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**Case Identifier:** b4e8be5c-f4fa-5443-85d4-2918e84b00fa
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-05-18
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 18.05.2010 IV 2008/367
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2008-367_2010-05-18.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2008/367

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 14.07.2020

Entscheiddatum: 18.05.2010

Entscheid Versicherungsgericht, 18.05.2010
Art. 8 ATSG, Art. 8 und 28 IVG. Rückweisung der Sache zur ergänzenden 
medizinischen Abklärung, weil sich der Sachverhalt aufgrund der 
vorhandenen medizinischen Akten, insbesondere der Beurteilung der 
behandelnden Ärztin und der davon (wegen Nichtnachvollziehbarkeit dieser 
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Arbeit) 
abweichenden Beurteilung des RAD (ohne zugrunde liegende klinische 
Untersuchung), nicht ausreichend zuverlässig beurteilen lässt (Entscheid 
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 18. Mai 2010, IV 
2008/367).

Abteilungspräsidentin Karin Huber-Studerus, Versicherungsrichterinnen Monika 

Gehrer-Hug und Marie-Theres Rüegg Haltinner; Gerichtsschreiberin Fides Hautle

Entscheid vom 18. Mai 2010

in Sachen

W.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Bruno A. Hubatka, Obere Bahnhofstrasse 24, 

Postfach, 9501 Wil,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

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betreffend

Rente; berufliche Massnahmen

Sachverhalt:

A.   

A.a Die 1954 geborene W.___ beantragte am 26./28. Februar 2008 bei der 

Invalidenversicherung eine Rente. Sie gab an, sie habe eine Anlehre als Coiffeuse 

gemacht. Seit einem G.___-Unfall im August 1980 (Bruch beider Sprunggelenke) sei sie 

in ihrem Alltag beim Gehen und Stehen eingeschränkt. Sie habe täglich Schmerzen, 

morgens stark. Ihr Gesundheitszustand habe sich in den letzten Jahren durch Arthrose 

verschlechtert. Vom 1. Oktober 2004 bis 30. April 2006 sei sie arbeitslos gewesen, seit 

1. Mai 2006 sei sie ausgesteuert. Sie beziehe Sozialhilfe (IV-act. 1).

A.b Während der Frühinterventionsphase beurteilte der Regionale Ärztliche Dienst 

(RAD) der Invalidenversicherung am 10. März 2008 das Eingliederungspotential der 

Versicherten als sehr klein.

A.c Die kantonale Arbeitslosenkasse meldete der Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle 

des Kantons St. Gallen am 6. März 2008 auf Anfrage, die Versicherte sei seit dem 

1. Oktober 2004 als arbeitslos gemeldet. Zu Beginn habe sie eine Arbeitsstelle zu 50 % 

gesucht, ab 1. Dezember 2004 zu 60 %, ab 1. April 2005 zu 80 % und zuletzt ab 

1. Januar 2006 zu 100 %. Die Vermittlungsfähigkeit sei entsprechend festgelegt 

worden. Der versicherte Verdienst habe bei einem Beschäftigungsgrad von 81.56 % 

Fr. 2'676.-- betragen. Die Aussteuerung sei am 15. Mai 2006 erfolgt. Bei der 

Stellensuche werde die Versicherte nicht mehr unterstützt. Beigelegt wurde ein 

Arztzeugnis von Dr. med. A.___, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, 

vom 17. Mai 2006. Dr. A.___ hatte der Versicherten eine volle Arbeitsunfähigkeit seit 8. 

Mai 2006 bis auf weiteres bescheinigt (IV-act. 9).

A.d Dr. med. B.___, Ärztin für Allgemeine Medizin, gab in ihrem Arztbericht vom 18. 

April 2008 als Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit an: Knick-, Senk- und 

Spreizfuss beidseits bei (erstens) Status nach OSG-Trauma beidseits vor 27 Jahren, 

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(zweitens) cuneiforme-naviculare Arthrose beidseits, Fersensporn beidseits und 

(drittens) beginnender USG- und OSG-Arthrose. Die Versicherte stehe seit Dezember 

2007 bei ihr in Behandlung. Der Gesundheitszustand sei sich verschlechternd, 

medizinische Massnahmen würden die Arbeitsfähigkeit nicht verbessern können und 

berufliche Massnahmen seien nicht angezeigt. Die Versicherte benötige Einlagen 

(Hilfsmittel). Die bisherige Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar. Bei der bisherigen 

Tätigkeit bestünden Dauerschmerzen: Stehen sei nicht mehr als zwei Stunden lang 

möglich, nach vier Stunden wirkten sie sich auch im Sitzen aus. Es bestehe dabei eine 

verminderte Leistungsfähigkeit von 50 %. Leichtere, im Sitzen zu verrichtende 

Tätigkeiten seien der Versicherten an vier Stunden täglich (50 %) zumutbar. Dr. B.___ 

legte einen Bericht eines Röntgeninstituts vom 28. Dezember 2007 und einen Bericht 

der Klinik für Orthopädische Chirurgie am Kantonsspital St. Gallen vom 25. Februar 

2008 bei (IV-act. 13).

A.e Der RAD hielt am 2. Juni 2008 dafür, die vorwiegend im Stehen zu verrichtende 

Tätigkeit als Coiffeuse sei nicht mehr zu empfehlen. Bei Vermeiden von längeren 

Gehstrecken, von Gehen auf unebenem Grund und von längerem Stehen bestehe 

keine Einschränkung in einer Tätigkeit. In adaptierter Tätigkeit sei die Versicherte also 

voll arbeitsfähig. Die Einschätzung von Dr. B.___, wonach die Versicherte dort nur zu 

50 % arbeitsfähig sein solle, sei nicht nachvollziehbar (IV-act. 20).

A.f  Mit zwei Vorbescheiden (IV-act. 23 ff.) stellte die IV-Stelle der Versicherten am 

3. Juni 2008 die Abweisung des Rentenanspruchs (Invaliditätsgrad null) und des 

Anspruchs auf berufliche Massnahmen (keine Notwendigkeit) in Aussicht.

A.g Dr. B.___ wandte am 1. Juli 2008 (IV-act. 28) für die mitunterzeichnende 

Versicherte ein, der Invaliditätsgrad der Versicherten liege nach ihrer Auffassung bei 

mehr als 40 %. Sie sei nicht eingegliedert. Trotz entsprechender Bemühungen habe sie 

ihrer Schmerzen wegen keinen Arbeitsplatz gefunden. Eine Umschulung sei notwendig. 

Als Beilage reichte Dr. B.___ einen Bericht über eine weitere bildgebende Diagnostik 

vom 6. Juni 2008 ein, wonach sich im Verlauf eine zunehmende Volumenminderung 

des Os naviculare mit Verdacht auf Sinterung gezeigt habe und zum Ausschluss einer 

Osteonekrose eine ergänzende MRT-Untersuchung empfohlen sei. Ferner werde ein 

Spezialistenbericht von Dr. C.___ folgen.

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A.h Mit zwei Verfügungen vom 31. Juli 2008 lehnte die Sozialversicherungsanstalt/IV-

Stelle eine Leistungspflicht ab. Als Coiffeuse bestehe eine Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit, für leichte bis mittelschwere körperlich adaptierte Arbeiten aber 

betrage die Arbeitsfähigkeit zumutbarerweise 100 %. In den nachgereichten 

Unterlagen würden keine neuen medizinisch objektivierbaren wesentlichen Änderungen 

der Befunde oder Symptome mitgeteilt. Eine invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse sei 

nicht zu verzeichnen (Validen- und Invalideneinkommen je Fr. 50'881.--). Ein 

Rentenanspruch bestehe nicht. Die Versicherte sei angemessen eingegliedert; 

berufliche Massnahmen seien nicht notwendig (IV-act. 30 f.).

B.   

Gegen diese beiden Verfügungen richtet sich die Beschwerde vom 5. September 2008 

(Poststempel: 6. September 2008). Die Beschwerdeführerin beantragt die Zusprechung 

beruflicher Massnahmen und einer Rente von 50 %, ausserdem eine unentgeltliche 

Verbeiständung. Sie sei nicht angemessen eingegliedert, sondern seit 1. Juni 2006 vom 

Sozialamt abhängig. Gemäss Dr. B.___ liege ihr Invaliditätsgrad über 40 %. - Am 

7./9. Oktober 2008 hat die Beschwerdeführerin ihren Rechtsvertreter bezeichnet und 

die eingeforderten Unterlagen zum Gesuch um unentgeltliche Prozessführung 

eingereicht.

C.   

In ihrer Beschwerdeantwort vom 28. Oktober 2008 beantragt die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde. Im Bericht über die bildgebende Diagnostik vom 6. 

Juni 2008 würden im Wesentlichen die bereits bekannten Diagnosen aufgeführt und 

keine Angaben zur Arbeitsfähigkeit gemacht. Es bestehe deshalb kein Anlass, von der 

Einschätzung des RAD abzuweichen. Die Beschwerdeführerin sei in einer adaptierten 

Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig. Da sie viele Jahre lang gar nicht erwerbstätig gewesen 

sei und ansonsten offenbar hauptsächlich teilzeitlich gearbeitet habe, sei es ihr bei der 

bestätigten Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit ohne weiteres möglich und 

zumutbar, ein Einkommen in der Höhe des früher erzielten zu generieren. Die 

Rentenabweisung sei zu Recht ergangen. Die Begründung, die Beschwerdeführerin sei 

angemessen eingegliedert, sei unglücklich formuliert, da sie aktuell keine Stelle habe. 

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Jedoch könnte und müsste sie irgendeine Arbeit, die den adaptierten Bedingungen 

entspreche, annehmen und wäre so angemessen eingegliedert. Bereits früher - auch 

nach dem Unfall 1980 - habe sie an diversen Arbeitsstellen in verschiedenen Branchen 

gearbeitet. Das wäre nach der medizinischen Aktenlage auch jetzt noch ohne weiteres 

möglich. Berufliche Massnahmen seien daher nicht zuzusprechen.

D.   

Am 5. November 2008 hat die Gerichtsleitung das Gesuch um unentgeltliche 

Prozessführung (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen 

Rechtsverbeiständung) vor Versicherungsgericht bewilligt.

E.  

Mit Replik vom 9. Dezember 2008 reicht Rechtsanwalt lic. iur. Bruno A. Hubatka als 

Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin verschiedene Akten (zum Lebenslauf, dem 

G.___-Unfall, zu Leistungsbezügen bei der Krankenkasse, zu Ausbildungen und zu 

Behandlungen und Therapien) ein. Die Beschwerdegegnerin habe nur spärlich 

Unterlagen beigezogen. Aus den neu eingereichten Akten ergebe sich, dass der 

Beschwerdeführerin eine Tätigkeit im angestammten Beruf als Coiffeuse nicht mehr 

möglich sei. Es seien bleibende medizinische Einschränkungen vorhanden und es frage 

sich, ob damit überhaupt noch eine berufliche Tätigkeit ausgeübt werden könne. Die 

behandelnden Medizinalpersonen seien bezüglich der Berufsmöglichkeiten der 

Beschwerdeführerin ratlos. Die Beschwerdegegnerin habe ihr bei dieser Sachlage ohne 

Abklärung einer Wiedereingliederung oder Berufsberatung und ohne Bezeichnung einer 

konkret möglichen Tätigkeit das Einkommen einer anderen Beschäftigung 

angerechnet. Eine solche pauschale Feststellung ohne Prüfung der 

Vermittlungsfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt entspreche nicht den gesetzlichen 

Anforderungen. Wie die Weiterbildungsbeilagen zeigten, sei die Beschwerdeführerin 

mit grosser Offenheit bereit, sich beruflich anzupassen. Die Beschwerdegegnerin habe 

Wiedereingliederungsbemühungen an die Hand zu nehmen und könne allenfalls die 

Arbeitslosenkasse beauftragen. Die 54-jährige Beschwerdeführerin habe noch eine 

Aktivitätsdauer von zehn Jahren auf dem Arbeitsmarkt vor sich und wolle aus der 

Sozialhilfeabhängigkeit herauskommen. Sie bevorzuge eine Tätigkeit im alternativ-

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medizinischen Bereich. Jedenfalls aber benötige sie eine Umschulung in eine Tätigkeit 

mit Sitzgelegenheit und ohne körperliche Beanspruchung. Aufgrund der vorhandenen 

Akten lasse sich wohl kein Entscheid treffen. Vielmehr seien ergänzende Abklärungen 

anzuordnen. Beigelegt war etwa eine ärztliche Bestätigung von Dr. med. D.___, 

Allgemeine Medizin FMH, vom 10. November 2008, wonach die Beschwerdeführerin 

aufgrund der Arthrose in den Sprunggelenken nicht mehr länger als eine Stunde 

anhaltend Stehen und nicht länger als eine halbe Stunde anhaltend Gehen könne. Eine 

im Sitzen zu verrichtende Bürotätigkeit könnte sie (im Unterschied zum gelernten Beruf) 

noch zu 50 % verrichten. Der Chiropraktor Dr. E.___ hatte Dr. med. F.___, 

Allgemeinmedizin, am 6. Februar 2006 berichtet, es seien am ehesten ein 

lumbosakrales spondylogenes Schmerzsyndrom und ein iliosakrales Reizsyndrom links 

zu diagnostizieren. Dr. F.___ hatte am 12. November 2008 bescheinigt, die 

Beschwerdeführerin stehe seit März 2005 unter anderem wegen chronischer 

Beschwerden des Bewegungsapparates in klassisch homöopathischer Behandlung.

F.  

Die Beschwerdegegnerin hat am 15./18. Dezember 2008 auf die Einreichung einer 

Duplik verzichtet und hält unter Hinweis auf die Ausführungen in der 

Beschwerdeantwort am Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest.

Erwägungen:

1.  

1.1  Am 1. Januar 2008 ist die 5. IV-Revision in Kraft getreten. Die Beschwerdegegnerin 

hat die angefochtenen Verfügungen am 31. Juli 2008, also unter der Geltung des 

Rechts dieser Revision, erlassen. Zu beurteilen ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum 

Zeitpunkt des Erlasses dieser Verfügung entwickelt hat. Dieser Sachverhalt reicht in 

eine Zeit vor Inkrafttreten der 5. IV-Revision zurück. Die 5. IV-Revision enthält keine die 

Rente betreffende übergangsrechtliche Bestimmung. Das Bundesamt für 

Sozialversicherungen unterstellt aber zu Recht eine ausfüllungsbedürftige Lücke (vgl. 

das Rundschreiben Nr. 253 vom 12. Dezember 2007). Die Definition der Sachverhalte, 

auf die noch altes Recht anwendbar sein soll, sollte durch ein materiell-rechtliches, 

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unbeeinflussbares Merkmal erfolgen. In Frage kommen der Zeitpunkt der Entstehung 

des Auszahlungsanspruchs oder der Eintritt des Versicherungsfalls, beide definiert 

nach dem alten, ausser Kraft getretenen Recht (zum Ganzen im Detail der Entscheid 

des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S M. vom 28. Oktober 2009, IV 

2009/5). Bezüglich des Rentenbeginns sind deshalb vorliegend angesichts der IV-

Anmeldung von Februar 2008 und des zurückliegenden Eintritts der Arbeitsunfähigkeit 

(möglicherweise im Mai 2006) die bis zum 31. Dezember 2007 gültig gewesenen 

Bestimmungen (im Folgenden angeführt) anzuwenden. Für die Invaliditätsbemessung 

hat sich indessen keine Änderung der Rechtslage ergeben.

1.2  Mit den angefochtenen Verfügungen hat die Beschwerdegegnerin das 

Leistungsgesuch der Beschwerdeführerin (in Bezug auf die Ansprüche auf berufliche 

Massnahmen und auf eine Rente) abgewiesen.

2.  

2.1  Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für den 

Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen wie für denjenigen auf eine Rente sind 

zunächst die medizinischen Vorbedingungen für eine Erwerbstätigkeit von Bedeutung. 

Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beschreiben und 

dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 

versicherte Person arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind in der Folge eine 

wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der 

versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4; ZAK 1982 

S. 34). Ob die versicherte Person eine ihr zumutbare Tätigkeit auch tatsächlich ausübt, 

ist für die Invaliditätsbemessung hingegen unerheblich (Rz 3046 des vom Bundesamt 

für Sozialversicherungen erlassenen Kreisschreibens über die Invalidität und 

Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung = KSIH).

2.2  Versicherungsträger und Sozialversicherungsrichter haben die Beweise frei, d.h. 

ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu 

würdigen. Alle Beweismittel sind, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv 

zu prüfen und es ist danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine 

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zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten (vgl. BGE 125 V 

351).

2.3  Bei der Würdigung von Berichten der behandelnden Ärzte ist nach der 

Rechtsprechung des Bundesgerichts der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, 

dass es ihrer auftragsrechtlichen Vertrauensstellung wegen mitunter vorkommt, dass 

sie in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (so etwa der Entscheid 

des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S C. vom 6. Dezember 2006, I 329/06; 

BGE 125 V 353 E. 3b/cc; vgl. Ulrich Meyer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

IVG, S. 229 f.). Es muss bei ihnen auch damit gerechnet werden, dass sie sich durch 

die "Macht des Faktischen" von der pessimistischen subjektiven Einstellung ihrer 

Patienten überzeugen lassen (so der nicht veröffentlichte Entscheid des 

Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S A.M.-C. vom 27. März 2003). Der 

Umstand allein, dass eine Einschätzung vom behandelnden Mediziner stammt, darf 

aber nicht dazu führen, sie als von vornherein unbeachtlich einzustufen (vgl. 

Bundesgerichtsentscheid i/S B. vom 27. Mai 2008, 9C_24/08).

2.4  Die regionalen ärztlichen Dienste setzen gemäss Art. 59 Abs. 2  IVG die für die 

Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funktionelle Leistungsfähigkeit 

der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im 

Aufgabenbereich auszuüben. Nach Art. 49 Abs. 1 IVV beurteilen sie die medizinischen 

Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie 

im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen 

Weisungen des Bundesamtes frei wählen. Gemäss Art. 49 Abs. 2 IVV können sie bei 

Bedarf selber ärztliche Untersuchungen von Versicherten durchführen. Sie halten die 

Untersuchungsergebnisse schriftlich fest. Entgegen dem in der Rechtsprechung 

(Bundesgerichtsentscheid i/S Z. vom 14. Juli 2009, 9C_323/09) erweckten Eindruck ist 

aus der Anleitung des Art. 49 Abs. 2 IVV zur Arbeitsweise des RAD nichts zur Frage 

abzuleiten, ob im Einzelfall eigene Untersuchungen erforderlich sind oder nicht. Das 

Absehen von eigenen Untersuchungen kann ein Grund sein, um einen RAD-Bericht in 

Frage zu stellen. Dies gilt insbesondere, wenn es nicht um die Beurteilung eines im 

Wesentlichen bereits feststehenden medizinischen Sachverhalts geht und die direkte 

ärztliche Befassung mit der versicherten Person unentbehrlich ist (vgl. Entscheid des 

Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S G. vom 10. März 2010, IV 2009/93; 

bis

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vgl. auch Entscheide des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S G. vom 

11. März 2010, IV 2008/427, und i/S K. vom 17. Juni 2009, IV 2007/454). Auch auf 

Stellungnahmen des RAD kann nur abgestellt werden, wenn sie den allgemeinen 

beweisrechtlichen Anforderungen an einen ärztlichen Bericht genügen (vgl. Entscheid 

des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S M. vom 15. Dezember 2006, I 694/05 

E. 2).

3.  

3.1  Zum Gesundheitszustand und der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin liegt 

bei den Akten zunächst der IV-Arztbericht von Dr. B.___ vom 18. April 2008. Danach ist 

der Beschwerdeführerin die bisherige Tätigkeit nicht mehr zumutbar, leichtere, im 

Sitzen zu verrichtende Tätigkeiten sind noch zu 50 %, d.h. an vier Stunden täglich, 

zumutbar. Die Arbeitsunfähigkeit ergibt sich aus beidseitigen Fuss- und 

Sprunggelenksleiden (Knick-, Senk- und Spreizfuss, Status nach OSG-Trauma vor 27 

Jahren, cuneiforme-naviculare Arthrose, Fersensporn und beginnende USG- und OSG-

Arthrose).

3.2  Diese Arbeitsfähigkeitsschätzung der behandelnden Ärztin für eine adaptierte 

Tätigkeit, begründet mit Dauerschmerzen, die sich nach vier Stunden auch im Sitzen 

auswirkten, hielt der RAD für nicht nachvollziehbar. Würden längeres Stehen und 

Gehen und Gehen auf unebenem Grund vermieden, so beeinträchtige das Leiden die 

Arbeitsfähigkeit nicht.

3.3  Dass auch die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer adaptierten, also 

die Füsse und Sprunggelenke nicht beanspruchenden Tätigkeit zur Hälfte 

eingeschränkt sei, ist tatsächlich aufgrund des Arztzeugnisses von Dr. B.___ nicht von 

vornherein plausibel und die Auffassung des RAD also nicht ohne weiteres von der 

Hand zu weisen.

3.4  Bei dieser dürftigen Beweislage wären allerdings ergänzende Abklärungen 

unabdingbar gewesen. Der RAD hat mit seiner Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht das 

Abstellen auf die eine oder die andere in den Akten wiedergegebene medizinische 

Würdigung befürwortet, sondern eine eigene Arbeitsfähigkeitsschätzung abgegeben, 

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die durch keine andere medizinische Beurteilung - eines Arztes oder Gutachters, 

welcher die Beschwerdeführerin selber untersucht hätte - gestützt wird. Begründet 

wird die Arbeitsfähigkeit von 100 % in adaptierter Tätigkeit vom RAD allein damit, dass 

die Beurteilung der behandelnden Ärztin nicht nachvollziehbar sei. Die RAD-

Arbeitsfähigkeitsschätzung ist aber nicht das Ergebnis einer eigenen Befunderhebung. 

Eine überwiegende Wahrscheinlichkeit hat die Einschätzung einer vollen 

Arbeitsfähigkeit bei diesen Gegebenheiten nicht für sich.

3.5  Die erforderliche Klärung ergibt sich auch nicht aus den nach der RAD-Beurteilung 

eingereichten medizinischen Akten. Dr. B.___ erklärte die nach ihrer Auffassung 40 % 

übersteigende "Invalidität" im Einwand gegen den Vorbescheid damit, dass die 

Beschwerdeführerin nicht eingegliedert sei und der Schmerzen wegen keinen 

Arbeitsplatz gefunden habe. Sie legte einen Bericht über eine bildgebende Diagnostik 

vom 6. Juni 2008 ein, worin zum Ausschluss einer Osteonekrose eine MRT-

Untersuchung empfohlen wurde. Nach der Aktenlage ist noch keine entsprechende 

Abklärung erfolgt. Beim medizinischen Laien weckt der geäusserte Verdacht auf eine 

Sinterung und/oder eine allfällige Osteonekrose Zweifel an der Verlässlichkeit der 

Arbeitsfähigkeitsschätzung von 100 %, selbst wenn sie sich auf angepasste Arbeiten 

bezieht. Dr. D.___, Arzt im gleichen Zentrum wie Dr. B.___, bestätigte (am 

10. November 2008, nach dem Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung) 

deren Arbeitsfähigkeitsschätzung von 50 % für eine im Sitzen zu verrichtende Arbeit, 

ohne allerdings eine Begründung abzugeben. Weitere Arbeitsfähigkeitsschätzungen 

sind nicht vorhanden.

3.6  Dazu kommt, dass sich den mit der Replik eingereichten Aufschrieben der 

Beschwerdeführerin entnehmen lässt, dass sie ärztliche Hilfe auch weiterer 

Beschwerden wegen (Nacken, untere Wirbelsäule/Becken, rechtes Knie) gesucht hat. 

Dr. F.___ etwa bescheinigte denn auch am 12. November 2008, dass sie seit März 

2005 wegen chronischer Beschwerden des Bewegungsapparates in Behandlung stehe, 

die als Langzeitfolgen einer beidseitigen Sprunggelenksverletzung zu beurteilen seien. 

Der Chiropraktor Dr. E.___ hat am 6. Februar 2006 von einem lumbosakralen 

spondylogenen Schmerzsyndrom und einem iliosakralen Reizsyndrom links berichtet. 

Diese Beeinträchtigungen haben im IV-Arztbericht von Dr. B.___ keine Erwähnung 

gefunden. Welchen Grund das hat, wird nicht ersichtlich. Aktenkundig geworden ist 

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ferner, dass die Beschwerdeführerin in den Jahren 2005 und 2006 bei Dr. A.___ in 

Behandlung gestanden hatte. Unter diesen Umständen erscheint eine ergänzende 

medizinische Abklärung, welche auf der Erhebung einer umfassenden Anamnese und 

der Befunde basiert, unerlässlich.

4.  

4.1  Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der 

angefochtenen Verfügungen vom 31. Juli 2008 teilweise gutzuheissen und die Sache 

ist zu ergänzenden medizinischen Abklärungen im Sinne der Erwägungen und zu 

entsprechender neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

4.2  Eine Rückweisung zur weiteren Abklärung der Streitsache und anschliessender 

neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin stellt praxisgemäss aus prozessualer 

Sicht in Bezug auf die Kosten ein vollständiges Obsiegen dar (vgl. SVR 1995 IV Nr. 51 

S. 143; ZAK 1987 S. 266 E. 5a). Angesichts des Unterliegens der Beschwerdegegnerin 

rechtfertigt es sich, ihr die Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und 

unabhängig vom Streitwert festgelegt werden (Art. 69 Abs. 1  IVG), gesamthaft 

aufzuerlegen (vgl. Art. 95 Abs. 1 VRP/SG). Eine Entscheidgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint angemessen. Die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung (Befreiung 

von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) 

vom 5. November 2008 ist damit obsolet geworden.

4.3  Die Beschwerdeführerin hat bei vollem Obsiegen Anspruch auf Ersatz der 

Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung 

der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen werden (Art. 61 

lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das 

Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) 

pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der Bedeutung der Streitsache und dem 

merklich unterdurchschnittlichen Aufwand angemessen erscheint vorliegend eine 

Parteientschädigung von Fr. 2'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

bis

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entschieden:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde werden die angefochtenen Verfügungen 

vom 31. Juli 2008 aufgehoben und die Sache wird zu ergänzenden medizinischen 

Abklärungen im Sinne der Erwägungen und zu entsprechender neuer Verfügung an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2. Die Beschwerdegegnerin bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von 

Fr. 2'000.-- zu bezahlen.

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