# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 55952055-792e-529c-aa89-fe32ca0008cc
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-11-28
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 28.11.2016 470 16 213
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_470-16-213_2016-11-28.pdf

## Full Text

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Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 

28. November 2016 (470 16 213) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Strafprozessrecht 
 
 
Verfahrenseinstellung 

 

 
Besetzung Präsident Dieter Eglin, Richter Peter Tobler (Ref.), Richterin Susan-

ne Afheldt; Gerichtsschreiberin i.V. Lorena Steiner 
 

Parteien A.____,  
vertreten durch Rechtsanwalt Daniel Altermatt, Neuarleshei-
merstrasse 15, Postfach 435, 4143 Dornach,  
Beschwerdeführer 

  
gegen 
 

 Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung Strafbefeh-
le (SB), Rheinstrasse 12, 4410 Liestal,  
Beschwerdegegnerin 
 
B.____,  
vertreten durch Advokat Christoph Rudin, Falknerstrasse 36, Post-
fach 186, 4001 Basel,  
Beschuldigter 
 

Gegenstand Verfahrenseinstellung 

Beschwerde gegen die Einstellungsverfügung der Staatsanwalt-
schaft Basel-Landschaft vom 30. August 2016 

 

 

 

 

 

 
 
 

 
 
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A. Mit Verfügung vom 30. August 2016 stellte die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, 
Hauptabteilung Strafbefehle, das Verfahren gegen B.____ wegen fahrlässiger schwerer Kör-
perverletzung in Anwendung von Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO ein (Ziffer 1). Die Zivilklage wurde 
auf den Zivilweg verwiesen (Ziffer 2). Die Verfahrenskosten wurden auf die Staatskasse ge-
nommen (Ziffer 3) und dem Beschuldigten wurde gemäss Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO eine Ent-
schädigung von CHF 9'885.60 zugesprochen. 
 
B. Gegen diese Einstellungsverfügung reichte A.____, vertreten durch Rechtsanwalt Da-
niel Altermatt, am 12. September 2016 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, 
Abteilung Strafrecht, ein. Er beantragte, es sei die Einstellungsverfügung der Staatsanwalt-
schaft vom 30. August 2016 aufzuheben und es sei die Staatsanwaltschaft anzuweisen, das 
Verfahren fortzusetzen. Weiter sei dem Beschwerdeführer für das vorliegende Beschwerdever-
fahren die unentgeltliche Rechtspflege mit Rechtsanwalt Daniel Altermatt als unentgeltlichem 
Rechtsbeistand zu gewähren, alles unter o/e-Kostenfolge zu Lasten des Kantons Basel-
Landschaft, eventualiter zu Lasten des Beschuldigten. 
 
C. Mit Stellungnahme vom 23. September 2016 beantragte die Staatsanwaltschaft, es sei 
die Beschwerde abzuweisen und die Kosten des Verfahrens der beschwerdeführenden Partei 
aufzuerlegen.  
 
D. B.____, vertreten durch Advokat Christoph Rudin, beantragte mit Eingabe vom 
26. September 2015 (recte: 2016) die Abweisung der Beschwerde. 
 
Auf die Begründung der jeweiligen Eingaben wird, soweit erforderlich, im Rahmen der Erwä-
gungen eingegangen.  
 
 
Erwägungen 

 

1. Gemäss Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO ist die Beschwerde zulässig gegen die Verfügungen 
und Verfahrenshandlungen von Polizei, Staatsanwaltschaft und Übertretungsstrafbehörden. 
Art. 322 Abs. 2 StPO sieht zudem die Anfechtungsmöglichkeit gegen Einstellungsverfügungen 
innert 10 Tagen bei der Beschwerdeinstanz ausdrücklich vor. Mit der Beschwerde können laut 
Art. 393 Abs. 2 StPO Rechtsverletzungen, falsche Feststellungen des Sachverhalts sowie Un-
angemessenheit gerügt werden. Da mit der Beschwerde alle Mängel des angefochtenen Ent-
scheids geltend gemacht werden können, verfügt die Rechtsmittel-instanz über volle Kognition 
(PATRICK GUIDON, Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 393 N 15). Die Beschwerde ge-
gen schriftlich oder mündlich eröffnete Entscheide ist innert 10 Tagen schriftlich und begründet 
bei der Beschwerdeinstanz einzureichen (Art. 396 Abs. 1 StPO). Den Umfang der Begründung 
regelt Art. 385 Abs. 1 StPO. Zur Ergreifung der Beschwerde legitimiert ist jede Partei, die ein 
rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des Entscheids hat (vgl. 

 
 
 

 
 
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Art. 382 Abs. 1 StPO). Als Parteien bezeichnet Art. 104 Abs. 1 StPO die beschuldigte Person, 
die Privatklägerschaft und die Staatsanwaltschaft. Die Beschwerdeinstanz beurteilt unter ande-
rem Beschwerden gegen Verfahrenshandlungen und gegen nicht der Berufung unterliegende 
Entscheide der Staatsanwaltschaft (vgl. Art. 20 Abs. 1 lit. b StPO).  
 
Die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft vom 30. August 2016 stellt ein taugliches 
Anfechtungsobjekt dar. Da aus den vorliegenden Unterlagen nicht ersichtlich ist, zu welchem 
Zeitpunkt die Einstellungsverfügung vom 30. August 2016 dem Beschwerdeführer zugestellt 
wurde, gilt die Beschwerde mit Postaufgabe vom 12. September 2016 als rechtzeitig erfolgt 
(Art. 396 Abs. 1 StPO). Indem der Beschwerdeführer am 19. April 2013 bei der Polizei Basel-
Landschaft, Stützpunkt Liestal, einen Strafantrag stellte, hat er sich als Privatkläger konstituiert. 
Er hat somit ein rechtlich geschütztes Interesse bezüglich der Frage, ob die angefochtene Ein-
stellungsverfügung zu Recht erfolgte und ist folglich zur Beschwerde legitimiert. Die Zuständig-
keit der Dreierkammer des Kantonsgerichts, Abteilung Strafrecht, als Beschwerdeinstanz zur 
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde ergibt sich aus Art. 20 Abs. 1 lit. b StPO sowie 
§ 15 Abs. 2 EG StPO. Die formellen Voraussetzungen sind damit erfüllt, sodass auf die Be-
schwerde eingetreten werden kann. 

2.1 Im vorliegenden Fall stützt die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft ihre Einstellungs-
verfügung vom 30. August 2016 auf Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO. Dazu führt sie aus, A.____, ein 
Angestellter der C.____ AG in Liestal, habe am 17. April 2013 im dritten Stockwerk den Aufzug 
angefordert, daraufhin die Flügeltüre geöffnet und sei bei eingeschaltetem Servicelicht ins Lee-
re getreten und sogleich vier Meter auf das Dach des Aufzugskorbs, welcher sich im ersten 
Stockwerk befunden habe, in die Tiefe gestürzt. Dabei habe sich A.____ eine Kieferfraktur 
(links), ein leichtes Schädelhirntrauma, eine Rissquetschwunde oberhalb der linken Augenhöhle 
und am Kinn, Prellungen an beiden Händen sowie eine Handgelenksverrenkung zugezogen. 
Gemäss dem ambulanten Bericht des Universitätsspitals Basel vom 2. Mai 2016 habe er immer 
noch starke Schmerzen im linken Handgelenk und sei im Alltag stark eingeschränkt.  
 
Den Tatbestand der fahrlässigen schweren Körperverletzung gemäss Art. 125 Abs. 2 StGB 
durch Unterlassen erfülle, wer den Erfolg durch eine Verletzung einer Sorgfaltspflicht verursacht 
habe. Zu prüfen sei, ob der Sturz von A.____ bei pflichtgemässem Verhalten des Beschuldigten 
mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bzw. mit einem hohen Grad der Wahrschein-
lichkeit ausgeblieben wäre. Aufgrund der Aussagen des Geschädigten, dass es am 17. April 
2013 keine sichtbaren Probleme mit dem Aufzug gegeben habe und zudem nichts Diesbezügli-
ches kommuniziert worden sei, habe es für den Beschuldigten keinen Anlass gegeben, speziel-
le und in seiner Verantwortung liegende Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Gemäss SUVA-
Unfallrapport vom 23. Mai 2013 sowie der Stellungnahme der SUVA vom 26. Januar 2016 sei 
die erwähnte Überbrückung, welche von D.____ vorgenommen worden sei, ursächlich für die 
Dysfunktion des Aufzuges gewesen, was für den Beschuldigten nicht vorhersehbar gewesen 
sei, zumal er kein Aufzugsfachmann sei. Dazu komme, dass sich der Beschuldigte auch auf die 

 
 
 

 
 
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korrekte Behebung von Störungen durch die E.____ AG als Spezialistin habe verlassen dürfen, 
weshalb er auch nicht damit habe rechnen müssen, dass die erwähnte Überbrückung eine Dys-
funktion habe herbeiführen können, zumal ihm seitens der E.____ AG versichert worden sei, 
dass eine Überbrückung für das Funktionieren des Aufzugs notwendig sei.  
 
2.2 Mit Beschwerde vom 12. September 2016 bringt der Beschwerdeführer vor, es sei die 
Einstellungsverfügung vom 30. August 2016 aufzuheben. Dazu führt er im Wesentlichen aus, 
der Beschuldigte habe davon Kenntnis gehabt, dass der Aufzug seit langem immer wieder 
Probleme verursacht und nicht funktioniert habe. Insbesondere habe er gewusst, dass der Lift-
monteur am 27. März 2013 eine Überbrückung vorgenommen habe. Die SUVA habe festge-
stellt, dass die Überwachung der Schliessstellung der Türverriegelungsbolzen überbrückt ge-
wesen sei. Diese Überbrückung sei am 27. März 2013 erfolgt und vom Betriebsleiter sogar 
schriftlich im Störungsprotokoll vermerkt worden. Sodann sei festzustellen, dass es sich ge-
mäss Schreiben der SUVA vom 24. April 2013 um einen Lastenaufzug gehandelt habe, womit 
die Mitarbeiter diesen Aufzug nicht hätten benutzen dürfen. Dem Beschuldigten sei diesbezüg-
lich vorzuwerfen, den Angestellten keine entsprechende Weisung erteilt zu haben. Die Staats-
anwaltschaft sei der Meinung, dass eine solche Weisung den Unfall nicht verhindert hätte, da 
der Lift auch zum Beladen hätte betreten werden müssen. Dem sei jedoch entgegenzuhalten, 
dass sich der Unfall nicht zu einem Zeitpunkt ereignet habe, als der Privatkläger den Lift habe 
beladen wollen. Er habe die Türen einzig zu dem Zweck geöffnet, um mit dem Lift hinunter fah-
ren zu können. Gemäss Art. 3 Abs. 1 der Verordnung vom 19. Dezember 1983 über die Verhü-
tung von Unfällen und Berufskrankheiten (Verordnung über die Unfallverhütung, VUV, 
SR 832.30) müsse der Arbeitgeber zur Wahrung und Verbesserung der Arbeitssicherheit alle 
Anordnungen erteilen und alle Schutzmassnahmen treffen, die den Vorschriften dieser Verord-
nung und den für seinen Betrieb zusätzlich geltenden Vorschriften über die Arbeitssicherheit 
sowie im Übrigen den anerkennten sicherheitstechnischen und arbeitsmedizinischen Regeln 
entsprechen würden. Da der Beschuldigte Kenntnis davon gehabt habe, dass am 27. März 
2013 eine Überbrückung am Aufzug vorgenommen worden sei, habe er in eklatanter Weise 
gegen die Bestimmungen der VUV verstossen und damit seine Sorgfaltspflichten verletzt. Als 
Betriebsleiter würde ihm die Erfüllung der Pflichten, welche die VUV für den Arbeitgeber statuie-
re, obliegen. So wäre es bei deren Beachtung durch den Beschuldigten nicht zum Unfallereignis 
gekommen. Daher habe der Beschuldigte die Verletzungen des Privatklägers adäquat kausal 
verursacht, womit das Strafverfahren gegen ihn nicht einzustellen bzw. die Staatsanwaltschaft 
anzuweisen sei, das Verfahren gegen den Beschuldigten fortzuführen. Zudem beantragt der 
Beschwerdeführer die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und führt aus, der Privat-
kläger sei infolge des Unfalls bis heute 100% arbeitsunfähig und somit nicht in der Lage, für die 
Kosten des vorliegenden Verfahrens aufzukommen.  
 
2.3 Mit Stellungnahme vom 23. September 2016 beantragt die Staatsanwaltschaft Basel-
Landschaft die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde sowie die Auferlegung der Verfah-
renskosten an die beschwerdeführende Partei. Zur Begründung wird im Wesentlichen auf die 

 
 
 

 
 
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Begründung in der Einstellungsverfügung vom 30. August 2016 verwiesen. Jedenfalls sei die 
für den Sturz des Geschädigten ursächliche Überbrückung nicht am 27. März 2013, sondern 
am 3. April 2013 von D.____ von der E.____ AG ausgeführt worden und gemäss Unfallrapport 
und der Stellungnahme der SUVA ursächlich für die beschriebene Dysfunktion. Zudem sei der 
tatbestandsmässige Erfolg, also der Sturz, nicht dadurch vermeidbar gewesen, wenn der Be-
triebsleiter Warnhinweise vor dem Aufzug aufgestellt oder sonstige Sicherheitsvorkehrungen 
getroffen hätte, da der Aufzug auch für den Transport der schweren Eisengussprodukte hätte 
betreten werden müssen, weshalb dem Betriebsleiter der tatbestandsmässige Erfolg nicht zu-
gerechnet werden könne. Was den Vorwurf, der Betriebsleiter habe gegen die Verordnung über 
die Unfallverhütung verstossen, anbelangt, sei anzumerken, dass der Aufzug gemäss den Aus-
sagen des Beschwerdeführers am Unfalltag, d.h. vor dem Sturz und in den Wochen davor, 
funktioniert habe und er nichts über etwaige Probleme gewusst habe. Am Tag des Unfalls habe 
es keine Hinweise gegeben, dass der Aufzug nicht hätte benutzt werden dürfen. Auch sei sei-
tens des Betriebsleiters nichts hinsichtlich einer allfälligen Störung kommuniziert worden. Des-
wegen könne dem Betriebsleiter nicht vorgeworfen werden, er habe gegen die VUV verstossen, 
zumal es keine Veranlassung gegeben habe, spezielle Sicherheitsvorkehrungen hinsichtlich der 
Benützung des Aufzuges zu treffen.  
 
2.4 Mit Stellungnahme vom 26. September 2015 (recte: 2016) beantragt B.____, vertreten 
durch Advokat Christoph Rudin, die Abweisung der Beschwerde. Dazu führt er im Wesentlichen 
aus, der Beschuldigte habe im Zeitpunkt vor dem Unfall keine Kenntnis von der Überbrückung 
der Überwachung der Türschliessung gehabt. Zudem sei nachgewiesen, dass sich der Be-
schuldigte nach Beendigung der Reparaturarbeiten explizit beim Monteur nach der Betriebssi-
cherheit erkundigt habe, wobei ihm der Monteur bestätigt habe, dass keinerlei Gefahren oder 
Sicherheitslücken bestehen würden. Auf diese Aussagen habe sich der Beschuldigte verlassen 
dürfen, womit es für ihn keinen Anlass gegeben habe, die Benutzung des Liftes zu verbieten. 
 
3. Gemäss Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO verfügt die Staatsanwaltschaft die vollständige 
oder teilweise Einstellung des Verfahrens, wenn kein Tatverdacht erhärtet ist, der eine Anklage 
rechtfertigt. Da die Staatsanwaltschaft als Untersuchungsbehörde nicht dazu berufen ist, über 
Recht oder Unrecht zu richten, darf sie nicht allzu rasch und gestützt auf eigene Bedenken zu 
einer Einstellung schreiten (NIKLAUS SCHMID, Handbuch des Schweizerischen Strafprozess-
rechts, 2. Auflage 2013, N 1251; BGer 1B_46/2011 vom 1. Juni 2011 E. 4). Der Entscheid über 
die Einstellung eines Verfahrens hat sich nach dem Grundsatz "in dubio pro duriore" zu richten, 
was bedeutet, dass eine Einstellung durch die Staatsanwaltschaft grundsätzlich nur bei klarer 
Straflosigkeit bzw. offensichtlich fehlenden Prozessvoraussetzungen angeordnet werden darf. 
Hingegen ist, sofern die Erledigung mit einem Strafbefehl nicht in Frage kommt, Anklage zu 
erheben, wenn eine Verurteilung wahrscheinlicher erscheint als ein Freispruch. Ist ein Frei-
spruch gleich wahrscheinlich wie eine Verurteilung, drängt sich in der Regel, insbesondere bei 
schweren Delikten, eine Anklageerhebung auf (BGE 138 IV 186 E. 4.1, 138 IV 86 E. 4.1; je mit 
Hinweisen). Bei zweifelhafter Beweis- bzw. Rechtslage hat nicht die Staatsanwaltschaft über 

 
 
 

 
 
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die Stichhaltigkeit des strafrechtlichen Vorwurfs zu entscheiden, sondern das zur materiellen 
Beurteilung zuständige Gericht. Der Grundsatz, dass im Zweifel nicht eingestellt werden darf, ist 
auch bei der Überprüfung von Einstellungsverfügungen zu beachten (BGE 138 IV 86 E. 4.1.1 S. 
91, mit Hinweis). In der Lehre werden teilweise noch höhere Anforderungen an die Einstellung 
eines Verfahrens gestellt: So soll eine Einstellung nur dann erfolgen, wenn aufgrund objektiver 
Kriterien von vornherein feststehe, dass jedes andere Ergebnis als ein Freispruch ausgeschlos-
sen erscheine, d.h. wenn kein vernünftiger Zweifel daran bestehe, dass das Sachgericht von 
der Unschuld des Beschuldigten überzeugt sei oder zumindest derartige Zweifel an dessen 
Schuld haben werde, dass eine Verurteilung ausgeschlossen erscheine (NIKLAUS OBERHOLZER, 
Grundsätze des Strafprozessrechts, 3. Auflage 2012, N 1396). Andere Autoren postulieren, die 
Staatsanwaltschaft habe einzig einzustellen, wenn nach der gesamten Aktenlage ein Freispruch 
zu erwarten sei und eine gerichtliche Hauptverhandlung als eigentliche Ressourcenverschwen-
dung resp. aufgrund des absehbaren Freispruchs als Zumutung für den Beschuldigten erschei-
nen müsste (ROLF GRÄDEL/MATTHIAS HEINIGER, Basler Kommentar StPO, 2. Auflage 2014, 
Art. 319 N 8). Die skizzierten strengen Grundsätze bei der Einstellung gelten umso mehr, wenn 
es um schwere Straftaten geht (BGer 1B_646/2012 vom 3. Juli 2013 E. 4.1).  

4. Zu prüfen ist somit, ob die Einstellung des Verfahrens zu Recht erfolgt ist, respektive 
ob ein Tatverdacht erhärtet ist, der eine Anklage rechtfertigen würde. Bei den fahrlässigen Er-
folgsdelikten besteht das verbotene Verhalten in der fahrlässigen Verursachung des strafrecht-
lich relevanten Erfolges. Die Kausalität ist dort gegeben, wo der Täter die Gefahr geschaffen 
oder gesteigert hat, die in den Erfolg umgeschlagen ist. Dies wird nicht nur unter dem Gesichts-
punkt der natürlichen, sondern auch der adäquaten Kausalität geprüft. Dabei bemisst sich die 
dem Einzelnen obliegende Vorsicht nach seinen persönlichen Verhältnissen (GÜNTER 
STRATENWERTH, Schweizerisches Strafrecht, Allgemeiner Teil I, 4. Auflage, Bern 2011, § 16 N 7 
ff.). Der Täter muss überdies in der Lage sein, die Gefährdung und die Eingriffsmöglichkeit vor-
herzusehen bzw. zu erkennen und natürlich auch, die gebotene Handlung vorzunehmen (vgl. 
BGE 122 IV 148 f.).  

Infolge technischer Probleme mit dem Aufzug in der C.____ AG wurde am 3. April 2013 der 
Pikettdienst gerufen. Daraufhin kamen der Servicemonteur D.____ und der Hilfsmonteur F.____ 
der Firma E.____ AG, um den Aufzug wieder in Betrieb zu setzen. Da der obere Notendschalter 
nicht vorhanden war, hat sich D.____ gemäss eigenen Aussagen dafür entschieden, eine 
Überbrückung vorzunehmen. Anstatt lediglich eine Überbrückung zwischen den Klemmen 26 
und 27 zu erstellen, muss gemäss Musterschaltbild davon ausgegangen werden, dass D.____ 
eine Überbrückung zwischen den Klemmen 26 und 29 vorgenommen hat. Dies hat dazu ge-
führt, dass die Schachttüre, die Fahrkorbtürschalter und die Sperrmittelkontakte überbrückt wa-
ren und der Sicherheitskreis folglich offen war. Gemäss Unfallrapport der SUVA vom 23. Mai 
2013 sowie der Stellungnahme der SUVA vom 26. Januar 2016 war der Grund, weshalb sich 
die Flügeltüren des Aufzuges im dritten Stockwerk öffnen liessen, obwohl sich der Lift im ersten 
Stockwerk befand, die Überbrückung der Überwachung der Schliessstellung der Türverriege-
lungsbolzen gemäss Musterschaltbild. Aus dem Schreiben der SUVA vom 18. Dezember 2013 

 
 
 

 
 
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sowie der E-Mail vom 24. April 2013 von G.____ geht hervor, dass die elektronische Überwa-
chung des Schliessmechanismus am 23. April 2013 wieder aktiviert wurde, weswegen erstellt 
ist, dass die entsprechende Überbrückung zum Unfallzeitpunkt vorhanden war. Es ist richtig, 
dass der Beschuldigte davon Kenntnis hatte, dass der Aufzug seit Langem immer wieder Prob-
leme verursacht hat. Deswegen hat er am 3. April 2013 auch den Pikettdienst der dafür spezia-
lisierten Firma E.____ AG aufgeboten. Dass der Beschuldigte gewusst hat, dass der Liftmon-
teur eine Überbrückung vorgenommen hatte, ist ebenfalls zutreffend. Jedoch war dem Beschul-
digten nicht bekannt, dass die Überbrückung zwischen den Klemmen 26 und 29 vorgenommen 
wurde, womit die Schachttüre, die Fahrkorbtürschalter und die Sperrmittelkontakte überbrückt 
waren. Er hat ausdrücklich nachgefragt, ob die Sicherheitsanforderungen durch die Überbrü-
ckung gewährleistet seien, was der Liftmonteur explizit bejaht hat. Diesen Aussagen des Auf-
zugfachmannes durfte und musste der Beschuldigte vertrauen. Im Übrigen war D.____ selbst 
der Meinung, die Überbrückung zwischen den Klemmen 26 und 27 vorgenommen zu haben, 
womit der Beschuldigte auch deswegen keine Veranlassung hatte, davon auszugehen, dass 
etwas nicht funktionieren könnte (vgl. die Einvernahme mit D.____ vom 7. April 2014, S. 7). Von 
der hohen Gefährdung bei der Benutzung des Lastenaufzuges wusste der Beschuldigte somit 
nichts, womit es ihm auch nicht möglich war, seine Mitarbeiter darüber zu informieren. Ein Hin-
weis an die Mitarbeiter, der Aufzug dürfe nur für Warentransporte benutzt werden, hätte den 
Sturz – wie die Staatsanwaltschaft zutreffend vorbringt – überdies ohnehin nicht vermeiden 
können, zumal der Aufzug auch beim Beladen der Waren von den Mitarbeitern zwingend betre-
ten worden wäre. Was den Vorwurf des Beschwerdeführers, der Beschuldigte habe gegen die 
Verordnung über die Unfallverhütung (VUV) verstossen, anbelangt, so ist darauf hinzuweisen, 
dass selbst gemäss den Aussagen des Beschwerdeführers vom 9. September 2014 der Aufzug 
am Unfalltag, also am 17. April 2013, einwandfrei funktioniert hat. Er führt diesbezüglich aus, es 
sei zwar in der Vergangenheit auch schon ein Defektschild vor dem Aufzug gestanden, am Tag 
des Unfalls sei jedoch kein Hinweis vorhanden gewesen, der die Benutzung des Aufzuges un-
tersagt hätte. Der Beschuldigte hatte den Mitarbeitern auch nichts über eine Störung des Liftes 
mitgeteilt. Da der Beschuldigte als Betriebsleiter – wie bereits erläutert – von einer Gefährdung 
bei der Benutzung des Aufzuges nichts wusste und auch nichts wissen konnte und da er davon 
ausgehen durfte, dass die Störung des Aufzuges von den Aufzugfachpersonen der E.____ AG 
am 3. April 2013 lege artis behoben wurde, kann ihm nicht vorgeworfen werden, er habe gegen 
die VUV verstossen. Es gab deswegen keinen Grund für den Beschuldigten, spezifische An-
ordnungen zu erteilen und Schutzmassnahmen zu treffen, geschweige denn dafür zu sorgen, 
dass solche Schutzmassnahmen in ihrer Wirksamkeit nicht beeinträchtigt werden. Auch gab es 
keine Veranlassung, die Mitarbeiter über eine Gefährdung bzw. eine Störung zu informieren, da 
dem Beschuldigten nach der Reparatur schlichtweg keine solchen bekannt war. Schliesslich hat 
der Beschuldigte auch Art. 24 VUV nicht verletzt, zumal die Benutzung des Aufzuges bei be-
stimmungsgemässer Verwendung und Beachtung der gebotenen Sorgfalt die Sicherheit und die 
Gesundheit der Arbeitnehmer nicht gefährdet hat. So hat der Beschuldigte bei Störungen in der 
Vergangenheit immer die nötigen Vorkehrungen getroffen. Er hat denn auch ausdrücklich beim 
Aufzugfachmann, D.____, nachgefragt, ob die Sicherheit nach erfolgter Überbrückung nach wie 

 
 
 

 
 
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vor gegeben sei, worauf ihm dies ausdrücklich bestätigt wurde, weshalb keine Verletzung nach 
Art. 28 Abs. 4 VUV vorliegt. Da für den Beschuldigten die Gefährdung der Rechtsgüter seiner 
Mitarbeiter nicht voraussehbar war und er auf den Spezialisten der E.____ AG vertrauen durfte, 
kann ihm keine unfallkausale Sorgfaltsverletzung vorgeworfen werden.  

5. Demzufolge hat die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft das Strafverfahren wegen 
fahrlässiger schwerer Körperverletzung gemäss Art. 125 Abs. 2 StGB zu Recht gestützt auf Art. 
319 Abs. 1 lit. a StPO eingestellt. Die Beschwerde ist in Bestätigung der angefochtenen Einstel-
lungsverfügung der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft vom 30. August 2016 vollumfänglich 
abzuweisen. 

6.1 Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelverfah-
rens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Entsprechend dem Ausgang des vor-
liegenden Verfahrens werden die Verfahrenskosten des Kantonsgerichts in der Höhe von 
CHF 1‘100.00, bestehend aus einer Gerichtsgebühr von CHF 1‘000.00 (§ 13 Abs. 1 GebT) so-
wie Auslagen von CHF 100.00, dem Beschwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung des in 
diesem Zusammenhang gestellten Gesuchs des Beschwerdeführers um Gewährung der unent-
geltlichen Rechtspflege gehen die Verfahrenskosten zu Lasten des Staates. Dem Rechtsbei-
stand des Beschwerdeführers ist überdies eine Parteientschädigung in der Höhe von 
CHF 800.00 (inklusive Auslagen) zuzüglich 8% Mehrwertsteuer im Betrag von CHF 64.00, somit 
total CHF 864.00, aus der Gerichtskasse zu entrichten.  

6.2 Da der Rechtsvertreter des Beschuldigten B.____ in seiner Stellungnahme vom 
26. September 2015 (recte: 2016) auf einen Kostenantrag verzichtete, erübrigt sich die Zuspre-
chung einer Parteientschädigung. 

 

Demnach wird erkannt: 

 
://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 
 
 2. Das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege 

wird präsidialiter bewilligt. 
 

 3. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens in der Höhe von 
CHF 1‘100.00, beinhaltend eine Gebühr von CHF 1‘000.00 sowie 
Auslagen von CHF 100.00, gehen zu Lasten des Staates.  

 
 4. Der Rechtsbeistand des Beschwerdeführers, Rechtsanwalt Daniel 

Altermatt, wird für seine Bemühungen im Beschwerdeverfahren mit 
Fr. 800.00 (inklusive Auslagen) zuzüglich 8% Mehrwertsteuer im 

 
 
 

 
 
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Betrag von CHF 64.00, somit total CHF 864.00, aus der Gerichtskas-
se entschädigt. 
 

 5. Dieser Beschluss wird den Parteien schriftlich eröffnet. 
 

 
Präsident 
 
 
 
Dieter Eglin 

Gerichtsschreiberin i.V.  
 
 
 
Lorena Steiner