# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a9f92d81-7051-56fd-84c3-3a25e9e5d445
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-07-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.07.2017 F-2043/2015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-2043-2015_2017-07-26.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-2043/2015 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 6 .  J u l i  2 0 1 7   

Besetzung 
 Richter Martin Kayser (Vorsitz), 

Richter Andreas Trommer,  

Richter Daniele Cattaneo,    

Richter Blaise Vuille,  

Richter Antonio Imoberdorf, 

Gerichtsschreiberin Rahel Altmann. 
 

 
 

Parteien 
 A._______ 

vertreten durch lic. iur. Tarig Hassan, LL.M., Advokatur  

Kanonengasse,   

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration (SEM;  

zuvor Bundesamt für Migration, BFM) 

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Familienzusammenführung (v.A.) zu Gunsten von  

B._______, C._______ und D._______ 

 

F-2043/2015 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Am (…) reiste die eritreische Staatsangehörige A._______, geb. (…) 

(nachfolgend: Beschwerdeführerin), in die Schweiz ein und stellte glei-

chentags ein Asylgesuch.  

B.  

Mit Verfügung vom 25. Februar 2011 anerkannte die Vorinstanz die Flücht-

lingseigenschaft der damals schwangeren, HIV-positiven Beschwerdefüh-

rerin und nahm sie vorläufig in der Schweiz auf (vgl. die Akten der Vor-

instanz [nachfolgend: SEM act.] A11/7).  

C.  

Mit Entscheid der Vorinstanz vom 6. Juni 2011 wurde das am (…) in der 

Schweiz geborene Kind der Beschwerdeführerin (nachfolgend: Kind 4) als 

Flüchtling vorläufig aufgenommen (vgl. SEM act. Z 2/3). 

D.  

Das erstmals am 20. Juli 2011 gestellte Gesuch der Beschwerdeführerin 

um Familiennachzug bezüglich des Ehemanns (geb. […]) sowie der drei 

minderjährigen Kinder mit Jahrgang 2000 (nachfolgend: Kind 1), (2006) 

(nachfolgend: Kind 2) und (2010 (nachfolgend: Kind 3) wurde von der Vo-

rinstanz mit Verfügung vom 22. August 2011 abgelehnt und darauffolgend 

wiedererwägungsweise als Asylgesuch aus dem Ausland behandelt 

(vgl. Urteil des BVGer E-4275/2012 vom 25. März 2014, Sachverhalt A).  

E.  

Mit Verfügung vom 24. Juli 2012 trat die Vorinstanz auf das Asylgesuch des 

Ehemanns der Beschwerdeführerin infolge unbekannten Aufenthaltsorts 

nicht ein. Gleichentags lehnte sie mit separater Verfügung die Asylgesuche 

betreffend die Kinder 1 bis 3 ab und verweigerte ihnen die Einreise in die 

Schweiz. Die dagegen am 16. August 2012 erhobene Beschwerde wies 

das Bundesverwaltungsgericht ab (vgl. zum Ganzen das Urteil des BVGer 

E-4275/2012 vom 25. März 2014). 

F.  

Mit Eingabe vom 20. Mai 2014 reichte die Beschwerdeführerin erneut ein 

Gesuch um Familiennachzug in Bezug auf ihre im Ausland lebenden Kin-

der 1 bis 3 ein (vgl. SEM act. C5). 

F-2043/2015 

Seite 3 

G.  

Das kantonale Migrationsamt steht gemäss Stellungnahme vom 27. No-

vember 2014 dem Familiennachzugsgesuch ablehnend gegenüber (vgl. 

SEM act. C4/4). 

H.  

Mit Verfügung vom 29. Dezember 2014 gewährte die Vorinstanz der Be-

schwerdeführerin das rechtliche Gehör (vgl. SEM act. C6/4).  

I.  

Mit Verfügung vom 27. Februar 2015 lehnte das SEM das Gesuch um Fa-

miliennachzug und Einbezug der Kinder 1 bis 3 in die vorläufige Aufnahme 

der Beschwerdeführerin ab. Zur Begründung führte es im Wesentlichen die 

Sozialhilfeabhängigkeit der Beschwerdeführerin an. Für den in Äthiopien 

lebenden Ehegatten liege kein formelles Gesuch vor, weshalb sein hypo-

thetischer Beitrag an das Familieneinkommen nicht berücksichtigt werden 

könne (vgl. SEM act. C8/7). 

J.  

Mit Rechtsmitteleingabe vom 31. März 2015 beantragte die Beschwerde-

führerin neben einer Parteientschädigung die Aufhebung der vorinstanzli-

chen Verfügung sowie die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur 

Beurteilung des Gesuchs unter Einbezug des Ehegatten, eventualiter die 

Gutheissung der Beschwerde und der Bewilligung des Familiennachzugs 

bezüglich der Kinder. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um unentgeltli-

che Prozessführung (vgl. die Akten des Bundesverwaltungsgerichts [nach-

folgend: BVGer act.] 1). 

K.  

Mit Vernehmlassung vom 18. Mai 2015 hielt das SEM fest, dass der nach-

trägliche Einbezug des Ehegatten in das Gesuch der Kinder nicht möglich 

sei. Nach Abschluss des Verfahrens könne die Beschwerdeführerin jedoch 

ein neues Gesuch für ihren Ehegatten stellen. Im Übrigen halte es an den 

Erwägungen seiner Verfügung vollumfänglich fest (vgl. BVGer act. 4).  

L.  

Mit Zwischenverfügung vom 27. Mai 2015 gewährte das Bundesverwal-

tungsgericht die unentgeltliche Prozessführung (vgl. BVGer act. 6).  

M.  

Mit Replik vom 11. Juni 2015 hielt die Beschwerdeführerin sowohl am 

Rückweisungsantrag als auch am Eventualantrag fest (vgl. BVGer act. 7). 

F-2043/2015 

Seite 4 

N.  

Mit Eingabe vom 22. Oktober 2015 schilderte die Beschwerdeführerin un-

ter Beilage von Beweismitteln ihren Besuch mit Kind 4 bei ihrem Ehemann 

und den Kindern 2 und 3 in Äthiopien und wies auf deren prekäre Lage hin 

(vgl. BVGer act. 8).  

O.  

Mit Eingabe vom 3. Mai 2016 reichte die Beschwerdeführerin einen Bericht 

des erziehungsbegleitenden Schulsozialarbeiters sowie eine Standortbe-

stimmung bezüglich Kind 4 ein und betonte die grosse psychische Belas-

tung für sie und ihr Kind angesichts der Unsicherheiten hinsichtlich des 

Ausgangs des Familiennachzugsgesuchs (vgl. BVGer act. 11).  

P.  

Mit Eingabe vom 25. Mai 2016 übermittelte die Beschwerdeführerin einen 

psychiatrischen Arztbericht vom 20. Mai 2016 mit entsprechenden Beila-

gen. Demnach leide sie an einer rezidivierenden depressiven Störung mit 

mittelschwerer bis schwerer Ausprägung, welche im engen Zusammen-

hang zur Häufigkeit des Kontakts mit ihrer Familie stehe (vgl. BVGer 

act. 12).  

Q.  

Mit Eingabe vom 22. März 2017 aktualisierte die Beschwerdeführerin den 

Sachverhalt unter Beilage eines Arztberichts vom 15. März 2017 und er-

suchte um rasche Urteilsfällung (vgl. BVGer act. 17). 

R.  

Am 31. März 2017 stellte die Beschwerdeführerin dem Gericht einen kur-

zen Bericht des Fachpsychologen für Kinder- und Jugendpsychologie vom 

30. März 2017 betreffend Kind 4 zu (vgl. BVGer act. 18). 

S.  

Auf den weiteren Akteninhalt wird unter Einbezug des Dossiers 

E-4275/2012 – soweit rechtserheblich – in den Erwägungen eingegangen.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG, welche von einer der in 

F-2043/2015 

Seite 5 

Art. 33 VGG aufgeführten Behörden erlassen wurden. Darunter fallen unter 

anderem Verfügungen des SEM betreffend Familiennachzug nach Art. 85 

Abs. 7 des Ausländergesetzes (AuG, SR 142.20). Eine Ausnahme nach 

Art. 32 VGG liegt nicht vor. 

1.2 Das Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet 

sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (vgl. 

Art. 37 VGG). 

1.3 Als Beschwerdeführende waren ursprünglich die Kinder 1 bis 3, alle 

handelnd durch ihre Mutter, rubriziert. Gesuchstellerin, Vertreterin der Kin-

der und Adressatin der angefochtenen Verfügung ist jedoch letztere, wes-

halb sie als Beschwerdeführerin im Rubrum aufzuführen ist. Vom entspre-

chenden Rubrumwechsel ist Vormerk zu nehmen. Die Beschwerdeführerin 

ist zur Beschwerde legitimiert (vgl. Art. 48 Abs. 1 VwVG).  

1.4 Gegenstand des vorinstanzlichen Entscheids bildet das Gesuch um 

Familiennachzug der Kinder 1, 2 und 3 und deren Einbezug in die vorläu-

fige Aufnahme der Beschwerdeführerin. Für den Ehemann ist kein Gesuch 

gestellt worden. Die beantragte Rückweisung der Sache an die Vorinstanz 

zwecks Einbezugs des Ehegatten hat zum ursprünglichen Gesuchverfah-

ren deshalb keinen Bezug. Die Argumentation der Beschwerdeführerin, der 

Nachzug ihres Ehegatten sei für das Wohl der Kinder notwendig, schlägt 

insofern fehl, als der Einbezug von weiteren Personen im Beschwerdever-

fahren eine unzulässige Erweiterung des Streitgegenstandes darstellen 

würde (vgl. Urteil des BVGer E-4233/2015 vom 29. Juli 2015 E. 1.2; ANDRÉ 

MOSER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz 

über das Verwaltungsverfahren [VwVG], 2008, Art. 52 N. 3). Demgemäss 

ist auf die von der Beschwerdeführerin gestellten Anträge bezüglich ihres 

Ehemanns, insbesondere den Antrag auf Rückweisung unter dessen Ein-

bezug, nicht einzutreten. Die frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde (vgl. Art. 50 und 52 Abs. 1 VwVG) erfüllt die Sachurteilsvoraus-

setzungen jedoch insoweit, als sie das Familiennachzugsgesuch der Kin-

der 1, 2 und 3 zum Gegenstand hat.  

1.5 Auf die Erteilung einer Bewilligung nach Art. 85 Abs. 7 AuG besteht in 

der Regel kein Anspruch (siehe dazu nachfolgend E. 4 ff.). Die Beschwerde 

ans Bundesgericht ist daher grundsätzlich ausgeschlossen (vgl. Art. 83 

Bst. c Ziff. 1–3 BGG, BGE 139 I 330 E. 1 und 137 I 284 E. 1 sowie Urteil 

des BGer 2C_639/2012 vom 13. Februar 2013 E. 1). 

F-2043/2015 

Seite 6 

2.  

Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 

von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-

messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-

lichen Sachverhalts sowie die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49 

VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet das Bundesrecht von Am-

tes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der 

Begehren nicht gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als 

den geltend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. Massgebend 

ist grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt seines Entscheids 

(vgl. BVGE 2014/1 E. 2). 

3.  

3.1 Die Beschwerdeführerin macht zunächst geltend, Art. 51 Abs. 4 des 

Asylgesetzes (AsylG, SR 142.31) sei – angesichts des Verweises von 

Art. 85 Abs. 7 AuG i.V.m. Art. 74 Abs. 5 der Verordnung vom 24. Oktober 

2007 über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (VZAE, SR 142.201) 

– analog anzuwenden und Flüchtlingen mit vorläufiger Aufnahme ebenso 

wie Flüchtlingen mit Asylstatus der Familiennachzug zu gewähren. 

3.2 Nach Art. 51 Abs. 1 AsylG werden Ehegatten von Flüchtlingen und ihre 

minderjährigen Kinder als Flüchtlinge anerkannt und erhalten Asyl, wenn 

keine besonderen Umstände dagegen sprechen. Wurden die gemäss die-

ser Bestimmung anspruchsberechtigten Personen durch die Flucht ge-

trennt und befinden sie sich im Ausland, ist ihre Einreise auf Gesuch hin zu 

bewilligen (Art. 51 Abs. 4 AsylG).  

3.3 Gemäss Art. 85 Abs. 7 AuG können Ehegatten und ledige Kinder unter 

18 Jahren von in der Schweiz vorläufig aufgenommenen Personen und 

vorläufig aufgenommenen Flüchtlingen frühestens drei Jahre nach Anord-

nung der vorläufigen Aufnahme nachgezogen und in diese eingeschlossen 

werden, wenn sie mit diesen zusammenwohnen (Bst. a), eine bedarfsge-

rechte Wohnung vorhanden (Bst. b) und die Familie nicht auf Sozialhilfe 

angewiesen ist (Bst. c). In Konkretisierung dieser Bestimmung sieht Art. 74 

VZAE vor, dass Gesuche für Kinder unter 12 Jahren innerhalb von fünf 

Jahren und solche für Kinder über 12 Jahre innerhalb von zwölf Monaten 

nach Ablauf der dreijährigen Karenzfrist eingereicht werden müssen 

(vgl. Abs. 3). Ein nachträglicher Familiennachzug kann nur bewilligt wer-

den, wenn wichtige familiäre Gründe geltend gemacht werden 

(vgl. Abs. 4). Beim Entscheid über die Gewährung des Familiennachzugs 

F-2043/2015 

Seite 7 

ist der besonderen Situation von vorläufig aufgenommenen Flüchtlingen 

Rechnung zu tragen (vgl. Abs. 5). 

3.4 Der am 1. Januar 2008 in Kraft getretene Art. 85 Abs. 7 AuG geht in der 

Sache auf Art. 14c Abs. 3bis des Bundesgesetzes vom 26. März 1931 über 

Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (ANAG, BS 1 121) zurück. Mit 

dieser am 1. Januar 2007 in Kraft getretenen Bestimmung wurde der Fa-

miliennachzug für vorläufig aufgenommene Flüchtlinge und vorläufig auf-

genommene Personen erstmals auf bundesgesetzlicher Ebene geregelt. 

Bis dahin konnten sich vorläufig aufgenommene Flüchtlinge gemäss der 

Rechtsprechung der ehemaligen Schweizerischen Asylrekurskommission 

(ARK) in analoger Anwendung auf den günstigeren Art. 51 AsylG berufen 

(vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der ARK [EMARK] 2006 Nr. 7 

E. 7.4 f.). Art. 85 Abs. 7 AuG statuiert wie bereits Art. 14c Abs. 3bis ANAG 

ein strengeres Nachzugsregime und ist überdies spezifisch auf vorläufig 

aufgenommene Flüchtlinge und vorläufig aufgenommene Personen zuge-

schnitten. Als die besondere Bestimmung geht er Art. 58 AsylG und als die 

jüngere Art. 51 AsylG vor (Urteil des BVGer F-2186/2015 vom 6. Dezem-

ber 2016 E. 5.2). 

3.5 Die Beschwerdeführerin befindet sich seit dem 25. Februar 2011 im 

Status eines vorläufig aufgenommenen Flüchtlings. Das Familiennach-

zugsgesuch für die sich im Heimatland beziehungsweise in einem Dritt-

staat aufhaltenden Kinder 1, 2 und 3 ist somit allein unter dem Gesichts-

punkt von Art. 85 Abs. 7 AuG i.V.m. Art. 74 VZAE zu prüfen. 

4.  

Der Wortlaut von Art. 85 Abs. 7 AuG deckt sich, von der dreijährigen War-

tefrist für vorläufig Aufgenommene abgesehen, mit demjenigen des Fami-

liennachzugs für Ehegatten und Kinder von Personen mit Aufenthaltsbe-

willigung nach Art. 44 AuG. Die Fristen zur Einreichung eines ordentlichen 

Nachzugsgesuchs sowie die Gutheissung nachträglich eingereichter Ge-

suche sind ebenfalls identisch formuliert (vgl. Art. 85 Abs. 7 AuG i.V.m. 

Art. 74 der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt 

und Erwerbstätigkeit [VZAE, SR 142.201], Art. 47 AuG i.V.m. Art. 73 VZAE 

sowie Art. 75 VZAE). In historischer Auslegung ergibt sich im Weiteren, 

dass der vom Bundesrat vorgeschlagene Gesetzeswortlaut im Rahmen 

des Differenzbereinigungsverfahrens materiell-rechtlich angepasst wurde 

(vgl. den Antrag der Kommission zu Art. 14c des Bundesgesetzes vom 

26. März 1931 über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer [ANAG, 

BS 1 121] in AB 2005 S 379 f.; vgl. ferner AB 2005 S 322, 340 ff. und 

F-2043/2015 

Seite 8 

AB 2005 N 1158 ff., auch zum Folgenden). Der Gesetzgeber beabsichtigte 

primär die Regelung des rechtlichen Status vorläufig Aufgenommener und 

damit deren verbesserte Integration. Im Speziellen wurde der uneinge-

schränkte Zugang zur Erwerbstätigkeit sowie der Familiennachzug mit ei-

ner Wartefrist von drei Jahren als Neuerung gegenüber dem Entwurf des 

Bundesrats hervorgehoben (vgl. insb. für die Kommission die Voten Heber-

lein, AB 2005 S 340 f., und Müller, AB 2005 N 1159; vgl. demgegenüber die 

Botschaft des Bundesrats vom 4. September 2002 [BBl 2002 6845, 6911] 

sowie den entsprechenden Entwurf [BBl 2002 6938, 6958]). Aufgrund einer 

historischen, grammatikalischen und systematischen Auslegung ist des-

halb bei der Beurteilung der Voraussetzungen von Art. 85 Abs. 7 

Bst. a bis c AuG die Rechtsprechung des Bundesgerichts und des Bundes-

verwaltungsgerichts im Anwendungsbereich von Art. 44 AuG analog zu 

übernehmen (vgl. Urteile des BGer 2C_1045/2014 vom 26. Juni 2015 

E. 1.1.1 und 2C_639/2012 vom 13. Februar 2013 E. 1.2.1; Urteil des 

BVGer E-7073/2013 vom 6. Oktober 2015 E. 4.2; RUEDI ILLES, in: Caroni/ 

Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Stämpflis Handkommentar zum Bundesgesetz 

über die Ausländerinnen und Ausländer [nachfolgend: SHK AuG], 2010, 

Art. 85 N. 24).  

Aus den Materialien geht nicht hervor, dass die Räte bewusst von völker-

rechtlichen Verpflichtungen abweichen wollten. Über die Geltung der Schu-

bert-Praxis, wonach bei einem bewussten Abweichen vom Völkerrecht das 

Landesrecht Vorrang hat, braucht im vorliegenden Fall deshalb nicht ent-

schieden zu werden. Zudem ist das Zulassungskriterium des Vorhanden-

seins hinreichender finanzieller Mittel und damit der Entlastung der Sozial-

hilfe und der öffentlichen Finanzen als Voraussetzung des Familiennach-

zugs konventionsrechtlich anerkannt (BGE 139 I 330 E. 3.2. m.w.H. zur 

Rechtsprechung des EGMR). Die materiell-rechtlichen Voraussetzungen 

von Art. 85 Abs. 7 Bst. a bis c AuG sind damit einer völkerrechtskonformen 

Auslegung grundsätzlich zugänglich (vgl. zur Frage der Völkerrechtskon-

formität der vorliegend nicht streitigen dreijährigen Wartefrist das Urteil des 

BGer 2C_639/2012 vom 13. Februar 2013 E. 4.5.2). Die Bewilligung im 

Falle des Vorliegens der Voraussetzungen für einen Familiennachzug liegt 

mithin im pflichtgemäss auszuübenden Ermessen der Behörden. Ein An-

spruch auf Erteilung besteht wie bereits ausgeführt grundsätzlich nicht (vgl. 

BGE 139 I 330 E. 2 m.w.H. sowie vorn E. 1.5).  

5.  

5.1 Das am 20. Mai 2014 eingereichte Familiennachzugsgesuch wurde 

nach Ablauf der dreijährigen Karenzfrist und innerhalb der vorgesehenen 

F-2043/2015 

Seite 9 

Fristen eingereicht (vgl. Art. 85 Abs. 7 AuG i.V.m. Art. 74 Abs. 3 VZAE, 

auch zum Folgenden; vgl. auch BGE 136 II 497 E. 3.4 sowie Urteil des 

BGer 2C_201/2015 vom 16. Juli 2015 E. 3 m.w.H.). Die Beschwerdeführe-

rin beabsichtigt zudem, künftig mit ihren nachzuziehenden Kindern zu-

sammenzuwohnen. Hinsichtlich der Voraussetzung der bedarfsgerechten 

Wohnung kann ihr nicht zugemutet werden, dass sie bereits zum Zeitpunkt 

der Gesuchstellung über entsprechende Räumlichkeiten verfügen müsste 

(vgl. Urteil des BVGer F-7288/2014 vom 5. Dezember 2016 E. 5.2). Es 

wäre ihr angesichts der vorliegenden Aktenlage grundsätzlich möglich, bei 

einer allfälligen Gutheissung des Gesuchs eine angemessene Wohnung 

zu finden. Die Vorinstanz lehnte das Familiennachzugsgesuch denn auch 

im Wesentlichen wegen der Sozialhilfeabhängigkeit der Beschwerdeführe-

rin ab. Nach Ansicht der Beschwerdeführerin ist ein Familiennachzug dem-

gegenüber nur bei Gefahr einer fortgesetzten und erheblichen Fürsorge-

abhängigkeit zu verweigern und die finanziellen Möglichkeiten aller Fami-

lienangehörigen über längere Sicht hinweg zu beurteilen. 

5.2 Sozialhilfeunabhängigkeit wird in der Praxis grundsätzlich dann ange-

nommen, wenn die Eigenmittel das Niveau erreichen, ab dem gemäss 

Richtlinie der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (SKOS) kein So-

zialhilfeanspruch resultiert (Urteil des BVGer E-2371/2015 vom 3. Novem-

ber 2015 E. 5.1 m.w.H.; vgl. auch das Urteil des BGer 2C_674/2013 vom 

23. Januar 2014 E. 4.4). Bei der Beurteilung der Sozialhilfeabhängigkeit 

nach Art. 85 Abs. 7 AuG sind die statusspezifischen Umstände von Flücht-

lingen mit zu berücksichtigen (Art. 74 Abs. 5 VZAE; vgl. BGE 139 I 330 

E. 3.1 f. und Urteil des BGer 2C_674/2013 vom 23. Januar 2014 E. 3.1, je 

m.w.H. zum Abkommen vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der 

Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30], insb. mit Verweis auf Art. 23 FK, wonach 

Flüchtlingen ohne ausländerrechtliche Folgen "die gleiche Fürsorge und 

öffentliche Unterstützung wie den Einheimischen" geschuldet ist). Im Hin-

blick auf das öffentliche Interesse kann es sich rechtfertigen, den Familien-

nachzug eines (vorläufig aufgenommenen) Flüchtlings zu verweigern, 

wenn damit die Gefahr einer fortgesetzten und erheblichen Fürsorgeab-

hängigkeit einhergeht (vgl. BGE 139 I 330 E. 3.2 und 4.1 m.w.H.). Dabei ist 

von den aktuellen Verhältnissen des hier anwesenheitsberechtigten Fami-

lienangehörigen sowie den wahrscheinlichen finanziellen Entwicklungen 

unter Berücksichtigung der finanziellen Möglichkeiten aller Familienmitglie-

der auf längere Sicht auszugehen. Die prospektive Einschätzung der künf-

tigen Fürsorgeabhängigkeit setzt folglich eine Gesamtbetrachtung unter 

Einbezug der spezifischen flüchtlingsrechtlichen Situation voraus, wobei 

F-2043/2015 

Seite 10 

die Bemühungen des Flüchtlings, sich hier zu integrieren und für seine Fa-

milie eigenständig aufkommen zu können, sowie die mittel- bis längerfristig 

zu erwartende Situation zu berücksichtigen sind (vgl. BGE 139 I 330 E. 4.1 

m.H. sowie Urteil des BGer 2C_674/2013 vom 23. Januar 2014, E. 4.1 ff. 

[insb. E. 4.3 m.H. zur Rechtsprechung des EGMR]). Unternimmt der aner-

kannte Flüchtling alles ihm Zumutbare, um auf dem Arbeitsmarkt seinen 

eigenen und den Unterhalt der Familie möglichst autonom bestreiten zu 

können, und hat er auf dem Arbeitsmarkt wenigstens bereits teilweise Fuss 

gefasst, muss dies genügen, um das Familienleben in der Schweiz zuzu-

lassen. Bedingung dafür ist, dass der anerkannte Flüchtling trotz dieser 

Bemühungen innerhalb der für den Familiennachzug geltenden Fristen un-

verschuldet keine Situation zu schaffen vermag, die es ihm erlaubt, die ent-

sprechende Voraussetzung von Art. 85 Abs. 7 Bst. c AuG zu erfüllen, sich 

der Fehlbetrag in vertretbarer Höhe hält und in absehbarer Zeit vermutlich 

ausgeglichen werden kann (vgl. zum Ganzen BGE 139 I 330 E. 4 m.w.H.; 

vgl. auch die Urteile des BGer 2C_674/2013 vom 23. Januar 2014 E. 4 und 

2C_320/2013 vom 11. Dezember 2013 E. 4, m.w.H. zur Rechtsprechung 

des EGMR).  

5.3 Die Beschwerdeführerin lebt seit sechs Jahren in der Schweiz und hat 

hier ihr jüngstes Kind zur Welt gebracht. Sie hat am (…) den Lehrgang 

Pflegehelferin Schweizerisches Rotes Kreuz (SRK) abgeschlossen und 

verfügt seit dem (…) über einen unbefristeten Arbeitsvertrag zu einem Be-

schäftigungsgrad von 60 Prozent (…) (vgl. SEM act. N C5). Gemäss den 

Akten erzielt die Beschwerdeführerin ein Nettoeinkommen von 

Fr. 2'009.80. Ihre Ausgaben belaufen sich insgesamt auf Fr. 3'662.20, be-

stehend aus dem Grundbedarf von Fr. 1'495.00, der medizinischen Grund-

versorgung in Höhe von Fr. 545.20, Wohnkosten in der Höhe von 

Fr. 1'222.00 sowie Zulagen beziehungsweise einem Einkommensfreibe-

trag in der Höhe von Fr. 400.00. Der gemäss SKOS-Richtlinie budgetierte 

Auszahlungsbetrag der Sozialhilfe mit Stand vom Mai 2015 belief sich so-

mit auf Fr. 1'652.40 (vgl. BVGer act. 5/Beilage 2 Verfügung: Sozialhilfe Mai 

2015). Gestützt auf diesen Sachverhalt ist unbestritten, dass die Beschwer-

deführerin derzeit von der Sozialhilfe abhängig ist (vgl. BVGer act. 5/Bei-

lage 1 Bestätigung Sozialhilfe Unterstützung). 

5.4 Nebst der aktuellen Situation ist jedoch auch die voraussichtlich künf-

tige Entwicklung der Sozialhilfeabhängigkeit zu berücksichtigen: Mit dem 

Familiennachzug der drei minderjährigen Kinder würde – gemäss den von 

der Beschwerdeführerin nicht widerlegten beziehungsweise bestrittenen 

Angaben der Vorinstanz respektive des kantonalen Migrationsamts – die 

F-2043/2015 

Seite 11 

Beschwerdeführerin aufgrund der zu erwartenden Familienzulagen bei 

gleichbleibenden Anstellungsbedingungen ein geschätztes monatliches 

Einkommen von Fr. 3'580.00 erzielen. Demgegenüber würden sich die 

Ausgaben nach den SKOS-Richtlinien auf gut Fr. 4'197.00 belaufen (vgl. 

SEM act. C4 und C5). Die Argumentation der Beschwerdeführerin, wonach 

sich der Ehemann um die nachzuziehenden Kinder kümmern und sie ent-

sprechend das Arbeitspensum erhöhen könnte, vermag insofern nicht zu 

überzeugen, als – wie dargelegt – die Einreise des Ehemanns nicht Ge-

genstand des vorliegenden Verfahrens bildet (siehe vorn E. 1.4). Das in 

der Schweiz lebende Kind 4 besucht derzeit den Kindergarten (vgl. BVGer 

act. 11 und 18). Die Beschwerdeführerin scheint äusserst bemüht, sich in 

der Schweiz beruflich und sozial zu integrieren. Es ist jedoch davon aus-

zugehen, dass im Falle des Nachzugs der drei minderjährigen Kinder im 

Alter von (…), (…) und (…) Jahren bei der Beschwerdeführerin zusätzliche 

Kosten anfallen würden und sie diese mit ihrem derzeitigen Lohn nicht de-

cken könnte. Zudem wäre fraglich, inwiefern die Beschwerdeführerin an-

gesichts der Betreuung von vier minderjährigen Kindern ihr Arbeitspensum 

aufrechterhalten könnte. Es ist demzufolge auch in Zukunft von einer wei-

ter bestehenden Sozialhilfeabhängigkeit beziehungsweise im Fall der Gut-

heissung des Gesuchs von deren erheblicher Erhöhung auszugehen. Er-

schwerend kommt hinzu, dass die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer psy-

chischen Leiden den geplanten Beginn für die berufsbegleitende Ausbil-

dung für eine verkürzte Lehre zur Fachfrau Gesundheit verschieben 

musste (vgl. BVGer act. 17). Auch wenn sie angesichts des Vorgebrachten 

sehr bemüht ist, künftig nicht mehr von der Sozialhilfe abhängig zu sein, 

bleibt zu bezweifeln, ob sie mit dem Familiennachzug der drei minderjähri-

gen Kinder und den daraus resultierenden Pflichten ihr Arbeitspensum min-

destens gewährleisten und ihre Ausbildung wahrnehmen könnte. Die Be-

schwerdeführerin bestätigte sodann selbst, im Falle des Nachzugs der min-

derjährigen Kinder ohne Ehemann ihr Arbeitspensum nicht steigern zu kön-

nen (vgl. BVGer act. 1/Beschwerdeschrift S. 8). Die Tatsache, dass sie ein 

Nachzugsgesuch für ihren Ehemann unterlassen hat, muss ihr zugeschrie-

ben werden. Damit ist im vorliegenden Fall von einer fortgesetzten und er-

heblichen Fürsorgeabhängigkeit auszugehen (vgl. BGE 139 I 330 E. 3.2 

und 4.1 m.w.H.). Zumindest eines der kumulativen Kriterien von Art. 85 

Abs. 7 AuG ist damit nicht erfüllt.  

6.  

6.1 Die Beschwerdeführerin bestreitet nicht, dass eine fortgesetzte und er-

hebliche Sozialhilfeabhängigkeit aufgrund von Art. 85 Abs. 7 Bst. c AuG an 

sich zu einer Abweisung des Gesuchs um Familiennachzug führt. Sie hält 

F-2043/2015 

Seite 12 

demgegenüber einen Anspruch auf Familiennachzug gestützt auf Art. 8 

EMRK als gegeben. Da sie als Flüchtling anerkannt worden sei und die 

unveränderte Lage in Eritrea eine baldige Aufhebung der vorläufigen Auf-

nahme ausschliesse, sei von einem gefestigten Aufenthaltsrecht auszuge-

hen. Die Ablehnung des Gesuchs würde einen übermässigen Eingriff in 

Art. 8 EMRK bedeuten und wäre somit unzulässig. Die Vorinstanz hält 

demgegenüber fest, dass die Beschwerdeführerin nicht über ein faktisches 

Aufenthaltsrecht verfüge, weshalb sie sich nicht auf Art. 8 EMRK berufen 

könne. Schliesslich liesse sich auch aus der Kinderrechtskonvention nichts 

zu ihren Gunsten ableiten. So habe die Beschwerdeführerin ihren Heimat-

staat freiwillig verlassen und damit die Trennung mit ihrer Familie durch ihr 

eigenes Verhalten herbeigeführt. Allenfalls bestehe auch die Möglichkeit, 

dass die Familieneinheit in Äthiopien gelebt werde, sei es dort für eritrei-

sche Staatsangehörige doch verhältnismässig einfach, eine Aufenthaltsbe-

willigung zu erhalten.  

6.2 Art. 8 Ziff. 1 EMRK garantiert den Schutz des Familienlebens, welches 

in erster Linie die Kernfamilie, das heisst die Gemeinschaft der Ehegatten 

mit ihren minderjährigen Kindern, umfasst (vgl. BGE 135 I 143 E. 1.3.2 und 

129 II 11 E. 2). Die Garantie kann verletzt sein, wenn einer ausländischen 

Person, deren Familienangehörige in der Schweiz weilen, die Anwesenheit 

untersagt und damit das Familienleben vereitelt wird. Das in Art. 8 EMRK 

beziehungsweise Art. 13 BV geschützte Recht ist berührt, wenn eine nahe, 

echte und tatsächlich gelebte familiäre Beziehung einer gefestigt anwesen-

heitsberechtigten Person beeinträchtigt wird, ohne dass es dieser möglich 

beziehungsweise zumutbar wäre, ihr Familienleben andernorts zu pflegen 

(BGE 143 I 21 E. 5.1 und 139 I 330 E. 2.1, je m.w.H.). Gemäss bundesge-

richtlicher Rechtsprechung können sich auch solche Personen auf Art. 8 

EMRK berufen, die kein gefestigtes Aufenthaltsrecht haben, deren Anwe-

senheit in der Schweiz jedoch faktisch als Realität hingenommen wird be-

ziehungsweise aus objektiven Gründen hingenommen werden muss 

(vgl. Urteile des BGer 2C_360/2016 vom 31. Januar 2017 E. 5.2 ff. und 

2C_639/2012 vom 13. Februar 2013 E. 4.4. ff. m.H.; vgl. zur Rechtspre-

chung des EGMR die Urteile Jeunesse gegen Niederlande vom 3. Oktober 

2014 [Nr. 12738/10] § 103 ff. m.w.H., Agraw gegen Schweiz vom 29. Juli 

2010 [Nr. 3295/06] § 44 ff. und Mengesha Kimfe gegen Schweiz vom 

29. Juli 2010 [Nr. 24404/05] § 61 ff.).  

6.3 Gemäss der Definition von Art. 3 Abs. 1 AsylG sind Flüchtlinge Perso-

nen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, 

F-2043/2015 

Seite 13 

wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimm-

ten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaf-

ten Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen 

Nachteilen ausgesetzt zu werden. Personen, denen die Flüchtlingseigen-

schaft anerkannt wird, bei denen aber Asylausschlussgründe vorliegen 

(z.B. subjektive Nachfluchtgründe, d.h. die Schaffung von Fluchtgründen 

durch oder nach Ausreise aus dem Heimatland), erhalten in der Schweiz 

den Status der vorläufigen Aufnahme (vgl. Art. 83 Abs. 8 AuG i.V.m. Art. 53 

und 54 AsylG). Anerkannte Flüchtlinge, ob vorläufig aufgenommen oder mit 

Asyl, können in der Regel nicht nur vorübergehend, sondern langfristig 

nicht mehr in ihren Herkunftsstaat zurückkehren (siehe den Bericht des 

Bundesrats vom 12. Oktober 2016 "Vorläufige Aufnahme und Schutzbe-

dürftigkeit: Analyse und Handlungsoptionen", insb. S. 9, 18 ff. und 30 ff. 

[www.sem.admin.ch> Publikationen & Service > Allgemeine Berichte, ab-

gerufen im Juni 2017; nachfolgend: Bericht Bundesrat]). Ihr Aufenthalt in 

der Schweiz muss in den vorwiegenden Fällen zumindest faktisch als Re-

alität hingenommen werden (Bericht Bundesrat, S. 18; MARTINA 

CARONI/TOBIAS GRASDORF-MEYER/LISA OTT/NICOLE SCHEIBER, Migrations-

recht, 3. Aufl. 2014, S. 289 f.). Sowohl die Tatsache, dass ein Grossteil der 

vorläufig aufgenommenen Flüchtlinge in der Schweiz verbleiben, als auch 

die Notwendigkeit einer Einzelfallbeurteilung hinsichtlich der Dauer des 

Aufenthalts wurde bereits vom Gesetzgeber festgestellt (vgl. Voten Heber-

lein, AB 2005 S 340 f., Blocher, AB 2005 S 343 und Müller, 

AB 2005 N 1159). Angesichts der zunehmenden Aufweichung des Begriffs 

des faktischen Anwesenheitsrechts durch das Bundesgericht (vgl. Urteile 

des BGer 2C_360/2016 vom 31. Januar 2017 E. 5.2 und 2C_639/2012 

vom 13. Februar 2013 E. 1.2.2, E. 4.4 ff., insb. E. 4.5.2 e contrario m.w.H. 

["on peut douter que de simples considérations financières permettent de 

justifier le refus d'une demande de regroupement familial sous l'angle de 

l'art. 8 § 2 CEDH, lorsqu'un des membres de la famille est titulaire d'une 

admission provisoire"]; vgl. ferner BGE 143 I 437 E. 4.1, in welchem das 

Bundesgericht unabhängig vom Aufenthaltsstatus der Beschwerdeführen-

den [abgewiesene Asylsuchende] eine Berufung auf Art. 8 EMRK bejahte, 

BGE 141 I 49 E. 3.7 am Ende, sowie Urteil 2C_1045/2014 vom 26. Juni 

2015 E 1.1.1 ff.), der ständigen Rechtsprechung des Europäischen Ge-

richtshofs für Menschenrechte (vgl. insb. die Urteile Jeunesse § 103 ff., 

Tanda-Muzinga gegen Frankreich vom 10. Juli 2014 [Nr. 2260/10] 

§ 75 f., 82 und Mugenzi gegen Frankreich vom 10. Juli 2014 [Nr. 52701/09] 

§ 54 f., 62, je m.w.H.) sowie der zitierten Analyse des Bundesrats erscheint 

es angezeigt, bei Familiennachzugsgesuchen von (vorläufig aufgenomme-

nen) Flüchtlingen betreffend deren Ehegatten und minderjährigen Kindern 

F-2043/2015 

Seite 14 

ein faktisches Aufenthaltsrecht anzunehmen und die Dauer des Aufenthalts 

erst in der Güterabwägung zu berücksichtigen. Dabei geht es nicht um die 

Vorwegnahme eines Anspruchs auf Familiennachzug, sondern lediglich 

um die Prüfung, ob dem Familienleben des Flüchtlings bei der Beurteilung 

der Anspruchsvoraussetzungen in zureichender Weise Rechnung getra-

gen wurde (vgl. Urteil des BGer 2C_674/2013 vom 23. Januar 2014 E. 4.3 

mit Verweis auf das Urteil 2C_320/2013 vom 11. Dezember 2013 E. 3.3.3). 

Die weiteren einzelfallspezifischen Umstände – insbesondere die Inkauf-

nahme der Trennung der Familie, allfällige Kontaktmöglichkeiten in einem 

Drittstaat sowie die Beurteilung des weiteren Verbleibs in der Schweiz an-

gesichts der Situation im Heimatland – sind ebenfalls in die Interessenab-

wägung nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK miteinzubeziehen (vgl. hinten E. 7; vgl. 

ferner ANDREAS ZÜND/THOMAS HUGI YAR, Aufenthaltsbeendende Massnah-

men im schweizerischen Ausländerrecht, insbesondere unter dem Aspekt 

des Privat- und Familienlebens, EuGRZ 2013, N. 29 ff. m.w.H; PETER 

UEBERSAX, Die EMRK und das Migrationsrecht aus der Sicht der Schweiz, 

in: Breitenmoser/Ehrenzeller [Hrsg.], EMRK und die Schweiz, 2010, 

S. 231 f.; MARTINA CARONI, in: SHK AuG, Vorbemerkungen zu Art. 42–52 

N. 57).  

6.4 Aufgrund ihrer Anerkennung als (vorläufig aufgenommener) Flüchtling 

sowie angesichts der Tatsache, dass eine Aufhebung ihres rechtlichen Sta-

tus in absehbarer Zukunft nicht anzunehmen ist, kann im Fall der Be-

schwerdeführerin – im Sinne des soeben Erwähnten – ein faktisches Auf-

enthaltsrecht angenommen werden.  

6.5 Die Beziehung zwischen der Beschwerdeführerin und ihren drei min-

derjährigen Kindern ist unter dem Blickwinkel von Art. 8 EMRK differenziert 

zu betrachten. Die beiden jüngeren Kinder leben zusammen mit ihrem Va-

ter in Äthiopien. Im Jahr 2015 besuchte die Beschwerdeführerin gemein-

sam mit ihrem jüngsten Kind ihren Ehemann sowie die beiden Kinder wäh-

rend vier Wochen (vgl. BVGer act. 8 inkl. Beilage 1). Angesichts der Aus-

führungen ist von einer glaubhaften, nahen und echten Beziehung zwi-

schen ihr und ihren beiden in Äthiopien lebenden Kindern auszugehen. Der 

älteste Sohn, mittlerweile 17-jährig, lebt gemäss Akten nach wie vor in Erit-

rea bei seiner Grossmutter mütterlicherseits (vgl. BVGer act. 1/Beschwer-

deschrift S. 4). Über eine tatsächlich gelebte Beziehung zwischen der Mut-

ter und ihrem ältesten Kind, zu dessen leiblichen Vater die Beschwerde-

führerin keinen Kontakt hat, lassen sich den Akten keine Angaben entneh-

men. Mit Verweigerung des Familiennachzugs besteht ein Eingriff in den 

Schutzbereich von Art. 8 EMRK bezüglich der beiden jüngeren Kinder, 

F-2043/2015 

Seite 15 

nicht jedoch betreffend das älteste Kind (vgl. Urteil des BGer 

2C_1045/2014 vom 26. Juni 2015 E. 1.1.2 m.w.H. zur Rechtsprechung des 

Bundesgerichts sowie E. 1.1.3 mit Verweis auf das Urteil 2C_639/2012 

vom 13. Februar 2013).  

6.6 Im Weiteren erscheint es der Beschwerdeführerin und ihrem in der 

Schweiz geborenen Kind "nicht von vornherein ohne weiteres zumutbar", 

das Familienleben im Ausland, namentlich Äthiopien, zu führen (vgl. BGE 

135 I 153 E. 2.1 m.H. sowie Urteil des BGer 2C_914/2014 vom 18. Mai 

2015 E. 4.3.1 am Ende, auch zum Folgenden). Dementsprechend ist eine 

Interessenabwägung nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK geboten, welche sämtlichen 

Umständen des Einzelfalls umfassend Rechnung trägt. Zu prüfen bleibt, 

ob der Eingriff hinsichtlich der Verweigerung des Familiennachzugs bezüg-

lich der Kinder 2 und 3 gemäss Art. 8 Ziff. 2 EMRK gerechtfertigt ist.  

7.  

7.1 Die Europäische Menschenrechtskonvention verschafft keinen absolu-

ten Anspruch auf Einreise und Aufenthalt, respektive auf Wahl des für das 

Familienleben am geeignetsten erscheinenden Orts, oder auf einen beson-

deren Aufenthaltstitel. Vielmehr erweist sich eine aufenthaltsbeendende    

oder -verweigernde, im Schutz- und Anwendungsbereich von Art. 8 EMRK 

liegende Massnahme als zulässig, wenn sie gesetzlich vorgesehen ist, ei-

nem legitimen Zweck im Sinn von Art. 8 Ziff. 2 EMRK entspricht und zu 

dessen Realisierung in einer demokratischen Gesellschaft "notwendig" er-

scheint (vgl. BGE 143 I 21 E. 5.1 und 135 I 153 E. 2.1). In Fällen, die so-

wohl das Familienleben als auch die Immigration betreffen, hängt der Um-

fang der Pflicht, ausländische Familienmitglieder auf dem Staatsgebiet zu 

dulden oder ihren Aufenthalt ermöglichen zu müssen, jeweils von den Um-

ständen des Einzelfalls ab. Es wird eine Gesamtbetrachtung verlangt, bei 

welcher der Grad der konkreten Beeinträchtigung des Familienlebens, der 

Umstand, ob und wieweit dieses in zumutbarer Weise im Heimatstaat oder 

allenfalls in einem Drittstaat gelebt werden kann sowie die Natur der Bin-

dungen zum und im Aufenthaltsstaat ins Gewicht fallen. Von wesentlicher 

Bedeutung ist zudem, ob Gründe der Migrationsregulierung (z.B. illegaler 

Aufenthalt), andere Motive zum Schutz der öffentlichen Ordnung (z.B. Kri-

minalität) oder solche des wirtschaftlichen Wohlergehens des Landes (z.B. 

Sozialhilfeabhängigkeit) der Bewilligung entgegenstehen. Von besonde-

rem Gewicht erscheint schliesslich, ob die betroffenen Personen aufgrund 

ihres migrationsrechtlichen Status vernünftigerweise davon ausgehen durf-

ten, ihr Familienleben künftig im Konventionsstaat pflegen zu können. Ist 

F-2043/2015 

Seite 16 

dies nicht der Fall, bedarf es besonderer beziehungsweise aussergewöhn-

licher Umstände ("exceptional circumstances"), damit Art. 8 EMRK den 

einzelnen Staat verpflichten kann, die Anwesenheit von Familienangehöri-

gen zu dulden (vgl. zum Ganzen statt vieler BGE 139 I 330 E. 2.2 f. sowie 

Urteile des EGMR Jeunesse § 100 ff. m.w.H., Tanda-Muzinga § 64 ff., 

Biraga und andere gegen Schweden vom 3. April 2012 [Nr. 1722/10] 

§ 49 ff., Darren Omoregie und andere gegen Norwegen vom 31. Juli 2008 

[Nr. 265/07] § 57 sowie Konstatinov gegen Niederlande vom 26. April 2007 

[Nr. 16351/03] § 48). Soweit Kinder betroffen sind, ist dem Kindeswohl im 

Sinne einer Leitmaxime eine gewichtige Bedeutung zuzumessen, wobei 

auch wiederum die einzelfallspezifischen Umstände, namentlich das Alter, 

die Situation im Heimatstaat und die Abhängigkeit zu den Eltern, massge-

blich sind. Der Umstand allein, dass das Kind in einem Staat eine bessere 

Ausganglage hat, reicht selbstredend nicht (vgl. statt vieler die Urteile des 

EGMR El Ghatet gegen Schweiz vom 8. November 2016 [Nr. 56971/10] 

§ 46 f., Jeunesse § 73 ff., § 109 sowie Nunez gegen Norwegen vom 

28. Juni 2011 [Nr. 55597/09] § 78 ff., § 84, je m.w.H. insb. zum Überein-

kommen vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes [KRK, SR 

0.107]). 

7.2 Die Beschwerdeführerin hat ihr Heimatland gemäss eigenen Angaben 

im (…) verlassen und ist am (…) illegal in die Schweiz eingereist. Erst durch 

ihre Ausreise aus Eritrea, welche angesichts des rechtskräftig negativen 

Asylentscheids als freiwillig anzunehmen ist, schuf sie subjektive Nach-

fluchtgründe. Ihre drei minderjährigen Kinder liess sie bei ihrer Schwieger-

mutter in Eritrea zurück (vgl. zum Ganzen die Verfügung der Vorinstanz 

vom 25. Februar 2011 [SEM act. A11/7]). Mit dieser Entscheidung musste 

sie unweigerlich eine langfristige Trennung von ihrer Familie in Kauf neh-

men, da sie mit der Gewährung eines uneingeschränkten Familiennach-

zugs nicht rechnen konnte (vgl. z.B. Urteil des EGMR Konstatinov § 48 f.). 

Insbesondere bei subjektiven Nachfluchtgründen – wie im vorliegenden 

Fall – verstösst es nicht ohne weiteres gegen Art. 8 Ziff. 1 EMRK, eine Ein-

reise von gewissen Bedingungen abhängig zu machen (vgl. CHRISTOPH 

GRABENWARTER/KATHARINA PABEL, Europäische Menschenrechtskonven-

tion, 6. Aufl. 2016, § 22 N. 76 m.w.H.). Damit der Familiennachzug bewilligt 

werden kann, muss die Integration auf gutem Weg und derart gesichert 

erscheinen, dass zumindest eine Reduktion der Sozialhilfeabhängigkeit 

ernstlich absehbar erscheint. Dies ist vorliegend nicht der Fall (vgl. Urteil 

des BGer 2C_674/2013 vom 23. Januar 2014 E. 4.2 m.H.). Obwohl sich 

die Beschwerdeführerin seit über sechs Jahren in der Schweiz aufhält und 

ihre Integrationsbemühungen und -erfolge als intakt zu erachten sind, ist 

F-2043/2015 

Seite 17 

angesichts ihres derzeitigen psychischen Gesundheitszustands und des-

sen Auswirkungen auf die berufliche Situation zum heutigen Zeitpunkt 

(noch) von einer erhebliche Gefahr der künftigen Sozialhilfeabhängigkeit 

respektive deren Erhöhung auszugehen. Dies begründet auch unter Be-

rücksichtigung der flüchtlingsspezifischen Umstände der Beschwerdefüh-

rerin ein erhebliches öffentliches Interesse an der Verweigerung des Fami-

liennachzugs (siehe dazu vorn E. 5.4). Die geltend gemachten privaten In-

teressen sind nachvollziehbar; es liegen jedoch keine ausserordentlichen 

Umstände vor, die das öffentliche Interesse zum Urteilszeitpunkt zu über-

wiegen vermöchten. Im Hinblick auf das Kindeswohl ist zu berücksichtigen, 

dass die Kinder 2 und 3 mittlerweile in Obhut ihres Vaters in einem kleinen 

Dorf in der Nähe von Y._______ leben (vgl. BVGer act. 1/Beschwerde-

schrift S. 4). Der Beschwerdeführerin und ihrem Kind ist es – zumindest bis 

zur Stabilisierung der psychischen und beruflichen Situation – zumutbar, 

ihre Familie in Äthiopien zu besuchen. Hinzu kommt, dass sich das Gesuch 

lediglich auf die Kinder und nicht den Ehemann bezieht. Ein Teilfamilien-

nachzug würde die Familie weiter auseinanderreissen und wäre nicht im 

Sinne des Kindswohls (vgl. BGE 136 II 78 E. 4.8). Zudem liegt, entgegen 

der Ankündigung in der Beschwerde, keine schriftliche Bestätigung des 

Ehemanns vor (vgl. BVGer act. 1/Beschwerdeschrift S. 6). Sofern sich je-

doch die berufliche und psychische Situation der Beschwerdeführerin sta-

bilisieren sollte und der Einbezug ihres Ehemanns in Frage käme, er-

scheint ein Familiennachzug angesichts ihrer erheblichen Integrationsbe-

mühungen und ihres Willens zur Beseitigung der Sozialhilfeabhängigkeit 

nicht ausgeschlossen (siehe dazu vorn E. 5.2). Die entsprechende Prüfung 

eines neuen Gesuchs nach Art. 85 Abs. 7 AuG würde der Vorinstanz oblie-

gen. Diese hätte in ihrer Interessenabwägung insbesondere die Zumutbar-

keit eines Familienlebens in Äthiopien für die Beschwerdeführerin und das 

in der Schweiz geborene Kind unter Berücksichtigung des Kindeswohls zu 

berücksichtigen.  

7.3 Angesichts der drohenden Gefahr einer fortgesetzten und erheblichen 

Sozialhilfeabhängigkeit besteht im vorliegend zu entscheidenden Einzelfall 

ein gewichtiges öffentliches Interesse an einer Verweigerung des Familien-

nachzugs. Die geltend gemachten privaten Interessen sind nachvollzieh-

bar, vermöchten – zumindest bis die Beschwerdeführerin finanziell und 

psychisch stabil ist – das erhebliche öffentliche Interesse jedoch nicht auf-

zuwiegen, zumal bis dahin Besuche und Kontakte zu den Kindern und dem 

Ehemann in Äthiopien möglich sind. Art. 8 EMRK ist damit nicht verletzt.  

F-2043/2015 

Seite 18 

7.4 Im Übrigen bestehen keine völkerrechtlichen Verpflichtungen, die einen 

absoluten Anspruch auf Bewilligung des Familiennachzugs begründen 

könnten (vgl. BGE 139 I 330 E. 1.3.1 m.H. zur FK sowie BGE 135 I 153 

E. 2.2.2 m.H. zur KRK).  

8.  

Nach dem Gesagten erweist sich die Verweigerung des Familiennachzugs-

gesuchs betreffend die Kinder 1, 2 und 3 gestützt auf Art. 85 Abs. 7 AuG 

sowie unter Berücksichtigung von Art. 8 EMRK und anderweitiger völker-

rechtlicher Verpflichtungen als rechtmässig. Die vorinstanzliche Verfügung 

beachtet das Bundesrecht, stellt den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig fest und ist angemessen (Art. 49 VwVG e contrario). Die 

Beschwerde ist folglich abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten der Beschwerde-

führerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Angesichts der Gewährung 

der unentgeltlichen Prozessführung nach Art. 65 Abs. 1 VwVG ist auf die 

Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten. Eine Parteientschädigung 

ist angesichts des Verfahrensausgangs nicht geschuldet.  

(Dispositiv nächste Seite) 

  

F-2043/2015 

Seite 19 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Vom Rubrumwechsel wird Vormerk genommen.  

2.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.  

5.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Einschreiben) 

– die Vorinstanz (Beilage: Akten Ref-Nr. […] zurück) 

– das Migrationsamt des Kantons X._______ (ad: […]; in Kopie) 

 

 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Martin Kayser Rahel Altmann 

 

 

 

Versand: