# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ce0ee88c-c239-5bd6-a018-7708477afe9e
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-19
**Language:** de
**Title:** Zug Obergericht Beschwerdeabteilung 19.12.2022 BA 2022 39
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Obergericht/ZG_OG_003_BA-2022-39_2022-12-19.pdf

## Full Text

20221205_162518_ANOM.docx

II. Beschwerdeabteilung
Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs

BA 2022 39

Oberrichter lic.iur. St. Scherer, Abteilungspräsident
Oberrichter lic.iur. M. Siegwart
Oberrichter Dr.iur. A. Sidler
Gerichtsschreiberin lic.iur. D. Huber Stüdli

Urteil vom 19. Dezember 2022 [rechtskräftig]

in Sachen

A.________,
Beschwerdeführer,

gegen

Konkursamt Zug, 
Beschwerdegegner,

betreffend

Rechtsverzögerung

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Sachverhalt

1. Mit Entscheid vom 23. Oktober 2018 eröffnete der Einzelrichter am Kantonsgericht Zug den 
Konkurs über die B.________ AG. Mit der Durchführung des Konkurses wurde das 
Konkursamt Zug betraut. Am 30. Oktober 2018 wurde das summarische Verfahren 
angeordnet. 

2. Am 9. November 2018 wurde der Schuldenruf im Schweizerischen Handelsamtsblatt und im 
Amtsblatt des Kantons Zug publiziert. Daraufhin meldeten 40 Gläubiger insgesamt 45 
Forderungen an. A.________ (nachfolgend: Beschwerdeführer) machte ein Guthaben aus 
dem Arbeitsverhältnis in Höhe von CHF 56'295.75 geltend. 

3. Mit Zirkularschreiben vom 16. Juli 2021 bot das Konkursamt den Gläubigern die 
anfechtbaren Rechtsansprüche zur Abtretung gemäss Art. 260 SchKG an.  

4. Mit Eingabe vom 24. November 2021 liess der Beschwerdeführer bei der II. 
Beschwerdeabteilung des Obergerichts des Kantons Zug als Aufsichtsbehörde über 
Schuldbetreibung und Konkurs Rechtsverzögerungsbeschwerde gegen das Konkursamt 
einreichen. Er beantragte, es sei die Rechtsverzögerung festzustellen. Zudem sei das 
Konkursamt anzuweisen, das Konkursverfahren bevorzugt zu behandeln und 
abzuschliessen. Weiter sei das Konkursamt anzuweisen, die Publikation betreffend Auflage 
des Kollokationsplanes und des Inventars im Schweizerischen Handelsamtsblatt und im 
Amtsblatt des Kantons Zug innert eines Monats vorzunehmen. Mit Urteil vom 26. Januar 
2022 wies das Obergericht Zug das Konkursamt Zug an, die Erstellung und Auflage des 
Kollokationsplanes und des Inventars bis 30. Juni 2022 vorzunehmen (Verfahren BA 2021 
42). 

5. Am tt. Juni 2022 wurde die Auflage des Kollokationsplanes und des Inventars im 
Schweizerischen Handelsamtsblatt und im Amtsblatt des Kantons Zug publiziert.  

6. Mit Eingabe vom 7. November 2022 reichte der Beschwerdeführer bei der II. 
Beschwerdeabteilung des Obergerichts eine weitere Rechtsverzögerungsbeschwerde ein. 
Sinngemäss beantragte er, das Konkursverfahren sei zwingend noch im Jahre 2022 
abzuschliessen. 

7. In der Beschwerdeantwort vom 10. November 2022 beantragte das Konkursamt die 
Abweisung der Beschwerde. 

Erwägungen

1. Der Beschwerdeführer macht geltend, das Konkursamt habe die gesetzlich 
vorgeschriebenen Fristen nicht respektiert und die Anweisung im Urteil des Obergerichts 
vom 26. Januar 2022, das Verfahren bis zum 30. Juni 2022 abzuschliessen, nicht 
eingehalten. Das Konkursverfahren sei jetzt nach vier Jahren endlich und umgehend 
abzuschliessen. Eine Verzögerung von mehr als zwei Jahren könne für einen so einfachen 
Fall nicht akzeptiert werden und lasse jegliche Professionalität vermissen. Er fordere das 

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Obergericht noch einmal auf, in dieser Sache zu intervenieren. Ein umgehender Abschluss 
des Verfahrens sei für die Geschädigten von existenzieller Dringlichkeit. Ein formeller 
"Erlass" des Obergerichts solle eine Verschleppung des Verfahrens durch das Konkursamt 
umgehend beenden und die Einhaltung der Vorgaben durchsetzen. Ein Abschluss des 
Verfahrens noch im Jahre 2022 sei zwingend (vgl. act. 1). 

2. Das Konkursamt hält dem entgegen, das Obergericht habe im Urteil vom 26. Januar 2022 
das Konkursamt angewiesen, die Erstellung und Auflage des Kollokationsplanes und des 
Inventars bis 30. Juni 2022 vorzunehmen. Dieser Anweisung sei das Konkursamt mit 
Publikation der Auflage am tt. Juni 2022 nachgekommen. Eine Anweisung, wann das 
Verfahren abgeschlossen sein solle, finde sich im besagten Urteil nicht. Eine Beschwerde 
wegen Rechtsverzögerung dürfe nicht dazu führen, dass andere, ältere Verfahren noch 
länger liegen bleiben würden, weil das Konkursverfahren, welches zur Beschwerde geführt 
habe, bevorzugt behandelt werde. Dem Obergericht sei bekannt, dass das Konkursamt seit 
Jahren mit einer sehr hohen Arbeitslast konfrontiert sei. Infolge Einführung eines neuen 
Auflösungsgrundes in Art. 731b Abs. 1 Ziff. 5 OR sowie dem Wegfall der flankierenden 
Covid-Massnahmen sei die Anzahl der Konkursfälle im Vergleich zum Vorjahr nochmals 
gestiegen. Bis weitere personelle Ressourcen zugesprochen würden, bleibe nichts anderes 
übrig, als bei neu eröffneten Konkursfällen umgehend die Aktiven zu sichern und zu 
verwerten sowie die entsprechenden Befragungen durchzuführen, jedoch sämtliche weiteren 
Handlungen bei allen Konkursverfahren primär nach Alterspriorität vorzunehmen. Eine 
bevorzugte Bearbeitung des vorliegenden Konkursverfahrens, bei welchem "nur" noch 
zeitintensive Abschlussarbeiten anstehen würden, sei daher nicht angemessen. Der 
Beschwerdeführer erhalte seine Konkursdividende etwas später als von ihm gewünscht. 
Weitere Nachteile würden dadurch aber nicht entstehen (vgl. act. 3). 

3. Eine Rechtsverzögerung liegt vor, wenn ein Zwangsvollstreckungsorgan die Vollziehung 
einer ihm obliegenden – von Amtes wegen vorzunehmenden oder vom Beschwerdeführer 
ordnungsgemäss verlangten – Amtshandlung nicht innerhalb der vom Gesetz vorgesehenen 
oder durch die Umstände gebotenen Frist vornimmt. Die Betreibungs- und Konkursämter 
sind gehalten, ihre Arbeit so zu organisieren, dass die einzelnen Handlungen innert 
angemessener Frist vorgenommen werden und die Verfahren insgesamt eine als noch 
zulässig erachtete Dauer nicht überschreiten. Die Angemessenheit muss einzelfallweise im 
Hinblick auf die Natur und den Umfang des Gegenstandes und nach der Gesamtheit der 
übrigen Umstände beurteilt werden (Cometta/Möckli, Basler Kommentar, 3. A. 2021, Art. 17 
SchKG N 31 f.; vgl. auch Maier/Vagnato, in: Kren Kostkiewicz/Vock [Hrsg.], Kommentar zum 
Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, 4. A. 2017, Art. 17 SchKG N 25). 

Art. 270 SchKG bestimmt, dass das Konkursverfahren innert einem Jahr nach der Eröffnung 
des Konkurses durchgeführt sein soll (Abs. 1). Diese Frist kann nötigenfalls durch die 
Aufsichtsbehörde verlängert werden (Abs. 2). Die Frist für die Durchführung des Konkurses 
ist blosse Ordnungsvorschrift. Mehrfache Verlängerung ist möglich (vgl. Näf, in: Hunkeler 
[Hrsg.], Kurzkommentar SchKG, 2. A. 2014, Art. 270 SchKG N 1 f. mit Hinweis auf BGE 107 
III 3 und BGE 119 III 1). Das Konkursamt hat jedoch die Pflicht, seine Aufgabe innerhalb 
einer angemessenen Zeit zu erfüllen. Insbesondere die Gläubiger haben Anspruch darauf, 
dass das Konkursverfahren ohne unnötige Verzögerung durchgeführt wird. Handelt es sich 
wie vorliegend um einen Konkurs, in dem Lohnforderungen geltend gemacht werden, so 

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sprechen auch sozialpolitische Überlegungen dafür, dass die Gläubiger möglichst rasch zu 
ihrem Geld kommen. Letztlich sind die Kantone verpflichtet, ihren Bürgern eine 
ordnungsgemässe Rechtspflege zu gewährleisten, wozu auch das Betreibungs- und 
Konkurswesen gehört (vgl. Entscheid der Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und 
Konkurs des Kantons Basel-Landschaft 200 10 735/LIA vom 13. Juli 2010 E. 2.2). Die 
bevorzugte Behandlung eines Konkursverfahrens darf indes nicht zur Folge haben, dass 
andere, möglicherweise noch ältere Verfahren länger liegen bleiben. Das wäre mit dem 
Gebot rechtsgleicher Behandlung nicht vereinbar. Es ist Aufgabe des Regierungsrates als 
administrative Aufsichtsbehörde, geeignete Massnahmen zu treffen und auf die Behebung 
eines personellen Missstandes beim Konkursamt unmittelbar einzuwirken (vgl. Entscheid der 
Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs des Kantons Basel-Landschaft 200 10 
735/LIA vom 13. Juli 2010 E. 2.3).

