# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b1c1502c-3354-56ae-8b1b-2be5331175c8
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-01-11
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Weitere Kammern 11.01.2022 GG210047
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_999_GG210047_2022-01-11.pdf

## Full Text

Bezirksgericht Dietikon 
Einzelgericht in Strafsachen    
 

 

Geschäfts-Nr.: GG210047-M / U 

Mitwirkend: Bezirksrichter lic. iur. B. Hoffmann 

  Gerichtsschreiberin MLaw A. Tresch 

 

Urteil vom 11. Januar 2022 
(begründete Fassung) 

 

in Sachen 

 

Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis,  
Anklägerin 

 

gegen 

 

A._____,  
Beschuldigter 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

betreffend qualifizierte Förderung der rechtswidrigen Ein- und Ausreise etc. 
 

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Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis vom 1. November 

2021 (act. 14) ist diesem Urteil beigeheftet. 

An der Hauptverhandlung anwesende Parteien: 

Der Beschuldigte in Begleitung seines amtlichen Verteidigers, Rechtsanwalt 

lic. iur. X._____. 

Anträge: 

1. Der Anklagebehörde: (act. 14 S. 6 f.) 

"♦ Schuldigsprechung von A._____ im Sinne der Anklageschrift 

  ♦ Bestrafung mit einer Freiheitsstrafe von 10 Monaten sowie einer Busse 
von CHF 500.00 unter Anrechnung der erstandenen Haft 

 ♦ Gewährung des bedingten Vollzuges der Freiheitsstrafe unter Anset-
zung einer Probezeit von 2 Jahren 

 ♦ Festsetzung einer Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen bei schuldhafter 
Nichtbezahlung der Busse 

 ♦ Anordnung einer Landesverweisung von 7 Jahren 

 ♦ Anordnung der Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener 
Informationssystem 

 ♦ Entscheid über die Rückgabe der einzig als Beweismittel beschlag-
nahmten Gegenstände 

  ♦ Einziehung und Vernichtung des mit Verfügung vom 29. Oktober 2021 
beschlagnahmten Personenwagens 

 ♦ Kostenauflage (Kosten, inkl. Gebühr für das Vorverfahren von 
CHF 2'948.80)" 

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2. Des amtlichen Verteidigers: (act. 26 S. 2 f. i.V.m. Prot. S. 5 ff.) 

"1. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf der qualifizierten Förderung der 
rechtswidrigen Ein-, Ausreise oder des rechtswidrigen Aufenthaltes ge-
mäss Art. 116 Abs. 1 lit. a AIG i.V.m. Art. 116 Abs. 3 lit. a AIG freizu-
sprechen. 

 2. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf der eventualvorsätzlichen rechtwidri-
gen Einreise gemäss Art. 115 Abs. 1 lit. a AIG i.V.m. Art. 5 Abs. 1 lit. a 
AIG freizusprechen. 

 3. Der Beschuldigte sei wegen fahrlässiger rechtswidriger Einreise ge-
mäss Art. 115 Abs. 1 lit. a AIG i.V.m. Art. 115 Abs. 3 AIG i.V.m. Art. 5 
Abs. 1 lit. a AIG schuldig zu sprechen. 

 4. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf des Fahrens ohne Berechtigung im 
Sinne von Art. 95 Abs. 1 lit. a SVG i.V.m. Art. 10 Abs. 2 SVG freizu-
sprechen. 

 5. Der Beschuldigte sei wegen Nichtmitführen des Führerscheins gemäss 
Nr. 100.1 des Anhang 1 zur Ordnungsbussenverordnung schuldig zu 
sprechen. 

 6. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf des Missbrauchs von Ausweisen 
und Schildern im Sinne von Art. 97 Abs. 1 lit. f SVG freizusprechen. 

 7. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf der groben Verkehrsverletzung im 
Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 29 SVG freizusprechen. 

 8. Der Beschuldigte sei der mehrfachen einfachen Verkehrsregelverlet-
zung gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 29 SVG, i.V.m. Art. 57 
Abs. 5 lit. a SVG sowie i.V.m. Art. 30 Abs. 1 SVG schuldig zu spre-
chen. 

 9. Der Beschuldigte sei mit einer Busse von CHF 750 zu bestrafen. 

10. Dem Beschuldigten sei eine Entschädigung in der Höhe von 
CHF 27'150 zuzusprechen. 

11. Es seien dem Beschuldigten Verfahrenskosten (Untersuchungs- und 
Gerichtskosten) bloss teilweise unter Berücksichtigung des Ausgangs 
des Verfahrens aufzuerlegen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung 
seien auf die Gerichtskasse zu nehmen." 

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Erwägungen: 

I.  Sachverhalt 

1. Vorbemerkungen 

1.1. Die Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis (nachfolgend: Anklägerin) wirft dem 

Beschuldigten die in der Anklageschrift umschriebenen Sachverhalte vor (act. 14 

S. 2 ff.). Diese werden vom Beschuldigten – mit Ausnahme des auch rechtsgenü-

gend erstellten Sachverhalts betreffend Anzahl Insassen und ungesicherter Kinder 

– in wesentlichen Punkten bestritten. 

1.2. Es ist deshalb zu prüfen, ob die bestrittenen Anklagesachverhalte anhand der 

zur Verfügung stehenden Beweismittel rechtsgenügend erstellt werden können. 

Hierzu liegen als relevante Beweismittel die Aussagen des Beschuldigten (act. 2/1; 

act. 2/3–9; Prot. S. 6 ff.), von B._____ (Beschuldigter im Parallelverfahren 

GG210048-M; act. 3/2–8; Prot. S. 24 ff.) und C._____ (act. 4/1; act. 4/3) sowie eine 

Fotodokumentation des Personenwagens ... (act. 1/16) und Mobiletelefonauswer-

tungen (act. 6/1 i.V.m. act. 27 Beilage "Relevante Gespräche / Verbindungen von 

A._____ ") vor.  

1.3. Es ist anzumerken, dass die im ersten Sachverhalt (Befördern Dritter ohne 

Ausweisdokumente und Visum in/durch die Schweiz) umschriebene Beteiligung 

von B._____ vorliegend nicht zu prüfen ist, da es im vorliegenden Verfahren nur 

um die Schuldfrage betreffend den Beschuldigten geht. 

2. Grundlagen der Beweiswürdigung 

2.1. Das Gericht legt seinem Urteil denjenigen Sachverhalt zugrunde, den es aus 

seiner freien, aus der Hauptverhandlung und aus den Untersuchungsakten ge-

schöpften Überzeugung als verwirklicht erachtet (Art. 10 Abs. 2 und Art. 350 StPO). 

Ist der Beschuldigte nicht geständig (oder macht er nur Teilgeständnisse) und äus-

sert er insbesondere andere Sachverhaltsdarstellungen, als sich durch die übrigen 

Beweismittel und Indizien ergeben, so ist nach dem Grundsatz der freien Beweis-

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würdigung aufgrund der Aussagen sämtlicher Beteiligter und aller in Betracht fal-

lenden Umstände zu prüfen, ob der nicht mit Sicherheit feststehende Sachverhalt 

als gegeben erachtet werden kann (vgl. ZR 72 Nr. 80; Art. 10 Abs. 2 StPO). Beste-

hen nach abgeschlossener Beweiswürdigung erhebliche und unüberwindliche 

Zweifel, so sind diese zugunsten des Beschuldigten zu werten (Art. 10 Abs. 3 

StPO). Erheblich sind Zweifel, die sich nach der objektiven Sachlage aufdrängen 

und sich jedem kritischen und vernünftigen Menschen stellen (HAUSER/SCHWE-

RI/HARTMANN, Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Aufl., Basel/Genf/München 

2005, S. 247 f.). 

2.2. Wenn keine direkten Beweise vorliegen, ist nach der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung auch ein indirekter, mittelbarer Beweis zulässig. Beim sogenann-

ten Indizienbeweis wird aus bestimmten Tatsachen, die nicht unmittelbar rechtser-

heblich, aber bewiesen sind (Indizien), auf die zu beweisende, unmittelbar rechts-

erhebliche Tatsache geschlossen. Eine Mehrzahl von Indizien, welche für sich al-

leine nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf die Täterschaft oder die Tat 

hinweisen und einzeln betrachtet die Möglichkeit des Andersseins offen lassen, 

können einen Anfangsverdacht verstärken und in ihrer Gesamtheit ein Bild erzeu-

gen, das bei objektiver Betrachtung keine Zweifel bestehen lässt, dass sich der 

Sachverhalt so verwirklicht hat. Das ist mithin auch der Fall, wenn sich die als be-

lastend gewerteten Indizien zu einer Gewissheit verdichten, welche die ausser Acht 

gelassenen entlastenden Umstände als unerheblich erscheinen lassen (BGer 

6B_678/2013, Urteil vom 3. Februar 2014, E. 3.3, m.w.H.). 

2.3. Stützt sich die Beweisführung auf Aussagen, so ist anhand sämtlicher Um-

stände, die sich aus den Akten und den Verhandlungen ergeben, zu untersuchen, 

welche Sachdarstellung überzeugend ist, wobei es vorwiegend auf den inneren 

Gehalt der Aussagen ankommt, verbunden mit der Art und Weise, wie die Angaben 

erfolgten. Bei der Würdigung von Aussagen darf nicht allein auf die Persönlichkeit 

oder allgemeine Glaubwürdigkeit von Aussagenden abgestellt werden. Einzubezie-

hen ist die Motivlage einer Person, falsche Aussagen zu machen, da zu berück-

sichtigen ist, dass insbesondere bei überschaubaren Sachverhalten und wenigen 

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Aussagen ein glaubhaftes Lügen ohne weiteres möglich ist. Für die Wahrheitsfin-

dung ist jedoch die Glaubhaftigkeit der konkreten, im Prozess relevanten Aussagen 

bedeutender als die allgemeine Glaubwürdigkeit der aussagenden Person (BGer 

6B_938/2014, Urteil vom 18. Februar 2015, E. 2.3., m.w.H.). Bei der Beurteilung 

der Glaubhaftigkeit der Aussagen ist insbesondere zu prüfen, ob diese in den we-

sentlichen Punkten widerspruchsfrei, in ihrem Kerngehalt stimmig und schlüssig 

sind. Zusammenfassend ist die Antwort auf die Frage entscheidend, ob die einver-

nommene Person ihre Aussagen vernünftigerweise so hätte deponieren können, 

wenn sie das Berichtete nicht erlebt hätte (vgl. zum Ganzen BENDER/NACK/TREUER, 

Tatsachenfeststellung vor Gericht, 4. Aufl., München 2014). 

