# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a5fc338d-e2d5-5136-804d-012bbfaedd79
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-09-01
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 01.09.2015 S 2014 83
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2014-83_2015-09-01.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 14 83

2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Moser
Richter Meisser, Racioppi 

Aktuarin ad hoc Allemann

URTEIL

vom 1. September 2015

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

Beschwerdeführer

gegen 

B._____ Versicherungsgesellschaft AG,

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

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1. A._____ war bis zu seinem Unfall am 4. August 2009 zu 60 % als Experte 

beim C._____ angestellt. Gestützt auf dieses Arbeitsverhältnis war er bei 

der B._____ Versicherungsgesellschaft AG (nachfolgend B._____) gegen 

die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Daneben 

absolvierte er von Januar 2008 bis November 2010 den 

Masterstudienlehrgang in Coaching und Mentoring an der 

Fachhochschule Nordwestschweiz. Gemäss Unfallmeldung vom 

12. August 2009 wurde A._____ am 4. August 2009 als Passant in 

X._____ von einem Unbekannten angegriffen und dabei verletzt. Die 

Erstbehandlung erfolgte am 5. August 2009 am Notfallzentrum des 

Spitals in X._____, wo eine Wadenkontusion links sowie eine 

Schädelkontusion diagnostiziert wurden. Ferner wurde aufgrund der 

vorhandenen psychosomatischen Problematik ein mehrtätiger stationärer 

Aufenthalt bei den Universitären Psychiatrischen Diensten X._____ 

notwendig. Die Arbeitsunfähigkeit betrug ab dem 4. August 2009 100 %, 

ab dem 7. September 2009 50 % und ab dem 1. Januar 2010 20 %. 

A._____ nahm am 1. April 2010 seine Tätigkeit im bisherigen Pensum 

von 60 % wieder auf. Die B._____ übernahm in der Folge die 

Heilbehandlungen und erbrachte Taggeldleistungen.

2. Die B._____ holte bei den behandelnden Ärzten die medizinischen 

Berichte ein und beauftragte Dr. med. D._____ mit der neurologischen 

Begutachtung von A._____. Im Gutachten vom 28. Februar 2013 hielt 

diese fest, dass eine Kausalität der Gesundheitsschädigung mit dem 

Unfall nicht mehr gegeben sei und derzeit keine Arbeitsunfähigkeit mehr 

bestehe.

3. Mit Verfügung vom 20. März 2013 stellte die B._____ die 

Versicherungsleistungen infolge Erreichens des Status quo ante per 

31. August 2010 ein. Die dagegen erhobene Einsprache vom 16. April 

2013 wies sie mit Einspracheentscheid vom 26. Mai 2014 ab. 

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4. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A._____ (nachfolgend 

Beschwerdeführer) am 24. Juni 2014 Beschwerde beim 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Darin beantragte er, der 

Einspracheentscheid sei aufzuheben und die B._____ anzuweisen, die 

ihm nach dem 31. August 2010 zustehenden Leistungen auszubezahlen. 

Der Fall sei von unabhängigen medizinischen Personen zu beurteilen. Er 

habe am 4. August 2009 in X._____ einer schwangeren Frau helfen 

wollen und sei dann von einem Mann niedergeschlagen und auf Englisch 

mit dem Tod bedroht worden, während fünf Kollegen des Mannes hinter 

ihm gewartet hätten. Seit diesem Unfallereignis leide er vermehrt an 

Nacken- und Kopfschmerzen. Solche hätten aufgrund eines früheren 

Unfalls bestanden, jedoch seien Intensität und Häufigkeit deutlich tiefer 

gewesen. Die B._____ stütze sich auf das Gutachten der Neurologin 

Dr. med. D._____ vom 28. Februar 2013, mit diesem sei er aber nicht 

einverstanden. Die Gutachterin sei nicht auf die Schlussfolgerungen von 

Dr. med. E._____ eingegangen. Der psychiatrische Aspekt sei weder von 

der Gutachterin noch von der B._____ näher abgeklärt worden. Die 

Gutachterin habe keine klaren Aussagen zur Kausalitätsfrage gemacht. 

Es wäre notwendig gewesen, neben den neurologischen zumindest auch 

rheumatologische und psychiatrische Abklärungen vorzunehmen. 

Gemäss Gutachterin sei die Arbeitsfähigkeit wieder voll hergestellt. Die 

Ärzte hätten jedoch lediglich eine 60%ige Arbeitsfähigkeit attestiert. Dass 

eine Steigerung auf ein 80%- oder 100%-Pensum nicht mehr möglich 

gewesen sei, habe niemand genau untersucht. Die B._____ müsse 

nochmals ein Gutachten in Auftrag geben oder dann auf die Berichte der 

behandelnden Ärzte abstellen. Diese würden alle bestätigen, dass sich 

sein Gesundheitszustand nach dem Unfall nochmals erheblich 

verschlechtert habe. Es sei deshalb nicht verständlich, weshalb Dr. med. 

D._____ die Ansicht vertrete, der Status quo sine sei ein Jahr nach dem 

Unfallereignis eingetreten. Dies habe sie auch nicht genauer erläutert. 

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Nach dem Unfall habe er diverse Therapien gemacht, ohne 

durchschlagenden Erfolg. Immerhin habe er die Arbeitsfähigkeit auf 60 % 

halten können. Der Endzustand sei aber noch nicht erreicht. 

5. In ihrer Vernehmlassung vom 4. August 2014 beantragte die B._____ 

(nachfolgend Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde, 

soweit darauf eingetreten werden könne. Der Beschwerdeführer mache 

erstmals geltend, vom Angreifer auf Englisch mit dem Tod bedroht 

worden zu sein. Dem Beweiswert dieser Aussage komme daher keine 

relevante Bedeutung zu. Das Arbeitspensum des Beschwerdeführers im 

Zeitpunkt des Unfalls habe 60 % betragen, nach dem Unfall sei der 

Beschwerdeführer ab 1. April 2010 wieder voll arbeitsfähig gewesen, d.h. 

er habe sein 60%-Pensum wieder voll aufnehmen können. Das 

Konsiliargutachten von Dr. med. D._____ vom 28. Februar 2013 habe 

vollen Beweiswert. Von einer weiteren medizinischen Begutachtung seien 

keine weiteren Erkenntnisse zu erwarten. Es bestehe selbst bei 

fehlendem Beweiswert des Gutachtens Dr. med. D._____ kein Anspruch 

auf weitere Versicherungsleistungen gegenüber der Beschwerdegegnerin 

über den 31. August 2010 hinaus. Der nach einem ersten Unfall mit HWS-

Distorsion im Jahre 2001 bestehende Vorzustand sei durch den Unfall 

vom 4. August 2009 unbestrittenermassen verschlimmert worden. Die 

Verschlimmerung sei jedoch nur vorübergehender Natur gewesen. 

Hinzugekommen seien unfallfremde degenerative Veränderungen der 

HWS. Gemäss dem Gutachten sei der Status quo sine vel ante ein Jahr 

nach dem Unfall, also am 4. August 2010, erreicht gewesen. 

Entsprechend habe die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen per 

31. August 2010 eingestellt. Die Arbeitsfähigkeit sei spätestens am 

1. April 2010 wieder im gleichen Ausmass wie vor dem Unfall hergestellt 

gewesen. Aus diesem Grund habe mit weiteren Heilbehandlungen keine 

Verbesserung der Arbeitsfähigkeit mehr erreicht werden können und der 

Endzustand sei in diesem Zeitpunkt erreicht worden. Der natürliche und 

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der adäquate Kausalzusammenhang der geltend gemachten 

Beschwerden zum Unfallereignis vom 4. August 2009 fehlten. Damit 

bestünde auch kein Anspruch auf eine Invalidenrente und eine 

Integritätsentschädigung nach UVG.

6. In seiner Replik (freigestellte Stellungnahme) vom 25. August 2014 

wiederholte und vertiefte der Beschwerdeführer seinen Standpunkt 

insbesondere bezüglich des Gutachtens von Dr. med. D._____. Seine 

Aussage zum Hergang der Attacke decke sich mit den am 5. August 2009 

erhobenen, polizeilichen und ärztlichen Befragungen. Die 

Beschwerdegegnerin sei auf die Argumente, wenn überhaupt, nur 

teilweise eingegangen. 

7. Nach der Aufforderung zur Duplik ersuchte die Beschwerdegegnerin am 

8. September 2014 um Sistierung des Verfahrens bis zum 7. November 

2014, da auf Antrag des Beschwerdeführers Vergleichsverhandlungen 

betreffend die streitige Leistungseinstellung aufgenommen worden seien. 

In der Folge wurde das Verfahren mit Verfügung vom 9. September 2014 

sistiert. 

8. Auf Antrag der Beschwerdegegnerin vom 14. November 2014 wurde die 

Sistierung des Verfahrens aufgehoben und ihr in der Folge eine Frist zur 

Einreichung einer Duplik angesetzt.

9. In der Duplik vom 8. Dezember 2014 machte die Beschwerdegegnerin 

Ausführungen zum Hergang des Angriffs anhand der Akten der 

Staatsanwaltschaft X._____, in welche sie zwischenzeitlich Einsicht 

genommen hatte. Der Beschwerdeführer habe sich nicht über einen 

Zeitraum von rund 30 Minuten in einer konkret lebensbedrohlichen 

Situation befunden, der er hilflos ausgeliefert gewesen sei. Bei dieser 

Ausgangslage sei gestützt auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung 

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davon auszugehen, dass im Zeitpunkt der Leistungseinstellung per 

31. August 2010 nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der 

allgemeinen Lebenserfahrung kein (adäquater) Kausalzusammenhang 

zwischen den psychischen Beschwerden des Beschwerdeführers und 

dem Unfallereignis vom 4. August 2009 bestanden habe. Er habe sich 

organisch nur geringfügig verletzt.

10. Dem beschwerdegegnerische Beweisantrag auf Edition des 

Unfalldossiers betreffend das Ereignis vom 1. Juli 2001 aus den Händen 

der F._____- Versicherungen AG sowie auf Edition der Strafakten aus 

den Händen der Staatsanwaltschaft des Kantons X._____ wurde 

entsprochen. Die Instruktionsrichterin verlangte mit prozessleitenden 

Verfügungen vom 9. Dezember 2014 die entsprechenden Akten. 

Die Parteien verzichteten auf eine Stellungnahme zu den editierten Akten. 

11. In der unaufgeforderten Triplik vom 30. Dezember 2014 hielt der 

Beschwerdeführer im Wesentlichen an seinen Anträgen und 

Begründungen fest. 

12. Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Schreiben vom 19. Januar 2015 

auf die Einreichung einer Quadruplik. 

13. In einer weiteren Eingabe vom 17. Februar 2015 führte der 

Beschwerdeführer aus, dass das Gutachten, auf welches sich die 

Beschwerdegegnerin stütze, von einer Ärztin erstellt worden sei, die ihr 

Diplom im Jahre 1965 erhalten habe und demzufolge 75 Jahre oder älter 

gewesen sein dürfte. Darüber hinaus rügte er das Vorgehen der Ärztin 

während der Begutachtung.

Die Beschwerdegegnerin äusserte sich nicht dazu. 

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14. Die Beschwerdegegnerin reichte am 30. April 2015 eine Stellungnahme 

zu den – mit Verfügung des Verwaltungsgerichts vom 24. März 2015 

eingeholten – IV-Akten der IV-Stelle des Kantons Graubünden ein. Sie 

habe erst mit den editierten Akten Kenntnis von den zwei Medas-

Gutachten vom 12. Dezember 2006 und 5. Juni 2008 erhalten und habe 

diese auch mangels Kenntnis der Gutachterin nicht zur Verfügung stellen 

können. Der Beschwerdeführer habe sie nie darüber informiert; dies stelle 

eine Verletzung der Informationspflicht nach Art. 28 Abs. 2 ATSG dar. 

Das Vorenthalten von Informationen sei umso stossender, als der 

Beschwerdeführer und sein Rechtsanwalt die Kritik am Gutachten von 

Dr. med. D._____ zu ihrem zentralen Argument im Einsprache- und 

Rechtsmittelverfahren erhoben hätten. Falls das Gericht das Gutachten 

von Dr. med. D._____ aufgrund der fehlenden Vorakten für nicht 

beweiskräftig genug halte, sei ein interdisziplinäres Gerichtsgutachten 

einzuholen, jedoch ohne Kostenfolge für die Beschwerdegegnerin. Eine 

weitere Begutachtung sei indes nicht notwendig, da die Adäquanz auf 

Basis der allgemeinen Adäquanzformel bei Schreckereignissen sowie 

unter Anwendung der Schleudertrauma-Praxis zu verneinen sei. 

15. In der Stellungnahme vom 17. Juni 2015 wehrte sich der 

Beschwerdeführer gegen den Vorwurf der Pflichtwidrigkeit. Die 

Argumentation der Beschwerdegegnerin beweise, dass keine genaue 

Prüfung seines Falles vorgenommen worden sei, respektive offensichtlich 

kein Interesse an der vollumfänglichen Abklärung seiner Beschwerden 

bestanden habe. Die Beschwerdegegnerin berücksichtige die 

Gesamtumstände des Unfalls nicht. Die Adäquanz sei zu bejahen, da im 

vorliegenden Fall fünf Kriterien teilweise besonders ausgeprägt erfüllt 

seien. Zu prüfen sei auch die neuste Rechtsprechung des Bundesgerichts 

bezüglich Schleudertrauma. 

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16. Daraufhin reichte die Beschwerdegegnerin am 2. Juli 2015 eine weitere 

Stellungnahme ein. Ihre Abklärungspflicht entlaste den Beschwerdeführer 

nicht von seiner Mitwirkungspflicht. Das Gutachten von Dr. med. D._____ 

sei eine beweiskräftige neurologische Befunderhebung und 

Begutachtung. Vorliegend sei nicht der natürliche, sondern der adäquate 

Kausalzusammenhang von Interesse. Die geltend gemachten 

Beschwerden seien im Zeitpunkt der Leistungseinstellung offensichtlich 

nicht mehr organischer Natur gewesen. Die neuste Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zur Aufgabe der Überwindbarkeitsvermutung bei 

Schmerzpatienten sei vorliegend nicht relevant, denn sie betreffe die 

Invalidität und nicht die Adäquanz. 

17. Mit Schreiben vom 7. Juli 2015 verzichtete der Beschwerdeführer auf eine 

weitere Stellungnahme. 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften sowie 

auf den angefochtenen Einspracheentscheid wird, soweit erforderlich, in 

den Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid 

der Beschwerdegegnerin vom 26. Mai 2014. Gegen solche Entscheide 

kann beim Versicherungsgericht desjenigen Kantons Beschwerde 

erhoben werden, in dem die versicherte Person zum Zeitpunkt der 

Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat (Art. 1 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20] i.V.m. 

Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Zum 

Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung wohnte der Beschwerdeführer im 

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Kanton Graubünden, weshalb das Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde örtlich 

zuständig ist. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichtes ergibt 

sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100), wonach das 

Verwaltungsgericht als kantonales Versicherungsgericht Beschwerden 

gegen Einspracheentscheide und Verfügungen in 

Sozialversicherungssachen beurteilt, die gemäss Bundesrecht der 

Beschwerde unterliegen. Als Adressat des angefochtenen 

Einspracheentscheids ist der Beschwerdeführer berührt und weist ein 

schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Abänderung auf 

(Art. 59 ATSG). Auf die zudem frist- und formgerecht eingereichte 

Beschwerde ist somit einzutreten.

2. a) Streitig und zu prüfen ist die Frage, ob der Beschwerdeführer aufgrund 

des am 4. August 2009 erlittenen Unfallereignisses auch über den 

31. August 2010 hinaus Anspruch auf Leistungen aus der obligatorischen 

Unfallversicherung hat. Die Beantwortung dieser Frage hängt 

insbesondere davon ab, ob der natürliche und der adäquate 

Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 4. August 2009 

und den Beschwerden des Beschwerdeführers ab dem 1. September 

2010 noch gegeben sind. 

b) Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG werden, soweit das Gesetz nichts anderes 

bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, 

Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt. In diesen Fällen hat 

der Versicherte in Form von kurzfristigen Versicherungsleistungen 

Anspruch auf zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Art. 10 UVG) 

und Taggelder, welche den durch die gesundheitliche Beeinträchtigung 

erlittenen Erwerbsausfall ausgleichen sollen (Art. 15 und 16 UVG). Ist der 

Versicherte infolge des Unfalls zu 10 % invalid (Art. 8 ATSG), so kann er 

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eine Invalidenrente beanspruchen (Art. 18 Abs. 1 UVG), wenn von der 

Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des 

Gesundheitszustands des Versicherten zu erwarten ist und allfällige 

Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen 

sind (Art. 19 UVG). Diese Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt 

jedoch voraus, dass zwischen dem Unfallereignis (Art. 4 ATSG, Art. 7, 8 

UVG) und der gesundheitlichen Schädigung ein natürlicher und adäquater 

Kausalzusammenhang besteht (Art. 6 Abs. 1 UVG; BGE 129 V 177 E.3). 

Dabei müssen die beiden Erfordernisse des natürlichen und adäquaten 

Kausalzusammenhangs kumulativ erfüllt sein. Scheitert der geltend 

gemachte Anspruch an einer dieser Voraussetzungen, entfällt die 

Leistungspflicht des Unfallversicherers. Im Bereich der organisch 

ausgewiesenen Unfallfolgen spielt die Adäquanz als rechtliche 

Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang 

ergebenden Leistungspflicht allerdings praktisch keine Rolle, weil sich 

hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE 

134 V 109 E.2.1, 117 V 359 E.6). Ursachen im Sinne des natürlichen 

Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein 

der eingetretene Erfolg nicht als verwirklicht gedacht werden kann. Ob 

zwischen dem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung 

ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber 

die Verwaltung und im Beschwerdefall der Richter nach dem im 

Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit zu befinden hat (BGE 129 V 177 E.3.1, 119 V 335 E.1, 

118 V 286 E.1b). 

3. a) Wird durch ein Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder 

überhaupt erst manifest, entfällt die Leistungspflicht des 

Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht mehr die natürliche und 

adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also 

Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen 

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beruht. Dies trifft dann zu, wenn der (krankhafte) Gesundheitszustand 

erreicht ist, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo 

ante), oder wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines 

krankhaften Vorzustands auch ohne Unfall früher oder später eingestellt 

hätte (Status quo sine; Urteil des Bundesgerichtes 8C_84/2010 vom 

1. Juni 2010 E.2.1 mit Hinweisen). 

b) Der Beweis des Wegfalls des natürlichen Kausalzusammenhangs muss 

nicht durch den Nachweis unfallfremder Ursachen erbracht werden. 

Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen 

Beweis zu verlangen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliege oder 

die versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei. Entscheidend ist 

allein, ob unfallbedingte Ursachen des Gesundheitsschadens ihre kausale 

Bedeutung verloren haben, also dahingefallen sind (Urteil des 

Bundesgerichtes 8C_79/2011 vom 9. März 2011 E.2.2 mit Hinweisen). 

Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen 

eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht 

allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender 

ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei 

um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast nicht 

bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RUMO-

JUNGO/HOLZER, in: MURER/STAUFFER [Hrsg.], Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, 4. Aufl., Zürich 2012, Art. 6 S. 54 f.; Urteil des 

Bundesgerichts 8C_79/2011 vom 9. März 2011 E.2.2 mit Hinweisen). 

Dabei ist zu beachten, dass die Parteien im Sozialversicherungsprozess 

eine Beweislast nur insofern tragen, als im Falle der Beweislosigkeit der 

Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen 

gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte (BGE 117 V 261 E.3b). 

Bevor sich aber überhaupt die Frage der Beweislast stellt, ist der 

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Sachverhalt im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes richtig und 

vollständig zu klären (Urteil des Bundesgerichtes 8C_354/2007 vom 

4. August 2008 E.2.2).

c) Sowohl das Verwaltungsverfahren wie auch der kantonale 

Sozialversicherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz 

beherrscht (Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben 

Verwaltung und Sozialversicherungsgericht den rechtserheblichen 

Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen. Diese Untersuchungspflicht 

dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs 

erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht. Bleiben 

erhebliche Zweifel an der Vollständigkeit und/oder Richtigkeit der bisher 

getroffenen Tatsachenfeststellungen, ist weiter zu ermitteln, soweit von 

zusätzlichen Abklärungsmassnahmen noch neue wesentliche 

Erkenntnisse zu erwarten sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_616/2013 

vom 28. Januar 2014 E.2.1). Diese Untersuchungspflicht wird ergänzt 

durch die Mitwirkungspflicht der Parteien. Die versicherte Person hat dem 

Unfallversicherer all jene Umstände anzugeben, die für die Beurteilung 

des Falles von Bedeutung sind und der Unfallversicherer hat 

nachzufragen und Unklarheiten nachzugehen, wenn die Angaben der 

versicherten Person unklar oder für die Beurteilung der 

Leistungsansprüche unzureichend sind (Urteile des Bundesgerichts 

U 505/05 vom 19. September 2006 E.2.1 und U 64/02 vom 26. Februar 

2004 E.2.2.3). 

4. Um die Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang zwischen 

dem schädigenden Unfallereignis und den geklagten gesundheitlichen 

Beeinträchtigungen beurteilen zu können, sind die 

Sozialversicherungsträger und im Beschwerdefall das Gericht auf 

Unterlagen bzw. Gutachten angewiesen, die ihnen vorab von Ärzten zur 

Verfügung zu stellen sind. Der Beweiswert solcher Gutachten hängt nach 

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der bundesgerichtlichen Rechtsprechung davon ab, ob sie für die 

strittigen Belange umfassend sind, die geklagten Beschwerden 

berücksichtigen, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben 

wurden, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der 

medizinischen Situation einleuchten und in den Schlussfolgerungen zu 

überzeugen vermögen. Ausschlaggebend für den Beweiswert ärztlicher 

Stellungnahmen ist somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch 

dessen Bezeichnung als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E.5.1; 

125 V 351 E.3b). Dennoch hat es das Bundesgericht mit dem Grundsatz 

der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf 

bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für 

die Beweiswürdigung aufzustellen. Danach haben Gutachten 

versicherungsexterner Ärzte vollen Beweiswert, wenn die die 

vorgenannten Anforderungen erfüllen und nicht konkrete Indizien gegen 

deren Zuverlässigkeit sprechen (BGE 124 V 353 E.3b/bb). Nur wenn die 

Schlüssigkeit eines solchen Gutachtens in wesentlichen Punkten als 

zweifelhaft erscheint, sind ergänzende Beweisvorkehren in Betracht zu 

ziehen und nötigenfalls anzuordnen (vgl. BGE 121 1a 146 E.1c; MÜLLER, 

Das Verwaltungsverfahren der Invalidenversicherung, X._____ 2010, 

N. 1724).

5. Bei der Prüfung des natürlichen Kausalzusammenhangs stellt sich für das 

Gericht die Frage, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht auf das 

Gutachten von Dr. med. D._____ abgestellt hat. Die Beschwerdegegnerin 

stellt sich – unter Hinweis auf dieses Gutachten – auf den Standpunkt, 

dass die Leistungseinstellung per 31. August 2010 aufgrund 

weggefallener natürlicher Kausalität zu Recht erfolgt sei. Demgegenüber 

übt der Beschwerdeführer Kritik am Gutachten von Dr. med. D._____. Es 

sei unklar und nicht eindeutig. Die Gutachterin habe die bereits 

bestehenden Arztberichte nicht berücksichtigt und ihre 

Schlussfolgerungen nicht nachvollziehbar begründet. Die Gutachterin sei 

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Neurologin, er leide aber nicht nur an neurologischen Problemen. 

Notwendig seien darüber hinaus auch psychische und rheumatische 

Abklärungen. Es sei eine Neubegutachtung erforderlich oder auf die 

Berichte der behandelnden Ärzte abzustellen.

6. a) Die Kritik des Beschwerdeführers am neurologischen Gutachten von 

Dr. med. D._____ ist nicht unbegründet. Psychiatrische sowie 

orthopädische und rheumatologische Aspekte werden im Gutachten nicht 

thematisiert. Es ist nicht umfassend und berücksichtigt die geklagten 

Beschwerden des Beschwerdeführers nur ungenügend. Das 

neurologische Gutachten für sich alleine vermag damit nicht schlüssig 

und nachvollziehbar darzutun, dass der Status quo sine vel ante ein Jahr 

dem Unfallereignis eingetreten sein soll. Im Weiteren nimmt Dr. med. 

D._____ eine Beurteilung vor, ohne die vollständigen medizinischen 

Vorakten zu kennen. Die beiden früheren polydisziplinären Medas-

Gutachten vom 12. Dezember 2006 (zuhanden der F._____- 

Versicherung AG [zuständig für Unfall vom 1. Juli 2001], vgl. editierte 

Akten der F._____- Versicherungen AG Register 5 und IV-act. 79) und 

vom 5. Juni 2008 (zuhanden der IV-Stelle, IV-act. 105) lagen ihr nicht vor. 

Dennoch weist sie in ihrem Gutachten am Schluss unter Bemerkungen 

darauf hin, dass offenbar schon beim ersten Unfall 2001 ein sehr 

protrahierter Verlauf bestand und den Akten nach zu schliessen auch 

mehrere Begutachtungen erfolgt seien (vgl. Akten der 

Beschwerdegegnerin [Bg-act.] 99 S. 13). Vor diesem Hintergrund ist es 

geradezu unverständlich und zeugt nicht gerade von ärztlicher 

Sorgfaltspflicht, wenn die Gutachterin gleichwohl eine medizinische 

Beurteilung vornimmt, ohne die erwähnten Vorakten zu kennen respektive 

ohne ihre Auftraggeberin auf das Bestehen von früheren Gutachten 

hinzuweisen. Ohne Kenntnis dieser medizinischen Vorakten ist es der 

Gutachterin auch nicht möglich zu beurteilen, wann der Status quo sine 

vel ante eingetreten ist und sie kann auch nicht nachvollziehbar 

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begründen, dass der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem 

Unfall vom 4. August 2009 und den geklagten Beschwerden weggefallen 

ist. Die Beschwerdegegnerin führt sodann selber aus, dass es Dr. med. 

D._____ ohne Kenntnis der Vorakten nicht möglich gewesen sei, sich ein 

umfassendes Bild über den Vorzustand zu machen und dass sie (die 

Beschwerdegegnerin) – hätte sie von den Vorgutachten Kenntnis gehabt 

– möglicherweise zusätzliche Disziplinen (beispielsweise Psychiatrie) in 

die Begutachtung einbezogen hätte (vgl. beschwerdegegnerische 

Stellungnahme vom 30. April 2015 S. 3). Auf das Gutachten von Dr. med. 

D._____ kann deshalb nicht abgestellt werden, da ihm kein voller 

Beweiswert zukommt (vgl. BGE 125 V 351 E.3a; vgl. vorne E.4). 

b) Sodann sind die Ausführungen der Beschwerdegegnerin in ihrer 

Stellungnahme vom 30. April 2015 zu den editierten IV-Akten, wo sie dem 

Beschwerdeführer vorwirft, seine Informationspflicht verletzt zu haben, 

nicht haltbar. Wer Versicherungsleistungen beansprucht, muss zwar nach 

Art. 28 Abs. 2 ATSG unentgeltlich alle Auskünfte erteilen, die zur 

Abklärung des Anspruchs und zur Festsetzung der 

Versicherungsleistungen erforderlich sind. Dies entbindet den 

Versicherungsträger jedoch nicht von seiner Abklärungspflicht nach 

Art. 43 Abs. 1 ATSG. In den Akten der Beschwerdegegnerin ergeben sich 

an verschiedenen Stellen Hinweise auf das Unfallereignis vom 1. Juli 

2001 und den entsprechenden Vorzustand des Beschwerdeführers (vgl. 

z.B. Bg-act. 9, 20, 22, 24, 33, 48, 60, 91, 112). Bereits in der 

medizinischen Beurteilung vom 4. Dezember 2009 (vgl. Bg-act. 22) wies 

Dr. med. G._____ auf die lange komplizierte Vorgeschichte des 

Beschwerdeführers mit HWS Distorsion und multiplen Gutachten hin und 

am 14. Januar 2010 (Bg-act. 29) erwähnte er erneut, dass es wegen des 

früheren HWS-Traumas ordnerweise Befunde, Gutachten und 

Gegengutachten etc. gebe. Dr. med. D._____ hielt in ihrem Gutachten, 

wie bereits erwähnt, ebenfalls fest, dass mehrere Begutachtungen 

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offenbar bereits erfolgt seien (Bg-act. 99 S. 13). Gleichermassen hielt der 

Hausarzt Dr. med. H._____ in seinen Berichten verschiedentlich fest, 

dass unfallfremde Faktoren (vorbestehendes chronisches 

zervikozephales und -brachiales Schmerzsyndrom) im Heilungsverlauf 

relevant seien (Bg-act. 20, 33, 40). Es wäre also in erster Linie an der 

Beschwerdegegnerin gelegen, die entsprechenden Abklärungen 

vorzunehmen und insbesondere auch die entsprechenden Akten 

betreffend das Unfallereignis vom 1. Juli 2001 beim vormaligen 

Unfallversicherer einzuholen. Diese Unterlassung muss sie sich 

vorwerfen lassen. Die Beschwerdegegnerin hätte zudem ohne Weiteres 

auch die Möglichkeit gehabt, die IV-Akten einzufordern. In der Duplik vom 

8. Dezember 2014 erwähnt die Beschwerdegegnerin, dass sie auch 

Einsicht in die Akten des damals zuständigen Unfallversicherers 

(F._____- Versicherungen AG) genommen habe und sich dieser 

hinsichtlich des Vorereignisses im Jahre 2001 bei der 

Leistungseinstellung per 31. Juli 2007 mangels Kausalität auf ein 

polydisziplinäres Gutachten des Spitals X._____ vom 12. Dezember 2006 

gestützt habe (vgl. Duplik Ziff. Ad II./6 S. 5 oben). Wenn die 

Beschwerdegegnerin nun argumentiert, sie hätte erst mit den – durch das 

Gericht – editierten IV-Akten Kenntnis von den Vorgutachten erhalten und 

dem Beschwerdeführer eine Verletzung der Informationspflicht vorwirft, so 

ist dies in keiner Weise haltbar. Die Beschwerdegegnerin ist vorliegend 

ihrer Abklärungspflicht gemäss Art. 43 Abs. 1 ATSG nicht ausreichend 

nachgekommen.

c) Wenn die Beschwerdegegnerin darüber hinaus auch noch der Meinung 

ist, dass – falls das Gericht das Gutachten von Dr. med. D._____ für die 

auf den 31. August 2010 verfügte Leistungseinstellung für nicht 

beweiskräftig genug halte – ein interdisziplinäres Gerichtsgutachten 

einzuholen sei, wobei eine Kostentragung durch die Beschwerdegegnerin 

infolge der Informationspflichtverletzung durch den Beschwerdeführer 

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nicht in Frage komme, so kann ihr nicht gefolgt werden. Das Gericht hat – 

entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin – nicht die 

Versäumnisse des Versicherungsträgers zu korrigieren.

7. Die Beschwerdegegnerin bringt in ihrer Stellungnahme vom 30. April 

2015 sodann vor, dass, falls der adäquate Kausalzusammenhang zu 

verneinen sei, die Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang 

offen bleiben könne. Dies trifft zwar nach der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung zu. Anders ist aber in jenen Fällen zu entscheiden, in 

denen der medizinische Sachverhalt für eine einwandfreie 

Adäquanzprüfung nicht hinreichend abgeklärt ist (BGE 135 V 465 E.5.1 

m.H. auf 8C_251/2009 vom 7. Mai 2009 E.2.1), wie das vorliegend, wie 

gesehen, der Fall ist.

8. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der medizinische Sachverhalt 

vorliegend nicht genügend abgeklärt worden ist. Das mangelhafte 

neurologische Gutachten von Dr. med. D._____ erlaubt es nicht, gestützt 

darauf vom medizinischen Endzustand (vgl. Art. 19 UVG) bzw. Erreichens 

des Status quo sine vel ante ein Jahr nach dem Unfallereignis 

auszugehen und die Leistungseinstellung per 31. August 2010 zu 

begründen. Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde 

somit gutzuheissen und der angefochtene Einspracheentscheid vom 

26. Mai 2014 ist aufzuheben. Die Angelegenheit ist zur medizinischen 

Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Diese wird – 

unter Beachtung der Mitwirkungsrechte des Beschwerdeführers (vgl. BGE 

138 V 318 E.6.1.4) – ein versicherungsexternes polydisziplinäres 

Gutachten (rheumatologisch/orthopädisch, psychiatrisch, neurologisch 

und allenfalls weiteren Disziplinen, soweit die Gutachter dies für 

erforderlich erachten) einzuholen haben, wobei den beauftragten 

Gutachtern selbstredend die vollständigen Akten inklusive der Vorakten 

zur Verfügung zu stellen sind. Danach wird die Beschwerdegegnerin über 

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den Leistungsanspruch des Beschwerdeführers neu zu entscheiden 

haben. 

9. Gemäss Art. 61 lit. a ATSG ist das kantonale Beschwerdeverfahren in 

Sozialversicherungssachen – ausser bei leichtsinniger oder mutwilliger 

Prozessführung – für die Parteien kostenlos. Demnach werden für das 

vorliegende Beschwerdeverfahren keine Kosten erhoben. Der nicht 

anwaltlich vertretene Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf Ersatz 

der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). 

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und der Einspracheentscheid vom 

26. Mai 2014 aufgehoben. Die Angelegenheit wird zur weiteren 

medizinischen Abklärung im Sinne der Erwägungen und zum neuen 

Entscheid an die B._____ Versicherungsgesellschaft AG zurückgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]