# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 592ddbcd-dc2a-5600-bbe7-e2e8fd171c6b
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-12-07
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 07.12.2017 725 16 312 / 326
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-16-312---326_2017-12-07.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 7. Dezember 2017 (725 16 312 / 326) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Leistungseinstellung / Wegfall des natürlichen Kausalzusammenhangs nach Gerichtsbe-

gutachtung bestätigt 

 
 
Besetzung Vorsitzende Kantonsrichterin Elisabeth Berger Götz, Kantonsrichter 

Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Christof Enderle, Gerichtsschrei-
ber Pascal Acrémann 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin 
  

 
gegen 
 
 

 SOLIDA Versicherungen AG, Saumackerstrasse 35, Postfach, 
8048 Zürich, Beschwerdegegnerin, vertreten durch Martin Bürkle, 
Rechtsanwalt LL.M., Thouvenin Rechtsanwälte KLG, Klausstrasse 
33, 8024 Zürich 
 

  
  
Betreff Leistungen 
 
 
 
A. Die 1982 geborene A.____ war ab dem 1. April 2011 bei der B.____AG als Sachbear-
beiterin angestellt und durch die Arbeitgeberin bei der Solida Versicherungen AG (nachfolgend: 
Solida) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert. Am 
9. Dezember 2011 liess A.____ der Solida durch ihre Arbeitgeberin melden, dass sie gleichen-
tags ausgerutscht sei und sich dabei an der rechten Schulter und am Rücken Prellungen zuge-

 

 
 
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zogen habe. Die Solida erbrachte in der Folge die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung, 
Taggelder). Mit Verfügung vom 15. Januar 2015 hielt sie fest, dass die gesundheitlichen Be-
schwerden laut Beurteilung des begutachtenden Arztes Dr. med. C.____, FMH Chirurgie, vom 
14. Januar 2015 nicht überwiegend wahrscheinlich in einem Zusammenhang mit dem Unfall 
vom 9. Dezember 2011 stehen würden, weshalb sie die Leistungen per 15. Januar 2015 ein-
stellte. Daran hielt die Solida auf Einsprache der zuständigen Krankenversicherung, der 
D.____AG, hin mit Entscheid vom 15. August 2016 fest. 
 
B. Hiergegen erhob A.____ am 15. September 2016 Beschwerde beim Kantonsgericht, 
Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Sie beantragte, in Gutheissung der Be-
schwerde sei der Einspracheentscheid vom 15. August 2016 aufzuheben und die Beschwerde-
gegnerin sei zu verpflichten, die gesetzlichen Leistungen für die Folgen des Unfalls vom 9. De-
zember 2011 weiterhin zu erbringen. Zur Begründung machte sie im Wesentlichen geltend, 
dass die gesundheitlichen Beschwerden seit dem Unfall bestünden und der angefochtene Ein-
spracheentscheid auf unzureichenden medizinischen Unterlagen beruhe. 
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 5. Dezember 2016 schloss die Solida, vertreten durch 
Rechtsanwalt Martin Bürkle, auf Abweisung der Beschwerde. 
 
D. Anlässlich der Urteilsberatung vom 26. Januar 2017 gelangte das Kantonsgericht zur 
Auffassung, dass eine abschliessende Beurteilung der Angelegenheit gestützt auf die vorhan-
denen medizinischen Akten nicht möglich sei. Aufgrund der erheblich unterschiedlichen fach-
ärztlichen Beurteilungen der Unfallkausalität sei zur Klärung der medizinischen Sachlage ein 
Gerichtsgutachten notwendig. 
 
E. Am 8. März 2017 beauftragte das Kantonsgericht die Academy of Swiss Insurance 
(asim) mit einem orthopädisch/traumatologischen Fachgutachten, welches am 28. Juni 2017 
erstattet wurde. Hierzu nahm die Beschwerdegegnerin am 28. Juli 2017 Stellung. Die Be-
schwerdeführerin liess sich innert erstreckter Frist nicht vernehmen. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 
ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) 
vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent-
scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Beschwerde 
erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kan-
tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vor-
liegend befindet sich dieser in X.____, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts 
Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- 
und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht 
als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Ein-

 

 
 
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spracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich 
zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und form-
gerecht erhobene – Beschwerde der Versicherten vom 15. September 2016 ist einzutreten. 
 
2. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die Leistungen zu Recht per 
15. Januar 2015 eingestellt hat. 
 
3.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche-
rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl-
len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der 
versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand-
lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat 
sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Dieses beträgt bei voller Arbeitsun-
fähigkeit 80% des versicherten Verdienstes. Bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es entspre-
chend gekürzt (Art. 17 Abs.1 UVG). Der Anspruch entsteht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am drit-
ten Tag nach dem Unfalltag und erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, 
mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person. Art. 18 Abs. 1 UVG 
gewährt der versicherten Person Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infolge des Unfal-
les zu mindestens 10% invalid ist. Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der 
ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten 
Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenver-
sicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die 
Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). 
 
3.2 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt unter anderem voraus, 
dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Arbeits-
unfähigkeit, Invalidität, Integritätsschädigung) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht 
(BGE 129 V 181 E. 3.1). Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle 
Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht 
als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent-
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs 
nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Stö-
rungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die 
körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, das Ereignis mit 
anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitli-
che Störung entfiele (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Ob zwischen einem schädigenden 
Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist 
eine Tatfrage, worüber die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung oder im Streitfall das 
Gericht – im Rahmen der ihr obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse 
Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht 
(BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). 
 

 

 
 
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3.3 Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, 
entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall 
nicht die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letz-
terer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn 
entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden 
hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen 
Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte 
(Status quo sine), erreicht ist. Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusam-
menhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines 
Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänz-
lich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine 
anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die entsprechende Beweislast – anders als bei der 
Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei 
der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer. Diese Beweisgrundsätze gelten so-
wohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten 
massgebend (Urteil des Bundesgerichts vom 23. September 2014, 8C_419/2014, E. 3.2 mit 
Hinweisen). 
 
3.4 Zur Abklärung medizinischer Sachverhalte – wie der Beurteilung des Gesundheitszu-
standes und der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person oder der Feststellung natürlicher Kau-
salzusammenhänge im Bereich der Medizin – ist die rechtsanwendende Behörde regelmässig 
auf Unterlagen angewiesen, die ihr vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen 
sind (BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen weiteren Hinweisen). Das Gericht hat diese medi-
zinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweismittel – frei, 
d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdi-
gen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig, von 
wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Un-
terlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere 
darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die 
eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines 
Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf 
allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis 
der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam-
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss-
folge-rungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 
E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 
 
4. Nachdem das Kantonsgericht anlässlich der Urteilsberatung vom 26. Januar 2017 zur 
Auffassung gelangt war, dass das für den Einspracheentscheid vom 15. August 2016 massge-
bende Gutachten von Dr. C.____ vom 14. Januar 2015 im Vergleich zu den Beurteilungen des 
behandelnden Arztes Dr. med. E.____, FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation, und des 

 

 
 
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beratenden Arztes Dr. med. F.____ erhebliche Diskrepanzen in Bezug auf die Diagnosen und 
die Beurteilung der Unfallkausalität aufweise und ihm deshalb keine ausschlaggebende Be-
weiskraft zukomme, beauftragte es die asim mit einem orthopädisch/traumatologischen Fach-
gutachten. Am 28. Juni 2017 diagnostizierte Prof. Dr. G.____, FMH Orthopädische Chirurgie 
und Traumatologie des Bewegungsapparates, nach Würdigung der anamnestischen Angaben, 
der Akten, der klinischen Befunde, der radiologischen Bildgebung und nach differentialdiagnos-
tischen Überlegungen ein myofasziales Schmerzsyndrom an der rechten Schulter (ICD-10 
M79.11). Eine Schulterdyskinesie oder eine posttraumatische AC-Gelenkspathologie bestünden 
nicht. Nach eingehender Auseinandersetzung mit den vorhandenen medizinischen Akten, ins-
besondere den Beurteilungen der bisher mit der Sache befassten Fachärzte Dr. C.____, 
Dr. E.____ und Dr. F.____, hielt er fest, dass sich bei initialer posttraumatischer Schulter-
schmerzhaftigkeit, sekundär, aufgrund der durch das Trauma hervorgerufenen Fehl- und 
Schonhaltung der Schulter und der damit einhergehenden dauerhaften Anspannung der das 
Schultergelenk stabilisierenden Muskulatur, ein myofasziales Schmerzsyndrom eingestellt ha-
be. Somit scheine der Kausalzusammenhang zumindest initial für die Auslösung der Beschwer-
den überwiegend wahrscheinlich gegeben. Ursache für die Entstehung eines myofaszialen 
Schmerzsyndroms seien aber nicht nur ein Trauma, eine akute Überdehnung der Muskulatur 
und eine akute Überlastung, sondern auch chronische Prozesse, wie etwa dauerhafte Haltungs-
fehler, stereotype Bewegungsabläufe und lange andauernde Kontraktionen in angenäherter 
Position, wie zum Beispiel stundenlanges Arbeiten am Computer. In der Kausalitätsbeurteilung 
stünden diese beiden potentiell möglichen Ätiologien gleichberechtigt gegenüber. Aufgrund der 
Tatsache, dass keine strukturelle Läsion an der Schulter, keine strukturelle Alterung (Arthrose) 
und in der aktuellen Untersuchung kein organisch-strukturelles Korrelat festzustellen seien, sei 
anzunehmen, dass die initialen Beschwerden zwar durch den Unfall ausgelöst, der weitere Ver-
lauf und die Persistenz der aktuellen Beschwerden jedoch primär durch unfallfremde Ursachen 
verursacht worden seien. Angesichts der geringen direkten Unfallfolgen, dem Erreichen der 
vollen Arbeitsfähigkeit anfangs 2013 und dem Fehlen eines aktuellen organisch-strukturellen 
Korrelats sei davon auszugehen, dass die heute bestehenden Beschwerden nicht mehr über-
wiegend wahrscheinlich unfallkausal seien und der Status quo sine am 15. Januar 2015 erreicht 
worden sei. 
 
5.1 Praxisgemäss weicht das Gericht bei Gerichtsgutachten nicht ohne zwingende Gründe 
von der Einschätzung der medizinischen Fachpersonen ab, deren Aufgabe es ist, ihre Fach-
kenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt me-
dizinisch zu erfassen (BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 352 f. E. 3b/aa). Ein Grund zum Abweichen 
kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht ein-
geholtes Obergutachten in überzeugender Weise zu anderen Schlussfolgerungen gelangt. Eine 
abweichende Beurteilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusse-
rungen anderer Fachleute dem Gericht als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Ge-
richtsgutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung durch eine weitere Fach-
person im Rahmen einer Oberexpertise für angezeigt hält oder dass es ohne eine solche vom 
Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 351 
E. 3b/aa mit Hinweisen). Solche Gründe sind hier nicht gegeben. Wie oben (vgl. E. 3.4 hiervor) 
ausgeführt, ist hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes entscheidend, ob der Bericht 

 

 
 
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für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die ge-
klagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der 
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. 
Die Beurteilung von Prof. G.____ vom 28. Juni 2017 beruht auf einer eingehenden Untersu-
chung der Versicherten, sie setzt sich mit den bei den Akten liegenden medizinischen Berichten 
auseinander und enthält nach sorgfältiger Würdigung der Vorgeschichte und des klinischen 
Befunds eine überzeugende Beurteilung der umstrittenen Kausalitätsfrage. Es wird deutlich, 
dass die heute bestehenden Beschwerden nicht mehr überwiegend wahrscheinlich unfallkausal 
sind und der Status quo sine (vgl. E. 3.3 hiervor) am 15. Januar 2015 erreicht worden war 
(vgl. S. 13 Ziff. 8 des Gerichtsgutachtens). Insgesamt ist die Beurteilung im Gerichtsgutachten 
sowohl in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge als auch bezüglich der daraus 
gezogenen Schlussfolgerungen überzeugend und deshalb für die Beurteilung der umstrittenen 
Unfallkausalität der Schulterbeschwerden rechts massgebend. Insgesamt liegt nichts vor, das 
die ausschlaggebende Beweiskraft des Gerichtsgutachtens in Zweifel ziehen könne, weshalb 
vollumfänglich darauf abzustellen ist. 
 
5.2 Die Ergebnisse im Gerichtsgutachten wurden denn auch von den Parteien zu Recht 
nicht in Frage gestellt. Soweit die Beschwerdeführerin unter Hinweis auf die Stellungnahmen 
des Vertrauensarztes der D.____AG, Dr. med. H.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, vom 
30. September 2014 und vom 29. Januar 2015 die medizinischen Abklärungsergebnisse aus 
dem Verwaltungsverfahren als nicht zutreffend erachtet, ist ihr entgegenzuhalten, dass diesen 
nach dem nunmehr durchgeführten Gerichtsgutachten keine ausschlaggebende Bedeutung 
mehr zukommt. Hinweise darauf, dass die Beurteilung des Gerichtsgutachters auf unzutreffen-
den Annahmen über den Unfallhergang beruhen würden, sind weder ersichtlich noch bringt die 
Beschwerdeführerin dies vor. Allein der Umstand, dass die Versicherte vor dem Ereignis vom 
9. Dezember 2011 keine gesundheitlichen Probleme hatte, bedeutet noch nicht, dass alle da-
nach auftretenden Beschwerden auf diesen Unfall zurückzuführen wären; dies käme der unzu-
lässigen Beweisregel "post hoc, ergo propter hoc" (BGE 119 V 335 E. 2b/bb; SVR 2008 UV 
Nr. 11 S. 34 E. 4.2.3 [U 290/06]) gleich. Nach dem Gesagten ist nach dem differenzierten und 
deshalb massgebenden Gerichtsgutachten von Prof. G.____ davon auszugehen, dass die Be-
schwerden der Versicherten im Zeitpunkt der Leistungseinstellung am 15. Januar 2015 über-
wiegend wahrscheinlich nicht mehr in einem natürlichen Kausalzusammenhang zum Unfaller-
eignis vom 9. Dezember 2011 standen. Demnach ist nicht zu beanstanden, dass die Be-
schwerdegegnerin ihre Versicherungsleistungen per 15. Januar 2015 eingestellt hat. Die gegen 
den betreffenden Einspracheentscheid vom 15. August 2016 erhobene Beschwerde ist deshalb 
abzuweisen. 
 
6. Abschliessend bleibt über die Kosten des Verfahrens zu befinden. 
 
6.1 Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Partei-
en kostenlos zu sein hat. Es sind demnach für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu er-
heben. 
 

 

 
 
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6.2.1 Nach Art. 45 Abs. 1 ATSG hat der Versicherungsträger die Kosten der Abklärung zu 
übernehmen, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen angeord-
net, so hat er deren Kosten dennoch zu übernehmen, wenn die Massnahmen für die Beurtei-
lung des Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil nachträglich zugesprochener Leistun-
gen bilden. Wie das Bundesgericht in BGE 137 V 210 ff. entschieden hat, sind in jenen Fällen, 
in denen zur Durchführung der vom Gericht als notwendig erachteten Beweismassnahme an 
sich eine Rückweisung in Frage käme, eine solche indessen mit Blick auf die Wahrung der Ver-
fahrensfairness entfällt, die Kosten der durch das Gericht in Auftrag gegebenen Begutachtung 
den IV-Stellen aufzuerlegen. In BGE 139 V 496 hat das Bundesgericht präzisierend Kriterien 
aufgestellt, die bei der Beurteilung der Frage, ob die Kosten eines Gerichtsgutachtens der Ver-
waltung auferlegt werden können, zu berücksichtigen sind. Es erwog, es müsse ein Zusam-
menhang bestehen zwischen dem Untersuchungsmangel seitens der Verwaltung und der Not-
wendigkeit, eine Gerichtsexpertise anzuordnen. Dies sei namentlich in folgenden Konstellatio-
nen der Fall: Wenn ein manifester Widerspruch zwischen den verschiedenen, aktenmässig be-
legten ärztlichen Auffassungen bestehe, ohne dass die Verwaltung diesen durch objektiv be-
gründete Argumente entkräftet habe; wenn die Verwaltung zur Klärung der medizinischen Si-
tuation notwendige Aspekte unbeantwortet gelassen oder wenn sie auf eine Expertise abge-
stellt habe, welche die Anforderungen an eine medizinische Beurteilungsgrundlage nicht erfülle 
(BGE 125 V 352 E. 3a). Wenn die Verwaltung dagegen den Untersuchungsgrundsatz respek-
tiert und ihre Auffassung auf objektive konvergente Grundlagen oder auf die Ergebnisse einer 
rechtsgenüglichen Expertise gestützt habe, sei die Überbindung der Kosten des erstinstanzli-
chen Gerichtsgutachtens an sie nicht gerechtfertigt, aus welchen Gründen dies auch immer 
erfolge (zum Beispiel aufgrund der Einreichung neuer Arztberichte oder eines Privatgutachtens; 
zum Ganzen: BGE 139 V 502 E. 4.4 mit Hinweisen). Diese Kriterien sind auch im Bereich der 
Unfallversicherung anwendbar (BGE 140 V 70 E. 6). 
 
6.2.2 Vorliegend ist das Kantonsgericht anlässlich seiner Urteilsberatung vom 26. Januar 
2017 zum Ergebnis gelangt, dass das Verwaltungsgutachten von Dr. C.____ vom 14. Januar 
2015 im Vergleich zu den Beurteilungen des behandelnden Arztes Dr. E.____ und des beraten-
den Arztes Dr. F.____ unüberwindbare Diskrepanzen in Bezug auf die Diagnosen und die Beur-
teilung der Unfallkausalität aufwies. Da die Verwaltung diese nicht durch objektiv begründete 
Argumente entkräften konnte und auch die übrigen vorhandenen medizinischen Akten keine 
abschliessende Beurteilung des Leistungsanspruchs der Versicherten zuliessen, beschloss es, 
den Fall auszustellen und zur Vervollständigung des relevanten medizinischen Sachverhaltes 
ein Gerichtsgutachten in Auftrag zu geben. Das in der Folge bei der asim eingeholte orthopä-
disch/traumatologische Gerichtsgutachten vom 28. Juni 2017 war mit anderen Worten für eine 
abschliessende Beurteilung des Leistungsanspruchs der Versicherten unerlässlich. Im Lichte 
der geschilderten bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind demnach die Kosten für die ge-
richtliche Begutachtung in der Höhe von insgesamt Fr. 5‘500.-- (Rechnung vom 19. Oktober 
2017) – entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin – auch dann ihr zu auferlegen, wenn 
der Gerichtsgutachter letztlich zum gleichen Ergebnis kommt wie Dr. C.____ in seinem für den 
Einspracheentscheid vom 15. August 2016 massgebenden Gutachten vom 14. Januar 2015. 
 

 

 
 
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6.3 Die ausserordentlichen Kosten sind bei diesem Ausgang des Verfahrens wettzuschla-
gen. 
 
 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Die Kosten für die gerichtliche Begutachtung in der Höhe von 
Fr. 5‘500.-- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt. 

 4. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. 
 

 
 
 
 
 
 
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