# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 63337b79-2fa5-5da6-bc37-de58a782e1ce
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-10-17
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 17.10.2022 SB220120
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB220120_2022-10-17.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB220120-O/U/jv 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. S. Volken, Präsident, lic. iur. C. Maira  

und Ersatzoberrichterin lic. iur. A. Schneeberger sowie Gerichts-

schreiberin MLaw N. Hunziker 

 

Urteil vom 17. Oktober 2022 

 
in Sachen 

 

A._____, 
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich,  
vertreten durch Staatsanwältin lic. iur. C. Kauf,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

sowie 

 

B._____,  
Privatklägerin und Anschlussberufungsklägerin 

unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Y._____ 

 

betreffend mehrfache Vergewaltigung etc.  
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Uster  
vom 18. November 2021 (DG210019) 
 

-   2   - 

 

Anklage: 

Die Anklage der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 11. Juni 2021 

(Urk. 17/03) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 69 S. 82 ff.) 

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte, A._____, ist schuldig  

− der mehrfachen Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB; 

− der mehrfachen sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB; 

− der mehrfachen einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 und Ziff. 2 

Abs. 6 StGB; 

− der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 und Abs. 2 lit. b StGB; 

− der wiederholten Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 und Abs. 2 lit. c StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 7.5 Jahren (entsprechend 90 Monaten) Freiheitsstrafe 

(wovon bis und mit heute 457 Tage durch Haft erstanden sind) und einer Busse von 

Fr. 2'000.–.  

3. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen. Die Busse ist zu bezahlen. 

4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatz-

freiheitsstrafe von 20 Tagen.  

5. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für die Dauer von 12 Jahren des Landes 

verwiesen.  

6. Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung (Einreise- und Aufenthaltsverweigerung) 

im Schengener Informationssystem angeordnet. 

7. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber den Privatklägerinnen 1, 2 und 3, 

B._____ sowie C._____ und D._____, aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze 

nach schadenersatzpflichtig ist.  

-   3   - 

Zur genauen Feststellung des Umfanges des Schadenersatzanspruches wird die Privat-

klägerinnen auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

8. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 1, B._____, Fr. 30'000.– zuzüglich 5 % 

Zins ab 15. Januar 2018 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das 

Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

9. Die Genugtuungsbegehren der Privatklägerinnen 2 und 3, C._____ und D._____, werden 

abgewiesen. 

10. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf Fr. 5'000.–.  

11. Die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 495.– Auslagen Untersuchung 

Fr. 11'974.10 Auslagen (Gutachten) 

Fr. 3'000.– Gebühr gemäss § 4 Abs. 1 lit. d GebV StrV 

12. Die Entscheidgebühr, die weiteren Kosten sowie die Kosten des Beschwerdeverfahrens vor 

der III. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zürich (Geschäfts-Nr. UB210008-O) 

werden dem Beschuldigten auferlegt. 

13. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Bemühungen als amtlicher Verteidiger des Be-

schuldigten mit Fr. 28'000.– (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichts-

kasse entschädigt.  

Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; vor-

behalten bleibt eine Nachforderung beim Beschuldigten gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. 

14. Rechtsanwalt MLaw Y._____ wird für seine Bemühungen als unentgeltlicher 

Geschädigtenvertreter der Privatklägerin 1 mit Fr. 15'000.– (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt.  

Die Kosten der unentgeltlichen Geschädigtenvertretung werden auf die Gerichtskasse ge-

nommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung beim Beschuldigten gemäss Art. 138 

Abs. 1 StPO in Verbindung mit Art. 135 Abs. 4 StPO. 

15. [Mitteilung] 

16. [Rechtsmittel]" 

 

-   4   - 

Berufungsanträge: 
(Prot. II S. 10 ff.) 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 77 S. 1 f.; Urk. 107 S. 1 f.) 

1. Der Beschuldigte sei von den Vorwürfen der mehrfachen Vergewaltigung 

und der mehrfachen sexuellen Nötigung freizusprechen. Hinsichtlich der 

weiteren Anklagepunkte sei das erstinstanzliche Urteil zu bestätigen. 

2. Der Beschuldigte sei mit einer bedingten Freiheitsstrafe von sechs Monaten, 

unter Anrechnung der bereits erstandenen Haftdauer von 789 Tagen, zu 

bestrafen. Die Probezeit sei auf zwei Jahre anzusetzen und von einer fakul-

tativen Landesverweisung sei abzusehen. 

3. Die Schadenersatzbegehen der Privatklägerinnen 1-3 sowie das Genug-

tuungsbegehren der Privatklägerin 1 seien auf den Zivilweg zu verweisen. 

4. Es sei dem Beschuldigten eine Genugtuung für die zu Unrecht erlittene Un-

tersuchungshaft von CHF 121'800.00 zuzüglich Zins von 5% seit dem 

19. September 2021 zuzusprechen. 

5. Die Kosten der Untersuchung und des vorinstanzlichen Verfahrens seien zu 

einem Fünfzehntel dem Beschuldigten aufzuerlegen. 

6. Alles unter ausgangsgemässer Kosten- und Entschädigungsfolgen 

(zzgl. MWST). 

b) Der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 86; schriftlich) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

-   5   - 

c) Der Privatklägerin 1: 

(Urk. 87 S. 1; Urk. 109 S. 1 f.) 

1. Es sei festzustellen, dass das Urteil der Vorinstanz vom 18. November 2021 

(DG210019) in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich des Schuldspruchs 

wegen der mehrfachen einfachen Körperverletzung, der mehrfachen Dro-

hung sowie der wiederholten Tätigkeiten. 

2. Der Beschuldigte sei entsprechend den Schuldsprüchen im genannten Urteil 

der Vorinstanz der mehrfachen Vergewaltigung sowie der mehrfachen 

sexuellen Nötigung schuldig zu sprechen und zu bestrafen. 

3. Der Beschuldigte sei überdies der Gefährdung des Lebens schuldig zu 

sprechen und zu bestrafen. 

4. Es sei entsprechend den Schadenersatz- und Genugtuungsfolgen im ge-

nannten Urteil der Vorinstanz festzustellen, dass der Beschuldigte gegen-

über der Privatklägerin 1 aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze 

nach schadenersatzpflichtig ist, und der Beschuldigte sei zu verpflichten, der 

Privatklägerin 1 eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 30'000.– zuzüglich 5% 

Zins seit 15. Januar 2018 zu bezahlen. 

5. Die Kosten des gesamten Strafverfahrens inkl. dem Berufungsverfahren und 

einschliesslich diejenigen der unentgeltlichen Rechtsvertretung der Privat-

klägerin seien dem Beschuldigten aufzuerlegen. 

 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang, Umfang der Berufung und Prozessuales 

1. Verfahrensgang 

1.1. Der Verfahrensgang bis zum erstinstanzlichen Urteil ergibt sich aus dem 

angefochtenen Entscheid (Urk. 69 S. 5 f. E. I.1.). Mit Urteil vom 

-   6   - 

30. Dezember 2021 bestätigte das Bundesgericht die erstinstanzlich angeordnete 

Sicherheitshaft (Urk. 66). 

1.2. Der Beschuldigte wurde mit Urteil der Vorinstanz vom 18. November 2021 

gemäss dem eingangs wiederholten Urteilsdispositiv schuldig gesprochen und 

bestraft. Gegen dieses Urteil meldete er Berufung an (Urk. 57) und erklärte nach 

Zustellung des begründeten Urteils Berufung (Urk. 77). 

1.3. Mit Verfügung vom 17. März 2022 wurde die Sicherheitshaft bis zum End-

entscheid der Berufungsinstanz in der Hauptsache verlängert (Urk. 79). Mit Ver-

fügung vom 21. März 2022 wurde unter anderem den Privatklägerinnen sowie der 

Staatsanwaltschaft Frist angesetzt, um zu erklären, ob Anschlussberufung erho-

ben wird, oder um begründet ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen 

(Urk. 81). Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Privatklägerinnen 2 und 3 

verzichteten auf eine Anschlussberufung (Urk. 86 und 89). Die Privatklägerin 1 

erhob Anschlussberufung (Urk. 87). 

1.4. Mit Verfügung vom 21. Juni 2022 wurde die Publikumsöffentlichkeit von der 

Berufungsverhandlung ausgeschlossen und wurden die akkreditierten Gerichtsbe-

richterstatter unter Auflagen Berufungsverhandlung zugelassen (Urk. 95 und 97). 

Am 11. Oktober 2022 wurde die Privatklägerin 1 auf ihr Gesuch hin vom Erschei-

nen an der Berufungsverhandlung dispensiert (Urk. 103). 

1.5. Am 17. Oktober 2022 fand die Berufungsverhandlung statt, zu welcher der 

Beschuldigte in Begleitung seines amtlichen Verteidigers, Rechtsanwalt lic. iur. 

X._____, und der unentgeltliche Rechtsvertreter der Privatklägerin 1, Rechts-

anwalt lic. iur. Y._____ erschienen (Prot. II S. 10). Das Urteil erging im Anschluss 

an die Berufungsverhandlung. Zudem wurde mit separater Verfügung die 

Sicherheitshaft des Beschuldigten bis zum ordentlichen Strafantritt verlängert 

(Prot. II S. 15 ff.). 

2. Umfang der Berufung 

Unangefochten blieben die Dispositiv-Ziffern 1, Spiegelstriche 3-5, 9, 10 und 11 

des vorinstanzlichen Entscheids, in welchem Umfang dieser in Rechtskraft er-

-   7   - 

wuchs, was mit Beschluss festzuhalten ist. Im übrigen Umfang steht der vo-

rinstanzliche Entscheid zur Disposition. Nicht ausdrücklich angefochten wurden 

vom Beschuldigten die Dispositiv-Ziffern 4, 13 und 14 des vorinstanzlichen Ent-

scheids, die jedoch aufgrund der übrigen Anträge als mitangefochten zu gelten 

haben.  

3. Prozessuales 

Soweit für die tatsächliche und rechtliche Würdigung des eingeklagten Sach-

verhaltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, so erfolgt dies in 

Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO, auch ohne dass dies jeweils explizit Er-

wähnung findet. Im Übrigen ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass sich die 

urteilende Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich 

auseinandersetzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss. 

Das Berufungsgericht kann sich auf die für seinen Entscheid wesentlichen 

Gesichtspunkte beschränken (BGE 146 IV 297 E. 2.2.7; 143 III 65 E. 5.2; 141 IV 

249 E. 1.3.1; Urteil des Bundesgerichts 6B_1403/2019 vom 10. Juni 2020 E. 2.5 

mit Hinweisen). 

II. Schuldpunkt 

1. Anklagevorwurf 

Der eingeklagte Sachverhalt ergibt sich aus der beigehefteten Anklageschrift 

(Urk. 17/03), darauf kann verwiesen werden. 

2. Ausgangslage 

Der Beschuldigte bestritt den eingeklagten Sachverhalt umfassend und machte im 

Wesentlichen geltend, die Vorwürfe der Privatklägerin 1 seien erlogen, wobei er 

bezüglich der eingeklagten Sexualdelikte ausführte, sämtliche sexuellen Hand-

lungen zwischen ihm und der Privatklägerin 1 hätten einvernehmlich 

stattgefunden und er habe ihr gegenüber weder Gewalt angewendet noch 

Drohungen ausgesprochen. Unbestritten ist einzig, dass es während der Ehe 

zwischen dem Beschuldigten und der Privatklägerin 1 regelmässig zu 

-   8   - 

Geschlechtsverkehr kam, sie seit Juni 2015 in der Schweiz und seit März 2020 

getrennt leben. Entsprechend ist nachfolgend der eingeklagte Sachverhalt zu 

erstellen. 

3. Grundsätze der Beweiswürdigung und Beweismittel 

Die Vorinstanz hat die massgeblichen Grundsätze der Beweiswürdigung sowie 

die  vorliegend wesentlichen Beweismittel zutreffend dargestellt (Urk. 69 S. 6-10 

E. I.2.1.-I.2.3.), darauf kann verwiesen werden. Mit ihr ist erneut darauf hinzu-

weisen, dass für die Sachverhaltserstellung in erster Linie die Glaubhaftigkeit der 

Aussagen und nicht etwa die Glaubwürdigkeit der Befragten relevant ist (vgl. in 

diesem Sinne auch a.a.O., S. 10 E. I.2.3.2.). Die Vorinstanz hat in diesem Zu-

sammenhang hinsichtlich der Aussagen der Privatklägerinnen 2 und 3 festge-

halten, diese befänden sich als gemeinsame Töchter des Beschuldigten und der 

Privatklägerin 1 in einem ausgeprägten Loyalitätskonflikt, der sich angesichts 

ihres noch jungen Alters besonders belastend auf sie auswirke, weshalb ihre 

Aussagen zur Sachverhaltsfeststellung nicht weiter herangezogen würden 

(a.a.O.). Dass sich die gemeinsamen Töchter des Beschuldigten und der 

Privatklägerin 1 in einem ausgeprägten Loyalitätskonflikt befanden und sich das 

vorliegende Verfahren belastend auf sie ausgewirkt haben dürfte, trifft fraglos zu. 

Der Verzicht auf eine vertiefte inhaltliche Auseinandersetzung mit ihren Aussagen 

rechtfertigt(e) sich vorliegend indes namentlich deshalb, da diese keine den 

Beschuldigten nennenswert entlastende Momente enthalten (vgl. dazu im 

Einzelnen Urk. 7/2-4 und Urk. 7/10 [Privatklägerin 2] und Urk. 7/5-7 und Urk. 7/11 

[Privatklägerin 3]). 

4. Würdigung 

4.1. Vorbemerkungen 

Die Vorinstanz hat zunächst richtig festgehalten, dass sich der eingeklagte 

Sachverhalt primär auf die Aussagen der Privatklägerin 1 stützt und deshalb in 

erster Linie der Prüfung der Glaubhaftigkeit dieser Aussagen das Augenmerk 

gelten muss. Weiter hielt sie richtig fest, dass kein Beschuldigter detailreich be-

-   9   - 

richten kann, was er nicht gemacht hat und sich bei einem vollumfänglichen 

Bestreiten der Vorwürfe – wie es beim Beschuldigten der Fall ist – den 

betreffenden Aussagen folglich naturgemäss nicht viele Einzelheiten zu den 

einzelnen Sachverhaltsabschnitten entnehmen lassen, was bei der Würdigung 

seiner Aussagen zu berücksichtigen ist (Urk. 69 S. 10 f. E. I.2.4.1.). In der Folge 

ging die Vorinstanz zunächst auf das generelle Aussageverhalten der beiden 

Hauptbeteiligten – der Privatklägerin 1 und des Beschuldigten – und ihre 

allgemeine Aussagenzuverlässigkeit und Aussagenqualität ein, um in einem 

nächsten Schritt die eigentliche Sachverhaltserstellung vorzunehmen (a.a.O., S. 

11 E. I.2.4.2.). Dem ist zu folgen. 

4.2. Aussagenzuverlässigkeit und Aussagenqualität der Privatklägerin 1 und des 

Beschuldigten 

4.2.1. Die Vorinstanz hat unter diesem Titel zutreffende Ausführungen gemacht 

(Urk. 69 S. 11-20 E. I.2.4.2.f.), auf die vorab verwiesen werden kann. Sie hat sich 

insbesondere auch einlässlich und zutreffend mit den vor Vorinstanz gemachten 

Vorbringen der Verteidigung auseinandergesetzt. Die nachfolgenden Erwägungen 

sind deshalb als teilweise ergänzende und rekapitulierende zu verstehen. 

4.2.2. Die Privatklägerin 1 schilderte eindrücklich und weitgehend widerspruchfrei, 

wie sich das von Gewalt und sexuellen Übergriffen geprägte Zusammenleben mit 

dem Beschuldigten gestaltete. Auch zu ihrem Leben und ihrem Verhältnis zum 

Beschuldigten nach der Trennung im März 2020 – insbesondere zur Eifersucht 

des Beschuldigten, den ständigen Unterstellungen, dem regelmässigen Abpassen 

im Dorf und dem plötzlichen Auftauchen in ihrer Wohnung – machte sie anschau-

liche, lebensnahe Ausführungen. Die konkreten Vorfälle (gemäss Anklageschrift 

S. 4-10) schilderte sie sodann sehr detailliert und über die mehreren Einvernah-

men hinweg konstant und widerspruchsfrei, was nicht nur für das Kerngeschehen, 

sondern auch die weiteren Umstände gilt (vgl. so auch Urk. 69 S. 12 E. I.2.4.2.2.). 

4.2.3. Weiter ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass den Ausführungen der 

Privatklägerin 1 keine maximalen Belastungen des Beschuldigten zu entnehmen 

sind bzw. ihrerseits kein übermässiger Belastungseifer erkennbar ist, wobei auf 

-   10   - 

die angeführten Beispiele verwiesen werden kann (Urk. 69 S. 12 f. E. I.2.4.2.3.). 

Richtig ist auch entgegen der Auffassung der Verteidigung (Urk. 107 S. 5), dass 

es dem typischen Aussageverhalten eines Opfers anhaltenden Missbrauchs und 

jahrelanger Gewalt entspricht, dass es nicht mehr sämtliche Vorfälle, denen es 

ausgesetzt war, detailliert wiedergeben kann, was darauf zurückzuführen ist, dass 

ein Opfer, dessen Widerstand durch jahrelange Drangsalierung und Erniedrigung 

gebrochen wird, die regelmässigen Übergriffe verständlicherweise nur so schnell 

und glimpflich wie möglich hinter sich bringen will und diese zum reinen Selbst-

schutz auszublenden und zu verdrängen sucht. Entsprechend erklärte die Privat-

klägerin 1 etwa, sie sei jeweils einfach bewegungslos dagelegen, der 

Beschuldigte sei gekommen und habe "sein Zeug erledigt" und habe gesagt, es 

sei kein Unterschied, "ob er das mit einer Leiche mache oder mit einer 

Lebendigen" (Urk. 6/2 S. 6 F/A 40). Nachvollziehbar ist deshalb auch, dass der 

Privatklägerin 1 nur noch die eindringlichsten bzw. besonders erniedrigenden 

Ereignisse (gemäss Anklageschrift S. 4-10) im Detail in Erinnerung geblieben 

sind. Der Umstand, dass sie im freien Bericht nicht sofort jedes Detail wiedergab 

und diese teilweise erfragt werden mussten, ist sodann alles andere als 

aussergewöhnlich und nicht als Lügensignal zu werten. Auch lässt sich in diesem 

Zusammenhang keine unzulässige Beeinflussung – etwa durch suggestive 

Fragen – durch die Untersuchungsbehörden ausmachen. Bemerkenswert ist 

weiter die auf dem vorhandenen Videomaterial gut erkennbare und auch von der 

Vorinstanz festgestellte Mühe und Scham, mit der die Privatklägerin 1 von den 

Vorfällen berichtete, was ebenfalls für die Glaubhaftigkeit ihrer Darstellung spricht 

(vgl. in diesem Sinne auch Urk. 69 S. 13 f. E. I.2.4.2.4.). Schliesslich hat sich die 

Vorinstanz mit möglichen Motiven für eine Falschaussage der Privatklägerin 

auseinandergesetzt und solche mit zutreffender Begründung verworfen (Urk. 69 

S. 15 f. E. I.2.4.2.5. f.). Namentlich sprechen der Detaillierungsgrad und die 

Konstanz ihrer Aussagen über mehrere Einvernahmen und einen langen Zeitraum 

hinweg sowie der Umstand, dass sie auch Dritten von den eingeklagten Vorfällen 

berichtete (z.B. der Zeugin E._____, vgl. Urk. 7/9) klar gegen eine 

Falschaussage. Die Verteidigung brachte diesbezüglich im Berufungsverfahren 

nichts wesentlich Neues vor (Urk. 107 S. 6). 

-   11   - 

4.2.4. Insgesamt ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass die Aussagen der Pri-

vatklägerin 1 in ihrer Gesamtheit von Authentizität, Konstanz und Originalität zeu-

gen. Sie sind nachvollziehbar, in sich stimmig und wirken weder phrasenhaft noch 

eingeübt. In ihren Aussagen sind diverse Realitätskriterien vorhanden, die für de-

ren Validität sprechen. Hervorzuheben ist hierbei der in ihren Schilderungen vor-

handene Detailreichtum sowie die Wiedergabe besonderer Einzelheiten wie bei-

spielsweise Gesprächen oder besonderen Begebenheiten. Relevante Widersprü-

che können ihren Ausführungen nicht entnommen werden. Im Ergebnis stellen 

sich ihre Aussagen folglich in einer Qualität dar, wie sie nicht zu erwarten wäre, 

wenn die Privatklägerin 1 das Geschilderte nicht tatsächlich erlebt hätte. So 

zeichnete sie mit ihren Schilderungen ein eindrückliches Bild einer Beziehung ge-

prägt von anhaltender, massiver häuslicher Gewalt. Es ist kaum vorstellbar, dass 

die Privatklägerin 1, die während der Untersuchung insgesamt viermal und an-

lässlich der Hauptverhandlung ein weiteres Mal zu den Vorwürfen befragt wurde, 

über einen so langen Zeitraum hinweg derart widerspruchsfreie und in sich stim-

mige Falschaussagen machte, die sich sowohl auf das Kerngeschehen als auch 

auf diverse Nebensächlichkeiten erstrecken. Die aufgeführten Umstände spre-

chen in ihrer Gesamtheit folglich für eine hohe Aussagenzuverlässigkeit und -

qualität der Privatklägerin 1 (vgl. so auch Urk. 69 S. 16 f. E. I.2.4.2.7.f.). 

4.2.5. Wie bereits erwähnt, ist zugunsten des Beschuldigten grundsätzlich zu 

berücksichtigen, dass ein Bestreiten im Vergleich zum Behaupten entsprechender 

Vorwürfe naturgemäss nicht mit demselben Detaillierungsgrad möglich ist. Dem-

entsprechend führt der Umstand, dass der Beschuldigte die Vorwürfe mit einem 

Zurückweisen abstreitet, für sich alleine nicht zu einer Einschränkung seiner Aus-

sagenzuverlässigkeit und -qualität. Gleichwohl ist festzuhalten, dass sich seine 

Aussagen insgesamt – diejenigen zu Aspekten ausserhalb des Kerngeschehens 

wie etwa zu ihrer Beziehung miteingeschlossen – auch unter Berücksichtigung 

des Umstands, dass ihm ein detailliertes Abstreiten grundsätzlich nicht möglich 

ist, eher als gehaltarm erweisen (vgl. so auch Urk. 69 S. 17 f. E. I.2.4.3.2.). 

4.2.6. Unter Nennung konkreter Beispiele hat die Vorinstanz zurecht auf das ten-

denziell ausweichende Aussageverhalten des Beschuldigten hingewiesen 

-   12   - 

(Urk. 69 S. 18 f. E. I.2.4.3.3.). Weiter ist mit der Vorinstanz, wiederum unter Hin-

weis auf die von ihr angeführten Beispiele, festzustellen, dass die Aussagen des 

Beschuldigten oft in Angriffen und Anschuldigungen an die Adresse der Privatklä-

gerin 1 mündeten (a.a.O., S. 19 E. I.2.4.3.4.), was ebenfalls wenig überzeugend 

wirkt. Richtig hielt die Vorinstanz sodann fest, dass sich die Schilderungen des 

Beschuldigten, wonach er ein guter Mensch sei, teils durchaus mit den Wahr-

nehmungen der beiden befragten Zeugen vereinbaren lassen, sich daraus jedoch 

nichts über sein Verhalten in den eigenen vier Wänden bzw. in deren Abwesen-

heit ableiten lässt. Leider ist notorisch und entspricht es einer nicht unüblichen Er-

scheinung klassischer Fälle von häuslicher Gewalt, dass nach aussen hin keine 

Art von Gewalt erkennbar ist und alles in Ordnung zu sein scheint (vgl. in diesem 

Sinne auch a.a.O., S. 19 f. E. I.2.4.3.5.).  

4.2.7. Im Ergebnis ist mit der Vorinstanz aufseiten des Beschuldigten insgesamt 

eine geringe Aussagenzuverlässigkeit und -qualität festzustellen. Namentlich ver-

mögen seine pauschalen Bestreitungen und seine Mutmassungen über ein 

allfälliges Motiv der Privatklägerin 1 für eine Falschaussage keine ernsthaften 

Zweifel an der hohen Aussagenzuverlässigkeit und -qualität der Privatklägerin 1 

zu begründen. Nachfolgend wird folglich primär zu beurteilen sein, inwiefern auf 

die jeweiligen Aussagen der Privatklägerin 1, auf welchen der Anklagesachverhalt 

basiert, abgestellt werden kann (vgl. so auch Urk. 69 S. 20 E. I.2.4.3.6.). 

4.3. Jahrelange sexuelle Übergriffe im Allgemeinen (Anklageziffer 1) 

4.3.1. Die Vorinstanz hat auch in diesem Zusammenhang unter sorgfältiger 

Abhandlung der vor Vorinstanz gemachten Ausführungen der Verteidigung zu-

treffende Ausführungen gemacht (Urk. 69 S. 20-27 E. I.2.5.1.), auf die vorab ver-

wiesen werden kann. Entsprechend sind die nachfolgenden Ausführungen eben-

falls als teilweise jene der Vorinstanz ergänzende und wiederholende zu 

verstehen. 

4.3.2. Die Vorinstanz hat zunächst die vom Beschuldigten im vorliegenden 

Kontext gemachten Aussagen festgehalten und taxierte diese als nicht plausibel 

bzw. letztlich als wenig überzeugend (Urk. 69 S. 20-22 E. I.2.5.1.1. f.). Dem ist zu-

-   13   - 

zustimmen. Geradezu abstrus erscheint insbesondere eine Aussage, die der Be-

schuldigte anlässlich seiner ersten Einvernahme deponierte: So soll die Privat-

klägerin 1 im Jahr 2019 ihm gegenüber die Idee bzw. den Wunsch geäussert 

haben, kurz nach F._____ [Staat in Osteuropa] zu fliegen, um dort eine Operation 

an ihr machen zu lassen, da sie gewollt habe, dass ihre Öffnung in der Vagina 

wieder zugenäht werde, um dann gewissermassen wieder als Jungfrau in die 

Schweiz zurückkommen zu können, damit er mit ihr Geschlechtsverkehr haben 

könne "und sie zur Frau mache" (Urk. 5/1 S. 8 F/A 39). Abgesehen von seiner 

Abstrusität erscheint dieser vermeintliche Wunsch der Privatklägerin 1 auch 

deshalb in keiner Weise nachvollziehbar, da nicht einzusehen ist, weshalb die 

Privatklägerin 1 erst nach rund zehn Jahren des Zusammenlebens mit dem 

Beschuldigten den Wunsch gehegt haben soll, ihre Jungfräulichkeit 

wiederherzustellen, damit er sie dann "zur Frau mache". Ganz abgesehen davon 

hat die Privatklägerin 1 immer wieder glaubhaft betont, wie sehr sie sich vor einer 

Rückkehr in ihr Heimatland F._____ fürchte (Urk. 6/1 S. 4 F/A 26 und S. 5 F/A 32 

und Urk. 6/3 S. 19 F/A 136), was im Übrigen selbst der Beschuldigte – nota bene 

in der gleichen, zuvor erwähnten Einvernahme – einräumte (Urk. 5/1 S. 7 F/A 31). 

4.3.3. Die Vorinstanz hat die wesentlichen Aussagen der Privatklägerin 1, die dem 

eingeklagten Sachverhalt zugrunde liegen, zitiert und dazu richtig ausgeführt, 

dass diese konstant, widerspruchsfrei und anschaulich sind und unter anderem 

festgehalten, dass die Privatklägerin 1 in der Lage war, die Reaktionen des 

Beschuldigten auf ihr abwehrendes Verhalten – insbesondere seine 

Bemerkungen und Beschimpfungen – detailliert wiederzugeben, was auf die 

Wiedergabe von Erlebtem hindeute, zumal diese Schilderungen alles andere als 

stereotyp wirkten (Urk. 69 S. 22 f. E. I.2.5.1.3. f.). Dies kann ergänzungslos 

übernommen werden. 

4.3.4. Aus den Ausführungen der Privatklägerin 1 geht sodann klar hervor, dass 

sie sich aufgrund des Verhaltens des Beschuldigten, der durch kontinuierliches 

Unterdrucksetzen eine Atmosphäre struktureller Gewalt schuf, in einer ständigen 

bzw. immer wieder aktualisierten Zwangslage befand, die so weit ging, dass sie 

sich aus Angst vor ihm ihrem Schicksal fügte und sich in der Folge nicht mehr 

-   14   - 

dezidiert verbal oder körperlich gegen die sexuellen Handlungen mit dem 

Beschuldigten zur Wehr setzte. Ihre diesbezüglichen Ausführungen sind schlüssig 

und nachvollziehbar. So schilderte sie mehrfach, dass sie die Erfahrung gemacht 

habe, dass er sie geschlagen habe, wenn sie seine sexuelle Annährungen 

ablehnte, weshalb sie sich oft auch gar nicht mehr dagegen gewehrt habe und es 

über sich habe ergehen lassen (Urk. 6/2 S. 4 F/A 20, S. 5 F/A 29 f., S. 6 F/A 38, 

Urk. 6/4 S. 12 F/A 74 und Prot. I S. 20 f.). Der vor Vorinstanz und im 

Berufungsverfahren erneut geäusserten Sicht der Verteidigung (Urk. 51 S. 9 

Rz. 31, Urk. 107 S. 7 f.), wonach die Privatklägerin 1 auf ihre Aussage gegenüber 

der Polizei zu behaften sei, wonach sie sich nur einmal vor rund zwei Jahren 

gegen die sexuellen Ansinnen des Beschuldigten gewehrt und es gewagt habe, 

nein zu sagen, worauf er sie windelweich geschlagen habe (Urk. 6/2 S. 6 F/A 38), 

kann nicht gefolgt werden. Zwar ist es so, dass die Privatklägerin 1 in Bezug auf 

die Anzahl Fälle, in denen sie vom Beschuldigten aufgrund ihres Widerstands 

geschlagen wurde, unterschiedliche Angaben machte. Was sie jedoch immer 

wieder glaubhaft ausführte und betonte, ist der Umstand, dass sie jeweils 

geschlagen worden sei, wenn sie sich dezidiert gegen die Annäherung des 

Beschuldigten gewehrt habe und sie sich daher nach einigen derartigen Vorfällen 

ihrem Schicksal gefügt habe. Dass es in der Schweiz selbst zu nicht mehr so 

vielen Fällen gekommen ist, bei denen der Beschuldigte physische Gewalt zur 

Durchsetzung des Geschlechtsverkehrs anwandte, ist sodann ebenfalls plausibel, 

wenn man berücksichtigt, dass das Durchbrechen ihres Widerstands bereits zu 

Beginn der Beziehung in der G._____ seinen Anfang nahm, was die 

Privatklägerin 1 ebenfalls konstant schilderte (Urk. 6/2 S. 4 F/A 20, S. 5 F/A 29, 

Urk. 6/4 S. 10 ff. F/A 64 ff. und F/A 74 ff.; Prot. I S. 20; vgl. zum Ganzen so bereits 

Urk. 69 S. 23 f. E. I.2.5.1.5.). 

4.3.5. Dass es für den Beschuldigten erkennbar war, dass die vorgenommenen 

sexuellen Handlungen gänzlich gegen den Willen der Privatklägerin 1 erfolgt sind, 

lässt sich mit der Vorinstanz ebenfalls aus ihren glaubhaften Aussagen 

schliessen. Für sie war es gar keine Frage, dass der Beschuldigte wusste und 

erkennen konnte, dass sie mit den jeweils vorgenommenen sexuellen 

Handlungen nicht einverstanden war (Urk. 6/2 S. 6 F/A 37 und Prot. I S. 20 f.). 

-   15   - 

Dies sei ihm zum einen aufgrund ihrer ihm bekannten Vergangenheit von Anfang 

an klar gewesen (Prot. I S. 20 f.). Zum anderen habe sie ihm auch immer gezeigt, 

dass sie keinen sexuellen Kontakt mit ihm wolle, was etwa durch ihre 

verschiedenen Strategien, seinen Annährungen zu entkommen, ihr Verhalten 

(Abdrehen, wenn er sie habe küssen wollen, passives Daliegen, Nichtöffnen des 

Mundes, wenn er ihr seinen Penis in den Mund habe stecken wollen) oder durch 

ihre teilweisen verbalen Ablehnungen zum Ausdruck gekommen sei (Urk. 6/2 

S. 5 f. F/A 22, F/A 27 ff., F/A 38 und F/A 40 f., S. 11 F/A 89 und 94, Urk. 6/4 

S. 10 ff. F/A 66 f. und F/A 76 und Prot. I S. 21). Entsprechend habe der 

Beschuldigte auch reagiert und sie jeweils mit einer alten Frau verglichen, ihr 

vorgeworfen, keine Frau zu sein, oder sie mit Beschimpfungen eingedeckt und 

Gewalt angewendet, indem er sie geohrfeigt, ihr Faustschläge erteilt oder ihren 

Kopf in ein Kissen gedrückt habe (Urk. 6/2 S. 5 f. F/A 28 ff. und F/A 38, Urk. 6/4 

S. 10 ff. F/A 64 ff., F/A 74 ff. und F/A 81). Bemerkenswert sind insbesondere ihre 

Ausführungen dazu, dass er den Geschlechtsverkehr jeweils dann nicht vollzogen 

habe, wenn sie aufgrund seiner Schläge habe weinen müssen, weil ihn dies aus 

der Stimmung gebracht habe und ihm dadurch die "Power" abhandengekommen 

sei (Urk. 6/4 S. 12 f. F/A 77 und F/A 81). Ebenfalls bezeichnend und von 

Originalität zeugend sind ihre Schilderungen zu den Bemerkungen des 

Beschuldigten, wonach er sie mit einer Leiche verglichen habe, weil sie sich 

jeweils nur passiv verhalten habe (Urk. 6/2 S. 6 F/A 40). Mit der Vorinstanz ist 

ohne Weiteres davon auszugehen, dass jemand, der dies so nicht selbst erlebt 

hat, kaum derartige Aussagen machen würde. Entsprechend kann auch zwanglos 

erstellt werden, dass es dem Beschuldigten bewusst war, dass er die 

beschriebene Zwangslage, in der sich die Privatklägerin 1 befand, durch sein 

eigenes Verhalten herbeigeführt und aufrecht erhalten hat, mit der Absicht, die 

Privatklägerin 1 für seine Bedürfnisse gefügig zu machen (vgl. zum Ganzen so 

bereits Urk. 69 S. 24 f. E. I.2.5.1.6.). Insofern kann auch dem Argument der Ver-

teidigung nicht gefolgt werden, wonach der Beschuldigte das Verhalten der Privat-

klägerin 1 nicht als ernsthaften Widerstand erkannt und in der irrigen Annahme 

eines Einverständnisses gehandelt habe (Urk. 107 S. 7 f.). Vielmehr war es so, 

dass ihm bewusst war, dass die Privatklägerin 1 die sexuellen Handlungen nicht 

-   16   - 

wollte und er sich bewusst und gewollt über ihren Willen hinwegsetzte. Weiter 

konstatierte die Vorinstanz richtig, die Privatklägerin 1 habe zwar eigenen 

Angaben zufolge erst im Laufe ihrer Therapie, in der sie von ihrer Psychologin 

entsprechend aufgeklärt worden sei, gelernt, nein zu sagen und nichts mitmachen 

zu müssen, was sie nicht wolle, weshalb sie angefangen habe, sich dem 

Beschuldigten mehr zu widersetzen, was dann zu mehr Streitereien geführt habe 

(Urk. 6/1 S. 3 F/A 20 und Urk. 6/2 S. 4 F/A 16). Dies bedeutet indes nicht 

zwangsläufig, dass sie sich zuvor gar nicht gewehrt hätte. Denn sie sah sich, wie 

sie selbst mehrfach ausgeführt hat, permanent vom Beschuldigten physisch wie 

psychisch unter Druck gesetzt, was dazu führte, dass sie sich ihrem Schicksal 

fügte und sich nicht mehr dezidiert verbal oder körperlich dagegen zur Wehr 

setzte. Dementsprechend ist es  nachvollziehbar, dass sie sich erst mittels 

Unterstützung von aussen dazu durchringen konnte, wieder dezidierten 

Widerstand zu leisten (Urk. 69 S. 25 E. I.2.5.1.7.). 

4.3.6. Zum vor Vorinstanz vorgebrachten Argument der Verteidigung, es entbehre 

jeglicher Logik, sich mit seinem Peiniger in ein fremdes Land zu begeben, wo 

man diesem völlig ausgeliefert sei (Urk. 51 S. 8 Rz. 28), ist sodann mit der 

Vorinstanz festzuhalten, dass die Privatklägerin 1 sämtliche Zelte und Kontakte zu 

ihrer Heimat F._____ abgebrochen hatte und im Jahr 2009 zum Beschuldigten in 

ein ihr fremdes Land, die G._____, zog, wo die beiden im Februar 2009, also kurz 

nach ihrer Ankunft, geheiratet haben. Bereits im Jahr 2010 gebar sie ihre ge-

meinsame Tochter. Ebenso ist unbestritten, dass das Leben der Familie in der 

G._____ von Gewalt und Misshandlungen durch Drittpersonen geprägt war, wes-

halb sich die Familie auch dazu entschloss, das Land Richtung Schweiz zu 

verlassen. Gerade angesichts dieser schlechten Erfahrungen ist es entgegen der 

Ansicht der Verteidigung sehr wohl nachvollziehbar, dass die Privatklägerin 1 dem 

Beschuldigten folgte. Hätte sie dies nicht getan und wäre sie in der G._____ 

geblieben, hätte ihr als alleinstehende Frau mit grosser Wahrscheinlichkeit ein 

schlimmes Schicksal geblüht. Sie hatte folglich gar keine Wahl, als dem Be-

schuldigten zu folgen. Bezeichnend ist hierfür insbesondere die Erklärung der 

Privatklägerin 1, dass sie sich trotz der Vergangenheit mit dem Beschuldigten an 

ihn geklammert habe, da sie sich so sehr davor fürchte, nach F._____ 

-   17   - 

zurückkehren zu müssen. Sie sei zunächst aus F._____, wo sie von ihrem Vater 

vergewaltigt worden sei, zum Beschuldigten in die G._____ geflüchtet, wo sie 

wieder vergewaltigt worden sei. Daher habe sie getan, was er von ihr verlangt 

habe. Sie habe sich verloren und hilflos gefühlt und sich nicht wehren können 

(Urk. 6/1 S. 4 ff. F/A 26 und F/A 32). Diese Angst der Privatklägerin 1 vor einer 

Rückkehr nach F._____ war dem Beschuldigten, wie bereits ausgeführt, bestens 

bekannt (Urk. 5/1 S. 7 F/A 31). Damit verbunden lässt sich ohne Weiteres auch 

das Abhängigkeitsverhältnis zwischen der Privatklägerin 1 und dem 

Beschuldigten erklären und erstellen (Urk. 69 S. 25 f. E. I.2.5.1.8.). 

4.3.7. Dass es bei den vorgenommenen sexuellen Kontakten zu Geschlechts-

verkehr und Analverkehr in wechselnden Positionen, Oralverkehr sowie weiteren 

Handlungen wie heftiges Kneten der Brüste, das zu Schmerzen und Hämatomen 

führte, sowie Zerkratzen des Halses während des Analverkehrs kam, hat die Vor-

instanz unter Hinweis auf die überzeugenden Schilderungen der Privatklägerin 1 

schlüssig dargelegt, auch darauf kann ergänzungslos verwiesen werden. 

Gleiches gilt in Bezug auf vorinstanzlichen Überlegungen zur Frequenz in welcher 

es zum Geschlechtsverkehr und/oder sexuellen Handlungen wie Anal- und 

Oralverkehr kam (Urk. 69 S. 26 f. E. I.2.5.1.9. f.). 

4.3.8. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Ausführungen der Privatkläge-

rin 1 zu diesem Anklagepunkt lebensnah, plausibel, in sich stimmig, alles andere 

als stereotyp und von zahlreichen Realkennzeichen geprägt sind. Der Beschuldig-

te machte demgegenüber dazu im Wesentlichen pauschale und teils auswei-

chende Angaben, die die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Privatklägerin 1 nicht 

in Zweifel zu ziehen vermögen. Darüber hinaus sind auch keine Anhaltspunkte 

ersichtlich, die Anlass dazu gäben, die Schilderungen der Privatklägerin 1 anzu-

zweifeln. Die Aussagen der Privatklägerin 1 überzeugen folglich auf ganzer Linie, 

weshalb dieser Anklagevorwurf – mit der einzigen Ausnahme, dass in Bezug auf 

die Häufigkeit von zwei anstelle von zwei bis drei Übergriffen pro Woche auszu-

gehen ist – rechtsgenügend erstellt ist (vgl. so bereits Urk. 69 S. 27 E. I.2.5.1.11.). 

-   18   - 

4.4. Konkreter Übergriff an einem Abend ca. im Jahr 2017 (Anklageziffer 1) 

Die Vorinstanz hat unter Darstellung der dazu gemachten Aussagen der Privat-

klägerin 1 und unter Abhandlung der seitens der Verteidigung vor Vorinstanz vor-

gebrachten Einwände auch diesen Vorwurf überzeugend abgehandelt (Urk. 69 

S. 28 f. E. I.2.5.2.), weshalb auf ihre Ausführungen verwiesen werden kann und 

im Ergebnis mit ihr davon auszugehen ist, dass dieser Vorwurf gestützt auf die 

glaubhaften Angaben der Privatklägerin 1 erstellt ist. 

4.5. Konkreter Übergriff von ca. Mitte Juli 2020 (Anklageziffer 1) 

Vorab kann auch in diesem Punkt auf die zutreffende Begründung der Vorinstanz 

verwiesen werden (Urk. 69 S. 30-36 E. I.2.5.3.). Sie hat die Aussagen der Privat-

klägerin 1 ausführlich wiedergegeben und sorgfältig gewürdigt. Mit der Vorinstanz 

ist davon auszugehen, dass in den Aussagen der Privatklägerin 1 zum Kern-

geschehen zwar gewisse Widersprüche erkennbar sind. So schilderte sie etwa 

unterschiedliche Versionen zum Ausziehen der Kleider und zur Art und Weise, 

wie und weshalb der Beschuldigte von ihr abgelassen habe und wo bzw. wie er 

zum Orgasmus gekommen sei. Gesamthaft betrachtet lassen diese 

Widersprüchlichkeiten in den Schilderungen zum Kerngeschehen die Aussagen 

der Privatklägerin 1 jedoch nicht als unglaubhaft erscheinen, schilderte sie doch 

den eigentlichen Handlungsablauf und die Situation, in der sie sich befand (die mit 

dem Gürtel ihres Morgenmantels am Bett festgebundenen Hände, die auf dem 

Rücken liegende Position, den Oralverkehr, wobei der Beschuldigte auf ihrer 

Brust gesessen habe, das Kneten, Saugen, Küssen und Beissen ihrer Brust und 

Brustwarzen, ihre auf die Schultern des Beschuldigten hochgelagerten Beine, das 

abwechselnde vaginale und anale Eindringen mit seinem Penis, seine 

Beschwerde, sie sei nicht aktiv dabei etc.), durchwegs konsistent. Es ist 

lebensfremd von einem Opfer zu erwarten, dass es in der Lage ist, jede Einzelheit 

des Erlebten bei jeder Einvernahme exakt genau gleich wiederzugeben. Auch ist 

es für ein Gewaltopfer alles andere als unüblich, dass es versucht, seine 

Wahrnehmungen möglichst auszuschalten, um der Situation zumindest geistig 

etwas zu entkommen, was gerade bei besonders erniedrigenden Handlungen wie 

den vorliegenden zu erwarten ist. Die Ausführungen der Privatklägerin 1 wirken 

-   19   - 

wie Schilderungen einer Person, die tatsächlich Erlebtes wiedergibt. Sie sind in 

sich stimmig, plausibel und ohne relevante Lücken oder Strukturbrüche. Nebst 

dem ausgeprägten Detailreichtum enthalten die Aussagen der Privatklägerin 1 

nicht nur reine Sachdarstellungen, sondern sie schilderte an verschiedenen 

Stellen, wie sie sich in der betreffenden Situation gefühlt und welche Gedanken 

sie dabei gehabt habe, was ebenfalls für die Glaubhaftigkeit der Aussagen 

spricht. Auch wurden von der Privatklägerin 1 akustische Reize geschildert, wie 

etwa das schreiende Kind, das sie gehört und dabei genau gewusst habe, dass 

es sich nicht um ihre Töchter gehandelt haben konnte (Urk. 6/4 S. 4 F/A 11). Die 

Privatklägerin 1 konnte wiedergeben, was sie und der Beschuldigte gesprochen 

haben, und verflocht das Kerngeschehen mit äusseren Umständen, worin 

ebenfalls Realkennzeichen zu erblicken sind. Bemerkenswert ist vorliegend die 

Konstanz, mit der die Privatklägerin 1 diesen Vorfall, zu welchem sie bei der 

Polizei, der Staatsanwaltschaft und schliesslich nochmals vor Vorinstanz 

einvernommen wurde, schilderte. Die Fülle an Realitätskennzeichen führt zum 

Schluss, dass die Privatklägerin 1 auch in Bezug auf diesen Vorwurf ein 

tatsächlich erlebtes Ereignis schilderte. Dies wird noch untermauert, wenn man 

ihre Aussagen zu ihrem Zustand seit diesem Vorfall berücksichtigt. So schilderte 

sie nachvollziehbar, wie sich ihre Angst vor dem Beschuldigten noch verstärkt 

habe, kontrolliere sie doch seither x Mal täglich, ob die Wohnungstür 

verschlossen ist, habe Schlafstörungen, Angstzustände und achte auch immer 

darauf, ob das Licht brenne (Urk. 6/2 S. 12 F/A 98 und Urk. 6/4 S. 18 F/A 119). 

Anhand dieser eindrücklichen Aussagen wird deutlich, welchen Einfluss und 

welche Wirkung der Beschuldigte mit seinem Verhalten auf die Privatklägerin 1 

hat. Schliesslich lässt sich anhand ihrer Schilderungen ebenfalls erstellen, dass 

sich der Beschuldigte mit diesen sexuellen Handlungen wissentlich und willentlich 

über den ablehnenden Willen der Privatklägerin 1, der durch ihre geschilderten 

Äusserungen und ihr Verhalten klar zum Ausdruck kam, hinwegsetzte. Somit ist 

auch dieser Anklagevorwurf, der sich ebenfalls gänzlich auf die  Ausführungen 

der Privatklägerin 1 stützt, aufgrund ihrer in hohem Masse glaubhaften Aussagen 

rechtsgenügend erstellt (vgl. so bereits Urk. 69 S. 35 f. E. I.2.5.3.6.-I.2.5.3.8.). 

-   20   - 

4.6. Würgevorfall im Februar 2020 (Anklageziffer 2) 

Zunächst ist auf die überzeugende Begründung der Vorinstanz zu verweisen 

(Urk. 69 S. 36-38 E. I.2.5.4.). Diese hat die wesentlichen Aussagen der Privat-

klägerin 1 zusammengefasst und zutreffend als konstant, schlüssig und logisch 

konsistent taxiert. Die Privatklägerin 1 hat den Würgevorfall wiederholt detailliert, 

anschaulich und lebensnah geschildert, insbesondere auch, was sie dabei dachte 

und empfand. Sie war ferner in der Lage sowohl unmittelbar vor der Tat als auch 

während der Tat Gesprochenes wiederzugeben, was als zusätzliches Realitäts-

kriterium zu werten ist. Auch die freie Schilderung des unfreiwilligen Urinabgangs 

weist auf einen realen Erlebnishintergrund hin (vgl. in diesem Sinne bereits 

a.a.O., S. 36 f. E. I.2.5.4.1.). Die Ausführungen der Privatklägerin 1 werden 

zusätzlich durch die Aussagen der beiden Zeugen H._____ und E._____ 

untermauert, die zwar lediglich wiedergeben konnten, was ihnen von der 

Privatklägerin 1 zugetragen wurde. Dennoch weisen ihre Schilderungen zum 

Würgevorfall einige bemerkenswerte Punkte auf, die die Aussagen der 

Privatklägerin 1 zwar nicht direkt verifizieren, aber doch sehr stützen. So sind 

etwa ihre Angaben zum Vorfall, wie er ihnen geschildert wurde, nicht nur im 

groben Ablauf des Kerngeschehens deckungsgleich mit denjenigen der 

Privatklägerin 1, sondern auch in Bezug auf Details wie die Umstände, dass es 

infolge eines Streits wegen der Mutter des Beschuldigten so weit gekommen sei, 

die Privatklägerin 1 am Hals Hämatome gehabt habe, die sie mit einem Schal 

verdeckt habe, und der Beschuldigte ihr während des Würgens gesagt habe, dass 

er sie umbringen könne und sie niemanden habe, der ihr zur Hilfe eilen könne 

(Urk. 7/8 S. 6 ff. F/A 32 ff. und Urk. 7/9 S. 5 f. F/A 23 ff.). Kommt hinzu, dass ihre 

zeitliche Einordnung des Vorfalls mit derjenigen der Privatklägerin 1 im 

Wesentlichen übereinstimmt (vgl. so Urk. 69 S. 37 f. E. I.2.5.4.2.). Dass die 

Privatklägerin 1 sowohl gegenüber den Strafverfolgungsbehörden als auch 

weiteren Personen zu verschiedenen Zeitpunkten jeweils weitgehend über-

einstimmende Schilderungen zum Vorfall machte, erhöht die Glaubhaftigkeit ihrer 

Aussagen weiter. Im Ergebnis ist festzuhalten, dass auch dieser Vorwurf gestützt 

auf die glaubhafte Darstellung der Privatklägerin 1 erstellt ist. 

-   21   - 

4.7. Rechtliche Würdigung 

4.7.1. Mehrfache Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB 

4.7.1.1. Die Vorinstanz hat zunächst zutreffende theoretische Ausführungen zum 

eingeklagten Tatbestand gemacht (Urk. 69 S. 44-46 E. I.3.2.1.-I.3.2.4.), darauf 

kann verwiesen werden. Subsumierend erwog sie sodann was folgt (a.a.O.,  

S. 46-48, E. I.3.2.5.-I.3.2.8.): 

"3.2.5. Gemäss dem erstellten Sachverhalt (Anklageziffer 1) hat der Beschuldigte mit der Privat-

klägerin 1 mehrfach den Geschlechtsverkehr vollzogen, obwohl diese ihm bereits zu Beginn der 

Beziehung zu verstehen gab, dies nicht zu wollen. Mit seinem Verhalten über die gesamte Dauer 

ihrer Beziehung bediente sich der Beschuldigte des Nötigungsmittels der physischen und psychi-

schen Gewalt. So beschimpfte er die Privatklägerin 1 und drohte ihr Schläge an, wenn sie sich ihm 

bzw. seinen Annährungen zu entziehen versuchte, und setzte diese auch in die Tat um, wenn sie 

sich tatsächlich wehrte bzw. äusserte, sie wolle keinen Geschlechtsverkehr. Zwar liess er in 

diesen Fällen, in welchen er sie schlug und sie zum Weinen brachte, jeweils von ihr ab, da er nicht 

mehr in der Stimmung war (act. 06/04 A 63 ff.; Prot. S. 20 ff.). Jedoch blühte ihr dann beim 

nächsten Mal wiederum dasselbe Schicksal: Geschlechtsverkehr bzw. andere sexuelle 

Handlungen gegen ihren Willen oder Schläge und Beschimpfungen. Konkret erteilte er der 

Privatklägerin 1 Ohrfeigen und Faustschläge gegen den Körper oder drückte deren Kopf in ein 

Kissen, wenn sie sich äusserte, keinen Geschlechtsverkehr haben zu wollen. Beim Vorfall Mitte 

Juli 2020 machte er sie zudem widerstandsunfähig, indem er sich zunächst auf die Brust der 

liegenden Privatklägerin 1 setzte, woraufhin er sich auf sie legte und schliesslich ihre beiden 

Hände mit dem Gürtel ihres Morgenmantels an das Kopfteil des Bettes band (Anklageziffer 1, 

act. 17/03 S. 5 ff.; act. 06/04 A 31 ff.). Folglich wendete der Beschuldigte einerseits physische 

Gewalt gegen die Privatklägerin 1 an mit dem Ziel, sie für seine (sexuellen) Bedürfnisse gefügig zu 

machen. Er vollzog den Geschlechtsverkehr mit der Privatklägerin 1 in den Fällen, in welchen er 

sie aufgrund ihrer Abwehr schlug, zwar nicht, jedoch galt diese Gewaltanwendung dem Ziel, den 

Willen der Privatklägerin 1 nachhaltig zu brechen, um sie derart einzuschüchtern und gefügig zu 

machen, dass sie sich künftig nicht mehr wehren würde. Dies gelang dem Beschuldigten 

offensichtlich auch (vgl. act. 06/04 A 66). Führte dies doch dazu, dass sich die Privatklägerin 1 

aufgrund ihrer Erfahrungen fügte und den Geschlechtsverkehr mehrheitlich nur noch über sich 

ergehen liess, in der Hoffnung, dass er schnell wieder von ihr ablassen würde, und ihre 

Gegenwehr zunehmend abnahm. Die Privatklägerin 1 lebte somit in permanenter Angst vor dem 

Beschuldigten, weshalb ihr Widerstand mit der Zeit immer geringer wurde. Er nutzte sodann auch 

ihr Abhängigkeitsverhältnis und ihre Angst vor einer Rückkehr in ihre Heimatland im Falle einer 

Trennung zu seiner sexuellen Befriedigung aus. Mit seinem Verhalten – der physischen und 

-   22   - 

psychischen Gewalt – gegenüber der Privatklägerin 1 erreichte der Beschuldigte, deren 

Widerstand gegen den Geschlechtsverkehr und die weiteren sexuellen Handlungen nachhaltig zu 

brechen und die Privatklägerin 1 jederzeit für seine Bedürfnisse gefügig zu machen.  

3.2.6. Dass die Privatklägerin 1 keinen sexuellen Kontakt mit dem Beschuldigten wollte, gab sie 

ihm immer wieder klar zu verstehen. So äusserte sie ihm gegenüber etwa, keinen Geschlechts-

verkehr mit ihm haben zu wollen, und riskierte dabei, von ihm geschlagen zu werden (act. 06/02 

A 29, A 38). Aufgrund des ständig aktualisierten Zwangs wurde ihr konkreter, verbaler Widerstand 

zwar mit der Zeit immer geringer (act. 06/04 A 66). Jedoch wendete sie auch diverse Strategien 

an, um ihn von sich fern zu halten, indem sie beispielsweise eine der Töchter für die Nacht entwe-

der zu sich ins Bett holte oder bei dieser im Kinderzimmer übernachtete oder indem sie angab, 

Kopfschmerzen zu haben (act. 06/04 A 67; Prot. S. 21). Beim Vorfall in der ersten Schulferienwo-

che Mitte Juli 2020 (Anklageziffer 1, act. 17/03 S. 5 ff.) versuchte sie zudem mittels verschiedener 

Massnahmen Zeit zu gewinnen, in der Hoffnung, die Töchter kämen nachhause, sodass er von 

seinem Vorhaben absehen würde. Beispielsweise gab sie vor, auf die Toilette gehen oder ein Glas 

Wasser trinken zu müssen, was sie dann jeweils so lange heraus zu zögern versuchte, wie es nur 

ging (act. 06/02 A 10). Sodann blieb sie auch immer passiv, wenn es zum Geschlechtsverkehr 

bzw. sexuellen Handlungen kam, was er etwa damit kommentierte, dass sie sich wie eine alte 

Frau verhalte oder es keinen Unterschied mache, wenn er mit ihr oder mit einer Leiche verkehren 

würde (act. 06/02 A 10, 20 ff.). Aufgrund ihrer aussichtslosen Situation und der erfahrungsgemäss 

ständig lauernden Gefahr bei Gegenwehr mit Gewalt drangsaliert zu werden, ist es durchaus 

nachvollziehbar, dass sich die Privatklägerin 1 im Laufe der Zeit ihrem Schicksal fügte und sich 

nicht mehr jedes Mal dezidiert verbal oder körperlich gegen die sexuellen Kontakte zur Wehr setz-

te. Dennoch war in ihren Handlungen durchaus ein entsprechender, für den Beschuldigten unwei-

gerlich erkennbarer Widerstand vorhanden.  

3.2.7. Da die Nötigungshandlungen des Beschuldigten und das Erdulden des Geschlechtsver-

kehrs durch die Privatklägerin 1 in unmittelbarem Zusammenhang stehen, ist auch die erforderli-

che Kausalität gegeben. 

3.2.8. Sodann ist festzuhalten, dass der subjektive Tatbestand vorliegend gegeben ist. Gerade 

aufgrund des vorerwähnten Widerstands der Privatklägerin 1 ihm gegenüber war es für den Be-

schuldigten unverkennbar, dass der Geschlechtsverkehr nicht einvernehmlich erfolgte. Ist doch 

gerade dies auch der Grund, weshalb er zu den genannten Nötigungshandlungen griff. Somit 

vollzog er den Geschlechtsverkehr willentlich über mehrere hundert Male im vollen Bewusstsein 

um den Widerstand der Privatklägerin 1. Er handelte mithin mit direktem Vorsatz." 

4.7.1.2. Die zitierte rechtliche Subsumption der Vorinstanz ist zutreffend und zu 

übernehmen. Da weder Rechtfertigungs- noch Schuldausschlussgründe vorlie-

-   23   - 

gen, ist der vorinstanzliche Schuldspruch betreffend Anklageziffer 1 zu bestätigen 

und der Beschuldigte der mehrfachen Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 

Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen. 

4.7.2. Mehrfache sexuelle Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB 

4.7.2.1. Die Vorinstanz hat wiederum zutreffende theoretische Ausführungen zum 

eingeklagten Tatbestand gemacht (Urk. 69 S. 48 f. E. I.3.3.1. f.), auf die verwie-

sen werden kann. Subsumierend erwog sie dann was folgt (a.a.O., S. 49-51, 

E. I.3.3.3.-I.3.3.6.): 

"3.3.3. Zunächst ist festzuhalten, dass der Beschuldigte die von ihm angewendeten Nötigungsmit-

tel nicht nur zur Durchsetzung des (vaginalen) Geschlechtsverkehrs, sondern sämtlicher sexuellen 

bzw. beischlafähnlichen Handlungen mit der Privatklägerin 1 einsetzte. Weiter ist festzuhalten, 

dass sich die Abneigung und der Widerstand der Privatklägerin 1, welche keinerlei sexuellen Kon-

takt mit dem Beschuldigten wollte, auch gegen sämtliche, vom Beschuldigten vorgenommenen – 

und von ihr aufgrund des herrschenden Drucks und Zwangs lediglich erduldeten – sexuellen 

Handlungen richtete. Dementsprechend kann hinsichtlich der Nötigungsmittel, das Erdulden und 

den Kausalzusammenhang auf die vorangehenden Ausführungen zur mehrfachen Vergewaltigung 

im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB verwiesen werden, die vorliegend ebenfalls Geltung haben. 

3.3.4. Besonders zu betonen ist an dieser Stelle die Brutalität, mit welcher der Beschuldigte etwa 

beim Vorfall, an welchem es zum ersten Mal zu Analverkehr gekommen ist, vorgegangen ist. So 

führte er diesen nicht nur fort, als die Privatklägerin 1 vor Schmerzen schrie, sondern fixierte sie 

auch noch auf dem Bett, indem er sie von hinten am Hals packte, ihren Oberkörper nach vorne 

stiess und sie gegen das Bett drückte, als es ihr gelang, von der knienden Position auf die Füsse 

zu kommen und aufzustehen. Dieser Vorfall führte sodann dazu, dass die Privatklägerin 1 bis zum 

nächsten Tag an Blutungen im Analbereich und starken Schmerzen, welche ca. eine Woche an-

hielten, litt, was das Ausmass des grausamen, rücksichtslosen Vorgehens des Beschuldigten zum 

Vorschein bringt. Als ebenfalls nicht zimperlich ist sein Vorgehen bei der Durchsetzung des Oral-

verkehrs zu bezeichnen. So schlug er ihr jeweils mit seinem Glied auf ihren Mund, wenn sie 

diesen nicht von sich aus öffnete. Beim Vorfall ca. Mitte Juli 2020 setzte er sich dabei gar auf die 

Brust der Privatklägerin 1, sodass diese keinerlei Möglichkeit hatte, ihm zu entkommen bzw. sich 

der oralen Penetration seines Glieds zu entziehen (Anklageziffer 1, act. 17/03 S. 4 ff.).  

3.3.5. Es zeigt sich, dass der Beschuldigte bei sämtlichen Vornahmen von Oral- und Analverkehr 

sowie der weiteren sexuellen Handlungen die Zwangssituation der Privatklägerin 1 ausnutzte, 

welche er durch sein Verhalten geschaffen hatte. Ergänzend ist anzumerken, dass bei sämtlichen 

Vorfällen auch eine Kausalität gegeben ist, wonach der Beschuldigte eine Zwangssituation schuf, 

-   24   - 

gerade um die Privatklägerin 1 zu den vorgenommenen sexuellen Handlungen zu nötigen. In 

Übereinstimmung mit den Ausführungen zum Tatbestand der Vergewaltigung im Sinne von 

Art. 190 StGB ist der subjektive Tatbestand auch in Bezug auf die sexuelle Nötigung im Sinne von 

Art. 189 StGB gegeben (vgl. Ziffer 3.2.8). Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe sind 

keine ersichtlich. 

3.3.6. Vergewaltigung nach Art. 190 StGB geht Art. 189 StGB vor, soweit der sexuellen Nötigung 

neben der Vergewaltigung oder einem Vergewaltigungsversuch keine selbständige Bedeutung zu-

kommt bzw. die sexuelle Nötigung nur eine Begleiterscheinung darstellt, denn Art. 190 StGB ist 

lex specialis zu Art. 189 StGB (BSK StGB II-MAIER, a.a.O., Art. 190 N 24). Gemäss erstelltem 

Sachverhalt vollzog der Beschuldigte den Oral- und Analverkehr sowie die weiteren sexuellen 

Handlungen teilweise während desselben Ereignisses, in welchem es auch zu vaginalem Ge-

schlechtsverkehr kam. Der Beschuldigte scheint es dabei gezielt auf die Umsetzung seiner Fanta-

sien, welche durch entsprechende Videos aus dem Internet geprägt zu sein scheinen, und die Be-

friedigung seiner Bedürfnisse abgesehen zu haben. Dementsprechend kann bei diesen sexuellen 

Handlungen nicht bloss von Begleiterscheinungen neben dem vaginalen Geschlechtsverkehr ge-

sprochen werden. Vielmehr ist ihnen eine selbständige Bedeutung beizumessen, weshalb echte 

Konkurrenz vorliegt." 

4.7.2.2. Die zitierte rechtliche Subsumption der Vorinstanz ist zutreffend und zu 

übernehmen. Entsprechend ist der vorinstanzliche Schuldspruch auch in diesem 

Punkt zu bestätigen und der Beschuldigte betreffend Anklageziffer 1 der mehrfa-

chen sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB schuldig zu spre-

chen. 

4.7.3. Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 StGB 

4.7.3.1. Nach theoretischen Ausführungen zum eingeklagten Straftatbestand 

(Urk. 69 S. 51 f. E. I.3.4.1. f.) subsumierte die Vorinstanz was folgt (a.a.O., S. 52 f. 

E. I.3.4.3.-I.3.4.5.): 

"3.4.3. Gemäss erstelltem Sachverhalt (Anklageziffer 2) packte der Beschuldigte am die am 

Boden liegende Privatklägerin 1 an deren Hals, drückte diesen zu und würgte sie während ca. 

zwei Minuten, so dass sie keine Luft mehr bekam, nicht mehr sprechen konnte und einen 

unfreiwilligen Urinabgang erlitt (act. 17/03 S. 7). Konkret beschrieb die Privatklägerin 1 den 

Würgevorgang dahingehend, dass er ihren Hals mit seiner rechten Hand gepackt und zugedrückt 

habe, was ca. 2 Minuten gedauert habe. Währenddessen habe sie mit ihrem Fuss gegen den 

Boden geschlagen, um die Töchter auf sie aufmerksam zu machen, versucht, den Beschuldigten 

wegzustossen, und seinen Arm zerkratzt. Danach habe sie noch tagelang Abdrücke am Hals 

-   25   - 

gehabt, welche sie mit einem Halstuch verdeckt habe. Losgelassen habe er aber erst, als die 

Kinder hinzugekommen seien (act. 06/01 A 14 ff.). Ob es ihr schwarz vor Augen geworden sei, 

wisse sie nicht mehr, aber sie habe urinieren müssen (act. 06/01 A 18). Sie habe weder atmen 

noch schreien können, sich aber von ihm zu befreien versucht, ihn mit den Händen geschlagen 

und ihn von sich wegzuschieben versucht. Sie habe grosse Angst gehabt und gezittert. 

Ohnmächtig sei sie nicht geworden (act. 06/04 A 37 ff.). Sie habe gedacht, dass er sie umbringen 

würde, was er auch getan hätte, wenn die Kinder nicht dazugekommen wären (Prot. S. 25). 

3.4.4. Wie sich aus den vorangehenden Ausführungen ergibt, sind die Anforderungen für die 

Annahme einer konkreten, unmittelbaren Lebensgefahr im Falle eines Würgens sehr hoch gesetzt, 

wobei einer symptomorientierten Auffassung zu folgen ist. Die Privatklägerin 1 schilderte zwar von 

unkontrolliertem Urinabgang. Weitere Anhaltspunkte, welche auf eine konkrete, unmittelbare Le-

bensgefahr hindeuten, lassen sich vorliegend jedoch nicht feststellen. Insbesondere kann auch 

nicht auf einen medizinischen Befund abgestellt werden, welcher nebst den subjektiven Wahr-

nehmungen der Privatklägerin 1 weitere, objektive Hinweise hierzu liefern könnte. Ein Urinabgang 

des Opfers während eines Würgens kann zwar, wie dargelegt, ein Anzeichen einsetzenden Sau-

erstoffmangels darstellen. Jedoch könnte dieser Umstand ebenso auf Angst, Überraschung oder 

eine volle Blase zurückgeführt werden. Auch anhand der weiteren Umstände und des Vorgehens 

des Beschuldigten kann hierzu nichts Eindeutigeres festgestellt werden. So bieten die Umstände, 

dass sie keine Luft bekommen habe, wie auch die Hämatome am Hals, welche tagelang nach 

dem Vorfall noch zu sehen gewesen seien, keinen hinreichenden Hinweis bzw. sind zu wenig gra-

vierend, um auf eine Lebensgefahr schliessen zu können. Zwar hat der Beschuldigte die Privat-

klägerin 1 über ca. zwei Minuten gewürgt, jedoch erscheint das Vorgehen des Beschuldigten ab-

gesehen davon als nicht genügend schwer.  

3.4.5. Somit bleibt letztlich offen, wie kräftig der Beschuldigte die Privatklägerin 1 im Halsbereich 

mit seinem einhändigen Würgegriff packte und ob dieser geeignet war, eine unmittelbare Lebens-

gefahr für die Privatklägerin 1 herbeizuführen. Damit kann nicht rechtsgenügend festgestellt wer-

den, dass eine konkrete Lebensgefahr für die Privatklägerin bestand, weshalb sich der vorliegen-

de Sachverhalt nicht unter den objektiven Tatbestand der Gefährdung des Lebens nach Art. 129 

StGB subsumieren lässt." 

In der Folge subsumierte die Vorinstanz den Würgevorfall gemäss Anklageziffer 2 

unter den Tatbestand der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 

und Ziff. 2 Abs. 2 StGB (Urk. 69 S. 54 E. I.3.5.2.). 

4.7.3.2. Die Privatklägerin 1 beantragt für den eingeklagten Würgevorfall neben 

der bereits erfolgten Verurteilung wegen einfacher Körperverletzung im Sinne von 

Art. 123 Ziff. 1 und Ziff. 2 Abs. 2 StGB eine zusätzliche Verurteilung wegen 

-   26   - 

Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 StGB (Urk. 87 S. 2). Dazu liess sie 

anlässlich der Berufungsverhandlung zusammengefasst ausführen, der 

Beschuldigte habe sie mit seinem Würgegriff über mehrere Minuten regelrecht auf 

dem Boden fixiert, sodass sie sich kaum mehr habe bewegen können, sondern 

nur noch hilflos mit den Füssen habe zappeln können. Atmung und Stimme seien 

abgeklemmt gewesen. Es sei deshalb von einem erheblichen Krafteinsatz 

auszugehen. Dieser Krafteinsatz wie auch die zweiminütige Würgedauer und die 

geltend gemachten Strangulationssymptome wie Atemnot, Erstickungsangst, 

Heiserkeit, Würgemale sowie Urinabgang sprächen für das Vorliegen einer 

unmittelbaren Lebensgefahr. Es sei mithin davon auszugehen, dass der 

Beschuldigte die Privatklägerin 1 in skrupelloser Weise in unmittelbare 

Lebensgefahr gebracht habe, womit er sich der Gefährdung des Lebens im Sinne 

von Art. 129 StGB schuldig gemacht habe (Urk. 109 S. 3 f.)  

4.7.3.3. Der Gefährdung des Lebens macht sich schuldig, wer einen Menschen in 

skrupelloser Weise in unmittelbare Lebensgefahr bringt (Art. 129 StGB). In objek-

tiver Hinsicht erfordert der Tatbestand den Eintritt einer konkreten unmittelbaren 

Lebensgefahr. Sie liegt vor, wenn sich aus dem Verhalten des Täters nach dem 

gewöhnlichen Lauf der Dinge direkt die Wahrscheinlichkeit oder nahe Möglichkeit 

der Todesfolge ergibt (BGE 133 IV 1 E. 5.1). Dies setzt nicht voraus, dass die 

Wahrscheinlichkeit des Todes grösser sein muss als jene seines Ausbleibens. Die 

Gefahr muss unmittelbar, nicht aber unausweichlich erscheinen. Nach der Recht-

sprechung ist in der Regel bereits von einer unmittelbaren Lebensgefahr auszu-

gehen, wenn der Täter das Opfer stranguliert, ohne ihm ernsthafte Verletzungen 

beizufügen und ohne, dass das Opfer ohnmächtig wird (BGE 124 IV 53 E. 2; 

Urteil 6B_54/2013 vom 23. August 2013 E. 3.1 mit Hinweis; Urteil 6B_1258/2020 

vom 12. November 2021 E. 1.4.). Der subjektive Tatbestand verlangt bezüglich 

der unmittelbaren Lebensgefahr direkten Vorsatz; Eventualvorsatz genügt nicht 

(BGE 133 IV 1 E. 5.1). Bei sicherem Wissen um den Eintritt der tödlichen 

Verletzung liegt Tötungsvorsatz vor, so dass die Art. 111 ff. StGB eingreifen (zur 

echten Konkurrenz von Art. 129 StGB und Art. 117 StGB vgl. BGE 136 IV 76 

E. 2.7). Eine Verurteilung wegen Art. 129 StGB fällt daher nur in Betracht, wenn 

der Täter trotz der erkannten Lebensgefahr handelt, aber darauf vertraut, die 

-   27   - 

Gefahr werde sich nicht realisieren (BGE 136 IV 76 E. 2.4). Weiter erfordert der 

Tatbestand skrupelloses Handeln. Skrupellos ist ein in schwerem Grade 

vorwerfbares, ein rücksichts- oder hemmungsloses Verhalten (BGE 133 IV 1 

E. 5.1). Je grösser die vom Täter geschaffene Gefahr ist und je weniger seine 

Beweggründe zu billigen sind, desto eher ist die Skrupellosigkeit zu bejahen. 

Diese liegt stets vor, wenn die Lebensgefahr aus nichtigem Grund geschaffen 

wird oder deutlich unverhältnismässig erscheint, so dass sie von einer tiefen 

Geringschätzung des Lebens zeugt (Urteil 6B_698/2017 vom 13. Oktober 2017 

E. 4.2 mit Hinweisen; vgl. zum Ganzen statt Weiterer Urteil 6B_758/2018 vom 

24. Oktober 2019 E. 2.1.). 

4.7.3.4. Gemäss erstelltem Sachverhalt packte der Beschuldigte die am Boden 

liegende Privatklägerin 1 an deren Hals, drückte diesen zu und würgte sie 

während ca. zwei Minuten, so dass sie keine Luft mehr bekam, nicht mehr 

sprechen konnte und einen unfreiwilligen Urinabgang erlitt. Anschaulich schilderte 

die Privatklägerin 1 wie sie währenddessen mit ihrem Fuss gegen den Boden 

geschlagen habe, weshalb die Kinder erschienen seien. Während der 

Beschuldigte sie gewürgt habe, habe sie versucht, ihn wegzustossen und dabei 

seinen Arm zerkratzt. Der Beschuldigte habe aber nicht losgelassen, bis die 

Kinder ins Zimmer gekommen seien (Urk. 6/1 S. 3 F/A 17). Sie habe dann über 

längere Zeit "Zeichen" am Hals gehabt und habe Halstücher getragen, damit 

niemand die Abdrücke sehe (a.a.O., S. 2 f. F/A 14). Sie könne sich nicht erinnern, 

ob es ihr schwarz vor Augen geworden sei (a.a.O., S. 3 F/A 18). Sie habe weder 

atmen noch schreien können, sich aber vom Beschuldigten zu befreien versucht, 

ihn mit den Händen geschlagen und ihn von sich wegzuschieben versucht. Sie 

habe grosse Angst gehabt und gezittert. Ohnmächtig sei sie nicht geworden 

(Urk. 6/3 S. 6 ff. F/A 37 ff.). Sie habe gedacht, dass der Beschuldigte sie 

umbringen würde, was er auch getan hätte, wenn die Kinder nicht 

dazugekommen wären (Prot. I S. 25).  

4.7.3.5. Vor dem Hintergrund des erstellten Sachverhalt und den glaubhaften 

Schilderungen der Privatklägerin 1 überzeugt die vorinstanzlichen Begründung im 

Lichte der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht. Das Bundesgericht hat im 

-   28   - 

zitierten Entscheid in einem recht ähnlichen Fall wie ausgeführt festgehalten, dass 

beim Strangulieren eines Opfers die Annahme einer unmittelbaren Lebensgefahr 

weder das Vorliegen ernsthafter Verletzungen noch die Ohnmacht des Opfers 

voraussetzt. Dazu ist sagen, dass die Privatklägerin 1 vorliegend durchaus 

Verletzungen erlitt, die die Vorinstanz als einfache Körperverletzung im Sinne von 

Art. 123 Ziff. 1 StGB qualifizierte (Urk. 69 S. 54 E. I.3.5.2.), was überzeugt, wobei 

der entsprechende Entscheid in Rechtskraft erwuchs und damit nicht mehr zur 

Diskussion steht (vgl. dazu vorne unter E. I.2.). Weiter ist vor dem Hintergrund der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung wie gesehen nicht entscheidend, dass die 

Privatklägerin 1 während der Strangulation nicht ohnmächtig wurde. Sodann hat 

das Bundesgericht im zitierten Entscheid weiter ausgeführt, dass 

Stauungsblutungen für die Annahme einer unmittelbaren Lebensgefahr infolge 

Würgens nicht vorausgesetzt sind und dass die Schilderungen des Opfers bei der 

Würdigung sehr wohl herangezogen werden können (Urteil 6B_758/2018 vom 

24. Oktober 2019 E. 2.2.; vgl. auch Urteil 6B_1258/2020 vom 12. November 2021 

E. 1.4.). Im Lichte dieser Erwägung erscheint damit das Vorliegen eines 

medizinischen Befundes zur Objektivierung der Aussagen des Opfers jedenfalls 

dann nicht zwingend und ausschlaggebend, wenn die Angaben des Opfers für 

sich genommen überzeugen, was vorliegend der Fall ist. Entscheidend ist damit 

letztlich, dass die Privatklägerin 1 während ca. zwei Minuten – und damit 

vergleichsweise lange – gewürgt wurde, so dass sie keine Luft mehr bekam, nicht 

mehr sprechen konnte, einen unfreiwilligen Urinabgang erlitt und vom Vorfall 

sichtbare Verletzungen davontrug. Der Beschuldigte hatte die Privatklägerin 1 

fixiert. Dass er nur eine Hand einsetzte, ist entgegen der Auffassung der 

Verteidigung (Urk. 107 S. 10) nicht massgebend. In objektiver Hinsicht kann 

daher durchaus davon ausgegangen werden, dass sich aus dem Verhalten des 

Beschuldigten nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge direkt die 

Wahrscheinlichkeit oder nahe Möglichkeit der Todesfolge ergab, mithin eine 

konkrete unmittelbare Lebensgefahr vorlag. Dass der Vorfall für die Privat-

klägerin 1 nicht tödlich endete, lag nur darin begründet, dass der Beschuldigte 

wegen dem Erscheinen der Kinder von ihr abliess. Er war gemäss den Aussagen 

-   29   - 

der Privatklägerin 1 zudem völlig ausser sich (Urk. 6/1 S. 3 F/A 18), was die 

Situation für sie noch gefährlicher machte. 

4.7.3.6. In subjektiver Hinsicht kann das Handeln des Beschuldigten nicht anders 

denn als direktvorsätzlich in Bezug auf die Herbeiführung einer Lebensgefahr be-

zeichnet werden. Nach dem zum Sachverhalt Gesagten steht zudem nicht ernst-

haft in Frage, dass der Beschuldigte skrupellos handelte. Sein Verhalten fällt 

komplett aus dem Rahmen, ist in keiner Weise nachvollziehbar und extrem ge-

wissen-, hemmungs- und rücksichtslos. 

4.7.3.7. Da keine Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe erkennbar sind, 

ist der Beschuldigte – in Abweichung vom vorinstanzlichen Entscheid – zusätzlich 

wegen Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 StGB schuldig zu spre-

chen. Abschliessend ist dazu festzuhalten, dass dem die rechtskräftige Verurtei-

lung in gleicher Sache wegen einfacher Körperverletzung nicht entgegensteht, da 

diese Straftatbestände zueinander in echter Konkurrenz stehen (vgl. dazu statt 

Weiterer BSK STGB I, 4. Aufl., MAEDER, N 62 zu Art. 129). 

5. Ergebnis 

Der vorinstanzliche Schuldspruch wegen mehrfacher Vergewaltigung im Sinne 

von Art. 190 Abs. 1 StGB und mehrfacher sexueller Nötigung im Sinne von 

Art. 189 Abs. 1 StGB in Bezug auf Anklageziffer 1 ist zu bestätigen. Zudem ist der 

Beschuldigte 1 in Bezug auf Anklageziffer 2 zusätzlich wegen Gefährdung des 

Lebens im Sinne von Art. 129 StGB zu verurteilen. 

III. Sanktion 

1. Anwendbares Recht 

Die Vorinstanz hat zutreffende Ausführungen zum anwendbaren Recht gemacht 

(Urk. 69 S. 59 E. I.4.1.) auf die verwiesen werden kann. Die zusätzliche Verurtei-

lung wegen der Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 StGB, begangen 

im Februar 2020, ändert daran nichts. 

-   30   - 

2. Allgemeine Strafzumessungsregeln und Strafrahmen 

2.1. Die Vorinstanz hat die allgemeinen Strafzumessungsregeln und den Straf-

rahmen zutreffend dargelegt (Urk. 69 S. 60 f. E. 4.2.), darauf kann zunächst ver-

wiesen werden. Teilweise rekapitulierend und ergänzend ist nochmals festzu-

halten, dass gemäss neuerer bundesgerichtlicher Rechtsprechung bei einer 

Mehrzahl von begangenen Delikten im Rahmen der Festlegung der 

angemessenen Sanktion nach der sogenannten konkreten Methode vorzugehen 

und in diesem Zusammenhang grundsätzlich für jede konkrete Tat die 

angemessene Strafhöhe sowie die passende Strafart zu bestimmen ist (BGE 144 

IV 217 ff.). Dabei ist die Bildung einer Gesamtstrafe nur bei gleichartigen Strafen 

möglich, während ungleichartige kumulativ zu verhängen sind. Mehrere 

gleichartige Strafen liegen vor, wenn das Gericht im konkreten Fall für jede 

einzelne Straftat eine gleichartige Strafe ausfällt bzw. ausfällen würde. Nach der 

gesetzlichen Konzeption basiert die Gesamtstrafe begrifflich auf mehreren 

selbständigen Einzelstrafen, was voraussetzt, dass das Gericht zumindest 

gedanklich für sämtliche begangenen Taten eine konkrete Strafe gebildet hat 

(BGE 144 IV 234). Gleichzeitig lässt das Bundesgericht für bestimmte 

Konstellationen aber nach wie vor Ausnahmen von der konkreten Methode zu, 

dies insbesondere dann, wenn verschiedene Delikte zeitlich und sachlich derart 

eng miteinander verknüpft sind, dass sie sich nicht sinnvoll auftrennen und für 

sich allein beurteilen lassen (Urteile des Bundesgerichts 6B_483/2016 vom 

30. April 2018, E. 2.4; 6B_210/2017 vom 25. September 2017, E. 2.2.1; 

6B_523/2018 vom 23. August 2018, E. 1.2.2; Urteil des Obergerichts des Kantons 

Zürich, II. Strafkammer, vom 10. Januar 2019, SB180398, E. III./4.). 

2.2. Mit der Vorinstanz ist vom Strafrahmen für die (mehrfache) Vergewaltigung 

im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB als schwerstes Delikt auszugehen, das mit ei-

ner Freiheitsstrafe von einem bis zu zehn Jahren bestraft wird. Eine Erweiterung 

des Strafrahmens drängt sich vorliegend nicht auf, so dass eine Strafe innerhalb 

des ordentlichen Strafrahmens festzusetzen ist. 

-   31   - 

3. Konkrete Strafzumessung und auszufällende Strafe 

3.1. Tatkomponente betreffend (mehrfache) Vergewaltigung sowie (mehrfache) 

sexuelle Nötigung (Anklageziffer 1) 

3.1.1. Unter Hinweis auf die einschlägige Rechtsprechung hielt die Vorinstanz zu-

nächst richtig fest, dass vorliegend zahlreiche Vergewaltigungen und sexuelle 

Nötigungen zu beurteilen sind, die über einen Zeitraum von fast fünf Jahren mit 

einer zweimal wöchentlichen Regelmässigkeit stattfanden. Da der Beschuldigte 

dabei jeweils ein ähnliches Vorgehen an den Tag legte, sich die Vorfälle ähnlich 

gestalteten und während der einzelnen Ereignisse teilweise sowohl der 

Tatbestand der Vergewaltigung wie auch der sexuellen Nötigung erfüllt wurde, die 

Tathandlungen somit als nahezu identisch bezeichnet werden können und in 

einem engen sachlichen und zeitlichen Zusammenhang zueinander stehen, 

erweist es sich als sachgerecht, die Strafzumessung für diese Taten 

zusammenzufassen und dafür eine Einsatzstrafe festzulegen (Urk. 69 S. 62 f. E. 

I.4.3.1. f.). 

3.1.2. Hinsichtlich der objektiven Tatschwere dieser Taten erwog die Vorinstanz, 

dass insbesondere die schiere Anzahl der sexuellen Übergriffe ins Gewicht fällt, 

die der Beschuldigte während des beträchtlichen Zeitraums von fast fünf Jahren 

(wöchentlich zweimal) mit bzw. an der Privatklägerin 1, seiner Frau, gegen deren 

Willen vornahm. Erschwerend kommt hinzu, dass er die Privatklägerin 1 durch 

jahrelange Drangsalierung – unter Anwendung von physischer und psychischer 

Gewalt – für seine Bedürfnisse gezielt gefügig machte, deren Widerstand 

hierdurch nachhaltig brach, sodass diese bei den einzelnen Vorfällen gar 

Überlegungen anstellte, ob sie sich dem Beschuldigten zur Wehr setzen solle und 

dafür aber mit Schlägen bestraft würde oder ob sie die sexuellen Handlungen 

einfach über sich ergehen lassen solle. Besonders schwer ins Gewicht fällt die 

Brutalität des Vorgehens des Beschuldigten, die anhand der Vorfälle im Jahr 2017 

(erster Analverkehr) und Mitte Juli 2020 (Festbinden der Hände der 

Privatklägerin 1 am Bett) zum Ausdruck kommt. Darüber hinaus fällt der Aspekt 

des ehelichen Zwangs bzw. des Abhängigkeitsverhältnisses, in dem sich die 

-   32   - 

Privatklägerin 1 zum Beschuldigten befand, erschwerend ins Gewicht. Der 

Beschuldigte war sich dieser Abhängigkeit nicht nur bewusst, sondern nutzte 

diese schamlos aus, um sich die Durchsetzung seiner Bedürfnisse zudem noch 

zu erleichtern. Mit seinem Vorgehen versetzte der Beschuldigte die 

Privatklägerin 1 in eine permanente Angst vor ihm und vor der Möglichkeit, wieder 

in die Heimat zurückkehren zu müssen, welche dazu führte, dass sie sich ihrem 

Schicksal fügte und diese Tortur über all die Jahre hinweg über sich ergehen 

liess. Die Intensität des wiederholten Eingriffs in die sexuelle Integrität der 

Privatklägerin 1 ist angesichts dieser Umstände als erheblich zu erachten (Urk. 69 

S. 62 f. E. I.4.3.3.). Diese Ausführungen der Vorinstanz sind zu übernehmen. Im 

Ergebnis ging diese von einem mittleren Verschulden aus und siedelte die 

objektive Tatschwere am oberen Rand des mittleren Strafmassbereichs an 

(a.a.O., S. 63), was sicher nicht zu streng ist. 

3.1.3. Zur subjektiven Tatschwere erwog die Vorinstanz, die Beweggründe des 

Beschuldigten seien rein egoistisch gewesen. So kann zweifellos davon 

ausgegangen werden, dass der Beschuldigte direktvorsätzlich handelte und es 

ihm bei den sexuellen Übergriffen einzig um die Befriedigung seiner sexuellen 

Bedürfnisse ging. Dies ist Sexualdelikten zwar grundsätzlich immanent. Von 

besonderer Schwere zeugt vorliegend jedoch der Umstand, dass es sich nicht 

bloss um einmalige Vorfälle handelte, sondern der Beschuldigte die 

Privatklägerin 1 mit jahrelanger Drangsalierung für seine Zwecke und Bedürfnisse 

gefügig machte und ihre Abhängigkeit schamlos ausnutzte. So hat er sie im 

Wissen darum, dass sie sich gegen ihn nicht wehren würde, benutzt, wie es ihm 

gerade beliebte, und sie mit Gewalt, Drohungen und Beschimpfungen eingedeckt, 

wenn sie doch einmal versuchte, sich ihm zu entziehen. Den psychischen Druck 

auf die Privatklägerin 1 und deren permanente Angst vor dem Beschuldigten 

nahm dieser nicht nur in Kauf, sondern er zielte geradezu darauf ab. Schliesslich 

ist festzuhalten, dass der Beschuldigte um die Widerrechtlichkeit seiner Tat 

wusste und sich aus dem psychiatrischen Gutachten keine Hinweise auf eine 

relevante Beeinträchtigung der Einsichts- und Steuerungsfähigkeit des 

Beschuldigten ergab (Urk. 69 S. 63 f. E. I.4.3.4.; vgl. dazu insbesondere 

-   33   - 

Urk. 14/32 S. 77). Auch diesen Erwägungen der Vorinstanz ist beizupflichten. Mit 

dieser ist weiter davon auszugehen, dass die subjektive Tatschwere zu einer 

leichten Erhöhung des anhand der objektiven Tatschwere ermittelten 

Verschuldens führt, weshalb das Verschulden folglich insgesamt als noch 

mittelschwer zu qualifizieren ist. 

3.1.4. Unter Berücksichtigung der objektiven und subjektiven Tatschwere er-

scheint die von der Vorinstanz für die mehrfache Vergewaltigung und die mehrfa-

che sexuelle Nötigung festgesetzte Einsatzstrafe von 7 Jahren noch angemessen, 

jedenfalls ist dies nicht zu hoch. 

3.2. Tatkomponente betreffend Gefährdung des Lebens (Anklageziffer 2) 

3.2.1. Zur objektiven Tatschwere ist festzuhalten, dass der Beschuldigte die ihm 

körperlich klar unterlegene Privatklägerin 1 während ca. zwei Minuten 

strangulierte und dadurch in Todesnähe brachte. Er offenbarte damit eine 

massive Gewaltbereitschaft und Brutalität, was von einer nicht minder massiven 

kriminellen Energie zeugt. Augenfällig ist insbesondere die vergleichsweise lange 

Dauer des Würgevorgangs, vor allem wenn man bedenkt, dass die 

Privatklägerin 1 während dieser Zeit fraglos Todesängste auszustehen hatte und 

ihr die Zeit dadurch ungleich länger vorgekommen sein dürfte. Zweifellos muss 

von einem für die Privatklägerin 1 stark traumatisierenden Vorfall ausgegangen 

werden. Kaum zugunsten des Beschuldigen zu berücksichtigen ist der Umstand, 

dass die Tat wohl nicht von langer Hand geplant war, zumal diese im Kontext 

seiner übrigen regelmässigen Gewaltakte anzusiedeln ist, mithin davon 

auszugehen ist, dass es sich dabei um einen von zahllosen fast schon 

alltäglichen Übergriffen handelte. Insgesamt ist das objektive Tatverschulden des 

Beschuldigten im oberen mittleren Drittel anzusiedeln. 

3.2.2. Was die subjektive Tatschwere anbelangt, so handelte der Beschuldigte 

direktvorsätzlich, völlig skrupellos und aus niedersten Motiven, indem er einmal 

mehr seine körperliche Überlegenheit in einem weiteren verwerflichen Gewaltakt 

auslebte, um der Privatklägerin 1 seine Macht zu demonstrieren und sie zu de-

-   34   - 

mütigen, wobei es sie diesmal beinahe das Leben gekostet hätte. Das subjektive 

Tatverschulden relativiert das objektive nicht. 

3.2.3. Unter Berücksichtigung des Asperationsprinzips ist die für die mehrfache 

Vergewaltigung und die mehrfache sexuelle Nötigung festgesetzte Einsatzstrafe 

um 1 ½ Jahre zu erhöhen. 

3.3. Tatkomponenten betreffend (mehrfache) einfache Körperverletzung sowie 

(mehrfache) Drohung (Anklageziffern 2, 3 und 4) 

Diese Delikte standen heute nicht mehr zur Beurteilung, müssen bei der Straf-

zumessung jedoch gleichwohl berücksichtigt werden, wobei diesbezüglich auf die 

zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden kann, mit der aspe-

rierend eine Erhöhung der festgelegten Einsatzstrafe um ein weiteres halbes Jahr 

als angemessen erscheint (Urk. 69 S. 64-66 E. I.4.4.). 

3.4. Täterkomponente 

Auf die zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen zur Täterkomponente kann 

verwiesen werden (Urk. 69 S. 66 f. E. I.4.5.). Aus den anlässlich der Berufungs-

verhandlung gemachten Ausführungen des Beschuldigten ergibt sich nichts we-

sentlich Neues (Urk. 106 S. 1 ff.). Die Täterkomponente hat weder eine Erhöhung 

noch eine Reduktion der Strafe zur Folge.  

3.5. Busse für die wiederholten Tätlichkeiten (Anklageziffer 5) 

Auch diese Delikte standen heute nicht mehr zur Beurteilung und es kann hin-

sichtlich ihrer Sanktionierung auf die vorinstanzlichen Ausführungen verwiesen 

werden (Urk. 69 S. 68 E. I.4.7. und S. 69 E. I.7.). 

4. Ergebnis 

Im Ergebnis ist der Beschuldigte mit 9 (neun) Jahren Freiheitsstrafe sowie einer 

Busse von Fr. 2'000.– zu bestrafen. Der Anrechnung der bisher erstandenen Haft 

im Umfang von 789 Tagen steht nichts entgegen. 

-   35   - 

IV. Landesverweisung 

Die Vorinstanz hat die rechtlichen Grundlagen für die Anordnung einer Landes-

verweisung zutreffend wiedergegeben und richtig festgehalten, dass sich der Be-

schuldigte als Ausländer mit der mehrfachen Vergewaltigung im Sinne von 

Art. 190 StGB wie auch der mehrfachen sexuelle Nötigung im Sinne von Art. 189 

StGB einer Katalogtat im Sinne von Art. 66a StGB (Art. 66a Abs. 1 lit. h StGB) 

schuldig gemacht hat, weshalb grundsätzlich obligatorisch eine 

Landesverweisung im Sinne von Art. 66a StGB anzuordnen ist. Dasselbe gilt für 

die Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 StGB (Art. 66a Abs. 1 lit. b 

StGB). Davon kann nur abgesehen werden, wenn die Landesverweisung für den 

Beschuldigten einen schweren persönlichen Härtefall darstellen würde und die 

öffentlichen Interessen an der Landesverweisung gegenüber den privaten 

Interessen des Beschuldigten am Verbleib in der Schweiz nicht überwiegen 

(Urk. 69 S. 69-71 E. I.8.1.-I.8.6.), auf die entsprechenden Ausführungen kann 

verwiesen werden. Weiter ist unter Hinweis auf die ebenfalls zutreffende 

Begründung der Vorinstanz – womit sich die Verteidigung im Berufungsverfahren 

nicht auseinandergesetzt hat (Urk. 107 S. 12) – festzuhalten, dass die 

Landesverweisung für den Beschuldigten keine besondere persönliche Härte 

darstellt, womit sich eine Interessenabwägung erübrigt und die Landesverweisung 

anzuordnen ist (Urk. 69, S. 71-73 E. I.8.7.-I.8.10.). Das Verschulden des 

Beschuldigten ist wie vorne dargelegt im oberen Bereich des mittleren Drittels des 

Strafmassbereichs anzusiedeln (vgl. E. III.3.1.-3.2.), weshalb sich die von der 

Vorinstanz angeordnete Dauer der Landesverweisung von zwölf Jahren doch als 

leicht überhöht erweist. Stattdessen ist eine Landesverweisung von zehn Jahren 

angemessen. Diese Landesverweisung ist im Schengener Informationssystem 

auszuschreiben, auch diesbezüglich kann auf die Vorinstanz verwiesen werden 

(Urk. 69, S. 74 f. E.I.8.12.). 

V. Zivilansprüche 

Der vorinstanzliche Entscheid wird im Schuldpunkt bestätigt und ist unter Hinweis 

auf die ausführlichen, zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen (Urk. 69 S. 75 ff. 

-   36   - 

E. I.9.) – womit sich die Verteidigung im Berufungsverfahren nicht konkret aus-

einandergesetzt hat (Urk. 107 S. 12) – auch im Zivilpunkt zu bestätigen. 

VI. Kosten 

1. Vorinstanzliches Verfahren 

Die Regelung gemäss Kostendispositiv (Dispositivziffer 12-14) des angefochtenen 

Entscheids (Urk. 69 S. 82 E. I.11.) erweist sich ausgangsgemäss nach wie vor als 

korrekt und ist zu bestätigen (Art. 426 StPO). 

2. Berufungsverfahren 

Die Gerichtsgebühr ist auf Fr. 3'000.– festzusetzen. Der Beschuldigte unterliegt 

mit seiner Berufung praktisch vollumfänglich. Ausgangsgemäss sind ihm daher 

die Kosten des Berufungsverfahrens aufzuerlegen – mit Ausnahme derjenigen 

der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der Privatkläge-

rin 1 (Art. 428 StPO). Die Kosten der amtlichen Verteidigung in der Höhe von 

Fr. 10'127.– (Urk. 108) und die Kosten der unentgeltlichen Vertretung der Privat-

klägerin 1 in der Höhe von Fr. 3'715.– (Urk. 110) sind einstweilen auf die Ge-

richtskasse zu nehmen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten bleibt gemäss 

Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten.  

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Uster vom 

18. November 2021 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:  

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte, A._____, ist schuldig  

- […] 

- […] 

- der mehrfachen einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 und 

Ziff. 2 Abs. 6 StGB; 

-   37   - 

- der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 und Abs. 2 lit. b StGB; 

- der wiederholten Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 und Abs. 2 lit. c 

StGB. 

[2.-8.] […] 

9. Die Genugtuungsbegehren der Privatklägerinnen 2 und 3, C._____ und D._____, 

werden abgewiesen. 

10. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf Fr. 5'000.–.  

11. Die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 495.– Auslagen Untersuchung 

Fr. 11'974.10 Auslagen (Gutachten) 

Fr. 3'000.– Gebühr gemäss § 4 Abs. 1 lit. d GebV StrV 

[12. ff.] […]" 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist zudem schuldig der 

- mehrfachen Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB, 

- mehrfachen sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB und 

- Gefährdung des Lebens im Sinne Art. 129 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 9 (neun) Jahren Freiheitsstrafe (wovon bis 

und mit heute 789 Tage durch Haft erstanden sind) und einer Busse von 

Fr. 2'000.–.  

3. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen. Die Busse ist zu bezahlen. 

4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle 

eine Ersatzfreiheitsstrafe von 20 Tagen.  

-   38   - 

5. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für die Dauer von 

10 Jahren des Landes verwiesen.  

6. Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung (Einreise- und Aufent-

haltsverweigerung) im Schengener Informationssystem angeordnet. 

7. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber den Privatklägerinnen 

1, 2 und 3, B._____ sowie C._____ und D._____, aus dem eingeklagten Er-

eignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Fest-

stellung des Umfanges des Schadenersatzanspruches werden die Privat-

klägerinnen auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

8. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 1, B._____, 

Fr. 30'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 15. Januar 2018 als Genugtuung zu be-

zahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

9. Das erstinstanzliche Kostendispositiv (Dispositivziffer 12-14) wird bestätigt.  

 

10. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 10'127.–   amtliche Verteidigung 

Fr. 3'715.–   unentgeltliche Verbeiständung der Privatklägerin 1 

   

11. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amt-

lichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der 

Privatklägerschaft, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der 

amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der 

Privatklägerschaft werden einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die 

Rückzahlungspflicht des Beschuldigten bleibt gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO 

vorbehalten. 

12. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

-   39   - 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (versandt) 
− die Rechtsvertretung der Privatklägerin 1 im Doppel für sich und die 

Privatklägerin 1 (übergeben) 
− die Rechtsvertretung der Privatklägerinnen 2 und 3 dreifach für sich 

und die Privatklägerinnen 2 und 3 (versandt) 
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste (unter Beilage einer Kopie der Haftverfügung) 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich  

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten 

− die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 
− die Rechtsvertretung der Privatklägerin 1 im Doppel für sich und die 

Privatklägerin 1 
− die Rechtsvertretung der Privatklägerinnen 2 und 3 dreifach für sich 

und die Privatklägerinnen 2 und 3 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

-   40   - 

− die Vorinstanz 
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich  
− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A 
− die Kordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung des 

DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung 
der Vernichtungs- und Löschungsdaten. 

13. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
 

Zürich, 17. Oktober 2022 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

lic. iur. S. Volken 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

MLaw N. Hunziker 
 

 

	Urteil vom 17. Oktober 2022
	Anklage:
	Urteil der Vorinstanz: (Urk. 69 S. 82 ff.)
	"Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte, A._____, ist schuldig
	 der mehrfachen Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB;
	 der mehrfachen sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB;
	 der mehrfachen einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 und Ziff. 2 Abs. 6 StGB;
	 der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 und Abs. 2 lit. b StGB;
	 der wiederholten Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 und Abs. 2 lit. c StGB.

	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 7.5 Jahren (entsprechend 90 Monaten) Freiheitsstrafe (wovon bis und mit heute 457 Tage durch Haft erstanden sind) und einer Busse von Fr. 2'000.–.
	3. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen. Die Busse ist zu bezahlen.
	4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 20 Tagen.
	5. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für die Dauer von 12 Jahren des Landes verwiesen.
	6. Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung (Einreise- und Aufenthaltsverweigerung) im Schengener Informationssystem angeordnet.
	7. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber den Privatklägerinnen 1, 2 und 3, B._____ sowie C._____ und D._____, aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist.
	Zur genauen Feststellung des Umfanges des Schadenersatzanspruches wird die Privatklägerinnen auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
	8. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 1, B._____, Fr. 30'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 15. Januar 2018 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.
	9. Die Genugtuungsbegehren der Privatklägerinnen 2 und 3, C._____ und D._____, werden abgewiesen.
	10. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf Fr. 5'000.–.
	11. Die weiteren Kosten betragen:
	12. Die Entscheidgebühr, die weiteren Kosten sowie die Kosten des Beschwerdeverfahrens vor der III. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zürich (Geschäfts-Nr. UB210008-O) werden dem Beschuldigten auferlegt.
	13. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Bemühungen als amtlicher Verteidiger des Beschuldigten mit Fr. 28'000.– (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt.
	Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung beim Beschuldigten gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.
	14. Rechtsanwalt MLaw Y._____ wird für seine Bemühungen als unentgeltlicher Geschädigtenvertreter der Privatklägerin 1 mit Fr. 15'000.– (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt.
	Die Kosten der unentgeltlichen Geschädigtenvertretung werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung beim Beschuldigten gemäss Art. 138 Abs. 1 StPO in Verbindung mit Art. 135 Abs. 4 StPO.
	15. [Mitteilung]
	16. [Rechtsmittel]"
	Berufungsanträge: (Prot. II S. 10 ff.)
	1. Der Beschuldigte sei von den Vorwürfen der mehrfachen Vergewaltigung und der mehrfachen sexuellen Nötigung freizusprechen. Hinsichtlich der weiteren Anklagepunkte sei das erstinstanzliche Urteil zu bestätigen.
	2. Der Beschuldigte sei mit einer bedingten Freiheitsstrafe von sechs Monaten, unter Anrechnung der bereits erstandenen Haftdauer von 789 Tagen, zu bestrafen. Die Probezeit sei auf zwei Jahre anzusetzen und von einer fakultativen Landesverweisung sei ...
	3. Die Schadenersatzbegehen der Privatklägerinnen 1-3 sowie das Genugtuungsbegehren der Privatklägerin 1 seien auf den Zivilweg zu verweisen.
	4. Es sei dem Beschuldigten eine Genugtuung für die zu Unrecht erlittene Untersuchungshaft von CHF 121'800.00 zuzüglich Zins von 5% seit dem 19. September 2021 zuzusprechen.
	5. Die Kosten der Untersuchung und des vorinstanzlichen Verfahrens seien zu einem Fünfzehntel dem Beschuldigten aufzuerlegen.
	6. Alles unter ausgangsgemässer Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWST).
	1. Es sei festzustellen, dass das Urteil der Vorinstanz vom 18. November 2021 (DG210019) in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich des Schuldspruchs wegen der mehrfachen einfachen Körperverletzung, der mehrfachen Drohung sowie der wiederholten Tätigke...
	2. Der Beschuldigte sei entsprechend den Schuldsprüchen im genannten Urteil der Vorinstanz der mehrfachen Vergewaltigung sowie der mehrfachen sexuellen Nötigung schuldig zu sprechen und zu bestrafen.
	3. Der Beschuldigte sei überdies der Gefährdung des Lebens schuldig zu sprechen und zu bestrafen.
	4. Es sei entsprechend den Schadenersatz- und Genugtuungsfolgen im genannten Urteil der Vorinstanz festzustellen, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin 1 aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist, und d...
	5. Die Kosten des gesamten Strafverfahrens inkl. dem Berufungsverfahren und einschliesslich diejenigen der unentgeltlichen Rechtsvertretung der Privatklägerin seien dem Beschuldigten aufzuerlegen.
	Erwägungen:
	I. Verfahrensgang, Umfang der Berufung und Prozessuales
	1. Verfahrensgang
	1.1. Der Verfahrensgang bis zum erstinstanzlichen Urteil ergibt sich aus dem angefochtenen Entscheid (Urk. 69 S. 5 f. E. I.1.). Mit Urteil vom 30. Dezember 2021 bestätigte das Bundesgericht die erstinstanzlich angeordnete Sicherheitshaft (Urk. 66).
	1.2. Der Beschuldigte wurde mit Urteil der Vorinstanz vom 18. November 2021 gemäss dem eingangs wiederholten Urteilsdispositiv schuldig gesprochen und bestraft. Gegen dieses Urteil meldete er Berufung an (Urk. 57) und erklärte nach Zustellung des begr...
	1.3. Mit Verfügung vom 17. März 2022 wurde die Sicherheitshaft bis zum Endentscheid der Berufungsinstanz in der Hauptsache verlängert (Urk. 79). Mit Verfügung vom 21. März 2022 wurde unter anderem den Privatklägerinnen sowie der Staatsanwaltschaft F...
	1.4. Mit Verfügung vom 21. Juni 2022 wurde die Publikumsöffentlichkeit von der Berufungsverhandlung ausgeschlossen und wurden die akkreditierten Gerichtsberichterstatter unter Auflagen Berufungsverhandlung zugelassen (Urk. 95 und 97). Am 11. Oktober 2...
	1.5. Am 17. Oktober 2022 fand die Berufungsverhandlung statt, zu welcher der Beschuldigte in Begleitung seines amtlichen Verteidigers, Rechtsanwalt lic. iur. X._____, und der unentgeltliche Rechtsvertreter der Privatklägerin 1, Rechtsanwalt lic. iur....

	2. Umfang der Berufung
	Unangefochten blieben die Dispositiv-Ziffern 1, Spiegelstriche 3-5, 9, 10 und 11 des vorinstanzlichen Entscheids, in welchem Umfang dieser in Rechtskraft erwuchs, was mit Beschluss festzuhalten ist. Im übrigen Umfang steht der vorinstanzliche Entschei...

	3. Prozessuales
	Soweit für die tatsächliche und rechtliche Würdigung des eingeklagten Sachverhaltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, so erfolgt dies in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO, auch ohne dass dies jeweils explizit Erwähnung findet. Im Übr...

	II. Schuldpunkt
	1. Anklagevorwurf
	2. Ausgangslage
	3. Grundsätze der Beweiswürdigung und Beweismittel
	4. Würdigung
	4.1. Vorbemerkungen
	4.2. Aussagenzuverlässigkeit und Aussagenqualität der Privatklägerin 1 und des Beschuldigten
	4.2.1. Die Vorinstanz hat unter diesem Titel zutreffende Ausführungen gemacht (Urk. 69 S. 11-20 E. I.2.4.2.f.), auf die vorab verwiesen werden kann. Sie hat sich insbesondere auch einlässlich und zutreffend mit den vor Vorinstanz gemachten Vorbringen ...
	4.2.2. Die Privatklägerin 1 schilderte eindrücklich und weitgehend widerspruchfrei, wie sich das von Gewalt und sexuellen Übergriffen geprägte Zusammenleben mit dem Beschuldigten gestaltete. Auch zu ihrem Leben und ihrem Verhältnis zum Beschuldigten n...
	4.2.3. Weiter ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass den Ausführungen der Privatklägerin 1 keine maximalen Belastungen des Beschuldigten zu entnehmen sind bzw. ihrerseits kein übermässiger Belastungseifer erkennbar ist, wobei auf die angeführten ...
	4.2.4. Insgesamt ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass die Aussagen der Privatklägerin 1 in ihrer Gesamtheit von Authentizität, Konstanz und Originalität zeugen. Sie sind nachvollziehbar, in sich stimmig und wirken weder phrasenhaft noch eingeübt....
	4.2.5. Wie bereits erwähnt, ist zugunsten des Beschuldigten grundsätzlich zu berücksichtigen, dass ein Bestreiten im Vergleich zum Behaupten entsprechender Vorwürfe naturgemäss nicht mit demselben Detaillierungsgrad möglich ist. Dementsprechend führt ...
	4.2.6. Unter Nennung konkreter Beispiele hat die Vorinstanz zurecht auf das tendenziell ausweichende Aussageverhalten des Beschuldigten hingewiesen (Urk. 69 S. 18 f. E. I.2.4.3.3.). Weiter ist mit der Vorinstanz, wiederum unter Hinweis auf die von ihr...
	4.2.7. Im Ergebnis ist mit der Vorinstanz aufseiten des Beschuldigten insgesamt eine geringe Aussagenzuverlässigkeit und -qualität festzustellen. Namentlich vermögen seine pauschalen Bestreitungen und seine Mutmassungen über ein allfälliges Motiv der...
	4.3. Jahrelange sexuelle Übergriffe im Allgemeinen (Anklageziffer 1)
	4.3.1. Die Vorinstanz hat auch in diesem Zusammenhang unter sorgfältiger Abhandlung der vor Vorinstanz gemachten Ausführungen der Verteidigung zutreffende Ausführungen gemacht (Urk. 69 S. 20-27 E. I.2.5.1.), auf die vorab verwiesen werden kann. Ents...
	4.3.2. Die Vorinstanz hat zunächst die vom Beschuldigten im vorliegenden Kontext gemachten Aussagen festgehalten und taxierte diese als nicht plausibel bzw. letztlich als wenig überzeugend (Urk. 69 S. 20-22 E. I.2.5.1.1. f.). Dem ist zuzustimmen. Ger...
	4.3.3. Die Vorinstanz hat die wesentlichen Aussagen der Privatklägerin 1, die dem eingeklagten Sachverhalt zugrunde liegen, zitiert und dazu richtig ausgeführt, dass diese konstant, widerspruchsfrei und anschaulich sind und unter anderem festgehalten...
	4.3.4. Aus den Ausführungen der Privatklägerin 1 geht sodann klar hervor, dass sie sich aufgrund des Verhaltens des Beschuldigten, der durch kontinuierliches Unterdrucksetzen eine Atmosphäre struktureller Gewalt schuf, in einer ständigen bzw. immer w...
	4.3.5. Dass es für den Beschuldigten erkennbar war, dass die vorgenommenen sexuellen Handlungen gänzlich gegen den Willen der Privatklägerin 1 erfolgt sind, lässt sich mit der Vorinstanz ebenfalls aus ihren glaubhaften Aussagen schliessen. Für sie war...
	4.3.6. Zum vor Vorinstanz vorgebrachten Argument der Verteidigung, es entbehre jeglicher Logik, sich mit seinem Peiniger in ein fremdes Land zu begeben, wo man diesem völlig ausgeliefert sei (Urk. 51 S. 8 Rz. 28), ist sodann mit der Vorinstanz festzuh...
	4.3.7. Dass es bei den vorgenommenen sexuellen Kontakten zu Geschlechtsverkehr und Analverkehr in wechselnden Positionen, Oralverkehr sowie weiteren Handlungen wie heftiges Kneten der Brüste, das zu Schmerzen und Hämatomen führte, sowie Zerkratzen de...
	4.3.8. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Ausführungen der Privatklägerin 1 zu diesem Anklagepunkt lebensnah, plausibel, in sich stimmig, alles andere als stereotyp und von zahlreichen Realkennzeichen geprägt sind. Der Beschuldigte machte demg...
	4.4. Konkreter Übergriff an einem Abend ca. im Jahr 2017 (Anklageziffer 1)
	Die Vorinstanz hat unter Darstellung der dazu gemachten Aussagen der Privatklägerin 1 und unter Abhandlung der seitens der Verteidigung vor Vorinstanz vorgebrachten Einwände auch diesen Vorwurf überzeugend abgehandelt (Urk. 69 S. 28 f. E. I.2.5.2.),...
	4.5. Konkreter Übergriff von ca. Mitte Juli 2020 (Anklageziffer 1)
	Vorab kann auch in diesem Punkt auf die zutreffende Begründung der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 69 S. 30-36 E. I.2.5.3.). Sie hat die Aussagen der Privatklägerin 1 ausführlich wiedergegeben und sorgfältig gewürdigt. Mit der Vorinstanz ist davon ...
	4.6. Würgevorfall im Februar 2020 (Anklageziffer 2)
	Zunächst ist auf die überzeugende Begründung der Vorinstanz zu verweisen (Urk. 69 S. 36-38 E. I.2.5.4.). Diese hat die wesentlichen Aussagen der Privatklägerin 1 zusammengefasst und zutreffend als konstant, schlüssig und logisch konsistent taxiert. D...
	4.7. Rechtliche Würdigung
	4.7.1. Mehrfache Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB
	4.7.1.1. Die Vorinstanz hat zunächst zutreffende theoretische Ausführungen zum eingeklagten Tatbestand gemacht (Urk. 69 S. 44-46 E. I.3.2.1.-I.3.2.4.), darauf kann verwiesen werden. Subsumierend erwog sie sodann was folgt (a.a.O.,  S. 46-48, E. I.3.2....
	"3.2.5. Gemäss dem erstellten Sachverhalt (Anklageziffer 1) hat der Beschuldigte mit der Privatklägerin 1 mehrfach den Geschlechtsverkehr vollzogen, obwohl diese ihm bereits zu Beginn der Beziehung zu verstehen gab, dies nicht zu wollen. Mit seinem V...
	3.2.6. Dass die Privatklägerin 1 keinen sexuellen Kontakt mit dem Beschuldigten wollte, gab sie ihm immer wieder klar zu verstehen. So äusserte sie ihm gegenüber etwa, keinen Geschlechtsverkehr mit ihm haben zu wollen, und riskierte dabei, von ihm ges...
	3.2.7. Da die Nötigungshandlungen des Beschuldigten und das Erdulden des Geschlechtsverkehrs durch die Privatklägerin 1 in unmittelbarem Zusammenhang stehen, ist auch die erforderliche Kausalität gegeben.
	3.2.8. Sodann ist festzuhalten, dass der subjektive Tatbestand vorliegend gegeben ist. Gerade aufgrund des vorerwähnten Widerstands der Privatklägerin 1 ihm gegenüber war es für den Beschuldigten unverkennbar, dass der Geschlechtsverkehr nicht einver...
	4.7.1.2. Die zitierte rechtliche Subsumption der Vorinstanz ist zutreffend und zu übernehmen. Da weder Rechtfertigungs- noch Schuldausschlussgründe vorliegen, ist der vorinstanzliche Schuldspruch betreffend Anklageziffer 1 zu bestätigen und der Beschu...
	4.7.2. Mehrfache sexuelle Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB
	4.7.2.1. Die Vorinstanz hat wiederum zutreffende theoretische Ausführungen zum eingeklagten Tatbestand gemacht (Urk. 69 S. 48 f. E. I.3.3.1. f.), auf die verwiesen werden kann. Subsumierend erwog sie dann was folgt (a.a.O., S. 49-51, E. I.3.3.3.-I.3.3...
	"3.3.3. Zunächst ist festzuhalten, dass der Beschuldigte die von ihm angewendeten Nötigungsmittel nicht nur zur Durchsetzung des (vaginalen) Geschlechtsverkehrs, sondern sämtlicher sexuellen bzw. beischlafähnliche