# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4ca15888-5f33-5b41-a362-1cb75773d47a
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-10-11
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 11.10.2021 BK 2021 300
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2021-300_2021-10-11.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Beschwerdekammer in 
Strafsachen

Cour suprême
du canton de Berne

Chambre de recours pénale

Beschluss
BK 21 300 + 301

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 09
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 11. Oktober 2021

Besetzung Oberrichter J. Bähler (Präsident), Oberrichterin Bratschi,
Oberrichter Schmid
Gerichtsschreiber Rudin

Verfahrensbeteiligte A.________

Beschuldigte

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

B.________
v.d. Rechtsanwalt C.________

Strafklägerin 1/Beschwerdeführerin 1

D.________
v.d. Rechtsanwalt C.________

Strafkläger 2/Beschwerdeführer 2

Gegenstand Beweisantrag / psychiatrische Begutachtung (Aktengutachten)

Strafverfahren wegen eines aussergewöhnlichen Todesfalls

Beschwerde gegen die Verfügungen der Kantonalen Staatsan-
waltschaft für Besondere Aufgaben vom 10. Juni 2021
(BA 19 554)

2

Erwägungen:

1. Die Kantonale Staatsanwaltschaft für Besondere Aufgaben (nachfolgend: Staats-
anwaltschaft) führt ein Strafverfahren gegen A.________ wegen eines ausserge-
wöhnlichen Todesfalls. Mit Verfügung vom 10. Juni 2021 wies die Staatsanwalt-
schaft in Ziffer 1 einen Beweisantrag der Privatklägerschaft, vertreten durch 
Rechtsanwalt C.________, ab. Gleichzeitig ernannte sie mit Gutachtensauftrag 
vom 10. Juni 2021 Dr. med. E.________ als sachverständige Person und unter-
breitete diesem einen Fragenkatalog. Beide Dokumente (Verfügung und Gutach-
tensauftrag) stellte sie der Privatklägerschaft mit Schreiben vom 10. Juni 2021 zu, 
in welchem sie die Nichtbeachtung der von der Privatklägerschaft gewünschten 
Fragen begründete. Die Privatklägerschaft (nachfolgend: Beschwerdeführer) erhob 
sowohl gegen die Verfügung als auch den Gutachtensaufrag Beschwerde bei der 
Beschwerdekammer in Strafsachen des Obergerichts des Kantons Bern (nachfol-
gend: Beschwerdekammer) mit den Anträgen, Ziffer 1 der Verfügung sei aufzuhe-
ben und die Akten der Vorverfahren beizuziehen; jedenfalls seien die Akten über 
die Überprüfung der Hafterstehungsfähigkeit den Akten zuzuordnen. Die Verfah-
rensleitung sei weiter anzuhalten, den Gutachtensauftrag neu zu formulieren und 
den bisherigen zurückzuziehen; jedenfalls solle sie die Frage 3a) des Gutach-
tensauftrags streichen. Dies alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Las-
ten des Staates.

Die Verfahrensleitung eröffnete am 29. Juni 2021 ein Beschwerdeverfahren. Mit 
Stellungnahme vom 9. Juli 2021 beantragte die Generalstaatsanwaltschaft, auf die 
Beschwerde sei unter Kostenfolgen nicht einzutreten. Die Beschwerdeführer repli-
zierten am 26. Juli 2021. 

2.

2.1 Gegen Verfügungen und Verfahrenshandlungen der Staatsanwaltschaft kann bei 
der Beschwerdekammer in Strafsachen innert 10 Tagen schriftlich und begründet 
Beschwerde geführt werden (Art. 393 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 396 Abs. 1 StPO, 
Art. 35 des Gesetzes über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft [GSOG; BSG 161.1] i.V.m. Art. 29 Abs. 2 des Organisationsregle-
ments des Obergerichts [OrR OG; BSG 162.11]). Zur Beschwerdeführung legiti-
miert ist jede Partei, die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder 
Änderung eines Entscheids hat (Art. 382 Abs. 1 StPO). 

2.2 Wie sich bereits aus der Gesetzessystematik ergibt, stellt das Gutachten eines 
Sachverständigen ein Beweismittel dar. Durch das Stellen von Ergänzungsfragen 
sowie durch Anträge auf Umformulierung bestimmter Fragen wird unmittelbar auf 
den Umfang und Inhalt des Beweismittels Einfluss genommen. Demgemäss ist die 
Abweisung solcher Begehren nach der Rechtsprechung der Beschwerdekammer 
mit einer Ablehnung von Beweisanträgen gleichzusetzen (Beschluss der Be-
schwerdekammer BK 13 374 vom 14. März 2014 E. 2.3 mit Hinweisen auf die Leh-
re). Weiter hat die Beschwerdekammer bereits entschieden, dass die Parteien kein 
Recht auf die Bestellung eines bestimmten Sachverständigen haben, mithin kein 
Recht besteht, Beschwerde zu führen, wenn der Antrag auf Einsetzung einer be-

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stimmten sachverständigen Person abgewiesen wird (Beschluss der Beschwerde-
kammer BK 12 260 vom 3. Oktober 2012 E. 3 mit Hinweisen auf die Lehre). Das 
Bundesgericht hat darüber hinaus in diesem Sinne mittlerweile festgehalten, dass 
die Erstellung eines Gutachtens, welche nicht mit Zwangsmassnahmen verbunden 
ist, eine (blosse) Beweiserhebung darstellt, welche für sich genommen die betrof-
fenen Parteien nicht beschwert. Es steht den Parteien frei, allfällige Einwände ge-
gen die Durchführung des Gutachtens und die betreffende Sachverhaltsermittlung 
auch noch im kontradiktorischen Verfahren nach Art. 188-189 StPO und nötigen-
falls nochmals vor dem erkennenden Sachrichter vorzubringen (Urteil des Bundes-
gerichts 1B_409/2018 vom 18. Februar 2019 E. 5.5; in diesem Sinne auch Urteile 
des Bundesgerichts 1B_665/2020 vom 5. Januar 2021 E. 2.1 und 1B_265/2020 
vom 31. August 2020 E. 3.1). Anders ist die Situation, wenn die Erstellung des 
Gutachtens mit einer Zwangsmassnahme verknüpft ist bzw. die Grundrechte der 
Betroffenen tangiert (vgl. Art. 196 StPO); etwa das Recht auf persönliche Freiheit 
und Privatsphäre, sofern sich eine Partei persönlich einer medizinischen Explorati-
on unterziehen muss (Urteile des Bundesgerichts 1B_546/2020 vom 10. Dezember 
2020 E. 1.1; 1B_213/2020 vom 4. August 2020 E. 1.1; 1B_493/2018 vom 24. April 
2019 E. 1; je mit Hinweisen). Vorbehalten sind mitunter Ausstandsgesuche gemäss 
Art. 56 ff. StPO.

3.

3.1 Die Beschwerde gegen die Ablehnung von Beweisanträgen durch die Staatsan-
waltschaft gemäss Art. 394 Bst. b StPO ist ausgeschlossen, wenn der Antrag ohne 
Rechtsnachteil vor dem erstinstanzlichen Gericht wiederholt werden kann. Diese 
Bestimmung soll Verfahrensverzögerungen im Vorverfahren verhindern und dient 
damit dem Beschleunigungsgebot. Der Nachweis des drohenden Rechtsnachteils 
obliegt dem Beschwerdeführer. Er hat zu begründen, weshalb der beantragte Be-
weis von entscheidender Bedeutung für das Verfahren ist, und nachzuweisen, dass 
ein Zuwarten mit der Beweisabnahme aller Voraussicht nach zu einem Beweisver-
lust führen würde (GUIDON, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozess-
ordnung, 2. Aufl. 2014, N. 5 f. zu Art. 394 StPO; KELLER, in: Kommentar zur 
Schweizerischen Strafprozessordnung StPO, 3. Aufl. 2020, N. 3 zu Art.  394 StPO). 
Gemeint ist ein nicht wieder gutzumachender Nachteil rechtlicher Natur (Urteile des 
Bundesgerichts 1B_265/2020 vom 31. August 2020 E. 3.1; 1B_478/2016 vom 
18. August 2017 E. 1.2.3). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung muss ein 
konkretes Risiko des Beweisverlustes bestehen; eine bloss theoretische Möglich-
keit reicht nicht aus (Urteile des Bundesgerichts 1B_193/2019 vom 23. September 
2019 E. 2.1, 1B_129/2019 vom 6. August 2019 E. 3.1, 1B_189/2012 vom 17. Au-
gust 2012 E. 2.1). Wirtschaftliche Einbusse, die Aufblähung der Verfahrenskosten 
und die Verlängerung des Verfahrens stellen nach der Rechtsprechung des Bun-
desgerichts keinen solchen Nachteil dar, vorbehältlich einer Verletzung des Be-
schleunigungsgebots (BGE 143 IV 175 E. 2.3 S. 178; 142 III 798 E. 2.2; Urteil des 
Bundesgerichts 1B_213/2020 vom 4. August 2020 E. 1.1; mit weiteren Hinweisen).

3.2 Die Beschwerdeführer machen geltend, aus Art. 7 StPO folge die Offizialmaxime, 
die eine vollumfängliche Abklärung des Sachverhalts erfordere, was mit Art. 2 
EMRK übereinstimme. Es stelle sich die Frage, inwieweit ein schwer kranker Mann, 

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wie der Verstorbene, ins Regionalgefängnis habe versetzt werden können und ob 
dies die Krankheit befördert habe. Sie machten daher die Verletzung von Art. 2 
Abs. 1 EMRK respektive Art. 7 StPO geltend. Gleichzeitig habe bei der Begutach-
tung eine Trennung von Rechts- und Sachfragen zu erfolgen; Fragen seien ergeb-
nisoffen zu stellen. So wollten es die Grundsätze des fairen Verfahrens. Vorliegend 
habe die Staatsanwaltschaft die Absprachefähigkeit überbetont, lege Wert darauf, 
wer alles an der Besprechung dabei gewesen sei, ohne aber auch die Aussagen 
der Pflegefachpersonen zu erwähnen, welche von einem Fehler ausgegangen sei-
en. Sie beschreibe auch nicht die verschiedenen Trainingsanzüge. Derjenige aus 
dem Isolationszimmer sei enganliegend und habe keine Kordel. Der Verstorbene 
habe sich mit diesem Strangwerkzeug erhängt, was aus dem rechtsmedizinischen 
Gutachten hervorgehe – und unerwähnt bleibe. Sodann habe die Staatsanwalt-
schaft Rechts- und Sachfragen vermengt, was wiederum Art. 182 StPO zuwiderlau-
fe. Damit verstosse die Formulierung des Gutachterauftrags gegen die Grundsätze 
des fairen Verfahrens. All dies könne mit einer Beschwerde gegen die Verfügung 
der Verfahrensleitung nach Ar. 393 ff. StPO vorgebracht werden, auch nach Mass-
gabe von Art. 394 StPO, wobei dies nach Massgabe der Rechtsverweigerungsbe-
schwerde zu würdigen sei. 

Darüber hinaus machen die Beschwerdeführer im materiellen Teil der Beschwerde 
eine Verletzung des rechtlichen Gehörs geltend. Die Staatsanwaltschaft habe ihre 
Anfrage für den Gutachtensauftrag verbunden mit einer Aufforderung zur Stellung-
nahme versandt. Mit Eingabe vom 6. April 2021 hätten die Beschwerdeführer eine 
Stellungnahme eingegeben, in welcher verschiedene (Katalog-)Fragen gestellt 
worden seien, welche nicht einmal ansatzweise berücksichtigt, geschweige denn 
abgehandelt worden seien. Entsprechend sei davon auszugehen, dass die Staats-
anwaltschaft die Eingaben nicht gelesen habe, was eine Verletzung des rechtlichen 
Gehörs darstelle. 

3.3 Die Generalstaatsanwaltschaft macht demgegenüber geltend, die Beschwerdefüh-
rer legten nicht dar und es sei auch nicht ersichtlich, weshalb ihnen ein Rechts-
nachteil erwachsen sollte, wenn sie ihren Antrag auf Aktenbeizug erst vor dem 
Sachgericht stellen könnten. Diesbezügliche Ausführungen gingen auch in sinn-
gemässer Form nicht aus der Beschwerde hervor. Weiter bestehe seitens der Be-
schwerdeführer auch kein durchsetzbares Recht auf die Stellung bestimmter Fra-
gen an den Sachverständigen.

3.4 Die Beschwerdeführer rügen daraufhin in ihrer Replik die Verletzung des An-
spruchs auf rechtliches Gehör resp. auf ein faires Verfahren gemäss Art. 6 EMRK 
und Art. 29 BV. Dieser beinhalte auch, mit Fragen an den Gutachter zu gelangen 
oder zumindest eine Begründung, weshalb die Fragen abgewiesen worden seien. 
Vorliegend habe sich die Staatsanwaltschaft mit keinem Wort mit dem mehrseitigen 
Fragekatalog auseinandergesetzt, nirgends aufgezeigt, weshalb die Fragen nicht 
dem Sachverständigen unterbreitet werden sollten. Allein dies verletze den An-
spruch auf rechtliches Gehör. Der Anspruch auf rechtliches Gehör sei selbstständi-
ger Natur, führe also von sich aus zur Aufhebung der Verfügung und Rückweisung 
an die Vorinstanz. 

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Weiter bejahe die Praxis den Rechtsnachteil zunächst auch im Falle einer Verlet-
zung der Fairnessvorschriften, wenn also die Staatsanwaltschaft in Verkennung ih-
rer Pflicht zur Objektivität systematisch nur diejenigen Beweise abnehme, welche 
ihren ergebnisorientierten Zwecken diene. Damit sei der Grundsatz der Waffen-
gleichheit, also Art. 6 EMRK verletzt. In einem solchen Falle stehe die Rechtsver-
weigerungsbeschwerde zur Verfügung, es bedürfe also keines weiteren Rechts-
nachteils (mit Hinweis auf KELLER, in: Kommentar zur Schweizerischen Strafpro-
zessordnung, 3. Aufl. 2020, N. 5 zu Art. 394 StPO).

Sodann bejahe das Bundesgericht einen wesentlichen Nachteil, wenn ein konkre-
tes Risiko vorliege, welches zu einem Beweisverlust oder zu einer Verfälschung 
des Beweisergebnisses führe. Selbst wenn die Wiederholung der Verfahrenshand-
lung während der Hauptverhandlung noch möglich sei, jedoch nur mit unverhält-
nismässigem Aufwand und unter klar erschwerten Bedingungen, gehe die bundes-
gerichtliche Rechtsprechung von einem wesentlichen Rechtsnachteil aus (mit Hin-
weis auf KELLER, in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 3. Aufl. 
2020, N 4 zu Art. 394). Wenn einseitig nur die Fragen der Staatsanwaltschaft zuge-
lassen würden, sei das Verfahren nicht mehr ergebnisoffen und entspreche daher 
nicht mehr den Regeln des fairen Verfahrens. Vor dem Hintergrund, dass die Fra-
gen vorliegend wesentliche Aspekte aussparten, etwa die Hafterstehungsfähigkeit 
im Moment der Einweisung, laufe die Verweigerung beinahe sämtlicher Fragen der 
Beschwerdeführenden auf eine eigentliche Rechtsverweigerung hinaus, zumal alle 
Parteien des Strafverfahrens ein Fragerecht hätten. Die beschriebenen Umstände 
führten ferner zwangsläufig zu einer Wiederholung des Gutachtens und daher zu 
einem aufwendigen zusätzlichen Verfahren. Um ein einseitiges Gutachten zu wie-
derlegen, müsse ein weiterer Arztbericht erstellt, eingereicht und ein Obergutach-
ten beantragt werden; und sei dies nur, um die ausgesparten Themen einer Beur-
teilung zuzuführen. Damit werde die Hauptverhandlung entscheidend verzögert 
und gestalte sich zudem ausserordentlich aufwendig, weshalb von einem Rechts-
nachteil im Sinne von Art. 394 StPO auszugehen sei. Schliesslich bleibe darauf zu 
verweisen, dass sich die Gerichte häufig an die Gutachten als Hauptbeweismittel 
gebunden fühlten, weshalb ein Gutachten, welches nicht alle relevanten Fragen 
beantworte, zu einem unvollständigen und falschen Urteil führen könne und damit 
gegebenenfalls zu einem erheblichen Rechtsverlust. 

4.

4.1 Es kann vorab festgehalten werden, dass die Beschwerdeführer keinen drohenden 
Beweisverlust geltend machen, weshalb vor dem Hintergrund der zitierten bundes-
gerichtlichen Rechtsprechung materiell auf die Beschwerde nicht einzutreten ist. 
Gemäss Rechtsprechung stellt die von den Beschwerdeführern befürchtete Ver-
teuerung oder Verlängerung des Verfahrens keinen nicht wieder gutzumachenden 
Rechtsnachteil dar. Auch im angeblich gesteigerten Risiko eines Fehlurteils ist kein 
solcher Nachteil zu erblicken, zumal die Beschwerdeführer nicht einleuchtend dar-
legen, inwiefern der Gutachtensauftrag auf ein solches hinwirken soll oder dass 
das zu erstellende Gutachten deswegen voraussichtlich mangelhaft sein wird. 

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4.2 Die Beschwerdeführer rügen weiter eine Rechtsverweigerung bzw. eine Verletzung 
des rechtlichen Gehörs. Unbekümmert um die fehlende Legitimation in der Sache 
selbst kann eine Partei die Verletzung jener Parteirechte geltend machen, die ihr 
nach dem Verfahrensrecht, der Bundesverfassung oder der EMRK zustehen und 
deren Missachtung eine formelle Rechtsverweigerung bedeutet. Zulässig sind nur 
Rügen formeller Natur, die von der Prüfung der Sache getrennt werden können. 
Nicht zu hören sind Rügen, die im Ergebnis auf eine materielle Überprüfung des 
angefochtenen Entscheids abzielen (BGE 146 IV 76 E. 2 S. 79; 141 IV 1 E. 1.1 
S. 5; je mit Hinweisen).  

Die Beschwerdeführer machen betreffend die Verletzung des rechtlichen Gehörs 
wie gesehen geltend, vorliegend habe die Staatsanwaltschaft sich mit keinem Wort 
mit dem mehrseitigen Fragenkatalog der Beschwerdeführer auseinandergesetzt 
und nirgends aufgezeigt, weshalb ihre Fragen nicht dem Sachverständigen unter-
breitet werden sollten. Sie übersehen dabei augenscheinlich, dass sich die Staats-
anwaltschaft in ihrem Schreiben an Rechtsanwalt C.________ vom 10. Juni 2021 
(zugstellt am 14. Juni 2021) einlässlich mit dessen beantragten Fragen auseinan-
dergesetzt und begründet hat, weshalb sie diese nicht zulässt (vgl. Strafakten 
pag. 239.039 ff.). Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs ist diesbezüglich klar zu 
verneinen. Auch ansonsten ist keine Verletzung des rechtlichen Gehörs bzw. eine 
Rechtsverweigerung zu erkennen.

5.

5.1 Die Beschwerdeführer stützen sich weiter auf Garantien der Europäischen Mensch-
renrechtskonvention und machen geltend, dadurch, dass die Staatsanwaltschaft 
den Sachverhalt nicht hinlänglich abkläre, verletzte sie Art. 2 und Art. 6 EMRK. 

Die Beschwerdekammer hat bereits in ihrem Leitentscheid BK 20 13 + 14 vom 
25. Februar 2020 im Zusammenhang mit dem vorliegenden Verfahren dargelegt, 
dass Angehörige von Opfern zwar in den Schutzbereich von Art. 2 Ziff. 1 EMRK fal-
len und ihnen bei Todesfällen im Medizinalbereich ein Anspruch auf Klärung der 
Todesursache und allfälliger Verantwortlichkeiten zusteht und sie einen Anspruch 
auf Geltendmachung von Entschädigungsansprüchen in einem justizförmigen Ver-
fahren haben. Überdies kann aus dem Recht auf Leben ein Recht der Angehörigen 
auf Information über die Ermittlungsergebnisse abgeleitet werden. Hingegen gibt 
Art. 2 Ziff. 1 EMRK den Angehörigen keinen Anspruch darauf, sich aktiv als Partei 
am Untersuchungsverfahren zu beteiligen (E. 10.1 ff.). Das Recht der Beschwerde-
führer auf Teilnahme am Strafverfahren als Privatkläger im Strafpunkt ergibt sich 
indessen vorliegend (lediglich) aus Art. 121 Abs. 1 StPO (E. 12; vgl. zum Ganzen 
auch BGE 146 IV 76 E. 2.3 [Legitimation der Angehörigen des Opfers eines 
Tötungsdelikts nach Art. 121 Abs. 1 StPO] und E. 4.2 [Anspruchsgehalt von 2 
EMRK]). Die Beschwerdeführer setzen sich mit diesen Erwägungen vorliegend 
nicht auseinander. Die Berufung auf Art. 2 EMRK ist nach dem Gesagten unbehel-
flich, da dieser den Beschwerdeführern keinen Anspruch auf aktive Beteiligung am 
Verfahren, also auch nicht auf die Anfechtung des Gutachtensauftrags oder den 
Beizug von Akten, gewährt.

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5.2 Weiter sind die Beschwerdeführer darauf hinzuweisen, dass sie sich als Strafkläger 
nicht auf Art. 6 EMRK berufen können, da sie nicht beschuldigt und ihre «civil 
rights» (worunter auch öffentlich-rechtliche Ansprüche gegenüber dem Staat fallen 
können) vom vorliegenden Strafverfahren nicht unmittelbar betroffen sind, zumal 
derlei Ansprüche in einem Staatshaftungsverfahren geltend zu machen sind (BGE 
135 I 113 E. 2.2; 134 IV 297 E. 4.3.5 S. 305; Urteile des Bundesgerichts 
6B_1131/2015 vom 25. Mai 2016 E. 2.3; 6B_479/2013 vom 30. Januar 2014 E. 3.1, 
vgl. zum Ganzen auch WEILENMANN, Drittgeschädigte Personen im Strafverfahren, 
unter besonderer Berücksichtigung des Privatklage-, Aushändigungs- und Zuwen-
dungsanspruchs, 2020, S. 55, Rz. 104 ff.; ECHLE, Die Adhäsionsklage nach der 
Schweizerischen Strafprozessordnung und der Anspruch des Beschuldigten auf ein 
faires Verfahren, 2018, S. 50; je mit Hinweisen). Die Berufung auf Art. 6 EMRK er-
weist sich folglich ebenfalls zum Vornherein als unbehelflich.

6. Die Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen, soweit aufgrund der formel-
len Rügen überhaupt darauf einzutreten ist. 

7. Die Beschwerdeführer tragen bei diesem Ausgang des Verfahrens die Verfahrens-
kosten, vorliegend bestimmt auf CHF 1'200.00, solidarisch (Art. 428 Abs. 1 StPO; 
Art. 418 Abs. 2 StPO). Aufgrund ihres Unterliegens haben sie keinen Anspruch auf 
eine Entschädigung. 

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Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 1’200.00, werden den Be-
schwerdeführern in solidarischer Haftung auferlegt. 

3. Ansonsten sind keine Entschädigungen auszurichten.

4. Zu eröffnen:
- den Straf- und Zivilkläger/Beschwerdeführer 1+2, beide v.d. Rechtsanwalt 

C.________
(per Einschreiben)

- der Generalstaatsanwaltschaft (per Kurier)

Mitzuteilen:
- der Kantonalen Staatsanwaltschaft für Besondere Aufgaben, Staatsanwältin 

F.________
(mit den Akten – per Kurier)

Bern, 11. Oktober 2021 Im Namen der Beschwerdekammer
in Strafsachen

Der Präsident:

Oberrichter J. Bähler

Der Gerichtsschreiber:

Rudin
i.V. Gerichtsschreiberin Beldi

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden durch die Beschwerdekammer in Strafsachen in Rechnung 
gestellt.

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgerichtsgeset-
zes (BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entspre-
chen.