# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0969d80b-e72f-5387-9387-fbd17421274e
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-11-22
**Language:** de
**Title:** Drittbeschwerde der Pensionskasse, übereinstimmende Parteianträge, Rückweisung zu weiteren Abklärungen. Kein prozessualer Nachteil für die Versicherte, da mit einer Rückweisung noch nichts über den Umfang des Rentenanspruchs gesagt wird.
**Docket/Reference:** IV.2013.00719
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2013.00719.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2013.00719
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Käch
Ersatzrichterin Romero-Käser
Gerichtsschreiberin Schüpbach
Urteil
vom
22. November 2013
in Sachen
Pensionskasse
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwältin
Dr.
Isabelle Vetter-Schreiber
Hubatka
Müller & Vetter, Rechtsanwälte
Seestrasse 6, Postfach 1544, 8027 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
weitere Verfahrensbeteiligte:
Y.___
Beigeladene
vertreten durch Rechtsanwalt
Dr.
Daniel Richter
Rechtsanwälte
Pugatsch
Beethovenstrasse 11, Postfach, 8027 Zürich
Sachverhalt:
1.
Y.___
, geboren 1989,
meldete sich am 2
7.
Mai 2011 wegen psychischen Beschwerden bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/4).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte
medizinische Berichte (
Urk.
6/12,
Urk.
6/14-15,
Urk.
6/19,
Urk.
6/31,
Urk.
6/42,
Urk.
6/54,
Urk.
6/67),
einen Arbeitgeberbericht (
Urk.
6/9)
, einen Auszug aus dem individu
ellen Konto der Versicherten (IK-Auszug;
Urk.
6/11) sowie
ein psychiatrisches Gutachten (
Urk.
6/76)
ein.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/78-105) bejahte die IV-Stelle
mit Verfügungen vom 2
4.
Juni 2013 (
Urk.
6/109-110 =
Urk.
2/1-2)
einen Anspruch der Versicherten auf eine ganze Rente
von
November 2011
bis Feb
ruar 2012 und mit Wirkung ab dem
1.
August 2012
bei einem Invaliditätsgrad von 100
%
.
Für die Zeit vom
1.
März 2012 bis zum 3
1.
J
uli 2012
wurde
der Versicherten das höhere Taggeld ausbezahl
t, weshalb kein Anspruch auf eine
Rente bestand
(vgl.
Urk.
6/41 und
Urk.
6/66).
2.
Gegen die Verfügungen vom 2
4.
Juni 2013 (
Urk.
2/1-2)
erhob die Pensionskasse der
X.___
am 2
6.
August 2013 Beschwerde (
Urk.
1) und beantragte, diese seien aufzuheben und es sei der Beginn der Invalidenrente und der
Invali
ditätsgrad
neu festzusetzen (S. 2
Ziff.
1 und 2). Mit Beschwerdeantwort
vom 2
6.
September 2013 (
Urk.
5) beantragte die IV-Stelle die teilweise Gutheissung der Beschwerde im Sinne einer Rüc
kweisung zur weiteren Abklärung, was der Beschwerdeführerin am
1.
Oktober 2013 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
7).
Gleichzeitig wurde die Versicherte beigeladen, welch
e
mit Stellungnahme vom
4.
November 2013
(
Urk.
10) die Abweisung der Beschwerde unter Bestätigung der Verfügungen vom 2
4.
Juni 2013 beantragte.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.
3
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz
der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.
5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.
6
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vor
instanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (
§
26
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss ständiger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung - da diese das Verfahren verlängert und verteuert - abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Be
gehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abge
lehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
entscheidrelevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (v
gl. SVR 1995 ALV Nr. 27 S. 69).
2.
2.1
Die Beschwerdeführerin machte geltend (
Urk.
1),
während der Dauer des Prakti
kums und nach der Übernahme in die Festanstellung der Versicherten hätten keine längeren Krankheitsabsenzen vorgelegen. In den Monaten November und Dezember 2010, als gemäss Beurteilung der Beschwerdegegnerin die Wartefrist begonnen habe, seien überhaupt keine Krankheitsabsenzen verzeichnet
(S. 3 unten). Die Versicherte habe sich bei der IV-Anmeldung als seit dem 2
3.
Februar 2011 arbeitsunfähig beschrieben. Dieser Beginn der Arbeits
un
fähig
keit werde auch vom
Z.___
, vom Hausarzt
Dr.
A.___
und
vom Krankenversicherer beschrieben
(S. 4 oben)
.
Aus der Zeit vor Februar 2011 lägen ausserdem praktisch keine echtzeitlichen Arztberichte vor
. Hervorzuheben sei dabei der Bericht des
Z.___
zum Abklärungsgespräch vom 2
9.
Oktober 2010, in dem lediglich eine
Anpas
sungsstörung
im Übergang zum Berufsleben diagnostiziert und keine Arbeits
unfähigkeit attestiert worden sei
(S. 4 unten).
Dem psychiatrischen Gutachten
, in welchem eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert werde,
mangle es an der zu erwartenden kritischen
Distanz und Neutralität, die nötig wäre, um an
gesichts der relativ unspezifischen medizinischen Befunde eine Berentung zu rechtfertigen (S. 6 unten).
Bei genauer Betrachtung erwiesen sich die von den Ärzten ausgewiesenen Diagnosen ausserdem als nicht hinreichend, um eine vollständige Invalidisierung der Versicherten zu rechtfertigen (S. 8).
Es werde daher beantragt, dass die Versicherte noch einmal durch einen neutralen Gut
achter abgeklärt werde (S. 9 unten).
2.2
Die Beschwerdegegnerin schloss sich den Vorbringen der Beschwerdeführerin
vernehmlassungsweise
(
Urk.
5)
insoweit an, als dass sie die
Rückweisung der Sache an sie zur weiteren Abklärung
beantragte
, da nach nochmaliger Prüfung der vorhandenen Akten habe festgestellt werden müssen, dass auf das psychiat
rische Gutachten nicht abgestellt werden könne. Die Diagnose der
Persönlich
keitsstörung
sei nur unter Vorbehalt gestellt worden und zudem seien die gezo
genen Schlussfolgerungen insgesamt zu wenig begründet. Weiter abzuklären sei schliesslich, ob die genannten Befunde tatsächlich eine derart hohe Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit rechtfertigten.
3.
3.1
Die Ärzte des
Z.___
berichteten am 2
9.
Oktober 2010 (
Urk.
6/12/9-11) über das Abklärungsgespräch vom 2
9.
Oktober 201
0 und nannten folgende Diagnose
(S. 1):
-
Anpassungsstörung (ICD-10 F43.2) bei Patientin im Übergang zum Berufs
leben und auf dem Hintergrund einer familiären Belastungssitua
tion
Sie führten aus, die Versicherte erlebe sich seit einigen Monaten stark ermüdet und sei daher somatisch abgeklärt worden. Die Abklärungen seien
bland
gewe
sen, so dass sich der Verdacht auf eine psychogene Ursache verdeutlicht habe (S. 1 Mitte).
Die Versicherte sei wach und orientiert und im Gespräch fänden sich keine Anzeichen für
mnestische
Einschränkungen.
Zurzeit leide die Versi
cherte vorwiegend an psychosomatischen Symptomen und unter
Erschöpfungs
gefühlen
.
Dahinter läge vor allem eine schwierige Mutter-Tochter-Beziehung mit ungeklärten Fragen über die Familiensituation
mit Halbgeschwistern, wel
che die Versicherte gerne besprechen würde
. Daneben bestehe zurzeit eine Übergangssituation vom Ausbildungsstatus in den Status einer Ausgelernten. Die Versicherte sei interessiert an einer weiteren psychotherapeutischen Beglei
tung zur Besprechung der anstehenden Lebensfragen (S. 2 Mitte).
3.2
Die Versicherte
ist seit November 2004 bei
Dr.
med. A.___
, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, in Behandlung.
Dr.
A.___
berichtete im Juni 2011
zuhanden der Beschwerdegegnerin
(
Urk.
6/12/1-3)
und nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Ar
beitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1.1):
-
akutes
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom, bestehend seit April 2011
-
Anpassungsstörung, Erschöpfungsdepression, bestehend seit Juli 2010
-
chronischer Schlafmangel
-
latenter
Ferritin
-Mangel
-
Anstrengungsasthma
Er führte aus, die Prognose sei unter fortgeführter Therapie voraussichtlich güns
tig (S. 2
Ziff.
1.4).
Die Beschwerdeführerin sei aktuell seit dem
1
4.
Februar 2011
zu
100
%
arbeitsunfähig
(S. 2
Ziff.
1.6).
3.3
Dr.
med.
B.___
, Psychiater / Psychotherap
eut, berichtete am
6.
Juli 2011
zuhanden der Beschwerdegegnerin
(
Urk.
6/14)
und nannte folgende Diag
nosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 1
Ziff.
1.1):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
leichtgradig
(ICD-10 F33.0) mit psychogen-überlagerten, zum Teil panikähnlichen, körperli
chen Beschwerden im Sinne einer Anpassungsstörung bei
-
Problemen in Verbindung mit der Berufstätigkeit
-
Problemen in der Beziehung zu den Eltern und bei
-
Persönlichkeit mit vermeidenden und selbstunsicheren Zügen
Er führte aus,
er behandle die Versicherte seit dem
8.
November 2010 (S. 1 Ziff.
1.2).
Seit dem
1.
März 2011
absolviere
sie eine laufende teilstationäre Be
handlung mit einer multimodularen Therapie in der Tagesklinik des
Z.___
(S. 1
Ziff.
1.3).
Im Verlauf und bis heute habe sich an psychischen Beschwerden die ausgeprägte Müdigkeit als Leitsymptom gezeigt. Hierbei sei zu erwähnen, dass diese offenbar beim Fussballspielen in den Hintergrund trete, was eine grosse Ressource für die Versicherte darstelle. Bei den körperlichen Beschwerden müsse eine psychogene Überlagerung ver
mutet werden (S. 2
Ziff.
1.4). Dabei zeige die Versicherte vor allem zu Beginn eine stark verminderte Introspektionsfähigkeit
. Mittlerweile habe sie einen Ein
blick in ihre Konfliktdynamik gewonnen, wobei sich ihre Verhaltensmuster noch nicht wesentlich geändert hätten. Panikattacken seien die letzten zwei Monate nicht mehr aufgetreten. Seit dem
8.
November 2010 sei es lediglich zum einmaligen Cannabis-Mitkonsum gekommen
(S. 3 oben)
.
Vom
8.
November 2010 bis zum 1
4.
Februar 2011 sei die Versicherte zu 20
%
, seither zu 100
%
arbeitsunfähig
(S. 4
Ziff.
1.6). Längerfristig sei ihr die bisherige Tätigkeit höchst wahrscheinlich zu 100
%
zumutbar. Derzeit bestehe jedoch medizinisch-theore
tisch noch eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit für den freien Arbeitsmarkt in einer unangepassten Tätigkeit (S. 4
Ziff.
1.7).
3.4
Die Ärzte des
Z.___
berichteten am 3
0.
August 2011 zuhanden der Beschwerdegegnerin (
Urk.
6/19)
und nannten folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1.1):
-
rezidivierende depressive Symptomatik, gegenwärtig
leichtgradig
unter medikamentöser Behandlung (ICD-10 F33.0)
-
panikähnliche Ängste mit körperlichen Beschwerden im Sinne einer Ab
wehr (ICD-10 F41.0)
-
Probleme in Beziehung zu den Eltern
-
Probleme in Verbindung zur Berufstätigkeit
-
Verdacht auf Persönlichkeitsstörung mit stark vermeidenden,
selbstunsi
cheren
und abhängigen Zügen
-
Pollenallergie im Sommer und Anstrengungsasthma
-
Hüft- und Rückenprobleme
Sie führten aus,
grundsätzlich sollte
die Versicherte mittelfristig wieder zu 50
%
in ihrem B
erufsfeld arbeitsfähig sein
(S. 3
Ziff.
1.4).
Vom 1
4.
Februar 2011 bis Mitte September 2011 bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit, danach habe eine Neubeurteilung stattzufinden (S. 3
Ziff.
1.6).
3.5
Dr.
B.___
berichtete am 2
5.
Juli 2012 zuhanden der Beschwerdegegnerin (
Urk.
6/67) und führte aus,
der Gesundheitszustand der Versicherten sei statio
när. Im Vergleich zum Vorbericht könnten zusätzlich emotional-instabile Züge diagnostiziert werden. Die ICD-10 Kriterien für eine
Borderline
-Störung seien nur teilweise erfüllt. In Anbetracht des
spätadoleszentären
Alters und der gegenwärtigen Ablösung von den Eltern mit dem geplanten Auszug auf den
1.
August 2012 halte er sich bezüglich der Diagnose einer
Persönlichkeitsstö
rung
zurück (S. 1
Ziff.
1 und 2).
Das Leiden der Versicherten lasse sich nicht anhand einer Konsultation auf
symptomatologischer
Ebene festmachen. Aktuell bestünden in erster Linie eine zuweilen erhebliche Antriebsminderung, welche mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit psychogen überlagert sein dürfte, starke Ängste vor der Zukunft in Verbindung mit Übelkeit, ein
belas
tungsabhängiges
starkes Grübeln sowie eine ausgeprägte Tendenz, Belastendes zu verdrängen
(S. 2
Ziff.
3 unten).
Derzeit und auch mittelfristig bestehe medi
zinisch-theoretisch eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit selbst in angepasster Tätig
keit (S. 2
Ziff.
4).
3.6
Dr.
med.
C.___
, Facharzt FMH für Psychiatrie und
Psychotherapie, erstat
tete sein psychiatrisches Gutachten am
9.
November 2012 (
Urk.
6/76) gestützt auf
die Akten, die psychiatrischen Untersuchungen der Versicherten
sowie ein Telefongespräch mit
Dr.
B.___
. Er führte aus, aufgrund des
Ausprägungsgra
des
und des Leidensdruckes gehe er von einer kombinierten
Persönlichkeitsstö
rung
mit ängstlich vermeidenden, selbstunsicheren, abhängigen und emotional instabilen Anteilen aus (ICD-10 F61). Es gälten die gleichen bereits von
Dr.
B.___
diskutierten Vorbehalte bezüglich der Diagnose einer
Persönlich
keitsstörung
bei der jugendlichen, unreifen und noch
adoleszentär
wirkenden Versicherten. Anamnestisch
sei von
eine
r
rezidivierende
r
leichte
n
depressive
n
Episode (ICD-10 F33.0)
auszugehen. Ausserdem bestünden
multiple psychoso
matische Beschwerden bei Stresserhöhung (S. 13 oben).
Weiter führte er aus, die Grundstimmung der Versicherten sei hintergründig leicht niedergeschlagen und die affektive Modulation eingeschränkt. Die Versicherte
berichte
über massive Ängste und
sekundären sozialen Rückzug (S. 10).
Es ergäben sich Hinweise auf emotional instabile Persönlichkeitszüge (S. 11 oben).
Anlässlich der aktuellen gutachterlichen Untersuchung habe die Versicherte auf Achse 1 ein leichtes de
pressives Syndrom aufgewiesen. Die Angaben der Versicherten deckten sich mit den Berichten des ambulant behandelnden Psychiaters
Dr.
B.___
.
Den Kern der Symptomatik bildeten die ängstlich vermeidenden, selbstunsicheren und emotional instabilen Persönlichkeitszüge. In Übereinstimmung mit
Dr.
B.___
gehe er davon aus, dass langfristig eine Teilarbeitsfähigkeit erreicht werden könne (S. 12).
Aktuell gehe er von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit bezo
gen auf eine Tätigkeit in der freien Wirtschaft sowohl in der erlernten Tätigkeit wie auch bezüglich einer angepassten Tätigkeit aus. In einem geschützten Rah
men bestehe aktuell eine Arbeitsfähigkeit zu 50
%
(S. 13
Ziff.
1)
.
Als Ressourcen seien die gute schulische und berufliche Ausbildung sowie die Intelligenz der Versicherten zu nennen (S. 14
Ziff.
4).
3.7
Dr.
C.___
nahm am 2
5.
März 2013
Stellung zu den Einwänd
en der Beschwer
de
führerin (
Urk.
6/96) und führte aus, er halte an seiner diagnostischen Beur
teilung und an der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bezogen auf eine Tätigkeit in der freien Wirtschaft fest. Zusammenfassend gehe er von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit spätestens seit Februar 2011 aus. Er müsse sich diesbezüglich auf die Akten und Vorbeurteilungen stützen, da er die Versicherte zu diesem Zeitpunkt nicht persönlich untersucht habe.
3.8
Die Ärzte des
Z.___
berichteten am
4.
Juli 2013 (
Urk.
6/112) über die
Hospitalisation
der Versicherten vom
3.
April bis 2
6.
April 2013 und nannten folgende Diagnosen:
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
-
kombinierte und andere Persönlichkeitsstörungen (ICD-10 F61)
-
psychische und Verhaltensstörungen durch Tabak: schädlicher Gebrauch (ICD-10 F17.1)
-
Adipositas durch übermässige Kalorienzufuhr: Body-Mass-Index von 30 bis unter 35
Sie führte
n
aus,
eine erste depressive Dekompensation sei im Jahre 2006 aufge
treten.  Im Jahre 2010 nach Abschluss des Praktikums und beim Berufseinstieg sei es erneut zu einer depressiven Dekompensation gekommen. Danach seien zwei teilstationäre Aufenthalte in der Tagesklinik sowie eine ambulante psychi
atrische Behandlung erfolgt
(S. 1)
.
Die Versicherte habe den jetzigen Aufenthalt unterbrochen, um im Sinne einer therapeutischen Belastungsprobung ihre Tätigkeit als Fussballtrainerin im Trai
ningslager wahrzunehmen und habe
im Anschluss die stationäre The
rapie ab dem
6.
Mai bis
4.
Juli 2013
fort
ge
setz
t (
Urk.
6/112/4
).
Mit Austrittsbericht vom 1
2.
August 2013 berichteten die Ärzte des
Z.___
über die
Hospitalisation
der Versicherten vom
4.
April bis 2
6.
April 2013 und vom
6.
Mai bis
4.
Juli 2013
und
nannten fol
gende Diagnosen:
-
posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
-
kombinierte und andere Persönlichkeitsstörungen (ICD-10 F61)
-
psychische und Verhaltensstörungen durch Tabak: schädlicher Gebrauch (ICD-10 F17.1)
-
Adipositas durch übermässige Kalorienzufuhr: Body-Mass-Index von 30 bis unter 35
Ergänzend zum Vorbericht müsse die
Traumaentwicklung
erwähnt werden, wel
che erst im zweiten Teil des Aufenthaltes thematisiert worden sei. Im Alter von 14 Jahren sei es gemäss den Angaben der Versicherten zu einem Fall von sexu
eller Nötigung gekommen, welchen sie bis heute nicht verarbeitet habe (S. 1 unten).
3.9
Die Ärzte des
Z.___
berichteten am 3
0.
August 2013 (
Urk.
11/4) und führten aus, die Versicherte befinde sich seit dem 1
7.
Juli 2013 in der ambulanten psychotherapeutischen Behandlung im Sinne einer Fortsetzung
der stationären Akutbehandlung. Bei der Problematik der Versi
cherten handle es sich um ein vielschichtiges, komplexes Störungsbild. Die regelmässigen Expositionstrainings hätten zur Stabilisierung des Zustandsbildes im Sinne einer nachhaltigen Distanzierung von Suizidalität und dem
weit
gehenden Verzicht auf selbstverletzende Handlungen
geführt
. Die Versicherte habe darüber hinaus
einen erforderlichen Autonomieprozess beginnen können, welcher es ihr ermöglicht
habe aus dem elterlichen Haus auszuziehen
und ein teilweise selbständiges Leben zu führen. Dies sei als grosser therapeutischer Fortschritt zu sehen (S. 2). Die Versicherte sei nach wie vor
trauma
-
und depressionsbedingt
in ihrer Leistungsfähigkeit
schwer beeinträchtigt (S. 3 Mitte).
4.
4.1
Gestützt auf die angeführten ärztlichen Stellungnahmen erscheinen die Vor
bringen der Beschwerdeführerin nicht unbegründet. Der Gesundheitszustand der Versicherten und insbeso
ndere ihre Arbeitsfähigkeit lassen
sich aufgrund der medizinischen Akten nur ungenügend beurteilen.
So nahm die
Beschwerdegeg
nerin
den Beginn der Wartezeit auf Ende 2
010 an, während sowohl der Haus
arzt der Versicherten
Dr.
A.___
(vgl. E. 3.2), als auch ihr behandelnder Psychiater
Dr.
B.___
(vgl. E. 3.3) und die
Ärzte
des
Z.___
(vgl. E. 3.4)
eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit der Versicherten
erst
ab
de
m
1
4.
Februar 2011
annahmen.
Für die Zeit vor dem Jahre 2011 liegt
einzig
der Bericht der Ärzte des
Z.___
vom 2
9.
Oktober 2010 (vgl. E. 3.1) vor
, in welchem lediglich
eine Anpassungsstörung im Über
gang zum Be
rufsleben diagnostiziert,
jedoch keine Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde.
Die Beurteilung der Beschwerdegegnerin stützte sich im Wesentlichen auf die Ausführungen des behandelnden Psychiaters
Dr.
B.___
, welcher der Versi
cherten
im Gegensatz zu sämtlich
en
anderen Ärzten
bereits ab dem
8.
November 2010 eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit attestierte (vgl. E.
3.3).
Wei
ter äusserten d
ie Ärzte des
Z.___
in ihrem Be
richt vom 3
0.
August 2011 (vgl. E. 3.4) erstmals den Verdacht, dass bei der Versicherten eine Persönlichkeitsstörung vorliegen könnte.
Dr.
B.___
führte sodann in seinem Bericht vom 2
5.
Juli 2012 (vgl. E. 3.5) aus, die ICD-10 Krite
rien für eine
Borderline
-Störung seien nur teilweise erfüllt und in Anbetracht des
spätadoleszentären
Alters und der gegenw
ärtigen Ablösung von den Eltern
halte er sich bezüglich der Diagnose einer Persönlichkeitsstörung zurück
. Der Gutachter
Dr.
C.___
führte am
9.
November 2012 sodann aus (v
g
l. E. 3.6),
auf
grund des Ausprägungsgrades und des Leidensdruckes gehe er von einer kombinie
rten Persönlichkeitsstörung
aus
, wobei b
ezüglich der Diagnose einer
Per
sönlichkeitsstör
ung
die gleichen
Vorbehalte
gälten
, welche
bereits von
Dr.
B.___
diskutiert
worden seien
.
Anamnestisch sei
lediglich
von einer re
zi
divierenden
leichten depressiven
Episode
auszugehen.
Diesbez
üglich ist zu erwähnen, dass der Gutachter
Dr.
C.___
im Wesentlichen die Aussagen der Versicherten wiederg
ab
und lediglich
wenige eigene
Wahrnehmungen
festhielt.
Auch setzte er sich nicht mit den
anderslautenden Arztberichten
auseinander.
Weiter ist zu berücksichtigen,
dass
s
owohl die von
Dr.
C.___
als auch die von
Dr.
B.___
genannten Befunde und Diagnosen
in der Regel
nicht eine derartige Schwere aufweisen, dass die Verwertung der Arbeitsfähigkeit auf dem Arbeits
markt der Versicherten nicht mehr zumutbar wäre beziehungsweise eine voll
ständige Invalidität rechtfertigten.
So ist insbesondere bei einer
leichtgradigen
depressiven Episode
praxisgemäss
keine Arbeitsunfähigkeit beziehungsweise Invalidität gegeben (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom
7.
Februa
r 2012 9C_736/2011 E. 4.2.2.1). Zur Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit der Versicherten kann deshalb nicht ohne weiteres auf das psy
chiatrische Gutachten beziehungsweise auf die vorliegenden
ärztlichen
Berichte abgestellt werden.
4
.3
Zusammenfassend lässt die zum Teil widersprüchliche medizinische Aktenlage eine abschliessende Beurteilung
der relevanten Frage nach
de
m
Gesundheitszu
stand bez
iehungsweise
der
Arbeitsfähigkeit der Versicherten
in der angestamm
ten beziehungsweise einer leidensangepassten Tätigkeit im relevanten Zeitraum nic
ht zu
, weshalb d
ie übereinstimmenden Parteianträge auf Rückweisung der Sache vorliegend als gerechtfertigt
erscheinen.
D
ie Versicherte
erleidet ausserdem bei diesem Vorgehen
keinen prozessualen Nachteil, da mit einer Rückweisung zu weiteren Abklärungen noch nichts
be
züglich
Umfang des Rentenanspruchs entschieden wird und die Versicherte ihren Standpunkt im Verwaltungsverfahren wird einbringen können.
Die Sache ist daher an die IV-Stelle zurückzuweisen, damit sie entsprechende Abklärungen zum Gesundheitszustand und zur Arbeitsfähigkeit der
Versicherten
vornehme
.
Anschliessend wird die IV-Stelle über den Rentenanspruch neu ver
fügen.
4
.4
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, dass die angefochtenen Verfügung
en
vom 2
4.
Juni
2013 aufzuheben und die Sache an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zurückzuweisen ist, damit diese
,
nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen, neu ver
füge.
5
.
5
.1
Die Verfahrenskosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr. 600.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerle
gen.
5
.2
Der
obsiegenden Beschwerdeführerin als Sozialversicherungsträgerin steht keine Parteientschädigung zu, die Voraussetzungen für eine ausnahmsweise Zuspre
chung einer Entschädigung sind nicht gegeben (BGE 128 V 133
Erw
. 5b).
Das Gericht erkennt:
1.
Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die angefochtenen Verfügungen vom 24. Juni 2013 aufgehoben und die Sache an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zurückgewiesen wird, damit diese, nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen, neu verfüge.
2.
Die Gerichtskosten von Fr. 6
00
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt. Rech
nung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts
kraft zugestellt.
3
.
Der Beschwerdeführerin wird keine Prozessentschädigung zugesprochen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin
Dr.
Isabelle Vetter-Schreiber, unter Beilage einer Kopie von
Urk.
10
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Beilage einer Kopie von
Urk.
10
-
Rechtsanwalt Dr. Daniel Richter
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5
.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur
kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
MosimannSchüpbach