# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dcabda4f-bfbd-592f-9bf2-2d241218d3eb
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-09-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.09.2021 D-3319/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3319-2020_2021-09-03.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-3319/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 .  S e p t e m b e r  2 0 2 1  

Besetzung 
 Richterin Jeannine Scherrer-Bänziger (Vorsitz), 

Richterin Roswitha Petry,  

Richter Simon Thurnheer, 

Gerichtsschreiber Stefan Weber. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren (...), 

Iran,   

vertreten durch Robin Bareth, Rechtsanwalt, 

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung; 

Verfügung des SEM vom 27. Mai 2020 / N_______. 

 

 

 

D-3319/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Die aus B._______ (Provinz [...]) stammende Beschwerdeführerin kur-

discher Volkszugehörigkeit suchte am (...) in der Schweiz um Asyl nach. 

A.b Am 9. Mai 2018 fand die Befragung zur Person (BzP) statt. Dabei gab 

die Beschwerdeführerin an, sie habe durch eine Kollegin das Christentum 

kennen- und schätzen gelernt, weshalb sie sich etwa (Nennung Zeitpunkt) 

vor ihrer Ausreise zu dieser Religion bekannt habe. Eines Tages bezie-

hungsweise zirka am (...) habe sie sich eine Halskette mit einem Kreuz als 

Anhänger gekauft. Sie sei etwa (...) Tage später von ihrer Mutter darauf 

angesprochen worden, welche die Bedeutung des Kreuzes nicht gekannt 

habe. Nachdem sie ihre Mutter darüber informiert habe, habe ihr diese die 

Kette vom Hals gerissen und erklärt, dass ihr Vater und ihre Brüder sie 

umbringen würden, wenn sie jene Halskette an ihr entdeckten. Sie sei be-

leidigt gewesen und habe sich kurz darauf an einem (Nennung Wochentag) 

– das genaue Datum wisse sie nicht mehr – am (Nennung Körperteil) und 

am (Nennung Körperteil) tätowieren lassen. In der Folge habe sie die Tä-

towierungen jeweils mit einem Schal bedeckt. Eines Tages respektive am 

(...) sei der Schal zu Boden gefallen, worauf ihr Vater die Tätowierungen 

entdeckt, sie geschlagen und dabei ihre (Nennung Körperteil) gebrochen 

habe. Ihre Mutter sei herbeigeeilt, habe geschimpft und ihrem Vater von 

ihrer Zuwendung zum Christentum erzählt. Ihr Vater habe sie darauf in den 

Keller geführt, dort geschlagen und anschliessend zusammen mit ihrem 

(Nennung Verwandter) im Auto an einen unbekannten Ort gebracht. Dort 

sei sie von ihrem (Nennung Verwandter) vergewaltigt worden. Anschlies-

send habe ihr (Nennung Verwandter) sie mit (Nennung Waffe) erschiessen 

wollen, auf ihr Flehen jedoch Abstand davon genommen und sie wegge-

jagt. In der Folge habe sie sich zu einer (Nennung Geschäft) begeben, von 

wo sie ihren damaligen Freund C._______ angerufen habe. C._______ 

habe sie abgeholt und zu sich nach Hause gebracht. Tags darauf sei sie 

durch Vermittlung eines Freundes von C._______ zu einem Schlepper ge-

gangen, der sie am folgenden Tag in die (...) Stadt D._______ gebracht 

habe. Dort sei sie mittel- und obdachlos gewesen. In D._______ habe sie 

E._______ kennengelernt und ihn (Nennung Zeitpunkt) nach ihrer Ankunft 

in der F._______ (…) nach Brauch geheiratet. E._______ habe sie jedoch 

schlecht behandelt, beschimpft und ihr auch (Nennung Verletzung) zuge-

fügt. Als sie E._______ bei der Polizei habe anzeigen wollen, habe ihr 

diese mit der Ausschaffung in den Iran gedroht. Sie habe sich auch wegen 

eines Transfers in eine andere Stadt vergeblich an die Ausländerbehörde 

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gewendet. Später sei auch C._______ in die F._______ gereist, der ihre 

Telefonnummer herausgefunden habe. Die vielen Telefonate mit 

C._______ seien ihrem Mann E._______ nicht verborgen geblieben, wes-

halb E._______ ihr gedroht habe, ihre Eltern über diese Beziehung zu in-

formieren. Sie habe sich in der Folge von E._______ getrennt und sei am 

(...) zusammen mit C._______ im Bus nach G._______ gereist, wo sie sich 

bis zum (...) aufgehalten hätten. Anschliessend sei sie alleine und auf ihr 

unbekannter Route bis in die Schweiz gebracht worden. 

A.c Am 19. September 2019 sowie am 25. Februar 2020 wurde die Be-

schwerdeführerin vom SEM einlässlich zu ihren Asylgründen angehört. Da-

bei führte sie aus, sie habe von einer langjährigen Freundin ein Video über 

das Christentum erhalten. Nachdem sie das Video angesehen und reali-

siert habe, dass – im Gegensatz zum Islam – das Christentum gewaltfrei 

sei und ihr auch andere Sachen an dieser Religion gefallen hätten, habe 

sie sich zu einem Beitritt entschieden. Dies auch deshalb, weil sie bereits 

vor ihrem Beitritt Probleme mit ihrer Familie gehabt habe. So hätten ihre 

Eltern nicht zugelassen, dass sie mit Freunden ausgehe und so lebe, wie 

sie es sich gewünscht habe. Nach ihrer Konversion habe ihr ihre Kollegin, 

welche selber Christin gewesen sei, eine Halskette mit einem Kreuzanhän-

ger geschenkt. Ihre Mutter habe die Kette an ihr gesehen und sei – nach-

dem sie ihre Mutter über die Bedeutung des Kreuzanhängers informiert 

habe – darüber ungehalten gewesen, habe sie geohrfeigt, beschimpft und 

ihr in der Folge den Anhänger weggenommen. Da sie sich darüber aufge-

regt habe, habe sie sich am nächsten Tag ihren (Nennung Körperteil) von 

(Nennung Person), welche in B._______ einen (Nennung Geschäft) führe 

und auch (Nennung Behandlungen) mache, tätowieren lassen. Sie sei 

dann aber von ihrem Vater wiederholt geschlagen worden, als dieser die 

Tätowierungen entdeckt habe. Auch ihre Mutter habe sie deswegen ge-

schlagen. Wegen der Schläge sei ihre (Nennung Körperteil) gebrochen. Ihr 

Vater habe ihren ältesten (Nennung Verwandter) angerufen, der sie dann 

zu einem abgelegenen Ort ausserhalb der Stadt gebracht, dort vergewal-

tigt habe und anschliessend habe töten wollen. Sie habe ihn jedoch um-

stimmen können, weshalb ihr (Nennung Verwandter) sie weggeschickt 

habe, worauf sie bei einer (Nennung Geschäft) mit dem Handy eines Un-

bekannten C._______ angerufen habe. Sie habe C._______ über alles 

Vorgefallene informiert. Obwohl sie (Nennung Verletzungen) gehabt habe, 

habe sie keinen Arzt aufsuchen können. Zudem habe sie ihren (Nennung 

Verwandter) nicht bei der Polizei angezeigt, da sie befürchtet habe, noch 

grössere Probleme zu bekommen. Ferner sei C._______ von ihrer Familie 

unter Druck gesetzt, bedroht und beschuldigt worden, für ihr Verschwinden 

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verantwortlich zu sein. Ihre Familie sei wohl deshalb auf C._______ ge-

kommen, weil sie ihr Handy zuhause zurückgelassen habe. Darin sei die 

einzige gespeicherte Nummer eines Mannes diejenige von C._______ ge-

wesen. Zudem habe die Polizei C._______ einige Male bei seinen Ange-

hörigen erfolglos gesucht. Aufgrund dieser Probleme habe sie (Nennung 

Zeitpunkt) nach diesen Vorfällen den Iran verlassen. Ferner habe lediglich 

C._______ und ihre Freundin von ihrer Konversion gewusst, wobei 

C._______ ihren Entscheid respektiert habe. Da es keine christliche Kirche 

gegeben habe, in die sie hätte gehen können, habe sie sich mittels eines 

Buches und einer CD mit dem Christentum beschäftigt. Vor ihrer Ausreise 

habe sie mit C._______ ihre Zukunft besprochen. Sie hätten dann ent-

schieden, dass sie in die F._______ gehe, um dort alleine zu leben, wobei 

sie C._______ finanziell unterstützen werde, bis sie eine Arbeit gefunden 

hätte. C._______ habe sich noch um sein Studium an der Universität und 

auch um seine Familie kümmern müssen, da er nach dem Tod seines Va-

ters das Familienoberhaupt gewesen sei, weshalb er erst später in die 

F._______ habe nachreisen wollen. Nach ihrer Ankunft in der F._______ 

habe sie zunächst in einem Hotel gewohnt. Nach einigen Tagen sei ihr das 

Geld ausgegangen und sie habe aufgrund der fehlenden Sprachkennt-

nisse und weil das Handy von C._______ ausgeschaltet gewesen sei – da 

die türkischen Behörden C._______ nach seiner illegalen Einreise wäh-

rend (Nennung Dauer) inhaftiert hätten – habe sie nach (Nennung Dauer) 

E._______ geheiratet und nach einiger Zeit begonnen zu arbeiten. Sie sei 

von E._______ schlecht behandelt und sogar geschlagen worden, worauf 

sie ihr ungeborenes Kind verloren habe. Sie habe sich jede Woche einmal 

in H._______, wo sie sich registriert habe, melden müssen, ansonsten sie 

in den Iran ausgeschafft worden wäre. Dort habe sie ein Mädchen kennen-

gelernt, der sie ihre SIM-Karte überlassen habe, falls C._______ sie anru-

fen sollte. Nach der Haftentlassung von C._______ sei so der Kontakt mit 

ihm wieder zustande gekommen. E._______ habe sie eines Tages wäh-

rend eines Telefongesprächs mit C._______ erwischt, sie massiv geschla-

gen und angedroht, ihre Familie über ihren Aufenthaltsort zu informieren. 

Obwohl sie von E._______ in einem Zimmer eingeschlossen worden sei, 

habe sie dank eines zweiten Schlüssels fliehen können. Sie habe sich erst 

zu C._______ und ohne sich in H._______ abzumelden mit dem Bus nach 

G._______ begeben. Dort seien sie mit der Hilfe eines Schleppers nach 

I._______ weitergereist. Seit ihrer Ausreise habe sie weder mit ihren Fami-

lienangehörigen noch mit E._______ jemals wieder Kontakt gehabt. In der 

Schweiz besuche sie eine (Nennung Kirche), habe sich aber bislang noch 

nicht taufen lassen respektive ihre Taufe sei für (Nennung Zeitpunkt) ge-

plant. Ihre Beziehung zu C._______ sei kurz nach ihrer Ankunft in der 

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Schweiz auseinandergegangen und sie habe heute kaum noch Kontakt zu 

ihm. 

Die Beschwerdeführerin reichte (Nennung Beweismittel) zu den Akten. 

B.  

Mit Verfügung vom 27. Mai 2020 stellte das SEM fest, die Beschwerdefüh-

rerin erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte ihr Asylgesuch ab. 

Gleichzeitig ordnete es die Wegweisung der Beschwerdeführerin aus der 

Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug an. 

C.  

Mit Eingabe vom 29. Juni 2020 erhob die Beschwerdeführerin beim Bun-

desverwaltungsgericht Beschwerde und beantragte, es sei die angefoch-

tene Verfügung des SEM vom 27. Mai 2020 vollumfänglich aufzuheben, 

ihre Flüchtlingseigenschaft festzustellen und ihr Asyl zu gewähren. Even-

tualiter sei die vorläufige Aufnahme anzuordnen. Subeventualiter sei die 

Sache zur rechtsgenüglichen Sachverhaltsabklärung und zur Neubeurtei-

lung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht ersuchte 

sie um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung samt Verzicht auf 

die Erhebung eines Kostenvorschusses und um Beiordnung des rubrizier-

ten Rechtsvertreters als amtlicher Rechtsbeistand. 

Der Beschwerde lagen mehrere Beweismittel in Kopie (Aufzählung Be-

weismittel) bei. 

D.  

Mit Zwischenverfügung vom 10. Juli 2020 hiess die Instruktionsrichterin die 

Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und amtli-

chen Rechtsverbeiständung unter Vorbehalt des Nachreichens einer Für-

sorgebestätigung gut, verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschus-

ses und ordnete der Beschwerdeführerin ihren Rechtsvertreter als amtli-

cher Rechtsbeistand bei. Ferner teilte sie mit, dass das vorliegende Ver-

fahren mit dem Beschwerdeverfahren von C._______ (D-2400/2020) inso-

weit koordiniert werde, als beide Verfahren durch den gleichen Spruchkör-

per behandelt würden. Weiter lud die Instruktionsrichterin das SEM zur Ver-

nehmlassung ein. 

E.  

Mit Eingabe vom 20. Juli 2020 reichte die Beschwerdeführerin eine Fürsor-

gebestätigung gleichen Datums zu den Akten. 

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F.  

Das SEM hielt – nach einmalig gewährter Fristerstreckung – in seiner Ver-

nehmlassung vom 31. Juli 2020 zunächst fest, die Beschwerdeschrift ent-

halte keine neuen erheblichen Tatsachen oder Beweismittel, welche eine 

Änderung seines Standpunktes zu rechtfertigen vermöchten. Ferner ver-

wies es nach einigen ergänzenden Bemerkungen auf seine Erwägungen 

in der angefochtenen Verfügung und hielt an diesen vollumfänglich fest. 

G.  

Die Beschwerdeführerin replizierte – nach einmalig gewährter Fristerstre-

ckung – am 11. September 2020. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Am 1. März 2019 ist die Teilrevision (AS 2016 3101) des AsylG in Kraft 

getreten. Für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl. 

Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 

25. September 2015). 

Es kann daher im Vorgehen der Vorinstanz, dem angefochtenen Entscheid 

die – aus heutiger Sicht altrechtlichen – Gesetzesbestimmungen auf dem 

Stand vom 1. Oktober 2015 beizulegen, kein formeller Fehler erblickt wer-

den. Die entsprechende Rüge in der Beschwerdeschrift (S. 7, Ziff. 11) er-

weist sich als unbegründet. Im Übrigen hält die Beschwerdeführerin selber 

fest, es seien vorliegend keine relevanten Bestimmungen betroffen. 

1.2 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – 

endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). 

1.3 Die Beschwerdeführerin ist als Verfügungsadressatin zur Beschwerde-

führung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht 

eingereichte Beschwerde (aArt. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 

VwVG) ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

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richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Die formellen Rügen (Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör, 

so insbesondere Verletzung der Begründungspflicht, unvollständige und 

unrichtige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts) sind vorab zu 

beurteilen, da sie allenfalls geeignet wären, eine Kassation der vorinstanz-

lichen Verfügung zu bewirken. 

3.2 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches 

Gehör, welches als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse umfasst, die einer 

Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt 

wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 144 I 11 E. 5.3; BVGE 

2009/35 E. 6.4.1). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Be-

hörden, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer 

Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Die Begründung muss 

so abgefasst sein, dass sie eine sachgerechte Anfechtung ermöglicht. 

Nicht erforderlich ist, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunk-

ten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrück-

lich widerlegt (vgl. BGE 143 III 65 E. 5.2). 

Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sach-

verhalts bildet einen Beschwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Un-

richtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher 

und aktenwidriger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch 

gewürdigt worden sind; unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den Ent-

scheid rechtswesentlichen Sachumstände berücksichtigt werden (vgl. 

KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechts-

pflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz. 1043).  

3.2.1 Die Beschwerdeführerin sieht das rechtliche Gehör dadurch verletzt, 

dass das SEM ihre Aussagen teilweise falsch wiedergegeben, falsch ge-

würdigt, einseitig und kontextlos interpretiert und undifferenzierte sowie un-

zutreffende Schlüsse bezüglich der flüchtlingsrechtlich relevanten Verfol-

gungsmotivation gezogen habe. Namentlich seien kleinere Ungereimthei-

ten, so insbesondere bezüglich nebensächlicher Geschehnisse vorge-

schoben worden, um ihre asylrelevanten und konsistenten Vorbringen als 

unglaubwürdig zu qualifizieren. Dadurch sei der Sachverhalt mangelhaft 

festgestellt und die Begründungspflicht verletzt worden. Eine Verletzung 

der Begründungspflicht als Teilgehalt des rechtlichen Gehörs – welche es 

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aufgrund der Ausgestaltung der Begründung dem Betroffenen ermöglichen 

soll, den Entscheid sachgerecht anzufechten, was nur der Fall ist, wenn 

sich sowohl der Betroffene als auch die Rechtsmittelinstanz über die Trag-

weite des Entscheides ein Bild machen können (vgl. BVGE 2011/37 E. 

5.4.1; BVGE 2008/47 E. 3.2) – liegt aber hier nicht vor. Das SEM hat nach-

vollziehbar und hinreichend differenziert aufgezeigt, von welchen Überle-

gungen es sich vorliegend leiten liess und sich auch mit sämtlichen zent-

ralen Vorbringen der Beschwerdeführerin auseinandergesetzt. Dabei 

musste sich das SEM nicht ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Be-

hauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen, sondern 

durfte sich auf die wesentlichen Gesichtspunkte beschränken. Der blosse 

Umstand, dass die Beschwerdeführerin die Auffassung und Schlussfolge-

rungen des SEM nicht teilt, ist keine Verletzung der Begründungspflicht 

sondern eine materielle Frage. Dies gilt ebenso für die Rüge der unrichti-

gen und unvollständigen Sachverhaltsfeststellung hinsichtlich der von der 

Vorinstanz in Zweifel gestellten Glaubhaftigkeit der individuellen Asyl-

gründe (Beschwerdeschrift S. 8-14). Diese richten sich im Wesentlichen 

nicht gegen die Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz, sondern gegen 

die entsprechende Beweiswürdigung und die rechtliche Würdigung der 

Vorbringen. Sodann zeigt die ausführliche Beschwerdeeingabe auf, dass 

eine sachgerechte Anfechtung ohne weiteres möglich war. 

3.2.2 Soweit die Beschwerdeführerin rügt, es seien ihr im Rahmen der An-

hörung(en) nicht alle Widersprüche vorgehalten worden, vermag sie dar-

aus nichts zu ihren Gunsten herzuleiten: aus Art. 30 Abs. 1 VwVG ergibt 

sich kein Anspruch einer Asylgesuchstellerin, zu ihren eigenen, im Verlauf 

des Asylverfahrens deponierten Aussagen vor Erlass einer entsprechen-

den Verfügung Stellung zu nehmen. Wohl kann es im Rahmen des Unter-

suchungsgrundsatzes aufgrund der Pflicht zur vollständigen und richtigen 

Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes geboten erscheinen, eine 

Asylgesuchstellerin – namentlich zur allfälligen Klärung aufgetretener Un-

gereimtheiten oder Widersprüche – mit ihren eigenen früheren Aussagen 

zu konfrontieren und ihr diesbezüglich die Möglichkeit einer Stellungnahme 

einzuräumen (vgl. Urteil des BVGer D-1065/2009 vom 22. Januar 2010 

E. 4.1 mit Verweis auf Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizeri-

schen Asylrekurskommission [EMARK] 1994, Nr. 13). Der Anspruch auf 

vorgängige Anhörung, wie Art. 30 Abs. 1 VwVG den Anspruch auf rechtli-

ches Gehör konkretisiert, wird indessen im Rahmen der Anhörung zu den 

Asylgründen selber wahrgenommen. Ein weiterer Anspruch zur Stellung-

nahme zum Beweisergebnis der Anhörung besteht nicht. 

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3.2.3 Schliesslich erblickt die Beschwerdeführerin darin eine Verletzung 

des rechtlichen Gehörs, dass sie nicht beurteilen könne, ob ihre Aussagen 

im Zusammenhang mit der Bedrohung von C._______ durch ihre Familie 

– wie von der Vorinstanz vorgebracht – im Widerspruch zu jenen von 

C._______ stünden, da ihr die entsprechenden Protokolle nicht zur Ein-

sicht offenstehen würden. Diesbezüglich hat die Vorinstanz in der Ver-

nehmlassung entgegnet, dass die Beschwerdeführerin die Stossrichtung 

der vorinstanzlichen Argumentation zu verkennen scheine. So seien im an-

gefochtenen Asylentscheid in erster Linie jene Darlegungen bemängelt 

worden, gemäss welchen sich die Beschwerdeführerin bei C._______ 

nicht vertieft über dessen angeführte Bedrohung durch ihre Familie infor-

miert haben soll. In der Replik vom 11. September 2020 äusserte sich die 

Beschwerdeführerin auch zu diesem Punkt (vgl. Replik, S. 3, Ziff. 5). Aus 

der Stellungnahme des SEM ist überdies ersichtlich, dass dieses den von 

der Beschwerdeführerin angeführten Widerspruch zu einer Aussage von 

C._______, der ihr nicht offengelegt worden sei, lediglich als nebensächli-

chen Punkt in der diesbezüglichen Argumentationskette erachtete (vgl. 

Vernehmlassung SEM S. 3, 1. Abschnitt i.V.m. act. A43 S. 7, 3. Absatz). 

Insoweit eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör durch das 

SEM zu erkennen ist, erweist sich der Verfahrensfehler unter diesen Um-

ständen als geheilt, zumal dem Bundesverwaltungsgericht für die konkrete 

Streitfrage die freie Überprüfungsbefugnis in Bezug auf Tatbestand und 

Rechtsanwendung zukommt und sich die Gehörsverletzung vorliegend 

auch nicht auf einen Aspekt der Angemessenheit bezieht. Eine Kassation 

und Rückweisung der Sache an die Vorinstanz käme dagegen einem pro-

zessökonomischen Leerlauf gleich. Der Verfahrensmangel wird indessen 

im Entschädigungspunkt zu berücksichtigen sein (vgl. nachfolgend 

E. 13.2). 

3.3 Die formellen Rügen erweisen sich demnach als unbegründet, weshalb 

keine Veranlassung besteht, die Sache aus formellen Gründen aufzuheben 

und an die Vorinstanz zurückzuweisen. Der eventualiter gestellte Rückwei-

sungsantrag ist abzuweisen. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

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Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Das Bundesverwaltungsgericht hat die 

Anforderungen an das Glaubhaftmachen der Vorbringen in verschiedenen 

Entscheiden dargelegt und folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier 

verwiesen werden (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1, BVGE 2012/5 E. 2.2). 

5.  

5.1 Die Vorinstanz wies das Asylgesuch der Beschwerdeführerin ab, da 

deren Vorbringen weder den Anforderungen von Art. 7 AsylG an die Glaub-

haftmachung noch denjenigen von Art. 3 AsylG an die Flüchtlingseigen-

schaft genügten. 

Zur Begründung führte es an, es sei der Beschwerdeführerin nicht gelun-

gen, die zentralen Sachverhaltselemente im zu erwartenden Mass zu sub-

stanziieren, obwohl ihr mehrfach die Gelegenheit dazu eingeräumt worden 

sei. So seien beispielsweise die Ausführungen zu den Ereignissen nach 

der Entdeckung der Tätowierung durch ihren Vater ausgesprochen ober-

flächlich, substanzlos und geradezu schemenhaft ausgefallen. Vertiefungs-

fragen sei sie ausgewichen und habe lediglich sehr allgemein geantwortet, 

so insbesondere auch hinsichtlich der Autofahrt mit ihrem (Nennung Ver-

wandter). Ebenso vage seien die Angaben dazu ausgefallen, wie diese Be-

gegnung geendet habe. Eine erlebnisgeprägte Nacherzählung, die von ihr 

im Zusammenhang mit der dargestellten Ausnahmesituation zu erwarten 

gewesen wäre, sei – wie auch bei den zentralen Ereignissen im Elternhaus 

– an dieser Stelle gänzlich ausgeblieben. Zudem seien ihre Ausführungen 

teilweise widersprüchlich ausgefallen, so bezüglich der zeitlichen Abfolge 

der zentralen Ereignisse (Wegnahme der Halskette durch Mutter und Tä-

towierung), den Umständen des Erhalts der Halskette und wie sie zum 

Christentum gefunden haben wolle. Die Glaubhaftigkeit einer noch im Hei-

matland geschehenen Konversion erscheine daher zweifelhaft. Dieser Ein-

druck werde durch die stereotypen und jeden persönlichen Bezug vermis-

senden Schilderungen zum angeblichen Glaubenswechsel im Iran bestä-

tigt. Im Weiteren seien die pauschalen und wenig nachvollziehbaren Anga-

ben zum Unwissen der Beschwerdeführerin über die weiteren Entwicklun-

gen und die aktuelle Bedrohungslage in ihrer Heimat als Schutzbehaup-

tungen zu werten. Es sei deshalb nicht glaubhaft, dass sie aufgrund eines 

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Glaubenswechsels im Iran mit Ehrenmord oder anderen Massnahmen sei-

tens ihrer Familienangehörigen bedroht sei. Sodann werde dem Teilvor-

bringen, dass es im Zuge der dargestellten Ereignisse zur Vergewaltigung 

durch ihren (Nennung Verwandter) gekommen sei, angesichts der darge-

legten Unglaubhaftigkeit die Grundlage entzogen. Diesbezüglich habe die 

Beschwerdeführerin erklärt, dies sei ein einmaliger Vorfall gewesen, der 

ihren Angaben zufolge einen untrennbar mit dem als unglaubhaft qualifi-

zierten Hauptvorbringen zusammengehangen habe. Der eingereichte 

(Nennung Beweismittel) vermöge nicht zu einer anderen Einschätzung der 

Glaubhaftigkeit zu führen. Ferner bestünden Zweifel an den gegenüber 

C._______ ausgesprochenen Drohungen seitens der Familie der Be-

schwerdeführerin und den gegen C._______ eingeleiteten polizeilichen 

Massnahmen (Anzeige gegen C._______, Suche und Vorladung), da sie 

diese angeblichen Probleme in der BzP noch mit keinem Wort erwähnt 

habe. Diese Zweifel würden durch ihre vagen und inkonsistenten Aussa-

gen zu den Umständen, wie ihre Familie von ihrer Bekanntschaft zu 

C._______ erfahren habe und dass dieser etwas mit ihrem Verschwinden 

zu tun haben könnte sowie zur angeblichen Bedrohungslage von 

C._______ bestärkt. Zu allfällig relevanten Entwicklungen nach dem Weg-

gang aus dem Iran habe sich die Beschwerdeführerin sodann sehr undif-

ferenziert und zudem teilweise widersprüchlich zu den Angaben von 

C._______ in dessen Asylverfahren in der Schweiz geäussert. Auf Vorhalt 

habe sie keine plausiblen Erklärungen für die abweichenden Darstellungen 

geben können. Auch die Angaben zur Beziehung mit C._______ und den 

allfälligen Zukunftsplänen würden wenig gesichert erscheinen und seien 

insgesamt oberflächlich, wenig nachvollziehbar und substanzlos geblie-

ben. Sodann könnten die geltend gemachten Schwierigkeiten in der 

F._______ bezüglich der von Gewalt geprägten Ehe mit E._______ asyl-

rechtlich nicht in Betracht gezogen werden, da eine asylrechtliche Verfol-

gungssituation allein bezüglich des Heimatstaats, hier Iran, bestehen 

könne. Die Beschwerdeführerin habe in diesem Zusammenhang keine 

konkreten, sondern lediglich hypothetische Befürchtungen geltend ge-

macht. Obwohl E._______ ihr gedroht habe, ihre Eltern über ihr Verhalten 

zu informieren, lägen keine konkreten Anhaltspunkte dafür vor, dass 

E._______ diese Drohung wahrgemacht hätte. Dass die Eltern der Be-

schwerdeführerin nichts von der Heirat mit E._______ gewusst haben soll-

ten, geschweige denn einer solchen zugestimmt hätten, erscheine im län-

derspezifisch-kulturellen Kontext zweifelhaft, zumal der Bruch mit ihrer Fa-

milie nicht geglaubt werden könne.  

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Bezüglich der Auseinandersetzung mit dem christlichen Glauben seit der 

Ankunft in der Schweiz (inkl. Vorbereitung auf ihre Taufe) sei festzuhalten, 

dass eine Konversion zum Christentum für sich alleine keine asylrelevan-

ten Massnahmen des Staates auslöse. So sei gemäss Rechtsprechung 

des Bundesverwaltungsgerichts (mit Verweis auf BVGE 2009/28) eine dis-

krete und private Glaubensausübung im Iran auch ausserhalb des Islams 

grundsätzlich möglich. Ihre Ausführungen enthielten keine Anhaltspunkte 

dafür, dass sie ihren Glauben hierzulande besonders aktiv und deutlich 

sichtbar gegen aussen praktiziere. Entsprechend sei nicht davon auszuge-

hen, dass die heimatlichen Behörden von ihrer Glaubensausübung Kennt-

nis erlangt hätten. In Bezug auf allfällige Reaktionen im privaten Umfeld im 

Iran sei in erster Linie auf die vorangehend dargelegte Unglaubhaftigkeit 

zu den geltend gemachten Problemen zu verweisen. In Anbetracht der ge-

samten Angaben zum Konversionsprozess der Beschwerdeführerin sei 

ausserdem zweifelhaft, wie nachhaltig sein Interesse am christlichen Glau-

ben sei. So falle auf, dass sie sich im Zeitpunkt der Bundesanhörung über 

ein Jahr nach ihrer Ankunft in der Schweiz noch kaum mit Fragen zum 

christlichen Glauben auseinandergesetzt habe. Es bestehe somit kein 

Grund zur Annahme, dass sie nach durchgeführter Taufe aufgrund ihrer 

Glaubensausübung bei einer Rückkehr in den Iran eine Verfolgung zu be-

fürchten habe. 

5.2 In der Rechtsmitteleingabe wendete die Beschwerdeführerin in materi-

eller Hinsicht ein, die Vorinstanz setze sich in der Verfügung mit den zent-

ralen Elementen der Flüchtlingseigenschaft nicht auseinander und hin-

sichtlich der bemängelten Qualität der Aussagen finde keinerlei Differen-

zierung statt. Aufgrund von angeblichen Abweichungen in kleinen Details 

würden sämtliche Vorbringen als zweifelhaft eingestuft. Ihre Aussagen 

seien jedoch über alle drei Befragungen hinweg konsistent, in sich schlüs-

sig und auch nicht widersprüchlich ausgefallen und würden eine signifi-

kante Dichte an Realkennzeichen aufweisen. Das alleinige Abstellen auf 

den Detailreichtum einzelner Erzählungen greife zu kurz. Bei der Würdi-

gung der Aussagen sei zu berücksichtigen, dass sie aufgrund der trauma-

tisierenden Erlebnisse in ihrer Heimat aus Selbstschutz bei gewissen 

Punkten eher oberflächlich geblieben oder sogar gewissen Vertiefungsfra-

gen ausgewichen sei. Die Befragung sei durch ihr unbekannte Personen 

durchgeführt worden, zu denen sie entsprechend kein Vertrauensverhält-

nis habe aufbauen können. Es könne deshalb von ihr nicht erwartet wer-

den, dass sie heftige Gewaltausübungen oder eine Vergewaltigung durch 

den eigenen (Nennung Verwandter) wieder und wieder in allen Einzelhei-

D-3319/2020 

Seite 13 

ten erzähle. Die Vorinstanz habe das in diesem Zusammenhang beste-

hende Schamgefühl wie auch den Umstand, dass von einer posttraumati-

schen Belastungsstörung betroffene Personen ein Vermeidungsverhalten 

an den Tag legten, komplett ausser Acht gelassen. Ausserdem werde im 

(Nennung Beweismittel) darauf verwiesen, dass sie besonders zu Beginn 

Mühe gehabt habe, das Erlebte in Worte zu fassen und dies erst im weite-

ren Verlauf der Therapie möglich gewesen sei. Im Gegensatz zu den Be-

fragungen sei es ihr denn auch möglich gewesen, ein Vertrauensverhältnis 

aufzubauen und ihre Darstellung sei von den (Nennung Fachpersonen) als 

glaubhaft eingestuft worden. Zudem stelle die Glaubhaftmachung lediglich 

ein reduziertes Beweismass dar und die für die Richtigkeit ihrer Schilde-

rungen sprechenden Gründe würden überwiegen. Zum Vorhalt wider-

sprüchlicher Aussagen beziehe sich das SEM auf die Reihenfolge der re-

levanten Geschehnisse (Tätowierung und Kauf der Halskette), welche sie 

zeitlich nicht korrekt habe einordnen können. Die gesamten Zweifel würden 

ausschliesslich auf einer Aussage in der BzP basieren, deren korrekte Pro-

tokollierung äusserst zweifelhaft erscheine, zumal ein Übersetzungsfehler 

oder ein sprachliches Missverständnis vorliegen müsse, da der Übersetzer 

einen deutlich anderen Dialekt spreche wie sie. Zudem sei sie in der BzP 

angehalten worden, nur kurze Antworten zu geben, weshalb sie sich in ei-

ner besonderen Stresssituation und Verunsicherung wiedergefunden 

habe. Zudem habe sie anlässlich der BzP in Ermangelung von Deutsch-

kenntnissen bei Missverständnissen in der Übersetzung noch nicht ein-

schreiten können, wie sie dies bei den weiteren Befragungen getan habe. 

Sodann würden sich ihre Schilderungen zum Erhalt der Halskette nicht wi-

dersprechen. Sie habe den Anhänger zusammen mit ihrer Freundin 

J._______ auf dem Bazar gekauft, wobei sie ihn ausgesucht und ihre 

Freundin bezahlt habe. Sie sei also beim Kauf dabei gewesen und dennoch 

sei es ein Geschenk von J._______ gewesen. Auf Nachfrage habe sie den 

vermeintlichen Widerspruch nachvollziehbar präzisieren respektive auflö-

sen können. Ferner sei zum Vorhalt widersprüchlicher Angaben dazu, wie 

sie zum Christentum gefunden habe, zu entgegnen, dass sie nie davon 

gesprochen habe, bei einer Freundin mehrere CD's über den Umgang von 

Jesus mit seinen Leuten angesehen zu haben. Vielmehr habe sie ein ein-

ziges Video angesehen, das verschiedene Geschichten aus dem Leben 

Jesu enthalten habe. Es müsse sich auch hierbei um eine unpräzise Über-

setzung handeln. Da ihr die Bedeutung der Rückübersetzung nicht be-

wusst gewesen sei und sie Kopfschmerzen gehabt habe, habe sie die feh-

lerhafte Darstellung bei der Rückübersetzung wohl nicht bemerkt. Da es 

ihr nicht erlaubt gewesen sei, zu Freunden zu gehen, sei es abwegig, dass 

sie das Video bei J._______ zuhause angeschaut hätte. Weiter würden 

D-3319/2020 

Seite 14 

ihre Ausführungen auch vor dem Hintergrund der sozio-kulturellen Bege-

benheiten im Iran und aufgrund ihrer Herkunft aus einer strenggläubigen 

muslimischen Familie als realistisch und glaubhaft erscheinen. Sodann 

habe sie sich bereits im Iran mit den zentralen Werten des Christentums 

auseinandergesetzt und sich aus innerer Überzeugung dazu entschlossen, 

diesen Glauben anzunehmen und schliesslich nach aussen kundzutun. Je-

denfalls deute die Tatsache, dass sie anlässlich der ersten Befragungen 

noch kein grosses theoretisches Wissen betreffend den christlichen Glau-

ben verfügt habe, keinesfalls darauf hin, dass ihr Interesse daran nicht 

nachhaltig sei. Ferner sei bezüglich der vorgehaltenen Abweichungen zu 

Aussagen von C._______ festzuhalten, dass ihre diesbezüglichen Anga-

ben nicht auf eigener Wahrnehmung beruhten, sondern lediglich Wieder-

gaben dessen seien, was sie von C._______ erfahren habe. 

Nachdem ihre Ausführungen zu den Ereignissen um ihre Konversion als 

glaubhaft gemacht zu erachten seien, sei sie bereits in ihrer Heimat asyl-

relevanten Nachteilen in Form von massiver Gewalt und Todesdrohungen 

seitens ihrer Familie ausgesetzt gewesen. Sie habe daher auch begrün-

dete Furcht, bei einer Rückkehr massiven Sanktionen bis hin zur Hinrich-

tung durch die eigene Familie (Ehrenmord) ausgesetzt zu sein. So werde 

eine offen gelebte Abkehr vom islamischen Glauben als grosse Schande 

für die Familie angesehen und die verletzte Familienehre könne im traditi-

onellen Verständnis nur durch einen sogenannten Ehrenmord wiederher-

gestellt werden. Der iranische Staat sei weder gewillt noch imstande, 

Schutz vor solchen innerfamiliären Gewaltexzessen zu bieten. Ferner sei 

die Ansicht des SEM, eine diskrete und private Ausübung des christlichen 

Glaubens im Iran sei möglich, unzutreffend. Bereits der Abfall vom Islam 

(Apostasie) werde nach dem Recht der Scharia mit dem Tode bestraft. Be-

sonders prekär sei die Situation für gebürtige Moslems, welche zum Chris-

tentum konvertiert seien, was bei ihr der Fall sei. Zudem würden missiona-

rische Tätigkeiten verfolgt, weshalb viele konvertierte Muslime gezwungen 

seien, ihren Glauben geheim zu halten. Ferner unterlägen Angehörige der 

christlichen Minderheit im Iran in sämtlichen Lebensbereichen massiver 

Repression, Schikane und Diskriminierung ausgesetzt, so beispielsweise 

bei der Stellensuche. Zudem sei sie durch ihre Tätowierung, welches bei 

der Rückkehr in den Iran im Rahmen einer Kontrolle vermutungsweise ent-

deckt würde, einer erheblichen Gefährdung ausgesetzt. Überdies hinter-

lasse ein Glaubenswechsel aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung 

leicht erkennbare Spuren, da sie hierzulande an kirchlichen Veranstaltun-

gen teilnehme. Sie erfülle daher die Flüchtlingseigenschaft. 

D-3319/2020 

Seite 15 

5.3 In seiner Vernehmlassung hielt das SEM fest, eine Sachverhaltsdar-

stellung sei dann glaubhaft, wenn die positiven Elemente überwiegen wür-

den, weshalb es nicht genüge, wenn der Inhalt der Vorbringen zwar mög-

lich sei, aber in Würdigung der gesamten Aspekte wesentliche und über-

wiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung 

sprechen würden. Der eingeforderte (Nennung Beweismittel), worin der 

Beschwerdeführerin eine (Nennung Diagnose) attestiert werde, sei zum 

Zeitpunkt der Entscheidfindung vorgelegen und entsprechend berücksich-

tigt worden. Zwar vermöchten traumatisierende Erlebnisse und eine (Nen-

nung Diagnose) eine gewisse Ungenauigkeit in der Erinnerung oder deren 

Wiedergabe zu erklären oder diese zumindest zu relativieren. Dies erkläre 

jedoch nicht, weshalb die Ausführungen der Beschwerdeführerin praktisch 

durchgehend substanzlos und ohne Erlebnisbezug geblieben seien. Der 

Beschwerdeführerin werde nicht zum Vorwurf gemacht, dass sie nicht im 

Detail über die vorgebrachte Vergewaltigung oder die Gewaltausübung 

durch die Eltern berichtet habe. Dass ihre Darstellung der Bedrohungslage 

im Heimatstaat im erwähnten (Nennung Beweismittel) als glaubhaft einge-

schätzt werde, vermöge ebenfalls nicht zu einer anderen Einschätzung zu 

führen. Aus dem Bericht gehe in keiner Weise hervor, wie diese beiläufig 

erwähnte Glaubhaftigkeitsbeurteilung zustande gekommen sei. Es werde 

nicht grundsätzlich ausgeschlossen, dass die Beschwerdeführerin tatsäch-

lich Traumatisches erlebt habe. Da jedoch ihre Angaben zur vorgebrachten 

Bedrohungssituation im Heimatstaat unglaubhaft ausgefallen seien, sei zu 

schliessen, dass sich solche Erlebnisse nicht in einem asylrelevanten Kon-

text, sondern in einem anderen Zusammenhang abgespielt hätten. Auch 

die in der Beschwerdeschrift aufgeführten Passagen aus den Anhörungs-

protokollen, welche nach Ansicht der Beschwerdeführerin für die Glaubhaf-

tigkeit ihrer Vorbringen sprechen würden, würden nicht zu einer anderen 

Glaubhaftigkeitseinschätzung führen. So könne beispielsweise nicht jede 

Wiedergabe von Geschehnissen in direkter Rede als Dialog gewertet wer-

den. Bei den in der Beschwerdeschrift in diesem Zusammenhang beispiel-

haft aufgeführten Stellen fehle es insbesondere an der Wechselseitigkeit, 

durch die sich ein Gespräch auszeichne, und an längeren Gesprächsket-

ten. Es werde nicht verkannt, dass es sich bei der BzP um eine summari-

sche Befragung handle, der deshalb in gewissen Belangen eingeschränk-

ter Beweiswert zukomme. Die in der Beschwerdeschrift angesprochenen 

Stellen aus der BzP zur zeitlichen Einordnung der Vorfälle mit der Halskette 

und dem Tattoo liessen aber selbst unter Berücksichtigung dessen keine 

andere Würdigung zu, zumal der Beschwerdeführerin nochmals die Gele-

genheit gegeben worden sei, die Geschehnisse neu einzuordnen. Der Ein-

wand, dass eine unrichtige Protokollierung oder falsche Übersetzung der 

D-3319/2020 

Seite 16 

Grund für diese Ungereimtheiten sein müsse, sei angesichts des BzP-Pro-

tokolls nicht nachvollziehbar. Zur angeblichen Gefährdung der Beschwer-

deführerin infolge ihrer Tätowierung sei zu bemerken, dass dem einge-

reichten Foto kaum Beweiswert zukomme. Weder sei ersichtlich, ob es sich 

bei der abgebildeten Person tatsächlich um die Beschwerdeführerin 

handle, noch könne die Echtheit und Dauerhaftigkeit des Tattoos oder der 

Zeitpunkt dessen Entstehung beurteilt werden. Ausserdem seien allfällige 

daraus resultierende Verfolgungsszenarien rein hypothetisch, zumal die in 

diesem Zusammenhang geltend gemachten Vorfluchtgründe, wie in der 

angefochtenen Verfügung dargelegt, als unglaubhaft zu erachten seien. 

5.4 In ihrer Replik verwies die Beschwerdeführerin zunächst auf ihre Aus-

führungen in der Beschwerdeschrift, an denen vollumfänglich festgehalten 

werde. Sodann brachte sie vor, die Vorinstanz negiere in pauschaler Weise 

die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen, ohne sich damit auseinanderzusetzen 

beziehungsweise darzulegen, wie sich die Ereignisse aus ihrer Sicht tat-

sächlich zugetragen haben sollen. Zudem seien die für die Glaubhaftigkeit 

ihrer Vorbringen sprechenden Indizien konsequent ignoriert worden. Wei-

ter entspreche ihr Erzählstil bei der Schilderung der Fluchtgründe demjeni-

gen ihrer restlichen Lebensgeschichte, was als Indiz für die Glaubhaftigkeit 

ihrer Aussagen zu werten sei. Trotz der in der Vernehmlassung geäusser-

ten Behauptung, bei der Würdigung ihrer Aussagen ihre Traumatisierung 

berücksichtigt zu haben, fehle im angefochtenen Entscheid eine entspre-

chende Auseinandersetzung gänzlich, ansonsten das SEM zu einer ande-

ren Beurteilung gelangt wäre. Das weitere Vorbringen, wonach ihr nicht 

zum Vorwurf gemacht werde, dass sie nicht im Detail über die vorgebrachte 

Vergewaltigung oder die Gewaltausübung durch die Eltern berichtet habe, 

stehe im Widerspruch zu den Ausführungen im Asylentscheid, in welchem 

gerade dieser Vorwurf erhoben werde. Die Einschätzung der Glaubhaf-

tigkeit durch die Vorinstanz beruhe offenbar sehr wohl auf der Schilderung 

dieser Extremsituation. Ferner würden Gedanken an die erlebte Gewalt 

starke Angstzustände hervorrufen, weshalb sie aus Selbstschutz einen 

Verdrängungsmechanismus entwickelt habe. Sie habe sich bei C._______ 

nicht vertieft über die Geschehnisse informiert, um nicht darüber nachden-

ken zu müssen, was nachvollziehbar sei. Die beigelegten Unterlagen (Auf-

zählung Beweismittel) würden die Zuordnung des Tattoos zu ihrer Person, 

die Echtheit und den ungefähren Zeitpunkt der Tätowierung bestätigen. Da 

die Existenz des Tattoos dadurch belegt sei, müsse sie mit Verfolgung 

rechnen. 

 

D-3319/2020 

Seite 17 

6.  

6.1 Die Ausführungen auf Beschwerdeebene und die zu deren Stützung 

eingereichten Dokumente sind insgesamt nicht geeignet, die dargelegte 

Asylbegründung in ihrer Gesamtheit als glaubhaft gemacht respektive als 

asylrelevant erscheinen zu lassen und dadurch zu einer anderen Beurtei-

lung als die Vorinstanz zu gelangen. 

6.1.1 Die Schilderungen der Beschwerdeführerin erweisen sich in den we-

sentlichen Punkten als stereotyp, unsubstanziiert und teilweise wider-

sprüchlich sowie hinsichtlich ihrer persönlichen Gefühlslage als kaum Re-

alkennzeichen (so insbesondere Detailreichtum der Schilderung, freies as-

soziatives Erzählen, Interaktionsschilderung sowie inhaltliche Besonder-

heiten) enthaltend. So sei sie – nachdem ihre Eltern und ihr älterer (Nen-

nung Verwandter) von ihrer Hinwendung zum Christentum erfahren hätten 

– wiederholt geschlagen, mit dem Tod bedroht und schliesslich vergewal-

tigt worden, was zu ihrer Flucht geführt habe. Trotz wiederholter Nachfra-

gen zu den genauen Umständen des Handlungsablaufs, zur Reaktion ihrer 

Angehörigen sowie zu gesprochenen Dialogen sowie zum Erhalt der Kette 

mit dem Kreuzanhänger, entsteht aufgrund der Schilderungen der Be-

schwerdeführerin nicht der Eindruck, dass sie über einen tatsächlich erleb-

ten Sachverhalt berichtet. Die Beschwerdeführerin bringt diesbezüglich 

vor, aufgrund der traumatisierenden Erlebnisse in ihrer Heimat seien ihre 

Aussagen aus Selbstschutz punktuell oberflächlich oder ausweichend aus-

gefallen. Zudem seien die Befragungen durch ihr unbekannte Personen 

durchgeführt worden, zu denen sie kein Vertrauensverhältnis habe auf-

bauen können. Diese Einwände sind als nicht stichhaltig zu erachten. Zu 

Beginn der BzP wurde der Beschwerdeführerin einleitend erklärt, dass eine 

Zusammenfassung der wichtigsten Fakten, die sie zum Verlassen der Hei-

mat veranlasst hätten, erstellt werde und ihre Argumente in einer späteren 

Anhörung weiter vertieft werden könnten. Bezüglich des Dolmetschers 

wurde festgehalten, dass dieser die Fragen des Befragers und die Antwor-

ten der Beschwerdeführerin Wort für Wort übersetzen werde. Der Dolmet-

scher sei neutral und unparteiisch, stelle aus eigenem Antrieb keine Fragen 

und habe keinen Einfluss auf den Asylentscheid (vgl. act. A6, S. 1). Weiter 

wurde sie darüber in Kenntnis gesetzt, dass alle bei der Befragung betei-

ligten Personen bezüglich ihrer Aussagen an die Schweigepflicht gebun-

den seien. Es wurde ihr zudem versichert, dass die Behörden in ihrem 

Land von ihren Aussagen nicht erfahren würden und sie ohne Angst spre-

chen könne. Sodann unterstehe sie einer Mitwirkungs- und Wahrheits-

pflicht und sei verpflichtet, die ihr gestellten Fragen nach bestem Wissen 

und Gewissen zu beantworten. Widersprüche, unsubstantiierte Aussagen 

D-3319/2020 

Seite 18 

und gefälschte Dokumente würden sich negativ auf ihren Asylentscheid 

auswirken. Auf Nachfrage erklärte die Beschwerdeführerin denn auch ex-

plizit, alle einleitenden Punkte respektive Erklärungen verstanden zu ha-

ben (vgl. act. A6, S. 2), weshalb sie sich darauf behaften lassen muss. So-

dann sind aus dem Protokoll keinerlei Hinweise ersichtlich, welche die 

Zweifel der Beschwerdeführerin an einer korrekten Protokollierung im Rah-

men der BzP, welche auf einen Übersetzungsfehler oder ein sprachliches 

Missverständnis zurückzuführen seien, erhärten könnten. Dem Protokoll ist 

zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin zunächst in freiem Vortrag 

Ausführungen machte, welche anschliessend durch weitere Nachfragen 

vertieft wurden. Am Ende der BzP bestätigte die Beschwerdeführerin nach 

Rückübersetzung in ihrer Muttersprache die Korrektheit und Wahrheit ihrer 

Aussagen mit ihrer Unterschrift (vgl. act. A6, S. 8-11). Auf explizite Frage 

zu Beginn dieser Befragung erklärte sie, den Dolmetscher gut zu verstehen 

(vgl. act. A6, S. 2). Zudem sind die Dolmetscher angehalten, ihre Arbeit 

objektiv zu verrichten und es ist ihnen insbesondere verwehrt, Aussagen 

zusammenzufassen oder zu interpretieren wie auch in eigener Regie Fra-

gen zu stellen. Insgesamt vermag die Kritik an der Arbeit des im Rahmen 

der BzP eingesetzten Übersetzers nicht zu überzeugen. Diese entbehrt in 

Ermangelung irgendwelcher konkreter gegenteiliger Anhaltspunkte vorlie-

gend einer sicheren Grundlage und stellt sich daher als blosse Schutzbe-

hauptung dar. Ebenso wenig überzeugt der Einwand, die Beschwerdefüh-

rerin habe aus Gründen des Selbstschutzes nur oberflächlich und auswei-

chend ausgesagt. Nachdem sich die Beschwerdeführerin in die Schweiz 

begeben hat, um sich unter den Schutz der hiesigen Behörden zu stellen 

und ihr ihre Rechte und Pflichten jeweils zu Beginn der Befragungen erklärt 

wurden, erscheint es nicht nachvollziehbar, dass sie sich während der BzP 

oder der ersten Anhörung zu einem derartigen Aussageverhalten hätte ver-

anlasst sehen sollen. Bezüglich der angeführten Traumatisierung liefert 

eine Durchsicht der Befragungsprotokolle (BzP und Anhörung) keine An-

haltspunkte, welche an der Verwertbarkeit derselben ernsthafte Zweifel 

aufkommen lassen. Die Beschwerdeführerin machte weder in der BzP 

noch während den Anhörungen geltend, ihre gesundheitliche Situation 

hätte sie daran gehindert, ihre Asylgründe vollständig, detailliert und kor-

rekt darzulegen. Aus ihren Anhörungsprotokollen sind denn auch keine sol-

chen Probleme erkennbar. Aus den Anhörungen, welche ebenfalls in ihrer 

Muttersprache durchgeführt wurden, ergibt sich, dass die in freier Erzähl-

form vorgetragenen Asylgründe jeweils durch eine Vielzahl von Nachfra-

gen vertieft wurden. Die Beschwerdeführerin führte am Schluss der Anhö-

rungen selber an, alles gesagt zu haben, führte im Rahmen der Rücküber-

setzung teilweise Korrekturen zum Protokoll an und bestätigte schliesslich 

D-3319/2020 

Seite 19 

die Vollständigkeit ihre Angaben mit ihrer Unterschrift (vgl. act. A18, S. 1 

und S. 12-28; A27, S. 1 und S. 4 ff.). Sodann vermögen diese Entgegnun-

gen den über weite Strecken spärlichen Gehalt ihrer Darlegungen und die 

fehlenden Ausführungen zu ihren Gefühlen und Empfindungen hinsichtlich 

der fluchtauslösenden Sachverhaltselemente nicht aufzuwiegen. Zwar ver-

mochte sie zu verschiedenen Punkten einzelne Details und einige Sätze, 

welche zwischen ihr und ihren Eltern sowie zwischen ihrem (Nennung Ver-

wandter) geführt worden seien, anzuführen. Dies alleine reicht jedoch 

nicht, um glaubhaft darzulegen, dass ihren diesbezüglichen Asylvorbringen 

eine genügende inhaltliche Dichte und Erlebnisrelevanz zukommt, die auf 

einen tatsächlich erlebten Sachverhalt hindeuten würden. Diese könnten 

in ihrer Einfachheit auch von einem am Geschehen unbeteiligten Dritten 

problemlos nacherzählt werden (vgl. act. A18, F186 ff.; A27, F23, F75 ff., 

F86 ff.). Zudem weisen ihre Ausführungen kaum Realkennzeichen auf, so 

insbesondere zu Interaktionen sowie inhaltlichen Besonderheiten bezüg-

lich der emotionalen Aspekte, zumal sie sich ihren Angaben zufolge in einer 

ausserordentlichen Situation befunden habe und gravierende familiäre 

Konsequenzen respektive den Tod habe befürchten müssen (vgl. act. A18, 

F23; A27; F124 ff.). Eine entsprechend gehaltvolle Schilderung wäre je-

doch unter den gegebenen Umständen ohne Weiteres zu erwarten gewe-

sen, handelte es sich doch um angeblich von der Beschwerdeführerin er-

lebte Ereignisse mit einer derartigen Aussenwirkung. Die Beschwerdefüh-

rerin vermochte indes ausser dem Vorbringen, dass es ihr – nach dem Vor-

fall mit ihrem (Nennung Verwandter) – sehr schlecht gegangen sei (vgl. 

act. A18, F205) respektive ihr Herz sehr geschlagen und sie Angst gehabt 

habe und habe weinen müssen (vgl. act. A27, F94, F101, F111) keine wei-

teren Gefühle zu artikulieren. Zu keiner anderen Einschätzung vermag der 

Umstand zu führen, dass die Beschwerdeführerin anlässlich der Anhörun-

gen bei der Darlegung einzelner Punkte der fluchtauslösenden Gründe 

weinte, zumal die erst bei einer Befragung gezeigten Gefühlsregungen 

nicht zwangsläufig auf die Glaubhaftigkeit der geschilderten Sachverhalts-

elemente schliessen lassen (vgl. act. A18, F198; A27, F79-80, F93). 

6.1.2 Gemäss ständiger Rechtsprechung ist es sodann zulässig, Wider-

sprüche für die Beurteilung der Glaubhaftigkeit heranzuziehen, wenn klare 

Aussagen in der BzP in wesentlichen Punkten der Asylbegründung von den 

späteren Aussagen in der Anhörung bei der Vorinstanz diametral abwei-

chen, oder wenn bestimmte Ereignisse oder Befürchtungen, welche später 

als zentrale Asylgründe genannt werden, nicht bereits im Empfangszent-

rum zumindest ansatzweise erwähnt werden (vgl. statt vieler: Urteil des 

BVGer D-3114/2018 vom 28. Juni 2019 E. 5.1 m.w.H; EMARK 1993 Nr. 3). 

D-3319/2020 

Seite 20 

In der angefochtenen Verfügung hat sich das SEM nicht in unzulässiger 

Weise auf das Protokoll der BzP abgestützt. Zu Recht führte es zunächst 

an, dass sich die Beschwerdeführerin bereits im Rahmen der BzP zur zeit-

lichen Abfolge zentraler Ereignisse in unstimmiger Weise äusserte, soll sie 

sich zunächst erst nach dem Vorfall mit der Halskette tätowiert haben las-

sen, um später anzugeben, dies sei vor diesem Zwischenfall gewesen (vgl. 

act. A6, S. 9). Auf Vorhalt führte sie danach aus, sie könne sich nicht mehr 

daran erinnern, wann sie die Tätowierung habe machen lassen, da dies 

einige Zeit her sei (vgl. act. A6, S. 9 unten und S. 10). Demgegenüber gab 

sie in den Anhörungen jeweils an, sie habe sich am folgenden Tag, nach-

dem ihr ihre Mutter die Halskette weggenommen habe, tätowieren lassen 

(vgl. act. A18, F126; A27, F23). Der Umstand, dass es der Beschwerdefüh-

rer nicht gelungen ist, diesen zentralen Vorfall wiederholt zeitlich genau 

einzuordnen, zumal er den Angaben nach kurz vor ihrer Ausreise gesche-

hen und als ein Auslöser für ihre spätere Flucht aus dem Iran zu bezeich-

nen ist, lässt erhebliche Zweifel an der Glaubhaftigkeit dieses Vorbringens 

entstehen. Sodann hat sich die Beschwerdeführerin bezüglich der Ge-

schehnisse im Anschluss an die Entdeckung des Tattoos in weitere Wider-

sprüche verstrickt. Gemäss Aussagen in der BzP sei sie von ihrem Vater 

aus dem Keller nach draussen zum Auto geführt worden, wobei ihr (Nen-

nung Verwandter) mitgekommen sei und sie ihren Vater gefragt habe, wo-

hin er sie bringen wolle (vgl. act. A6, S. 9 Mitte). Aus diesen Schilderungen 

ergibt sich, dass ihr Vater bei der Autofahrt dabei gewesen sein muss. 

Demgegenüber machte sie in den Anhörungen jeweils geltend, lediglich ihr 

(Nennung Verwandter) habe sie mit dem Auto an einen unbekannten, wüs-

tenähnlichen Ort gebracht (vgl. act. A18, F186, F200 f.; A27, F23). Ausser-

dem brachte sie abweichend zur BzP vor, sie sei vom (Nennung Verwand-

ter) schlagend ins Auto gebracht worden (vgl. act. A27, F23, 4. Abschnitt). 

Ferner widersprach sich die Beschwerdeführerin auch bezüglich der Art 

der Waffe, mit welcher sie durch ihren (Nennung Verwandter) bedroht wor-

den sein soll. Sie soll es gemäss BzP eine (Nennung Waffe) gewesen sein, 

um anlässlich der ergänzenden Anhörung in Abweichung dazu anzugeben, 

ihr (Nennung Verwandter) habe sein (Nennung Waffe) herausgenommen 

(vgl. act. A6, S. 9; A27, F88). Überdies erkannte das SEM in den Umstän-

den, wie die Beschwerdeführerin zur Halskette mit dem Kreuzanhänger 

gekommen sei, mit zutreffender Begründung einen Widerspruch. Während 

die Beschwerdeführerin in der BzP angab, sich den Anhänger "eines Ta-

ges" selber gekauft zu haben, führte sie in der ersten Anhörung aus, den 

Anhänger von ihrer Freundin als Geschenk erhalten zu haben (vgl. act. A6, 

S. 9; A18, F164). Auf diesen Widerspruch aufmerksam gemacht erwiderte 

die Beschwerdeführerin, sie habe die Kette mit dem Anhänger zusammen 

D-3319/2020 

Seite 21 

mit ihrer Freundin gekauft, wobei die Freundin letztlich bezahlt habe. So-

wohl diese Erklärung als auch der in der Rechtsmitteleingabe gemachte 

Hinweis, dass beide Aussagen dem allgemeinen Sprachgebrauch entsprä-

chen und sie in der Anhörung ihre Aussage umgehend und nachvollziehbar 

präzisiert habe, vermögen angesichts des klaren Protokollwortlauts in der 

BzP nicht zu überzeugen. Zudem erwähnte die Beschwerdeführerin im 

Rahmen der freien Sachverhaltsschilderung in der BzP ihre Kolle-

gin/Freundin bereits kurz vor der Aussage, sich eine Halskette gekauft zu 

haben, weshalb zu erwarten gewesen wäre, dass sie sie auch im Zusam-

menhang mit dem Kauf der Halskette erwähnt hätte, wäre ihr diese effektiv 

von der Freundin geschenkt respektive gekauft worden. 

6.1.3 Zum Vorhalt widersprüchlicher Angaben dazu, wie sie zum Christen-

tum gefunden habe, bestreitet die Beschwerdeführerin bei einer Freundin 

mehrere CD's über den Umgang von Jesus mit seinen Leuten angesehen 

zu haben. So handle es sich dabei um ein einziges Video mit verschiede-

nen Geschichten aus dem Leben Jesu. Diese angebliche Unstimmigkeit 

sei auf eine unpräzise Übersetzung in der BzP zurückzuführen. Diesbe-

züglich ist auf die obige E. 6.1.1 zu verweisen: Darin wurde erkannt, dass 

weder die Arbeit des bei der BzP eingesetzten Dolmetschers noch die Pro-

tokollierung als solche zu beanstanden ist. Die Beschwerdeführerin hat 

sich daher ihre Aussage, welche bezüglich der Art des Datenträgers und 

des Ortes, wo sie das Filmmaterial angesehen habe, offensichtlich im Wi-

derspruch zu ihrer Angabe in der ersten Anhörung steht, entgegen zu hal-

ten lassen. 

6.1.4 Angesichts der vorstehenden Erwägungen ist demnach zu bezwei-

feln, dass die Beschwerdeführerin bereits im Iran zum Christentum konver-

tierte. Diese Einschätzung wird dadurch bestärkt, dass sie sich zu den 

Gründen, weshalb sie sich letztlich für das Christentum entschieden habe, 

lediglich in stereotyper Weise äusserte (vgl. act. A18, F125 f., F129). Diese 

Aussagen lassen – entgegen der in der Beschwerde vertretenen Ansicht – 

nicht den Schluss zu, sie habe sich bereits vor ihrer Ausreise dem christli-

chen Glauben ernsthaft und mit innerer Überzeugung zugewandt. 

6.1.5 Im Weiteren erschliesst sich dem Gericht nicht, weshalb die Familie 

der Beschwerdeführerin nach ihrem Verschwinden Druck auf die Familie 

von C._______ hätte ausüben und ihn suchen sollen, weil angeblich ihre 

Familie C._______ verdächtigt habe, mit diesem Verschwinden etwas zu 

tun zu haben. So erklärte die Beschwerdeführerin eigenen Angaben zu-

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Seite 22 

folge, sie sei von ihrem (Nennung Verwandter) nach der geltend gemach-

ten Vergewaltigung aufgefordert worden zu verschwinden, ansonsten er 

sie umbringen werde (vgl. act. A18, F204, F217; A27, F23 S. 5 unten). Ge-

mäss der Sachverhaltsschilderung der Beschwerdeführerin ist davon aus-

zugehen, dass ihre Eltern das Vorgehen des (Nennung Verwandter) gebil-

ligt haben, zumal ihr Vater ihr gesagt habe, dass sie ungläubig sei, die Fa-

milienehre beschmutzt habe und deswegen sterben müsse (vgl. act. A27, 

F81 sowie A18, F138, F242). Nachdem davon auszugehen ist, dass der 

(Nennung Verwandter) seine Eltern und weitere Familienangehörige über 

seinen Entschluss informierte, die Beschwerdeführerin nicht zu töten, son-

dern diese unter Androhung des Todes dazu aufgefordert habe, zu ver-

schwinden, bestand logischerweise für die Familie keine Veranlassung 

mehr, sich über das effektive Verschwinden der Beschwerdeführerin ir-

gendwelche Gedanken zu machen oder gar ihren Aufenthaltsort herausfin-

den zu wollen. Auf Vorhalt vermochte die Beschwerdeführerin diese Dis-

krepanz nicht einleuchtend zu erklären. Ihre Mutmassung, dass "die Leute" 

nach ihr oder ihrem Aufenthaltsort hätten fragen können, bleibt unbehelf-

lich, zumal ihre Familie – falls ihr (Nennung Verwandter) sie tatsächlich ge-

tötet hätte – mit den gleichen Fragen konfrontiert gewesen wäre. Bezeich-

nenderweise fielen denn auch ihre Angaben dazu, wie der Verdacht auf 

C._______ gefallen sei, etwas mit ihrem Verschwinden zu tun zu haben, 

oder wie sich die Gefährdungslage für C._______ in der Folge dargestellt 

habe, zumal dieser von der Polizei gesucht worden sei und ein Dossier am 

Gericht über ihn bestehe, substanzlos und vage aus (vgl. act. A18, F93: 

A27, F72 ff.). Den vorinstanzlichen Erwägungen vermag die Beschwerde-

führerin in diesem Punkt nichts Konkretes entgegenzusetzen. Jedenfalls 

erscheint der Hinweis, ihre diesbezüglichen Ausführungen seien lediglich 

die Wiedergabe dessen, was sie von C._______ darüber erfahren habe, 

als nicht stichhaltig. Zu Recht hat die Vorinstanz in diesem Zusammenhang 

darauf verwiesen, dass die Beschwerdeführerin nach ihrer Ausreise mit 

C._______ weiterhin Kontakt hatte und nach ihrer Einreise in die Schweiz 

sogar noch (Nennung Dauer) mit ihm zusammen gewesen sei (vgl. act. 

A18/F88), weshalb wesentlich einlässlichere und inhaltlich fundierte Anga-

ben von ihr hätten erwartet werden dürfen. So ist aufgrund der Interessen-

lage der Beschwerdeführerin ohne Weiteres davon auszugehen, dass sie 

sich eingehend bei ihrem damaligen Partner C._______ über dessen 

Schicksal erkundigt und allfällige, im Zusammenhang mit ihrer beiden Aus-

reisen aus dem Iran stehende neue Informationen eingeholt hätte. 

D-3319/2020 

Seite 23 

6.1.6 Der eingereichte (Nennung Beweismittel) vermag zu keiner anderen 

Einschätzung der Glaubhaftigkeit zu führen. Dieser vermag keine verläss-

lichen Aussagen betreffend den Grund der Beeinträchtigung des psychi-

schen Zustands respektive der festgestellten Traumatisierung der Be-

schwerdeführerin abzugeben und beruht vielmehr auf einer Anamnese. Die 

von der Beschwerdeführerin angegebene Version über den Ursprung ihrer 

psychischen Beschwerden erweist sich im Kontext mit ihren bisherigen An-

gaben und angesichts der vorgängigen Erwägungen nicht als glaubhaft. Es 

kann deshalb mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen 

werden, dass die die Traumatisierung auslösenden Ereignisse nicht aus 

Gründen, welche im asylrechtlichen Bereich liegen, geschehen sind, son-

dern im Zusammenhang mit anderen Geschehnissen stehen. 

6.1.7 In Bezug auf die christliche Tätowierung auf dem (Nennung Körper-

teil) (…) der Beschwerdeführerin und der diesbezüglich eingereichten Be-

weismittel (Aufzählung Beweismittel) ist Folgendes festzuhalten: Zwar las-

sen sich die vom SEM geäusserten Zweifel an der Echtheit und Dauerhaf-

tigkeit des Tattoos aufgrund der erwähnten Bestätigungen nicht aufrecht-

erhalten. Die Beschwerdeführerin vermag damit aber nicht darzutun, dass 

sie das in Frage stehende (Nennung Form des Tattoos) bereits im Iran zu 

dem von ihr angeführten Zeitpunkt, nämlich im (...) stechen liess. Aus der 

(Nennung Zeitraum) später datierenden Bestätigung des Tätowierers ist zu 

ersehen, dass dieser das Tattoo aufgrund des Farbtons respektive des 

Blaustichs der schwarzen Farbe älter als (...) Jahre schätzt. Nachdem sich 

die Beschwerdeführerin auch in der F._______ hat tätowieren lassen (vgl. 

act. A18, F246 f.), besteht jedenfalls die reelle Möglichkeit, dass auch das 

(Nennung Form)-Tattoo während ihres Aufenthalts in der F._______ und 

nicht bereits im Iran entstanden ist. Im Weiteren gehört ein Tattoo zumin-

dest im christlichen Kontext nicht zum unverzichtbaren Bestand der per-

sönlichen Glaubensausübung. Sollte die Beschwerdeführerin infolge der 

Tätowierung Probleme mit den iranischen Behörden befürchten, wäre es 

ihr durchaus zuzumuten, das Tattoo insgesamt oder die religionstypische 

Form der Tätowierung – (Nennung Form) – wieder zu entfernen oder ent-

sprechend zu verändern. 

6.1.8 Die von der Beschwerdeführerin geschilderten Schwierigkeiten und 

die erlebte Gewalt im Zusammenhang mit der in der F._______ geschlos-

senen Ehe mit E._______ erweisen sich als asylirrelevant. Das SEM hat 

die diesbezüglich relevante Rechtsprechung des Bundesverwaltungsge-

richts korrekt wiedergegeben und angewendet. In Ermangelung einer Ent-

gegnung auf Beschwerdeebene ist auf die zutreffenden Erwägungen im 

D-3319/2020 

Seite 24 

angefochtenen Entscheid zu verweisen, welche zu bestätigen sind (vgl. 

act. A43, S. 8, Ziff. 3). 

6.2 Im Sinne eines Zwischenergebnisses ist demnach festzuhalten, dass 

das SEM insgesamt zu Recht das Vorliegen von Vorfluchtgründen verneint 

hat, da die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt ihrer Ausreise die Flüchtlings-

eigenschaft nicht erfüllte. Weder die Ausführungen auf Beschwerdeebene 

noch die eingereichten Beweismittel vermögen an dieser Einschätzung et-

was zu ändern. 

6.3 Asylsuchende sind auch dann als Flüchtlinge anzuerkennen, wenn sie 

erst aufgrund von Ereignissen nach ihrer Ausreise im Falle einer Rückkehr 

in ihren Heimat- oder Herkunftsstaat in flüchtlingsrechtlich relevanter 

Weise verfolgt würden. Zu unterscheiden ist dabei zwischen objektiven und 

subjektiven Nachfluchtgründen. Objektive Nachfluchtgründe liegen vor, 

wenn äussere Umstände, auf welche die asylsuchende Person keinen Ein-

fluss nehmen konnte, zur drohenden Verfolgung führen; der von einer Ver-

folgung bedrohten Person ist in solchen Fällen die Flüchtlingseigenschaft 

zuzuerkennen und Asyl zu gewähren. Subjektive Nachfluchtgründe liegen 

vor, wenn eine asylsuchende Person erst durch die unerlaubte Ausreise 

aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat oder wegen ihres Verhaltens nach 

der Ausreise eine Verfolgung zu befürchten hat; in diesen Fällen wird kein 

Asyl gewährt (Art. 54 AsylG; vgl. BVGE 2010/44 E. 3.5 m.w.H.). 

6.3.1 Die Beschwerdeführerin bringt subjektive Nachfluchtgründe vor, in-

dem sie vorbringt, sie sei bei einer Rückkehr ins Heimatland aufgrund ihrer 

Konversion (Taufe in der Schweiz, Aktivitäten in christlichen Kirchen) flücht-

lingsrechtlich relevanten Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt. 

6.3.2 Hinsichtlich der Menschenrechtssituation im Iran ist festzuhalten, 

dass diese schon seit geraumer Zeit in genereller Hinsicht als schlecht be-

zeichnet werden muss. Jegliche Kritik am System der Islamischen Repub-

lik und an deren Würdenträgern ist tabu. Auch die vorliegend interessie-

rende Religionsfreiheit ist nicht gewährleistet. Das Judentum, das Chris-

tentum und der Zoroastrismus geniessen innerhalb des gesetzlichen Rah-

mens das Recht auf freie Ausübung ihrer religiösen Riten und Zeremonien 

und ihre Anhängerinnen und Anhänger dürfen sich in persönlichen und 

glaubensspezifischen Belangen gemäss ihren religiösen Vorschriften ver-

halten. Die diskrete und private Glaubensausübung ist im Iran damit grund-

sätzlich möglich, auch wenn dieser Grundsatz nicht nur im alltäglichen Le-

ben, sondern auch durch verschiedene Paragraphen des iranischen 

D-3319/2020 

Seite 25 

Rechts durchbrochen wird. Christen werden im Iran insbesondere in wirt-

schaftlicher, beruflicher und sozialer Hinsicht diskriminiert, was auch deren 

Schlechterstellung in ehe-, erb- und strafrechtlichen Angelegenheiten zur 

Folge hat. Die offiziellen christlichen Kirchen im Iran werden geduldet, 

Hauskirchen sind hingegen nicht erlaubt (vgl. UN HUMAN RIGHTS COUNCIL, 

Report of the Special Rapporteur on the situation of human rights in the 

Islamic Republic of Iran [A/HRC/31/69], 26.05.2016, < http://www.oh-

chr.org/EN/HRBodies/HRC/RegularSessions/Session31/Documents/A-

HRC-31-69_en.doc >, S. 19, abgerufen am 26.03.2021). 

6.3.3 Allein der Übertritt vom muslimischen Glauben zum Christentum führt 

grundsätzlich noch zu keiner individuellen staatlichen Verfolgung im Iran. 

Eine christliche Glaubensausübung vermag gegebenenfalls dann flücht-

lingsrechtlich relevante Massnahmen auszulösen, wenn sie in der Schweiz 

aktiv und sichtbar nach aussen praktiziert wird und im Einzelfall davon aus-

gegangen werden muss, dass das heimatliche Umfeld von einer solchen 

aktiven, allenfalls gar missionierende Züge annehmenden Glaubensaus-

übung erfährt. Missionierende Tätigkeit wird als Verstoss gegen allgemein 

geltende religiöse Grundprinzipien angesehen und als solche verfolgt. Da-

bei richtet sich das Vorgehen der Sicherheitskräfte im Besonderen gegen 

Kirchenführer und gegen in der Öffentlichkeit besonders aktive Christen. 

Mit einer flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgung durch den iranischen 

Staat ist mithin dann zu rechnen, wenn sich eine Person durch eine missi-

onierende Tätigkeit exponiert und Aktivitäten vorliegen, die vom Regime 

als Angriff auf den Staat angesehen werden (vgl. BVGE 2009/28 E. 7.3.1 ff. 

sowie statt vieler zuletzt Urteil des BVGer E-4001/2020 vom 2. März 2021 

E. 6.3.2 m.w.H.). 

6.3.4 Den eingereichten Bestätigungen (vgl. Beschwerdebeilagen 7-14) 

zufolge nimmt die Beschwerdeführerin an religiösen Veranstaltungen – so 

zur Hauptsache an Gottesdiensten – teil, hat sich am (Nennung Zeitpunkt) 

in H._______ taufen lassen und pflegt Kontakte zu Mitgliedern der Kirch-

gemeinde respektive der Jugendgruppe der Kirchgemeinde H._______. 

Wie in E. 6.3.3 erwähnt, führt der Übertritt zum christlichen Glauben für 

sich alleine jedoch noch nicht zu einer staatlichen Verfolgung im Iran (vgl. 

dazu bspw. auch: DFAT Country Information Report – Iran – 14 April 2020 

< https://www.ecoi.net/en/file/local/2029778/country-information-report-

iran.pdf >; Ziff. 3.56 ff., abgerufen am 15.07.2021). Die eingereichten Un-

terlagen zeigen zwar, dass sich die Beschwerdeführerin in christlichen 

Kreisen bewegt und an deren Aktivitäten teilnimmt. Eine besondere Expo-

nierung oder missionierende Tätigkeit, welche das Interesse der iranischen 

D-3319/2020 

Seite 26 

Behörden wecken könnte, da sie als Angriff auf das Regime verstanden 

werden könnten, ergibt sich daraus aber nicht. Die Beschwerdeführerin hat 

sich weder vor noch nach ihrer Ausreise je aktiv gegen das iranische Re-

gime geäussert. Insgesamt ist nach dem Gesagten nicht davon auszuge-

hen, dass sie bei einer Rückkehr in den Iran mit flüchtlingsrechtlich rele-

vanter Verfolgung durch den iranischen Staat zu rechnen hätte. Die von ihr 

geltend gemachte Gefährdung durch ihre religiösen Familienangehörigen 

erweist sich angesichts vorstehender Erörterungen und Schlussfolgerun-

gen (E. 7.1 und E. 7.2) als unglaubhaft beziehungsweise als flüchtlings-

rechtlich nicht relevant. Im Übrigen befinden sich die Tätowierungen der 

Beschwerdeführerin an Körperstellen, wo sie sich – so insbesondere das 

(Nennung Form)-Tattoo – durch geeignete Kleiderwahl problemlos abde-

cken lassen. Es ist deshalb auch in dieser Hinsicht das Vorliegen subjekti-

ver Nachfluchtgründe zu verneinen. 

6.4 Zusammenfassend kommt das Gericht zum Schluss, dass der Be-

schwerdeführerin weder zum Zeitpunkt ihrer Ausreise noch zum heutigen 

Zeitpunkt oder in absehbarer Zukunft in begründeter Weise droht, aufgrund 

der Konversion und ihrer in diesem Zusammenhang ausgeübten Aktivitä-

ten im Rahmen christlicher Gemeinschaften in flüchtlingsrechtlich relevan-

ter Weise in ihrem Heimatland verfolgt zu werden. Die Vorinstanz hat zu 

Recht die Flüchtlingseigenschaft verneint und ihr Asylgesuch abgelehnt. 

7.  

Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt 

es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug 

an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 

AsylG). Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtli-

che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer 

solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (vgl. 

BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

D-3319/2020 

Seite 27 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

8.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund 

nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-

reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. 

ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-

stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 

EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender 

Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

8.3  

8.3.1 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-

rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es der 

Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Ge-

fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 

AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Ver-

fahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr in den Heimatstaat ist 

demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführerin 

noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Aus-

schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei-

ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung 

ausgesetzt wären. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für 

Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

müssten die Beschwerdeführerin eine konkrete Gefahr ("real risk") nach-

weisen oder glaubhaft machen, dass ihr im Fall einer Rückschiebung Folter 

oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR 

Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–

D-3319/2020 

Seite 28 

127 m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Heimatstaat 

lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig 

erscheinen. 

8.3.2 Was die gesundheitliche Situation der Beschwerdeführerin betrifft, 

besteht bei ihr gemäss (Nennung Beweismittel) eine (Nennung Leiden und 

Therapie). Gesundheitliche Probleme stellen unter dem Blickwinkel von 

Art. 3 EMRK im Übrigen nur unter ganz aussergewöhnlichen Umständen 

ein völkerrechtliches Wegweisungsvollzugshindernis dar (vgl. Urteil des 

EGMR Paposhvili gegen Belgien vom 13. Dezember 2016, Grosse Kam-

mer, 41738/10, § 183). Solche Umstände liegen nicht nur in Fällen vor, in 

denen sich die von einer Ausschaffung betroffene Person in unmittelbarer 

Gefahr befindet zu sterben, sondern auch dann, wenn Personen darunter-

fallen, die angesichts fehlender Behandlungsmöglichkeiten im Zielstaat der 

Ausschaffung einem realen Risiko einer schwerwiegenden, raschen und 

irreversiblen Verschlechterung des Gesundheitszustands ausgesetzt wer-

den, die zu heftigen Leiden oder einer erheblichen Reduktion der Lebens-

erwartung führen. Solche aussergewöhnlichen Umstände können aber hier 

hinlänglich ausgeschlossen werden (vgl. BVGE 2011/9 E. 7.1 S. 117 f., 

BVGE 2009/2 E. 9.1.3). Der Vollzug erweist sich damit als zulässig. 

8.3.3 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 

Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

8.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

8.4.1 Die allgemeine Situation im Heimatstaat der Beschwerdeführerin ist 

nicht von einer landesweiten Situation von Krieg, Bürgerkrieg oder allge-

meiner Gewalt geprägt, aufgrund derer eine Rückkehr generell unzumut-

bar wäre (vgl. statt vieler: Urteil des BVGer E-383/2021 vom 15. März 2021 

E. 10.3.2). 

8.4.2 Auch in individueller Hinsicht sind keine Gründe ersichtlich, welche 

die Wegweisung als unzumutbar erscheinen liessen. Bei der Beschwerde-

führerin handelt es sich um eine junge Frau, die über eine (...)-jährige (Nen-

D-3319/2020 

Seite 29 

nung Schulbildung), die im Iran – angesichts der als unglaubhaft zu quali-

fizierenden Verfolgung oder Gefährdung durch Familienangehörige – mit 

ihren Eltern und Geschwistern auf ein tragfähiges Beziehungsnetz und 

eine gesicherte Wohnsituation zurückgreifen kann (vgl. A6 Ziff. 3.01; A18, 

F30 ff.). Sodann ist darauf hinzuweisen, dass die Familie der Beschwerde-

führerin – und mithin auch sie – gemäss Aktenlage vor der Ausreise keine 

finanziellen Probleme hatte (vgl. A18, F39).  

8.4.3 Auch die belegten gesundheitlichen Probleme der Beschwerdeführe-

rin (vgl. oben E. 9.3.2) lassen den Wegweisungsvollzug nicht als unzumut-

bar erscheinen. Bei medizinischen Problemen kann nur dann auf Unzu-

mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs erkannt werden, wenn eine notwen-

dige medizinische Behandlung im Heimatland nicht zur Verfügung steht 

und die Rückkehr zu einer raschen und lebensgefährdenden Beeinträchti-

gung des Gesundheitszustands der betroffenen Person führen würde. Da-

bei wird als wesentlich die allgemeine und dringende medizinische Be-

handlung erachtet, welche zur Gewährleistung einer menschenwürdigen 

Existenz absolut notwendig ist. Unzumutbarkeit liegt jedenfalls dann noch 

nicht vor, wenn im Heimat- oder Herkunftsstaat eine nicht dem schweizeri-

schen Standard entsprechende medizinische Behandlung möglich ist (vgl. 

etwa BVGE 2011/50 E. 8.3 und 2009/2 E. 9.3.1 je m.w.H.). 

Nach dem Gesagten ist bezüglich der gesundheitlichen Probleme der Be-

schwerdeführerin nicht von einer medizinischen Notlage im Sinne der vor-

stehend dargelegten Rechtsprechung auszugehen. Das Gesundheitssys-

tem im Iran weist ein relativ hohes Niveau auf. Es kann deshalb davon 

ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin im Iran medizinische 

und psychotherapeutische Behandlung erhalten kann (vgl. Urteil des 

BVGer E-3799/2020 vom 11. März 2021 E. 14.4.2 m.w.H.). Zudem ist auf 

die Möglichkeit der medizinischen Rückkehrhilfe hinzuweisen (vgl. Art. 93 

Abs. 1 Bst. d AsylG). 

8.4.4 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch 

als zumutbar. 

8.5 Schliesslich obliegt es der Beschwerdeführerin, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch 

BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als mög-

lich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

D-3319/2020 

Seite 30 

8.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

10.  

10.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Verfahrenskosten 

grundsätzlich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; 

Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

Mit Verfügung der Instruktionsrichterin vom 10. Juli 2020 wurde jedoch das 

Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gutgeheissen 

und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtet. An dieser Ein-

schätzung ist auch im Urteilszeitpunkt festzuhalten, weshalb keine Kosten 

zu erheben sind. 

10.2 In der Beschwerde wurde zu Recht eine Verletzung des rechtlichen 

Gehörs durch das SEM gerügt. Dieser Verfahrensmangel wurde jedoch auf 

Beschwerdeebene geheilt (vgl. E. 3.2.3). Der Beschwerdeführerin ist des-

halb trotz des Umstandes, dass sie im vorliegenden Beschwerdeverfahren 

mit ihren Rechtsbegehren letztlich nicht durchgedrungen ist, eine ange-

messene (reduzierte) Parteientschädigung für die ihr aus der Beschwerde-

führung erwachsenen notwendigen Kosten zuzusprechen, da ihr, insoweit 

sie zu Recht einen Verfahrensmangel gerügt hat, kein finanzieller Nachteil 

erwachsen soll (vgl. BVGE 2008/47 E. 5.1 S. 680 f.). Diese ist auf Grund 

der Akten (Art. 14 Abs. 2 VGKE) und unter Berücksichtigung der Bemes-

sungsfaktoren (Art. 8 ff. VGKE) auf insgesamt Fr. 200.– (inkl. Auslagen und 

Mehrwertsteuerzuschlag) festzusetzen. Die Vorinstanz ist anzuweisen, der 

Beschwerdeführerin diesen Betrag als Parteientschädigung auszurichten. 

10.3 Mit Verfügung vom 10. Juli 2020 wurde ausserdem das Gesuch um 

amtliche Verbeiständung gutgeheissen (Art. 102m Abs. 1 AsylG) und der 

Beschwerdeführerin ihr Rechtsvertreter als Rechtsbeistand bestellt. Dem-

nach ist diesem ein amtliches Honorar für seine notwendigen Aufwendun-

gen im Beschwerdeverfahren auszurichten. Der Rechtsvertreter hat keine 

Kostennote zu den Akten gereicht. Auf die Nachforderung einer solchen 

D-3319/2020 

Seite 31 

kann jedoch verzichtet werden, da sich im vorliegenden Verfahren der Auf-

wand zuverlässig abschätzen lässt (Art. 14 Abs. 2 VGKE) und (ergänzend 

zum Aufwand gemäss E. 10.2 hievor) auf insgesamt zehn Stunden zu be-

ziffern ist. Nach Praxis des Bundesverwaltungsgerichts werden anwaltliche 

Vertreterinnen und Vertreter mit einem Stundensatz von Fr. 200.– bis 220.– 

entschädigt (vgl. Art. 12 i.V.m. Art. 10 Abs. 2 VGKE). Dem amtlichen 

Rechtsvertreter ist daher zu Lasten des Bundesverwaltungsgerichts eine 

Entschädigung von gesamthaft Fr. 2’400.– (inkl. Auslagen und MWSt) aus-

zurichten. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-3319/2020 

Seite 32 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

3.  

Das SEM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer eine Parteientschädi-

gung in der Höhe von Fr. 200.– für das Verfahren vor dem Bundesverwal-

tungsgericht zu entrichten.  

4.  

Dem amtlichen Rechtsbeistand wird zulasten der Gerichtskasse eine Ent-

schädigung von Fr. 2400 .– zugesprochen. 

5.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Jeannine Scherrer-Bänziger Stefan Weber 

 

 

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