# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9dcbd8c3-1ecd-5424-bb47-d04601cd95b5
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-05-11
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Aufsichtsbehörde Schuldbetreibung und Konkurs Basel-Landschaft 11.05.2021 420 21 69
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_005_420-21-69_2021-05-11.pdf

## Full Text

Entscheid der Aufsichtsbehörde Schuldbetreibung und Konkurs  

Basel-Landschaft  

 

vom 11. Mai 2021 (420 21 69) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Schuldbetreibungs- und Konkursrecht 

 

 

Richtet sich eine Verfügung betreffend die Herausgabe von Sachen, welche von einem 

Dritten beansprucht werden (Art. 242 SchKG; Art. 45 ff. KOV) an eine am Verfahren unbe-

teiligte anstatt an die ansprechende Gesellschaft, so ist sie anfechtbar (E. 1); Dies gilt auch 

dann, wenn beide Gesellschaften – behauptetermassen – zur selben Unternehmensgruppe 

gehören (E. 2) 

 

 

Besetzung  Präsidentin Christine Baltzer-Bader,  

Richterin Barbara Jermann Richterich (Ref.), Richter Philippe Spitz;  

Aktuar i.V. Dario Glauser 

   

Parteien  A.____,  

Bahnhofstrasse 45, 8001 Zürich,  

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Alexander Glutz, Holenstein Brusa AG, 

Utoquai 29/31, 8008 Zürich,  

Beschwerdeführerin 

  gegen 

  Konkursamt Basel-Landschaft,  

Eichenweg 12, Postfach, 4410 Liestal,  

vertreten durch Advokat Dr. Lucius Huber und  

Advokat Basil Kupferschmied, LC Lenz Caemmerer,  

Elisabethenstrasse 15, Postfach 430, 4010 Basel,  

Beschwerdegegner 

   

Gegenstand  Beschwerde (Art. 17 SchKG)  

 

 

 

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A. Mit Verfügung des Konkursrichters des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft West vom 

XY. Dezember 2020 wurde über die B.____ GmbH mit Sitz in X.____, mit Wirkung ab dem 

XY. Dezember 2020, 16:00 Uhr, der Konkurs eröffnet und die Gesellschaft wurde aufgelöst. Der 

Konkurs findet im summarischen Verfahren statt. Sodann erfolgte mit Publikation im Schweizeri-

schen Handelsamtsblatt (SHAB) vom XY. Februar 2021 ein Schuldenruf. Daraufhin meldete die 

A.____, vertreten durch Rechtsanwältin Dr. Patrizia Holenstein und Rechtsanwalt Dr.  Alexander 

Glutz, mit Forderungseingabe vom 25. Februar 2021 für die in der Zeit vor Konkurseröffnung bis 

zum Datum der Konkurseröffnung am 10. Dezember 2020 entstandenen Mietzinse die folgenden 

Forderungen zur Kollokation an: 

 

 CHF 52'935.55 nebst Zins zu 5% seit dem 1. Juli 2020; 

 CHF 161'715.80 nebst Zins zu 5% seit dem 1. Juli 2020; 

 CHF 52'935.55 nebst Zins zu 5% seit dem 1. August 2020; 

 CHF 161'715.80 nebst Zins zu 5% seit dem 1. August 2020; 

 CHF 52'935.55 nebst Zins zu 5% seit dem 1. September 2020; 

 CHF 161'715.80 nebst Zins zu 5% seit dem 1. September 2020; 

 CHF 52'935.55 nebst Zins zu 5% seit dem 1. Oktober 2020; 

 CHF 161'715.80 nebst Zins zu 5% seit dem 1. Oktober 2020; 

 CHF 52'935.55 nebst Zins zu 5% seit dem 1. November 2020; 

 CHF 161'715.80 nebst Zins zu 5% seit dem 1. November 2020; 

 CHF 17'075.98 nebst Zins zu 5% seit dem 1. Dezember 2020; 

 CHF 52'166.39 nebst Zins zu 5% seit dem 1. Dezember 2020. 

 

Für die nach Konkurseröffnung entstandenen Mietzinse wurden seitens der A.____ sodann die 

folgenden Forderungen zur Kollokation angemeldet: 

 CHF 42'448'543.01, zzgl. 

