# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6a002e6c-c4ca-58d4-af3b-dbd21a8138ca
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-06-27
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 27.06.2019 460 19 69
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_460-19-69_2019-06-27.pdf

## Full Text

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Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 

27. Juni 2019 (460 19 69) 

____________________________________________________________________ 

 

 

 

Strafrecht 

 

 

Versuchte räuberische Erpressung 

 

 

 

Besetzung Präsident Enrico Rosa, Richter Daniel Häring (Ref.), Richter  

Stephan Gass; Gerichtsschreiber Dominik Haffter 

 

Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft,  

Allgemeine Hauptabteilung, Grenzacherstrasse 8,  

Postfach, 4132 Muttenz,  

Anklagebehörde 

 

A.____,  

vertreten durch Advokat Sandro Horlacher,  

Bäumleingasse 2, Postfach 1544, 4001 Basel,  

Privatkläger 

  

gegen 

 

 B.____,  

vertreten durch Advokatin Michelle Wahl,  

Fischmarkt 12, Postfach 333, 4410 Liestal,  

Beschuldigter und Berufungskläger 

 

Gegenstand versuchte räuberische Erpressung 

Berufung gegen das Urteil des Strafgerichtspräsidiums  

Basel-Landschaft vom 12. Februar 2019 

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A. Mit Urteil vom 12. Februar 2019 sprach der Strafgerichtspräsident Basel-Landschaft 

B.____ der versuchten räuberischen Erpressung schuldig und verurteilte ihn zu einer Freiheits-

strafe von 12 Monaten, unter Anrechnung der seit dem 22. Oktober 2018 ausgestandenen Un-

tersuchungs- und Sicherheitshaft von insgesamt 113 Tagen (Ziffer 1 des vorinstanzlichen Urteils-

dispositivs). Ferner verwies die Vorinstanz B.____ für die Dauer von 5 Jahren des Landes und 

legte fest, dass die Landesverweisung im SIS nicht eingetragen werde (Ziffer 2 des vorinstanzli-

chen Urteilsdispositivs). Überdies verurteilte der Strafgerichtspräsident B.____ zur Bezahlung ei-

ner Genugtuung an A.____ in der Höhe von Fr. 3'000.-- zuzüglich Zins zu 5% seit dem 22. Okto-

ber 2018. Die unbezifferte Schadenersatzforderung verwies der Vorderrichter auf den Zivilweg 

(Ziffer 3 des vorinstanzlichen Urteilsdispositivs). Sodann wurde B.____ verurteilt, A.____ eine 

reduzierte Parteientschädigung von pauschal Fr. 1'500.-- (inklusive Mehrwertsteuer und Ausla-

gen) zu entrichten (Ziffer 4 des vorinstanzlichen Urteilsdispositivs). Hinsichtlich der Entschädi-

gung der amtlichen Verteidigung sowie der Verlegung der erstinstanzlichen Verfahrenskosten 

wird auf die Ziffern 5 bis 6 des vorinstanzlichen Urteilsdispositivs verwiesen. 

 

Auf die Begründung dieses vorinstanzlichen Entscheids sowie der nachfolgenden Eingaben der 

Parteien wird, soweit erforderlich, im Rahmen der Erwägungen des vorliegenden Urteils einge-

gangen. 

 

B. Gegen obgenanntes Urteil meldete B.____, vertreten durch Advokatin Michelle Wahl, 

mit Eingabe vom 13. Februar 2019 Berufung an. In seiner Berufungserklärung vom 25. März 2019 

beantragte der Beschuldigte, es seien die Ziffern 1 und 2 des angefochtenen Urteils aufzuheben 

und er sei vom Vorwurf der versuchten räuberischen Erpressung freizusprechen. Überdies seien 

die Ziffern 3 und 4 des angefochtenen Urteils aufzuheben und es sei die Zivilforderung von 

A.____ abzuweisen, eventualiter auf den Zivilweg zu verweisen. Sodann sei ihm eine angemes-

sene Entschädigung für die ungerechtfertigte Haft sowie die entsprechenden Verteidigungskos-

ten zuzusprechen, unter o/e-Kostenfolge zu Lasten des Staates, wobei die Kosten in Abänderung 

von Ziffer 6 des angefochtenen Urteils neu zu verlegen seien, eventualiter (für den Fall des 

Schuldspruchs) sei gestützt auf Art. 66a Abs. 2 StGB von einer Landesverweisung abzusehen. 

Des Weiteren sei ihm die amtliche Verteidigung für das Berufungsverfahren mit Advokatin Mi-

chelle Wahl zu bewilligen und das mündliche Verfahren anzuordnen.  

 

C. Die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft teilte mit Eingabe vom 29. März 2019 mit, dass 

sie weder einen Antrag auf Nichteintreten stelle noch die Anschlussberufung erkläre.  

 

D. Mit Eingabe vom 29. März 2019 ersuchte der Beschuldigte um Anordnung des vorzeiti-

gen Strafvollzugs. In der Folge erteilte der Präsident der strafrechtlichen Abteilung des Kantons-

gerichts Basel-Landschaft am 4. April 2019 dem Beschuldigten die Bewilligung des vorzeitigen 

Strafvollzugs.  

 

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E. Der Privatkläger, vertreten durch Advokat Sandro Horlacher, verzichtete mit Eingabe 

vom 3. April 2019 auf die Erklärung der Anschlussberufung und begehrte die Bestätigung des 

vorinstanzlichen Urteils.  

 

F. Mit Verfügung vom 15. April 2019 forderte der Präsident der Abteilung Strafrecht des 

Kantonsgerichts Basel-Landschaft die Parteien auf, etwaige Beweisanträge einzureichen. Des 

Weiteren legte er fest, dass A.____ anlässlich der Berufungsverhandlung als Auskunftsperson 

befragt werde. 

 

G. Die Staatsanwaltschaft teilte mit Eingabe vom 23. April 2019 mit, dass sie keine Beweis-

anträge stelle.  

 

H. Der Beschuldigte verzichtete mit Eingabe vom 6. Mai 2019 auf das Stellen von Beweis-

anträgen.  

 

I. Mit Eingabe vom 28. Mai 2019 reichte der Beschuldigte ein ärztliches Attest der Kinder- 

und Jugendpsychiatrie betreffend den Sohn des Beschuldigten, C.____, ein. Überdies führte er 

aus, dass die drohende Landesverweisung für seinen 8-jährigen Sohn eine starke psychische 

Belastung bedeute. Die Auswirkungen einer allfälligen Landesverweisung auf die beiden Söhne 

und die Ehefrau seien bei der Härtefallprüfung miteinzubeziehen.  

 

J. Der Beschuldigte stellte mit Eingabe vom 18. Juni 2019 den Antrag, es sei sowohl beim 

Gefängnis Liestal als auch beim Gefängnis Muttenz jeweils ein Führungsbericht einzuholen. In 

der Folge ordnete der Präsident der strafrechtlichen Abteilung des Kantonsgerichts Basel-Land-

schaft mit Verfügung vom 18. Juni 2019 die Einholung der vom Beschuldigten begehrten Füh-

rungsberichte an.  

 

K. Mit Eingaben vom 19. resp. 20. Juni 2019 reichten die Gefängnisse Muttenz und Liestal 

jeweils ihren Führungsbericht betreffend den Beschuldigten ein.  

 

L. Die Rechtsvertreterin des Beschuldigten legte mit Eingabe vom 20. Juni 2019 ein von 

demselben Tag datiertes Schreiben der Ehefrau des Beschuldigten, D.____, ins Recht.  

 

M. Anlässlich der kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung erschienen der Beschuldigte, 

B.____, mit seiner amtlichen Verteidigerin, Advokatin Michelle Wahl, sowie die Vertreterin der 

Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft. Die Staatsanwaltschaft begehrte die Abweisung der Beru-

fung des Beschuldigten. Im Übrigen wiederholen die Parteien ihre Anträge gemäss den einge-

reichten Rechtsschriften. Auf die weiteren Ausführungen der Parteien wird, soweit erforderlich, in 

den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.  

 

 

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Erwägungen 

I. Formelles 

1. Die Berufung ist gemäss Art. 398 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung 

(StPO, SR 312.0) zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit denen das Verfahren 

ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist. Es können Rechtsverletzungen, die unvollstän-

dige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts sowie Unangemessenheit gerügt werden, wo-

bei das Berufungsgericht das Urteil in allen angefochtenen Punkten umfassend überprüfen kann 

(Art. 398 Abs. 2 und Abs. 3 StPO). Gemäss Art. 399 Abs. 1 und Abs. 3 StPO ist zunächst die 

Berufung dem erstinstanzlichen Gericht innert 10 Tagen seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder 

mündlich anzumelden und danach dem Berufungsgericht innert 20 Tagen seit der Zustellung des 

begründeten Urteils eine schriftliche Berufungserklärung einzureichen. Gemäss Art. 382 Abs. 1 

StPO kann jede Partei, die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung 

eines Entscheides hat, ein Rechtsmittel ergreifen.  

 

2. Vorliegend wird das Urteil des Strafgerichtspräsidenten Basel-Landschaft vom 12. Feb-

ruar 2019 angefochten, welches ein taugliches Anfechtungsobjekt darstellt. Mit Eingaben vom 

13. Februar 2019 (Berufungsanmeldung) respektive vom 25. März 2019 (Berufungserklärung) 

hat der Beschuldigte die Rechtsmittelfrist gewahrt und ist seiner Erklärungspflicht nachgekom-

men. Die Zuständigkeit der Dreierkammer des Kantonsgerichts, Abteilung Strafrecht, als Beru-

fungsgericht zur Beurteilung der vorliegenden Berufung ergibt sich aus Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO 

sowie aus § 15 Abs. 1 lit. a des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Strafprozessordnung 

(EG StPO, SGS 250). Die Berufung des Beschuldigten erfüllt somit sämtliche Formalien, weshalb 

auf diese einzutreten ist.  

 

 

II. Materielles 

1. Allgemeines 

1.1 Gemäss Art. 404 Abs. 1 StPO überprüft das Berufungsgericht das erstinstanzliche Urteil 

nur in den angefochtenen Punkten. Gegen das Urteil des Strafgerichtspräsidenten  

Basel-Landschaft vom 12. Februar 2019 hat einzig der Beschuldigte ein Rechtsmittel ergriffen. 

Konkret richtet sich die Berufung gegen den Schuldspruch wegen versuchter räuberischer Er-

pressung, die Anordnung der Landesverweisung, die Verurteilung zur Bezahlung einer Genugtu-

ung an den Privatkläger, die Verweisung der unbezifferten Schadenersatzforderung des Privat-

klägers auf den Zivilweg, die Verurteilung zur Bezahlung einer reduzierten Parteientschädigung 

an den Privatkläger sowie die Verlegung der vorinstanzlichen Verfahrenskosten. Gestützt auf 

Art. 404 Abs. 1 StPO bilden im vorliegenden Berufungsverfahren nur noch die vorgängig genann-

ten Punkte Gegenstand der richterlichen Überprüfung.  

 

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1.2 Nach dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 10 Abs. 2 StPO) hat das urtei-

lende Gericht frei von Beweisregeln und nur nach seiner aus dem gesamten Verfahren gewon-

nenen persönlichen Überzeugung aufgrund gewissenhafter Prüfung darüber zu entscheiden, ob 

es eine Tatsache für bewiesen hält. Das Gericht trifft sein Urteil unabhängig von der Anzahl der 

Beweismittel, welche für eine bestimmte Tatsache sprechen, und ohne Rücksicht auf die Art des 

Beweismittels. Auch besteht keine Rangfolge der Beweise. Massgebend ist allein deren Stich-

haltigkeit (CHRISTOF RIEDO/GERHARD FIOLKA/MARCEL ALEXANDER NIGGLI, Strafprozessrecht, 

2011, Rz. 234; THOMAS HOFER, Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 10 N 41 ff.). Nach 

der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist gemäss der aus Art. 32 Abs. 1 der Bundesverfas-

sung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV, SR 101) fliessenden und in Art. 6 Ziff. 2 der 

Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) veranker-

ten Maxime "in dubio pro reo" bis zum gesetzlichen Nachweis der Schuld zu vermuten, dass der 

wegen einer strafbaren Handlung Beschuldigte unschuldig ist. Als Beweiswürdigungsregel be-

sagt die Maxime, dass sich der Strafrichter nicht von der Existenz eines für den Beschuldigten 

ungünstigen Sachverhalts überzeugt erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel be-

stehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Die Beweiswürdigungsregel ist verletzt, wenn 

der Strafrichter an der Schuld des Beschuldigten hätte zweifeln müssen. Dabei sind bloss abs-

trakte und theoretische Zweifel nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und absolute 

Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss sich um erhebliche und nicht zu unterdrückende 

Zweifel handeln, das heisst um solche, die sich nach der objektiven Sachlage aufdrängen 

(BGE 124 IV 87, E. 2a; mit Verweis auf BGE 120 Ia 31). Dem Sachgericht steht im Bereich der 

Beweiswürdigung ein erheblicher Ermessensspielraum zu (BGE 134 IV 132, E. 4.2; BGE 129 IV 

6, E. 6.1).  

 

1.3 Im Rahmen der Beweiswürdigung sind Aussagen auf Glaubhaftigkeitsmerkmale bzw. 

Lügensignale hin zu analysieren. Aussagen sind gestützt auf eine Vielzahl von inhaltlichen Real-

kennzeichen zu beurteilen, wobei zwischen inhaltlichen Merkmalen (Aussagedetails, Individuali-

tät, Verflechtung), strukturellen Merkmalen (Strukturgleichheit, Nichtsteuerung, Widerspruchsfrei-

heit bzw. Homogenität) sowie Wiederholungsmerkmalen (Konstanz, Erweiterung) unterschieden 

wird. Das Vorliegen von Realitätskriterien bedeutet, dass die betreffende Person mit hoher Wahr-

scheinlichkeit über erlebnisfundierte Geschehnisse berichtet. Zwar besitzt jedes Realitätskrite-

rium für sich allein betrachtet meist nur eine geringe Validität, die Gesamtschau aller Indikatoren 

kann jedoch einen wesentlich höheren Indizwert für die Glaubhaftigkeit der Aussage haben, wo-

bei sie in der Regel in solchen mit realem Erlebnishintergrund signifikanter und ausgeprägter 

vorkommen als in solchen ohne (MARTIN HUSSELS, Von Wahrheiten und Lügen – Eine Darstellung 

der Glaubhaftigkeitskriterien anhand der Rechtsprechung, forumpoenale 6/2012, S. 369 f.; 

ANDREAS DONATSCH, Zürcher Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 162 N 15). 

 

 

2. Ausgangslage und Standpunkte der Parteien 

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2.1 Mit Urteil vom 12. Februar 2019 führt der Strafgerichtspräsident aus, der Beschuldigte 

habe am Mittag des 22. Oktober 2018 im Parkhaus E.____ dem Privatkläger ein Messer gegen 

die Innenseite des linken Oberschenkels gepresst und ihn aufgefordert, innert 24 Stunden den 

Betrag von Fr. 50'000.-- zu bezahlen, andernfalls werde er ihm die Bauchhöhle aufschlitzen. 

Sollte der Privatkläger innerhalb der Frist das geforderte Geld nicht auftreiben können, schulde 

er ihm Fr. 100'000.-- innerhalb von einer Woche. Im Falle der Nichtbezahlung werde er die Part-

nerin sowie die Tochter des Privatklägers umbringen. Durch das Pressen des Messers an die 

Innenseite des linken Oberschenkels habe der Beschuldigte dem Privatkläger konkludent damit 

gedroht, ihm in den Oberschenkel zu schneiden und dadurch die sich dort befindenden Blutge-

fässe zu durchtrennen, was mit grosser Wahrscheinlichkeit zu einem lebensgefährlichen Blutver-

lust geführt hätte. Dadurch habe sich der Beschuldigte der versuchten räuberischen Erpressung 

schuldig gemacht.  

 

2.2 Demgegenüber macht der Beschuldigte geltend, entgegen den Ausführungen der Vor-

instanz habe er den Privatkläger nicht bedroht, zumal das Parkhaus E.____ zur Mittagszeit gut 

besucht und daher ein schlechter Ort sei, um jemanden zu bedrohen und ihm ein Messer an den 

Oberschenkel zu halten. Des Weiteren sei nicht erstellt, dass er tatsächlich ein Messer an den 

Oberschenkel des Privatklägers gehalten habe, zumal die Hausdurchsuchung ergebnislos ver-

laufen sei und der Privatkläger das Messer nicht habe beschreiben können. Ausserdem habe der 

Privatkläger zunächst zu Protokoll gegeben, dass er das Messer in der rechten Hand gehalten 

habe. In der Folge soll er allerdings sein Mobiltelefon in der rechten Hand gehalten haben, was 

widersprüchlich sei. Anlässlich der Konfrontationseinvernahme habe der Privatkläger sodann ei-

nen Handwechsel des Messers beschrieben. Trotz dieser Unsicherheiten habe die Vorinstanz 

als erstellt erachtet, dass der Beschuldigte dem Privatkläger ein Messer an den Oberschenkel 

gehalten und ihn damit bedroht habe. Ferner könne der Feststellung des Strafgerichtspräsiden-

ten, wonach der Beschuldigte über den Privatkläger Recherchen angestellt habe, nicht gefolgt 

werden, da es keine diesbezüglichen Hinweise gebe. Hinzu komme, dass die Vorinstanz die vom 

Privatkläger dargelegten Ängste nicht hinterfragt habe. Das Verhalten des Privatklägers weise 

nicht darauf hin, dass er Angst gehabt habe, zumal er nach dem Vorfall nicht die Polizei, sondern 

verschiedene Personen aus seinem beruflichen Umfeld kontaktiert habe.  

 

2.3 Die Staatsanwaltschaft bringt ihrerseits vor, der Privatkläger habe den Ablauf der Be-

gegnung mit dem Beschuldigten in allen Einvernahmen detailliert, lebensnah, konstant und in 

emotionaler Hinsicht eindrücklich beschrieben. Es sei augenscheinlich, dass er einen tatsächlich 

erlebten Sachverhalt geschildert habe. Aus Angst, der Beschuldigte könnte seine Todesdrohun-

gen wahrmachen, habe der Privatkläger sein Autokennzeichen sowie jenes seiner Partnerin sper-

ren lassen, eine Videoüberwachungsanlage besorgt und Pfeffersprays gekauft. Wäre es nur zu 

den vom Beschuldigten beschriebenen Beschimpfungen gekommen, hätte der Privatkläger gar 

keinen Anlass gehabt, diese Vorkehrungen zur eigenen Sicherheit zu treffen. Ohnehin fehle es 

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an einem Motiv für eine Falschbelastung durch den Privatkläger. Demgegenüber habe der Be-

schuldigte seine Aussagen im Laufe des Verfahrens stetig abgeändert und den Ermittlungser-

gebnissen angepasst. 

 

 

3. Sachverhaltsfeststellung 

3.1 In tatsächlicher Hinsicht ist in casu zunächst auf die Depositionen des Privatklägers ein-

zugehen. Anlässlich seiner Einvernahme als Auskunftsperson vom 22. Oktober 2018 gab der 

Privatkläger zur Protokoll, er sei Bauleiter auf der Baustelle F.____, wobei der Beschuldigte als 

Gipser der Firma G.____ AG ebenfalls auf der Baustelle tätig gewesen sei. Am 15. Oktober 2018 

habe der Beschuldigte ihm unaufgefordert eine Visitenkarte eines die G.____ AG konkurrenzie-

renden Gipser-Unternehmens ausgehändigt und seinen Namen darauf vermerkt. Diese Visiten-

karte habe er dem Projektleiter Firma G.____ AG übergeben, zumal es sich um eine versuchte 

Abwerbung während der Arbeitszeit gehandelt habe. Der Geschäftsinhaber der G.____ AG habe 

sich in der Folge bei ihm für die Information bedankt und überdies am 19. Oktober 2018 gegen-

über dem Beschuldigten die Kündigung per Ende Oktober 2018 ausgesprochen. Da der Beschul-

digte diese Kündigung nicht akzeptiert habe, sei ihm am Samstag, 20. Oktober 2018, fristlos ge-

kündigt worden. Dessen ungeachtet sei der Beschuldigte am darauffolgenden Montag, 22. Okto-

ber 2018, erneut zur Arbeit bei der G.____ AG erschienen, weshalb ihn der Geschäftsinhaber 

nach Hause geschickt habe. Des Weiteren führte der Privatkläger aus, er sei am 22. Oktober 

2018 bis um 11.45 Uhr auf der Baustelle F.____ gewesen und habe sich anschliessend mit sei-

nem Auto zur E.____ begeben, wo er diverse Einkäufe getätigt habe. Er sei sodann zurück zu 

seinem Fahrzeug im ersten Untergeschoss des dortigen Parkhauses und habe seine Einkäufe 

im Kofferraum verstaut. Als er habe losfahren wollen, habe der Beschuldigte die Fahrertür aufge-

rissen und ihn bedroht, indem er ein Messer, welches er in der rechten Hand gehalten habe, 

derart an seinen linken Oberschenkel gepresst habe, dass er die Klinge auf seiner Haut gespürt 

habe. Zwar könne er nicht genau sagen, um was für ein Messer es sich gehandelt habe, jedoch 

sei die Klinge rund 12 cm lang und spitz gewesen. Vermutlich sei es sein Handwerkermesser 

gewesen. Der Beschuldigte habe ihm vorgeworfen, sein Leben zerstört zu haben, und gedroht, 

ihm die Bauchhöhle aufzuschlitzen, wenn er nicht innert 24 Stunden Fr. 50'000.-- bezahle. Falls 

es ihm nicht möglich sei, diesen Betrag innert Frist aufzutreiben, schulde ihm der Privatkläger 

Fr. 100'000.-- innerhalb einer Woche, andernfalls würde er seine Partnerin sowie seine Tochter 

umbringen, zumal er deren Wohnadresse kenne. In der Folge habe er dem Beschuldigten versi-

chert, das Geld zu bezahlen, und diesen darum gebeten, dass Messer wegzulegen, worauf er 

das Messer verkehrt in seinem Ärmel versteckt habe. Er habe um die Nummer des Mobiltelefons 

des Beschuldigten zu Erfüllung der Forderung gebeten und diesen sogleich versucht anzurufen, 

um dadurch die Nummern zu tauschen. Mangels Empfang im Parkhaus habe dies nicht funktio-

niert. In der Folge habe sich der Beschuldigte entfernt. Er selbst sei in Richtung Basel gefahren, 

wobei er während der Fahrt sowohl mit seinem Chef als auch mit dem Inhaber der G.____ AG 

Kontakt aufgenommen habe, um diesen den Vorfall zu schildern (act. 525 ff.).  

 

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Anlässlich der Konfrontationseinvernahme zwischen ihm und dem Beschuldigten vom 24. Okto-

ber 2018 bestätigte der Privatkläger als Auskunftsperson seine bisherigen Depositionen und legte 

auf Frage hin ergänzend dar, er könne sich durchaus vorstellen, dass der Beschuldigte ihm von 

der Baustelle bis zur E.____ nachgefahren sei, um anschliessend im Parkhaus aufzulauern. Fer-

ner könne er aufgrund seines Mobiltelefons in zeitlicher Hinsicht rekonstruieren, dass er um 12.25 

Uhr versucht habe, den Beschuldigten anzurufen, um dadurch die Mobiltelefonnummern zu tau-

schen. Ausserdem bejahte der Privatkläger die Frage, ob der Beschuldige ein Mobiltelefon in der 

Hand gehalten habe, und legte dar, nachdem der Beschuldigte das Messer in seinem linken Är-

mel versteckt habe, habe er das Mobiltelefon hervorgenommen und es in der rechten Hand ge-

halten. Er habe die Drohung des Beschuldigten ernst genommen und leide seit dem Vorfall unter 

Angstzuständen. Er fürchte sowohl um das eigene Leben als auch jenes seiner Familie und fühle 

sich in seinem Zuhause nicht mehr sicher, zumal der Beschuldigte betont habe, dass er die Woh-

nadresse des Privatklägers kenne und − unabhängig vom Einschalten der Polizei − seine Dro-

hung wahrmachen wolle. (act. 561 ff.).  

 

Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung wiederholte der Privatkläger als Auskunfts-

person seine bisherigen Aussagen und führte ergänzend aus, er habe nach wie vor Angst vor 

dem Beschuldigten. Ausserdem sei er in ambulanter psychologierscher Behandlung (S 139 ff.).  

 

Vor den Schranken des Kantonsgerichts gab der Privatkläger als Auskunftsperson seine bisheri-

gen Depositionen erneut zu Protokoll und legte ergänzend dar, der Vorfall habe ihn stark mitge-

nommen und er, seine Partnerin sowie die Tochter hätten zunächst aus Angst einige Nächte bei 

den Eltern der Partnerin verbracht. Als der Beschuldigte ihm das Messer an die Arterie des linken 

Oberschenkels gehalten habe, sei ihm klar geworden, dass dieser es ernst meine (Protokoll der 

kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung [Protokoll KGer], S. 13 ff.).  

 

3.2 Der Beschuldigte seinerseits machte anlässlich seiner Einvernahme vom 23. Oktober 

2018 geltend, entgegen der Ausführungen des Privatklägers habe er diesem nicht die Visiten-

karte von sich aus gegeben, sondern der Privatkläger habe nach dieser gefragt. In der Folge 

habe ihn einige Tage später − an einem Freitag − der Geschäftsinhaber der Firma G.____ AG zu 

sich gebeten und ihm die fristlose Kündigung ausgesprochen. Diese habe er allerdings nicht un-

terzeichnet. Am Montag sei er wieder zur Arbeit gefahren und habe sich weiterhin geweigert, die 

Kündigung zu unterzeichnen, worauf ihn der Geschäftsinhaber nach Hause geschickt habe. Zu-

nächst habe er sich beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) anmelden wollen, da er 

die Kündigung aber noch nicht in Schriftform erhalten habe, sei er nach Hause gefahren, von wo 

aus er sich um etwa 11.00 Uhr in die E.____ begeben habe. Nachdem er sein Fahrzeug parkiert 

habe, habe er sich zunächst zum Gebäude des H.____ begeben, wo er am Kebab-Stand einen 

Kaffee getrunken habe. Anschliessend sei er zurück in das Parkhaus der E.____, wo er den 

Privatkläger zufälligerweise auf der Rolltreppe, welche in das 1. Untergeschoss führe, gesehen 

habe und diesem zu dessen Fahrzeug gefolgt sei. Er habe diesen angesprochen und gefragt, 

weshalb er die Visitenkarte dem Geschäftsinhaber der G.____ AG gezeigt habe. Der Privatkläger 

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habe ihm versprochen, dass er ihm helfen werde, die Arbeitsstelle zurückzuerhalten. Anlässlich 

dieses Gesprächs sei er wütend gewesen und habe einige Schimpfwörter ausgesprochen. Mehr 

sei jedoch nicht geschehen. Im Übrigen habe er zunächst gar nicht mit dem Privatkläger sprechen 

wollen, allerdings habe er sich dann anders entschieden und ihm seine Meinung gesagt. Dabei 

habe er ihn aber weder mündlich noch mit einem Messer bedroht (act. 535 ff.).  

 

Im Rahmen der Konfrontationseinvernahme zwischen ihm und dem Privatkläger vom 24. Oktober 

2018 führte der Beschuldigte sodann aus, er habe den Privatkläger im Erdgeschoss der E.____ 

vor den Rolltreppen angetroffen. Auf den Vorhalt hin, dass der Privatkläger zu Protokoll gegeben 

habe, den Lift benutzt zu haben, entgegnete der Beschuldigte, er habe den Privatkläger erst ge-

sehen, als dieser bereits vor den Türen zur Tiefgarage gestanden sei (act. 561 ff.).  

 

In seiner Befragung vom 12. November 2018 machte der Beschuldigte geltend, nachdem er am 

22. Oktober 2018 nach der Kündigung durch den Geschäftsinhaber der G.____ AG nach Hause 

gekommen sei, habe er sich mit einem Kollegen in einem albanischen Club in Gelterkinden ver-

einbart, um Kaffee zu trinken. Auf dem Weg nach Hause habe er sich spontan dazu entschlossen, 

in die E.____ zu gehen. Als er dort angekommen sei, habe er sich dann jedoch dazu entschieden, 

beim Kebab-Stand in der Nähe des H.____ einen Kaffee zu trinken. Auf dem Weg zurück zur 

E.____ habe er beim Eingang des Parkhauses den Privatkläger gesehen und sich mit diesem 

unterhalten. Zunächst habe er nicht mit diesem sprechen wollen, auf dem Weg zu seinem Fahr-

zeug habe er sich dann allerdings anders entschieden und den Privatkläger beschimpft. In der 

nämlichen Befragung konfrontierte die Staatsanwaltschaft den Beschuldigten mit den Umstän-

den, dass er gemäss den Videoaufzeichnungen der Überwachungskameras der E.____ erst um 

12.14 Uhr in das Parkhaus gefahren sei, während der Privatkläger bereits um 12.16 Uhr den Lift 

zum Parkhaus im 1. Untergeschoss benutzt habe. Überdies wurde dem Beschuldigten vorgehal-

ten, dass auf den Videoaufzeichnungen nicht ersichtlich sei, dass er die Rolltreppe benutzt habe. 

Zudem könne aufgrund der kurzen Zeitspanne nicht davon ausgegangen werden, dass er nach 

dem Parkieren einen Kaffee in der Nähe des H.____ getrunken habe. Konfrontiert mit diesen 

Vorhalten führte der Beschuldigte aus, es stimme, dass seine vorhergehenden Aussagen nicht 

korrekt gewesen seien. Er habe den Privatkläger zufälligerweise gesehen, als er in das Parkhaus 

gefahren sei, weshalb er parkiert und sich zum Privatkläger begeben und diesen beschimpft 

habe. Allerdings habe er diesen nicht mit einem Messer bedroht und auch nicht erpresst. Vielmehr 

habe er einzig sein Mobiltelefon in der Hand gehalten (act. 599 ff.). 

 

Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung legte der Beschuldigte im Weiteren dar, der 

Privatkläger habe seine Mobiltelefonnummer bereits vor dem Vorfall vom 22. Oktober 2018 ge-

habt, zumal dieser ihn am vorhergehenden Freitag versucht habe zu kontaktieren. Er habe die 

Nummer in der Folge allerdings gelöscht. Im Übrigen könne er sich nicht erklären, weshalb ihn 

der Beschuldigte nunmehr derart belaste (act. S 135 ff.).  

 

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Vor den Schranken des Kantonsgerichts wiederholte der Beschuldigte seine Depositionen ge-

mäss seiner Befragung vom 12. November 2018 und gab ergänzend zu Protokoll, anlässlich des 

Gesprächs mit dem Privatkläger im Parkhaus der E.____ seien Geldforderungen nie Thema ge-

wesen. Ohnehin habe er nur den Namen des Privatklägers gekannt. Weder habe er gewusst, 

dass dieser eine Familie habe, noch habe er dessen Wohnort gekannt. Ferner habe er sich wäh-

rend des Gesprächs mit der linken Hand am Türrahmen abgestützt und in der rechten Hand sein 

Mobiltelefon gehalten. Ein Messer habe er nie in der Hand gehabt. Auch habe er nie etwas an 

den Oberschenkel des Privatklägers gehalten (Protokoll KGer, S. 5 ff.).  

 

3.3 Die Ehefrau des Beschuldigten, D.____, legte anlässlich ihrer Befragung als Zeugin vom 

12. November 2018 dar, der Beschuldigte sei am Morgen des 22. Oktober 2018 beim RAV ge-

wesen, um sich dort aufgrund seines Arbeitsstellenverlustes anzumelden. In der Folge sei er am 

Mittag wieder nach Hause gekommen, also etwa um 12.30 Uhr (act. 589 ff.).  

 

3.4 Aufgrund der vorstehenden Darlegungen ist festzustellen, dass sowohl der Beschuldigte 

als auch der Privatkläger eine Auseinandersetzung am 22. Oktober 2019 im Parkhaus E.____ zu 

Protokoll gegeben haben. Strittig ist hingegen der Hergang dieses Aufeinandertreffens. In Bezug 

auf die Depositionen des Beschuldigten ist zu konstatieren, dass sich diese in massgeblichen 

Punkten als widersprüchlich erweisen. Mithin gab er zunächst zu Protokoll, er habe lediglich im 

Parkhaus der E.____ sein Fahrzeug abgestellt und anschliessend beim Kebab-Stand in der Nähe 

des H.____ einen Kaffee getrunken. Als er sich zurück in das Parkhaus der E.____ begeben 

habe, habe er auf der Rolltreppe zum 1. Untergeschoss des Parkhauses den Privatkläger gese-

hen. Erst nachdem der Beschuldigte mit der Gegebenheit konfrontiert wurde, dass der Privatklä-

ger nicht die Rolltreppe, sondern den Lift in das 1. Untergeschoss des Parkhauses genommen 

hat, passte er seine Aussage dahin gehend an, dass der Privatkläger sich nicht auf der Rolltreppe 

aufgehalten habe. Er sei auf der Rolltreppe gestanden und habe den Privatkläger gesehen, wie 

dieser vor den Türen zum Parkhaus stand. Nachdem der Beschuldigte mit den Videoaufzeich-

nungen der Überwachungskameras der E.____ konfrontiert wurde, gab er an, dass seine Aus-

führungen betreffend Kaffeetrinken beim Kebab-Stand in der Nähe des H.____ frei erfunden 

seien und er sich im Parkhaus der E.____ aufgehalten habe. Des Weiteren ist in Bezug auf die 

Ausführungen des Beschuldigten festzustellen, dass diese einzig in Bezug auf die Umstände 

seiner Kündigung detailliert ausfallen, welche im Übrigen ohnehin nicht bestritten sind. Demge-

genüber bleiben detaillierte Schilderungen hinsichtlich des Kerngeschehens aus resp. stellen sich 

als Falschaussagen heraus. Dabei erweist sich die Diskrepanz zwischen den detailreichen Aus-

führungen der Kündigung und den nur oberflächlichen Aussagen zum Kerngeschehen ausge-

sprochen markant und augenfällig. Namentlich bleibt aufgrund der Darlegungen des Beschuldig-

ten bis zu Letzt nebulös, was nach seiner Meinung im Parkhaus der E.____ vorgefallen ist, zumal 

er seine diesbezüglichen Ausführungen stetig hat anpassen müssen. Hinzu kommt, dass der Be-

schuldigte nicht darzulegen vermag, weshalb er die von ihm zugestandenen Falschaussagen 

getätigt hat. Vielmehr bleibt er diesbezüglich jegliche Begründung schuldig (vgl. bspw. Protokoll 

KGer, S. 7ff.). Des Weiteren ist festzustellen, dass sich die Ausführungen des Beschuldigten nicht 

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mit dem Umstand, wonach der Privatkläger zum Zeitpunkt des Vorfalls, mithin um 12.25 Uhr, die 

Mobiltelefonnummer des Beschuldigten gewählt hat (act. 587), in Einklang bringen lassen. Der 

diesbezügliche Erklärungsversuch des Beschuldigten, der Privatkläger habe ihn erst nach dem 

Vorfall versucht telefonisch zu erreichen, erweist sich offenkundig als abwegig, zumal der Be-

schuldigte selbst eingesteht, dass der Privatkläger Angst vor ihm hatte (act. 609). Schliesslich ist 

festzustellen, dass die Darlegungen des Beschuldigten, wonach er und der Privatkläger ihre Mo-

biltelefonnummern bereits zu einem früheren Zeitpunkt ausgetauscht haben sollen, ebenfalls 

nicht mit den objektivierbaren Indizien in Einklang zu bringen sind. Zum einen ist aufgrund des 

Screenshots der Anrufliste des Privatklägers (act. 587) ersichtlich, dass dieser die Telefonnum-

mer des Beschuldigten nicht gespeichert hat, andernfalls wäre diese nicht bloss als Ziffern ange-

geben. Es würde der Name des Beschuldigten in der Anrufliste erscheinen. Zum anderen konnte 

auf dem Mobiltelefon des Beschuldigten kein Eintrag mit der Telefonnummer des Privatklägers 

gefunden werden (act. 493). In Würdigung dieser Umstände ist daher zu konstatieren, dass sich 

die Depositionen des Beschuldigten, insbesondere in Bezug auf das Kerngeschehen, insgesamt 

als widersprüchlich und nicht nachvollziehbar erweisen. Den Aussagen fehlen jegliche Realkenn-

zeichen, weshalb nicht von einem realen Erlebnishintergrund betreffend die Ausführungen über 

die spezifischen Umstände des Vorfalls im Parkhaus der E.____ ausgegangen werden kann. 

Insgesamt erweisen sich die Depositionen des Beschuldigten daher, namentlich auch in Bezug 

auf das Kerngeschehen, als unglaubwürdig. Entgegen seinen Vorbringen vermag auch der Um-

stand, dass anlässlich der Hausdurchsuchung vom 22. Oktober 2018 (act. 409 ff., insb. act. 421) 

kein belastendes Beweismaterial sichergestellt werden konnte, an diesen Feststellungen nichts 

zu verändern. 

 

3.5 Demgegenüber ist hinsichtlich der Glaubhaftigkeit der Aussagen des Privatklägers fest-

zustellen, dass sich dessen Depositionen konsequent als in sich stimmig erweisen. Mithin tätigte 

der Beschuldigte durchwegs widerspruchsfreie Aussagen, welche sich durch einen auffallenden 

Detailreichtum auszeichnen. Dementsprechend gab der Privatkläger von sich aus und in freier 

Schilderung nuancierte Einzelheiten zu Protokoll, wie beispielsweise den exakten Standort seines 

Fahrzeugs im 1. Untergeschoss (vgl.: act. 565). Auffallend ist überdies, dass der Privatkläger 

ohne Aufforderung, in einem natürlichen Fluss mit den übrigen Schilderungen, zudem seine da-

mals empfundenen Emotionen darlegt ("War total perplex. Wusste nicht, was abgegangen ist": 

Protokoll KGer, S. 14). Ohnehin erweisen sich die Darlegungen des Privatklägers durchwegs als 

lebhaft und emotional geprägt. Zudem ist als Realkennzeichen zu werten, dass der Privatkläger 

denselben Sachverhalt jeweils mit unterschiedlichen, jedoch bedeutungsgleichen Ausdrücken 

wiedergibt. So ist auch festzustellen, dass er den Beschuldigten nicht übermässig belastet. Viel-

mehr gibt er wiederholt zu Protokoll, dass der Beschuldigte auf seine Bitte hin das Messer nicht 

mehr auf ihn gerichtet, sondern umgekehrt in den Ärmel gesteckt habe (act. 531, 567 ff.; Protokoll 

KGer, S. 14 ff.). Ebenso legt der Privatkläger dar, dass trotz des Drucks, welchen der Beschul-

digte mit einem Gegenstand auf seinen Oberschenkel ausgeübt hat, gleichwohl seine Hose keine 

Beschädigungen erlitten hat (act. 581; Protokoll KGer, S. 16). Ferner ist im Sinne eines weiteren 

Realkennzeichens festzustellen, dass den Depositionen des Privatklägers keine Übertreibungen 

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zu entnehmen sind. Im Gegenteil führte der Privatkläger explizit aus, dass er nicht mit Sicherheit 

sagen könne, welche Art von Gegenstand der Beschuldigte auf den Oberschenkel gepresst hat, 

zumal er diesen nicht gesehen habe. Er habe bloss die scharfe, spitze Kante des Gegenstands 

wahrgenommen. Es könne sich um ein Messer gehandelt haben, allerdings sei dies bloss eine 

Vermutung (act. 529, 567, S 145; Protokoll KGer, S. 16). Auch hat der Privatkläger allfällige Er-

innerungslücken jeweils unaufgefordert zugestanden (act. 567, 575; Protokoll KGer, S. 14 ff.). 

Schliesslich ist festzustellen, dass der Privatkläger kein ersichtliches Motiv zur Falschbelastung 

des Beschuldigten hat.  

 

Sodann erweisen sich die Vorbringen des Beschuldigten, wonach diverse Widersprüche in den 

Aussagen des Privatklägers bestehen sollen, als haltlos: Zunächst macht der Beschuldigte einen 

Widerspruch hinsichtlich der Aussagen des Privatklägers geltend, der Beschuldigte habe nicht 

gleichzeitig den Gegenstand, mit welchem er den Privatkläger bedroht haben soll, und das Mo-

biltelefon in der rechten Hand halten können. Der Privatkläger hat hierzu jedoch bereits in seiner 

ersten Einvernahme vom 22. Oktober 2018 erklärt, dass der Beschuldigte auf seine Bitte hin den 

Gegenstand mit der rechten Hand verkehrt in den linken Ärmel gesteckt hat. Erst in der Folge 

habe der Beschuldigte das Mobiltelefon in die rechte Hand genommen (act. 531). Diese Aussage 

hat der Privatkläger konstant wiederholt (act. 567 ff.; Protokoll KGer, S. 14 ff.). Ferner bringt der 

Beschuldigte vor, die vom Privatkläger geschilderten Ängste sowie sein diesbezügliches Verhal-

ten, wonach er angeblich mehrere psychiatrische Kliniken angerufen habe, seien nicht nachvoll-

ziehbar. In diesem Zusammenhang ist allerdings darauf hinzuweisen, dass die vom Privatkläger 

geschilderten Anrufe aktenkundig sind (act. 524.1 ff.).  

 

Des Weiteren ist festzustellen, dass die Depositionen des Privatklägers durch objektivierbare In-

dizien untermauert werden. Mithin stimmen die Aussagen des Privatklägers mit den Zeitstempeln 

der Videoaufzeichnungen der Überwachungskameras der E.____ (act. 463 ff.) exakt überein, 

während die ursprünglichen Darlegungen des Beschuldigten mit den Videoaufzeichnungen nicht 

übereinstimmen. Überdies deckt sich das Bildschirmfoto des Mobiltelefons des Privatklägers, 

welchem zu entnehmen ist, dass der Privatkläger um 12.25 Uhr versucht hat, den Beschuldigten 

anzurufen (act. 587), mit den Ausführungen des Privatklägers, wonach er − nachdem der Be-

schuldigte ihm seine Mobiltelefonnummer gegeben hatte − versucht hat, den Beschuldigten an-

zurufen, um dadurch die Mobiltelefonnummern im Hinblick auf die Geldübergabe auszutauschen. 

Entgegen dem Vorbringen des Beschuldigten ist dabei allerdings nicht von Relevanz, dass dem 

Bildschirmfoto keine weitergehenden Informationen zu entnehmen sind, zumal gemäss der Aus-

sage des Privatklägers mangels Empfangs ohnehin keine Verbindung habe aufgebaut werden 

können. Die Gegebenheit, dass keine Verbindung zu Stande gekommen ist, wird im Übrigen 

durch die entsprechende Verbindungsliste der Swisscom bestätigt (act. 524.9), womit die Depo-

sitionen des Privatklägers auch in diesem Punkt durch objektivierbare Indizien untermauert wer-

den. Ergänzend ist anzumerken, dass dem Bildschirmfoto ausserdem zu entnehmen ist, dass der 

Privatkläger um 12.27 Uhr Toni Haug sowie um 12.32 Uhr G.____ von seinem Mobiltelefon aus 

kontaktiert hat (act. 587; vgl. auch die Verbindungsliste der Swisscom, act. 524.9), was wiederum 

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exakt mit den Ausführungen des Privatklägers übereinstimmt. Es zeigt sich daher, dass im direk-

ten Zusammenhang mit dem Kerngeschehen eine Vielzahl von Indizien vorliegen, welche die 

Depositionen des Privatklägers untermauern. Schliesslich ist aktenkundig, dass der Privatkläger 

diverse Telefonate mit der Polizei, psychiatrischen Kliniken, der dargebotenen Hand sowie wei-

teren Institutionen geführt hat (act. 524.1 ff.). Der Privatkläger gab diesbezüglich glaubhaft zu 

Protokoll, er habe unter Angstzuständen gelitten und aus Verzweiflung bei diesen Institutionen 

Hilfe gesucht (act. 575).  

 

Im Ergebnis zeigt sich somit, dass die Depositionen des Privatklägers eine Vielzahl von Reali-

tätskriterien aufweisen, durch eine Vielzahl von objektivierbaren Indizien gestützt werden und sich 

als durchwegs widerspruchsfrei sowie in sich stimmig erweisen. Diesen glaubhaften Aussagen 

des Privatklägers stehen einzig die widersprüchlichen und nicht glaubhaften Darlegungen des 

Beschuldigten gegenüber, welche sich teilweise nachweislich als falsch herausgestellt haben. 

Unter diesen Umständen ist in Bezug auf das Kerngeschehen zweifellos auf die glaubhaften De-

positionen des Privatklägers abzustellen.  

 

3.6 Demnach ist als erstellt zu erachten, dass sich der Beschuldigte am 22. Oktober 2018 

um etwa 12.20 Uhr im 1. Untergeschoss des Parkhauses E.____ dem sich in seinem Fahrzeug 

sitzenden Privatkläger genähert und unvermittelt die Fahrertür aufgerissen hat. In der Folge hat 

der Beschuldigte dem Privatkläger vorgeworfen, sein Leben zerstört zu haben, und ihm ange-

droht, dessen Leben zu zerstören. Dabei hat er ihm mit der rechten Hand einen scharfkantigen, 

spitzen Gegenstand, mit einer Klinge von mindestens 10 cm, gegen die Innenseite des linken 

Oberschenkels gedrückt und den Privatkläger aufgefordert, ihm innert 24 Stunden den Betrag 

von Fr. 50'000.-- zu bezahlen, andernfalls er ihm die Bauchhöhe aufschlitzen werde. Sollte es 

dem Privatkläger nicht möglich sein, innerhalb dieser Frist das geforderte Geld aufzutreiben, so 

habe er ihm innerhalb einer Woche den Betrag von Fr. 100'000.-- zu bezahlen. Sollte er auch 

dieser Forderung nicht nachkommen, so bringe er die Partnerin sowie die Tochter des Privatklä-

gers um. Aufgrund dieser Drohungen sicherte der Privatkläger dem Beschuldigten zu, den gefor-

derten Betrag innert 24 Stunden aufzutreiben, und bat ihn darum, den scharfkantigen, spitzen 

Gegenstand wegzulegen, was dieser in der Folge auch tat. Im Hinblick auf die Geldübergabe 

tauschten der Beschuldigte und der Privatkläger ihre Mobiltelefonnummern aus und der Beschul-

digte forderte den Privatkläger erneut auf, das geforderte Geld zu beschaffen.  

 

Des Weiteren ist festzuhalten, dass aufgrund der Ausführungen des Privatklägers ohne Zweifel 

als erstellt zu erachten ist, dass der Gegenstand, mit welchem der Beschuldigten ihn bedrohte, 

über eine scharfe, spitze Klinge verfügte. Namentlich erweist sich eine Verwechslung mit einem 

Mobiltelefon, wie es der Beschuldigte wiederholt vorbringt, als nicht plausibel, zumal der Privat-

kläger mehrfach und auch glaubhaft dargelegt hat, dass der Beschuldigte den scharfkantigen, 

spitzen Gegenstand auf seine Bitte hin im linken Ärmel versorgt und anschliessend das Mobilte-

lefon mit der rechten Hand hervorgeholt hat (act. 531, 567 ff.; Protokoll KGer, S. 14 ff.). Ob es 

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sich bei diesem scharfkantigen, spitzen Gegenstand um ein Messer handelte, kann offen gelas-

sen werden, zumal der Privatkläger ausdrücklich zu Protokoll gegeben hat, den scharfkantigen, 

spitzen Gegenstand nur gespürt, nicht aber gesehen zu haben. Massgebend ist vielmehr, dass 

es sich um einen scharfkantigen, spitzen Gegenstand gehandelt hat.  

 

Schliesslich ist festzuhalten, dass die Anklageschrift vom 27. Dezember 2018 dem Beschuldigten 

nicht vorwirft, er habe den Privatkläger vor der inkriminierten Tat verfolgt (act. S 1 ff.). Auch des-

halb kann offen gelassen werden, ob der Beschuldigte den Privatkläger in das Parkhaus E.____ 

verfolgt hat oder ob es sich vielmehr um ein zufälliges Aufeinandertreffen gehandelt hat.  

 

3.7 In tatsächlicher Hinsicht ist somit zu konstatieren, dass der angeklagte Sachverhalt ent-

sprechend den vorstehenden Erwägungen erstellt ist.  

 

 

4. Rechtliche Würdigung 

4.1 Gemäss Art. 156 Ziff. 1 des Schweizerischen Strafgesetzbuchs (StGB, SR 311.0) macht 

sich der Erpressung strafbar, wer in der Absicht, sich oder einen anderen unrechtmässig zu be-

reichern, jemanden durch Gewalt oder Androhung ernstlicher Nachteile zu einem Verhalten be-

stimmt, wodurch dieser sich selber oder einen anderen am Vermögen schädigt. Der Tatbestand 

sieht somit alternativ zwei Nötigungsmittel vor, nämlich die Gewalt oder die Androhung ernstlicher 

Nachteile. Bei der Androhung ernstlicher Nachteile stellt der Täter dem Opfer die Zufügung eines 

Übels in Aussicht, dessen Eintritt er als von seinem Willen abhängig erscheinen lässt. Ob der 

Täter den Eintritt des in Aussicht gestellten Nachteils tatsächlich beeinfluss kann oder die Dro-

hung wirklich wahrmachen will, ist daher unerheblich. Der in Aussicht gestellte Nachteil kann 

zunächst Leib und Leben des Opfers betreffen, aber auch solche Rechtsgüter anderer Menschen. 

Voraussetzung ist lediglich, dass die dadurch bewirkte Nötigung auf den Erpressten ebenso in-

tensiv wirkt wie unmittelbar gegen ihn selbst gerichteter Zwang. Die angedrohten Nachteile müs-

sen ernstlich sein. Dies ist der Fall, wenn sie nach einem objektiven Massstab geeignet sind, 

auch eine besonnene Person in der Lage des Betroffenen gefügig zu machen und so seine freie 

Willensbildung und -betätigung zu beschränken. Die Nötigung muss den Betroffenen zu einem 

Verhalten bestimmen, durch das er sich selbst oder einen anderen am Vermögen schädigt. In 

subjektiver Hinsicht erfordert die Erpressung Vorsatz sowie die Absicht unrechtmässiger Berei-

cherung (BGer 6B_1082/2013 vom 14. Juli 2014, E. 2.3.1; PHILIPPE WEISSENBERGER, Basler 

Kommentar StGB, 4. Aufl. 2019, Art. 156 N 5 ff.; STEFAN TRECHSEL/DEAN CRAMERI, Praxiskom-

mentar StGB, 3. Aufl. 2018, Art. 156 N 1 ff.; ANDREAS DONATSCH, Strafrecht III: Delikte gegen den 

Einzelnen, 11. Aufl. 2018, S. 303 ff.).  

 

4.2 Ein Versuch liegt gemäss Art. 22 Abs. 1 StGB vor, wenn der Täter, nachdem er mit der 

Ausführung eines Verbrechens oder Vergehens begonnen hat, die strafbare Tätigkeit nicht zu 

Ende führt oder der zur Vollendung der Tat gehörende Erfolg nicht eintritt oder dieser nicht ein-

treten kann. Subjektiv wird verlangt, dass der Täter einen auf die Begehung der Tat gerichteten 

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Entschluss gefasst hat. Die objektive Seite hingegen setzt voraus, dass der Täter mit der Ausfüh-

rung der Tat begonnen hat. Der Versuch erfordert somit, dass der Täter sämtliche subjektiven 

Tatbestandsmerkmale erfüllt und seine Tatentschlossenheit manifestiert hat, ohne dass alle ob-

jektiven Tatbestandsmerkmale verwirklicht wären. Die subjektiven Tatbestandsmerkmale müs-

sen vollständig erfüllt sein, in erster Linie der Vorsatz, wobei Eventualvorsatz genügt (MARCEL 

ALEXANDER NIGGLI/STEFAN MAEDER, Basler Kommentar StGB, 4. Aufl. 2019, Art. 22 N 1 ff.; 

STEFAN TRECHSEL/CHRISTOPHER GETH, Praxiskommentar StGB, 3. Aufl. 2018, Art. 22 N 1 ff.). 

 

4.3 In casu ist dem erstellten Sachverhalt zu entnehmen, dass der Beschuldigte einen 

scharfkantigen, spitzen Gegenstand, welcher geeignet war, den Privatkläger zu verletzen, an 

dessen Oberschenkel gepresst und den im Auto sitzenden Mann aufgefordert hat, innert 24 Stun-

den Fr. 50'000.-- zu bezahlen, andernfalls er ihm die Bauchhöhle aufschlitzen werde. Sollte er 

das Geld nicht innert dieser Zeit bereitstellen können, habe der Privatkläger ihm innerhalb einer 

Woche Fr. 100'000.-- zu bezahlen, andernfalls er seine Partnerin und seine Tochter umbringen 

werde. Dass es sich bei diesen in Aussicht gestellten Nachteilen um ernstliche im Sinne von 

Art. 156 Ziff. 1 StGB handelt, ist angesichts der vom Beschuldigten geschaffenen Gesamtsitua-

tion, namentlich aufgrund des Einsatzes eines scharfkantigen, spitzen Gegenstands am Ober-

schenkel des Privatklägers, offenkundig. Die Ernstlichkeit der angedrohten Nachteile war auch 

dem Beschuldigten zweifellos bewusst, zumal dieser selbst zu Protokoll gegeben hat, der Privat-

kläger habe Angst vor ihm gehabt (act. 609). Durch dieses Vorgehen verfolgte der Beschuldigte 

das Ziel, den Privatkläger zu einer Vermögensdisposition zu bestimmen, durch welche sich dieser 

selber am Vermögen schädigt. 

 

Der Beschuldigte hat zweifellos mit Bereicherungsabsicht gehandelt. Dass die Handlungen des 

Beschuldigten zugleich auch im Motiv der Rache begründet waren, ändert am Vorliegen der Be-

reicherungsabsicht nichts. Vielmehr genügt zur Erfüllung des Tatbestands der Erpressung die 

Eventualabsicht, sich oder einen anderen unrechtmässig zu bereichern. Das Tatbestandsmerk-

mal der (Eventual-) Absicht der unrechtmässigen Bereicherung will von der Strafbarkeit der Er-

pressung lediglich denjenigen ausnehmen, welcher sich oder einen anderen mittels Zwang für 

eine tatsächliche oder vermeintlich bestehende Forderung befriedigen will (PHILIPPE 

WEISSENBERGER, a.a.O., Art. 156 N 32). Dies ist in casu aber gerade nicht der Fall. Vielmehr 

wusste der Beschuldigte, dass er weder einen Anspruch auf den Betrag von Fr. 50'000.-- noch 

auf jenen von Fr. 100'000.-- hatte. Gleichwohl hielt er seine Bereicherung für möglich und nahm 

diese auch in Kauf, mithin handelte er mit Bereicherungsabsicht.  

 

Im Ergebnis zeigt sich somit, dass der Beschuldigte einen Tatentschluss gefasst hat, welcher 

sich auf die Begehung der Tat gerichtet und sämtliche Tatbestandsmerkmale umfasst hat. Aus-

serdem erhellt, dass der Beschuldigte seine Tatentschlossenheit manifestiert hat, indem er den 

scharfkantigen, spitzen Gegenstand an den Oberschenkel des Privatklägers gepresst und die 

Forderungen, unter Androhung ernstlicher Nachteile, gestellt hat. Mithin hat er augenscheinlich 

mit der Ausführung der Tat begonnen. Da der Privatkläger die Vermögensdisposition allerdings 

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nicht vorgenommen hat, ist der tatbestandsmässige Erfolg nicht eingetreten, weshalb die Straftat 

im Stadium des Versuchs stecken geblieben ist. Daraus folgt, dass sich der Beschuldigte der 

versuchten Erpressung gemäss Art. 156 Ziff. 1 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB strafbar gemacht 

hat.  

 

4.4 Zu prüfen ist nunmehr, ob sich der Beschuldigte überdies des qualifizierten Tatbestands 

der räuberischen Erpressung strafbar gemacht hat. Den qualifizierten Tatbestand der räuberi-

schen Erpressung erfüllt der Täter, wenn er gegen eine Person Gewalt anwendet oder er sie mit 

einer gegenwärtigen Gefahr für Leib und Leben bedroht (Art. 156 Ziff. 3 StGB). Die Drohung muss 

auf eine gegenwärtige Gefahr für Leib und Leben gerichtet sein. Die Androhung ernstlicher Nach-

teil genügt beim qualifizierten Tatbestand nicht. Die Gefahr ist unmittelbar, wenn sie weder ver-

gangen ist noch bevorsteht, d.h. wenn sie gegenwärtig und konkret ist. Die Drohung kann durch 

entsprechende, auch bloss andeutungsweise Äusserungen sowie durch konkludente Handlun-

gen geschehen, beispielsweise durchwortloses Vorhalten einer Schusswaffe. Im Übrigen ist nicht 

vorausgesetzt, dass der in Aussicht gestellte Nachteil das Ausmass einer schweren Körperver-

letzung aufweist (BGer 6B_1082/2013, E. 2.3.2; PHILIPPE WEISSENBERGER, a.a.O., Art. 156 N 41 

ff.; MARCEL ALEXANDER NIGGLI/CHRISTOF RIEDO, Basler Kommentar StGB, 4. Aufl. 2019, Art. 140 

N 29 ff.; STEFAN TRECHSEL/DEAN CRAMERI, a.a.O., Art. 156 N 15; ANDREAS DONATSCH, a.a.O., 

S. 176 f.).  

 

4.5 Vorliegend ist ohne Weiteres ersichtlich, dass der erstellte Sachverhalt, wonach der Be-

schuldigte einen scharfkantigen, spitzen Gegenstand gegen den Oberschenkel des Privatklägers 

gepresst hat, die Tatbestandsvariante der Anwendung von Gewalt nicht zu erfüllen vermag. Hin-

gegen ist zu prüfen, ob der erstellte Sachverhalt die Tatbestandsvariante der Drohung mit einer 

gegenwärtigen Gefahr für Leib und Leben erfüllt. Diesbezüglich ist zu konstatieren, dass der Be-

schuldigte, indem er den scharfkantigen, spitzen Gegenstand, welcher über eine rund 10 cm 

lange Klinge verfügte und geeignet war, dem Privatkläger Verletzungen zuzufügen, an dessen 

Oberschenkel presste, und ihm dadurch zu verstehen gab, dass er ihn, sollte er sich nicht bereit 

erklären, den verlangten Geldbetrag zu bezahlen, im Bereich der dort verlaufenden Schlagader 

verletzen könnte. Dabei hat der Beschuldigte durch ein bestimmtes Auftreten, begleitet von be-

drohlichen Worten, verdeutlicht, seine Drohung erforderlichenfalls auch umzusetzen. Dass es 

sich dabei um eine gegenwärtige Drohung handelte, welche der Beschuldigte im Falle, dass der 

Privatkläger seine Bereitschaft zur Bezahlung von Anfang an verweigert hätte, unmittelbar in die 

Tat umgesetzt hätte, gab der Beschuldigte vor allem aber durch das Pressen des scharfkantigen, 

spitzen Gegenstands, welcher geeignet war, dem Privatkläger schwere oder sogar lebensbe-

drohliche Verletzungen zuzufügen, auf den Oberschenkel des Privatklägers zu verstehen. Mithin 

hat der Beschuldigte dem Privatkläger damit gedroht, ihm auf der Stelle eine schwere bis lebens-

bedrohliche Verletzung zuzufügen. Es ist daher zweifellos von einer gegenwärtigen und konkre-

ten Gefahr für Leib und Leben auszugehen, welche der Beschuldigte dem Privatkläger angedroht 

hat.  

 

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Diese vom Beschuldigten geschaffene Situation war nach einem objektiven Massstab geeignet, 

auch eine besonnene und vernünftige Person in der Lage des Privatklägers gefügig zu machen 

und sie in ihrer freien Willensbildung und -betätigung zu beschränken, so dass sie ihre Bereit-

schaft zur Erfüllung der Forderungen des Beschuldigten erklärt hätte. Dies wusste und wollte der 

Beschuldigte zweifellos. Es ist daher festzustellen, dass der Beschuldigte den Privatkläger mit 

einer gegenwärtigen Gefahr für Leib und Leben bedroht hat, wodurch er erreichen wollte, dass 

sich dieser selber am Vermögen schädigt.  

 

Somit erhellt, dass der Beschuldigte einen auf die Begehung der Tat gerichteten Entschluss ge-

fasst hat. In Bezug auf das Erfordernis der Bereicherungsabsicht ist auf die diesbezüglichen vor-

stehenden Erwägungen zu verweisen (Ziffer 4.3 hievor), wonach Eventualabsicht ausreicht. Dass 

der Beschuldigte, auch wenn er in erster Linie mit dem Motiv der Rache gehandelt hat, gleichwohl 

die (Eventual-) Absicht verfolgte, sich unrechtmässig zu bereichern, ist offenkundig. Seine klare 

Geldforderung lässt keinen anderen Schluss zu, als dass sich der Beschuldigte selbst unrecht-

mässig bereichern wollte.  

 

Schliesslich ist festzustellen, dass der Beschuldigte seine Tatentschlossenheit deutlich manifes-

tiert hat, indem er mit der Ausführung der Tat begonnen hat, wobei der Erfolg, nämlich der Vor-

nahme der Vermögensdisposition durch den Privatkläger, nicht eingetreten ist, weshalb die Straf-

tat im Stadium des Versuchs stecken geblieben ist. Folglich hat sich der Beschuldigte der ver-

suchten räuberischen Erpressung gemäss Art. 156 Ziff. 3 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB straf-

bar gemacht.  

 

4.6 Aufgrund der vorstehenden Ausführungen steht fest, dass die Tatbestandsmässigkeit 

der versuchten räuberischen Erpressung erfüllt ist. Ausserdem sind weder Rechtfertigungs- noch 

Schuldausschlussgründe ersichtlich, weshalb sich der Beschuldigte der versuchten räuberischen 

Erpressung schuldig gemacht hat und seine Berufung in diesem Punkt abzuweisen ist.  

 

 

5. Bemessung der Strafe 

5.1 Im Sinne einer Vorbemerkung ist festzustellen, dass die Ausführungen der Vorinstanz in 

Bezug auf die Strafzumessung seitens des Beschuldigten nicht beanstandet werden, sondern 

dessen Rügen sich einzig auf die Nichtgewährung des bedingten Strafvollzugs beschränkten. 

Angesichts dessen kann auf die entsprechenden Erwägungen des Strafgerichts betreffend die 

Bemessung der Strafe verwiesen werden, zumal sich diese durchwegs als korrekt erweist. 

 

5.2 In Bezug auf die Gewährung des bedingten Strafvollzugs bringt der Beschuldigte vor, 

dessen Verweigerung durch die Vorinstanz sei nicht nachvollziehbar, zumal er nicht vorbestraft 

sei und es sich in casu lediglich um eine versuchte Straftat gehandelt habe. Hinzu komme, dass 

er sich seit dem 24. April 2019 im vorzeitigen Strafvollzug befinde, sich kooperativ gezeigt und 

wohl verhalten habe. Entsprechend würden die Führungsberichte der Gefängnisse Liestal und 

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Muttenz von einem vorbildlichen Gefangenen sprechen. Das Strafgericht habe die Schlechtprog-

nose mit einer erhöhten Ausführungsgefahr begründet, obwohl sich der Sachverständige Dr. 

med. I.____ nicht für eine Ausführungsgefahr ausgesprochen habe. Entgegen der Vorinstanz 

könne aus seiner Weigerung, mit dem Sachverständigen zu sprechen, nicht geschlossen werden, 

er habe seine Drohung wahrmachen wollen. Folgerichtig habe sich die Vorinstanz über die Er-

kenntnisse des Sachverständigen hinweggesetzt. Ausserdem habe es sich bei dem Vorfall um 

eine einmalige Angelegenheit gehandelt. Im Übrigen sei die Möglichkeit eines Kontakt- und Ra-

yonverbots nicht einmal geprüft worden.  

 

5.3 Die Staatsanwaltschaft macht ihrerseits geltend, die Gewährung des bedingten Straf-

vollzugs sei auch bei einem Ersttäter keine Selbstverständlichkeit, sondern von der Legalprog-

nose abhängig. Zwar sei der Beschuldigte nicht vorbestraft, dem stehe allerdings entgegen, dass 

er aus Rache sowie monetären Beweggründen delinquiert habe. Namentlich der Umstand, dass 

der Beschuldigte aufgrund einer Kränkung bereit gewesen sei, zu delinquieren, zeige auf, dass 

eine erhöhte Wiederholungsgefahr vorliege. Gegen eine gute Prognose spreche überdies, dass 

der Beschuldigte uneinsichtig sei und keine Reue zeige. Er habe sich zu keinem Zeitpunkt selbst-

kritisch mit seiner Tat auseinandergesetzt. Im Gegenteil habe er die Mitwirkung an seiner Explo-

ration verweigert. Es sei daher davon auszugehen, dass der Vollzug der Freiheitsstrafe notwen-

dig sei, um die Legalprognose positiv zu beeinflussen, damit inskünftig nicht mit einem Rückfall 

gerechnet werden müsse.  

 

5.4 Gemäss Art. 42 Abs. 1 StGB schiebt das Gericht den Vollzug einer Strafe von mindes-

tens sechs Monaten und höchstens zwei Jahren in der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe 

nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen 

abzuhalten. Bei der Prüfung, ob der Verurteilte für ein dauerndes Wohlverhalten Gewähr bietet, 

ist eine Gesamtwürdigung aller wesentlichen Umstände vorzunehmen. In die Beurteilung mitein-

zubeziehen sind neben den Tatumständen auch das Vorleben und der Leumund sowie alle wei-

teren Tatsachen, die gültige Schlüsse auf den Charakter des Täters und die Aussichten seiner 

Bewährung zulassen. Für die Einschätzung des Rückfallrisikos ist ein Gesamtbild der Täterper-

sönlichkeit unerlässlich. Relevante Faktoren sind etwa strafrechtliche Vorbelastung, Sozialisati-

onsbiographie und Arbeitsverhalten, das Bestehen sozialer Bindungen, Hinweise auf Suchtge-

fährdungen usw. Dabei sind die persönlichen Verhältnisse bis zum Zeitpunkt des Entscheides 

miteinzubeziehen. Die Gewährung des Strafaufschubes setzt nicht die positive Erwartung voraus, 

der Täter werde sich bewähren, sondern es genügt die Abwesenheit der Befürchtung, dass er es 

nicht tun werde. Der Strafaufschub ist deshalb die Regel, von der grundsätzlich nur bei ungüns-

tiger Prognose abgewichen werden darf (BGE 134 IV 1, E. 4.2.1 f.; ROLAND M. SCHNEIDER/ROY 

GARRÉ, Basler Kommentar StGB, 4. Aufl. 2019, Art. 42 N 38 ff.; GÜNTER 

STRATENWERTH/WOLFGANG WOHLERS, Handkommentar StGB, 3. Aufl. 2013, Art. 42 N 7 ff.). 

 

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5.5 Vorliegend ist dem Auszug aus dem Schweizerischen Strafregister vom 22. Oktober 

2018 zu entnehmen, dass der Beschuldigte über keine Vorstrafen verfügt (act. 3). Ferner ist auf-

grund des Auszugs aus dem Betreibungsregister vom 22. Oktober 2018 ersichtlich, dass gegen 

den Beschuldigten weder Betreibungen noch Verlustscheine registriert sind (act. 7). Der Beschul-

digte ist ausserdem sozial und − bis zur Kündigung im Oktober 2018 − auch beruflich gut integriert 

(act. 4.1 ff.). Die Vorinstanz leitet die schlechte Legalprognose im Wesentlichen aus dem Um-

stand ab, dass der Beschuldigte sich geweigert habe, sich einer Begutachtung zu unterziehen. 

Dem forensisch-psychiatrischen Gutachten von Dr. med. I.____ vom 26. November 2018 ist zu 

entnehmen, dass aus normalpsychologischer Sicht davon auszugehen sei, dass die erlittene Un-

tersuchungshaft den Beschuldigten ausreichend beeindruckt habe, so dass er von gewaltsamen 

Handlungen zum Nachteil des Privatklägers absehen werde und eine Ausführungsgefahr zu ver-

neinen sei. Allerdings sei ohne persönlichen Kontakt und Konsultation allfälliger Krankenakten 

eine Einschätzung im vorliegenden Fall nicht möglich. Im Ergebnis würden daher sowohl günstige 

als auch ungünstige Faktoren vorliegen, weshalb die Ausführungsgefahr weder ausreichend aus-

geschlossen noch klar bejaht werden könne, da nicht ausreichend Informationen vorliegen wür-

den und der Beschuldigte nicht richtig habe untersucht werden können (act. 135 ff.). Im Ergebnis 

ist somit festzustellen, dass sich allein gestützt auf das Gutachten von Dr. med. I.____ vom 

26. November 2018 keine schlechte Prognose begründen lässt. Es liegen keine substanziellen 

Vorbehalte an der Legalbewährung des Beschuldigten vor, weshalb ein Vollzug der Sanktion 

nicht notwendig erscheint, um ihn von der Begehung weiterer Delikte abzuhalten. Vielmehr er-

scheint in casu die Gewährung des bedingten Strafvollzugs (verbunden mit einem Kontakt- und 

Rayonverbot, vgl. Ziffer 5.7 hienach) als spezialpräventiv ausreichend. Demnach ist der Vollzug 

der Freiheitsstrafe aufzuschieben, wobei die Probezeit in Anwendung von Art. 44 Abs. 1 StGB 

auf zwei Jahre festzusetzen ist. 

 

5.6 In Anbetracht der vorstehenden Erwägungen kann somit im Ergebnis festgestellt wer-

den, dass der Beschuldigte in Abänderung von Ziffer 1 des Urteils des Strafgerichtspräsidenten 

Basel-Landschaft vom 12. Februar 2019 zu einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 

12 Monaten, bei einer Probezeit von 2 Jahren, zu verurteilen ist. Schliesslich ist das erstinstanz-

liche Urteil hinsichtlich der Anrechnung der ausgestandenen Haft von Amtes wegen zu aktuali-

sieren, weshalb gemäss Art. 51 StGB die Dauer der seit dem 22. Oktober 2018 ausgestandenen 

Untersuchungs- und Sicherheitshaft sowie des vorzeitigen Strafvollzugs von insgesamt 249 Ta-

gen an die Strafe anzurechnen sind.  

 

5.7 Gemäss Art. 67b Abs. 1 StGB kann das Gericht für eine Dauer bis zu fünf Jahren ein 

Kontakt- und Rayonverbot verhängen, wenn jemand ein Verbrechen oder Vergehen gegen eine 

oder mehrere bestimmte Personen begangen hat und die Gefahr besteht, dass er bei einem 

Kontakt zu diesen Personen weitere Verbrechen oder Vergehen begehen wird. Der Beschuldigte 

ist in casu der versuchten räuberischen Erpressung zum Nachteil von A.____ schuldig gespro-

chen worden, weshalb das Erfordernis der Anlasstat ohne Weiteres erfüllt ist. Ebenso ist die Vo-

raussetzung des Konnexes zwischen der Straftat und dem Opfer offenkundig gegeben, zumal 

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der Beschuldigte den Privatkläger keineswegs wahllos als Opfer seiner Delinquenz ausgesucht 

hat. Vielmehr erkannte der Beschuldigte im Privatkläger den Hauptgrund für seine Entlassung, 

was primär ursächlich für seinen Entschluss zur Delinquenz zum Nachteil des Privatklägers war. 

Mithin wurde der Beschuldigte nicht zu Letzt auch durch das Motiv der Rache angetrieben. Eine 

allfällige Gefahr einer erneuten Delinquenz besteht folglich einzig in Bezug auf den Privatkläger. 

Um im Falle eines erneuten Aufeinandertreffens des Beschuldigten und des Privatklägers diesen 

Umständen zu begegnen, ist gegen den Beschuldigten gestützt auf Art. 67b StGB ein 3-jähriges 

Kontakt- und Rayonverbot anzuordnen. Dem Beschuldigten wird verboten, direkt oder über Dritt-

personen auf irgendeine Art mit A.____ oder dessen Familienmitgliedern Kontakt aufzunehmen, 

namentlich auf telefonischem, schriftlichem oder elektronischem Weg oder auf eine andere 

Weise. Dem Beschuldigten wird weiter verboten, sich im Umkreis von 1 Kilometer des Wohnortes 

der Familie A.____ aufzuhalten.  

 

 

6. Obligatorische Landesverweisung 

6.1 Mit Urteil vom 12. Februar 2019 führt der Strafgerichtspräsident Basel-Landschaft aus, 

aufgrund der Verurteilung wegen versuchter räuberischer Erpressung seien vorliegend die Vor-

aussetzungen der obligatorischen Landesverweisung gegeben. Ausserdem liege kein Härtefall 

vor, zumal der Beschuldigte erst im frühen Erwachsenenalter in die Schweiz eingereist sei, nach-

dem er eine sehr gute Kindheit im Kosovo genossen habe. Ausserdem würden die meisten engen 

Verwandten des Beschuldigten im Kosovo leben, wobei er selbst rund zweimal pro Jahr in den 

Kosovo reise. Die Dauer der Landesverweisung sei beim gesetzlich vorgesehenen Minimum von 

fünf Jahren festzusetzen.  

 

6.2 Demgegenüber macht der Beschuldigte geltend, entgegen den Darlegungen der Vor-

instanz sei von einem Härtefall auszugehen. Namentlich sei zu beachten, dass er seit 17 Jahren 

in der Schweiz in sehr stabilen familiären und sozialen Verhältnissen lebe und seit dem Jahr 2001 

verheiratet sei. Ferner habe er zwei Kinder im Alter von 8 und 14 Jahren, welche in der Schweiz 

geboren seien. Seine Ehefrau verfüge über eine gute und langjährige Arbeitsstelle, mithin sei die 

gesamte Familie bestens integriert. Soweit die Vorinstanz darauf hinweise, dass viele der Ver-

wandten des Beschuldigten im Kosovo leben würden, sei anzumerken, dass sich ein Bruder in 

Deutschland und eine Schwester in Lausanne aufhalten würden. Ausserdem habe er eine Cou-

sine im Kanton Aargau und einen erst kürzlich verstorbenen Onkel in Pratteln. Sodann seien 

seine Schwiegereltern in Liestal wohnhaft. Seine Ehefrau und seine beiden Kinder seien in der 

Schweiz verwurzelt, weshalb insbesondere seine beiden Söhne von einer Landesverweisung 

stark betroffen seien. Das gesamte soziale Umfeld der Kinder sei in der Schweiz, wobei beide 

weder albanisch lesen noch schreiben könnten. Mithin würden die Kinder über keinen persönli-

chen Bezug zum Kosovo verfügen und das Land nur von den Ferien her kennen. Auch seien die 

Kenntnisse der Ehefrau betreffend die albanische Sprache beschränkt, weshalb sie im Kosovo 

nicht arbeiten könne. Der Familie wäre es daher nicht zumutbar, im Fall einer Landesverweisung 

dem Beschuldigten in dessen Heimat zu folgen. Angesichts des Umstands, dass die Anlasstat im 

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Vergleich zu anderen Katalogtatbeständen nicht besonders schwer wiege und ohnehin nicht über 

das Stadium des Versuchs hinausgegangen sei, sei kein massgebendes öffentliches Interesse 

an der Landesverweisung ersichtlich, weshalb die privaten Interessen im Vordergrund stehen 

würden.  

 

6.3 Die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft führt hingegen aus, der blosse Umstand, dass 

ein verurteilter Ausländer mit seiner Familie in der Schweiz lebe, begründe noch keinen schweren 

persönlichen Härtefall. Vielmehr sei die Härtefallklausel eine Ausnahmeklausel, weshalb der Aus-

länder, der eine Katalogtat verübt habe, grundsätzlich des Landes zu verweisen sei, auch wenn 

er mit seinen Kindern hier in der Schweiz lebe und einer Arbeit nachgehe. Um einen schweren 

persönlichen Härtefall anzunehmen, seien weitere Kriterien erforderlich, wie beispielsweise eine 

starke Verwurzelung in der Schweiz und massgebliche Schwierigkeiten, sich im Heimatsland pri-

vat und beruflich wieder zurechtzufinden. Vorliegend sei der Beschuldigte weder hier geboren 

noch hier aufgewachsen. Mithin habe er die prägenden Jahre seiner Kindheit und Jugend im 

Kosovo verbracht und sei mit der Kultur, der Sprache, den Sitten sowie den Bräuchen seines 

Heimatlandes daher vertraut. Auch habe er nach wie vor nahe Verwandte im Kosovo und dort zu 

einem früheren Zeitpunkt als Gipser gearbeitet. Es könne demnach nicht von einem Härtefall 

ausgegangen werden.  

 

6.4 Gemäss Art. 66a Abs. 1 lit. c StGB verweist das Gericht einen Ausländer, der wegen 

qualifizierter Erpressung (Art. 156 Ziff. 2-4 StGB) verurteilt wird, unabhängig von der Höhe der 

Strafe für 5 bis 15 Jahre des Landes (sog. obligatorische Landesverweisung). Die Verweisung ist 

zwingend, es sei denn, besondere Umstände erlaubten, ausnahmsweise darauf zu verzichten. 

Die Landesverweisung muss entsprechend den allgemeinen Regeln des StGB grundsätzlich bei 

sämtlichen Täterschafts- und Teilnahmeformen sowie unabhängig davon ausgesprochen wer-

den, ob es beim Versuch geblieben ist und ob die Strafe bedingt, unbedingt oder teilbedingt aus-

fällt. Art. 66a Abs. 2 StGB sieht vor, dass das Gericht ausnahmsweise von der Landesverweisung 

absehen kann, wenn diese für den Ausländer einen schweren persönlichen Härtefall bewirken 

würde und die öffentlichen Interessen an der Landesverweisung gegenüber den privaten Interes-

sen des Ausländers am Verbleib in der Schweiz nicht überwiegen. Dabei ist der besonderen Si-

tuation von Ausländern Rechnung zu tragen, die in der Schweiz geboren oder aufgewachsen 

sind. Als konkrete Härtefallgründe fallen dabei insbesondere die Dauer der Anwesenheit in der 

Schweiz, die familiären Verhältnisse, die Arbeits- und Ausbildungssituation, namentlich der Wille, 

am Wirtschaftsleben teilzunehmen, die finanziellen Verhältnisse, die Persönlichkeitsentwicklung, 

der Gesundheitszustand, der Grad der Integration, die Beachtung der schweizerischen Rechts-

ordnung durch den Beschuldigten, die Resozialisierungschancen sowie die Möglichkeiten der 

Wiedereingliederung im Herkunftsstaat in Betracht. Ist bei einer Gesamtbetrachtung dieser Krite-

rien von einem Härtefall auszugehen, so ist in einem zweiten Schritt das private Interesse des 

Beschuldigten am weiteren Verbleib in der Schweiz dem konkreten öffentlichen (Sicherheits-) 

Interesse an seiner Landesverweisung gegenüberzustellen. Nur wenn dabei das private das öf-

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fentliche Interesse überwiegt, ist ausnahmsweise von der Anordnung einer obligatorischen Lan-

desverweisung abzusehen. Mithin bildet die Härtefallklausel den Ausnahmefall und ist deshalb 

restriktiv anzuwenden (BGer 6B_1286/2017 vom 11. April 2018, E. 1.2; 6B_659/2018 vom 

20. September 2018, E. 3.3.1; 6B_1152/2017 vom 28. November 2018, E. 2.4; BGE 144 IV 332, 

E. 3.3.2; Pra 2019 Nr. 70, S. 698 ff.; KGer 460 17 61 vom 16. Oktober 2017, E. 4.4; MATTHIAS 

ZURBRÜGG/CONSTANTIN HRUSCHKA, Basler Kommentar StGB, 4. Aufl. 2019, Art. 66a N 101). 

 

6.5 In casu wurde der Beschuldigte der versuchten räuberischen Erpressung gemäss 

Art. 156 Ziff. 3 StGB schuldig gesprochen, womit eine Anlasstat im Sinne von Art. 66a Abs. 1 lit. c 

StGB gegeben ist. Folgerichtig ist zu prüfen, ob ein Härtefall gemäss Art. 66a Abs. 2 StGB vor-

liegt. Der im Urteilszeitpunkt 40-jährige Beschuldigte ist kosovarischer Staatsangehöriger. Der 

Beschuldigte ist im Kosovo aufgewachsen und hat dort die Schule besucht, bevor er 1995 als 

Flüchtling nach Deutschland gegangen ist. Im Jahr 2000 ist er in den Kosovo zurückgekehrt und 

hat dort als Gipser gearbeitet, bevor er im Jahr 2002 in die Schweiz eingereist ist. Er verfügt über 

eine C-Bewilligung. Ferner reist er rund zweimal jährlich in den Kosovo, sofern das Budget dies 

erlaubt, und spricht sowohl die deutsche als auch die albanische Sprache (act. 4.1 ff., S 131 ff.; 

Protokoll KGer, S. 3 ff.). Es ist somit festzustellen, dass sich der Beschuldigte seit seinem 24. 

Lebensjahr in der Schweiz aufhält, somit seit nunmehr rund 17 Jahren.  

 

In Bezug auf die Möglichkeit der Wiedereingliederung des Beschuldigten in seiner Heimat ist zu 

konstatieren, dass dieser in der Vergangenheit im Kosovo bereits auf seinen heutigen Beruf als 

Gipser tätig war, weshalb seine dortige berufliche Reintegration ohne Weiteres möglich ist. Zu-

dem steht auch in sozialer Hinsicht einer Wiedereingliederung des Beschuldigten nichts im Weg, 

zumal sowohl seine Mutter als auch einige seiner Geschwister im Kosovo leben und mit dem 

Beschuldigten einen regelmässigen Kontakt pflegen.  

 

Hingegen zeigt sich, dass der Beschuldigte in der Schweiz sowohl in sozialer als auch in berufli-

cher Hinsicht gut integriert ist und die deutsche Sprache gut beherrscht. Im Weiteren ist festzu-

stellen, dass er − mit Ausnahme der im vorliegenden Verfahren behandelten Straftat − über einen 

guten Leumund verfügt (act. 3). Des Weiteren sind gegen den Beschuldigten weder Betreibungen 

noch Verlustscheine registriert (act. 7), weshalb auch in finanzieller Hinsicht eine gute Integration 

des Beschuldigten festzustellen ist. Der Beschuldigte hat auch nie Sozialhilfe bezogen 

(act. S 133). Der Wille des Beschuldigten zur Teilhabe am wirtschaftlichen Leben ist daher als 

stark zu bezeichnen. Dasselbe gilt im Übrigen auch für die Ehefrau des Beschuldigten, welche 

seit rund 17 Jahren im gleichen Altersheim tätig ist und während der Zeit der strafprozessualen 

Haft ihres Ehemanns das Pensum aufgestockt hat, um die finanziellen Einbussen eigenständig 

auszugleichen (vgl. Schreiben von D.____ an das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung 

Strafrecht, vom 20. Juni 2019).  

 

Sodann ist dem Führungsbericht des Gefängnisses Muttenz vom 19. Juni 2019 in Bezug auf den 

Beschuldigten zu entnehmen, dass dieser einen höflichen Eindruck mache und sich oft um seine 

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Mitinsassen kümmere. Seine Freizeit verbringe er mit Aktivitäten wie Sport und gemeinsamen 

Brettspielen. Auch habe der Beschuldigte diverse Arbeiten für externe Unternehmen im Auftrag 

des Gefängnisses ausgeführt, wobei er diese Arbeiten zur vollsten Zufriedenheit erledigt habe. 

Ferner sei das Verhalten des Beschuldigten gegenüber dem Gefängnispersonal stets korrekt und 

höflich gewesen, wobei er keine übertriebenen Forderungen gestellt habe. Dasselbe gelte auch 

für sein Verhalten gegenüber seinen Mitinsassen.  

Auch das Gefängnis Liestal hält in seinem Führungsbericht vom 20. Juni 2019 fest, der Beschul-

digte habe sich sowohl gegenüber dem Gefängnispersonal als auch seinen Mitinsassen stets 

respektvoll, höflich und ruhig verhalten. Auch habe er jederzeit die internen Hausregeln befolgt. 

Seine ruhige und überlegte Art sei vom Gefängnispersonal sehr geschätzt worden. Man habe 

einen vorbildhaften Insassen erlebt.  

 

Die Mutter des Beschuldigten sowie ein Grossteil seiner Geschwister leben im Kosovo, seine 

Schwester jedoch in Lausanne. Sein Bruder lebt in Dortmund (Deutschland). Die Schwiegereltern 

des Beschuldigten, zu welchen er und seine Familie eine enge Beziehung pflegen, wohnen in 

Liestal (act. 4.1 ff., S 131 ff.; Protokoll KGer, S. 3 ff.). Des Weiteren ist die Ehefrau des Beschul-

digten mit 10 oder 11 Jahren in die Schweiz gekommen und hat hier die Schulen sowie eine 

Lehre absolviert (act. S 131; Protokoll KGer, S. 4). Die gemeinsamen Kinder sind folglich in der 

Schweiz geboren und aufgewachsen. Entsprechend verfügen sie über weitaus bessere Kennt-

nisse der deutschen als der albanischen Sprache (Protokoll KGer, S. 4; vgl. auch Schreiben von 

D.____ an das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 20. Juni 2019). Es ist 

daher festzustellen, dass eine ausgesprochen nahe, reale und effektiv gelebte persönliche und 

familiäre Beziehung des Beschuldigten zu seiner Ehefrau, seinen Kindern sowie seinen Schwie-

gereltern hier in der Schweiz vorliegt. Demzufolge würde die Anordnung der Landesverweisung 

gegen den Beschuldigten für die gesamte Familie eine ausgesprochen einschneidende Mass-

nahme bedeuten, welche die tatsächlich gelebte enge familiäre Beziehung massiv beeinträchti-

gen würde, zumal es namentlich den Kindern nicht ohne Weiteres zumutbar wäre, das Familien-

leben andernorts zu pflegen, verfügen diese doch einzig über einen Bezug zur Schweiz. Hinge-

gen erscheint eine Integration der Kinder im Kosovo, mithin einem Land, welches sie nur aus den 

Ferien kennen, dessen Sprache sie nur in den Grundzügen beherrschen und mit dessen Kultur 

sie nur marginal vertraut sind, nicht zu Letzt aufgrund ihres Alters sowie deren tiefen Integration 

in der Schweiz als ausgesprochen schwierig. Die besonderen persönlichen sowie familiären Bin-

dungen des Beschuldigten sowie auch seiner Familie mit diesem Land sind von einer derartigen 

Intensität, dass seine Verweisung in den Kosovo ihn in eine schwere persönliche Situation ver-

setzen würde, sodass die erste kumulative Voraussetzung von Art. 66a Abs. 2 StGB erfüllt ist. Zu 

bestimmen bleibt daher, ob sein privates Interesse am Verbleib in der Schweiz gegenüber den 

die für seine Landesverweisung sprechenden Interessen überwiegt.  

 

6.6 Hinsichtlich des öffentlichen Interesses an der Landesverweisung ist festzustellen, dass 

es sich bei der im vorliegenden Verfahren behandelten Straftat um den einzigen Vorfall handelt, 

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in welchem der Beschuldigte mit der hiesigen Rechtsordnung in Konflikt geraten ist. Mithin han-

delt es sich um seine erste Verurteilung. Die im vorliegenden Fall an den Tag gelegte aggressive 

Verhaltensweise erweist sich überdies − gestützt auf die vorliegenden Akten − als einmaliger 

Fehltritt, zumal der Beschuldigte nirgends als gewaltbereite Person beschrieben wird. Im Gegen-

teil sind keinerlei Anhaltspunkte ersichtlich, dass vom Beschuldigten eine reale Gefahr einer Wie-

derholungstat ausgeht. Vielmehr weisen sämtliche konkreten Umstände darauf hin, dass sich der 

Beschuldigte in der schweizerischen Gesellschaft integriert hat und die hiesige Rechtsordnung − 

mit Ausnahme der hier zu beurteilenden Tat − nicht nur respektiert, sondern diese auch effektiv 

lebt. Dies spiegelt sich auch in den vorstehenden Erwägungen zum bedingten Vollzug der Frei-

heitsstrafe wieder, wonach keine substanziellen Vorbehalte an der Legalbewährung des Beschul-

digten vorliegen (vgl. Ziffer 5.5 hievor). Diese Umstände, welche eine günstige Beurteilung des 

Täters und somit der von ihm ausgehenden Gefährdung der öffentlichen Sicherheit begründen, 

sind im Rahmen der Beurteilung der öffentlichen Interessen von Bedeutung (vgl. auch 

BGer 6B_627/2018 vom 22. März 2019, E. 1.6.2, 1.7). Folglich ist von einem ausgesprochen ge-

ringen öffentlichen Interesse an der Landesverweisung des Beschuldigten auszugehen. 

 

Was die persönlichen Interessen des Beschuldigten am Verbleib in der Schweiz betrifft, decken 

sie sich weitgehend mit jenen, die zur Annahme einer schweren persönlichen Situation im Falle 

der Landesverweisung geführt haben. Der Beschuldigte lebt seit nunmehr rund 17 Jahren in der 

Schweiz. Hier sind seine Kinder geboren und aufgewachsen. Auch leben seine Schwiegereltern 

in unmittelbarer Nachbarschaft. Zu seiner Familie in der Schweiz pflegt der Beschuldigten eine 

besonders nahe, echte und effektiv gelebte familiäre Beziehung. Ferner ist ihm eine günstige 

Legalprognose zu stellen. Entscheidend sind zudem seine − mit Ausnahme des vorliegenden 

Vorfalls − Gesetzestreue sowie die gute Integration des Beschuldigten und seiner gesamten Fa-

milie in der Schweiz. Diese Umstände sprechen zu Gunsten einer Fortsetzung des Aufenthalts in 

der Schweiz. Die Landesverweisung des Beschuldigten wäre auch für sein näheres Umfeld 

schwierig, vor allem für seine Kinder, zumal diesen die Fortführung des Familienlebens im Ko-

sovo nicht zugemutet werden kann. Schliesslich ist der Beschuldigte für die Bedürfnisse der Fa-

milie immer selbst aufgekommen und hat keine Sozialhilfe beansprucht.  

 

In Anbetracht der Gesamtheit der vorstehend diskutierten Elemente überwiegt daher das öffent-

liche Interesse an der Landesverweisung des Beschuldigten im vorliegenden Fall sein privates 

Interesse am Verbleib in der Schweiz nicht, zumal dem öffentlichen Interesse mit der Anordnung 

eines Kontakt- und Rayonverbots im Sinne von Art. 67b StGB begegnet werden kann. Von der 

Landesverweisung des Beschuldigten ist in Anwendung von Art. 66a Abs. 2 StGB ausnahms-

weise abzusehen. 

 

 

7. Soweit die Berufung des Beschuldigten die Zivilforderungen des Privatklägers, die Ver-

urteilung zur Bezahlung einer Parteientschädigung an den Privatkläger sowie die Verlegung der 

vorinstanzlichen Verfahrenskosten betrifft, ist darauf hinzuweisen, dass diese Rügen einzig auf 

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den Fall des Freispruchs des Beschuldigten beschränkt sind. Im vorliegenden Berufungsverfah-

ren wurde das Urteil des Strafgerichtspräsidenten Basel-Landschaft jedoch hinsichtlich des 

Schuldspruchs wegen versuchter räuberischer Erpressung bestätigt, weshalb sich Ausführungen 

betreffend die Zivilforderungen sowie die erstinstanzlichen Kosten- und Entschädigungsfolgen 

erübrigen.  

 

In Anbetracht der vorstehenden Erwägungen kann somit im Ergebnis festgestellt werden, dass 

das Urteil des Strafgerichtspräsidenten Basel-Landschaft vom 12. Februar 2019 in teilweiser Gut-

heissung der Berufung des Beschuldigten in den Ziffern 1 und 2 durch ein den vorstehenden 

Erwägungen entsprechendes Erkenntnis zu ersetzen ist.  

 

 

III. Kosten 

1. Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelverfah-

rens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Als unterliegend gilt auch die Partei, 

auf deren Rechtsmittel nicht eingetreten wird oder die das Rechtsmittel zurückzieht. Entspre-

chend dem Ausgang des vorliegenden Verfahrens, mithin der teilweisen Gutheissung der Beru-

fung des Beschuldigten, gehen die Verfahrenskosten des Kantonsgerichts in der Höhe von 

Fr. 9'200.--, bestehend aus einer Gerichtsgebühr von Fr. 9'000.-- (§ 12 Abs. 1 der Verordnung 

über die Gebühren der Gerichte, GebT, SGS 170.31) sowie Auslagen von Fr. 200.--, im Umfang 

von 2/3 (= Fr. 6'133.35) zu Lasten des Beschuldigten und im Umfang von 1/3 (= Fr. 3'066.65) zu 

Lasten des Staates.  

 

2. Ferner ist der amtlichen Verteidigerin des Beschuldigten, Advokatin Michelle Wahl, eine 

Entschädigung für ihre Bemühungen im Berufungsverfahren zuzusprechen (Art. 135 Abs. 1 

StPO). Mit Honorarnote vom 24. Juni 2019 weist die amtliche Verteidigerin einen Aufwand von 

12.5 Stunden à Fr. 200.-- aus (§ 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte, TO, 

SGS 178.112). Für die Berufungsverhandlung sind ausserdem 3 Stunden einzusetzen, weshalb 

Advokatin Michelle Wahl für ihre Bemühungen im Berufungsverfahren eine Parteientschädigung 

von Fr. 3'195.50 (inklusive Auslagen von Fr. 95.50) zuzüglich 7.7% Mehrwertsteuer von 

Fr. 246.05, somit insgesamt Fr. 3'441.55, aus der Gerichtskasse zu entrichten ist.  

 

Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Kanton die Entschädigung für die amtliche Verteidigung 

im Umfang seines Unterliegens von 2/3 (= Fr. 2'294.25) zurückzuzahlen sowie der amtlichen Ver-

teidigung die Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar zu erstat-

ten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a und lit. b StPO).  

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Seite 26  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demnach wird erkannt: 

 

://: I.  Das Urteil des Strafgerichtspräsidiums Basel-Landschaft vom 

12. Februar 2019, auszugsweise lautend: 

 

„1. B.____ wird schuldig erklärt der versuchten räuberischen 

Erpressung und verurteilt zu einer Freiheitsstrafe von 

12 Monaten, 

 

unter Anrechnung der seit dem 22. Oktober 2018 ausge-

standenen Untersuchungs- und Sicherheitshaft von 

113 Tagen 

 

in Anwendung von Art. 156 Ziff. 3 StGB i.V.m. Art. 22 

Abs. 1 StGB, Art. 40 StGB, Art. 48a StGB sowie Art. 51 

StGB. 

 

 2. B.____ wird gestützt auf Art. 66a Abs. 1 lit. c StGB für die 

Dauer von 5 Jahren des Landes verwiesen. 

 

 3. B.____ wird verurteilt, A.____ eine Genugtuung in der 

Höhe von Fr. 3'000.-- zuzüglich Zins zu 5% seit dem 

22. Oktober 2018 zu bezahlen.  

 

 Die unbezifferte Schadenersatzforderung wird auf den  

Zivilweg verwiesen.  

 

 4. B.____ wird verurteilt, A.____ gestützt auf Art. 433 Abs. 1 

lit. a StPO eine reduzierte Parteientschädigung von pau-

schal Fr. 1'500.-- (inkl. MwSt. und Auslagen) zu entrichten.  

 

 5. Das Honorar der amtlichen Verteidigerin in Höhe von 

Fr. 11'516.80 (inkl. Auslagen und 7.7% MwSt.) wird aus der 

Gerichtskasse entrichtet, unter Vorbehalt der Rückzah-

lungsverpflichtung von B.____ nach Art. 135 Abs. 4 StPO.  

 

 6. Die Verfahrenskosten, bestehend aus den Kosten des Vor-

verfahrens in der Höhe von Fr. 8‘846.50, den Kosten des 

Zwangsmassnahmengerichts von Fr. 1‘200.-- und der Ge-

richtsgebühr von Fr. 1‘000.--, gehen gestützt auf Art. 426 

Abs. 1 StPO zulasten von B.____." 

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Seite 27  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 

wird in teilweiser Gutheissung der Berufung des Beschuldigten 

in den Ziffern 1 und 2 wie folgt abgeändert bzw. ergänzt: 

 

 1. B.____ wird schuldig erklärt der versuchten räuberischen 

Erpressung und verurteilt zu einer bedingt vollziehbaren 

Freiheitsstrafe von 12 Monaten, bei einer Probezeit von 2 

Jahren, 

 

unter Anrechnung der seit dem 22. Oktober 2018 ausge-

standenen Untersuchungs- und Sicherheitshaft sowie des 

vorzeitigen Strafvollzugs von insgesamt 249 Tagen, 

 

in Anwendung von Art. 156 Ziff. 1 und 3 StGB i.V.m. Art. 22 

Abs. 1 StGB, Art. 40 StGB, Art. 42 StGB, Art. 44 StGB, 

Art. 48a StGB sowie Art. 51 StGB. 

 

 2. Gegen B.____ wird gestützt auf Art. 67b StGB ein 3-jäh-

riges Kontakt- und Rayonverbot angeordnet. Dem Be-

schuldigten wird verboten, direkt oder über Drittperso-

nen auf irgendeine Art mit A.____ oder dessen Famili-

enmitgliedern Kontakt aufzunehmen, namentlich auf 

telefonischem, schriftlichem oder elektronischem Weg 

oder auf eine andere Weise. Dem Beschuldigten wird 

weiter verboten, sich im Umkreis von 1 Kilometer des 

Wohnortes der Familie A.____ aufzuhalten.  

 

Im Übrigen wird das vorinstanzliche Urteil bestätigt.  

 

 II.  Der Beschuldigte wird per sofort aus der Haft entlassen.  

 

 III.  Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 9‘200.--, beinhaltend 

eine Gebühr von Fr. 9‘000.-- sowie Auslagen von Fr. 200.--, gehen im 

Umfang von 2/3 (= Fr. 6‘133.35) zu Lasten des Beschuldigten und im 

Umfang von 1/3 (= Fr. 3‘066.65) zu Lasten des Staates. 

 

 IV.  Der amtlichen Verteidigerin des Beschuldigten, Advokatin Michelle 

Wahl, wird für ihre Bemühungen im Berufungsverfahren ein Honorar 

von Fr. 3‘195.50 (inklusive Auslagen) zuzüglich 7.7% Mehrwertsteuer 

(= Fr. 246.05), somit insgesamt Fr. 3‘441.55, aus der Staatskasse 

entrichtet.  

http://www.bl.ch/kantonsgericht

 
 
 

 
 
Seite 28  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 

Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Kanton die Entschädigung für 

die amtliche Verteidigung im Umfang seines Unterliegens von 2/3 (= 

Fr. 2‘294.35) zurückzuzahlen sowie der amtlichen Verteidigung die 

Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Ho-

norar zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse er-

lauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a und lit. b StPO). 

 

 

 

Präsident 
 
 
 
 
Enrico Rosa 

Gerichtsschreiber 
 
 
 
 
Dominik Haffter 

 

 

 

Dieser Entscheid ist rechtskräftig. 

 

 

http://www.bl.ch/kantonsgericht