# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fab3cc48-af9d-5c10-b953-f3e7da297049
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2007-03-30
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 30.03.2007 S 2007 29
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2007-29_2007-03-30.pdf

## Full Text

S 07 29
ses

2. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 30. März 2007

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend IV-Rente

1. a) Die heute 54-jährige … (geb. …) ist verheiratet, Mutter einer volljährigen 

Tochter (Jrg. 1980) und wohnt in ... Seit 1990 war sie als Verkäuferin in einem 

Teilpensum (80%; 34.5 Std.Woche) bei der … erwerbstätig. Seit 2002/03 litt 

sie vermehrt an Rückenschmerzen. Im Febr. 2004 stellte die Versicherte bei 

der IV-Stelle Graubünden ein Gesuch um medizinische 

Eingliederungsmassnahmen. 

b) Nach weiteren Abklärungen über den Gesundheitszustand bzw. die 

medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit (vgl. dazu insbesondere: 

Austrittsbericht Klinik … vom 29.07.2003; Berichte Hausarzt Dr. … vom 12.03. 

und 24.09.2004; Berichte Psychiater Dr. … vom 14.04.2004 und 21.03.2005 

samt RAD-Bericht IV-Stellenärztin Dr. .. vom 19.05.2005) sowie die 

wirtschaftliche Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit (inklusive 

Haushaltsabklärungsbericht vom 08./29.08.2005) erliess die IV-Stelle am 

18.01.2006 zwei separate Verfügungen, worin sie der Gesuchstellerin 

zunächst für die Zeitspanne 01.02.2004 bis 31.03.2005 – unter 

Berücksichtigung des gesetzlichen Wartejahres – eine ganze IV-Rente (auf 

der Basis eines Invaliditätsgrads von 84.53% gemäss der gemischten 

Ermittlungsmethode: Bei Erwerbsanteil 80% mit Teilinvaliditätsgrad 80% plus 

Hausarbeitsanteil 20% mit Teilinvaliditätsgrad 4.53%) und danach für die Zeit 

ab 01.04.2005 lediglich noch eine Viertelsrente (IV-Grad 41.71%: 

Erwerbsanteil 80% mit Teil-IV-Grad 37.18% plus Hausarbeitsanteil 20% mit 

Teil-IV-Grad 4.53%) zusprach. Während die Verfügung betreffend 

Zusprechung einer ganzen Rente (bis 31.03.2005; IV-Grad 84.53%) 

unangefochten blieb, konnte sich die Versicherte mit der Rentenkürzung (ab 

01.04.2005 - Viertelsrente; da IV-Grad bloss 41.71%) nicht einverstanden 

erklären. Eine dagegen erhobene Einsprache wies die IV-Stelle mit Entscheid 

vom 28.12.2006 ab.

2. Hiergegen liess die Einsprecherin am 30.01.2007 frist- und formgerecht 

Beschwerde beim Verwaltungsgericht erheben, mit den Anträgen um 

Aufhebung des angefochtenen Entscheids und Ausrichtung einer ganzen IV-

Rente auch ab 01.04.2005; evtl. um Rückweisung der Sache an die 

Vorinstanz zur Neufestlegung des IV-Grads und somit auch der Rentenhöhe. 

Ferner wurde die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege in der Person 

von Rechtsanwalt lic. iur. … als Rechtsbeistand beantragt. Zur Begründung 

wurde im Wesentlichen vorgebracht, dass die Vorinstanz nicht plötzlich (ab 

01.04.2005) auf den zeitlich längst überholten Austrittsbericht der Klinik … 

vom Juli 2003 habe abstellen dürfen, nachdem sie für die Zeit davor (ab 

01.02.2004 – Gewährung ganzer IV-Rente) doch auch nicht darauf abgestellt 

habe und sich ihr Gesundheitszustand seither sogar noch verschlechtert 

habe. Ein damals empfohlener Arbeitsversuch, wonach sie eine Kiosktätigkeit 

im Umfang von 40% aufnehmen sollte, sei bereits nach 1½ Stunden am ersten 

Arbeitstag gescheitert, weshalb unerklärlich sei, wieso sie ab April 2005 

lediglich noch Anspruch auf eine Viertelsrente haben sollte. Vielmehr habe 

Hausarzt Dr. … eine erneute Arbeitsfähigkeit ausgeschlossen bzw. der 

Psychiater Dr. … klar festgehalten, dass die Restarbeitsfähigkeit noch 30-

50% betragen würde. Selbst wenn also die Versicherte aus körperlicher Sicht 

trotz der Rückenleiden noch zu 40% arbeiten könnte, müsste ihr aus 

psychiatrischer Sicht (Depressionen bei Wetterwechsel) bei einer weiteren 

Teilzeitbeschäftigung noch zusätzlich eine Leistungsreduktion von 50% 

zugebilligt werden (Additionseffekt), woraus höchstens noch eine 

Arbeitsfähigkeit von 20% (50% von 40%) resultiert hätte, was weiterhin zum 

Bezug einer ganzen Rente ab 01.04.2005 berechtigt hätte. Sollte das Gericht 

jener Gesamtbeurteilung nicht folgen, sei es aber unerlässlich, noch ein 

aktuelles Gutachten bei Spezialisten (interdisziplinäre Abklärung) einzuholen, 

um über die Restarbeitsfähigkeit samt IV-Grad abschliessend befinden zu 

können. Zum Armenrechtsgesuch wurde auf die anhaltende Erwerbslosigkeit 

(ausser IV-Rente ab 01.02.2004), die Verständigungsprobleme der 

Versicherten sowie die fehlende Aussichtslosigkeit der Beschwerde 

verwiesen.

3. In ihrer Vernehmlassung beantragte die IV-Stelle (Vorinstanz) die Abweisung 

der Beschwerde. Den Einwänden und Argumenten der Beschwerdeführerin 

hielt sie entgegen, dass der laut Austrittsbericht vom Juli 2003 zuerst intern 

am Klinikkiosk durchgeführte Arbeitsversuch erfolgreich verlaufen sei und erst 

der danach extern geplante Arbeitsversuch gescheitert sei. Die 

Rückenschmerzen seien dabei grösstenteils psychisch überlagert worden, 

wobei der Psychiater Dr. … indes ausdrücklich festgehalten habe, dass die 

Arbeitsfähigkeit der Versicherten (ca. 30-50%) dadurch nicht zusätzlich 

vermindert würde. Soweit der Hausarzt Dr. … als Einziger von einer 

vollständigen Arbeitsunfähigkeit (100%) bzw. einer geringeren 

Arbeitsfähigkeit (ca. 20-30%) ausgegangen sei, habe er offensichtlich zu viel 

auf die Selbsteinschätzung der Versicherten (ausgeprägte Selbstlimitierung) 

und auf falsche Vermutungen betreffend psychiatrischer Fehlentwicklungen 

mit Leistungsrelevanz abgestellt. Im Einklang mit allen anderen Arztattesten 

sei die IV-Stelle mit Grund von einer 40%-igen Arbeitsfähigkeit in 

leidensadaptierter Ersatztätigkeit (leichte bis mittelschwere Tätigkeit mit 

wechselnder Intensität) ausgegangen, was spätestens seit April 2005 aber 

eben nur noch zum Bezug einer Viertelsrente berechtigt habe. Korrekterweise 

hätte gestützt auf den umfassenden Austrittsberichtbericht der Klinik … vom 

Juli 2003 bereits ab 01.02.2004 lediglich Anspruch auf eine Viertelsrente statt 

auf eine ganze Rente (befristet bis 31.03.2005) bestanden; jener Fehler sei 

von der IV-Stelle jedoch erst zu spät entdeckt worden, weshalb sie darauf – 

mangels Rückforderungsmöglichkeit – nicht mehr zurückgekommen sei, 

obwohl die Zusprechung einer ganzen Rente selbst für jenen früheren 

Zeitabschnitt (01.02.2004-31.03.2005) nicht gerechtfertigt gewesen wäre. Mit 

angefochtener Verfügung vom 18.01.2006 (nur noch Viertelsrente ab 

01.04.2005) sei jene frühere Fehleinschätzung (IV-Grad 84.53%) korrigiert 

worden und anhand der erwähnten Arztatteste zu Recht nur noch auf einen 

IV-Grad von 41.71% erkannt worden, was von Gesetzes wegen zur 

Neubeurteilung der Rentenhöhe geführt habe.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Am 1. Januar 2007 ist das neue Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege 

(VRG; BR 370.100) in Kraft getreten, welches das bisherige 

Verwaltungsgerichtsgesetz (VGG; BR 370.100) und die bisherige 

grossrätliche Verordnung über das Verfahren in 

Sozialversicherungsstreitsachen (VVS; BR 542.300) abgelöst hat. 

Übergangsrechtlich bestimmt Art. 85 Abs. 2 VRG, dass sich die 

Weiterziehbarkeit und das Rechtsmittelverfahren nach neuem Recht richten, 

wenn bei dessen In-Kraft-Treten die Rechtsmittelfrist noch nicht abgelaufen 

ist. Umgekehrt gilt noch das bisherige Recht, falls die Rechtsmittelfrist vor 

dem 1. Januar 2007 bereits abgelaufen ist. Im konkreten Fall hat die 30-tägige 

Beschwerdefrist gegen den angefochtenen Einspracheentscheid vom 

28.12.2006 erst im Jahre 2007 geendet, weshalb hier bereits neues Recht zur 

Anwendung kommt. 

2. a) Als Invalidität gilt die durch einen körperlichen oder geistigen 

Gesundheitsschaden verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere 

Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechtes [ATSG; SR 830.1] und Art. 

4 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Bei 

Nichterwerbstätigen wird die Unmöglichkeit, sich im bisherigen 

Aufgabenbereich zu betätigen, der Erwerbsunfähigkeit gleichgesetzt (Art. 5 

Abs. 1 IVG). Bei erwerbstätigen Versicherten erfolgt die Ermittlung der 

Invalidität in der Regel nach der Methode des Einkommensvergleiches (Art. 

16 ATSG, Art. 28 Abs. 2 IVG). Bei dieser Methode wird das gegenwärtig trotz 

Behinderung noch zumutbare Erwerbseinkommen mit jenem ohne 

Behinderung verglichen, wobei die daraus resultierende Differenz in 

Prozenten den IV-Grad ergibt. Bei Nichterwerbstätigen wird dafür der 

Betätigungsvergleich laut spezifischer Methode (Art. 8 Abs. 3 ATSG i.V.m. 

Art. 27 der Verordnung zum IVG [IVV; SR 831.201]; BGE 130 V 98 E. 3.1, 104 

V 136 E. 2a; BGE vom 22.04.2003 [I 620/02] E. 1-2) angewandt. Ist eine 

Versicherte mindestens 40% invalid, so hat sie Anspruch auf eine 

Viertelsrente, bei mindestens 50% auf eine halbe Rente, bei mindestens 60% 

auf eine Dreiviertelsrente und ab 70% auf eine ganze IV-Rente (Art. 28 Abs. 

1 IVG). Für die Festsetzung des IV-Grads kommt es primär auf die 

wirtschaftliche Erwerbsunfähigkeit und nicht auf die medizinische 

Arbeitsunfähigkeit an (PVG 2005 Nr. 11, 1982 Nr. 80; BGE 132 V 395 E. 2.1). 

Ohne zuverlässige und beweistaugliche Bestimmung der graduellen 

Arbeitsfähigkeit durch die Ärzte (als Beurteilungsgrundlage) ist eine seriöse 

Ermittlung der Erwerbsunfähigkeit (IV-Grad) aber zum voraus gar nicht 

möglich (BGE 125 V 261 E. 4, 122 V 160 f. E. 1c, 115 V 134 E. 2).

b) Im konkreten Fall ist die gemischte Methode (Art. 8 Abs. 3 ATSG i.V.m. Art. 

28 Abs. 2ter IVG bzw. Art. 27bis IVV) anwendbar, zumal allseits unbestritten 

geblieben ist, dass die Versicherte vor Eintritt ihrer gesundheitlichen 

Beeinträchtigungen (Rückenschmerzen/Depressionen) beruflich bereits seit 

1990 in einem Teilpensum (80% bzw. 34.5 Stunden pro Woche) als Kiosk-

Verkäuferin tätig war und darüber hinaus zusätzlich auch noch den Haushalt 

(20%) für ihre 3-köpfige Familie besorgte. Infolge jener Verhältniszahl ist 

schon erstellt, dass die gewählte Mischmethode die einzig richtige war, um 

sowohl auf dem Gebiet der Erwerbstätigkeit über den Behinderungsgrad und 

den Teil-IV-Grad als auch auf dem privaten Haushaltssektor über den 

Einschränkungsgrad und den Teil-IV-Grad schlüssig Auskunft zu erhalten. 

Daran gibt es demnach nichts auszusetzen. 

3. a) Zu prüfen bleibt aber noch der ab 01.04.2005 festgelegte IV-Grad, wobei die 

Parteien schon bei der Festlegung der medizinisch-theoretischen 

Arbeitsfähigkeit bzw. der Grundlage für die Ermittlung des noch erzielbaren 

Invalideneinkommens (funktionelle Erwerbsfähigkeit trotz Behinderung) 

uneins geblieben sind. Folgende Klinikberichte, Arztatteste und Auskünfte 

sind dazu aktenkundig und für die Entscheidfindung von Bedeutung:

 Im Austrittsbericht der Klinik … vom 29.07.2003 (Abklärungsaufenthalt 
01.07.-26.07.2003) stellten die Klinikärzte Dres. … folgende Diagnosen: 

Bandscheibenvorfall links L4/5 mit Wurzelkompression, 
Knochenknorpelschaden Höhe L5/S1 mit Eingeweidebruch (Hernie); 
zudem AC-Gelenksarthrose rechts mit Schulterweichteilproblematik. Der 
Versicherten wurde für einen 4-wöchigen Einstieg eine Tätigkeit zu 40% 
(leichte bis mittelschwere Tätigkeit mit wechselnder Intensität), 
entsprechend 3 bis maximal 4 Stunden tägliche Kioskarbeit, empfohlen. 
Während des Aufenthalts sei ein therapeutischer Arbeitsversuch im 
klinikeigenen Kiosk durchgeführt worden. Der Versuch habe ihr Spass 
gemacht und sie habe den Anforderungen standhalten können. Bei den 
individuellen Mess-/Kraftübungen habe sie aber eine niedrige 
Belastungsgrenze gezeigt und die Übungen abgebrochen, bevor die 
funktionelle Leistungslimite erreicht worden sei (ausgeprägte 
Selbstlimitierung).

 Im Bericht vom 12.03.2004 hielt der Hausarzt Dr. … der Versicherten fest, 
dass er nebst den Rücken- und Schulterproblemen noch Depressionen 
festgestellt habe. Eine Arbeitsfähigkeit von 50% habe nie realisiert werden 
können; vielmehr sei der angetretene Arbeitsversuch ausserhalb der Klinik 
bereits nach 1½ Stunden am ersten Tag (04.08.2003) wegen erneuter 
Rückenschmerzen wieder gescheitert. Die bisherige Tätigkeit als 
Kioskverkäuferin sei daher nicht mehr zumutbar. Bereits geringe 
Belastungen (körperlich/psychisch) führten bei ihr zur vollständigen 
Immobilität, weshalb auch in anderen Bereichen kaum eine geeignete 
Arbeitstätigkeit gefunden werden könnte. Die Rückenschmerzen seien 
grösstenteils psychisch überlagert, weshalb die Versicherte in Behandlung 
bei Psychiater Dr. … stehe. Jene Beurteilung bestätigte der Hausarzt 
nochmals in einem zweiten Attest vom 24.09.2004.

 Im Bericht vom 14.04.2004 diagnostizierte der Psychiater Dr. … der 
Versicherten seinerseits ein chronisches lumbovertebrales 
Schmerzsyndrom, das auch für die zurzeit vorliegende 100%-ige 
Arbeitsunfähigkeit als Kioskverkäuferin verantwortlich sei. Diese 
Schmerzen bewirkten eine reaktive, leichte depressive Verstimmung, 
wobei die Arbeitsfähigkeit durch jene psychiatrische Symptomatik aber 
nicht zusätzlich eingeschränkt würde. In einem zweiten Bericht vom 
21.03.2005 ergänzte und präzisierte Dr. … noch, dass er ferner eine 
leichte, verlängerte depressive Reaktion im Zuge einer Anpassungsstörung 
festgestellt habe. Der Gesundheitszustand habe sich sonst weder aus 
objektiver noch subjektiver Sicht seit April 2004 verschlechtert, sondern sei 
stationär geblieben. Die Versicherte habe eine etwas passive 
Persönlichkeitsstruktur mit pessimistischer Grundeinstellung, was es viel 
schwieriger mache, sich mit ihrem Rückenleiden zu arrangieren und ein 
einigermassen zufriedenes Leben zu führen. Arbeiten in einer mehr oder 
weniger dauernden, leichten Bewegung seien noch zumutbar; längeres 
Stehen oder Sitzen bei der Arbeit sei jedoch kaum mehr möglich. Ferner 
bestünden Einschränkungen beim Tragen von Lasten ab 3-5 kg. Am 
ehesten könnte sie noch bei der Postverteilung in einem Betrieb, als 
Zeitungsverträgerin oder dgl. eingesetzt werden. Selbst hier sei aber nur 
noch eine 30%-ige bis höchstens 50%-ige Arbeitsfähigkeit denkbar. Die 
zumutbare Arbeitsfähigkeit betrage aus psychiatrischer Sicht 30-50%, in 

Teilzeit mit reduzierter Leistung. Eine Leistungseinschränkung von mind. 
20% werde indes bleibend sein.

 In der Stellungnahme vom 30.05.2005 hielt die IV-Stellenärztin der RAD 
Ostschweiz (Dr. …) fest, dass das Beschwerdebild der Versicherten seit 
Juli 2003 unverändert sei. Aufgrund der bekannten Diagnosen dürfe daher 
weiterhin auf eine Arbeitsfähigkeit von 50% in adaptierter Tätigkeit (leicht, 
wechselbelastend) geschlossen werden. Diese könne eher ganztags mit 
reduzierter Leistung erbracht werden.

 Aus dem Abklärungsbericht vom 08./29.08.2005 der Haushaltsexpertin der 
IV geht hervor, dass die Versicherte auch als Gesunde nur in einem 
Teilpensum (80%) erwerbstätig und im Übrigen (20%) als Hausfrau tätig 
gewesen wäre. Die Einschränkung im Haushalt betrage für sich 22.65%. 
Bei Wetterwechsel habe sie verstärkte Schmerzen und dadurch wieder 
eher den „Moralischen“. Kurze Arbeitseinsätze von höchstens 2 Stunden 
seien ihr eventuell möglich. 

 Im Röntgenbericht vom 10.02.2006 (MRI 02/06) wurde der Patientin im 
Vergleich zum Zustand der Lendenwirbelsäule (LWS) vor über 2 Jahren 
(MRI 12/03) eine Verbesserung der Wurzelkompression attestiert.

b) In Würdigung der soeben erwähnten Klinik-, Arzt- und Abklärungsberichte ist 

das Gericht zur Überzeugung gelangt, dass der Argumentation der 

Beschwerdegegnerin insoweit gefolgt werden kann, als sie eine Erhöhung der 

Arbeitsunfähigkeit wegen einer Überlagerung (Zusammenwirken) der 

psychischen und physischen Gesundheitsleiden mit arbeitsrelevanten 

Auswirkungen klar verneinte. Wie das Bundesgericht im Zusammenhang mit 

somatoformen Schmerzstörungen stets festhielt, können geistige Leiden, 

welche in gleicher Weise wie die körperlichen eine Invalidität nach Art. 4 Abs. 

1 IVG zu bewirken vermögen, neben den eigentlichen Geisteskrankheiten 

auch seelische Abwegigkeiten mit Krankheitswert darstellen. Nicht als 

Auswirkungen einer krankhaften seelischen Verfassung und damit IV-

rechtlich nicht als relevant gelten aber Beeinträchtigungen der 

Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten 

Willens - Arbeit in ausreichendem Masse zu verrichten – zu vermeiden 

vermöchte, wobei das Mass des Forderbaren weitgehend objektiv (z.B. durch 

psychiatrisches Attest) bestimmt werden muss (vgl. BGE 130 V 353 E. 2.2.1 

und 132 V 70 E. 4). Im konkreten Fall ist dazu aufgrund des eindeutigen 

Attests des Psychiaters Dr. … vom April 2004 gerade zweifelsfrei erstellt, dass 

die vor allem wetterbedingt auftretenden Emotions-/Gemütsschwankungen 

(reaktive, leichte Depressionsschübe) bei der Versicherten keine zusätzliche 

Verminderung der Arbeitsfähigkeit bewirkt haben, womit eben auch eine 

gegenseitige Verstärkung jener Gesundheitsleiden mit Grund 

ausgeschlossen werden durfte; zumal der Beschwerdeführerin eine 

ausgeprägte Selbstlimitierung bereits im Klinikbericht vom Juli 2003 attestiert 

wurde und darum mit überwiegender Wahrscheinlichkeit angenommen 

werden durfte, dass sie bei voller Leistungsbereitschaft ihre Depressionen 

selbst und ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätte überwinden können. 

Eine Addition der verschiedenen Leiden wäre daher verfehlt gewesen. 

Umgekehrt gilt es unter Berücksichtigung des mehrfach erwähnten 

Klinikberichts vom Juli 2003 nicht zu übersehen, dass dort keine wirkliche 

Einschätzung der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit bezüglich der 

körperlichen Gesundheitsleiden (Rücken- und Schulterproblematik) erfolgte, 

sondern darin nur die Empfehlung abgegeben wurde, die Versicherte sollte 

während vier Wochen einen Arbeitsversuch zu 40% für eine leichte bis 

mittelschwere Tätigkeit mit wechselnder Intensität (entsprechend 3-4 Stunden 

tägliche Kioskarbeit) absolvieren. Eine auf Dauer angelegte Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit erging damals indes nicht, was hier umso stossender ist, als 

der externe Arbeitsversuch als Kioskverkäuferin unbestritten bereits am 

ersten Arbeitstag (04.08.03) nach nur 1½ Stunden wieder scheiterte und die 

Ursachen dafür bis heute im Dunkeln geblieben sind. Daran ändert selbst der 

RAD-Bericht vom Mai 2005 der IV-Stellenärztin Dr. … nichts, worin der 

Versicherten gestützt auf jene Klinikempfehlung noch eine 50%-ige 

Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit (indes nicht leicht und 

mittelschwer, sondern nur leicht und wechselbelastend) bescheinigt wurde. 

Ihre Feststellungen vermögen die Gesamtbeurteilung des Psychiaters Dr. … 

in den zwei Attesten vom April 2004 und März 2005  (Arbeitsfähigkeit 30-50%) 

daher auch nicht zu entkräften, sodass ohne weitere Abklärungen über die 

Dauerhaftigkeit und den Umfang der diagnostizierten Rücken- und 

Schulterprobleme hier auch noch nicht seriös und stichhaltig über die 

Arbeitsfähigkeit in Prozenten und hiernach über den fallrelevanten IV-Grad 

(ab 01.04.2005) geurteilt werden kann. Allein die Tatsache, dass die 

Vorinstanz am Ende von sich auf eine 40%-ige Arbeitsfähigkeit erkannte, 

vermag die fehlende Basis einer ärztlich einwandfreien Gesamtbeurteilung 

durch eine entsprechende Fachstelle (MEDAS) nicht zu ersetzen. Richtig und 

vertretbar ist hingegen, dass die Vorinstanz nicht einzig auf die Atteste des 

Hausarztes Dr. … vom März und September 2004 abstellen wollte 

(Arbeitsfähigkeit 0% bzw. max. 20-30%), da der Gesundheitszustand der 

Versicherten seit dem Klinikbericht vom Juli 2003 nachweislich zumindest 

stationär geblieben ist, wie sowohl den beiden Berichten des Dr. … als auch 

dem neuesten MRI-Bericht 02/06 (Verbesserung Wurzelkompression LWS im 

Vergleich zum MRI 12/03) tendenziell entnommen werden kann. Aus dem 

Gesagten ergibt sich, dass die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit der 

Versicherten nochmals einlässlich und umfassend durch die IV-Stelle 

abgeklärt und daher die Angelegenheit zur erneuten Behandlung an diese 

zurückgewiesen werden muss; was im Resultat zur Aufhebung des 

angefochtenen Entscheids und damit auch zur Gutheissung der Beschwerde 

bezüglich Neufestlegung des IV-Grads ab 1. April 2005 führt.

4. Es werden keine Kosten erhoben (Art. 61 lit.a ATSG). Aussergerichtlich hat 

die Vorinstanz die obsiegende und anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin 

laut Art. 61 lit. g ATSG und Art. 78 Abs. 1 VRG aber noch vollständig zu 

entschädigen; womit indes das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 

automatisch hinfällig wird. Zur eingereichten Honorarrechnung des 

Rechtsbeistands der Beschwerdeführerin vom 22.02.2007 sei einzig noch 

klargestellt, dass die effektiven Barauslagen auf Fr. 18.-- (Seite 1) beziffert 

wurden und der Anwalt nun dabei behaftet werden darf. Die darüber hinaus 

pauschal in Rechnung gestellten Barauslagen von total Fr. 240.-- (Seite 2) 

sind damit zu streichen und die ganze Kostennote entsprechend anzupassen, 

was letztlich eine aussergerichtliche Entschädigung von Fr. 3'182.80 (Fr. 

2'958.-- plus Fr. 224.80 [7.6% MWST]) ergibt.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, der angefochtene Entscheid aufgehoben 

und die Sache zu weiteren Abklärungen und zu neuem Entscheid an die 

Vorinstanz zurückgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Aussergerichtlich hat die IV-Stelle (Vorinstanz) … mit Fr. 3'182.80 (inkl. MWST) 

zu entschädigen.