# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e9e46b60-9ee6-5609-8e50-be8862417a85
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-04-01
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 01.04.2022 SK1 2019 38
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SK1-2019-38_2022-04-01.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

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Urteil vom 01. April 2022

Referenz SK1 19 38/39

Instanz I. Strafkammer

Besetzung Moses, Vorsitzender
Michael Dürst und Bergamin
Baldassarre, Aktuar

Parteien A._____, 
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Mauro Lardi
Reichsgasse 65, 7000 Chur

B._____, 
Beschuldigte
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Remo Dolf
Gäuggelistrasse 1, Postfach 341, 7001 Chur

gegen

Staatsanwaltschaft Graubünden
Rohanstrasse 5, 7001 Chur

C._____
Privatkläger

D._____
Privatklägerin
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Balthasar Wicki
Stockerstrasse 44, 8002 Zürich 

E._____
Privatklägerin

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vertreten durch Rechtsanwalt Andrea Bersani
Viale Stazione 11, Postfach 1815, 6501 Bellinzona

Gegenstand mehrfacher Betrug, mehrfache Veruntreuung, mehrfache Misswirt-
schaft und mehrfache Unterlassung der Buchführung

Anfechtungsobj. Urteile des Regionalgerichts Maloja vom 16.11.2018, mitgeteilt am 
05.08.2019 (Proz. Nr. 515-2018-5 und 515-2018-6)

Mitteilung 13. Oktober 2022

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Sachverhalt

A. Gegen A._____ und B._____ wurde am 3. Oktober 2016 vor dem Bezirksge-
richt Moesa (nunmehr: Regionalgericht Moesa) Anklage erhoben.

B. Nachdem die Privatklägerin D._____ am 12. November 2017 unter anderem 
die Einvernahme von F._____ als Zeugin verlangte, ersuchte der Präsident des Re-
gionalgerichts Moesa am 28. November 2017 die II. Strafkammer des Kantonsge-
richts von Graubünden, ein anderes Gericht für die Durchführung des Hauptverfah-
rens als zuständig zu erklären. Dem Gesuch wurde mit Verfügung vom 22. Ja-
nuar 2018 entsprochen, woraufhin dem als zuständig erklärten Regionalgericht Ma-
loja die Akten zur Durchführung des Hauptverfahrens übermittelt wurden.

C. Das Regionalgericht Maloja legte mit prozessleitender Verfügung vom 
12. März 2018 Deutsch als Verfahrenssprache fest. 

D. Am 16. November 2018 sprach das Regionalgericht Maloja A._____ des 
mehrfachen Betrugs, der mehrfachen Veruntreuung, der mehrfachen Misswirtschaft 
und der mehrfachen Unterlassung der Buchführung schuldig. Hierfür wurde 
A._____ mit einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten bestraft, woran die erstandene 
Polizei- und Untersuchungshaft von zwei Tagen angerechnet wurde. Der Vollzug 
der Freiheitsstrafe wurde unter Ansetzung einer Probezeit von fünf Jahren aufge-
schoben. Die Zivilklagen der Privatklägerinnen G._____ und E._____ wurden voll-
umfänglich gutgeheissen. Die Zivilklage der Privatklägerin D._____ wurde teilweise 
gutgeheissen, im Sinne dass A._____ dazu verurteilt wurde, ihr den Betrag von 
EUR 250'000.00 zu bezahlen. Im Übrigen – namentlich hinsichtlich der Zinsforde-
rung – wurde die Zivilklage auf den Zivilweg verwiesen.

Gleichentags sprach das Regionalgericht Maloja B._____ des Betruges schuldig 
und bestrafte sie hierfür mit einer Freiheitsstrafe von 8 Monaten – deren Vollzug 
unter Ansetzung einer Probezeit von drei Jahren aufgeschoben wurde – sowie einer 
Verbindungsbusse von CHF 2'000.00. Auch im Fall von B._____ wurde die Zivil-
klage der Privatklägerin D._____ teilweise gutgeheissen, im Sinne dass Erstere ver-
pflichtet wurde, Letzterer den Betrag von EUR 250'000.00 zu bezahlen. Im Übrigen 
– namentlich hinsichtlich der Zinsforderung – wurde die Zivilklage ebenfalls auf den 
Zivilweg verwiesen.

E. Gegen die soeben genannten beiden Urteile erklärten die jeweiligen Beschul-
digten am 22. August 2019 (A._____) respektive am 26. August 2019 (B._____) 
Berufung beim Kantonsgericht von Graubünden.

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A._____ beantragte die Aufhebung der Ziffern 1 und 2 des Dispositivs des sie be-
treffenden Urteils (Schuld- und Sanktionspunkt) sowie den Freispruch von den Vor-
würfen des mehrfachen Betrugs, der mehrfachen Veruntreuung und der mehrfa-
chen Misswirtschaft, unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge im vorin-
stanzlichen Verfahren und im Berufungsverfahren. Die Erfüllung des Straftatbestan-
des der unterlassenen Buchführung wurde demgegenüber anerkannt. Für den Fall 
der Verurteilung beantragte A._____ die Verhängung einer bedingten Geld- oder 
Freiheitsstrafe nach Ermessen des Gerichts.

B._____ beantragte demgegenüber die Aufhebung der Ziffern 1, 2, 3 und 5 des 
Dispositivs des sie betreffenden Urteils (Schuldpunkt, Sanktionspunkt und Verfah-
renskosten) sowie den Freispruch vom Vorwurf des Betruges, unter Kosten- und 
Entschädigungsfolge zulasten des Kantons Graubünden.

F. Die Berufungsverhandlung fand in beiden Verfahren gemeinsam am 
29. März 2022 statt. Die Beschuldigten bestätigten die von ihnen gestellten Anträge. 
Die Staatsanwaltschaft Graubünden schloss auf vollumfängliche, kostenpflichtige 
Abweisung der Berufungen. Die Privatklägerin D._____ beantragte die Abweisung 
der Berufungen, soweit auf dieselben einzutreten sei. Ferner beantragte sie, zusätz-
lich zur – vorinstanzlich gutgeheissenen – Hauptforderung gegen die Beschuldigte 
A._____ in Höhe von EUR 250'000.00 auch die – vorinstanzlich hingegen auf den 
Zivilweg verwiesene – Zinsforderung in Höhe von 5% per annum seit dem 
17. Mai 2004 (auf dem Teilbetrag von EUR 150'000.00) beziehungsweise seit dem 
17. Juni 2004 (auf dem Teilbetrag von EUR 100'000.00) zuzusprechen. Schliesslich 
beantragte sie, zusätzlich zur – ebenfalls von der Vorinstanz gutgeheissenen – 
Hauptforderung gegen die Beschuldigte B._____ in Höhe von EUR 250'000.00 
auch die – hingegen wiederum auf den Zivilweg verwiesene – Zinsforderung in 
Höhe von 5% per annum seit dem 17. August 2004 auf dem Betrag der Hauptfor-
derung zuzusprechen.

Anlässlich ihrer Plädoyers bemängelte die Privatklägerin D._____ die Verständlich-
keit der Befragungen der Beschuldigten auf Italienisch beziehungsweise die Über-
setzung derselben, sowie den Umstand, dass den beiden Beschuldigten trotz an-
geblich hinreichenden finanziellen Mitteln amtliche Verteidiger bestellt worden 
seien.

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Erwägungen

1. Prozessuales

1.1. Sachurteilsvoraussetzungen

Gegen die angefochtenen erstinstanzlichen Urteile des Regionalgerichts Maloja ist 
jeweils Berufung zulässig (Art. 398 Abs. 1 StPO). Die Sachurteilsvoraussetzungen 
geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Auf die Berufungen ist daher einzutreten 
und es ist ein neues Urteil zu fällen (Art. 408 StPO).

1.2. Verfahrensvereinigung

Die Berufungsverfahren SK1 19 38 und SK1 19 39 sind zu vereinigen und gemein-
sam zu beurteilen (Art. 30 StPO), zumal die Staatsanwaltschaft denn auch nur eine 
gemeinsame Anklage erhob (StA act. A.1.32 [VV.2012.1486], lit. A und B).

1.3. Amtliche Verteidigung

Die Privatklägerin D._____ rügt in ihrem Plädoyer vor der Berufungsinstanz sinn-
gemäss, den Beschuldigten B._____ und A._____ seien zu Unrecht amtliche Ver-
teidigungen bestellt worden, da dieselben eigenen Aussagen zufolge vermögend 
seien (act. H.4 [SK1 19 38 / 39], S. 9 a.E.). Sie ist allerdings von der beanstandeten 
Anordnung nicht beschwert – beziehungsweise sogar begünstigt, da den beiden 
Beschuldigten im Falle eines Unterliegens der Privatklägerin gerade aufgrund der 
amtlichen Verteidigung kein Anspruch auf eine Entschädigung zu Lasten derselben 
zukäme (vgl. untenstehende E. 13.2.3 a.E.) –, weshalb sie zur Erhebung ebendie-
ser Rüge von vornherein nicht berechtigt ist.

Die Rüge ist jedenfalls unbegründet. Die Verfahrensleitung ordnet eine amtliche 
Verteidigung einerseits an, wenn die beschuldigte Person nicht über die erforderli-
chen Mittel verfügt und die Verteidigung zur Wahrung ihrer Interessen geboten ist 
(Art. 132 Abs. 1 lit. b StPO). Sie ordnet eine amtliche Verteidigung jedoch ebenso 
an, wenn bei notwendiger Verteidigung die beschuldigte Person trotz Aufforderung 
der Verfahrensleitung keine Wahlverteidigung bestimmt beziehungsweise der 
Wahlverteidigung das Mandat entzogen wurde oder sie es niedergelegt hat und die 
beschuldigte Person nicht innert Frist eine neue Wahlverteidigung bestimmt 
(Art. 132 Abs. 1 lit. a Ziff. 1 und 2 StPO). Bei notwendiger Verteidigung setzt dem-
nach die Bestellung eines Offizialverteidigers, dessen Kosten vom Staat (vorläufig) 
zu bevorschussen sind, keinen Nachweis der finanziellen Bedürftigkeit des Beschul-
digten voraus (Art. 132 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 130 StPO; BGE 139 IV 113 E. 5.1). 
Ein Fall notwendiger Verteidigung liegt insbesondere vor, wenn die Staatsanwalt-

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schaft vor dem erstinstanzlichen Gericht oder dem Berufungsgericht persönlich auf-
tritt (Art. 130 lit. d StPO). Die Staatsanwaltschaft trat sowohl im erstinstanzlichen 
Verfahren als auch im Berufungsverfahren persönlich auf, weshalb es sich zweifels-
frei um einen Fall notwendiger Verteidigung handelte (vgl. BGer 6B_1111/2017 
v. 7.8.2018 E. 2). Die Notwendigkeit der Verteidigung ergab sich ferner auch bereits 
aus den in den vorliegenden Fällen konkret drohenden Strafen (vgl. Art. 130 lit. b 
StPO). Ohnehin gelten erstinstanzlich gewährte amtliche Verbeiständungen im Be-
rufungsverfahren nach konstanter Praxis regelmässig weiter, insbesondere bei not-
wendiger Verteidigung nach Art. 130 lit. b StPO (vgl. auch Viktor Lieber, in: Do-
natsch/Lieber/Summers/Wohlers [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Straf-
prozessordnung, 3. Aufl., Zürich 2020, N 3b zu Art. 134 StPO, mit Hinweisen). Aus 
dem Gesagten erhellt, dass die beiden Beschuldigten weiterhin amtlich verteidigt 
werden mussten, solange sie keinen Wahlverteidiger bestimmten. Demgegenüber 
sind die finanziellen Verhältnisse der beiden Beschuldigten in dieser Hinsicht uner-
heblich.

1.4. Verfahrenssprache

1.4.1. Die Strafbehörden der Kantone führen alle Verfahrenshandlungen in ihren 
Verfahrenssprachen durch; die Verfahrensleitung kann Ausnahmen gestatten 
(Art. 67 Abs. 2 StPO). Die Kantone bestimmen die Verfahrenssprache ihrer Straf-
behörden gemäss Art. 67 Abs. 1 StPO jeweils selbständig.

Im Kanton Graubünden bestimmt Art. 5 Abs. 1 EGzStPO (BR 350.100) i.V.m. Art. 8 
Abs. 2 SpG (BR 492.100), dass sich die Verfahrenssprache vor Kantonsgericht in 
der Regel nach der im angefochtenen Entscheid verwendeten Amtssprache bezie-
hungsweise nach derjenigen Amtssprache richtet, welcher die beklagte (vorliegend: 
beschuldigte) Partei mächtig ist. Demgegenüber können die Parteien für ihre 
Rechtsschriften und Eingaben vor Kantonsgericht die kantonale Amtssprache ihrer 
Wahl verwenden (Art. 8 Abs. 1 SpG). Ebenso können sich die Mitglieder der Ge-
richte in den Verhandlungen in der Amtssprache ihrer Wahl äussern (Art. 7 Abs. 2 
SpG).

Die beiden Beschuldigten sind seit der Kindheit sowohl der deutschen als auch der 
italienischen Sprache mächtig; als eigentliche Muttersprache der beiden ist jedoch 
in Anbetracht des Umstandes, dass beide Beschuldigten ihren Lebensmittelpunkt 
überwiegend im italienischsprachigen Raum und Kulturkreis hatten, Italienisch zu 
betrachten. Diesbezüglich ist namentlich hervorzuheben, dass die beiden Beschul-
digten bereits vor Vorinstanz auf Deutsch gestellte Fragen oftmals auf Italienisch 
beantworteten, ohne dass der Vertreter der Privatklägerin D._____ dagegen oppo-

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nierte oder eine Übersetzung verlangte (statt vieler RG act. 20 [SK1 19 38], 
Frage 4.1, 4.10 f. und 4.23 f.).

Der angefochtene Entscheid wurde auf Deutsch verfasst. Prozessleitung, Hauptver-
handlung und Einvernahmen wurden vom Regionalgericht Maloja ebenfalls auf 
Deutsch geführt. Allerdings leitete die Vorinstanz ihre örtliche Zuständigkeit vom 
Beschluss der II. Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden ab, in wel-
chem das Regionalgericht Maloja aufgrund einer Ausstandsproblematik anstelle 
des in räumlicher Hinsicht eigentlich zuständigen Regionalgerichts Moesa einge-
setzt wurde (SK2 17 48; RG act. 04). Gemäss Art. 9 Abs. 3 SpG muss die Haupt-
verhandlung vor Regionalgericht im Falle einsprachiger Regionen – wie der Region 
Moesa – in der Amtssprache ebendieser Region geführt werden. Das erstinstanzli-
che Verfahren hätte folglich auf Italienisch geführt werden müssen, da die örtliche 
Zuständigkeit des Regionalgerichts Maloja von derjenigen der ausschliesslich ita-
lienischsprachigen Region Moesa abgeleitet war. Dasselbe hätte auch für die 
Rechtsschriften und Eingaben der Parteien gelten sollen (Art. 9 Abs. 2 SpG).

Da der erstinstanzliche Entscheid gleichwohl auf Deutsch verfasst wurde – was 
denn auch von keiner Partei beanstandet wurde –, sowie aufgrund des Umstandes, 
dass sowohl der Rechtsvertreter der an der Berufungsverhandlung anwesenden 
Privatklägerin als auch die beiden Verteidiger und der anwesende Leitende Staats-
anwalt sich besser auf Deutsch als auf Italienisch zu verständigen vermögen – wo-
bei die beiden Beschuldigten wie bereits erwähnt ebenfalls der deutschen Sprache 
mächtig sind –, durfte das vorliegende Berufungsverfahren in Anwendung von Art. 8 
Abs. 2 SpG auf Deutsch geführt werden, was sich aus prozessökonomischen Grün-
den auch aufdrängte. Allerdings war aufgrund besagter Umstände die Befragung 
der beiden Beschuldigten auf Italienisch geboten. Das gewählte Vorgehen erweist 
sich in Anbetracht der in Art. 7 Abs. 2 SpG und Art. 8 Abs. 1 SpG statuierten 
Sprachwahlfreiheit aber auch unabhängig von der soeben dargelegten Gebotenheit 
als zulässig.

Verfahrenssprache des Berufungsverfahrens ist folglich Deutsch, wobei jedoch die 
Einvernahmen der beiden Beschuldigten aus den soeben dargelegten Gründen auf 
Italienisch erfolgen durften und mussten.

1.4.2. Versteht eine am Verfahren beteiligte Person die Verfahrenssprache nicht, 
zieht die Verfahrensleitung einen Übersetzer bei (Art. 68 Abs. 1 StPO). Gemäss 
Art. 7 Abs. 4 SpG ordnet der Vorsitzende des Gerichts auf Gesuch hin eine unent-
geltliche Übersetzung der Verhandlung an, sofern eine Partei nicht einer Sprache 
mächtig ist, in welcher das Verfahren durchgeführt wird. 

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Eine Übersetzung für die Privatklägerin D._____ selbst wurde vorliegend nicht be-
antragt. Diese hätte eine Übersetzung auf Deutsch denn auch nicht verstanden 
(act. H.4 [SK1 19 38 / 39], S. 4, Statement der Privatklägerin D._____: "May I speak 
to you in English? […] I'm not understanding anything, [auf Schweizerdeutsch] 
Schweizerdeutsch schon ein bisschen – und Italienisch auch nicht"). 

Hingegen stellte die Verfahrensleitung spontan eine Übersetzung ins Deutsche zur 
Verfügung, um dem Rechtvertreter der Privatklägerin D._____ das Verständnis des 
Gesagten zu erleichtern. Der (gewillkürte) Rechtsvertreter einer Privatklägerin ist 
jedoch weder ein Verfahrensbeteiligter im Sinne der Art. 68 Abs. 1 StPO noch eine 
Partei im Sinne von Art. 7 Abs. 4 SpG (vgl. die bundesrechtlichen Legaldefinitionen 
der beiden Begriffe in Art. 104 f. StPO). Es steht der (gewillkürt vertretenen) Privat-
klägerschaft mit anderen Worten offen, einen der einschlägigen kantonalen Amts-
sprachen mächtigen Rechtvertreter beizuziehen. Die Privatklägerschaft trägt die 
Folgen eines allenfalls ungenügenden Verständnisses ebendieser Sprachen sei-
tens ihres gewillkürten Rechtsvertreters wie im Zivilprozess grundsätzlich selbst, 
weshalb eine Übersetzung in derart gelagerten Fällen nicht als gesetzlich vorge-
schrieben erachtet werden kann.

Die angebotene Übersetzung ins Deutsche der an der Berufungsverhandlung 
durchgeführten Einvernahmen der beiden Beschuldigten war somit nicht gesetzlich 
vorgeschrieben, obwohl sie angeboten wurde.

1.4.3. Die Privatklägerin D._____ scheint sich auf den Standpunkt zu stellen, die 
Übersetzung sei nicht gesetzeskonform erfolgt (act. H.4 [SK1 19 38 / 39], S. 3, 
1. Einschub: "Ich möchte in formeller Hinsicht auch meinen Protest zu Protokoll ge-
ben gegen diese Befragung heute Morgen, die war unverständlich. Die Übersetzun-
gen waren lückenhaft […]").

Die Rüge ist haltlos. Es ist in erster Linie darauf hinzuweisen, dass die Verfahrens-
leitung den Rechtsvertreter der Privatklägerin D._____ – der sich wohlbemerkt 
während den auf Italienisch geführten Einvernahmen verschiedentlich dahingehend 
äusserte, er verstünde das Gesagte zumindest in groben Zügen (vgl. statt vieler 
act. H.5 [SK1 19 38], Frage IV.1: "[…] Rechtsanwalt Wicki erklärt, er werde auf sich 
aufmerksam machen, soweit er eine Übersetzung brauche. Im Moment komme er 
"mit seinem Pizza-Italienisch" noch nach"; Frage V.a.1 a.E.: "Vorsitzender: Meine 
Frage haben Sie verstanden vorher? Rechtsanwalt Wicki: Ja, also, der Spur nach 
[…]"; Frage V.2: "Der Vorsitzende fragt Rechtsanwalt Wicki, ob dieser verstanden 
habe, woraufhin derselbe nickt") – mehrfach darauf hingewiesen hat, er solle sich 
melden, sobald er etwas nicht verstehe (act. H.5 [SK1 19 38], Fragen IV.1 und V.a.1 

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a.E.). Dies zu tun hat der Rechtsvertreter der Privatklägerin D._____ jedoch 
während der gesamten Dauer der Einvernahmen unterlassen. Einzig auf Nachfrage 
des Vorsitzenden verlangte er die Übersetzung einzelner Antworten.

Die erfolgten Übersetzungen (zur Gewährleistung derselben die Verfahrensleitung 
wie in der vorstehenden E. 1.4.2 ausgeführt ohnehin nicht verpflichtet war) können 
denn auch – trotz der Länge der ununterbrochen gebliebenen Antworten – nicht als 
unvollständig oder unrichtig qualifiziert werden. Die Übersetzungen waren zwar ge-
legentlich konziser als die oftmals vom Thema abschweifenden Antworten, aber nie 
falsch. Sie wurden ferner regelmässig von Interventionen des Rechtsvertreters der 
anwesenden Privatklägerin unterbrochen, der in der Folge auch niemals die Fort-
führung der Übersetzung verlangte. Unzutreffend ist insbesondere der Vorwurf des 
Rechtsvertreters der anwesenden Privatklägerin an den Übersetzer, bei einer Ant-
wort der Beschuldigten A._____ die von dieser zu den Verhältnissen in der H._____ 
gemachten Ausführungen nicht übersetzt zu haben, zumal keine solche Ausführun-
gen erfolgt waren (vgl. zum ganzen Austausch act. H.5 [SK1 19 38], S. 5, Frage 5). 

1.4.4. Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass das Berufungsverfahren zu 
Recht auf Deutsch geführt und die Einvernahmen der beiden Beschuldigten zu 
Recht auf Italienisch gehalten wurden, sowie dass die – gesetzlich nicht vorge-
schriebene – Übersetzung der Einvernahmen der beiden Beschuldigten einwandfrei 
angeboten wurde.

2. Umfang der Berufungen

2.1. Die Beschuldigte A._____ hat die Dispositivziffern 1 und 2 (Schuld- und 
Sanktionspunkt) des sie betreffenden Urteils angefochten, wohingegen die Beschul-
digte B._____ die Dispositivziffern 1, 2, 3 und 5 (Schuldpunkt, Sanktionspunkt und 
Verfahrenskosten) des sie anbelangenden Urteils angefochten hat (act. A.2 
[SK1 19 38], Rechtsbegehren Ziff. 1; act. A.2 [SK1 19 39], Rechtsbegehren Ziff. 1). 
Weitere Berufungen oder Anschlussberufungen sind keine erfolgt. Entsprechend 
sind die weiteren Dispositivziffern der vorinstanzlichen Urteile – namentlich auch 
hinsichtlich der Zivilpunkte – in Rechtskraft erwachsen, was vorab festzustellen ist.

2.2. Die Privatklägerin D._____ verlangt im Berufungsverfahren, die Beschuldig-
ten seien zur Zahlung von Zinsen auf die (unbestrittenen und rechtskräftig festge-
stellten) Darlehensschulden zu verurteilen (act. H.4 [SK1 19 38 / 39] sowie act. H.2 
[SK1 19 38], Rechtbegehren Ziffern 2 und 3). Nach dem Gesagten (vgl. vorstehend 
E. 2.1) ist dieses Begehren abzuweisen, da sämtliche die Zivilforderungen betref-
fenden Dispositivziffern unangefochten in Rechtskraft erwachsen sind.

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2.3. Somit ist das vorliegende Verfahren auf den Schuld- und Strafpunkt hinsicht-
lich der angefochtenen Verurteilungen sowie auf die Festlegung der Kosten- und 
Entschädigungsfolgen beschränkt. Erstinstanzlich nicht zugesprochene obligatio-
nenrechtlichen Forderungen der Privatklägerin D._____ bleiben demnach weiterhin 
auf den Zivilweg verwiesen.

3. Betrugsvorwurf gegen B._____

3.1. Sachverhaltserstellung

3.1.1. Die Staatsanwaltschaft wirft B._____ vor, im Frühling 2004 mit der Bitte an 
die Privatklägerin D._____ gelangt zu sein, ihr ein Übergangsdarlehen von 
EUR 250'000.00 zu gewähren. Dies obschon sie bereits zum damaligen Zeitpunkt 
gewusst habe, besagte Summe nicht zurückzahlen zu können und die Rückzahlung 
ohnehin nicht beabsichtigt hätte.

Da B._____ und D._____ seit ihrer Kindheit befreundet waren, sei für Erstere das 
Unterbleiben einer Überprüfung ihrer Leistungsfähigkeit seitens der Darlehensge-
berin vorhersehbar gewesen. Durch Ausnützung soeben genannter Umstände habe 
B._____ D._____ vorsätzlich und arglistig vorgetäuscht, das Darlehen bis spätes-
tens Ende November 2004 zurückzuzahlen.

Die derart getäuschte D._____ habe daraufhin das verlangte Darlehen gewährt, in-
dem sie B._____ mit Valuta vom 16. August 2004 den Betrag von EUR 250'000.00 
ausgezahlt habe. Eine Rückzahlung des Darlehens sei zu keinem Zeitpunkt erfolgt, 
wodurch D._____ ein Schaden in besagtem Umfang entstanden sei, während sich 
B._____ im entsprechenden Umfang unrechtmässig bereichert habe 
(StA act. A.1.32 [VV.2012.1486], lit. A).

3.1.2. Unstrittig ist, dass B._____ infolge eines durch einen Rechtsstreit in Italien 
verursachten Liquiditätsengpasses im Frühling 2004 mit der Bitte an ihre langjäh-
rige Freundin D._____ gelangte, ihr ein Übergangsdarlehen von EUR 250'000.00 
zu gewähren. Ebenfalls unstrittig – und ohnehin nicht in der Anklageschrift festge-
halten – ist, dass B._____ D._____ als Begünstigte ihrer Lebensversicherung ein-
gesetzt und derselben einen vordatierten, gekreuzten Bankcheck im Umfang des 
Darlehensbetrages ausgestellt sowie den eigenen Verlobungsring übergeben hat. 
Unstrittig ist ferner, dass das Darlehen in entsprechendem Umfang gewährt und mit 
Valuta vom 16. August 2004 ausbezahlt wurde. Nicht gänzlich geklärt ist allerdings 
die zeitliche Abfolge besagter Handlungen, namentlich ob der Bankcheck vor der 
Darlehensgewährung ausgestellt wurde. Schliesslich ist auch unstrittig, dass 
B._____ das Darlehen nicht zurückbezahlt hat.

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Strittig und zu erstellen bleibt demgegenüber, ob B._____ bereits zum Zeitpunkt der 
Darlehensgewährung wusste, den erbetenen Betrag am Rückzahlungsdatum nicht 
begleichen zu können und die Begleichung auch nicht beabsichtigte. Zu erstellen 
ist jedoch anderseits auch, ob D._____ die finanzielle Lage von B._____ kannte 
oder sie sich diesbezüglich in einem Irrtum befand. Ferner ist zu erstellen, ob zwi-
schen den beiden Parteien des Darlehensvertrages ein besonders nahes Vertrau-
ensverhältnis bestand, das eine Überprüfung ihrer Zahlungsfähigkeit durch die Dar-
lehensgeberin erschweren konnte. Obschon in der Anklageschrift nicht festgehalten 
ist schliesslich auch zu erstellen, ob B._____ durch die Einsetzung von D._____ als 
Begünstigte der Lebensversicherung sowie durch die Ausstellung des Bankchecks 
und die Übergabe des Verlobungsrings die Überprüfung ihrer Zahlungsfähigkeit er-
schwert hat beziehungsweise erschweren wollte – oder ob ebendiese Handlungen 
umgekehrt nahelegen, dass sie die Darlehensschuld so rasch wie möglich beglei-
chen wollte. 

3.1.3. Die rechtlichen Grundlagen der Sachverhaltserstellung wurden vom Bundes- 
und Kantonsgericht mehrfach dargelegt. Auf die entsprechenden Ausführungen ist 
zu verweisen (statt vieler BGE 144 IV 345 E. 2.2.1 ff.; KGer GR SK1 19 33 
v. 3.11.2021 E. 3.2; jeweils mit weiteren Hinweisen).

3.1.4. Zentrale Beweismittel zu den vorliegend strittigen Sachverhaltselementen 
sind die in den verschiedenen Verfahrensstadien des Strafverfahrens getätigten 
Aussagen der beiden Parteien des Darlehensvertrages, D._____ und B._____. 
D._____ wurde allerdings nur einmal einvernommen, namentlich von der Staatsan-
waltschaft (StA act. B.3.7 [VV.2012.1486]). In besagter Einvernahme hat sie sich 
(im Gegensatz zu den Rechtsschriften und Plädoyers) zu den vorliegend strittigen 
Sachverhaltselementen nicht beziehungsweise nicht auf B._____ belastende Weise 
geäussert (vgl. untenstehend). Namentlich äusserte sie sich darin nicht zu den Ein-
flüssen, die sie gemäss der Anklageschrift sowie nach ihrem Plädoyer zur Ge-
währung des Darlehens bewogen haben sollten, beziehungsweise die Überprüfung 
der Kreditwürdigkeit von B._____ erschwert hätten. Insbesondere hat sie in ihrer 
Einvernahme nicht ausgesagt, deren Kreditwürdigkeit aufgrund der langjährigen 
Freundschaftsbeziehung mit den beiden Beschuldigten oder aufgrund bestimmter 
Handlungen derselben nicht überprüft zu haben. Hierzu ist ferner anzumerken, dass 
sie trotz persönlicher Anwesenheit an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung und 
an der Berufungsverhandlung keine weitere Einvernahme beantragt hat. Nützliche 
Indizien im Hinblick auf die Glaubhaftigkeit der Aussagen bieten demgegenüber der 
im Recht liegende Bankcheck (StA act. B.10.1.2.8 [VV.2012.1486]) sowie die ver-

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schiedenen von B._____ an D._____ und ihren Mann gerichteten Briefe und Er-
klärungen (StA act. B.10.1.2.9-10 [VV.2012.1486]). 

3.1.5. B._____ stellt sich auf den Standpunkt, D._____ die Gründe für ihren Liqui-
ditätsengpass und die Tatsache, dass sie zu jener Zeit gesundheitlich angeschlagen 
gewesen sei, offengelegt zu haben, weshalb jene Umstände dieser im Zeitpunkt der 
Darlehenshingabe bekannt gewesen seien. D._____ habe das Darlehen somit in 
voller Kenntnis ihrer finanziellen Verhältnisse und des Zwecks der Darlehensauf-
nahme gewährt (act. H.3 [SK1 19 39], Rz. IV/7; vgl. in dieser Hinsicht auch ihre Aus-
sagen anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme, StA act. B.3.7 
[VV.2012.1486], Frage 8: "Inwiefern kannte D._____ Ihre finanziellen Verhältnisse? 
Sie kannte meine finanziellen Verhältnisse genau." und Frage 9: "Hatte D._____ 
nach Ihren finanziellen Verhältnissen gefragt? Ja, sie wusste auch alles über meine 
finanziellen Verhältnisse."). Die Rückzahlungspflicht sei denn auch vom Prozess-
ausgang abhängig gemacht und nicht an ein fixes Datum gebunden worden 
(act. H.3 [SK1 19 39], Rz. IV/8). Da sie aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit gewohnt 
gewesen sei, mit grösseren Geldsummen umzugehen, habe sie in guten Treuen 
davon ausgehen dürfen, einen kurzfristigen Liquiditätsengpass mit einem Überg-
angsdarlehen kurz- bis mittelfristig überwinden zu können (act. H.3 [SK1 19 39], 
Rz. IV/15). Das im Sinne einer Schuldanerkennung abgegebene schriftliche Ver-
sprechen, die Darlehenssumme innert Ende November 2004 zurückzuzahlen, sei – 
ebenso wie die unaufgeforderte Einsetzung von D._____ als Begünstigte ihrer Le-
bensversicherung, die Übergabe des Bankchecks und die gewissermassen als 
emotionales Pfand erfolgte Übergabe des Verlobungsrings – Ausdruck ihres Willens 
gewesen, das Darlehen schnellstmöglich zurückzuzahlen. Hinsichtlich des Bank-
checks hält sie schliesslich fest, D._____ habe darauf verzichtet, denselben fristge-
recht einzulösen. Das Geschäft habe zum Zeitpunkt, in dem der Check eingelöst 
werden konnte, noch Umsätze erzielt und der Check sei dementsprechend auch 
gedeckt gewesen. Von den Strafbehörden sei die Frage der Deckung jedenfalls 
nicht abgeklärt worden, weshalb nicht davon ausgegangen werden dürfe, dieselbe 
sei unzureichend gewesen (act. H.3 [SK1 19 39], Rz. IV/9-11).

Obschon die von B._____ präsentierte Darstellung der Ereignisse nicht sämtliche 
Zweifel aus dem Weg zu räumen vermag, kann den Ausführungen derselben eine 
grundsätzliche Glaubhaftigkeit nicht abgesprochen werden. Es leuchtet ein, dass 
eine Geschäftsfrau in ihrer Lage – einem offenbar schweren Liquiditätsengpass – 
bei einer langjährigen Bekanntschaft Kredit aufnehmen würde, zumal sie sich hier-
durch bessere Rückzahlungskonditionen, Geduld und Verständnis erhoffen durfte. 
Verständlich ist ferner, dass sie dabei die Dringlichkeit ihrer Lage hervorheben 

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würde. Ebenso nachvollziehbar ist, dass eine Darlehensnehmerin in ebendieser 
Lage den Goodwill der Gegenseite zu bestärken versuchen würde, sei es mittels 
Gesten symbolischer Natur (wie etwa die Übergabe des Verlobungsrings), sei es 
durch Neutralisierung bestimmter Risiken der einschlägigen Transaktion. Letzteres 
wurde wohl, wie D._____ selbst nahelegt, mit der Versicherung des Todesfalls der 
damals kranken Vertragsgegenseite, der nota bene vor Einlösbarkeit des Checks 
eintreten konnte, bezweckt (StA act. B.3.9 [VV.2012.1486], Ergänzungsfragen 7 
und 10 von Rechtsanwalt Wicki). Durch diese Handlungen erscheint B._____ 
D._____ vornehmlich den bereits vorgängig offenbarten Ernst ihrer Lage betont so-
wie ihre Bereitschaft signalisiert zu haben, allfällige Risiken der Gegenseite zu mi-
nimieren und eigene Opfer zu erbringen. Vage und etwas befremdlich sind demge-
genüber ihre Aussagen zum italienischen Gerichtsverfahren selbst und zu den ex-
orbitanten Kosten desselben – dies jedoch wohlbemerkt schon in der im Hinblick 
auf die Darlehensgewährung geführten Korrespondenz mit D._____ und deren Ehe-
mann.

Im Hinblick auf die Frage, ob D._____ das Risiko einer Rückzahlungsunfähigkeit 
von B._____ bewusst war, ist vorweg festzuhalten, dass D._____ deren Handlun-
gen nicht strictu sensu als Sicherheiten für die Rückzahlung der geborgten Summe 
werten konnte, da ihr keine derselben – wie auch für sie sowie für jedermann er-
kennbar – Schutz vor einer allfälligen Illiquidität oder Insolvenz der Gegenseite bot. 
Sie waren mit anderen Worten ungeeignet, D._____ von B._____s Rückzahlungs-
fähigkeit zu überzeugen. Umso weniger waren sie geeignet, diesbezüglich bei ihrem 
ebenfalls an den Verhandlungen teilnehmenden Ehemann (vgl. StA 
act. B.10.1.2.10 [VV.2012.1486]) – als im Bankwesen tätige Person – Anklang zu 
finden. Als eigentliche Sicherheiten gegen einen Zahlungsausfall angeboten hätten 
diese Handlungen von B._____ bei ihren Gegenseiten lediglich Verdacht im Hinblick 
auf die Ernsthaftigkeit ihres Anliegens erwecken können. Absicht und Wirkung ihrer 
Handlungen scheinen hingegen gewesen zu sein, ihre finanzielle Schieflage her-
vorzuheben, eine gewisse Verzweiflung zu signalisieren und Goodwill aufzubauen. 
Dasselbe gilt grundsätzlich auch für ihre Korrespondenz mit D._____ und deren 
Ehemann (vgl. StA act. B.10.1.2.9-10 [VV.2012.1486]; wobei sie allerdings D._____ 
fragte: "If I send you a privat [sic] check as a guarantee that I will pay you back do 
you think you may find 250'000 euro to send me in Italy officially????"). Wollte 
B._____ Zahlungsfähigkeit vorspiegeln, hätte sie es wohl ferner unterlassen, den 
Ernst ihrer Lage auf derart verzweifelt anmutende Weise kundzutun. Ein Irrtum von 
D._____ über das Risiko einer zumindest temporären Zahlungsunfähigkeit von 
B._____ erscheint nach dem Gesagten nahezu unvorstellbar. Gerade wenn – wie 
im Plädoyer der Privatklägerin suggeriert (act. H.2 [SK1 19 39], Rz. 3) – ein beson-

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derer psychologischer Druck im Sinne einer wiederholten Betonung der Notwendig-
keit einer finanziellen Unterstützung aufgebaut worden wäre (wofür aber ebenfalls 
keine hinreichenden Anhaltspunkte in den Akten bestehen, vgl. hierzu untenste-
hende E. 3.1.6), wäre daraus notwendigerweise zu schliessen, dass die Gewährung 
des Darlehens in zumindest grober Kenntnis der finanziellen Lage von B._____ und 
der daraus fliessenden Risiken erfolgte. Spätestens nach diesen verzweifelt anmu-
tenden Handlungen musste D._____ bewusst sein, dass die Beteiligung am wirt-
schaftlichen Schicksal der Gegenseite ein zumindest temporäres Risiko eines De-
bitorenverlustes barg. Dies umso mehr, da B._____ offengelegt hatte, das Geld zur 
Finanzierung eines Gerichtsprozesses zu benötigen, was notorisch mit einem ho-
hen Kostenrisiko verbunden ist. Aus diesen Gründen erscheint nicht erstellt, dass 
sich D._____ überhaupt in einem Irrtum über die Rückzahlungsfähigkeit von 
B._____ befand. Umgekehrt scheint eher glaubhaft, dass D._____ das Risiko der 
Darlehensgewährung bewusst war, sie dieses aber – sei es aus wirtschaftlichen, 
sei es aus altruistischen Überlegungen – in Kauf nahm.

Es liegen ferner auch namhafte Indizien für die Glaubhaftigkeit der zentralen Aus-
sagen B._____s vor, wonach sie die Begleichung der Darlehensschuld zum verein-
barten Zeitpunkt beabsichtigte und auch davon ausging, hierzu zum vereinbarten 
Zeitpunkt finanziell in der Lage zu sein. Besondere Bedeutung hat in dieser Hinsicht 
die Ausstellung des vordatierten Bankchecks – namentlich aufgrund der gravieren-
den Folgen, die das italienische Wertpapierrecht an das Ausstellen ungedeckter 
Wechsel oder Checks knüpft. Wie die Beschuldigte selbst anlässlich der Berufungs-
verhandlung dartat (act. H.5 [SK1 19 39], Frage 20: "Vorsitzender: L'assegno ban-
cario che ha emesso era coperto? Beschuldigte: Certo che era coperto, sennò sarei 
andata in protesto come azienda e sarei saltata."), hätte ein erfolgloser Einlösungs-
versuch von D._____ in Italien zur Erhebung des Protests ("levata del protesto") 
führen können, wodurch wiederum die damit verbundene Eintragung im öffentlichen 
Protestregister ("registro dei protesti" beziehungsweise "RIP [Registro Informatico 
Protesti]") erfolgt wäre. Eine solche Eintragung zeitigt in der italienischen Geschäfts-
realität – verbunden mit dem Umstand, dass nach italienischem Recht die Erhebung 
auch nur eines einzigen Protests eine widerlegbare Vermutung der Insolvenz be-
gründet – regelmässig eine verheerende Wirkung auf das Ansehen und die Finan-
zierungschancen der betroffenen Unternehmungen (Fabio Fiorucci, Il protesto – 
Cancellazione, forme di responsabilità e tutela d'urgenza ex art. 700 c.p.c., 3. Aufl., 
Mailand 2012, S. 21-24 und 177: "È sufficiente che l'imprenditore subisca anche un 
solo protesto perché gli istituti di credito revochino gli affidamenti, pretendano il rien-
tro immediato dallo scoperto, chiedano ed ottengano decreti ingiuntivi provvisoria-
mente esecutivi con conseguente iscrizione di ipoteca ed altri effetti "a cascata", 

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che sono prodromici al fallimento. Parimenti nota è la circostanza per cui chi ha 
subìto un protesto non può accedere a richieste di finanziamento da parte degli 
istituti di credito […]"; Enrico Sirotti Gaudenzi, La Cambiale e l'Assegno – Come 
richiedere la cancellazione di un protesto, Padua 2015, S. 77, Fn. 32: "Il protesto 
cambiario rende pubblico lo stato di insolvenza del debitore e dà adito a discredito 
sia commerciale che personale."; Corte di cassazione, Cass. 27.4.1998, n. 4277: 
"[…] idoneità a cagionare grave pregiudizio all'imprenditore in termini di perdita del 
necessario credito commerciale (e quindi anche in prospettiva futura di aggrava-
mento del dissesto) […]"). Weil ein laufend auf Geschäftskredit angewiesener Be-
trieb wie die Grosshandelsunternehmung von B._____ hierdurch einen wohl unheil-
baren Schaden erlitten hätte, erscheint es glaubhaft, dass diese bei Ausstellung des 
Checks von dessen Deckung am darauf angegebenen Datum überzeugt war. Da 
eine aufgrund unzureichender Deckung verweigerte Einlösung des Checks den Un-
tergang der Unternehmung erheblich beschleunigt hätte, entbehrt die Ausstellung 
desselben ohne voraussichtliche Deckung selbst dann jeglichen Sinns, wenn das 
Darlehen lediglich zum Zweck aufgenommen worden wäre, eine bereits unabwend-
bare Zahlungsunfähigkeit aufzuschieben. 

3.1.6. Die Privatklägerin D._____ vertrat demgegenüber in ihrem anlässlich der Be-
rufungsverhandlung gehaltenen Plädoyer die Auffassung, B._____ sowie ihre 
Schwester A._____ hätten sie zum Zeitpunkt der Darlehensbegebungen einem er-
heblichen emotionalen und psychologischen Druck ausgesetzt. Die beiden Beschul-
digten hätten sie aufgrund der langen, verbindenden Familiengeschichte bestens 
zu manipulieren vermocht, denn sie hätten gewusst, dass D._____ einer dringlich 
formulierten Bitte ihrer Kindheitsbekannten kaum hätte widerstehen können. Diese 
Erkenntnis hätten sie sodann gemeinsam und planmässig ausgenützt (act. H.2 
[SK1 19 39], Rz. 3). Die beiden Beschuldigten hätten auch versucht ihren Ehemann 
zu manipulieren, in dem sie diesem einen gutlaufenden Hotelbetrieb mit prominen-
ten Gästen sowie gross angelegte Investitionsgeschäfte vorgespielt hätten. Dieses 
Bild hätte im amerikanischen Bankwesen – in dem ihr Mann beruflich tätig war – 
durchaus attraktiv und glaubhaft erscheinen können. Bekräftigt hätten die beiden 
Beschuldigten besagtes Bild durch das Beibringen inhaltlich wertloser Anwalts-
bestätigungen und dem Versprechen von Erträgen irgendwelcher italienischer Ge-
richtsverfahren (act. H.2 [SK1 19 39], Rz. 4). B._____ habe gewusst, dass das ita-
lienische Gerichtsverfahren – wenn dieses denn überhaupt je existiert habe – innert 
der Rückzahlungsfrist nicht rechtskräftig entschieden sein würde und der italieni-
schen Staat ihr ohnehin mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keine Ent-
schädigung auszahlen würde (act. H.2 [SK1 19 39], Rz. 5). B._____ hätte es 
schliesslich unterlassen, das italienische Verfahren detailliert zu dokumentieren, 

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was ebenfalls darauf hindeute, dass es hierzu "von Vornherein nichts zu dokumen-
tieren gegeben habe" (act. H.2 [SK1 19 39], Rz. 13). 

Diese Darstellung der Ereignisse steht in einem gewissen Spannungsverhältnis zu 
den von der Privatklägerin D._____ anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einver-
nahme getätigten Aussagen. Darin räumte dieselbe noch ein, mit B._____ die Rück-
zahlung des Darlehens nach Beendigung des Rechtsstreits in Italien vereinbart zu 
haben (StA act. B.3.7 [VV.2012.1486], Frage 14). Ebenso gab sie damals zu Proto-
koll, B._____ habe ihr den Ring, den Check und die Lebensversicherung als Sicher-
heiten für das Darlehen überlassen (StA act. B.3.7 [VV.2012.1486], Ergänzungs-
frage 1 von Rechtsanwalt Dolf), was ein damaliges Risikobewusstsein ihrerseits 
wiederum nahelegt. Schliesslich bestätigte D._____ die Aussage von B._____, wo-
nach Erstere die finanziellen Verhältnisse Letzterer genau gekannt und gewusst 
hätte, wofür sie das Geld gebraucht habe (StA act. B.3.7 [VV.2012.1486], Frage 17: 
"Gemäss Aussagen von B._____ […] hätten Sie damals die finanziellen Verhält-
nisse von B._____ genau gekannt und auch gewusst, wofür sie Geld brauchte. Was 
sagen Sie dazu? Ja, das war so."). Ihre Aussagen in der staatsanwaltschaftlichen 
Einvernahme scheinen schliesslich sogar darauf hinzudeuten, dass sie selbst zum 
Zeitpunkt jener Einvernahme noch davon ausging, B._____ sei im Zeitpunkt des 
Abschlusses des Darlehensvertrages rückzahlungsfähig und rückzahlungswillig ge-
wesen (StA act. B.3.7 [VV.2012.1486], Frage 15: "[…] Im Jahr 2004 war B._____ 
wohlhabend." und Fragen 19 und 20: "Wollte B._____ Ihnen den Betrag von 
EUR 250'000.-- zurückzahlen? Ja […]. Wollte Ihnen B._____ nur die 
EUR 250'000.00 oder die ganzen EUR 500'000.00 zurückzahlen? B._____ wollte 
mir die ganzen EUR 500'000.00 zurückzahlen"). Aus ihrem Statement anlässlich 
der Berufungsverhandlung geht schliesslich auch eindeutig hervor, dass die Privat-
klägerin sich nicht aufgrund einer allfälligen Betonung der Dringlichkeit der Lage 
unter Druck gestellt fühlte. Dies weil sie beteuert, die Gewährung der Darlehen nach 
einigem Überlegen zur Unterstützung der Schwestern beschlossen zu haben: "[…] 
after some thought (it was a great deal of money for me) I decided that I would help 
them" (act. H.4 [SK1 19 39], Statement von D._____, S. 4). Im Hinblick auf das vor-
gebliche Vorspielen im Zeitpunkt der Darlehensübergabe eines gutlaufenden Hotel-
betriebs und gross angelegten Investitionsgeschäften zur Überzeugung des Ehe-
mannes von D._____ ist aus den Akten wiederum nichts zu entnehmen. In ihrem 
Statement wies D._____ jedoch darauf hin, was sie von diesen (späteren) "Investi-
tionsgeschäften" sowie vom einschlägigen Hotelbetrieb hielt: "[…] B._____ picked 
up the phone. She was in I._____ and she said to me […] not to worry, I would get 
paid back, because they were going to make "billions and billions" […] And I ask 

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you: "Billions and billions", from a small hotel in I._____? That was very strange" 
(act. H.4 [SK1 19 39], Statement von D._____, S. 4).

Unabhängig von diesen allfälligen Widersprüchen vermag die Darstellung der Pri-
vatklägerin D._____ nicht zu überzeugen. Es leuchtet nicht ein, weshalb sie über 
einen derart langen Zeitraum kein Interesse an der Zahlungsfähigkeit ihrer Schuld-
nerin und der Verwendung ihres Geldes – respektive an der Lage des italienischen 
Prozesses, zu dessen Finanzierung die Darlehensaufnahme nach wohl überein-
stimmender Auffassung beider Vertragsparteien erfolgte – zeigte. Aus den Akten 
geht bis zum 12. April 2012, mitunter 7½ Jahre später, keinerlei Korrespondenz in 
diesem Sinn hervor, geschweige denn irgendwelche (nach einer gewissen Zeit 
selbst in freundschaftlichen Beziehungen zu erwartenden) schriftlichen Mahnungen 
oder gar Versuche, die Rückzahlungsforderung zwangsweise zur Vollstreckung zu 
bringen. Nach den Akten hat D._____ erst 2012, um die Zeit der Eröffnung des 
Konkurses über die Schwester der Gegenseite, rechtliche Schritte unternommen 
(StA act. B.10.1.2.11 [VV.2012.1486]). Dies nachdem, wie in der vorstehenden 
E. 3.1.5 dargelegt, bereits 2004 gewisse "Sicherheiten" geleistet worden waren – 
was den Schluss nahelegt, dass D._____ bereits zu jenem Zeitpunkt die missliche 
Liquiditätslage von B._____ und somit das Risiko einer zumindest temporären 
Rückzahlungsunfähigkeit derselben bekannt war. Ebenfalls befremdlich und der 
Glaubhaftigkeit ihrer Darstellung demnach nicht zuträglich ist der Umstand, dass die 
Privatklägerin D._____ offenbar noch immer keine Zwangsvollstreckung gegen 
B._____ eingeleitet hat.

Im Hinblick auf die Ausstellung und Einlösung des Checks ist schliesslich noch auf 
folgende Äusserung der Privatklägerin D._____ anlässlich der Berufungsverhand-
lung einzugehen: "Dieser Check wurde von meiner Klientin […] eingereicht bei der 
Bank der Klientin in J._____. Die Bank hat diesen Check nicht akzeptiert, aus zwei 
Gründen: nämlich erstens, weil er vordatiert war, und zweitens, weil er gestrichen 
war. Und diese Praxis – ob sie jetzt zulässig ist oder nicht in Italien und üblich ist – 
die ist in den USA nicht bekannt und dieser Check wurde daher von der Bank in 
J._____ (von ihrer eigenen Bank) retourniert. Und meine Klientin hat dann ansch-
liessend B._____ wieder kontaktiert und gesagt: "Schick mir einen neuen Check". 
[…] Und dieser Check kam aber nie, weil keine Deckung vorhanden war." (act, H.4 
[SK1 19 39], Zweiter Parteivortrag der Privatklägerin, S. 11). Die (unstrittige) Tatsa-
che, dass der Bankcheck sowohl gekreuzt als auch vordatiert war, ist unerheblich. 
Die Ausstellung vordatierter Bankchecks stellt nämlich eine in Italien verbreitete 
Vorgehensweise dar, um – wenn auch unter Umgehung steuerlicher Pflichten, na-
mentlich der Zahlung der bei Wechselemissionen geschuldeten "tassa di bollo" – 

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künftig fällig werdende Forderungen sicherzustellen. Eine derartige Nutzung des In-
stituts des Bankchecks widerspricht zwar gesetzlichen Bestimmungen, führt jedoch 
zivilrechtlich nicht zur Nichtigkeit des ausgestellten Checks, sondern lediglich zur 
Nichtigkeit der Vereinbarung, wonach der Check erst am darauf aufgeführten Datum 
eingelöst werden könne (vgl. Fabio Fiorucci, a.a.O., S. 307: "[…] in caso di post-
datazione dell'assegno il patto di "garanzia" non incide sull'efficacia cartolare del 
titolo, e il creditore ha la facoltà di esigere immediatamente il suo pagamento."; vgl. 
für die noch liberalere Rechtslage in der Schweiz Art. 1115 OR). Gekreuzte – im 
vorliegenden Fall: allgemein gekreuzte – Checks (d.h. auf der Vorderseite durch 
zwei gleichlaufende Striche markierte Checks, die vom Bezogenen nur an be-
stimmte Personen bezahlt werden können) sind im europäischen Raum grundsätz-
lich zulässig und üblich (vgl. für die Schweiz Art. 1123 f. OR). Eine allfällige Un-
kenntnis dieser Umstände seitens der Bank der Privatklägerin D._____ kann sich 
selbstverständlich nicht zuungunsten von B._____ auswirken. Wurde der Check 
aus diesem Grund abgelehnt, ist hierdurch kein Beweis der fehlenden Deckung be-
ziehungsweise der Rückzahlungsunfähigkeit erbracht. Im Gegenteil bleibt hingegen 
die sich sodann aufdrängende Frage, weshalb D._____ auf eine derartige Reaktion 
der Bank hin scheinbar keinen einzigen weiteren Einlösungsversuch tätigte bzw. 
nicht mit B._____ (nachweisbar, insbesondere schriftlich) Rücksprache nahm, in 
den Akten unbeantwortet. Die eingangs zitierte Aussage, wonach D._____ B._____ 
gebeten hätte, ihr einen neuen Check zuzusenden, findet in den Akten keine Stütze. 
Eine fehlende Deckung des ersten Checks würde besagter Umstand ohnehin nicht 
beweisen – umgekehrt würde er nahelegen, dass B._____ im Ausstellungszeitpunkt 
des ersten Checks eben davon ausging, die Deckung am vereinbarten Einlösungs-
datum gewährleisten zu können. Gerade unter der Annahme, dass sie einen hypo-
thetischen zweiten Check aufgrund fehlender Deckung nicht ausstellen wollte, wäre 
als erwiesen zu erachten, dass sie hingegen beim tatsächlich ausgestellten Check 
von ihrer voraussichtlichen Rückzahlungsfähigkeit überzeugt war.

Schliesslich ist auch nicht erwiesen, dass die langjährige Freundschaft der Vertrags-
parteien einer Überprüfung der Kreditwürdigkeit im Weg gestanden hätte. Den Ak-
ten ist – trotz beidseitigem Beteuern der Langjährigkeit der Freundschaft – nicht zu 
entnehmen, dass die Vertragsparteien im konkreten Zeitpunkt der Darlehensge-
währung in einem besonders engen Verhältnis zueinanderstanden. Umgekehrt be-
gründen beide Seiten ihre Freundschaft in erster Linie mit dem Umstand, dass die 
Beziehungen zwischen ihren Familien seit Generationen fortdauern (statt vieler StA 
act. B.3.9 [VV.2012.1486], S. 2: "Wir sind seit Kindheit schon Freundinnen. Bereits 
unsere Eltern waren miteinander befreundet. Der Vater von B._____ und A._____, 
M._____, war der beste Freund meiner Mutter N._____." StA act. B.3.6 

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[VV.2012.1486], Frage 48: "Ihre Mutter und mein Vater waren bereits zusammen im 
Kinderwagen damals"; act. H.4 [SK1 19 39], Statement von D._____, S. 4: "[…] we 
are the third of four generations of friends between our families. We don't know if 
our great-grandparents weren't already friends."). Über ihre eigene Beziehung zu-
einander sind den Akten insbesondere seitens von D._____ hingegen nur floskel-
haft anmutende Formulierungen zu entnehmen. Die beiden Beschuldigten erwäh-
nen teilweise frühere von D._____ erfahrene Gefallen (vgl. namentlich H.4 
[SK1 19 38 / 39], Schlusswort von B._____). Es bestehen jedenfalls keine objekti-
ven Anhaltspunkte für die Annahme, dass die Vertragsparteien derart vertraut mit-
einander waren, dass selbst minimale Abklärungs- und Sicherungsvorkehrungen 
bei der Übergabe einer derart erheblichen Summe unmöglich gewesen wären. So 
geht aus den Akten (sowie aus dem Plädoyer der Privatklägerin D._____ selbst) 
umgekehrt auch hervor, dass auch der Ehemann D._____s – eine wie bereits er-
wähnt im Bankwesen tätige Person – an den Verhandlungen um die Darlehensge-
währung massgeblich beteiligt war (vgl. StA act. B.10.1.2.10 [VV.2012.1486]). Dass 
keine (eingehendere) Überprüfung der Kreditwürdigkeit vor der Darlehensge-
währung stattgefunden habe, erscheint demnach unwahrscheinlich. Selbst wenn 
dies tatsächlich nicht geschehen wäre, könnte dieser Umstand mangels jedweder 
Hinweise auf eine aussergewöhnliche Vertrautheit beziehungsweise Nähe der Par-
teien nicht zweifelsfrei auf deren langjährige Freundschaft zurückgeführt werden. 
Schliesslich ist zu erwähnen, dass das konstante und kohärente Nicht-Leugnen be-
ziehungsweise Betonen des – sie namentlich aufgrund der Formulierung der Ankla-
geschrift potentiell belastenden – langjährigen Freundschaftsverhältnisses zu 
D._____ die Glaubhaftigkeit der Aussagen von B._____ steigert.

3.1.7. Allgemein erweisen sich die Versionen der beiden Vertragsparteien nament-
lich aufgrund der unüblichen Natur der darin behaupteten Verhaltensweisen als 
nicht besonders glaubhaft, wobei die Darstellung von B._____ nicht weniger glaub-
haft als diejenige von D._____ erscheint. Insgesamt muss nach dem Gesagten in 
dubio pro reo davon ausgegangen werden, dass B._____ zum Zeitpunkt der Entge-
gennahme der Darlehenssumme nicht wusste, die Darlehensschuld im Fälligkeits-
zeitpunkt nicht begleichen zu können. Erstellt ist demgegenüber, dass sie die Rück-
zahlung derselben beabsichtigte. Schliesslich kann nicht davon ausgegangen wer-
den, dass die langjährige Freundschaft der Beschuldigten mit D._____ dieser die 
Überprüfung ihrer Kreditwürdigkeit verunmöglicht hätte.

3.2. Rechtliche Würdigung

3.2.1. Gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB macht sich des Betruges schuldig, wer in der 
Absicht, sich oder einen andern unrechtmässig zu bereichern, jemanden durch Vor-

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spiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irreführt oder ihn in einem 
Irrtum arglistig bestärkt und so den Irrenden zu einem Verhalten bestimmt, wodurch 
dieser sich selbst oder einen andern am Vermögen schädigt. Der Tatbestand des 
Betruges zeichnet sich als "Beziehungsdelikt" dadurch aus, dass der Täter den Ge-
schädigten durch motivierende, kommunikative Einwirkung dazu veranlasst, sich 
selbst durch die Vornahme einer Vermögensverfügung zugunsten des Täters oder 
eines Dritten zu schädigen. Der Geschädigte trägt mit anderen Worten aufgrund 
eines vom Täter arglistig hervorgerufenen Irrtums zur eigenen Vermögensschädi-
gung bei.

Angriffsmittel des Betruges ist die Täuschung. Als solche gilt jedes Verhalten, das 
darauf gerichtet ist, bei einem andern eine von der Wirklichkeit abweichende Vor-
stellung hervorzurufen. Die Täuschungshandlung muss jedoch ferner arglistig sein, 
denn der Tatbestand des Betruges fusst auf dem Gedanken, dass nicht jegliches 
täuschende Verhalten im Geschäftsverkehr strafrechtliche Folgen nach sich ziehen 
soll. Betrügerisches Verhalten ist strafrechtlich nur relevant, wenn der Täter mit ei-
ner gewissen Raffinesse oder Durchtriebenheit täuscht. Dieses Erfordernis ist er-
füllt, wenn er ein ganzes Lügengebäude errichtet oder sich besonderer Machen-
schaften oder Kniffe bedient. Einfache falsche Angaben sind arglistig, wenn deren 
Überprüfung nicht oder nur mit besonderer Mühe möglich oder nicht zumutbar ist 
und wenn der Täter den Geschädigten von der möglichen Überprüfung abhält oder 
er nach den Umständen voraussieht, dass jener die Überprüfung der Angaben auf-
grund eines besonderen Vertrauensverhältnisses unterlassen werde. Arglist schei-
det demgegenüber aus, wenn das Täuschungsopfer den Irrtum mit einem Mindest-
mass an Aufmerksamkeit hätte vermeiden können. Wie es sich damit verhält, beur-
teilt sich unter Berücksichtigung der jeweiligen Lage und Schutzbedürftigkeit des 
Täuschungsopfers im Einzelfall. Rücksicht zu nehmen ist namentlich auf geistes-
schwache, unerfahrene oder aufgrund von Alter oder Krankheit beeinträchtigte Per-
sonen oder auf solche, die sich in einem Abhängigkeits- oder Unterordnungsver-
hältnis oder in einer Notlage befinden und deshalb kaum imstande sind, dem Täter 
zu misstrauen. Auf der anderen Seite sind besondere Fachkenntnis und Geschäft-
serfahrung des Geschädigten in Rechnung zu stellen, wie sie etwa im Rahmen von 
Kreditvergaben Banken beigemessen wird. Der Tatbestand erfordert zwar nicht, 
dass das Täuschungsopfer die grösstmögliche Sorgfalt walten lässt und alle erdenk-
lichen Vorkehren zu seinem Schutz trifft. Entsprechend entfällt der strafrechtliche 
Schutz nicht bei jeder Fahrlässigkeit des Getäuschten, sondern nur bei Leichtfertig-
keit, welche das betrügerische Verhalten des Täters in den Hintergrund treten lässt. 
Die zum Ausschluss der Strafbarkeit des Täuschenden führende Opferverantwor-
tung kann grundsätzlich nur (aber immerhin) in Ausnahmefällen bejaht werden, 

21 / 60

wenn praktisch keine Vorkehren zum Schutz des eigenen Vermögens getätigt wur-
den (vgl. zum Ganzen BGE 142 IV 153 E. 2.2.2; 135 IV 76 E. 5.2 ff.; BGer 
6B_1081/2019 v. 15.5.2020 E. 1.2 ff.). 

Die Täuschung muss beim Täuschungsopfer in kausaler und motivationaler Hin-
sicht einen Irrtum hervorrufen oder es in einem solchen bestärken. Der Irrtum be-
steht in einer Vorstellung des Geschädigten, die nicht mit der Wirklichkeit überein-
stimmt. Irrtum definiert sich daher als Diskrepanz zwischen Vorstellung und Wirk-
lichkeit, wobei unerheblich ist, ob der Getäuschte eine konkrete unkorrekte Vorstel-
lung bildet oder ob ihm lediglich die richtige Vorstellung fehlt. Diese Diskrepanz 
muss sich durch eine falsche Vorstellung ergeben, die auf eine psychische Einfluss-
nahme seitens des Täters zurückgeht (Hans Vest, in: Ackermann [Hrsg.], Wirt-
schaftsstrafrecht der Schweiz, 2. Aufl., Bern 2021, § 13 Rz. 149). 

Kein Irrtum liegt vor, wenn es dem Geschädigten gleichgültig ist, ob die abgegebene 
Erklärung wahr oder unwahr ist – insoweit fehlt der ebenfalls vorausgesetzte Moti-
vationszusammenhäng zwischen der Täuschung und dem Irrtum (Vest, a.a.O., § 13 
Rz. 150). Der Getäuschte muss die nachteilige Vermögensverfügung nämlich auf-
grund des Irrtums vornehmen. Erforderlich ist somit nicht nur ein Kausalzusammen-
hang zwischen der Täuschung und dem Irrtum, sondern darüber hinaus auch ein 
Motivationszusammenhang zwischen dem Irrtum und der Vermögensdisposition. 
Hätte der Getäuschte mit anderen Worten auch ohne den mittels Täuschung her-
beigeführten Irrtum gleich gehandelt, würde der motivationale Zusammenhang zur 
Vermögensdisposition fehlen, womit Betrug ausscheidet (Vest, a.a.O., § 13 
Rz. 171; BGE 112 IV 79 E. 2c).

In subjektiver Hinsicht erfordert der Tatbestand Vorsatz und Handeln in unrecht-
mässiger Bereicherungsabsicht (BGer 6B_1231/2016 v. 22.6.2017 E. 7.1 ff. m.H.).

3.2.2. Wie in der vorstehenden E. 3.1 dargelegt ist das Hervorrufen eines Irrtums 
bei D._____ hinsichtlich der Rückzahlungsfähigkeit und dem Rückzahlungswillen 
von B._____ nicht erwiesen. Gleiches gilt für die besondere Nähe zwischen den 
beiden Parteien des Darlehensvertrages. Demgegenüber ist insbesondere der 
Rückzahlungswille von B._____ als erstellt zu erachten. Selbst wenn sodann bei 
D._____ im Hinblick auf die Rückzahlungsfähigkeit der Gegenseite ein Irrtum her-
vorgerufen worden wäre, könnte derselbe nicht auf eine Täuschung seitens von 
B._____ zurückgeführt werden, da diese die Gegenseite über die eigene finanzielle 
Notlage und damit indirekt auch über das Risiko einer zumindest temporären Rück-
zahlungsunfähigkeit informiert hatte. Damit würde selbst unter der Annahme eines 
Irrtums kein Kausalzusammenhang zwischen dem Verhalten von B._____ und dem 

22 / 60

diesbezüglichen Irrtum von D._____ bestehen. Der Irrtum bliebe mit anderen Wor-
ten in der Verantwortungssphäre der Darlehensgeberin. In derart gelagerten Fällen 
einen anderen Schluss ziehen zu wollen, würde letztlich auch dazu führen, dass 
Geschäftsleiter von Unternehmungen in Not selbst bei transparenter Kommunika-
tion der Finanzlage keine Darlehen aus ihrem Bekanntenkreis mehr aufnehmen 
könnten, ohne eine Verurteilung wegen Betrugs befürchten zu müssen. Ferner er-
folgte die Leistung der "Sicherheiten" nach der Gewährung des Darlehens, weshalb 
auch ein Motivationszusammenhang auszuschliessen ist; die "Sicherheitsleistun-
gen" ermöglichen jedoch wie bereits dargelegt Rückschlüsse auf das Vorliegen ei-
nes Rückzahlungswillens. Schliesslich wäre ein allfälliger Irrtum jedenfalls nicht wis-
sentlich und willentlich hervorgerufen worden – mitunter also ohne Vorsatz und folg-
lich auch ohne Bereicherungsabsicht. Eine Prüfung des Vorliegens des Tatbestand-
merkmals der Arglist sowie weiterer Strafbarkeitsvoraussetzungen erübrigt sich 
demnach.

3.3. Fazit

Aus dem Gesagten erhellt, dass die angeklagten und erstellten Handlungen der Be-
schuldigten B._____ gegenüber der Privatklägerin D._____ die Tatbestandsvoraus-
setzungen des Betruges nicht erfüllen, weshalb dieselbe freizusprechen ist.

4. Betrugsvorwurf gegen A._____ (Geschädigte D._____)

4.1. Sachverhaltserstellung

4.1.1. Die Staatsanwaltschaft wirft A._____ (Schwester von B._____) ebenfalls vor, 
im Frühling 2004 mit der Bitte an die Privatklägerin D._____ gelangt zu sein, ihr ein 
Übergangsdarlehen von EUR 250'000.00 zu gewähren, obschon sie bereits zum 
damaligen Zeitpunkt gewusst habe, die besagte Summe nicht zurückzahlen zu kön-
nen und die Rückzahlung ohnehin nicht beabsichtigte.

Da A._____ und D._____ seit ihrer Kindheit befreundet waren, sei für Erstere das 
Unterbleiben einer Überprüfung der Leistungsfähigkeit seitens der Darlehensgebe-
rin vorhersehbar gewesen. Durch Ausnützung der soeben genannten Umstände 
hätte A._____ D._____ vorsätzlich und arglistig vorgetäuscht, das Darlehen bis 
spätestens Ende November 2004 zurückzuzahlen.

Derart getäuscht habe D._____ in der Folge das verlangte Darlehen gewährt, indem 
sie A._____ mit Valuta vom 17. Mai 2004 den Betrag von EUR 150'000.00 und mit 
Valuta vom 17. Juni 2004 den Betrag von EUR 100'000.00 – gesamthaft also 
EUR 250'000.00 – auszahlte. Eine Rückzahlung des Darlehens sei zu keinem Zeit-

23 / 60

punkt erfolgt, wodurch D._____ ein Schaden in besagtem Umfang entstanden sei, 
während sich A._____ im entsprechenden Umfang unrechtmässig bereichert habe 
(StA act. A.1.32 [VV.2012.1486], Ziff. B.1).

4.1.2. Unstrittig ist, dass die Beschuldigte A._____ von der Privatklägerin D._____ 
ein in zwei Tranchen ausbezahltes Darlehen im Umfang von gesamthaft 
EUR 250'000.00 (EUR 150'000.00 + EUR 100'000.00) erhalten hat. Unstrittig ist fer-
ner, dass A._____ das Darlehen nicht zurückbezahlt hat.

Strittig und zu erstellen bleibt demgegenüber (lediglich), ob A._____ D._____ zur 
Gewährung des Darlehens veranlasst hat. Andere Beteiligungsformen sind nicht 
angeklagt und auf der Grundlage der Akten sowie des Freispruchs B._____s ohne-
hin nicht vorstellbar. Hat A._____ D._____ nicht zu besagter Handlung veranlasst, 
fällt eine Verurteilung wegen Betrugs somit ausser Betracht.

4.1.3. Für die rechtlichen Grundlagen der Sachverhaltserstellung wird auf die in 
E. 3.1.3 zitierte Judikatur verwiesen.

4.1.4. Zentrale Beweismittel zu den vorliegend strittigen Sachverhaltselementen 
sind – wie im Fall B._____s – die in den verschiedenen Verfahrensstadien des Straf-
verfahrens getätigten Aussagen der beiden Parteien des Darlehensvertrages, 
D._____ und A._____. D._____ wurde allerdings wie bereits erwähnt nur einmal 
einvernommen, namentlich von der Staatsanwaltschaft (StA act. B.3.7 
[VV.2012.1486]). In besagter Einvernahme hat sie sich zum vorliegend strittigen 
Sachverhaltselement nicht beziehungsweise nicht auf A._____ belastende Weise 
geäussert (vgl. untenstehend). Hierzu ist wiederum anzumerken, dass sie trotz per-
sönlicher Anwesenheit an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung und an der Be-
rufungsverhandlung keine weitere Einvernahme beantragt hat. A._____ hat sich 
hierzu ebenfalls in keiner ihrer Einvernahmen explizit geäussert. 

Den Akten ist jedenfalls in keinerlei Weise zu entnehmen, dass A._____ im Hinblick 
auf die Darlehensgewährung jemals direkt mit D._____ kommuniziert hätte. Die Ver-
handlungen mit derselben und ihrem Ehemann scheinen hingegen ausschliesslich 
von B._____ geführt worden zu sein (StA act. B.3.9 [VV.2012.1486], Frage 1 a.E.: 
"Ursprünglich war es so, dass mich B._____ angefragt hatte, ob ich ihr Geld für ein 
persönliches Darlehen überweisen würde. […] Es war dann so, dass B._____ mir 
die Kontodaten von A._____ angegeben hat, damit ich das Geld überweisen konnte. 
In der Folge habe ich dann die besagten Überweisungen von EUR 150'000.00 und 
EUR 100'000.00 auf das Konto von A._____  getätigt [Hervorhebung des Gerichts]." 
Die erwiesene "Handlung" von A._____ erschöpft sich daher gänzlich in der Entge-

24 / 60

gennahme einer Geldsumme (vgl. bereits StA act. A.2.10 [VV.2012.1486], Frage 2). 
In Anbetracht ihres grundsätzlichen Desinteresses an finanziellen Fragen sowie ih-
rer allgemein gänzlichen Delegierung und Trivialisierung derselben (vgl. hierzu ein-
gehend untenstehende E. 8.1) erscheint diese Vorgehensweise für A._____s Ver-
hältnisse auch nicht ungewöhnlich. 

4.1.6. Es ist daher als erstellt zu erachten, dass A._____ D._____ nicht zur Ge-
währung des Darlehens veranlasst hat. Damit scheidet bereits eine tatbestands-
mässige (Täuschungs-)Handlung aus, weshalb sich eine Prüfung weiterer Sachver-
haltselemente erübrigt.

4.2. Rechtliche Würdigung

4.2.1. Für die objektiven und subjektiven Tatbestandvoraussetzungen des Betrugs 
wird auf die vorstehende E. 3.2.1 verwiesen.

4.2.2. Ein Schuldspruch ist vorliegend bereits aufgrund des Fehlens jedweder 
Handlungen von A._____ im Hinblick auf das Angehen D._____s (sowie hinsichtlich 
der Erschwerung der Überprüfbarkeit ihres Rückzahlungswillens und ihrer Rück-
zahlungsfähigkeit) a priori auszuschliessen. A._____ hat gemäss den Akten ledig-
lich eine Geldsumme erhalten, und dies nachdem sie nota bene ein vorheriges Dar-
lehen von D._____ bereits beglichen hatte. Bei besagter Faktenlage ist die An-
nahme einer Täuschungshandlung nicht nachvollziehbar.

4.3. Fazit

Zusammenfassend erfüllen die in der Anklageschrift vorgeworfenen Handlungen 
der Beschuldigten A._____ gegenüber der Privatklägerin D._____ nicht den Tatbe-
stand des Betrugs, weshalb dieselbe vom entsprechenden Vorwurf freizusprechen 
ist.

5. Betrugsvorwurf gegen A._____ (Geschädigte G._____)

5.1. Sachverhaltserstellung

5.1.1. Die Staatsanwaltschaft wirft der Beschuldigten A._____ ferner vor, im Zeit-
raum von Oktober 2010 bis Mai 2011 bei der G._____ mehrere Male Wein für das 
"Hotel Ristorante O._____" bestellt zu haben. Anfangs April 2011 habe sie dann 
Wein für mehr als CHF 17'000.00 bestellt, wobei die Bezahlung der bisherigen 
Rechnungen immer noch ausgestanden habe. Die G._____ habe eine erneute Wa-
renlieferung aus diesem Grund an die Bedingung der Bezahlung der bisher bestell-
ten Ware geknüpft. Am 6. Mai 2011 habe die Beschuldigte A._____ den Mitarbei-

25 / 60

tern der G._____ eine Kopie einer Zahlungsanweisung zukommen lassen, aus der 
ersichtlich war, dass sie der P._____ den Zahlungsauftrag erteilt hatte, der G._____ 
am 9. Mai 2011 den Betrag von CHF 27'210.00 zu überweisen. Auf diese Weise 
habe A._____ den Mitarbeitern der G._____ vorsätzlich und arglistig vorgetäuscht, 
dass die Zahlungsanweisung über CHF 27'210.00 auch tatsächlich ausgeführt 
werde. A._____ hätte gewusst, dass die G._____ dies nicht oder nur mit besonderer 
Mühe überprüfen könne. Sie habe auch gewusst, dass die Bank die registrierte Zah-
lungsanweisung mangels Liquidität nicht ausführen würde. Die Staatsanwaltschaft 
erachtet letztere Tatsache aufgrund des Umstandes als erwiesen, dass das Raiffei-
sen-Konto der Beschuldigten anfangs Mai 2011 – als sie die Zahlungsanweisung 
über CHF 27'210.00 zugunsten der G._____ in Auftrag gab – bereits einen Minus-
saldo von ungefähr CHF 50'000.00 aufgewiesen habe. Die derart getäuschten Mit-
arbeiter der G._____ hätten der Beschuldigten daraufhin irrtümlich erneut Wein ge-
liefert. Die Kaufpreiszahlung über CHF 27'210.00 sei daraufhin aufgrund ungenü-
gender Kontodeckung nicht erfolgt. Dadurch sei der G._____ ein Schaden im Um-
fang des Wertes der betreffenden Weinlieferungen entstanden, während sich die 
Beschuldigte in diesem Umfang unrechtmässig bereichert habe (StA act. A.1.32 
[VV.2012.1486], Ziff. B.2).

5.1.2. Strittig und zu erstellen ist vorliegend lediglich, ob A._____ die Vertragsge-
genseite mittels der Weiterleitung der Zahlungsanweisung getäuscht hat oder zu-
mindest täuschen konnte, sowie ob sie besagte Handlung im Wissen und Willen um 
eine allfällige Täuschung der Verkäuferin veranlasst hat. Die einzige weitere strittige 
Frage, ob A._____ wusste, von der Bank keinen Kredit mehr bekommen zu können 
und in Konkurs zu fallen, kann aufgrund nachstehender Erwägungen offengelassen 
werden.

5.1.3. Für die rechtlichen Grundlagen der Sachverhaltserstellung wird auf die in 
E. 3.1.3 zitierte Judikatur verwiesen.

5.1.4. Zweifelsfrei ist im Geschäftsverkehr – und besonders bei geschäftserfahre-
nen Parteien wie der G._____ – Kenntnis des Umstandes vorauszusetzen, dass die 
Anzeige einer gegenüber der Bank getätigten Zahlungsanweisung nicht die effek-
tive Auszahlung des darin aufgeführten Betrages ausweist. Eine besonders raffi-
nierte, die Überprüfung der Bonität der Vertragsgegenseite unzumutbar erschwe-
rende Vorgehensweise ist daher auszuschliessen.

Es könnte aus dem Gesagten allerdings bereits geschlossen werden, dass A._____ 
die G._____ mittels besagter Handlung hinsichtlich der effektiven Auszahlung des 
Kaufpreises gar nicht täuschen konnte. Das angeklagte Verhalten wäre mitunter 

26 / 60

untauglich gewesen, die G._____ hinsichtlich der Rückzahlungsfähigkeit und dem 
Rückzahlungswillen der Vertragsgegenseite zu täuschen. Damit würden entweder 
bereits ein Irrtum der G._____ oder aber ein Zusammenhang zwischen besagtem 
Irrtum und den Handlungen der Beschuldigten A._____ von vornherein ausschei-
den. In diesem Sinne ist auch festzuhalten, dass aus dem Sachverhalt wohl auch 
keine hinreichenden Anhaltspunkte hervorgehen, um anzunehmen, dass A._____ 
trotz der – insbesondere im Umgang mit geschäftserfahrenen Parteien – notori-
schen Untauglichkeit von Zahlungsanweisungen als Bonitätsnachweisen im Willen 
gehandelt habe, ihre Gegenseite zu täuschen. Der Umstand alleine, dass sie ihre 
Sekretärin Q._____ noch unmittelbar vor dem Konkurs zahlreiche derartige Zah-
lungsaufträge erfassen und den Gläubigern weiterleiten liess, würde dementspre-
chend auch kein hinreichendes Indiz für den Beweis der inneren Tatsachen des 
Vorsatzes und der Bereicherungsabsicht darstellen. Im Gegenteil würde letztge-
nannter Umstand die Annahme nahelegen, A._____ sei tatsächlich der Auffassung 
gewesen, ihre Schulden in naher Zukunft begleichen zu können. Es leuchtet näm-
lich nicht ein, weshalb sie ansonsten weiterhin Waren und Dienstleistungen für das 
"Hotel Ristorante O._____" beschafft hätte. Unterstellt man ihr sowohl das Bewusst-
sein über den bevorstehenden Konkurs als auch die Absicht, sich auf Kosten Dritter 
zu bereichern, erscheint unverständlich, weshalb sie die verbliebenen finanziellen 
Mittel beziehungsweise den verbliebenen Kredit für ihren Betrieb statt für sich selbst 
oder nahestehende Personen benützt haben sollte.

5.1.5. Ob die angeklagte Handlung von A._____ bei der G._____ einen Irrtum über 
die Zahlungsfähigkeit und den Zahlungswillen ihrer Vertragsgegenseite hervorge-
rufen hat beziehungsweise hervorrufen konnte, kann daher offengelassen werden, 
da sich dieselbe auf jeden Fall als nicht raffiniert oder die Überprüfung der Bonität 
unzumutbar erschwerend erweisen kann. Ebenfalls erübrigen sich somit Weiterun-
gen zu inneren Tatsachen.

5.2. Rechtliche Würdigung

5.2.1. Für die objektiven und subjektiven Tatbestandvoraussetzungen des Betrugs 
ist wiederum auf die vorstehende E. 3.2.1 zu verweisen.

5.2.2. Wie im Rahmen der Sachverhaltserstellung dargelegt ist vorliegend sogar 
die Auffassung vertretbar, die Weiterleitung der Zahlungsanweisung habe bei der 
G._____ nicht einmal einen Irrtum im Hinblick auf Zahlungsfähigkeit und Zahlungs-
wille von A._____ hervorgerufen oder überhaupt hervorrufen können, weshalb sich 
bereits die Tatbestandsvoraussetzungen des Irrtums und des Motivationszusam-
menhangs als nicht erfüllt erweisen würden. 

27 / 60

Jedenfalls kann ein Verhalten, das kaum – wenn überhaupt – geeignet ist, bei der 
Gegenpartei einen Irrtum hervorzurufen, begriffsnotwendig nicht als "besondere 
Machenschaft" qualifiziert werden. Die angebliche "Machenschaft" von A._____ 
stand einer Überprüfung ihrer Zahlungsfähigkeit seitens der G._____ keineswegs 
im Wege. Die G._____ hätte ihre Warenlieferung ohne Weiteres bis zur effektiven 
Begleichung der Kaufpreisforderung aussetzen können. Lediglich am Rande sei 
schliesslich erwähnt, dass sich der G._____, wenn sie sich vor Zahlungsausfällen 
A._____s absichern wollte (mit denen sie aufgrund früherer Erfahrungen rechnen 
musste), ohnehin die Vereinbarung eines Postnumerandokaufs aufgedrängt hätte. 
Die Weiterleitung der Zahlungsanweisung an die G._____ stellt somit keine arglis-
tige Vorgehensweise im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB dar. Das Bundesgericht 
hat denn auch bereits klargestellt, dass die frühere Nichtbezahlung von Rechnun-
gen an der Fähigkeit oder am Willen eines Kunden zweifeln lässt, die vereinbarte 
Leistung zu erbringen. Beliefert ein Unternehmen einen Kunden, obwohl dieser im-
mer noch mit der (effektiven) Zahlung früherer Bestellungen im Verzug ist, geht das 
Unternehmen bewusst ein unternehmerisches Risiko ein, für welches es sich nicht 
auf den strafrechtlichen Schutz von Art. 146 StGB berufen kann (BGer 6B_24/2018 
v. 22.5.2019 E. 2.3.2 a.E.).

5.3. Fazit

Aus dem Gesagten erhellt, dass die angeklagten und erstellten Handlungen der Be-
schuldigten A._____ gegenüber der Privatklägerin G._____ die Tatbestandsvoraus-
setzungen des Betruges nicht erfüllen, weshalb sie vom diesbezüglichen Vorwurf 
freizusprechen ist.

6. Betrugsvorwurf gegen A._____ (Geschädigte E._____)

6.1. Sachverhaltserstellung

6.1.1. Die Staatsanwaltschaft wirft der Beschuldigten A._____ des Weiteren vor, 
als Vertreterin des von ihr gegründeten und präsidierten Vereins U._____ auf ähn-
liche Weise wie im Falle der G._____ auch die italienische Gesellschaft E._____ 
getäuscht zu haben. Mit dieser habe sie am 3. Mai 2011 einen Vertrag abgeschlos-
sen, wonach die Vertragsgegenseite am 21. Mai 2011 das von ihr produzierte Kon-
zert Y._____ in I._____ organisiert hätte. Als Gegenleistung sei eine Geldzahlung 
von EUR 13'000.00 vereinbart worden. Am 18. Mai 2011 habe die Beschuldigte 
A._____ Mitarbeitern der E._____ eine Kopie einer Zahlungsanweisung zukommen 
lassen, woraus ersichtlich war, dass sie der P._____ den Zahlungsauftrag erteilt 
hatte, der E._____ am 19. Mai 2011 den Betrag von EUR 13'000.00 zu überweisen. 

28 / 60

Auf diese Weise habe die Beschuldigte A._____ den Mitarbeitern der E._____ vor-
sätzlich und arglistig vorgetäuscht, dass die Zahlungsanweisung über 
EUR 13'000.00 effektiv ausgeführt werde. Dabei habe sie gewusst, dass die Mitar-
beiter der E._____ dies nicht oder nur mit besonderer Mühe überprüfen konnten. 
Sie habe auch gewusst, dass die registrierte Zahlungsanweisung mangels Liquidität 
durch die Bank nicht ausgeführt werden würde. Die Staatsanwaltschaft erachtet 
letztere Tatsache aufgrund des Umstandes als erwiesen, dass ihr Raiffeisen-Konto 
im Mai 2011 – als sie die Zahlungsanweisung über EUR 13'000.00 zugunsten der 
E._____ in Auftrag gab – bereits einen Minussaldo von ungefähr CHF 50'000.00 
aufwies. Die derart getäuschten Mitarbeiter der E._____ seien daraufhin ihren ver-
traglichen Verpflichtungen als Produzenten des Konzertes nachgekommen. Am 
21. Mai 2011 habe das Konzert Y._____ stattgefunden. Infolge ungenügender Kon-
todeckung sei die Zahlung der Gegenleistung über EUR 13'000.00 hingegen aus-
geblieben. Hierdurch sei der E._____ ein Schaden im Umfang von EUR 13'000.00 
beziehungsweise ihrer Leistungen als Produzentin des Konzertes entstanden, 
während sich die Beschuldigte oder Dritte in ebendiesem Umfang unrechtmässig 
bereichert hätten (StA act. A.1.32 [VV.2012.1486], Ziff. B.3).

6.1.2. Strittig und zu erstellen ist vorliegend lediglich, ob A._____ die Vertragsge-
genseite mittels der Weiterleitung der Zahlungsanweisung getäuscht hat oder zu-
mindest täuschen konnte, sowie ob sie besagte Handlung im Wissen und Willen um 
eine allfällige Täuschung der Verkäuferin veranlasst hat. Die einzige weitere strittige 
Frage, ob A._____ wusste, von der Bank keinen Kredit mehr bekommen zu können 
und in Konkurs zu fallen, kann aufgrund nachstehender Erwägungen offengelassen 
werden.

6.1.3. Für die rechtlichen Grundlagen der Sachverhaltserstellung wird auf die in 
E. 3.1.3 zitierte Judikatur verwiesen.

6.1.4. In Ziff. 2 a.E. des Vertrages zwischen der Geschädigten E._____ und dem 
Verein U._____ wurden die Zahlungsmodalitäten ("condizioni di pagamento") wie 
folgt geregelt: "a mezzo assegno bancario intestato a E._____ il giorno del concerto" 
(StA act. B.7.1.3 [VV.2012.1486]). Als Zahlungszeitpunkt wurde mit anderen Wor-
ten der Tag der Aufführung des Konzertes Y._____ vereinbart. Es finden sich in den 
Akten keine objektiven Anhaltspunkte für die Annahme einer anderslautenden 
schriftlichen, mündlichen oder auch nur konkludenten Abmachung. Der – den Akten 
nach unaufgeforderte und letztlich erfolglose – Versuch der Begleichung der ver-
traglichen Verpflichtung von A._____ vor Fälligkeit ebendieser Schuld kann dem-
nach für die Durchführung der Darbietung von vornherein nicht kausal gewesen 
sein, da die E._____ nach den Akten ohnehin davon ausgehen musste, das Entgelt 

29 / 60

für ihre Leistung erst am Tag der Aufführung zu erhalten. Die E._____ hatte das 
Insolvenzrisiko bereits im Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung aufgrund der Ver-
einbarung einer Leistung "Zug um Zug" – statt pränumerando – auf sich genommen. 
Es könnte allenfalls argumentiert werden, aufgrund der für internationale Banktrans-
aktionen üblichen Bearbeitungsfrist habe die am 19. Mai 2011 erfolgte Weiterleitung 
der Zahlungsanweisung bezüglich einer Zahlung von einem Schweizer auf ein ita-
lienisches Konto für die am 21. Mai 2011 – mitunter lediglich zwei Tage später – 
fällig werdende Forderung eine Überprüfung der Zahlungsfähigkeit erschwert oder 
sogar verunmöglicht (vgl. StA act. B.7.1.1 [VV.2012.1486]). Allerdings lässt sich ge-
gen diese Argumentation einwenden, dass die E._____ entweder nichts von der 
drohenden Insolvenz A._____s wusste – in welchem Fall die soeben dargelegten 
Gründe gegen die Annahme eines Zusammenhangs zwischen der Weiterleitung der 
Zahlungsanweisung und dem Erbringen der eigenen vertraglichen Leistung 
sprächen – oder aber die eigene Leistung bis auf erfolgte Zahlung der Gegenleis-
tung verweigert hätte (vgl. für das vorliegend nicht anwendbare Schweizer Recht 
Art. 83 OR). Wenn die E._____ mit anderen Worten bereits ernsthafte Zweifel an 
der Zahlungsfähigkeit der Vertragsgegenseite gehabt hätte, hätte sie nicht bereits 
aufgrund einer Zahlungsanweisung geleistet.

Damit verbunden ist an dieser Stelle erneut festzuhalten, dass – wie in der vorste-
henden E. 5.1.4 eingehend dargelegt – aufgrund der Untauglichkeit der Weiterlei-
tung von Zahlungsanweisungen zur Täuschung geschäftserfahrener Vertragspar-
teien ein Irrtum der Unternehmerin, jedenfalls aber ein Motivationszusammenhang 
zwischen den Handlungen der Bestellerin und einem allfälligen Irrtum der Unterneh-
merin auszuschliessen ist und dass der Bestellerin darüber hinaus kein Wissen und 
Willen in Bezug auf einen allfälligen Irrtum der Unternehmerin und kein Wille nach-
gewiesen werden kann, sich selbst oder Dritte unrechtmässig zu bereichern.

6.1.5. Zusammenfassend ist daher erstellt, dass die Dienstleistung der Unterneh-
merin E._____ nicht aufgrund der von der Beschuldigten A._____ weitergeleiteten 
Zahlungsanweisung an die P._____ erfolgte, sondern unabhängig davon erbracht 
wurde. Die angeklagte Handlung der Bestellerin hat mitunter bei der Unternehmerin 
keinen Irrtum über die Zahlungsfähigkeit und den Zahlungswillen der Vertragsge-
genseite hervorgerufen, zumal den Akten zu entnehmen ist, dass die Parteien eine 
Bezahlung am Tag des Konzerts vereinbart hatten. Weiterungen zu anderen Sach-
verhaltselementen erübrigen sich.

30 / 60

6.2. Rechtliche Würdigung

6.2.1. Für die objektiven und subjektiven Tatbestandvoraussetzungen des Betrugs 
wird wiederum auf die vorstehende E. 3.2.1 verwiesen.

6.2.2. Wie erstellt (vgl. vorstehende E. 6.1.4-6.1.5) führte die E._____ das Konzert 
unabhängig der ihr von A._____ weitergeleiteten Zahlungsanweisung an die Bank 
durch, weshalb vorliegend bereits das Vorliegen eines Motivationszusammenhan-
ges zwischen der angeblichen Täuschungshandlung und dem vorgeblichen Irrtum 
der Geschädigten, der zu der nachteiligen Vermögensdisposition derselben geführt 
haben soll, auszuschliessen ist. Die Weiterleitung der Zahlungsanweisung hat fer-
ner auch keinen Irrtum bei der E._____ hervorgerufen.

6.3. Fazit

Aus dem Gesagten erhellt, dass die angeklagten und erstellten Handlungen der Be-
schuldigten A._____ gegenüber der Privatklägerin E._____ die Tatbestandsvoraus-
setzungen des Betruges nicht erfüllen, weshalb sie vom diesbezüglichen Vorwurf 
freizusprechen ist.

7. Veruntreuungsvorwürfe gegen A._____

7.1. Sachverhaltserstellung

7.1.1. Die Staatsanwaltschaft wirft der Beschuldigten A._____ ferner vor, im Zeit-
raum vom 1. September 2004 bis 3. April 2008 von zwei Konten des Privatklägers 
C._____ bei der R._____ vereinbarungswidrig und ohne dessen Wissen für eigene 
Zwecke Geldbezüge im Betrag von insgesamt EUR 91'918.00 und USD 1'717.00 
getätigt und besagte Gelder sodann verbraucht zu haben. Zwar habe C._____ 
A._____ am 26. September 2003 eine Vollmacht mit Einzelunterschrift auf besag-
ten Konten erteilt, dieser sei aber bewusst gewesen, dass sie die Gelder nicht für 
eigene Belange verwenden dürfe. Demnach seien die Vermögenswerte anvertraut 
gewesen. A._____ habe C._____ dieses Geld nicht zurückbezahlt und in der Ab-
sicht gehandelt, sich auf diese Art und Weise unrechtmässig zu bereichern 
(StA act. A.1.32 [VV.2012.1486], Ziff. B.4).

Die Verteidigung stellt sich auf den Standpunkt, der Zugriff auf die Konten sei nicht 
vereinbarungswidrig erfolgt. A._____ habe nie die Funktion einer Treuhänderin 
wahrgenommen, weder für C._____ noch für Dritte. C._____ habe ihr hingegen das 
Einzelzeichnungsrecht auf den Konten eingeräumt, um ihr den Zugriff darauf zu er-
möglichen. Die Einräumung dieses Zugriffsrechts sei gewissermassen als Zeichen 

31 / 60

der Dankbarkeit für die durch sie erfahrene Förderung zu werten, da A._____ 
C._____s Künstlerkarriere als Mäzenin massgeblich begünstigt habe. Dies einer-
seits durch den Kauf mehrerer seiner Werke, anderseits durch ihre Unterstützung 
bei der Kontaktpflege in der Branche und die Organisation seiner Teilnahme an in-
ternationalen Ausstellungen (act. H.3 [SK1 19 38], Rz. 17). Weiter bringt die Vertei-
digung vor, die räumliche Nähe zwischen dem Wohnsitz von A._____ in I._____ 
und der Bankfiliale der R._____ in S._____, bei welcher die Konten eröffnet wurden 
(respektive die Distanz zwischen Letzterer und C._____s Wohnsitz in T._____) in-
diziere entgegen der vorinstanzlichen Sachverhaltserstellung (vgl. hierzu act. B.1 
[SK1 19 38], E. 3.1.4.1) nicht, dass ihr aus Praktikabilitätsgründen (lediglich) die 
Verwaltung der Konten übertragen worden sei. Allein aus den räumlichen Verhält-
nissen erhelle nicht, weshalb C._____ seine Konten verwalten zu lassen brauchte, 
da bereits 2004 die Ausführung von Banktransaktionen mittels E-Banking möglich 
gewesen sei. Aus diesem Grund sei er diesbezüglich nicht auf die Mitwirkung von 
A._____ angewiesen gewesen. Zudem sei für die Verwaltung eines Bankkontos oh-
nehin keine Einzelunterschriftberechtigung erforderlich. Aus den soeben dargeleg-
ten Gründen sei C._____s Version, wonach er A._____ die Einzelunterschriftsbe-
rechtigung lediglich eingeräumt habe, damit sie die Konten für ihn verwalte, nicht 
überzeugend. Im Zweifel müsse folglich von der Darstellung der Beschuldigten aus-
gegangen werden (act. H.3 [SK1 19 38], Rz. 18).

7.1.2. Unstrittig ist, dass A._____ die erwähnten Geldbezüge von den beiden Kon-
ten von C._____ getätigt hat. Ebenfalls unstrittig ist, dass C._____ A._____ vorgän-
gig die Einzelunterschriftsberechtigung auf besagten Konten eingeräumt hat. 
Schliesslich ist unstrittig, dass die so Bevollmächtigte die abgehobenen Gelder so-
dann bis heute nicht zurückbezahlt hat, obschon sie selbst einräumt, hierzu ver-
pflichtet zu sein (act. H.3 [SK1 19 38], Rz. 16; vgl. zur Anerkennung der Rückzah-
lungspflicht StA act. B.3.8 [VV.2012.1486], Frage 7 a.E.: "Ich möchte zudem wie-
derholen, dass ich das Geld, welches ich von den beiden Konten in S._____ abge-
hoben habe, Herrn C._____ schulde. Ich möchte zudem erwähnen, dass ich Herrn 
C._____ in mehreren Raten insgesamt bereits EUR 30'000.00 zurückbezahlt habe 
und ich ihm heute noch EUR 67'000.00 schulde").

Strittig und zu erstellen bleibt demgegenüber, ob A._____ tatsächlich nicht berech-
tigt war, die Gelder ohne vorgängige Genehmigung durch C._____ nach Bedarf zu 
beziehen und zu verwenden sowie ob sie allenfalls wusste, dies nicht tun zu dürfen 
und in der Absicht handelte, sich unrechtmässig zu bereichern.

7.1.3. Für die rechtlichen Grundlagen der Sachverhaltserstellung wird auf die in 
E. 3.1.3 zitierte Judikatur verwiesen.

32 / 60

7.1.4. Vorweg ist anzumerken, dass C._____ die Bedeutung der von seiner einsti-
gen Mäzenin für seine Karriere erbrachten Unterstützungsleistungen tatsächlich 
nicht in Frage stellt, sondern seinerseits – in der Konfronteinvernahme vom 
7. Mai 2015 sowie im "Protocole d'accord de remboursement de créance" vom 
26. November 2014 – mehrfach betonte (vgl. insbesondere StA act. B.3.8 
[VV.2012.1486], Frage 4: "Meine Aktivitäten als Kunstmaler konnte ich erst mit der 
Unterstützung von A._____ überhaupt beginnen. Ich hatte volles Vertrauen in 
A._____, welche mich sozusagen als Mäzenin unterstützte"; StA act. B.3.8 
[VV.2012.1486], S. 3: "Wir sind Freunde"; Frage 10: "[…] Ich war A._____ dafür 
natürlich sehr dankbar"; RG act. 21.4 [515-2018-5], S. 1: "Compte tenu de l'amitié 
partagée entre les Parties, Madame B._____ a soutenu Monsieur C._____ au cours 
du développement de son activité d'artiste-peintre, et notamment sponsorisé sa 
partecipation à la Biennale de Venise ou encore à certain festivals. […] Dès lors, 
Monsieur C._____ a acquis de plus en plus de notorieté et est devenu un artiste de 
renommée internationale […]").

In ihren Einvernahmen hat A._____ konsistent die Ansicht vertreten, C._____ habe 
ihr aufgrund dieser persönlichen Vorgeschichte erlaubt, nach Bedarf von den Kon-
ten Geld abzuheben (StA act. A.2.10 [VV.2012.1486], Frage 1: "C._____ mi aveva 
dato procura sul suo conto bancario e mi aveva autorizzato di prelevare quanto 
volevo nel caso ne avessi bisogno. […] C._____ mi aveva detto che se ne avevo 
bisogno potevo prelevare i soldi. Esso era pure al corrente che la situazione dell'al-
bergo era difficile."; StA act. B.3.6, Frage 64: "[…] Er sagte mir immer, wenn du 
brauchst, nimm soviel du willst."; StA act. B.3.8 [VV.2012.1486], Frage 9: "Ich 
möchte wiederholen, dass Herr C._____ immer gesagt hat: "Wenn du Geld von die-
sen beiden Konten brauchst, kannst du Geld abheben"; RG act. 20 [515-2018-5], 
Fragen 4.21-24 und 4.26: "Ich eröffnete das Konto für ihn und er gab mir eine Voll-
macht mit den Worten: Nimm, wenn du Geld brauchst."; "[…] Ich könne machen, 
was ich will. […]"; "Vorsitzende: Zu welchem Zweck wurde Ihnen diese Vollmacht 
erteilt? Beschuldigte: Damit wenn ich Geld brauche, nachdem ich so viel für Ihn [sic] 
ausgab, hätte ich mich dort bedienen können und zwar ohne Grund"; "Hat Ihnen 
C._____ irgendwelche Anweisungen gegeben […]? Nein, gar nichts. […]"; "Ich 
konnte mit dem Geld machen, was ich wollte, ohne einen Auftrag seinerseits"; 
act. H.5 [SK1 19 38], Frage V.d.2: "Lui mi dice: "Non c'è problema, usa i miei soldi. 
Tanto tu nella vita mi hai dato tanto, posso darti un po' anch'io"; Frage V.d.3"[…] 
potevo fare con quel conto quello che volevo. L'unica cosa che non dovevo fare era 
dirlo a sua moglie").

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Anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Konfronteinvernahme hat C._____ demge-
genüber im Wesentlichen ausgeführt, er habe die Konten für Transaktionen betref-
fend den Verkauf seiner Bilder benötigt (vgl. namentlich StA act. B.3.8 
[VV.2012.1486], Frage 4: "[…] Ich möchte hinzufügen, dass ich Kunstmaler bin und 
überall auf der Welt Bilder ausstelle. Für die Transaktionen betreffend die Bildver-
käufe benötigte ich diese beiden Konten. […] Weil die meisten Transaktionen vor 
allem Italien betrafen, hat mir A._____ geraten, diese beiden erwähnten Konten in 
S._____ zu eröffnen. Da ich ja volles Vertrauen in A._____ hatte, hatte ich ihr die 
Vollmacht für diese beiden Konten gegeben. Sie sagte, sie würde diese Konten für 
mich verwalten. Wenn ich jeweils in die Schweiz kommen würde, hätte ich dann 
auch etwas Geld in der Schweiz für mich zur Verfügung. […]").

Die von A._____ vertretene Version, wonach sie sich von den beiden Konten nach 
Bedarf bedienen durfte, setzt eine sehr einseitige und somit unübliche Abrede vor-
aus, was die Glaubhaftigkeit der darauf gründenden Sachverhaltsdarstellung min-
dert. Nichtdestotrotz ist ihre Version nicht vollends von der Hand zu weisen, zumal 
mannigfaltige Gründe für eine Vereinbarung dieses Inhalts denkbar sind. Insbeson-
dere könnte die Abmachung Ausdruck der beidseits anerkannten Künstler-Mäzen-
Beziehung der Parteien gewesen sein, in der Grosszügigkeit und gegenseitige Un-
terstützung offenbar eine zentrale Rolle spielten und die Grenze zwischen den Ver-
mögen der einzelnen Personen allenfalls unscharf gezogen wurde. Für eine solche 
unscharfe Abgrenzung spricht namentlich auch der Umstand, dass aufgrund der 
Vollmacht beide Parteien auf die Konten zugreifen konnten, ohne dass eine klare – 
bestenfalls schriftliche – Regelung der Zugriffsberechtigung getroffen worden wäre. 
Dies ist ausserhalb familiärer Verhältnisse wohl ebenfalls als unüblich zu qualifizie-
ren. Fallen faktisches Können und rechtliches Dürfen auseinander, wird Letzteres 
in nicht-familiären Beziehungen in der Regel festgehalten. Schliesslich ist darauf 
hinzuweisen, dass im "Protocole d'accord de remboursement de créance" vom 
26. November 2014 davon die Rede ist, C._____ habe A._____ das Geld geborgt 
("preté"), was auf ein Darlehensverhältnis und somit auf eine vereinbarungs-
gemässe Verwendung hinweist (RG act. 21.4 [515-2018-5], S. 1: "[…] Madame 
B._____ a rencontré certaines difficultés financières et Monsieur C._____ lui a preté 
certaines sommes d'argent à concurrence de 67.000 euros" [Hervorhebung durch 
das Gericht]; aus der Konfronteinvernahme vom 7. Mai 2015 wird ersichtlich, dass 
es sich bei den EUR 67'000.00 nach Ansicht beider Parteien um die Differenz zwi-
schen dem von A._____ abgehobenen Geld und der von ihr bereits getätigten Rück-
zahlungen im Umfang von CHF 30'000.00 handelt, vgl. StA act. B.3.8 
[VV.2012.1486], Fragen 12-17). Die Version von A._____ erscheint somit zwar nicht 
besonders glaubhaft, aber immerhin nicht unglaubhaft.

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Die von C._____ präsentierte Sachverhaltsdarstellung erscheint ihrerseits nicht be-
sonders glaubhaft. Wenn die beiden Konten wie von ihm behauptet der Einzahlung 
des Verkaufserlöses seiner Bilder gedient haben sollen, erschiene die Erteilung ei-
ner Einzelunterschriftsberechtigung hierfür gänzlich überflüssig. Dies aber nicht nur 
– wie die Verteidigung zutreffend hervorhebt –, weil die hierzu erforderlichen Trans-
aktionen auch elektronisch vom Wohnsitz von C._____ in T._____ aus ausgelöst 
werden konnten, sondern bereits aufgrund des Umstandes, dass Einzahlungen auf 
fremden Konten von vornherein keine Vollmachten erfordern. Die von der Vorin-
stanz zum Massstab der Glaubhaftigkeit der beiden Varianten erhobene räumliche 
Nähe von A._____ zur Bankfiliale in S._____ (beziehungsweise Distanz zwischen 
C._____ und derselben) ist mit anderen Worten unerheblich, da sie nicht zu erklären 
vermag, weshalb er ihr die Einzelunterschriftsberechtigung überhaupt erst einzuräu-
men brauchte. Die Annahme, A._____ habe als Treuhänderin gehandelt, erscheint 
letztlich nur dann sinnvoll, wenn die Vereinbarung (wie sie in allen Einvernahmen 
konsistent suggeriert) die Verheimlichung der auf den beiden Konten befindlichen 
Vermögenswerten bezweckte – sei dies vor der Ehefrau von C._____, dem franzö-
sischen Fiskus oder etwaigen Dritten (vgl. StA act. B.3.6 [VV.2012.1486], Frage 57: 
"[…] Die beiden erwähnten Konten waren Schwarzkonten. Seine Ehefrau wusste 
davon gar nichts. Aus diesem Grund sind die besagten beiden Konten in S._____ 
eröffnet worden. […]"; Frage 58: "[…] Weil Herr C._____ die Gelder, welche er von 
der Biennale 2003 von meinen Kunden erhielt, nicht in V._____ haben wollte, wurde 
das Konto in S._____ eröffnet. Wie gesagt handelt es sich dabei um Schwarzgeld. 
Für gewisse Kunden aus Italien war es besser, eine Geldzahlung von der Schweiz 
in die Schweiz zu tätigen als von Italien in die Schweiz oder nach V._____. […]"; 
StA act. B.3.8 [VV.2012.1486], Frage 3: "[…] Jedenfalls war es so, dass es sich um 
Geld handelte, welches Herr C._____ in seinem Land (V._____) nicht deklariert 
hatte. Ich möchte hinzufügen, dass die Frau von Herrn C._____ von diesen beiden 
erwähnten Konten nichts wusste"; Frage 17: "Ich möchte zu guter Letzt einmal noch 
erwähnen, dass Herr C._____ die Konten in S._____ nur deshalb dort eröffnet hatte, 
weil er das Geld in V._____ nicht versteuern wollte"; RG act. 20 [515-2018-5], 
Frage 4.22: "[…] Seine Frau wusste davon nichts"; act. H.5 [SK1 19 38], 
Frage V.d.2: "[…] mi ha detto: "Voglio aprire un conto all'insaputa di mia moglie […] 
in Svizzera". […]"; Frage V.d.3: "L'unica cosa che non dovevo fare era dirlo a sua 
moglie"). Nur dann hätte die Gewährung der Einzelzeichnungsberechtigung irgend-
einem erkennbaren Zweck gedient – die Entgegennahme der Korrespondenz durch 
A._____ hätte (analog der Nutzung banklagernder Korrespondenz) verhindern kön-
nen, dass kompromittierende Unterlagen "in die falschen Hände" gerieten. Wie be-
reits dargelegt hat C._____ ebendiesen Umstand jedoch bestritten, worauf er – zu 
seinem Vorteil oder Nachteil – zu behaften ist. Angesichts der Aktenlage darf ihm 

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eine solche Vermögensverschleierung ohnehin nicht unterstellt werden. Es ist dem-
nach davon auszugehen, dass keine Verheimlichung der Vermögenswerte auf den 
Konten stattfand, weshalb aber aufgrund des Gesagten auch nicht glaubhaft erstellt 
ist, dass A._____ die Einzelunterschriftsberechtigung lediglich als Treuhänderin er-
halten hat. Ohnehin vermag die Darstellung von C._____ nicht zu erklären, aus wel-
chem Grund gerade A._____ mit der Verwaltung der Konten hätte betraut werden 
sollen, zumal sie den Akten nach keine Erfahrung als Treuhänderin hatte, und wieso 
dieselbe für den entsprechenden Aufwand nicht entschädigt wurde, was für die 
Übernahme von Vermögensverwaltungsaufgaben üblich gewesen wäre. Zwar 
könnten ebendiese Umstände ihrerseits mit der besonderen Beziehung der betei-
ligten Personen erklärt werden. Gerade hierauf stützt sich jedoch auch die antithe-
tische Sachverhaltsdarstellung von A._____, weshalb C._____s Version zumindest 
nicht glaubhafter als die ihrige erscheinen kann. Schliesslich ist nicht nachvollzieh-
bar, weshalb sich C._____ nahezu ein Jahrzehnt lang in keinerlei Weise um die 
beiden Konten interessiert hat (StA act. B.3.8 [VV.2012.1486], Frage 12), wenn-
gleich er die darauf befindlichen Vermögenswerte seinen eigenen Aussagen zu 
Folge für die Abwicklung der Bilderverkäufe benötigt haben sollte (vgl. 
StA act. B.3.8 [VV.2012.1486], Frage 4). 

Aus dem Gesagten folgt, dass keine der beiden – bereits einzeln betrachtet eher 
unglaubhaften – Versionen mehr zu überzeugen vermag als die Andere. Der wahre 
Inhalt der Vereinbarung zwischen C._____ und A._____ ist mit anderen Worten 
nicht zu eruieren. Im Zweifel ist somit zu Gunsten A._____s davon auszugehen, 
dass die von ihr mit C._____ getroffene Vereinbarung ihr erlaubte, auf dessen Kon-
ten zuzugreifen. Unerheblich ist somit die Frage einer etwaigen Vereinbarung zwi-
schen den beiden hinsichtlich einer teilweisen Anlage der Vermögenswerte beim 
W._____ in X._____. Auch hierzu sind sie sich uneins, ohne aber zusätzliche ent-
scheidrelevante Sachverhaltselemente vorzubringen.

7.1.5. In dubio pro reo kann somit nicht als erstellt erachtet werden, dass die Be-
schuldigte A._____ über die von ihr bezogenen Gelder nicht für eigene Belange 
verfügen durfte – beziehungsweise dass dieselbe ansonsten nicht wusste oder wis-
sen musste, nicht verfügungsbefugt zu sein. 

7.2. Rechtliche Würdigung

7.2.1. Den Tatbestand der Veruntreuung gemäss Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB er-
füllt, wer ihm anvertraute Vermögenswerte unrechtmässig in seinem oder eines an-
deren Nutzen verwendet.

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Anvertraut ist, was jemand mit der Verpflichtung empfängt, es in bestimmter Weise 
im Interesse eines andern zu verwenden, insbesondere es zu verwahren, zu ver-
walten oder abzuliefern. Die Verpflichtung kann auf ausdrücklicher oder stillschwei-
gender Abmachung beruhen, wobei es dem Inhalt nach genügt, dass der Täter ohne 
Mitwirkung des Treugebers über die Werte verfügen kann, ihm mithin Zugriff auf 
das fremde Vermögen eingeräumt worden ist (statt vieler BGE 133 IV 21, E. 6.2). 

Die Tathandlung der unrechtmässigen Verwendung ist erfüllt, wenn der Täter durch 
sein Verhalten eindeutig den Willen bekundet, den obligatorischen Anspruch des 
Treugebers (vorliegend: gegenüber der Bank) zu vereiteln. Dafür wird bei Buchgeld 
auf einem Fremdkonto, über welches der Täter verfügen darf, eine pflichtwidrige 
Abbuchung vorausgesetzt (Marcel Alexander Niggli/Christof Riedo, in: Niggli/Wi-
prächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerisches Strafgesetzbuch, 4. Aufl., 
Basel 2019, N 105 und 108 zu Art. 138 StGB).

Subjektiv setzt der Tatbestand der Veruntreuung Vorsatz voraus. Geht der Täter 
fälschlicherweise davon aus, er verwende die anvertrauten Vermögenswerte recht-
mässig, so liegt ein Sachverhaltsirrtum gemäss Art. 13 StGB vor. Da die fahrlässige 
Begehung der Tat nicht strafbar ist, ist ein solcher Irrtum selbst dann straffrei, wenn 
er bei pflichtgemässer Vorsicht vermieden werden konnte (Niggli/Riedo, a.a.O., 
N 112 zu Art. 138 StGB; vgl. Art. 13 Abs. 2 StGB). Entgegen dem Wortlaut des Ge-
setzes setzt der subjektive Tatbestand der Veruntreuung darüber hinaus Absicht 
unrechtmässiger Bereicherung voraus, die insbesondere bei Ersatzbereitschaft 
auszuschliessen ist (Niggli/Riedo, a.a.O., N 113 ff. zu Art. 138 StGB). 

7.2.2. Wie bereits dargelegt kann A._____ nicht nachgewiesen werden, sie habe 
nicht ohne vorgängige Genehmigung durch C._____ für eigene Belange über die 
ihr anvertrauten Gelder– im Sinne eines Darlehens – verfügen dürfen. Umso weni-
ger kann ihr nachgewiesen werden, sie hätte gewusst, dies nicht tun zu dürfen. Ein 
diesbezüglicher pflichtwidriger Irrtum ihrerseits wäre hingegen straflos gewesen. 
Das objektive Tatbestandselement der unrechtmässigen Verwendung und das sub-
jektive Tatbestandselement des Vorsatzes sind somit nicht erfüllt.

7.3. Fazit

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die angeklagten und erstellten Handlun-
gen der Beschuldigten A._____ gegenüber dem Privatkläger C._____ die Tatbe-
standsvoraussetzungen der Veruntreuung nicht erfüllen, weshalb sie vom diesbe-
züglichen Vorwurf freizusprechen ist.

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8. Misswirtschaftsvorwürfe gegen A._____

8.1. Sachverhaltserstellung

8.1.1. Ferner wirft die Staatsanwaltschaft der Beschuldigten A._____ in zwei Tat-
komplexen Misswirtschaftshandlungen vor:

Einerseits habe sie durch arge Vernachlässigung in der Berufsausübung, insbeson-
dere durch ungenügende Kapitalausstattung, die Überschuldung und Zahlungsun-
fähigkeit des von ihr als Einzelunternehmen geführten "Hotel Ristorante O._____" 
herbeigeführt. Gemäss Betreibungsregisterauszug vom 16. April 2012 habe die Un-
ternehmung zu jenem Zeitpunkt 47 Betreibungen für insgesamt CHF 2'283'319.00 
aufgewiesen. Das Unternehmen habe aber bereits in den Jahren 2006 bis 2008 
stets Verluste erwirtschaftet (2006: CHF 28'921.14; 2007: CHF 137'828.00; 2008: 
CHF 106'495.00), wobei ihr Eigenkapital schon am 31. Dezember 2006 einen Ne-
gativsaldo aufgewiesen habe und sich die Überschuldung bis zum 31. Dezem-
ber 2008 nochmals massiv erhöht und gemäss provisorischem Abschluss 
CHF 227'355.00 betragen hätte. Leichtgläubig und naiv habe die über kein buch-
halterisches Grundverständnis und unzureichende Geschäftsführungskenntnisse 
verfügende Beschuldigte über mehrere Jahre hinweg geglaubt, dass Investoren ihr 
beziehungsweise dem "Hotel Ristorante O._____" eines Tages viel Geld überwei-
sen würden. In dieser Überzeugung habe sie in unverantwortlicher Weise das Risiko 
einer Insolvenz negiert, wobei sie mit Bezug auf die Bankrotthandlung zum Schaden 
der Gläubiger des "Hotel Ristorante O._____" vorsätzlich gehandelt habe. Am 
30. November 2011 sei über die Beschuldigte der Konkurs eröffnet worden, wobei 
das Konkursverfahren am 19. Januar 2012 mangels Aktiven eingestellt worden sei 
(StA act. A.1.32 [VV.2012.1486], Ziff. B.5.a).

Darüber hinaus habe sie durch arge Vernachlässigung in der Berufsausübung, ins-
besondere durch ungenügende Kapitalausstattung, die Überschuldung und Zah-
lungsunfähigkeit der Aktiengesellschaft H._____ – deren einzige einzelzeichnungs-
berechtigte Verwaltungsrätin sie gewesen sei und der ein Teil der Liegenschaften 
des "Hotel Ristorante O._____" gehört hätten – herbeigeführt. Gemäss Betrei-
bungsregisterauszug vom 16. April 2012 habe die H._____ zu jenem Zeitpunkt 
neun Betreibungen für insgesamt CHF 1'876'186.20 aufgewiesen. Leichtgläubig 
und naiv habe die über kein buchhalterisches Grundverständnis und keinerlei Ge-
schäftsführungskenntnisse verfügende Beschuldigte über mehrere Jahre hinweg 
geglaubt, dass Investoren der H._____ eines Tages viel Geld überweisen würden. 
In dieser Überzeugung habe sie in unverantwortlicher Weise das Risiko einer Insol-
venz negiert, wobei sie es entgegen der ihr gemäss Art. 725 Abs. 2 Satz 2 OR ob-

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liegenden Pflicht bewusst unterlassen habe, dem Konkursrichter bereits im 
April 2012 die Überschuldung der H._____ anzuzeigen, wobei sie mit Bezug auf die 
Bankrotthandlung zum Schaden der Gläubiger der H._____ vorsätzlich gehandelt 
habe. Am 19. Februar 2013 sei über die H._____ der Konkurs eröffnet worden, wo-
bei das Konkursverfahren am 12. April 2013 mangels Aktiven eingestellt worden sei 
(StA act. A.1.32 [VV.2012.1486], Ziff. B.5.b).

8.1.2. Unstrittig ist, dass A._____ einzige einzelzeichnungsberechtigte Verwal-
tungsrätin der H._____ war, die Einzelunternehmung "Hotel Ristorante O._____" 
führte und sowohl in eigenem Namen als auch im Namen der Aktiengesellschaft 
gegenüber verschiedenen Gläubigern Verbindlichkeiten einging. Unstrittig bezie-
hungsweise sogar offenkundig ist ferner, dass A._____ nicht einmal über ein grund-
legendes Verständnis von Finanzbuchhaltung und Geschäftsführung – wie auch be-
triebs- und volkswirtschaftlicher Zusammenhänge im Allgemeinen – verfügt. Ihre 
Verteidigung führt hierzu aus (act. H.3 [SK1 19 38], Rz. 22): "Es steht ausser Frage, 
dass A._____ sich vorwerfen lassen muss, dass die Buchführung des Hotels und 
der Immobilienfirma nicht ordnungsgemäss erfolgten und dass sie nicht über die 
notwendigen Fachkenntnisse verfügte, um die beiden Betriebe zu führen [Her-
vorhebung des Gerichts]. Damit konnte sie keine verlässlichen Feststellungen über 
den finanziellen Stand des Hotelbetriebs und der Immobiliengesellschaft machen". 
Diese Einschätzung der Verteidigung wird im Übrigen auch durch die von verschie-
denen Personen in den Akten hervorgehobene Naivität A._____s sowie durch zahl-
reiche von ihr persönlich in den verschiedenen Verfahrensstadien getätigten Aus-
sagen untermauert, mittels derer sie ihr vollständiges Desinteresse an administrati-
ven Abläufen und ihr bestenfalls fragiles Verständnis wirtschaftlicher Belange offen-
barte:

 Im Untersuchungsverfahren sind in dieser Hinsicht folgende Äusserungen 
hervorzuheben: StA act. A.2.10 [VV.2012.1486], Frage 9: "Non ho cono-
scenze amministrative"; Frage 12: "Io non mi occupo di cose amministra-
tive."; StA act. A.2.13 [VV.2012.1486]: "Ich habe Zeit meines Lebens nie ge-
arbeitet, mit Ausnahme meiner Tätigkeit beim Hotel O._____."; StA act. B.3.6 
[VV.2012.1486], Frage 2: "Ich war für alles verantwortlich, mit Ausnahme der 
Buchhaltung und den rechtlichen Angelegenheiten, weil ich überhaupt keine 
Ahnung davon habe. Im Übrigen möchte ich ergänzen, das ich auch nicht 
einen Computer bedienen kann."

 Im Rahmen des erstinstanzlichen Verfahrens sind ferner folgende Aussagen 
zu zitieren: RG act. 20 [515-2018-5], Frage 4.1: "[…] Noch in diesem Monat 
werd