3. Glaubwürdigkeit 

3.1. Alle drei Befragten (der Beschuldigte, B._____ als Beschuldigter im parallel 

geführten Strafverfahren [Geschäfts-Nr. GG210048-M] sowie C._____ als Be-

schuldigter im gegen ihn geführten Strafverfahren) wurden als Beschuldigte befragt 

(act. 2/1, act. 2/3–9, Prot. S. 6 ff. [Beschuldigter]; act. 3/2–8, Prot. S. 24 ff. 

[B._____]; act. 4/1 [C._____]). Entsprechend waren sie nicht im Sinne von Art. 307 

StGB zur wahrheitsgemässen Aussage verpflichtet. Als Beschuldigte in ihrem je-

weiligen Strafverfahren sind sie von dessen jeweiligen Ausgang direkt betroffen 

und dürften deshalb grundsätzlich ein – insoweit legitimes und natürliches – Inte-

resse daran haben, die Geschehnisse in einem für sie günstigen Licht erscheinen 

zu lassen.  

3.2. Indes wurde C._____ im vorliegenden Verfahren später als Auskunftsperson 

im Sinne von Art. 178 lit. f StPO einvernommen, unter Hinweis auf sein Aussage-

verweigerungsrecht nach Art. 180 Abs. 1 StPO sowie die Straffolgen der falschen 

Anschuldigung, Irreführung der Rechtspflege und Begünstigung (Art. 303–305 

StGB; act. 4/3 F/A 7 und 10). Obschon er auch hierbei nicht unter der Wahrheits-

pflicht stand, ist bei ihm einschlägig zu berücksichtigen, dass er sowohl durch seine 

als Beschuldigter als auch als Auskunftsperson getätigten Aussagen wiederholt, 

unaufgefordert und ohne davon abzuweichen, nicht nur den vorliegend Beschuldig-

ten sondern auch seine eigene Ehefrau und sich selber belastete (vgl. act. 4/1; 

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act. 4/3). Aufgrund dieser Selbstbelastung ist nicht ersichtlich, weshalb er im Hin-

blick auf die allfällige Tatbeteiligung des Beschuldigten lügen sollte.  

4. Glaubhaftigkeit  

4.1. Sachverhalt betreffend Befördern Dritter ohne Ausweisdokumente und Visum 

in/durch die Schweiz 

4.1.1. Dass die übrigen Insassen des Autos ohne die nötigen Ausweisdokumente 

/ Visa von Italien herkommend in die Schweiz eingereist sind und der Beschuldigte 

gefahren ist, ist unbestritten (Prot. S. 26 i.V.m. act. 26 S. 6) und deckt sich mit dem 

übrigen Beweisergebnis. Auch gestand der Beschuldigte ein, dass er die Fahrt im 

Auftrag von D._____ vorgenommen hat (act. 2/1 F/A 42; act. 2/6 F/A 6, 20, 28 und 

30; Prot. S. 8 ff.) und sich so das Zugticket von Italien nach Frankreich im Wert von 

ca. EUR 60.00 bis EUR 80.00 ersparen wollte (act. 2/6 F/A 54; act. 2/9 S. 5 und 11; 

Prot. S. 26 i.V.m. act. 26 S. 7). Indes bestritt der Beschuldigte, von den fehlenden 

Einreisedokumenten der übrigen Reisenden gewusst oder diesen Umstand in Kauf 

genommen zu haben (act. 2/1 F/A 34 f.; act. 2/6 F/A 6 und 38 ff.; Prot. S. 26 i.V.m. 

act. 26 S. 6 ff.; Prot. S. 12 f.). 

4.1.2. Angesichts der vom 12. Januar bis 14. Juli 2021 erfolgten 49 Telefonver-

bindungen zwischen dem Beschuldigten und D._____ (vgl. act. 26 S. 7; act. 2/7 

F/A 27 und 29 i.V.m. Beilage "Relevante Gespräche / Verbindungen von A._____" 

S. 3) und dem geplanten, aber gescheiterten Treffen mit D._____ am 9. Juli 2021 

(act. 2/7 F/A 46 f.) erscheint bereits das Vorbringen des Beschuldigten, er habe 

D._____ am 13. Juli 2021 nur rein zufällig am ... Hauptbahnhof E._____ [Stadt in 

Italien] getroffen (Prot. S. 14 und 17 f.), unglaubhaft. Auch seine weiteren Aussa-

gen weisen wiederholt markante Widersprüche auf. So gab er hinsichtlich des an-

geblichen Ziels der Fahrt verschiedentlich zu Protokoll, D._____ habe ihm als Zie-

lort F._____, Deutschland, geschickt, was unbestrittenermassen auch im Navigati-

onssystem als Ziel eingetragen war (act. 2/7 F/A 13 i.V.m. 15, 17 und 19 sowie 60; 

Prot. S. 8 ff.). Gleichzeitig behauptete er, nicht gewusst zu haben, dass das Ziel 

Deutschland war (act. 2/7 F/A 14; act. 2/9 S. 6; Prot. S. 8 ff.). Ebenso widersprüch-

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lich erklärte er teils, man habe sich auf dem Weg nach G._____, Frankreich, be-

funden (act. 2/1 F/A 18 f.; act. 2/4 F/A 6; act. 2/6 F/A 33; act. 2/7 F/A 13), teils, das 

Ziel sei H._____, Frankreich, gewesen (act. 2/7 F/A 14 und 58 f.; act. 2/9 S. 6; Prot. 

S. 8 ff.). Sodann gab er zu, seine Behauptung, er habe in G._____ eine Verbin-

dungsperson von D._____ namens I._____ treffen wollen (act. 2/1 F/A 21 f.; 

act. 2/6 F/A 6 und 9 f.) sei frei erfunden gewesen (act. 2/7 F/A 60). Später verneinte 

er alsdann sowohl, dass er einen I._____ habe treffen wollen und dies ausgesagt 

habe, als auch, dass er diesen I._____ erfunden habe (Prot. S. 18). Hinsichtlich 

des Grundes für seine Reise von H._____ nach E._____ nannte er das Tätigen von 

Essenslieferungen (act. 2/1 F/A 40), später – sich selber erneut widersprechend –, 

er habe einen Freund treffen wollen (Prot. S. 17). Weiter erklärte er, gewusst zu 

haben, dass er zur Schweizer Grenze gefahren sei (act. 2/6 F/A 31; act. 2/7 

F/A 22 ff.), behauptete jedoch auch, nicht gewusst zu haben, dass er eine Grenze 

passiere (act. 2/9 S. 8). Indes bestätigte er, der in seinem Telefon abgespeicherte 

J._____ sei im Schlepperbusiness tätig und habe ihm entsprechende Arbeit ange-

boten (act. 2/7 F/A 66 f.). In Anbetracht all dessen erscheint es nur wenig glaubhaft, 

dass der Beschuldigte die Fahrt lediglich als Freundschaftsdienst für D._____ ge-

tätigt habe (act. 2/1 F/A 46 und 62) und nichts von den fehlenden Reisedokumen-

ten der übrigen Reisenden gewusst haben will. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Aussagen des Beschuldigten bezüg-

lich des anklagerelevanten Sachverhalts nicht glaubhaft sind, weshalb darauf nicht 

abgestellt werden kann. 

4.1.3. Sofern B._____ überhaupt Aussagen statt umfassenden Gebrauch von sei-

nem Aussageverweigerungsrecht machte (vgl. act. 3/2–8; Prot. S. 24 ff.), muten 

seine Ausführungen widersprüchlich und seltsam an. So behauptete er, er habe mit 

einem Freund (gemeint ist der Beschuldigte) nach Frankreich und wieder zurück 

nach Italien gewollt (act. 3/5 F/A 5), erklärte aber, den Namen dieses Freundes 

nicht zu kennen und ihn bloss 'Fahrer' oder 'Chauffeur' zu nennen (act. 3/5 F/A 6 f.; 

act. 3/6 F/A 14). Auch ist kein plausibler Grund ersichtlich nicht, weshalb er als 

Grund für seine Reise nach Frankreich einen Verwandtenbesuch nannte (act. 3/6 

F/A 10), jedoch nicht sagen wollte, wo diese Verwandten in Frankreich leben und 

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ob sie von seinem Besuch wissen (act. 3/6 F/A 11 f.). Sein Aussageverhalten lässt 

darauf schliessen, dass er nicht die Wahrheit sagte, womit seine Aussagen un-

glaubhaft sind. 

4.1.4. C._____ sagte ausführlich aus und nannte von sich aus diverse Details, 

ohne dabei übertrieben detailliert zu wirken. So gab er beispielsweise, nach dem 

Ankunftsort in Italien gefragt, ergänzend zu Protokoll, seine Familie sei dort auch in 

Quarantäne gewesen (act. 4/1 F/A 13) oder auf die Frage, wie sie danach nach 

E._____ gekommen seien, das sei mit einem Reisebus gewesen, dem grünen 

Flixbus (act. 4/1 F/A 14). Auch antwortete er auf kurz und offen gehaltene Fragen 

teils mit merklich längeren Antworten, wobei diese strukturiert und chronologisch 

nachvollziehbar sind (u.a. act. 4/1 F/A 7; act. 4/3 F/A 13). Obschon er damit sich 

und seine Familie belastete, führte er wiederholt aus, für die illegale Überfahrt vom 

Iran nach Griechenland habe er einem Schlepper ca. EUR 5'000.00 und für die 

Gesamtreise bis nach Italien EUR 18'000.00 bezahlt (act. 4/1 F/A 16 ff.; act. 4/3 

F/A 12 f.). In E._____ habe er sodann einen Schlepper kennengelernt, der bereit 

gewesen sei, ihn und seine Familie für EUR 1'400.00 illegal nach Deutschland zu 

bringen (act. 4/1 F/A 7 i.V.m. F/A 48; act. 4/3 F/A 12 f. i.V.m. F/A 35 ff.). Dieser 

erste Begleiter habe sie einem zweiten Begleiter vorgestellt, der sie alsdann bis 

zum Auto gebracht habe, mit welchem seine Familie, er, der Beschuldigte und 

B._____ alsdann in die Schweiz gefahren seien (act. 4/3 F/A 12 ff.). Der erste Be-

gleiter habe alles organisiert und weder einer der beiden Begleiter noch der Be-

schuldigte oder B._____ habe nach dem Grund für die Reise gefragt (act. 4/3 

F/A 34 und 37). C._____ erklärte weiter, nicht gesehen zu haben, dass der zweite 

Begleiter mit dem Beschuldigte oder B._____ kommuniziert hätte (act. 4/3 F/A 65). 

C._____ belastete den Beschuldigten nicht übermässig. So führte er aus, der Be-

schuldigte (in Begleitung von B._____) habe ihn und seine Familie aus E._____ bis 

zur Verhaftung in der Schweiz gefahren (u.a. act. 4/3 F/A 12 und 32 f.). Der Be-

schuldigte habe einen Stopp gemacht, wo sie auf Toilette gehen konnten (act. 4/3 

F/A 58). Er verneinte aber, dem Beschuldigten Geld gegeben zu haben (act. 4/1 

F/A 26). Auch gab er jeweils zu verstehen, wenn er etwas nicht wusste. So wisse 

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er nicht, ob der Beschuldigte für die Fahrt von einer Drittperson Geld erhalten hatte 

(act. 4/3 F/A 39).  

C._____s Aussagen sind im Kerngeschehen stimmig, kongruent und ohne nen-

nenswerte Abweichungen. Der einzige auf den ersten Blick scheinbare Wider-

spruch in seinen Aussagen besteht hinsichtlich der Frage, wer genau wem den 

Betrag von EUR 1'400.00 für die Fahrt von E._____ nach Deutschland bezahlt hat, 

ob C._____ oder ein Familienmitglied an den Mobilfunkverkäufer oder an eine Dritt-

person / einen Treuhänder in der Türkei (act. 4/1 F/A 7 vs. act. 4/3 F/A 13). Dies 

lässt sich aber dahingehend auflösen, dass eine – ob nun durch C._____ oder ein 

Familienmitglied getätigte – Bezahlung an den Mobilfunkverkäufer eine Weiterlei-

tung des Geldes an eine Drittperson / einen Treuhänder in der Türkei nicht aus-

schliesst. Bezogen auf das vorliegend interessierende Kerngeschehen und das 

Handeln des Beschuldigten ist der genaue Ablauf des Geldtransfers zudem ohne-

hin ohne Relevanz, sodass die Frage danach offenbleiben kann. Die Aussagen von 

C._____ sind glaubhaft. 

4.1.5. Gesamthaft betrachtet stehen die glaubhaften Aussagen von C._____ so-

wie die nicht angezweifelten Mobiltelefonauswertungen und Fotodokumentation im 

Zentrum der Beweiswürdigung. Im Gegensatz dazu sind die Aussagen des Be-

schuldigten und B._____ nicht überzeugend und vermögen die Glaubhaftigkeit der 

Aussagen von C._____ nicht zu erschüttern und Zweifel daran zu erwecken. Dass 

C._____ keine Gespräche / Absprachen zwischen dem einem der zwei Begleiter 

und dem Beschuldigten oder B._____ beobachtete, spricht denn auch dafür, dass 

allen Beteiligten bewusst war, welchen Hintergrund die Fahrt hatte. Im Ergebnis hat 

der Beschuldigte zumindest in Kauf genommen, dass die übrigen Reisenden nicht 

über die für die Einreise nötigen Dokumente verfügten und er folglich eine Schlep-

pertätigkeit vornahm. Dafür spricht auch, dass das für die Fahrt verwendete Auto 

bereits am 2. Juli 2021 für eine Schlepperfahrt von E._____ nach Zürich benutzt 

worden war (act. 9/1–10, insbes. act. 9/2). Der anklagegemässe Sachverhalt hin-

sichtlich der Beteiligung des Beschuldigten ist erstellt. 

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4.2. Sachverhalt betreffend Einreise Beschuldigter ohne Reisedokument / Visum 

Der Beschuldigte bejahte, dass seine eigenen Papiere Gesprächsthema zwischen 

ihm und D._____ gewesen seien, verneinte aber, gewusst oder in Kauf genommen 

zu haben, dass er nicht in die Schweiz einreisen durfte (act. 2/5 F/A 3; act. 2/9 S. 9; 

Prot S. 13). Er habe es lediglich unterlassen, die gehörige Sorgfalt walten zu lassen 

(Prot. S. 26 i.V.m. act. 26 S. 9 f.). Das angebliche Unwissen des Beschuldigten ist 

in Anbetracht seiner insgesamt unglaubhaften Aussagen als reine Schutzbehaup-

tung zu erachten. Dies umso mehr, wenn man bedenkt, dass auf seine Nachfrage, 

dass er keine Papiere habe, D._____ ihm angeblich gesagt hat, dass mit seinen 

Papieren alles funktionieren und man ihn nicht kontrollieren werde (act. 2/6 F/A 6 

und 14; act. 2/9 S. 9; Prot. S. 13). Denn Sorge um seine Papiere macht man sich 

nur, wenn man weiss oder zumindest vermutet, dass diese für das geplante Reise-

vorhaben nicht ausreichend sein könnten. Folglich hat der Beschuldigte zumindest 

in Kauf genommen, nicht über die nötigen Papiere für eine Einreise in die Schweiz 

zu verfügen. 

4.3. Sachverhalt betreffend Führen ohne Führerausweis 

Der Beschuldigte gestand ein, auf der fraglichen Fahrt keinen Führerausweis dabei 

gehabt zu haben (Prot. S. 18; Prot. S. 26 i.V.m. act. 26 S. 10). Er besitze einen 

pakistanischen Führerausweis, der in H._____ sei (act. 2/6 F/A 22; Prot. S. 26 

i.V.m. act. 26 S. 10). Unbesehen dessen brachte er niemals vor, einen schweizeri-

schen oder internationalen Führerausweis zu besitzen.  

4.4. Sachverhalt betreffend Kontrollschilder  

Es ist unbestritten, dass das vorderseitig angebrachte Nummernschild des Fahr-

zeugs lediglich ein Papierausdruck war (act. 1/16 S. 7 i.V.m. Prot. S. 26 i.V.m. 

act. 26 S. 11). Der Beschuldigte erklärte, dies nicht bemerkt zu haben (act. 2/9 

S. 11 f.; Prot. S. 19). Der Verteidiger machte geltend, dass das Nummernschild auf 

einer Höhe von ca. 40 cm ab Boden angebracht gewesen und unbekannt sei, von 

welcher Seite der Beschuldigte auf das Auto zugegangen ist (Prot. S. 26 i.V.m. 

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act. 26 S. 11). Deshalb dürfe nicht davon ausgegangen werden, dass der Beschul-

digte das Schild gesehen habe. Es wäre auch nur bei fokussierter Betrachtung al-

lenfalls möglichen gewesen, die Unechtheit zu bemerken. Dieses Vorbringen ver-

fängt nicht. Das (gefälschte) Nummernschild ist augenscheinlich nur mit Klebeband 

befestigt. Da dies bereits ohne nähere Betrachtung auffällt, ist davon auszugehen, 

dass auch der Beschuldigte diesen Umstand bemerkt hat. Ein echtes Nummern-

schild bedarf keiner solchen behelfsmässigen Anbringung, was jeder Autofahrende 

weiss. Entsprechend muss der Beschuldigte zumindest in Kauf genommen haben, 

dass es sich um ein gefälschtes Schild handelte.  

4.5. Sachverhalt betreffend defektes Fahrzeug  

Hinsichtlich des nicht verkehrstauglichen Fahrzeugs erklärte der Beschuldigte, 

dieses vor der Abfahrt nicht kontrolliert zu haben (act. 2/9 S. 12). Die unter anderem 

mittels Fotos dokumentierten, unbestrittenen (Prot. S. 26 i.V.m. act. 26 S. 12) Män-

gel am Fahrzeug sind – selbst für eine fahrzeugunkundige Person – augenfällig 

(act. 1/15 S. 3; act. 1/16 S. 3–8). Entgegen den Vorbringen des Verteidigers (Prot. 

S. 26 i.V.m. act. 26 S. 12) ist dabei als erstellt zu erachten, dass die gesamte hin-

tere Lichtanlage nicht funktionierte und nicht bloss deren Abdeckung kaputt war. 

Denn eben gerade die defekte Lichtanlage war der Grund, weshalb das in der 

Nacht und folglich in der Dunkelheit fahrende Auto von der Polizei angehalten und 

kontrolliert wurde (act. 1/1 S. 2; act. 2/9 S. 11). Auch das weitere Vorbringen, der 

Beschuldigte stamme aus Pakistan, wo Fahrzeuge in einem ähnlichen Zustand fah-

ren würden und eine defekte Lichtabdeckung keine besondere Aufmerksamkeit er-

rege (Prot. S. 26 i.V.m. act. 26 S. 12), verfängt nicht. Es entspricht gerade der all-

gemeinen Lebenserfahrung, dass wer ein Auto zu lenken beabsichtigt, welches au-

genscheinlich kaputte Lichtabdeckungen aufweist, zumindest die betreffende Licht-

anlage noch vor Antritt der Fahrt auf ihre Funktionalität hin kontrolliert und nötigen-

falls möglichst umgehend reparieren lässt. Aufgrund der diversen offensichtlichen 

und damit auch einem unaufmerksamen Betrachter auffallenden Mängel des Fahr-

zeugs hat der Beschuldigte das Nicht-Funktionieren der Lichtanlage zuallermindest 

in Kauf genommen und von den weiteren Mängeln gewusst.  

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4.6. Im Ergebnis bestehen keine ernsthaften Zweifel daran, dass sich die verschie-

denen Sachverhalte im Wesentlichen so begeben haben, wie sie in der Anklage 

umschrieben sind. Sie sind als anklagegemäss erstellt zu erachten. 

II.  Rechtliche Würdigung 

1. Sachverhalt betreffend Befördern Dritter ohne Ausweisdokumente und Vi-

sum in/durch die Schweiz 

1.1. Der amtliche Verteidiger bestreitet, dass die gesparten Kosten für das Zugti-

cket von EUR 60.00 bis EUR 80.00 als unrechtmässige Bereicherung im Sinne von 

Art. 116 Abs. 3 lit. a AIG zu erachten seien (Prot. S. 26 i.V.m. act. 26 S. 8 f.). Als 

Bereicherungsabsicht gilt die Absicht, sich einen rechtswidrigen Vermögensvorteil 

zu verschaffen, wobei der Begriff des Vermögensvorteils weit zu fassen ist (vgl. 

BGer 6B_446/2011, Urteil vom 27. Juli 2012, E. 5.4.2.). Mithin umfasst die Berei-

cherung jede wirtschaftliche Besserstellung. 

1.2.  Vorliegend vermied der Beschuldigte die Ausgaben für das Zugticket und da-

mit die entsprechende Verminderung seiner Aktiven. Im Umkehrschluss erhöhte er 

so indirekt seine Aktiven. Die tiefe Höhe der Bereicherung ist dabei für deren Vor-

liegen unbeachtlich. Es ist anzumerken, dass die Bereicherungsabsicht des Be-

schuldigten in Form einer Ersparnis von EUR 60.00 bis EUR 80.00 auf den ersten 

Blick zwar als gering erscheinen mag. Wenn man jedoch bedenkt, dass der Be-

schuldigte monatlich lediglich EUR 500.00 verdient, welche er durch Schwarzarbeit 

erzielt (Prot. S. 22 f.), so sind EUR 60.00 bis EUR 80.00 durchaus ein existentieller 

Betrag. Die Unrechtmässigkeit dieser Bereicherung liegt in der Widerrechtlichkeit 

der Erleichterungshandlung selber begründet. 

1.3. Sodann ist der in Art. 116 Abs. 3 lit. a AIG geforderte Zusammenhang zwi-

schen der Bereicherung und der Erleichterungshandlung zweifelsohne gegeben, 

da der Beschuldigte die Ticketkosten nur einsparen konnte, indem er die Familie 

C._____ in D._____s Auftrag mit dem Auto fuhr.   

1.4. Im Übrigen wird die rechtliche Würdigung der Anklägerin vom Beschuldigten 

respektive dessen Verteidiger nicht in Frage gestellt. Sie ist denn auch zutreffend. 

- 14 - 

2. Sachverhalt betreffend Führen ohne Führerausweis 

Gemäss Art. 95 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 10 Abs. 2 SVG wird bestraft, wer 

ohne den erforderlichen Führerausweis ein Motorfahrzeug führt. 

Motorfahrzeugführer aus dem Ausland benötigen für die Fahrt in der Schweiz 

gemäss Art. 42 Abs. 1 VZV einen gütligen nationalen (lit. a) oder internationalen 

Führerausweis (lit. b). Dass Vorbringen des Verteidigers, es sei in Anwendung des 

Grundsatzes in dubio pro reo anzunehmen, dass der Beschuldigte über einen 

gültigen pakistanischen Führerausweise verfüge (Prot. S. 26 i.V.m. act. 26 S. 10), 

ist folglich unbeachtlich. Da der Beschuldigte bei seiner Fahrt in der Schweiz 

unbestrittenermassen weder über einen nationalen schweizerischen noch einen 

internationalen Führerausweis verfügte, ist die rechtliche Würdigung der Anklägerin 

nicht zu beanstanden. 

3. Sachverhalt betreffend defektes Fahrzeug 

3.1. Eine grobe Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG begeht, 

wer eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt. 

Fahrzeuge dürfen nur in betriebssicherem und vorschriftsgemässem Zustand ver-

kehren, wobei sie so beschaffen und unterhalten sein müssen, dass die Verkehrs-

regeln befolgt werden können und der Führer, Mitfahrende und andere Strassen-

benützer nicht gefährdet werden (Art. 29 SVG). Es obliegt dem Fahrzeugführer, 

sich über den vorschriftsgemässen Zustand des Fahrzeugs zu vergewissern 

(Art. 57 Abs. 1 VRV).  

3.2. Aufgrund der diversen vorhandenen Schäden war das Auto klarerweise in kei-

nem betriebssicheren und vorschriftsgemässen Zustand, was denn auch unbestrit-

ten blieb (Prot. S. 26 i.V.m. act. 26 S. 12). Wie bereits dargelegt, nimmt eine ernst-

liche Gefahr für andere unweigerlich in Kauf, wer nachts mit einer defekten Licht-

anlage auf einer Autobahn fährt. Denn eine defekte hintere Lichtanlage führt dabei 

dazu, dass ein Auto nachts für andere Verkehrsteilnehmer nur schlecht bis gar nicht 

respektive zu spät sichtbar ist, was die Unfallgefahr erhöht. Dies gilt umso mehr bei 

der hohen auf einer Autobahn gefahrenen Geschwindigkeit, welche eine schnellere 

Reaktion als eine tiefe Geschwindigkeit erfordert. Ebenso ist die restliche rechtliche 

- 15 - 

Würdigung der Anklägerin zutreffend und wird denn auch nicht vom Beschuldigten 

respektive dessen Verteidiger in Frage gestellt (Prot. S. 26 i.V.m. act. 26 S. 11 f.). 

4. Auch im Übrigen (Sachverhalte betreffend Einreise Beschuldigter ohne Rei-

sedokument / Visum, Kontrollschilder sowie Anzahl Insassen und ungesicherte 

Kinder) ist die rechtliche Würdigung der Anklägerin zutreffend und wird vom Be-

schuldigten respektive dessen Verteidiger nicht in Frage gestellt (vgl. Prot. S. 26 

i.V.m. act. 26 S. 2 i.V.m. S. 6 ff.). Der Beschuldigte ist mithin anklagegemäss schul-

dig zu sprechen. 

III.  Strafzumessung 

1. Gesamtstrafe 

1.1. Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzungen für 

mehrere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht zu der Strafe der 

schwersten Straftat und erhöht sie angemessen (Asperation). Es darf jedoch das 

Höchstmass der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte erhöhen und ist 

an das gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden (Art. 49 Abs. 1 StGB). Die 

Bildung einer Gesamtstrafe im Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB ist nur bei gleicharti-

gen Strafen möglich. Ungleichartige Strafen sind kumulativ zu verhängen. Gemäss 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung kommt das Asperationsprinzip nur zur An-

wendung, wenn das Gericht im konkreten Fall für jeden einzelnen Normverstoss 

gleichartige Strafen ausfällt. Dies setzt voraus, dass das Gericht die (hypotheti-

schen) Einzelstrafen sämtlicher Delikte (zumindest gedanklich) gebildet hat. Dass 

die anzuwendenden Strafbestimmungen abstrakt gleichartige Strafen androhen, 

genügt nicht (statt vieler: BGE 144 IV 313, E. 1.1.1, m.w.H.). Geldstrafe und Frei-

heitsstrafe sind keine gleichartigen Strafen im Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB (statt 

vieler: BGE 144 IV 217, E. 2.2). Erst nach Festlegung der Gesamtstrafe für sämtli-

che Delikte sind sodann die Täterkomponenten zu berücksichtigen (BGer 

6B_865/2009, Urteil vom 25. März 2010, E. 1.6.1). 

- 16 - 

1.2. Bei der Gesamtstrafenbildung hat sich das Gericht zur Wahl der jeweiligen 

Strafart für die konkreten Delikte zu äussern und mit Blick auf die Verhältnismäs-

sigkeit zu begründen, wenn es nach Festlegung der Einsatzstrafe für das schwerste 

Delikt auch für die weiteren Taten eine Freiheitsstrafe für erforderlich hält (Art. 41 

Abs. 2 StGB; Art. 50 StGB; BGer 6B_210/2017, Urteil vom 25. September 2017, 

E. 2.2.2.). Bei der Wahl der Sanktionsart sind gemäss Rechtsprechung als wich-

tigste Kriterien die Zweckmässigkeit einer Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Tä-

ter und sein soziales Umfeld sowie ihre präventive Effizienz zu berücksichtigen 

(BGE 134 IV 97, E. 4.2). Für Strafen von weniger als sechs Monaten ist grundsätz-

lich eine Geldstrafe auszusprechen (vgl. Art. 34 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 41 Abs. 1 

StGB; vgl. BGE 137 IV 312, E. 2.4). Eine Freiheitsstrafe ist lediglich dann auszufäl-

len, wenn eine solche geboten erscheint, um den Täter vor weiteren Verbrechen 

oder Vergehen abzuhalten (Art. 41 Abs. 1 lit. a StGB) oder wenn eine Geldstrafe 

voraussichtlich nicht vollzogen werden kann (Art. 41 Abs. 1 lit. b StGB). 

1.3. Mit Ausnahme der mehrfachen einfachen Verkehrsregelverletzung könnte für 

sämtliche vorliegenden Delikte bei je isolierter Betrachtung grundsätzlich eine 

Geldstrafe ausgefällt werden. Da der Beschuldigte jedoch arbeits- und vermögens-

los ist und mangels Wohnsitz in der Schweiz eine Geldstrafe kaum eintreibbar 

wäre, könnte eine solche voraussichtlich nicht vollzogen werden. Entsprechend ist 

in Anwendung von Art. 41 Abs. 1 lit. b StGB für sämtliche Delikte (ausgenommen 

die mehrfache einfache Verkehrsregelverletzung, für welche die Strafart Busse ist) 

jeweils eine Freiheitsstrafe auszusprechen. Aus den auszufällenden Freiheitsstra-

fen ist infolge Gleichartigkeit und in Anwendung von Art. 49 Abs. 1 StGB sodann 

eine Gesamtstrafe zu bilden. 

2. Einsatzstrafe 

2.1. Ausgangspunkt für die Strafzumessung bildet gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB die 

schwerste vom Beschuldigten begangene Tat. Anhand dieser ist sodann zunächst 

der Strafrahmen unter Einbezug aller strafschärfenden und strafmildernden Um-

stände zu bestimmen. Ein Unter- respektive Überschreiten des ordentlichen Straf-

rahmens ist indessen nur angebracht, wenn aussergewöhnliche Umstände vorlie-

gen und die für die betreffende Tat angeordnete Strafe im konkreten Fall zu hart 

- 17 - 

beziehungsweise zu milde erscheint. Grundsätzlich ist stets vom ordentlichen Straf-

rahmen des schwersten Delikts auszugehen (BGE 136 IV 55, E. 5.8). 

2.2. Vorliegend ist die schwerste Tat die qualifizierte Förderung der rechtswidrigen 

Ein- oder Ausreise oder des rechtswidrigen Aufenthalts im Sinne von Art. 116 

Abs. 1 lit. a AIG in Verbindung mit Art. 116 Abs. 3 lit. a AIG. Der ordentliche Straf-

rahmen liegt bei drei bis maximal 180 Tagessätzen Geldstrafe à mindestens 

Fr. 30.00 (in Ausnahmefällen Fr. 10.00) bis maximal Fr. 3'000.00 (Art. 34 Abs. 1 

i.V.m. Abs. 2 StGB), respektive drei Tagen bis fünf Jahren Freiheitsstrafe (Art. 40 

Abs. 1 StGB). Die aus obgenannten Gründen vorliegend auszufällende Freiheits-

trafe ist mit einer Geldstrafe zu verbinden. Aussergewöhnliche Umstände sind vor-

liegend sodann keine gegeben, weshalb allfällige Strafschärfungs- oder Strafmilde-

rungsgründe im Sinne von Art. 49 Abs. 1 respektive Art. 48 StGB innerhalb des or-

dentlichen Strafrahmens zu berücksichtigen sind. 

3. Strafzumessung im engeren Sinne 

3.1. Innerhalb des Strafrahmens bemisst das Gericht die Strafe nach dem Ver-

schulden des Täters. Es berücksichtigt dabei das Vorleben und die persönlichen 

Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters (Art. 47 Abs. 1 

StGB). Das Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung 

des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweg-

gründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit der Täter nach 

den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder Ver-

letzung zu vermeiden (Art. 47 Abs. 2 StGB). 

Der Begriff des Verschuldens muss sich auf den gesamten Unrechts- und Schuld-

gehalt der konkreten Straftat beziehen. Zunächst ist die objektive Schwere des De-

likts festzulegen und zu bewerten. Dabei ist anhand des Ausmasses des Erfolgs 

sowie auf Grund der Art und Weise des Vorgehens zu beurteilen, wie stark das 

strafrechtlich geschützte Rechtsgut beeinträchtigt worden ist. Hinsichtlich des sub-

jektiven Verschuldens sind insbesondere das Motiv, die Beweggründe, die Willens-

richtung sowie das Mass an Entscheidungsfreiheit des Täters zu beurteilen. 

- 18 - 

3.2. Innerhalb des Strafrahmens ist sodann die Täterkomponente zu berücksichti-

gen. Sie umfasst die persönlichen Verhältnisse, das Vorleben, insbesondere 

frühere Strafen, und das Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren, also etwa 

gezeigte Reue und Einsicht, oder ein Geständnis (BGer 6B_523/2018, Urteil vom 

23. August 2018, E. 2.2). 

4. Tatkomponente  

4.1.  Hinsichtlich der objektiven Tatschwere der qualifizierten Förderung der 

rechtswidrigen Einreise ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte zwar nur eine 

Fahrt vornahm, indes gleich sechs Personen, darunter drei überdies nicht gesi-

cherte Kinder, in einem verkehrsuntauglichen Fahrzeug beförderte. Erleichternd ist 

zu berücksichtigen, dass sich die Personen zwar teils ungesichert, aber dennoch 

alle zumindest im Fahrgastraum befanden. Die Route führte über die offiziellen 

Strassen und war – abgesehen vom Sich-Verfahren – direkt gewählt. Auch hat der 

Beschuldigte eine Pause eingelegt, sodass ein Toilettengang möglich war. In sub-

jektiver Hinsicht ist erschwerend zu werten, dass der Beschuldigte die Notsituation 

der Familie C._____ wissentlich ausnutzte und an ihrem Unglück verdiente. Dies 

zeugt von grossem Egoismus und Mangel an Empathie. Das Verschulden des Be-

schuldigten ist insgesamt als noch leicht zu werten. Die Einsatzstrafe ist auf sieben 

Monate festzulegen. Die zwingend erforderliche Geldstrafe ist auf zehn Tagessätze 
festzulegen. 

4.2. Betreffend die rechtswidrige Einreise ist in objektiver Hinsicht zu beachten, 

dass der Beschuldigte zwar gar kein Reisedokument und Visum hatte und über 

keine Aufenthaltsbewilligung für den gesamten Schengenraum verfügte. Indes 

wollte er lediglich durchreisen, wozu er die offizielle Grenze passierte. In subjektiver 

Hinsicht ist der blosse Eventualvorsatz zu berücksichtigen, da der Beschuldigte es 

unterlassen hat, sich zu informieren. Sein Verschulden ist insgesamt als sehr leicht 

zu erachten. Im Rahmen der Asperation rechtfertigt sich eine Straferhöhung um 

zehn Tage. 

- 19 - 

4.3. Hinsichtlich des Fahrens ohne Berechtigung fällt objektiv erschwerend ins Ge-

wicht, dass ein gültiger Führausweis die grundsätzliche Fahrfähigkeit des Betref-

fenden bestätigt. Der Beschuldigte konnte sich jedoch überhaupt nicht, auch nicht 

mit einem ausländischen Führerausweis, ausweisen und beförderte nicht nur sich 

selber, sondern auch noch sechs weitere Personen, darunter drei Kinder. Zudem 

hatte er bereits eine nicht unbeträchtliche Distanz (K._____, Italien, bis Zürich), zu-

rückgelegt, dies allerdings unfallfrei. In subjektiver Hinsicht handelte der Beschul-

digte direktvorsätzlich. Aufgrund des insgesamt leichten Verschuldens ist eine As-

peration um 25 Tage vorzunehmen. 

4.4. Betreffend den Missbrauch von Ausweis und Schildern ist objektiv zu berück-

sichtigen, dass das Kontrollschild augenscheinlich nicht echt war. Der Beschuldigte 

hat zwar nur eine, wenn auch etwas längere Fahrt mit dem Auto unternommen. In 

subjektiver Hinsicht liegt Eventualvorsatz vor. Das Verschulden ist als leicht zu er-

achten. Es rechtfertigt sich eine Asperation um weitere 25 Tage. 

4.5. Hinsichtlich der groben Verkehrsregelverletzung ist objektiv erschwerend, 

dass das Auto aufgrund mehrerer Schäden und offenkundig verkehrsuntauglich 

war. Insbesondere die defekte hintere Lichtanlage stellte bei der nächtlichen Fahrt 

auf der Autobahn eine grosse potentielle Gefahr dar. Erleichternd fällt dabei ins 

Gewicht, dass es nachts weniger Verkehr hat, sodass die Unfallgefahr entspre-

chend wiederum sinkt. Zudem geschah die Tat im Sommer, wo es länger hell ist, 

sodass die aufgrund einer defekten Lichtanlage vorhandene Unfallgefahr ebenfalls 

etwas vermindert wird. Subjektiv erschwerend ist, dass dem Beschuldigte die of-

fensichtlichen Schäden bereits vor Antritt der Fahrt bekannt waren und er aufgrund 

der sichtbaren Beschädigung der Lichtanlage auch deren Nichtfunktionieren zu-

allermindest in Kauf genommen hat. Das Verschulden ist insgesamt als noch leicht 

zu bewerten. Es sind insgesamt 70 Tage zu asperieren.  

4.6. Es resultiert eine tat- und schuldangemessene Gesamtfreiheitsstrafe von elf 

Monaten und zehn Tagen und eine Geldstrafe von zehn Tagessätzen. 

- 20 - 

5. Täterkomponente 

5.1. Der heute 27-jährige Beschuldigte führte bezüglich seines Vorlebens und sei-

nen persönlichen Verhältnissen zusammengefasst aus, in L._____, Pakistan, ge-

boren zu sein. Zur Schule sei er nicht gegangen. Er habe den Koran studiert, in 

Europa eine Elektriker-Anlehre gemacht und als Elektriker gearbeitet. Heute lebe 

er in H._____ "im Asyl", wobei das mit dem Asyl ein noch laufender Prozess sei. 

Eine Arbeitsbewilligung habe er keine. Wenn, dann arbeite er schwarz. Monatlich 

verdiene er ca. EUR 500.00, von welchen er seine Wohn- und Essenkosten decken 

könne. In Pakistan habe er Schulden von ca. Fr. 6'000.00. Er habe keinen Vater 

mehr, nur noch die Mutter und Geschwister in Pakistan. Seine in Pakistan geschlos-

sene Ehe mit seiner Cousine sei geschieden. Aktuell lebe er weder in einer Part-

nerschaft noch habe er Kinder. Er komme finanziell für seine Mutter auf. Gesund-

heitlich gehe es ihm gut (act. 2/1 F/A 70 ff.; act. 2/4 F/A 8; act. 2/6 F/A 63, act. 2/8 

F/A 4 ff.; Prot. S. 22 ff.).  

5.2. Seine persönlichen Verhältnisse, insbesondere auch seine Vorstrafenlosig-

keit (vgl. act. 11/1), wirken sich neutral auf die Strafzumessung aus. Das Teilge-

ständnis betreffend rechtswidrige Einreise und mehrfache einfache Verkehrsregel-

verletzung fällt nur leicht ins Gewicht, erfolgte das Geständnis doch in Anbetracht 

einer beinahe erdrückenden Beweislage. Reue äusserte der Beschuldigte lediglich 

anlässlich seiner Einvernahmen vom 15. Juli 2021 hinsichtlich seiner eigenen 

rechtswidrige Einreise (act. 2/4 F/A 10; act. 2/5 F/A 3). Diese Reue ist in Anbetracht 

ihrer Marginalität nicht weiter zu beachten. Weitere relevante Straferhöhungs- oder 

Strafminderungsgründe sind keine ersichtlich. 

5.3. Aufgrund des Teilgeständnisses ist eine Strafreduktion von zehn Tagen Frei-

heitsstrafe vorzunehmen. Mithin resultiert eine Gesamtfreiheitsstrafe von elf Mona-

ten Freiheitsstrafe und zehn Tagessätzen Geldstrafe. 

6. Tagessatzhöhe 

6.1. Der Regeltagessatz einer Geldstrafe beträgt mindestens Fr. 30.00 und höchs-

tens Fr. 3'000.00 (Art. 34 Abs. 2 StGB). Die Tagessatzhöhe bestimmt sich nach 

- 21 - 

den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt des 

Urteils, namentlich nach Einkommen und Vermögen, Lebensaufwand, allfälligen 

Familien- und Unterstützungspflichten sowie nach dem Existenzminimum. 

6.2. Wie bereits ausgeführt, erklärte der Beschuldigte hinsichtlich seiner Einkom-

mens- und Vermögenssituation, er verfüge über keine Arbeitsbewilligung, sondern 

verdiene lediglich mit Schwarzarbeit monatlich ca. EUR 500.00, womit er seine ei-

genen Kosten decke. Sodann komme er für seine Mutter auf und habe Schulden 

von ca. Fr. 6'000.00 (vgl. act. 2/1 F/A 70 ff.; act. 2/4 F/A 8; act. 2/6 F/A 63, act. 2/8 

F/A 4 ff.; Prot. S. 22 ff.). In Anbetracht dessen scheint es gerechtfertigt, die Höhe 

des Tagessatzes auf das reguläre Minimum von Fr. 30.00 festzulegen.  

7. Busse 

7.1. Für die von der Gesamtstrafe ausgenommene Begehung der einfachen Ver-

kehrsregelverletzung ist eine Busse zwischen Fr. 1.00 und Fr. 10'000.00 auszufäl-

len (Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 106 Abs. 1 StGB). Die Deliktsmehrheit wirkt sich 

innerhalb des ordentlichen Strafrahmens straferhöhend aus (BSK StGB I-HEIM-

GARTNER, Art. 106 N 37). 

7.2. Das Gericht bemisst den Betrag der Busse je nach den Verhältnissen des 

Täters so, dass dieser die Strafe erleidet, die seinem Verschulden angemessen ist 

(Art. 106 Abs. 3 StGB). Zu berücksichtigen sind dabei das Vorleben und die per-

sönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters 

(Art. 47 Abs. 1 StGB). Für die Festsetzung der Bussenhöhe ist primär das Verschul-

den massgebend, wobei sekundär der finanziellen Leistungsfähigkeit Rechnung zu 

tragen ist. Für die Verhältnisse des Täters relevant sind namentlich sein Einkom-

men, sein Vermögen, sein Familienstand und seine Familienpflichten, sein Beruf, 

sein Alter und seine Gesundheit (BGE 129 IV 20, E. 6.1). 

7.3. In objektiver Hinsicht erschwerend ist, dass der Beschuldigte die Tat mehrfach 

beging. Sodann transportierte er auf der nicht unbeträchtlichen Strecke nicht nur 

zwei Personen mehr als zulässig, sondern führte überdies auch drei, teils noch sehr 

kleine Kinder ungesichert mit. Insbesondere für die zwei kleinen Kinder wäre die 

- 22 - 

Verletzungsgefahr bei einem Unfall sehr hoch gewesen. In subjektiver Hinsicht liegt 

direkter Vorsatz vor. Das Verschulden wiegt nicht mehr leicht. In Anbetracht der 

Täterkomponente, insbesondere der bereits ausgeführten, sehr knappen finanziel-

len Verhältnisse, scheint jedoch eine Busse von Fr. 500.00 tat- und schuldange-

messen. 

8. Haftanrechnung 

Die vorliegend bis dato 181 Tage Untersuchungs- respektive Sicherheitshaft (vgl. 

act. 7/2 i.V.m. act. 15/A) sind dem Beschuldigten vollumfänglich auf die auszufäl-

lende Freiheitsstrafe anzurechnen (Art. 51 StGB; BGE 135 IV 126, E. 1.3.6, 

m.w.H.). 

9. Gesamthaft ist der Beschuldigte mit einer Freiheitsstrafe von elf Monaten (wo-

von bis und mit heute 181 Tage durch Haft erstanden sind) sowie mit einer Geld-

strafe von zehn Tagessätzen zu Fr. 30.00 und einer Busse von Fr. 500.00 zu be-

strafen. 

IV.  Vollzug 

1. Der Beschuldigte ist nicht vorbestraft und wurde insbesondere in den letzten 

fünf Jahren vor den eingeklagten Taten zu keiner Freiheitsstrafe von mehr als 

sechs Monaten verurteilt (act. 11/1). Eine günstige Prognose wird somit grundsätz-

lich vermutet (Art. 42 Abs. 1 und 2 StGB; BGE 134 IV 1, E. 4.2.2). Gründe, welche 

die Vermutung der guten Prognose umstossen könnten, sind nicht ersichtlich. Da-

her ist ihm für die verhängte Freiheits- und Geldstrafe der bedingte Strafvollzug zu 

gewähren, unter Ansetzung der Mindestprobezeit von zwei Jahren (Art. 44 Abs. 1 

StGB). 

2. Die auszufällende Busse ist zu bezahlen (Art. 105 Abs. 1 StGB). Für das 

schuldhafte Nichtbezahlen der Busse ist eine Ersatzfreiheitsstrafe festzulegen 

(Art. 106 Abs. 2 StGB). Hat das Gericht bereits die Höhe des Tagessatzes für eine 

Geldstrafe ermittelt, ist diese Tagessatzhöhe als Umrechnungsschlüssel zu ver-

wenden (BGE 134 IV 60, E. 7.3.3). Vorliegend ist für das schuldhafte Nichtbezahlen 

- 23 - 

der Busse von Fr. 500.00 aufgrund der ermittelten Tagessatzhöhe von Fr. 30.00 

eine (auf ganze Tage gerundete) Ersatzfreiheitsstrafe von 17 Tagen zu verhängen. 

V.  Landesverweisung und Schengener Informationssystem 

1. Landesverweisung 

1.1. Das Gericht verweist einen Ausländer, der wegen einer der in Art. 66a Abs. 1 

StGB aufgeführten Handlungen verurteilt wird, unabhängig von der Höhe der Strafe 

mindestens für fünf und maximal für 15 Jahre aus der Schweiz (vgl. auch Art. 121 

Abs. 5 BV). Die konkrete Bemessung der Dauer obliegt dem urteilenden Gericht, 

welches insbesondere den Grundsatz der Verhältnismässigkeit zu beachten hat 

(Botschaft zur Änderung des Strafgesetzbuchs und des Militärstrafgesetzes vom 

26. Juni 2013, BBl 2013 6021). 

1.2. Der Beschuldigte ist unter anderem der qualifizierten Förderung der rechts-

widrigen Ein- oder Ausreise oder des rechtswidrigen Aufenthalts im Sinne von 

Art. 116 Abs. 1 lit. a AIG in Verbindung mit Art. 116 Abs. 3 lit. a AIG schuldig zu 

sprechen. Dabei handelt es sich gemäss Art. 66a Abs. 1 lit. n StGB um eine Kata-

logtat, welche in aller Regel zur Landesverweisung des Täters führt. Die Landes-

verweisung ist unabhängig davon anzuordnen, ob eine Strafe bedingt oder unbe-

dingt ausgesprochen wurde (BGE 144 IV 168, E. 1.4.1; 6B_1024/2019, Urteil vom 

29. Januar 2020, E. 1.3.1.) Das Gericht kann nur ausnahmsweise von einer Lan-

desverweisung absehen, wenn diese (kumulativ) für den Ausländer in einer Ge-

samtbetrachtung einen schweren persönlichen Härtefall bewirken würde und die 

öffentlichen Interessen an der Landesverweisung gegenüber den privaten Interes-

sen des Ausländers am Verbleib in der Schweiz nicht überwiegen (Art. 66a Abs. 2 

StGB). Diese sogenannte Härtefallklausel ist nach dem Willen des Gesetzgebers 

restriktiv anzuwenden (BGE 144 IV 332, E. 3.3.1). 

1.3. Der Verteidiger äusserte sich nicht zu der von der Anklägerin beantragten 

Landesverweisung von sieben Jahren (vgl. Prot. S. 26 i.V.m. act. 26). Der Beschul-

digte verfügt einzig über die pakistanische Staatsangehörigkeit (Prot. S. 6). Er ist 

weder in der Schweiz geboren, aufgewachsen noch hier wohnhaft und hat keinerlei 

- 24 - 

Beziehungen zur oder in der Schweiz (u.a. act. 2/4 F/A 7). Alsdann bat er selber 

um Rücksendung nach Frankreich (act. 2/3 F/A 3).  

1.4. Nach dem Gesagten liegt weder ein begründeter schwerer persönlicher Här-

tefall noch ein anderer Grund für ein Rückschiebeverbot vor, womit sich auch die 

Interessenabwägung zwischen den persönlichen und öffentlichen Interessen erüb-

rigt. Aufgrund der gesamten Umständen und der Schwere der Tat rechtfertigt es 

sich, eine Landesverweisung von sieben Jahren auszusprechen. 

2. Ausschreibung im Schengener Informationssystem 

2.1. Landesverweisungen gegenüber Ausländern aus Staaten, die nicht zum 

Schengen-Raum gehören, werden im Schengener Informationssystem ausge-

schrieben, wenn davon auszugehen ist, dass die Anwesenheit der betreffenden 

Person im Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaates die öffentliche Sicherheit und Ord-

nung gefährdet. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn der Drittstaatsangehö-

rige wegen einer Straftat verurteilt worden ist, die mit mindestens einem Jahr Frei-

heitsstrafe bedroht ist (Art. 24 Abs. 2 SIS-II-VO, vgl. Art. 96 Abs. 2 lit. a SDÜ), es 

sei denn, ein anderer Schengen-Vertragsstaat hätte dieser Person aus humanitä-

ren oder anderen gewichtigen Gründen eine Aufenthaltsbewilligung erteilt oder zu-

gesichert (Art. 25 SDÜ; vgl. zum Ganzen BVGer C-4656/2012, Urteil vom 24. Sep-

tember 2015, E. 4.). Gemäss dem Bundesgericht ist dabei entscheidend, ob die 

Straftat, für welche der Beschuldigte verurteilt wird, im Höchstmass mit einer Frei-

heitsstrafe von einem Jahr oder mehr bedroht ist (BGE 147 IV 340, E. 4., m.w.H.). 

An die Annahme einer 'Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung' seien 

keine allzu hohen Anforderungen zu stellen. Insbesondere sei nicht erforderlich, 

dass von der betroffenen Person eine tatsächliche, gegenwärtige und hinreichend 

schwere Gefährdung ausgehe, die ein Grundinteresse der Gesellschaft berühre. 

Es genüge, wenn die betroffene Person wegen einer oder mehrerer Straftaten ver-

urteilt worden sei, welche die öffentliche Sicherheit oder Ordnung gefährden und 

die einzeln oder gemeinsam betrachtet von einer gewissen Schwere sind. 

2.2. Beim Beschuldigten handelt es sich um einen Drittstaatsangehörigen. Er ist 

unter anderem der qualifizierten Förderung der rechtswidrigen Ein- oder Ausreise 

- 25 - 

oder des rechtswidrigen Aufenthalts im Sinne von Art. 116 Abs. 1 lit. a AIG in Ver-

bindung mit Art. 116 Abs. 3 lit. a AIG schuldig zu sprechen. Das Gesetz sieht hierfür 

eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren vor. Bei einer Schleppertätigkeit handelt 

es sich damit um ein Verbrechen, welches das Rechtsgut der territorialen Hoheits-

gewalt verletzt. Da eine Schleppertätigkeit nicht auf die Schweiz beschränkt ist, 

sondern die Verletzung der territorialen Hoheitsgewalt weiterer Staaten (i.c. insbe-

sondere Italien als Start- und Deutschland als Zielort der fraglichen Fahrt) naheliegt, 

drängt sich der Schutz des gesamten Schengenraums auf. Sodann hat der Be-

schuldigte sich gleich noch vier weiterer Delikte schuldig gemacht, die jeweils mit 

einer Höchststrafe von bis zu drei Jahren bedroht sind. Demnach rechtfertigt es 

sich, die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem 

vorzunehmen. Die damit einhergehende Einschränkung seiner Bewegungsfreiheit 

im gesamten Schengenraum hat der Beschuldigte in Kauf zu nehmen. Im Übrigen 

stünde die Ausschreibung einem allfällig zu Gunsten des Beschuldigten verlaufen-

des Asylverfahren in Frankreich (oder einem anderen Schengen-Staat) nicht ent-

gegen, da die übrigen Schengen-Staaten die Einreise in ihr Hoheitsgebiet im Ein-

zelfall bei Vorliegen besonderer Gründe dennoch bewilligen können (BGE 147 IV 

340, E. 4.10, m.w.H.). 

3. Der Beschuldigte ist für sieben Jahre des Landes zu verweisen. Zusätzlich ist 

die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem an-

zuordnen. 

VI.  Einziehung 

1. Gemäss Art. 263 Abs. 1 StPO können unter anderem Gegenstände, die als 

Beweismittel gebraucht werden oder zur Einziehung in Frage kommen, beschlag-

nahmt werden. Ist die Beschlagnahme eines Gegenstandes  

nicht vorher aufgehoben worden, so ist im Endentscheid über seine Rückgabe an 

die berechtigte Person, seine Verwendung zur Kostendeckung oder seine Einzie-

hung zu befinden (Art. 267 Abs. 3 StPO). 

- 26 - 

2. Die Anklägerin beantragte, über die einzig als Beweismittel beschlagnahmten 

Gegenstände (zwei Mobiltelefone; act. 5/3) zu entscheiden und den beschlag-

nahmten Personenwagen (act. 5/4) einzuziehen und zu vernichten (act. 14 S. 7). 

Der Verteidiger äusserte sich nicht dazu (Prot. S. 26 i.V.m. act. 26).  

3. Die Mobiltelefone und der Personenwagen wurden als Tatinstrumente zur 

Organisation respektive Durchführung einer Straftat (Schleppertätigkeit) verwen-

det. Sie könnten bei einer allfälligen Herausgabe erneut zum selben Zweck ge-

nutzt werden. Entsprechend sind sie gestützt auf Art. 69 StGB einzuziehen. Erfah-

rungsgemäss ist einzig der Personenwagen allenfalls gewinnbringend verwertbar. 

Folglich ist das Fahrzeug der Lagerbehörde zur gutscheinenden Verwendung zu 

überlassen. Ein allfälliger Verwertungserlös würde dem Staat verfallen, unter Ab-

zug der Verwertungs- und Verfahrenskosten. Die Mobiltelefone sind der Lagerbe-

hörde zur Vernichtung zu überlassen. 

VII.  Kostenfolgen 

1. Kostenauflage 

Da der Beschuldigte zu verurteilen ist, sind ihm die gesamten Verfahrenskosten 

aufzuerlegen, mit Ausnahme derjenigen der amtlichen Verteidigung, welche auf die 

Gerichtskasse zu nehmen sind (Art. 426 Abs. 1 StPO). Die Gerichtsgebühr ist da-

bei auf Fr. 1'500.00 zu veranschlagen (§ 14 Abs. 1 lit. a GebV OG). 

2. Amtliche Verteidigung 

2.1. Die amtliche Verteidigung ist für ihre Aufwendungen nach dem Anwaltstarif zu 

entschädigen. Das urteilende Gericht legt die Entschädigung am Ende des Verfah-

rens im Sachurteil fest (Art. 135 Abs. 1 und 2 StPO; BGer 6B_611/2012 und 

6B_693/2012, Urteil vom 19. April 2013, E. 5.4.). Der Beschuldigte ist darauf hin-

zuweisen, dass er verpflichtet ist, dem Kanton diese Entschädigung zurückzube-

zahlen, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 

StPO). 

- 27 - 

2.2. Bezüglich seiner Entschädigungsforderung reichte der amtliche Verteidiger 

anlässlich der Hauptverhandlung eine Honorarnote über Fr. 11'671.90 (inkl. Bar-

auslagen und 7.7 % MwSt.) ins Recht (act. 25). Die geltend gemachten Bemühun-

gen sind ausgewiesen und erscheinen angesichts der Schwierigkeit und des Um-

fangs des Falls als angemessen. Hinzuzurechnen sind 6 ½ Stunden für die heutige 

Hauptverhandlung (4 ½-stündige Hauptverhandlung, zzgl. 2 Stunden Weg), mithin 

Fr. 1'540.10 (inkl. 7.7 % MwSt.). Es resultiert eine Gesamtentschädigung in der 

Höhe von gerundet Fr. 13'250.00. 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig  

- der qualifizierten Förderung der rechtswidrigen Ein- oder Ausreise oder 

des rechtswidrigen Aufenthalts im Sinne von Art. 116 Abs. 1 lit. a AIG 

in Verbindung mit Art. 116 Abs. 3 lit. a AIG; 

- der rechtswidrigen Einreise im Sinne von Art. 115 Abs. 1 lit. a AIG in 

Verbindung mit Art. 5 Abs. 1 lit. a AIG; 

- des Fahrens ohne Berechtigung im Sinne von Art. 95 Abs. 1 lit. a SVG 

in Verbindung mit Art. 10 Abs. 2 SVG; 

- des Missbrauchs von Ausweisen und Schildern im Sinne von Art. 97 

Abs. 1 lit. f SVG; 

- der groben Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG 

in Verbindung mit Art. 29 SVG sowie Art. 57 Abs. 1 VRV; 

- der mehrfachen einfachen Verkehrsregelverletzung durch Mitführen ei-

nes nicht gesicherten Kindes unter 12 Jahren sowie durch Mitführen 

von einer in Bezug auf die bewilligten Sitzplätze überzähligen Person 

im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 57 Abs. 5 lit. a 

SVG sowie Art. 30 Abs. 1 SVG und Art. 3a Abs. 1 und 4 VRV sowie 

Art. 60 Abs. 2 VRV. 

- 28 - 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 11 Monaten Freiheitsstrafe (wovon bis 

und mit heute 181 Tage durch Haft erstanden sind) sowie mit einer Geld-

strafe von 10 Tagessätzen zu Fr. 30.00 und einer Busse von Fr. 500.00.  

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe und der Geldstrafe wird aufgeschoben und 

die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen. 

4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle 

eine Ersatzfreiheitsstrafe von 17 Tagen. 

5. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a Abs. 1 lit. n StGB für 7 Jahre 

des Landes verwiesen. 

6. Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informati-

onssystem angeordnet. 

7. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis vom 29. Oktober 

2021 beschlagnahmte Fahrzeug Audi A4, Kontrollschilder ... (Lagerort: Poli-

zeikaserne, Kasernenstr. 29, 8004 Zürich) wird eingezogen und der 

Bezirksgerichtskasse Dietikon zur gutscheinenden Verwendung überlassen. 

Ein allfälliger Verwertungserlös verfällt dem Staat, unter Abzug der 

Verwertungs- und Verfahrenskosten. 

8. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis vom 29. Oktober 

2021 beschlagnahmten Gegenstände (Lagerort: Kantonspolizei Zürich, As-

servaten-Triage), nämlich 

- 1 Mobiltelefon Samsung, rot (A015'212'961); 

- 1 Mobiltelefon F1, schwarz (A015'213'839), 

werden eingezogen und der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen. 

- 29 - 

9. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 1'500.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 2'000.00   Gebühr für das Vorverfahren; 
Fr. 900.00   Auslagen Polizei (Mobiltelefonauswertung); 
Fr. 41.80   Entschädigung Zeuge. 
 

10. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher 

Verteidiger des Beschuldigten aus der Gerichtskasse mit Fr. 13'250.00 (inkl. 

Barauslagen und 7.7 % MwSt.) entschädigt. 

11. Die Kosten des Vorverfahrens und des gerichtlichen Verfahrens, 

ausgenommen diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschul-

digten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die 

Staatskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss 

Art. 135 Abs. 4 StPO.  

12. Mündliche Eröffnung, Begründung und schriftliche Mitteilung als unbegrün-

detes Urteil an 

- den amtlichen Verteidiger, im Doppel für sich und zuhanden des Beschul-
digten (übergeben); 

- die Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis (überbracht); 
- das Staatssekretariat für Migration SEM, 3003 Bern (versandt); 
- das Migrationsamt des Kantons Zürich, Berninastr. 45, Postfach, 8090 

Zürich (versandt; vorab per E-Mail) 

und hernach als begründetes Urteil an 

- den amtlichen Verteidiger, im Doppel für sich und zuhanden des Beschul-
digten; 

- die Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis; 
- das Staatssekretariat für Migration SEM, 3003 Bern; 
- das Migrationsamt des Kantons Zürich, Berninastr. 45, Postfach, 8090 

Zürich; 

sowie nach Eintritt der Rechtskraft an 

- die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A und unter Beilage des 
Formulars "Löschung des DNA-Profils und ED-Materials"; 

- 30 - 

- das Migrationsamt des Kantons Zürich, Berninastr. 45, Postfach, 8090 
Zürich;  

- die Kantonspolizei Zürich, Polizeikaserne, Kasernenstr. 29, 8004 Zürich, 
unter Hinweis auf Disp.-Ziff. 7;  

- die Kantonspolizei Zürich, KDM-FS-A, Zeughausstr. 11, Postfach, 
8021 Zürich, unter Hinweis auf Disp.-Ziff. 8;  

- die Bezirksgerichtskasse Dietikon, unter Hinweis auf Disp.-Ziff. 7. 

13. Gegen dieses Urteil kann innert 10 Tagen von der Eröffnung an beim Be-
zirksgericht Dietikon, Einzelgericht in Strafsachen, Postfach, 8953 Dietikon, 

mündlich oder schriftlich Berufung angemeldet werden. 

Mit der Berufung kann das Urteil in allen Punkten umfassend angefochten 

werden. Mit der Berufung können gerügt werden: 

Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung des Ermessens, 

Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung, die unvollständige und unrich-

tige Feststellung des Sachverhaltes oder Unangemessenheit. 

Die Berufung erhebende Partei hat binnen 20 Tagen nach Zustellung des 
begründeten Entscheids dem Obergericht des Kantons Zürich, Strafkammer, 

Postfach, 8021 Zürich, eine schriftliche Berufungserklärung einzureichen. 
Sie hat darin anzugeben, ob sie das Urteil vollumfänglich oder nur in Teilen 

anficht, welche Abänderungen des erstinstanzlichen Urteils sie verlangt. 

Werden nur Teile des Urteils angefochten, ist verbindlich anzugeben, auf 

welche sich die Berufung beschränkt. 

Bei offensichtlich verspäteten Berufungsanmeldungen oder Berufungserklä-

rungen wird auf die Berufung ohne Weiterungen nicht eingetreten. 

Der amtliche Verteidiger des Beschuldigten kann gegen die Festsetzung sei-

nes Honorars innert 10 Tagen von der Eröffnung an beim Obergericht des 
Kantons Zürich, III. Strafkammer, Postfach, 8021 Zürich, schriftlich und be-

gründet Beschwerde einreichen. 

 

- 31 - 

Dietikon, 11. Januar 2022 
 

BEZIRKSGERICHT DIETIKON 
Einzelgericht in Strafsachen 

 
Der Bezirksrichter: 

 
 
 

lic. iur. B. Hoffmann 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

MLaw A. Tresch 

 

	Urteil vom 11. Januar 2022 (begründete Fassung)
	Anklage:
	An der Hauptverhandlung anwesende Parteien:
	Anträge:
	Erwägungen:
	I.   Sachverhalt

	1. Vorbemerkungen
	2. Grundlagen der Beweiswürdigung
	3. Glaubwürdigkeit
	4. Glaubhaftigkeit
	II.   Rechtliche Würdigung

	1. Sachverhalt betreffend Befördern Dritter ohne Ausweisdokumente und Visum in/durch die Schweiz
	1.1. Der amtliche Verteidiger bestreitet, dass die gesparten Kosten für das Zugticket von EUR 60.00 bis EUR 80.00 als unrechtmässige Bereicherung im Sinne von Art. 116 Abs. 3 lit. a AIG zu erachten seien (Prot. S. 26 i.V.m. act. 26 S. 8 f.). Als Berei...
	1.2.  Vorliegend vermied der Beschuldigte die Ausgaben für das Zugticket und damit die entsprechende Verminderung seiner Aktiven. Im Umkehrschluss erhöhte er so indirekt seine Aktiven. Die tiefe Höhe der Bereicherung ist dabei für deren Vorliegen unbe...
	1.3. Sodann ist der in Art. 116 Abs. 3 lit. a AIG geforderte Zusammenhang zwischen der Bereicherung und der Erleichterungshandlung zweifelsohne gegeben, da der Beschuldigte die Ticketkosten nur einsparen konnte, indem er die Familie C._____ in D._____...
	1.4. Im Übrigen wird die rechtliche Würdigung der Anklägerin vom Beschuldigten respektive dessen Verteidiger nicht in Frage gestellt. Sie ist denn auch zutreffend.
	2. Sachverhalt betreffend Führen ohne Führerausweis
	3. Sachverhalt betreffend defektes Fahrzeug
	3.1. Eine grobe Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG begeht, wer eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt. Fahrzeuge dürfen nur in betriebssicherem und vorschriftsgemässem Zustand verkehren, wo...
	3.2. Aufgrund der diversen vorhandenen Schäden war das Auto klarerweise in keinem betriebssicheren und vorschriftsgemässen Zustand, was denn auch unbestritten blieb (Prot. S. 26 i.V.m. act. 26 S. 12). Wie bereits dargelegt, nimmt eine ernstliche Gefah...
	4. Auch im Übrigen (Sachverhalte betreffend Einreise Beschuldigter ohne Reisedokument / Visum, Kontrollschilder sowie Anzahl Insassen und ungesicherte Kinder) ist die rechtliche Würdigung der Anklägerin zutreffend und wird vom Beschuldigten respektive...
	III.   Strafzumessung
	6.1. Der Regeltagessatz einer Geldstrafe beträgt mindestens Fr. 30.00 und höchstens Fr. 3'000.00 (Art. 34 Abs. 2 StGB). Die Tagessatzhöhe bestimmt sich nach den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt des Urteils, namen...
	6.2. Wie bereits ausgeführt, erklärte der Beschuldigte hinsichtlich seiner Einkommens- und Vermögenssituation, er verfüge über keine Arbeitsbewilligung, sondern verdiene lediglich mit Schwarzarbeit monatlich ca. EUR 500.00, womit er seine eigenen Kost...
	IV.   Vollzug
	V.   Landesverweisung und Schengener Informationssystem
	VI.   Einziehung
	VII.   Kostenfolgen

	1. Kostenauflage
	Da der Beschuldigte zu verurteilen ist, sind ihm die gesamten Verfahrenskosten aufzuerlegen, mit Ausnahme derjenigen der amtlichen Verteidigung, welche auf die Gerichtskasse zu nehmen sind (Art. 426 Abs. 1 StPO). Die Gerichtsgebühr ist dabei auf Fr. 1...

	2. Amtliche Verteidigung
	2.1. Die amtliche Verteidigung ist für ihre Aufwendungen nach dem Anwaltstarif zu entschädigen. Das urteilende Gericht legt die Entschädigung am Ende des Verfahrens im Sachurteil fest (Art. 135 Abs. 1 und 2 StPO; BGer 6B_611/2012 und 6B_693/2012, Urte...
	2.2. Bezüglich seiner Entschädigungsforderung reichte der amtliche Verteidiger anlässlich der Hauptverhandlung eine Honorarnote über Fr. 11'671.90 (inkl. Barauslagen und 7.7 % MwSt.) ins Recht (act. 25). Die geltend gemachten Bemühungen sind ausgewies...

	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 11 Monaten Freiheitsstrafe (wovon bis und mit heute 181 Tage durch Haft erstanden sind) sowie mit einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu Fr. 30.00 und einer Busse von Fr. 500.00.
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe und der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen.
	4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 17 Tagen.
	5. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a Abs. 1 lit. n StGB für 7 Jahre des Landes verwiesen.
	6. Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem angeordnet.
	7. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis vom 29. Oktober 2021 beschlagnahmte Fahrzeug Audi A4, Kontrollschilder ... (Lagerort: Polizeikaserne, Kasernenstr. 29, 8004 Zürich) wird eingezogen und der Bezirksgerichtskasse Dietikon zur...
	8. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis vom 29. Oktober 2021 beschlagnahmten Gegenstände (Lagerort: Kantonspolizei Zürich, Asservaten-Triage), nämlich
	- 1 Mobiltelefon Samsung, rot (A015'212'961);
	- 1 Mobiltelefon F1, schwarz (A015'213'839),

	werden eingezogen und der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen.
	9. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:
	10. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher Verteidiger des Beschuldigten aus der Gerichtskasse mit Fr. 13'250.00 (inkl. Barauslagen und 7.7 % MwSt.) entschädigt.
	11. Die Kosten des Vorverfahrens und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Staatskasse genommen; vorbehalten bleibt ein...
	12. Mündliche Eröffnung, Begründung und schriftliche Mitteilung als unbegründetes Urteil an
	- den amtlichen Verteidiger, im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten (übergeben);
	- die Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis (überbracht);
	- das Staatssekretariat für Migration SEM, 3003 Bern (versandt);
	- das Migrationsamt des Kantons Zürich, Berninastr. 45, Postfach, 8090 Zürich (versandt; vorab per E-Mail)
	und hernach als begründetes Urteil an
	- den amtlichen Verteidiger, im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten;
	- die Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis;
	- das Staatssekretariat für Migration SEM, 3003 Bern;
	- das Migrationsamt des Kantons Zürich, Berninastr. 45, Postfach, 8090 Zürich;
	sowie nach Eintritt der Rechtskraft an

	- die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A und unter Beilage des Formulars "Löschung des DNA-Profils und ED-Materials";
	- das Migrationsamt des Kantons Zürich, Berninastr. 45, Postfach, 8090 Zürich;
	- die Kantonspolizei Zürich, Polizeikaserne, Kasernenstr. 29, 8004 Zürich, unter Hinweis auf Disp.-Ziff. 7;
	- die Kantonspolizei Zürich, KDM-FS-A, Zeughausstr. 11, Postfach, 8021 Zürich, unter Hinweis auf Disp.-Ziff. 8;
	- die Bezirksgerichtskasse Dietikon, unter Hinweis auf Disp.-Ziff. 7.
	13. Gegen dieses Urteil kann innert 10 Tagen von der Eröffnung an beim Bezirksgericht Dietikon, Einzelgericht in Strafsachen, Postfach, 8953 Dietikon, mündlich oder schriftlich Berufung angemeldet werden.