# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dcb070ad-080a-572d-8d93-45f0ee9f2369
**Source:** Uri (UR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-02-04
**Language:** de
**Title:** Uri Obergericht Schuldbetreibung und Konkurs 04.02.2025 2025_OG SK 24 8
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/UR_Gerichte/UR_OG_006_2025-OG-SK-24-8_2025-02-04.pdf

## Full Text

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 OBERGERICHT 

 Aufsichtsbehörde über  

 Schuldbetreibung und Konkurs 
__________________________ 

OG SK 24 8 

 

 

En tsch eid  vom 4.  Feb ru a r  202 5  

 

__________________________ 

Besetzung 

 

 

Präsidentin Agnes H. Planzer Stüssi  

Mitglieder Max Gisler-Zgraggen, Yvonne Baumann, 

Sven Infanger, Peter Sommer 

Gerichtsschreiberin Michelle Zemp 

__________________________ 

Verfahrensbeteiligte 

 

 

A.___ 

vertreten durch RA lic. iur. Thomas Arnold, 

Dätwylerstrasse 4, Postfach, 6460 Altdorf 

Gesuchstellerin 

 

gegen 

 

B.___ 

Gesuchsgegner 

 

 

 

__________________________ 

Gegenstand 

 

Wiederherstellung einer Frist nach Art. 33 SchKG 

(Fortsetzungsbegehren auf Pfändung 

in der Betreibung Nr. 2241089) 

 

 

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Prozessgeschichte: 

A. 

Mit Eingabe vom 30. September 2024, gleichentags persönlich abgegeben, beantragte die Gesuchstel-

lerin, die Frist für die Erhebung des Rechtsvorschlags sei wieder herzustellen. Der Pfändungsvollzug sei 

zu sistieren, alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Beschwerdegegners (recte Ge-

suchsgegners). 

B. 

Mit verfahrensleitender Verfügung vom 2. Oktober 2024 wurde das Gesuch ins Geschäftsprotokoll 

(Aufsichtskommission über Schuldbetreibung und Konkurs) aufgenommen. 

C. 

Mit Verfügung vom 4. Oktober 2024 wurde dem Gesuchsgegner mit Hinweis auf die Säumnisfolgen die 

Möglichkeit zur Stellungnahme innert 10 Tagen eingeräumt. 

D. 

Mit Eingabe vom 7. Oktober 2024, eingegangen am 10. Oktober 2024, reichte der Gesuchsgegner seine 

Stellungnahme ein und schilderte den Sachverhalt sinngemäss mit dem Hinweis, dass die Gesuchstel-

lerin Kenntnis davon gehabt habe, dass ein Darlehen nicht zurückbezahlt worden sei und zwei Fahr-

zeuge (Ausweise), lautend auf ihren Namen als Sicherheit für eine Schuld von CHF 33'000.-- zurückbe-

halten worden seien.  

E. 

Mit Eingabe vom 10. Oktober 2024 beantragte die Gesuchstellerin, dass Betreibungsamt sei anzuwei-

sen, die Pfändung bis auf Weiteres zu sistieren. 

F. 

Mit Verfügung vom 10. Oktober 2024 wurde das Betreibungsamt angewiesen bis zum Entscheid über 

die Wiederherstellung der Rechtsvorschlagsfrist alle Betreibungshandlungen zu unterlassen und das 

Betreibungsverfahren zu sistieren, was insbesondere für den Pfändungsvollzug vom Montag den 

14. Oktober 2024 betreffe.  

G. 

Mit Eingabe vom 15. Oktober 2024 edierte das Betreibungsamt die Akten, verzichtete auf eine Stel-

lungnahme, informierte jedoch über den chronologischen Ablauf in der Betreibung/Pfändung 

Nr. 2241089. Der Aufstellung ist zu entnehmen, dass am 13. August 2024 das Betreibungsbegehren 

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gegen die Gesuchstellerin gestellt und gleichentags der Zahlungsbefehl ausgestellt wurde. Am 14. Au-

gust 2024 erfolgte die Zustellung des Zahlungsbefehls an den Ehemann der Gesuchstellerin, der mit 

ihr im gleichen Haushalt lebt. Fristgerecht ging kein Rechtsvorschlag ein. Am 10. September 2024 

wurde das Fortsetzungsbegehren gestellt und am gleichen Tag die Pfändungsankündigung verschickt.  

 

Erwägungen: 

1. 

Gemäss Art. 33 Abs. 4 Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs (SchKG, SR 281) kann derje-

nige, der durch ein unverschuldetes Hindernis davon abgehalten worden ist, innert der ihm angesetz-

ten Frist zu handeln, binnen der gleichen Frist seit Wegfall des Hindernisses um Wiederherstellung der 

Frist ersuchen. Handelt es sich um Fristen, die vom Betreibungsamt angesetzt wurden, so ist für den 

Entscheid über das Gesuch die Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs sachlich zustän-

dig. Da die Rechtsvorschlagsfrist vom Betreibungsamt im Zahlungsbefehl angesetzt wird, ist die Auf-

sichtsbehörde zur Beurteilung des hier in Frage stehenden Gesuchs zuständig. Will der Betriebene 

Rechtsvorschlag erheben, so hat er dies sofort dem Überbringer des Zahlungsbefehls oder innert zehn 

Tagen nach der Zustellung dem Betreibungsamt mündlich oder schriftlich zu erklären (Art. 74 Abs. 1 

SchKG). Das Gesuch um Wiederherstellung der Rechtsvorschlagsfrist ist folglich gleichfalls innert zehn 

Tagen seit Wegfall des Hindernisses einzureichen (Art. 33 Abs. 4 SchKG). Die Gesuchstellerin will mit 

der Pfändungsvorladung vom 23. September 2024 überhaupt erst Kenntnis vom Zahlungsbefehl erhal-

ten haben. Das Gesuch erfolgte somit fristgerecht. Auf das Gesuch ist einzutreten. 

2. 

Nach Art. 33 Abs. 4 SchKG ist eine Wiederherstellung einer verpassten Frist nur möglich, sofern das 

Fristversäumnis auf ein unverschuldetes Hindernis zurückzuführen ist. Im Gegensatz zur Schweizeri-

schen Zivilprozessordnung (ZPO, SR 272), welche die Wiederherstellung erlaubt, wenn die Partei glaub-

haft macht, dass sie kein oder nur ein leichtes Verschulden trifft (vgl. Art. 148 ZPO) ist im SchKG die 

Wiederherstellung einer Frist an das Vorhandensein eines absolut unverschuldeten Hindernisses ge-

knüpft. Demzufolge ist ein Wiederherstellungsgesuch nur bei objektiver Unmöglichkeit, höherer Ge-

walt, unverschuldeter persönlicher Unmöglichkeit oder entschuldbarem Fristversäumnis gutzuheis-

sen. Die Verhinderung, die fristgerechte Rechtshandlung vornehmen zu können, muss unvorhergese-

hen und vollkommen unverschuldet sein. Obwohl in jedem Einzelfall anhand der konkreten Umstände 

zu prüfen ist, ob ein unverschuldetes Hindernis für das entsprechende Fristversäumnis verantwortlich 

war, können aufgrund der Rechtsprechung Kriterien gebildet werden, die auf das Vorhandensein eines 

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unverschuldeten Hindernisses schliessen lassen: Unfall, schwere plötzliche Erkrankung, Militärdienst, 

Übermittlungsfehler sowie falsche Rechtsauskunft der zuständigen Behörde, sofern der Empfänger die 

Unrichtigkeit der Aussage nicht leicht hätte feststellen können. Dagegen sind zum Beispiel Ferienab-

wesenheit oder Arbeitsüberlastung, dauernde Abwesenheit ohne Bekanntgabe einer Adresse, kurz-

fristige Abwesenheit oder Erkrankung sowie fehlerhafte Fristberechnung keine hinreichenden Gründe. 

Eine blosse Behauptung, der Hausgenosse habe den zugestellten Zahlungsbefehl dem Schuldner nicht 

oder nicht rechtzeitig ausgehändigt, genügt nicht, sondern der Schuldner muss durch Indizien dartun, 

dass er wirklich keine Kenntnis von der betreffenden Betreibungsurkunde erhielt und ihn auch kein 

Mitverschulden an der Unkenntnis trifft (Francis Nordmann/Stéphanie Oneyser, Basler Kommentar 

SchKG I, 3. Aufl. 2021, Art. 33 N 10 ff. mit Hinweisen). 

 

3. 

Vorliegend führt die Gesuchstellerin als Hindernis, welches ihr die rechtzeitige Erhebung des Rechts-

vorschlags verunmöglicht habe, das Versäumnis ihres Ehemannes an, sie über den entgegengenom-

menen Zahlungsbefehl zu informieren. Gemäss Art. 64 Abs. 1 SchKG werden die Betreibungsurkunden 

dem Schuldner in seiner Wohnung oder an dem Orte, wo er seinen Beruf auszuüben pflegt, zugestellt. 

Wird er da nicht angetroffen, so kann die Zustellung an eine zu seiner Haushaltung gehörende erwach-

sene Person oder an einen Angestellten geschehen (sog. Ersatzzustellung). Indem das Gesetz für eine 

Ersatzzustellung verlangt, dass die Person, an welche die Betreibungsurkunde ausgehändigt wird, zum 

Haushalt des Betreibungsschuldners gehört und erwachsen ist, geht es davon aus, dass diese die Be-

treibungsurkunde innert nützlicher Frist dem Schuldner übergibt (vgl. Paul Angst/Rodrigo Rodriguez, 

Basler Kommentar SchKG I, 3. Aufl. 2021, Art. 64 N 16ff). Die Ersatzzustellung gilt als Zustellung an den 

Schuldner, wobei dessen effektiver Empfang oder dessen Kenntnisnahme unbeachtlich ist. Die Rechts-

vorschlagsfrist beginnt mit dem Zeitpunkt der Ersatzzustellung. Wenn der Schuldner erst nach Ablauf 

der Rechtsvorschlagsfrist von 10 Tagen Kenntnis vom Zahlungsbefehl erhält, so hat er um Wiederher-

stellung der Frist zu ersuchen und gleichzeitig Rechtsvorschlag zu erheben. Die Zustellung des Zah-

lungsbefehls in der Betreibung Nr. 2241089 des Betreibungsamtes Altdorf an den Ehemann der Ge-

suchstellerin, welcher mit ihr im gleichen Haushalt lebt, ist gültig erfolgt, weshalb die Rechtsvorschlags-

frist zu laufen begann.  

3.1 

Wie bereits erwähnt, will die Gesuchstellerin erst mit der Vorladung zum Pfändungsvollzug, Kenntnis 

über den Zahlungsbefehl erhalten haben, weil der Ehemann sie über diesen Umstand nicht infor-

mierte. Im Folgenden ist zu prüfen, ob ein Unverschulden der Gesuchstellerin vorliegt. Ein unverschul-

detes Hindernis im Sinne von Art. 33 Abs. 4 SchKG liegt u.a. dann vor, wenn der Betriebene nach Über-

gabe des Zahlungsbefehls an einen Hausgenossen oder Angestellten, ohne dass ein eigenes 

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Verschulden des Betriebenen dabei kausal mitspielte, erst nach Ablauf der zehntägigen Frist zur Erhe-

bung des Rechtsvorschlags Kenntnis erlangt. Ein Verschulden der zur Haushaltung gehörenden er-

wachsenen Personen und Angestellten, welche nicht rechtsgeschäftlich zur Entgegennahme von Be-

treibungsurkunden bevollmächtigt wurden, ist dem Betriebenen mithin nicht anzurechnen (vgl. 

5A_87/2018, E. 3.1; Esther Girsberger, Der nachträgliche Rechtsvorschlag im schweizerischen Schuld-

betreibungs- und Konkursrecht, Diss. Zürich 1990, S. 48 und S. 90). Den Akten ist zu entnehmen, dass 

der Ehemann der Gesuchstellerin den Zahlungsbefehl am 14. August 2024 entgegengenommen, ihn 

aber offenbar gezielt vor der Gesuchstellerin versteckt hat. Dies, weil seine Ehefrau und heutige Ge-

suchstellerin mit dem gewährten Darlehen gar nichts zu tun gehabt habe. Das Darlehen sei für sein 

Einzelunternehmen Ramadani Baumaschinen gewährt worden, wie er in seinem Schreiben vom 27. 

September 2024 bestätigt. Zu prüfen ist, ob das Versäumnis des Ehemannes, die Gesuchstellerin über 

den Eingang des Zahlungsbefehls nicht orientiert zu haben, für sie unverschuldet ist. Wenn, wie dar-

gestellt, der Ehemann der Gesuchstellerin den Zahlungsbefehl – aus seiner Sicht nachvollziehbaren 

Gründen – versteckt hat bzw. die Gesuchstellerin nicht über den Zahlungsbefehl orientiert hat, kann 

ihr dieses Verschulden nicht angerechnet werden (vgl. 5A_87/2018, E. 3.2). Damit kann von einem 

unverschuldeten Hindernis ausgegangen werden. Nichts daran ändert, dass man unter Eheleuten da-

von ausgehen könnte, dass sie sich gegenseitig über ihre jeweilige (finanzielle) Situation, insbesondere 

wenn es sich um Dispositionen handelt, die zu einer Betreibung führen, informieren. Vor dem geschil-

derten Hintergrund ist das Gesuch gutzuheissen und die Frist für den Rechtsvorschlag wieder herzu-

stellen.  

 

4.  

Gemäss Art. 20a Abs. 2 Ziff. 5 SchKG i.V.m. Art. 61 Abs. 2 lit. a Gebührenverordnung zum Bundesgesetz 

über Schuldbetreibung und Konkurs (GebV SchKG, SR 281.35) ist das Beschwerdeverfahren (Art. 17 

SchKG) unentgeltlich. Es darf keine Parteientschädigung zugesprochen werden (Art. 62 Abs. 2 GebV 

SchKG). In Analogie zu diesen Bestimmungen wird unpräjudiziell auf die Erhebung von Kosten für das 

Gesuch um Wiederherstellung der Frist nach Art. 33 Abs. 4 SchKG verzichtet und keine Parteientschä-

digung zugesprochen. 

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Das Obergericht erkennt: 

1. Das Gesuch wird gutgeheissen und die Frist für die Erhebung des Rechtsvorschlags wiederherge-

stellt. 

2. Es werden keine Kosten erhoben und keine Parteientschädigung zugesprochen. 

3. Eröffnung 

 - Gesuchstellerin 

 - Gesuchsgegner 

 - Betreibungsamt Altdorf  

Altdorf, 4. Februar 2025 

 

OBERGERICHT DES KANTONS URI 

Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs 

Die Präsidentin Die Gerichtsschreiberin 

Agnes H. Planzer Stüssi Michelle Zemp 

 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Zivilsachen gemäss Art. 72 ff. Bundesgerichtsgesetz (BGG, 

SR 173.110) erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 10 Tagen nach der Eröffnung beim Bundesge-

richt, 1000 Lausanne 14, in der in Art. 42 BGG vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. Die 

Beschwerdelegitimation und die zulässigen Beschwerdegründe richten sich nach den massgeblichen 

Bestimmungen des Bundesgerichtsgesetzes. 

 

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