# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3e350532-cfd3-5d12-9247-1a044c39d45d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-11-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.11.2025 D-8741/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-8741-2025_2025-11-26.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-8741/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 6 .  N o v e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Daniela Brüschweiler, 

mit Zustimmung von Richterin Constance Leisinger;   

Gerichtsschreiberin Susanne Burgherr. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

B._______, geboren am (…), 

beide Afghanistan,   

beide vertreten durch Marek Wieruszewski,  

(…), 

Beschwerdeführende,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Vollzug der Wegweisung (Nichteintreten auf Asylgesuche); 

Verfügung des SEM vom 6. November 2025 / N (…). 

 

 

 

D-8741/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführenden stellten am 29. August 2025 in der Schweiz 

Asylgesuche. Sie führten von den griechischen Behörden ausgestellte Rei-

sedokumente mit sich. 

B.  

Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruckdatenbank (Eurodac) er-

gab, dass sie am 23. Mai 2025 in Griechenland um Asyl ersucht hatten. 

C.  

Am 17. September 2025 stimmten die griechischen Behörden einem Rück-

übernahmeersuchen der Vorinstanz vom 8. September 2025 zu. Gleichzei-

tig bestätigten sie, dass die Beschwerdeführenden am 7. Juli 2025 als 

Flüchtlinge anerkannt und ihnen bis zum 6. Juli 2028 gültige Aufenthalts-

bewilligungen ausgestellt worden waren. 

D.  

D.a Am 1. Oktober 2025 wurde den Beschwerdeführenden im Beisein ihrer 

zugewiesenen Rechtsvertretung im Rahmen eines persönlichen Ge-

sprächs das rechtliche Gehör zu ihrem Aufenthalt in Griechenland, zum 

beabsichtigten Nichteintretensentscheid gestützt auf Art. 31a Abs. 1 Bst. a 

AsylG (SR 142.31) und zur Wegweisung nach Griechenland sowie zum 

medizinischen Sachverhalt gewährt. 

D.b Der Beschwerdeführer brachte im Wesentlichen vor, er habe Afghanis-

tan im Jahr 2019 verlassen und bis zum Jahr 2024 in C._______ gearbei-

tet. In der Folge sei er in D._______ gereist, wo er die Beschwerdeführerin, 

welche mittlerweile schwanger sei, geheiratet habe. Nach einem Aufenthalt 

von mehreren Monaten in E._______ seien sie nach Griechenland gereist. 

Beide Beschwerdeführenden machten zum Aufenthalt in Griechenland im 

Wesentlichen geltend, dort sei die Situation von Anfang an schlecht gewe-

sen und sie hätten seit ihrer Schutzgewährung weder von Seiten des Staa-

tes noch von Nichtregierungsorganisationen Unterstützung erhalten. Ihnen 

sei keine Unterkunft zur Verfügung gestellt worden und auch die Versor-

gungslage habe sich – gerade angesichts der Schwangerschaft der Be-

schwerdeführerin – äusserst schwierig gestaltet. Ausserdem lebe der Bru-

der der Beschwerdeführerin in der Schweiz. Ein von diesem Bruder ver-

fasstes Unterstützungsschreiben wurde zu den Akten gereicht. 

 

D-8741/2025 

Seite 3 

E.   

E.a Am 4. November 2025 wurde der Entscheidentwurf des SEM der 

Rechtsvertretung zur Stellungnahme ausgehändigt. 

E.b Die Beschwerdeführenden liessen am 5. November 2025 Stellung zum 

Entscheidentwurf nehmen und zeigten sich mit diesem nicht einverstan-

den. 

F.  

Mit Verfügung vom 6. November 2025 – gleichentags eröffnet – trat das 

SEM auf die Asylgesuche der Beschwerdeführenden nicht ein, ordnete ihre 

Wegweisung aus der Schweiz an und forderte sie auf, die Schweiz am Tag 

nach Eintritt der Rechtskraft der Verfügung zu verlassen, ansonsten sie in 

Haft genommen und unter Zwang nach Griechenland zurückgeführt wür-

den. Gleichzeitig beauftragte die Vorinstanz den zuständigen Kanton mit 

dem Vollzug der Wegweisung und händigte den Beschwerdeführenden die 

editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis aus. 

Für die Begründung wird auf die Ausführungen der Vorinstanz in der Ver-

fügung verwiesen. 

G.  

Mit Schreiben vom 6. November 2025 zeigte die den Beschwerdeführen-

den zugewiesene Rechtsvertretung dem SEM die Beendigung des Man-

datsverhältnisses an. 

H.  

Mit Eingabe der rubrizierten Rechtsvertretung vom 13. November 2025 

liessen die Beschwerdeführenden beim Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerde gegen die vorinstanzliche Verfügung erheben. Darin beantragten 

sie, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und sie seien wegen Un-

zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs vorläufig aufzunehmen.  

In prozessualer Hinsicht ersuchten sie um Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung (einschliesslich Verzicht auf die Erhebung eines Kosten-

vorschusses).  

Auf die Begründung der Rechtsbegehren wird – soweit für den Entscheid 

wesentlich – in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.  

I.  

Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am 

D-8741/2025 

Seite 4 

14. November 2025 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG). 

Am selben Tag bestätigte das Gericht den Eingang der Beschwerde. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-

lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig 

und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls – in der Regel und auch vorlie-

gend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden; die Be-

schwerdeführenden sind als Verfügungsadressaten zur Beschwerdefüh-

rung legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 3 AsylG; Art. 48 Abs. 1 und 

Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

1.4 Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Aus den Beschwerdeanträgen und deren Begründung ergibt sich, dass 

sich die Beschwerde ausschliesslich gegen den von der Vorinstanz ange-

ordneten Vollzug der Wegweisung richtet. Die Dispositivziffern 1 und 2 der 

vorinstanzlichen Verfügung (Nichteintreten auf die Asylgesuche und Weg-

weisung aus der Schweiz) sind mangels Anfechtung in Rechtskraft erwach-

sen und bilden nicht Gegenstand des Verfahrens. 

3.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 

2014/26 E. 5). 

4.  

Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet. Sie ist im Ver-

fahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung einer zweiten 

Richterin oder eines zweiten Richters (Art. 111 Bst. e AsylG) und mit sum-

marischer Begründung zu behandeln (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Auf die 

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Seite 5 

Durchführung eines Schriftenwechsels wurde verzichtet (Art. 111a Abs. 1 

AsylG). 

5.  

5.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

5.2 In der Beschwerde wird im Wesentlichen vorgebracht, eine Rückfüh-

rung der Beschwerdeführenden sei aufgrund der Umstände in Griechen-

land nicht möglich. Der Erhalt von medizinischer Versorgung sei für Perso-

nen mit Schutzstatus faktisch unmöglich, ebenso legales Wirtschaften. Die 

Beschwerdeführerin werde in Kürze entbinden und das Kind werde voraus-

sichtlich wegen einer möglichen (…) des (…) besondere Unterstützung 

brauchen. Eine Rückführung wäre mit den völkerrechtlichen Verpflichtun-

gen der Schweiz nicht vereinbar, ebenso wenig mit dem Kindeswohl. Zu-

sätzlich müsse die restriktive Haltung der griechischen Regierung berück-

sichtigt werden, welche die Rückübernahme von Flüchtlingen offen ab-

lehne. 

6.   

6.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz (insbesondere Art. 5 Abs. 1 AsylG, Art. 33 Abs. 1 des Abkom-

mens über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30], Art. 25 

Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen 

Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand-

lung oder Strafe [FoK, SR 0.105] und Art. 3 EMRK) einer Weiterreise der 

Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen 

Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). 

6.2 In Übereinstimmung mit der Vorinstanz, auf deren Ausführungen 

grundsätzlich verwiesen werden kann, und entgegen der Auffassung der 

Beschwerdeführenden erweist sich der Vollzug der Wegweisung nach 

Griechenland in Beachtung der völker- und landesrechtlichen 

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Seite 6 

Bestimmungen als zulässig. Bei Griechenland handelt es sich um einen 

sicheren Drittstaat, in welchem die Beschwerdeführenden Schutz vor 

Rückschiebung im Sinn von Art. 5 Abs. 1 AsylG finden. Das Land ist so-

dann Signatarstaat der EMRK, der FoK und der FK sowie des Zusatzpro-

tokolls der FK vom 31. Januar 1967 (SR 0.142.301) und kommt seinen 

diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflichtungen grundsätzlich nach. 

Zwar anerkennt das Bundesverwaltungsgericht, dass die Lebensbedingun-

gen in Griechenland für dort anerkannte Schutzberechtigte in fast allen Be-

reichen des täglichen Lebens schwierig sind und sich die Alltagsbewälti-

gung beschwerlich gestaltet. Gemäss koordinierter Praxis ist aber nicht von 

einer Situation auszugehen, in der jeder Person mit Schutzstatus eine un-

angemessene und erniedrigende Behandlung im Sinn einer Verletzung von 

Art. 3 EMRK drohen würde (vgl. die Referenzurteile des BVGer  

D-2590/2025 vom 11. September 2025 E. 8 f. sowie E-3427/2021, 

E-3431/2021 vom 28. März 2022, E. 11.2).  

6.3 Eine zwangsweise Rückweisung von Personen mit gesundheitlichen 

Problemen kann nur ganz ausnahmsweise einen Verstoss gegen Art. 3 

EMRK darstellen (vgl. BVGE 2011/9 E. 7; Urteil des Europäischen Ge-

richtshofs für Menschenrechte [EGMR] Paposhvili gegen Belgien 13. De-

zember 2016, Grosse Kammer 41738/10, §§ 180–193 m.w.H.). Eine sol-

che Situation ist vorliegend – selbst unter Berücksichtigung der gemäss 

Ultraschall beim ungeborenen Kind festgestellten Auffälligkeit beim (…) 

(vgl. SEM-Akten act. […]-30) – nicht gegeben. Zudem ist davon auszuge-

hen, dass die medizinische Versorgung in Griechenland gewährleistet ist.  

6.4 Es liegen damit keine konkreten Anhaltspunkte dafür vor, dass die Be-

schwerdeführenden bei einer Rückkehr nach Griechenland einer men-

schenunwürdigen oder erniedrigenden Behandlung ausgesetzt wären. Die 

in der Beschwerde zitierten Berichte ohne konkreten Bezug zu den Be-

schwerdeführenden vermögen an dieser Einschätzung nichts zu ändern. 

6.5 Soweit sich die Beschwerdeführerin auf ihren hierzulande wohnhaften 

Bruder beruft, ist festzuhalten, dass dieser nicht zur Kernfamilie der Be-

schwerdeführerin zählt. Allein aus dem Verwandtschaftsgrad lassen sich 

keine Ansprüche gestützt auf Art. 8 EMRK ableiten und auf ein besonderes 

Abhängigkeitsverhältnis im Sinne der relevanten Rechtsprechung ist nicht 

zu schliessen. 

6.6 Der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführenden ist somit zu-

lässig. 

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Seite 7 

7.  

7.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Der Vollzug ist schliesslich nicht 

möglich, wenn die Ausländerin oder der Ausländer weder in den Heimat- 

oder in den Herkunftsstaat noch in einen Drittstaat ausreisen oder dorthin 

gebracht werden kann (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

7.2 Gemäss Art. 83 Abs. 5 AIG ist eine Wegweisung in einen EU- oder 

EFTA-Staat vermutungsweise zumutbar. Diese Legalvermutung gilt mit Be-

zug auf Griechenland grundsätzlich auch für vulnerable Personen wie bei-

spielsweise Menschen, welche an gesundheitlichen Problemen leiden, die 

nicht als schwerwiegende Erkrankung einzustufen sind, oder schwangere 

Frauen. Hingegen erachtet das Gericht den Vollzug der Wegweisung von 

äussert vulnerablen schutzberechtigten Personen grundsätzlich als unzu-

mutbar, ausser, es bestünden besonders begünstigende Umstände, auf-

grund derer ausnahmsweise vom Gegenteil ausgegangen werden kann 

(vgl. zum Ganzen das zitierte Referenzurteil E-3427/2021, E-

3431/2021 E. 11.5.1 und E. 11.5.3). Besteht die Legalvermutung der Zu-

mutbarkeit, hat die betroffene Person die Möglichkeit, diese umzustossen. 

Dazu hat sie jedoch ernsthafte Anhaltspunkte dafür vorzubringen, dass sie 

in Griechenland aufgrund von individuellen Umständen sozialer, wirt-

schaftlicher oder gesundheitlicher Art in eine existenzielle Notlage geraten 

würde (vgl. a.a.O. E. 11.4). 

7.3 Sind Familien mit Kindern betroffen – welche auch als vulnerable Per-

sonen bezeichnet werden können –, erachtet das Bundesverwaltungsge-

richt den Vollzug der Wegweisung als zumutbar, falls günstige Vorausset-

zungen oder Umstände vorliegen. In jedem Fall sind im Rahmen der Ab-

wägung sämtliche konkreten Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen, 

wie Alter, Gesundheitszustand, Ausbildung, Fremdsprachenkenntnisse 

und Berufserfahrung der Betroffenen, aber auch ob und inwieweit sie ei-

gene, ihnen zumutbare Anstrengungen unternommen beziehungsweise 

bereits versucht haben, in Griechenland Hilfe in Anspruch zu nehmen (vgl. 

a.a.O. E. 11.5.2).  

7.4 Diese Rechtsprechung hat das Gericht jüngst in seinem Referenzurteil 

D-2590/2025 vom 11. September 2025 präzisiert. Dabei hat es festgehal-

ten, dass die Situation für Familien mit Kindern, die in Griechenland inter-

nationalen Schutz erhalten haben, nach wie vor schwierig sei und diesem 

Umstand bei der Prüfung der Frage, ob im konkreten Einzelfall die 

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Seite 8 

Vermutung der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs umgestossen 

wird, Rechnung zu tragen sei. Allerdings könne und dürfe auch von in Grie-

chenland schutzberechtigten Familien erwartet werden, dass sie konkrete 

Anstrengungen unternehmen würden, um sich in der Aufnahmegesell-

schaft zu integrieren und sich bei Bedarf an staatliche Einrichtungen oder 

karitative Organisationen zu wenden. Einzig der Verweis auf schwierige 

Aufnahme- und Lebensbedingungen genüge nicht, um den Wegweisungs-

vollzug unzulässig oder unzumutbar erscheinen zu lassen. Nur wenn es 

den Familienmitgliedern trotz glaubhafter, konkreter Anstrengungen und 

unter Ausschöpfung der vorhandenen Ressourcen nicht gelungen sei, in 

Griechenland eine Existenzgrundlage im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AIG auf-

zubauen, könne von der Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs ge-

sprochen werden (vgl. a.a.O., E. 9.8). 

7.5 Gemäss Akten handelt es sich bei den Beschwerdeführenden nicht um 

äusserst vulnerable Personen. Sie haben im Weiteren keine ernsthaften 

Anhaltspunkte dafür vorgebracht, dass sie aufgrund von individuellen Um-

ständen sozialer oder wirtschaftlicher Art bei einer Rückkehr nach Grie-

chenland in eine existenzielle Notlage geraten würden. Mit ihren Vorbrin-

gen im vorinstanzlichen Verfahren (vgl. SEM-Akten act. […]-32 und […]-

33) und den Ausführungen in der Beschwerde vermochten die Beschwer-

deführenden nicht darzutun, dass es ihnen trotz konkreter Anstrengungen 

und unter Ausschöpfung der vorhandenen Ressourcen nicht gelungen sei, 

sich in Griechenland eine Existenzgrundlage aufzubauen, zumal sie am 

7. Juli 2025 als Flüchtlinge anerkannt wurden und bereits am 29. August 

2025 in der Schweiz um Asyl nachsuchten. Zwar dürften sie bei einer Rück-

kehr nach Griechenland mit Hindernissen zu kämpfen haben; diese er-

scheinen bei zumutbarer Eigeninitiative und unter Berücksichtigung der 

mehrjährigen Berufserfahrung des Beschwerdeführers in der (…)branche 

(vgl. SEM-Akten act. […]-32 F6 ff.) jedoch nicht unüberwindbar. Es ist da-

rauf hinzuweisen, dass sich die Beschwerdeführenden als anerkannte 

Flüchtlinge auf die sogenannte Qualifikationsrichtlinie der Europäischen 

Union (Richtlinie 2011/95/EU vom 13. Dezember 2011) berufen können. 

Kapitel VII dieser Richtlinie – zu deren Einhaltung Griechenland sich völ-

kerrechtlich verpflichtet hat – regelt die den Flüchtlingen und Personen mit 

subsidiärem Schutzstatus zu gewährenden Rechte (vgl. insb. Art. 26 [Zu-

gang zu Beschäftigung], Art. 29 [Sozialhilfe] und Art. 30 [medizinische Ver-

sorgung] i.V.m. Art. 20 Abs. 2). Es obliegt den Beschwerdeführenden, ihre 

Rechte vor Ort bei den zuständigen Behörden geltend zu machen und nö-

tigenfalls auf dem Rechtsweg durchzusetzen. Die ausführlichen Erwägun-

gen der Vorinstanz enthalten zahlreiche Hinweise darauf, wie die 

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Seite 9 

Beschwerdeführenden in Griechenland zu Unterstützungsleistungen ge-

langen können (bspw. mit Blick auf Arbeit und allfällig notwendige finanzi-

elle, soziale oder medizinische Unterstützung).  

7.6 Die in Kürze bevorstehende Geburt des ersten Kindes der Beschwer-

deführenden (errechneter Geburtstermin: […] 2025 [vgl. SEM-Akten act. 

[…]-30) vermag daran nichts zu ändern. Die gemäss Ultraschall am 

23. September 2025 festgestellte Auffälligkeit beim (…) des ungeborenen 

Kindes ([…]; vgl. a.a.O.) stellt in nachvollziehbarer Weise eine Belastung 

für die Beschwerdeführenden dar, sie führt jedoch angesichts der in Grie-

chenland vorhandenen Gesundheitsversorgung nicht zur Annahme eines 

Vollzugshindernisses. Andere gesundheitliche Beeinträchtigungen sind 

aus den Akten nicht ersichtlich (vgl. SEM-Akten act. […]-32 F33 und […]-

33 F46 f.). 

Bezüglich des Einwands in der Beschwerde, das Kindeswohl stehe dem 

Vollzug entgegen, bleibt an dieser Stelle zu ergänzen, dass aus der KRK 

kein Anspruch auf einen Aufenthalt im Staat mit den für ein Kind vorteilhaf-

testen Lebensbedingungen abgeleitet werden kann (vgl. Urteil des BVGer 

E-1306/2024 vom 7. März 2024 E. 8 m.w.H.). Bei der Prüfung des Kindes-

wohls steht vielmehr das grundlegende Bedürfnis von Kindern im Vorder-

grund, in möglichst engem Kontakt mit ihren Eltern aufwachsen zu können, 

soweit es ihrem Wohl nicht schadet. Den vorliegenden Akten sind keine 

Hinweise darauf zu entnehmen, dass das Kind nach der Geburt in Grie-

chenland von seinen Eltern getrennt werden könnte.  

7.7 Nach dem Gesagten bestehen keine konkreten und glaubhaften An-

haltspunkte dafür, dass die Beschwerdeführenden in Griechenland auf-

grund von individuellen Umständen in eine existenzielle Notlage geraten 

würden. Es ist ihnen nicht gelungen, die Legalvermutung zugunsten der 

Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs umzustossen. 

7.8 Der Vollzug der Wegweisung nach Griechenland ist somit als zumutbar 

zu qualifizieren. 

7.9 Der Vollständigkeit halber bleibt anzumerken, dass es Sache der Voll-

zugsbehörden sein wird, den Umständen des vorliegenden Falles 

(Schwangerschaft beziehungsweise Geburt) bei der Bestimmung der kon-

kreten Modalitäten der Überstellung der Beschwerdeführenden (und allen-

falls des Kindes) Rechnung zu tragen. 

8.  

Der Vollzug der Wegweisung erweist sich schliesslich auch als möglich im 

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Seite 10 

Sinn von Art. 83 Abs. 2 AIG, zumal die griechischen Behörden einer Rück-

übernahme der Beschwerdeführenden, die in Griechenland über gültige 

Aufenthaltstitel verfügen, ausdrücklich zugestimmt haben. Bei dieser Sach-

lage erübrigen sich weitere Ausführungen zur geltend machten restriktiven 

Haltung der griechischen Regierung gegenüber Flüchtlingen. 

9.  

Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Vorinstanz den Wegwei-

sungsvollzug nach Griechenland zu Recht als zulässig, zumutbar und mög-

lich bezeichnet hat. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt damit 

ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1‒4 AIG). 

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 

vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

11.  

11.1 Der Antrag auf Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 

erweist sich mit dem vorliegenden Urteil als gegenstandslos. 

11.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den Beschwer-

deführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Das Gesuch um Gewäh-

rung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 

VwVG ist abzuweisen, weil sich – unbesehen der finanziellen Verhältnisse 

der Beschwerdeführenden – die Beschwerde entsprechend den vorste-

henden Erwägungen als aussichtslos erwiesen hat. Demzufolge sind die 

Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1000.– den Beschwerdeführenden 

aufzuerlegen (Art. 1‒3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 1000.– werden den Beschwerdeführenden 

auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns-

ten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die kanto-

nale Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Daniela Brüschweiler Susanne Burgherr 

 

 

Versand: