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**Case Identifier:** b7411a36-f974-5d39-a49b-ca0e05a4ce7c
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-07-10
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 10.07.2024 CA.2024.9
**Docket/Reference:** CA.2024.9
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_CA-2024-9_2024-07-10

## Full Text

Berufung (teilweise) vom 20. Februar 2024 und Anschlussberufung (teilweise) vom 18. März 2024 gegen das Urteil der Strafkammer des Bundesstrafgerichts SK.2023.25 vom 7. Dezember 2023
Ausnützen von Insiderinformationen als Primärinsider, Art. 154 Abs. 1 lit. a FinfraG
;;Berufung (teilweise) vom 20. Februar 2024 und Anschlussberufung (teilweise) vom 18. März 2024 gegen das Urteil der Strafkammer des Bundesstrafgerichts SK.2023.25 vom 7. Dezember 2023
Ausnützen von Insiderinformationen als Primärinsider, Art. 154 Abs. 1 lit. a FinfraG
;;Berufung (teilweise) vom 20. Februar 2024 und Anschlussberufung (teilweise) vom 18. März 2024 gegen das Urteil der Strafkammer des Bundesstrafgerichts SK.2023.25 vom 7. Dezember 2023
Ausnützen von Insiderinformationen als Primärinsider, Art. 154 Abs. 1 lit. a FinfraG
;;Berufung (teilweise) vom 20. Februar 2024 und Anschlussberufung (teilweise) vom 18. März 2024 gegen das Urteil der Strafkammer des Bundesstrafgerichts SK.2023.25 vom 7. Dezember 2023
Ausnützen von Insiderinformationen als Primärinsider, Art. 154 Abs. 1 lit. a FinfraG

Urteil vom 10. Juli 2024 
Berufungskammer 

Besetzung  Richterinnen Brigitte Stump Wendt, Vorsitzende, 

Beatrice Kolvodouris Janett und Richter Olivier Thormann, 

Gerichtsschreiber David Mühlemann 

Parteien  BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch Staatsanwalt des 

Bundes a.i. Marco Mignoli,  

 

Berufungsführerin / Anschlussberufungsgegnerin 

 

gegen 

  A., erbeten verteidigt durch Rechtsanwalt Andrea Taor-

mina,  

 

Berufungsgegner / Anschlussberufungsführer 

Gegenstand 

 

Berufung (teilweise) vom 20. Februar 2024 und Anschluss-

berufung (teilweise) vom 18. März 2024 gegen das Urteil 

der Strafkammer des Bundesstrafgerichts SK.2023.25 vom 

7. Dezember 2023 

 

Ausnützen von Insiderinformationen als Primärinsider, 

Art. 154 Abs. 1 lit. a FinfraG 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer:  CA.2024.9 

- 2 - 

Sachverhalt: 

A. Prozessgeschichte und erstinstanzliches Urteil 

A.1 Am 12. August 2019 erstattete die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht gestützt auf 

Art. 38 Abs. 3 Bundesgesetz über die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finanz-

marktaufsichtsgesetz, FINMAG; SR 956.1) eine Strafanzeige gegen  

A. (nachfolgend: Beschuldigter) bei der Bundesanwaltschaft (nachfolgend: BA) wegen 

Verdachts auf Ausnützen von Insiderinformationen gemäss Art. 154 Bundesgesetz 

über die Finanzmarktinfrastrukturen und das Marktverhalten im Effekten- und Deri-

vatehandel (Finanzmarktinfrastrukturgesetz, FinfraG; SR 958.1). Am 1. Oktober 2019 

eröffnete die BA eine entsprechende Strafuntersuchung (BA pag. 05.201-0001 ff.; 

01.100-0001 f.). 

A.2 Am 4. Mai 2023 erhob die BA gegen den Beschuldigten Anklage vor der Strafkammer 

des Bundesstrafgerichts (nachfolgend: Strafkammer) wegen des Verdachts auf das 

Ausnützen von Insiderinformationen als Primärinsider gemäss Art. 154 FinfraG (TPF 

pag. 9.100.001 ff.). 

A.3 Mit Eingabe vom 13. Juli 2023 stellte der Beschuldigte vor der Vorinstanz den Antrag, 

es seien das Gutachten «Klassifikation und Prognosefähigkeit von mutmasslichen In-

siderinformationen» von Prof. Dr. D., die E-Mail des Beschuldigten an E. vom 13. Mai 

2018 um 11.13 Uhr sowie die  

«[…]» der F. AG, W. vom 14. März 2018 zu den Akten zu nehmen. Am 21. Juli 2023 

hiess die Vorinstanz die Beweisanträge gut (TPF pag. 9.521.003 ff.; 9.400.001 ff.). 

A.4 Die erstinstanzliche Hauptverhandlung fand am 7. Dezember 2023 vor der Strafkam-

mer in Bellinzona in Anwesenheit der BA, des Beschuldigten und dessen Verteidiger 

statt. 

A.5 Mit dem gleichentags mündlich eröffnetem Urteil SK.2023.25 wurde der Beschuldigte 

vom Vorwurf des Ausnützens von Insiderinformationen gemäss Art. 154 Abs. 1 lit. a 

FinfraG freigesprochen und die Beschlagnahme der Vermögenswerte auf der Kun-

denbeziehung Nr. 1 bei der B., lautend auf A. und C., wurde aufgehoben. Die vo-

rinstanzlichen Verfahrenskosten wurden auf Fr. 20'000.-- (Vorverfahren: Gebühr Fr. 

10’000.--; Gerichtsgebühr Fr. 10’000.--) festgesetzt und wurden dem Beschuldigten 

vollumfänglich auferlegt. Auf die Ausrichtung einer Parteientschädigung wurde ver-

zichtet (Dispositiv-Ziffer 3. und 4. des vorinstanzlichen Urteils). 

A.6 Gegen dieses Urteil meldete die BA am 12. Dezember 2023 fristgerecht Berufung an 

und ersuchte um Zustellung einer schriftlichen Begründung des Urteils (TPF pag. 

9.940.001). 

- 3 - 

A.7 Die schriftliche Urteilsbegründung wurde am 7. Februar 2024 versandt und den Par-

teien am 9. Februar 2024 (BA) resp. am 12. Februar 2024 (Verteidigung) zugestellt 

(CAR pag. 1.100.025 ff.). 

B. Verfahren vor der Berufungskammer des Bundesstrafgerichts 

B.1 Mit Schreiben vom 7. Februar 2024 leitete die Strafkammer das begründete Urteil vom 

7. Dezember 2023 mitsamt der Berufungsanmeldung der BA vom 12. Dezember 2023 

an die Berufungskammer des Bundesstrafgerichts (nachfolgend: Berufungskammer) 

weiter (CAR pag. 1.100.003). 

B.2 Mit Berufungserklärung vom 20. Februar 2024 (CAR pag. 1.100.030 f.) stellte die BA 

folgende abändernden Anträge: 

«1.  A. sei des Ausnützens von Insiderinformationen als Primärinsider (Art. 154 Abs. 1 

lit. a FinfraG) schuldig zu sprechen, begangen am [Datum] in W. 

2.  A. sei mit einer Geldstrafe von 175 Tagessätzen zu bestrafen, unter Gewährung des 

bedingten Strafvollzugs bei einer Probezeit von zwei Jahren. Der Tagessatz sei auf 

CHF 3’000.00 festzusetzten, eventualiter sei die Höhe des Tagessatzes nach rich-

terlichem Ermessen zu bestimmen. 

3.  A. sei mit einer Verbindungsbusse von CHF 10’000.00 zu bestrafen. Im FaIIe der 

schuldhaften Nichtbezahlung sei die Busse umzuwandeln in eine Ersatzfreiheits-

strafe von 45 Tagen. 

4.  Es sei gegen A. auf eine Ersatzforderung von CHF 247’933.56 zuzüglich 5% Zins 

seit dem [Datum] zu erkennen. 

5.  Die Kosten der Untersuchung, für das Vorverfahren im Betrag von CHF 10’000.00, 

zuzüglich CHF 5’000.00 für den Aufwand der Bundesanwaltschaft für das Haupt- 

und Berufungsverfahren, sowie die Gerichtskosten seien vollumfänglich A. aufzuer-

legen. 

6.  A. sei weder eine Entschädigung noch Genugtuung auszurichten. 

7.  Der Kanton Zürich sei für den Vollzug der Strafen zuständig zu erklären.» 

 

Beweisanträge wurden seitens der BA keine gestellt und zur Begründung der 

Anträge wurde auf die mündliche Berufungsverhandlung verwiesen, sofern die 

Berufung nicht in einem schriftlichen Verfahren beurteilt werde. 

B.3 Mit Verfügung vom 27. Februar 2024 wurde die Berufungserklärung in Anwendung 

von Art. 400 Abs. 2 und 3 StPO und Art. 401 StPO dem Beschuldigten zugestellt, um 

gegebenenfalls Anschlussberufung zu erheben oder Nichteintreten auf die Berufung 

zu beantragen (CAR pag.1.400.001). 

- 4 - 

B.4 Der Beschuldigte erhob in der Folge mit Eingabe vom 18. März 2024 Anschlussberu-

fung zu der von der BA erklärten Berufung (CAR pag. 1.400.002 ff.) mit folgenden 

Anträgen:  

 

«1.  Dispositivziffer 3 des Urteils der Strafkammer des Bundesstrafgerichts vom 7. De-

zember 2023 (SK.2023.25) sei aufzuheben und die Verfahrenskosten seien auf die 

Staatskasse zu nehmen. 

2. Dispositivziffer 4 des Urteils der Strafkammer des Bundesstrafgerichts vom 7. De-

zember 2023 (SK.2023.25) sei aufzuheben und meinem Klienten sei eine angemes-

sene Entschädigung für seine Aufwendungen im Zusammenhang mit der Ausübung 

seiner Verfahrensrechte (inklusive Entschädigung für die Ausgaben im Zusammen-

hang mit dem Gutachten von Prof. D.) zuzusprechen. 

 

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.» 

B.5 Die Anschlussberufungserklärung wurden der BA mit Verfügung vom 21. März 2024 

zur Kenntnis gebracht, jeweils mit dem Hinweis auf die Möglichkeit, analog Art. 400 

Abs. 3 lit. a StPO, ein Nichteintreten zu beantragen (CAR pag. 1.400.011). Mit Eingabe 

vom 27. März 2024 verzichtete die BA auf Stellungnahme zur Anschlussberufung 

(CAR pag. 1.400.012). 

B.6 Im Rahmen der Prozessvorbereitung wurde A. am 16. April 2024 ersucht, ein Zustell-

domizil zu bezeichnen bzw. zu bestätigen, dass das bisherige Zustelldomizil weiterhin 

gilt (CAR pag. 2.102.001). Mit Eingabe vom 19. April 2024 teilte A. bzw. seine erbetene 

Verteidigung mit, dass die Kanzlei als Zustelldomizil gewählt wurde (CAR pag. 

2.102.002). Die Berufungskammer holte entsprechend der Verfügung über die Be-

weismassnahmen vom 16. April 2024 (CAR pag. 4.200.001 f.) einen aktuellen Auszug 

aus dem schweizerischen Strafregister ein und ersuchte um einen Strafregisterauszug 

aus X., wobei dieser bis zum heutigen Tag nicht eingetroffen ist (CAR pag. 4.401.003 

und 4.401.004 f). 

B.7 Die mündliche Berufungsverhandlung fand am 9. Juli 2024 in Anwesenheit des Be-

schuldigten und seiner erbetenen Verteidigung sowie der BA am Sitz der Berufungs-

kammer des Bundesstrafgerichts in Bellinzona statt (CAR 5.100.001 ff.). Im Rahmen 

des Beweisverfahrens wurde der Beschuldigte zu seinen persönlichen Verhältnissen 

und zur Sache einvernommen (CAR pag. 5.300.001 ff.).  

B.8 Die BA stellte und begründete folgende Anträge (CAR pag. 5.100.004): 

 

1. A. sei des Ausnützens von Insiderinformationen als Primärinsider (Art. 154 Abs. 1 lit. a Fin-

fraG) schuldig zu sprechen. 

- 5 - 

2. A. sei mit einer Geldstrafe von 175 Tagessätzen zu bestrafen, unter Gewährung des be-

dingten Strafvollzugs bei einer Probezeit von zwei Jahren. Der Tagessatz sei auch CHF 

3'000.00, eventualiter nach richterlichem Ermessen festzusetzen. 

3. A. sei mit der Verbindungsbusse von CHF 10'000.00 zu bestrafen. Im Falle der schuldhaften 

Nichtbezahlung sei die Busse umzuwandeln in eine Ersatzfreiheitsstrafe von 45 Tagen. 

4. Es sei gegen A. auf eine Ersatzforderung von CHF 247'933.56 zuzüglich 5 % Zins seit dem 

[Datum] zu erkennen. 

5. Die Kosten der Untersuchung, bisher im Betrag von CHF 20'000.00 (vorinstanzliches Ver-

fahren: CHF 10'000.00, Gerichtsgebühr Strafkammer: CHF 10'000.00), seien vollumfänglich 

A. aufzuerlegen. 

6. A. sei weder eine Entschädigung noch Genugtuung auszurichten. 

7. Der Kanton Zürich sei für den Vollzug der Strafen zuständig zu erklären. 

B.9 Der Beschuldigte liess im Rahmen der Parteivorträge durch seine erbetene Verteidi-

gung die nachfolgenden Anträge stellen (CAR pag. 5.100.004 f.): 

 

1. Unser Klient sei vollumfänglich freizusprechen. 

2. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens seien auf die Staatskasse 

zu nehmen. 

3. Es sei auf (Einziehung sowie auf) die Erhebung einer Ersatzforderung zu verzichten. 

4. Die Vermögenswerte unseres Klienten bei der B., V., auf der Kundenbeziehung Nr. 1, lau-

tend auf A. und C., im Betrag von CHF 250'000.00 seien herauszugeben. 

5. Unserem Klienten sei eine angemessene Entschädigung für seine Aufwendungen im Zu-

sammenhang mit der Ausübung seiner Verfahrensrechte (inklusive Entschädigung für die 

Ausgaben im Zusammenhang mit dem Gutachten von Prof. D.) zuzusprechen. 

 

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. 

B.10 Das vorliegende Urteil erging im Anschluss an die Berufungsverhandlung und wurde 

den Parteien am 10. Juli 2024 schriftlich im Dispositiv eröffnet 

(CAR pag. 9.100.001 ff.), nachdem sämtliche Parteien ihren Verzicht auf die mündli-

che Eröffnung des Urteils erklärt hatten (CAR pag. 5.100.010). 

- 6 - 

Die Berufungskammer erwägt: 

I. Formelle Erwägungen 

 Eintreten / Fristen 

Die Berufungsanmeldung und -erklärung der BA sowie die Anschlussberufungs-

erklärung des Beschuldigten erfolgten jeweils unter Fristenwahrung (Art. 399 

Abs. 1-3 StPO und Art. 401 Abs. 1 StPO). Die Berufung und die Anschlussberu-

fung richten sich gegen das Urteil der Strafkammer des Bundesstrafgerichts 

SK.2023.25 vom 7. Dezember 2023, mit welchem das Verfahren ganz abge-

schlossen wurde (Art. 398 Abs. 1 StPO). Die BA und der Beschuldigte sind im 

Rahmen ihrer Berufungsanträge und Anschlussberufungsanträge beschwert und 

haben in diesem Umfang ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung 

des angefochtenen Urteils. Gemäss Art. 156 Abs. 1 FinfraG unterstehen die Ver-

folgung und Beurteilung von Handlungen nach Art. 154 FinfraG, d.h. Ausnützen 

von Insiderinformationen, der Bundesgerichtsbarkeit. Die Berufungskammer des 

Bundesstrafgerichts ist in der Besetzung mit drei Richterpersonen für die Beur-

teilung der vorliegenden Berufung und Anschlussberufung örtlich und sachlich 

zuständig (Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO; Art. 33 Iit. c, Art. 38a und 38b des Bundes-

gesetzes über die Organisation der Strafbehörden des Bundes [Strafbehörden-

organisationsgesetz, StBOG; SR 173.71]). Die weiteren Sachurteilsvorausset-

zungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Auf die Berufung und die An-

schlussberufung ist einzutreten. 

 Verfahrensgegenstand und Kognition (kein Verbot der reformatio in peius) 

2.1 Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung aufschie-

bende Wirkung und wird die Rechtskraft des angefochtenen Urteils dementspre-

chend gehemmt. Das Berufungsgericht überprüft somit das erstinstanzliche Ur-

teil nur in den angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). Dabei ist es nahe-

liegend, dass weitere nicht angefochtene Punkte in die Überprüfung des Urteils 

einzubeziehen sind, wenn eine enge Konnexität mit den angefochtenen Punkten 

besteht. Bei Anfechtung des Schuldspruchs mit Antrag auf Freispruch gelten für 

den Fall der Gutheissung automatisch auch damit zusammenhängende Folge-

punkte des Urteils, wie zum Beispiel Nebenfolgen von Entscheiden über Einzie-

hungen, Zivilpunkte sowie Kosten- und Entschädigungsregelungen, als ange-

fochten. Wird die Berufung im Schuldpunkt abgewiesen, kann das Strafmass 

oder die Kosten- und Entschädigungsregelung ohne gesonderte Teilanfechtung 

nicht neu festgelegt werden (ZIMMERLIN, Kommentar Strafprozessordnung StPO, 

3. Aufl. 2020, Art. 399 StPO N. 19; SCHMID/JOSITSCH, Praxiskommentar StPO, 

4. Aufl. 2023, Art. 399 StPO N. 18). Auch wenn das Berufungsgericht nur die 

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angefochtenen Punkte neu beurteilt, fällt es am Ende ein insgesamt neues Urteil 

(Art. 408 StPO), worin es jedoch anzugeben hat, welche Punkte bereits früher in 

Rechtskraft erwachsen sind (BGE 141 IV 244 E. 1.3.3; Urteile des Bundesgerich-

tes 6B_482/2012 vom 3. April 2013 E. 5.3. und 6B_99/2012 vom 14. November 

2012 E. 5.3; EUGSTER, Basler Kommentar, 3. AufI. 2023, Art. 402 StPO N. 2; 

HUG, Kommentar Strafprozessordnung StPO, 3. AufI. 2020, Art. 401 StPO N. 2). 

2.2 Die BA ficht mit ihrer Berufung den vorinstanzlichen Freispruch vom Vorwurf des 

Ausnützens von Insiderinformationen gemäss Art. 154 Abs. 1 lit. a FinfraG an 

sowie die vorinstanzliche Aufhebung der Beschlagnahmung. Angefochten wer-

den von der BA im Rahmen ihrer unbeschränkten Berufung auch die Kosten- und 

Entschädigungsfolgen (vgl. CAR pag. 1.100.031). Die BA ist diesbezüglich nicht 

beschwert, da die Vorinstanz im Sinne von Art. 426 Abs. 2 und Art. 430 StPO 

dem Beschuldigten die Kosten auferlegt und eine Entschädigung verweigert hat. 

Die Auferlegung der Kosten- und Entschädigungsfolgen (Urteil SK.2023.25 Dis-

positiv-Ziffer 3 und 4) werden hingegen mit Anschlussberufung seitens des Be-

schuldigten angefochten (vgl. CAR pag. 1.400.002 ff.). Somit haben alle Dispo-

sitiv-Ziffern des erstinstanzlichen Urteils als angefochten zu gelten und sind im 

Berufungsverfahren zu behandeln.  

2.3 Nach den vorstehenden Erwägungen gilt festzuhalten, dass keine Dispositiv-Zif-

fer des Urteils der Strafkammer SK.2023.25 vom 7. Dezember 2023 in Rechts-

kraft erwachsen ist. 

2.4 Weil die BA gegen den Freispruch der Vorinstanz Berufung erhoben und einen 

Schuldspruch beantragt hat, liegt hinsichtlich des Schuld- und Strafpunktes ein 

zu Lasten des Beschuldigten ergriffenes Rechtsmittel vor. In einem von der BA 

initiierten Rechtsmittelverfahren gilt das Verschlechterungsverbot nach Art. 391 

Abs. 2 StPO nicht. Folglich kann die Berufungsinstanz das vorinstanzliche Urteil 

im Schuld- und Strafpunkt zum Nachteil des Beschuldigten abändern. Innerhalb 

des durch Art. 404 Abs. 1 StPO definierten Gegenstandes des zweitinstanzlichen 

Prozesses ist das Berufungsgericht dabei nicht an die Anträge der Parteien ge-

bunden (Art. 391 Abs. 1 StPO).  

 Vorbringen der Parteien in formeller Hinsicht 

3.1 Verletzung des Anklagegrundsatzes 

3.1.1 Der Beschuldigte macht geltend, dass aus der Anklageschrift nicht hervorgehe, 

welche Informationen als Insiderinformation qualifiziert würden. Konkret sei nicht 

klar, ob die drei Angaben in Ziffer 1.2 der Anklageschrift, die Umsatz- und Ge-

schäftszahlen der einzelnen Geschäftseinheiten, der Gewinneinbruch bzw. der 

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schlechter als erwartete/angekündigte Quartalsabschluss sowie die Zunahme 

der negativen Abweichung zum Budget, die Insiderinformation darstellen würde, 

oder ob gemäss Ziffer 1.3.4 der Anklageschrift der schlechter als erwartete Ge-

schäftsgang oder die schlechter als öffentlich prognostizierten Geschäftszahlen 

gemeint seien. Zudem sei betreffend Geschäftsgang und Geschäftszahlen un-

klar, welche Zeitperiode gemeint sei (CAR pag. 5.200.037).  

3.1.2 Mit Verweis auf die Erwägungen der Vorinstanz, wonach die Erwähnung des  

voraussichtlichen Gewinneinbruchs für das Geschäftsjahr [Jahreszahl] von [Pro-

zentangabe] unter der öffentlich bekannten Prognose dem Anklageprinzip ge-

nüge und die übrigen zwei Umschreibungen in Ziffer 1.2 der Anklageschrift nicht 

konkret genug seien, führt der Beschuldigte weiter aus, dass der voraussichtliche 

Gewinneinbruch lediglich eine Prognose sei und damit keine Insiderinformation 

darstellen könne (CAR pag. 5.200.037).  

3.1.3 Nach Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO enthält die Anklageschrift eine Darstellung der 

vorgeworfenen Taten. Durch die schriftliche Fixierung des Anklagevorwurfs wird 

das grundrechtlich vorgegebene Anklageprinzip nach Art. 9 StPO unmittelbar 

umgesetzt, insbesondere die darin enthaltenen Umgrenzungs- und Informations-

funktionen. In der Anklageschrift sind die vorgeworfenen Taten möglichst kurz 

aber genau zu bezeichnen, d.h. auf diejenigen Sachverhaltselemente zu be-

schränken, die für eine Subsumtion der anwendbaren Straftatbestände erforder-

lich sind. Eine Verletzung des Anklageprinzips liegt nur vor, wenn die beschul-

digte Person nicht in genügender Weise über den ihr vorgeworfenen Sachverhalt 

informiert wurde, sodass Zweifel bestehen, für welches Verhalten sie angeklagt 

wurde. Ergibt demgegenüber eine Gesamtbetrachtung der Anklageschrift, dass 

ein Sachverhalt Gegenstand der Anklage bildete und die beschuldigte Person 

genau wusste, was ihr vorgeworfen wird, liegt keine Verletzung des Anklage-

grundsatzes vor (vgl. zum Ganzen HEIMGARTNER/NIGGLI, Basler Kommentar, 

3. Aufl. 2023, Art. 325 StPO N. 7 ff.).  

3.1.4 Die Anklageschrift umschreibt die Insiderinformationen in Ziffer 1.2.1 folgender-

massen: «Die Umsatz- und Geschäftszahlen der einzelnen Geschäftseinheiten 

der F., insbesondere der Regionen Z. und Y. Dabei wusste [der Beschuldigte] 

insbesondere um den stärker als erwarteten Rückgang des Gruppenumsatzes 

und der Gruppen-EBITDA […] aufgrund des schlechter als erwarteten Geschäfts-

gangs, insbesondere in den Regionen Z. und Y.; und der Gewinneinbruch bzw. 

schlechter als erwartete/angekündigte Quartalsabschluss der F. (W.) im […] des 

Geschäftsjahrs [Jahreszahl] (erwarteter wesentlicher Rückgang des Gewinns 

bzw. der EBITDA für das Geschäftsjahr [Jahreszahl], voraussichtlich [Prozentan-

gabe] unter der früheren, öffentlich bekannten Prognose); und die fortlaufende 

Zunahme der negativen Abweichung zum Budget und den Vorjahreswerten seit 

- 9 - 

der letzten öffentlichen Publikation per [Datum] am [Datum]; in Verbindung mit 

dem Wissen, dass am [Datum] die ordentliche Bekanntgabe der […]-Zahlen statt-

finden sollte.» (TPF pag. 9.100.003). In Ziffer 1.2.2 führt die Anklageschrift weiter 

aus, dass diese Informationen nur wenigen Personen auf der Geschäftsleitungs-

ebene der F. bekannt – und somit nicht öffentlich verfügbar – gewesen seien und 

betont mehrmals deren Kursrelevanz.  

3.1.5 In der Anklageschrift sind die wesentlichen Elemente zu den Insiderinformatio-

nen enthalten. Entgegen der Ansicht des Beschuldigten und teilweise in abwei-

chender Würdigung zur Vorinstanz, erfüllen die Ausführungen in der Anklage-

schrift insgesamt die Anforderungen an das Anklageprinzip hinsichtlich der Be-

stimmtheit der Insiderinformation. Es geht mithin aus der Anklageschrift hervor, 

dass dem Beschuldigten vorgeworfen wird, über eine Vielzahl an einzelnen ver-

traulichen Informationen verfügt zu haben, die in ihrer Gesamtheit die Anforde-

rungen an Art. 2 lit. j FinfraG erfüllt haben soll. Aus der Anklageschrift geht inso-

fern genügend klar hervor, von welchem Sachverhalt die Anklagebehörde aus-

geht. Der Beschuldigte war denn auch in der Lage, sich gegen die in der Anklage 

erhobenen Vorwürfe zu verteidigen und beispielsweise darzulegen, dass und 

weshalb seines Erachtens kein Insiderhandel vorgelegen habe. Soweit der Be-

schuldigte vorbringt, dass Prognosen keine Insiderinformationen darstellten, ist 

dies nicht in formeller Hinsicht als eine Verletzung des Anklageprinzips zu prüfen, 

sondern es ist eine materiell-rechtliche Frage. Eine Verletzung des Anklageprin-

zips ist zu verneinen. 

3.2 Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes 

3.2.1 Der Beschuldigte macht eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes nach 

Art. 6 StPO geltend. Bereits im erstinstanzlichen Hauptverfahren habe er vorge-

bracht, dass die Frage der Kursrelevanz eine Sach- oder Tatfrage sei, für deren 

Beantwortung wirtschaftliche und nicht juristische Argumente von Bedeutung 

seien. Entsprechend hätte für die Beantwortung dieser Frage ein Gutachten nach 

Art. 182 StPO eingeholt werden müssen. Die Vorinstanz habe die Frage, ob es 

sich beim Bericht der Forensischen Finanzanalyse (nachfolgend: FFA-Bericht) 

um ein Gutachten im Sinne von Art. 182 StPO handle, offengelassen (CAR pag. 

5.300.038, m.H.a. Urteil SK.2023.25 E. 4.2.3).  

3.2.2 Aus Sicht des Beschuldigten sei die Rechtsnatur eines FFA-Berichts umstritten. 

So vertrete das Bundesstrafgericht die Ansicht, dass es sich um einen amtlichen 

Bericht i.S.v. Art. 195 Abs. 1 StPO handle (m.H.a. Urteil des Bundesstrafgerichts 

vom 30. August 2021 SK.2020.57 E. 1.6.1.2). Demgegenüber werde in der Lite-

ratur die Ansicht vertreten, dass ein FFA-Bericht verfahrensrechtlich kein Beweis 

sei und strafrechtlich auch nicht als Gutachten qualifiziert werde. Es handle sich 

- 10 - 

lediglich um Fachwissen der Behörde und aufgrund dieses Wissens sei ein ex-

ternes Gutachten nur in Ausnahmefällen angezeigt (CAR pag. 5.300.038 f., 

m.H.a. THORMANN, Wirtschaftsstrafverfahren der Bundesanwaltschaft, in: Zu-

lauf/Wyss [Hrsg.], Finanzmarktenforcement, 3. Aufl. 2022, S.687). 

3.2.3 Der Untersuchungsgrundsatz sei vorliegend verletzt, unabhängig davon, welcher 

dieser Meinungen gefolgt werde. Der Untersuchungsgrundsatz nach Art. 6 StPO 

verpflichte die Strafverfolgungsbehörden, den Sachverhalt von Amtes wegen ab-

zuklären. Daraus folge das Gebot, vom bestmöglichen, also aussagekräftigsten 

Beweismittel Gebrauch zu machen. Im Falle eines besonders beweisschwachen 

amtlichen Berichts oder falsifizierten behördlichen Wissens hätten weitere Sach-

verhaltsabklärungen zu erfolgen. Schliesslich weist der Beschuldigte darauf hin, 

dass zur Feststellung der Kursrelevanz, sich das Gericht regelmässig auf ein 

Gutachten im Sinne von Art. 182 StPO abstützen müsse (CAR pag. 5.200.038 f.). 

3.2.4 Unter Hinweis auf das Privatgutachten von Prof. D. (TPF pag. 9.521.008 ff.) führt 

der Beschuldigte seine konkrete Kritik am FFA-Bericht aus. Zusammengefasst 

kommt er zum Schluss, dass der FFA-Bericht die Lehrmeinungen ignoriere, wo-

nach Prognosen nicht unter den Tatbestand von Art. 154 Abs. 1 FinfraG fallen 

würden und die relevanten Informationen im Markt bereits bekannt gewesen 

seien. Zudem sei die Begründung der Kursrelevanz im FFA-Bericht widersprüch-

lich, da dieser den Überraschungseffekt der Gewinnwarnung anerkenne. Sofern 

für die Begründung auf den FFA-Bericht abgestellt werde, liege eine willkürliche 

Sachverhaltsfeststellung vor (CAR pag. 5.200.039 f.). 

3.2.5 Zur Frage der Rechtsnatur der FFA-Berichte ist Folgendes festzuhalten: Die 

FFA-Berichte sind keine sachverständigen Gutachten im Sinne von Art. 182 ff. 

StPO. Dies ergibt sich bereits daraus, dass diese durch Mitarbeiterinnen und Mit-

arbeiter der Strafverfolgungsbehörde verfasst und die für externe Gutachterinnen 

und Gutachter geltenden Formalien nicht angewandt werden. Das Wissen wird 

der Behörde zugerechnet (THORMANN, a.a.O., S. 687). Sofern der Beschuldigte 

geltend macht, die BA hätte eine externe, sachverständige Person beiziehen 

müssen, da sie selber nicht über die besonderen Kenntnisse zur Beurteilung der 

Kursrelevanz verfüge, verkennt er, dass die Abteilung FFA und ihre besonderen 

Kenntnisse in der forensischen Finanzanalyse gerade Bestandteil der BA ist 

(Art. 1 Abs. 1 lit. b Reglement über die Organisation und Verwaltung der Bundes-

anwaltschaft vom 26. Februar 2021 [SR 173.712.22]). Die FFA-Berichte sind als 

Amtsberichte zu qualifizieren. Als Bestandteil der Akten können sie durch das 

Gericht berücksichtigt werden und sind entsprechend zu würdigen.  

3.2.6 Sofern der Beschuldigte vorbringt, dass der Untersuchungsgrundsatz verletzt 

sei, da kein sachverständigen Gutachten nach Art. 182 ff. StPO zur Frage der 

- 11 - 

Kursrelevanz der angeklagten Insiderinformationen eingeholt worden sei, ist fest-

zuhalten, dass die Frage der Kursrelevanz bzw. Kurserheblichkeit eine Rechts-

frage und durch das Gericht zu beantworten ist (vgl. TPF 2023 31 

E. II.1.4.4.4 c) aaa). Dementsprechend ist die, als formelle Rüge unter dem Titel 

Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes vorgebrachte Kritik am FFA-Bericht, 

im Rahmen der rechtlichen Würdigung zu berücksichtigen. Eine Verletzung des 

Untersuchungsgrundsatzes liegt nicht vor.  

II. Materielle Erwägungen 

 Anklagevorwurf: Ausnützen von Insiderinformationen 

Die BA wirft dem Beschuldigten zusammengefasst vor, am [Datum] als Mitglied 

der Geschäftsleitung Z. und damit als Mitglied der Geschäftsleitung der F., eines 

international tätigen Konzerns im Bereich des Handels mit Waren O., dessen Ak-

tien (ISIN: 2; Symbol: «H.») am [Datum] (seit [Datum]) an der Schweizer Börse 

SIX Swiss Exchange kotiert waren, die nur Insidern bekannten Informationen 

über den Geschäftsgang der F. (stärker als erwarteten Rückgang des Grup-

penumsatzes, erwarteter wesentlicher Rückgang des Gewinns bzw. der EBITDA 

für das Geschäftsjahr [Jahreszahl], voraussichtlich [Prozentangabe] unter der 

früheren, öffentlich bekannten Prognose und die fortlaufende Zunahme der ne-

gativen Abweichung zum Budget und den Vorjahreswerten seit der Ietzten öf-

fentlichen Publikation) ausgenutzt zu haben. Diese Informationen habe der Be-

schuldigte in seiner Funktion als Geschäftsleitungsmitglied der F. erfahren. Am 

[Datum] habe er über seine Depotverbindung bei der G., W., insgesamt [Anzahl] 

Aktien der F. zu einem durchschnittlichen Preis von gerundet CHF [Preisangabe] 

mit einem Gesamterlös von CHF [Wertangabe] veräussert. Nachdem die F. am 

[Datum] in einer vorbörslichen Ad hoc-Mitteilung die Umsatzangaben zum […] 

des Geschäftsjahres [Jahreszahl] bekannt gegeben und eine Gewinnwarnung 

ausgegeben habe, habe der Schlusskurs von H. am [Datum] bei CHF [Preisan-

gabe] notiert, was eine Veränderung von [Prozentangabe] im Vergleich zum Vor-

tagesschlusskurs bedeutet habe. Durch den Verkauf seiner [Anzahl] H. vor dem 

[Datum] habe der Beschuldigte insgesamt einen Verlust von CHF [Wertangabe] 

vermieden. 

 

Durch dieses Verhalten habe sich der Beschuldigte des Ausnützens von Insider-

informationen als Primärinsider i.S.v. Art. 154 Abs. 1 lit. a FinfraG schuldig ge-

macht. 

 Erstinstanzliches Urteil 

2.1 Gemäss Urteil der Strafkammer SK.2023.25 vom 7. Dezember 2023 ist grund-

sätzlich unbestritten und durch die Akten belegt, dass der Beschuldigte im 

- 12 - 

Rahmen seiner Tätigkeit als Mitglied der Geschäftsleitung Z. und dabei als Mit-

glied des Komitee T. der F. Zugang zu vertraulichen und potentiell kurserhebli-

chen Informationen gehabt habe und daher als Primärinsider nach Art. 154 Abs. 

1 FinfraG in Betracht komme (Urteil SK.2023.25 E. 4.1).  

2.2 Hinsichtlich der Kursrelevanz der Insiderinformation ist der Sachverhalt gemäss 

Vorinstanz grundsätzlich unbestritten und erstellt (vgl. Urteil SK.2023.25 

E. 4.2.1). Die Kursrelevanz selber hält die Vorinstanz, gestützt auf den FFA-Be-

richt, vorliegend wohl als gegeben, zumindest hält sie den geschätzten Rückgang 

der EBITDA als mitverantwortlich für die Kursveränderung, wofür der FFA-Be-

richt ein starkes Indiz liefere. Auf welche Information wie viel der Kursverände-

rung zurückzuführen sei, bleibe aber offen. Die Vorbringen des Beschuldigten 

gegen den FFA-Bericht, insbesondere dessen rechtliche Qualifikation als Gut-

achten lässt die Vorinstanz ebenfalls offen, da ohnehin mangels Kenntnis der 

Informationen ein Freispruch ergehe (vgl. Urteil SK.2023.25 E. 4.2.3).  

2.3 Hinsichtlich der tatsächlichen Kenntnis der Information geht die Vorinstanz von 

nachfolgendem Sacherhalt aus: Es sei erstellt, dass der Group […] M. am [Da-

tum] eine erste indikative, d.h. nicht konsolidierte und vorläufige, Aufstellung über 

die Ergebnisse des Y. Geschäfts erhalten habe (m.H.a. BA pag. 07.201-0014; 

B07.201-0023). Diese Zahlen seien erst in der Nacht vom [Datum] auf den [Da-

tum] auf der Q.-Plattform, dem internen Konsolidierungssystem, aufgeschaltet 

worden, um den Konsolidierungsprozess einzuleiten (m.H.a. BA pag. 07.201-

0015). Folglich hätten die Zahlen erst am [Datum] vollständig zur Verfügung ge-

standen. Demgegenüber sei nicht erstellt, dass der Beschuldigte auf die Q.-Platt-

form zugegriffen hätte, was er denn auch konsequent bestreite. Am [Datum] 

seien die konsolidierten Finanzergebnisse des […] per E-Mail von N. an die Ge-

schäftsleitungsmitglieder verteilt worden. Der Forecast, also die neue Prognose, 

sei in dieser E-Mail noch nicht enthalten gewesen (m.H.a. BA pag. 07.201-0015 

f.; B07.201-0030 ff.; B07.201-0046). Daraus ergebe sich, dass der Beschuldigte 

am [Datum] erstmals Kenntnis der konsolidierten Geschäftszahlen erlangt habe, 

jedoch noch nicht von der revidierten Prognose. Erst am [Datum] sei per E-Mail 

auch die konsolidierte Prognose übermittelt worden (m.H.a. BA pag. B07.201-

0099 ff.). Am [Datum] sei der Verwaltungsrat darüber informiert worden, dass der 

Group […] und der Group […] geplant hätten, die Marktbekanntgabe der Zwi-

schenergebnisse vorzuziehen und eine Gewinnwarnung zu veröffentlichen. Die-

sen Entscheid habe der Verwaltungsrat im Rahmen der VR-Sitzung vom [Datum] 

genehmigt. Am Abend des [Datum] sei das Komitee T. und auch der Beschul-

digte über die geplante Gewinnwarnung informiert worden. Die Gewinnwarnung 

sei am [Datum] erfolgt, woraufhin der Kurs der H. mit einem Minus von [Prozen-

tangabe] geschlossen habe (m.H.a. BA pag. 07.201-00018). Im Ergebnis sei 

nicht erstellt, dass der Beschuldigte zum Zeitpunkt des Verkaufs seiner Aktien 

- 13 - 

am [Datum] über den erwarteten Rückgang des Gewinns bzw. der EBITDA für 

das Geschäftsjahr [Jahreszahl] von voraussichtlich [Prozentangabe] unter der 

früheren, öffentlich bekannten Prognose im Bilde gewesen wäre. Der Beschul-

digte möge zwar über das Z.-Geschäft im Bilde gewesen sein. Für den Rest der 

Informationen gemäss Ziff. 1.2.1 der Anklageschrift gäbe es jedoch keinen klaren 

Beweis oder eine Indizienkette, die belegen würde, dass der Beschuldigte hier-

über Bescheid gewusst hätte. In Anbetracht der Tatsache, dass der Beschuldigte 

seine Verkaufsabsichten intern sowohl gegenüber dem CEO als auch dem […] 

Counsel vollständig offengelegt und den Verkaufszeitpunkt anschliessend um 

fast einen Monat nach hinten verschoben habe, spreche die Beweislage vielmehr 

dafür, dass der Aktienverkauf aufgrund des Ausscheidens aus der Gesellschaft 

geschehen sei und eben nicht um Insiderinformationen auszunützen (vgl. zum 

Ganzen Urteil SK.2023.25. E. 4.3, insb. 4.3.5). Aus diesem Grund sei der objek-

tive Tatbestand des Ausnützens einer Information mangels Kenntnis derselben 

zum Zeitpunkt des Verkaufs der Titel nicht erfüllt (vgl. Urteil SK.2023.25 E. 4.4). 

 Parteistandpunkte im Berufungsverfahren 

3.1 Bundesanwaltschaft 

3.1.1 Aus Sicht der BA sei erstellt, dass der Beschuldigte Primärinsider und in den 

Informationsfluss der Gesellschaft eingebunden gewesen sei. Er sei erst Ende 

[Datum] aus der F. ausgetreten. Zudem seien auch die äusseren Abläufe, d.h. 

der Aktienverkauf, sowie der durch den Verkauf vermiedene Verlust nicht ernst-

haft bestritten und ohne Weiteres erstellt. Die Insiderinformation, also der 

schlechter als erwartete Geschäftsgang der F., der deutlich unter der früheren, 

öffentlich publizierten Prognose und Zahlen gelegen habe, sei grundsätzlich ge-

eignet, den Aktienkurs erheblich zu beeinflussen (CAR pag. 5.200.004 f.). 

3.1.2 Im Rahmen der Parteivorträge stellte die BA nochmals klar, welche Insiderinfor-

mation durch den Beschuldigten ausgenützt worden sei. Demnach gehe es vor-

liegend um die Umsatz- und Geschäftszahlen der einzelnen Geschäftseinheiten 

der F., insbesondere der Regionen Z. und Y. Dabei stehe der stärker als erwar-

tete Rückgang des Gruppenumsatzes und der Gruppen- 

EBITDA aufgrund des schlechter als erwarteten Geschäftsgangs, namentlich in 

den Regionen Z. und Y. im Vordergrund. Des Weiteren gehe es um den Gewinn-

einbruch bzw. den schlechter als erwarteten und angekündigten Abschluss des 

[…] [Jahreszahl] der F. sowie des deshalb erwarteten Rückgangs des Gewinns 

bzw. der EBITDA für das Geschäftsjahr [Jahreszahl], voraussichtlich um [Pro-

zentangabe] unter der früheren, öffentlich bekannten Prognose. Zudem würden 

auch die fortlaufende Zunahme der negativen Abweichungen zum Budget und 

- 14 - 

den Vorjahreswerten seit der letzten öffentlichen Publikation per [Datum] am [Da-

tum] Bestandteil der Insiderinformation bilden (CAR pag. 5.200.005 f.).  

3.1.3 Nach Ansicht der BA habe der Beschuldigte von der Insiderinformation Kenntnis 

erlangt. Es sei durch die Akten erstellt, dass er auf verschiedenen Wegen Kennt-

nis erlangt habe: Der Beschuldigte habe wöchentliche E-Mails mit den Ge-

schäftszahlen aller Geschäftseinheiten der F., sog. «[…] » erhalten. So auch in 

den Wochen vom [Datum] bis [Datum]. Der Erhalt dieser E-Mails sei unbestritten, 

hingegen behaupte der Beschuldigte, dass er nicht mehr sicher sei, ob er diese 

Anhänge jeweils geöffnet habe oder nicht. Die Akten und auch Aussagen des 

Beschuldigten selber, deuten jedoch vielmehr darauf hin, dass er sich für die de-

taillierten Geschäftszahlen in den […]  interessiert habe und dabei erkannt haben 

müsse, dass das Geschäft schlechter gelaufen sei, als erwartet. Es sei nicht 

glaubhaft, dass er als Mitglied der Geschäftsleitung Z. und Geschäftsleitungsmit-

glied eines Unternehmens, das sich am Rande einer Krise befunden habe, die 

aktuellen Geschäftszahlen nicht angeschaut habe. 

3.1.4 Weiter habe auch die F. angegeben, wie der Beschuldigte als Mitglied der Ge-

schäftsleitung Z. mit den Zahlen in den «[…] » umgehen musste: «In Fällen, in 

denen die Leistung eines Geschäftsbereichs vom Vorjahr und vom Budget ab-

wich, arbeitete das […] Team mit den Teams der Geschäftsbereiche zusammen, 

um die Gründe für die Abweichung zu eruieren und mögliche Massnahmen fest-

zulegen.» Und konkret auf den Beschuldigten bezogen: «In seiner Rolle als Mit-

glied der Geschäftsleitung für Z. hätte sich A. im Fall von Abweichungen mit den 

Teams der entsprechenden Geschäftsbereiche zusammengesetzt, um die 

Gründe für die Abweichung besser zu verstehen und mögliche Massnahmen 

festzulegen» (pag. 07.201-0041). Um seinen Job richtig zu machen – und die BA 

habe vom Beschuldigten den Eindruck, dass er seinen Job sehr gewissenhaft 

gemacht habe – habe er sich diese E-Mails und die Geschäftszahlen genau an-

schauen müssen. Der Beschuldigte habe also um die Zahlen in diesen […]  wis-

sen müssen, auch, dass es mit den Quartalszahlen Ende [Datum] massiv bergab 

gehen würde mit F. und mit dem Aktienkurs. Kurz vor dem unweigerlich kom-

menden Absturz habe er aber alle seine Aktien verkauft. 

3.1.5 Zudem – so die BA weiter – habe der Beschuldigte monatlich detaillierte, voll-

ständige und konsolidierte Geschäftszahlen der F.-Gruppe erhalten, die […], am 

[Datum] für den [Monatsangabe] und am [Datum] für den [Monatsangabe]. An-

hand dieser (konsolidierten) IST-Zahlen habe der Beschuldigte den (Ende [Da-

tum]) unweigerlich kommenden Absturz des F.-Kurses mühelos erkennen kön-

nen (CAR pag. 5.200.012). Des Weiteren sei der Beschuldigte vor und während 

des Aktienverkaufs immer noch in den Informationsfluss der F.-Gruppe einge-

bunden gewesen und habe Einblick in den Geschäftsgang der F.-Einheiten, 

- 15 - 

insbesondere in das Z.-Geschäft gehabt. Dadurch habe er wissen und erkennen 

müssen, dass namentlich F. Z. und damit auch die ganze Gruppe im Frühjahr 

[Jahreszahl] «absacken» würde und die Prognosen vom [Monatsangabe] [Jah-

reszahl] auf der ganzen Linie verfehlen würde. Wenn es auf dem Z. Markt noch 

schlechter laufe als erwartet und prognostiziert, habe das unweigerlich Auswir-

kungen auf den H.-Kurs gehabt. Und genau das habe der Beschuldigte als Mit-

glied der Geschäftsleitung aus erster Hand gewusst: Der Gewinn sei im […] [Jah-

reszahl] um ca. [Prozentangabe] zurückgegangen, wobei das Z. Geschäft für 

rund ein Drittel verantwortlich gewesen sei (CAR pag. 5.200.013 f.). Nach Ansicht 

der BA hatte der Beschuldigte eindeutig Kenntnis der Insiderinformation.  

3.1.6 Hinsichtlich der weiteren Tatbestandsmerkmale bringt die BA vor, dass die  

Vorinstanz die Frage nach der Kenntnis der Insiderinformation und die Frage der 

Kausalität der Information für den Verkauf der Aktien vermische. Der Beschul-

digte habe jeweils ausgesagt, er habe seine Aktien im [Datum] aufgrund seines 

Ausstiegs aus der F. verkauft. Ausgetreten sei er jedoch erst Ende [Datum]. Bis 

dahin sei er de facto-Mitglied der Geschäftsleitung Z. gewesen und habe seinen 

Nachfolger eingearbeitet. Die Vorinstanz setze sich mit diesem Umstand über-

haupt nicht auseinander und komme lediglich zum Schluss, dass die Beweislage 

dafürspreche, dass der Aktienverkauf aufgrund des Ausscheidens aus der Ge-

sellschaft erfolgt sei und nicht um Insiderinformationen auszunützen. Aus Sicht 

der BA hätte der Beschuldigte bis zum tatsächlichen Austritt aus F. Anfang [Mo-

natsangabe] zuwarten können. Das habe dieser aber nicht gewollt, da er so über 

CHF [Wertangabe] verloren hätte. Für das bewusste Ausnützen der Insiderinfor-

mation spreche zudem auch der erneute Kauf von F.-Aktien im Wert von 

CHF [Wertangabe] am [Datum]. Dies widerspreche dem Argument des Beschul-

digten, er habe mit dem Verkauf seiner Aktien einen Schlussstrich ziehen wollen. 

Die Kenntnis der Insiderinformation sei für den Beschuldigten somit zumindest 

mitursächlich für seinen Entscheid gewesen, die F.-Aktien noch vor dem drohen-

den Kurssturz zu verkaufen (CAR pag. 5.200.015 f.). 

3.1.7 Nach Ansicht der BA könne auch aus der Nachfrage des Beschuldigten vom [Da-

tum] bei seinen Vorgesetzten, ob er die Aktien verkaufen dürfe, nichts zu Guns-

ten des Beschuldigten abgeleitet werden. Aus diesem E-Mailverkehr sei vielmehr 

ersichtlich, dass der Beschuldigte tatsächlich Insiderwissen gehabt habe. So sei 

diskutiert worden, welche Auswirkungen auf den Aktienkurs die Bekanntgabe 

des Austritts des Beschuldigten aus der Geschäftsleitung haben könnte und wie 

eine Meldung von Managementtransaktionen an die SIX vermieden werden 

könne (CAR pag. 5.200.016 f.).   

                                                                                                                      

- 16 - 

3.2 Beschuldigter  

3.2.1 Der Beschuldigte bringt hinsichtlich des Anklagevorwurfs einerseits vor, dass er 

keine Kenntnis von Insiderinformationen gehabt habe (vgl. unten E. II.3.2.2). An-

dererseits geht er darauf ein, dass er keine Insiderinformationen ausgenutzt 

habe, selbst wenn er von solchen Kenntnis gehabt hätte (vgl. unten E. II.3.3.3). 

Schliesslich bringt er vor, ohne Vorsatz bzw. Eventualvorsatz gehandelt zu ha-

ben (vgl. unten E. II.3.3.4).  

3.2.2 In Bezug auf die Insiderinformation nach Art. 2 lit. j FinfraG führt der Beschuldigte 

aus, dass er weder am [Datum] noch am [Datum] über solche Informationen ver-

fügt habe. Dazu bringt er vor, dass er aus den Umsatzzahlen aus den […]  und 

den […]  den Rückgang des Umsatzes oder EBITDA der gesamten Gruppe nicht 

habe erkennen können. So seien aus den [Wochen] und aus den […]  vom [Da-

tum] und [Datum] gar keine einschneidenden Umsatzrückgänge ersichtlich. Zu-

dem seien die Umsatz- und Geschäftszahlen aus der Region Z., die ihm unter-

stellt gewesen sei, nicht für die Gewinnwarnung verantwortlich gewesen. So sei 

aus den […]  der [Woche] ersichtlich, dass die Umsätze aus den Geschäftsberei-

chen Y. und Z. bloss bis zur [Woche] ([Datum]) von den Vorjahreswerten abge-

wichen seien. Danach habe lediglich eine Abweichung zum Budget resultiert. Da-

raus folge, dass er die schlechte Umsatzsituation zum Zeitpunkt des Aktienver-

kaufs gar nicht habe erkennen können. Auch ein vernünftiger Investor hätte aus 

den vorliegenden Umsatzzahlen den schlechter als erwarteten Geschäftsgang 

nicht erkennen können und die Umsatzzahlen hätten auf den Anlageentscheid 

keinen Einfluss gehabt. Daher könnten diese auch keine Insiderinformation dar-

stellen (CAR pag. 5.200.041 ff.).  

3.2.3 Hinsichtlich des FFA-Berichts und den darin – nach Ansicht des Beschuldigten – 

enthaltenen Prognosen aus den […], die als Insiderinformation gewertet würden, 

bringt der Beschuldigte vor, diese Wertung sei in rechtlicher Hinsicht unzutref-

fend. Der Bericht sei zudem in tatsächlicher Hinsicht willkürlich. Die FFA gehe 

nicht darauf ein, dass die […]  bloss unverknüpfte Ausschnitte der Absatzlagen 

enthielten, die kein umfassendes Bild über die wirtschaftliche Lage des Unter-

nehmens vermitteln würden (CAR pag. 5.200.039, m.H.a. Gutachten D., S. 26, 

TPF pag. 9.521.008 ff.). Mit Blick auf die […]  und […]  und den Abweichungen 

zum Budget sei zudem zu beachten, dass in den […]  bis [Woche] nach wie vor 

das ursprüngliche Budget in Höhe von EUR [Wertangabe] verwendet werde. 

Gleiches gelte für die […]  vom [Datum] und [Datum]. Die […]  vom [Datum] be-

inhalte weiterhin das ursprüngliche Budget von EUR [Wertangabe]. Somit sei aus 

dem […] [Monatsangabe] nicht erkennbar gewesen, dass F. geplant habe, eine 

revidierte Prognose zu bestimmen. Erst im […] -Bericht für den [Datum] sei die 

- 17 - 

neue Prognose verwendet worden (CAR pag. 5.200.042 ff., m.H.a. BA pag. 07-

201-0224). 

3.2.4 Der Beschuldigte bringt sodann vor, dass der CEO, der Verwaltungsratspräsi-

dent und der […] Counsel sowohl am [Datum] wie auch am [Datum] davon aus-

gegangen seien, dass die Informationen aus den […]  und […]  keine Insiderin-

formationen darstellen würden. Dies gehe aus der E-Mail-Korrespondenz in Zu-

sammenhang mit der Nachfrage des Beschuldigten, ob er seine Aktien verkaufen 

könne, hervor (CAR pag. 5.200.046 f.).  

3.2.5 Der Beschuldigte stellt nicht in Abrede, dass es in Bezug auf den Kausalzusam-

menhang zwischen Kenntnis der Insiderinformation und der (Verkaufs-) Hand-

lung des Ausnützens dieser Information ausreicht, wenn die Kenntnis mitursäch-

lich war. Er bringt diesbezüglich vor, dass die vorinstanzliche Erwägung (Urteil 

SK.2023.25 E. 4.3.5), wonach er seine Verkaufsabsichten intern dem CEO und 

[…] Counsel vollständig offengelegt habe und den Verkaufszeitpunkt um fast ei-

nen Monat nach hinten verschoben habe, beweismässig dafürspreche, dass der 

Aktienverkauf aufgrund des Ausscheidens aus der Gesellschaft geschehen sei 

und nicht um Insiderinformationen auszunützen. Die vorinstanzlichen Erwägun-

gen seien jedoch zu ergänzen: Er habe die Verkaufsabsichten auch dem Verwal-

tungsratspräsidenten mitgeteilt und den Verkauf auf Wunsch des CEO und Ver-

waltungsratspräsidenten um einen Monat verschoben (CAR pag. 5.200.048 f.).  

3.2.6 In subjektiver Hinsicht bringt der Beschuldigte vor, er habe nicht (eventual-) vor-

sätzlich gehandelt. Zunächst habe er die Aktien verkauft, da er nach zwanzig 

Jahren Tätigkeit dort ausgeschieden sei und es beim Unternehmensaustritt ge-

bräuchlich gewesen sei, die Aktien zu verkaufen. So habe auch der damalige […] 

Counsel seine Aktien verkauft, als dessen Rücktritt im [Datum] bekannt gegeben 

worden sei (vgl. TPF pag. 9.521.049). Er habe zudem den Zeitpunkt des Aktien-

verkaufs auf Wunsch des CEOs und des Verwaltungsratspräsidenten auf den 

[Datum] festgelegt. Ursprünglich habe er einen Monat früher verkaufen wollen. 

Diese Verschiebung sei im Interesse des Unternehmens gewesen, da so eine 

Meldung einer Managementtransaktion habe vermieden werden können. 

Schliesslich habe er keine Bereicherungsabsicht gehabt, habe er doch eine Zu-

nahme des Verlustes in Kauf genommen. Der Aktienkurs sei seit Monaten am 

Sinken gewesen. Zwischen [Datum] und [Datum] sei der Kurs von CHF [Preisan-

gabe] auf CHF [Preisangabe] gesunken. Auch nachdem ihn sein Bankkunden-

berater auf den Abwärtstrend und das Verlustrisiko hingewiesen habe, habe er 

am vereinbarten Verkaufstermin festgehalten (CAR pag. 5.200.050 f.).  

- 18 - 

 Ausnützen von Insiderinformationen (Art. 154 Abs. 1 lit. a FinfraG) 

4.1 Gemäss Art. 154 Abs. 1 lit. a FinfraG macht sich u.a. strafbar, wer als Organ oder 

Mitglied eines Leitungsorgans eines Emittenten bestimmungsgemäss Zugang zu 

Insiderinformationen hat, sich oder einem anderen einen Vermögensvorteil ver-

schafft, indem er eine Insiderinformation dazu ausnützt, Effekten, die an einem 

Handelsplatz mit Sitz in der Schweiz zum Handel zugelassen sind, zu veräus-

sern.  

4.2 Bei den durch Art. 154 Abs. 1 lit a FinfraG erfassten Personen handelt es sich 

um sogenannte Primärinsider (vgl. FAHRLÄNDER, Der revidierte schweizerische 

Insiderstraftatbestand, 2015, Rz. 121). Taugliche Täter sind zunächst Personen, 

die formale Organe oder Mitglieder der Leitungs- oder Aufsichtsorgane eines 

Emittenten sind. Mitunter sind Mitglieder der Geschäftsleitung einer Aktiengesell-

schaft erfasst (vgl. SETHE/FAHRLÄNDER, in: Sethe et al. [Hrsg.], Kommentar zum 

Finanzmarktinfrastrukturgesetz FinfraG, Art. 154 FinfraG N. 11, 21; WOHLERS, in: 

Ackermann [Hrsg.], Wirtschaftsstrafrecht der Schweiz, 2. Aufl. 2021, § 14 Finanz- 

und Kapitalmarktstrafrecht, Rz. 26). Als Primärinsider werden auch sogenannte 

Tätigkeitsinsider erfasst, die im Rahmen ihrer Tätigkeit bestimmungsgemäss Zu-

gang zu Insiderinformationen haben. Erfasst sind etwa Mitarbeiter, bei denen die 

Wahrung vertraulicher, kursrelevanter Tatsachen ein wesentlicher Bestandteil 

des ihrer Tätigkeit zugrunde liegenden Vertragsverhältnisses ist (vgl. WOHLERS, 

a.a.O., Rz. 26). Allen Primärinsider gemein ist, dass zwischen der Position als 

Insider und der Kenntniserlangung der Insiderinformation ein funktionaler Zu-

sammenhang bestehen muss. Erforderlich ist, dass die Kenntniserlangung im 

Rahmen der konkreten Tätigkeit erfolgt und für deren ordnungsgemässen Erfül-

lung notwendig ist (SETHE/FAHRLÄNDER, a.a.O., Art. 154 FinfraG N. 10, 20; WOH-

LERS, a.a.O., Rz. 31). 

4.3 Tatobjekt sind nach Art. 2 lit. j FinfraG Insiderinformationen, also vertrauliche In-

formationen, deren Bekanntwerden geeignet ist, den Kurs von Effekten erheblich 

zu beeinflussen, die an einem Handelsplatz, d.h. an einer Börse oder einem mul-

tilateralen Handelssystem, in der Schweiz zum Handel zugelassen sind 

(vgl. auch LEUENBERGER/THORMANN, Öffentliche Übernahmen und das revidierte 

Insiderhandelsverbot, in: Tschäni [Hrsg.], Mergers & Acquisitions XVI, 2014, 

S. 219). Während das Gesetz nunmehr die Terminologie der Insiderinformation 

verwendet, kann zur Begriffsbestimmung weiterhin die Rechtsprechung und  

Literatur zur altrechtlichen Insidertatsache verwendet werden (vgl. auch 

SETHE/FAHRLÄNDER, in: Sethe et al. [Hrsg.], Kommentar zum Finanzmarktinfra-

strukturgesetz FinfraG, 2017, Art. 2 FinfraG N. 3, m.w.H.; WOHLERS, a.a.O., 

Rz. 33; LEUENBERGER/THORMANN, a.a.O., S. 220). Tatsachen sind dem Beweis 

zugängliche Ereignisse oder Geschehnisse der Vergangenheit oder Gegenwart. 

- 19 - 

Als Tatsache gelten nicht nur eingetretene Ereignisse, sondern auch Absichten, 

Pläne und künftige Entwicklungen. Tatsachen im Insiderstrafrecht können auch 

in Form von Plänen und Absichten bestehen, unabhängig von einer zukünftigen 

Realisierung. Ferner gelten auch laufende Verhandlungen, unabhängig von ih-

rem Fortschritt, als Tatsachen (vgl. Urteil des Bundesstrafgerichts SK.2022.30 

vom 21. Juni 2023 E. 2.2.4.4; Koenig, Das Verbot von Insiderhandel, 2006, S. 

164; LEUENBERGER, Die materielle kapitalmarktstrafrechtliche Regulierung des 

Insiderhandels de lege lata und de lege ferenda in der Schweiz, 2010, S. 350 f.). 

Umstritten ist, ob Wertungen und Prognosen als solche von Art. 2 lit. j FinfraG 

erfasst sind. Einig ist sich die Lehre jedenfalls darin, dass die Umstände bzw. 

Tatsachen, auf denen derartige Prognosen oder Wertungen aufbauen, als Insi-

derinformationen gelten (vgl. SETHE/FAHRLÄNDER, a.a.O, Art. 2 FinfraG N.19; so 

auch WOHLERS, a.a.O., Rz. 34, obwohl er die Prognosen als solche nicht als 

Insiderinformationen gelten lässt). Mit einem Teil der Lehre ist weitergehend fest-

zuhalten, dass auch unsichere Informationen, wie etwa Prognosen, unter den 

Informationsbegriff von Art. 2 lit. j FinfraG zu subsumieren sind. Entscheidend ist 

im Zusammenhang mit Prognosen, ob diese geeignet sind den Kurs erheblich zu 

beeinflussen (vgl. REMUND, L’exploitation d’informations d’initiés selon les artic-

les 154 et 142 LIMF, 2019, S. 328; SETHE/FAHRLÄNDER, a.a.O, Art. 2 FinfraG 

N.19: «Prognosen sind unabhängig von der Eintrittswahrscheinlichkeit des prog-

nostizierten Sachverhalts unter den Informationsbegriff von Art. 2 lit. j zu subsu-

mieren»). Sodann stellt bei mehrstufigen Entscheidungsprozessen, in welchen in 

einem zeitlich gestreckten Vorgang über mehrere Zwischenschritte auf die Her-

beiführung eines bestimmten Ereignisses hingewirkt wird, nicht nur das Ender-

gebnis eine Information dar, vielmehr sind auch die einzelnen Zwischenschritte 

separate und vom Endergebnis unabhängige Informationen gemäss Art. 2 lit. j 

FinfraG (vgl. etwa THORMANN/PORTMANN, Insiderstrafrecht – Update, in: Reut-

ter/Werlen [Hrsg.], Kapitalmarkt – Recht und Transaktionen XIII, 2019, S. 106 ff.). 

Die Frage der Kursrelevanz (vgl. unten E. II.4.5) hängt dann von der Wahrschein-

lichkeit des weiteren Fortgangs des Entscheidungsprozesses und letztlich der 

Wahrscheinlichkeit des Eintritts des Endergebnisses ab (vgl. SETHE/FAHRLÄN-

DER, a.a.O, Art. 2 FinfraG N. 17). 

4.4 Als vertraulich gilt eine Information, wenn sie nicht allgemein, sondern nur einem 

beschränkten Personenkreis bekannt ist. Eine Information gilt als öffentlich, wenn 

sie von einem unbeteiligten Dritten aufgrund allgemein zugänglicher Quellen er-

langt werden kann (vgl. WOHLERS/PFLAUM, in: Walter/Bahar [Hrsg.], Basler Kom-

mentar, 3. Aufl. 2019, Art. 154 FinfraG N. 41; SETHE/FAHRLÄNDER, a.a.O., Art. 2 

FinfraG N. 30; LEUENBERGER/THORMANN, a.a.O., S. 220, m.H.a. FINMA-RS 

2013/08, Rz. 9). Sie ist mitunter nicht vertraulich, wenn das Börsenpublikum da-

von – durch eine offizielle Information oder auf andere Art und Weise – Kenntnis 

hat. Die Vertraulichkeit einer Tatsache bzw. Information endet, wenn sie «de 

- 20 - 

manière presque certaine, par un cercle élargi d'acteurs boursières» bekannt ist 

(BGE 118 Ib 448 E. 6b/aa) oder «wenn ein Dritter sie erlangen könnte, wenn 

auch nur mit Anstrengung» (Urteil des Bundesgerichts 2A.230/1999 vom 2. Feb-

ruar 2000 E. 6.b m.w.H.; dazu auch WOHLERS, a.a.O. Rz. 39). Unbestrittener-

massen nicht mehr vertraulich ist eine Information dann, wenn sie so publiziert 

worden ist, wie dies bei Ad-hoc-Mitteilungen verlangt wird (WOHLERS, a.a.O., 

Rz. 40, m.H.a. Art. 53 Abs. 3 Kotierungsreglement-SIX Exchange; SETHE/FAHR-

LÄNDER, a.a.O., Art. 2 FinfraG N. 34, die darauf hinweisen, dass es nicht erfor-

derlich, aber ausreichend sei, wenn die Information entsprechend den Regeln 

zur Ad-hoc Publizitätspflicht veröffentlich wurde). 

4.5  

4.5.1 Eine Insiderinformation muss kursrelevant sein. Kursrelevant ist die Information, 

wenn sie aus einer ex ante-Betrachtung geeignet ist, den Kurs von Effekten oder 

aus ihnen abgeleiteten Finanzinstrumente erheblich zu beeinflussen, mithin von 

ihrem Bekanntwerden eine über den Rahmen üblicher Kursschwankungen deut-

lich hinausgehende Kursveränderung zu erwarten wäre (BGE 145 IV 407 E. 3.2 

mit zahlreichen weiteren Verweisen). Die erforderliche voraussehbare Erheblich-

keit der Kursreaktion ist dann gegeben, wenn die zu erwartende Kursreaktion die 

übrige Volatilität des betreffenden Titels klar übersteigt. Massgebend für die Be-

urteilung des Kursbeeinflussungspotentials ist eine objektivierende Betrach-

tungsweise ex ante. Im Zeitpunkt der Tat müssen für den Insider sowohl die Aus-

schlagrichtung (nach oben oder unten) als auch deren Intensität in groben Zügen 

vorhersehbar sein. Keine Rolle für die Beurteilung der Kurserheblichkeit spielt 

dagegen die Frage, ob sich der Kurs nach Bekanntwerden der Information tat-

sächlich verändert hat (vgl. SETHE/FAHRLÄNDER, a.a.O., Art. 2 FinfraG N. 41; 

WOHLERS, a.a.O., Rz. 46). Es existieren keine festen Grenzwerte oder Prozent-

zahlen, bei deren Erreichen eine bestimmte Information als potenziell kursrele-

vant zu betrachten wäre (TPF 2023 31 E. II.1.4.4.4 c) ccc). Auch die bundesge-

richtliche Rechtsprechung geht davon aus, dass die Bestimmung der Erheblich-

keit einer zu erwartenden Kursveränderung nach Prozentangaben nicht zu über-

zeugenden Ergebnissen führt (BGE 145 IV 423 E. 3.4.1).  

4.5.2 Nach ständiger Praxis des Bundesstrafgerichts ist die Kursrelevanz in Anlehnung 

an das US-amerikanische Insiderrecht nach dem sogenannten «Reasonable in-

vestor test» zu beurteilen, wie es in der neueren Lehre vermehrt gefordert wird: 

Demnach ist die Kursrelevanz gegeben, wenn ein vernünftiger Anleger die Infor-

mation mit erheblicher Wahrscheinlichkeit als Teil der Grundlage seiner Anlage-

entscheidung nutzen würde (TPF 2023 31 E. II.1.4.4.4 c) aaa); Urteile der Straf-

kammer des Bundesstrafgerichts SK.2015.14 vom 1. Juli 2015 E. 7.3; 

SK.2017.19 vom 19. Dezember 2017 E. 4.6; vgl. auch SETHE/FAHRLÄNDER, 

a.a.O., Art. 2 FinfraG N. 53, 58 ff.; LEUENBERGER, a.a.O., S. 349; 

- 21 - 

LEUENBERGER/THORMANN, a.a.O., S. 221 f.; KOENIG, a.a.O., S. 174 f.; WOHLERS, 

Insiderrechtliche Schranken für die Offenlegung von Informationen im Rahmen 

von Firmenübernahmen und beim Pakethandel, in: Festschrift für Rolf H. Weber 

zum 60. Geburtstag, 2011, S. 398; THORMANN/PORTMANN, a.a.O., S. 111 f.). Bei 

der Frage der Kurserheblichkeit handelt es sich um eine Rechtsfrage, für deren 

Beantwortung die Umstände des jeweiligen Einzelfalles massgeblich sind. 

4.5.3 Zur Auslegung des Begriffs der Kurserheblichkeit können auch im Strafrecht 

Richtlinien und Regularien aus dem Bereich des verwaltungsrechtlichen Finanz-

marktrechts herangezogen werden (vgl. Botschaft vom 3. September 2014 zum 

Finanzmarktinfrastrukturgesetz [FinfraG], BBl 2014 7483, 7485). Gemäss 

FINMA-RS 2013/08 ist die Kursrelevanz «im Einzelfall anhand der Frage zu be-

urteilen, ob die Information das Anlageverhalten eines verständigen und mit dem 

Markt vertrauten Marktteilnehmers zu beeinflussen vermag. Die Beurteilung der 

Erheblichkeit basiert grundsätzlich auf der Marktsituation vor Bekanntwerden der 

Information» (FINMA-RS 13/8, Rz. 10). Auch die FINMA bezieht sich dabei auf 

den sog. Reasonable Investor Test. Bei der Beurteilung der Kursrelevanz ist stets 

zu beachten, dass mehrere Informationen in einem Gesamtkonstrukt zu beurtei-

len sind. Auch der Reasonable Investor würdigt seine Informationen in einem 

Gesamtkontext. Es ist somit möglich, dass einzelne Informationen für sich alleine 

betrachtet nicht als Insiderinformation zu qualifizieren vermögen, aber in einer 

Gesamtbetrachtung durchaus relevant und damit als Insiderinformation zu quali-

fizieren sind. Die Strafkammer hat in ihrer Rechtsprechung die Anwendung der 

sogenannten Mosaik-Theorie bestätigt und festgehalten, dass sich «ein Primär-

insider nur – aber immerhin – dann strafbar macht, wenn er geheime, nicht kurs-

relevante Informationen weitergibt, die jedoch aggregiert ein kursrelevantes Mo-

saik bzw. eine kursrelevante Information darstellen» (Urteil der Strafkammer des 

Bundesstrafgerichts vom 8. Juni 2017 SK.2017.3 E. 3.7 in fine; dazu THOR-

MANN/PORTMANN, a.a.O., S. 113 f.). Bei der in der Wertpapieranalyse angewen-

deten Mosaik-Theorie kombinieren Analysten öffentlich bekannte und/oder ver-

trauliche nicht kursrelevante Informationen, was im Idealfall zu einer vom Markt-

preis erheblich abweichenden Bewertung einer Effekte und dadurch zu einem 

Handelsvorteil gegenüber anderen Marktteilnehmern führt. Enthält eine Analyse 

vertrauliche Informationen, die für sich alleine nicht kursrelevant sind, die jedoch 

im Zusammenhang mit anderen verbreiteten vertraulichen oder öffentlich be-

kannten Informationen Kursrelevanz aufweisen, so liegt dennoch eine Insiderin-

formation im Sinne von Art. 2 lit. j FinfraG vor (FAHRLÄNDER, a.a.O., Rz. 329 ff.; 

REMUND, a.a.O., S. 328). 

4.6 Die Tathandlung nach Art. 154 Abs. 1 lit. a FinfraG besteht darin, dass der Täter 

die Kenntnis einer Insiderinformation ausnützt, um Transaktionen durchzuführen. 

Ein «Ausnutzen» im Sinne von Art. 154 FinfraG setzt eine Kausalität zwischen 

- 22 - 

Kenntnis der Insiderinformation und dem Handeln des Insiders voraus (anstelle 

vieler: BÖCKLI, Insiderstrafrecht und Verantwortung des Verwaltungsrates, 1989, 

SSHW Bd. 120, S. 76 f.; WOHLERS/PFLAUM, a.a.O., Art. 154 N. 71). Dieser Kau-

salzusammenhang fehlt, wenn eine Person aus anderen Gründen ein Effekten-

geschäft durchzuführen plante und diese schliesslich durchführt, obwohl ihm in-

zwischen noch eine Insiderinformation zur Kenntnis gelangt ist, die die Effekten-

transaktion ebenfalls nahelegen würde. Mit anderen Worten fehlt es am Kausal-

zusammenhang, wenn das Effektengeschäft durch die Kenntnis der Insiderinfor-

mation in keiner Weise beeinflusst wurde (LEUENBERGER/THORMANN, a.a.O., 

S. 224; SETHE/FAHRLÄNDER, a.a.O., Art. 154 FinfraG, N. 112). Entsprechend 

kommt es bei Anlageentscheidungen oder unternehmerischen Plänen, die vor 

der Kenntnisnahme einer Insiderinformation gefällt wurden und trotz späterer Er-

langung von Insiderwissen umgesetzt werden, darauf an, ob zwischen den In-

siderkenntnissen und den Transaktionen ausnahmsweise eine Kausalität be-

steht. Wird das Vorhaben exakt so realisiert, wie vor Erhalt der Insiderinformation 

geplant, ist Letztere nicht kausal, weshalb keine Strafbarkeit gegeben ist. Lässt 

der Handelnde die Insiderkenntnisse in irgendeiner Weise in den bereits gefass-

ten Plan einfliessen, sind sie zumindest mitursächlich für das Geschäft, weshalb 

ein Ausnutzen im Sinne von Art. 154 vorliegt. Dies trifft etwa dann zu, wenn nach 

Kenntnis der Insiderinformation mehr oder weniger Stücke als ursprünglich ge-

plant von jener Aktie ge- oder verkauft werden (vgl. dazu SETHE/FAHRLÄNDER, 

a.a.O., Art. 154 FinfraG N. 140). Gleiches muss gelten, wenn sich aus dem bis-

herigen Verkaufsverhalten ergibt, dass voraussehbare Kursentwicklungen regel-

mässig zur Annullation eines stehenden Verkaufsauftrages (standing order) ge-

führt haben.  

4.7 Der Insiderstraftatbestand ist als Erfolgsdelikt ausgestaltet und setzt zur Vollen-

dung des Delikts voraus, dass der Täter durch die tatbestandsmässige Handlung 

sich oder einem anderen einen Vermögensvorteil verschafft. Der Vermögensvor-

teil kann in einem Gewinn oder einem vermiedenen Verlust aus einer Effekten-

transaktion bestehen (vgl. SETHE/FAHRLÄNDER, a.a.O., Art. 154 FinfraG N. 157; 

WOHLERS, a.a.O., Rz. 55). Tritt dagegen kein Vermögensvorteil ein, kann ein 

Versuch des Insiderhandels nach Art. 22 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 154 vorliegen. 

Erforderlich ist, dass der Vermögensvorteil direkt auf die Ausnützung des Wis-

sensvorsprungs des Insiders zurückzuführen ist. Es ist entsprechend auf den Teil 

des Gewinns abzustellen, der entstanden ist, als die Insiderinformation noch 

nicht im Kurs enthalten war (WOHLERS, a.a.O., Rz. 55). 

4.8 Art. 154 FinfraG setzt in subjektiver Hinsicht Vorsatz voraus. Ausreichend ist ge-

mäss Art. 12 Abs. 2 Satz 2 StGB auch das Vorliegen eines Eventualvorsatzes 

für eine Strafbarkeit (BGE 130 IV 58 E. 8.2; 125 IV 242 E. 3c; 121 IV 249 E. 3a/aa; 

119 IV 1 E. 5a; 103 IV 65 E. 2), es sei denn, für einzelne Tatbestandselemente 

- 23 - 

wird zwingend direkter Vorsatz vorausgesetzt. Dies muss sich aus dem Wortlaut 

und/oder dem Zweck der Norm ergeben (BGE 94 IV 60 E. 3b; TRECHSEL/NOLL/ 

PIETH, Schweizerisches Strafrecht Allgemeiner Teil I, 7. Aufl. 2017, 99 f.). Das 

frühere Recht setzte das Ausnutzen der «Kenntnis» einer vertraulichen kursrele-

vanten Tatsache voraus. Daraus wurde teilweise gefolgert, dass in Bezug auf die 

Insiderinformation «klares und sicheres Wissen» notwendig sei. Art. 154 FinfraG 

verlangt lediglich ein «Ausnutzen einer Insiderinformation» und nicht mehr ein 

Ausnutzen der «Kenntnis». Entsprechend reicht unter dem geltenden Recht, 

auch vom Wortlaut des Gesetzes her, Eventualvorsatz hinsichtlich aller objekti-

ver Tatbestandselemente (so auch SETHE/FAHRLÄNDER, a.a.O., Art. 154 FinfraG 

N. 163, m.w.H.; WOHLERS/PFLAUM, a.a.O., Art. 154 FinfraG N. 67 ff.; WOHLERS, 

a.a.O., Rz. 58; lässt offen, ob Bezogen auf die Vertraulichkeit der Tatsache und 

deren Kursrelevanz direkter Vorsatz erforderlich ist; vgl. aber BGE 145 IV 407 E. 

3.2, der noch direkten Vorsatz in Bezug auf die Merkmale des genügend sicheren 

Wissens um die vertrauliche Tatsache und um deren Kursrelevanz verlangt, je-

doch wird dazu auf Lehrmeinungen zum altrechtlichen Art. 161 aStGB verwie-

sen). 

 Beweiswürdigung und Subsumtion 

5.1 Primärinsider 

Es ist unbestritten, dass der Beschuldigte über zwanzig Jahre bei der F. tätig war, 

ab [Datum] bis [Datum] als Mitglied der Geschäftsleitung Z. (BA pag. 07-201-

0012). In seiner Funktion als Mitglied der Geschäftsleitung Z. war er Mitglied des 

[…]. Mit Ernennung seines Nachfolgers, I. am [Datum] bzw. dessen Stellenantritt 

am [Datum], trat der Beschuldigte aus dem […] aus (BA pag. 07-201-0011 f.). 

Nach Stellenantritt des Nachfolgers unterstützte der Beschuldigte diesen bei der 

Übernahme seiner Funktionen und arbeitete am Abschluss des bis zum [Datum] 

laufenden Geschäftsjahres mit (BA pag. 07-201-0012). Der Beschuldigte blieb 

auch nach dem formellen Austritt aus dem […] in den Informationsfluss der Ge-

schäftsleitung eingebunden (BA pag. 07-201-0012; 11-201.0016). Aktenkundig 

sind diesbezüglich die wöchentlich verschickten […]  der F., die der Beschuldigte 

auch nach dem [Datum] erhalten hat (BA pag. B07-201-001-0011 ff.; B07-201-

0270 ff.) sowie die […]  betreffend die konsolidierten Geschäftszahlen der Mo-

nate [Datum] und [Datum] (BA pag. B07-201-001-0061 ff.). Als Mitglied der Ge-

schäftsleitung Z. und Mitglied des […]’s war der Beschuldigte verantwortlich, den 

Z. Geschäftsbereich auf der Geschäftsführungsebene zu vertreten und dessen 

Ergebnisse an den quartalsweisen […] zu präsentieren. Ebenfalls war er mitver-

antwortlich, weitere Einblicke in den Geschäftsverlauf zu geben und die Berichte 

anderer Mitglieder des […]’s kritisch zu hinterfragen (BA pag. 07-201-0013). 

Diese Darstellung wird vom Beschuldigten grundsätzlich bestätigt, wobei er 

- 24 - 

bestreitet, dass es seine Aufgabe gewesen sei, die Berichte anderer Mitglieder 

kritisch zu hinterfragen (BA pag. 16-001-0116). Der Beschuldigte hatte zum mut-

masslichen Tatzeitpunkt Zugang zu vertraulichen und potenziell kurserheblichen 

Informationen und ist daher als Primärinsider nach Art. 154 Abs. 1 FinfraG zu 

qualifizieren. 

5.2 Insiderinformation 

5.2.1 Gemäss Anklage habe der Beschuldigte, in seiner Funktion als Mitglied der Ge-

schäftsleitung Z., detaillierten Einblick in die Geschäftszahlen und den Ge-

schäftsgang der F.-Gruppe gehabt. Er habe spätestens am [Datum], als er den 

Verkauf seiner F.-Aktien erwogen habe, und während des Verkaufs am [Datum] 

über vertrauliche, nicht öffentliche Informationen verfügt. Als Insiderinformation 

wertete die BA insbesondere den stärker als erwarteten Rückgang des Grup-

penumsatzes und der Gruppen-EBITDA aufgrund des schlechter als erwarteten 

Geschäftsgangs, namentlich in den Regionen Z. und Y. Zudem sei auch die In-

formation zum Gewinneinbruch bzw. zum schlechter als erwarteten und ange-

kündigten Abschluss des […] [Jahreszahl] der F. und des deshalb erwarteten 

Rückgangs des Gewinns bzw. der EBITDA für das Geschäftsjahr [Jahreszahl], 

voraussichtlich um [Prozentangabe] bis [Prozentangabe] unter der früheren, öf-

fentlich bekannten Prognose als vertraulich zu qualifizieren. Und schliesslich 

würde auch die fortlaufende Zunahme der negativen Abweichungen zum Budget 

und den Vorjahreswerten seit der letzten öffentlichen Publikation per [Datum] am 

[Datum] Bestandteil der Insiderinformation bilden (vgl. oben E. II.3.1.2). 

5.2.2 Dies wird vom Beschuldigten bestritten: Er bringt vor, dass diese Informationen 

keine Insiderinformationen darstellen könnten, denn aus den Umsatz- und Ge-

schäftszahlen, insbesondere den […]  der [Wochen], seien gar keine einschnei-

denden Umsatzrückgänge ersichtlich gewesen. Die Umsatz- und Geschäftszah-

len aus dem Z.-Geschäft seien für die Gewinnwarnung nicht verantwortlich ge-

wesen. Die BA stütze sich zudem auf Prognosen, die rechtlich gar keine Inside-

rinformationen darstellten und sich in Bezug auf die […]  vom [Datum] und [Da-

tum] an der ursprünglichen und nicht an der im [Datum] revidierten Prognose 

orientiert hätten (vgl. CAR pag. 5.200.041 ff.; Urteil SK.2023.25 E. 4.3.3). Der 

Beschuldigte bestreitet damit die Kursrelevanz der ihm zur Verfügung gestande-

nen Informationen.  

5.2.3 In Bezug auf die Frage, ob Prognosen Informationen im Sinne von Art. 2 lit. j 

FinfraG darstellen, ist die Kursrelevanz massgebend (vgl. oben E. II.4.3). Die In-

formationen zu den Geschäftszahlen – einschliesslich allfälliger Prognosen – und 

der Einblick in den Geschäftsgang der F.-Gruppe, welche der Beschuldigte im 

Rahmen seiner Tätigkeit als Mitglied der Geschäftsleitung Z. und insbesondere 

- 25 - 

durch die wöchentlichen […]  sowie die monatlichen […]  erhalten hatte, sind 

grundsätzlich vertrauliche und nicht öffentliche Informationen, die als Tatobjekt 

i.S.v. Art. 2 lit. j FinfraG geeignet sind. 

5.3 Kenntnis der vertraulichen Tatsachen 

5.3.1 Der Beschuldigte bringt zwar vor, es sei nicht erstellt, dass er die […]  der [Wo-

chen] oder die […]  vom [Datum] und [Datum] gelesen bzw. zur Kenntnis genom-

men habe (vgl. CAR pag. 5.200.045; Urteil SK.2023.25 E. 4.3.3). Dies ist jedoch 

als Schutzbehauptung zu werten. Es ist unbestritten und beweismässig erstellt, 

dass der Beschuldigte, in seiner Funktion als Mitglied der Geschäftsleitung Z., 

die […]  der [Wochen] sowie […]  vom [Datum] und [Datum] erhalten hatte. Dies 

wird vom Beschuldigten in der Einvernahme vom 9. Juli 2024 auch so bestätigt 

(CAR pag. 5.300.009, 010). Unbestritten ist ebenfalls, dass der Beschuldigte 

über die Herausforderungen und über die Geschäftsentwicklung auf dem Z. 

Markt informiert war. Das Geschäft in Z. war immerhin zu einem Drittel für die 

Gewinnwarnung vom [Datum] verantwortlich (BA pag. 07-201-0019; 16-001-

0120 f.; vgl. auch CAR pag. 5.200.013 f.). Bereits daraus lässt sich ableiten, dass 

der Beschuldigte die Entwicklungen, sowohl in finanzieller Hinsicht, wie auch den 

allgemeinen Geschäftsgang betreffend genau im Blick haben musste. Gemäss 

Angaben der F. sei der Beschuldigte in seiner Funktion als Mitglied des […] dafür 

verantwortlich gewesen, das Z. Geschäft auf der Geschäftsführungsebene zu 

vertreten und dessen Ergebnisse an den quartalsweisen […] zu präsentieren. 

Ebenfalls sei er mitverantwortlich gewesen, weitere Einblicke in den Geschäfts-

verlauf zu geben und die Berichte anderer Mitglieder des […]’s kritisch zu hinter-

fragen (BA pag. 07-201-0013). Diese Darstellung wird vom Beschuldigten grund-

sätzlich bestätigt, wobei er darauf hinwies, dass es nicht seine Aufgabe gewesen 

sei, die Berichte anderer Mitglieder kritisch zu hinterfragen (BA pag. 16-001-

0116). Jedoch verfügte der Beschuldigte gemäss eigenen Aussagen – zumindest 

im [Monatsangabe] – über die gleichen Informationen, wie alle Mitglieder des 

[…]’s (CAR pag. 5.300.009). Zudem betonte er stets, dass er darum bemüht ge-

wesen sei, dass F. durch seinen Abgang keinen weiteren Schaden erleide (CAR 

pag. 5.300.012).  

5.3.2 Es trifft zu, dass der Beschuldigte sowie das […] erst am [Datum] den konsoli-

dierten Forecast per E-Mail erhielten. Der Konsolidierungsprozess für die Ge-

schäftszahlen, der letztlich zur Gewinnwarnung am [Datum] führte, hatte sich ins-

gesamt verzögert. Ursprünglich hätten die Geschäftseinheiten die Berichte und 

Zahlen für den [Monatsangabe] am [Datum] melden müssen. Insbesondere die 

Zahlen für das Y. Geschäft waren erst in der Nacht vom [Datum] eingegangen 

(BA pag. 07-201-0014 f.). Dem Beschuldigten lagen jedoch die […]  vom [Datum] 

und [Datum] sowie die […]  bis zur [Woche] vor ([Datum], BA pag. B07-201-

- 26 - 

0310 ff.). Zudem war der Beschuldigte als Mitglied der Geschäftsleitung Z. wei-

terhin in den Informationsfluss der F. Geschäftsleitung eingebunden. Dabei 

kannte er die Herausforderungen auf dem Z. Markt aus erster Hand und musste 

auch über die Probleme im Y. Geschäft informiert sein. Seit der Gewinnwarnung 

im [Datum] hatte er somit einen vertieften Einblick in die Finanzzahlen und die 

Geschäftsentwicklung der ihm unterstellten Geschäftseinheiten in Z. und er ver-

fügte über Informationen zu den Problemen in Y. Er erhielt auch die Finanzzahlen 

der Geschäftseinheiten aus Y. und nahm diese zusammen mit den Z. Finanzin-

formationen zur Kenntnis. 

5.4 Kursrelevanz der vertraulichen Tatsachen 

5.4.1 Hinsichtlich der Kursrelevanz kann zunächst festgehalten werden, dass folgen-

der Sachverhalt beweismässig erstellt und unbestritten ist: Am [Datum] publi-

zierte F. vorbörslich die Umsätze zum per [Datum] abgeschlossenen […] des 

Geschäftsjahres [Jahreszahl]. Die Publikation der Ergebnisse war ursprünglich 

für den [Datum] geplant gewesen. Gemäss Medienmitteilung verringerte sich der 

Gesamtumsatz der Gruppe im Vergleich zur Vorjahresperiode im […] um [Pro-

zentangabe] auf EUR [Wertangabe]. Der organische Umsatz der Gruppe ging im 

Berichtszeitraum um [Prozentangabe] zurück. Zudem lag die EBITDA-Marge des 

[…]’s unter den Erwartungen des Managements und F. schätzte, dass der  

EBITDA für das Geschäftsjahr [Jahreszahl] nochmals ca. [Prozentangabe] bis 

[Prozentangabe] tiefer ausfallen würde, als die bereits zuvor am [Datum] um [Pro-

zentangabe] nach unten korrigierte, ursprüngliche EBITDA-Schätzung. Zusätz-

lich kündigte F. einen […] in der Höhe von EUR [Wertangabe] an (BA pag. 11-

201-0006; 05-201-0007, Beilage 1; 05-201-0007, Beilage 4 Teil 1v2 S. 98). Die 

H. eröffnete am [Datum], nach der vorbörslichen Bekanntgabe der Umsatzzahlen 

für das […] sowie der angepassten EBITDA-Schätzung für das gesamte Ge-

schäftsjahr [Jahreszahl], mit einem Minus von [Prozentangabe] gegenüber dem 

Schlusskurs des Vorhandelstages und schloss bei CHF [Preisangabe] mit einem 

Minus von [Prozentangabe]. Der SPI fiel am gleichen Handelstag um [Prozen-

tangabe] (BA pag. 11.201-0006). 

5.4.2 In Bezug auf die Erheblichkeit der veröffentlichten Informationen in der Medien-

mitteilung verweist die Anklage auf die Finanzmarktanalyse der BA vom  

14. Dezember 2022 (nachfolgend: FFA-Bericht): Demnach habe der H.-Aktien-

kurs am [Datum] unbereinigt um [Prozentangabe] nachgegeben und die um ge-

samtmarktliche Einflüsse bereinigte Tagesrendite habe minus [Prozentangabe] 

betragen. Der Anteil der Kursveränderung, der auf die Publikation der Medien-

mitteilung von F. zurückgeführt werden könne, sei deutlich über dem aktienspe-

zifischen Schwellenwert für Kurserheblichkeit von [Prozentangabe] gelegen. Es 

habe sich um die zweithöchste Tagesveränderung seit [Datumsangabe] 

- 27 - 

gehandelt. Im Ergebnis sei die marktbereinigte Rendite der H. vom [Datum] «klar 

erheblich» gewesen (BA pag. 11.201-0006 f.). 

5.4.3 Demgegenüber verweist der Beschuldigte darauf, dass aus den wöchentlichen 

bzw. monatlichen Finanzinformationen, die neuerliche Korrektur der EBITDA-

Schätzungen, wie in der Medienmitteilung vom [Datum] vorgenommen, nicht ab-

sehbar gewesen sei. Der schlechter als erwartete Geschäftsgang sei für ihn nicht 

erkennbar gewesen, weshalb es sich nicht um Informationen gehandelt habe, 

deren Bekanntwerden geeignet gewesen sei, den Kurs von Effekten erheblich zu 

beeinflussen (vgl. oben E. II.3.2.2). Zum Zeitpunkt des Verkaufs der Aktien habe 

er aus den Finanzinformationen abgelesen, dass die Verkäufe, insbesondere die 

organischen Verkäufe, resilient, also robust gewesen seien. Die organischen 

Verkäufe hätten mit den Prognosen mehr oder weniger übereingestimmt. Die 

Probleme hätten vor allem in Y. gelegen, in Kostensenkungsplänen, die nicht 

schnell genug hätten umgesetzt werden können. Auch in Z. habe es kleinere 

Probleme gegeben: in der Verteilung, bei den Arbeitskraftkosten, oder etwa bei 

der Ineffizienz bzw. Insourcing, weil einer der grössten Kunden eine eigenen [Be-

zeichnung]-Betrieb aufgebaut habe (CAR pag. 5.300.009 f.). Die Berichte für die 

[Wochen] würden – gerade in Bezug auf die Verkäufe – insbesondere für die Y. 

ein positives Bild zeichnen. Aber die Verkäufe seien nicht ausschlaggebend für 

die Gewinnwarnung gewesen (CAR pag. 5.300.010). 

5.4.4 Gemäss FFA-Bericht stellte sich im relevanten Zeitraum die Situation am Markt 

in Bezug auf F. zusammengefasst folgendermassen dar: Nach Publikation der 

nach unten korrigierten EBITDA-Schätzung für das Geschäftsjahr [Jahreszahl] 

am [Datum] hätten mehrere Analysten ihr Rating und/oder Kursziel für die H.-

Aktien angepasst. Die H. Aktie habe am [Datum] mit einem Minus von [Prozen-

tangabe] gegenüber dem Schlusskurs des Vorhandelstages eröffnet und bei 

CHF [Preisangabe] mit einem Minus von [Prozentangabe] geschlossen. Der SPI-

Index habe am gleichen Handelstag [Prozentangabe] verloren (BA pag. 11-201-

0009 f.). Auch vor und nach der Präsentation der Geschäftszahlen für das erste 

Halbjahr [Jahreszahl] hätten Analysten auf überdurchschnittliche Risiken in Be-

zug auf die H. Aktie, bzw. auf wenig positive Entwicklung hingewiesen. Auch die 

Bekanntgabe des Ausscheidens des Beschuldigten aus der Geschäftsleitung sei, 

insbesondere im Zusammenhang mit den vielen Problemen und der hohen Mit-

arbeiterfluktuation, am Aktienmarkt negativ aufgenommen worden (BA pag. 11-

201-0010 f.). Vor Bekanntgabe der Geschäftszahlen für das […] [Jahreszahl], die 

für den [Datum] geplant gewesen seien, hätten sich einige Analysten zurückhal-

tend über den Wert und die bevorstehenden Zahlen von  

F. geäussert. Die Analysten seien von einem organischen Umsatzrückgang von 

[Prozentangabe] ausgegangen, aufgrund des abgeschwächten Geschäfts in Z. 

und den erwarteten fortgesetzten Verlusten in Y. Für das Gesamtjahr 

- 28 - 

[Jahreszahl] habe F. einen operativen Betriebsgewinn auf Stufe EBITDA erwar-

tet, der rund einen Fünftel unter dem Vorjahr gelegen habe. Gemäss Analysten 

sei der Konsens aktuell von einem Rückgang um [Prozentangabe] ausgegangen. 

Die H. habe seit Jahresbeginn ca. [Prozentangabe] verloren, während der SPI-

Index um [Prozentangabe] nachgegeben habe. Mit der vorzeitigen Publikation 

der Umsatzangaben für das […] [Jahreszahl] habe F. die Investoren überrascht. 

Die Umsatzentwicklung sei schwächer ausgefallen, als von diesen erwartet. Zu-

dem sei die zweite Gewinnwarnung im laufenden Kalenderjahr bei den Experten 

nicht gut angekommen (BA pag. 11-201-0013 f.). Auf die Ankündigungen der F. 

im [Datum], sowie nach Publikation der Halbjahresergebnisse [Jahreszahl] im 

[Datum], wie auch nach Bekanntgabe des Ausscheidens des Beschuldigten im 

[Datum] habe der Markt reagiert. Insbesondere nach der Gewinnwarnung vom 

[Datum] habe die H. einen deutlichen Kursverlust verzeichnet (BA pag. 11-201-

0006 f.). 

5.4.5 In Bezug auf die Finanzinformationen, die dem […] von F. wöchentlich in Form 

der […]  und monatlich als […]  vorlagen, hält der FFA-Bericht folgendes fest: Die 

Umsatzentwicklung der internen […]  vom [Datum] bis [Datum] zeige auf Stufe 

F.-Gruppe eine fortlaufend höhere negative Abweichung des tatsächlich realisier-

ten Umsatzes gegenüber dem Budget und den Vorjahreswerten auf. Diese Ent-

wicklung habe sich in der Folge in gleicher Weise bis zum [Datum] fortgesetzt 

(BA pag. 11-201-0018). Gegenüber den publizierten Halbjahresresultaten per 

[Datum], die bezüglich der Umsätze [Prozentangabe] unter den Vorjahreswerten 

gelegen hätten, habe sich die negative Abweichung auf Stufe F.-Gruppe gemäss 

den internen […]  per [Datum] auf [Prozentangabe] und per [Datum] auf [Prozen-

tangabe] erhöht (BA pag. 11-201-0028). Ebenfalls habe sich die negative Abwei-

chung des EBITDA im Vorjahresvergleich per [Datum] von [Prozentangabe] auf 

[Prozentangabe] per [Datum] und [Prozentangabe] per [Datum] erhöht. Weiter 

habe sich die Abnahme der  

EBITDA-Marge von [Zahl] Basispunkten auf [Zahl] Basispunkten per [Datum] und 

[Datum] erhöht. Gemäss den […]  seien per [Datum] die Umsatzwerte [Prozen-

tangabe], der EBITDA [Prozentangabe] und die EBITDA-Marge [Zahl] Basis-

punkte unter dem Budget gelegen. Per [Datum] habe sich die negative Abwei-

chung gegenüber dem Budget beim Umsatz auf [Prozentangabe], beim EBITDA 

auf [Prozentangabe] und bei der EBITDA-Marge auf [Zahl] Basispunkte erhöht 

(BA pag. 11-201-0028).  

5.4.6 Zunächst gilt festzuhalten, dass die F. am [Datum] eine Gewinnwarnung veröf-

fentlichte und damit die EBITDA Prognose für das Geschäftsjahr [Jahreszahl] um 

[Prozentangabe] nach unten korrigierte (BA pag. 05-201-0007, Beilage 4, 

Teil 1v2 S. 98). Am Aktienmarkt hatte die Gewinnwarnung einen Verlust von rund 

[Prozentangabe] zur Folge. Auch in den folgenden Wochen und Monaten konnte 

- 29 - 

der Negativtrend bei F. nicht gekehrt werden. So weisen die […]  vom [Datum] 

(BA pag. B07-201-001-0116 ff.) sowie die […]  vom [Datum] (BA pag. B07-201-

001-0072 ff.) aber auch die […]  der [Wochen] (BA pag. B07-201-0012-0271) 

praktisch durchwegs negative Entwicklungen der Finanzzahlen der F. auf, nicht 

nur für Y., auch in Z. und für die ganze Gruppe. Aus den […]  vom [Datum] lässt 

sich namentlich ableiten, dass die F. auch die um [Prozentangabe] nach unten 

korrigierte Prognose nicht erreichen wird. Der EBTIDA lag damals [Prozentan-

gabe] unter dem ursprünglichen Budget, das heisst bereits [Prozentangabe] un-

ter dem korrigierten Budget (vgl. BA pag. B07-201-001-0122). Die negative Ent-

wicklung lässt sich sowohl anhand des Budgets bzw. der Prognose wie auch 

gegenüber den Vorjahreszahlen ablesen. Diese negative Entwicklung ist dem 

Beschuldigten entgegen zu halten, wenn er vorbringt, dass lediglich eine (nega-

tive) Abweichung zu den Budgetzahlen bestanden hätte und nicht zu den Vor-

jahreswerten (vgl. etwa CAR pag. 5.200.042). Zudem gilt diesbezüglich festzu-

halten, dass der Markt sich an der veröffentlichten und budgetierten Gewinnprog-

nose orientiert und weniger an den Vorjahreszahlen. Der Beschuldigte erhielt je-

doch nicht nur die Finanzinformationen; er war zumindest bis am [Datum] auch 

Mitglied des […]s und damit in den Informationsfluss der Geschäftsleitung einge-

bunden (vgl. BA pag. 16-001-0124). Dadurch hatte er neben den Finanzinforma-

tionen auch Kenntnis von weiteren Geschäftsvorgängen und den Herausforde-

rungen in Z., aber auch Gruppenweit und insbesondere auch im Y. Geschäft (vgl. 

oben E. II.5.3). Ihm standen demnach Informationen über die Geschäftsentwick-

lung und Herausforderungen in Z., aber auch aus dem Y. Geschäft zur Verfü-

gung. Damit steht fest, dass der Beschuldigte in seiner Funktion als Mitglied der 

Geschäftsleitung bei F. seit der Publikation der Gewinnwarnung im [Datum] und 

bis zum Verkauf der Aktien am [Datum] über eine Vielzahl an Finanzinformatio-

nen und Informationen über die Herausforderungen der einzelnen Geschäftsein-

heiten erhalten hat. Hinsichtlich der Kursrelevanz ist zu beachten, dass nach der 

im [Datum] veröffentlichten Gewinnwarnung und um [Prozentangabe] nach unten 

angepasster EBITDA-Prognose, am Aktienmarkt ein Kursverlust von [Prozentan-

gabe] resultierte. Wesentlich ist dabei, dass bereits die Finanzinformationen da-

rauf hindeuteten, dass auch diese nach unten revidierte – und vom Markt schon 

sanktionierte – Gewinnerwartung von F. klar nicht erreicht werden konnte. In An-

wendung des Reasonable Investor Test und unter Berücksichtigung der Mosaik-

Theorie, ist davon auszugehen, dass ein vernünftiger Anleger die Finanzinforma-

tionen aus den wöchentlichen […]  und monatlichen […] in Kombination mit den 

weiteren dem Beschuldigten verfügbaren Informationen zum Geschäftsgang und 

Zustand der F. bei seinem Anlageentscheid mitberücksichtigt hätte. Die Markt-

analysten seien im [Datum] (vor Publikation der Quartalsergebnisse) zwar von 

einem schlechteren Gewinnergebnis im Vergleich zum Vorjahr ausgegangen, je-

doch hätten sie sich an der bekannten revidierten Prognose vom [Datum] orien-

tiert (vgl. oben E. II.5.4.4). Es war daher damit zu rechnen, dass der Aktienmarkt 

- 30 - 

wiederum stark negativ auf die Publikation der Quartalszahlen reagieren würde. 

Unter Berücksichtigung all dieser Umstände ist in einer Gesamtbetrachtung die 

Kurserheblichkeit vorliegend zu bejahen. 

5.5 Ausnützen der Insiderinformation und Kausalität 

5.5.1 Der Beschuldigte bringt hinsichtlich des Ausnützens einer Insiderinformation vor, 

dass es an der Kausalität fehlen würde (vgl. oben E. II.3.2.4). Demgegenüber ist 

die BA der Ansicht, dass die Kenntnis der Insiderinformation zumindest mitur-

sächlich gewesen sei (vgl. oben. E. II.3.1.6). 

5.5.2 Als Motivation für den Verkauf der Aktien gab der Beschuldigte im gesamten Ver-

fahren Folgendes an: Er habe sich Anfang [Jahreszahl] entschieden, das Unter-

nehmen zu verlassen, nachdem er sich [Jahreszahl] erfolglos für die Position des 

CEO der F.-Gruppe beworben habe (TPF pag. 9.731.008; BA pag. 16-001-

0109 f.). Im [Datum] habe er dann seinen Rücktritt bekannt gegeben (TPF pag. 

9.731.004; BA pag. B07-201-001-0003). Ein sofortiges Ausscheiden im [Datum] 

sei vom CEO nicht gewünscht worden und sie hätten vereinbart, dass er eng mit 

dem CEO zusammenarbeiten solle, um sicherzustellen, dass das Unternehmen 

durch seinen Abgang keinen weiteren Reputationsschaden erleide. Am [Datum] 

sei er vom CEO informiert worden, dass ein Nachfolger gefunden worden sei, 

der am [Datum] in das Unternehmen eintreten werde. Daraufhin habe er den […] 

Counsel informiert und um die Erlaubnis nachgesucht, seine F.-Aktien verkaufen 

zu dürfen. In der Folge habe eine Diskussion zwischen dem CEO, dem Verwal-

tungsratspräsidenten und dem […] Counsel über die negativen Auswirkungen in 

der Öffentlichkeit stattgefunden, wenn bekannt würde, dass er F. und das […] 

verlasse und gleichzeitig seine F.-Aktien verkaufe. Der Verwaltungsratspräsident 

und der […] Counsel hätten ihm die Erlaubnis zum Verkauf gegeben, aber der 

CEO habe Bedenken gehabt und ihn gebeten, den Verkauf bis zum [Datum] auf-

zuschieben. Er habe sich damit einverstanden erklärt, bis dahin im Komitee T. zu 

bleiben. Nach dieser Diskussion habe er am [Datum] den […] Counsel gefragt, 

ob er am [Datum] verkaufen könne, und ob es sich um eine open period handle, 

was dieser bestätigt habe (TPF pag. 9.731.005; BA pag. 13-001-0297 f.; BA pag. 

16-001-0110; BA pag. B07-201-0380 ff.; CAR pag. 5.300.006 f.). Die Aussagen 

und Vorbringen des Beschuldigten lassen sich anhand des E-Mail-Austausches 

vom [Datum] bzw. [Datum] zwischen dem Beschuldigten, dem […] Counsel, dem 

CEO sowie dem Verwaltungsratspräsidenten (vgl. BA pag. B07-201-0380 ff.) ob-

jektivieren. Der Beschuldigte hat in den Einvernahmen durch die BA die Aussage 

zunächst weitgehend verweigert, schliesslich aber ausführlich schriftlich zu den 

Vorhalten Stellung genommen (vgl. BA pag. 13-001-0010 ff., -0129 ff., -0297 ff.; 

16-001-0115 ff.). Anlässlich seiner mündlichen Einvernahme vor Vorinstanz und 

auch vor der Berufungskammer hat der Beschuldigte hingegen ausführliche 

- 31 - 

Angaben zu den ihm gestellten Fragen gemacht (CAR pag. 5.300.004 ff.; 

9.731.003 ff.). Die Aussagen des Beschuldigten über das gesamte Verfahren 

hinweg betrachtet sind weitgehend widerspruchsfrei und decken sich mit weite-

ren Beweisergebnissen (vgl. insb. E. II.5.5.3) und der Aktenlage. Insofern sind 

die Aussagen des Beschuldigten grundsätzlich glaubhaft und es kann demzu-

folge im Wesentlichen darauf abgestellt werden.  

5.5.3 Diese vom Beschuldigten geschilderten Abläufe werden zudem durch die Aus-

sage des Zeugen L., damaliger […] Counsel und […] Secretary grundsätzlich 

bestätigt. So hat dieser namentlich ausgesagt, dass der Beschuldigte, auf eige-

nen Wunsch, das Unternehmen habe verlassen wollen, jedoch auf Drängen des 

Verwaltungsratspräsidenten und des CEO noch geblieben sei, bis sie einen 

Nachfolger gefunden hätten (BA pag. 12-001-0066). Angesprochen auf die E-

Mail-Korrespondenz vom [Datum], zwischen dem Beschuldigten, dem Zeugen 

sowie dem Verwaltungsratspräsidenten und dem CEO, bestätigte der Zeuge die 

Kommunikation betreffend des beabsichtigten Aktienverkaufs, die Abklärungen 

im Zusammenhang mit einer allfälligen closed period und dem Wunsch des CEO 

den Aktienverkauf durch den Beschuldigten zu verschieben (BA pag. 12-001-

0066). Auf die Frage, was der Zeuge unter Informationen verstehe, wie er in der 

E-Mail vom [Datum] geschrieben habe («I am not aware of any such information 

at this time, and for good order, you should confirm that you are not aware either» 

[BA pag. 12-001-0030]), antwortete er, dies betreffe Informationen, wie Neuigkei-

ten die nicht öffentlich bekannt und die bedeutend genug gewesen seien, um 

eine substanzielle Kursveränderung zu bewirken. Als Beispiel nennt er, wenn F. 

einen bedeutenden Kunden verlieren würde. Er habe vom Beschuldigten erwar-

tet, dass dieser ihm bestätigen würde, falls er im Besitz solcher Informationen 

gewesen wäre (BA pag. 12-001-0067). Auf die Frage nach dem möglichen Grund 

für den Verkauf der Aktien durch den Beschuldigten antwortete der Zeuge, er 

wisse nicht, warum der Beschuldigte habe verkaufen wollen, er nehme aber an, 

dass der Beschuldigte dies getan habe, weil er geplant habe, das Unternehmen 

zu verlassen (BA pag. 12-001-0068). Des Weiteren bestätigte der Zeuge, dass 

er dem Beschuldigten bestätigt hatte, dass am [Datum] noch immer eine open 

period sei. Angesprochen auf den Grund, warum der Beschuldigte den Verkauf 

auf den [Datum] verschoben habe, führte der Zeuge aus, dass der CEO und der 

Verwaltungsratspräsidenten den Beschuldigten nicht hätten gehen lassen wol-

len, bevor sie seinen Nachfolger hätten bekanntgeben können. Der Beschuldigte 

habe mit dem Verkauf zuwarten müssen und deshalb habe dieser abklären wol-

len, ob er seine Aktien verkaufen dürfe und was für Berichterstattungspflichten 

bestanden hätten. Dies habe alles im Zusammenhang mit seinem möglichen 

Austritt aus dem Komitee T. gestanden. Die Pflichten seien unterschiedlich, je 

nachdem ob man Mitglied des Komitee T. sei oder nicht, und der CEO habe nicht 

gewollt, dass angekündigt werde, dass der Leiter des Z. Geschäfts aus dem 

- 32 - 

Unternehmen austrete, ohne gleichzeitig anzukündigen, dass ein Nachfolger be-

stimmt worden sei (BA pag. 12-001-0068). Diese Aussagen des Zeugen sind 

grundsätzlich glaubhaft und lassen sich durch verschiedene weitere Beweismittel 

in den Akten objektivieren oder stimmen mit den Darstellungen des Beschuldig-

ten überein.  

5.5.4 Gemäss Unterlagen der G., bei welcher der Beschuldigten die H. hielt, wurde der 

Beschuldigte im Rahmen des Verlustschwellenreportings (loss treshold report-

ing) am [Datum] ([Prozentangabe]) und [Datum] ([Prozentangabe]) entsprechend 

informiert. Zudem ist er durch die G. am [Datum] auf das Risiko in Bezug auf die 

H. hingewiesen worden, wobei er ausdrücklich gewünscht hatte, die Position zu 

behalten. Am [Datum] ist schliesslich der Auftrag des Beschuldigten vermerkt, 

alle Aktien zum (damaligen) Preis von CHF [Preisangabe] zu verkaufen (vgl. zum 

Ganzen: BA pag. 07-101 Beilage 2_0835-1416390-4 Seite 5).  

5.5.5 Es ist aktenmässig erstellt, dass der Beschuldigte bereits im [Datum] bekannt-

gab, F. verlassen zu wollen (BA pag. B07-201-001-0003). Gemäss wiederholter 

Aussage des Beschuldigten habe er diesen Entschluss bereits im [Datum] ge-

troffen (CAR pag. 5.300.005; TPF pag. 9.731.004; BA pag. 16-001-0109 f.). Wei-

ter ist erstellt, dass er, im Interesse des Unternehmens, damit einverstanden ge-

wesen war, zusammen mit dem CEO sicherzustellen, dass der Übergang zu sei-

ner Nachfolge reibungslos und ohne weitere Reputationsschäden für das Unter-

nehmen ablaufe (CAR pag. 5.300.012; TPF pag. 9.731.004). Nachdem der Nach-

folger gefunden worden war, hatte der Beschuldigte ein erstes Mal beim […] 

Counsel, CEO und Verwaltungsratspräsident nachgefragt, ob er seine Aktien 

verkaufen dürfe, was offenbar im Unternehmen beim Abgang von (Kader-) Mit-

arbeiter üblich gewesen war. Des Weiteren ist insbesondere aufgrund des E-

Mail-Austausches zwischen dem Beschuldigten sowie dem […] Counsel, CEO 

und Verwaltungsratspräsidenten vom [Datum] erwiesen, dass der Verkauf der 

Aktien im [Datum] nicht ausgeführt wurde, da negative Auswirkungen einer ent-

sprechenden öffentlichen Bekanntgabe befürchtet wurden (vgl. BA pag. B07-

201-0380 ff.). Auf entsprechenden Wunsch des CEOs sowie des Verwaltungs-

ratspräsidenten und des […] Counsels war der Beschuldigte damit einverstan-

den, die Aktien am [Datum] zu verkaufen; dem Antrittsdatum seines Nachfolgers 

im Unternehmen (CAR pag. 5.300.007; TPF pag. 9.731.004).  

5.5.6 Es trifft zu, dass der Beschuldigte am [Datum] sowie am [Datum] Kenntnis von 

den Finanzinformationen und zum Geschäftsgang der F. hatte (vgl. oben E. 

II.5.3). Der Beschuldigte hat unter Berücksichtigung des zuvor Dargelegten spä-

testens am [Datum] geplant, alle Aktien am [Datum] zu verkaufen und hat dies 

exakt so umgesetzt. Auch liegen keine Hinweise vor, wonach im vorangehenden 

Handelsverhalten des Beschuldigten eine bewusste Umgehung der 

- 33 - 

anwendbaren Regelungen erkennbar wäre. Insbesondere ist nicht ersichtlich, 

dass der Beschuldigte aufgrund von Insiderinformationen Aufträge angepasst 

oder sogar annulliert hätte (vgl. oben E. II. 4.6 in fine). Zu berücksichtigen ist 

insbesondere auch – unter Rücksichtnahme auf die Hinweise seines Kundenbe-

treuers bei der G. betreffend das Risiko seiner F.-Aktien (vgl. oben E. II.5.5.4) –, 

dass der Beschuldigte mit der Verschiebung des Verkaufstermins sogar einen 

weitergehenden Verlust in Kauf genommen hatte. Unter Berücksichtigung all die-

ser Umstände ist festzuhalten, dass es vorliegend am Kausalzusammenhang 

zwischen der Kenntnis der Insiderinformationen und dem Entschluss, die Aktien 

zu verkaufen, klarerweise fehlt. Die Kenntnis der Insiderinformation ist vorliegend 

nicht als mitursächlich für den Verkaufsentscheid zu qualifizieren, da der Be-

schuldigte seinen Plan, alle F.-Aktien bei Austritt aus dem Komitee T. zu verkau-

fen, ohne Änderung und sogar unter Inkaufnahme eines Verlustes umgesetzt hat.  

5.6 Der objektive Tatbestand von Art. 154 Abs. 1 lit. a FinfraG ist vorliegend mangels 

Ausnützens der Insiderinformation aufgrund fehlender (Mit-) Kausalität zwischen 

der Kenntnis der Insiderinformationen und dem Entschluss die Aktien zu verkau-

fen nicht erfüllt. Dementsprechend ist der Beschuldigte vom Vorwurf des Ausnüt-

zens von Insiderinformationen nach Art. 154 Abs. 1 lit. a FinfraG, angeblich be-

gangen am [Datum], freizusprechen. Die Prüfung eines Versuchs dazu kann un-

terbleiben, bestehen weder Hinweise, dass der Beschuldigte in subjektiver Hin-

sicht ein Ausnützen der Insiderinformation anstrebte, noch ist ein solcher Ver-

suchs-Vorwurf in der Anklage umschrieben. 

 Einziehung 

Gemäss Art. 70 StGB verfügt das Gericht die Einziehung von Vermögenswerten, 

die durch eine Straftat erlangt worden sind. Bei der Straftat muss es sich um ein 

tatbestandsmässiges und rechtswidriges, nicht unbedingt schuldhaftes Verhalten 

handeln. Mangels Tatbestandsmässigkeit ist eine Einziehung vorliegend nicht 

möglich und es erübrigen sich entsprechend weitere Ausführungen.  

 Aufhebung der Beschlagnahme von Vermögenswerten 

Mit vorliegendem Freispruch fällt der Grund für die Beschlagnahmung der Ver-

mögenswerte auf der Kundenbeziehung Nr. 1 bei der B., lautend auf A. und C., 

weg (Art. 267 Abs. 1 StPO). Entsprechend ist die Beschlagnahme auszuheben. 

- 34 - 

 Kosten und Entschädigung 

8.1 Rechtliche Grundlagen 

8.1.1 Die beschuldigte Person trägt die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird 

(Art. 426 Abs. 1 StPO). Wird das Verfahren eingestellt oder die beschuldigte Per-

son freigesprochen, so können ihr die Verfahrenskosten ganz oder teilweise auf-

erlegt werden, wenn sie rechtswidrig und schuldhaft die Einleitung des Verfah-

rens bewirkt oder dessen Durchführung erschwert hat (Art. 426 Abs. 2 StPO). 

Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres 

Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 Satz 1 StPO). Ob bzw. inwieweit 

eine Partei im Sinne dieser Bestimmung obsiegt oder unterliegt, hängt davon ab, 

in welchem Ausmass ihre vor der zweiten Instanz gestellten Anträge gutgeheis-

sen werden (Urteile BGer 6B_1344/2019 vom 11. März 2020 E. 2.2 mit Hinweis; 

6B_1015/2014 vom 9. Februar 2015 E. 2.4.1). Fällt die Rechtsmittelinstanz sel-

ber einen neuen Entscheid, so befindet sie darin auch über die von der  

Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 Abs. 3 StPO) 

8.1.2 Das Bundesstrafgericht regelt durch Reglement (a) die Berechnung der Verfah-

renskosten, (b) die Gebühren, (c) die Entschädigungen an Parteien, die amtliche 

Verteidigung, den unentgeltlichen Rechtsbeistand, Sachverständige sowie Zeu-

ginnen und Zeugen (Art. 73 Abs. 1 StBOG). Die Gebühr richtet sich nach Umfang 

und Schwierigkeit der Sache, Art der Prozessführung und finanzieller Lage der 

Parteien sowie nach dem Kanzleiaufwand (Art. 73 Abs. 2 StBOG; vgl. Art. 5 Reg-

lement des Bundesstrafgerichts über die Kosten, Gebühren und Entschädigun-

gen in Bundesstrafverfahren [BStKR, SR. 173.713.162]). Es gilt ein Gebühren-

rahmen von CHF 200.00 bis CHF 100'000.00 für jedes der folgenden Verfahren: 

(a) Vorverfahren, (b) erstinstanzliches Verfahren, (c) Rechtsmittelverfahren 

(Art. 73 Abs. 3 StBOG; vgl. Art. 6 - 7bis BStKR). Die Verfahrenskosten umfassen 

die Gebühren und Auslagen (Art. 1 Abs. 1 BStKR). Die Gebühren sind für die 

Verfahrenshandlungen geschuldet, die im Vorverfahren von der Bundeskriminal-

polizei und von der BA, im erstinstanzlichen Hauptverfahren von der Strafkam-

mer, im Berufungsverfahren und im Revisionsverfahren von der Berufungskam-

mer und in Beschwerdeverfahren gemäss Artikel 37 StBOG von der Beschwer-

dekammer durchgeführt oder angeordnet worden sind (Art. 1 Abs. 2 BStKR). Die 

Auslagen umfassen die vom Bund vorausbezahlten Beträge, namentlich die Kos-

ten für die amtliche Verteidigung und die unentgeltliche Verbeiständung, Über-

setzungen, Gutachten, Mitwirkung anderer Behörden, Porti, Telefonspesen und 

andere entsprechende Kosten (Art. 1 Abs. 3 BStKR). Die Auslagen werden ent-

sprechend den dem Bund verrechneten oder von ihm bezahlten Beträgen fest-

gelegt (Art. 9 Abs. 1 BStKR). 

- 35 - 

8.1.3 Gemäss Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO hat die freigesprochene beschuldigte Person 

Anspruch auf eine nach dem Anwaltstarif festgelegte Entschädigung für die an-

gemessene Ausübung ihrer Verfahrensrechte. Hat die beschuldigte Person eine 

Wahlverteidigung mit ihrer Verteidigung betraut, steht nach Art. 429 Abs. 3 StPO 

der Anspruch der Entschädigung nach Abs. 1 lit. a ausschliesslich der Verteidi-

gung zu, unter Vorbehalt der Abrechnung mit der Klientschaft. Die Entschädigung 

oder Genugtuung kann herabgesetzt oder verweigert werden, wenn die beschul-

digte Person rechtswidrig und schuldhaft die Einleitung des Verfahrens bewirkt 

oder dessen Durchführung erschwert hat (Art. 430 Abs. 1 lit. a StPO). 

8.1.4 Auf die Berechnung der Entschädigung der ganz oder teilweise freigesprochenen 

beschuldigten Person bzw. der Wahlverteidigung sind nach Art. 10 BStKR die 

Bestimmungen über die Entschädigung der amtlichen Verteidigung (Art. 11 

BStKR) anwendbar. Die Anwaltskosten umfassen das Honorar und die notwen-

digen Auslagen, namentlich für Reise, Verpflegung und Unterkunft sowie Porti 

und Telefonspesen (Art. 11 Abs. 1 BStKR). Das Honorar wird nach dem notwen-

digen und ausgewiesenen Zeitaufwand des Verteidigers bemessen. Der Stun-

denansatz beträgt mindestens CHF 200.00 und höchstens CHF 300.00 (Art. 12 

Abs. 1 BStKR). Rechtfertigen es besondere Verhältnisse, so kann anstelle der 

tatsächlichen Kosten nach Art. 13 Abs. 2 BStKR ein Pauschalbetrag vergütet 

werden (Art. 13 Abs. 4 BStKR). Bei Fällen im ordentlichen Schwierigkeitsbereich, 

d.h. für Verfahren ohne hohe Komplexität und ohne Mehrsprachigkeit, beträgt 

der Stundenansatz gemäss ständiger Praxis der Straf- und Berufungskammer 

CHF 230.00 für Arbeitszeit und CHF 200.00 für Reise- und Wartezeit (vgl. Be-

schluss der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts BK.2011.21 vom 24. 

April 2012 E. 2.1; Urteil der Strafkammer des Bundesstrafgerichts SN.2011.16 

vom 5. Oktober 2011 E. 4.1; Urteil der Berufungskammer des Bundesstrafge-

richts CA.2019.24 vom 5. Juni 2020 E. 5.1.4). Die Auslagen werden im Rahmen 

der Höchstansätze aufgrund der tatsächlichen Kosten vergütet (Art. 13 BStKR). 

Gemäss Art. 14 BStKR kommt grundsätzlich die Mehrwertsteuer zum Honorar 

und zu den Auslagen hinzu. 

8.1.5 Vorliegend sind die dargelegten praxisgemässen Stundenansätze anzuwenden. 

Die Voraussetzungen für höhere Stundenansätze sind nicht gegeben. 

8.2 Anschlussberufung gegen die Kostenauflage nach Art. 426 Abs. 2 StPO 

8.2.1 Der Beschuldigte führt Anschlussberufung gegen die Auferlegung der Verfah-

renskosten durch die Vorinstanz nach Art. 426 Abs. 2 StPO.  

 

Die Vorinstanz erachtet den Verkauf der F.-Aktien während einer closed period 

durch den Beschuldigten als Verstoss gegen eine verbindliche Weisung seiner 

- 36 - 

Arbeitgeberin und damit eine Verletzung seiner arbeitsrechtlichen Sorgfaltspflicht 

im Sinne von Art. 321a Abs. 1 OR. Dieses Verhalten beinhalte ein zivilrechtliches 

Verschulden, das nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen 

Lebenserfahrung geeignet gewesen sei, gegen den Beschuldigten den Verdacht 

mutmasslicher Börsendelikte, namentlich des Ausnützens von Insiderinformatio-

nen, zu erwecken und die Eröffnung des vorliegenden Strafverfahrens zu veran-

lassen. Dementsprechend seien dem Beschuldigten in Anwendung von Art. 426 

Abs. 2 StPO die gesamten Verfahrenskosten aufzuerlegen und infolge der voll-

ständigen Kostenauflage keine Parteientschädigung zuzusprechen (Urteil 

SK.2023.25 E. 6.3 f.). 

8.2.2  

8.2.2.1 Demgegenüber bringt der Beschuldigte zusammengefasst Folgendes vor: Zu-

nächst führt er aus, dass der ursprünglich für den [Datum] vorgesehene Termin 

für den Verkauf der Aktien, auf Wunsch der «wichtigsten Mitglieder der Ge-

schäftsleitung» und aus strategischen Gründen auf den [Datum] v