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**Case Identifier:** fb9c4f9c-c8a3-5292-ae3e-505bbd82e9e0
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-05-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.05.2008 A-1550/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-1550-2006_2008-05-16.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-1550/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 6 .  M a i  2 0 0 8

Richter Pascal Mollard (Vorsitz), Richter Michael Beusch, 
Richter André Moser, 
Gerichtsschreiber Jürg Steiger.

A._______,
Beschwerdeführerin,

gegen

Eidgenössische Steuerverwaltung, 
Hauptabteilung Mehrwertsteuer, Schwarztorstrasse 50, 
3003 Bern
Vorinstanz.

Mehrwertsteuer (1. Quartal 2001 bis 1. Quartal 2004); 
Ermessenseinschätzung, Vorsteuerabzug, Einheit des 
Unternehmens

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-1550/2006

Sachverhalt:

A.
Frau A._______ führte bis zum 30. April 2003 das Hotel X._______ in 
(...)  und danach das Hotel Y._______ in (...). Aufgrund ihrer Tätigkeit 
war  sie  seit  dem  1.  Mai  1998  im  Register  der  Mehrwert-
steuerpflichtigen  bei  der  Eidgenössischen  Steuerverwaltung  (ESTV) 
eingetragen.  Am  18. August  2004  nahm  die  ESTV  bei  der 
Steuerpflichtigen  eine  Kontrolle  vor.  Die  ESTV  erachtete  die  Buch-
führung  als  mangelhaft  und  führte  deshalb  eine  ermessensweise 
Umsatzschätzung durch. Gestützt darauf forderte sie mit Ergänzungs-
abrechnung  (EA)  Nr. 271'772  vom  1.  September  2004  für  das 
1. Quartal 2001 bis 1. Quartal 2004 Fr. 49'630.-- zuzüglich Verzugszins 
zu 5% nach. Ebenfall  am 1. September  2004 erstellte  die ESTV die 
Gutschriftsanzeige (GS) Nr. 271'193 im Betrag von Fr. 8'000.--. Damit 
stornierte die ESTV die am 11. Februar 2004 aufgrund des nicht Ein-
reichens  der  Abrechnungen  für  das  2.  und  3.  Quartal  2003 
ausgestellte und bereits bezahlte EA Nr. 930'132.

B.
Die Steuerpflichtige bestritt die Nachforderung und reichte mit Schrei-
ben vom 20. September 2004 und 10. März 2005 die Abschlüsse des 
Jahres 2003 sowie 2004 ein. Darauf erliess die ESTV am 4. April 2005 
einen  anfechtbaren  Entscheid,  in  dem  sie  ihre  Nachforderung  von 
Fr. 41'630.-- (EA Nr. 271'772 abzüglich GS Nr. 271'193) bestätigte. Im 
Begleitschreiben zum Entscheid führte die ESTV aus, dass aufgrund 
der  nach  der  Kontrolle  eingereichten  Buchhaltungsabschlüsse  der 
Jahre  2003  und  2004  keine  Korrektur  ihrer  Nachforderung  erfolgen 
könne,  da  diese  nachträglich  erstellt  worden  seien  und  zudem  die 
Bruttogewinnmarge im Jahr 2003 nicht plausibel sei und auch im Jahr 
2004 deutlich von ihren Erfahrungswerten abwich. Im Weiteren habe 
die Steuerpflichtige die (telefonisch) einverlangten Belege für das Jahr 
2003 nicht eingereicht.

C.
Am 27. April  2005 erhob die Steuerpflichtige  Einsprache gegen den 
Entscheid  der  ESTV  vom  4.  April  2005.  Sie  machte  insbesondere 
geltend,  dass  die  von  der  ESTV vorgenommene  Schätzung  absolut 
nicht  der  Realität  entspreche. Die  Aufbereitung  der  entsprechenden 
Belege benötige aber einige Zeit. Die ESTV forderte die Einsprecherin 
in der Folge am 18. Mai 2005 sowie am 1. Juni 2005 auf, Beweismittel 

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zu  ihrer  Einsprache  vom  27.  April  2005  einzureichen.  Die 
Einsprecherin antwortete mit ihrem Schreiben vom 6. Juni 2005, worin 
sie  ausführte,  es  sei  ihr  bewusst,  dass  klare  Beweise  fehlten.  Die 
vorhandenen Belege habe sie aber alle aufgearbeitet. Sie seien jetzt in 
ca.  20  Ordner  sauber  nach  Einnahmen  und  Aufwand  sowie  nach 
Datum geordnet. Es gelte  zu berücksichtigen,  dass die Hotelzimmer 
praktisch immer  leer  gestanden hätten. Das Restaurant  sei  nur  fünf 
Tage die Woche geöffnet und die Umsätze seien gering gewesen. Es 
handle  sich  um  einen  Familienbetrieb.  Im  Jahr  2002/2003  sei  das 
Restaurant total renoviert worden. Sie beantrage deshalb eine erneute 
Kontrolle.  Am  11.  Juni  2005  reichte  die  Einsprecherin  schliesslich 
Vorsteuerbelege für das Jahr 2002 ein und führte zudem aus, dass die 
Belege für  die übrige  Zeit  gleich  geordnet  vorliegen würden,  jedoch 
ohne Zusammenfassungen. Falls die ESTV dies wünsche, werde sie 
diese ebenfalls  einreichen. Sie  würde es  aber  begrüssen,  wenn nur 
einzelne  Kategorien  einverlangt  würden.  Im  Weiteren  sandte  die 
Einsprecherin der ESTV am 14. Juni 2005 Hotelbelege (Meldescheine) 
des Hotel Y._______ zu.

D.
In  ihrem Einspracheentscheid vom 12. Januar  2006 hiess  die  ESTV 
die  Einsprache  im  Betrag  von  Fr. 5'159.--  gut,  wies  sie  im  Übrigen 
jedoch  ab.  Die  ESTV  erkannte,  die  Einsprecherin  habe  ihr  für  das 
1. Quartal  2001  bis  1.  Quartal  2004  neben  einem  rechtskräftigen 
Betrag von Fr. 5'741.85 noch Fr. 30'729.15 Mehrwertsteuer zuzüglich 
Verzugszins  zu  bezahlen.  Zur  Begründung  führte  die  ESTV  im 
Wesentlichen aus, dass die Einsprecherin anlässlich der Kontrolle der 
ESTV  mit  Ausnahme  von  ungeordneten  Kreditorenfakturen  keine 
Unterlagen  vorlegen  konnte.  Es  sei  deshalb  offensichtlich,  dass  sie 
befugt  gewesen  sei,  die  Umsätze  zu  schätzen.  Bei  der  Schätzung 
habe sie sich teilweise auf die Abschlüsse der Jahre 1999 bis 2002, 
die die Einsprecherin bei der kantonalen Steuerverwaltung eingereicht 
habe,  gestützt.  Stichhaltige  Beweise  für  die  Unrichtigkeit  der 
Schätzung  habe  die  Einsprecherin  nicht  beigebracht.  Den  von  ihr 
nachträglich eingereichten Abschlüssen für die Jahre 2003 und 2004 
komme  nicht  der  gleiche  Beweiswert  zu  wie  einer  laufend 
nachgeführten  Buchhaltung. So  sei  es  beispielsweise  nicht  möglich, 
den  Saldo  eines  nachträglich  erstellten  Kassabuches  mit  dem 
Bargeldbestand  in  der  Kasse  zu  überprüfen  oder  nachträglich  ein 
detailliertes Inventar der Warenvorräte zu erstellen. Ausserdem seien 
die  Warenaufwendungen  gemäss  der  nachträglich  eingereichten 

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Erfolgsrechnung  des  Jahres  2003  im  Verhältnis  zum Gesamtumsatz 
völlig  unglaubwürdig.  Die  ESTV  wies  deshalb  die  nachträglich 
eingereichten  Abschlüsse  zurück  und  lehnte  auch  den  Antrag  auf 
Durchführung einer Nachkontrolle ab. Betreffend den Umsatz der Bar 
2001/2002  nahm  die  ESTV  im  Vergleich  zum  Erstentscheid  vom 
4. April 2005 eine zusätzliche Aufrechnung in der Höhe von Fr. 6'710.-- 
Mehrwertsteuer  vor.  Sie  begründete  dies  damit,  dass  im  Abschluss 
des  Geschäftsjahres  2001/2002  (zuhanden  den  direkten  Steuern) 
keine Umsätze und Warenaufwendungen der Bar enthalten gewesen 
seien,  sie  deshalb  den  Umsatz  der  Bar  2001/2002  aufgrund  der 
Vorjahreszahlen geschätzt habe. Irrtümlicherweise habe sie mit der EA 
Nr. 271'772  jedoch  nur  den  nicht  verbuchten  Umsatz  des 
Geschäftsjahres 2000/2001 (Fr. 30'000.---) aufgerechnet und nicht den 
gesamten  Vorjahresumsatz  (Fr.  125'000.--).  Sie  habe  deshalb  die 
Differenz  (7,6%  von  Fr. 95'000.--)  nachbelastet.  Im  Weiteren 
akzeptierte  die  ESTV  in  ihrem  Einspracheentscheid  aufgrund 
nachträglich  eingereichter  Vorsteuerbelege  für  das  Jahr  2002 
Vorsteuerabzüge von Fr. 6'617.10. Zudem legte die ESTV den Anteil 
zulässiger Vorsteuern des Jahres 2002 (64%) auf das Jahr 2001 sowie 
das 1. Quartal 2003 um und gewährte insgesamt Vorsteuerabzüge in 
der Höhe von Fr. 11'869.--. In der Folge hiess sie die Einsprache im 
Umfang von Fr. 5'159.-- gut (Fr. 11'869.-- minus Fr. 6'710.--).

E.
A._______ (Beschwerdeführerin)  führte  am 12. Februar  2006 gegen 
den Einspracheentscheid der ESTV vom 12. Januar 2006 Beschwerde 
an  die  Eidgenössische  Steuerrekurskommission  (SRK)  mit  dem 
folgenden  Antrag:  "Die  Einsprache  von  A._______  sei  gutzuheissen 
und  A._______  hat  für  die  Steuerperioden  1.  Quartal  2001  bis 
1. Quartal  2004  nichts  mehr  zu  bezahlen".  Die  Beschwerdeführerin 
brachte im Wesentlichen vor, die Bar des Hotels X._______ in (...) sei 
nicht  durch sie,  sondern  durch B._______ betrieben worden. Dieser 
rechne ebenfalls mit der Mehrwertsteuer ab. Die Umsätze der Bar im 
Hotel  Y._______  seien  in  den  Tageseinnahmen  des  Restaurants 
integriert, es bestehe keine separate Kasse. Die kalkulierten Umsätze 
des Restaurants seien bedeutend zu hoch. Tatsächlich seien folgende 
Restaurantumsätze  erzielt  worden:  1.  Halbjahr  2001  Fr.  50'000.--, 
1. Juli  2001  bis  30.  Juni  2002  Fr.  75'000.--,  1.  Juli  2002  bis 
31. Dezember  2002  Fr. 30'000.--,  1. Januar  2003  bis  30. April  2003 
keine Umsätze (X._______ sei geschlossen gewesen und Y._______ 
noch nicht eröffnet), 1. Mai 2003 bis 30. Juni 2003 Fr. 8'000.-- und vom 

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1. Juli  2003  bis  31. März  2004  Fr. 65'000.--. Im Weiteren  führte  die 
Beschwerdeführerin  betreffend  den  Hotelumsatz  aus,  dass  die 
Meldescheine immer korrekt ausgefüllt worden seien. Die Hotelzimmer 
seien oft monateweise für Fr. 350.-- und später für Fr. 400.-- vermietet 
worden.  Es  seien  auch  keine  Hotels  im  eigentlichen  Sinn,  sondern 
Restaurants  mit  Übernachtungsmöglichkeiten.  Irgendwelche  Ver-
gleiche mit  Städten oder Touristenorten seien falsch. Es handle sich 
zudem um einen "Ein-Frau-Betrieb".

F.
In  ihrer  Vernehmlassung  vom  11.  Mai  2006  schloss  die  ESTV  auf 
vollumfängliche  Abweisung  der  Beschwerde. Sie  legte  insbesondere 
dar, dass es hinsichtlich der Restaurantumsätze zwischen den von der 
Beschwerdeführerin bei der kantonalen Steuerverwaltung eingereich-
ten Geschäftsabschlüssen, ihren MWST-Deklarationen sowie den nun 
in  ihrer  Beschwerde  aufgeführten  Umsätzen  zum  Teil  eklatante 
Unstimmigkeiten  gebe.  Zudem  seien  unüblich  hohe  Warenaufwand-
positionen festgestellt  worden. Zusammen mit der Tatsache, dass die 
Beschwerdeführerin  im Zeitpunkt  der  Kontrolle  unbestrittenermassen 
keine  aussagekräftige  Buchhaltung  habe  vorlegen  können,  sei  die 
ESTV zweifellos zur Durchführung einer Schätzung befugt  gewesen. 
Im Weiteren habe die Beschwedeführerin keine stichhaltigen Beweise 
beigebracht,  dass  die  vorgenommene  Schätzung  falsch  sei.  Auch 
betreffend den Hotelumsatz habe sie es unterlassen, ihre Behauptung, 
dass sie die Hotelzimmer an Arbeiter der Zuckerfabrik zu einem festen 
Monatszins von Fr. 350.-- und später von Fr. 400.-- vermietet habe, in 
irgendeiner  Art  und  Weise  zu  belegen.  Die  eingereichten 
Meldescheine beträfen nur das Hotel Y._______ in (...) und diese seien 
für  die  Berechnung  des  Hotelumsatzes  nicht  aussagekräftig. 
Hinsichtlich  des  Umsatzes  der  Bar  anerkenne die  ESTV zwar,  dass 
der  Bruder  der  Beschwerdeführerin  (B._______)  die  Bar  im  Hotel 
X._______  betrieben  habe.  Entscheidend  sei  jedoch,  dass  der 
fragliche  Barbetrieb  Dritten  gegenüber  nicht  deutlich  erkennbar  als 
getrenntes  Unternehmen  aufgetreten  sei.  Es  gelte  deshalb  der 
Grundsatz der Einheit des Unternehmens. Ab dem 1. Mai 2003 rechne 
B._______  die  Mehrwertsteuer  unter  einer  eigenen  Mehrwertsteuer-
Nummer mit der ESTV ab. Dies sei bei der Schätzung berücksichtigt 
worden.

G.
Am 9. Februar 2007 teilte das Bundesverwaltungsgericht den Parteien 

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mit,  es  habe  das  vorliegende  Verfahren  zuständigkeitshalber 
übernommen.  Mit  Verfügung  vom  7.  März  2008  ersuchte  das 
Bundesverwaltungsgericht  die  ESTV,  die  das  Beschwerdeverfahren 
betreffenden  vollständigen  Akten  einzureichen  (insbesondere  die  im 
Einspracheentscheid  erwähnten  Vorsteuerbelege  des  Jahres  2002). 
Zudem wurde die ESTV aufgefordert, sich über allfällige Auswirkungen 
in Bezug auf Art. 15a und 45a der Verordnung vom 29. März 2000 zum 
Bundesgesetz über die Mehrwertsteuer (MWSTGV, SR 641.207) auf 
das  vorliegende  Verfahren  zu  äussern.  Im  Weiteren  ersuchte  das 
Bundesverwaltungsgericht  die  ESTV  um  Stellungnahme  zur  Nach-
belastung von Fr. 6'710.-- in Ziff. 4 ihres Einspracheentscheides vom 
12.  Januar  2006  (reformatio  in  peius)  unter  Berücksichtigung  ihrer 
Ausführungen  im  Anhang  V  zur  EA  Nr. 271'772  vom  1. September 
2004,  wonach  die  Überdeckung  des  Umsatzes  im  Geschäftsjahr 
2001/2002  (deklarierter  Umsatz  minus  verbuchter  Umsatz)  von 
Fr. 102'133 vermutlich daher rühre, dass keine Zahlen für die Bar für 
dieses  Jahr  vorlägen,  diese  aber  sehr  wahrscheinlich  deklariert 
worden seien.

H.
Die  ESTV  reichte  am  9.  April  2008  die  verlangten  Unterlagen  ein. 
Zudem  legte  sie  dar,  dass  Art.  15a  und  45a  MWSTGV  auf  das 
vorliegende  Verfahren keine  Auswirkungen  hätten. Es  lägen  bei  den 
verweigerten  Vorsteuerabzügen  keine  Anwendungsfälle  des  neuen 
Verordnungsrechts  vor.  Betreffend  die  im  Einspracheentscheid 
vorgenommene Nachbelastung  von  Fr. 6'710.--  (reformatio  in  peius) 
führte die ESTV aus, dass die EA Nr. 271'772 die Überdeckung des 
Umsatzes im Geschäftsjahr 2001/2002 von Fr. 102'133.-- (deklarierter 
Umsatz minus verbuchter Umsatz) insoweit  berücksichtig habe, dass 
Fr. 95'000.-- wie verbuchter Barumsatz angerechnet worden seien. Im 
Einspracheentscheid  sei  dies  zu  Ungunsten der  Beschwerdeführerin 
korrigiert  worden.  Die  Tatsache,  dass  kein  Umsatz  des  Barbetriebs 
verbucht  worden  sei,  sei  höher  gewichtet  worden.  Nach  ständiger 
Praxis der ESTV werde eine Anrechnung einer Überdeckung nur dann 
in Betracht gezogen, wenn es offensichtlich und klar sei, woher diese 
Überdeckung stammt und aus welchen Gründen sie entstanden ist. Im 
vorliegenden Fall  habe die ESTV dazu nur Mutmassungen anstellen 
können.

I.
Mit  Verfügung vom 11. April  2008 lud das Bundesverwaltungsgericht 

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die  Beschwerdeführerin  zur  Stellungnahme  zur  Eingabe  der  ESTV 
vom  9.  April  2008  ein.  Die  Beschwerdeführerin  kam  dieser 
Aufforderung am 21. April 2008 nach. Sie teilte mit, dass sie mit ihrem 
Vater ältere Liegenschaften mit  Restaurants kaufe und diese jeweils 
umbaue. Daraus erstünden grössere Vorsteuerabzüge. Zudem macht 
die  Beschwerdeführerin  erneut  geltend,  dass  die  durch  die  ESTV 
festgesetzten  Umsätze  nicht  der  Wirklichkeit  entsprächen.  Die 
Umsätze  im  Restaurant/Hotel  bzw. in  der  Bar  des  Y._______  seien 
sehr gering gewesen, deshalb habe sie die Liegenschaft  per Januar 
2007 vermietet.

In ihrem Schreiben vom 25. April 2008 verzichtete die ESTV auf eine 
weitere  Stellungnahme  zur  Eingabe  der  Beschwerdeführerin  vom 
21. April 2008.

Auf die Eingaben der Parteien wird – soweit entscheidwesentlich – im 
Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss Art. 31 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das 
Bundesverwaltungsgericht  (Verwaltungsgerichtsgesetz,  VGG, 
SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art.  5  des  Bundesgesetzes  vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG gegeben ist. 
Eine  solche  liegt  nicht  vor  und  die  Vorinstanz  ist  eine  Behörde  im 
Sinne von Art. 33 VGG. Das Bundesverwaltungsgericht  ist  daher für 
die  Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  zuständig.  Es 
übernimmt  die  Beurteilung  der  Ende  2006  bei  der  SRK  hängigen 
Rechtsmittel und wendet das neue Verfahrensrecht an (Art. 53 Abs. 2 
VGG).

1.2 Das  Bundesverwaltungsgericht  kann  den  angefochtenen 
Einspracheentscheid grundsätzlich in vollem Umfange überprüfen. Die 
Beschwerdeführerin  kann  neben  der  Verletzung  von  Bundesrecht 
(Art. 49  Bst.  a  VwVG)  und  der  unrichtigen  oder  unvollständigen 
Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhaltes  (Art.  49  Bst.  b 
VwVG) auch die Rüge der Unangemessenheit erheben (Art. 49 Bst. c 

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VwVG; ANDRÉ MOSER, in André Moser/Peter Uebersax, Prozessieren vor 
eidgenössischen Rekurskommissionen, Basel und Frankfurt  am Main 
1998, Rz. 2.59; ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines 
Verwaltungsrecht, 5. Aufl., Zürich 2006, Rz. 1758 ff.).

2.

2.1 Die Veranlagung und Entrichtung der Mehrwertsteuer erfolgt nach 
dem Selbstveranlagungsprinzip  (Art.  46  f. des  Bundesgesetzes  vom 
2. September  1999  über  die  Mehrwertsteuer  [MWSTG,  SR 641.20]; 
vgl. ERNST BLUMENSTEIN/PETER LOCHER,  System  des  schweizerischen 
Steuerrechts, 6. Aufl., Zürich 2002, S. 421 ff.). Dies bedeutet, dass der 
Steuerpflichtige  selbst  und  unaufgefordert  über  seine  Umsätze  und 
Vorsteuern abzurechnen und innerhalb von 60 Tagen nach Ablauf der 
Abrechnungsperiode den geschuldeten Mehrwertsteuerbetrag (Steuer 
vom Umsatz abzüglich Vorsteuern) an die ESTV abzuliefern hat. Die 
ESTV  ermittelt  die  Höhe  des  geschuldeten  Mehrwertsteuerbetrages 
nur dann an Stelle des Steuerpflichtigen, wenn dieser seinen Pflichten 
nicht  nachkommt  (vgl. ALOIS CAMENZIND/NIKLAUS HONAUER/KLAUS A. 
VALLENDER,  Handbuch  zum  neuen  Mehrwertsteuergesetz  [MWSTG], 
2.Aufl.,  Bern  2003,  Rz.  1680  ff.).  Der  Steuerpflichtige  hat  seine 
Mehrwertsteuerforderung  selbst  festzustellen;  er  ist  allein  für  die 
vollständige  und  richtige  Versteuerung  seiner  steuerbaren  Umsätze 
und  für  die  korrekte  Ermittlung  der  Vorsteuer  verantwortlich  (vgl. 
Kommentar  des  Eidgenössischen  Finanzdepartementes  zur 
Verordnung vom 22. Juni 1994 über die Mehrwertsteuer [Kommentar 
EFD],  S.  38).  Ein  Verstoss  des  Steuerpflichtigen  gegen  diesen 
Grundsatz ist  als schwerwiegend anzusehen, da der Steuerpflichtige 
durch  das  Missachten  dieser  Vorschrift  die  ordnungsgemässe 
Erhebung  der  Mehrwertsteuer  gefährdet  (Urteile  des  Bundes-
verwaltungsgerichts  A-1527/2006  vom  6.  März  2008  E.  2.1, 
A-1406/2006  vom  30.  Januar  2008  E.  2.1,  A-1531/2006  vom 
10. Januar 2008 E. 2.2, A-1454/2006 vom 26. September 2007 E. 2.2, 
A-1398/2006 vom 19. Juli 2007 E. 2.2 mit weiteren Hinweisen).

2.2 Gemäss Art. 58 Abs. 1 MWSTG hat der Mehrwertsteuerpflichtige 
seine  Geschäftsbücher  ordnungsgemäss  zu  führen  und  so 
einzurichten,  dass  sich  aus  ihnen  die  für  die  Feststellung  der 
Mehrwertsteuerpflicht  sowie  für  die  Berechnung der  Steuer  und  der 
abziehbaren  Vorsteuern  massgebenden  Tatsachen  leicht  und 
zuverlässig  ermitteln  lassen.  Die  ESTV  kann  hierüber  nähere 

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Bestimmungen aufstellen. Von dieser Befugnis hat sie mit dem Erlass 
der  "Wegleitung  2001  zur  Mehrwertsteuer"  vom  Sommer  2000 
(Wegleitung 2001), gültig ab 1. Januar 2001, Gebrauch gemacht. Darin 
sind  genauere  Angaben  enthalten,  wie  eine  Buchhaltung 
auszugestalten  ist  (Rz. 878  ff.).  Alle  Geschäftsfälle  müssen  fort-
laufend, chronologisch und lückenlos aufgezeichnet werden (Rz. 884) 
und  alle  Eintragungen  haben  sich  auf  entsprechende  Belege  zu 
stützen, so dass die einzelnen Geschäftsvorfälle von der Eintragung in 
die  Hilfs-  und  Grundbücher  bis  zur  Steuerabrechnung  und  bis  zum 
Jahresabschluss  sowie  umgekehrt  leicht  und  genau  verfolgt  werden 
können  ("Prüfspur";  vgl.  Rz. 890  der  Wegleitung  2001).  Nach  der 
Rechtsprechung  ist  der  Steuerpflichtige  selbst  bei  geringem 
Barverkehr  zur  Führung  zumindest  eines  einfachen  ordentlichen 
Kassabuchs  verpflichtet.  Er  ist  zwar  mehrwertsteuerrechtlich  nicht 
gehalten,  kaufmännische  Bücher  im  Sinne  des  Handelsrechts  zu 
führen;  die  Bücher  müssen  die  erzielten  Umsätze  jedoch  lückenlos 
erfassen und die entsprechenden Belege sind aufzuheben (Urteile des 
Bundesgerichts  2A.693/2006  vom  26. Juli  2007  E. 3.1,  2A.569/2006 
vom 28. Februar 2007 E. 3.1; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts 
A-1527/2006 vom 6. März 2008 E. 2.2, A-1406/2006 vom 30. Januar 
2008 E. 2.2, A-1531/2006 vom 10. Januar 2008 E. 2.3, A-1397/2006 
vom 19. Juli 2007 E. 2.3; Entscheid der SRK vom 24. Oktober 2002, 
veröffentlicht  in  Archiv  für  Schweizerisches  Abgaberecht  [ASA]  73 
S. 233  E.  2c.aa  mit  weiteren  Hinweisen).  Damit  befinden  sich  die 
mehrwertsteuerlichen Anforderungen an die Aufzeichnungspflicht auch 
im Einklang mit den bei den direkten Steuern geltenden Regelungen 
(vgl. auch Rz. 888 der Wegleitung 2001).

Die detaillierte und chronologische Führung eines Kassabuches muss 
besonders  hohen  Anforderungen  genügen  (vgl.  dazu  auch  HANS 
GERBER, Die Steuerschätzung [Veranlagung nach Ermessen], in Steuer 
Revue [StR] 1980 S. 306). Soll also ein Kassabuch für die Richtigkeit 
des  erfassten  Bargeldverkehrs  Beweis  erbringen,  ist  zu  verlangen, 
dass  in  diesem  die  Bareinnahmen  und  -ausgaben  fortlaufend, 
lückenlos und zeitnah aufgezeichnet werden und durch Kassenstürze 
regelmässig  –  in  bargeldintensiven  Betrieben  täglich  –  kontrolliert 
werden.  Nur  auf  diese  Weise  ist  gewährleistet,  dass  die  erfassten 
Bareinnahmen  vollständig  sind,  das  heisst  den  effektiven  Bar-
einnahmen entsprechen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 2A.693/2006 
vom 26. Juli 2007 E. 3.1, 2A.657/2005 vom 9. Juni 2006 E. 3; Urteile 
des Bundesverwaltungsgerichts A-1527/2006 vom 6. März 2008 E. 2.2, 

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A-1406/2006  vom  30.  Januar  2008  E. 2.2,  A-1454/2006  vom 
26. September 2007 E. 2.3 mit weiteren Hinweisen).

2.3 Liegen  keine  oder  nur  unvollständige  Aufzeichnungen  vor,  oder 
stimmen  die  ausgewiesenen  Ergebnisse  mit  dem  wirklichen 
Sachverhalt  offensichtlich  nicht  überein,  so  nimmt  die  ESTV  nach 
Art. 60 MWSTG eine Schätzung nach pflichtgemässem Ermessen vor. 
Eine Ermessenstaxation ist somit immer dann nötig, wenn eine steuer-
pflichtige  Person  ihren  Obliegenheiten  zur  Mitwirkung  nicht 
ordnungsgemäss  nachkommt  und  entweder  überhaupt  keine,  oder 
aber  unvollständige oder  ungenügende Aufzeichnungen führt  (DIETER 
METZGER,  Kurzkommentar  zum  Mehrwertsteuergesetz,  Bern  2000, 
S. 190 Rz. 1). Die Ermessenseinschätzung ist deshalb auch logische 
Folge von Art. 62 MWSTG, der die ESTV beauftragt, die Erfüllung der 
den  Steuerpflichtigen  obliegenden  Pflichten  zu  überprüfen  (PASCAL 
MOLLARD,  TVA  et  taxation  par  estimation,  veröffentlicht  in  ASA  69 
S. 519).

