# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bb21b80f-9564-5ba8-9695-c0fc7301cea7
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2003-09-23
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 23.09.2003 ZF 2003 28
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZF-2003-28_2003-09-23.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 23. September 2003 Schriftlich mitgeteilt am: 
ZF 03 28

Urteil
Zivilkammer

Vorsitz Vizepräsident Bochsler
RichterInnen Jegen, Riesen-Bienz, Tomaschett-Murer und Burtscher 
Aktuar Conrad

——————

In der zivilrechtlichen Berufung

der E. Y . , Klägerin und Berufungsklägerin, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. 
Guido Ranzi, Quaderstrasse 5, 7001 Chur,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Prättigau/Davos vom 8. Mai 2003, mitgeteilt am 20. 
Mai 2003, in Sachen der Klägerin und Berufungsklägerin gegen X., Beklagte und 
Berufungsbeklagte, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Georg S. Mattli, Prome-
nade 60, 7270 Davos Platz, und C. W . , Eingerufener (beklagtenseits),

betreffend Kaufvertrag (Wandelung Fahrzeugkauf),

hat sich ergeben:

A.1. X., D., war seit 1983 Eigentümerin eines im Jahre 1974 erstmals in 
Verkehr gesetzten Sportwagens Ferrari Dino 308 GT4. Der Wagen, den sie zuneh-
mend spärlicher und weniger weit fuhr, wurde durch ihren Schwager C. W. von der 

2

F.-Garage gewartet, welcher am Wagen bereits seit 1978 für einen früheren, auch 
in D. wohnhaften Eigentümer die Servicearbeiten durchgeführt hatte. 

Der ebenfalls in D. wohnhafte Dr. K. H. kannte einerseits dieses Fahrzeug 
seit Jahren, weil er selbst einen Ferrari besass, den er unter Mithilfe des ihm seit 
1980 persönlich bekannten W. restauriert hatte und den er ihm gelegentlich in die 
Garage brachte. Über den Ferrari Dino von X. unterhielt er sich anlässlich von Ser-
vicearbeiten und Inspektionen im Frühling und Herbst jeweils mehrfach mit W.. An-
dererseits wusste er, dass sich das mit ihm befreundete Ehepaar E. und Dr. K. Y., 
Frankfurt am Main, den Erwerb eines solchen Sportwagens in Betracht zog. Eine 
erste Anfrage H.s im Jahre 1999, ob der Ferrari zum Verkauf stehe, wurde von der 
Eigentümerin X. beziehungsweise von W. abschlägig beantwortet. Im Jahr darauf 
teilte K. Y. sein konkretes Interesse am Ferrari von X. seinem Freund H. mit und bat 
ihn, in Erfahrung zu bringen, ob der Wagen inzwischen verkäuflich sei. Auf entspre-
chende Anfrage bestätigte W. gegenüber H., dass es möglich sei, den Wagen zu 
kaufen.

2. In der Folge erwarb E. Y. das Fahrzeug zum Preis von Fr. 35'000.–. 
Für die Verkäuferin handelte dabei W. als Stellvertreter. Ob H. in Vertretung der 
Käuferin E. Y. gehandelt hat, ist umstritten. 

Am 13. Oktober 2000 wurde der auf X. lautende Fahrzeugausweis des Fer-
rari vom Strassenverkehrsamt des Kantons Graubünden annulliert. Am 17. Oktober 
2000 leistete E. Y. eine "Anzahlung PKW" von Fr. 5'000.–. Am 03. November 2000 
bestätigte X. der Käuferin, dass H. im Auftrag der Käuferin mit W. abgesprochen 
habe, dass beide Stossstangen über Winter neu zu verchromen seien. Da die Wit-
terungsverhältnisse im Herbst 2000 eine Überführung des Wagens nach Deutsch-
land nicht mehr zuliessen, sollte der Wagen zudem in einer Garage der Verkäuferin 
in D. eingestellt werden und die Käuferin die Miete für die Garage während des 
Winters übernehmen. 

Da 1994 die entsprechenden Vorschriften des Produzenten über die Erset-
zung des Zahnriemens (alle 2 Jahre oder nach 20'000 km) geändert hatten, bestellte 
W. aus eigenem Antrieb im Oktober 2000 dieses Ersatzteil bei der Ferrari-Vertre-
tung in Zürich und baute es zusammen mit einem neuen Keilriemen im Dezember 
2000 ein. Ausserdem wechselte er die Zündkerzen, den Ölfilter und 8 lt. Motorenöl. 

Zur gleichen Zeit anerbot sich W., nachdem H. geäussert hatte, die hintere 
Stossstange sei angerostet, gegen Bezahlung eine neue Stossstange zu besorgen 

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und zu montieren. Nach telefonischer Rücksprache H.s mit K. Y. erfolgte der Aus-
tausch der Stossstange. 

Nach Absprache mit K. Y. bereitete H. in der Folge die Formalitäten für die 
Ausfuhr des Wagens nach Deutschland vor. Zu diesem Zweck holte er am 02. April 
2001 eine Vollmacht von X. ein, welche er zusammen mit einer Rechnung über den 
Restkaufpreis am 17. April 2001 der Speditionsfirma in Basel zustellte. 

Im selben Zeitraum meldete sich K. Y., Ehemann von E. Y. und langjähriges 
Mitglied und Vorsitzender eines Oldtimerclubs in Deutschland, mit dem besagten 
Fahrzeug zu einer am 26. Mai 2001 stattfindenden Rallye an.

3. Zufolge Abwesenheit W.s, und weil sich H. anerboten hatte, lose Ver-
kleidungen im Kofferraum neu zu verleimen, befand sich der Ferrari Dino vom 04. 
bis 07. Mai 2001 in der Privatgarage H.s in D.. K. Y. begab sich am 05. Mai 2001 
nach D., wo er den Wagen in H.s Garage erstmals in natura zu Gesicht bekam und 
äusserlich in Augenschein nahm. Am 07. Mai 2001 holte er den Wagen ab und be-
zahlte die Kaufpreisrestanz von Fr. 30'000.–, das Material und die Arbeit für die 
Stossstange (Fr. 2'100.–), die Kosten für die Einstellung über den Winter sowie eine 
Provision von Fr. 4'000.– an W. in bar. Nach einer gemeinsamen 8 km langen Fahrt 
mit W. und anschliessender Inspektion des Wagens in dessen F.-Garage überführte 
Y. den Wagen gleichentags nach Deutschland. Zuvor hatte ihm W. Instruktionen für 
das Tanken von Kraftstoff erteilt und ihm Bleisubstrat für die Beimischung zu bleif-
reiem Benzin mitgegeben. 

4. In Weil am Rhein tankte Y. das Fahrzeug auf. Rund 130 km später 
stellte sich auf der Autobahn in Deutschland ein Motorschaden ein. Gemäss Dar-
stellung Y.s war ein metallisches Geräusch im Motor das erste Anzeichen. Als kurz 
danach Öl am Heckfenster festzustellen war, fuhr er auf den 10 km entfernten Park-
platz Achern, wobei "das Auto noch völlig normal beziehungsweise der Motor noch 
rund gelaufen" sei. Von dort wurde das Fahrzeug abgeschleppt und zu einer Ferrari-
Vertretung in Frankfurt gebracht, wo der Motor geöffnet und Schäden festgestellt 
wurden. K. Y. berichtete H. am gleichen Tag telefonisch über den Motorschaden. 
H. seinerseits orientierte tags darauf W.. Am 20. Mai 2001 setzte E. Y. die Verkäu-
ferin schriftlich davon in Kenntnis. Vorläufige Kostenvoranschläge für die Behebung 
des Schadens würden sich auf 30-50'000 DM belaufen. Da dies beinahe dem Kauf-
preis gleichkomme, verlange sie die Rücknahme des Fahrzeugs gegen Erstattung 
des Kaufpreises.

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5. In der Folge zog E. Y. den Kraftfahrzeugsachverständigen B. A., 
Frankfurt, zwecks Erstellung einer "Beweissicherung" bei, mit dem Auftrag, den Mo-
tor zu überprüfen und die Ursache des Motorschadens festzustellen. Nach Besich-
tigung des Fahrzeugs am 12. Juni 2001 erstattete A. seiner Auftraggeberin am 06. 
August 2001 folgenden Bericht:

".....

Feststellungen

Zum Zeitpunkt der Fahrzeugbesichtigung war der Zylinderkopf der Zylinderreihe 1-4 de-
montiert und sämtliche Zündkerzen des Motors ausgebaut. Die Zündkerzen waren jedoch 
nicht mehr vorhanden.

Der Kolben des 1. Zylinders ist teilweise seitlich abgeschmolzen.

Die Zylinder 1-4 weisen teilweise mehr oder minder starke Riefen auf. Der obere Kolbenver-
dichtungsring des 1. Zylinders ist gebrochen.

Schadenursache

Die Ursache des hier vorliegenden Kolbenschadens ist auf eine thermische Überlastung im 
Verbrennungsraum zurückzuführen.

Thermische Überlastungen im Verbrennungsraum werden verursacht: 

─ Durch Kraftstoff mit zu niedriger Oktanzahl 
─ Zündkerzen mit zu niedrigem Wärmewert 
─ Zündkerzen mit zu geringem Elektrodenabstand oder 
─ durch defekte Zündkerzen.

Ergebnis

Zuvor genannte Defekte führen zu unkontrollierten Verbrennungen im Verbrennungsraum 
die zur Folge haben, dass die thermische Belastung im Verbrennungsraum, erheblich 
ansteigt und zu den hier vorliegenden Kolbenschaden führen kann.

Auch eine zu magere Vergasereinstellung in Verbindung mit Kraftstoff geringer Oktan-
zahl kann zu Verbrennungsstörungen kommen, die ebenfalls zu einer thermischen Über-
lastung des Motors, wie bereits oben geschildert, führen können. Der hier in Rede ste-
hende Motor hat 4 Doppelvergaser, wobei jeder einzeln einzustellen ist. Eine Über-
prüfung dieser Einstellung war nicht mehr möglich, da der Motor bereits teildemontiert 
war.

Die vertikal verlaufenden Riefen in den Zylindern können durch gebrochene Kolben-
ringe oder Kolbenfresser verursacht worden sein. Eine genaue Ursachenfeststellung ist 
nur möglich, wenn der Motor ausgebaut und teilzerlegt wird.

Die Kosten hierfür werden ca. 5.000,00 DM (ohne MWSt) betragen.

Zwischenzeitlich wurde mir von seiten des Fahrzeughalters das Serviceheft, des hier in 
Rede stehenden Fahrzeuges, auszugsweise per Fax hergereicht. Bei Durchsicht dieses 
Scheckheftes wurde festgestellt, dass das Fahrzeug seit seiner Erstzulassung  -
20.11.1974-  achtmal zum Service in der Werkstatt war.

Folgende Einträge wurden festgestellt:

1. Eintrag ohne Kilometerangabe und Angaben der durchgeführten Arbeiten - 1975-.

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2. Eintrag Dezember 1975 ohne Angabe der durchgeführten Arbeiten und ohne Kilo-
meterstandangabe.
3. Eintrag 15.01.1980 ohne Kilometerangabe und der durchgeführten Arbeiten. 
4. Eintrag im Februar 1982 ohne Kilometerangabe und durchgeführte Arbeiten. 
5. Eintrag 15.03.84 ohne Eintrag der durchgeführten Arbeiten und der Kilometerstan-
dangabe.
6. Eintrag 17.02.88 bei Kilometerstand von 53'315 KM ohne Angabe der durchgeführten 
Arbeiten.
7. Eintrag 14.06.96 bei Kilometerstand von 58'030 KM hier wurden Zahn- und Keilrie-
men ersetzt.
8. Eintrag 14.02.2000 bei Kilometerstand von 60'050 km hier wurden wiederum Zahn- 
und Keilriemen ersetzt zudem wurden Zündkerzen, Ölfilter und Ölwechsel vorgenom-
men.

Die zuvor aufgeführten Einträge lassen den Schluss zu, dass das Fahrzeug nicht 
ordnungsgemäss gewartet wurde.

Jedes Fahrzeug sollte wenigstens einmal im Jahr zu einem Kurzcheck in die Werk-
statt und jedes Jahr sollte ein Ölwechsel vorgenommen werden, was nach Angaben 
des Scheckheftes nicht der Fall war.

Das hier in Rede stehende Fahrzeug hatte Wartungsintervalle von bis zu 8 Jahren, so 
dass von einem ordnungsgemäss gewarteten Fahrzeug nicht gesprochen werden kann. 
Im übrigen stellt sich mir die Frage, weshalb am 14.06.96 bei km-Stand von 58'030, 
Zahn- und Keilriemen gewechselt wurden, am 14.02.2000 bei km-Stand von 60'050, 
erneut Zahn- und Keilriemen gewechselt wurden.

Möglicherweise lag hier schon ein Motorschaden vor, durch welchen der Zahnriemen 
erneut ersetzt werden musste. Eine genaue Antwort hierauf kann mit Sicherheit nur der 
Voreigner geben.

Aufgrund der zuvor getroffenen Feststellung ist davon auszugehen dass die Mängel, die 
zur Beschädigung des Kolben im 1. Zylinder geführt haben, schon beim Kauf des Fahr-
zeuges vorlagen.

Ein vorschriftsmässig gewarteter Motor hat einwandfreie Zündkerzen. Die Zündung, der 
Zündzeitpunkt und die Vergaseranlage sind vorschriftsmässig eingestellt.

Zur Ursache der festgestellten Riefen in den Zylindern kann erst nach Zerlegen des 
Motors und Ziehen der Kolben Stellung genommen werden.

....."

Zu einer Wandelung des Kaufs mit Rückabwicklung Zug um Zug nebst Ersatz 
der Aufwendungen der Käuferin und Ersatz weiteren, noch zu spezifizierenden 
Schadens bot X. auch in der Folge keine Hand.

B.1. Nach gescheitertem Sühnverfahren liess E. Y. mit Prozesseingabe 
vom 09. Januar 2002 Klage gegen X. vor dem Bezirksgericht Prättigau/Davos erhe-
ben, mit den folgenden Rechtsbegehren:

"1. Es sei der Kaufvertrag zwischen den Parteien über das Fahrzeug Ferrari 
Dino 308 GT4 (Chassis Nr. Dino F106AL08906; Stamm Nr. 079.742.673) 
zu wandeln und die Beklagte sei gegen Rücknahme des Ferrari Dino 308 

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GT4 zu verpflichten, der Klägerin den von ihr bezahlten Kaufpreis von 
CHF 35'000.00 zuzüglich Zins von 5 % seit 7. Mai 2001 zu erstatten.

2. Die Beklagte sei zudem zu verpflichten, der Klägerin für die weiteren Ver-
wendungen und Schaden CHF 5'191.00 nebst Zins 5 % seit 27. Septem-
ber 2001 zu bezahlen.

3. Die Beklagte sei zudem zu verpflichten, der Klägerin die bei der Einfuhr 
des Fahrzeugs nach Deutschland am Zoll bezahlten Einfuhrkosten von 
CHF 5'216.00 nebst Zins 5 % seit 7. Mai 2001 zu bezahlen, allenfalls 
unter Anrechnung von Gutschriften, die der Klägerin durch die Wieder-
ausfuhr des Fahrzeugs von Deutschland nach der Schweiz zufliessen.

4. Die Beklagte sei zudem zu verpflichten, der Klägerin Schadenersatz in 
Höhe von CHF 160.00 pro Monat für die Garagierungskosten des Ferrari 
Dino 308 GT4 ab 1. September 2001 bis zur Rücknahme des Fahrzeugs 
zuzüglich 5 % Zins ab 1. September 2001 (auf mittlerem Verfall) zu be-
zahlen.

5. Der Klägerin sei ein Nachklagevorbehalt zur Geltendmachung allfälliger 
weiterer Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Fahrzeug Ferrari 
Dino 308 GT4 einzuräumen.

6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich 7,6% MWSt) zulasten 
der Beklagten."

Zur Begründung brachte die Klägerin im wesentlichen vor, der von ihr erstan-
dene Ferrari habe auf der Überführungsfahrt von D. nach Frankfurt auf der Auto-
bahn einen Defekt erlitten, an dessen Eintritt sie keine Schuld trage, da die Ursache 
in einem vorbestandenen und versteckten Mangel liege, für dessen Folgen die Be-
klagte kraft ihrer Eigenschaft als Verkäuferin einzustehen habe.

2. Die Beklagte liess Antrag auf Abweisung der Klage stellen, unter Kos-
ten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Klägerin. 

Zur Begründung machte sie unter anderem geltend, der Ferrari sei anlässlich 
dessen Überführung nach Deutschland unsachgemäss gelenkt worden, so dass die 
Klägerin den ihr erwachsenen Schaden selber zu tragen habe. Im übrigen sei jegli-
che Gewährleistung wegbedungen worden, so dass die Beklagte nicht hafte, selbst 
wenn der von der Klägerin behauptete versteckte Mangel vorliegen würde. Ferner 
bestritt die Beklagte eine rechtzeitig erfolgte Mängelrüge.

3. Auf Antrag der Klägerin wurde C. W. mit Verfügung vom 03. Mai 2002 
der Streit im Sinne von Art. 30 ZPO verkündet. Der Eingerufene verzichtete am 15. 
Mai 2002 auf einen Prozessbeitritt. 

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C. Mit Urteil vom 08. Mai 2003 wies das Bezirksgericht Prättigau/Davos 
die Klage ab, überband der Klägerin die Verfahrenskosten von Fr. 7'000.– und ver-
pflichtete sie, der Beklagten eine Prozessentschädigung von Fr. 10'000.– zu bezah-
len.

D. Gegen das am 20. Mai 2003 mitgeteilte Urteil liess E. Y. am 06. Juni 
2003 die Berufung erklären. Sie begehrt die Aufhebung des angefochtenen Urteils 
und die Klagegutheissung im Sinne der identischen vor Bezirksgericht gestellten 
Rechtsbegehren, unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich 7,6 % MWSt) 
zu Lasten der Berufungsbeklagten für das Verfahren vor erster und zweiter Instanz. 
Ferner beantragte sie die Ergänzung des Beweisverfahrens durch Einholung der 
vor erster Instanz beantragten jedoch abgelehnten Expertise über die Schadensur-
sache am Fahrzeug Ferrari Dino 308 GT4 durch einen noch zu bestimmenden 
Sachverständigen.

Unter Hinweis auf die Erwägungen im angefochtenen Urteil, liess sich die 
Vorinstanz zur Sache nicht weiter vernehmen.

E. An der mündlichen Hauptverhandlung vom 23. September 2003 vor 
der Zivilkammer des Kantonsgerichts erschienen die Rechtsvertreter ohne Parteien.

Der Rechtsvertreter von E. Y., Rechtsanwalt lic. iur. Guido Ranzi, bestätigte 
und begründete die Anträge gemäss seiner schriftlichen Berufungserklärung vom 
06. Juni 2003.

Der Rechtsvertreter von X., Rechtsanwalt Dr. iur. Georg S. Mattli, beantragte 
die vollumfängliche Abweisung der Berufung und Bestätigung des angefochtenen 
Urteils, unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Berufungsklägerin. 

In seiner Replik hielt der Rechtsvertreter der Berufungsklägerin an den Be-
rufungsanträgen fest. Der Rechtsvertreter der Berufungsbeklagten verzichtete auf 
eine Duplik. Die schriftliche Zusammenfassung der mündlichen Vorträge wurde 
gemäss Art. 51 Abs. 1 lit. b OG zu den Akten genommen.

Auf die Begründungen der Berufungsanträge, die Erwägungen im angefoch-
tenen Urteil und das Beweisergebnis ist, soweit sachdienlich und notwendig, in den 
nachfolgenden Erwägungen einzugehen.

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Die Zivilkammer zieht in Erwägung :

1.a. Die Streitsache fällt in den sachlichen, zeitlichen und geographischen 
Anwendungsbereich des Übereinkommens über die gerichtliche Zuständigkeit und 
die Vollstreckung gerichtlicher Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen vom 16. 
September 1988 (Lugano-Übereinkommen, LugÜ). In Bezug auf das Forum ist der 
internationale Gerichtsstand in der Schweiz (Art. 2 Abs. 1 LugÜ) und folgend der 
örtliche Gerichtsstand am Wohnsitz der Beklagten (Art. 6 Abs. 1 ZPO) in D. gege-
ben. Bei einer anderen internationalen oder direkten Zuständigkeit im Bereich des 
LugÜ, läge angesichts des Prozessverhaltens der Beklagten im übrigen, da nach 
dem Übereinkommen für diese Sache kein zwingender oder teilzwingender Ge-
richtsstand vorgeschrieben ist, vorbehaltlose Einlassung im Sinne von Art. 18 
LugÜ/Art. 92 ZPO vor.

b. Nach Art. 218 Abs. 1 ZPO kann die Berufung an das Kantonsgericht 
ergriffen werden gegen Urteile der Bezirksgerichte im Sinne von Artikel 19 dieses 
Gesetzes. Die Zulässigkeit der Berufung in vermögensrechtlichen Streitigkeiten ist 
über die Verweisung auf Art. 19 ZPO demnach an die Voraussetzung der sachlichen 
Zuständigkeit des Bezirksgerichts und diese wiederum an das Vorhandensein eines 
Mindeststreitwerts von 8'000 Franken geknüpft (Art. 19 Ziff. 1 ZPO). Nach Art. 22 
Abs. 1 ZPO wird zur Feststellung der sachlichen Zuständigkeit bei vermögensrecht-
lichen Streitigkeiten der Gesamtbetrag aller klägerischen Forderungen zusammen-
gerechnet, unter Ausschluss der Zinsen und Kosten und der Forderungen aus einer 
allfälligen Widerklage. Die Klägerin klagt auf Rückabwicklung eines Kaufs. Unter 
der Voraussetzung, dass der vereinbarte Kaufpreis von Fr. 35'000.– dem damaligen 
objektiven Wert des (mängelfreien) Ferrari entsprach, besteht der Interessenwert 
dabei zunächst im Minderwert der Kaufsache, welcher vermutungsweise den Kos-
ten einer Mängelbeseitigung entspricht. Ausgehend von einem Schaden von DM 
36'000.– hat die Klägerin, unter Berücksichtigung des durch eine Reparatur zu ihren 
Gunsten eintretenden Mehrwerts, der Beklagten vergleichsweise vorgeschlagen, 
sich an der Reparatur mit 50 % (DM 18'000.–) zu beteiligen. Hinzu treten die Ne-
benaufwendungen, welche die Klägerin ohne den Kauf nicht getätigt hätte (Stoss-
stange Fr.  2'100.–, Rechnung Autohaus Ulrich  DM 2'800.–, Privatgutachten A. DM 
616.– , Zollabfertigung DM 150.–, Einfuhr nach Deutschland DM 6'370.–, Einstel-
lungskosten D. Fr. 1'000.–, Einstellungskosten Deutschland DM 3'940.–). Liegt der 
Streitwert im vorinstanzlichen Urteilszeitpunkt bei rund Fr. 28'600.–, ist die Sache 
berufungsfähig. Damit ist gleichzeitig der Feststellungspflicht von Art. 51 Abs. 1 lit. 
a OG Genüge getan.

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Auf die im übrigen fristgemäss beim Bezirksgericht eingelegte, die formulier-
ten Anträge auf Abänderung des erstinstanzlichen Urteils (Art. 219 Abs. 1 ZPO) 
enthaltende Berufung ist daher einzutreten.

c. Die Parteien haben sich gemäss den Feststellungen der Vorinstanz 
des weiteren auf die ausschliessliche Anwendung schweizerischen materiellen 
Rechts geeinigt, was auch im Berufungsverfahren keinerseits in Abrede gestellt 
wurde.

2. Die Vorinstanz hat mit zutreffenden Erwägungen dargelegt, dass C. 
W. Stellvertreter der beklagten Verkäuferin, K. H. dagegen nicht Stellvertreter der 
klagenden Käuferin war (act. 02.2.I.15, angefochtenes Urteil E. 6. a und b), und die 
Verkäuferin das Fahrzeug ohne Garantie und ohne Zusicherung besonderer Eigen-
schaften verkauft, jedoch ein Ausschluss der Sachgewährleistung für Mängel nicht 
erfolgt ist (act. 02.2.I.15, angefochtenes Urteil E. 6. d). Anstelle von Wiederholungen 
kann darauf in Anwendung von Art. 229 Abs. 3 ZPO verwiesen werden.

3. Die Beklagte hält im Berufungsverfahren daran fest, dass sie den Fer-
rari Dino 308 GT4 (Jahrgang 1974, 60'000 km) für DM 5'000.– bis DM 15'000.– 
unter dem Durchschnittspreis verkauft habe und will daraus einen konkludenten Ge-
währleistungsausschluss ableiten. Dies scheitert indessen schon an der tatsächli-
chen Marktlage. Die neue hintere Stossstange eingerechnet, hat die Klägerin den 
Preis von Fr. 37'100.– bezahlt. Gemäss Einlage der Klägerin (Oldtimer Katalog, act. 
02.2.II.8) betrug der durchschnittliche Marktpreis im Jahre 1998 je nach Fahrzeug-
zustand DM 25'000.– bis 48'000.–, mit fallender Tendenz. Gemäss Einlage der Be-
klagten betrug der Marktpreis für einen Ferrari Dino 308 GT4 im Jahre 2001 je nach 
Zustand DM 58'000.– bis DM 23'000.– (Motor Klassik 4/2001, S. 63, act. 02.2.III.3). 
Sodann lassen sich für dieses Fahrzeug heute zahlreiche Verkaufsangebote, Kauf-
gesuche und getätigte Verkäufe in einem Preisrahmen finden, wie ihn die Klägerin 
bezahlt hat (vgl. zum Beispiel http://www. leirer.ch/html/hauptteil_fer-
rari_alt_neu.html: Baujahr 1977, Kilometerstand 54'000 km, Preis Fr. 32'000.–; 
http://www.petitesannonces.ch/n/254425: 1979, 81'000 km, Fr. 35'500.–; 
http://www.autoscout24.de/home/index/detail. asp?id=25812693: 1975, 15'000 km, 
26'500.– €; http://www.mobile.de/cgibin/da. pl?bereich=pkw&id 
=11111111132142281&sprache=1: 69'000 km, 17'000.– €; http://cgi.ebay.de/ws 
/eBayISAPI.dll?ViewItem&item=2457256072: 1978, 73'000 km, 15'000.– €; http:// 
www.qv500.com/ferrari308gt4mr.htm: 8'000-22'500.– £; http://www.epinions.com/ 
content_113640705668#: 1976, 20'000.– $; http://www. giftexperience.com /dri-
ving_car_gifts/ferrari_308_gt4.html: 1979, 77'000 km, 20'000.– £; http:// www.con-

10

ceptcarz.com/folder/vehicle.asp?car_id=2551: 1977, 24'000.– $; http:// www.collec-
torcarads.com/addetail.asp?CarID=400: 1975, 71'000 km, 28'000.– $; 
http://www.pistonheads.com/sales/list.asp?p=1&s=190: 1978, 63'500 km, 21'000.– 
£; http://www.ferrariownersclub.co.uk/sales/wanted.asp: 15'000.– £; http://www. fe-
rari-forsale.com/308GT4-ForSale,1978, 78'000 km, 18'000.– £; http://www. ferrari-
buy.com/: 1978, 23'000.– €; 1974, 80'000 km, 14'000.– €; 1974, 75'000 km, 25'000.– 
€; 1975, 14'000.– €; http:// www.classiccarsfromitaly.com/auction.html: 1976, 
10'500.– £; 1979, 11'500.– £). 

4. Bei dem der Klage zugrunde liegenden Vertragsverhältnis zwischen 
den Parteien handelt es sich um einen Stückkauf. Die Beklagte macht geltend, der 
Kaufvertrag sei durch Einigung über die individualisierte Kaufsache und ihres von 
Anfang an feststehenden Kaufpreises bereits im Oktober 2000 zustande gekom-
men. Die Klägerin, und mit ihr die Vorinstanz, gehen demgegenüber davon aus, 
dass der Kaufvertrag erst nach der "Probefahrt" und Zahlung des Restkaufpreises 
am 07. Mai 2001 zustande gekommen sei. Ob sich letzteres halten lässt, ist fraglich. 

a. Entgegen der Vorinstanz ist die Bezahlung des (Rest)Kaufpreises für 
das Zustandekommen des Vertrages (Verpflichtungsgeschäft, Art. 184 Abs. 1 OR) 
irrelevant. Ferner überzeugt die vorinstanzliche Qualifikation der Aussagen des 
Zeugen H. wenig. Die Interpretation, der Zeuge H. habe ausgesagt, der Vertrag sei 
erst am 07. Mai 2001 zustande gekommen, steht im Widerspruch zu den Akten. 
Wahr ist, dass er auf die Frage, ob die Käuferin [am 07. Mai 2001] vom Kauf hätte 
Abstand nehmen können, wenn die Probefahrt verweigert worden oder unbefriedi-
gend verlaufen wäre, antwortete, er wisse es nicht, gehe aber davon aus, dass bei 
dem noch nicht endgültig stattgefundenen Verkauf auch ein Rücktritt möglich gewe-
sen wäre (act. 02.2.V.1 S. 4). Ein Rücktritt würde voraussetzen, dass vorgängig 
über die vertragswesentlichen Punkte Übereinstimmung geäussert und erzielt 
wurde, womit bereits ein Vertrag zustande gekommen wäre. Seine übrigen Aussa-
gen stützen dies. Es ist zwar nicht die Aufgabe eines Zeugen einen Vertragsschluss 
rechtlich zu qualifizieren. Die einschlägigen Einschätzungen des Zeugen H., wel-
cher über den Gang der Verhandlungen bestens informiert und zumindest wieder-
holt als Mittler gedient hatte, die Kaufvereinbarung zwischen den Parteien sei im 
Herbst 2000 gefallen, womit der Käuferin freigestanden hätte, das Auto im Herbst 
2000 abzuholen (act. 02.2.V.1.S. 9) und er wisse, dass die Vereinbarung über den 
Kauf getroffen und die Anzahlung im Herbst 2000 auf das Konto von Frau X. erfolgt 
sei (act. 02.2.V.1.S. 3), dürfte sich vorliegend indessen auch in normativem Sinne 
als zutreffend erweisen.

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b. Die Aussagen des Zeugen K. Y., der ein naheliegendes Eigeninter-
esse hat, sind nicht widerspruchsfrei. Wenn sich der Ehemann der Klägerin als de-
ren Vertreter einerseits selbst und andererseits mit Hilfe der Person von H. bereits 
vor dem 05./07. Mai 2001 konkret um die Formalitäten der Überführung nach 
Deutschland gekümmert hat, so deutet dies darauf hin, dass der Kauf bereits im 
Oktober 2000 zustande gekommen war. Wäre er tatsächlich noch in der Schwebe 
gewesen, wäre klägerseits nicht dieser Aufwand für die Überführung betrieben wor-
den. Für einen Vertragsschluss bereits im Herbst 2000 spricht sodann die Aussage 
K. Y.s, er habe das Auto auch deshalb im Mai holen wollen, weil er sich damit für 
den 26. Mai 2001  -seinen Geburtstag-  zu einer Rallye angemeldet hatte und auch 
schon im Besitz der Startnummer war (act. 02.2.V.3 S. 11). Diese Anmeldung ist 
demnach erhebliche Zeit vor der Abholung des Wagens in D. erfolgt. Daraus ergibt 
sich  -in Widerspruch zur Behauptung, im Herbst sei bloss eine Reservierung er-
folgt-  die klare Bewusstseinslage, dass er beziehungsweise seine Ehefrau über den 
Wagen verfügen konnten und wollten. Wer einen Wagen, unter dem angeblichen 
Vorbehalt gegebenenfalls auf einen Kauf zu verzichten, bloss reservieren lassen 
will, leistet ferner keine "Anzahlung an PKW" und übernimmt auch nicht  à fonds 
perdu die Kosten einer Einstellung für die Dauer eines halben Jahres. Der Begriff 
"Anzahlung" impliziert, dass schon im Moment ihrer Leistung eine Restzahlung ge-
schuldet bleibt; von einer blossen Reservierung kann dann kaum die Rede sein. 
Schliesslich erhebt sich die Frage, wie der Vertreter der Käuferin dazu kommen 
sollte, den Auftrag zu erteilen, eine neue Stossstange für Fr. 2'100.– an einen Old-
timer montieren zu lassen, wenn die Vertretene auf das Fahrzeug nicht schon da-
mals wenigstens einen obligatorischen  Anspruch hatte? Auch dies spricht eher für 
einen bedingungslosen Vertragsschluss im Oktober 2000.

c. Die Frage nach dem genauen Zeitpunkt des Vertragsschlusses kann 
indessen offen bleiben, da es sachlich und zeitlich auf die Obliegenheiten der Käu-
ferin im Zusammenhang mit der Mängelrüge ohne Einfluss bleibt. Gemäss Art. 201 
OR soll der Käufer, sobald es nach dem üblichen Geschäftsgang tunlich ist, die Be-
schaffenheit der empfangenen Sache prüfen und, falls sich Mängel ergeben, für die 
der Verkäufer Gewähr zu leisten hat, diesem sofort Anzeige machen (Abs. 1). Ver-
säumt dieses der Käufer, so gilt die gekaufte Sache als genehmigt, soweit es sich 
nicht um Mängel handelt, die bei der übungsgemässen Untersuchung nicht erkenn-
bar waren (Abs. 2). Ergeben sich später solche Mängel, so muss die Anzeige sofort 
nach der Entdeckung erfolgen, widrigenfalls die Sache auch rücksichtlich dieser 
Mängel als genehmigt gilt (Abs. 3). 

12

Die Beklagte wendet ein, die Mängelrechte der Gegenseite seien verwirkt 
beziehungsweise die im Mai/Juni 2001 erhobenen Mängelrügen seien verspätet, da 
der Kaufvertrag bereits im Oktober 2000 abgeschlossen worden sei, und die Käu-
ferin durch Versäumen der Prüfung der Kaufsache im Oktober 2000 diese tel quel 
genehmigt habe. Dem ist nicht zu folgen. Falls ein Mangel vorliegen sollte, ist in 
Übereinstimmung mit der Klägerin und der Vorinstanz davon auszugehen, dass es 
sich um einen versteckten Mangel handelt. Auch die Beklagte behauptet nichts an-
deres (act. 06.3, S. 8 f.). 

Wann die Prüfung einer Kaufsache nach dem üblichen Geschäftsgang tun-
lich ist, muss gemäss ständiger Praxis im Einzelfall, unter Berücksichtigung des 
Grundsatzes von Treu und Glauben sowie von Verkehrssitte und Branchenusanzen 
beurteilt werden. Zu beachten ist die Art des Kaufgegenstandes: Leicht verderbliche 
Ware muss unverzüglich beim Eintreffen geprüft werden (unter Umständen nach 
wenigen Stunden; z.B. gelten im Gemüsehandel zwei Tage als verspätet, SJZ 1965, 
327); andere Ware, z.B. Wein, benötigt nach dem Transport eine gewisse Ruhezeit, 
damit die Qualität überhaupt beurteilt werden kann (8 beziehungsweise 9 Tage, 
ZBJV 1947, 130; BGE 26 II 795 f.); eine Maschine muss für die Prüfung in Gang 
gesetzt (aber nicht etwa zerlegt) werden, was unter Umständen erst zu einer be-
stimmten Zeit möglich ist (z.B. Mäh- oder Dreschmaschinen können erst im Sommer 
geprüft werden, BGE 81 II 59 f.; die Gebrauchsfähigkeit eines Schneepfluges erst 
im Winter, BGE 72 II 417); bei Rohstoffen müssen allenfalls Verarbeitungsproben 
(Handproben, BGE 76 II 223 f.) gemacht werden (zu weiteren Beispielen vgl. Hon-
sell, Basler Kommentar, N 5 f., 9 zu OR 201). Von Bedeutung ist auch, ob es sich 
um ein Geschäft des nicht-kaufmännischen oder des kaufmännischen Verkehrs 
handelt. Ist  -wie vorliegend- der Käufer Nichtkaufmann, muss ihm genügend Zeit 
eingeräumt werden, die Sache unter normalen Umständen prüfen zu können. Die 
Rügefrist ist dementsprechend zu bemessen (Honsell, a.a.O., N 1 zu OR 201). Nicht 
notwendig ist in der Regel, dass ein Nichtkaufmann einen Sachverständigen bei-
zieht; dies auch dann nicht, wenn ihm selbst die notwendigen Sachkenntnisse feh-
len (BGE 76 II 224). Entgegen der Ansicht der Beklagten erstreckt sich die gesetz-
liche Fiktion der Genehmigung mangels Vorbehalt beziehungsweise Überprüfung 
im Zeitpunkt des Gefahrübergangs nicht auf versteckte Mängel. Mängel, die auch 
bei übungsgemässer Untersuchung nicht erkennbar sind  - so genannte geheime 
oder versteckte Mängel-, die noch nicht in Erscheinung treten können (z.B. an Wa-
ren in Originalverpackung) oder die nur durch besondere Analyse oder durch zeit-
raubende Untersuchungen, die dem Käufer nicht zugemutet werden können, er-
kennbar sind, müssen gemäss Art. 201 Abs. 3 OR gerügt werden, sobald sie der 

13

Käufer entdeckt, wobei die Rügefrist nicht länger als die Verjährungsfrist gemäss 
Art. 210 OR sein kann (vgl. zum Ganzen: Kommentar OR, Kren Kostkiewicz/Bert-
schinger/Breitschmid/Schwander, 2002, N 4, 5, 9 zu OR 201).

Im nicht-kaufmännischen Verkehr sind die Anforderungen an die Untersu-
chung der Kaufsache jedenfalls nicht zu überspannen (Claire Huguenin, Obligatio-
nenrecht, Besonderer Teil, Zürich 2002, N 143; Giger, Berner Kommentar N 43 zu 
OR 201 ; Honsell a.a.O., N 9 zu OR 201), was vorallem auch hinsichtlich der Unter-
suchungsintensität gelten dürfte. In einem wie dem vorliegenden Fall, ist der Käu-
ferin im nicht-kaufmännischen Verkehr kaum zuzumuten, vor Antritt der Über-
führungsfahrt eines Oldtimers die Zusammensetzung des Kraftstoffs einer chemi-
schen Analyse zuzuführen und den Motor durch einen Fachmann überprüfen oder 
gar in seine Einzelteile zerlegen zu lassen. Selbst wenn die Klägerin den Wagen im 
Oktober 2000 ihrer gesetzlichen Obliegenheit entsprechend untersucht hätte, wäre 
der Mangel dannzumal nicht ohne weiteres zu Tage getreten. Unbesehen davon, 
ob das Zustandekommen des Kaufvertrages bereits im Oktober 2000 oder erst am 
07. Mai 2001 anzusiedeln ist, hat folglich die Rügefrist gemäss Art. 201 OR erst ab 
dem Zeitpunkt der tatsächlichen Erscheinung des Mangels beziehungsweise seiner 
Folgen zu laufen begonnen.

5. Nicht zu hören ist die Beklagte schliesslich mit dem Einwand, die erst-
malige Mängelrüge vom 20. Mai 2001 sei auch dann verspätet, wenn von einem 
Vertragsschluss am 07. Mai 2001 auszugehen sei. Die Mängelrüge ist eine emp-
fangsbedürftige Wissenserklärung, die keiner besonderen Form bedarf; sie kann 
mündlich erfolgen. Das unliebsame Ereignis hat sich am 07. Mai 2001, nachmittags, 
zugetragen. Gemäss Beweisergebnis ist die erste mündliche Anzeige am 08. Mai 
2001, also praktisch umgehend, gegenüber dem Verkäufervertreter W. erfolgt. Der 
Käufer ist zwar gehalten, einen konkreten Mangel substantiiert zu rügen, so dass 
der Verkäufer in der Lage ist, den Umfang der Beanstandung bestimmt zu ermessen 
(Honsell, a.a.O., N 10 zu OR 201). Was der Käufer allerdings selbst noch nicht kon-
kret wissen kann, kann ihm auch (noch) nicht als Anzeige an die Gegenseite oblie-
gen. Inhaltlich konnte sich die erste, praktisch umgehend erfolgte mündliche An-
zeige kaum auf mehr erstrecken, als die Tatsache, dass vermutlich ein grösserer 
Motorschaden eingetreten sei. Eine eigentliche Mängelrüge im Sinne einer konkre-
ten, von den Verkäuferin zu vertretenden Ursache für die  -bei der Fahrzeugüber-
nahme in D. sicher noch nicht vorliegenden-  Folgeschäden (gebrochener Kolben-
ring, Verschleissspuren an den Kolben), konnte zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht 
abgegeben werden. Selbst der Schaden konnte dannzumal noch nicht genau be-

14

zeichnet werden. Dazu musste zuerst der Motor in der Ferrari-Werkstatt in Frankfurt 
ausgebaut werden. Um den Schaden und das Ausmass danach zu ermitteln, war 
die Klägerin auf die Garage angewiesen, wo der Motor zuerst auseinander 
genommen werden musste. Plausibel ist, dass dies eine gewisse Zeit in Anspruch 
nahm, zumal die Klägerin in dieser Garage noch nicht Kundin war und daher auch 
keinen Anspruch erheben konnte, dass ihr eben aus der Schweiz importierter 
Wagen bevorzugt rasch bedient wurde. Wenn die Klägerin von den konkreten Schä-
den am 18. Mai 2001 durch die Garage erfuhr und 2 Tage später die Verkäuferin 
darüber schriftlich informierte mit gleichzeitiger Geltendmachung des Wandelungs-
rechts (act. 02.2.III.6), so war dies unter Nichtkaufleuten sofort im Sinne von Art. 
201 Abs. 3 OR und daher eine zeitige Mängelrüge.

6.a. Beim normalen Fahrniskauf haftet der Verkäufer dem Käufer nach Art. 
197 OR sowohl für die zugesicherten Eigenschaften als auch dafür, dass die Sache 
nicht körperliche oder rechtliche Mängel habe, die ihren Wert oder ihre Tauglichkeit 
zu dem vorausgesetzten Gebrauche aufheben oder erheblich mindern (Abs. 1). Er 
haftet auch dann, wenn er die Mängel nicht gekannt hat (Abs. 2). Die Verkäuferin 
hat nach übereinstimmender Darstellung der Parteien keine Eigenschaften beson-
ders zugesichert. Ein körperlicher Mangel, der den Wert der Sache oder ihre Taug-
lichkeit zum vorausgesetzten Gebrauch aufhebt oder erheblich mindert bedeutet 
eine Abweichung zwischen dem Ist- und dem Sollzustand der Kaufsache im Zeit-
punkt des Gefahrübergangs. Die Mängel an der Kaufsache betreffen deren körper-
liche (technische, physikalische oder chemische) Beschaffenheit (Honsell, a.a.O., 
N 2 zu OR 197; Kren Kostkiewicz/Bertschinger/ Breitschmid/Schwander, a.a.O., N 
1, 3 zu OR 197). Beim Kauf eines Occasionswagen kommen vorallem Konstrukti-
ons- oder Verarbeitungsfehler oder abnormale (übermässige) Abnutzung in Frage. 
Der Verkäufer haftet nicht für unerhebliche Mängel (Art. 197 Abs. 1 OR e contrario). 
Unzulänglichkeiten am Motor eines Kraftfahrzeugs dürften in der Regel einen 
schweren Mangel darstellen. Für den Fall, dass hier ein Mangel vorlag und Ursäch-
lichkeit zwischen ihm und den eingetreten Schäden vorliegt, so ist der Mangel ein 
schwerwiegender, denn er hat das ungestörte Fahren als stillschweigend vorauszu-
setzenden Sachgebrauch nicht nur erheblich gemindert sondern letztlich verunmög-
licht, da ein Verbrennungsmotor (Otto-Motor) mit einem gebrochenen Kolbenring 
und 4 verschlissenen Kolben nicht gefahren werden kann. Abgesehen von der forts-
chreitenden normalen Abnutzung durch Eigengebrauch durfte die Klägerin  -sach-
gemässe Behandlung ihrerseits stets vorausgesetzt-   davon ausgehen, dass der 
Ferrari derart beschaffen war (Soll-Zustand), dass sie ihn ohne plötzliche Schäden 
von der eintretenden Art würde fahren können. Somit stellt sich die Frage, ob der 

15

Ferrari im Zeitpunkt des Gefahrübergangs  -sei dieser nun im Oktober 2000 oder 
am 07. Mai 2001-  verborgene technische Mängel aufgewiesen hat, welche ursäch-
lich für die nachmalig eingetretenen Beschädigungen waren. Die Klägerin hat den 
Wagen am 07. Mai 2001 in D. ohne Vorbehalt übernommen, woraus sich eine Ver-
mutung für seine damalige Mangelfreiheit ergibt. Es liegt an der Klägerin diese Ver-
mutung umzustossen. Die Beweislast für das Vorliegen des mangels im Zeitpunkt 
des Gefahrübergangs liegt bei ihr.

b. Die Berufungsklägerin macht geltend, wenn sie die Beweislast im 
Sinne von Art. 8 ZGB für den vorbestandenen versteckten Mangel treffe, müsse ihr 
Gelegenheit gegeben werden, diesen Beweis anzutreten. Sie rügt eine Verletzung 
ihres rechtlichen Gehörs, indem die Vorinstanz kein gerichtliches Sachverständi-
gengutachten zur Frage der Ursachen des nachmalig eingetretenen Motorschadens 
angeordnet habe. 

Gemäss Art. 188 ZPO können von Amtes wegen oder auf Begehren einer 
Partei Sachverständige beigezogen werden, wenn  -im Sinne einer Voraussetzung 
(vgl. Marginale)-  zur Aufklärung des Sachverhalts Fachkenntnisse erforderlich sind, 
über die weder das Gericht noch einzelne seiner Mitglieder verfügen. Nach der all-
gemeinen Regel über den Beweisgegenstand, ist Beweis nur über erhebliche Tat-
sachen, das heisst solche, die einen Einfluss auf die rechtliche Beurteilung haben, 
abzunehmen (Art. 156 Abs. 1 ZPO). Zwar unausgesprochen aber nichtsdestotrotz 
als Prämisse gilt weiter, dass ein bestimmter Beweis nur dann anzuordnen ist, wenn 
man sich von ihm eine zuverlässige Aufhellung versprechen kann. Das angebotene 
Beweismittel beziehungsweise sein Resultat müssen geeignet sein, die ihnen zu-
grundeliegende Behauptung zu stützen oder zu widerlegen. Ist im voraus absehbar, 
dass das Ergebnis einer Beweisführung unbefriedigend  -im Sinne einer fehlenden 
objektiven Klärung der Tatsachen-  ausfallen wird, hat die Beweisabnahme zu un-
terbleiben. Ein solcher Fall liegt hier vor.

Das von der Klägerin in Auftrag gegebene Gutachten des Fahrzeugsachver-
ständigen B. A.  -eigenen Angaben zufolge Haussachverständiger der offiziellen 
Ferrari-Vertretung in Frankfurt-  ist eine Parteibehauptung der Klägerin. Der Priva-
texperte hat ausgeführt, die Ursache für die nachmalig aufgetretenen Kolbenschä-
den lägen in unkontrollierten Verbrennungen, die zu einer thermischen Überlastung 
im Verbrennungsraum des Motors führen. Er sieht dies als einzige unmittelbare Ur-
sache. Diese thermische Überlastung wiederum werde verursacht durch (act. 
02.2.II.6, S. 3): 

16

• Kraftstoff mit zu niedriger Oktanzahl, 

• Zündkerzen mit zu niedrigem Wärmewert,

• Zündkerzen mit zu geringem Elektrodenabstand,

• defekte Zündkerzen,

• zu magere Vergasereinstellung in Verbindung mit Kraftstoff [zu] geringer 
Oktanzahl.

Diese Aufzählung ist abschliessend, das heisst, der Privatexperte kann sich 
keine andere Ursache(n)  -im Sinne technischer, naturwissenschaftlicher Kausalzu-
sammenhänge-  vorstellen (act. 02.2.II.6, S.2). Dies wird auch durch die nachfol-
gende Zeugenaussage A.s bestätigt (act. 02.2.V.2 S. 3 ad Ziff. 7/8). Es ist davon 
auszugehen, dass dies auch von der Klägerin nicht in Abrede gestellt wird, über-
nimmt sie doch die Folgerungen des Privatgutachters und macht geltend, es sei 
nach dem Ergebnis des Parteigutachtens zur Genüge erstellt, dass die Ursache für 
den Motorschaden bereits vor der Übernahme des Wagens durch die Klägerin vor-
handen gewesen sein müsse. Mithin ist davon auszugehen, dass andere Ursachen 
als die von A. genannten nicht in Frage kommen. Die vom Privatexperten A. einge-
grenzten Ursachen können mit einem gerichtlichen Sachverständigengutachten je-
doch weder zuverlässig bestätigt noch verworfen werden, denn:

aa. Jene 8 Zündkerzen, die auf der Fahrt vom 07. Mai 2001 tatsächlich 
Verwendung fanden, sind angeblich von einem Lehrling in der Ferrari-Garage in 
Frankfurt weggeworfen worden. Jedenfalls sind sie nach übereinstimmender Darle-
gung der Klägerin, des Zeugen K. Y. und von A. nicht mehr auffindbar (act. 02.2.II.6, 
S. 2; act. 02.2.V.2 S. 3 und 4; act. 02.2.V.3 S. 17 ad Ziff. 21). Ob eine der Ursachen: 
Zündkerzen mit zu niedrigem Wärmewert, Zündkerzen mit zu geringem Elektroden-
abstand oder defekte Zündkerzen zutrifft, kann mangels Verfügbarkeit der Bewei-
sobjekte (Zündkerzen) somit von keinem Sachverständigen mehr festgestellt wer-
den.

Der Zeuge W. hat zudem ausgesagt, er habe die richtigen Zündkerzen mon-
tiert. Dass es sich bei dem von ihm verwendeten Produkt (Champion RN7YC, act. 
02.2.IV.3) um das für diesen Motor Richtige handelt, wird von der Klägerin zum ei-
nen nicht explizit in Abrede gestellt, zum anderen wäre allein diesbezüglich kein 
Sachverständigengutachten einzuholen gewesen. Es hätte genügt, darüber eine 
einfache schriftliche Auskunft beim Fahrzeughersteller oder einem Markenvertreter 
einzuholen. 

17

bb. Für den Laien nachvollziehbar ist wohl, dass eine Analyse des Kraft-
stoffs allenfalls einen naturwissenschaftlichen Kausalzusammenhang zwischen ei-
ner falschen Zusammensetzung des Benzins (zu niedrige Verbleiung (Oktanzahl)) 
und dem Motorschaden zu Tage fördern könnte. Sie wäre allerdings rechtlich mit 
grosser Unsicherheit behaftet. Der Kraftstoff wurde nicht von neutraler Seite unmit-
telbar nach dem Motorschaden sichergestellt. Die Vorinstanz hat in diesem Zusam-
menhang daher mit Grund darauf hingewiesen, dass die Zusammensetzung nach 
Eintritt des Schadens verändert worden sein könnte. Der Hinweis der Berufungsklä-
gerin, die Kraftstoffanalyse könne auch jetzt noch gemacht werden, da "das Benzin 
noch im Tank" sei, vermag dem nicht abzuhelfen. In der Zwischenzeit sind seit dem 
Eintritt des Motorschadens beinahe 3 Jahre vergangen. Die Feststellung eines fal-
schen Kraftstoffs würde sodann allenfalls gegen die Klägerin sprechen, kann doch 
einerseits davon ausgegangen werden, dass der Tank nach der Fahrt von D. bis 
zur Landesgrenze über 240 km (durchschnittlicher Verbrauch 19,6 L/100 km, act. 
02.2.V.2 und 3) mehrheitlich leer war und ist andererseits erstellt, dass K. Y. den 
Ferrari in Weil am Rhein selbst betankt hat. Falls dort falsches Benzin getankt wurde 
oder die Instruktionen des Garagisten W. betreffend das Beifügen von Bleisubstrat 
nicht befolgt wurden, so liegen diese Umstände durchwegs im Verantwortungsbe-
reich der Klägerin. Dass seitens W. falsche Instruktionen gegeben wurden und/oder 
mit dem von ihm erhaltenen Bleisubstrat etwas nicht in Ordnung war, wird von der 
Klägerin nirgends behauptet.

cc. Als letzte mögliche (Teil)Ursache der thermischen Überlastung im Ver-
brennungsraum sieht der Privatexperte A. eine zu magere Vergasereinstellung (in 
Verbindung mit Kraftstoff zu geringer Oktanzahl). Dazu führte er weiter aus, der 
Motor habe 4 Doppelvergaser, von denen jeder einzeln einzustellen sei, wobei eine 
Überprüfung dieser Einstellung vorliegend nicht mehr möglich sei, weil der Motor 
bereits teildemontiert sei. Ob eine, im Verantwortungsbereich der Verkäuferin X. 
liegende Falscheinstellung des Vergasers vorbestand  -was von ihrem Garagisten 
und Zeugen W. in Abrede gestellt wird-  kann folglich durch keine Expertise mehr 
erhellt werden.

Zusammenfassend ist somit festzustellen, dass  -entgegen der undifferen-
zierten und im Widerspruch zu den übrigen Ausführungen stehende Empfehlung im 
Gutachten A.-  keine der in Frage kommenden Ursachen durch eine Gerichtsexper-
tise mehr feststellbar ist. Zu dieser Einsicht ist schliesslich auch der Privatgutachter 
A. weitgehend selbst gelangt, hat er doch im Nachhinein als Zeuge ausgesagt, man 
könne allenfalls noch eine Kraftstoffuntersuchung vornehmen; im übrigen seien die 

18

Beweismittel [recte: Beweisobjekte] ja nicht mehr vorhanden (act. 02.2.V.2 S. 3 ad 
Ziff. 9, S. 4 ad Ziff. 2). Dass von einer Benzinanalyse aus Gründen antizipierter 
Beweiswürdigung Abstand zu halten ist, wurde bereits dargelegt. Unter diesen Um-
ständen war und bleibt eine Expertise nicht anzuordnen.

c. Die Rüge der Berufungsklägerin an die Adresse der Vorinstanz, sie 
habe, ohne einen der Richter als fachkundig zu erklären, ihre eigenen unzutreffen-
den Überlegungen zum Schadenverlauf angestellt und über jene des anerkannten 
Automobilexperten A. gestellt, ist zurückzuweisen. Die Vorinstanz hat die Schluss-
folgerung des Privatgutachtens, wonach die Mängel, welche zur Beschädigung des 
Kolbens im 1. Zylinder geführt haben, schon beim Kauf des Ferraris vorgelegen 
hätten, als nicht nachvollziehbar qualifiziert. Es mute seltsam an, wenn der Privatex-
perte weitere Untersuchungen für 5'000 DM offeriere (Ursachenfeststellung der 
vertikal verlaufenden Riefen in den Zylindern), handkehrum aber die Schuld am 
Motorschaden dennoch, das heisst unbekümmert ob des Ergebnisses einer zu-
sätzlichen Begutachtung, eindeutig der Beklagten zuweise. Wenn die Schuldfrage 
tatsächlich so klar wäre, wie es der Privatexperte am Schluss seines Gutachtens 
festhalte, hätte er konsequenterweise davon absehen müssen, das Ausbauen des 
Motors und dessen Teilzerlegung überhaupt erst vorzuschlagen. Bei diesen Fest-
stellungen der Vorinstanz handelt es sich nicht um Anmassung eigener Fachkennt-
nisse über die Vorgänge in einem Verbrennungsmotor, sondern um die rechtliche 
Würdigung eines Parteigutachtens. Die vorinstanzliche Kritik an den Schlussfolge-
rungen des Parteigutachters A. sind angebracht. Abgesehen davon, dass der ab-
schliessende Ursachenkatalog und die Forderung nach weiteren Ursachenab-
klärungen, in sich widersprüchlich sind, ist seine Schlussfolgerung, es sei davon 
auszugehen, dass die Mängel, die zur Beschädigung des Kolben im 1. Zylinder 
geführt haben, schon beim Kauf des Fahrzeuges vorlagen, offensichtlich unhalt-
bar. Ohne einen Mangel als Ursache für den Schaden zu nennen, wird die Mutmas-
sung in den Raum gestellt, es müsse ein von der Verkäuferin zu vertretener Mangel 
vorbestanden haben. Im Ergebnis würde dadurch die unzulässige Umkehrung der 
Regel, wonach die beweisbelastete Partei die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen 
hat, bewirkt.

Die angeblichen Lücken im Servicehaft und die von A. voreilig daraus abge-
leitete "nicht ordnungsgemässe Wartung" stellen keine Ursachen im technischen 
Sinne dar. Selbst wenn im Verlaufe der 26 Jahre seit der Erstinverkehrsetzung ge-
wisse Wartungsarbeiten nicht oder zu spät vorgenommen worden sein sollten, ist 
der ursächliche Zusammenhang mit dem Motorschaden allein dadurch noch nicht 

19

erstellt. Soweit es sich im übrigen um Unterlassungen handelt, die weder die Zünd-
kerzen noch den Kraftstoff noch die Vergasereinstellung betreffen, können sie nach 
der Meinung A.s ohnehin nicht von Interesse sein, da sie nach seinen anderweiti-
gen Feststellungen als unmittelbare und mittelbare Ursachen für den hier aufgetre-
tenen Schaden ausser Betracht fallen.

Der weitere Hinweis des Privatgutachters A., dass der abermalige Wechsel 
von Zahn- und Keilriemen im Dezember 2000 nach nur kurzer Laufleistung durch 
einen vorangegangenen Motorschaden bedingt sein könnte, wurde durch das Be-
weisergebnis widerlegt (act. 02.2.V.4 S. 4 ad Ziff. 13; act. 02.2.III.2). Nach dem 
Zahnriemenwechsel wurden die Abgaswerte überprüft, ohne Hinweise auf einen 
Motorschaden (act. 02.2.V.4 S. 5 ad Ziff. 27).

Zu widersprechen ist schliesslich der Auffassung der Berufungsklägerin, die 
Vorinstanz habe aus dem Gutachten das Misslingen des Sachbeweises zum Nach-
teil der Klägerin festgestellt. Die Vorinstanz hat aus dem Gutachten, zum einen 
durch Aufdecken der darin enthaltenen Widersprüche, zum anderen durch die von 
A. bezeichneten 5 möglichen Ursachen in Verbindung mit den äusseren Umstän-
den, dass die Zündkerzen nicht mehr vorhanden sind, eine Kraftstoffanalyse und 
die Vergasereinstellung nicht mehr geprüft werden kann, im wesentlichen nur, aber 
durchaus zutreffend abgeleitet, dass der rechtsgenügliche Beweis für einen vorbe-
standenen Mangel  nicht mehr zu erbringen ist. Entgegen der Annahme des Privat-
gutachters ist eine "genaue Ursachenfeststellung" auch dann nicht mehr zu erbrin-
gen, wenn der Motor weiter ausgebaut und weiter zerlegt würde. Denn dies brächte 
in den von ihm aufgezeigten Ursachenbereichen Zündkerzen, Kraftstoffzusammen-
setzung und Vergasereinstellung keine weiteren Erkenntnisse. Durch eine weiter-
gehende Motorzerlegung tauchen namentlich weder die Zündkerzen auf noch wird 
dadurch die Vergasereinstellung rekonstruiert. Dies hat auch der Privatgutachter 
spätestens als Zeuge eingesehen (act. 02.2.V.2 S. 3 ad Ziff. 8 und 9).

d. Die Berufungsklägerin behauptet, es sei nicht ausgeschlossen bezie-
hungsweise sogar wahrscheinlich, dass man mit einer weiteren Expertise zu weite-
ren Erkenntnissen gelange, ohne gleichzeitig anzugeben, um welche Erkenntnisse 
es sich handeln könnte. Derartige Vermutungen, im Sinne unbestimmter Hoffnung, 
es könnte sich irgend etwas ergeben, das für den eigenen Rechtsstandpunkt güns-
tig ist,  genügen nicht. 

20

e. Als Ursache für den Defekt kommt nach Auffassung der Klägerin unter 
anderem auch in Frage, dass der Ferrari, mit dem seit 1974 nur 60'000 Kilometer 
gefahren worden seien, möglicherweise Standschäden aufgewiesen habe. Denn 
seit der letzten Kontrolle beim Strassenverkehrsamt und seit dem letzten Service 
sei das Fahrzeug bis zum 07. Mai 2001 nicht mehr bewegt worden, was durch das 
Serviceheft belegt sei. Ganz abgesehen davon, dass der Klägerin bewusst gewesen 
sein musste, dass das 26-jährige Fahrzeug nur 60'000 km, im Jahresschnitt also 
lediglich 2'300 km, und nur im Sommer, gefahren worden war, legt sie nicht dar, 
was sie unter "Standschäden" versteht. Ihr eigener Gutachter kann sich das nicht 
vorstellen. Insoweit die Berufungsklägerin der Gegenseite mangelnde Bewegung 
des Fahrzeugs vorhalten und als Schadensursache ins Spiel bringen will, erstaunt 
dies, wurde doch der Ferrari letztmals am 5. Juni 2000 beim Strassenverkehrsamt 
vorgeführt und auf Geheiss der Klägerin von Oktober 2000 – Mai 2001 eingestellt. 
Sie selbst wollte, dass er über den Winter, während 6 vollen Monaten, nicht gefah-
ren wurde.

7. Die Beweislast für den vorbestandenen versteckten Sachmangel liegt 
bei der Klägerin. Die Klägerin hat den Mangel nicht bewiesen, und der Mangel ist 
auch nicht mit der von ihr beantragten gerichtlichen Gutachten zu erbringen. Die 
Folgen der Beweislosigkeit trägt die Klägerin, indem die Klage abzuweisen ist.

8. Wird die Berufung in allen Teilen abgewiesen, sind diesem Ausgang 
des Verfahrens entsprechend die Gerichtskosten in Anwendung von Art. 223 ZPO 
in Verbindung mit Art. 122 Abs. 1 ZPO vollständig der unterliegenden Berufungs-
klägerin zu überbinden.

Gemäss Art. 122 Abs. 2 ZPO hat die Berufungsklägerin ausserdem nach 
dem gleichem Grundsatz die obsiegende Berufungsbeklagte für deren notwendigen 
Umtriebe im Berufungsverfahren voll zu entschädigen. Eine Honorarnote hat der 
Rechtsvertreter der Berufungsbeklagten nicht eingereicht, so dass die Zivilkammer 
die Prozessentschädigung nach pflichtgemässem Ermessen durch Schätzung, un-
ter Berücksichtigung der für eine sachgerechte Rechtsvertretung notwendigen Auf-
wendungen, festsetzt. 

21

Demnach erkennt die Zivilkammer :

1. Die Berufung wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 7'330.– (Gerichtsgebühr Fr. 
7'000.–; Schreibgebühr Fr. 330.–) gehen zu Lasten von E. Y..

3. E. Y. ist verpflichtet, X. für das Berufungsverfahren eine Prozessentschädi-
gung von 2'700 Franken zu bezahlen.

4. Mitteilung an:

__________

Für die Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Vizepräsident: Der Aktuar: