# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** eaed195e-12c7-5230-963f-2faa1eb27758
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-12-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.12.2010 C-4335/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-4335-2010_2010-12-02.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-4335/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 .  D e z e m b e r  2 0 1 0

Richter Michael Peterli (Vorsitz), 
Richter Stefan Mesmer, 
Richterin Franziska Schneider, 
Gerichtsschreiberin Sandra Tibis.

X._______, Spanien,
vertreten durch Rechtsanwalt 
lic. iur. Abelardo Vazquez Conde, 
avenida La Habana, 9-1°, ES-32003 Ourense,
Beschwerdeführerin,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 
1211 Genf 2,
Vorinstanz.

IV (Rente).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-4335/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass die IV-Stelle für Versicherte im Ausland (nachfolgend: IVSTA) mit 
Verfügung vom 29. April 2010 das Leistungsbegehren von X._______ 
abgewiesen hat;

dass  X._______  (nachfolgend:  Beschwerdeführerin),  vertreten  durch 
Rechtsanwalt  Abelardo  Vazquez  Conde,  gegen  die  Verfügung  vom 
29. April  2010  mit  Eingabe  vom  11. Juni  2010  Beschwerde  beim 
Bundesverwaltungsgericht erhoben hat;

dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 31 des Verwaltungs-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) in Verbindung 
mit  Art. 69 Abs. 1 lit. b  des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die  Invalidenversicherung  (IVG,  SR 831.20)  zur  Beurteilung  von Be-
schwerden gegen Verfügungen von Vorinstanzen gemäss Art.  33 VGG 
zuständig ist;

dass die IVSTA eine Vorinstanz gemäss Art. 33 lit. d VGG ist und vor-
liegend keine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vorliegt;

dass  die  Beschwerdeführerin  im  Sinne  von  Art. 59  des  Bundesge-
setzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialver-
sicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) beschwerdelegitimiert ist;

dass  die  Beschwerde  im  Übrigen  frist-  und  formgerecht  eingereicht 
(Art. 60  ATSG  und  Art. 52  VwVG)  und  der  einverlangte  Kostenvor-
schuss fristgerecht geleistet wurde und somit auf die Beschwerde ein-
zutreten ist;

dass  die  IVSTA mit  Vernehmlassung  vom 15. November  2010  unter 
Hinweis auf die medizinische Stellungnahme von Dr. med. A._______, 
Spezialarzt  für  Innere  Medizin,  vom  2. November  2010  (act. 70) 
beantragt  hat,  die  Beschwerde  sei  dahingehend  gutzuheissen,  dass 
die  Verfügung  aufzuheben  und  die  Angelegenheit  zur  weiteren 
Abklärung im Sinne der Stellungnahme an die IVSTA zurückzuweisen 
sei;

dass Dr. med. A._______ in seiner Stellungnahme ausführte, gestützt 
auf  die vorhandenen medizinischen Unterlagen könne nicht  beurteilt 
werden,  inwiefern  die  Beschwerdeführerin  aufgrund somatischer  Be-

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C-4335/2010

schwerden (inbesondere Folgen des Bandscheibenvorfalls) und inwie-
fern sie aufgrund psychischer Ursachen in ihrer Arbeitsfähigkeit einge-
schränkt  sei,  zumal  namentlich  die  psychiatrischen  Einschätzungen 
von verschiedenen Ärtzen sehr unterschiedlich ausgefallen seien;

dass  Dr. med. A._______  ferner  ausführte,  dass  somit  der 
Gesundheitszustand  der  Beschwerdeführerin  nicht  rechtsgenüglich 
festgestellt  werden  könne  und  eine  Beurteilung  der 
Beschwerdeführerin durch einen Psychiater und einen Rheumatologen 
in der Schweiz angezeigt sei;

dass  auch  die  Beschwerdeführerin  in  ihrer  Beschwerde  bereits  die 
mangelnde Sachverhaltsabklärung durch die Vorinstanz rügte und ins-
besondere  beantragte,  es  sei  (eventuell  in  der  Schweiz)  eine  fach-
orthopädische  und  neurologische  Untersuchung  durchzuführen  und 
anschliessend neu zu verfügen;

dass sich auch aus den Akten ergibt, dass der Sachverhalt durch die  
IVSTA  –  in  Übereinstimmung  mit  den  Feststellungen  von  Dr. med. 
A._______ – nur ungenügend abgeklärt worden ist;

dass Art. 49 lit. b VwVG die unvollständige Feststellung des rechtser-
heblichen Sachverhalts ausdrücklich als Beschwerdegrund nennt;

dass die Beschwerde daher in dem Sinn gutzuheissen ist, dass die an-
gefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache gestützt auf Art. 61 
Abs. 1  VwVG zur  Neubeurteilung  an  die  IVSTA zurückzuweisen  ist, 
verbunden mit  der Anweisung, den Sachverhalt  durch psychiatrische 
und rheumatologische Abklärungen in der Schweiz zu ergänzen und 
anschliessend in der Sache neu zu verfügen;

dass  keine  Verfahrenskosten  zu  erheben  sind  (Art. 63  Abs. 1  und 2 
VwVG) und der Beschwerdeführerin der geleistete Kostenvorschuss in 
der Höhe von Fr. 414.-- nach Eintritt der Rechtskraft auf ein von ihr an-
zugebendes Konto zurückzuerstatten ist;

dass  der  obsiegenden  Beschwerdeführerin,  welche  anwaltlich  ver-
treten war, zu Lasten der IVSTA eine Parteientschädigung in der Höhe 
von  Fr. 1'200.--  zuzusprechen  ist  (Art. 7 ff. des  Reglements  vom 
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die  Beschwerde  wird  in  dem  Sinn  gutgeheissen,  dass  die  ange-
fochtene Verfügung vom 29. April 2010 aufgehoben und die Sache zur 
ergänzenden Abklärung und Neubeurteilung im Sinne der  Erwägun-
gen an die Vorinstanz zurückgewiesen wird.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der geleistete Kostenvor-
schuss in der Höhe von Fr. 414.-- wird der Beschwerdeführerin nach 
Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet.

3.
Der Beschwerdeführerin wird zu Lasten der Vorinstanz eine Parteient-
schädigung in der Höhe von Fr. 1'200.-- zugesprochen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die  Beschwerdeführerin  (Einschreiben  mit  Rückschein;  Formular 
Zahladresse  sowie  Stellungnahme  der  IVSTA vom  15. November 
2010 inkl. act. 70)

- die Vorinstanz (Ref-Nr. ...)
- das Bundesamt für Sozialversicherungen

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Michael Peterli Sandra Tibis

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern,  Beschwerde  in 
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Vor-
aussetzungen gemäss den Art. 82 ff.,  90 ff. und 100 des Bundesge-
richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. 
Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene 
Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer 
in Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

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