 Zins zu 5% auf CHF 52'935.55 seit dem 1. Januar 2021, 

 Zins zu 5% auf CHF 161'715.80 seit dem 1. Januar 2021 

 Zins zu 5% auf CHF 52'935.55 seit dem 1. Februar 2021, 

 Zins zu 5% auf CHF 161'715.80 seit dem 1. Februar 2021 

 

Zur Begründung ihrer Forderungen gab die Gläubigerin an, die Konkursitin sei Mieterin zweier 

Liegenschaften der Gläubigerin an der Y.____strasse 8 (Lagerraum) und 21/21a (Gewerberaum) 

in X.____ und sei seit dem 1. Juli 2020 ihrer vertraglichen Pflicht zur Bezahlung des Mietzinses 

nicht nachgekommen. Überdies käme der Gläubigerin als Vermieterin von Geschäftsräumen ein 

Retentionsrecht an den beweglichen Sachen, die sich in den vermieteten Räumen befinden, im 

Umfang eines verfallenen Jahreszinses und des laufenden Halbjahreszinses zu.  

 

Zusätzlich bestünden für die angemeldeten Forderungen Sicherheiten in Form zweier Mietzinsde-

pots im Umfang von CHF 300'000.00 und CHF 900’000.00. Die Haftung dieser Mietzinsdepots 

werde für Forderungen der Gläubigerin, welche weder Masseverbindlichkeiten darstellen, noch 

vom Retentionsrecht abgedeckt sind, geltend gemacht. Dies gelte insbesondere für Mietzinsfor-

derungen, welche nach dem 30. April 2021 entstünden sowie weitere Forderungen wie Rückbau, 

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Entsorgungskosten, Ablösung von Bauhandwerkerpfandrechten etc. Schliesslich würde zusätz-

lich die B.____ US, Inc. als Solidarschuldnerin haften. 

 

B. Mit Eingabe vom 8. März 2021 an das Konkursamt machte die C.____ AB mit Sitz in 170 

09 Solna, Schweden, vertreten durch Advokat Dr. Lukas Bopp, Dritteigentum an dem Wirkstoff 

W.____: Batches Nr. SI19070001, Nr. SI19080002 und Nr. SI19080003 (nachfolgend: W.____) 

geltend, welche sich in den gemieteten Räumlichkeiten der Konkursitin befanden. Zudem reichte 

sie entsprechende Belege für das von ihr beanspruchte Eigentum ein.  

 

C. Mit Schreiben vom 12. März 2021 bewilligte das Konkursamt die vorzeitige Freigabe des 

W.____ an die C.____ Pharma GmbH & Co. KG mit Sitz in 61352 Bad Homburg v. d. Höhe, 

Deutschland, und stellte dieser die Vereinbarung zur vorzeitigen Freigabe zur Gegenzeichnung 

zu. 

 

D. Mit Eingabe vom 22. März 2021 erhob die A.____ (nachfolgend: Beschwerdeführerin), 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Alexander Glutz, Beschwerde bei der Aufsichtsbehörde über 

Schuldbetreibung und Konkurs des Kantons Basel-Landschaft (nachfolgend: Aufsichtsbehörde) 

und begehrte die Aufhebung der Verfügungen (recte: Verfügung)  des Konkursamtes vom 

12. März 2021 über die vorzeitige Herausgabe von W.____: Batches Nr. SI19070001, 

Nr. SI19080002 und Nr. SI190003 (recte: SI19080003) an die C.____ Pharma GmbH & Co. KG, 

Bad Homburg v. d. Höhe, Deutschland. Überdies beantragte sie die Erteilung der aufschiebenden 

Wirkung der Beschwerde (vor Einholung der Vernehmlassung der Beschwerdegegnerin) und die 

Anweisung an das Konkursamt, bis zum rechtskräftigen Abschluss des Beschwerdeverfahrens 

die streitbetroffenen Gegenstände nicht an die C.____ Pharma GmbH & Co. KG herauszugeben. 

 

Zur Begründung bringt die Beschwerdeführerin im Wesentlichen vor, dass sich auf den Unterla-

gen, welche die Drittansprecherin dem Konkursamt als Belege ihres behaupteten Eigentums ein-

gereicht habe, nirgends die Firma der C.____ Pharma GmbH & Co. KG genannt sei. Ebenso 

könnten den Unterlagen keine Nachweise des angeblichen Eigentums derselben entnommen 

werden. Die vorzeitige Freigabe des W.____ verletze zudem Art. 260 des Bundesgesetzes über 

Schuldbetreibung und Konkurs (SchKG, SR 281.1) sowie Art. 49 der Verordnung über die Ge-

schäftsführung der Konkursämter (KOV, SR 281.32), da vorgängig nicht per Zirkular ein Ent-

scheid über die Anerkennung des Drittanspruchs eingeholt und anschliessend den Gläubigern 

eine Frist zur Stellung von Abtretungsbegehren angesetzt worden sei. Zudem verletze die vor-

zeitige Freigabe Art. 53 KOV, da der Beschwerdeführerin als Vermieterin der Geschäftsräume 

ein Retentionsrecht an den streitbetroffenen Gegenständen zukomme. Diesfalls dürften gemäss 

klarer Rechtsprechung die von der Drittansprecherin zu Eigentum herausverlangten Sachen erst 

nach einem Entscheid eines ausserhalb des Konkurses zu führenden Zivilprozesses zwischen 

der Drittansprecherin und der Beschwerdeführerin als Retentionsgläubigerin herausgegeben 

werden, da die Beschwerdeführerin andernfalls ihres Retentionsrechts verlustig ginge.  

 

Schliesslich finde Art. 51 KOV, welcher als Ausnahme der Art. 47 – 50 KOV fungiere, vorliegend 

keine Anwendung. Dieser könne nur dann zur Anwendung gelangen, wenn k lare Verhältnisse 

bezüglich des Eigentums des Drittansprechers vorliegen, die sofortige Herausgabe im offenbaren 

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Interesse der Konkursmasse liege oder wenn vom Drittansprecher eine angemessene Kaution 

geleistet werde. Vorliegend liege jedoch keiner der drei Ausnahmetatbestände vor, weshalb eine 

vorzeitige Herausgabe der Sache nicht durch Art. 51 KOV gerechtfertigt werden könne. Insbe-

sondere liege kein offenbares Interesse der Konkursmasse an der vorzeitigen Herausgabe vor, 

da dafür ein geldwerter Vorteil vorliegen müsste, was beispielsweise bei hohen Aufbewahrungs-

kosten der Fall sein könne. Im vorliegenden Fall seien jedoch nur wenige Paletten zur Lagerung 

notwendig, woraus keine hohen Aufbewahrungskosten resultierten. Zudem könne keineswegs 

von liquiden Verhältnissen die Rede sein, da die Drittansprecherin kein Dokument vorgelegt 

habe, welches ihr Eigentum nachweise würde. 

 

E. Mit Verfügung der Aufsichtsbehörde vom 23. März 2021 wurde die Beschwerde vom 

22. März 2021 dem Konkursamt und der C.____ Pharma GmbH & Co. KG zur Stellungnahme 

innert 10 Tagen zur Kenntnis gebracht. Gleichzeitig wurde der Beschwerde die aufschiebende 

Wirkung erteilt. 

 

F. Mit Eingabe vom 6. April 2021 reichte das Konkursamt, vertreten durch die Advokaten 

Dr. Lucius Huber und Basil Kupferschmied, seine Stellungnahme zur Beschwerde vom 22. März 

2021 ein. Darin beantragt es die Abweisung der Beschwerde unter o/e-Kostenfolge zulasten der 

Beschwerdeführerin. 

 

Zur Begründung führt das Konkursamt zusammengefasst an, dass sowohl die Drittansprecherin 

C.____ AB mit Sitz in Schweden als auch die C.____ Pharma GmbH und Co. KG mit Sitz in 

Deutschland Gruppengesellschaften der D.____-Gruppe seien. Die D.____ Inc. sei eine US-

amerikanische Gesellschaft mit Sitz in Canonsburg, Pennsylvania. Für den Entscheid über das 

Dritteigentum seien demnach die Eigentumsverhältnisse innerhalb der D.____-Gruppe nicht re-

levant, zumal das „Eigentum“ der D.____-Gruppe nicht bestritten werde. Somit sei die Behaup-

tung der Beschwerdeführerin, wonach kein einziges Dokument das Eigentum der Drittanspreche-

rin beweisen würde, unzutreffend. Die Beschwerdeführerin habe in ihrer Beschwerde vom 

22. März 2021 keinerlei Beweismittel eingereicht, aus welchem hervorginge, dass ihr ein besse-

res Recht an den streitbetroffenen Gegenständen zukommen würde. Vielmehr ginge es ihr ledig-

lich um die Verteilung der Parteirollen im Hinblick auf einen allfälligen Rechtsstreit zwischen der 

Drittansprecherin als mutmassliche Eigentümerin und der Beschwerdeführerin als Pfandgläubi-

gerin. 

 

Entgegen der Aussagen der Beschwerdeführerin sei vorliegend Art. 51 KOV einschlägig, da die 

Drittansprecherin ihr Eigentum mit den als Beschwerdebeilagen 8a bis 8c eingereichten Bestell-

/Lieferscheinen rechtsgenüglich bewiesen habe. Es lägen damit liquide Verhältnisse i.S.v. Art. 51 

KOV vor. Zusätzlich liege die Herausgabe des W.____ im offenbaren Interesse der Konkurs-

masse, habe doch die Beschwerdeführerin für die Zeit nach Konkurseröffnung monatliche Miet-

zinse in Höhe von CHF 214'651.35 geltend gemacht, welche sie als Massaschulden betrachte. 

Solch hohe Massaschulden würden den Konkurserlös erheblich schmälern, weshalb die vorzei-

tige Herausgabe von Dritteigentum angezeigt sei, um die Mieträumlichkeiten schnellstmöglich 

räumen und anschliessend zurückgeben zu können. Damit liesse sich eine Akkumulation von 

Massaschulden verhindern, was offenkundig im Interesse der Masse liege. 

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Für den Fall, dass der Ausnahmetatbestand von Art. 51 KOV vorliegend wider Erwarten nicht zur 

Anwendung gelangen sollte, seien die Gläubiger gemäss Art. 49 KOV nur in „wichtigeren Fällen“ 

vorgängig per Zirkular anzuhören, ob ein Drittanspruch anerkannt werden solle. Als wichtigere 

Fälle würden jene gelten, deren Verwertungserlös für die Gläubigermehrheit von hohem Wert sei. 

Die Beschwerdeführerin habe vorliegend ein Retentionsrecht im Umfang von rund CHF 3,85 Mio. 

geltend gemacht und das W.____ weise demgegenüber einen Wert von rund EUR 1,6 Mio. auf. 

Ein allfälliger Verwertungserlös würde – nach Abzug gewisser Kosten – wohl überwiegend an die 

retentionsgesicherte Forderung der Beschwerdeführerin angerechnet, womit die Mehrheit der 

Gläubiger leer ausgehen würde. Demzufolge liege für die Gläubiger kein „wichtigerer Fall“ i.S.v. 

Art. 49 KOV vor. 

 

G. Ebenfalls mit Eingabe vom 6. April 2021 liess sich die C.____ Pharma GmbH & Co. KG, 

vertreten durch Advokat Dr. Lukas Bopp und Rechtsanwalt Dr. Oliver M. Brupbacher, vernehmen. 

Sie beantragte, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten bzw. das Verfahren sei als gegenstands-

los abzuschreiben; eventualiter sei die C.____ AB zur Stellungnahme einzuladen. 

 

Als Begründung wird vorgebracht, dass die C.____ Pharma GmbH & Co. KG keinen Eigentums-

anspruch am streitbetroffenen W.____ geltend mache. Die Eigentumsansprache sei vielmehr von 

der C.____ AB mit Sitz in 170 09 Solna, Schweden, erfolgt. Die Verfügung des Konkursamtes 

vom 12. März 2021 richte sich somit an die falsche Partei, was die Nichtigkeit der Verfügung zur 

Folge habe. Eine Aufhebung sei weder möglich noch erforderlich, da die Verfügung von Anfang 

an keine Wirkungen entfalten konnte. Das Verfahren sei damit gegenstandslos. 

 

H. Mit Verfügung der Aufsichtsbehörde vom 7. April 2021 wurden die beiden Stellungnahmen 

vom 6. April 2021 gegenseitig zur Kenntnisnahme zugestellt. Der Schriftenwechsel wurde sodann 

geschlossen und die Akten bei der Aufsichtsbehörde in Zirkulation gesetzt.  

 

Erwägungen 

 

1. Mit Ausnahme der Fälle, in denen das Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs 

(SchKG) den Weg der gerichtlichen Klage vorschreibt, kann gemäss Art.  17 Abs. 1 SchKG gegen 

jede Verfügung eines Betreibungs- oder eines Konkursamtes bei der Aufsichtsbehörde über 

Schuldbetreibung und Konkurs wegen Gesetzesverletzung oder Unangemessenheit Beschwerde 

geführt werden. Die sachliche Zuständigkeit der Dreierkammer der Abteilung Ziv ilrecht des Kan-

tonsgerichts Basel-Landschaft zur Behandlung der Angelegenheit als Aufsichtsbehörde ergibt 

sich aus § 6 Abs. 3 lit. a des Einführungsgesetzes zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und 

Konkurs (EG SchKG, SGS 233). Als Anfechtungsobjekt einer betreibungsrechtlichen Be-

schwerde gemäss Art. 17 Abs. 1 SchKG kommen grundsätzlich alle Verfügungen in Frage, wel-

che Betreibungshandlungen darstellen. Die Beschwerde muss binnen zehn Tagen seit dem 

Tage, an welchem der Beschwerdeführer von der Verfügung Kenntnis erhalten hat, erhoben wer-

den (Art. 17 Abs. 2 SchKG). Die Nichtigkeit einer Betreibungshandlung kann und muss von Amtes 

wegen jederzeit festgestellt werden, weshalb entsprechende Rügen auch nach Ablauf der zehn-

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tätigen Beschwerdefrist vorgebracht werden können. Das betreibungsrechtliche Beschwerdever-

fahren vor der Aufsichtsbehörde richtet sich gemäss § 11 Abs. 1 EG SchKG nach dem Verwal-

tungsverfahrensgesetz Basel-Landschaft (VwVG, SGS 175), soweit das Bundesrecht keine Re-

gelung vorsieht. § 15 Abs. 1 VwVG verlangt, dass die Eingaben der Parteien ein klar umschrie-

benes Begehren, die Angabe der Tatsachen und Beweismittel, eine Begründung sowie die Un-

terschrift der Parteien oder ihres Vertreters enthalten müssen. Der Beschwerdeantrag muss ent-

weder auf Aufhebung bzw. Änderung der angefochtenen Verfügung oder auf Vornahme einer 

betreibungsrechtlichen Massnahme gerichtet sein (Art. 21 SchKG). Obwohl das vorliegend an-

gefochtene Schreiben des Konkursamtes vom 12. März 2021 über die vorzeitige Freigabe weder 

als Verfügung bezeichnet ist noch eine Rechtsmittelbelehrung enthält, ist ihm dennoch Verfü-

gungsqualität zu attestieren. Art. 242 Abs. 1 SchKG sieht denn auch explizit vor, dass die Kon-

kursverwaltung eine Verfügung über die Herausgabe von Sachen, welche von einem Dritten be-

ansprucht werden, zu treffen hat (zum Ganzen siehe auch OGer BE ABS 19 223 vom 3. Februar 

2020 E. 7.2). Dass sich das Konkursamt vorliegend mit einem informellen Schreiben begnügt hat, 

darf der Beschwerdeführerin nicht zum Nachteil gereichen, hat ihr doch mit der angekündigten 

Herausgabe des W.____ ein erheblicher Nachteil gedroht. Insofern stellt das Schreiben des Kon-

kursamtes vom 12. März 2021 eine Verfügung i.S.v. Art. 17 Abs. 1 SchKG und damit ein be-

schwerdefähiges Anfechtungsobjekt dar. Die Verfügung wurde der Beschwerdeführerin gleichen-

tags per E-Mail eröffnet, womit die mit Eingabe vom 22. März 2021 dagegen erhobene Be-

schwerde rechtzeitig erfolgt ist. Die Beschwerdeführerin macht eine Gesetzesverletzung, na-

mentlich von Art. 260 SchKG sowie der Art. 49, 53 und 51 KOV, geltend, was im Beschwerde-

verfahren nach Art. 17 Abs. 1 SchKG eine zulässige Rüge darstellt. Schliesslich ist festzuhalten, 

dass vorliegend – entgegen der Ansicht der C.____ Pharma GmbH & Co. KG – nicht von der 

Nichtigkeit der Verfügung des Konkursamtes vom 12. März 2021 auszugehen ist. Zwar ist es 

zutreffend, dass sich die vorgenannte Verfügung – obwohl im vorliegenden Fall die C.____ AB 

Drittansprecherin ist – an die C.____ Pharma GmbH & Co. KG richtet, allerdings wiegt dieser 

Mangel nicht derart schwer, dass er die Nichtigkeit der Verfügung zur Folge hätte, zumal die 

Nichtigkeit einer Verfügung nur ausnahmsweise zu bejahen ist, wenn nach den Umständen das 

System der Anfechtbarkeit nicht den notwendigen Schutz verleiht (BSK-

SchKG I-COMETTA/MÖCKLI, Basel 2010, Art. 22 SchKG N 9). Nach dem Gesagten ist das Verfah-

ren – entgegen dem Antrag der C.____ GmbH & Co. KG – auch nicht als gegenstandslos abzu-

schreiben, weist doch die Beschwerdeführerin ein Rechtsschutzinteresse zur Anfechtung der 

Verfügung vom 12. März 2021 auf, da sich die Verfügung offensichtlich an die falsche Gesell-

schaft richtet (siehe E. 2) und die Beschwerdeführerin ein Retentionsrecht bezüglich des W.____ 

geltend gemacht hat. Die übrigen formellen Voraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen 

Anlass, womit auf die Beschwerde einzutreten ist. 

 

2. Die vorliegend angefochtene Verfügung des Konkursamtes vom 12. März 2021 betreffend 

die vorzeitige Freigabe des W.____ richtet sich explizit an die C.____ Pharma GmbH & Co. KG, 

obschon der Eigentumsanspruch vom 8. März 2021 von der C.____ AB geltend gemacht worden 

ist. Demgemäss hat das Konkursamt die Herausgabe des W.____ einer unbeteiligten Gesell-

schaft in Aussicht gestellt, womit die Verfügung vom 12. März 2021 offenkundig fehlerhaft ist. 

Das diesbezüglich vom Konkursamt vorgebrachte Argument, wonach es unerheblich sei, dass 

sich die Verfügung vom 12. März 2021 an die C.____ GmbH & Co. KG anstatt an die C.____ AB 

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richtet, zumal beide Gesellschaften zur D.____-Gruppe gehören würden und das „Eigentum“ der-

selben unbestritten sei, ist nicht zu hören. Zum einen bringt das Konkursamt keinerlei Belege für 

seine Behauptung, wonach sowohl die C.____ AB als auch die C.____ Pharma GmbH & Co. KG 

effektiv Gruppengesellschaften der D.____ Inc. seien. Zum anderen verkennt diese Argumenta-

tion das im schweizerischen Recht geltende Trennungsprinzip, nach welchem juristische Perso-

nen rechtlich eigenständige Rechtssubjekte darstellen (BGE 138 II 57 E. 4.1; PETER V. KUNZ, 

Grundlagen zum Konzernrecht der Schweiz, Bern 2016, S. 97 Rz. 240). Inwiefern Art. 242 SchKG 

oder Art. 51 KOV eine Abweichung von diesem Grundsatz (namentlich eine wirtschaftliche Be-

trachtungsweise) verlangen würden, ist nicht ersichtlich. Dass der D.____-Gruppe eine eigene 

Rechtspersönlichkeit zukommt, hat das Konkursamt ebenso wenig dargelegt. Die Beschwerde 

ist folglich gutzuheissen und die Verfügung des Konkursamtes vom 12. März 2021 aufzuheben. 

 

3. Ob vorliegend die Voraussetzungen für eine Herausgabe des W.____ an die C.____ AB 

gemäss Art. 47 ff. KOV erfüllt wären, resp. ob die von ihr eingereichten Belege zum Nachweis 

ihres Eigentums ausreichen, kann aufgrund dieses Verfahrensausgangs offenbleiben.  

 

4. Das Beschwerdeverfahren vor der Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs 

ist grundsätzlich kostenlos (Art. 20a Abs. 2 Ziff. 5 SchKG) und es darf keine Parteientschädigung 

zugesprochen werden (Art. 62 Abs. 2 GebV SchKG). 
 
 
 

Demnach wird erkannt: 

://: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die Verfügung des  

Konkursamtes Basel-Landschaft vom 12. März 2021 wird aufgehoben. 

 
 2. Es werden keine Kosten erhoben. 

Jede Partei trägt ihre eigenen Parteikosten selbst. 

 

Präsidentin 

 

 

Christine Baltzer-Bader 

Aktuar i.V. 

 

 

Dario Glauser 

 

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