3.

3.1 Zu  unterscheiden  sind  zwei  voneinander  unabhängige 
Konstellationen,  welche  zu  einer  Ermessenseinschätzung  gemäss 
Art. 60  MWSTG  führen.  Erstens  geht  es  um  diejenige  der 
ungenügenden  Aufzeichnung,  wobei  eine  Schätzung  insbesondere 
dann  erfolgen  muss,  wenn  die  Verstösse  gegen  die  formellen 
Buchhaltungsregeln  derart  gravierend  sind,  dass  sie  die  materielle 
Richtigkeit  der  Buchhaltungsergebnisse  in  Frage  stellen  (Urteil  des 
Bundesgerichts  2A.437/2005  vom  3.  Mai  2006  E.  3.1;  Urteile  des 
Bundesverwaltungsgerichts A-1531/2006 vom 10. Januar 2008 E. 2.4, 
A-1397/2006  vom  19.  Juli  2007  E.  2.4;  Entscheid  der  SRK  vom 
24. Oktober 2002, veröffentlicht in ASA 73 S. 233 E. 2c.aa). Zweitens 
kann selbst eine formell  einwandfreie Buchführung die Durchführung 
einer  Schätzung erfordern,  wenn die ausgewiesenen Ergebnisse mit 
dem wirklichen Sachverhalt  offensichtlich nicht übereinstimmen. Dies 
ist  nach  der  Rechtsprechung  der  Fall,  wenn  die  in  den  Büchern 
enthaltenen Geschäftsergebnisse von den von der  Steuerverwaltung 
erhobenen  branchenspezifischen  Erfahrungszahlen  wesentlich  ab-
weichen,  vorausgesetzt  der  Steuerpflichtige  ist  nicht  in  der  Lage, 
allfällige besondere Umstände, auf Grund welcher diese Abweichung 
erklärt  werden  kann,  nachzuweisen  oder  zumindest  glaubhaft  zu 
machen  (Urteile  des  Bundesverwaltunsgerichts  A-1406/2006  vom 

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30. Januar  2008  E.  2.3,  A-5712/2007  vom  17. Januar  2008  E.  2.6; 
Entscheid  der  SRK  vom  3. Dezember 2003,  veröffentlicht  in 
Verwaltungspraxis  der  Bundesbehörden  [VPB]  68.73  E. 2b  mit 
weiteren  Hinweisen).  Für  das  Vorliegen  der  Voraussetzungen  zur 
Vornahme  einer  Ermessenseinschätzung  ist  nach  den  allgemeinen 
Regeln  die  ESTV  beweisbelastet  (vgl.  BLUMENSTEIN/LOCHER,  a.a.O., 
S. 454;  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1527/2006  vom 
6. März  2008  E.  2.4,  A-1531/2006  vom  10. Januar  2008  E.  2.4, 
A-1454/2006 vom 26. September 2007 E. 2.5).

3.2 Sind die Voraussetzungen für  eine  Ermessenstaxation  erfüllt,  ist 
die ESTV nicht nur berechtigt, sondern verpflichtet, eine solche nach 
pflichtgemässem  Ermessen  vorzunehmen.  Die  Fälle,  in  denen  die 
Steuerpflichtigen  ihre  Mitwirkungspflichten  nicht  wahrnehmen  und 
keine,  unvollständige  oder  ungenügende  Aufzeichnungen  über  ihre 
Umsätze  führen,  dürfen  keine  Steuerausfälle  zur  Folge  haben 
(Kommentar  EFD  zu  Art.  48  MWSTV;  Urteil  des  Bundesgerichts 
2A.552/2006 vom 1. Februar 2007 E. 3.2).

4.

4.1 Die  ESTV  hat  die  Schätzung  nach  pflichtgemässem  Ermessen 
vorzunehmen, d.h. diejenige Schätzungsmethode zu wählen, die den 
individuellen Verhältnissen im Betrieb der Steuerpflichtigen soweit als 
möglich  Rechnung  trägt,  auf  plausiblen  Angaben  beruht  und  deren 
Ergebnis der wirklichen Situation möglichst nahe kommt (Urteile des 
Bundesgerichts  2C_426/2007  vom  22.  November  2007  E.  3.2, 
2A.253/2005  vom  3.  Februar  2006  E.  4.1,  vom  29. August  1991, 
veröffentlicht in ASA 61 S. 819 E. 3a, vom 4. Mai 1983, veröffentlicht in 
ASA 52 S. 238 E. 4). Die Ermessensveranlagung hat somit zum Ziel, 
den  tatsächlichen  Gegebenheiten  möglichst  gerecht  zu  werden.  Es 
haftet  ihr  deshalb  eine  gewisse  Unsicherheit  an,  die  der  Steuer-
pflichtige aufgrund seiner Pflichtverletzung jedoch selber zu vertreten 
hat (Urteil  des Bundesgerichts 2A.437/2005 vom 3. Mai 2006 E. 3.2; 
Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1526/2006 vom 28. Januar 
2008  E.  3.3  und  3.4,  A-1531/2006  vom  10. Januar  2008  E. 2.5.1, 
A-1393/2006  vom  10.  Dezember  2007  E. 3.2.2  mit  Hinweisen).  Ein 
pflichtgemässes Ermessen schliesst aber auch ein, dass die ESTV in 
zumutbarem  Rahmen  Auskünfte,  Nachweise  und  Belege  bei  Dritten 
einholt  (METZGER,  a.a.O.,  S.  190  Rz. 3).  Im  Weiteren  ist  dem 
Steuerpflichtigen  Gelegenheit  zur  Stellungnahme  zu  geben  und 

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Akteneinsicht zu gewähren (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts 
A-5738/2007 vom 17. Januar 2008 E. 3.1).

4.2 In Betracht fallen einerseits Schätzungsmethoden, die auf eine Er-
gänzung oder Rekonstruktion der ungenügenden Buchhaltung hinaus-
laufen, andererseits Umsatzschätzungen aufgrund unbestrittener Teil-
Rechnungsergebnisse in Verbindung mit Erfahrungssätzen (Urteile des 
Bundesverwaltungsgericht  A-1454/2006  vom  26. September  2007 
E. 2.6.1,  A-1398/2006  vom  19.  Juli  2007  E. 2.4  mit  Hinweisen; 
vgl. auch  MOLLARD,  a.a.O.,  in: ASA 69 S. 526 ff.). Bei der Anwendung 
von  Erfahrungszahlen  ist  allerdings  deren  Streubreite  zu  beachten, 
wenn  eine  den  individuellen  Verhältnissen  gerecht  werdende 
Schätzung erfolgen soll (Urteile des Bundesgerichts vom 4. Mai 1983, 
veröffentlicht in ASA 52 S. 234 E. 4, vom 31. März 1983, veröffentlicht 
in ASA 50 S. 669 E. 2). Die brauchbaren Teile der Buchhaltung und 
allenfalls  vorhandene  Belege  sind  soweit  als  möglich  bei  der 
Schätzung mitzuberücksichtigen. Sie können durchaus als Basiswerte 
der  Ermessenstaxation  fungieren  (Urteile  des  Bundesverwaltungs-
gerichts  A-1527/2006  vom  6.  März  2008  E.  2.3,  A-1406/2006  vom 
30. Januar 2008 E. 2.3; GERBER, a.a.O., S. 307).

4.3 Im  Rahmen  einer  Ermessenstaxation  ist  es  nach  der  Recht-
sprechung des Bundesgerichts zulässig, dass die ESTV eine Prüfung 
der Verhältnisse während eines Teils der Kontrollperiode vornimmt und 
in  der  Folge das Ergebnis  auf  den gesamten kontrollierten Zeitraum 
umlegt  bzw.  hochrechnet,  vorausgesetzt  die  massgebenden 
Verhältnisse im eingehend kontrollierten Zeitabschnitt sind ähnlich wie 
in  der  gesamten  Kontrollperiode  (Urteile  des  Bundesgerichts 
2A.437/2005 vom 3. Mai 2006 E. 4.3.2, 2A.148/2000 vom 1. November 
2000  E. 5b; Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1406/2006  vom 
30.  Januar  2008  E.  2.3;  Entscheide  der  SRK  vom  18. Januar  2005 
[SRK  2003-026]  E.  2d,  vom  12. August  2002  [SRK  2001-100] 
E. 2b/bb). Die Umlage des Referenzjahres auf die übrigen Jahre der 
Kontrollperiode darf allerdings nicht unbesehen geschehen. Da es sich 
um  eine  schätzungsweise  Ermittlung  der  nicht  ausgewiesenen 
Umsätze handelt, ist die ESTV zwar nicht verpflichtet, in den anderen 
Zeitabschnitten Erhebungen mit dem gleichen Aufwand zu betreiben. 
Es  bedarf  jedoch  gewichtiger  Anhaltspunkte  dafür,  dass  in  den 
anderen  Kalenderjahren  dieselben  Verhältnisse  vorgeherrscht  haben 
wie im Basisjahr (Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts A-1531/2006 

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vom 10. Januar 2008 E. 2.5.1; Entscheid der SRK vom 10. Juli  1997 
[SRK 86/96] E. 3 mit Hinweisen).

4.4 Der  ESTV  obliegt  bloss,  den  pflichtwidrig  nicht  oder  falsch 
deklarierten  Umsatz  des  Steuerpflichtigen  zu  ermitteln.  Die 
Geltendmachung  der  eventuell  angefallenen  Vorsteuern  ist 
demgegenüber  ein  Recht  des  Steuerpflichtigen;  ihm  ist  es  anheim 
gestellt,  ob er davon Gebrauch machen will. Es ist nicht die Aufgabe 
der  ESTV, ein  Recht,  das  dem Steuerpflichtigen  zusteht,  für  diesen 
auszuüben.  Da  es  sich  bei  den  Vorsteuern  um  steuermindernde 
Tatsachen  handelt,  obliegt  der  formgerechte  Beweis  für  deren 
Vorliegen  dem Steuerpflichtigen  (BLUMENSTEIN/LOCHER,  a.a.O.,  S. 379). 
Abzüge dürfen deshalb grundsätzlich nie geschätzt werden (Urteil des 
Bundesgerichts  2A.558/2005  vom  8.  Mai  2006  E.  2.3;  Urteile  des 
Bundesverwaltungsgerichts  A-1353/2006  vom  7.  April  2008  E.  3.1, 
A-1374/2006  vom  21.  Januar  2008  E.  3.2,  A-1553/2006  vom 
26. September 2007 E. 3.1, A-1535/2006 vom 14. März 2007 E. 2.5.3 
und  2.5.4).  Hingegen  ist  eine  Umlage  (vgl.  E.  4.3)  mangelhafter 
Vorsteuerbelege  eines  Teils  der  Kontrollperiode  auf  den  gesamten 
kontrollierten Zeitraum möglich (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts 
A-3069/2007  vom 29.  Januar  2008  E.  3.1;  Entscheid  der  SRK  vom 
12. Mai  2005  [SRK 2003-167]  E. 4b/bb/ccc  und  5b/aa).  Werden  die 
Abzüge  vom  Steuerpflichtigen  jedoch  nicht  deklariert  bzw.  auf 
Aufforderung  hin  nicht  nachgewiesen,  sind  sie  vollumfänglich  zu 
verweigern, ohne dass eine Schätzung Platz greifen würde. Es bleibt 
aber darauf hinzuweisen, dass es dem Steuerpflichtigen unbenommen 
ist, sogar noch im Rahmen einer Beschwerde gegen eine Schätzung 
mittels Belegen den Nachweis für angefallene Vorsteuern zu erbringen 
(Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-3069/2007 vom 29. Januar 
2008 E. 3.1, A-1535/2006 vom 14. März 2007 E. 2.5.4; Entscheide der 
SRK vom 10. Oktober 2005 [SRK 2003-186] E. 4f, vom 12. Mai 2005 
[SRK 2003-167] E. 4b/bb, vom 9. Januar 2001 [SRK 1999-066] E. 2c; 
zum Ganzen: Entscheid der SRK vom 15. Oktober 1999, veröffentlicht 
in VPB 64.47 E. 5b).

5.

5.1 Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt sich bei der Überprüfung 
von zulässigerweise erfolgten Ermessensveranlagungen eine gewisse 
Zurückhaltung  und  führt  so  die  gefestigte  diesbezügliche  Recht-
sprechung der SRK weiter. Die Rechtmässigkeit dieser Praxis wurde 

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am 22. November 2007 höchstrichterlich bestätigt (Urteil des Bundes-
gerichts 2C_426/2007 vom 22. November 2007 E. 4.3). Ob indessen 
die Voraussetzungen für  die  Vornahme einer  Ermessensveranlagung 
gegeben  sind,  überprüft  das  Bundesverwaltungsgericht  uneinge-
schränkt  (Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1406/2006  vom 
30. Januar 2008 E. 1.3,  A-1516/2006 vom 5. Dezember 2007 E. 1.2, 
A-1454/2006  vom  26. September  2007  E. 2.1;  Entscheide  der  SRK 
vom  10. Mai  2005  [SRK  2004-023]  E. 1b,  vom  24. Oktober  2005, 
veröffentlicht in VPB 70.41 E. 2d/cc mit weiteren Hinweisen).

5.2 Sind die Voraussetzungen einer Ermessenstaxation erfüllt, obliegt 
es  dem  Steuerpflichtigen,  den  Beweis  für  die  Unrichtigkeit  der 
Schätzung  zu  erbringen.  Aufgrund  der  Zurückhaltung  bei  der 
Überprüfung  der  zulässigerweise  erfolgten  Ermessensveranlagung 
(E. 5.1) nimmt das Bundesverwaltungsgericht erst dann eine Korrektur 
der  erstinstanzlichen  Schätzung  vor,  wenn  der  Mehrwert-
steuerpflichtige den Nachweis dafür erbringt, dass der Vorinstanz bei 
der  Schätzung  erhebliche  und  offensichtliche  Ermessensfehler 
unterlaufen sind (Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-1527/2006 
vom 6. März 2008 E. 2.4,  A-1406/2006 vom 30. Januar 2008 E. 2.4, 
A-1531/2006  vom  10.  Januar  2008  E.  2.5.2,  A-1429/2006  vom 
29. August  2007  E.  2.4,  A-1397/2006  vom  19.  Juli  2007  E.  2.5.2; 
Entscheide  der  SRK  vom  24. Oktober  2005,  veröffentlicht  in 
VPB 70.41  E. 2d/bb,  vom  16. Juni  2005  [SRK 2003-114]  E.  2d, 
bestätigt  durch  Urteil  des  Bundesgerichts  2A.437/2005  vom  3.  Mai 
2006).

6.

6.1 Verwendet  der  Steuerpflichtige  Gegenstände  oder  Dienst-
leistungen  für  steuerbare  Ausgangsleistungen,  so  kann  er  gemäss 
Art. 38 Abs. 1 Bst. a MWSTG in seiner Steuerabrechnung die ihm von 
anderen  Steuerpflichtigen  mit  den  Angaben  nach  Art.  37  MWSTG 
(E. 6.2)  in  Rechnung  gestellte  Steuer  für  Lieferungen  und  Dienst-
leistungen abziehen.

6.2 Auf  Verlangen  des  steuerpflichtigen  Empfängers  hat  die 
steuerpflichtige  Person  über  ihre  Lieferung  oder  Dienstleistung  eine 
Rechnung auszustellen, in der sie angeben muss: a. den Namen und 
die  Adresse,  unter  denen  sie  im  Register  der  steuerpflichtigen 
Personen  eingetragen  ist  oder  die  sie  im  Geschäftsverkehr 
zulässigerweise  verwendet,  sowie  die  Nummer,  unter  der  sie  im 

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Register der steuerpflichtigen Personen eingetragen ist; b. den Namen 
und  die  Adresse  des  Empfängers  der  Lieferung  oder  der 
Dienstleistung,  wie  er  im  Geschäftsverkehr  zulässigerweise  auftritt; 
c. Datum oder Zeitraum der Lieferung oder der Dienstleistung; d. Art, 
Gegenstand und Umfang der Lieferung oder der Dienstleistung; e. das 
Entgelt für die Lieferung oder die Dienstleistung; f. den Steuersatz und 
den vom Entgelt geschuldeten Steuerbetrag. Schliesst das Entgelt die 
Steuer  ein,  so genügt  die Angabe des Steuersatzes  (Art.  37 Abs. 1 
MWSTG;  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1477/2006  und 
A-1478/2006  vom  10.  März  2008  E.  2.2.1,  A-3069/2007  vom 
29. Januar  2008  E.  3,  A-1524/2006  vom  28.  Januar  2008  E.  3, 
A-1389/2006 vom 21. Januar 2008 E. 4.1).

6.3 Am  1.  Juli  2006  sind  Art.  15a  und  Art.  45a  MWSTGV  in  Kraft 
getreten. Art. 45a MWSTGV hält allgemein fest, dass allein aufgrund 
von  Formmängeln  keine  Steuernachforderung  erhoben  wird,  wenn 
erkennbar ist oder die steuerpflichtige Person nachweist, dass durch 
die  Nichteinhaltung  einer  Formvorschrift  des  Gesetzes  oder  dieser 
Verordnung  für  die  Erstellung  von  Belegen  für  den  Bund  kein 
Steuerausfall  entstanden  ist.  Betreffend  die  Rechnungsstellung 
bestimmt Art. 15a MWSTGV, dass die ESTV auch Rechnungen und 
Rechnungen  ersetzende  Dokumente  nach  Art. 37  Abs.  1  und  3 
MWSTG  anerkennt,  welche  die  Anforderungen  an  die  Angaben  zu 
Namen und Adresse der steuerpflichtigen Person und zum Empfänger 
der Lieferung oder der Dienstleistung nach Artikel 37 Abs. 1 Bst. a und 
b  MWSTG  nicht  vollumfänglich  erfüllen,  sofern  die  tatsächlich 
vorhandenen  Angaben  die  betreffenden  Personen  eindeutig 
identifizieren.

6.4 Art.  15a  und  45a  MWSTGV  betreffen  allerdings  einzig  Form-
mängel. Formvorschriften in  Gesetz,  Verordnungen und Verwaltungs-
praxis  sollen  nicht  überspitzt  formalistisch,  sondern  pragmatisch 
angewendet  werden.  Es  soll  vermieden  werden,  dass  das  Nicht-
einhalten  von  Formvorschriften  zu  Steuernachbelastungen  führt. 
Gesetzliche Vorschriften oder selbst die Verwaltungspraxis der ESTV 
werden dadurch nicht aufgehoben. Sie bleiben vielmehr gültig und sind 
von den Steuerpflichtigen zu beachten. Materiellrechtliche Vorschriften 
oder  materiellrechtliche  Mängel  bleiben  folglich  vom  neuen  Verord-
nungsrecht  unberührt  (statt  vieler:  Urteile  des  Bundes-
verwaltungsgerichts  A-1438/2006  vom  11.  Juni  2007  E.  3.3, 
A-1352/2006 vom 25. April 2007 E. 6). So hat das Bundesverwaltungs-

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gericht  entschieden,  das  Vorhandensein  einer  Rechnung  sei  eine 
materiellrechtliche  Voraussetzung  für  den  Vorsteuerabzug.  Fehle  die 
Rechnung,  könne  dieser  Mangel  nicht  durch  Art.  15a  oder  45a 
MWSTGV  geheilt  werden  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
A-1476/2006  vom  26.  April  2007  E. 5.2.2;  zum  Verhältnis  zwischen 
Art. 15a und 45a MWSTGV vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts 
A-1483/2006 vom 16. Oktober 2007 E. 4.3.4.1).

7.

7.1 Der  für  das  Warenumsatzsteuerrecht  entwickelte  Grundsatz  der 
Einheit der Unternehmung gilt nach konstanter Rechtsprechung auch 
im  Mehrwertsteuerrecht.  Er  leitet  sich  hier  aus  dem  Tatbestands-
merkmal der Selbständigkeit gemäss Art. 21 Abs. 1 MWSTG ab. Nach 
dem  Grundsatz  der  Einheit  des  Unternehmens  bezieht  sich  die 
Steuerpflicht  auf  sämtliche  Umsätze  und  Betriebszweige  des 
Unternehmens,  gleichgültig,  ob  die  Betriebe  eigene  Firmennamen 
tragen,  für  sich  allein  Buch  führen,  einander  Rechnung  stellen  etc. 
Nach diesem Grundsatz  sind  die  Umsätze des  gesamten Unterneh-
mens  zusammenzurechnen;  ausgenommen  sind  nur  diejenigen  aus 
Tätigkeiten,  die  der  privaten  (oder  hoheitlichen)  Sphäre  des 
Unternehmers  zugehören.  Besteht  ein  Unternehmen  aus  zwei  oder 
mehreren  Einzelbetrieben,  sind  die  Einnahmen  (nach  Höhe  und 
Zusammensetzung) aus allen diesen Betrieben insgesamt zu berück-
sichtigen  (Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1351/2006  vom 
29. Oktober  2007 E. 3.2,  A-1428/2006 vom 29. August  2007 E. 2.5, 
A-1382/2006 vom 19. Juli  2007 E. 2.3  und E. 3.4.1; Entscheide  der 
SRK vom 5. September 2005, veröffentlicht in VPB 70.8 E. 2c, 4a, vom 
10.  August  2005  [SRK 2004-033]  E.  2c/aa,  vom  23.  April  2003, 
veröffentlicht in VPB 67.123 E. 3b).

7.2 Der Grundsatz der Einheit des Unternehmens ist auch anwendbar 
auf  Gesellschaften,  die  zwar  zivilrechtlich  selbständig  sind, 
wirtschaftlich  jedoch  eine  Unternehmenseinheit  bilden.  Er  führt  hier 
dazu, dass die betreffenden Gesellschaften ihre Umsätze gesamthaft 
als  ein  Steuersubjekt  und  folglich  unter  einer  MWST-Nummer  zu 
versteuern  haben  (Urteile  des  Bundesgerichts  2A.75/2002  vom 
9. August  2002  E. 3.1,  2A.222/2002 vom 4. September  2002  E. 3.1; 
Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1520/2006  vom  29. August 
2007  E. 4.2.2).  Ob  zivilrechtlich  selbständige  Gesellschaften 
wirtschaftlich  eine  Unternehmenseinheit  bilden,  muss  aufgrund  der 

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Gesamtheit  der Umstände anhand von Indizien beurteilt  werden. Für 
eine wirtschaftliche Unternehmenseinheit der Gesellschaften sprechen 
insbesondere  die  fehlende  räumliche  und  organisatorische  sowie 
führungsmässige  Trennung der  Betriebe,  gemeinsame Ladenkassen, 
Telefon-  bzw.  Faxnummern  oder  Geschäftspapiere  (Urteile  des 
Bundesgerichts 2A.75/2002 vom 9. August 2002 E. 3.2, 2A.222/2002 
vom 4. September 2002 E. 3.2; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts 
A-1474/2006 vom 28. Januar 2008 E. 2.4.2).

8.
Im  vorliegenden  Fall  legte  die  Beschwerdeführerin  gemäss  Aus-
führungen  der  ESTV im Kontrollbericht  und  im Einspracheentscheid 
anlässlich der Kontrolle mit Ausnahme von ungeordneten Kreditoren-
fakturen keine Unterlagen vor. Insbesondere habe sie kein Kassabuch 
vorweisen können. Die Beschwerdeführerin bestreitet nicht, dass sie in 
ihrem Unternehmen kein ordnungsgemässes Kassabuch geführt  hat, 
in  dem  die  Bareinnahmen  und  Barausgaben  chronologisch  und 
zeitgerecht  aufgezeichnet  werden.  Bei  einem  Hotel/Restaurant,  d.h. 
bei  einem  bargeldintensiven  Betrieb,  wäre  dies  aber  zwingend 
erforderlich  gewesen. Die  Buchführung ist  somit  bereits  aus  diesem 
Grund schwer mangelhaft und eine Ermessenseinschätzung nach der 
bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  gerechtfertigt  (E.  2.2).  Hinzu 
kommt,  dass  die  Bruttogewinnmargen  gemäss  den  teilweise 
vorhandenen  Geschäftsabschlüssen  nicht  den  Erfahrungszahlen  der 
ESTV entsprachen sowie Differenzen bestanden zwischen den MWST-
Deklarationen und den verbuchten Umsätzen. Die Voraussetzungen für 
eine  Ermessenstaxation  waren  somit  zweifellos  gegeben. Die  ESTV 
war  damit  nicht  nur  berechtigt,  sondern  auch  verpflichtet,  eine 
Schätzung nach pflichtgemässem Ermessen vorzunehmen (E. 3.2).

9.
Sind die Voraussetzungen einer Ermessenstaxation erfüllt,  obliegt es 
der  Beschwerdeführerin,  den  Nachweis  zu  erbringen,  dass  der 
Vorinstanz  bei  der  Schätzung  erhebliche  und  offensichtliche 
Ermessensfehler unterlaufen sind (E. 5.2).

9.1 Für  die  Berechnung  des  Umsatzes  des  Restaurants  nahm  die 
ESTV eine kalkulatorische Ermittlung auf  Basis  des  Warenaufwands 
vor. Gemäss ihren Erfahrungszahlen bei Hotels ohne Stern wie auch 
bei  kleinen  Hotels  mit  oder  ohne  Stern  ging  sie  von  einem 
durchschnittlichen  Warenaufwand  von  33%  des  Umsatzes 

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(Bruttogewinnmarge von 67%) aus. Für das 1. Halbjahr 2001 und das 
Geschäftsjahr  2001/2002  stützte  sich  die  ESTV  auf  den 
Warenaufwand  gemäss  den  von  der  Beschwerdeführerin  bei  der 
kantonalen  Steuerbehörde  eingereichten  Abschlüssen.  Die  kalkula-
torische Ermittlung ergab für das 1. Halbjahr 2001 einen Umsatz von 
Fr.  114'444.--  (½  von  Fr.  228'888.--)  und  für  das  Geschäftsjahr 
2001/2002 (Zeit vom 1. Juli 2001 bis 30. Juni 2002) Fr. 177'261.--. Da 
anlässlich  der  Kontrolle  keine Angaben zum Warenaufwand ab dem 
1. Juli  2002  vorhanden  waren,  nahm  die  ESTV  anhand  des 
Geschäftsjahres  2001/2002  eine  pauschale  Schätzung  vor.  Für  das 
Geschäftsjahr 2002/2003 (Zeit vom 1. Juli 2002 bis 30. Juni 2003) ging 
sie von Fr. 150'000.-- und für die Zeit  vom 1. Juli  2003 bis 31. März 
2004 von Fr. 85'714.-- Umsatz aus. Nach den Ausführungen der ESTV 
in  Ziff.  1  ihrer  EA  Nr.  271'772  seien  mit  diesen  etwas  geringeren 
Umsätzen die Umstände berücksichtigt worden, dass das Restaurant 
im Hotel Y._______ in (...) (ab 1. Mai 2003) nur noch fünf statt sieben 
Tage geöffnet gewesen sei und die Beschwerdeführerin diesen Betrieb 
alleine  geführt  habe.  Im  Weiteren  nahm  die  ESTV  in  ihrem 
Einspracheentscheid  eine  Vergleichsrechnung  vor,  die  den  Waren-
aufwand  der  nachträglich  eingereichten  Abschlüsse  2003  und  2004 
sowie  die  branchenspezifische  Bruttogewinnmarge  von  67% 
berücksichtigte. Für die Zeit vom 1. Juli 2002 bis 31. März 2004 ergab 
diese  kalkulatorische  Ermittlung  einen  Umsatz,  der  sogar  um 
Fr. 19'850.--  höher  lag  als  derjenige  aufgrund  der  pauschalen 
Schätzung.  Es  kann  damit  festgehalten  werden,  dass  die  von  der 
ESTV  vorgenommene  Schätzung  des  Restaurantumsatzes  sich  auf 
Teilergebnisse  der  Buchhaltung  stützt  und  eine  branchenspezifische 
Bruttogewinnmarge sowie weitere  konkrete Umstände berücksichtigt. 
Im  Weiteren  bestätigt  auch  die  vorgenommene  Vergleichsrechnung, 
dass die Schätzung sachgerecht ist. Sie ist somit grundsätzlich nicht 
zu beanstanden.

Was  die  Beschwerdeführerin  dagegen  vorbringt,  vermag  nicht  zu 
überzeugen.  Die  in  ihrer  Beschwerde  aufgeführten  "tatsächlich 
erzielten  Umsätze"  müssen  als  blosse  Behauptungen  gewertet 
werden,  die  sie  in  keiner  Weise  belegt.  Zudem  widerspricht  der 
behauptete  Restaurantumsatz  im  Geschäftsjahr  2001/2002  von 
Fr. 75'000.--  dem  von  ihr  bei  der  kantonalen  Steuerbehörde 
eingereichten  Abschluss  2001/2002,  der  einen  Umsatz  von 
Fr. 160'781.--  ausweist.  Ein  Vergleich  mit  den  nachträglich 
eingereichten Abschlüssen 2003 und 2004 ist nicht möglich, da diese 

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jeweils  das  Geschäftsjahr  von  Januar  bis  Dezember  enthalten  und 
somit  nicht  den  Zeiträumen  der  Beschwerdeeingabe  (vgl.  oben  E) 
entsprechen. Der Einwand,  dass das Hotel/Restaurant  X._______ in 
(...) vom 1. Januar 2003 bis 30. April 2003 geschlossen gewesen sei, 
wird  ebenfalls  nicht  weiter  belegt.  In  keiner  Weise  gelang  es  der 
Beschwerdeführerin  somit,  den  Nachweis  zu  erbringen,  dass  der 
ESTV  bei  der  Schätzung  des  Restaurantumsatzes  erhebliche  und 
offensichtliche Ermessensfehler unterlaufen sind.

9.2 Aufgrund  ihrer  Beobachtungen  anlässlich  der  Kontrolle  ging  die 
ESTV bei der Schätzung des Hotelumsatzes des Hotel X._______ in 
(...) (bis 30. April 2003) davon aus, dass die Beschwerdeführerin zwei 
der  sieben  Zimmer  nicht  als  Hotelzimmer,  sondern  zu  anderen 
Zwecken (privates Zimmer bzw. Abstellraum) nutzte. Berücksichtigung 
fand im Weiteren ausschliesslich der  Einzelzimmertarif  von Fr. 65.--. 
Zudem ging die ESTV von einer maximal möglichen Auslastung von 
48 Wochen zu 5 Nächten aus und legte ihrer Berechnung schliesslich 
eine effektive Auslastung von 75% zugrunde. Diesen Auslastungsgrad 
begründete  die  ESTV  mit  der  Aussage  des  Nachfolgers  der 
Beschwerdeführerin,  dass  die  Belegung  der  Hotelzimmer  bedingt 
durch Arbeiter der nahe gelegenen Zuckerfabrik und deutsche Gäste 
recht  gut  sei. Aufgrund dieser  Annahmen ging die  ESTV von einem 
Jahresumsatz  aus  Beherbergung  von  Fr. 58'500.--  aus.  Bei  der 
Schätzung des Hotelumsatzes des Hotel Y._______ in (...) (ab 1. Mai 
2003)  berücksichtigte  die  ESTV,  dass  das  Hotel  nur  an  5  Tagen 
geöffnet  und  es  weniger  gut  belegt  gewesen  sei  als  das  Hotel 
X._______.  Sie  ging  hier  deshalb  von  einer  durchschnittlichen 
Belegung  von  zwei  der  fünf  Doppelzimmer  pro  Nacht  aus  und 
berücksichtigte grundsätzlich den Einzelzimmerpreis von Fr. 65.--. Dies 
ergab für die Zeit  vom 1. Mai 2003 bis 30. April  2004 einen Umsatz 
von Fr. 29'792.--.

Die Beschwerdeführerin wendet ein, dass die von ihr im Einsprache-
verfahren  eingereichten  Meldescheine  immer  korrekt  ausgefüllt 
worden seien und macht damit sinngemäss eine tiefere Auslastung der 
Hotels  geltend.  Die  ESTV  verweist  diesbezüglich  in  ihrer  Vernehm-
lassung auf die Ausführungen im Einspracheentscheid. Dort legte sie 
dar, dass die Beschwerdeführerin nur betreffend das Hotel Y._______ 
Meldescheine eingereicht habe. Diese Meldescheine, die Personalien 
der  Gäste,  das  Ankunfts-  und  Abreisedatum  sowie  die  Anzahl  der 
Personen  aufzeigen  sollten,  seien  jedoch  häufig  nicht  vollständig 

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ausgefüllt gewesen. Zum Teil hätte die Anzahl Nächte oder die Anzahl 
Personen  gefehlt.  Im  Übrigen  enthielten  die  Meldescheine  keine 
Angaben zu dem in Rechnung gestellten Betrag und zudem könne die 
ESTV  die  Vollständigkeit  der  vorhandenen  Meldescheine  nicht 
überprüfen.  Beispielsweise  liege  für  den  Monat  März  kein  einziger 
Meldeschein vor. Gemäss den von der ESTV mit  ihrer  Eingabe vom 
9. April  2008  (Ergänzung  der  amtlichen  Akten)  dem  Bundes-
verwaltungsgericht eingereichten zwei Exemplaren von Meldescheinen 
(die  übrigen  habe  sie  der  Beschwerdeführerin  mit  dem Einsprache-
entscheid  retourniert)  enthalten  diese  keine  fortlaufende  Numme-
rierung  (vgl.  Beispiele  "Meldescheine",  Ergänzung  der  amtl.  Akten 
Nr. 8). Insbesondere auch aus diesem Grund stellte die ESTV deshalb 
zu Recht  in Frage,  ob die Beschwerdeführerin  alle  Meldescheine im 
Einspracheverfahren  eingereicht  hat.  Die  Beschwerdeführerin  macht 
diesbezüglich  keine  Aussagen,  sondern  begnügt  sich  mit  der 
Behauptung, dass alle Meldescheine korrekt ausgefüllt worden seien, 
ohne dies jedoch zu belegen. Es muss somit festgestellt werden, dass 
die Beschwerdeführerin nicht stichhaltig nachweisen konnte, dass die 
ESTV von einer zu hohen Auslastung ausging.

Die Beschwerdeführerin wendet zudem ein, dass die Hotelzimmer oft 
monateweise für Fr. 350.-- und später für Fr. 400.-- vermietet worden 
seien.  Für  ihre  Behauptung  kann  die  beweisbelastete  Beschwerde-
führerin  jedoch  wiederum keine  stichhaltigen  Nachweise  beibringen. 
Schliesslich  vermögen  auch  die  Einwände  der  Beschwerdeführerin, 
dass die Hotels/Restaurants X._______ und Y._______ keine Hotels 
im  eigentlichen  Sinn,  sondern  Restaurants  mit 
Übernachtungsmöglichkeit  seien  und  irgendwelche  Vergleiche  mit 
Städten oder Touristenorten falsch seien, an diesem Ergebnis nichts 
zu  ändern.  Gemäss  Ausführungen  der  ESTV im  Kontrollbericht  und 
wie  bereits  aus  den  Namen  (Hotel  X._______,  Hotel  Y._______) 
ersichtlich  ist,  handelt  es  sich  vorliegend um Hotels  im eigentlichen 
Sinn. Dies ist zudem auch aus den Zimmerpreisen von Fr. 65.-- für ein 
Einzelzimmer  und  Fr.  120.--  für  ein  Doppelzimmer  ersichtlich.  Der 
Umstand,  das  sich  die  Hotels  nicht  in  Städten  oder  Tourismusorten 
befinden, wurde bei der Schätzung  berücksichtigt.

9.3

9.3.1 Die  ESTV  rechnete  in  der  Zeit  der  Bewirtschaftung  des 
Hotel/Restaurant X._______, d.h. bis am 30. April 2003, die Umsätze 

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der Bar separat auf. Soweit die Beschwerdeführerin darlegt, dass die 
Umsätze  der  Bar  im  Hotel  Y._______  in  die  Tageseinnahmen  des 
Restaurants integriert worden seien, besteht deshalb zwischen ihr und 
der  ESTV  keine  Differenz,  denn  ab  der  Übernahme  des  Hotels 
Y._______  per  1.  Mai  2003  nahm  die  ESTV  keine  separate 
Aufrechnung  von  Bar-Umsätzen  mehr  vor.  Zur  Ermittlung  des 
Umsatzes  der  Bar  im  Hotel  X._______  ging  die  ESTV  vom 
Warenaufwand  der  Bar  gemäss  dem  bei  der  kantonalen 
Steuerbehörde  eingereichten  Abschluss  2000/2001  aus.  Nach  ihren 
Erfahrungszahlen  kalkulierte  die  ESTV  den  Umsatz  mittels  einer 
Bruttogewinnmarge von 70%. Für das erste Halbjahr 2001 ergab sich 
damit  ein  Umsatz  von  Fr. 63'060.--  (½  von  Fr. 126'121.--).  Für  das 
Geschäftsjahr  2001/2002  lagen  für  den  Barbetrieb  keine 
Buchhaltungszahlen vor. Sie schätzte deshalb den Umsatz der Bar für 
das  Geschäftsjahr  2001/2002  aufgrund  der  Vorjahreszahlen  mit 
(abgerundet)  Fr. 125'000.--. Ebenfalls  auf  Basis  des  Geschäftjahres 
2000/2001 nahm sie die Schätzung für die Zeit  vom 1. Juli  2002 bis 
30.  April  2003  (10  Monate)  vor,  ausmachend  (abgerundet) 
Fr. 105'000.-- Umsatz.

Die  Beschwerdeführerin  wendet  ein,  dass  die  Bar  des  Hotels 
X._______ in (...)  nicht  durch sie,  sondern  durch B._______ geführt 
worden sei. Dieser  rechne ebenfalls  mit  der  Mehrwertsteuer  ab. Die 
ESTV führte in ihrer Vernehmlassung dazu aus, sie anerkenne, dass 
die  fragliche  Bar  durch  den  Bruder  der  Beschwerdeführerin 
(B._______) betrieben worden sei. Falsch sei jedoch die Behauptung, 
dass  er  ebenfalls  mit  der  Mehrwertsteuer  abgerechnet  habe.  Dies 
treffe frühestens ab dem 1. Mai  2003 zu (Eintragung von B._______ 
im  Register  der  Mehrwertsteuerpflichtigen  unter  einer  separaten 
MWST-Nummer). Entscheidend sei vorliegend aber, dass der fragliche 
Barbetrieb Dritten gegenüber nicht deutlich erkennbar als getrenntes 
Unternehmen  aufgetreten  sei.  Es  komme  somit  der  Grundsatz  der 
Einheit des Unternehmens zur Anwendung.

9.3.2 Unbestritten ist,  dass die Beschwerdeführerin  bis  am 30. April 
2003 das Hotel und Restaurant X._______ in (...) führte und ihr Bruder 
die in diesem Hotel befindliche Bar betrieb. Gemäss Feststellung der 
ESTV  trat  der  Barbetrieb  Dritten  gegenüber  jedoch  nicht  deutlich 
erkennbar  als  getrenntes  Unternehmen  auf  (vgl.  Kontrollbericht, 
Ergänzung der amtl. Akten Nr. 1, S. 1: "kein separates Firmenschild, 
keine  separate  Kasse/Quittungen,  kein  eigener  Telefonanschluss"). 

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Diese  Feststellungen  belegt  das  Geschäftspapier  der  Beschwerde-
führerin (vgl. Schreiben vom 27. Januar 2003, amtl. Akten Nr. 11 des 
Parallelverfahrens  A-1549/2006).  Hotel,  Restaurant  und  Bar  treten 
darin  als  eine  Einheit  mit  auch  nur  einer  Telefonnummer  auf. 
Wirtschaftlich  betrachtet  handelt  es  sich  deshalb  beim  Hotel  und 
Restaurant sowie dem Barbetrieb um ein Unternehmen. Gemäss dem 
Grundsatz  der  Einheit  des  Unternehmens  sind  die  betreffenden 
Umsätze  somit  unter  einer  Mehrwertsteuer-Nummer  gesamthaft  zu 
versteuern  (E.  7.2).  Die  ESTV  rechnete  die  Barumsätze   somit  zu 
Recht bei der Beschwerdeführerin auf. Im Weiteren ist die Schätzung 
aufgrund  des  Warenaufwands  des  Geschäftsjahres  2000/2001  und 
unter Anwendung einer branchenspezifischen Bruttogewinnmarge von 
70%  nicht  zu  beanstanden.  Die  Beschwerdeführerin  bringt  dies-
bezüglich  auch  keine  Einwände  vor. Ebenfalls  zu  Recht  erfolgte  die 
zusätzliche  Nachbelastung  der  ESTV  von  Fr.  6'710.--  in  ihrem 
Einspracheentscheid.  Die  in  der  EA  Nr. 271'772  im  Betrag  von 
Fr. 95'000.--  zugunsten  der  Beschwerdeführerin  an  den  kalkulierten 
Barumsatz  angerechnete  Überdeckung  des  deklarierten  Gesamt-
umsatzes im Vergleich zum verbuchten Gesamtumsatz des Geschäfts-
jahres  2001/2002  von  Fr. 102'133.--  wurde  richtigerweise  korrigiert 
bzw. rückbelastet (7,6% von Fr. 95'000.--), da die Beschwerdeführerin 
nicht nachweisen konnte, woher diese Überdeckung stammt und aus 
welchen Gründen sie entstanden war.

Zusammenfassend konnte die Beschwerdeführerin den erforderlichen 
Nachweis  nicht  erbringen,  dass  der  ESTV  bei  der  Schätzung  der 
Umsätze erhebliche und offensichtliche  Ermessensfehler  unterlaufen 
sind.

10.

10.1 Die  ESTV  belastete  in  ihrer  EA  Nr.  271'772  die  von  der 
Beschwerdeführerin  deklarierten  Vorsteuerabzüge  vom  1.  Quartal 
2001  bis  1.  Quartal  2003  mangels  Nachweis  zurück.  In  der  Folge 
reichte  die  Beschwerdeführerin  im  Einspracheverfahren  Vorsteuer-
belege  aus  dem  Jahr  2002  ein.  Nach  deren  Prüfung  gewährte  die 
ESTV in ihrem Einspracheentscheid 64% der deklarierten Vorsteuern 
des Jahres 2002 und legte dieses Resultat auf das Jahr 2001 sowie 
das 1. Quartal 2003 um. Dies führte im Einspracheentscheid in diesem 
Punkt zu einer teilweisen Gutheissung im Betrag von Fr. 11'869.--.

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10.2 Die  ESTV verweigerte  bei  36% der  deklarierten  Vorsteuern  im 
Jahr 2002 den Vorsteuerabzug aus folgenden Gründen:

a) keine  Rechnung  vorhanden  (Kostenvoranschlag  der  (...)  vom 
29. April 2002)

b) Kassazettel ohne Empfängeradresse über Fr. 400.-- (diverse)

c) Rechnungen lautet nicht auf die Beschwerdeführerin (Rechnungen 
der  Swisscom lautend auf  (...)  oder  Frau (...),  Rechnung der  (...) 
vom  19.  Juni  2002  lautend  auf  die  (...),  Rechnung  der  (...)  vom 
24. Oktober 2002 ohne Angabe des Leistungsempfängers)

d) MWST-Nummer  des  Leistungserbringers  und  Ausweis  der  MWST 
fehlen (Rechnung der (...) vom 29. Juli 2002, Kaufvertrag (...) vom 
4. Juli 2002)

e) Ausweis  der  MWST  fehlt  und  Rechnungsbeträge  unleserlich 
(Rechnung der (...) vom 21. Oktober 2002).

10.3 Im vorliegenden Fall  nahm die ESTV eine Umlage der mangel-
haften Vorsteuerbelege des Jahres 2002 auf das Jahr 2001 und das 
1. Quartal 2003 vor. Die ESTV wies zwar nicht näher nach, dass die 
massgebenden Verhältnisse im eingehend kontrollierten Zeitabschnitt 
2002  ähnlich  waren  wie  im  Jahr  2001  sowie  im  1.  Quartal  2003 
(vgl. E. 4.3).  Aus  den  Akten  sind  jedoch  keine  Anhaltspunkte  für 
unterschiedliche Verhältnisse mit Bezug auf die Qualität der Vorsteuer-
belege ersichtlich und die Beschwerdeführerin macht dies auch nicht 
geltend. Überhaupt brachte sie gegen die Umlage keine Einwände vor. 
Im Übrigen hatte  sie  mehrmals  die  Möglichkeit,  die  Vorsteuerbelege 
des Jahres 2001 und des 1. Quartals 2003 einzureichen. Die Umlage 
an sich ist deshalb nicht zu beanstanden. Zu prüfen bleibt aber, ob die 
teilweise  Verweigerung  der  Vorsteurabzüge  im  Jahr  2002  – 
insbesondere  im  Lichte  des  neuen  Verordnungsrechts  (Art. 15a  und 
45a MWSTGV) – zu Recht erfolgte.

10.4 Voraussetzung für den Vorsteuerabzug ist gemäss Art. 38 Abs. 1 
Bst. a MWSTG eine Rechnung mit den Angaben nach Art. 37 MWSTG 
(E. 6.1 und 6.2). Das gänzliche Fehlen einer Rechnung (E. 10.2 Bst. a) 
stellt  dabei  nach der  Rechtsprechung einen materiellen Mangel  dar, 
der nicht durch Art. 45a MWSTGV geheilt  werden kann (vgl. E. 6.4). 
Das Gleiche muss auch beim Fehlen des Ausweises der MWST in der 
Rechnung (E. 10.2. Bst. d und e) gelten. Die offene Überwälzung der 
Steuer  auf  den  Leistungsempfänger  stellt  eine  materielle  Voraus-
setzung für den Vorsteuerabzug dar und keinen blossen Formmangel. 

Seite 23

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Im  Weiteren  können  zwar  nach  neuem  Verordnungsrecht  unter 
Umständen Rechnungen akzeptiert  werden, die den Namen oder die 
Adresse  des  Leistungsempfängers  nicht  vollständig  gemäss  Art.  37 
Abs. 1 Bst. a MWSTG wiedergeben. Dies setzt jedoch gemäss Art. 15a 
MWSTGV  voraus,  dass  die  tatsächlich  vorhandenen  Angaben  die 
betreffende Person eindeutig identifizieren (E. 6.3). Bei den vorliegend 
in Frage stehenden Rechnungen (E. 10.2 Bst. b und c) ist dies nicht 
erfüllt. Entweder fehlt überhaupt eine Angabe des Leistungsemfängers 
oder sie lassen sich nicht eindeutig der Beschwerdeführerin zuordnen. 
Die  ESTV  verweigerte  die  betreffenden  Vorsteuerabzüge  somit  zu 
Recht.

11.
Dem Gesagten  zufolge  ist  die  Beschwerde abzuweisen. Bei  diesem 
Verfahrensausgang  sind  der  Beschwerdeführerin  als  unterliegender 
Partei  sämtliche  Kosten  für  das  Beschwerdeverfahren  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  aufzuerlegen  (vgl.  Art.  63  Abs.  1  VwVG). 
Die  Verfahrenskosten  werden  mit  Fr.  1'500.--  festgesetzt  und  der 
Beschwerdeführerin zur Zahlung auferlegt.

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 1'500.-- werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 1'500.-- verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an:

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ...; Gerichtsurkunde)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Pascal Mollard Jürg Steiger

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 
Die  Rechtsschrift  ist  in  einer  Amtssprache  abzufassen  und  hat  die 
Begehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die 
Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die 
Beweismittel  sind,  soweit  sie  der  Beschwerdeführer  in  Händen  hat, 
beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand:

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