# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ac11ee06-b20c-5b8f-8186-271556e36ad2
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-09-02
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 4. Kammer 02.09.2014 A 2014 18
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_004_A-2014-18_2014-09-02.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT
DES KANTONS GRAUBÜNDEN

A 14 18

4. Kammer 

bestehend aus

Vizepräsident Priuli als Vorsitzender, Verwaltungsrichter Stecher 

und Präsident Meisser, Aktuar Gross

URTEIL
vom 2. September 2014

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____,
Beschwerdeführer

gegen 

Steuerverwaltung des Kantons Graubünden, 

Beschwerdegegnerin 1

Gemeinde O.1._____, 

Beschwerdegegnerin 2

und 

Eidg. Steuerverwaltung, 
Beschwerdegegnerin 3

betreffend Kantons-, Gemeinde- und direkte Bundessteuer

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1. Ausgangspunkt bilden die beiden früheren Urteile des Verwaltungsge-

richts des Kantons Graubünden VGU A 10 1 (Steuerjahr 2004) und A 12 

9 (Steuerjahr 2006), welche den gleichen Beschwerdeführer sowie eine 

ähnliche Thematik, aber für vorangehende Steuerjahre, betreffen. Vorlie-

gend geht es um die Kantons-, Gemeinde- und direkte Bundessteuer 

2008, die am 5. September 2013 auf Grund eines steuerbaren Einkom-

mens von Fr. 195'900.-- bzw. Fr. 202'900.-- (DBSt) und eines steuerbaren 

Vermögens von Fr. 235'400.-- mit einer Kantonssteuer von Fr. 19'396.--, 

einer Gemeindesteuer von Fr. 23'672.-- und einer direkten Bundessteuer 

von Fr. 14'670.95 veranlagt wurden. Insbesondere wurde dabei unter Ziff. 
24.5 der geltend gemachte Abzug (Fr. 56'000.-- bzw. Fr. 24'400.-- DBSt) 

nicht zugelassen, da keine finanzielle Beteiligung am Unterhalt der Kinder 

trotz Vereinbarung vom 3. Mai 2013 und E-Mail vom 11. August 2013 

nachgewiesen worden sei. Die am 2. Oktober 2013 dagegen erhobene 

Einsprache wurde nach der Gewährung des beantragten Vortritts mit Ent-
scheid vom 3. März 2014 in anderen Punkten teilweise gutgeheissen. Be-

züglich geltend gemachte Kinderabzüge wurden auf Grund der nun vor-

liegenden Zahlungsnachweise bei den Kantons- und Gemeindesteuern 

unter Ziff. 24.5 Fr. 28'000.-- (4 Mal die Hälfte des Maximalbetrages pro 

Kind in auswärtiger Ausbildung von im Jahr 2008 Fr. 14'000.--) und bei 

der direkten Bundessteuer unter Ziff. 24.6 (Abzug für unterstützungsbe-

dürftige Personen) Fr. 24'400.-- als abzugsberechtigt zugelassen. Dies al-

les ergab für das Jahr 2008 neu eine Kantonssteuer von Fr. 15'969.--, ei-

ne Gemeindesteuer von Fr. 19'559.--  und eine direkte Bundessteuer von 

Fr. 10'658.15. 

2. Dagegen erhob A._____ am 27. März 2014 Beschwerde an das Verwal-
tungsgericht mit demselben Antrag, wie in der ursprünglichen Steuerer-

klärung geltend gemacht, nämlich auf Zulassung des vollen Abzuges für 

seine Kinder in Ausbildung mit Aufenthalt am auswärtigen Ausbildungsort 

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von Fr. 56'000.-- bzw. Fr. 24'400.-- (DBSt). Mit Urteil vom Bezirksgericht 

O.2._____ vom 29. August 2009 sei er allein verpflichtet worden, den zu 

bezahlenden Unterhalt an seine drei Töchter rückwirkend ab 1. Juni bzw. 

1. August 2007 von Fr. 1'400.-- auf Fr. 1'750.-- pro Monat bis zum Ab-

schluss ihres Studiums (Pharmazie bzw. Medizin) im Sommer 2010 bzw. 

Sommer 2011 zu erhöhen. Die Mutter der Kinder sei darin explizit zu kei-

nerlei Leistungen verpflichtet worden. Diese hohen Unterhaltszahlungen 

hätten ihm, zusammen mit den Alimenten an seine Ex-Frau, grosse finan-

zielle Probleme bereitet. Zudem habe er Anfang 2009 seine Anstellung 

verloren, was seine erwähnte Situation noch verschärft habe. Eine Re-

duktion der zu zahlenden Leistungen sei ihm deswegen gerichtlich aber 

nie gewährt worden. Seine drei Töchter hätten sich damit eine für studen-

tische Verhältnisse sehr grosszügige Wohnung in einer Stadt leisten kön-

nen, welche oft durch seine Ex-Ehefrau als attraktiven Aufenthaltsort als 

Alternative verwendet worden sei. Es sei somit stossend, die Hälfte des 

Abzuges der erwähnten Unterhaltszahlungen der Töchter seiner Ex-

Ehefrau zu gewähren, welche damit sogar zu einem faktischen steuerli-

chen Gewinn komme. Im Rahmen des ihm gewährten Vortritts, leider oh-

ne Protokoll, sei ihm bei Nachweis seiner finanziellen Zahlungen auch der 

alleinige ganze steuerliche Abzug versprochen worden, was jedoch nun 

nicht eingehalten werde. Falls nötig könne er auch das  definitive Schei-

dungsurteil vom 6. Juli 2012 dem Gericht zukommen lassen.

3. In ihrer Vernehmlassung beantragte die kantonale Steuerverwaltung be-

züglich direkter Bundessteuer 2008 Abweisung der Beschwerde, soweit 

darauf eingetreten werden könne, bezüglich Kantons- und Gemeinde-

steuern 2008 die Abweisung der Beschwerde. Bezüglich direkter Bundes-

steuer seien im Rahmen des angefochtenen Einspracheentscheids dem 

Beschwerdeführer für seine vier Töchter die Kinderabzüge verwehrt, je-

doch die Unterstützungsabzüge gemäss Art. 213 lit. a und b DBG (in der 

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für das Jahr 2008 gültigen Fassung) im gleichen Betrag von Fr. 6'100.-- 

pro Kind bzw. 24'400.-- im Gesamtbetrag gewährt worden, sodass er 

diesbezüglich gar nicht beschwert sei, zumal er in seiner Beschwerde 

ausdrücklich Antrag auf Anerkennung genau dieses Betrages stelle. Des-

halb sei auf die Beschwerde diesbezüglich nicht einzutreten. Materiell lie-

ge auch hier die Lage wie bei den Kantons- und Gemeindesteuern. Für 

Letztere massgebend sei Art. 38 Abs. 1 lit. d StG, wonach für volljährige 

Kinder in Ausbildung ein maximaler Betrag von Fr. 14'000.-- pro Kind ge-

währt werde. Der Beschwerdeführer habe mit Belegen nachgewiesen, 

dass er im Jahr 2008 Fr. 58'231.-- an Unterhaltsbeiträgen für seine voll-

jährigen vier Töchter in auswärtiger Ausbildung (Studium, 3 in O.4._____ 

und 1 in O.5._____) bezahlt habe. Am jeweiligen Ort des Studiums seien 

sie als Wochenaufenthalterinnen gemeldet gewesen, während ihr 

primäres Steuerdomizil bis 31. Januar 2008 in O.3._____ bei der Mutter 

verblieben sei. Somit liege aber die Vermutung nahe, dass die Mutter 

auch zum Unterhalt der Kinder beigetragen habe; denn es müssten nicht 

nur die Geldzahlungen, sondern auch die geldwerten Naturalleistungen 

und die unmittelbare Betreuung der Kinder im gemeinsamen Haushalt 

berücksichtigt werden. Immerhin habe deren Mutter im Jahr 2008 ein 

steuerbares Reineinkommen von Fr. 72'700.-- versteuert. Im Rahmen des 

Vortritts vom 3. Mai 2013 sei es vorab darum gegangen, die damals noch 

hängige Einsprache betreffend die Steuerperiode 2007 zu erledigen. Es 

sei jedoch auch die Steuerperiode 2008 zur Sprache gebracht worden mit 

der Auflage, dass der Steuerpflichtige den Nachweis zu erbringen habe, 

dass er nach wie vor Unterhaltszahlungen leiste, und dementsprechend 

den Sozialabzug (teilweise) in Anspruch nehmen könne. Von einer Ge-

währung des ganzen Kinderabzuges stehe im beigelegten Protokoll aber 

nichts. Die Berufung auf den Vertrauensschutz sei im vorliegenden Fall 

somit nicht gerechtfertigt und werde allgemein aus Gründen der Gleich-

behandlung aller Steuerpflichtigen im Steuerrecht nur restriktiv gewährt. 

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Schliesslich habe der Steuerpflichtige auch keine diesbezüglichen Dispo-

sitionen getroffen, welche auf die Steuerperiode 2008 zurückwirkten. Zu-

sammenfassend könne festgehalten werden, dass der Kinderabzug bei 

der Kantonssteuer 2008 gestützt auf Art. 38 Abs. 1 lit. h StG zu Recht je-

dem Elternteil zur Hälfte gewährt worden sei.

4. In seiner Replik führte der Beschwerdeführer noch aus, es treffe zu, dass 

die verlangte Aufteilung der direkten Bundessteuer keine Rolle spiele, da 

der Kinderabzug und der Unterstützungsabzug identisch seien. Er beste-

he weiterhin darauf, dass der gesamte Kinderabzug von Fr. 56'000.-- ihm 

zugesprochen werde. Die kantonale Steuerverwaltung führe in ihrer Ver-

nehmlassung zwar aus, dass die vier Kinder zweifellos von der Mutter 

beherbergt und betreut würden. Dies sei aber weder belegt noch konkret 

überprüft worden. Die schöne Wohnung in O.4._____, die Briefe von zwei 

der vier Töchtern an die Mutter vom 12. März 2007 über ihren Abstand 

zur Scheidungsangelegenheit, die Bankbelege der Einkünfte in O.4._____ 

und der Nebeneinkünfte verschiedener Töchter sowie ihre Pflichtpraktika 

inklusive Wahlstudienjahr während der Semesterferien würden auf jeden 

Fall belegen, dass sie sich kaum in O.3._____ bei der Mutter aufgehalten 

hätten. Somit habe die Mutter aber keinen nennenswerten Betreuungs-

aufwand geleistet. Im Rahmen des gewährten Vortritts vom 3. Mai 2013 

habe ihm die kantonale Steuerverwaltung eigentlich einen Deal vorge-

schlagen: Wenn er seine anderweitige Beschwerde (recte Einsprache) 

zurückziehe sowie den Nachweis für die Zahlungen erbringe, dann würde 

ihm der volle Kinderabzug gewährt. Dies sei keine Fehlinformation, son-

dern ein trügerischer Deal gewesen, wobei dort alle Veranlagungsjahre 

bis 2009 besprochen worden seien. Die Verantwortung für den Veranla-

gungsverzug von sechs Jahren liege nur bei der kantonalen Steuerver-

waltung.

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5. In ihrer Duplik ergänzte die kantonale Steuerverwaltung noch, dass die 

Ausführungen des Beschwerdeführers nichts an der Tatsache ändern 

könnten, dass die vier Töchter während ihres Studiums im Jahr 2008 am 

jeweiligen Ort ihres Studiums als Wochenaufenthalterinnen gemeldet ge-

wesen seien, während ihr primäres Steuerdomizil sich bis mindestens 

Ende 2008 in O.3._____ bei der Mutter befunden habe, welche somit 

auch ihre Töchter beherbergt und betreut habe. Eine Zusage, er könne 

bei entsprechendem Beweis die gesamten Kinderabzüge geltend ma-

chen, sei ihm beim Parteivortritt vom 3. Mai 2013 nicht gemacht worden.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt ist hier der (Einsprache-) Entscheid vom 3. März 2014, 

worin die Beschwerdegegnerin Unterstützungsbeitrage (Kinderabzüge) 

für die Steuerperiode 2008 für die vier Töchter (damals auswärts als Wo-

chenaufenthalterinnen in Ausbildung befindend) des getrennt von seiner 

Ehefrau lebenden Beschwerdeführers im Umfang von Fr. 24‘400.-- (Direk-

te Bundessteuer) bzw. Fr. 28‘000.-- (Kantons- und Gemeindesteuer) ge-

währte. Mit diesen Steuerabzügen konnte sich der Beschwerdeführer 

nicht einverstanden erklären; namentlich bei der Kantons- und Gemein-

desteuer verlangte er den vollen Kinderabzug von Fr. 56‘000.-- zu seinen 

Gunsten und keine hälftige Aufteilung derselben auf seine Ehefrau und 

ihn (jeweils Steuerabzug von Fr. 28‘000.-- pro Elternteil gewährt worden). 

Strittig und zu klären ist vorliegend demnach, ob die Beschwerdegegnerin 

zu Recht eine Aufteilung der abzugsfähigen Unterhaltsbeiträge (Kinder-

abzüge) vornahm oder ob der Beschwerdeführer berechtigt gewesen wä-

re, diese ungekürzt in der geltend gemachten Höhe in seiner Steuerer-

klärung vom Einkommen für das Steuerjahr 2008 abzuziehen. 

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2. In formeller Hinsicht gilt es vorab festzuhalten, dass in Bezug auf die strit-

tige Abzugsmöglichkeit bei der direkten Bundessteuer (DBG; SR 642.11) 

dem Beschwerdeführer im Rahmen des angefochtenen Steuerentscheids 

der geltend gemachte Gesamt(höchst)betrag von Fr. 24‘400.-- (vgl. Steu-

ererklärung Ziff. 24.6 – Abzug für unterstützungsbedürfte Personen) be-

reits von der Beschwerdegegnerin gewährt wurde; wenn auch begrifflich 

unter einem anderen Rechtstitel als verlangt (sog. „Unterstützungs- an-

statt Kinderabzug“). Mangels ziffernmässiger Beschwer bzw. nachteiliger 

Betroffenheit gemäss Art. 50 des Gesetzes über die Verwaltungsrechts-

pflege (VRG; BR 370.100) kann in diesem Rügepunkt somit aber zum 

vornherein gar nicht auf die Beschwerde eingetreten werden. Ein solcher 

Nichteintretensentscheid bezüglich der Abzugshöhe bei der direkten Bun-

dessteuer 2008 rechtfertigt sich hier umso mehr, als der Beschwerdefüh-

rer in der Replik noch selbst einräumte, dass der von ihm in der Einspra-

che beantragte Kinderabzug sowie der im angefochtenen Entscheid effek-

tiv gewährte Unterstützungsbeitrag von insgesamt Fr. 24‘400.-- (nämlich 4 

x Fr. 6‘100.-- pro Tochter mit Aufenthalt an auswärtigem Ausbildungsort) 

nun identisch seien. Auf die Beschwerde bezüglich direkter Bundessteuer 

tritt das Gericht daher nicht ein.

3. a) Ausgangspunkt für die Beurteilung der zulässigen Abzugshöhe bezüglich 

der Kantons- und Gemeindesteuer 2008 bilden die Vorschriften im Steu-

ergesetz für den Kanton Graubünden (StG; BR 720.000), welche in Art. 

38 Abs. 1 lit. d (Kinderabzüge) und in Art. 38 Abs. 1 lit. h StG (Unterstüt-

zungsabzug) zur Einkommensbesteuerung von natürlichen Personen ex-

plizit „Sozialabzüge“ vorsehen, sowie das aufschlussreiche und aussage-

kräftige Urteil des Bezirksgerichts O.2._____ vom 27. August 2009 betref-

fend Forderung auf Mündigenunterhalt (E.7 S. 55/56). Die genannten Ge-

setzestexte und Urteilspassagen lauten wie folgt:

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Art. 38 Abs. 1 lit. d StG – Kinderabzüge (vom Reineinkommen)

1Fr. 5‘000.-- für jedes Kind im Vorschulalter, dessen finanziellen Unterhalt 
der Steuerpflichtige zur Hauptsache bestreitet.
2Fr. 8‘000.-- für ältere minderjährige Kinder sowie Kinder in schulischer 
oder beruflicher Ausbildung, deren finanziellen Unterhalt der Steuerpflich-
tige zur Hauptsache bestreitet.
3Der Abzug erhöht sich auf Fr. 14‘000.--, wenn sich das Kind während der 
Woche am Ausbildungsort aufhält.

Art. 38 Abs. 1 lit. h StG – Unterstützungsabzug (vom Reineinkommen)

Bei getrennt besteuerten Pflichtigen mit gemeinsamer elterlicher Sorge 
oder mit volljährigen Kindern in Ausbildung wird der Kinderabzug jedem 
Elternteil zur Hälfte gewährt, wenn beide Elternteile an den finanziellen 
Unterhalt beitragen. […].  

Auszug aus Bezirksgerichtsurteil E. 7 S. 55/56 (Beilage 2 des Be-
schwerdeführers)

„Die Ehefrau erwirtschaftet kein Eigeneinkommen, zumal keines, das sie 
mittels einer entlöhnten ausserhäuslichen Arbeitstätigkeit lösen würde. 
Demnach kann die Mutter der Klägerinnen nicht dazu verpflichtet werden, 
den Klägerinnen einen Barunterhaltsbetrag zu bezahlen. Immerhin aber 
gewährt die Mutter den Klägerinnen während den Wochenenden und der 
Semesterferien unentgeltlich die gesamte Naturalpflege. Obwohl, wie 
dargetan, die Eltern ihre Schuld gegenüber dem unterhaltsbedürftigen 
mündigen Kind normalerweise in Form von Geldleistungen tilgen, ist es 
nicht ausgeschlossen, ausnahmsweise hiervon abzurücken. Solches er-
scheint namentlich in Fällen wie dem vorliegenden angezeigt, wo die an-
spruchsberechtigte Person während eines doch nicht unerheblichen Zeit-
raums (Wochenenden und Semesterferien) die mütterlichen Dienste in 
Sachen Verpflegung, Unterkunft, Wäschebesorgung etc. in Anspruch 
nimmt.“

Im Lichte dieser Vorgaben gilt es hiernach die aufgeworfene Rechtsfrage 

bezüglich korrekter Steuerveranlagung (Abzugshöhe) zu klären.

b) Hinsichtlich der umstrittenen Kantons- und Gemeindesteuer 2008 ist das 

streitberufene Verwaltungsgericht zur Überzeugung gelangt, dass hier der 

Art. 38 Abs. 1 lit. d Ziff. 3 StG zur Anwendung kommt, wonach ein Kinder-

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abzug von Fr. 14‘000.-- pro Tochter statthaft ist. Nachdem alle vier Töch-

ter des Beschwerdeführers (geb. 1984, 1985, 1988 und 1989) einerseits 

schon volljährig sind und anderseits auswärts eine Hochschulausbildung 

(drei Töchter an der Universität O.4._____ und eine Tochter an der ETH 

O.5._____) absolvierten, muss dem per 1. Januar 2008 neu eingeführten 

und seither eben auf Fr. 14‘000.-- pro Kind festgelegten Kinderabzug volle 

Gültigkeit zukommen (vgl. dazu Botschaft der Regierung an den Grossen 

Rat Heft Nr. 10/2006-2007 S. 1168 und S. 1190). Richtig ist zudem, dass 

der Beschwerdeführer im Rahmen des Einspracheverfahrens entspre-

chende Zahlungen für die vier Töchter während des Jahres 2008 von total 

Fr. 58‘231.-- nachweisen konnte, womit die grundsätzliche Abzugsberech-

tigung vom Reineinkommen sowohl ziffernmässig vorliegt als auch von 

der Beschwerdegegnerin an sich schon anerkannt wurde. Bis zuletzt un-

eins sind sich die Parteien aber bei der Frage der Aufteilung der Abzugs-

beträge gestützt auf Art. 38 Abs. 1 lit. h StG geblieben, da der Beschwer-

deführer der Meinung ist, seine von ihm gerichtlich getrennt lebende Ehe-

frau habe nichts an die finanzielle Unterstützung der vier gemeinsamen 

Töchter beigesteuert und sie sei deshalb auch nicht legitimiert, die Hälfte 

der geleisteten Kinderabzüge (anrechenbar Fr. 28‘000.--) bei ihrer Steu-

ererklärung geltend zu machen. Vielmehr sei der volle Kinderabzug von 

Fr. 56‘000.-- gemäss Steuerdeklaration ihm alleine zu gewähren. In der 

erwähnten Botschaft der Regierung zu Art. 38 Abs. 1 lit. h StG wird dazu 

festgehalten: „Wird das Kind volljährig, können die Alimentenzahlungen 

nicht mehr in Abzug gebracht werden; das sehen Art. 9 Abs. 2 lit. c StG 

und Art. 36 lit. c StG zwingend vor. In diesen Fällen tragen in der Regel 

beide Elternteile an den Unterhalt des Kindes bei, weshalb auch hier je 

ein halber Kinderabzug zu gewähren ist“ (a.a.O. S. 1192; vgl. zudem Pro-

tokoll der Eröffnungssitzung des Grossen Rates vom 16. Oktober 2006, 

S. 429-433). Im Grundsatz gilt somit die hälftige Aufteilung; es sei denn 

lediglich der eine Elternteil trage zum finanziellen Unterhalt bei, was der 

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Beschwerdeführer anhand seiner erheblichen Zahlungen von Fr. 58‘231.-- 

hier gerade verständlicherweise behauptet. Der Beschwerdeführer über-

sieht dabei indessen, dass es dabei noch weitere Aspekte zu berücksich-

tigen gilt. Die Beschwerdegegnerin verweist denn auch zu Recht auf die 

Tatsache, dass die vier gemeinsamen Töchter bis Ende 2008 an den 

Studienorten (O.4._____ und O.5._____) nur als Wochenaufenthalterin-

nen gemeldet waren und sich ihr Hauptsteuerdomizil damals bei ihrer 

Mutter in O.3._____ /GR befunden habe, was sicherlich zutrifft. Hinzu 

kommt die unmissverständliche Formulierung im Urteil des zivilrechtlich 

zuständigen Bezirksgerichts O.2._____ vom 27. August 2009 (siehe oben 

Auszug E.7 S. 55/56), mit welchem der Beschwerdeführer ab dem 1. Juni 

2007 bzw. ab dem 1. August 2007 zur Bezahlung höherer Unterhaltsbei-

träge (statt „nur“ Fr. 1'400.-- neu Fr. 1‘750.--) pro Monat an drei seiner vier 

Töchter – wegen seines damals hohen jährlichen Einkommens von brutto 

Fr. 316‘448.-- (vgl. Steuererklärung Ziff. 1.1, S. 2, Formular 1a) - verpflich-

tet wurde. Dem zitierten Zivilurteil ist dabei klar zu entnehmen, dass die 

kein eigenes Einkommen erwirtschaftende Ehefrau des Beschwerdefüh-

rers aber über einen längeren Zeitraum (ganze Studienzeit der Töchter) 

jeweils an den Wochenenden und in den Semesterferien die „gesamte 

Naturalpflege“ (Kost & Logis; Wasch- und Betreuungsaufgaben usw.) er-

bracht hat und damit durchaus ebenfalls erhebliche materielle bzw. geld-

werte Leistungen für ihre unter der Woche auswärts in O.4._____ bzw. in 

O.5._____ studierenden Töchter (Tertiär-/Hochschulausbildung) getätigt 

hat. An dieser einleuchtenden und nachvollziehbaren Beurteilung des er-

wähnten Bezirksgerichts über das Fehlen eigentlicher Barzahlungen an 

die Töchter - dafür jedoch das (gleichwertige) Erbringen anderweitiger 

Leistungen durch die Ehefrau des Beschwerdeführers bzw. der Mutter der 

vier unterstützungsbedürftigen Töchter - gibt es vorliegend auch steuer-

rechtlich nichts auszusetzen (vgl. PRAXISFESTLEGUNG, Steuerverwaltung 

Graubünden, Sozialabzüge, Ziff. 2 Kinderabzug S. 4 zur Unterhaltsbe-

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streitung, Stand 1. März 2013), zumal Art. 38 Abs. 1 lit. h StG als Normal-

fall doch ausdrücklich die hälftige Aufteilung der insgesamt geleisteten 

Barzahlungen zwischen getrennt lebenden Eheleuten vorschreibt. Die 

Anwendung und Umsetzung des steuerrechtlichen Aufteilungsmodells 

erweist sich daher auch hier bezüglich der pekuniär nachgewiesenen Ab-

zugsbeiträge – verteilt auf beide Elternteile – im Ergebnis als gerechtfer-

tigt und angemessen. Daran ändert selbst die Darstellung des Beschwer-

deführers nichts, wonach ihm anlässlich des Parteivortritts bei der Be-

schwerdegegnerin am 3. Mai 2013 gegenteilige Zusicherungen gemacht 

worden seien bzw. ihm die Berücksichtigung des vollen Kinderabzugs 

über Fr. 56‘000.-- versprochen worden sei. Abgesehen davon, dass die 

Beschwerdegegnerin den Wahrheitsgehalt dieser Behauptung in ihrer 

Duplik noch bestritt, ist dem dazu erstellten (internen) Protokoll über den 

betreffenden Parteivortritt viel eher die grundsätzliche als die ganze und 

alleinige Abzugsberechtigung beim konkreten Zahlungsnachweis von Fr. 

58‘231.-- zu entnehmen. Von einer verbindlichen Zusicherung der alleini-

gen Abzugsberechtigung für den Beschwerdeführer kann angesichts die-

ses Protokolls jedenfalls keine Rede sein. Die hälftige Aufteilung der ge-

währten Abzüge zu Gunsten des Beschwerdeführers (Fr. 28‘000.--) sowie 

seiner Ehefrau (erbrachte Naturalleistungen im Wert von Fr. 28‘000.--) 

sind steuerlich daher rechtens.

4. a) Der angefochtene (Einsprache-) Entscheid vom 3. März 2014 ist folglich 

in jeder Beziehung für das Steuerjahr 2008 rechtmässig und vertretbar, 

was zu seiner Bestätigung und zur Abweisung der dagegen erhobenen 

Beschwerde vom 27. März 2014 führt (betreffend Kantons- und Gemein-

desteuer 2008), soweit darauf überhaupt eingetreten werden kann (betref-

fend direkte Bundessteuer 2008; siehe dazu E.2, hiervor). 

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b) Sollte sich die Einkommen- und Vermögensituation beim Beschwerdefüh-

rer, bei der Mutter (der vier gemeinsamen Kinder) oder eben bei den vier 

mittlerweile selber allesamt erwachsenen Töchtern des Beschwerdefüh-

rers seit 2009 aber erheblich verändert haben, dürfte eine erneute Beur-

teilung der Steuerfaktoren (ab 2009) unerlässlich werden, wobei der Be-

schwerdeführer in diesem Fall aber noch hieb- und stichfeste Beweise für 

die Behauptung der zweckentfremdeten Verwendung der von ihm geleis-

teten Unterstützungsbeiträge (an die Mutter/Töchter) zu liefern hätte.

c) Bei diesem Ausgang des Steuerstreitverfahrens sind die Gerichtskosten 

gestützt auf Art. 73 Abs. 1 VRG dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Der 
Beschwerdegegnerin steht nach Art. 78 Abs. 2 VRG demgegenüber keine 

aussergerichtliche Entschädigung zu, da sie lediglich in ihrem amtlichen 

Wirkungskreis obsiegte.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 1'500.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 324.--

zusammen Fr. 1'824.--

gehen zulasten von A._____ und sind innert 30 Tagen seit Zustellung die-

ses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, 

zu bezahlen.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

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4. [Mitteilungen]

Dagegen Weiterzug an Bundesgericht noch hängig.