# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 16999dc6-1856-5cab-b00b-b53bb8d3ed78
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-12-13
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 13.12.2017 UV 2016/29
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2016-29_2017-12-13.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2016/29

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 20.08.2019

Entscheiddatum: 13.12.2017

Entscheid Versicherungsgericht, 13.12.2017
Art. 4 ATSG; Art. 9 Abs. 2 UVV: Verneinung eines ungewöhnlichen äusseren 
Faktors und eines unfallähnlichen Ereignisses in Bezug auf eine 
Rotatorenmanschetten-Problematik nach Heben eines Bidons von 20 kg 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. 
Dezember 2017, UV 2016/29).

Entscheid vom 13. Dezember 2017

 

Besetzung                                                                      

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz),

Versicherungsrichterin Marie Löhrer und a.o. Versicherungsrichterin

Lisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiberin Katja Meili            

Geschäftsnr.                                                                                                                  

UV 2016/29             

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Kreso Glavas, Haus zur alten

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Dorfbank, Dorfstrasse 33, 9313 Muolen,

gegen

AXA Versicherungen AG, General-Guisan-Strasse 40, Postfach 357, 8401 Winterthur,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand                                                                   

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.   

A.a  A.___ (nachfolgend: Versicherter) war aufgrund seiner Anstellung als Koch bei 

B.___ bei der AXA Versicherungen AG (nachfolgend: AXA) obligatorisch gegen die 

Folgen von Unfällen versichert, als er gemäss Unfallmeldung UVG vom 23. Juni 2015 

am 9. Juni 2015 beim Heben eines Bidons plötzlich Schmerzen in der rechten Schulter 

verspürte (act. A1).

A.b  Der Versicherte begab sich am 10. Juni 2015 in die Chirurgische Klinik des Spitals 

C.___, wo der behandelnde Arzt die Diagnose Verletzung der Rotatorenmanschette 

(RM) mit den Differentialdiagnosen (DD) Zerrung und Ruptur stellte (act. M5). Anlässlich 

weiterer Untersuchungen in der Chirurgischen Klinik des Spitals C.___ vom 15. Juni 

und 6. Juli 2015 wurde die Diagnose Verdacht auf Zerrung des Infraspinatus/Teres 

minor bzw. RM-Läsion mit Beteiligung des Infra-/Supraspinatus sowie Subscapularis 

Schulter rechts gestellt und eine MRI-Untersuchung des rechten Schultergelenks 

beschlossen (act. M7). Diese wurde am 16. Juli 2015 im Spital C.___ durchgeführt und 

brachte eine ausgedehnte ansatznahe transmurale Reruptur der Supra- und 

Infraspinatussehne mit Atrophie und fettiger Degeneration der korrespondierenden 

Muskeln (Goutallier Grad 3), eine ansatznahe Ruptur der Subscapularissehne unter 

Einbeziehung des Pulley, eine mediale Luxation der langen Bizepssehne mit 

interstitieller Ruptur derselben sowie einen signalgestörten Bizepsanker im Sinne einer 

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SLAP-Läsion zur Darstellung (act. M6). Der Versicherte wurde daraufhin der 

Orthopädischen Klinik des Spitals C.___ zugewiesen, wo er am 20. Juli 2015 

untersucht wurde. Die zuständige Ärztin stellte in ihrem Bericht vom 31. Juli 2015 

gestützt auf das MRI-Untersuchungsergebnis und nach einer zusätzlichen 

Röntgenuntersuchung (vgl. act. M6: geringe Omarthrose rechts mit zystoiden 

Veränderungen am Tuberculum majus und kleinen Osteophyten, amorphe Verkalkung 

in Projektion auf den Subakromialraum auf Höhe des Glenoids, DD: Sehnenverkalkung) 

folgende Diagnosen: 1. Gemischt traumatisch degenerative RM-Ruptur (Supraspinatus 

komplett, Infraspinatus kraniale Hälfte, Oberrand Subscapularis) nach Unfall am 9. Juni 

2015; 2. Status nach RM-Rekonstruktion "links" vor einigen Jahren (act. M7). Vom 

Spital C.___ wurde der Versicherte sodann an die Universitätsklinik Balgrist 

überwiesen, wo anlässlich der Sprechstunde vom 16. September 2015 und nach 

erneuter Röntgenuntersuchung im Sprechstundenbericht vom 28. September 2015 die 

Diagnose einer RM-Reruptur rechts bei Schultertrauma vom 9. Juni 2015 und Status 

nach RM-Rekonstruktion rechts 2001 bestätigt und die Indikation für eine 

Schulteroperation gestellt wurde (act. M3, vgl. auch act. M8). Am 2. Dezember 2015 

nahm der beratende Arzt der AXA, PD Dr. med. D.___, Spezialarzt für Orthopädische 

Chirurgie und Traumatologie, zur Frage der Kausalität zwischen der RM-Problematik 

bzw. der für den 22. Januar 2016 in der Universitätsklinik Balgrist geplanten Operation 

der rechten Schulter (vgl. act. M8) und dem Ereignis vom 9. Juni 2015 Stellung. Auch 

PD Dr. D.___ wies darauf hin, dass beim Versicherten 2001 eine 

Rotatorenmanschetten-Rekonstruktion an der linken (richtig: rechten) Schulter 

durchgeführt worden sei (act. M9).

A.c  Die AXA hatte inzwischen beim Versicherten mittels Fragebogen vom 8. Juli 2015 

die tatsächlichen Verhältnisse des Ereignisses vom 9. Juni 2015 abgeklärt (act. A8). 

Gestützt auf dessen Antworten vom 16. Juli 2015 (act. A9) hatte sie ihm sodann mit 

Schreiben vom 24. Juli 2015 mitgeteilt, dass es sich beim Ereignis vom 9. Juni 2015 

nicht um einen Unfall gehandelt habe und folglich kein Anspruch auf Leistungen aus 

der obligatorischen Unfallversicherung bestehe (act. A12 f.). Mit Schreiben vom 25. Juli 

2015 hatte sich der Versicherte mit der Leistungsablehnung nicht einverstanden erklärt 

(act. A14). Am 4. August 2015 hatte ein Telefongespräch der AXA mit dem Versicherten 

stattgefunden, wobei beide Parteien ihre Standpunkte nochmals erläuterten (act. A17). 

Nachdem der Versicherte durch seinen Rechtsvertreter, Rechtsanwalt Dr. iur. K. 

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Glavas, Muolen, mit Schreiben vom 6. November 2015 eine einsprachefähige 

Verfügung hatte verlangen lassen (act. A20), erliess die AXA am 28. Dezember 2015 

eine formelle Verfügung, worin sie einen Anspruch des Versicherten auf Leistungen aus 

der obligatorischen Unfallversicherung mit der Begründung eines fehlenden 

Kausalzusammenhangs zwischen der im MRI vom 16. Juli 2015 gezeigten 

Gesundheitsschädigung und dem mit Unfallmeldung UVG vom 23. Juni 2015 

gemeldeten Ereignis vom 9. Juni 2015, gestützt auf die Beurteilung von Dr. D.___ vom 

2. Dezember 2015, verneinte (act. A26).

A.d  Mit Bericht vom 22. Januar 2016 stellte die Klinik Balgrist die Diagnose irreparable 

posterosuperiore RM-Reruptur (Supra- und Infraspinatus) Schulter rechts bei 

Schultertrauma vom 9. Juni 2015 bei Status nach RM-Rekonstruktion rechts 2001 (act. 

G1.5).

B.   

B.a  Mit Schreiben vom 6. Januar 2016 erhob Rechtsanwalt Dr. Glavas für den 

Versicherten gegen die Verfügung 28. Dezember 2015 vorsorglich Einsprache. Er stellte 

fest, dass es sich im konkreten Fall um eine Reruptur handle, was auf eine 

Unfallmässigkeit hinweise. Er ersuche deshalb um Zustellung der gesamten Akten, 

auch derjenigen der ersten RM-Ruptur (act. A31). Mit Schreiben vom 18. Januar 2016 

erläuterte er, dass der Versicherte - als er noch bei seiner vormaligen Arbeitgeberin, der 

E.___ GmbH, gearbeitet habe - am 22. Juni 2001 einen Unfall erlitten habe. Die Akten 

seien von der AXA bei der Helsana Unfall AG (nachfolgend: Helsana) anzufordern (act. 

A33). Aus den antragsgemäss eingeholten Akten ging hervor, dass der Versicherte der 

Helsana am 14. September 2001 einen Unfall vom 22. Juni 2001 gemeldet hatte, 

wonach ihm eine grosse Pfanne mit Gemüse "entschlipft" war, die er hatte auffangen 

wollen. Am 5. September 2001 war bei ihm der Verdacht auf eine RM-Läsion (Supra-/

Infraspinatus rechts) diagnostiziert worden, die sich anlässlich einer Ultraschallunter-

suchung bestätigt hatte. Daraufhin war am 30. Oktober 2001 eine Operation mit 

Acromioplastik nach Neer, Naht und transossärer Refixation der Supra- und 

Infraspinatussehne durchgeführt worden (act. A35). Nach Einsichtnahme in die Akten 

reichte der Rechtsvertreter des Versicherten mit Eingabe vom 25. Februar 2016 die 

Einsprachebegründung nach (act. A36 f.).

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B.b  Mit Entscheid vom 7. März 2016 wies die AXA die Einsprache des Versicherten mit 

der Begründung ab, dass es sich beim Ereignis vom 9. Juni 2015 nicht um einen Unfall 

im Sinne des Gesetzes handle. Eine unfallähnliche Körperschädigung liege in 

Ermangelung eines sinnfälligen äusseren Ereignisses ebenfalls nicht vor. Zudem wäre 

die Leistungspflicht des obligatorischen Unfallversicherers mangels kausalem 

Zusammenhang zwischen den Beschwerden und dem Ereignis vom 9. Juni 2015 

abzulehnen (act. A38).

C.  

C.a Gegen den Einspracheentscheid vom 7. März 2016 liess der Versicherte 

(nachfolgend: Beschwerdeführer) durch seinen Rechtsvertreter mit Eingabe vom 20. 

April 2016 Beschwerde erheben mit den Anträgen, dieser sei aufzuheben, die 

Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, dem Beschwerdeführer die UVG-Leistungen 

(Heilbehandlung/Taggeld etc.) zu gewähren und die Helsana sei in dieses Verfahren als 

Vorversicherer (Rückfall) einzubeziehen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu 

Lasten der AXA (nachfolgend: Beschwerdegegnerin; act. G1). Der Beschwerde war 

eine E-Mail-Korrespondenz mit der Helsana beigelegt, worin Rechtsanwalt Dr. Glavas 

abzuklären versucht hatte, ob die heutigen Beschwerden als Rückfall des Ereignisses 

vom 22. Juni 2001 anerkannt würden, sowie eine Verfügung der Helsana vom 13. April 

2016, mit welcher diese ihre Leistungspflicht für die als Rückfall gemeldeten 

Beschwerden mit der Begründung abgelehnt hatte, es bestehe kein natürlicher 

Kausalzusammenhang zwischen dem damaligen Ereignis und den nun geltend 

gemachten Beschwerden (act. G1.4).

C.b Mit Schreiben vom 21. April 2016 reichte Rechtsanwalt Dr. Glavas einen Bericht 

des Vertrauensarztes der Helsana, Dr. med. F.___, Praktischer Arzt FMH, FA manuelle 

Medizin FMH und FA Vertrauensarzt FMH, vom 24. März 2016 ein, in welchem dieser 

die Beurteilung von Dr. D.___ betreffend Unfallkausalität nicht teilte und mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer am 9. Juni 2015 erlittenen zusätzlichen 

frischen Verletzung der RM ausging (act. G2, G2.1).

C.c Mit Beschwerdeantwort vom 25. Mai 2016 beantragte die Beschwerdegegnerin die 

Abweisung der Beschwerde (act. G4).

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C.d Mit Replik vom 6. Juni 2016 hielt Rechtsanwalt Dr. Glavas an den Rechtsbegehren 

gemäss Beschwerdeschrift fest und ersuchte das Versicherungsgericht um einen 

Entscheid betreffend Beiladung der Helsana (act. G6).

C.e Mit Schreiben vom 27. Juni 2016 teilte das Versicherungsgericht den einstweiligen 

Verzicht auf die Beiladung der Helsana mit. Für die Beantwortung der Frage, ob eine 

Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin für das Ereignis vom 9. Juni 2015 bestehe 

oder nicht, sei die Beiladung nicht erforderlich (act. G7).

C.f  Mit Schreiben vom 20. Juli 2016 teilte die Beschwerdegegnerin den Verzicht auf 

Einreichung einer Duplik und im Übrigen das Festhalten am Antrag und an den 

Ausführungen gemäss Beschwerdeantwort mit (act. G8).

Erwägungen

1.   

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin als obligatorischer 

Unfallversicherer des Beschwerdeführers für die Folgen des Ereignisses vom 9. Juni 

2015 leistungspflichtig ist.

2.   

Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die 

Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung 

(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur 

Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die 

sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem 

Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden 

daher, nachdem ein Ereignis aus dem Jahr 2015 zur Diskussion steht, die bis 31. 

Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung.

3.   

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3.1  Nach Art. 6 Abs. 1 UVG werden die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, 

Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes 

bestimmt.

3.2  Als Unfall gilt die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines 

ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine 

Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge 

hat (Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Der äussere Faktor ist gegeben, wenn 

äussere, vom menschlichen Körper unabhängige Kräfte auf diesen einwirken. Es wird 

sich in aller Regel um eine mechanische Einwirkung handeln; infrage kommen aber 

auch etwa elektrische Krafteinwirkungen. Nicht als Unfallereignis anerkannt werden 

somit Ereignisse, die ihre Ursache ausschliesslich im Körperinnern haben. Der äussere 

Faktor kann indessen nicht deshalb als fehlend angenommen werden, weil keine 

äusserlich wahrnehmbare Körperschädigung vorliegt (UELI KIESER, ATSG-

Kommentar, 3. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2015, Art. 4 N 60). Das Begriffsmerkmal der 

Ungewöhnlichkeit bezieht sich sodann nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, 

sondern auf den Faktor selbst. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist 

somit, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach 

sich gezogen hat. Ein äusserer Faktor ist aussergewöhnlich, wenn er den Rahmen des 

im jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ob dies zutrifft, 

beurteilt sich im Einzelfall, wobei grundsätzlich nur die objektiven Umstände in Betracht 

fallen (RKUV 2000 Nr. U 368 S. 99 E. 2b mit Hinweisen; BGE 122 V 233 E. 1, BGE 121 

V 38 E. 1a, je mit Hinweisen). Das für den Unfallbegriff wesentliche Merkmal des 

ungewöhnlichen äusseren Faktors kann nach Lehre und Rechtsprechung auch in einer 

unkoordinierten Bewegung bestehen (RKUV 1999 Nr. U 333 S. 199 E. 3c/aa und RKUV 

Nr. U 345 S. 422 E. 2b; ALFRED MAURER, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 

2. Aufl. Bern 1989, S. 176 f.). Weiter bejaht die Rechtsprechung das Vorliegen eines 

ungewöhnlichen äusseren Faktors dann, wenn beim Heben oder Verschieben einer 

Last ein ganz ausserordentlicher Kraftaufwand erfolgt und zu einer, gelegentlich als 

Verhebetrauma bezeichneten, Schädigung führt. Es muss jedoch von Fall zu Fall 

geprüft werden, ob die Anstrengung im Hinblick auf Konstitution und berufliche oder 

ausserberufliche Gewöhnung der betreffenden Person ausserordentlich war (vgl. BGE 

116 V 139 E. 3b; RKUV 1994 Nr. U 180 S. 38 E. 2). Bei unkoordinierten Bewegungen ist 

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das Merkmal der Ungewöhnlichkeit erfüllt, wenn ein in der Aussenwelt begründeter 

Umstand den natürlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam „programmwidrig“ 

beeinflusst hat, was beispielsweise dann zutrifft, wenn die versicherte Person stolpert, 

ausgleitet oder an einen Gegenstand anstösst oder wenn sie, um ein Ausgleiten zu 

verhindern, eine reflexartige Abwehrhaltung ausführt oder auszuführen versucht (RKUV 

2004 Nr. U 502 S. 183 E. 4.1). Dass es tatsächlich zu einem Sturz kommt, wird mithin 

nicht vorausgesetzt. Immerhin ist festzuhalten, dass der Nachweis eines Unfalls bei 

Schädigungen, die sich auf das Körperinnere beschränken, insofern strengen 

Anforderungen unterliegt, als die unmittelbare Ursache der Schädigung unter 

besonders sinnfälligen Umständen gesetzt werden muss; denn ein Unfallereignis 

manifestiert sich in der Regel in einer äusserlich wahrnehmbaren Schädigung, während 

bei deren Fehlen eine erhöhte Wahrscheinlichkeit rein krankheitsbedingter Ursachen 

besteht (RKUV 1996 Nr. U 253 S. 204 E. 4d).

4.   

4.1 

4.1.1      Der Bundesrat kann sodann Körperschädigungen, die den Folgen eines 

Unfalls ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (Art. 6 Abs. 2 UVG). In Art. 9 Abs. 

2 lit. a - h UVV hat er in einer abschliessenden Aufzählung (vgl. dazu BGE 116 V 140 E. 

4a, 116 V 147 E. 2b, je mit Hinweisen) folgende Körperschäden auch ohne 

ungewöhnliche äussere Einwirkung den Unfällen gleichgestellt, sofern sie nicht 

eindeutig auf eine Erkrankung oder eine Degeneration zurückzuführen sind: 

Knochenbrüche, Verrenkungen von Gelenken, Meniskusrisse, Muskelzerrungen, 

Sehnenrisse, Bandläsionen und Trommelfellverletzungen.

4.1.2      Beim Beschwerdeführer wurde infolge des Ereignisses vom 23. Juni 2015 

unbestrittenermassen eine RM-Reruptur der Supra- und Infraspinatussehne rechts 

diagnostiziert (act. M2 f., M5 ff.), womit feststeht, dass er eine der in Art. 9 Abs. 2 UVV 

aufgezählten Verletzungen - einen Sehnenriss gemäss lit. f - erlitten hat.

4.2  Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers ist jedoch - auch wenn einer der in Art. 

9 Abs. 2 UVV aufgeführten Befunde erhoben wird - nur gegeben, wenn die Verletzung, 

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wie in Art. 4 ATSG vorgesehen, auf eine plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende 

Einwirkung eines äusseren Faktors zurückzuführen ist. Bei den unfallähnlichen 

Körperschädigungen im Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVV entfällt im Vergleich zu den 

eigentlichen Unfällen nach Art. 4 ATSG einzig das Tatbestandselement der 

Ungewöhnlichkeit des auf den Körper einwirkenden äusseren Faktors. Alle übrigen 

Begriffsmerkmale eines Unfalls müssen hingegen auch bei den unfallähnlichen 

Körperschädigungen erfüllt sein. Dies gilt namentlich für das Erfordernis des 

einwirkenden äusseren Faktors an sich, worunter - gleich wie beim äusseren Faktor 

des Unfallbegriffs - ein ausserhalb des Körpers liegender, objektiv feststellbarer, 

sinnfälliger - eben unfallähnlicher - Einfluss auf den Körper in Form einer 

Krafteinwirkung von aussen zu verstehen ist (vgl. Erwägung 3.2). Die schädigende 

Einwirkung kann auch im Falle eines unfallähnlichen Ereignisses in einer körpereigenen 

Bewegung bestehen (Urteil des Bundesgerichts [bis 31. Dezember 2006 

Eidgenössisches Versicherungsgericht, EVG] vom 16. Juli 2014, 8C_147/2014, E. 2.3; 

BGE 129 V 466).

4.3  Das Auftreten von Schmerzen allein gilt noch nicht als äusserer Faktor im Sinn der 

Rechtsprechung zu Art. 9 Abs. 2 UVV. Ein solcher ist also nicht gegeben, wenn die 

versicherte Person einzig das (erstmalige) Auftreten von Schmerzen angibt, aber keine 

gleichzeitig mitwirkende äussere Komponente zu benennen vermag. Auch ist das 

Erfordernis eines äusseren schädigenden Faktors nicht erfüllt, wenn das Auftreten von 

Schmerzen bloss mit einem von der versicherten Person beschriebenen gewöhnlichen 

Bewegungsablauf einhergeht. Verlangt wird vielmehr ein Geschehen, welchem ein 

gesteigertes Gefährdungspotenzial innewohnt, was zutrifft, wenn die als 

Schmerzauslöser angegebene Betätigung im Rahmen einer allgemein gesteigerten 

Gefahrenlage vorgenommen wird, wie dies bei vielen sportlichen Aktivitäten der Fall ist. 

Ein äusserer Faktor mit erheblichem Schädigungspotenzial liegt nach der 

Rechtsprechung vor, wenn die zur Diskussion stehende Betätigung mit einer mehr als 

physiologisch normalen und psychologisch beherrschten Beanspruchung des Körpers, 

insbesondere seiner Gliedmassen, verbunden ist. Schmerzen als Symptome einer 

Schädigung nach Art. 9 Abs. 2 UVV fallen deshalb als massgebender äusserer Faktor 

nicht in Betracht, wenn sie bei einer alltäglichen Lebensverrichtung auftreten, ohne 

dass ein davon unterscheidbares äusseres Moment mitspielen würde. Wer also etwa 

beim blossen Aufstehen, Absitzen und Abliegen, bei der Bewegung im Raum und bei 

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Handreichungen usw. einen einschiessenden Schmerz verspürt, kann allein deswegen 

noch keine unfallähnliche Körperschädigung geltend machen. Die nur physiologische 

Beanspruchung des Skeletts, der Gelenke, Muskeln, Sehnen und Bänder stellt keinen 

äusseren Faktor dar, dem ein gegenüber der gewohnten, üblichen körperlichen 

Belastung gesteigertes Gefährdungspotenzial innewohnen würde. Erfüllt ist das 

Erfordernis des äusseren schädigenden Faktors demgegenüber bei Änderungen der 

Körperlage, die nach unfallmedizinischer Erfahrung häufig zu körpereigenen Traumen 

führen können, so etwa beim plötzlichen Aufstehen aus der Hocke, bei heftigen 

belastenden Bewegungen oder bei einer wegen äusserer Einflüsse unkontrollierbar 

gewordenen Positionsänderung. Für die Bejahung eines äusseren Faktors ist demnach 

ein gesteigertes Schädigungspotenzial vonnöten, sei es zufolge einer allgemein 

gesteigerten Gefahrenlage, sei es durch Hinzutreten eines zur Unkontrollierbarkeit einer 

an sich alltäglichen Verrichtung führenden Elementes (BGE 139 V 327, 129 V 469 ff. E. 

4.2 f.; Urteil des Bundesgerichts vom 16. Juli 2014, 8C_147/2014, E. 2.3 f.).

5.   

Im Unfallversicherungsrecht herrscht, wie allgemein im Sozialversicherungsrecht, der 

Untersuchungsgrundsatz. Der Unfallversicherer und im Streitfall das Gericht haben den 

Sachverhalt von Amtes wegen zu ermitteln. Indessen ist die leistungsansprechende 

Person gesetzlich verpflichtet, dabei mitzuwirken. Sie muss die Umstände des Unfalls 

bzw. des unfallähnlichen Ereignisses glaubhaft machen. Kommt sie dieser 

Aufforderung nicht nach, indem sie unvollständige, ungenaue oder widersprüchliche 

Angaben macht, die das Bestehen eines unfallmässigen bzw. unfallähnlichen Schadens 

als unglaubwürdig erscheinen lassen, besteht keine Leistungspflicht des 

Unfallversicherers (BGE 114 V 305 f. E. 5b). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst eine 

Beweislast im Sinn einer Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Die Parteien 

tragen aber eine Beweislast insofern, als im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu 

Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesenen Sachverhalt Rechte 

ableiten wollte (vgl. ALEXANDRA RUMO-JUNGO/ANDRÉ PIERRE HOLZER, 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz 

über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf, S. 4 f.; RKUV 2000 Nr. U 363 S. 

46 E. 2 mit Hinweisen, 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b mit Hinweisen). Wird also auf dem 

Wege der Beweiserhebung das Vorliegen eines Unfallereignisses bzw. eines 

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unfallähnlichen Ereignisses nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt - die 

blosse Möglichkeit genügt nicht (vgl. THOMAS LOCHER/THOMAS GÄCHTER, 

Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. Bern 2014, § 70 N. 58 f.) - so hat 

dieses als un¬bewiesen zu gelten, was sich zu Lasten der den Anspruch erhebenden 

Person auswirkt.

6.   

6.1  Damit beurteilt werden kann, ob das Ereignis vom 9. Juni 2015 einen Unfall oder 

ein unfallähnliches Ereignis im Rechtssinn darstellt, ist zunächst zu ermitteln, was am 9. 

Juni 2015 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit geschehen ist.

6.1.1      Die detaillierte Erhebung der tatsächlichen Verhältnisse durch den 

Unfallversicherer erfolgt oft mittels Fragebögen. Im Vordergrund stehen entsprechend 

Fragen betreffend die für die Leistungspflicht des Unfallversicherers massgebenden 

Voraussetzungen des Unfallgeschehens. Sofern der Unfallversicherer die tatsächlichen 

Verhältnisse mittels Fragebögen detailliert erhoben hat, ist er seiner Verpflichtung zur 

richtigen und vollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts 

grundsätzlich rechtsgenüglich nachgekommen (Untersuchungsgrundsatz; vgl. BGE 125 

V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a) und es überzeugt in aller Regel nicht, wenn die versicherte 

Person einen bestimmten bedeutsamen Sachverhalt bzw. Umstand als 

Schadensursache erst nach der abschlägigen, einlässlich begründeten Verfügung 

erwähnt bzw. bis zum Einspracheverfahren unerwähnt lässt. Der Unfallversicherer ist 

nicht gehalten, die versicherte Person im Nachgang zu umfassenden Erhebungen zur 

weiteren Substantiierung des gemeldeten Geschehens aufzufordern (Urteile des EVG 

vom 26. Februar 2004, U 64/2002, E. 2.2.3, und 27. Juni 2002, U 148/01, E. 2b).

6.1.2      Die Beschwerdegegnerin hat nach Eingang der Unfallmeldung vom 23. Juni 

2015 den Sachverhalt mit verschiedenen Fragen zum Geschehen vom 9. Juni 2015 

detailliert erhoben (act. A8). Der Beschwerdeführer berichtete am 16. Juli 2015, er habe 

am 9. Juni 2015 mit der rechten Hand (er sei Rechtshänder) einen 20 kg schweren 

Bidon von einem Regal gehoben. Das Gewicht des Bidon habe zu einer ruckartigen 

Streckung des Arms nach unten geführt, worauf er einen starken Schmerz verspürt 

habe. Es habe sich dabei um eine berufliche Tätigkeit gehandelt und die Tätigkeit habe 

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seiner Arbeitsstelle entsprochen. Es habe weder ein Aus- oder Abrutschen 

stattgefunden noch habe sich ein Sturz ereignet (act. A9).

6.2 

6.2.1      Mit dem sich aus dem Fragebogen ergebenden Sachverhalt sind weder die 

Tatbestandsmerkmale des Unfallbegriffs gemäss Art. 4 ATSG noch die an ein 

unfallähnliches Ereignis gestellten Voraussetzungen erfüllt. Die Antworten des 

Beschwerdeführers enthalten keinen Hinweis darauf, dass beim Ereignis vom 9. Juni 

2015 ein äusserer und im Falle des Unfalls zugleich ungewöhnlicher äusserer Faktor 

auf den Beschwerdeführer eingewirkt hätte. Das An- und Aufheben eines 

Gegenstandes stellt eine normale körpereigene Bewegung bzw. alltägliche 

Lebensverrichtung dar. Je nach Beschaffenheit des Gegenstandes, insbesondere 

seines Gewichts und seiner Form, ist das An- oder Aufheben desselben naturgemäss 

mit einem gewissen Kraftaufwand und - bewegungsmässig - mit einer Streckung des 

Arms und/oder einem entsprechenden Ruck verbunden. Ob sodann ein Unfall oder ein 

unfallähnliches Unfallereignis im Sinne einer Überanstrengung bzw. einer mehr als 

physiologisch normalen Beanspruchung des Körpers, insbesondere seiner 

Gliedmassen, verbunden ist (vgl. dazu BGE 139 V 329 E. 3.3.1), bestimmt sich nach 

höchstrichterlicher Rechtsprechung an Gewichten.

6.2.2      Eine den Unfallbegriff erfüllende Überanstrengung im Sinne eines 

ungewöhnlichen äusseren Faktors wurde von der Rechtsprechung nur bei Lasten von 

mehr als 100 kg bejaht (Urteil des Bundesgerichts vom 23. Oktober 2009, 

8C_319/2009, E. 3.3 mit Hinweis auf Urteil des EVG vom 9. Oktober 2003, U 360/02). 

In Fällen, in welchen eine den Unfallbegriff erfüllende Überanstrengung im Sinne eines 

ungewöhnlichen äusseren Faktors verneint wurde, waren die zu hebenden Lasten 

zwischen 50 und 100 kg schwer (Urteil des EVG vom 9. Oktober 2003, U 360/02, E. 3.4 

mit Hinweisen; vgl. auch Urteile des Bundesgerichts vom 11. Januar 2010, 

8C_1029/2009, E. 2.1, und 25. August 2011, 8C_246/2011, E. 4.4). Angesichts dieser 

Kasuistik fällt bei einem Gewicht von 20 kg ein Unfall bzw. ein ungewöhnlicher äusserer 

Faktor ohne Weiteres ausser Betracht.

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6.2.3      Im Urteil U 148/04 vom 2. Dezember 2004 E. 2.3 hatte das frühere EVG 

sodann das Anheben und anschliessende Abdrehen einer ca. 20 kg schweren Waage 

durch einen Mann zu beurteilen; es hat erkannt, dass von einer im Rahmen der 

üblichen Arbeit und unter normalen Bedingungen erfolgten Bewegung auszugehen sei, 

sodass der äussere Faktor infolge fehlendem gesteigertem Schädigungspotenzial und 

somit eines unfallähnlichen Ereignisses zu verneinen sei. Im Urteil 8C_656/2008 vom 

13. Februar 2009 hat das Bundesgericht entschieden, beim Heben eines bepackten ca. 

20 kg

schweren Koffers durch eine Frau sei ein äusserer Faktor rechtsprechungsgemäss zu 

verneinen; es fehle an einem gesteigerten Schädigungspotenzial. Zum selben Schluss 

kam das Bundesgericht im Urteil 8C_696/2009 vom 12. November 2009 (E. 6.2), als es 

zu entscheiden hatte, ob ein beim Ausziehen eines 25 bis 30 kg schweren Rucksackes 

erlittener Sehnenriss als unfallähnliche Körperschädigung zu qualifizieren sei. Gleich 

entschied das Bundesgericht bei einer Frau, welche bei Umzugsarbeiten eine etwa 15 

kg schwere Bücherkiste mit etwas Schwung anhob und dabei starke 

Schulterschmerzen verspürte (Urteil des Bundesgerichts vom 17. März 2010, 

8C_867/2009, E. 3.3). Wie der Überblick über die höchstrichterliche Rechtsprechung 

zeigt, stellt das Heben eines Bidon von 20 kg auch keine Überanstrengung mit 

Gefährdungspotenzial für den Körper im Sinne eines unfallähnlichen Ereignisses dar. 

Entsprechend lässt sich aus der Antwort des Beschwerdeführers zur Frage 3 (Handelte 

es sich um eine Ihnen gewohnte Tätigkeit? Verlief sie unter normalen äusseren 

Bedingungen?; act. A8) ableiten, dass er den Vorgang als übliche, gewohnte berufliche 

Tätigkeit betrachtete, für die er die erforderliche Konstitution mitbrachte. Dass die 

Tätigkeit für ihn eine Anstrengung mit Gefährdungspotenzial bedeutet hätte, ist damit 

auszuschliessen. Eine berufsübliche Anstrengung, wie sie in einem Betrieb immer 

wieder vorkommt, gilt jedoch nicht als äusserer Faktor im Sinne eines Unfalls oder 

eines unfallähnlichen Ereignisses (MAURER, a.a.O., S. 178; BGE 116 V 139 E. 3b, mit 

Hinweisen; RKUV 1994 Nr. U 180 S. 38). Der Hinweis des Beschwerdeführers in der 

Beschwerde und Replik vom 20. April bzw. 6. Juni 2016 (act. G1, act. G6), er übe die 

Tätigkeit normalerweise beidhändig aus, und habe den Bidon nur ausnahmsweise 

einhändig gegriffen, führt zumindest im Zusammenhang mit dem Sachverhaltselement 

"Gewicht" allein zu keiner anderen Beurteilung. Ein Gegenstand mit einem Gewicht von 

20 kg und einem - wie beim Bidon - gut fassbaren Griff kann insbesondere von einem 

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Mann, der körperliche Arbeit gewohnt ist, auch einhändig gehoben werden. Insofern ist 

bei einem solchen Geschehen ohne Hinzutreten eines weiteren unkontrollierbaren 

Elements ein äusserer Faktor zu verneinen (vgl. dazu nachfolgende Erwägung 6.3).

6.3 

6.3.1      In der Einsprache vom 25. Februar 2016 wurde vom Beschwerdeführer 

vorgebracht, der Behälter sei ihm entglitten und er habe versucht, ihn aufzufangen (act. 

A37). In der Beschwerde vom 20. April 2016 schilderte er, der einhändig gefasste 

Bidon habe - vom Gestell stürzend - seinen Arm mit einer ungewöhnlichen Kraft nach 

unten gerissen. Zum normalerweise beidhändigen Fassen des Bidons sei es gar nicht 

mehr gekommen. Der kräftige Zug nach unten habe eine ungewöhnliche Bewegung 

verursacht (act. G1). Die Replik vom 6. Juni 2016 enthält schliesslich die Angabe, der 

Bidon habe auf einer Höhe von 1.3 m gestanden (act. G6). Auch anlässlich des 

Telefongesprächs vom 4. August 2015 mit der Beschwerdegegnerin hatte der 

Beschwerdeführer - wenn auch ohne konkrete Höhenangabe - auf die "Höhe", auf 

welcher der Bidon gestanden habe, hingewiesen (act. A17). Die Frage, ob angesichts 

der vorgenannten Sachverhalte von einer unkoordinierten Bewegung im Sinne eines 

Unfalls (vgl. Erwägung 3.2) gesprochen werden kann oder ob zumindest ein zur 

alltäglichen Verrichtung des Hebens eines Bidons unkontrollierbares Element mit 

Gefährdungspotenzial (vgl. Erwägung 4.3) hinzugetreten und damit ein unfallähnliches 

Ereignis zu bejahen ist, kann offen gelassen werden. Die weiteren Schilderungen des 

Beschwerdeführers müssten sich zunächst auch so verwirklicht haben, was jedoch 

nicht mit dem massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als 

ausgewiesen gelten kann, wie nachfolgend zu zeigen ist.

6.3.2      Bei der Frage 1 des Fragebogens (Auf welche Umstände und/oder Tätigkeit 

führen Sie die Beschwerden zurück? [Ort, Datum und ausführliche Schilderung des 

Vorfalls]) beschrieb der Beschwerdeführer, wie bereits erwähnt, eine rundum alltägliche 

berufliche Lebensverrichtung mit einer physiologisch und psychologisch 

beherrschbaren Beanspruchung des Körpers ohne hinzutretendes zusätzliches 

äusseres Geschehen. Dies obwohl mit der Frage 4 geprüft wurde, ob sich etwas 

Besonderes (Ausgleiten, Sturz etc.) ereignet habe (act. A8 f.). Insofern kann nicht 

nachvollzogen werden, weshalb der Beschwerdeführer zunächst in seiner Antwort vom 

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16. Juli 2015 die beiden beispielhaft formulierten besonderen Geschehnisse 

ausdrücklich wiedergab, diese verneinte und nachträglich im Wissen um die 

leistungsablehnende Verfügung vom 28. Dezember 2015 (act. A26, vgl. auch act. A13) 

ausgerechnet einen Sachverhalt schilderte, der einem Ausgleiten bzw. Ausrutschen 

gleichkommt. Angesichts der mit Beispielen ergänzten und damit verständlichen Frage 

4 des Fragebogens hätte dem Beschwerdeführer klar sein müssen, dass die 

Erwähnung der obgenannten Sachverhaltselemente - bei Zutreffen - bereits im 

Fragebogen für die Beurteilung der Frage des Vorliegens eines Unfalls von zentraler 

Bedeutung sein konnten. Die sogenannte Aussage der ersten Stunde ist in der Regel 

unbefangener und zuverlässiger als spätere Darstellungen, die bewusst oder 

unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art 

beeinflusst sein können (BGE 121 V 47, E. 2a, 115 V 143 E. 8c; RKUV 1988 Nr. U 55 S. 

363 E. 3b/aa). Eine Beeinflussung der vom Beschwerdeführer erstmals in der 

Einsprache gemachten Aussagen durch versicherungsrechtliche Überlegungen ist 

demnach nicht auszuschliessen. Die Beweislosigkeit für die vom Beschwerdeführer 

nachträglich geltend gemachten Sachverhaltselemente führen demnach zu einem 

Entscheid zu Ungunsten des Beschwerdeführers, der aus dem unbewiesen 

gebliebenen Sachverhalt eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin ableiten wollte 

(vgl. Erwägung 5).

7.   

Nachdem ein Unfall im Sinn von Art. 4 ATSG sowie ein unfallähnliches Ereignis bzw. ein 

ungewöhnlicher oder ein mit gesteigertem Schädigungspotenzial wirkender äussere 

Faktor zu verneinen sind, erübrigen sich weitere Ausführungen zur Kausalität als 

weitere Voraussetzung für eine Leistungspflicht des Unfallversicherers (vgl. Art. 6 Abs. 

1 UVG).

8.   

Mit Verfügung vom 13. April 2016 hat die Helsana bezüglich einer Rückfallmeldung des 

Beschwerdeführers zum Unfallereignis vom 22. Juni 2001 eine Leistungspflicht 

bezüglich derselben Schulterbeschwerden verneint, mit welchen sich auch das 

vorliegende Beschwerdeverfahren befasst hat (act. G 1.4a). Die Helsana hat damit 

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ihrerseits ein Verwaltungsverfahren durchgeführt, womit kein Grund mehr für eine 

Beiladung im vorliegenden Beschwerdeverfahren besteht. Die Sanitas wurde 

demgegenüber insofern richtigerweise mit der Verfügung der Beschwerdegegnerin 

vom 28. Dezember 2015 (act. A26) bedient, als ihr als Krankenversicherer des 

Beschwerdeführers mit der vorliegenden materiell-rechtlichen Begründung eine 

Leistungspflicht für die Gesundheitsschädigung des Beschwerdeführers zukommen 

kann (vgl. dazu Art. 49 Abs. 4 ATSG, Art. 3 Abs. 1 ATSG; Urteil des Bundesgerichts 

vom 29. August 2008, 9C_537/2007; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 28 f.; 

KIESER, a.a.O., Art. 49 N 75).

9.   

9.1  Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist der Einspracheentscheid vom 7. März 

2016 nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.

9.2  Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

9.3  Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.   

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.   

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

	Publikationsplattform
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	Entscheid Versicherungsgericht, 13.12.2017
	Art. 4 ATSG; Art. 9 Abs. 2 UVV: Verneinung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors und eines unfallähnlichen Ereignisses in Bezug auf eine Rotatorenmanschetten-Problematik nach Heben eines Bidons von 20 kg (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. Dezember 2017, UV 2016/29).

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