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**Case Identifier:** 811d2a39-fc39-511e-b3f3-29f655790dd9
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-06-05
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 05.06.2018 UV 2017/45
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2017-45_2018-06-05.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2017/45

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 05.06.2018

Entscheiddatum: 05.06.2018

Entscheid Versicherungsgericht, 05.06.2018
Art. 4 ATSG: Verneinung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors bzw. eines 
ausserordentlichen Kraftaufwands in Bezug auf das Verschieben einer ca. 
800 kg schweren Last mit einem Palettrolli.Art. 9 Abs. 2 lit. f UVV: Verneinung 
eines rechtsgenüglichen Nachweises einer Listenverletzung (Sehnenriss) im 
Sinne der höchstrichterlichen Rechtsprechung (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 5. Juni 2018, UV 2017/45).

Entscheid vom 5. Juni 2018

 

Besetzung                                                                      

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichter 

Joachim Huber und Versicherungsrichterin Miriam Lendfers; Gerichtsschreiber Markus 

Lorenzi          

Geschäftsnr.                                                                                                                  

UV 2017/45         

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

gegen

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Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand                                                                   

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.   

A.a  Der 19__ geborene A.___ (nachfolgend: Versicherter) war bei der von ihm mit 

Einzelzeichnungsberechtigung (siehe Publikation auf Shabex, abgerufen am 22. Mai 

2018) geführten B.___ GmbH, im Strassentransport tätig und dadurch bei der 

Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: Suva) gegen die Folgen von 

Unfällen versichert, als er gemäss Schadenmeldung UVG vom 20. November 2016 am 

27. Oktober 2016 einen mit 800 kg beladenen Palettrolli eine leicht ansteigende Rampe 

hochschob und dabei in der linken Ferse einen extremen Schmerz spürte, der ihn zum 

sofortigen Anhalten zwang. Auf dem Formular waren sodann die Erstbehandlung durch 

Dr. med. C.___, FMH Innere Medizin, und eine Arbeitsunfähigkeit ab 18. November 

2016 vermerkt (Suva-act. I/1). Die Suva sagte dem Versicherten mit Schreiben vom 23. 

November 2016 die Erbringung von Taggeldleistungen sowie die Vergütung der 

Heilbehandlungskosten zu (Suva-act. I/7). Aufgrund bekannt gewordener neuer 

Tatsachen kündigte ihm die Suva mit Schreiben vom 12. Dezember 2016 die 

Überprüfung ihrer Leistungspflicht an und erklärte den Widerruf ihrer Taggeld- und 

Kostengutsprache vom 23. November 2016 (Suva-act. I/9).

A.b  Mit Schreiben vom 13. Dezember 2016 ersuchte die Suva den Versicherten um 

Beantwortung eines Fragebogens (Suva-act. I/10) und Dr. C.___ um Zustellung des 

Arztzeugnisses UVG (Suva-act. I/11). Der ausgefüllte Fragebogen ging am 23. 

Dezember 2016 bei der Suva ein (Suva-act. I/14). Gemäss Arztzeugnis UVG von Dr. 

C.___ vom 1. Januar 2017 hatte am 18. November 2016 eine Erstbehandlung 

stattgefunden. Danach hatte er den Versicherten für eine MRT-Untersuchung des 

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linken Rückfusses/der linken Achillessehne der Radiologie Nordost, Diagnosezentrum 

Gossau, zugewiesen (Suva-act. I/2), gestützt auf deren Untersuchungsergebnis vom 

21. November 2016 (Suva-act. I/12) eine inkomplette Ruptur der linken Achillessehne 

diagnostiziert, ab 18. November 2016 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert und 

die Ruhigstellung in einem Künzli-Schuh für 6 Wochen verordnet (Suva-act. I/8, I/17).

A.c  Am 9. Januar 2017 legte die Suva den Schadenfall ihrem Kreisarzt Dr. med. D.___, 

Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, 

mit der Frage vor, ob der MRT-Befund vom 21. November 2016 einer unfallähnlichen 

Körperschädigung entspreche. Dr. D.___ verneinte dies am 10. Januar 2017 und 

erklärte zudem, dass auch kein Rückfall zu einem Ereignis aus dem Jahr 2006 gegeben 

sei (Suva-act. I/19; vgl. zum Ereignis vom 30. Juli 2006 act. II/1-12).

A.d  Mit Verfügung vom 11. Januar 2017 eröffnete die Suva dem Versicherten, dass die 

Fuss- und Achillessehnenbeschwerden aufgrund des geschilderten Sachverhalts und 

der medizinischen Unterlagen weder auf einen Unfall noch auf eine unfallähnliche 

Körperschädigung zurückgeführt werden könnten (Suva-act. I/20).

B.         

B.a  Anlässlich einer Vorsprache des Versicherten erläuterte die Suva diesem am 18. 

Januar 2017 ihren Standpunkt nochmals mündlich (Suva-act. I/23). Dennoch erhob 

dieser gegen die Verfügung vom 11. Januar 2017 im Anschluss daran direkt 

Einsprache (Suva-act. I/22).

B.b  Am 19. Januar 2017 verfasste Dr. D.___ auf Ersuchen der Suva eine ärztliche 

Beurteilung (Suva-act. I/25 f.).

B.c  Am 23. Januar 2017 erhob der Versicherte auch schriftlich Einsprache (Suva-act. I/

27).

B.d  Mit Einspracheentscheid vom 28. April 2017 wies die Suva die Einsprache ab 

(Suva-act. I/33).

C.  

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C.a Gegen den Einspracheentscheid erhob der Versicherte (nachfolgend: 

Beschwerdeführer) per E-Mail vom 31. Mai 2017 bei der Suva (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin) Einsprache mit dem sinngemässen Antrag, der angefochtene 

Einspracheentscheid sei aufzuheben und es sei die Leistungspflicht der 

Unfallversicherung für das Ereignis vom 27. Oktober 2016 zu bejahen (act. G 1). Die 

Eingabe wurde als Beschwerde zuständigkeitshalber dem Versicherungsgericht des 

Kantons St. Gallen überwiesen (act. G 0).

C.b Mit Schreiben vom 13. Juni 2017 forderte das Versicherungsgericht den 

Beschwerdeführer auf, die Beschwerde innert einer Frist von 7 Tagen mit seiner 

Originalunterschrift zu versehen (act. G 2). Am 19. Juni 2017 übergab der 

Beschwerdeführer der Schweizerischen Post die eigenhändig unterzeichnete 

Beschwerde (act. G 1).

C.c Mit Beschwerdeantwort vom 6. Juli 2017 beantragte die Beschwerdegegnerin, auf 

die Beschwerde vom 31. Mai 2017 sei wegen nicht fristwahrender Einreichung nicht 

einzutreten. Eventuell sei die Beschwerde vom 31. Mai 2017 abzuweisen und der 

Einspracheentscheid zu bestätigen (act. G 4).

C.d Mit Schreiben vom 25. Juli 2017 teilte das Versicherungsgericht des Kantons St. 

Gallen dem Beschwerdeführer die Fortsetzung des Beschwerdeverfahrens mit und 

räumte ihm eine Frist zur Einreichung einer Stellungnahme zur Beschwerdeantwort der 

Beschwerdegegnerin ein (act. G 5). Der Beschwerdeführer verzichtete auf die 

Einreichung einer Replik, worauf das Versicherungsgericht den Schriftenwechsel mit 

Schreiben vom 6. September 2017 abschloss (act. G 6).

Erwägungen

1.   

In formeller Hinsicht ist die Rechtzeitigkeit der gegen den Einspracheentscheid vom 28. 

April 2017 gerichteten, zunächst nur per E-Mail erhobene und ohne Originalunterschrift 

des Beschwerdeführers versehene, Beschwerde zu prüfen.

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1.1  Gemäss Art. 56 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) ist eine Beschwerde innerhalb von 30 

Tagen nach der Eröffnung des Einspracheentscheids einzureichen. Das Verfahren vor 

dem kantonalen Versicherungsgericht bestimmt sich unter - dem vorliegend nicht 

relevanten - Vorbehalt von Art. 1 Abs. 3 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. 

Dezember 1968 (VwVG; SR 172.021) nach kantonalem Recht (Art. 61 ATSG). Gemäss 

Art. 30 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRP; sGS 951.1) in 

Verbindung mit Art. 143 Abs. 1 der Zivilprozessordnung (ZPO; SR 272) müssen 

Eingaben spätestens am letzten Tag der Frist beim Gericht eingereicht oder zu dessen 

Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder 

konsularischen Vertretung übergeben werden. Der Einspracheentscheid vom 28. April 

2017 wurde dem Beschwerdeführer am 3. Mai 2017 zugestellt (act. G 1.2). Die 30-

tägige Frist begann somit am 4. Mai 2017 zu laufen und endete am 2. Juni 2017. Die 

am 31. Mai 2017 zuerst bei der Beschwerdegegnerin eingereichte und von dieser 

sodann dem zuständigen Versicherungsgericht übermittelte Eingabe hat somit als 

rechtzeitig erhoben zu gelten (vgl. dazu auch Art. 60 Abs. 2 ATSG in Verbindung mit 

Art. 39 Abs. 2 ATSG, Art. 58 Abs. 3 ATSG; UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. 

Zürich/Basel/Genf 2015, Art. 39 N 15 ff., Art. 58 N 40). Auf das Rechtsmittel kann 

eingetreten werden.

1.2 

Die bundesgerichtliche Rechtsprechung in BGE 142 V 152 rechtfertigt - entgegen der 

Auffassung der Beschwerdegegnerin - im konkreten Fall kein Nichteintreten mangels 

fristwahrender Beschwerdeerhebung.

1.2.1      Laut Bundesrecht hat das kantonale Recht für das Beschwerdeverfahren vor 

dem kantonalen Versicherungsgericht unter anderem folgender Anforderung zu 

genügen: Die Beschwerde muss eine gedrängte Darstellung des Sachverhalts, ein 

Rechtsbegehren und eine kurze Begründung enthalten. Genügt sie diesen 

Anforderungen nicht, so setzt das Versicherungsgericht der Beschwerde führenden 

Person eine angemessene Frist zur Verbesserung und verbindet damit die Androhung, 

dass sonst auf die Beschwerde nicht eingetreten werde (Art. 61 lit. b ATSG). Die 

eigenhändige Unterzeichnung der Beschwerde stellt zwar keine in Art. 61 lit. b ATSG 

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ausdrücklich genannte Eintretensvoraussetzung dar. Sie kann indessen als Ausdruck 

des Beschwerdewillens angesehen werden, und es bleibt dem kantonalen Recht bzw. 

der kantonale Praxis überlassen, das Unterzeichnen der Beschwerde als 

Eintretensvoraussetzung zu bezeichnen (vgl. BGE 120 V 417 f. E. 5; KIESER, a.a.O., 

Art. 61 N 80). Das st. gallische Verfahrensrecht nennt das Unterzeichnen der 

Beschwerde als Eintretensvoraussetzung und sieht im Falle einer fehlenden 

Unterschrift eine Nachfristansetzung zur Verbesserung bzw. Ergänzung vor (Art. 48 

VRP). Diese Verbesserungsmöglichkeit ist auch nach Ablauf der Rechtsmittelfrist 

einzuräumen (vgl. BGE 120 V 419 E. 6; KIESER, a.a.O., Art. 61 N 88). Der 

Beschwerdeführer hat den Mangel am 19. Juni 2017 innerhalb der ihm vom 

Versicherungsgericht angesetzten 7-tägigen Nachfrist behoben und die Beschwerde 

unterzeichnet der Post übergeben.

1.2.2      Fest steht, dass ein per E-Mail eingereichtes Rechtsmittel wegen Fehlens einer 

eigenhändigen Unterschrift den Formerfordernissen von Art. 48 VRP nicht genügt. In 

BGE 142 V 152 geht das Bundesgericht davon aus, dass trotz der gesetzlichen 

Verbesserungsmöglichkeit (Nachfrist), welche für versehentlich unvollständige 

Eingaben vorgesehen sei, wegen Verspätung auf das Rechtsmittel dann nicht 

einzutreten sei, wenn eine E-Mail zwar innert der Rechtsmittelfrist bei der 

Beschwerdeinstanz eingehe, die Nachreichung des Originals indessen nach Fristende 

erfolge. Eine Heilung durch Nachreichen einer Rechtsschrift mit Originalunterschrift 

nach Ablauf der Beschwerdefrist sei abzulehnen. Ein Anspruch auf eine Nachfrist 

bestehe nur bei unfreiwilligen Unterlassungen bzw. versehentlich unvollständigen 

Eingaben, weil sonst eine andere Regelwidrigkeit in Form der Nichtbeachtung der Frist 

zugelassen würde. Die zuständige Behörde müsse die das Rechtsmittel erhebende 

Partei gegebenenfalls auf die Möglichkeit einer Verbes¬serung des Formfehlers 

aufmerksam machen. Reiche eine Partei eine Rechtsschrift allerdings mit E-Mail ein, 

wisse sie von vornherein bzw. müsse sie schon von vornherein wissen, dass damit 

gegen das Unterschriftserfordernis verstossen werde. Bei der Übermittlung einer 

Eingabe mittels E-Mail gehe eine Unterschrift regelmässig nicht vergessen, sondern sie 

fehle der Natur der Sache nach von vornherein. Möglich bleibe mithin eine 

Verbesserung des Formfehlers durch Nachreichung einer Beschwerde in Papierform 

mit Originalunterschrift nur innerhalb der Rechtsmittelfrist.

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1.2.3      Im Einspracheentscheid vom 28. April 2017 (act. G 1.1) wurde der 

Beschwerdeführer zwar in der Rechtsmittelbelehrung darauf hingewiesen, dass eine 

Beschwerde schriftlich einzureichen sei. Von den in Art. 48 VRP ausdrücklich 

aufgeführten Elementen, welche eine Rechtsschrift enthalten muss, wird in der 

Rechtsmittelbelehrung jedoch nur eine knappe Darstellung des Sachverhalts, ein 

Rechtsbegehren und eine kurze Begründung erwähnt. Von einer Unterschrift ist nicht 

explizit die Rede. Insofern stellt sich die Frage, inwiefern dem Beschwerdeführer als 

Laien überhaupt ein bewusstes Fehlverhalten bzw. eine freiwillige Unterlassung 

angelastet werden kann, wenn er eine Beschwerde per E-Mail als schriftliche 

Beschwerde betrachtet. Dies zumal festzuhalten ist, dass das E-Mail vom 31. Mai 2017 

(act. G 1) ausführlich und sorgfältig formuliert ist, den Beschwerdewillen des 

Beschwerdeführers klar erkennen lässt sowie einen sinngemässen Antrag auf die 

Erbringung von Leistungen aus der Unfallversicherung im Zusammenhang mit einer 

Achillessehnenproblematik links und eine Begründung enthält.

1.2.4      Bei der vorliegenden Konstellation käme das Bestehen auf einer strikten 

Einhaltung der gesetzlichen Formvorschriften sowie die Anwendung der in Erwägung 

1.2.2 dargelegten bundesgerichtlichen Praxis insbesondere auch deshalb einem 

überspitzten Formalismus gleich, weil die ordentliche Rechtsmittelfrist im Zeitpunkt des 

Eingangs des E-Mail bei der Beschwerdegegnerin noch nicht abgelaufen war. Hätte 

der Beschwerdeführer direkt beim zuständigen Versicherungsgericht Beschwerde 

erhoben, wäre er praxisgemäss unverzüglich aufgefordert worden, den Formfehler zu 

verbessern. Er hätte ihn damit vor Ablauf der Beschwerdefrist verbessern können. Der 

Beschwerdeführer reichte jedoch die Beschwerde zunächst bei der 

Beschwerdegegnerin ein, welche die Beschwerde zuständigkeitshalber dem 

Versicherungsgericht überwies. Die Beschwerdegegnerin war zwar nicht verpflichtet, 

den Beschwerdeführer auf seinen Formfehler aufmerksam zu machen. Angesichts der 

gesetzlichen Regelung von Art. 58 Abs. 3 ATSG ist indessen nicht einzusehen, weshalb 

dem Beschwerdeführer aus der Beschwerdeeinreichung an die unzuständige Behörde 

ein Nachteil erwachsen sollte.

1.3  Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es gestützt auf vorerwähnte 

Ausführungen einem überspitzten Formalismus gleichkäme, auf die Beschwerde nicht 

einzutreten.

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2.   

Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die 

Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung 

(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur 

Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die 

sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem 

Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden 

daher, nachdem ein Ereignis aus dem Jahr 2016 zur Debatte steht, die bis 31. 

Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung.

3.   

Anfechtungsgegenstand der vorliegenden Beschwerde bildet der Einspracheentscheid 

vom 28. April 2017 (Suva-act. I/33). Diesem liegt die Verfügung vom 11. Januar 2017 

(Suva-act. I/20) zugrunde. Im Rahmen dieser Verfügung prüfte die 

Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht bezüglich des ihr am 20. November 2016 

gemeldeten Ereignisses vom 27. Oktober 2016, bei dem der Beschwerdeführer einen 

offenbar mit 800 kg beladenen Palettrolli geschoben hat. Dabei erlitt er eine 

Schmerzattacke am linken Fuss, musste sich behandeln lassen und war in der Folge 

arbeitsunfähig. Die Beschwerdegegnerin lehnte eine Leistungspflicht für dieses Ereignis 

ab. Nicht Gegenstand der Verfügung bildete ein Anspruch des Beschwerdeführers auf 

Versicherungsleistungen aus einem früheren Ereignis (beim Volleyballspielen vom 30. 

Juli 2006; vgl. dazu Suva-act. II/1-12). Insoweit also mit der jetzigen, im 

Zusammenhang mit den Fuss-/Achillessehnenbeschwerden links erhobenen 

Beschwerde ein Anspruch auf Versicherungsleistungen aus dem Ereignis vom 30. Juli 

2006 geltend gemacht werden sollte, könnte auf ein solches Begehren nicht 

eingetreten werden .

4.   

4.1  Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG werden Leistungen der Unfallversicherung bei 

Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz 

nichts anderes bestimmt. Als Unfall gilt gemäss Art. 4 ATSG die plötzliche, nicht 

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beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den 

menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen 

Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Dabei bezieht sich das Begriffsmerkmal der 

Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern auf den Faktor 

selbst. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere 

Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich zog (BGE 112 V 202 f. 

E. 1). Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jeweiligen 

Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ob dies zutrifft, beurteilt sich 

im Einzelfall, wobei grundsätzlich nur die objektiven Umstände in Betracht fallen (RKUV 

2000 Nr. U 368 S. 99 E. 2b mit Hinweisen, 1991 Nr. K 855 S. 19 E. 3a; BGE 122 V 233 

E. 1, 121 V 38 E. 1a, je mit Hinweisen). Das für den Unfallbegriff wesentliche Merkmal 

des ungewöhnlichen äusseren Faktors kann nach Lehre und Rechtsprechung in einer 

unkoordinierten Bewegung bestehen (RKUV 1999 Nr. U 333 S. 199 E. 3c/aa und Nr. U 

345 S. 422 E. 2b; ALFRED MAURER, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. 

Aufl. Bern 1989, S. 176 f.). Von einer solchen wird gesprochen, wenn ein in der 

Aussenwelt begründeter Umstand den natürlichen Ablauf einer Körperbewegung 

gleichsam "programmwidrig" beeinflusst hat. Der äussere Faktor - Veränderung 

zwischen Körper und Aussenwelt - ist wegen der erwähnten Programmwidrigkeit 

zugleich ein ungewöhnlicher Faktor (BGE 130 V 117 E. 2.1; Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des 

Bundesgerichts] vom 7. Oktober 2003, U 32/02, E. 2.2; RKUV 1996 Nr. U 253 S. 204 E. 

4c und 1994 Nr. U 180 S. 38 E. 2 mit Hinweisen). Selbst bei fehlender Störung des 

Bewegungsablaufs durch einen äusseren Faktor kann die Aussergewöhnlichkeit auch 

dann gegeben sein, wenn beim Heben oder Verschieben einer Last ein ganz 

ausserordentlicher Kraftaufwand erfolgt, d.h. eine sinnfällige Überanstrengung zu einer 

Schädigung führt. Es muss jedoch von Fall zu Fall geprüft werden, ob die Anstrengung 

im Hinblick auf Konstitution und berufliche und ausserberufliche Gewöhnung der 

betreffenden Person ausserordentlich war (BGE 116 V 139 E. 3b mit Hinweisen; RKUV 

1994 Nr. U 180 S. 38 E. 2).

4.2  Der Bundesrat kann sodann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalls 

ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (Art. 6 Abs. 2 UVG). In Art. 9 Abs. 2 lit. a - 

h UVV hat er von dieser Kompetenz in einer abschliessenden Aufzählung (vgl. dazu 

BGE 114 V 302 E. 3d; RKUV 1990 Nr. U 112 S. 374 E. 2b) Gebrauch gemacht. Als 

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sogenannte unfallähnliche Körperschädigungen gelten Knochenbrüche, Verrenkungen 

von Gelenken, Meniskusrisse, Muskelzerrungen, Sehnenrisse, Bandläsionen und 

Trommelfellverletzungen.

5.   

Die Beschwerdegegnerin hat ursprünglich im formlosen Verfahren nach Art. 51 Abs. 1 

ATSG mit schriftlicher Mitteilung vom 23. November 2016 (vgl. dazu KIESER, a.a.O., 

Art. 51 N. 4) allein gestützt auf die Schadenmeldung UVG vom 20. November 2016 und 

damit offensichtlich aufgrund des darin beschriebenen Ereignisses vom 27. Oktober 

2016 und der übrigen Vermerke (Verletzung "Riss"; Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit; 

ärztliche Behandlung, Suva-act. I/1) ohne weitere Sachverhaltsabklärungen dem 

Beschwerdeführer die Erbringung von Heilkosten- und Taggeldleistungen zugesagt 

(Suva-act. I/7). Selbst wenn damit von einer Anerkennung der Leistungspflicht bzw. 

eines Unfallereignisses oder einer unfallähnlichen Körperschädigung durch die 

Beschwerdegegnerin ausgegangen würde, hätte sie diese mit ihrem Schreiben vom 12. 

Dezember 2016 (Suva-act. I/9) widerrufen. Der Versicherungsträger kann innerhalb von 

30 Tagen ab Erlass des formlosen Entscheids voraussetzungslos auf diesen 

zurückkommen (vgl. zur Rechtskraft des formlosen Entscheids KIESER, a.a.O., Art. 51 

N 8, 24, 26). Nachdem also am 12. Dezember 2016 das Schreiben vom 23. November 

2016 mit Zusicherung von Versicherungsleistungen jedenfalls nicht formell hat 

rechtskräftig werden können, war die Vorgehensweise der Beschwerdegegnerin ohne 

Weiteres zulässig. Die Anforderungen an die Zulässigkeit einer Neubeurteilung sind erst 

nach Eintritt der formellen Rechtskraft strenger, da in einem solchen Fall dem Gebot 

der Rechtssicherheit und dem Vertrauensprinzip grössere Bedeutung zukommt als 

vorher (vgl. ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX ULLMANN, Allgemeines 

Verwaltungsrecht, 7. Aufl., Zürich 2015, Rz. 1224). Eine Abänderung der 

Leistungszusicherung und damit eine Leistungsablehnung hätte in diesem Fall nur 

noch gestützt auf die Rückkommenstitel der Wiedererwägung (Art. 53 Abs. 2 ATSG) 

und der (formellen) Revision (Art. 53 Abs. 1 ATSG) und der darin festgelegten 

Voraussetzungen vorgenommen werden können. Die von der Beschwerdegegnerin 

beschlossene Neubeurteilung war aber auch insofern statthaft, als sie auf eine 

Rückforderung der bereits erbrachten Versicherungsleistungen verzichtete (Suva-act. I/

20; vgl. dazu BGE 130 V 380: Einstellung von Versicherungsleistungen mit Wirkung ex 

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nunc et pro futuro ohne Berufung auf einen Rückkommenstitel; KIESER, a.a.O., Art. 53 

N 67; vgl. auch SZS 2017 S. 658). Nach umfassenden Sachverhalts- und 

medizinischen Abklärungen lehnte die Beschwerdegegnerin schliesslich ihre 

Leistungspflicht für das Ereignis vom 27. Oktober 2016 formrichtig mit Verfügung (vgl. 

Art. 49 Abs. 1 ATSG) ab.

6.   

Es stellt sich zunächst die Frage, ob das fragliche Ereignis vom 27. Oktober 2016 als 

Unfall im Sinn von Art. 4 ATSG zu qualifizieren ist.

6.1  Der Beschwerdeführer bringt zu Recht nicht vor, dass das für den Unfallbegriff 

wesentliche Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors in einer unkoordinierten 

Bewegung bestand. Nach seiner Sachverhaltsschilderung vom 21. Dezember 2016 im 

Fragebogen der Beschwerdegegnerin (Suva-act. I/14) ereignete sich während des 

Hochschiebens des mit einer ca. 800 kg schweren Last beladenen Palettrollis auf einer 

leicht ansteigenden Rampe äusserlich keine Programmwidrigkeit, was etwa dann 

zutreffen würde, wenn er gestolpert, ausgeglitten oder (unwillkürlich) an einem 

Gegenstand angestossen wäre, oder wenn er, um ein Ausgleiten zu verhindern, eine 

reflexartige Abwehrbewegung ausgeführt oder auszuführen versucht hätte (vgl. 

MAURER, a.a.O., S. 176 f.). Der Verschiebevorgang verlief offensichtlich planmässig. 

Zwar bejahte der Beschwerdeführer im Fragebogen die entsprechende Frage, ob sich 

etwas Besonderes (Ausgleiten, Sturz, Anschlagen usw.) ereignet habe, beschrieb 

dieses jedoch als extreme Überbelastung beim Stossen (Suva-act. I/14, Frage 3; vgl. 

dazu nachfolgende Erwägung 6.2).

6.2 

6.2.1      Der Beschwerdeführer macht damit eine Überanstrengung geltend. Deren 

Aussergewöhnlichkeit beurteilt sich, wie ausgeführt (vgl. Erwägung 4.1), nach dem 

Gewicht der geschobenen Last, der Konstitution des Beschwerdeführers sowie seiner 

beruflichen und ausserberuflichen Gewöhnung. Es steht ausser Frage, dass beim 

Bewegen von Lasten durch menschliche Kraft nicht generell und einzig deshalb, weil 

der Gegenstand ein bestimmtes Gewicht überschreitet, auf eine Überanstrengung 

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geschlossen werden kann. Ob ein ganz ausserordentlicher Kraftaufwand erfolgte, ist 

mit Blick auf die gesamten Verhältnisse des Einzelfalls, einschliesslich der 

kräftemässigen Möglichkeiten der betroffenen Person, zu beurteilen. Dabei ist von 

Bedeutung, ob und gegebenenfalls wie eine Last getragen, geschoben oder 

weggewälzt werden musste. Untauglich ist es, nach der Formel "post hoc ergo propter 

hoc" zu verfahren, wonach eine gesundheitliche Schädigung schon deshalb als durch 

den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist (Urteil des EVG vom 6. 

Mai 2002, U 477/00, E. 3b; MAURER, a.a.O., S. 460 N 1205; SVR 2009 UV Nr. 13 

[8C_590/2007], S. 52 E. 7.2.4 mit weiteren Hinweisen; BGE 119 V 340 E. 2b/bb).

6.2.2      Das unbestrittene Gewicht der geschobenen Last von ca. 800 kg übersteigt 

zwar die Gewichte, an denen sich die Rechtsprechung des EVG bei der Beurteilung 

orientiert, welche Gewichte von konkreten Personen unter bestimmten Umständen 

getragen werden können (vgl. BGE 116 V 136 ff.; RKUV 1994 Nr. U 180 S. 39 E. 3b und 

c; SUVA-Jahresbericht 1988 Nr. 8 S. 15; MAURER, a.a.O., S. 178 N 359) um einiges. 

Doch versteht sich von selbst, dass im konkreten Fall nicht das volle Gewicht von ca. 

800 kg auf den Körper des Beschwerdeführers eingewirkt hat. Ein solches könnte von 

einem Menschen weder getragen noch angehoben werden. Der Beschwerdeführer hat 

die ca. 800 kg schwere Last auf einem Palettrolli transportiert, der gerade dem 

Verschieben grösserer Lasten dient, und hat dies offenbar als machbar betrachtet. 

Jedenfalls hatte er anlässlich eines Telefongesprächs vom 19. September 2006 mit der 

Beschwerdegegnerin im Schadenfall Nr. 09.34926.06.4 ausgesagt, das Gewicht auf 

den Palettrollis könne bis 700 kg betragen (Suva-act. II/7). Aus dem Gewicht allein lässt 

sich damit noch kein ausserordentlicher Kraftaufwand ableiten. Auch in der 

ansteigenden Rampe, auf welcher der Palettrolli hoch geschoben wurde, ist kein 

erschwerender Faktor zu sehen. So wurde die Steigung nur als leicht beschrieben und 

der Beschwerdeführer traute sich die Rampe offensichtlich mit seiner Berufserfahrung 

zu. Der Beschwerdeführer musste laut eigenen Angaben manchmal auch Baustellen 

beliefern und dabei den Palettrolli über Kiesbeläge ziehen. Er ist damit an spezielle 

Gegebenheiten, insbesondere das Gelände oder den Bodenbelag betreffend, gewohnt. 

Der Palettrolli konnte sodann offenbar frei geschoben werden. Dass es allein durch die 

Rampe beim Beschwerdeführer zu einem den Kraftaufwand unvermittelt erheblich 

erhöhten Widerstand gekommen wäre, ist jedenfalls nicht ausgewiesen. Diesbezüglich 

könnten im Zusammenhang mit der Rampe nur Vermutungen angestellt werden.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/17

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6.2.3      Dass der Beschwerdeführer die für das Verschieben eines mit ca. 800 kg 

beladenen Palettrollis erforderliche Konstitution nicht mitgebracht hätte, lässt sich den 

Akten ebenfalls nicht entnehmen. Anlässlich einer Besprechung mit der 

Beschwerdegegnerin vom 18. Januar 2017 erklärte er, körperlich viel (bei der Arbeit 

und in der Freizeit) zu machen und sich absolut fit zu fühlen (Suva-act. I/23). Der 

konkret zu beurteilende Kraftaufwand kann insbesondere auch unter Berücksichtigung 

der beruflichen Gewöhnung des Beschwerdeführers im Rahmen seiner Anstellung als 

Chauffeur als üblich angesehen werden. Im Zusammenhang mit dem Schadenfall Nr. 

09.34926.06.4 beschrieb er seine Arbeit als körperlich streng. Er sei als Chauffeur den 

ganzen Tag unterwegs und müsse den LKW be- und entladen (Suva-act. II/7). Zwar ist 

es grundsätzlich nachvollziehbar, wenn der Beschwerdeführer die am 27. Oktober 

2016 ausgeübte Tätigkeit als körperlich streng bezeichnet (vgl. Suva-act. I/23). Dass 

der konkret streitige Arbeitsvorgang die allgemein strenge Arbeit als Chauffeur 

überschritten hätte, ist indessen nicht erklärt. Der Anmerkung des Beschwerdeführers, 

es habe sich beim Arbeitsvorgang vom 27. Oktober 2016 um eine nicht alltägliche 

Arbeit gehandelt, lässt sich entgegenhalten, dass die B.___ GmbH Transporte von 

Waren anbietet und es naheliegend ist, dass der zur Diskussion stehende 

Arbeitsvorgang regelmässig vorkommt. Dies ergibt sich auch aus seiner Aussage im 

Zusammenhang mit dem Schadenfall Nr. 09.34926.06.4, er müsse teilweise Baustellen 

beliefern; dabei müsse er mit dem "Rolli" bis 700 kg schwere Palette selbst über 

Kiesbeläge ziehen (II/7).

6.2.4      Zusammenfassend ist festzuhalten, dass in Berücksichtigung aller Umstände 

der Vorfall vom 27. Oktober 2016 nicht als Überanstrengung gewertet werden kann. 

Somit hat die Beschwerdegegnerin das Ereignis zu Recht nicht als Unfall im Sinne von 

Art. 4 ATSG qualifiziert.

7.   

Damit bleibt zu prüfen, ob das beim Beschwerdeführer festgestellte Beschwerdebild 

allenfalls eine unfallähnliche Körperschädigung (vgl. Erwägung 4.2) darstellt, welche die 

Leistungsflicht der Beschwerdegegnerin zu begründen vermag.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/17

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7.1  Die Radiologie Nordost stellte bei der bildgebenden Abklärung vom 21. November 

2016 eine "frische geringgradige interstitielle Partialruptur der distalen Achillessehne" 

fest (Suva-act. I/12). Es stellt sich die Frage, ob mit diesem Befund eine Listendiagnose 

gemäss Art. 9 Abs. 2 lit. f UVV, d.h. ein Sehnenriss, gegeben ist.

7.2  Die Beschwerdegegnerin verneint dies und stützt sich dabei auf die ärztliche 

Beurteilung von Dr. D.___ vom 19. Januar 2017 (Suva-act. I/26). Hinsichtlich des 

Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die beklagten 

Beschwerden berück¬sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben 

worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der 

Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des 

Experten oder der Expertin begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert 

eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels 

noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als 

Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a mit Hinweis). Insofern 

sind auch Berichte und Gutachten, welche die Versicherungen während des 

Administrativverfahrens von ihren eigenen Ärzten und Ärztinnen einholen, 

beweistauglich, solange ihre Richtigkeit nicht durch konkrete Indizien erschüttert wird 

(BGE 125 V 352 E. 3; RKUV 1991 Nr. U 133 S. 311 ff.). Reinen Aktengutachten kann 

gleichfalls voller Beweiswert zukommen, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es 

im Wesentlichen nur um die ärztliche Beurteilung eines an sich fest¬stehenden 

medizinischen Sachverhalts geht (RKUV 1993 Nr. U 167 S. 95, 1988 Nr. U 56 S. 366 E. 

5b; vgl. auch Urteil des EVG vom 8. Februar 2007, U 223/06, E. 5.1.2, oder vom 24. 

Oktober 2001, U 458/00, E. 3). Die Objektivierung einer organisch-strukturellen 

Verletzung - wie beispielsweise eines Achillessehnenrisses - erfolgt grundsätzlich mit 

einer apparativen/bildgebenden Abklärung (vgl. BGE 134 V 121 E. 9, 117 V 363 E. 5d/

aa; SVR 2007 UV Nr. 25 [U 479/05] S. 81 E. 5.4 mit Hinweisen). Mit dem MRI-Befund 

vom 21. November 2016 (Suva-act. I/12) steht mithin der an sich massgebende 

medizinische Sachverhalt fest, den es - wie von der Beschwerdegegnerin in der 

Beschwerdeantwort vom 6. Juli 2017 zutreffend festgestellt (act. G 4) - nur noch 

ärztlich zu beurteilen gilt (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 21. Juni 2007, U 181/06, 

E. 2.3). Allein aus dem Umstand, dass die Beurteilung von Dr. D.___ nicht auf einer 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/17

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persönlichen Untersuchung des Beschwerdeführers, sondern auf den ihm vorgelegten 

Akten beruht, vermag also deren Beweiswert nicht zu mindern.

7.3  Dr. D.___ hält zunächst überzeugend fest, dass der im MRI-Untersuchungsbericht 

vom 21. November 2016 verwendete Begriff "Ruptur" bzw. "Riss" eine durch 

Gewalteinwirkung bedingte Kontinuitätsunterbrechung aufgrund eines spezifischen 

Ereignisses impliziere. Die im MRI sichtbare Signalerhöhung längs linear, verlaufend 

über 3.5 cm im Zentrum der Achillessehne, werde jedoch vom Radiologen 

unzutreffenderweise als Partialruptur der Achillessehne interpretiert. Es handle sich um 

eine intratendinös verlaufende strichförmige Gewebenekrose, d.h. durch 

Gewebeuntergang verändertes Sehnenmaterial, bedingt durch eine unfallunabhängig 

vorbestehende - auch Tendinopathie genannte - Verschleisserkrankung der 

Achillessehne. Diese Verschleisserkrankung finde sich in klassischer Weise etwa 3 cm 

proximal des Ansatzes am Calcaneus und zeige bildmorphologisch eine spindelförmige 

Auftreibung und Entzündung des Achillessehnengleitgewebes über einen Verlauf von 

ca. 8 cm. Der Begriff "Ruptur" bzw. "Riss" könne auch unter Berücksichtigung, dass es 

sich um eine linear parallel zur Zugbelastung verlaufende Veränderung der 

Achillessehne handle, in diesem Zusammenhang nicht verwendet werden (Suva-act. I/

26-2). Den Ausführungen von Dr. D.___ zufolge ist die sich darstellende lineare, 

intrinistisch in der Sehne verlaufende Signalerhöhung als Nekrosezone und damit nicht 

als Listendiagnose gemäss Art. 9 Abs. 2 lit. f UVV zu klassifizieren.

7.4  Im Bereich der unfallähnlichen Körperschädigungen hat das Bundesgericht mit 

BGE 114 V 298 eine restriktive Praxis betreffend Sehnenpathologie eingeschlagen. Die 

Leistungspflicht der obligatorischen Unfallversicherung für unfallähnliche 

Körperschädigungen aufgrund von Art. 9 Abs. 2 lit. f UVV ist nach Sinn und Zweck 

dieser Vorschrift streng auf Sehnenrisse beschränkt. Sehnenzerrungen lassen sich 

nicht unter den Begriff "Sehnenrisse" subsumieren. Der Einbezug der übrigen 

Sehnenpathologien, einschliesslich der Krankheiten des Begleitgewebes, ist 

ausgeschlossen. Ein eigentlicher Sehnenriss bestehe dann, wenn die Sehne vollständig 

gerissen sei. Teilrupturen könnten nur unter erschwerten Nachweisanforderungen unter 

Art. 9 Abs. 2 lit. f UVV subsumiert werden. Weil sich die partiellen Sehnenrisse in der 

Regel klinisch nicht von sekundären entzündlichen Reaktionen (Tendinitis, 

Peritendinitis, Paratenonitis, Tendovaginitis) unterscheiden liessen, falle eine 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/17

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Qualifikation als unfallähnliche Körperschädigung nur in Betracht, wenn die Teilruptur 

als solche medizinisch eindeutig festgestellt sei, dies entweder intraoperativ oder durch 

Kontrastmitteldarstellung. Könne dieser Nachweis nicht erbracht werden, so habe der 

Leistungsansprecher die Folgen zu tragen. Diese Rechtsprechung wurde mit Entscheid 

U 441/99 vom 29. August 2000, E. 4 mit Hinweisen, bestätigt.

7.5  Das in Erwägung 7.4 bezüglich der Abgrenzung von partiellen Sehnenrissen und 

anderweitigen Sehnenpathologien, insbesondere sekundären entzündlichen 

Reaktionen, Gesagte dürfte auch für interstitielle, partielle Sehnenläsionen bzw. 

Tendinopathien gelten. Die kreisärztliche Auslegung der MRT-Bilder vom 21. November 

2016 ist ausführlich begründet und erscheint ohne Weiteres einleuchtend. Selbst 

gemäss MRT-Untersuchungsbericht steht "höchstens" eine Partialruptur im Raum, 

wofür kein medizinisch eindeutiger - intraoperativ oder durch Kontrastmitteldarstellung 

erhobener - Nachweis eines eigentlichen Sehnenrisses vorliegt. Insgesamt ist damit 

nicht rechtsgenüglich im Sinne der höchstrichterlichen Vorgaben nachgewiesen, dass 

sich der Beschwerdeführer anlässlich des Ereignisses vom 27. Oktober 2016 einen 

Sehnenriss im Sinne von Art. 9 Abs. 2 lit. f UVV zugezogen hat. Vielmehr ist davon 

auszugehen, dass es sich beim festgestellten Befund im Bereich der linken 

Achillessehne um eine degenerativ bedingte Gesundheitsschädigung handelt. Weitere 

Umstände - namentlich die allgemein hohe Belastbarkeit der Achillessehne und die 

rund dreiwöchige Latenzzeit zwischen dem gemeldeten Vorfall und der ärztlichen 

Erstbehandlung durch den Hausarzt (Suva-act. I/17) - unterstützen die Darlegungen 

von Dr. D.___. Auch lässt sich dem Arztzeugnis UVG von Dr. C.___ vom 1. Januar 2017 

keine detaillierte, für eine Achillessehnenruptur typische Klinik entnehmen (Suva-act. I/

17; vgl. ALFRED M. DEBRUNNER, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern 

2005, S. 1107; LEITLINIEN DER ORTHOPÄDIE, Hrsg. von der Deutschen Gesellschaft 

für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie und dem Berufsverband der Ärzte für 

Orthopädie, 2. erweiterte Aufl. Köln 2002, S. 1 f.; ROCHE LEXIKON, Medizin, 5. Aufl., 

München 2003, S. 13).

7.6  Da es vorliegend bereits an einer der in Art. 9 Abs. 2 UVV aufgezählten 

Verletzungen fehlt, kann von der Prüfung der übrigen für eine unfallähnliche 

Körperschädigung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVV vorausgesetzten Kriterien (Vorliegen 

eines unfallähnlichen Ereignisses; vgl. dazu BGE 129 V 467 E. 2.2) abgesehen werden.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/17

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8.   

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass gemäss vorstehenden Erwägungen der Vorfall 

vom 27. Oktober 2016 mangels Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors 

nicht als Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG zu qualifizieren ist. Ebenso wenig liegt eine 

unfallähnliche Körperschädigung im Sinne der abschliessenden Aufzählung von Art. 9 

Abs. 2 UVV vor. Eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin ist daher nicht 

begründet. Die Beschwerde ist abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 

61 lit. a ATSG).

Entscheid

1.   

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.   

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 05.06.2018
	Art. 4 ATSG: Verneinung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors bzw. eines ausserordentlichen Kraftaufwands in Bezug auf das Verschieben einer ca. 800 kg schweren Last mit einem Palettrolli.Art. 9 Abs. 2 lit. f UVV: Verneinung eines rechtsgenüglichen Nachweises einer Listenverletzung (Sehnenriss) im Sinne der höchstrichterlichen Rechtsprechung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 5. Juni 2018, UV 2017/45).

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