# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e21c0491-97af-5715-a990-7660d4ecae28
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-06-12
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 12.06.2013 B 2012/197
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2012-197_2013-06-12.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2012/197

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 12.06.2013

Entscheiddatum: 12.06.2013

Urteil Verwaltungsgericht, 12.06.2013
Steuerrecht, Art. 39 StG.Die Bestimmung eines pauschalen 
Berufskostenabzugs in Prozenten des Nettolohns bei einem 
Aussendienstmitarbeiter ist zulässig, wenn die tatsächlich angefallenen 
Berufskosten schwierig zu belegen sind und eine im Ergebnis 
gesetzeskonforme Veranlagung resultiert.Die Veranlagungsbehörde ist 
dabei nicht an die Praxis der Vorjahre gebunden, wenn sie dem 
Steuerpflichtigen die Praxisänderung im Vorneherein anzeigt 
(Verwaltungsgericht, B 2012/197).

Urteil vom 12. Juni 2013

Anwesend:  Vizepräsident lic. iur. A. Linder; Verwaltungsrichter Dr. B. Heer, lic. iur. A. 

Rufener, Dr. S. Bietenharder-Künzle; Ersatzrichter Dr. W. Engeler; Gerichtsschreiber S. 

Wehrle, M.A. HSG

In Sachen

A.Z. und B.Z.,

Beschwerdeführer,

gegen

Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen, Unterstrasse 28, 9001 St. 

Gallen,

Vorinstanz,

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und

Kantonales Steueramt, Davidstrasse 41, 9001 St. Gallen,

Beschwerdegegner,

betreffend

Kantons- und Gemeindesteuern (Einkommen und Vermögen 2010)

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:

A./ Das Ehepaar A.Z. und B.Z. wohnt in Q. Der Ehemann arbeitet bei der T. AG als 

Berater im Aussendienst. Im Jahr 2010 erzielte er gemäss Lohnausweis ein 

Nettoeinkommen von Fr. 95'877.--.

Zusätzlich zum Lohn wurde dem Ehemann durch seine Arbeitgeberin - wie bereits in 

den vorausgegangenen Jahren - unter dem Titel "Verschiedene Spesen, Auto, Essen, 

Kleidungen" eine pauschale Entschädigung im Betrag von Fr. 18'000.-- ausgerichtet. In 

den Steuererklärungen rechnete A.Z. diese Entschädigung jeweils seinem Einkommen 

hinzu. In den Jahren 2008 und 2009 brachte er von seinem Nettoeinkommen 

berufsbedingte Kosten von Fr. 30'000.-- bzw. Fr. 28'770.-- in Abzug. Diese Abzüge 

wurden von der Veranlagungsbehörde anerkannt.

Am 9. März 2009 fand eine Besprechung zwischen A.Z. und dem zuständigen 

Steuerkommissär über den künftigen Abzug seiner Berufskosten statt. In einer 

Aktennotiz hielt der Steuerkommissär fest, dass A.Z. ab sofort bis mindestens Ende 

2009 sämtliche effektiven Spesenbelege sammeln und die Aufwendungen nachweisen 

werde und auf Basis dieser effektiven Kosten ein Pauschalabzug (in Prozent des 

Nettolohnes) für die nächsten fünf Jahre festgelegt werde. Bei fehlendem Nachweis 

könnten künftig bis zu einer Bruttolohnsumme (inkl. Spesen) von Fr. 100'000.-- 18% 

und für die Fr. 100'000.-- übersteigende Bruttolohnsumme 6%, maximal jedoch ein 

Betrag von Fr. 25'000.-- in Abzug gebracht werden. A.Z. wies die effektiven 

Berufskosten im Jahr 2009 nicht nach. Entsprechend wurde kein neuer Pauschalabzug 

festgelegt.

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In der Steuererklärung 2010 rechnete A.Z. die Pauschalspesen von Fr. 18'000.-- 

wiederum zum Nettolohn von Fr. 95'877.-- hinzu und deklarierte so Einkünfte aus 

unselbständiger Erwerbstätigkeit von Fr. 113'877.--. Davon brachte er berufsbedingte 

Aufwendungen von Fr. 26'192.-- in Abzug, ohne diese jedoch im Einzelnen zu belegen.

In der Veranlagungsberechnung vom 7. November 2011 reduzierte die 

Veranlagungsbehörde diesen Abzug mit Verweis auf das Besprechungsergebnis vom 

9. März 2009 bei einem Bruttoeinkommen (inkl. Spesenentschädigung) von 

Fr. 130'103.-- auf Fr. 19'806.-- (18% von Fr. 100'000.-- zuzüglich 6% von 

Fr. 30'103.--). Das Ehepaar A.Z. und B.Z. wurde für die Steuerperiode 2010 mit einem 

steuerbaren Einkommen von Fr. 61'500.-- und ohne steuerbares Vermögen veranlagt.

Dagegen erhoben die beiden Pflichtigen am 6. Dezember 2011 Einsprache und 

machten geltend, sie könnten der Berechnung der Berufskosten für den Ehemann nicht 

zustimmen. Mit Schreiben vom 13. Dezember 2011 und 16. Januar 2012 forderte die 

Veranlagungsbehörde das Ehepaar A.Z. und B.Z. auf, eine detaillierte Aufstellung der 

im Jahr 2010 entstandenen Berufsunkosten (unter Beilage der entsprechenden 

Rechnungen und Belege) beizubringen. Am 1. Februar 2012 fand zusätzlich eine 

Besprechung zwischen dem Steuerkommissär und A.Z. statt. Es wurden in der Folge 

keine Belege zu den geltend gemachten Berufskosten eingereicht.

Mit Entscheid vom 13. Februar 2012 wies das kantonale Steueramt die Einsprache ab. 

Zur Begründung verwies es auf das Ergebnis der Besprechung vom 9. März 2009 und 

hielt fest, die Einsprecher hätten dessen ungeachtet einen pauschalen 

Berufskostenabzug von Fr. 26'192.-- getätigt, was 23% des Nettoeinkommens 

entspreche. Die effektiv angefallenen Berufskosten seien nicht belegt worden. Der 

Abzug könne so nicht anerkannt werden und sei - wie am 9. März 2009 in Aussicht 

gestellt - auf Fr. 19'806.-- reduziert worden. Der in den letzten Jahren 

entgegenkommenderweise gewährte pauschale Abzug von ca. 23% des 

Nettoeinkommens (inkl. Pauschalspesen) sei ohne präjudizielle Wirkung auf die 

Steuerperiode 2010.

B./ Mit Eingabe vom 13. März 2012 erhoben A.Z. und B.Z. gegen den 

Einspracheentscheid vom 13. Februar 2012 Rekurs bei der 

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Verwaltungsrekurskommission. Sie beantragten, es sei für den Ehemann ein 

Berufskostenabzug im Betrag von Fr. 26'192.-- bzw. von 23% des Nettolohnes zu 

gewähren. Zur Begründung brachten sie im Wesentlichen vor, der Einspracheentscheid 

fusse auf der am 9. März 2009 getroffenen mündlichen Vereinbarung. Von Seiten der 

Steuerpflichtigen sei ein Gegenvorschlag unterbreitet worden, um den beiderseitigen 

administrativen Aufwand zu umgehen. Da im tags darauf ergangenen 

Einspracheentscheid vom 10. März 2009 betreffend die Veranlagung 2007 die künftige 

Handhabung der Berufskosten mit keinem Wort erwähnt worden sei, hätten sie in der 

Folge keine Anstrengungen unternommen, um die effektiven Kosten nachzuweisen.

Die Verwaltungsrekurskommission wies den Rekurs mit Entscheid vom 13. August 

2012 ab. Zur Begründung verwies sie zum einen auf die Aktennotiz über die mündliche 

Besprechung vom 9. März 2009 und die dabei getroffene Regelung. Zum andern hielt 

sie fest, die Steuerpflichtigen könnten aus dem Umstand, dass in den Jahren 2008 und 

2009 die höhere Pauschale von 23% nochmals anerkannt worden sei, keinen Anspruch 

auf gleiche Behandlung für die Steuerperiode 2010 geltend machen.

C./ Mit Eingabe vom 12. September 2012 erhoben A.Z. und B.Z. (nachfolgend 

Beschwerdeführer) Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Sie beantragen sinngemäss, 

es sei ihnen für die Steuerperioden 2010 bis 2012 ein pauschaler Berufskostenabzug 

von 23% des Nettoeinkommens zu gewähren, und es seien für zukünftige 

Steuerperioden klare Anweisungen zu treffen, wie die Berufskosten abzurechnen seien, 

damit eine entsprechende Buchhaltung geführt werden könne.

Die Verwaltungsrekurskommission (nachfolgend Vorinstanz) beantragte in ihrer 

Vernehmlassung vom 5. Oktober 2012 unter Hinweis auf den angefochtenen 

Rekursentscheid die Abweisung der Beschwerde. Das kantonale Steueramt 

(nachfolgend Beschwerdegegner) teilte am 9. Oktober 2012 den Verzicht auf eine 

Vernehmlassung mit.

Darüber wird in Erwägung gezogen:

1. (…).

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2. Die Beschwerdeführer beantragen unter anderem die Gewährung eines pauschalen 

Berufskostenabzugs für die Steuerveranlagungen der Jahre 2011 und 2012 sowie 

Anweisungen, wie diese Kosten in zukünftigen Steuerperioden zu belegen seien.

(Anfechtungs-)Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist der Entscheid der 

Verwaltungsrekurskommission vom 13. August 2012 betreffend Kantons- und 

Gemeindesteuern (Einkommen und Vermögen) 2010. Der Anfechtungsgegenstand 

bezeichnet jenen Ausschnitt aus der Verwaltungstätigkeit, welcher der Anfechtung in 

einem dafür vorgesehenen Verfahren der sog. nachträglichen Verwaltungsrechtspflege 

unterliegt. Ist keine anfechtbare Verfügung resp. kein anfechtbarer Entscheid 

vorhanden, so fehlt es an einer Prozessvoraussetzung im Anfechtungsverfahren, und 

auf das ergriffene Rechtsmittel kann nicht eingetreten werden (vgl. z.B. Cavelti/Vögeli, 

Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, dargestellt an den Verfahren vor dem 

Verwaltungsgericht, 2. Aufl., St. Gallen 2003, Rz. 534, mit weiteren Hinweisen). Die 

Steuerperioden 2011 und 2012 waren nicht Gegenstand des vorinstanzlichen 

Verfahrens. Auf die entsprechenden Rechtsbegehren kann deshalb nicht eingetreten 

werden. Gleiches gilt auch für die laufende und die kommenden Steuerperioden, an 

deren Veranlagungsverfahren sich die Beschwerdeführer im Rahmen ihrer 

Mitwirkungsrechte und -pflichten erst noch zu beteiligen haben werden.

3. Zu entscheiden ist demnach lediglich, ob für die Steuerperiode 2010 zu Recht nur 

Berufskosten in der Höhe von Fr. 19'806.-- anstatt von Fr. 26'192.-- anerkannt worden 

sind.

3.1. Nach Art. 39 Abs. 1 StG können als Berufskosten die notwendigen Kosten für die 

Fahrten zwischen Wohn- und Arbeitsstätte (lit. a), die notwendigen Mehrkosten für 

Verpflegung ausserhalb der Wohnstätte und bei Schichtarbeit (lit. b), die übrigen für die 

Ausübung des Berufes erforderlichen Kosten (lit. c) sowie die mit dem Beruf 

zusammenhängenden Weiterbildungs- und Umschulungskosten (lit. d) von den 

steuerbaren Einkünften abgezogen werden. Nach Abs. 2 dieser Bestimmung legt die 

Regierung Pauschalansätze fest. Dem Steuerpflichtigen steht jedoch für Auslagen nach 

lit. a und c der Nachweis höherer tatsächlicher Kosten offen.

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3.1.1. Die steuerpflichtige Person kann von ihrem Einkommen nur jene Berufskosten 

abziehen, die sie selbst tragen musste. Hat sie ihre Aufwendungen vom Arbeitgeber 

ersetzt erhalten, kann sie die entsprechenden Kosten konsequenterweise nur zum 

Abzug bringen, wenn die Vergütungen des Arbeitgebers zum Einkommen aus 

unselbständiger Erwerbstätigkeit hinzugerechnet worden sind. Es ist dabei nicht 

ausschlaggebend, wie die Vergütung vom Arbeitgeber oder vom Steuerpflichtigen 

bezeichnet wird. Die im Lohnausweis als Spesenentschädigung deklarierten 

Vergütungen erhalten somit nicht automatisch den Charakter von abzugsfähigen 

Aufwendungen. Ob es sich bei den ausgerichteten Spesenvergütungen um 

Berufskosten im steuerrechtlichen Sinn handelt, entscheidet sich allein nach Massgabe 

von Art. 39 StG. Eine Ausnahme besteht, wenn die Entschädigung auf einem von den 

Veranlagungsbehörden genehmigten Spesenreglement beruht (zum Ganzen vgl. SGE 

1995 Nr. 22 sowie Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. Aufl., 

Zürich 2009, N 53 zu Art. 17 und N 10 zu Art. 26 DBG). Diese Grundsätze werden von 

den Beschwerdeführern nicht in Frage gestellt. Die Pauschalspesen wurden in vollem 

Umfang zum steuerbaren Einkommen hinzugerechnet, da sie nicht auf einem 

genehmigten Spesenreglement beruhen.

3.1.2. Dient eine vom Arbeitgeber ausgerichtete Spesenpauschale der Abgeltung von 

übrigen Berufskosten im Sinne von Art. 39 Abs. 1 lit. c StG, können nach dem 

geltenden System - entweder unbelegter Pauschalabzug oder Abzug der 

nachgewiesenen tatsächlichen Aufwendungen - die tatsächlich angefallenen 

Aufwendungen nur in Abzug gebracht werden, wenn sie vollständig nachgewiesen 

werden (vgl. Art. 21 Abs. 3 der Steuerverordnung, sGS 811.11, abgekürzt StV; 

weiterführend vgl. StB 30 Nr. 1 mit Hinweis auf SGE 1995 Nr. 22).

3.1.3. Nach den Regeln der Beweislastverteilung im Steuerrecht, wonach die 

Veranlagungsbehörde die steuerbegründenden oder -erhöhenden Tatsachen 

nachzuweisen hat, die steuerpflichtige Person dagegen jene Tatsachen, welche die 

Steuerschuld mindern oder aufheben, obliegt dem Steuerpflichtigen der Nachweis der 

notwendigen tatsächlichen Auslagen (vgl. z.B. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., 

N 77 zu Art. 123 DBG). Er kann somit - abgesehen von der Pauschale für übrige 

Berufskosten gemäss Art. 21 Abs. 1 StV - steuerlich nur zum Abzug bringen, was er im 

Einzelnen belegt.

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3.2. Am 9. März 2009 fand im Beisein des Steuerkommissärs und des Ehemannes eine 

Besprechung zum Thema "Berufskostenabzug (Versicherungsaussendienst)" statt. 

Nach der Aktennotiz des Steuerkommissärs vom 10. März 2009 wurde bei dieser 

Gelegenheit festgehalten, dass A.Z. ab sofort bis mindestens Ende 2009 sämtliche 

Spesen sammeln und nachweisen werde. Aufgrund dieser effektiven Kosten sollte ein 

allfälliger prozentualer Pauschalabzug für die nächsten fünf Jahre festgelegt werden. 

Bei - trotz anderslautender Erklärung - fehlendem Nachweis sollte ein Pauschalabzug 

von 18% bis zu einer Bruttolohnsumme (inkl. Spesen) von Fr. 100'000.-- sowie von 6% 

für die Fr. 100'000.-- übersteigende Bruttolohnsumme, maximal jedoch Fr. 25'000.--, 

gewährt werden.

Diese Regelung entspricht inhaltlich offensichtlich nicht den gesetzlichen 

Bestimmungen von Art. 39 StG und Art. 21 StV. Nach dem in Erw. 3.1. Gesagten 

würden sich die Möglichkeiten der Beschwerdeführer auf den (jährlichen) Nachweis der 

tatsächlichen Berufskosten oder die Geltendmachung der Pauschale gemäss Art. 21 

Abs. 1 StV beschränken.

3.2.1. Ungeachtet des im Steuerrecht ansonsten strikt einzuhaltenden Prinzips der 

Gesetzmässigkeit ist eine Verständigung zwischen der Veranlagungsbehörde und der 

steuerpflichtigen Person betreffend die Umschreibung und Würdigung der für die 

Veranlagung massgebenden tatsächlichen Elemente zulässig, soweit sie sich im 

Rahmen des Gesetzes bewegt und diesem nicht widerspricht (vgl. BGer 2C_296/2009 

vom 11. Februar 2010 E. 3.1 in: StE 2010 A 21.14 Nr. 18; 2A.227/2006 vom 

10. Oktober 2006 E. 3.1, mit weiteren Hinweisen, in: ASA 76, S. 748 ff.; 2A.52/2003 

vom 23. Januar 2004 E. 4.2; Zweifel/Casanova, Schweizerisches Steuerverfahrensrecht 

- Direkte Steuern, Zürich 2008, § 1 N 7; Schreiber/Jaun/Kobierski, Steuerruling - eine 

systematische Auslegeordnung unter Berücksichtigung der Praxis, in: ASA 80, 

S. 293 ff.). Eine Verständigung drängt sich unter Umständen aus 

verfahrensökonomischer Perspektive sogar auf, etwa bei schwierig oder unmöglich zu 

beweisenden Tatsachen oder bei Ermessens- und Schätzungsfragen. Das Ziel ist eine 

unter Berücksichtigung der konkreten Umstände gesetzeskonforme Veranlagung. Die 

Verbindlichkeit einer Verständigung ergibt sich regelmässig aus dem Grundsatz von 

Treu und Glauben, namentlich aus dem Verbot widersprüchlichen und treuwidrigen 

Verhaltens (StE 2005 B 93.1 Nr. 7, mit weiteren Hinweisen).

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3.2.2. Unter diesen Gesichtspunkten erscheint das am 9. März 2009 festgelegte 

Vorgehen über die steuerliche Behandlung zukünftiger Berufskosten zulässig und 

sachgerecht. Der Nachweis der effektiven beruflichen Auslagen geht mit einem 

erheblichen administrativen Aufwand einher, welcher mit einer solchen Verständigung 

zumindest zeit- und teilweise umgangen werden kann: Der Ehemann stand vor der 

Wahl, die Berufsauslagen entweder während einer beschränkten Periode zu 

dokumentieren und so die Grundlage für einen pauschalisierten, in Prozenten des 

Nettoeinkommens festzulegenden Berufskostenabzug zu schaffen. Bei fehlendem 

Nachweis sollte alternativ die erwähnte 18% / 6% -Regel zur Anwendung gelangen. 

Darüber hinaus stand es ihm immer offen, in jeder Steuerperiode die tatsächlich 

angefallenen Kosten zu belegen und in Abzug zu bringen, wie dies im Gesetz (Art. 39 

Abs. 2 StG und Art. 21 Abs. 3 StV) vorgesehen ist.

3.2.3. Es ist unbestritten, dass der Ehemann weder zwischen März und Dezember 2009 

noch im Jahr 2010 den Nachweis der tatsächlich angefallenen Berufskosten erbracht 

hat. Damit hat die Veranlagungsbehörde zu Recht die in Aussicht gestellte pauschale 

Regelung angewandt und vom Nettoeinkommen (inkl. Spesenpauschale) 18% resp. 

6% als Berufskosten in Abzug gebracht. Der von den Beschwerdeführern geltend 

gemachte Abzug wurde so von Fr. 26'192.-- auf Fr. 19'806.-- reduziert. Zu diesem 

zutreffenden Ergebnis ist auch die Vorinstanz gelangt.

3.3. Die Beschwerdeführer wenden dagegen ein, sie hätten den Beschwerdegegner mit 

Schreiben vom 10. Januar 2008 darum gebeten, in den kommenden Steuerperioden 

einen pauschalen Abzug von 22% des Nettoeinkommens tätigen zu dürfen, damit sie 

auf das Führen einer Arbeitsbuchhaltung verzichten könnten. In der Veranlagung 2007 

vom 6. Januar 2009 sei auf diesen Vorschlag Bezug genommen worden, indem ein 

Abzug von 23% akzeptiert und vermerkt worden sei, "Gewinnungskostenabzug bis auf 

Weiteres 23%, max. Fr. 30'000.--". An der Besprechung vom 9. März 2009 habe der 

Beschwerdegegner die Überprüfung des Pauschalabzuges für das Jahr 2009 (mit 

Kostennachweis von März bis Dezember 2009) erwähnt. Eine mündliche Vereinbarung 

sei ihrerseits jedoch nicht getroffen worden. In der Folge seien sie am 5. Januar 2010 

für die Steuerperiode 2008 und am 7. Dezember 2010 für die Steuerperiode 2009 

veranlagt worden. Dabei sei jeweils ein Abzug von 23% resp. maximal Fr. 30'000.-- 

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akzeptiert worden, ohne dass auf die angebliche mündliche Vereinbarung und auf die 

Pflicht, eine "Arbeitsbuchhaltung" zu führen, Bezug genommen worden sei.

3.3.1. Zunächst ist festzuhalten, dass es der Veranlagungsbehörde unbenommen ist, 

Sachverhalte in späteren Veranlagungsperioden anders zu beurteilen als in früheren. Im 

Hinblick auf den vorliegenden Fall wird der Steuerpflichtige von der ihn treffenden 

Beweislast, dass die Vergütungen nur die effektiven Erwerbsunkosten deckten, nicht 

schon durch den Umstand befreit, dass pauschale Spesenvergütungen in früheren, 

abgeschlossenen Veranlagungsverfahren jeweils anerkannt worden sind. Für jede 

Steuerperiode ergeht eine neue Veranlagung, wozu alle für Bestand und Umfang der 

Steuerforderung bestimmenden Tatsachen zu ermitteln sind. Immerhin hat sich die 

Veranlagungsbehörde bei einer Praxisänderung eine gewisse Zurückhaltung 

aufzuerlegen: Wurden über Jahre hinweg Pauschalspesen ohne Nachweis der 

tatsächlichen Aufwendungen zum Abzug zugelassen, kann nicht nach der 

Bemessungsperiode im Rahmen des Veranlagungsverfahrens plötzlich ein 

belegmässiger Nachweis verlangt werden. Die Veranlagungsbehörde muss sich in 

einem solchen Fall für das erste Jahr eines verlangten Nachweises damit begnügen, 

dass die betroffene Person ihre Auslagen glaubhaft macht (StE 1985 B 93.3 Nr. 2; vgl. 

Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N 80 zu VB Art. 109-121 DBG).

3.3.2. Im vorliegenden Fall hat der Beschwerdegegner den Beschwerdeführern die 

Praxisänderung im März 2009 angezeigt und sie vor eine echte Wahl gestellt. Aus dem 

Wortlaut der Aktennotiz geht hervor, dass die neue Regelung erst in Zukunft, mithin ab 

der Steuerperiode 2010 gelten sollte: Aufgrund der während der laufenden 

Bemessungsperiode 2009 ermittelten effektiven Kosten sollte ein prozentualer 

Pauschalabzug für die nächsten fünf Jahre festgelegt werden. Entgegen der Ansicht 

der Beschwerdeführer war das Vorgehen des Beschwerdegegners konsistent. Er hat 

die Neubeurteilung ab der Steuerperiode 2010 während der laufenden Steuerperiode 

2009 in Aussicht gestellt und diese noch nach der bisherigen Praxis (Abzug von 23% 

des Nettoeinkommens, maximal Fr. 30'000.--) veranlagt. Es ist nicht einzusehen, 

weshalb er dabei jeweils auf die in Zukunft geltende Regelung hätte Bezug nehmen 

und die Beschwerdeführer zum Nachweis ihrer tatsächlichen Aufwendungen hätte 

anhalten müssen.

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3.3.3. Die Beschwerdeführer monieren weiter, es sei weder eine mündliche 

Vereinbarung getroffen worden, noch habe der Beschwerdegegner einen klaren, 

kommenden Termin gesetzt, ab dem die neuen Vorgaben gelten sollten.

Es wurde bereits aufgezeigt, dass die neue Regelung ab der Steuerperiode 2010 gelten 

sollte und dies für die Beschwerdeführer auch ohne weiteres erkennbar war. Die Rüge, 

wonach man keine mündliche Abmachung getroffen habe, steht in klarem Widerspruch 

zur anderslautenden Aktennotiz des zuständigen Steuerkommissärs vom 10. März 

2009, aus der das weitere Vorgehen eindeutig hervorgeht. Vor der Vorinstanz hatten 

die Beschwerdeführer zudem noch behauptet, sie hätten dem Steuerkommissär nach 

der Besprechung einen anderslautenden Vorschlag gemacht und dieser habe ihn nicht 

abgelehnt. Weder das eine noch das andere weisen die Beschwerdeführer schlüssig 

nach. Es ist weiter nicht ersichtlich, was sich die Beschwerdeführer von der 

Behauptung, es bestehe keine Abmachung, versprechen. Gäbe es diese nicht, könnten 

sie - da die konkreten Aufwendungen nicht nachgewiesen worden sind - lediglich den 

pauschalen Abzug gemäss Art. 21 StV geltend machen. Die diesbezüglichen Rügen 

gehen somit ins Leere.

3.4. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde - soweit darauf eingetreten 

wird - abzuweisen ist. Den Beschwerdeführern wurde die neue Regelung vorgängig 

angezeigt. Es wurde ihnen zudem im Einspracheverfahren noch mehrmals Gelegenheit 

gegeben, geeignete Belege einzureichen. Nachdem die effektiven Aufwendungen 

weder für die Zeit zwischen März und Dezember 2009 noch für die 

Bemessungsperiode 2010 nachgewiesen worden sind, hat der Beschwerdegegner die 

geltend gemachten Berufskosten zu Recht auf die von ihm in Aussicht gestellte Höhe 

reduziert.

4. (…).

Demnach hat das Verwaltungsgericht

zu Recht erkannt:

1./  Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

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2./  Die Beschwerdeführer bezahlen die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens 

von Fr. 1'500.-- unter Verrechnung des in gleicher Höhe geleisteten 

Kostenvorschusses.

3./  Ausseramtliche Kosten werden nicht entschädigt.

V.          R.           W.

Der Vizepräsident:                        Der Gerichtsschreiber:

lic. iur. Armin Linder                      Stefan Wehrle, M.A. HSG

Versand dieses Entscheides an:

-   die Beschwerdeführer

-   die Vorinstanz

-   den Beschwerdegegner

am:

Rechtsmittelbelehrung:

Sofern eine Rechtsverletzung nach Art. 95 ff. des Bundesgerichtsgesetzes 

(SR 173.110, abgekürzt BGG) geltend gemacht wird, kann gegen diesen Entscheid 

gestützt auf Art. 82 lit. a BGG i.V.m. Art. 73 StHG innert 30 Tagen nach Eröffnung beim 

Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde erhoben werden.

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