# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ed43c01c-de37-5bd0-ae84-fd7323300ec0
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-01-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.01.2024 D-7266/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-7266-2023_2024-01-08.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-7266/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  8 .  J a n u a r  2 0 2 4  

Besetzung 
 Einzelrichterin Nina Spälti Giannakitsas, 

mit Zustimmung von Richter Simon Thurnheer;    

Gerichtsschreiber Linus Sonderegger. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Syrien,  

(…),   

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(sicherer Drittstaat);  

Verfügung des SEM vom 19. Dezember 2023 / N (…). 

 

 

 

D-7266/2023 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am 26. Oktober 2023 zusammen mit seiner 

religiös angetrauten Partnerin und dem gemeinsamen Kind in der Schweiz 

um Asyl nach. 

B.  

Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Eurodac) 

ergab, dass er am 19. Oktober 2015 in Deutschland um Asyl ersucht hatte 

und ihm am 19. Mai 2017 internationaler Schutz gewährt worden war. 

C.  

Anlässlich eines persönlichen Gesprächs vom 8. November 2023 gab er 

an, Syrien im Jahre 2010 verlassen zu haben und 2015 nach Deutschland 

gelangt zu sein, wo er bis 2019 geblieben sei. Anschliessend habe er sich 

in verschiedenen europäischen Ländern und kurze Zeit im Nordirak aufge-

halten, bevor er via (…) – seine religiös angetraute Partnerin sei (…) – in 

die Schweiz gekommen sei. 

Anlässlich des Gesprächs gewährte ihm das SEM das rechtliche Gehör zu 

einem Nichteintretensentscheid gestützt auf Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG 

(SR 142.31) sowie einer Wegweisung nach Deutschland und befragte ihn 

zu seiner gesundheitlichen Situation. 

Der Beschwerdeführer machte geltend, er habe vier Jahre anderswo als in 

Deutschland gelebt. In Deutschland habe er sich nicht wohl gefühlt und er 

wolle nicht dorthin zurückkehren. Als er in Deutschland gelebt habe, habe 

er an einer schweren Depression gelitten. Auch seine Partnerin wolle nicht 

in Deutschland leben, und er könne sie nicht zurücklassen, insbesondere 

wegen des (…), den sie im Jahre 2018 erlitten habe. Zudem sei ihr ge-

meinsames Kind Autist und würde sehr stark an ihm hängen.  

D.  

Am 14. November 2023 ersuchte das SEM die deutschen Behörden um 

Rückübernahme des Beschwerdeführers gestützt auf die Richtlinie 

2008/115/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. De-

zember 2008 über gemeinsame Normen und Verfahren in den Mitglied-

staaten zur Rückführung illegal aufhältiger Drittstaatsangehöriger (Rück-

führungsrichtlinie), das Abkommen zwischen dem Schweizerischen Bun-

desrat und der Regierung der Bundesrepublik Deutschland über die Rück-

übernahme von Personen mit unbefugtem Aufenthalt (Rückübernahme-

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Seite 3 

abkommen) vom 20. Dezember 1993 (SR 0.142.111.368) und die Europä-

ische Vereinbarung über den Übergang der Verantwortung für Flüchtlinge 

vom 16. Oktober 1980 (SR 0.142.305). 

E.  

Die deutschen Behörden stimmten diesem Ersuchen am 14. Dezember 

2023 zu. 

F.  

Am 14. Dezember 2023 stellte das SEM dem Beschwerdeführer einen Ent-

scheidentwurf zur Stellungnahme zu. Er reichte keine Stellungnahme ein. 

G.  

Mit Verfügung vom 19. Dezember 2023 – eröffnet am selben Tag – trat das 

SEM in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG auf das Asylgesuch 

des Beschwerdeführers nicht ein und ordnete die Wegweisung aus der 

Schweiz sowie den Vollzug an und händigte ihm die editionspflichtigen Ak-

ten aus. 

Das SEM begründete seine Verfügung damit, dass Deutschland ein siche-

rer Drittstaat sei und der Beschwerdeführer dorthin zurückkehren könne. 

Er sei dort als Flüchtling anerkannt und die deutschen Behörden hätten 

seiner Rückübernahme zugestimmt. Deutschland sei ein funktionierender 

Rechtsstaat und er könne sich an die dortigen Behörden wenden, sollte er 

sich ungerecht behandelt fühlen. Aufgrund der Erkenntnisse des SEM sei 

anzunehmen, dass seine Partnerin nebst der (…) auch die deutsche 

Staatsbürgerschaft besitze. Gleiches gelte wohl auch für das gemeinsame 

Kind, weshalb beide über ein Aufenthaltsrecht in Deutschland verfügen 

würden. Auf das Asylgesuch sei daher nicht einzutreten.  

Der Umstand, in Deutschland an einer Depression gelitten zu haben, stehe 

einem Vollzug der Wegweisung nicht entgegen, da eine medizinische Ver-

sorgung in Deutschland sichergestellt sei. So habe Deutschland die Richt-

linie 2011/95/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom  

13. Dezember 2011 über Normen für die Anerkennung von Drittstaatsan-

gehörigen oder Staatenlosen als Personen mit Anspruch auf internationa-

len Schutz, für einen einheitlichen Status für Flüchtlinge oder für Personen 

mit Anrecht auf subsidiären Schutz und für den Inhalt des zu gewährenden 

Schutzes (Qualifikationsrichtlinie) ohne Beanstandungen seitens der Euro-

päischen Kommission umgesetzt. Diese Richtlinie regle unter anderem die 

Ansprüche von Personen mit internationalem Schutzstatus in Bezug auf 

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Seite 4 

Sozialleistungen, Wohnraum, Beschäftigung und medizinische Versor-

gung.  

H.  

Mit Eingabe vom 26. Dezember 2023 (Poststempel vom 28. Dezember 

2023) erhob der Beschwerdeführer beim Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerde gegen diese Verfügung und beantragte sinngemäss, den ange-

fochtenen Entscheid aufzuheben und ihm Asyl zu gewähren. 

Der Beschwerde lagen ein ausgedruckter Screenshot eines Mobiltelefons 

betreffend einen britischen Aufenthaltstitel, ein Foto eines an eine britische 

Adresse des Beschwerdeführers gerichteten Schreibens eines britischen 

Fernmeldedienstanbieters vom März 2022, ein offenbar vom Beschwerde-

führer ausgefülltes Formular für einen britischen Führerschein vom 1. Sep-

tember 2021, ein Screenshot einer Messenger-Kommunikation betreffend 

den britischen Aufenthaltsstatus, ein Foto des britischen Führerausweises 

der Partnerin des Beschwerdeführers, eine an den Beschwerdeführer und 

seine Partnerin adressierte Rechnung der Stadtverwaltung von 

B._______, eine Selbstmeldung des Beschwerdeführers und seiner Part-

nerin betreffend das Wohl ihres Kindes bei der Kindes- und Erwachsenen-

schutzbehörde des Kantons C._______ sowie eine Kopie von Ausgangs-

scheinen bei.  

I.  

Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am 

29. Dezember 2023 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG). 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – und so auch vorliegend – 

endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

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Seite 5 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der Be-

schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 3 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist 

einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 

(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-

deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu 

Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 

2012/4 E. 2.2, je m.w.H.).  

3.2 Die Fragen der Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft und der Ge-

währung von Asyl bilden demgegenüber nicht Gegenstand des angefoch-

tenen Nichteintretensentscheides und damit auch nicht des vorliegenden 

Verfahrens. Auf die entsprechenden Beschwerdeanträge ist deshalb nicht 

einzutreten.  

3.3 Hinsichtlich der Frage der Wegweisung und des Wegweisungsvollzugs 

hat die Vorinstanz eine materielle Prüfung vorgenommen, weshalb das 

Bundesverwaltungsgericht diese Punkte insoweit ohne Einschränkung 

prüft. 

4.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt wird, handelt es sich um ein solches Rechtsmittel, weshalb 

das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

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Seite 6 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

5.   

5.1 In der Beschwerdeeingabe wird geltend gemacht, der Beschwerdefüh-

rer habe über die Feiertage keinen Termin mit seiner Rechtsvertretung ver-

einbaren können. Er werde dies jedoch nachholen und seine Beschwerde 

entsprechend ergänzen.  

5.2 Das Abwarten einer etwaigen Beschwerdeergänzung ist vorliegend 

nicht angezeigt, da das Verfahren als spruchreif zu erachten und nicht da-

von auszugehen ist, dass eine Beschwerdeergänzung zusätzliche, für die 

Entscheidfindung wesentliche Punkte ins Verfahren einbringen könnte.  

6.  

6.1 Gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG wird auf ein Asylgesuch in der 

Regel nicht eingetreten, wenn die asylsuchende Person in einen nach 

Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG als sicher bezeichneten Drittstaat zurückkehren 

kann, in welchem sie sich vorher aufgehalten hat. 

6.2 Der Bundesrat bezeichnet Staaten, in denen nach seinen Feststellun-

gen effektiver Schutz vor Rückschiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG 

besteht, als sichere Drittstaaten (Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG). Mit Beschluss 

des Bundesrates vom 14. Dezember 2007 wurden sämtliche Länder der 

Europäischen Union (EU) und der Europäischen Freihandelsassoziation 

(EFTA) als sichere Drittstaaten bezeichnet. Bei Deutschland als Mitglied-

staat der EU handelt es sich um einen sicheren Drittstaat im Sinne von 

Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG. Den vorinstanzlichen Akten ist sodann zu ent-

nehmen, dass dem Beschwerdeführer in Deutschland internationaler 

Schutz gewährt worden ist und die deutschen Behörden seiner Rücküber-

nahme ausdrücklich zugestimmt haben. Demnach sind die Voraussetzun-

gen für einen Nichteintretensentscheid grundsätzlich gegeben.  

Allein der Umstand, dass der Beschwerdeführer lieber in der Schweiz als 

in Deutschland leben möchte, vermag an dieser Feststellung nichts zu än-

dern.  

Ebenfalls unbehelflich ist der Einwand auf Beschwerdeebene, dass sich 

der Beschwerdeführer zwei Jahre in Grossbritannien und somit ausserhalb 

der EU aufgehalten habe, weshalb die Zuständigkeit Deutschlands ge-

mäss der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments 

und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und 

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Seite 7 

Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines 

von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitglied-

staat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (Dublin-III-

VO) erloschen sei. Dies bereits deshalb, da es sich vorliegend nicht um ein 

Verfahren nach Dublin-III-VO handelt.  

6.3 Das SEM ist demnach in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG 

zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten. 

7.  

7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

7.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. 

Insbesondere lässt sich vorliegend ein solcher Anspruch nicht aus Art. 8 

EMRK ableiten. Denn aus dem in Art. 8 EMRK (und Art. 13 BV) gewähr-

leisteten Schutz des Familienlebens erwächst nur dann ein potenzieller An-

spruch auf Aufenthalt in der Schweiz, wenn intakte und tatsächlich gelebte 

Familienbande zu nahen Verwandten (sog. Kernfamilie) bestehen, die in 

der Schweiz über ein gefestigtes Anwesenheitsrecht verfügen. Von einem 

solchen ist ohne weiteres bei einer schweizerischen Staatsangehörigkeit 

auszugehen, ebenso bei einer Niederlassungs- oder Aufenthaltsbewilli-

gung, auf deren Verlängerung ein Anspruch besteht. Zudem fallen in Aus-

nahmesituationen auch Personen darunter, deren Anwesenheit faktisch als 

Realität hingenommen wird respektive aus objektiven Gründen hingenom-

men werden muss (vgl. Urteil des BVGer D-1448/2018 vom 14. August 

2020 E. 4.3 m.w.H.). 

Soweit aus den Akten ersichtlich, verfügt die Partnerin des Beschwerde-

führers – die sich grundsätzlich auf die Bestimmungen des Abkommens 

zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Eu-

ropäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die 

Freizügigkeit (Freizügigkeitsabkommen [FZA], SR 0.142.112.681) berufen 

könnte – über keinen schweizerischen Aufenthaltstitel und folglich über 

kein gefestigtes Anwesenheitsrecht. 

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Seite 8 

7.3 Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 

2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

8.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz – namentlich Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 

1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30], Art. 3 des 

Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-

same, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, 

SR 0.105) oder Art. 3 EMRK – einer Weiterreise der Ausländerin oder des 

Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenste-

hen (Art. 83 Abs. 3 AIG). 

8.3 Deutschland gilt als sicherer Drittstaat (vgl. Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG), 

in welchem der Beschwerdeführer Schutz vor Rückschiebung im Sinne von 

Art. 5 Abs. 1 AsylG findet. Deutschland ist sodann Signatarstaat der EMRK, 

der FoK und der FK sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 

1967 (SR 0.142.301) und kommt seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen 

Verpflichtungen grundsätzlich nach. Der Beschwerdeführer hat in Deutsch-

land internationalen Schutz erhalten, weshalb er sich auf die ihm zustehen-

den Rechte gemäss Qualifikationsrichtlinie berufen kann. Demnach beste-

hen keine Anhaltspunkte dafür, dass ihm bei einer Rückkehr nach Deutsch-

land eine menschenrechtswidrige Behandlung im Sinne von Art. 25 Abs. 3 

BV, von Art. 3 FoK und der Praxis zu Art. 3 EMRK drohen könnte. 

8.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

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Seite 9 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

8.5 Gemäss Art. 83 Abs. 5 AIG ist der Vollzug der Wegweisung in einen 

EU- oder EFTA-Staat in der Regel zumutbar. Gründe, welche diese Ver-

mutung umstossen könnten, sind keine ersichtlich. Insbesondere ist unter 

Hinweis auf die Erwägungen der Vorinstanz hervorzuheben, dass Deutsch-

land über ein funktionierendes Gesundheitssystem verfügt und der Be-

schwerdeführer etwaige gesundheitliche Probleme dort behandeln lassen 

könnte.  

Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als 

zumutbar. 

8.6 Der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers nach Deutsch-

land ist schliesslich möglich (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12). 

8.7 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit 

darauf einzutreten ist. 

10.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerde-

führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– 

festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Nina Spälti Giannakitsas Linus Sonderegger 

 

 

Versand: