# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fedceb82-2646-56d7-a09f-a8b6e7663418
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-12-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.12.2014 E-3183/2012
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3183-2012_2014-12-02.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-3183/2012 

 

 

  U r t e i l  v o m   2 .  D e z e m b e r  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Richterin Esther Karpathakis (Vorsitz), 

Richterin Contessina Theis, Richterin Regula Schenker Senn,    

Gerichtsschreiberin Sibylle Dischler. 

   Parteien 
 

A._______, geboren am (…), 

Kongo (Kinshasa),  

(…),   

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des BFM vom 11. Mai 2012 / N (…). 

 

 

E-3183/2012 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Die Beschwerdeführerin verliess laut eigenen Angaben die Demokra-

tische Republik Kongo (in der Folge: DR Kongo) am 15. Juni 2010. Von 

Kongo Brazzaville gelangte sie auf dem Luftweg über Äthiopien nach Ita-

lien und von dort herkommend am 22. Juli 2010 mit dem PW in die 

Schweiz, wo sie gleichentags ein Asylgesuch einreichte. 

Im Transitzentrum in Altstätten wurde sie am 10. August 2010 summa-

risch zu den Personalien, dem Reiseweg und den Ausreisegründen be-

fragt (Protokoll in den Akten BFM: A1/13). Am 24. September 2010 fand 

die Anhörung zu den Asylgründen statt (Protokoll in den Akten BFM: 

A13/24).  

A.b Zu ihren persönlichen Verhältnissen gab die Beschwerdeführerin an, 

sie sei in Kinshasa mit drei Geschwistern aufgewachsen und habe dort 

während 14 Jahren die Schule besucht und diese mit der Matura abge-

schlossen. Ihr Vater sei bereits (…) verstorben und nach einem Erb-

schaftsstreit hätten seine Geschwister ihre Mutter mit den Kindern ver-

trieben. Sie hätten von da an bei den Grosseltern mütterlicherseits gelebt. 

Ihre Mutter habe 1998 wieder geheiratet, sie hätten aber weiterhin alle 

zusammen bei den Grosseltern mütterlicherseits gewohnt. (…) habe die 

Mutter Kinshasa verlassen und lebe seither in der Schweiz. Mit der 

Grossmutter seien sie und die beiden älteren Geschwister (…) nach An-

gola gezogen. Ihre jüngste Schwester sei damals bei einem Kameraden 

des Vaters in Kinshasa geblieben; dieser sei später dienstlich verlegt 

worden, und sie wisse nicht, wo sich die jüngste Schwester seither auf-

halte. (…) sei die Grossmutter gestorben, worauf sie und ihre beiden Ge-

schwister (…) aus Angola ausgeschafft worden seien. Auf dem Transport 

habe sie ihre Geschwister aus den Augen verloren und deren Schicksal 

sei seither ungewiss. Zurück in Kinshasa sei sie beim Bruder ihres Stief-

vaters, K., und dessen Frau J. sowie deren drei Kindern in B._______ un-

tergekommen und ihr Stiefvater habe ihr Schulgeld bezahlt, bis er 2008 

gestorben sei. Im Frühjahr 2010 habe sie die Familie verlassen, weil K. 

sie zwangsweise habe verheiraten wollen und nach ihrer Weigerung zu-

nehmend gewalttätig geworden sei. Sie habe dann bis zu ihrer Ausreise 

bei ihrem Freund T. gelebt. Nach ihrer Einreise in die Schweiz habe sie 

herausgefunden, dass sich ihre jüngste Schwester inzwischen ebenfalls 

bei der Mutter in der Schweiz aufhalte.  

E-3183/2012 

Seite 3 

A.c Zu ihren Asylgründen führte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen 

aus, Anfang (…) habe K. sie zur Heirat mit seinem Freund C., einem Be-

amten des Geheimdienstes, zwingen wollen, um so an Geld zu kommen. 

Sie habe aber abgelehnt, woraufhin K. angefangen habe, sie schlecht zu 

behandeln und auch zu schlagen. Deshalb sei sie im März 2010 zur ih-

rem Freund T. gezogen und habe danach nichts mehr mit der Familie von 

K. und J. zu tun gehabt.  

Die Beschwerdeführerin führte weiter aus, T. sei Mitglied der Bewegung 

(…) gewesen und sie habe mit ihm zusammen eine DVD angeschaut, 

welche die Kämpfer von London sowie die Massaker von Nord Kivu the-

matisiert hätten. Am 5. Juni 2010 sei sie alleine zu Hause gewesen, weil 

T. zusammen mit einem Freund ein Fest der Bewegung besucht habe. 

Nachts seien dann fünf Polizisten gekommen, hätten nach der besagten 

DVD gesucht und sie bezichtigt, auch (…)-Mitglied zu sein; sie hätten ihr 

mitgeteilt, dass T. und sein Freund festgenommen worden seien und hät-

ten sie selbst ebenfalls festgenommen und ins Gefängnis B._______ ge-

bracht.  

Im Gefängnis sei sie ohne Befragung in eine Zelle gebracht worden, wo 

sie später von zwei Polizisten geschlagen und vergewaltigt worden sei. 

Am nächsten Tag seien die Männer wieder gekommen. Als sie versucht 

habe, sich zu wehren, sei sie mit dem Tode bedroht worden und sie hät-

ten sie noch heftiger geschlagen. Am (…) habe der Kommandant sie zur 

Befragung in sein Büro gerufen. Dort seien plötzlich K. und sein Freund 

C. aufgetaucht und hätten ein falsches Zeugnis abgelegt, nämlich bestä-

tigt, dass sie der (…) angehöre. Sie sei dann bewusstlos geworden und 

erst später in einem Spital wieder aufgewacht, wo zwei Polizisten sie be-

wacht hätten. Sie habe dem Pflegepersonal die Nummer der Tante ihres 

Freundes (in der Folge: die Tante) gegeben und diese habe sie besucht 

und ihr Mut zugesprochen, am nächsten Tag sei sie mit einem Pastor zu-

rückgekommen bzw. die zwei hätten sie nur an diesem (…) besucht. Spä-

ter sei sie in ein anderes Spital verlegt worden, weil ihre Magenbe-

schwerden Röntgenaufnahmen erfordert hätten. Dort habe der Arzt den 

beiden Polizisten untersagt, mit ins Behandlungszimmer zu treten und ihr 

gleich darauf ermöglicht, das Spital durch eine Hintertür zu verlassen.  

Der Pastor und die Tante hätten dort bereits auf sie gewartet und sie zum 

Haus des Pastors gebracht. Auch ihren Freund T., der inzwischen eben-

falls habe fliehen können, habe sie dort wieder getroffen. Sie seien dann 

für eine Woche beim Pastor geblieben. Ein Bruder des Pastors bzw. ein 

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Seite 4 

Glaubensbruder und gleichzeitig Geheimdienstbeamter sei dann gekom-

men und habe erzählt, C. habe Anweisung gegeben, an allen Grenzstati-

onen Bilder der Beschwerdeführerin und ihres Freundes T. aufzuhängen. 

Dieser Bruder habe ihnen dann geholfen, nach Brazzaville zu gelangen, 

wo sie sich bei einem Ehepaar aufgehalten hätten. Am (…) sei sie mit ih-

rer Gastgeberin unterwegs gewesen als deren Mann angerufen und er-

zählt habe, die Soldaten der DR Kongo hätten mit jenen von Brazzaville 

Kontakt aufgenommen, diese hätten ihren Freund T. abgeholt und anläss-

lich seines Fluchtversuchs erschossen. Da sie auch in Brazzaville nicht 

mehr sicher gewesen sei, habe sie das Land verlassen. 

B.   

Mit Verfügung vom 11. Mai 2012 stellte das BFM fest, die Beschwerde-

führerin erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte das Asylgesuch 

ab, wies sie aus der Schweiz weg und ordnete den Wegweisungsvollzug 

an. 

 

Zur Begründung führte es im Wesentlich aus, die Vorbringen der Be-

schwerdeführerin hielten den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit nicht 

stand oder seien nicht asylrelevant. Der Vollzug der Wegweisung erweise 

sich als zulässig, zumutbar und möglich. 

C.  

Am 13. Juni 2012 erhob die Beschwerdeführerin beim Bundesverwal-

tungsgericht Beschwerde und beantragte die Aufhebung der BFM-

Verfügung, die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft und die Gewäh-

rung von Asyl, eventualiter die Erteilung der vorläufigen Aufnahme infolge 

unzulässigem und unzumutbarem Wegweisungsvollzug.  

Sie nahm zu den ihr entgegengehaltenen Unstimmigkeiten Stellung und 

hielt fest, ihre Vorbringen seien sehr wohl glaubhaft. Zu beachten sei, 

dass sie anlässlich der Befragungen mehrmals habe Korrekturen vor-

nehmen lassen müssen, weil ihre Aussagen falsch protokolliert worden 

seien, was sich im Übrigen aus den Protokollen ergebe. Schliesslich er-

weise sich der Vollzug der Wegweisung in die DR Kongo aufgrund der 

dortigen allgemeinen Lage als unzulässig, in Berücksichtigung ihrer ge-

sundheitliche Situation jedenfalls als unzumutbar. In prozessualer Hin-

sicht ersuchte sie unter anderem um die Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung und den Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses. 

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Seite 5 

Neben zwei Zeitungsberichten zur allgemeinen Situation in der DR Kon-

go, reichte die Beschwerdeführerin einen Bericht von "frauenberatung: 

sexuelle Gewalt" vom 5. Juni 2012 ein, dem zu entnehmen ist, dass die 

Beschwerdeführerin seit dem 26. September 2010 dort beraten werde.  

D.  

Mit Zwischenverfügung vom 20. Juni 2012 hielt der damals zuständige 

Instruktionsrichter des Bundesverwaltungsgerichts unter anderem fest, 

die Beschwerdeführerin könne den Ausgang des Verfahrens in der 

Schweiz abwarten und lud das BFM zur Vernehmlassung ein.  

E.  

E.a In seiner Vernehmlassung vom 9. Juli 2012 hielt das BFM im Wesent-

lichen fest, die geltend gemachten sexuellen Übergriffe seien in dem von 

der Beschwerdeführerin dargelegten Kontext als unglaubhaft erachtet 

worden. Zwar sei nicht auszuschliessen, dass sie in einem anderen Kon-

text solche Übergriffe erlitten habe, indessen habe sie keinerlei Aussagen 

gemacht, die in diese Richtung tendierten. Ferner sei hervorzuheben, 

dass die Beschwerdeführerin auch in Kinshasa die Möglichkeit habe, sich 

in psychologisch-psychiatrische Behandlung zu begeben und es ihr offen 

stehe, medizinische Rückkehrhilfe zu beantragen. Schliesslich sei festzu-

halten, dass die Beschwerdeführerin im erstinstanzlichen Verfahren nie 

erwähnt habe, dass sie in ärztlicher bzw. psychologischer Behandlung 

sei. Dies, obwohl sie gemäss der Beratungsstelle "frauenberatung: sexu-

elle Gewalt" bereits seit dem 6. September 2010 in Behandlung sein wol-

le. Im Übrigen verwies das BFM auf seine Erwägungen in der Verfügung 

vom 11. Mai 2012 und beantragte die Abweisung der Beschwerde.  

E.b In ihrer Replik vom 20. Februar 2013 wies die Beschwerdeführerin im 

Wesentlichen daraufhin, dass sich das BFM zu Unrecht nur in Bezug auf 

ihren gesundheitlichen Zustand mit der Rechtsmitteleingabe auseinan-

dergesetzt habe. Diesbezüglich verweise sie darauf, dass sie nach wie 

vor zwei- bis dreimal monatlich die Beratungsstelle aufsuche; darüber 

hinaus sei sie seit dem 6. Februar 2013 in wöchentlicher Behandlung bei 

Dr. med. C._______, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie. Bei 

einer Rückkehr in die DR Kongo sei sie konkret gefährdet, zumal für ei-

nen solchen Fall auch das Risiko eines Suizids erhöht sei. Die vom BFM 

genannten Institutionen in der DR Kongo seien nicht in der Lage, tatsäch-

lich Therapien durchzuführen und die medizinische bzw. psychotherapeu-

tische Behandelbarkeit sei dort nicht sichergestellt, was sich aus diverse 

Fachpersonen bestätigten. Schliesslich drohten ihr bei einer Rückkehr die 

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Zwangsverheiratung mit C. sowie weiterhin Verfolgung seitens der kongo-

lesischen Behörden.  

Zusammen mit der Replik reichte die Beschwerdeführerin unter anderem 

eine Behandlungsbestätigung ihrer Ärztin, Dr. med. C._______, vom 19. 

Februar 2013 zu den Akten. 

F.  

Mit Eingabe vom 8. März 2013 reichte die Beschwerdeführerin ein 

Schreiben von D._______ ONG pour la "Promotion de la Déclaration Uni-

verselle des Droits de l'Homme" (nachgehend ONG-PDUDH) vom 5. Ja-

nuar 2013 zu den Akten und machte geltend, dieses sei trotz Verspätung 

beachtlich, zumal es zweifelsfrei ihre geltend gemachten Asylgründe zu 

belegen vermöge. 

G.  

G.a Mit Zwischenverfügung vom 30. Juli 2013 lud die neu zuständige In-

struktionsrichterin des Bundesverwaltungsgerichts das BFM unter spe-

ziellem Hinweis auf den Verfahrensgegenstand zu einem weiteren Schrif-

tenwechsel ein.  

G.b Mit Vernehmlassung vom 13. August 2013 verwies das BFM auf sei-

ne Erwägungen in der angefochtenen Verfügung sowie die Ausführungen 

in seiner früheren Stellungnahme. 

G.c Mit Duplik vom 29. August 2013 brachte die Beschwerdeführerin ins-

besondere vor, sie befinde sich infolge der erlittenen sexuellen Übergriffe 

nach wie vor in psychiatrischer Behandlung und im Falle einer Rückschaf-

fung bestehe die Gefahr einer massiven Verschlechterung ihres Gesund-

heitszustandes, insbesondere sei sie suizidgefährdet. Die vom BFM auf-

gezeigte Option einer medizinisch adäquaten Behandlungsmöglichkeit in 

Kinshasa gebe es in der Realität nicht. Sie verwies darüber hinaus erneut 

auf die Erheblichkeit des von ihr neu eingereichten Beweismittels der 

ONG PDUDH, zu dem das BFM nicht Stellung genommen habe.  

H.  

H.a Mit Zwischenverfügung vom 5. September 2013 forderte die Instruk-

tionsrichterin die Beschwerdeführerin unter Hinweis auf ihre Mitwirkungs-

pflicht auf, dem Bundesverwaltungsgericht einen umfassenden und aktu-

ellen fachärztlichen Bericht einzureichen, der sich nebst zur aktuellen Di-

agnose und dem bisherigen Therapieverlauf insbesondere zur Art und 

Dauer einer allenfalls künftig benötigten Behandlung sowie zur Prognose 

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Seite 7 

äussern solle. Gleichzeitig forderte sie die Beschwerdeführerin auf, eine 

Erklärung über die Entbindung der behandelnden Ärztin von der Schwei-

gepflicht einzureichen. 

H.b   Am 5. Oktober 2013 reichte die Beschwerdeführerin einen Bericht 

von Dr. med. C._______, Fachärztin Psychiatrie und Psychotherapie 

FMH, vom 30. September 2013 sowie eine von ihr unterzeichnete Erklä-

rung zur Entbindung von der ärztlichen Schweigepflicht zu den Akten.  

H.c Mit Brief vom 22. Mai 2014 wandte sich die Instruktionsrichterin an 

die behandelnde Ärztin, stellte ihr spezifische Fragen zum Gesundheits-

zustand der Beschwerdeführerin und lud sie ein, die im ärztlichen Gut-

achten vom 30. September 2013 gemachten Angaben zu präzisieren. 

H.d  Mit Schreiben vom 28. Mai 2014 bestätigte die Ärztin, dass die Be-

schwerdeführerin nach wie vor in ihrer Behandlung sei und sie die Patien-

tin drei- bis viermal pro Monat sehe. 

I.  

I.a Mit Verfügung vom 24. September 2014 konfrontierte die Instruktions-

richterin die Beschwerdeführerin mit dem Umstand, dass sich aus dem 

von ihr zu den Akten gereichten Beweismittel der ONG PDUDH vom 8. 

März 2013, dem sie besonderes Gewicht beigemessen habe, Widersprü-

che zu den von ihr anlässlich der Befragungen geltend gemachten Vor-

bringen ergäben und gab ihr Gelegenheit zur Stellungnahme.  

I.b Mit Eingabe vom 6. Oktober 2014 reichte die Beschwerdeführerin eine 

entsprechende Stellungnahme zu den Akten.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu 

den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bun-

desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im 

Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist 

daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorlie-

gend – endgültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

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Seite 8 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Die Beschwer-

deführerin ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und 

hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise 

Änderung; sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert 

(Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 

VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

1.3 Gemäss Absatz 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des 

Asylgesetzes vom 14. Dezember 2012 gilt für die im Zeitpunkt des In-

krafttretens der Rechtsänderung (am 1. Februar 2014) hängigen Verfah-

ren mit Ausnahme der Absätze 2-4 das neue Recht. "Hängige Verfahren" 

im Sinne von Absatz 1 der Übergangsbestimmungen sind auch beim 

Bundesverwaltungsgericht hängige Beschwerdeverfahren (vgl. dazu das 

Urteil des BVGer E-662/2014 vom 17. März 2014 E. 2.3 und 2.4.1-2.4.3, 

m.w.H.). Auf diese ist somit neues Recht anzuwenden, zumal keine der in 

den Absätzen 2-4 der Übergangsbestimmungen genannten Ausnahmen 

greift.  

2.   

2.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder 

begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als 

ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des 

Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen 

psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist 

Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 1 und 2 AsylG). 

2.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Sie ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentli-

chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den 

Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ver-

fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

Bei der Beurteilung der Glaubhaftmachung geht es um eine Gesamtbeur-

teilung aller Elemente (Übereinstimmung bezüglich des wesentlichen 

Sachverhaltes, Substantiiertheit und Plausibilität der Angaben, persönli-

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Seite 9 

che Glaubwürdigkeit usw.), die für oder gegen die Gesuchstellerin oder 

den Gesuchsteller sprechen. Glaubhaft ist eine Sachverhaltsdarstellung, 

wenn die positiven Elemente überwiegen. Für die Glaubhaftmachung 

reicht es demnach nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen zwar mög-

lich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte wesentliche und über-

wiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung 

sprechen (vgl. BVGE 2013/11 E. 5.1 S. 142 f., BVGE 2010/57 E. 2.3, Ent-

scheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommissi-

on [EMARK] 2005 Nr. 21 E. 6.1, EMARK 1996 Nr. 27 E. 3c/aa, EMARK 

1996 Nr. 28 E. 3a). 

3.   

3.1 Das Bundesamt begründete die Ablehnung des Asylgesuches im We-

sentlichen mit der Unglaubhaftigkeit der Vorbringen der Beschwerdefüh-

rerin. Es hielt dazu fest, sie seien in wesentlichen Punkten widersprüch-

lich und tatsachenwidrig ausgefallen oder widersprächen der allgemeinen 

Erfahrung oder Logik des Handelns. Was die geltend gemachten Proble-

me mit ihrer Stieffamilie betreffe, so seien diese auch nicht asylrelevant, 

nachdem die Beschwerdeführerin (…) von dort weggezogen sei und da-

nach keine entsprechenden Probleme mehr gehabt habe. 

3.2  

3.2.1 Zwar erachtet das Bundesverwaltungsgericht (in der Folge: das Ge-

richt) die vom BFM aufgezeigten Ungereimtheiten teilweise nicht für gra-

vierend, so etwa, wenn das BFM – insbesondere vor dem Hintergrund 

der bekanntermassen hohen Korruption in der DR Kongo – ausführt, es 

könne nicht geglaubt werden, dass ein Arzt in einem kongolesischen Spi-

tal ohne weiteres das Risiko und die damit verbundenen persönlichen 

und beruflichen Folgen in Kauf nehmen würde, einer Patientin, die von 

Polizisten bewacht ins Spital geführt wird, zur Flucht zu verhelfen. Auch 

andere der in der angefochtenen Verfügung erwähnte Unglaubhaftig-

keitselemente erweisen sich für sich alleine nicht als gravierend oder 

können zumindest mit naheliegenden Gegenargumenten relativiert wer-

den. Es erübrigt sich aber im Einzelnen darauf einzugehen. Denn, wie 

erwähnt, reicht es eben gerade nicht, dass eine Sachverhaltsdarstellung 

zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte wesentliche 

und überwiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdar-

stellung sprechen. Das ist vorliegend der Fall und das Gericht kommt 

zum Schluss, dass die Vorinstanz die Verfolgungsvorbringen der Be-

schwerdeführerin, zumindest im Ergebnis, zu Recht als unglaubhaft quali-

fiziert hat. Soweit die Beschwerdeführerin vorab darauf verweist, dass 

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Seite 10 

sich in den Protokollen der Befragungen Korrekturen befänden, woraus 

sie offenbar ableitet, das BFM dürfe sich zur Feststellung von Ungereimt-

heiten nur begrenzt darauf abstützen. Diesbezüglich ergibt eine Durch-

sicht der Protokolle, dass die Beschwerdeführerin tatsächlich einige Kor-

rekturen oder Ergänzungen hat vornehmen lassen. Deren Richtigkeit hat 

sie aber jeweils unterschriftlich bestätigt. Darüber hinaus betreffen sie al-

lesamt unwesentliche Punkte, wie etwa eine Ergänzung zu ihrem in An-

gola lebenden Onkel (vgl. A13/24 S. 7) oder die Schreibweise des Na-

mens ihres Stiefvaters (ebd. S. 9); inwiefern dies der Beschwerdeführerin 

zu Ungunsten gereicht haben sollte, ist nicht ersichtlich und sie vermag 

daraus nichts zu ihren Gunsten abzuleiten. 

3.2.2 Einig geht das Gericht mit dem BFM, wenn es den Vorbringen der 

Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit der (…), und damit mit einem 

zentralen Punkt in der Asylbegründung, die Glaubhaftigkeit abspricht. 

Zwar mag es nicht geradezu in der vom BFM festgestellten Absolutheit 

unmöglich sein, in der DR Kongo Mitglied der Bewegung zu werden. Im 

Übrigen decken sich aber die Erkenntnisse des Gerichts zu (…) im We-

sentlichen mit jenen des BFM. So bringt sich (…) in der DR Kongo nicht 

in den politischen Alltag ein und es sind keinerlei Berichte bekannt über 

Hinweise auf Büros, eine organisierte Struktur von (…) innerhalb der DR 

Kongo oder auf (…)-Anhänger, welche ihre Sympathien öffentlich mani-

festieren oder Aktionen durchführen würden. Es existieren auch keine Be-

richte über Razzien oder Festnahmen von (…)-Anhängern in der DR 

Kongo (ausser in Bezug auf Personen, die bei der Rückkehr am Flugha-

fen Kinshasa festgenommen worden seien, wobei diese Berichte teils wi-

dersprüchlich ausfielen). Demzufolge ist zwar möglicherweise nicht ganz 

auszuschliessen, dass es innerhalb der DR Kongo stille Anhänger der 

(…) geben mag, jedenfalls aber ist davon auszugehen, dass diese sich 

dort äusserst diskret bzw. geheim verhalten. Dass die Bewegung ein Fest 

organisiert habe, auf dem T. festgenommen worden sei (vgl. u.a. A13/24 

S. 10), ist vor diesem Hintergrund nicht glaubhaft. Erst recht unglaubhaft 

ist, dass T. so unbekümmert mit den DVD umgegangen sein soll, wie die 

Beschwerdeführerin das beschreibt, indem er sie nicht nur der Be-

schwerdeführerin und seinen Freunden, sondern als Taxifahrer auch sei-

nen Kunden, und damit völlig unbekannten Personen, gezeigt habe, um 

neue Mitglieder anzuwerben (vgl. u.a. A1/13 S. 6 f., A13/24 S. 10). Damit 

ist den geltend gemachten Asylgründen der Beschwerdeführerin, soweit 

sie diese aus ihrer über T. laufenden Beziehung zu (…) ableitet, bereits 

die Grundlage entzogen. Ihre diesbezüglichen Einwände, nämlich im We-

sentlichen die Behauptung, es gebe auch innerhalb der DR Kongo An-

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Seite 11 

hänger oder Mitglieder von (…) und sie selbst habe nie gesagt Mitglied 

der Bewegung zu sein, sei aber aufgrund ihrer Beziehung zu T. gefährdet, 

vermögen an dieser Einschätzung offensichtlich nichts zu ändern.  

Auch an anderen Orten sieht das Gericht Unstimmigkeiten, etwa rund um 

die Verhaftung der Beschwerdeführerin, die sie ihrerseits auf die – so-

eben als unglauhaft qualifizierte – Festnahme von T. zurückführt. So ist 

etwa nicht nachvollziehbar, weshalb die fünf Polizisten T. nach seiner 

Festnahme am (…)  nicht mitgenommen hätten in seine Wohnung, son-

dern vielmehr die DVD mit Taschenlampen gesucht und der Beschwerde-

führerin erklärt hätten, sie kennten die Adresse nur, weil sie T. festge-

nommen hätten (vgl. A1/13 S. 7, A13/24 S. 10).  

Schliesslich sieht das Gericht, wie das BFM, eine Unstimmigkeit darin, 

dass die Beschwerdeführerin einerseits ausgesagt hatte, die Tante von T. 

habe sie zunächst alleine besucht und am Tag darauf sei sie zusammen 

mit dem Pastor zurückgekommen (vgl. A1/13 S. 7) und andererseits an-

gegeben hat, sie habe der Pflege die Telefonnummer der Tante von T. 

gegeben und diese sei am nächsten Tag von dieser und dem Pastor zu-

sammen besucht worden (vgl. u.a. A13/24 S. 10 unten). Mit der blossen 

Behauptung, sie habe auch anlässlich der ersten Befragung nur von ei-

nem einzigen Besuch gesprochen, vermag die Beschwerdeführerin den 

Widerspruch nicht aufzulösen, zumal sie dort gerade nicht nur kurz be-

fragt wurde, sondern bereits Gelegenheit erhielt, die Ereignisse ausführ-

lich und in freiem Redefluss darzulegen (vgl. A1/13 S. 6 – 8). Und so gab 

sie dort zum ersten Besuch der Tante an: "Er (der Krankenpfleger) rief 

diese (Tante) an. Er nannte ihr meinen Namen und sagte, dass ich im 

Spital sei. Sie kam dann zu mir und ich erzählte ihr alles. Sie sprach mir 

Mut zu. Es ging mir nicht gut. Ich hatte Magenprobleme und am folgen-

den Tag kam die Tantine mit dem Pastor zurück." Weder im Rahmen des 

rechtlichen Gehörs zu diesem Widerspruch anlässlich der Anhörung, in-

dem sie dort angegeben hat, sie habe in Altstätten gesagt, die Tante sei 

ein einziges Mal zusammen mit dem Pastor gekommen (vgl. A13/24 S. 

21 F245) noch auf Beschwerdestufe, indem sie nun ausführt, sie erinnere 

sich, dass anlässlich des einzigen Besuches der Tante mit dem Pastor ein 

Gebet gesprochen worden sei und sie halte an der Version des einmali-

gen Besuches fest (vgl. Beschwerdeeingabe, S. 3 Ziff. 1) vermag sie den 

Widerspruch zu klären.  

Zusammenfassend gelingt es der Beschwerdeführerin nicht, die von ihr 

geltend gemachte Sachverhaltsdarstellung glaubhaft darzutun, weil ge-

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Seite 12 

wichtige Punkte dagegen sprechen. Auf Beschwerdestufe wird ihre 

Glaubwürdigkeit zusätzlich in Frage gestellt, insbesondere durch die Bes-

tätigung der ONG-PDUDH vom 5. Januar 2013, der sie ausdrücklich ein 

besonderes Gewicht beimisst, sowie durch ihre Stellungnahme vom 6. 

Oktober 2014. Gemäss der am 5. Januar 2013 ausgestellten Bestätigung 

soll T. in der Commune de B._______ in Kinshasa leben, anders kann der 

Satz "..par son ami T., résidant dans la Commune de B._______ à Kin-

shasa.." – entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin im Rahmen 

der Stellungnahme vom 6. Oktober 2014 – nicht verstanden werden und 

die blosse Bestätigung, T. sei sehr wohl von Geheimdienstangehörigen in 

Brazzaville angehalten und erschossen worden, vermag nichts zu bewir-

ken. Was ihre Erklärung, das Beweismittel beziehe sich auf die Eltern und 

anderen Angehörigen von T. , die das Quartier verlassen hätten (und nicht 

auf ihre eigenen), betrifft, dient dies ebenfalls nicht zur Klärung, sondern 

führt vielmehr zu zusätzlicher Verwirrung, zumal im Beweismittel als 

Grund für das Verlassen des Quartiers durch die Familie gerade nicht die 

im Zusammenhang mit T. geltend gemachten Nachteile, sondern jene im 

Zusammenhang mit C. genannt werden; so habe C. Personen in das 

Wohnquartier der Beschwerdeführerin schicken lassen, um die Be-

schwerdeführerin zwecks Zwangsheirat zu entführen (vgl. genanntes 

Schreiben, S. 1 unten). Auch diesbezüglich entbehrt die Erklärung der 

Beschwerdeführerin im Schreiben vom 6. Oktober 2014 demzufolge jeder 

Grundlagen. Darüber hinaus macht die Beschwerdeführerin aber auch 

weitere Angaben, die mit ihren früheren nicht in Übereinstimmung zu 

bringen sind, etwa wenn sie nun ausführt, sie und ihre Geschwister seien 

von ihren Grosseltern erst (…), nach dem Verschwinden ihrer Mutter auf-

genommen worden als sie bedroht gewesen seien, (…) seien sie mit den 

Grosseltern nach Angola gereist, die dann beide dort gestorben seien und 

nach der Rückkehr nach Kinshasa habe die Beschwerdeführerin zu-

nächst bei ihrem Stiefvater gelebt, der sie dann seinem Bruder anvertraut 

habe, nachdem er dienstlich einer Mission habe nachgehen müssen. 

3.2.3 Zwar hat das BFM das geltend gemachte Vorbringen betreffend die 

Zwangsheirat mit C. unter dem Aspekt der Asylrelevanz geprüft und kam 

damals zu Recht zum Schluss, nachdem die Beschwerdeführerin nach 

dem Verlassen der Familie von K. und J. nicht mehr behelligt worden sei, 

komme ihm unter diesem Gesichtspunkt keine Bedeutung zu. Angesichts 

der inzwischen festgestellten persönlichen Unglaubwürdigkeit der Be-

schwerdeführerin ist ohnehin nicht ersichtlich, weshalb gerade dieses 

Vorbringen und die damit im Zusammenhang stehenden geltend gemach-

ten Nachteile, wie etwa die zunehmend schlechte Behandlung bei K. und 

E-3183/2012 

Seite 13 

J., glaubhaft sein sollten. In diesem Zusammenhang fällt, wie erwähnt 

auch auf, dass die Beschwerdeführerin inzwischen geltend macht, nach 

ihrer Rückkehr aus Angola habe sie zunächst bei ihrem Stiefvater gelebt 

und erst als er eine Dienstreise angetreten habe, habe er sie seinem jün-

geren Bruder anvertraut (vgl. Eingabe vom 6. Oktober 2014, S. 2). Dies 

widerspricht diametral ihren früheren Angaben, sie sei nach der Rückkehr 

aus Angola von der Familie des jüngeren Bruders ihres Stiefvaters (K. 

und J.) aufgenommen worden, dieser habe einzig ihr Schulgeld bezahlt 

und nach seinem Tod (…) habe sie Schwierigkeiten bekommen (vgl. 

A13/24 S. 10), was am gesamten geltend gemachten Aufenthalt der Be-

schwerdeführerin bei K. und J. und den daraus abgeleiteten Nachteilen 

zweifeln lässt. 

3.2.4 Schliesslich fehlt auch dem Vorbringen der Beschwerdeführerin, sie 

sei während der Haft geschlagen worden und habe seitens zweier Poli-

zisten sexuelle Übergriffe erlitten, nach dem Gesagten die Grundlage. 

Zwar ist in Anbetracht der Anmerkung der Hilfswerksvertreterin im Rah-

men der Anhörung, die Gesuchstellerin sei beim Vorbringen der Flucht-

gründe und der Schilderung ihrer erlittenen geschlechtsspezifischen Ver-

folgung emotional aufgebracht gewesen und habe geweint, es sei ihr 

auch anzumerken gewesen, dass ihr das Erzählen und Erinnern emotio-

nal und psychisch nahe gegangen sei, der bekanntermassen weit verbrei-

teten Gewalt gegen Frauen in der DR Kongo und angesichts der ins 

Recht gelegten Berichten einer Beratungsstelle und einer Ärztin (auch 

wenn ihnen nur beschränkter Beweiswert zukommt, vgl. dazu unten E. 

8.3.2) nicht von der Hand zu weisen, dass die Beschwerdeführerin sexu-

ellen Übergriffen ausgesetzt gewesen sein könnte – in welchem Kontext 

auch immer; das ändert allerdings nichts daran, dass sie die von ihr gel-

tend gemachte Verfolgungssituation nicht glaubhaft zu machen vermag.  

3.3 In Würdigung der gesamten Aktenlage kommt das Bundesverwal-

tungsgericht zusammenfassend zum Schluss, dass die Beschwerdefüh-

rerin keine Gründe nach Art. 3 AsylG nachweisen oder glaubhaft machen 

konnte. Es erübrigt sich, auf die weiteren Ausführungen und Eingaben der 

Beschwerdeführerin einzugehen, da sie am Ergebnis der vorgenomme-

nen Würdigung nichts zu ändern vermögen. Das BFM hat ihr Asylgesuch 

demzufolge zu Recht abgelehnt.  

4.  

4.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, 

so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

E-3183/2012 

Seite 14 

den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der 

Familie (Art. 44 AsylG).  

 

4.2 Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung (Art. 32 Bst. a der Asylverordnung 1 vom 11. Au-

gust 1999 [AsylV 1, SR 142.311]) noch über einen Anspruch auf Erteilung 

einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht verfügt (vgl. 

BVGE 2012/31 E. 6.2 S. 588; 2011/24 E. 10.1 S. 10.1; Entscheidungen 

und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 

2001 Nr. 21).  

5.  

Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht 

möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Auslän-

dern (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 

Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt ge-

mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts und seiner Vor-

gängerorganisation ARK der gleiche Beweisstandard wie bei der Flücht-

lingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Be-

weis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. 

vgl. BVGE 2011/24 E. 10.1, m.w.H.). 

6.  

Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der 

Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 

3 AuG). 

6.1 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus ei-

nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr 

läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 

1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 

über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezem-

ber 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder er-

niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu 

E-3183/2012 

Seite 15 

Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedri-

gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.  

6.2 Da es der Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 

erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann 

das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-

Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine 

Rückkehr der Beschwerdeführerin in die DR Kongo (nach Kinshasa) ist 

demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführerin 

noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Aus-

schaffung in ihr Heimatland dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer 

nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung 

ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für 

Menschenrechte (EGMR) und jener des UN-Anti-Folterausschusses 

müsste die Beschwerdeführerin eine konkrete Gefahr ("real risk") nach-

weisen oder glaubhaft machen, dass ihr im Fall einer Rückschiebung Fol-

ter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse 

Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde 

Nr. 37201/06, §§ 124-127, mit weiteren Hinweisen). Dies ist ihr nicht ge-

lungen, da die Verfolgungsvorbringen übereinstimmend mit der Vorin-

stanz als unglaubhaft zu beurteilen sind. Auch die allgemeine Menschen-

rechtssituation im Heimatstaat der Beschwerdeführerin lässt den Weg-

weisungsvollzug, entgegen ihrer Auffassung, zum heutigen Zeitpunkt 

nicht als unzulässig erscheinen, zumal er nach Kinshasa erfolgt. Nach 

dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- 

als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.  

7.  

Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Aus-

länder unzumutbar sein, wenn sie im Heimatland aufgrund von Situatio-

nen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notla-

ge konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist 

– unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu 

gewähren. 

7.1 In Bezug auf den Heimatstaat der Beschwerdeführerin ist gestützt auf 

eine publizierte Lageanalyse der ehemaligen Schweizerischen Asylre-

kurskommission (ARK, EMARK 2004 Nr. 33), die im Wesentlichen als 

E-3183/2012 

Seite 16 

weiterhin zutreffend zu erachten ist, in allgemeiner Hinsicht Folgendes 

festzuhalten:  

Zwar spielen sich in einigen Regionen des Landes, so insbesondere im 

rohstoffreichen Osten, seit längerer Zeit bewaffnete Konflikte ab. Im Wes-

ten des Landes und insbesondere in der Region um die Hauptstadt Kin-

shasa haben sich die politische Situation und die Sicherheitslage in den 

letzten Jahren jedoch beruhigt. Somit ist festzustellen, dass in der DR 

Kongo keine landesweite Bürgerkriegssituation oder Situation allgemeiner 

Gewalt herrscht. Von der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs ist 

dann auszugehen, wenn sich der letzte Wohnsitz der betroffenen Person 

in der Hauptstadt Kinshasa oder einer anderen, über einen Flughafen 

verfügenden Stadt im Westen des Landes befand, oder wenn die Person 

in einer dieser Städte über ein gefestigtes Beziehungsnetz verfügt. Trotz 

Vorliegens der vorstehend genannten Kriterien erscheint der Vollzug der 

Wegweisung jedoch – nach sorgfältiger Prüfung und Abwägung der indi-

viduellen Umstände – in aller Regel nicht zumutbar, wenn die zurückfüh-

rende Person (kleine) Kinder in ihrer Begleitung hat, für mehrere Kinder 

verantwortlich ist, sich bereits in einem vorangeschrittenen Alter oder in 

einem schlechten gesundheitlichen Zustand befindet oder wenn es sich 

bei ihr um eine allein stehende, nicht über ein soziales oder familiäres 

Netz verfügende Frau handelt (vgl. z.B. Urteile des Bundesverwaltungs-

gerichts D-2714/2013 vom 17. Oktober 2014 E. 5.3.2, E-3816/2012 vom 

17. Juni 2014 E. 9.3, E-1404/2014 vom 3. April 2014 E. 7.3; D 874/2013 

vom 25. September 2013 E. 5.3; E-6087/2010 vom 15. Mai 2013 E. 8.2). 

7.2 Die Beschwerdeführerin vermag nicht glaubhaft zu machen, dass sie 

in Kinshasa, wo sie geboren, aufgewachsen und bis zu ihrer Ausreise 

(vermutlich auch von 2004 bis 2006, als sie sich angeblich in Angola auf-

gehalten habe) gelebt hat, nicht über ein soziales oder familiäres Netz 

verfügt.  

So stimmt etwa ihre Aussage, sie habe nach der Rückkehr aus Angola 

(…) keine Unterkunft gehabt und sei deshalb beim jüngeren Bruder des 

Mannes ihrer Mutter untergekommen (vgl. A1/13 S. 6, A13/24 S. 5 und 

10) nicht mit ihrer Angaben zu ihren Wohnsitzadressen anlässlich der ers-

ten Befragung überein, wo sie angegeben hatte, seit März 2010 im Quar-

tier (…) und abgesehen davon in Kinshasa nur noch an einer weiteren 

Adresse, nämlich jener der Grossmutter in E._______ gelebt zu haben 

(vgl. A1/13, S. 1). Ein neuer Widerspruch ergibt sich, wie bereits erwähnt, 

aus ihrer jüngsten Eingabe vom 6. Oktober 2014, wo sie ausführt, sie ha-

E-3183/2012 

Seite 17 

be nach der Rückkehr aus Angola zunächst bei ihrem Stiefvater gelebt, 

als dieser auf Dienstreise gegangen sei, habe er sie zu seinem jüngeren 

Bruder gebracht. Die Ausführungen der Beschwerdeführerin zu ihrem an-

geblichen Aufenthalt in Angola und dem Verbleib ihrer Geschwister sind 

darüber hinaus oberflächlich und unsubstantiiert ausgefallen (vgl. insb. 

A13/24, S. 5, 7) und lassen auch deshalb Zweifel aufkommen. Auch dass 

die Beschwerdeführerin ihre Geschwister aus den Augen verloren hat, er-

scheint deswegen nicht glaubhaft. Ein Blick in die Akten der in der 

Schweiz lebenden Mutter und Schwester der Beschwerdeführerin (vgl. N 

(…)) scheint dies im Übrigen zu bestätigen, hatte doch ihre Schwester G. 

ausgesagt, ihr drei Geschwister, darunter die Beschwerdeführerin, lebten 

in B._______ bei den Grosseltern (vgl. dort, Befragung vom 5. Februar 

2005, S. 2, 4-6). Darüber hinaus hatte die Mutter der Beschwerdeführerin 

im Rahmen ihrer ersten Befragung angegeben, nebst ihrer Mutter und ih-

ren Kindern lebten auch zwei ihrer Brüder in Kinshasa (vgl. ebd. A1/7).  

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es der Beschwerdeführerin 

nicht gelungen ist darzutun, dass sie in Kinshasa, wo sie geboren, auf-

gewachsen und bis zur Ausreise gelebt hat, über kein familiäres oder so-

ziales Netz verfügt. Es ist vielmehr wahrscheinlich, dass zumindest ihre 

beiden Geschwister, darüber hinaus wohl aber auch weitere Verwandte, 

wie Onkel und Tanten in Kinshasa leben. Anzunehmen ist auch, dass die 

Beschwerdeführerin über ihr verwandtschaftliches Netz hinaus – die etwa 

auf ihre Schulzeit zurückgehen – Beziehungen in Kinshasa hat, die sich 

wieder aktivieren lassen. Zu denken ist auch an T., der gemäss Bestäti-

gung eben gerade nicht getötet worden sei, sondern in B._______ lebe 

oder an den Stiefvater, bei dem sie gelebt habe, bis er sich auf eine 

Dienstreise begeben habe sowie die Personen im Umfeld dieser Ver-

wandten und Bekannten, wie etwa die Tante von T. oder der Pastor. Ab-

schliessend kann auf das Urteil der ARK vom 22. Mai 2006 (1/N 440 

024/GE E 7.2)  betreffend die Mutter und der Schwester der Beschwerde-

führerin verwiesen werden. Die Richter kamen darin zum  Schluss, die 

Beschwerdeführerinnen verfügten in Kinshasa über ein weites familiäres 

Netz und kämen aus einer im Vergleich zur Mehrheit der in Kinshasa le-

benden Bevölkerung begünstigten finanziellen Situation. Es sind keine 

Anzeichen erkennbar, wonach dies heute anders sein könnte.  

7.3 Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, dass sich eine Rück-

kehr in ihren Heimatsstaat aufgrund ihrer gesundheitlichen Situation als 

unzumutbar erweise, ist folgendes festzuhalten: 

E-3183/2012 

Seite 18 

7.3.1 Zum gesundheitlichen Zustand der Beschwerdeführerin liegen ein 

Bericht der Organisation "frauenberatung:sexuelle Gewalt" vom 5. Juni 

2012 sowie zwei Berichte der die Beschwerdeführerin behandelnden Ärz-

tin Dr. med. C._______ vom 30. September 2013 respektive vom 28. Mai 

2014 vor. Laut dem ersten Bericht habe die Beschwerdeführerin angege-

ben, in der DR Kongo von zwei Polizisten vergewaltigt worden zu sein. 

Die erste Zeit nach der Tat sei für sie besonders schrecklich gewesen, sie 

habe aufgrund eines permanenten Brechreizes kaum essen können und 

starke Bauchschmerzen gehabt. Am schlimmsten seien jedoch – auch 

heute noch – die immer wiederkehrenden Bilder der Tat. Sie leide unter 

Angstzuständen, Einschlafschwierigkeiten und habe schreckliche Alp-

träume, die sie oft schweissgebadet aufwachen liessen. Die Berichterstat-

terin gab ferner an, es falle der Beschwerdeführerin äusserst schwer, 

über die Vergewaltigungen zu sprechen und es sei ihr nahezu unmöglich, 

das Geschehene detailliert wiederzugeben. Die Beschwerdeführerin zei-

ge deutlich die Symptomatik einer schweren Traumatisierung und länger-

fristig sei eine traumspezifische Psychotherapie notwendig. 

Der fachärztliche Bericht vom 30. September 2013 stellt der Beschwerde-

führerin die Diagnose einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS, 

F43.1 – ICD 10) sowie einer mittelgradigen depressiven Episode mit so-

matischen Symptomen (F32.11 – ICD 10). Weiter wird im Bericht ausge-

führt, durch die Therapie habe eine leichte Abnahme der Intensität der 

Symptomatik erreicht werden können, wobei die Situation nach wie vor 

ziemlich kritisch und eine latente Suizidalität immer noch vorhanden sei 

und akut werden könne. Es müsse mit einer längerdauernden Behand-

lung von im Minimum ein bis zwei Jahren gerechnet werden.  

In ihrem Bericht vom 28. Mai 2014 bestätigte die Ärztin schliesslich, dass 

die Beschwerdeführerin nach wie vor in ihrer Behandlung sei und sie die 

Patientin drei- bis viermal pro Monat sehe. Symptomatisch lägen unter 

anderem intensive Schreckhaftigkeit, Angst- und Schlafstörungen vor. 

Leitsymptome der diagnostizierten PTBS seien Flachbacks und Alpträu-

me. Die Patientin sei nach wie vor latent suizidal, wobei bei steigendem 

Stress und Druck mit einer akuten Suizidalität zu rechnen sei. Bei der 

Behandlung handle es sich um eine Kombination von einer Psychophar-

maka- und integrativen Psychotherapie. Erfahrungsgemäss sei die Be-

handlung einer PTBS langwierig und brauche eine längere Behandlungs-

zeit. Die Prognose sei eher günstig, wenn diese in sicheren und ruhigen 

Verhältnissen stattfinden könne, andernfalls mit einer Verschlechterung 

E-3183/2012 

Seite 19 

des Gesundheitszustandes mit allenfalls akuter Suizidalität zu rechnen 

sei. 

7.3.2 Was den Bericht der Organisation "frauenberatung:sexuelle Gewalt" 

betrifft, ist festzuhalten, dass er nicht von einer entsprechenden Fachper-

son erstellt worden ist und auf den – vom Gericht als unglaubhaft erach-

teten – Vorbringen der Beschwerdeführerin beruht. Ohne die Seriosität 

der Organisation oder die Beratungskompetenz der betreffenden Mitar-

beiterin in Frage stellen zu wollen, kommt ihm aber deswegen nicht er-

heblicher Beweiswert zu. Ein im Vergleich dazu höherer Beweiswert 

kommt demgegenüber grundsätzlich ärztlichen Gutachten zu. So hat das 

Gericht an den in einem solchen Gutachten gezogenen Schlüssen, die 

fachliche Kompetenz der begutachtenden Person vorausgesetzt, nicht 

ohne Weiteres zu zweifeln, sofern sie schlüssig erscheinen und keine In-

dizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a, 

EMARK 1999 Nr. 5).  

Vorliegend fällt auf, dass auch die ärztlichen Berichte erst auf Beschwer-

destufe und erst auf Aufforderung der Instruktionsrichterin hin eingereicht 

wurden. Das für sich alleine ist zwar noch nicht zu beanstanden, wenn 

auch angesichts der Vorbringen der Beschwerdeführerin, sie sei bereits 

seit ihrer Einreise in die Schweiz in gesundheitlich einer psychisch prekä-

rer Situation, hätte erwartet werden können, dass früher entsprechende 

Beweise zu den Akten gereicht werden. Demgegenüber fällt aber die feh-

lende Aussagekraft der Berichte ins Gewicht. Auch nachdem die Instruk-

tionsrichterin eine Aktualisierung einforderte und insbesondere konkrete 

Nachfragen zum ersten Bericht stellte, erfolgten im zweiten kaum Präzi-

sierungen, die zu einer Klärung beitragen könnten. Ins Auge fällt insbe-

sondere, dass in beiden Berichten gänzlich unerwähnt bleibt, worauf sich 

die Diagnose der Posttraumatischen Belastungsstörung stützt; das Vor-

liegen eines traumatisierenden Erlebnisses ist zur Diagnosestellung je-

doch unerlässlich. Vermisst wird aber auch eine detaillierte und spezifi-

sche Symptoms- und Prognosebeschreibung. Den Berichten kommt unter 

diesen Umständen – auch wenn sie von einer Fachärztin für Psychiatrie 

und Psychotherapie ausgestellt wurden – nur eingeschränkte Beweiskraft 

zu (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a, Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes E-

4695/2013 vom 3. Dezember 2013 S. 8). In Würdigung aller Umstände 

erachtet das Gericht allerdings den Sachverhalt auch hinsichtlich der ge-

sundheitlichen Beeinträchtigung der Beschwerdeführerin insofern als hin-

reichend erstellt, als jedenfalls nicht von einer schwerwiegenden Beein-

trächtigung auszugehen ist. 

E-3183/2012 

Seite 20 

7.3.3 Wie früher erwogen (vgl. oben E. 3.2.4) schliesst das Gericht nicht 

aus, dass die Beschwerdeführerin in einem anderen als von ihr geltend 

gemachten Kontext Übergriffe, auch sexuelle, erlebt hat und diesbezüg-

lich medizinischer Unterstützung bedarf. Von einer schwerwiegenden Be-

einträchtigung ihrer psychischen Gesundheit geht das Gericht aber, wie 

erwähnt, nicht aus. Demzufolge ist mit dem BFM einig zu gehen, dass der 

Beschwerdeführerin in Kinshasa Behandlungsmöglichkeiten zur Verfü-

gung stehen, wie das Centre Neuro-Psycho-Pathologique (CNPP) du 

Mont Amba, das unter anderem über eine Psychiatrieabteilung verfügt 

und auch Gratisbehandlungen anbietet, das von katholischen Nonnen un-

terhaltene Centre de Santé Mentale TELEMA, welches sich in B._______ 

– wo die Beschwerdeführerin zuletzt gewohnt habe – befindet oder bei 

Psychologinnen internationaler Organisationen (vgl. dazu Urteil des Bun-

desverwaltungsgerichts D-3149/2008 vom 26. Juli 2011, E.7.3.6). Dabei 

ist nicht erforderlich, dass die Behandlung dort dem schweizerischen 

Standard entspricht (vgl. BVGE 2009/2 E. 9.3.2 S. 21, EMARK 2003 Nr. 

24 E. 5a und b). Das Gericht geht davon aus, dass es der Beschwerde-

führerin möglich ist, Zugang zu diesen Behandlungsmöglichkeiten zu fin-

den, zumal sie in Kinshasa über ein Beziehungsnetz verfügt und – insbe-

sondere im Vergleich zu zahlreichen in Kinshasa lebenden Frauen – auch 

in finanzieller Hinsicht auf Unterstützung zählen kann, sei dies durch ihr 

Beziehungsnetz vor Ort aber auch durch ihre Mutter und Schwester in der 

Schweiz. Ergänzend kann auf die vom Bundesamt erwähnte Möglichkeit 

der Rückkehrhilfe verwiesen werden (Art. 93 Abs. 1 Bst. c AsylG und Art. 

73 ff., insbesondere Art. 75 der Asylverordnung 2 über Finanzierungsfra-

gen vom 11. August 1999 [SR 142.312]). Ihre Hinweise auf Berichte zur 

allgemein schwierigen medizinischen Situation in der DR Kongo vermö-

gen an dieser Einschätzung nichts zu ändern. Nur in pauschaler Weise 

verweist die Beschwerdeführerin (und auch ihre Ärztin) schliesslich dar-

auf, es sei von einer erhöhten Suizidalität auszugehen für den Fall einer 

erzwungenen Rückkehr nach Kinshasa. Diesbezüglich ist festzuhalten, 

dass gemäss konstanter Praxis des Bundesverwaltungsgerichts Suizid-

drohungen für sich alleine die Vollziehbarkeit der Wegweisung noch nicht 

in Frage stellen, solange konkrete Massnahmen zur Verhütung der Um-

setzung einer Drohung getroffen werden, wobei es diesbezüglich Sache 

der Vollzugsbehörden ist, der gesundheitlichen Situation der betroffenen 

Person bei der Ausgestaltung der Vollzugsmodalitäten gebührend Rech-

nung zu tragen (vgl. statt vieler Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-

5780/2011 vom 1. Mai 2012). Es ist insgesamt nicht davon auszugehen, 

dass sich ihr Gesundheitszustand bei einer Rückkehr nach Kinshasa in 

E-3183/2012 

Seite 21 

naher Zukunft dermassen verschlechtern könnte, dass sie konkret ge-

fährdet wäre.  

7.4  Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin in 

Kinshasa, wo sie bis zu ihrer Ausreise gelebt hat, über ein soziales und 

familiäres tragfähiges Netzwerk sowie Unterkunft verfügt. Darüber hinaus 

wird sie auf die finanzielle Unterstützung seitens ihrer Mutter und 

Schwester sowie weiterer Angehöriger zählen können und hat bei Bedarf 

Zugang zu der von ihr benötigten psychiatrischen bzw. psychologischen 

Unterstützung. Angesichts ihrer guten Ausbildung ist zudem davon aus-

zugehen, dass sie früher oder später auch eine Anstellung finden wird. Es 

ist demzufolge davon auszugehen, dass sie bei einer Rückkehr nach Kin-

shasa nicht in eine existenzielle Notlage im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG 

geraten wird. Der Vollzug der Wegweisung erweist sich nach einer Abwä-

gung sämtlicher konkreten Umstände vorliegend als zumutbar.  

8.  

Es obliegt der Beschwerdeführerin, sich bei der zuständigen Vertretung 

des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente 

zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG; vgl. BVGE 2008/34 E. 12), weshalb 

der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 

Abs. 2 AuG). 

9.  

Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht 

als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vor-

läufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1 - 4 AuG). 

10.  

Aus den Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bun-

desrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 

vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzuwei-

sen. 

11.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Verfahrenskosten der Be-

schwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG; Art. 1-3 des 

Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 

vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Es verbleibt 

aber ihr Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sin-

ne von Art. 65 Abs. 1 VwVG zu behandeln. Dieses ist gutzuheissen, weil 

E-3183/2012 

Seite 22 

die Beschwerde offensichtlich nicht als aussichtslos im Sinne dieser ge-

setzlichen Bestimmung zu erachten ist. Aktenkundig ist die Beschwerde-

führerin nicht erwerbstätig, weshalb von ihrer Bedürftigkeit ausgegangen 

werden kann. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechts-

pflege ist demzufolge gutzuheissen und von der Erhebung von Verfah-

renskosten ist abzusehen.  

 

(Dispositiv nächste Seite)  

E-3183/2012 

Seite 23 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird gut-

geheissen. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das BFM und die zustän-

dige kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Esther Karpathakis Sibylle Dischler 

 

 

Versand: