# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 77c5e0ba-2b78-550b-9ffe-eabbf36941a9
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-22
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 22.01.2021 IV 2019/12
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_IV-2019-12_2021-01-22.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2019/12

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 19.08.2021

Entscheiddatum: 22.01.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 22.01.2021
Art. 16 und 17 ATSG, Art. 4, 7, 8, 28 und 28a IVG, Art. 26, 88a und 88bis IVV 
Beweiswert eines bidisziplinären Gutachtens; keine Frühinvalidität, wenn die 
versicherte Person eine passende Ausbildung im üblichen Rahmen hätte 
abschliessen können. Prozentvergleich, nachdem das Valideneinkommen 
nicht genau bestimmt werden kann und die versicherte Person seit Eintritt 
der Invalidität nicht in einem ihr zumutbaren Ausmass einer 
leidensangepassten Arbeitstätigkeit nachgeht. Kein Tabellenlohnabzug, 
wenn die gesundheitlichen Einschränkungen bereits bei der gutachterlichen 
Festlegung der Arbeitsfähigkeit berücksichtigt wurden (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 22. Januar 2021, IV 
2019/12).

Entscheid vom 22. Januar 2021

Besetzung

Versicherungsrichterinnen Michaela Machleidt Lehmann (Vorsitz), Karin Huber-

Studerus und Corinne Schambeck; Gerichtsschreiberin Felicia Sterren

Geschäftsnr.

IV 2019/12

Parteien

A.___

Beschwerdeführerin,

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vertreten durch Rechtsanwältin Silvana Ebneter, M.A. HSG in Law, Amparo Anwälte 

und Notare, Neugasse 26, Postfach 148, 9001 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente (Erhöhung)

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich am 17. Juni 2013 bei der IV-Stelle wegen psychischer 

Probleme zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 1). Mit Bericht vom 4. Juli 2013 

stellte ihr Hausarzt Dr. med. B.___, Allgemeine Medizin / Tropenmedizin FMH, gestützt 

auf den Bericht über das Indikationsgespräch des Psychiatrischen Zentrums C.___ 

vom 6. Juni 2013 folgende Diagnosen: ADHS, Verdacht auf Borderline-Störung, 

rezidivierende depressive Episoden (IV-act. 10).

A.a. 

Mit Eingliederungsplan vom 3. Juni 2014 vereinbarte die IV-Stelle mit der 

Versicherten einen Arbeitsversuch vom 3. Juni 2014 bis 2. November 2014 mit einem 

Anfangspensum von 60% als Pflegehelferin in der D.___. Ziel war die 

Wiedereingliederung in den ersten Arbeitsmarkt (IV-act. 36; vgl. auch Mitteilung 

Zusprache eines Arbeitsversuchs vom 6. August 2014, IV-act. 44).

A.b. 

Nachdem eine Steigerung des Arbeitspensums während des Arbeitsversuchs 

gescheitert war, stellte die Stiftung D.___ die Versicherte mit Arbeitsvertrag vom 

16. Oktober 2014 ab 1. November 2014 als Pflegehelferin SRK in einem 60%-Pensum 

an (IV-act. 48 und 49-7). Mit Mitteilung vom 24. Juni 2015 schloss die IV-Stelle die 

beruflichen Massnahmen ab (IV-act. 61).

A.c. 

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Mit Verfügung vom 17. Februar 2016 sprach die IV-Stelle der Versicherten vom 

1. Dezember 2013 eine halbe und ab 1. November 2014 eine Viertelsrente zu (IV-

act. 92).

A.d. 

Am 7. Februar 2017 kündigte die Stiftung D.___ das Arbeitsverhältnis mit der 

Versicherten wegen vermehrter krankheitsbedingter Absenzen per 30. April 2017 (vgl. 

IV-act. 122-8 und 122-10 f.).

A.e. 

Am 5. Mai 2017 ersuchte die Versicherte die IV-Stelle um eine Erhöhung der Rente, 

nachdem bei ihr ein Morbus Crohn diagnostiziert worden war (vgl. IV-act. 99-2 und 

100). Mit Arztbericht vom 15. November 2017 schätzte die behandelnde Psychiaterin, 

med. pract. E.___, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, die Arbeitsfähigkeit der 

Versicherten in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Pflegehelferin auf höchstens 10%, 

die Arbeitsfähigkeit in einer ideal adaptierten Tätigkeit auf höchstens 40% (IV-

act. 116-2).

A.f. 

Am 9. März 2018 beauftragte die IV-Stelle die SMAB AG Swiss Medical Dr. med. 

F.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr. med. G.___, Facharzt für 

Allgemeine Innere Medizin und Gastroenterologie, mit einer bidisziplinären 

Begutachtung der Versicherten (vgl. IV-act. 119 f.).

A.g. 

Mit Gutachten vom 8. Juni 2018 stellten die SMAB-Gutachter folgende Diagnosen 

mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom 

Borderline-Typ (ICD-10 F60.31), schädlicher Gebrauch von Cannabis (ICD-10 F12.1) 

und Morbus Crohn (ED 07/2016). Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit nannten sie eine ADHS im Erwachsenenalter (ICD-10 F90.0), eine 

rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F34.4), St.n. 

Appendektomie 2008 und eine gastroösophageale Refluxkrankheit. Die Arbeitsfähigkeit 

in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Pflegehilfe betrage 40 bis 50%. Diese Tätigkeit 

entspreche nicht dem optimalen Belastungsprofil. In einer leidensangepassten Tätigkeit 

betrage die Arbeitsfähigkeit seit Frühjahr 2016 ca. 60% (IV-act. 125-8 ff. und 125-45).

A.h. 

Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (IV-act. 129 ff.) wies die IV-Stelle das 

Gesuch um Rentenerhöhung mit Verfügung vom 29. November 2018 gestützt auf das 

SMAB-Gutachten ab. Die Versicherte habe die Ausbildung zur 

A.i. 

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B.  

Hauswirtschaftsangestellten einen Monat vor Abschluss abgebrochen, da sie sich mit 

der Mutter der Familie, bei der sie die Ausbildung absolviert habe, nicht verstanden 

habe. Sie sei als Einsatzleiterin tätig gewesen und habe später den SRK-Kurs 

absolviert. Sie habe sich daher berufliche Kenntnisse angeeignet, welche eine 

Erwerbstätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt ermöglichen würden. Nach der 

Rentenzusprache könnten jederzeit Massnahmen der Wiedereingliederung mit dem Ziel 

der Verbesserung der Erwerbsfähigkeit der Versicherten durchgeführt werden, soweit 

diese angezeigt seien (IV-act. 139).

Am 14. Dezember 2018 ersuchte die Versicherte um berufliche Massnahmen (IV-

act. 143). Am 22. Januar 2019 teilte die IV-Stelle ihr in einem formlosen Schreiben mit, 

der Grundsatz "Eingliederung vor Rente" komme im Rahmen eines erstmaligen 

Rentengesuchs zum Tragen. Vorliegend bestehe weiterhin Anspruch auf die bisherige 

Viertelsrente (IV-act. 145).

A.j. 

Gegen die Verfügung vom 29. November 2018 erhebt A.___, vertreten durch 

Rechtsanwältin Silvana Ebneter, am 14. Januar 2019 Beschwerde. Sie beantragt, die 

Verfügung sei aufzuheben und ihr seien die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen. 

Eventualiter sei die Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Unter 

Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. Mehrwertsteuer zulasten der 

Beschwerdegegnerin. Sie begründet ihre Beschwerde im Wesentlichen damit, in seiner 

Stellungnahme vom 22. September 2017 habe der RAD festgehalten, dass eine 

Morbus Crohn-Erkrankung auch bei "erfreulichem Verlauf" einen relevanten Einfluss auf 

die Arbeitsfähigkeit haben könne, insbesondere bei Co-Morbidität mit psychischen 

Gesundheitsschäden, da chronisch-entzündliche Darmerkrankungen stressgesteuert 

seien und der psychische Gesundheitszustand ohnehin schon eine niedrigere 

Stresstoleranz bedeute. Die SMAB-Gutachter hätten sich nicht zu den 

Wechselwirkungen zwischen der psychischen und der somatischen Erkrankung 

geäussert. Der psychiatrische Gutachter habe die Auswirkungen der somatischen 

Symptome des Morbus Crohn überhaupt nicht berücksichtigt. Der 

gastroenterologische Gutachter habe vermerkt, dass eine Standortbestimmung 

bezüglich der Aktivität des Morbus Crohn notwendig sei, um die Symptome und 

B.a. 

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Funktionseinbussen genau bestimmen zu können. Die Beschwerdegegnerin habe 

dennoch keine diesbezüglichen Abklärungen vorgenommen. Da die 

Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Begutachtung seit ungefähr zwölf Monaten nicht 

mehr in ärztlicher Behandlung gestanden habe, hätten auch keine medizinischen 

Unterlagen mehr vorgelegen, welche die Aktivität der Darmerkrankung dokumentiert 

hätten. Obschon die Beschwerdeführerin sich seit Mai 2018 wieder behandeln lasse, 

habe die Beschwerdegegnerin weder einen ärztlichen Bericht eingeholt noch die 

Behandlung bzw. Untersuchungen abgewartet, obwohl die Beschwerdeführerin auf die 

diskrepanten Untersuchungsergebnisse des fäkalen Calprotectin hingewiesen habe. 

Damit habe die Beschwerdegegnerin die Untersuchungsmaxime verletzt und den 

Sachverhalt unzureichend festgestellt. Die Beschwerdeführerin leide seit ihrer Kindheit 

unter psychischen Defiziten (Borderline-Persönlichkeit / ADHS). Die langandauernde 

Krankheit habe demnach im Kindes- und Jugendalter begonnen. Die 

Beschwerdeführerin sei demnach als Frühinvalide zu betrachten. Sie habe 

dementsprechend an keiner Arbeitsstelle wirklich Fuss fassen können. Das 

Haushaltslehrjahr habe sie einen Monat vor Abschluss aus gesundheitlichen Gründen 

abbrechen müssen. Beim SRK-Kurs handle es sich um einen 120 Stunden 

umfassenden Theoriekurs mit anschliessendem 12- bis 15-tägigen Praxiseinsatz. 

Aufgrund ihrer Einschränkung habe sie nie ein volles Pensum als Pflegehelferin SRK 

erreicht. Als "Einsatzleiterin" habe sie lediglich in einem 50%-Pensum im Rahmen eines 

Sozialprojekts Sozialhilfeempfänger zu deren Einsätzen chauffiert und betreut. 

Insgesamt habe sie aufgrund ihrer Invalidität keine ausreichenden beruflichen 

Kenntnisse erwerben können. Sie habe somit nicht dieselben Verdienstmöglichkeiten 

realisieren können, wie eine nicht invalide Person mit derselben Ausbildung. Das 

Valideneinkommen betrage somit gestützt auf Art. 26 der Verordnung über die 

Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) Fr. 82'000.--. Falls das Valideneinkommen 

nicht nach dieser Gesetzesbestimmung berechnet werde, könne entgegen den Aus­

führungen der Beschwerdegegnerin nicht auf den Lohn als Pflegehelferin SRK 

abgestellt werden. Die Beschwerdeführerin hätte ohne gesundheitliche 

Einschränkungen mindestens eine Lehre abgeschlossen, sodass für das 

Valideneinkommen das Niveau 2 der gemäss den vom Bundesamt für Statistik 

periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden 

könne. In diesem Fall betrage das Valideneinkommen für das Jahr 2018 Fr. 61'850.--. 

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Da die Beschwerdeführerin kein tatsächliches Einkommen auf dem ersten Arbeitsmarkt 

erziele, sei für das Invalideneinkommen auf das Niveau 1 der LSE abzustellen, wobei 

ein Tabellenlohnabzug von 25% vorzunehmen sei. Aus dem Einkommensvergleich 

resultiere ein Invaliditätsgrad von 70%. Sie habe ihre bisherige Arbeitsstelle wegen der 

neuen Morbus Crohn-Erkrankung aufgeben müssen. Dank eigenen Bemühungen 

könne sie seit November 2018 bei einer verständnisvollen Arbeitgeberin als Kiosk-

Verkäuferin einen Arbeitsversuch machen. Indem die Beschwerdegegnerin ohne 

Prüfung von beruflichen Massnahmen eine Verfügung erlassen habe, habe sie sowohl 

den Grundsatz "Eingliederung vor Rente" als auch die Untersuchungsmaxime verletzt 

(act. G1).

Mit Beschwerdeantwort vom 30. April 2019 beantragt die Beschwerdegegnerin die 

Abweisung der Beschwerde. Die Gutachter hätten eine Konsensberatung 

vorgenommen und die allfälligen gegenseitigen Auswirkungen der psychiatrischen und 

gastroenterologischen Diagnosen auf die Arbeitsfähigkeit diskutiert. Die 

Arbeitsfähigkeiten aus gastroenterologischer und psychiatrischer Beurteilung würden 

sich nicht kumulieren. Hätte Morbus Crohn Auswirkungen auf die Borderline-Krankheit 

und damit auf die Arbeitsfähigkeit, so hätte der Gutachter dies in seinem 

psychiatrischen Befund miteinfliessen lassen. Morbus Crohn sei eine Entzündung und 

somit rein somatisch zu betrachten. Die Beschwerdeführerin sei umfangreich 

untersucht worden. Allfällige Auswirkungen des Morbus Crohn auf die Psyche, 

insbesondere auf die Affektivität hätten dabei erfasst werden müssen. Die durch 

Morbus Crohn möglichen Beschwerden seien bei den Adaptionskriterien berücksichtigt 

worden. Morbus Crohn sei behandelbar, wodurch die Symptome reduziert werden 

könnten. Im Sinne der Schadenminderungspflicht könne von der Beschwerdeführerin 

erwartet werden, sich adäquat behandeln zu lassen. Die Beschwerdeführerin habe ihre 

Hauswirtschaftslehre aus invaliditätsfremden Gründen abgebrochen. Sie hätte sich 

somit berufliche Fähigkeiten aneignen können. Damit sei Art. 26 IVV nicht anwendbar. 

Ein Leidensabzug sei nicht angezeigt, da die Einschränkungen im Zumutbarkeitsprofil 

beachtet worden seien. Die Beschwerdeführerin habe sich mit ihrer neuen Arbeit selbst 

eingegliedert und eine wohlwollende Arbeitgeberin gefunden. Ausserdem sei die 

Invalidität und die Höhe der Arbeitsunfähigkeit strittig, weshalb vor einem Entscheid 

bezüglich dieser die Durchführung von weiteren beruflichen Massnahmen keinen Sinn 

B.b. 

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mache. Da jedoch gemäss Zumutbarkeitsprofil nur noch Hilfsarbeiterarbeit in Frage 

komme, stelle sich die Frage bezüglich beruflicher Massnahmen aufgrund des 

Verhältnismässigkeitsgrundsatzes nicht mehr (act. G6).

Mit Replik vom 26. Juni 2019 bringt die Beschwerdeführerin vor, Morbus Crohn 

fordere von den Betroffenen eine grosse Frustrationstoleranz, soziale Unterstützung 

und die Fähigkeit, unvorhersehbare Belastungen zu bewältigen. Die Erkrankung stelle 

einen derartigen Stressor dar, dass dieser insbesondere bei Personen mit prämorbider 

Disposition Symptome hervorrufen könne, die für eine psychische Diagnose reichen 

würden. Die Beschwerdeführerin leide an einer emotional-instabilen 

Persönlichkeitsstörung (Borderline-Störung). Seit Ausbruch des Morbus Crohn habe sie 

60 kg Gewicht verloren und die depressiven Phasen und die Selbstverletzungen seien 

häufiger geworden. Ohne ihren Hund verlasse sie die Wohnung nur in seltenen Fällen. 

Der Morbus Crohn wirke sich nicht nur auf ihren Verdauungstrakt aus, er lasse sie auch 

schneller ermüden und sie leide vermehrt an Kopf- und Rückenschmerzen sowie unter 

Gelenk- und Gliederschmerzen. Der psychiatrische SMAB-Gutachter habe die Morbus 

Crohn-Erkrankung bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht 

nicht einfliessen lassen. Die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch Dr. F.___ sei nicht 

plausibel. Daraus folge, dass ein wesentlicher Teil der Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht 

schlüssig und nachvollziehbar begründet sei. In Bezug auf den Aspekt der 

Komorbidität fordere die Rechtsprechung eine Gesamtbetrachtung der 

Wechselwirkungen und sonstigen Bezüge der psychischen Erkrankungen zu 

sämtlichen begleitenden krankheitswerten Störungen. Die pauschale Behauptung der 

Gutachter, die Teilarbeitsunfähigkeiten würden sich nicht addieren, werde in keiner 

Weise begründet und sei demnach nicht nachvollziehbar. Die Auswirkungen des 

Morbus Crohn seien abhängig von der Krankheitsschwere und der Krankheitsaktivität. 

Dieser Meinung sei auch Dr. G.___. Daher relativiere er seine Ausführungen im 

gastroenterologischen Teilgutachten mit "soweit beurteilbar" oder stelle lediglich "ca."-

Schätzungen auf. Offensichtlich sei eine verlässliche Einschätzung der 

Arbeitsunfähigkeit angesichts der vorhandenen Informationen für den Facharzt nicht 

möglich. Damit sei ein weiterer wesentlicher Teil der Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht 

schlüssig und detailliert begründet. Die Beschwerdeführerin befinde sich seit Mai 2018 

in gastroenterologischer Behandlung und werde von einer Ernährungsberaterin 

B.c. 

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Erwägungen

1.  

begleitet. Sie sei sich der schädlichen Auswirkung des Nikotin- und Cannabiskonsums 

auf den Verlauf der Morbus Crohn-Erkrankung bewusst. Seit Januar 2018 habe sie 

diesen daher mit Hilfe ihrer Psychologin stark reduziert. Da sie das Cannabis zur 

Linderung der Depression sowie der Borderline-bedingten Unruhezustände oder 

Ängste verwende, sei es für sie kaum zumutbar, darauf zu verzichten. Tabak- und 

Drogenmissbrauch seien häufig eine komorbide Störung bei einer Borderline-

Erkrankung. Entgegen der Argumentation der Beschwerdegegnerin habe die 

Beschwerdeführerin die Hauswirtschaftslehre aus gesundheitlichen und nicht aus 

invaliditätsfremden Gründen abgebrochen. Ihr Arbeitsversuch als Kiosk-Verkäuferin mit 

kleinem, variablem Pensum sei mittlerweile gescheitert. Von einer Selbsteingliederung 

könne deshalb keine Rede sein. Die Haltung der Beschwerdegegnerin betreffend 

berufliche Massnahmen sei nicht nachvollziehbar (act. G11).

Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G12 und act. G13).B.d. 

Nach Art.  8 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; 

SR 831.20) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte 

Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 

zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein 

Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein 

Anspruch auf eine Viertelsrente.

1.1. 

Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 

teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen 

Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die Invalidität kann Folge von 

Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit 

ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen 

Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung 

verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in 

Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die 

Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen 

der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit 

1.2. 

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2.  

liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 

ATSG).

Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte 

(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen 

könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen; Art. 16 ATSG).

1.3. 

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4).

1.4. 

Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt 

der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben die Versicherungsträger und 

das Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 

Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des 

Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten 

begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweisen).

1.5. 

Ändert sich der Invaliditätsgrad einer rentenbeziehenden Person erheblich, so wird 

die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, 

herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Anpassung der Rente 

gibt jede tatsächliche Änderung, die sich auf den Invaliditätsgrad und damit auf den 

Umfang des Anspruchs (ein Viertel, ein Zweitel, drei Viertel, ganze Rente; Art. 28 Abs. 2 

IVG) auswirkt (BGE 134 V 131 E. 3). Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen 

Änderung des Gesundheitszustandes oder der erwerblichen Auswirkungen des an sich 

gleich gebliebenen Gesundheitszustandes revidierbar. Dagegen stellt die bloss 

unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert 

gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit keinen Revisionsgrund im 

2.1. 

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3.  

Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar (Urteil des Bundesgerichts vom 12. Januar 2010, 

9C_798/2009, E. 3.1; BGE 112 V 371 E. 2b, mit weiteren Hinweisen).

Zeitlicher Ausgangspunkt für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung 

des Invaliditätsgrads ist bei der Prüfung eines Gesuchs um Erhöhung der Rente wie 

auch bei der Prüfung einer Rentenanpassung von Amtes wegen die letzte 

rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs 

mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines 

Einkommensvergleichs beruht. Relevant ist mithin die letzte anspruchsändernde 

Verfügung. Ob eine revisionsbegründende Änderung eingetreten ist, beurteilt sich also 

durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der letzten rechtskräftigen 

Verfügung bestand, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit 

rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines 

Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen 

Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht, mit demjenigen zur Zeit der streitigen 

Neubeurteilung (BGE 133 V 108 E. 4.1 und E. 5.4).

2.2. 

Eine Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit ist zu berücksichtigen, sobald sie ohne 

wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat (Art. 88a Abs. 2 Satz 1 IVV). 

Sofern die versicherte Person die Revision verlangt, erfolgt die Erhöhung der Renten 

von dem Monat an, in dem das Revisionsbegehren gestellt wurde (Art. 88  Abs. 1 lit. a 

IVV).

2.3. 

bis

Wenn ein Revisionsgrund gegeben ist, prüft die Verwaltung den Rentenanspruch in 

tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht umfassend ("allseitig"), wobei keine Bindung an 

frühere Beurteilungen besteht. Es ist nicht erforderlich, dass gerade die geänderte 

Tatsache zu einer Neufestsetzung der Invalidenrente führt; vielmehr kann sich bei der 

allseitigen Prüfung des Rentenanspruchs ergeben, dass ein anderes Anspruchselement 

zu einer Herauf-, Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrente führt (BGE 141 V 9 

E. 2.3; Urteil des Bundesgerichts vom 21. Oktober 2014, 9C_378/2014, E. 4.2, je mit 

Hinweisen).

2.4. 

Zeitlicher Ausgangspunkt für die Beurteilung der Änderung des Invaliditätsgrades 

ist vorliegend die in Rechtskraft erwachsene Verfügung vom 17. Februar 2016 (IV-

act. 92). Unstreitig hat sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit dieser 

Verfügung verändert, indem zu ihren psychischen Leiden eine somatische Erkrankung 

in Form des Morbus Crohn hinzugetreten ist. Da somit ein Revisionsgrund gegeben ist, 

3.1. 

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4.  

ist der Rentenanspruch nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung umfassend zu 

prüfen (vgl. E. 2.4 vorstehend).

Während die Beschwerdeführerin eine erhebliche Verschlechterung ihrer Arbeits­

fähigkeit geltend macht, stellt die Beschwerdegegnerin auf das SMAB-Gutachten vom 

8. Juni 2018 ab, welches im Rahmen einer allseitigen Prüfung zum Ergebnis gelangte, 

dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin bis zum Auftreten des Morbus Crohn 

in einer adaptierten Tätigkeit 80% und seit dem Frühjahr 2016 60% betragen habe (vgl. 

IV-act. 125-32 f. und 125-45).

3.2. 

Streitig und zu prüfen ist, ob das SMAB-Gutachten beweiskräftig ist. Die 

Beschwerdeführerin weist darauf hin, die RAD-Ärztin Dr. J.___ habe in ihrer 

Stellungnahme vom 22. September 2017 festgehalten, dass ein Morbus Crohn auch 

bei angenehmem Verlauf einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit haben könne, 

insbesondere bei Co-Morbidität mit psychischen Gesundheitsschäden, da chronisch-

entzündliche Darmerkrankungen stressgesteuert seien und der psychische 

Gesundheitsschaden ohnehin schon eine erniedrigte Stresstoleranz bedeute (act. G1, 

S. 6 f.).

4.1. 

Die RAD-Ärztin, welche Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie ist, hat in 

ihrer Stellungnahme vom 22. September 2017 auch festgehalten, stress-getriggert 

müsse nun nicht nur mit einer psychischen Symptomatik, sondern auch mit einer 

entzündlichen Darmerkrankung gerechnet werden. Eine noch geringere Stress-

Resilienz müsse angenommen werden, weshalb eine Tätigkeit im Pflegeberuf, welche 

schon ursprünglich als nicht leidensadaptiert eingestuft worden war (vgl. IV-act. 49-7 

und 58 f.), nicht mehr geeignet sei. In einer angepassten Tätigkeit könne eine höhere 

Arbeitsfähigkeit als vorbestehend in der Pflege möglich sein. Eindeutige, 

nachvollziehbare Angaben der Behandler würden jedoch noch nicht vorliegen (IV-

act. 108-3).

4.1.1. 

Die RAD-Ärztin hat somit lediglich auf die Möglichkeit einer Verschlechterung der 

Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit hingewiesen und auf diese Weise 

begründet, dass weitere Abklärungen notwendig seien (siehe ebenfalls IV-act. 108-3). 

Diese Abklärungen fanden in der Folge statt. Insbesondere wurde ein bidisziplinäres 

Gutachten in Auftrag gegeben. Dieses Gutachten beurteilte RAD-Ärztin J.___ in ihrer 

Stellungnahme vom 14. Juni 2018 als beweiskräftig (vgl. IV-act. 126). Aus der früheren 

4.1.2. 

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RAD-Stellungnahme vom 22. September 2017 kann somit nicht abgeleitet werden, das 

SMAB-Gutachten sei fehlerhaft.

Die Beschwerdeführerin kritisiert, die SMAB-Gutachter würden sich nicht zu den 

Wechselwirkungen zwischen der psychischen und der somatischen Erkrankung 

äussern. Der Umgang mit Morbus Crohn sei für Menschen mit psychischen 

Krankheiten belastender als für Gesunde.

4.2. 

Der psychiatrische Gutachter erachtete in seinem Fachgebiet eine 

Arbeitsfähigkeit von 80% als möglich (IV-act. 125-34). Der gastroenterologische 

Gutachter hielt für sein Fachgebiet fest, die Beschwerdeführerin sei im aktuellen 

Zustand, bei fehlender adäquater Behandlung und nachgewiesener Krankheitsaktivität, 

zu 60% arbeitsfähig. Diese Arbeitsfähigkeit könne durch eine medizinisch adäquate 

medikamentöse Therapie des Morbus Crohn relevant verbessert werden. Es bestünden 

gute Chancen auf eine deutliche Besserung der Beschwerden und die 

Therapiemöglichkeiten seien bei Weitem nicht ausgeschöpft (vgl. IV-act. 125-6 und 

125-44 ff.). Obwohl also der psychiatrische Gutachter eine Arbeitsfähigkeit von 80% 

als möglich erachtete und der gastroenterologische Gutachter eine Verbesserung der 

Arbeitsfähigkeit bei korrekter Behandlung von 60% auf einen höheren Grad als möglich 

ansah, legten die Gutachter in der Konsensbeurteilung eine Arbeitsfähigkeit in einer 

adaptierten Tätigkeit von nur 60% fest. Insofern ist die Arbeitsfähigkeitsschätzung in 

der Konsensbeurteilung so tief ausgefallen, dass die Wechselwirkung der 

verschiedenen Leiden als berücksichtigt angesehen werden kann.

4.2.1. 

Zu erwähnen sind in diesem Zusammenhang auch die Schilderungen der 

Beschwerdeführerin sowie die Untersuchungsbefunde. Die Beschwerdeführerin wirkte 

bei beiden Untersuchungen nicht schmerzgeplagt oder über das anlässlich der 

Begutachtung zu erwartende Mass angespannt. Dies, obschon sie gegenüber 

Dr. G.___ angab, unter extremen Gelenk-, Rücken- und Kopfschmerzen und je nach 

psychischem Befinden unter Nausea und Erbrechen zu leiden sowie öfters diffuse 

Bauchschmerzen zu haben. Betreffend Tagesablauf gab sie an, ihren Ehemann 

morgens häufig zum Bahnhof zu begleiten, mehrmals täglich alleine, mit einer 

Nachbarin oder mit dem Ehemann für bis zu zwei Stunden mit dem Hund spazieren zu 

gehen, den Haushalt zu machen, mit Nachbarn Tee zu trinken, einkaufen zu gehen, 

Bekannte zu besuchen, viel zu lesen, das Abendessen zuzubereiten und mit dem 

Ehemann einzunehmen und abends fernzusehen. Im Haushalt brauche sie keine Hilfe. 

Sie pflege auch über Whatsapp Kontakte. Am Wochenende würde sie mit ihrem 

Ehemann "relativ häufig" einen Ausflug machen. Während der psychiatrischen 

4.2.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 13/22

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Untersuchung waren Aufmerksamkeit, Konzentration, Orientierung, Denken, Sprache, 

Sprechen und Wahrnehmung sowie Gedächtnis und Ich-Bewusstsein der 

Beschwerdeführerin unbeeinträchtigt. Dr. F.___ beschrieb, subjektiv habe die 

Beschwerdeführerin zwar geäussert, sie sei in einer depressiven Phase, antriebslos und 

traurig, in der Untersuchungssituation habe sich das aber nicht gezeigt. Sie sei gut 

schwingungsfähig und modulierbar gewesen. Auch die von der Beschwerdeführerin 

beschriebenen positiv besetzten Alltagsaktivitäten würden deutlich gegen eine stärker 

ausgeprägte Depressivität sprechen (vgl. IV-act. 125-26 ff., 125-39 f., 125-41).

Aus diesen Angaben im Gutachten ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin zum 

Gutachtenszeitpunkt trotz des damals unbehandelten, aktiven Morbus Crohn ein 

erhebliches Aktivitätsniveau hatte. Aus der Begründung Dr. F.___s, weshalb keine 

relevante Depression vorlag, lässt sich ausserdem ersehen, dass die emotionale 

Belastung der Beschwerdeführerin verhältnismässig tief war und die Morbus Crohn-

Erkrankung sie in psychischer Hinsicht nicht wesentlich belastete. Somit waren weitere 

Äusserungen zur Wechselwirkung der psychischen und somatischen Erkrankungen 

oder eine Diskussion der Auswirkung des Morbus Crohn auf die Psyche der 

Beschwerdeführerin nicht erforderlich.

4.2.3. 

Die Beschwerdeführerin macht geltend, Dr. G.___ habe betreffend Morbus Crohn 

eine Standortbestimmung für notwendig erachtet. Die Beschwerdegegnerin habe 

deshalb die Untersuchungsmaxime verletzt, weil sie diesbezüglich keine weiteren 

Abklärungen getätigt habe. Die Beschwerdeführerin lasse sich seit Mai 2018 wieder 

behandeln.

4.3. 

Die gutachterlichen Untersuchungen fanden am 12. bzw. 17. April 2018 statt (IV-

act. 125-20 und 125-37). Die Behandlung nahm die Beschwerdeführerin erst nach den 

Gutachterterminen auf. Der Ultraschallbericht ist ebenfalls nach dem Gutachtertermin 

datiert. Die Fotos und der Bericht ihres Ehemannes wurden gar erst im 

Beschwerdeverfahren eingereicht. Auch wenn die Beschwerdeführerin die Behandlung 

vor dem Versand des Gutachtens am 8. Juni 2018 wiederaufgenommen hat, sind die 

Ausführungen im Gutachten somit korrekt. Die Wiederaufnahme der Behandlung 

schmälert den Beweiswert des Gutachtens somit nicht.

4.3.1. 

Durch eine Standortbestimmung und die Wiederaufnahme der Behandlung des 

Morbus Crohn sollte sodann gemäss der gutachterlichen Einschätzung eine Linderung 

der Symptomatik und demzufolge eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit eintreten (vgl. 

IV-act. 125-46). Eine Verschlechterung des Gesundheitszustands, welche eine 

weitergehende Invalidität bei der Beschwerdeführerin ausgelöst hätte, war hingegen 

4.3.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 14/22

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nicht zu erwarten. Dass die Beschwerdegegnerin keine weiteren Abklärungen 

diesbezüglich veranlasste, konnte sich daher nicht zu Ungunsten der 

Beschwerdeführerin auswirken und stellte keine Verletzung der Untersuchungsmaxime 

dar.

Im von der Beschwerdeführerin eingereichten und vom RAD geprüften (siehe IV-

act. 138-1) Ultraschallbericht vom 30. August 2018 wird sodann zwar ein 

Calprotectinanstieg festgehalten, aber gleichzeitig erwähnt, die Ileitis terminales sei 

sonographisch unverändert und die Beschwerdeführerin fühle sich subjektiv wohl (IV-

act. 137-5). Der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin hat sich somit zwischen 

der Begutachtung und der Verfügung vom 29. November 2018 offenbar nicht relevant 

verschlechtert. Auch vermag der Ultraschallbericht keine Zweifel am SMAB-Gutachten 

zu wecken. Nicht die Höhe des Calprotectinwertes ist für die Bestimmung des 

Invaliditätsgrades relevant, sondern die Auswirkung der Erkrankung auf die 

Arbeitsfähigkeit, mithin die Schwere der Symptomatik und die damit verbundene 

Funktionseinschränkung (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 28. Juni 2018, 

9C_273/2018. E. 4.2, mit Hinweisen). Dass die Beschwerdeführerin sich auch 

anlässlich des Ultraschalluntersuchs vom 30. August 2018 subjektiv wohl fühlte, stimmt 

mit der Wahrnehmung der SMAB-Gutachter überein.

4.3.3. 

Die Beschwerdeführerin reichte mit der Replik einen wissenschaftlichen Artikel 

ein, welcher die Beeinträchtigung der psychosozialen Situation durch Erkrankungen 

wie Morbus Crohn thematisiert (act. G11.1). Dieser mag zwar als Indiz für die 

Möglichkeit einer Wechselwirkung zwischen der psychischen und der somatischen 

Erkrankung der Beschwerdeführerin dienen, vermag aber nichts daran zu ändern, dass 

anlässlich der Begutachtung im vorliegenden Fall keine ausgeprägte Wechselwirkung 

festgestellt wurde. Die Beschwerdeführerin reichte mit der Replik zudem Fotos ein, 

welche Selbstverletzungen vom März bzw. Mai 2019 dokumentieren sollen. 

Schliesslich reichte sie einen Erfahrungsbericht ihres Ehemannes ein, in welchem er 

schildert, wie er die Beschwerdeführerin erlebt (act. G11.2 bis act. G11.7). Anlässlich 

der Begutachtung lagen indes keine frischen Selbstverletzungen vor und die 

Beschwerdeführerin gab an, sie schneide sich noch ein bis zwei Mal im Monat, lerne 

jetzt aber in der Psychotherapie, anders mit Spannungszuständen zurecht zu kommen 

(vgl. IV-act. 125-9 und 125-41, an den Unterarmen hätten sich zahlreiche gut verheilte 

kleinere Narben gezeigt, am rechten Ellenbogen nicht ganz frische 

Schnittverletzungen). Die Situation im Begutachtungszeitpunkt stellte sich damit anders 

dar, als jene, welche in der Replik geschildert wird. Nach ständiger Rechtsprechung 

beurteilt das Sozialversicherungsgericht die Gesetzmässigkeit der 

4.3.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 15/22

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Verwaltungsverfügungen in der Regel nach dem Sachverhalt, der zur Zeit des 

Verfügungserlasses gegeben war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert 

haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung sein (Urteil 

des Bundesgerichts vom 1. April 2019, 8C_622/218, E. 3.2, mit Hinweis auf BGE 121 V 

362 E. 1b). Demnach können die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten 

Selbstverletzungen aus dem Jahr 2019 bei der Beurteilung der Verfügung vom 

29. November 2018 nicht berücksichtigt werden, ebenso wenig wie der 

Erfahrungsbericht ihres Ehemannes aus demselben Jahr.

Als Zwischenfazit ist festzuhalten, dass der Sachverhalt genügend abgeklärt ist. 

Das bidisziplinäre SMAB-Gutachten ist umfassend und beruht auf allseitigen 

Untersuchungen. Die Beschwerdeführerin hatte Gelegenheit, ihre Beschwerden zu 

schildern und ihre Schilderungen wurden von den Gutachtern ebenso wie die Vorakten 

berücksichtigt. Insgesamt wird die medizinische Situation im SMAB-Gutachten 

einleuchtend dargelegt und die Schlussfolgerungen der Gutachter sind 

nachvollziehbar. Dem SMAB-Gutachten kommt somit voller Beweiswert zu (vgl. E. 1.5 

vorstehend). Auf ein im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholtes Gutachten ist 

rechtsprechungemäss abzustellen, wenn nicht konkrete Indizien gegen die 

Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4; Urteile des 

Bundesgerichts vom 15. Juli 2020, 8C_335/2020, E. 4.1 und vom 13. Februar 2019, 

8C_801/2018, E. 4.3). Solche Indizien bringt die Beschwerdeführerin im vorliegenden 

Verfahren nicht bei. Gemäss dem SMAB-Gutachten schöpfte die Beschwerdeführerin 

ihre Therapiemöglichkeiten nicht aus (IV-act. 125-46). Mit der Wiederaufnahme der 

gastroenterologischen Behandlung seit Mai 2018 kam sie ihrer 

Schadenminderungspflicht nach. Dasselbe gilt für den gemäss ihren Angaben 

reduzierten Cannabis- (und Nikotin-) Konsum, welcher sich sowohl in psychiatrischer 

als auch gastroenterologischer Sicht negativ auf den Gesundheitszustand auswirkt (IV-

act. 125-34 und 125-43). Bei dauerhaftem Verzicht auf Cannabis wäre gemäss dem 

psychiatrischen SMAB-Gutachter gar eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit zu 

erwarten (IV-act. 125-34). Insgesamt vermag die Beschwerdeführerin mit den 

eingereichten Unterlagen keine Zweifel am Gutachten zu wecken. Ebenfalls kann der 

Beschwerdegegnerin keine Verletzung der Untersuchungsmaxime vorgeworfen 

werden, da die Beschwerdeführerin nicht darzulegen vermag, inwiefern mit der 

Wiederaufnahme der Behandlung eine Verschlechterung des Gesundheitszustands seit 

dem Gutachtenszeitpunkt eingetreten sein soll. Nach dem Gesagten ist die 

Beschwerdeführerin in einer adaptierten Tätigkeit als zu 60% arbeitsfähig anzusehen.

4.4. 

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5.  

Die Beschwerdeführerin kritisiert sodann die Berechnung des Invaliditätsgrades. 

Der Beginn der lang andauernden Krankheit sei entgegen den Angaben in der 

Verfügung vom 17. Februar 2016 nicht auf den 14. August 2012 festzusetzen, sondern 

bereits im Kindes- und Jugendalter entstanden. Sie sei demnach als Frühinvalide im 

Sinne von Art. 26 IVV zu betrachten.

5.1. 

Da bei Vorliegen eines Revisionsgrundes gemäss der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung eine allseitige Prüfung erfolgen muss (vgl. E. 2.4 vorstehend), kann die 

Beschwerdegegnerin nicht ohne Weiteres gestützt auf die frühere Verfügung daran 

festhalten, die Arbeitsunfähigkeit habe am 14. August 2012 begonnen, zumal dieses 

Datum lediglich aus den Arbeitsunfähigkeitszeugnissen der behandelnden Psychiaterin 

abgeleitet ist (vgl. IV-act. 87-2 i.V.m. IV-act. 86-1 und 10-2). Zu klären ist, welches 

Einkommen die Beschwerdeführerin erzielen würde, wenn sie nicht invalid geworden 

wäre. Konnte sie wegen der Invalidität keine zureichenden beruflichen Kenntnisse 

erwerben, so entspricht das Valideneinkommen einem Prozentsatz des Medianwertes 

gemäss LSE des Bundesamtes für Statistik (Art. 26 Abs. 1 IVV). Konnte die versicherte 

Person wegen der Invalidität eine begonnene berufliche Ausbildung nicht abschliessen, 

so entspricht das Erwerbseinkommen, das sie als Nichtinvalide erzielen könnte, dem 

durchschnittlichen Einkommen einer erwerbstätigen Person im Beruf, für den die 

Ausbildung begonnen wurde (Art. 26 Abs. 2 IVV).

5.2. 

Zwar ist der Beschwerdeführerin darin zuzustimmen, dass sowohl ihr ADHS als 

auch ihre Persönlichkeitsstörung überwiegend wahrscheinlich schon seit ihrer Jugend 

vorliegen (vgl. hierzu auch IV-act. 39-3, RAD-Stellungnahme vom 26. September 2013, 

in der erwähnt wird, dass sich eine frühkindliche Störung abzeichne). Daraus kann aber 

nicht ohne Weiteres geschlossen werden, dass sie frühinvalid war. Insbesondere wurde 

nicht medizinisch begründet, weshalb die Beschwerdeführerin keine Ausbildung hätte 

absolvieren können. In den Akten finden sich vereinzelt Aussagen, wonach das 

Haushaltslehrjahr gesundheitsbedingt abgebrochen worden sei (vgl. etwa IV-act. 21-1) 

bzw. dass davon ausgegangen werden müsse, die Beschwerdeführerin habe 

krankheitsbedingt keine Berufsausbildung abgeschlossen (vgl. IV-act. 38-1 und 39-2). 

Damit ist indes nicht gesagt, dass die Beschwerdeführerin gar keine Ausbildung hätte 

abschliessen können. Gleichzeitig wird aus den Akten nämlich auch ersichtlich, dass 

aus medizinischer Sicht eine den Ressourcen der Beschwerdeführerin angepasste 

Ausbildung bei entsprechender Motivation, einer stabilen Arbeitsfähigkeit von 80% 

sowie einer guten Therapie-Compliance als möglich erachtet wurde (vgl. IV-act. 38-1). 

Dabei gingen sowohl die Beschwerdegegnerin wie auch die Behandler der 

5.3. 

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Beschwerdeführerin davon aus, dass eine Arbeitsfähigkeit von 80% erreichbar sei und 

die Psychiaterin der Beschwerdeführerin attestierte im Mai 2014 einen positiven 

Therapieverlauf sowie ein tragfähiges Therapiebündnis (vgl. IV-act. 34 und 38-1).

Die Beschwerdeführerin selbst wollte mehrmals eine Ausbildung durchlaufen. 

Nach dem bereits erwähnten abgebrochenen Haushaltslehrjahr begann sie ein 

Praktikum als Kleinkinderzieherin, das sie nach einem Zusammenbruch und 

anschliessenden Suizidversuch im Jahr 2009 nicht fortführen konnte (vgl. etwa IV-

act. 22-2). Die Beschwerdegegnerin sah bei der Beschwerdeführerin gute Ressourcen, 

jedoch "eher nicht für Tätigkeiten im Sozialbereich wegen fehlender 

Abgrenzungsfähigkeit und folgender Überlastung" (IV-act. 39-4). Im Jahr 2014 machte 

die Beschwerdeführerin eine Eignungsabklärung als Verkäuferin im 50%-Pensum. 

Nachdem ihr das Schnupperpraktikum sehr gefallen hatte, ersuchte sie Anfang April 

2014 um Unterstützung bei der Erlangung eines eidgenössischen Berufsattests in 

dieser Tätigkeit (vgl. IV-act. 39-2 und 49-3). Dass sie keine Attestlehre begann, lässt 

sich nicht durch ihren Gesundheitszustand begründen. Vielmehr erklärte die 

Beschwerdeführerin am 28. April 2014, der Beruf in der Pflege habe ihr schon immer 

gefallen. Sie wolle doch keine Attestlehre machen, sondern würde am liebsten in die 

Pflege zurück. Sie hatte bereits mit der Stiftung D.___ Kontakt aufgenommen und 

konnte durch Eigeninitiative ein Schnupperpraktikum als Pflegehelferin absolvieren (vgl. 

IV-act. 49-4 f.). Somit waren sowohl die Beschwerdeführerin wie auch die 

Beschwerdegegnerin und die involvierten Ärzte (Behandler / RAD) mindestens bis ins 

Jahr 2014 der Meinung, dass der Beschwerdeführerin eine Ausbildung im ersten 

Arbeitsmarkt möglich sei. Eine gegenteilige Auffassung hat bisher kein Arzt medizinisch 

und nachvollziehbar begründet.

5.4. 

Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin von 2001 bis 2012 sowie von 2014 bis 

2017 in verschiedenen Pensen und unterschiedlichen Funktionen (namentlich an der 

Kasse, in der Küche, im Verkauf, in der Reinigung und in der Pflege) erwerbstätig war. 

Von Juli bis Dezember 2005 durchlief sie einen "Lehrgang Küche", wobei sie von 

September bis Dezember 2005 als Küchenmitarbeiterin tätig war. Im Jahr 2008 nahm 

sie erfolgreich am SRK-Kurs zur Pflegehelferin teil (IV-act. 19, IV-act. 48 und 122-8). 

Die Erwerbsbiographie (IK-Auszug, IV-act. 4) weist zwar auf einen gewissen Mangel an 

Beständigkeit hin, aber die Anstellung bei der Stadt hatte die Beschwerdeführerin 

immerhin drei Jahre inne. Die Beschwerdeführerin bewies somit seit dem Jahr 2001 

Arbeitsmotivation und Flexibilität sowie die Fähigkeit, im ersten Arbeitsmarkt tätig zu 

sein. Eine Frühinvalidität liegt damit nicht vor und Art. 26 IVV kommt nicht zur 

Anwendung.

5.5. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 18/22

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6.  

Der Beschwerdeführerin ist insofern Recht zu geben, als dass das bei der Stiftung 

D.___ erzielte Einkommen nicht als Valideneinkommen herangezogen werden darf. Die 

Beschwerdeführerin war während ihrer damaligen Anstellung bereits in ihrer 

Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Der psychiatrische SMAB-Gutachter attestierte ihr für 

diesen Zeitraum eine Arbeitsunfähigkeit von 20% in einer adaptierten Tätigkeit, wobei 

er die Tätigkeit als Pflegehelferin nicht als optimal adaptiert betrachtete (vgl. IV-

act. 125-32 f.; vgl. auch IV-act. 49-7 und 58 f.). Der von der Beschwerdeführerin 

erzielte Lohn, hochgerechnet auf ein 100%-Pensum liegt sowohl unter dem 

Tabellenlohn für Hilfsarbeiten (siehe Anhang 2 der von der Informationsstelle AHV/IV 

herausgegebenen IV-Textausgabe, Ausgabe 2019, S. 228, basierend auf der LSE) als 

auch unter dem Tabellenlohn für einfache Tätigkeiten im Gesundheits- und 

Sozialwesen (Tabelle TA1 LSE 2014, Ziff. 86-88).

6.1. 

Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte 

Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird 

in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen 

Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer 

Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden 

fortgesetzt worden wäre (BGE 131 V 51 E. 5.1.2 und 129 V 222 E. 4.3.1). Wenn es nicht 

möglich ist, zur Bestimmung des Valideneinkommens vom zuletzt vor Invaliditätseintritt 

erzielten Lohn auszugehen oder wenn sonst konkrete Anhaltspunkte für dessen 

Bestimmung fehlen, dann ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte, namentlich die 

LSE, zurückzugreifen (vgl. Ulrich Meyer/Marco Reichmuth, Bundesgesetz über die 

Invalidenversicherung [IVG], in Hans-Ulrich Stauffer/Basile Cardinaux [Hrsg.], 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 3. Aufl., Zürich/

Basel/Genf 2014, Art. 28a N 55 f.).

6.2. 

Vor ihrer Anstellung als Pflegehelferin war die Beschwerdeführerin in einem Projekt 

der Arbeitslosenkasse beschäftigt. Bei einer solchen Tätigkeit handelt es sich in der 

Regel um eine vorübergehende Lösung. Davor war die Beschwerdeführerin in 

verschiedenen Anstellungen tätig, wobei nicht klar ist, ob die Beschwerdeführerin diese 

im Gesundheitsfall in einem Vollzeitpensum ausgeübt hätte. Somit ist es vorliegend 

sachgerecht, bei der Bestimmung des Valideneinkommens auf die Tabelle TA1 der 

LSE, Total sämtliche Wirtschaftszweige, Kompetenzniveau 1, Frauen, abzustellen. Da 

es der Beschwerdeführerin möglich gewesen wäre, trotz ihrer gesundheitlichen 

Beeinträchtigung eine angemessene Ausbildung abzuschliessen und keinerlei 

6.3. 

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7.  

8.  

Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie zu irgendeinem Zeitpunkt eine Ausbildung in 

einem Beruf mit einem höheren Lohn angestrebt und aus gesundheitlichen Gründen 

nicht umgesetzt hatte, ist entgegen ihren Ausführungen nicht auf das 

Kompetenzniveau 2 abzustellen.

Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-

erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist 

kein effektives Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person 

nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich 

zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der 

Rechtsprechung statistische Werte, insbesondere die Tabellenlöhne gemäss LSE, 

beigezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3).

7.1. 

Die Beschwerdeführerin war zuletzt nicht erwerbstätig. Da sie über keine 

Berufsausbildung verfügt, ist für das Invalideneinkommen auf statistische Werte für 

Personen mit dem Kompetenzniveau 1 abzustellen.

7.2. 

Da die beiden Vergleichseinkommen auf derselben Grundlage zu berechnen sind, 

kann ein Prozentvergleich vorgenommen werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 

23. Mai 2019, 9C_851/2018, E. 5.1).

7.3. 

Die Beschwerdeführerin fordert auf Seiten des Invalideneinkommens einen 

Tabellenlohnabzug von 25%.

8.1. 

Mit dem Tabellenlohnabzug ist zu berücksichtigen, dass gesundheitlich 

beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, 

im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmenden 

Personen lohnmässig benachteiligt sind und deshalb mit unterdurchschnittlichen 

Lohnansätzen rechnen müssen. In BGE 126 V 75 ff. hat das Bundesgericht festgestellt, 

dass es von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten 

Einzelfalls (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität, 

Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad) abhängt, ob und in welchem Ausmass 

Tabellenlöhne herabzusetzen sind. Bereits in der Beurteilung der medizinischen 

Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen dürfen nicht zusätzlich in 

die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten 

Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen. Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf 

8.2. 

https://swisslex.westlaw.com/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx126xVx75_82&AnchorTarget=BGEx126xVx75

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 20/22

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das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, 

d.h. dass nicht für jedes Merkmal der entsprechende Abzug zu quantifizieren ist und 

die einzelnen Abzüge zusammenzuzählen sind. Der Abzug ist auf höchstens 25% 

begrenzt (Urteil des Bundesgerichts vom 20. April 2018, 9C_833/2017, E. 2.2; BGE 134 

V 327 E. 5.2). Ist von einem genügend breiten Spektrum an zumutbaren 

Verweistätigkeiten auszugehen, können für den Tabellenlohnabzug grundsätzlich nur 

Umstände berücksichtigt werden, die auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt als 

ausserordentlich zu bezeichnen sind (Urteil des Bundesgerichts vom 30. April 2019, 

8C_799/2018, E. 4.3).

Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin einen Tabellenlohnabzug von 10% 

gewährt (IV-act. 128), was vertretbar ist. Das von der Beschwerdeführerin angeführte 

Risiko vermehrter gesundheitlicher Absenzen rechtfertigt keinen Abzug vom 

Tabellenlohn (Urteile des Bundesgerichts vom 19. Mai 2020, 9C_18/2020, E. 6.2.2, vom 

30. April 2019, 8C_799/2018, E. 4.3, und vom 7. April 2016, 9C_898/2015, E. 3.2). Dem 

SMAB-Gutachten ist vorliegend auch nicht zu entnehmen, dass überhaupt ein solches 

Risiko bestehen soll. Ebenfalls gilt der von der Beschwerdeführerin geltend gemachte 

erhöhte Betreuungsaufwand nicht als eigenständiger Abzugsgrund (Urteil des 

Bundesgerichts vom 30. November 2015, 9C_437/2015, E. 2.4). Im Übrigen finden sich 

für die Notwendigkeit eines solchen Betreuungsaufwands weder im SMAB-Gutachten 

noch während des im ersten Rentenverfahren durchgeführten Arbeitsversuchs (IV-

act. 49) Hinweise. Die Beschwerdeführerin hat in der Vergangenheit verschiedene 

Tätigkeiten, insbesondere auch körperlich leichte Arbeiten ausgeführt. Ähnliche 

Tätigkeiten sind ihr auch in Zukunft zumutbar. Die von den SMAB-Gutachtern 

genannten Adaptionskriterien, namentlich die Möglichkeit zu vermehrten Pausen, 

wurden bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung bereits miteinbezogen und können 

demensprechend nicht erneut im Rahmen eines Tabellenlohnabzugs berücksichtigt 

werden. Ein über 10% hinausgehender Tabellenlohnabzug ist somit nicht 

gerechtfertigt.

8.3. 

Bei einer Arbeitsfähigkeit von 60% in einer adaptierten Tätigkeit resultiert aus dem 

Prozentvergleich unter Berücksichtigung eines Tabellenlohnabzugs von 10% ein 

Invaliditätsgrad von 46% (100% - [60% x 0.9]). Damit hat die Beschwerdeführerin 

weiterhin Anspruch auf eine Viertelsrente. Folglich hat die Beschwerdegegnerin deren 

Gesuch um Erhöhung der Rente zu Recht abgewiesen.

8.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 21/22

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9.  

10.  

Die Beschwerdeführerin stellt zwar keinen expliziten Antrag auf berufliche 

Massnahmen, kritisiert jedoch, die Beschwerdegegnerin habe den Grundsatz 

"Eingliederung vor Rente" verletzt. Gemäss diesem Grundsatz soll die 

Invalidenversicherung die Invalidität mit geeigneten, einfachen und zweckmässigen 

Eingliederungsmassnahmen verhindern, vermindern oder beheben (vgl. Art. 1a lit. a 

IVG). Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte haben 

Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, 

die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, 

wiederherzustellen, zu erhalten oder zu verbessern (Art. 8 Abs. 1 lit. a IVG; vgl. auch 

Art. 8a Abs. 1 IVG für Rentenbezügerinnen und Rentenbezüger bei Einstellung oder 

Herabsetzung der Rente).

9.1. 

Im Unterschied zum Grundsatz "Eingliederung vor Rente" ist im vorliegenden Fall 

eine Rentenerhöhung strittig. Ebenfalls nicht zur Anwendung gelangt Art. 8a Abs. 1 

IVG, da die laufende Rente weder gekürzt noch eingestellt wird. Die 

Beschwerdeführerin bezieht bereits seit Dezember 2013 (rückwirkende 

Rentenzusprache mit Verfügung vom 17. Februar 2016, IV-act. 92) eine Rente und war 

während dem Leistungsbezug im Rahmen ihrer Arbeitsfähigkeit auch erwerbstätig. Sie 

ist gemäss dem SMAB-Gutachten in der Lage, eine berufliche Tätigkeit im Umfang 

eines 60%-Pensums aufzunehmen. Zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung war 

sie dafür nicht auf Unterstützung durch die Beschwerdegegnerin angewiesen. Ein 

weitergehender Verlust der Arbeitsfähigkeit drohte der Beschwerdeführerin bei 

Ausschöpfung der therapeutischen Möglichkeiten nicht. Dementsprechend musste mit 

beruflichen Massnahmen auch nicht der Eintritt einer höhergradigen Invalidität 

verhindert werden. Umgekehrt kann mittels beruflicher Massnahmen auch keine 

Verbesserung der Arbeitsfähigkeit und damit eine rentenausschliessende 

Arbeitsfähigkeit erzielt werden. Aus dem Umstand, dass die Beschwerdegegnerin keine 

beruflichen Massnahmen durchführte, kann die Beschwerdeführerin deshalb nichts zu 

ihren Gunsten ableiten. Ihr steht es bei Bedarf frei, bei der Beschwerdegegnerin 

Massnahmen der Wiedereingliederung mit dem Ziel der Verbesserung der 

Erwerbsfähigkeit zu beantragen.

9.2. 

Die Beschwerde ist nach dem Gesagten vollumfänglich abzuweisen.10.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

10.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 22/22

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St.Galler Gerichte

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Die Beschwerdeführerin bezahlt unter Anrechnung des Kostenvorschusses von 

Fr. 600.-- die Gerichtskosten in Höhe von Fr. 600.--.

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegenden Angelegenheit angemessen. Da die Beschwerdeführerin 

vollumfänglich unterliegt, ist die Gerichtsgebühr vollständig ihr aufzuerlegen (Art. 95 

Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]). Der von ihr 

geleistete Kostenvorschuss wird ihr daran angerechnet. Ausgangsgemäss hat die 

Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.

bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 22.01.2021
	Art. 16 und 17 ATSG, Art. 4, 7, 8, 28 und 28a IVG, Art. 26, 88a und 88bis IVV Beweiswert eines bidisziplinären Gutachtens; keine Frühinvalidität, wenn die versicherte Person eine passende Ausbildung im üblichen Rahmen hätte abschliessen können. Prozentvergleich, nachdem das Valideneinkommen nicht genau bestimmt werden kann und die versicherte Person seit Eintritt der Invalidität nicht in einem ihr zumutbaren Ausmass einer leidensangepassten Arbeitstätigkeit nachgeht. Kein Tabellenlohnabzug, wenn die gesundheitlichen Einschränkungen bereits bei der gutachterlichen Festlegung der Arbeitsfähigkeit berücksichtigt wurden (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 22. Januar 2021, IV 2019/12).

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		2024-05-26T23:18:42+0200
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