# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b92152f4-8675-52ae-a221-723d69d97578
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-08-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.08.2025 F-632/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-632-2025_2025-08-13.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-632/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 3 .  A u g u s t  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richterin Christa Preisig (Vorsitz), 

Richter Basil Cupa, Richterin Susanne Genner,     

Gerichtsschreiberin Meike Pauletzki. 
 

 
 

Parteien 
 1. A._______,  

vertreten durch B._______,  

2. B._______,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Schengen-Visum;  

Verfügung des SEM vom 19. Dezember 2024. 

 

 

 

F-632/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer, ein 2003 geborener türkischer Staatsangehöriger, 

beantragte am 12. Juni 2024 bei der Schweizer Auslandsvertretung in Is-

tanbul die Ausstellung eines Schengen-Visums für einen zwölftägigen Be-

suchsaufenthalt (3.-14. September 2024) bei seiner hierorts lebenden 

Freundin, der Beschwerdeführerin, und ihrer Familie.  

B.  

Mit Formularverfügung vom 13. Juni 2024 lehnte die Vertretung den Vi-

sumsantrag ab. 

Die dagegen erhobene Einsprache der Beschwerdeführenden wies die 

Vorinstanz mit Verfügung vom 19. Dezember 2024 (eröffnet: 20. Dezember 

2024) ab. 

C.  

Mit Rechtsmitteleingabe vom 29. Januar 2025 gelangten die Beschwerde-

führenden an das Bundesverwaltungsgericht und beantragten, die vor-

instanzliche Verfügung vom 19. Dezember 2024 sei aufzuheben und dem 

Beschwerdeführer ein Schengen-Visum für einen Besuchsaufenthalt in der 

Schweiz auszustellen. 

Am 18. Februar 2025 reichte die Beschwerdeführerin die geforderte Voll-

macht des Beschwerdeführers für das Beschwerdeverfahren ein.  

Mit Teilurteil und Zwischenverfügung vom 24. Februar 2025 trat das Bun-

desverwaltungsgericht auf die Beschwerde der Mutter der Beschwerdefüh-

rerin antragsgemäss nicht ein und führte das Beschwerdeverfahren mit den 

rubrizierten Beschwerdeführenden fort.  

Die Vorinstanz schloss in ihrer Vernehmlassung vom 10. April 2025 auf Ab-

weisung der Beschwerde. Die freigestellte Stellungnahme der Beschwer-

deführenden datiert vom 28. April 2025 und wurde der Vorinstanz zur 

Kenntnisnahme zugestellt. Es erfolgten keine weiteren Eingaben.   

F-632/2025 

Seite 3 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Einspracheentscheide der Vorinstanz bezüglich Schengen-Visa sind 

mit Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht anfechtbar (vgl. Art. 112 

Abs. 1 AIG [SR 142.20] i.V.m. Art. 31 ff. VGG). Das Rechtsmittelverfahren 

richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt 

(Art. 37 VGG). 

1.2 Die Beschwerdeführenden haben am vorangegangenen Einsprache-

verfahren teilgenommen und sind als Besucher respektive Gastgeberin 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt (zur Beschwerdele-

gitimation von Gastgeberinnen und Gastgebern siehe einlässlich das Urteil 

des BVGer F-2397/2024 vom 11. April 2025 E. 2 [zur Publikation vorgese-

hen]). Obwohl der ursprünglich angestrebte Besuchszeitraum inzwischen 

abgelaufen ist, kann nicht zuletzt aufgrund der eingereichten Beschwerde 

auf ein fortbestehendes Rechtsschutzinteresse geschlossen werden. Die 

Beschwerdeführenden sind daher zur Beschwerde legitimiert (vgl. Art. 48 

Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist 

einzutreten (vgl. Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

2.  

Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 

von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-

messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-

lichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49 

VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet das Bundesrecht von Am-

tes wegen an und ist nicht an die Begründung der Begehren gebunden 

(Art. 62 Abs. 4 VwVG). Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage im Ent-

scheidzeitpunkt (vgl. BVGE 2020 VII/4 E. 2.2, 2014/1 E. 2). 

3.  

3.1 Der angefochtenen Verfügung liegt das Gesuch eines türkischen 

Staatsangehörigen um Erteilung eines Visums zu Besuchszwecken in der 

Schweiz zugrunde. Da er sich nicht auf die EU/EFTA-Personenfreizügig-

keitsabkommen berufen kann und die beabsichtigte Aufenthaltsdauer 

90 Tage nicht überschreitet, fällt die vorliegende Streitsache in den Anwen-

dungsbereich der Schengen-Assoziierungsabkommen, mit denen die 

Schweiz den Schengen-Besitzstand sowie die dazugehörigen gemein-

schaftsrechtlichen Rechtsakte übernommen hat (BVGE 2014/1 E. 3, 

2011/48 E. 3). Das AIG und seine Ausführungsbestimmungen gelangen 

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Seite 4 

nur soweit zur Anwendung, als die Schengen-Assoziierungsabkommen 

keine abweichenden Bestimmungen enthalten (Art. 2 Abs. 4 AIG). 

3.2 Drittstaatsangehörige dürfen über die Aussengrenzen des Schengen-

Raums für einen Aufenthalt von höchstens 90 Tagen innerhalb eines Zeit-

raums von 180 Tagen einreisen, wenn sie im Besitz gültiger Reisedoku-

mente sind, die zum Grenzübertritt berechtigen. Ferner benötigen sie ein 

Visum, sofern dieses erforderlich ist gemäss der Verordnung 

(EU) 2018/1806 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 14. No-

vember 2018 zur Aufstellung der Liste der Drittländer, deren Staatsange-

hörige beim Überschreiten der Aussengrenzen im Besitz eines Visums sein 

müssen, sowie der Liste der Drittländer, deren Staatsangehörige von die-

ser Visumpflicht befreit sind (ABl. L 303/39 vom 28. November 2018). Wei-

ter müssen Drittstaatsangehörige den Zweck und die Umstände ihres be-

absichtigten Aufenthalts belegen und hierfür über ausreichende finanzielle 

Mittel verfügen. Namentlich haben sie in diesem Zusammenhang zu bele-

gen, dass sie den Schengen-Raum vor Ablauf des bewilligungsfreien Auf-

enthaltes verlassen, beziehungsweise ausreichende Gewähr für eine frist-

gerechte Wiederausreise zu bieten. Überdies dürfen Drittstaatsangehörige 

nicht im Schengener Informationssystem (SIS) zur Einreiseverweigerung 

ausgeschrieben sein und keine Gefahr für die öffentliche Ordnung, die in-

nere Sicherheit, die öffentliche Gesundheit oder die internationalen Bezie-

hungen eines Mitgliedstaats darstellen (vgl. zum Ganzen Art. 5 Abs. 1 und 

2 AIG, Art. 3 Abs. 1 der Verordnung vom 15. August 2018 über die Einreise 

und die Visumerteilung [VEV, SR 142.204] i.V.m. Art. 6 Abs. 1 und 2 der 

Verordnung [EU] Nr. 2016/399 des Europäischen Parlaments und des Ra-

tes vom 9. März 2016 über einen Gemeinschaftskodex für das Überschrei-

ten der Grenzen durch Personen [SGK, ABl. L 77/1 vom 23. März 2016], 

Art. 14 Abs. 1 und Art. 21 Abs. 1 der Verordnung [EG] Nr. 810/2009 des 

Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Juli 2009 über einen Vi-

sakodex der Gemeinschaft [VK, Abl. L 243/1 vom 15. September 2009]).  

3.3 Eine Gefahr für die öffentliche Ordnung im Sinn von Art. 6 Abs. 1 Bst. e 

SGK ist auch dann anzunehmen, wenn die drittstaatsangehörige Person 

nicht bereit ist, das Hoheitsgebiet des Schengen-Raums fristgerecht wie-

der zu verlassen (BVGE 2014/1 E. 4.3). Die Behörden haben daher zu prü-

fen und die drittstaatsangehörige Person hat zu belegen, dass keine Ge-

fahr einer rechtswidrigen Einwanderung oder einer nicht fristgerechten 

Ausreise besteht (Art. 14 Abs. 1 Bst. d und Art. 21 Abs. 1 VK). Bestehen 

Zweifel daran, dass die gesuchstellende Person das Hoheitsgebiet der Mit-

gliedstaaten fristgerecht verlässt, so ist das Visum zu verweigern (Art. 32 

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Seite 5 

Abs. 1 Bst. b VK). Den Behörden kommt bei der Beurteilung, ob die Vo-

raussetzungen für die Visumserteilung erfüllt sind, ein weiter Beurteilungs-

spielraum zu (BVGE 2014/1 E. 4.1.5). 

3.4 Sind die Einreisevoraussetzungen nicht erfüllt, so kann in Ausnahme-

fällen ein Visum mit räumlich beschränkter Gültigkeit erteilt werden, wel-

ches nur für das Hoheitsgebiet des betreffenden Mitgliedstaats gilt. Von 

dieser Möglichkeit kann letzterer unter anderem Gebrauch machen, wenn 

er es aus humanitären Gründen, aus solchen des nationalen Interesses 

oder aufgrund internationaler Verpflichtungen für erforderlich hält (Art. 3 

Abs. 4 und 5 VEV; Art. 25 Abs. 1 Bst. a VK; Art. 6 Abs. 5 Bst. c SGK). Die 

Mitgliedstaaten sollen von dieser Möglichkeit nur zurückhaltend und ge-

stützt auf eine sorgfältige Abwägung der sich gegenüberstehenden Inte-

ressen Gebrauch machen (BVGE 2011/48 E. 6.1). 

4.  

4.1 Als türkischer Staatsangehöriger unterliegt der Beschwerdeführer der 

Visumspflicht (Art. 8 Abs. 1 VEV i.V.m. Anhang I der Verordnung [EU] 

2018/1806). Die Vorinstanz hat ihm die Erteilung eines Visums verweigert, 

weil seine fristgerechte und anstandslose Wiederausreise nicht gewähr-

leistet sei (vgl. Vorakten [SEM-act.] 7).  

4.2 Bei der Beurteilung des Kriteriums der gesicherten Wiederausreise 

muss ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. Anhaltspunkte dazu kön-

nen sich zunächst aus der allgemeinen Situation im Herkunftsland der dritt-

staatsangehörigen Personen ergeben. Bei Einreisegesuchen von Perso-

nen aus Staaten beziehungsweise Regionen mit politisch, wirtschaftlich 

und sozial ungünstigen Verhältnissen rechtfertigt sich eine strengere Pra-

xis, da die persönliche Interessenlage in solchen Fällen erfahrungsgemäss 

häufig nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten Einreisebe-

willigung im Einklang steht (BVGE 2014/1 E. 6.1 m.H.). 

4.3 In die Risikoanalyse sind neben den allgemeinen Verhältnissen im Her-

kunftsland der gesuchstellenden Person alle relevanten Gesichtspunkte 

des konkreten Einzelfalls einzubeziehen. Besteht bereits aufgrund der all-

gemeinen Situation im Herkunftsland ein rechtlich relevantes Risiko nicht 

regelkonformen Verhaltens, so sind die konkreten Lebensumstände der 

gesuchstellenden Person daraufhin zu prüfen, ob sie geeignet sind, die 

Bedenken zu zerstreuen. Dabei ist ein umso strengerer Massstab anzule-

gen, je ungünstiger sich die allgemeine Situation im Herkunftsland darstellt. 

Zu den relevanten konkreten Lebensumständen gehören insbesondere die 

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persönlichen, familiären, beruflichen und wirtschaftlichen Verhältnisse der 

gesuchstellenden Person (BVGE 2014/1 E. 6.3.1). So kann eine beson-

dere berufliche, gesellschaftliche oder familiäre Verantwortung im Her-

kunftsland beziehungsweise eine stabile, die Existenz sichernde wirt-

schaftliche Situation die Prognose einer anstandslosen Wiederausreise vor 

Ablauf der Visumdauer begünstigen. Umgekehrt muss bei Personen, die 

in ihrer Heimat keine besonderen Verpflichtungen haben oder die sich in 

wirtschaftlich ungünstigen Verhältnissen befinden, das Risiko eines aus-

länderrechtlich nicht regelkonformen Verhaltens nach einer bewilligten Ein-

reise als vergleichsweise hoch eingeschätzt werden (BVGE 2019 VII/1 

E. 7.2, 2014/1 E. 6.3.1; 2009/27 E. 8).  

4.4 Die Türkei befindet sich in einer schwierigen sicherheitspolitischen 

Lage. Im (Süd-)Osten des Landes könnte der bewaffnete Konflikt türki-

scher Sicherheitskräfte mit der Arbeiterpartei Kurdistans ein Ende finden, 

nachdem letztere Mitte Mai 2025 ihre Auflösung beschlossen hat (vgl. 

Swissinfo, Konflikt mit der Türkei: PKK gibt Auflösung bekannt [14. Mai 

2025], <https://www.swissinfo.ch/ger/search/Türkei>, abgerufen am 

30. Juli 2025). Dennoch kann es in den grösseren Städten wegen innen- 

und aussenpolitischer Spannungen zu Demonstrationen mit gewaltsamen 

Ausschreitungen kommen. Nach der Festnahme des Istanbuler Stadtprä-

sidenten Ekrem Imamoglu vom 19. März 2025 protestierten hunderttau-

sende Menschen gegen die aktuelle Regierung. Dabei kam es zu gewalt-

samen Zusammenstössen mit den Sicherheitskräften, hunderte Demonst-

rierende wurden festgenommen und strafrechtlich verfolgt (vgl. Swissinfo, 

Anklage gegen über 800 Verdächtige nach Protesten [8. April 2025], 

Grossdemo in Istanbul für inhaftierten Bürgermeister Imamoglu [29. März 

2025], Protest in Türkei bricht nicht ab – erneut Zehntausende auf der 

Strasse [24. März 2025], ibid.). Die volatile Situation in Syrien und im Irak 

kann sich kurzfristig auf die Sicherheitslage in der Türkei auswirken. Auch 

besteht die Gefahr von Terroranschlägen, insbesondere an belebten Orten 

(vgl. Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten, Rei-

sehinweise für die Türkei, 21. März 2025, <https://www.eda.admin. 

ch/eda/de/home/vertretungen-und-reisehinwei-se/tuerkei/reisehinweise-

fuerdietuerkei.html>, abgerufen am 30. Juli 2025).  

Die türkische Wirtschaft weist derzeit ein Wachstum aus, welches auf die 

Konsumausgaben der Bevölkerung und die Staatsausgaben zurückzufüh-

ren ist. Dennoch zeugen die weiterhin instabile Währung, hohe Inflation 

und Arbeitslosigkeit von einer schwierigen wirtschaftlichen Situation (vgl. 

Staatssekretariat für Wirtschaft, Türkiye, <https://www.seco.admin.ch/ 

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seco/de/home/Aussenwirtschaftspolitik_Wirtschaftliche_Zusammenarbeit/ 

Wirtschaftsbeziehungen/laenderinformationen/europa_zentralasien/sued-

osteuropa/tuerkei.html>, abgerufen am 30. Juli 2025).  

Angesichts dieser Umstände ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz 

das allgemeine Risiko einer nicht fristgerechten und anstandslosen Wie-

derausreise von Besuchspersonen aus der Türkei grundsätzlich als hoch 

einschätzt (vgl. zuletzt Urteile des BVGer F-2105/2025 vom 5. Mai 2025 

E. 4.1, F-2857/2024 vom 29. Januar 2025 E. 6.4, F-6938/2024 vom 16. Ja-

nuar 2025 E. 4.2). In Bezug auf die konkreten Lebensumstände des Be-

schwerdeführers rechtfertigt sich daher ein strenger Massstab.  

4.5 Der Beschwerdeführer ist 22 Jahre alt, ledig und kinderlos. Gemäss ei-

genen Angaben lebt er in C._______, wo er im zweitletzten Studienjahr des 

Bachelors (…) an einer Universität studiert. Überdies arbeitet er im univer-

sitären Fitnessstudio sowie bei einem Start-up im Bereich Medienmarke-

ting. Für das Studium ist er von seinem Heimatdorf nach C._______ gezo-

gen, wo er Freunde, Hobbies und Vereine gefunden hat. Nach dem Stu-

dium will er den Militärdienst absolvieren. Er betont, dass er sich als ältes-

ter Sohn seit dem Tod seines Vaters für seine Familie verantwortlich fühle. 

Er unterstütze seine Familie zwar nicht finanziell, jedoch persönlich. Seine 

Mutter habe psychische Probleme und leide «in ihren Down-Phasen an 

Suizidgedanken». Wenn es ihr schlecht gehe, dann reise er schnellstmög-

lich zu ihr, um ihr beizustehen und seinen vor Ort lebenden Bruder zu ent-

lasten. In der Türkei fühle er sich seinem verstorbenen Vater und seiner 

Herkunft am nächsten (vgl. Akten im Beschwerdeverfahren [BVGer-

act.] 18 S. 1, BVGer-act. 1 – Beilage 18 S. 7 ff., SEM-act. 6 S. 90 ff., SEM-

act. 4 S. 78 f.). Diese Angaben werden durch türkische Behörden- und Uni-

versitätsdokumente des Beschwerdeführers sowie Chatverläufe der Be-

schwerdeführenden gestützt (vgl. BVGer-act. 1 – Beilagen 7c, 8, 9 und 23, 

SEM-act. 4 S. 24 ff.), weshalb darauf grundsätzlich abzustellen ist.  

Die geschilderten Umstände belegen, dass der Beschwerdeführer in einem 

altersüblichen Mass in das türkische Bildungs- und Wirtschaftsleben inte-

griert ist. Aus den eingereichten Akten geht ‒ soweit diese sprachlich ver-

ständlich sind ‒ hervor, dass er als Fitnessmitarbeiter monatlich 

TRY 4'000.50 verdient, was aktuell Fr. 80.04 entspricht. Die Höhe seines 

Start-up-Lohnes und seiner Hinterbliebenenrente ist nicht bekannt. Er be-

sitzt keine ortsgebundenen Vermögenswerte in der Türkei. Aktenkundig 

verfügte er per 6. Juni 2024 über Bankguthaben von EUR 551.41, 

TRY 293.15 und TRY 220.62, was aktuell Fr. 523.32 entspricht. Ferner 

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besass er 5.94 gr[ain] Gold, was aktuell rund Fr. 33.17 wert ist (zum Gan-

zen: SEM-act. 4 S. 28 ff. und 40 ff., vgl. BVGer-act. 1 – Beilagen 7a+7b; 

TRY 1 = Fr. 0.02, EUR 1 = Fr. 0.93, 1 gr = 0.06479891 g, Fr. 87.64 / 1 g 

Gold, <https://www.finanzen.ch/waehrungsrechner/neue-tuerkische-

lira_schweizer-franken>, <https://www.finanzen.ch/waehrungsrech-

ner/euro_schweizer-franken>, <https://www.finanzen.ch/rohstoffe/gold-

preis/chf>, je abgerufen am 30. Juli 2025). Angesichts dessen ist nicht da-

von auszugehen, dass der Beschwerdeführer in der Türkei in günstigen 

und gefestigten finanziellen Verhältnissen lebt.  

In der Türkei leben die Mutter und der Bruder des Beschwerdeführers, die 

er regelmässig besucht. Das Bundesverwaltungsgericht verkennt nicht, 

dass Familien nach dem Verlust eines Familienmitglieds erfahrungsge-

mäss enger zusammenwachsen und die betroffenen Angehörigen einan-

der emotional stützen. Dass der Beschwerdeführer seiner Mutter in psy-

chisch herausfordernden Zeiten vor Ort beisteht, zeugt von seinen familiä-

ren Verpflichtungen in der Türkei. Deren Intensität ist insofern zu relativie-

ren, als dass die Mutter bereits durch den Bruder unterstützt wird, mithin 

der Beschwerdeführer nicht das einzige Familienmitglied ist, welches ihr 

den benötigten Beistand leisten kann.  

Im Ergebnis ist durchaus eine persönliche, familiäre, bildungstechnische 

und berufliche Einbettung des Beschwerdeführers in der Türkei erkennbar. 

Mit Blick auf den anzuwendenden strengen Massstab (E. 4.4) sind seine 

Verpflichtungen jedoch nicht derart intensiv und seine wirtschaftliche Situ-

ation nicht derart günstig, dass sie die Prognose einer fristgerechten und 

anstandslosen Wiederausreise entscheidwesentlich begünstigen würden. 

Zu berücksichtigen ist schliesslich, dass der Beschwerdeführer durch seine 

Freundin – die Beschwerdeführerin – bereits über ein gewisses Bezie-

hungsnetz in der Schweiz verfügt, auch wenn sie beteuern, derzeit keine 

Pläne für ein Zusammenziehen oder eine Heirat zu hegen. Dennoch wird 

das Emigrationsrisiko durch diesen Umstand erhöht (vgl. zuletzt Urteil 

F-2105/2025 E. 4.3). 

4.6 Bei gesamthafter Betrachtung der allgemeinen Lage in der Türkei und 

der persönlichen Situation des Beschwerdeführers besteht keine ausrei-

chende Gewähr für seine fristgerechte und anstandslose Wiederausreise 

nach einem Besuchsaufenthalt. Zwar ist der Aufenthaltszweck, namentlich 

ein rund zweiwöchiger Besuch bei seiner in der Schweiz lebenden Freun-

din und deren Familie, zeitlich und inhaltlich klar umrissen, dennoch lassen 

die persönlichen Lebensumstände des Beschwerdeführers in der Türkei 

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Seite 9 

nicht auf eine ausreichende Gewähr für die fristgerechte und anstandslose 

Wiederausreise schliessen. 

An dieser Einschätzung vermögen auch die Verpflichtungserklärung und 

der gute Leumund der Beschwerdeführenden (vgl. SEM-act. 6 S. 90) 

nichts zu ändern. Die Beschwerdeführerin kann als Gastgeberin für ge-

wisse finanzielle Risiken einstehen, mangels rechtlicher und faktischer 

Durchsetzbarkeit jedoch kein bestimmtes Verhalten ihres Gastes wie na-

mentlich dessen Wiederausreise gewährleisten (vgl. BVGE 2014/1 

E. 6.3.7, 2009/27 E. 9).  

4.7 Da die fristgerechte und anstandslose Wiederausreise des Beschwer-

deführers nicht gewährleistetet ist, kann ihm kein Schengen-Visum erteilt 

werden (vgl. Art. 32 Abs. 1 Bst. b VK). Da das Schengen-Visum bereits aus 

diesem Grund zu verweigern ist, erübrigt es sich, die weiteren Vorausset-

zungen der Visumserteilung zu prüfen.  

5.  

5.1 Es bleibt zu prüfen, ob dem Beschwerdeführer ein auf das Gebiet der 

Schweiz beschränktes Visum zu erteilen ist (vgl. E. 3.4).  

5.2 Hinsichtlich völkerrechtlicher Verpflichtungen der Schweiz ist zu be-

rücksichtigen, dass sich ausländische Personen, die nahe Familienange-

hörige mit hinreichend gefestigtem Anwesenheitsrecht in der Schweiz ha-

ben, auf das Recht auf Achtung des Familienlebens (Art. 8 EMRK) berufen 

können. Dieses erfasst neben Beziehungen innerhalb der Kernfamilie auch 

andere genügend nahe, echte und tatsächlich gelebte Familienbeziehun-

gen. Auf derartige Beziehungen deuten insbesondere ein Zusammenleben 

im gemeinsamen Haushalt, eine finanzielle Verflochtenheit, eine speziell 

enge familiäre Bande, regelmässige Kontakte und eine Übernahme von 

Verantwortung füreinander. Die Konventionsgarantie schützt nur das Fami-

lienleben als solches, nicht aber die freie Wahl des für den Aufbau und die 

Führung des Familienlebens günstigsten Ortes. Daher ist der Schutzbe-

reich des Familienlebens in aller Regel nicht berührt, wenn es den Betei-

ligten möglich und zumutbar ist, das Familienleben ausserhalb der Schweiz 

zu pflegen. Anders verhält es sich, wenn ihnen nicht ohne Weiteres zuge-

mutet werden kann, ins Ausland auszuweichen. Diesfalls ist eine Interes-

senabwägung vorzunehmen, die sämtlichen Umständen des Einzelfalls 

Rechnung trägt (vgl. Art. 8 Ziff. 2 EMRK; BGE 144 II 1 E. 6.1, 143 I 21 

E. 5.1, 139 I 330 E. 2.1; BVGE 2011/48 E. 6.3.1; zuletzt etwa Urteile des 

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Seite 10 

BVGer F-2863/2023 vom 23. Dezember 2024 E. 5.1, F-6605/2023 vom 

24. September 2024 E. 7).  

5.3 Gemäss eigenen Angaben sind die Beschwerdeführenden seit Ende 

2022 ein Paar. Sie führen eine Fernbeziehung, schreiben und facetimen 

täglich. Bisher haben sie sich neunmal persönlich getroffen, sei es in der 

Türkei oder in anderen Drittstaaten. Sie würden einander emotional stark 

unterstützen. Eine Heirat oder ein gemeinsames Leben in der Schweiz 

oder der Türkei seien nicht geplant (BVGer-act. 1 S. 1 und Beilage 18 

S. 6 f., SEM-act. 6 S. 90 ff., SEM-act. 4 S. 77 ff.). Die eingereichten Chat-

verläufe und Fotos stützen diese Angaben (BVGer-act. 1 ‒ Beilagen 16 

und 23, SEM-act. 4 S. 58). Das Bundesverwaltungsgericht stellt nicht in 

Abrede, dass zwischen den Beschwerdeführenden eine nahe emotionale 

Beziehung besteht, die ‒ soweit es die Distanz zulässt ‒ gepflegt wird. Die 

erst zweijährige Beziehungsdauer, das Fehlen finanzieller oder anderwei-

tiger Verflechtungen sowie einer gemeinsamen Lebensplanung deutet in-

des ‒ selbst unter Berücksichtigung des jungen Alters der Beschwerdefüh-

renden ‒ darauf hin, dass ihre Beziehung nicht die erforderliche Intensität 

aufweist, um in den Schutzbereich des Rechts auf Achtung des Familien-

lebens (Art. 8 Ziff. 1 EMRK) zu fallen. Ohnehin ist es ihnen möglich und 

zumutbar, ihren Kontakt weiterhin über moderne Kommunikationsmittel 

und persönliche Treffen in der Türkei oder anderen Drittstaaten zu pflegen. 

Daran ändert nichts, dass sich die Beschwerdeführenden aus terminlichen 

und finanziellen Gründen nur alle paar Monate treffen können. Folglich 

können sich die Beschwerdeführenden nicht auf das Recht auf Achtung 

des Familienlebens (Art. 8 Ziff. 1 EMRK) berufen, um die Erteilung eines 

räumlich beschränkten Visums zu erwirken.  

5.4 Der Wunsch der Beteiligten, dass der Beschwerdeführer die Familie 

und die Heimat der Beschwerdeführerin kennenlernt, ist verständlich. Doch 

selbst wenn die Grosseltern der Beschwerdeführerin alters- und gesund-

heitsbedingt nicht mehr reisen könnten und unklar wäre, wie lange ihre de-

menzkranke Grossmutter den Beschwerdeführer noch erkennen würde 

(vgl. BVGer-act. 18 S. 1 f., BVGer-act. 1 S. 2 und Beilage 18 S. 3), so wäre 

die hohe Schwelle für die Erteilung eines räumlich beschränkten Visums 

nicht erreicht. Die Beziehung des Beschwerdeführers zu den Grosseltern 

der Beschwerdeführerin fällt ebenfalls nicht in den Schutzbereich des 

Rechts auf Achtung des Familienlebens (Art. 8 Ziff. 1 EMRK, vgl. E. 5.2). 

Angesichts dessen können die privaten Interessen der Beteiligten an der 

Visumserteilung die gegenteiligen öffentlichen Interessen (vgl. E. 3.3 und 

4.6 f.) nicht in den Hintergrund treten lassen. Folglich liegen keine 

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Seite 11 

humanitären oder anderen wichtigen Gründe vor, welche die Erteilung ei-

nes räumlich beschränkten Visums rechtfertigen würden.  

6.  

6.1 Im Übrigen sei darauf hingewiesen, dass die Vorinstanz ‒ wie darge-

legt ‒ rechtsprechungskonform erwogen hat, dass keine ausreichende Ge-

währ für die fristgerechte und anstandslose Wiederausreise des Beschwer-

deführers besteht. Die appellatorische, emotional vorgetragene Kritik der 

Beschwerdeführenden am Schweizer Rechtsstaat und dessen Behör-

denabläufen (vgl. BVGer-act. 18, BVGer-act. 1 ‒ Beilage 18) geht entspre-

chend fehl. Dass die Beschwerdeführenden den Sachverhalt rechtlich an-

ders würdigen, begründet weder eine Verletzung des rechtlichen Gehörs 

noch rechtsstaatlicher Grundsätze (vgl. Art. 5 Abs. 2, 8 Abs. 2 und 29 

Abs. 1 BV). Insbesondere ist nicht ersichtlich, dass sich die Vorinstanz über 

die allgemeine Lage der Türkei, die persönliche Situation des Beschwer-

deführers oder die Beziehung der Beschwerdeführenden «lustig gemacht» 

oder diese «herabgewürdigt» hätte. Dass die Vorinstanz die allgemeinen 

Verhältnisse in der Türkei bei der Beurteilung der Gefahr einer nicht frist-

gerechten und anstandslosen Wiederausreise berücksichtigt hat, ist 

rechtskonform, nicht jedoch «rassistisch», «diskriminierend» oder «aus-

grenzend». Überdies können die Beschwerdeführenden aus der vor-

instanzlichen Statistik betreffend Anzahl der in den Jahren 2021/22 an tür-

kische Staatsagenhörige erteilte Schengen-Visa nichts zu ihren Gunsten 

ableiten, denn es besteht kein Anspruch auf Visumserteilung (vgl. 

BVGE 2014/1 E. 4.1.5, 2009/27 E. 3). Vielmehr ist bei jeden Visumsgesuch 

anhand der konkreten Umstände zu prüfen, ob die Voraussetzung für die 

Visumserteilung erfüllt sind. Auch hat sich die politische und wirtschaftliche 

Lage in der Türkei in den letzten Jahren stark verschlechtert (vgl. E. 4.4).  

6.2 Nach dem Gesagten hat die Vorinstanz dem Beschwerdeführer zu 

Recht weder ein einheitliches Visum noch ein Visum mit beschränkter 

räumlicher Gültigkeit erteilt. Daher ist die angefochtene Verfügung nicht zu 

beanstanden (vgl. Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist abzuweisen.  

7.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens werden die unterliegenden Beschwer-

deführenden kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.‒ sind 

ihnen aufzuerlegen und durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvor-

schuss gedeckt (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 ff. des Reglements 

vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem 

F-632/2025 

Seite 12 

Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Ausgangsgemäss ist 

keine Parteientschädigung zuzusprechen (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG). 

8.  

Dieses Urteil ist endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG; vgl. Urteil des BGer 

2C_316/2024 vom 21. Juni 2024 E. 2). 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.‒ werden den Beschwerdeführenden 

auferlegt. Der in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss wird zur Bezah-

lung der Verfahrenskosten verwendet.  

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden und die Vorinstanz. 

 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Christa Preisig Meike Pauletzki