# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a40f7eac-8ff1-55fb-a013-cce93717613c
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-10-12
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 12.10.2021 ZK1 2021 135
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2021-135_2021-10-12.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Entscheid vom 12. Oktober 2021

Referenz ZK1 21 135

Instanz I. Zivilkammer 

Besetzung Cavegn, Vorsitzender
Michael Dürst und Bergamin
Brunner, Aktuar ad hoc

Parteien A._____
Beschwerdeführer

gegen

B._____, 
Beschwerdegegner

C._____
Beschwerdegegnerin

Gegenstand persönlicher Verkehr etc.

Anfechtungsobj. Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Nordbün-
den vom 5. August 2021, mitgeteilt am 10. August 2021 

Mitteilung 19. Oktober 2021

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Sachverhalt

A. C._____ und A._____ sind die geschiedenen Eltern des am B._____ 2014 
geborenen B._____. Sie haben die gemeinsame elterliche Sorge über ihren Sohn 
inne.

B. Im Rahmen des Eheschutzverfahrens zwischen C._____ und A._____ ord-
nete das Regionalgericht Imboden mit Entscheid vom 29. Januar 2020 eine Be-
suchsrechtsbeistandschaft für B._____ an, woraufhin die Kindes- und Erwachse-
nenschutzbehörde Nordbünden (fortan KESB Nordbünden) am 2. April 2020 einen 
Beistand einsetzte.

C. Mit Entscheid vom 11. Februar 2021 erweiterte die KESB Nordbünden die 
bestehenden Massnahmen um eine Erziehungsbeistandschaft und ordnete eine 
sozialpädagogische Familienbegleitung durch die Fachstelle VORSA an. Die 
Fachstelle VORSA wurde dazu aufgefordert, der KESB Nordbünden bis Ende Ju-
li 2021 einen Verlaufsbericht mit Empfehlungen einzureichen. 

D. In ihrem Bericht vom 26. Juli 2021 empfahl die Fachstelle VORSA die Ver-
längerung der Familienbegleitung um sechs Monate sowie die Anordnung eines 
begleiteten Besuchsrechts für den Vater. Diesen Empfehlungen schloss sich der 
Beistand mit E-Mail vom 28. Juli 2021 an. 

E. Nach Anhörung der Eltern verfügte die KESB Nordbünden am 5. August 
2021, mitgeteilt am 10. August 2021, was folgt:

1. Die KESB verfügt:

a. Die Sozialpädagogische Familienbegleitung durch die Fachstelle 
VORSA wird um sechs Monate verlängert (Art. 307 Abs. 1 ZGB).

b. C._____ und A._____ wird die Weisung erteilt, im Sinne der Erwä-
gungen aktiv an der Sozialpädagogischen Familienbegleitung 
durch die Fachstelle VORSA mitzuwirken (Art. 307 Abs. 3 ZGB);

c. A._____ wird die Weisung erteilt, im Sinne der Erwägungen aktiv 
an fünf Begleitterminen am Coaching zum Thema Loyalitätskonflikt 
mit der sozialpädagogischen Familienbegleitung durch die Fach-
stelle VORSA sowie der Kulturvermittlung mitzuwirken (Art. 307 
Abs. 3 ZGB);

d. Die sozialpädagogische Fachstelle VORSA wird aufgefordert, der 
KESB per Ende Dezember 2021 einen Verlaufsbericht mit Emp-
fehlungen einzureichen.

2. Die KESB verfügt:

a. Das Besuchs- und Ferienrecht von A._____ (Vater) gemäss Ent-
scheid des Regionalgerichts Imboden vom 29. Januar 2020 bzw. 

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21. Oktober 2020 wird für drei Monate bis Ende Oktober 2021 sis-
tiert.

b. A._____ wird ermächtigt für den Zeitraum von drei Monaten bis 
Ende Oktober 2021 wöchentlich mit B._____ telefonisch bzw. über 
Videoanrufe in Kontakt zu treten (Art. 445 Abs. 1 i.V.m Art. 273 
ZGB.

c. Der Beistand reicht per 15. Oktober 2021 einen Evaluationsbericht 
mit Empfehlung zum persönlichen Verkehr ein.

3. Betreffend Verfahrenskosten wird verfügt:

a. Die Kosten in den Verfahren Weiterführung Sozialpädagogische 
Familienbegleitung / Anpassung persönlicher Verkehr) werden auf 
Fr. 500.– festgesetzt. Diese Kosten werden den Eltern von 
B._____ je zur Hälfte auferlegt.

b. C._____ und A._____ haben je einzeln Fr. 250.– zu bezahlen.

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilung]

F. Gegen diesen Entscheid erhob A._____ (nachfolgend Beschwerdeführer) 
am 9. September 2021 Beschwerde ans Kantonsgericht von Graubünden (fortan 
Kantonsgericht) und beantragte sinngemäss dessen Aufhebung.

G. Mit Schreiben vom 21. September 2021 nahm die KESB Nordbünden Stel-
lung zur Beschwerde und beantragte deren Abweisung.

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften sowie auf die Verfahrensak-
ten wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Erwägungen

1. Gegen kindesschutzrechtliche Entscheide der Kindesschutzbehörde kann 
gestützt auf Art. 314 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 450 Abs. 1 ZGB beim zuständi-
gen Gericht Beschwerde erhoben werden. Nach Art. 60 Abs. 1 EGzZGB 
(BR 210.100) ist das Kantonsgericht die einzige kantonale Beschwerdeinstanz. 
Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen und ihm 
wurde der Entscheid zugestellt. Durch die Verlängerung der sozialpädagogischen 
Familienbegleitung um sechs Monate, der Weisung, an einem Coaching mitzuwir-
ken, und die Sistierung seines Besuchsrechts für drei Monate ist der Beschwerde-
führer durch den Entscheid der KESB Nordbünden unmittelbar betroffen. Er hat 
folglich ein schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung des Entscheids und ist zur 
Beschwerdeerhebung legitimiert (vgl. Art. 450 Abs. 2 Ziff. 1 ZGB). Der angefoch-
tene Entscheid wurde am 10. August 2021 mitgeteilt. Damit erfolgte die Be-

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schwerde vom 9. September 2021 innert der gesetzlichen Frist von 30 Tagen 
(Art. 450b Abs. 1 ZGB i.V.m. Art. 450 Abs. 3 ZGB). 

2.1. Für das Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz gelten primär 
die bundesrechtlichen Verfahrensbestimmungen des ZGB und subsidiär die vom 
Kanton erlassenen Verfahrensbestimmungen des erstinstanzlichen Verfahrens 
(Art. 443 ff. ZGB), soweit das Gesetz in den Art. 450 ff. ZGB keine abweichenden 
Vorschriften enthält. Dies gilt namentlich auch für die in Art. 446 ZGB verankerte 
uneingeschränkte Untersuchungs- und Offizialmaxime und das an gleicher Stelle 
festgeschriebene Prinzip der Rechtsanwendung von Amtes wegen. Der Anwen-
dungsbereich dieser zentralen Verfahrensgrundsätze bezieht sich auf sämtliche 
Verfahren vor der KESB und erstreckt sich infolge des Devolutiveffekts der Be-
schwerde auch auf das kantonale Beschwerdeverfahren (vgl. BGer 5A_922/2017 
v. 2.8.2018 E. 5.1 und 5A_327/2013 v. 17.7.2013 E. 3.1). 

2.2. Mit der Beschwerde können gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB Rechtsverlet-
zungen (Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserhebli-
chen Sachverhaltes (Ziff. 2) und die Unangemessenheit (Ziff. 3) gerügt werden. 
Die Beschwerde ist ein vollkommenes Rechtsmittel. Die Beschwerdeinstanz über-
prüft den erstinstanzlichen Entscheid in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht um-
fassend und beurteilt ihn neu (BGer 5A_775/2016 v. 17.1.2017, E. 2.2 und 
5A_327/2013 v. 17.7.2013, E. 3.1). Auch ist die Beschwerdeinstanz nicht an die 
Anträge der Parteien gebunden und kann sogar, als Ausfluss der geltenden Offizi-
almaxime, zu Ungunsten des Beschwerdeführers entscheiden (vgl. 
BGE 129 III 417 E. 2.1.1). Es gilt das Rügeprinzip gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB. 
Dieses schränkt die Untersuchungs- und Offizialmaxime insoweit ein, als eine 
Überprüfung des erstinstanzlichen Entscheides eine förmliche Beschwerde vor-
aussetzt und die Beschwerdeinstanz sich folglich primär auf die geltend gemach-
ten Rügen und Anträge konzentriert (vgl. KGer GR ZK1 19 60 v. 17.7.2020, 
E. 1.4).

2.3. Trotz der geringen formellen Anforderungen an die Beschwerde ist von der 
beschwerdeführenden Partei darzulegen und aufzuzeigen, inwiefern der ange-
fochtene Entscheid als fehlerhaft erachtet wird. Sie muss sich mit den Entscheid-
gründen des angefochtenen Entscheides auseinandersetzen und darlegen, inwie-
fern die Vorinstanz das Recht falsch angewendet bzw. den Sachverhalt unrichtig 
festgestellt haben soll. Ein von einer betroffenen urteilsfähigen Person unterzeich-
netes Schreiben ist hinreichend, wenn das Anfechtungsobjekt ersichtlich ist und 
aus dem Schreiben hervorgeht, warum sie mit der getroffenen Anordnung ganz 
oder teilweise nicht einverstanden ist. Dies gilt auch im Bereich der Untersu-

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chungsmaxime (Daniel Steck, in: Büchler et al., Kommentar Erwachsenenschutz, 
Bern 2013, N 31 zu Art. 450 ZGB; vgl. OGer ZH PQ190046 v. 31.7.2019 E. 2.1 
m.H.a. BGE 141 III 569 E. 2.3.3 und 138 III 374 E. 4.3.1).

3. Die KESB Nordbünden erwog im angefochtenen Entscheid, dass der Erzie-
hungsalltag für die Mutter herausfordernd sei. Der Sohn befinde sich in einem 
Loyalitätskonflikt, der ihn derart belaste, dass seine weitere Entwicklung gefährdet 
sei. Die Sommerferien hätten zu einem erzieherischen Notstand geführt. Daher sei 
die Begleitung durch die sozialpädagogische Familienbegleitung um sechs Mona-
te zu verlängern. Ziel sei es, dass die Mutter die bereits angeeigneten Erzie-
hungsstrategien festige, und der Beschwerdeführer Beratung im kindsgerechten 
Umgang mit dem Sohn erhalte, sodass der Sohn vor Themen, die für ihn nicht 
bestimmt seien, sowie vor der Thematik um den Loyalitätskonflikt geschützt wer-
de. Dies erfolge in Zusammenarbeit mit einem Kulturvermittler, der den Be-
schwerdeführer sprachlich und auch hinsichtlich der kulturellen Unterschiede un-
terstütze (act. E.1, E. 1). Der Beschwerdeführer schaffe es trotz Begleitung durch 
die sozialpädagogische Familienbegleitung nicht, die Beeinflussung des Kindes 
gegen die Mutter zu unterlassen. Als geeignete Massnahme wäre es sinnvoll, das 
Besuchsrecht zeitlich befristet im Rahmen von begleiteten Besuchen im Besuchs-
treff auszuüben. Da der Beschwerdeführer diese Massnahme aber nicht mittrage 
und selbst eine Pause der Besuchskontakte für die Dauer des Coachings vorge-
schlagen habe, sei das Besuchsrecht für drei Monate zu sistieren (act. E.1, E. 2).

4. Der Beschwerdeführer bringt im Wesentlichen vor, dass die sozialpädago-
gische Familienbegleitung der vergangenen sechs Monate nichts gebracht habe. 
Er habe ein gutes Verhältnis zu seinem Sohn und habe keine Probleme mit ihm. 
Wenn die Mutter ein Problem mit ihrem Sohn habe, dann liege das an ihrem eige-
nen Verhalten. Sodann sei er mit der Sistierung des Besuchsrechts nicht einver-
standen. Er habe kein Interesse, weiter mit der KESB Nordbünden zusammenzua-
rbeiten, und verweigere jeden Kontakt mit der Behörde. Er sei zudem nicht bereit, 
die Kosten der Verfahren zu übernehmen.

5. Die KESB Nordbünden beantragte in ihrer Beschwerdeantwort die Abwei-
sung der Beschwerde. Sie verwies auf ihren Entscheid vom 5. August 2021 und 
brachte ergänzend vor, dass der Beschwerdeführer die Kontaktpause von sich 
aus vorschlug, da er sich dezidiert gegen die begleiteten Besuchstage geäussert 
habe. Die KESB Nordbünden habe die Wiedererwägung ihres Entscheids geprüft. 
Die Vorkommnisse in den Sommerferien hätten jedoch deutlich gezeigt, dass der 
Vater die Instrumentalisierung des Kindes nicht unterlasse und weitere Kindes-
schutzmassnahmen erforderlich seien. Die Durchführung von begleiteten Be-

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suchstagen erscheine aber nur sinnvoll, wenn der Beschwerdeführer die Termine 
mit seinem Sohn auch wahrnehme. Da der Beschwerdeführer dies ablehne, werde 
von einer Wiedererwägung abgesehen. Es sei bedauerlich, dass der Vater seinen 
Widerwillen nicht überwinden könne und die zeitlich befristeten begleiteten Be-
suchstage zu Gunsten des Kontakts mit seinem Sohn nicht nutze (act. A.2).

6.1. Ist das Wohl des Kindes gefährdet und sorgen die Eltern nicht von sich aus 
für Abhilfe oder sind sie dazu ausserstande, so trifft die Kindesschutzbehörde die 
geeigneten Massnahmen zum Schutz des Kindes (Art. 307 Abs. 1 ZGB). Sie kann 
insbesondere die Eltern, die Pflegeeltern oder das Kind ermahnen, ihnen be-
stimmte Weisungen für die Pflege, Erziehung oder Ausbildung erteilen und eine 
geeignete Person oder Stelle bestimmen, der Einblick und Auskunft zu geben ist 
(Art. 307 Abs. 3 ZGB). Damit bildet die konkrete Gefährdung des Kindeswohls 
Grundvoraussetzung zur Ergreifung von Kindesschutzmassnahmen. Mit anderen 
Worten ist von einer Massnahme abzusehen, wenn das Kindeswohl nicht gefähr-
det ist (vgl. Linus Cantieni/Stefan Blum, in: Fountoulakis et al. [Hrsg.], Fachhand-
buch Kindes- und Erwachsenenschutzrecht, Zürich 2016, N 15.10 f.). Der Grund-
satz der Verhältnismässigkeit verlangt sodann, dass die verfügte Massnahme zur 
Abwendung der Kindeswohlgefährdung geeignet und erforderlich ist. Damit darf 
der Gefahr insbesondere nicht durch eine der weniger einschneidenden Mass-
nahmen nach Art. 307 ZGB vorgebeugt werden können (vgl. zum Ganzen 
BGE 140 III 241 E. 2.1; BGer 5A_656/2016 v. 14.3.2017 E. 4; 5A_7/2016 
v. 15.6.2016 E. 3.3.1). Das Subsidiaritätsprinzip ist Ausdruck des Gedankens des 
Vorrangs der Familie gegenüber staatlichen Eingriffen. Es sind vorab die Eltern 
gehalten, eine Gefährdung des Kindeswohls abzuwenden. Dabei sollen sie insbe-
sondere die Angebote der öffentlichen und gemeinnützigen Jugendhilfe in An-
spruch nehmen, wenn sie der Unterstützung bedürfen (vgl. Art. 302 Abs. 3 ZGB). 
Nur wenn die Eltern der Kindeswohlgefährdung nicht Abhilfe verschaffen, soll die 
Kindesschutzbehörde intervenieren (vgl. Kurt Affolter-Fringeli/Urs Vogel, Berner 
Kommentar, Die elterliche Sorge/der Kindesschutz, Art. 296-317 ZGB, Bern 2016, 
N 262 ff. zu Vorbem. Art. 307-327c ZGB; Peter Breitschmid, in: Gei-
ser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 6. Aufl., Ba-
sel 2018, N 6 zu Art. 307 ZGB). Kindesschutzmassnahmen sollen die elterlichen 
Bemühungen nicht ersetzen, sondern ergänzen (Grundsatz der Komplementarität; 
statt vieler BGer 5A_540/2015 v. 26.05.2016 E. 4.4.2).

6.2. Wie aus den Akten der KESB Nordbünden hervorgeht, musste die ur-
sprünglich bestehende Besuchsrechtsbeistandschaft um eine Erziehungsbei-
standschaft erweitert werden. Gründe dafür waren einerseits die Schwierigkeiten 

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bei der Erziehung von B._____ und andererseits der andauernde Konflikt zwi-
schen den Eltern. Der Beschwerdeführer spreche vor seinem Sohn oft über die 
knappen finanziellen Mittel und gebe die Schuld dafür der Mutter. B._____ werde 
instrumentalisiert, was dazu führe, dass er sich von seiner Mutter nichts mehr sa-
gen lasse. Da sich B._____ dadurch in einem Loyalitätskonflikt befinde, sei eine 
sozialpädagogische Familienbegleitung durchzuführen (KESB act. 52, E. 4). 
Gemäss Zwischenbericht der sozialpädagogischen Familienbegleitung vom 23. 
Juli 2021 ist das Verhalten von B._____ oft auffällig und schwierig. Er zeige sich 
öfter herausfordernd gegenüber seiner Mutter und anderen Erwachsenen, indem 
er freche, provokative Antworten und Fragen gebe. Zudem könnten Situationen 
beobachtet werden, in denen eine Rollenumkehr stattfindet und B._____ seiner 
Mutter "den Tarif durchgebe", was die Mutter teilweise überfordere. Aufgrund der 
Auseinandersetzungen zwischen den Eltern befinde sich B._____ in einem Loya-
litätskonflikt und er habe Mühe, zwischen den zwei "Welten" zu wechseln. Dies 
habe sich jeweils auch an seinem Verhalten im Kindergarten gezeigt, wenn er tags 
zuvor beim Vater übernachtet habe, weshalb die Besuche mit Übernachtungen auf 
das Wochenende gelegt wurden. In den Sommerferien sei die Situation eskaliert, 
als der Vater der Mutter damit gedroht habe, B._____ komme nicht aus 
D.________ zurück, wenn sie ihm nicht Geld zurückbezahle. Zudem habe 
B._____ seiner Mutter eine Sprachnachricht geschickt und unter anderem gesagt, 
dass er nur aus D.________ zurückkomme, wenn der neue Freund der Mutter 
weg sei, und dass sie die Familie zerstört habe. Der Vater sei daher auf Beglei-
tung angewiesen, um die Konflikte zwischen ihm und der Mutter auf der Ebene der 
Eltern zu belassen. Es werde daher die Weiterführung der sozialpädagogischen 
Familienbegleitung empfohlen (KESB act. 68). 

6.3. Wie der Zwischenbericht der sozialpädagogischen Familienbetreuung vom 
23. Juli 2021 zeigt, sind die Probleme, welche ursprünglich zur Anordnung der 
Erziehungsbeistandschaft führten, nach wie vor vorhanden. Insbesondere die Ge-
schehnisse in den Sommerferien zeigen, dass der Beschwerdeführer immer noch 
nicht in der Lage ist, die Konflikte, welche zwischen ihm und der Kindsmutter be-
stehen, von B._____ fernzuhalten. Der dadurch entstehende Loyalitätskonflikt hat 
negative Auswirkungen auf die Entwicklungen von B._____, sodass die Ergreifung 
entsprechender Massnahmen angezeigt ist. Aufgrund der unterschiedlichen kultu-
rellen Herkunft der Eltern erscheint der Beizug eines Kulturvermittlers sinnvoll, 
damit das Verständnis des Vaters für die Notwendigkeit der ergriffenen Massnah-
men grösser wird. Eine Verlängerung der sozialpädagogischen Familienbegleitung 
und ein Coaching zum Thema Loyalitätskonflikt durch die Fachstelle VORSA so-
wie eines Kulturvermittlers erscheinen daher dem Kantonsgericht sinnvoll und 

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verhältnismässig. Der Beschwerdeführer macht denn auch nicht konkret geltend, 
inwieweit der angefochtene Entscheid (Dispositivziffer 1) rechtswidrig oder unan-
gemessen wäre. Die Beschwerde ist daher diesbezüglich abzuweisen.

7.1. Gemäss Art. 273 Abs. 1 ZGB haben Eltern, denen die elterliche Sorge oder 
Obhut nicht zusteht, und das minderjährige Kind gegenseitig Anspruch auf ange-
messenen persönlichen Verkehr. Was unter einem angemessenen persönlichen 
Verkehr im Sinne von Art. 273 Abs. 1 ZGB zu verstehen ist, lässt sich grundsätz-
lich nur anhand der Umstände des Einzelfalls unter Berücksichtigung des Zwecks 
des Besuchsrechts bestimmen. Oberste Richtschnur für die Ausgestaltung des 
persönlichen Verkehrs bildet stets das Kindeswohl; allfällige Interessen der Eltern 
haben zurückzustehen (BGE 130 III 585 E. 2.1). Das Recht der Eltern auf persön-
lichen Verkehr besteht daher nicht schrankenlos. Es kann ihnen nach Art. 274 
Abs. 2 ZGB verweigert oder entzogen werden, wenn dadurch das Wohl des Kin-
des gefährdet wird, wenn die Eltern den persönlichen Verkehr pflichtwidrig ausü-
ben, sich nicht ernsthaft um das Kind gekümmert haben oder wenn andere wichti-
ge Gründe vorliegen. Gefährdet ist das Wohl des Kindes, wenn dessen ungestörte 
körperliche, seelische oder sittliche Entfaltung durch ein auch nur begrenztes Zu-
sammensein mit dem nicht obhutsberechtigten Elternteil bedroht ist 
(BGE 122 III 404 E. 3b). Da das Besuchsrecht nicht ohne wichtige Gründe abge-
sprochen werden darf, ist eine Gefährdung des Kindeswohls nicht leichthin anzu-
nehmen. Als wichtige Gründe fallen Vernachlässigung oder eine physische 
und/oder psychische Misshandlung des Kindes in Betracht. Erforderlich ist so-
dann, dass dieser Bedrohung nicht durch geeignete andere Massnahmen begeg-
net werden kann. Denn bei der Beschränkung des persönlichen Verkehrs ist stets 
das Gebot der Verhältnismässigkeit zu beachten. Eine Einschränkung darf in der 
Regel nicht allein wegen elterlichen Konflikten erfolgen und der gänzliche Aus-
schluss eines Elternteils vom persönlichen Verkehr kommt nur als ultima ratio in 
Frage; er ist einzig statthaft, wenn sich die nachteiligen Auswirkungen eines Be-
suchsrechts nicht anderweitig in für das Kind vertretbaren Grenzen halten lassen 
(BGer 5A_404/2015 v. 27.6.2016 E. 5.2.4 m.H.). Ansonsten verbieten das Persön-
lichkeitsrecht des nicht obhutsberechtigten Elternteils, der Grundsatz der Verhält-
nismässigkeit, aber auch Sinn und Zweck des persönlichen Verkehrs dessen 
gänzliche Unterbindung, wenn durch das Ergreifen entsprechender Kindes-
schutzmassnahmen Abhilfe geschaffen werden kann. Können die befürchteten 
nachteiligen Auswirkungen des persönlichen Verkehrs für das Kind etwa durch die 
persönliche Anwesenheit einer Drittperson (sog. begleitetes Besuchsrecht) in 
Grenzen gehalten werden, so verbietet sich die Verweigerung des persönlichen 

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Verkehrs (BGer 5A_505/2013 v. 20.8.2013 E. 2.3 m.H. und 5A_377/2009 
v. 3.9.2009 E. 5.2).

7.2. Gemäss Akten der KESB Nordbünden war ursprünglich die Anordnung von 
begleiteten Besuchen angedacht. Erst als der Beschwerdeführer sich weigerte, 
sein Besuchsrecht im Rahmen von begleiteten Besuchen wahrzunehmen, ordnete 
die KESB Nordbünden eine Sistierung des Besuchsrechts für drei Monate an, er-
mächtigte ihn aber gleichzeitig, wöchentlich B._____ telefonisch bzw. über Video-
anrufe zu kontaktieren (act. A.2; act. E.1, E. 2; KESB act. 72 und 73). 

7.3. Wie bereits in E. 6.2 f. ausgeführt, befindet sich B._____ in einem Loya-
litätskonflikt, welcher grossen Einfluss auf sein Verhalten und seine Entwicklung 
hat. Der Beschwerdeführer ist nach wie vor nicht in der Lage, die Konflikte, welche 
zwischen ihm und der Kindsmutter bestehen, von B._____ fernzuhalten. Vor die-
sem Hintergrund dürfte die weitere Ausübung eines unbegleiteten Besuchsrechts 
negative Auswirkungen auf die Entwicklung von B._____ haben und damit das 
Kindswohl gefährden. In Anbetracht dessen, dass der Beschwerdeführer begleite-
te Besuche ablehnte, kommen keine milderen Massnahmen in Frage, zumal er 
selbst eine Sistierung des Besuchsrechts für die Zeit des Coachings den begleite-
ten Besuchen vorgezogen hatte (vgl. KESB act. 73, S. 2). Mit der Ermächtigung zu 
wöchentlichen (Video)-Telefonaten wird zudem ein minimaler Kontakt gewährleis-
tet. Hinzu kommt, dass das Besuchsrecht für den begrenzten Zeitraum von drei 
Monaten sistiert wurde und die Situation nach Ablauf der Zeit sowie Vorliegen des 
Evaluationsberichts des Beistands neu beurteilt wird. Der Entscheid der KESB 
Nordbünden erweist sich daher als verhältnismässig. Er ist für das Kantonsgericht 
nachvollziehbar und auch in dieser Hinsicht nicht zu beanstanden.

8. Was die Kosten des Verfahrens vor der KESB Norbünden angeht, gilt es 
festzuhalten, dass gemäss Art. 63 Abs. 1 EGzZGB Kosten für das Verfahren vor 
der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde erhoben werden. In Kindesschutz-
verfahren und in Verfahren betreffend den persönlichen Verkehr, die elterliche 
Sorge oder den Unterhalt sind die Verfahrenskosten von den Eltern, dem sorgebe-
rechtigten oder dem unterhaltspflichtigen Elternteil zu tragen (Art. 63 Abs. 2 
EGzZGB). Die Entscheidgebühr bemisst sich nach dem Aufwand, dem Interesse 
und den wirtschaftlichen Verhältnissen der kostenpflichtigen Person (Art. 25 
Abs. 1 KESV [BR 215.010]) und beträgt bei Entscheiden der Kollegialbehörde 
CHF 500.00 bis 30'000.00. Auf die Erhebung von Verfahrenskosten kann nur bei 
Vorliegen von besonderen Umständen verzichtet werden, sofern das Verfahren 
nicht mutwillig oder trölerisch eingeleitet worden ist (Art. 63 Abs. 3 EGzZGB). In-
dem die KESB Nordbünden den sorgeberechtigten Eltern von B._____ die Verfah-

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renskosten von insgesamt CHF 500.00 je zur Hälfte auferlegt hat, hat sie sich an 
die soeben genannten Bestimmungen gehalten. Besondere Umstände, welche 
einen Verzicht auf die Erhebung von Verfahrenskosten nahelegen, macht der Be-
schwerdeführer keine geltend. Die vom Beschwerdeführer zu tragenden Kosten 
des Verfahrens vor der KESB von CHF 250.00 erscheinen trotz der knappen fi-
nanziellen Verhältnisse des Beschwerdeführers (vgl. KESB act. 61) als zumutbar. 
Der Entscheid der KESB Nordbünden erweist sich daher auch im Kostenpunkt 
recht- und verhältnismässig.

9. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass sich der Entscheid der 
KESB Nordbünden aufgrund der Umstände nicht als unangemessen oder gar 
rechtswidrig erweist. Die dagegen erhobene Beschwerde ist daher abzuweisen.

10. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden gestützt auf Art. 10 Abs. 1 
VGZ (BR 320.210) auf CHF 1'500.00 festgesetzt. Bei diesem Verfahrensausgang 
würden diese grundsätzlich zu Lasten des Beschwerdeführers gehen (Art. 106 
Abs. 1 ZPO i.V.m. Art. 60 Abs. 2 EGzZGB). Angesichts der knappen Einkom-
mens- und Vermögensverhältnisse (vgl. KESB act. 61) erscheint die Auferlegung 
von weiteren Verfahrenskosten von CHF 1'500.00 allerdings nicht mehr als zu-
mutbar. In Anwendung von Art. 63 Abs. 3 EGzZGB wird daher auf eine Kostenauf-
lage verzichtet. Damit verbleiben die Verfahrenskosten beim Kanton Graubünden.

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Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens in Höhe von CHF 1'500.00 verblei-
ben beim Kanton Graubünden. 

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 72 BGG Beschwerde in Zivil-
sachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt 
werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen 
seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 
ff. BGG.

4. Mitteilung an: