# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d4025c43-bb37-5259-8ac9-47e13def20da
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-11-18
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 18.11.2008 ZF 2008 56
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZF-2008-56_2008-11-18.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

____________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 18. November 2008 Schriftlich mitgeteilt am: 
ZF 08 56

(Auf die gegen dieses Urteil beim Bundesgericht erhobene Beschwerde ist mit Ur-
teil vom 08. September 2009 nicht eingetreten worden).

Urteil
Zivilkammer

Vorsitz Vizepräsident Bochsler
RichterInnen Rehli, Riesen-Bienz, Hubert und Möhr
Aktuarin ad hoc Bäder Federspiel

——————

In der zivilrechtlichen Berufung

der Y . , Beklagte und Berufungsklägerin, vertreten durch A.G., wiedervertreten 
durch Rechtsanwalt Dr. iur. Thomas Schütt sowie durch Rechtsanwalt lic. iur. Mario 
A. Pfiffner, Via Stredas 4, Postfach 342, 7500 St. Moritz,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Maloja vom 27. Mai 2008, mitgeteilt am 13. Juni 2008, 
in Sachen der X . ,  Klägerin und Berufungsbeklagte, vertreten durch Andrea Morell, 
wiedervertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Stefan Metzger, Plazza da Scoula 10, 
Postfach 45, 7500 St. Moritz, gegen die Beklagte und Berufungsklägerin,

betreffend Forderung/Nichtbestehen einer Forderung,

Seite  2 — 33

hat sich ergeben:

A. Am 5. März 2002 schlossen die X. und die Y. einen Vertrag für Archi-
tekturleistungen. Darin beauftragte die Y. die X. mit dem Umbau und der Erweite-
rung des Restaurants A. in B.. Das Honorar für die X. wurde auf Fr. 600'000.-- pau-
schal festgesetzt. Nachdem die Y. die siebte Akontozahlung für das Architekturho-
norar nicht geleistet hatte, stellte die X. im Juni 2003 ihre Arbeiten ein. Am 14. Juli 
2003 betrieb die Y. die X. über einen Betrag von Fr. 2 Mio. und am 18. Juli 2003 die 
X. die Y. über einen Betrag von Fr. 184'967.35. Beide Parteien erhoben Rechtsvor-
schlag.

B. Mit Vermittlungsbegehren vom 8. August 2003 instanzierte die X. beim 
Kreispräsidenten Oberengadin eine Forderungs- bzw. Feststellungsklage gegen die 
Y.. Nach erfolglos verlaufener Sühneverhandlung vom 18. September 2003 erstellte 
der Vermittler am 26. November 2003 den folgenden Leitschein:

„Klägerisches Rechtsbegehren

1. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin CHF 184'967.35 zuzüglich 
5% Zins seit dem 5. August 2003 zu bezahlen.

2. Demzufolge sei in der Betreibung Nr. C. des Betreibungsamtes Oberen-
gadin vom 18. Juli 2003 gegen die Beklagte der Rechtsvorschlag zu 
beseitigen und der Klägerin bzw. Gläubigerin definitiv Rechtsöffnung zu 
erteilen für CHF 184'967.35 nebst 5% Zins seit dem 5. August 2003 und 
CHF 200.- Zahlungsbefehlskosten.

3. Es sei allgemein (nicht im Sinne von Art. 85a SchKG) festzustellen, dass 
die Klägerin der Beklagten in Bezug aus dem Architekturvertrag vom 5. 
März 2002 „Umbau und Erweiterung Restaurant A., Parzelle D., E., B. 
GR“ inkl. Ergänzungen nichts mehr schuldet und insbesondere keine 
Forderung der Beklagten gegenüber der Klägerin in der Höhe von CHF 
2'000'000.-, wie mit Zahlungsbefehl Nr. F. vom 14. Juli 2003 erstmals 
behauptet, bis heute aber nie substanziert wurde, zuzüglich Zins be-
steht.

Schadenersatzansprüche der Klägerin gegen die Beklagte bleiben aus-
drücklich vorbehalten.

4. Unter voller Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 7,6% MwSt. zu 
Lasten der Beklagten.

Beklagtisches Rechtsbegehren

1. Die Klage sei abzuweisen.

2. Widerklage: Die Klägerin und Widerbeklagte sei zu verpflichten, der 
Beklagten und Widerklägerin Fr. 2'000'000.00 nebst Zins von 5% seit 
10. Juli 2003 zu bezahlen.

3. Der Beklagten und Widerklägerin sei in der Betreibung Nr. F. des Be-
treibungsamtes Oberengadin für den Betrag von Fr. 2'000'000.00 nebst 
Zins von 5% seit 10. Juli 2003 die definitive Rechtsöffnung zu erteilen.

Seite  3 — 33

4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Klägerin und 
Widerbeklagten.“

Mit Prozesseingabe vom 2. Dezember 2003 prosequierte die X. den Leit-
schein mit unveränderten Rechtsbegehren an das Bezirksgericht Maloja. Die Y. 
liess in ihrer Prozessantwort vom 2. Februar 2004 die Abweisung der Klage bean-
tragen und hielt ebenfalls unverändert an ihren Widerklagebegehren fest. In ihrer 
Widerklageantwort vom 4. Mai 2004 beantragte die X. die kostenfällige Abweisung 
der Widerklage.

Die Y. reichte am 16. August 2004 eine Stellungnahme nach Art. 87 Abs. 2 
ZPO ein, der sie eine von A.G., dem wirtschaftlichen Eigentümer der Y., erstellte 
Bauabrechnung beilegte. Zu dieser Bauabrechnung reichte die X. am 18. Oktober 
2004 eine Stellungnahme (ergänzende Widerklageantwort) ein. Am 10. Dezember 
2004 verfasste die Y. eine Stellungnahme nach Art. 87 Abs. 2 ZPO betreffend die 
Widerklage.

C. Am 13. Mai 2005 erliess der Bezirksgerichtspräsident Maloja die Be-
weisverfügung. Mit Verfügung vom 24. August 2005 ordnete er zudem die in den 
Rechtsschriften von beiden Parteien beantragte Expertise an. Als Experte wurde 
dipl. Architekt HTL/STV H. bestimmt. Nachdem dieser mit Schreiben vom 8. De-
zember 2005 seinen Kostenaufwand inklusive Mehrwertsteuer und Nebenkosten 
auf Fr. 100'000.-- geschätzt hatte, forderte der Bezirksgerichtspräsident Maloja mit 
Verfügung vom 3. Januar 2006 beide Parteien auf, für die Expertise einen Kosten-
vorschuss von je Fr. 100'000.-- zu leisten. Die Y. kam dieser Aufforderung – auch 
innert der angesetzten Nachfrist – nicht nach. Aus diesem Grund verfügte der Be-
zirksgerichtspräsident am 1. März 2006, dass die Expertise nicht durchgeführt 
werde. Gegen diese Verfügung erhob die Y. mit Eingabe vom 22. März 2006 Be-
schwerde an den Bezirksgerichtsausschuss Maloja. Diese Beschwerde wurde mit 
Entscheid vom 5. April 2006 abgewiesen.

Mit Verfügung vom 17. Mai 2006 forderte der Bezirksgerichtspräsident von 
der Y. einen Kostenvorschuss von nunmehr noch Fr. 13'000.-- ein. Da die Beklagte 
auch dieser Aufforderung nicht nachkam, schrieb der Bezirksgerichtspräsident Ma-
loja ihre Widerklage mit Verfügung vom 14. Juli 2006 wegen Nichtleistung des Kos-
tenvorschusses als erledigt ab.

D. Die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Maloja fand am 14. No-
vember 2006 statt. Mit Urteil vom 14. November 2006, mitgeteilt am 6. Dezember 
2006, wies das Bezirksgericht Maloja die Klage der X. ab. Das Bezirksgericht er-

Seite  4 — 33

achtete den Honoraranspruch der Klägerin als rechtsgenüglich ausgewiesen. Es 
vertrat indes die Auffassung, dass die von der Klägerin wegen Verletzung der Auf-
klärungs- und Benachrichtigungspflicht zu vertretende Baukostenüberschreitung 
den noch offenen Honoraranspruch deutlich übersteige, und wies die Klage daher 
vollumfänglich ab. Die Verfahrenskosten wurden den Parteien je zur Hälfte auferlegt 
und die ausseramtlichen Kosten wettgeschlagen.

Mit Entscheid vom 28. Februar 2007, mitgeteilt am 1. März 2007, wies das 
Bezirksgericht Maloja das Gesuch der Y. vom 21. Dezember 2006 auf Erläuterung 
des Urteils ab.

E. Gegen das Urteil des Bezirksgerichts Maloja vom 14. November 2006 
liessen die Y. am 9. Januar 2007 und die X. am 10. Januar 2007 die Berufung an 
das Kantonsgericht von Graubünden erklären.

Mit Urteil vom 6. März 2007 (ZF 07 6/7), mitgeteilt am 20. März 2007, wies 
das Kantonsgericht die Sache zur Beweisergänzung und zur neuen Entscheidung 
an das Bezirksgericht Maloja zurück. Das Kantonsgericht war zur Erkenntnis ge-
langt, dass das Nichtleisten des Kostenvorschusses durch die Y. nichts an der Not-
wendigkeit eines Sachverständigengutachtens ändere, da dem Gericht die Fach-
kenntnis zur Feststellung und Würdigung des Tatbestands fehle. Daher müsse ein 
solches Gutachten eingeholt werden. Die Beklagte sei aber von der Beteiligung am 
Verfahren auszuschliessen, was die Expertise betreffe. Darüber hinaus habe das 
Bezirksgericht Maloja die negative Feststellungsklage der X. vollständig und nicht 
nur im Umfang des von dieser geltend gemachten Honoraranspruchs zu beurteilen.

F. Mit Verfügung vom 18. Juni 2007 ordnete der Bezirksgerichtspräsident 
Maloja in der Folge eine Expertise an und bestimmte Dipl. Ing. I., J. AG, als Exper-
ten. Am 25. Januar 2008 legte die J. AG das Gutachten vor.

G. Am 27. Mai 2008 fand die zweite Hauptverhandlung vor dem Bezirks-
gericht Maloja statt. Die Y. nahm daran nicht teil. Mit Urteil vom 27. Mai 2008, mit-
geteilt am 13. Juni 2008, erkannte das Gericht, wie folgt:

„1. Die Klage wird gutgeheissen und die Beklagte wird verpflichtet, der Klä-
gerin CHF 184'967.35, zuzüglich 5 % Verzugszins seit 5. August 2003, 
zu bezahlen.

2. Der Klägerin wird in der Betreibung Nr. C. des Betreibungsamtes Obe-
rengadin für den Betrag von CHF 184'967.35 nebst 5 % Zins seit dem 
5. August 2003 definitive Rechtsöffnung erteilt.

3. Es wird festgestellt, dass der Beklagten gegenüber der Klägerin aus 
dem Architekturvertrag vom 2. März 2002 keine Forderungen zustehen.

Seite  5 — 33

4. Die Verfahrenskosten, bestehend aus einer Gerichtsgebühr von CHF 
30'000.-, einem Streitwertzuschlag von CHF 4'000.-, Gutachterkosten 
von CHF 104'944.25 (CHF 12'946.25 + CHF 91'998.-) und Schreibge-
bühren von CHF 1'000.-, sowie die vermittleramtlichen Kosten von CHF 
220.-, werden der Beklagten auferlegt.

5. Die Beklagte wird verpflichtet, die Klägerin mit CHF 98'298.50 ausser-
amtlich zu entschädigen.

6. (Rechtsmittelbelehrung)

7. (Mitteilung)“

Das Bezirksgericht erachtete den von der Klägerin geltend gemachten Ho-
noraranspruch von Fr. 184'967.35 als ausgewiesen, nicht dagegen die Forderungs-
ansprüche der Beklagten gegenüber der Klägerin.

H. Mit Schreiben vom 26. Juni 2008 ersuchte die Y. den Bezirksgerichts-
präsidenten Maloja um Begründung der Gerichtsgebühr von Fr. 30'000.-- sowie der 
Gutachterkosten von Fr. 104'944.25. Am 1. Juli 2008, mitgeteilt am 2. Juli 2008, 
erliess der Bezirksgerichtspräsident Maloja einen Kostenentscheid, in dem er die im 
Urteil vom 27. Mai 2008 auferlegten Kosten bestätigte. Dagegen erhob die Y. mit 
Eingabe vom 4. August 2008 Beschwerde an den Kantonsgerichtsausschuss von 
Graubünden (Verfahren ZB 08 23).

I. Gegen das Urteil des Bezirksgerichts Maloja vom 27. Mai 2008 liess 
die Y. am 7. Juli 2008 die Berufung an das Kantonsgericht von Graubünden er-
klären. Sie stellt folgende Anträge:

„1. Ziff. 1 und 2 des angefochtenen Urteilsdispositivs seien aufzuheben, 
d.h. die ursprüngliche Klage sei diesbezüglich abzuweisen.

2. In Abänderung von Ziff. 3 des angefochtenen Urteilsdispositivs sei die 
Berufungsbeklagte zu verpflichten, der Berufungsklägerin CHF 
2'000'000.00 zuzüglich jährlich 5% Verzugszinsen seit dem 10. Juli 
2003 zu zahlen. Eventualiter sei festzustellen, dass die Berufungsbe-
klagte der Berufungsklägerin CHF 2'000'000.00 zuzüglich jährlich 5% 
Verzugszinsen seit dem 10. Juli 2003 schuldet.

3. In Abänderung von Ziff. 4 des angefochtenen Urteilsdispositivs seien 
die Kosten für das erstinstanzliche Verfahren der Berufungsbeklagten 
aufzuerlegen.

4. Ziff. 5 des angefochtenen Urteilsdispositivs sei aufzuheben, und es sei 
die Berufungsbeklagte zu verpflichten, der Berufungsklägerin für das 
erstinstanzliche Verfahren eine ausseramtliche Entschädigung in Höhe 
von CHF 70'316.55 inkl. Mwst zu zahlen.

5. Der Expertenbericht der J. AG vom 25. Januar 2008 sei aus dem Recht 
zu nehmen mit Ausnahme der Anlagen 4-7.

6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge auch für das Berufungsverfah-
ren zu Lasten der Berufungsbeklagten.“

Seite  6 — 33

J. Am 18. November 2008 fand die mündliche Berufungsverhandlung vor 
dem Kantonsgericht von Graubünden statt. Anwesend waren A.G., Vertreter der 
Berufungsklägerin, Rechtsanwalt lic. iur. Mario A. Pfiffner, Rechtsvertreter der Be-
rufungsklägerin, sowie Rechtsanwalt lic. iur. Stefan Metzger, Rechtsvertreter der 
Berufungsbeklagten. Einleitend verlas der Vorsitzende die Anträge der Berufung. 
Gegen die Zuständigkeit und die Zusammensetzung des Gerichts wurden keine 
Einwände erhoben, so dass sich dieses als in der Sache legitimiert erklärte. Der 
Vorsitzende räumte den Parteivertretern im Rahmen des Plädoyers zur Sache Ge-
legenheit ein, sich zum Beweisantrag der Berufungsklägerin, den Expertenbericht 
aus den Akten zu nehmen, zu äussern. In diesem Sinn konnte das Beweisverfahren, 
da keine weiteren Beweisanträge vorlagen, geschlossen werden. Im Anschluss fan-
den die Plädoyers der Parteivertreter statt. Rechtsanwalt Pfiffner bestätigte und be-
gründete in seinem Parteivortrag die Anträge gemäss der schriftlichen Berufungs-
erklärung vom 7. Juli 2008. Rechtsanwalt Metzger beantragte in seinem Plädoyer 
die kostenfällige Abweisung der Berufung und begründete seinen Antrag entspre-
chend. Rechtsanwalt Pfiffner und Rechtsanwalt Metzger gaben von ihren Vorträgen 
eine schriftliche Ausführung zu den Akten. Auf eine Replik wurde seitens von 
Rechtsanwalt Pfiffner verzichtet.

Auf die Erwägungen im angefochtenen Urteil sowie auf die Ausführungen der 
Rechtsvertreter der Parteien in den Rechtsschriften und anlässlich der Berufungs-
verhandlung wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegan-
gen.

Die Zivilkammer zieht in Erwägung :

1a. Gegen Urteile der Bezirksgerichte über vermögensrechtliche Streitig-
keiten im Betrag von über Fr. 8'000.-- kann Berufung an das Kantonsgericht ergrif-
fen werden (Art. 218 Abs. 1 ZPO in Verbindung mit Art. 19 ZPO). Im vorliegenden 
Fall ist der Berufungsstreitwert erreicht, so dass die Zuständigkeit des Kantonsge-
richts von Graubünden zur Beurteilung der Streitsache als Berufungsinstanz gege-
ben ist.

Eine Berufung ist innert der peremptorischen Frist von 20 Tagen seit der 
schriftlichen Mitteilung des Urteils zu erklären und hat die formulierten Anträge auf 
Abänderung des erstinstanzlichen Urteils und der Beiurteile sowie neue Einreden, 
soweit solche noch zulässig sind, zu enthalten (Art. 219 Abs. 1 ZPO). Die Berufung 
der Y. vom 7. Juli 2008 gegen das Urteil des Bezirksgerichts Maloja vom 27. Mai 

Seite  7 — 33

2008, mitgeteilt am 13. Juni 2008, wurde frist- und formgerecht eingereicht, so dass 
darauf grundsätzlich eingetreten werden kann.

b. In Ziffer 2 der Berufungsbegehren beantragt die Berufungsklägerin, in 
Abänderung von Ziffer 3 des angefochtenen Urteilsdispositivs sei die Berufungsbe-
klagte zu verpflichten, der Berufungsklägerin Fr. 2 Mio. zu zahlen, eventualiter sei 
festzustellen, dass die Berufungsbeklagte der Berufungsklägerin Fr. 2 Mio. schulde. 
Da die Widerklage der Berufungsklägerin auf Leistung eines Betrags von Fr. 2 Mio. 
durch die Berufungsbeklagte mit Verfügung vom 14. Juli 2006 infolge Nichtbezah-
lung des Kostenvorschusses als erledigt abgeschrieben wurde, erweist sich ihr in 
Form eines Leistungsbegehrens gestellter Berufungsantrag als unzulässig. Hinge-
gen kann das Eventualbegehren auf Feststellung einer Schuld von Fr. 2 Mio. beur-
teilt werden; die Berufungsklägerin ist denn auch beschwert, was die negative Fest-
stellungsklage der Berufungsbeklagten betrifft, da diese entgegen ihren Anträgen 
gutgeheissen wurde.

2a. Die Berufungsklägerin beantragt in Ziffer 5 ihrer Berufungsbegehren, 
der Expertenbericht der J. AG vom 25. Januar 2008 sei mit Ausnahme der Anlagen 
4-7 aus dem Recht zu nehmen. Zur Begründung ihres Antrags bringt sie im We-
sentlichen vor, der Experte sei befangen gewesen. Zudem hätten diesem alle an-
deren Fragen als jene nach den Kosten und der Realisierungsdauer eines Neubaus 
an Stelle eines Umbaus gar nicht gestellt werden dürfen. Es habe sich bei diesen 
anderen Fragen nämlich um Rechtsfragen gehandelt oder um Tatfragen, die das 
Gericht durch Aktenstudium selbst hätte beantworten können, ohne auf das Fach-
wissen eines Experten angewiesen zu sein. Viele Fragen seien ferner zu allgemein 
formuliert worden oder rechtlich nicht von Bedeutung.

b. Nachdem die Berufungsklägerin vor der Vorinstanz von der Verfah-
rensbeteiligung hinsichtlich der Expertise ausgeschlossen wurde, stellt sich die 
Frage, ob und welche Einwände ihrerseits gegen die Expertise und/oder den Ex-
perten im Berufungsverfahren überhaupt noch zulässig sind.

b/aa. Aus Sicht des Kantonsgerichts darf die Berufungsklägerin vorbringen, 
der Experte sei befangen gewesen, seine Feststellungen beruhten auf einem nicht 
ausgewiesenen Sachverhalt, die Expertenfragen seien nicht oder nicht schlüssig 
beantwortet worden, es handle sich um vom Gericht und nicht vom Experten zu 
beurteilende Rechtsfragen und das Gericht habe trotz der vorgenannten Mängel in 
diesen Punkten (allein) auf die Expertise abgestellt.

Seite  8 — 33

b/bb. Dagegen ist der Berufungsklägerin die Rüge verwehrt, gewisse Fra-
gen seien rechtlich nicht von Bedeutung, zu allgemein formuliert oder für gewisse 
Fragen hätte es gar keinen Experten gebraucht. Andernfalls würde man ihr im Be-
rufungsverfahren die Möglichkeit zu Einwänden gegen Expertenfragen einräumen, 
die sie – wenn sie den Kostenvorschuss geleistet hätte – im vorinstanzlichen Be-
weisverfahren hätte vorbringen können.

Im Übrigen ist in diesem Zusammenhang anzumerken, dass über die Zulas-
sung von Expertenfragen der Instruktionsrichter entscheidet. Im Zeitpunkt der Ex-
perteninstruktion ist nicht immer klar, ob alle von einer Partei gestellten Fragen wirk-
lich rechtsrelevant sind oder nicht, insbesondere bei einem umfangreichen Prozess 
bzw. umfangreichen Prozessakten. Dem Entscheid des Instruktionsrichters kann 
daher nur eine summarische Prüfung des Prozessstoffs zu Grunde liegen. Stellt 
sich alsdann bei der Urteilsberatung heraus, dass die eine oder andere Frage „über-
flüssig“ war, bedeutet dies nicht, dass sie gar nicht hätte gestellt werden dürfen. Da 
es sich bei den vorliegend vom Instruktionsrichter zugelassenen Expertenfragen 
nicht zum Vornherein um völlig unnötige Weiterungen handelt, ist dementsprechend 
nicht zu beanstanden, dass dem Experten sämtliche Fragen unterbreitet wurden.

Sodann ist darauf hinzuweisen, dass die Expertenfragen, welche der J. AG 
vorgelegt wurden, mit denjenigen identisch waren, die dem ursprünglich eingesetz-
ten Experten H. unterbreitet worden waren (vgl. Pli Expertisen [110-03-37] act. 13, 
Pli Expertisen [110-07-16] act. 2). Im ersten Expertiseverfahren hatte die Berufungs-
klägerin keinerlei Einwände gegen das Expertenfragethema erhoben, obwohl ihr 
dies zu jenem Zeitpunkt noch möglich gewesen wäre, wurde sie doch erst später – 
mangels Zahlung des Expertenvorschusses – vom Expertenverfahren ausgeschlos-
sen. Die Berufungsklägerin verhält sich daher widersprüchlich, wenn sie heute Ein-
wände gegen die Expertenfragen erhebt. Der Einwand der Berufungsklägerin, alle 
Fragen ausser jene nach den Kosten eines Neubaus an Stelle eines Umbaus sowie 
nach der Realisierungsdauer eines Neubaus hätten dem Experten gar nicht gestellt 
werden dürfen, erscheint aber auch insofern widersprüchlich, als auch die Beru-
fungsklägerin selbst ursprünglich weit mehr als die beiden erwähnten Fragen geklärt 
haben wollte. So ist ihrem Expertenfragethema zu entnehmen, dass sie unter an-
derem eine umfassende Prüfung der Honorarnote bzw. der Leistungen des Archi-
tekten, eine Schadensberechnung für die Bauherrschaft sowie eine Beurteilung der 
Ausführung des Küchenbodens und der Sickerleitung anstrebte.

c/aa. Wie in Erwägung 2a ausgeführt, macht die Berufungsklägerin geltend, 
der Experte sei nicht neutral gewesen. Dieser habe seinen Bericht unter anderem 

Seite  9 — 33

auf vier Besprechungen und auf diverse Telefonate mit K., Geschäftsführer der X., 
aufgebaut. Es sehe daher ganz danach aus, dass sich der Experte mit Herrn K. 
zusammengesetzt habe, um den Sachverhalt aufzuarbeiten. Dass bei einseitiger 
Beeinflussung kein neutraler Bericht resultieren könne, ergebe sich aus der allge-
meinen Lebenserfahrung.

c/bb. Grundsätzlich ist nicht zu beanstanden, dass sich ein Experte zwecks 
Klärung des Sachverhalts mit den Parteien zusammensetzt. Da die Berufungsklä-
gerin vorliegend mangels Leistung des entsprechenden Kostenvorschusses von der 
Teilnahme am Beweisverfahren ausgeschlossen war, ergab sich für den Experten 
zwangsläufig, dass er nur mit einer Partei, nämlich der X., in Kontakt treten konnte. 
Da die Y. den Ausschluss vom Beweisverfahren selbst verschuldet hat, kann sie 
sich im Übrigen auch nicht auf eine Verletzung des rechtlichen Gehörs berufen. 
Jedenfalls liegt durch die einseitige Kontaktaufnahme allein noch keineswegs eine 
Befangenheit vor. Davon könnte allenfalls die Rede sein, wenn der Experte die Dar-
legungen der entsprechenden Partei ohne nähere Prüfung als gegeben übernom-
men hätte. Wie dem Gutachten vom 25. Januar 2008 zu entnehmen ist, setzte sich 
der Experte indes umfassend mit dem Prozessstoff auseinander. Auch aus der all-
gemeinen Lebenserfahrung ergibt sich keineswegs zwingend, dass bei Gesprächen 
mit einer Partei einseitige Beeinflussungen erfolgen mit dem Ergebnis, dass kein 
neutraler Bericht resultieren kann. Unter dem Gesichtspunkt Befangenheit besteht 
daher kein Anlass, die Expertise aus dem Recht zu nehmen.

d. Was die Rügen der Berufungsklägerin im Hinblick auf die inhaltliche 
Beantwortung der Expertenfragen betrifft, so wird darauf nachfolgend, bei den je-
weiligen vom Gericht zu beurteilenden Tat- und Rechtsfragen eingegangen. Es sei 
jedoch bereits vorweggenommen, dass für das Kantonsgericht auch diesbezüglich 
kein Grund ersichtlich ist, weshalb die Expertise aus dem Recht genommen werden 
sollte. Geprüft zu werden brauchen im Übrigen nur die Einwände zu denjenigen 
Feststellungen des Experten, auf die sich die Vorinstanz im angefochtenen Urteil 
abgestützt hat bzw. auf die sich das Kantonsgericht vorliegend stützt. Sofern die 
Expertenfragen für die Beurteilung des vorliegenden Falles nicht relevant sind, 
muss sich das Kantonsgericht damit auch nicht näher auseinandersetzen.

3a. Bei der Forderung der X. (im Folgenden: X.) auf Bezahlung eines Be-
trags von Fr. 184'967.35 durch die Y. (im Folgenden: Y.) handelt es sich um eine 
Honorarforderung aus dem Architekturvertrag vom 5. März 2002. Sie setzt sich zu-
sammen aus der siebten Akontozahlung von Fr. 86'080.--, dem Resthonorar von Fr. 

Seite  10 — 33

37'720.--, der Entschädigung für Mehrarbeiten von insgesamt Fr. 59'018.60 sowie 
den Nebenkosten von Fr. 2'148.75.

b. Bestimmen die Parteien die Geldsumme der dem Architekten für alle 
seine Leistungen zu zahlenden Vergütung zum Voraus genau, ohne Rücksicht dar-
auf, wieviel sein Arbeitsaufwand bei der Ausführung wirklich betragen wird, liegt die 
Vereinbarung eines Pauschalhonorars vor. Pauschaliert ist dabei nur die Ver-
gütung, nicht aber die Gegenleistung, welche der Architekt dafür zu erbringen hat. 
Muss der Architekt gegenüber dem abgeschlossenen Vertrag andere Leistungen, 
zusätzliche oder weniger Leistungen oder dieselben Leistungen, aber unter verän-
derten Ausführungsvoraussetzungen, erbringen, liegt eine Änderung des Vertrages 
vor, die eine Erhöhung bzw. Verminderung des Honorars nach sich zieht. Dabei ist 
das ursprüngliche Leistungs-/Vergütungsverhältnis beizubehalten (Anton Egli, Das 
Architektenhonorar, in: Gauch/Tercier [Hrsg.], Das Architektenrecht, 3. A., Freiburg 
1995, Rz. 897 ff., Rz. 1076 ff.).

Die Pflicht des Bauherrn zur Bezahlung der Vergütung (Honorar und Ersatz 
der Nebenkosten) an den Architekten setzt voraus, dass dieser nicht nur die Auf-
tragserfüllung beweist, sondern auch den Beweis der richtigen Erfüllung erbringt 
(Rainer Schuhmacher, Die Haftung des Architekten aus Vertrag, in: Gauch/Tercier 
[Hrsg.], Das Architektenrecht, 3. A., Freiburg 1995, Rz. 601).

c/aa. Im Architekturvertrag vom 5. März 2002 (KB 4) vereinbarten die Par-
teien ein Pauschalhonorar von Fr. 600'000.--. Der Vertrag umfasste Grundleistun-
gen von insgesamt 91 %. Mit Schreiben vom 19. Juni 2003 (KB 8) teilte der Rechts-
vertreter der X. der Y. mit, dass die X. sämtliche Dienstleistungen und Arbeiten am 
Umbau des Restaurants A. und andere Tätigkeiten für die Y. per sofort einstelle, 
nachdem jene die am 5. Februar 2003 ausgestellte Rechnung für die siebte Akon-
tozahlung über insgesamt Fr. 86'080.-- (KB 7) nicht bezahlt habe. Gleichzeitig stellte 
die X. das Resthonorar von Fr. 57'320.-- in Rechnung. In ihrem Schreiben vom 10. 
Juli 2003 (KB 16) reduzierte die X. die Resthonorarforderung von Fr. 57'320.-- auf 
Fr. 37'720.--. Den Betrag von Fr. 19'600.-- zog sie deshalb vom Gesamthonorar ab, 
weil sie infolge der Arbeitseinstellung nur 88.5 % statt wie vereinbart 91 % der 
Grundleistungen als erbracht erachtete. An Stelle der vereinbarten Summe von Fr. 
600'000.-- verlangt die X. somit ein Honorar von Fr. 580'400.--. Bis und mit der 
sechsten Akontozahlung hatte die Berufungsklägerin, was unbestritten blieb, einen 
Betrag von Fr. 456'600.-- geleistet, so dass hinsichtlich des pauschal festgesetzten 
Architektenhonorars der Restbetrag von Fr. 123'800.-- in Frage steht (7. Akonto-
zahlung Fr. 86'080.--, Resthonorarforderung Fr. 37'720.--).

Seite  11 — 33

c/bb. Die Y. bestreitet vorliegend, dass die X. sämtliche vertraglichen Leis-
tungen erbracht hat. Der beigezogene Experte stellte allerdings fest, dass die Ho-
norarrechnungen der X. zutreffend sind und von ihr keine nicht geleisteten Arbeiten 
in Rechnung gestellt wurden (vgl. dazu die Expertenfragen 1 und 11 bzw. deren 
Beantwortung in Anlage 19 der Expertise). Entgegen der Ansicht der Berufungsklä-
gerin dreht sich diese Begründung des Experten nicht im Kreis, ist doch die Inter-
pretation der Y., der Experte habe aus der Verrechnung der Arbeiten darauf ge-
schlossen, dass diese auch geleistet wurden, nicht haltbar. Aus dem Gutachten 
geht vielmehr hervor, dass der Experte die Abrechnung der Architekturleistungen 
nachgeprüft und festgestellt hat, dass keine Arbeiten in Rechnung gestellt wurden, 
die nicht auch geleistet wurden. Nach Auffassung des Experten sind zudem die 
nicht vollständig vorgenommenen Arbeiten in der Schlussphase bei der Abrechnung 
mit einer Reduktion des Honorars um 2.5 % angemessen berücksichtigt worden.

Die X. hat ihre vertraglichen Leistungen darüber hinaus auch korrekt er-
bracht, gehen aus der Expertise doch keinerlei Pflichtverletzungen ihrerseits hervor. 
Der Experte stellte fest, dass die X. den Kostenvoranschlag sorgfältig erstellte (vgl. 
hierzu auch Erwägung 4f), wirtschaftlich und branchenüblich plante, keine unvorteil-
haften Vergaben vornahm und keine Regeln der Baukunst missachtete (vgl. hierzu 
auch Erwägung 7). Zudem fand der Gutachter keine Hinweise auf unrichtige Anwei-
sungen oder eine fehlerhafte Bauleitung (vgl. die Expertenfragen 3 bis 8 bzw. deren 
Beantwortung in Anlage 19 der Expertise).

c/cc. Unter diesen Umständen steht für das Kantonsgericht fest, dass die 
X. die vertraglichen Leistungen – mit Ausnahme des erwähnten und nicht in Rech-
nung gestellten Teils der Abschlussarbeiten – vollständig und korrekt erbracht hat, 
so dass der Honoraranspruch von Fr. 123'800.-- ausgewiesen ist.

d/aa. Am 20. Juni 2003 stellte die Berufungsbeklagte der Berufungsklägerin 
eine Abrechnung für geleistete Mehrarbeiten über insgesamt Fr. 59'018.60 inklusive 
Mehrwertsteuer zu (KB 15). Die Mehrkostenabrechnung gliedert sich in die Positio-
nen "1. Aufwände während der Einstellung der Baustelle vom 6. bis 20. August 
2002" Fr. 2'500.--, "2. Projektänderung" Fr. 5'000.--, "3. Projektänderung Planung" 
Fr. 7'650.--, "4. Mehrleistungen Bauleitung durch erfolgten Bauunterbruch" Fr. 
13'200.--, "5. Aufwände für Abrechnung ab Ende Februar 2003" Fr. 16'250.--, "6. 
Aufwände für Besprechungen betreffend Handwerkerpfandrecht" Fr. 5'250.--, "7. 
Anbau unterirdische Garage" Fr. 5'000.--. Somit führt die X. die Mehrarbeiten auf 
Projektänderungen seitens der Y., auf den Umstand, dass die mit dem Umbau be-
auftragten Unternehmen ihre Arbeiten im August 2002 zeitweise einstellten, auf eine 

Seite  12 — 33

erschwerte Abrechnung ab Ende Februar 2003 sowie auf Besprechungen betref-
fend Bauhandwerkerpfandrechte zurück.

d/bb. Wie in Erwägung 3b ausgeführt, ist bei Pauschalhonoraren lediglich 
die Vergütung pauschaliert, nicht aber die Gegenleistung, welche der Architekt zu 
erbringen hat. Vom Architekten zusätzlich erbrachte Leistungen ziehen eine Er-
höhung des Honorars nach sich. Dementsprechend wurden Abänderungen des 
Projekts in Ziffer 3.2 des Architekturvertrags denn auch als Zusatzleistungen defi-
niert. Darüber hinaus bestimmt Art. 1.15 der vorliegend anwendbaren SIA-Ordnung 
102 für Leistungen und Honorare der Architekten, dass der Architekt bei nicht vor-
ausgesehenem und nicht von ihm verursachtem längerdauerndem Unterbruch oder 
erheblicher Verzögerung der Auftragserledigung Anspruch auf Ersatz des ihm er-
wachsenen Schadens hat, falls der Auftraggeber die Verzögerung zu vertreten hat. 
Bedingt die Verzögerung bei Wiederaufnahme der Arbeiten eine Überarbeitung be-
stehender Grundlagen, sind diese zusätzlichen Leistungen gesondert zu honorie-
ren.

Nachfolgend ist somit zunächst zu prüfen, ob es sich bei den von der X. in 
Rechnung gestellten Mehrarbeiten um Zusatzleistungen infolge von Projektände-
rungen oder infolge eines nicht von ihr verursachten Bauunterbruchs handelt. Beja-
hendenfalls ist in einem zweiten Schritt der Umfang der geltend gemachten Leistun-
gen zu prüfen.

d/cc. Fest steht, dass die am Umbau der A. beteiligten Unternehmer vom 6. 
August 2008 bis am 26. August 2008, also während eines Zeitraums von rund drei 
Wochen, ihre Arbeiten ganz oder teilweise einstellten (vgl. KB 6). Aus den Akten 
und den Aussagen verschiedener Zeugen ergibt sich, dass die Verantwortung für 
diese doch erhebliche Verzögerung der Auftragserledigung bei der Berufungsklä-
gerin lag. A.G., der wirtschaftliche Eigentümer der Y., war im Sommer 2002 in fi-
nanzielle Schwierigkeiten geraten. Infolge dessen konnten Lieferanten und Hand-
werker nicht mehr vereinbarungsgemäss bezahlt werden, was zur erwähnten Nie-
derlegung der Bauarbeiten führte. So lässt sich dem Schreiben der ARGE A. vom 
2. August 2002 (KB 21) und der Aussage des Zeugen L., dessen Unternehmung als 
Mitglied der ARGE A. Baumeisterarbeiten ausführte, entnehmen, dass die Arbeiten 
infolge ausstehender Zahlungen seitens der Bauherrschaft eingestellt wurden. Dass 
finanzielle Schwierigkeiten der Y. bzw. von A.G. die Ursache für den Baustopp wa-
ren, geht auch aus der Aussage des Zeugen M., der für die Y. im Zusammenhang 
mit dem Umbau der A. tätig war, hervor, und ebenso aus den Angaben der Zeugen 
N., O., P. und B.G.. Die Aussagen der Letzteren sind zwar mit Zurückhaltung zu 

Seite  13 — 33

würdigen, da sie im Zeitpunkt der Einvernahme in gerichtliche Verfahren mit A.G. 
involviert war. Doch stimmen ihre Aussagen mit denen der übrigen Zeugen überein. 
Zudem geht aus dem Schreiben von A.G. und B.G. vom 9. August 2002 (KB 24) 
hervor, dass den Genannten durch eine verzögerte Darlehensrückzahlung die not-
wendigen Eigenmittel für die Finanzierung des Baus fehlten und sie daher auf eine 
kurzfristige Zwischenfinanzierung angewiesen waren. Diese war ihnen durch den 
Direktor der Raiffeisenbank mit Sitz in Q. für den 31. Juli 2002 angeblich mündlich 
zugesagt, dann aber offenbar nicht gewährt worden. Schliesslich kann auch der von 
der Y. selbst erstellten Bauabrechnung (BB 24) entnommen werden, dass von Mitte 
Mai 2002 bis am 21. August 2002 keinerlei Zahlungen an die Unternehmer mehr 
erfolgt waren (vgl. auch KB 6).

Die Berufungsklägerin macht geltend, die Zahlungsverspätungen der Y. 
seien lediglich zu einem kleinen Teil Ursache für den Baustopp gewesen. Eine min-
destens so wichtige Teilursache für den Baustopp habe darin gelegen, dass die X. 
die Zahlungen der Y. nicht sofort an die Handwerker weitergeleitet habe. Die Y. 
beruft sich dabei auf die Aussage der Zeugin R., die Zahlungen seien meistens mit 
grosser Verspätung weitergeleitet worden. Aus der Sicht des Kantonsgerichts er-
scheint die Begründung der Y., auch die X. sei für den Baustopp verantwortlich ge-
wesen, allerdings nachgeschoben. Zunächst ist auf das bereits erwähnte Schreiben 
vom 9. August 2002 (KB 24) von A.G. und B.G. hinzuweisen. Darin bestritten die 
Genannten mit keinem Wort, dass die fehlenden Mittel ihrerseits Ursache für den 
Baustopp waren; sie erklärten vielmehr, woraus ihr finanzieller Engpass resultierte. 
Ein Vorwurf betreffend verspätete Weiterleitung von Geldern durch die X. wurde 
nicht erhoben. Hinzu tritt die Aussage des Zeugen M.. Dieser gab an, anlässlich 
einer Sitzung in CC., an der das Problem Baustopp mit den Handwerkern bespro-
chen worden sei, habe Herr G. einen Termin genannt, bis wann er bezahle, worauf 
sich die Handwerker bereit erklärt hätten, nach der entsprechenden Zahlung wei-
terzuarbeiten. Durch die X. nicht weitergeleitete Gelder waren somit auch anlässlich 
der erwähnten Sitzung kein Thema, sondern lediglich ausstehende Zahlungen der 
Bauherrschaft. Schliesslich deutet auch das ebenfalls bereits erwähnte Schreiben 
der ARGE A. vom 2. August 2002 (KB 21) nur auf eines hin, nämlich auf die Zah-
lungsschwierigkeiten der Y. und die Abhängigkeit der entsprechenden Zahlungen 
von der Finanzierungszusage einer Bank. An dieser Feststellung ändert auch die 
Aussage der Zeugin R. nichts, zumal jene keine genauen Angaben darüber machte, 
wer welche Zahlungen mit grosser Verspätung weiterleitete. In diesem Zusammen-
hang ist zu beachten, dass die Y. keinen Generalunternehmervertrag mit der X. 
geschlossen hatte, was nicht nur zur Folge hatte, dass sie jeden einzelnen Werk-

Seite  14 — 33

vertrag selbst unterzeichnen musste, sondern auch, dass letztlich sie selbst und 
nicht die X. bestimmte, ob und wann sie welche Zahlungen vornahm. Die X. erstellte 
lediglich die Zahlungsjournale und Kostenkontrollen und leitete diese Dokumente, 
wie die Zeugin R. bestätigte, an die Y. weiter. In Anbetracht dieser Ausführungen 
steht fest, dass allein die Berufungsklägerin für den Baustopp und die damit zusam-
menhängende erhebliche Verzögerung der Auftragserledigung verantwortlich war.

Da mit dem Baustopp bei Abschluss des Architekturvertrags naturgemäss 
nicht zu rechnen war, erscheint klar, dass die entsprechenden Aufwendungen der 
X. vom ursprünglichen Leistungsumfang und daher auch vom Pauschalhonorar 
nicht erfasst waren. Die Zusatzleistungen, die die X. infolge des Baustopps zu er-
bringen hatte, lagen zunächst darin, dass sich der Architekt K. durch Gespräche mit 
dem Bauherrn einerseits und mit den beteiligten Handwerkern anderseits bemühte, 
die Arbeiten wieder in Gang zu bringen. So gab beispielsweise der Zeuge M. an, 
man habe sich in CC. zu einer Sitzung getroffen, an der Vertreter aller Handwerker, 
A.G., K. und er anwesend gewesen seien. Die X. habe sehr auf die Handwerker 
eingeredet und dafür gesorgt, dass sie weiterarbeiten. Auch der Zeuge S., Sanitär- 
und Heizungsinstallateur, gab an, er habe, als das Geld nicht gekommen sei, jeweils 
mit K. telefoniert und nachgefragt, was los sei. Hinzu tritt der Umstand, dass die X. 
aufgrund des Unterbruchs das Bauprogramm überarbeiten und mit den Handwer-
kern besprechen musste, um den Restaurationsbetrieb und den Personaltrakt wie 
geplant im Dezember 2002 eröffnen zu können, worauf die Y. grössten Wert legte 
(vgl. dazu auch Erwägung 4e/bb). Diesbezüglich kann auf die Aussagen der Zeugen 
M., T., U. und V. verwiesen werden. Dass es für K. während der Einstellung der 
Baustelle vom 6. bis 20. August 2002 Aufwände gab (Position 1 der Mehrarbeiten-
abrechnung) sowie dass es durch den erfolgten Bauunterbruch zu Mehrleistungen 
der Bauleitung kam (Position 4) ist unter diesen Umständen ausgewiesen.

d/dd. Im Weiteren steht fest, dass das Umbauprojekt während der Bau-
phase Änderungen erfuhr. Die grösste Änderung bestand darin, dass im Dachge-
schoss der betroffenen Liegenschaft zwei Wohnungen statt wie ursprünglich vorge-
sehen bloss eine Wohnung eingebaut wurden. Zu dieser Änderung entschloss sich 
die Bauherrschaft nach dem Baustopp. So sollte die zweite Wohnung verkauft wer-
den, um zusätzliche Mittel zur Finanzierung des Baus zu erhalten. Der Einbau einer 
zusätzlichen Wohnung bedingte eine Abänderung der Pläne, da die ursprüngliche 
Wohnung umgestaltet bzw. die zweite Wohnung neu gestaltet werden musste. 
Darüber hinaus war eine Änderung der Statik erforderlich. Dass eine zusätzliche 
Wohnung geplant werden musste, geht unter anderem aus den Aussagen der Zeu-
gen M., U., N. und O. hervor. Der Aussage des Letzteren kann zudem entnommen 

Seite  15 — 33

werden, dass es zu vielen weiteren Projektänderungen kam, insbesondere auch im 
Unter- und Erdgeschoss. Ausgewiesen ist schliesslich, dass die Bauherrschaft eine 
zusätzliche Garage wünschte, die projektiert und für die ein entsprechendes Bau-
gesuch eingereicht wurde. Dies ergibt sich nicht nur aus den Aussagen der Zeugen 
U. und O., sondern auch aus dem Schreiben des ehemaligen Verwaltungsratsprä-
sidenten der Y., Mario Pfiffner, vom 1. Juli 2003 (KB 23, act. 02 78). Die entspre-
chenden Aufwendungen standen, da es sich allesamt um Abänderungen des Pro-
jekts handelte, ausserhalb des ursprünglichen Vertrages. Es erscheint dem Kan-
tonsgericht daher gerechtfertigt, dass die X. die Aufwände Projektänderung, Projek-
tänderung Planung und Anbau unterirdische Garage (Positionen 2, 3 und 7 der 
Mehrarbeitenabrechnung) als Zusatzarbeiten geltend macht.

d/ee. Schliesslich ist aktenkundig, dass es im Februar/März 2003 zu diver-
sen Verfahren betreffend Eintragung von Bauhandwerkerpfandrechten kam (vgl. die 
Editionen des Kreispräsidenten Oberengadin sowie die Aussagen des Zeugen W.). 
Diese Verfahren deuten klar darauf hin, dass die Zahlungsschwierigkeiten der Be-
rufungsklägerin über den Abschluss der Baute hinaus andauerten. Unter diesen 
Umständen erscheint auch der Mehraufwand der X., was die Abrechnung ab Ende 
Februar 2003 betraf, als ausgewiesen, macht sie doch geltend, infolge der Zah-
lungsschwierigkeiten der Y. hätten diverse Zahlungsjournale und Rechnungen so-
wie die dazugehörigen Mehrwertsteuerrechnungen abgeändert werden müssen. 
Schliesslich gab K. in seiner Zeugeneinvernahme an, im März 2003 sei die Woh-
nung, die verkauft worden war, umgebaut worden. Dabei hätten die Handwerker 
ihre Arbeiten von der Bezahlung der Akontorechnungen abhängig gemacht. Man 
habe daher verschiedene Betreibungen und weitere Handwerkerpfandrechte auf-
gehalten, ansonsten die Wohnung nicht termingerecht bezugsbereit gewesen wäre. 
Aufwendungen, die die X. in diesem Zusammenhang tätigte, stellen ebenfalls Zu-
satzleistungen dar. In Anbetracht dessen rechtfertigen auch die Arbeiten gemäss 
den Positionen 5 und 6 der Mehrarbeitenabrechnung der X. eine Erhöhung des Pau-
schalhonorars.

d/ff. Die mit Abrechnung vom 20. Juni 2003 geltend gemachten Mehrarbei-
ten wurden zum im Architekturvertrag für Zusatzleistungen vereinbarten Tarif in Re-
chung gestellt. Was den geltend gemachten Zeitaufwand betrifft, so ist dieser 
gemäss dem Experten plausibel. Die in der Mehrkostenabrechnung aufgeführten 
Aufwendungen gingen aus dem Projektablauf hervor und seien daher begründet 
(Expertise S. 9 f.). Da die Zusatzleistungen auf von der Bauherrschaft gewünschten 
Projektänderungen bzw. auf von ihr nach Vertragsschluss verursachten Umständen 
wie dem Baustopp und den Zahlungsschwierigkeiten beruhten, war für die Beru-

Seite  16 — 33

fungsklägerin zweifellos erkennbar, dass es sich nicht um Leistungen handelt, die 
vom ursprünglichen Vertragsumfang bzw. vom Pauschalhonorar erfasst waren. Ent-
gegen ihren Behauptungen musste sie sich daher auch den entsprechenden Mehr-
kosten bewusst sein. Unter diesen Umständen hat die X. Anspruch auf Zahlung der 
geltend gemachten Summe von Fr. 59'018.60 durch die Y..

e. Gestützt auf Ziffer 6 des Architekturvertrags vom 5. März 2002 (KB 4) 
hat die X. Anspruch auf Vergütung von Nebenkosten. Die Nebenkostenabrechnung 
vom 18. Juni 2003 (KB 17) beläuft sich auf Fr. 2'148.75. Der Experte erachtet diese 
Nebenkosten als ausgewiesen, weshalb der Berufungsbeklagten der entspre-
chende Betrag zusteht.

f. Für die Beurteilung der Frage, ob der Architekt die vertraglich verein-
barten Leistungen vollständig und korrekt erbracht hat, ist Fachwissen erforderlich. 
Dies gilt auch für die Beurteilung des Umfangs der von der X. geltend gemachten 
Mehrleistungen. Es rechtfertigt sich daher, dass das Kantonsgericht in diesem Zu-
sammenhang auf die Expertise abstellt. Ebensowenig ist zu beanstanden, dass sich 
die Vorinstanz in diesen Punkten auf die Expertise abstützte. Im Übrigen ist darauf 
hinzuweisen, dass auch die Berufungsklägerin in ihrem Expertenfragethema die 
Überprüfung des Architektenhonorars verlangt hatte, so dass ihre diesbezüglichen 
Einwände gegen die Expertise widersprüchlich sind. Als zutreffend erweisen sich 
lediglich die Einwände der Y., der Experte habe sich auch zu einigen Fragen geäus-
sert, die durch das Gericht zu entscheiden seien, bspw. dazu, ob Mehr- oder Min-
derleistungen etwas am Pauschalhonorar ändern, durch wen allfällige Mehrleistun-
gen zu vertreten sind oder was der Berufungsklägerin habe bewusst sein müssen. 
Wie aus den vorangegangenen Erwägungen ersichtlich ist und auch nachfolgend 
noch aufgezeigt wird, braucht zur Beantwortung dieser Fragen indes gar nicht auf 
die Expertise zurückgegriffen zu werden. Diese lassen sich ohne Weiteres auch 
gestützt auf die vorhandenen Akten und Zeugenaussagen beantworten.

g. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz die Klage der X. 
über Fr. 184'967.35 zu Recht gutgeheissen hat. Da die Y. durch die Betreibung bzw. 
mit der Entgegennahme des Zahlungsbefehls am 5. August 2003 in Verzug gesetzt 
wurde (Art. 102 Abs. 1 OR), ist auch nicht zu beanstanden, dass das Bezirksgericht 
die Berufungsklägerin ab dem genannten Datum zur Leistung von Verzugszinsen 
verpflichtete (Art. 104 Abs. 1 OR). Dies wurde denn auch nicht gerügt, ebensowenig 
wie der Umstand, dass das Bezirksgericht für den erwähnten Betrag Rechtsöffnung 
erteilte (vgl. dazu Erwägung 3c des angefochtenen Urteils, Art. 229 Abs. 3 ZPO). 
Die Berufung der Y. ist daher in diesem Punkt abzuweisen.

Seite  17 — 33

4. Da die Y. die X. über den Betrag von Fr. 2 Mio. betrieben hatte, reichte 
die X. zusammen mit ihrer Forderungsklage eine negative Feststellungsklage ein. 
Darin beantragte sie die Feststellung, dass sie der Y. aus dem Architekturvertrag 
vom 5. März 2002 nichts mehr schulde und insbesondere keine Forderung der Y. 
ihr gegenüber in der Höhe von Fr. 2'000'000.-- bestehe. Die Vorinstanz hiess die 
negative Feststellungsklage gut, wogegen sich die Berufungsklägerin vorliegend 
wehrt.

a. Zur Begründung ihrer Forderung auf Bezahlung von Fr. 2 Mio. macht 
die Berufungsklägerin primär geltend, der Kostenvoranschlag vom 7. November 
2002 habe Gesamtkosten von Fr. 8'100'417.-- ausgewiesen. Effektiv hätten sich die 
Baukosten aber auf Fr. 10'145'041.-- belaufen. Daher liege eine Überschreitung des 
Kostenvoranschlags um Fr. 2'044'624.-- vor, wofür die Berufungsbeklagte gestützt 
auf den Architekturvertrag hafte.

b/aa. Die Haftung eines Architekten für die Überschreitung des Kostenvor-
anschlags im Rahmen der Planung und Realisierung eines Bauvorhabens beurteilt 
sich nach Auftragsrecht (BGE 127 III 543 ff. [544 f.], E. 2a; BGE 119 II 249 ff.; Wal-
ter Fellmann, Haftung für falsche Kostenschätzung, in: Alfred Koller [Hrsg.], Recht 
der Architekten und Ingenieure, Tagungsband, St. Gallen 2002, S. 211 ff., S. 225 
ff.; Schuhmacher, a.a.O., Rz. 743). Der Beauftragte haftet dem Auftraggeber nach 
Art. 398 Abs. 2 OR für getreue und sorgfältige Ausführung des ihm übertragenen 
Geschäfts. Er hat zum Nutzen und nicht zum Schaden des Auftraggebers zu han-
deln und den Auftraggeber unaufgefordert über alle Punkte aufzuklären, die er nicht 
kennt oder nicht zu kennen verpflichtet ist, die aber für seinen Entschluss, den Auf-
trag zu erteilen oder aufrecht zu erhalten, wesentlich sind. Der beauftragte Architekt 
hat im Rahmen des ihm erteilten Auftrages allgemein, das heisst auch ohne beson-
dere Vereinbarungen über die Handhabung oder Begrenzung der Baukosten, un-
aufgefordert eine Kostenberechnung anzustellen und den Bauherrn über die zu er-
wartenden Kosten zu informieren. Namentlich hat er einen Kostenvoranschlag sorg-
fältig zu erstellen und die Baukosten ständig daraufhin zu überprüfen, ob sie sich im 
Rahmen des Voranschlags halten. Werden bei einem Bauprojekt die vorgesehenen 
Kosten überschritten, kann der Architekt je nach der Ausgestaltung des konkreten 
Vertrages und den Ursachen, die zur Kostenüberschreitung geführt haben, unter-
schiedlich haftbar werden. Zu unterscheiden ist dabei namentlich, ob die Mehrkos-
ten auf Zusatzkosten oder auf Ungenauigkeiten des Voranschlages beziehungs-
weise auf mangelnde Kostenüberwachung zurückzuführen sind (Urteil des Bundes-
gerichts vom 15. März 2005, 4C.424/2004, E. 3, mit weiteren Hinweisen; BGE 119 
II 249 ff. [251], E. 3b).

Seite  18 — 33

Die Haftung für vertragswidrig verursachte Zusatzkosten, die dem Bauherrn 
bei richtiger Bauausführung erspart geblieben wären, hat mit der Haftung für die 
Überschreitung des Kostenvoranschlages als solcher grundsätzlich nichts zu tun. 
Sie besteht unabhängig von der Erstellung eines Kostenvoranschlages; der Archi-
tekt hat diese Mehrkosten als Schaden zu ersetzen, soweit er sie schuldhaft verur-
sacht hat, wie beispielsweise durch unwirtschaftliche oder fehlerhafte Planung, un-
günstige Vergebung oder unrichtige Weisungen (Urteil des Bundesgerichts vom 15. 
März 2005, 4C.424/2004, E. 3.1, mit weiteren Hinweisen).

Wird ein Kostenvoranschlag aus anderen Gründen überschritten, namentlich 
weil er auf ungenauen Kostenberechnungen beruhte oder weil der Architekt seine 
Pflichten zur Kostenüberwachung im Verlauf der Bauausführung nicht genügend 
wahrnahm, liegt darin eine Schlechterfüllung des Vertrags, für die der Architekt bei 
Verschulden haftet. Zu ersetzen ist dabei der Vertrauensschaden, den der Bauherr 
erlitten hat, weil er in die Verlässlichkeit der Kosteninformationen vertraut und dem-
entsprechend seine Dispositionen getroffen hat, das heisst nachteilige Vorkehren 
getroffen und vorteilhafte unterlassen hat. Ein Vertrauensschaden kann dabei von 
vornherein nur bestehen, soweit der Bauherr auf die Richtigkeit des Voranschlags 
überhaupt vertraut hat, was namentlich voraussetzt, dass er den Voranschlag über-
haupt als solchen zur Kenntnis nahm und nicht um dessen Unrichtigkeit wusste (Ur-
teil des Bundesgerichts vom 15. März 2005, 4C.424/2004, E. 3.2 und 3.2.1, mit wei-
teren Hinweisen; Fellmann, a.a.O., S. 233).

b/bb. Bestellungsänderungen vermögen die letzte Kostenprognose des Ar-
chitekten nur zu erhöhen, wenn der Bauherr klar und rechtzeitig, d.h. vor der Be-
stellungsänderung, über deren Kostenfolgen deutlich aufgeklärt worden ist. Der Ar-
chitekt darf in der Regel nicht davon ausgehen, dass der Bauherr von sich aus sich 
allfälliger Mehrkosten bewusst ist und diese akzeptiert. Denn häufig ist der unerfah-
rene Bauherr im guten Glauben, seine Wünsche würden nur der Konkretisierung 
des Bauwerkes dienen, besonders wenn er ohne Hinweis auf Kostenfolgen um 
seine Wünsche und Weisungen gebeten wird (Schuhmacher, a.a.O., Rz. 753).

c/aa. Der Experte gelangte zur Erkenntnis, dass vorliegend der Kostenvor-
anschlag vom 26. Juli 2002 über Fr. 8'587'917.-- als Grundlage heranzuziehen ist 
(Expertise S. 7; Anlage 19, Expertisenfrage 13.1). Dass es sich beim Voranschlag 
vom 26. Juli 2002 um die massgebliche Kostenschätzung handelt, ist aus Sicht des 
Kantonsgerichts nachvollziehbar. Vorher lagen nur approximative Kostenvoran-
schläge vor. Selbst die Berufungsklägerin berief sich mehrfach auf einen Kosten-
voranschlag in der Grössenordnung von 8.5 Mio., bspw. auf den Seiten 5 und 6 der 

Seite  19 — 33

Prozessantwort/Widerklage vom 2. Februar 2004, ging sie damals doch von Ge-
samtkosten von ca. Fr. 11.5 Mio. und einer Kostenüberschreitung von rund Fr. 3 
Mio. aus. Auch aus der Stellungnahme der Y. vom 16. August 2004 ergibt sich, dass 
jene einen Kostenvoranschlag von Fr. 8'587'917.-- als massgeblich erachtete. A.G. 
sprach in seiner Zeugeneinvernahme ebenfalls von einem Kostenvoranschlag von 
8.5 Mio. Die Behauptung der Y., für ihre Vertrauensbildung sei der Kostenvoran-
schlag vom 7. November 2002 über Fr. 8'100'417.-- (BB 4) massgebend gewesen, 
ist in Anbetracht dessen nicht nachvollziehbar. Hinzu tritt der Umstand, dass die 
Kostenschätzung wie aufgezeigt bereits im Juli 2002 bei rund Fr. 8.6 Mio. lag. Da-
nach kam es einerseits zum Bauunterbruch im August 2002 und anderseits zu Pro-
jektänderungen und Zusatzwünschen seitens der Bauherrschaft. Dass die entspre-
chenden Zusatzarbeiten nicht zu einer Kostensenkung von einer halben Million 
Franken, sondern im Gegenteil zu einer Kostensteigerung führen, musste auch der 
Berufungsklägerin klar sein. Nur nebenbei sei erwähnt, dass der von der Y. einge-
reichte Kostenvoranschlag vom November 2002 die Projektnummer 212.8 trägt, im 
Gegensatz zur sonst überall verwendeten Projektnummer 212. In diesem Sinn 
dürfte die Behauptung der X. in ihrer Widerklageantwort, beim Kostenvoranschlag 
vom November 2002 habe es sich um "Planspiele", somit um eine Projektvariante, 
und nicht um das eigentliche Umbauprojekt gehandelt, wohl nicht ganz von der 
Hand zu weisen sein. Letztlich kann diese Frage aber offen bleiben, da aufgrund 
des einleitend Ausgeführten feststeht, dass von einem Kostenvoranschlag von Fr. 
8'587'917.-- auszugehen ist.

c/bb. Die effektiven Baukosten beliefen sich gemäss Expertise auf Fr. 
9'747'094.70 (Expertise, S. 10 f.; Anlagen 15 und 16; Anlage 19, Expertenfrage 
13.2). Aus dem Gutachten geht hervor, dass der Experte die mit dem vorliegenden 
Projekt im Zusammenhang stehenden Kosten untersuchte und die gesamte Bauab-
rechnung nachvollzog. Nach Ansicht des Kantonsgerichts besteht kein Anlass, von 
den detaillierten und schlüssigen Berechnungen des Gutachters abzuweichen. Die 
Behauptung der Berufungsklägerin, die Baukosten hätten sich insgesamt auf Fr. 
10'145'041.05 belaufen (BB 24), ist unter diesen Umständen widerlegt.

c/cc. Bei einem Kostenvoranschlag von Fr. 8'587'917.-- und effektiven Bau-
kosten von Fr. 9'747'094.70 liegen Mehrkosten von Fr. 1'159'177.70 vor. Eine Über-
schreitung des Kostenvoranschlags wäre in diesen Mehrkosten aber nur dann zu 
erblicken, wenn diese nicht in Bestellungsänderungen bzw. Sonderwünschen der 
Bauherrschaft oder in anderen von ihr zu vertretenden Umständen begründet sind.

Seite  20 — 33

Vorliegend gelangte der Experte zum Schluss, dass der Baustopp und damit 
zusammenhängende Bestellungsänderungen Mehrkosten von Fr. 926'640.45 ver-
ursachten (Expertise S. 11; Anlage 14). Darüber hinaus ermittelte er ordentliche 
Bestellungsänderungen im Betrag von Fr. 538'104.90 (Expertise S. 11; Anlage 13). 
Ginge man von diesen Feststellungen des Experten aus, so läge sogar eine Unter-
schreitung des ursprünglichen Kostenvoranschlages um rund Fr. 305'000.-- vor. Die 
Berufungsklägerin bringt allerdings verschiedene Einwände gegen die Berechnun-
gen des Experten vor, so dass diese nachfolgend zu überprüfen sind.

d/aa. Zunächst bestreitet die Y. bei mehreren Positionen der Zusammen-
stellung des Experten, dass es sich überhaupt um Mehrkosten bzw. um Kosten, die 
mit Bestellungsänderungen oder mit dem Baustopp zusammenhängen, handelt. 
Darüber hinaus macht sie geltend, A.G. habe diverse Belege vor dem Kostenvor-
anschlag vom 7. November 2002 über Fr. 8.1 Mio. unterzeichnet und daher davon 
ausgehen dürfen, dass die jeweiligen Kosten von diesem Kostenvoranschlag er-
fasst gewesen seien. Diese Einwände erweisen sich jedoch als unbegründet.

d/bb. Der Experte setzte sich vorliegend im Detail mit den Kosten des Um-
bauprojekts auseinander. Er ermittelte, welche Baukosten überhaupt für das Um-
bauprojekt relevant sind, welche auf das ursprünglich geplante Projekt entfallen und 
welche mit ordentlichen Bestellungsänderungen sowie mit dem Baustopp und damit 
in Verbindung stehenden Bestellungsänderungen zusammenhängen. Für die Mehr-
kosten erstellte er separate Dossiers, mit einer tabellarischen Zusammenstellung 
der Kosten, einer kurzen Begründung, weshalb es sich um Mehrkosten handelt, so-
wie mit den zugehörigen Belegen. Es besteht grundsätzlich kein Anlass, von den 
detaillierten und begründeten Berechnungen des Gutachters abzuweichen. Entge-
gen der Ansicht der Berufungsklägerin ist es – nicht nur in Bezug auf die Mehrkos-
ten, sondern auch auf die in Erwägung 4c/bb erwähnte Bauabrechnung – im Übri-
gen nicht Sache des Gerichts, zur Aufklärung des Sachverhalts sämtliche, in meh-
reren Bundesordnern abgelegten Urkunden selbst zu durchforsten und die entspre-
chenden Rechnungsbeträge zu addieren, zumal für die richtige Zuordnung von um-
strittenen Positionen Fachkenntnisse erforderlich sind (Art. 188 ZPO). Daher erweist 
es sich auch in Bezug auf die Bauabrechnung sowie die Ermittlung der Zusatzkos-
ten als gerechtfertigt, dass sich das Gericht auf die Feststellungen eines Experten 
abstützt. Die entsprechenden Einwände der Berufungsklägerin sind zurückzuwei-
sen.

Somit ist gestützt auf das Gutachten ausgewiesen, dass es sich bei den Be-
trägen von Fr. 926'640.45 und von Fr. 538'104.90 tatsächlich um Mehrkosten, die 

Seite  21 — 33

mit dem Baustopp und mit Bestellungsänderungen zusammenhängen, handelt. 
Auch dass die entsprechenden Arbeiten geleistet wurden, ist durch die Expertise 
ausgewiesen.

d/cc. Was die Einwände hinsichtlich des Kostenvoranschlags vom 7. No-
vember 2002 betrifft, so wurde in Erwägung 4c/aa bereits dargelegt, dass nicht die-
ser, sondern der Kostenvoranschlag vom 26. Juli 2002 massgeblich ist. Zwar geht 
aus den Ausführungen der Berufungsklägerin hervor, dass einzelne Belege schon 
vor dem 26. Juli 2002 erstellt worden waren, so dass man sich durchaus fragen 
kann, weshalb diese Positionen nicht in den massgeblichen Kostenvoranschlag ein-
flossen. Allerdings geht aus den betreffenden Belegen klar hervor, dass es sich bei 
den diesen zu Grunde liegenden Arbeiten um Abweichungen vom ursprünglichen 
Projekt handelt (vgl. Belege 2 und 3 der ordentlichen Nachträge [Expertise Anlage 
13], Belege 9 und 10 der Bestellungsänderungen und Unterbruchskosten [Expertise 
Anlage 14]).

e/aa. Im Weiteren bringt die Y. vor, nach Art. 1.4.3 SIA Norm 102 bestehe 
die Pflicht, bei Mehrkosten ein Nachtragsangebot einzuholen und dieses als Nach-
tragsvertrag zur Unterzeichnung vorzulegen. Bestellungsänderungen seien daher 
nur schriftlich verbindlich. Von einer Ausnahme abgesehen habe vorliegend weder 
mündlich noch schriftlich eine Aufklärung im verlangten Sinn stattgefunden. Auch 
diese Einwände sind, wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird, als unbegründet 
zurückzuweisen.

e/bb. Einleitend ist auf die Frage einzugehen, worin die Ursache für die ent-
sprechenden Mehrkosten liegt.

In Erwägung 3d/cc wurde ausgeführt, dass es im August 2002 zu einem 
mehrwöchigen Baustopp kam, für den die Y. selbst die Verantwortung trägt. Ein 
Mitverschulden der X., welches eine Schadenersatzpflicht bewirken würde, ist nicht 
ausgewiesen. Dieser Baustopp zog hohe Kosten nach sich, namentlich solche, die 
sich aus dem zusätzlichen Termindruck ergaben. Bereits von Anfang an lag ein ge-
drängtes Bauprogramm vor. Die Bauarbeiten für das umfassende Umbauprojekt be-
gannen im Frühjahr 2002, währenddem die Fertigstellung und Bezugsbereitschaft 
der A. nach Ziffer 8 des Architekturvertrags (KB 4) auf Dezember 2002 vorgesehen 
war. Durch die mehrwöchige Einstellung der Bauarbeiten im August 2002 verzö-
gerte sich die Ausführung des Umbauprojekts. Da die Bauherrschaft am geplanten 
Endtermin festhielt und das Ende der Bauarbeiten folglich nicht einfach auf den 
Frühling 2003 verschoben werden konnte, verstärkte sich der ohnehin schon vor-

Seite  22 — 33

handene Termindruck. Aus den Akten sowie den Aussagen der Zeugen M., L., P., 
U., W., S., T., V., B.G. und O. geht denn auch hervor, dass die Y. dem Ziel der 
Betriebseröffnung im Dezember 2002 – auf die Eröffnung der Ski-WM-Wintersaison 
2002/2003 hin – alles andere unterordnete. Der Umstand, dass sich die Arbeiten 
durch den Baustopp mehrere Wochen in Richtung Winterhalbjahr verschoben bzw. 
über Winter kein Bauunterbruch erfolgen sollte, erforderte unter anderem zusätzli-
che Arbeiten wie Schutzdächer und Schneeräumung (vgl. die Aussage des Zeugen 
P.), einen speziellen Verputz, der bei winterlichen Temperaturen verarbeitet werden 
konnte (vgl. die Zusammenstellung Bestellungsänderungen und Unterbruchskosten 
[Expertise Anlage 14], Position 11), oder das Betonieren der Betondecken mit Be-
schleuniger (vgl. die Zusammenstellung Bestellungsänderungen und Unterbruchs-
kosten [Expertise Anlage 14], Position 5). Aus der Zeugenaussage von O. wird zu-
dem ersichtlich, dass man das Dach mit Stahlstützen provisorisch abstützen musste 
für einen schnelleren Bauvorgang in den Obergeschossen.

Zu weiteren Mehrkosten kam es, weil sich die Y. aufgrund des Baustopps 
bzw. der diesem zu Grunde liegenden finanziellen Schwierigkeiten von A.G. dazu 
entschied, im Dachgeschoss der betroffenen Liegenschaft zwei Wohnungen statt 
wie ursprünglich vorgesehen bloss eine Wohnung einzubauen. Die so zusätzlich 
entstehende Wohnung sollte dann verkauft werden (vgl. Erwägung 3d/dd). Diese 
Änderung war mit sehr grossen Zusatzkosten hinsichtlich Planung und Ausführung 
verbunden. Unter anderem mussten eine zusätzliche Küche, zusätzliche Bäder so-
wie ein zusätzliches Cheminée eingebaut werden. Darüber hinaus brachte die Y. 
zahlreiche weitere Sonderwünsche an. Diese Zusatzaufträge seitens der Y. sind 
nicht nur durch die Expertise ausgewiesen, sondern auch durch die Aussagen ver-
schiedener Zeugen belegt. So sagte bspw. Z. aus, seitens der Y. seien laufend Son-
derwünsche, Mehrwünsche, Änderungen etc. vorgenommen worden. Die Mehrwün-
sche seien sowohl von Herrn wie auch von Frau G. ausgegangen. Auch M. sprach 
davon, es habe während des Baus Zusatzaufträge, Änderungs- und Ausbauwün-
sche gegeben. Zudem habe im Keller eine Wand, die nicht tragend gewesen sei, 
entfernt und neu aufgebaut werden müssen. T. zählt in seiner Zeugenaussage Zu-
satzaufträge bei den Schreinerarbeiten auf. Der Zeuge N. bestätigte die Änderung 
des Weinkellers aus Naturstein zum jetzt betonierten Weinkeller. S. schliesslich 
wies in seiner Aussage hinsichtlich der Sanitärarbeiten auf eine kurzfristige Ände-
rung in der zweiten Wohnung und auf grosse Mehraufwände in der Wohnung G. 
hin. Insbesondere aber auch der Aussage des Zeugen O. sind die verschiedensten 
Projektänderungen zu entnehmen. 

Seite  23 — 33

Ein Teil der Mehrkosten verursachenden Projektänderungen beruhte offen-
bar nicht auf dem Wunsch der Bauherrschaft, sondern war durch äussere Umstände 
bedingt, für die korrekte Ausführung des Werks indes notwendig. So kann bspw. 
der Zusammenstellung der Mehrleistungen des Baumeisters (vgl. die Zusammen-
stellung Bestellungsänderungen und Unterbruchkosten [Expertise Anlage 14], Be-
leg 5) entnommen werden, dass diverse Beton- und Stahlbetonarbeiten aus stati-
schen Gründen notwendig waren. Im Weiteren sprach der Zeuge O. davon, die Ge-
meinde habe nachträglich eine Lawinenwand verlangt.

Zusammenfassend steht fest, dass die Tatsache, dass es zu Mehrkosten ver-
ursachenden Projektänderungen kam, nicht der X. angelastet werden kann. Von 
Seiten der Y. wurde denn auch nie geltend gemacht, die X. habe ohne begründete 
Veranlassung oder gegen ihren Willen Projektänderungen vorgenommen. Zudem 
handelt es sich bei den entsprechenden Kosten nicht um vertragswidrig verursachte 
Zusatzkosten, die dem Bauherrn bei richtiger Bauausführung erspart geblieben 
wären. Es wurde bereits ausgeführt, dass die X. wirtschaftlich und branchenüblich 
plante, keine unvorteilhaften Vergaben vornahm und dass auch keine Hinweise auf 
unrichtige Anweisungen vorliegen (vgl. Erwägung 3c/bb).

e/cc. Der Einwand der Berufungsklägerin, sie sei über die Bestellungsände-
rungen und Mehrkosten nicht genügend aufgeklärt worden, verfängt nicht. Aus den 
Akten ergibt sich, dass der Y. bzw. A.G. zweifellos bewusst war, dass durch den 
Baustopp und die Projektänderungen enorme Mehrkosten entstanden, war der 
Letztgenannte doch von verschiedener Seite auf die zusätzlichen Kosten hingewie-
sen worden. Der Zeuge K. sagte aus, die Mehrkostenmitteilungen der Unternehmer 
seien an die Bauherrschaft weitergeleitet worden. Die Nachträge seien teilweise un-
terschrieben und teilweise mündlich in Anwesenheit der Bauherrschaft gemacht 
worden. Diese habe Nachträge zum Teil auch direkt gebilligt. Auch die Handwerker 
hätten die Y. direkt auf die Mehrkosten hingewiesen. Die Aussage von K. ist zwar 
mit Zurückhaltung zu würdigen, da es sich beim Zeugen um den Geschäftsführer 
der X. handelt. Sie erscheinen aber glaubhaft und nachvollziehbar, namentlich weil 
sie mit den Aussagen verschiedener weiterer Zeugen übereinstimmen. So gab 
bspw. der Zeuge P. an, man habe an den Besprechungen vor Ort mit Herrn G. und 
Herrn M. immer wieder darauf hingewiesen, was für zusätzliche Arbeiten wie 
Schutzdächer oder Schneeräumung notwendig seien, damit überhaupt weitergear-
beitet werden könne. Es seien sich beide bewusst gewesen, dass dadurch enorme 
Mehrkosten hinsichtlich seiner Arbeit entstehen würden. Beide Herren seien auch 
täglich auf der Baustelle gewesen und hätten gesehen, was für zusätzliche Aufwen-
dungen getätigt worden seien. Was das gedrängte Arbeitsprogramm wegen der Wit-

Seite  24 — 33

terung betraf, so habe man laufend mit Herrn G., Herrn M. und auch mit dem Archi-
tekten gesprochen. Man habe auch die Mehrkosten angesprochen und darüber ori-
entiert. In Bezug auf den Einbau der zusätzlichen Wohnung sowie die Änderung 
hinsichtlich einer Wand im Keller gab der Zeuge M. an, A.G. habe die entsprechen-
den Kosten abgesegnet. Das sei gar nicht anders gegangen. Auch B.G. gab an, 
Herr K. habe Herrn G. darüber informiert, dass die Änderungen und Umplanungen 
der Wohnung Mehrkosten verursachen würden. Sie erinnerte sich auch, dass über 
Mehrkosten im Zusammenhang mit notwendigen Geländeabstützungen zum Berg 
hin gesprochen wurde. Schliesslich gab der Zeuge Z. an, seine Arbeiten seien je-
weils mit Herrn G. und Herrn K. besprochen worden. Einzelne Bestellungen habe 
die Bauherrschaft selbst gegengezeichnet.

Neben den Zeugenaussagen ergibt sich die Tatsache, dass die Y. über die 
Mehrkosten orientiert war, auch daraus, dass sie diverse Nachtragsofferten bzw. -
verträge unterzeichnete. So sind die Mehrkosten der ordentlichen Bestellungsände-
rungen von Fr. 535'661'63 zum grossen Teil mit unterzeichneten Dokumenten be-
legt (vgl. die Zusammenstellung Ordentliche Nachträge [Expertise Anlage 13], Po-
sitionen 2, 3, 4, 6, 7, 8, 9, 12 und 13). Unter diesen Umständen besteht für das 
Kantonsgericht kein Zweifel, dass die Berufungsklägerin über die Bestellungsände-
rungen und deren Kostenfolgen aufgeklärt war. Eine Sorgfaltspflichtverletzung der 
X. ist in diesem Zusammenhang nicht nachgewiesen.

e/dd. Dass nicht für alle zusätzlichen Arbeiten Nachtragsverträge vorliegen, 
liegt einerseits darin begründet, dass die Mehrkosten des Baustopps im Betrag von 
Fr. 926'640.45 nach Aussage des Experten im Rahmen der vorhandenen Verträge 
abgewickelt wurden. Die Summe könne aber logischerweise nicht durch die beste-
henden Verträge abgedeckt werden (Gutachten, S. 3 und S. 6). Hinzu treten die 
besonderen Umstände des vorliegenden Falles, namentlich der bereits erwähnte 
grosse Termindruck, der zur Folge hatte, dass die ordentlichen Arbeitsabläufe 
durcheinander gerieten. Dies äusserte sich nicht nur darin, dass die Handwerker 
manchmal gleichzeitig statt nacheinander in der A. arbeiteten, sondern auch darin, 
dass die Zeit für schriftliche Offerten oft fehlte. Auch die Y. selbst hielt sich nicht an 
die ordentlichen Abläufe, erteilte A.G. doch auch eigenmächtig Aufträge an die Un-
ternehmer. Diese Umstände ergeben sich aus verschiedenen Zeugenaussagen. 
Der Aussage des Malers Z. kann bspw. entnommen werden, dass ein ausgespro-
chen gedrängtes Arbeitsprogramm vorlag und in den Monaten November/Dezem-
ber 2002 mit wahnsinnigem Einsatz auf die Eröffnung hingearbeitet werden musste. 
Aufgrund des horrenden Bauprogramms hätten die Bauarbeiten nicht mehr in der 
richtigen Reihenfolge ausgeführt werden können. Schreiner, Gipser und Maler hät-

Seite  25 — 33

ten gleichzeitig im Objekt gearbeitet. Auch die Fertigstellung der Wohnung G. sei 
sehr schwierig gewesen, da jene schon bewohnt gewesen sei, was bedingt habe, 
dass jeden Abend die Installationen entfernt und wieder neu aufgebaut werden 
mussten. T. sagte aus, gegen Ende des Baus seien einige Extrawünsche seitens 
der Bauherrschaft hinzugekommen. Die Zeit für Offerten sei dann nicht mehr vor-
handen gewesen. Im Prinzip sei es klar gewesen. Sie hätten einen Werkvertrag 
gehabt. Herr G. habe dann mehr bestellt, dann koste es auch mehr. Dies sei üblich; 
es funktioniere auch mit Vertrauen gegenüber den Kunden. Bei den Bestellungen 
seien jeweils Herr G., teilweise seine ehemalige Frau und teilweise Herr M. dabei 
gewesen. Für die Zusatzarbeiten hätten sie auch direkte Anweisungen erteilt. Der 
Zeuge M. gab an, einzelne Sachen wie Innenausbau habe Herr G. selbst mit den 
Handwerksfirmen verhandelt und diese selbst beauftragt. Zudem führte er aus, da-
durch, dass man im Verzug gewesen sei, seien die Handwerker manchmal etwas 
schneller gewesen als das Schriftliche. Die X. sei dann von Herrn G. aufgefordert 
worden, möglichst schnell die Kosten, die noch kommen, darzulegen. Herr G. und 
die X. hätten sich dann getroffen und die Kosten besprochen. Der Zeuge S. gab auf 
die Frage, ob seine Firma die Y. bzw. die Eheleute G. auf allenfalls entstehende 
Mehr- und Zusatzkosten hingewiesen habe, an, er habe beim grössten Teil der Ar-
beiten Nachtragsofferten gemacht und diese seien auch visiert worden. Die einzigen 
Arbeiten, die in Regie ausgeführt worden seien, seien Aufträge, welche Herr G. je-
weils am Morgen erteilt habe. Es habe jeweils geheissen, dass das sofort gemacht 
werden müsse und sie hätten das dann entsprechend ausgeführt. Für viele kleine 
Sachen oder Änderungen hätten sie den Auftrag direkt von Herrn G. erteilt bekom-
men.

In Anbetracht des soeben Ausgeführten kann der X. trotz des Umstands, 
dass nicht für alle Mehrkosten ein Nachtragsvertrag vorliegt, keine Verletzung des 
Architekturvertrags vorgeworfen werden. Die tatsächlich gelebte Wirklichkeit wider-
sprach dem vertraglichen Formvorbehalt für Bestellungsänderungen, wobei Um-
stände im Einflussbereich der Y. – der enorme Zeitdruck, unter dem gebaut werden 
musste, die fortlaufend gewünschten Änderungen und die durch die Bauherrschaft 
selbst erteilten Aufträge – dazu beitrugen, dass es zu Unübersichtlichkeiten kam 
und die Abläufe, die der SIA-Vertrag vorschreibt, nicht eingehalten werden konnten. 
Zudem erschwerten es die genannten Faktoren ausserordentlich, einen absolut ver-
bindlichen Kostenvoranschlag zu machen.

f. Sind die Mehrkosten somit in Bestellungsänderungen bzw. Sonder-
wünschen der Berufungsklägerin, über deren Folgen sie aufgeklärt war, oder in an-
deren von ihr zu vertretenden Umständen begründet, so hat sie selbst und nicht die 

Seite  26 — 33

X. für die entsprechenden Kosten einzustehen. Diese vermögen somit die Kosten-
prognose der X. vom 26. Juli 2002 zu erhöhen, so dass im Ergebnis keine Über-
schreitung des Kostenvoranschlags vorliegt. Der Voranschlag ist nach Auffassung 
des Experten im Übrigen sorgfältig erstellt worden. Unter diesen Umständen kann 
der X. kein Fehlverhalten bei der Kostenplanung vorgeworfen werden. Da keine 
Kostenüberschreitung vorliegt, braucht vorliegend auch nicht geprüft zu werden, ob 
die Toleranzgrenze von 10 % für Neubauten bzw. von mehr als 10 % für Umbau- 
und Renovationsarbeiten (vgl. das Urteil des Bundesgerichts vom 27. Mai 2003, 
4C.71/2003, E. 3; Fellmann, a.a.O., S. 232) bei der Überschreitung des Kostenvor-
anschlages in casu zur Anwendung gelangt oder nicht.

g. Im Übrigen wäre – selbst wenn eine Überschreitung des Kostenvoran-
schlages vorliegen würde – eine Schadenersatzpflicht der X. mangels eines rele-
vanten Schadens der Y. zu verneinen.

g/aa. Wie in Erwägung 4b/aa erwähnt, ist der Schaden, welcher dem Bau-
herrn aufgrund falscher oder unterlassener Kosteninformation des Architekten al-
lenfalls erwächst, ein Vertrauensschaden (vgl. auch Schuhmacher, a.a.O., Rz. 765). 
Unter den gegebenen Umständen konnte A.G. allerdings schlichtweg nicht mehr 
auf die Gültigkeit des ursprünglichen Kostenvoranschlags vertrauen. Es musste ihm 
bewusst sein, dass sich der Bauunterbruch, der enorme Termindruck und die zahl-
reichen Änderungs- und Zusatzwünsche gegenüber dem Kostenvoranschlag vom 
26. Juli 2002 – der sich ja auf das ursprüngliche Projekt bezog – erheblich kosten-
steigernd auswirken (vgl. auch Erwägung 4e/cc). Wusste die Y. bzw. A.G. aber um 
die Unrichtigkeit des massgeblichen Kostenvoranschlages, so konnte dieser nicht 
mehr Vertrauensgrundlage sein. Der Y. erwuchs somit auch kein Vertrauensscha-
den.

g/bb. Zudem erwächst dem Bauherrn nur dann ein Schaden, wenn er sich 
bei richtiger und rechtzeitiger Auskunft hätte anders verhalten können und sich 
wahrscheinlich anders verhalten hätte (Schuhmacher, a.a.O., Rz. 767). Vorliegend 
gab A.G. mit seinem Verhalten zu verstehen, dass ihm einzig die Einhaltung der 
Termine wichtig war, die Kosten dagegen nebensächlich. So gab der Zeuge N. an, 
A.G. habe sich gegenüber K. dergestalt geäussert, dieser solle bauen und die Ter-
mine einhalten, die Kosten seien sein Problem. Auch bei M. sei der Grundtenor 
gewesen, der Bau müsse bis Weihnachten 2002 fertig gestellt sein, egal unter wel-
chen Umständen. Das Hauptargument sei immer die WM gewesen. Das Verhalten 
der Y. war somit nicht von den Kosten des Baus abhängig; es ist unwahrscheinlich, 
dass sie bei richtiger und rechtzeitiger Auskunft auf die Eröffnung am geplanten 

Seite  27 — 33

Termin oder auf ihre Sonderwünsche verzichtet hätte. Unter diesen Umständen ist 
die Behauptung der Y., sie wäre im Bewusstsein der tatsächlichen Kosten aktiv ge-
worden, um Kosten einzusparen, nicht glaubhaft.

h. Die Berufungsklägerin macht zusätzlich geltend, durch die Überschrei-
tung des Kostenvoranschlags sinke ihre Rendite. Sie habe zusätzliches Fremdka-
pital von Fr. 2 Mio. aufnehmen müssen, was ihr jährliche Zusatzkosten von Fr. 
81'785.-- verursache, die vorab vom Pachtzins bzw. von der Rendite abzuziehen 
seien.

Wie bereits ausgeführt, liegt in casu keine Überschreitung des Kostenvoran-
schlages vor. Die Mehrkosten beruhen vielmehr auf von der Y. gewünschten bzw. 
verursachten Bestellungsänderungen. Unter diesen Umständen kann die X. selbst-
redend nicht dafür verantwortlich gemacht werden, dass die Berufungsklägerin die 
Mehrkosten – die im Übrigen nicht bei 2 Mio., sondern bei rund 1.15 Mio. liegen (vgl. 
Erwägung 4c/cc) – fremdfinanzieren muss, was zu einer Schmälerung ihrer Eigen-
kapitalrendite führt.

5a. Zur Begründung ihrer Forderung im Betrag von Fr. 2 Mio. bringt die 
Berufungsklägerin ausserdem vor, die Y. hätte – wenn ihre Organe von Anfang an 
gewusst hätten, dass sich die Kosten so entwickeln würden – eingehender prüfen 
lassen, ob nicht der Abbruch und Neubau der Liegenschaft günstiger gewesen wäre 
als ein Umbau. Gemäss dem Experten hätte ein Neubau bloss Fr. 7.5 Mio. gekostet 
und wäre daher 2.5 Mio. günstiger geworden als der vorgenommene Umbau. Darü-
ber sei die Y. nicht aufgeklärt worden. A.G. habe den Architekten K. vor Baubeginn 
im Frühjahr 2002 angefragt, ob es nicht günstiger sei, das alte Gebäude abzureis-
sen und einen Neubau zu erstellen. Zwar habe K. dann geschätzt, dass mit einem 
Neubau Fr. 2 Mio. hätten eingespart werden können, doch habe dieser A.G. fälsch-
licherweise informiert, ein Abbruch und Neubau ausserhalb der Bauzone sei nicht 
zulässig. Die Idee eines Neubaus sei daher im Keim erstickt worden.

b/aa. Aufgrund des Gutachtens steht fest, dass sich die Kosten eines Neu-
baus auf Fr. 7'558'871.-- belaufen hätten, was von der Berufungsklägerin anerkannt 
wird. Sie bringt indes, wie erwähnt, vor, sie sei über diese Tatsache von der X. nicht 
aufgeklärt bzw. bezüglich der Bewilligungsfähigkeit eines Neubaus falsch informiert 
worden. Ihre Einwände sind, wie nachfolgend aufgezeigt wird, nicht stichhaltig.

b/bb. Einleitend ist darauf hinzuweisen, dass der X. nie ein Auftrag erteilt 
wurde, eine Neubauvariante im Hinblick auf deren Kosten, deren Zulässigkeit oder 
deren Realisierungsdauer genauer abzuklären, so dass grundsätzlich auch keine 

Seite  28 — 33

Grundlage besteht, sie für eine Nicht- bzw. allfällige Falschauskunft in diesem Zu-
sammenhang haftbar zu machen. Der Auftrag der X. umfasste lediglich das Um-
bauprojekt, wobei im Architekturvertrag auf die Grundleistung Vorprojektphase – 
und damit auch auf die Abklärung allfälliger Realisierungsvarianten –ausdrücklich 
verzichtet wurde.

b/cc. Unabhängig davon steht fest, dass der Y. im Frühjahr 2002 bekannt 
war, dass ein Neubau voraussichtlich rund Fr. 2 Mio. günstiger zu stehen gekom-
men wäre als der geplante Umbau. Sie gesteht dies selbst ein, bringt sie doch vor, 
K. habe geschätzt, dass mit einem Neubau Fr. 2 Mio. hätten eingespart werden 
können. Die Behauptung der Y., die Falschauskunft des Architekten, ein Abbruch 
und Neubau ausserhalb der Bauzone sei nicht zulässig, habe sie in der Folge davon 
abgehalten, effektiv einen Neubau zu erstellen, erscheint nachgeschoben. Zum ei-
nen ist nicht ausgewiesen, dass K. A.G. tatsächlich eine solche Auskunft erteilte. 
Selbst wenn, so hätte zum anderen wohl kaum diese Falschauskunft die Y. von der 
Realisierung eines Neubaus abgehalten. Dafür waren andere Gründe verantwort-
lich, namentlich der Umstand, dass ein Neubauprojekt weder am Anfang der Pla-
nung noch vor Baubeginn im Frühjahr 2002 ernsthaft zur Diskussion stand.

Dies ergibt sich zunächst aus der konkreten Projektplanung. Wie aus dem 
Gutachten hervorgeht (S. 4 ff.), stand bei der A. grundsätzlich von Anfang an ledig-
lich ein Umbauprojekt in Frage. Die Y. tätigte im Herbst 2001 – in Zusammenarbeit 
mit dem Advokaturbüro AA. – mit dem Amt für Raumplanung Graubünden entspre-
chende Abklärungen. Wäre damals nicht nur der Umbau, sondern auch ein Abbruch 
und Neubau der A. in Betracht gezogen worden, wäre dies sicherlich thematisiert 
worden. Auch die rechtlichen Rahmenbedingungen eines Neubaus hätten in jenem 
Zeitpunkt abgeklärt werden können und müssen. Selbst nachdem der Kanton im 
Oktober 2001 einen negativen Vorprüfungsentscheid erlassen hatte, fasste die Y. 
offensichtlich kein Neubauprojekt ins Auge, sondern hielt am Umbauprojekt fest. 
Dieses wurde überarbeitet und ein Wiedererwägungsgesuch gestellt (vgl. KB 23, 
act. 02 65). Der Kanton revidierte in der Folge den negativen Vorprüfungsentscheid. 
Am 18. Februar 2002 reichte die Y. das Baugesuch für den Umbau ein. Das Gesuch 
wurde am 15. April 2002 genehmigt. Zuvor war am 5. März 2002 der Architekturver-
trag über den Umbau und die Erweiterung der A. abgeschlossen worden. Vor Bau-
beginn im Frühjahr 2002 war somit alles für den Umbau aufgegleist.

Zu jenem Zeitpunkt wäre ein Neubau für die Bauherrschaft aber auch aus 
zeitlichen Gründen nie in Frage gekommen. Es wurde bereits mehrfach darauf hin-
gewiesen, welch grossen Wert die Bauherrschaft auf die Fertigstellung des Umbaus 

Seite  29 — 33

auf den Beginn der Wintersaison 2002/2003 legte. Dieses Ziel wäre mit einem Neu-
bau nicht erreichbar gewesen, da dessen Realisierungsdauer, wie auch die Beru-
fungsklägerin anerkennt, rund 1 ½ Jahre betragen hätte. Hinzu tritt der Umstand, 
dass die Berufungsklägerin bereits im 4. Quartal des Jahres 2001 Investitionen von 
Fr. 300'000.-- im Hinblick auf einen Umbau getätigt hatte, die im Falle eines Neu-
baus verloren gewesen wären. Die Behauptung der Y., sie hätte bei korrekter Auf-
klärung das Bauvorhaben verschoben und ein Neubauprojekt ausschreiben lassen, 
ist unter all diesen Umständen nicht glaubhaft.

c. Zu prüfen verbleiben die Einwände der Berufungsklägerin, was die 
Feststellungen des Gutachters im Zusammenhang mit dem Neubau betrifft. Die Y. 
bringt vor, die erste Antwort des Experten auf die Frage 2.1 sei eine Würdigung, 
welche ein Experte nicht vornehmen dürfe. Daher sei die Antwort aus dem Recht 
zu nehmen.

Bei der genannten Frage gelangt der Gutachter zum Schluss, die X. habe 
aufgrund der Auftragsinstruktion keine Veranlassung gehabt, die Erwägung einer 
Neubaute zur Diskussion zustellen (vgl. Anhang 19 der Expertise). Der Einwand der 
Berufungsklägerin gegen diese Expertenantwort ist wohl nicht ganz unbegründet. 
Allerdings lässt sich die Frage, ob denn seitens der Bauherrschaft auch ein Neubau 
zur Diskussion stand, nicht losgelöst davon beantworten, was für anderweitige Dis-
positionen denn hierfür hätten getroffen werden müssen und ob ein Neubau unter 
Berücksichtigung der zeitlichen Vorgaben der Bauherrschaft überhaupt realisierbar 
gewesen wäre. Die Beantwortung dieser Fragen ist Sache des Experten und nicht 
des Gerichts. Selbstverständlich hätte auch bei Überschreitung der zeitlichen Vor-
gaben der Y. als Alternative ein Neubau zur Diskussion stehen können. Nur hätte 
der Bauherr dann eine solche Absicht gegenüber dem Architekten auch klar kund-
tun müssen. Dies war offensichtlich nicht der Fall. Lässt sich aber die Frage, ob der 
Bauherr seine Absicht betreffend Neubau dem Architekten gegenüber erkennbar 
mitteilte oder nicht, nur anhand der Auftragsinstruktion und des Bauablaufs beant-
worten, so ist es auch nicht zu beanstanden, wenn der Architekt daraus einen 
Schluss zieht.

6a. Im Weiteren macht die Berufungsklägerin gegenüber der Berufungs-
beklagten einen Betrag von Fr. 12'800.-- für das Erstellen der Bauabrechnung gel-
tend. Sie argumentiert, bei dieser Arbeit hätte es sich grundsätzlich um eine Pflicht 
der X. gehandelt. Diese habe ihre Tätigkeit für die Y. nach dem Ausbleiben der 
siebten Akontozahlung indes eingestellt und daher keine Abrechnung vorgenom-
men.

Seite  30 — 33

b. Zu beachten ist, dass die X. die Bauabrechnung tatsächlich nicht er-
stellt hat. Allerdings hat sie diese Tätigkeit der Y. auch nicht in Rechnung gestellt, 
sondern ihr Honorar für die Abschlussphase um Fr. 16'500.-- reduziert (vgl. Erwä-
gung 3c). Der Y. ist unter diesen Umständen gar kein Schaden entstanden.

7a. Die Y. begründet ihre Forderung gegenüber der X. schliesslich mit 
Mängeln des Küchenbodens und der Sickerleitungen. Der Küchenboden sei entge-
gen den Regeln der Baukunst ohne Gefälle ausgeführt worden. Dieser Mangel habe 
einen Minderwert zur Folge, so dass eine Schlechterfüllung der Bauleitungs- und 
Planungsleistungen des Architekten vorliege, für welche dieser einzustehen habe. 
Die Sickerleitungen seien ebenfalls nicht nach den Regeln der Baukunst erstellt 
worden, weshalb nun immer wieder mit Wassereinbrüchen in das Gebäude zu rech-
nen sei. Solche seien bereits ein paar Mal vorgekommen.

b. Ein Architekt muss die allgemein anerkannten Regeln der Baukunde 
beachten und haftet bei deren Verletzung. Der Begriff der Pflichtverletzung darf je-
doch nicht so verstanden werden, dass darunter jede Massnahme oder Unterlas-
sung fällt, die aus nachträglicher Sicht den Schaden bewirkt hat oder vermieden 
hätte. Dem Architekten steht ein Entscheidungsspielraum offen, der eine Auswahl 
unter verschiedenen in Betracht fallenden Möglichkeiten zulässt. Er haftet nicht, 
wenn er bei einer Beurteilung ex post nicht die optimale, aber eine nach dem allge-
meinen fachlichen Wissensstand vertretbare Lösung gewählt hat (Schumacher, 
a.a.O., Rz. 488 ff.).

c/aa. In Bezug auf den Kunstharzboden in der Restaurantküche der A. in B. 
liegt ein Parteigutachten der BB. AG vom 8. September 2003 (BB 23) in den Akten. 
Darin wird festgehalten, der Bodenbelag in der Restaurantküche sei entgegen den 
Regeln der Baukunst ohne Gefälle ausgeführt worden.

c/bb. Aus dem Gutachten der J. AG vom 25. Januar 2008 geht demgegenü-
ber hervor, dass sowohl Küchenböden mit Gefälle als auch solche ohne Gefälle den 
Regeln der Baukunst entsprechen. Den Vorteilen der Böden mit Gefälle ständen 
gleichzeitig gewichtige Nachteile, wie eine sehr teure Sockelgestaltung der Küchen-
kombination, gegenüber. Angesichts der Tatsache, dass Küchen in der Regel nicht 
unter Wasser ständen, sei eine horizontale Ausgestaltung der Bodenoberfläche mit 
Wasserablauf durchaus vertretbar und werde wahrscheinlich in der Mehrzahl der 
Fälle auch angewendet (Anlage 19, Frage 12.1). Unter diesen Umständen steht 
fest, dass die X. eine nach dem allgemeinen fachlichen Wissensstand vertretbare 

Seite  31 — 33

Lösung gewählt hat, indem sie den Küchenboden ohne Gefälle plante. Dieses Vor-
gehen stellt daher keinen Haftungsgrund dar.

d. Was die Sickerleitungen betrifft, so wurde seitens der Berufungsklä-
gerin weder in der Widerklage noch in ihrem Expertenfragethema näher begründet, 
welche Mängel die Leitungen konkret aufweisen sollen. Mithin ist sie ihrer Substan-
zierungspflicht nicht rechtsgenüglich nachgekommen. Daran ändert auch der von 
ihr gestellte Antrag auf Durchführung einer Expertise nichts. Ein Experte hat Fach-
wissen anzuwenden, welches dem Gericht fehlt. Das Schaffen der entsprechenden 
Grundlagen für eine Expertise ist aber nicht Aufgabe des Experten, sondern dieje-
nige der Parteien. Jedenfalls konnte der Experte aufgrund des pauschalen Vorwurfs 
der Y. keine Mängel der Sickerleitung feststellen (Expertise, Anlage 19, Frage 12.2), 
so dass auch in diesem Punkt eine Haftung der X. entfällt.

e. Zusätzlich machte die Berufungsklägerin anlässlich der Berufungsver-
handlung geltend, beim Umbau der A. seien die feuerpolizeilichen Auflagen nicht 
eingehalten worden. Im Restaurant seien normale statt feuerhemmende Holztüren 
eingebaut worden. Diese Türen und die Beschläge hätten für Fr. 25'000.-- ersetzt 
werden müssen. Auch dabei handle es sich um einen Planungsfehler der X.. Es fällt 
auf, dass dieser Sachverhalt in der Widerklage nicht dargelegt wurde, so dass es 
sich bei den erwähnten Vorbringen um unzulässige neue tatsächliche Behauptun-
gen handelt, auf welche vorliegend nicht eingegangen werden kann.

8a. Aus den Erwägungen 4 bis 7 ergibt sich, dass die Forderung der Y. 
über Fr. 2 Mio. unter keinem der von ihr geltend gemachten Titel ausgewiesen ist. 
Folglich hat die Vorinstanz die negative Feststellungsklage der X. zu Recht gutge-
heissen und die Berufung der Y. ist auch in diesem Punkt abzuweisen.

b. Das Bezirksgericht Maloja hat die Klage der X. unter diesen Umstän-
den zu Recht vollumfänglich gutgeheissen. Demzufolge ist es auch nicht zu bean-
standen, dass es in Anwendung von Art. 122 ZPO die Verfahrenskosten der Y. auf-
erlegte und diese zur Leistung einer ausseramtlichen Entschädigung an die X. ver-
pflichtete. Die Höhe der ausseramtlichen Entschädigung wurde seitens der Y. nicht 
beanstandet. Dagegen wurden die Verfahrenskosten von ihr mittels Kostenbe-
schwerde angefochten und vom Kantonsgerichtsausschuss mit Entscheid vom 18. 
November 2008 (ZB 08 23) zu einem Teil reduziert.

9a. Nach Art. 223 ZPO in Verbindung mit Art. 122 Abs. 1 ZPO wird der in 
einem zivilrechtlichen Berufungsverfahren unterliegende Teil in der Regel zur Über-
nahme sämtlicher Kosten des Verfahrens verpflichtet. Die unterliegende Partei wird 

Seite  32 — 33

zudem in der Regel verpflichtet, der obsiegenden Partei alle ihr durch den Rechts-
streit verursachten, notwendigen Kosten zu ersetzen (Art. 223 ZPO in Verbindung 
mit 122 Abs. 2 ZPO).

b. Die vorliegende Berufung ist vollumfänglich abzuweisen, so dass die 
Berufungsklägerin unterliegt. Sie wird demnach verpflichtet, die Kosten des Beru-
fungsverfahrens zu tragen. Überdies hat sie die Berufungsbeklagte für das Beru-
fungsverfahren ausseramtlich zu entschädigen. Hierbei erscheint eine Entschädi-
gung von Fr. 5'000.-- inkl. MwSt. als angemessen.

Seite  33 — 33

Demnach erkennt die Zivilkammer :

1. Die Berufung wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 22'560.-- (Gerichtsgebühren Fr. 
22'000.--, Schreibgebühren Fr. 560.--) gehen zu Lasten der Berufungskläge-
rin, die zudem die Berufungsbeklagte ausseramtlich mit Fr. 5'000.-- inkl. 
MwSt. zu entschädigen hat.

3. Gegen diese, einen Streitwert von mindestens 30'000 Franken betreffende 
Entscheidung kann gemäss Art. 72, Art. 74 Abs. 1 lit. b des Bundesgerichts-
gesetzes (BGG) Beschwerde in Zivilsachen an das Schweizerische Bundes-
gericht geführt werden. Diese ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Ta-
gen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zuläs-
sigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das 
Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und 90 ff. BGG.

4. Mitteilung an: