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**Case Identifier:** f41e5b00-b378-592e-b876-b8f949bf3a69
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-01-19
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 19.01.2023 720 2020 354 / 15 (720 20 354 / 15)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-2020-354---15_2023-01-19.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 19. Januar 2023 (720 20 354 / 15) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Gerichtsgutachten; Posttraumatische Belastungsstörung. Namentlich auch hinsichtlich 

des retrospektiven Verlaufs vermag der Gerichtsgutachter schlüssig darzulegen, dass von 

einer fortdauernden und vollständigen Arbeitsunfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt 

auszugehen ist.  

 

 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Jürg Pulver, Kantons-

richter Christof Enderle, Gerichtsschreiber Stephan Paukner 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Elisabeth Maier, Advoka-
tin, Hauptstrasse 104, Postfach, 4102 Binningen 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente 

 
 
 
A. Der 1974 geborene A.____ war vom 1. April 1999 bis 30. September 2000 als Office-
Mitarbeiter tätig. Am 23. Mai 2001 meldete er sich erstmals bei der Invalidenversicherung (IV) 
zum Leistungsbezug an. Mit Verfügung vom 5. Juni 2003 lehnte die IV-Stelle Basel-Landschaft 
(IV-Stelle) einen Rentenanspruch gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 30 % ab. Mit Gesuch 

 
 
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vom 14. März 2005 meldete sich der Versicherte erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug 
an. Mangels Glaubhaftmachung eines verschlechterten Gesundheitszustandes trat die IV-Stelle 
mit Schreiben vom 10. Mai 2005 auf das Gesuch nicht ein. Eine weitere Anmeldung zum Leis-
tungsbezug erfolgte am 28. November 2011. Die IV-Stelle verneinte in der Folge mit Verfügung 
vom 5. September 2013 aufgrund eines Invaliditätsgrades von 0 % einen Rentenanspruch des 
Versicherten erneut. Die gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde wies das Kantonsgericht 
Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), mit Urteil vom 6. Feb-
ruar 2014 ab. Nach einer weiteren Anmeldung des Versicherten zum Leistungsbezug am 28. Mai 
2014 lehnte sie nach Abklärung der gesundheitlichen und erwerblichen Verhältnisse mit Verfü-
gung vom 11. November 2015 den Rentenanspruch wiederum ab. Auch diese Verfügung bestä-
tigte das Kantonsgericht auf erhobene Beschwerde hin mit Urteil vom 10. März 2016.  
 
B. Am 1. Dezember 2016 meldete sich A.____ unter Hinweis auf eine posttraumatische Be-
lastungsstörung sowie auf eine somatoforme Schmerzstörung abermals bei der IV-Stelle zum 
Leistungsbezug an. Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren trat die IV-Stelle mit Verfügung 
vom 24. Mai 2017 auf dieses neue Leistungsbegehren nicht ein. Zur Begründung machte sie 
geltend, dass der Versicherte eine Verschlechterung seines Gesundheitszustandes nicht glaub-
haft habe darlegen können, weshalb weiterhin von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen 
sei. Eine hiergegen erhobene Beschwerde hiess das Kantonsgericht mit Urteil vom 2. August 
2018 gut und wies die IV-Stelle an, auf das Leistungsbegehren des Versicherten einzutreten. 
 
C. Die IV-Stelle klärte in der Folge die erwerblichen und gesundheitlichen Verhältnisse ab. 
Namentlich gestützt auf ein bidisziplinäres Verwaltungsgutachten von Dr. med. B.____, FMH In-
nere Medizin und Rheumatologie, sowie Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, 
vom 4. bzw. 5. Dezember 2019 lehnte sie nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren den Ren-
tenanspruch des Versicherten mit Verfügung vom 13. August 2020 erneut ab. 

 
D. Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Advokatin Elisabeth Maier, am 15. Sep-
tember 2020 Beschwerde und beantragte, es seien ihm in Aufhebung der angefochtenen Verfü-
gung die gesetzlichen Leistungen auszurichten, eventualiter sei die Angelegenheit zur weiteren 
Abklärung an die IV-Stelle zurückzuweisen. Zur Begründung liess er im Wesentlichen geltend 
machen, dass der medizinische Sachverhalt in psychiatrischer Hinsicht mit dem Gutachten von 
Dr. C.____ nicht zweifelsfrei eruiert worden sei. Auch die neurologische Gesamtsituation erweise 
sich als abklärungsbedürftig. 

 
E. Die IV-Stelle schloss mit Vernehmlassung vom 30. Oktober 2020 auf Abweisung der Be-
schwerde. Der Beschwerdeführer reichte mit Eingabe vom 13. November 2020 einen ergänzen-
den Bericht des Kantonsspitals F.____ vom 18. September 2020 ein. Die IV-Stelle ihrerseits hielt 
mit Stellungnahme vom 27. November 2020 an der Abweisung der Beschwerde fest. 

 
F. Anlässlich der Urteilsberatung vom 8. April 2021 gelangte das Kantonsgericht zum 
Schluss, dass dem psychiatrischen Teilgutachten von Dr. C.____ keine ausschlaggebende Be-
weiskraft zukomme. Während die gesundheitlichen Verhältnisse in somatischer Hinsicht keinen 
Anlass zu konkreten Zweifeln geben würden, präsentiere sich der psychiatrische Sachverhalt als 

 
 
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ungenügend abgeklärt. Das Gericht beschloss daher unter Berücksichtigung der in 
BGE 137 V 210 dargelegten Rechtsprechung, den Fall auszustellen und zur abschliessenden 
Klärung der medizinischen Sachlage ein psychiatrisches Gerichtsgutachten bei Dr. med. D.____, 
FMH Psychiatrie und Psychotherapie, in Auftrag zu geben. Das entsprechende Gutachten erging 
in der Folge am 26. Januar 2022. Die IV-Stelle hielt mit Eingabe vom 24. Februar 2022 unter 
Hinweis auf eine Stellungnahme ihres regional-ärztlichen Dienstes (RAD) vom 21. Februar 2022 
fest, es sei nicht plausibel, dass der Gerichtsgutachter dem Beschwerdeführer überhaupt keine 
Verweistätigkeit mehr zumute. Es werde daher an der Abweisung der Beschwerde festgehalten. 
Der Beschwerdeführer hielt mit Stellungnahme vom 16. März 2022 fest, dass in Bezug auf die 
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit auf das Gerichtsgutachten abzustellen und ihm eine ganze 
Rente der IV zuzusprechen sei.  
 
G. Anlässlich der zweiten Urteilsberatung vom 23. August 2022 gelangte das Kantonsgericht 
zur Auffassung, dass die Angelegenheit erneut auszustellen und zur abschliessenden Klärung 
eine Nachfrage beim Gerichtsgutachter zur retrospektiven Arbeitsfähigkeit des Versicherten seit 
Dezember 2016 zu veranlassen sei. Die entsprechende Antwort des Gerichtsgutachters erging 
am 30. September 2022. Mit Eingabe vom 13. Oktober 2022 beantragte der Beschwerdeführer 
die Ausrichtung einer ganzen IV-Rente rückwirkend auf den frühstmöglichen Zeitpunkt. Die IV-
Stelle hielt in ihrer Eingabe vom 24. Oktober 2022 unter Hinweis auf eine Stellungnahme ihres 
RAD vom 18. Oktober 2022 wiederum mit der Begründung an der Abweisung der Beschwerde 
fest, dass letztlich unklar geblieben sei, weshalb die vom Gerichtsgutachter attestierte Verweistä-
tigkeit nicht auch im ersten Arbeitsmarkt mit einem reduzierten Pensum möglich sei. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über Invalidenversicherung (IVG) vom 
19. Juni 1959 in der nach dem 1. Juli 2006 gültigen Fassung kann gegen Verfügungen der kan-
tonalen IV-Stellen bei dem vom Kanton bezeichneten Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle 
innerhalb von 30 Tagen Beschwerde erhoben werden. Das Kantonsgericht des Kantons Basel-
Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht, ist deshalb gemäss § 54 Abs. 1 lit. d des Geset-
zes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ört-
lich und sachlich zuständig. Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde vom 15. Sep-
tember 2020 ist demnach einzutreten. 
 
1.2 Am 1. Januar 2022 ist die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Änderung 
des IVG ("Weiterentwicklung der IV", WEIV) in Kraft getreten. Weil in zeitlicher Hinsicht grund-
sätzlich diejenigen materiellen Rechtssätze massgebend sind, die bei der Erfüllung des zu 
Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V 466 E. 1), und weil ferner das 
Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles grundsätzlich lediglich auf den bis 
zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 
130 V 138 E. 2.1, 121 V 362 E. 1b), sind im vorliegenden Fall die Bestimmungen des IVG in der 
noch bis Ende 2021 geltenden Fassung anwendbar (BGE 132 V 215 E. 3.1.1 mit Hinweis). Sie 
werden im Folgenden jeweils in dieser Version wiedergegeben und angewendet.  

 
 
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2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während ei-
nes Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig ge-
wesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c).  
 
2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung 
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähig-
keit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer 
Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berück-
sichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere 
Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Ge-
burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der 
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verste-
hen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach 
Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück-
sichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht 
nicht überwindbar ist (Satz 2).  
 
2.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychischen Gesundheitsbeeinträchti-
gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich an-
erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 49 E. 1.2, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Zu 
betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltenden psychischen Leiden belastenden 
psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen kein Krankheitswert zukommt. Ein 
invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 
IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit 
wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psychische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, 
kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter 
therapeutischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens willensmässig erwar-
tet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nachzugehen (BGE 127 V 294 E. 5a mit Hinwei-
sen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesundheitsbeeinträchtigung verursachten Er-
werbsunfähigkeit genügt es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig 
ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehmen ist, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit sei ihr 
sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Voraussetzung - sogar für die Gesell-
schaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 294 E. 4c in fine). 
 
3.1 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt abge-
stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, 
auf eine Dreiviertelrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu min-
destens 50 % und auf eine Viertelrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist.  

 
 
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3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG an-
wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Er-
werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung 
der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumut-
bare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Be-
ziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid gewor-
den wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkommensvergleichs 
(BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Untervarianten des Schätzungs- oder Prozentvergleichs (BGE 
114 V 310 E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 29). 
 
4.1  Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insbesondere auch bei der Beurtei-
lung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde - die Ver-
waltung und im Streitfall das Gericht - auf Unterlagen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und 
Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurtei-
len und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 
versicherte Person arbeitsfähig oder arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 133 E. 2, 114 V 310 E. 3c, 
105 V 156 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen Stellungnahmen eine wichtige 
Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, welche andere  Erwerbstätigkeit 
als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Person auf dem allgemeinen, ausge-
glichenen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumut-
barerweise noch verrichtet werden kann (ULRICH MEYER-BLASER, Zur Prozentgenauigkeit in der 
Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozi-
alversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 
 
4.2 Zur Feststellung der medizinischen Verhältnisse hat das Gericht die ihm von Ärztinnen 
und Ärzten zur Verfügung zu stellenden Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungspro-
zess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Be-
weismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtge-
mäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unab-
hängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die 
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestat-
ten. Insbesondere darf das Gericht bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den 
Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu-
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich 
des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange 
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück-
sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me-
dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 
ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für 
den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeich-
nung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten 
(BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c mit Hinweisen).  
 

 
 
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4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen. So führte das Bundesgericht zu 
den Gerichtsgutachten aus, dass das Gericht "nicht ohne zwingende Gründe" von den Einschät-
zungen des medizinischen Experten abweicht, dessen Aufgabe es ist, seine Fachkenntnisse der 
Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu er-
fassen (BGE 125 V 351 E. 3b/aa). Gutachten externer Spezialärzte, welche von Versicherungs-
trägern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholt wurden und den Anforderungen der Recht-
sprechung entsprechen, darf das Gericht vollen Beweiswert zuerkennen, solange "nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit" der Expertise sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4). In Bezug auf 
Gerichtsgutachten führte das Bundesgericht sodann aus, dass das Gericht "nicht ohne zwin-
gende Gründe" von den Einschätzungen des medizinischen Experten abweicht, dessen Aufgabe 
es ist, seine Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten 
Sachverhalt medizinisch zu erfassen (BGE 125 V 351 E. 3b/aa). So lässt es die Natur des Be-
gutachtungsauftrags eines amtlich bestellten fachmedizinischen Experten nicht zu (BGE 124 I 
170 E. 4; Urteil des EVG I 506/00 vom 13. Juni 2001, E. 2b), namentlich ein Gerichtsgutachten 
nur deshalb in Frage zu stellen zu nehmen, weil andere Ärzte zu anderslautenden Einschätzun-
gen gelangen (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 
Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil beispiels-
weise die behandelnden Ärzte wichtige - und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation ent-
springende - Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt 
geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts I 514/06 vom 25. Mai 2007, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 
 
4.4  Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nichts 
Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. 
Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhaltes genügt den Beweisanforderungen nicht. 
Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen 
Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 138 V 218 E. 6 mit diversen Hin-
weisen). Der Untersuchungsmaxime entsprechend hat das Gericht von Amtes wegen die not-
wendigen Beweise zu erheben. Eine Beweislast besteht nur in dem Sinne, dass im Falle der 
Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen ge-
bliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst, wenn es 
sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweis-
würdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die hohe Wahrscheinlichkeit für sich 
hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 263 E. 3b). Das schweizerische Sozialversiche-
rungsrecht kennt demnach keinen Grundsatz, wonach die Versicherungsorgane im Zweifel zu 
Gunsten der Versicherten zu entscheiden haben. Ein Anspruch auf Leistungen besteht nur, wenn 
die Voraussetzungen dafür mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erfüllt sind (ZAK 1983 S. 259). 
 
5.1 Während die gesundheitlichen Verhältnisse in somatischer Hinsicht keinen Anlass zu 
konkreten Zweifeln geben, steht die psychiatrische Verfassung des Versicherten im Zentrum der 
medizinischen Aktenlage. Bereits mit Beschluss vom 8. April 2021 hatte das Kantonsgericht fest-
gestellt, dass das psychiatrische Teilgutachten von Dr. C.____ vom 5. Dezember 2019 keine 
Geltung beanspruchen kann. Hintergrund bildet der Umstand, dass sich Dr. C.____ nur sehr 

 
 
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oberflächlich mit den vorangehenden Berichten der E.____ auseinandergesetzt hat. Er begnügt 
sich insbesondere mit der Feststellung, der Explorand habe es vermieden, traumatisierende Er-
eignisse zu besprechen, und hält in seinem Verwaltungsgutachten lediglich fest, dass ein eigent-
liches Vermeidungsverhalten nicht nachweisbar und ungewöhnliche Erinnerungen oder ein Wie-
dererleben belastender Erfahrungen in Form von Flashbacks nicht zu erfragen gewesen seien. 
Indessen sind während der Begutachtung durch Dr. C.____ sehr wohl vermeidende Verhaltens-
weisen aufgefallen, die mit den bereits zuvor von der E.____ erhobenen Beobachtungen korres-
pondieren. Ausserdem stellte Dr. C.____ in seinem psychiatrischen Teilgutachten selber fest, 
dass der Versicherte beispielsweise beim Erfragen biographischer Angaben mehrmals eine er-
höhte Nervosität, Anspannung und eine Unruhe gezeigt habe; an anderer Stelle erwähnte Dr. 
C.____, dass der Versicherte beim Gespräch über für ihn offenbar belastende Inhalte ins Stocken 
geraten und das Thema damit beendet habe, nicht darüber sprechen zu wollen. Weiter hielt Dr. 
C.____ in seinem Gutachten fest, dass im Untersuchungsbefund ein erhöhtes Erregungsniveau 
erkennbar gewesen sei und dabei ein Zusammenhang mit der Exploration biographischer Daten, 
insbesondere in Bezug auf die Kindheit und die Militärzeit, bestanden habe. Schliesslich ist der 
biographischen Anamnese von Dr. C.____ zu entnehmen, dass in der Zeit des Militärdienstes 
«irgendetwas passiert» sei, der Patient aber nicht darüber habe sprechen wollen. Aus dem Ge-
sagten resultiert, dass Dr. C.____ keine notwendige Vertrauensbasis für eine ausführliche Anam-
nese und damit für eine umfassende Erhebung der gesundheitlichen Verhältnisse schaffen 
konnte. Wenn der psychiatrische Gutachter in der Folge zwar festhält, dass mehrere der in den 
Akten genannte Ereignisse sicherlich geeignet seien, eine Trauma-Folgestörung auszulösen, an-
dererseits aber ausführt, dass keine posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert werden 
könne, weil grundlegende diagnostische Merkmale nicht mit der erforderlichen Sicherheit ausge-
wiesen seien, vermag dies jedenfalls nicht zu überzeugen. Angesichts der von der E.____ detail-
liert hergeleiteten Diagnosen und des Beschriebs des Behandlungsverlaufs (IV-Dok 182 und 240) 
bleibt die Knappheit der gutachterlichen Abklärungen durch Dr. C.____ unter diesem Blickwinkel 
letztlich unverständlich. Nicht nachvollziehbar ist mit Blick auf diese Berichte der E.____ aber 
auch die Begründung von Dr. C.____ für einen Ausschluss einer Persönlichkeitsänderung nach 
Extrembelastung, wonach diese Diagnose nicht aufrechterhalten werden könne, weil aus den 
Unterlagen nicht klar werde, auf welche extreme Belastung sich diese Störung beziehe. Entspre-
chende Belastungen sind in den Berichten der E.____ nämlich sehr wohl aktenkundig (IV-Dok 
182 und 240). Nicht schlüssig erweist sich damit auch die widersprüchliche Begründung von Dr. 
C.____, dass sich keine Hinweise finden liessen, wonach erhebliche psychische Beschwerden 
noch vor dem Umzug in die Schweiz bestanden hätten. Es kann in dieser Hinsicht auf die ent-
sprechenden Erwägungen im Beschluss des Kantonsgerichts vom 8. April 2021 verwiesen wer-
den. Daran ist festzuhalten.  
 
5.2 Nachdem das Kantonsgericht deshalb am 30. Juli 2021 eine gerichtliche Exploration bei 
Dr. D.____  in Auftrag gegeben hat, steht in psychiatrischer Hinsicht nunmehr dessen Gerichts-
gutachten vom 26. Januar 2022 sowie dessen in Nachachtung des Beschlusses des Kantonsge-
richts vom 23. August 2022 ergangene Stellungnahme vom 30. September 2022 im Zentrum der 
strittigen Rentenfrage. 
 

 
 
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5.2.1 In seinem Gerichtsgutachten vom 26. Januar 2022 diagnostizierte Dr. D.____ mit Aus-
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit des Versicherten eine chronische posttraumatische Belastungs-
störung, eine persistierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige bis mittelschwere 
Episode und aktenanamnestisch eine Dysthymie sowie einen Verdacht auf Lernbehinderung oder 
Teilleistungsstörungen. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit erhob der Gutachter einen 
schädlichen Gebrauch von Alkohol, anamnestisch eine anhaltende somatoforme Schmerzstö-
rung sowie eine Nikotinabhängigkeit. Der Gutachter prüfte die Auswirkungen der gesundheitli-
chen Einschränkungen auf die funktionelle Leistungsfähigkeit des Exploranden anhand eines Ab-
gleichs mit vergleichbaren vorgängigen Tätigkeiten in einem Hotel als Modell für den Arbeitsmarkt 
und dokumentierte die von ihm erhobenen Ergebnisse auch mittels Mini ICF APP in umfassender 
Weise. Gestützt darauf erachtete er den Beschwerdeführer aufgrund des aktuell erhobenen Be-
fundes und des daraus resultierenden Behandlungsbedarfs auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt 
sowohl in der zuletzt regulär ausgeübten Tätigkeit als auch in einer allfälligen Verweistätigkeit als 
vollständig arbeitsunfähig, was sich jedoch unter der Voraussetzung einer entsprechenden Be-
handlung und rehabilitativer Bemühungen im Verlauf ändern lasse. Wenn überhaupt, so der Ge-
richtsgutachter, könne der Versicherte auf Dauer nur sehr einfache Tätigkeiten an einem Einzel-
arbeitsplatz mit wohlwollender Betreuung ausüben. Erforderlich seien hierfür Bedingungen, die 
den Charakter eines Nischenarbeitsplatzes hätten. Nötig sei namentlich ein einfach strukturierter 
Arbeitsablauf mit klaren Vorgaben ohne wesentliche Anforderungen an die Umstellungsfähigkeit, 
ohne Kundenkontakt und ohne Teamarbeit. Prognostisch möglich seien unter diesen Vorausset-
zungen vorwiegend leichte bis mittelschwer wechselbelastende körperliche Tätigkeiten ohne 
Schichtarbeit, ohne Überstunden und möglichst ohne grosse Anforderungen an Lesen, Schreiben 
oder Rechnen. Dr. D.____ stellt dabei allerdings in Frage, ob der Versicherte ohne eine vorange-
hende Evaluierung seiner beruflichen Möglichkeiten und ohne die Vorbereitung auf einen regulä-
ren Arbeitsprozess und ohne therapeutische Begleitung zurechtkommen werde. Sowohl die Di-
agnosen als auch die Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit des Versicherten leitet er sodann 
sehr detailliert, umfassend und plausibel her. So hat er zur Erhebung einer möglichen posttrau-
matischen Belastungsstörung (PTBS) das strukturierte klinische Interview für DSM-5 zur Erhe-
bung möglicher Persönlichkeitsstörungen sowie die klinische Version des strukturierten Inter-
views für DSM-5 zur Erhebung aller übrigen psychischen Störungen eingesetzt. Er erklärt die 
Wahl dieser Diagnosesysteme damit, dass das dortige diagnostische Konstrukt einer PTBS eine 
höhere empirische Validität als nach ICD-10 besitze. Dabei hat er sowohl ein für die PTBS not-
wendiges Trauma evaluiert als auch die Kriterien der PTBS mit einer Schweregrad-Bewertung 
überprüft. Die Auswertung wiederum bildet ebenfalls Teil der gutachterlichen Erwägungen, wo-
nach die Diagnostik das Vorliegen einer PTBS zweifelsfrei bestätigt habe. Auch die Diagnose 
einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode hat der Gutachter 
diagnostisch durch Erhebung des Psychostatus nach AMDP sowie mit Hilfe der Hamilton De-
pression Scale HAMD-21 erhoben. Er führt aus, dass der Versicherte in seiner Kindheit und Ju-
gend schwerwiegende Lebenserfahrungen gemacht habe, welche das Trauma-Kriterium erfüllen 
würden. Der Versicherte habe in der Folge eine PTBS und eine persistierende depressive Stö-
rung entwickelt, die sich beide chronifiziert hätten. Gegenwärtig spiele die Beschäftigung des 
Versicherten mit Lebensüberdruss eine massgebende Rolle. Der Versicherte verfolge seit einiger 
Zeit namentlich den Gedanken, sich in einer Sterbeklinik das Leben zu nehmen. Dr. D.____ 

 
 
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schliesst allfällige Hinweise auf eine Simulation oder eine Aggravation aus und nimmt anschlies-
send Stellung zu bisher abweichenden Beurteilungen anderer Fachexperten. Insbesondere führt 
er aus, dass der Versicherte anlässlich der Exploration durch Dr. C.____ Schwierigkeiten gezeigt 
habe, sich zu traumatischen Erlebnissen mitzuteilen, und kritisiert, dass es wichtig gewesen wäre, 
auf die fraglichen Erlebnisse zumindest im Ansatz einzugehen. In seiner Gesamtbeurteilung be-
zweifelt Dr. D.____, dass der Versicherte im ersten Arbeitsmarkt ohne eine vorangehende Eva-
luierung seiner beruflichen Möglichkeiten, ohne eine Vorbereitung auf den regulären Arbeitspro-
zess und ohne therapeutische Begleitung zu Recht kommen werde. Die Einschätzung von Dr. 
C.____, wonach der Versicherte aus psychiatrischer Sicht zu 70% arbeitsfähig sei, erscheine 
aktuell als Überforderung. Mittelfristig sei mit entsprechender Unterstützung jedoch eine Arbeits-
fähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt im Umfang von 50% sowie längerfristig wieder ein Vollzeit-
pensum erreichbar. Es bestehe vor allem ein Behandlungsbedarf im Sinne eines koordinierten 
psychotherapeutischen Vorgehens. Sollte eine neuropsychologische Begutachtung eine nam-
hafte kognitive Minderleistung und entsprechende Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit erge-
ben, sei die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit erneut zu bewerten. 
 
5.2.2 In Nachachtung der Nachfrage des Kantonsgerichts vom 23. August 2022 liess sich 
Dr. D.____ in seiner Stellungnahme vom 30. September 2022 dahingehend vernehmen, dass 
sich der Gesundheitszustand und die Arbeitsunfähigkeit des Versicherten seit Dezember 2016 
bis hin zum Erlass der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 13. August 2022 nicht wesent-
lich verändert hätten. In diesem Zeitraum habe auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt durchgehend 
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Es bedürfe therapeutischer und rehabilitativer 
Bemühungen, dies zu ändern. Zu den Einschätzungen von Dr. C.____ sei bereits Stellung bezo-
gen worden, wonach dessen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aufgrund der nur geringen Zugäng-
lichkeit des Versicherten in der Anamneseerhebung und einer daraus abweichend abgeleiteten 
Diagnose nicht realistisch sei. Ausserdem hätten sich im Vergleich zu den im Gutachten von Dr. 
H.____ noch im Jahr 2015 erhobenen Verhältnissen sowohl die akute Symptomatik, die Anam-
nese als auch der Befund seit November 2016 deutlich verändert. 
 
6.1 Sowohl das zitierte Gerichtsgutachten als auch die im Nachgang zur Nachfrage des Kan-
tonsgerichts vom 23. August 2022 ergangene Stellungnahme von Dr. D.____ erfüllen die recht-
sprechungsgemäss erforderlichen Kriterien an beweiskräftige ärztliche Entscheidungsgrundla-
gen. Die Begutachtung des Gerichtsexperten weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf 
und ist – wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (oben, Erwägung 4.3) – für die streitigen 
Belange umfassend. Das Gerichtsgutachten vom 26. Januar 2022 berücksichtigt alle geklagten 
Beschwerden, ist in Kenntnis der relevanten Vorakten abgegeben worden und leuchtet in der 
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und der Beurteilung der mittlerweile seit Jahren 
chronifizierten psychiatrischen Gesundheitssituation des Versicherten ein. Das Gutachten weist 
insbesondere auch keine Widersprüche auf und setzt sich auch eingehend mit dem bei den Akten 
liegenden Verwaltungsgutachten von Dr. C.____ und dessen abweichender Einschätzung betref-
fend die dem Beschwerdeführer verbleibende Arbeitsfähigkeit auseinander. Diese Darlegungen 
des Gerichtsgutachters vermögen zu überzeugen. Das Gleiche gilt hinsichtlich der gutachterli-
chen Stellungnahme von Dr. D.____ vom 30. September 2022. Nachdem das Kantonsgericht in 

 
 
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seiner Nachfrage vom 23. August 2022 den Gerichtsgutachter angehalten hatte, sich zum retro-
spektiven Verlauf der von ihm attestierten Restarbeitsfähigkeit zu äussern, liegt auch diesbezüg-
lich nunmehr eine verlässliche Grundlage vor. 
 
6.2 Der Gerichtsgutachter stellt in seinem Gutachten ausführlich differenzialdiagnostische 
Überlegungen an. Er befasst sich detailliert mit den abweichenden Diagnosen und den bisher 
unterschiedlich formulierten Funktionseinbussen des Versicherten. Er vermag dabei schlüssig zu 
begründen, weshalb er zu einer im Vergleich zu Dr. C.____ abweichenden Einschätzung gelangt. 
Namentlich erläutert Dr. D.____ eingehend die Unterschiede zu früheren Untersuchungssituatio-
nen und begründet, weshalb sowohl die Folgerungen des Gutachters Dr. C.____ als auch dieje-
nigen des RAD nicht zutreffen. Seiner Einschätzung ist beizupflichten. Entgegen der von der IV-
Stelle in deren Stellungnahmen vom 24. Februar 2022 sowie 24. Oktober 2022 vertretenen Auf-
fassung kann nämlich nicht gesagt werden, die von Dr. D.____ aktuell attestierte vollständige 
Arbeitsunfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt sei nicht plausibel. Das Gegenteil ist der Fall. Der 
Gutachter referenziert umfassend auf die anlässlich seiner Exploration erhobenen, mehrfachen 
Traumatisierungen in der Biographie des Versicherten und kommt dabei zum Schluss, dass sich 
vor deren Hintergrund eine PTBS und eine persistierende depressive Störung entwickelt und 
chronifiziert haben und deren floride Symptomatik mit einem zunehmend sozialen Rückzug mitt-
lerweile zu einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit geführt hat. Soweit die IV-Stelle unter Hinweis 
auf die Stellungnahme ihres RAD vom 18. Oktober 2022 im Wesentlichen damit argumentiert, 
dass unklar bleibe, weshalb der Versicherte die von Dr. D.____  qualitativ vergleichbar zu Dr. 
C.____  umschriebene Verweistätigkeit in einem zumindest reduzierten Pensum nicht auch auf 
dem ersten Arbeitsmarkt realisieren könne, referenziert ihre Betrachtungsweise letztlich auf die 
Einschätzung der gesundheitlichen Verhältnisse durch Dr. C.____  in dessen Gutachten vom 
5. Dezember 2019. Wie das Kantonsgericht in seinem Beschluss vom 8. April 2021 festgehalten 
hat, kann auf dieses Gutachten jedoch nicht abgestellt werden (oben, Erwägung 5.1). Hintergrund 
bildet der Umstand, dass Dr. C.____ vorgängig weder die nunmehr durch den Gerichtsgutachter 
als gesichert erhobene Diagnose einer PTBS noch deren funktionelle Auswirkungen auf den Ge-
sundheitszustand des Versicherten überhaupt erfasst hat. Es verbietet sich deshalb, letztlich wie-
der auf die entsprechenden Einschätzungen in diesem Vorgutachten abzustellen. Jedenfalls lie-
gen keine zwingenden Gründe vor, welche es rechtsprechungsgemäss rechtfertigen würden, von 
den Einschätzungen des Gerichtsgutachters abzuweichen (oben, Erwägung 4.3). Dies gilt im vor-
liegenden Fall umso mehr, weil in Übereinstimmung mit den Überlegungen des Gerichtsgutach-
ters auch die behandelnden Ärzte der E.____ schon früh von einer PTBS ausgegangen sind und 
eine Tätigkeit des Versicherten nur noch an einem geschützten Arbeitsplatz als realistisch einge-
schätzt haben (IV-Dok 182 und 240).  
 
6.3 Ebenfalls nichts an den Schlussfolgerungen des Gerichtsgutachters zu ändern vermag 
der Umstand, dass Dr. D.____ keine neuropsychologische Testung durchgeführt hat (Stellung-
nahme des RAD vom 21. Februar 2022). Der IV-Stelle ist zwar beizupflichten, dass aus der klini-
schen Untersuchung des Gerichtgutachters Hinweise auf ein grenzwertiges oder vermindertes 
Leistungsvermögen ersichtlich geworden sind und entsprechende kognitive Störungen bisher 
noch nicht umfassend abgeklärt worden sind. Es trifft deshalb zu, dass Dr. D.____ allfällige Leis-
tungsstörungen neuropsychologischer Natur nur beobachtet, nicht aber validiert hat. Weil jedoch 

 
 
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ein allfälliger neuropsychologischer Befund die Aussicht auf eine Wiedererlangung der Arbeitsfä-
higkeit des Versicherten erst pro futuro deutlich verschlechtern wird (Gerichtsgutachten, S. 117), 
vermag dessen kognitives Leistungsvermögen eine berufliche Wiedereingliederung aktuell jeden-
falls noch nicht zu beeinflussen. Jedenfalls lässt sich angesichts der bereits heute vorliegenden 
funktionellen Auswirkungen der erhobenen Diagnosen nicht ableiten, dass ein Ausschluss kog-
nitiver Minderleistungen die aktuell vorliegende Arbeitsunfähigkeit verbessern würde. An der 
grundsätzlich bestehenden Arbeitsunfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt vermag das Bestehen 
bzw. Nichtbestehen einer kognitiven Minderleistung mithin nichts zu ändern. Die Frage des Vor-
liegens einer solchen, allenfalls zusätzlichen Einschränkung ist den Ausführungen von 
Dr. D.____ zufolge vielmehr mit Blick auf die mittelfristige Neubeurteilung der gesundheitlichen 
Verhältnisse nach einer lege artis durchgeführten Therapie in zwei bis drei Jahren und damit erst 
im Rahmen eines allfälligen Revisionsverfahrens von Relevanz. Erst mit Blick auf die dannzumal 
massgebenden gesundheitlichen Verhältnisse wird näher zu prüfen sein, ob eine solche Minder-
leistung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Verweistätigkeit vorliegt 
und eine Wiedereingliederung dannzumal weiterhin erschweren oder gar weiterhin verunmögli-
chen wird. Ebenfalls nichts zu ändern an der Einschätzung der funktionell bedingt vollständigen 
Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers auf dem ersten Arbeitsmarkt vermag schliesslich die 
gestützt auf die RAD-Stellungnahme vom 21. Februar 2022 erhobene Rüge der IV-Stelle, der 
Gerichtsgutachter habe es unterlassen, eine nicht authentische Beschwerdedemonstration ein-
gehend zu überprüfen. So hat Dr. D.____ einerseits unmissverständlich festgehalten, dass sich 
insgesamt keine Hinweise auf eine Simulation oder eine Aggravation finden lassen (Gerichtsgut-
achten, S. 108). Er begründet diese Schlussfolgerung an anderer Stelle im Rahmen der Diskus-
sion allfälliger relevanter Persönlichkeitsfaktoren damit, dass das Verhalten des Versicherten 
zwar einige Male auch als demonstrativ aufgefallen sei, indessen in den mehrstündigen Untersu-
chungen letztlich nicht dominiert habe. Der Explorand habe vielmehr den Eindruck vermittelt, mit-
arbeiten zu wollen (Gerichtsgutachten, S. 104). Dass eine unterlassene Prüfung einer nicht au-
thentischen Beschwerdedemonstration als Mangel am Gerichtsgutachten zu interpretieren wäre, 
kann deshalb nicht gesagt werden. Dies gilt umso mehr, weil eine nicht authentische Beschwer-
dedemonstration einzig im Zusammenhang mit eventuell vorliegenden, zusätzlichen kognitiven 
Minderleistungen zu sehen ist. Diese aber vermögen die aktuell so oder anders bestehende Ar-
beitsunfähigkeit dem Gesagten zufolge nicht zu verbessern. 
 
6.4 Hinsichtlich des retrospektiven Verlaufs vermag der Gerichtsgutachter schliesslich 
schlüssig darzulegen, dass einhergehend mit dem Behandlungsbeginn in der E.____ (IV-Dok 
182), spätestens aber ab November 2016 von einer fortdauernden und vollständigen Arbeitsun-
fähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt auszugehen ist (bei dem in der Stellungnahme des Ge-
richtsgutachters genannten Datum handelt es sich um einen offensichtlichen Verschreiber). Hin-
tergrund bildet auch hier der Umstand, dass seither eine namhafte Veränderung des Gesund-
heitszustandes eingetreten ist, wonach die zuvor nur latente PTBS vollumfänglich zu Tage getre-
ten ist. Diese Begründung deckt sich mit den Erwägungen der Behandler in der E.____, dass sich 
der Versicherte bereits seit Anfang Juni 2016 zunächst in tagesklinischer Behandlung befunden 
hatte und anschliessend ab Oktober 2016 insbesondere gestützt auf die schon dazumal erho-
bene PTBS schwerer Ausprägung nur in einem geschützten Rahmen in der E.____ tätig sein 
konnte (IV-Dok 182).  

 
 
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6.5 Nachdem demnach spätestens seit November 2016 durchgehend eine vollständige Ar-
beitsunfähigkeit des Versicherten besteht, resultiert mit Blick auf den frühstmöglichen Rentenbe-
ginn sechs Monate nach dessen Wiederanmeldung zum Leistungsbezug (Art. 29 IVG) noch Ende 
November 2016 (Eingang am 1. Dezember 2016; IV-Dok 178) folglich ab Mai 2017 ein unbefris-
teter Anspruch auf eine ganze Rente der IV (oben, Erwägung 3.1). Dies führt im Ergebnis zur 
Gutheissung der Beschwerde. 
 
7.1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be-
willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert 
im Rahmen von Fr. 200.— bis Fr. 1'000.— festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen 
ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten 
in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.— fest. Nach 
§ 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in ange-
messenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdegegnerin unterliegende Partei, 
weshalb ihr die Verfahrenskosten aufzuerlegen sind.  
 
7.1.2 Im Zusammenhang mit den Kosten für gerichtliche Abklärungen ist Art. 45 Abs. 1 ATSG 
zu beachten. Dieser Bestimmung zufolge hat der Versicherungsträger die Kosten der Abklärung 
zu übernehmen, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen angeord-
net, so hat er deren Kosten dennoch zu übernehmen, wenn die Massnahmen für die Beurteilung 
des Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil nachträglich zugesprochener Leistungen bil-
den. Wie das Bundesgericht in BGE 137 V 210 ff. entschieden hat, sind in jenen Fällen, in denen 
zur Durchführung der vom Gericht als notwendig erachteten Beweismassnahme an sich eine 
Rückweisung in Frage käme, eine solche indessen mit Blick auf die Wahrung der Verfahrensfair-
ness entfällt, die Kosten der durch das Gericht in Auftrag gegebenen Begutachtung den IV-Stellen 
aufzuerlegen. Vorliegend ist das Kantonsgericht anlässlich seiner ersten Urteilsberatung vom 8. 
April 2021 zum Ergebnis gelangt, dass ein Sachentscheid gestützt auf die damals vorhandene 
medizinische Aktenlage nicht möglich war. Hintergrund bildete der Umstand, dass das Verwal-
tungsgutachten von Dr. C.____ unvollständig und wenig nachvollziehbar ausgefallen war (oben, 
Erwägung 5.1). Das bei Dr. D.____ in der Folge in Auftrag gegebene Gerichtsgutachten hat sich 
deshalb als unerlässlich erwiesen. Im Lichte der geschilderten bundesgerichtlichen Rechtspre-
chung sind die resultierenden Kosten für dieses Gutachten, welche sich insgesamt auf 
Fr. 7'312.20 belaufen (Rechnung vom 27. Januar 2022), demnach der Beschwerdegegnerin auf-
zuerlegen. 
 
7.2 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Person Anspruch auf 
Ersatz ihrer Parteikosten. Dem Beschwerdeführer als obsiegende Partei ist demnach eine Par-
teientschädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Dessen Rechtsvertreterin hat in ihren 
Honorarnoten vom 12. November 2020, vom 30. März 2022 sowie vom 3. November 2022 für die 
Zeit vom 17. August 2020 bis 13. Oktober 2022 einen Zeitaufwand von insgesamt 13 Stunden 
und 15 Minuten geltend gemacht, der namentlich angesichts der wiederholten Stellungnahmen 
im Zusammenhang mit dem in Auftrag gegebenen Gerichtsgutachten nicht zu beanstanden ist. 

 
 
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Hinzu kommen die in der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen von insgesamt Fr. 426.70. Somit 
ist dem Beschwerdeführer für das vorliegende Beschwerdeverfahren eine Parteientschädigung 
in der Höhe von Fr. 4'027.10 (13,25 Stunden à Fr. 250.— sowie Auslagen von Fr. 426.70 zuzüg-
lich 7,7 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 
 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der IV-Stelle vom 
13. August 2020 aufgehoben und es wird festgestellt, dass der Versi-
cherte ab 1. Mai 2017 Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenver-
sicherung besitzt. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.— werden der IV-Stelle 
Basel-Landschaft auferlegt. 

 3. Die Kosten für das Gerichtsgutachten von Dr. Andreas D.____  vom 
27. Januar 2022 in der Höhe von Fr. 7'312.20 werden der IV-Stelle Ba-
sel-Landschaft auferlegt. 

 4. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdeführer eine Partei-
entschädigung in der Höhe von Fr. 4'027.10 (inkl. Auslagen und Mehr-
wertsteuer) auszurichten.