# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0cf6bc1e-8824-5fe7-8f5d-df48d852973b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-11-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.11.2023 A-4116/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-4116-2021_2023-11-17.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung I 

A-4116/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 7 .  N o v e m b e r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Richterin Iris Widmer (Vorsitz), 

Richterin Annie Rochat Pauchard,  

Richter Keita Mutombo,    

Gerichtsschreiberin Anna Begemann. 
 

 
 

Parteien 
 A._______ AG,  

(…),   

vertreten durch  

lic. iur. Olivier Weber, Rechtsanwalt, 

(…),  

Beschwerdeführerin,  

  
 

 
gegen 

 
 

Zoll Nord, 

Elisabethenstrasse 31, Postfach 149, 4010 Basel, 

handelnd durch das 

Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG), 

Direktionsbereich Grundlagen, Sektion Recht, 

Taubenstrasse 16, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Zolltarif (Scheibenwischwasser). 

 

 

A-4116/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Am 17. August 2020 meldete die Spedition B._______ AG, (Ort), bei 

der Zollstelle Aarau (nachfolgend: Zollstelle) eine für die A._______ AG mit 

Sitz in (Ort) (nachfolgend: Zollpflichtige) bestimmte Sendung wie folgt zur 

Überführung in den zollrechtlich freien Verkehr an: 

Einfuhrzollanmeldung (EZA) Nr. (…), Position 1 
(Produktbezeichnung) 
Zolltarifnummer 3820.0000 
Eigenmasse: 366.4 kg, Rohmasse: 403.0 kg; MWST-Wert: Fr. 512.00 
Normal-Zollansatz Fr. 1.50, Versendungsland: FR. 

A.b Das Selektionsergebnis des elektronischen Datenverarbeitungssys-

tems «e-dec» lautete auf «gesperrt». Am 18. August 2020 wurde im Auf-

trag der Zollstelle eine materielle Kontrolle (Beschau) der Sendung vorge-

nommen. Der Befund lautete wie folgt: 

«Sendung in Lagerhalle C._______ AG, zugelassener Ort B._______ 
(Ort) beschaut. 
2 blaue Kunststofffässer à 200 Lt auf je einer Europalette. 
(Produktname) 
Blaue Flüssigkeit, (…). 
Leicht entzündbar. 

4 Muster à je 230ml entnommen.» 

A.c Die Zollstelle unterbreitete die entnommenen Muster dem Eidgenössi-

schen Institut für Metrologie (METAS) für eine chemisch-technische La-

boruntersuchung. Der Prüfbericht des METAS bestätigte unter anderem, 

dass die untersuchte Flüssigkeit zu 56.3% aus Ethanol besteht. 

A.d Der Direktionsbereich Grundlagen der Eidgenössischen Zollverwal-

tung (seit dem 1. Januar 2022: Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit 

[BAZG]; nachfolgend: EZV oder im Zusammenhang mit den rechtlichen 

Bestimmungen BAZG) reihte das fragliche Produkt mit Tarifgutachten vom 

19. Oktober 2020 wie folgt ein: 

«A._______ 
(Produktename) Reinigungsmittel mit Gefrierschutz für die Scheiben-
waschanlage; blaue, klare Flüssigkeit, mehr als 3 Gew.% 
VOC enthaltend, in Kunststofffässern à 200 Liter 
 
- Zubereitung in Aufmachung für den Einzelverkauf: 

Tarifnummer 3402.2000 

A-4116/2021 

Seite 3 

- andere: 

Tarifnummer 3402.9000.» 

A.e Mit Schreiben vom 16. Dezember 2020 teilte das Zollinspektorat Aarau 

der B._______ AG mit, dass eine Überprüfung des fraglichen Produkts 

eine Einreihung in die Tarifnummer 3402.2000 ergeben habe. Mit Veranla-

gungsverfügung Nr. (…), Position 1, vom 16. Dezember 2020 wurde ein 

Zollbetrag von Fr. 52.40 erhoben. 

B.  

B.a Mit Schreiben vom 11. Februar 2021 ersuchte die Zollpflichtige die 

Zollstelle, die Tarifeinreihung nochmals zu überprüfen. Sie habe betreffend 

die Tarifeinreihung des streitbetroffenen Produkts bereits im September 

2019 mit einem Mitarbeiter des Zollamts St. Margrethen Korrespondenz 

geführt. Die von ihr vorgeschlagene Tarifeinreihung (Tarifnummer 

3820.0000) sei dabei gutgeheissen worden. Zudem sei nach den im Tares 

veröffentlichten Entscheiden zum Zolltarif ein identisches Produkt unter der 

Zolltarifnummer 3820.0000 vermerkt. Es sei ihr mitzuteilen, welche Gründe 

zur Änderung des Zolltarifs bzw. zur Einreihung in die Tarifnummer 

3402.2000 geführt hätten. Die VOC-Bestandteile des Produkts dienten 

dem Schutz der Waschanlage vor dem Einfrieren respektive dem Wieder-

vereisen der Scheibe. Die Reinigungswirkung sei von untergeordneter Be-

deutung. Es sei ihr mitzuteilen, welche Bestandteile gemäss der Analyse 

der entnommenen Proben ausschlaggebend für die Tarifeinreihung seien. 

Dem Schreiben war u.a. eine Rezeptur des Produkts «gemäss Datenbank» 

beigelegt, welcher zu entnehmen war, das Produkt enthalte 30-40% Was-

ser, 50-60% Alkohol, 5-15% grenzflächenaktive Stoffe («surfactants»), 5-

15% Glykol, weniger als 1% Parfum und weniger als 0.01% Farbstoffe. 

B.b Mit Schreiben vom 23. April 2021 nahm der Zoll Nord zur Tarifeinrei-

hung Stellung. Bei dem Produkt «(Produktename)» handle es sich, wie es 

der Name, die Bezeichnung, die Anpreisung und Anwendung verdeutlich-

ten, um ein zubereitetes Autoscheibenreinigungsmittel für den Winter. Der 

Zusatz von organischen grenzflächenaktiven Stoffen bzw. Tensiden von 5-

15% (in den Unterlagen als «surfactants» bezeichnet) gehe zudem über 

das Mass einer geringen Beigabe hinaus. Das Reinigen von Windschutz-

scheiben von Autos stehe klar im Vordergrund, während der Frostschutz 

(Alkohol) nur zugesetzt werde, damit das Wischwasser im Winter nicht ein-

friert. Der wesentliche Charakter dieses Produktes (in diesem Fall - das 

Reinigen) könne anhand der Bedeutung eines Bestandteils in Bezug auf 

seine Verwendung bestimmt werden. Die Einreihung habe daher in 

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Seite 4 

Anwendung der Allgemeinen Vorschriften für die Auslegung des Harmoni-

sierten Systems (nachfolgend: AV) Ziff. 3b) bzw. Ziff. 1 nach der Tarifnum-

mer 3402.2000/9000 zu erfolgen. Das Produkt sei auch als «Zubereitun-

gen in Aufmachungen für den Einzelverkauf» im Sinne der Unternummer 

3402.2000 anzusehen, da es ohne Änderung der Aufmachung zur unmit-

telbaren Abgabe an den Verbraucher (hier: die Garagenbetriebe als indust-

rielle Abnehmer) bestimmt sei. 

Weiter forderte der Zoll Nord die Zollpflichtige auf, mitzuteilen, ob die Ein-

gabe vom 11. Februar 2021 als Beschwerde gewertet werden solle. 

B.c Mit Schreiben vom 6. Mai 2021 liess die Zollpflichtige über ihre Rechts-

vertretung mitteilen, dass das Schreiben vom 11. Februar 2021 als Be-

schwerde gegen die Veranlagungsverfügung vom 16. Dezember 2020 zu 

werten sei.  

B.d Innerhalb der vom Zoll Nord eingeräumten Frist liess die Zollpflichtige 

dem Zoll Nord am 20. Mai 2021 eine Beschwerdeverbesserung zukom-

men. Sie beantragte neben der Aufhebung bzw. Berichtigung der Veranla-

gungsverfügung vom 16. Dezember 2020 auch die Berichtigung aller zwi-

schenzeitlich erfolgten analogen Festsetzungen. In der Beilage liess sie 

dem Zoll Nord eine Liste der entsprechenden Veranlagungsverfügungen 

für den Zeitraum vom 17. Dezember 2020 bis 12. Mai 2021 zukommen. 

Im Rahmen der Beschwerdebegründung teilte die Zollpflichtige unter an-

derem mit, sie habe hinsichtlich der genauen Zusammensetzung des Pro-

dukts nochmals mit der Herstellerin, der (Name)-Fabrik in (Ort) (Deutsch-

land), Kontakt aufgenommen. Der Anteil an Tensiden respektive grenzflä-

chenaktiven Stoffen («surfactants») betrage beim streitbetroffenen Produkt 

lediglich 0.7%. Die mit Schreiben vom 11. Februar 2021 kommunizierten 

Werte seien unzutreffend und aufgrund eines Versehens seitens der Her-

stellerin kommuniziert worden. Beigelegt war eine Bestätigung der Herstel-

lerin sowie die Zollrezeptur des streitbetroffenen Produkts. Demnach be-

steht das Produkt zu 30-40% aus Wasser, zu 50-60% aus Alkohol, zu 5-

10% aus Glykol, zu 0.7% aus Tensiden («surfactants»), zu <1% aus Par-

fümen und zu <0.01% aus Farbstoffen. 

B.e Mit Schreiben vom 2. Juli 2021 teilte der Zoll Nord der Zollpflichtigen 

mit, der Anteil an Reinigungsmitteln habe auf die Klassierung des fragli-

chen Produkts keinen Einfluss. Die Klassierung habe nach der Tarifnum-

mer 3402.2000 zu erfolgen. 

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Seite 5 

Des Weiteren wies der Zoll Nord die Zollpflichtige darauf hin, dass mit Be-

zug auf einen Teil der mit Eingabe vom 20. Mai 2021 übermittelten Veran-

lagungsverfügungen die 60-tätige Beschwerdefrist gemäss Art. 116 Abs. 3 

des Zollgesetzes vom 18. März 2005 (ZG, SR 631.0) zum Zeitpunkt des 

Schreibens vom 20. Mai 2021 bereits abgelaufen sei. Auf Beschwerden 

gegen bereits rechtskräftige Verfügungen könne nicht eingetreten werden. 

B.f Mit Schreiben vom 16. Juli 2021 teilte die Zollpflichtige dem Zoll Nord 

mit, dass sie für die ausserhalb der Beschwerdefrist liegenden Veranla-

gungsverfügungen darauf verzichte, die Beschwerden weiterzuverfolgen. 

Gleichzeitig teilte sie dem Zoll Nord mit, dass sie gegen die im Zeitraum 

vom 17. Mai 2021 bis 14. Juli 2021 angefallenen Veranlagungsverfügun-

gen betreffend das streitbetroffene Produkt ebenfalls Beschwerde erhebe. 

B.g Gemäss Schreiben vom 20. Juli 2021 wertete der Zoll Nord mit Bezug 

auf die ausserhalb der Beschwerdefrist liegenden Veranlagungsverfügun-

gen das Schreiben der Zollpflichtigen vom 16. Juli 2021 als Beschwerde-

rückzug. 

B.h Mit einem an die Oberzolldirektion adressierten Schreiben vom 29. Juli 

2021 erhob die Zollpflichtige «Beschwerde» gegen die «Entscheide» des 

Zoll Nord vom 2. bzw. 20. Juli 2021. Mit Schreiben vom 2. August 2021 

teilte der Direktionsbereich Grundlagen der EZV der Zollpflichtigen mit, 

dass weder das Schreiben vom 2. Juli 2021 noch das Schreiben vom 

20. Juli 2021 anfechtbare Beschwerdeentscheide darstellten und der Di-

rektionsbereich Grundlagen somit in dieser Angelegenheit nicht zuständig 

sei.  

B.i Mit Beschwerdeentscheid vom 12. August 2021 wies der Zoll Nord die 

Beschwerde gegen die insgesamt 104 am 16. Dezember 2020 bzw. zwi-

schen dem 8. März 2021 und dem 14. Juli 2021 ergangenen Veranla-

gungsverfügungen ab. 

C.  

Mit Eingabe vom 13. September 2021 erhebt die Zollpflichtige (nachfol-

gend: Beschwerdeführerin) Beschwerde gegen den Beschwerdeentscheid 

des Zoll Nord vom 12. August 2021 beim Bundesverwaltungsgericht. Sie 

beantragt, die Veranlagungsverfügungen (Nr. […] vom 16. Dezember 2020 

und weitere Veranlagungsverfügungen vom 8. März 2021 bis 14. Juli 2021) 

der Zollstelle Aarau seien aufzuheben und für das Produkt 

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Seite 6 

«(Produktename)» sei die Tarifnummer 3820.0000 anwendbar zu erklären; 

unter Kosten- und Entschädigungsfolge. 

D.  

Mit Vernehmlassung vom 21. Oktober 2021 beantragt der Direktionsbe-

reich Grundlagen der EZV (nachfolgend: Vorinstanz), die Beschwerde sei 

unter Kostenfolge abzuweisen. 

E.  

Mit Eingabe vom 10. November 2021 nimmt die Beschwerdeführerin zur 

Vernehmlassung vom 21. Oktober 2021 Stellung. Sie hält im Wesentlichen 

an ihren Anträgen und an deren Begründung fest. 

F.  

F.a Mit Zwischenverfügung vom 17. August 2023 teilte das Bundesverwal-

tungsgericht der Beschwerdeführerin und der Vorinstanz einen Wechsel im 

Spruchkörper (Instruktionsrichterin) mit. 

F.b Mit Zwischenverfügung ebenfalls vom 17. August 2023 forderte das 

Bundesverwaltungsgericht die Vorinstanz auf, bis zum 28. August 2023 

sämtliche bisher nicht eingereichten Akten samt Beilagen vollständig und 

mit einem entsprechend ergänzten Aktenverzeichnis sowie sämtliche Ak-

ten in schreibgeschützter Fassung einzureichen. 

F.c Mit Schreiben vom 21. August 2023 reichte die Vorinstanz weitere Ak-

ten sowie ein ergänztes Aktenverzeichnis ein. 

F.d Mit Zwischenverfügung vom 24. August 2023 hielt das Bundesverwal-

tungsgericht fest, dass sich auch in den ergänzten Akten keinerlei Unterla-

gen zu «Abklärungen bei der Zollstelle St. Margrethen bzgl. Korrespon-

denz aus dem Jahre 2019» zwischen der Beschwerdeführerin und der Zoll-

stelle St. Margrethen, die die Vorinstanz gemäss Beschwerdeentscheid 

getätigt hat, hätten vorfinden lassen. Das Bundesverwaltungsgericht habe 

daher telefonisch mit der Vorinstanz Kontakt aufgenommen und diese Ak-

ten nachgefordert. Die Vorinstanz habe dem Bundesverwaltungsgericht mit 

E-Mail vom 24. August 2023 weitere Akten zukommen lassen. Das Bun-

desverwaltungsgericht verfügte, die übermittelten zusätzlichen Unterlagen 

würden zu den Verfahrensakten genommen. 

F.e Mit Eingabe vom 29. August 2023 beantragt die Beschwerdeführerin, 

die Vorinstanz sei aufzufordern, das von der Vorinstanz erfasste Ge-

sprächsprotokoll betreffend das am 23. August 2023 geführte Telefonat mit 

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Seite 7 

dem Bundesverwaltungsgericht dem Bundesverwaltungsgericht einzu-

reichen; das besagte Gesprächsprotokoll sei zu den Verfahrensakten zu 

nehmen; das Gesprächsprotokoll des Bundesverwaltungsgerichts betref-

fend dasselbe Gespräch sei zu den Akten zu nehmen; ihr (der Beschwer-

deführerin) sei Einsicht in sämtliche Akten und nach Einsicht darin Gele-

genheit zur Stellungnahme zu gewähren. 

F.f Mit Zwischenverfügung vom 1. September 2023 hiess das Bundesver-

waltungsgericht das Akteneinsichtsgesuch der Beschwerdeführerin teil-

weise gut. Der Beschwerdeführerin wurde Einsicht in sämtliche Akten der 

Vorinstanz gemäss dem am 21. August 2023 übermittelten (ergänzten) Ak-

tenverzeichnis der Vorinstanz gewährt. Zudem wurde ihr Einsicht in die Ak-

tennotiz des Bundesverwaltungsgerichts vom 24. August 2023 betreffend 

das Telefongespräch vom 23. August 2023 gewährt. In die E-Mail der Vor-

instanz vom 24. August 2023 inkl. Beilagen wurde der Beschwerdeführerin 

teilweise Akteneinsicht gewährt (zur Wahrung der Geheimhaltungsinteres-

sen einer Drittperson wurden deren Name, der Name ihres Produktes so-

wie die diese Drittperson betreffende Nummer einer Einfuhrzollanmeldung 

geschwärzt). Der Beschwerdeführerin wurde eine Frist bis zum 11. Sep-

tember 2023 eingeräumt, um eine allfällige Stellungnahme zu den Verfah-

rensakten einzureichen. Gleichzeitig wurde sie aufgefordert, bis am 

11. September 2023 dazu Stellung zu nehmen, ob sie an ihren Anträgen 

um Edition der Gesprächsnotiz der Vorinstanz zum Telefongespräch vom 

23. August 2023 bzw. um Einsicht in dieselbe festhalte. 

F.g Mit Eingabe vom 26. September 2023 nimmt die Beschwerdeführerin 

innert erstreckter Frist Stellung. Sie beantragt, die Beilagen 2 und 6 [der  

E-Mail der Vorinstanz vom 24. August 2023] (beide teilweise geschwärzt) 

seien aus den Akten zu verweisen, da diese sie (die Beschwerdeführerin) 

betreffend irrelevant seien. Eventualiter seien ihr diese Aktenstücke in un-

geschwärzter Fassung zuzustellen. Weiter nimmt die Beschwerdeführerin 

zu dem zusammen mit den übrigen Verfahrensakten übermittelten Prüfbe-

richt des METAS vom 19. Oktober 2020 Stellung, welcher ihr «bisher trotz 

mehrfachen Aufforderungen nicht zur Verfügung» gestanden habe. Sie hält 

an ihrer Auffassung, wonach das Produkt «(Produktname)» in die Tarifnum-

mer 3820.0000 einzureihen sei, fest und bittet um antragsgemässes Vor-

gehen. 

F.h Mit Eingabe vom 10. Oktober 2023 reichte die Vorinstanz unaufgefor-

dert eine Stellungnahme zur Eingabe der Beschwerdeführerin vom 

26. September 2023 ein. Darin nimmt sie unter anderem zu der von der 

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Seite 8 

Beschwerdeführerin aufgeworfenen Frage, weshalb überhaupt eine Ana-

lyse des METAS in Auftrag gegeben worden sei, Stellung. Das Warenmus-

ter sei dem METAS nicht zur Bestimmung des Anteils an grenzflächenakti-

ven Stoffen vorgelegt worden, sondern zum Überprüfen des Gehaltes an 

flüchtigen organischen Verbindungen (VOC). Im Übrigen hält sie im We-

sentlichen an ihren Anträgen und deren Begründung fest. 

Auf die detaillierten Vorbringen der Verfahrensparteien wird – soweit dies 

für den Entscheid wesentlich ist – im Rahmen der nachfolgenden Erwä-

gungen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt Beschwerden gegen Verfü-

gungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über 

das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), sofern keine Ausnahme 

nach Art. 32 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesver-

waltungsgericht (VGG, SR 173.32) gegeben ist (Art. 31 VGG). Eine solche 

Ausnahme liegt nicht vor. Der angefochtene Beschwerdeentscheid des Zoll 

Nord ist eine Verfügung im Sinne von Art. 5 VwVG. Als dem Eidgenössi-

schen Finanzdepartement EFD zugeordnete Dienststelle ist der Zoll Nord, 

der eine Zollkreisdirektion im Sinne von Art. 91 Abs. 1 ZG ist (vgl. Art. 221e 

der Zollverordnung vom 1. November 2007 [ZV, SR 631.01] i.V.m. Art. 29 

Abs. 1 Bst. a der Zollverordnung des EFD vom 4. April 2007 [ZV-EFD, 

SR 631.011]) zudem eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts (vgl. 

Art. 33 Bst. d VGG). Das Bundesverwaltungsgericht ist demnach für die 

Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig (vgl. Art. 116 ZG). Der 

Direktionsbereich Grundlagen, der Teil der Oberzolldirektion ist, vertritt das 

BAZG im Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht (vgl. Art. 116 

Abs. 2 ZG). 

1.2 Die Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenom-

men, ist durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt und hat 

ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung. Damit ist sie zur Be-

schwerdeerhebung legitimiert (vgl. Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die im Übri-

gen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde (vgl. Art. 50 Abs. 1 

VwVG, Art. 52 VwVG) ist einzutreten. 

A-4116/2021 

Seite 9 

1.3 Das Verfahren richtet sich – soweit das VGG nichts anderes be-

stimmt – nach den Vorschriften des VwVG (Art. 37 VGG). Der Ausschluss 

gemäss Art. 3 Bst. e VwVG betrifft nur das Zollverfahren bis und mit Erlass 

der Veranlagungsverfügung und ist somit vorliegend nicht einschlägig (vgl. 

BGE 142 II 433 E. 3.2.6). 

1.4 Anfechtungsobjekt im Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht 

bildet einzig der vorinstanzliche Entscheid; dieser ersetzt allfällige Ent-

scheide unterer Instanzen (sog. Devolutiveffekt; vgl. BGE 134 II 142 E. 1.4; 

Urteile des BVGer A-5145/2021 vom 29. August 2022 E. 1.3;  

A-6214/2018 vom 20. April 2020 E. 1.3; ANDRÉ MOSER et al., Prozessieren 

vor dem Bundesverwaltungsgericht, 3. Aufl. 2022, Rz. 2.7). Im vorliegen-

den Fall ergibt sich aus der Beschwerdebegründung sinngemäss, dass die 

Beschwerdeführerin die Aufhebung des Beschwerdeentscheids vom 

12. August 2021 fordert. Insoweit die Beschwerdeführerin beantragt, es 

seien die Veranlagungsverfügungen der Zollstelle Aarau vom 16. Dezem-

ber 2020 und vom 8. März 2021 bis 14. Juli 2021 aufzuheben, ist wegen 

des Devolutiveffekts auf die Beschwerde nicht einzutreten. Immerhin gel-

ten die genannten Veranlagungsverfügungen als inhaltlich mitangefochten 

(zum Ganzen: Urteil des BVGer A-4077/2021 vom 11. Mai 2022 E. 1.3 

m.w.H.).  

1.5 Das Bundesverwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Ent-

scheid grundsätzlich in vollem Umfang. Die Beschwerdeführerin kann mit 

der Beschwerde neben der Verletzung von Bundesrecht auch die unrich-

tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts 

sowie die Unangemessenheit rügen (vgl. Art. 49 VwVG). 

2.  

In einem ersten Schritt ist auf die verschiedenen prozessualen Anträge und 

formellen Rügen der Beschwerdeführerin einzugehen. 

2.1  

2.1.1 Die Beschwerdeführerin beantragt in ihrer Eingabe vom 26. Septem-

ber 2023, die Beilagen 2 und 6 der E-Mail der Vorinstanz vom 24. August 

2023 seien aus den Akten zu verweisen; eventualiter seien ihr die unge-

schwärzten Fassungen dieser Dokumente zuzustellen (vgl. Sachverhalt 

Bst. F.g). 

2.1.2 Wie das Bundesverwaltungsgericht in E. 4.2.3 der Zwischenverfü-

gung vom 1. September 2023 festgehalten hat, betreffen die Beilagen zur 

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Seite 10 

E-Mail der Vorinstanz vom 24. August 2023 teilweise eine andere Zollan-

melderin, die in keiner Weise mit dem vorliegenden Verfahren in Verbin-

dung steht. Die entsprechenden Unterlagen stehen mit dem vorliegenden 

Beschwerdeverfahren nur insoweit in Verbindung, als eine von jener ande-

ren Zollanmelderin getätigte Falschanmeldung eine generelle Überprüfung 

gewisser Produkte auslöste, was im Jahr 2019 eine Korrespondenz zwi-

schen der Zollstelle St. Margrethen und der Beschwerdeführerin betreffend 

das streitbetroffene Produkt zur Folge hatte. 

2.1.3 Bei den Beilagen 2 und 6 zur E-Mail der Vorinstanz vom 24. August 

2023 handelt es sich um eine zollinterne Meldung betreffend das die Über-

prüfung auslösende, nicht streitbetroffene Produkt bzw. die dazuge-

hörende Einfuhrzollanmeldung der besagten Drittperson. Diese Unterlagen 

erhellen zwar den Hintergrund der Korrespondenz zwischen der Zollstelle 

St. Margrethen und der Beschwerdeführerin aus dem Jahr 2019, betreffen 

jedoch nicht die Beschwerdeführerin und sind für das vorliegende Be-

schwerdeverfahren nicht direkt relevant.  

2.1.4 Der Antrag der Beschwerdeführerin ist gutzuheissen und die Beila-

gen 2 und 6 zur E-Mail vom 24. August 2023 sind in teilweiser Wiederer-

wägung der Zwischenverfügung vom 24. August 2023 aus den Akten zu 

weisen. 

2.2  

2.2.1 In einem nächsten Schritt ist auf die Anträge der Beschwerdeführerin 

einzugehen, das von der Vorinstanz verfasste Gesprächsprotokoll betref-

fend das am 23. August 2023 geführte Telefonat mit dem Bundesverwal-

tungsgericht sei zu edieren und es sei ihr Einsicht in dasselbe zu gewähren 

(vgl. Sachverhalt Bst. F.e). 

2.2.2 Mit Zwischenverfügung vom 1. September 2023 wurde der Be-

schwerdeführerin unter anderem Einsicht in die Aktennotiz des Bundesver-

waltungsgerichts zum besagten Telefongespräch vom 23. August 2023 ge-

währt (vgl. Sachverhalt Bst. F.f). Gleichzeitig wurde der Beschwerdeführe-

rin eine Frist bis zum 11. September 2023 eingeräumt, um dazu Stellung 

zu nehmen, ob sie an ihren Anträgen um Edition der Gesprächsnotiz der 

Vorinstanz zum gleichen Telefongespräch bzw. um Einsicht in dieselbe 

festhalte.  

Mit Eingabe vom 26. September 2023 nimmt die Beschwerdeführerin we-

der zur Aktennotiz des Bundesverwaltungsgerichts noch zu ihren Anträgen 

A-4116/2021 

Seite 11 

um Edition der Gesprächsnotiz der Vorinstanz bzw. Einsicht in dieselbe 

Stellung. 

Es ist demnach davon auszugehen, dass sich der Inhalt bzw. die Bedeu-

tung des Telefongesprächs vom 23. August 2023 für die Beschwerdefüh-

rerin aufgrund der erhaltenen Aktennotiz des Bundesverwaltungsgerichts 

erhellte und dass dieses zu keinen weiteren Bemerkungen Anlass gab. Zu-

mal der Eingabe vom 26. September 2023 nichts Gegenteiliges zu entneh-

men ist, ist vor diesem Hintergrund davon auszugehen, dass die Be-

schwerdeführerin nicht an ihren Anträgen um Edition der Aktennotiz der 

Vorinstanz zum gleichen Gespräch bzw. Einsicht in dieselbe festhält. Diese 

Anträge sind demnach als gegenstandslos geworden abzuschreiben. 

2.3  

2.3.1 Schliesslich ist auf die im Schreiben vom 26. September 2023 geäus-

serte Rüge der Beschwerdeführerin einzugehen, der Prüfbericht des ME-

TAS vom 19. Oktober 2020 habe ihr «bisher trotz mehrfachen Aufforderun-

gen» bislang nicht zur Verfügung gestanden (vgl. Sachverhalt Bst. F.g). 

2.3.2 Zwar wies die Beschwerdeführerin bereits in ihrer Beschwerde vom 

13. September 2021 darauf hin, dass ihr die Resultate der im Auftrag der 

Zollstelle durchgeführten chemischen Analyse nicht vorlägen (vgl. Be-

schwerde, Rn. 10). Den Verfahrensakten sind jedoch keine Hinweise zu 

entnehmen, wonach die Beschwerdeführerin bereits vor dem 29. August 

2023 explizit um Einsicht in diese oder die übrigen Verfahrensakten ersucht 

hätte. Grundsätzlich hat eine Partei ein Gesuch um Akteneinsicht zu stel-

len, damit überhaupt die Einsichtnahme gewährt oder verweigert werden 

kann (vgl. BGE 132 V 387 E. 6.2; Urteil des BGer 2C_444/2017 vom 

19. Februar 2018 E. 4.3). Insoweit die anwaltlich vertretene Beschwerde-

führerin in diesem Zusammenhang eine Verletzung ihres Anspruchs auf 

Akteneinsicht geltend machen will, kann ihr deshalb nicht gefolgt werden. 

Jedenfalls hatte die Beschwerdeführerin im Rahmen des Schriftenwech-

sels vor Bundesverwaltungsgericht Gelegenheit, den Bericht einzusehen 

und dazu Stellung zu nehmen (Sachverhalt Bst. F.g). Eine allfällige Verlet-

zung des rechtlichen Gehörs würde dadurch ohnehin als geheilt gelten (zur 

Heilung vgl. statt vieler: Urteil des BVGer A-5201/2021 vom 20. September 

2022 E. 5.4). 

3.  

3.1 Jede Wareneinfuhr über die schweizerische Zollgrenze unterliegt 

grundsätzlich der Zollpflicht (vgl. Art. 7 ZG). Die Waren müssen nach dem 

A-4116/2021 

Seite 12 

ZG sowie nach dem Zolltarifgesetz vom 9. Oktober 1986 (ZTG, SR 632.10) 

veranlagt werden. Gemäss Art. 1 Abs. 1 ZTG sind alle Waren, die über die 

schweizerische Zollgrenze ein- und ausgeführt werden, nach dem Gene-

raltarif zu verzollen, der in den Anhängen 1 und 2 des ZTG enthalten ist. 

3.2 Unter dem Begriff Generaltarif (vgl. dazu auch Art. 3 ZTG) ist ein unter 

Beachtung der inländischen Gesetzgebung und unter Berücksichtigung 

der nationalen Bedürfnisse geschaffener Zolltarif zu verstehen. Er enthält 

die Tarifnummern, die Bezeichnungen der Waren, die Einreihungsvor-

schriften, die Zollkontingente sowie die höchstmöglichen Zollansätze, wie 

sie grösstenteils im Abkommen vom 15. April 1994 zur Errichtung der Welt-

handelsorganisation (GATT/WTO-Abkommen, SR 0.632.20, für die 

Schweiz in Kraft getreten am 1. Juli 1995) konsolidiert worden sind. Die 

Struktur des Generaltarifs basiert auf der Nomenklatur des internationalen 

Übereinkommens vom 14. Juni 1983 über das Harmonisierte System (HS) 

zur Bezeichnung und Codierung der Waren (SR 0.632.11; nachfolgend: 

HS-Übereinkommen, für die Schweiz in Kraft getreten am 1. Januar 1988; 

vgl. zum Ganzen: REMO ARPAGAUS, Zollrecht, in: Koller et al. [Hrsg.], 

Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Bd. XII, 2. Aufl. 2007, Rz. 569). 

Der Gebrauchstarif (vgl. dazu Art. 4 ZTG) entspricht im Aufbau dem Gene-

raltarif und enthält die aufgrund von vertraglichen Abmachungen ermässig-

ten Zollansätze. Er widerspiegelt die in Erlassen festgelegten gültigen Zoll-

ansätze (vgl. zum Ganzen: Botschaft vom 19. September 1994 zu den für 

die Ratifizierung der GATT/WTO-Übereinkommen [Uruguay-Runde] not-

wendigen Rechtsanpassungen, BBl 1994 IV 950 ff., 1004 f.; siehe auch 

Botschaft vom 22. Oktober 1985 betreffend das HS-Übereinkommen sowie 

über die Anpassung des schweizerischen Zolltarifs, BBl 1985 III 357, 

377 f.). Der Gebrauchstarif, der für die Praxis primär relevant ist, umfasst 

demnach neben den unverändert gebliebenen Ansätzen des Generaltarifs 

alle zu einem bestimmten Zeitpunkt handelsvertraglich vereinbarten Zoll-

ansätze und die autonom gewährten Zollpräferenzen. Der Gebrauchstarif 

enthält zudem auch die in besonderen Erlassen geregelten, aufgrund au-

tonomer Massnahmen ermässigten Zollansätze (statt vieler: Urteile des 

BVGer A-2663/2021 vom 7. Juni 2023 E. 2.2; A-5562/2019 vom 27. De-

zember 2021 E. 2.2; A-3485/2020 vom 25. Januar 2021 E. 2.2). 

3.3 Der Generaltarif wird in der Amtlichen Sammlung des Bundesrechts 

(AS) nicht veröffentlicht. Die Veröffentlichung erfolgt durch Verweis (Art. 5 

Abs. 1 des Publikationsgesetzes vom 18. Juni 2004 [PublG, SR 170.512]). 

Der Generaltarif kann jedoch mitsamt seinen Änderungen beim BAZG 

A-4116/2021 

Seite 13 

eingesehen oder im Internet abgerufen werden (<www.bazg.admin.ch> 

bzw. <www.tares.ch>). Dasselbe gilt für den Gebrauchstarif (Art. 15 Abs. 2 

und Anhänge 1 und 2 ZTG). Trotz fehlender Veröffentlichung in der AS 

kommt dem Generaltarif Gesetzesrang zu (statt vieler: BGE 142 II 433 E. 5; 

Urteil des BVGer A-5562/2019 vom 27. Dezember 2021 E. 2.3; 

BEUSCH/SCHNELL LUCHSINGER, Wie harmonisiert ist das Harmonisierte 

System wirklich?, in: Zollrevue 1/2017, S. 12; COTTIER/HERREN, a.a.O., 

Einleitung N 96 ff.). 

3.4  

3.4.1 Die Vertragsstaaten des HS-Übereinkommens (vgl. dazu vorne 

E. 3.2) – darunter die Schweiz – sind verpflichtet, ihre Tarifnomenklaturen 

mit dem HS in Übereinstimmung zu bringen und beim Erstellen der natio-

nalen Tarifnomenklatur alle Nummern und Unternummern des HS sowie 

die dazugehörenden Codenummern zu verwenden, ohne dabei etwas hin-

zuzufügen oder zu ändern. Sie sind weiter verpflichtet, die Allgemeinen 

Vorschriften für die Auslegung des HS (vgl. dazu nachfolgend E. 3.4.4) so-

wie alle Abschnitt-, Kapitel- und Unternummern-Anmerkungen anzuwen-

den. Sie dürfen den Geltungsbereich der Abschnitte, Kapitel, Nummern 

oder Unternummern des HS nicht verändern und haben seine Nummern-

folge einzuhalten (Art. 3 Abs. 1 Bst. a des HS-Übereinkommens; vgl. zum 

Ganzen: Urteile des BVGer A-2663/2021 vom 7. Juni 2023 E. 2.4.1;  

A-5562/2019 vom 27. Dezember 2021 E. 2.4.1; A-3485/2020 vom 25. Ja-

nuar 2021 E. 2.4.1 und A-6248/2018 vom 8. Januar 2020 E. 3.4.1). 

3.4.2 Die Nomenklatur des HS bildet somit die systematische Grundlage 

des schweizerischen Generaltarifs, dessen Kodierung durchwegs als 

achtstellige Tarifnummer pro Warenposition ausgestaltet und damit gegen-

über der sechsstelligen Nomenklatur des HS um zwei Stellen verfeinert ist. 

Somit ist die schweizerische Nomenklatur bis zur sechsten Ziffer völker-

rechtlich bestimmt. Die siebte und achte Position bilden schweizerische 

Unternummern, denen grundsätzlich ebenso Gesetzesrang zukommt, so-

weit sie mit Erlass des ZTG geschaffen worden sind. Da sowohl Bundes-

gesetze als auch Völkerrecht für die Zollverwaltung und alle anderen 

Rechtsanwender nach dem sog. Anwendungsgebot massgebendes Recht 

darstellen (vgl. Art. 190 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eid-

genossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]), ist diesfalls das Bun-

desverwaltungsgericht an die gesamte achtstellige Nomenklatur gebunden 

(vgl. statt vieler: Urteile des BVGer A-2663/2021 vom 7. Juni 2023 E. 2.4.2; 

A-5145/2021 vom 29. August 2022 E. 3.5.2; A-5204/2019 vom 7. Juli 2021 

E. 2.5.2; siehe auch ARPAGAUS, a.a.O., Rz. 578). 

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A-4116/2021 

Seite 14 

3.4.3 Die Vertragsstaaten des HS-Übereinkommens beabsichtigen eine 

einheitliche Auslegung der völkerrechtlich festgelegten Nomenklatur 

(vgl. Art. 7 Abs. 1 Bst. b und c und Art. 8 Abs. 2 des HS-Übereinkommens). 

Hierzu dienen u.a. die «Avis de classement» (nachfolgend: Einreihungs-

avise) und die «Notes explicatives du Système Harmonisé» (nachfolgend: 

Erläuterungen), welche vom Rat für die Zusammenarbeit auf dem Gebiet 

des Zollwesens (Weltzollrat; heute: Weltzollorganisation) auf Vorschlag 

des Ausschusses des HS genehmigt worden sind (Art. 1 Bst. e und f i.V.m. 

Art. 7 Abs. 1 Bst. a-c i.V.m. Art. 8 Abs. 2 und 3 des HS-Übereinkommens). 

Die Vertragsstaaten haben diesen Vorschriften bei der nationalen Zollta-

rifeinreihung grundsätzlich Folge zu leisten. Nach bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung darf nur davon abgewichen werden, wenn zwingende 

Gründe gegen die Anwendung der Vorschriften sprechen (vgl. BGE 147 II 

441 E. 4.5.2). Die Vertragsstaaten haben nach Art. 7 Abs. 1 sowie Art. 8 

Abs. 1 und 2 des HS-Übereinkommens die Möglichkeit, die Überprüfung 

oder Änderung der Erläuterungen und der Einreihungsavise zu veranlas-

sen. Trotz dieser Ausgangslage bleibt Raum für nationale Regelungen. So 

kann die Oberzolldirektion zum Beispiel zusätzlich sog. schweizerische Er-

läuterungen oder Entscheide erlassen. Diese können unter www.tares.ch 

abgerufen werden. Die schweizerischen Erläuterungen und Entscheide 

sind als Dienstvorschriften (ARPAGAUS, a.a.O., Rz. 579) bzw. Verwaltungs-

verordnungen für die Justizbehörden nicht verbindlich (zur Rechtsnatur 

und Bindungswirkung von Verwaltungsverordnungen statt vieler: BGE 141 

V 175 E. 2.1; Urteile des BVGer A-5145/2021 vom 29. August 2022 

E. 3.5.3; A-5204/2019 vom 7. Juli 2021 E. 2.5.1). 

3.4.4 Hinsichtlich der Auslegung sehen die von den schweizerischen Zoll-

behörden angewandten «Allgemeinen Vorschriften für die Auslegung des 

Harmonisierten Systems», welche mit den «Allgemeinen Vorschriften für 

die Auslegung des Harmonisierten Systems» des offiziellen Textes des HS-

Übereinkommens übereinstimmen, in Ziff. 1 vor, dass für die Tarifeinrei-

hung einer Ware der Wortlaut der Nummern und der Abschnitt- oder Kapi-

tel-Anmerkungen sowie die weiteren Allgemeinen Vorschriften, soweit 

diese dem Wortlaut der Nummern und der Anmerkungen nicht widerspre-

chen, massgebend sind. Bei der Bestimmung der zutreffenden Tarifnum-

mer ist somit stufenweise in der gesetzlich bzw. staatsvertraglich festge-

legten Reihenfolge (Tariftext – Anmerkungen – Allgemeine Vorschriften) 

vorzugehen. Die nächstfolgende Vorschrift ist immer erst dann heranzuzie-

hen, wenn die vorangehende Bestimmung nicht zum Ziel geführt, das 

heisst keine einwandfreie Tarifierung ermöglicht hat (Urteile des BVGer  

A-5145/2021 vom 29. August 2022 E. 3.5.4; A-5204/2019 vom 7. Juli 2021 

A-4116/2021 

Seite 15 

E. 2.5.4; A-3485/2020 vom 25. Januar 2021 E. 2.4.4). Das gleiche gilt nach 

Ziff. 6 AV für die Tarifeinreihung einer Ware in die Unternummern (vgl. Urteil 

des BVGer A-5562/2019 vom 27. Dezember 2021 E. 2.4.4). 

3.4.5 Kommen für die Einreihung von Waren zwei oder mehr Nummern in 

Betracht, so ist gemäss Ziff. 3 AV wie folgt zu verfahren: 

3 a) Die Nummer mit der genaueren Warenbezeichnung geht den Num-

mern mit allgemeiner Warenbezeichnung vor. Zwei oder mehr Num-

mern, von denen sich jede nur auf einen Teil der Stoffe einer gemisch-

ten oder zusammengesetzten Ware oder nur auf einen Teil der Artikel 

im Falle von für den Einzelverkauf aufgemachten Warenzusammen-

stellungen bezieht, sind jedoch im Hinblick auf diese Ware oder diesen 

Artikel als gleich genau zu betrachten, selbst wenn eine von ihnen eine 

genauere oder vollständigere Warenbezeichnung aufweist. 

3 b) Mischungen, Waren, die aus verschiedenen Stoffen oder Bestand-

teilen bestehen und für den Einzelverkauf aufgemachte Warenzusam-

menstellungen, deren Einreihung nicht nach der Vorschrift AV Ziff. 3a) 

erfolgen kann, werden nach dem Stoff oder Bestandteil eingereiht, der 

ihnen ihren wesentlichen Charakter verleiht, sofern dieser Stoff oder 

Bestandteil ermittelt werden kann. 

3 c) Ist die Einreihung nach den Vorschriften AV Ziff. 3a und 3b nicht 

möglich, so ist die Ware der in der Nummerierung zuletzt genannten 

gleichermassen in Betracht kommenden Nummer zuzuweisen. 

Die genannten Vorschriften sind in der aufgeführten Reihenfolge anzuwen-

den, das heisst, die Vorschrift der Ziff. 3b) AV ist nur dann anzuwenden, 

wenn die Vorschrift der Ziff. 3a) AV für die Einreihung keine Lösung ge-

bracht hat usw. (vgl. die Erläuterungen zu den «Allgemeinen Vorschriften 

für die Auslegung des Harmonisierten Systems», Ziff. I zu Ziff. 3 AV; abruf-

bar über die Webseite des BAZG [BAZG > Dokumentation > Richtlinien > 

Erläuterungen Tares > Vorbemerkungen]; vgl. auch Urteile des BVGer  

A-3485/2020 vom 25. Januar 2021 E. 2.4.7; A-6248/2018 vom 8. Januar 

2020 E. 3.4.6; A-3404/2017 vom 16. März 2018 E. 2.5.2). 

3.5 Für die Tarifeinreihung massgebend ist die Art und Beschaffenheit der 

Ware zum Zeitpunkt, in dem sie unter Zollkontrolle gestellt worden ist. Auf 

den Verwendungszweck ist demgegenüber nur dann abzustellen, wenn 

dies in den einzelnen Tarifpositionen als Einreihungskriterium ausdrücklich 

festgehalten ist (statt vieler: Urteile des BVGer A-5145/2021 vom 

A-4116/2021 

Seite 16 

29. August 2022 E. 3.5.5; A-5204/2019 vom 7. Juli 2021 E. 2.5.5). Ist Letz-

teres nicht der Fall, kommt dem Verwendungszweck wie auch dem Preis, 

der Verpackung und der Bezeichnung durch den Hersteller oder Empfän-

ger der Ware lediglich hinweisende, nicht aber ausschlaggebende Bedeu-

tung zu (statt vieler: Urteile des BVGer A-2663/2021 vom 7. Juni 2023 

E. 2.5; A-3485/2020 vom 25. Januar 2021 E. 2.4.5). 

3.6 Die Tarifeinreihungen ausländischer Zollbehörden sind für die schwei-

zerische Zollverwaltung formell nicht verbindlich. Allerdings müssen sach-

lich überzeugende Gründe vorliegen, damit die schweizerische Zollverwal-

tung ein identisches Produkt anders qualifiziert, als dies Zollverwaltungen 

der anderen Vertragsstaaten des HS-Übereinkommens tun. Auch das Bun-

desverwaltungsgericht ist an die Tarifentscheide ausländischer Zollbehör-

den oder Gerichte formell nicht gebunden, kann aber ausländische Ent-

scheidungen berücksichtigen, soweit diese sachlich und rechtlich überzeu-

gen (Urteile des BVGer A-2663/2021 vom 7. Juni 2023 E. 2.6; 

A-5562/2019 vom 27. Dezember 2021 E. 2.6; A-5204/2019 vom 7. Juli 

2021 E. 2.6; A-3485/2020 vom 25. Januar 2021 E. 2.5; BEUSCH/SCHNELL 

LUCHSINGER, a.a.O., S. 18). 

3.7  

3.7.1 Dem Schweizerischen Gebrauchstarif war im Zeitpunkt der streitbe-

troffenen Einfuhren am 17. August 2020 bzw. zwischen dem 8. März 2021 

und dem 14. Juli 2021 (vgl. Sachverhalt Bst. B.i) – soweit vorliegend inte-

ressierend – Folgendes zu entnehmen: 

VI Erzeugnisse der chemischen Industrie oder verwandter Industrien 

34 Seifen, organische grenzflächenaktive Stoffe, zubereitete Waschmittel, 

zubereitete Schmiermittel, künstliche Wachse, zubereitete Wachse, Putz-

mittel, Kerzen und ähnliche Erzeugnisse, Modelliermassen, Dental-

wachse und Zubereitungen zu zahnärztlichen Zwecken auf der Grundlage 

von Gips 

3402 Organische grenzflächenaktive Stoffe (ausgenommen Sei-

fen); grenzflächenaktive Zubereitungen, zubereitete Waschmittel 

(einschliesslich Waschhilfsmittel) und zubereitete Reinigungsmit-

tel, auch Seife enthaltend, ausgenommen solche der Nr. 3401: 

3402.2000 Zubereitungen in Aufmachungen für den Einzelver-

kauf 

A-4116/2021 

Seite 17 

38 Verschiedene Erzeugnisse der chemischen Industrie 

3820.0000 Zubereitete Gefrierschutzmittel und zubereitete Flüs-

sigkeiten zum Enteisen 

3.7.2 Den Anmerkungen zu den Kapiteln 34 und 38 ist für den vorliegenden 

Fall nichts Einschlägiges zu entnehmen. 

3.7.3  

3.7.3.1 Den Erläuterungen zur Tarifnummer 3402, Ziff. II, ist – soweit vor-

liegend interessierend – Folgendes zu entnehmen: 

«II. Grenzflächenaktive Zubereitungen, zubereitete Waschmittel 
(einschliesslich zubereitete Waschhilfsmittel) und zubereitete Reini-
gungsmittel, auch Seife enthaltend, ausgenommen solche der Nr. 3401 

Zu dieser Gruppe gehören drei Arten von Zubereitungen: 

A. Die eigentlichen grenzflächenaktiven Zubereitungen […] 

B. Zubereitete Waschmittel (einschliesslich zubereitete Waschhilfsmittel) und 
zubereitete Reinigungsmittel auf der Grundlage von Seife oder andern [sic] 
organischen grenzflächenaktiven Stoffen. 

Hierher gehören zubereitete Waschmittel, zubereitete Waschhilfsmittel und 
gewisse zubereitete Reinigungsmittel. Diese verschiedenen Zubereitungen 
bestehen in der Regel aus Hauptbestandteilen und einem oder mehreren 
Nebenbestandteilen, wodurch sie sich insbesondere von den unter Ab-
schnitt A hiervor beschriebenen grenzflächenaktiven Zubereitungen unter-
scheiden. 

Die Hauptbestandteile bestehen entweder aus synthetischen organischen 
grenzflächenaktiven Stoffen, aus Seifen oder aus einem Gemisch dieser Er-
zeugnisse. 

Die Nebenbestandteile bestehen aus: 

1) Zusätzen (z.B. Natriumpolyphosphate, Natriumcarbonat, -silicat oder -
borat, Salze der Nitrilotriessigsäure [NTA]). 

2) Verstärkern (z.B. Alkanolamide, Fettsäureamide, Aminooxide). 

3) Füllstoffen (z.B. Natriumsulfat und Natriumchlorid). 

4) Hilfsstoffen (z.B. chemische Bleichmittel oder optische Aufheller, Mittel 
gegen das Wiederabsetzen, Korrosionsinhibitoren, Antistatika, Farb-
stoffe, Parfüm, Bakterizide, Enzyme). 

A-4116/2021 

Seite 18 

Zubereitungen dieser Art wirken auf Oberflächen ein, indem sie den 
Schmutz von diesen Oberflächen ablösen oder dispergieren. […] 

Zubereitete Reinigungsmittel werden zum Reinigen von Böden, Fenstern 
oder andern [sic] Oberflächen verwendet. Sie können auch sehr geringe 
Mengen an Riechstoffen enthalten.  

C. Zubereitete Reinigungsmittel oder Entfettungsmittel, andere als solche auf 
der Grundlage von Seife oder organischen grenzflächenaktiven Stoffe. 

Es handelt sich insbesondere um: 

1) Saure oder alkalische Reinigungsmittel, die im besonderen zur Reini-
gung von Sanitärapparaten, Bratpfannen usw. bestimmt sind, und die 
vorzugsweise Natriumbisulfat oder eine Mischung von Natriumhypoch-
lorit und Trinatriumorthophosphat enthalten 

2) Zubereitungen zum Entfetten und Reinigen, wie sie insbesondere in 
Molkereien oder Brauereien verwendet werden, auf der Grundlage 
von: 

- entweder alkalischen Stoffen, wie Natriumcarbonat oder Natriumhyd-
roxid, 

- oder Lösungsmitteln und Emulgatoren. 

Diese Gruppe von Produkten kann auch kleine Mengen Seife oder an-
dere grenzflächenaktive Stoffe enthalten. […]» 

3.7.3.2 Den Erläuterungen zur Tarifnummer 3820.0000 ist zu entnehmen, 

dass diese Nummer «zubereitete Gefrierschutzmittel und zubereitete Flüs-

sigkeiten zum Enteisen (insbesondere Mischungen auf der Grundlage von 

Glycolderivaten)» umfasst. 

3.7.4 Betreffend die Tarifnummer 3820.0000 wurde die folgende Einrei-

hungsavise erlassen: 

Konzentriertes Gefrierschutzmittel  

hauptsächlich aus Ethylalkohol und Wasser bestehend, mit Zusatz einer gerin-
gen Menge von anionischen grenzflächenaktiven Stoffen, Methylethylketon, 
Farbstoff und je nach Formulierung Monoethylenglycol. Nach der Verdünnung 
mit Wasser ist es zur Enteisung oder zur Reinigung von Windschutzscheiben 
bestimmt. Anwendung der Allgemeinen Vorschrift für die Auslegung des Har-
monisierten Systems 3 c). 304.11.1999.1 
 
Schlagwörter: zur Enteisung / zur Reinigung von Windschutzscheiben / aus 
Ethylalkohol / Enteiser 
 

3820.0000 

A-4116/2021 

Seite 19 

3.7.5 Für Einfuhren von Waren der Tarifnummer 3402.2000 galt im ein-

schlägigen Zeitraum ein Normalzollansatz von Fr. 13.– je 100 kg brutto, für 

Waren der Tarifnummer 3820.0000 ein Normalzollansatz von Fr. 1.50.– je 

100 kg brutto. 

4.  

Im vorliegenden Fall ist umstritten, ob das Produkt «(Produktename)» in 

die Tarifnummer 3402.2000 oder aber in die Tarifnummer 3820.0000 ein-

zureihen ist. 

4.1  

4.1.1 Die Zusammensetzung des Produktes ist vorliegend nicht umstritten. 

Gemäss den Angaben der Beschwerdeführerin besteht die streitbetroffene 

Flüssigkeit zu 30-40% aus Wasser, zu 50-60% aus Alkohol, zu 5-10% aus 

Glykol, zu 0.7% aus grenzflächenaktiven Stoffen («surfactants»), zu <1% 

aus Parfüm und zu <0.01% aus Farbstoffen (vgl. Eingabe der Beschwer-

deführerin vom 20. Mai 2021, Akten der Vorinstanz [act.] Nr. 11; vgl. Sach-

verhalt Bst. B.d). Der relativ hohe Alkoholgehalt wird durch den Prüfbericht 

des METAS bestätigt (act. Nr. 04a; vgl. Sachverhalt Bst. A.c). Die Vor- 

instanz geht zudem ebenfalls davon aus, dass die Flüssigkeit einen Be-

standteil von 0.7% an grenzflächenaktiven Stoffen hat (Vernehmlassung, 

Ziff. IV; Duplik vom 10. Oktober 2023, S. 2). 

4.1.2 Auch die Aufmachung des Produkts ist nicht umstritten. Das streitbe-

troffene Produkt befindet sich in Fässern à 200 Liter und ist für Garagen-

betriebe bestimmt. Die Aufbringung des Produkts auf die Windschutzschei-

ben von Fahrzeugen erfolgt mittels der Scheibenwaschanlage. Die Fässer 

tragen gemäss Angaben der Vorinstanz, die von der Beschwerdeführerin 

nicht bestritten werden, Etiketten mit den folgenden Aufschriften (Be-

schwerdeentscheid, Ziff. II, S. 8; Beschwerde, Rn. 25): 

«Deutsche Bezeichnung: (Produktname) 

Französische Bezeichnung: (Produktname) 

Italienische [recte: wohl portugiesische] Bezeichnung (Produktname) 

Englische Bezeichnung: (Produktname).» 

Überdies ist der Etikette, so weiter die Vorinstanz, Folgendes zu entneh-

men (Schreiben des Zoll Nord vom 23. April 2021 [act. Nr. 08]; Vernehm-

lassung, Ziff. III.2.4): 

A-4116/2021 

Seite 20 

«(…). 

Anwendung:  

(…).» 

4.2 Die Vorinstanz ist zusammengefasst der Auffassung, das streitbe-

troffene Produkt sei in Anwendung der Ziff. 3b) AV in die Tarifnummer 

3402.2000 («Organische grenzflächenaktive Stoffe [ausgenommen Sei-

fen]; grenzflächenaktive Zubereitungen, zubereitete Waschmittel [ein-

schliesslich Waschhilfsmittel] und zubereitete Reinigungsmittel, auch Seife 

enthaltend, ausgenommen solche der Nr. 3401») einzureihen. Der wesent-

liche Charakter des Produkts könne im vorliegenden Fall anhand der Be-

deutung eines Bestandteils in Bezug auf seine Verwendung bestimmt wer-

den. Gemäss den Angaben auf den Fässern handle es sich um ein Schei-

benwischwasser mit integriertem Frostschutz. Es handle sich in erster Linie 

um ein Reinigungsmittel für Windschutzscheiben für den Winter. Das Rei-

nigen der Scheiben stehe klar im Vordergrund, während der Frostschutz 

(Alkohol) nur zugesetzt werde, um das Einfrieren des Wischwassers im 

Winter zu verhindern. Die beantragte Einreihung in die Tarifnummer 

3820.0000 («zubereitete Gefrierschutzmittel und zubereitete Flüssigkeiten 

zum Enteisen») sei daher abzulehnen. 

4.3 Die Beschwerdeführerin ist dagegen der Auffassung, das Produkt sei 

in die Tarifnummer 3820.0000 einzureihen. Der wesentliche Charakter des 

Produkts «(Produktname)» entscheide sich anhand der Zusammenset-

zung. Das Produkt enthalte 50-60% Ethanol und lediglich einen Anteil von 

0.7% an grenzflächenaktiven Stoffen / Surfactants, d.h. mehrheitlich Frost-

schutz und nur in einem absolut vernachlässigbaren Rahmen Reinigungs-

mittel. Gemäss der Ziff. 3b) AV, so weiter die Beschwerdeführerin, hätte 

das Produkt anhand der nachgewiesenen Rezeptur der Tarifnummer 

3820.2000 zugewiesen werden müssen. Selbst bei einer Tarifierung nach 

Ziff. 3a) AV oder Ziff. 3c) AV hätte die Tarifnummer 3820.0000 angewandt 

werden müssen. 

4.4 Die Ziff. 3 AV kommt nur zur Anwendung, wenn für die Einreihung einer 

Ware zwei oder mehr Nummern in Betracht kommen (vgl. E. 3.4.5). Das 

Bundesverwaltungsgericht prüft demgemäss in einem ersten Schritt, ob 

vorliegend gemäss dem Wortlaut der Tarifnummern und der Abschnitts- 

oder Kapitelanmerkungen sowohl eine Einreihung in die Tarifnummer 3420 

wie auch in die Tarifnummer 3820 in Betracht kommt (nachfolgend E. 5.2 

und 5.3). Falls dies zu bejahen ist, prüft das Gericht in einem zweiten 

Schritt, in welche der zwei gleichermassen in Betracht kommenden 

A-4116/2021 

Seite 21 

Tarifnummern das Produkt in Anwendung der Ziff. 3 AV einzureihen ist 

(nachfolgend E. 6). 

5.  

5.1 Für die Tarifeinreihung einer Ware sind der Wortlaut der Nummern und 

der Abschnitt- oder Kapitel-Anmerkungen sowie die weiteren Allgemeinen 

Vorschriften, soweit diese dem Wortlaut der Nummern und der Anmerkun-

gen nicht widersprechen, massgebend (AV Ziff. 1; vgl. E. 3.4.4). Der für die 

Auslegung relevante Wortlaut richtet sich dabei nach den Vertragsspra-

chen des HS, welches in englischer und französischer Sprache vereinbart 

worden ist, wobei beide Texte gleichermassen rechtsverbindlich sind (s. 

Unterschriften des HS-Übereinkommens; Urteile des BVGer  

A-2663/2021 vom 7. Juni 2023 E. 4.2; A-5562/2019 vom 27. Dezember 

2021 E. 4.3.2). Für die Tarifeinreihung massgebend ist die Art und Beschaf-

fenheit der Ware zum Zeitpunkt, in dem sie unter Zollkontrolle gestellt wor-

den ist. Auf den Verwendungszweck ist demgegenüber nur dann abzustel-

len, wenn dies in den einzelnen Tarifpositionen als Einreihungskriterium 

ausdrücklich festgehalten ist (vgl. E. 3.5). 

5.2  

5.2.1 Unter die Tarifnummer 3402 fallen unter anderem «zubereitete Rei-

nigungsmittel, auch Seife enthaltend» (vgl. E. 3.7.1). In der englischen und 

französischen Sprachversion werden übereinstimmend damit die Begriffe 

«cleaning preparations, whether or not containing soap» bzw. «prépara-

tions de nettoyage, même contenant du savon» verwendet (vgl. World 

Customs Organisation > Topics > Nomenclature and Classification of 

Goods > Instruments and Tools > HS Nomenclature 2017 Edition > 0634-

2017E/0634-2017F). 

Den Erläuterungen zur Tarifnummer 3402 ist zu entnehmen, dass der Be-

griff «Reinigungsmittel» im Sinne dieser Tarifnummer Zubereitungen mit 

unterschiedlichen chemischen Zusammensetzungen erfasst (vgl. 

E. 3.7.3.1). Erfasst sind sowohl «zubereitete Reinigungsmittel auf der 

Grundlage von Seife oder andern organischen grenzflächenaktiven Stof-

fen» wie auch «zubereitete Reinigungsmittel oder Entfettungsmittel, an-

dere als solche auf der Grundlage von Seife oder organischen grenzflä-

chenaktiven Stoffen». Der Verwendungszweck der Zubereitungen wird da-

bei in den Erläuterungen hervorgehoben. So werden etwa zubereitete Rei-

nigungsmittel auf der Grundlage von Seife oder anderen organischen 

grenzflächenaktiven Stoffen «zum Reinigen von Böden, Fenstern oder an-

dern Oberflächen verwendet».  

A-4116/2021 

Seite 22 

5.2.2 Das streitbetroffene Produkt wird in der französischen Sprachversion 

(« […]»; zu Deutsch «[…]» [<https://de.pons.com/text-übersetzung/franzö-

sisch-deutsch>], zuletzt abgerufen am 23. Oktober 2023]) und der portu-

giesischen Sprachversion (« […]»; zu Deutsch «[…]» 

[<https://de.pons.com/text-übersetzung/portugiesisch-deutsch>], zuletzt 

abgerufen am 23. Oktober 2023) ausdrücklich als Reinigungsmittel für 

Windschutzscheiben bezeichnet (vgl. E. 4.1.2). Auch in der deutschen Be-

zeichnung («[…]») wird eine reinigende Wirkung angedeutet (…). Ausser-

dem wird auf der Etikette unter anderem auf die reinigende Wirkung des 

Produkts hingewiesen («[…]»; vgl. E. 4.1.2). Es handelt sich somit um ein 

Produkt, welches (auch) zur Reinigung (von Windschutzscheiben) verwen-

det wird. 

5.2.3 Das Produkt enthält unbestrittenermassen lediglich 0.7% grenzflä-

chenaktive Stoffe («surfactants»). Unter die Tarifnummer 3402 fallen je-

doch auch Reinigungsmittel, deren Grundlage nicht Seife oder organische 

grenzflächenaktive Stoffe sind (vgl. E. 5.2.1). Den Erläuterungen sind keine 

zwingenden Anforderungen hinsichtlich der chemischen Zusammenset-

zung der Reinigungsmittel zu entnehmen (vgl. Ziff. II Bst. B der Erläuterun-

gen zur Tarifnummer 3402, «Diese verschiedenen Zubereitungen beste-

hen in der Regel aus Hauptbestandteilen und einem oder mehreren Ne-

benbestandteilen (…)» und auch Ziff. II Bst. C derselben, «Es handelt sich 

insbesondere um: (…)» (Hervorhebungen durch das BVGer; vgl. 

E. 3.7.3.1). Der geringe Bestandteil an grenzflächenaktiven Stoffen spricht 

demnach für sich genommen nicht gegen eine Einreihung in die Tarifnum-

mer 3402.  

5.2.4 Die Beschwerdeführerin wendet ein, es handle sich beim streitbe-

troffenen Produkt nicht um ein (Sommer-)Reinigungsmittel (also eine sei-

fenartige Wasserlösung), sondern lediglich um ein Frostschutzmittel, mit 

welchem die Windschutzscheibe im Winter «gewaschen/gespült» würde 

(Beschwerde, Rn. 2, 30). Diesbezüglich kann ihr nicht gefolgt werden. Das 

Produkt wird (unter anderem) als Reinigungsmittel angepriesen und entfal-

tet unbestrittenermassen (auch) eine reinigende Wirkung (vgl. E. 5.2.2). Es 

kann somit grundsätzlich als «zubereitetes Reinigungsmittel» im Sinne der 

Tarifnummer 3402 angesehen werden. 

5.2.5 Zusammengefasst kommt eine Einreihung des streitbetroffenen Pro-

dukts in die Tarifnummer 3402 in Betracht. 

5.3  

A-4116/2021 

Seite 23 

5.3.1 Unter die Tarifnummer 3820 fallen «Zubereitete Gefrierschutzmittel 

und zubereitete Flüssigkeiten zum Enteisen» (vgl. E. 3.7.1). In der engli-

schen und französischen Sprachversion werden übereinstimmend damit 

die Begriffe «Anti-freezing preparations and prepared de-icing fluid» bzw. 

« Préparations antigel et liquides préparés pour dégivrage » verwendet 

(vgl. World Customs Organisation > Topics > Nomenclature and Classifi-

cation of Goods > Instruments and Tools > HS Nomenclature 2017 Edition 

> 0638-2017E/0638-2017F). 

Gemäss den Erläuterungen sind dieser Tarifnummer «zubereitete Gefrier-

schutzmittel und zubereitete Flüssigkeiten zum Enteisen [insbesondere Mi-

schungen auf der Grundlage von Glycolderivaten])» zuzuordnen (vgl. 

E. 3.7.3.2). 

5.3.2 Das streitbetroffene Produkt entfaltet wegen der Bestandteile an Al-

kohol (50-60%) sowie Glykol (5-10%) unbestrittenermassen frostschüt-

zende Wirkung (vgl. dazu das Schreiben der Herstellerin vom 12. Mai 

2021, Beilage zu act. 11). Auf diese Wirkung wird auch sowohl in den Pro-

duktebezeichnungen wie in der Beschreibung auf der Etikette ausdrücklich 

hingewiesen (vgl. E. 4.1.2). Eine Einordung als «zubereitetes Gefrier-

schutzmittel» in die Tarifnummer 3820 kommt somit – wie die Vorinstanz 

zu Recht anerkennt – ebenfalls in Betracht. 

6.  

Kommen für die Einreihung von Waren zwei oder mehr Nummern in Be-

tracht, so ist gemäss der Ziff. 3 AV zu verfahren. Die darin genannten Vor-

schriften sind in der aufgeführten Reihenfolge anzuwenden, das heisst, die 

Vorschrift der Ziff. 3b) AV ist nur dann anzuwenden, wenn die Vorschrift der 

Ziff. 3a) AV für die Einreihung keine Lösung gebracht hat usw. (vgl. 

E. 3.4.5). 

6.1 Gemäss Ziff. 3a) AV geht die Nummer mit der genaueren Warenbe-

zeichnung den Nummern mit allgemeiner Warenbezeichnung vor (vgl. 

E. 3.4.5).  

6.1.1 Gemäss den Erläuterungen zu den AV ist es nicht möglich, starre 

Grundsätze festzulegen, nach denen bestimmt werden kann, ob eine Num-

mer die Waren genauer bezeichnet als eine andere; man kann jedoch ganz 

allgemein sagen, dass eine Nummer, die eine bestimmte Ware namentlich 

bezeichnet, genauer ist als eine Nummer, die ein ganzes Warengebiet um-

fasst. Eine Warenbezeichnung ist zudem dann genauer, wenn sie eine 

A-4116/2021 

Seite 24 

Ware klarer, präziser und vollständiger beschreibt (Erläuterungen zu den 

«Allgemeinen Vorschriften für die Auslegung des Harmonisierten Sys-

tems», a.a.O., Ziff. IV zu Ziff. 3a] AV). 

6.1.2 Vorliegend werden sowohl in der Tarifnummer 3402 («zubereitete 

Reinigungsmittel») wie auch in der Tarifnummer 3820 («zubereitete Ge-

frierschutzmittel») die Waren namentlich genannt. Eine genauere bzw. all-

gemeinere Warenbezeichnung ist nicht auszumachen. Die Vorschrift 

Ziff. 3a) AV bringt demnach keine Lösung. 

6.2 Gemäss Ziff. 3b) AV werden Mischungen, Waren, die aus verschiede-

nen Stoffen oder Bestandteilen bestehen und für den Einzelverkauf aufge-

machte Warenzusammenstellungen, deren Einreihung nicht nach der Vor-

schrift 3 a) erfolgen kann, nach dem Stoff oder Bestandteil eingereiht, der 

ihnen ihren wesentlichen Charakter verleiht, sofern dieser Stoff oder Be-

standteil ermittelt werden kann (vgl. E. 3.4.5). 

6.2.1 Gemäss den Erläuterungen zu Ziff. 3b) AV ist das Merkmal, das den 

wesentlichen Charakter bestimmt, je nach Art der Ware verschieden. Der 

Charakter der Ware kann sich z.B. aus der stofflichen Beschaffenheit oder 

der Bestandteile, aus der sie zusammengesetzt ist, aus ihrem Umfang, ih-

rer Menge, ihrem Gewicht, ihrem Wert oder der Bedeutung eines Stoffes 

in Bezug auf die Verwendung der Ware ergeben (Erläuterungen zu den 

«Allgemeinen Vorschriften für die Auslegung des Harmonisierten Sys-

tems», a.a.O., Ziff. VIII zu Ziff. 3b] AV). 

6.2.2 Das streitbetroffene Produkt besteht zu 50-60% aus Alkohol und zu 

5 -10% aus Glykol und ist somit mengenmässig mehrheitlich aus Bestand-

teilen zusammengesetzt, die dem Gefrierschutz dienen. Wie die Be-

schwerdeführerin überzeugend darlegt, ist das frostschützende Element 

auch von zentraler Bedeutung für die Verwendung der Ware: Zwar wird das 

Produkt nicht direkt zur Enteisung der Frontscheibe mithilfe eines Eiskrat-

zers verwendet. Dank der frostschützenden Eigenschaften verhindert das 

in die Scheibenwaschanlage gefüllte «Wischwasser» während der Fahrt 

jedoch ein Kondensieren bzw. Wiedereinfrieren einer vorher enteisten 

Windschutzscheibe (vgl. Stellungnahme vom 10. November 2021, S. 2). 

Es kann demnach nicht davon ausgegangen werden, dass der Frostschutz 

von untergeordneter Bedeutung gegenüber der reinigenden Wirkung ist 

und nur dazu dient, das Einfrieren der Waschanlage zu verhindern. Ob ein 

«Wischwasser» Frostschutz enthält oder nicht, ist zudem von entscheiden-

der Bedeutung für die Abnehmer, da eine Verwendung einer nicht 

A-4116/2021 

Seite 25 

frostschützenden Zubereitung bei Minustemperaturen zu einer Vereisung 

der Frontscheiben und einem massiven Sicherheitsrisiko während der 

Fahrt führen würde. Weder aufgrund der Beschaffenheit der Waren noch 

aufgrund der Verwendung kann demnach geschlossen werden, dass (nur) 

die reinigenden Bestandteile der Zubereitung ihren massgeblichen Cha-

rakter verleihen. Gleichzeitig ist der Vorinstanz jedoch beizupflichten, dass 

auch dem Reinigungseffekt trotz dem mengenmässig kleinen Bestandteil 

an grenzflächenaktiven Stoffen keine bloss untergeordnete Bedeutung zu-

kommt. So dient die Scheibenwaschanlage, in welche das Produkt einge-

füllt wird, in erster Linie der Reinigung der Windschutzscheiben (vgl. dazu 

die Definition bei Duden: «(zusammen mit den Scheibenwischern zu be-

nutzende) Vorrichtung an Kraftfahrzeugen zum Aufspritzen von Wasser auf 

die Windschutz- oder Heckscheiben- zum Reinigen verschmutzter Schei-

ben», <https://www.duden.de/rechtschreibung/Scheibenwaschanlage>, 

abgerufen am 27. Oktober 2023). Von einem Produkt, das als Reinigungs-

mittel für Windschutzscheiben angepriesen wird und in die Scheiben-

waschanlage eingefüllt wird, wird erfahrungsgemäss erwartet, dass es 

auch im Winter der Entfernung von Schmutzpartikel (etwa Rückständen 

von Streusalz) dient. Für die Verwendung der streitbetroffenen Ware sind 

demnach auch die reinigenden Bestandteile von wesentlicher Bedeutung. 

Mit anderen Worten lässt sich kein einzelner Stoff oder Bestandteil ermit-

teln, der dem streitbetroffenen Produkt seinen massgeblichen Charakter 

verleiht. 

6.2.3 Zusammengefasst führt auch die Anwendung der Ziff. 3b) AV zu kei-

ner Lösung. 

6.3 Gemäss Ziff. 3c) AV ist die Ware der in der Nummernfolge zuletzt ge-

nannten gleichermassen in Betracht kommenden Nummer zuzuweisen, 

wenn die Einreihung nach den Vorschriften 3a) und 3b) nicht möglich ist 

(vgl. E. 3.4.5). 

6.3.1 Die Anwendung der Ziff. 3c) AV führt im vorliegenden Fall zur Einrei-

hung in die Tarifnummer 3820, da diese im HS nach der Tarifnummer 3420 

genannt wird. 

6.3.2  

6.3.2.1 Dieses Ergebnis deckt sich mit der Einreihungsavise «Konzentrier-

ters Gefrierschutzmittel», welche ebenfalls auf die Tarifnummer 3820 lautet 

(vgl. E. 3.7.4). Das darin beschriebene Produkt ist mit Bezug auf seine Zu-

sammensetzung («hauptsächlich aus Ethylalkohol [Ethanol] und Wasser 

A-4116/2021 

Seite 26 

bestehend, mit Zusatz einer geringen Menge von anionischen grenzflä-

chenaktiven Stoffen, Methylethylketon, Farbstoff und je nach Formulierung 

Monoethylenglycol») mit dem streitbetroffenen Produkt vergleichbar. Je-

denfalls wird auch von der Vorinstanz nichts anderes geltend gemacht. 

6.3.2.2 Die Vorinstanz weist hingegen darauf hin, beim von der genannten 

Einreihungsavise betroffenen Produkt handle es sich «wie es die Bezeich-

nung umschreibt, in erster Linie um ein konzentriertes Gefrierschutzmittel 

bzw. Enteisungsmittel» (Vernehmlassung, Ziff. II.2.7).  

6.3.2.3 Es trifft zu, dass die besagte Einreihungsavise ein als «Konzentrier-

tes Gefrierschutzmittel» bezeichnetes Produkt betrifft. Dieses wird jedoch 

gemäss der Beschreibung («Nach der Verdünnung mit Wasser ist es zur 

Enteisung oder zur Reinigung von Windschutzscheiben bestimmt») und 

den Schlagwörtern («zur Enteisung / zur Reinigung von Windschutzschei-

ben / aus Ethylalkohol / Enteiser») auch zum Reinigen der Windschutz-

scheiben verwendet (vgl. E. 3.7.4). Zudem ist auch das vorliegende Pro-

dukt für die Verwendung mit Wasser zu verdünnen (vgl. E. 4.1.2). Die un-

terschiedliche Bezeichnung der Waren bildet vor dem Hintergrund der ver-

gleichbaren Zusammensetzung und Verwendung der Produkte kein rechts-

wesentliches Unterscheidungskriterium. Hinzu kommt, dass auch die ge-

nannte Einreihungsavise in Anwendung der Ziff. 3c) AV erfolgte (vgl. 

E. 3.7.4). Mit anderen Worten kam auch in jenem Fall eine Einreihung in 

verschiedene Tarifnummern in Betracht und es konnte – wie vorlie-

gend – kein Stoff oder Bestandteil ermittelt werden, der dem Produkt sei-

nen massgeblichen Charakter verleiht (vgl. E. 6). Weshalb es sich unter 

diesen Umständen beim beurteilten Produkt «in erster Linie» um ein Ge-

frierschutzmittel bzw. Enteisungsmittel gehandelt haben soll, ist für das 

Bundesverwaltungsgericht nicht nachvollziehbar. 

6.3.2.4 Einreihungsavisen werden von der Weltzollorganisation auf Vor-

schlag des Ausschusses des HS genehmigt und dienen der einheitlichen 

Auslegung der völkerrechtlich festgelegten Nomenklatur. Die Vertragsstaa-

ten haben ihnen bei der nationalen Zolltarifeinreihung grundsätzlich Folge 

zu leisten (vgl. E. 3.4.3). Die Vorinstanz weist zwar zu Recht darauf hin, 

dass bei zwingenden Gründen (etwa wenn eine von der Weltzollorganisa-

tion vorgenommene Einreihung mit Blick auf den Wortlaut des schweizeri-

schen Gebrauchstarifs unhaltbar ist oder der Einreihungsvorschlag auf-

grund gefestigter wissenschaftlicher Erkenntnisse überholt ist) von diesen 

abgewichen werden kann (vgl. BGE 147 II 441 E. 4.5.3). Sie legt jedoch 

nicht dar, inwiefern mit Bezug auf die betroffene Einreihungsavise solche 

A-4116/2021 

Seite 27 

zwingenden Gründe vorliegen könnten. Solche zwingenden Gründe sind 

für das Bundesverwaltungsgericht auch nicht ersichtlich. Die Einreihung 

des streitbetroffenen Produkts hat somit auch aus diesem Grund in die Ta-

rifnummer 3820 zu erfolgen. 

6.4 Zusammengefasst ist die streitbetroffene Ware in die Tarifnummer 

3820 einzureihen. Diese Tarifnummer verfügt über keine Unternummern. 

Die exakte Position lautet somit 3820.0000. 

Bei diesem Ergebnis erübrigt es sich, näher auf die Ausführungen der Vor-

instanz einzugehen, wonach die streitbetroffenen Fässer à 200 Liter als «in 

Aufmachungen für dein Einzelverkauf» im Sinne der Unternummer 

3402.2000 anzusehen sind (vgl. zum Begriff «in Aufmachungen für den 

Einzelverkauf» im Sinne dieser Unternummer: Urteil des BVGer  

A-2663/2021 vom 7. Juni 2023 E. 4).  

7.  

Die Beschwerde ist im Sinne der Erwägungen gutzuheissen, soweit darauf 

einzutreten ist (vgl. E. 1.4). Der Beschwerdeentscheid vom 12. August 

2021 ist aufzuheben. 

8.  

8.1 Der Beschwerdeführerin sind als obsiegende Partei keine Verfahrens-

kosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 3 VwVG). Der einbezahlte Kostenvor-

schuss in Höhe von Fr. 1'400.– ist der Beschwerdeführerin zurückzuerstat-

ten. 

Der Vorinstanz können keine Verfahrenskosten auferlegt werden (Art. 63 

Abs. 2 VwVG). 

8.2 Die Vorinstanz hat der obsiegenden Beschwerdeführerin eine Partei-

entschädigung auszurichten (Art. 64 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 7 

Abs. 2 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

Parteien, die Anspruch auf Parteientschädigung erheben, haben eine de-

taillierte Kostennote einzureichen (Art. 14 Abs. 1 VGKE). Das Bundesver-

waltungsgericht legt die Parteientschädigung aufgrund der eingereichten 

Kostennote oder, wenn keine Kostennote eingereicht wird, aufgrund der 

Akten fest (Art. 14 Abs. 2 VGKE). Das Anwaltshonorar wird nach dem not-

wendigen Zeitaufwand bemessen (Art. 10 Abs. 1 VGKE). 

A-4116/2021 

Seite 28 

Vorliegend hat der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin keine Kosten-

note eingereicht. Die Parteientschädigung wird praxisgemäss auf 

Fr. 2'100.– festgesetzt. 

9.  

Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet über Tarifstreitigkeiten im 

Sinne von Art. 83 Bst. l des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(BGG, SR 173.110) letztinstanzlich. 

(Das Dispositiv folgt auf der nächsten Seite). 

  

A-4116/2021 

Seite 29 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beilagen 2 und 6 zur E-Mail der Vorinstanz vom 24. August 2023 wer-

den aus den Akten gewiesen. 

2.  

Der Antrag der Beschwerdeführerin um Edition des Gesprächsprotokolls 

der Vorinstanz zum Telefongespräch vom 23. August 2023 sowie der An-

trag um Einsicht in dasselbe werden als gegenstandslos geworden abge-

schrieben. 

3.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit darauf eingetreten wird. Der 

Beschwerdeentscheid vom 12. August 2021 wird aufgehoben. 

4.  

Die am 17. August 2020 bzw. zwischen dem 8. März 2021 und dem 14. Juli 

2021 zur Einfuhr angemeldeten Sendungen «(Produktname)» sind unter 

der Tarifnummer 3820.0000 zuzulassen. 

5.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der einbezahlte Kostenvor-

schuss in Höhe von Fr. 1'400.– wird der Beschwerdeführerin zurückerstat-

tet. 

6.  

Die Vorinstanz wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin eine Parteient-

schädigung in Höhe von Fr. 2'100.– zu bezahlen. 

7.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin und die Vorinstanz. 

 

(Die Unterschriften folgen auf der nächsten Seite.)  

A-4116/2021 

Seite 30 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Iris Widmer Anna Begemann 

 

 

Versand: 

 

  

A-4116/2021 

Seite 31 

Zustellung erfolgt an: 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Gerichtsurkunde)