# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8e41b615-748c-578a-ac93-e7d974bcd59f
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-01-12
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 12.01.2018 IV 2015/55
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2015-55_2018-01-12.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2015/55

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 20.09.2019

Entscheiddatum: 12.01.2018

Entscheid Versicherungsgericht, 12.01.2018
Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes. Da die Arbeitsfähigkeit des 
Versicherten nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden 
Wahrscheinlichkeit feststeht, sind ergänzende Abklärungen notwendig. 
Rückweisung der Sache an die IV-Stelle (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 12. Januar 2018, IV 
2015/55).

Besetzung

Präsident Joachim Huber, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider und 

Versicherungsrichter Ralph Jöhl; Gerichtsschreiber

Markus Lorenzi

Geschäftsnr.  

IV 2015/55

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

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Gegenstand 

Rente (Einkommensvergleich)

Sachverhalt

A. 

A.a  A.___ meldete sich im Dezember 2003 aufgrund eines Autounfalls im Dezember 

2002 und eines dabei erlittenen HWS-Distorsionstraumas zum Leistungsbezug bei der 

Invalidenversicherung (IV) an (IV-act. 11). Nach durchgeführter Abklärung erhielt der 

Versicherte vom 1. Dezember 2003 bis 31. August 2004 eine ganze, ab 1. September 

2004 eine halbe Rente zugesprochen (IV-act. 44, 60).

A.b  Nachdem der Versicherte am 27. Dezember 2005 der IV-Stelle mitgeteilt hatte, 

dass er seit dem 9. September 2005 wieder zu 100% arbeitsunfähig sei (IV-act. 54), 

und sein Rechtsvertreter am 8. Juni 2006 die Ausrichtung einer ganzen Rente ab 

Dezember 2005 beantragt hatte (IV-act. 66), wurde er polydisziplinär (internistisch, 

neurologisch, neuropsychologisch, rheumatologisch, psychiatrisch) in der Academy of 

Swiss Insurance Medicine (asim) in Basel begutachtet. Das Gutachten wurde am 6. Mai 

2009 erstellt (IV-act. 121). Es bescheinigte dem Versicherten in einer adaptierten 

Tätigkeit eine 80%-ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit bei einer 90 bis 100%-igen 

Präsenzzeit (IV-act. 121-34). Daraufhin hob die IV-Stelle am 2. Juli 2010 die laufende 

halbe Rente per Ende August 2010 auf (IV-act. 185). Das Versicherungsgericht des 

Kantons St. Gallen wies die dagegen erhobene Beschwerde mit Entscheid IV 2010/325 

vom 20. August 2012 rechtskräftig ab (IV-act. 254).

B. 

B.a  Bereits am 12. November 2011 gelangte der Versicherte wieder an die IV-Stelle, 

denn er hatte im Oktober 2010 erneut einen Autounfall erlitten. Er machte geltend, 

nachdem er zuerst zu 100% arbeitsunfähig gewesen sei, könne er seit dem 1. August 

2011 wieder zu 50% arbeiten (IV-act. 225). In der Folge wurden berufliche 

Massnahmen durchgeführt (IV-act. 276), an deren Ende der Versicherte per 28. Mai 

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2014 eine Temporäranstellung in einem Callcenter in einem 50%-Pensum fand (IV-act. 

276-13, 283-1).

B.b  Am 19. August 2014 verfügte die IV-Stelle, dass kein weiterer Anspruch auf 

Eingliederungsmassnahmen bestehe (IV-act. 283). Mit Verfügung vom 23. Januar 2015 

verneinte die IV-Stelle einen Anspruch auf eine Rente. Zur Begründung führte sie aus, 

dass der Unfall im Oktober 2010 nur zu einer vorübergehenden Verschlechterung des 

Gesundheitszustands geführt habe. Bereits ab dem 9. März 2011 habe sowohl in der 

dannzumal ausgeführten selbständigen Erwerbstätigkeit als auch in anderen 

adaptierten Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit von 50%, steigerbar auf 80% bei voller 

Präsenzzeit, bestanden. Aus dem Einkommensvergleich ergebe sich bei einem 

Valideneinkommen von Fr. 61‘776.-- und einem Invalideneinkommen von Fr. 49‘421.-- 

eine Erwerbseinbusse von Fr. 12‘355.--, was einem Invaliditätsgrad von 20% 

entspreche und keinen Anspruch auf eine Rente begründe (IV-act. 289).

C.

C.a Gegen die Verfügung vom 23. Januar 2015 richtet sich die vorliegende 

Beschwerde vom 19. Februar 2015. Der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) 

beantragt darin nebst der unentgeltlichen Rechtspflege eine Korrektur des 

Einkommensvergleichs. Zur Begründung führte er im Wesentlichen und sinngemäss 

aus, dass die zur Berechnung des IV-Grads herangezogenen Einkommen nicht richtig 

seien. Beim Valideneinkommen sei auf das Einkommen gestützt auf das 

Anforderungsniveau 1 oder 2 abzustellen, beim Invalideneinkommen auf das 

Anforderungsniveau 4 bzw. auf das effektiv erzielte Einkommen (act. G 1).

C.b Mit Verfügung vom 27. März 2015 wurde dem Gesuch des Beschwerdeführers um 

Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege, umfassend die Befreiung von den 

Gerichtskosten, entsprochen (act. G 5).

C.c Mit Beschwerdeantwort vom 31. März 2015 beantragt die IV-Stelle (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. Sie führt im Wesentlichen aus, 

dass nach Lage der Akten weder ersichtlich noch vom Beschwerdeführer dargetan sei, 

dass sich der Gesundheitszustand seit Erlass der Verfügung vom 2. Juli 2010, welche 

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auf die umfassende asim-Begutachtung abgestellt habe, relevant verändert haben 

könnte. Mit der aktuellen 50%-igen Arbeitstätigkeit schöpfe der Beschwerdeführer die 

zumutbare Restarbeitsfähigkeit von 80% in einer adaptierten kaufmännischen Tätigkeit 

nicht aus. Bezüglich Einkommensvergleich sei auf die Feststellungen im Entscheid des 

Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 20. August 2012 abzustellen und 

ein Prozentvergleich vorzunehmen. Auch bezüglich eines allfälligen Abzugs vom 

Tabellenlohn werde auf die Ausführungen im Gerichtsentscheid verwiesen (act. G 6).

C.d In der Replik vom 4. Mai 2015 führt der Beschwerdeführer im Wesentlichen und 

sinngemäss an, dass er aufgrund seiner Beeinträchtigungen aus den beiden Unfällen 

nicht eine der Ausbildung entsprechende kaufmännische Tätigkeit ausüben könne. Es 

sei weiter erstaunlich, dass auch nach dem Unfall im Jahr 2010 weiterhin auf das asim-

Gutachten aus dem Jahr 2009 abgestellt werde. Die Annahme, dass der zweite Unfall 

keine massgeblichen Beeinträchtigungen ergeben habe, sei nicht nachvollziehbar (act. 

G 8).

C.e Die Beschwerdegegnerin verzichtet am 7. Mai 2015 auf eine Duplik (act. G 10).

Erwägungen

1. 

Zum Zeitpunkt der erneuten Anmeldung am 12. November 2011 hatte der 

Beschwerdeführer Wohnsitz im Kanton B.___ (IV-act. 225). Damit wäre gestützt auf Art. 

40 Abs. 1 lit. a der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) 

grundsätzlich die IV-Stelle des Kantons B.___ zuständig zur Prüfung allfälliger 

Ansprüche. Nachdem jedoch die einmal begründete Zuständigkeit einer IV-Stelle im 

Verlaufe des Verfahrens erhalten bleibt (Art. 40 Abs. 3 IVV) und im November 2011 

Arbeitsvermittlungsbemühungen im Zuständigkeitsbereich der IV-Stelle des Kantons 

St. Gallen durchgeführt wurden (IV-act. 211, endgültiger Abschluss mit Verfügung vom 

19. August 2014 [IV-act. 283]), war die IV-Stelle des Kantons St. Gallen im Sinne 

vorgenannter Bestimmung weiterhin örtlich zuständig.

2. 

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Die Beschwerdegegnerin hat mit Verfügung vom 2. Juli 2010 letztlich rechtskräftig die 

laufende halbe Rente per Ende August 2010 eingestellt (IV-act. 185, 254; vgl. 

vorstehende lit. A.b). Auf die Neuanmeldung vom 12. November 2011 ist sie nach 

einem erneuten Unfall im Oktober 2010 mit zumindest vorübergehender 

Verschlechterung zu Recht eingetreten (Art. 87 Abs. 3 in Verbindung mit Abs. 2 IVV) 

und hat in der angefochtenen Verfügung vom 23. Januar 2015 (IV-act. 289) einen 

materiellen Entscheid (Abweisung des Leistungsbegehrens) gefällt. Zu prüfen ist 

demnach, ob die Ablehnung des Antrags auf eine Invalidenrente zu Recht erfolgte.

3. 

3.1  Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die: a. ihre Erwerbsfähigkeit 

oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können; b. 

während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% 

arbeitsunfähig gewesen sind; und c. nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% 

invalid sind. Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 

psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und 

Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf 

dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für 

die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen 

der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit 

liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 

ATSG).

3.2  Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so 

besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 

40% auf eine Viertelsrente.

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3.3  Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad 

bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf 

Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur 

Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den 

Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang 

und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im 

Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 

Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden 

können (BGE 132 V 93 E. 4 mit Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und 

Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht 

die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist 

entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 

Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen 

Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob die 

Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweisen).

4. 

Der nicht anwaltlich vertretene Beschwerdeführer hat in der Beschwerde vom 19. 

Februar 2015 gegen die Verfügung vom 23. Januar 2015 den Antrag gestellt, es sei die 

Berechnung des Einkommensvergleichs neu zu erstellen (G 1). Mit den Begründungen 

in den Rechtsschriften bringt er zum Ausdruck, dass er zum einen die von der 

Beschwerdegegnerin der Ermittlung des Invaliditätsgrads zugrunde gelegten 

Einkommen bestreitet, zum anderen aber auch die gezogenen medizinischen Schlüsse 

seit seinem zweiten Unfall von Oktober 2010 für nicht nachvollziehbar hält. Damit 

gehört der Rentenanspruch bezüglich sämtlicher Fragen zum Streitgegenstand dieses 

Verfahrens, insbesondere auch die Frage, ob die aktenkundigen (medizinischen) 

Unterlagen eine zuverlässige Anspruchsbeurteilung zulassen.

4.1  Zur Beurteilung steht der Gesundheitszustand bzw. eine allfällig 

anspruchsbegründende Invalidität zum Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns. 

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Dieser entstünde am 1. Mai 2012, sechs Monate nach der Neuanmeldung im 

November 2011 (Art. 29 Abs. 1 IVG).

4.2  Die Beschwerdegegnerin stützt sich bei ihrem rentenablehnenden Entscheid in 

medizinischer Hinsicht auf das asim-Gutachten vom 6. Mai 2009 (IV-act. 121), welches 

volle Beweiskraft geniesst (vgl. die zutreffenden Ausführungen im Entscheid des 

Versicherungsgerichtes des Kantons St. Gallen vom 20. August 2012; IV-act. 254-12 f.) 

und eine 80%-ige Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit bescheinigt hat, sowie auf die 

insbesondere von der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) nach dem 

Unfallereignis im Oktober 2010 getätigten (medizinischen) Abklärungen. Zu prüfen ist, 

ob diese Unterlagen den von der Beschwerdegegnerin gezogenen Schluss, dass das 

Unfallereignis nur zu einer vorübergehenden Verschlechterung des 

Gesundheitszustands des Beschwerdeführers geführt hat und wieder vom 

Gesundheitszustand gemäss asim-Gutachten auszugehen ist, zulassen.

4.3  Die medizinische Aktenlage seit dem Unfall vom 2. Oktober 2010 präsentiert sich 

wie folgt:

4.3.1  Im Austrittsbericht des Spitals C.___ vom 30. November 2010 diagnostizierten 

die behandelnden Ärzte bei einer Hospitalisation des Beschwerdeführers vom 2. bis 3. 

Oktober 2010 eine LWS-Kontusion nach dem Verkehrsunfall. Als Nebendiagnosen 

wurde ein Status nach Diskushernien HWS und 2x LWS sowie ein Status nach einem 

HWS-Distorsionstrauma bei Beschleunigungstrauma im Dezember 2002 aufgeführt. 

Eine Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers wurde bis am 10. Oktober 2010 

bescheinigt (Fremdakten).

4.3.2  Der behandelnde Dr. med. D.___, Spezialarzt FMH für Chirurgie, 

Wirbelsäulenleiden, Schleudertrauma und orthopädische Traumatologie, verfasste 

mehrere Berichte. Mit Bericht vom 17. Dezember 2010 diagnostizierte er ein cervico-

cephales Syndrom mit Begleitschwindel bei einem Status nach zweimaliger HWS-

Distorsion, ein cervico-cephales Syndrom mit Begleitschwindel und Verdacht auf 

neuropsychologische Defizite bei einem Status nach Beschleunigungstrauma der HWS 

mit einer commotio cerebri, postcommotionale Beschwerden und eine 

Cervicobrachialgie links bei im MRI nachgewiesener Diskushernie C5/C6 links. Seit 

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dem Unfall vom 2. Oktober 2010 gebe es eine deutliche Verstärkung des cervico-

cephalen Syndroms mit Begleitschwindel und neuropsychologischen Defiziten, 

weshalb dem Beschwerdeführer ab dem Unfallzeitpunkt eine 100%-ige 

Arbeitsunfähigkeit bescheinigt werden müsse. Unter konservativer Behandlung mit 

Physiotherapie, Heimübungen und Magnetfeldtherapie komme es zu einer allmählichen 

Besserung (Fremdakten). Mit Eingabe vom 8. Februar 2011 attestierte Dr. D.___ dem 

Beschwerdeführer bis am 31. Januar 2011 eine 100%-ige, danach eine 50%-ige 

Arbeitsunfähigkeit in seiner Tätigkeit als Leiter eines E.___ sowie in ebenfalls 

angepassten Tätigkeiten (IV-act. 207-1 ff.). Nachdem die Arbeitsfähigkeit nicht wie 

vorstehend beschrieben auf 50% gesteigert werden konnte, bescheinigte Dr. D.___ am 

1. April und 8. August 2011 ab 1. Februar 2011 eine 25%-ige, ab 1. April 2011 eine 

35%-ige und ab 1. August 2011 eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit (Fremdakten). Diese 

Einschätzung bestätigte er mit Bericht vom 21. September 2011 (IV-act. 225-2).

4.3.3  Der Kreisarzt der Suva, Dr. med. F.___, Facharzt FMH für Chirurgie, hatte 

inzwischen in seinem Untersuchungsbericht vom 28. Februar 2011 ausgeführt, dass 

bei aktiver Therapie zu erwarten sei, dass der Beschwerdeführer nach weiteren zwei 

bis drei Monaten seine aktuell eingeschränkte Arbeitsleistung im Rahmen des 

Vorzustands schrittweise würde steigern können. Danach sei nach zwei bis drei 

Monaten Training ein stabiler Zustand zu erwarten (Fremdakten). Bei dieser Beurteilung 

war Dr. F.___ (noch) von einer 50%-igen Arbeitsfähigkeit ab 1. Februar 2011 

ausgegangen. Am 18. August 2011 erachtete er die von Dr. D.___ erst ab 1. August 

2011 bescheinigte Arbeits¬fähigkeit von 50% für nachvollziehbar (Fremdakten). Dr. 

med. G.___, Facharzt FMH für Neurologie, führte mit Bericht vom 8. September 2011 

zuhanden der Suva aus, dass eine zusätzliche Traumatisierung der bereits degenerativ 

veränderten Halswirbelsäule nicht angenommen werden könne, da die 

Nackenschmerzen erst einige Wochen nach dem Unfall vom 2. Oktober 2010 

aufgetreten seien (Fremdakten).

5. 

5.1  Zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in der für die Neuanmeldung 

relevanten Phase (November 2011 bis Mai 2012) liegt keine Einschätzung eines 

behandelnden oder begutachtenden Arztes bei den Akten. Dr. D.___ bescheinigt dem 

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Beschwerdeführer bereits am 8. August 2011 ab 1. August 2011 eine 50%-ige 

Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten (IV-act. 225-2). Danach liegen von ihm 

keine Berichte mehr im Recht, die eine weitere Verbesserung der Arbeitsfähigkeit 

bescheinigen würden. Dr. F.___ bestätigt zwar die Einschätzung von Dr. D.___ am 18. 

August 2011 (vgl. vorstehende E. 4.3.3) und spricht im kreisärztlichen 

Untersuchungsbericht vom 28. Februar 2011 von einer möglichen schrittweisen 

Steigerung der Arbeitsfähigkeit bis zum Erreichen des Vorzustands (80%-ige 

Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten). Die prognostizierte Steigerbarkeit von 50 

auf 80% wird aber weder zeitlich eingegrenzt noch begründet.

5.2  Aufgrund der Erfahrungstatsache, dass bei Kontusionen und Distorsionen nach 

drei bis vier Monaten der Vorzustand wieder erreicht wird (vgl. nebst vielen Urteil des 

Bundesgerichts vom 14. Oktober 2015, 8C_571/2015, E. 2.2.3), leuchtet die 

Einschätzung von Dr. F.___ einer stetigen Steigerung der Arbeitsfähigkeit grundsätzlich 

ein. Von Relevanz ist aber, dass die Einschätzungen von Dr. F.___ und Dr. G.___ auf 

hauptsächlich unfallversicherungsrechtlichen Überlegungen gründen. Weitere 

Beschwerden, die im Zusammenhang mit der Kausalitätsfrage mangels (genügender) 

Objektivierbarkeit allenfalls nicht bewiesen werden können und dementsprechend 

keine Leistungspflicht des Unfallversicherers auslösen (vgl. dazu den 

Einspracheentscheid der Suva vom 18. April 2012 in den Fremdakten), namentlich die 

von Dr. D.___ angesprochene deutliche Verstärkung des cervico-cephalen Syndroms 

mit Begleitschwindel und neuropsychologischen Defiziten, wurden im relevanten 

Zeitraum überhaupt nicht mehr abgeklärt. Auch der RAD äussert sich nicht dazu. 

Weitere Abklärungen hätten sich insbesondere aufgedrängt, nachdem der 

Beschwerdeführer anlässlich eines vom 8. Juli bis 4. Oktober 2013 durchgeführten 

Arbeitsversuchs im Kantonsspital H.___ lediglich eine 50%-ige Leistungsfähigkeit 

erreichte (IV-act. 263, 268-3). 80% wurden zwar versucht; dieses Pensum hat sich 

jedoch als zu hoch erwiesen (IV-act. 271-3). Auch in seiner Tätigkeit als Mitarbeiter in 

einem Callcenter ab Mai 2014 war der Beschwerdeführer lediglich 50% leistungsfähig. 

Von Belang ist dabei, dass dem Beschwerdeführer bezogen auf den Arbeitsversuch ein 

gutes Zeugnis ausgestellt wurde (IV-act. 268, 271-3). Auch anlässlich des ambulanten 

Assessments in Bellikon vom 20. Dezember 2010 wurden dem Beschwerdeführer ein 

adäquates Schmerzverhalten und eine gute Leistungsbereitschaft attestiert 

(Fremdakten). Dass der Beschwerdeführer motiviert ist, die Arbeitsfähigkeit zu 

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verbessern, wurde bereits im asim-Gutachten beschrieben (IV-act. 121-35, 124-13) und 

Verdeutlichungstendenzen waren keine auszumachen. Damit sind Anhaltspunkte 

ersichtlich, welche für eine einschränkendere körperliche Schmerzproblematik mit 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit auch in adaptierter Tätigkeit seit dem Unfall vom 2. 

Oktober 2010 sprechen.

5.3  Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass die aktuelle Aktenlage zur 

Beurteilung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers für den 

relevanten Zeitpunkt (ab 1. Mai 2012) ungenügend ist. Es sind weitere medizinische 

Abklärungen notwendig. Um eine möglichst unbefangene Beurteilung zu gewährleisten, 

erscheint eine auf einer persönlichen Untersuchung beruhende Abklärung erforderlich. 

Dabei wird die Beschwerdegegnerin zu prüfen haben, welche Disziplinen bei diesem 

Beschwerdebild notwendig sind. Die Abklärung (allenfalls inkl. Evaluation der 

funktionellen Leistungsfähigkeit) hat in Auseinandersetzung mit der bisher ergangenen 

medizinischen Aktenlage insbesondere Auskunft darüber zu geben, ob und auf Grund 

welcher Diagnosen der Beschwerdeführer in seiner Arbeitsfähigkeit (angestammt bzw. 

leidensadaptiert) seit dem Unfall vom 2. Oktober 2010 eingeschränkt ist und wie sich 

die Einschränkung im Verlauf präsentiert. Nach Vorliegen der Abklärung wird die 

Beschwerdegegnerin über den Leistungsanspruch des Beschwerdeführers erneut zu 

befinden haben.

6. 

Aufgrund der Rückweisung erübrigen sich grundsätzlich Ausführungen zu den 

streitigen Vergleichseinkommen. Zur Vermeidung einer erneuten Beschwerdeerhebung 

nach erfolgter (medizinischer) Abklärung sind folgende Bemerkungen angezeigt. Wie im 

rechtskräftigen Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 20. 

August 2012 festgehalten, ist der angestammte Beruf des Beschwerdeführers 

(Kaufmann in kaufmännisch-administrativer Tätigkeit) leidensadaptiert. Es ist nicht 

davon auszugehen, dass sich nach erfolgter Abklärung das Zumutbarkeitsprofil (keine 

repetitive Tätigkeiten über Brusthöhe; keine Tätigkeiten mit regelmässiger HWS- und/

oder Rumpfrotation; keine repetitive Tätigkeiten in Zwangshaltungen wie 

beispielsweise vornübergebeugt; kein regelmässiges Heben und Tragen von Lasten bis 

15 kg; vorteilhaft Tätigkeiten zwischen Hüft- und Brusthöhe, am besten Tischhöhe; 

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vorteilhaft Wechselbelastung; IV-act. 121-34) dermassen ändert, dass dies nicht mehr 

der Fall sein wird. Bei qualitativer Identität von Validen- und Invalideneinkommen kann 

zur Bestimmung des Invaliditätsgrads ein Prozentvergleich vorgenommen werden (vgl. 

dazu die zutreffenden Ausführungen im Entscheid des Versicherungsgerichts des 

Kantons St. Gallen vom 20. August 2012; IV-act. 254-13). Anders gesagt entspricht der 

Invaliditätsgrad in solchen Fällen dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter 

Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn (Urteil des Bundesgerichts 

vom 4. Februar 2015, 9C_888/2014, E. 2). Dem Beschwerdeführer ist darin 

beizupflichten, dass beim Valideneinkommen das Abstellen auf die Hilfsarbeiterlöhne 

gemäss Verfügung vom 23. Januar 2015 (IV-act. 289-2) wohl nicht sachgerecht ist und 

bei beiden Einkommen von einem höheren Wert hätte ausgegangen werden müssen. 

Am Invaliditätsgrad ändert dies jedoch aus den erwähnten Gründen nichts.

7. 

7.1  Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen und die angefochtene 

Verfügung vom 23. Januar 2015 aufzuheben. Die Sache ist im Sinne der Erwägungen 

zur Vornahme weiterer Abklärungen und zu neuer Verfügung an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

7.2  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Praxisgemäss ist die 

Rückweisung der Sache zur ergänzenden Abklärung und neuen Beurteilung an die 

Verwaltung als volles Obsiegen der beschwerdeführenden Partei zu werten (BGE 132 V 

215 E. 6.2). Dementsprechend ist die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- vollumfänglich der 

Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. 

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Die Beschwerde wird dahingehend gutgeheissen, dass die angefochtene Verfügung 

vom 23. Januar 2015 aufgehoben und die Sache zur weiteren Abklärung und zur 

anschliessenden neuen Verfügung im Sinne der Erwägungen an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird.

2. 

Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen.

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