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**Case Identifier:** b9956095-a3c3-5441-b390-fcff662b5b54
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-01-26
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 26.01.2022 200 2021 702
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-702_2022-01-26.pdf

## Full Text

200 21 702 IV
KOJ/SHE/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 26. Januar 2022

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiber Schnyder

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 1. September 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Jan. 2022, IV/21/702, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1972 geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. 
Beschwerdeführerin) meldete sich im August 2014 unter Hinweis auf 
verschiedene gesundheitliche Beschwerden bei der IV-Stelle Bern 
(nachfolgend IVB bzw. Beschwerdegegnerin) zum Leistungsbezug an (vgl. 
Akten der IVB, Antwortbeilage [AB] 1). Die IVB tätigte in der Folge 
erwerbliche und medizinische Abklärungen. Insbesondere gewährte sie 
Frühinterventionsmassnahmen in Form von Arbeitsplatzerhaltung (AB 23) 
und Arbeitsplatzanpassung (AB 32). Weiter zog sie das vom zuständigen 
Krankentaggeldversicherer bei Dr. med. C.________, Facharzt für 
Physikalische Medizin und Rehabilitation sowie Rheumatologie, in Auftrag 
gegebene rheumatologische Gutachten vom 6. Oktober 2014 (AB 25.2) bei 
und holte bei Dr. med. D.________, Facharzt für Arbeitsmedizin des 
Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD), eine Aktenbeurteilung vom 9. 
Dezember 2014 (AB 33) sowie bei Dr. med. E.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, ein psychiatrisches Gutachten, erstellt am 
5. Dezember 2014 (AB 34.2), ein. Mit Verfügung vom 28. April 2015 (AB 
37) verneinte die IVB einen Anspruch der Versicherten auf Leistungen der 
Invalidenversicherung, da kein Gesundheitsschaden mit invalidisierender 
Wirkung bestehe. Die Verfügung blieb unangefochten. 

B.

Im Januar 2017 (AB 39) meldete sich die Versicherte erneut bei der IVB 
zum Leistungsbezug an. Am 3. Februar 2017 (AB 46 f.) wies sich 
Rechtsanwalt B.________ als Rechtsvertreter der Versicherten aus. 
Abermals tätigte die IVB erwerbliche und medizinische Abklärungen. Auf 
Empfehlung von RAD-Arzt Dr. med. D.________ (AB 51) holte die IVB bei 
der F.________ (MEDAS) ein polydisziplinäres Gutachten vom 24. Mai 
2018 (AB 85.1) ein bzw. liess am 5. November 2018 (AB 98) von dieser 
Ergänzungsfragen beantworten. Weiter veranlasste sie eine Abklärung vor 
Ort (vgl. Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 21. November 2018 [AB 

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100]). Mit Vorbescheid vom 3. Dezember 2018 (AB 101) stellte die IVB in 
Aussicht, bei in Anwendung der gemischten Methode (78% Erwerb, 22% 
Haushalt) ermittelten Invaliditätsgraden von jeweils 25% ab dem 1. Juli 
2017 und 1. Januar 2018 einen Rentenanspruch zu verneinen. Nach 
dagegen erhobenem Einwand (AB 104, 107) holte die IVB auf Empfehlung 
des RAD (vgl. Beurteilung vom 1. April 2019 [AB 112]) bei der G.________ 
(MEDAS), ein polydisziplinäres Gutachten, erstellt am 27. September 2019, 
inkl. Teilgutachten (AB 127.1-127.6) ein. Weiter aktualisierte der 
Abklärungsdienst der IVB den Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb (AB 
129). Mit Vorbescheid vom 5. Dezember 2019 (AB 130) stellte die IVB in 
Aussicht, bei in Anwendung der gemischten Methode (78% Erwerb, 22% 
Haushalt) ermittelten Invaliditätsgraden von 2% ab dem 1. Juli 2017 und 
17% ab dem 1. Januar 2018 einen Rentenanspruch zu verneinen. Nach 
dagegen erhobenem Einwand (AB 133) liess die IVB auf Empfehlung des 
RAD (vgl. Stellungnahme vom 3. Juni 2020 [AB 136]) die MEDAS 
G.________ am 14. Juli 2020 (AB 138) Ergänzungsfragen beantworten. 
Nach Einholen von RAD-Aktenbeurteilungen bei den Dres. med. 
H.________, Fachärztin für Anästhesiologie sowie Psychiatrie und 
Psychotherapie, vom 16. Oktober 2020 (AB 141; vgl. auch Aktennotiz vom 
19. Oktober 2020 [AB 143]) sowie I.________, Fachärztin für Allgemeine 
Innere Medizin, vom 19. Oktober 2020 (AB 142), einem Verlaufsbericht des 
behandelnden Dr. med. J.________, Facharzt für Anästhesiologie, vom 15. 
April 2021 (AB 152) sowie einer Stellungnahme des MEDAS G.________ 
vom 8. Juni 2021 (AB 155.1) erliess die IVB am 17. Juni 2021 (AB 156) 
einen gleichlautenden Vorbescheid (AB 130). Nach dagegen erhobenem 
Einwand (AB 157) verfügte die IVB am 1. September 2021 (AB 159) in 
Anwendung der gemischten Methode (78% Erwerb, 22% Haushalt) bei 
Invaliditätsgraden von 2% ab dem 1. Juli 2017 und 17% ab dem 1. Januar 
2018 die Abweisung des Leistungsbegehrens.

C.

Mit Eingabe vom 6. Oktober 2021 erhob die Versicherte, weiterhin vertreten 
durch Rechtsanwalt B.________, dagegen Beschwerde mit folgenden 
Rechtsbegehren:

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1. Die Verfügung der IVB vom 1. September 2021 sei aufzuheben und die Sache 
zwecks umfassender medizinischer Abklärungen an diese zurückzuweisen. 

2. Eventualiter sei der Beschwerdeführerin rückwirkend seit dem frühestmöglichen 
Rentenbeginn eine Invalidenrente in gesetzlicher Höhe zuzusprechen, 
subeventualiter seien ihr Umschulungsmassnahmen zu finanzieren.

– unter Kosten und Entschädigungsfolge –

Mit separater Eingabe vom gleichen Tag stellte die Beschwerdeführerin ein 
Gesuch um Erteilung der unentgeltlichen Rechtspflege unter Beiordnung 
von Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt. 

Mit Beschwerdeantwort vom 4. November 2021 schliesst die 
Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde, soweit darauf 
einzutreten sei. 

Mit Verfügung vom 5. November 2021 hiess der Instruktionsrichter das Ge-
such der Beschwerdeführerin um Erteilung der unentgeltlichen 
Rechtspflege und Beiordnung von Rechtsanwalt B.________ als amtlicher 
Anwalt gut. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von 
Sozialversicherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche 
Abteilung des Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des 
Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des 
kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der 
Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) 
Beschwerden gegen solche Entscheide. Die Beschwerdeführerin ist im 
vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträgen nicht durchgedrungen, durch 
den angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse 
an dessen Aufhebung, weshalb sie zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 

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ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des 
Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG; 
SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie 
Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; 
BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde (grundsätzlich, vgl. 
E. 1.2 hiernach) einzutreten.

1.2 Anfechtungsgegenstand bildet die Verfügung vom 1. September 
2021 (AB 159). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der 
Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente und in diesem Zusammenhang 
die Vollständigkeit der Sachverhaltsabklärung. Vorliegend nicht 
Streitgegenstand bildet ein allfälliger Anspruch auf berufliche 
Eingliederungsmassnahmen (Beschwerde S. 2, Subeventualbegehren), da 
die Beschwerdegegnerin hierüber in der angefochtenen Verfügung nicht 
befunden hat. Diesbezüglich ist auf die Beschwerde nicht einzutreten.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

Am 1. Januar 2022 ist die Änderung vom 19. Juni 2020 des IVG (Weite-
rentwicklung der IV; BBl 2020 5535 ff.) in Kraft getreten. Weil in zeitlicher 
Hinsicht – vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – 
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich sind, die bei der Erfül-
lung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbe-
standes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1 S. 370, 144 V 210 E. 4.3.1 
S. 213) und die angefochtene Verfügung vor dem Inkrafttreten der IVG-
Änderung vom 1. September 2021 datiert, ist der Rentenanspruch nach 
den bis 31. Dezember 2021 geltenden Normen (fortan aArt.) zu prüfen.

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2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauern-
de ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbs-
unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wie-
der herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätzlich 
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min-
destens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ablauf 
dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und c). 
Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreivier-
telsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 
von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente. 

2.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird bei einer 
erwerbstätigen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach 
Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen 
Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, 
in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, 
wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).

Nach aArt. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbs-
tätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegat-
tin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. 
Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität 
für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermittelt (aArt. 
28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder 
der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin 
und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invali-

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ditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. gemischte Methode; 
BGE 145 V 370 E. 4.1 S. 373, 144 I 21 E. 2.1 S. 23).

Bei Teilerwerbstätigen, die sich zusätzlich im Aufgabenbereich nach Art. 7 
Abs. 2 IVG betätigen, werden für die Bestimmung des Invaliditätsgrads der 
Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invaliditätsgrad in 
Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich summiert (aArt. 27bis Abs. 2 
der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung [IVV; 
SR 831.201]).

Die Berechnung des Invaliditätsgrades in Bezug auf die Erwerbstätigkeit 
richtet sich nach Art. 16 ATSG. Dabei sind Validen- und Invalideneinkom-
men auf der Grundlage einer hypothetischen Vollzeittätigkeit zu ermitteln 
(BGE 145 V 370). Die prozentuale Erwerbseinbusse wird schliesslich an-
hand des Beschäftigungsgrads, den die Person hätte, wenn sie nicht inva-
lid geworden wäre, gewichtet (aArt. 27bis Abs. 3 IVV).

Für die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im 
Aufgabenbereich wird der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der 
Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die versi-
cherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Er wird anhand des 
Anteils des Aufgabenbereichs gewichtet (aArt. 27bis Abs. 4 IVV).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

2.5

2.5.1 Wird ein Gesuch um Revision eingereicht, so ist darin glaubhaft zu 
machen, dass sich der Grad der Invalidität des Versicherten in einer für den 

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Anspruch erheblichen Weise geändert hat (Art. 87 Abs. 2 IVV). Wurde eine 
Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird eine 
neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzung nach Abs. 2 erfüllt 
ist (Art. 87 Abs. 3 IVV, vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.5.3 S. 351).

2.5.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das 
Revisionsgesuch ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu 
vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte 
Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt 
sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen 
Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch 
ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte 
Veränderung genügt, um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. 
anspruchsrelevant höhere) Invalidität zu bejahen, und hernach zu 
beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle 
Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a S. 198; SVR 2008 
IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

2.5.3 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den IV-Grad 
erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmeldungsver-
fahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – durch Ver-
gleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materiellen Beur-
teilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjenigen zur 
Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 130 V 
71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

2.5.4 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b S. 
200; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1).

3.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Jan. 2022, IV/21/702, Seite 9

3.1 Da die Beschwerdegegnerin auf die Neuanmeldung vom Januar 
2017 (AB 39) eingetreten ist und über den Anspruch materiell entschieden 
hat, ist die Eintretensfrage gerichtlich nicht zu überprüfen (BGE 109 V 108 
E. 2b S. 114). 

3.2 Mit Verfügung vom 28. April 2015 (AB 37) wurde u.a. bei der 
Diagnose eines generalisierten Weichteilrheumatismus im Sinne einer 
Fibromyalgie und einer Myofascialgie (vgl. rheumatologisches Gutachten 
von Dr. med. C.________ vom 6. Oktober 2014 [AB 25.2/7]) bzw. eines 
fibromyalgiformen Schmerzsyndroms (vgl. RAD-Aktenbeurteilung von Dr. 
med. D.________ vom 9. Dezember 2014 [AB 33/8]), welcher keine bzw. 
keine dauerhafte Auswirkung auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
beigemessen wurde (AB 25.2/7 ff., 33/8 f.), und der Begründung, es liege 
kein Gesundheitsschaden mit invalidisierender Wirkung im Rechtssinne 
vor, ein Anspruch der Beschwerdeführerin auf Leistungen der 
Invalidenversicherung verneint. Seither hat sich der Gesundheitszustand 
wesentlich verändert, indem nun im Zusammenhang mit sehr starken 
Schmerzen Ausfälle in Form von kurzen Ohnmachten/kurzem 
Bewusstseinsverlust und Stürzen auftreten (AB 127.5/8 f. Ziff. 3.1 f., 
127.5/18 Ziff. 7.1; zwischen Mai und Ende August 2019 drei bis vier Mal 
[AB 127.5/9 Ziff. 3.2]). Diese Manifestationen wurden unter der Diagnose 
rezidivierende transiente Bewusstseinsverluste anamnestisch infolge einer 
Schmerzexazerbation unklarer Ätiologie (Differentialdiagnose: Dissoziativ; 
ICD-10 R55) subsumiert (AB 127.5/17 Ziff. 6) und derselben Einfluss auf 
das Zumutbarkeitsprofil beigemessen (AB 127.5/23 Ziff. 8). Soweit die 
Beschwerdeführerin anlässlich der MEDAS G.________-Begutachtung 
angab, die Ohnmachten mit Stürzen seien erstmals im Herbst 2011 
aufgetreten (AB 127.5/9 Ziff. 3.2), sind den echtzeitlichen medizinischen 
Unterlagen hierzu einzig im Bericht des Zentrums K.________ vom 18. 
August 2011 des öfteren erlittene Synkopen zu entnehmen (AB 26/11). 
Weder in der gutachterlichen Exploration bei Dr. med. C.________ vom 30. 
September 2014 (AB 25.2) noch jener von Dr. med. E.________ vom 19. 
November 2014 oder den anderen medizinischen Berichten bis zur 
Verfügung vom 28. April 2015 (AB 37) sind irgendwelche Anhaltspunkte für 
Bewusstseinsverluste mit Stürzen zu entnehmen. Erst in den Akten ab 
2017 werden hierfür Informationen geliefert (Beschreibung der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Jan. 2022, IV/21/702, Seite 10

Beschwerdeführerin vom 17. Januar 2017 [Wegsacken der Beine, Übelkeit, 
Schwindel, wenn Schmerzen besonders stark einsetzen; AB 42/2], Bericht 
des Zentrums K.________ vom 30. Mai 2017 [konsekutive muskuläre 
Schwächen und Einknicktendenz vor allem im Bereich der unteren 
Extremität; AB 63/9], Bericht eines Arbeitskollegen vom 25. Juli 2017 
[Schwindelanfälle oder drohende Gefahr einer Ohnmacht; AB 74/2], 
polydisziplinäres MEDAS F.________-Gutachten vom 24. Mai 2018 
[unklare Bewusstseinsstörungen mit vereinzelt Stürzen seit zwei Jahren 
{AB 85.1/17}, Schwindelattacken bis hin zur Ohnmacht {AB 85.1/29, 
85.1/41}, Kollaps im November 2015 {AB 85.1/57}]). Damit ist mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit seit der ersten leistungsverweigernden 
Verfügung vom 28. April 2015 (AB 37) ein Revisionsgrund erstellt, so dass 
nachfolgend eine freie Prüfung des Rentenanspruchs zu erfolgen hat (BGE 
141 V 9 E. 2.3 S. 11).

3.3 Aus medizinischer Sicht ergibt sich im Wesentlichen das Folgende: 

3.3.1 Im polydisziplinären MEDAS F.________-Gutachten vom 24. Mai 
2018 (AB 85.1) wurden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit gestellt:

1. Zervikospondylogenes Schmerzsyndrom rechts (ICD-10 M54.02)

2. Migräne mit Aura seit der Pubertät (ICD-10 G43.1)

Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden ein lumbovertebrales 
Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.06), ein leichtes femoroazetabuläres 
Impingement (ICD-10 M25.8), ein fibromyalgiformes Schmerzsyndrom 
(Differentialdiagnose; ICD-10 M79.70), eine Hypovitaminose D (ICD-10 
E55), eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen 
Faktoren (ICD-10 F45.41), eine Binge-Eating-Essstörung (ICD-10 F50.9) 
sowie ein Status nach akuter Belastungsreaktion (ICD-10 F43.0; S. 14). Die 
bisherige Tätigkeit der Versicherten bestehe im … in der …. Aufgrund der 
zervikospondylogenen Schmerzen sei sie aus rheumatologischer Sicht in 
der bisherigen Tätigkeit wie auch einer angepassten Tätigkeit oder 
Verweistätigkeit zu 70% arbeitsfähig. Aus neurologischer Sicht bestehe 
aktuell für die bisherige Arbeit aufgrund der Kopfschmerzen eine 80%-ige 
Arbeitsfähigkeit ohne weitere Reduktion der Leistungsfähigkeit. Aus 
allgemeininternistischer und psychiatrischer Sicht bestehe eine 100%-ige 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Jan. 2022, IV/21/702, Seite 11

Arbeitsfähigkeit. Aus gesamtmedizinischer Sicht bestehe eine 
Arbeitsfähigkeit von 70% (S. 22). Die Versicherte leide unter einer 
chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren 
(ICD-10 F45.41). Ausser der chronischen Schmerzstörung bestehe keine 
weitere psychiatrische Komorbidität. Eine depressive Störung, welche die 
Kriterien des ICD-10 F32 erfüllen könnte, habe bisher nicht bestanden und 
auch eine Angststörung nach ICD-10 habe nicht bestanden. Die 
Versicherte befinde sich nicht in psychiatrischer oder 
psychotherapeutischer Behandlung. Es bestehe kein Scheitern einer 
konsequent durchgeführten ambulanten oder stationären psychiatrischen 
Behandlung. Ein ausgewiesener sozialer Rückzug in allen Belangen des 
Lebens liege nicht vor. Die Versicherte habe einen guten familiären 
Kontakt. Es bestehe auch kein verfestigter, therapeutisch nicht mehr 
angehbarer, innerseelischer Konflikt. Die Versicherte sei motiviert und in 
der Lage, ihre Schmerzen zumindest teilweise zu überwinden (S. 18). 

3.3.2 Im polydisziplinären MEDAS G.________-Gutachten vom 27. 
September 2019 (AB 127.1) wurden folgende Diagnosen mit Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit gestellt:

1. Rezidivierende transiente Bewusstseinsverluste anamnestisch infolge einer 
Schmerzexazerbation unklarer Ätiologie (Differentialdiagnose: Dissoziativ; ICD-
10 R55)

2. Chronisches cervicovertebrales Schmerzsyndrom

3. Chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom mit begleitenden ansatztendi-
notischen Beschwerden am medialen Beckenkamm beidseits

4. Hypermobilitätssyndrom mit multilokulären Arthralgien

Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden ein Status nach 
Hemithyreoidektomie, ein Status nach „Cysten Entfernung Mamma“, eine 
Migräne mit Verdacht auf verlängerte visuelle Aura (ICD-10 G43.1), 
Kopfschmerzen vom Spannungstyp (ICD-10 G44.2), ein Sulcus-ulnaris-
Reizsyndrom rechts (ICD-10 G56.1), ein Verdacht auf ein 
Carpaltunnelsydrom rechts (ICD-10 G56.0), ein Verdacht auf ein 
Schultergürtel-Kompressionssyndrom rechts (ICD-10 G54.1), ein Status 
nach Bulimie (ICD-10 F50.2), deutliche Zeichen einer Schmerzstörung, 
eine muskuläre Dysbalance am Schultergürtel beidseits, 

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periarthropathische Schulterbeschwerden rechts sowie Spreizfüsse (S. 12 
f. Ziff. 4.2). 

Tätigkeiten mit Absturzgefahr sowie Arbeiten an gefährlichen Maschinen 
könnten nicht durchgeführt werden. Ebenfalls bestehe keine Fahreignung. 
Entsprechend der rheumatologischen Beurteilung lägen rein bezogen auf 
die somatisch begründbaren Einschränkungen nur relativ geringgradige 
Funktionsstörungen vor. Dies zeige sich insbesondere im Rahmen der 
guten Beweglichkeit der Halswirbelsäule. Nur die Flexion sei etwas 
eingeschränkt. Bezogen auf die erwähnten Diagnosen mit Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit bestehe eine Einschränkung im Sinne einer 
Leistungseinbusse bezüglich der Tätigkeit als …. Körperliche 
Schwerarbeiten seien der Versicherten nicht zumutbar, ebenfalls Arbeiten 
mit spezifischer Belastung der Wirbelsäule im Sinne einer längerdauernden 
oder repetitiven Arbeitshaltung rekliniert oder vornüber geneigt oder 
verbunden mit wiederholten Bück- oder Torsionsbewegungen. Dies betreffe 
jedoch nicht die berufliche Tätigkeit als … (S. 13 f. Ziff. 4.3). Was die 
Arbeitsfähigkeit betreffe, seien aus neurologischer Sicht die transienten 
Bewusstseinsverluste relevant. Die Tätigkeit als … sei als ideal anzusehen 
und könne aus neurologischer Sicht ganztägig zu 100% durchgeführt 
werden. Eine Migräne mit visueller Aura, welche ein Mal pro Monat auftrete 
und 24 Stunden dauere, begründe keine dauernde Arbeitsunfähigkeit. 
Während einer Migräneattacke sei vorübergehend mit einer 
Arbeitsunfähigkeit zu rechnen. In der bisherigen Tätigkeit als … sei die 
Versicherte aus rein psychiatrischer Sicht zu 100% als arbeitsfähig zu 
beurteilen. Dies zeige sich auch im anlässlich der psychiatrischen 
Exploration durchgeführten Mini-ICF-APP-Rating-Bogen. Diese 100%-ige 
Arbeitsfähigkeit werde auch durch die psychiatrischen Begutachtungen im 
Dezember 2014 und Oktober 2017 gestützt, wo ebenfalls keine Diagnosen 
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt worden seien. Aus rein 
rheumatologischer Sicht könne nur eine teilweise Einschränkung der 
Arbeitsfähigkeit begründet werden, dies geschätzt im Rahmen von etwa 
20%. Aus interdisziplinärer Sicht könne die Tätigkeit als … als ideal 
adaptiert angesehen werden und es bestehe – bezogen auf ein 
vollschichtiges Arbeitsvolumen – geschätzt eine Einschränkung von 20% 
(S. 15 f. Ziff. 4.7). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Jan. 2022, IV/21/702, Seite 13

3.3.3 Am 14. Juli 2020 (AB 138) beantworteten die MEDAS G.________-
Gutachter Ergänzungsfragen der Beschwerdegegnerin (Zweckmässigkeit 
von ergänzenden medizinischen Massnahmen und Erläuterung der 
Diskrepanz zwischen der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit zwischen den 
behandelnden Ärzten, insbesondere von Dr. med. J.________ und dem 
MEDAS G.________-Gutachten). 

Aus psychiatrischer Sicht würden sich keine Antworten auf die gestellten 
Fragen ergeben. Eine Indikation für eine neuropsychologische 
Symptomvalidierung bestehe aus psychiatrischer Sicht nicht (S. 1). 

Der neurologische Gutachter führte alsdann aus, in den von der 
Versicherten aufgeführten Beschwerden (vgl. „Beschreibung der täglichen 
Beeinträchtigungen durch den chronischen Schmerz“ vom 17. Januar 2017 
[AB 42/2 f.]) sei keine Rede von einem Bewusstseinsverlust. Im 
neurologischen MEDAS F.________-Teilgutachten aus dem Jahre 2018 
würden seit zwei Jahren bestehende unklare Bewusstseinsstörungen, 
welche offenbar vereinzelt mit Stürzen einhergingen, genannt. Es würden 
sich hierbei keine unmittelbaren Hinweise für ein cerebrales Geschehen im 
Sinne einer Epilepsie ergeben. Es erscheine wahrscheinlich, dass diese 
paroxysmalen Störungen am ehesten funktionell einzuordnen seien (AB 
85.1/66 Ziff. 1). Der neurologische MEDAS G.________-Gutachter kam 
zum Schluss, bei der Angabe von transienten Bewusstseinsverlusten wäre 
tatsächlich zumindest ein Routine-EEG empfehlenswert. Idealerweise wäre 
es sinnvoll, wenn man eine Episode mit transientem Bewusstseinsverlust 
unter EEG-Ableitung dokumentieren könnte. Bei Angabe von 
Einschlafproblemen infolge Schmerzen sowie Durchschlafstörung infolge 
periodisch wiederkehrender Albträume und angegebener Müdigkeit sei 
eine schlafmedizinische Abklärung vertretbar. Im neurologischen MEDAS 
G.________-Teilgutachten sei unter Konsistenzprüfung aufgeführt, dass 
die Diagnose Migräne mit verlängerter visueller Aura sowie die Diagnose 
von Spannungskopfschmerzen sich aus den Angaben der Explorandin 
ergeben würden. Trotz den zahlreich angegebenen Beschwerden hätten 
sich klinisch-neurologisch diskrete Befunde mit Angabe einer Hypästhesie 
und Hypalgesie im Bereich der volaren Endphalangen der Finger I-III rechts 
gefunden. Anlässlich der neurologischen Untersuchung durch Dr. med. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Jan. 2022, IV/21/702, Seite 14

L.________, Facharzt für Neurologie sowie Psychiatrie und 
Psychotherapie, vom 22. Mai 2018 (AB 92/2) hätten in den 
elektromyographischen Untersuchungen beider Arme und der rechten 
unteren Extremität keine Neuropathie nachgewiesen werden können. 
Insbesondere habe neurographisch kein Carpaltunnelsyndrom und keine 
Ulnarisneuropathie rechts nachgewiesen werden können. In der 
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit seien aus 
neurologischer Sicht die transienten Bewusstseinsverluste als relevant 
angesehen worden. So bestünden qualitative Einschränkungen: Tätigkeiten 
mit Absturzgefahr sowie Arbeiten an gefährlichen Maschinen könnten nicht 
durchgeführt werden. Ebenfalls habe keine Fahreignung bestanden. Eine 
Migräne mit visueller Aura, welche einmal im Monat auftrete und 24 
Stunden andauere, begründe keine dauernde Arbeitsunfähigkeit. Während 
einer Migräneattacke sei vorübergehend mit einer Arbeitsunfähigkeit zu 
rechnen (S. 2 f.). 

Aus rheumatologischer Sicht seien ergänzende medizinische Abklärungen 
wie z.B. eine Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) nicht 
zweckmässig. Aufgrund der ausgeprägten psychosomatischen Reaktionen 
anlässlich der rheumatologischen Exploration, wie sie im 
rheumatologischen Teilgutachten vom 18. September 2019 beschrieben 
seien (AB 127.6), könnten keine zusätzlichen Informationen durch eine EFL 
erwartet werden. Es wäre davon auszugehen, dass ausgeprägte 
Einschränkungen zu verzeichnen wären, die aber nicht auf somatische 
Gründe zurückgeführt werden könnten. Da im Rahmen der 
rheumatologischen Beurteilung jedoch nur die eigentlichen somatischen 
Einschränkungen berücksichtigt würden, würden sich durch eine derartige 
Untersuchung keine neuen Informationen ergeben. Vielmehr würden 
multiple Beeinträchtigungen auftreten, die jedoch nicht somatisch in diesem 
Ausmass begründet werden könnten. Aus diesem Grund mache eine 
derartige zusätzliche Untersuchung aus rheumatologischer Sicht keinen 
Sinn. Es sei zu betonen, dass es sich bei der geschilderten Problematik 
nicht um eine mangelnde Kooperationsbereitschaft oder sogar eine 
Verdeutlichung oder Aggravation durch die Versicherte handle, sondern um 
den Ausdruck nicht-somatisch bedingter Symptome. Die Diskrepanz der 
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit zwischen den behandelnden Ärzten, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Jan. 2022, IV/21/702, Seite 15

insbesondere Dr. med. J.________, und dem interdisziplinären MEDAS 
G.________-Gutachten erkläre sich bezüglich des rheumatologischen 
Fachbereiches dadurch, dass im Rahmen dieser Beurteilung nur die 
somatisch begründbaren Beschwerden und Einschränkungen 
berücksichtigt würden. Im Gegensatz dazu würden die behandelnden Ärzte 
in der Regel die Gesamtproblematik werten. Im vorliegenden Fall 
entstünden dadurch insbesondere Diskrepanzen in der Beurteilung der 
Beschwerden, die nicht den somatischen, rheumatologischen Fachbereich 
betreffen würden (S. 4 f.). 

3.3.4 RAD-Ärztin Dr. med. I.________ führte in der Aktenbeurteilung vom 
16. Oktober 2020 (AB 140) aus, wiederholte somatisch-medizinische 
Abklärungen hätten keine objektiven Befunde gezeigt, aus denen sich die 
von der Versicherten geltend gemachte dauerhafte hohe 
Teilarbeitsunfähigkeit begründen liesse. Die bislang involvierten Gutachter 
würden durchgehend auf psychosomatische Beschwerden verweisen. 
Deren Vorliegen könnte die ungenügende Wirksamkeit der somatischen 
Therapiemassnahmen erklären. 

3.3.5 Dr. med. H.________ führte in der Aktenbeurteilung vom 16. 
Oktober 2020 (AB 141) aus, den medizinischen Angaben der Gutachter 
und von Dr. med. I.________ könne entnommen werden, dass die 
Schmerzen der Versicherten nicht ausreichend mit somatischen Korrelaten 
zu erklären seien und daher in einem erheblichen Anteil 
psychosomatischen Charakter hätten. Nach Studium der Akten komme sie 
zum gleichen Schluss, was letztlich der Diagnose chronische 
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Anteilen (ICD-10 
F45.41) entspreche, die schon im MEDAS F.________-Gutachten als 
Diagnose gestellt worden sei (S. 2). Weiter vertritt Dr. med. H.________ die 
Auffassung, es sei nicht plausibel, dass im MEDAS G.________-Gutachten 
keine psychiatrische Diagnose gestellt werde. Es „schreie alles“ nach einer 
ängstlich vermeidenden und abhängigen Persönlichkeitsproblematik und 
nach einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen 
Anteilen (ICD-10 F45.41). Möglich seien auch psychogene Stürze, sofern 
eine orthostatische Ursache ausgeschlossen worden sei. Ohne die früher 
laufende psychosomatische Behandlung (das Ende müsse um 2013 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Jan. 2022, IV/21/702, Seite 16

gewesen sein) gehe es nun bzw. sei es mit den vorher noch bestehenden 
Ressourcen im Umgang mit Ängsten und Schmerzen immer mehr bergab 
gegangen. Es komme zu einem zunehmenden Fähigkeits- und 
Ressourcenverlust. Die Arbeitsfähigkeit sinke. Früher verordnetes 
Morphium und später Ketamin würden die Probleme des psychiatrisch-
psychosomatischen Gesundheitsschadens (mit somatischen Anteilen) nicht 
lösen. Die Versicherte sei aufzufordern, dass sie wieder in eine 
psychosomatische und auch psychiatrische Behandlung gehe. Zusätzlich 
müsse aber auch ein Psychiater involviert werden, nicht nur rein 
psychosomatisch. Die Aufnahme einer psychiatrischen, 
psychotherapeutischen und psychosomatischen Behandlung sei angezeigt 
(S. 6 f.). 

3.3.6 Dr. med. I.________ führte in der Aktenbeurteilung vom 19. Oktober 
2020 (AB 142) aus, bei der Versicherten habe sich eine langwierige 
komplexe psychosomatische Symptomatik entwickelt, welche für die 
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit massgeblich sei. Deshalb leuchte der 
Verzicht auf eine neuropsychologische Testung und eine EFL ein. Die bei 
Dr. med. H.________ eingeholten Auskünfte würden sowohl den 
bisherigen Verlauf als auch die Divergenzen bei der bisherigen 
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit am überzeugendsten zu erklären 
vermögen. Somatische Untersuchungen wie erweiterte Labordiagnostik, 
apparative Schlafanalyse im Schlaflabor, Funktionsdiagnostik zur 
Überprüfung der Kreislaufregulation, allenfalls EEG, würden zwar eine 
zweckmässige Ergänzung zu den bisherigen Abklärungen bilden. Die 
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit hänge aber ausschliesslich vom Verlauf 
der nun definitiv und in erster Linie indizierten psychiatrisch-
psychotherapeutischen und psychosomatischen Behandlung ab. Die 
Versicherte habe in ihrem bisherigen Leben Willen gezeigt, psychisch 
belastende Erlebnisse zu bewältigen, bis heute aber nicht gewagt, die 
Ursache ihrer Beeinträchtigung zu ergründen. Ohne ursächliche Therapie 
würden die Beschwerden in den kommenden Monaten und Jahren jedoch 
persistieren, wenn nicht sogar zunehmen. Um die indizierte Therapie 
durchzustehen, benötige die Versicherte eine engmaschige ambulante, 
vorübergehend wahrscheinlich stationäre, Behandlung. In Anbetracht des 
bisher gezeigten Willens könne von der empfohlenen Massnahme eine 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Jan. 2022, IV/21/702, Seite 17

Verbesserung und nachhaltige Stabilisierung des Gesundheitszustandes 
erwartet werden, welche der Versicherten eine stabile Verwertung ihrer 
Berufskenntnisse erlaube, an welchem Arbeitsplatz auch immer. Allerdings 
werde diese Massnahme lange Zeit in Anspruch nehmen und mit hoher 
Wahrscheinlichkeit eine vorübergehende volle Arbeitsunfähigkeit nach sich 
ziehen (S. 3). 

3.3.7 Am 19. Oktober 2020 (AB 143) gab Dr. med. H.________ an, die 
Versicherte habe weit weniger Ressourcen, als man prima vista annehme. 
Sie sei immer nur dann fähig gewesen zu arbeiten, solange sie durch einen 
Psychosomatiker gestützt worden sei. Das zeige den hohen Grad ihrer 
Ichschwäche, also der Defizite in der Persönlichkeit. Im Moment arbeite sie 
auf einem tiefen Niveau von 40%. Die Versicherte werde das nicht mehr 
lange halten können, vor allem wenn sie mit der Therapie sich bewusster 
werde, was hinter der Störung liege. Es sei ein therapeutischer Fortschritt, 
wenn psychosomatische Patienten dann depressiv würden. Dies würden 
sie nämlich, sobald ihnen bewusst werde, dass sie ein psychisches 
Problem hätten. Das sei aber der relevante Schritt, dass sie längerfristig 
eine therapeutische Chance auf mehr Stabilität hätten. Der Prozess dauere 
lange und während dieser Zeit seien die Betroffenen mit der Schwere und 
Länge der Störung für alle Tätigkeiten zu 100% arbeitsunfähig. 

3.3.8 Dr. med. J.________ stellte im Bericht vom 15. April 2021 (AB 
152/2) folgende Diagnosen:

1. Chronisches Schmerzsyndrom mit/bei:

2. Fibromyalgische Beschwerden mit Chronic Fatigue Syndrom, genereller 
Hypermobilität der Gelenke und Einbusse der Funktionalität mit muskulärer 
Dysbalance

3. Verdacht auf Ehlers-Danlos-Syndrom

4. Sekundärer Hyperparathyreoidismus bei Zustand nach Hemithyreoidektomie 
vor vielen Jahren

5. Mehretagendiskusprotrusion C4/5/6 sowie ausgeprägte Osteochondrosen C3-7

6. Chronische lumbospondylogene Schmerzen

7. Intermittierend blockiertes ISG

8. Migräne mit Aura

9. Chronische Anämie bei ausgeprägtem Eisen- und Ferritinmangel

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Jan. 2022, IV/21/702, Seite 18

10. Zustand nach Schleudertrauma vor Jahrzehnten

Die seit Februar 2013 in seiner Behandlung stehende Versicherte habe bei 
der Erstuntersuchung die klassischen Anzeichen eines fibromyalgischen 
Schmerzsyndroms bei generalisierter Hypermobilität, Chronique-Fatigue-
Syndrome, konkomitierender Migränesymptomatik und ausgeprägter 
vegetativer Symptomatik bei psychischer und körperlicher 
Überlastungssituation gezeigt. Durch Einsatz der möglichst wirksamen 
Medikamente habe im Lauf der Jahre die Schmerzsituation zum grössten 
Teil im Rahmen des Erträglichen gehalten werden können mit immer 
wieder mehrmals pro Jahr auftretenden Schmerzexacerbationen und 
entsprechend längerfristiger Krankschreibungen. Die Arbeitsbelastung sei 
mit 50% als …- und … an der Grenze des Machbaren gewesen. Die bisher 
hilfreiche Ketamininfusionstherapie habe zeitweilig auf wöchentliche 
einmalige Infusionen gesteigert werden müssen, wodurch die 
Schmerzsymptomatik bei einem wöchentlichen Pensum von zwölf Stunden 
einigermassen habe kompensiert werden können. Seit dem Stellenwechsel 
im Sommer 2020 an eine … habe die Versicherte ein etwas erhöhtes 
Pensum zu bewältigen und werde deshalb zwei bis drei Mal wöchentlich 
mittels Ketamininfusion behandelt. Sie habe während dieser Zeit deutlich 
weniger vegetative Reaktionen gezeigt und habe seither nicht mehr krank 
geschrieben werden müssen. Dafür seien die sozialen Kontakte auf ein 
Minimum reduziert worden, was für die psychische Stabilität nicht gerade 
förderlich wirke. Bezüglich der Arbeitsfähigkeit bestehe keinerlei 
Veränderung im Vergleich zur Beurteilung von 2019. Es sollte ein 
maximales Arbeitspensum von 50% beibehalten werden, d.h. nicht mehr 
als zwölf Stunden wöchentlich. 

3.3.9 Die MEDAS G.________-Gutachter äusserten sich am 8. Juni 2021 
(AB 155.1) zu den Stellungnahmen des RAD sowie von Dr. med. 
J.________. Nach Durchsicht der neu zur Verfügung gestellten Akten 
komme es aus neurologischer Sicht zu keiner Änderung der Diagnosen mit 
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Ebenfalls komme es zu keiner Änderung in 
der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten und angepassten 
Tätigkeit (S. 1). Aus psychiatrischer Sicht sei festzuhalten, dass sich durch 
die neuen Berichte und Stellungnahmen keine neuen Anhaltspunkte für 
psychiatrische Diagnosen oder die psychiatrische Einschätzung ergeben 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Jan. 2022, IV/21/702, Seite 19

würden. Dabei sei explizit darauf hinzuweisen, dass die aktuellen Berichte 
des Spitals M.________ vom Zentrum K.________ gestellt würden und 
keine psychiatrischen Diagnosen enthielten. Aus rheumatologischer Sicht 
weise der Bericht von Dr. med. J.________ vom 15. April 2021 keine 
neuen Aspekte auf gegenüber den früheren Beurteilungen. Entsprechend 
der Diagnoseliste werde die Gesamtbeschwerdesymptomatik für diese 
Beurteilung berücksichtigt und nicht nur die somatisch begründbaren 
Beschwerden. Insbesondere könne entsprechend der begründeten 
Beurteilung im rheumatologischen MEDAS G.________-Teilgutachten die 
fibromyalgische Beschwerdesymptomatik nicht im Sinne eines somatischen 
Krankheitsbildes beurteilt werden. Der neue Bericht von Dr. med. 
J.________ bewirke deshalb keine Änderung an den Aussagen im 
rheumatologischen Teilgutachten (S. 4). 

3.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, un-
abhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander wi-
dersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe 
anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische 
These abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. 
Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die 
Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder 
in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Jan. 2022, IV/21/702, Seite 20

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezial-
ärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen 
sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung 
der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Beweiswür-
digung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien ge-
gen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 E. 1.3.4 S. 
227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 2020 IV 
Nr. 71 S. 246 E. 2.2).

3.5 Die Beschwerdegegnerin stützt sich im Wesentlichen auf das 
polydisziplinäre MEDAS G.________-Gutachten vom 27. September 2019 
(inkl. Teilgutachten; AB 1271.1-127.6) sowie die ergänzenden 
Stellungnahmen vom 14. Juli 2020 (AB 138) und 8. Juni 2021 (AB 155.1). 
Das Gutachten sowie die ergänzenden Stellungnahmen erfüllen die 
Voraussetzungen der Rechtsprechung an Expertisen (vgl. E. 3.4 hiervor) 
und überzeugen. Die Feststellungen der Gutachter beruhen auf eigenen 
spezialärztlichen Abklärungen und sind in Kenntnis der Vorakten sowie 
unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden getroffen worden. Die 
Ausführungen in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sind 
für die streitigen Belange umfassend und die gezogenen 
Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand und zur Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit werden für den Rechtsanwender nachvollziehbar und 
einleuchtend begründet. Danach ist die Beschwerdeführerin in der 
aktuellen Tätigkeit als …, welche als ideal adaptiert anzusehen ist, 
bezogen auf ein vollschichtiges Arbeitsvolumen zu 80% arbeits- und 
leistungsfähig (AB 127.1/16 Ziff. 4.7). Dem polydisziplinären Gutachten inkl. 
Teilgutachten und ergänzenden Stellungnahmen kommt damit voller 
Beweiswert zu und es ist in der Folge darauf abzustellen. Die Einwände der 
Beschwerdeführerin und die übrigen medizinischen Berichte schmälern – 
wie nachfolgend dargelegt – die Beweiskraft des Gutachtens nicht.

Zu Recht unbestritten ist, dass auf das MEDAS F.________-Gutachten 
vom 24. Mai 2018 (AB 85.1) inkl. ergänzender Stellungnahme vom 5. 
November 2018 (AB 98) nicht abgestellt werden kann (vgl. diesbezüglich 
u.a. Einwand der Beschwerdeführerin vom 16. Januar 2019 [AB 104] sowie 
RAD-Stellungnahmen vom 29. März 2019 [AB 108] und 1. April 2019 [AB 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Jan. 2022, IV/21/702, Seite 21

112]). Daher erübrigt es sich, auf den Einwand der Beschwerdeführerin 
bezüglich des Alters dieses Gutachtens bzw. der diesbezüglichen 
Untersuchungen (vgl. Beschwerde S. 13 Ziff. 6) einzugehen. 

Weiter vermag die Einschätzung der RAD-Psychiaterin Dr. med. 
H.________ vom 16. Oktober 2020 (AB 141), wonach das Fehlen einer 
psychiatrischen Diagnose nicht plausibel sei (S. 6), nicht zu überzeugen. 
Diesbezüglich ist namentlich zu berücksichtigen, dass früher bereits Dr. 
med. E.________ (vgl. psychiatrisches Gutachten vom 5. Dezember 2014 
[AB 34.2/12]) und der psychiatrische MEDAS F.________-Gutachter (vgl. 
psychiatrisches MEDAS F.________-Teilgutachten vom 4. Oktober 2017 
[AB 85.1/83]) überzeugend einen psychischen Gesundheitsschaden mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit verneint haben (woran nichts ändert, 
dass das MEDAS F.________-Gutachten als solches nicht zu überzeugen 
vermag, denn der psychiatrische Teil wurde vom RAD allein im Hinblick auf 
unklare Therapieoptionen in Frage gestellt; AB 112/4 f.). Zwar erfolgten in 
der Teenagerzeit zwei Abklärungen wegen einer Bulimie, doch war die 
Beschwerdeführerin nie in fachärztlicher psychiatrischer Behandlung (AB 
127.4/10 Ziff. 3.2). Hinreichende Anhaltspunkte für die Annahme einer 
psychischen Erkrankung im hier interessierenden Zeitraum bestehen auch 
nicht unter Berücksichtigung der früheren temporären psychosomatischen 
Behandlungen, zumal die Beschwerdeführerin eine solche zuletzt im Jahr 
2011 wegen der Schmerzsituation aufgenommene Behandlung ca. 2012 
oder 2013 einstellte (AB 127.4/10 Ziff. 3.2). 

Der Einwand der Beschwerdeführerin, beim MEDAS F.________-
Gutachten wie dem MEDAS G.________-Gutachten handle es sich um 
„komplett veraltetes Datenmaterial“, worauf nicht abgestellt werden könne 
(vgl. Beschwerde S. 13 Ziff. 6), vermag nicht zu überzeugen. Wie bereits 
dargelegt, kann auf das MEDAS F.________-Gutachten inkl. ergänzende 
Stellungnahme nicht abgestellt werden, was die Beschwerdegegnerin in 
der hier angefochtenen Verfügung denn auch nicht getan hat. Was das 
polydisziplinäre MEDAS G.________-Gutachten betrifft, fanden die 
diesbezüglichen Untersuchungen zwischen dem 8. August und dem 12. 
September 2019 statt, das Gutachten datiert vom 27. September 2019. Die 
dortigen Schlüsse wurden sodann von den Gutachtern in den zusätzlichen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Jan. 2022, IV/21/702, Seite 22

Stellungnahmen von Juli 2020 (AB 138) und Juni 2021 (AB 155.1) unter 
Berücksichtigung der inzwischen eingegangenen Berichte bestätigt. 
Entgegen dem Vorbringen der Beschwerdeführerin hat die 
Beschwerdegegnerin sehr wohl einen aktualisierten Bericht, nämlich einen 
Verlaufsbericht des behandelnden Dr. med. J.________ vom 15. April 2021 
eingeholt, welcher selbst festhielt, bezüglich Arbeitsfähigkeit bestehe 
keinerlei Veränderung im Vergleich zur Beurteilung aus dem Jahr 2019 (AB 
152/3). Damit ist eine allfällige Verschlechterung des 
Gesundheitszustandes seit der MEDAS G.________-Begutachtung nicht 
überwiegend wahrscheinlich erstellt, was die Beschwerdeführerin denn 
auch nicht substanziiert geltend macht oder hierfür Arztberichte einreicht, 
welche eine solche Annahme stützen würden. Damit erweist sich der 
medizinische Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt und auf weitere 
Beweismassnahmen ist in antizipierter Beweiswürdigung (vgl. BGE 144 V 
361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 
2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4) zu verzichten. 

Soweit die Beschwerdeführerin die gutachterliche Einschätzung der 
Arbeits- und Leistungsfähigkeit bemängelt (Beschwerde S. 13 ff. Ziff. 7 f.), 
ist ihr nicht zu folgen. Sie bezieht sich in ihren Ausführungen denn auch auf 
das polydisziplinäre MEDAS F.________-Gutachten vom 24. Mai 2018 und 
der darin aus gesamt-medizinischer Sicht attestierten Arbeitsfähigkeit von 
70% (AB 85.1/22). Wie bereits hiervor dargelegt, kann jedoch auf dieses 
Gutachten nicht abgestellt werden. Vielmehr ist vorliegend auf die von den 
MEDAS G.________-Gutachtern anlässlich ihrer Konsensbesprechung 
attestierten Arbeits- und Leistungsunfähigkeit von 20% (AB 127.1/16 Ziff. 
4.7) abzustellen. Was die Festsetzung der Arbeits- bzw. Leistungsfähigkeit 
betrifft, so handelt es sich dabei rechtsprechungsgemäss in der Regel um 
eine Schätzung, die naturgemäss einen Ermessensspielraum umfasst. Sie 
basiert massgebend auf der Würdigung der erfragten und endeckten 
Symptome (vgl. statt vieler Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 29. 
April 2021, 8C_761/2020, E. 5.3). Vorliegend ist die im Rahmen der 
Konsensbesprechung erfolgte Bemessung der Einschränkung von 
insgesamt 20% mit Blick auf die von den Teilgutachtern festgestellten 
Einschränkungen ohne weiteres nachvollziehbar und plausibel. Soweit die 
Beschwerdeführerin die hiervon abweichenden Einschätzungen des 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Jan. 2022, IV/21/702, Seite 23

behandelnden Dr. med. J.________ mit Arbeitsunfähigkeiten von 50% und 
mehr vorbringt (Beschwerde S. 14 Ziff. 7; vgl. Berichte von Dr. med. 
J.________ vom 26. Februar 2019 [AB 107/2] und 15. April 2021 [AB 
152/2]), kann ihr nicht gefolgt werden, zumal in Bezug auf Atteste von 
Hausärzten das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen darf und 
soll, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Ver-
trauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussagen 
(BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 353; SVR 2015 IV Nr. 26 S. 80 E. 5.3.3.3). 
Dies gilt nicht nur für den allgemein praktizierenden Hausarzt, sondern 
ebenso für den behandelnden Spezialarzt und erst recht für – wie im vor-
liegenden Fall für Dr. med. J.________ zutreffend – den schmerztherapeu-
tisch tätigen Arzt mit seinem besonderen Vertrauensverhältnis und dem 
Erfordernis, den geklagten Schmerz zunächst bedingungslos zu akzeptie-
ren (Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute 
BGer] vom 20. März 2006, I 655/05, E. 5.4). Weiter lässt es die unter-
schiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-
)Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fach-
medizinischen Experten andererseits nicht zu, ein Administrativgutachten – 
wie vorliegend jenes des G.________ – stets in Frage zu stellen und zum 
Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztper-
sonen zu anderslautenden Einschätzungen gelangen (Entscheid des BGer 
vom 15. November 2021, 9C_458/2021, E. 3.4). Zudem verfügt Dr. med. 
J.________ über einen Facharzttitel in Anästhesiologie (vgl. htt-
ps://www.medreg.admin.ch). Für die Eignung eines Arztes oder einer Ärz-
tin, in einer bestimmten medizinischen Disziplin stichhaltige Aussagen ma-
chen zu können, ist gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung jedoch ein 
entsprechender, dem Nachweis der erforderlichen Fachkenntnisse dienen-
der, spezialärztlicher Titel vorausgesetzt (vgl. Entscheid des BGer vom 22. 
März 2010, 8C_83/2010, E. 3.2.3). Damit vermag Dr. med. J.________ 
nicht, die von Fachärzten für Allgemeine Innere Medizin, Psychiatrie und 
Psychotherapie, Neurologie, Physikalische Medizin und Rehabilitation so-
wie Rheumatologie (AB 127.1/18) aufgrund eigener Untersuchungen erho-
benen und anhand einer gemeinsamen Konsensbeurteilung diskutierten 
Beurteilungen in Zweifel zu ziehen. Zudem sagen die Diagnosen mit Aus-
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit per se noch nichts aus über das Ausmass 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Jan. 2022, IV/21/702, Seite 24

der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Dieses ist vom Arzt im Einzelfall 
festzusetzen.

3.6 Aufgrund des Dargelegten ist erstellt, dass die Beschwerdeführerin 
sowohl in ihrer angestammten Tätigkeit als … als auch jeder anderen lei-
densangepassten Tätigkeit bezogen auf ein vollschichtiges Arbeitspensum 
zu 80% arbeits- und leistungsfähig ist; dies gilt seit Mai 2011 (AB 127.1/16 
Ziff. 4.7). Die Beschwerdeführerin war somit nicht im Sinne von Art. 28 Abs. 
1 lit. b IVG während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durch-
schnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig, weshalb das Wartejahr nicht 
erfüllt ist und somit kein Rentenanspruch entstehen konnte. Damit ist 
gemäss den nachfolgenden Ausführungen auch eine abschliessende Beur-
teilung der von der Beschwerdegegnerin ermittelten Einschränkungen im 
Haushalt von ungewichtet 7.6% bzw. gewichtet 1.67% (AB 129/11 Ziff. 8) 
entbehrlich; eine Einschränkung von 40% in diesem Bereich ist nicht er-
sichtlich, was jedoch letztlich offen bleiben kann, wie sogleich zu zeigen ist. 

Die Beschwerdegegnerin geht von einem Status von 78% Erwerb sowie 
22% Haushalt aus, was von der Beschwerdeführerin zu Recht nicht bean-
standet wird und sich im Übrigen mit ihren Aussagen anlässlich der Haus-
haltsabklärung vor Ort am 19. Juni 2018 deckt, wo sie angab, bei guter Ge-
sundheit zwischen 75-80% arbeitstätig zu sein (AB 129/5 Ziff. 3.4). Der In-
validitätsgrad wäre folglich aufgrund der gemischten Methode sowie bei ei-
nem Status von 78% im Erwerb bzw. 22% im Haushalt zu bemessen, wo-
bei ab 1. Januar 2018 das Valideneinkommen basierend auf einem Voll-
pensum zu ermitteln ist (aArt. 27bis IVV; vgl. E. 2.3 hiervor). Die Invaliditäts-
gradberechnung der Beschwerdegegnerin mit daraus resultierenden Invali-
ditätsgraden im Erwerb von gewichtet 0% ab 1. Juli 2017 und 15.60% ab 1. 
Januar 2018 (vgl. u.a. AB 129/5 f. Ziff. 5 und 129/11 Ziff. 8) erweisen sich 
als korrekt und werden von der Beschwerdeführerin zu Recht nicht bean-
standet. Weiter würde die Einschränkung im Haushalt bei einem Anteil von 
22% gewichtet maximal 22% betragen, weshalb so oder anders kein Ge-
samtinvaliditätsgrad von 40% und somit kein Rentenanspruch resultiert. 
Daher erübrigen sich Ausführungen zu den Einwänden der Beschwerde-
führerin gegen die Haushaltsabklärungen (Beschwerde S. 12 ff. Ziff. 6 f. 
und 9). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Jan. 2022, IV/21/702, Seite 25

Soweit schliesslich die Beschwerdeführerin im Rahmen ihrer materiellen 
Ausführungen eine Rechtsverzögerung geltend macht (Beschwerde S. 16 
Ziff. 10), ist, soweit nach Erlass der angefochtenen Verfügung darauf über-
haupt einzutreten ist, festzuhalten, dass die Dauer der Sachverhaltsab-
klärung u.a. mit zwei polydisziplinären Gutachten, diversen ergänzenden 
Stellungnahmen der Gutachter und des RAD sowie Haushaltsabklärungen 
nicht als unangemessen lang anzusehen ist und der Beschwerdeführerin 
durch die Verfahrensdauer keine nachteiligen Folgen hinsichtlich der mate-
riell-rechtlichen Beurteilung erwuchsen. Die umfassenden Abklärungen 
erlauben vielmehr eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Anspruchs. 

3.7 Aufgrund des Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 
1. September 2021 (AB 159) nicht zu beanstanden und die dagegen erho-
bene Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Unter Berücksichtigung des gutgeheissenen Ge-
suchs um unentgeltliche Rechtspflege (vgl. Verfügung vom 5. November 
2021) wird sie – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 
der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; 
SR 272) – vorläufig von der Zahlungspflicht befreit (Art. 113 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Jan. 2022, IV/21/702, Seite 26

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 104 Abs. 3 VRPG sowie Umkehrschluss aus Art. 
1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

4.3 Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Verbeiständung bleibt in-
des das amtliche Honorar für Rechtsanwalt B.________ festzusetzen.

Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 2006 
(KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwältinnen 
und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem gebo-
tenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der Tarif-
ordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung des ge-
botenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei-
chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. Art. 
1 der Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschädigung der amtli-
chen Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stunden-
ansatz Fr. 200.--.

Die Kostennote vom 15. November 2021, in welcher Rechtsanwalt 
B.________ einen Aufwand von 9 Stunden à Fr. 270.-- und Auslagen von 
Fr. 189.50 geltend macht, ist nicht zu beanstanden. Somit ist der tarifmäs-
sige Parteikostenersatz auf Fr. 2'821.20 (inkl. Auslagen und MWSt.) festzu-
legen. Entsprechend ist das amtliche Honorar auf Fr. 2'142.70 (Fr. 1'800.-- 
[9 Stunden à Fr. 200.--] zuzüglich Auslagen von Fr. 189.50 und MWSt. von 
Fr. 153.20 [7.7% von Fr. 1'989.50]) festzusetzen und Rechtsanwalt 
B.________ aus der Gerichtskasse zu vergüten. Die Beschwerdeführerin 
hat dem Kanton Bern diese Kosten nach den Voraussetzungen von Art. 
123 ZPO – d.h. sobald sie innert zehn Jahren nach Abschluss des Verfah-
rens zur Nachzahlung in der Lage ist – nachzubezahlen (Art. 113 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Jan. 2022, IV/21/702, Seite 27

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit.

3. Der tarifmässige Parteikostenersatz des amtlichen Anwalts wird in die-
sem Verfahren auf Fr. 2'821.20 (inkl. Auslagen und MWSt.) festge-
setzt. Davon wird Rechtsanwalt B.________ nach Eintritt der Rechts-
kraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 2'142.70 festge-
setzte Entschädigung (inkl. Auslagen und MWSt.) vergütet. Vorbehal-
ten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Jan. 2022, IV/21/702, Seite 28

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen 
Begründung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde 
in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.