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**Case Identifier:** 098f0821-0d85-5e08-9b59-bd85b0fe397f
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-04-24
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 24.04.2025 720 2024 198 (720 24 198)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-2024-198_2025-04-24.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 24. April 2025 (720 24 198) 
 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Würdigung des verwaltungsexternen polydisziplinären Gutachtens  

 

 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Christof Enderle, Kan-

tonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiber i.V. Patrick Häfelfinger 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Silvan Ulrich, Advokat, 
Postgasse 3, Postfach 201, 4147 Aesch BL 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, 
Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente 
 
 
 
A.1 Der 1973 geborene A.____ verunfallte am 1. September 2021 im Rahmen eines Auf-
fahrunfalls, als er am Stauende stand und die Lenkerin eines anderen Personenwagens mit 
seinem Fahrzeug kollidierte. Er erlitt dabei eine Distorsion der Halswirbelsäule (HWS). In der 
Folge wurde dem Versicherten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Die Schweizerische 
Unfallversicherungsanstalt (Suva) anerkannte ihre Leistungspflicht und erbrachte die gesetzli-
chen Versicherungsleistungen. Mit Verfügung vom 26. September 2022 stellte sie ihre Taggeld-

 

 
 
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zahlungen per 9. Oktober 2022 ein und verneinte gleichzeitig einen Anspruch auf eine Invali-
denrente. 
 
A.2 Am 11. Oktober 2022 meldete sich der Versicherte bei der Eidgenössischen Invaliden-
versicherung (IV) unter Verweis auf Rückenschmerzen, Schmerzen an den Wirbeln und Ober-
schenkeln sowie Schlafprobleme zum Leistungsbezug an. In der Folge klärte die IV-Stelle  
Basel-Landschaft (IV-Stelle) die gesundheitlichen und erwerblichen Verhältnisse des Versicher-
ten ab, wobei sie die Ärztliche Begutachtungsinstitut GmbH (ABI) mit einem polydisziplinären 
Gutachten beauftragte. Mit Verfügung vom 31. Mai 2024 lehnte die IV-Stelle – nach durchge-
führtem Vorbescheidverfahren – einen Rentenanspruch ab. 
 
B. Dagegen liess A.____, vertreten durch Silvan Ulrich, Advokat, mit Eingabe vom 5. Juli 
2024 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht 
(Kantonsgericht), erheben. Er beantragte, dass die Verfügung vom 31. Mai 2024 aufgehoben 
und die ihm zustehende Rente zugesprochen werde. Eventualiter sei die Sache zur ergänzen-
den Abklärung des medizinischen Sachverhalts und zu einem neuen Entscheid an die Vo-
rinstanz zurückzuweisen. Ausserdem sei die IV-Stelle anzuweisen, Integrationsmassnahmen 
durchzuführen. Zur Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, dass die Rentenverfü-
gung auf unzureichenden medizinischen Unterlagen beruhe. In verfahrensrechtlicher Hinsicht 
ersuchte der Beschwerdeführer um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und unent-
geltlichen Verbeitständung mit Advokat Silvan Ulrich als Rechtsvertreter.  
 
C. Mit Verfügung vom 10. Juli 2024 bewilligte der instruierende Präsident der Abteilung 
Sozialversicherungsrecht des Kantonsgerichts dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Pro-
zessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit Advokat Silvan Ulrich als Rechtsvertre-
ter. 
 
D. Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer Vernehmlassung vom 20. August 2024 auf 
Abweisung der Beschwerde. Das eingeholte polydisziplinäre Gutachten erfülle sämtliche Anfor-
derungen an die Beweistauglichkeit, was auch von ihrem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) 
bestätigt worden sei. Sie habe bei ihrem Entscheid deshalb zu Recht darauf abgestellt. Die vom 
Beschwerdeführer nach dem Gutachten eingereichten Berichte vermöchten keine neuen Tatsa-
chen hervorzubringen. 
 
E. Am 22. August 2024 zog das Kantonsgericht bei der Suva die Akten des Versicherten 
bei. 
 
F. Am 16. September 2024 reichte der Beschwerdeführer dem Kantonsgericht ein Ar-
beitsunfähigkeitszeugnis der behandelnden Ärztin pract. med. B.____ vom 30. August 2024 und 
einen Bericht der C.____ vom 27. August 2024 ein. Hierzu nahm die IV-Stelle am 15. Oktober 
2024 Stellung.  
 
G. Mit Verfügung vom 17. Oktober 2024 wurde die Angelegenheit der Dreierkammer zur 
Beurteilung überwiesen. 

 

 
 
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H. Am 4. April 2025 reichte der Beschwerdeführer dem Kantonsgericht ein weiteres Ar-
beitsunfähigkeitszeugnis der behandelnden Hausärztin med. pract. B.____ vom 31. März 2025, 
einen Bericht des D.____ vom 14. März 2025 und einen Bericht des E.____ vom 14. Februar 
2025 ein. Hierzu nahm die IV-Stelle am 10. April 2025 Stellung. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung 
(IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versi-
cherungsgericht vor Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden 
Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig-
keit des Kantonsgericht Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut §54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes 
über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beur-
teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons 
Beschwerde gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Be-
handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die Übrigen frist- und formgerecht erho-
bene Beschwerde vom 5. Juli 2024 ist demnach einzutreten.  

 
1.2 Am 1. Januar 2022 trat die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Ände-
rung des IVG («Weiterentwicklung der IV», WEIV) in Kraft. Auf alle Rentenansprüche, die ab 
dem 1. Januar 2022 entstehen, finden grundsätzlich die Bestimmungen des IVG und der Ver-
ordnungen über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 sowie diejenigen des 
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 
6. Oktober 2000 in der ab 1. Januar 2022 gültigen Fassung Anwendung (Kreisschreiben über 
Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung (KSIR), gültig ab 1. Januar 2022, Rz. 9100). 
Vorliegend erging die angefochtene Verfügung nach dem 1. Januar 2022 und im Streit liegt ein 
frühestens per 1. April 2023 entstandener Rentenanspruch des Versicherten. Die Angelegen-
heit ist daher nach der ab 1. Januar 2022 gültigen Fassung des IVG, der IVV und des ATSG zu 
beurteilen (Urteil des Bundesgerichts vom 13. November 2023, 8C_309/2023, E. 2.1 mit Hin-
weis). Die betreffenden Bestimmungen werden im Folgenden jeweils in dieser Version wieder-
gegeben, zitiert und angewendet. 

 
2. Streitig ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers und insbesondere, ob die 
Beschwerdegegnerin zur Beurteilung des Rentenanspruchs zu Recht auf das Gutachten des 
ABI vom 5. Oktober 2023 abstellte. Massgebend ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass 
der angefochtenen Verfügung vom 31. Mai 2024 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet recht-
sprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 1 
E. 1.2).  
 
3. Vorab ist auf folgende Verfahrensgrundsätze hinzuweisen: Sowohl das sozialversiche-
rungsrechtliche Administrativverfahren wie auch der kantonale Sozialversicherungsprozess sind 
vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1, Art. 61 lit. c des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG] vom 6. Oktober 2000). Danach 

 

 
 
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haben Sozialversicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte den rechtserheblichen 
Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen. Diese Untersuchungspflicht dauert so lange, bis 
über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende 
Klarheit besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 15. März 2017, 9C_662/2016, E. 2.2). Dem 
Kantonsgericht kommt in Sozialversicherungssachen eine vollständige Überprüfungsbefugnis 
zu. Es ist in der Beweiswürdigung frei (vgl. § 57 VPO i. V. m. Art. 61 Satz 1 ATSG; Art. 61 
lit. c ATSG). Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – das Gericht dür-
fen eine Tatsache sodann nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen 
überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Ge-
setz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr-
scheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Be-
weisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die 
es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 138 V 218 
E. 6 mit Hinweisen). 
 
4.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teil-
weise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchti-
gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutba-
rer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög-
lichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 
Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der 
gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur 
vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Die Annahme 
eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 
und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klas-
sifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (BGE 145 V 215 E. 5.1 mit weiteren Hinwei-
sen). Medizinisch-psychiatrisch nicht begründbare Selbsteinschätzungen und -limitierungen 
sind nicht als invalidisierende Gesundheitsbeeinträchtigungen anzuerkennen (BGE 141 V 281 
E. 3.7.1). Der Rechtsanwender bzw. die Rechtsanwenderin prüft die medizinischen Angaben 
frei darauf hin, ob die Ärzte sich insbesondere an die massgebenden normativen Rahmenbe-
dingungen gehalten haben und ob respektive in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen 
anhand der rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen 
(BGE 145 V 361 E. 3.2.2; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 7. Februar 2020, 
8C_423/2019, E. 3.2.2). 
 
4.2  Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Er-
werbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 
Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), die 
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeits-
unfähig (Art. 6 ATSG) gewesen (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% inva-
lid sind (lit. c). 
 
4.3 Seit dem 1. Januar 2022 bestimmt sich die Höhe des Rentenanspruchs gemäss  
Art. 28b IVG nach prozentualen Anteilen an einer ganzen Rente (Abs. 1). Bei einem Invalidi-

 

 
 
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tätsgrad zwischen 50% und 69% entspricht der prozentuale Anteil dem Invaliditätsgrad (Abs. 2). 
Ab einem Invaliditätsgrad ab 70% besteht Anspruch auf eine ganze Rente (Abs. 3). Bei einem 
Invaliditätsgrad unter 50% kommen die im Gesetz festgelegten prozentualen Anteile zur An-
wendung (Abs. 4). 
 
5.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrads bildet die Frage, in welchem Aus-
mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsfähig 
ist. 
 
5.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und bei der Beurteilung der Arbeitsfä-
higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf Unter-
lagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu 
stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen 
und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi-
cherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grund-
lage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zu-
gemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 
5.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an-
deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ge-
statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den 
Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu-
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich 
des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen 
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer-
den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle-
gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind 
(BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). 
 
5.4 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu 
auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens einge-
holten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobach-
tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Er-
örterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle 
Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex-
pertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 

 

 
 
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5.5 In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten oder Ärztinnen darf und soll das Ge-
richt der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auf-
tragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Pa-
tienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauf-
trag des oder der therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes oder (Fach-)Ärztin einerseits und von Be-
gutachtungsauftrag der amtlich bestellten fachmedizinischen Experten oder Expertinnen ande-
rerseits (BGE 124 I 170 E. 4; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute: 
Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen] vom 13. Juni 2001,1 506/00, E. 2b) lässt nicht zu, 
ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets ins Frage zu stellen und zum Anlass weiterer 
Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte oder Ärztinnen zu anderslautenden 
Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurtei-
lung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte oder Ärztinnen wichtige – und nicht rein subjektiver 
ärztlicher Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung 
unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, 
I 514/06, E. 2.2.1 mit Hinweisen). 
 
6.1 Zur Beurteilung des vorliegenden Falls liegen zahlreiche medizinische Unterlagen vor, 
die vom Gericht gesamthaft gewürdigt wurden. Im Folgenden sollen indessen lediglich diejeni-
gen Berichte wiedergegeben werden, welche für den Entscheid zentral sind. 
 
6.2 Am 29. Juni 2022 diagnostizierte Dr. med. F.____, FMH Neurologie, prolongierte mus-
kuläre Dysbalancen, die zu anhaltenden Schulter- und Nackenschmerzen führten. Hinweise auf 
eine strukturelle Schädigung der HWS würden sich aus neurologischer Sicht nicht ergeben. Die 
Sprechstunde erfolge seit mehreren Monaten bei bestehender rezidivierender lageabhängiger 
Dysästhesie des ventralen und lateralen Oberschenkels beidseits linksbetont. Anamnestische 
oder klinische Hinweise für eine motorische Beteiligung bestünden nicht. Hinweise für eine Neu-
ropathie des Nervus femoralis bestünden ebenfalls keine. Hingegen könne eine Meralgia pa-
raesthetica beidseits nicht ausgeschlossen werden. 
 
6.3 Am 5. Oktober 2022 berichtete Dr. med. G.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, 
dass der Beschwerdeführer infolge des Unfallereignisses vom 1. September 2021 bei der  
H.____ AG in Behandlung sei. In seinem Zeugnis gab er an, dass der Beschwerdeführer drei 
Stunden pro Tag mit einer Leistungseinbusse von 20% einer körperlich leichten Tätigkeit nach-
gehen könne, sofern diese überwiegend im Sitzen und mit gelegentlichem Stehen oder Gehen 
ausgeführt werde. Daraus resultiere eine Arbeitsfähigkeit von insgesamt 20%. Bewegungsar-
me, erzwungene Sitzhaltungen über längere Zeitabschnitte – insbesondere ohne entsprechen-
de Pausen – seien für den überwiegenden Teil des Arbeitstags nicht zumutbar. Ebenso solle 
dauerhaftes Stehen ohne ausreichende Bewegungsmöglichkeiten vermieden werden. Repetiti-
ve und monotone Tätigkeiten, insbesondere solche mit ständig wiederkehrenden, gleichartigen 
Bewegungen von Schultern, Armen oder Händen, die mit erhöhter Krafteinwirkung oder extre-
men Gelenkstellungen einhergehen, seien dem Versicherten ebenfalls nicht zumutbar. Diese 
Einschätzung gelte für den Zeitraum vom 1. Oktober 2022 bis mindestens 31. Dezember 2022. 
 

 

 
 
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6.4 Am 26. Oktober 2022 berichtete Dr. med. I.____, Leitender Arzt Schmerzmedizin, es 
liege eine chronische myofasziale Schmerzproblematik im Bereich von Nacken und Schultern 
vor, vermutlich als Folge eines HWS-Distorsionstraumas. Zusätzlich werde über eine chronisch-
posttraumatische Lumbalgie mit linksseitiger Glutealbeteiligung berichtet. Es bestehe der Ver-
dacht auf eine beidseitige Meralgia paraesthetica, verbunden mit nächtlichen Missempfindun-
gen im Bereich der Oberschenkel. Ergänzend werde eine multifaktorielle Insomnie beschrieben, 
deren Ursache bislang unklar sei und bei der sowohl körperliche als auch psychische Belastun-
gen eine Rolle spielen könnten. Darüber hinaus gebe es Hinweise auf eine psychische Reakti-
on auf schwere Belastungen, die derzeit nicht näher spezifiziert sei (ICD-10 F42.9). Insgesamt 
werde eine komplexe, chronifizierte Schmerzstörung vermutet, die ein multimodales, interdiszip-
linäres Behandlungskonzept erforderlich mache. Der Beschwerdeführer wünsche die Fortfüh-
rung seiner Schmerzbehandlung im Rahmen der hausärztlichen Betreuung. 
 
6.5 Die behandelnde Ärztin, pract. med. B.____, stellte dem Beschwerdeführer quartals-
weise Arbeitsunfähigkeitszeugnisse aus, in denen eine Arbeitsfähigkeit von insgesamt 20% 
attestiert wurde. 
 
6.6 Die IV-Stelle veranlasste ein polydisziplinäres Gutachten bei der ABI. In ihrem Gutach-
ten vom 5. Oktober 2023 diagnostizierten die involvierten Fachärzte mit Einfluss auf die Arbeits-
fähigkeit ein chronisches lumbo- und weniger auch zervikovertebrales Schmerzsyndrom  
(ICD-10 M54.5, M54.2). Anhand der vorliegenden bildgebenden Untersuchungen (Röntgenauf-
nahme vom 2. September 2021, Magnetresonanztomographien [MRI] vom 29. Oktober 2021, 
6. Dezember 2021 sowie 14. November 2022) würden sich keine Hinweise auf eine traumatisch 
bedingte Läsion der Wirbelsäule ergeben. Es zeigten sich jedoch degenerative Veränderungen 
auf Höhe der Halswirbelsäule (HWK 4/5) sowie der Lendenwirbelsäule (LWK 4/5 bis SWK 1). 
Im Bereich der LWS bestehe insbesondere im Segment LWK 4/5/SWK 1 ein Verdacht auf eine 
mögliche Affektion der Nervenwurzel L5 links, was mit den in der klinischen Untersuchung be-
schriebenen Beschwerden korrelieren könne. Die eingeschränkte Arbeitsfähigkeit sei nicht in 
allen medizinischen Fachrichtungen gleichermassen begründet. Ausschlaggebend seien viel-
mehr die orthopädischen Diagnosen, die im Vordergrund stünden. Aus orthopädischer Sicht 
bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit. Neurologisch und 
allgemein-internistisch zeigten sich keine somatischen Befunde mit Einfluss auf die Arbeitsfä-
higkeit. Auch aus psychiatrischer Sicht liege eine uneingeschränkte Arbeits- und Leistungsfä-
higkeit vor. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien ein Verdacht auf Meralgia paraesthetica 
beidseits (ICD-10 G57.8) und ein chronischer Nikotinabusus (ICD-10 F17.1). Dr. med. J.____, 
FMH Allgemeine Innere Medizin, stellte in seinem Teilgutachten fest, dass sich aus rein allge-
mein-internistischer Sicht keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zeigen wür-
den. Es bestünden auch keine Hinweise dafür, dass die Arbeitsfähigkeit retrospektiv längerfris-
tig eingeschränkt gewesen sei. Demzufolge könne aus allgemein-internistischer Sicht eine un-
eingeschränkte Arbeits- und Leistungsfähigkeit attestiert werden. Im psychiatrischen Teilgutach-
ten von Dr. med. K.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, wurde ausgeführt, dass der 
Explorand über Schmerzen am Bewegungsapparat klage und das Gefühl erwecke, nach dem 
Unfall eine Entschädigung zugute zu haben. Die Schilderung von Schmerzen im Bereich des 
Nackens und Rückens lasse sich jedoch somatisch nicht hinreichend objektivieren, sodass eine 

 

 
 
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psychische Überlagerung angenommen werde. Aus psychiatrischer Sicht ergebe sich keine 
Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Dr. med. L.____, FMH Orthopädische Chirur-
gie, erachtete die beklagten Beschwerden durch die klinischen, radiologischen und infiltrativen 
Befunde auf Ebene des Bewegungsapparates als kaum nachvollziehbar. Angesichts der dege-
nerativen Veränderungen des Achsenorgans lasse die inkonsistente klinische Präsentation den 
Schluss auf eine ausgeprägte nicht-organische Beschwerdekomponente zu. Als Diagnose er-
gebe sich aus orthopädischer Sicht ein lumbo- und weniger auch zervikovertebrales 
Schmerzsyndrom. Die zuletzt ausgeübte, körperlich sehr schwere Tätigkeit als Logistiker sei vor 
dem Hintergrund der degenerativen Veränderungen der LWS nicht mehr zumutbar. Für körper-
lich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten bestehe hingegen aus orthopädischer Sicht eine zeit-
lich und leistungsmässig uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Anlässlich der neurologischen Un-
tersuchungen stellte Dr. med. M.____, FMH Neurologie, keine sensomotorischen Defizite be-
treffend die lumbovertebralen Schmerzen fest. Die Beschwerden seien nicht hinreichend orga-
nisch neurologisch erklärbar. Die aus orthopädischer Sicht beschriebenen körperlich leichten 
bis punktuell mittelschweren Tätigkeiten, vorzugsweise in Wechselbelastung, seien aus neuro-
logischer Sicht vollumfänglich und ohne Einschränkungen zumutbar. In der Konsensbeurteilung 
kamen die begutachtenden Fachärzte zum Schluss, dass dem Exploranden seine angestamm-
te, körperlich sehr schwere Tätigkeit als Logistiker angesichts der Veränderungen an der LWS 
seit dem Unfallereignis vom 1. September 2021 nicht mehr zumutbar sei. Hingegen sei eine 
angepasste, körperlich leichte bis gelegentlich mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit un-
eingeschränkt möglich. Dabei bestehe kein erhöhter Pausenbedarf, sodass auch keine ent-
sprechende Reduktion der Leistungsfähigkeit vorliege. Insgesamt sei in einer leidensangepass-
ten Tätigkeit von einer 100%igen Arbeits- und Leistungsfähigkeit auszugehen. Diese Einschät-
zung gelte spätestens seit sechs Wochen nach dem erlittenen Unfall vom 1. September 2021. 
 
7.1 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom 31. Mai 2024 bei der 
Beurteilung des Gesundheitszustands sowie der Arbeitsfähigkeit des Versicherten vollständig 
auf die Erkenntnisse aus dem polydisziplinären Gutachten vom 5. Oktober 2023. Sie ging daher 
davon aus, dass dem Versicherten bereits vor Ablauf des Wartejahres am 1. April 2023 eine 
leidensangepasste Tätigkeit in vollem Umfang zumutbar gewesen sei. 
 
7.2 Diese Beweiswürdigung der Vorinstanz ist nicht zu beanstanden. Wie unter Erwägung 
5.4 dargelegt, ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer 
Spezialärztinnen und -ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen 
sowie nach Akteneinsicht Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen 
Ergebnissen gelangen, im Rahmen der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, so-
fern keine konkreten Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Solche Indizien 
liegen hier nicht vor. Das polydisziplinäre Gutachten der ABI weist weder formale noch inhaltli-
che Mängel auf, basiert auf eingehenden Untersuchungen des Beschwerdeführers und berück-
sichtigt auch die übrigen, in den Akten befindlichen medizinischen Berichte. Zudem setzt es 
sich eingehend mit den Beschwerden des Exploranden auseinander und vermittelt ein umfas-
sendes Bild vom Gesundheitszustand des Beschwerdeführers. Inhaltlich ist das Gutachten wi-
derspruchsfrei und nachvollziehbar in der Darstellung der medizinischen Zusammenhänge so-
wie in der Beurteilung der medizinischen Situation. Gestützt darauf sowie unter Berücksichti-

 

 
 
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gung der Gesamtschau erscheint die attestierte vollständige Arbeitsfähigkeit in einer Verweistä-
tigkeit nachvollziehbar und fachlich plausibel. Insgesamt überzeugt die Beurteilung im polydis-
ziplinären Gutachten sowohl durch die stringente Darstellung der medizinischen Zusammen-
hänge als auch durch die daraus abgeleiteten Schlussfolgerungen in jeder Hinsicht. 
 
7.3.1 Daran vermögen auch die Vorbringen des Beschwerdeführers nichts zu ändern. Wenn 
er geltend macht, das ABI-Gutachten bilde keine justiziable Grundlage für den angefochtenen 
Entscheid, da darin keine umfassende und ganzheitliche Würdigung sämtlicher Beschwerden 
erfolgt sei, kann ihm nicht gefolgt werden. Vielmehr ergibt sich aus der Aktenlage (vgl.  
IV-act. 57, S. 4 ff.) klar, dass im Rahmen des Gutachtens eine interdisziplinäre Konsensbeurtei-
lung vorgenommen wurde. Diese ist in die Würdigung des angefochtenen Rentenentscheids 
eingeflossen, weshalb dieser Einwand des Beschwerdeführers nicht stichhaltig ist. 
 
7.3.2 Des Weiteren beanstandet der Beschwerdeführer die im Gutachten enthaltenen Beur-
teilungen zur Arbeitsfähigkeit. Insbesondere kritisiert er die Einschätzung, dass seine geklagten 
Beschwerden keine Auswirkungen auf seine psychische Gesundheit hätten. Dem ist entgegen-
zuhalten, dass im Rahmen der psychiatrischen Begutachtung eine vertiefte Anamnese erhoben 
wurde, wobei sich keine psychiatrische Diagnosen feststellen liessen, die eine Einschränkung 
der Arbeitsfähigkeit zur Folge hätten. Dr. K.____ berücksichtigte die abweichende subjektive 
Wahrnehmung des Beschwerdeführers, gelangte jedoch gestützt auf die objektivierbaren Be-
funde zum Schluss, dass die geschilderten Beschwerden nicht nachvollziehbar seien. Folglich 
ist die vollständige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit nicht auf psychiatrische, 
sondern ausschliesslich auf orthopädische Einschränkungen zurückzuführen. Die medizini-
schen Einschätzungen zur Arbeitsfähigkeit wurden im ABI-Gutachten nachvollziehbar und 
rechtsgenüglich begründet, sodass den Ausführungen des Beschwerdeführers nicht zu folgen 
ist. 
 
7.3.3 Wenn er weiter geltend macht, er sei entgegen den Feststellungen im Gutachten auch 
in einer angepassten Verweistätigkeit durchgehend vollständig arbeitsunfähig, fehlt für diese 
Einschätzung eine medizinische Grundlage, denn die vorliegenden medizinischen Unterlagen 
liefern dafür keine überzeugenden Nachweise. Weder die Arztzeugnisse der behandelnden 
Ärztin pract. med. B.____ noch die im Rahmen des Einwands vom 12. Februar 2024 gegen den 
Vorbescheid vom 5. Januar 2023 nachträglich eingereichten medizinischen Unterlagen enthal-
ten klare Hinweise, die eine solche Einschätzung rechtfertigen würden. Auch aus den im Rah-
men des Beschwerdeverfahrens eingereichten medizinischen Berichten der behandelnden Ärz-
te lässt sich – soweit sie in zeitlicher Hinsicht überhaupt berücksichtigt werden können (vgl. E. 2 
hiervor) – nichts zugunsten des Beschwerdeführers ableiten. Zwar geht daraus hervor, dass der 
Beschwerdeführer unter Schmerzen leidet und sich in ärztlicher Behandlung befindet. Allerdings 
enthalten weder die Arbeitsunfähigkeitszeugnisse der behandelnden Ärztin pract. med. B.____ 
vom 30. August 2024 und 31. März 2025 noch die Berichte der C.____ vom 27. August 2024, 
des D.____ vom 14. Februar 2025 sowie des E.____ vom 14. März 2025 für den hier zu beur-
teilenden Zeitraum – soweit sich Letztere überhaupt zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdefüh-
rers äussern – Erkenntnisse, die im Rahmen der Begutachtung unberücksichtigt geblieben wä-
ren oder zu einer anderen Einschätzung Anlass geben könnten. Insbesondere werden keine 

 

 
 
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neuen medizinischen Tatsachen oder Befunde vorgelegt, die die im Gutachten getroffenen 
Feststellungen in Frage stellen oder eine weitergehende Arbeitsunfähigkeit belegen würden. 
Wenn der Beschwerdeführer argumentiert, dass kein Endzustand eingetreten sei, ist dem ent-
gegenzuhalten, dass im Bereich der Invalidenversicherung das Erreichen eines medizinischen 
Endzustandes nicht vorausgesetzt wird. Vielmehr sind der Ablauf des Wartejahres und eine 
anhaltende Invalidität von mindestens 40 % bei fehlender Eingliederungsfähigkeit für die Ent-
stehung eines Rentenanspruchs massgeblich. Da eine durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit von 
mindestens 40% ohne wesentlichen Unterbruch während eines Jahres nicht festgestellt wurde, 
ist auch dieser Einwand unbegründet. 
 
7.3.4 Weitere konkrete Einwendungen gegen das ABI-Gutachten macht der Beschwerdefüh-
rer nicht geltend. Hingegen rügt er die Vorgehensweise der Beschwerdegegnerin, insbesondere 
dass sich die angefochtene Verfügung vom 31. Mai 2024 im Rahmen der Rentenprüfung nicht 
zu den Eingliederungsmassnahmen äussere. Dabei ist festzuhalten, dass die Verfügung zwar 
keine Ausführungen zu Eingliederungsmassnahmen enthält, jedoch bereits im Vorfeld der Ren-
tenprüfung eine entsprechende Abklärung durch die IV-Stelle stattgefunden hat. Der Beschwer-
deführer gab dabei an, sich nicht in der Lage zu fühlen, an solchen Massnahmen teilzunehmen. 
Mit Schreiben vom 5. Januar 2023 wurde dem Beschwerdeführer daraufhin mitgeteilt, dass 
Eingliederungsmassnahmen nicht möglich seien und der Fall deshalb zur Rentenprüfung über-
geben werde. Vor diesem Hintergrund war es nicht erforderlich, dass die IV-Stelle in der Ren-
tenverfügung nochmals auf die Eingliederung eingeht. Es steht dem Beschwerdeführer jedoch 
nach wie vor jederzeit frei, sich erneut an die IV-Stelle zu wenden und Eingliederungsmass-
nahmen zu beantragen. 
 
7.4 Zusammenfassend ermöglicht das polydisziplinäre Gutachten der ABI vom 5. Oktober 
2023 eine zuverlässige Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers, weshalb die 
Beschwerdegegnerin bei der Beurteilung der medizinischen Sachlage darauf abstellen durfte. 
Folglich ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer für eine leichte bis mittelschwere, 
wechselbelastende Tätigkeit voll arbeitsfähig ist. Da die vorhandenen Akten eine zuverlässige 
Einschätzung des relevanten medizinischen Sachverhalts erlauben, besteht kein Anlass, dem 
Antrag des Beschwerdeführers auf weitere medizinische Abklärungen stattzugeben. 
 
8. Nachdem sich aus den Akten keine Anhaltspunkte dafür ergeben, dass das Gericht 
von Amtes wegen eine abweichende Einschätzung der Vergleichseinkommen vornehmen 
müsste, und die Berechnung auch vom Beschwerdeführer nicht beanstandet wurde, erübrigt 
sich eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem von der IV-Stelle vorgenommenen Einkom-
mensvergleich. Es ist mit der IV-Stelle davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer ein ren-
tenausschliessendes Erwerbseinkommen erzielen könnte. Wird im Einkommensvergleich das 
von der IV-Stelle ermittelte Invalideneinkommen dem Valideneinkommen gegenübergestellt, 
ergibt sich eine Erwerbseinbusse von 0 % beziehungsweise ab 1. Januar 2024 von 5 %. Die 
angefochtene Verfügung vom 31. Mai 2024, mit der ein Rentenanspruch verneint wurde, ist 
daher nicht zu beanstanden und die dagegen gerichtete Beschwerde abzuweisen. 
 

 

 
 
Seite 11    

9.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis
 
IVG ist das Beschwer-

deverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfah-
rensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge-
legt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand ent-
standen ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen 
Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrens-
kosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend 
ist der Beschwerdeführer unterliegende Partei, weshalb ihm die Verfahrenskosten aufzuerlegen 
sind. Ihm ist allerdings mit verfahrensleitender Verfügung vom 10. Juli 2024 die unentgeltliche 
Prozessführung bewilligt worden, weshalb die Verfahrenskosten vorläufig zulasten der Ge-
richtskasse gehen. 
 
9.2 Dem Prozessausgang entsprechend ist dem Beschwerdeführer keine Parteientschädi-
gung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Zufolge der mit Verfügung vom 10. Juli 2024 bewil-
ligten unentgeltlichen Verbeiständung ist dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers indes ein 
Honorar aus der Gerichtskasse auszurichten. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die An-
wältinnen und Anwälte (TO) vom 17. November 2003 beträgt das Honorar bei unentgeltlicher 
Verbeiständung Fr. 200.-- pro Stunde. Mit Verfügung vom 17. Oktober 2024 forderte das Kan-
tonsgericht den Rechtsvertreter auf, innert Frist bis 31. Oktober 2024 seine Honorarnote nach 
Zeitaufwand einzureichen. Gleichzeitig wurde er darauf hingewiesen, dass das Honorar nach 
Ermessen festgesetzt werde, falls bis zum genannten Termin keine Honorarnote eingehen soll-
te. In der Folge liess der Rechtsvertreter dem Kantonsgericht keine Kostennote zukommen, 
sodass das Honorar ankündigungsgemäss nach Ermessen festzusetzten ist. In Anbetracht der 
sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen beschliesst das Gericht, ein Honorar in Höhe 
von Fr. 1’200.-- (6 Stunden à Fr. 200.-- inkl. Auslagen und zuzüglich 8,1 % Mehrwertsteuer) aus 
der Gerichtskasse auszurichten. 
 
9.3 Der Beschwerdeführer wird jedoch ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über 
die Organisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufmerksam gemacht, wonach 
eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet 
ist, sobald sie dazu in der Lage ist. 
 
  

 

 
 
Seite 12    

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden dem Be-
schwerdeführer auferlegt. 

Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung werden die 
Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 

 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung wird dem 
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von 
Fr. 1'200.-- (inkl. Auslagen zuzüglich 8.1% Mehrwertsteuer) aus der 
Gerichtskasse ausgerichtet.