die Leute würden aber auch ihre eigenen Fla-
schen vom Coop oder Denner mitbringen, weshalb er es nicht wisse. Es sei eine 
ganze Flasche gewesen (pag. 276, Z. 232-236). Er gestand ein, dass er die Fla-
sche nicht gesehen habe. Aber es sei Glas gewesen, das er gespürt habe. Es sei 
dann am Boden zerschlagen. Es habe dort auch nicht viele Steine, aber überall 
Flaschen. Deshalb sei er ziemlich sicher, dass es eine Flasche gewesen sei. Aber 
er habe es nicht genau kontrolliert, was es gewesen sei (pag. 292, Z. 112-115). 

21

Dies bestätigte er ebenfalls anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung, 
wonach er wisse, dass es eine Flasche gewesen sei. Ein Stein könne es nicht ge-
wesen sein, denn es gebe dort praktisch keine. Flaschen habe es dort überall am 
Boden (pag. 990, Z. 11-12). Seine Aussagen sind differenziert. Erneut belastete er 
den Beschuldigten nicht unnötig schwerer, sondern gesteht Wissenslücken hin-
sichtlich des Gegenstandes ein. Schliesslich schilderte er schlüssig, dass ihm der 
Beschuldigte die Flasche aus einer Distanz von ca. drei bis vier Metern angeworfen 
habe (pag. 275, Z. 191). Diese Angaben bestätigte er gegenüber der Staatsanwalt-
schaft, wonach es etwa fünf Meter gewesen seien. Er sei sich mit der Distanz nicht 
mehr ganz sicher, aber es seien ungefähr fünf Meter gewesen (pag. 292, Z. 115-
117). Es handle sich um eine Schätzung. Jedenfalls sei der Beschuldigte nicht zu 
ihm gekommen und habe ihm die Flasche über den Kopf gezogen (pag. 275, 
Z. 194-195). 

Zu Beginn sagte der Beschuldigte auf Frage, ob er C.________ eine Flasche an 
den Kopf geworfen habe aus, «Flasche? Unmöglich.» (pag. 257, Z. 212-215). Erst 
anlässlich der Schlusseinvernahme gestand er ein, dass er an der Ecke eine leere 
Flasche gefunden habe und sie gegen C.________ geworfen habe (pag. 685, Z. 
26-27). Als Beweggrund nannte er Angst. Er habe sie genommen und sie gegen 
C.________ geworfen und sei dann weiter geflüchtet (pag. 685, Z. 28). 
C.________ sei gross und habe eine zerbrochene Flasche in der Hand gehalten 
(pag. 687, Z. 88-89). Er habe ihn aber eigentlich gar nicht treffen wollen. Wenn er 
gewusst hätte, dass er ihn am Kopf treffe, hätte er das nicht gemacht (pag. 687, 
Z. 89-90). Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung räumte er die Verlet-
zungen am Kopf von C.________ ein, wonach er sagen könne, dass er ihn mit der 
Flasche am Kopf getroffen habe (pag. 994, Z. 4-5). Seine Aussagen stehen in ei-
nem klaren Widerspruch zu den Aussagen von C.________. Wie die Beweiswürdi-
gung gezeigt hat, wurde dieser vom Beschuldigten verletzt. Er selbst hatte keine 
zerbrochene Whiskyflasche in der Hand und hat den Beschuldigten damit auch 
nicht zu verletzen versucht. Der Beschuldigte hatte damit vorerst keinen Grund zur 
Flucht. Nachdem C.________ getroffen wurde, räumte er ein, dass er dem Be-
schuldigten hinterher gerannt und der Beschuldigte geflüchtet ist. Zu diesem Zeit-
punkt hatte der Beschuldigte die Flasche bereits geworfen und C.________ damit 
verletzt. Anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung brachte er sodann eine 
neue Version hervor, wonach die Flasche ganz gewesen und sogar noch Bier ent-
halten habe. Noch beim Verlesen des Protokolls präzisierte er, dass er dies nicht 
mehr genau wisse. Aber die Flasche sei noch gestanden (pag. 1163, Z. 13-17). 
Seine Schilderungen sind nicht nachvollziehbar. Der Beschuldigte gestand im Ver-
lauf des Verfahrens den Flaschenwurf sodann ein, jedoch fällt erneut auf, dass er 
seine Aussagen dem jeweiligen Verfahrensstand anpasste, bestritt er doch den 
Flaschenwurf zu Beginn vehement. Die Ausführungen des Beschuldigten wirken 
erneut nicht selbsterlebt, sondern angepasst. Anlässlich der oberinstanzlichen 
Hauptverhandlung führte er sodann erstmals aus, dass er mehrmals verfolgt wor-
den sei. C.________ habe ihn mehrmals verfolgt und sie hätten sich mehrmals ge-
dreht und seien im Kreis gelaufen. Als er gemerkt habe, dass C.________ nicht 
habe loslassen wollen, habe er die Flasche geworfen (pag. 1163, Z. 39-43). Hätte 
sich der Abend wie vom Beschuldigten dargestellt abgespielt, so wäre zu erwarten 

22

gewesen, dass er diese Version von Anfang geschildert hätte. Ferner wäre eine di-
rekte Flucht und nicht etwa ein Flüchten im Kreis zu erwarten gewesen. Alles ande-
re als überzeugend sind sodann seine Erklärungsversuche zu der Verletzung am 
Hinterkopf von C.________. Einerseits schilderte er, dass er sich gar nicht richtig 
gedreht habe und auch nicht gesehen habe, wo er hinwerfe (pag. 687, Z. 94-96). 
Andererseits führte er aus, dass sich C.________ gedreht habe, als er gesehen 
habe, dass eine Flasche auf ihn zukomme. Er habe versucht seinen Kopf zu ver-
strecken und habe sich abgedreht (pag. 687, Z. 99-100). Der Kammer stellt sich 
sodann die Frage, wie der Beschuldigte dies gesehen haben will, wenn er sich 
doch nicht abgedreht hat und auch nicht gesehen haben will, in welche Richtung er 
die Flasche geworfen hat. Anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung er-
klärte er, dass er sich kurz gedreht habe, als er die Flasche geworfen habe (pag. 
1163, Z. 23). Die Veranschaulichung des Beschuldigten zum Flaschenwurf, wei-
chen von seiner Aussage ab, wonach er zuerst die Flasche geworfen und sich an-
schliessend umgedreht habe (pag. 1163, Z. 36-37; pag. 1164, Z. 4-12). 

Auch seine Aussagen zum Abstand zwischen ihm und C.________ gehen ausein-
ander. Anfangs führte er aus, dass er die Flasche von weiter weg geworfen habe 
(pag. 686, Z. 55-56). Auf konkrete Frage nach der Distanz zwischen ihm und 
C.________, nannte er sodann einen Abstand von neun bis zehn Metern (pag. 
687, Z. 104). Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung führte er schliess-
lich aus, dass er die Flasche aus einer Distanz von ungefähr 15 Metern geworfen 
habe (pag. 994, Z. 22-23). Anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung 
nannte der schliesslich die gesamte Spannbreite seiner bisherigen Aussagen und 
führte eine Distanz von 10 bis 15 Metern an (pag. 1163, Z. 8). Abschliessend wur-
de der Beschuldigte gefragt, wie er die Distanz im Gerichtssaal von seinem Stuhl 
bis hin zum Richterpult einschätzen würde. Er schätzte die Distanz auf ca. drei bis 
vier Meter. Dies entspricht in etwa der Distanz im Gerichtssaal von der Position des 
Beschuldigten bis hin zum Richterpult. Der Kammer erschliesst sich daraus, dass 
der Beschuldigte Distanzen richtig einzuschätzen weiss. C.________ sagte kon-
stant aus, dass die Distanz zwischen ihm und dem Beschuldigten zwischen drei bis 
vier, schätzungsweise fünf Meter betragen habe. Die Angaben des Beschuldigten 
variieren von weit weg, bis hin zu neun bis zehn Meter und schliesslich soll der Ab-
stand 15 Meter betragen haben. Seine Aussagen sind nicht konstant. Dies obwohl 
er anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung veranschaulicht hat, dass er 
Distanzen richtig einzuschätzen weiss. Die Kammer gelangt deshalb zum Schluss, 
dass der Beschuldigte zu seinem eigenen Schutz die Distanz jeweils um ein paar 
Meter vergrösserte, weshalb auf die konstanten Aussagen von C.________ abzu-
stellen und von einer Distanz zwischen dem Beschuldigten und letzterem von drei 
bis vier Metern auszugehen ist. 

Aus den Aussagen von C.________ und dem Beschuldigten lässt sich nicht absch-
liessend eruieren, ob es sich um eine zerbrochene bzw. angebrochene oder eine 
ganze Glasflasche gehandelt hat. Das Verletzungsbild spricht dagegen eher für ei-
ne zerbrochene resp. angebrochene Glasflasche. Die Kammer geht deshalb in 
Übereinstimmung mit der Vorinstanz von einer zerbrochenen resp. angebrochenen 
Flasche aus, wobei dies im Ergebnis letztlich offen gelassen werden kann. 

23

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich der Beschuldigte widerspricht, je-
weils neue Versionen schilderte und alles in allem weder schlüssige noch nachvoll-
ziehbare Aussagen machte. Aufgrund des Gesagten kann dem Beschuldigten nicht 
geglaubt werden, wonach er von C.________ verfolgt wurde und sich durch den 
Flaschenwurf lediglich zur Wehr gesetzt haben will. In diesem Zusammenhang ist 
auch darauf hinzuweisen, dass das Aussageverhalten des Beschuldigten nicht nur 
in Bezug auf den Vorfall mit C.________, sondern auch betreffend die übrigen 
Vorwürfe, von Unstimmigkeiten und Widersprüchen gezeichnet ist. So sind zum 
Beispiel die nachfolgenden Punkte hervorzuheben:

- Zu einer nochmaligen Begegnung mit C.________ führte der Beschuldigte am 
25. November 2016 aus, dass er ihn dort getroffen oder gesehen habe, wo die-
ser ihn geschlagen habe. Dieser habe zu ihm gesagt «Ich habe dich nicht ver-
gessen, denn wegen dir wurde ich geschlagen. Ich werde es dir noch zeigen.» 
(pag. 265, Z. 184-190). In der Einvernahme vom 22. Januar 2016 sagte er zu 
einer nochmaligen Begegnung mit C.________ noch, dass er diesen an Silves-
ter wieder getroffen und Angst gehabt habe, dass dieser ihn wieder schlagen 
werde. Dieser habe ihm aber nur über den Kopf gestrichen und zum Spass ge-
sagt «Hallo S.________» (pag. 255, Z. 157-159). 

- Am 7. Februar 2016 sagte der Beschuldigte im Rahmen der Einvernahme zum 
Vorwurf des Diebstahls eines Mobiltelefons vom 27. Dezember 2015 aus, dass 
er von Mitte Dezember bis Silvester 2015 in T.________ beim Verlobten seiner 
Schwester und in dieser Zeit nie in Bern gewesen sei (pag. 323, Z. 102-108). 
Diese Aussage ist bemerkenswert, nachdem der Beschuldigte doch bereits am 
22. Januar 2016 zum Vorfall vom 25. Dezember 2015 auf dem AF.________ der 
N.________ (Örtlichkeit) in Bern zum Nachteil von C.________ Aussagen ge-
macht hat (pag. 251 ff.).

- Ferner fällt auf, dass der Beschuldigte sowohl hinsichtlich des versuchten Rau-
bes zum Nachteil von E.________ und des Raubes zum Nachteil F.________ 
ein ähnliches Aussageverhalten wie bei den vorliegend zu beurteilenden Aussa-
gen zum Vorfall zum Nachteil von C.________ zeigte. Der Beschuldigte stritt die 
Vorwürfe zu Beginn ab. So sagte er hinsichtlich des versuchten Raubes zum 
Nachteil von E.________ zum Beispiel «Es gab keine Auseinandersetzung und 
ich war gegen keine Person tätlich.» (pag. 355, Z. 34) oder «Ich möchte noch-
mals erwähnen, dass ich niemanden tätlich angegriffen habe (pag. 355, Z. 41). 
Auf Vorhalt, dass er von E.________ und dessen Kollege als Täter identifiziert 
worden sei, antwortete er «Das ist unmöglich.» (pag. 356, Z. 89-97). Ferner 
führte er aus «Ich bin doch nicht verrückt und gehe einfach grundlos auf andere 
Personen los.» (pag. 357, Z. 110-111) und «Nein, ich schlug ihn nicht und stahl 
ihm auch nichts. Es kann doch nicht sein, dass jemand so brutal zusammenge-
schlagen wird und ihm noch das Portemonnaie geraubt wird. Wo sind wir denn 
eigentlich?» (pag. 359, Z. 208-210). Anlässlich der späteren Einvernahme vom 
9. März 2016 bestritt er den Vorfall nach wie vor und führte eine Ausrede an, 
weshalb er vor der Polizei davon gerannt sei (pag. 365, Z. 59 u. Z. 70-72). So-
dann erklärte der Beschuldigte den Vorfall – wie bereits bei C.________ – mit 
dem Verhalten des Opfers und führte aus «Vielleicht hat der Andere irgendwel-

24

che Probleme mit mir, keine Ahnung. Vielleicht war es ja auch er.» (pag. 365, Z. 
82-83). Am 29. Dezember 2016 gab er sodann zu, dass er das Opfer 
E.________ habe bestehlen wollen (pag. 698, Z. 450-451). An der erstinstanzli-
chen Hauptverhandlung führte er schliesslich aus «Ich habe einfach zurückge-
schlagen. Ich habe keine Brieftasche weggenommen.» (pag. 995, Z. 46-47). 
Ebenso verhält sich sein Aussageverhalten hinsichtlich des Raubes zum Nach-
teil von F.________. Zu Beginn bestreitet er den Vorwurf (pag. 440, Z. 112-113; 
pag. 440, Z. 125-126), um schliesslich im Rahmen der Schlusseinvernahme 
auszuführen «Eigentlich wollte ich ihn umarmen und bestehlen. Ich wollte ein 
wenig mit ihm spielen, deshalb ist das passiert.» (pag. 695, Z. 344-345). 
Schliesslich meinte er, dass sie sich gar nicht gestritten hätten. Dieser habe 
auch mit ihm spielen und ihn umarmen wollen. Er sei schwer gewesen und des-
halb seien sie beide zu Boden gefallen. Dieser habe es auch gar nicht bemerkt, 
dass er ihm das Geld von der Brieftasche genommen habe (pag. 695, Z. 354-
365). 

- Betreffend die Diebstähle führte er zu Beginn ebenfalls aus, dass das nicht wahr 
sein könne; das sei er nicht gewesen, er habe nie eine Tasche ab einem Fahr-
rad gestohlen (pag. 43, Z. 134-135). Er sei zu 100% sicher, dass er keine Hand-
tasche gestohlen habe (pag. 43, Z. 139). Auf Frage, wie er sich erkläre, dass auf 
der gestohlenen Handtasche seine DNA gefunden worden sei, sagte er «Es 
könnte ja sein, dass ich die Frau kenne oder einmal in einer Disco gesehen ha-
be und vielleicht die Handtasche berührt habe.» (pag. 43, Z. 143-144). Auch für 
den Fund der REKA-Mitgliederkarte bei ihm, hatte der Beschuldigte eine Er-
klärung bereit und erläuterte «V.________ hat mir dann einen Joint gegeben 
und diese Karte und gesagt, dass ich ihm die Karte und das Velo dann wieder 
retournieren soll mit der Karte.» (pag. 43, Z. 156-157). Betreffend den Diebstahl 
zum Nachteil von H.________ sagte er zu Beginn ebenfalls aus «Das sagt mir 
nichts.» bzw. «Es sagt mir nichts. Ich habe nie so etwas gestohlen.» (pag. 490, 
Z. 36 u. Z. 44). Bei der Staatsanwaltschaft wurde er erneut mit dem Couvert und 
seiner darauf sichergestellten DNA konfrontiert, wonach er ausführte, dass er 
das Couvert von einem V.________ erhalten habe und er zu 100% sicher sei, 
dass dessen DNA auch drauf sei (pag. 696, Z. 393-394 u.Z. 401-402). Auf Fra-
ge, ob er noch eine andere Version erzählen wolle, gab er zu «Ja okay, ich habe 
es genommen.» (pag. 697, Z. 408). 

- Hinsichtlich der Anhaltung vom 22. Januar 2016 kann dem Anzeigerapport vom 
27. Januar 2016 entnommen werden, dass der Beschuldigte davon rannte, als 
er die Polizei erblickte und auch der Aufforderung stehen zu bleiben und den 
Worten «Stop Police» keine Folge leistete. Der Beschuldigte konnte schliesslich 
gestoppt werden und befand sich in der Mitte zweier Polizisten, einem Fahrzeug 
und einer Mauer. Trotzdem habe er versucht an einem der Polizisten vorbeizu-
kommen und habe zu Boden geführt werden müssen. Am Boden habe er sich 
vehement gewehrt und habe versucht, sich sofort wieder loszureissen. Der Be-
schuldigte sei mehrmals aufgefordert worden, sich zu beruhigen. Dieser Auffor-
derung habe er jedoch keine Folge geleistet, habe sich weiter gewehrt und habe 
erneut zu Boden geführt werden müssen (pag. 332 f.). Auf sein Verhalten ange-
sprochen, sagte er «Ich dachte, dass es die Security der N.________ (Örtlich-

25

keit) war. Die haben .________ sowieso nicht gerne und wenn sie einen erwi-
schen schlagen sie die. Aber als ich dann am Boden lag, habe ich einmal ir-
gendwo „Polizei“ geschrieben gesehen und habe mich dann entschuldigt.» (pag. 
691, Z. 224-228). 

- Schliesslich kam es hinsichtlich des Mobiltelefons .________ zu Unstimmigkei-
ten. Der Auswertung dieses Mobiltelefons kann entnommen werden, dass die-
ses im Verlauf des 26. Dezember 2015 rege benutzt worden sei (pag. 177). Der 
Beschuldigte dagegen führte aus, dass dieses Telefon W.________ gehöre. 
Dieser habe es ihm gegeben, damit dieser ihn später auf seinem Telefon anru-
fen könne. Er habe das Telefon nicht benutzt. Dieser habe es ihm nur gegeben, 
damit dieser ihn später anrufen könne (pag. 266, Z. 203, Z. 206-207 u. Z. 213). 
Auf Vorhalt, dass von diesem Telefon ein Foto von C.________ verschickt wor-
den sei, antwortete der Beschuldigte schliesslich «Ah ich erinnere mich. Ich ha-
be W.________ gesagt, dass mich jemand geschlagen hat und sein Name 
X.________ sei. Ich habe das Foto von Facebook genommen.» (pag. 266, Z. 
218-223). 

Das vorstehend exemplarisch dargelegte Aussageverhalten des Beschuldigten 
verdeutlicht eine gewisse Konsistenz. Er reagierte auf die ihm gemachten Vorwürfe 
stets sehr ähnlich. So wies er die Vorwürfe zu Beginn von sich und ist auf weitere 
Vorhalte um keine Erklärungen verlegen. Dabei offenbarte der Beschuldigte, nicht 
nur im Hinblick auf die Vorwürfe zum Nachteil von C.________, sondern im Kontext 
des gesamten Verfahrens ein widersprüchliches und unstimmiges Aussageverhal-
ten. Diese Beispiele untermauern die bereits festgestellte Unglaubhaftigkeit seiner 
Aussagen. Daran vermag auch die vorinstanzlich seitens des Verteidigers noch 
geltend gemachte beschränkte Schulbildung und die begrenzten kognitiven Fähig-
keiten des Beschuldigten nichts zu ändern. Wie die Vorinstanz zutreffend ausführ-
te, sei der Beschuldigte im vorliegenden Verfahren nicht etwa zu einem komplexen 
Sachverhalt, sondern zum Ablauf einer zunächst verbalen und anschliessend tätli-
chen Auseinandersetzung befragt worden. Deren Widergabe setze weder eine be-
sondere Schulbildung noch ausgeprägte kognitive Fähigkeiten voraus. Zudem sei 
er im Laufe des Verfahrens auch zu den ihm sonst noch vorgeworfenen Delikten 
befragt worden. Auch diese Aussagen lassen nach Meinung der Vorinstanz nicht 
vermuten, dass es ihm nicht möglich gewesen wäre, in eigenen Worten seine sub-
jektive Wahrnehmung der ihm zur Last gelegten Lebenssachverhalte wiederzuge-
ben (pag. 1053, S. 25 der Urteilsbegründung). Diesen zutreffenden Erwägungen 
schliesst sich die Kammer an.

17.3.4 Fazit Beweiswürdigung und erstellter Sachverhalt 
Für die Kammer ergibt sich nach Würdigung der objektiven und subjektiven 
Beweismittel ein Gesamtbild, das dem Sachverhalt, wie in der Anklageschrift 
umschrieben (pag. 898 ff.; Ziff. I. A. 1. erste Variante u. Ziff. 2.1), entspricht. 

Es kann somit festgehalten werden, dass es am 25. Dezember 2015 zwischen dem 
Beschuldigten und C.________ zu einer Auseinandersetzung auf der L.________ 
(Örtlichkeit) vor der N.________ (Örtlichkeit) gekommen ist. Es kam zu einer 
gegenseitigen verbalen Auseinandersetzung in Form von Beschimpfungen, welche 
anschliessend in eine tätliche Auseinandersetzung überging. Wie sich die 

26

Beleidigungen und Provokationen genau abspielten, liess sich nicht abschliessend 
eruieren und muss deshalb offen bleiben. 

Auf den verbalen Streit folgte eine tätliche Auseinandersetzung – eine Rangelei – 
in welcher der Beschuldigte C.________ mit einem scharfen Gegenstand an der 
linken Schulter und der Flanke links verletzte. Als sich C.________ im Anschluss 
entfernen wollte, warf ihm der Beschuldigte aus einer Distanz von ca. drei bis vier 
Metern sodann eine Glasflasche an den Hinterkopf. 

C.________ versuchte noch dem Beschuldigten hinterher zu rennen, doch dieser 
flüchtete. Ersterer verband sich seine Kopfwunde mit seinem T-Shirt und avisierte 
die Polizei. 

III. Sachverhalt und Beweiswürdigung zum Vorwurf der Hehlerei (Ziff. I. A. 8. der 
AKS, pag. 902)

18. Zum Vorwurf gemäss Anklageschrift

8. Hehlerei

begangen Mitte Januar 2016 in Biel, indem A.________ das zuvor am 27.12.2015 durch 
unbekannte Täterschaft bei Y.________ entwendete Mobiltelefon .________ einem 
unbekannten .________ („Z.________.) für insgesamt zwischen CHF 50.00 - 100.00, eventuell 
durch Eintausch seines alten iPhone 4, abkaufte. Aufgrund des sehr niedrigen Kaufpreises 
musste A.________ annehmen, dass das Mobiltelefon .________ im Wert von 396.00 durch 
eine strafbare Handlung gegen das Vermögen erlangt worden ist.

Deliktssumme: CHF 396.00

19. Unbestrittener und bestrittener Sachverhalt

Es ist unbestritten, dass der Beschuldigte dieses Mobiltelefon Mitte Januar 2016 in 
Biel kaufte. Dagegen bestreitet der Beschuldigte von der deiktischen Herkunft des 
Mobiltelefons gewusst zu haben. 

20. Beweismittel 

Der Kammer liegen neben den Einvernahmen des Beschuldigten (pag. 321 ff.; 
pag. 327 ff.; pag. 690 ff.; pag. 997 ff.; pag. 1162 f.) der Anzeigerapport vom 
8. Januar 2016 (pag. 299 f.) sowie dessen Nachtrag vom 16. Juni 2016 inkl. der 
Auswertung des Mobiltelefons .________ (pag. 306 ff.) vor. 

21. Beweisergebnis der Vorinstanz 

Die Vorinstanz erachtete nach Würdigung sämtlicher Beweise den in der 
Anklageschrift beschriebenen Sachverhalt als erstellt und ging davon aus, dass der 
Beschuldigte das am 27. Dezember 2015 durch unbekannte Täterschaft bei 
Y.________ entwendete Mobiltelefon .________ von einem unbekannten 
.________ namens «Z.________» für insgesamt ca. CHF 40.00 abkaufte (pag. 
1063, S. 35 der Urteilsbegründung). 

27

22. Beweiswürdigung durch die Kammer 

22.1 Allgemeine Würdigung der objektiven Beweismittel
Dem Anzeigerapport vom 8. Januar 2016 kann entnommen werden, dass dem 
Geschädigten am 27. Dezember 2015 um ca. 21.00 Uhr das Mobiltelefon der 
Marke .________, durch unbekannte Täterschaft unbemerkt aus der Jackentasche 
habe entnommen werden können. Der Gesamtbetrag des entwendeten 
Mobiltelefons belaufe sich auf CHF 396.00 (pag. 299). In ihrem Nachtrag vom 16. 
Juni 2016 verweist die Kantonspolizei auf den Anzeigerapport vom 29. März 2016 
betreffend den dem Beschuldigten vorgeworfenen Raub (vgl. Ziff. 3 der AKS). Der 
Beschuldigte habe von der Polizei am 7. Februar 2016 angehalten werden können. 
In seinen Effekten habe sodann das vom Geschädigten als gestohlen gemeldete 
Mobiltelefon sichergestellt werden können. Es habe ermittelt werden können, dass 
das fragliche Mobiltelefon im RIPOL gültig als gestohlen ausgeschrieben gewesen 
sei. Dieses sei sichergestellt und versiegelt worden. Nachdem das 
Entsiegelungsgesuch seitens des Zwangsmassnahmengerichts gutgeheissen 
worden sei, sei das Mobiltelefon zwecks Auswertung dem FDF der Kantonspolizei 
Bern zugestellt worden (pag. 342 f.). Die Auswertung des Mobiltelefons habe 
gezeigt, dass erst ab Januar 2016 Daten auf dem Mobiltelefon vorhanden seien. 
Folglich hätten sich keine Erkenntnisse ergeben, wonach der Beschuldigte mit dem 
Diebstahl des Mobiltelefons vom 27. Dezember 2015 etwas zu tun gehabt habe 
(vgl. Nachtrag vom 16.06.2016; pag. 307). 

Beweiswürdigend kann festgehalten werden, dass dem Geschädigten am 
27. Dezember 2015 sein Mobiltelefon entwendet wurde und dieses sodann 
anlässlich der Anhaltung vom 7. Februar 2016 des Beschuldigten bei diesem 
sichergestellt werden konnte. Wobei keine Hinweise vorliegen, wonach der 
Beschuldigte an der Entwendung des Mobiltelefons beteiligt gewesen wäre. 

22.2 Allgemeine Würdigung der subjektiven Beweismittel

Der Beschuldigte wurde insgesamt fünf Mal befragt (pag. 321 ff.; pag. 327 ff.; 
pag. 690; pag. 997; pag. 1162). Die Vorinstanz hat die Aussagen des 
Beschuldigten ausführlich wiedergegeben, weshalb darauf verwiesen wird 
(pag. 1061 f., S. 33 f. der Urteilsbegründung). Soweit sich ergänzende und/oder 
präzisierende Ausführungen zu den einzelnen Beweismitteln aufdrängen, erfolgen 
diese im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen der Kammer. 

Einzig den eigentlichen Erwerbsort und den Verkäufer des Mobiltelefons schilderte 
der Beschuldigte konstant und in sich stimmig. So führte er aus, dass er das 
Mobiltelefon in Biel in einer Bar bzw. einem Café von einem .________ namens 
«Z.________» gekauft habe (pag. 322, Z. 36-37, Z. 42 u. Z. 46; pag. 327, Z. 305 u. 
Z. 334-340; pag. 690, Z. 194-195). 

Dagegen stellte der Beschuldigte die Umstände des Erwerbs – insbesondere den 
Kaufpreis – und seine Bekanntschaft zum Verkäufer jeweils anders dar. Seine 
diesbezüglichen Aussagen sind widersprüchlich. Zum Erwerbspreis führte der 
Beschuldigte anlässlich der ersten Einvernahme am 7. Februar 2016 aus, dass er 
das Mobiltelefon für CHF 100.00 sowie gegen Eintausch seines eigenen alten 
IPhone 4 gekauft habe (pag. 322, Z. 38). Er habe dem Verkäufer vorgeschlagen, 

28

die Mobiltelefone zu tauschen. Der Verkäufer habe noch zusätzlich CHF 100.00 
gewollt, weshalb er diese bezahlt habe (pag. 322, Z. 42-43). Gegenüber der 
Staatsanwaltschaft führte der Beschuldigte sodann aus, dass er sich erinnere 
CHF 50.00 bezahlt zu haben. Der Verkäufer habe CHF 60.00 gewollt, habe sich 
dann aber für CHF 50.00 entschieden (pag. 327, Z. 314-315). In der 
Schlusseinvernahme vom 29. Dezember 2016 nannte er schliesslich einen 
Kaufpreis von CHF 45.00 oder CHF 65.00 (pag. 690, Z. 200-201), anlässlich der 
erstinstanzlichen Hauptverhandlung nannte er ebenfalls einen Kaufpreis von 
CHF 45.00 (pag. 997, Z. 43). Auf diese Aussagen des Beschuldigten kann nicht 
abgestellt werden. Der Beschuldigte sagte nicht gleichbleibend aus, sondern 
nannte einen Kaufpreis, der von CHF 45.00 bis CHF 100.00 reichte. Die Tatsache, 
dass er sein IPhone 4 in Zahlung gegeben habe, erwähnte er im Verlauf der 
folgenden Einvernahmen nicht mehr. Dabei handelt es sich immerhin um einen 
besonderen Aspekt des Kaufvorgangs, an den man sich zu erinnern vermag. 
Insgesamt sind die Aussagen des Beschuldigten in diesem Punkt widersprüchlich, 
weder stimmig noch nachvollziehbar und damit unglaubhaft. 

Auch im Hinblick auf die Bekanntschaft zum Verkäufer machte der Beschuldigte 
widersprüchliche Aussagen. Anlässlich der ersten Einvernahme führte er aus, dass 
er diesen .________ kenne. Er kenne ihn seit seiner Einreise in die Schweiz (pag. 
322, Z. 42 u. 46). Dagegen sagte er in seiner Schlusseinvernahme, dass er ihn 
nicht gekannt habe. Es sei das erste Mal gewesen, dass er ihn getroffen habe 
(pag. 690, Z. 204). Erneut kann nicht auf die Aussagen des Beschuldigten 
abgestellt werden. 

Der Beschuldigte bestritt gewusst zu haben, dass es sich um ein gestohlenes 
Mobiltelefon gehandelt habe. Der Verkäufer habe ihm gesagt, dass das 
Mobiltelefon seiner Frau gehört habe und er Geld brauche, weshalb er es verkaufe 
(pag. 324, Z. 133; pag. 327, Z. 320-321; pag. 690, Z. 209-210; pag. 997, Z. 37-38). 
Er habe eigentlich Marihuana kaufen wollen und dieser habe gesagt, er solle ihm 
zuerst das Geld geben und dieser bringe es ihm dann. Dieser habe ihm dann 
gesagt, dass er ihm sonst das Handy als Vertrauensbeweis mitgeben würde und 
schliesslich habe dieser ihm angeboten, dass er das Handy kaufen könne. So sei 
es dazu gekommen (pag. 690, Z. 211-214). Der Beschuldigte bestätigte sodann, 
dass noch Daten vom Verkäufer auf dem Mobiltelefon gehabt habe, welche er 
gelöscht habe (pag. 323, Z. 87-88). Dieser Aspekt kombiniert mit dem tiefen 
Kaufpreis hätte den Beschuldigten bereits hellhörig werden lassen müssen. 
Schliesslich habe er sich auch überlegt, ob das Mobiltelefon vielleicht nicht 
funktioniere (pag. 327, Z. 325-326). Die Vorinstanz hielt hierzu zutreffend fest, dass 
diese Aussage für sich spreche und zeige, dass der tiefe Kaufpreis von lediglich 
rund 10% des Neupreises bei ihm sehr wohl Fragen hervorgerufen habe 
(pag. 1062, S. 34 der Urteilsbegründung). 

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass der Beschuldigte insbesondere 
im Hinblick auf den Kaufpreis als auch bezüglich seiner Bekanntschaft zum 
Verkäufer widersprüchliche Aussagen machte. Seine Ausführungen sind nicht 
schlüssig und nicht nachvollziehbar, weshalb nicht darauf abgestellt werden kann. 

22.3 Fazit Beweiswürdigung und erstellter Sachverhalt

29

In Übereinstimmung mit der Vorinstanz erachtet auch die Kammer den in der 
Anklageschrift unter A. Ziffer 8 beschriebenen Sachverhalt beweismässig als 
erstellt und geht davon aus, dass der Beschuldigte das am 27. Dezember 2015 
durch unbekannte Täterschaft bei Y.________ entwendete Mobiltelefon von 
«Z.________» für einen Kaufpreis zwischen CHF 45.00 und CHF 100.00 erwarb. 

IV. Rechtliche Würdigung

23. Versuchte schwere Körperverletzung

23.1 Objektiver und subjektiver Tatbestand

Gemäss Art. 122 des Schweizerischen Strafgesetzbuches (aStGB; SR 311.0; 
vgl. zum anwendbaren Recht Ziff. 26 hiernach) macht sich der schweren 
Körperverletzung schuldig, wer vorsätzlich einen Menschen lebensgefährlich 
verletzt, wer vorsätzlich den Körper, ein wichtiges Organ oder Glied eines 
Menschen verstümmelt oder ein wichtiges Organ oder Glied unbrauchbar macht, 
einen Menschen bleibend arbeitsunfähig, gebrechlich oder geisteskrank macht, das 
Gesicht eines Menschen arg und bleibend entstellt, wer vorsätzlich eine andere 
schwere Schädigung des Körpers oder der körperlichen oder geistigen Gesundheit 
eines Menschen verursacht.

Subjektiv ist Vorsatz gefordert, wobei Eventualvorsatz genügt. Der Vorsatz muss 
sich auf die schwere Schädigung selbst beziehen. Gefordert ist indessen nicht, 
dass sich der Täter gerade die tatsächlich eingetretene Folge vorgestellt hat. Die 
Abgrenzung des Willensinhaltes gegenüber einem blossen Vorsatz auf einfache 
Körperverletzung einerseits oder gegenüber einem dolus eventualis auf Tötung des 
Opfers andererseits kann schwierig sein. Wie bei der einfachen Körperverletzung 
müssen deshalb nicht selten vom Tatvorgehen aus Rückschlüsse auf den Willens-
inhalt des Täters gezogen werden (ROTH/BERKEMEIER, in: Basler Kommentar, 
Strafrecht II, 3. Aufl. 2013, N 25 zu Art. 122). 

Führt der Täter, nachdem er mit der Ausführung eines Verbrechens oder 
Vergehens begonnen hat, die strafbare Tätigkeit nicht zu Ende oder tritt der zur 
Vollendung der Tat gehörende Erfolg nicht ein oder kann dieser nicht eintreten, so 
kann das Gericht die Strafe mildern (Art. 22 Abs. 1 aStGB).

23.2 Subsumtion

Wie die Vorinstanz richtig festhielt, stellen die Verletzungen von C.________ in 
objektiver Hinsicht keine schwere Körperverletzung im Sinne von Art. 122 aStGB 
dar. C.________ trug durch den Flaschenwurf des Beschuldigten an seinem 
Hinterkopf eine Kopfverletzung davon. Eine konkrete Lebensgefahr hat jedoch 
nicht bestanden, weshalb der zur Erfüllung des objektiven Tatbestands der 
schweren Körperverletzung notwendige Erfolg nicht vorliegt. Es ist daher zu prüfen, 
ob sich der Beschuldigte der versuchten schweren Körperverletzung gemäss 
Art. 122 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 aStGB schuldig gemacht hat. Entscheidend ist hierzu 
der subjektive Tatbestand, mithin die Antwort auf die Frage, ob der Beschuldigte 
mit Wissen und Willen gehandelt hat. 

30

Aufgrund des Beweisergebnisses ist erstellt, dass der Beschuldigte nach einer 
tätlichen Auseinandersetzung mit C.________ eine zerbrochene Glasflasche 
behändigte und diese aus einer Distanz von ca. drei bis vier Metern an dessen 
Hinterkopf warf. Die Glasflasche traf C.________ am Hinterkopf, wodurch dieser 
eine klaffende und blutende Wunde erlitt. Aus dem rechtsmedizinischen Gutachten 
zur körperlichen Untersuchung geht hervor, dass infolge vorher stattgehabter 
chirurgischer Versorgung die Beurteilung der Tiefe der Verletzung nicht möglich 
war. Der Flaschenwurf führte zu einer glattrandigen Hautdurchtrennung ohne 
Schürfsaum im Bereich des Hinterkopfs (pag. 249). Die festgestellte Verletzung 
war nicht lebensbedrohlich (pag. 249). 

Das soeben beschriebene Szenario spielte sich innerhalb weniger Minuten ab. Der 
Beschuldigte lief hinter C.________ her, behändigte eine am Boden liegende 
Glasflasche und warf diese dem Geschädigten an den Hinterkopf. Dem Wurf der 
Flasche ging eine verbale und tätliche Auseinandersetzung voraus. Der 
Beschuldigte war aufgebracht. Der Flaschenwurf erfolgte im Rahmen dieses 
dynamischen Geschehens, als sich C.________ von den Örtlichkeiten entfernen 
wollte. Der Wurf erfolgte aus einer Distanz von ca. drei bis vier Metern in Richtung 
des Geschädigten. Die Tatsache, dass der Geschädigte eine Verletzung am 
Hinterkopf erlitten hat, es sich dabei aber nicht um eine schwerere oder gar 
lebensbedrohliche Verletzung handelt, ist dem Zufall und grossem Glück 
zuzuschreiben. 

Es kann als allgemein bekannt angesehen werden, dass das Werfen von 
Glasflaschen in die Kopfregion von Personen bleibende schwere Schäden 
verursachen kann. Wer sich in einem dynamischen Geschehen einer Glasflasche 
bedient und diese gegen eine vor sich laufende Person aus einer Distanz von 
wenigen Metern in die Kopfregion wirft, kann nicht mehr davon ausgehen, die 
Person nicht zu verletzen. Der Wurf mit einer Glasflasche an den Kopf ist zweifellos 
geeignet, eine schwere Schädigung im Sinne von Art. 122 aStGB herbeizuführen. 
Darüber hinaus ist Lebensgefahr nicht ausgeschlossen. Die Verletzungen sind am 
Hinterkopf und damit in unmittelbarer Nähe zu wichtigen Organen eingetreten, 
weshalb bereits ein geringfügig anderer Verlauf zu einer schweren Verletzung oder 
gar zu Lebensgefahr im Sinne von Art. 122 aStGB hätte führen können. Dies 
musste dem Beschuldigten zweifellos bekannt sein. 

Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung darf eine Inkaufnahme der Tatbe-
standsverwirklichung nicht allein aus der Tatsache gezogen werden, dass sich der 
Täter des Risikos der Tatbestandsverwirklichung bewusst war und dennoch han-
delte (BGer 6B_1159/2014 vom 1.6.2015, E. 3.4 mit Hinweisen auf BGE 130 IV 58 
und BGE 133 IV 1). Gemäss der zitierten Rechtsprechung liegt die Schlussfolge-
rung, der Täter habe die Tatbestandsverwirklichung in Kauf genommen, indessen 
desto näher, je grösser die Wahrscheinlichkeit der Tatbestandsverwirklichung ist 
und je schwerer die Sorgfaltspflichtverletzung wiegt (vgl. BGE 133 IV 1, E. 4.1). Es 
müssen weitere Umstände hinzukommen, von denen auf die innere Einstellung des 
Täters geschlossen werden kann (BGE 133 IV 9 E. 4.1 mit Hinweisen). Solche 
Umstände liegen namentlich vor, wenn der Täter das ihm bekannte Risiko in keiner 
Weise kalkulieren und dosieren kann und der Geschädigte keinerlei Abwehrchan-

31

cen hat (BGE 133 IV 1 E. 4.5 S. 7; 131 IV 1 E. 2.2 S. 5; Urteil 6B_754/2012 vom 
18. Juli 2013 E. 3.2.4).

Dieses Wissen hinderte den Beschuldigten nicht daran, die Flasche aufzuheben 
und direkt gegen C.________ zu werfen. Die Vorinstanz weist zutreffend darauf 
hin, dass der Beschuldigte in dieser Situation die Reaktion des Geschädigten nicht 
voraussehen konnte. Dieser hat sich von den Örtlichkeiten entfernt, als ihn überra-
schend die Flasche am Hinterkopf traf. Er hatte damit keine Möglichkeit sich zu 
schützen oder eine abwehrende Haltung einzunehmen. C.________ war dem Fla-
schenwurf somit wehrlos ausgeliefert. Der Beschuldigte brachte mit seinem Wurf 
der Glasflasche zum Ausdruck, dass ihm der als möglich erkannte Erfolg, wenn er 
diesen auch nicht direkt gewollt hat, gleichgültig war. 

Nach dem soeben Gesagten lässt das Verhalten des Beschuldigten keinen ande-
ren Schluss zu, als dass er eine schwere Verletzung von C.________ in Kauf 
nahm. Er hat sich nach der vorangegangen verbalen und tätlichen Auseinanderset-
zung einer Glasflasche behändigt und diese aus einer Distanz von wenigen Metern 
gegen den direkt vor ihm davonlaufenden C.________ geworfen. Wie bereits dar-
gelegt wusste der Beschuldigte, dass er dem Geschädigten mit seinem Handeln 
schwere Verletzungen hätte zufügen können. Dass C.________ nicht schwerer 
verletzt wurde, ist Zufall und Glück, nicht aber dem Verhalten des Beschuldigten 
zuzuschreiben. Der Wurf der Glasflasche wurde im Rahmen eines dynamischen 
Geschehens, in einem aufgewühlten Zustand und in Bewegung ausgeführt. Der 
Wurf der Flasche erfolgte unkontrolliert. In Anbetracht dessen muss von einer ho-
hen Verletzungsgefahr ausgegangen werden. Noch schwerere Verletzungen blie-
ben infolgedessen nur durch Zufall und grosses Glück aus. Hinzu kommt, dass 
C.________ die Örtlichkeiten verlassen wollte und damit vom Beschuldigten abge-
dreht lief. Er hatte keine Möglichkeit den Wurf abzuwehren. Der Beschuldigte konn-
te in dieser Situation nicht mehr darauf vertrauen, dass er C.________ nicht treffen 
würde oder es glimpflich verlaufen würde. Er liess es mithin darauf ankommen und 
nahm den Erfolg in Kauf. 

Der Beschuldigte berief sich immer wieder sinngemäss darauf, die Flasche aus 
Angst geworfen zu haben, um sich gegen C.________ zu wehren. Es sei damit der 
Rechtfertigungsgrund der Notwehr zu prüfen. 

Wie dem Beweisergebnis entnommen werden kann, befand sich der Beschuldigte 
nicht in einer Notwehrlage. Der Flaschenwurf ging vom Beschuldigten aus und 
dieser wurde erst nach zufügen der Verletzung von C.________ verfolgt. Auch die 
vorangegangene Rangelei bot keinen Anlass für ein derartiges Verhalten. Es 
bestand zum Zeitpunkt des Wurfs somit keine Gefahrensituation gegen die er sich 
hätte wehren oder verteidigen müssen. Es ist damit ausgeschlossen, dass der 
Beschuldigte in Notwehr bzw. in Notwehrexzess gehandelt hat. 

Andere Rechtfertigungs- oder Schuldausschliessungsgründe sind nicht ersichtlich, 
womit der Beschuldigte wegen versuchter schwerer Körperverletzung im Sinne von 
Art. 122 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 aStGB, begangen am 25. Dezember 2015 in Bern, 
zum Nachteil von C.________, schuldig zu erklären ist. 

24. Einfache Körperverletzung mit gefährlichem Gegenstand

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24.1 Objektiver und subjektiver Tatbestand

Gemäss Art. 123 Ziffer 1 aStGB begeht eine einfache Körperverletzung, wer 
vorsätzlich einen Menschen in anderer Weise (als in Art. 122 aStGB umschrieben) 
an Körper oder Gesundheit schädigt. Der Grundtatbestand in Art. 123 Ziffer 1 
aStGB ist als Antragsdelikt ausgestaltet. 

Die qualifizierte Form der einfachen Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziffer 2 
aStGB ist gegeben, wenn zwar nach wie vor eine bloss einfache Körperverletzung 
bewirkt wird, das Tatvorgehen aber besonders gefährlich oder verwerflich 
erscheint. Besonders gefährlich ist das Vorgehen dann, wenn ein Tatmittel 
verwendet wird, welches ein hohes Risiko einer schweren Körperverletzung i.S.v. 
Art. 122 aStGB erzeugt. Bei dieser qualifizierten Form bleibt zwar die 
Strafandrohung unverändert, hingegen entfällt das Antragserfordernis. Der Täter 
wird von Amtes wegen verfolgt (ROTH/BERKEMEIER, a.a.o., N 11 f. zu Art. 123). 

Als gefährliche Tatmittel nennt Art. 123 Ziffer 2 Abs. 2 aStGB Gift, Waffen oder 
gefährliche Gegenstände. Ein Gegenstand ist nicht schon von sich aus, per se, 
gefährlich. Aus der Art und Beschaffenheit an sich lässt sich noch kein Schluss auf 
seine Gefährlichkeit ziehen. Ausschlaggebend ist vielmehr, ob er nach seiner 
Beschaffenheit so eingesetzt wird, dass die Gefahr einer schweren 
Körperverletzung i.S.v. Art. 122 aStGB herbeigeführt wird (ROTH/BERKEMEIER, 
a.a.o., N 19 zu Art. 123). So kann praktisch jeder Gegenstand von einiger 
Robustheit, Festigkeit und Härte in einer tätlichen Auseinandersetzung gefährlich 
werden, wenn er eben in gefährlicher Weise eingesetzt wird (ROTH/BERKEMEIER, 
a.a.o., N 21 zu Art. 123).

Subjektiv ist Vorsatz gefordert, wobei Eve