# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** eb47dcfe-70cb-5ea5-ab7c-0a2d1d453739
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-01-11
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 11.01.2019 200 2018 620
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2018-620_2019-01-11.pdf

## Full Text

200 18 620 IV
ACT/BRM/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 11. Januar 2019

Verwaltungsrichter Ackermann, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Fuhrer, Verwaltungsrichter Scheidegger
Gerichtsschreiber Braune

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 16. Juli 2018

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2019, IV/18/620, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1963 geborene A.________ meldete sich am 7. November 2016 bei 
der IV-Stelle Bern (IVB) zum Leistungsbezug an; als gesundheitliche Be-
einträchtigungen gab er seit August bestehende Rückenschmerzen, 
Schmerzen im linken Bein, hohe Herzschläge sowie Schweissausbrüche 
an (Akten der IVB [act. II] 1). Im Rahmen der Abklärungen zog die IVB un-
ter anderem die Gutachten der Dres. med. C.________, Facharzt für 
Rheumatologie FMH, vom 31. Januar (act. II 46.1) und D.________, Fach-
arzt für Psychiatrie und Psychiatrie, vom 7. Februar 2018 (act. II 47.1) samt 
interdisziplinärer Gesamtbeurteilung (act. II 47.2) bei.

Gestützt auf diese Abklärungen stellte die IVB mit Vorbescheid vom 
30. April 2018 bei einem ermittelten Invaliditätsgrad von 3% die Abweisung 
des Anspruchs auf eine Invalidenrente in Aussicht (act. II 56). Nachdem 
dagegen Einwand erhoben worden war (act. II 57 und 61), verfügte die IVB 
am 16. Juli 2018 entsprechend dem Vorbescheid; zu den Einwänden nahm 
sie in der Verfügung Stellung (act. II 62).  

 

B.

Am 6. September 2018 lässt der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwäl-
tin B.________, Beschwerde erheben mit den Anträgen, die angefochtene 
Verfügung sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, 
dem Beschwerdeführer die gesetzlichen Invalidenleistungen, seit wann 
rechtens, zu erbringen; eventualiter sei die Verfügung der IV-Stelle Bern 
vom 16. Juli 2018 aufzuheben und die Sache zur weiteren Abklärung an 
die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, unter Kosten- und Entschädi-
gungsfolgen. Zur Begründung wird einerseits geltend gemacht, dass die 
Verfahrensrechte verletzt worden seien, indem die bidisziplinäre Begutach-
tung ohne Hinweis auf den Anspruch auf einen zwingend durchzuführen-
den Einigungsversuch angeordnet worden sei; ansonsten hätte der Be-
schwerdeführer von der Möglichkeit eines Gegenvorschlages Gebrauch 

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gemacht. Deshalb werde die Verwertbarkeit der Expertise in Abrede ge-
stellt. Andererseits zeige die Indikatorenprüfung hinsichtlich der psychiatri-
schen Diagnosen, dass entgegen der beschwerdegegnerischen Auffas-
sung ein wesentlicher und damit invalidisierender Gesundheitsschaden 
vorliege. Aus interdisziplinärer Sicht sei eine maximale Leistungsfähigkeit 
von 50% angenommen worden, deren Umsetzung indessen unter den Vor-
behalt einer Stabilisierung und Zustandsbesserung sowie eines Aufbaupro-
zesses in geschütztem Rahmen gestellt worden sei. Daraus sei zu schlies-
sen, dass derzeit keine Leistungsfähigkeit vorliege; es sei deshalb vorerst 
zu klären, ob die vermutete Stabilisierung eintreten werde.

In ihrer Beschwerdeantwort vom 3. Oktober 2018 beantragt die IVB die 
Abweisung der Beschwerde. 

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtene Verfügung ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Verfügun-
gen. Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen 
Anträgen nicht durchgedrungen, durch die angefochtene Verfügung berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb er zur 
Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gege-
ben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über 
Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs-

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rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwer-
de grundsätzlich einzutreten (vgl. aber E. 1.2. hiernach).

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 16. Juli 2018 (act. II 
62). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente, da die 
Verwaltung einzig über den Rentenanspruch verfügt hat (act. II 62; BGE 
125 V 413 E. 1a S. 414). Soweit in der Beschwerde andere Leistungen als 
eine Rente beantragt werden (vgl. Beschwerde S. 2 oben), ist auf die Be-
schwerde nicht einzutreten.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-

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wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 141 V 
281 E. 2.1 S. 285). Es ist dem klaren Willen des Gesetzgebers gemäss 
Art. 7 Abs. 2 ATSG Rechnung zu tragen, wonach im Zuge einer objektivier-
ten Betrachtungsweise von der grundsätzlichen «Validität» der versicherten 
Person auszugehen ist (BGE 141 V 281 E. 3.7.2 S. 295) und die materielle 
Beweislast für Invalidität bei ihr liegt (BGE 142 V 106 E. 4.4 S. 110). 

2.2.1 Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die 
Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorga-
ben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 
281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt 
die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegrün-
dende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturier-
ten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 428, BGE 141 V 
281 E. 4.1 S. 296 ff.). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invali-
ditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der me-
dizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall 
anhand von Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zu-
mindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind (BGE 141 
V 281 E. 6 S. 308). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 
143 V 418, E. 7.2 S. 429).

2.2.2 Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeein-
trächtigung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung auf 
der ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe 
nach BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte 
Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Ag-
gravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht. 

Liegt auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe eine versicher-
te Gesundheitsschädigung vor, erfolgt schliesslich auf der zweiten Ebene 
anhand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von Indikato-
ren eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – unter Berücksich-
tigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und 

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Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – tatsächlich erreich-
baren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt im Re-
gelfall nach gemeinsamen Eigenschaften systematisierte Standard-
indikatoren zu beachten (E. 4.1.3 S. 297), welche sich in die Kategorien 
«funktioneller Schweregrad» (E. 4.3 S. 298) und «Konsistenz» einteilen 
lassen (E. 4.4 S. 303). Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 
S. 304). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist 
nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festge-
stellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der 
Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) über-
wiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die 
Folgen der Beweislosigkeit nach wie vor die materiell beweisbelastete ver-
sicherte Person zu tragen (E. 6 S. 308).

2.3 Rechtsprechungsgemäss liegt es nicht allein in der Zuständigkeit 
der mit dem konkreten Einzelfall (gutachterlich) befassten Arztpersonen, 
abschliessend und für die rechtsanwendende Stelle (Verwaltung, Gericht) 
verbindlich zu entscheiden, ob das medizinisch festgestellte Leiden zu 
einer (andauernden oder vorübergehenden) Arbeitsunfähigkeit (bestimmter 
Höhe und Ausprägung) führt. Die Frage, ob und in welchem Umfang die 
Feststellungen in einem medizinischen Gutachten anhand der 
rechtserheblichen Indikatoren auf die Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen, 
ist rechtlicher Natur und damit frei überprüfbar. Darum kann aus rechtlicher 
Sicht von einer medizinischen Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit in einer 
Expertise abgewichen werden, ohne dass sie ihren Beweiswert gänzlich 
einbüsste. Darin liegt weder eine Geringschätzung der ärztlichen 
Beurteilung noch eine gerichtliche Kompetenzanmassung, sondern es ist 
notwendige Folge des rein juristischen Charakters der 
sozialversicherungsrechtlichen Begriffe von Arbeits-/Erwerbsunfähigkeit 
und Invalidität (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 25. Juni 2018, 
8C_74/2018, E. 5.1 mit Hinweisen).

2.4 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-

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lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ab-
lauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und 
c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreivier-
telsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem IV-Grad von 
mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-
Grad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente.

Für die Bestimmung des IV-Grades wird das Erwerbseinkommen, das die 
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen 
durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage 
erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie 
erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). 

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

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Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 
E. 3b bb S. 353; SVR 2016 IV Nr. 2 S. 5 E. 4.1).

2.6 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3. Zunächst macht der Beschwerdeführer eine Verletzung von Verfah-
rensrechten geltend, indem die bidisziplinäre Begutachtung ohne Hinweis 
auf den Anspruch auf einen zwingend durchzuführenden Einigungsversuch 
angeordnet worden sei; ansonsten hätte der Beschwerdeführer von der 
Möglichkeit eines Gegenvorschlages Gebrauch gemacht (Beschwerde S. 
3). 

Bei dieser Argumentation verkennt der Beschwerdeführer, dass eine Eini-
gung über den Gutachter nicht dahingehend zu verstehen ist, dass dem 
Versicherten Vorschläge für mögliche Gutachter unterbreitet werden – de-
nen er zustimmen kann oder nicht – oder gar, dass der Versicherte selber 
Vorschläge machen kann. Denn eine so weitgehende Priorisierung der 
einvernehmlichen Gutachtenseinholung käme einem Vetorecht der 
versicherten Person gleich; ist ein Einwand begründet, so bedeutet dies 
nicht, dass Gegenvorschlägen der versicherten Person ohne Weiteres zu 
folgen wäre (BGE 139 V 349 E. 5.2.1 S. 354, der dem in der Beschwerde 
erwähnten Bundesgerichtsurteil vom 3. Juli 2013, 9C_207/2012 entspricht).

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Mit Schreiben vom 8. Juni 2017 (act. II 31) hat die Beschwerdegegnerin 
dem Versicherten vor der Gutachtensvergabe (Oktober 2017; act. II 40) im 
Rahmen der Gewährung des rechtlichen Gehörs die vorgesehenen Gut-
achter mitgeteilt und ausdrücklich darauf hingewiesen, dass er gegen die 
Art der Begutachtung, die vorgesehenen Fachdisziplinen sowie die begut-
achtenden Personen bis am 21. Juni 2017 triftige Einwendungen schriftlich 
einreichen könne. Solche erhob der Versicherte in der Folge nicht. Damit 
ist die Gutachtensvergabe entgegen der Auffassung des Beschwerdefüh-
rers (vgl. Beschwerde S. 3 Mitte) verfahrensmässig korrekt erfolgt.

4.

4.1 Die angefochtene Verfügung vom 16. Juli 2018 (act. II 62) basiert in 
medizinischer Hinsicht auf dem rheumatologischen und dem psychiatri-
schen Gutachten der Dres. med. C.________ vom 31. Januar 2018 (act. II 
46.1) und D.________ vom 7. Februar 2018 (act. II 46.1) samt interdiszi-
plinärer Gesamtbeurteilung (act. II 47.2). In Letzterer wurden als Diagnosen 
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit in psychiatrischer Hinsicht eine 
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Anteilen 
(ICD-10: F45.41), eine Panikstörung (episodisch paroxysmale Angst ICD-
10: F41.0) sowie ein anhaltend depressives Zustandsbild mindestens mit-
telgradiger Ausprägung (ICD-10: F33.1) und in rheumatologischer Hinsicht 
ein lumbospondylogenes Syndrom links bei leichtgradigen degenerativen 
Veränderungen im Segment L4/5 sowie radiologisch eine Ostechondrose 
C5/6 festgehalten (act. II 47.2 S. 1 f.). Aufgrund der festgestellten degene-
rativen Veränderungen und der daraus folgenden verminderten Belastbar-
keit des Achsenskeletts sei die Arbeitsfähigkeit rheumatologisch nachvoll-
ziehbar eingeschränkt; in der angestammten (vorwiegend mittelschweren 
bis teilweise schweren) körperlichen Tätigkeit oder ähnlichen Erwerbstätig-
keiten resultiere eine somatische Restarbeitsfähigkeit von maximal 50%, 
seit Oktober 2016. Unter der Voraussetzung, dass der Explorand keine 
Fahrzeuge führt oder Maschinen bedient, sei die angestammte Tätigkeit 
auch aus psychiatrischer Sicht im Rahmen der abgeleiteten Teil-
Arbeitsunfähigkeit integrativ noch zu 50% möglich. In einer gemäss den 
rheumatologischen Vorgaben optimal angepassten Tätigkeit sei der Explo-

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rand für jegliche körperlich leichte oder mittelschwere Arbeit aus somati-
scher Sicht ohne zeitliche Einschränkung in einem vollen Pensum arbeits-
fähig. Unter Berücksichtigung der psychiatrischen Diagnosen resultiere 
integrativ aktuell bei nicht erreichtem Endzustand aufgrund unzureichender 
Behandlung der Depression auch für ein somatisch optimal angepasstes 
Tätigkeitsprofil eine maximal 50%ige Arbeitsfähigkeit. Unter optimierter 
antidepressiver Medikation, die aktuell wahrscheinlich nicht adäquat einge-
nommen werde, sei aus psychiatrischer Sicht im Rahmen des mehrheitlich 
zu erwartenden Verlaufs eine Besserung des depressiven Störungsteils mit 
Umsetzung einer mindestens 70%igen Arbeitsfähigkeit in 2-3 Behand-
lungsmonaten anzunehmen (act. II 47.2). Der psychiatrische Gutachter 
hielt in seinem Gutachten fest, dass eine Erhöhung der theoretischen Ar-
beitsfähigkeit aus Sicht seines Fachgebietes unter adäquat eingenomme-
ner antidepressiver Medikation innerhalb von 2-3 Monaten bis maximal 
70%-80% möglich sei; der medizinische Endzustand sei noch nicht erreicht 
(act. II 47.1 S. 15).

4.2 Die Gutachten samt interdisziplinärer Gesamtbeurteilung (vgl. E. 4.1 
hiervor) erfüllen die nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung an eine 
Expertise gestellten Anforderungen. Sie sind für die streitigen Belange um-
fassend, beruhen auf einlässlichen gutachterlichen Untersuchungen und 
wurden in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) sowie in Berücksichtigung 
der geklagten Beschwerden abgegeben. Sie leuchten in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge sowie in der Beurteilung der medizini-
schen Situation ein und die Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar be-
gründet (vgl. E. 2.5 hiervor). Die von den Gutachtern erhobenen Befunde 
und Diagnosen stimmen letztlich auch mit denjenigen der untersuchenden 
und behandelnden Ärzte im Wesentlichen überein (vgl. act. II 23 und 29). 
Überdies findet sich in den Akten kein Hinweis darauf, dass die Gutachten 
fehlerhaft sein könnten, und derartiges wird denn auch nicht geltend ge-
macht. Auf die Gutachten ist grundsätzlich abzustellen. 

4.3 Auszugehen ist somit davon, dass der Beschwerdeführer aus soma-
tischer Sicht in einer leidensangepassten Tätigkeit vollständig arbeitsfähig 
ist (act. II 46.1 S. 12). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2019, IV/18/620, Seite 11

In psychiatrischer Hinsicht diagnostizierte Dr. med. D.________ eine chro-
nische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Anteilen (ICD-
10: F45.41), eine Panikstörung (episodisch paroxysmale Angst ICD-10: 
F41.0) sowie ein anhaltend depressives Zustandsbild mindestens mittel-
gradiger Ausprägung (ICD-10: F33.1; act. II 47.1 S. 10). Er bescheinigte für 
ein optimal angepasstes Tätigkeitsprofil eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit 
(act. II 47.1 S. 13 Ziff. 8) mit Steigerungspotential nach erfolgter Medikation 
auf 70% resp. 80% (act. II 47.1 S. 15 oben). Zu prüfen bleibt, ob die medi-
zinisch-theoretisch attestierte Arbeitsunfähigkeit auch eine rentenrelevante 
Invalidität begründet respektive rechtlich massgeblich ist.

4.4 Die Prüfung der einzelnen Komplexe der Kategorie «funktioneller 
Schweregrad» (BGE 141 V 281 E. 4.3 S. 298 ff.) ergibt Folgendes:

4.4.1 Mit Bezug auf den Komplex Gesundheitsschädigung (BGE 141 V 
281 E. 4.3.1 S. 298 ff.) sind zunächst die diagnoserelevanten Befunde und 
Symptome vorliegend zwar mehr als leicht ausgeprägt (vgl. act. II 47.1 S. 8 
f. Ziff. 4), jedoch sind sie nicht genügend schwer, um allein damit einen 
Ausschluss der Überwindbarkeit begründen zu können. In diesem 
Zusammenhang ist auch darauf hinzuweisen, dass die Schilderung der 
Aktivitäten des alltäglichen Lebens gegenüber dem psychiatrischen 
Gutachter deutlich einschränkender ausgefallen ist (act. II 47.1 S. 7) als 
diejenige gegenüber dem somatischen Experten (act. II 46.1 S. 6 unten) 
und insoweit eine Inkonsistenz besteht. 

Hinsichtlich des Indikators „Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder     
-resistenz“ (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 299 f.) sind Behandlungsoptionen 
erstellt, nachdem der Beschwerdeführer nach gutachterlicher Feststellung 
die verschriebenen Medikamente nicht ordnungsgemäss einnimmt, bei 
gebotener Compliance aber eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit 
resultierte (act. II 47.1 S. 9, 12, 13 und 15). Entgegen den Ausführungen in 
der Beschwerde, S. 5 f., ist die Nichteinnahme der Medikamente durch die 
dokumentierte Labor-Ananlyse (vgl. act. II 47.4) erstellt; es besteht kein 
Anlass, am ermittelten Wert zu zweifeln und diesen mit einer zweiten 
Labortestung zu verifizieren. Dies umso weniger als nicht einmal 
vorgebracht wird, die Medikamente würden tatsächlich eingenommen. 
Zudem ergeben sich aus den Akten nicht die geringsten Anhaltspunkte 

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dafür, dass der Beschwerdeführer krankheitsbedingt nicht in der Lage sein 
sollte, die Medikamente einzunehmen, wie dies die Bemerkung auf S. 6 der 
Beschwerde andeutet.

Die bisherigen Kriterien der «psychiatrischen Komorbidität» und 
«körperlichen Begleiterkrankung» wurden zu einem einheitlichen Indikator 
zusammengefasst. Relevant ist die Gesamtbetrachtung der 
Wechselwirkungen und sonstigen Bezüge des psychosomatischen Leidens 
zu sämtlichen begleitenden krankheitswertigen Störungen (BGE 141 V 281 
E. 4.3.1.3 S. 301). In dieser Hinsicht bestehen einerseits somatische 
Komorbiditäten; diese erlauben jedoch eine vollständige Arbeitsfähigkeit in 
einer angepassten Tätigkeit (act. II 46.1 S. 12). Andererseits sind die 
diagnostizierten psychischen Gesundheitsschäden resp. die sich daraus 
ergebenden ärztlich attestierten Einschränkungen Gegenstand der 
Indikatorenprüfung und können deshalb, anders als in der Beschwerde S. 5 
ausgeführt, nicht gleichzeitig als Komorbidität berücksichtigt werden. Damit 
liegt weder in somatischer noch in psychischer Hinsicht eine wesentliche 
ressourcenraubende Komorbidität vor. 

4.4.2 Dafür, dass der Komplex Persönlichkeit (BGE 141 V 281 E. 4.3.2 
S. 302) einer Erwerbstätigkeit entgegensteht, bestehen keine 
Anhaltspunkte. Es wurden im psychiatrischen Teilgutachten 
persönlichkeitsstrukturell zwar gewisse ängstlich-gehemmte Züge mit 
vermehrter Sorge hinsichtlich der eigenen Gesundheit und damit 
verbundener vermehrter dysfunktionaler Selbstbeobachtungs- und 
Vermeidungstendenz im Sinne einer Akzentuierung beschrieben; das 
Ausmass einer Persönlichkeitsstörung erreichten diese nach 
gutachterlicher Feststellung indessen nicht (act. II 47.1 S. 9 Mitte).

4.4.3 Der Komplex Sozialer Kontext (BGE 141 V 281 E. 4.3.3 S. 303) 
spricht gegen die rechtliche Anerkennung der geltend gemachten 
Einschränkungen, hält das soziale Umfeld doch weiterhin Ressourcen 
bereit. So ist der Beschwerdeführer in seine Familie eingebettet und wird 
von dieser getragen (act. II 47.1 S. 5), was – anders als in der Beschwerde, 
S. 7 Mitte, dargestellt – offensichtlich eine positive Ressource ist.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2019, IV/18/620, Seite 13

4.5 Beweisrechtlich entscheidend ist die Kategorie «Konsistenz». 
Darunter fallen verhaltensbezogene Kategorien (BGE 141 V 281 E. 4.4 
S. 303).

4.5.1 Mit Blick auf den Indikator einer gleichmässigen Einschränkung 
des Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen (BGE 141 
V 281 E. 4.4.1 S. 303) ist festzuhalten, dass die Beschreibung des 
Tagesablaufs – wie bereits unter E. 4.5.1 hiervor erwähnt – gegenüber dem 
psychiatrischen Gutachter wesentlich dramatischer ausgefallen ist als 
gegenüber dem somatischen Gutachter und insoweit eine Inkonsistenz 
besteht. Beiden gegenüber hat der Beschwerdeführer immerhin 
angegeben, dass er lese, fernsehe und am Vormittag sowie am Nachmittag 
spazieren gehe, ein wenig im Haushalt helfe und auch kleinere Einkäufe 
erledige. Damit ist der Beschwerdeführer zumindest in der Lage, im Rah-
men der Aktivitäten des täglichen Lebens (ADL) gewisse Ressourcen zu 
mobilisieren, während er sich gleichzeitig in jeglicher Erwerbstätigkeit für 
vollständig arbeitsunfähig hält. Hinzuweisen ist in diesem Zusammenhang 
auch auf die vom psychiatrischen Gutachter beschriebene Andeutung einer 
dysfunktionalen Verstärkungstendenz mit selbstlimitierenden Verhaltens-
mustern, ohne dass dem indessen Krankheitswert beigemessen worden 
wäre (act. II 47.1 S. 9 Mitte). 

4.5.2 Schliesslich fällt im Rahmen der Konsistenzprüfung entscheidend 
auf, dass die sich bietenden therapeutischen Optionen (vgl. BGE 141 V 
281 E. 4.4.2 S. 304) nicht ausgeschöpft werden, indem der Beschwerde-
führer die Medikamente, die zu einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit 
führen würden, nicht einnimmt (vgl. E. 4.4.1 zweiter Absatz hiervor). Dies 
lässt auf einen sehr geringen Leidensdruck schliessen. Soweit der Be-
schwerdeführer dies unter Hinweis auf den Entscheid des Bundesgerichts 
(BGer) vom 9. Mai 2018, 9C_899/2017, in Abrede stellt (vgl. Beschwerde 
S. 6), ist dem entgegenzuhalten, dass der hier zu beurteilende Fall nicht mit 
demjenigen verglichen werden kann, der dem angerufenen Bundesge-
richtsentscheid zu Grunde lag. Anders als vorliegend war dort von weiteren 
ressourcenhemmenden Indikatoren auszugehen (z.B. Alkoholabhängig-
keitssyndrom, kein soziales Netzwerk, wegen allgemeiner Misstrauenshal-
tung erschwerte Kommunikation) und insbesondere hinsichtlich der – je-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2019, IV/18/620, Seite 14

weils im Einzelfall zu prüfenden – Ausschöpfung von Behandlungsoptionen 
und des daran gemessenen Leidensdrucks gutachterlich festgestellt wor-
den, dass von einer Intensivierung der Behandlung nicht mit einer Verbes-
serung der Arbeitsfähigkeit zu rechnen gewesen wäre. Deshalb vermochte 
dieser Indikator im Rahmen einer umfassenden Betrachtung die übrigen 
Indikatoren „in concreto“ – was in der Beschwerde offenbar verkannt wird – 
nicht derart in den Hintergrund zu drängen, dass Anlass dafür bestand, von 
der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im Gutachten abzuweichen.

4.6 Demnach weisen die Indikatoren – im Lichte von BGE 141 V 281 – 
auf eine Überwindbarkeit der psychisch begründeten Einschränkungen hin, 
weshalb die vom psychiatrischen Gutachter (act. II 47. 1 S. 13 f.) bzw. 
gemäss der interdisziplinären Gesamtbeurteilung (act. II 47.2) attestierte 
Arbeitsunfähigkeit rechtlich nicht ausgewiesen und folglich nicht zu 
berücksichtigen ist.

4.7 Zusammenfassend ist demnach festzuhalten, dass die Arbeitsfähig-
keit aus somatischer Sicht in einer angepassten Tätigkeit nicht einge-
schränkt und in psychiatrischer Hinsicht von einer Überwindbarkeit der Be-
einträchtigungen auszugehen ist, sodass auch diesbezüglich keine Ein-
schränkung der Arbeitsfähigkeit besteht.

Auf dieser Grundlage ist nachfolgend der Invaliditätsgrad zu ermitteln.

5.

5.1 Die Vergleichseinkommen sind wie folgt festzulegen:

5.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1). Lässt sich aufgrund der 
tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung rea-

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2019, IV/18/620, Seite 15

lisierbare Einkommen nicht hinreichend genau beziffern, ist auf Erfahrungs- 
und Durchschnittswerte gemäss den vom Bundesamt für Statistik (BFS) 
herausgegebenen Tabellenlöhnen der Schweizerischen 
Lohnstrukturerhebung (LSE) abzustellen (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30; 
Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG, heute BGer] 
vom 30. Oktober 2002, I 517/02, E. 1.2).

5.1.2 Bezog eine versicherte Person aus invaliditätsfremden Gründen 
(z.B. geringe Schulbildung, fehlende berufliche Ausbildung, mangelnde 
Deutschkenntnisse) ein deutlich unterdurchschnittliches Einkommen, ist 
diesem Umstand bei der Invaliditätsbemessung nach Art. 16 ATSG Rech-
nung zu tragen, sofern keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie sich 
aus freien Stücken mit einem bescheideneren Einkommensniveau begnü-
gen wollte. Nur dadurch ist der Grundsatz gewahrt, dass die auf invali-
ditätsfremde Gesichtspunkte zurückzuführenden Lohneinbussen entweder 
überhaupt nicht oder aber bei beiden Vergleichseinkommen gleichmässig 
zu berücksichtigen sind. Diese Parallelisierung der Einkommen kann pra-
xisgemäss entweder auf Seiten des Valideneinkommens durch eine ent-
sprechende Heraufsetzung des effektiv erzielten Einkommens oder durch 
Abstellen auf die statistischen Werte oder aber auf Seiten des Invalidenein-
kommens durch eine entsprechende Herabsetzung des statistischen Wer-
tes erfolgen (BGE 141 V 1 E. 5.4 S. 3, 135 V 58 E. 3.1 S. 59; Entscheid 
des BGer vom 17. Mai 2016, 8C_141/2016, 8C_142/2016, E. 5.2.2). 
Weicht der tatsächlich erzielte Verdienst mindestens 5% vom branchenübli-
chen LSE-Tabellenlohn ab, ist er im Sinne der Rechtsprechung deutlich un-
terdurchschnittlich und kann – bei Erfüllung der übrigen Voraussetzungen – 
eine Parallelisierung der Vergleichseinkommen rechtfertigen. Es ist aller-
dings nur in dem Umfang zu parallelisieren, in welchem die prozentuale Ab-
weichung den Erheblichkeitsgrenzwert von 5% übersteigt (BGE 135 V 297 
E. 6.1.2 S. 303 und E. 6.1.3 S. 304).

5.1.3 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2016 UV Nr. 13 
S. 40 E. 2.2). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2019, IV/18/620, Seite 16

tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöh-
ne gemäss der vom BFS herausgegebenen LSE herangezogen werden 
(BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2014 IV Nr. 37 S. 133 E. 7.1). 

5.2

5.2.1 Unter Berücksichtigung der Anmeldung für berufliche Integrati-
on/Rente vom November 2016 (act. II 1) und von Art. 29 Abs. 1 IVG könnte 
eine Rente frühestens im Mai 2017 zu laufen beginnen. Da in diesem Zeit-
punkt das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG noch nicht abgelaufen 
war, sondern angesichts der ab August 2016 bescheinigten Arbeitsunfähig-
keit (vgl. Einträge im Krankenschein; act. II 4 S. 1) erst im August 2017, ist 
auf diesen Zeitpunkt ein Einkommensvergleich durchzuführen. 

5.2.2 Der Versicherte musste seine angestammte Stelle bei der 
E.________ aus gesundheitlichen Gründen aufgeben; ohne den eingetre-
tenen Gesundheitsschaden wäre er heute noch dort tätig. Damit ist das 
Valideneinkommen aufgrund der zuletzt bei seinem langjährigen Arbeitge-
ber erzielten Einkommen zu bestimmen, welches im Jahre 2016 
Fr. 4‘577.— pro Monat bzw. (da offensichtlich kein Anspruch auf einen 13. 
Monatslohn bestand) Fr. 54‘924.— pro Jahr betrug (act. II 12 S. 3 f. Ziff. 
2.10 und 2.11). Indexiert auf den Zeitpunkt des frühest möglichen Renten-
beginns (vgl. E. 5.2.1 hiervor) ergibt dies ein jährliches Valideneinkommen 
von Fr. 55‘187.— (BFS, Lohnentwicklung, Tabelle T1.1.10, Nominallohnin-
dex, 2011-2017, Zeile C: von 104.4 auf 104.9 Punkte).

5.2.3 Da der Beschwerdeführer seine Restarbeitsfähigkeit nicht verwer-
tet, ist das Invalideneinkommen anhand der Tabellenlöhne gemäss der 
vom BFS herausgegebenen LSE festzulegen. Auszugehen ist dabei von 
der LSE 2014, Tabelle TA1, Niveau 1, Männer, Total, entsprechend einem 
Betrag von Fr. 5‘312.—. Umgerechnet auf die betriebsübliche Wochenar-
beitszeit (BFS, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, 
Total: 41.7 Stunden) sowie indexiert auf das Jahr 2016 (BFS Lohnentwick-
lung, Tabelle T1.1.10, Nominallohnindex, 2011-2017, Total: von 103.2 auf 
104.6 Punkte) führt dies zu einem Einkommen in Höhe von Fr. 67‘354.70. 

Der für die Tätigkeit in der angestammten Branche übliche LSE-
Tabellenlohn beträgt im massgeblichen Zeitpunkt ausgehend von LSE 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2019, IV/18/620, Seite 17

2014, Tabelle TA1, Niveau 1, Männer, Zeile 16-18 (Fr. 5‘174.—), umge-
rechnet auf die betriebsübliche Wochenarbeitszeit (BFS, Betriebsübliche 
Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Zeile 16-18: 41.7 Stunden) und 
indexiert auf das Jahr 2016 (BFS Lohnentwicklung, Tabelle T1.1.10, Nomi-
nallohnindex, 2011-2017, Zeile C: von 103.3 auf 104.9 Punkte), 
Fr. 65‘729.40. Das effektiv erzielte Einkommen (vgl. E. 5.2.2 hiervor) liegt 
damit 16% tiefer als das anhand der LSE errechnete, sodass das das Inva-
lideneinkommen um den entsprechenden Prozentsatz, soweit 5% überstei-
gend, zu reduzieren ist (vgl. E. 5.1.2 hiervor). Angesichts des sich auch mit 
entsprechender Parallelisierung ergebenden rentenausschliessenden Inva-
liditätsgrades (vgl. nachfolgend) kann offen bleiben, ob hier tatsächlich eine 
Parallelisierung vorzunehmen ist oder ob sich der Beschwerdeführer nicht 
aus freien Stücken mit einem bescheidenen Einkommen begnügt hat, 
nachdem er seit 1989 für den gleichen Arbeitgeber tätig gewesen ist (vgl. 
act. II 12 S. 2), was einen entsprechenden Abzug ausschlösse (E. 5.1.2 
hiervor).

Das oben ermittelte Invalideneinkommen ist demnach mit 11% zu paralleli-
sieren; zudem ist ein – nicht zu beanstandender (act. II 62 S. 2) – behinde-
rungsbedingter Abzug vom Tabellenlohn von 5% zu berücksichtigen. Die 
IVB hat nicht etwa einen Abzug von 10% vorgenommen; sie hat einen sol-
chen zwar in der Verfügung erwähnt (vgl. act. II 62 S. 2 [5%] resp. S. 3 
[10%]), in dieser Höhe aber nicht angerechnet. Damit ergibt sich ein Invali-
deneinkommen in Höhe von Fr. 56‘948.40 (Fr. 67‘354.70 x 0.89 = 
59‘945.70 x 0.95). Würde – wie beantragt – ein leidenbedingter Abzug vom 
Tabellenlohn in Höhe von 10% berücksichtigt, ergäbe sich ein Invalidenein-
kommen in Höhe von Fr. 53‘951.15.

5.3 Die Gegenüberstellung der oben ermittelten Vergleichseinkommen 
(vgl. E. 5.2 hiervor) ergibt – auch wenn zu Gunsten des Beschwerdeführers 
von einem unterdurchschnittlichen Valideneinkommen ausgegangen wird 
und zudem ein Abzug von 10% vom Tabellenlohn berücksichtigt würde – 
jedenfalls einen rentenausschliessenden Invaliditätsgrad. Folglich ist nicht 
zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin einen Anspruch auf 
Leistungen der Invalidenversicherung mit Verfügung vom 16. Juli 2018 (act. 
II 62) verneinte; die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2019, IV/18/620, Seite 18

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.— bis Fr. 1’000.— festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.—, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer zur Bezah-
lung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ent-
nommen. 

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer kei-
nen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 
Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.— werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2019, IV/18/620, Seite 19

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.