# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 14e30b32-00c0-5466-a819-b57cd42fcd2f
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** SB240536-O1
**Docket/Reference:** SB240536-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/SB240536-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Geschäfts-Nr.: SB240536-O/U/cwo

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. B. Gut, Präsident, Oberrichter lic. iur. R. Faga 

und Oberrichterin Dr. iur. E. Borla sowie der Gerichtsschreiber 

MLaw J. Stegmann

Urteil vom 9. Juli 2025

in Sachen

A._____, 

Beschuldigter und Berufungskläger

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____

gegen

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich,

Anklägerin und Berufungsbeklagte

betreffend mehrfache Pornografie etc. und Widerruf

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Winterthur vom 25. Juni 2024

(DG240015)

-   2   -

Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 19. März 2024 

(Urk. 8) ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 43 S. 57 ff.)

"Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A._____ ist schuldig







der mehrfachen Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 1 sowie Abs. 4 Satz 2 und 

Abs. 5 Satz 1 und 2 StGB;

des Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB sowie

des mehrfachen Missachtens eines Kontaktverbotes im Sinne von Art. 294 Abs. 2 

StGB.

2.

Auf den Antrag der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürichs, wonach der mit Strafbefehl 

der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 26. Mai 2015 gewährte bedingte Vollzug 

der ausgefällten Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu Fr. 30.– zu widerrufen sei, wird nicht 

eingetreten (Art. 46 Abs. 5 StGB).

3.

Der Beschuldigte wird bestraft mit einer unbedingten Freiheitsstrafe von 18 Monaten (wovon 

215 Tage durch die stationäre Begutachtung und den vorzeitigen Massnahmenantritt er-

standen sind) sowie mit einer unbedingten Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu Fr. 30.– (ent-

sprechend Fr. 1'800.–).

4.

Es wird eine stationäre therapeutische Massnahme im Sinne von Art. 59 StGB (Behandlung 

von psychischen Störungen) angeordnet. Es wird vorgemerkt, dass sich der Beschuldigte 

bereits im vorzeitigen Massnahmenvollzug befindet.

Der Vollzug der vorliegenden Freiheitsstrafe wird zu diesem Zwecke aufgeschoben.

Die Freiheitsstrafe gemäss Urteil vom 6. November 2019 des Bezirksgerichts Winterthur gilt 

weiterhin als aufgeschoben.

5.

Dem Beschuldigten wird im Sinne von Art. 67 Abs. 3 lit. d StGB lebenslänglich jede beruf-

liche und jede organisierte ausserberufliche Tätigkeit, die einen regelmässigen Kontakt zu 

Minderjährigen umfasst, verboten.

6.

Gegen den Beschuldigten wird für die Dauer von 5 Jahren ein Kontaktverbot im Sinne von 

Art. 67b Abs. 1 und Abs. 2 lit. a StGB angeordnet, welches ihm verbietet auf elektronischem 

-   3   -

7.

8.

Weg, insbesondere in Chats oder sozialen Netzwerken, mit Kindern und Minderjährigen 

unter 16 Jahren Kontakt aufzunehmen oder zu pflegen.

Von der Anordnung einer Landesverweisung wird abgesehen.

Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 19. März 

2024 beschlagnahmten Gegenstände werden, soweit dem Beschuldigten noch nicht ausge-

händigt, eingezogen und der Lagerbehörde nach Rechtskraft dieses Urteils zur gutschei-

nenden Verwendung respektive Vernichtung überlassen: 



















Mobiltelefon Marke OPPO Typ Find X3, inkl. Hülle und Ladegerät,
Asservat Nr. A015'216'861;

Software UFED4PC, Asservat Nr. A015'251'384;

SIM-Karte, Asservat Nr. A015'251'395;

Software UFED4PC, Asservat Nr. A015'251'408;

Notebook Marke Hewlett-Packard, inkl. Ladegerät,
Asservat Nr. A015'216'894;

Datenträger Festplatte Hitachi, Asservat Nr. A015'251'351;

Software auto-imager, Asservat Nr. A015'251'362;

Optischer Datenträger, Asservat Nr. A015'251'373;

Mobiltelefon Konrow, schwarz, inkl. SIM-Karte und Ladekabel, 
Asservat Nr. A018'438'603.

9.

Sämtliche unter der Polis-Geschäftsnummer 80690308 sichergestellten Spuren, Spurenträ-

ger, Aufnahmen sowie Datenauslesungen und Datensicherungen sind mit Rechtskraft die-

ses Urteils zu vernichten.

10.

Der Privatkläger 3 (B._____) wird mit seinem Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren 

auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.

11.

Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

5'400.00 ; die weiteren Kosten betragen:

3'000.00   Gebühr Vorverfahren;

56'966.00   Auslagen (stationäre Begutachtung und Gutachten);

25'584.00   amtliche Verteidigung (inkl. Barauslagen und MwSt.);

90'950.00   Total

12.

Die Kosten gemäss Dispositiv-Ziffer 11 werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten 

der amtlichen Verteidigung werden indessen einstweilen auf die Gerichtskasse genommen; 

vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.

-   4   -

13.

[Mitteilungen]

14.

[Rechtsmittel]"

Berufungsanträge:

a)

Der Verteidigung des Beschuldigten:

(Urk. 59 S. 2; vgl. auch Urk. 45 S. 2 f.)

1.

2.

3.

4.

5.

Ziff. 1  des  Urteilsdispositivs  sei  vollständig  aufzuheben,  was  den 
Schuldspruch betreffend Hausfriedensbruch im Sinne von Art. 186 
StGB angeht. In der Folge sei der Beschuldigte von diesem Vor-
wurf freizusprechen.

Ziff. 3  des  Urteilsdispositivs  sei  vollständig  aufzuheben,  was  die 
Bestrafung mit einer unbedingten Geldstrafe von 60 Tagessätzen 
zu CHF 30.– (entsprechend CHF 1'800.–) angeht.

In  allen  anderen  Punkten  –  ausgenommen  die  vorgestellten 
Anträge 1 und 2 – sei festzustellen, dass das vorinstanzliche Urteil 
in Rechtskraft erwachsen ist.

Es  sei  zusätzlich  zu  dem  bereits  zu  den  Akten  genommenem 
Fotomaterial  (Eingabe  vom  21. Oktober  2024)  das  heute  einge-
reichte Foto- und Kartenmaterial zu den Akten zu nehmen; even-
tualiter sei der Beschuldigte persönlich zu befragen.

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MwSt. zulas-
ten der Staatskasse, was das Berufungsverfahren angeht.

b)

Der Staatsanwaltschaft:

(Urk. 52)

Verzicht auf Anschlussberufung und Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

c)

Der Privatklägerschaft:

Verzicht auf Anträge.

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Erwägungen:

I.  Verfahrensgang und Prozessuales

1.

Verfahrensgang

1.1. Mit Eingabe vom 19. März 2024 erhob die Staatsanwaltschaft I des Kantons 

Zürich gegen A._____ beim Bezirksgericht Winterthur Anklage (Urk. 8). Der Ver-

fahrensgang  bis  zum  vorinstanzlichen  Urteil  ergibt  sich  aus  dem  Entscheid  vom 

25. Juni 2024 (Urk. 43 E. I/1-7 S. 5-10).

1.2. Das  vorstehend  wiedergegebene  Urteil  vom  25. Juni  2024  wurde  den 

Parteien gleichentags mündlich eröffnet (Urk. 34; Prot. I S. 7 ff.). Der Beschuldigte 

liess mit Eingabe vom 26. Juni 2024 innert Frist Berufung anmelden (Urk. 36).

1.3. Nach Zustellung des begründeten Urteils (Urk. 38 = Urk. 43; Urk. 39) liess 

der Beschuldigte am 21. Oktober 2024 fristgerecht die Berufungserklärung einrei-

chen (Urk. 45, samt Beilagen [Urk. 46/1-3]).

1.4. Mit  Präsidialverfügung  vom  10. Dezember  2024  wurde  der  Privatkläger-

schaft  sowie  der  Staatsanwaltschaft  ein  Doppel  der  Berufungserklärung  des 

Beschuldigten  zugestellt  und  Frist  angesetzt,  um  gegebenenfalls  Anschlussbe-

rufung  zu  erheben  oder  ein  Nichteintreten  auf  die  Berufung  zu  beantragen. 

Gleichzeitig  wurde  der  Beschuldigte  unter  Hinweis  auf  sein  Aussagever-

weigerungsrecht  aufgefordert,  ein  Datenerfassungsblatt  auszufüllen  und  seine 

finanziellen  Verhältnisse  darzulegen  (Urk. 50).  Mit  Eingabe  vom  12. Dezember 

2024  beantragte  die  Staatsanwaltschaft  die  Bestätigung  des  vorinstanzlichen 

Urteils  und  verzichtete  darauf,  Anschlussberufung  zu  erklären  (Urk. 52).  Die 

Privatklägerschaft 

liess  sich  hierzu  nicht  vernehmen.  Mit  Eingabe  vom 

20. Dezember  2024  liess  der  Beschuldigte  das  Datenerfassungsblatt  zu  seinen 

finanziellen Verhältnissen einreichen (Urk. 54 und 55).

1.5. Nachdem  sich  sämtliche  Parteien  mit  der  schriftlichen  Durchführung  des 

Berufungsverfahrens  einverstanden  erklärt  haben  (Urk. 50,  52  und  54  [vgl.  auch 

Urk. 53];  die  Privatklägerschaft  implizit),  wurde  mit  Präsidialverfügung  vom 

-   6   -

3. Januar 2025 das schriftliche Verfahren angeordnet und festgehalten, dass der 

mit Berufungserklärung gestellte Beweisantrag auf Befragung des Beschuldigten 

mit  Einverständnis  zum  schriftlichen  Verfahren  als  zurückgezogen  gelte.  Zudem 

wurde dem Beschuldigten Frist angesetzt, um Berufungsanträge zu stellen und zu 

begründen  sowie  letztmals  Beweisanträge  zu  stellen  bzw.  die  aktuellen  persön-

lichen  und  finanziellen  Verhältnisse  des  Beschuldigten  darzulegen  (Urk. 56).  Mit 

Eingabe vom 23. Februar 2025 liess der Beschuldigte die schrifltiche Berufungs-

begründung fristgerecht einreichen (Urk. 59, samt Beilagen [Urk. 60/4-9]).

1.6. Mit Präsidialverfügung vom 26. Februar 2025 wurde der Privatklägerschaft 

sowie der Staatsanwaltschaft ein Doppel der Berufungsbegründung des Beschul-

digten zugestellt und Frist angesetzt, um die Berufungsantwort einzureichen sowie 

letztmals eigene Beweisanträge zu stellen; der Vorinstanz wurde Gelegenheit zur 

freigestellten Vernehmlassung eingeräumt (Urk. 61). Mit Eingabe vom 27. Februar 

2025 verzichtete die Vorinstanz explizit auf Vernehmlassung (Urk. 63); die Staats-

anwaltschaft und die Privatklägerschaft liessen sich dazu nicht vernehmen.

Das Verfahren ist spruchreif.

2.

Umfang der Berufung

2.1. Gemäss  Art. 402  StPO  hat  die  Berufung  im  Umfang  der  Anfechtung 

aufschiebende Wirkung. Die Rechtskraft des angefochtenen Urteils wird somit im 

Umfang  der  Berufungsanträge  gehemmt,  während  die  von  der  Berufung  nicht 

erfassten Punkte in Rechtskraft erwachsen (vgl. BSK StPO-EUGSTER, Art. 402 N 1 

f.).

2.2. Der Beschuldigte liess die Berufung in seiner Berufungserklärung/-begrün-

dung  auf  den  Schuldspruch  wegen  Hausfriedensbruchs  im  Sinne  von  Art. 186 

StGB  sowie  die  Sanktion  beschränken  (Urk. 45  S. 2  f.;  Urk. 59  S. 2),  was  damit 

Berufungsgegenstand bildet (Dispositivziffer 1, Spiegelstrich 2; Dispositivziffer 3).

2.3. Sämtliche  anderen  Dispositivziffern  des  vorinstanzlichen  Urteils  blieben 

unangefochten  (Dispositivziffer 1,  Spiegelstrich 1  und  3,  Dispositivziffer 2  sowie 

Dispositivziffern 4-12).  Der  Eintritt  der  Rechtskraft  dieser  Anordnungen  ist  vorab 

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festzustellen (Art. 399 Abs. 3 StPO in Verbindung mit Art. 402 und 437 StPO sowie 

Art. 404 StPO).

2.4.

In den übrigen Punkten steht der angefochtene Entscheid unter Vorbehalt 

des  Verschlechterungsverbotes  (Art. 391  Abs. 2  StPO)  zur  Disposition.  In  den 

angefochtenen Punkten überprüft das Berufungsgericht das erstinstanzliche Urteil 

umfassend (Art. 398 Abs. 2 und 3 StPO).

3.

Strafantrag

3.1.

Ist eine Tat gemäss Gesetz nur auf Antrag strafbar, so kann nach Art. 30 StGB 

jede  Person,  die  durch  sie  verletzt  worden  ist,  die  Bestrafung  des  Täters  bean-

tragen. Bei Antragsdelikten ist das Vorliegen eines gültigen Strafantrags Prozess-

voraussetzung und somit von Amtes wegen zu prüfen (Art. 30 f. StGB, Art. 303 und 

304 StPO, vgl. auch Art. 329 Abs. 1 lit. b StPO).

3.2. Art. 186 StGB ist ein Antragsdelikt. C._____, Geschäftsführer der D._____ AG 

(Privatklägerin  2)  beantragte 

form-  und 

fristgerecht  die  Bestrafung  des 

Beschuldigten (Urk. D3/1/2; vgl. auch Urk. D3/3/1).

4.

Formelles

4.1. Soweit für die tatsächliche und die rechtliche Würdigung des eingeklagten 

Sachverhaltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, erfolgt dies in 

Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO, ohne dass dies explizit Erwähnung findet.

4.2. Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 3 Abs. 2 

lit. c  StPO)  folgt  die  Pflicht  des  Gerichts,  seinen  Entscheid  zu  begründen.  Die 

Begründung  muss  kurz  die  wesentlichen  Überlegungen  nennen,  von  denen  sich 

das Gericht hat leiten lassen und auf die es seinen Entscheid stützt. Es darf sich 

aber  auf  die  wesentlichen  Gesichtspunkte  beschränken  und  muss  sich  nicht 

ausdrücklich mit jeder tatsächlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand 

auseinandersetzen  und  diese  widerlegen.  Es  kann  sich  mithin  auf  die  für  den 

Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Ebenso wenig lässt sich Art. 6 Ziff. 1 

EMRK in der Weise auslegen, dass eine detaillierte Antwort auf jedes Argument 

-   8   -

gefordert würde (BGE 146 IV 297 E. 2.2.7; 143 III 65 E. 5.2; 141 IV 249 E. 1.3.1; 

Urteil  des  Bundesgerichts  6B_689/2019  vom  25. Oktober  2019  E. 1.5.2,  mit 

Hinweisen).

1.

Ausgangslage

II.  Sachverhalt und rechtliche Würdigung

1.1. Verfahrensgegenstand  des  vorliegenden  Berufungsverfahrens  bildet  der 

nachstehende  Tatvorwurf  (Urk. 8  S. 5  [Dossier 3]):  Am  1. Februar  2023,  ca. 

09.50 Uhr, habe der Beschuldigte ohne Recht bewusst und gewollt den Vorplatz 

des Einkaufszentrums E._____, mithin das Areal unmittelbar im Ein-/Ausgangsbe-

reich an der F._____-strasse 3 in G.______ betreten, obwohl ihm am 24. Januar 

2022  (recte:  2023)  durch  die  Eigentümerin  D._____  ein  Hausverbot  für  das  ge-

samte Areal des Einkaufszentrums E._____ erteilt worden sei, was der Beschul-

digte auch gewusst habe.

1.2. Der Beschuldigte war diesbezüglich in der Untersuchung und vor Vorinstanz 

vollumfänglich geständig und anerkannte den Anklagesachverhalt sowie die recht-

liche  Würdigung  (Urk. 3/2/1;  Urk. D1/3/3  F/A 18  f.;  Urk. D1/3/4  F/A 15  [S. 6]  und 

F/A 16; Prot. I S. 30).

1.3. Die  Verteidigung  beantragt  diesbezüglich  –  wie  bereits  vor  Vorinstanz 

(Urk. 30 S. 4 und 13 f.) – einen vollumfänglichen Freispruch (Urk. 45, 46/1-3, 59 

und  60/4-9).  Weder  im  Vorverfahren,  noch  im  Hauptverfahren  sei  der  konkrete 

Standort des Beschuldigten im Zeitpunkt seiner Anhaltung durch den Sicherheits-

dienst ermittelt worden. Unbestritten sei vom Beschuldigten einzig, dass er sich in 

der Nähe eines Eingangs beim Einkaufszentrum E._____ aufgehalten habe und er 

daher den ihm vorgeworfenen, und wie sich herausgestellt habe ungenauen Sach-

verhalt, stets anerkannt habe. Dem genauen Standort des Beschuldigten komme 

mit Blick auf den Vorwurf des Hausfriedensbruchs entscheidende Bedeutung zu. 

Man habe sich mit dem pauschalen Begriff des Vorplatzes oder dem Areal unmit-

telbar im Ein-/Ausgangsbereich zufrieden gegeben. Schon die festgehaltenen Er-

mittlungsergebnisse seien jedoch widersprüchlich. Die Koordinaten der als Tatort 

-   9   -

im  Rapport  genannten  F._____-strasse 3  in  G.______  seien  im  Polizeirapport 

falsch genannt. Wohl sei es so, dass sich auch an der F._____-strasse ein Eingang 

ins  Einkaufszentrum  E._____  befinde,  doch  nicht  der  Haupteingang  mit  dem 

"Vorplatz", welcher bahnhofseits gelegen sei. Die von der Polizei im Rapport ange-

gebenen  Koordinaten  würden  auf  die  Mitte  des  Einkaufszentrums  E._____ 

verweisen.  Der  Beschuldigte  habe  –  gemäss  seinen  Aussagen  –  auf  eine  Mitar-

beiterin  der  Bäckerei  H._____  gewartet,  welche  an  das  Eck  I._____-platz  

– J._____-strasse  –  K._____-strasse  grenze.  Folgerichtig  habe  er  nicht  an  der 

F._____-strasse 3 auf sie gewartet, sondern in der Nähe der Bäckereifiliale, also 

auf der anderen Seite des Einkaufszentrums E._____. Der Beschuldigte habe im 

Rahmen  des  Instruktionsgesprächs  für  das  Berufungsverfahren  gesagt,  dass  er 

sich in einem Bereich an der K._____-strasse, welcher klar ausserhalb des kom-

pletten  Gebäudekomplexes  um  das  Einkaufszentrum  E._____  liege,  aufgehalten 

habe. Mithin sei man bislang mangels genauer Abklärung irrigerweise von einem 

völlig falschen Standort des Beschuldigten ausgegangen, weil alles so klar ausge-

sehen habe. Der nun bekannte tatsächliche Standort des Beschuldigten stehe auch 

mit  den  im  Polizeirapport  festgehaltenen  Aussagen  von  L._____  in  Übereinstim-

mung, denn dann habe er sich tatsächlich vor dem "Eingang" zum Einkaufszentrum 

E._____ und knapp noch auf dessen Areal befunden. Die Aussage von L._____ 

"noch auf dem Areal" erscheine damit um einiges nachvollziehbarer, als wenn der 

Beschuldigte  sich  unmittelbar  vor  dem  Haupteingang  zum  Einkaufszentrum 

E._____ aufgehalten hätte, wie der Sachverhalt bisher suggeriert habe. Denn wie 

aus  den  Grundstückgrenzen  hervorgehe,  ziehe  sich  der  nicht  umfriedete 

Aussenvorplatz beim Haupteingang ziemlich weit in Richtung I._____-platz . Dies 

gehe dann aber nicht auf, wenn sich der Beschuldigte "unmittelbar vor dem Ein-

gang" und "noch" auf dem Areal des Einkaufszentrums E._____ aufgehalten habe. 

Es könne jedenfalls gesagt werden, dass der Beschuldigte nie das Innere des Ein-

kaufszentrums E._____ betreten habe. Die Vorinstanz habe den Schuldspruch mit 

dem  Standort  des  Beschuldigten  "unmittelbar  im  Ein-/Ausgangsbereich  des  Ein-

kaufszentrums E._____" und dem engen Konnex zum Gebäude des Einkaufszen-

trums begründet und darin eine Verletzung des Hausrechts erkannt. Damit ziehe 

die Vorinstanz die Grenze jedoch zu knapp und weite den Bereich des strafrechtli-

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chen  Schutzes  unzulässig  aus.  Denn  es  gehe  um  das  Eindringen  in  einen  ge-

schützten Bereich und der Bereich vor einem Eingang sei nur dann geschützt, wenn 

er umfriedet sei. Auch wer unmittelbar vor einem Eingang stehe, dringe damit noch 

nicht in den geschützten Raum ein, wenn dieser nicht erkennbar umschlossen sei. 

Und dies sei weder beim Haupteingang, noch beim vom Beschuldigten angegebe-

nen Eingang der Fall. Es sei keinerlei Umfriedung wie beispielsweise eine Hecke 

oder ein Zaun auszumachen, eine Abgrenzung sei nicht erkennbar. Der Raum vor 

dem Eingang sei frei zugänglich. Ein Konnex sei hingegen nur relevant, wenn auch 

eine  Umfriedung  vorhanden  sei.  Offene  Plätze  seien  auch  dann  nicht  geschützt, 

wenn sie zu einem Haus gehörten. Der Beschuldigte möge sich – so der Verteidiger 

weiter – vor einem Eingang aufgehalten haben, er sei aber nicht in den geschützten 

Bereich eingedrungen (Urk. 59 und 60/4-9; vgl. auch Urk. 45 und 46/1-3).

2. Grundsätze  der  Sachverhaltserstellung  und  Beweiswürdigung,  Würdigung 

der Beweismittel

2.1. Die  Vorinstanz  legte  die  massgebenden  Grundsätze  der  Sachverhaltser-

stellung sowie die Beweiswürdigungsregeln (Urk. 43 E. III/1 S. 12) zutreffend dar, 

worauf zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen verwiesen werden kann.

2.2. Die  Vorinstanz  erachtete  den  Anklagesachverhalt  gestützt  auf  die  mass-

geblichen Beweismittel als erstellt. Es kann vorweggenommen werden, dass den 

von der Vorinstanz aus dem Beweismaterial gezogenen Schlüssen zur Sachver-

haltserstellung zu folgen ist. Die nachstehenden Erwägungen sollen die vorinstanz-

liche  Würdigung  nur  noch  ergänzen,  präzisieren  und  verdeutlichen,  dass  ange-

sichts des Beweisergebnisses kein vernünftiger Zweifel im Sinne von Art. 10 Abs. 3 

StPO verbleibt, dass der Sachverhalt sich so zugetragen hat, wie er angeklagt ist.

2.3. Wie gesehen war der Beschuldigte von der ersten Einvernahme an vollum-

fänglich geständig (Urk. 3/2/1; Urk. D1/3/3 F/A 18 f.; Urk. D1/3/4 F/A 15 [S. 6] und 

F/A 16; Prot. I S. 30). Dieses Geständnis deckt sich sodann auch mit dem Rapport 

der Stadtpolizei Winterthur vom 20. Februar 2023 (Urk. 3/1/1; vgl. auch Urteil des 

Bundesgerichts 6B_295/2024 vom 10. März 2025 E. 1.3.3 m.H.) und dem sich in 

-   11   -

den  Akten  befindlichen  Hausverbot  der  D._____  AG  vom  24. Januar  2023 

(Urk. D3/1/3).

2.4. Aus  dem  Polizeirapport  der  Stadtpolizei  Winterthur  vom  20. Februar  2023 

geht  hervor,  dass  der  Beschuldigte  sich  am  1. Februar  2023,  ca.  09.50 Uhr,  auf 

dem Areal bzw. dem Vorplatz des Einkaufszentrums E._____, F._____-strasse 3, 

unmittelbar  im  Ein-/Ausgangsbereich  aufgehalten  hat  (Urk. D3/1/1  S. 2).  Dem 

Hausverbot  der  D._____  AG  vom  24. Januar  2023  ist  zu  entnehmen,  dass  dem 

Beschuldigten  am  24. Januar  2023  ein  Hausverbot  für  das  gesamte  Areal  (Ein-

kaufszentrum E._____ und M._____, F._____-strasse 1 und 3, K._____-strasse 1, 

3  und  5,  N._____-strasse 8  und  10  in G.______  [Parzellen  1  und  2])  inkl.  deren 

Parkhäuser  und  Umgebung  erteilt  und  ihm  gleichentags  ausgehändigt  wurde 

(D3/1/3). Durch sein vollumfängliches Geständnis bestätigte der Beschuldigte alle 

ihm vorgeworfenen Sachverhaltselemente und machte sie zu seinen eigenen (ver-

wertbaren) Aussagen, weswegen weitere Beweisabnahmen nicht angezeigt waren 

oder  sind.  Aufgrund  dieses  Geständnisses  wurden  (konsequenterweise)  seitens 

des  Beschuldigten  oder  der  Verteidigung  auch  keine  Beweisergänzungsanträge 

auf Einvernahme des Polizeibeamten, welcher den Rapport erstellte, oder L._____, 

den Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes, welcher den Beschuldigten beim Einkaufs-

zentrum E._____ antraf, gestellt.

2.5. Wenn die Verteidigung weiter vorbringt, dass weder im Vorverfahren, noch 

im  Hauptverfahren  der  konkrete  Standort  des  Beschuldigten  im  Zeitpunkt  seiner 

Anhaltung durch den Sicherheitsdienst habe ermittelt werden können (Urk. 59 S. 5 

ff.),  so  kann  ihr  nicht  gefolgt  werden.  Wenn  die  Anklageschrift  den  Standort  des 

Beschuldigten als "Vorplatz des Einkaufszentrums E._____, mithin das Areal un-

mittelbar im Ein-/Ausgangsbereich an der F._____-strasse 3 in G.______" nennt, 

dann 

ist  das  unglücklich 

formuliert.  Aufgrund  der  Umschreibung 

in  der 

Anklageschrift geht jedoch genügend klar hervor, dass hiermit der Haupteingang 

des Einkaufszentrums E._____ – bei der J._____-strasse bzw. dem I._____-platz  

– gemeint ist, da nur an dieser Stelle die Umschreibung "Vorplatz" in Verbindung 

mit  "Ein-/Ausgangsbereich"  einen  Sinn  ergibt.  Daran  vermag  auch  nichts  zu  än-

dern, dass sich die F._____-strasse 3 auf der Rückseite des gesamten Gebäude-

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komplexes befindet (und somit nicht an der genannten Örtlichkeit "J._____-strasse/ 

I._____-platz  "),  da  die  offizielle  Adresse  des  Einkaufszentrums  E._____  auf 

F._____-strasse 3  in  G.______  lautet  (vgl.  dazu:  https://E._____.ch/impressum; 

der gesamte Gebäudekomplex umfasst jedoch alle im Hausverbot genannten [ver-

schiedenen]  Adressen  [vgl.  Urk. D3/1/3]).  Auch  die  Verteidigung  gelangt  zum 

Schluss, dass es sich beim Haupteingang des Einkaufszentrums E._____ um den 

dem Beschuldigten in der Anklageschrift vorgeworfenen Aufenthaltsort handelt, an-

ders können die Ausführungen der Verteidigung "[…] als wenn der Beschuldigte 

sich unmittelbar vor dem Haupteingang zum EKZ E._____ aufgehalten hätte, wie 

der Sachverhalt bisher suggeriert hat." nicht ausgelegt werden (vgl. Urk. 59 S. 7). 

Mit der Umschreibung Vorplatz des Einkaufszentrums E._____, mithin das Areal 

unmittelbar im Ein-/Ausgangsbereich – Definition von Duden des Worts "unmittel-

bar" (sofern hier relevant): "durch keinen oder kaum einen räumlichen […] Abstand 

getrennt"; https://www.duden.de/rechtschreibung/ unmittelbar) – wird deutlich, dass 

sich der Beschuldigte direkt vor dem Ein-/Ausgangsbereich des Haupteingangs auf 

dem  Vorplatz  des  Einkaufszentrums  E._____  befand.  Daraus  ergibt  sich  auch, 

dass sich der Beschuldigte nicht – wie vom ihm bzw. der Verteidigung erstmals im 

Berufungsverfahren vorgebracht (Urk. 59 S. 6 f. i.V.m. Urk. 60/4-9 [insb. Urk. 60/6, 

Beilage 6.9 und 6.10; und Urk. 60/7, Beilage 7.1-7.4]) – auf der Seite der K._____-

strasse, mithin beim Eingang M._____, befand. Etwas Entlastendes oder Anders-

lautendes ist auch den von der Verteidigung zitierten und im Polizeirapport aufge-

führten Aussagen von L._____ nicht zu entnehmen (vgl. Urk. D3/1/1 S. 3; vgl. auch 

Urk. 59 S. 5 ff.).

2.6.

Letztlich  bestehen  keine  relevanten  Zweifel  daran,  dass  sich  der  in  der 

Anklage umschriebene Sachverhalt so wie dort beschrieben zugetragen hat. Er ist 

damit erstellt.

3.

Rechtliche Würdigung

3.1. Wer gegen den Willen des Berechtigten in ein Haus, in eine Wohnung, in 

einen abgeschlossenen Raum eines Hauses oder in einen unmittelbar zu einem 

Haus  gehörenden  umfriedeten  Platz,  Hof  oder  Garten  oder  einen  Werkplatz 

unrechtmässig  eindringt  oder,  trotz  der  Aufforderung  eines  Berechtigten,  sich  zu 

-   13   -

entfernen, darin verweilt, macht sich auf Antrag des Hausfriedenbruches strafbar 

(Art. 186 StGB).

Nach herrschender Lehre kann das vom Tatbestand geschützte Objekt nebst dem 

Haus auch ein zum Umfeld eines Hauses gehörender, durch Zäune oder Hecken 

umfriedeter  Platz  oder  Hof  sein.  Massgebend  ist  dabei  die  Erkennbarkeit  der 

Abgrenzung, nicht deren Lückenlosigkeit. Nach dem Gesetzeswortlaut ist ein enger 

Konnex  zu  einem  Haus  vorausgesetzt,  sodass  beispielsweise  eine  vom  Haus 

entfernte,  eingezäunte  Wiese  nicht  geschützt  ist.  Offene  Plätze  sind  auch  dann 

nicht  geschützt,  wenn  sie  zu  einem  Haus  gehören  (BSK  StGB-DELNON/RÜDY, 

Art. 186 N 16 m.H.; BGE 141 IV 132 E. 3.2.4).

In  subjektiver  Hinsicht  ist  Vorsatz  bzw.  Eventualvorsatz  erforderlich.  Die  Täter-

schaft muss den Willen haben, das Hausrecht ihres Opfers zu verletzen, und sie 

muss  sich  bewusst  sein,  dass  ihr  Verhalten  diese  Wirkung  hervorruft  und  dies 

zumindest in Kauf nehmen. Sie muss zudem um die Unrechtmässigkeit ihres Ein-

dringens  bzw.  Verbleibens  wissen  und  dies  auch  wollen  oder  zumindest  in  Kauf 

nehmen (BSK StGB-DELNON/RÜDY, Art. 186 N 39).

3.2. Dem  Beschuldigten  wurde  –  wie  gesehen  –  am  24. Januar  2023  ein 

unbefristetes  Hausverbot  für  das  gesamte  Areal  (Einkaufszentrum  E._____  und 

M._____, F._____-strasse 1 und 3, K._____-strasse 1, 3 und 5, M._____-strasse 8 

und 10  in  G.______  [Parzellen  1  und  2])  inkl.  deren  Parkhäuser  und  Umgebung 

erteilt; dieses wurde ihm gleichentags ausgehändigt (D3/1/3).

3.3. Der  Beschuldigte  betrat  den  Vorplatz  des  Einkaufszentrums  E._____, 

unmittelbar  im  Ein-/Ausgangsbereich,  welcher  zwar  auf  drei  Seiten  von  zum 

Gebäudekomplex gehörenden – und vom Hausverbot mitumfassten – Gebäuden 

flankiert wird. Gegen vorne (in Richtung J._____-strasse/I._____-platz ) ist der Vor-

platz  aber  offen,  eine  räumliche  Trennung  bzw.  Abgrenzung  im  Sinne  einer 

Umfriedung ist dort nicht erkennbar (vgl. Google Maps bzw. Google Street View; 

Urk. 60/6 [Beilage 6.6-7, 6.10, 6.12-16]; vgl. auch Urk. 46/3 [Beilage 3B, 3C, 3D, 

3E], Urk. 60/8-9).

-   14   -

3.4. Da  der  Beschuldigte  somit  –  wie  von  der  Verteidigung  zutreffend  ausge-

führt – in keinen umfriedeten Platz eingedrungen oder darauf verweilt ist, hat er sich 

nicht  tatbestandsmässig  verhalten.  Der  Beschuldigte  ist  somit  vom  Vorwurf  des 

Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB freizusprechen.

III.  Sanktion

1.1. Die  Vorinstanz  bestrafte  den  Beschuldigten  –  hinsichtlich  der  mehrfachen 

Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 1 und Abs. 4 Satz 2 und Abs. 5 Satz 1 und 

2 StGB sowie des mehrfachen Missachtens eines Kontaktverbotes im Sinne von 

Art. 294  Abs. 2  StGB  –  mit  einer  unbedingten  Freiheitsstrafe  von  18 Monaten. 

Hinsichtlich  des  Hausfriedensbruchs  bestrafte  die  Vorinstanz  den  Beschuldigten 

mit einer (unbedingten) Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu Fr. 30.– (Urk. 43 S. 58).

Da einzig der Beschuldigte Berufung gegen das vorinstanzliche Urteil erhob, fällt 

aufgrund  des  Verschlechterungsverbots  (Art. 391  Abs. 2  StPO)  eine  strengere 

Bestrafung von vornherein ausser Betracht.

Die  Verteidigung  verzichtete  im  Berufungsverfahren  –  vor  dem  Hintergrund  des 

beantragten Freispruchs des Beschuldigten in Bezug auf den vorgeworfenen Haus-

friedensbruch  –  darauf,  sich  zur  vorinstanzlichen  Strafzumessung  zu  äussern 

(Urk. 59; vgl. auch Urk. 45).

1.2. Da der Beschuldigte vom Vorwurf des Hausfriedensbruchs zweitinstanzlich 

freigesprochen wird, entfällt eine Strafe dafür.

1.3. Die Vorinstanz legte für die mehrfache Pornografie und das mehrfache Miss-

achten  eines  Kontaktverbotes  eine  (unbedingte)  Freiheitsstrafe  von  18 Monaten 

fest  (vgl.  Urk. 43  E. IV/1-2.4.3  und  E. IV/2.9  S. 17-24  und  S. 26  f.).  Diese  (unbe-

dingte) Freiheitsstrafe erweist sich als angemessen, weshalb zur Vermeidung von 

unnötigen Wiederholungen – und nachdem der Beschuldigte bzw. die Verteidigung 

die von der Vorinstanz festgesetzte Freiheitsstrafe auch nicht angefochten haben 

(vgl.  Urk. 45,  46/1-3,  59  und  60/4-9)  –  auf  die  diesbezüglichen  Erwägungen  der 

Vorinstanz verwiesen werden kann.

-   15   -

1.4. Gemäss Art. 51 StGB rechnet das Gericht die vom Täter während diesem 

oder einem anderen Verfahren ausgestandene Untersuchungshaft auf die Strafe 

an (analog auch der Freiheitsentzug im Zusammenhang mit der stationären Begut-

achtung  nach  Art. 186  StPO  sowie  der  vorzeitige  Massnahmenvollzug  nach 

Art. 236 StPO; vgl. zutreffend die Vorinstanz in Urk. 43 E. IV/2.7.1 S. 25 m.H.). Der 

Beschuldigte befand sich vom 18. September 2023 bis 27. Oktober 2023 – somit 

40 Tage  –  in  der  PUK  Rheinau  zur  stationären  Begutachtung  (Urk. 20/54  und 

Urk. 20/75-76).  Am  3. Januar  2024  trat  der  Beschuldigte  dort  den  vorzeitigen 

Massnahmenvollzug an (554 Tage bis und mit heute; Urk. 20/84, Urk. 20/107-108 

und  Urk. 20/113;  vgl.  zum  Ganzen  auch  Urk. 43  E. I/1-7  S. 5-10  und  E. IV/2.7 

S. 25 f.).  Dementsprechend  sind  dem  Beschuldigten  594 Tage  als  durch  die 

stationäre Begutachtung und den vorzeitigen Massnahmenantritt erstanden an die 

Strafe (540 Tage) bzw. die stationäre Massnahme (54 Tage) anzurechnen.

1.5. Der  Beschuldigte  ist  somit  mit  einer  unbedingten  Freiheitsstrafe  von 

18 Monaten zu bestrafen. Die Freiheitsstrafe (540 Tage) gilt als durch die statio-

näre  Begutachtung  und  den  vorzeitigen  Massnahmenvollzug  (594 Tage)  vollum-

fänglich erstanden. Die Differenz davon (54 Tage) ist an die stationäre Massnahme 

anzurechnen. Die Anrechnung an die stationäre Massnahme ist jedoch angesichts 

des präventiven Charakters der Massnahme nicht rechnerisch im Sinne einer Ver-

kürzung der Massnahme um die Dauer des anzurechnenden Freiheitsentzugs zu 

verstehen (BGE 145 IV 65 E. 2.3.4 S. 72; 141 IV 236 E. 3.8 S. 242).

IV.  Kosten- und Entschädigungsfolgen

1.1. Die  vorinstanzliche  Kosten-  und  Entschädigungsregelung  (Dispositiv-

ziffern 11 und 12) wurde – wie vorstehend dargelegt (vgl. E. I/2) – nicht angefochten 

und ist somit in Rechtskraft erwachsen. Es ist demnach nur über die Festsetzung 

und die Auflage der Kosten des Berufungsverfahrens zu befinden.

1.2. Die  Gerichtsgebühr  für  das  Berufungsverfahren  ist  auf  Fr. 3'000.–  festzu-

setzen (§ 16 Abs. 1 i.V.m. § 14 Abs. 1 GebV OG). Die Kosten des Rechtsmittelver-

fahrens  tragen  die  Parteien  nach  Massgabe  ihres  Obsiegens  oder  Unterliegens 

(Art. 428  Abs. 1  StPO).  Der  Beschuldigte  obsiegt  mit  seinen  Berufungsanträgen 

-   16   -

vollumfänglich, weshalb die Kosten des Berufungsverfahrens vollumfänglich auf die 

Gerichtskasse zu nehmen sind.

1.3. Der  amtliche  Verteidiger  des  Beschuldigten  machte  für  das  Berufungs-

verfahren  einen  Aufwand  von  Fr. 4'683.80  geltend  (Urk. 64),  welcher  Aufwand 

ausgewiesen  ist  und  angemessen  erscheint,  weshalb  er  für  seine  Bemühungen 

und Auslagen mit Fr. 4'683.80 (inkl. MwSt. und Barauslagen) zu entschädigen ist.

Ausgangsgemäss sind auch die Kosten der amtlichen Verteidigung des Berufungs-

verfahrens auf die Gerichtskasse zu nehmen.

Es wird beschlossen:

1.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Winterthur vom 

25. Juni 2024 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:

"Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A._____ ist schuldig

 der mehrfachen Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 1 sowie Abs. 4 Satz 2 und 

Abs. 5 Satz 1 und 2 StGB;



[…]

 des mehrfachen Missachtens eines Kontaktverbotes im Sinne von Art. 294 Abs. 2 

StGB.

2.

Auf  den  Antrag  der  Staatsanwaltschaft  I  des  Kantons  Zürichs,  wonach  der  mit 

Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 26. Mai 2015 gewährte 

bedingte  Vollzug  der  ausgefällten  Geldstrafe  von  20 Tagessätzen  zu  Fr. 30.–  zu 

widerrufen sei, wird nicht eingetreten (Art. 46 Abs. 5 StGB).

3.

4.

[…]

Es  wird  eine  stationäre  therapeutische  Massnahme  im  Sinne  von  Art. 59 StGB  (Be-

handlung von psychischen Störungen) angeordnet. Es wird vorgemerkt, dass sich der 

Beschuldigte bereits im vorzeitigen Massnahmenvollzug befindet.

Der Vollzug der vorliegenden Freiheitsstrafe wird zu diesem Zwecke aufgeschoben.

-   17   -

Die  Freiheitsstrafe  gemäss  Urteil  vom  6. November  2019  des  Bezirksgerichts 

Winterthur gilt weiterhin als aufgeschoben.

5.

Dem  Beschuldigten  wird  im  Sinne  von  Art. 67  Abs. 3  lit. d  StGB  lebenslänglich  jede 

berufliche  und  jede  organisierte  ausserberufliche  Tätigkeit,  die  einen  regelmässigen 

Kontakt zu Minderjährigen umfasst, verboten.

6.

Gegen den Beschuldigten wird für die Dauer von 5 Jahren ein Kontaktverbot im Sinne 

von Art. 67b Abs. 1 und Abs. 2 lit. a StGB angeordnet, welches ihm verbietet auf elek-

tronischem Weg, insbesondere in Chats oder sozialen Netzwerken, mit Kindern und 

Minderjährigen unter 16 Jahren Kontakt aufzunehmen oder zu pflegen.

7.

8.

Von der Anordnung einer Landesverweisung wird abgesehen.

Die  folgenden  mit  Verfügung  der  Staatsanwaltschaft I  des  Kantons  Zürich  vom 

19. März  2024  beschlagnahmten  Gegenstände  werden,  soweit  dem  Beschuldigten 

noch nicht ausgehändigt, eingezogen und der Lagerbehörde nach Rechtskraft dieses 

Urteils zur gutscheinenden Verwendung respektive Vernichtung überlassen: 

 Mobiltelefon Marke OPPO Typ Find X3, inkl. Hülle und Ladegerät,

Asservat Nr. A015'216'861;

 Software UFED4PC, Asservat Nr. A015'251'384;

 SIM-Karte, Asservat Nr. A015'251'395;

 Software UFED4PC, Asservat Nr. A015'251'408;

 Notebook Marke Hewlett-Packard, inkl. Ladegerät,

Asservat Nr. A015'216'894;

 Datenträger Festplatte Hitachi, Asservat Nr. A015'251'351;

 Software auto-imager, Asservat Nr. A015'251'362;

 Optischer Datenträger, Asservat Nr. A015'251'373;

 Mobiltelefon Konrow, schwarz, inkl. SIM-Karte und Ladekabel,

Asservat Nr. A018'438'603.

9.

Sämtliche  unter  der  Polis-Geschäftsnummer  80690308  sichergestellten  Spuren, 

Spurenträger, Aufnahmen sowie Datenauslesungen und Datensicherungen sind mit 

Rechtskraft dieses Urteils zu vernichten.

10.

Der Privatkläger 3 (B._____) wird mit seinem Schadenersatz- und Genugtuungsbe-

gehren auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.

-   18   -

11.

Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

5'400.00 ; die weiteren Kosten betragen:

3'000.00   Gebühr Vorverfahren;

56'966.00   Auslagen (stationäre Begutachtung und Gutachten);

25'584.00   amtliche Verteidigung (inkl. Barauslagen und MwSt.);

90'950.00   Total

12

Die  Kosten  gemäss  Dispositiv-Ziffer 11  werden  dem  Beschuldigten  auferlegt.  Die 

Kosten  der  amtlichen  Verteidigung  werden  indessen  einstweilen  auf  die  Gerichts-

kasse  genommen;  vorbehalten  bleibt  eine  Nachforderung  gemäss  Art. 135  Abs. 4 

StPO.

13.

[Mitteilungen]

14.

[Rechtsmittel]"

2.

Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil und an die Privatkläger 1, 3 

und 4 mit separatem Auszug.

Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A._____ wird freigesprochen vom Vorwurf des Hausfrie-

densbruchs im Sinne von Art. 186 StGB.

2.

Der Beschuldigte wird bestraft mit einer unbedingten Freiheitsstrafe von 

18 Monaten. Die Freiheitsstrafe gilt als durch die stationäre Begutachtung 

und den vorzeitigen Massnahmenvollzug vollumfänglich erstanden.

3.

Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

3'000.– ; die weiteren Kosten betragen:

4'683.80   amtliche Verteidigung (inkl. MwSt. und Barauslagen).

4.

Die Kosten des Berufungsverfahrens, einschliesslich derjenigen der 

amtlichen Verteidigung, werden auf die Gerichtskasse genommen.

-   19   -

5.

Schriftliche Mitteilung in vollständiger Ausfertigung an











die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten

die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich

die Privatklägerin 2 (D._____ AG)

den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 
Vollzugsdienste

das Bundesamt für Polizei, Bundeskriminalpolizei, 3003 Bern

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung 

allfälliger Rechtsmittel an













die Vorinstanz

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A und Formular B

das Migrationsamt des Kantons Zürich

die Kantonspolizei Zürich, KDM-ZD, mit separatem Schreiben (§ 54a 
Abs. 1 PolG)

den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 
Vollzugsdienste

die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, 
in die Akten … (hinsichtlich Dispositivziffer 2 des vorinstanzlichen 
Urteils).

6. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 

Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschrie-

benen Weise schriftlich einzureichen.

-   20   -

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 9. Juli 2025

Der Präsident:

Der Gerichtsschreiber:

lic. iur. B. Gut

MLaw J. Stegmann