# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 92338401-1ed0-5bb8-b351-d9f52fcca3fd
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-08-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.08.2010 D-7093/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-7093-2007_2010-08-13.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-7093/2007/wif
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 3 .  A u g u s t  2 0 1 0

Richter Daniel Schmid (Vorsitz),
Richter Markus König, Richter Robert Galliker; 
Gerichtsschreiberin Iringo Hockley

A._______, geboren [...], Syrien,
vertreten durch lic. iur. Johann Burri, Rechtsanwalt,
Beschwerdeführer

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM
vom 14. September 2007 / N [...]

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-7093/2007

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest:

A.
Der  Beschwerdeführer  – ein  syrischer  Staatsangehöriger  kurdischer 
Ethnie aus dem Arfin-Gebiet mit letztem Wohnsitz in X._______ – ver-
liess seinen Heimatstaat eigenen Angaben zufolge am 5. Juni 2005 in 
Richtung  Türkei.  Am 1.  Juli  2005  gelangte  er  über  ihm unbekannte 
Länder unbemerkt  in  die Schweiz,  wo er  am 4. Juli  2005 beim Em-
pfangszentrum Kreuzlingen um Asyl nachsuchte.

B.
Zur  Begründung seines Asylgesuches machte der Beschwerdeführer 
anlässlich der Kurzbefragung vom 11. Juli 2005 und der direkten An-
hörung durch das BFM vom 15. Juli 2005 im Wesentlichen geltend, er 
habe sich am 2. Juni 2005 einer Demonstration spontan angeschlos-
sen, die am [...]geschäft im Zentrum von X._______, wo er gearbei tet 
habe, vorbeizogen sei. Die Kundgebung habe zum Gedenken an den 
kurz vorher in Gewahrsam der syrischen Behörden umgebrachten kur-
dischen  Scheich  Maschuk  Al  Khznawi stattgefunden.  Dementspre-
chend habe sich der Aufmarsch gegen das syrische Regime gerichtet, 
so  dass er  –  wie  zahlreiche andere Protestierende auch –  syrische 
Fahnen  verbrannt  habe.  Schliesslich  sei  die  Demonstration  von  in 
grosser Anzahl anwesenden Polizisten mit Gewalt aufgelöst worden.

Aus  Angst  von  einem der  vielen  arabischstämmigen  Anwohnern  im 
Zentrum von X._______ verraten zu werden, sei er unmittelbar nach 
der  Demonstration  nicht  mehr  an seinen Arbeitsplatz  zurückgekehrt. 
Vielmehr habe er sich zu einem seiner Brüder in ein anderes Quartier 
X._______ begeben. Dort  habe ihm gegen Abend ein Arbeitskollege 
ausgerichtet, dass er im [...]geschäft von den syrischen Sicherheitsbe-
hörden bereits gesucht worden sei. Nachdem er am 3. Juni 2005 von 
einem anderen Bruder gewarnt worden sei, dass auch in seinem Hei-
matdorf  nach ihm gesucht  worden sei,  habe er  sich gleichentags in 
ebendieses  Dorf  begeben,  bevor  er  Syrien  am darauffolgenden  Tag 
beziehungsweise am 5. Juni 2005 mit Hilfe eines Schleppers in Rich-
tung Türkei verlassen habe.

C.
Mit am 18. September 2007 eröffneter Verfügung vom 14. September 
2007 lehnte das BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab und 
ordnete  dessen  Wegweisung aus  der  Schweiz  sowie  den  Wegwei-

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sungsvollzug an. Zur Begründung führte es aus, seine Vorbringen sei-
en nicht glaubhaft im Sinne von Art. 7 des Asylgesetzes vom 26. Ju-
ni 1998 [AsylG, SR 142.31]. Ausserdem sei der Vollzug der  Wegwei-
sung als zulässig, zumutbar und möglich zu erachten. Auf die detail-
lierte Begründung wird  – soweit  entscheidwesentlich  – in  den Erwä-
gungen eingegangen.

D.
Mit  Eingabe  vom  20.  September  2007  reichte  der  neu  bestellte 
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers eine Vollmacht zu den Akten 
und ersuchte das BFM um Akteneinsicht. Diese wurde ihm mit Schrei-
ben vom 26. September 2007 gewährt.

E.
Am  18.  Oktober  2007  erhob  der  Beschwerdeführer  durch  seinen 
Rechtsvertreter Beschwerde gegen die vorinstanzliche Verfügung und 
beantragte deren Aufhebung,  die Anerkennung der  Flüchtlingseigen-
schaft und die Gewährung von Asyl. Eventualiter sei der Beschwerde-
führer  wegen  Unzumutbarkeit  der  Wegweisung  vorläufig  in  der 
Schweiz  aufzunehmen.  In  formeller  Hinsicht  wurde  die  Feststellung 
der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde beantragt. Auf die Be-
gründung wird – soweit entscheidwesentlich – in den Erwägungen ein-
gegangen. 

Im Rahmen der Beschwerdeeingabe wurden unter anderem folgende 
Dokumente ins Recht gelegt: 
• eine Erklärung von Dr. H. B. vom 3. Juni 2005 betreffend die Ermor-

dung von Scheich Maschuk Al Khznawi
• ein Internetbericht der Gesellschaft für bedrohte Völker vom 2. Juni 

2005 betreffend die Verschleppung und Ermordung des Scheiches 
Maschuk Al  Khznawi  sowie vom 8. Februar  2006  betreffend einer 
angekündigten Kurdendemonstration für  die Freilassung politischer 
Gefangener

• ein Internetbericht der Webseite www.efrin.net vom 5. Juni 2005 be-
treffend gewaltsamer Auflösung eines Kurdenprotestes 

• ein Blogpost von C. S. vom 16. August 2005 betreffend die Festnah-
me von 35 Kurden nach Unruhen in X._______

• 3 Fotos des Beschwerdeführers
• die  Jahresberichte  2005  und  2007  von  Amnesty  International 

Deutschland betreffend Syrien

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• eine "Urgent Action" von Amnesty International Deutschland betref-
fend Haft zweier syrischer Kurden vom 18. Januar 2007

• Ein Artikel  der Luzerner Zeitung vom 18. Oktober 2007 betreffend 
Irak-Offensive der Türkei.

F.
Mit  Zwischenverfügung vom 25. Oktober 2007 verzichtete der zustän-
dige Instruktionsrichter  angesichts  des Bestehens eines Sicherheits-
kontos (vgl. Art. 86 AsylG in der Version vor dem 1. Januar 2008) auf 
das Erheben eines Kostenvorschusses und stellte fest, dass der Be-
schwerde aufschiebende Wirkung zukomme.

G.
In ihrer  Vernehmlassung vom 2. November 2007 hielt  die Vorinstanz 
vollumfänglich  an ihren Erwägungen fest  und beantragte  die  Abwei-
sung der  Beschwerde. Auf die dabei  gemachten Ausführungen wird, 
soweit für den Entscheid wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

H.
Mit  innert  erstreckter  Frist  erfolgter  Replik  vom 10.  Dezember  2007 
hielt  der Beschwerdeführer vollumfänglich an seinen Beschwerdevor-
bringen fest. Auf die betreffenden Vorbringen wird – soweit entscheid-
wesentlich – in den Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt 
nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher für die Beurteilung 
der vorliegenden Beschwerde zuständig und entscheidet auf dem Ge-

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biet des Asyls endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bun-
desgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG sowie 
Art. 6 und Art. 105 AsylG).

1.3 Die  Beschwerde  ist  frist-  und  formgerecht  eingereicht  (Art.  108 
Abs. 1 AsylG, Art. 52 VwVG). Der Beschwerdeführer ist durch die an-
gefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges 
Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung; er ist da-
her zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art.  48 Abs. 1 VwVG). 
Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht können die Verlet-
zung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung 
des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt 
werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
3.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zu letzt 
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei -
ner  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Frei-
heit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck 
bewirken (Art. 3 AsylG).

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen oder zumindest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit  für  gegeben hält. Unglaubhaft  sind insbesondere Vorbringen, 
die in  wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich wider-
sprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich 
auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 
AsylG).

Glaubhaftmachung im Sinne des Art.  7  Abs. 2 AsylG bedeutet  – im 

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Gegensatz  zum  strikten  Beweis  – ein  reduziertes  Beweismass  und 
lässt durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vor-
bringen des Beschwerdeführers. Entscheidend ist, ob die Gründe, die 
für die Richtigkeit der geschilderten Sachverhaltsdarstellung sprechen, 
überwiegen oder nicht (so die ständige Praxis der damaligen Schwei-
zerischen  Asylrekurskommission  [ARK],  welche  für  die  Rechtspre-
chung  des  Bundesverwaltungsgerichts  einen  nach  wie  vor  gültigen 
Massstab  bildet;  vgl.  etwa  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  1996  Nr. 27 
E. 3c/aa). Dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen. Eine 
wesentliche  Voraussetzung  für  die  Glaubhaftmachung  eines  Verfol-
gungsschicksals ist eine die eigenen Erlebnisse betreffende, substan-
ziierte,  im Wesentlichen widerspruchsfreie  und konkrete  Schilderung 
der dargelegten Vorkommnisse. Die wahrheitsgemässe Schilderung ei-
ner tatsächlich erlittenen Verfolgung ist gekennzeichnet durch Korrekt-
heit, Originalität, hinreichende Präzision und innere Übereinstimmung. 
Unglaubhaft wird eine Schilderung von Erlebnissen insbesondere bei 
wechselnden, widersprüchlichen, gesteigerten oder nachgeschobenen 
Vorbringen. Bei der Beurteilung der Glaubhaftmachung geht es um ei-
ne Gesamtbeurteilung aller Elemente (Übereinstimmung bezüglich des 
wesentlichen Sachverhaltes, Substanziiertheit und Plausibilität der An-
gaben, persönliche Glaubwürdigkeit usw.), die für oder gegen den Be-
schwerdeführer sprechen. Glaubhaft ist eine Sachverhaltsdarstellung, 
wenn die positiven Elemente überwiegen. Für die Glaubhaftmachung 
reicht  es  demnach  nicht  aus,  wenn  der  Inhalt  der  Vorbringen  zwar 
möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte wesentliche und 
überwiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdarstel-
lung sprechen (EMARK 1996 Nr. 28 E. 3a).

4.
Das BFM lehnte das Asylgesuch des Beschwerdeführers mit der Be-
gründung ab, weder seine Asylvorbringen noch die von ihm geschilder-
ten Ausreiseumstände seien als glaubhaft  zu erachten. Wie sich er-
weist,  ist  die  Vorinstanz  im  Ergebnis  zutreffenderweise  zu  diesem 
Schluss gelangt. 

4.1 Als  überaus  fraglich  erachtet  das  Bundesamt  zunächst,  ob  es 
überhaupt  möglich  gewesen  wäre,  im  Juni  2005  im  Zentrum  von 
X._______  eine  illegale  Kundgebung  mit  über  1000  Teilnehmenden 
durchzuführen,  da in  Wirklichkeit  die  syrischen Sicherheitskräfte  be-
reits die ersten Ansätze einer solchen Demonstration im Keime erstickt 

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hätten. 

Im Hinblick auf die nach Kenntnis des Bundesverwaltungsgerichts pe-
riodisch  stattfindenden  illegalen  Demonstrationen  im  Nordosten  Sy-
riens und um X._______ mit 2000 bis 3000 kurdischen Teilnehmern ist 
indessen  nicht  auszuschliessen,  dass  anfangs  Juni  2005  auch  in 
X._______ eine Demonstration stattfinden konnte. Da zudem feststeht, 
dass  als  Reaktion  auf  die  Ermordung  von  Scheich  Maschuk  Al 
Khznawi  am 1. Juni 2005 überwiegend in der kurdischen Provinz al-
Hasaka  und  namentlich  in  Qamishli  Unruhen  stattgefunden  haben 
(siehe "Syria Country Reports on Human Rights Practices" von 2005 
des U.S. Departement of State), kommt das Bundesverwaltungsgericht 
zum Schluss, dass die Glaubhaftigkeit der geltend gemachten Durch-
führung der Demonstration am 2. Juni 2005 nicht mit der von der Vor-
instanz vorgenommenen Einschätzung verneint werden, letztlich aber 
auch offen bleiben kann, da, wie nachfolgend in Erwägung 4.3 ausge-
führt, die Glaubhaftigkeit der vorgebrachten Angaben unabhängig von 
diesem Vorbringen zu verneinen ist.

4.2 Angesichts  der  damit  verbundenen  schweren  Gefährdung,  von 
den arabischstämmigen Anwohnern beobachtet und angezeigt zu wer-
den, erachtete das BFM im Weiteren die spontane Teilnahme des Be-
schwerdeführers an der Demonstration als unglaubhaft.

Diesbezüglich  kann  dem Beschwerdeführer  insoweit  Recht  gegeben 
werden, dass es seitens der Vorinstanz nicht angezeigt erscheint, die 
vorgebrachte hohe Risikobereitschaft des Beschwerdeführers zur Be-
gründung der Unglaubhaftigkeit  seiner Vorbringen heranzuziehen. So 
erscheint  es  als  realitätsfremd,  alles  was nicht  dem Verhalten  eines 
objektiv  und  rational  denkenden  und  handelnden  Durchschnittsmen-
schen entspricht,  als unglaubhaft  zu erachten. Gerade im Lichte der 
durch  die  in  Syrien  vorherrschende  Menschenrechtssituation  – ge-
kennzeichnet durch eine Kultur der Willkür, Repression und Abschre-
ckung – bei einem überwiegenden Teil der kurdischen Bevölkerung ge-
genüber  dem syrischen Staat  hervorgerufenen Emotionen,  erscheint 
ein irrationaler Entschluss, wie der vom Beschwerdeführer vorgebrach-
te, als zumindest denkbar. Insbesondere in einer Situation, dominiert 
von  einer  wohl  aufgeheizten  Stimmung  nach  Bekanntwerden  der  in 
Gewahrsam  der  syrischen  Behörden  begangenen  Ermordung  des 
Scheiches Maschuk Al  Khznawi,  ist  es durchaus nicht  auszuschlies-
sen, dass sich der junge und alleinstehende Beschwerdeführer, entge-

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gen der guten Raison, für eine riskante Demonstrationsteilnahme ent-
schlossen haben könnte  – genau wie auch die jeweils 2000 bis 3000 
Demonstrationsteilnehmer, die sich in Syrien an periodisch statt finden-
den Kundgebungen beteiligen.

Wie sich aus den nachfolgenden Erwägungen ergibt, erscheint es in-
dessen nicht als glaubhaft,  dass der Beschwerdeführer aufgrund der 
von ihm geltend gemachten Vorbringen in die genannten Vorfälle von 
asylrelevanten  Verfolgungsmassnahmen  bedroht  gewesen  sei  bezie-
hungsweise bedroht ist. 

4.3 Das BFM erkennt richtig, dass die Ausführungen des Beschwerde-
führers bezüglich seines Verhaltens nach der Demonstration als wider-
sprüchlich und damit als unglaubhaft zu bewerten sind. Dass sich der 
Beschwerdeführer  von der  einen gewissen Schutz  bietenden anony-
men Grossstadt X._______ mit über [...] Einwohnern ausgerechnet in 
sein Heimatdorf begeben haben will, obwohl er vorgängig von seinem 
Bruder erfahren habe, dass er dort bereits von den Behörden gesucht 
worden sei, erscheint in der Tat nicht nachvollziehbar. 

Auch die Erklärungsversuche des mit diesen Ungereimtheiten konfron-
tierten Beschwerdeführers vermögen nicht  zu überzeugen: Nachdem 
er ursprünglich angegeben hatte, sich in seinem Elternhaus aufgehal-
ten zu haben (A1/6) und lediglich nach der Überschreitung der Grenze 
in die Türkei bei seiner Grosstante geblieben zu sein (A1/7), führte er  
im Rahmen der direkten Bundesanhörung darauf angesprochen hinge-
gen aus, in Wahrheit habe er sich nicht bei seinen Eltern, sondern in 
einem alten, seiner Tante väterlicherseits gehörenden und unbewohn-
ten Haus ausserhalb seines Heimatdorfes aufgehalten (A8/7). In  der 
Beschwerdeschrift auf Seite 4 heisst es dagegen, der Beschwerdefüh-
rer habe sich zu seinen Eltern abgesetzt,  auf Seite 8 schliesslich ist  
davon die Rede, er habe sich  bei  einer Tante ausserhalb des Dorfes 
aufgehalten. Dies steht  nicht  nur  im Widerspruch zur ursprünglichen 
Version,  wonach  er  zurück  zu seinen Eltern  gegangen  sei,  sondern 
auch zur Version, dass er sich in einem unbewohnten Haus aufgehal-
ten habe, das lediglich seiner Tante gehöre.

Im  Weiteren  vermag  die  Darstellung  in  der  Beschwerdeschrift  auf 
Seite 8  nicht  zu  überzeugen,  wonach  sich  der  Beschwerdeführer  in 
sein  Heimatort  abgesetzt  habe,  zumal  er  davon  ausgehen  musste, 
dass die Sicherheitsbehörden in X._______, wo die Kundgebung statt -

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fand, nach den Demonstranten suchen würden. Wäre der Beschwerde-
führer tatsächlich von den syrischen Sicherheitskräften gesucht  wor-
den, wäre er – da man, wie er selber sagt, mit allem Möglichen rech-
nen müsse (A8/6) – vielmehr davon ausgegangen, dass sein Eltern-
haus  unter  Beobachtung  stand,  beziehungsweise  dass  dort  erneut 
nach ihm gesucht werde. Dies umso mehr, als er in seinem Heimat-
dorf, und nicht in X._______ registriert gewesen sei (A8/6).

Ferner  verstrickt  sich  der  Beschwerdeführer  mit  seiner  in  der  Be-
schwerdeschrift  geschilderten  Darstellung  betreffend  den  Zeitpunkt 
seines Entschlusses aus Syrien zu fliehen in Unvereinbarkeiten: Einer-
seits  führt  er  aus,  ihm habe sich eine bessere Möglichkeit  geboten, 
seine Flucht aus seinem Heimatdorf aus weiter fortzusetzen, als von 
X._______ aus (Seite 8). Andererseits habe er sich – erst nachdem er 
sich zu seinen Eltern in die Afrin-Region abgesetzt und nachdem er 
dort  von einem Bruder erfahren habe, dass auch dort  nach ihm ge-
sucht werde – zur Flucht entschlossen (Seite 4).

Diese letztgenannte Behauptung steht darüber hinaus in einem wei te-
ren frappanten Widerspruch zu seinen ursprünglichen Vorbringen, wo-
nach er  nicht  erst  im Heimatdorf,  sondern bereits  in  X._______ von 
seinem Bruder  – der aus dem Dorf zu ihm gekommen sei  – erfahren 
habe, dass auch bei seinen Eltern nach ihm gesucht worden sei. Erst 
daraufhin  sei  er  mit  seinem  Bruder  ins  Dorf  gegangen  (A1/6,  A8/4 
und 5).

Im Lichte des soeben Gesagten erscheint die ohnehin eher pauschal 
und  unsubstanziiert  vorgebrachte  Teilnahme  an  der  Demonstration 
und die damit geltend gemachte asylrelevante Verfolgung letztendlich 
ebenfalls als höchst zweifelhaft.

4.4 Schliesslich ist der vorinstanzlichen Verfügung, wonach die Ausrei-
seumstände  als  unglaubhaft  zu  erachten  sind,  vollumfänglich  zuzu-
stimmen. Das  BFM hielt  fest,  es  erscheine  angesichts  der  üblichen 
wirtschaftlichen Verhältnisse in einem syrischen Dorf als überaus un-
wahrscheinlich,  dass  es  dem  Beschwerdeführer  innert  höchstens 
zweier Tage gelungen sei, einen Schlepper ausfindig zu machen, das 
nötige Bargeld von umgerechnet US-Dollar 5'000.– für dessen Bezah-
lung aufzubringen und von diesem umgehend auf  riskantem Weg in 
die Türkei verbracht worden zu sein. 

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Im Hinblick darauf, dass die Eltern des Beschwerdeführers für den Un-
terhalt  von insgesamt  12 Kindern  aufgekommen sind und dass sich 
das Bruttonationaleinkommen in Syrien beispielsweise im Jahr  2006 
auf US-Dollar 1560.– je Einwohner belief, erscheint es in der Tat als 
höchst zweifelhaft,  dass es dem Beschwerdeführer – selbst mit  Hilfe 
seiner Familie – gelungen sein soll, innert einer so kurzen Frist einen 
derart hohen Barbetrag von mehr als 3 durchschnittlichen Jahresein-
kommen zu beschaffen. Die lapidare Behauptung des Beschwerdefüh-
rers,  das Bargeld von Zuhause zu haben, da die Familie eben viele 
Olivenbäume habe, vermag an dieser Einschätzung nichts zu ändern.

4.5 In  Würdigung  der  gesamten  Aspekte  ergibt  sich  zusammenfas-
send,  dass wesentliche Umstände gegen die vorgebrachte  Sachver-
haltsdarstellung sprechen, womit die Vorbringen des Beschwerdefüh-
rers zu seinen Fluchtgründen nicht glaubhaft sind. Insbesondere man-
gelt es an der Plausibilität der Angaben. Folglich hat das Bundesamt 
das Asylgesuch zu Recht abgelehnt.

5.
In einem nächsten Schritt ist auf die subjektiven Nachfluchtgründe ein-
zugehen, welche der Beschwerdeführer geltend macht, indem er vor-
bringt, sich in der Schweiz exilpolitisch betätigt zu haben. Insbesonde-
re macht er geltend, als Sympathisant der Yekiti-Partei sich regelmäs-
sig an Versammlungen und Treffen zu beteiligen sowie im Juni 2006 
und im Januar 2007 an jeweils einer Demonstration in Bern teilgenom-
men zu haben. Im Weiteren müsse davon ausgegangen werden, dass 
über  die  durchgeführten Kundgebungen Fotos erstellt  worden seien, 
die  in  den  Besitz  der  syrischen  Sicherheitsbehörden  gelangt  sein 
könnten. Somit müsse der Beschwerdeführer bei seiner Rückkehr da-
von ausgehen,  dass er  mit  der  Teilnahme an den antisyrischen De-
monstrationen konfrontiert würde und er deshalb als Staatsfeind inhaf-
tiert werden dürfte. 

5.1 Subjektive  Nachfluchtgründe sind dann anzunehmen,  wenn eine 
asylsuchende Person erst durch die Flucht aus dem Heimat- oder Her-
kunftsstaat oder wegen ihres Verhaltens nach der Ausreise eine Verfol-
gung im Sinne von Art. 3 AsylG zu befürchten hat. Personen mit sub-
jektiven Nachfluchtgründen erhalten zwar kein Asyl, werden jedoch als 
Flüchtlinge vorläufig aufgenommen (Art. 54 AsylG; vgl. BVGE 2009/28 
E. 7.1 S. 352, EMARK 2000 Nr. 16, Erw. 5a, mit weiteren Hinweisen).

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5.2 Gemäss  Erkenntnissen  des  Bundesverwaltungsgerichts  trifft  es 
zwar zu, dass sich die syrischen Behörden für die exilpolitischen Akti -
vitäten ihrer Staatsangehörigen interessieren. Es ist jedoch davon aus-
zugehen,  dass  sich  die  syrischen  Geheimdienste  auf  die  Erfassung 
von Personen konzentrieren, die über niedrigprofilierte Erscheinungs-
formen  exilpolitischer  Proteste  hinaus  Funktionen  wahrgenommen 
und/oder Aktivitäten entwickelt haben, welche die betreffende Person 
aus der Masse der mit dem Regime Unzufriedenen herausheben und 
als ernsthaften und potentiell  gefährlichen Regimegegner erscheinen 
lassen. Massgebend ist dabei nicht primär das Hervortreten im Sinne 
einer optischen Erkennbarkeit und Individualisierbarkeit, sondern eine 
öffentliche Exponierung,  die aufgrund der  Persönlichkeit  des Asylsu-
chenden, der Form des Auftritts und aufgrund des Inhalts der in der 
Öffentlichkeit  abgegebenen Erklärungen den Eindruck erweckt,  dass 
der Asylsuchende aus Sicht des syrischen Regimes als potentielle Be-
drohung wahrgenommen wird. 

Aus den eingereichten Beweismitteln geht einzig hervor, dass der Be-
schwerdeführer als einer unter einer grösseren Zahl von Beteiligten an 
den beiden erwähnten Demonstrationen teilnahm. Hingegen lassen die 
erwähnten Bilder keine schlüssige Beurteilung der massgeblichen Fra-
ge zu, in welcher Weise der Beschwerdeführer selbst individuell gegen 
das syrische Regime Stellung bezogen und in welchem Ausmass er 
sich folglich politisch exponiert hat, so dass effektiv davon auszugehen 
wäre, er habe als kurdischer Exil-Oppositioneller die Aufmerksamkeit 
der syrischen Behörden derart auf sich gezogen, dass er nunmehr ei-
ne Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG zu befürchten hätte. Bezeich-
nenderweise  wird  durch  den  Beschwerdeführer  allerdings  auch  gar 
nicht geltend gemacht, er habe sich durch eigene individuelle Bei träge 
in  erkennbarer  Weise  als  Gegner  des  syrischen  Regimes  profi liert. 
Auch wenn davon ausgegangen werden muss, dass die syrischen Ge-
heimdienste die exilpolitischen Aktivitäten im Ausland beobachten, so 
ist mangels erkennbarer spezifischer Beiträge des Beschwerdeführers 
gleichwohl nicht anzunehmen, dass er zur Kategorie jener exponierten 
Aktivisten gehört, auf die sich tatsächlich die konkrete Aufmerksamkeit 
der syrischen Behörden richtet. 

Es  liegen  somit  keine  ausreichenden  Anhaltspunkte  dafür  vor,  dass 
der  Beschwerdeführer  aufgrund  seiner  Beteiligung  an  exilpolitischen 
Aktivitäten  in  seinem  Heimatland  Syrien  einer  spezifischen  Gefähr-
dung im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt sein könnte. 

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6.
6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die  Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein-
heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

6.2 Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine ausländerrechtli-
che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung ei -
ner  solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht  angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; vgl. auch EMARK 2001 Nr. 21).

7.  
Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 
nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis 
nach den gesetzlichen Bestimmungen über  die vorläufige  Aufnahme 
von Ausländern  (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesge-
setzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Auslän-
der [AuG, SR 142.20]).

7.1
7.1.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtun-
gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän-
ders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenste-
hen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur 
Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben 
oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet 
ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land ge -
zwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 
des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flücht-
linge  [FK,  SR 0.142.30]).  Gemäss  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfas-
sung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, 
SR 101), Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen 
Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Be-
handlung  oder  Strafe  (FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der 
Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte 
und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder 
unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterwor-
fen werden.

7.1.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwer-

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deführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung 
nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  kann  das  in  Art. 5  AsylG 
verankerte  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen  Non-Refoulements  im 
vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr  des 
Beschwerdeführers in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt 
von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann ergeben sich – selbst unter Berücksichtigung seiner Zugehö-
rigkeit zur kurdischen Minderheit –  weder aus den Aussagen des Be-
schwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für 
den Fall einer Ausschaffung nach Syrien dort  mit beachtlicher Wahr-
scheinlichkeit  einer  nach  Art.  3  EMRK  oder  Art.  1  FoK  verbotenen 
Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäi-
schen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des 
UN-Anti-Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  kon-
krete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm 
im Fall  einer  Rückschiebung Folter  oder  unmenschliche Behandlung 
drohen würde (vgl. EMARK 2001 Nr. 16 S. 122, mit weiteren Hinwei-
sen;  EGMR,  Bensaid  gegen  Grossbritannien,  Urteil  vom 6.  Februar 
2001, Recueil des arrêts et décisions 2001-I, S. 327 ff.). 

Dem  Beschwerdeführer  ist  es  aufgrund  seiner  überwiegend  wider-
sprüchlichen Vorbringen nicht  gelungen,  eine entsprechend konkrete 
Gefahr im Falle einer Rückschiebung nach Syrien glaubhaft  darzule-
gen. Aufgrund der Tatsache, dass die Umstände der illegalen Ausreise 
aus  Syrien  unglaubhaft  sind,  ist  davon  auszugehen,  dass  der  Be-
schwerdeführer Syrien legal verlassen haben dürfte.

Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in Syrien lässt den Weg-
weisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig  erschei-
nen. Nach dem Gesagten ist  der Vollzug der Wegweisung sowohl im 
Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

7.2
7.2.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art.  83 
Abs. 7  AuG –  die  vorläufige  Aufnahme zu  gewähren  (vgl.  Botschaft 

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zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 
8. März 2002, BBl 2002 3818).

7.2.2 Die allgemeine Lage in Syrien ist  weder von Bürgerkrieg noch 
von allgemeiner Gewalt gekennzeichnet, so dass der Vollzug der Weg-
weisung dorthin grundsätzlich zumutbar erscheint. Es bestehen ferner 
auch sonst keine Anhaltspunkte, die darauf schliessen liessen, der Be-
schwerdeführer  sei  bei  einer  Rückkehr  nach  Syrien  einer  konkreten 
Gefährdung  im Sinne  von  Art. 83  Abs. 4  AuG ausgesetzt:  Beim Be-
schwerdeführer handelt es sich um einen jungen und soweit aktenkun-
dig gesunden Mann ohne familiäre Verpflichtungen, der nach eigenen 
Angaben  Berufserfahrung  als  [...]  wie  auch  Arbeitserfahrung  in  der 
Landwirtschaft hat und dessen Familie eigenes Land besitzt. Demnach 
ist davon auszugehen, dass ihm möglich sein wird, sich in Syrien wie -
der eine wirtschaftliche Existenz aufzubauen. Überdies besitzt der Be-
schwerdeführer  in seinem  Heimatland  ein  ausgedehntes  familiäres 
Netz (Eltern und insgesamt elf Geschwister, wobei alle sechs Brüder 
volljährig sind), so dass er bei der Reintegration in seinem Heimatstaat 
mit der Unterstützung eines dichten verwandtschaftlichen Netzes rech-
nen kann. 

In Würdigung sämtlicher Aspekte gelangt  das Bundesverwaltungsge-
richt  demnach  zum Schluss,  dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des 
Beschwerdeführers als zumutbar zu erachten ist.

7.3 Schliesslich  ist  festzustellen,  dass  der  Vollzug  der  Wegweisung 
mangels aktenkundiger objektiver Hindernisse auch möglich im Sinne 
von Art. 83 Abs. 2 AuG ist.

7.4 Insgesamt ist der durch die Vorinstanz verfügte Vollzug der Weg-
weisung zu bestätigen. Die Vorinstanz hat diesen zu Recht als zuläs-
sig, zumutbar und möglich bezeichnet. Nach dem Gesagten fällt eine 
Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 
AuG).

8.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-
schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

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9.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dessen Kosten von insge-
samt Fr. 600.– (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über 
die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 
[VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 
Abs. 1 und 5 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.– werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den  Rechtsvertreter  des  Beschwerdeführers  (Einschreiben;  Beila-
gen: Verfügung vom 14. September 2007 im Original, Einzahlungs-
schein)

- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt,  mit  den  Akten  Ref.-Nr. N  [...]  (in 
Kopie)

- [die zuständige kantonale Behörde] (in Kopie) 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Daniel Schmid Iringo Hockley

Versand: 

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