# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 95b0b932-f4ec-5c76-aae1-e56bfbcec854
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-05-29
**Language:** de
**Title:** Gestützt auf das beweiskräftige Gutachten ist die Beschwerdeführerin in einer optimal angepassten Tätigkeit vollschichtig arbeitsfähig; sie hat weder Anspruch auf eine Invalidenrente noch auf Arbeitsvermittlung; Abweisung.
**Docket/Reference:** IV.2017.00031
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2017.00031.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2017.00031
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichter Bachofner
Ersatzrichterin Romero-Käser
Gerichtsschreiberin Meierhans
Urteil
vom
29. Mai 2017
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Stadt Zürich Soziale Dienste
Rechtsanwältin Pascale Hartmann, Sozialversicherungsrecht, Team Recht
Hönggerstrasse
24, 8037 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 1978, meldete sich erstmals am
7.
Dezember 2011 unter Hinweis auf Rückenschmerzen bei der Invalidenver
sicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/2 S. 4
Ziff.
6.2). Die
Sozialversi
cherungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation (
Urk.
7/5;
Urk.
7/8-10;
Urk.
7/17;
Urk.
7/19)
ab und sprach der Versicherten daraufhin Frühinterventionsmassnahmen in Form eines Ausbildungskurses zu (vgl. Mitteilun
g vom 2
7.
März 2012,
Urk.
7/21).
Nach weiteren Abklärungen der medizinischen und erwerblichen Situation (
Urk.
7/23;
Urk.
7/27;
Urk.
7/31) teilte sie der Versicherten sodann am 1
2.
Juni 2012 den Abschluss der Arbeitsvermittlung mit (
Urk.
7/28). Mit Verfügung vom 2
5.
September 2012 (
Urk.
7/42) verneinte sie schliesslich ei
nen Rentenanspruch der Versicherten.
1.2
Am 2
2.
Juli 2015 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf Beschwer
den an der Wirbelsäule sowie eine neuropsychologische respektive psychi
sche Erkrankung erneut zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/53 S. 5
Ziff.
6.2). Daraufhin forderte die IV-Stelle die Versicherte mit Schreiben vom 1
1.
August 2015 (
Urk.
7/58) auf, bis spätestens am 1
4.
September 2015 ent
sprechende Beweismittel zur Prüfung des Anspruchs einzureichen, unter An
drohung, dass ansonsten auf das Gesuch nicht eingetreten werde. Nachdem die Versicherte einen entsprechenden Bericht (
Urk.
7/59) eingereicht hatte, stellte die IV-Stelle ihr mit Vorbescheid vom 1
6.
September 2015 (
Urk.
7/62) das Nichteintreten auf das neue Leistungsbegehren in Aussicht. Hiergegen erhob die Versicherte unter Beilage weitere
r
Arztberichte Einwand (
Urk.
7/65;
Urk.
7/69-70), worauf die IV-Stelle ein polydisziplinäres Gutachten veran
lasste, welches am l. September 2016 erstattet wurde (
Urk.
7/89/2-58).
Mit Verfügung vom 2
9.
November 2016 (
Urk.
7/93 =
Urk.
2) verneinte die IV-Stelle einen Lei
stungsanspruch der Versicherten.
2.
Die Versicherte erhob am 1
2.
Januar 2017 Beschwerde gegen die Verfügung vom 2
9.
November 2016 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es seien ihr die gesetzlichen Leistungen zuzuspr
echen (
Urk.
1
S. 2). Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
0.
Februar 2017 (
Urk.
6) die Ab
weisung der Beschwerde. Dies
wurde der Beschwerdeführerin am 1
4.
Februar 2017 zur Kenntnis gebracht
,
wobei
gleichzeitig antragsgemäss (
Urk.
l S. 2) die unentgeltliche Prozessführung bewilligt
wurde
.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksich
tigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unt
erbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreivier
telsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Invalide o
der von einer Invalidität (Art.
8 ATSG) bedroht
e Versicherte haben gemäss Art.
8 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit
(Abs. 1)
:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähig
keit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhal
ten oder zu verbessern; und
b.
die
Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelne
n Massnahmen er
füllt sind
.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Ausübung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festle
gung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Er
werbs
lebens zu berücksichtigen (Abs.
1
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen
gemäss Abs. 3 in
me
dizinischen Massnahmen (lit. a),
Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die
be
rufliche Eingliederung (lit.
a
bis
),
Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsverm
ittlung, Kapital
hilfe; lit. b) und in
der Abgabe von Hilfsmitteln (lit.
d).
1.4
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaub
haft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräfti
gen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Verän
derung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu beja
hen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche ma
terielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.5
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Renten
-
bezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Ge
such hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Än
derung in den tatsächlichen
Verhältnissen, die geeignet ist, den
Invaliditäts
grad
und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert ha
ben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesund
heitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Ar
beitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im We
sentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfä
higkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar.
Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Einspracheentscheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Invaliditäts
bemessung
beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.6
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und ge
gebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätig
keiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Be
urteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging gestützt auf die gutachterliche Beurteilung davon aus, dass aufgrund der erheblichen kognitiven Beeinträchtigungen zwar eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes eingetreten sei. Es liege allerdings weiterhin kein direkter Einfluss auf die zuletzt ausgeübte Tä
tigkeit als Platzanweiserin in einem Kino oder auf eine andere angepasste Tätigkeit vor. Somit sei nicht glaubhaft nachgewiesen, dass sich die tatsäch
lichen Verhältnisse in einer für den Anspruch erheblichen Weise verändert hätten. Es liege kein invalidisierender Gesundheitsschaden vor. Ein Renten
anspruch sei zum heutigen Zeitpunkt nicht ausgewiesen (vgl.
Urk.
2 S. 2;
Urk.
6 S. 2).
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt (
Urk.
l), die
gutachterliche Schlussfolgerung, wonach in der bisherigen Tätig
keit als Platzanweiserin in einem Kino sowie in einer ähnlichen angepassten Tätigkeit keine Arbeitsunfähigkeit vorliege,
sei
angesichts der erhobenen Befunde nicht nachvollziehbar. Es sei aufgrund der im Gutachten beschrie
benen Defizite sowie der gescheiterten Eingliederungsbemühungen von ei
nem invalidenversicherungsrelevanten Gesundheitsschaden auszugehen. Die von den Gutachtern vorgeschlagene berufliche Abklärung sei wünschens
wert. Sie sei in erster Linie bei der beruflichen Wiedereingliederung zu un
terstützen, wobei je nach Verlauf dieser Eingliederung weitere Leistungen auszurichten seien (S. 4 ff.).
2.3
Die Beschwerdegegnerin ist
– indem sie eine polydisziplinäre Begutachtung veranlasste -
auf die Neuanmeldung der Beschwerdeführerin vom 2
2.
Juli 2015 (
Urk.
7/53
) eingetreten
. Demnach ist zu prüfen, ob sie eine
anspruchs
begründende
Verschlechterung des Gesundheitszustandes seit der erstmaligen Verfügung vom 2
5.
September 2012 (
Urk.
7/42) zu Recht verneint hat. Strit
tig und zu prüfen ist nebst dem Rentenanspruch insbesondere auch der An
spruch auf Eingliederungsmassnahmen.
3.
3.1
Der rentenverneinenden Verfügung vom 2
5.
September 2012 (
Urk.
7/42) la
gen die folgenden Berichte zugrunde:
3.2
Dr.
med.
Y.___
, Facharzt für Rheumatologie, gab mit Bericht vom 2
2.
Dezember 2011 (
Urk.
7/5/6-8) an, dass er die Beschwerdeführerin am 1
4.
März 2011 konsiliarisch beurteilt habe, und folgende Diagnose mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellen könne (S.
1
f.
Ziff.
1.1-1.2,
Ziff.
1.5):
-
chronische rezidivierende lumbale Rückenschmerzen
, zuletzt
exazer
biert
,
mit/bei:
-
Segmentdegeneration L5/S1 (erosive Osteochondrose, subligamen
täre Bandscheibenprotrusion rechts bis ins
Neuroforamen
reichend)
-
intermittierendem lumboradikulärem Reizsyndrom L5 rechts (forami
nal) möglich
-
aktuell
lumboglutealen
Dauerschmerzen beidseits, mehrheitlich mus
kulär verursacht
-
auffälligen Defiziten der
stabilisierenden Haltemuskulatur
Von Seiten des Bewegungsapparates bestünden keine relevanten Einschränkun
gen in der Arbeitsfähigkeit (S. 2 f.
Ziff.
1.7,
Ziff.
1.11). Er habe die Wiederaufna
hme der Physiotherapie empfohlen (S. 2
Ziff.
1.5).
3.3
Dem durch
Dr.
med.
Z.___
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, am 3
0.
Dezember 2011 erstellten Bericht (
Urk.
7/10) ist zu entnehmen, dass dieser d
ie Beschwerdeführerin seit dem
1.
Dezember 2004 behandle (S. 2
Ziff.
1.2), und folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigk
eit stellen könne (S. 2
Ziff.
1.1
):
-
isolierte schwere Degeneration L5/S1 bei möglicherweise intermittieren
der
radikulärer
Reizung L5 rechts
-
chronische Depression mit/bei:
-
asthenischem Syndrom mit wiederholter, l
anganhaltender Arbeitslo
sigkeit
-
Dysthymie/Neurasthenie, rezidivierender depressiver Störung, Per
sönlichkeit mit asthenischen Zügen,
Aufmerksamkeitsdefizitsy
n
drom
(ADS) im Erwachsenenalter
Eine Adipositas erachtete er als ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 2
Ziff.
1.1). Der Beschwerdeführerin seien gewichtsbelastende Tätigkeiten zu 80
%
nicht mehr
zumutbar. In einer leichten, wechselbelastenden Tätigkeit sei die Arbeitsfähigkeit aufgrund der Lendenwirbelsäule (LWS) nicht oder nur zu maximal 20
%
eingeschränkt.
Diese
Tätigkeiten würden allerdings in der Regel eine grössere neuropsychische Flexibilität erfordern, weshalb die Be
schwerdeführerin immer gescheitert sei. Eine diesbezügliche Einschränkung könne erst nach Erhalt der Befunde von
Dr.
med.
A.___
eingeschätzt werden (S. 4
Ziff.
1.6). Die zuletzt längerfristig ausgeübte Tätigkeit als Platz
anweiserin in einem Kino könne sicherlich
noch ausgeführt werden. Als Ver
käuferin liege die Einschränkung wahrscheinlich bei zirka 50
%
(S. 4
Ziff.
l.7).
3.4
Mit Bericht vom 2
4.
Februar 2012 (
Urk.
7/17) informierte
Dr.
med.
A.___
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, über die erfolgten psychiatrischen Abklärungs-
und Beratungsgespräche
mit der Beschwerde
führerin (S. 1
Ziff.
1.2). Als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit führte er ein lumboradikuläres Reizsyndrom L5 rechts bei degenerativen Veränderungen L5/S1 auf. Als ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit er
achtete er eine Dysthymie (ICD-10 F34.1) sowie eine Adipositas (S. l
Ziff.
1.1). Die aufgrund des Verdachts auf ein ADS im Erwachsenenalter er
folgte neuropsychologische Abklärung durch
Dr.
med.
B.___
habe einen normalen Befund ergeben (S. 2
Ziff.
1.4). Aus psychiatrischer Sicht liege keine Arbeitsunfähigkeit
vor. Das geringe Durchhaltevermögen
kombiniert mit einer geringen Sozialkompetenz habe in der Vergangenheit immer wieder zu Stellenverluste
n geführt (S. 3
Ziff.
1.6-1.7).
4.
4.1
Seit der letztmaligen materiellen Prüfung sind die folgenden, wesentlichen Bericht
e zu den Akten genommen worden:
4.2
Am 1
6.
Februar 2015 erfolgte eine verhaltensneurologische-neuropsychologi
sche Untersuchung der Beschwerde
führerin durch
Dr.
med.
C.___
, Fachärztin für Neurologie. Dem diesbezüglichen Bericht vom 1
9.
Februar 2015 (
Urk.
7/59) ist als kognitiver Befund eine markante Beein
trächtigung der geteilten Aufmerksamkeit, welche die Schwierigkeiten beim schriftlichen Zusammenfassen eines zuvor gelesenen Textes erkläre,
sowie
ein deutlich vermindertes sprachliches konzeptuelles Denken und Umstellen sowie Einzeichnen eines Smileys beim Kopieren und Abrufen einer komple
xen geometrischen Figur als Ausdruck einer Affektlabilität zu entnehmen. Die Befunde und subjektiven Beschwerden seien Ausdruck einer
vorbeste
henden
, frühkindlich erworbenen zerebralen Entwicklungsstörung mit vor
dergründigem ADS, an welches auch die Neigung zur depressiven Sympto
matik und zum Suchtverhalten assoziiert sei. Die Diskrepanz der aktuellen Beurteilung zu derjenigen aus dem Jahr 2012 liege an den erweiterten diag
nostischen Verfahren und in der ergänzenden Interpretation der Vorge
schichte. Aufgrund der Befunde, insbesondere der Langsamkeit und der mar
kanten Beeinträchtigung der geteilten Aufmerksamkeit, die sich bei
Mehr
fachanforderun
gen
relevant und
leistungsmindern
d auswirke, sowie der de
pressiven Komponente, sei von einer höchstens 50%igen Leistungsfähigkeit in einer bildun
gsangepassten Tätigkeit auszugeh
en. Eine nochmalige Anmel
dung bei der Invalidenversicherung sei unbedingt empfehlenswert. Zusätzlich werde zur Aufnahme einer erneuten psychiatrischen Behandlung geraten
(S. 2 f
.).
4.3
Mit Stellungnahme vom 1
0.
September 2015 empfahl
Dr.
med.
D.___
, praktische Ärztin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), von einem unverän
de
rten Gesundheitszustand auszugeh
en. Es handle sich überwiegend wahr
scheinlich um eine andere Beurteilung desselben Sachverhaltes (vgl.
Urk.
7/61 S. 2).
4.4
Dr.
Z.___
berichtete mit ärztlichem Zeugnis vom 2
4.
Dezember 2015 (
Urk.
7/69/2) über eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Be
schwerdeführerin und nannte dabei folgende Diagnose:
-
chronisches Lumbovertebralsyndrom mit/bei:
-
isolierter schwerer Degeneration L5/S1
-
intermittierender radikulärer Reizung L5 rechts
-
neuer
intraforaminaler
Diskushernie L4/5 und zunehmender
lipomat
öser
Konversion der Abschlussplatten (
Magnetresonanzto
mographie
, MRI, vom 2
2.
Dezember 2015)
Die verstärkten Schmerzen im Bereich der LWS seien auf ein Fortschreiten der Degeneration im Segment L5/S1 zurückzuführen. Die Abschlussplatten würden nun eine Fetteinlagerung
zeigen, was für eine verstärkte Degenera
tion spreche. Zudem sei neuerdings eine Diskushernie L4/5 nachweisbar, womit die intermittierend ins Bein ausstrahlenden Sc
hmerzen erklärt werden könnten.
4.5
Am
1.
September 2016 erstatteten die Ä
rzte des
E.___
ihr polydisziplinäres Gutachten in den
Fachdis
ziplinen
Allgemeine Innere Medizin, Orthopädische Chirurgie und
Trauma
tologie des Bewegungsapparates, Neurologie, Neuropsychologie sowie Psy
chiatrie und Psychotherapie (
Urk.
7/89/2-58). Dabei konnten sie folgende Di
agnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit stellen (S. 48
Ziff.
7.1):
-
ADS im Erwachsenenalter
-
Differential
diagnose (D
D): andere organische Störung
-
Dysthymie
(ICD-10 F
34.1
)
-
DD: rezidiviere
nde kurze depressive Episoden
-
akz
entuierte Persönlichkeitszüge
(ICD-10 Z73.1
)
-
DD: neurotische Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.88
) /
im Rah
men von ICD-10 F07.8
-
chronisches
lumbovertebrogenes
Syndrom mit
lumbosakraler
schmerz
hafter
Fazettenarthrose
und
perisakraler
Ligamentopathie
rechtsbetont ohne radikuläres Reiz- und Ausfallssyndrom an den un
teren Extremitäten mit/bei:
-
leichter Fehlstati
k und muskulärer Insuffizienz
-
int
raforaminaler
Diskushernie L4/5 rechts,
erosiver
Osteochondrose
L5/S1 mit
bilateraler Diskusprotrusion
-
Hyperlordose,
Osteochondrose
und
Fazettenarth
r
ose
L5/S1
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie sodann
Folgendes (S. 48
Ziff.
7.2
):
-
chronisches
thorakovertebrogenes
Syndrom leichten Grades mit leich
ter Fehlstati
k und muskulärer Insuffizienz
sowie
minimale
r
skolioti
scher
Seitausbiegung
-
Verdacht auf eine Opioid-
induzierte Hyperalgesie (OIH)
-
intermittierende
unspezifische Gonalgie rechts
-
geri
nge Fussinsuffizienz beidseits
-
arterielle Hypotonie
-
anamnestisch Varizen-Operation beidseits im Jahr 2014
Aus internistischer Sicht könne kein pathologischer Befund erhoben werden und es bestehe keine Einschränkung der Arb
eitsfähigkeit (S. 14
Ziff.
4.1.3
-4.1.3.1). Die orthopädische klinische Untersuchung habe eine leichte
Hal
tungsinsuffizienz
, eine
geringgradige
Seitausweisung der Brustwirbelsäule (BWS) sowie eine Überstreckbarkeit des rechten Kniegelenks gezeigt. Bei den Funktionsprüfungen habe sich eine leichte Hypomobilität des lumbosakralen Übergangs dargestellt. Es ergäben sich keine signifi
kanten Funktionsstörun
gen der Il
iosakralgelenke
(ISG)
. Die Funktionsprüfung des rechten Kniege
lenks ergebe keine Auffälligkeiten, insbesondere keine Hinweise auf Menis
kus- oder Bänderläsionen. Radiologisch zeige sich am lumbosakralen
Über
gang eine Osteochondrose mä
ssigen Grades. Die vorbeschriebenen erosiven Veränderungen an den Deckplatten seien radiologisch als geringgradig zu gewichten. Zusätzlich bestünden Hinweise auf eine Spondylarthrose bei hy
pertrophen Gelenksfortsätzen. Die Seitausweichung der BWS
und
LWS sei als geringgradig und die lumbale Hyperlordose
sei
als mittelgradig einzustufen. Zusammenfassend handle es sich somit im Lumbalbereich bei den empfun
denen Schmerzen
um
den Ausdruck eines degenerativ
bedingten
Reizzustan
des
ilio-lumbosakral
. Als Schmerzquellen seien die lumbosakralen
Fazetten
sowie die
persisakralen
Ligamenta zu definieren. Als Einflussfaktor
s
ei die leichte Fehlstatik im
Bereich
der BWS und LWS
bei insuffizienter muskulärer Kompensation zu nennen. Hinweise auf
radikuläre Irritationen oder Defizite fänden sich nicht. Die Kniegelenksproblematik rechts sei unspezifisch. Es würden sich keine morphologischen oder
funktionellen Auffälligkeiten fest
stellen lassen (S. 18 f.
Ziff.
4.2.5.1
, S. 49 f.
Ziff.
8
). Es bestehe eine erhebliche Diskrepanz zwischen den objektivierbaren Befunden und den
Schmerzanga
ben
. In Anbetracht der Verlangsamung der Psychomotorik sowie der Bewe
gungsabläufe sei auch das Vorliegen einer
OIH
zu diskutieren.
Die orthopä
dische Symptomatik sei nach objektiven Kriterien als leicht einzustufen. Die Belastbarkeit der Wirbelsäule sei für statische und dynamische Belastungen vermindert (S. 20
Ziff.
4.2.5.2-4.2.5.4). Die Beschwerdeführerin könne leichte Tätigkeiten vollschichtig ausüben. Mittelschwere Tätigkeiten seien kurzfristig zumutbar unter Vermeidung langdauernder statischer Belastungen, regel
mässigem Bücken sowie Heben und Tragen von Lasten (S. 21
Ziff.
4.2.8).
Die neurologische Untersuchung sei wenig ergiebig gewesen, da objektiv fassbare Befunde im Sinne einer zentralnervösen beziehungsweise einer spi
nalen oder einer radikulären Läsion an den Extremitäten nicht nachweisbar gewesen seien. Aufgrund der bildgebend dokumentierten mehrsegmentalen degenerativen Ver
änderungen der LWS mit Diskushern
ie L4/5 mit
rechtsfo
raminaler
Ausdehnung sowie deutlicher
erosiver
Osteochondrose
lum
bosakral
mit breitbasiger Diskusprotrusion sei ein chronisches Lumboverteb
ralsyndrom zu diagnostizieren. Es ergäben sich keine objektiv fassbaren Be
funde, welche auf eine neurogene Schädigung beziehungsweise auf ein radi
kuläres Reiz- und Ausfallssyndrom hinweisen würden. Trotz fehlender Hin
weise auf eine Mitbeteiligung neurogener Strukturen liege eine verminderte Belastbarkeit der Wirbelsäule vor. Die Angaben der Beschwerdeführerin seien konsistent. Die Ausprägung und Konstanz der geklagten Beschwerden sowie die dadurch bedingte starke Limitierung seien jedoch aufgrund der Befunde zumindest aus neurologischer Sicht nur bedingt nachvollziehbar. Die chro
nische Behandlung mittels Opiaten sei mit grossem Vorbehalt zu rechtferti
gen (S. 25 f.
Ziff.
4.3.5.1-4.3.5.4). Aus neurologischer Sicht seien der B
e
schwerdeführerin leichte bis mä
ssige rückenadaptierte Tätigkeiten
voll
schichtig
zumutbar (S. 27
Ziff.
4.3.8).
Aus psychiatrischer Sicht hätten sich erhebliche formale Denkstörung
en im Sinne eines verlangsamten,
zähflüssigen Denkens gezeigt. Daneben seien unreife Persönlichkeitszüge ersichtlich
gewesen
, wobei die Beschwerdeführe
rin eine
Fassadenhaltung zeige und auf den ersten Blick völlig unauffällig wirke. Im Gespräch seien schwere Insuffizienzgefühle sowie ein rigides
Über-I
ch ersichtlich gewesen. Klinisch zeige sich eine
nur
geringe Depressivität, weshalb aktuell höchstens eine leichte depressive Störung diagnostiziert wer
den könne. Differentialdiagnostisch sei
en
nebst einer
Dysthymie
auch
kurz
andauernde
depressive Störungen in Betracht zu ziehen. Der bereits diagnos
tizierten frühkindlich erworbenen zerebralen Entwicklungsstörung mit vor
dergründigem ADS könne gefolgt werden. Differentialdiagnostisch sei an eine organisch
e
psychische Störung zu denken (S. 35 f.
Ziff.
4.4.5.1
, S. 49
Ziff.
8
). Es bestehe ein psychisches Leiden mit erheblicher Auswirkung auf die Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin. Massgebend hierfür sei
en
die deutliche kognitive
Störung
sowie
die damit zusammenhängende phasen
weise depressive Störung. Aus psychiatrischer Sicht bestehe derzeit sicherlich eine deutliche Einschränkung der Leistungsfähigkeit im Sinne eines vermin
derten Rendements (S. 36
Ziff.
4.4.5.2). Die Beschwerdeführerin sei insbeson
dere in Tätigkeiten, welche ein höheres
konzentratives
Vermögen oder eine geteilte Aufmerksamkeit verlangen würden, mittel- bis schwer eingeschränkt. Aufgrund der Persönlichkeitszüge sei sie sodann in ihrer
Selbstbehaup
tungsfähigkeit
und Kontaktfähigkeit leicht eingeschränkt. Einschränkungen bestünden auch in der Planung und Strukturierung von Aufgaben, in der Flexibilität und Umstellfähigkeit sowie in der Entscheidungs- und Urteilsfä
higkeit in Abhängigkeit der Schwere des affektiven Leidens. Insgesamt be
stehe aktuell somit eine deutlich verminderte Arbeitsfähigkeit (S. 37
Ziff.
4.4.5.3). Eine psychotherapeutische Behandlung sei dringend indiziert
, wobei zunächst die Ätiologie der kognitiven Störung weiter geklärt werden müsse
(S. 38
Ziff.
4.4.5.7,
Ziff.
4.4.7). Die Beschwerdeführerin benötige eine den aktuellen kognitiven und emotionalen Möglichkeiten entsprechend an
gepasste Tätigkeit. Beim Auffinden einer geeigneten Arbeitsstelle benötige sie die Unterstützung der Beschwerdegegnerin (S. 39
Ziff.
4.4.8).
In der neuropsychologischen Untersuchung habe sich eine im Bereich der Intelligenz durchschnittlich leistungsfähige Beschwerdeführerin gezeigt. Die Merkfähigkeit sei für Bewegungsabläufe, Zahlen, Wörter, figurales Material, Texte, Gegenstände, Symbole und Textinstruktionen nicht beeinträchtigt ge
wesen. Die Aufmerksamkeitsfunktionen seien im Sinne der
selektiven Auf
merksamkeit, der kognitiven Interferenzstabilität und der
Reaktionsbeschleu
nigung
auf ein Signal hin erhalten. Demgegenüber sei die Leistung bei der geteilten Aufmerks
amkeit sehr deutlich ungenügend; d
ies bei stark reduzier
ten Reaktionszeiten. Die
Frontalhirnfunktionen seien im Sinne des planmäs
sigen Vorgehens, der kognitiven Interferenzstabilität und der
semantischen Wort- und
figuralen
Fluenz
nicht beeinträchtigt. Für die phonetische-verbale
Fluenz
bestehe mengenmässig eine reduzierte Leistungsfähigkeit. Somit liege diagnostisch ein ADS vor (S. 45 f.).
Zusammenfassend kamen die Gutachter
zum Schluss, dass das psychische Leiden bezüglich der Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit deutlich im Vor
dergrund stehe
(S. 49
Ziff.
8)
. Aus somatischer Sicht sei die Beschwerdefüh
rerin nicht in der Lage, körperliche Schwerarbeit zu leisten. Die Belastbarkeit der Wirbelsäule für statische und dynamische Belastungen sei vermindert
, wobei die Symptomatik als leicht einzustufen sei
.
L
eichte oder mittelschwere Tätigkeiten
seien ihr
vollschichtig zumutbar. Aus psychiatrischer Sicht sei sie sodann nicht in der Lage, Arbeiten mit hoher Arbeitsdichte oder mit Mul
titasking-Aufgaben auszuführen.
Sie
benötige klare Anweisungen und müsse die Arbeiten sukzessive erledigen können. Aktuell bestünden keine Ein
schränkungen der Arbeitsfähigkeit aufgrund
eines affektiven Leidens (S. 50
Ziff.
8.1). Der Beschwerdeführerin sei die bisherige, im Grunde genommen optimal adaptierte Tätigkeit als Platzanweiserin und Mädchen für alles in ei
nem Kino vollschichtig
zumutbar. Es sei davon auszugeh
en, dass eine solche Tätigkeit weder physisch noch psychisch belastend sei, weshalb es sich um ei
nen Nischenarbeitsplatz handle.
In einer solchen Tätigkeit sei sie nie nach
haltig eingeschränkt gewesen. Höheren kognitiven Ansprüchen wie sie im Rahmen der Tätigkeit in
der
Taxizentrale gefordert gewesen seien, dürfte sie hingegen nie genügt haben (
S. 51 f.
Ziff.
9.1-9.2;
S. 54
Ziff.
13.2). Eine psy
chotherapeutische Behandlung sei dringend indiziert. Zusätzlich werde eine zerebrale Bildgebung empfohlen, da die beklagte kognitive und psychische Symptomatik progredient erscheine. Sodann sollte die Schmerztherapie so weit als möglich angepasst werden (S. 52
Ziff.
10.1). Die Beschwerdeführerin müsse beim Finden einer geeigneten Arbeitsstelle unterstützt werden, da sie aus eigener Kraft kaum eine Anstellung finden
werde respektive eine schlecht adaptierte Arbeitsstelle infolge Überforderung schnell wieder verlie
ren würde. Alternativ wäre allenfalls eine Abklärung
bei einer beruflichen Abklärungsstelle (BEFAS)
in Betracht zu ziehen (S. 53
Ziff.
10.2). Die Prog
nose sei vorsichtig optimistisch (S. 54
Ziff.
12). Eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes s
ei insofern eingetreten, als da
s
s
erhebliche kognitive
Beeinträchtigungen vorlägen, welche zuvor noch nicht bekannt gewesen seien. Diese Beeinträchtigungen hätten keinen direkten Einfluss auf die zu
letzt ausgeübte Tätigkeit als Platzanweiserin in einem K
ino, sie würden die Auswahl der möglichen
Arbeitsstellen aber
deutlich einschränken. Aus so
matischer Sicht bestehe keine wesentliche Veränderung des Gesundheitszu
standes. Die neu beschriebenen
lipomatösen
Konversionen der
Abschluss
platten
hätten bei Beachtung des Belastungsprofils keine funktionelle Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 54
Ziff.
13.1).
4.6
Mit Stellungnahme vom 1
7.
September 2016 empfahl RAD-Arzt
Dr.
med.
F.___
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie des Bewegungsapparates, für die Beurteilung auf das Gutachten
des
E.___
abzustellen. Es könne nicht von einem dauerhaft relevanten
Gesund
heitsschaden
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden (vgl.
Urk.
7/92 S. 2 ff.).
5.
5.1
Die Würdigung der medizinischen Akten ergibt, dass das polydisziplinäre Gutachten des
E.___
(vorstehend E. 4.5) die von der Beschwerdeführerin ge
klagten Besch
werden (vgl.
Urk.
7/89/2-58 S. 11
Ziff.
3.3, S. 15
Ziff.
4.2.2,
S. 21 f.
Ziff.
4.3.2, S. 30 f.
Ziff.
4.4.2
)
in angemessener Weise berücksichtigt, in Kenntnis sowie in Auseinandersetzung mit den Vorakten erstattet wurde (vgl.
Urk.
7/89/2-58 S. 4 ff.
Ziff.
2
, S. 38
Ziff.
4.4.6, S. 53
Ziff.
11
) und der kon
kreten medizinischen Situation Rechnung trägt.
Es
erfolgte
eine ausführliche internistische, orthopädische, neurologische, neuropsycho
-
logische sowie psy
chiatrische Beurteilung
, womit das Gutachten auf für die strittigen Belange umfassenden Untersuchungen beruht
.
In der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge leuchtet
es
ein und die vorgenommenen Schlussfolgerun
gen zu Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit werden ausführlich begrün
det.
Die
Beurteilung ist nach dem Gesagten für die Beantwortung der ge
stellten Fragen umfassend. Für die Entscheidfindung kann daher darauf ab
gestellt werden. Dies empfahl überdies auch RAD-Arzt
Dr.
F.___
(vgl.
Urk.
7/92 S. 2 ff.).
5.2
Hinsichtlich der somatischen Beschwerden konnte a
nlässlich der internisti
schen Untersuchung
kein pathologischer Befund erhoben werden. Der fest
gestellten arteriellen Hypotonie wurde nachvollziehbar keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen (vgl.
Urk.
7/89/2-58 S. 13 f.
Ziff.
4.1.1-4.1.3.1).
Auch die neurologische Untersuchung war wenig ergiebig. So erga
ben sich keine objektiv fassbaren Befunde, welche auf eine neurogene Schä
digung beziehungsweise auf ein
radikuläres Reiz- und Ausfallsyndrom hin
we
isen würden (vgl.
Urk.
7/89/2-58
S. 23 ff.
Ziff.
4.3.3-4.3.5.2).
Ferner zeigte auch die orthopädische Befundaufnahme lediglich eine von den Gutachtern nachvollziehbar als leicht eingestufte Symptomatik. So
sei
Ursache
der ge
klagten lumbalen Beschwerden
ein
degenerativ bedingter
iliosakraler
Reiz
zustand
, wobei sich
radiologisch
eine
erosive Osteochondrose L5/S1 mit be
gleitender bilateraler Protrusion des Diskus sowie eine
intraforaminale
Dis
kushernie
L4/5 rechts ohne Nervenwurzelkompression
gezeigt habe
.
Hin
sichtlich der angegebenen Beschwerden in der Region der Schulterblätter konnte lediglich eine geringgradige Asymmetrie der Rippenwölbung und eine minimale Seitausbiegung der BWS dargestellt werden, weshalb die Sympto
matik im Thorakalbereich als Ausdruck einer leichten Wirbelsäulenfehlstatik in Kombination mit einer insuffizienten muskulären Kompensation interpre
tiert wurde.
Anlässlich der klinischen Untersuchung des rechten Kniegelenks aufgrund der ebenfalls beklagten Kniebeschwerden fiel
sodann
lediglich eine leicht
verstärkte Ü
berstreckbarkeit auf. Ansonsten ergaben sich keine Auffäl
ligkeiten, insbesondere keine Hinweise auf Meniskus- oder Bänderläsionen.
Die Gutachter kamen daher zum Schluss, dass eine erhebliche Diskrepanz zwischen empfundenen und objektivie
rbaren Funktionsstörungen bestehe
.
Dennoch sei die Belastbarkeit der Wirbelsäule für statische und dynamische Belastungen vermindert.
In Anbetracht der Verlangsamung der Psychomoto
rik und der Bewegungsabklärung erachteten
sie
auch das Vorliegen einer OIH als möglich
(vgl.
Urk.
7/89/2-58 S. 18
f
f.
Ziff.
4.2.5.1-4.2.5.3
, S. 49
Ziff.
8
).
E
ine wesentliche Verschlechterung des
somatischen
Gesundheitszustandes seit der letztm
aligen materiellen Beurteilung erkannten die Gutachter nicht,
da die neuerdings beschriebenen
lipomatösen
Konversionen der
Abschluss
platten
keine funktionelle Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hätten (vgl.
Urk.
7/89/2-58 S. 54
Ziff.
13.1).
5.3
A
us psychiatrischer Sicht
liess sich sodann
anlässlich der
Begutachtung
kein schweres depressives Krankheitsbild feststellen. Der diagnostizi
erten Dysthy
mie (ICD-10 F
3
4
.1) sowie den erkannten akzentuierten Pe
rsönlichkeitszügen (ICD-10 Z73.1
) massen
die Gutachter
–
obwohl die
se
Diagnosen bei der Zu
sammenstellung als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf
geführt
wurden
(vgl.
Urk.
7/89/2-58 S. 48
Ziff.
7.1)
– nachvollziehbar keine wesentliche Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bei
(vgl.
Urk.
7/89/2-58
S. 36
Ziff.
4.4.5.2, S.
50
Ziff.
8.1). Diesbezüglich ist auch auf die entsprechende bundesgerichtliche Rechtsprechung hinzuweisen
(vgl. Urteile des Bundesge
richts
9C_146/2015 vom 19. Januar 2016 E. 3.2
,
8C_558/2015 vom 22. Dezember 2015 E. 4.2.4,
8C_
623/2013 vom 11. März 2014 E. 3.2 und
9C_537/2011 vom 28. Juni 2012 E. 3.1
). Demgegenüber
zeigte sich anlässlich der psychopathologischen Befundaufnahme
insbesondere
ein deutlich ver
langsamtes Denken sowie ein zähflüssiger Denkablauf (vgl.
Urk.
7/89/2-58
S. 33 unten). Anhand der daraufhin
durchgeführten neuropsychologischen Un
tersuchungsverfahren (vgl.
Urk.
7/89/2-58 S. 41 ff.)
stellten die Gutachter
bei der durchschnittlich intelligenten
Beschwerdeführerin
erhebliche kognitive Beeinträchtigungen im Bereich der geteilten Aufmerksamkeit bei stark redu
zierten Reaktionszeiten fest
. Ausserdem wurde mengenmässig für die phone
tische-verbale
Fluenz
eine reduzierte
Leistungsfähigkeit erkannt.
Gestützt darauf
diagnostizierten
die Gutachter
ein ADS im Erwachsenenalter
(vgl. hierzu auch die klinisch-diagnostischen Leitlinien der Internationalen Klassi
fikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V (F), Dil
ling/Mombour/Schmidt, Hrsg.,
9.
Auflage, Bern 2014, S. 358 ff.)
als mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
(vgl.
Urk.
7/89/2-58 S. 45 f.
, S. 48
Ziff.
7.1
)
.
Eine Verschlechterung des
psychischen
Gesundheitszustandes seit der letztmaligen Beurteilung bejahten die Gutachter insoweit, als dass nun eine kognitive Störung habe nachgewiesen werden können, welche im Sep
tember 2012 noch nicht bekannt gewesen sei (vgl.
Urk.
7/89/2-58 S. 54
Ziff.
13.1).
5.4
In Bezug auf die gutachterliche Einschätzung der verbliebenen Arbeitsfähig
keit der Beschwerdeführerin in der bisherigen sowie in einer
behinderungs
angepassten
Tätigkeit
ist
indessen
auf Folgendes hinzuweisen
:
Die ausgebildete Detailhandelsangestellte absolvierte ihre Lehre in einem Orthopädie-Fachgeschäft und arbeitete während mehreren Jahren als Ver
käuferin in unterschiedlichen Branchen (vgl.
Urk.
7/19/6-11;
Urk.
7/19/16).
Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit zogen die Gutachter die von der Beschwerdeführerin von April 2005 bis Ende Dezem
ber 2009 bei der
G.___
ag
ausgeübte Tätigkeit als Platzanweiserin und
„
Mädchen für alles
“
heran und bezeichneten diese als optimal adaptierte Tätigkeit, welche der Beschwerdeführerin
weiterhin
voll
schichtig
zumutbar sei. Gleichzeitig gingen sie davon aus, dass es sich hier
bei um einen Nischenarbeitsplatz gehandelt habe, da eine solche Tätigkeit weder physisch noch psychisch belastend sei (vgl.
Urk.
7/89/2-58 S. 51
Ziff.
9.1
, S. 54
Ziff.
13.2
). Dem entsprechenden Arbeitszeugnis lässt sich al
lerdings entnehmen, dass das Aufgabengebiet der Beschwerdeführerin bei
spielsweise auch den Verkauf von Eintrittskarten mittels des komplexen Kassensystems, die
Kundenberatung,
die
Tag
esabrechnung mit
Bankeinzah
lung
oder die Mithilfe beim Bestellwesen der Kioskartikel
umfasste (vgl. Ar
beitszeugnis vom 2
7.
Dezember 20
09,
Urk.
7/19/5). Ob es sich dabei
tatsäch
lich um eine weder
physisch
noch psychisch belastende Tätigkeit
und
um ei
nen Nischenarbeitsplatz gehandelt hat
, erscheint daher zumindest fraglich.
Nach der Tätigkeit bei der
G.___
war d
ie
Beschwerdeführerin
noch
in einem auf zwei Monate befristeten Arbeitsverhältnis als Verkäuferin in einer Bä
ckerei tätig (vgl.
Urk.
7/19/4) und
arbeitete
nach Lage der Akten im Jahr 2011
auch
in einer Taxizen
trale
.
D
iesbezüglich
gingen die Gutachter des
E.___
davon aus, dass die Beschwerdeführerin den höheren kognitiven An
sprüchen wie sie im Rahme
n dieser Tätigkeit
gefordert gewesen seien, nie genügt haben dürfte (vgl.
Urk.
7/89/2-58 S. 52
Ziff.
9.2, S. 54
Ziff.
13.2).
Ungeachtet
d
essen, ob die Gutachter des
E.___
für die Beurteilung der verbliebe
nen Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit
allenfalls vo
n einem zum
im Arbeitszeugnis beschriebenen
Tätigkeitsbereich
leicht
a
bweichenden
Aufgabengebiet ausgingen,
ist die gutachterliche Einschätzung, wonach d
er
Beschwerdeführerin
eine angepasste
leichte bis
mittelschwere
Tätigkeit ohne Arbeiten mit hoher Arbeitsdichte und ohne Multitasking-Aufgaben
, mit kla
ren Anweisungen und
der Möglichkeit des sukzessiven
Erledigen
s
der Arbei
ten vollschichtig
zumutbar
ist, aufgrund der erhobenen Befunde nachvoll
ziehbar und plausibel. Darauf kann abgestellt werden.
Zu erwähnen bleibt, dass das Tätigkeitsspektrum im Verkaufsbereich extrem weit gefächert ist (vgl. etwa auch den Bericht der Laufbahnberatung der Stadt Zürich vom
6.
Juni 2012,
Urk.
7/27 S. 2). Soweit eine Verkaufstätigkeit den Anforderun
gen
d
es
Belastungsprofil
s entspricht, ist
der Beschwerdeführerin
diese
des
halb
überwiegend wahrscheinlich
weiterhin vollschichtig zumutbar.
5.5
Der medizinische Sachverhalt ist somit dahingehend erstellt, dass
die Beschwer
deführerin
im Wesentlichen
an einem chronischen lumboverteb
ro
genen Syndrom
sowie an erheblichen kognitiven Beeinträchtigungen im Sinne eines ADS im Erwachsenenalter mit Auswirkungen auf
die Arbeitsfä
higkeiten leidet.
Eine
optimal behinderungsangepasste
leichte bis mittel
schwere Tätigkeit ohne
Arbeiten mit
hohe
r
Arbeitsdichte und ohne Multitas
king-Aufgaben
, mit klaren Anweisungen und der Möglichkeit des sukzessi
ven Erledigens der Arbeiten
ist ihr
dennoch
vollschichtig zumutbar
.
6.
6.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte
– der Stellungnahme des RAD folgend (
Urk.
7/92 S. 2 ff.
) -
gestützt auf die gutachterliche Beurteilung des
E.___
das Vorliegen eines invalid
enversicherungsrelevanten
Gesundheitsschadens und damit eines
Leistungs
anspruchs
(vgl.
Urk.
2 S.
2
;
Urk.
6 S. 2
;
Urk.
7/92 S. 4
).
Hierzu gilt es allerdings vorauszuschicken, dass das IVG
keinen einheitlichen Invaliditätsbegriff kennt, sondern dem System der leistungsspezifischen In
validität folgt (BGE 126 V 241 E. 4). Die für den Rentenanspruch geltenden Voraussetzungen können daher nicht unbesehen auf die einzelnen Einglie
derungsmassnahmen übertragen werden.
Was inhaltlich in Bezug auf die In
validität erforderlich ist, kann daher nur im Zusammenhang mit einer be
stimmten Eingliederungsmassnahme gesagt werden. Es rechtfertigt sich dies
bezüglich, die Invalidität nicht primär nach Art. 8 Abs. 1 IVG zu definieren, sondern nach der von der fraglichen Massnahme verlangten Einschränkung (vgl. dazu Silvia Bucher, Eingliederungsrecht der Invalidenversicherung, Bern 2011, S
. 64 ff. Rz 101
-104).
6.2
Unter dem Blickwinkel der leistungsspezifischen Invalidität ist im Folgenden zunächst
zu prüfen,
ob
allenfalls
Massnahmen der beruflichen Eingliederung z
u gewähren sind
.
In Frage komm
t
vor allem
die von den Gutachtern des
E.___
als notwendig erachtete
Arbeitsvermittlung
(
vgl.
Urk.
7/
89/2-58 S. 53
Ziff.
10.2).
A
uch die Beschwerdeführerin
beantragte in
ihrer Beschwerde
schrift
in erster Linie die Unterstützung bei der beruflichen Wiedereingliede
rung
(vgl.
Urk.
1 S. 5 f.).
Nach
Art.
18
Abs.
1 IVG haben
a
rbeitsunfähige (
Art.
6 ATSG) Versicherte, welche eingliederungsfähig sind, Anspruch auf aktive Unterstützung bei der
Suche eines geeigneten Arbeitsplatzes (lit. a) und auf begleitende Beratung im Hinblick auf die Aufrechterhaltung ihres Arbeitsplatzes (lit. b).
Nach dem ausdrücklichen Gesetzeswortlaut von Art. 18 Abs. 1 IVG steht der Anspruch auf Arbeitsvermittlung nunmehr s
chon den arbeitsunfähigen Versi
cherten zu, wobei das Gesetz auf Art. 6 ATSG verweist. Daraus ergibt sich, dass der Ein
tritt einer Arbeitsunfähigkeit genügt; si
e muss sich nicht zur Erwerbsun
fä
higkeit gemäss Art. 7 ATSG oder gar Invalid
ität gemäss Art. 8 ATSG ver
dich
tet haben.
Zu beachten ist zudem, dass bei langer Dauer einer Arbeits
unfähigkeit im bisherigen Beruf auch die zumutbare Tätigkeit in einem an
deren Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt wird (Art. 6 Satz 2 ATSG). Zur Begründung dieses Anspruches ist jedoch eine spezifische Einschränkung gesundheitlicher Art notwendig, wobei die leistungsspezifische Invalidität des Anspruchs vorliegt, wenn die Behinderung Probleme bei der Stellensuche verursacht. Dies trifft beispielsweise zu, wenn wegen Stummheit oder man
gelnder
Mobilität kein Bewerbungsgespräch möglich ist oder dem potenziel
len Arbeitgeber die besonderen Möglichkeiten und Grenzen der versicherten Person erläutert werden müssen, damit sie überhaupt eine Chance hat, den gewünschten Arbeitsplatz zu erhalten. Zwischen dem Gesundheitsschaden und der Notwendigkeit der Arbeitsvermittlung muss entsprechend ein Kau
salzusammenhang bestehen
und die versicherte Person muss bei der
Stel
lensuche
aus invaliditätsbedingten Gründen
auf das Fachwissen und entspre
chende Hilfe der Vermittlungsbehörden angewiesen
sein. Dies gilt auch für Versicherte, die in einer behinderungsangepassten Tätigkeit voll arbeitsfähig sind
(vgl. Urteil
e
des Bundesgerichts 8C_641
/2015 vom 1
2.
Januar 2016 E. 2 und
9C_966/2011 vom
4.
Mai 2012 E. 3.2
).
Damit stellt sich die F
rage, ob die
Beschwerdeführer
in
aufgrund
ihrer gesund
heitlichen Beeinträchtigungen bei der
Arbeitssuche erheblich behin
dert ist
.
Weder
der Umstand, dass
ihr
aufgrund der
verminderten
Wirbelsäu
lenbelastbarkeit
keine körperliche Schwerarbeit mehr zumutbar ist
,
noch das
bei einer Tätigkeit
zu berücksichtigende kognitive Anforderungsprofil
ver
ursachen ihr
auf dem ausgeglichenen hypothetischen Arbeitsmarkt, der über
dies auch Nischenarbeitsplätze umfasst (vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_
652/2014 vom
9.
Januar 2015 E. 3.2.2.1),
erhebliche
Probleme bei der Stellensuche
, welche Fachkenntnisse der Beschwerdegegnerin notwendig
ma
chen würden
;
dies gilt umso mehr, als die Beschwerdefüh
r
erin
bei Beachtung des Belastungsprofils auch
in
d
er
bisherige
n Verkaufst
ätigkeit
noch
voll
schichtig
arbeitsfähig
ist
. Der Beschwerdeführeri
n stehen
ge
nügend zumut
bare Stellen offen
.
Damit besteht
kein
Anspruch auf Arbeitsvermittlung
. Von
eine
r
BEFAS-Abklärung
kann unter
diesen
Umständen abgesehen werden
.
.
6.3
S
chliesslich ist
der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin zu prüfen
.
Wird davon ausgegangen, dass die Beschwerdeführerin in der bisherigen Tätigkeit bei der
G.___
respektive in einer Verkaufstätigkeit bei Beachtung des
Belas
tungsprofils
vollschichtig arbeitsfähig ist (vgl. hierzu vorstehend E. 5.4),
er
übrigt sich grundsätzlich ein Einkommensvergleich und ein Rentenanspruch ist zu verneinen. Selbst bei Vornahme eines Einkommensvergleichs
nach
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a IVG
ergibt sich
allerdings
nichts
Abweichendes, kann doch - da der Beschwerdeführerin
auch eine ähnlich
e
wie die bisherige Tätigkeit oder
eine
andere behinderungsangepasste Tätig
keit in Beachtung des Belastungsprofils
weiterhin vollschichtig zumutbar
ist und sie
d
erzeit
keine Erwerbstätigkeit aus
übt -
sowohl für die Bestimmung des Validen- als auch des Invalideneinkommens auf die
statistischen Werte der LSE ab
gestellt werden
, wobei beide Vergleichseinkommen vom selben Tabellenlohn
zu ermitteln sind. Somit kann ausnahmsweise von der ärztlich geschätzten
Arbeits
(
un
)
fähigkeit
ohne
Weiteres
– unter Berücksichtigung ei
nes allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn – auf einen entsprechenden
Invali
ditätsgrad
geschlossen und damit ein Prozentvergleich vorgenommen werden (BGE 134 V 322 E. 4.1; Urteile des Bundesgerichts 9C_192/2014 vom 2
3.
September 2014 E. 3.2 und 8C_450/2014 vom 2
4.
Juli 2014 E. 7.3).
Selbst bei Gewährung des maximalen - vorliegend
allerdings nicht angemessenen
-
Tabellenabzugs
(
vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75
)
resultiert
in jedem Fall kein rentenbegründender Invaliditätsgrad, weshalb sich weitere
Ausführungen hierzu erübrigen.
6.4
Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin weder Anspruch auf Arbeitsvermittlung
noch
auf eine Invalidenrente
hat.
Die angefochtene Verfügung erweist sich demnach als rechtens, was zur Ab
weisung der Beschwerde führt.
7.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzule
gen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Entsprechend dem A
usgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin auf
zuerlegen, infolge bewilligter unentgeltlicher Prozessführung jedoch einst
weilen auf die Gerichtskasse zu nehmen, dies unter Hinweis auf
§
16
Abs.
4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer).
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt
, zu
folge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse genommen.
Die Beschwerdeführerin wird
auf die
Nachzahlungs
pflicht
gemäss § 16 Abs. 4 GSVGer hingewiesen.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Stadt Zürich Soziale Dienste
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesge
richt Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur
kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
MosimannMeierhans