# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e811ebbe-3b17-5d0c-be5d-0a001857f67b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-11-09
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 09.11.2010 D-7748/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-7748-2010_2010-11-09.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-7748/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  9 .  N o v e m b e r  2 0 1 0

Einzelrichter Daniele Cattaneo, 
mit Zustimmung von Richter Kurt Gysi; 
Gerichtsschreiber Carlo Monti.

A._______, Nigeria,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung 
(Dublin-Verfahren); 
Verfügung des BFM vom 22. Oktober 2010 / N [...].

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-7748/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  der  eigenen  Angaben  zufolge  aus  B._______  (Edo  State, 
Nigeria)  stammende  Beschwerdeführer  mit  letztem  Wohnsitz  in 
C._______  (Edo  State,  Nigeria)  seinen  Heimatstaat  im  Dezember 
1999 verliess und über Niger, wo er bis im Mai  2008 geblieben sei, 
Libyen, wo er sich bis im August 2008 aufgehalten habe, und Italien, 
wo er ein Asylgesuch eingereicht habe und bis im April 2010 gewesen 
sei,  am  18. April  2010  unter  Umgehung  der  Grenzkontrolle  in  die 
Schweiz gelangte, wo er gleichentags im Empfangs- und Verfahrens-
zentrum (EVZ) Chiasso erstmalig um Asyl nachsuchte,

dass ein Abgleich der Fingerabdrücke des Beschwerdeführers mit der 
Eurodac-Datenbank ergab, dass dieser am 30. August 2008 in Lampe-
dusa e Linosa von den italienischen Behörden daktyloskopisch erfasst 
worden war und am 3. Dezember 2008 in Rom ein  Asylgesuch ein-
gereicht hatte,

dass  der  Beschwerdeführer  anlässlich  der  Kurzbefragung  im  EVZ 
Chiasso vom 28. April  2010 zur  Begründung seines Asylgesuchs im 
Wesentlichen  geltend  machte,  er  habe  Nigeria  wegen  der  gewalt-
samen Auseinandersetzungen um Erdölgebiete zwischen den Dörfern 
D._______ und B._______ verlassen,

dass anlässlich dieser Auseinandersetzungen im Jahre 1999 viele Per-
sonen, darunter seine Eltern und seine Brüder, umgekommen seien,

dass er, obwohl er seit 1991 in Benin City gelebt habe, im Jahre 1999 
die Nachfolge seines Vaters als prominente Persönlichkeit seines Hei -
matdorfes hätte antreten sollen, andernfalls er umgebracht worden wä-
re, weshalb er sich entschlossen habe, Nigeria zu verlassen,

dass das Asylgesuch in Italien negativ entschieden worden sei und er 
dort einen bis zum März 2010 gültigen Aufenthaltstitel gehabt habe,

dass dem Beschwerdeführer anlässlich der Befragung im EVZ Chiasso 
das rechtliche Gehör zum Umstand gewährt wurde, wonach mutmass-
lich Italien für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens 
zuständig sei, weshalb gegebenenfalls auf sein Asylgesuch nicht ein-
getreten werde,

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dass der Beschwerdeführer angab, er wolle nicht nach Italien zurück-
kehren, da er, seit  er  dort von der Caritas weggewiesen worden sei, 
nicht mehr wisse, wohin er gehen könne und wo er Nahrung erhalte,

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  1.  Juli  2010  –  eröffnet  am 
9. Juli 2010  –  in  Anwendung  von  Art. 34  Abs. 2  Bst. d  des  Asyl-
gesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31)  auf  das Asylgesuch 
nicht  eintrat  und  die  Wegweisung  nach  Italien  sowie  den  Vollzug 
spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist anordnete,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  13.  Juli  2010  (Post-
stempel)  an das Bundesverwaltungsgericht Beschwerde gegen diese 
Verfügung einreichte,

dass das Bundesverwaltungsgericht  mit  Urteil  vom 19. Juli  2010 die 
vorgenannte Beschwerde abwies,

dass  am  23.  August  2010  die  Wegweisung  nach  Italien  von  den 
Schweizer Behörden vollzogen wurde und der Beschwerdeführer per 
Flugzeug nach Rom gebracht wurde,

dass der Beschwerdeführer am 24. August 2010 per Zug erneut in die 
Schweiz einreiste,  wo er  gleichentags im EVZ Chiasso sein  zweites 
Asylgesuch einreichte,

dass  er  anlässlich  der  Kurzbefragung  im  EVZ  Chiasso  vom 
7. September 2010 zur Begründung seines Asylgesuchs die gleichen 
Gründe geltend machte, welche er schon anlässlich des ersten Asyl-
gesuchs vorgebracht hatte (vgl. B1/10, S. 5),

dass dem Beschwerdeführer anlässlich der Befragung im EVZ Chiasso 
das rechtliche Gehör zum Umstand gewährt wurde, wonach mutmass-
lich Italien für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens 
zuständig sei, weshalb gegebenenfalls auf sein Asylgesuch nicht ein-
getreten werde,

dass der Beschwerdeführer angab, er wolle nicht nach Italien zurück-
kehren,  da  er  bei  seiner  Ankunft  am  23.  August  2010  eine  Weg-
weisungsverfügung  erhalten  habe  und  deshalb  nicht  mehr  wisse, 
wohin er gehen könne,

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dass  der  Beschwerdeführer  mit  Entscheid  des  BFM  vom 
14. September  2010  für  den  weiteren  Aufenthalt  während  des  Ver-
fahrens dem Kanton Zürich zugewiesen wurde,

dass das BFM am 17. September 2010 Italien um Übernahme des Be-
schwerdeführers ersuchte,

dass Italien das Ersuchen des BFM unbeantwortet liess,

dass  das  BFM mit  Verfügung  vom 22.  Oktober  2010  –  eröffnet  am 
28. Oktober 2010 – in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG auf 
das Asylgesuch nicht eintrat und die Wegweisung nach Italien sowie 
den Vollzug spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist  an-
ordnete,

dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den 
Entscheid  komme  keine  aufschiebende  Wirkung  zu,  und  die  Aus-
händigung der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis  an 
den Beschwerdeführer verfügte,

dass das Bundesamt zur Begründung anführte, der Beschwerdeführer 
habe am 3. Dezember 2008 in Italien ein Asylgesuch eingereicht, was 
aus dem Fingerabdruckvergleich mit  der  Eurodac-Datenbank hervor-
gehe,

dass Italien gestützt  auf  das  Abkommen vom 26. Oktober 2004 zwi-
schen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen 
Gemeinschaft  über  die  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung des 
zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder 
in  der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  (Dublin-Assoziierungs-
abkommen [DAA, SR 0.142.392.68]) und auf das Übereinkommen vom 
17. Dezember  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossen-
schaft,  der  Republik  Island  und dem Königreich  Norwegen über  die 
Umsetzung, Anwendung und Entwicklung des Schengen-Besitzstands 
und über die Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen 
Staates für die Prüfung eines in der Schweiz, in Island oder in Norwe-
gen gestellten Asylantrags (Übereinkommen vom 17. Dezember 2004, 
SR 0.362.32) für die Durchführung des Asylverfahrens zuständig sei,

dass,  da die  italienischen Behörden das Gesuch um Aufnahme des 
Beschwerdeführers innerhalb der festgelegten Frist  nicht beantwortet 
hätten,  die  Zuständigkeit  gestützt  auf  Art.  20  Abs. 1  Bst. c  der  Ver-

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ordnung (EG) Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 zur Fest-
legung  von  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des  Mitglied-
staats, der für die Prüfung eines Asylantrages zuständig ist,  den ein 
Staatsangehöriger eines Drittlandes in einem Mitgliedstaat gestellt hat 
[Dublin-II-Verordnung] auf Italien übergegangen sei,

dass  die  Rückführung  vorbehältlich  einer  allfälligen  Unterbrechung 
oder Verlängerung bis spätestens zum 2. April 2011 zu erfolgen habe,

dass  dem  Beschwerdeführer  das  rechtliche  Gehör  gewährt  worden 
sei, seine Aussagen jedoch die Rückführung nach Italien nicht zu ver-
hindern vermöchten, da Italien ein Rechtsstaat sei und gemäss Dublin-
Abkommen zur Rückübernahme verpflichtet sei,

dass Italien die Minimum-Standards der Europäischen Union (EU) für 
die  Aufnahme der  Asylgesuchsteller  anwende  und  somit  Aufnahme-
strukturen zur Verfügung stelle,

dass auf das Asylgesuch daher nicht einzutreten sei,

dass die Zulässigkeit,  Zumutbarkeit  und Möglichkeit  des Vollzugs zu 
bejahen seien,

dass  der  Beschwerdeführer  mittels  zweier  Eingaben  – eine  mit  un-
bekanntem  Absendedatum  (unlesbarer  Stempel)  und  eine  vom 
3. November  2010  (Poststempel)  – Beschwerde  beim  Bundesver-
waltungsgericht gegen diese Verfügung einreichte und beantragte, die 
Verfügung  des  BFM  sei  aufzuheben  und  die  Vorinstanz  sei  anzu-
weisen, ihr Recht zum Selbsteintritt  auszuüben und sich für das vor-
liegende Asylverfahren als  zuständig  zu erklären,  im Sinne  vorsorg-
licher Massnahmen sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen und die 
Vollzugsbehörden  seien  anzuweisen,  von  einer  Überstellung  nach 
Italien  abzusehen,  bis  das  Bundesverwaltungsgericht  über  die  Be-
schwerde entschieden habe,  es  sei  auf  die  Erhebung eines Kosten-
vorschusses  zu  verzichten  und  es  sei  die  unentgeltliche  Prozess-
führung zu gewähren,

dass  auf  die  Begründung,  soweit  entscheidwesentlich,  in  den  Er-
wägungen eingegangen wird,

dass das Bundesverwaltungsgericht den Wegweisungsvollzug im Rah-
men  einer  vorsorglichen  Massnahme  (Art.  56  des  Bundesgesetzes 

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vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG, 
SR 172.021]) am 2. November 2010 aussetzte,

dass die vorinstanzlichen Akten am 2. November 2010 beim Bundes-
verwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht  auf  dem Gebiet  des  Asyls  end-
gültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5  VwVG) des BFM 
entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-33 des Verwaltungsgerichts-
gesetzes  vom 17. Juni 2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst.  d  Ziff. 1 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  angefochtene  Verfügung  be-
sonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 
Abs. 1 VwVG),

dass  das  Datum  der  ersten  Eingabe  des  Beschwerdeführers  nicht 
genau ermittelt werden kann, da der Poststempel unlesbar ist,

dass  aber  feststeht,  dass  der  Beschwerdeführer  die  Verfügung  des 
BFM vom 22. Oktober am 28. Oktober 2010 erhalten hat,

dass weiter belegt ist, dass die erste Eingabe des Beschwerdeführers 
am  1.  November  2010  beim  BFM  –  welches  diese  am 
2. November 2010  an  das  Bundesverwaltungsgericht  weiterleitete  – 
eintraf,

dass  somit  auf  die  frist-  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art.  105 AsylG i.V.m. Art. 37 
VGG und Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  be-

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ziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  wird  (Art.  111 
Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um 
eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur 
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  sich  die  Beschwerdeinstanz  –  sofern  sie  den  Nichteintretens-
entscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  einer  selbständigen 
materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und 
die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. 
Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurs-
kommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.),

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asyl -
suchende in einen Drittstaat ausreisen können, welcher für die Durch-
führung  des  Asyl-  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zu-
ständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),

dass der vorgängige Aufenthalt des Beschwerdeführers in Italien fest-
steht und er diesen auch nicht bestreitet,

dass somit Italien für die Prüfung seines am 24. August 2010 in der 
Schweiz eingereichten Asylantrags zuständig ist  (vgl. DAA  sowie die 
Dublin-II-Verordnung und  die  Verordnung  [EG]  Nr. 1560/2003  der 
Kommission vom 2. September 2003 mit Durchführungsbestimmungen 
zur Verordnung [EG] Nr. 343/2003 des Rates [DVO Dublin]),

dass  die  italienischen  Behörden  das  Ersuchen  des  BFM  vom 
17. September  2010  um  Übernahme  des  Beschwerdeführers  un-
beantwortet liessen, womit die Zuständigkeit Italiens gemäss Dubliner 
Verfahrensregelung  aufgrund  der  sogenannten  Verfristung  definitiv 
geworden ist (vgl. Art. 20 Abs. 1 Dublin-II-Verordnung),

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dass der Inhalt der Beschwerde offensichtlich zu keiner anderen Ein-
schätzung führt, zumal die Zuständigkeit Italiens zur Durchführung des 
Asylverfahrens vom Beschwerdeführer nicht bestritten wird,

dass  der  Beschwerdeführer  in  seiner  Rechtsmitteleingabe  ins-
besondere geltend macht, er werde in Italien von den nigerianischen 
Asylbewerbern  und  der  Mafia  bedroht,  da  er  ein  Verbrechens-
bekämpfer sei und sich gegen deren Handlungen gestellt habe,

dass  Italien  aber  sowohl  Signatarstaat  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  (FK, 
SR 0.142.30) und der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze 
der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) ist,

dass  keine  konkreten  Anhaltspunkte  vorliegen,  wonach  sich  Italien 
nicht  an  die  daraus  resultierenden  völkerrechtlichen  Verpflichtungen 
hält,

dass das Vorbringen des Beschwerdeführers er  werde in  Italien von 
den  nigerianischen  Asylbewerbern  und  der  Mafia  bedroht  als  nach-
geschoben und mithin als unglaubhaft zu erachten ist, machte er doch 
im vorinstanzlichen Verfahren keinen solchen Sachverhalt geltend,

dass  ferner  Dublin-Rückkehrende  betreffend  Unterbringung  von  den 
italienischen Behörden bevorzugt behandelt werden und sich – neben 
den  staatlichen  Strukturen  –  auch  zahlreiche  private  Hilfs-
organisationen  der  Betreuung  von  Asylsuchenden  und  Flüchtlingen 
annehmen,

dass in Italien ein rechtsstaatlich konformes Verfahren zur Prüfung des 
Asylgesuchs und der  Wegweisung garantiert  ist  und ein dort  bereits 
durchlaufenes Asylverfahren keinen Grund darstellt, ein Asylgesuch in 
der Schweiz materiell zu behandeln,

dass unter diesen Umständen keine konkreten Anhaltspunkte dafür er -
sichtlich sind,  er  würde im Falle  einer  Rückkehr  nach Italien in  eine 
existenzielle Notlage geraten,

dass somit nicht davon auszugehen ist, das BFM hätte vorliegend Ver-
anlassung  zu  einem Selbsteintritt  gehabt,  weshalb  darauf  verzichtet 
werden kann, auf die entsprechenden Bedingungen näher einzugehen,

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dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG 
zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten 
ist,

dass die Anordnung der Wegweisung nach Italien der Systematik des 
Dublin-Verfahrens – bei dem es sich um ein Überstellungsverfahren in 
den  für  die  Prüfung  des  Asylgesuchs  zuständigen  Staat  handelt  – 
entspricht  und  im  Einklang  mit  der  Bestimmung  von  Art.  44  Abs. 1 
AsylG steht,  wobei in Verfahren nach Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG die 
Frage nach der Zulässigkeit und Möglichkeit des Wegweisungsvollzugs 
– wie oben erwähnt – regelmässig bereits Voraussetzung (und nicht 
erst Regelfolge) des Nichteintretensentscheids und demnach hier nicht 
mehr zu prüfen ist,

dass sich auch die Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs 
in einem Dublin-Verfahren nicht unter dem Aspekt von Art.  83 Abs. 1 
und 4 AuG stellt,  sondern eine entsprechende Prüfung – soweit not -
wendig – vielmehr bereits im Rahmen der Entscheidfindung hinsicht-
lich der Ausübung des Selbsteintrittsrechts stattfinden muss (vgl. vor-
stehende Erwägungen),

dass  vorliegend  –  wie  aufgezeigt  –  kein  Anlass  zur  Ausübung  des 
Selbsteintrittsrechts (Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-VO) besteht,  weshalb der 
vom BFM verfügte Vollzug der Wegweisung zu bestätigen ist,

dass der Beschwerdeführer demnach nicht darzutun vermag, inwiefern 
die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheb-
lichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt  oder  unan-
gemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist,

dass der Antrag auf Anordnung vorsorglicher Massnahmen durch das 
Bundesverwaltungsgericht – solche können nur für die Dauer des Be-
schwerdeverfahrens  Wirkung  entfalten  –  und  die  Gesuche  um  Ge-
währung  der  aufschiebenden  Wirkung  der  Beschwerde  und  Verzicht 
auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  aufgrund  des  direkten 
Entscheids  in  der  Hauptsache  gegenstandslos  geworden  sind,  wes-
halb darüber nicht zu befinden ist,

dass  sich  die  Beschwerde  aufgrund  vorstehender  Erwägungen  als 
aussichtslos erweist, weshalb das Gesuch um Gewährung der unent -

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geltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG ungeachtet 
der Bedürftigkeit des Beschwerdeführers abzuweisen ist,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.– 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art. 63 
Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im 
Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.– werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an:

- den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N [...]  (per 

Kurier; in Kopie)
- das E._______ (in Kopie)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Daniele Cattaneo Carlo Monti

Versand:

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