4. Das Konkursamt ist der Anweisung des Obergerichts des Kantons Zug im Urteil vom 26. 
Januar 2022 gefolgt und hat im Konkursverfahren über die B.________ AG die Auflage des 
Kollokationsplanes und des Inventars am tt. Juni 2022 publiziert (vgl. www.shab.ch). Eine 
Anweisung, wann das besagte Konkursverfahren abgeschlossen sein soll, hat das 
Obergericht nicht erteilt. Insofern kann dem Konkursamt nicht vorgeworfen werden, die 
Anweisung im Urteil des Obergerichts Zug vom 26. Januar 2022 nicht eingehalten zu haben. 

5. Insgesamt sind seit der Eröffnung des Konkursverfahrens über die B.________ AG mehr als 
vier Jahre vergangen und die Frist für die Durchführung des Konkurses wurde bereits 
mehrmals verlängert. Diese Verfahrensdauer ist für ein eher einfaches Konkursverfahren 
deutlich zu lang. Als Gründe für die Verzögerung nennt das Konkursamt die seit Jahren 
bestehende sehr hohe Arbeitslast, der Anstieg der Konkursfälle im laufenden Jahr (wegen 
der Einführung eines neuen Auflösungsgrundes in Art. 731b Abs. 1 Ziff. 5 OR und dem 
Wegfall der flankierenden Covid-Massnahmen) und das Fehlen genügender personeller 
Ressourcen. Aufgrund seiner Aufsichtstätigkeit ist dem Obergericht die seit Jahren 
bestehende hohe Arbeitslast des Konkursamtes bekannt. Weil sich die Situation im 
Konkursamt in den letzten Wochen zugespitzt hat, hat der Regierungsrat des Kantons Zug 
an der Kantonsratssitzung vom 27. Oktober 2022 zusätzliche 500 Stellenprozente für das 
Handelsregister- und Konkursamt beantragt (vgl. Protokoll der Sitzung des Zuger 
Kantonsrates vom 27. Oktober 2022, S. 2892, Rz 1292, Traktandum 3.4: Budget 2023 und 
Finanzplan 2023-2026; Vorlage: 3474.3/3a-17113 Zusatzbericht und Zusatzantrag 
zusätzliche Personalstellen). Mit der beantragten Personalaufstockung sollte die hohe 
Arbeitslast des Konkursamtes wieder auf ein vernünftiges Mass gesenkt werden können. Bis 
es soweit ist, wird sich der Beschwerdeführer noch etwas gedulden müssen. Nicht 
entsprochen werden kann dem Antrag des Beschwerdeführers, es sei das besagte 
Konkursverfahren bis Ende des Jahres 2022 und damit vor allen anderen, möglicherweise 
noch älteren Verfahren, abzuschliessen. Die bevorzugte Behandlung eines 
Konkursverfahrens darf – wie vorne in E. 3 dargelegt – nicht zur Folge haben, dass andere, 
möglicherweise noch ältere Verfahren länger liegen bleiben. Indes ist das Konkursamt 
aufzufordern, das Konkursverfahren der B.________ AG innert nützlicher Frist 
abzuschliessen (vgl. BGE 119 III 1 E. 2; BGE 107 III 3 E. 2). 

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6. Nach dem Gesagten muss eine Rechtsverzögerung bejaht werden. Das Konkursamt ist 
aufzufordern, das Konkursverfahren der B.________ AG innert nützlicher Frist 
abzuschliessen.

7. Das Verfahren vor der Aufsichtsbehörde ist, von hier nicht interessierenden Ausnahmen 
abgesehen, kostenlos und es werden keine Entschädigungen zugesprochen (Art. 20a Abs. 2 
Ziff. 5 SchKG; Art. 62 Abs. 2 GebV SchKG).

Urteilsspruch

1. In Gutheissung der Beschwerde wird das Konkursamt aufgefordert, das Konkursverfahren 
der B.________ AG innert nützlicher Frist abzuschliessen.

2. Es werden keine Kosten erhoben. 

3. Gegen diesen Entscheid ist die Beschwerde in Zivilsachen nach den Art. 72 ff. des 
Bundesgerichtsgesetzes (BGG) zulässig; die Beschwerdegründe richten sich nach den Art. 
95 ff. BGG. Eine allfällige Beschwerde ist innert 10 Tagen seit Zustellung des Entscheids 
schriftlich begründet und mit bestimmten Anträgen sowie unter Beilage des Entscheids und 
der Beweismittel (vgl. Art. 42 BGG) beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 
14, einzureichen. Die Beschwerde hat nach Art. 103 Abs. 1 BGG in der Regel keine 
aufschiebende Wirkung.

4 Mitteilung an:
- Beschwerdeführer
- Konkursamt Zug

Obergericht des Kantons Zug 
II. Beschwerdeabteilung
Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs

lic.iur. St. Scherer lic.iur. D. Huber Stüdli
Abteilungspräsident Gerichtsschreiberin

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