# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c8e1f136-72d9-5fe0-a223-bfa89691795e
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-03-16
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Einzelrichter 16.03.2010 ERZ 2010 10
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_002_ERZ-2010-10_2010-03-16.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 16. März 2010 Schriftlich mitgeteilt am:
ERZ 10 10

Verfügung
I. Zivilkammer

Vorsitz Michael Dürst
Redaktion Aktuarin Thöny

In der Zivilsache

des X., Gesuchsteller, vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Rita Marugg, Gelbes 
Haus, 7220 Schiers, 

gegen

Y., Gesuchsgegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Hans-Martin 
Allemann, Alexanderstrasse 8, 7002 Chur, 

betreffend vorsorgliche Massnahmen,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. X., geboren am 5. November 1957, und Y., geboren am 7. März 1965, 
heirateten am 10. August 1990 vor dem Zivilstandsamt A.. Aus dieser Ehe ging 
der Sohn B., geboren am 26. Juli 1992, hervor. 

B. Am 9. März 2005 liess X. beim Kreispräsidenten Maienfeld als Vermittler 
die Ehescheidungsklage instanzieren. Nach einer anfänglichen Sistierung des 
Verfahrens fand am 27. Oktober 2005 die Sühneverhandlung statt, worauf die 
Parteien eine Teil-Konvention mit einem gemeinsamen Scheidungsantrag 
unterzeichneten. In der Folge wurde das Verfahren zur weiteren Erledigung an 
den Bezirksgerichtspräsidenten Landquart überwiesen. Weil sich die Parteien über 
die Regelung der Nebenfolgen nicht einigen konnten, wurde die Forstsetzung des 
Verfahrens beantragt. Nach Durchführung des Schriftenwechsels wurde die 
Hauptverhandlung schliesslich auf den 24. Januar 2007 angesetzt. Wenige Tage 
vor diesem Termin liess Y. erklären, dass sie ihren Scheidungsantrag 
zurückziehe. Daraufhin schrieb der Bezirksgerichtspräsident Landquart mit 
Verfügung vom 30. April 2007 das Verfahren infolge Widerrufs des 
Scheidungsantrags ab. Diese Abschreibungsverfügung erwuchs unangefochten in 
Rechtskraft. 

C. Mit Eingabe vom 24. Januar 2007 liess Y. beim Bezirksgerichtspräsidenten 
Landquart ein Gesuch um Erlass vorsorglicher Massnahmen gemäss Art. 137 
Abs. 2 ZGB respektive für den Fall der Abschreibung des 
Ehescheidungsverfahrens um Erlass eheschutzrichterlicher Massnahmen 
einreichen. Darin beantragte sie unter anderem die alleinige Obhut über den Sohn 
B. unter Einräumung eines Besuchsrechts nach richterlichem Ermessen, die 
Verpflichtung von X., rückwirkend seit dem 1. Januar 2007 einen monatlichen 
Unterhaltsbeitrag für sie und den gemeinsamen Sohn B. in Höhe von Fr. 4'548.-- 
zuzüglich Kinderzulagen zu leisten sowie die Verpflichtung des Gesuchsgegners 
zur Bezahlung der ausstehenden Krankenkassenprämien in Höhe von Fr. 
1'113.50. Mit Eingabe vom 13. März 2007 ergänzte Y. das Rechtsbegehren, 
indem sie eine rückwirkende Unterhaltsverpflichtung von X. seit dem 24. Januar 
2006, unter Berücksichtigung bereits erbrachter Leistungen, beantragte.

D. In seiner Vernehmlassung vom 12. Februar 2007 erklärte sich X. mit der 
Obhutszuteilung und der Regelung des persönlichen Verkehrs nach richterlichem 
Ermessen einverstanden. Zudem erklärte er sich bereit, an den Unterhalt des 
Sohnes B. monatlich Fr. 850.-- zuzüglich Kinderzulagen sowie an Y. für die Zeit 

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bis 30. Juni 2007 Fr. 1'100.--, für die Zeit ab 1. Juli 2007 bis 31. Dezember 2007 
Fr. 950.-- und für die Zeit ab 1. Januar 2008 bis 31. Juli 2008 Fr. 600.-- zu 
bezahlen. Des Weiteren ersuchte er um Anordnung der Gütertrennung. Im 
Übrigen sei das Gesuch abzuweisen.

E. Nach Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung erkannte der 
Bezirksgerichtspräsident Landquart als Eheschutzrichter am 31. Mai 2007 wie 
folgt:

„1. Es wird gerichtlich davon Vormerk genommen, dass sich die Parteien 
im Verlaufe des Monats Dezember 2005 getrennt haben und seither 
zum Getrenntleben berechtigt sind.

2. Der aus der Ehe der Parteien hervorgegangene Sohn B., geboren am 
26. Juli 1992, wird der Mutter zur Pflege und Erziehung zugewiesen 
und unter ihre Obhut gestellt. 

3. Dem Vater wird das Recht eingeräumt, seinen Sohn B. jeweilen am 
ersten Wochenende eines Monats von Samstag 12.00 bis Sonntag 
20.00 Uhr zu sich auf Besuch nehmen zu dürfen und während 
insgesamt zwei Wochen pro Jahr gemeinsame Ferien verbringen zu 
können. Die Ausübung des Besuchsrechts ist einen Monat vorher 
schriftlich mitzuteilen. 

Die vorstehende Regelung gilt als Minimallösung für den Fall, dass die 
Parteien in beidseitigem Einvernehmen und unter Beachtung des 
Kindeswohls keine anderen Besuchs- und Ferienzeiten festlegen.

4. X. wird gerichtlich verpflichtet, an den Unterhalt der Ehefrau Y. und 
des Sohnes B. einen monatlich pränumerando je auf den Ersten 
fälligen Beitrag von Fr. 2'422.-- zu bezahlen, worin die gesetzlichen 
und/oder vertraglichen Kinderzulagen bereits enthalten sind. 

Der Beginn der Unterhaltsbeitragspflicht wird auf den 1. Januar 2007 
festgesetzt. 

5. Es wird die Gütertrennung mit Wirkung ab 1. Januar 2007 angeordnet.

6. Im Übrigen wird das Gesuch von Y. abgewiesen (Bezahlung von 
ausstehenden Krankenkassenprämien).

7. Die Kosten des Verfahrens vor Bezirksgerichtspräsidium Landquart, 
bestehend aus:

- einer Gerichtsgebühr von Fr. 1'455.00
- einer Schreibgebühr von Fr.    424.00
- Barauslagen von Fr.    149.00
Total Fr. 2'028.00

werden Y. auferlegt. Weil ihr die Bewilligung zur unentgeltlichen 
Prozessführung erteilt wird mit der Gemeinde A. als Kostenträgerin, 
sind die Verfahrenskosten unter Vorbehalt des Rückforderungsrechts 
gemäss Art. 45 Abs. 2 ZPO bei der Gemeinde A. in Rechnung zu 
stellen.

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Die Gesuchstellerin wird gerichtlich verpflichtet, dem Gesuchsgegner 
eine ausseramtliche Entschädigung von Fr. 2'000.-- zu bezahlen 
bezüglich 7.6% Mehrwertsteuer.

8. (Mitteilung).“

Auf einen gegen diese Verfügung von Y. erhobenen Rekurs trat der 
Kantonsgerichtsvizepräsident am 7. September 2007 nicht ein. 

F. Am 7. Januar 2008 instanzierte X. beim Kreispräsidenten Maienfeld eine 
zweite Ehescheidungsklage. Darin stellte er den Antrag, vorläufig noch keine 
Sühneverhandlung anzusetzen, weil eine einvernehmliche Regelung angestrebt 
werde. Am 12./14. März 2008 unterzeichneten die Parteien sodann eine Teil-
Vereinbarung über die Scheidungsfolgen, in welcher sich die Parteien neben 
einem gemeinsamen Scheidungsantrag auch über die Obhut über den Sohn B. 
und die Ausgestaltung des Besuchs- und Ferienrechts einigten. Die übrigen 
Punkte, namentlich die Kindesunterhaltsbeiträge und deren Indexierung, die 
nachehelichen Unterhaltsansprüche der Ehefrau und deren Indexierung, die 
Zuteilung der allfälligen BVG-Austrittsleistung, die güterrechtliche Aus-
einandersetzung sowie die Anwalts- und Gerichtskosten unterbreiteten die 
Parteien dem Bezirksgericht Landquart zur Beurteilung. Mit Verfügung vom 28. 
Februar 2008 überwies der Kreispräsident Maienfeld die Sache zur weiteren 
Erledigung an den Bezirksgerichtspräsidenten Landquart. Nach Durchführung des 
Schriftenwechsels sowie einer mündlichen Hauptverhandlung erliess das 
Bezirksgericht Landquart am 19. November 2009 ein Scheidungsurteil, welches 
Gegenstand des beim Kantonsgericht von Graubünden hängigen 
Berufungsverfahrens (ZK1 10 10) bildet.

G. Mit dem erwähnten Urteil hat das Bezirksgericht Landquart die Ehe der 
Parteien geschieden (Ziff. 1), die Obhut und das elterliche Sorgerecht für den 
Sohn B. der Mutter übertragen (Ziff. 2), das Besuchsrecht geregelt (Ziff. 3), X. 
verpflichtet, an den Unterhalt von B. einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von Fr. 
850.-- zuzüglich Kinderzulagen zu bezahlen (Ziff. 4), ihn des Weiteren verpflichtet, 
an den Unterhalt von Y. bis zum 31. Dezember 2011 einen nachehelichen 
Unterhaltsbeitrag von monatlich Fr. 1'000.-- zu bezahlen (Ziff. 5), die 
güterrechtliche Auseinandersetzung und die Aufteilung der BVG-Austrittsleistung 
vorgenommen (Ziff, 6 und 7) und die Teil-Vereinbarung über die Scheidungsfolgen 
gerichtlich genehmigt (Ziff. 8). Unter anderem gegen die Festlegung des 
Kindesunterhalts sowie des nachehelichen Unterhalts liess Y. am 18. Januar 2010 
Berufung erklären und beantragte darin die Zusprechung eines höheren 
nachehelichen Unterhaltsbeitrags.

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H. Mit Gesuch vom 26. Januar 2010 liess X. beim Kantonsgericht von 
Graubünden ein Gesuch um Abänderung der eheschutzrichterlichen Massnahmen 
beziehungsweise um Erlass vorsorglicher Massnahmen im 
Ehescheidungsverfahren stellen mit folgendem Rechtsbegehren:

„1. Es sei die Ziffer 4 Abs. 1 des Dispositivs der Eheschutzverfügung des 
Bezirksgerichtspräsidiums Landquart vom 31. Mai 2007 in Sachen der 
Parteien (Proz.Nr. 130-2007-8) wie folgt abzuändern: X. sei zu 
verpflichten, ab Datum der Gesucheinreichung für die Dauer des 
Scheidungsverfahrens an den Sohn B. einen monatlichen 
Unterhaltsbeitrag von Fr. 850.00 und an Y. einen solchen von Fr. 
1'000.00 zu leisten.

2. Es sei festzustellen, dass X. die Wohnkosten von Y. und von B. nicht 
zusätzlich zum Unterhaltsbeitrag gemäss vorstehender Ziffer 1 
bezahlen muss. 

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten von Y..“

Mit Vernehmlassung vom 18. Februar 2010 liess Y. die Nichteintretung auf das 
Gesuch, eventualiter dessen Abweisung, unter Kosten- und Entschädigungsfolge 
zu Lasten des Gesuchstellers beantragen. Gleichzeitig stellte Y. auch ein Gesuch 
um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege, welches mit Verfügung vom 16. 
März 2010 (ERZ 10 42) gutgeheissen wurde. 

II. Erwägungen

1. Die Gesuchsgegnerin hat das im Ehescheidungsverfahren der beiden 
Parteien ergangene Urteil des Bezirksgerichts Landquart vom 19. November 
2009, mitgeteilt am 14. Dezember 2009, mittels Berufung angefochten. Im 
Berufungsverfahren vor Kantonsgericht ist die Kammervorsitzende zum Erlass 
vorsorglicher Massnahmen nach Art. 137 ZGB zuständig (Art. 223 ZPO in 
Verbindung mit Art. 52 Abs. 2 ZPO sowie Art. 9 Abs.1 GOG in Verbindung mit Art. 
8 Abs. 2 und Art. 15 lit. b KGV). 

2. Y. beantragt, es sei auf das Gesuch von X. nicht einzutreten. Zur 
Begründung macht sie geltend, die vorsorglichen Massnahmen würden während 
der ganzen Dauer des Verfahrens, einschliesslich des Rechtsmittelverfahrens, 
ihre Wirkung entfalten. Sie blieben bestehen, auch wenn der Scheidungspunkt in 
Rechtskraft erwachsen sei. Der Streitpunkt und hauptsächliche Grund für die 
Einleitung der Berufung bestehe in Bezug auf die Unterhaltspflichten des 
Ehemanns und die güterrechtliche Auseinandersetzung. Demzufolge habe das 
Kantonsgericht im Berufungsverfahren über die Unterhaltspflichten des 
Ehemannes zu entscheiden. Es könne in einem Gesuch um Erlass von 

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vorsorglichen Massnahmen nicht über das Bestehen von nachehelichen 
Unterhaltspflichten geurteilt werden, denn dies würde auf eine Prognose über den 
Ausgang des Hauptverfahrens hinauslaufen. Aus diesen Gründen sei auf das 
Gesuch um Erlass vorsorglicher Massnahmen wegen offensichtlicher 
Unbegründetheit nicht einzutreten, zumal sich die Verhältnisse seit dem Erlass der 
vorsorglichen Massnahmen durch die Vorinstanz nicht massgeblich verändert 
hätten. 

a) Anordnungen, die das Eheschutzgericht vor Eintritt der Rechtshängigkeit 
der Scheidung getroffen hat, bleiben während des Scheidungsverfahrens in Kraft, 
solange sie nicht durch vorsorgliche Massnahmen im Sinne von Art. 137 Abs. 2 
ZGB abgeändert werden (BGE 129 III 61). Mit anderen Worten fallen 
Eheschutzmassnahmen mit der Einleitung des Scheidungsverfahrens nicht dahin, 
sondern treten an Stelle der vorsorglichen Massnahmen und behalten als solche 
ihre Wirkung während der ganzen Dauer des Verfahrens, auch wenn die Ehe 
aufgelöst ist, aber das Verfahren über die Scheidungsfolgen noch andauert. In 
letzterem Fall dauern bereits angeordnete Massnahmen bis zum rechtskräftigen 
Entscheid über die betreffenden Punkte im Hauptverfahren fort. Dies muss im 
ursprünglichen Entscheid weder ausdrücklich vorgesehen werden, noch müssen 
Massnahmen nach Eintritt der Rechtskraft im Scheidungspunkt neu angeordnet 
werden, es sei denn, es lägen die Voraussetzungen für die Abänderung der 
Massnahmen vor (5P.121/202 Erw. 3.1). Letzteres ist grundsätzlich dann der Fall, 
wenn sich die Verhältnisse dauernd und wesentlich verändert haben oder wenn 
das Gericht bei Erlass der Massnahme wesentliche Tatsachen nicht gekannt oder 
wenn es die Verhältnisse unzutreffend gewürdigt hat. (Urs Gloor, Basler 
Kommentar zum ZGB I, 3. Auflage, Basel 2006, N. 15 zu Art. 127 ZGB). Damit 
stellt sich die Frage, ob die Rechtskraft der Scheidung eine solche wesentliche 
Veränderung der Verhältnisse darstellt, welche die Abänderung der im 
erstinstanzlichen Verfahren erlassenen vorsorglichen Massnahmen rechtfertigt. 

b) Zu dieser Frage hat das Kantonsgerichtspräsidium Graubünden schon in 
seiner Praxis zum alten Scheidungsrecht festgestellt, dass mit der rechtskräftigen 
Scheidung der Ehe zwar die eheliche Unterhaltspflicht erlösche, gemäss Lehre 
und Rechtsprechung aber von Bundesrechts wegen in jenen Bereichen, die noch 
Gegenstand eines Weiterzugsverfahrens sind, gewährleistet werden müsse, dass 
zu allen strittigen Punkten vorsorgliche Massnahmen verlangt und angeordnet 
werden könnten. Art. 145 ZGB bilde in solchen Fällen weiterhin Grundlage, um 
den einen Gatten vorsorglich zu Rentenzahlungen an den anderen zu verpflichten; 
allerdings nicht mehr in Erfüllung der ehelichen Unterhaltspflicht nach Art. 163 

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ZGB, sondern in Verwirklichung des in den Art. 151 und 152 ZGB konkretisierten 
Gedankens der nachehelichen Solidarität. Im vorinstanzlichen Verfahren 
angeordnete Massnahmen würden daher auch im Weiterzugsverfahren ihre 
Gültigkeit behalten, den Interessen des pflichtigen Gatten sei jedoch dadurch 
Rechnung zu tragen, dass er nach der Rechtskraft der Scheidung grundsätzlich 
berechtigt sei, unter diesem Gesichtspunkt in einem allfälligen Berufungsverfahren 
eine Neuüberprüfung seiner Unterhaltsverpflichtung durch das 
Kantonsgerichtspräsidium zu erwirken. Aussicht auf Erfolg werde er mit einem 
derartigen Begehren vor allem dann haben, wenn die Vorinstanz einen 
Unterhaltsanspruch nach Art. 151 bzw. 152 ZGB verneint oder wesentlich tiefere 
Beträge zugesprochen habe, als dies der Massnahmerichter getan hatte, und 
wenn gleichzeitig angenommen werden dürfe, dass das angefochtene Urteil in 
diesem Punkt mit grosser Wahrscheinlichkeit der Überprüfung durch die 
Berufungsinstanz standhalten werde (PKG 1995 Nr. 50). Unter dem neuen 
Scheidungsrecht hat das Kantonsgerichtspräsidium unter Hinweis darauf, dass 
der vorsorglich zugesprochene Unterhaltsbeitrag bei Vorliegen der Teilrechtskraft 
im Scheidungspunkt nunmehr nicht mehr auf der ehelichen Unterhaltspflicht 
gemäss Art. 163 ZGB, sondern auf der nachehelichen Unterhaltspflicht gemäss 
Art. 125 ZGB beruhe und sich auch nach den Kriterien der genannten 
Bestimmung richte, an dieser Praxis festgehalten (PZ 06 205). Diese steht denn 
auch im Einklang mit der Rechtsprechung des Bundesgerichts. Dasselbe hat zwar 
im bereits zitierten Entscheid 5P.121/2002 dafür gehalten, dass die Rechtskraft 
des Scheidungspunktes alleine keine Änderung der tatsächlichen Verhältnisse 
bedeute und eine solche nur dann vorläge, wenn sich die wirtschaftlichen 
Faktoren auf der Einkommens- oder Ausgabenseite verändert hätten. Aus 
mehreren Entscheiden geht indessen auch hervor, dass mit zunehmender Dauer 
eines Scheidungsverfahrens die Eigenversorgungskapazität des Unterhalt 
fordernden Ehegatten stärker zu gewichten ist. So sind in Fällen, in welchen eine 
Wiederaufnahme des gemeinsamen Haushaltes nicht mehr ernsthaft zu erwarten 
ist, bei der Beurteilung des Unterhalts und insbesondere bei der Frage der 
Wiederaufnahme oder Ausdehnung der Erwerbstätigkeit eines Ehegatten schon 
im Eheschutzverfahren und – in noch stärkerem Ausmass – bei vorsorglichen 
Massnahmen im Scheidungsverfahren die für den nachehelichen Unterhalt 
geltenden Kriterien miteinzubeziehen (BGE 128 II 65 Erw. 4a und 130 III 537 Erw. 
3.2). Erst recht auf die bundesgerichtlichen Richtlinien zum Scheidungsunterhalt 
abzustellen ist sodann in Fällen, in denen das erstinstanzliche Urteil im 
Scheidungspunkt in Rechtskraft erwachsen ist (5P.105/2006). Letzteres ergibt sich 
schon daraus, dass der Unterhaltsbeitrag bei Vorliegen der Teilrechtskraft des 

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Scheidungsurteils eben nicht mehr nach Art. 163 ZGB, sondern direkt auf Art. 125 
ZGB basiert (Marcel Leuenberger, in: FamKomm Scheidung, Bern 2005, N 14 zu 
Art. 137 ZGB). Die Rechtskraft des Scheidungspunktes beinhaltet daher insofern 
immer auch eine Änderung der tatsächlichen Verhältnisse, als die 
Eigenversorgungskapazität ab diesem Zeitpunkt verstärkt und in unmittelbarer 
Anwendung der Kriterien von Art. 125 ZGB zu berücksichtigen ist und dies zur 
Anrechenbarkeit eines hypothetischen Einkommens führt. Der Einwand der 
Gesuchsgegnerin, wonach die Rechtskraft des Scheidungspunktes von vornherein 
keinen Abänderungsgrund darstelle, erweist sich damit als nicht stichhaltig.

c) Dass die Rechtskraft des Scheidungspunktes einen Grund für die 
Abänderung bestehender vorsorglicher Massnahmen darstellen kann, bedeutet 
allerdings nicht, dass die Massnahmeverfügung sogleich dem (erstinstanzlichen) 
Haupturteil folgen müsste. Vielmehr hat der Massnahmerichter - entsprechend 
dem Sinn des vorsorglichen Rechtsschutzes – im Rahmen einer Prognose 
abzuklären, ob und in welcher Höhe ein nachehelicher Unterhaltsanspruch 
höchstwahrscheinlich begründet erscheint. Diese Prognose ist aufgrund eines 
Vergleichs des eingelegten Rechtsmittels mit dem angefochtenen 
erstinstanzlichen Urteil zu fällen (5P.105/2006 Erw. 3.2 und 5P.245/2000 Erw. 2a). 
Entsprechend ist in einem Abänderungsverfahren auch gemäss der zuvor zitierten 
Praxis des Kantonsgerichtspräsidiums zu prüfen, ob das angefochtene Urteil 
höchstwahrscheinlich Bestand haben wird. Unter diesen Umständen kann der 
Auffassung der Gesuchsgegnerin, dass der Massnahmerichter nicht zu prüfen 
habe, ob nacheheliche Leistungen zu erbringen seien, da dies auf eine Prognose 
über den Ausgang des Hauptverfahrens hinausliefe, nicht gefolgt werden. 
Vielmehr ist im Rahmen der Hauptsachenprognose eine gewisse Vorwegnahme 
des Entscheids in der Hauptsache unumgänglich und gehört eben gerade zu den 
Aufgaben des Massnahmerichters. Daran vermag auch der summarische 
Charakter des Massnahmeverfahrens nichts zu ändern. Zwar besteht im Rahmen 
vorsorglicher Massnahmen kein Anspruch darauf, dass die tatsächlichen 
finanziellen Verhältnisse umfassend abgeklärt werden; auch wenn damit 
umfangreiche Beweisabnahmen unterbleiben müssen, ist anhand der rasch 
greifbaren Beweismittel nach pflichtgemässem Ermessen aber dennoch über die 
Frage der Möglichkeit und Zumutbarkeit einer Erwerbstätigkeit zu entscheiden 
(5P.388/203 Erw. 2.1; Leuenberger, a.a.O., N 55 zu Art. 137). Dabei ist zu 
beachten, dass Tatsachenbehauptungen im Massnahmeverfahren lediglich 
glaubhaft gemacht werden müssen. In Bezug auf die Frage der 
Eigenversorgungskapazität muss daher nicht die volle Überzeugung des Gerichts 

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herbeigeführt werden, dass ein Erwerbseinkommen erzielt werden kann, sondern 
es genügt, wenn dafür eine gewisse Wahrscheinlichkeit spricht, auch wenn das 
Gericht noch mit der Möglichkeit rechnet, dass es sich anders verhalten könnte 
(5P.388/2003 Erw. 2.2.1). Eine besondere Zurückhaltung bei der Annahme eines 
hypothetischen Einkommen ist dabei nicht angebracht, zumal im Falle, dass die 
Eigenversorgungskapazität im Hauptverfahren anders beurteilt werden sollte, 
immer noch die Möglichkeit besteht, den Beginn der nachehelichen Beitragspflicht 
(mit höheren Unterhaltsbeiträgen als im Massnahmeverfahren) gestützt auf 
Art. 126 ZGB auf den Zeitpunkt des Eintritts der Teilrechtskraft des 
Scheidungspunktes festzusetzen (BGE 128 III 121 Erw. 3b). Dem 
unterhaltsberechtigten Ehegatten erwächst daher aus der allfälligen Annahme 
eines zu hohen hypothetischen Einkommens kein nicht wiedergutzumachender 
Nachteil.

3.a) Steht fest, dass der Gesuchsteller mit Eintritt der Rechtskraft des 
Scheidungsurteils eine Abänderung der bestehenden Eheschutzverfügung 
verlangen kann, ist nachfolgend zu prüfen, ob das vorinstanzliche Urteil in den hier 
interessierenden Punkten mit grosser Wahrscheinlichkeit einer Überprüfung durch 
die Berufungsinstanz standhalten wird. Dies betrifft zum einen die Frage, ob die 
Vorinstanz in Bezug auf die Gesuchsgegnerin zu Recht die Aufnahme einer 
Vollzeittätigkeit für zumutbar erachtet und ihr für eine erste Phase von zwei Jahren 
ein hypothetisches Einkommen von netto Fr. 2'500.-- angerechnet hat und zum 
anderen die Frage, ob die vorinstanzliche Unterhaltsberechnung (nachehelicher 
Unterhalt und Kindesunterhalt) auch im Berufungsverfahren voraussichtlich 
Bestand haben wird.

b) Was die Frage des hypothetischen Einkommens betrifft, hat die Vorinstanz 
festgehalten, dass die heute 44-jährige Gesuchsgegnerin nach eigenen Angaben 
nicht mehr unter gesundheitlichen Beeinträchtigungen leidet, welche ihre 
Erwerbsfähigkeit einschränken würden. Auch ein Antrag auf Zusprechung einer 
IV-Rente sei abgelehnt worden. Zum Zeitpunkt der Klageinstanzierung im Jahre 
2005 sei die Gesuchsgegnerin gut 40 Jahre alt gewesen. Spätestens zu diesem 
Zeitpunkt habe sie gewusst, dass sie sich im Hinblick auf die Scheidung 
Gedanken über ihre Zukunft machen musste. Im Alter von 40 Jahren und einem 
Kind von damals immerhin schon 13 Jahren hätte ihr nach der üblichen 
Gerichtspraxis zudem eine Teilzeitbeschäftigung zugemutet werden können, 
zumal die gesundheitlichen Probleme erst gegen Ende des Jahres 2006 
aktenkundig aufgetaucht seien. Aus diesen Gründen könne sich die 
Gesuchsgegnerin trotz lebensprägender Ehe nicht auf den Standpunkt stellen, mit 

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44 Jahre und ohne eigentliche Ausbildung könne ihr keine Erwerbstätigkeit mehr 
zugemutet werden. Ausgehend von einem Minimallohn von Fr. 3'500.--, den heute 
auch eine ungelernte Arbeitskraft erzielen könne, könne sie heute, entsprechende 
Stellenbemühungen vorausgesetzt, mit einer Teilzeitbeschäftigung der 
allgemeinen Erfahrung nach mindestens ein Einkommen von Fr. 2'500.-- pro 
Monat erzielen. Vor dem Hintergrund der Kriterien von Art. 125 ZGB sei ihr nach 
der langen Ehe ohne Berufstätigkeit aber immerhin eine Übergangsfrist  zu 
gewähren, innert derer sie sich auf die völlige finanzielle Autonomie vorbereiten 
könne. Unter Würdigung der gesamten Umstände erachtete die Vorinstanz dabei 
eine Dauer von rund zwei Jahren bis zum 31. Dezember 2011 als angemessen, 
um eine Vollzeitbeschäftigung aufzubauen und eventuell auch eine berufliche Aus- 
oder Weiterbildung zu absolvieren. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde ihr ein 
Anspruch auf Ausrichtung von nachehelichem Unterhalt in Höhe des 
Differenzbetrages zwischen dem schon heute von ihr erzielbaren Einkommen von 
Fr. 2'500.-- und dem ab 1. Januar 2012 erzielbaren Einkommen von Fr. 3'500.--, 
somit von Fr. 1'000.-- zugesprochen.

c) Die Einwände der Gesuchsgegnerin gegen diese Beurteilung der 
Vorinstanz vermögen nicht zu überzeugen. Soweit sie sich grundsätzlich gegen 
die Massgeblichkeit der von der Vorinstanz angewendeten Kriterien des Art. 125 
ZGB im Massnahmeverfahren wehrt und eine Vorwegnahme des Entscheids in 
der Hauptsache für unzulässig erachtet, kann auf das zuvor Gesagte verwiesen 
werden. Ebenso wenig hilft der Gesuchsgegnerin der Einwand, während der 18 
Jahre dauernden Ehe habe eine traditionelle Aufgabenteilung stattgefunden, bei 
der sie sich um den Haushalt und das Kind gekümmert habe, während der 
Gesuchsteller stets im Berufsleben habe stehen und seine Karriere habe 
vorantreiben können. Die Ehegatten leben nunmehr bereits seit 2005 getrennt, so 
dass die während des Zusammenlebens praktizierte Rollenverteilung nicht mehr in 
gleichem Masse nachwirkt. Kommt hinzu, dass bereits im März 2005 erstmalig ein 
Scheidungsverfahren anhängig gemacht wurde, woraus hervorgeht, dass bereits 
zu diesem Zeitpunkt keine Aussicht auf eine Wiedervereinigung mehr bestand. 
Bereits in diesem ersten Scheidungsverfahren verlangte der Ehemann von der 
Gesuchsgegnerin die Aufnahme einer Teilzeiterwerbstätigkeit. Da der 
gemeinsame Sohn B. damals bereits 14-jährig war und dementsprechend keiner 
umfassende Betreuung durch die Mutter mehr bedurfte, musste sich Y. schon ab 
diesem Zeitpunkt mit dem Wiedereinstieg ins Berufsleben auseinandersetzen. In 
der Folge traten bei ihr jedoch erhebliche gesundheitliche Beschwerden auf, 
welche zu einer vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit führten, was im Rahmen der 

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eheschutzrichterlichen Massnahmen auch berücksichtigt wurde. Heute sind diese 
Probleme jedoch vollständig weggefallen und die Gesuchsgegnerin ist aus 
gesundheitlicher Sicht wieder zu 100 Prozent erwerbsfähig. Der Sohn B. steht 
heute kurz vor der Mündigkeit und absolviert seit dem 1. August 2009 eine Lehre, 
womit auch kaum mehr Betreuungspflichten bestehen, welche der Aufnahme einer 
Vollzeittätigkeit entgegenstehen könnten. Damit ist den Ausführungen der 
Vorinstanz mit grösster Wahrscheinlichkeit zumindest soweit beizupflichten, als 
grundsätzlich die Aufnahme einer Vollzeittätigkeit - unter Einräumung einer 
angemessenen Umstellungszeit - im vorliegenden Fall als zumutbar erscheint. 
Zwar hat die Gesuchsgegnerin keine abgeschlossene Berufsausbildung, jedoch 
hat sie eine Lehre zur Psychiatrieschwester (ohne Abschluss) absolviert, weshalb 
es ihr mit diesen Kenntnissen auch möglich sein sollte, im Pflegebereich eine 
entsprechende Anstellung zu finden oder aber ihre bisherige Tätigkeit im 
Reinigungssektor auszubauen. Unter diesen Voraussetzungen sollte auch ein 
Einkommen von netto Fr. 2'500.-- erzielbar sein. Zusammenfassend lässt sich 
festhalten, dass die Vorinstanz die für die Beurteilung der Zumutbarkeit einer 
Erwerbstätigkeit massgeblichen Kriterien mit grösster Wahrscheinlichkeit 
zutreffend gewürdigt und der Gesuchsgegnerin in einer ersten Phase 
voraussichtlich zu Recht ein Einkommen von Fr. 2'500.-- pro Monat angerechnet 
hat. Im vorliegenden Massnahmeverfahren kann sich damit höchstens noch die 
Frage stellen, ob die Anrechnung dieses hypothetischen Einkommens ab sofort 
beziehungsweise wie vom Gesuchsteller beantragt gar rückwirkend auf den 
Zeitpunkt der Gesuchseinreichung erfolgen darf oder der Gesuchsgegnerin noch 
eine gewisse Übergangsfrist zur Aufnahme beziehungsweise Ausdehnung ihrer 
Erwerbstätigkeit zuzubilligen ist. 

d) Letzteres ist aufgrund der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu dieser 
Frage zu bejahen. Von Ausnahmefällen abgesehen wirken 
Abänderungsentscheide nur für die Zukunft, das heisst vom Zeitpunkt seiner 
formellen Rechtskraft an. Frühere Massnahmen können daher in der Regel nicht 
rückwirkend aufgehoben oder modifiziert werden. Besondere Probleme ergeben 
sich zudem, wenn von einer Partei die Umstellung ihrer Lebensverhältnisse 
verlangt wird, wie dies etwa beim Umzug in eine billigere Wohnung oder bei der 
Aufnahme einer Erwerbstätigkeit der Fall ist. Diesfalls ist dem Betroffenen eine 
angemessene Frist zur Umstellung einzuräumen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
5P.388/2003 vom 7. Januar 2004, E. 1). Welche Frist als angemessen zu 
betrachten ist, beurteilt sich unter anderem danach, inwieweit die geforderte 
Umstellung voraussehbar war. Entsprechend hat das Bundesgericht in einem Fall, 

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wo die Parteien seit drei Jahren getrennt gelebt hatten und sich der Ehemann seit 
der Instanzierung des Scheidungsverfahrens auf den Standpunkt gestellt hatte, 
dass der Ehefrau eine ganztägige Erwerbstätigkeit zumutbar sei, eine bloss 
zweimonatige Umstellungsfrist geschützt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
5P.418/2001 vom 7. März 2002, E. 5). Im vorliegenden Fall leben die Parteien seit 
rund fünf Jahren getrennt und der Ehemann hat bereits im ersten 
Scheidungsverfahren, welches am 9. März 2005 anhängig gemacht wurde, 
verlangt, dass seine Ehefrau eine Teilzeiterwerbstätigkeit aufnehme. Die 
Zumutbarkeit einer solchen Tätigkeit wurde zwar im Rahmen des 
Eheschutzverfahrens wegen der Krankheit der Gesuchsgegnerin verneint. Mit 
ihrer Genesung und dem ablehnenden Entscheid der IV musste sich die 
Gesuchsgegnerin jedoch im Klaren darüber sein, dass sie unter den gegebenen 
Umständen und bei 100%iger Arbeitsfähigkeit um eine Aufnahme einer 
Erwerbstätigkeit nicht herumkommen würde. Spätestens aber seit der Zustellung 
des Urteils in der Hauptsache musste ihr klar gewesen sein, dass sie sich um eine 
entsprechende Anstellung im dort festgelegten Umfang bemühen sollte, zumal sie 
trotz Anfechtung des vorinstanzlichen Urteils nicht ohne weiteres damit rechnen 
durfte, dass ihre Berufung in diesem Punkt geschützt würde. Unter diesen 
Umständen erscheint es vorliegend als gerechtfertigt, der Gesuchsgegnerin 
ebenfalls nur eine zweimonatige Umstellungsfrist (nach Mitteilung des 
Massnahmeentscheids) einzuräumen und ihr folglich ab 1. Juni 2010 ein 
hypothetisches Einkommen von Fr. 2'500.-- anzurechnen. 

4. Zu prüfen bleibt, ob auch die von der Vorinstanz vorgenommene 
Unterhaltsberechnung in Bezug auf den nachehelichen Unterhalt und den 
Kindesunterhalt einer Überprüfung im Berufungsverfahren voraussichtlich 
standhalten wird.

a) Was den nachehelichen Unterhalt betrifft, ist zunächst festzuhalten, dass 
die Vorinstanz grundsätzlich methodisch korrekt vorgegangen ist und eine 
Bemessung anhand des letzten gemeinsam gelebten Lebensstandards unter 
Einbezug der scheidungsbedingten Mehrkosten und einer Altersvorsorge 
vorgenommen hat. Dabei ist sie bei der Gesuchsgegnerin von einem monatlichen 
Bedarf von gerundet Fr. 3'500.-- ausgegangen, welcher sich aus dem 
praxisgemässen Grundbetrag von Fr. 1'350.--, angemessenen Wohnkosten von 
Fr. 1'200.--, Krankenkassenprämien ohne Zusatz Halbprivat von Fr. 300.--, den zu 
erwartenden Steuern von Fr. 200.-- sowie Fr. 500.-- für Vorsorge und Erhaltung 
des ehelichen Lebensstandards zusammensetzte. Im Ergebnis nahm die 
Vorinstanz damit einen gebührenden Unterhalt an, welcher um Fr. 500.-- über 

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dem familienrechtlichen Grundbedarf liegt. Im Berufungsverfahren wird zwar noch 
näher zu prüfen sein, ob dabei dem letzten gemeinsam gelebten Lebensstandard 
und dem Vorsorgebedarf - in Anbetracht des Fehlens einer teilbaren 2. Säule - 
genügend Beachtung geschenkt wurde. Müsste dies verneint werden, wäre 
gegebenenfalls mit Wirkung ab Rechtskraft des Scheidungspunktes ein höherer 
nachehelicher Unterhaltsbeitrag zuzusprechen. Für das vorliegende 
Massnahmeverfahren genügt jedoch die Feststellung, dass der Gesuchsgegnerin 
von der Vorinstanz ein höherer Bedarf zugestanden wurde als in der nach wie vor 
geltenden Eheschutzverfügung vom 31. Mai 2007, wo sich der Unterhalt für Frau 
und Sohn mangels eines Einkommensüberschusses auf den Grundbedarf 
beschränkte. Mit dem gemäss der vorstehenden Erwägung anrechenbaren 
eigenen Einkommen von Fr. 2'500.-- zuzüglich des vom Gesuchsteller 
zugestandenen monatlichen Unterhaltsbeitrags von Fr. 1'000.-- wird Y. daher in 
der Lage sein, ihre aktuellen Lebenskosten zu decken. Demzufolge besteht auch 
keine Notwendigkeit, die Verpflichtung des Gesuchstellers zu darüber 
hinausgehenden vorsorglichen Unterhaltsleistungen aufrechtzuerhalten. Dies 
umso mehr, als für den Fall, dass im Hauptverfahren höhere Unterhaltsbeiträge 
zusprechen wären, wie bereits erwähnt die Möglichkeit besteht, den Beginn der 
nachehelichen Beitragspflicht gestützt auf Art. 126 ZGB auf den Zeitpunkt des 
Eintritts der Teilrechtskraft des Scheidungspunktes festzusetzen. Dies gilt 
unabhängig davon, ob für die Zeit nach Eintritt der Teilrechtskraft schon gestützt 
auf einen Massnahmeentscheid eine Unterhaltspflicht besteht, was das 
Bundesgericht unter der Geltung des alten Scheidungsrechts ausdrücklich 
festgehalten hat.

b) Bei der Berechnung des Kindesunterhalts für B. ging die Vorinstanz für 
dessen gesamte Lehrzeit von einem Bedarf in Höhe von Fr. 1'700.-- aus, wobei 
sie für Wohnkosten den Betrag von Fr. 800.-- einsetzte. Dazu führte sie aus, dass 
B. zurzeit noch bei seiner Mutter wohne beziehungsweise auch nach Vollendung 
des 18. Lebensjahrs noch dort wohnen könnte, weshalb nur der erwähnte Betrag 
und nicht der höhere Betrag für alleinstehende Erwachsene zu berücksichtigen 
sei. Nach der Festlegung des Bedarfs prüfte die Vorinstanz des Weiteren, 
inwieweit es für B. zumutbar sei, seinen Unterhalt aus eigenem 
Erwerbseinkommen zu bestreiten. Dabei ging sie von einem über die gesamte 
Lehrzeit durchschnittlichen Einkommen von Fr. 1'000.-- aus. Davon rechnete sie 
Fr. 800.-- als eigener Beitrag an die Deckung der Lebenskosten an. Angesichts 
der beschränkten Leistungsfähigkeit des Vaters erachtete die Vorinstanz 
schliesslich einen Unterhaltsbeitrag des Gesuchstellers an seinen Sohn in Höhe 

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von Fr. 850.-- als angemessen. Mit der Berufung wird in erster Linie die 
Anrechnung des Lehrlingslohns im dargelegten Umfang angefochten. Ob eine 
solche Anrechnung, die immerhin 80% des durchschnittlichen Lehrlingslohns 
ausmacht, im vorliegenden Fall als zumutbar erscheint, wird im 
Berufungsverfahren - unter Einbezug der tatsächlichen Leistungsfähigkeit des 
Vaters - vertieft zu prüfen sein. Für das vorliegende Massnahmeverfahren genügt 
dagegen wiederum die Feststellung, dass B. weiterhin zusammen mit der Mutter 
in der vormals ehelichen Liegenschaft wohnt, weshalb es sich auch rechtfertigt, 
ihm vorläufig lediglich einen Wohnkostenanteil von Fr. 400.-- und nicht die von der 
Vorinstanz angenommenen Wohnkosten für ein Zimmer, eine WG oder eine 
Unterkunft im Lehrlingsheim in Höhe von Fr. 800.-- anzurechnen. Damit reduziert 
sich sein Grundbedarf um Fr. 400.-- auf Fr. 1'310.--. Mit dem vom Gesuchsteller 
zugestandenen Unterhaltsbeitrag von Fr. 850.-- hat B. somit nur noch rund Fr. 
460.-- aus seinem Lehrlingslohn aufzuwenden, um seine Lebenshaltungskosten 
zu decken. Dies entspricht in etwa 62% des aktuellen Nettolohns von 
schätzungsweise Fr. 740.--, was im Rahmen des in der Praxis als zumutbar 
erachteten eigenen Beitrags des Kindes liegt (vgl. hierzu Wullschleger, FamKomm 
Scheidung, Bern 2005, N. 52 zu Art. 285). 

c) Zusammenfassend ergibt sich, dass die bis anhin geltende 
Eheschutzverfügung des Bezirksgerichtspräsidenten Landquart vom 31. Mai 2007 
aufgrund der seither eingetretenen Änderungen der tatsächlichen Verhältnisse mit 
Wirkung ab 1. Juni 2010 dahingehend abzuändern ist, dass der Gesuchsteller für 
die Dauer des Berufungsverfahrens zu verpflichten ist, jeweils monatlich im 
Voraus an den Unterhalt der Gesuchsgegnerin einen Betrag von Fr. 1'000.-- und 
an den Unterhalt des Sohnes B. einen Betrag von Fr. 850.-- zu bezahlen. Solange 
die Gesuchsgegnerin und der Sohn in der vormals ehelichen Wohnung verbleiben, 
kann der in der Bedarfsrechnung berücksichtigte Mietwert von Fr. 1'400.-- 
(Wohnkostenanteil der Gesuchsgegnerin Fr. 1'000.--; Wohnkostenanteil des 
Sohnes Fr. 400.--) an die Unterhaltsbeiträge angerechnet werden, so dass für den 
Gesuchsteller für diese Zeit keine Unterhaltspflicht gegenüber der Y. besteht und 
sich der Unterhaltsbeitrag für B. auf Fr. 450.-- reduziert. Ergänzend sei an dieser 
Stelle schliesslich nochmals darauf hingewiesen, dass im Hauptverfahren die 
Zusprechung einer höheren nachehelichen Unterhaltspflicht rückwirkend auf den 
Zeitpunkt der Rechtskraft des Scheidungspunktes möglich bleibt, sei dies, weil die 
Eigenversorgungskapazität der Gesuchsgegnerin in geringerem Umfang bejaht 
oder der gebührende Unterhalt (beispielsweise aufgrund eines höheren 
Vorsorgebedarfs) höher angesetzt werden sollte.

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5.a) Bei diesem Ausgang rechtfertigt es sich, die Kosten des Verfahrens der 
Gesuchsgegnerin aufzuerlegen. Diese hat den Gesuchsteller zudem für das 
Massnahmeverfahren ausseramtlich für seine Aufwendungen zu entschädigen. 
Dabei erscheint ein Betrag von Fr. 1'500.-- einschliesslich Mehrwertsteuer als 
angemessen. 

b) Der Gesuchsgegnerin wurde mit separater Verfügung am 16. März 2010 zu 
Lasten der Gemeinde A. die unentgeltliche Rechtspflege für das 
Berufungsverfahren (unter Einschluss der verschiedenen Nebenverfahren) 
bewilligt (ERZ 10 42). Die amtlichen Kosten des vorliegenden Verfahrens sowie 
die Kosten für den Rechtsbeistand werden daher unter dem Vorbehalt der 
Rückforderung nach Art. 45 Abs. 2 ZPO der Gemeinde A. in Rechnung gestellt. 
Der Rechtsvertreter von Y. hat der Vorsitzenden der I. Zivilkammer nach 
Abschluss des Hauptverfahrens eine detaillierte und tarifgemässe Honorarnote 
einzureichen, damit die Honorarfestsetzung im Sinne von Art. 47 Abs. 4 ZPO 
erfolgen kann. Bei Nichteinhaltung dieser Frist wird der Aufwand nach 
pflichtgemässem Ermessen festgesetzt.

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III. Demnach wird erkannt

1. Das Gesuch wird gutgeheissen und X. in Abänderung der 
Eheschutzverfügung des Bezirksgerichtspräsidenten Landquart vom 
31. Mai 2007 verpflichtet, ab 1. Juni 2010 für die weitere Dauer des 
Scheidungsverfahrens folgende monatlich im Voraus auf den Ersten fällige 
Unterhaltsbeiträge zu bezahlen:

 an den Unterhalt von Y. Fr. 1'000.--;
 an den Unterhalt des Sohnes B. von Fr. 850.--.

Solange Y. und B. in der X. gehörenden Wohnung verbleiben, besteht 
gegenüber Y. keine Unterhaltspflicht und der Unterhaltsbeitrag für B. 
reduziert sich auf Fr. 450.--.

2.a) Die Kosten dieses Verfahrens, bestehend aus einer Gerichtsgebühr von 
Fr. 1'000.-- und einer Schreibgebühr von Fr. 272.--, total somit Fr. 1'272.--, 
gehen zu Lasten der Gesuchsgegnerin, die den Gesuchsteller überdies für 
das vorliegende Verfahren mit Fr. 1'500.-- einschliesslich Mehrwertsteuer 
ausseramtlich zu entschädigen hat. 

b) Die Y. auferlegten amtlichen Kosten dieses Verfahrens sowie die in diesem 
Verfahren angefallenen Kosten ihrer Rechtsvertretung werden der 
Gemeinde A. in Rechnung gestellt. 

c) Im Übrigen gilt die Verfügung betreffend unentgeltliche Rechtspflege vom 
16. März 2010 (ERZ 10 42). Insbesondere bleibt die Rückforderung der 
geleisteten Kostenhilfe durch die Gemeinde A. im Sinne von Art. 45 Abs. 2 
ZPO vorbehalten. 

3. Gegen diese Verfügung kann gemäss Art. 237 ZPO Beschwerde bei der 
I. Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden geführt werden. Die 
Beschwerde ist innert 20 Tagen schriftlich unter Beilage der angefochtenen 
Verfügung einzureichen. 

4. Mitteilung an: