# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 79a1b896-28ba-51c1-9730-0d0d34efb230
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-09-10
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 10.09.2008 BP.2008.44
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_BP-2008-44_2008-09-10.pdf

## Full Text

Entscheid vom 10. September 2008  
I. Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Emanuel Hochstrasser, Vorsitz, 
Tito Ponti und Alex Staub, 
Gerichtsschreiberin Tanja Inniger 

   
 
Parteien 

  
A., vertreten durch Fürsprecher Alexander Feuz, 
 

Gesuchsteller 
 

  
   

Gegenstand  Unentgeltliche Rechtspflege (Art. 64 Abs. 1 BGG) 

 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

Geschäftsnummer:  BP.2008.44 
(Hauptverfahren: BB.2008.48)  
 
 

 

 

- 2 - 

 

 

 
Die I. Beschwerdekammer hält fest, dass 

 
- die Bundesanwaltschaft im Zusammenhang mit diversen Sprengstoffan-

schlägen seit dem 7. August 2007 ein gerichtspolizeiliches Ermittlungsverfah-
ren führt;  

 
- die Bundesanwaltschaft das Verfahren am 21. September 2007 auf A. aus-

dehnte, er am 29. Januar 2008 verhaftet wurde und sich seit dem 1. Februar 
2008 in Untersuchungshaft befindet; 

 
- A. am 26. Mai 2008 Beschwerde wegen Verweigerung der Akteneinsicht und 

Rechtsverzögerung einreichte; 
 

- sein erstes Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege vom 
12. Juni 2008 mit Entscheid vom 12. August 2008 (BP.2008.32) mangels 
ausreichender Substanziierung abgewiesen wurde;  

 
- A. mit Eingabe vom 29. August 2008 erneut um Gewährung der unentgeltli-

chen Rechtspflege ersuchte und das diesbezügliche Formular mitsamt Beila-
gen einreichte (act. 1). 

 
 
 

Die I. Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass 
 

- eine Partei, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, auf Antrag von der 
Bezahlung der Gerichtskosten und von der Sicherstellung der Parteientschä-
digung befreit werden kann, sofern ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos er-
scheint (Art. 245 Abs. 1 BStP i.V.m. Art. 64 Abs. 1 BGG);  

 
- die vom Gesuchsteller erhobene Beschwerde betreffend Verweigerung der 

Akteneinsicht sowie Rechtsverzögerung nicht von vornherein als aussichtslos 
erscheint; 

 
- eine Partei bedürftig ist, welche die Leistung der erforderlichen Prozess- und 

Parteikosten nur erbringen kann, wenn sie Mittel angreift, die sie zur Deckung 
des Grundbedarfs für sich und ihre Familie benötigt (BGE 125 IV 161 E. 4a 
S. 164; 124 I 1 E. 2a S. 2; vgl. auch 128 I 225 E. 2.5.1 S. 232, 127 I 202 E. 3b 
S. 205); 

 

- 3 - 

 

 

- sich die prozessuale Bedürftigkeit nach der gesamten wirtschaftlichen Situa-
tion des Rechtsuchenden im Zeitpunkt der Einreichung des Gesuchs beur-
teilt, wozu einerseits sämtliche finanziellen Verpflichtungen, andererseits die 
Einkommens- und Vermögensverhältnisse gehören (BGE 124 I 1 E. 2a S. 2; 
120 Ia 179 E. 3a S. 181, je mit Hinweisen); 

 
- der im Vermögen des Gesuchstellers (act. 1, S. 3) aufgeführte Nissan Micra 

(Jahrgang 1991, Zeitwert Fr. 1'000.--) zwar dem Gesuchsteller gehört, der 
Wagen jedoch nicht auf ihn, sondern auf seinen Vater immatrikuliert ist;  

 
- der Gesuchsteller vorliegend mittels den von ihm eingereichten Unterlagen 

glaubhaft macht, dass er nicht über ausreichende Mittel verfügt, um die allfäl-
ligen, für den konkreten Fall zu erwartenden Gerichts- und Anwaltskosten zu 
tilgen, und im vorgenannten Sinne bedürftig ist; 

 
- dem Gesuchsteller deshalb für das anhängige Beschwerdeverfahren die un-

entgeltliche Rechtspflege zu gewähren ist; 
 

- die Kosten des vorliegenden Entscheides bei der Hauptsache bleiben; 
 

- 4 - 

 

 

und erkennt: 
 
1. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege für das Beschwerdeverfahren 

BB.2008.48 wird gutgeheissen. 
 
2. Die Kosten des vorliegenden Entscheides werden mit der Hauptsache ver-

legt. 
 
 

Bellinzona, 10. September 2008 
 
Im Namen der I. Beschwerdekammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
Der Präsident:    Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Zustellung an 
 
- Fürsprecher Alexander Feuz 
 
 
 
 
Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.