# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d7ddbca3-662d-502f-b3f0-0e2e06aaf32a
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-08-29
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 29.08.2018 100 2016 361
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2016-361_2018-08-29.pdf

## Full Text

100.2016.361U
KEP/ZEH/BAE/ROS 

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 29. August 2018

Verwaltungsrichter Burkhard, Abteilungspräsident
Verwaltungsrichter Keller, Verwaltungsrichterin Steinmann
Gerichtsschreiberin Barben

1. A.________
2. B.________
3. C.________
alle vertreten durch Rechtsanwalt …
Beschwerdeführerinnen

gegen

Einwohnergemeinde Saanen
Baubewilligungsbehörde, 3792 Saanen
vertreten durch Fürsprecher …
Beschwerdegegnerin 

und

Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion des Kantons Bern
Münstergasse 2, 3011 Bern

betreffend Überbauungsordnung «Ausbau Hubelstrasse» sowie Baugesuch 
für den Ausbau und die Erweiterung der Hubelstrasse und des Erliwegs 
(Entscheid der Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion des Kantons Bern 
vom 9. November 2016; 32.14-13.66)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29.08.2018, Nr. 100.2016.361U, 
Seite 2

Sachverhalt:

A.

Am 5. April 2013 beschloss die Einwohnergemeinde (EG) Saanen die 
Überbauungsordnung «Ausbau Hubelstrasse» (ÜO Ausbau Hubelstrasse) 
mit Änderung des Zonenplans Nr. 2 Schönried sowie des Zonen- und 
Richtplans Nr. 12 Schönried-Saanenmöser. Hiergegen erhoben unter an-
deren A.________, B.________ und C.________ Einsprache. Mit 
Gesamtentscheid vom 23. Oktober 2013 genehmigte das Amt für 
Gemeinden und Raumordnung des Kantons Bern (AGR) die ÜO und 
erteilte die Baubewilligung für den Ausbau und die Erweiterung der 
Hubelstrasse und des Erliwegs sowie Spezialbewilligungen (Überdecken 
eines Gewässers, Beseitigung der Ufervegetation, Waldrodung, Ver-
kürzung des Waldabstands); gleichzeitig wies es die Einsprachen ab. So-
weit den Ausbau der Detailerschliessungsstrasse Erli betreffend, stellte das 
AGR die Genehmigung der ÜO sowie die Baubewilligung unter dem Vor-
behalt bzw. der Bedingung aus, dass die von den Stimmberechtigten der 
EG Saanen am 5. April 2013 ebenfalls beschlossene Überbauungsordnung 
Nr. 75 «Erli» (ÜO Erli) in Rechtskraft erwächst.

B.

Gegen den Gesamtentscheid des AGR erhoben unter anderen 
A.________, B.________ und C.________ am 22. November 2013 
Beschwerde bei der Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion des Kantons 
Bern (JGK). Diese führte am 10. September 2014 einen Augenschein 
durch. Mit Entscheid vom 9. November 2016 wies sie das Rechtsmittel ab, 
soweit darauf einzutreten war.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29.08.2018, Nr. 100.2016.361U, 
Seite 3

C.

Gegen den Entscheid der JGK vom 9. November 2016 haben A.________, 
B.________ und C.________ am 12. Dezember 2016 
Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben mit folgenden Anträgen: 

« 1. Der Entscheid der JGK vom 9. November 2016 sei aufzuheben.

2. Der Beschluss der EG Saanen vom 5. April 2013 sei aufzuheben.

3. Es sei ein Augenschein vorzunehmen und eine öffentliche Ver-
handlung durchzuführen. 

4. Subsidiär: Der Entscheid der JGK sei aufzuheben und die Sache 
sei an die Vorinstanz zurückzuweisen mit der Weisung, unter Be-
rücksichtigung des am 9. Dezember 2016 erfolgten Gemeindebe-
schlusses betr. Rückzug der ÜO Nr. 75 ‹Erli› Schönried neu zu 
entscheiden. 

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Ge-
meinde Saanen.»

Mit Beschwerdeantwort vom 9. Januar 2017 bzw. Vernehmlassung vom 
11. Januar 2017 beantragen die EG Saanen und die JGK, die Beschwerde 
sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Die EG Saanen beantragt 
mit Eingabe vom 24. Januar 2017, es sei eine neue Ausübungsfrist für die 
(im Gesamtentscheid befristete) Rodungsbewilligung anzusetzen.

Nachdem die EG Saanen mit Beschluss vom 9. Dezember 2016 die 
ÜO Erli zurückgezogen hatte, hat die JGK die hängigen Beschwerdeverfah-
ren betreffend diese ÜO am 22. Mai 2017 als erledigt abgeschrieben und 
die Gegenstandslosigkeit der diesbezüglichen Genehmigungsverfügung 
des AGR vom 23. Oktober 2013 festgestellt. Hierzu haben sich 
A.________, B.________ und C.________ am 20. Juni 2017 geäussert. 

Auf richterliche Aufforderung hin hat das Tiefbauamt des Kantons Bern 
(TBA), Oberingenieurkreis 1, am 26. März 2018 einen Fachbericht erstattet. 
Dazu haben sich A.________, B.________ und C.________ mit Eingabe 
vom 22. Juni 2017 (richtig: 22.5.2018) und die EG Saanen mit Eingabe 
vom 24. Mai 2018 geäussert.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29.08.2018, Nr. 100.2016.361U, 
Seite 4

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als 
letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; 
BSG 155.21) zuständig.

1.2 Die Beschwerdeführerin 1 hat am vorinstanzlichen Verfahren teilge-
nommen und ist von Gesetzes wegen zur Beschwerde befugt (Art. 79 
Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 61a Abs. 2 Bst. a, Art. 60 Abs. 2 und Art. 35a des 
Baugesetzes vom 9. Juni 1985 [BauG; BSG 721.0]; VGE 2013/92 vom 
12.2.2014 E. 1.2 [bestätigt durch BGer 1C_134/2014 vom 15.7.2014]). Die 
Beschwerdeführerinnen 2 und 3 haben ebenfalls am vorinstanzlichen Ver-
fahren teilgenommen und sind Miteigentümerinnen der Parzelle Saanen 
Gbbl. Nr. 1________, welche am Erliweg liegt und über die Hubelstrasse 
erschlossen wird. Als solche sind sie durch den angefochtenen Entscheid 
besonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an dessen 
Aufhebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG). Auf die form- und fristge-
recht eingereichte Beschwerde ist unter Vorbehalt der nachfolgenden 
E. 1.3 und E. 2.2 einzutreten.

1.3 Anfechtungsobjekt ist der Entscheid der JGK vom 9. November 
2016. Dieser ist an die Stelle des Gesamtentscheids des AGR vom 
23. Oktober 2013 getreten (sog. Devolutiveffekt der Beschwerde; 
BVR 2010 S. 411 E. 1.4; BGE 139 II 404 E. 2.5). Der Beschluss der EG 
Saanen vom 5. April 2013, der mit dem Gesamtentscheid des AGR ge-
nehmigt wurde, bildet hingegen nicht Verfahrensgegenstand. Soweit die 
Beschwerdeführerinnen beantragen, der Beschluss der EG Saanen sei auf-
zuheben (Rechtsbegehren 2), ist auf die Beschwerde daher nicht einzu-
treten.

1.4 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29.08.2018, Nr. 100.2016.361U, 
Seite 5

2.

2.1 Gemäss Beschluss der Gemeindeversammlung der EG Saanen 
vom 5. April 2013 beinhaltet die ÜO Ausbau Hubelstrasse einerseits den 
Ausbau der Hubelstrasse, die vom Dorfkern Schönried in nordöstlicher 
Richtung hangaufwärts verläuft, andererseits den Ausbau des Erliwegs, der 
in Richtung Nordwesten von der Hubelstrasse abzweigt. Die Hubelstrasse 
dient der Basiserschliessung und weist eine Fahrbahnbreite von 3 bis 
3,5 m sowie einzelne Ausweichstellen auf. Sie erschliesst rund 90 Haushal-
te und mehrere Ferienheime. Geplant ist, die Hubelstrasse ab der Einmün-
dung der alten Hubelstrasse bis zur weiter bergaufwärts abzweigenden 
Bodmenstrasse auf 4,5 m zu erweitern und mit einem überfahrbaren Trot-
toir von 1,2 m Breite zu ergänzen. Auf diesem Teilstück befindet sich die 
Hubelgrabenbrücke; diese soll erneuert und im Bereich der (unteren) Ski-
pistenquerung soll ein Grünstreifen eingefügt werden. Zwischen der Ab-
zweigung der Bodmenstrasse und dem rund 130 m weiter hangaufwärts 
abzweigenden Erliweg ist vorgesehen, die Hubelstrasse an zwei Stellen auf 
4,42 m bzw. 4,53 m auszubauen und mit einem überfahrbaren, 1,2 m brei-
ten Trottoir zu ergänzen. Bei der Einmündung des Erliwegs soll die Strasse 
auf mehr als 4,5 m verbreitert werden, wofür ein Waldstück gerodet werden 
muss. Nach der Abzweigung des Erliwegs sind fünf Ausweichstellen vor-
gesehen. Die Detailerschliessung Erliweg mit einer Fahrbahnbreite von 3 m 
soll bis zum Übergang Erligräbli auf 4,8 m ausgebaut werden (Überbau-
ungsplan sowie Erläuterungsbericht S. 8, je vom 11.6.2013, act. 4G).

2.2 Das AGR hat die Genehmigung für den Ausbau der Detailerschlies-
sung Erliweg «ab Einmündung in die Hubelstrasse gemäss Legendenpunkt 
Detailerschliessung bestehend/neu» unter dem Vorbehalt erteilt, dass die 
von den Stimmberechtigten der EG Saanen am 5. April 2013 beschlossene 
ÜO Nr. 75 «Erli» in Rechtskraft erwächst (act. 4A pag. 15; vgl. Legende im 
Überbauungsplan, act. 4G). Diese ÜO beinhaltete den Neubau eines Cam-
pus für das Institut «Le Rosey» mit Hauptsitz in Rolle; sie wurde am 
23. Oktober 2013 genehmigt. Weil die Kommission zur Pflege der Orts- und 
Landschaftsbilder (OLK) in den dagegen angehobenen Beschwerdeverfah-
ren vor der JGK das Projekt bemängelte, zog das Institut «Le Rosey» die-
ses zurück, um stattdessen ein neues Konzept auszuarbeiten. Mit Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29.08.2018, Nr. 100.2016.361U, 
Seite 6

schluss vom 9. Dezember 2016 hat die Gemeindeversammlung der EG 
Saanen deshalb die ÜO Erli zurückgezogen (act. 3A Beilage 1). Die JGK 
hat die Beschwerdeverfahren betreffend diese ÜO daraufhin abgeschrie-
ben und festgestellt, dass die entsprechende Genehmigungsverfügung ge-
genstandslos geworden ist (act. 8). Mit dem Rückzug der ÜO Erli ist die 
Bedingung für die Genehmigung des Ausbaus des Erliwegs weggefallen; 
dieser ist folglich nicht genehmigt. Daran ändert nichts, dass später eine 
neue ÜO für das Gebiet Erli erlassen werden könnte, denn die Genehmi-
gung war nicht von der Überbauung des Gebiets Erli, sondern konkret von 
der am 5. April 2013 beschlossenen ÜO Nr. 75 «Erli» abhängig. Soweit den 
Ausbau des Erliwegs betreffend, sind die Beschwerdeführerinnen durch 
den angefochtenen Entscheid somit nicht beschwert; auf die Beschwerde 
ist insoweit nicht einzutreten. Streitgegenstand des vorliegenden Verfah-
rens bildet ausschliesslich die Genehmigung und Baubewilligung betreffend 
die Hubelstrasse. Dass die Genehmigung für den Ausbau des Erliwegs da-
hingefallen ist, ist der Rechtssicherheit halber im Urteilsdispositiv festzu-
stellen.

2.3 Der entscheidrelevante Sachverhalt betreffend die Hubelstrasse er-
gibt sich mit hinreichender Klarheit aus den Akten einschliesslich des Fach-
berichts des TBA vom 26. März 2018. Die Situation vor Ort ist fotografisch 
umfassend dokumentiert im Technischen Bericht (act. 4E/9), mit der Foto-
dokumentation zum Augenschein der JGK vom 10. September 2014 
(act. 4A pag. 55 ff.) sowie mit den Fotos vom 21. August 2013 
(act. 4B/2.22). Der Antrag der Parteien auf einen weiteren Augenschein 
wird daher abgewiesen, ebenso der Antrag der Beschwerdeführerinnen auf 
Beizug der Akten des Verfahrens 100.2014.152 betreffend die Hotelzone 
D 23A; von diesen sind keine relevanten Erkenntnisse für das vorliegende 
Verfahren zu erwarten.

2.4 Als Beweismassnahme ist auch die von den Beschwerdeführerin-
nen beantragte öffentliche Verhandlung nicht erforderlich. Soweit der An-
trag als solcher um eine öffentliche Schlussverhandlung nach Art. 6 der Eu-
ropäischen Menschenrechtskonvention (EMRK; SR 0.101) zu verstehen ist, 
gilt Folgendes: Der aus Art. 6 Ziff. 1 EMRK fliessende Anspruch auf öffent-
liche Verhandlung in Streitigkeiten über zivilrechtliche Ansprüche gilt auch 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29.08.2018, Nr. 100.2016.361U, 
Seite 7

für Personen, die sich als Dritte gegen die Erteilung einer Bau- oder einer 
sonstigen behördlichen Bewilligung wenden, sofern sie auf das Eigentums-
recht gründende Abwehrrechte geltend machen. Nicht anwendbar ist Art. 6 
EMRK hingegen, wenn lediglich die Einhaltung öffentlich-rechtlicher Be-
stimmungen verfolgt wird (BGE 128 I 59 E. 2a/bb, 127 I 44 E. 2c und d mit 
Hinweisen; BVR 2006 S. 224 [VGE 21812 vom 1.10.2004] nicht publ. 
E. 3.1). Nach dem Wegfall der Genehmigung betreffend den Erliweg bildet 
die Enteignung eines Landstreifens der Beschwerdeführerinnen 2 und 3 
nicht mehr Gegenstand des Verfahrens, sie sind also in ihrem Eigen-
tumsrecht nicht betroffen. Betreffend die Hubelstrasse machen sie insbe-
sondere eine Verletzung des Koordinationsgebots, der Planbeständigkeit 
und des Waldgesetzes geltend, zusätzlich beanstanden sie die Verkehrssi-
cherheit. Die als verletzt gerügten Bestimmungen dienen dem öffentlichen 
Interesse und sind nicht nachbarschützend. Es ist daher nicht zu erwarten 
und wird nicht geltend gemacht, dass der Bau der Strasse zu einer Wert-
verminderung der Liegenschaft der Beschwerdeführerinnen 2 und 3 führen 
wird. Es besteht folglich kein Anspruch auf eine öffentliche Verhandlung 
(BVR 2006 S. 224 [VGE 21812 vom 1.10.2004] nicht publ. E. 3.2); der An-
trag wird abgewiesen.

3.

3.1 Zu prüfen ist zunächst die geltend gemachte Verletzung des Koordi-
nationsgebots. Die Beschwerdeführerinnen bringen vor, der Ausbau der 
Hubelstrasse hätte einzig der Erschliessung des geplanten Campus «Le 
Rosey» gedient, weswegen die beiden Überbauungsordnungen Ausbau 
Hubelstrasse und Erli im selben Verfahren hätten beurteilt werden müssen. 
Die – nun erfüllte – Suspensivbedingung für den Ausbau des Erliwegs 
könne die fehlende Koordination nicht ersetzen. Wegen des Rückzugs der 
ÜO Erli entfalle Mehrverkehr, was eine Neubeurteilung auch der Hubel-
strasse erforderlich mache.

3.2 Das Bundesrecht und das kantonale Recht verlangen eine formelle 
und materielle Koordination, wenn die Errichtung oder Änderung einer Bau-
te oder Anlage Verfügungen mehrerer Behörden erfordert (Art. 25a Abs. 1 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29.08.2018, Nr. 100.2016.361U, 
Seite 8

des Bundesgesetzes vom 22. Juni 1979 über die Raumplanung [Raum-
planungsgesetz, RPG; SR 700]; Art. 1 des Koordinationsgesetzes vom 
21. März 1994 [KoG; BSG 724.1]). Die Koordinationspflicht gilt sinngemäss 
auch für das Nutzungsplanverfahren (Art. 25a Abs. 4 RPG; vgl. Waldmann/
Hänni, Handkommentar RPG, 2006, Art. 25a N. 74) und somit ebenfalls für 
den Erlass von Überbauungsordnungen (vgl. Beat Stalder, Raumplanungs-
recht, in Müller/Feller [Hrsg.], Bernisches Verwaltungsrecht, 2. Aufl. 2013, 
S. 394 N. 46, S. 403 ff. N. 68 ff.). Die Koordinationspflicht reicht bei Bauten 
und Anlagen allerdings nur soweit, als ein Koordinationsbedarf besteht. 
Verlangt wird nicht, dass mehrere Bauvorhaben zwingend koordiniert 
behandelt werden müssen, die einen gewissen Bezug zueinander auf-
weisen. Eine Pflicht zur Koordination besteht einzig, wenn diese Vorhaben 
einen derart engen sachlichen Zusammenhang haben, dass sie nicht sinn-
voll getrennt voneinander beurteilt werden können. Planungsmassnahmen 
können sich naturgemäss immer nur auf einen bestimmten Planungs-
perimeter beziehen. Die Koordinationspflicht kann allenfalls gebieten, dass 
der Planungsperimeter nicht sachfremd festgelegt wird; sie kann aber nicht 
zur Folge haben, dass sämtliche Aspekte, die ausserhalb des Planungs-
perimeters liegen, in die Koordination einbezogen werden müssen, bloss 
weil sie einen gewissen Einfluss auf die Planung haben können. Eine so 
verstandene Koordinationspflicht würde jegliche Planung verunmöglichen, 
weil immer externe Einflüsse auf das Planungsgebiet bestehen. Das 
Koordinationsgebot bezieht sich grundsätzlich sowohl auf die inhaltliche 
Abstimmung, gegebenenfalls im Rahmen einer Interessenabwägung 
(materielle Koordination), als auch auf das Verfahren (formelle Koor-
dination; zum Ganzen VGE 2015/167 vom 25.4.2017, in URP 2018 S. 58 
E. 6.2 f. mit Hinweisen).

3.3 Dass der Ausbau des Erliwegs als Detailerschliessungsstrasse in 
erster Linie auf den erwarteten Mehrverkehr durch die ÜO Erli ausgerichtet 
war, hat das AGR mit der bedingten Genehmigung berücksichtigt, was 
nicht mehr zu überprüfen ist. Die Hubelstrasse als Basiserschliessung hätte 
hingegen nicht nur der ÜO Erli gedient, sondern auch der Erschliessung 
der Hotelzone D 23A, welche die Gemeinde im Rahmen der Ortsplanungs-
revision ausgearbeitet hatte. Mit dieser hätte im Gebiet Lengnau, rund 
700 m nach der Abzweigung des Erliwegs bergaufwärts an der Hubelstras-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29.08.2018, Nr. 100.2016.361U, 
Seite 9

se eine Hotelanlage erstellt werden können. Dieser Hotelzone hat das Ver-
waltungsgericht jedoch in letzter Instanz die Genehmigung verweigert 
(VGE 2014/152 vom 2.11.2016, in BVR 2017 S. 338). Nach heutiger Auf-
fassung der Gemeinde ist der Ausbau der Hubelstrasse für die bedarfsge-
rechte Erschliessung der gegenwärtig rund 90 Haushalte auch ohne die 
beiden gescheiterten Vorhaben angezeigt. Der Ausbau der Hubelstrasse ist 
daher nicht so eng mit der ÜO Erli verknüpft, dass er mit dieser formell 
hätte koordiniert werden müssen und die Genehmigung bereits aus diesem 
Grund zu verweigern wäre. Eine Teilgenehmigung der ÜO beschränkt auf 
den Ausbau der Hubelstrasse (ohne Erliweg), wie sie nach dem Rückzug 
der ÜO Erli vorliegt, ist daher grundsätzlich möglich (zur Zulässigkeit einer 
Teilgenehmigung vgl. BGer 1C_134/2014 vom 15.7.2014 E. 8; 
VGE 2012/342 vom 19.5.2014 E. 3.4 [bestätigt durch BGer 1C_316/2014 
vom 17.2.2015]; Alexander Ruch, in Praxiskommentar RPG: Nutzungspla-
nung, 2016, Art. 26 N. 26).

3.4 Gemäss Art. 25 VRPG dürfen die Parteien so lange neue Tatsa-
chen und Beweismittel in das Verfahren einbringen, als weder entschieden 
noch mit prozessleitender Verfügung das Beweisverfahren förmlich ge-
schlossen worden ist. Aus dieser Regelung folgt, dass bei der Beurteilung 
einer Streitigkeit durch die Rechtsmittelbehörde der Sachverhalt im Zeit-
punkt der Entscheidfällung massgebend ist (BVR 2017 S. 132 E. 3.3.1). 
Den veränderten Verhältnissen durch den Wegfall der ÜO Erli und der Ho-
telzone D 23A ist daher im vorliegenden Verfahren Rechnung zu tragen.

4.

4.1 Die Raumplanung stellt eine Gestaltungsaufgabe dar und unterliegt 
einer gesamthaften Abwägung und Abstimmung aller räumlich wesentli-
chen Gesichtspunkte und Interessen (Art. 2 Abs. 1 RPG; Art. 1-3 der 
Raumplanungsverordnung vom 28. Juni 2000 [RPV; SR 700.1]; statt vieler 
BGE 136 II 204 E. 7.1; BVR 2012 S. 334 E. 6.3, 2011 S. 259 E. 5.5, je mit 
Hinweisen). Nach Art. 3 Abs. 1 RPV haben die Behörden alle betroffenen 
Interessen zu ermitteln und zu beurteilen. Dabei sind insbesondere die 
Vereinbarkeit mit der anzustrebenden räumlichen Entwicklung und die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29.08.2018, Nr. 100.2016.361U, 
Seite 10

möglichen Auswirkungen zu berücksichtigen. Den Interessen ist aufgrund 
der Beurteilung im Entscheid möglichst umfassend Rechnung zu tragen 
(BVR 2015 S. 175 E. 5.2 mit Hinweisen). 

4.2 Die Gemeinden sind im Rahmen des übergeordneten Rechts in der 
Ortsplanung autonom (Art. 109 der Verfassung des Kantons Bern [KV; 
BSG 101.1]; Art. 55 Abs. 1 und Art. 65 Abs. 1 BauG). Das AGR als Ge-
nehmigungsbehörde und die JGK als kantonale Beschwerdeinstanz im 
Sinn von Art. 33 Abs. 3 Bst. b RPG haben zu prüfen, ob die Gemeinde das 
ihr zustehende Planungsermessen richtig und zweckmässig ausgeübt hat. 
Die Rechtsmittelbehörde hat sich bei der Überprüfung zurückzuhalten, so-
weit es um lokale Anliegen geht, bei deren Wahrnehmung Sachnähe, Orts-
kenntnis und örtliche Demokratie sowie die Gemeindeautonomie von Be-
deutung sein sollen. Mit der Pflicht zur vollen Überprüfung wird also nicht 
ausgeschlossen, dass sich die Rechtsmittelinstanz eine gewisse Zurück-
haltung auferlegt, wenn der unteren Instanz mit der Anwendung unbe-
stimmter Planungsbegriffe oder bei der Handhabung des Planungsermes-
sens ein Beurteilungsspielraum oder Ermessensbereich zusteht. Im Rah-
men der ihm zustehenden Rechtskontrolle hat das Verwaltungsgericht le-
diglich zu prüfen, ob die Vorinstanz ihre Überprüfungsbefugnis frei von 
Rechtsfehlern ausgeübt hat. Daraus ergibt sich, dass es einen Beschwer-
deentscheid in Planungssachen nicht schon dann aufhebt, wenn ein ande-
res Vorgehen ebenfalls denkbar gewesen wäre, sondern nur dann, wenn 
sich die beschlossene und genehmigte Planung als rechtswidrig erweist 
(BVR 2007 S. 321 E. 3.2; VGE 2013/230 vom 5.12.2014, in ZBl 2015 
S. 182 E. 3.2, je mit Hinweisen).

5.

Die Beschwerdeführerinnen bestreiten, dass ein überwiegendes Interesse 
an der Waldrodung im Bereich der Einmündung des Erliwegs besteht.

5.1 Gemäss Art. 5 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 4. Oktober 1991 
über den Wald (Waldgesetz, WaG; SR 921.0) sind Rodungen verboten. 
Grundvoraussetzung für eine Ausnahmebewilligung gemäss Art. 5 Abs. 2 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29.08.2018, Nr. 100.2016.361U, 
Seite 11

WaG ist, dass für die Rodung wichtige Gründe vorliegen, die das Interesse 
an der Walderhaltung überwiegen. Dabei gilt die gesetzliche Vermutung, 
dass das Interesse an der Walderhaltung grundsätzlich höher zu werten ist 
als gegenüberstehende Interessen an der Rodung. Das Walderhaltungs-
interesse hat folglich nur zurückzutreten, wenn ein überwiegendes Ro-
dungsinteresse dargetan werden kann. Ferner muss das Werk, für das die 
Rodung anbegehrt wird, auf den vorgesehenen Standort angewiesen sein 
(Art. 5 Abs. 2 Bst. a WaG), es muss die Voraussetzungen der Raumpla-
nung sachlich erfüllen und die Rodung darf zu keiner erheblichen Gefähr-
dung der Umwelt führen (Art. 5 Abs. 2 Bst. b und c WaG). Ausserdem ist 
dem Natur- und Heimatschutz Rechnung zu tragen (Art. 5 Abs. 4 WaG; 
zum Ganzen BVR 2014 S. 451 E. 7.1; BGer 1A.32/2004 vom 30.9.2004, in 
Pra 94/2005 Nr. 87 E. 4.1).

5.2 Die vorgesehene Waldrodung ist erforderlich, damit die Hubel-
strasse bei der Einmündung des Erliwegs verbreitert werden kann. Im Ro-
dungsgesuch vom 3. September 2013 hat die Gemeinde zur Standortge-
bundenheit festgehalten, die Verbreiterung auf der anderen Strassenseite 
würde dazu führen, dass die Abzweigung Erliweg eine zu starke Steigung 
aufweise. Da die Strasse insbesondere im Winter genutzt werde, seien 
Kurven mit grossem Gefälle möglichst zu vermeiden. Somit müsse die Ver-
breiterung der Strasse zwingend waldseitig erfolgen (Rodungsgesuch 
Ziff. 2.1, act. 4B/2.24). Das Amt für Wald des Kantons Bern (KAWA) hat im 
Amtsbericht vom 27. September 2013 ausgeführt, im Bereich des Knotens 
Hubelstrasse/Erliweg, der durch die neue Überbauung Erli eine starke Ver-
kehrszunahme aufnehmen müsse, sei ein Ausbau aufgrund der topografi-
schen und der Sichtverhältnisse nur durch eine Verbreiterung unterhalb der 
Strasse und eine grosszügigere Ausrundung zum Erliweg hin möglich. Da-
zu müsse Waldfläche beansprucht werden. Die Standortgebundenheit für 
diesen Teil des Ausbauprojekts sei durch die heutige Strassenführung, die 
topografische Situation und durch die Sicherheitsanforderungen nachge-
wiesen (act. 4B/2.23). In der Stellungnahme im Vorprüfungsverfahren vom 
6. September 2011 hat das KAWA festgehalten, bereits jetzt vermöge die 
Hubelstrasse die verkehrstechnischen Anforderungen nur knapp zu er-
füllen. So könnten zum bestehenden Ferienheim im Erli nur Kleinbusse 
fahren, und das Kreuzen sei vielerorts kaum möglich. Werde das Gebiet 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29.08.2018, Nr. 100.2016.361U, 
Seite 12

Erli neu überbaut, so sei eine Anpassung der Strassenbreite nicht zu um-
gehen (act. 4D/1.1). Das TBA hat im Vorprüfungsverfahren ausgeführt, 
beim Knoten Hubelstrasse/Erliweg seien nicht alle Beziehungen fahrbar. 
Das Abbiegen aus östlicher Richtung von der Hubelstrasse in den Erliweg 
sei nicht möglich. Die Einmündung des Erliwegs sei auch zur Erlibrücke hin 
mit einem Radius zu versehen (Bericht vom 27.9.2011, act. 4D/1.1).

5.3 Aus den genannten Berichten des KAWA und des TBA sowie aus 
dem Überbauungsplan ist ersichtlich, dass die waldseitige Verbreiterung 
der Hubelstrasse bei der Einmündung Erliweg ihren Hauptzweck nur im Zu-
sammenhang mit dem Ausbau des Erliwegs erfüllen kann: Der grössere 
Kurvenradius ist nur möglich, wenn gleichzeitig (wie das vorgesehen war) 
der Erliweg hangaufwärts verbreitert wird, ebenso kann nur mit diesem 
Ausbau aus östlicher Richtung von der Hubelstrasse in den Erliweg abge-
bogen werden. Entfällt der Ausbau des Erliwegs und der Mehrverkehr, der 
von der ÜO Erli erwartet wurde, besteht das Interesse an der Rodung nur 
noch darin, dass das Trottoir bis zur Abzweigung beibehalten werden 
könnte (vgl. Situationsplan Strassenprojekt) und das Abbiegen hangauf-
wärts in den Erliweg allenfalls geringfügig erleichtert würde. Diese Interes-
sen reichen nicht aus, um die Waldrodung zu rechtfertigen, da die Gestal-
tung der Abzweigung vor allem davon abhängt, ob und wie der Erliweg 
später ausgebaut wird und wieviel zusätzlicher Verkehr dann zu bewältigen 
sein wird. Der übrige Ausbau der Hubelstrasse (ohne Erliweg) kann auch 
ohne die Waldrodung erfolgen; das fehlende Interesse an der Rodung führt 
deshalb nicht dazu, dass der angefochtene Entscheid insgesamt aufzuhe-
ben wäre. Aufzuheben ist aber die Genehmigung für den Bereich der vor-
gesehenen Waldrodung (grün schraffierte Fläche auf dem Überbauungs-
plan). Da die Rodungsbewilligung bis 31. Dezember 2016 befristet war, 
braucht sie nicht aufgehoben zu werden.

6.

Die Beschwerdeführerinnen bringen weiter vor, ohne die ÜO Erli und die 
Hotelzone D 23A bestehe kein öffentliches Interesse am Ausbau der 
Hubelstrasse. Sie befürchten, durch den Ausbau werde Mehrverkehr ent-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29.08.2018, Nr. 100.2016.361U, 
Seite 13

stehen und die Gegend werde ihren Charme als ländliches Ruhegebiet ver-
lieren.

6.1 Den Gemeinden obliegt die Aufgabe, die Bauzonen zu erschliessen 
(Art. 19 Abs. 2 RPG, Art. 64 Abs. 2 Bst. a und Art. 108 Abs. 1 BauG; 
Zaugg/Ludwig, Kommentar zum bernischen BauG, Band I/II, 4. Aufl. 
2013/2017, Art. 108 N. 1). Planerisch genügt die Erschliessung, wenn ihre 
Leistungsfähigkeit auf die Bedürfnisse abgestimmt ist, die sich aus der zo-
nengemässen Nutzung des zu erschliessenden Gebiets ergeben können 
(Art. 7 Abs. 3 BauG; Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 7/8 N. 7; vgl. auch 
BGE 136 III 130 E. 3.2.2). Gemäss Art. 7 der Bauverordnung vom 6. März 
1985 (BauV; BSG 721.1) ist für neue Erschliessungsanlagen die Fahrbahn-
breite nach Massgabe der Verkehrsbelastung zu bestimmen (Abs. 1); vor-
behältlich abweichender Gemeindevorschriften soll sie bei Einbahnstrassen 
3 m und bei Strassen mit Gegenverkehr 4,2 m nicht unterschreiten 
(Abs. 2). Wenn besondere Verhältnisse es erfordern, kann die Fahrbahn-
breite auch für Strassen mit Gegenverkehr bis auf 3 m herabgesetzt wer-
den; ist die Strasse auf einer grösseren Strecke nicht überblickbar, so sind 
Ausweichstellen anzulegen (Abs. 3). Zu den besonderen Verhältnissen 
zählen nach Art. 6 Abs. 3 BauV namentlich ungünstige topografische Ge-
gebenheiten, vorhandene bauliche Hindernisse, gebotene Verlangsamung 
des Verkehrs, zu erwartende geringe Verkehrsbelastung (Zufahrt für nicht 
mehr als 20 Wohnungen oder verkehrsmässig gleichbedeutende Nutzung) 
und besondere Verkehrsbedürfnisse (Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 7/8 N. 17; 
vgl. VGE 2012/133 vom 12.3.2013 E. 4.6).

6.2 Wie dargelegt sollte der Ausbau der Hubelstrasse ursprünglich dazu 
dienen, den Mehrverkehr zu bewältigen, der von der Hotelzone D 23A und 
der ÜO Erli erwartet wurde. Gemäss dem Technischen Bericht hätten diese 
Projekte die Belastung pro Tag im unteren Abschnitt der Hubelstrasse von 
473 auf 1037 Fahrten erhöht, wovon jeweils ca. 12 % (129 Fahrten) in den 
Spitzenzeiten am Morgen und am Abend erwartet wurden. Der aktuelle 
Ausbaustandard der Strasse würde für diesen Mehrverkehr nicht mehr ge-
nügen (Technischer Bericht der D.________ AG vom 26.7.2011/April 
2012/August 2012, act. 4E/9 [nachfolgend: Technischer Bericht], S. 4, 6 f. 
und 9). Im Erläuterungsbericht vom 11. Juni 2013 hat die Gemeinde aber 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29.08.2018, Nr. 100.2016.361U, 
Seite 14

zusätzlich ausgeführt, der Ausbaustandard der Hubelstrasse entspreche 
bereits heute den Anforderungen an eine Basiserschliessung nur knapp. 
Ein Ausbau sei somit auch dann sinnvoll, wenn das Institut Le Rosey sein 
Vorhaben nicht verwirklichen würde (act. 4E/3 S. 6). Auf diesen Standpunkt 
stellt sich die Gemeinde nach wie vor.

6.3 Dem Technischen Bericht sind keine Angaben dazu zu entnehmen, 
inwiefern der Ausbau der Hubelstrasse auch ohne den erwarteten Mehrver-
kehr erforderlich ist. Zu dieser Frage hat der Instruktionsrichter daher beim 
TBA einen Fachbericht eingeholt. Im Bericht vom 26. März 2018 (act. 14) 
schätzte das TBA die aktuelle Verkehrsbelastung auf 350 bis 450 Fahrten 
pro Tag. Das TBA hielt fest, umgerechnet auf die Spitzenstunde ergebe 
sich eine stündliche Fahrtenanzahl von höchstens 40-60, d.h. ungefähr 
eine Fahrt pro Minute. Begegnungsfälle von Fahrzeugen könnten dank der 
vorhandenen – teilweise privaten – Ausweichstellen gut abgewickelt wer-
den. Es sei zwar offensichtlich, dass die Hubelstrasse bei weitem nicht alle 
Anforderungen erfülle, die an eine neue Erschliessungsstrasse gestellt 
würden. Soweit Kreuzungsmanöver nur unter Inanspruchnahme von 
privaten Vorplätzen und Zufahrten möglich seien, werde die Hubelstrasse 
ihrer Bedeutung als Erschliessung eines relativ grossen Gebiets nicht ge-
recht. Diese Problematik verschärfe sich im Winter bei Schnee und Eis mit 
dem in der Hochsaison zu erwartenden grossen Verkehrsaufkommen. Das 
TBA erachtet den Ausbaubedarf insofern als erwiesen. Es hält jedoch fest, 
die Verkehrssicherheit sei aber gerade wegen der geringen Fahrbahnbreite 
und der damit verbundenen, niedrigen Geschwindigkeit sowie wegen der 
Übersichtlichkeit auch bei Begegnungen zwischen Fahrzeugen und Fuss-
gängerinnen und Fussgängern gewährleistet. Im untersten Abschnitt bis 
zur Einmündung der Bodmenstrasse ist der Ausbau der Strasse auf 4,5 m 
bzw. 5,7 m einschliesslich des überfahrbaren Trottoirs nach Ansicht des 
TBA nicht mehr auf tiefe Geschwindigkeiten ausgerichtet; die Führungs- 
und Querschnittselemente, die das optische Erscheinungsbild bestimmten, 
würden zu höheren Geschwindigkeiten verleiten. Die Reduktion der Fahr-
bahnbreite auf 3,3 m durch den Einbau eines 1,2 m breiten Grünstreifens 
bei der unteren Skipistenquerung unterbreche zwar den breiten Querschnitt 
am Anfang der Gerade, sie beeinflusse das gesamte Erscheinungsbild je-
doch kaum. Es lägen besondere Verhältnisse im Sinn von Art. 7 Abs. 3 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29.08.2018, Nr. 100.2016.361U, 
Seite 15

i.V.m. Art. 6 Abs. 3 BauV vor, weshalb eine Fahrbahnbreite von 3 m aus-
reiche. Im Abschnitt zwischen den Einmündungen der Bodmenstrasse und 
des Erliwegs erachtet das TBA die Ausweichstelle mit 25 m als überaus 
lang und den Ausbaugrad als zu hoch. Die fünf Ausweichstellen von 14 bis 
27 m Länge ab der Einmündung des Erliwegs hält das TBA ebenfalls für 
überaus lang. Das TBA beurteilt somit den Ausbaugrad der gesamten 
Strecke als zu hoch, hält jedoch fest, weder aus der Gesetzgebung noch 
aus den einschlägigen VSS-Normen lasse sich eine eindeutige Lösung ab-
leiten. Wesentlich sei, dass das Erscheinungsbild dem nötigen, tiefen Ge-
schwindigkeitsniveau entspreche. Wenn die erforderlichen Ausweichstellen 
angeordnet werden könnten, müsse die Fahrbahn nicht breiter sein als bis-
her. Auch könne in dem Fall auf den Gehweg verzichtet werden. Wolle die 
Gemeinde an einer separaten Fläche für Fussgängerinnen und Fussgänger 
festhalten, so sollte der minimal breite Gehweg das Erscheinungsbild eines 
Trampelpfads aufweisen und durch einen Grünstreifen von der Fahrbahn 
abgesetzt werden.

6.4 Die Hubelstrasse dient im Wesentlichen der Erschliessung von Feri-
enwohnungen in der Erhaltungszone, in der die bauliche Entwicklung be-
schränkt ist (Art. 18 des Baureglements der EG Saanen vom 11. März 
2011), sowie mehrerer Ferienheimzonen und der Landwirtschaftszone. 
Eine spürbare Zunahme des Verkehrs ist daher nicht zu erwarten, solange 
keine grösseren Projekte geplant sind. Zwar geht die EG Saanen davon 
aus, dass eine neue ÜO Erli erlassen wird; konkrete Hinweise auf die Über-
arbeitung des Projekts oder die Realisierung des Campus in überarbeiteter 
Form sind jedoch nicht aktenkundig. Inwiefern der Ausbau der Strasse für 
sich allein zu Mehrverkehr führen soll, wie die Beschwerdeführerinnen gel-
tend machen, legen sie nicht näher dar und ist nicht ersichtlich. Es ist des-
halb zu prüfen, ob der Ausbau der Hubelstrasse für das aktuelle Verkehrs-
aufkommen erforderlich ist. Dabei ist von Bedeutung, dass der Ausbau nur 
teilweise zu Lasten der Bauzone (Erhaltungszone) und mehrheitlich zu 
Lasten der Landwirtschaftszone geht (Überbauungsplan, act. 4G), an deren 
Erhalt grundsätzlich ein erhebliches Interesse besteht.

6.5 Die Mindestmasse gemäss Art. 7 BauV regeln, ab welcher Breite 
eine neue Strasse als genügende Erschliessung gilt. Zwar können sie für 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29.08.2018, Nr. 100.2016.361U, 
Seite 16

den Ausbau einer bestehenden Strasse als Richtwerte dienen; der Ausbau 
ist aber nicht allein deshalb überdimensioniert, weil die vorgesehene Stras-
senbreite die Mindestmasse nach dieser Bestimmung überschreitet. Be-
sondere Verhältnisse im Sinn von Art. 7 Abs. 3 i.V.m. Art. 6 Abs. 3 BauV 
erlauben es der Gemeinde, in diesen Fällen schmalere Erschliessungs-
strassen vorzusehen; sie verpflichten sie indessen nicht, sich auf die Min-
destbreite zu beschränken. – Die Gemeinde sieht vor, die Hubelstrasse auf 
eine Breite auszubauen, die – jedenfalls im unteren Teil – einer neuen Er-
schliessungsstrasse mit Gegenverkehr entspricht. Angesichts des eher 
geringen Verkehrsaufkommens erscheint dieser Ausbau zwar grosszügig, 
aber nicht überdimensioniert, solange nicht weitere Gründe gegen den 
Ausbau sprechen.

6.6 Das TBA bejaht grundsätzlich einen Ausbaubedarf, führt aber ge-
gen das Vorhaben Gründe der Verkehrssicherheit an. Es befürchtet insbe-
sondere höhere Geschwindigkeiten auf der ca. 140 m langen Geraden un-
terhalb der Einmündung der Bodmenstrasse. Nach Ansicht der Gemeinde 
soll die Verbreiterung der Strasse gerade der Verkehrssicherheit dienen, 
indem unterhalb der Einmündung der Bodmenstrasse die Begegnung eines 
Personenwagens mit einem Lastwagen oder landwirtschaftlichen Fahrzeug 
auf der ganzen Strecke ermöglicht wird; zwischen der Einmündung der 
Bodmenstrasse und des Erliwegs soll dies auf der halben Strecke möglich 
sein, auf der restlichen Strecke sollen zwei Personenwagen kreuzen kön-
nen (Technischer Bericht, act. 4E/9, Massnahme M 1.1-1.3). – Im Plan 
Strassenprojekt sind auf dem Teilstück zwischen der Einmündung der 
Bodmenstrasse und des Erliwegs Poller vorgesehen, die das durchgängige 
Befahren des Trottoirs verhindern sollen, ebenso bei der Einmündung der 
alten Hubelstrasse, nicht aber auf der Geraden unterhalb der Einmündung 
der Bodmenstrasse. Die Gemeinde weist aber darauf hin, dass auf der 
Hubelstrasse bis zur Einmündung des Erliwegs («Erschliessungsstrasse 
Fraubrunnen») Tempo 30 vorgesehen ist. Diese Massnahme ist nicht Teil 
der ÜO, kann aber nachträglich angeordnet werden. Ebenso sind weitere 
Massnahmen denkbar, beispielsweise zusätzliche Poller, welche die Ver-
kehrssicherheit nötigenfalls erhöhen können. Den Bedenken des TBA be-
treffend Verkehrssicherheit kann damit Rechnung getragen werden. Es ist 
daher nicht erforderlich, die Fläche für Fussgängerinnen und Fussgänger 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29.08.2018, Nr. 100.2016.361U, 
Seite 17

auf einen Trampelpfad zu beschränken, wie das TBA vorschlägt. Die neue 
Strassenbreite ist für das gegenwärtige Verkehrsaufkommen eher grosszü-
gig bemessen, zumal sie ursprünglich auf zusätzlichen Verkehr ausgerich-
tet war; da die Strasse aber auch von landwirtschaftlichen Fahrzeugen be-
fahren wird, ist es nachvollziehbar, dass die Gemeinde das Kreuzen mit 
diesen Fahrzeugen ermöglichen will. Die Gestaltung der Strasse liegt daher 
noch im Planungsermessen der Gemeinde. Die Gemeinde wird jedoch die 
Verkehrssicherheit auf diesem Streckenabschnitt im Auge zu behalten und 
nötigenfalls weitere Massnahmen anzuordnen haben.

6.7 Die fünf Ausweichstellen oberhalb der Einmündung des Erliwegs 
beurteilt das TBA als überaus lang. Es hält jedoch fest, die Lage der Aus-
weichstellen sei so gewählt, dass die Abschnitte dazwischen überblickbar 
seien und die Verkehrssicherheit gewährleistet sei (Ziff. 3.2 des Fachbe-
richts). Dies entspricht den Angaben im Technischen Bericht (Massnahme 
M 2), wonach die neuen Ausweichstellen in den Kurvenlagen erstellt wer-
den sollen, in denen die Sicht auf den Gegenverkehr heute eingeschränkt 
sei. Die Autofahrerinnen und Autofahrer sollen in die Kurve einfahren kön-
nen, bis sie die nachfolgende Gerade überblicken; falls ihnen auf dieser un-
verbreiterten Strecke Fahrzeuge entgegenkommen, müssten sie warten, 
bis diese vorbeigefahren sind. – Aus diesen Angaben ergibt sich, dass die 
Ausweichstellen nicht nur dem Kreuzen zweier Fahrzeuge dienen sollen; 
vielmehr handelt es sich um eine abschnittsweise Verbreiterung der 
Strasse an Stellen, in denen die Sicht heute behindert ist (vgl. Technischer 
Bericht, Konfliktplan, Konflikte K10-K14). Auch das TBA ist der Auffassung, 
dass mit dieser Massnahme die Verkehrssicherheit gewährleistet ist und 
hält fest, es bestünden keine Normen für die Länge von Ausweichstellen. 
Der vorgesehene Ausbau der Hubelstrasse liegt daher auch in diesem Ab-
schnitt im Planungsermessen der Gemeinde.

6.8 Mit Ausnahme des Strassenabschnitts, der eine Waldrodung erfor-
derte (vorne E. 5), hat die JGK somit die Genehmigungsverfügung des 
AGR zu Recht bestätigt. Soweit die Waldrodung betreffend (grün schraf-
fierte Fläche im Überbauungsplan) ist der angefochtene Entscheid hinge-
gen aufzuheben und die Genehmigung zu verweigern. Die Beschwerde ist 
insoweit teilweise gutzuheissen; im Übrigen ist sie abzuweisen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29.08.2018, Nr. 100.2016.361U, 
Seite 18

7.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens obsiegen die Beschwerdeführerinnen 
nur in einem Nebenpunkt, den sie zudem in der Beschwerde lediglich in 
zwei Sätzen thematisiert haben (Ziff. 4.4 S. 8). Es rechtfertigt sich nicht, für 
das teilweise Obsiegen Kosten auszuscheiden. Die Beschwerdeführerin-
nen gelten daher für die Kostenverlegung als vollständig unterliegend und 
haben die gesamten Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). 
Die Gemeinde hat keinen Anspruch auf Parteikostenersatz (Art. 104 Abs. 4 
VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Es wird festgestellt, dass der Ausbau der Detailerschliessung Erliweg 
(ab Einmündung in die Hubelstrasse gemäss Legendenpunkt Detailer-
schliessung bestehend/neu) nicht genehmigt ist.

2. Der grün schraffierten Fläche «Rodung definitiv/temporär» im Überbau-
ungsplan der Überbauungsordnung «Ausbau Hubelstrasse» vom 5. April 
2013 wird die Genehmigung verweigert. Insoweit wird die Beschwerde 
gutgeheissen und der Entscheid der Justiz-, Gemeinde- und 
Kirchendirektion des Kantons Bern vom 9. November 2016 aufgehoben. 
Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen, soweit darauf eingetreten 
wird.

3. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 3'500.--, werden den Beschwerdeführerin-
nen auferlegt.

4. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29.08.2018, Nr. 100.2016.361U, 
Seite 19

5. Zu eröffnen:
- den Beschwerdeführerinnen
- der Beschwerdegegnerin
- der Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion des Kantons Bern
- dem Bundesamt für Raumentwicklung
- dem Bundesamt für Umwelt

und mitzuteilen:
- dem Tiefbauamt des Kantons Bern, Oberingenieurkreis 1

Der Abteilungspräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 
17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.