# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e1701f97-4894-5c0e-b328-b2149f5b0268
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** SB240158-O1
**Docket/Reference:** SB240158-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/SB240158-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB240158-O/U/sm

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. Bertschi, Präsidentin, Oberrichter lic. iur.

Wenker und Oberrichter lic. iur. Castrovilli sowie Gerichtsschreiberin 

M.A. HSG Eichenberger 

Urteil vom 25. März 2025

in Sachen

A._____,

Beschuldigter, Berufungskläger und Anschlussberufungsbeklagter

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____

gegen

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich,

Anklägerin, Berufungsbeklagte und Anschlussberufungsklägerin

sowie

1.

2.

3.

4.

5.

Ausgleichskasse B._____,

C._____,

D._____, 

E._____, 

F._____,

6. G._____,

7.

8.

H._____,

I._____,

Privatkläger

- 2 -

2, 3, 4 vertreten durch Inhaber der elterlichen Sorge J._____, c/o K._____,

5, 6, 7, 8 vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ 

betreffend Mord etc.

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Winterthur vom 

11. Januar 2024 (DG230014)

- 3 -

Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 23. Februar 

2023 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. D1/52).

Urteil der Vorinstanz:

1.

Der Beschuldigte A._____ ist schuldig







des Mordes im Sinne von Art. 112 StGB,

des Betruges im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB sowie

des mehrfachen Vergehens gegen das Waffengesetz im Sinne von 

Art. 33 Abs. 1 lit. a WG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 lit. a WG, Art. 7 

Abs. 1 WG und Art. 12 Abs. 1 lit. a WV sowie Art. 27 Abs. 1 WG.

2.

Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 20 Jahren, wo-

von bis und mit heute 1060 Tage durch Haft sowie durch vorzeitigen 

Strafantritt erstanden sind.

Die Freiheitsstrafe wird vollzogen.

Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 15 Jahre des Landes 

verwiesen.

3.

4.

5.

Die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssys-

tem wird angeordnet.

6.

Die folgenden, mit Verfügungen der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 

vom 15. Juli 2021 bzw. vom 17. November 2022 beschlagnahmten und bei 

der Kantonspolizei Zürich, Asservaten-Triage, lagernden Gegenstände 

werden den Privatklägern 2 – 4 herausgegeben: 

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Iphone SE (A014'724'744)

Iphone 6 Plus (A014'735'229)

Iphone 7 Plus (A014'730'177)

Iphone 6 Plus (A014'730'199)

- 4 -

Iphone 6 Plus (A014'787'394)

Wiko (A014'730'224)

Apple iMac (A014'735'105)

Apple MacBook (A014'735'241)

Festplatte USB-Superdrive (A014'735'194)

Apple-Watch Series 3 (A014'853'168)

SIM-Karten (A014'735'149)

SIM-Karten (A014'741'141)

Babycam (A015'024'892)

Bargeld, verschiedene Währungen (A014'741'254)

Bargeld, Total Fr. 228.60 (A014'741'594)

SIM-Karte (A014'743'794)

SIM-Karte (A014'743'818)

SIM-Karte (A015'026'365)

SIM-Karte (A015'024'814)

Festplatte (A015'024'836)

Speichermedium (A015'024'858)

Persönliche Utensilien, Hygiene, Covid-Schutz (A014'741'174)

Reisepass (A014'853'124)

Post-/Bankkarten (A014'741'538)

Krankenkassenkarten, Blutgruppenkarte, AHV-Ausweise 
(A014'741'549)

div. Krankenkassenkarten (A014'741'550)

Swisspass D._____ (A014'741'561)

Manor Karte (A014'741'572)

Kundenkarte Sport&Bonus (A014'741'630)

div. Kundenkarten (A014'741'334)

div. Visitenkarten (A014'741'323)

div. Notizen (A014'735'150)

div. Belege Post, Bank, ZVV (A014'741'312)

div. Belege Post, Bank, ZVV (A014'741'152)

Belege Konto SRB (A014'741'618)

Notizzettel, Bankomatauszug, Quittung Post (A014'741'583)

div. Unterlagen, Papiere, Lebenslauf (A014'735'161)

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div. Notizen, Codes (A014'735'172)

div. Papiere/Unterlagen (A014'735'263)

div. Papiere/Unterlagen (A014'735'274)

div. Medikamente (A014'741'163)

2 Tabletten Spiricort 20 (A014'741'663)

Notizbüchlein (A015'024'916)

Den Berechtigten wird eine Frist von 30 Tagen ab Eintritt der Rechtskraft 

dieses Entscheids angesetzt, um die herauszugebenden Gegenstände 

selbst (oder durch eine bevollmächtigte Person) unter Vorlage dieses Ent-

scheids und eines amtlichen Ausweises, nach telefonischer Voranmeldung, 

bei der genannten Lagerbehörde abzuholen.

Werden die herauszugebenden Gegenstände nicht innert Frist abgeholt, ist 

die Lagerbehörde berechtigt, die Gegenstände gutscheinend zu verwenden 

bzw. zu vernichten.

7.

Die folgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 

vom 17. November 2022 beschlagnahmten und bei der Kantonspolizei Zü-

rich, Asservaten-Triage, lagernden Gegenstände werden der Privatklägerin 

8 herausgegeben: 

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T-Shirt (A014'735'321)

Leggins (A014'735'354)

Sport-BH (A014'735'387)

Slip (A014'735'376)

1 Paar Socken (A014'735'365)

Der Berechtigten wird eine Frist von 30 Tagen ab Eintritt der Rechtskraft die-

ses Entscheids angesetzt, um die herauszugebenden Gegenstände selbst 

(oder durch eine bevollmächtigte Person) unter Vorlage dieses Entscheids 

und eines amtlichen Ausweises, nach telefonischer Voranmeldung, bei der 

genannten Lagerbehörde abzuholen.

- 6 -

Werden die herauszugebenden Gegenstände nicht innert Frist abgeholt, ist 

die Lagerbehörde berechtigt, die Gegenstände gutscheinend zu verwenden 

bzw. zu vernichten.

8.

Die folgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 

vom 17. November 2022 beschlagnahmten und bei der Kantonspolizei Zü-

rich, Asservaten-Triage, lagernden Gegenstände werden dem Beschuldigten 

zu Handen seiner Effekten herausgegeben: 

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SIM-Karte (A014'730'393)

Herrenjacke (A014'729'783)

Winterpullover (A014'735'296)

Herrenhose (A014'731'272)

1 Paar Herrenschuhe (A014'731'261)

Herrenarmbanduhr, Marke Jaguar (A014'731'283)

div. Bankunterlagen (A014'730'406)

div. Postunterlagen (A014'730'439)

Handnotiz mit Adresse (A014'734'497)

Die Lagerbehörde wird angewiesen, die genannten Gegenstände innert 30 

Tagen ab Rechtskraft des Urteils dem Beschuldigten zu Handen seiner Ef-

fekten herauszugeben.

9.

Die folgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 

vom 17. November 2022 beschlagnahmten und bei der Kantonspolizei Zü-

rich, Asservaten-Triage, lagernden Gegenstände werden eingezogen und 

der Kantonspolizei Zürich zur gutscheinenden Verwendung überlassen:

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Revolver (A014'729'034)

Munition (A014'765'389)

Munition (A014'765'390)

Munition (A014'765'561)

Munition (A014'765'572)

Munition (A014'765'583)

Munition (A014'765'594)

Munition (A014'765'607)

- 7 -

Munition (A014'734'588)

Projektil (A014'731'454)

Projektil (A014'733'756)

Projektil (A014'733'803)

Projektil (A014'735'183)

Projektil (A014'735'207)

Projektil (A014'735'230)

Projektil (A014'740'875)

Hülse (A014'729'090)

Hülse (A014'729'103)

Hülse (A014'729'114)

Hülse (A014'729'125)

Hülse (A014'729'147)

Hülse (A014'729'158)

Alufolie und Papier (A014'742'155)

Stoffbezug Sofa (A014'740'900)

Teppichstück (A014'742'144)

Kaffeetasse (A014'756'560)

Kaffeetasse (A014'756'571)

Kaffeelöffel (A014'756'582)

Videos Linie 101 (A014'766'428)

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10. Die übrigen Sicherstellungen, Asservate, Spuren und Spurenträger sind 

nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils von der Lagerbehörde zu vernich-

ten.

11. Auf das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin 1 (Ausgleichskasse 

B._____) wird nicht eingetreten.

12. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin 2 

C._____, der Privatklägerin 3 D._____ und dem Privatkläger 4 E._____ aus 

dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. 

Zur genauen Feststellung des Umfanges des Schadenersatzanspruches 

werden die Privatkläger 2 – 4 auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.

- 8 -

13. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 2 C._____ Fr. 75'000.– 

zuzüglich 5 % Zins ab 16. Februar 2021 als Genugtuung zu bezahlen. 

14. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 3 D._____ Fr. 70'000.– 

zuzüglich 5 % Zins ab 16. Februar 2021 als Genugtuung zu bezahlen. 

15. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 4 E._____ Fr. 70'000.– 

zuzüglich 5 % Zins ab 16. Februar 2021 als Genugtuung zu bezahlen. 

16. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 8 I._____ Schadener-

satz von Fr. 6'527.45 zu bezahlen. Im Übrigen werden die Privatkläger 6 und 

8 auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.

17. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger 6 

G._____ und der Privatklägerin 8 I._____ aus dem eingeklagten Ereignis 

dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung 

des Umfanges des Schadenersatzanspruches werden die Privatkläger 6 und 

8 auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.

18. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 5 F._____ Fr. 7'500.– 

zuzüglich 5 % Zins ab 16. Februar 2021 als Genugtuung zu bezahlen. 

19. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 6 G._____ Fr. 35'000.– 

zuzüglich 5 % Zins ab 16. Februar 2021 als Genugtuung zu bezahlen. 

20. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 7 H._____ Fr. 7'500.– 

zuzüglich 5 % Zins ab 16. Februar 2021 als Genugtuung zu bezahlen. 

21. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 8 I._____ Fr. 40'000.– 

zuzüglich 5 % Zins ab 16. Februar 2021 als Genugtuung zu bezahlen. 

22. Das Entschädigungsgesuch des Beschuldigten für die Haftzeit in Höhe von 

Fr. 140'000.– wird abgewiesen.

23. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:

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6'000.00 ; die weiteren Kosten betragen:

5'000.00   Gebühr für das Vorverfahren; 
Kosten Kantonspolizei
6'410.00   Kosten Kantonspolizei Zürich;

79'844.89   Gutachten/Expertisen;

400.00   Zeugenentschädigung;

14'710.00   Auslagen Untersuchung;

70'578.70

  Entschädigung amtliche Verteidigung, Rechtsanwalt  
  lic. iur. X._____ (inkl. Barauslagen und MwSt.)

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

182'943.59   Total

24. Die Kosten gemäss Dispositiv-Ziffer 23 werden dem Beschuldigten aufer-

legt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden indessen einstweilen auf 

die Gerichtskasse genommen. Eine Nachforderung dieser Kosten gemäss 

Art. 135 Abs. 4 StPO sowie Art. 138 Abs. 1 StPO bleibt vorbehalten.

25. Der Beschuldigte wird verpflichtet, den Privatklägern 5 – 8 eine Parteient-

schädigung von Fr. 17'225.20 (inkl. Barauslagen und MwSt.) zu bezahlen, 

zahlbar an deren Rechtsvertreter.

Berufungsanträge:

a)

Der Verteidigung des Beschuldigten:

Zur Berufung:

(Urk. 202; Urk. 230)

1.

Freisprüche von den Vorwürfen des Mordes (i.S.v. Art. 112 StGB) und 

des Betrugs (i.S.v. Art. 146 StGB) (Dispositivziffer 1);

2.

Bestrafung mit einer bedingt zu vollziehenden Geldstrafe von 120 Ta-

gen à Fr. 30.– (unter Anrechnung der Haft) (Dispositivziffern 2 und 3);

3.

Verzicht auf eine Landesverweisung (Dispositivziffern 4 und 5);

- 10 -

4.

Abweisung sämtlicher Zivilforderungen der Privatkläger 2-8 (Dispositiv-

ziffern 12-21);

5.

Entschädigung des Beschuldigten für die Haftzeit in Höhe von 

Fr. 140'000.– (Dispositivziffer 22);

6.

Kostenfolge im Betrag von Fr. 2'500.– zulasten des Beschuldigten und 

im Übrigen zulasten der Staatskasse (Dispositivziffer 24);

7.

Abweisung der Begehren der Privatkläger 5-8 auf Parteientschädigung.

Zur Anschlussberufung:

(Urk. 236)

Die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich sei un-

ter Kostenfolge zulasten des Staates abzuweisen.

b)

Der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich:

(Urk. 232)

1.

Bestrafung des Beschuldigten mit einer lebenslänglichen Freiheits-

strafe.

2.

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils in allen weiteren Punkten.

c)

Der Vertretung der Privatkläger 5-8:

(Urk. 233)

1.

Das Urteil des Bezirksgerichtes Winterthur vom 11. Januar 2024 sei mit 

Ausnahme der zugesprochenen Genugtuungsleistungen für die Privat-

kläger 5-8 zu bestätigen.

2.

Der Beschuldigte sei in Abänderung der Dispositivziffern 18 bis 21 zu 

verpflichten, den Privatklägern 5 und 7 je Fr. 20'000.–, der Privatkläge-

rin 8 Fr. 70'000.– und dem Privatkläger 6 Fr. 50'000.–, je zuzüglich 5 % 

- 11 -

Zins ab 16. Februar 2021 als Genugtuung zu bezahlen.

3.

Der Beschuldigte sei zu verpflichten, den Privatklägern 5-8 eine ange-

messene Prozessentschädigung für das zweitinstanzliche Verfahren 

gemäss eingereichter Honorarnote zu bezahlen.

––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––

Erwägungen:

I.  Prozessgeschichte

1.

Das Bezirksgericht Winterthur entschied mit Urteil vom 11. Januar 2024 im 

Verfahren DG230014 (Urk. 198). Gegen diesen Entscheid wurde seitens der Ver-

teidigung fristgerecht Berufung angemeldet und erklärt (Urk. 190 u. 202). Mit Prä-

sidialverfügung vom 19. April 2024 (Urk. 203) wurde der Staatsanwaltschaft I des 

Kantons Zürich (nachfolgend Staatsanwaltschaft oder Anklagebehörde) sowie der 

Privatklägerschaft unter Hinweis auf die Berufungserklärung der Verteidigung je-

weils Frist zur Erhebung einer Anschlussberufung bzw. zur Stellung eines Antrags 

auf Nichteintreten angesetzt. Mit Eingabe vom 22. April 2024 (Urk. 206) liessen die 

Privatkläger 5-8, mit Eingabe vom 13. Mai 2024 (Urk. 212) die Privatkläger 2-4 so-

wie mit Eingabe vom 21. Mai 2024 (Urk. 215) die Privatklägerin 1 jeweils Verzicht 

auf Erhebung einer Anschlussberufung bzw. eines Nichteintretens erklären. Dem-

gegenüber erhob die Staatsanwaltschaft mit Eingabe vom 22. April 2024 (Urk. 210) 

eine Anschlussberufung, welche hernach mit Präsidialverfügung vom 16. Mai 2024 

(Urk. 213) dem Beschuldigten sowie der Privatklägerschaft zugestellt wurde. Am 

3. Juni 2024 ergingen die Vorladungen an die Parteien zur Berufungsverhandlung 

auf den 25. März 2025 (Urk. 217). Mit Entscheid der Kindes- und Erwachsenen-

schutzbehörde  der  Bezirke  Winterthur  und  Andelfingen  vom  20.  Juni  2024 

(Urk. 218; Rechtskraft des Entscheides: vgl. Urk. 220/1) wurde die Vertretungsbei-

standschaft  der  Privatkläger  2-4  aufgehoben  und  die  Vertretungsbeiständin  aus 

dem Amt entlassen, woraufhin die – nunmehr ehemalige – Vertretungsbeiständin, 

unter dem Hinweis, dass der Kindsvater die gesetzliche Vertretung der Privatklä-

- 12 -

ger 2-4 innehabe, das Gericht um Abnahme der Vorladung zur Berufungsverhand-

lung ersuchte (Urk. 219). Am 10. September 2024 (Urk. 221) wurde ihr daraufhin 

die Vorladung zur Berufungsverhandlung abgenommen. 

2.

An der Berufungsverhandlung erschienen der Beschuldigte in Begleitung 

seines  amtlichen  Verteidigers  Rechtsanwalt  lic.  iur.  X._____  und  einer  Pflegerin 

des Pflegezentrums L._____, seitens der Anklagebehörde Staatsanwältin lic. iur. 

M._____ und Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ namens und in Vertretung der Privat-

kläger 5-8, wobei die Privatkläger 6 und 8 als Zuschauer an der Berufungsverhand-

lung teilnahmen (Prot. II S. 5). 

II.  Prozessuales

1.1.

Seitens der Verteidigung wurde vor Vorinstanz geltend gemacht, dass das 

psychiatrische  Gutachten  von  Dr.  med.  N._____  vom  15.  Juni  2022  betreffend 

Schuldfähigkeit des Beschuldigten (Urk. D1/19/15) mangelhaft sei und mangels ge-

nügender gutachterlicher Grundlage Zweifel an der Schuldfähigkeit des Beschul-

digten bestehen würden (Urk. 160 S. 1; Urk. 181 Rz. 16 ff.; Urk. 185 S. 33 f. Rz. 125 

ff.). Die Verteidigung begründet ihre Ansicht insbesondere damit, dass der ärztlich 

geäusserte  Verdacht  auf  demenzielle  Entwicklung  sowie  mögliche  Ursache  und 

Ausmass  einer  kognitiven  Störung  beim  Beschuldigten  nicht  fachgerecht  –  nach 

anerkannten Standards – untersucht worden sei (Urk. 160 S. 2 Rz. 4 u. S. 4 Rz. 

15; Urk. 181 Rz. 16 ff.; Urk. 185 S. 34 Rz. 126). Insbesondere sei laut der Verteidi-

gung  der  in  sämtlichen  ärztlichen  Berichten  erhobene  Verdacht  auf  Demenz  nie 

umfassend und korrekt abgeklärt worden (Urk. 181 Rz. 17) und die einzige neuro-

psychologische  Untersuchung  des  Universitären  Psychiatrischen  Dienstes  Bern 

(nachfolgend UPD Bern) vom 20. Juli 2021 leide an erheblichen Mängeln (Urk. 181 

Rz. 18 ff.), zumal mehrere (vorbestehende) alt-postischämische, lakunäre Defekte 

(Hirninfarkte), die im Zusammenhang mit dem Verdacht auf Demenz stehen wür-

den,  dokumentiert  seien  (Urk.  181  Rz. 35;  Urk.  185  Rz. 35).  Das  psychiatrische 

Gutachten  von  Dr.  med.  N._____  stütze  sich  hinsichtlich  der  zu  beurteilenden 

Schuldfähigkeit  des  Beschuldigten  deshalb  auf  ungenügende  Grundlagen  (Urk. 

181 Rz. 28), weshalb eine neuropsychologische Abklärung des Beschuldigten vor-

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zunehmen und hernach gestützt darauf ein (Ergänzungs-)Gutachten einzuholen sei 

(Urk. 181), wobei die Verteidigung diesen Antrag im Berufungsverfahren nicht mehr 

erneuerte (vgl. Urk. 230; Prot. II S. 5 ff.). Im Einzelnen wurde von der Verteidigung 

im erstinstanzlichen Verfahren geltend gemacht, dass das psychiatrische Gutach-

ten von Dr. med. N._____ offensichtlich unvollständig und ungenügend sei, weil die 

Ansicht der Gutachterin, wonach der Beschuldigte während der Untersuchung in 

der Lage gewesen sei, sein "strategisch wirkendes Aussageverhalten" aufrechtzu-

erhalten, eine schwere NCD (neurocognitive disorder) ausschliesse, die Standards 

einer lege artis-Abklärung von Ursache und Ausmass der kognitiven Störung offen-

kundig nicht erfüllt worden seien und das Gutachten eine solche auch nicht zu er-

setzen vermöge. Ausserdem halte die Gutachterin selbst fest, dass der Beschul-

digte sein strategisches Aussageverhalten nach dem Schlaganfall im April 2021 ab 

August 2021 nicht mehr habe aufrechterhalten können. Folglich fehle eine verläss-

liche Abklärung einer Demenz nach den nötigen Standards, wodurch das Gutach-

ten zur Schuldfähigkeit auf einer ungenügenden Grundlage beruhe. Da gemäss der 

Gutachterin Dr. med. N._____ der psychopathologische Zustand zum Tatzeitpunkt 

lediglich anhand von Zeugenaussagen, der ärztlichen Untersuchung des Instituts 

für Rechtsmedizin Zürich (nachfolgend IRM), der Überprüfung der Hafterstehungs-

fähigkeit und den ersten tatzeitnahen Aussagen des Beschuldigten beurteilt werden 

könne, seien sämtliche Aussagen im Lichte einer allfälligen Demenz psychiatrisch 

zu werten. Jedenfalls sei dokumentiert, dass der Beschuldigte mehrere Hirninfarkte 

erlitten habe, die im Zusammenhang mit dem Verdacht auf Demenz stünden, wel-

cher durch die E-Mail von K._____, der Enkelin des Beschuldigten, bestätigt werde 

(Urk. 181 Rz. 26 ff.; Urk. 185 Rz. 38 u. 125 ff.). 

1.2.

Zieht das Gericht mangels eigener Fachkenntnis, die zur Feststellung oder 

Beurteilung  eines  Sachverhalts  erforderlich  ist,  eine  sachverständige  Person  bei 

(vgl. Art. 182 StPO), ist es bei der Würdigung des Gutachtens grundsätzlich frei. 

Ob das Gericht die in einem Gutachten enthaltenen Erörterungen für überzeugend 

hält oder nicht und ob es dementsprechend den Schlussfolgerungen der Experten 

folgen will, ist mithin eine Frage der Beweiswürdigung. Die Beweiswürdigung und 

die Beantwortung  der  sich stellenden Rechtsfragen  sind  Aufgabe  des  Gerichtes. 

Nach  dem  Grundsatz  der  freien  Beweiswürdigung  entscheiden  die  Organe  der 

- 14 -

Strafrechtspflege  frei  von  Beweisregeln  und  nur  nach  ihrer  persönlichen  Ansicht 

aufgrund gewissenhafter Prüfung darüber, ob sie eine Tatsache für erwiesen halten 

(vgl. Art. 10 Abs. 2 StPO). Das Gericht ist somit nicht an den Befund oder die Stel-

lungnahme des Sachverständigen gebunden. Es hat vielmehr zu prüfen, ob sich 

aufgrund der übrigen Beweismittel und der Vorbringen der Parteien ernsthafte Ein-

wände gegen die Schlüssigkeit der gutachterlichen Darlegungen aufdrängen. Auch 

wenn das gerichtlich eingeholte Gutachten grundsätzlich der freien Beweiswürdi-

gung unterliegt, darf das Gericht in Fachfragen nicht ohne triftige Gründe von ihm 

abrücken  und  muss  Abweichungen  begründen.  Auf  der  anderen  Seite  kann  das 

Abstellen auf eine nicht schlüssige Expertise bzw. der Verzicht auf die gebotenen 

zusätzlichen Beweiserhebungen gegen das Verbot der willkürlichen Beweiswürdi-

gung (Art. 9 BV) verstossen (BGE 142 IV 49 E. 2.1.3; 141 IV 369 E. 6.1; 136 II 539 

E.  3.2;  Urteile  des  Bundesgerichtes  6B_1087/2021,  6B_1120/2021  vom 

22. Mai 2023 E. 3.3.2; 6B_567/2020 vom 6. Dezember 2021 E. 2.3.2, nicht publ. 

in: BGE 148 IV 57; je mit Hinweisen). Gemäss Art. 198 StPO lässt die Verfahrens-

leitung  das  Gutachten  von  Amtes  wegen  oder  auf  Antrag  einer  Partei  durch  die 

gleiche sachverständige Person ergänzen oder verbessern oder bestimmt weitere 

Sachverständige, wenn das Gutachten unvollständig oder unklar ist (lit. a). Dies ist 

insbesondere dann der Fall, wenn das Gutachten nicht alle gestellten Fragen be-

antwortet, sich nicht auf alle dem Gutachter zur Verfügung stehenden Unterlagen 

stützt, aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse ausser Acht lässt oder die Fragen 

nicht in verständlicher oder logischer Weise beantwortet (Urteile des Bundesgerich-

tes 6B_1087/2021, 6B_1120/2021 vom 22. Mai 2023 E. 3.3.2; 6B_1468/2021 vom 

28.  September  2022  E.  1.2.1;  6B_698/2018  vom  26.  Oktober  2018  E.  1.1; 

6B_824/2018 vom 19. September 2018 E. 2.1; je mit Hinweisen). 

1.3.

Die psychiatrische Gutachterin Dr. med. N._____, welche den Beschuldig-

ten  aus  drei  Explorationsgesprächen  mit  einer  beträchtlichen  Gesamtdauer  von 

245 Minuten  persönlich  wahrnehmen  konnte  und  über  eine  umfassende  Akten-

kenntnis verfügte (vgl. Urk. D1/19/15 S. 3 ff.), wies zunächst darauf hin, dass die 

ärztliche Untersuchung des Beschuldigten vom 16. Februar 2021 – mithin im an-

klagegegenständlichen Tatzeitpunkt gemäss Dossier 1 – einen sich in leicht redu-

ziertem Allgemeinzustand und übergewichtigem Ernährungszustand befindlichen, 

- 15 -

allseits (auch zeitlich) orientierten Mann gefunden habe. Das Verhalten wurde als 

ruhig und unauffällig beschrieben und Erinnerungslücken seien keine angegeben 

worden. Der psychische Zustand habe gemäss der Gutachterin stabil gewirkt. Sie 

beschrieb den Beschuldigten als psychisch unauffällig, freundlich, kooperativ, ohne 

neurologische Symptome und mit unauffälligen Vitalzeichen (Urk. D1/19/15 S. 75). 

Vom 8. April 2021 bis zum 22. April 2021 sei es gemäss dem Gutachten zu einer 

Hospitalisation  des  Beschuldigten  aufgrund  einer  schweren  Eisenmangelanämie 

gekommen, wobei im Rahmen eines am 19. April 2021 durchgeführten Schädel-

CTs ein subakuter ischämischer Hirninfarkt nachgewiesen worden sei, wobei sub-

akut bedeute, dass sich der Hirninfarkt 24 Stunden bis sechs Wochen vor der Ent-

deckung  –  und  somit  nach  dem  anklagegegenständlichen  Vorfall  gemäss  Dos-

sier 1 –  ereignet  habe.  Weiter  seien  daneben  mehrere  alte  postischämische  la-

kunäre Defekte entdeckt worden, die darauf hinweisen würden, dass es bereits frü-

her zu kleineren Schlaganfällen gekommen sei (Urk. D1/19/15 S. 75), welche ge-

mäss der Verteidigung – wie bereits erwähnt (s. obenstehend unter E. 1.1.) – Hin-

weise auf das Bestehen einer nicht genügend abgeklärten Demenz beim Beschul-

digten liefern könnten (vgl. Urk. 181 Rz. 35). Die Gutachterin setzt sich im Gutach-

ten im Rahmen ihrer eigenen Erhebungen mit dem Ausmass neurologischer Stö-

rungen nach einem Infarkt auseinander: Gestützt auf die Angaben des Beschuldig-

ten  und  seiner  Familienangehörigen  sowie  seine  Krankengeschichte  stellte  sie 

schlüssig fest, dass sich daraus keine entsprechenden Symptome ergeben würden 

und deshalb davon ausgegangen werden könne, dass diese früheren Schlaganfälle 

asymptomatisch verlaufen seien (Urk. D1/19/15 S. 75 f.). In der Folge äussert sich 

Dr. med. N._____ zu den bei neurokognitiven Störungen/Demenzen anwendbaren 

DSM-5-Kriterien. Dabei wurden die kognitiven Fähigkeiten des Beschuldigten zum 

vorgeworfenen Deliktszeitpunkt mit Bezug zu den vorhandenen kognitiven Fähig-

keiten in den Untersuchungszeitpunkten eingeschätzt: Zunächst ergäben sich aus 

den Akten und Untersuchungen keine Hinweise, dass die Aufmerksamkeit des Be-

schuldigten im Februar 2021 reduziert gewesen wäre. Ebenfalls sei im Rahmen der 

Begutachtung  eine  gesteigerte  Ablenkbarkeit  nicht  ersichtlich  gewesen.  Sodann 

könne zwar die Begleitung des Beschuldigten während der Fahrt in die Schweiz für 

eine  leichte  Ausprägung  einer  Störung  der  Exekutivfunktionen  sprechen,  jedoch 

- 16 -

spreche die Tatsache, dass der Beschuldigte den Zimmerkollegen O._____ zum 

Karten-/Schachspielen aufforderte sowie das strategisch wirkende Aussageverhal-

ten des Beschuldigten gegen eine relevante Störung der Exekutivfunktionen (be-

stehend aus: Planen, Entscheidungen treffen, Arbeitsgedächtnis, Handeln entge-

gen der Gewohnheit/Verhaltenshemmung, mentale Flexibilität). Sodann weist die 

Gutachterin darauf hin, dass der Beschuldigte häufig angegeben habe, sich an zeit-

lich lange zurückliegende Ereignisse nicht mehr genau zu erinnern. Dass er sich 

aber sehr genau an Inhalte des Kurzzeitgedächtnisses, wie beispielsweise Inhalte 

innerhalb eines Gesprächs des Beschuldigten mit der Gutachterin, zu erinnern ver-

mocht  habe,  stelle  gemäss  Dr.  med.  N._____  eine  für  eine  Demenz  untypische 

Symptomatik dar und spreche gegen eine relevante Beeinträchtigung der Gedächt-

nisleistung. Dass der Beschuldigte die Anwesenheit des Kindermädchens am Tat-

tag korrekt wahrgenommen und erkannt habe, dass sie in die Waschküche ging, 

sowie dass der Beschuldigte die Gutachterin beim zweiten und dritten Besuch mü-

helos wiedererkannte, deute zudem auf eine perzeptive Richtigkeit von Wahrneh-

men  und  Wiedererkennen  hin.  Schliesslich  attestierte  die  Gutachterin  dem  Be-

schuldigten eine zutreffende soziale Wahrnehmung. Es seien bei ihm weder eine 

Apathie noch innere Unruhe erkennbar gewesen. Der Beschuldigte habe den Sinn 

hinter diversen Fragen verstanden und diese gezielt und seinen Interessen folgend 

beantworten können. Zudem sei der Beschuldigte in der Lage gewesen, sein an-

fänglich der Gutachterin gegenüber respektloses Verhalten auf Hinweis hin zu ver-

ändern  (Urk. D1/19/15  S.  76  ff.).  Dr.  med.  N._____  zeigte  dabei  detailliert  und 

schlüssig auf, wie sie zu den getroffenen Annahmen im Rahmen der Beurteilung 

der  DSM-5-Kriterien  kam.  Ihre  zusammenfassende  Beurteilung,  dass  beim  Be-

schuldigten im Februar 2021 allenfalls erschwerte Exekutivfunktionen, Beeinträch-

tigungen im Lernen/Gedächtnis und in der perzeptiv-motorischen Domäne ange-

nommen werden könnten, wobei sämtliche Beeinträchtigungen allenfalls leichtgra-

dig gewesen seien (Urk. D1/19/15 S. 78), erscheinen aufgrund ihrer Erklärungen 

denn auch ohne Weiteres überzeugend. Die Gutachterin Dr. med. N._____ setzt 

sich des Weiteren einlässlich mit den Austrittsberichten des Inselspitals Bern vom 

26. April 2021 (Urk. D1/22/3) und der UPD Bern vom 20. Juli 2021 (Urk. D1/20/4) 

und insbesondere dem Umstand, dass aufgrund mehrerer alt-postischämischer la-

- 17 -

kunärer  Defekte  eine  Verdachtsdiagnose  auf  Demenz  geäussert  wurde  (Urk. 

D1/22/3 S. 1 u. 3) bzw. die Diagnose einer leichten bis mittelgradigen neurokogni-

tiven Störung (ICD-10: G31.9) im Rahmen einer beginnenden vaskulären Demenz 

(ICD-10: F01.9) gestellt wurde (Urk. D1/20/4 S. 1 u. 6 f.), auseinander. Dr. med. 

N._____ legt schlüssig dar, dass diese Befunde aus gutachterlicher Sicht mit Zu-

rückhaltung  interpretiert  werden  sollten,  weil  der  Beschuldigte  ausserhalb  seiner 

Muttersprache und zudem in einem ihm fremden Kulturkreis untersucht worden sei. 

Ausserdem sei zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte sein Interesse äusserte, 

nicht im Gefängnis, sondern im Pflegeheim untergebracht zu werden, weshalb es 

für ihn vorteilhaft sei, in solchen Tests nicht gut abzuschneiden. Gestützt auf die 

von der UPD Bern zutreffend festgestellten Erkrankungen sei aber erwiesen, dass 

der Beschuldigte hohe Risikofaktoren aufweise, im weiteren zeitlichen Verlauf eine 

vaskuläre Demenz zu entwickeln, womit sie das Vorliegen einer solchen im Explo-

rationszeitpunkt  ausdrücklich  ausschloss  (Urk. D1/19/15  S. 79  f.).  Sie  diagnosti-

zierte  beim  Beschuldigten  zu  den  vorgeworfenen  Tatzeitpunkten  eine  allenfalls 

leichte Form einer NCD, welche sich medizinisch nicht als Teil der ICD-10-Syste-

matik codieren lasse (Urk. D1/19/15 S. 80). Die Gutachterin weist anhand konkreter 

und nachvollziehbarer Beispiele aus der Exploration des Beschuldigten darauf hin, 

dass sich in den Gesprächen mit dem Beschuldigten Aggravationstendenzen ge-

zeigt  hätten  und  befand,  dass  das  präsentierte  Zustandsbild  des  Beschuldigten 

nicht in sich kongruent wirke, weil er eine untypische und wechselnde Symptomatik 

zeige, welche sich aus psychiatrischer Sicht eher mit zielgerichteten, intentionalem 

Verhalten erklären lasse als mit Symptomfluktuationen innerhalb der Gesprächszeit 

(Urk.  D1/19/15  S. 79 f.).  So  geht  aus  den  Ausführungen  von  Dr.  med.  N._____ 

schlüssig  hervor,  dass  die  Erinnerungsfähigkeit  des  Beschuldigten  offensichtlich 

willentlich  selektiv  war  und  Erinnerungsstörungen  insbesondere  dort  angegeben 

wurden, wo es ihm zum Vorteil zu gereichen schien. Auch erscheine der Gutachte-

rin zufolge auffällig, dass der Beschuldigte seine Familienangehörigen konsequent 

herauszuhalten versuche und z.B. angab, er habe am Bahnhof und nicht bei sei-

nem  Verwandten  P._____  geschlafen  (Urk. D1/19/15  S. 80 f.).  Dr. med. N._____ 

schliesst deshalb nachvollziehbar darauf, dass der Beschuldigte während der Un-

tersuchungen lange in der Lage gewesen sei, sein strategisch wirkendes Aussage-

- 18 -

verhalten zumindest bis August 2021 aufrechtzuerhalten, wobei er nach dem da-

maligen  weiteren  Schlaganfall  im  Gegensatz  zu  früheren  Einvernahmen  neu  er-

klärte, vom Opfer mit einem Messer angegriffen worden zu sein, womit sich eine 

qualitative Veränderung seines Aussageverhaltens ergeben habe (Urk. D1/19/15 

S.  81  u.  83).  Auch  ihre  detaillierte,  insbesondere  im  Hinblick  auf  die  Beurteilung 

seiner Einvernahme- und Verhandlungsfähigkeit durchgeführte und ohne Weiteres 

nachvollziehbare Analyse des Aussageverhaltens des Beschuldigten im Rahmen 

des Vorverfahrens führt bei Dr. med. N._____ zu keiner anderen Erkenntnis (vgl. 

Urk. D1/19/15 S. 82 ff.). Hinsichtlich ihrer Beurteilung der Schuldfähigkeit des Be-

schuldigten wies die Gutachterin Dr. med. N._____ darauf hin, dass das forensisch-

psychiatrische Gutachten erst ca. ein Jahr nach dem anklagerelevanten Vorfall und 

damit  auch  nach  einem  weiteren  Schlaganfall  im  April  2021  erstellt  worden  sei, 

weshalb gewisse Unsicherheiten bestehen würden. Die Beurteilung könne sich da-

her  letztlich  nur  auf  Zeugenaussagen,  die  ärztliche  Untersuchung  des  IRM  vom 

16. Februar  2021,  die  Überprüfung  der  Hafterstehungsfähigkeit  gleichen  Datums 

und die ersten tatzeitnahen Aussagen des Beschuldigten stützen (Urk. D1/19/15 

S. 84), was sich angesichts der erwähnten Umstände als sachgerecht erweist. Fer-

ner seien laut der Gutachterin beim Beschuldigten in seiner Krankengeschichte seit 

2013  weder  kognitive,  affektive  noch  psychische  Auffälligkeiten  dokumentiert 

(Urk. D1/19/15 S. 85). Auch ergäben die Aussagen der den Beschuldigten zum an-

klagegegenständlichen Zeitpunkt gemäss Dossier 1 treffenden, einvernommenen 

Personen, der ihm vorgeworfene Tatablauf sowie die mutmassliche Tatmotivation 

keine Hinweise auf eine psychische Beeinträchtigung auf Seiten des Beschuldig-

ten. Vielmehr erweise sich das anklagegegenständliche Handeln als sehr klar und 

zielgerichtet  (Urk. D1/19/15  S.  85  ff.).  Auch  bestehe  laut  Dr.  med.  N._____  aus 

psychiatrischer Sicht kein Hinweis für ein wahnhaft-psychotisches oder situations-

verkennendes Erleben auf Seiten des Beschuldigten, das erklären könnte, warum 

er gemeint habe, von †Q._____ angegriffen worden zu sein (Urk. D1/19/15 S. 87). 

Dr. med. N._____ kommt gestützt auf ihre detaillierten und ohne Weiteres nach-

vollziehbaren Ausführungen zum Schluss, dass beim Beschuldigten im anklagere-

levanten Zeitpunkt gemäss Dossier 1 "allenfalls leichtgradige neurokognitive Stö-

rungen" vorgelegen seien, welche keiner schweren psychischen Störung gemäss 

- 19 -

ICD-10 entsprechen würden (Urk. D1/19/15 S. 85 u. 90), bzw. sei beim Beschul-

digten in den anklagegegenständlichen Zeitpunkten gemäss Dossier 1 und Dossier 

2 keine forensisch relevante psychische Störung festzustellen (Urk. D1/19/15 S. 88 

u. 90). Dabei erachtet die Gutachterin die Fähigkeit zur Einsicht des Beschuldigten 

in das Unrecht der Tat oder zum Handeln gemäss dieser Einsicht als unbeeinträch-

tigt und seine Steuerungsfähigkeit zum Deliktszeitpunkt als intakt (Urk. D1/19/15 S. 

91). Deshalb entfielen auch die Voraussetzungen zur Anordnung einer Massnahme 

(Urk. D1/19/15 S. 90 u. 92 f.). Ergänzend kann – um unnötige Wiederholungen zu 

vermeiden – hinsichtlich der Beurteilung der Schuldfähigkeit auf die sich als voll-

umfänglich  zutreffend  erweisenden  Erwägungen  der  Vorinstanz  (Urk.  198  E. 

III.3.8.4.6.-3.8.4.8.) verwiesen werden. 

1.4.

Die Ausführungen der Gutachterin Dr. med. N._____ erweisen sich – auch 

in Bezug auf die beim Beschuldigten festgestellten kognitiven Einschränkungen – 

als  nachvollziehbar  und  schlüssig.  Sie  hat  sich  einlässlich  mit  allen  relevanten 

Punkten befasst und diese einleuchtend dargestellt. Insbesondere hat sie schlüssig 

erörtert, dass die genaue Ursache der Demenz für die Beurteilung der Schuldfähig-

keit und das vorliegend zu beurteilende Delikt keine Rolle spielt und das Ausmass 

der Demenz im Tatzeitpunkt nicht über eine "allenfalls leichte neurokognitive Ein-

schränkung" hinausgeht. Es besteht aus den gemachten Erwägungen kein Anlass, 

die im Gutachten festgehaltenen Folgerungen in Zweifel zu ziehen, weshalb voll-

umfänglich darauf abgestellt werden kann. Eine Ergänzung des Gutachtens erüb-

rigt sich deshalb. Abgesehen davon würde sich ein Ergänzungsgutachten im sei-

tens der Verteidigung im erstinstanzlichen Verfahren beantragten Rahmen insbe-

sondere auf die bestehenden Akten zu stützen haben, um Erkenntnisse auf den 

gesundheitlichen  Zustand  des  Beschuldigten  im  anklagerelevanten  Zeitpunkt  zu 

gewinnen, weil angesichts des fortschreitenden Alters des Beschuldigten mit ten-

denziell zunehmenden kognitiven Einschränkung zu rechnen ist. Dasselbe hat für 

allfällige weitere neurologische Untersuchungen zu gelten. Auch deshalb erweisen 

sich weitere medizinische und/oder gutachterliche Abklärungen weder als zielfüh-

rend noch erforderlich. Die Schuldfähigkeit des Beschuldigten wird von der Vertei-

digung im Berufungsverfahren demnach zu Recht nicht mehr in Frage gestellt, da 

- 20 -

sie  in  den  anklagegegenständlichen  Zeitpunkten  in  rechtlicher  Hinsicht  uneinge-

schränkt war.

2.1.

Sodann brachte die Verteidigung vor Vorinstanz vor, dass das Gutachten 

von  Dr.  med.  Dipl.-Jur.  R._____  und  Dr.  med.  S._____  vom  8.  Dezember  2023 

betreffend  Verhandlungsfähigkeit  des  Beschuldigten  (Urk.  145)  auf  einer  unvoll-

ständigen  Grundlage,  dem  Austrittsbericht  der  UPD  Bern  vom  20. Juli  2021 

(Urk. D1/20/4), beruhe. So würden die Gutachter selbst den Bericht der UPD Bern, 

gemäss welchem der Beschuldigte an einer "G31.9 leichten bis mittelgradigen neu-

rokognitiven  Störung  DD  im  Rahmen  einer  F01.9  beginnenden  vaskulären  De-

menz" leide, in mehrfacher Hinsicht bemängeln: Zunächst könne dem Bericht keine 

Wertung der Defizite entnommen werden; zudem fehle eine strukturierte ärztliche 

Anamneseerhebung und Untersuchung in Bezug auf die Defizite nach den Stan-

dards der Swiss Memory Clinics. Weiter umfasse die Beschreibung der Defizite fast 

keine  "z-Werte"  und  es  sei  unklar,  ob  mit  "beginnender  vaskulärer  Demenz"  ein 

Vorstadium  oder  bereits  das  Vorliegen  eines  leichten  Stadiums  gemeint  sei. 

Schliesslich  werde  in  diesem  Bericht  insbesondere  die  Alltagsfunktionalität  nicht 

explizit beschrieben (Urk. 181 Rz. 7 ff.). 

2.2.

Die Verhandlungsfähigkeit gemäss Art. 114 StPO ist Teil der Prozessfähig-

keit  gemäss  Art.  106  StPO.  Sie  ist  im  Falle  der  beschuldigten  Person  gegeben, 

wenn diese körperlich und geistig in der Lage ist, der Verhandlung zu folgen (vgl. 

Art. 114 Abs. 1 StPO); insofern umfasst die Verhandlungsfähigkeit auch die Ver-

nehmungsfähigkeit.  Die  beschuldigte  Person  muss  namentlich  in  der  Lage  sein, 

Fragen im Bewusstsein ihrer Tragweite zu beantworten, Auskünfte über den Sach-

verhalt  zu  erteilen,  die  Bedeutung  ihrer  Aussagen  zu  erkennen  und  aktiv  in  den 

Lauf des Verfahrens einzugreifen, d.h. von ihren Teilnahmerechten Gebrauch zu 

machen. Nach der Rechtsprechung sind nicht die (hohen) zivilprozessualen Mass-

stäbe an die Verhandlungsfähigkeit anzulegen. Insbesondere sind in der Regel nur 

jugendliches Alter, schwere körperliche oder geistige Störungen bzw. schwerwie-

gende Erkrankungen geeignet, die Verhandlungs- bzw. Vernehmungsfähigkeit zu 

verneinen (vgl. auch BSK StPO I-ENGLER, 3. Auflage, 2023, N 7 zu Art. 114 StPO). 

Geringere Defizite können danach durch eine gehörige Verteidigung wettgemacht 

- 21 -

werden. Im Zweifelsfall ist gestützt auf ein ärztliches Gutachten zu entscheiden, ob 

Verhandlungsfähigkeit vorliegt (vgl. Art. 251 Abs. 2 lit. b StPO). Dabei stellt Thera-

piebedürftigkeit allein noch keinen Nachweis dafür dar, dass die beschuldigte Per-

son nur beschränkt oder gar nicht verhandlungsfähig sein könnte. Weil das öffent-

liche Interesse an der Durchführung der Strafverfolgung mit zunehmender Schwere 

des Delikts zunimmt, soll namentlich im Falle von Kapitalverbrechen Verhandlungs-

unfähigkeit nur mit grosser Zurückhaltung (d.h. nach umfassender Abklärung) und 

nur  dann  anzunehmen  sein,  wenn  diese  nicht  mit  geeigneten  organisatorischen 

und  technischen  Vorkehren  gebannt  werden  kann  (SK  StPO-LIEBER,  3.  Auflage, 

2020, N 1 ff. zu Art. 114 StPO). Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 

ist  die  Verhandlungsfähigkeit  von  Amtes  wegen  zu  prüfen.  Nähere  Abklärungen 

sind jedoch nur dann geboten, wenn Anhaltspunkte für eine beschränkte oder feh-

lende Verhandlungsfähigkeit gegeben sind. Die Verfahrensleitung verfügt bei der 

Beurteilung,  ob  die  beschuldigte  Person  fähig  ist,  ihre  Verfahrensinteressen  zu 

wahren, über einen Ermessensspielraum. Die Verhandlungsfähigkeit ist dabei nur 

ganz ausnahmsweise zu verneinen; etwa wenn eine beschuldigte Person nicht in 

der Lage ist, der Verhandlung zu folgen, die gegen sie erhobenen Vorwürfe zu ver-

stehen und zu diesen vernunftgemäss Stellung zu nehmen (Urteile des Bundesge-

richtes 1B_314/2015 vom 23. Oktober 2015 E. 2.2; 1B_279/2014 vom 3. Novem-

ber 2014 E. 2.1.1; 1B_318/2014 vom 27. Oktober 2014 E. 2.1; 1B_332/2012 vom 

15. August 2012 E. 2.4). 

2.3.

Das im Auftrag der Vorinstanz erstellte forensisch-psychiatrische Gutach-

ten von Dr. med. Dipl.-Jur. R,_____ und Dr. med. S._____ zur Verhandlungsfähig-

keit des Beschuldigten vom 8. Dezember 2023 (Urk. 145) erweist sich – einherge-

hend mit der zutreffenden Einschätzung der Vorinstanz (Urk. 198 E. II.4.1.) – als 

überzeugend, vollständig und schlüssig. Die beiden Gutachterinnen stützten sich 

dabei sowohl auf vorbestehende ärztliche Unterlagen, wie u.a. die bereits vorhan-

denen Berichte der UPD Bern und des Inselspitals Bern, sowie das psychiatrische 

Gutachten von Dr. med. N._____ wie auch auf ein knapp halbstündiges Telefonge-

spräch  mit  dem  zuständigen  Heimarzt  des  Beschuldigten  im  Pflegezentrum 

L._____  am  29. November  2023  und  eine  eigene  –  knapp  eineinhalbstündige  – 

Exploration des Beschuldigten am 3. November 2023 (vgl. Urk. 145 S. 1). Einge-

- 22 -

hend  prüften  die  beiden  Gutachterinnen  das  Vorliegen  eines  demenziellen  Syn-

droms  anhand  der  ICD-10-Klassifikation  (Urk.  145  S.  25  ff.)  und  kamen  zum 

Schluss,  dass  die  Auswertung  der  ärztlichen  Befunde  dafür  spreche,  dass  beim 

Beschuldigten trotz Multimorbidität, die wiederholte Hospitalisierungen erforderte, 

weiterhin von einer (lediglich) leichten kognitiven Störung im Sinne von DSM-5 aus-

zugehen sei (Urk. 145 S. 32 u. 34), welche Diagnose per se nicht gegen seine Ver-

handlungsfähigkeit spreche (Urk. 145 S. 35). Die eigene Exploration des Beschul-

digten  durch  die  beiden  Gutachterinnen  ergab  des  Weiteren  keinen  Hinweis  auf 

einen fehlenden resp. unzureichenden Realitätsbezug, der Beschuldigte wurde fer-

ner als ausreichend orientiert wahrgenommen und seine Auffassungsgabe und Be-

lastbarkeit  für  ein  mehr  als  einstündiges  Gespräch  als  ausreichend  bezeichnet. 

Auch sei der Beschuldigte im Rahmen der Exploration in der Lage gewesen, den 

Sinn  des  bevorstehenden  (vorinstanzlichen)  Gerichtstermins  zu  erkennen  sowie 

die anwesenden Personen und deren Rollen korrekt zu benennen, was ebenso für 

seine  Verhandlungsfähigkeit  spreche  wie  der  Umstand,  dass  er  die  rechtlichen 

Konsequenzen eines Mordes, der in Notwehr oder aber auch nicht in Notwehr ge-

schieht, habe umreissen können. Darüber hinaus spreche für die Verhandlungsfä-

higkeit des Beschuldigten, dass weder die eigenen Untersuchungen noch die Akten 

Anlass zu Zweifel daran geben, dass er in der Lage sei, seinen Verteidiger gemäss 

seinen Wünschen zu instruieren. Dass der Beschuldigte den Tathergang wie bei 

allen Einvernahmen seit August 2021 und auch bei der Befragung durch die Gut-

achterin Dr. med. N._____ sowie die bekannten Episoden aus seiner Biografie ge-

schildert habe, lasse auch keinen Zweifel daran aufkommen, dass er im aktuellen 

Gesundheitszustand am (vorinstanzlichen) Gerichtstermin in der Lage wäre, zu sei-

ner Person und zum Sachverhalt Auskunft zu erteilen, wobei er die Bedeutung sei-

ner Aussagen hierzu zu erkennen vermöge (Urk. 145 S. 25 ff. insb. S. 36). Der von 

der Vorinstanz getroffene Schluss, dass die beiden Gutachterinnen keinerlei Zwei-

fel an der Verhandlungsfähigkeit des Beschuldigten hegen würden und dieser auch 

vernehmungsfähig sei (vgl. Urk. 198 E. II.4.1.), erweist sich deshalb als zutreffend. 

Auch  aufgrund  der  eigenen  unmittelbaren  Wahrnehmung  des  Beschuldigten  an-

lässlich der Berufungsverhandlung ergaben sich für das Gericht im Hinblick auf die 

Beurteilung seiner Verhandlungsfähigkeit keine anderen Folgerungen. So war der 

- 23 -

Beschuldigte – einhergehend mit den Feststellungen der Verteidigung (vgl. Prot. II 

S. 28) – ohne Weiteres imstande, seiner Befragung zur Person und zur Sache zu 

folgen und adäquat zu antworten, wobei nichts darauf schliessen liess, dass er sich 

der Bedeutung seiner Aussagen nicht bewusst gewesen sein könnte (vgl. Prot. II 

S. 9 ff.). 

2.4.

Gestützt  auf  die  gemachten  Erwägungen  liegen  keine  Anhaltspunkte  für 

eine beschränkte oder fehlende Verhandlungsfähigkeit des Beschuldigten vor. Ab-

gesehen davon wären die Anforderungen an eine Verhandlungsunfähigkeit ange-

sichts des in Frage stehenden Kapitalverbrechens auch ziemlich hoch. Eine in einer 

Verhandlungsunfähigkeit des Beschuldigten begründete Gehörsverletzung ist vor-

liegend nicht auszumachen, sodass sich diesbezügliche Weiterungen erübrigen. 

3.

Nach Art. 399 Abs. 1 StPO ist die Berufung dem erstinstanzlichen Gericht 

innert 10 Tagen seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder mündlich zu Protokoll an-

zumelden.  Hernach  ist  seitens  der  Partei,  die  Berufung  angemeldet  hat,  innert 

20 Tagen seit der Zustellung des begründeten Urteils dem Berufungsgericht eine 

schriftliche  Berufungserklärung  einzureichen  (Art. 399  Abs. 3  StPO).  Die  An-

schlussberufung ist von den anderen Parteien, die keine Berufung erhoben haben, 

innerhalb von 20 Tagen seit Empfang der Berufungserklärung zu erklären (Art. 400 

Abs. 3 lit. b StPO). Vorliegend stellte der Vertreter der Privatkläger 5-8 anlässlich 

der Berufungsverhandlung in Abänderung des vorinstanzlichen Urteils betreffend 

die Dispositivziffern 18-21 den eingangs genannten Antrag hinsichtlich der Genug-

tuungsforderungen seiner Klienten, die über die von der Vorinstanz jeweils zuge-

sprochene Genugtuung hinausgehen. Nachdem die Privatkläger 5-8 die Berufung 

nicht  fristwahrend  erhoben  und  innert  mit  Präsidialverfügung  vom  19. April  2024 

(vgl. Urk. 203 u. 204/3) angesetzter Frist ausdrücklich auf die Erhebung einer An-

schlussberufung verzichtet haben (Urk. 206), erweist sich ihr diesbezüglicher, im 

Rahmen  der  Berufungsverhandlung  gestellter  Antrag  als  verspätet,  weshalb  auf 

diesen nicht einzutreten ist.

4.1.

Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung auf-

schiebende Wirkung und wird die Rechtskraft des angefochtenen Urteils dement-

sprechend  gehemmt.  Das  Berufungsgericht  überprüft  somit  das  erstinstanzliche 

- 24 -

Urteil nur in den angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). Auch wenn das 

Berufungsgericht nur die angefochtenen Punkte neu beurteilt, fällt es am Ende ein 

insgesamt neues Urteil (Art. 408 StPO), worin es jedoch anzugeben hat, welche 

Punkte bereits früher in Rechtskraft erwachsen sind.

4.2.

Seitens des Beschuldigten wurde die Berufung auf die Schuldsprüche be-

züglich Mord und Betrug (Dispositivziffer 1 alineae 1 und 2), die Strafzumessung 

(Dispositivziffer 2), den Strafvollzug (Dispositivziffer 3), den Landesverweis (Dispo-

sitivziffer 4), die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informati-

onssystem (Dispositivziffer 5), die Zivilforderungen der Privatkläger 2-8 (Dispositiv-

ziffern  12-21),  die  Prozessentschädigung  (Dispositivziffer  22),  die  Kostenauflage 

(Dispositivziffer  24)  sowie  die  Parteientschädigungen  (Dispositivziffer  25)  be-

schränkt. Die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft richtete sich sodann ein-

zig gegen die Strafzumessung (Dispositivziffer 2). Der vorinstanzliche Entscheid ist 

daher hinsichtlich der Dispositivziffern 1 teilweise (Schuldspruch mit Bezug auf das 

mehrfache Vergehen gegen das Waffengesetz), 6-9 (Beschlagnahmungen), 10 (Si-

cherstellungen, Asservate, Spuren und Spurenträger), 11 (Nichteintreten Schaden-

ersatzbegehren Privatklägerin 1) sowie 23 (Kostenfestsetzung) nicht angefochten, 

in welchem Umfang das vorinstanzliche Urteil in Rechtskraft erwachsen, was mit-

tels Beschlusses festzustellen ist (BSK StPO II-BÄHLER, 3. Auflage, 2023, N 2 zu 

Art. 402 StPO). In allen übrigen Punkten steht der erstinstanzliche Entscheid dem-

gegenüber im Rahmen des Berufungsverfahrens zur Disposition.

- 25 -

III.  Materielles

A.

Tatvorwürfe

Hinsichtlich  der  Tatvorwürfe  ist  auf  die  Anklageschrift  vom  23.  Februar  2023 

(Urk. D1/52) zu verweisen. 

B.

1.

Beweisgrundsätze

Bestreitet ein Beschuldigter die ihm vorgeworfenen Taten, ist der Sachver-

halt  aufgrund  der  Untersuchungsakten  und  der  vor  Gericht  vorgebrachten  Argu-

mente  nach  den  allgemein  gültigen  Beweisregeln  zu  erstellen.  Gemäss  der  aus 

Art. 32 Abs. 1 BV fliessenden und in Art. 10 Abs. 3 StPO sowie Art. 6 Ziff. 2 EMRK 

verankerten  Maxime  "in  dubio  pro  reo"  ist  bis  zum  gesetzlichen  Nachweis  ihrer 

Schuld zu vermuten, dass die einer strafbaren Handlung beschuldigte Person un-

schuldig ist (BGE 137 IV 219 E. 7.3 mit Hinweisen; 127 I 38 E. 2a; Urteil des Bun-

desgerichtes 6B_617/2013 vom 4. April 2014 E. 1.2). Angesichts der Unschulds-

vermutung  besteht  Beweisbedürftigkeit,  d.h.  der  verfolgende  Staat  hat  dem  Be-

schuldigten  alle  objektiven  und  subjektiven  Tatbestandselemente  nachzuweisen 

(JOSITSCH/SCHMID, Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts, 4. Auflage, 

2023, N 216) und nicht der Beschuldigte seine Unschuld (BGE 127 I 38 E. 2a). Als 

Beweiswürdigungsregel besagt die Maxime, dass sich der Strafrichter nicht von der 

Existenz eines für den Beschuldigten ungünstigen Sachverhaltes überzeugt erklä-

ren darf, wenn bei objektiver Betrachtung erhebliche und nicht zu unterdrückende 

Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat (BGE 138 V 74 E. 7; 

128 I 81 E. 2 mit Hinweisen). Die Überzeugung des Richters muss auf einem ver-

standesmässig einleuchtenden Schluss beruhen und für den unbefangenen Beob-

achter nachvollziehbar sein (Urteil des Bundesgerichtes 1P.474/2004 vom 3. De-

zember 2004  E.  2.2).  Die  Entscheidregel  "in  dubio  pro  reo"  zwingt  sodann  auch 

nicht dazu, jede entlastende Angabe der beschuldigten Person, für deren Richtig-

keit oder Unrichtigkeit kein spezifischer Beweis vorhanden ist, als unwiderlegt zu 

betrachten. Vielmehr darf das Gericht, sofern Anhaltspunkte für die Richtigkeit einer 

entlastenden Behauptung fehlen, in freier Beweiswürdigung zum Schluss kommen, 

dass die Vorbringen unglaubhaft sind. Darin liegt weder eine Missachtung des Aus-

- 26 -

sageverweigerungsrechts  einer  beschuldigten  Person  gemäss  Art. 113 

Abs. 1 StPO bzw. Art. 6 EMRK noch eine verfassungswidrige Umkehr der Beweis-

last  (Urteile  des  Bundesgerichtes  6B_1385/2021  vom  29. August  2023  E. 2.4.1; 

6B_1205/2022  vom  22.  März  2023  E. 2.4.1;  6B_843/2018  vom  8. Januar  2019 

E. 1.4 m.w.H.). Nicht jede aus der Luft gegriffene Schutzbehauptung braucht mithin 

durch einen hieb- und stichfesten Beweis widerlegt zu werden, insbesondere dort 

nicht, wo ein solcher Negativbeweis gar nicht zu erbringen ist. Ein "Gegenbeweis" 

der  Strafbehörden  ist  vielmehr  nur  dann  zu  verlangen,  wenn  gewisse  Anhalts-

punkte wie konkrete Indizien oder eine natürliche Vermutung für die Richtigkeit der 

Behauptung sprechen bzw. diese zumindest als zweifelhaft erscheinen lassen oder 

wenn die beschuldigte Person sie sonst wie glaubhaft macht. Andernfalls könnte 

jede Anklage mit einer abstrusen Schutzbehauptung zu Fall gebracht werden (vgl. 

Urteile  des  Bundesgerichtes  6B_824/2016,  6B_844/2016,  6B_946/2016, 

6B_960/2016 vom 10. April 2017 E. 15.3.2). Es liegt in der Natur der Sache, dass 

mit menschlichen Erkenntnismitteln keine absolute Sicherheit in der Beweisführung 

erreicht werden kann. Daher muss es genügen, dass das Beweisergebnis über je-

den vernünftigen Zweifel erhaben ist. Bloss abstrakte oder theoretische Zweifel dür-

fen dabei nicht massgebend sein, weil solche immer möglich sind (BGE 138 V 74 

E. 7 mit Hinweisen). Es genügt also, wenn vernünftige Zweifel an der Schuld aus-

geschlossen  werden  können.  Hingegen  darf  ein  Schuldspruch  nie  auf  blosser 

Wahrscheinlichkeit beruhen (JOSITSCH/SCHMID, a.a.O., N 227 f.; Urteil des Bundes-

gerichtes 1P.474/2004 vom 3. Dezember 2004 E. 2.2).

2.

Beim sog. Indizienbeweis wird aus bestimmten Tatsachen, die nicht unmit-

telbar rechtserheblich, aber bewiesen sind (Indizien), auf die zu beweisende, un-

mittelbar rechtserhebliche Tatsache  geschlossen. Der Indizienbeweis ist dem di-

rekten Beweis gleichwertig. Eine Mehrzahl von Indizien, welche für sich allein be-

trachtet  nur  mit  einer  gewissen  Wahrscheinlichkeit  auf  eine  bestimmte  Tatsache 

oder Täterschaft hindeuten und insofern Zweifel offenlassen, kann daher in ihrer 

Gesamtheit als "Mosaik" ein Bild erzeugen, das den Schluss auf den vollen rechts-

genügenden  Beweis  von  Tat  oder  Täter  erlaubt  (Urteile  des  Bundesgerichtes 

6B_10/2023  vom  31. Juli  2023  E. 6.5.4;  6B_1149/2020  vom  17. April  2023 

E. 2.3.2.2; 6B_691/2021 vom 17. Oktober 2022 E. 3.2.2; 6B_790/2021 vom 20. Ja-

- 27 -

nuar 2022 E. 1.2.3 m.w.H.). Auch der strafprozessuale Grundsatz "in dubio pro reo" 

verlangt im Übrigen nicht, dass bei sich widersprechenden Beweismitteln unbese-

hen auf den für die beschuldigte Person günstigeren Beweis abzustellen ist. Die 

entsprechende Entscheidregel findet auf das einzelne Indiz keine Anwendung. Viel-

mehr entfaltet der Grundsatz seine Wirkung bei der Beweiswürdigung als Ganzes 

und  kommt  erst  zum  Tragen,  nachdem  alle  aus  Sicht  des  urteilenden  Gerichtes 

notwendigen Beweise erhoben und ausgewertet worden sind. Massgebend ist mit-

hin nicht eine isolierte Betrachtung der einzelnen Beweise, sondern deren gesamt-

hafte Würdigung (Urteil des Bundesgerichtes 6B_160/2022 vom 5. Oktober 2022 

E. 2.3.2; WOHLERS, Zürcher Kommentar StPO, 3. Auflage, 2020, Art. 10 StPO N 27; 

OBERHOLZER, Grundzüge des Strafprozessrechts, 4. Auflage, 2020, N 1090). 

3.

Auf die Argumente der Parteien ist im Rahmen der nachstehenden Erwä-

gungen einzugehen. Das rechtliche Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV verlangt, dass 

das Gericht die Vorbringen des von einem Entscheid in seiner Rechtsstellung Be-

troffenen auch tatsächlich hört, prüft und in seiner Entscheidfindung berücksichtigt. 

Nicht erforderlich ist, dass es sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich ausein-

andersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann es 

sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Es müssen we-

nigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich das Gericht hat 

leiten lassen und auf die sich sein Entscheid stützt (BGE 141 IV 249 E. 1.3.1; 139 

IV 179 E. 2.2; 138 IV 81 E. 2.2; Urteile des Bundesgerichtes 6B_105/2024 vom 9. 

Januar 2025 E. 2.2; 6B_770/2020 vom 25. November 2020 E. 1.3.2; 6B_401/2015 

vom 16. Juli 2015 E. 1.1; je mit weiteren Hinweisen).

C.

Mord

1.1.

Seitens des Beschuldigten wurde der ihm vorgeworfene Anklagesachver-

halt gemäss Dossier 1 (Mord) – auch heute – im Wesentlichen bestritten. 

1.2.

Auch im Rahmen des Berufungsverfahrens wird vom Beschuldigten aner-

kannt, dass er für den Tod von †Q._____ verantwortlich war, indem er ihr im ankla-

gegegenständlichen Zeitpunkt mit einem von ihm von Serbien in die Schweiz ein-

geführten  Revolver  die  anklagegegenständlichen  sechs  Schussverletzungen  zu-

- 28 -

fügte (Urk. D1/2/1 S. 3 F/A 8 u. 10; Urk. D1/2/2 S. 1 f. F/A 4; Urk. D1/2/3 S. 11 f. 

F/A 69 f.; Urk. D1/2/4 S. 13 F/A 78; Urk. D1/2/5 S. 2 f. F/A 4 u. S. 5 F/A 17; Urk. 

D1/2/6 S. 4 f. F/A 20 u. 22; Urk. D1/2/9 S. 6 F/A 28; Prot. I S. 28 ff.; Prot. II S. 14 ff.). 

1.3.

Bestritten wird vom Beschuldigten demgegenüber, dass er die Schussab-

gaben willentlich und wissentlich vorgenommen habe, um †Q._____ in besonders 

skrupelloser Weise zu töten. Vielmehr macht er geltend, dadurch lediglich in selbst-

verteidigender Notwehr auf einen Angriff von Seiten von †Q._____ reagiert gehabt 

zu haben (Urk. D1/2/1 S. 3 F/A 8; Urk. D1/2/2 S. 11 F/A 83; Urk. D1/2/3 S. 2 F/A 6 

f.; Urk. D1/2/4 S. 5 f. F/A 34 u. S. 13 F/A 78; Urk. D1/2/5 S. 2 f. F/A 4 u. S. 11 F/A 46 

ff.; Urk. D1/2/6 S. 5 F/A 25 u. S. 6 F/A 34; Urk. D1/2/9 S. 3 F/A 9 u. S. 6 F/A 28; 

Urk. 230 Rz. 57; Prot. I S. 28 ff.; Prot. II S. 14 ff.).

2.

Bei  den  Akten  finden  sich  insbesondere  folgende  massgebliche  verwert-

bare Beweismittel, um den strittigen Anklagesachverhalt zu prüfen: Die Einvernah-

men des Beschuldigten (Urk. D1/2/1-9; Prot. I S. 27 ff.; Prot. II S. 14 ff.) und die 

polizeilichen und staatsanwaltschaftlichen Einvernahmen von T._____ (Urk. D1/6/2 

u.  6/5  bzw.  6/3  u.  6/6  [Urk.  D1/6/4:  STA-Videoaufnahme]),  U._____  (Urk. D1/6/8-9 

[Urk. D1/6/10: STA-Videoaufnahme]), P._____ (Urk. D1/3/1-4), O._____ (Urk. D1/7/1-

3  [Urk.  D1/7/4:  STA-Videoaufnahme]),  V._____  (Urk.  D1/7/5-6  [Urk.  D1/7/7:  STA-Vi-

deoaufnahme]),  I._____  (Urk.  D1/5/2-3),  G._____  (Urk.  D1/5/4-5),  J._____  (Urk. 

D1/16/10; Urk. D1/16/32), W._____ (Urk. D1/16/11; Urk. D1/16/33), ein Gutachten 

des  IRM  zur  körperlichen  Untersuchung  des  Beschuldigten  (Urk.  D1/10/6),  ein 

pharmakologisch-toxikologisches  Gutachten  des 

IRM  zum  Beschuldigten 

(Urk. D1/10/9), ein Gutachten des IRM zum Todesfall (Urk. D1/11/6), der Spuren-

bericht des FOR zur Leichendaktyloskopie/Schmauchspurensicherung/Obduktion 

(Urk.  D1/12/5),  ein  Kurzbericht  des  FOR  zur 

Identifizierung/DNA-Spuren 

(Urk. D1/12/6), eine Fotodokumentation des FOR (Urk. D1/12/9), ein Schusswaf-

fengutachten des FOR (Urk. D1/13/5), Vorakten betreffend häusliche Gewalt zwi-

schen J._____ und †Q._____ (Urk. D1/17/1-18), das psychiatrische Gutachten von 

Dr.  med.  N._____  (Urk.  D1/19/15),  der  Austrittsbericht  der  UPD  Bern  (Urk. 

D1/20/4), Krankenakten des Beschuldigten bei Medbase (Urk. D1/21/1-15), Kran-

kenakten des Beschuldigten beim Inselspital Bern (Urk. D1/22/1-6), ein Chatverlauf 

- 29 -

zwischen J._____ und †Q._____ samt Beilagen (Urk. D1/39/8-10), Hausdurchsu-

chungsberichte der Kantonspolizei Zürich samt Fotobogen, Hausdurchsuchungs-

protokolle  und  Sicherstellungsliste  betreffend  die  Wohnung  von  †Q._____  (Urk. 

D1/41/3-18),  der  Rapport  der  Hausdurchsuchung  der  Wohnung  von  P._____ 

(Urk. D1/42/3), die Sicherstellungsliste bezüglich der den Beschuldigten betreffen-

den  Asservate  (Urk.  D1/43/5),  das  forensisch-psychiatrische  Gutachten  von 

Dr. med. Dipl.-Jur. R._____ und Dr. med. S._____ zur Verhandlungsfähigkeit des 

Beschuldigten (Urk. 145) sowie die anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhand-

lung seitens der Parteien eingereichten Belege (Urk. 184/1-6). 

3.1.

Hinsichtlich der allgemeinen Glaubwürdigkeit des Beschuldigten ist festzu-

halten, dass er als vom Strafverfahren Betroffener naheliegenderweise daran inter-

essiert ist, sein Verhalten in einem möglichst positiven Licht darzustellen, was seine 

Glaubwürdigkeit etwas einschränkt. So oder anders steht vorliegend aber die Be-

urteilung der Glaubhaftigkeit seiner Aussagen im Vordergrund.

3.2.

Bei T._____ handelt es sich um die vorübergehende Kinderbetreuerin des 

Kindes C._____, welche bei †Q._____ wohnte. Sie bezeichnete sich als Kollegin 

von †Q._____ und gab an, dass sie sich seit ca. einem Monat kennen würden. Sie 

habe über Kollegen erfahren, dass sie Hilfe bei der Kinderbetreuung benötige, wes-

halb  es  zu  dieser  Anstellung  gekommen  sei  (Urk.  D1/6/2  S.  1  f.  F/A  5  ff.).  Den 

Beschuldigten habe sie vor dem anklagegegenständlichen Vorfall nie gesehen und 

wisse auch nicht, zu wem er gehöre (Urk. D1/6/2 S. 3 F/A 20). Einhergehend mit 

der zutreffenden Einschätzung der Vorinstanz (Urk. 198 E. III.3.3.1.) ergeben sich 

aus den Akten keinerlei Anhaltspunkte, dass sie dem Beschuldigten gegenüber ne-

gativ  eingestellt  war  oder  ihm  hätte  schaden  wollen.  Auch  wenn  T._____  mit 

†Q._____ bekannt war und für diese arbeitete, ist wesentlich, dass sie diese erst 

seit ca. einem Monat kannte, weshalb nicht von einem besonders intensiven Ver-

trauens-  oder  Loyalitätsverhältnis  auszugehen  ist.  Auch  wurde  T._____  als  Aus-

kunftsperson  unter  Hinweis  auf  die  strafrechtlichen  Folgen  gemäss  Art.  303-305 

StGB aufmerksam gemacht. Es bestehen somit keine Zweifel an der Glaubwürdig-

keit von T._____. Im Zentrum steht indes die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen.

- 30 -

3.3.

Bei  U._____  handelt  es  sich  um  die  Nachbarin  von  †Q._____.  Sie  be-

schrieb ihre Beziehung zu †Q._____ als "nicht wirklich eng". Man habe sich in der 

Waschküche gesehen und es habe ein oberflächlicher Kontakt bestanden. Per Du 

seien sie nicht gewesen (Urk. D1/6/8 S. 1 F/A 6 f.; Urk. D1/6/9 S. 3 F/A 8), was alles 

auf  eine  lose  Beziehung  zu  †Q._____  hinweist.  Ferner  ist  zu  beachten,  dass 

U._____ als Zeugin unter der strengen Strafandrohung von Art. 307 StGB zur wahr-

heitsgemässen Aussage verpflichtet war. Ihre Glaubwürdigkeit erscheint uneinge-

schränkt zu sein. Im Vordergrund steht aber auch bei ihr die Glaubhaftigkeit ihrer 

Aussagen.

3.4.

P._____ ist der Vater von J._____ und der Schwiegervater von †Q._____ 

bzw. der Schwiegersohn des Beschuldigten (Urk. D1/3/1 S. 1 ff. F/A 4 ff.) und steht 

demnach mit beiden Hauptbetroffenen dieses Strafverfahrens in verwandtschaftli-

cher Beziehung. Im vorliegenden Verfahren wurde er zweimal als beschuldigte Per-

son befragt (Urk. D1/3/1-2). Der Beschuldigte hat vor dem Besuch bei †Q._____ 

bei P._____ – wie auch anlässlich anderer Male wenn er in der Schweiz weilte – 

übernachtet (Urk. D1/3/1 S. 4 ff. F/A 32 ff.; Urk. D1/3/2 S. 3 ff. F/A 8) und ist zu-

sammen mit P._____ per Reisecar in die Schweiz gereist (Urk. D1/3/2 S. 3 F/A 8 

u. S. 5 F/A 9 f. bzw. S. 9 F/A 35). P._____ geht gemäss eigenen Aussagen davon 

aus, dass die Eheprobleme zwischen seinem Sohn und seiner Schwiegertochter 

davon herrührten, dass sie einen anderen Freund gefunden gehabt habe. Er gab 

an, nie – auch deswegen nicht – Probleme mit ihr gehabt zu haben (Urk. D1/3/1 S. 

6 ff. F/A 49 u. 51; Urk. D1/3/2 S. 6 F/A 18), was durchaus glaubhaft erscheint. Zu 

beachten ist allerdings, dass seine Ehefrau W._____ mit einem polizeilichen Verbot 

belegt wurde, sich †Q._____ bzw. deren Kindern zu nähern (Urk. D1/3/1 S. 6 f. F/A 

56 ff.; Urk. D1/17/6: Rayon- und Kontaktverbot vom 10. Juli 2020), weshalb davon 

auszugehen ist, dass er – bereits aus Loyalitätsgründen seiner Ehefrau gegenüber 

– †Q._____ zumindest mit einer gewissen Skepsis begegnete. Ausserdem ist er-

wiesen,  dass  P._____  selbst  seiner  Schwiegertochter  nachspionierte  (s.  dazu 

nachstehend unter E. 6.6.6.). Seine Glaubwürdigkeit erweist sich vor diesem Hin-

tergrund  als  etwas  herabgesetzt.  Im  Vordergrund  steht  indes  die  Glaubhaftigkeit 

seiner Aussagen.

- 31 -

3.5.

O._____ ist Carchauffeur auf der Strecke Serbien-Schweiz und hat – wie 

der Beschuldigte – bei P._____ übernachtet, wie es sonst bei seinen Aufenthalten 

in der Schweiz der Fall sei (Urk. D1/7/2 S. 1 f. F/A 1 ff.; Urk. D1/7/3 S. 4 ff. F/A 14). 

Er wisse, dass es sich beim Beschuldigten um den Schwiegervater von P._____ – 

welchen er seit 15 Jahren kenne (Urk. D1/7/3 S. 3 F/A 8) – handle (Urk. D1/7/2 S. 

2 F/A 6), und kenne ihn bereits von früheren Reisen als Car-Gast (Urk. D1/7/3 S. 3 

F/A 8). †Q._____ kenne er vom Sehen, da sie ebenfalls bereits mit dem Car mitge-

reist sei (Urk. D1/7/3 S. 3 F/A 12). Damit bestehen zu den beiden Hauptbetroffenen 

dieses Strafverfahrens lediglich oberflächliche Beziehungen. Am 16. Februar 2021 

habe er den Beschuldigten zusammen mit V._____ (s. nachstehend unter E. 3.6.) 

zu †Q._____ chauffiert (Urk. D1/7/2 S. 5 F/A 20 u. S. 7 F/A 40). Von P._____ habe 

er erfahren, dass sie und J._____ sich streiten würden, sie keine gute Person sei 

und einen anderen habe (Urk. D1/7/2 S. 6 F/A 29; Urk. D1/7/3 S. 7 f. F/A 19), was 

er hernach – als Zeuge befragt – indes beträchtlich relativierte, indem er neu angab, 

P._____ habe ihm nichts über ihre Persönlichkeit, ob sie schlecht oder gut sei, ge-

sagt (Urk. D1/7/3 S. 11 F/A 46), was seine diesbezüglichen Aussagen uneinheitlich 

erscheinen  lässt.  O._____  wurde  im  Rahmen  seiner  zweiten  Einvernahme  als 

Zeuge  einvernommen  und  war  unter  der  strengen  Strafandrohung  von  Art.  307 

StGB zu wahrheitsgemässen Aussagen verpflichtet. Seine Glaubwürdigkeit erweist 

sich gestützt auf seine erwähnten uneinheitlichen Aussagen zu seiner Einstellung 

gegenüber  †Q._____  bzw.  zu  ihrem  ihm  bekannten  Ruf  als  etwas  herabgesetzt, 

weil eine gewisse Beeinflussung seitens seines langjährigen Bekannten P._____, 

welcher †Q._____ in einem negativen Licht erscheinen liess, nicht gänzlich ausge-

schlossen ist. Im Vordergrund steht aber auch bei ihm die Würdigung der Glaub-

haftigkeit seiner Aussagen zur Sache.

3.6.

V._____ hat den Beschuldigten – welchen er insgesamt zwei- bis dreimal 

getroffen habe – am 16. Februar 2021 zusammen mit O._____ zu †Q._____ chauf-

fiert (Urk. D1/7/5 S. 1 f. F/A 1, 3 u. 10; Urk. D1/7/6 S. 3 f. F/A 8 u. 11). †Q._____ 

kannte er nicht bzw. habe er sie einmal gesehen, als sie P._____ in dessen Woh-

nung besuchte habe (Urk. D1/7/6 S. 3 F/A 9 f.). Die beiden Hauptbetroffenen dieses 

Strafverfahrens kannte er demnach nicht näher. Die Familie P._____W._____ in 

AA._____  (P._____  und  W._____)  bezeichnete  er  als  "normale  Kollegen"  (Urk. 

- 32 -

D1/7/5 S. 2 F/A 2 u. 6 ff.), weshalb diesbezüglich eine gewisse Verbundenheit be-

steht. V._____ wurde im Rahmen seiner zweiten Einvernahme als Zeuge einver-

nommen und war unter der strengen Strafandrohung von Art. 307 StGB zu wahr-

heitsgemässen Aussagen verpflichtet. Seine Glaubwürdigkeit erweist sich als in-

takt.  Im  Vordergrund  steht  aber  auch  bei  ihm  die  Würdigung  der  Glaubhaftigkeit 

seiner Aussagen.

3.7.

I._____ ist die Mutter von †Q._____ bzw. der Beschuldigte ist der Gross-

vater ihres Schwiegersohnes (Urk. D1/5/2 S. 1 F/A 1 ff.; Urk. 5/3 S. 3 F/A 8). Ge-

stützt  auf  die  Mutter-Kind-Beziehung  zu  †Q._____  besteht  ein  Loyalitätskonflikt. 

Sodann 

gab 

I._____ 

zu  Protokoll, 

dass 

gegenüber 

der  Familie 

A._____/P._____W._____ grundsätzlich Zweifel bestehen würden, weil diese stän-

dig Probleme machen würde (Urk. D1/5/3 S. 7 F/A 27), was geeignet ist, ihre Un-

voreingenommenheit  gegenüber  dem  Beschuldigten  in  Zweifel  zu  ziehen.  Die 

Glaubwürdigkeit von I._____ ist unter diesen Umständen als etwas herabgesetzt 

zu erachten, auch wenn sie im Rahmen ihrer Befragungen als Auskunftsperson auf 

die  strafrechtlichen  Folgen  gemäss  Art.  303-305  StGB  aufmerksam  gemacht 

wurde. Im Zentrum steht aber die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen.

3.8.

Bei G._____ handelt es sich um den Stiefvater von †Q._____, welcher mit 

ihrer Mutter I._____ zwei gemeinsame Söhne hat (Urk. D1/5/4 S. 1 f. F/A 4). Er gab 

an, †Q._____ wie ein eigenes Kind betrachtet zu haben (Urk. D1/5/4 S. 2 F/A 5). 

Mit ihrer Mutter sei er zusammengekommen, als †Q._____ sechs, sieben Jahre alt 

gewesen sei (Urk. D1/5/4 S. 1 F/A 4; Urk. D1/5/5 S. 8 F/A 34). Zum Beschuldigten, 

welchen er von diversen Familienanlässen kenne, bestehe ein normales, respekt-

volles  und  gutes  Verhältnis  (Urk. D1/5/4  S.  2  F/A  11;  Urk.  D1/5/5  S. 2  f.  F/A  7). 

Aufgrund dieser familiär weitaus engeren Beziehung zu †Q._____ sind seine Aus-

führungen mit einer gewissen Zurückhaltung zu würdigen, wobei auch bei ihm die 

Glaubhaftigkeit seiner Aussagen vorrangig ist.

3.9.

Bei J._____ handelt es sich um den getrennt von †Q._____ lebenden Ehe-

mann, den Vater der drei gemeinsamen Kinder und den Enkel des Beschuldigten 

(Urk. D1/16/32 S. 1 ff. insb. F/A 1, 8 f. u. 24). Aufgrund des kurz nach dem ankla-

gegegenständlichen Vorfall angesetzten Scheidungstermins ist mit gewissen Ani-

- 33 -

mositäten †Q._____ gegenüber zu rechnen, auch wenn er darlegte, die Scheidung 

akzeptiert zu haben und bereits seit Juli 2020 eine neue Beziehung eingegangen 

zu sein (Urk. D1/16/32 S. 2 f. F/A 8 u. 16 u. S. 7 F/A 54 f.). Diese Angaben erweisen 

sich vor dem Hintergrund des übrigen Beweisergebnisses als unglaubhaft: Die ge-

genüber †Q._____ im anklagegegenständlichen Zeitpunkt bestehenden Animosi-

täten 

werden 

durch 

die 

aktenkundigen 

(Video-)

Nachrichten  belegt,  welche  er  ihr  kurz  vor  dem  anklagegegenständlichen  Vorfall 

schickte. So teilte er beispielsweise am 1. Februar 2021 mit "Du hast die Gefühle 

für mich verloren, ich habe sie für dich nicht verloren" (Urk. D1/39/8 S. 2). Am 8. Fe-

bruar 2021 kommunizierte J._____ seiner Ehefrau gegenüber: "Gute Nacht Schön-

heit,  ich  werde  schlafen  und  vom  schönen  Tätowierten  Körper  träumen  und  mir 

vorstellen, dass du neben mir bist. Du hast mich mit dem Bild der Tätowierung sehr 

heiss gemacht. Falls es mir gelingt vor lauter Aufregung zu schlafen…" oder "Wie 

würde ich dich von hinten, dann lecken bis du mit mir kommst. Den schönsten Sex 

habe ich mit dir, unvergesslich" (Urk. D1/39/8 S. 51 u. 60). Am 12. Februar 2021 

schickte er ihr sodann mehrere Videos mit pornografischem und eines mit morbi-

dem Inhalt (vgl. Urk. D1/39/8 S. 90 ff.; Urk. D1/39/9-10). Diese Nachrichten stehen 

der von J._____ kurz vor dem Ableben von †Q._____ geltend gemachten – angeb-

lichen – Emotionslosigkeit bzw. Gleichgültigkeit bezüglich ihrer (Paar-)Beziehung 

diametral entgegen. Seine Glaubwürdigkeit ist vor diesem Hintergrund deutlich her-

abgesetzt und seine weiteren Aussagen, die ebenfalls auf ihre Glaubhaftigkeit zu 

prüfen sind, sind demnach mit einer besonderen Zurückhaltung zu würdigen, ste-

hen aber im Vordergrund.

3.10.  W._____ ist die Ehefrau von P._____, die Schwiegermutter von †Q._____ 

und die Tochter des Beschuldigten (Urk. D1/16/33 S. 1 ff. F/A 1 ff.). Früher sei ihr 

Verhältnis zu †Q._____ besser gewesen als dasjenige zu ihrer Tochter, sie habe 

sie sehr akzeptiert (Urk. D1/16/33 S. 14 F/A 98). Hinsichtlich des angeblichen Le-

benswandels ihrer Schwiegertochter äusserte sie sich nur vage, wusste indes Be-

scheid, dass es "viele Geschichten" über Männerbekanntschaften ihrer Schwieger-

tochter gegeben habe, wobei sie angab, nicht mehr zu wissen, ob dies vor oder 

nach dem anklagegegenständlichen Vorfall gewesen sei (Urk. D1/16/33 S. 4 F/A 

25 ff.). Als sie von der Scheidungsabsicht ihrer Schwiegertochter erfahren habe, 

- 34 -

sei sie geschockt gewesen (Urk. D1/16/33 S. 5 F/A 36). Später habe †Q._____ ein 

Kontaktverbot hinsichtlich des Besuchs der Enkelkinder erwirkt (Urk. D1/16/33 S. 

5 f. F/A 36; vgl. auch Urk. D1/17/6). Bereits gestützt auf die eigenen Angaben von 

W._____  erscheint  ihre  Beziehung  im  anklagegegenständlichen  Zeitpunkt  zu 

†Q._____ erheblich belastet gewesen zu sein, was ihre Glaubwürdigkeit nicht un-

beträchtlich herabsetzt. Im Vordergrund steht indes – auch bei ihr – die Würdigung 

der Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen.

4.

Seitens der Vorinstanz wurden die massgebenden Aussagen des Beschul-

digten (Urk. D1/2/1-9; Prot. I S. 27 ff.) zusammengefasst und zutreffend wiederge-

geben (Urk. 198 E. III.3.3.5.1.-3.3.5.9.), weshalb vorab vollumfänglich darauf ver-

wiesen werden kann. Anlässlich der Berufungsverhandlung gab der Beschuldigte 

ferner zu Protokoll, dass er zu †Q._____ gegangen sei, um mit ihr Kaffee zu trinken, 

zu sprechen und ein bisschen zu scherzen (Prot. II S. 20). Er habe nach ihr gerufen, 

als er an die Haustüre gekommen sei. Sie habe die Tür aufgemacht, sei dort mit 

einem Messer in der Hand gestanden und habe gesagt: "Auf dich habe ich schon 

lange gewartet" (Prot. II S. 15). Ihre Wohnung habe er nicht betreten. Er sei 20 Me-

ter rückwärts bis zu einer Wand gegangen. †Q._____ habe ihn "angeflucht" und 

gesagt, dass sie Gulasch aus ihm mache. Daraufhin habe er geschossen (Prot. II 

S. 19  f.).  Sie  habe  ein  grosses  Messer  gehabt  und  ihn  in  die  Ecke  gedrängt.  Er 

habe nirgendwo mehr hin können und deshalb habe er die Pistole ziehen müssen 

(Prot. II S. 14). Er sei erschrocken und habe sechsmal auf sie geschossen (Prot. II 

S. 21). Er habe sich selbst verteidigt (Prot. II S. 22). Weiter sagte der Beschuldigte 

wiederholt aus, dass er keine Aussagen machen möchte, weil er nicht lügen wolle 

(Prot. II S. 19 f. u. 22). Hinsichtlich des Revolvers führte er aus, dass dieser immer 

voll geladen und in seiner Brusttasche gewesen sei (Prot. II S. 16). Er habe keine 

Reservemunition mit sich geführt, sondern †Q._____ habe dieselbe Pistole wie er 

gehabt (Prot. II S. 17). Über eine Bewilligung der Schweizer Behörden für den Er-

werb und das Tragen einer Waffe habe er nicht verfügt. Ebenso wenig habe er sich 

über  die  Einfuhr  der  Waffe  in  die  Schweiz  erkundigt  (Prot. II  S. 22  f.).  Über 

†Q._____ gab der Beschuldigte vor Schranken des Berufungsgerichtes zu Proto-

koll,  dass  sie  eine  anständige,  gute  junge  Frau  gewesen  sei  (Prot. II  S. 19).  Sie 

habe keinen Fehler gemacht, bis sie das Messer gezückt habe (Prot. II S. 26). Die 

- 35 -

Leute im Dorf in Serbien hätten gelacht und gesagt, dass †Q._____ eine Schlampe 

und Hure sei. Er habe keine Ahnung, weshalb die Leute das gesagt hätten (Prot. II 

S. 27). 

Auch  die  massgebenden  Aussagen  der  weiteren  einvernommenen  Personen 

– T._____ (Urk. D1/6/2 u. 6/5 bzw. 6/3 u. 6/6; vgl. Urk. 198 E. III.3.3.1.), U._____ 

(Urk.  D1/6/8-9;  vgl. Urk.  198  E.  III.3.3.1.),  P._____  (Urk.  D1/3/1-4;  vgl.  Urk.  198 

E. III.3.3.2.),  O._____  (Urk.  D1/7/1-3;  vgl. Urk. 198  E.  III.3.3.2.),  V._____  (Urk. 

D1/7/5-6;  vgl. Urk.  198  E. III.3.3.2.),  I._____  (Urk.  D1/5/2-3;  vgl. Urk.  198  E. 

III.3.3.3.),  G._____  (Urk.  D1/5/4-5;  vgl.  Urk.  198  E.  III.3.3.3.),  J._____  (Urk. 

D1/16/10; Urk. D1/16/32; vgl. Urk. 198 E. III.3.3.4.) sowie W._____ (Urk. D1/16/11; 

Urk. D1/16/33; vgl. Urk. 198 E. III.3.3.4.) – wurden seitens der Vorinstanz zusam-

mengefasst und zutreffend wiedergegeben. Darauf kann vorab verwiesen werden.

5.

Die umfassend vorgenommene Würdigung der Aussagen des Beschuldig-

ten,  der  massgebenden  weiteren  einvernommenen  Personen  sowie  der  weiteren 

Beweismittel durch die Vorinstanz (Urk. 198 E. III.3.3.1.-3.7.) erweist sich als zutref-

fend.  Darauf  kann  vorgängig  verwiesen  werden.  Die  nachfolgende  Beweiswürdi-

gung  ist  deshalb  im  Sinne  einer  Ergänzung  und  Präzisierung  insbesondere  der 

vorinstanzlichen Erwägungen zu verstehen. 

6.1.

Beim  Kerngeschehen  des  anklagegegenständlichen  Vorfalls  vom  16.  Fe-

bruar 2021 – den Schussabgaben des Beschuldigten und dem diesen unmittelbar 

vorangehenden Geschehen – waren lediglich der Beschuldigte und das spätere To-

desopfer †Q._____ zugegen, weshalb den Aussagen des Beschuldigten eine be-

sondere Bedeutung zukommt. Aufgrund ihrer Anwesenheit am anklagegegenständ-

lichen Ort und ihrem damaligen Kontakt zum Beschuldigten vermögen aber auch 

die Angaben der Kinderbetreuerin von C._____, T._____, und der Nachbarin von 

†Q._____, U._____, besonders aufschlussreiche Erkenntnisse zu den unmittelbar 

vor und/oder nach dem Kerngeschehen ablaufenden Ereignissen zu liefern. Des-

halb kommt ihren Ausführungen nebst der nachstehenden Würdigung der Aussa-

gen  des  Beschuldigten  eine  zentrale  Rolle  zu,  wobei  das  übrige  Beweisergebnis 

einzubeziehen ist.

- 36 -

6.2.1. Die Aussagen des Beschuldigten zum anklagegegenständlichen Rahmen-

geschehen erweisen sich – auch wenn sie teilweise wenig detailliert und eher vage 

ausfallen – angesichts der nachstehenden Erwägungen um einiges verlässlicher als 

diejenigen zum anklagegegenständlichen Kerngeschehen, welche über weite Stre-

cken und in entscheidenden Punkten widersprüchlich erfolgten, wobei sich der Be-

schuldigte offensichtlich bemüht zeigte, sein Aussageverhalten jeweils dem sich ihm 

präsentierenden Beweisergebnis anzupassen. Ferner lassen sich mehrere Aussa-

gen und Standpunkte des Beschuldigten zu zentralen Punkten nicht mit dem übri-

gen Beweisergebnis in Übereinstimmung bringen. Dem Einwand der Verteidigung, 

wonach nicht auf die zuweilen konfusen und desorientierten Ausführungen des Be-

schuldigten abgestellt werden könne (Urk. 185 Rz. 25 ff.; Urk. 230 Rz. 22 ff.), ist 

– im  Ergebnis  einhergehend  mit  der  zutreffenden  Einschätzung  der  Vorinstanz 

(Urk. 198 E. III.3.6.3.) – entgegenzuhalten, dass weder gestützt auf die gutachterli-

chen  Abklärungen  zu  seiner  Verhandlungs-  und  Schuldfähigkeit  (vgl.  vorstehend 

unter E. II.1.1.-1.4. bzw. 2.1.-2.4.) noch im Rahmen der gerichtlichen Aussagenwür-

digung Umstände erkennbar sind, welche darauf schliessen lassen würden, dass 

ihm nicht bewusst war, was er zu Protokoll gab. Vielmehr wird aus der nachstehen-

den  Würdigung  seiner  Aussagen  deutlich,  dass  er  strategisch  aussagte  und  sein 

Aussageverhalten  mehrfach  dem  sich  ihm  präsentierenden  Beweisergebnis  an-

passte. Er wusste – auch im Übrigen – sehr wohl, welche Aussagen er tätigte und 

zu welchen Fragen er keine bzw. keine sachbezogene Antwort gab. Nachstehend 

ist detailliert auf sein Aussageverhalten unter Mitberücksichtigung des übrigen Be-

weisergebnisses einzugehen.

6.2.2. Als Grund, zum anklagegegenständlichen Zeitpunkt in die Schweiz zu rei-

sen, gab der Beschuldigte einheitlich an, er habe – was regelmässig geschehe – 

seinen Arzt in der Schweiz aufgesucht (z.B. Urk. D1/2/1 S. 5 F/A 26 u. S. 12 F/A 84; 

Urk. D1/2/2 S. 11 ff. F/A 82 u. 89 ff.; Urk. D1/2/4 S. 3 F/A 14) und dabei die Gele-

genheit  wahrnehmen  wollen,  seine  sich  bei  †Q._____  aufhaltende  Urenkelin 

C._____ zu besuchen (z.B. Urk. D1/2/1 S. 2 F/A 6, S. 5 F/A 26 u. S. 12 F/A 84; Urk. 

D1/2/2 S. 2 F/A 4 u. S. 11 f. F/A 82 u. 88 f. bzw. S. 18 F/A 138; Urk. D1/2/3 S. 2 

F/A 7; Urk. D1/2/4 S. 2 f. F/A 11). Er sei damals ohne Voranmeldung bei †Q._____ 

aufgetaucht (Urk. D1/2/1 S. 5 F/A 26). Konstant brachte er ferner zum Ausdruck, 

- 37 -

dass er †Q._____ darum habe bitten wollen, wegen ihrer drei Kinder wieder in den 

Kreis der Familie zurückzukommen (z.B. Urk. D1/2/2 S. 12 f. F/A 88 u. 94 bzw. S. 

18 F/A 138; Urk. D1/2/3 S. 3 f. F/A 15 ff.; Urk. D1/2/4 S. 5 F/A 30; Prot. I S. 36), 

welches ernsthafte Anliegen des Beschuldigten auch vor dem Hintergrund seines 

übrigen  Aussageverhaltens  und  zu  Protokoll  gegebenen  Familienbildes  sehr  au-

thentisch  erscheint.  Einhergehend  mit  der  zutreffenden  Einschätzung  der  Vorin-

stanz  (Urk. 198  E.  III.3.3.5.4.)  räumte  der  Beschuldigte  implizit  ein,  dass  es  ihm 

nicht gelungen sei, †Q._____ auf den richtigen Weg zu bringen: "Nicht einmal der 

Teufel" hätte dies geschafft (Urk. D1/2/4 S. 13 F/A 77). Gemäss dem Einwand der 

Verteidigung sei der Arztbesuch in der Schweiz entgegen der These der Anklage 

– welche  allerdings  so  nicht  explizit  aus  der  Anklageschrift  hervorgeht  (vgl. 

Urk. D1/52) – nicht vorgeschoben gewesen (Urk. 185 Rz. 44 ff.), woraus sie zu fol-

gern scheint, dass die Schussabgaben nicht geplant gewesen seien. Letztlich ist 

die Beantwortung der Frage, ob der Beschuldigte seine vorliegende Reise in die 

Schweiz mit einer – auch in der Vergangenheit anscheinend regelmässig vorge-

nommenen – ärztlichen Routinekontrolle verbunden hat oder nicht – einhergehend 

mit  der  zutreffenden  Auffassung  der  Vorinstanz  (Urk. 198  E.  III.3.6.4.)  –  so  oder 

anders unmassgeblich für die Sachverhaltserstellung und insbesondere des Nach-

weises der Planung der anklagegegenständlichen Tat, weshalb nicht weiter darauf 

einzugehen ist. 

6.2.3. Hinsichtlich  seines  mitgeführten  Revolvers  des  Modells  Crvena  Zastava 

gab  der  Beschuldigte  übereinstimmend  an,  dass  er  den  Revolver  stets  bei  sich 

trage, weshalb er ihn auch in die Schweiz mitgenommen habe (Urk. D1/2/1 S. 4 

F/A 17; Urk. D1/2/5 S. 5 F/A 15 ff.; Urk. D1/2/6 S. 4 f. u. 15 F/A 22 u. 86; Urk. D1/2/7 

S. 2 F/A 5; Prot. I S. 31 u. 39; Prot. II S. 16). Die Kohärenz dieser Aussagen könnte 

auf deren Glaubhaftigkeit hinweisen. Allerdings erweisen sich gerade – sogar mul-

tiple – Grenzübertritte mit Waffen – ungeachtet des Besitzes einer Waffenbewilli-

gung  (entsprechend  der  Beschuldigte:  vgl.  u.a.  Prot.  I  S.  31  u.  39)  –  als  heikel, 

welche  Anschauung  auch  dem  Beschuldigten  nicht  ganz  fremd  gewesen  sein 

dürfte. Das Argument der Verteidigung, dass dem Beschuldigten seine Aussage, 

wonach er den Revolver immer bei sich habe, nicht – auch nicht durch die Aussa-

gen der Familienmitglieder (Urk. 185 Rz. 55 ff.) – widerlegt werden könne (Urk. 185 

- 38 -

Rz. 54), erweist sich zwar als zutreffend. Trotzdem stellt das Mitführen des Revol-

vers bei objektiver Betrachtung ein Indiz für die Planung der Tötung dar, zumal es 

– auch angesichts der multiplen Grenzübertritte (vgl. auch die Aussagen des mit 

dem Beschuldigten reisenden P._____, wonach die Buspassagiere an der Grenze 

zu Ungarn kontrolliert worden seien; Urk. D1/3/2 S. 10 F/A 38 f.) und der als gut 

einzuschätzenden Sicherheitslage in der Schweiz – weitaus naheliegender gewe-

sen wäre, darauf zu verzichten. Auch die von der Verteidigung – gestützt auf die 

Aussage von O._____ (Urk. D1/7/3 S. 5 F/A 14) – als plausibel erachtete These, 

wonach sich der Beschuldigte vor einer Konfrontation mit dem Liebhaber der Ver-

storbenen gefürchtet habe und deshalb den Revolver mitführte (Urk. 185 Rz. 59), 

scheint dafür zu sprechen, dass der Beschuldigte den Einsatz der Schusswaffe im 

familiären Rahmen zumindest für plausibel erachtete. Letztlich zeigt aber sein Mit-

bringen von Extra-Munition klar auf, dass der Beschuldigte plante, die Waffe auch 

tatsächlich einzusetzen, zumal auch nicht glaubhaft erscheint, dass diese Reser-

vemunition †Q._____ gehörte (s. nachstehend unter E. 6.2.17.). Deshalb stellt das 

Mitführen des Revolvers ein Indiz für die geplante Tötung von †Q._____ dar.

6.2.4. Wenig  überzeugend  mutet  die  zeitweise  Behauptung  des  Beschuldigten 

an, er habe nicht gewusst, dass die beiden Geschwister von C._____ zum ankla-

gegegenständlichen Zeitpunkt in Serbien waren (Urk. D1/2/2 S. 15 f. F/A 110 ff.; 

Prot.  I  S.  37  f.).  Gestützt  auf  sein  Aussageverhalten  ist  diese  Behauptung  indes 

nicht widerlegbar. 

6.2.5. Der Beschuldigte gab sodann mehrfach an, vor dem anklagegegenständli-

chen  Vorfall  nichts  von  der  anstehenden  Scheidung  von  J._____  und  †Q._____ 

und  der  Scheidungsverhandlung  am  11.  März  2021  gewusst  zu  haben  und  ver-

mochte  den  Zeitpunkt,  als  er  vom  Scheidungsverfahren  erfahren  habe,  nicht  zu 

spezifizieren  (Urk.  D1/2/5  S.  9  F/A  37  f.;  Prot.  I  S.  33,  35  u.  37).  Anlässlich  der 

Einvernahme vom 26. März 2021 bejahte er demgegenüber die Frage, ob er von 

der  Absicht  von  †Q._____,  sich  von  J._____  scheiden  zu  lassen,  gewusst  habe 

(Urk. D1/2/3 S. 5 F/A 22), wobei aus dem Kontext seiner Antwort – entgegen dem 

anderslautenden Schluss der Vorinstanz (Urk. 198 E. III.3.3.5.3.) – nicht ganz klar 

wird, ob er auch lediglich – die damals bereits bestehende – Trennung des Paares 

- 39 -

gemeint haben könnte. Aus seinen entsprechenden Angaben lässt sich jedenfalls 

nichts zu Ungunsten seines Standpunkts ableiten. Es ist aber davon auszugehen, 

dass er von einem dauernden Trennungswillen von Seiten von †Q._____ ausging, 

ansonsten seine Angaben, wonach er †Q._____ im anklagegegenständlichen Zeit-

punkt zur Rückkehr in den Kreis der Familie habe bewegen wollen, was ihm – wie 

er es implizit einräumt – aber nicht gelungen sei (vgl. vorstehend unter E. 6.2.2.), 

keinen Sinn ergeben würden.

6.2.6. Offensichtlich erscheint, dass der Beschuldigte zuerst versuchte, Familien-

angehörige und weitere Beteiligte bei den Strafverfolgungsbehörden – wie es ein-

hergehend  mit  der  zutreffenden  Einschätzung  der  Vorinstanz  (Urk.  198 

E. III.3.3.5.1., 3.3.5.9. u. 3.3.5.10.) auch im Übrigen feststellbar ist – ausdrücklich 

möglichst nicht oder wenig zu thematisieren bzw. miteinzubeziehen, indem er wahr-

heitswidrig  angab,  er  sei  per  Autostopp  nach  AB._____  gekommen  (Urk.  D1/2/1 

S. 7 f. F/A 37 ff.), er habe zuvor am Bahnhof in Zürich – und nicht bei P._____ (Urk. 

D1/2/2 S. 16 F/A 116) – übernachtet (Urk. D1/2/1 S. 8 F/A 45), und verneinte, dass 

P._____ im selben Bus in die Schweiz einreiste (Urk. D1/2/1 S. 11 F/A 76), bzw. 

angab,  dies  nicht  genau  zu  wissen  (Urk.  D1/2/2  S. 16  F/A  115),  oder  in  diesem 

Zusammenhang aussagte, dass P._____ seinen eigenen, privaten Bus habe (Prot. 

I S. 38). Später räumte er in Widerspruch dazu ein, bei P._____ übernachtet zu 

haben (Urk. D1/2/2 S. 16 F/A 119) und mit zwei Leuten, die er bei seinem Schwie-

gersohn getroffen habe und die zufällig in dieselbe Richtung gefahren seien, nach 

AB._____ mitgefahren zu sein (Urk. D1/2/2 S. 16 f. F/A 118 u. 121 ff.). Allerdings 

blieb der Beschuldigte in seinen Ausführungen teilweise auffällig vage, ob P._____ 

gewusst bzw. er diesen informiert habe, dass er damals †Q._____ bzw. seine Ur-

enkelin C._____ besuchen wollte (vgl. Urk. D1/2/2 S. 17 f. F/A 131 u. 133). Dieses 

Lavieren des Beschuldigten erscheint auffällig und bringt deutlich zum Ausdruck, 

dass er einen potentiellen Verdacht auf eine Mitverantwortung seiner Verwandten 

bezüglich seines Vorgehens von vornherein und proaktiv aus der Welt zu schaffen 

versuchte. Diese Folgerung wird denn auch durch die dahingehenden Aussagen 

des  Beschuldigten  belegt,  wonach  P._____  nichts  mit  der  Sache  zu  tun  gehabt 

habe (Urk. D1/2/4 S. 4 F/A 23). Diese Würdigung des Aussageverhaltens des Be-

schuldigten  könnte  ein  Indiz  dafür  darstellen,  dass  er  die  Tat  sehr  wohl  geplant 

- 40 -

hatte, andernfalls – bei der geltend gemachten Notwehr – kein Grund ersichtlich ist, 

über dieses Rahmengeschehen – zumindest zeitweise – zu lügen. Dass seine Fa-

milie sogar in die Tötungspläne eingeweiht gewesen sein könnte, wird durch diese 

wahrheitswidrigen Angaben des Beschuldigten indes weder nahegelegt noch aus-

geschlossen.

6.2.7. Entgegen ihren anderslautenden Aussagen sei der Beschuldigte T._____ 

gemäss seinen wiederholten entsprechenden Aussagen lediglich im Treppenhaus 

und nicht in der Wohnung begegnet (Urk. D1/2/3 S. 10 f. F/A 61 ff. bzw. 67 ff. u. S. 

16 F/A 101; Urk. D1/2/4 S. 8 F/A 49). Auch wies der Beschuldigte ihre Aussage, 

wonach  er  vor  der  Schussabgabe  15  bis  20  Minuten  allein  mit  †Q._____  und 

C._____ in der Wohnung gewesen sei, weit von sich und machte geltend, T._____ 

stehe in den Diensten der Familie des Todesopfers und lüge deshalb (Urk. D1/2/4 

S. 6 f. F/A 37 ff.). Gestützt auf die glaubhaften Aussagen von T._____ (s. nachste-

hend unter E. 6.3.2.-6.3.3.), bei welcher überdies keinerlei Motiv ersichtlich ist, ge-

genüber den Strafverfolgungsbehörden wahrheitswidrige Aussagen zu machen, er-

weisen sich die erwähnten Behauptungen des Beschuldigten als unglaubhaft.

6.2.8. Der Beschuldigte verneinte gleichbleibend, dass ihm in der Wohnung Kaf-

fee angeboten worden sei bzw. er dort Kaffee getrunken habe (Urk. D1/2/3 S. 11 

F/A 10 f.; Urk. D1/2/4 S. 9 f. F/A 58 ff.; Urk. D1/2/9 S. 4 F/A 17), bzw. gab er an, 

sich  nicht  daran  erinnern  zu  vermögen,  ob  er  eine  Kaffeetasse  angefasst  habe 

(Urk. D1/2/3 S. 15 F/A 97 f.), bzw. gab er – konfrontiert mit dem Umstand, dass in 

der Wohnung zwei Kaffeetassen mit Kaffeerückständen gefunden worden seien – 

nunmehr  zu  Protokoll,  allenfalls  eine  Tasse  verschoben  zu  haben,  damit  sich 

C._____ nicht daran verbrühe (Urk. D1/2/4 S. 10 f. F/A 60 u. 68 bzw. S. 14 F/A 84), 

womit er sein Aussageverhalten offensichtlich dem sich ihm präsentierenden Be-

weisergebnis anpasste. Verräterisch erscheint sodann, dass der Beschuldigte er-

wähnte, wie es hätte sein können, wenn †Q._____ ihn begrüsst, ihm einen Kaffee 

angeboten und mit ihm gesprochen hätte, weil er ihr dann "alles gesagt" hätte, wo-

mit er meinte, dass sie mit den Kindern zur Familie zurückkomme solle (Urk. D1/2/4 

S. 84 ff.).  Es  erscheint  gestützt  auf  die  gesamten  Umstände  –  die  Zeitdauer  des 

Verweilens in der Wohnung von mindestens ca. 15 Minuten oder annähernd 15 Mi-

- 41 -

nuten, welche zwingend für die Aufnahme einer (vom Beschuldigten in Abrede ge-

stellten) Kommunikation zwischen ihm und †Q._____ spricht, den eingestandenen 

Vorsatz des Beschuldigten, dadurch die Rückkehr von †Q._____ in den Kreis sei-

ner Familie zu erwirken sowie dem Auffinden zweier Kaffeetassen mit Kaffeerück-

ständen (eine davon mit der DNA des Beschuldigten [vgl. Urk. D1/12/6 S. 2]) – doch 

sehr naheliegend, dass das Aufeinandertreffen der beiden Beteiligten genau diesen 

Verlauf nahm, wobei †Q._____ dem Beschuldigten betreffend Rückkehr in seine 

Familie eine abschlägige Antwort erteilt haben dürfte, woraufhin er auf sie schoss. 

Auch wenn der Verteidigung recht zu geben ist, dass nicht erstellt werden kann, 

was  vor  den  Schussabgaben  genau  vorgefallen  sei  (Urk.  185  Rz.  23),  erscheint 

diese  Hypothese  gestützt  auf  die  Beweiswürdigung  als  doch  sehr  naheliegend. 

Dass die Aussage des Beschuldigten, wonach er keinen Kaffee in der Wohnung 

getrunken habe (bzw. dass er sich zumindest nicht daran zu erinnern vermöge), 

gemäss der Verteidigung nicht widerlegt werden könne, weil nicht eindeutig gesi-

chert sei, welche Kaffeetasse welcher Tasse auf den Tatortaufnahmen entspreche, 

und unklar sei, wo auf welcher Tasse die DNA des Beschuldigten und wo genau 

(ab Trinkrand oder nur ab dem Haltebügel) sichergestellt worden sei, weshalb nicht 

erstellt sei, dass der Beschuldigte in der Wohnung der Verstorbenen Kaffee getrun-

ken habe bzw. ihm – wie ihm in der Anklage vorgeworfen (Urk. D1/52 S. 5) – ein 

Kaffee serviert worden sei (Urk. 185 Rz. 78 ff.), ist letztlich – einhergehend mit der 

zutreffenden  Auffassung  der  Vorinstanz  (Urk.  198  E. III.3.6.7.)  –  nicht  entschei-

dend.  Das  sich  diesbezüglich  insbesondere  auf  die  glaubhaften  Aussagen  von 

T._____ (vgl. nachstehend E. 6.3.3.) stützende Beweisergebnis zeigt, dass der Be-

schuldigte  mindestens  ca. 15  Minuten  bzw.  annähernd  15  Minuten  alleine  mit 

†Q._____ in der Wohnung verbrachte, bevor die Schüsse fielen. Bei dieser Sach-

lage erscheint es – einhergehend mit der Verteidigung (Urk. 230 Rz. 52 ff.) – nahe-

liegend, dass die beiden Personen in diesem Zeitraum eine Kommunikation auf-

nahmen.  Dass  dabei  Kaffee  getrunken  wurde,  erscheint  aufgrund  der  am  Tatort 

sichergestellten Tassen mit Kaffeerückständen und dem Umstand, dass T._____ 

einheitlich davon berichtete, vernommen zu haben, dass dem Beschuldigten von 

†Q._____  Kaffee  angeboten  wurde  (vgl.  nachstehend  E. 6.3.2.),  sehr  plausibel. 

Massgeblich ist letztlich, dass die Aussagen des Beschuldigten zum angeblich un-

- 42 -

mittelbar  nach  seinem  Betreten  der  Wohnung  erfolgten  Angriff  durch  †Q._____ 

(vgl. dazu nachstehend unter E. 6.2.9.) auch gestützt auf das übrige Beweisergeb-

nis so oder anders nicht aufrechterhalten werden kann.

6.2.9. Als  sehr  auffällig  erweisen  sich  die  Widersprüche  des  Beschuldigten  bei 

der Schilderung des von ihm geltend gemachten Angriffs durch †Q._____. Zuerst 

gab er – hinsichtlich des genauen Ablaufs und insbesondere des Stattfindens einer 

Körperberührung bereits inkonsistent – an, sie habe ihn gewürgt bzw. am Hals ge-

packt (Urk. D1/2/1 S. 3 F/A 8) bzw. habe ihn würgen wollen (Urk. D1/2/1 S. 14 F/A 

95; Urk. D1/2/2 S. 11 F/A 83; Urk. D1/2/3 S. 2 F/A, S. 5 f. F/A 28 u. S. 13 F/A 83; 

Urk. D1/2/4 S. 13 F/A 78) bzw. dass er davor Angst gehabt habe (Urk. D1/2/1 S. 6 

F/A 30)  bzw.  dass  sie  gesagt  habe:  "Warte  ab,  ich  werde  dich  jetzt  würgen" 

(Urk. D1/2/1  S.  5  F/A  22).  Demgegenüber  stellte  er  später  mehrfach  in  Abrede, 

dass  zwischen  ihnen  vorgängig  zum  Angriff  etwas  gesprochen  worden  sei 

(Urk. D1/2/3 S. 15 F/A 95; Urk. D1/2/4 S. 6 ff. F/A 35, 46 f. u. 65 ff.; Urk. D1/2/9 S. 5 

F/A 25), und dies später etwas herabmildert, indem er vorgab, sich nicht daran zu 

erinnern vermögen, mit ihr gesprochen zu haben (Urk. D1/2/4 S. 11 F/A 67), bzw. 

ausführte,  sie  habe  gejault  (Urk. D1/2/3  S.  14  F/A  85)  und  "WwWw"/"Wwuwuw"/

"Wwwwww" gemacht (Urk. D1/2/2 S. 11 F/A 80 u. 83; Urk. D1/2/3 S. 12 f. F/A 70 

u. 79; Urk. D1/2/4 S. 15 F/A 92) bzw. sie habe ihn unmittelbar angegriffen, als er 

zu  C._____  gehen  wollte  (Urk. D1/2/4  S.  5  f.  F/A  34),  bzw.  ihn  töten  wollen 

(Urk. D1/2/1  S.  3  F/A  8)  bzw.  sich  auf  ihn  geworfen  (Urk. D1/2/2  S.  12  F/A  89), 

wobei er ein von ihr dabei mitgeführtes Messer komplett unerwähnt liess. Später 

machte der Beschuldigte demgegenüber geltend, allenfalls habe sie sogar ein Mes-

ser in den Händen gehabt (Urk. D1/2/3 S. 13 F/A 79), bevor er mehrfach und dezi-

diert  zu  Protokoll  gab,  sie  habe  ihn  mit  einem  (langen)  Messer  angegriffen 

(Urk. D1/2/5 S. 2 f. F/A 4 u. S. 11 f. F/A 47 f. u. 55; Urk. D1/2/6 S. 5, 8 u. 10 F/A 25, 

42 u. 55; Urk. D1/2/7 S. 2 F/A 5; Prot. I S. 28, 33, 38, 40 u. 42 ff.) und gesagt: "Jetzt 

werde  ich  dich  abschlachten"  (Urk. D1/2/5  S. 2  F/A 4;  Urk.  D1/2/6  S.  5,  8  u.  10 

F/A 25, 42 u. 55) bzw. "Warte, ich mache [ein] Gulasch aus dir" (Urk. D1/2/7 S. 9 f. 

F/A 34; Urk. D1/2/9 S. 3 F/A 9; Prot. I S. 43 u. 50; Prot. II S. 19 f.). Diese wider-

sprüchliche und deutlich aggravierende Darstellung lässt erheblich daran zweifeln, 

dass – überhaupt – ein Angriff von Seiten von †Q._____ stattgefunden hat, weil 

- 43 -

nicht nachvollziehbar ist, wie man sich bezüglich eines dermassen einprägsamen 

und wichtigen Umstands bzw. Gegenstands, wie es ein Messer darstellt, täuschen 

kann. Dazu kommt, dass am Tatort kein Messer sichergestellt wurde (vgl. Sicher-

stellungsliste der Polizei: Urk. D1/43/5) und es diesbezüglich keine schlüssige Er-

klärung gibt (vgl. dazu auch die unglaubhaften Erklärungsversuche des Beschul-

digten;  nachstehend  unter  E. 6.2.15.  bzw.  E.  6.3.5.).  Die  Verteidigung  machte  in 

diesem  Zusammenhang  geltend,  dass  es  infolge  des  im  April  2021  erlittenen 

Schlaganfalls beim Beschuldigten zu einer hirnorganischen Veränderung gekom-

men sei, was letztlich hinsichtlich der von ihm geschilderten Notwehrsituation (Wür-

geattacke bzw. Messereinsatz seitens von †Q._____) zu einem Strukturbruch zwi-

schen der (vierten) Einvernahme vom 1. April 2021 und der (fünften) Einvernahme 

vom 26. August 2021 geführt habe. Aus diesem Grund sei auf die ersten vier tat-

nächsten Befragungen des Beschuldigten, in welchen er stets eine Würgeattacke 

seitens der Verstorbenen geltend machte, abzustellen (Urk. 185 Rz. 39 ff.; Urk. 230 

Rz. 35 ff.). Der Verteidigung ist insoweit beizupflichten, dass der Beschuldigte erst-

mals 

in  der  staatsanwaltschaftlichen  Einvernahme  vom  21. August  2021 

(Urk. D1/2/5 S. 2) bzw. kurz zuvor gegenüber der UPD Bern (vgl. Urk. D1/20/4 S. 3) 

einen Messerangriff durch †Q._____ schilderte. Bereits aus den vorstehenden Aus-

führungen ergibt sich jedoch, dass die Sachdarstellung des Beschuldigten in den 

ersten vier Befragungen von Widersprüchlichkeiten geprägt waren und sich als un-

glaubhaft  erweisen  (vgl.  insbesondere  vorstehend  E. 6.2.7.  f.  und  auch  nachste-

hend E. 6.2.11. f.). Vor diesem Hintergrund ergeben sich keine wesentlichen Ein-

schränkungen mit Blick auf das Aussageverhalten bzw. die Aussagetüchtigkeit des 

Beschuldigten, da bereits gestützt auf die inkohärenten und widersprüchlichen Aus-

sagen des Beschuldigten (auch in den tatnächsten vier Einvernahmen) und das am 

Tatort vorgefundene Spurenbild der geltend gemachte Angriff – mit oder ohne Mes-

ser – unglaubhaft erscheint. Auch gab der Beschuldigte – zu den zeitlichen Um-

ständen befragt – einerseits an, †Q._____ sei nach vielleicht "5 Minuten oder we-

niger"  nach  seiner  Ankunft  in  der  Wohnung  "sofort"  auf  ihn  "losgegangen"  (Urk. 

D1/2/1 S. 5 F/A 27). Andernorts gab der Beschuldigte zu Protokoll, dieser Angriff 

sei unmittelbar bzw. nach ca. 1 Minute erfolgt (Urk. D1/2/4 S. 5 f. F/A 34 bzw. S. 8 

F/A  30)  bzw.  dass  es  "gar  keine  Zeit"  gegeben  habe,  um  mit  ihr  zu  reden 

- 44 -

(Urk. D1/2/9 S. 5 F/A 25). Seine Aussagen, wonach er mehrfach in Abrede stellte, 

dass  zwischen  ihnen  vorgängig  zum  Angriff  etwas  gesprochen  worden  sei  (Urk. 

D1/2/3 S. 15 F/A 95; Urk. D1/2/4 S. 6 ff. F/A 35, 46 f. u. S. 11 65 ff.; Urk. D1/2/9 S. 

5 F/A 25), werden dadurch zwar gestützt, erweisen sich aber bereits angesichts der 

Aussagen von T._____ (s. vorstehend unter E. 6.2.7. und insbesondere nachste-

hend unter E. 6.3.3.) als unglaubhaft. So zeigt das Beweisergebnis, dass der Be-

schuldigte  mindestens  etwa  15 Minuten  oder  annähernd  15  Minuten  alleine  mit 

†Q._____ in der Wohnung verbrachte, bevor die Schüsse fielen, und es gestützt 

darauf naheliegend erscheint, dass die beiden Personen in diesem Zeitraum eine 

Kommunikation aufnahmen und allenfalls Kaffee tranken, was wiederum durch das 

am Tatort aufgefundene Spurenbild gestützt wird. Die Aussagen des Beschuldigten 

zum  angeblich  unmittelbar  nach  seinem  Betreten  der  Wohnung  erfolgten  Angriff 

durch †Q._____ können deshalb auch gestützt auf das übrige Beweisergebnis zu 

den zeitlichen Parametern nicht aufrechterhalten werden.

6.2.10. Einen konkreten singulären Grund für den Angriff von †Q._____ vermochte 

der  Beschuldigte  nicht  zu  nennen,  sondern  erwähnte  in  diesem  Zusammenhang 

missbilligend, dass sie begonnen habe, als Prostituierte zu leben, ihr alles, die Kin-

der und der Mann, gefehlt habe, und er glaube, dass das alles von ihrer Mutter, 

welche ihren Mann getötet und ihren Sohn vergiftet habe, stamme (Urk. D1/2/4 S. 

14 F/A 82; vgl. auch: Urk. D1/2/7 S. 3 u. 7 F/A 8 u. 21; Prot. I S. 33). Im Rahmen 

der staatsanwaltlichen Schlusseinvernahme machte der Beschuldigte demgegen-

über erstmals geltend, †Q._____ habe ihn aus finanziellen Interessen vernichten 

wollen, da sie an sein Erbe gewollt habe ("Sie wollte mich vernichten, damit sie diesen 

Saal [gemeint ist damit das Hotel/Restaurant in familiärem Besitz in Serbien] erben kann"; 

Urk. D1/2/9 S. 6 F/A 32). Weiter brachte der Beschuldigte als mögliches Motiv vor, 

†Q._____ habe Angst gehabt, dass er ihr ihr Kind wegnehmen würde (Urk. D1/2/6 

S. 7 u. 10 f. F/A 36 u. 58). Auch wenn es sich letztlich naturgemäss um Mutmas-

sungen des Beschuldigten handeln muss, welches Motiv †Q._____ gehabt haben 

könnte, erweisen sich seine ausschweifenden und inkonsistenten Erklärungen als 

wenig überzeugend.

- 45 -

6.2.11. Inkohärent erweisen sich die Angaben des Beschuldigten auch in Bezug 

auf die Angaben zur Distanz zu †Q._____ bei den Schussabgaben: Bei seiner ers-

ten Einvernahme gab er an, es seien ca. 3 bis 4 Meter gewesen (Urk. D1/2/1 S. 4 

F/A 16), bei seiner zweiten Einvernahme sprach er demgegenüber von lediglich ca. 

2 Metern Distanz (Urk. D1/2/2 S. 11 F/A 80), bei seiner dritten von 2 bis 3 Metern 

(Urk. D1/2/3 S. 13 F/A 78), später erneut von 2 Metern (Urk. D1/2/5 S. 2 F/A 4) oder 

– im Laufe derselben Befragung vor Vorinstanz – sogar auch von 5 oder lediglich 

1½ bis 2 Metern (Prot. I S. 43 ff.), wobei er betonte, dass die Distanz bei seinen 

Schüssen nicht unter 2 Metern gewesen sei (Prot. I S. 49). Auch wenn der Auffas-

sung der Verteidigung, wonach Distanzangaben immer schwierig und meist – ins-

besondere dann wenn sie sich auf emotional belastete Momente und auf ein dyna-

misches  Geschehen  beziehen  würden  –  ungenau  seien  (Urk.  185  S. 24  Rz. 88; 

Urk. 230 Rz. 16 ff.), grundsätzlich beizupflichten ist, erweisen sich die vorliegend 

seitens  des Beschuldigten angegebenen Distanzen dermassen weit entfernt von 

den schlüssigen gutachterlichen Feststellungen (s. nachstehend unter E. 6.11. u. 

6.12.), dass diese Argumentation nicht verfängt. Ausserdem ist zu berücksichtigen, 

dass der Beschuldigte sein Aussageverhalten offensichtlich dem sich ihm jeweils 

präsentierenden Beweisergebnis anpasste, weshalb sich seine Ausführungen auch 

aus diesem Grund als unglaubhaft erweisen: Konfrontiert damit, dass die Schuss-

verletzung in der Stirn von †Q._____ darauf hinweise, dass er relativ nahe bei ihr 

und über ihr gestanden sein müsse, machte der Beschuldigte neu geltend, dass 

beim letzten Schuss lediglich eine kurze Entfernung – gestützt auf seine entspre-

chende Anzeige per Hand vom Protokollführer mit 50 bis 60 cm geschätzt – zu ihr 

bestanden habe (Urk. D1/2/6 S. 8 u. 10 F/A 43, 52 f. u. 57), und er Angst gehabt 

habe, sie würde ihn an den Füssen packen und überwältigen, was er zuvor uner-

wähnt liess. Auch die Schilderungen des Beschuldigten zur Distanz zu †Q._____ 

bei seinen Schussabgaben erweisen sich deshalb als inkonsistent und unglaubhaft. 

6.2.12. Unpräzise und widersprüchlich sind auch seine Schilderungen der Schus-

sabgabe. So erwähnte er mehrfach, den Revolver hervorgenommen zu haben, sich 

aber  an  das  anschliessende  Geschehen  nicht  mehr  zu  erinnern  vermögen 

(Urk. D1/2/1 S. 3 F/A 8) bzw. es sei ihm schwarz vor Augen geworden bzw. er sei 

nach  der  Schussabgabe  ohnmächtig  geworden  (Urk.  D1/2/1  S.  4  F/A  15; 

- 46 -

Urk. D1/2/2 S. 3 F/A 12) bzw. er sei nach dem Abfeuern der Waffe heruntergefallen 

bzw. hingefallen und wisse ab da an nichts mehr (Urk. D1/2/1 S. 4 f. F/A 19 u. 21 f.; 

Urk. D1/2/6 S. 5 f. F/A 24 u. 30) bzw. habe er 5 oder 6 Mal bzw. 6 Mal geschossen 

(Urk. D1/2/3 S. 12 F/A 71; Urk. D1/2/6 S. 6 u. 8 F/A 29 u. 40; Prot. I S. 28). Er sei 

auf das Sofa gefallen, wisse aber nicht mehr wie (Urk. D1/2/3 S. 12 f. F/A 75 ff.; 

Urk. D1/2/5  S.  3  F/A 4).  Während  der  Beschuldigte  folglich  einerseits  geltend 

macht, sich nur an das Hervorholen des Revolvers erinnern zu vermögen, macht 

er andererseits geltend, seiner Erinnerung erst nach den Schussabgaben verlustig 

geworden zu sein. Anlässlich seiner staatsanwaltlichen Einvernahme vom 21. Ok-

tober 2021 brachte der Beschuldigte sodann neu vor, sich an Details zwischen sei-

nen mehrfachen Schussabgaben zu erinnern, indem er nunmehr angab, dass er, 

als  †Q._____  vor  ihm  gefallen  sei,  gedacht  habe,  sie  bewege  sich,  weshalb  er 

nochmals aus der Nähe geschossen habe (Urk. D1/2/6 S. 4 F/A 20). Er habe des-

halb fünfmal auf ihren Körper und einmal auf ihren Kopf geschossen, als sie vor 

ihm hingefallen sei (Urk. D1/2/6 S. 8 F/A 40). Einerseits bleibt gestützt auf seine 

inkohärenten Ausführungen unklar, ob der Beschuldigte vor oder nach der Schus-

sabgabe  ohnmächtig  geworden  sein  soll.  Andererseits  erweist  sich  gerade  auch 

vor diesem Hintergrund seine singuläre Sachdarstellung, gemäss welcher er sich 

an Einzelheiten zwischen den einzelnen Schüssen zu erinnern vermöge, als un-

glaubhaft und sollte offensichtlich dazu diesen, seine Schilderungen dem sich ihm 

präsentierenden Beweisergebnis anzupassen.

6.2.13. Die  jeweilige  Köperhaltung  bzw.  Positionierung  im  Raum  wird  vom  Be-

schuldigten demgegenüber grundsätzlich einheitlich geschildert: Konstant sagte er 

aus, er sei bei der Schussabgabe gestanden (Urk. D1/2/1 S. 6 F/A 31; Urk. D1/2/3 

S. 13 F/A 81; Urk. D1/2/6 S. 8 u. 11 F/A 42 u. 62). Konfrontiert mit dem gutachter-

lichen Beweisergebnis, dass er beim sechsten Schuss auf dem Sofa gesessen sein 

müsse, machte der Beschuldigte allerdings relativierend geltend, er sei nach der 

sechsten Schussabgabe "sofort auf den Boden gefallen" (Urk. D1/2/6 S. 11 F/A 63), 

womit  er  sich  –  wiederholt  –  bemüht  zeigt,  seine  Sachdarstellung  dem  sich  ihm 

jeweils präsentierenden Beweisergebnis anzupassen.

- 47 -

6.2.14. Der  Beschuldigte  vermochte  sich  sodann  auf  konkrete  entsprechende 

Frage  teilweise  nicht  zu  erinnern,  ob  †Q._____  im  Zeitpunkt  der  Schussabgabe 

gestanden oder auf dem Sofa gesessen sei (Urk. D1/2/3 S. 15 F/A 100), was an-

gesichts des im Übrigen geschilderten Umstands, dass sie auf ihn zugekommen 

sei,  irritiert  und  auch  diesbezüglich  an  der  Glaubhaftigkeit  seiner  Aussagen  zum 

anklagegegenständlichen Vorfall zweifeln lässt. 

6.2.15. Den Umstand, dass das Messer am Tatort nicht gefunden wurde (vgl. auch 

Sicherstellungsliste  der  Polizei:  Urk.  D1/43/5),  erklärte  der  Beschuldigte  damit, 

dass "das Kindermädchen das Messer genommen" habe (Urk. D1/2/6 S. 6 F/A 34) 

bzw. es "jemand in die Tasche gesteckt haben" müsse (Prot. I S. 33). Andernorts 

gab  er  –  angesprochen  auf  sein  widersprüchliches  Aussageverhalten  betreffend 

den mit oder ohne Messer bewaffneten Angriff von Seiten von †Q._____ – sinnge-

mäss zu Protokoll, dass er das Messer stets erwähnt gehabt habe und das Messer 

auf  dem  Boden  gelegen  sei,  bevor  er  ausschweifende  Ausführungen  zu  Waffen 

und Kriegen machte (Urk. D1/2/7 S. 9 F/A 32). Dieses – einhergehend mit der zu-

treffenden Auffassung der Vorinstanz (Urk. 198 E. III.3.3.5.10.) auch in anderem 

Zusammenhang feststellbare – ausweichende und ablenkende Aussageverhalten 

des Beschuldigten ist dahingehend zu deuten, dass ihm die gestellte Frage offen-

sichtlich unangenehm war und die ausweichende bzw. ablenkende Beantwortung 

somit strategisch erfolgte, was sich auch mit den schlüssigen Feststellungen der 

psychiatrischen Gutachterin Dr. med. N._____ deckt (vgl. Urk. D1/19/15 S. 65 f. u. 

80 f.) und letztlich auch gegen die These der Verteidigung, wonach nicht auf die 

zuweilen konfusen und desorientierten Ausführungen des Beschuldigten abgestellt 

werden könne (Urk. 185 Rz. 25 ff.), spricht. Eine plausible Erklärung, was mit dem 

Messer geschah, vermochte der Beschuldigte demgemäss nicht zu liefern. Bereits 

gestützt auf sein widersprüchliches und unglaubhaftes Aussageverhalten zum An-

griff von †Q._____ sowie den Umstand, dass am Tatort kein Messer aufgefunden 

wurde, lässt sich rechtsgenügend feststellen, dass von Seiten von †Q._____ kein 

Messerangriff erfolgte (s. auch vorstehend unter E. 6.2.9.). Vor diesem Hintergrund 

ist – entgegen dem anderslautenden Einwand der Verteidigung (vgl. Urk. 185 Rz. 

23) – vielmehr davon auszugehen, dass die Schüsse unvermittelt erfolgten, hätte 

- 48 -

der  Beschuldigte  andernfalls  eine  plausible  Erklärung  hierfür  zu  Protokoll  geben 

können, was vorliegend gerade nicht zutrifft.

6.2.16. Der Beschuldigte verneinte stets, die Wohnungstüre von innen abgeschlos-

sen zu haben (Urk. D1/2/3 S. 16 F/A 103; Urk. D1/2/5 S. 8 F/A 29 u. 31), womit sich 

seine  entsprechenden  Angaben  als  gleichbleibend  erweisen.  In  diesem  Zusam-

menhang gilt zu bemerken, dass die Türe auch von †Q._____ abgeschlossen wor-

den sein könnte, nachdem sie den Beschuldigten in ihre Wohnung hineingebeten 

hatte, weshalb sich dieses in der Anklageschrift vom 23. Februar 2023 umschrie-

bene  Sachverhaltselement  (Urk. D1/52  S. 5)  einhergehend  mit  der  zutreffenden 

Auffassung der Verteidigung (Urk. 230 Rz. 51) nicht erstellen lässt.

6.2.17. Gleichbleibend waren auch die Angaben des Beschuldigten zum ihm vor-

geworfenen Mitbringen bzw. Verstecken von zusätzlicher, zur Tatwaffe passender 

Munition in der WC-Schüssel (vgl. die Fotografien des Fundes von einem in Alumi-

nium umwickelten Paket mit mehreren Patronen: Urk. D1/41/4), was er stets in Ab-

rede stellte (Urk. D1/2/3 S. 16 F/A 104 ff.; Urk. D1/2/4 S. 13 F/A 80, vgl. auch Prot. II 

S. 17). Im Rahmen seiner staatsanwaltlichen Einvernahme vom 21. Oktober 2021 

brachte der Beschuldigte erstmals neu vor, dass †Q._____ ein Jahr zuvor Munition 

von ihm erhalten habe (Urk. D1/2/6 S. 3 f. F/A 14 ff.; so auch später: Urk. D1/2/6 S. 

7 F/A 37 f.), womit er sich offensichtlich erpicht darauf zeigt, eine Erklärung für die 

in der WC-Schüssel gefundene Munition nachzuliefern, welche Darstellung indes 

den Fundort der Munition in keiner Weise zu plausibilisieren vermag und sich auch 

deshalb als unglaubhaft erweist. Abgesehen davon konnte bei †Q._____ keine ent-

sprechende  Waffe  für  diese  Munition  sichergestellt  werden  (Urk.  D1/41/7/1; 

Urk. D1/41/13; Urk. D1/41/18). Sodann ergab die Prüfung der Patronen, dass der 

Beschuldigte als Spurengeber nicht ausgeschlossen werden konnte (Urk. D1/12/6). 

Eine Gesamtbetrachtung hinsichtlich der in der WC-Schüssel gefundenen Munition 

führt  –  einhergehend  mit  der  zutreffenden  Auffassung  der  Vorinstanz  (Urk.  198 

E. III.3.3.5.6.) – unweigerlich zum Schluss, dass der Beschuldigte zusätzliche Mu-

nition für den Fall mitführte, dass die in der Trommel seines Revolvers befindliche 

Munition nicht genügen sollte, um †Q._____ umzubringen. Damit stellt der Fund 

- 49 -

der Ersatzmunition ein besonders bedeutsames Indiz für das Vorliegen einer sorg-

fältig im Voraus geplanten Tat durch den Beschuldigten dar.

6.2.18. Auffällig  erscheint  –  einhergehend  mit  der  zutreffenden  Auffassung  der 

Vorinstanz (Urk. 198 E. III.3.3.5.10.) – im Allgemeinen, wie der Beschuldigte in der 

Untersuchung das Todesopfer mehrfach schlechtredete bzw. in einem schlechten 

Licht darstellte, indem er z.B. missbilligend angibt, sie sei keine Frau gewesen, son-

dern ein Bandit (Urk. D1/2/1 S. 14 F/A 95), oder abwertend geltend macht, sie habe 

Sex  mit  mehreren  Männern,  auch  vor  den  Augen  seiner  Urenkel,  gehabt 

(Urk. D1/2/1 S. 5 f. F/A 27; Urk. D1/2/2 S. 3 F/A 13; Urk. D1/2/3 S. 2 F/A 9, S. 5 

F/A 22 u. S. 7 F/A 43; Urk. D1/2/6 S. 5 F/A 25; Urk. D1/2/7 S. 6 F/A 18), die Kinder 

hätten mit ihren Mobiltelefonen Nacktaufnahmen von †Q._____ und den Männern 

– sogar bei den "Sex-Machenschaften" (Urk. D1/2/2 S. 4 F/A 22) bzw. Pornoauf-

nahmen (Urk. D1/2/5 S. 2 F/A 4; Urk. D1/2/6 S. 5 F/A 25) – gemacht (Urk. D1/2/2 

S.  3 f.  F/A 14 ff.;  Urk. D1/2/5  S.  2  F/A  4)  oder  von  ihrem  Vater  J._____  erhalten 

(D1/2/2  S. 5  F/A 23  u.  26)  bzw.  dass  †Q._____  seinen  Urenkeln  nur  sehr  wenig 

bzw. zeitweise nichts zu essen gegeben habe (z.B. Urk. D1/2/2 S. 3 f. F/A 13 u. 16; 

Urk. D1/2/3 S. 3 F/A 13). †Q._____ habe durch ihr Verhalten nicht nur die Ehre der 

Familie, sondern auch diejenige des ganzen Dorfes und von der ganzen Umgebung 

beschmutzt (Urk. D1/2/2 S. 12 F/A 87; in diesem Sinne auch: Urk. D1/2/3 S. 3 F/A 

11 f.). Anlässlich der Berufungsverhandlung gab der Beschuldigte hingegen zu Pro-

tokoll, die Leute im Dorf in Serbien hätten gelacht und gesagt, †Q._____ sei eine 

Hure bzw. Schlampe (Prot. II S. 26). Seine vor Schranken des Berufungsgerichts 

erfolgten  Aussagen,  dass  †Q._____  eine  gute,  junge,  anständige  Frau  (Prot. II 

S. 19) bzw. ein "super Kind" gewesen sei (Prot. II S. 26), die bis zu dem Moment, 

als sie das Messer gezückt habe, keinen Fehler gemacht habe (Prot. II S. 26), ste-

hen im krassen Widerspruch zu seinen Depositionen in der Untersuchung, die auch 

Hinweise auf die Motivlage des Beschuldigten geben (vgl. nachstehend E. 6.2.19.), 

und erscheinen daher als unglaubhaft.

6.2.19. Bezeichnend erscheint in diesem Kontext, dass der Beschuldigte aussagte, 

ihre Rückkehr zur Familie, zu welcher er †Q._____ habe bewegen wollen (vgl. dazu 

vorstehend unter E. 6.2.2.), hätte die Ehre der Familie – deren Oberhaupt er sich 

- 50 -

nennt  (Urk.  D1/2/7  S.  8  F/A  26)  –  wiederhergestellt  (Urk. D1/2/3  S.  3  f.  F/A 15). 

Auffällig erscheint sodann die Aussage des Beschuldigten, wonach †Q._____ für 

ihre Ungerechtigkeit vom lieben Gott bestraft worden sei, nachdem sie im Famili-

engeschäft Geld – insgesamt einen Verdienst von zwei bis drei Jahren – sowohl 

hinterzogen wie auch gestohlen und ferner "allen" Schmuck der Familie, insbeson-

dere denjenigen seiner Tochter, mitgenommen haben soll, als sie die Familie ver-

lassen habe und mit den Kindern aus Serbien Richtung Schweiz abgehauen sei 

(Urk. D1/2/6 S. 5 F/A 24, S. 11 f. 64 u. 68 ff.), womit sich der Beschuldigte nicht nur 

eine gottesgleiche Funktion anmasst, indem er für – eine subjektiv geprägte – Ge-

rechtigkeit  sorgt,  sondern  auch  den  Unrechtsgehalt  des  behaupteten  Messeran-

griffs relativiert, welcher beim von ihm bewirkten Ableben von †Q._____ plötzlich 

keine Rolle spielt. Auch dieser Umstand spricht letztlich gegen einen vorgängigen 

(Messer-)Angriff durch †Q._____. Generell ist – einhergehend mit der zutreffenden 

Auffassung  der  Vorinstanz  (Urk.  198  E. III.3.3.5.7.)  –  festzustellen,  dass  seine 

Hauptsorge  seinem  in  Mitleidenschaft  gezogenen  Ansehen  in  Serbien  und  nicht 

etwa der Tatsache gilt, dass seine Urenkel nun ohne ihre Mutter aufwachsen (vgl. 

Urk. D1/2/7 S. 4 f. F/A 12). Die Aussage des Beschuldigten, dass er bei einer Ver-

fügbarkeit  von  100  Schüssen  entsprechend  oft  auf  †Q._____  geschossen  hätte 

(Urk. D1/2/3 S. 12 F/A 71), vermag weniger seine Angst vor ihr zu belegen, als sie 

– einhergehend mit der Vorinstanz (Urk. 198 E. III.3.3.5.3.) – vielmehr seiner gren-

zenlosen Wut ihr gegenüber sowie seiner Geringschätzung menschlichen Lebens 

Ausdruck verleiht. 

6.3.1. Die Aussagen von T._____ erweisen sich als konsistent, realitätsnah und 

glaubhaft. Sodann decken sich ihre Aussagen im Wesentlichen mit denjenigen der 

Nachbarin  U._____  (vgl.  nachstehend  unter  E. 6.4.1.-6.4.6.),  demgegenüber  sie 

denjenigen des Beschuldigten in massgeblichen Punkten widersprechen.

6.3.2. Die  Schilderungen  von  T._____  zu  dem  in  ihrer  Wahrnehmung  für 

†Q._____ überraschenden Besuch des Beschuldigten am 16. Februar 2021 erwei-

sen  sich  als  übereinstimmend  und  lebensnah  (Urk.  D1/6/2  S.  5  F/A 39  ff.; 

Urk. D1/6/3 S. 5 F/A 23 f.). Seitens der Verteidigung wird in diesem Zusammen-

hang geltend gemacht, dass der Besuch des Beschuldigten nicht als unangekün-

- 51 -

digt gelten könne, weil gemäss der Aussage von I._____ (der Mutter von †Q._____) 

J._____ (vgl. Urk. D1/5/2 S. 2 f. F/A 13) am Vortag †Q._____ angerufen gehabt 

und gefragt habe, ob der Beschuldigte sie und C._____ besuchen dürfe, weshalb 

der  Besuch  †Q._____  nicht  gänzlich  überraschend  gewesen  sein  dürfte,  auch 

wenn er letztlich nicht vereinbart gewesen sei (Urk. 185 Rz. 20). Dieser Auffassung 

der Verteidigung, welche letztlich nicht in Abrede stellt, dass der Besuch unange-

kündigt  gewesen  sei,  ist  beizupflichten.  An  der  Glaubhaftigkeit  der  von  T._____ 

geschilderten Wahrnehmung vermag der Einwand der Verteidigung indes nichts zu 

ändern. Vielmehr bestätigte auch der Beschuldigte selbst, damals ohne Voranmel-

dung bei †Q._____ aufgetaucht zu sein (Urk. D1/2/1 S. 5 F/A 26; vgl. vorstehend 

unter  E. 6.2.2.).  Der  Beschuldigte  habe  gemäss  den  Ausführungen  von  T._____ 

bei †Q._____ geklingelt, woraufhin diese via Gegensprechanlage gefragt habe, wer 

hier sei und er mit "Deda" (Opa auf Serbisch; vgl. Urk. D1/6/2 S. 8 F/A 65) geant-

wortet habe (Urk. D1/6/2 S. 5 F/A 41; Urk. D1/6/3 S. 3 u. 5 F/A 8 u. 21). Sie schil-

derte sodann gleichbleibend, dass sie erstmals im Flur der Wohnung auf den Be-

schuldigten getroffen sei (Urk. D1/6/2 S. 5 F/A 42; Urk. D1/6/3 S. 4 f. F/A 14), was 

den  Aussagen  des  Beschuldigten  (vgl.  E.  6.2.7.)  zuwiderläuft.  Ferner  legte  sie 

schlüssig  und  gleichbleibend  dar,  dass  der  Beschuldigte  C._____  küssen  wollte, 

als sich diese in ihren Armen befand, woraufhin diese aber zu weinen begonnen 

habe (Urk. D1/6/2 S. 6 F/A 47 ff.; Urk. D1/6/3 S. 3 F/A 8), welche Sachdarstellung 

derjenigen des Beschuldigten ebenfalls widerspricht. Gleichbleibend schilderte sie 

zudem den Umstand, dass †Q._____ dem Beschuldigten einen Kaffee angeboten 

gehabt habe, bevor sie die Wohnung Richtung Waschküche verlassen habe (Urk. 

D1/6/2 S. 7 F/A 64; Urk. D1/6/3 S. 3 u. 8 F/A 8 u. 44).

6.3.3.

Im Weiteren beschrieb T._____ sowohl die Dauer, in welcher sie sich noch 

gemeinsam mit dem Beschuldigten in der Wohnung aufgehalten gehabt habe ("viel-

leicht noch 5 Minuten" bzw. "5 Minuten"; vgl. Urk. D1/6/2 S. 6 F/A 45; Urk. D1/6/3 

S. 6 F/A 27), wie auch diejenige, während welcher sie die Wohnung zur Verrichtung 

der Wäsche verlassen gehabt habe ("etwa 15 Minuten" bzw. "vielleicht etwa 15 bis 

20  Minuten"  bzw.  "15-20  Minuten";  vgl.  Urk.  D1/6/2  S.  5  F/A 37  u.  S.  6  F/A  52; 

Urk. D1/6/3 S. 3 F/A 8), im Wesentlichen übereinstimmend. Sodann plausibilisiert 

sie die Zeitdauer, während welcher sie mit der Wäsche beschäftigt war, durch ihre 

- 52 -

Angabe, die Wäsche aus der Maschine genommen und zum Trocknen aufgehängt 

zu haben, in nachvollziehbarer Weise gleich selbst (Urk. 6/2 S. 5 F/A 37), wobei 

dazu noch der Weg von der im 3. Obergeschoss (vgl. Urk. D1/1/1 S. 1) befindlichen 

Wohnung zur Waschküche mitzuberücksichtigen ist. Auch diese zeitliche Einord-

nung widerspricht in diametraler Weise derjenigen des Beschuldigten, welcher dar-

legte, T._____ kurz im Treppenhaus begegnet und hernach in der Wohnung so-

gleich von †Q._____ angegriffen worden zu sein (vgl. E. 6.2.7.-6.2.9.). 

6.3.4. Einheitlich schilderte T._____ sodann vor Polizei und Staatsanwaltschaft 

auch, wie sie im Treppenhaus bei ihrer Rückkehr aus der Waschküche Knalle und 

Schreie  von  C._____  vernommen  habe  (Urk.  D1/6/2  S.  5 ff.  F/A  37  u. 54 ff.; 

Urk. D1/6/3 S. 3 F/A 8). 

6.3.5. Das Vorfinden der geschlossenen Wohnungstüre nach ihrer Rückkehr aus 

der Waschküche schilderte T._____ lebensnah und glaubhaft (Urk. D1/6/2 S. 5 F/A 

37; Urk. D1/6/3 S. 3 F/A 8). Gerade angesichts der von ihr im Treppenhaus wahr-

genommenen  Schüsse  bzw.  mehrerer  Knalle  und  dem  Weinen  von  C._____  ist 

ohne Weiteres davon auszugehen, dass sie sich gründlich vergewissert gehabt ha-

ben  dürfte,  dass  die  Türe  wirklich  abgeschlossen  war  und  nicht  etwa  lediglich 

klemmte, wie es seitens der Verteidigung gestützt auf die entsprechenden Mutmas-

sungen von U._____ (vgl. Urk. D1/6/9 S. 7 f. F/A 34) zumindest sinngemäss geltend 

gemacht wird (Urk. 185 Rz. 65), zumal sie auch noch mehrmals an der Wohnungs-

türe geklingelt gehabt habe (Urk. D1/6/2 S. 5 F/A 37; Urk. D1/6/3 S. 3 F/A 8). Hin-

sichtlich des anklagegegenständlichen angeblichen Abschliessens der Wohnungs-

türe durch den Beschuldigten wendet die Verteidigung ein, dass der auf der Tat-

ortaufnahme ersichtliche Schlüsselbändel erst nachträglich an die Türfalle gehängt 

worden sein dürfte, da die für die Sicherung der Wohnung zuständigen Beamten 

(mind.  Wm  mbA  AC._____)  diesen  ja  nicht  hätten  übersehen  können  (Urk.  185 

Rz. 66 ff.). Deshalb sei anzunehmen, dass eine andere Person den Schlüsselbän-

del an die Türfalle gehängt habe (Urk. 185 Rz. 70). Jedenfalls fehle es damit an 

einem entscheidenden Element der Beweisführung (Urk. 185 Rz. 71). Es bleibe ge-

mäss  der  Verteidigung  demnach  unklar,  weshalb  das  Kindermädchen  die  Türe 

nicht habe öffnen können (Urk. 185 Rz. 77). Auch sei nicht auszuschliessen, dass 

- 53 -

†Q._____  die  Türe  selbst  oder  der  Beschuldigte  diese  erst  –  aus  unbekannten 

Gründen – nach der Schussabgabe abgeschlossen haben könnte (Urk. 185 Rz. 73 

u.  75).  Entgegen  der  Ansicht  der  Verteidigung  erweisen  sich  die  Angaben  von 

T._____  zur  abgeschlossen  vorgefundenen  Türe  nach  ihrer  Rückkehr  aus  der 

Waschküche als glaubhaft und es kann – wie aufgezeigt – rechtsgenügend ausge-

schlossen werden, dass die Wohnungstüre lediglich klemmte, wobei nicht erstellt 

werden kann, dass der Beschuldigte die Wohnungstür abgeschlossen hat (vgl. vor-

stehend E. 6.2.16.). Bei dieser Beweislage spielt es – entgegen der anderslauten-

den  Ansicht  der  Verteidigung  –  keine  Rolle,  was  die  Tatortaufnahme  der  Woh-

nungstüre  zeigt  oder  ob  vom  Schlüssel(-Band)  DNA  abgenommen  wurde  oder 

nicht. 

6.3.6. Schilderungen  zur  angetroffenen  Situation  in  der  Wohnung  nach  ihrer 

Rückkehr  aus  der  Waschküche  vermochte  T._____  nicht  zu  machen,  da  ihr  die 

Nachbarin U._____ gesagt habe, sie solle draussen bleiben, bzw. ihr C._____ von 

dieser ins Treppenhaus übergeben worden sei (Urk. D1/6/2 S. 5 F/A 37 u. S. 7 F/A 

57 u. 61; Urk. D1/6/3 S. 4 F/A 8 u. 12), weshalb auch – wie seitens des Beschul-

digten zeitweise geltend gemacht (vgl. vorstehend unter E. 6.2.15.) – keine Mög-

lichkeit für sie bestand, das – angeblich – im Wohnzimmer liegende Messer zu be-

händigen und zu verstecken.

6.3.7. Eindrücklich  und  vor  Polizei  wie  Staatsanwaltschaft  einheitlich  schilderte 

T._____ schliesslich, wie der Beschuldigte ihr an der Wohnungstür mitteilte, dass 

sie die Polizei rufen solle, weil er †Q._____ getötet habe (Urk. D1/6/2 S. 5 F/A 37; 

Urk. D1/6/3 S. 4 F/A 8). Sie habe U._____ daraufhin versucht auf Englisch "he killed 

Q._____" zu sagen (Urk. D1/6/2 S. 5 F/A 37; Urk. D1/6/3 S. 4 F/A 8), welche Sach-

darstellung ebenfalls gleichbleibend erfolgte.

6.3.8. Der Einwand des Beschuldigten, T._____ sei von der Mutter des Opfers, 

I._____, beeinflusst worden, erscheint – einhergehend mit der zutreffenden Auffas-

sung der Vorinstanz (Urk. 198 E. III.3.3.1.) – bereits aufgrund des zeitlichen Ablaufs 

nicht möglich, weil nicht ersichtlich ist, wie seitens der Mutter des Todesopfers eine 

Gelegenheit bestanden haben soll, vorgängig zu ihrer polizeilichen Befragung Ein-

- 54 -

fluss auf T._____ zu nehmen. Es bestehen auch deswegen keine Zweifel an der 

Glaubhaftigkeit der Aussagen von T._____.

6.4.1. Bestätigt werden die Aussagen von T._____ nach ihrer Rückkehr aus der 

Waschküche von der Nachbarin U._____. Auch deren Aussagen erweisen sich als 

gleichbleibend, lebensnah und im Wesentlichen widerspruchsfrei und deshalb als 

glaubhaft.

6.4.2. Einheitlich  gab  U._____  vor  Polizei  und  Staatsanwaltschaft  zu  Protokoll, 

dass es an der Wohnungstüre geklingelt habe, T._____ in sehr aufgeregtem Zu-

stand vor der Türe gestanden sei und ihr erklärt habe, dass das Baby C._____ im 

Inneren der Wohnung von †Q._____ schreien würde und die Wohnungstüre ver-

schlossen sei, woraufhin sie sich entschieden habe, T._____ zu helfen (Urk. D1/6/8 

S. 2 F/A 8 u. S. 5 F/A 33; Urk. D1/6/9 S. 3 F/A 9 f.). Dass U._____ zu Protokoll gab, 

gedacht zu haben, dass die Wohnungstüre von †Q._____ klemmte und T._____ 

diese  "vielleicht  deshalb"  nicht  aufgebracht  habe  (vgl.  Urk.  D1/6/8  S. 2  F/A  8; 

Urk. D1/6/9 S. 7 f. F/A 34), stellt eine – durchaus nachvollziehbare – Mutmassung 

ihrerseits dar, da – aus Sicht von U._____ – kein Grund bestanden haben dürfte, 

die  Türe  von  innen  abzuschliessen  und  somit  die  Rückkehr  von  T._____  in  die 

Wohnung zu vereiteln. Aus den erwähnten Mutmassungen von U._____ lässt sich 

allerdings nichts Massgebliches zu Gunsten des Standpunkts des Beschuldigten 

bzw.  der  Verteidigung  ableiten,  da  – wie  erwähnt  (E. 6.3.5.)  –  aufgrund  der  Um-

stände davon auszugehen ist, dass sich T._____ gründlich vergewisserte, dass die 

Türe wirklich abgeschlossen ist und nicht etwa lediglich klemmte.

6.4.3. Übereinstimmend  gab  U._____  auch  an,  wie  sie  vor  der  Wohnung  von 

†Q._____ auf einen alten Mann – den Beschuldigten – getroffen sei, welcher etwas 

auf Serbisch zu T._____ gesagt habe (Urk. D1/6/8 S. 2 F/A 8; Urk. D1/6/9 S. 3 f. 

F/A 9 u. 11), was sich ebenfalls mit den Angaben von T._____ in Übereinstimmung 

bringen lässt. Nicht bestätigt wurde von U._____ demgegenüber, dass T._____ ihr 

gegenüber hernach etwas gesagt habe, bzw. gab sie an, sich nicht mehr daran zu 

erinnern  vermögen.  Sie  sei  einfach  da  gestanden  und  schockiert  gewesen.  Sie 

habe nicht wahrgenommen, dass T._____ ihr gegenüber "he killed Q._____" ge-

sagt habe. Vielleicht habe sie es nicht verstanden oder ausgeblendet, sie wisse es 

- 55 -

nicht (Urk. D1/6/9 S. 4 f. F/A 11 ff.). Insofern besteht eine Diskrepanz zu den Aus-

sagen von T._____ (s. obenstehend unter E. 6.3.7.), welche Erinnerungslücke in-

des gut auf die damals bestehende unübersichtliche Situation und dem emotional 

alles überlagernden Entdecken der Leiche bzw. dem damit verbundenen Schock 

zurückgeführt werden kann und damit plausibel erklärbar erscheint.

6.4.4. Ferner schilderte U._____ einheitlich, wie sie – alleine – die Wohnung be-

trat und dort auf die tote †Q._____, das schreiende Baby und eine Schusswaffe 

stiess, wobei sie das Baby hernach T._____ übergab, bevor sie vom Nachbarn aus 

die Polizei gerufen habe (Urk. D1/6/8 S. 2 ff. F/A 8 ff.; Urk. D1/6/9 S. 3 ff. F/A 9 ff.). 

6.4.5. Aufschlussreich  erscheint,  dass  U._____  den  Beschuldigten  beim  ersten 

Aufeinandertreffen an der Wohnungstüre als "ganz abwesend, teilnahmslos, ruhig" 

beschrieb (Urk. D1/6/9 S. 5 F/A 18), was ebenfalls ein Indiz darstellt, das gegen 

den vom Beschuldigten geltend gemachten unmittelbar vorgängigen, überraschen-

den  Angriff  spricht,  wäre  diesfalls  aufgrund  der  emotionalen  Ausnahmesituation 

doch mit einer ganz anderen, auch von aussen erkennbaren Gefühlslage zu rech-

nen gewesen.

6.4.6. Die  Aussagewürdigung  ergibt,  dass  die  Aussagen  von  U._____  und 

T._____  mit  einer  Ausnahme,  welche  aber  erklärbar  erscheint  (vgl.  E.  6.3.6.  u. 

6.4.3.), übereinstimmen. Einhergehend mit der zutreffenden Auffassung der Vorin-

stanz (Urk. 198 E. III.3.3.1.) stimmen ihre Ausführungen auch mit dem am Tatort 

vorgefundenen Spurenbild überein, wobei keine von beiden von einem Messer be-

richtete,  demgegenüber  U._____  eine  Schusswaffe  vorfand  und  T._____  vom 

Treppenhaus aus die abgegebenen Schüsse hörte und unmittelbar darauf die Woh-

nungstüre  von  †Q._____  von  innen  verschlossen  vorfand.  Der  Umstand,  dass 

U._____ aufgrund einer entsprechenden eigenen Wahrnehmung nicht zu bestäti-

gen vermochte, dass die Wohnungstüre von innen verschlossen war, ist offensicht-

lich dem Umstand geschuldet, dass der Beschuldigte bei ihrer Ankunft vor der Woh-

nung die Türe bereits geöffnet gehabt hatte.

- 56 -

6.5.

Die  Aussagen  der  weiteren  Zeugen  und  Auskunftspersonen  beschlagen 

zwar nicht das anklagegegenständliche Kerngeschehen, vermögen aber verschie-

dene Erkenntnisse über das Verhalten des Beschuldigten im Vorfeld zu liefern.

6.6.1. Aus den Aussagen von P._____ lassen sich keine entscheidenden Aufsch-

lüsse über den anklagegegenständlichen Kernsachverhalt gewinnen. 

6.6.2. Hinsichtlich des anklagegegenständlichen Rahmengeschehens ist Folgen-

des festzustellen: Ob der Beschuldigte sich – wie in der Anklage umschrieben – im 

Verlaufe  des  späteren  Abends  vom  15. Februar  2021  entschieden  gehabt  habe, 

sein Vorhaben zeitnah in die Tat umzusetzen, bleibt auch nach der Würdigung der 

Aussagen von P._____ unklar. Erstellt ist demgegenüber gestützt auf seine Aus-

führungen (Urk. D1/3/1 S. 11 F/A 100 u. 102; Urk. D1/3/4 S. 6 F/A 38 u. 40), dass 

der Beschuldigte ihn zu diesem Zeitpunkt gebeten hatte, ihn noch am selben Abend 

oder am folgenden Tag zu †Q._____ zu bringen, was P._____ daraufhin für den 

Folgetag organisierte (Urk. D1/S. 12 f. F/A 13 f.; Urk. D1/3/2 S. 3 f. F/A 8). 

6.6.3. Von  Todesdrohungen,  welche  von  J._____  gegenüber  †Q._____  ausge-

sprochen worden sein sollen, wusste P._____ nichts zu berichten (Urk. D1/3/1 S. 

7 F/A 59 f.). Hingegen bestätigte er, dass J._____ in den letzten Monaten auf bzw. 

über  †Q._____  wütend  bzw.  verärgert  gewesen  sei  (Urk.  D1/3/1  S.  9  F/A  79; 

Urk. D1/3/3 S. 5 F/A 32 u. 34; Urk. D1/3/4 S. 4 F/A 24 f.), wobei dies seiner Meinung 

nach  seit  kurzem  nicht  mehr  der  Fall  gewesen  sei,  was  sich  daran  zeige,  dass 

†Q._____ ihm sogar die Kinder geschickt habe (Urk. D1/3/1 S. 15 F/A 140). Seitens 

seiner Familie habe seines Wissens jedenfalls niemand den Beschuldigten gegen 

†Q._____ aufgehetzt (Urk. D1/3/1 S. 15 F/A 137). 

6.6.4. Auch  übrige,  auf  ein  Motiv  des  Beschuldigten  weisende  Aussagen  von 

P._____ sind nicht feststellbar. So gab P._____ einheitlich und glaubhaft an, nie 

ein schlechtes Wort des Beschuldigten gegenüber †Q._____ gehört zu haben (Urk. 

D1/3/1 S. 8 F/A 74 u. S. 11 F/A 106; Urk. D1/3/3 S. 2 F/A 11). 

6.6.5. Ferner gab P._____ gleichbleibend an, dass der Beschuldigte wegen eines 

Arzttermins zwecks Routinekontrolle in die Schweiz gekommen sei und ihn diesbe-

- 57 -

züglich ungefähr ein bis zwei Wochen zuvor kontaktiert gehabt habe (Urk. D1/3/1 

S. 10 u. 14 F/A 87 ff. u.126; Urk. D1/3/2 S. 3 F/A 8; Urk. D1/3/3 S. 5 ff. F/A 40 ff.; 

Urk. D1/3/4 S. 3 F/A 12 f.).

6.6.6. Auffällig erscheint indes, dass P._____ zuerst unerwähnt liess, zusammen 

mit dem Beschuldigten in die Schweiz gereist zu sein (Urk. D1/3/1 S. 10 F/A 93), 

was  er  später  allerdings  korrigierte  (Urk.  D1/3/1  S.  16  F/A  144  f.;  vgl.  auch 

Urk. D1/3/3 S. 12 f. F/A 110 ff.; Urk. D1/3/4 S. 5 F/A 29 f.). Aus dieser Inkohärenz 

in seinem Aussageverhalten lässt sich nichts Wesentliches für den Anklagesach-

verhalt  folgern,  da  sein  Beweggrund  hierfür  unklar  bleibt.  Auch  versuchte  er  an-

fänglich mit angeblichem Nichtwissen zu bestreiten bzw. gab er vor, sich nicht zu 

erinnern, dass er im Juni 2020 vor der Liegenschaft von †Q._____ Fotos des Wa-

gens ihres Freundes erstellt gehabt hatte (Urk. D1/3/3 S. 17 F/A 161 ff.), was vor 

dem  Hintergrund  des  übrigen  Beweisergebnisses  (vgl.  die  auf  seinem  Handy  si-

chergestellten und weiterversandten Fotos: Beilage 2 zu Urk. D1/3/3) unglaubhaft 

wirkt.  P._____  räumte  hernach  denn  auch  ein,  dass  J._____  ihn  gebeten  habe, 

abzuklären, wem das besagte Auto gehöre (Urk. D1/3/3 S. 21 f. F/A 194 ff.). Durch 

dieses – letztlich eingestandene – Nachspionieren im Bereich ihrer privater Lebens-

umstände ist klar erwiesen, dass P._____ deutlich intensiver in die Streitigkeiten 

der Familie P._____W._____ mit †Q._____ eingebunden war, als er es selbst ge-

genüber den Strafverfolgungsbehörden – zumindest zu Beginn – einräumen wollte. 

Auch im Weiteren erscheint P._____ bestens informiert über die Ehekonflikte von 

J._____  und  †Q._____:  So  bestätigte  er,  dass  im  Dorf  erzählt  worden  sei,  dass 

†Q._____ aussereheliche Beziehungen führe und intime Fotos von ihr existieren 

würden (vgl. Urk. D1/3/1 S. 8 F/A 68; Urk. D1/3/3 S. 3 F/A 16). Massgebliche Auf-

schlüsse im Hinblick auf die Erstellung des Anklagesachverhalts lassen sich daraus 

aber nicht gewinnen. Insbesondere ist nicht erstellt, dass P._____ in die konkreten 

Pläne des Beschuldigten eingeweiht gewesen sein könnte.

6.6.7. Schliesslich sagte P._____ in seiner tatnächsten Einvernahme aus, der Be-

schuldigte sei bei seinem Besuch "es bitzeli komisch", etwas anders als sonst ge-

wesen, wobei die Ursache hierfür unklar bleibt (Urk. D1/3/1 S. 13 F/A 110 f.). Auch 

aus dieser Aussage lässt sich letztlich nichts Entscheidendes erstellen.

- 58 -

6.7.

Insgesamt  wirken  die  Aussagen  von  O._____  und  V._____,  welche  den 

Beschuldigten am 16. Februar 2021 nach AB._____ gebracht haben, – einherge-

hend  mit  der  zutreffenden  Einschätzung  der  Vorinstanz  (Urk.  198  E. III.3.3.2.)  – 

glaubhaft und es ist kein Grund ersichtlich, weshalb sie ihre Wahrnehmungen in 

einem anderen Licht darstellen sollten, zumal sie sich mit dem übrigen Beweiser-

gebnis und den Aussagen des Beschuldigten selbst decken. Richtig legte die Vor-

instanz sodann dar (Urk. 198 E. III.3.3.2.), dass der Umstand, dass der Beschul-

digte  selbst  Drittpersonen  wie  den  beiden  Fahrern  von  den  Eheproblemen  zwi-

schen †Q._____ und J._____ berichtete, darauf hindeutet, wie sehr diese Thematik 

ihn  beschäftigt  haben  musste  und  dass  der  Beschuldigte  tatsächlich  davon  aus-

ging, dass †Q._____ einen neuen Mann in ihrem Leben hatte. Massgebliche Auf-

schlüsse zur Erstellung des Anklagesachverhalts oder die Motivlage des Beschul-

digten lassen sich aus den Ausführungen von O._____ und V._____ indes nicht 

gewinnen. Auffällig erscheint immerhin, dass der Beschuldigte O._____ vor dem 

Losfahren  nach  AB._____  erzählt  habe,  dass  es  durchaus  sein  könne,  dass  der 

Liebhaber von †Q._____ ihn angreifen könnte und er sich wohlmöglich verteidigen 

müsste (Urk. D1/7/3 S. 5 u. 8 F/A 14 u. 25), was nicht nur die Einstellung des Be-

schuldigten aufzeigt, mit der mitgeführten Waffe aktiv zu werden, sondern gleich-

zeitig als antizipierte Rechtfertigung seines geplanten Handelns gedeutet werden 

könnte. Aus dem Umstand, dass der Beschuldigte auf der Fahrt nach AB._____ 

gemäss den Angaben von O._____ nicht nervös oder sonst auffällig gewirkt habe 

(Urk. D1/7/2 S. 5 F/A 22), lässt sich indes entgegen der anderslautenden Ansicht 

der Verteidigung (Urk. 185 Rz. 60 ff.) nichts Massgebliches für oder gegen die Er-

stellung des Anklagesachverhalts ableiten.

6.8.

Auch die Aussagen der (Stief-)Eltern von †Q._____ – I._____, ihrer Mutter, 

und G._____, ihrem Stiefvater – erweisen sich als in sich konsistent und glaubhaft. 

Im  Hinblick  auf  das  anklagegegenständliche  Kerngeschehen  berichtete  I._____ 

einheitlich davon, †Q._____ habe ihr erzählt, dass der Beschuldigte sie, †Q._____, 

gefragt habe, ob er sie und C._____ besuchen dürfe, womit sie (†Q._____) einver-

standen gewesen sei (Urk. D1/5/2 S. 8 F/A 60; Urk. D1/5/3 S. 5 f. F/A 17, 22 u. 25 

f.). Dass der Beschuldigte seinen Besuch am 16. Februar 2021 nicht mehr spezi-

fisch  ankündigte,  wurde  gestützt  auf  seine  Aussagen  bereits  erstellt  (vgl.  vorste-

- 59 -

hend unter E. 6.2.2.). Im Übrigen vermochte I._____ insbesondere aufschlussrei-

che Hinweise über die Beziehung ihrer Tochter zu J._____ aufzuzeigen. So gab sie 

zu Protokoll, dass †Q._____ von J._____ gestalkt worden sei, sie sich von diesem 

verfolgt gefühlt habe (Urk. D1/5/2 S. 3 F/A 14; Urk. D1/5/3 S. 10 f. F/A 52 ff.) und 

sich  vor  Gewalttätigkeiten  gefürchtet  habe,  weil  ihr  Ehemann  –  wie  auch  ihre 

Schwiegermutter – sie oft geschlagen habe (Urk. D1/5/2 S. 3 F/A 15 u. S. 5 f. F/A 

29 u. 38; Urk. D1/5/3 S. 8 F/A 39 u. S. 18 f. F/A 108). Ferner habe er gegenüber 

†Q._____  mehrere  (Todes-)Drohungen  ausgesprochen  (Urk. D1/5/2  S.  6  F/A  42 

u. 47; Urk. D1/5/3 S. 14 F/A 70 f.), welche wie die gleichbleibend zu Protokoll ge-

gebenen Aussagen von I._____ ebenfalls als glaubhaft einzustufen sind, zumal sie 

– wie nachstehend aufgezeigt wird – mit dem übrigen Beweisergebnis übereinstim-

men.  Sodann  berichtete  I._____  auch,  dass  ihre  Tochter  Angst  gehabt  habe, 

J._____ könnte ihre beiden älteren Kinder nicht mehr zurück in die Schweiz schi-

cken, da er nach ihrer Ankunft in Serbien am Telefon thematisiert habe, was die 

Kinder in der Schweiz wollen würden (Urk. D1/5/2 S. 3 F/A 17). Des Weiteren gab 

sie zu Protokoll, dass J._____ einen Polizisten in B._____ gefragt habe, wie hoch 

die Strafe in der Schweiz sei, wenn man seine Ehefrau töte. Überdies sei †Q._____ 

von der Schwester von J._____, deren Ehemann und der Schwiegermutter obser-

viert worden, was sie anlässlich von Übernachtungen bei ihrer Tochter selber ge-

sehen habe (Urk. D1/5/3 S. 11 F/A 54). Auch diese Aussagen von I._____ erweisen 

sich  als  glaubhaft  und  stimmen  ferner  mit  dem  übrigen  Beweisergebnis  überein: 

Wie bereits erwähnt, räumte P._____ ein, †Q._____ nachspioniert und Fotos des 

Fahrzeugs ihres Partners gemacht zu haben (obenstehend unter E. 6.6.6.). Ferner 

geht aus einem Bericht der Zuger Polizei unter anderem hervor, dass W._____ auf 

dem Polizeiposten erschienen sei und sich über das sehr ausschweifende Sexle-

ben von †Q._____ beklagt und deshalb das Kindeswohl der Kinder von J._____ 

und †Q._____ gefährdet gesehen habe, sowie dass J._____ drohende Aussagen 

getroffen habe, woraus der rapportierende Polizist am 10. Juli 2020 den Schluss 

zog,  dass  J._____  gegenüber  †Q._____  eine  Vergeltungsaktion  plane 

(Urk. D1/17/7). Die Todesdrohungen von J._____ finden sodann auch in den Ge-

waltschutzakten ihren Niederschlag (Urk. D1/17/11-12). Schliesslich findet sich in 

den Akten ein Chatverlauf zwischen †Q._____ und J._____, aus welchem ersicht-

- 60 -

lich wird, dass Letzterer seiner Ehefrau Bilder mit morbidem Inhalt, so von einem 

Sarg und von einem Jesuskreuz, gesendet hatte und diese damit bedrohte (Urk. 

D1/39/9-10;  vgl.  auch  vorstehend  unter  E. 3.8.).  Angesichts  der  erörterten  Um-

stände ist daher ohne Weiteres erstellt, dass J._____ die von †Q._____ initiierte 

und  gelebte  Trennung  sowie  ihren  Lebenswandel  missbilligte.  Ebenso  ist  ange-

sichts des Beweisergebnisses erwiesen, dass sich viele seiner engen Familienmit-

glieder dieser Missbilligung anschlossen und sich aktiv daran beteiligten, †Q._____ 

unter Druck zu setzen und dadurch einen Gesinnungswandel bei ihr zu bewirken 

oder  mindestens  darauf  hinzuwirken,  dass  die  gemeinsamen  Kinder  zum  Vater 

J._____ kommen. 

6.9.

J._____ stellte im Rahmen seiner rechtshilfeweise durchgeführten Einver-

nahme vom 1. November 2022 (Urk. D1/16/32 S. 1 ff.) in Abrede, dass er im ankla-

gegegenständlichen Zeitpunkt vom Scheidungstermin im März 2021 gewusst habe 

(Urk. D1/16/32 S. 1 f. F/A 6 f.), was letztlich aber auch nicht entscheidend ist, wurde 

doch erstellt, dass der Beschuldigte der als endgültig empfundenen, gelebten Tren-

nung zwischen †Q._____ einerseits und J._____ aber auch seiner ganzen Familie 

andererseits  entgegenzuwirken  versuchte,  indem  er  konstant  zum  Ausdruck 

brachte, †Q._____ im anklagegegenständlichen Zeitpunkt zur Rückkehr in die Fa-

milie  bewegt  haben  zu  wollen  (s.  vorstehend  unter  E. 6.2.2.).  Interessant,  wenn 

auch letztlich nicht massgeblich, ist der Hinweis von J._____, dass er nie Fotos von 

Männerbekanntschaften von †Q._____ gesehen habe (Urk. D1/16/32 S. 4 F/A 25). 

J._____  gab  ferner  an,  dass  der  Grund  für  die  Reise  des  Beschuldigten  in  die 

Schweiz ein Arztbesuch gewesen sei (Urk. D1/16/32 S. 5 F/A 41 u. S. 10 F/A 83). 

Wie bereits aufgezeigt (obenstehend unter E. 6.2.2.) ist vorliegend indes unmass-

geblich, ob der Beschuldigte seine vorliegende Reise in die Schweiz mit einer ärzt-

lichen Routinekontrolle verbunden hat oder nicht. Auch im Übrigen lassen sich den 

Aussagen von J._____ keine massgeblichen Aufschlüsse mit Hinblick auf das Be-

weisergebnis entnehmen.

6.10. Dasselbe gilt für die Aussagen der ebenfalls gleichentags rechtshilfeweise 

einvernommenen W._____ (Urk. D1/16/33 S. 1 ff.). Immerhin vermochte sie zu be-

stätigen, dass es im Dorf in Serbien "viele Geschichten" um die Männerbekannt-

- 61 -

schaften  von  †Q._____  gegeben  habe  (Urk.  D1/16/33  S.  4  F/A 26 ff.),  wobei  sie 

diesbezüglich nichts auch nur einigermassen zu konkretisieren vermochte. Einher-

gehend mit der zutreffenden Auffassung der Vorinstanz (Urk. 198 E. III.3.3.4.) brin-

gen  –  auch  –  ihre  Ausführungen  die  Missbilligung  der  Familie  P._____W._____ 

gegenüber  dem  Lebenswandel  von  †Q._____  zum  Ausdruck.  Im  Weiteren  gab 

W._____ an, dass J._____ anfangs gehofft habe, dass seine Ehefrau zu ihm zu-

rückkehre,  wobei  der  diesbezüglich  massgebende  Zeitraum  offenblieb  (Urk. 

D1/16/33  S.  9  F/A  61),  weshalb  sich  daraus  ebenfalls  nichts  Entscheidendes  im 

Hinblick auf die Sachverhaltserstellung ergibt. Auch eine Erklärung für die Schuss-

abgaben des Beschuldigten vermochte sie nicht zu liefern (Urk. D1/16/33 S. 10 F/A 

68). 

6.11.

Zentrale  Beweismittel  stellen  sodann  das  Schusswaffengutachten  des 

FOR (Urk. D1/13/5) und das Obduktionsgutachten des IRM (Urk. D1/11/6) dar. Im 

Schusswaffengutachten vom 27. August 2021 wurde eine in Bezug auf den Tatort 

und die Position von Opfer und Täter im Verhältnis zueinander zum Zeitpunkt der 

Schussabgaben digitale 3D-Rekonstruktion erstellt. Dabei wurde ein plausibler Be-

wegungsablauf bzw. eine Reihenfolge der Schussabgaben 1 bis 6 anhand der Re-

sultate  der  Spurenauswertungen  und  der  3D-Vermessung  rekonstruiert.  Weiter 

wurden der sichergestellte Revolver samt Projektilen, Hülsen und Patronen einer 

umfassenden Untersuchung unterzogen sowie die am Tatort und an den Tatbetei-

ligten  sichergestellten  Schmauchspuren  ausgewertet.  Die  Untersuchung  der  an 

den  Händen  des  Beschuldigten  festgestellten  Schmauchspuren  (Urk.  D1/13/5 

S. 21)  ergab,  dass  der  Beschuldigte  entweder  selber  kürzlich  geschossen  habe, 

sich in der unmittelbaren Nähe zu einer Schussabgabe befunden habe oder kürz-

lich in Kontakt mit einem/einer kontaminierten Gegenstand/Person gestanden sei 

(Urk. D1/13/5 S. 28 f.). Aufschlussreich erscheinen auch die im Schusswaffengut-

achten anhand der – auch am Körper von †Q._____ festgestellten – Schmauch-

spuren gewonnenen Erkenntnisse zur jeweiligen Schussdistanz von den insgesamt 

sechs Schussabgaben (Urk. D1/13/5 S. 23): So lägen sämtliche – insgesamt drei – 

Schussabgaben auf den Oberkörper von †Q._____ im Bereich eines relativen Nah-

schusses. Bei jeder Einschussbeschädigung seien ein Abstreifring und um diesen 

herum  viele  Schmauchpartikel  vorhanden  gewesen,  was  erfahrungsgemäss  für 

- 62 -

eine Schussdistanz von ca. 30 bis 50 cm spreche. Die – insgesamt drei – Schuss-

abgaben auf den Kopf des Opfers zeigen unterschiedliche Schussdistanzen auf: 

Der  frontal  erfolgte  Schuss  weise  sehr  viele  Pulvereinsprengungen  auf,  die  Ein-

schusswunde sei sternförmig aufgeplatzt und unter der Haut sei bei der Obduktion 

eine  Schmauchhöhle  gefunden  worden,  weshalb  von  einer  Schussdistanz  von 

höchstens 5 bis 10 cm auszugehen sei. Bei den beiden seitlich in Richtung Kopf 

von †Q._____ abgegebenen Schüssen könne aufgrund der sehr vielen Schmauch-

partikel auf der Vorderkante des rechten Ecksofas die Schussdistanz auf unter 50 

cm eingegrenzt werden. Daraus folgt, dass die Aussagen des Beschuldigten, wel-

cher vorwiegend und mehrfach von deutlich grösseren Distanzen berichtete (s. vor-

stehend unter E. 6.2.11.), sich nicht mit dem nachvollziehbar erklärten und deshalb 

schlüssigen  Ergebnis  des  Schusswaffengutachtens  zu  den  Schussdistanzen  in 

Übereinstimmung bringen lassen. 

6.12. Auch hinsichtlich der anlässlich der Schussabgaben eingenommenen Kör-

perpositionen der beiden Beteiligten stimmen die Angaben des Beschuldigten und 

die  sich  aus  dem  Schusswaffengutachten  ergebenden  Folgerungen  mehrheitlich 

nicht überein: Wie bereits erwähnt (E. 6.2.13.), gab der Beschuldigte an, er sei an-

lässlich zumindest fünf der sechs Schussabgaben gestanden, wobei er erst im Rah-

men  der  Konfrontation  mit  dem  gutachterlichen  Beweisergebnis,  dass  er  beim 

sechsten  Schuss  auf  dem  Sofa  gesessen  sein  müsse,  relativierend  geltend 

machte, er sei nach der sechsten Schussabgabe "sofort auf den Boden gefallen", 

welches offensichtlich adaptive Aussageverhalten bereits für sich betrachtet nicht 

überzeugend  erscheint.  Bereits  erwogen  wurde  auch,  dass  irritierend  und  wenig 

glaubhaft erscheint, dass der Beschuldigte sich ferner teilweise nicht daran zu er-

innern vermochte, ob †Q._____ im Zeitpunkt der Schussabgabe gestanden oder 

auf dem Sofa gesessen sei (vgl. vorstehend unter E. 6.2.14.). Weiter erweisen sich 

die Aussagen des Beschuldigten hinsichtlich des Ablaufs des angeblichen Angriffs 

von †Q._____ als widersprüchlich und insgesamt unglaubhaft (E. 6.2.9.). Die – von 

der  Vorinstanz  auf  der  Grundlage  des  Schusswaffengutachtens  detailliert,  nach-

vollziehbar und zutreffend wiedergegebene (vgl. Urk. 198 E. III.3.4.3.3.) – Rekon-

struktion  der  sechs  Schussabgaben  –  auf  welche  ergänzend  zu  verweisen  ist  – 

fördert zutage, dass †Q._____ beim ersten Schuss auf dem Sofa gesessen ist (Urk. 

- 63 -

D1/13/5 S. 27 bzw. Bildbeilagen 3-7), was der Sachdarstellung des Beschuldigten, 

laut welchem in diesem Zeitpunkt ein unmittelbarer Angriff von †Q._____ in Gange 

gewesen sei – diametral entgegensteht. Dieselbe Würdigung trifft hinsichtlich der 

Rekonstruktion des zweiten Schusses zu (Urk. D1/13/5 S. 23 u. 27 bzw. Bildbeila-

gen 8-10): Nebst dem Umstand, dass †Q._____ immer noch auf dem Sofa sass, 

was  den  geltend  gemachten  Angriff  ausschliesst,  lässt  sich  auch  die  sehr  kurze 

Schussdistanz  in  keiner  Weise  mit  den  vom  Beschuldigten  gemachten  Angaben 

vereinbaren, die sich – entgegen der Verteidigung (vgl. Urk. 230 Rz. 17 ff.) – nicht 

nur als inkonsistent erweisen, sondern auch diametral dem Gutachten entgegen-

stehen, zumal der Beschuldigte vorwiegend und wiederholt eine deutlich grössere 

Distanz schilderte (vgl. vorstehend E. 6.2.11.). Auch der dritte (Urk. D1/13/5 S. 27 

bzw. Bildbeilagen 11-13) und vierte Schuss (Urk. D1/13/5 S. 28 bzw. Bildbeilagen 

14-16), in welchem Zeitpunkt †Q._____ entweder versucht gehabt hatte, sich vom 

Sofa zu erheben, oder aufgrund der vorhergehenden Schussabgaben und/oder des 

dritten Schusses vornüberkippte, erfolgten von oben herab – der dritte Schuss in 

die Brust, der vierte Schuss, nach dem Vornüberkippen des Körpers, in den Rücken 

– und lassen sich ebenfalls in keiner Weise mit der Sachdarstellung des Beschul-

digten  in  Übereinstimmung  bringen.  Beim  fünften  und  sechsten  Schuss  (Urk. 

D1/13/5 S. 23 u. 28 bzw. Bildbeilagen 17-19), welche aus der kurzen Distanz von 

jeweils weniger als 50 cm in den Kopf des Opfers erfolgt seien, sei †Q._____ ge-

mäss dem Schusswaffengutachten bäuchlings auf dem Boden gelegen, wobei der 

Beschuldigte bei der ersten der beiden Schussabgaben noch gestanden sei und 

bei der nachfolgenden auf dem Sofa gesessen habe. Auch der aufgezeigte Verlauf 

der letzten Schussabgaben wird durch die unglaubhaften Aussagen des Beschul-

digten nicht in Zweifel gezogen. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass das 

Schusswaffengutachten – einhergehend mit der zutreffenden Auffassung der Vor-

instanz (Urk. 198 E. III.3.4.3.4.) – einen plausiblen Verlauf der Schussabgaben dar-

legt, wobei die Gutachter explizit darauf hinweisen, dass andere Standorte sowie 

Abläufe nicht ausgeschlossen werden können (Urk. D1/13/5 S. 28). Das Schuss-

waffengutachten erweist sich als ohne Weiteres nachvollziehbar und schlüssig. Die 

Aussagen  des  Beschuldigten  erweisen  sich  bereits  bei  isolierter  Betrachtung  als 

unglaubhaft  und  vermögen  den  Schlussfolgerungen  im  Gutachten  auch  nichts 

- 64 -

Überzeugendes entgegenzusetzen. Vor diesem Hintergrund ist – einhergehend mit 

der zutreffenden Auffassung der Vorinstanz (Urk. 198 E. III.3.4.3.4.) – auch nicht 

entscheidend, ob sich der Beschuldigte und †Q._____ in der exakt gleichen Posi-

tion  wie  im  Schusswaffengutachten  aufgezeigt  befunden  haben  und  ob  die 

Schüsse in genau derselben Reihenfolge abgegeben wurden. 

6.13.

Im Obduktionsgutachten des IRM vom 7. September 2021 (Urk. D1/11/6) 

werden die einzelnen am Körper von †Q._____ festgestellten Schussverletzungen 

– fünf am Kopf, acht am Rumpf und einer an der rechten Oberschenkelvorderseite 

(Urk. D1/11/6 S. 3) – aufgeführt. Seitens der Vorinstanz wurde einlässlich wieder-

gegeben,  welche  Verletzungen  auf  welche  Schussabgaben  zurückzuführen  und 

welche Verletzungen geeignet gewesen seien, den Tod von †Q._____ herbeizu-

führen (Urk. 198 E. III.3.4.4.1.). Auf diese zutreffenden Erwägungen kann vollum-

fänglich verwiesen werden. Zusammenfassend wird im Obduktionsgutachten fest-

gehalten, dass alle drei Kopfschüsse prinzipiell geeignet gewesen seien, das Able-

ben von †Q._____ zu erklären. Aufgrund des Bruchlinienverlaufs könne davon aus-

gegangen  werden,  dass  der  Schuss  gegen  die  Stirn  (2.  Schussabgabe)  vor  den 

anderen  beiden  Kopfschüssen  erfolgt  sei.  Zum  Zeitpunkt  der  Schussabgabe  der 

Schüsse Nr. 5 und Nr. 6 habe †Q._____ bereits am Boden gelegen haben müssen, 

da deren Ausschussverletzungen eine Schürfung aufwiesen. Letztere entstünden 

dann,  wenn  der  Ausschuss  gegen  ein  Widerlager,  wie  es  der  Parkettboden  dar-

stelle, erfolge. Dies lasse sich auch mit den beiden festgestellten Defekten am Par-

kettboden in Einklang bringen. Die Handlungsfähigkeit von †Q._____ sei nach der 

zweiten  Schussabgabe  schnell  erloschen,  sodass  diese  nur  noch  zu  Boden  tau-

meln konnte. Eine aktive Gegenwehr sei zu diesem Zeitpunkt nicht mehr zu erwar-

ten gewesen, was sich auch anhand fehlender festgestellter Abwehrverletzungen 

am  Körper  von  †Q._____  nachvollziehen  liesse.  Dies  spreche  auch  für  eine  ge-

wisse  Unvorhersehbarkeit  des  Angriffs  und  eine  schnelle  weitere  Schussabgabe 

nach dem ersten Schuss. Für eine insgesamt eher kurze Überlebenszeit von weni-

gen Sekunden nach der ersten Schussabgabe würden auch die eher gering aus-

gebildeten Blutansammlungen in den Brusthöhlen in Folge der Verletzungen des 

Brustdurchschusses (Schuss Nr. 1) sprechen. Sodann wurde darauf hingewiesen, 

dass die Pulvereinsprengungen an der Einschussverletzung der Stirn (Schuss Nr. 

- 65 -

2) für eine Schussdistanz eines weiteren relativen Nahschusses sprechen würden 

(D1/11/6 S. 6 ff.). Anzeichen für eine Selbstverletzung von †Q._____ seien keine 

ersichtlich. Eine Selbstbeifügung der Verletzungen könne sodann aufgrund des ra-

schen Versagens der Handlungsfähigkeit des Opfers nach der zweiten Schussab-

gabe rechtsmedizinisch ausgeschlossen werden. Die Folgerungen im Obduktions-

gutachten decken sich demnach mit den Erkenntnissen im Schusswaffengutach-

ten. Beide Gutachten gelangen zum Schluss, dass die zweite Schussabgabe auf 

die  Stirn  im  Bereich  eines  mindestens  relativen  Nahschusses  lag  (Urk.  D1/11/6 

S. 8) bzw. es sich im Falle des Kopfschusses um einen absoluten Nahschuss von 

höchstens 5 bis 10 cm Schussdistanz handelte (Urk. D1/13/5 S. 23). Ebenfalls las-

sen sich die beiden Gutachten hinsichtlich der umschriebenen Verletzungen von 

†Q._____ (Urk. D1/11/6 S. 3 ff.) und der in ihrem Körper sichergestellten Projektile 

(Urk. D1/13/5 S. 14 f.) mühelos in Übereinstimmung bringen. Einhergehend mit der 

zutreffenden Auffassung der Vorinstanz (Urk. 198 E. III.3.4.5.) geht die Rekonstruk-

tion des FOR davon aus, dass †Q._____ bei der Schussabgabe auf dem Sofa ge-

sessen haben muss (Urk. D1/13/5 S. 27), was wiederum mit den Feststellungen 

des IRM in Bezug auf fehlende Abwehrverletzungen von †Q._____ sowie einer ge-

wissen Unvorhersehbarkeit des Angriffs seitens des Beschuldigten übereinstimmt 

(Urk. D1/11/6 S. 7). Gestützt auf die beiden Gutachten lässt sich – ebenfalls – keine 

Notwehrsituation des Beschuldigten erstellen. Im Ergebnis einhergehend mit der 

Vorinstanz (Urk. 198 E. III.3.4.5.) ist angesichts der Umstände, dass der Beschul-

digte aus nächster Nähe, aus einer Distanz von 5 bis 10 cm, auf die auf dem Sofa 

sitzende  †Q._____  geschossen  hat,  er  nach  dem  zweiten  bereits  finalen  Todes-

schuss sofort erneut mehrere Male auf das Opfer schoss und er sodann – obwohl 

dieses  bereits  tot  am  Boden  lag  –  †Q._____  noch  zwei  Kopfschüsse  verpasste, 

vielmehr von einer eigentlichen Hinrichtung bzw. einer Tatausführung, welcher ei-

ner Hinrichtung nahe kommt, auszugehen. 

6.14. Die  Einwände  der  Verteidigung  und  ihre  Darlegung  eines  alternativen 

Handlungsablaufs  vermögen  –  auch  vor  dem  Hintergrund  der  erwähnten,  im 

Schusswaffengutachten festgehaltenen Einschränkung, dass andere Standorte so-

wie Abläufe nicht ausgeschlossen werden können (vorstehend unter E. 6.12.; vgl. 

auch Urk. D1/13/5 S. 28) – nicht zu überzeugen: So macht die Verteidigung einer-

- 66 -

seits  insbesondere  geltend,  der  im  Schusswaffengutachten  dargestellte  Bewe-

gungsablauf des Beschuldigten sei angesichts der kurzen Zeit der Schussfolge und 

seiner damals schon sehr beschränkten und verlangsamten Mobilität nicht plausi-

bel, was insbesondere seine Bewegung um den Salontisch herum verunmöglicht 

habe (Urk. 185 S. 27 Rz. 97 f.; Urk. 230 Rz. 9 ff.). Das seitens der Verteidigung 

geltend  gemachte  Umlaufen  des  Salontisches  (im  Gegenuhrzeigersinn)  zu  drei 

Vierteln (Urk. 185 S. 26 Rz. 95; Urk. 230 Rz. 10) erscheint nicht zwingend, zumal 

es naheliegender erscheint, dass sich der Beschuldigte bereits vor dem Auf-den-

Boden-Fallen von †Q._____ in die bei der nächsten Schussabgabe eingenommene 

Position bewegt hat. Andererseits bestehe laut der Verteidigung ein plausibler al-

ternativer Handlungsablauf, welcher mit den Aussagen des Beschuldigten verein-

bar sei, weil denkbar sei, dass die dritte Schussabgabe gemäss Gutachten in Wirk-

lichkeit die erste gewesen sein könnte, †Q._____ zufolge der ersten Schussabgabe 

auf dem Sofa zu sitzen kam, worauf die zweite Schussabgabe (Schussabgabe 1 

gemäss Gutachten) mit Einschussverletzung am linken Schulterdach folgte (Urk. 

185 S. 27 ff. Rz. 99 ff.; Urk. 230 Rz. 12 ff.). Diese Hypothese ist bereits deshalb 

nicht näher zu prüfen, weil sie sich auf im Rahmen der Beweiswürdigung bereits 

gestützt auf die Aussagen des Beschuldigten selbst klar widerlegte Behauptungen 

stützt, weshalb es bereits an einer grundlegenden Plausibilität des vorgebrachten 

Alternativgeschehens mangelt.

6.15.

Ferner macht die Verteidigung geltend, dass nicht ausgeschlossen werden 

könne, dass zwischen †Q._____ und dem Beschuldigten ein Gespräch stattgefun-

den habe, wobei es in dessen Verlauf zu einem Streit und gegenseitigen emotio-

nalen  Vorwürfen  –  wie  beispielsweise  hinsichtlich  der  Frage,  weshalb  das  Baby 

C._____ nicht auch nach Serbien in die Ferien mitgereist sei – gekommen sei, wo-

bei sich eine Notwehrsituation allein aus dem Umstand, dass der Beschuldigte kein 

solches Streitgespräch geschildert habe, nicht widerlegen lasse (Urk. 185 S. 29 ff. 

Rz. 107 ff.; Urk. 230 Rz. 52). Auch diese seitens der Verteidigung zur Disposition 

gestellte Gegenthese überzeugt nicht, weil sie – einhergehend mit der zutreffenden 

Einschätzung der Vorinstanz (Urk. 198 E. III.3.6.9.) – auf reiner Spekulation beruht 

und keinerlei Indizien für einen solchen Geschehensablauf vorliegen. Auch wenn 

ein Streit über den Verbleib von C._____ und/oder die Rückkehr von †Q._____ (mit 

- 67 -

den Kindern) in den Kreis der Familie P._____W._____ Thema der Diskussion ge-

wesen sein könnte, legt dieser Umstand noch in keiner Weise nahe, dass †Q._____ 

den Beschuldigten deshalb bzw. aufgrund der Emotionalität der Diskussion körper-

lich und sogar bewaffnet angegriffen haben sollte.

7.

Aus der vorgenommenen Beweiswürdigung lassen sich zusammenfassend 

folgende Schlüsse ziehen: Die Aussagen des Beschuldigten zum anklagegegen-

ständlichen Kerngeschehen erfolgten über weite Strecken und in entscheidenden 

Punkten widersprüchlich, wobei sich der Beschuldigte offensichtlich bemüht zeigte, 

sein Aussageverhalten jeweils dem sich ihm präsentierenden Beweisergebnis an-

zupassen. Das anerkannte Mitführen des Revolvers stellt ein Indiz für die Planung 

der anklagegegenständlichen Tat dar, wobei die diesbezüglich vorgebrachten Er-

klärungen des Beschuldigten, insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Beweis-

würdigung ergab, dass er zudem Extra-Munition mitbrachte, nicht verfangen. Viel-

mehr stellt sein Mitbringen von Extra-Munition ein bedeutsames Indiz für die ge-

plante Tötung von †Q._____ dar. Selbst wenn offengelassen werden muss, ob der 

Beschuldigte um den damaligen Aufenthalt der beiden älteren Kinder von J._____ 

und †Q._____ in Serbien und den anstehenden Scheidungstermin im März 2021 

wusste oder nicht, ist letztlich massgebend, dass er von einem dauernden Tren-

nungswillen von Seiten von †Q._____ ausging, ansonsten seine Angaben, wonach 

er †Q._____ im anklagegegenständlichen Zeitpunkt zur Rückkehr in den Kreis der 

Familie habe bewegen wollen, was ihm – wie er es implizit einräumt – aber nicht 

gelungen sei, keinen Sinn ergeben würde. Dass seine Familie in die Tötungspläne 

eingeweiht gewesen sein könnte, wird durch die Angaben des Beschuldigten weder 

nahegelegt noch ausgeschlossen. Unglaubhaft sind sodann die Angaben des Be-

schuldigten, wonach ihn †Q._____ unmittelbar nach seinem Betreten des Wohn-

zimmers angegriffen habe. Gestützt auf die konsistenten und überzeugenden Aus-

sagen von T._____, der Kinderbetreuerin von C._____, ist vielmehr erstellt, dass 

der Beschuldigte mindestens ca. 15 Minuten bzw. annähernd 15 Minuten alleine 

mit  †Q._____  in  der  Wohnung  verbrachte,  bevor  die  Schüsse  fielen.  Bei  dieser 

Sachlage erscheint es naheliegend, dass die beiden Personen in diesem Zeitraum 

eine  Kommunikation  aufnahmen,  wobei  aufgrund  des  am  Tatort  angetroffenen 

Spurenbildes und der Aussagen von T._____ naheliegend erscheint, dass dabei 

- 68 -

Kaffee getrunken wurde. Auch wenn der Verteidigung recht zu geben ist, dass nicht 

erstellt werden kann, was vor den Schussabgaben genau vorgefallen ist, erscheint 

die Hypothese, wonach †Q._____ dem Beschuldigten im Rahmen dieses anzuneh-

menden Gesprächs eine abschlägige Antwort betreffend ihre Rückkehr in seine Fa-

milie  erteilt  haben  dürfte,  woraufhin  er  auf  sie  schoss,  sehr  plausibel.  Diese  An-

nahme wird dadurch gestützt, dass die Aussagen des Beschuldigten zum genauen 

Ablauf des angeblichen Angriffs von †Q._____, zu ihren dabei angeblich geäusser-

ten  Worte,  zum  Stattfinden  einer  Körperberührung  und  insbesondere  auch  zum 

Einsatz eines Messers inkohärent, widersprüchlich und deutlich aggravierend aus-

fallen. Dazu kommt, dass am Tatort kein Messer sichergestellt wurde und es hierfür 

– auch seitens des Beschuldigten – keine schlüssige Erklärung gibt. Auch einen 

konkreten singulären Grund für den Angriff von †Q._____ vermochte der Beschul-

digte nicht zu nennen. Ferner erweisen sich die Schilderungen des Beschuldigten 

zur Distanz zu †Q._____ bei den Schussabgaben sowie zum genauen Ablauf der 

Schussabgaben als auffällig unpräzise und widersprüchlich, wobei erneut festzu-

stellen ist, dass er sich bemüht zeigte, seine Schilderungen dem sich ihm präsen-

tierenden  Beweisergebnis  anzupassen.  Der  geltend  gemachte  Angriff  von 

†Q._____ erweist sich bereits gestützt auf die Würdigung der erwähnten Beweise 

als sehr unplausibel und findet sodann auch im Schusswaffengutachten des FOR 

und im Obduktionsgutachten des IRM keine Stütze. Aus dem Schusswaffengutach-

ten folgt, dass die Aussagen des Beschuldigten, welcher vorwiegend und mehrfach 

von  deutlich  grösseren  Distanzen  berichtete,  sich  nicht  mit  dem  nachvollziehbar 

erklärten und deshalb schlüssigen Ergebnis des Schusswaffengutachtens zu den 

Schussdistanzen in Übereinstimmung bringen lassen. Auch hinsichtlich der anläss-

lich der Schussabgaben eingenommenen Körperpositionen der beiden Beteiligten 

stimmen die Angaben des Beschuldigten und die sich aus dem Schusswaffengut-

achten ergebenden Folgerungen mehrheitlich nicht überein. Das Schusswaffengut-

achten legt einen plausiblen Verlauf der Schussabgaben dar, wobei die Gutachter 

explizit darauf hinweisen, dass andere Standorte sowie Abläufe nicht ausgeschlos-

sen werden können. Da sich die Aussagen des Beschuldigten bereits bei isolierter 

Betrachtung als unglaubhaft erweisen, vermögen sie den Schlussfolgerungen im 

Gutachten auch nichts Überzeugendes entgegenzusetzen. Vor diesem Hintergrund 

- 69 -

ist auch nicht entscheidend, ob sich der Beschuldigte und †Q._____ in der exakt 

gleichen Position wie im Schusswaffengutachten aufgezeigt befunden haben und 

ob die Schüsse in genau derselben Reihenfolge abgegeben wurden. Gestützt auf 

das  Schusswaffengutachten  und  das  Obduktionsgutachten  lässt  sich  keine  Not-

wehrsituation des Beschuldigten erstellen. Angesichts der Umstände, dass der Be-

schuldigte aus nächster Nähe, aus einer Distanz von 5 bis 10 cm, auf die auf dem 

Sofa sitzende †Q._____ geschossen hat, er nach dem zweiten, bereits finalen To-

desschuss sofort erneut mehrere Male auf das Opfer schoss und er sodann – ob-

wohl  dieses  bereits  tot  am  Boden  lag  –  †Q._____  noch  zwei  Kopfschüsse  ver-

passte, ist vielmehr von einer eigentlichen Hinrichtung bzw. einer Tatausführung, 

welcher einer Hinrichtung nahe kommt, auszugehen. Die Einwände der Verteidi-

gung und ihre Darlegung eines alternativen Handlungsablaufs vermögen demge-

genüber  nicht  zu  überzeugen.  Auch  die  seitens  der  Verteidigung  zur  Disposition 

gestellte Gegenthese überzeugt nicht, weil sie auf reiner Spekulation beruht und 

keinerlei  Indizien  für  den  geltend  gemachten  Geschehensablauf  vorliegen.  Auch 

wenn eine verbale Auseinandersetzung über den Verbleib von C._____ und/oder 

die Rückkehr von †Q._____ (mit den Kindern) in den Kreis der P._____W._____-

Familie Thema der Diskussion gewesen sein könnte, legt dieser Umstand noch in 

keiner Weise nahe, dass †Q._____ den Beschuldigten deshalb bzw. aufgrund der 

Emotionalität  der  Diskussion  körperlich  und  sogar  bewaffnet  angegriffen  haben 

sollte.  Auffällig  erscheint  des  Weiteren,  dass  der  Beschuldigte  das  Todesopfer 

mehrfach  schlechtredet  bzw.  in  einem  schlechten  Licht  darstellt  und  vorbringt, 

†Q._____ habe durch ihr Verhalten nicht nur die Ehre der Familie, sondern auch 

diejenige des ganzen Dorfes und von der ganzen Umgebung beschmutzt. Bezeich-

nend erscheint in diesem Kontext, dass der Beschuldigte aussagte, ihre Rückkehr 

zur Familie, zu welcher er †Q._____ habe bewegen wollen, hätte die Ehre der Fa-

milie – deren Oberhaupt er sich nennt – wiederhergestellt, womit sich Hinweise auf 

das  Motiv  ergeben.  Das  Vorfinden  der  geschlossenen  Wohnungstüre  nach  ihrer 

Rückkehr aus der Waschküche schilderte T._____ lebensnah und glaubhaft, wobei 

aufgrund der Umstände davon auszugehen ist, dass sie sich gründlich vergewissert 

gehabt haben dürfte, dass die Türe wirklich abgeschlossen war und nicht etwa le-

diglich klemmte. Bestätigt werden die Aussagen von T._____ nach ihrer Rückkehr 

- 70 -

aus der Waschküche mit einer Ausnahme, welche aber erklärbar erscheint, auch 

von  der  Nachbarin  U._____.  Auch  deren  Aussagen  erweisen  sich  als  gleichblei-

bend, lebensnah und im Wesentlichen widerspruchsfrei und deshalb als glaubhaft. 

Die Aussagen von T._____ und U._____ stimmen auch mit dem am Tatort vorge-

fundenen Spurenbild überein, wobei keine von beiden von einem Messer berich-

tete,  demgegenüber  U._____ eine  Schusswaffe  vorfand  und T._____ vom Trep-

penhaus  aus  die  abgegebenen  Schüsse  hörte  und  unmittelbar  darauf  die  Woh-

nungstüre von †Q._____ von innen verschlossen vorfand. Es kann indes nicht er-

stellt werden, dass der Beschuldigte während seines Aufenthalts in der Wohnung 

die Wohnungstüre von innen abgeschlossen hat. Die Aussagen der weiteren Zeu-

gen und Auskunftspersonen beschlagen das anklagegegenständliche Kerngesche-

hen nicht unmittelbar, vermögen aber verschiedene Erkenntnisse über das Verhal-

ten des Beschuldigten im Vorfeld zu liefern. Ob der Beschuldigte sich – wie in der 

Anklage umschrieben – im Verlaufe des späteren Abends vom 15. Februar 2021 

entschieden  gehabt  habe,  sein  Vorhaben  zeitnah  in  die  Tat  umzusetzen,  bleibt 

auch nach der Würdigung der Aussagen von P._____ unklar. Erstellt ist demge-

genüber,  dass  der  Beschuldigte  in  diesem  Zeitpunkt  P._____  gebeten  hatte,  ihn 

noch am selben Abend oder am folgenden Tag zu †Q._____ zu bringen, was jener 

daraufhin für den Folgetag organisiert habe. P._____ räumte ein, †Q._____ nach-

spioniert und Fotos des Fahrzeugs ihres Partners gemacht zu haben. Der Umstand, 

dass  der  Beschuldigte  dem  ihn  nach  AB._____  fahrenden  O._____  erzählt  hat, 

dass  es  durchaus  sein  könne,  dass  der  Liebhaber  von  †Q._____  ihn  angreifen 

könnte und er sich wohlmöglich verteidigen müsste, erweist sich als auffällig, weil 

dies  nicht  nur  die  Einstellung  des  Beschuldigten  aufzeigt,  mit  der  mitgeführten 

Waffe aktiv zu werden, sondern gleichzeitig als antizipierte Rechtfertigung seines 

geplanten Handelns gedeutet werden könnte. I._____, die Mutter von †Q._____, 

gab sodann glaubhaft an, dass J._____ ihrer Tochter gegenüber mehrere (Todes-

)Drohungen ausgesprochen hatte sowie dass sich ihre Tochter von J._____ ver-

folgt gefühlt und sich vor von ihm ausgehenden Gewalttätigkeiten gefürchtet habe. 

Die Todesdrohungen und das auch im Übrigen drohende Verhalten von J._____ 

finden  sodann  auch  in  den  Gewaltschutzakten  sowie  im  Chatverlauf  zwischen 

†Q._____ und J._____ ihren Niederschlag. Angesichts der gewürdigten Umstände 

- 71 -

ist erstellt, dass J._____ die von †Q._____ initiierte und gelebte Trennung sowie 

ihren Lebenswandel missbilligte. Ebenso ist angesichts des Beweisergebnisses er-

wiesen,  dass  sich  viele  seiner  engen  Familienmitglieder  dieser  Missbilligung  an-

schlossen und sich aktiv daran beteiligten, †Q._____ unter Druck zu setzen und 

dadurch einen Gesinnungswandel bei ihr zu bewirken oder mindestens darauf hin-

zuwirken, dass die gemeinsamen Kinder zum Vater J._____ kommen. Demgegen-

über  ist  nicht  erstellt,  dass  die  Familienangehörigen  des  Beschuldigten  in  seine 

konkreten  Tötungspläne  eingeweiht  waren.  Der  Anklagesachverhalt  ist  demnach 

im aufgezeigten Umfang erstellt.

D.

Betrug

1.1.

Seitens des Beschuldigten wurde sodann der ihm vorgeworfene Anklage-

sachverhalt gemäss Dossier 2 (Betrug) – auch heute – im Wesentlichen bestritten. 

1.2.

Vor Vorinstanz wurde vom Beschuldigten anerkannt, dass die Ergänzungs-

leistungen im angeklagten Gesamtbetrag und während des anklagegegenständli-

chen Zeitraums durch ihn bezogen wurden (Prot. I S. 28 ff.). Im Berufungsverfahren 

bestritt er den Erhalt von Ergänzungsleistungen zur AHV hingegen (Prot. II S. 23). 

Dass der Beschuldigte im Zeitraum vom 1. Juli 2010 bis März 2021 monatlich Er-

gänzungsleistungen zur AHV von der Ausgleichskasse B._____ im Gesamtumfang 

von Fr. 254'997.– bezogen hat, ist jedoch mit den aktenkundigen Unterlagen der 

Ausgleichskasse B._____ (Urk. D2/3/4-5) – auch mit Bezug auf die Höhe und Daten 

der einzelnen Auszahlungen – rechtsgenügend belegt. Der Anklagesachverhalt ist 

insoweit erstellt.

1.3.

Bestritten wird vom Beschuldigten bzw. von der Verteidigung demgegen-

über,  dass  aus  den  Beweismitteln  geschlossen  werden  könne,  dass  er  während 

der anklagegegenständlichen Bezugsdauer – wie gesetzlich für den Bezug der in 

Frage stehenden Leistungen vorausgesetzt – seinen Wohn- und gewöhnlichen Auf-

enthaltsort nicht in der Schweiz gehabt habe (Urk. 185 S. 35 ff. Rz. 131 ff.; Prot. II 

S. 24 ff.). Darauf ist nachstehend einzugehen.

- 72 -

2.

Bei  den  Akten  finden  sich  insbesondere  folgende  massgebliche  verwert-

bare Beweismittel, um den strittigen Anklagesachverhalt zu prüfen: Die Einvernah-

men des Beschuldigten (Urk. D1/2/1 insb. S. 8 ff. F/A 46 ff.; Urk. D2/2/6 S. 13 ff. 

F/A 73 ff.; Urk. D1/2/9 S. 14 ff. F/A 46 ff.; Prot. I S. 53 ff.; Prot. II S. 23 ff.) und die 

polizeilichen und staatsanwaltschaftlichen Einvernahmen von I._____ (Urk. D1/5/2-

3), P._____ (Urk. D1/3/1-2) und W._____ (Urk. D1/16/11; Urk. D1/16/33) sowie – 

lediglich zu Gunsten des Beschuldigten – die polizeilichen Aussagen von AD._____ 

und  AE._____  (Urk.  D2/2/1-2),  die  edierten  Unterlagen  der  Ausgleichskasse 

B._____ (Urk. D2/3/1-6), die edierten Unterlagen der Credit Suisse (Urk. D2/7/3), 

diverse Polizeirapporte (Urk. D2/1/1-5), die Erhebungen von Interpol Belgrad be-

treffend  Ein-  und  Ausreisen  des  Beschuldigten  nach/von  Serbien  (Urk.  D2/1/5 

S. 3 ff.). 

3.1.

Zu vermerken ist, dass der Beschuldigte sich erheblich selbst belastet, in-

dem viele seiner Ausführungen auf einen Wohn- bzw. gewöhnlichen Aufenthaltsort 

im anklagegegenständlichen Zeitraum in Serbien und nicht in der Schweiz deuten: 

So gab er im Vorverfahren bei seiner ersten Einvernahme an, er sei nach Serbien 

gezogen,  weil  ihm  in  der  Schweiz  seine  Wohnung  gekündigt  worden  sei 

(Urk. D1/2/1 S. 8 F/A 46). Später gab der Beschuldigte zu Protokoll, er habe bleiben 

können, wo er gewollt habe und dass sein Schwiegersohn die Wohnung übernom-

men habe (Urk. D1/2/6 S. 13 F/A 73). Sodann sagte er mehrfach aus, er sei oft in 

die Schweiz gekommen, habe seine Familie besucht, das Geld abgehoben und sei 

dann  wieder  zurückgegangen  (Urk.  D1/2/6  S.  14  F/A  78  u.  80).  Anlässlich  der 

staatsanwaltlichen Schlusseinvernahme gab der Beschuldigte des Weiteren – kon-

frontiert mit dem anklagegegenständlichen Betrugsvorwurf – sich selbstbelastend 

an, er sei ja gar nicht hier, sondern nur auf der Durchreise gewesen (Urk. D1/2/9 

S. 17 F/A 47). Anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung räumte der Be-

schuldigte schliesslich ein, nur ein paar Tage bei der Familie AD._____AE._____ 

gewesen zu sein und einen Job gesucht zu haben, bevor er nach Serbien gegan-

gen sei (Prot. I S. 55). Im Rahmen der Berufungsverhandlung gab der Beschuldigte 

ferner zu Protokoll, dass er bis zum anklagegegenständlichen Tötungsvorwurf in 

Serbien gelebt habe. Er habe weder eine eigene Wohnung noch ein Zimmer in der 

Schweiz  gehabt.  Der  Mietvertrag 

zwischen 

ihm  und  der  Familie 

- 73 -

AD._____AE._____ betreffend AF._____-strasse … in AA._____ sage ihm nichts 

(Prot.  II  S.  23 f.).  Bereits  gestützt  auf  seine  Aussagen  erscheint  es  naheliegend, 

dass sich sein gewöhnlicher bzw. tatsächlicher Aufenthaltsort nicht in der Schweiz, 

sondern in Serbien befand. Dazu kommt, dass er angab, †Q._____ die "Verwal-

tung" ihrer "Pensionsgelder" für sich und ihre Kinder überlassen gehabt zu haben 

(Urk. D1/2/2 S. 7 F/A 48), was in Übereinstimmung mit einem auf dem Computer 

von †Q._____ sichergestellten – nicht unterzeichneten und auf den 22. Juni 2020 

datierten – Dokument, womit sie ihre bisherige Vollmacht auf das Konto des Be-

schuldigten bei der Credit Suisse annulliere und ihm seine Debitkarte zurückgebe 

(Beilage zu Urk. D2/1/1), zu stehen scheint. Es ist demnach – einhergehend mit der 

zutreffenden Auffassung der Vor-instanz (Urk. 198 E. III.5.2.3.) – nicht nur davon 

auszugehen, dass †Q._____ die Gelder zumindest vorübergehend für sich und die 

Urenkel  des  Beschuldigten  verwenden  konnte,  sondern  auch  zu  beachten,  dass 

der Beschuldigte die Ergänzungsleistungen – hätte er seinen Lebensmittelpunkt in 

der  Schweiz  gehabt  –  nicht  an  †Q._____  hätte  abgeben  können,  weil  er  dieses 

Geld mangels Anspruchs auf Sozialhilfe selbst zur Bestreitung seines Lebensun-

terhalts benötigt hätte.

3.2.

Gestützt wird die Annahme eines gewöhnlichen Aufenthaltsortes des Be-

schuldigten in Serbien ferner durch die Aussagen seiner Tochter W._____, welche 

aussagte, dass der Beschuldigte zwei- bis dreimal pro Jahr für Arztbesuche in die 

Schweiz reise (Urk. D1/16/33 S. 2 F/A 9 ff.), wobei er manchmal 5, 6, 7, 10 Tage 

geblieben sei, was vom Arzt bzw. den Terminen, die sie ihm gegeben hätten, ab-

hängig gewesen sei (Urk. D1/16/33 S. 3 F/A 17).

3.3.

Diese Aussagen stimmen im Kern auch mit denjenigen von P._____ über-

ein, welcher am 18. Februar 2021 zu Protokoll gab, dass der Beschuldigte mehr-

heitlich in Serbien gewohnt habe (Urk. D1/3/2 S. 9 F/A 36). 

3.4.

Auch aus den Aussagen von I._____ geht unmissverständlich hervor, dass 

der Beschuldigte in Serbien lebte (Urk. D1/5/3 S. 8 F/A 34 ff. u. S. 12 F/A 59).

3.5.

Die im Recht liegenden Erhebungen von Interpol Belgrad betreffend Ein- 

und Ausreisen des Beschuldigten nach/von Serbien (Urk. D2/1/5 S. 3 ff.) stützen 

- 74 -

das sich aus den gewürdigten Aussagen ergebende Beweisergebnis. Daraus lässt 

sich  –  einhergehend  mit  der  zutreffenden  Auffassung  der  Vorinstanz  (Urk.  198 

E. III.5.2.2.)  –  entnehmen,  dass  der  Beschuldigte  zwischen  dem  10. September 

2014 und dem 16. Februar 2021 keine längeren Aufenthalte in der Schweiz ver-

bracht hat und nur jeweils für eine kurze Zeit – für wenige Tage oder sogar nur für 

Stunden – in die Schweiz einreiste, um danach direkt wieder auszureisen, wobei er 

dazwischen in der Regel jeweils für mehrere Monate in Serbien war. Der Einwand 

der  Verteidigung,  wonach  es  unzählige  unüberwachte  Grenzübertritte  gegeben 

habe, weshalb die im Bericht des Interpol festgehaltenen Grenzübertritte des Be-

schuldigten  nicht  aussagekräftig  seien  (Urk.  185  S.  39  f.  Rz.  145  ff.),  überzeugt 

bereits vor dem Hintergrund des übrigen Beweisergebnisses – insbesondere der 

Würdigung der Aussagen der erwähnten Personen – nicht. Ausserdem vermag der 

Einwand der Verteidigung die aus den Feststellungen des Interpol hervorgehenden 

Kurzaufenthalte des Beschuldigten in der Schweiz nicht zu erklären. 

3.6.

Ein  weiterer  Einwand  der  Verteidigung  stützt  sich  auf  die  bei  der  Credit 

Suisse  edierten  Kontoinformationen  bzw.  Bankauszüge  des  Beschuldigten 

(Urk. D2/7/2).  Die  Bankauszüge  würden  laut  der  Verteidigung  belegen,  dass  der 

Beschuldigte von 2010 bis April 2014 – aufgrund der geltenden Bezugslimiten für 

den  Bargeldbezug  am  Bankautomaten  und  dem  Umstand,  dass  er  erst  hernach 

Bankvollmachten zu Gunsten von J._____ und †Q._____ (davor habe lediglich eine 

Vollmacht  zu  Gunsten  seiner  Ehefrau  AG._____  bestanden)  eingerichtet  gehabt 

habe – das Geld gezwungenermassen persönlich am Schalter der Credit Suisse 

habe beziehen müssen, weshalb er sich an diesen Daten in der Schweiz aufgehal-

ten haben müsse (Urk. 185 S. 35 Rz. 148 ff.). Aus den von der Credit Suisse edier-

ten  Bankunterlagen  des  Beschuldigten  (Urk.  D2/7/2)  geht  hervor,  dass  er  seiner 

Ehefrau  AG._____  bereits  ab  Februar  1990  eine  Vollmacht  eingeräumt  gehabt 

hatte,  weshalb  auch  sie  im  seitens  der  Verteidigung  im  Zusammenhang  mit  den 

Bankunterlagen diskutierten Zeitraum von 2010 bis April 2014 Geld am Bankschal-

ter  bezogen  haben  könnte.  Ebenso  geht  aus  diesen  Unterlagen  hervor,  dass  im 

Jahr 2010 bis 2013 die bezogenen Cash-Bezüge am Automaten (in den Kontoaus-

zügen vermerkt mit: "Bezug CHF am Geldautomaten" bzw. "Cash Service-Automa-

tenbezug") offensichtlich und entgegen den – zumindest entsprechend sinngemäss 

- 75 -

vorgebrachten – Ausführungen der Verteidigung nicht bei lediglich Fr. 2'000.– lagen 

(siehe z.B. 12. Januar 2010 über Fr. 2'400.–; 10. September 2010 über Fr. 3'260.–; 

8. November 2012 über Fr. 2'640.–; 20. Januar 2013 über Fr. 2'600.–; 11. Februar 

2013 über Fr. 2'710.–; 18. März 2013 über Fr. 2'650.–; 18. September 2013 über 

Fr.  2'500.–).  Ein  persönlicher  Bezug  des  Geldes  durch  den  Beschuldigten  am 

Schalter war deshalb bei diesen Beträgen nicht zwingend. Der entsprechende Ein-

wand der Verteidigung vermag deshalb – auch vor dem Hintergrund der übrigen 

Beweisergebnisse – nicht zu überzeugen.

3.7.

Schliesslich würden gemäss der Verteidigung die Leistungsabrechnungen 

der AH._____ Krankenkasse im Zusammenhang mit seinen Arzt-/Spital- und Apo-

thekenbesuchen  (Urk.  D2/3/4)  belegen,  dass  der  Beschuldigte  häufig  in  der 

Schweiz gewesen sei: Diese Belege würden sodann die Korrektheit der Interpol-

Aufzeichnungen, wonach er sich dann in Serbien aufgehalten haben soll, bei ins-

gesamt 39 der 54 Termine widerlegen, weshalb nicht auf die Feststellungen von 

Interpol abgestellt werden könne (Urk. 185 S. 41 f. Rz. 152 ff.). Selbst wenn seitens 

des Beschuldigten – wie von der Verteidigung geltend gemacht – innert 73 Monaten 

(September 2014 bis Oktober 2020) 54 krankenkassenrelevante Leistungen bezo-

gen  wurden,  belegt  dieser  Umstand  nicht,  dass  er  seinen  gewöhnlichen  Aufent-

haltsort bzw. seinen Lebensmittelpunkt in der Schweiz hatte, bzw. vermag dieser 

Einwand am übrigen Beweisergebnis nichts zu ändern. Deshalb ist nicht im Einzel-

nen zu erörtern, ob verschiedene Arzt-/Spital- und Apothekenbesuche in einem en-

gen zeitlichen Konnex stehen, gegebenenfalls sich die nicht unbeträchtliche Zahl 

an krankenkassenrelevanten Leistungsbezügen im Verhältnis zur in der Schweiz 

verbrachten  Zeit  relativieren  könnte.  Abgesehen  davon  könnte  der  Beschuldigte 

den Medikamentenbezug in den Apotheken auch delegiert haben. So oder anders 

vermag das Vorbringen der Verteidigung, dass der Beschuldigte auch häufiger in 

der Schweiz gewesen sei, als es aus den Aufzeichnungen des Interpol hervorgehe, 

nichts am Beweisergebnis zu ändern, wonach der Beschuldigte seinen Lebensmit-

telpunkt in der anklagegegenständlichen Zeit klarerweise in Serbien hatte.

3.8.

Lediglich  ergänzend  ist  darauf  hinzuweisen,  dass  die  ausschliesslich  vor 

Polizei erfolgten Aussagen von AD._____ und AE._____ so oder anders nicht zu 

- 76 -

Ungunsten  des  Beschuldigten  verwertbar  sind,  weshalb  die  seitens  der  Verteidi-

gung dagegen erhobenen Einwände (Urk. 185 S. 35 ff. Rz. 132 ff.) nicht weiter zu 

prüfen sind. Entlastend vermögen sich ihre Aussagen (Urk. D2/2/1-2) nicht auszu-

wirken.

3.9.

Am gewürdigten Beweisergebnis vermag schliesslich auch der sich bei den 

Akten  befindliche  Mietvertrag  zwischen  dem  Beschuldigten  als  Mieter  und 

AE._____  als  Vermieter  betreffend  ein  Zimmer  in  Untermiete  an  der  AF._____-

strasse … in AA._____ (Beilage zu Urk. D2/1/1) nichts zu ändern. Dass sich der 

Lebensmittelpunkt des Beschuldigten im anklagegegenständlichen Zeitraum in der 

Schweiz befunden hätte, wird – vor dem Hintergrund des übrigen Beweisergebnis-

ses – auch dadurch nicht belegt.

3.10. Damit  ist  mit  Hinblick  auf  den  in  Dossier  2  gemachten  Anklagevorwurf 

(ebenfalls) rechtsgenügend erwiesen, dass der Beschuldigte seinen Lebensmittel-

punkt in Serbien und nicht in der Schweiz hatte.

IV.  Rechtliche Würdigung

A.

Ausgangslage

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten anklagegemäss des Mordes im Sinne von 

Art. 112  StGB  und  des  gewerbsmässigen  Betrugs  im  Sinne  von  Art.  146 

Abs. 1 StGB  schuldig  gesprochen  (Urk. 198).  Seitens  des  Beschuldigten  werden 

hinsichtlich beider Anklagevorwürfe Freisprüche beantragt (Urk. 202 S. 1; Urk. 230 

S. 1).

B.

Theoretische Grundlagen betreffend Mord

Eine vorsätzliche Tötung ist als Mord zu qualifizieren, wenn der Täter besonders 

skrupellos handelt, namentlich wenn sein Beweggrund, der Zweck der Tat oder die 

Art der Ausführung besonders verwerflich sind (Art. 112 StGB). Mord zeichnet sich 

nach der Rechtsprechung durch eine aussergewöhnlich krasse Missachtung frem-

den Lebens aus. Es geht um die besonders verwerfliche Auslöschung eines Men-

schenlebens.  Für  die  Qualifikation  verweist  das  Gesetz  in  nicht  abschliessender 

Aufzählung auf äussere (Ausführung) und innere Merkmale (Beweggrund, Zweck). 

- 77 -

Diese  müssen  nicht  alle  erfüllt  sein,  um  Mord  anzunehmen  (BGE  144  IV  345 

E. 2.1.1 f.; 141 IV 61 E. 4.1; 127 IV 10 E. 1a; je mit Hinweisen). Entscheidend ist 

eine Gesamtwürdigung der äusseren und inneren Umstände der Tat. Eine beson-

dere Skrupellosigkeit kann beispielsweise entfallen, wenn das Tatmotiv einfühlbar 

und nicht krass egoistisch war, so etwa, wenn die Tat durch eine schwere Konflikt-

situation ausgelöst wurde (BGE 144 IV 345 E. 2.1.2; 141 IV 61 E. 4.1; 127 IV 10 

E. 1a; je mit Hinweisen). Die massgeblichen Faktoren dürfen nicht isoliert betrach-

tet werden. Besonders belastende Momente können durch entlastende ausgegli-

chen werden, wie umgekehrt auch erst das Zusammentreffen mehrerer belasten-

der Umstände, die einzeln womöglich nicht ausgereicht hätten, die Tötung als ein 

besonders  skrupelloses  Verbrechen  erscheinen  lassen  kann  (BGE  144  IV  345 

E. 2.1.2; Urteile des Bundesgerichtes 6B_445/2023 vom 20. Oktober 2023 E. 1.2; 

6B_877/2014 vom 5. November 2015 E. 6.2, nicht publ. in: BGE 141 IV 465). Unter 

das Mordmerkmal der Heimtücke fällt die Ausnutzung besonderer Arg- und Wehr-

losigkeit, so etwa wenn der Ehegatte oder nahe Blutsverwandte im Schlaf getötet 

werden oder wenn das Opfer, zu dem der Täter eine Liebesbeziehung unterhalten 

hatte, unter bewusster Ausnutzung seiner Arglosigkeit in einen Hinterhalt gelockt 

wird  (vgl.  BGE  101  IV  279  E.  2;  Urteile  des  Bundesgerichtes  6B_966/2022  vom 

17. April  2023  E.  2.3;  6B_1040/2023  vom  6.  März  2024  E.  3.2.1;  6B_1088/2022 

vom 16. Januar 2023 E. 5.3.2; je mit Hinweisen). Das Bundesgericht erachtete die 

objektiven  und  subjektiven  Tatbestandsmerkmale  des  Mordes  im  Sinne  von 

Art. 112 StGB in einem Fall als gegeben an, in welchem der Täter aus Wut über 

die durch ihn nicht genehmigte Liebesbeziehung seiner Schwester wahllos, wortlos 

und unmittelbar, nachdem er das Opfer erblickt gehabt hatte, zehnmal auf dieses 

geschossen hat, obwohl keine Bedrohungssituation vorgelegen hat und weiterge-

schossen  hat,  als  das  Opfer  wehrlos  am  Boden  lag  (Urteil  des  Bundesgerichtes 

6B_82/2009 vom 14. Juli 2009 E. 2.5. bzw. 3.5). Ferner erachtete das Bundesge-

richt die Tatausführung in einem Fall als besonders skrupellos, wo der Täter das 

Vertrauen des späteren Opfers ausnutzte, indem es ihm die Tür öffnete und er ihm 

zwei Schüsse ins Gesicht jagte, während das Opfer wehrlos im Bett lag (Urteil des 

Bundesgerichtes 6B_1197/2015 vom 1. Juli 2016 E. 2.4. m.w.H.). 

- 78 -

Subsumption betreffend Mord

Die  Vorinstanz  (Urk.  198  E.  III.3.8.1.6.)  qualifiziert  zu  Recht  sowohl  die 

C.

1.

Tatausführung des Beschuldigten als auch sein Tatmotiv als besonders skrupellos 

im Sinne von Art. 112 StGB.

2.1.

Bezüglich Tatausführung wurde seitens der Vorinstanz zutreffend darge-

legt (Urk. 198 E. III.3.8.1.6.), dass das unvermittelte Abfeuern von sechs Schüssen 

aus einer Distanz zwischen 50 cm und 5 cm bis 10 cm einer eigentlichen Hinrich-

tung gleichkommt. So schoss der Beschuldigte nach dem zweiten, bereits finalen 

Todesschuss sofort erneut mehrere Male auf †Q._____ und verpasste ihr – obwohl 

sie bereits tot am Boden lag – bewusst noch zwei weitere Kopfschüsse. Zutreffend 

wurde seitens der Vorinstanz sodann erwogen, dass der Beschuldigte innert weni-

ger Sekunden das ganze Trommelmagazin des Revolvers leerte, wobei erschwe-

rend  dazu  kommt,  dass  sich  die  Tochter  des  Opfers,  die  19-monatige  C._____, 

unmittelbar neben ihrer Mutter befand und der Beschuldigte durch sein Vorgehen 

seine eigene Urenkelin – sehenden Auges – zur Halbwaise machte. Sein Vorgehen 

zeugt von einer grausamen Brutalität und Entschlossenheit zu töten, welches Vor-

gehen als eigentlicher Gewaltexzess beschrieben werden muss. Diese exzessive 

Art der Tötung lässt auf eine besonders hohe kriminelle Energie schliessen, welche 

die  Abscheulichkeit  der  Tat  erhöht.  Dazu  kommt,  dass  der  Beschuldigte  heimtü-

ckisch vorging, indem er †Q._____ am Tattag unangekündigt aufsuchte und ihre – 

aufgrund des infolge der familiären Bande zum Grossvater ihres Ehemannes bzw. 

zum Urgrossvater ihrer Kinder bestehenden Vertrauens und des Respekts gegen-

über dem Familienoberhaupt – bestehende besondere Arg- und Wehrlosigkeit aus-

nutzte, weshalb sie in keiner Weise mit dem Risiko einer Tötung zu rechnen hatte. 

Das Qualifikationsmerkmal der besonderen Skrupellosigkeit bei der Tatausführung 

wird  durch  den  Beschuldigten  klarerweise  erfüllt.  Auch  wenn  der  Beschuldigte 

†Q._____  im  Rahmen  des  vorgängigen  Gesprächs  noch  die  Gelegenheit  einge-

räumt haben sollte, seinen Bedingungen zu entsprechen und zur Familie zurück-

zukehren,  hat  er  klarerweise  mit  einer  abschlägigen  Antwort  auf  sein  Ultimatum 

gerechnet, was sich bereits durch das Mitführen des Revolvers und der Extra-Mu-

nition – deren Mitnahme unterstreicht, dass er hinsichtlich des Taterfolgs auf sicher 

- 79 -

gehen wollte – zeigt. †Q._____ war dem Beschuldigten schutzlos ausgeliefert und 

hatte dabei keine Chance, sich effektiv zur Wehr zu setzen oder die Flucht zu er-

greifen. Auch deshalb erweist sich die Tat des Beschuldigten als besonders grau-

sam, kaltblütig und von krasser Missachtung fremden Lebens geprägt. Besondere 

Umstände, welche das Tatvorgehen des Beschuldigten in einem anderen bzw. mil-

deren Lichte erscheinen lassen könnten, liegen nicht vor. Insbesondere vermag ein 

– aus der Perspektive des Beschuldigten wahrgenommenes – allfälliges von Seiten 

von †Q._____ ausgehendes unmoralisches Verhalten die Tatbegehung nur schon 

angesichts seiner gezielten Planung ihrer Tötung und deren brutaler und kaltblüti-

ger Umsetzung in keiner Weise zu relativieren. Ebenso wenig vermag die schnelle 

Abgabe der sechs Schüsse, die zu einem relativ schnellen Eintritt des Todes führ-

ten (vgl. Urk. 230 Rz. 5 f.), an der geschilderten Skrupellosigkeit des Beschuldigten 

etwas zu ändern. 

2.2.

Aus dem Aussageverhalten des Beschuldigten ergeben sich – wie bereits 

aufgezeigt  –  aufschlussreiche  Folgerungen  zu  seiner  Motivlage  (s.  vorstehend 

E. III.C.6.2.19.). Im Vordergrund steht, dass der Beschuldigte aussagte, dass ihre 

Rückkehr zur Familie, zu welcher er †Q._____ habe bewegen wollen, die Ehre der 

Familie – deren Oberhaupt er sich nennt – wiederhergestellt hätte. Mithin handelt 

es  sich  –  entgegen  der  Auffassung  der  Verteidigung  (vgl. Urk. 230  Rz. 14 ff.) – 

nicht um ein kolportiertes stereotypisches Weltbild der Staatsanwaltschaft und der 

Vorinstanz, sondern um die vom Beschuldigten selbst kundgegebenen Ansichten 

bzw. Wertvorstellungen. Es ist davon auszugehen, dass er das Verhalten und die 

vermutete aussereheliche Beziehung von †Q._____ missbilligte und sich von der 

von ihr gewünschten und gelebten dauernden Trennung von seinem Enkel in seiner 

Ehre wie derjenigen seiner Familie verletzt fühlte, wogegen er durch die in Anmas-

sung einer gottesgleichen Funktion vorgenommene Tötung Abhilfe schaffen wollte, 

wodurch sich seine Selbstgerechtigkeit und sein krasser Egoismus manifestiert. Of-

fensichtlich wollte er die Ehefrau seines Enkels für ihr Verhalten mit dem Tod be-

strafen und richtete sie quasi hin. Es steht ausser Frage, dass er damit aus absolut 

nichtigen Beweggründen handelte, womit – auch in seinen Beweggründen – seine 

absolute Geringschätzung menschlichen Lebens zutage tritt. Auch sein Tatmotiv 

erfüllt  deshalb  die  gesetzlich  geforderte  qualifizierte  Skrupellosigkeit.  Besondere 

- 80 -

Umstände, welche sein Tatmotiv in einem anderen bzw. milderen Lichte erscheinen 

lassen könnten, liegen nicht vor. Insbesondere vermag auch ein allfälliges von Sei-

ten von †Q._____ ausgehendes Beziehungsverhalten oder die von ihr gewünschte 

dauernde Trennung von seinem Enkel die erörterte Beurteilung des Tatmotivs des 

Beschuldigten in keiner Weise zu relativieren. Die von der Verteidigung angeführte 

Gemütslage des Beschuldigten, welche ein Gemisch aus Enttäuschung über die 

(in seinen Augen) bestehende Undankbarkeit über die finanzielle Hilfe, die Empö-

rung über die Vernachlässigung ihrer Kinder, aber auch die Trauer über den dro-

henden Verlusts eines Familienmitgliedes infolge Scheidung gewesen sei (Urk. 230 

Rz. 18; Urk. 185 S. 2 f. Rz. 4 ff.), vermag jedenfalls am Umstand, dass der Beschul-

digte aus objektiv nichtigen Beweggründen †Q._____ getötet hat, nichts zu ändern.

2.3.

Das Tatvorgehen wie auch das Tatmotiv des Beschuldigten zeugen offen-

sichtlich von der gesetzlich geforderten besonderen Skrupellosigkeit. Die Voraus-

setzungen für einen Mord im Sinne von Art. 112 StGB sind deshalb in objektiver 

wie subjektiver Hinsicht erfüllt, wobei der Beschuldigte – einhergehend mit den sich 

als  zutreffend  erweisenden  Erwägungen  der  Vorinstanz  (Urk.  198  E.  III.3.8.2.-

3.8.2.2.) – mit direktem Vorsatz handelte.

2.4.

Rechtfertigungsgründe sind keine ersichtlich. Die seitens des Beschuldig-

ten  und  seiner  Verteidigung  geltend  gemachte  Notwehrlage  im  Sinne  von 

Art. 15 StGB wurde im Rahmen der Sachverhaltserstellung widerlegt. Ferner ist ge-

stützt  auf  das  sich  auch  diesbezüglich  als  ohne  Weiteres  nachvollziehbar  und 

schlüssig  erweisende  psychiatrische  Gutachten  von  Dr.  med.  N._____  von  einer 

vollumfänglich erhaltenen Schuldfähigkeit des Beschuldigten auszugehen, weil so-

wohl  die  Einsichts-  wie  auch  die  Steuerungsfähigkeit  vollständig  gegeben  waren 

(vgl. dazu die ausführlichen Erwägungen zur Schuldfähigkeit des Beschuldigten un-

ter E. II.1.1.-1.4. bzw. Urk. D1/19/15 insb. S. 85 ff.), weshalb auch kein Schuldaus-

schlussgrund besteht. 

2.5.

Der Beschuldigte ist somit des Mordes im Sinne von Art. 112 StGB schuldig 

zu sprechen.

D.

Theoretische Grundlagen betreffend Betrug

- 81 -

1.

Wer in der Absicht, sich oder einen andern unrechtmässig zu bereichern, 

jemanden durch Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irre-

führt oder ihn in einem Irrtum arglistig bestärkt und so den Irrenden zu einem Ver-

halten bestimmt, wodurch dieser sich selbst oder einen andern am Vermögen schä-

digt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft (Art. 146 

Abs. 1 StGB). 

2.

Die Täuschung ist eine unrichtige Erklärung über Tatsachen, die darauf ge-

richtet ist, bei einem andern eine von der Wirklichkeit abweichende Vorstellung her-

vorzurufen (BGE 140 IV 11 E. 2.3.2; 135 IV 76 E. 5.1). Als Tatsachen, über welche 

getäuscht werden kann, gelten auch innere Tatsachen, wie etwa Leistungswille und 

Erfüllungsbereitschaft.  Die  Täuschung  im  Sinne  von  Art.  146  Abs.  1  StGB  kann 

auch durch konkludentes Handeln erfolgen, indem der Täter die Unwahrheit nicht 

ausdrücklich  zum  Ausdruck  bringt,  sondern  durch  sein  Verhalten  miterklärt 

(BGE 147 IV 73 E. 3.1; 140 IV 11 E. 2.3.2; 127 IV 163 E. 2b; je mit Hinweisen). 

Eine konkludente Täuschung liegt vor, wenn dem Verhalten des Täters im sozialen 

Verkehr ein Erklärungswert zukommt (Urteil des Bundesgerichtes 6B_1231/2016 

vom 22. Juni 2017 E. 7.5 mit Hinweisen). 

3.

Arglist  ist  nach  ständiger  Rechtsprechung  gegeben,  wenn  der  Täter  ein 

ganzes Lügengebäude errichtet oder sich besonderer Machenschaften oder Kniffe 

bedient. Arglist scheidet aus, wenn der Getäuschte den Irrtum mit einem Mindest-

mass an Aufmerksamkeit hätte vermeiden können. Auch unter dem Gesichtspunkt 

der  Opfermitverantwortung  erfordert  die  Erfüllung  des  Tatbestands  indes  nicht, 

dass  das  Täuschungsopfer  die  grösstmögliche  Sorgfalt  walten  lässt  und  alle  er-

denklichen Vorkehren trifft. Arglist ist lediglich zu verneinen, wenn es die grundle-

gendsten  Vorsichtsmassnahmen  nicht  beachtet  (zum  Ganzen:  BGE  142  IV  153 

E. 2.2.2;  135  IV  76  E.  5.2  mit  Hinweisen).  Arglist  scheidet  indes  aus,  wenn  das 

Täuschungsopfer den Irrtum bei Inanspruchnahme der ihm zur Verfügung stehen-

den Selbstschutzmöglichkeiten hätte vermeiden bzw. sich mit einem Mindestmass 

an Aufmerksamkeit selbst hätte schützen können, wobei im Einzelfall der jeweiligen 

Lage und Schutzbedürftigkeit des Betroffenen bzw. seiner Fachkenntnis und Ge-

schäftserfahrung Rechnung zu tragen ist. 

- 82 -

4.

Der Getäuschte muss durch den Irrtum zu einer Vermögensverfügung ver-

anlasst werden. Damit wird ein ursächliches Bindeglied zwischen Irrtum und Ver-

mögensverfügung  hergestellt.  Vermögensverfügung  ist  grundsätzlich  jedes  Han-

deln oder Unterlassen, das eine Vermögensverminderung unmittelbar herbeiführt. 

Unmittelbarkeit bedeutet, dass das irrtumsbedingte Verhalten des Getäuschten zu 

der Vermögensminderung führt, ohne dass dafür noch zusätzliche deliktische Zwi-

schenhandlungen  des  Täters  erforderlich  sind.  Die  Verfügung  selbst  muss  aber 

nicht  zwingend  in  einem  einzigen  Akt  bestehen  (Urteil  des  Bundesgerichtes 

6B_1033/2021 vom 12. Januar 2022 E. 2.1; BGE 126 IV E.3.a; je mit Hinweisen). 

Zwischen Täuschung, Irrtum und Vermögensdisposition muss ein Motivationszu-

sammenhang bestehen (BGE 128 IV 255 E. 2e/aa; 126 IV 113 E. 3a).

5.

Ein Vermögensschaden liegt vor, wenn das Vermögen des Täuschungsop-

fers  nach  Vornahme  der  irrtumsbedingten  Vermögensverfügung  in  seinem  Ge-

samtwert – durch Verringerung der Aktiven oder Vermehrung der Passiven – tat-

sächlich  verringert  ist  (BGE  147  IV  73  E.  6.1;  Urteile  des  Bundesgerichtes 

6B_236/2020  vom  27.  August  2020  E. 4.3.1;  6B_1081/2019  vom  15.  Mai  2020 

E. 1.2.3; 6B_480/2018 vom 13. September 2019 E. 1.1.2; je mit Hinweisen). 

6.

In subjektiver Hinsicht erfordert der Tatbestand Vorsatz und Handeln in un-

rechtmässiger  Bereicherungsabsicht  (Urteil  des  Bundesgerichtes  6B_219/2021 

vom 19. April 2023 E. 4.2).

E.

1.

Subsumption betreffend Betrug

Der Beschuldigte täuschte die Privatklägerin 1 vorliegend mittels Vorwei-

sens eines falschen Mietvertrags sowie einer falschen Wohnsitzbestätigung, dass 

er in der Schweiz in AA._____ lebe, obwohl er in Wirklichkeit seinen gewöhnlichen 

Aufenthalt  und  Lebensmittelpunkt  während  der  massgebenden  Zeit  vom 

1. Juli 2010 bis März 2021 in Serbien hatte. Einhergehend mit der zutreffenden Auf-

fassung der Vorinstanz (Urk. 198 E. III.5.5.3.1.2.) erweist sich sein Vorgehen als 

arglistig,  weil  der  Beschuldigte  mit  der  Einreichung  des  gefälschten  Mietvertrags 

sowie der falschen Wohnsitzbestätigung alles unternommen hat, um von der Ge-

schädigten – gestützt auf die Anspruchsgrundlage gemäss Art. 4 Abs. 1 lit. a ELG – 

- 83 -

die Auszahlung der Ergänzungsleistungen zur AHV zu erlangen, ohne diesbezüg-

lich einen Anspruch zu haben. Eine massgebliche Opfermitverantwortung seitens 

der Privatklägerin 1 ist vorliegend nicht ersichtlich. Gestützt auf die täuschenden 

Angaben und Belege des Beschuldigten verfügte die Privatklägerin 1 die Auszah-

lung der Ergänzungsleistungen zur AHV im Gesamtbetrag von Fr. 254'997.–, womit 

kausal Vermögensdispositionen erfolgten, durch welche bei der Privatklägerin 1 ein 

Schaden 

in  der  besagten  Höhe  eintrat.  Der  objektive  Tatbestand  von 

Art. 146 Abs. 1 StGB ist damit erfüllt. 

2.

In subjektiver Hinsicht handelte der Beschuldigte – einhergehend mit der 

zutreffenden Einschätzung der Vorinstanz (Urk. 198 E. III.5.3.2.) – mit direktem Vor-

satz. Er ging wissentlich und willentlich und mit der direkten Absicht vor, die Aus-

gleichskasse  B._____  durch  die  Einreichung  der  gefälschten  Unterlagen  zu  täu-

schen  und  ihr  in  Form  des  unrechtmässigen  Bezugs  von  Ergänzungsleistungen 

eine  finanzielle  Einbusse  zuzufügen  bzw.  sich  selbst  dadurch  unrechtmässig  zu 

bereichern. 

3.

Rechtfertigungsgründe  sind  keine  ersichtlich.  Ferner  ist  gestützt  auf  das 

sich  nachvollziehbar  und  schlüssig  erweisende  psychiatrische  Gutachten  von 

Dr. med.  N._____  von  einer  vollumfänglich  erhaltenen  Schuldfähigkeit  des  Be-

schuldigten  auszugehen  (vgl.  dazu  oben  unter  E. C.2.4.  und  die  dortigen  Ver-

weise), weshalb auch kein Schuldausschlussgrund besteht.

4.

Demnach ist der Beschuldigte ferner wegen Betrugs im Sinne von Art. 146 

Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen.

F.

Ergebnis

Der Beschuldigte ist demnach des Mordes im Sinne von Art. 112 StGB und des 

Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen.

A.

Ausgangslage

V.  Strafzumessung 

- 84 -

Gemäss dem Urteil der Vorinstanz wurde der Beschuldigte unter Anrechnung der 

erstandenen  Haft  sowie  dem  vorzeitigen  Strafantritt  mit  einer  Freiheitsstrafe  von 

20 Jahren  bestraft  (Urk. 198,  Dispositivziffer  2).  Mit  ihrer  Berufung  beantragt  die 

Staatsanwaltschaft eine Erhöhung des Strafmasses auf eine lebenslängliche Frei-

heitsstrafe (vgl. Urk. 210; Urk. 232). Aus Sicht der Verteidigung erweist sich dem-

gegenüber eine Bestrafung mit einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 120 Ta-

gessätzen zu Fr. 30.– als angemessen (Urk. 202; Urk. 230). 

B.

1.

Grundlagen der Strafzumessung

Die  Vorinstanz  hat  die  allgemeinen  Regeln  der  Strafzumessung  und  zur 

Wahl der Sanktionsart ausführlich und zutreffend dargelegt. Darauf (vgl. Urk. 198 

E. VI.A.1., 2.1.-2.2., 3.2.4. u. 3.3.3.) und auf die aktuelle Rechtsprechung des Bun-

desgerichtes zum Thema (BGE 144 IV 313; 136 IV 55 E. 5.4 ff.; 135 IV 130 E. 5.3.1; 

132 IV 102 E. 8.1; Urteile des Bundesgerichtes 6B_1349/2022, 6B_1366/2022 vom 

24. Januar 2025 E. 5.3; 6B_1239/2023 vom 22. Januar 2024 E. 1.1; 6B_619/2019 

vom 11. März 2020 E. 3.3; je mit Hinweisen) kann vorab verwiesen werden. Ge-

mäss Art. 50 StGB hat das Gericht, sofern es sein Urteil zu begründen hat, die für 

die Zumessung der Strafe erheblichen Umstände und deren Gewichtung festzuhal-

ten.  Es  hat  seine  Überlegungen  in  den  Grundzügen  wiederzugeben,  sodass  die 

Strafzumessung nachvollziehbar ist (BGE 149 IV 217 E. 1.1; 144 IV 313 E. 1.2; je 

mit Hinweisen). Nicht erforderlich ist, dass das Sachgericht die Gewichtung der ein-

zelnen Strafzumessungsfaktoren in Zahlen oder in Prozenten wiedergibt (BGE 136 

IV 55 E. 5.6; 127 IV 101 E. 2c). Die für die Zumessung der Strafe erheblichen Um-

stände und deren Gewichtung müssen jedoch im Hinblick auf eine transparente, in 

den Grundzügen nachvollziehbare und überprüfbare Strafzumessung aus dem Ur-

teil hervorgehen (Urteile des Bundesgerichtes 6B_1349/2022, 6B_1366/2022 vom 

24.  Januar  2025  E.  5.3.2;  6B_1239/2023  vom  22. Januar  2024  E.  1.1; 

6B_1273/2021  vom  14.  März  2023  E.  5.2.2;  6B_619/2019  vom  11.  März  2020 

E. 3.3; 6B_521/2019 vom 23. Oktober 2019 E. 1.2; je mit Hinweisen). Die Höchst-

dauer  der  Freiheitsstrafe  beträgt  20  Jahre.  Wo  es  das  Gesetz  ausdrücklich  be-

stimmt, dauert die Freiheitsstrafe lebenslänglich (Art. 40 Abs. 2 StGB). Die lebens-

längliche Freiheitsstrafe ist die härteste Freiheitsstrafe, welche das schweizerische 

- 85 -

Strafgesetzbuch vorsieht. Sie dauert grundsätzlich, wie es der Begriff bestimmt, bis 

zum Ableben des Inhaftierten. Schon aus diesem Grund muss eine besonders voll-

ständige und genaue Begründung verlangt, respektive begründet werden, weshalb 

eine Strafe von bestimmter Dauer, selbst eine solche von 20 Jahren, als nicht aus-

reichend erscheint (BGE 141 IV 61 E. 6.1.3). Auf eine lebenslängliche Freiheits-

strafe kann bei Strafschärfung infolge Konkurrenz nur erkannt werden, wenn der 

Täter  mehrere  mit  lebenslänglicher  Freiheitsstrafe  bedrohte  Straftaten  begangen 

hat, nicht indes, wenn der Täter mehrere Straftaten begangen hat, von denen nur 

für eine lebenslängliche Freiheitsstrafe angedroht ist, es sei denn, wenn einer der 

zur Diskussion stehenden Straftaten für sich allein betrachtet eine solche Sanktion 

rechtfertigt (BGE 141 IV 61 E. 6.1.2 mit Hinweis auf BGE 132 IV 102 E. 9.1; Urteile 

des Bundesgerichtes 6B_1349/2022, 6B_1366/2022 vom 24. Januar 2025 E. 5.3.3; 

6B_1239/2023 vom 22. Januar 2024 E. 1.1; 6B_734/2021 vom 23. Februar 2022 

E. 4.1, je mit Hinweisen).  

2.

Seitens der Vorinstanz wurde zutreffend festgehalten, dass der Strafrah-

men vorliegend lebenslängliche Freiheitsstrafe oder eine Freiheitsstrafe nicht unter 

zehn Jahren beträgt (Urk. 198 E. VI.1.), keine Gründe bestehen, den ordentlichen 

Strafrahmen zu verlassen (Urk. 198 E. VI.1.), und vorliegend – angesichts der je-

weils  festzusetzenden  Sanktionshöhe  (vgl.  nachstehend  unter  E. C.2.1.-2.5.  u. 

C.3.1.-3.4.)  –  auch  für  die  Straftatbestände  des  Betrugs  und  der  Widerhandlung 

gegen  das  Waffengesetz  eine  Freiheitsstrafe  auszusprechen  ist  (Urk.  198 

E. VI.3.2.4. u. 3.3.3.).

C.

Strafzumessung

1.1.

Im Hinblick auf die Beurteilung der objektiven Tatkomponente beim Mord 

ist festzustellen, dass die Vorgehensweise des Beschuldigten (s. dazu vorstehend 

E. IV.C.2.1.) durch das unvermittelte Abfeuern von sechs Schüssen auf das Opfer 

aus unmittelbarer Nähe im Zentimeterbereich einer eigentlichen Hinrichtung gleich-

kommt. Deutlich verschuldenserschwerend wirkt sich in diesem Kontext aus, dass 

der Beschuldigte nicht einmal von †Q._____ abliess, als sie bereits mit tödlichen 

Verletzungen am Boden lag, indem er ihr zwei weitere Kopfschüsse verpasste, wel-

ches Vorgehen als eigentlicher Gewaltexzess beschrieben werden muss. Diese ex-

- 86 -

zessive Art der Tötung lässt auf eine besonders hohe kriminelle Energie schliessen, 

welche  die  objektive  Tatschwere  ebenso  erhöht  wie  der  Umstand,  dass  der  Be-

schuldigte den Mord im Voraus geplant gehabt hatte und gezielt vorging, was seine 

Tatausführung als besonders perfide erscheinen lässt. Verschuldenserschwerend 

wirkt sich sodann auch der Umstand aus, dass sich in unmittelbarer Nähe des Op-

fers ein Kleinkind befand, welches die Tat miterleben musste. Dazu kommt, dass 

der Beschuldigte †Q._____ am Tattag unangekündigt aufsuchte, auch wenn sein 

Besuch für sie nicht völlig überraschend kam. Indem indes ihre Arg- und Wehrlo-

sigkeit vom familiär verbundenen Beschuldigten gerade auch im (vermeintlichen) 

Sicherheitsgefüge ihrer eigenen vier Wände ausgenutzt wurde, zeigt sich nebst der 

mangelnden Möglichkeit, sich gegen das Vorgehen des Beschuldigten zur Wehr zu 

setzen oder zu fliehen, eine weitere Perfidität der Tat. Auch deshalb erweist sich 

die Tatausführung des Beschuldigten als besonders grausam, kaltblütig und von 

krasser Missachtung fremden Lebens geprägt. Wie bereits dargelegt (E. IV.C.2.1.), 

vermag  eine  –  aus  der  Perspektive  des  Beschuldigten  wahrgenommene  –  man-

gelnde Kooperation hinsichtlich seines Wunsches, dass sie in den Kreis der Familie 

zurückkehrt,  die  Tatbegehung  und  damit  auch  die  objektive  Tatschwere  nicht  zu 

relativieren. Auch das Tatmotiv des Beschuldigten, welches darin zu sehen ist, dass 

er das Verhalten und die vermutete aussereheliche Beziehung von †Q._____ miss-

billigte und sich von der von ihr gewünschten und gelebten dauernden Trennung 

von seinem Enkel in seiner Ehre wie derjenigen seiner Familie verletzt fühlte, wo-

gegen er durch die in Anmassung einer gottesgleichen Funktion vorgenommene 

Tötung  Abhilfe  schaffen  wollte  (vgl.  vorstehend  unter  E.  IV.C.2.2.),  vermag  sein 

Vorgehen nicht zu relativieren. Es steht vielmehr ausser Frage, dass er krass ego-

istisch,  selbstgerecht  und  aus  absolut  nichtigen  Beweggründen  handelte.  Gege-

benheiten, welche sein Tatmotiv in einem anderen bzw. milderen Lichte erscheinen 

und sich verschuldensmindernd auswirken könnten, liegen nicht vor. Die vorliegend 

massgebende  Intensität der an  den  Tag  gelegten besonderen  Skrupellosigkeit  – 

welche für sich betrachtet bereits ein objektives Tatbestandsmerkmal des Mordes 

darstellt (entsprechend die Vorinstanz zum Doppelverwertungsverbot: Urk. 198 E. 

VI.3.1.1.3.) – erweist sich unter Würdigung der Tatausführung und des Motivs als 

besonders hoch. Die objektive Tatschwere wiegt deshalb gestützt auf die gemach-

- 87 -

ten Erwägungen insgesamt schwer bis sehr schwer. Es erweist sich aufgrund der 

gemachten Erwägungen als angemessen, die hypothetische Einsatzstrafe auf 18 

Jahre Freiheitsstrafe anzusetzen.

1.2.

In subjektiver Hinsicht ist massgeblich, dass der Beschuldigte mit direktem 

Vorsatz  gehandelt  hat,  weshalb  eine  Strafminderung  wegen  Eventualvorsatzes 

nicht zum Tragen kommt. Die (auch) im Tatmotiv zum Ausdruck kommende beson-

dere Skrupellosigkeit bzw. die sich bezüglich der Beurteilung der Tatkomponente 

auswirkende Intensität derselben wurde bereits im Rahmen der Beurteilung der ob-

jektiven Tatschwere berücksichtigt. Der Beschuldigte war zudem nach gutachterli-

cher Einschätzung voll schuldfähig (Urk. D1/19/15 insb. S. 85 ff.; vgl. auch vorste-

hend unter E. II.1.1.-1.4. bzw. E. IV.C.2.4.). Aus diesen Erwägungen vermag die 

subjektive Tatschwere die objektive nicht zu relativieren. 

1.3.

Gestützt auf diese Erwägungen erweist sich die Festsetzung einer hypo-

thetischen Einsatzstrafe in der Höhe von 18 Jahren Freiheitsstrafe als angemes-

sen. Eine lebenslängliche Freiheitsstrafe – wie von der Staatsanwaltschaft gefor-

dert (Urk. 182; Urk. 210; Urk. 232) – kommt vorliegend nicht in Betracht, da letztlich 

noch schwerere Fälle, wie beispielsweise Mehrfachtötungen, denkbar sind, die ein 

solches Strafmass rechtfertigen würden.

1.4.

Zum Vorleben und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten kann 

zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen auf die entsprechenden und zutreffen-

den Ausführungen der Vorinstanz (Urk. 198 E. VI.3.1.2.1.), die Ausführungen zur 

biografischen  Anamnese 

im  Rahmen  seiner  psychiatrischen  Begutachtung 

(Urk. D1/19/15  S.  57  ff.)  sowie  auf  die  nachstehend  zur  Landesverweisung  ge-

machten Erwägungen (E. VI.B.2.1.) verwiesen werden. Anlässlich der Berufungs-

verhandlung machte der Beschuldigte keine wesentlichen Ergänzungen zu seinen 

bisherigen Angaben (vgl. Prot. II S. 9). Die persönlichen Verhältnisse des Beschul-

digten erweisen sich als strafzumessungsneutral. 

1.5.

Der Beschuldigte verfügt über keine Vorstrafen, was sich ebenfalls strafzu-

messungsneutral auswirkt. 

- 88 -

1.6.

Beim Nachtatverhalten ist dem Verhalten des Täters nach der Tat und im 

Strafverfahren Rechnung zu tragen. Ein Geständnis, das kooperative Verhalten ei-

nes Täters bei der Aufklärung von Straftaten sowie die Einsicht und Reue wirken 

strafmindernd.  Gemäss  bundesgerichtlicher  Rechtsprechung  können  umfangrei-

che und prozessentscheidende Geständnisse eine substanzielle Strafreduktion be-

wirken. Dies gilt allerdings nur, wenn ein Geständnis auf Einsicht in das begangene 

Unrecht respektive auf Reue schliessen lässt oder der Täter dadurch zur Tataufde-

ckung über den eigenen Tatanteil beiträgt. Erleichtert das Geständnis die Strafver-

folgung indes nicht, etwa weil der Täter nur aufgrund einer erdrückenden Beweis-

lage oder gar erst nach Ausfällung des erstinstanzlichen Urteils geständig gewor-

den ist, ist eine Strafminderung hingegen nicht angebracht (Urteil des Bundesge-

richtes  6B_759/2014  vom  24.  November  2014  E.  3.2).  Der  Beschuldigte  ist  hin-

sichtlich des massgebenden Kerngeschehens unverändert nicht geständig. Seine 

jeweiligen Zugeständnisse insbesondere hinsichtlich des Rahmengeschehens ver-

mögen die Strafzumessung nicht zu beeinflussen. Eine bei der Strafzumessung zu 

berücksichtigende Einsicht oder Reue ist beim Beschuldigten sodann nicht festzu-

stellen. Die Würdigung des Nachtatverhaltens des Beschuldigten vermag die Straf-

zumessung demgemäss nicht zu beeinflussen. Es bleibt daher bei einer Freiheits-

strafe von 18 Jahren.

1.7.

Es liegt im Zweck des Freiheitsentzugs, eine Härte zu bewirken. Eine er-

höhte Strafempfindlichkeit lässt sich nur bei aussergewöhnlichen Umständen beja-

hen  (Urteile  des  Bundesgerichtes  6B_18/2022  vom  23.  Juni  2023  E.  2.6.1; 

6B_1053/2018 vom 26. Februar 2019 E. 3.4 i.f.; 6B_1416/2017 vom 29. Novem-

ber 2018 E. 1.4.4; 6B_698/2017 vom 13. Oktober 2017 E. 7.1.2; je mit Hinweisen). 

Gemäss der Rechtsprechung kann ein hohes Alter zu einer erhöhten Strafempfind-

lichkeit  führen  (vgl.  BGE 96  IV  155  E. III.  4;  Urteile  des  Bundesgerichtes 

6B_446/2011  vom  27. Juli  2012  E. 9.4;  6B_572/2010  vom  18.  November  2010 

E. 4.5; 6B_31/2011 vom 27. April 2011 E. 3.4.4; Obergericht des Kantons Zürich, 

Urteil vom 10. November 2016, Geschäfts-Nr.: SB160314, E. 3.6; Obergericht des 

Kantons Zürich, Urteil vom 28. April 2023, Geschäfts-Nr.: SB220609, E. IV.C.2.2; 

WIPRÄCHTIGER/KELLER, BSK-StGB, N 150 ff. zu Art. 47 StGB), wobei dem Bundes-

gericht zufolge nicht von vornherein evident ist, inwiefern ein betagter Verurteilter 

- 89 -

durch den Vollzug einer Freiheitsstrafe härter getroffen werden soll, als ein junger 

Mensch mit weitaus grösserer Restlebenserwartung, sofern nicht zusätzlich erheb-

liche  gesundheitliche  Beschwerden  bestehen  (Urteil  des  Bundesgerichtes 

6B_446/2011 vom 27. Juli 2012 E. 9.4). Vorliegend ist dem nunmehr 80-jährigen 

Beschuldigten  angesichts  seines  fortgeschrittenen  Alters,  der  erkennbaren  Ge-

brechlichkeit sowie seiner hohen Pflegebedürftigkeit, in deren Folge der Beschul-

digte im vorzeitigen Strafvollzug auch in das Pflegezentrum L._____ verlegt werden 

musste,  durchaus  eine  erhöhte  Strafempfindlichkeit  zu  attestieren,  die  mit  einer 

leichten Strafminderung von einem Jahr zu berücksichtigen ist. Eine darüber hinaus 

gehende Reduktion der Strafe rechtfertigt sich indes nicht, zumal den gesundheit-

lichen Einschränkungen des Beschuldigten im Rahmen des Strafvollzugs entspre-

chend Rechnung getragen werden kann. Mithin erscheint nach Berücksichtigung 

der Tat- und Täterkomponente eine Bestrafung mit 17 Jahren Freiheitsstrafe dem 

Verschulden und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten angemessen. 

2.1.

Hinsichtlich  der  objektiven  Tatschwere  ist  beim  Betrug  deutlich  verschul-

denserhöhend zu veranschlagen, dass der Beschuldigte durch seine Delinquenz 

eine beträchtliche Summe von über Fr. 250'000.– generiert und damit das schwei-

zerische Sozialsystem schamlos ausgenutzt hat. Einhergehend mit der zutreffen-

den Auffassung der Vorinstanz (Urk. 198 E. IV.3.2.2.1.) ist sodann zu beachten, 

dass der Beschuldigte der Ausgleichskasse einen schriftlichen Mietvertrag nach-

schob, als sich abzeichnete, dass er mit blossen mündlichen Zusicherungen allein 

nicht weiterkommt, womit er ein dreistes Vorgehen an den Tag legte und eine er-

hebliche  kriminelle  Energie  offenbarte.  Als  besonders  raffiniert  erweist  sich  sein 

Vorgehen  demgegenüber  nicht,  weshalb  sich  letztlich  auch  die  Dauer  der  Delin-

quenz  nicht  gesondert  zu  seinen  Ungunsten  auszuwirken  vermag.  Die  objektive 

Tatschwere  ist  angesichts  der  erörterten  massgeblichen  Umstände  als  erheblich 

bis mittelschwer einzustufen und die hypothetische Einsatzstrafe – bei isolierter Be-

trachtung – auf 2¼ Jahre Freiheitsstrafe anzusetzen. 

2.2.

Auch beim Betrug handelte der Beschuldigte mit direktem Vorsatz und des 

Weiteren in der Absicht, sich unrechtmässig zu bereichern, welche Umstände sich 

im  Rahmen  der  Beurteilung  der  subjektiven  Tatschwere  strafzumessungsneutral 

- 90 -

auswirken. Sein Motiv für den begangenen Betrug ist in rein finanziellen Interessen 

zu  sehen.  Der  Umstand,  dass  diese  finanziellen  Zuwendungen  auch  Dritten  wie 

†Q._____ und ihren Kindern zugute kamen, wirkt sich letztlich nicht verschulden-

smindernd aus. Deshalb vermag das subjektive Tatverschulden das objektive Tat-

verschulden  nicht  zu  relativieren.  Es  bleibt  folglich  für  den  Betrug  bei  einer  Frei-

heitsstrafe von 2¼ Jahren. 

2.3.

Zum Vorleben und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten ist 

auf  vorstehende  Ausführungen  (E. 1.4.)  zu  verweisen.  Die  persönlichen  Verhält-

nisse des Beschuldigten erweisen sich als strafzumessungsneutral. 

2.4.

Der Beschuldigte verfügt über keine Vorstrafen, was sich ebenfalls strafzu-

messungsneutral auswirkt. 

2.5.

Auch  das  Nachtatverhalten  des  Beschuldigten  wirkt  sich  mangels  eines 

Geständnisses,  Reue,  Einsicht  oder  etwaiger  Wiedergutmachungsbemühungen 

nicht zu Gunsten des Beschuldigten aus. Die Vorinstanz gestand dem Beschuldig-

ten unter dem Titel einer besonderen Strafempfindlichkeit eine Strafreduktion zu. 

Sie  argumentierte,  dass  nicht  davon  ausgegangen  werden  könne,  dass  der  Be-

schuldigte mit seiner bewussten Entscheidung, das schweizerische Sozialsystem 

zu  betrügen,  trotz  seines  hohen  Alters  und  seines  Gesundheitszustandes  eine 

hohe Haftstrafe in Kauf genommen habe (Urk. 198 E. IV.3.2.3.). Diesen Erwägun-

gen ist – unter Verweis auf vorstehende Ausführungen (vgl. E. 1.7.) – beizupflich-

ten, wobei zu beachten ist, dass der Beschuldigte seine Freiheitsstrafe – zumindest 

einstweilen – nicht im Normalvollzug, sondern in einem Pflegezentrum vollziehen 

kann.  Unter  Berücksichtigung  der  besonderen  Strafempfindlichkeit  erweist  sich 

eine Strafreduktion im Umfang von 3 Monaten als angemessen. 

2.6.

In Asperation mit der für den Mord festgesetzten Einsatzstrafe erweist sich 

eine Gesamtstrafe für die beiden Straftaten von insgesamt 18½ Jahren Freiheits-

strafe als angemessen. 

3.1.

Im Rahmen der Würdigung der objektiven Tatkomponente bei der Wider-

handlung gegen das Waffengesetz ist – einhergehend mit der zutreffenden Auffas-

- 91 -

sung der Vorinstanz (Urk. 198 E. IV.3.3.1.1.) – zu berücksichtigen, dass der Be-

schuldigte eine grosskalibrige Feuerwaffe in geladenem Zustand ein- und mit sich 

geführt  hat.  Sodann  führte  er  auch  Ersatzmunition  in  die  Schweiz  ein,  was  sich 

verschuldenserschwerend  auswirkt.  In  objektiver  Hinsicht  erweist  sich  sein  Ver-

schulden als nicht mehr leicht. Hierfür wäre – bei isolierter Würdigung – hinsichtlich 

der objektiven Tatschwere eine hypothetische Freiheitsstrafe von 9 Monaten vor-

zusehen.

3.2.

In subjektiver Hinsicht handelte der Beschuldigte direktvorsätzlich, weshalb 

das subjektive Tatverschulden das objektive nicht zu relativieren vermag.

3.3.

Hinsichtlich der Würdigung der Täterkomponente fallen auch bei der Wi-

derhandlung gegen das Waffengesetz keine strafzumessungsrelevanten Faktoren 

ins Gewicht (s. dazu auch vorstehend unter E. 1.4., 1.5., 2.3. u. 2.4.).

3.4.

Auch  das  Nachtatverhalten  des  Beschuldigten  wirkt  sich  nicht  zu  seinen 

Gunsten aus, zumal er sich auch hier uneinsichtig zeigte. Eine bei der Strafzumes-

sung  zu  berücksichtigende  besondere  Strafempfindlichkeit  ist  entsprechend  den 

bei der Würdigung des Mordes und des Betrugs gemachten Erwägungen (vorste-

hend unter E. 1.7. u. 2.5.) im Umfang von einem Monat leicht strafreduzierend zu 

berücksichtigen, weshalb eine Freiheitsstrafe von 8 Monaten resultieren würde.

3.5.

In Asperation mit der für den Mord und den Betrug vorgesehenen Freiheits-

strafe erweist sich eine Gesamtstrafe für die drei Straftaten von insgesamt 19 Jah-

ren Freiheitsstrafe als angemessen. 

4.

In Würdigung aller massgeblichen Strafzumessungsfaktoren ist demnach 

eine  Freiheitsstrafe  von  19 Jahren  auszufällen.  Diese  ist  bereits  aus  objektiven 

Gründen  unbedingt  zu  vollziehen  (vgl.  e  contrario  Art. 42  Abs.  1  bzw.  Art.  43 

Abs. 1 StGB). Da sich der Beschuldigte seit dem 16. Februar 2021 ununterbrochen 

in  Untersuchungs-  und  Sicherheitshaft  bzw.  im  vorzeitigen  Strafvollzug  (vgl. 

Urk. D1/48/1-66 bzw. Urk. 70) befindet, sind bis heute folglich 1499 Tage Haft bzw. 

vorzeitiger Strafvollzug an die Freiheitsstrafe anzurechnen (Art. 51 StGB).

- 92 -

VI.  Landesverweisung

A.

Katalogtat

1.1.

Die obligatorische Landesverweisung, die am 1. Oktober 2016 in Kraft trat, 

wird in Art. 66a StGB geregelt. Demnach hat das Gericht einen Ausländer, der we-

gen  einer  in  Art. 66a  Abs. 1  StGB  genannten  Katalogtat  verurteilt  wird,  für  5 bis 

15 Jahre aus der Schweiz zu verweisen. 

1.2.

Die obligatorische Landesverweisung wegen einer Katalogtat im Sinne von 

Art.  66a  Abs.  1  StGB  greift  grundsätzlich  unabhängig  von  der  konkreten 

Tatschwere (BGE 146 IV 105 E. 3.4.1; 144 IV 332 E. 3.1.3). 

2.

Der Beschuldigte hat sich des Mordes gemäss Art. 112 StGB sowie des 

Betrugs gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB im Bereich einer Sozialversicherung oder 

der Sozialhilfe und damit zweier Katalogtaten nach Art. 66a Abs. 1 lit. a bzw. lit. e 

StGB schuldig gemacht. Als serbischer Staatsangehöriger ist er ein Ausländer, wo-

mit die Voraussetzungen für eine obligatorische Landesverweisung grundsätzlich 

erfüllt sind. Der Beschuldigte ist somit des Landes zu verweisen, sofern kein schwe-

rer  persönlicher  Härtefall  vorliegt  und  die  Interessenabwägung  nicht  zu  seinen 

Gunsten ausfällt.

B.

1.

Härtefallprüfung bzw. Güterabwägung

Von der Anordnung der Landesverweisung kann nur "ausnahmsweise" un-

ter  den  kumulativen  Voraussetzungen  abgesehen  werden,  dass  sie  (1.)  einen 

schweren persönlichen Härtefall bewirken würde und (2.) die öffentlichen Interes-

sen an der Landesverweisung gegenüber den privaten Interessen des Ausländers 

am Verbleib in der Schweiz nicht überwiegen. Dabei ist der besonderen Situation 

von Ausländern Rechnung zu tragen, die in der Schweiz geboren oder aufgewach-

sen sind (Art. 66a Abs. 2 StGB; sogenannte Härtefallklausel). Die Härtefallklausel 

dient der Umsetzung des Verhältnismässigkeitsprinzips (Art. 5 Abs. 2 BV; BGE 146 

IV  105  E.  3.4.2;  145  IV  364  E.  3.2  mit  Hinweisen;  144  IV  332  E.  3.1.2).  Sie  ist 

restriktiv anzuwenden (BGE 146 IV 105 E. 3.4.2; 144 IV 332 E. 3.3.1 mit Hinweis). 

- 93 -

2.1.

Vorab ist auf die Erwägungen bezüglich des Vorlebens und der persönli-

chen Verhältnisse des Beschuldigten im Rahmen der Beurteilung der Täterkompo-

nente bei der Strafzumessung (vorstehend unter E. V.C.1.4., 1.5., 2.3., 2.4. u. 3.3.) 

sowie die Ausführungen zur biografischen Anamnese im Rahmen seiner psychia-

trischen Begutachtung (Urk. D1/19/15 S. 57 ff.) zu verweisen. Der heute 80-jährige 

Beschuldigte  ist  weder  in  der  Schweiz  geboren,  hier  aufgewachsen  noch  hat  er 

sonst einen besonders engen Bezug zur Schweiz. Sein tatsächlicher Lebensmittel-

punkt  befindet  sich  in  Serbien.  Einhergehend  mit  der  zutreffenden  Einschätzung 

der Vorinstanz (Urk. 198 E. VI.2.) besuchte der Beschuldigte die Schweiz, um von 

den hiesigen Sozialversicherungen und der medizinischen Versorgung zu profitie-

ren. 

2.2.

Ein schwerer persönlicher Härtefall liegt demnach nicht vor, weshalb auch 

keine Güterabwägung vorzunehmen ist.

C.

Dauer der Landesverweisung

Der Beschuldigte wird vorliegend wegen zweier Katalogtaten, des Mordes im Sinne 

von Art. 112 StGB, des Betruges im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB, sowie überdies 

wegen  mehrfachen  Vergehens  gegen  das  Waffengesetz  im  Sinne  von  Art.  33 

Abs. 1 lit. a WG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 lit. a WG, Art. 7 Abs. 1 WG und 

Art. 12 Abs. 1 lit. a WV sowie Art. 27 Abs. 1 WG verurteilt und mit einer Freiheits-

strafe von 19 Jahren bestraft. Das öffentliche Entfernungs- und Fernhalteinteresse 

ist vor diesem Hintergrund eminent. Es erweist sich deshalb – einhergehend mit 

der zutreffenden Einschätzung der Vorinstanz (Urk. 198 E. VI.3.) – ohne Weiteres 

als  angemessen,  für  die  Landesverweisung  die  gesetzlich  maximal  mögliche 

Höchstdauer von 15 Jahren vorzusehen.

D.

1.

Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem

Nach Art. 20 der Verordnung über den nationalen Teil des Schengener In-

formationssystems und das SIRENE-Büro (N-SIS-Verordnung; SR 362.0) können 

Drittstaatsangehörige zur Einreise- und Aufenthaltsverweigerung ausgeschrieben 

werden, wenn der entsprechende Entscheid einer Verwaltungs- oder einer Justiz-

- 94 -

behörde vorliegt. Entsprechend hat das urteilende Gericht zu prüfen, ob die Aus-

schreibung  der  Landesverweisung  im  Schengener  Informationssystem  (nachfol-

gend SIS) anzuordnen ist. Landesverweisungen gegenüber Ausländern aus Staa-

ten, die nicht zum Schengen-Raum gehören, werden im SIS ausgeschrieben, wenn 

davon auszugehen ist, dass die Anwesenheit der betreffenden Person im Hoheits-

gebiet eines Mitgliedstaates die öffentliche Sicherheit und Ordnung gefährdet. Dies 

ist insbesondere der Fall, wenn der Drittstaatsangehörige wegen einer Straftat ver-

urteilt worden ist, die mit mindestens einem Jahr Freiheitsstrafe bedroht ist (Art. 24 

Abs. 2 SIS-II-Verordnung, vgl. Art. 96 Abs. 2 lit. a Schengener Durchführungsüber-

einkommen [SDÜ]; Urteil des Bundesgerichtes 6B_1178/2019 vom 10. März 2021 

E. 4.6). Eine Ausschreibung im SIS darf gemäss Art. 21 und Art. 24 Abs. 1 SIS-II-

Verordnung nur auf der Grundlage einer individuellen Bewertung unter Berücksich-

tigung des Verhältnismässigkeitsprinzips ergehen. Im Rahmen dieser Bewertung 

ist bei der Ausschreibung gestützt auf Art. 24 Abs. 2 SIS-II-Verordnung insbeson-

dere zu prüfen, ob von der betroffenen Person eine Gefahr für die öffentliche Si-

cherheit  und  Ordnung  ausgeht.  Verhältnismässig  ist  eine  Ausschreibung  im  SIS 

immer dann, wenn eine solche Gefahr besteht (BGE 146 IV 172 E. 3.2.2). Im Sinne 

einer kumulativen Voraussetzung ist gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung 

stets zu prüfen, ob vom betroffenen Drittstaatsangehörigen eine Gefahr für die öf-

fentliche Sicherheit oder Ordnung im Sinne von Art. 24 Ziff. 2 SIS-II-Verordnung 

ausgeht. Damit wird dem in Art. 21 SIS-II-Verordnung verankerten Verhältnismäs-

sigkeitsprinzip Rechnung getragen. An die Annahme einer solchen Gefahr sind je-

doch  keine  allzu  hohen  Anforderungen  zu  stellen.  Nicht  verlangt  wird,  dass  das 

"individuelle Verhalten der betroffenen Person eine tatsächliche, gegenwärtige und 

hinreichend schwere Gefährdung darstellt, die ein Grundinteresse der Gesellschaft 

berührt" (Urteil des Bundesgerichtes 6B_1178/2019 vom 10. März 2021 E. 4.7 u. 

4.8).

2.

Serbien ist nicht Mitglied des Schengen-Raums, weshalb der Beschuldigte 

als Drittstaatsangehöriger im Sinne von Art. 24 Abs. 2 SIS-II-Verordnung gilt. Das 

erforderliche abstrakte Höchstmass von einem Jahr Freiheitsstrafe ist vorliegend 

mehrfach erfüllt. Angesichts der Schwere der Straftaten ist ohne Weiteres erwie-

sen, dass der Beschuldigte nicht lediglich für die Schweiz, sondern gleichermassen 

- 95 -

für  den  gesamten  Schengen-Raum  eine  Gefahr  für  die  öffentliche  Ordnung  und 

Sicherheit darstellt. Dementsprechend ist die Ausschreibung im Schengener Infor-

mationssystem (SIS) anzuordnen. 

E.

Ergebnis

Der Beschuldigte ist demgemäss gestützt auf Art. 66a Abs. 1 lit. a bzw. lit. e StGB 

für 15 Jahre obligatorisch des Landes zu verweisen. Dementsprechend ist seine 

Ausschreibung im Schengener Informationssystem (SIS) anzuordnen.

A.

Theoretische Grundlagen

VII.  Zivilansprüche

Seitens der Vorinstanz wurden die massgebenden theoretischen Grundlagen mit 

Bezug auf Schadenersatz sowie Genugtuung und deren adhäsionsweise Geltend-

machung  im  Strafverfahren  einlässlich  und  zutreffend  dargelegt  (Urk.  198 

E. VIII.2.1., 2.3.3. , 2.4.3. , 2.4.4. u. 3.1.3.). Darauf ist zu verweisen.

B.

1.

Privatkläger 2-4

Seitens der Privatkläger 2-4 wurde vor Vorinstanz beantragt, dass festzu-

stellen sei, dass der Beschuldigte ihnen gegenüber aus den angeklagten Ereignis-

sen dem Grundsatz nach schadenersatzpflichtig sei (Urk. 162). Daneben verlang-

ten die Privatklägerin 2, C._____, Fr. 75'000.– Genugtuung zuzüglich 5 % Zins seit 

dem 16. Februar 2021 und die Privatkläger 3 und 4, D._____ und E._____, eine 

Genugtuung in Höhe von je Fr. 70'000.– zuzüglich 5 % Zins seit dem 16. Februar 

2021 (Urk. 162).

2.

Seitens  des  Beschuldigten  wurde  unverändert  die  pauschale  Abweisung 

der Zivilforderungen der Privatkläger 2-4 beantragt (Urk. 185 S. 44; Urk. 230).

3.1.

Der Beschuldigte hat sich gegenüber der Mutter der Privatkläger 2-4 des 

Mordes im Sinne von Art. 112 StGB schuldig gemacht. Das Erfordernis der Wider-

rechtlichkeit liegt damit vor. Dabei handelte der Beschuldigte vorsätzlich und somit 

auch  im  zivilrechtlichen  Sinn  schuldhaft.  Auch  der  natürliche  Kausalzusammen-

- 96 -

hang  zum  widerrechtlichen  Verhalten  des  Beschuldigten  ist  gegeben.  Einherge-

hend mit der zutreffenden Einschätzung der Vorinstanz (Urk. 198 E. VIII.2.3.4.) er-

scheint nach dem natürlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung 

die Ermordung der eigenen Mutter durch den Urgrossvater und die damit zusam-

menhängende Aufarbeitung des Erlebten geeignet, fachpsychologische Beratung 

respektive die damit verbundenen Kosten hervorzurufen, weshalb die Adäquanz zu 

bejahen ist. Was die Schadenshöhe betrifft, ist anzumerken, dass sich diese zum 

heutigen  Zeitpunkt  nicht  beziffern  lässt  und  sich  die  genauen  Auswirkungen  des 

Verhaltens des Beschuldigten auf die physische und psychische Entwicklung der 

Privatkläger 2-4 nicht abschliessend einschätzen lässt. Aus diesem Grund ist fest-

zustellen, dass der Beschuldigte gegenüber den Privatklägern 2-4 dem Grundsatze 

nach aus den eingeklagten Ereignissen schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Be-

stimmung der Höhe des Schadenersatzes sind die Privatkläger 2-4 auf den Weg 

des Zivilprozesses zu verweisen.

3.2.

Zweifelsohne stellt die Ermordung der Mutter per se eine objektiv schwere 

Persönlichkeitsverletzung  für  die  Privatklägerin  2  dar,  die  vom  Beschuldigten  wi-

derrechtlich und schuldhaft verursacht wurde. Durch die Tat des Beschuldigten ver-

lor die im Tatzeitpunkt erst 19 Monate alte Privatklägerin 2 ihre Mutter und Versor-

gerin und wurde zur Halbwaise. Sodann musste die Privatklägerin 2 die Ermordung 

ihrer Mutter unmittelbar miterleben. Einhergehend mit der zutreffenden Auffassung 

der Vorinstanz (Urk. 198 E. VIII.2.4.6.) ist von einer erheblichen Intensität der im-

materiellen  Unbill  auszugehen,  selbst  wenn  die  Privatklägerin  2  im  Tatzeitpunkt 

noch ein Kleinkind war und ungewiss ist, ob und in welchem Umfang sie sich an 

die Tat erinnern können wird. In Anbetracht der gesamten Umstände – insbeson-

dere dem jungen Alter des Opfers bei dessen Tod, der starken Abhängigkeit des 

hinterlassenen Kleinkinds von ihrer verlorenen Betreuungsperson und der unmit-

telbaren Anwesenheit der Privatklägerin 2 bei der Schussabgabe – erscheint eine 

Genugtuung für die Privatklägerin 2 in der Höhe von Fr. 75'000.– zuzüglich bean-

tragtem Zins angemessen. Der Beschuldigte ist daher zu verpflichten, der Privat-

klägerin  2  eine  Genugtuung  von  Fr.  75'000.–  zuzüglich  Zins  von  5  %  seit  dem 

16. Februar 2021 zu bezahlen. 

- 97 -

3.3.

Zweifelsohne stellt die Ermordung der Mutter sodann per se auch eine ob-

jektiv schwere Persönlichkeitsverletzung für die Privatkläger 3 und 4 dar, die vom 

Beschuldigten widerrechtlich und schuldhaft verursacht wurde. Durch die Tat des 

Beschuldigten verloren die im Tatzeitpunkt erst 12 und 9 Jahre alten Privatkläger 3 

und 4 ihre Mutter und Versorgerin und wurden zu Halbwaisen. Einhergehend mit 

der zutreffenden Auffassung der Vorinstanz (Urk. 198 E. VIII.2.4.10. bzw. 2.4.6.) ist 

von einer erheblichen Intensität der immateriellen Unbill auszugehen. In Anbetracht 

der gesamten Umstände – insbesondere dem jungen Alter des Opfers bei dessen 

Tod und der starken Abhängigkeit der hinterlassenen Kinder von ihrer verlorenen 

Betreuungsperson – erscheint eine Genugtuung für die Privatkläger 3 und 4 in der 

Höhe von jeweils Fr. 70'000.– zuzüglich beantragtem Zins angemessen. Der Be-

schuldigte  ist  daher  zu  verpflichten,  den  Privatklägern  3  und  4  eine  Genugtuung 

von Fr. 70'000.– zuzüglich Zins von 5 % seit dem 16. Februar 2021 zu bezahlen. 

C.

1.

Privatkläger 6 und 8

Seitens der Privatkläger 6 und 8, G._____ und I._____, wird Schadenersatz 

von Fr. 6'527.45 für die Sargkosten im Umfang von Fr. 1'305.15 sowie die Selbst-

behalte der Krankenkasse der Privatklägerin 8 von Fr. 5'222.30 (Urk. 183 S. 4 N 6) 

beantragt. Ferner sei der Beschuldigte dem Grundsatze nach zu verpflichten, den 

Privatklägern 6 und 8 Schadenersatz für den weiteren aus der angeklagten Straftat 

resultierenden  Schaden  zu  bezahlen  (Urk. 183  S. 1).  Sodann  verlangen  sie  eine 

Genugtuung im Betrag von Fr. 35'000.– an den Privatkläger 6 und Fr. 40'000.– an 

die  Privatklägerin  8,  jeweils  zuzüglich  5 %  Zins  seit  dem  16.  Februar  2021  (Urk. 

183 S. 1). In diesem Zusammenhang ist daran zu erinnern, dass auf den anlässlich 

der  Berufungsverhandlung  gestellten  Antrag  der  Privatkläger  6  und  8  (Urk. 233 

S. 1; Prot. II S. 7), mit welchem eine höhere als von der Vorinstanz zugesprochene 

Genugtuung begehrt wird, nicht einzutreten ist (vgl. vorne E. II.3.).

2.

Der Beschuldigte beantragt unverändert die pauschale Abweisung der Zi-

vilforderungen der Privatkläger 6 und 8 (Urk. 185 S. 44; Urk. 230; Prot. II S. 29 f.).

3.1. 

Vorliegend  hat  sich  der  Beschuldigte  des  Mordes 

im  Sinne  von 

Art. 112 StGB an der Stieftochter bzw. Tochter der Privatkläger 6 und 8 schuldig 

- 98 -

gemacht.  Die  erforderliche  Widerrechtlichkeit  sowie  der  natürliche  und  adäquate 

Kausalzusammenhang zum widerrechtlichen Verhalten liegen auch hier vor. Ein-

hergehend  mit  der  sich  als  zutreffend  erweisenden  Auffassung  der  Vorinstanz 

(Urk. 198 E. VIII.3.1.4.) liegt der Schaden in der unfreiwilligen Vermögenseinbusse 

für die Kosten des Sargs im Umfang von Fr. 1'305.15 (Urk. 184/1) sowie der Selbst-

behalte der Krankenkasse für die psychologische Betreuung der Privatklägerin 8 in 

Höhe von Fr. 5'222.30 (Urk. 184/2), welcher belegt, damit ausgewiesen und – ein-

hergehend  mit  der  zutreffenden  Auffassung  der  Vorinstanz 

(Urk.  198 

E. VIII.3.1.4.) – der Privatklägerin 8 zu erstatten ist. Demgemäss ist der Beschul-

digte zu verpflichten, der Privatklägerin 8 Schadenersatz im Betrag von Fr. 6'527.45 

zu entrichten. Im Übrigen sind die Privatkläger 6 und 8 mit ihren Forderungen auf 

den  Weg  des  Zivilprozesses  zu  verweisen,  wobei  festzustellen  ist,  dass  der  Be-

schuldigte  gegenüber  den  Privatklägern  6  und  8  dem  Grundsatze  nach  aus  den 

eingeklagten  Ereignissen  schadenersatzpflichtig  ist.  Diesbezüglich  kann  vollum-

fänglich auf die einlässliche und zutreffende Begründung der Vorinstanz (Urk. 198 

E. VIII.3.1.5.) verwiesen werden.

3.2.

Zweifelsohne stellt die Ermordung der eigenen Tochter und Stieftochter per 

se eine objektiv schwere Persönlichkeitsverletzung für die Privatkläger 8 und 6 dar, 

wobei Letzterer †Q._____ auch bereits schon seit ihrem 6. Lebensjahr kannte und 

er ab dem Jahr 2003 zusammen mit den Halbbrüdern von †Q._____ und der Pri-

vatklägerin 8 unter einem gemeinsamen Dach gelebt und sie bis ans Lebensende 

wie eine leibliche Tochter behandelt habe (vgl. Urk. D1/5/5 S. 8 F/A 34; Urk. 183 S. 

5 Rn. 10). Die schwere Persönlichkeitsverletzung wurde vom Beschuldigten wider-

rechtlich  und  schuldhaft  verursacht  und  sowohl  der  natürliche  wie  auch  der  ad-

äquate Kausalzusammenhang sind gegeben. Durch die Tat des Beschuldigten ver-

loren die Privatkläger 8 und 6 die im Tatzeitpunkt erst 32-jährige Tochter bzw. Stief-

tochter, welche damit den Grossteil des Lebens noch vor sich hatte. Einhergehend 

mit der zutreffenden Auffassung der Vorinstanz (Urk. 198 E. VIII.3.2.4.) ist bei der 

Bemessung der Genugtuungshöhe ferner insbesondere von Belang, dass der Be-

schuldigte den Mord mit direktem Vorsatz beging und dass zwischen †Q._____ und 

insbesondere ihrer Mutter, der Privatklägerin 8, eine enge Beziehung bestand. So-

dann sind die kausal durch die Ermordung ihrer Tochter verursachten gesundheit-

- 99 -

lichen Beschwerden wie schwere Einschlaf- und Durchschlafstörungen, eine Appe-

titstörung und innere Unruhe aktenkundig und ihr wurde unter anderem eine post-

traumatische Belastungsstörung diagnostiziert (Urk. 184/4). Weiter ist belegt, dass 

sich die Privatklägerin 8 aufgrund der Ermordung ihrer Tochter und der damit zu-

sammenhängenden  Verletzung  ihrer  psychischen  Integrität  auch  heute  noch  un-

verändert  in  medizinischer  Behandlung  befindet  (Urk.  233  S. 3;  Urk. 234/1-2). 

Schliesslich wird seitens ihrer Rechtsvertretung vorgebracht, dass sie eine ganze 

IV-Rente beziehe (Urk. 183 S. 8 f. Rn. 17). Der Privatkläger 6 bringt vor, er leide 

ebenfalls  unter  massiven  Stimmungsschwankungen,  völliger  Antriebslosigkeit, 

Schlafstörungen und einer tiefgreifenden Verbitterung bzw. Trauer, wobei er keine 

ärztliche Behandlung in Anspruch nehmen wolle bzw. sich einer solchen verwei-

gere. Aufgrund der enormen Belastung und Traumatisierung hätten sich seit dem 

erstinstanzlichen  Verfahren  seine  vorbestehenden  Herzprobleme  verschlechtert 

und er habe sich vor nicht allzu langer Zeit einer Operation unterziehen müssen 

(Urk. 233 S. 4 Rn. 7 f.). Seitens der Verteidigung wurden – auch heute – keine sub-

stantiierten Einwendungen gegen die Sachdarstellung der Privatklägerin 8 vorge-

bracht (Prot. II S. 29 f.). Hinsichtlich des Privatklägers 6 machte die Verteidigung 

geltend, dass der Gesundheitszustand nicht dokumentiert sei (Prot. II S. 30), was 

hinsichtlich  der  Kausalität  der  geltend  gemachten  Herzprobleme  des  Privatklä-

gers 6, die sich seit der erstinstanzlichen Hauptverhandlung verschlimmert haben 

sollen,  zutrifft.  Eine  Gesamtwürdigung  der  erwähnten  massgeblichen  Umstände 

lässt  –  einhergehend  mit  der  zutreffenden  Auffassung  der  Vorinstanz  (Urk. 198 

E. VIII.3.2.5.)  –  die  erstinstanzlich  beantragten  Genugtuungsforderungen  für  die 

Privatkläger 6 und 8 als der Intensität der erlittenen Unbill jedenfalls angemessen 

erscheinen. Demgemäss ist der Beschuldigte zu verpflichten, dem Privatkläger 6 

Fr. 35'000.– sowie der Privatklägerin 8 Fr. 40'000.–, jeweils zuzüglich 5 % Zins seit 

dem 16. Februar 2021, als Genugtuung zu bezahlen. 

D.

1.

Privatkläger 5 und 7

Seitens der Privatkläger 5 und 7, F._____ und H._____, den Stiefgeschwis-

tern von †Q._____, wurde vor Vorinstanz eine Genugtuung von je Fr. 7'500.–, je-

weils zuzüglich 5 % Zins seit dem 16. Februar 2021, beantragt (Urk. 183 S. 1), wo-

- 100 -

bei  auf  den  anlässlich  der  Berufungsverhandlung  gestellten  Antrag  auf  Zuspre-

chung einer höheren Genugtuung nicht eingetreten wird (vgl. vorne E. II.3.).

2.

Der  Beschuldigte  beantragt  unverändert  unter  Hinweis  auf  die  fehlende 

Substantiierung die pauschale Abweisung der Zivilforderungen der Privatkläger 5 

und 7 (Urk. 185 S. 44; Prot. II S. 29 f.).

3.

Zweifelsohne stellt die Ermordung ihrer Stiefschwester per se eine objektiv 

schwere  Persönlichkeitsverletzung  für  die  Privatkläger  5  und  7  dar.  Die  schwere 

Persönlichkeitsverletzung wurde vom Beschuldigten widerrechtlich und schuldhaft 

verursacht  und  sowohl  der  natürliche  wie  auch  der  adäquate  Kausalzusammen-

hang sind gegeben. Durch die Tat des Beschuldigten verloren die Privatkläger 5 

und  7  ihre  im  Tatzeitpunkt  erst  32-jährige  Stiefschwester.  Einhergehend  mit  der 

zutreffenden Auffassung der Vorinstanz (Urk. 198 E. VIII.4.5.) ist bei der Bemes-

sung der Genugtuungshöhe ferner insbesondere von Belang, dass die Privatklä-

ger 5 und 7 geltend machten, dass zwischen den Geschwistern ihr Leben lang eine 

besonders enge Verbindung bestanden habe, wobei sie mit †Q._____ jeweils seit 

ihrer Geburt bis zu ihrem Auszug im Jahr 2009 – bis zum Alter von 8 bzw. 12 Jahren 

der Privatkläger 5 und 7 – in einem gemeinsamen Haushalt gelebt und sich über 

lange Zeit dasselbe Zimmer geteilt hätten (Urk. 183 S. 5 f. Rn. 11), was vom Be-

schuldigten  nicht  bestritten  wird  (vgl.  Prot. II  S. 29  f.;  Urk. 230;  Urk. 185).  Weiter 

zog die Vorinstanz in Betracht, dass gestützt auf die entsprechenden Ausführungen 

ihrer Rechtsvertretung vor Vorinstanz beide Privatkläger enorm unter der Tat leiden 

würden und sich sozial zurückgezogen hätten, wobei der Privatkläger 5 kaum noch 

das Schlafzimmer verlassen habe und der Privatkläger 7 sich in ambulanter psy-

chotherapeutischer Behandlung befände (Urk. 183 S. 7 Rn. 15; Urk. 184/3). Heute 

wurde hinsichtlich der erlittenen immateriellen Unbill der Privatkläger 5 und 7 sei-

tens  ihrer  Rechtsvertretung  ausgeführt,  dass  sich  bei  beiden  Privatklägern  eine 

psychische Erkrankung in Form depressiver Störungen manifestiert hätten und sie 

sich  neu  in  psychiatrischer  Behandlung  befänden.  Der  Privatkläger 7  sei  aktuell 

nicht  arbeitsfähig,  sozialhilfeabhängig,  leide  unter  schweren  Depressionen  und 

habe zweimal versucht, sich das Leben zu nehmen. Der Privatkläger 5 habe sich 

in  seiner  Persönlichkeit  stark  verändert  und  sei  depressiv  (Urk. 233  S. 3),  wobei 

- 101 -

diesbezüglich  –  wie  die  Verteidigung  treffend  feststellte  (Prot. II  S. 29  f.) –  keine 

aktualisierten Belege eingereicht worden sind. Es ist aber – insbesondere vor dem 

Hintergrund der besonders engen Beziehung zu †Q._____ – davon auszugehen, 

dass  sich  der  Mord  durch  den  Beschuldigten  auch  heute  noch  massgeblich  und 

spürbar auf die psychische Integrität der beiden Privatkläger auswirkt. Seitens der 

Verteidigung wurden – auch im Rahmen des Berufungsverfahrens – sodann keine 

substantiierten  Einwendungen  vorgebracht  (Urk. 230;  Prot. II  S. 29  f.).  In  Würdi-

gung  der  erörterten  Umstände  erscheint  eine  Genugtuung  für  die  Privatkläger  5 

und 7 in der Höhe von je Fr. 5'000.–, jeweils zuzüglich 5 % Zins ab 16. Februar 

2021,  als  der  Intensität  der  erlittenen  immateriellen  Unbill  und  dem  Verschulden 

des Beschuldigten angemessen. Demnach ist der Beschuldigte zu verpflichten, den 

Privatklägern 5 und 7 eine Genugtuung von je Fr. 5'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 

16. Februar 2021 zu entrichten.

VIII.  Kosten- und Entschädigungsfolgen

Theoretische Grundlagen 

Gestützt auf Art. 428 Abs. 3 StPO hat die Rechtsmittelinstanz von Amtes 

A.

1.

wegen auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung zu befinden, 

wenn sie selber ein neues Urteil fällt und nicht kassatorisch entscheidet. Gemäss 

Art. 426 Abs. 1 StPO trägt die beschuldigte Person die Verfahrenskosten, wenn sie 

verurteilt wird. 

2.

Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ob bzw. inwieweit eine 

Partei im Sinne dieser Bestimmung obsiegt oder unterliegt, hängt davon ab, in wel-

chem Ausmass ihre vor der zweiten Instanz gestellten Anträge gutgeheissen wer-

den (Urteil des Bundesgerichtes 6B_1344/2019 vom 11. März 2020 E. 2.2 m.w.H.). 

Wird der Entscheid im Rechtsmittelverfahren nur unwesentlich abgeändert, können 

die Kosten nach dem Verursacherprinzip auferlegt werden (Urteil des Bundesge-

richtes 6B_318/2016 vom 13. Oktober 2016 E. 4.1 m.w.H.).

- 102 -

3.

Gemäss Art. 433 Abs. 1 lit. a StPO hat die Privatklägerschaft gegenüber 

der  beschuldigten  Person  bei  Obsiegen  Anspruch  auf  angemessene  Entschädi-

gung für notwendige Aufwendungen im Verfahren. Die Privatklägerschaft hat ihre 

Entschädigungsforderung  zu  beantragen,  zu  beziffern  und  zu  belegen  (Art.  433 

Abs. 2 StPO). Die Entschädigungspflicht gemäss Art. 433 Abs. 1 StPO umfasst ne-

ben der Ausrichtung eines Auslagenersatzes für wirtschaftliche Einbussen insbe-

sondere auch die Kosten für die anwaltliche Vertretung. Entschädigt werden not-

wendige Aufwendungen im Verfahren, deren Bemessung im gerichtlichen Ermes-

sen liegt. 

B.

1.

Würdigung

Der Beschuldigte unterliegt auch im Berufungsverfahren. Auch im Rechts-

mittelverfahren  vermag  sich  der  Beschuldigte  mehrheitlich  klar  nicht  durchzuset-

zen. Insgesamt erweist es sich aufgrund des Ausgangs des Verfahrens und unter 

Berücksichtigung der seitens der Anklagebehörde gestellten Anschlussberufungs-

anträge  –  angesichts  des  Umstands,  dass  die  Strafzumessung  einen  reinen  Er-

messensentscheid darstellt – als angemessen und sachgerecht, ihm die Kosten für 

die Untersuchung und beide gerichtlichen Verfahren vollumfänglich aufzuerlegen. 

2.

Die  Gerichtsgebühr  für  das  Berufungsverfahren  ist  in  Anwendung  von 

Art. 424 Abs. 1 StPO i. V. m. §§ 16, 2 Abs. 1 lit. b, c und d sowie 14 GebV OG unter 

Berücksichtigung der Bedeutung und Schwierigkeit des Falles sowie des Zeitauf-

wands des Gerichts für dieses Verfahren auf Fr. 7'500.– festzusetzen. 

3.

Vorliegend wurde der Beschuldigte im Schuldpunkt vollumfänglich verur-

teilt und die Privatkläger 5-8 obsiegen vor beiden Gerichtsinstanzen auch im Zivil-

punkt im Wesentlichen. Ausgangsgemäss hat der Beschuldigte den angesichts der 

Komplexität  des  Falles  zu  Recht  beigezogenen  Rechtsvertreter  der  Privatkläger

5-8  im  erwähnten  und  vollen  Umfang  zu  entschädigen.  Rechtsanwalt  lic. iur. 

Y._____  machte  für  das  erstinstanzliche  Verfahren  eine  Entschädigung  von  ge-

samthaft Fr. 17'225.20 (inkl. Barauslagen und MWST) geltend (Urk. 186). Im Beru-

fungsverfahren  reichte  er  eine  Honorarnote  über  Fr. 3'393.75  (inkl.  Barauslagen 

und MWST) ein (vgl. Urk. 235; Prot. II S. 29). Unter Berücksichtigung der Schwie-

- 103 -

rigkeit und der Bedeutung des Falles (vgl. §§ 18 Abs. 1, 17 und 2 AnwGebV) er-

weist sich eine Parteientschädigung von pauschal Fr. 20'000.– (inkl. Barauslagen 

und MWST) für das gesamte Verfahren (Untersuchung und beide gerichtliche In-

stanzen) als angemessen. Der Beschuldigte ist dementsprechend zu verpflichten, 

den  Privatklägern  5-8  für  das  gesamte  Verfahren  eine  Parteientschädigung  von 

Fr. 20'000.– (inkl. Barauslagen und MWST) zu bezahlen.

4.

Ausgangsgemäss  entfällt  die  Entrichtung  einer  Haftentschädigung  (vgl. 

den entsprechenden Antrag der Verteidigung: Urk. 185 S. 44; Urk. 230 Rn. 57) zu 

Gunsten des Beschuldigten.

5.1.

Der amtliche Verteidiger Rechtsanwalt lic. iur. X._____ ist im Berufungs-

verfahren – ausgehend von der Angemessenheit der eingereichten Honorarnote – 

und unter Berücksichtigung der tatsächlichen Aufwendungen für die Berufungsver-

handlung  und  einer  weiteren  Besprechung  mit  dem  Klienten  im  Nachgang  der 

mündlichen Urteilseröffnung (vgl. Prot. II S. 30 f.) pauschal mit Fr. 14'000.– (inklu-

sive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen (Urk. 231; § 23 in Verbin-

dung mit § 17 f. AnwGebV), wobei die Entschädigung für den Beizug eines Dolmet-

schers im Rahmen der Besprechung mit dem Klienten im Nachgang der Urteilser-

öffnung auf dem üblichen Weg geltend zu machen ist (vgl. Prot. II S. 30 f.). 

5.2.

Die Kosten der amtlichen Verteidigung für das gesamte Verfahren sind un-

ter  einem  entsprechenden  Nachforderungsvorbehalt  im  Sinne  von  Art.  135 

Abs. 4 StPO einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.

Es wird beschlossen:

1.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Winterthur vom 

11. Januar 2024 hinsichtlich Dispositivziffern 1 teilweise (Schuldspruch mit 

Bezug auf das mehrfache Vergehen gegen das Waffengesetz), 6-9 (Be-

schlagnahmungen), 10 (Sicherstellungen, Asservate, Spuren und Spurenträ-

ger), 11 (Nichteintreten Schadenersatzbegehren Privatklägerin 1) sowie 

23 (Kostenfestsetzung) in Rechtskraft erwachsen ist.

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

- 104 -

Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A._____ ist ferner schuldig





des Mordes im Sinne von Art. 112 StGB sowie

des Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB.

2.

Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 19 Jahren, wo-

von bis und mit heute 1499 Tage durch Haft sowie vorzeitigen Strafvollzug 

erstanden sind.

Die Freiheitsstrafe wird vollzogen.

Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a Abs. 1 lit. a und lit. e StGB für 

15 Jahre des Landes verwiesen.

3.

4.

5.

Die Ausschreibung der Landesverweisung (Einreise- und Aufenthaltsverwei-

gerung) im Schengener Informationssystem wird angeordnet.

6.

Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin 2, 

C._____, der Privatklägerin 3, D._____, und dem Privatkläger 4, E._____, 

aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig 

ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges des Schadenersatzanspruches 

werden die Privatkläger 2-4 auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.

7.

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 2, C._____, 

Fr. 75'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 16. Februar 2021 als Genugtuung zu be-

zahlen. 

8.

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 3, D._____, 

Fr. 70'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 16. Februar 2021 als Genugtuung zu be-

zahlen. 

9.

Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 4, E._____, Fr. 70'000.– 

zuzüglich 5 % Zins ab 16. Februar 2021 als Genugtuung zu bezahlen. 

- 105 -

10. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 8, I._____, Schadener-

satz von Fr. 6'527.45 zu bezahlen. Es wird im Übrigen festgestellt, dass der 

Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger 6, G._____, und der Privatkläge-

rin 8, I._____, aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach scha-

denersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges des Scha-

denersatzanspruches werden die Privatkläger 6 und 8 auf den Weg des Zi-

vilprozesses verwiesen.

11. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 5, F._____, Fr. 5'000.– 

zuzüglich 5 % Zins ab 16. Februar 2021 als Genugtuung zu bezahlen. 

12. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 6, G._____, Fr. 35'000.– 

zuzüglich 5 % Zins ab 16. Februar 2021 als Genugtuung zu bezahlen. 

13. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 7, H._____, Fr. 5'000.– 

zuzüglich 5 % Zins ab 16. Februar 2021 als Genugtuung zu bezahlen. 

14. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 8, I._____, Fr. 40'000.– 

zuzüglich 5 % Zins ab 16. Februar 2021 als Genugtuung zu bezahlen. 

15. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

7'500.– ; die weiteren Kosten betragen:

14'000.–   amtliche Verteidigung (inkl. 8,1 % MWST).

16. Die Kosten der Untersuchung sowie beider gerichtlicher Verfahren, mit Aus-

nahme derjenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten 

auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichts-

kasse genommen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten gemäss 

Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt vorbehalten.

17. Der Beschuldigte wird verpflichtet, den Privatklägern 5-8 für das gesamte 

Verfahren eine Parteientschädigung von Fr. 20'000.– (inkl. Barauslagen 

und MWST) zu bezahlen.

18. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an

- 106 -















die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Be-
schuldigten (übergeben)

die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (übergeben)

den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Voll-
zugsdienste 

das Migrationsamt des Kantons Zürich 

die Privatklägerin 1

die gesetzliche Vertretung der Privatkläger 2-4 vierfach für sich und zu-
handen der Privatklägerschaft 

die Rechtsvertretung der Privatkläger 5-8 fünffach für sich und zuhan-
den der Privatklägerschaft (übergeben)

sowie in vollständiger Ausfertigung an











die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Be-
schuldigten 

die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 

die Privatklägerin 1

die gesetzliche Vertretung der Privatkläger 2-4 vierfach für sich und zu-
handen der Privatklägerschaft

die Rechtsvertretung der Privatkläger 5-8 fünffach für sich und zuhan-
den der Privatklägerschaft

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an











die Vorinstanz

den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Voll-
zugsdienste

das Migrationsamt des Kantons Zürich 

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung 
des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Löschung 
des DNA-Profils

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A.

19. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsa-

chen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der I. strafrechtlichen Abteilung 

- 107 -

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsge-

setzes.

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer

Zürich, 25. März 2025

Die Präsidentin:

Die Gerichtsschreiberin:

Oberrichterin lic. iur. Bertschi

M.A. HSG Eichenberger