# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9a3beed9-7350-5408-80c5-6a75fe8ff654
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-09-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.09.2025 B-1589/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-1589-2025_2025-09-29.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung II 

B-1589/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 9 .  S e p t e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richter Christian Winiger (Vorsitz), 

Richterin Kathrin Dietrich, Richter Marc Steiner,    

Gerichtsschreiber Thomas Reidy. 
 

 
 

Parteien 
 A._______ AG,  

vertreten durch lic. iur. Daniel Frischknecht, Rechtsanwalt, 

Gmünder Frischknecht & Partner,  

Bahnhofstrasse 7, 9630 Wattwil,  

Beschwerdeführerin,  

  
 

 
gegen 

 
 

B._______ AG,  

Beschwerdegegnerin,  

 

SBB AG Einkauf Infrastruktur,  

Hilfikerstrasse 3, 3000 Bern 65,    

Vergabestelle.  

  

 

 
 

Gegenstand 
 Öffentliches Beschaffungswesen;  

Zuschlag betr. Projekt "19 Zoll Normschränke mit 

Zubehör und Dienstleistungsanteil",  

SIMAP-Projekt-ID: 4737,  

SIMAP-Meldungsnummer: 4737-02. 

B-1589/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Am 5. November 2024 schrieben die Schweizerischen Bundesbahnen 

SBB AG (nachfolgend: Vergabestelle) auf www.simap.ch unter dem Pro-

jekttitel "19 Zoll Normschränke mit Zubehör und Dienstleistungsanteil" im 

offenen Verfahren eine als Lieferungsauftrag bezeichnete Beschaffung aus 

(Meldungs-Nr. #4737-01). Der Auftrag wird in der Ausschreibung wie folgt 

umschrieben: 

Die Schweizerischen Bundesbahnen SBB AG betreibt eigene, 

schweizweite Datennetze deren Komponenten in 19-Zoll-Schränke 

eingebaut werden. Für den Ausbau des Datennetzes benötigt die 

SBB in den nächsten Jahren eine grössere Anzahl dieser 

Schränke. 

Für dieses Beschaffungsprojekt war am 26. Juni 2024 eine Vorankündi-

gung auf www.simap.ch publiziert worden (Meldungs-Nr. 1424863).  

A.a Bis zum 19. November 2024 konnten Interessenten der Vergabestelle 

Fragen unterbreiten und bis zum 16. Dezember 2024 ein Angebot einrei-

chen. 

Innert der angesetzten Frist gingen sechs Angebote ein, darunter dasje-

nige der A._______ AG (nachfolgend: Beschwerdeführerin). 

A.b Am 21. Februar 2025 erteilte die Vergabestelle der B._______ AG 

(nachfolgend: Zuschlagsempfängerin oder Beschwerdegegnerin) den Zu-

schlag zum Preis von insgesamt Fr. 3'828'068.82 ohne Mehrwertsteuer. 

Die Vergabestelle veröffentlichte die Zuschlagsverfügung gleichentags auf 

der Internetplattform SIMAP (Meldungsnummer #4737-02).  

Sie informierte die A._______ AG mit Schreiben vom 21. Februar 2025 

über ihren Ausschluss. Die Vergabestelle begründete die Nichtberücksich-

tigung des Angebots damit, dass das Preisblatt mit 230V-Komponenten be-

rechnet und mit dem Rückzug der Vorbehalte kein bereinigtes Preisblatt 

eingereicht worden sei. Per E-Mail vom 21. Februar 2025 wurde die Be-

schwerdeführerin auf die Möglichkeit eines Debriefings hingewiesen. Von 

dieser Möglichkeit machte die Beschwerdeführerin in der Folge keinen Ge-

brauch. 

B.  

Mit Eingabe vom 26. Februar 2025 (Posteingang: 10. März 2025) erhob die 

B-1589/2025 

Seite 3 

Beschwerdeführerin Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht mit fol-

genden Anträgen: 

1. Aufhebung der Vergabeentscheidung der SBB. 

2. Neubeurteilung bzw. erneute Evaluation der eingereichten Angebote, 

unter Berücksichtigung der inzwischen erfolgten Klarstellungen 

(Rückzug des Vorbehalts, […]-Bestätigungen zur technischen Eig-

nung). 

3. Aussetzung oder Sistierung der Zuschlagswirkung, bis über diese Be-

schwerde rechtskräftig entschieden ist. 

Zur Begründung führte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen aus, sie 

habe zu Beginn darauf hingewiesen, dass die von ihr angebotenen Leis-

tungsschutzschalter üblicherweise für 230 V und nicht für 48 V spezifiziert 

seien. Die Geräte hätten jedoch von Anfang an sämtliche geforderten Spe-

zifikationen erfüllt. Ihr Angebot sei offenbar aufgrund eines vermeintlichen 

Formalfehlers ausgeschlossen worden. Es habe auch kein Bedarf der An-

passung des Preisblatts bestanden, da die angebotenen LS-Modelle ohne 

Abstriche den technischen Vorgaben für 48 V entsprechen würden, wofür 

die C._______ eine Bestätigung ausgestellt habe. Entsprechend sei ein 

Ausschluss auf Grundlage von Art. 44 Abs. 1 Bst. b BöB nicht gerechtfer-

tigt. 

C.  

Der Instruktionsrichter forderte die Beschwerdeführerin mit Zwischenverfü-

gung vom 10. März 2025 auf, die Beschwerdeschrift rechtsgültig zu unter-

zeichnen oder einer rechtsgenügliche Vollmacht (unter Einhaltung der 

Zeichnungsberechtigungen) einzureichen sowie einen Kostenvorschuss 

von Fr. 8'000.– in der Höhe der mutmasslichen Verfahrenskosten zu leis-

ten. Weiter ordnete es an, dass bis zum Entscheid des Bundesverwal-

tungsgerichts über den Antrag betreffend Erteilung der aufschiebenden 

Wirkung alle Vollzugsvorkehrungen, welche den Ausgang des hängigen 

Beschwerdeverfahrens präjudizieren könnten, namentlich der Vertragsab-

schluss mit der Beschwerdegegnerin, zu unterbleiben hätten. Zudem 

wurde die Vergabestelle ersucht, eine Vernehmlassung zur Hauptsache 

und zu den prozessualen Anträgen sowie die vollständigen Akten betref-

fend das vorliegende Vergabeverfahren einzureichen. Die Beschwerde-

gegnerin erhielt die Gelegenheit, eine Beschwerdeantwort einzureichen. 

Mit Verfügung vom 25. März 2025 bestätigte der Instruktionsrichter, dass 

die Beschwerdeführerin innert Frist die Beschwerde rechtsgenüglich 

B-1589/2025 

Seite 4 

unterzeichnet und den Kostenvorschuss einbezahlt hat und stellte den wei-

teren Verfahrensbeteiligten eine unterschriebene Version der Beschwerde 

zu. 

D.  

Mit Eingabe vom 9. April 2025 reichte die Vergabestelle innert verlängerter 

Frist ihre Vernehmlassung mit folgenden Rechtsbegehren ein: 

1. Die Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdeführe-

rin. 

und den prozessualen Anträgen: 

1. Der Antrag der Beschwerdeführerin auf Erteilung der aufschiebenden Wir-

kung sei abzuweisen und die der Beschwerde superprovisorisch erteilte 

aufschiebende Wirkung wieder zu entziehen. 

2. Akteneinsicht sei nicht zu gewähren. 

3. Es sei über die Gewährung der aufschiebenden Wirkung ohne weiteren 

Schriftenwechsel zu entscheiden. 

4. Der Vergabestelle sei im Fall der Gewährung des Gesuchs um aufschie-

bende Wirkung eine Frist zur Ergänzung ihrer Beschwerdeantwort einzu-

räumen. 

Die Vergabestelle machte insbesondere geltend, dass das Angebot der Be-

schwerdeführerin eine nicht zugelassene technische Variante der ausge-

schriebenen Lösung umfasst habe, welche nicht in die Bewertung habe 

einbezogen werden können. Die dabei offerierten Preise seien nicht mit 

den Angeboten der Konkurrentinnen vergleichbar gewesen, da die Be-

schwerdeführerin ausdrücklich die Kosten der Variante und nicht der aus-

geschriebenen Lösung (Amtsvariante) offeriert habe. Das Angebot habe 

somit in wesentlichen Teilen den Angebotsunterlagen widersprochen und 

habe ausgeschlossen werden müssen. 

E.  

Innert erstreckter Frist reichte die nun anwaltlich vertretene Beschwerde-

führerin mit Eingabe vom 1. Mai 2025 ihre Replik mit folgenden modifizier-

ten Rechtsbegehren ein:  

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1. Die Zuschlagsverfügung vom 21. Februar 2025 sowie die Ausschlussverfü-

gung vom 21. Februar 2025 seien vollumfänglich aufzuheben und die Angele-

genheit zur neuen Beurteilung an die Vergabestelle zurückzuweisen.  

2. Die Vergabestelle sei anzuweisen, das Angebot der Beschwerdeführerin 

(unter Berücksichtigung des Rückzugs sämtlicher Vorbehalte und des Um-

standes, dass die im Angebot enthaltenen Leistungsschutzschalter mit 48V 

betrieben werden können) im Rahmen der vorzunehmenden Neubeurteilung 

miteinzubeziehen. 

3. Der Beschwerde vom 26.02.2025 sei die aufschiebende Wirkung zu gewäh-

ren. 

4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. 

Die Beschwerdeführerin machte insbesondere geltend, ihr Ausschluss sei 

überspitzt formalistisch, unverhältnismässig und damit vergaberechtswid-

rig erfolgt. Da die Leistungsschalter auch mit einer Spannung von 48V be-

trieben werden könnten, was per 27. Januar 2025 explizit bestätigt worden 

sei, sei weder ein eingeschränktes Angebot noch eine unzulässige Variante 

offeriert worden. In prozessualer Hinsicht stellte die Beschwerdeführerin 

ein Gesuch um Akteneinsicht bzw. um Aktenedition. 

F.  

Mit Duplik vom 21. Mai 2025 hielt die Vergabestelle an den gestellten 

Rechtsbegehren und prozessualen Anträgen fest. 

Auf die entscheidwesentlichen Vorbringen der Verfahrensbeteiligten wird 

in den nachfolgenden Erwägungen näher eingegangen. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach dem 

Verwaltungsverfahrensgesetz vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 

172.021), soweit das Bundesgesetz vom 21. Juni 2019 über das öffentliche 

Beschaffungswesen (BöB, SR 172.056.1) und das Verwaltungsgerichtsge-

setz vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) nichts anderes bestimmen (Art. 

55 BöB und Art. 37 VGG). 

2.  

Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Beurteilung von Beschwerden ge-

gen Verfügungen von Vergabestellen über den Ausschluss aus dem 

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Verfahren zuständig, wenn der Auftrag in den Anwendungsbereich des 

BöB fällt und die für den Rechtsschutz einschlägigen Schwellenwerte er-

reicht sind (vgl. Art. 52 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 53 Abs. 1 Bst. h BöB). Ob 

die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind bzw. ob auf eine Beschwerde ein-

zutreten ist, prüft das Bundesverwaltungsgericht von Amtes wegen und mit 

freier Kognition (Urteile des BVGer B-1112/2022 vom 27. September 2022 

E. 2.1 «Steuerung Verkehrsmanagement der Nationalstrassen» und 

B-3797/2015 vom 13. April 2016, auszugsweise publiziert als BVGE 

2017/IV/4, E. 1.1, "Publicom"). 

2.1 Nach Art. 1 BöB findet das Gesetz auf die Vergabe öffentlicher Aufträge 

durch unterstellte Auftraggeberinnen innerhalb und ausserhalb des Staats-

vertragsbereichs Anwendung. Der subjektive Geltungsbereich ist Gegen-

stand von Art. 4 BöB, der objektive von Art. 8 f. BöB, wobei Art. 8 BöB eine 

Legaldefinition der öffentlichen Beschaffung enthält. Art. 10 BöB regelt die 

Ausnahmen vom Geltungsbereich. 

2.1.1 Mit dem Inkrafttreten des bilateralen Abkommens vom 21. Juni 1999 

zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen 

Gemeinschaft über bestimmte Aspekte des öffentlichen Beschaffungswe-

sens (BAöB, SR 0.172.052.68) auf den 1. Juni 2002 wurden die Anbieter 

von Dienstleistungen des Schienenverkehrs den Regeln über das öffentli-

che Beschaffungswesen unterstellt (vgl. Art. 3 Abs. 2 Bst. d und Abs. 3 

BAöB sowie dessen Anhang II B). Im Sektorenbereich Eisenbahnen (Be-

reitstellen oder Betreiben von Eisenbahnen) sind die Schweizerischen 

Bundesbahnen (SBB AG) dem BöB unterstellt (Art. 4 Abs. 2 Bst. f BöB), 

mit Ausnahme von Tätigkeiten, die mit dem Bahnbetrieb nicht unmittelbar 

zusammenhängen (Art. 4 Abs. 3 BöB). Dabei genügt es, wenn die Leistun-

gen dem Bahnbetrieb funktionell dienen; das Wort «unmittelbar» ist nicht 

zu eng, sondern im Lichte des übergeordneten Staatsvertragsrechts aus-

zulegen (Urteil des BVGer B-4958/2013 vom 30. April 2014 E. 1.5.4 "Pro-

jektcontrollingsystem Alptransit"; vgl. auch GALLI/MOSER/LANG/STEINER, 

Praxis des öffentlichen Beschaffungsrechts, 3. Aufl. 2013, Rz. 158; DANIEL 

ZIMMERLI, in: Hans Rudolf Trüeb, Handkommentar zum schweizerischen 

Beschaffungsrecht, nachfolgend "Handkommentar", 2020, Art. 4 Rz. 54 f.; 

vgl. zum Ganzen den Zwischenentscheid des BVGer B-4019/2021 vom 

25. November 2021 E. 3.2.1 "Produkte zur Aussenreinigung III"). 

Die das vorliegende Beschaffungsobjekt bildenden Leistungen (19-Zoll-

Schränke für Komponenten der schweizweiten Datennetze der Vergabe-

stelle) weisen einen unmittelbaren Zusammenhang mit dem Bereich 

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Verkehr der SBB auf. Entsprechend fällt die zu beurteilende Vergabe auch 

unter diesem Gesichtspunkt in den Anwendungsbereich des BöB (Art. 4 

Abs. 2 Bst. f BöB i.V.m. Art. 4 Abs. 3 BöB). 

2.1.2 In der Vorankündigung vom 26. Juni 2024 als auch in der Ausschrei-

bung vom 5. November 2024 wurde die Beschaffung als Lieferauftrag be-

zeichnet. 

Die Einstufung als Lieferauftrag ist nicht zu beanstanden und wird von der 

Beschwerdeführerin auch nicht gerügt. Ein solcher ist in sachlicher Hinsicht 

grundsätzlich dem staatsvertraglichen Vergaberecht und damit auch dem 

BöB unterstellt (Art. 8 Abs. 4 BöB i.V.m. Anhang 2 Ziff. 1.1 Bst. b zum BöB). 

Dies wird von der Beschwerdeführerin auch nicht bestritten. 

2.2 Der Schwellenwert für Beschaffungen von Lieferungen durch eine Auf-

traggeberin nach Art. 4 Abs. 2 Bst. f BöB beträgt Fr. 640'000.– (Ziff. 1.2 An-

hang 4 zum BöB). In der vorliegenden Ausschreibung beläuft sich der Preis 

des berücksichtigten Angebots auf Fr. 3'828'068.82 und liegt somit deutlich 

über dem Schwellenwert für Lieferungen (Art. 8 Abs. 4 BöB i.V.m. Ziff. 1.2 

Anhang 4 zum BöB).  

2.3 Eine Ausnahme vom Geltungsbereich im Sinne von Art. 10 BöB liegt 

nicht vor. Auch handelt es sich beim vorliegenden Auftrag nicht um eine 

öffentliche Beschaffung gemäss Anhang 5 Ziff. 1 Bst. c und d BöB, bei wel-

chen kein Rechtsschutz besteht (Art. 52 Abs. 5 BöB). 

2.4 Das Bundesverwaltungsgericht ist daher für die Beurteilung der vorlie-

genden Streitsache zuständig. 

2.5  

2.5.1 Am Verfahren vor der Vergabestelle hat die Beschwerdeführerin teil-

genommen und ist durch die angefochtene Verfügung deshalb formell be-

schwert (Art. 48 Abs. 1 Bst. a VwVG).  

2.5.2 Durch die angefochtene Verfügung ist sie sodann besonders berührt 

(Art. 48 Abs. 1 Bst. b VwVG), wurde sie doch vom Vergabeverfahren aus-

geschlossen, mit der Konsequenz, dass ihr die Chance auf einen Zuschlag 

verwehrt bleibt.  

2.5.3 Ein schutzwürdiges Interesse an einer Aufhebung oder Änderung der 

angefochtenen Verfügung (Art. 48 Abs. 1 Bst. c VwVG) hat die Beschwer-

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Seite 8 

deführerin nur, wenn sie eine reelle Chance besitzt, den Zuschlag selber 

zu erhalten (Urteil des BVGer B-5124/2021 vom 7. Juli 2022 E. 4.2 "zweite 

Gotthardröhre"). Als Legitimationsvoraussetzung muss sie dem Gericht 

also vorab glaubhaft machen, dass sie die Zulassungskriterien (Muss- und 

Mindestkriterien) der Ausschreibung erfüllen würde (BGE 141 II 14 E. 4.5 

ff. m.H. und E. 5.1, "Monte Ceneri"; vgl. auch Urteile des BVGer B-

415/2023 vom 16. Mai 2023 E. 3.2.3 "Roaming / IMS Plattform 4G", B-

4637/2016 vom 17. März 2017 E. 1.2 "Reinigung Gotthard-Basistunnel"). 

Sodann muss sie glaubhaft machen, dass ihre Offerte als solche eine reelle 

Chance auf einen Zuschlag hätte. 

Die Beschwerdeführerin machte in der Beschwerde geltend, dass ihr An-

gebot nach Rückzug des Vorbehalts alle relevanten Anforderungen erfüllt 

habe, sodass ihr Ausschluss überspitzt formalistisch wäre. Darüber hinaus 

hat die Beschwerdeführerin glaubhaft gemacht, dass ihr Angebot eine re-

elle Chance auf einen Zuschlag hätte, wenn das Bundesverwaltungsge-

richt ihrer Argumentation folgen würde. 

2.5.4 Daher ist die Beschwerdeführerin zur Beschwerde legitimiert. 

2.6 Die Beschwerde wurde frist- und formgerecht eingereicht (vgl. Art. 56 

Abs. 1 und 2 BöB und Art. 52 Abs. 1 VwVG) und auch der Kostenvorschuss 

wurde innerhalb der gesetzten Frist bezahlt (Art. 63 Abs. 4 VwVG). 

Auf die Beschwerde ist daher einzutreten. 

3.  

Die Beschwerdeführerin rügt sinngemäss eine Verletzung ihres Rechts auf 

Entscheideröffnung. Ihr Ausschluss sei von der Vergabestelle per E-Mail 

vom 21. Februar 2025 erfolgt und lediglich damit begründet worden, dass 

das Preisblatt mit 230V-Komponenten berechnet worden bzw. mit dem 

Rückzug der Vorbehalte kein bereinigtes Preisblatt eingereicht worden sei. 

Im Übrigen habe die Vergabestelle nur noch auf die Publikation des Zu-

schlags vom 21. Februar 2025 auf SIMAP mitsamt summarischer Begrün-

dung des Zuschlags hingewiesen. 

3.1 Nach Art. 51 Abs. 1 Satz 1 BöB eröffnet die Auftraggeberin Verfügun-

gen durch Publikation oder individuelle Zustellung an die Anbieterinnen. 

Gemäss Art. 53 Abs. 1 BöB bilden unter anderem der Zuschlag (Bst. e) und 

der Ausschluss aus dem Vergabeverfahren (Bst. h) anfechtbare Verfügun-

gen. 

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3.2 Während die Beschwerdeführerin eine E-Mail sowie ein Schreiben der 

Vergabestelle vom 21. Februar 2025 betreffend ihren Ausschluss aus dem 

Verfahren erhalten hat, erfuhr sie via Publikation gleichzeitig vom Zuschlag 

an die Zuschlagsempfängerin. Die Vergabestelle weist darauf hin, dass es 

sich bei der E-Mail nicht um eine Verfügung gehandelt habe, sondern um 

ein informelles Absageschreiben. Dies sei bei ihr bzw. auch bei anderen 

Vergabebehörden gängige Praxis.  

Dieses Vorgehen der Vergabestelle ist nicht zu beanstanden, da die Anbie-

ter keinen Anspruch haben, dass über einen Ausschluss von der Teilnahme 

mit separatem Entscheid vorweg entschieden wird. Entsprechend kann ein 

Ausschluss auch bloss implizit durch eine Zuschlagserteilung an eine an-

dere Anbieterin erfolgen (Urteile des BVGer B-2719/2022 vom 1. Dezem-

ber 2022 E. 9.2.1 "Sicherheits- und Empfangsdienste für die eidg. Aus-

gleichskasse" sowie B-5266/2020 vom 25. August 2021 E. 6.3; GALLI/MO-

SER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 449). 

3.3 Daher lässt sich im vorliegenden Fall keine Verletzung ihres Anspruchs 

auf Eröffnung der besagten Verfügung feststellen. Die Beschwerdeführerin 

legt denn auch nicht näher dar, inwiefern sie durch eine angeblich mangel-

hafte Eröffnung beschwert sein sollte. Ein entsprechender Nachteil ist je-

denfalls nicht ersichtlich. 

3.4 Dementsprechend erweist sich ihre Rüge als unbegründet. 

4.  

Weiter rügt die Beschwerdeführerin, der Ausschlussentscheid vom 

21. Februar 2025 verletze ihren Anspruch auf rechtliches Gehör, indem 

dieser kaum begründet und ihr zudem keine Möglichkeit eingeräumt wor-

den sei, sich zum (vermeintlich) fehlenden bereinigten Preisblatt zu äus-

sern. 

4.1 Gemäss Art. 51 Abs. 1 Satz 2 BöB haben Anbieterinnen vor Eröffnung 

der Verfügung keinen Anspruch auf rechtliches Gehör. Art. 51 Abs. 2 BöB 

bestimmt, dass beschwerdefähige Verfügungen summarisch zu begründen 

und mit einer Rechtsmittelbelehrung zu versehen sind. Insofern bildet diese 

Vorschrift eine lex specialis zu Art. 35 Abs. 1 und 3 VwVG. Nach der Praxis 

sind die Anforderungen an summarische Begründungen nicht sehr hoch 

(vgl. Urteil des BVGer B-5897/2022 vom 5. April 2023 E. 4.1; GALLI/MO-

SER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 1243). 

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Seite 10 

4.2 Wegen der Eigenheiten des Vergabeverfahrens und namentlich zum 

Schutz von Geschäftsgeheimnissen der Offerenten besteht im Vorfeld der 

Verfügung kein Anspruch auf rechtliches Gehör. Dieser und das Aktenein-

sichtsrecht werden – abgesehen von der Begründungspflicht für Verfügun-

gen – auf ein allfälliges Debriefing oder ein Beschwerdeverfahren verscho-

ben. Zudem wird der Gehörsanspruch durch Interaktionen mit den Anbie-

terinnen im Vergabeverfahren, wie Fragerunden während der Offerteinga-

befrist und Bereinigungsrunden während der Evaluation der Angebote, ge-

schützt (Urteil B-5897/2022 E. 4.2 und PASCAL BIERI, Handkommentar, 

a.a.O., Art. 51 N. 17 f.). 

4.3 Im Schreiben sowie in der E-Mail vom 21. Februar 2025 legte die 

Vergabestelle dar, das Angebot der Beschwerdeführerin habe aufgrund 

von Art. 44 Abs. 1 Bst. b [BöB] nicht weiter berücksichtigt werden können, 

da das Preisblatt mit 230V-Komponenten berechnet und mit dem Rückzug 

der Vorbehalte kein bereinigtes Preisblatt eingereicht worden sei. Inwieweit 

das von der Beschwerdeführerin zitierte Urteil des Bundesgerichts (BGE 

130 I 241 E. 7.3), in welchem es um einen Ausschluss aufgrund eines un-

gewöhnlich niedrigen Angebots ging, für die vorliegend zu beurteilende 

Streitsache einschlägig sein soll, legt die Beschwerdeführerin nicht dar und 

ist auch nicht nachvollziehbar.  

Es ist festzustellen, dass hier eine, wenn auch kurze Begründung für den 

Ausschluss der Beschwerdeführerin vorlag. Zudem hat die Beschwerde-

führerin das Angebot der Vergabestelle auf ein Debriefing nicht genutzt. 

Unter Berücksichtigung der oben wiedergegebenen Rechtslage sowie der 

einschlägigen Praxis lässt sich daher keine Verletzung des rechtlichen Ge-

hörs, insbesondere der Begründungspflicht, gegenüber der Beschwerde-

führerin feststellen. 

5.  

In materieller Hinsicht rügt die Beschwerdeführerin, ihr Angebot entspreche 

nach dem Rückzug der Vorbehalte im Rahmen der ersten Fragerunde vom 

20. Januar 2025 den wesentlichen in der Ausschreibung genannten Anfor-

derungen. 

Demgegenüber vertritt die Vergabestelle die Auffassung, das Angebot der 

Beschwerdeführerin habe zum Zeitpunkt der Angebotseinreichung nicht 

alle verbindlichen Anforderungen erfüllt, weshalb es zurecht von der Be-

wertung ausgeschlossen worden sei. 

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Seite 11 

5.1 Gemäss Art. 27 Abs. 1 BöB legt die Vergabestelle in der Ausschreibung 

oder in den Ausschreibungsunterlagen die Kriterien zur Eignung der Anbie-

terin abschliessend fest. Die Kriterien müssen im Hinblick auf das Beschaf-

fungsvorhaben objektiv erforderlich und überprüfbar sein. Die Eignungs-

kriterien können insbesondere die fachliche, finanzielle, wirtschaftliche, 

technische und organisatorische Leistungsfähigkeit sowie die Erfahrung 

der Anbieterin betreffen (Art. 27 Abs. 2 BöB). Diese Bestimmung wird 

durch Art. 4 Abs. 4 der Verordnung vom 12. Februar 2020 über das öffent-

liche Beschaffungswesen (VöB, SR 172.056.11) konkretisiert, wonach die 

Auftraggeberin für die Überprüfung der Eignung der Anbieter die in An-

hang 3 der VöB beispielhaft genannten Unterlagen oder Nachweise erhe-

ben und einsehen kann. Das Bundesverwaltungsgericht leitet in ständiger 

Rechtsprechung daraus ab, dass die Eignungskriterien auftragsspezifisch 

beziehungsweise leistungsbezogen sein müssen (vgl. dazu grundlegend 

das Urteil des BVGer B-1470/2010 vom 29. September 2010 "Privatisie-

rung Alcosuisse I", auszugsweise publiziert als BVGE 2010/58, E. 2.1 mit 

Hinweisen).  

5.2 Die Eignungskriterien der Ausschreibung sind so zu auszulegen und 

anzuwenden, wie sie die Anbieter in guten Treuen verstehen durften und 

mussten. Auf den subjektiven Willen der Vergabestelle kommt es nicht an 

(vgl. BGE 141 II 14 E. 7.1 "Monte Ceneri"; Urteile des BGer 2C_698/2019 

vom 24. April 2020 E. 4.3 "Lieferung und Vermietung von Kehrblasgeräten 

zur Schneeräumung" und 2C_1101/2012 vom 24. Januar 2013 E. 2.4.1 

"Leitsystem A9"; GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 566 f.). Bei der 

Formulierung und der Anwendung der Eignungskriterien verfügt diese frei-

lich über einen grossen Ermessensspielraum, in welchen das Bundesver-

waltungsgericht nach Art. 56 Abs. 3 BöB nicht eingreifen darf (vgl. Urteil 

des BGer 2D_52/2011 vom 10. Februar 2012 E. 3.2 "Ingenieurleistungen", 

m.H.; BVGE 2019 IV/1 E. 3.3; Zwischenentscheid des BVGer B-5500/2021 

vom 29. Juli 2022 E. 7.7.1 "Mobilfunk in Bahntunneln"; Urteile des BVGer 

B-5124/2021 E. 5.5 "zweite Gotthardröhre" und B-5266/2020 vom 25. Au-

gust 2021 E. 5.3.1 "2TG Bauabwasserbehandlungsanlage Nord" je m.w.H.; 

GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 557, 564 f.). Die gerichtliche Be-

schwerdeinstanz hat die Grenzen des rechtlich Zulässigen abzustecken, 

nicht aber aus mehreren möglichen Auslegungen die ihr zweckmässig 

scheinende auszuwählen (vgl. BGE 141 II 14 E. 7.1 "Monte Ceneri"; Urteil 

des BGer 2C_1101/2012 E. 2.4.1 "Leitsystem A9"; Zwischenentscheid des 

BVGer B-1256/2022 vom 26. Oktober 2022 E. 6.2.2 f. "Portfoliomanage-

ment"; Urteile des BVGer B-415/2023 E. 5.1.3 "Roaming / IMS Plattform 

B-1589/2025 

Seite 12 

4G" und B-3709/2021 vom 2. Juni 2022 E. 7.2.2 "Übersetzungsdienstleis-

tungen"). 

5.3 Gemäss Art. 34 Abs. 1 BöB müssen Angebote schriftlich, vollständig 

und fristgerecht gemäss den Angaben in der Ausschreibung oder in den 

Ausschreibungsunterlagen eingereicht werden. Dieser Regel liegt der Ge-

danke zugrunde, dass die Vergabestelle anhand der eingereichten Offer-

ten direkt zur Vergabe des Auftrags schreiten können soll (vgl. Urteil des 

BGer 2C_241/2012 vom 28. Juni 2012 E. 4.1; BVGE 2007/13 E. 3.1 und 

Urteil des BVGer B-8115/2015 vom 6. Oktober 2016 E. 3.8.1). Nach der 

Angebotsöffnung prüft die Vergabestelle die eingegangenen Angebote auf 

die Einhaltung der Formerfordernisse (Art. 38 Abs. 1 BöB).  

Die Auftraggeberin kann eine Anbieterin von einem Vergabeverfahren aus-

schliessen, wenn festgestellt wird, dass das Angebot oder der Antrag auf 

Teilnahme wesentliche Formfehler aufweisen oder wesentlich von den ver-

bindlichen Anforderungen einer Ausschreibung abweichen (Art. 44 Abs. 1 

Bst. b BöB).  

Dementsprechend sind denn auch sowohl die Eignung der Anbieter als 

auch die Offerten grundsätzlich aufgrund der innert Frist eingereichten An-

gaben und Nachweise zu prüfen (vgl. Urteile des BVGer B-8115/2015 

E. 3.8.1 und B-4366/2009 vom 24. Februar 2010 E. 7.3). 

5.4 Grundsätzlich muss schon die Nichterfüllung eines einzelnen Eig-

nungskriteriums den Ausschluss aus dem Vergabeverfahren zur Folge ha-

ben (BGE 143 I 177 E. 2.3.1 m.H. "Sammlung und Transport von Sied-

lungsabfall"; Urteil des BGer 2C_698/2019 vom 24. April 2020 E. 4 m.H. 

"Lieferung und Vermietung von Kehrblasgeräten zur Schneeräumung"; vgl. 

Urteile des BVGer B-415/2023 E. 5.1.4 "Roaming / IMS Plattform 4G", 

B-5017/2019 vom 19. Februar 2020 E. 2.9 f. "2019-NET-Access"; 

GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 603).  

Analoges gilt für technische Spezifikationen. Ihre Nichterfüllung kann eben-

falls zum Ausschluss aus dem Vergabeverfahren führen (vgl. Urteil des 

BGer 2C_698/2019 E. 1.2.3 "Lieferung und Vermietung von Kehrblasgerä-

ten zur Schneeräumung"; Urteil des BVGer B-415/2023 E. 5.2 "Roaming / 

IMS Plattform 4G"). 

5.4.1 Gemäss Art. 30 Abs. 1 BöB bezeichnet die Auftraggeberin in der Aus-

schreibung oder in den Ausschreibungsunterlagen die erforderlichen tech-

nischen Spezifikationen. Diese legen die Merkmale des 

http://links.weblaw.ch/BVGer-B-4366/2009

B-1589/2025 

Seite 13 

Beschaffungsgegenstands wie Funktion, Leistung, Qualität, Sicherheit und 

Abmessungen oder Produktionsverfahren fest und regeln die Anforderun-

gen an Kennzeichnung und Verpackung. 

5.4.2 Da technische Spezifikationen den Inhalt des Angebots bestimmen, 

sind sie wie die Eignungskriterien, die sich auf die Anbieter beziehen, ab-

soluter Natur und gelten als sogenannte Musskriterien; ihre Nichterfüllung 

kann unabhängig vom Vergleich mit den anderen Angeboten zur Nichtbe-

rücksichtigung der Offerte führen (vgl. Urteile des Urteile des BVGer 

B-415/2023 E. 5.2.2 "Roaming / IMS Plattform 4G" und BVGer 

B-4704/2021 vom 18. Mai 2022 E. 5.2.1 "S-Bahn-Triebzüge"; HANS RU-

DOLF TRÜEB, in: Biaggini/ Häner/ Saxer/ Schott, Fachhandbuch Verwal-

tungsrecht, Kapitel 25, Beschaffungsrecht, N. 25.89; derselbe, BöB-Kom-

mentar, in: Oesch/ Weber/ Zäch, Wettbewerbsrecht II, 2011, Art. 12 N. 2 

aBöB). 

5.4.3 Sogenannte Musskriterien sind grundsätzlich zulässig (vgl. zum Gan-

zen GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 582 und 863), der Begriff 

selbst aber ist relativ unscharf. Einerseits wird er bei der Eignungsprüfung 

bezüglich Ausschlusskriterien verwendet. Von Musskriterien wird in diesem 

Zusammenhang gesprochen, wenn Grundvoraussetzungen – beispiels-

weise die Einhaltung von Schutz- oder Formvorschriften oder technischer 

Spezifikationen – zwingend erfüllt sein müssen, widrigenfalls ein Angebot 

vom Verfahren ausgeschlossen werden kann bzw. muss, ohne dass die 

genannten Grundvoraussetzungen bei richtiger Betrachtung mit der feh-

lenden Eignung des Anbieters zu tun hätten (Urteile des BVGer 

B-879/2020 vom 8. März 2021 E. 6.4 "Lieferung Aussenreinigung Perso-

nenzüge" und B-2675/2012 vom 21. Oktober 2020 E. 4.6.1 "Ersatzbeschaf-

fung Billetautomaten"). 

5.5 Eine Verletzung von wesentlichen Formfehlern liegt insbesondere bei 

der Unvollständigkeit des Angebots vor. Dabei ergibt sich aus den Vorga-

ben der Ausschreibung und den Ausschreibungsunterlagen, ob ein Ange-

bot vollständig ist. Schliesslich muss ein Angebot auch die verbindlichen 

inhaltlichen Anforderungen gemäss Ausschreibung und Ausschreibungs-

unterlagen erfüllen. Im Angebot sind alle verbindlichen Vorgaben zur Leis-

tung und zur Erfüllung zu übernehmen, insbesondere betreffend Art, 

Menge und Qualität der Leistung sowie Ort und Zeitpunkt der Erbringung, 

ansonsten ist das Angebot ausschreibungswidrig (DOMINIK KUONEN, in: 

Handkommentar, a.a.O., Art. 34 Rz. 25; MARTIN BEYELER, Der Geltungsan-

spruch des Vergaberechts, 2012, Rz. 1919).  

B-1589/2025 

Seite 14 

5.5.1 Die Formulierung als Kann-Vorschrift von Art. 44 Abs. 1 Bst. b BöB 

zeigt, dass der Vergabestelle bei formellen und inhaltlichen Fehlern ein ge-

wisser Ermessensspielraum zukommt. Sie hat dabei allerdings das Ver-

hältnismässigkeitsprinzip (Art. 5 Abs. 2 BV und das Verbot des überspitzten 

Formalismus (Art. 29 Abs. 1 BV) zu beachten (GALLI/MOSER/LANG/STEI-

NER, a.a.O., Rz. 444 ff.). 

5.5.2 Entspricht das Angebot jedoch nicht den Vorgaben der Ausschrei-

bung bzw. den Ausschreibungsunterlagen, fehlen wesentliche Angaben 

oder Belege und weist der betreffende Ausschlussgrund ein gewisses Ge-

wicht auf, muss die Auftraggeberin das Angebot gemäss Praxis des Bun-

desgerichts trotz der Formulierung als Kann- Vorschrift ausschliessen, an-

dernfalls verletzt sie die Gebote der Gleichbehandlung und der Transpa-

renz (BGE 143 I 177 E. 2.3.1; KUONEN, a.a.O., Art. 34 Rz. 15; LOCHER, in: 

Handkommentar BöB, Art. 44 Rz. 6 und 15; GALLI/MOSER/LANG/STEINER, 

a.a.O., Rz. 435 und 457). Eine schwerwiegende inhaltliche Abweichung, 

die zwingend zum Ausschluss führt, liegt u.a. vor, wenn zwingende Spezi-

fikationen nicht erfüllt werden, da sich solche inhaltlichen Abweichungen 

regelmässig auf das Preis-Leistungsverhältnis auswirken (KUONEN, a.a.O., 

Art. 34 Rz. 27).  

5.5.3 Handelt es sich lediglich um unbedeutende Mängel, so verfügt die 

Vergabestelle über einen gewissen Ermessensspielraum, ob sie die Offerte 

durch Rückfragen auf den verlangten Stand bringen will. Unter Umständen, 

insbesondere, wenn der Fehler leicht zu erkennen ist und rechtzeitig beho-

ben werden kann, ist die Vergabestelle aufgrund des Verbots des über-

spitzten Formalismus bzw. nach dem Grundsatz von Treu und Glauben so-

gar dazu verpflichtet (vgl. BVGE 2007/13 E. 3.2 "Zürich HB, Durchmesser-

linie"; Urteile des BVGer B-3084/2016 vom 5. April 2017 E. 4.1 "Erhebung 

Endenergieverbrauch" und B-4637/2016 E. 4.6 "Reinigung Gotthard-Ba-

sistunnel).  

5.5.4 Nachfolgend wird untersucht, ob das Angebot der Beschwerdeführe-

rin wesentlich von den verbindlichen Anforderungen abweicht und ob der 

von der Vergabestelle gestützt auf Art. 44 Abs. 1 Bst. b BöB verfügte Aus-

schluss zu Recht erfolgt ist. 

5.6 Die Vergabestelle erklärte in der Ausschreibung (SIMAP-Nr. #4737-01 

[Teilnahmebedingungen]), dass sie den Auftrag nur an eine Anbieterin ver-

geben werde, welche die in den Ausschreibungsunterlagen und der 

B-1589/2025 

Seite 15 

Gesetzgebung festgelegten Teilnahmebedingungen einhalte und verwies 

diesbezüglich auf die Ausschreibungsbedingungen.  

5.6.1 In den Ausschreibungsbedingungen vom 31. Oktober 2024 verlangte 

die Vergabestelle und dem Titel "Bewertung der Angebote" (Ziff. 2.8) unter 

"Formelle Prüfung" (Ziff. 2.8.1) Folgendes: 

Die Anbieterin hat ein vollständiges Angebot auf der Grundlage der Ausschrei-

bungsunterlagen einzureichen. Die Angebote inkl. alle geforderten Nachweise 

werden nur in die Bewertung einbezogen, wenn sie vollständig, unterzeichnet, 

und frei von unerlaubten Vorbehalten und Änderungen der Ausschreibungs-

unterlagen (…) eingereicht worden sind. 

Weiter wurde die Anbieterin verpflichtet, bereits bekannte Abweichungen 

zu den in der Offertanfrage gestellten Anforderungen (sofern zulässig) be-

kannt zu geben. Begründete Vorbehalte gegenüber den Forderungen der 

SBB AG waren offen zu legen und in einem separaten Register zu kom-

mentieren. Vorbehalte oder Abweichungen, welche durch die Anbieterin 

nach der Angebotseingabe vorgebracht werden, würden durch die SBB AG 

nicht mehr geprüft (Ziff. 4.6 der Ausschreibungsbedingungen). 

In Ziff. 2.8.2 der Ausschreibungsbedingungen wurden die Kriterien für die 

Prüfung der Eignung mit den erforderlichen Nachweisen genannt.  

5.6.2 Bezüglich der technischen Mindestanforderungen (TMA) wurde in 

den Ausschreibungsunterlagen festgehalten, dass diese zwingend erfüllt 

werden müssten, ansonsten das Angebot nicht in die Bewertung einbezo-

gen werde. Dabei seien die TMA an das Produkt im Lastenheft aufgeführt 

und würden zusätzlich auf der Compliance Liste nochmals erwähnt. Die 

unterschriebene Compliance Liste müsse von der Anbieterin ausgefüllt, die 

entsprechenden Nachweise erbracht, und dem Angebot beigelegt werden 

(Ziff. 2.8.3 der Ausschreibungsbedingungen).  

5.6.3 Vorliegend von Interesse ist vor allem die unter "Weitere Optionen" 

aufgeführte TMA 3.4.1.3 mit dem Titel "Dienstleistungsanteil DLA – gemäss 

Beschreibung im Anhang" (vgl. Lastenheft für "19 Zoll Normschränke mit 

Zubehör und Dienstleistungsanteil" vom 1. November 2024 [nachfolgend: 

Lastenheft]). Die Beschreibung lautet wie folgt: 

Klemmenblock X01, Sicherungsbaugruppenträger/48V DC-Verteiler, 

C-Schiene mit Rangierbügeln und Gitterkanäle sind einzubauen.  

B-1589/2025 

Seite 16 

Der Klemmenblock X01 sowie der Sicherungsbaugruppenträger/48V DC-Ver-

teiler sind untereinander unter Verwendung der Gitter-Kanäle zu verdrahten.  

Der Sicherungsbaugruppenträger/48V DC-Verteiler wird bei der Bestellung 

von der SBB beigestellt (Anhang A) oder durch die Anbieterin organisiert (An-

hang B). 

Zudem wurde gefordert, dass die Anbieterin den Dienstleistungsanteil ge-

mäss Preisblatt zu bepreisen hatte. 

5.7 Die Beschwerdeführerin bringt vor, sie habe zwar anfangs in den Un-

terlagen darauf hingewiesen, dass die von ihr angebotenen Leitungs-

schutzschalter (LS) üblicherweise für 230 V spezifiziert seien. Ihr "230 V"-

Vorbehalt habe jedoch einzig auf der irreführenden Kennzeichnung an den 

Geräten, nicht auf tatsächlichen technischen Bedenken, beruht. Entspre-

chend hätten die Geräte von Anfang an sämtliche geforderten Spezifikati-

onen erfüllt, weshalb zu keinem Zeitpunkt ein Ausschlusskriterium bestan-

den habe. Dieser Irrtum der Beschwerdeführerin sei jedoch im Rahmen 

des Rückzugs sämtlicher Vorbehalte per 27. Januar 2025 berichtigt wor-

den. Sie habe zudem in diesem Zeitpunkt ausdrücklich bestätigt, dass 

sämtliche technische Mindestanforderungen erfüllt würden. Es sei über-

spitzt formalistisch, unverhältnismässig, willkürlich und damit vergabe-

rechtswidrig, dass das Angebot der Beschwerdeführerin trotzdem nicht in 

die Bewertung miteinbezogen worden sei. 

5.7.1 Die Beschwerdeführerin hat unbestrittenermassen in ihrem Angebot 

folgenden "Vorbehalt" angebracht: 

DC 48V Verteiler. Es ist gemäss der Aussage vom Lieferanten der Sicherun-

gen (…) nicht möglich, dass die Leistungsschutzschalter mit 48V und den an-

gegebenen Charakteristiken betrieben werden können, auf Grund der Anga-

ben haben wir alle Leistungsschutzschalter als 230V Variante gerechnet. 

Mit diesem Vorbehalt hat die Beschwerdeführerin in ihrer Offerte erklärt, 

dass die angebotene technische Lösung auf einer Spannung von 230V ba-

siert und somit die geforderte Spannung der Leistungsschutzschalter nicht 

erfüllt werden kann. Zudem hat sie auch die Preise des eingereichten 

Preisblattes nicht auf der geforderten technischen Lösung, sondern auf ei-

ner 230V Variante berechnet. 

5.7.2 Grundsätzlich muss ein Angebot genau die Leistungen beinhalten, 

welche die Vergabestelle in der Ausschreibung bzw. den Ausschreibungs-

unterlagen verlangt hat. Entsprechend sind im Angebot sämtliche 

B-1589/2025 

Seite 17 

verbindlichen Vorgaben zur Leistung und zur Erfüllung zu übernehmen, 

insbesondere betreffend Art, Menge und Qualität der Leistung, ansonsten 

ist das Angebot ausschreibungswidrig (vgl. KUONEN, a.a.O., Art. 34 Rz. 25).  

Aufgrund dieses Vorbehalts durfte die Vergabestelle im Zeitpunkt der Of-

fertöffnung davon ausgehen, dass die offerierte technische Lösung auf ei-

ner Spannung von 230V basierte und somit nicht der geforderten techni-

schen Mindestanforderung (DC 48V) entsprochen hat. Dieser inhaltliche 

Fehler ist schwerwiegender Art, da er in einem wesentlichen Teil von den 

Vorgaben der Ausschreibung abweicht. Es ist grundsätzlich nicht zulässig, 

ein solches Angebot im Rahmen von Bereinigungen derart anzupassen 

und zu ergänzen, dass die Ausschreibungskonformität nachträglich herge-

stellt wird (GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 465). Da die Erklärung 

der Beschwerdeführerin in Bezug auf die Leistungsschutzschalter klar war, 

bestand für die Vergabestelle auch kein Anlass, der Beschwerdeführerin 

die Möglichkeit einer Bereinigung nach Art. 39 Abs. 2 Bst. b BöB einzuräu-

men. 

5.8 Die Beschwerdeführerin macht im erwähnten Vorbehalt zudem gel-

tend, sie habe die Leistungsschutzschalter als 230V-Variante gerechnet.  

Den Anbieterinnen steht es zwar grundsätzlich frei, zusätzlich zum Angebot 

der in der Ausschreibung beschriebenen Leistung Varianten vorzuschla-

gen. Die Auftraggeberin kann diese Möglichkeit in der Ausschreibung be-

schränken oder ausschliessen (Art. 33 Abs. 1 BöB). Dabei gilt als Variante 

jedes Angebot, mit dem das Ziel der Beschaffung auf andere Art als von 

der Auftraggeberin vorgesehen erreicht werden kann (Art. 33 Abs. 2 BöB).  

Für das vorliegende Verfahren hat die Vergabestelle Varianten ausdrück-

lich nicht zugelassen (vgl. Ziff. 2.8 der Vorankündigung; SIMAP-Meldungs-

nummer 1424863), weshalb sich in diesem Zusammenhang nichts zuguns-

ten der Beschwerdeführerin ableiten lässt.  

5.9 Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, sie sei im Zeitpunkt der 

Angebotseinreichung irrtümlicherweise davon ausgegangen, dass es an-

geblich nicht möglich sei, die Leistungsschutzschalter mit 48V und den an-

gegebenen Charakteristika zu betreiben. Dieser Irrtum der Beschwerde-

führerin sei jedoch im Rahmen des Rückzugs sämtlicher Vorbehalte per 

27. Januar 2025 berichtigt worden. Zudem habe sie zu diesem Zeitpunkt 

auch ausdrücklich bestätigt, dass sämtliche technischen Mindestanforde-

rungen erfüllt würden. Als Beleg dazu reichte sie mit der Beschwerde eine 

B-1589/2025 

Seite 18 

"C.______-Dokumentation" inkl. einer Bestätigung der C._______ vom 

24. Februar 2025 ein. Es sei deshalb überspitzt formalistisch, unverhältnis-

mässig, willkürlich und damit vergaberechtswidrig, dass das Angebot der 

Beschwerdeführerin nicht in die Bewertung miteinbezogen worden sei. 

5.9.1 In der Literatur wird teilweise die Auffassung vertreten, Eignungs-

nachweise, welche erst nach Ablauf der Antragsfrist beigebracht würden, 

dürften als verspätet nicht mehr berücksichtigt werden (vgl. HANS RUDOLF 

TRÜEB, in: Oesch/Weber/Zäch [Hrsg.], Wettbewerbsrecht II, 2011, N. 1 zu 

Art. 19 BöB). Teilweise wird diese Rechtsfolge dagegen lediglich für das 

selektive Verfahren befürwortet, im offenen Verfahren dagegen könne sich 

aus dem Verhältnismässigkeitsprinzip eine Rückfragepflicht der Vergabe-

stelle ergeben. So müsse es mit Blick auf das Wirtschaftlichkeitsgebot wohl 

zulässig sein, eine zum Zeitpunkt der Offerteinreichung gegebene Eignung 

durch das nachträgliche Einreichen von Nachweisen zu belegen. Entspre-

chend habe die Vergabestelle, die ein Fehlen oder Ungenügen von Nach-

weisen feststelle, nachzufragen, bevor sie einen Anbieter mangels Eignung 

ausschliesse (vgl. Urteil des BVGer B-8115/2015 E. 3.8.1 f. mit Hinweisen 

auf Literatur und Judikatur). 

5.9.2 Die Grenze zwischen einer (zulässigen bzw. sogar gebotenen) nach-

träglichen Behebung von unbedeutenden Formmängeln einerseits und ei-

ner (unzulässigen) Nachbesserung wesentlicher inhaltlicher Mängel einer 

Offerte andererseits ist zwar nicht einfach zu ziehen. Zu berücksichtigen ist 

aber, dass die in der Literatur und Rechtsprechung genannten Beispiele, 

in denen die nachträgliche Einreichung von Belegen als zulässig erachtet 

wurde, Fälle betrafen, in denen der zu belegende Sachverhaltsumstand im 

Zeitpunkt der Offerteinreichung bereits bestand (vgl. GALLI/MOSER/

LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 575; BEYELER, a.a.O., S. 94). Die Berücksichti-

gung von für die Anbieterin positiven Tatsachen, die sich erst nach Ablauf 

des Eingabetermins für die Angebote ereignet haben, wird dagegen abge-

lehnt (vgl. Urteil des BVGer B-8115/2015 E. 3.8.2).  

5.9.3 Die Beschwerdeführerin hat mit Einreichung der Offerte den klaren 

Vorbehalt formuliert, es sei gemäss der Aussage des Lieferanten der Si-

cherungen (C._______) nicht möglich, dass die Leistungsschutzschalter 

mit 48V und den angegebenen Charakteristiken betrieben werden könn-

ten. Entsprechend war es für die Vergabestelle im Zeitpunkt der Offertöff-

nung nicht ersichtlich, dass sich die Beschwerdeführerin in diesem Punkt 

geirrt haben könnte.  

B-1589/2025 

Seite 19 

Eine derart explizit deklarierte Abweichung des Angebots von den ausge-

schriebenen zwingenden Anforderungen kann – in Übereinstimmung mit 

den Ausführungen der Vergabestelle – nicht zu einem späteren Zeitpunkt 

mit einem Rückzug eines Vorbehalts geheilt werden, denn die zu erfüllen-

den technischen Mindestanforderungen sind Voraussetzung für eine Be-

wertung der Angebote. Diese müssen zum Zeitpunkt der Angebotseinrei-

chung erfüllt sein (Ziffer 2.8.3 der Ausschreibungsbedingungen). Vorlie-

gend fand die formelle Prüfung der Offerten im Dezember 2024 statt. In 

diesem Rahmen hatte die Vergabestelle zu entscheiden, welche Angebote 

in die Bewertungsphase gelangen sollten.  

Die Beschwerdeführerin hat zwar erst im Rahmen der ersten Bereinigungs-

runde, nämlich am 27. Januar 2025, die in der Offerte geäusserten Vorbe-

halte zurückgezogen. Damit hat die Beschwerdeführerin aber nicht genü-

gend zum Ausdruck gebracht, dass sie sich geirrt hat und ihr Gerät sowohl 

für 48V als auch für 230V spezifiziert war. Vielmehr hat sie bloss den Vor-

behalt zurückgezogen (vgl. auch E-Mailverkehr vom 5. Februar 2025), was 

die Vergabestelle in nachvollziehbarer Weise zur Annahme geführt hat, es 

werde ein neues Fabrikat angeboten. 

5.9.4 Wie die Vergabestelle zu Recht ausführt, mag die Beschwerdeführe-

rin nach Rücksprache mit dem Hersteller nachträglich zur Erkenntnis ge-

langt sein, dass ihr Angebot der geforderten Lösung (DC 48 Volt) entspre-

che; sie hat jedoch den erforderlichen Nachweis aufgrund der vorgebrach-

ten Vorbehalte im massgeblichen Zeitpunkt nicht erbracht.  

Ohnehin wurde die Bestätigung der Herstellerin C._______ erstmals im 

Beschwerdeverfahren als Beilage zur Beschwerde eingereicht. Die An-

frage der Beschwerdeführerin an C._______ betreffend den Einsatz der 

LS-Schalter für 48 Volt erfolgte am 24. Februar 2025 und somit nach der 

Publikation des Zuschlags am 21. Februar 2025. Es wäre der Beschwer-

deführerin ohne weiteres möglich gewesen, die erforderliche technische 

Klärung vor der Abgabe ihres Angebots vorzunehmen und danach aus-

schreibungskonform zu offerieren.  

5.9.5 Die Vergabestelle hat der Beschwerdeführerin zwar mit E-Mail vom 

5. Februar 2025 mitgeteilt, dass betreffend der Mindestanforderung TMA 

3.4.1.3 (Kompatibilität 48V) eine Erklärung hinsichtlich Nichterfüllbarkeit 

vorliege, dass die angebotenen Preise auf einer Variante 230V basieren 

würden und dass sie vom Rückzug der Vorbehalte Kenntnis genommen 

habe. Aus diesem Umstand kann die Beschwerdeführerin jedoch nichts zu 

B-1589/2025 

Seite 20 

ihren Gunsten ableiten, da die Vergabestelle die Beschwerdeführerin we-

der zur Abgabe einer Stellungnahme aufgefordert noch sonstige Zusagen 

gemacht hat.  

Demzufolge durfte die Vergabestelle davon ausgehen, dass die Beschwer-

deführerin die technische Mindestanforderung gemäss TMA 3.4.1.3 "Klem-

menblock XOI, Sicherungsbaugruppenträger/48V DC-Verteiler, C-Schiene 

mit Rangierbügeln und Gitterkanäle sind einzubauen. Der Klemmenblock 

X01 sowie der Sicherungsbaugruppenträger/48V DC-Verteiler sind unter-

einander unter Verwendung der Gitter-Kanäle zu verdrahten. Der Siche-

rungsbaugruppenträger/48V DC-Verteiler wird bei der Bestellung von der 

SBB beigestellt (Anhang A) oder durch die Anbieterin organisiert (Anhang 

B)» (vgl. E. 5.7.3 hiervor) im Zeitpunkt der Angebotsabgabe nicht erfüllt hat.  

5.9.6 Unter den gegebenen Umständen lässt sich der Ausschluss der Be-

schwerdeführerin wegen Nichterfüllung dieses Kriteriums auch nicht als 

überspitzt formalistisch qualifizieren (vgl. Urteile des BVGer B-415/2023 

E. 6.1.6 "Roaming / IMS Plattform 4G" und B-2719/2022 E. 9.3.2 "Sicher-

heits- und Empfangsdienste für die eidg. Ausgleichskasse"). Die Be-

schwerdeführerin hätte vor der Offerteingabe ohne Weiteres die technische 

Abklärung bei der C.______ vornehmen können. 

Zudem zeichnet sich das Vergabeverfahren zum Schutz der Anbieter und 

des Wettbewerbs durch eine besondere Formstrenge aus. Es entspricht 

dem Zweck und Charakter des Submissionsverfahrens, dass sowohl sei-

tens der Offerenten wie auch seitens der Vergabestelle bestimmte Form-

vorschriften eingehalten werden müssen, deren Missachtung den Aus-

schluss der betreffenden Offerte oder die Ungültigkeit des Vergabeverfah-

rens nach sich ziehen kann. Die Regeln sollen die Transparenz und die 

Gleichbehandlung der Anbieter sicherstellen, die Missbrauchsgefahr ein-

dämmen und die Justitiabilität eines Vergabeentscheids fördern (vgl. Urteil 

des BVGer B-6261/2020 vom 18. Mai 2021 E. 5.3 m.H. "Autobahntunnel 

Kerenzerberg - Signalisation").  

5.10 Als Zwischenfazit lässt sich festhalten, dass die Vergabestelle davon 

ausgehen durfte, das Angebot der Beschwerdeführerin habe im Zeitpunkt 

der Offertöffnung zumindest ein Musskriterium bzw. eine zwingende Min-

destanforderung nicht erfüllt. Entsprechend durfte die Vergabestelle das 

Angebot der Beschwerdeführerin aus dem Vergabeverfahren ausschlies-

sen (vgl. Urteil des BVGer B-2431/2020 vom 7. September 2020 E. 2.3 

m.H. "Co-Location ZEM PLUS"). An dieser Betrachtungsweise würde sich 

B-1589/2025 

Seite 21 

im vorliegenden Fall auch nichts ändern, wenn die Nachreichung des 

Nachweises oder der Rückzug der Vorbehalte bzw. die Spannung betref-

fend die Leistungsschutzschalter (230V oder 48V) gar keine Auswirkungen 

auf das Preis-Leistungsverhältnis der Offerte haben sollten.   

Auch der Einwand der Beschwerdeführerin, sie gehe davon aus, dass die 

Zuschlagsempfängerin dieselben Leistungsschutzschalter angeboten 

habe wie sie, ist unbehelflich. Denn die Vergabestelle hatte – wie sie selber 

ausführt – keinerlei Anhaltspunkte, an den unmissverständlichen Erklärun-

gen zum Inhalt (230V-Anwendung) und zur Preisgestaltung des Angebots 

der Beschwerdegegnerin zu zweifeln. 

6.  

Gemäss Art. 57 Abs. 2 BöB ist der Beschwerdeführerin auf Gesuch hin 

Einsicht in die Bewertung ihres Angebots und in weitere entscheidrelevante 

Verfahrensakten zu gewähren, soweit nicht überwiegende öffentliche oder 

private Interessen entgegenstehen. 

6.1 Für die Frage, welche Verfahrensakten als entscheidrelevant zu quali-

fizieren sind, kann die Praxis zum alten Recht herangezogen werden (Ur-

teile des BVGer B-1929/2022 vom 19. Dezember 2022 E.12.1.1. "Weiter-

entwicklung Waffenplatz" und B-2719/2022 E. 10.1.1 "Sicherheits- und 

Empfangsdienste für die eidg. Ausgleichskasse", je m.H.; vgl. MICHA BÜH-

LER, Handkommentar, Art. 57 N. 18). So erwog das Bundesverwaltungsge-

richt etwa, bei der Prüfung der Rechtmässigkeit eines Ausschlusses wegen 

unvollständiger Offerte unterlägen diejenigen Akten, welche nur für die Be-

wertung der Angebote im Rahmen des Zuschlags relevant seien, keiner 

Akteneinsicht (Zwischenentscheid des BVGer B-1774/2006 vom 13. März 

2007, auszugsweise publiziert als BVGE 2007/13, nicht veröffentlichte 

E. 7.2 "Überwachungsmandat Durchmesserlinie"). 

6.2 Auch zur Frage, welche Vergabeakten aufgrund entgegenstehender, 

überwiegender privater oder öffentlicher Interessen von der Akteneinsicht 

auszunehmen sind, kann auf die ständige Rechtsprechung zum alten BöB 

verwiesen werden (vgl. BÜHLER, Art. 57 N. 25). In Submissionsbeschwer-

deverfahren besteht ohne Zustimmung der Betroffenen insbesondere kein 

allgemeiner Anspruch auf Einsichtnahme in Konkurrenzofferten, denn das 

in anderen Bereichen übliche Akteneinsichtsrecht hat gegenüber dem In-

teresse der Anbieter an der vertraulichen Behandlung ihrer Geschäftsge-

heimnisse sowie des in den Offertunterlagen zum Ausdruck kommenden 

unternehmerischen Know-hows zurückzutreten (BGE 139 II 489 E. 3.3 

B-1589/2025 

Seite 22 

"Prozesssteuerungen und Leitsystem"; Urteile des BVGer B-415/2023 

E. 9.3.2 "Roaming / IMS Plattform 4G", B-1929/2022 E. 12.1.2 "Weiterent-

wicklung Waffenplatz", B-2719/2022 E. 10.1.2 "Sicherheits- und Emp-

fangsdienste für die eidg. Ausgleichskasse" und B-4704/2021 E. 7.1 

"S-Bahn-Triebzüge", je m.H.). 

6.3 Ob das Angebot der Beschwerdeführerin den Vorgaben der Ausschrei-

bung sowie der Ausschreibungsunterlagen entspricht, ist primär allein auf-

grund derselben zu prüfen. Über diese Akten verfügte die Beschwerdefüh-

rerin bereits. Abgesehen davon wurde ihrem Einsichtsgesuch mit Verfü-

gung vom 10. April 2025 partiell schon entsprochen. Eine Einsichtnahme 

in Konkurrenzofferten wäre sodann insbesondere wegen überwiegender 

privater Interessen anderer Anbieter abzulehnen (vgl. BGE 139 II 489 

E. 3.3 "Mehreignung"; Urteil des BVGer B-1929/2022 E. 12.2.3 m.H. "Wei-

terentwicklung Waffenplatz"). 

6.4 Das Gesuch der Beschwerdeführerin um weitergehende Akteneinsicht 

bzw. Aktenedition ist deshalb abzuweisen, soweit es durch bereits ge-

währte Akteneinsicht nicht ohnehin gegenstandslos geworden ist. 

7.  

Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde abzuweisen ist. 

8.  

Die prozessualen Rechtsbegehren auf "Aussetzung oder Sistierung der 

Zuschlagswirkung" bzw. auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung wer-

den mit diesem Endentscheid gegenstandslos. Dispositiv-Ziff. 5 der Zwi-

schenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 10. März 2025, mit 

welcher dem Begehren um Erteilung der aufschiebenden Wirkung super-

provisorisch entsprochen wurde, fällt deshalb dahin. 

9.  

9.1 Weil die Beschwerdeführerin unterliegt, hat sie die Verfahrenskosten 

zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG: Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar 

2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-

gericht [VGKE, SR 173.320.2]). Die Gerichtsgebühr bestimmt sich nach 

Umfang und Schwierigkeit der Streitsache, Art der Prozessführung und fi-

nanzieller Lage der Parteien (Art. 63 Abs. 4bis VwVG; Art. 2 Abs. 1 VGKE). 

Für Streitigkeiten mit Vermögensinteresse legt Art. 4 VGKE den Gebühren-

rahmen aufgrund des Streitwertes fest. Im vorliegenden Fall werden die 

Verfahrenskosten auf Fr. 8'000.- festgesetzt. 

B-1589/2025 

Seite 23 

9.2 Der anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerin ist keine Parteientschä-

digung zuzusprechen (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG). Die unter das BöB fal-

lende Vergabestelle hat keinen Anspruch auf Parteientschädigung (Art. 7 

Abs. 3 VGKE). 

Demnach verfügt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 8’000.– werden der Beschwerdeführerin auf-

erlegt. Dieser Betrag wird dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher 

Höhe entnommen. 

3.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, die Vergabestelle und die 

Beschwerdegegnerin. 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Christian Winiger Thomas Reidy 

 

  

B-1589/2025 

Seite 24 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen gemäss 

Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG gegeben sind. Die Frist ist gewahrt, wenn 

die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht 

eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer 

schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung überge-

ben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift ist in einer 

Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit An-

gabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene 

Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende 

Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

Versand: 30. September 2025 

 

  

B-1589/2025 

Seite 25 

Zustellung erfolgt an: 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) 

– die Vergabestelle (SIMAP-Projekt-ID #4737-01; 

Gerichtsurkunde) 

– die Beschwerdegegnerin (Gerichtsurkunde)