# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 37ab378e-b634-58b7-a1f7-cf372fea76c1
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-04-12
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 12.04.2016 SK 2015 336
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2015-336_2016-04-12.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 15 336-338

Hochschulstrasse 17
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 635 48 15
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 12. April 2016

Besetzung Oberrichter Guéra (Präsident i.V.), 
Oberrichter Weber, Oberrichter Vicari
Gerichtsschreiberin Suter

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstras-
se 10, Postfach 6250, 3001 Bern

Gegenstand gewerbsmässiger Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedens-
bruch, Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz, 
Raufhandel etc. sowie Widerrufsverfahren

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Kollegialgericht) vom 13. August 2015 (PEN 15 423)

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Inhaltsverzeichnis

I. Formelles..........................................................................................................................3
1. Erstinstanzliches Urteil ..............................................................................................3
2. Berufung....................................................................................................................4
3. Beweisergänzungen..................................................................................................5
4. Anträge der Parteien .................................................................................................5
5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer ..................................................8

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung ................................................................................11
6. Vorbemerkungen.....................................................................................................11
7. Phase 1 (Ziff. III. 8.1. des angefochtenen Urteils) ...................................................12

7.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift......................................................................12
7.2 Beweismittel ...................................................................................................12
7.3 Beweiswürdigung und erwiesener Sachverhalt .............................................12

8. Phase 4 (Ziff. III. 7. des angefochtenen Urteils) ......................................................13
8.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift......................................................................13
8.2 Beweismittel ...................................................................................................14
8.3 Beweiswürdigung und erwiesener Sachverhalt .............................................14

III. Rechtliche Würdigung ....................................................................................................15
9. Rechtliche Grundlagen............................................................................................15
10. Phase 1 (Ziff. III. 8.1. des angefochtenen Urteils) ...................................................15
11. Phase 4 (Ziff. III. 7. des angefochtenen Urteils) ......................................................16

IV.Strafzumessung .............................................................................................................17
12. Überprüfung durch die Kammer ..............................................................................17
13. Konkretes Vorgehen und Strafrahmen....................................................................17
14. Einsatzstrafe: mehrfacher gewerbsmässiger Diebstahl, begangen 2013 ...............18

14.1 Objektive Tatkomponenten ............................................................................18
14.2 Subjektive Tatkomponenten...........................................................................19
14.3 Fazit Tatkomponenten / Einsatzstrafe............................................................20

15. Asperation aufgrund der weiteren Schuldsprüche ..................................................20
15.1 mehrfacher gewerbsmässiger Diebstahl, begangen 2014.............................20
15.2 Mehrfache Sachbeschädigung.......................................................................20
15.3 Mehrfacher Hausfriedensbruch......................................................................21
15.4 Raufhandel.....................................................................................................21
15.5 Mehrfache Fälschung von Ausweisen ...........................................................22
15.6 mehrfache Widerhandlung gegen das Ausländergesetz ...............................22
15.7 Mehrfache grobe Verkehrsregelverletzung....................................................22
15.8 Fazit Asperation .............................................................................................23

16. Täterkomponenten ..................................................................................................23
17. Strafmass ................................................................................................................26

V. Kosten und Entschädigung ............................................................................................26
18. Verfahrenskosten ....................................................................................................26
19. Entschädigung der amtlichen Verteidigung.............................................................27

VI.Verfügungen...................................................................................................................28
VII. Dispositiv ...................................................................................................................29

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I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil
Mit Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland (Kollegialgericht) vom 13. August 
2015 wurde das Strafverfahren gegen A.________ wegen Drohung, angeblich be-
gangen am 24. April 2013 in Egerkingen SO mangels gültigen Strafantrags einge-
stellt, ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfah-
renskosten (pag. 900, Ziff. I. des angefochtenen Urteils).

A.________ wurde freigesprochen von den Anschuldigungen des Diebstahls, der 
Sachbeschädigung und des Hausfriedensbruchs, angeblich begangen am 29. März 
2013, evtl. 30. oder 31. März 2013 in Niederdorf BL zum Nachteil von C.________, 
ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrens-
kosten (pag. 900, Ziff. II. des angefochtenen Urteils).

Hingegen wurde A.________ (nachfolgend: Beschuldigter) des mehrfachen ge-
werbsmässigen Diebstahls, der mehrfachen Sachbeschädigung, des mehrfachen 
Hausfriedensbruchs, des Raufhandels, der mehrfachen Fälschung von Ausweisen, 
der mehrfachen Widerhandlungen gegen das Ausländergesetz, der qualifiziert gro-
ben Verkehrsregelverletzung und der mehrfachen groben Verkehrsregelverletzun-
gen schuldig erklärt. Hierfür wurde der Beschuldigte zu einer Freiheitsstrafe von 
42 Monaten verurteilt. Die Untersuchungs- und Sicherheitshaft vom 3. Oktober 
2014 bis 13. August 2015 wurde im Umfang von 315 Tagen auf die Freiheitsstrafe 
angerechnet. Ferner wurde der Beschuldigte zu den Verfahrenskosten, insgesamt 
bestimmt auf CHF 17'824.20, verurteilt (pag. 900 ff., Ziff. III. des angefochtenen Ur-
teils).

Der dem Beschuldigten mit Urteil der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 
2. Dezember 2011 für eine Sanktion von 90 Tagessätzen Geldstrafe zu je 
CHF 30.00 gewährte bedingte Vollzug wurde widerrufen (PEN 15 577). Die Gelds-
trafe – abzüglich 1 Tag Untersuchungshaft – ist somit zu vollziehen. Die Verfah-
renskosten für das Widerrufsverfahren PEN 15 577 von CHF 300.00 wurden dem 
Beschuldigten auferlegt (pag. 903, Ziff. IV. des angefochtenen Urteils).

Der dem Beschuldigten mit Urteil der Staatsanwaltschaft 3 Sursee vom 15. Juni 
2012 für eine Teilstrafe von 100 Tagessätzen Geldstrafe zu je CHF 30.00 gewährte 
teilbedingte Vollzug wurde widerrufen (PEN 15 427) und es wurde festgestellt, dass 
die Untersuchungshaft im Umfang von 77 Tagessätzen gemäss Urteil vom 15. Juni 
2012 bereits an den unbedingten Strafteil von 80 Tagessätzen angerechnet worden 
ist. Somit ist die Geldstrafe im Umfang von 100 Tagessätzen zu vollziehen. Die 
Verfahrenskosten für das Widerrufsverfahren PEN 15 427 von CHF 300.00 wurden 
dem Beschuldigten auferlegt (pag. 904, Ziff. V. des angefochtenen Urteils).

Weiter wurde u.a. verfügt, dass der Beschuldigte in Sicherheitshaft behalten wird. 
Die Verlängerung der Sicherheitshaft erfolgte mit separaten Beschluss (pag. 905, 
Ziff. VII. des angefochtenen Urteils). 

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2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete der Beschuldigte, vertreten durch Fürsprecher 
D.________, mit Schreiben vom 24. August 2015 form- und fristgerecht die 
Berufung an (pag. 993). Nach Zustellung der schriftlichen Urteilsbegründung mit 
Verfügung vom 19. Oktober 2015 (pag. 1038) erklärte der Beschuldigte, neu 
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt B.________, mit Eingabe vom 9. November 
2015 form- und fristgerecht die Berufung, beschränkt auf (1) die Schuldsprüche 
wegen Diebstahls, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch, angeblich 
begangen in Diegten/BL (Ziff. III. 1.2./2.2./3.2. des angefochtenen Urteils), (2) den 
Schuldspruch wegen Raufhandels (Ziff. III. 4. des angefochtenen Urteils), (3) die 
Schuldsprüche wegen qualifiziert groben Verkehrsregelverletzungen bzw. groben 
Verkehrsregelverletzungen (Ziff. III. 7. und 8. des angefochtenen Urteils) sowie die 
Strafzumessung (pag. 1047 ff.). Mit Schreiben vom 19. November 2016 verzichtete 
die Generalstaatsanwaltschaft auf die Erklärung einer Anschlussberufung sowie 
auf die Geltendmachung von Nichteintretensgründen (pag. 1057).

Die Verteidigung teilte mit Scheiben vom 11. April 2016 mit, dass mit der Beru-
fungserklärung vom 9. November 2015 versehentlich ein Freispruch von den 
Ziff. III. 1.2/2.2/3.2 des erstinstanzlichen Urteils beantragt worden sei (Diebstahl, 
Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch in Diegten z.N. von E.________ und 
F.________). Richtigerweise hätte der Freispruch in Bezug auf Ziff. III. 1.3/2.3/3.3 
beantragt werden sollen (Diebstahl, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch in 
Buckten z.N. von G.________; pag. 1139). An der oberinstanzlichen Verhandlung 
vom 12. April 2016 erhielten die Verteidigung und die Generalstaatsanwaltschaft 
Gelegenheit, hierzu Stellung zu nehmen sowie dazu, ob ihrer Auffassung nach die 
SVG-Widerhandlungen gemäss Ziff. III. 8.2. bis 8.4. des erstinstanzlichen Urteils in 
Rechtskraft erwachsen sind bzw. ob diese angefochten worden sind oder nicht. 
Rechtsanwalt B.________ machte geltend, es handle sich um einen Erklärungsirr-
tum. Er hätte auch in allen Punkten Berufung erklären und die Berufung an der 
Verhandlung beschränken können. Betreffend die SVG-Widerhandlungen seien die 
Ziff. III. 7. und 8.1. des erstinstanzlichen Urteils angefochten. Zudem werde von der 
Berufung gegen den Schuldspruch wegen Raufhandels der Abstand erklärt; dieser 
Schuldspruch werde nicht mehr angefochten (pag. 1147 f.). 

Nach geheimer Beratung erging folgender Beschluss (pag. 1148): 

1) Es wird Kenntnis genommen von einer weiteren Beschränkung der Berufung, 
wonach der Schuldspruch wegen Raufhandels nicht mehr angefochten wird. 

2) Es wird Kenntnis genommen, dass betreffend die SVG-Widerhandlungen einzig 
die Ziff. III. 7. und 8.1. des erstinstanzlichen Urteils angefochten werden. 

3) Der Antrag der Verteidigung auf Änderung des Anfechtungsobjekts wird abge-
wiesen und gleichzeitig festgestellt, dass auch die Schuldsprüche wegen ge-
werbsmässigen Diebstahls, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruchs im Fall 
Diegten BL nicht mehr angefochten werden (Ziff. III. 1.2., 2.2. und 3.2. des erst-
instanzlichen Urteils).

Zur Begründung führt der Verfahrensleiter aus, der Umfang der Berufung sei inner-
halb der Berufungserklärungsfrist verbindlich festzulegen. Eine Erweiterung des 

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Anfechtungsobjekts sei später nicht mehr möglich, ausser bei qualifizierten Wil-
lensmängeln. Vorliegend handle es sich vielmehr um einen Fehler, als um einen 
Irrtum. Es seien nicht nur Ziffern genannt worden, sondern auch die Ortschaft und 
die Namen der Geschädigten. Die Kammer gehe schliesslich davon aus, dass die 
Berufung bezüglich des Einbruchdiebstahls in Diegten BL als zurückgezogen gelte 
(pag. 1148). 

3. Beweisergänzungen

Den Parteien wurde an der oberinstanzlichen Verhandlung vom 12. April 2016 von 
folgenden Beweisergänzungen Kenntnis gegeben:
- Kopie des Berichts des Amts für Freiheitsentzug und Betreuung an die Anstalten 

Thorberg vom 1. März 2016 (inkl. dem Bericht des FPD vom 16. Dezember 
2015 und dem Bericht der Anstalten Thorberg vom 6. Januar 2016)

- Führungsbericht der Anstalten Thorberg vom 16. März 2016
- Führungsbericht des Regionalgefängnisses Burgdorf vom 23. März 2016
- Strafregisterauszug vom 22. März 2016
- Schreiben des Forensisch-Psychiatrischen Dienstes der Universität Bern vom 

6. April 2016 bzw. korrigierte Version vom 7. April 2016

Der stv. Generalstaatsanwalt H.________ beantragte, drei Auszüge von Google 
Maps zu den Akten zu erkennen. Dieser Antrag wurde gutgeheissen und die Goo-
gle Maps Auszüge zu den Akten erkannt. 

4. Anträge der Parteien

Rechtsanwalt B.________ stellte und begründete namens des Beschuldigten fol-
gende Anträge (pag. 1158): 

I.

Von der Berufung gegen den Schuldspruch wegen Raufhandels, angeblich begangen in Oensin-
gen/SO (Ziffer III./4 des Urteilsdispositivs) wird Abstand erklärt.

II.

Der Berufungsführer sei freizusprechen von den Anschuldigungen des gewerbsmässigen Diebstahls, 
der Sachbeschädigung sowie des Hausfriedensbruchs, angeblich begangen in Buckten BL, z.N. von 
G.________ (Ziffer III./1/1.3, III./2/2.3 und III./3./3.3 des Urteilsdispositivs).

und

Der Berufungsführer sei freizusprechen vom Vorwurf der groben Verkehrsregelverletzung, soweit an-
geblich durch Missachten des Vortritts bei eingeschränkter Sicht begangen auf der Luzernstrasse, 
Höhe Liegenschaften Nr. 6b/8 (Ziffer 8.1 des Urteilsdispositivs).

unter Ausscheidung von 1/8 der vorinstanzlichen Verfahrenskosten z.L. des Kantons Bern sowie unter 
Ausrichtung einer Entschädigung im Umfang von 1/8 der vorinstanzlichen Verteidigerkosten.

III.

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Der Berufungsführer sei unter Aufhebung des Schuldspruchs wegen qualifiziert grober Verkehrsregel-
verletzung schuldig zu erklären der groben Verkehrsverletzung, begangen am 3. Oktober 2014 in De-
rendingen/SO (Ziffern III./7 des Urteilsdispositivs).

IV.

Der Berufungsführer sei in Anwendung der einschlägigen Gesetzesbestimmungen zu einer Freiheits-
strafe von maximal 18 Monaten zu verurteilen, unter Anrechnung der Untersuchungs- und Sicher-
heitshaft seit dem 3. Oktober 2014.

V.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil, soweit nicht angefochten, in Rechtskraft erwach-
sen ist.

VI.

Die oberinstanzlichen Verfahrenskosten seien dem Kanton Bern aufzuerlegen und dem Berufungsfüh-
rer sei eine Parteikostenentschädigung gemäss einzureichender Kostennote auszurichten. Eventuell 
sei das amtliche Honorar gemäss einzureichender Kostennote zu bestimmen.

Der stv. Generalstaatsanwalt H.________ stellte und begründete namens der Ge-
neralstaatsanwaltschaft folgende Anträge (pag. 1162 ff.):

I.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland (Kollegial-
gericht in Dreierbesetzung) vom 13. August 2015 in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich

1. der Einstellung von der Anschuldigung der Drohung, angeblich begangen am 24.04.2013 um die 
Mittagszeit in Egerkingen SO, ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von 
Verfahrenskosten, gemäss Urteilsdispositiv Ziff. I.;

2. der Freisprüche von der Anschuldigung des Diebstahls, Sachbeschädigung und Hausfriedens-
bruchs, angeblich begangen am 29.03.2013, evtl. 30. oder 31.03.12013 in Niederdorf BL zum 
Nachteil von C.________, ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von 
Verfahrenskosten, gemäss Urteilsdispositiv Ziff. II.;

3. des Schuldspruchs wegen gewerbsmässigen Diebstahls, mehrfach begangen

3.1. in der Zeit vom 05.01.2013 bis 06.01.2013 in Laupen BE zum Nachteil von I.________ und 
J.________ (Deliktsbetrag CHF 7'940.00) gemäss Urteilsdispositiv Ziff. III./1.1.1.;

3.2. am 29.03.2013 in Buckten BL zum Nachteil von G.________ (Deliktsbetrag CHF 5'737.00), 
gemäss Urteilsdispositiv Ziff. III./1.1.3.;

3.3. in der Zeit vom 18.09.2014 bis 25.09.2014 in Altbüron LU zum Nachteil von K.________ (De-
liktsbetrag: CHF 12'625.00), gemäss Urteilsdispositiv Ziff. III./1.1.4.;

3.4. am 03.10.2014 in Neuendorf SO zum Nachteil von L.________ (Deliktsbetrag 
CHF 2'245.00), gemäss Urteilsdispositiv Ziff. III./1.1.5.;

3.5. am 03.10.2014 in Bannwil BE zum Nachteil von M.________ (Versuch), gemäss Urteilsdis-
positiv Ziff. III./1.1.6.;

4. des Schuldspruchs wegen Sachbeschädigung, mehrfach begangen

4.1. in der Zeit vom 05.01.2013 bis 06.01.2013 in Laupen BE zum Nachteil von I.________ und 
J.________ (Sachschaden CHF 2'000.00), gemäss Urteilsdispositiv Ziff. III./2.2.1.;

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4.2. am 29.03.2013 in Buckten BL zum Nachteil von G.________ (Sachschaden CHF 1'000.00), 
gemäss Urteilsdispositiv Ziff. III./2.2.3;

4.3. in der Zeit vom 18.09.2014 bis 25.09.2014 in Altbüron LU zum Nachteil von K.________ 
(Sachschaden: CHF 500.00), gemäss Urteilsdispositiv Ziff. III./2.2.4.;

4.4. am 03.10.2014 in Neuendorf SO zum Nachteil von L.________ (Sachschaden: 
CHF 1'000.00), gemäss Urteilsdispositiv Ziff. III./2.2.5.;

4.5. am 03.10.2014 in Bannwil BE zum Nachteil von M.________ (Sachschaden: CHF 2'000.00), 
gemäss Urteilsdispositiv Ziff. III./2.2.6.;

7. des Schuldspruchs wegen Hausfriedensbruchs, mehrfach begangen

7.1. in der Zeit vom 05.01.2013 bis 06.01.2013 in Laupen BE zum Nachteil von I.________ und 
J.________, gemäss Urteilsdispositiv Ziff. III./3.3.1.;

7.2. am 29.03.2013 in Buckten BL zum Nachteil von G.________, gemäss Urteilsdispositiv 
Ziff. III./3.3.3.;

7.3. in der Zeit vom 18.09.2014 bis 25.09.2014 in Altbüron LU zum Nachteil von K.________, 
gemäss Urteilsdispositiv Ziff. III./3.3.4.;

7.4. am 03.10.2014 in Neuendorf SO zum Nachteil von L.________, gemäss Urteilsdispositiv 
Ziff. III./3.3.5.;

7.5. am 03.10.2014 in Bannwil BE zum Nachteil von M.________, gemäss Urteilsdispositiv 
Ziff. III./3.3.6.;

8. des Schuldspruchs der groben Verkehrsregelverletzung, mehrfach begangen am 03.10.2014 in 
Derendingen SO

8.1. durch Nichtanpassen der Geschwindigkeit an die Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnisse 
sowie durch unvorsichtiges Überholen (Luzernstrasse, vor der Kreuzung Luzernstras-
se/Steinmattstrasse), gemäss Urteilsdispositiv Ziff. III./8.8.2.;

8.2. durch Rechtsüberholen (Luzernstrasse, Nähe Bahnunterführung), gemäss Urteilsdispositiv 
Ziff. III./8.8.3.;

8.3. durch Nichtanpassen der Geschwindigkeit an die Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnisse 
sowie durch Überholen eines (linksabbiegenden) Fahrzeuges ohne die Gewissheit zu haben, 
dass der dafür benötigte Raum frei ist, gemäss Urteilsdispositiv Ziff. III./8.8.4.;

9. des Schuldspruchs wegen Fälschung von Ausweisen, mehrfach begangen durch Verwendung ge-
fälschter bulgarischer Ausweise zur Täuschung

9.1. am 24.08.2014 in Zuchwil SO, gemäss Urteilsdispositiv Ziff. III./5.5.1.;

9.2. Ende August 2014 in Solothurn, gemäss Urteilsdispositiv Ziff. III./5.5.2.;

10. der Widerhandlungen gegen das Ausländergesetz, mehrfach begangen durch Einreise und Auf-
enthalt in die Schweiz trotz bestehender Einreisesperre

10.1. am 05.01.2013 und davor in Laupen BE, gemäss Urteilsdispositiv Ziff. III./6.6.1.;

10.2. in der Zeit von Februar/März 2013 bis 24.04.2013 in Diegten BL, Buckten BL und Oensingen 
SO, gemäss Urteilsdispositiv Ziff. III./6.6.2.;

10.3. im August 2014 in Zuchwil SO und Solothurn SO, gemäss Urteilsdispositiv Ziff. III./6.6.3.;

10.4. in der Zeit von Mitte/Ende September 2014 bis 03.10.2014 in Altbüron LU, Neuendorf SO, 
Bannwil BE und Derendingen SO, gemäss Urteilsdispositiv Ziff. III./6.6.4.;

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11. des Widerrufsverfahrens PEN 15 577 sowie PEN 15 427, unter Auferlegung der Verfahrenskos-
ten, gemäss Urteilsdispositiv Ziff. IV./V.;

12. des Raufhandels, begangen am 24.04.2013 in Oensingen SO;

13. des gewerbsmässigen Diebstahls, der Sachbeschädigung und des Hausfriedensbruchs, began-
gen am 29.03.2013 in Diegten BL.

II.

A.________ sei in Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils schuldig zu erklären:

1. der qualifizierten groben Verkehrsregelverletzungen, begangen am 03.10.2014 in Derendingen 
SO durch Überholen eines (linksabbiegenden Mähdreschers, ohne die Gewissheit zu haben, dass 
der dafür benötigte Raum frei ist (Luzernstrasse, nach Bahnunterführung, auf Höhe Einmündung 
Deitingenstrasse), gemäss Urteilsdispositiv Ziff. III./7.;

2. der groben Verkehrsregelverletzung, begangen am 03.10.2014 in Derendingen SO durch Miss-
achten des Vortritts beim Einbiegen in Hauptstrasse bei eingeschränkter Sicht (Luzernstrasse, 
Höhe Liegenschaften Nr. 6b/8), gemäss Urteilsdispositiv Ziff. III./8.8.1.;

und er sei in Anwendung der einschlägigen Gesetzesartikel des erstinstanzlichen Urteils 

zu verurteilen:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 42 Monaten.

Die Untersuchungs- und Sicherheitshaft vom 03.10.2014 bis 12.04.2016 sei im Umfang von 
558 Tagen auf die Freiheitsstrafe anzurechnen;

2. zur Bezahlung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. einer angemessenen Ge-
bühr von CHF 600.00 gemäss Art. 21 VKD).

III.

Im Weiteren seien die notwendigen Verfügungen zu treffen, namentlich ist das Honorar der amtlichen 
Verteidigung festzulegen (Art. 135 StPO).

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Zufolge der beschränkten Berufung des Beschuldigten ist das erstinstanzliche Ur-
teil insofern in Rechtskraft erwachsen, als

A.

das Strafverfahren gegen den Beschuldigten wegen Drohung, angeblich begangen 
am 24.04.2013 in Egerkingen SO mangels gültigen Strafantrags eingestellt wurde, 
ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrens-
kosten (pag. 900, Ziff. I. des angefochtenen Urteils);

B.

der Beschuldigte freigesprochen wurde von der Anschuldigung des Diebstahls, der 
Sachbeschädigung und des Hausfriedensbruchs, angeblich begangen am 
29.03.2013, evtl. 30. oder 31.03.2013 in Niederdorf BL zum Nachteil von 
C.________, ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von 
Verfahrenskosten (pag. 900, Ziff. II. des angefochtenen Urteils);

9

C.

der Beschuldigte schuldig erklärt wurde (pag. 900 ff., Ziff. III. des angefochtenen 
Urteils):

1. des gewerbsmässigen Diebstahls, mehrfach begangen 

1.1. in der Zeit vom 05.01.2013 bis 06.01.2013 in Laupen BE zum Nachteil von 
I.________ und J.________ (Deliktsbetrag: CHF 7'940.00);

1.2. am 29.03.2013 in Diegten BL zum Nachteil von E.________ und 
F.________ (Deliktsbetrag: CHF 3'189.00); 

1.3. am 29.03.2013 in Buckten BL zum Nachteil von G.________ (Deliktsbe-
trag CHF 5'737.00); 

1.4. in der Zeit vom 18.09.2014 bis 25.09.2014 in Altbüron LU zum Nachteil 
von K.________ (Deliktsbetrag: CHF 12'625.00);

1.5. am 03.10.2014 in Neuendorf SO zum Nachteil von L.________ (Deliktsbe-
trag CHF 2'245.00);

1.6. am 03.10.2014 in Bannwil BE zum Nachteil von M.________ (Versuch);

2. der Sachbeschädigung, mehrfach begangen

2.1. in der Zeit vom 05.01.2013 bis 06.01.2013 in Laupen BE zum Nachteil von 
I.________ und J.________ (Sachschaden: CHF 2'000.00);

2.2. am 29.03.2013 in Diegten BL zum Nachteil von E.________ (Sachscha-
den: CHF 1'350.00); 

2.3. am 29.03.2013 in Buckten BL zum Nachteil von G.________ (Sachscha-
den CHF 1'000.00); 

2.4. in der Zeit vom 18.09.2014 bis 25.09.2014 in Altbüron LU zum Nachteil 
von K.________ (Sachschaden: CHF 500.00);

2.5. am 03.10.2014 in Neuendorf SO zum Nachteil von L.________ (Sach-
schaden CHF 1'000.00);

2.6. am 03.10.2014 in Bannwil BE zum Nachteil von M.________ (Sachscha-
den CHF 2'000.00);

3. des Hausfriedensbruchs, mehrfach begangen

3.1. in der Zeit vom 05.01.2013 bis 06.01.2013 in Laupen BE zum Nachteil von 
I.________ und J.________;

3.2. am 29.03.2013 in Diegten BL zum Nachteil von E.________; 

3.3. am 29.03.2013 in Buckten BL zum Nachteil von G.________; 

3.4. in der Zeit vom 18.09.2014 bis 25.09.2014 in Altbüron LU zum Nachteil 
von K.________;

3.5. am 03.10.2014 in Neuendorf SO zum Nachteil von L.________;

3.6. am 03.10.2014 in Bannwil BE zum Nachteil von M.________;

10

4. des Raufhandels, begangen am 24.04.2013 in Oensingen SO;

5. der Fälschung von Ausweisen, mehrfach begangen durch Verwendung ge-
fälschter bulgarischer Ausweise zur Täuschung

5.1. am 24.08.2014 in Zuchwil SO;

5.2. Ende August 2014 in Solothurn;

6. der Widerhandlungen gegen das Ausländergesetz, mehrfach begangen durch 
Einreise und Aufenthalt in die Schweiz trotz bestehender Einreisesperre

6.1. am 05.01.2013 und davor in Laupen BE;

6.2. in der Zeit von Februar/März 2013 bis 24.04.2013 in Diegten BL, Buckten 
BL, und Oensingen SO;

6.3. im August 2014 in Zuchwil SO und Solothurn SO;

6.4. in der Zeit von Mitte/Ende September 2014 bis 03.10.2014 in Altbüron LU, 
Neuendorf SO, Bannwil BE und Derendingen SO;

7. der groben Verkehrsregelverletzungen, mehrfach begangen am 03.10.2014 in 
Derendingen SO;

7.1. durch Nichtanpassen der Geschwindigkeit an die Strassen-, Verkehrs- und 
Sichtverhältnisse sowie durch unvorsichtiges Überholen (Luzernstrasse, 
vor der Kreuzung Luzernstrasse/Steinmattstrasse); 

7.2. durch Rechtsüberholen (Luzernstrasse, Nähe Bahnunterführung);

7.3. durch Nichtanpassen der Geschwindigkeit an die Strassen-, Verkehrs- und 
Sichtverhältnisse sowie durch Überholen eines (linksabbiegenden) Fahr-
zeuges ohne die Gewissheit zu haben, dass der dafür benötigte Raum frei 
ist. 

D.

der dem Beschuldigten mit Urteil der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 
02.12.2011 für eine Sanktion von 90 Tagessätzen Geldstrafe zu je CHF 30.00 ge-
währte bedingte Vollzug widerrufen wurde (PEN 15 577) und die Geldstrafe – ab-
züglich 1 Tag Untersuchungshaft – zu vollziehen ist; die Verfahrenskosten für das 
Widerrufsverfahren PEN 15 577 von CHF 300.00 dem Beschuldigten auferlegt 
wurden (pag. 903, Ziff. IV. des angefochtenen Urteils);

E.

der dem Beschuldigten mit Urteil der Staatsanwaltschaft 3 Sursee vom 15.06.2012 
für eine Teilstrafe von 100 Tagessätzen Geldstrafe zu je CHF 30.00 gewährte teil-
bedingte Vollzug widerrufen (PEN 15 427) und festgestellt wurde, dass die Unter-
suchungshaft im Umfang von 77 Tagessätzen gemäss Urteil vom 15.06.2012 be-
reits an den unbedingten Strafteil von 80 Tagessätzen angerechnet worden ist und 
somit die Geldstrafe im Umfang von 100 Tagessätzen zu vollziehen ist; die Verfah-
renskosten für das Widerrufsverfahren PEN 15 427 von CHF 300.00 dem Beschul-
digten auferlegt wurden (pag. 904, Ziff. V. des angefochtenen Urteils);

11

F. 

weiter verfügt wurde (pag. 905, Ziff. VII. des angefochtenen Urteils): 

1. Folgende Gegenstände werden zuhanden Polizei Kanton Solothurn, Kriminal-
technischer Dienst, Fachbereich Dokumente, Werkhofstrasse 33, 4503 Solo-
thurn, eingezogen (Art. 69 StGB):
- Identitätskarte Bulgarien Nr.________, lautend auf N.________ (Inhaltsver-

fälschung)
- Führerausweis Bulgarien Nr.________, lautend auf N.________ (Inhaltsver-

fälschung)

2. Folgende Gegenstände werden zur Vernichtung eingezogen (Art. 69 StGB):
- SIM-Kartenträger Lycamobil
- 1 Fingerring, silber
- 1 Ohrstecker, gold
- 1 Umhängetasche „Boss“
- 1 Reinigungsmittel „Ajax“
- 1 Necessaire „Outback“
- 1 Taschenlampe

3. Der beschlagnahmte Geldbetrag von CHF 184.45 wird zur Deckung der Verfah-
renskosten verwendet.

Von der Kammer zu überprüfen sind die Schuldsprüche wegen qualifiziert grober 
Verkehrsregelverletzung (Ziff. III. 7. des angefochtenen Urteils) und grober Ver-
kehrsregelverletzung (Ziff. III. 8.1. des angefochtenen Urteils), die Sanktion und die 
Kostenverteilung. Die Kammer verfügt hierzu über volle Kognition (Art. 398 Abs. 2 
der Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; SR 312.0]) und ist aufgrund der 
alleinigen Berufung des Beschuldigten an das Verschlechterungsverbot (Verbot der 
reformatio in peius) gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO gebunden, d.h. sie darf das Urteil 
nicht zu Ungunsten des Beschuldigten abändern.

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Vorbemerkungen 

Dem Beschuldigten wird gemäss Ziff. I. 8. der Anklageschrift vom 27. Mai 2015 
mehrfache grobe bzw. qualifiziert grobe Verkehrsregelverletzung vorgeworfen, die 
er anlässlich seiner Flucht vor der Polizei am 3. Oktober 2014 in Derendingen SO 
begangen haben soll. Der Beschuldigte bestreitet nicht, auf der von der Polizei be-
zeichneten Strecke den Personenwagen Mercedes-Benz E220 CDI mit dem deut-
schen Kontrollschild .________ gelenkt zu haben. Unbestritten ist auch, dass 
O.________ sein Beifahrer war. Dem Beschuldigten werden in der Anklageschrift 
fünf Teilsachverhalte vorgeworfen (pag. 773 f.).

Die Verteidigung beantragt oberinstanzlich einen Freispruch vom Vorwurf der gro-
ben Verkehrsregelverletzung für die Phase 1 und einen Schuldspruch wegen gro-
ber (Art. 90 Abs. 2 SVG) anstatt qualifiziert grober (Art. 90 Abs. 3 SVG) Verkehrs-
regelverletzung für die Phase 4 (pag. 1158, vgl. auch Ziff. I. 4. vorne). Die übrigen 

12

Schuldsprüche wegen grober Verkehrsregelverletzungen (Phasen 2, 3 und 5) sind 
in Rechtskraft erwachsen (vgl. Ziff. I. 5. vorne). 

7. Phase 1 (Ziff. III. 8.1. des angefochtenen Urteils)

7.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift

Dem Beschuldigten wird in Ziff. I. 8. der Anklageschrift vorgeworfen, er sei mit dem 
Mercedes aus Richtung Subingen kommend auf Höhe der Luzernstrasse 12 in die 
Unterführungsstrasse abgebogen. Daraufhin sei er gleich wieder nach rechts – 
zwischen der Luzernstrasse 6b und 8 – abgebogen und auf die Luzernstrasse hin-
ausgefahren (nach rechts in Richtung Subingen). Dabei habe der Beschuldigte das 
Fahrzeug massiv beschleunigt (quietschende Reifen). Beim Abbiegen in die Lu-
zernstrasse habe eine massiv eingeschränkte Sicht auf die herannahenden Fahr-
zeuge sowie auf Fussgänger bestanden. Der Durchgang zwischen den beiden 
Häusern sei schmal und unübersichtlich gewesen. Dem Beschuldigten sei es in 
Anbetracht der rasanten Fahrt nicht möglich gewesen, den Verkehr zu beobachten 
oder auf ein herannahendes Fahrzeug oder Fussgänger zu reagieren. Er habe die 
Vortrittsregelung beim Einbiegen auf die Luzemstrasse missachtet. Durch diese 
grobe Verkehrsregelverletzungen habe eine massiv erhöhte Unfallgefahr bestan-
den bzw. habe der Beschuldigte ein solche in Kauf genommen (pag. 773 f.).

7.2 Beweismittel
Die Vorinstanz hat die Anzeige der Polizei, die Aussagen der Polizisten 
P.________ und Q.________, die Aussagen von Beifahrer O.________ und die 
Aussagen des Beschuldigten ausführlich wiedergegeben (pag. 928 ff., S. 17 ff. der 
Urteilsbegründung). Darauf wird verwiesen. Soweit ergänzende und/oder präzisie-
rende Ausführungen zu den einzelnen Beweismitteln nötig sind, erfolgen diese im 
Rahmen der nachfolgenden Erwägungen der Kammer. 

7.3 Beweiswürdigung und erwiesener Sachverhalt
Die Vorinstanz hielt beweiswürdigend Folgendes fest (pag. 930 f., S. 19 f. der Ur-
teilsbegründung): 
Was die Art und Weise des Wiedereinbiegens in die Luzernstrasse angeht, widersprechen die Aussa-
gen des Beschuldigten jenen der beiden Polizisten. Die Aussagen der beiden Polizisten sind im Kern-
geschehen kongruent. Beide haben übereinstimmend ausgesagt, dass der Beschuldigte von der 
schmalen Passage zwischen den Häusern durch in rasanter Fahrt auf die Luzernstrasse eingebogen 
sei. Jede der Aussagen enthält zusätzliche Details, welche die andere Aussage nicht enthält (quiet-
schende Reifen, aufgewirbelter Staub), was ein Indiz dafür ist, dass die Polizisten je aus ihrer Erinne-
rung real Erlebtes wiedergegeben und keine Absprache stattgefunden hatte. Umgekehrt finden sich 
keinerlei Anhaltspunkte, welche Zweifel oder Vorbehalte an den Aussagen der Polizisten wecken 
würden. Das Gericht erachtet die Aussagen der beiden Polizisten daher für durchwegs glaubhaft. Bei 
der Befragung von P.________ war der Verteidiger persönlich anwesend, bei jener von Q.________ 
hatte er auf eine Teilnahme verzichtet. Die Aussagen sind somit auch verwertbar und das Gericht 
stellt im Wesentlichen auf diese ab.

Die Aussagen von O.________ enthalten nur wenige Details zu diesem Abschnitt der Fahrt. Sie sind 
daher nur wenig hilfreich für die Klärung des Sachverhalts. Immerhin gab O.________ übereinstim-

13

mend mit den übrigen Befragten an, dass auf der Luzernstrasse zur Tatzeit reger Verkehr geherrscht 
habe.

Die ersten Aussagen des Beschuldigten stimmen mit den übrigen Beschreibungen des Rahmenge-
schehens recht gut überein, wirken glaubhaft und enthalten auch selbstbelastende Elemente, bei-
spielsweise wenn er angab, er wäre gerne schneller gefahren, was aber aufgrund des Verkehrsauf-
kommens nicht möglich gewesen sei. Die abweichende Version, er habe vor dem Einbiegen in die 
Luzernstrasse angehalten und sogar noch nach links und rechts geschaut, bevor er losgefahren sei, 
bringt er erstmals vor, nachdem er von seinem Verteidiger nach allfälligen gefährdeten Verkehrsteil-
nehmer gefragt worden war. In allen weiteren Befragungen und auf alle anders lautenden Vorhalte 
beharrte er schon fast stereotyp darauf, dass er ganz angehalten und nach links und rechts geschaut 
habe. Dieser Teil der Aussagen ist für das Gericht unlogisch. Dass der Beschuldigte in der Unter-
führungsstrasse stark beschleunigt hatte, nachdem er realisiert hatte, dass die Polizei hinter ihm her 
war, bestätigte er indirekt selber, als er zugab, dass es Strassenstaub aufgewirbelt habe. Der Be-
schuldigte war also auf der Flucht vor der Polizei, welche schon in der Unterführungsstrasse Blaulicht 
und akustische Warnvorrichtung eingeschaltet hatte. Dass er flüchten, dazu auf die Luzernstrasse 
zurückkehren und quasi für die Polizei einen "Hacken schlagen" wollte, indem er von der Unter-
führungsstrasse weg, scharf rechts zwischen den Häusern durchfuhr und auf die Luzernstrasse ein-
bog, verträgt sich nicht mit seiner Version, dass er bis zum Stillstand angehalten und nach links und 
rechts geschaut habe, bevor er losgefahren sei. Im Übrigen bestand auch keine Pflicht zum Anhalten, 
da die Durchfahrt zwischen den Häusern nicht mit einem Stopp signalisiert, sondern bloss vortrittsbe-
lastet gegenüber der Hauptstrasse ist. Soweit es das Einbiegemanöver des Beschuldigten in die Lu-
zernstrasse betrifft, erachtet das Gericht seine Aussagen nicht als glaubhaft.

Diesen zutreffenden Ausführungen schliesst sich die Kammer an. Gestützt auf die 
glaubhaften Aussagen der beiden Polizisten ist erstellt, dass der Beschuldigte nach 
dem Abbiegen in die Unterführungsstrasse massiv beschleunigte und anschlies-
send rasant auf die Luzernstrasse hinausfuhr (pag. 569 f.; pag. 575). Der Beschul-
digte gab ebenfalls an, dass er relativ zügig auf die Strasse (Luzernstrasse) hin-
ausgefahren sei (pag. 581). Der Vorinstanz ist beizupflichten, dass seine Aussa-
gen, wonach er vor dem Einbiegen in die Luzernstrasse angehalten und nach links 
und rechts geschaut habe (pag. 583), nicht glaubhaft sind. Auf dem Foto Nr. 1 ist 
ersichtlich, dass die Sicht in die Luzernstrasse aufgrund der beiden Liegenschaften 
stark eingeschränkt war (pag. 553). Dem Beschuldigten war es aufgrund seiner ra-
santen Fahrt nicht möglich, den Verkehr zu beobachten oder auf ein herannahen-
des Fahrzeug oder einen Fussgänger zu reagieren. 

8. Phase 4 (Ziff. III. 7. des angefochtenen Urteils)

8.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift

Dem Beschuldigten wird in Ziff. I. 8. der Anklageschrift vorgeworfen, er habe auf 
Höhe der Einmündung in die Deitingenstrasse einen Mähdrescher, welcher links 
abbiegen wollte, über die Gegenfahrbahn überholt. Dabei habe lockerer Gegenver-
kehr geherrscht und der Beschuldigte habe ohne den nötigen übersichtlichen freien 
Raum überholt (pag. 774). 

14

8.2 Beweismittel

Die Vorinstanz hat die Anzeige der Polizei, die Aussagen der Polizisten 
P.________ und Q.________, die Aussagen von Beifahrer O.________ und die 
Aussagen des Beschuldigten ausführlich wiedergegeben (pag. 937 ff., S. 26 ff. der 
Urteilsbegründung). Darauf wird verwiesen. Soweit sich ergänzende und/oder prä-
zisierende Ausführungen zu den einzelnen Beweismitteln aufdrängen, erfolgen die-
se im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen der Kammer. 

8.3 Beweiswürdigung und erwiesener Sachverhalt

Wie die Vorinstanz zutreffend ausführte, stimmen die Schilderungen der beiden Po-
lizisten im Wesentlichen überein. Auch bezüglich dieses Vorfalls gibt es keine Hin-
weise, welche an der Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen Zweifel hervorrufen würden. 
Die Kammer stützt deshalb, wie bereits die Vorinstanz, auch hier auf die Aussagen 
der Polizisten ab.

Der Beschuldigte konnte sich an eine «grosse Maschine» (pag. 582; pag. 629 
Z. 252), an «etwas Grosses, wohl ein Auto» (pag. 629 Z. 248) bzw. an ein «riesen 
grosses Ding» (pag. 881 Z. 245) erinnern, welches die ganze Strasse blockiert ha-
be. Er bestritt jedoch, den Mähdrescher auf der Kreuzung links überholt zu haben. 
Vielmehr will er gewartet haben, bis der Mähdrescher vorbei gewesen ist und dann 
rechts abgebogen haben (pag. 629 Z. 253 f.). Dies steht jedoch im Widerspruch zu 
den glaubhaften Aussagen der beiden Polizisten und auch zum Umstand, dass 
sich der Beschuldigte auf der Flucht vor der Polizei befand. Er gab an, er habe nur 
die Polizei loswerden wollen (pag. 582) und bejahte die Frage der Gerichtspräsi-
dentin, ob ihm alles andere egal gewesen sei, weil er vor der Polizei habe flüchten 
wollen. Er habe keine andere Chance gehabt, als ein Risiko auf sich zu nehmen. 
Trotzdem habe es nicht geklappt (pag. 882 Z. 280 ff.). Die Verteidigung führte an-
lässlich der oberinstanzlichen Verhandlung aus, es werde nicht bestritten, dass der 
Beschuldigte links am Mähdrescher vorbeigefahren sei. Gerügt werde jedoch eine 
unrichtige und unvollständige Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz. 

Gestützt auf die Aussagen der beiden Polizisten erachtet es die Kammer als erwie-
sen, dass die Luzernstrasse bei der Abzweigung in die Deitingenstrasse durch ei-
nen Mähdrescher blockiert wurde, welcher von der Luzernstrasse nach links in die 
Deitingenstrasse abbiegen wollte. Aufgrund der Grösse des Mähdreschers ist da-
von auszugehen, dass der Beschuldigte keinerlei Sicht auf den Raum hinter dem 
Mähdrescher hatte. Er konnte zu Beginn seines Überholmanövers nicht sehen, ob 
ihm auf der Gegenfahrbahn Fahrzeuge entgegenkommen. Dennoch überholte der 
Beschuldigte den Mähdrescher links über die Gegenfahrbahn. Allerdings ist nicht 
erstellt, dass das eingeleitete Abbiegemanöver des Mähdreschers zu diesem Zeit-
punkt bereits so weit fortgeschritten war, dass auf der Gegenfahrbahn nur noch 
wenig Raum vorhanden war. Aus der Aussage der Polizistin Q.________, wonach 
es dem Beschuldigten gelungen sei, sich noch vor dem abbiegenden Mähdrescher 
hindurch zu quetschen (pag. 576), kann nicht geschlossen werden, dass nur noch 
wenig Raum vorhanden war. Es hatte zumindest soviel Platz, dass die Polizisten 
anschliessend auch noch am Mähdrescher vorbeifahren konnten. Ebenfalls nicht 
belegt ist, dass der Beschuldigte links an den Signalisationspfosten vorbeigefahren 

15

ist. Die Polizisten verloren nach dem Überholmanöver den Sichtkontakt zum Be-
schuldigten (pag. 548). Es sagte niemand aus, dass der Beschuldigte auch an den 
Signalisationspfosten vorbeigefahren ist. Schliesslich ist nicht erwiesen, dass es im 
Zeitpunkt des Vorfalls regen Gegenverkehr hatte, der bremsen und anhalten muss-
te, um eine Frontalkollision zu verhindern. Eine konkrete Gefährdung anderer Ver-
kehrsteilnehmer ist nicht belegt. Wenn es tatsächlich regen Gegenverkehr gehabt 
hätte, hätte der Mähdrescher nicht links abbiegen können, zumal es sich bei einem 
Mähdrehscher um ein sehr träges Gefährt handelt. Ferner ist in der Anklageschrift 
lediglich «lockerer» und nicht «reger» Gegenverkehr erwähnt (pag. 774). Nach 
dem Anklagegrundsatz (Art. 9 Abs. 1 StPO) bestimmt die Anklageschrift den Ge-
genstand des Gerichtsverfahrens (Umgrenzungsfunktion). Das Gericht ist an den in 
der Anklage wiedergegebenen Sachverhalt gebunden (Immutabilitätsprinzip, Urteil 
des Bundesgerichts 6B_435/2015 vom 16. Dezember 2015 E. 1.2.). Es ist deshalb 
und auch in dubio pro reo davon auszugehen, dass im Zeitpunkt des Vorfalls ledig-
lich lockerer Gegenverkehr herrschte. Schliesslich war die Polizei mit Blaulicht und 
eingeschalteter akustischer Warnvorrichtung unterwegs. Polizistin Q.________ 
schilderte, dass die entgegenkommenden Fahrzeuge vollständig angehalten hät-
ten, um ihnen den Vortritt zu gewähren (pag. 576). Es ist daher auch davon auszu-
gehen, dass die Fahrzeuge bereits vor dem Überholmanöver des Beschuldigten an 
den rechten Rand gefahren sind, um der Polizei den Vortritt zu gewähren. 

III. Rechtliche Würdigung

9. Rechtliche Grundlagen 

Gemäss Art. 90 Abs. 2 des Strassenverkehrsgesetzes (SVG; SR 741.01) wird mit 
Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft, wer durch grobe Verlet-
zung der Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervor-
ruft oder in Kauf nimmt. Gemäss Art. 90 Abs. 3 SVG wird mit Freiheitsstrafe von ei-
nem bis zu vier Jahren wird bestraft, wer durch vorsätzliche Verletzung elementarer 
Verkehrsregeln das hohe Risiko eines Unfalls mit Schwerverletzten oder Todesop-
fern eingeht, namentlich durch besonders krasse Missachtung der zulässigen 
Höchstgeschwindigkeit, waghalsiges Überholen oder Teilnahme an einem nicht 
bewilligten Rennen mit Motorfahrzeugen.

Es kann vorab auf die allgemeinen rechtlichen Ausführungen der Vorinstanz ver-
wiesen werden. Sie hat die Rechtslage anhand der bundesgerichtlichen Recht-
sprechung und der Lehre zutreffend dargelegt (pag. 948 ff., S. 37 ff. der Urteilsbe-
gründung). 

10. Phase 1 (Ziff. III. 8.1. des angefochtenen Urteils)

Gemäss Art. 36 Abs. 2 SVG haben Fahrzeuge auf gekennzeichneten Hauptstras-
sen den Vortritt, auch wenn sie von links kommen. 

Das Beweisverfahren hat ergeben, das der Beschuldigte rasant auf die Luzern-
strasse hinausfuhr. Der Verteidigung ist zwar beizupflichten, dass keine Pflicht zum 
Anhalten bestand, da die Passage zwischen der Luzernstrasse 6b und 8 nicht mit 
einem Stopp signalisiert ist. Der Beschuldigte hätte jedoch den eingeschränkten 

16

Sichtverhältnissen Rechnung tragen und seine Geschwindigkeit entsprechend an-
passen müssen. Indem der Beschuldigte rasant auf die Luzernstrasse hinausfuhr, 
setzte er sich über das Vortrittsrecht der Verkehrsteilnehmer auf der Luzernstrasse 
(Hauptstrasse) hinweg. Die Vorinstanz hielt zutreffend fest, dass der Beschuldigte 
kaum eine Chance gehabt hätte, rechtzeitig anzuhalten und eine Kollision zu ver-
meiden, wenn auf der Luzernstrasse ein Fahrzeug von links gekommen oder hinter 
der Hausecke überraschend ein Fussgänger aufgetaucht wäre (pag. 931, S. 20 der 
Urteilsbegründung). Es lag eine erhöhe abstrakte Gefährdung vor. Das rasante 
Hinausfahren auf die Luzernstrasse war gegenüber den übrigen Verkehrsteilneh-
mern rücksichtslos. Der Beschuldigte handelte zumindest grobfahrlässig. 

Der Beschuldigte ist somit in Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils – und ent-
sprechend der Anklage – der groben Verkehrsregelverletzung schuldig zu erklären, 
begangen am 3. Oktober 2014 in Derendingen SO durch Missachten des Vortritts 
beim Einbiegen in Hauptstrasse bei eingeschränkter Sicht (Luzernstrasse, Höhe 
Liegenschaften Nr. 6b/8). 

11. Phase 4 (Ziff. III. 7. des angefochtenen Urteils)

Gemäss Art. 35 Abs. 2 SVG ist Überholen nur gestattet, wenn der nötige Raum 
übersichtlich und frei ist und der Gegenverkehr nicht behindert wird.

Es ist beweismässig erstellt, dass der Beschuldigte auf Höhe Einmündung in die 
Deitingenstrasse einen Mähdrescher, welcher links abbiegen wollte, über die Ge-
genfahrbahn überholte. Im Zeitpunkt des Vorfalls herrschte lockerer Gegenverkehr 
(vgl. Ziff. II. 8.2 vorne). 

Das Überholen – vorab auf Strassen mit Gegenverkehr – gehört nach der Recht-
sprechung des Bundesgerichts zu den gefährlichsten Fahrmanövern. Ein solches 
Manöver ist deshalb nur gestattet bzw. darf nur durchgeführt werden, wenn es nicht 
überhaupt verboten ist, der nötige Raum übersichtlich und frei ist und andere Ver-
kehrsteilnehmer nicht behindert oder gefährdet werden (BGE 129 IV 155 E. 3.2.1 
S. 158; Urteil des Bundesgerichts 6B_161/2015 vom 8. Juli 2015 E. 5.2; je mit Hin-
weisen). Der Überholende muss von Anfang an die Gewissheit haben, sein Über-
holmanöver sicher und ohne Gefährdung Dritter abschliessen zu können. Nicht nur 
die für den Überholvorgang benötigte Strecke muss übersichtlich und frei sein, 
sondern zusätzlich jene, die ein entgegenkommendes Fahrzeug bis zu jenem Zeit-
punkt zurücklegt, wo der Überholende die linke Strassenseite freigegeben haben 
wird (BGE 121 IV 235 E. 1b mit Hinweisen).

Durch das Überholen des linksabbiegenden Mähdreschers verletzte der Beschul-
digte objektiv eine wichtige Verkehrsregel. Er hatte zu Beginn seines Überhol-
manövers keinerlei Sicht auf den Raum hinter dem Mähdrescher und konnte nicht 
wissen, ob und gegebenenfalls wann ein Fahrzeug entgegenkommen und wie des-
sen Lenker reagieren würde. Mit der Durchführung des Manövers an besagter Stel-
le nahm der Beschuldigte zumindest in Kauf, eine ernstliche Gefahr für die Sicher-
heit anderer zu schaffen, womit der Tatbestand auch in subjektiver Hinsicht erfüllt 
ist. 

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17

Anders als die Vorinstanz und die Generalstaatsanwaltschaft beurteilt die Kammer 
das Überholmanöver des Beschuldigten jedoch nicht als «waghalsig» im Sinne von 
Art. 90 Abs. 3 SVG. Im Zeitpunkt des Vorfalls herrschte zwar lockerer Gegenver-
kehr, zu einer konkreten Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer kam es aber 
glücklicherweise nicht. Der Mähdrescher hätte, als träges Gefährt, sonst auch nicht 
ohne Weiteres abbiegen können. Da allfällig entgegenkommende Fahrzeuge durch 
das Blaulicht und die akustische Warnvorrichtung der Polizei aufmerksam gemacht 
werden konnten, erscheint das Überholmanöver des Beschuldigten im Vergleich zu 
anderen Überholmanövern nicht (mehr) als besonders gefährlich und es ist nicht 
von einem hohen Risiko eines Unfalls mit Schwerverletzten oder Todesopfern aus-
zugehen. Obwohl im Grenzbereich liegend, erreicht der beweismässig erstellte 
Sachverhalt die von Art. 90 Abs. 3 SVG geforderte Intensität nicht. Schliesslich ist 
der vorgeworfene Sachverhalt in der Anklageschrift betreffend die Phase 4 auch zu 
wenig klar umschrieben, um den Beschuldigten wegen einer qualifiziert groben 
Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 3 SVG schuldig zu sprechen. So ist 
beispielsweise die Gefahr nicht umschrieben und es ist – anders als in Phase 5 – 
auch nicht von einem «waghalsigen» Überholmanöver die Rede. 

Der Beschuldigte ist somit in Abänderung des erstinstanzlichen Urteils der groben 
Verkehrsregelverletzung schuldig zu erklären, begangen durch Überholen eines 
(linksabbiegenden) Mähdreschers, ohne die Gewissheit zu haben, dass der dafür 
benötigte Raum frei ist (Luzernstrasse, nach Bahnunterführung, auf Höhe Einmün-
dung Deitingenstrasse). 

IV. Strafzumessung

12. Überprüfung durch die Kammer 

Die Strafkammern des Obergerichts überprüfen die Strafzumessung umfassend, 
legen sich jedoch – zumal bei gleich bleibenden Schuldsprüchen – bei der Abände-
rung erstinstanzlich ausgefällter Sanktionen Zurückhaltung auf. Erstinstanzliche 
Gerichte gewinnen von allen Aspekten des beurteilten Falles einen unmittelbaren 
Eindruck. In bestimmten Deliktskategorien verfügen sie zudem über eine reiche 
Praxis mit vielen Vergleichsmöglichkeiten, was zusätzliche Zurückhaltung der 
Rechtsmittelinstanz nahe legt. Die 1. Strafkammer weicht deshalb von der erstin-
stanzlichen Strafzumessung nur ab, wenn es hierfür triftige Gründe gibt. Solche 
Gründe können namentlich darin liegen, dass wesentliche Zumessungsfaktoren 
unberücksichtigt geblieben oder falsch gewürdigt worden sind, dass die ausgefällte 
Strafe im kantonalen Quervergleich deutlich zu milde  oder zu streng ausgefallen 
ist oder dass seit dem erstinstanzlichen Urteil wesentliche, die Strafzumessung be-
einflussende Änderungen eingetreten sind. 

Die allgemeinen Ausführungen der Vorinstanz zur Strafzumessung sind zutreffend. 
Darauf kann verwiesen werden (pag. 953 ff., S. 42 ff. der Urteilsbegründung). 

13. Konkretes Vorgehen und Strafrahmen 

Der Beschuldigte hat sich des mehrfachen gewerbsmässigen Diebstahls, der mehr-
fachen Sachbeschädigung, des mehrfachen Hausfriedensbruchs, des Raufhan-

18

dels, der mehrfachen Fälschung von Ausweisen, der mehrfachen Widerhandlung 
gegen das Ausländergesetz und der mehrfachen groben Verkehrsregelverletzung 
schuldig gemacht. Bereits an dieser Stelle kann vorweggenommen werden, dass 
die Kammer aufgrund des engen deliktischen Zusammenhangs (Kriminaltourist), 
der einschlägigen Vorstrafen sowie aus spezialpräventiven Gesichtspunkten für 
sämtliche Schuldsprüche eine Freiheitsstrafe als zweckmässige und angemessene 
Sanktion erachtet, weshalb nachfolgend das Asperationsprinzip gemäss Art. 49 
Abs. 1 StGB zur Anwendung gelangt. Die Vorinstanz wies zu Recht darauf hin, 
dass der Beschuldigte eine Geldstrafe realistischerweise nicht bezahlen könnte, 
zumal er sich rechtswidrig in der Schweiz aufhält und selber angab, er habe kein 
Geld (pag. 42 Z. 68; pag. 955, S. 44 der Urteilsbegründung). Der mit Art. 41 Abs. 1 
StGB angestrebte Zweck der Zurückdrängung kurzer Freiheitsstrafen bleibt infolge 
der Asperation unberührt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_466/2013 vom 25. Juli 
2013 E. 2.3.3.).

Entsprechend der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist zunächst der Strafrah-
men für die schwerste Straftat zu bestimmen und alsdann die Einsatzstrafe für die 
schwerste Tat innerhalb dieses Strafrahmens festzusetzen (Urteil des Bundesge-
richts 6B_157/2014 vom 26. Januar 2015 E. 2.2. mit Hinweisen). Die schwerste 
Straftat bildet vorliegend der gewerbsmässige Diebstahl mit einer Strafandrohung 
von Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren oder Geldstrafe nicht unter 90 Tagessätzen 
(Art. 139 Ziff. 2 StGB). Zeitlich lassen sich die Delikte in zwei Serien zusammen-
fassen: einerseits die Taten im Zeitraum von Januar bis März 2013 (Laupen BE, 
Diegten BL und Buckten BL; eingeklagter Deliktsbetrag CHF 16'866.00) und ande-
rerseits jene im Zeitraum September/Oktober 2014 (Altbüron LU, Neuendorf SO 
und Bannwil BE; eingeklagter Deliktsbetrag CHF 14'870.00). Zur Bestimmung der 
Einsatzstrafe werden die drei 2013 begangenen Diebstähle tatgruppenartig zu-
sammengefasst. 

In einem zweiten Schritt ist die Einsatzstrafe aufgrund der Schuldsprüche wegen 
mehrfachen gewerbsmässigen Diebstahls, mehrfacher Sachbeschädigung, mehr-
fachen Hausfriedensbruchs, Raufhandels, mehrfacher Fälschung von Ausweisen, 
mehrfachen Widerhandlungen gegen das Ausländergesetz und mehrfachen groben 
Verkehrsregelverletzungen in Anwendung von Art. 49 Abs. 1 StGB angemessen zu 
erhöhen. Die mehrfach begangenen Delikte werden dabei jeweils tatgruppenartig 
zusammengefasst. Trotz Vorliegens von Strafschärfungs- und Strafmilderungs-
gründen (Asperation; Versuch) sind vorliegend keine aussergewöhnlichen Umstän-
de ersichtlich, aufgrund welcher der ordentliche Strafrahmen zu verlassen wäre. 
Der Strafrahmen reicht somit von 90 Tagessätzen Geldstrafe bis zu zehn Jahren 
Freiheitsstrafe (Art. 139 Ziff. 2 StGB).

14. Einsatzstrafe: mehrfacher gewerbsmässiger Diebstahl, begangen 2013

14.1 Objektive Tatkomponenten 

a) Ausmass des verschuldeten Erfolgs bzw. Schwere der Verletzung des betroffenen 
Rechtsguts

19

Der Tatbestand des Diebstahls schützt das Vermögen bzw. die Verfügungsmacht 
des Berechtigten über die Sache (NIGGLI/RIEDO, in: Basler Kommentar, Strafrecht 
II, 3. Aufl. 2013, N. 11 zu Art. 139 StGB).

Der Beschuldigte und seine Mittäter verübten im Januar und März 2013 drei Ein-
bruchdiebstähle in Einfamilienhäuser und erbeuteten dabei Deliktsgut im Wert von 
insgesamt rund CHF 16‘860.00. Eigentum, Vermögen und Sicherheitsgefühl der 
Geschädigten wurden durch das Vorgehen des Beschuldigten erheblich beein-
trächtigt. Die Schwere der Verletzung des betroffenen Rechtsguts wiegt jedoch – 
unter Berücksichtigung des ordentlichen Strafrahmens von bis zu zehn Jahren 
Freiheitsstrafe – noch leicht.

b) Art und Weise der Herbeiführung der Rechtsgutverletzung resp. Verwerflichkeit des 
Handelns (kriminelle Energie)

Der Beschuldigte und seine Komplizen kundschafteten die Umgebung der Ein-
bruchsobjekte aus und versuchten sich durch vorgängiges Klingeln zu vergewis-
sern, dass niemand zu Hause ist. Sie schlugen dann mit einem Stein Fenster oder 
Glastüren ein oder brachen mit einem Flachwerkzeug Fenster auf. Anschliessend 
stiegen sie in die Einfamilienhäuser ein, durchsuchten diese und behändigten das 
Deliktsgut (insbesondere Bargeld, Uhren, Schmuck und Taschen). 

Der Verteidigung kann nicht gefolgt werden, soweit sie geltend macht, der Be-
schuldigte sei recht amateurhaft vorgegangen bzw. habe ein unterdurchschnittlich 
professionelles Verhalten gezeigt. Der Beschuldigte ging taktisch überlegt vor. An-
lässlich der Einvernahme vom 19. Februar 2015 bei der Staatsanwaltschaft 
(pag. 597 ff.) gab er an, er habe bei den Einbruchdiebstählen Schraubenzieher da-
bei gehabt und Handschuhe getragen (pag. 601 Z. 147 ff.). Seine Vorgehensweise 
muss als professionell bezeichnet werden. Sie lässt auf eine hohe kriminelle Ener-
gie schliessen. Die Art und Weise der Herbeiführung der Rechtsgutverletzung führt 
zu einer Erhöhung der objektiven Tatschwere. 

14.2 Subjektive Tatkomponenten 

a) Willensrichtung, Beweggründe und Ziele

Der Beschuldigte handelte mit direktem Vorsatz. Die Kammer teilt die Zweifel der 
Vorinstanz daran, dass der Beschuldigte die Delikte ausschliesslich aus Not 
und/oder zu Gunsten seiner Familie begangen hat, wie er es selber darzustellen 
versuchte. Die Vorinstanz wies zu Recht darauf hin, dass der Beschuldigte für die 
Begehung der Delikte mehrfach die weite und wohl nicht ganz kostengünstige An-
reise aus dem Ausland in Kauf nahm und teilweise sogar in Hotels übernachtete. 
Der Beschuldigte gewichtete die Aussicht auf eigene Bereicherung höher, als das 
verletzte Sicherheitsgefühl, die entstandene Unbill und den finanziellen Schaden 
der Geschädigten (pag. 956, S. 45 der Urteilsbegründung). Er handelte nicht nur 
aus rein wirtschaftlicher Not, sondern versuchte auf diesem Weg auch an Vermö-
genswerte zu gelangen, um sich sein Fortkommen zu erleichtern. Da solche Be-
weggründe häufig Triebfeder und Merkmal für die infrage stehende Delinquenz 
(gewerbsmässig begangene Einbruchdiebstähle) darstellen, ist dieses Kriterium 
neutral zu gewichten. 

20

b) Vermeidbarkeit

Wie die Vorinstanz zutreffend ausführte, wären dem Beschuldigten durchaus ande-
re Handlungsmöglichkeiten offen gestanden, als in die Schweiz zu reisen, um hier 
Einbrüche zu begehen. Eine Verschuldensminderung unter diesem Titel ist sicher 
nicht angezeigt. 

14.3 Fazit Tatkomponenten / Einsatzstrafe

Das objektive Tatverschulden liegt im Verhältnis zum Strafrahmen von bis zu zehn 
Jahren Freiheitsstrafe noch im unteren Drittel und ist mithin noch als leicht zu quali-
fizieren. Das subjektive Tatverschulden wirkt sich neutral aus. 

Unter Berücksichtigung der Gesamttatschwere erachtet die Kammer für die drei 
Diebstähle im Januar und März 2013 (Laupen BE, Diegten BL und Buckten BL; De-
liktsbetrag CHF 16‘860.00) eine Einsatzstrafe von 9 Monaten Freiheitsstrafe als 
angemessen. 

15. Asperation aufgrund der weiteren Schuldsprüche

15.1 mehrfacher gewerbsmässiger Diebstahl, begangen 2014

Neben den zur Einsatzstrafe führenden gewerbsmässigen Diebstähle im Januar 
und März 2013 hat der Beschuldigte im September und Oktober 2014 zwei weitere 
gewerbsmässige Diebstähle (Altbüron LU und Neuendorf SO) und einen Dieb-
stahlsversuch (Bannwil BE) begangen. Dabei ging der Beschuldigte praktisch 
gleich vor wie bei den Delikten 2013. Er und seine Mittäter entwendeten Uhren, 
Münzen, Goldbarren, Schmuck, und Handtaschen und erbeuteten Deliktsgut im 
Wert von rund CHF 14‘870.00. Die Vorgehensweise des Beschuldigten lässt auch 
hier auf eine recht hohe kriminelle Energie schliessen. Betreffend die subjektiven 
Tatkomponenten kann sinngemäss auf die Ausführungen unter Ziff. IV. 14.2 vorne 
verwiesen werden. Das Tatverschulden liegt auch für diese Serie von Einbruch-
diebstählen insgesamt noch im unteren Drittel bzw. technisch im leichten Bereich. 
Im Fall Bannwil BE liegt lediglich ein Versuch vor. Vorliegend ist es jedoch nicht 
das Verdienst des Beschuldigten, dass es beim Versuch geblieben ist. Der Be-
schuldigte und Mittäter O.________ ergriffen beim Auftauchen des sich im Haus 
befindenden Geschädigten die Flucht, bevor sie – wie beabsichtigt – Deliktsgut 
behändigen konnten. Der Versuch ist deshalb höchstens leicht strafmildernd zu 
berücksichtigen. Für diese Delikte erscheint für sich alleine beurteilt – unter 
Berücksichtigung des Versuchs – eine Freiheitsstrafe von 8 Monaten als angemes-
sen. 

Unter Anwendung des Asperationsprinzips resultiert eine asperierte Freiheitsstrafe 
von 5 Monaten.

15.2 Mehrfache Sachbeschädigung

Im Rahmen ihrer Einbrüche begingen der Beschuldigte und seine Mittäter Sachbe-
schädigungen. Sie schlugen insbesondere Scheiben ein und wuchteten Fenster 
oder Türen mit einem Flachwerkzeug auf. 

Vorliegend stellten die Sachbeschädigungen nicht das eigentliche Handlungsziel 
dar. Der Beschuldigte beging die Sachbeschädigungen, um an Vermögenswerte zu 

21

gelangen. Es wurde nur derjenige Schaden angerichtet, der zur Begehung der 
Diebstähle notwendig war. Nichtsdestotrotz entstand ein Sachschaden von insge-
samt CHF 7‘850.00. Betreffend die subjektiven Tatkomponenten kann sinngemäss 
auf die Ausführungen unter Ziff. IV. 14.2 vorne verwiesen werden. 

Die Kammer erachtet für den Schuldspruch wegen Sachbeschädigungen in sechs 
Fällen für sich alleine beurteilt eine Strafe von 3 bis 4 Monaten als angemessen. 
Unter Anwendung des Asperationsprinzips gelangt die Kammer zu einer asperier-
ten Freiheitsstrafe von 2 Monaten. 

15.3 Mehrfacher Hausfriedensbruch

Der Beschuldigte und seine Mittäter begingen im Rahmen ihrer Einbruchdiebstähle 
auch sechs Hausfriedensbrüche, indem sie sich gewaltsam und unrechtmässig Zu-
tritt zu den Einfamilienhäusern der Geschädigten verschafften. Sie mussten dabei 
einen grösseren Widerstand überwinden, als wenn sie in ein öffentlich zugängli-
ches Gebäude eingedrungen wären und zeigten eine Gleichgültigkeit und Respekt-
losigkeit gegenüber der Privatsphäre anderer. Betreffend die subjektiven Tatkom-
ponenten kann sinngemäss auf die Ausführungen unter Ziff. IV. 14.2 vorne verwie-
sen werden. 

Die Kammer erachtet für den Schuldspruch wegen Hausfriedensbruchs in sechs 
Fällen für sich alleine beurteilt eine Strafe von 1 ½ bis 2 Monaten als angemessen. 
Unter Anwendung des Asperationsprinzips gelangt die Kammer zu einer asperier-
ten Freiheitsstrafe von einem Monat. 

15.4 Raufhandel

Die Vorinstanz führte aus, der Beschuldigte sei beim Raufhandel vom 24. April 
2013 ebenfalls verletzt worden. Er sei zwar durch die verbale Attacke gegen 
R.________ in Egerkingen der ursprüngliche Provokateur und Auslöser der nach-
folgenden Auseinandersetzung. Allerdings könne dem Beschuldigten bezüglich des 
Raufhandels keine antreibende Rolle unterstellt werden, seien es doch letztlich 
R.________ und S.________ gewesen, welche den damaligen Aufenthaltsort des 
Beschuldigten in Oensingen aufgesucht und ihn zur Rede gestellt hätten, was 
schliesslich in einer tätlichen Auseinandersetzung gegipfelt habe (pag. 958, S. 47 
der Urteilsbegründung). 

Diesen Ausführungen ist zuzustimmen. Anders als die Vorinstanz beurteilt die 
Kammer diesen Vorfall jedoch nicht als Bagatelle. Die Auseinandersetzung war von 
einem erheblichen Aggressions- und Gewaltpotential getragen. S.________ erlitt 
einen Nasenbeinbruch, R.________ Verletzungen im Nacken und eine Fersenkon-
tusion rechts, O.________ ein Hämatom am Oberschenkel und der Beschuldigte 
eine Verletzung an der Nase (angebrochen). 

Der Beschuldigte handelte hinsichtlich des Raufhandels mit direktem Vorsatz, was 
sich neutral auswirkt. Seine Beweggründe wurden im Beweisverfahren nicht absch-
liessend geklärt. Es ist davon auszugehen, dass sich die Beteiligten gegenseitig 
provozierten. 

Unter Berücksichtigung dieser Umstände erachtet die Kammer für den Schuld-
spruch wegen Raufhandels für sich alleine beurteilt eine Strafe von 40 Strafeinhei-

22

ten als angemessen. Unter Anwendung des Asperationsprinzips resultiert eine as-
perierte Strafe von 30 Strafeinheiten bzw. eine Freiheitsstrafe von einem Monat. 

15.5 Mehrfache Fälschung von Ausweisen

Der Beschuldigte kaufte sich unter Vorlage einer gefälschten bulgarischen Identi-
tätskarte, welche er zuvor in Serbien erworben hatte, eine Lycamobile-SIM-Karte. 
Zudem legte er die gefälschte Identitätskarte in einem Hotel vor, um sich in die 
Gästeliste einzutragen. Der Beschuldigte handelte direktvorsätzlich und aus rein 
egoistischen Beweggründen. Er erleichterte sich mit diesem Vorgehen sein Fort-
kommen. Die Delikte stehen in einem engen Zusammenhang mit den in der 
Schweiz begangenen Einbruchdiebstählen (Kriminaltourismus). 

Die Kammer erachtet für die Schuldsprüche wegen Fälschung von Ausweisen in 
zwei Fällen für sich alleine beurteilt eine Strafe von 40 Strafeinheiten als angemes-
sen. Unter Anwendung des Asperationsprinzips resultiert eine asperierte Strafe von 
30 Strafeinheiten bzw. eine Freiheitsstrafe von einem Monat. 

15.6 mehrfache Widerhandlung gegen das Ausländergesetz

Der Beschuldigte reiste von Januar 2013 bis zu seiner Verhaftung am 3. Oktober 
2014 insgesamt vier Mal trotz bestehender Einreisesperre in die Schweiz ein und 
hielt sich hier jeweils einige Tage oder Wochen rechtswidrig auf. Er wusste um die 
Einreisesperre und handelte vorsätzlich. Wie die Vorinstanz zutreffend ausführte, 
zeigt dies, dass der Beschuldigte in keiner Weise gewillt ist, sich an die Auflagen 
hiesiger Behörden zu halten. Die rechtswidrigen Einreisen und Aufenthalte stehen 
in Zusammenhang mit den in der Schweiz begangenen Vergehen oder Verbrechen 
(Kriminaltourismus; pag. 958, S. 47 der Urteilsbegründung). 

In Übereinstimmung mit der Vorinstanz erachtet die Kammer für den Schuldspruch 
wegen Widerhandlungen gegen das Ausländergesetz in vier Fällen für sich alleine 
beurteilt eine Strafe von 6 Monaten als angemessen. Unter Anwendung des Aspe-
rationsprinzips gelangt die Kammer zu einer asperierten Freiheitsstrafe von 4 Mo-
naten.

15.7 Mehrfache grobe Verkehrsregelverletzung 

Der Beschuldigte verletzte anlässlich seiner Flucht vor der Polizei am 3. Oktober 
2014 in Derendingen mehrere wichtige Verkehrsregeln in schwerer Art und Weise 
(Phase 1: Missachten des Vortritts; Phase 2: Nichtanpassen der Geschwindigkeit 
und unvorsichtiges Überholen; Phase 3: Rechtsüberholen; Phase 4: unvorsichtiges 
Überholen; Phase 5: Nichtanpassen der Geschwindigkeit und unvorsichtiges Über-
holen). Die durch das Verhalten des Beschuldigten geschaffene Gefahr war nicht 
nur erheblich und konkret, sondern verwirklichte sich insofern, als der Beschuldigte 
schlussendlich die Herrschaft über sein Fahrzeug verlor und mit einem Gartenzaun 
und einem Randstein kollidierte. Dass nichts Schlimmeres passiert ist, ist letztlich 
nur dem Zufall zu verdanken. Die Verletzungen des mit Art. 90 Abs. 2 SVG ge-
schützten Rechtsguts der allgemeinen Verkehrssicherheit wiegen recht schwer 
(Strafrahmen bis drei Jahre Freiheitsstrafe).

Der Beschuldigte verhielt sich gegenüber den übrigen Verkehrsteilnehmern absolut 
rücksichtslos, was jedoch bereits zur Qualifizierung der Verkehrsregelverletzungen 

23

führte und deshalb im Rahmen der Strafzumessung neutral zu gewichten ist (Dop-
pelverwertungsverbot). Negativ wirkt sich indes aus, dass die Fluchtfahrt des Be-
schuldigten erst gestoppt wurde, als dieser die Herrschaft über sein Fahrzeug ver-
lor. 

Der Beschuldigte beging die Verkehrsregelverletzungen wissentlich und willentlich 
und nahm hierbei eine erhebliche Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer mindes-
tens in Kauf. Er tat dies, um der Polizei zu entkommen. Äussere oder innere Um-
stände, die es dem Beschuldigten verunmöglicht hätten, sich rechtskonform zu 
verhalten, sind nicht ersichtlich. Der Beschuldigte reagierte während der Fahrt im-
mer wieder mit neuen Entscheiden auf die jeweiligen neuen Verkehrssituationen. 

Das Tatverschulden ist unter Berücksichtigung sämtlicher objektiver und subjekti-
ver Tatkomponenten – in Relation zum Strafrahmen von bis zu drei Jahren Frei-
heitsstrafe – als mittelschwer zu bezeichnen. Die Kammer erachtet für die Schuld-
sprüche wegen grober Verkehrsregelverletzung in fünf Fällen, für sich alleine beur-
teilt, eine Strafe von 18 Monaten als angemessen. Unter Anwendung des Asperati-
onsprinzips resultieren 12 Monate Freiheitsstrafe.

15.8 Fazit Asperation

Die Einsatzstrafe von 9 Monaten ist somit unter Anwendung des Asperationsprin-
zips aufgrund der Schuldsprüche wegen mehrfachen gewerbsmässigen Diebstahls, 
mehrfacher Sachbeschädigung, mehrfachen Hausfriedensbruchs, Raufhandels, 
mehrfacher Fälschung von Ausweisen, mehrfachen Widerhandlungen gegen das 
Ausländergesetz und mehrfachen groben Verkehrsregelverletzungen um insge-
samt 26 Monate auf 35 Monate zu erhöhen. 

16. Täterkomponenten

a) Vorleben und persönliche Verhältnisse 

Die Vorinstanz führte zum Vorleben und zu den persönlichen Verhältnissen des 
Beschuldigten Folgendes aus (pag. 959 ff., S. 48 ff. der Urteilsbegründung):

Zum Vorleben liegen einzig verschiedene, nicht überprüfbare Angaben des Beschuldigten vor, welche 
teilweise voneinander abweichen. Der Beschuldigte wurde insbesondere am 19.02.2015 und am 
25.03.2015 durch die Staatsanwaltschaft sowie im Rahmen der Hauptverhandlung durch das Gericht 
befragt (pag. 598 ff.; 633 f.; 876 ff.). Zusammenfassend gab er an, er sei mit dem Familienname 
T.________ in Skopje/Mazedonien geboren worden. Er sei serbischer Staatsangehöriger. Seine Fa-
milie sei aber vor 300-400 Jahren nach Mazedonien ausgewandert. Ethnisch sei er Bosnier. Er sei 
Muslim. Seine Muttersprache sei serbisch. Er habe 8 Jahre eine Grundschule in Skopje besucht. Vor 
Abschluss der Grundschule habe er mit 14½-jährig Mazedonien verlassen und sich in seine ursprüng-
liche Heimat Serbien begeben. Er habe erst später noch ein Schuljahr nachgeholt, um die Grundschu-
le zu beenden. Aufgrund der kriegerischen Auseinandersetzungen auf dem Balkan habe er nie eine 
Ausbildung gemacht und sei wie viele Andere nach Europa geflüchtet, zuerst nach München. Er habe 
längere Zeit in Deutschland gelebt, zwischendurch wieder in Mazedonien und auch in Serbien. Auch 
in der Schweiz hielt er sich bekanntlich mehrfach auf.

Gemäss Erhebungsblatt über die wirtschaftlichen Verhältnisse (pag. 700) wurde der Beschuldigte 
1998 erstmals Vater (U.________, geb. 20.05.1998). Über die Kindsmutter oder allfällige Unterhalts-

24

verpflichtungen ist in den Akten nichts dokumentiert. Sein Zivilstand wird in den Akten entweder mit 
"ledig" oder mit "verheiratet" angegeben. Er selber gab dazu an, er sei mit V.________ verheiratet. 
Die Heirat habe jedoch nur in einer Moschee stattgefunden, weshalb er "offiziell" nicht verheiratet sei. 
Zusammen mit V.________ hat er einen weiteren Sohn (W.________, geb. 13.09.2013).

Der Beschuldigte führte aus, er habe einerseits Probleme mit seiner Familie gehabt und andererseits 
habe eine Einreisesperre für den Schengenraum bestanden, weshalb er seinen Familiennamen von 
T.________ in A.________ geändert habe, was problemlos möglich sei, wenn man in einem Land 
nicht vorbestraft sei. Er besitzt aktuell einen gültigen Reisepass der Republik Serbien, lautend auf den 
Namen A.________ (pag. 267).

Zu seiner finanziellen Situation gab der Beschuldigte an, er habe Schulden. Weitere Angaben konnte 
oder wollte er dazu nicht machen, da er dies vergessen habe. Als sein Vater noch gelebt habe, hätten 
sie mit Früchten gearbeitet. Bezüglich Arbeit habe er "alles versucht". Auf seine Gesundheit ange-
sprochen gab er an, er sei Träger von "humanen Papillomviren" der Genotypen 16 und 51, welche 
Krebs verursachen können. Die Frage nach regelmässigem Alkoholkonsum verneinte er und er kon-
sumiere auch keine Drogen.

Der Beschuldigte ist mehrfach vorbestraft:

- in Mazedonien wurde er unter den Namen "T.________" zu einer Freiheitsstrafe von 6 Jahren und 
2 Monaten verurteilt. Gemäss Auskunft von Interpol Skopje wird der Beschuldigte in Mazedonien 
nach Flucht aus dem Strafvollzug gesucht zwecks Vollzug eines Strafrests (pag. 693; "wanted 
temporary at national level for prison escape, for serving the rest of his imprisonment sentence of 
6 years und 2 months. T.________ has 5 months left to serve of de imprisonment sentence."). Der 
Beschuldigte gab an, er sei in Mazedonien wegen Entführung verurteilt worden, sei aber unschul-
dig (pag. 599). Das Urteil basiere auf Vorfällen aus dem Jahr 1998 – damals war der Beschuldigte 
ca. 24-jährig. Allen anderen Gefangenen sei die vorzeitige Entlassung gewährt worden, nur ihm 
nicht, weil er Bosnier sei und nicht Serbe. Dann sei er halt "gegangen" (pag. 633).

- in Deutschland sind auf den Namen "T.________" drei Urteile im Bundeszentralregister eingetra-
gen (pag. 697 ff.):

- 27.02.2002, Amtsgericht Darmstadt, versuchter Wohnungseinbruchdiebstahl, unerlaubter Auf-
enthalt, Urkundenfälschung, 1 Jahr Freiheitsstrafe auf Bewährung (später widerrufen, Straf-
vollstreckung durch Verjährung erledigt);

- 19.03.2003, Amtsgericht Würzburg, unerlaubte Einreise, unerlaubter Aufenthalt, Urkundenfäl-
schung, 1 Jahr Freiheitsstrafe;

- 25.08.2003, Amtsgericht Heidelberg, Einbruchdiebstahl, 2 Jahre Freiheitsstrafe unter Einbezug 
der Sanktion gemäss Urteil vom 19.03.2003 (Strafvollstreckung durch Verjährung erledigt).

- in Frankreich (pag. 687) wurde der Beschuldigte unter dem Namen "T.________" am 26.05.2009 
nebst einer 10-jährigen Landesverweisung durch das Tribunal correctionnel de Paris zu 3 Jahren 
Freiheitsstrafe verurteilt wegen schweren Diebstahls und weiteren Delikten. Der Beschuldigte gab 
dazu an, er sei wegen "Diebstahls und zwar von vielen Sachen" verurteilt worden und habe 
ca. zwei der drei Jahre Freiheitsstrafe verbüsst, bevor er ausgeschafft worden sei (pag. 878).

- im Schweizerischen Strafregister ist der Beschuldigte unter dem Namen "A.________" zweifach 
verzeichnet (pag. 684 f.):

- 02.12.2011, Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat, rechtswidrige Einreise, 90 Tagessätze Gelds-
trafe bedingt vollziehbar;

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- 15.06.2012, Staatsanwaltschaft 3 Sursee, mehrfacher Diebstahl, mehrfache Sachbeschädi-
gung, mehrfacher Hausfriedensbruch, rechtswidrige Einreise und Aufenthalt, 180 Tagessätze 
Geldstrafe, davon 100 Tagessätze bedingt vollziehbar.

Die vielen Vorstrafen vermochten den Beschuldigten trotz teilweiser Untersuchungshaft und mehrjäh-
rigem Strafvollzug ganz offensichtlich nicht genügend zu beeindrucken, um ihn von weiteren Strafta-
ten abzuhalten. Betreffend Diebstahls, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruchs, Urkundendelikte und 
Verletzung der Einreise- und Aufenthaltsvorschriften bestehen einschlägige Vorstrafen. Die Anzahl 
Vorstrafen und die Tatsache, dass diese teilweise einschlägig sind, ist negativ zu gewichten. Die Stra-
fe muss gestützt auf die offensichtliche Unbelehrbarkeit des Beschuldigten markant erhöht werden.

Die Vorinstanz hat das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse zutreffend dar-
gelegt. Einzig die Verurteilung in Mazedonien ist – soweit ersichtlich – nicht ein-
schlägig, die übrigen Vorstrafen sind jedoch einschlägig. Der Beschuldigte zeigte 
sich von den bisherigen Verurteilungen und dem Vollzug von Freiheitsstrafen un-
beeindruckt und offenbarte eine enorme Gleichgültigkeit gegenüber dem Straf- und 
Vollzugssystem, weshalb sich die mehrfachen Vorstrafen ganz erheblich strafer-
höhend auszuwirken haben. 

b) Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren 

Der Beschuldigte ist nur teilweise geständig. Er gab im Verlauf der Untersuchung 
nach und nach jene Vorwürfe zu, welche ihm aufgrund der vorhandenen Beweis-
mittel ohnehin hätten nachgewiesen werden können. Eine Strafminderung infolge 
Kooperation oder Geständnisbereitschaft ist unter diesen Umständen nicht gerecht-
fertigt. Der Vorinstanz ist beizupflichten, dass der Beschuldigte die schwierigen 
Umstände bzw. die Not und Bedürftigkeit seiner Familie als aus seiner Sicht quasi 
«rechtfertigende Motive» vorschiebt, anstatt sein eigenes strafbares Handeln 
ernsthaft zu reflektieren (pag. 961, S. 50 der Urteilsbegründung). 

Das Verhalten des Beschuldigten vor Gericht ist nicht zu beanstanden. Ein solches 
Verhalten darf jedoch erwartet werden und ist nicht zu Gunsten des Beschuldigten 
zu berücksichtigen. Gemäss dem Führungsbericht der Anstalten Thorberg vom 
16. März 2016 habe sich seit dem Eintritt abgezeichnet, dass es dem Beschuldig-
ten nicht gelinge, sich in den Vollzugsalltag zu integrieren. Er sei durch sein disso-
ziales und inadäquates Verhalten gegenüber Miteingewiesen und Personal aufge-
fallen. Um eine Eskalation zu verhindern, habe der Beschuldigte bereits nach we-
nigen Tagen in die Sicherheitsabteilung B verlegt werden müssen. Dort zeige er ein 
kritisches und teils abweisendes Verhalten, bleibe jedoch anständig (pag. 1111). 
Seine Reaktionen in bestimmten Situationen seien schwer einzuschätzen und un-
berechenbar. Das eng geführte Setting der Sicherheitsabteilung scheine sich je-
doch zu bewähren. Der Beschuldigte könne in der Kleingruppe schrittweise an den 
formulierten Vollzugszielen und an einer allfälligen Rückversetzung in den Normal-
vollzug arbeiten. Er sei bemüht, seinen Alltag im geschlossenen Strafvollzug positiv 
zu bewältigen (pag. 1112). Zu erwähnen ist ferner, dass der Beschuldigte am 
11. Juli 2015 in seiner Zelle im Regionalgefängnis Thun mutmasslich Feuer legte 
(pag. 821 ff.). 

Das Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren sind insgesamt neutral bis eher 
negativ zu werten. 

26

c) Strafempfindlichkeit 

Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts ist eine erhöhte Strafempfind-
lichkeit nur bei aussergewöhnlichen Umständen zu bejahen, da die Verbüssung ei-
ner Freiheitsstrafe für jede in ein familiäres Umfeld eingebettete Person mit einer 
gewissen Härte verbunden ist (Urteil des Bundesgerichts 6B_1095/2014 vom 
24. März 2015 E. 3.3 mit Hinweisen). Vorliegend sind keine aussergewöhnlichen 
Umstände ersichtlich. Die Strafempfindlichkeit des Beschuldigten ist deshalb als 
neutral zu beurteilen.

d) Fazit Täterkomponenten 

Die Täterkomponenten wirken sich insbesondere aufgrund der einschlägigen Vor-
strafen erheblich straferhöhend aus, weshalb die Strafe um mindestens 7 Monate 
auf 42 Monate zu erhöhen ist. Einer weitergehenden Erhöhung steht das zu 
berücksichtigende Verschlechterungsverbot entgegen (vgl. Ziff. I. 5. vorne). 

17. Strafmass
Zusammenfassend erachtet die Kammer für die ergangenen Schuldsprüche – trotz 
der vorgenommenen Abänderungen zu Gunsten des Beschuldigten – eine Frei-
heitsstrafe von 42 Monaten als angemessen (wie die Vorinstanz und entsprechend 
dem Antrag der Generalstaatsanwaltschaft).

Die Untersuchungs- und Sicherheitshaft von 348 Tagen (vom 3. Oktober 2014 bis 
15. September 2015) wird vollumfänglich auf die Freiheitsstrafe angerechnet und 
es wird festgestellt, dass die Strafe am 16. September 2015 vorzeitig angetreten 
worden ist.

Freiheitsstrafen von mehr als drei Jahren sind zwingend zu vollziehen (Art. 42 f. 
StGB; BGE 134 IV 17 E. 3.3 S. 24). Ein bedingter oder teilbedingter Strafvollzug ist 
deshalb vorliegend weder zu prüfen, noch wäre ein solcher möglich.

V. Kosten und Entschädigung

18. Verfahrenskosten

a) Erstinstanzliches Verfahren 

Fällt die Rechtsmittelinstanz selber einen neuen Entscheid, so befindet sie darin 
auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 Abs. 3 
StPO). Die beschuldigte Person trägt die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird 
(Art. 426 Abs. 1 StPO).

Angesichts des Ausgangs des oberinstanzlichen Verfahrens ist die erstinstanzliche 
Verlegung der Verfahrenskosten zu bestätigen. Dem Beschuldigten sind die erstin-
stanzlichen Verfahrenskosten, insgesamt ausmachend CHF 17'824.20, aufzuerle-
gen, unter gleichzeitiger Verrechnung mit dem rechtskräftig beschlagnahmten 
Geldbetrag von CHF 184.45 (Art. 442 Abs. 4 StPO; vgl. Ziff. I. 5. Bst. F. 3. vorne). 

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b) Oberinstanzliches Verfahren 

Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres 
Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). 

Aufgrund des Ausmasses an Obsiegen und Unterliegen rechtfertigt es sich vorlie-
gend, dem Beschuldigten 9/10 der oberinstanzlichen Verfahrenskosten von total 
CHF 4‘000.00 (Art. 24 Bst. b VKD), ausmachend CHF 3‘600.00, aufzuerlegen. 
1/10 der Verfahrenskosten, ausmachend CHF 400.00, wird ausgeschieden und 
vom Kanton Bern getragen.

19. Entschädigung der amtlichen Verteidigung 
Gemäss Art. 135 Abs. 1 StPO wird die amtliche Verteidigung nach dem Anwaltsta-
rif desjenigen Kantons entschädigt, in dem das Strafverfahren geführt wurde. 
Art. 135 Abs. 4 StPO bestimmt, dass die beschuldigte Person bei einer Verurtei-
lung zu den Verfahrenskosten dazu verpflichtet ist, (Bst. a) dem Kanton die der 
amtlichen Verteidigung ausgerichtete Entschädigung zurückzuzahlen und (Bst. b) 
der Verteidigung die Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vol-
len Honorar zu erstatten, sobald es ihre wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben.

a) Erstinstanzliches Verfahren 

Das Honorar für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten vor erster Instanz 
durch Fürsprecher D.________ wird entsprechend dem erstinstanzlichen Urteil 
(pag. 904) und der Verfügung vom 10. September 2015 (pag. 1005 ff.) auf insge-
samt CHF 10‘642.75 bestimmt (amtliche Entschädigung CHF 9‘350.00 
[46.75 Stunden à CHF 200.00], Auslagen CHF 504.40, MwSt CHF 788.35).

Der Beschuldigte hat dem Kanton Bern die für das erstinstanzliche Verfahren aus-
gerichtete Entschädigung von insgesamt CHF 10‘642.75 zurückzuzahlen und Für-
sprecher D.________ die Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung und 
dem vollen Honorar, ausmachend CHF 2‘281.50, zu erstatten, sobald es seine 
wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).

b) Oberinstanzliches Verfahren

Das Honorar für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten vor oberer Instanz 
durch Rechtsanwalt B.________ wird gemäss der eingereichten und für noch an-
gemessen erachteten Kostennote vom 12. April 2016 (pag. 1159) auf 
CHF 7‘314.50 festgesetzt (amtliche Entschädigung CHF 5‘800.00 [29.00 Stunden à 
CHF 200.00], Reisezuschlag CHF 450.00, Auslagen CHF 522.70, MwSt 
CHF 541.80). 

Der Beschuldigte hat dem Kanton Bern für das oberinstanzliche Verfahren die auf 
sein anteilmässiges Unterliegen (9/10) entfallende Entschädigung von 
CHF 6‘583.05 zurückzuzahlen, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlau-
ben (Art. 135 Abs. 4 StPO). Eine Differenz zum vollen Honorar ergibt sich aufgrund 
des (einzig) geltend gemachten Stundenansatzes von CHF 200.00 nicht.

https://www.swisslex.ch/DOC/ShowLawViewByGuid/315c575f-b12a-4355-a1ad-3474409d0494/2584af7e-cc30-4914-b73f-1a2d1698f96f?source=document-link&SP=5|kfcxca

28

VI. Verfügungen

Der Beschuldigte geht in den vorzeitigen Strafvollzug zurück.

Die Zustimmung zur Löschung der erstellten DNA-Profile (PCN-Nr.________ und 
.________) ist nach Ablauf der Frist durch das zuständige Bundesamt einzuholen 
(Art. 16 Abs. 4 i.V.m. Art. 17 Abs. 1 DNA-ProfilG).

Die Zustimmung zur Löschung der erhobenen biometrischen erkennungsdienstli-
chen Daten ist nach Ablauf der Frist durch die zuständige Behörde einzuholen 
(Art. 17 Abs. 4 i.V.m. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer er-
kennungsdienstlicher Daten).

Die übrigen erstinstanzlichen Verfügungen sind rechtskräftig.

29

VII. Dispositiv

Die 1. Strafkammer erkennt:

I.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland (Kollegialge-
richt) vom 13. August 2015 insofern in Rechtskraft erwachsen ist, als

A.

das Strafverfahren gegen A.________ wegen Drohung, angeblich begangen am 
24.04.2013 um die Mittagszeit in Egerkingen SO (Anklageschrift Ziff. 5) mangels gültigen 
Strafantrags eingestellt wurde, 

ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten.

B.

A.________ freigesprochen wurde:

1. von der Anschuldigung des Diebstahls, angeblich begangen am 29.03.2013, evtl. 
30. oder 31.03.2013 in Niederdorf BL zum Nachteil von C.________ (Anklageschrift 
Ziff. 1.4);

2. von der Anschuldigung der Sachbeschädigung, angeblich begangen am 29.03.2013, 
evtl. 30. oder 31.03.2013 in Niederdorf BL zum Nachteil von C.________ (Anklage-
schrift Ziff. 2.4);

3. von der Anschuldigung des Hausfriedensbruchs, angeblich begangen am 
29.03.2013, evtl. 30. oder 31.03.2013 in Niederdorf BL zum Nachteil von C.________ 
(Anklageschrift Ziff. 3.4);

ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten.

C.

A.________ schuldig erklärt wurde:

1. des gewerbsmässigen Diebstahls, mehrfach begangen am

1.1. in der Zeit vom 05.01.2013 bis 06.01.2013 in Laupen BE zum Nachteil von 
I.________ und J.________ (Deliktsbetrag: CHF 7'940.00; Anklageschrift 
Ziff. 1.1);

1.2. am 29.03.2013 in Diegten BL zum Nachteil von E.________ und F.________ 
(Deliktsbetrag: CHF 3'189.00; Anklageschrift Ziff. 1.2); 

1.3. am 29.03.2013 in Buckten BL zum Nachteil von G.________ (Deliktsbetrag 
CHF 5'737.00; Anklageschrift Ziff. 1.3); 

30

1.4. in der Zeit vom 18.09.2014 bis 25.09.2014 in Altbüron LU zum Nachteil von 
K.________ (Deliktsbetrag: CHF 12'625.00; Anklageschrift Ziff. 1.5);

1.5. am 03.10.2014 in Neuendorf SO zum Nachteil von L.________ (Deliktsbetrag 
CHF 2'245.00; Anklageschrift Ziff. 1.6);

1.6. am 03.10.2014 in Bannwil BE zum Nachteil von M.________ (Versuch; Ankla-
geschrift Ziff. 1.7);

2. der Sachbeschädigung, mehrfach begangen

2.1. in der Zeit vom 05.01.2013 bis 06.01.2013 in Laupen BE zum Nachteil von 
I.________ und J.________ (Sachschaden: CHF 2'000.00; Anklageschrift 
Ziff. 2.1);

2.2. am 29.03.2013 in Diegten BL zum Nachteil von E.________ (Sachschaden: 
CHF 1'350.00; Anklageschrift Ziff. 2.2); 

2.3. am 29.03.2013 in Buckten BL zum Nachteil von G.________ (Sachschaden 
CHF 1'000.00; Anklageschrift Ziff. 2.3); 

2.4. in der Zeit vom 18.09.2014 bis 25.09.2014 in Altbüron LU zum Nachteil von 
K.________ (Sachschaden: CHF 500.00; Anklageschrift Ziff. 2.5);

2.5. am 03.10.2014 in Neuendorf SO zum Nachteil von L.________ (Sachschaden 
CHF 1'000.00; Anklageschrift Ziff. 2.6);

2.6. am 03.10.2014 in Bannwil BE zum Nachteil von M.________ (Sachschaden 
CHF 2'000.00; Anklageschrift Ziff. 2.7);

3. des Hausfriedensbruchs, mehrfach begangen

3.1. in der Zeit vom 05.01.2013 bis 06.01.2013 in Laupen BE zum Nachteil von 
I.________ und J.________ (Anklageschrift Ziff. 3.1);

3.2. am 29.03.2013 in Diegten BL zum Nachteil von E.________ (Anklageschrift 
Ziff. 3.2); 

3.3. am 29.03.2013 in Buckten BL zum Nachteil von G.________ (Anklageschrift 
Ziff. 3.3); 

3.4. in der Zeit vom 18.09.2014 bis 25.09.2014 in Altbüron LU zum Nachteil von 
K.________ (Anklageschrift Ziff. 3.5);

3.5. am 03.10.2014 in Neuendorf SO zum Nachteil von L.________ (Anklageschrift 
Ziff. 3.6);

3.6. am 03.10.2014 in Bannwil BE zum Nachteil von M.________ (Anklageschrift 
Ziff. 3.7);

4. des Raufhandels, begangen am 24.04.2013 in Oensingen SO (Anklageschrift Ziff. 4);

5. der Fälschung von Ausweisen, mehrfach begangen durch Verwendung gefälschter 
bulgarischer Ausweise zur Täuschung (Anklageschrift Ziff. 6)

5.1. am 24.08.2014 in Zuchwil SO;

31

5.2. Ende August 2014 in Solothurn;

6. der Widerhandlungen gegen das Ausländergesetz, mehrfach begangen durch Ein-
reise und Aufenthalt in die Schweiz trotz bestehender Einreisesperre (Anklageschrift 
Ziff. 7)

6.1. am 05.01.2013 und davor in Laupen BE;

6.2. in der Zeit von Februar/März 2013 bis 24.04.2013 in Diegten BL, Buckten BL, 
und Oensingen SO;

6.3. im August 2014 in Zuchwil SO und Solothurn SO;

6.4. in der Zeit von Mitte/Ende September 2014 bis 03.10.2014 in Altbüron LU, Neu-
endorf SO, Bannwil BE und Derendingen SO;

7. der groben Verkehrsregelverletzungen, mehrfach begangen am 03.10.2014 in De-
rendingen SO (Anklageschrift Ziff. 8);

7.1. durch Nichtanpassen der Geschwindigkeit an die Strassen-, Verkehrs- und 
Sichtverhältnisse sowie durch unvorsichtiges Überholen (Luzernstrasse, vor der 
Kreuzung Luzernstrasse/Steinmattstrasse); 

7.2. durch Rechtsüberholen (Luzernstrasse, Nähe Bahnunterführung);

7.3. durch Nichtanpassen der Geschwindigkeit an die Strassen-, Verkehrs- und 
Sichtverhältnisse sowie durch Überholen eines (linksabbiegenden) Fahrzeuges 
ohne die Gewissheit zu haben, dass der dafür benötigte Raum frei ist. 

D.

der A.________ mit Urteil der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 02.12.2011 für eine 
Sanktion von 90 Tagessätzen Geldstrafe zu je CHF 30.00 gewährte bedingte Vollzug 
widerrufen wurde (PEN 15 577) und die Geldstrafe – abzüglich 1 Tag Untersuchungshaft 
– zu vollziehen ist; 

die Verfahrenskosten für das Widerrufsverfahren PEN 15 577 von CHF 300.00 
A.________ auferlegt wurden.

E.

der A.________ mit Urteil der Staatsanwaltschaft 3 Sursee vom 15.06.2012 für eine Teil-
strafe von 100 Tagessätzen Geldstrafe zu je CHF 30.00 gewährte teilbedingte Vollzug 
widerrufen (PEN 15 427) und festgestellt wurde, dass die Untersuchungshaft im Umfang 
von 77 Tagessätzen gemäss Urteil vom 15.06.2012 bereits an den unbedingten Strafteil 
von 80 Tagessätzen angerechnet worden ist und somit die Geldstrafe im Umfang von 
100 Tagessätzen zu vollziehen ist;

die Verfahrenskosten für das Widerrufsverfahren PEN 15 427 von CHF 300.00 
A.________ auferlegt wurden.

32

F. 

weiter verfügt wurde: 

1. Folgende Gegenstände werden zuhanden Polizei Kanton Solothurn, Kriminaltechni-
scher Dienst, Fachbereich Dokumente, Werkhofstrasse 33, 4503 Solothurn, eingezo-
gen (Art. 69 StGB):
- Identitätskarte Bulgarien Nr.________, lautend auf N.________ (Inhaltsverfäl-

schung)
- Führerausweis Bulgarien Nr.________, lautend auf N.________ (Inhaltsverfäl-

schung)

2. Folgende Gegenstände werden zur Vernichtung eingezogen (Art. 69 StGB):
- SIM-Kartenträger Lycamobil
- 1 Fingerring, silber
- 1 Ohrstecker, gold
- 1 Umhängetasche „Boss“
- 1 Reinigungsmittel „Ajax“
- 1 Necessaire „Outback“
- 1 Taschenlampe

3. Der beschlagnahmte Geldbetrag von CHF 184.45 wird zur Deckung der Verfahrens-
kosten verwendet.

II. 

A.________ wird schuldig erklärt:

1. der groben Verkehrsregelverletzungen, mehrfach begangen am 03.10.2014 in De-
rendingen SO (Anklageschrift Ziff. 8);

1.1. durch Missachten des Vortritts beim Einbiegen in Hauptstrasse bei einge-
schränkter Sicht (Luzernstrasse, Höhe Liegenschaften Nr. 6b/8; Ziff. III. 8.1 des 
erstinstanzlichen Urteils); 

1.2. durch Überholen eines (linksabbiegenden) Mähdreschers, ohne die Gewissheit 
zu haben, dass der dafür benötigte Raum frei ist (Luzernstrasse, nach Bahnun-
terführung, auf Höhe Einmündung Deitingenstrasse; Ziff. III. 7. des erstinstanzli-
chen Urteils).

III.

A.________ wird aufgrund der rechtskräftigen Schuldsprüche gemäss Ziff. I. C. und der 
Schuldsprüche gemäss Ziff. II. hiervor

33

in Anwendung der 
Art. 22 Abs. 1, 40, 47, 48a, 49 Abs. 1, 51, 133 Abs. 1, 139 Ziff. 2, 144 Abs. 1, 186 und 252 
StGB;
Art. 5 Abs. 1 lit. d, 115 Abs. 1 lit. a und b AuG;
Art. 32 Abs. 1, 34 Abs. 3, 35 Abs. 1 und 2, 36 Abs. 2, 90 Abs. 2 SVG;
Art. 426 Abs. 1, 428 StPO

verurteilt:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 42 Monaten.

Die Untersuchungs- und Sicherheitshaft von 348 Tagen (vom 03.10.2014 bis 
15.09.2015) wird vollumfänglich auf die Freiheitsstrafe angerechnet und es wird fest-
gestellt, dass die Strafe am 16.09.2015 vorzeitig angetreten worden ist.

2. zur Bezahlung der erstinstanzlichen Verfahrenskosten, insgesamt ausmachend 
CHF 17'824.20, unter Verrechnung mit dem rechtskräftig beschlagnahmten Geldbe-
trag von CHF 184.45 (Ziff. I. Lit. F. 3. hiervor).

3. zur Bezahlung von 9/10 der oberinstanzlichen Verfahrenskosten von total 
CHF 4‘000.00, ausmachend CHF 3‘600.00.

IV.

Weiter wird verfügt:

1. A.________ geht in den vorzeitigen Strafvollzug zurück. 

2. Für das Verfahren vor oberer Instanz wird 1/10 der Verfahrenskosten von total 
CHF 4‘000.00, ausmachend CHF 400.00, ausgeschieden und vom Kanton Bern ge-
tragen.

3. Die Entschädigung des amtlichen Verteidigers von A.________ im erstinstanzlichen 
Verfahren, Fürsprecher D.________, wird entsprechend dem erstinstanzlichen Urteil 
(pag. 904) und der Verfügung vom 10. September 2015 (pag. 1005 ff.) wie folgt be-
stimmt:

34

Stunden Satz
amtliche Entschädigung 46.75 200.00 CHF 9'350.00

CHF 504.40
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 9'854.40 CHF 788.35

CHF 0.00
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 10'642.75

volles Honorar CHF 11'462.50
CHF 504.40

Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 11'966.90 CHF 957.35
CHF 0.00

Total CHF 12'924.25

nachforderbarer Betrag CHF 2'281.50

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen ohne MWSt

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

A.________ hat dem Kanton Bern die für das erstinstanzliche Verfahren ausgerichtete 
Entschädigung von insgesamt CHF 10‘642.75 zurückzuzahlen und Fürsprecher 
D.________ die Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Ho-
norar, ausmachend CHF 2‘281.50, zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Ver-
hältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).

4. Die Entschädigung des amtlichen Verteidigers von A.________ im oberinstanzlichen 
Verfahren, Rechtsanwalt B.________, wird wie folgt bestimmt:

Stunden Satz
amtliche Entschädigung 29.00 200.00 CHF 5'800.00
Reisezuschlag CHF 450.00

CHF 522.70
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 6'772.70 CHF 541.80

CHF
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 7'314.50

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

A.________ hat dem Kanton Bern für das oberinstanzliche Verfahren die auf sein an-
teilmässiges Unterliegen (9/10) entfallende Entschädigung von CHF 6‘583.05 zurück-
zuzahlen, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 
StPO).

5. Die Zustimmung zur Löschung der erstellten DNA-Profile (PCN-Nr.________ und 
.________) ist nach Ablauf der Frist durch das zuständige Bundesamt einzuholen 
(Art. 16 Abs. 4 i.V.m. Art. 17 Abs. 1 DNA-ProfilG).

6. Die Zustimmung zur Löschung der erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen 
Daten ist nach Ablauf der Frist durch die zuständige Behörde einzuholen (Art. 17 
Abs. 4 i.V.m. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erkennungs-
dienstlicher Daten).

7. Mündlich eröffnet und begründet:
- dem Beschuldigten/Berufungsführer, a.v.d. Rechtsanwalt B.________
- der Generalstaatsanwaltschaft

35

Schriftlich zu eröffnen:
- dem Beschuldigten/Berufungsführer, a.v.d. Rechtsanwalt B.________
- der Generalstaatsanwaltschaft
- Fürsprecher D.________ (nur Dispositiv)

Mitzuteilen:
- der Vorinstanz
- der Abteilung für Straf- und Massnahmenvollzug 
- der Koordinationsstelle Strafregister (nur Dispositiv)
- dem Amt für Migration und Personenstand, Migrationsdienst
- dem Staatssekretariat für Migration (nur Dispositiv)
- der Motorfahrzeugkontrolle Kanton Solothurn Administrativmassnahmen, Gurze-

lenstrasse 3, 4512 Bellach (nur Dispositiv) 
- den Anstalten Thorberg (nur Dispositiv)

Bern, 12. April 2016
(Ausfertigung: 19. September 2016)

Im Namen der 1. Strafkammer

Der Präsident i.V.:

Oberrichter Guéra

Die Gerichtsschreiberin:

Suter

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim Bundesge-
richt, Av. du Tribunal fédéral 29, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 
90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 
173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.