# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 17db7a99-2f85-5589-88d9-42d783b0dc3b
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-11-03
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 03.11.2009 SK.2009.17
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_SK-2009-17_2009-11-03.pdf

## Full Text

Entscheid vom 3. November 2009 
Strafkammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Walter Wüthrich, Präsident, 
Sylvia Frei und Peter Popp, 
Gerichtsschreiber Andreas Seitz  

Parteien  BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch  
Carlo Bulletti, Staatsanwalt des Bundes,   

 

 gegen 

 
 A., erbeten verteidigt durch Avv. Roberto Rulli,   

Gegenstand 
 

Kosten, Entschädigung (Rückweisungsurteil des Bun-
desgerichts vom 21. August 2009) 

 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

Geschäftsnummer:  SK.2009.17 
 

 

 

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Anträge der Bundesanwaltschaft: 

Die Bundesanwaltschaft verzichtet auf Anträge (cl. 94 pag. 94.510.2). 

 

Anträge der Verteidigung: 

1. Der Entscheid des Bundesstrafgerichts vom 30. Januar 2008 sei bezüglich S. 93 
aufzuheben und folgendermassen anzupassen: 

„III. 

1. unverändert 

2. unverändert 

3. A. werden keinerlei Verfahrenskosten auferlegt. 

4. Die Eidgenossenschaft bezahlt A. eine Entschädigung von insgesamt 
Fr. 138'183.80 zuzüglich Zins zu 5 % seit dem 30. Januar 2008.“ 

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Staates. 

 

Sachverhalt: 

A. Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: SUVA) verfügt über 
ein Immobilien-Portefeuille im Wert von rund 3 Milliarden Franken. Ab dem Jahre 
2000 setzte sie sich zum Ziel, die internen Verfahrensabläufe und Zuständigkeiten 
im Immobilienwesen neu zu definieren, das Immobilien-Anlage-Portefeuille aktiver 
zu bewirtschaften und suboptimale Immobilien zu verkaufen. Sie engagierte im 
Jahre 2002 B. als Verantwortlichen für die Erarbeitung einer neuen Immobilien-
strategie. Im Jahre 2003 wurde B. zudem zum Bereichsleiter Immobilien innerhalb 
der Finanzabteilung ernannt. In dieser Funktion beantragte er unter anderem im 
Immobilien-Anlageausschuss (nachfolgend: IAA) den Kauf oder Verkauf von Lie-
genschaften. Im Zuge des Desinvestitionsprozesses im Immobilienbereich kam es 
zum Verkauf von diversen SUVA-Liegenschaften. Wegen Verdachts auf Unregel-
mässigkeiten bildete der Verkauf von acht Immobilien schliesslich Anlass zu Er-
öffnung einer Strafuntersuchung gegen mehrere SUVA-Angestellte und weitere 
Beteiligte. Als Bereichsleiter Immobilien bezeichnete B. innerhalb der SUVA die zu 

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verkaufenden Liegenschaften, setzte für den grössten Teil der betroffenen Lie-
genschaften unter Beizug externer Schätzer deren Verkehrswert fest und stellte 
Antrag an den für den Verkaufsentscheid zuständigen IAA. Den Verkehrswert von 
sechs der acht Liegenschaften liess B. von A. schätzen. Letztlich ist der IAA in all 
seinen Entscheiden bezüglich Verkauf und Verkaufspreis den von B. oder seinem 
Mitarbeiter C. gestellten Anträgen gefolgt. Letzterer war als zuständiger Portfolio-
manager im Immobilienbereich bei der SUVA und späterer Nachfolger von B. an 
den Verkäufen von zwei der acht Liegenschaften beteiligt. Als Käufer aller Liegen-
schaften traten D. oder die von ihm ganz oder teilweise beherrschten Aktienge-
sellschaften E. SA, F. SA und G. AG auf. An der G. AG waren D. und B. zu je 
50 % beteiligt. 

B. Am 3. Oktober 2005 eröffnete die Bundesanwaltschaft im Zusammenhang mit den 
obgenannten Immobilienverkäufen ein gerichtspolizeiliches Ermittlungsverfahren 
gegen B. und Unbekannt (cl. 1 pag. 1.4). Gleichzeitig vereinigte sie dieses mit 
dem bislang von den Strafverfolgungsorganen des Kantons Tessin unter der Ver-
fahrensnummer 2005/7028 geführten Verfahren gegen diverse Personen, unter 
ihnen A. (cl. 1 pag. 1.4). Den Beschuldigten wurde Betrug, Urkundenfälschung, 
ungetreue Amtsführung und Bestechung schweizerischer Amtsträger sowie Anstif-
tung und Gehilfenschaft hierzu vorgeworfen – alles begangen im Zusammenhang 
mit Liegenschaftsverkäufen der SUVA. 

C. Mit Entscheid vom 30. Januar 2008 erklärte die Strafkammer des Bundesstrafge-
richts B. im Zusammenhang mit diesen Immobilienverkäufen des mehrfachen 
Sich-bestechen-Lassens (Art. 322quater StGB), der mehrfachen ungetreuen Amts-
führung (Art. 314 StGB) und der Urkundenfälschung im Amt (Art. 317 Ziff. 1 StGB) 
schuldig. C. wurde des Sich-bestechen-Lassens (Art. 322quater StGB), der Vorteils-
annahme (Art. 322sexies StGB), der ungetreuen Amtsführung (Art. 314 StGB) und 
der Urkundenfälschung im Amt (Art. 317 Ziff. 1 StGB) schuldig gesprochen. D. 
wurde wegen mehrfacher Anstiftung zu qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesor-
gung (Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 und 3 StGB in Verbindung mit Art. 24 und 26 StGB) 
verurteilt. A. hingegen wurde, gleich wie die ebenfalls angeklagten H. und I., voll-
umfänglich freigesprochen. Auf die gegen ihn gerichtete Zivilklage der SUVA trat 
das Gericht nicht ein. Gleichzeitig auferlegte es A. Verfahrenskosten von insge-
samt Fr. 19'773.90 und sah von der Ausrichtung einer Entschädigung an ihn ab. 
Im gleichen Urteil auferlegte es H. und I. trotz Freispruchs je Fr. 9'887.– an Ver-
fahrenskosten wegen für die Verfahrenseinleitung kausaler Verletzung zivilrechtli-
cher Pflichten. Dabei schloss es bei H. auf eine Verletzung von Art. 717 
Abs. 1 OR (Treue- und Sorgfaltspflicht eines geschäftsführenden Verwaltungs-
ratsmitglieds) und bei I. auf Verletzung von zivilrechtlichen Berufspflichten beim 
Erstellen von Verkehrswertgutachten (E. 12.5.2 und 12.5.3). 

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D. Auf Beschwerde der entsprechenden Angeklagten hin bestätigte das Bundesge-
richt mit Urteilen vom 21. August 2009 die Schuldsprüche gegen B. und D. vollum-
fänglich sowie den Schuldspruch gegen C. mehrheitlich. Im Kosten- und Entschä-
digungspunkt korrigierte es in all diesen Urteilen nichts (Urteile des Bundesge-
richts 6B.912/2008, 6B.916/2008 und 6B.921/2008, alle vom 21. August 2009). 
Die Urteile gegen H. und I. blieben unangefochten. 

E. Auch A. führte gegen den Entscheid des Bundesstrafgerichts vom 30. Januar 
2008 beim Bundesgericht Beschwerde in Strafsachen. Er beantragte, er sei von 
der Verpflichtung zur Bezahlung von Verfahrenskosten zu befreien, und der Staat 
habe ihm eine Entschädigung von insgesamt Fr. 138'183.80 zuzüglich Zins zu 
5 % seit dem 30. Januar 2008 zu bezahlen. Mit Urteil vom 21. August 2009 hiess 
die Strafrechtliche Abteilung des Bundesgerichts die Beschwerde gut, hob den 
Entscheid des Bundesstrafgerichts vom 30. Januar 2008 auf und wies ihn an die 
Vorinstanz zurück, soweit die Kosten- und Entschädigungsregelung den Be-
schwerdeführer betreffend (6B.319/2008). 

F. Das Bundesgericht erwog dabei, soweit hier wesentlich, dass der freigesprochene 
Angeklagte zur Tragung von Kosten verurteilt werden könne, wenn er die Einlei-
tung der Untersuchung durch schuldhaftes Benehmen verursacht oder das Ver-
fahren durch trölerisches Verhalten wesentlich erschwert habe (Art. 173 
Abs. 2 BStP). Im Falle der Freisprechung habe das Gericht über die Entschädi-
gung an den freigesprochenen Angeklagten gemäss den Grundsätzen des 
Art. 122 Abs. 1 BStP zu entscheiden (Art. 176 BStP). Die Entschädigung könne 
verweigert werden, wenn der Beschuldigte die Untersuchungshandlungen durch 
ein verwerfliches oder leichtfertiges Benehmen verschuldet oder erschwert habe 
(Art. 122 Abs. 1 Satz 2 BStP). Diese Bestimmungen fänden auch im Verfahren vor 
dem Bundesstrafgericht Anwendung, was sich aus Art. 30 des Bundesgesetzes 
vom 4. Oktober 2002 über das Bundesstrafgericht (SGG; SR 173.71) ergebe.  

In der Sache befand das Bundesgericht, die Vorinstanz habe zutreffend erwogen, 
der Beschwerdeführer habe gegen Entgelt und in Missachtung seiner zivilrechtli-
chen Berufspflichten (Standesrecht) worst-case-Schätzungen von Liegenschaften 
als Verkehrswertgutachten deklariert, was kausal für die Eröffnung der gegen ihn 
eröffneten Strafuntersuchung gewesen sei. 

Allerdings könne eine Kostenauflage zulasten der beschuldigten Person nur unter 
der Voraussetzung erfolgen, dass zwischen deren Verhalten, der eingeleiteten 
Untersuchung und den erwachsenen und aufzuerlegenden Kosten adäquate Kau-
salität bestehe. 

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Die Rüge gegen die Höhe der dem Beschwerdeführer auferlegten Kosten be-
zeichnete das Bundesgericht als berechtigt. Die Beschwerde wurde deshalb im 
genannten Umfang gutgeheissen. 

G. Die Strafkammer setzte nach Eingang des Rückweisungsentscheids des Bundes-
gerichts das Verfahren in bisheriger Besetzung unter der neuen Geschäftsnum-
mer SK.2009.17 fort und teilte dies den Parteien am 2. September 2009 mit (cl. 94 
pag. 94.160.1 f.). Der Präsident gab den Parteien Gelegenheit, sich im Hinblick 
auf die neue Entscheidung des Bundesstrafgerichts zu äussern. Die Bundesan-
waltschaft verzichtete auf eine Vernehmlassung (cl. 94 pag. 94.510.2). Die Stel-
lungnahme des Verteidigers datiert vom 21. September 2009 (cl. 94 
pag. 94.526.1 ff.). Auf den Inhalt dieser Rechtsschrift wird in den Erwägungen, 
soweit erforderlich, eingegangen. 

H. Es wurde keine neue Hauptverhandlung durchgeführt.  

 

Die Strafkammer erwägt: 

1. Prozessuales 

1.1 Gemäss Art. 107 Abs. 1 BGG darf das Bundesgericht nicht über die Begehren der 
Parteien hinausgehen. Das Bundesgericht darf den angefochtenen Entscheid nur 
in jenen Punkten überprüfen, die ausdrücklich gerügt worden sind (DONZALLAZ, 
Loi sur le Tribunal fédéral, Commentaire, Bern 2008, Art. 107 N. 4284). Eine allfäl-
lige Aufhebung kann in diesem Sinne nur diejenigen Teile des Entscheides betref-
fen, in welchen die Beschwerde gutgeheissen wurde. Für diese Teile ist die mit 
der Neubeurteilung befasste Instanz an die rechtliche Beurteilung des Bundesge-
richts im Rückweisungsurteil gebunden und hat diese dem neuen Entscheid 
zugrunde zu legen (Urteil des Bundesgerichts 4C.46/2007 vom 17. April 2007, 
E. 3.1; SEILER/VON WERDT/GÜNGERICH, Handkommentar zum Bundesgerichtsge-
setz, Bern 2007, Art. 107 N. 9). Aufgrund dieser Bindungswirkung ist es dem er-
kennenden Gericht wie den Parteien verwehrt, der Neubeurteilung des Rechts-
streits einen anderen als den bisherigen Sachverhalt zu unterstellen oder die Sa-
che unter rechtlichen Gesichtpunkten zu prüfen, die im Rückweisungsentscheid 
ausdrücklich abgelehnt oder überhaupt nicht in Erwägung gezogen worden sind 
(Urteil des Bundesgerichts 4C.46/2007 vom 17. April 2007, E. 3.1 mit Hinweisen; 
ferner MEYER, Basler Kommentar, 2. Aufl., Basel 2008, Art. 107 BGG N. 18).  

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Das Bundesgericht hat in casu die Beschwerde des Angeklagten teilweise gutge-
heissen, soweit die Kosten- und Entschädigungsregelung betreffend, und die Sa-
che im Sinne der Erwägungen zu neuer Entscheidung an die Strafkammer zu-
rückgewiesen. Dabei hat es erwogen, dass die rechtliche Basis für eine Kosten-
auflage (Missachtung zivilrechtlicher Berufspflichten, was kausal für die gegen 
den Angeklagten eröffnete Strafuntersuchung gewesen sei) feststehe (E. 2.4.2). 
Hingegen sei mit der pauschalen Auferlegung von 10 % der Verfahrenskosten 
nicht hinreichend begründet, dass das zivilrechtliche Verschulden tatsächlich Kos-
ten in solcher Höhe generiert habe (E. 2.4.3). Das bundesgerichtliche Urteil rügt in 
seinen Erwägungen die bei ihm ebenfalls angefochtene vorinstanzliche Entschei-
dung, dem Angeklagten keine Entschädigung zuzusprechen, in keiner Weise, 
weist aber im Dispositiv auch die Entschädigungsregelung zur Neubeurteilung an 
die Vorinstanz zurück. Im Rückweisungsverfahren kann nur dann abweichend 
vom früheren Urteil Recht gesprochen werden, wenn die sachverhaltliche Grund-
lage des Rückweisungsurteils in diesem Rückweisungsverfahren erschüttert wird 
(MEYER, a.a.O., Art. 107 N. 19; TPF 2007 60 E. 1.2). Ob dies der Fall sei, ist im 
Anschluss an die Neubeurteilung der Kostenauflage zu prüfen. 

1.2 Mit Bezug auf den Zivilpunkt blieb der Nichteintretensentscheid unangefochten, 
sodass die SUVA als Privatklägerin im Rückweisungsentscheid nicht mehr Partei 
ist. 

1.3 Das Gesetz enthält keine Regel über das Verfahren, welches vor der Strafkammer 
im Falle einer Rückweisung durch die Strafrechtliche Abteilung des Bundesge-
richts stattzufinden hat. Insbesondere wird nicht zwingend eine neue Hauptver-
handlung vorgeschrieben. Diese dient in erster Linie der Beweiserhebung 
(vgl. Art. 169 Abs. 2 BStP) und ihre Unmittelbarkeit bezweckt die originäre richter-
liche Beweiswürdigung durch das erkennende Gericht (in diesem Sinne  
HAUSER/SCHWERI/HARTMANN, Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Aufl., Basel 
2005, § 51 N. 10; zum Ganzen TPF 2007 60 E. 1.4). Entsprechend ist nach einer 
Rückweisung eine neue Hauptverhandlung vor allem dann durchzuführen, wenn 
neue Sachverhaltselemente abgeklärt werden müssen. Das ist vorliegend nicht 
der Fall. 

1.4 Die Parteien hatten Gelegenheit, sich hinsichtlich der neuen Entscheidung schrift-
lich zu äussern; das rechtliche Gehör ist ihnen auf diese Weise gewährt worden. 

1.5 Die Akten des Verfahrens SK.2007.6 bilden zusammen mit den Eingaben der 
Parteien (lit. G hievor) die Grundlage für die Neuentscheidung. 

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2. Kostenentscheid 

2.1 Das Bundesgericht hat die Kostenpflicht des Angeklagten im Grundsatz bestätigt 
(vorne E. 1.1).  

2.2 Die Strafkammer hat im Urteil vom 30. Januar 2008 dem freigesprochenen A. 
(hier Angeklagter) 10 % der Gesamtgebühr bzw. Fr. 19’773.90 zugeordnet und 
den beiden freigesprochenen H. und I. je 5 % bzw. Fr. 9'887.– (E.12.2). Die bei-
den Letztgenannten betreffend, ist das insoweit unangefochtene Urteil auch im 
Kostenpunkt rechtskräftig geworden. Bezüglich den Angeklagten hat das Bundes-
gericht erwogen, durch die pauschale Kostenauflage sei nicht hinreichend be-
gründet, inwiefern durch dessen zivilrechtlich vorwerfbares Verhalten Verfahrens-
kosten von beinahe Fr. 20'000.– generiert worden seien. Bei dieser Ausgangslage 
sind die dem Angeklagten aufzuerlegenden Kosten auf eine andere Art zu be-
rechnen als jene, welche H. und I. auferlegt wurden (nämlich effektiv statt pau-
schal). Daraus ergibt sich die Möglichkeit eines internen Missverhältnisses, auf 
das aber nicht näher einzugehen und welches wegen der Rechtskraftwirkung be-
züglich H. und I. in Kauf zu nehmen ist. Entsprechendes gilt für den Umstand, 
dass letztendlich eventuell ein Kostenanteil beim Bund verbleibt. Aufgrund der 
bundesgerichtlichen Erwägungen wird demgegenüber im neuen Entscheid das 
Verhältnis der Kostenauflage an den freigesprochenen Angeklagten zu jener an 
den schuldig gesprochenen C. zu erörtern sein (hinten E. 2.9).  

2.3 Der Angeklagte hat gemäss verbindlicher Feststellung des Bundesgerichts in 
Missachtung seiner Berufspflichten worst-case-Schätzungen als Verkehrswert-
schätzungen deklariert, damit die für ihn geltenden Standesregeln verletzt und die 
Strafuntersuchung verursacht. Im insoweit rechtskräftigen Urteil vom 30. Januar 
2008 hat die Strafkammer festgehalten, der Angeklagte habe dadurch in objekti-
ver Hinsicht Gehilfenschaft zu Bertschingers Haupttat (mehrfache ungetreue 
Amtsführung nach Art. 314 StGB) geleistet (E. 4.3.3.3). In subjektiver Hinsicht 
stellte die Strafkammer fest, dass der Angeklagte alle für eine Verurteilung wegen 
Gehilfenschaft notwendigen Wissenskomponenten auf sich vereinigte mit einer 
Ausnahme: Das Gericht fand keine Hinweise, wonach der Angeklagte die SUVA-
internen Abläufe tatsächlich kannte, sodass er hätte erkennen können, dass er mit 
seinem Handeln B. die Möglichkeit eröffnete, bei den Entscheidträgern Mindest-
verkaufspreise durchzusetzen, welche signifikant unter dem tatsächlichen Ver-
kehrswert der Liegenschaften liegen. Allein dieser Umstand führte zum Fehlen 
des subjektiven Tatbestandes und somit zum Freispruch (E. 4.3.3.4). 

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2.4 Eine für den Tatbestand notwendige Wissenskomponente kann offensichtlich sein 
(z.B. die Kenntnisse buchhalterischen Grundwissens eines Revisors) und daher 
beim Vorliegen objektiver Verdachtsmomente eines der Elemente darstellen, wel-
che zur Eröffnung einer Strafuntersuchung führen. Sie kann aber zunächst auch 
bloss vermutet und in dem Fall für die Eröffnung einer Strafuntersuchung (z.B. 
beim Vorliegen bloss objektiver Verdachtsmomente) nicht kausal sein. Sie ist 
dann erst im Laufe der Strafuntersuchung ein Beweisthema. So war es auch im 
Falle des Angeklagten bezüglich des Wissens um die internen Abläufe bei der 
SUVA, wobei das Strafverfahren in der Folge den notwendigen Beweis nicht in al-
len Teilen lieferte. Hingegen haben sich die Verdachtsmomente, welche bei der 
Verfahrenseröffnung durch die Strafverfolgungsbehörden des Kantons Tessin 
(vorne lit. B) gegen den Angeklagten vorlagen, nicht verflüchtigt. Die Strafuntersu-
chung gegen den Angeklagten als Gehilfen waren gemäss verbindlichen Feststel-
lungen in den Urteilen der Strafkammer und des Bundesgerichts bezüglich sechs 
der acht inkriminierten Liegenschaften eng mit jenen gegen die Täter (nämlich B. 
und C. als Entscheidträger der Verkäuferschaft) sowie gegen den Anstifter D. ver-
knüpft. Die gegen die Täter und deren Anstifter gerichtete Strafuntersuchung 
konnte in sechs von acht Fällen ebenso wenig ohne jene gegen den (in objektiver 
Hinsicht überlieferten) Gehilfen geführt werden, als umgekehrt jene gegen den 
Gehilfen ohne die diesbezügliche Untersuchung gegen die Täter und deren Anstif-
ter. Der Angeklagte hat also in sechs der acht Fälle bezüglich Liegenschaftsver-
käufen die Verfahrenskosten in vergleichbarem Umfang wie die anderen genann-
ten Personen mit verursacht. 

2.5 Mit zwei weiteren Liegenschaftsverkäufen hatte er nichts zu tun. Auch beim gegen 
B. und D. erhobenen Vorwurf des Betrugs zum Nachteil von Banken und beim 
gegen die selben und gegen C. erhobenen Vorwurf der aktiven bzw. passiven Be-
stechung (E. 2 und 3 des teilweise aufgehobenen Entscheids) spielte der Ange-
klagte keine Rolle. Dasselbe gilt für den gegen B., C. und den wegen des Vor-
wurfs der Gehilfenschaft separat beurteilten J. gerichteten Anklagepunkt „Betrug 
und ungetreue Amtsführung (Provision Kriens)“ sowie „Urkundenfälschung“ (E. 6 
und 7 des teilweise aufgehobenen Entscheids). 

2.6 Die von der Strafkammer im Urteil vom 30. Januar 2008 festgestellten Gesamt-
kosten und -auslagen von Fr. 197'739.– wurden nicht angefochten und sind inso-
weit verbindlich. 

2.7 Die vorne in E. 2.5 erwähnten Anklagepunkte „Betrugsvorwurf zum Nachteil der 
Banken“ und „Provision Kriens“ haben nur einen kleinen Teil der Gesamtkosten 
verursacht, insbesondere weil für deren Klärung keine Experten nötig waren. Die 
Untersuchungen im Zusammenhang mit den Bestechungsvorwürfen hingegen wa-
ren für die Beweisführung gegen den Angeklagten A. – auch wenn er an ihnen in 

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keiner Weise direkt beteiligt war – insoweit essentiell, als es galt, das motivieren-
de Umfeld für dessen Handlungen zu klären. Es rechtfertigt sich über alles gese-
hen, einen Betrag von Fr. 27'739.– als ohne Zusammenhang zum Angeklagten 
stehend zu sehen und vor der Verteilung der weiteren Kosten in Abzug zu brin-
gen. 

2.8 Das Bundesgericht hat die prozentmässige Aufteilung der Verfahrenskosten auf 
mehrere Beteiligte nicht grundsätzlich als unzulässig erklärt. Sie entspricht allge-
meiner Usanz. Nach dem gemachten Vorabzug und aufgrund des Gesagten ist 
dem Angeklagten ein Zehntel der unter E. 2.7 errechneten verbleibenden Ge-
samtkosten bzw. Fr. 17'000.– (oder rund 8,6 % von Fr. 197'739.–) aufzuerlegen. 

2.9 Das Bundesgericht hat im Rückweisungsurteil (E. 2.4.3) festgestellt, es erscheine 
stossend, den Angeklagten trotz Freispruchs im Kostenpunkt mit C. gleichzustel-
len, welchen die Strafkammer des Sich-bestechen-Lassens (Art. 322quarter StGB), 
der Vorteilsannahme (Art. 322sexies StGB), der ungetreuen Amtsführung (Art. 314 
StGB) und der Urkundenfälschung im Amt (Art. 317 Ziff. 1 StGB) schuldig gespro-
chen habe. Es bezeichnete diese Gleichstellung als einer eingehenden Begrün-
dung bedürftig. Die nun beim Angeklagten gegenüber C. um Fr. 2'773.90 tieferen 
Verfahrenskosten sind daher mit jenen des Letztgenannten in Vergleich zu set-
zen: 

Der Angeklagte A. hat in sechs Fällen objektiv Gehilfenschaft zu ungetreuer Amts-
führung geleistet. Die teilweise fehlende Wissenskomponente (vorne E. 2.3) hatte 
keinerlei Einfluss auf sein Wissen um seine zivilrechtlichen Pflichtverletzungen. 
Hingegen führte sie zum strafrechtlichen Freispruch. C. hat sich demgegenüber 
gemäss erstinstanzlichem und für den Kostenvergleich massgebendem Urteil be-
züglich zwei Liegenschaften (Piazzale alla Valle und Kriens) der Verletzung von 
vier Straftatbeständen der Täterschaft schuldig gemacht. In objektiver Hinsicht ist 
das Verhalten der beiden fast „gleichwertig“.  

Somit ist eine Kostenauflage an den Angeklagten A., welche nun um rund 14 % 
unter derjenigen an C. liegt, angemessen.  

3. Entschädigungsentscheid 

Da der Kostenpunkt nur im Quantitativ und nicht auch im Grundsatz neu zu fassen 
ist, bleibt die Basis für den Entschädigungspunkt aufgrund der erwähnten Bin-
dungswirkung (vorne E. 1.1) unverändert. Am Grundsatz der vollumfänglichen 
Abweisung eines Entschädigungsanspruchs ist festzuhalten. Dieser kann daher 
lediglich neu verkündet, entgegen dem Antrag des Verteidigers in seiner Stellung-

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nahme vom 21. September 2009 aber nicht auch neu gefällt werden und es hat 
mit den Erwägungen im Entscheid vom 30. Januar 2008 sein Bewenden.  

4. Kosten und Entschädigung im Rückweisungsverfahren 

4.1 Das Rückweisungsverfahren ist nicht vom Angeklagten verursacht worden, wes-
halb ihm hiefür keine Kosten auferlegt werden. 

4.2 Für den Verteidigeraufwand im Rückweisungsverfahren wird der Angeklagte aus 
der Kasse des Bundesstrafgerichts nach richterlichem Ermessen mit Fr. 500.– 
entschädigt. 

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Die Strafkammer erkennt: 

 
I.  

1. Im Verfahren SK.2007.6  

- werden A. Fr. 17'000.– an Verfahrenskosten auferlegt;  

- wird A. keine Entschädigung ausgerichtet. 

2. Die Kosten für dieses Verfahren trägt der Bund. 

3. A. wird in diesem Verfahren zu Lasten der Kasse des Bundesstrafgerichts eine Ent-
schädigung von Fr. 500.– zugesprochen, welche mit den ihm auferlegten Verfahrens-
kosten verrechnet wird. 

 
II. 

Dieser Entscheid wird der Bundesanwaltschaft sowie Avvocato Roberto Rulli er-
öffnet. 

 

Im Namen der Strafkammer 
des Bundesstrafgerichts 

Der Präsident Der Gerichtsschreiber 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen verfahrensabschliessende Entscheide der Strafkammer des Bundesstrafgerichts kann beim Bundes-
gericht, 1000 Lausanne 14, innert 30 Tagen nach der Zustellung der vollständigen Urteilsausfertigung Be-
schwerde eingelegt werden (Art. 78, Art. 80 Abs. 1, Art. 90 und Art. 100 Abs. 1 BGG). 

Mit der Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht und Völkerrecht gerügt werden (Art. 95 BGG). 
Die Feststellung des Sachverhalts kann nur gerügt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf 
einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und wenn die Behebung des Mangels für den 
Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG).