# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9bd90968-44e9-50a2-829a-cb923f46f45b
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-10-12
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 12.10.2021 SK 2021 33
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2021-33_2021-10-12.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 21 33

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 12. Oktober 2021 

Besetzung Oberrichterin Sanwald (Präsidentin i.V.), Oberrichter Zuber, 
Oberrichter Vicari
Gerichtsschreiberin Ragonesi

Verfahrensbeteiligte A.________
verteidigt durch Fürsprecher B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

Gegenstand Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Emmental-
Oberaargau (Einzelgericht) vom 28. Oktober 2020 (PEN 2020 
134)

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Mit Urteil vom 28. Oktober 2020 des Regionalgericht Emmental-Oberaargau (nach-
folgend: Vorinstanz) wurde A.________ (nachfolgend: Beschuldigter) der groben 
Verkehrsregelverletzung, begangen am 23. Mai 2019 um 15:18 Uhr in C.________, 
D.________ (Strasse), schuldig erklärt und zu einer Geldstrafe von 20 Tagessät-
zen zu CHF 220.00, ausmachend total CHF 4'400.00 (unter Gewährung des be-
dingten Vollzugs und Festlegung der Probezeit auf zwei Jahre), sowie zu einer 
Verbindungsbusse von CHF 1'100.00 (Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nicht-
bezahlung: fünf Tage) verurteilt. Gleichzeitig wurden ihm die erstinstanzlichen Ver-
fahrenskosten von CHF 2'000.00 zur Bezahlung auferlegt (pag. 127 ff.).

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete der Beschuldigte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, am 9. November 2020 fristgerecht die Berufung an (pag. 132). Nach 
Zustellung der schriftlichen Urteilsbegründung vom 14. Januar 2021 (pag. 137 ff.) 
erklärte der Beschuldigte am 1. Februar 2021 form- und fristgerecht die Berufung, 
wobei das Urteil der Vorinstanz vollumfänglich angefochten wurde (pag. 160 ff.). 
Gleichzeitig stellte der Beschuldigte die Anträge, es sei E.________, Technische 
Verkehrsüberwachung der Kantonspolizei Bern, als Zeuge einzuvernehmen und es 
sei am Ort der am 23. Mai 2019 durchgeführten Radarmessung ein Augenschein 
durchzuführen (pag. 161). Mit Verfügung vom 3. Februar 2021 wurde der General-
staatsanwaltschaft Gelegenheit geboten, innert Frist Anschlussberufung zu er-
klären oder begründet ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen sowie zu 
den gestellten Beweisanträgen des Beschuldigten Stellung zu nehmen (pag. 169 
f.). Die Generalstaatsanwaltschaft verzichtete mit Schreiben vom 15. Februar 2021 
auf eine Teilnahme am oberinstanzlichen Verfahren (pag. 176 f.). Mit Beschluss 
vom 5. März 2021 wurden die Beweisanträge des Beschuldigten abgewiesen (zur 
Begründung, vgl. pag. 178 ff.). Gleichzeitig wurde der Beschuldigte aufgefordert, 
mitzuteilen, ob er mit der Durchführung eines schriftlichen Verfahrens einverstan-
den sei (pag. 179). Nachdem sich der Beschuldigte mit Eingabe vom 
20. April 2021 mit der Durchführung eines schriftlichen Verfahrens einverstanden 
erklärte hatte (pag. 191), wurde mit Verfügung vom 21. April 2021 das schriftliche 
Verfahren angeordnet und der Beschuldigte zur Einreichung einer schriftlichen Be-
rufungsbegründung aufgefordert (pag. 193 f.). Mit Eingabe vom 25. Mai 2021 reich-
te der Beschuldigte seine schriftliche Berufungsbegründung zu den Akten (pag. 
209 ff.). Mit Verfügung vom 27. Mai 2021 erachtete die Verfahrensleitung den 
Schriftenwechsel schliesslich als abgeschlossen, gab die geänderte Zusammen-
setzung des Spruchkörpers bekannt und stellte einen schriftlichen Entscheid in den 
nächsten Wochen in Aussicht (pag. 221 f.).

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3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Von Amtes wegen wurden mit Verfügung vom 21. April 2021 (pag. 193 f.) ein aktu-
eller Strafregisterauszug (pag. 202), ein aktueller ADMAS-Auszug (pag. 203 ff.) 
sowie ein aktueller Bericht über die wirtschaftlichen Verhältnisse des Beschuldigten 
(pag. 199 f.) eingeholt.

Die vom Beschuldigten anlässlich der Berufungsbegründung vom 25. Mai 2021 
eingereichten Fotos werden zu den Akten erkannt (pag. 216 ff.).

4. Anträge der Verteidigung

Mit Berufungsbegründung vom 25. Mai 2021 stellte Rechtsanwalt B.________ na-
mens und auftrags des Beschuldigten folgende Anträge (pag. 210):

1. Das Urteil vom 28. Oktober 2020 sei aufzuheben und der Berufungsführer sei vom Vorwurf der 
groben Verkehrsregelverletzung durch Überschreiten der signalisierten Höchstgeschwindigkeit, 
angeblich begangen am 23. Mai 2019 in C.________ freizusprechen, eventualiter unter Rück-
weisung an die Vorinstanz zur Durchführung einer neuen Hauptverhandlung.

2. Die erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten seien dem Staate zur Bezahlung aufzuerle-
gen.

3. Dem Berufungsführer sei für das oberinstanzliche Verfahren eine Parteientschädigung gemäss 
Honorarnote zuzusprechen.

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Infolge der vollumfänglichen Berufung des Beschuldigten hat die Kammer das ge-
samte erstinstanzliche Urteil zu überprüfen (Art. 404 Abs. 1 der Schweizerischen 
Strafprozessordnung [StPO; SR 312.0]).

Die Kammer verfügt dabei über volle Kognition (Art. 398 Abs. 2 StPO). Aufgrund 
der alleinigen Berufung des Beschuldigten ist sie allerdings an das Verschlechte-
rungsverbot (Verbot der sog. «reformatio in peius») gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO 
gebunden, d.h. sie darf das Urteil nicht zu Ungunsten der beschuldigten Person 
abändern.

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Vorwurf gemäss Strafbefehl vom 22. November 2019

Dem Beschuldigten wird gemäss Strafbefehl vom 22. November 2019 folgender 
Sachverhalt vorgeworfen (pag. 19):

Der Beschuldigte überschritt als Lenker eines Personenwagens die signalisierte Höchstgeschwindig-
keit von 50 km/h innerorts nach Abzug der vom ASTRA festgelegten Geräte- und Messunsicherheit 
um 26 km/h, wodurch er eine ernstliche Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer schuf und auch in Kauf 
nahm.

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7. Oberinstanzliche Vorbringen der Verteidigung

Rechtsanwalt B.________ führte namens und auftrags des Beschuldigten in der 
Berufungsbegründung vom 25. Mai 2021 aus, dass die Zusammenfassung des un-
bestrittenen/bestrittenen Sachverhalts der Vorinstanz korrekt sei. Der Beschuldigte 
bestreite weiterhin die Korrektheit der Radarmessung, da diese durch Metallge-
genstände (v.a. durch einen Armierungsgitterzaun) verfälscht worden sei. Dazumal 
sei er nicht mit brutto 81 km/h bzw. netto 76 km/h unterwegs gewesen. Problema-
tisch sei das Formular «MessprotokollRadar-Geschwindigkeitskontrolle». Bei den 
«Distanzen» werde nicht klar, ob es sich dabei um den Abstand des Radargeräts 
zum Strassenrand handle. Aufschluss über diese Frage gebe die von E.________ 
erstellte Skizze, wonach das Stativ des Radars ca. 0.5 Meter vom Trottoirrand ent-
fernt in der Ausfahrt der Liegenschaft D.________ (Strasse) .________ gestanden 
habe. Es treffe zu, dass auf den beiden Testbildern zum Start- und Endzeitpunkt 
der Radarmessung keine Gegenstände ersichtlich seien, welche Einfluss auf die 
Messung gehabt haben könnten. Die in den Akten liegenden Fotos sowie die vom 
Beschuldigten erstellten Fotos würden aber zumindest zu würdigende Hinweise auf 
Unregelmässigkeiten der fraglichen Messung ergeben. Insbesondere sei erstellt, 
dass sich unmittelbar in der Flucht bzw. vor der Radarantenne in einem Abstand 
von weniger als 5 Metern ein grosser Gegenstand in der Gestalt eines Armierungs-
gitters befunden habe. Der von der Polizei gewählte Standort habe die Vorgaben 
gemäss Bedienungsanleitung zum Radarmessgerät GATSO RS-GS 11 nicht 
berücksichtigt. Das Armierungsgitter sei in Bezug auf Grösse und Nähe zum Radar 
zumindest geeignet, Fehlmessungen zu verursachen. Insbesondere Metall berge 
das Risiko von Reflektionsfehlmessungen, was die Vorinstanz nicht berücksichtigt 
habe. Es könne folglich nicht davon ausgegangen werden, dass das Radargerät 
jene Geschwindigkeit aufgezeichnet und gemessen habe, welche das Fahrzeug 
des Beschuldigten am 23. Mai 2019 innegehabt habe (pag. 211 ff.).

8. Unbestrittener und bestrittener Sachverhalt

Der Beschuldigte bestreitet nicht, am 23. Mai 2019 um 15:18 Uhr auf der 
D.________(Strasse) in C.________ (Fahrtrichtung F.________) mit dem Perso-
nenfahrzeug mit Kontrollschild .________ unterwegs gewesen zu sein (vgl. pag. 3; 
pag. 120, pag. 214). Anlässlich dieser Fahrt wurde er von einem mobilen Radar-
messgerät GASTO RS-GS 11 erfasst, welches auf dem Grundstück 
D.________(Strasse) .________ (Zufahrt zur Scheuer bzw. zum Stall) positioniert 
war. Die damalige Position des fraglichen Radargeräts ist im Wesentlichen unbe-
stritten, weshalb auf die diesbezüglichen Ausführungen der Vorinstanz verwiesen 
werden kann (S. 5 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 141 f.).

Der Beschuldigte zweifelt nach wie vor die Korrektheit der besagten Radarmes-
sung an. Diese sei durch sich in der Nähe befindliche Metallgegenstände verfälscht 
worden (vgl. Ziff. 7 hiervor). Der Beschuldigte bestreitet damit die Höhe der gemes-
senen Geschwindigkeit von brutto 81 km/h bzw. netto 76 km/h (vgl. pag. 80 ff., 
pag. 212). 

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Nachfolgend ist zu prüfen, ob die Radarmessung korrekt erfolgt ist und dabei ins-
besondere, ob es aufgrund allfälliger, sich in der Nähe befindlicher Metallge-
genstände zu einer Beeinflussung der Radarmessung gekommen sein könnte.

9. Beurteilung durch die Kammer

9.1 Allgemeine Grundlagen der Beweiswürdigung

Für die theoretischen Grundlagen der Beweiswürdigung und der Aussagenanalyse 
kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (S. 3 f. 
der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 139 f.).

9.2 Beweismittel

Der Kammer liegen zur Beurteilung des angeklagten Sachverhalts der Anzeigerap-
port vom 23. August 2019 (pag. 1) und die Lenkerabklärungen bzw. Lenkerermitt-
lungen (pag. 2 ff.), das Eichzertifikat Nr. 258-29555 des verwendeten Radars (pag. 
32), die Ausbildungszertifikate der Polizisten G.________ und H.________ (pag. 
33 f.), das Fallprotokoll inkl. drei Radarfotos vom 23. Mai 2019 (pag. 35), die Stel-
lungnahme der Kantonspolizei Bern vom 5. Februar 2020 (pag. 41 ff.), das Mess-
protokoll RS-GS 11 vom 23. Mai 2019 (pag. 46 f.), vier durch Fürsprecher 
B.________ eingereichte Farbfotos (pag. 51 ff.), die Stellungnahme der Kantonspo-
lizei Bern vom 9. März 2020 (pag. 56 ff.), drei weitere, durch Fürsprecher 
B.________ eingereichte Farbfotos, (pag. 82 ff.), die Bedienungsanleitung des Ra-
dars «Stativbetrieb RS-GS11 F/(R) Version 2.1» (pag. 97 ff.), die E-Mail, Planskiz-
ze und der Karten-Auszug von Polizist E.________ vom 28. Oktober 2020 (pag. 
124 ff.) sowie vier weitere, durch Fürsprecher B.________ im Rahmen des Beru-
fungsverfahrens eingereichte Farbfotos (teilweise mit Markierung, pag. 216 ff.) vor. 
Zu berücksichtigen sind ferner die Aussagen des Beschuldigten vom 22. Juli 2019 
gegenüber der Polizei (pag. 3) und anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhand-
lung (pag. 119 ff.).

Soweit notwendig wird im Rahmen der nachfolgenden Beweiswürdigung näher auf 
die hiervor genannten Beweismittel eingegangen.

9.3 Konkrete Würdigung

Der Beschuldigte bestreitet auch im oberinstanzlichen Verfahren die Korrektheit der 
Radarmessung. Es ist demnach zu überprüfen, ob den Akten irgendwelche An-
haltspunkte zu entnehmen sind, wonach die fragliche Radarmessung vom 
23. Mai 2019 um 15:18 Uhr durch sich in der Nähe befindliche (Metall)-
Gegenstände verfälscht worden sein könnte.

Geschwindigkeitsmessungen haben möglichst mit geeigneten technischen Hilfsmit-
teln zu erfolgen und dürfen nur von dazu ausgebildeten Polizisten durchgeführt 
werden. Die Anforderungen an Geschwindigkeitskontrollen sind in Art. 6 ff. VSKV-
ASTRA (SR 741.013.1) geregelt. Zusätzlich sind die Weisungen des ASTRA über 
polizeiliche Geschwindigkeitskontrollen und Rotlichtüberwachung vom 22. Mai 
2008 zu beachten. Die Weisungen des ASTRA lassen indessen die freie Beweis-
würdigung durch die Gerichte unberührt (BGE 121 IV 64 E. 3). Eine Verletzung der 
genannten Weisungen führt nicht zwingend zu einer Unverwertbarkeit des Messer-

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gebnisses (vgl. Urteile des Bundesgerichts [BGer] 6B_612/2015 vom 22. Januar 
2016 E. 1.4; 6B_650/2013 vom 26. Juni 2014 E. 1.3.2; 6B_937/2013 vom 23. Sep-
tember 2014 E. 1.4 f. [fehlendes Messprotokoll]; 6B_732/2012 vom 30. Mai 2013 
E. 2.3; 6B_763/2011 vom 22. März 2012 E. 1.4 und 6B_473/2010 vom 19. Juli 
2010 E. 3.1 [unvollständiges Messprotokoll]; vgl. auch ROTH in: Basler Kommentar, 
Strassenverkehrsrecht, Basel 2014, Art. 32 N 46).

Wie die Vorinstanz zu Recht festgehalten hat und vom Beschuldigten im Übrigen 
auch nicht bestritten wird, bestehen keine Anhaltspunkte, wonach die einschlägige 
Verordnung (VSKV-ASTRA) und die Weisungen des ASTRA vom 22. Mai 2008 
über polizeiliche Geschwindigkeitskontrollen und Rotlichtüberwachung im Stras-
senverkehr im vorliegenden Fall nicht eingehalten wurden. Das verwendete Radar-
gerät GATSO RS-GS11 war in der Schweiz zugelassen und verfügte zum Zeit-
punkt des hier fraglichen Einsatzes am 23. Mai 2019 über eine noch bis zum 
30. Juni 2019 gültige Eichung durch das gemäss ASTRA-Weisungen dafür zustän-
dige Institut für Metrologie (METAS, pag. 32). Es wurde ein Messprotokoll erstellt, 
welches insbesondere Datum, Zeit und Ort der Messung, die Fahrtrichtung und 
Anzahl der kontrollierten Fahrzeuge, die höchstzulässige Geschwindigkeit am 
Messort sowie zwei Testfotos zum Zeitpunkt des Starts und des Endes der Radar-
messung enthält (pag. 46 f.). Die das Radargeräte bedienenden Polizeibeamten 
verfügten über die erforderliche Ausbildung für die Bedienung des eingesetzten 
Gerätes (pag. 33 f.). Es bestehen ferner keine Anhaltspunkte, wonach betreffend 
die exakte Position des Radars bzw. des Stativs nicht auf die von Polizist 
E.________ eingereichte Skizze abzustellen wäre (pag. 59).

Der Bedienungsanleitung des vorliegend verwendeten Radargeräts sind – wie von 
der Vorinstanz korrekt wiedergegeben – u.a. folgende Regeln für die Standortwahl 
zu entnehmen (pag. 109): 

- Das Stativ nicht in einer Kurve, sondern immer an einer geraden Strecke von 
mindestens 25 Metern Länge aufstellen.

- Das Stativ so aufstellen, dass sich keine Bäume, Verkehrsschilder oder parkier-
te Fahrzeuge unmittelbar vor der Radarantenne befinden (ca. 5 Meter).

- In der Flucht des Radarstrahls (ca. 20°) dürfen sich keine Verkehrsschilder oder 
parkierte Fahrzeuge befinden. Das Risiko einer Knickstrahlmessung kann somit 
reduziert werden.

Der Beschuldigte bringt in diesem Zusammenhang vor, dass sich unmittelbar in der 
Flucht bzw. vor der Radarantenne in einem Abstand von weniger als 5 Metern ein 
grosser Gegenstand in der Gestalt eines Armierungsgitters befunden habe. Der 
von der Polizei gewählte Standort habe die Vorgaben gemäss Bedienungsanlei-
tungen zum Radarmessgerät GATSO RS-GS 11 nicht berücksichtigt. Er verweist 
hierfür auf die von ihm erstellten und am 6. Februar 2020 bzw. 25. Mai 2021 einge-
reichten Farbfotos. Auf den mit Eingabe vom 6. Februar 2020 eingereichten Farbfo-
tos ist ein Armierungsgitter zu sehen. Weiter ist ersichtlich, dass sich im Bereich 
der Ausfahrt, möglicherweise hinter dem Radar, zwei Metallzäune befinden. So-
dann ist auf der anderen Seite der Strasse, relativ weit entfernt, ein Elektroweide-
zaun erkennbar (pag. 50 ff.). Betreffend die mit Berufungserklärung vom 25. Mai 

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2021 eingereichten Farbfotos führt der Beschuldigte aus, er habe im März 2021 ein 
Fotostativ an dem Ort platziert, von welchem sein Fahrzeug am 23. Mai 2019 durch 
das besagte Radarmessgerät vermutlich erfasst worden sei. Die von ihm erstellten 
Bilder seien nicht gezoomt, weshalb insbesondere das Armierungsgitter ersichtlich 
sei. Dieses habe sich in der Flucht des Radars befunden (pag. 213 ff.). Auf diesen 
eingereichten Farbfotos ist u.a. ersichtlich, dass sich im Bereich der fraglichen Aus-
fahrt hinter dem positionierten Stativ Metallzäune befinden und neben dem besag-
ten Stativ ein Armierungsgitter positioniert ist (pag. 216, pag. 218 f.).

Gestützt auf die vorliegenden Unterlagen (insbesondere die Skizze betreffend Posi-
tionierung des Radargeräts, pag. 59 und die vom Beschuldigten eingereichten Fo-
tos, pag. 51, pag. 216 und pag. 218) kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich 
im Zeitpunkt der fraglichen Messung tatsächlich ein Armierungsgitter in der Nähe 
des Radargeräts (auf der gegenüberliegenden Seite des positionierten Radargeräts 
bei der Ausfahrt bzw. Zufahrt zur D.________(Strasse) .________) befunden hat. 
Dies vermag – wie nachfolgend aufgezeigt wird – nach Ansicht der Kammer aber 
höchstens abstrakte bzw. theoretische Zweifel an der fraglichen Messung zu be-
gründen (vgl. hierzu die Vorgaben in der Bedienungsanleitung, wonach sich unmit-
telbar vor der Radarantenne keine Bäume, Verkehrsschilder oder parkierte Fahr-
zeuge [ca. 5 Meter] und in der Flucht des Radarstrahls [ca. 20°] keine Verkehrs-
schilder oder parkierte Fahrzeuge befinden dürfen). 

So ist auf den beiden Testbildern zum Start- und Endzeitpunkt der Radarmessung 
kein Gegenstand ersichtlich, welcher einen Einfluss auf die Messung hätte haben 
können (pag. 46). Metallgegenstände, welche sich allenfalls neben oder hinter der 
Radarantenne befunden haben, können – wie die Vorinstanz richtigerweise festge-
halten hat – gemäss der Bedienungsanleitung nicht massgebend sein. Zu Recht 
wurde in der Stellungnahme des Polizisten E.________ vom 9. März 2020 darauf 
hingewiesen, dass ansonsten auch keine Radarmessungen aus einem Fahrzeug 
heraus gemacht werden dürften, da sich dort regelmässig links, rechts, unter- und 
oberhalb der Antenne Metall (Autokarosserie) befinde (pag. 56). Weder das Mess-
protokoll noch der Anzeigerapport weisen ferner einen Vermerk auf, welcher auf 
eine Störung des Gerätes oder im Ablauf der Messung hinweisen würde. Vielmehr 
wurde im besagten Messprotokoll bei «Geräte-Selbsttest» ein Kreuz gesetzt und 
der Abschnitt für zusätzliche Bemerkungen leer gelassen. Dies von zwei Polizisten, 
welche bereits im Jahr 2013 speziell für die Bedienung des Radarsystems «GAT-
SO Radar RS-GS11» ausgebildet worden sind (pag. 33 f.). Vor dem Hintergrund 
der Dokumentationspflicht von Polizeibeamten hinsichtlich besonderer Vorkomm-
nisse (gemäss Ziff. 5. der Weisungen über polizeiliche Geschwindigkeitskontrollen 
und Rotlichtüberwachungen im Strassenverkehr des Bundesamtes für Strassen 
ASTRA) darf dies zumindest als zusätzliches Indiz für ein funktionstüchtiges Mess-
gerät betrachtet werden (Urteil des BGer 6B_751/2010 vom 11. Januar 2011 E 
2.6).

Zu beachten sind schliesslich auch die vom Beschuldigten im Verfahren gemach-
ten Aussagen, insbesondere seine Erstaussagen gegenüber der Polizei (pag. 3). 
Der Beschuldigte führte aus, er habe, da es fast keine Gebäude mehr gehabt habe, 
das Gefühl gehabt, schon im 80er-Bereich gewesen zu sein. Er habe nicht die Ab-

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sicht gehabt, die signalisierte Höchstgeschwindigkeit in diesem Umfang zu über-
schreiten. Wie gesagt, habe er gedacht, dass 80 km/h signalisiert gewesen seien. 
Auf dem Foto könne man ihn kaum erkennen, er habe seine Schuld aber sofort 
eingestanden und bitte darum, dies positiv zu werten (pag. 3). Wie die Vorinstanz 
zu Recht darauf hingewiesen hat, ging der Beschuldigte eigenen Angaben zufolge 
davon aus, sich bereits im 80er-Bereich zu befinden. Damit deckt sich das Messre-
sultat mit den Erstaussagen bzw. der eigenen Wahrnehmung des Beschuldigten, 
wurde vom besagten Radargerät vor Abzug der Sicherheitsmarge doch eine mass-
gebende Geschwindigkeit von 81 km/h ermittelt. Es ist notorisch, dass die tat-
nächsten Aussagen regelmässig zuverlässiger sind als jene, welche in späteren 
Einvernahmen gemacht werden. So auch im konkreten Fall. Auf Vorhalt seiner 
Erstaussagen im Rahmen der erstinstanzlichen Hauptverhandlung reagierte der 
Beschuldigte ausweichend und führte aus, dass wenn man so viel Auto fahre wie 
er das tue, dann sei das Ganze automatisiert. Er fahre automatisiert und mache be-
treffend Geschwindigkeit immer mehr oder weniger eine Punktlandung. Man habe 
das mit seiner Erfahrung im Gefühl. Zudem zeige ihm sein Navi noch heute an die-
ser Stelle 60 km/h an, deshalb zweifle er den Radar an (pag. 120 Z. 1 ff.). Auch die 
Kammer geht davon aus, dass der Beschuldigte mit diesen Ausführungen seine 
klaren Erstaussagen sowie die übrigen Unterlagen zur besagten Messung nicht zu 
entkräften vermag.

9.4 Fazit und erwiesener Sachverhalt

Zusammenfassend hat die Kammer keine erheblichen Zweifel an der Korrektheit 
der hier in Frage gestellten Radarmessung. Auch wenn zu Gunsten des Beschul-
digten davon auszugehen ist, dass sich in der Nähe des besagten Radargeräts ein 
Armierungsgitter befand, so vermag dies – wenn überhaupt – bloss abstrakte bzw. 
theoretische Zweifel zu begründen. Diese sind deshalb nicht massgebend, weil 
solche immer möglich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. 
Wie aufgezeigt, gibt es auch weitergehend keine Anzeichen für eine Fehlmessung. 
So ist auf dem Start- und Endbild gemäss Messprotokoll kein Gegenstand zu er-
kennen, welcher eine Beeinflussung auf die korrekte Messung hätte haben können. 
Besondere Vorkommnisse wurden denn auch von den speziell geschulten Polizis-
ten nicht vermerkt. Darüber hinaus sprechen letztlich auch die klaren Erstaussagen 
des Beschuldigten, wonach er gemeint habe, dass er sich bereits im 80er-Bereich 
befinde, für eine korrekte Messung. Es bestehen nach dem Gesagten keine unü-
berwindlichen Zweifel an den tatsächlichen Voraussetzungen der angeklagten Tat 
(Art. 10 Abs. 3 StPO).

Damit geht auch die Kammer davon aus, dass der Beschuldigte als Lenker des 
Personenwagens .________ am 23. Mai 2019 um 15:18 Uhr die auf dem Stras-
senabschnitt C.________, D.________(Strasse) (Fahrtrichtung F.________), si-
gnalisierte Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h um netto 26 km/h überschritten hat.

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III. Rechtliche Würdigung

10. Theoretische Grundlagen zu Art. 90 Abs. 2 SVG

Nach Art. 90 Abs. 2 des Strassenverkehrsgesetzes (SVG; SR 741.01) macht sich 
strafbar, wer durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für 
die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt. In objektiver Hinsicht setzt 
dies eine ernsthafte Gefährdung der Verkehrssicherheit voraus. Eine ernstliche Ge-
fahr für die Sicherheit anderer ist bereits bei einer erhöhten abstrakten Gefährdung 
gegeben, welche ihrerseits die naheliegende Möglichkeit einer konkreten Gefähr-
dung oder Verletzung voraussetzt. Aus Gründen der Rechtsgleichheit hat das Bun-
desgericht für die Beurteilung von Geschwindigkeitsüberschreitungen präzise Re-
geln aufgestellt. Der objektive Tatbestand ist nach der bundesgerichtlichen Recht-
sprechung – unabhängig von den konkreten Umständen – erfüllt, wenn die zulässi-
ge Höchstgeschwindigkeit innerorts um 25 km/h oder mehr überschritten wird 
(Urteile des BGer 1C_210/2020 vom 30. November 2020 E. 2.2 und 1C_454/2018 
vom 21. Dezember 2018 E. 3.3). 

Gemäss Art. 32 Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 4a Abs. 1 Bst. a der Verkehrsregelverord-
nung (VRV; SR 741.11) beträgt die allgemeine Höchstgeschwindigkeit in Ortschaf-
ten (innerorts) unter günstigen Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnissen 50 
km/h, wobei der allgemeinen Höchstgeschwindigkeit nach Art. 4a VRV abweichen-
de signalisierte Höchstgeschwindigkeiten vorgehen (Art. 4a Abs. 5 VRV und Art. 
108 der Signalisationsverordnung [SSV; SR 741.21]). Beginn und Ende der allge-
meinen Höchstgeschwindigkeit werden durch Signale markiert. Entsprechende Ge-
schwindigkeitssignale sind gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG zu befolgen. 

Subjektiv erfordert der Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG ein rücksichtsloses oder 
sonstwie schwerwiegend verkehrswidriges Verhalten, mithin ein schweres Ver-
schulden. Bei der fahrlässigen Begehung wird mindestens grobe Fahrlässigkeit 
vorausgesetzt. Diese ist dann zu bejahen, wenn sich der Täter der allgemeinen Ge-
fährlichkeit seiner verkehrswidrigen Verhaltensweise bewusst ist. Sie kann aber 
auch vorliegen, wenn der Täter die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer 
pflichtwidrig gar nicht in Betracht zieht, und so unbewusst fahrlässig handelt. In sol-
chen Fällen setzt die Annahme von grober Fahrlässigkeit voraus, dass das Nicht-
bedenken der Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer auf Rücksichtslosigkeit be-
ruht (BGE 142 IV 93 E. 3.1; Urteil des BGer 6B_1204/2016 vom 24. Mai 2017 
E. 3.1 je mit Hinweisen). Obwohl nicht unbesehen von einer objektiv schweren auf 
eine subjektiv schwere Verkehrsregelverletzung geschlossen werden darf, wertete 
das Bundesgericht die Mehrheit der beurteilten Fälle von Geschwindigkeitsüber-
schreitungen, welche den objektiven Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllten, 
auch in subjektiver Hinsicht als rücksichtslos, da besondere Umstände fehlten, 
welche die Geschwindigkeitsüberschreitung in einem milderen Licht hätten er-
scheinen lassen (Urteil des BGer 6B_661/2016 vom 23. Februar 2017 E. 1.2.1 mit 
Hinweisen). 

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11. Subsumtion

Gemäss dem als erstellt geltenden Sachverhalt wurde der Beschuldigte innerorts 
bei einer geltenden Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h mit einer Geschwindigkeit 
von 81 km/h gemessen. Nach Abzug einer Sicherheitsmarge von 5 km/h über-
schritt er die geltende Höchstgeschwindigkeit um 26 km/h, womit gemäss bundes-
gerichtlicher Rechtsprechung ein objektiv schwerer Fall vorliegt. Fahren mit über-
höhter Geschwindigkeit ist typischerweise besonders geeignet, um in Situationen 
wie der vorliegenden, andere Verkehrsteilnehmer zu gefährden oder zu verletzen. 
Hierfür sprechen – wie die Vorinstanz zu Recht ausgeführt hat – auch die konkre-
ten Umstände vor Ort. Der massgebende Strassenabschnitt ist auf einer Seite 
durchgehend mit einem Trottoir sowie einem Velostreifen gesäumt. Zudem liegen 
an den Strassenabschnitt angrenzend mehrere Wohnhäuser mit Ein- und Ausfahr-
ten, welche auf die Hauptstrasse hinausführen. Aufgrund des vorliegenden Ortsbil-
des hätte der Beschuldigte durchaus mit anderen Verkehrsteilnehmern sowie mit 
der Möglichkeit rechnen müssen, dass sich Fussgänger oder Fahrzeuge auf die 
Hauptstrasse hinbewegen. Damit geht auch die Kammer davon aus, dass in Anbe-
tracht der Strassensituation nicht nur eine theoretische abstrakte, sondern aufgrund 
der konkreten Umstände eine erhöhte abstrakte Gefährdung der übrigen Verkehrs-
teilnehme, durch die erhebliche Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit seitens 
des Beschuldigten verursacht wurde. Der Beschuldigte schuf durch seine Fahrwei-
se mit übersetzter Geschwindigkeit somit die naheliegende Möglichkeit einer kon-
kreten Gefährdung bzw. Verletzung anderer Verkehrsteilnehmer. Der objektive 
Tatbestand der groben Verkehrsregelverletzung i.S.v. Art. 90 Abs. 2 SVG ist dem-
zufolge erfüllt.

Wer die geltende Höchstgeschwindigkeit in derartiger Weise überschreitet, handelt 
in aller Regel vorsätzlich oder zumindest grobfahrlässig (Urteil des BGer 
6B_661/2016 vom 23. Februar 2017 E. 1.3.1 mit Verweis auf BGE 123 II 37 E. 1 f.). 
Der Beschuldigte gab am 22. Juli 2019 gegenüber der Polizei noch an, er habe ge-
dacht, er befinde sich bereits im 80-er Bereich (pag. 3). Die Kammer schliesst sich 
der Ansicht der Vorinstanz an, wonach die Beschaffenheit des Strassenabschnitts 
bzw. das Ortsbild nicht auf eine geschwindigkeitsbeschränkte Zone von 80 km/h 
hindeutet. So weist der Strassenabschnitt keinen eindeutigen Ausserortscharakter 
auf, sondern vielmehr untermauern die umliegenden Häuser den Innerortscharak-
ter. Im Rahmen der erstinstanzlichen Hauptverhandlung erklärte der Beschuldigte 
ferner, dass er den besagten Strassenabschnitt seit Jahren fahre, dieser seit Jah-
ren auf 60 km/h beschränkt gewesen sei und sein Navigationsgerät immer noch 60 
km/h anzeige (pag. 119, Z. 18 ff.). Daraus vermag der – eigenen Angaben zufolge 
– ortskundige Beschuldigte nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. Auch wenn der 
fragliche Strassenabschnitt früher einmal mit 60 km/h befahren werden durfte, so 
ist dies vorliegend für die Beurteilung des subjektiven Verschuldens unbeachtlich, 
da die heutige Signalisation von 50 km/h massgebend ist und von den Verkehrs-
teilnehmern beachtet werden muss. Auch wenn das Ziel des Beschuldigten nicht in 
einer Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmenden lag, war sein Verhalten doch 
subjektiv schwerwiegend regelwidrig und gegenüber fremden Rechtsgütern gedan-
kenlos. Als erfahrener und ortskundiger Autofahrer musste ihm bewusst gewesen 
sein, dass mit der beschriebenen Geschwindigkeitsüberschreitung innerorts das 

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erhebliche Risiko eines Verkehrsunfalls verbunden war. Seine Fahrweise ist damit 
als rücksichtslos im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG zu qualifizieren. Der Beschuldig-
te hat damit wissentlich und willentlich die erlaubte Höchstgeschwindigkeit über-
schritten und damit eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit der anderen Verkehrs-
teilnehmer zumindest in Kauf genommen. Der Beschuldigte erfüllt somit auch den 
subjektiven Tatbestand von Art. 90 Abs. 2 SVG. 

Es sind weder Rechtfertigungs- noch Schuldausschliessungsgründe ersichtlich 
oder dargetan. Damit ist der Beschuldigte der groben Verkehrsregelverletzung, be-
gangen durch Überschreiten der signalisierten Höchstgeschwindigkeit um netto 
26 km/h, schuldig zu sprechen. 

IV. Strafzumessung

12. Allgemeine Grundlagen der Strafzumessung

Für die allgemeinen Grundlagen der Strafzumessung wird vorab auf die zutreffen-
den Ausführungen der Vorinstanz verwiesen (S. 11 der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung; pag. 147). 

Der guten Ordnung halber sind folgende Wiederholungen angezeigt: Gemäss Art. 
47 StGB misst das Gericht die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu. Bei der 
Strafzumessung ist zwischen Tat- und Täterkomponenten zu unterscheiden. Die 
Tatkomponenten umfassen das Ausmass des verschuldeten Erfolges, die Art und 
Weise der Begehung der Tat, die Willensrichtung und die Beweggründe des 
Täters. Zu den Täterkomponenten sind die persönlichen Verhältnisse des Täters, 
das Vorleben und die Vorstrafen, das Verhalten nach der Tat und im Strafverfah-
ren, die Strafempfindlichkeit sowie weitere strafmindernde und straferhöhende As-
pekte zu zählen. Nach Art. 50 StGB hat das Gericht in der Urteilsbegründung die 
für die Zumessung der Strafe erheblichen Umstände und deren Gewichtung zu be-
gründen. Insgesamt müssen seine Erwägungen die ausgefällte Strafe rechtfertigen, 
d.h. das Strafmass muss plausibel erscheinen (BGE 134 IV 17 E. 2.1).

13. Konkrete Strafzumessung

13.1 Strafrahmen und Strafart

Art. 90 Abs. 2 SVG sieht für eine grobe Verletzung der Verkehrsregeln einen Straf-
rahmen von drei Tagessätzen Geldstrafe bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe vor 
(vgl. auch Art. 34 Abs. 1 StGB). Da vorliegend das Verschlechterungsverbot zu be-
achten ist, kommt mit Blick auf das Strafmass nur eine Geldstrafe in Betracht.

13.2 Tatkomponenten

Die Richtlinien des Verbands Bernischer Richterinnen und Richter, Staatsanwältin-
nen und Staatsanwälte (nachfolgend VBRS-Richtlinien), empfehlen für ein Über-
schreiten der Höchstgeschwindigkeit innerorts um 25 bis 29 km/h eine Sanktion 
von 25 Strafeinheiten (S. 22 der VBRS-Richtlinien).

Der Beschuldigte überschritt die allgemeine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h 
um netto 26 km/h. Das Ausmass der verschuldeten Gefährdung kann in Überein-

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stimmung mit den Ausführungen der Vorinstanz – immer im Rahmen einer groben 
Verkehrsregelverletzung – als noch vergleichsweise gering bezeichnet werden. Die 
Geschwindigkeitsüberschreitung hatte allerdings so oder anders eine erhöhte abs-
trakte Gefährdung zur Folge. Anhaltspunkte für eine konkrete Gefährdung beste-
hen demgegenüber nicht. Die Art und Weise der Deliktsbegehung wirkt sich nicht 
verschuldenserhöhend aus. Das Vorgehen des Beschuldigten geht nicht über das 
hinaus, was eine entsprechende Geschwindigkeitsüberschreitung ausmacht. Mit 
Blick auf den Strafrahmen von bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe ist das objektive 
Tatverschulden als leicht zu bezeichnen. Der Beschuldigte handelte eventualvor-
sätzlich, was leicht strafmindernd zu berücksichtigen ist. Besondere Beweggründe, 
die an der Tatschwere etwas ändern würden, sind indes nicht bekannt. Für den 
Beschuldigten wäre es bei gebotener Sorgfalt ein Leichtes gewesen, sich an die 
Strassenverkehrsgesetzgebung zu halten. 

13.3 Täterkomponenten

Die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten wirken sich neutral auf die Straf-
zumessung aus. Dieser lebt mit seiner Lebenspartnerin und deren Kindern zu-
sammen, seine eigenen Kinder sind bereits volljährig (pag. 199 f.).

Wie die Vorinstanz richtigerweise festgehalten hat, ist der Beschuldigte einschlägig 
vorbestraft (pag. 202). Sodann weist auch der sich in den Akten befindliche AD-
MAS-Auszug einige Einträge auf (pag. 203 ff.). Die erste Verurteilung als auch die 
letzte Administrativmassnahme liegen allerdings bereits mehrere Jahre zurück. Die 
Kammer kann sich der Ansicht der Vorinstanz anschliessen, wonach sich das 
frühere Verhalten des Beschuldigten nur ganz leicht straferhöhend auswirkt, zumal 
er sich bereits über längere Zeit keine Geschwindigkeitsüberschreitung mehr zu 
Schulden hat kommen lassen. Der Beschuldigte hat sich im Strafverfahren 
grundsätzlich korrekt und anständig verhalten, was jedoch erwartet werden darf. Er 
bekannte sich zuerst zu der fraglichen Geschwindigkeitsüberschreitung, bestritt 
diese später aber wieder. Dies ist sein Recht. Strafmindernde Reue und Einsicht 
sind damit allerdings nicht vorhanden. Aussergewöhnliche Umstände, welche 
schliesslich auf eine erhöhte Strafempfindlichkeit des Beschuldigten schliessen 
lassen würden, sind nicht ersichtlich (Urteile des BGer 6B_1079/2016 vom 21. 
März 2017 E. 1.4.5, 6B_249/2016 vom 19. Januar 2017 E. 1.4.4, 6B_243/2016 
vom 8. September 2016 E. 3.4.2).

13.4 Fazit Strafmass

Gestützt auf die Tat- und Täterkomponenten ist im Ergebnis kein Grund ersichtlich, 
von den Empfehlungen in den VBRS-Richtlinien abzuweichen. Zwar fällt die Ge-
schwindigkeitsüberschreitung nur ganz knapp in den Bereich der groben Verkehrs-
regelverletzung und es liegt «lediglich» Eventualvorsatz vor, jedoch ist zu berück-
sichtigen, dass der Beschuldigte bereits einschlägig vorbestraft ist und mehrere 
Administrativeinträge (teils mit Ausweisentzügen) herbeigeführt hat. Die Kammer 
erachtet nach dem Gesagten eine Strafe von 25 Tagessätzen als dem Verschulden 
des Beschuldigten angemessen. 

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13.5 Tagessatzhöhe, Vollzug der Strafe und Verbindungsbusse

13.5.1 Tagessatzhöhe

Das Gericht bestimmt die Höhe des Tagessatzes nach den persönlichen und wirt-
schaftlichen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt des Urteils, namentlich nach 
Einkommen und Vermögen, Lebensaufwand, allfälligen Familien- und Unterstüt-
zungspflichten sowie nach dem Existenzminimum (Art. 34 Abs. 2 Satz 2 StGB; 
vgl. auch Urteil des BGer 6B_712/2017 vom 23. Mai 2018 E. 5). 

Ausgehend von den erhobenen finanziellen Verhältnissen (pag. 121, Z. 17 ff., pag. 
199 f.) geht die Kammer von einem monatlichen Netto-Einkommen des Beschuldig-
ten von CHF 10'500.00 (inkl. Anteil 13. Monatslohn) aus. Bei einem Einkommen 
dieser Höhe wäre praxisgemäss ein Pauschalabzug von 30 Prozent vorzunehmen, 
was allerdings einen höheren Tagessatz zur Folge hätte. Gemäss bundesgerichtli-
cher Rechtsprechung ist die Höhe des Tagessatzes grundsätzlich nicht vom Ver-
schlechterungsverbot umfasst (BGE 144 IV 198 E. 5.3. f.). Allerdings bedarf eine 
Erhöhung Tatsachen, die dem erstinstanzlichen Gericht nicht bekannt sein konn-
ten, damit die Rechtsmittelinstanz eine strengere Bestrafung ausfällen kann, auch 
wenn das Rechtsmittel nur zu Gunsten der beschuldigten Person ergriffen worden 
ist. Die Herabsetzung des Pauschalabzuges betrifft nicht eine solch neue Tatsa-
che, so dass dieser bei 35 Prozent belassen wird. Weiter zu berücksichtigende Ab-
züge gibt es keine (pag. 121 Z. 17 f.). Damit ergibt sich ein massgebender Tages-
satz von CHF 220.00. 

13.5.2 Vollzug der Geldstrafe und Verbindungsbusse

Erscheint eine unbedingte Strafe nicht notwendig, um den Täter von der Begehung 
weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten, so schiebt das Gericht in der Re-
gel den Vollzug einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von höchstens zwei Jah-
ren auf (Art. 42 Abs. 1 StGB).

Bezüglich der Frage des Vollzugs der ausgefällten Strafe ist die Kammer an das 
Verschlechterungsverbot gebunden. Der guten Ordnung halber ist festzuhalten, 
dass die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten – soweit aus den Akten er-
sichtlich – geordnet erscheinen (Wohnsituation, Berufstätigkeit, familiäre Verhält-
nisse). Zwar ist der Beschuldigte einschlägig vorbestraft, hatte bereits mehrmals 
Administrativverfahren zu gewärtigen und streitet die vorliegend zu beurteilende 
Tat heute ab, jedoch liegen – wie die Vorinstanz zu Recht festgehalten hat – so-
wohl das Urteil als auch die letzte Administrativmassnahme schon einige Zeit 
zurück. Eine ungünstige Prognose kann dem Beschuldigte daher (noch) nicht ge-
stellt werden. Es erscheint daher gerechtfertigt, den Vollzug der Geldstrafe aufzu-
schieben und die Probezeit auf zwei Jahre festzusetzen. 

Eine bedingte Strafe kann mit einer Busse nach Art. 106 StGB verbunden werden 
(Art. 42 Abs. 4 StGB). Mit der sogenannten Verbindungsstrafe soll die Möglichkeit 
geschaffen werden, im Bereich der Massendelinquenz eine spürbare Sanktion zu 
verhängen (BGE 134 IV 60 E. 7.3.1). Um dem akzessorischen Charakter der Ver-
bindungsstrafe gerecht zu werden, erscheint es sachgerecht, ihre Obergrenze 
grundsätzlich auf einen Fünftel beziehungsweise 20% festzulegen. Abweichungen 
sind im Bereich tiefer Strafen denkbar, um sicherzustellen, dass der Verbindungs-

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strafe nicht eine lediglich symbolische Bedeutung zukommt (BGE 135 IV 188 
E. 3.4.4).

Mit der Vorinstanz erscheint es der Kammer angebracht, einen Fünftel der ausge-
fällten Strafe als Verbindungsbusse auszusprechen, um dem Beschuldigten den 
Ernst der Lage vor Augen zu führen. Die Verbindungsbusse ist vorliegend auf 
CHF 1'100.00 (5 Tagessätze à CHF 220.00) festzusetzen. Die Ersatzfreiheitsstrafe 
bei schuldhafter Nichtbezahlung wird auf fünf Tage festgelegt (Art. 106 Abs. 2 
StGB).

V. Kosten und Entschädigung

14. Verfahrenskosten

Nach Art. 426 Abs. 1 StPO hat die beschuldigte Person die Verfahrenskosten zu 
tragen, wenn sie verurteilt wird. Entsprechend sind die erstinstanzlichen Verfah-
renskosten von CHF 2'000.00 (Gebühren der Staatsanwaltschaft inkl. Einsprache-
verfahren: CHF 600.00 sowie Kosten des Gerichts: CHF 1'400.00) dem Beschul-
digten zur Bezahlung aufzuerlegen. 

Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien gemäss Art. 428 
Abs. 1 StPO nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Die oberinstanzli-
chen Verfahrenskosten in der Höhe von CHF 2‘000.00 sind zufolge Unterliegens 
ebenfalls dem Beschuldigten zur Bezahlung aufzuerlegen.

15. Entschädigung

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschuldigte keinen Anspruch auf 
Ausrichtung einer Entschädigung. 

15

VI. Dispositiv

Die 1. Strafkammer erkennt:

I.

A.________ wird schuldig erklärt:

der groben Verkehrsregelverletzung, begangen am 23. Mai 2019 um 15:18 Uhr in 
C.________, D.________(Strasse);

und in Anwendung der

Art. 34, 42 Abs. 1 und 4, 44 Abs. 1, 47 StGB
Art. 426 Abs. 1, 428 Abs. 1 und 3 StPO
Art. 27 Abs. 1, 32 Abs. 2, 90 Abs. 2 SVG
Art. 4a Abs. 1 Bst. a und 5 VRV
Art. 22 Abs. 1, 108 SSV

verurteilt:

1. Zu einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu CHF 220.00, ausmachend total 
CHF 4'400.00. 

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festge-
setzt.

2. Zu einer Verbindungsbusse von CHF 1'100.00. 

Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nichtbezahlung wird auf 5 Tage festgesetzt.

3. Zur Bezahlung der erstinstanzlichen Verfahrenskosten von CHF 2'000.00.

4. Zur Bezahlung der oberinstanzlichen Verfahrenskosten von CHF 2'000.00.

II.

Zu eröffnen:
- dem Beschuldigten, v.d. Fürsprecher B.________
- der Generalstaatsanwaltschaft

Mitzuteilen:
- der Vorinstanz
- der Koordinationsstelle Strafregister (nur Dispositiv, nach unbenutztem Ablauf der 

Rechtsmittelfrist bzw. nach Entscheid der Rechtsmittelbehörde)
- dem Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kantons Bern, Abteilung Administrati-

ve Verkehrssicherheit

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Bern, 12. Oktober 2021 Im Namen der 1. Strafkammer

Die Präsidentin i.V.:

Oberrichterin Sanwald

Die Gerichtsschreiberin:

Ragonesi

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim Bundesge-
richt, Av. du Tribunal fédéral 29, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 
90 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforde-
rungen von Art. 42 BGG entsprechen.