# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7b1cd5eb-6bd7-51ee-b195-44febf005056
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-10-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.10.2010 E-7502/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-7502-2010_2010-10-27.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-7502/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 7 .  O k t o b e r  2 0 1 0

Einzelrichter Kurt Gysi, 
mit Zustimmung von Richter Daniele Cattaneo;
Gerichtsschreiberin Barbara Balmelli.

A._______,
Sri Lanka, 
p.A. Schweizerische Botschaft Colombo, Sri Lanka,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Einreisebewilligung und Asylgesuch aus dem Ausland; 
Verfügung des BFM vom 27. August 2010 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-7502/2010

Sachverhalt:

A.
Mit  englischsprachiger  Eingabe  vom  19.  Juli  2005  an  die  Schwei-
zerische Botschaft in Colombo suchte der Beschwerdeführer um Asyl 
in der Schweiz nach.  Mit Verfügung vom 17. Mai 2006 bewilligte das 
BFM  dem Beschwerdeführer  die  Einreise  in  die  Schweiz  nicht  und 
lehnte  das  Asylgesuch  ab. Mangels  Anfechtung  erwuchs  diese  Ver-
fügung in Rechtskraft.

B.
Mit  englischsprachiger  Eingabe  vom  21.  November  2009  an  die 
Schweizerische  Botschaft  in  Colombo  suchte  der  Beschwerdeführer 
erneut um Asyl in der Schweiz nach.

Zur  Begründung  führte  der  Beschwerdeführer  aus,  er  stamme  ur-
sprünglich  aus  B._______  und  lebe  gegenwärtig  in  C._______. 
Zwischen 2006 und 2009 habe er  intensive und destruktive Kämpfe 
miterlebt. Im Frühling 2009 sei seine Schwiegermutter getötet worden. 
Vom 16. Mai 2009 bis 4. November 2009 sei er wegen des Verdachts 
der  Unterstützung  der  Liberation  Tigers  of  Tamil  Eelam  (LTTE)  in-
haftiert  gewesen. Er sei  nur Dank der Bezahlung einer hohen Geld-
summe wieder freigelassen worden.

Als  Beweismittel  reichte  der  Beschwerdeführer  -  jeweils  in  Kopie  - 
seine  Temporary  ID  Card sowie  diejenigen seiner  Ehefrau  und eine 
Family Ration Card vom 13. November 2009 zu den Akten. 

C.
Mit  Schreiben  vom 2.  Februar  2010  forderte  die  Botschaft  den  Be-
schwerdeführer  -  sofern  er  am  Gesuch  festhalte  -  auf,  seine  Vor-
bringen detailliert und unter Beilage von Beweismitteln darzulegen.

D.
Innert der angesetzten Frist reichte der Beschwerdeführer am 1. März 
2010 sein Antwortschreiben ein. Darin führte er aus, zwischen 1996 
und  2000  sei  er  als  D._______  mit  vier  Assistenten  unterwegs  ge-
wesen.  Er  sei  in  der  Öffentlichkeit  wie  auch  beim  Kader  der  LTTE 
bekannt geworden und habe auch E._______ (...) zukommen lassen. 
Vom  16.  Mai  2009  bis  6.  November  2009  sei  er  im  Camp  von 

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F._______  festgehalten  worden  und  nur  Dank  der  Bezahlung  von 
Geldern wieder freigekommen.

E.
Am 8. April  2010  unterbreitete  die  Botschaft  dem Beschwerdeführer 
weitere  detaillierte  Fragen.  Im  Antwortschreiben  vom  3.  Mai  2010 
führte  der  Beschwerdeführer  aus,  er  habe  als  D._______  für  das 
G._______ gearbeitet. Von 2007 bis anfangs des Jahres 2009 habe er 
als H._______ für die LTTE gearbeitet. 

F.
Am  2.  Juli  2010  hörte  die  Botschaft  den  Beschwerdeführer  zu  den 
Asylgründen an. Dabei machte der Beschwerdeführer geltend, er sei 
von 1996 bis 2000 als D._______ für die LTTE tätig gewesen. Er habe 
(...)  weitergeleitet.  Vom 23. September  2000 bis  April  2002 habe  er 
sich in Indien in einem Camp aufgehalten. Nach seiner Rückkehr habe 
er  sechs  Monate  in  Colombo  gelebt.  Anschliessend  sei  er  nach 
C._______ gezogen. Von 2008 bis 2009 habe er als H._______ für die 
LTTE gearbeitet. Er habe (...). Im Mai 2009 sei er im Zusammenhang 
mit  dem Krieg  aus seiner  Wohnregion  vertrieben  und ins  I._______ 
IDP gebracht worden. Dort sei er im September 2009 von der Karuna 
Gruppe als ehemaliges Mitglied der LTTE identifiziert worden. Gegen 
Bezahlung von Geldern sei er im November 2009 wieder freigelassen 
worden. Im November 2009 sei er einmal vom  Criminal Investigation 
Department (CID) routinemässig befragt worden. Seit Dezember 2009 
lebe er in C._______.

G.
Am 2. Juli 2010 überwies die Botschaft das Dossier des Beschwerde-
führers dem BFM zur weiteren Bearbeitung und zum Entscheid.

H.
Am 6. Juli 2010 liess der Beschwerdeführer der Botschaft eine Kopie 
seines Reisepasses zukommen. Mit Schreiben vom 27. Juli 2010 teilte 
er sodann mit, dass zwei Offiziere des CID am 23. Juli 2010 von ihm 
Geld  verlangt  hätten,  damit  er  und  seine  Familie  in  Ruhe  gelassen 
würden.

I.
Mit  Verfügung  vom 27. August  2010 verweigerte  das  BFM dem Be-
schwerdeführer die Einreise in die Schweiz und lehnte das Asylgesuch 

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ab. Mit Schreiben vom 7. September 2010 leitete die Botschaft die Ver-
fügung an den Beschwerdeführer weiter.

J.
Mit englischsprachiger Eingabe vom 27. September 2010 an die Bot -
schaft beantragt der Beschwerdeführer sinngemäss die Aufhebung der 
vorinstanzlichen  Verfügung.  Die  Beschwerde  ging  am  21.  Oktober 
2010 beim Gericht ein.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungs-
gericht  Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des  Bundes-
gesetzes  vom  20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
(VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 
VGG und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts. 
Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG 
liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist  daher zuständig für 
die  Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf 
dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom 
26. Juni 1998  [AsylG,  SR 142.31];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundes-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 

1.2 Die  Beschwerde ist  nicht  in  einer  Amtssprache des Bundes ab-
gefasst und trägt zudem nicht die eigenhändige Unterschrift des Be-
schwerdeführers.  Auf  die  Ansetzung  einer  Frist  zur  Beschwerdever-
besserung im Sinne von Art. 52 VwVG kann vorliegend aus prozess-
ökonomischen  Gründen  verzichtet  werden. Die  Urheberschaft  ergibt 
sich  klar  aus  dem  Absender  der  Beschwerdeschrift  vom 
27. September  2010  (Name  und  vollständige  Adresse  der  Be-
schwerdeführerin),  verbunden  mit  der  vom Beschwerdeführer  unter-
zeichneten und mit der Beschwerdeschrift identischen Faxeingabe an 
die Botschaft  vom 5. Oktober 2010. Zudem ist die englischsprachige 
Beschwerdeeingabe  nach  erfolgter  amtlicher  Übersetzung  verständ-
lich, so dass ohne weiteres darüber befunden werden kann. Der vor -
liegende  Entscheid  ergeht  indessen  in  deutscher  Sprache  (Art.  33a 
Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG).

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1.3 Der  Beschwerdeführer  hat  am Verfahren vor  der  Vorinstanz teil -
genommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt, 
hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungs-
weise Änderung und ist daher zur Einreichung der Beschwerde legiti-
miert. Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit 
einzutreten (Art. 108 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. 37 VGG und 
Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG).

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
3.1 Über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden  wird  in  einzel-
richterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters be-
ziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art.  111  Bst. e 
AsylG). Wie  nachstehend aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um 
eine  solche,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).

3.2 Gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  wurde  vorliegend  auf  die 
Durchführung des Schriftenwechsels verzichtet.

4.
4.1 Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person an-
erkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zu-
letzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit 
zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen 
Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken (Art. 3 AsylG).

4.2 Das BFM kann  ein  im Ausland gestelltes  Asylgesuch  ablehnen, 
wenn die asylsuchenden Personen keine Verfolgung glaubhaft machen 
können  oder  ihnen  die  Aufnahme  in  einem  Drittstaat  zugemutet 
werden kann. Vorbringen sind glaubhaft  gemacht,  wenn die Behörde 
ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben 
hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vorbringen,  die  in  wesentlichen 

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Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich  sind,  den 
Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich  auf  gefälschte  oder 
verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (vgl.  Art.  3,  Art.  7  und 
Art. 52 Abs. 2 AsylG).

4.3 Gemäss  Art.  20  Abs.  2  AsylG  bewilligt  das  Bundesamt  Asyl-
suchenden die Einreise zur Abklärung des Sachverhaltes, wenn ihnen 
nicht zugemutet werden kann, im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu 
bleiben  oder  in  ein  anderes  Land  auszureisen. Gestützt  auf  Art.  20 
Abs. 3 AsylG kann das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement 
(EJPD) schweizerische Vertretungen ermächtigen, Asylsuchenden die 
Einreise zu bewilligen, die glaubhaft machen, dass eine unmittelbare 
Gefahr für Leib und Leben oder für die Freiheit aus einem Grund nach 
Art. 3 Abs. 1 AsylG bestehe.

4.4 Bei  diesem  Entscheid  gelten  für  die  Erteilung  einer  Einreise-
bewilligung  restriktive  Voraussetzungen,  wobei  den  Behörden  ein 
weiter  Ermessensspielraum zukommt.  Neben  der  erforderlichen  Ge-
fährdung  im  Sinne  von  Art.  3  AsylG  sind  namentlich  die 
Beziehungsnähe zur  Schweiz,  die  Möglichkeit  der  Schutzgewährung 
durch einen anderen Staat, die Beziehungsnähe zu anderen Staaten, 
die  praktische  Möglichkeit  und  objektive  Zumutbarkeit  zur  ander-
weitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Eingliederungs- und 
Assimilationsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen (vgl. Entscheidungen 
und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission 
[EMARK] 1997 Nr. 15 E. 2.e.- g. S. 131 ff.; die dort akzentuierte Praxis 
hat nach bloss redaktionellen Änderungen bei der letzten Totalrevision 
des Asylgesetzes nach wie vor Gültigkeit).

5.  
5.1 In der angefochtenen Verfügung wird ausgeführt, die zahlreichen 
Gewaltereignisse  in  Sri  Lanka  in  den  vergangenen  Jahren  würden 
nicht bestritten. Eine Einreise in die Schweiz könne indes nur bewilligt  
werden, wenn mit einer überwiegenden Wahrscheinlichkeit  von einer 
akuten Gefährdung bei  einem weiteren Verbleib  im Heimatland aus-
zugehen sei. Der Beschwerdeführer sei indes nicht in dieser Art und 
Weise gefährdet.

Weiter führt die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung aus, nach 
einem  Waffenstillstand  im  Jahre  2002  sei  es  im  Sommer  2006  zu 
einem  Wiederaufflammen  des  innerstaatlichen  bewaffneten  Konflikts 
zwischen  der  srilankischen  Armee  und  der  LTTE gekommen.  Unter 

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den  Kampfhandlungen  habe  insbesondere  die  Zivilbevölkerung  zu 
leiden gehabt. Verschärft worden sei die Lage dadurch, dass die LTTE 
im Frühjahr 2004 in zwei Fraktionen auseinandergefallen sei, die sich 
in  der  Folge  bekämpft  hätten.  Diesen  Machtkämpfe  seien  zwischen 
2005 und 2008 zahlreiche Menschen zum Opfer gefallen. Mittlerweise 
habe sich die Situation in Sri Lanka massgeblich verändert. Der Krieg 
zwischen der srilankischen Regierung und der separatistischen LTTE 
sei  im  Mai  2009  mit  der  Niederlage  der  LTTE zu  Ende  gegangen. 
Damit  befinde sich das ganze Land erstmals seit  1983 wieder unter 
Regierungskontrolle.  Die  Sicherheits-  und  Menschenrechtslage  sei 
zwar  noch  nicht  befriedigend  und  präsentiere  sich  regional  unter-
schiedlich.  Die  Anzahl  der  Gewaltereignisse  wie  Entführungen  und 
„Killings“ seien indes erheblich zurückgegangen. Zudem habe sich die 
Tamil  Makkal  Viduthalai  Pulikal  (TMVP)  beziehungsweise  Karuna-
Gruppe in der Zwischenzeit  als politische Partei  etabliert  und agiere 
nicht mehr als militante Gruppierung. Vor diesem Hintergrund sei eine 
aktuelle  Gefährdung  des  Beschwerdeführers  durch  die  TMVP  be-
ziehungsweise  die  Karuna-Gruppe  nahezu  auszuschliessen.  Ange-
sichts  dieser  veränderten  Lage  erscheine  das  Risiko,  dass  der  Be-
schwerdeführer,  welcher  in  C._______  offiziell  registriert  sei,  von 
Übergriffen  betroffen  sei,  ausgesprochen  gering.  Schliesslich  könne 
der Beschwerdeführer auch aus dem Umstand, dass er im Jahre 2009 
vertrieben worden und seine Schwiegermutter ums Leben gekommen 
sei  mangels  Gezieltheit  sowie  fehlender  Aktualität  nichts  zu  seinen 
Gunsten abzuleiten.

5.2 In der Rechtsmitteleingabe führt der Beschwerdeführer aus, seine 
Verbindung  zur  LTTE  sei  Folge  der  damaligen  Situation  in  seinem 
Heimatland und daher nicht freiwillig gewesen. Sodann sei er seiner-
zeit von der Karuna-Gruppe nur nach Bezahlung einer hohen Summe 
freigelassen  worden.  Im  August  2010  hätten  Offiziere  des  CID  von 
seiner  Ehefrau  eine  Geldzahlung  verlangt,  ansonsten  er  verhaftet 
werde. Sowohl  sein Vater als  auch seine Brüder  seien für  die  LTTE 
tätig  gewesen.  Sein  Vater  sei  von  der  Armee  schwer  misshandelt 
worden  und  zu  seinen  Brüdern  habe  er  als  Folge  des  Krieges  den 
Kontakt  verloren. Er selbst lebe in ständiger Angst und in Armut.

5.3  Vorweg  ist  nicht  in  Abrede  zu  stellen,  dass  die  allgemeine 
Situation  für  die  Tamilen  insbesondere  im  Norden  und  Osten  Sri 
Lankas  während  des  langjährigen  Bürgerkriegs  sehr  schwierig  war. 
Namentlich gab es eine Vielzahl von Gewaltereignissen, Entführungen 

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und „Killings“. Insoweit  ist  durchaus denkbar,  dass  der  Beschwerde-
führer  in  der  Vergangenheit  Schweres  erlebt  hat.  Überdies  ist  auch 
nicht auszuschliessen, dass er noch diesen Sommer um Schutzgeld-
zahlungen angehalten wurde. Dies ist indes gemäss seinen Angaben 
innerhalb  rund eines Jahres  nur  einmal  vorgekommen. Solchen ein-
maligen  Belästigungen  kommt  jedoch  bereits  aufgrund  ihrer 
mangelnden Intensität kein Verfolgungscharakter im Sinne von Art. 3 
AsylG zu. 

Weiter  ist  mit  dem  BFM  festzustellen,  dass  sich  die  allgemeine 
Sicherheitslage in Sri Lanka in jüngster Zeit sukzessive verbessert hat. 
Namentlich können sich die Tamilen im Land freier bewegen, wurden 
wichtige  Verbindungswege  wieder  dem  Verkehr  übergeben  und  das 
restriktive Passsystem für Aus- und Einreisen nach Jaffna abgeschafft. 
Vor  diesem  Hintergrund  und  insbesondere  aufgrund  der  Tatsache, 
dass  dem  Beschwerdeführer  abgesehen  von  der  einmaligen  Geld-
forderung nichts Nachteiliges im Sinne von Art. 3 AsylG widerfahren 
ist, ist davon auszugehen, dass er in seiner Heimatregion keine asyl-
relevanten Verfolgungsmassnahmen zu befürchten hat. Sodann genügt 
allein die Angst vor einer allfällig künftig möglichen Bedrohung nicht, 
um  auf  das  Vorliegen  einer  begründeten  Furcht  vor  künftiger  Ver-
folgung zu schliessen. 

Schliesslich vermag der Beschwerdeführer mit  dem blossen Wieder-
holen  seiner  Vorbringen  nicht  substanziiert  darzutun,  inwiefern  das 
BFM zu  Unrecht  geschlossen  habe,  er  sei  nicht  schutzbedürftig  im 
Sinne des Asylgesetzes, und es sei ihm deshalb die Einreise zu be-
willigen. Um Wiederholungen zu vermeiden,  kann vollumfänglich  auf 
die  zutreffenden  Erwägungen  in  der  angefochtenen  Verfügung  ver-
wiesen werden.

5.4 Dem Beschwerdeführer ist es somit nicht gelungen, eine aktuelle 
und unmittelbare Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG beziehungs-
weise konkrete  Hinweise auf  eine künftige,  asylrelevante  Verfolgung 
und eine damit  einhergehende,  begründete  Verfolgungsfurcht  darzu-
tun.  Ein  weiterer  Verbleib  im  Heimatland  ist  ihm deshalb  zumutbar. 
Das BFM hat demnach dem Beschwerdeführer zu Recht die Einreise 
in die Schweiz nicht bewilligt und sein Asylgesuch abgelehnt.

6.  
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

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Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art.  106 AsylG). Die Be-
schwerde ist daher abzuweisen. 

7.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich 
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus ver-
waltungsökonomischen  Gründen  sowie  in  Anwendung  von  Art.  63 
Abs. 1  in  fine  VwVG und  Art.  2  und  6  Bst. b  des  Reglements  vom 
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) ist vorliegend jedoch auf 
die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3.
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
Schweizerische Botschaft in Colombo.

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Kurt Gysi Barbara Balmelli

Versand: 

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Zustellung an  :

- den Beschwerdeführer durch Vermittlung der Schweizerischen Bot-
schaft in Colombo (per EDA-Kurier)

- die  Schweizerische  Vertretung  in  Colombo (Ref.-Nr._______),  mit 
der  Bitte;  dem  Beschwerdeführer  das  beiliegende  Urteil  durch 
Aushändigung  des  Originals  [gegen  Empfangsbestätigung]  oder 
Zustellung per Post [Einschreiben mit Rückschein] zu eröffnen und 
dem  Gericht  anschliessend  die  Empfangsbestätigung  bzw.  den 
Rückschein zu übermitteln.

- das BFM, mit den Akten Ref.-Nr. N_______ (in Kopie)

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-
Zur Begründung führte der Beschwerdeführer aus, er stamme aus 

Myliddithurai  in  Kankesanthurai  (Jaffna).  Nach  der  militärischen 

Operation  im  Jahre  1990  habe  er  als  intern  Vertriebener  ein  un-

erträgliches  Leben  geführt,  weshalb  er  sich  schliesslich  der 

Liberation Tigers of  Tamil  Eelam (LTTE) angeschlossen habe.  Bei 

einem  Gefecht  im  Jahre  1998  habe  er  eine  schwere  Handver-

letzung erlitten und sei während zwei Jahren hospitalisiert gewesen. 

Am 23.  September  2000 habe er  sich nach Thanushkodi  (Indien) 

begeben, wo er von der „Q-Division“ inhaftiert worden sei. Während 

der Haft sei er misshandelt worden. Nach zwei Jahren sei er Dank 

der Bezahlung von Geldern durch seine Eltern freigelassen worden. 

Er  sei  nach  Sri  Lanka  zurückgekehrt  und  habe  als  Fischer  zu 

arbeiten begonnen.  Am 26. Dezember 2004 habe der Tsunami all 

ihr Hab und Gut vernichtet.

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