# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d40ba458-1076-5fd2-bebf-9ef285a57cb6
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-12-12
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 4. Kammer 12.12.2023 U 2023 38
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_004_U-2023-38_2023-12-12.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

U 23 38

4. Kammer 

Vorsitz Righetti

RichterIn Brun und Audétat

Aktuarin ad hoc Fuchs

URTEIL

vom 12. Dezember 2023

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____ AG, 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Erich Bosshard, 

Beschwerdeführerin

gegen

Amt für Immobilienbewertung Graubünden, 

Beschwerdegegner

betreffend Amtliche Bewertung/Schätzung

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I. Sachverhalt:

1. Die A._____ AG, Alleineigentümerin des Mehrfamilienhauses B._____, 

Parzelle Nr. F._____ ([...]), inkl. Autounterstand, Parzelle Nr. G._____, in 

C._____, nahm im Jahr 2015 an der Liegenschaft diverse 

Renovationsarbeiten vor. Aufgrund der gemachten Investitionen wandte 

sie sich an die Gebäudeversicherung (GVG GR) mit dem Ersuchen um 

Anpassung der Versicherungssumme. Im Rahmen der gemeindeinternen 

Revisionsbewertung der Gemeinde C._____ wurde das Amt für 

Immobilienbewertung (AIB) darauf aufmerksam, dass das Grundstück 

Nr. F._____ der A._____ AG aufgrund der Renovation neu zu bewerten 

sei, weshalb das AIB dies dann auch von Amtes wegen tat. Das AIB 

bewertete die Liegenschaft mit Verfügung vom 14. Oktober 2022 neu mit 

einem Verkehrswert von CHF 6.5 Mio. Für die Vornahme der Bewertung 

stellte das AIB der A._____ AG eine Gebühr von CHF 7'287.50 in 

Rechnung. 

2. Gegen die Bewertungsverfügung vom 14. Oktober 2022 erhob die 

A._____ AG, vertreten durch den Präsidenten des Verwaltungsrates 

D._____, am 11. November 2022 Einsprache beim AIB. Sie beantragte, 

es sei auf die Bewertungsgebühr zu verzichten; eventualiter seien die 

Kosten und der Zeitaufwand für die Schätzung im Detail nachzuweisen; 

subeventualiter sei eine Gebühr von max. CHF 1'600.-- zu erheben. Zur 

Begründung führte die A._____ AG an, dass die Bewertungsgebühr in 

Höhe von CHF 7'287.50 viel zu hoch sei, zumal eine solche Schätzung 

minimalen Aufwand benötige und der fiktive (amtlich) ermittelte Wert 

massiv vom Marktwert abweiche. Sollte die obligatorische 

Gebäudeversicherung diesen Wert übernehmen, sei das Gebäude 

deutlich unterversichert. 

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3. Nach (erfolglosem) Mailverkehr zwischen der A._____ AG und dem AIB 

zur einvernehmlichen Klärung der Sache legte der Amtsleiter E._____ den 

Sachverhalt und die rechtliche Lage mit Schreiben vom 30. Januar 2023 

für die A._____ AG genau dar mit der Bitte um Stellungnahme bis zum 

13. Februar 2023. 

4. Mit Schreiben vom 12. Februar 2023 bestätigte die A._____ AG, dass sie 

an ihrer Einsprache aus den bisher genannten Gründen festhalte. Ferner 

beantragte sie, die Rechnung anzupassen oder ganz zu stornieren. Sollte 

das AIB dem nicht Folge leisten, ersuche die A._____ AG um 

Fristverlängerung zur Konsultation eines Anwaltes.

5. Das AIB räumte der A._____ AG mit Schreiben vom 16. Februar 2023 eine 

Frist bis zum 24. März 2023 für die Einreichung einer allfälligen 

Stellungnahme ein. Es hielt überdies fest, dass die veranschlagte Gebühr 

von CHF 7'287.50 den gesetzlichen Vorgaben entspreche und daher nicht 

verhandelbar sei. 

6. In ihrer Stellungnahme vom 22. März 2023 bezweifelte die A._____ AG 

die Rechtmässigkeit der der Gebühr zugrundeliegenden 

Rechtsgrundlagen, weshalb diese integral angefochten werden. Im 

Weiteren habe die A._____ AG das Gefühl ungleich behandelt zu werden, 

weshalb sie den Departementsvorsteher informiert habe. Dass die Kosten 

einer Anpassung der Versicherungssumme das Vielfache der 

Jahresprämie betragen, sei ungerechtfertigt und verletze das 

Äquivalenzprinzip. 

7. Dieselben Zweifel und Rügen äusserte die A._____ AG mit Schreiben vom 

22. März 2023 gegenüber dem Departement für Finanzen und Gemeinden 

(DFG). Es bestehe aus Sicht der A._____ AG keinen sachlichen Grund, 

weshalb eine Neubewertung alle zehn Jahre lediglich bei privaten 

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Eigentümern vorgenommen werde, während dies bei Grundstücken der 

Eidgenossenschaft nur auf Antrag erfolge. Ihr sei auch kein anderer 

Kanton bekannt, der bei der Anpassung der Versicherungssumme 

Gebühren in Höhe des Mehrfachen der Jahresprämie verlange. Diese 

bisherige Praxis sei nicht gesetzeskonform. Durch das AIB liege eine 

Ermessensunterschreitung vor. Die A._____ AG reiche aus diesem 

Grunde – vorbehalten eines allfälligen Irrtums – Aufsichtsbeschwerde 

gegen E._____ ein. 

8. Mit Einspracheentscheid vom 12. April 2023 wies das AIB die Einsprache, 

soweit darauf eingetreten wurde, ab. Die der Gebühr zugrundeliegenden 

Rechtsgrundlagen bewegten sich im Rahmen der von der Regierung 

eingeräumten Gesetzesdelegation, weshalb die Rüge der 

Gesetzeswidrigkeit der Verordnung unsachlich und abzuweisen sei. Auch 

liege kein Verstoss gegen das Kostendeckungs- und Äquivalenzprinzip 

vor. Der Gesetzgeber habe durch die Verordnungsbestimmung 

pauschalisiert und damit bewusst auf Differenzierungen zugunsten des 

Rechtsgleichheitsgebots verzichtet. Im Übrigen habe die A._____ AG ihre 

Rüge betreffend rechtsungleiche Behandlung nicht genügend 

substantiiert, weshalb nicht darauf eingetreten werde. 

9. Gegen den Einspracheentscheid erhob die A._____ AG (nachfolgend: 

Beschwerdeführerin) am 4. Mai 2023 Beschwerde an das 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit dem Rechtsbegehren, 

es seien der angefochtene Einspracheentscheid vom 12. April 2023 

aufzuheben und auf jegliche Gebühren zu verzichten; eventualiter sei die 

Gebühr auf CHF 1'600.-- zu reduzieren; subeventualiter sei der Entscheid 

aufzuheben und an die Vorinstanz zur Neubeurteilung zurückzuweisen 

und es seien die Kosten angemessen zu reduzieren; alles unter Kosten- 

und Entschädigungsfolgen zulasten des AIB (nachfolgend: 

Beschwerdegegner). Die Beschwerdeführerin rügt eine Verletzung des 

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rechtlichen Gehörs aufgrund der in ihrem letzten Schreiben an den 

Beschwerdegegner und das DFG unbeantwortet gelassenen Fragen 

sowie der fehlenden nachvollziehbaren Berechnung der Gebühr. Überdies 

mangle es an einer rechtlichen Grundlage für die rechtskonforme 

Berechnung möglicher Gebühren. Der in der Verordnung vorgesehenen 

Berechnung liege ein linearer Gebührentarif zugrunde, während das 

Gesetz einen degressiven Gebührentarif vorschreibe. Der starre 

Promillesatz verletze sodann das Äquivalenzprinzip.

10. Der Beschwerdegegner beantragt in seiner Beschwerdeantwort vom 

29. Juni 2023 die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten 

ist, unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge. Der 

Beschwerdegegner bestreitet die Vorwürfe. Eine Beantwortung der 22 

Fragen der Beschwerdeführerin erachtete er als unverhältnismässig und 

kaum weiterführend, zumal er diese bereits mehrfach über die 

Rechtsgrundlagen in Kenntnis gesetzt habe. Aus diesem Grunde habe er 

den Einspracheentscheid erlassen. Betreffend Berechnung der Gebühr 

könne der gleichentags ergangenen Bewertungsverfügung die genaue 

Berechnung entnommen werden und im zahlreichen Mailverkehr habe 

man der Beschwerdeführerin wiederholt die genaue Berechnung erörtert. 

Im Weiteren sei klarzustellen, dass es sich bei der vorgenommenen 

Bewertung nicht um eine – wie von der Beschwerdeführerin angenommen 

– Revisions- sondern um eine Antragsbewertung handle. Für diese 

bestehe eine ausreichende gesetzliche Grundlage. Die promillenmässige 

Gebühr werde mit einem Rabatt verbunden, weshalb jene bei niedrigen 

Werten schneller steigen würde als bei hohen. Der Einwand des linearen 

Satzes sei daher unzutreffend. 

11. Replicando führt die Beschwerdeführerin am 18. August 2023 aus, dass 

die Unterscheidung, ob es sich um eine Revisions- oder 

Antragsbewertung handle, an der Rechtsproblematik (Verletzung des 

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Gesetzesvorrangs, des Äquivalenz- und Kostendeckungsprinzips) nichts 

ändere. Überdies habe der Beschwerdegegner bislang immer von einer 

Revisionsbewertung gesprochen. Auch führe die Gewährung eines 

einmaligen Rabattes nicht zu einem degressiven Gebührentarif. 

12. Duplicando entgegnet der Beschwerdegegner am 6. September 2023, 

dass er durchgehend von einer Antragsbewertung gesprochen habe. Es 

sei weiter darauf hinzuweisen, dass unterschiedliche Regelungen in den 

Kantonen kein Anzeichen für eine rechtsungleiche Behandlung seien, 

sondern das Rechtsgleichheitsgebot jene nicht ausschliesse. Überdies 

seien die Systeme generell nicht vergleichbar. Entgegen der Auffassung 

der Beschwerdeführerin verfüge der Beschwerdegegner über kein 

Ermessen bei der Gebührenfestsetzung, sondern habe sich an die 

verbindlich geregelte Gesetzesgrundlage zu halten. 

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften und die übrigen 

Akten wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen 

eingegangen. 

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1.1. Die an der Liegenschaft der Beschwerdeführerin vorgenommenen 

Investitionen erfolgten im Jahr 2015 und damit vor des seit 1. Januar 2018 

in Kraft getretenen Gesetzes über die amtlichen Immobilienbewertungen 

(IBG; BR 850.100). Art. 21 Abs. 1 IBG sieht vor, dass 

Bewertungsverfahren, die vor Inkrafttreten des IBG bereits eingeleitet 

worden sind, altrechtlich – nach dem Gesetz über die amtlichen 

Schätzungen (SchG; BR 850.100; in Kraft von 1. Januar 2007 bis 

31. Dezember 2017) – zu beurteilen sind. Gebühren und Kostenanteile 

werden hingegen auch bei hängigen Bewertungsverfahren nach neuem 

Recht, also gemäss IBG, erhoben. Einzig bei Revisionsbewertungen im 

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vierten Revisionsturnus werden den Gemeinden die Kostenanteile nach 

altem Recht verrechnet (Art. 21 Abs. 2 IBG). Die Beschwerdeführerin hat 

nach den vorgenommenen Investitionen im Jahr 2015 kein 

Bewertungsverfahren beantragt, obwohl ein solches aufgrund der Höhe 

der getätigten Investitionen – über CHF 5 Mio. – vorgesehen gewesen 

wäre (Art. 9 Abs. 2 und 3 der Verordnung über die amtlichen Schätzungen 

[SchV; BR 850.110; in Kraft von 1. Januar 2015 bis 31. Dezember 2015]). 

Da vor Inkrafttreten des IBG kein Bewertungsverfahren eingeleitet worden 

ist und in Anbetracht der in Art. 21 Abs. 2 IBG vorgesehene Regelung, ist 

das IBG auf das vorliegenden Verfahren anwendbar. 

1.2. Gegen Einspracheentscheide des AIB kann innert 30 Tagen seit Mitteilung 

Beschwerde beim Verwaltungsgericht erhoben werden (Art. 20 Abs.1 

IBG). Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ergibt sich aus 

Art. 49 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; 

BR 370.100), wonach das Verwaltungsgericht Beschwerden gegen 

Entscheide von Dienststellen der kantonalen Verwaltung und von 

unselbständigen Anstalten des kantonalen Rechts beurteilt, soweit das 

kantonale Recht den direkten Weiterzug vorsieht, was hier – wie 

vorstehend dargelegt (vgl. Art. 20 Abs. 1 IBG) – der Fall ist. 

Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 12. April 2023 des 

Beschwerdegegners betreffend die Bewertungsverfügung vom 

14. Oktober 2022 (amtliche Bewertung des Mehrfamilienhauses, Parzelle 

Nr. F._____ und G._____, Gemeinde C._____).

1.3. Als Eigentümerin und somit als formelle sowie materielle Adressatin des 

angefochtenen Entscheids ist die Beschwerdeführerin berührt und weist 

ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung auf (vgl. Art. 50 Abs. 1 

VRG). Auf die zudem frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist 

demnach einzutreten. 

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2. Streitgegenstand bildet die Frage, ob der Beschwerdegegner für die 

Liegenschaftsbewertung eine Gebühr in Höhe von CHF 7'287.50 

festsetzen durfte. In diesem Zusammenhang ist überdies zu klären, ob die 

Erhebung der Gebühr auf einer genügenden gesetzlichen Grundlage 

beruht. Insbesondere Art. 37 VAIB ist auf seine Übereinstimmung mit dem 

übergeordneten Recht zu überprüfen. Soweit die Beschwerdeführerin die 

rechnungsbegründende Bewertungsverfügung vom 14. Oktober 2022 

(beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 1) moniert, ist vorliegend nicht 

darauf einzutreten, da lediglich der Einspracheentscheid 

Anfechtungsobjekt ist. Bei Erhebung der Einsprache wird das 

Verwaltungsverfahren denn auch durch den Einspracheentscheid 

abgeschlossen, welcher die ursprüngliche Verfügung ersetzt (BGE 142 V 

337 E.3.2.1).

3.1. Die Beschwerdeführerin rügt eine Verletzung des Anspruchs auf 

rechtliches Gehör. Da der Anspruch auf rechtliches Gehör formeller Natur 

ist, dessen Verletzung in der Regel zur Aufhebung des angefochtenen 

Entscheides führt – ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in 

der Sache selbst – ist dessen mögliche Verletzung als Erstes zu prüfen 

(BGE 142 II 218 E.2.8.1). Die Beschwerdeführerin macht in formeller 

Hinsicht geltend, der Beschwerdegegner habe ihren Anspruch auf 

rechtliches Gehör verletzt, da es die im Schreiben vom 22. März 2023 

gestellten Fragen (Bg-act. 10 = beschwerdeführerische Akten [Bf-act.] 3) 

nicht beantwortet und stattdessen einfach den Einspracheentscheid gefällt 

habe. Überdies liesse sich der Rechnung vom 14. Oktober 2022 nicht 

entnehmen, wie der Betrag von CHF 7'287.50 zustande gekommen sei. 

3.2. Der Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung 

der Schweizerischen Eidgenossenschaft [BV; SR 101]) verpflichtet die 

Behörde, die Vorbringen der betroffenen Person tatsächlich zu hören, zu 

prüfen und in der Entscheidfindung zu berücksichtigen, weshalb sie ihren 

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Entscheid zu begründen hat. Die Begründung muss so abgefasst sein, 

dass der Betroffene den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht anfechten 

kann. Die Behörde muss kurz die wesentlichen Überlegungen nennen, 

von denen sie sich hat leiten lassen und auf welche sie ihre Verfügung 

stützt. Dies heisst nicht, dass sich die Behörde ausdrücklich mit jeder 

tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand 

auseinandersetzen muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid 

wesentlichen Gesichtspunkte bzw. auf jene Aspekte beschränken, welche 

sie ohne Willkür als wesentlich betrachtet (BGE 133 III 439 E.3.3; Urteil 

des Bundesgerichts 1C_170/2009 vom 28. August 2009 E.2.2; Urteil des 

Bundesverwaltungsgerichts A-4741/2021 vom 8. November 2023 E.2.2). 

3.3. Der Beschwerdeführerin ist entgegenzuhalten, dass die Rechnung vom 

14. Oktober 2022 auf die rechtlichen Bestimmungen nach VAIB hinweist 

(Bg-act. 2 = Bf-act. 1). Gleichzeitig wurde auch die Verfügung über ein 

nichtlandwirtschaftliches Grundstück erlassen, welche den 

Investitionsbetrag von CHF 5'750'000.00 ausdrücklich nennt (Bg-act. 1 = 

Bf-act. 1). Sodann hat der Beschwerdegegner mit E-Mail vom 16. Januar 

2023 (Bg-act. 6) genau dargelegt, wie die Berechnung der Gebühr erfolgt 

ist (unter Ansetzung der 1,4 Promille und der Rabattierung von 25 %). Wie 

der Beschwerdegegner zutreffend festhält, verbleibt ihm bei der 

Ansetzung der Gebühr aufgrund der klaren Vorgaben von Art. 37 VAIB 

keinerlei Spielraum, um diese zu verändern bzw. einen anderen Betrag zu 

erlassen. Insofern hätte eine Beantwortung der doch umfangreichen 

Fragen im Schreiben vom 22. März 2023 ins Leere gezielt (Bg-act. 10 = 

Bf-act. 3). Überdies vermögen einige der gestellten Fragen – wie bspw. 

"Auf welcher Berechnung beruht der Ansatz von 1,4 Promille?", "Mit 

welcher Begründung hat sich der Verordnungsgeber über den 

Gesetzeswortlaut hinweggesetzt?", "Was ist die Begründung dafür, dass 

der Kanton Graubünden im Gegensatz zu allen anderen uns bekannten 

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Kantonen für die Schätzung eine Gebühr erhebt, ist doch eine 

Versicherung ohne Schätzung gar nicht möglich?" usw. – nur der 

Gesetzgeber bzw. Verordnungsgeber zu beantworten. Dem 

Beschwerdegegner kann folglich kein Vorwurf gemacht werden, dass er 

im Anschluss an das beschwerdeführerische Schreiben den anfechtbaren 

Einspracheentscheid erlassen hat, in welchem er diejenigen Fragen, die 

in seinem Zuständigkeitsbereich liegen, so weit wie möglich beantwortet 

hat. Der Beschwerdegegner hat somit dem Anspruch auf rechtliches 

Gehör in Form der Begründung seines Entscheides unter Angabe der 

wesentlichen Gesichtspunkte, von denen er sich in seiner 

Entscheidfindung hat leiten lassen, genüge getan. Eine Verletzung des 

rechtlichen Gehörs liegt folglich nicht vor. Die Beschwerde erweist sich in 

diesem Punkt als unbegründet. 

4.1. Die Beschwerdeführerin rügt, dass die herangezogenen 

Rechtsgrundlagen – IBG und VAIB – für die Berechnung und Festsetzung 

der Gebühr nicht ausreichen. Vorab ist kurz auf die rechtliche Qualifikation 

des erhobenen Betrages von CHF 7'287.50 einzugehen. Die rechtliche 

Qualifikation der öffentlichen Abgabe ist insofern von Bedeutung, als dass 

an das Erfordernis der gesetzlichen Grundlage unterschiedlich hohe 

Anforderungen zu stellen sind und verschiedene Bemessungsgrundsätze 

zur Anwendung gelangen (TSCHANNEN/MÜLLER/KERN, Allgemeines 

Verwaltungsrecht, 5. Aufl., Bern 2022, Rz. 582). Im Sinne von Art. 16 

Abs. 1 IBG haben die Abgabepflichtigen eine Gebühr als Gegenleistung 

für die vorgenommene Immobilienbewertung zu entrichten. Es handelt 

sich somit bei dem strittigen Betrag von CHF 7'287.50 um eine 

Kausalabgabe in Gestalt einer Verwaltungsgebühr. 

4.2. Bei der Überprüfung von Erlassen ist zwischen konkreter und abstrakter 

Normenkontrolle zu unterscheiden. Sowohl das IBG als auch die VAIB 

sind in Kraft getreten, weshalb deren Anfechtung im Rahmen einer 

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abstrakten Normenkontrolle nicht mehr möglich ist. Es ist daher im 

Nachfolgenden eine konkrete Normenkontrolle durchzuführen (zum 

Ganzen vgl. BGE 142 I 99 E.4.3.5; 136 I 49). Sollte sich der Rechtssatz 

als fehlerhaft erweisen, wird dieser im konkreten Fall nicht angewendet 

und die Gebührenrechnung aufgehoben (KIENER/RÜTSCHE/KUHN, a.a.O., 

S. 373; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-4741/2021 vom 

8. November 2023 E.3.3). 

4.3. Der Gebührenrechnung vom 14. Oktober 2022 in Höhe von CHF 7'287.50 

liegen Art. 37 Abs. 1 lit. b VAIB und Art. 37 Abs. 2 VAIB zugrunde (Bg-

act. 2 = Bf-act. 1). Folglich ist Art. 37 VAIB auf seine Konformität mit dem 

übergeordneten Recht zu überprüfen. Gemäss Art. 31 Abs. 1 der 

Verfassung des Kantons Graubünden (KV; BR 110.100) erlässt der 

Grosse Rat – als gesetzgebendes Organ (Art. 30 Abs. 1 KV) – alle 

wichtigen Bestimmungen in Form des Gesetzes. Als wichtige 

Bestimmungen sieht Art. 31 Abs. 2 Ziff. 2 KV insbesondere solche vor, die 

den Kreis der Abgabepflichtigen, den Gegenstand und die 

Bemessungsgrundlagen von Abgaben, soweit diese nicht von 

geringfügiger Natur sind, regeln. Gestützt darauf wurde das IBG erlassen. 

Dieses regelt die Durchführung der amtlichen Immobilienbewertung im 

Kanton Graubünden durch das AIB (Art. 1 Abs. 1 und Art. 2 Abs. 1 IBG). 

Betreffend Gebühren- und Kostenregelung sieht Art. 16 Abs. 1 IBG 

allgemein vor, dass die Kosten der amtlichen Bewertung durch Gebühren 

und Kostenanteile gedeckt werden. Handelt es sich um eine 

Antragsbewertung, gehen die Gebühren vollständig zu Lasten der 

Eigentümerinnen und Eigentümer oder der Antragsstellenden (Art. 16 

Abs. 2 IBG). Wird hingegen eine Revisionsbewertung vorgenommen, sind 

die Kosten durch mehrere Subjekte zu tragen (Art. 16 Abs. 3 IBG). Dabei 

handelt es sich um Kostenanteile der Gebäudeversicherung Graubünden 

und der kantonalen Steuerverwaltung (lit. a) und Gebühren der 

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Gemeinden (lit. b) wie auch von Eigentümerinnen und Eigentümern (lit. c). 

Daraus folgt, dass sowohl bei der Antrags- als auch bei der 

Revisionsbewertung Gebühren für die amtliche Bewertung durch die 

Eigentümer und Eigentümerinnen zu entrichten sind.

4.4. Art. 17 IBG konkretisiert die von den Eigentümern und Eigentümerinnen 

zu entrichtenden Gebühren. Abs. 1 derselben Bestimmung legt den 

Gebührenrahmen generell auf CHF 150 bis 25'000.-- pro 

Bewertungsobjekt fest. Eine genauere Gebührenbemessung ist sodann 

Abs. 2 zu entnehmen. Auch hier spielt es keine Rolle, ob es sich um eine 

Antrags- oder Revisionsbewertung handelt; in beiden Fällen beträgt die 

Gebühr bei getätigten Investitionen höchstens 1,7 Promille des 

aufgewendeten Betrages (Art. 17 Abs. 2 lit. b Ziff. 2 IBG). Die Ansätze für 

die Gebühren und Gebührendegression legt die Regierung aufgrund einer 

Kostenrechnung fest (Art. 16 Abs. 4 IBG). Zu prüfen ist, ob gestützt auf 

diese Bestimmungen Art. 37 VAIB erlassen werden durfte resp., ob die 

Voraussetzungen für eine Gesetzesdelegation erfüllt sind. 

4.5. Als Gesetzesdelegation gilt die Übertragung von 

Rechtssetzungskompetenzen vom Gesetzgeber (Parlament) an den 

Verordnungsgeber (Regierung). Gemäss bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung müssen folgende vier Voraussetzungen kumulativ erfüllt 

sein: (1) Die Gesetzesdelegation darf nicht durch die Verfassung 

ausgeschlossen sein, (2) die Delegationsnorm muss in einem Gesetz 

enthalten sein, (3) die Delegationsnorm muss sich auf eine bestimmte, 

genau umschriebene Materie beschränken und (4) die Grundzüge der 

delegierten Materie müssen in einem Gesetz umschrieben sein (BGE 118 

Ia 245 E.3b; 123 I 248 E.3; 126 I 180 E.2a.bb; 128 I 113 E.3c; 130 I 113 

E.2.2; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-4741/2021 vom 

8. November 2023 E.3.3; PVG 2004 Nr. 21 E.1b; 

HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Aufl., 

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Zürich 2021, S. 89). Die Verfassung des Kantons Graubünden verbietet 

eine solche Gesetzesdelegation nicht (PVG 2013 Nr. 2 E. 2b). Sodann ist 

die Delegationsnorm in Art. 16 Abs. 4 IBG zu erblicken, wonach die 

Regierung die Ansätze für Gebühren und die Gebührendegression 

aufgrund der Kostenrechnung festlegt. Die Regierung wird somit 

ermächtigt, die Gebühren festzulegen, wobei die erwähnte Bestimmung 

den delegierten Regelungsbereich genau und hinreichend bestimmt. 

Zuletzt sind Grundzüge der delegierten Materie im IBG umschrieben. 

Art. 17 Abs. 1 IBG regelt als Gegenstand die von den Eigentümern und 

Eigentümerinnen (Subjekt) zu entrichtenden Gebühren pro 

Bewertungsobjekt. Dabei legt es eine Gebühr in einem Umfang von 

CHF 150 bis 25'000.-- fest und konkretisiert in Abs. 2 derselben 

Bestimmung noch den maximal zulässigen Promilleansatz. So darf die 

Gebühr bei Investitionen bei Antragsbewertungen mit Bewertungspflicht 

(lit. b Ziff. 1) oder Revisionsbewertungen mit Investitionen (lit. b Ziff. 2) 

höchstens 1,7 Promille des aufgewendeten Betrages ausmachen. Die 

beanstandete Gebührenregelung legt damit die geschuldete Abgabe zum 

Vornherein rechtssatzmässig klar und für die Pflichtigen voraussehbar 

fest. Anhand dieser Vorgaben konkretisierte der Verordnungsgeber in 

Art. 37 VAIB die zu erhebenden Gebühren weiter. Es liegt folglich eine 

zulässige Gesetzesdelegation vor. In einem nächsten Schritt ist zu prüfen, 

ob die Verordnungsbestimmung auch in materiell-rechtlicher Hinsicht 

gesetzeskonform ist. 

5.1. Die Beschwerdeführerin rügt, dass der in Art. 37 Abs. 1 lit. b VAIB 

vorgesehene fixe Ansatz von 1,4 Promille gegen die in Art. 16 Abs. 4 IBG 

vorgesehene Gebührendegression verstosse. Vielmehr handle es sich um 

einen linear verlaufenden Gebührentarif, was dem Äquivalenzprinzip 

zuwiderlaufe. 

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5.2. Art. 16 Abs. 4 IBG statuiert, dass die Regierung die Ansätze für die 

Gebühren und die Gebührendegression aufgrund einer Kostenrechnung 

festlegt. Das Gesetz schreibt somit vor, dass die Gebührenerhebung 

degressiv zu erfolgen hat, d.h. dass je höher der aufgewendete Betrag ist, 

desto geringer sollte die erhobene Gebühr sein. Art. 17 Abs. 1 und Abs. 2 

IBG geben weiter den Rahmen vor, in der sich die Gebühr zu bewegen 

hat: Die Gebühr hat zwischen CHF 150 und 25'000.-- zu liegen und beträgt 

für Investitionen bei Anträgen mit Bewertungspflicht und 

Revisionsbewertungen maximal 1,7 Promille. Entsprechend legte der 

Verordnungsgeber den Promilleansatz auf 1,4 Promille fest (Art. 37 Abs. 1 

lit. b VAIB). Gemäss Art. 37 Abs. 2 VAIB wird für die Gebühren gemäss 

Abs. 1 ab einem Gebührenanteil von CHF 5'000.-- ein Rabatt von 25 % 

gewährt. Diese Rabattierung führt zwar dazu, dass der Gebührentarif für 

Investitionskosten bis ca. CHF 3.5 Mio. linear verläuft, darüber hinaus 

allerdings degressiv abfällt. Mit anderen Worten steigt die Gebührenhöhe 

bei niedrigen Investitionskosten unter CHF 3.5 Mio. schneller an als bei 

Investitionskosten über CHF 3.5 Mio. Mit der Rabattierung wird der 

bisherige lineare Anstieg derart abgeschwächt, sodass ein 

gesetzeskonformer degressiver Verlauf entsteht. Es ist auch nicht zu 

beanstanden, dass bis zum Investitionsbetrag von CHF 3.5 Mio. ein fixer 

Promillebetrag vorgesehen ist, zumal Art. 16 Abs. 4 IBG der Regierung die 

Möglichkeit eingeräumt hat, auch die Ansätze der Gebührendegression zu 

bestimmen. Entgegen der beschwerdeführerischen Behauptung handelt 

es sich vorliegend um einen gesetzeskonformen degressiven 

Gebührentarif. Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als 

unbegründet.

6.1. Die Beschwerdeführerin rügt, dass die erhobene Gebühr von 

CHF 7'287.50 gegen das Kostendeckungs- und Äquivalenzprinzip 

verstosse. Insbesondere der starre Promillesatz von 1,4 Promille würde 

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dem Äquivalenzprinzip zuwiderlaufen. Die Höhe der Kausalabgaben wird 

durch das Äquivalenzprinzip und das Kostendeckungsprinzip begrenzt. 

Das Äquivalenzprinzip konkretisiert das Verhältnismässigkeitsprinzip im 

Abgaberecht und soll gewährleisten, dass die Höhe der Kausalabgabe in 

einem vernünftigen Verhältnis zum Wert der erbrachten Leistung bzw. des 

Vorteils steht (Urteil des Bundesgerichts 6B_253/2019 vom 1. Juli 2019 

E.3.4). Der Wert der Leistung bemisst sich entweder nach dem 

wirtschaftlichen Nutzen, den sie dem Einzelnen verschafft – sog. 

nutzenorientierte Betrachtung aus der Optik des Leistungsempfängers – 

oder nach dem Kostenaufwand der konkreten Inanspruchnahme im 

Verhältnis zum gesamten Aufwand des betreffenden Verwaltungszweigs 

– sog. aufwandorientierte Betrachtung aus der Optik des 

Leistungserbringers – (Urteil des Bundesgerichts 2C_973/2019 vom 

27. Januar 2020 E.2.2.2). Dabei ist darauf hinzuweisen, dass die 

Bemessung oft nach schematischen Kriterien erfolgt, sodass es nicht nötig 

ist, dass die Gebühren dem genauen Nutzen bzw. Aufwand entsprechen. 

Es ist in diesem Zusammenhang nicht notwendig, dass die Gebühren in 

jedem Fall genau dem Verwaltungsaufwand entsprechen; sie sollen 

indessen nach sachlich vertretbaren Kriterien bemessen sein und nicht 

Unterscheidungen treffen, für die keine vernünftigen Gründe ersichtlich 

sind (BGE 120 Ia 171 E.2a; WIEDERKEHR, – Arten, Bemessung und 

Gesetzmässigkeit: eine Übersicht über die neuere Rechtsprechung und 

Doktrin, recht 3/23 S. 136). So sind schematische, auf Wahrscheinlichkeit 

und Durchschnittserfahrungen beruhende Tarife im Bereich der 

Kausalabgaben vor allem aus Gründen der Praktikabilität verbreitet. Sie 

sind insbesondere dann rechtsgleich und willkürfrei, wenn sie sich an 

einem Durchschnittssachverhalt orientieren. Schematisierte und 

pauschalisierte Bemessungsgrundlagen sind namentlich für Gebühren 

zulässig (Urteil des Bundesgerichts 2C_973/2019 vom 27. Januar 2020 

E.2.2.3). 

- 16 -

6.2. Das Kostendeckungsprinzip zielt darauf ab, dass der Gesamtbetrag der 

Gebühren die gesamten Kosten nicht oder nur geringfügig übersteigt. 

Dabei ist praxisgemäss ein Gebührenüberschuss bis etwa 5% vertretbar. 

Der Gesetzgeber darf sogar festlegen, dass bestimmte Gebühren 

kostenunabhängig ausgestaltet sind und einen Mehrertrag abwerfen 

dürfen, sodass das Kostendeckungsprinzip nicht greift 

(HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., S. 654; siehe dazu auch Urteil des 

Verwaltungsgerichts [VGU] A 20 21 und A 20 22 vom 7. September 2021 

E.7.3 f.; WIEDERKEHR, a.a.O., S. 137). So hielt das Bundesgericht fest, 

dass das Kostendeckungsprinzip generell für kostenabhängige 

Kausalabgaben gilt, für die keine (genügend bestimmte) formell-

gesetzliche Grundlage besteht oder wo der Gesetzgeber ausdrücklich 

oder sinngemäss zum Ausdruck gebracht hat, dass die von ihm 

festgelegte Abgabe kostenabhängig sein soll (BGE 126 I 180 E.3a.aa).

6.3. Gemäss Art. 16 Abs. 1 IBG werden die Kosten der amtlichen Bewertung 

durch Gebühren und Kosten gedeckt. Abs. 2 und Abs. 3 derselben 

Bestimmung nennen sodann die Kostenträger im Einzelnen. Nach Ansicht 

der Regierung des Kantons Graubünden würden mit dem Kosten- und 

Gebührenmodell im IBG und VAIB das Kostendeckungs- (Erträge 

entsprechen in etwa den Verwaltungskosten) und das Äquivalenzprinzip 

(kein offensichtliches Missverhältnis zwischen der Höhe der Gebühr und 

dem objektiven Wert der Leistung) besser umgesetzt; denn alternativ die 

Kosten nach Zeittarif zu verrechnen, wäre aufwendiger und würde 

diejenigen Grundeigentümer, die weiter entfernt vom Bewertungsbüro 

liegen, mit hohen Anfahrtskosten ungerechtfertigt belasten (Botschaft der 

Regierung an den Grossen Rat vom 6. September 2016, Heft Nr. 8/2016-

2017, S. 443, S. 459).

6.4. Die degressiven Prozentsätze rechtfertigen sich mit Blick auf die Natur der 

erhobenen Abgabe als Verwaltungsgebühr. Gerade das Kostendeckungs- 

- 17 -

und das Äquivalenzprinzip können gebieten, die Gebühr nicht allein nach 

dem Interessenwert in Promille zu bestimmen, sondern diese in 

irgendeiner Form noch anderweitig sinnvoll zu begrenzen. Wird die 

Gebühr rabattiert, trägt dies – im Sinne des Anliegens der 

Beschwerdeführerin – dem Umstand Rechnung, dass es sich von einer 

gewissen Höhe der Investitionskosten an nicht mehr rechtfertigt, die 

Gebühr nach einem Promillesatz festzulegen, da dieser zu einer das 

Kostendeckungsprinzip sprengenden und mit der konkreten staatlichen 

Gegenleistung nicht mehr in einem vernünftigen Verhältnis stehenden 

Höhe der Abgabe führen könnte (vgl. BGE 126 I 180 E.3c.cc.). 

6.5. Vorliegend geht es um eine Investition von CHF 5'750'000.00, wobei die 

amtliche Bewertung der einzelnen Posten mit einem hohen Aufwand 

verbunden ist. Wie der Beschwerdegegner zu Recht ausführt, ist weiter zu 

berücksichtigen, dass die von der Privatperson gezogenen Nutzen sich 

nicht nur auf die Festlegung der Gebäudeversicherungswerte 

beschränken, sondern auch privatrechtlicher Natur sind. Bei der 

Festsetzung von Verwaltungsgebühren ist entgegen der Auffassung der 

Beschwerdeführerin innerhalb eines gewissen Rahmens auch der 

wirtschaftlichen Situation des Pflichtigen und dessen Interesse am 

abzugeltenden Akt Rechnung zu tragen (BGE 130 III 225 E.2.3; in diesem 

Zusammenhang zu berücksichtigen ist, dass bei Gerichtsgebühren zum 

Beispiel der Streitwert eine massgebende Rolle spielt). Dem 

Gemeinwesen ist ferner nicht verwehrt, mit den Gebühren für bedeutende 

Geschäfte, wie dies hier der Fall ist, den Ausfall in weniger bedeutsamen 

Fällen auszugleichen. In Fällen mit hohem Streitwert und starrem Tarif, 

der die Berücksichtigung des Aufwandes nicht erlaubt, ist die Belastung 

höchstens erst dann als unverhältnismässig zu werten, wenn die Gebühr 

in Prozenten oder Promillen festgelegt wird und eine obere Begrenzung 

fehlt, was hier allerdings nicht der Fall ist (BGE 130 III 225 E.2.3 f.; siehe 

- 18 -

auch Urteil des Bundesgerichts 2P_286/2006 vom 27. Februar 2007 

E.4.3; 2C_517/2007 vom 15. August 2008 E.2.3 ff. insbesondere E.2.5 

und 2.6). Der Vollständigkeit halber ist zu vermerken, dass die 

Rechtsprechung sodann gesetzeskonform berechnete Gebühren auch 

dann als zulässig erachtet, wenn sie im Einzelfall ungewöhnlich hoch sind 

(Urteil des Verwaltungsgerichts Luzern A 08 192 vom 1. Mai 2009 

E.5b/aa, mit Verweis auf Urteil des Bundesgerichts 1P_645/2004 vom 

1. Juni 2005 E.3.5). Auch der von der Beschwerdeführerin angestellte 

Drittvergleich unter Beizug des Urteils des Bundesgerichts 2C_992/2020 

vom 23. September 2021 E.6.2 erweist sich als unbehilflich, da das 

Angebot Privater als Massstab für die Bemessung der staatlichen Leistung 

im Sinne einer Hilfestellung herangezogen werden kann aber nicht muss.

6.6. Es bestehen demnach aufgrund der konkreten Höhe der fraglichen 

Gebühr keine Hinweise, dass sie übersetzt wären oder in einem 

offensichtlichen Missverhältnis zum objektiven Wert der Leistung stünden. 

Es ist demnach kein Verstoss gegen das Kostendeckungs- und 

Äquivalenzprinzip festzustellen.

7.1. Der Beschwerdegegner trat auf die Rüge betreffend das 

Rechtsgleichheitsgebot mangels ausreichender Substantiierung ihres 

Vorwurfes nicht ein. So rügt die Beschwerdeführerin auch im vorliegenden 

Verfahren eine Verletzung des Rechtsgleichheitsgebots nur in pauschaler 

Weise. Daher sei nur kurz erwähnt, dass sich eine genauere Überprüfung 

ohnehin erübrigt, da Art. 37 VAIB von jedem Eigentümer dieselbe Höhe, 

nämlich 1,4 Promille von den aufgewendeten Kosten, erhebt. Insofern gilt 

für alle derselbe Ansatz und es erleidet keiner einen Nachteil oder Vorteil 

gegenüber den anderen. Mit anderen Worten werden gleiche 

Sachverhalte auch gleich behandelt (vgl. WALDMANN, in: 

Waldmann/Belser/Epiney (Hrsg.), Basler Kommentar zur 

Bundesverfassung, Basel 2015, Art. 8 BV N 40). Auch der Gebührentarif 

- 19 -

an sich vermag keine Verletzung des Rechtsgleichheitsgebotes zu 

begründen, da sowohl progressive als auch degressive Gebührentarife mit 

dem Rechtsgleichheitsgrundsatz vereinbar sind 

(TSCHANNEN//MÜLLER/KERN, a.a.O., Rz. 1633). 

7.2. Die Beschwerdeführerin verkennt bei der von ihr angestellten weiteren 

interkantonalen Vergleichen, dass dem Gesetzgeber ein erheblicher 

Spielraum bei der Ausgestaltung der Abgaben belassen ist, sodass die 

Regelungen in den anderen Kantonen nicht massgebend sind. So kann 

der Gesetzgeber auch neue Abgaben kreieren 

(HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., S. 649). Hinzu tritt, dass es sich beim 

IBG um ein kantonales Gesetz handelt, so dass aus rechtsstaatlichen und 

föderalistischen Gründen ausserkantonalen Gesetze keinen Einfluss 

haben können (siehe exemplarisch BGE 138 II 545, Regeste, und das 

Urteil des Verwaltungsgerichts Zürich SB.2016.00018 vom 21. Dezember 

2016 E.3.5.1). 

7.3. Auch der Vergleich mit anderen Grundstücksbesitzern, denen vermeintlich 

gar keine Gebühr für die Schätzung auferlegt worden sei, vermag nicht zu 

überzeugen, da jedenfalls (grundsätzlich) kein Anspruch auf 

Gleichbehandlung im Unrecht besteht. Mit anderen Worten: Der Umstand, 

dass das Gesetz in anderen Fällen nicht oder nicht richtig angewendet 

worden wäre, gibt den betroffenen Personen grundsätzlich keinen 

Anspruch darauf, ebenfalls abweichend vom Gesetz behandelt zu werden. 

Nur ausnahmsweise kann ein Anspruch auf Gleichbehandlung im Unrecht 

resultieren, nämlich wenn die verglichenen Fälle in tatbestandserheblicher 

Hinsicht übereinstimmen, dieselbe Behörde in ständiger Praxis vom 

Gesetz abweicht und zu erkennen gibt, dies auch in Zukunft auf diese 

Weise zu handhaben (Urteil des Bundesgerichts 1C_324/2016 vom 14. 

März 2017 E.4.2; WALDMANN, a.a.O., Art. 8 N 42). Dies ist vorliegend nicht 

der Fall und wird auch von der Beschwerdeführerin nicht substantiiert 

- 20 -

dargelegt. Schliesslich dürfen einer Gleichbehandlung im Unrecht keine 

überwiegenden Gesetzmässigkeitsinteressen oder Interessen Dritter 

entgegenstehen (Urteil des Bundesgerichts 1C_444/2014 vom 27. Januar 

2015 E. 4.2; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-4741/2021 vom 

8. November 2023 E.3.4). Diese hohen Anforderungen an eine 

Gleichbehandlung im Unrecht werden im vorliegenden Fall nicht erfüllt. 

Art. 37 Abs. 1 VAIB verstösst somit nicht gegen das 

Rechtsgleichheitsgebot. 

8.1. Die Beschwerdeführerin bringt in ihrer Beschwerde weiter vor, dass die in 

Art. 16 Abs. 3 IBG vorgesehene Kostenbeteiligung mit der vorliegenden 

Gebührenauferlegung nicht eingehalten werde. Dabei ist für 

Revisionsbewertungen eine Kostenbeteiligung durch die 

Gebäudeversicherung Graubünden (GVG GR), die kantonale 

Steuerverwaltung (STV), die Gemeinde und die Eigentümer vorgesehen. 

8.2. Das IBG kennt drei verschiedenen Bewertungsarten: Die 

Antragsbewertung mit Bewertungspflicht, die Antragsbewertung ohne 

Bewertungspflicht und die Revisionsbewertung (Botschaft der Regierung 

an den Grossen Rat vom 6. September 2016, Heft Nr. 8/2016-2017, 

S. 455). Als Revisionsbewertung gilt diejenige Bewertung, die im Zuge der 

gemeindeweisen Revision durchgeführt wird; sie erfolgt in der Regel alle 

10 Jahre – der 5. Revisionsturnus erfolgt zwischen 2018 bis 2027 

(Botschaft der Regierung an den Grossen Rat vom 6. September 2016, 

Heft Nr. 8/2016-2017, S. 468) – und wird aufgrund der allgemeinen 

Schätzungs- und Kontrollbefugnis und im Rahmen der allgemeinen 

operativen Tätigkeit des Bewertungsamtes durchgeführt (Art. 13 Abs. 1 

IBG). Während eines Revisionsturnus werden sämtliche überbaute 

Grundstücke aller Gemeinden im Kanton bewertet. Zweck dieser 

periodischen Überprüfung ist es, die Versicherungswerte an die 

veränderten Verhältnisse wie natürliche Altersentwertung, baulich 

- 21 -

vorgenommene Veränderungen anzupassen (RÜEGG, in: Glaus/Honsell 

(Hrsg.), Gebäudeversicherung, Systematischer Kommentar, St. 

Gallen/Zürich 2009, S. 177). Antragsbewertungen erfolgen hingegen in 

der Regel auf Antrag des Hauseigentümers. Dabei lösen bestimmte 

Tatbestände, wie bspw. die Vornahme wesentlicher Investitionen, 

Grundstücksteilungen oder Umwandlungen in Stockwerkeigentum etc., 

die Bewertungspflicht aus (Art. 11 Abs. 1 lit. a-c IBG). Als wesentliche 

Investitionen gelten Aus-, Um- und Erneuerungsbauten, die den 

wertvermehrenden Betrag pro Gebäude um mehr als CHF 100'000.-- 

erhöhen und mehr als 20 % des indexierten Neuwertes des Gebäudes 

beträgt oder wenn der wertvermehrende Betrag pro Gebäude CHF 

500'000.-- übersteigt (Art. 5 Abs. 1 lit. b VAIB). Wird in den genannten 

Fällen kein Gesuch um Bewertung trotz Bewertungspflicht eingereicht, 

erfolgt die Bewertung von Amtes wegen unter Erhebung der ordentlichen 

und zusätzlichen Kosten (Art. 11 Abs. 2 IBG). 

8.3. Im vorliegenden Fall nahm die Beschwerdeführerin 2015 einige 

Renovierungsarbeiten an ihrer Liegenschaft vor. Diese lösten eine 

Antragspflicht gemäss Art. 11 Abs. 1 lit. a IBG aus, sodass die 

Beschwerdeführerin verpflichtet gewesen wäre, einen Antrag betreffend 

Bewertung einzureichen, was sie in der Folge aber unterliess. Demnach 

liegt vorliegend – entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin – eine 

Antragsbewertung vor. Wie der Beschwerdegegner zutreffend 

aufzuzeigen vermag, bringt der Wortlaut von Art. 16 Abs. 3 IBG 

unmissverständlich zum Ausdruck, dass die darin enthaltene Regelung 

der Kostenverteilung nur auf Revisionsbewertungen Anwendung findet. 

Daher ist für die Kostenbeteiligung nicht Abs. 3 sondern Abs. 2 von Art. 16 

IBG heranzuziehen, welcher sämtliche Kosten den Eigentümern und 

Eigentümerinnen auferlegt. Selbst wenn die Behauptung der 

Beschwerdeführerin zutreffen würde, dass sie die GVG GR darum 

- 22 -

gebeten haben soll, eine neue Einschätzung betreffend 

Versicherungswert vorzunehmen, erfolgte eine Bewertung erstmals im 

Zuge der gemeindeweisen Revision durch den Beschwerdegegner. So 

deklarierte der Beschwerdegegner denn auch die vorgenommene 

Bewertung als "Antrag mit Bewertungspflicht" und nicht als 

Revisionsbewertung in der Bewertungsverfügung und zugehörigen 

Rechnung (siehe Bg-act. 1 und 2 = Bf-act. 1). 

8.4. An dieser Stelle ist darauf hinzuweisen, dass eine Immobilienbewertung 

aus unterschiedlichen Gründen erfolgen kann: So ermittelt das AIB für die 

Prämienberechnung der GVG GR die Neu- und Zeitwerte und für die 

Gemeinden und kantonale STV zwecks Steuerveranlagung Miet-, Ertrags- 

und Verkehrswerte der Gebäude. Eine Wertermittlung kann auch für 

Eigentümer zwecks Finanzierung oder Veräusserung der Liegenschaft 

erfolgen (Botschaft der Regierung an den Grossen Rat vom 6. September 

2016, Heft Nr. 8/2016-2017, S. 437, S. 440). Aus dem Gesagten ergibt 

sich, dass eine Bewertung folglich nicht automatisch mit einer 

Neuberechnung der Versicherungsprämie einhergeht. Die 

Beschwerdeführerin geht somit in der Annahme fehl, die GVG GR habe 

die Bewertung in Auftrag gegeben, weshalb auch nur die dieser 

anfallenden Gebühren zu entrichten seien bzw. die GVG GR den 

Beschwerdegegner zu entschädigen habe. Wie erwähnt, nahm der 

Beschwerdegegner die Antragsbewertung nämlich anlässlich der 

gemeindeweisen Revision vor. Hierbei ermittelte er nicht nur der für die 

GVG GR notwendige Neu- und Zeitwert, sondern auch Miet-, Ertrags- und 

Verkehrswert. 

8.5. Es lässt sich demnach festhalten, dass es sich entgegen der Ansicht der 

Beschwerdeführerin um eine Antragsbewertung im Sinne von Art. 11 

Abs. 1 lit. a und Abs. 2 IBG handelt, weshalb auch sämtliche Kosten für 

die vorgenommene Bewertung allein durch die Beschwerdeführerin zu 

- 23 -

tragen sind (Art. 16 Abs. 2 IBG i.V.m. Art. 37 Abs. 1 VAIB). Insofern 

erweisen sich die zu Art. 16 Abs. 3 IBG gemachten Ausführungen der 

Beschwerdeführerin als unbehelflich, weshalb nicht weiter auf diese 

einzugehen ist. Die Beschwerde ist auch in diesem Punkt abzuweisen. 

9. Im vorliegenden Fall wurden die Investitionskosten durch den 

Beschwerdegegner auf CHF 5'750'000.-- geschätzt. Anhand dieses 

aufgewendeten Betrages bestimmt sich die an den Beschwerdegegner zu 

entrichtende Gebühr: 1.4 Promille von CHF 5'750'000.-- ergeben eine 

Gebühr von CHF 8'050.--. Abzüglich des Rabattes von 25 % auf den 

Gebührenteil von CHF 5'000.-- ergibt sich eine Endgebühr von 

CHF 7'287.50. Die Berechnung des Beschwerdegegners erfolgte korrekt 

und gemäss den Vorgaben von Art. 37 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 VAIB. Die 

Rechnung erweist sich somit als richtig, weshalb die Beschwerde 

abzuweisen ist. 

10. In Anbetracht des Verfahrensausganges gehen die Verfahrenskosten, 

darunter eine Staatsgebühr von CHF 3'000.00, zulasten der 

unterliegenden Beschwerdeführerin (Art. 73 Abs. 1 VRG). Dem 

Beschwerdegegner ist keine Parteientschädigung auszurichten, da er in 

seinem amtlichen Wirkungskreis obsiegt (Art. 78 Abs. 2 VRG).

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 

2. Die Gerichtskosten, bestehend aus

- einer Staatsgebühr von CHF 3'000.00

- und den Kanzleiauslagen von CHF 446.00

- 24 -

zusammen CHF 3'446.00

gehen zulasten der A._____ AG.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]

[Mit Urteil 9C_53/2024 vom 17. Juli 2024 hat das Bundesgericht die gegen diesen 

Entscheid erhobene Beschwerde abgewiesen.]