# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c4da1a56-9afa-52bb-9f03-d31c900b1f52
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-27
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 27.03.2025 200 2023 793
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-793_2025-03-27.pdf

## Full Text

IV 200 2023 793 
WIS/SVE/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 27. März 2025

Verwaltungsrichterin Wiedmer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Furrer
Gerichtsschreiberin Schwitter

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 10. Oktober 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. März 2025, IV 200 2023 793

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Sachverhalt:

A.

Der 1973 geborene, zuletzt als … tätig gewesene A.________ (Versicher-
ter bzw. Beschwerdeführer) ersuchte erstmals im März 2006 unter Hinweis 
auf Migräneanfälle um berufliche Massnahmen der Eidgenössischen Inva-
lidenversicherung (IV; Akten der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerdegeg-
nerin; act. II] 2). Nach medizinischen und erwerblichen Erhebungen ver-
neinte die IVB mit Verfügung vom 26. April 2007 (act. II 23) einen Anspruch 
auf berufliche Massnahmen.

Im Mai 2021 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf eine mittelgra-
dige Depression erneut zum Leistungsbezug an (act. II 24). Die IVB tätigte 
wiederum erwerbliche und medizinische Abklärungen. Am 4. Januar 2022 
teilte sie dem Versicherten mit, dass aufgrund des Gesundheitszustandes 
keine Eingliederungsmassnahmen angezeigt seien und der Rentenan-
spruch geprüft werde (act. II 66). Im Rahmen dessen veranlasste sie eine 
psychiatrisch-orthopädische Begutachtung (interdisziplinäre Gesamtbeur-
teilung undatiert; act. II 120.2). Gestützt darauf verneinte die IVB nach 
durchgeführtem Vorbescheidverfahren (act. II 121 ff.) mit Verfügung vom 
2. Mai 2023 (act. II 141) bei einem Invaliditätsgrad von 21 % einen Renten-
anspruch. Nachdem der Versicherte am 9. März 2023 ein Gesuch um Un-
terstützung bei der Wiedereingliederung gestellt hatte (act. II 122), gewähr-
te die IVB mit Mitteilung vom 22. Mai 2023 (act. II 146) berufliche Mass-
nahmen in Form einer vertieften Klärung im Rahmen der Berufsberatung 
vom 24. April bis 23. Juli 2023 in der Abklärungsstelle C.________ (Ab-
klärungsbericht vom 25. Juli 2023 [act. II 157]). Nach durchgeführtem Vor-
bescheidverfahren (act. II 160) schloss die IVB die beruflichen Massnah-
men mit Verfügung vom 10. Oktober 2023 (act. II 161) ab, da weitere 
Massnahmen des Eingliederungsmanagements nicht angezeigt seien. 

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B.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. 
B.________, mit Eingabe vom 7. November 2023 Beschwerde mit folgen-
den Rechtsbegehren:

1. Der angefochtene Bearbeitungsabschluss resp. die dazugehörende Ver-
fügung sei in dem Sinne teilweise aufzuheben und die Beschwerdegeg-
nerin sei zu verpflichten, dem Beschwerdeführer die geeignete Umschu-
lung zu gewähren.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegeg-
nerin.

Mit Beschwerdeantwort vom 11. Dezember 2023 schloss die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde.

Beim Gericht gingen am 14. Dezember 2023 (unaufgefordert) eine Kurzre-
plik sowie am 15. Januar 2024 eine Duplik ein.

Am 12. Januar und 24. Juli 2024 reichte der Beschwerdeführer weitere 
Eingaben ein. Am 27. August 2024 ging eine Eingabe der Beschwerdegeg-
nerin ein.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 

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Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde grundsätzlich einzutreten (vgl. aber E. 1.2.2 hiernach). 

1.2

1.2.1 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 10. Oktober 2023 
(act. II 161), mit welcher die Beschwerdegegnerin die Eingliederungsmass-
nahmen in Form einer vertieften Abklärung möglicher Berufsrichtungen 
vom 24. April bis 23. Juli 2023 in der Abklärungsstelle C.________ ab-
schloss (Bearbeitungsabschluss).

1.2.2 Was den Streitgegenstand angeht, ergibt sich Folgendes: Am 
9. März 2023 stellte der Beschwerdeführer ein "Gesuch um Unterstützung 
bei Wiedereingliederung" (act. II 122). Darin führte er aus, dass er seine 
Ausbildung als … wegen Depressionen in seiner Jugend habe aufgeben 
müssen. Dies sei für ihn immer wieder ein Problem gewesen und er wolle 
diese noch einmal angehen. Er legte dar, dass ihn eine Ausbildung als … 
sehr interessieren würde. In dieser Tätigkeit würden die wichtigsten Kriteri-
en in Bezug auf eine angepasste Tätigkeit erfüllt. Das Argument mit wenig 
sozialen Kontakten könne er nicht nachvollziehen, da er sich als über-
durchschnittlich sozial und empathisch einschätze. Die Ausbildung als … 
starte jeweils im August und er wolle die Zeit bis dahin nutzen, um Praktika 
zu absolvieren. Im Assessment vom 6. April 2023 (act. II 131) äusserte er, 
die Unterstützung der Beschwerdegegnerin zu brauchen, um beruflich wie-
der Fuss fassen zu können. Sein Wunsch wäre eine Ausbildung zum … 
(S. 5). In der Folge gewährte die Beschwerdegegnerin ihm mit Mitteilung 
vom 22. Mai 2023 (act. II 146) berufliche Massnahmen in Form einer ver-
tieften Klärung im Rahmen der Berufsberatung vom 24. April bis 23. Juli 
2023 in der Abklärungsstelle C.________. Nach Abschluss dieser Ab-

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klärung erging die angefochtene Verfügung vom 10. Oktober 2023 
(act. II 161), mit welcher die Beschwerdegegnerin die Eingliederungsmass-
nahme abschloss (Bearbeitungsabschluss). Bis zum Verfügungszeitpunkt 
hatte der Beschwerdeführer – wie hiervor aufgezeigt – in Bezug auf die 
Umschulung einzig eine solche zum … beantragt. Mithin wurde in der an-
gefochtenen Verfügung – implizit – auch einzig darüber entschieden.

Beschwerdeweise beantragte der Beschwerdeführer, in teilweiser Aufhe-
bung der angefochtenen Verfügung sei die Beschwerdegegnerin zu ver-
pflichten, dem Beschwerdeführer die geeignete Umschulung zu gewähren 
(Beschwerde S. 2 Ziff. I Rechtsbegehren 1). In der Begründung wurde aus-
geführt, der Beschwerdeführer habe sich im Rahmen der Abklärung bei der 
Abklärungsstelle C.________ dazu entschlossen, den Beruf des … zu er-
greifen. Weiter wurde unter anderem dargelegt, dass er die im Rahmen der 
Abklärung gezeigte Leistung (nicht länger als 20 Minuten stehen und häufi-
ger Positionswechsel) im Rahmen des Berufes … realisieren könne, ohne 
die massive Einschränkung von mindestens 21 % weiterhin beklagen zu 
müssen. Um seine mittel- und langfristigen Chancen zu wahren, sei diese 
Umqualifikation auf den Beruf eines … zwingend notwendig, realistisch und 
vertretbar (Beschwerde S. 3 Ziff. II Ziff. 5 f.). In der Replik machte der Be-
schwerdeführer schliesslich erstmals geltend, wenn die Beschwerdegegne-
rin selbst glaube, der Beruf … sei nicht geeignet, müsse sie ihm einen an-
deren geeigneten Beruf offerieren (Replik S. 2 Ziff. II Ziff. 1). Soweit der 
Beschwerdeführer damit (erstmals) eine andere Umschulung als diejenige 
zum … beantragt, ist auf die Beschwerde mangels Anfechtungsobjekt nicht 
einzutreten (BGE 131 V 164 E. 2.1 S. 164; SVR 2021 AHV Nr. 21 S. 67, 
9C_86/2021 E. 5.2). Streitig und zu prüfen ist damit einzig, der Anspruch 
des Beschwerdeführers auf eine Umschulung zum … .

1.2.3 Festzuhalten bleibt in diesem Zusammenhang, dass die Beschwer-
degegnerin den Anspruch auf eine Umschulung im Grundsatz anerkannte 
(Beschwerdeantwort S. 3 lit. C Ziff. 7), worauf sie zu behaften ist. Dement-
sprechend hat die Beschwerdegegnerin als Reaktion auf die Replik vom 
13. Dezember 2023, mit der erstmals ausdrücklich eine andere Umschu-
lung beantragt wurde, den Beschwerdeführer denn auch bereits am 9. Ja-

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nuar 2024 zu einem Gespräch eingeladen (vgl. Duplik vom 12. Januar 
2024; Einladung vom 9. Januar 2024 [in den Gerichtsakten]).

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 Abs. 1 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). 

2.2 Gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von einer Invalidität 
(Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmass-
nahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit 
oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustel-
len, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Voraussetzungen für den 
Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b). Der Anspruch 
auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Ausübung 
einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der 
Massnahmen sind insbesondere das Alter (lit. a), der Entwicklungsstand 
(lit. b), die Fähigkeiten der versicherten Person (lit. c) und die zu erwarten-

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de Dauer des Erwerbslebens (lit. d) zu berücksichtigen (Art. 8 Abs. 1bis 

IVG).

Anders als im Rentenrecht (Art. 28 Abs. 1 IVG) nennt das Gesetz keinen 
Mindestgrad der Invalidität, damit Eingliederungsmassnahmen gewährt 
werden können (BGE 116 V 80 E. 6a S. 81). Eingliederungsmassnahmen 
unterliegen jedoch den allgemeinen Anspruchsvoraussetzungen des Art. 8 
Abs. 1 IVG. Eine Eingliederungsmassnahme hat somit neben den dort 
ausdrücklich genannten Erfordernissen der Geeignetheit und Notwendig-
keit auch demjenigen der Angemessenheit (Verhältnismässigkeit im enge-
ren Sinne) als drittem Teilgehalt des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes zu 
genügen. Danach muss sie unter Berücksichtigung der gesamten tatsächli-
chen und rechtlichen Umstände des Einzelfalles in einem angemessenen 
Verhältnis zum angestrebten Eingliederungsziel stehen. Hinsichtlich der 
Angemessenheit lassen sich vier Teilaspekte unterscheiden, nämlich die 
sachliche, die zeitliche, die finanzielle und die persönliche Angemessen-
heit. Danach muss die Massnahme prognostisch ein bestimmtes Mass an 
Eingliederungswirksamkeit aufweisen; sodann muss gewährleistet sein, 
dass der angestrebte Eingliederungserfolg voraussichtlich von einer gewis-
sen Dauer ist; des Weitern muss der zu erwartende Erfolg in einem ver-
nünftigen Verhältnis zu den Kosten der konkreten Eingliederungsmass-
nahme stehen; schliesslich muss die Massnahme dem Betroffenen auch 
zumutbar sein (BGE 142 V 523 E. 2.3 S. 526).

2.3 Gemäss Art. 17 IVG besteht Anspruch auf Umschulung auf eine 
neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig 
ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbes-
sert werden kann (Abs. 1). Der Umschulung auf eine neue Erwerbs-
tätigkeit ist die Wiedereinschulung in den bisherigen Beruf gleichgestellt 
(Abs. 2). Unter Umschulung ist nach der Rechtsprechung grundsätzlich die 
Summe der Eingliederungsmassnahmen berufsbildender Art zu verstehen, 
die notwendig und geeignet sind, den vor Eintritt der Invalidität bereits er-
werbstätig gewesenen Versicherten eine ihrer früheren annähernd gleich-
wertige Erwerbsmöglichkeit zu vermitteln (BGE 139 V 399 E. 5.4 S. 403, 
130 V 488 E. 4.2 S. 489; SVR 2023 IV Nr. 27 S. 93, 9C_15/2022 E. 3.1). 
Dabei bezieht sich der Begriff der "annähernden Gleichwertigkeit" nicht in 

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erster Linie auf das Ausbildungsniveau als solches, sondern auf die nach 
erfolgter Eingliederung zu erwartende Verdienstmöglichkeit (vgl. Art. 6 
Abs. 1bis der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversiche-
rung [IVV; SR 831.201]), in Kraft seit 1. Januar 2012; BGE 130 V 488 
E. 4.2 S. 489; SVR 2023 IV Nr. 27 S. 93, 9C_15/2022 E. 3.1).

2.3.1 Als invalid im Sinne von Art. 17 IVG gilt, wer nicht hinreichend ein-
gegliedert ist, weil der Gesundheitsschaden eine Art und Schwere erreicht 
hat, welche die Ausübung der bisherigen Erwerbstätigkeit ganz oder teil-
weise unzumutbar macht. Dabei muss der Invaliditätsgrad ein bestimmtes 
erhebliches Mass erreicht haben; nach der Rechtsprechung ist dies der 
Fall, wenn die versicherte Person in den ohne zusätzliche berufliche Aus-
bildung noch zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere 
Zeit dauernde Erwerbseinbusse von etwa 20 % erleidet, wobei es sich um 
einen blossen Richtwert handelt (BGE 130 V 488 E. 4.2 S. 490, 124 V 108 
E. 2b S. 110; SVR 2010 IV Nr. 24 S. 73, 9C_373/2009 E. 4).

2.3.2 Von der Erheblichkeitsschwelle von 20 % kann jedoch namentlich 
bei jungen Versicherten mit entsprechend langer verbleibender Aktivitäts-
dauer abgewichen werden, wenn es sich bei den ohne Umschulung zu-
mutbaren angepassten Tätigkeiten um unqualifizierte Hilfsarbeiten han-
delt, die im Vergleich zur erlernten Tätigkeit qualitativ nicht als annähernd 
gleichwertig bezeichnet werden können (SVR 2023 IV Nr. 27 S. 93, 
9C_15/2022 E. 3.2).

2.3.3 Die Beurteilung, ob eine Umschulung in die gewünschte Tätigkeit 
angebracht ist, erfolgt nicht allein aufgrund der aktuellen Umstände. Mass-
geblich ist insbesondere auch, ob die Ausübung der neuen Tätigkeit länger-
fristig möglich, zumutbar und erfolgsversprechend ist (zeitliche und persön-
liche Angemessenheit im Sinne der Verhältnismässigkeit als Grundvoraus-
setzung jeglicher Eingliederungsmassnahme; SVR 2020 IV Nr. 46 S. 159, 
8C_2/2020 E. 5.1).

2.4 Um den Gesundheitszustand beurteilen zu können, ist die Verwal-
tung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die 
Ärzte und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen 
haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand 

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zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-
züglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weite-
ren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (vgl. BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 
IV Nr. 54 S. 180, 9C_540/2020 E. 2.3).

3.

3.1 Aufgrund der Akten erstellt und zwischen den Parteien unbestritten 
ist, dass die Verwaltung auf die Neuanmeldung zum Bezug beruflicher 
Massnahmen eingetreten und seit dem massgebenden Vergleichszeitpunkt 
von 2007 (act. II 23) eine gesundheitliche Veränderung eingetreten ist so-
wie die für den Umschulungsanspruch rechtsprechungsgemäss geforderte 
Erheblichkeitsschwelle bei einem Invaliditätsgrad von 21 % (vgl. Verfügung 
vom 2. Mai 2023 [act. II 141]) erreicht ist (vgl. E. 2.3.1 f. hiervor). Indes ist 
streitig, ob eine Umschulung des Beschwerdeführers zum … längerfristig 
möglich, zumutbar und erfolgsversprechend ist (vgl. E. 2.3.3 hiervor). Der 
Beschwerdeführer bringt diesbezüglich vor, um seine mittel- und langfristi-
gen Chancen zu wahren, sei die Umqualifikation auf den Beruf eines … 
zwingend notwendig, realistisch und vertretbar (Beschwerde S. 3 Ziff. II 
Ziff. 6). Die Beschwerdegegnerin hingegen erachtet eine Umschulung zum 
… weder als den Fähigkeiten noch den gesundheitlichen Einschränkungen 
des Beschwerdeführers angepasst (Beschwerdeantwort S. 3 lit. C Ziff. 6, 
S. 4 lit. C Ziff. 8). 

3.2 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei Erlass der angefochtenen 
Verfügung vom 10. Oktober 2023 (act. II 161) auf das psychiatrisch-
orthopädische Gutachten der Dres. med. D.________, Facharzt für Psych-
iatrie und Psychotherapie, E.________, Facharzt für Rheumatologie, Or-
thopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates sowie 
Physikalische Medizin und Rehabilitation, sowie F.________, Facharzt für 
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates 
(undatiert; act. II 120.1 ff.). In der interdisziplinären Gesamtbeurteilung der 
psychiatrisch-orthopädischen Expertise (undatiert; act. II 120.2 S. 5 ff. 

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Ziff. 4), wurden in der Fachrichtung Orthopädie folgende Diagnosen gestellt 
(S. 5 Ziff. 4.2.1):

1. Symptomatische Rhizarthrose Hand rechts (ICD-10 M18.1);
(…);

2. Beginnende Coxarthrose links bei Hüftimpingement bei CAM-
Konfiguration des Hüftkopf-Schenkelhals links (ICD-10 M24.85);

3. Passagere Lumbalgien bei Diskopathie L3/4 und L4/5;
(…);

4. Status nach operativer Bandnaht Aussenbänder Sprunggelenk links von 
ca. 1990 (ICD-10 Z98.8, S93.4).

In der Fachrichtung Psychiatrie wurde mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig-
keit folgende Diagnosen gestellt (S. 5 Ziff. 4.2.2):

1. Rezidivierend depressive Störung, gegenwärtig leichtgradige Episode 
(ICD-10 F33.1);

2. Akzentuierte Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1).

In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als … 
in der … wurde aus orthopädischer Sicht ausgeführt, dass der Beschwer-
deführer in einem vollen Pensum ohne Einschränkung tätig sein könne 
(S. 7 f. Ziff. 4.7.1). Aus psychiatrischer Sicht wurde aufgrund einer ernied-
rigten Stresstoleranz, einem verminderten Arbeitstempo sowie einem er-
höhten Pausenbedarf eine Leistungseinschränkung von 20 % attestiert 
(S. 8 f. Ziff. 4.7.2). Aus somatischer Sicht wurde in einer optimal angepass-
ten Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit festgehalten. Bei einer optimal 
angepassten Tätigkeit handle es sich um eine körperlich leichte Tätigkeit 
mit eingeschränkter Gewichtsbelastung für das Heben und Tragen von 
maximal fünf Kilogramm mit Wechselbelastung. Die Arbeit solle keine rü-
ckenbeanspruchenden Tätigkeiten wie wiederholtes Vorüberbeugen oder 
Bücken beinhalten. Ebenso solle sie kein Treppensteigen, Leitern bestei-
gen sowie längeres Gehen umfassen (S. 9 Ziff. 4.8.1). Aus psychiatrischer 
Sicht solle eine optimal angepasste Tätigkeit zusätzlich nicht unterfordernd 
sein, ein hohes Mass an Wertschätzung von Seiten des Vorgesetzten be-
inhalten, ein Mindestmass an Partizipation in Bezug auf Entscheidungen 
möglich sein, die Möglichkeit zu vermehrten Pausen aufweisen und mit 
möglichst wenig sozialen Interaktionen verbunden sein. In einer solchen 
optimal angepassten Tätigkeit bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit 
(S. 10 Ziff. 4.8.2).

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3.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352). 

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.4 Die angefochtene Verfügung vom 10. Oktober 2023 (act. II 161) 
stützt sich auf die interdisziplinäre Gesamtbeurteilung des psychiatrisch-
orthopädischen Gutachtens (undatiert; act. II 120.2 S. 5 ff. Ziff. 4). Dieses 
erfüllt die Voraussetzungen der Rechtsprechung an Expertisen (vgl. E. 3.3 
hiervor). Die Feststellungen der Gutachter beruhen auf eigenen spezialärzt-
lichen Abklärungen und sind in Kenntnis der Vorakten sowie unter Berück-
sichtigung der geklagten Beschwerden getroffen worden. Die Experten 
haben die Befunde und Diagnosen im Rahmen ihrer Beurteilungen darge-
legt. Die Beurteilungen der medizinischen Zusammenhänge sind für die 
streitigen Belange umfassend und die gezogenen Schlussfolgerungen zum 
Gesundheitszustand wurden nachvollziehbar begründet. Das Gutachten ist 
demnach beweiskräftig, weshalb darauf abzustellen ist, was zwischen den 
Parteien denn auch unbestritten ist. Gestützt darauf ist erstellt, dass dem 
Beschwerdeführer eine adaptierte Tätigkeit, d.h. eine wechselbelastende, 

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körperlich leichte Tätigkeit mit eingeschränkter Gewichtsbelastung für das 
Heben und Tragen von maximal fünf Kilogramm, ohne Rückenbeanspru-
chung wie wiederholtes Vorüberbeugen oder Bücken, Treppensteigen, Lei-
tern besteigen sowie längeres Gehen, zumutbar ist. Darüber hinaus darf 
die Tätigkeit nicht unterfordernd sein, sollte ein hohes Mass an Wertschät-
zung von Seiten der Vorgesetzten beinhalten und ein Mindestmass an Par-
tizipation in Bezug auf Entscheidungen ermöglichen, die Möglichkeit zu 
vermehrten Pausen aufweisen und mit möglichst wenig sozialen Interaktio-
nen verbunden sein.

3.5 Das Berufsprofil eines … resp. einer … umfasst je nach Fachrich-
tung die …, …, … . Ebenso gehört die … dazu. Unter anderem setzt die 
Tätigkeit auch eine gute körperliche Verfassung voraus 
(<www.berufsberatung.ch> … EFZ). In der gutachterlichen Konsensbeur-
teilung wurde festgehalten, dass eine angepasste Tätigkeit körperlich leicht 
mit eingeschränkter Gewichtsbelastung für das Heben und Tragen von 
maximal fünf Kilogramm zu sein hat und keine rückenbeanspruchende 
Tätigkeiten wie wiederholtes Vorüberbeugen oder Bücken beinhalten solle 
(act. II 120.2 S. 9 Ziff. 4.8.1). Auch dem Abklärungsbericht der Abklärungs-
stelle C.________ vom 25. Juli 2023 (act. II 157) lässt sich entnehmen, 
dass die körperliche Belastbarkeit des Beschwerdeführers eingeschränkt 
war. Er benötige leichte wechselbelastende Arbeiten und bei Schmerzen 
zusätzliche Pausen, um Verkrampfungen lösen zu können (S. 7 Ziff. 3.1). 
Insbesondere mit Blick auf die Unterstützung anderer Menschen in Bezug 
auf die Körperpflege und Fortbewegung stellt die Tätigkeit als … jedoch 
keine körperlich leichte Tätigkeit dar. So ist denn auch davon auszugehen, 
dass als … mitunter auch gehoben und getragen werden muss. Mithin ist 
diese Tätigkeit schon aus somatischer Sicht für den Beschwerdeführer 
nicht geeignet. Darüber hinaus lässt sich, wie die Beschwerdegegnerin in 
der Beschwerdeantwort S. 4 lit. C Ziff. 8 zutreffend festhielt, das von der 
Gutachterstelle formulierte Zumutbarkeitsprofil, wonach die Tätigkeit unter 
anderem möglichst wenig soziale Interaktionen beinhalten soll, auch des-
wegen nicht mit der Tätigkeit als … vereinbaren, weil der … im Mittelpunkt 
steht. Soweit der dem Abklärungsbericht beigelegten Rückmeldung zu Ar-
beitseinsätzen (act. II 157 S. 13 f.) über das Schnupperpraktikum jedoch 
entnommen werden kann, dass dem Beschwerdeführer empfohlen werde, 

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den Weg in eine soziale Arbeit weiter zu verfolgen, vermag dies nichts zu 
ändern. Denn die Frage nach den medizinisch-theoretisch noch zumutba-
ren Tätigkeiten und Arbeitsleistungen ist rechtsprechungsgemäss nach 
Massgabe der objektiv feststellbaren Gesundheitsschädigung in erster Li-
nie durch die Ärzte und nicht durch die Eingliederungsfachleute auf der 
Grundlage der von ihnen erhobenen, subjektiven Arbeitsleistung zu beant-
worten (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_53/2023 vom 31. August 
2023 E. 4.2.3.2).

Was schliesslich die Abklärungsergebnisse der G.________ (vgl. Akten 
des Beschwerdeführers [act. I] 6) anbelangt, datieren diese nach Verfü-
gungserlass (vgl. zum massgebenden Sachverhalt BGE 144 V 210 E. 4.3.1 
S. 213, 131 V 242 E. 2.1 S. 243, 130 V 138 E. 2.1 S. 140; SVR 2022 UV 
Nr. 46 S. 183, 8C_655/2021 E. 6.3.1). Im Übrigen enthalten sie keine neu-
en Aspekte, die nicht bereits beurteilt worden wären.

3.6 Nach dem hiervor Dargelegten lässt sich die Umschulung zum … 
mit dem gutachterlichen Zumutbarkeitsprofil nicht vereinbaren, mithin ist sie 
weder zweckmässig noch entspricht sie den Fähigkeiten oder den gesund-
heitlichen Einschränkungen des Beschwerdeführers. Folglich lässt sich 
auch die Erwerbsfähigkeit durch die beantragte Umschulung nicht verbes-
sern. Die Beschwerdegegnerin hat damit einen Anspruch des Beschwerde-
führers auf Umschulung zum … zu Recht verneint.

4.

Zusammenfassend ist die angefochtene Verfügung vom 10. Oktober 2023 
(act. II 161) nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde 
ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Strei-
tigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kos-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. März 2025, IV 200 2023 793

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tenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig 
vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer zur Bezah-
lung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ent-
nommen.

5.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehr-
schluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt Dr. iur. B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Die Kammerpräsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

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Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.