# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 156e5190-60ee-5196-887f-777bc7e6d62d
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-05-22
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2013 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2013
**Docket/Reference:** DB.2017.59
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2017_59_ll.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

2 DB.2017.59 
2 ST.2017.73 

Entscheid 

22. Mai 2018 

Mitwirkend: 

Einzelrichter Alexander Widl und Gerichtsschreiber Hans Heinrich Knüsli 

A ,    

In Sachen 

gegen 

Beschwerdeführer/ 
Rekurrent,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,   

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,   

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Süd, 
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

Direkte Bundessteuer 2013 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2013 

betreffend 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  1.  A (nachfolgend  der  Pflichtige)  wohnt  an  der  …strasse  40 in  B  in  einem 

ländlich  gelegenen,  ihm gehörenden  ehemaligen  Bauernhaus mit  Umschwung.  In  der 

vorliegend  strittigen  Steuerperiode  2013  arbeitete  er  für  die  Firma  C  AG  an  der 

…strasse 28 in D als Teamleiter. Bereits seit September 2011 hatte er für den eigenen 

Gebrauch in D, Stadtteil E, für Fr. 868.30 pro Monat (inkl. Nebenkosten; im Jahr 2013: 

Fr. 826.30  pro  Monat)  eine  2-Zimmer-Wohnung  gemietet,  die  nach  seinen  eigenen 

Angaben vorwiegend dazu diente, an den Wochenenden (Freitag- und Samstagabend) 

nach  dem  Ausgang  in  D  übernachten  zu  können  und  nicht  mitten  in  der  Nacht  oder 

frühmorgens mit einem (teuren) Taxi nach Hause fahren zu müssen.  

Der Pflichtige war unbestrittenermassen für seine Tätigkeit als Teamleiter auf 

das  eigene  Auto  angewiesen,  weshalb  er  dieses  täglich  benützte,  um  zur  Arbeit  zu 

gelangen.  In  der  Steuererklärung  2013  machte  er  Fahrkosten  zwischen  Wohn-  und 

Arbeitsstätte für die Strecke D - B von pauschal Fr. 13'104.- geltend (240 Tage x 78 km 

pro Arbeitstag à Fr. 0.70).  

2.  Das  Steueramt  D  führte  im  Jahr  2014  zur  Feststellung  des  steuerrechtli-

chen Wohnsitzes eine Untersuchung und stellte dem Pflichtigen zu diesem Zweck am 

28. April  2014  einen  Fragebogen  zu.  Das  Amt  gelangte  aufgrund  der  Antworten  des 

Pflichtigen offenbar zum Schluss, dessen Lebensmittelpunkt befinde sich nach wie vor 

in B und sah in der Folge von einer Beanspruchung der Steuerhoheit ab. 

Das kantonale Steueramt erliess am 10. November 2015 den Einschätzungs- 

bzw.  Veranlagungsentscheid  für  die  Steuerperiode  2013  mit  einem  steuerbaren  Ein-

kommen  von  Fr.  95'500.-  (Direkte  Bundessteuer)  bzw.  Fr. 94'600.-  (Staats-  und  Ge-

meindesteuern)  und  einem  steuerbaren  Vermögen  von  Fr.  29'000.-  (nur  Staats-  und 

Gemeindesteuern).  Dabei  gewährte  es  dem  Pflichtigen  nunmehr  lediglich  für  jeden 

zweiten Tag den vollen Fahrkostenabzug nach B (120 Tage pro Jahr à 74 km). Es ging 

im  weitern  davon  aus,  der  Pflichtige  übernachte  an  den  anderen  Tagen  in  der  Woh-

nung in D und gelange von dort jeweils mit dem Auto zur Arbeit (120 Tage pro Jahr à 

20 km). Der Fahrkostenabzug belief sich somit auf Fr. 7'896.-. Eine zumindest teilweise 

Berücksichtigung  der  Wohnungskosten  als  Wochenaufenthaltskosten  kam  für  die 

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Steuerkommissärin nicht in Frage, weil es dem Pflichtigen nach ihren Worten zuzumu-

ten war, unter der Woche jeweils nach Hause zurückzukehren, und er deshalb die vom 

Bundesgericht aufgestellten Kriterien für den Wochenaufenthalter-Status nicht erfülle. 

B. Der Pflichtige erhob am 3. Dezember 2015 Einsprache mit dem Antrag, von 

einer Aufrechnung der Fahrkosten nach B abzusehen, weil er unter der Woche jeweils 

an  seinen  Lebensmittelpunkt  in  B  zurückkehre  und  sich  nur  am  Wochenende  in  der 

Wohnung in D aufhalte. Das kantonale Steueramt forderte den Pflichtigen mit Auflage 

vom 4. Januar 2016 und Mahnung vom 12. Februar 2016 auf, z.B. mittels Servicebele-

gen oder eines Fahrtenbuchs die mit seinem Fahrzeug bzw. seinen Fahrzeugen privat 

und geschäftlich bedingten Strecken nachzuweisen.  

Nachdem  die  Auflageantwort  vom  22.  Februar  2016  inbezug  auf  die  täglich 

gefahrenen  Kilometer  keine  substanzierte  Sachdarstellung  enthielt,  weil  der  Pflichtige 

zu seinen damals von ihm gehaltenen Fahrzeugen keine Belege mehr besass und im 

Jahr  2013  auch  kein  Fahrtenbuch  geführt  hatte,  erliess  die  Steuerkommissärin  am 

14. Juni  2016  zwei  Veranlagungsvorschläge,  mit  welchen  sie  dem  Pflichtigen  in  Aus-

sicht stellte, die Fahrkosten auf Fr. 3'964.- zu kürzen. Sie ging von der Annahme aus, 

dass der Pflichtige unter der Woche an vier Tagen jeweils in der Wohnung in D über-

nachte (192 Tage  à  10 km)  und  die  Strecke  D  -  B  und  zurück  nur  einmal  pro Woche 

zurücklege (zwei Fahrten pro Woche bzw. 96 Tage à 39 km).  

Mit  Einspracheentscheiden  vom  7.  Februar  2017  setzte  das  kantonale  Steu-

eramt  das  steuerbare  Einkommen  neu  auf  Fr.  99'400.-  (direkte  Bundessteuer)  bzw. 

Fr. 98'500.-  (Staats-  und  Gemeindesteuern)  und  das  steuerbare  Vermögen  auf 

Fr. 29'000.- (nur Staats- und Gemeindesteuern) fest. Die Fahrkosten schätzte es wie in 

den vorerwähnten Veranlagungsvorschlägen angedroht nach Art. 130 Abs. 2 des Bun-

desgesetzes  über  die  direkte  Bundessteuer  vom  14.  Dezember  1990  (DBG)  bzw. 

§ 139 Abs. 2 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) auf Fr. 3'964.-.  

C. Mit Beschwerde und Rekurs vom 11. März 2017 verlangte der Pflichtige, es 

seien die Fahrkosten wie ursprünglich deklariert im Umfang von Fr. 13'104.- zum Ab-

zug  zuzulassen.  Das  kantonale  Steueramt  schloss  in  der  Beschwerde-  und  Re-

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kursantwort vom 30. März 2017 auf Abweisung. Der Gerichtsschreiber versuchte in der 

Folge, eine Einigung herbeizuführen. Seine Bemühungen führten indessen zu keinem 

Ergebnis. 

Auf die Parteivorbringen wird – soweit rechtserheblich – in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen. 

Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

1. a) Laut Art. 25 DBG und § 25 StG werden zur Ermittlung des Reineinkom-

mens die gesamten steuerbaren Einkünfte (Art. 16 - 24 DBG, § 16 - 24 StG) um die zu 

ihrer  Erzielung  notwendigen  Aufwendungen  und  allgemeinen  Abzüge  (Art. 26  -  33 

DBG, § 26 - 32 StG) vermindert. Notwendig bzw. abzugsfähig sind diejenigen Aufwen-

dungen,  die  unmittelbar  zur  Erzielung  des  Einkommens  gemacht  werden  und  die  in 

einem direkten ursächlichen Zusammenhang dazu stehen (Reich/von Ah/Brawand, in: 

Kommentar  zum  Schweizerischen  Steuerrecht,  Bundesgesetz  über  die  Harmonisie-

rung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden, 3. A., 2017, Art. 9 N 8 StHG). 

Als  (berufsnotwendige)  Gewinnungskosten  gelten  indes  nicht  sämtliche  Aufwendun-

gen, die irgendeinen Zusammenhang zur ausgeübten Tätigkeit aufweisen bzw. im wei-

teren  Sinn  ihren  Grund  im  Arbeitsverhältnis  haben.  Nach  der  Rechtsprechung  des 

Verwaltungsgerichts erscheinen als berufsnotwendig vielmehr nur solche Kosten, wel-

che  in  einem  qualifiziert  engen,  d.h.  rechtlich  erheblichen  (wesentlichen)  Zusammen-

hang zur ausgeübten Tätigkeit stehen. Erforderlich ist mit anderen Worten ein wesent-

licher Zusammenhang zwischen Art, Grund und Zweck der Ausgabe einerseits und der 

Natur  der  beruflichen  Tätigkeit  andererseits,  während  Aufwendungen,  die  vorwiegend 

mit  der  allgemeinen  Lebenshaltung  zusammenhängen,  sogenannte  Lebenshaltungs-

kosten,  vom  Abzug  ausgeschlossen  sind  (RB 1990  Nr. 32  =  StE 1991  B 22.3  Nr. 38; 

RB 1991 Nr. 21 [Leitsatz]; StE 2000 B 22.3 Nr. 71).  

b)  aa)  Nach  Art.  26  Abs.  1  lit.  a  DBG  und  §  26  Abs.  1  lit.  a  StG  werden  als 

Berufskosten  u.a.  die  notwendigen  Kosten  für  Fahrten  zwischen  Wohn-  und  Arbeits-

stätte abgezogen. Das Eidgenössische Finanzdepartement bzw. die kantonale Finanz-

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direktion legen Pauschalansätze fest; dem Steuerpflichtigen steht der Nachweis höhe-

rer Kosten offen (je Abs. 2).  

bb) Gemäss Art. 5 Abs. 1 der Verordnung des Eidgenössischen Finanzdepar-

tementes  über  den  Abzug  von  Berufskosten  der  unselbständigen  Erwerbstätigkeit  bei 

der  direkten  Bundessteuer  vom  10.  Februar  1993  (Stand  am  1.  Januar 2009;  Berufs-

kostenverordnung)  sind  als  notwendige  Kosten  für  Fahrten  zwischen  Wohn-  und  Ar-

beitsstätte  bei  Benützung  privater  Fahrzeuge  die  Auslagen  abziehbar,  die  bei  Benüt-

zung  der  öffentlichen  Verkehrsmittel  anfallen  würden  (Abs.  2).  Steht  kein  öffentliches 

Verkehrsmittel  zur  Verfügung  oder  ist  dessen  Benützung  objektiv  nicht  zumutbar,  so 

können  die  Kosten  des  privaten  Fahrzeugs  gemäss  den  Pauschalen  nach  Artikel 3 

abgezogen werden (Abs. 3). Gemäss Art. 3 der Berufskostenverordnung legt das Eid-

genössische  Finanzdepartement  Pauschalansätze  fest  und  gibt  sie  in  einem  Anhang 

zur  Verordnung  bekannt.  Der  Pauschalansatz  für  die  Benützung  des  Autos  beträgt 

Fr. 0.70 pro Fahrkilometer.  

Die  entsprechende  kantonale  Dienstanweisung  deckt  sich  inhaltlich  mit  der 

eben  zitierten  Regelung  (vgl.  Verfügung  der  Finanzdirektion  über  die  Pauschalierung 

von  Berufsauslagen  Unselbständigerwerbender  bei  der  Steuereinschätzung  vom 

27. Oktober 2008 [ZStB Nr. 17/203; Verfügung der Finanzdirektion]).  

c)  Aufgrund  von  Sinn  und  Zweck  der  Pauschalierungen  und  aufgrund  der 

durch die Steuerbehörden verlangten Deklaration (Anzahl Arbeitstage x Anzahl Kilome-

ter x Pauschalansatz = abziehbare Kosten) ergibt sich, dass bei der Ermittlung dieser 

Kosten verschiedende natürliche Vermutungen zum Zuge kommen: So ist davon aus-

zugehen,  dass  der  Arbeitnehmer  seine  Arbeitstage  in  der  Regel  am  Arbeitsort  ver-

bringt,  was  vermuten  lässt,  dass  er  den  Arbeitsweg  an  allen  Arbeitstagen  zurücklegt. 

Soweit die Benützung des öffentlichen Verkehrsmittels nach der Praxis als unzumutbar 

erachtet  wird,  ist  zudem  zu  vermuten,  dass  der  Steuerpflichtige  für  die  tägliche  Fahrt 

zur  Arbeit  auch  tatsächlich  das  Privatfahrzeug  benutzt.  Auf  Verlangen  der  Veranla-

gungsbehörde hat der Steuerpflichtige die Basis für diese Vermutungen als steuermin-

dernde Tatsache nachzuweisen, d.h. insbesondere die Anzahl der Arbeitstage und die 

Unzumutbarkeit  der  Benutzung  der  öffentlichen  Verkehrsmittel  (mittels  Zeitvergleich). 

Ist dieser Nachweis aber erbracht und will die Veranlagungsbehörde trotzdem von den 

genannten  Vermutungen  abweichen,  so  braucht  sie  hiefür  stichhaltige  Gründe,  wie 

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etwa  begründete  Zweifel  daran,  dass  die  Arbeitstage  nicht  am  Arbeitsort  verbracht 

worden  sind  (beispielsweise  bei  Heimarbeit)  oder  dass  der  Arbeitsweg  nicht  täglich 

mit dem Privatfahrzeug zurückgelegt worden ist. Soweit die Veranlagungsbehörde sol-

che  Gründe  geltend  macht,  kann  sie  vom  Steuerpflichtigen  –  mit  Blick  auf  dessen 

Mitwirkungspflicht  –  sehr  wohl  weitere  Nachweise  für  den  der  Fahrkostenberechnung 

anfänglich  bloss  vermutungsweise  zugrunde  gelegten  Sachverhalt  verlangen  (BGr, 

25. Oktober 2011, 2C_343/2011, E. 3.3.).  

2. a) Zur Veranlagung nach pflichtgemässem Ermessen im Sinn von Art. 130 

Abs.  2  DBG  und  § 139  Abs. 2  StG  wird  geschritten,  wenn  der  Steuerpflichtige  trotz 

Mahnung  seine  Verfahrenspflichten  nicht  erfüllt  oder  die  Steuerfaktoren  mangels  zu-

verlässiger Unterlagen nicht einwandfrei ermittelt werden können. Vorausgesetzt ist ein 

Untersuchungsnotstand.  Dieser  ist  im  Regelfall  dadurch  verursacht,  dass  der  Steuer-

pflichtige trotz Mahnung seinen Mitwirkungspflichten nicht oder nur unvollständig nach-

gekommen  ist.  Betrifft  dies  steueraufhebende  oder  -mindernde  Tatsachen,  z.B.  bei 

einem von ihm geltend gemachten Abzug, so führt dies nach verwaltungsgerichtlicher 

Rechtsprechung (RB 2003 Nr. 92 = ZStP 2003, 343, auch zum Folgenden) grundsätz-

lich  nicht  zu  einer  Ermessenseinschätzung.  Vielmehr  ist  diesfalls  aufgrund  der  allge-

meinen Beweislastregel (vgl. ASA 62, 720 E. 5b; BGE 121 II 257 E. 4c/aa) zu Unguns-

ten  des  für  derartige  Tatsachen  beweisbelasteten  Steuerpflichtigen  anzunehmen,  die 

behaupteten  Tatsachen  hätten  sich  nicht  verwirklicht.  Dementsprechend  ist  der  in 

Frage stehende Abzug nicht zu berücksichtigen (vgl. BGE 92 I 398; ASA 46, 512). Nur 

ausnahmsweise  ist  auch  bezüglich  steueraufhebender  oder  -mindernder  Tatsachen 

eine  Schätzung  nach  pflichtgemässem  Ermessen  vorzunehmen,  nämlich  dann,  wenn 

dem Steuerpflichtigen die gehörige Mitwirkung an der Ermittlung dieser Tatsachen aus 

Gründen,  die  er  nicht  zu  vertreten  hat,  unmöglich  oder  unzumutbar  ist  (RB 1975 

Nr. 54). Gleich verhält es sich, wenn feststeht, dass dem Steuerpflichtigen dem Grunde 

nach abziehbare Kosten erwachsen sind, diese aber hinsichtlich ihrer Höhe ungewiss 

sind. In diesem Fall wäre es sachwidrig und willkürlich, den Abzug nicht zu berücksich-

tigen,  vielmehr  muss  diesfalls  dessen  Höhe  nach  pflichtgemässem  Ermessen  ge-

schätzt  werden  (Zweifel/Beusch,  in:  Kommentar  zum  Schweizerischen  Steuerrecht, 

Bundesgesetz  über  die  Harmonisierung  der  direkten  Steuern  der  Kantone  und  Ge-

meinden, 3. A., 2017, Art. 46 N 30 ff. StHG). 

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Anlass  zu  einer  Einschätzung  nach  pflichtgemässem  Ermessen  bietet  jede 

nicht zu beseitigende Ungewissheit des Sachverhalts, unbekümmert darum, worauf sie 

zurückgeht  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Handkommentar  zum  DBG,  3. A.,  2016, 

Art.  130  N  26  DBG,  und  Kommentar  zum  Zürcher  Steuergesetz,  3. A.,  2013,  § 139 

N 46 StG, je mit weiteren Hinweisen).  

b)  Voraussetzung  einer  Ermessenseinschätzung  bildet  in  formeller  Hinsicht, 

dass  der  Steuerpflichtige  zulässigerweise  formrichtig  zur  Erfüllung  seiner  Verfahrens-

pflichten  aufgefordert  und  gemahnt  worden 

ist  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, 

Art. 130  N 46  ff.  DBG  und  § 139  N 66  ff.  StG).  Dabei  sind  Begehren  um  Auskünfte 

bzw.  Beweismittelvorlagen  von  der  Steuerbehörde  aus  Beweisgründen  schriftlich  zu 

stellen und ist die vom Steuerpflichtigen vorzunehmende Mitwirkungshandlung klar und 

unmissverständlich  zu  bezeichnen;  andernfalls  ist  dem  Steuerpflichtigen  die  Erfüllung 

der Auflage unter Umständen nicht zumutbar (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Art. 126 

N 13 DBG, § 135 N 13 StG). Darüber hinaus müssen die geforderten Mitwirkungshand-

lungen auch geeignet und notwendig sein, den rechtserheblichen Sachverhalt abzuklä-

ren (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Art. 126 N 31 ff. DBG und § 135 N 34 StG). 

3. a) Im vorliegenden Fall hatte die Steuerbehörde aufgrund der Meldung des 

Steueramts D, der Pflichtige miete in D eine Wohnung, im Einspracheverfahren einen 

stichhaltigen Grund, über die durch den Pflichtigen im Jahr 2013 tatsächlich aus beruf-

lichen  Gründen gefahrenen  Strecken  eine  Untersuchung  zu führen. Wegen  der  Über-

nachtungsmöglichkeit in D lag es nahe anzunehmen, der Pflichtige begebe sich unter 

der  Woche  nicht,  oder  jedenfalls  nicht  jeden  Tag,  an  seinen  Wohnort  in  B,  sondern 

übernachte  (auch)  in  der  Nähe  seines  Arbeitsorts  in  D.  Die  Auflage  vom  4. Januar 

2016 und die Mahnung vom 12. Februar enthielten die unmissverständliche Aufforde-

rung,  die  durch  die  Berufstätigkeit  bedingten  tatsächlich  gefahrenen  Kilometer  mittels 

beweiskräftigen  Unterlagen  (z.B.  Fahrtenbuch,  Servicebelege,  etc.)  nachzuweisen.  In 

seiner Eingabe vom 22. Februar 2016 gab der Pflichtige zu, über die von ihm im Jahr 

2013  gefahrenen  Kilometer  keine  genaue  Auskunft  erteilen  zu  können,  weil  er  nicht 

mehr  im  Besitz  der  Belege  sei  oder  aufgrund  von  Bargeld-Transaktionen,  etwa  beim 

Tanken, gar nicht über Quittungen verfüge. Ein Fahrtenbuch, welches in der Regel für 

die  Unterscheidung  von  privat  und  beruflich  bezogenen  Fahrten  unerlässlich  ist  (vgl. 

StRG, 27. März 2012, 2 DB.2011.212 und2 ST.2011.289, m.w.H.), führte der Pflichtige 

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nicht. Nach eigenen Aussagen begann er erst im Jahr 2015 mit der Aufzeichnung sei-

nes  jeweiligen  Aufenthaltsortes  mittels  Mobiltelefon  und  eines  von  der  Firma  Google 

eigens  hierfür  entwickelten  Programms  (so  genannter  "Tracker").  Die  Verhältnisse  im 

Jahr 2015 sind indes mit denjenigen im strittigen Jahr 2013 nicht zuletzt deshalb nicht 

vergleichbar, weil die Lebenspartnerin des Pflichtigen, G, Jahrgang 1984, damals noch 

in H wohnte und erst per … 2014 zu ihm in dessen Haus an der …strasse 40 in B zog. 

Der  zu  beurteilende  Sachverhalt  blieb  damit  im Dunkeln.  Somit  blieb  dem kantonalen 

Steueramt überhaupt keine andere Wahl, als die beruflich bedingt gefahrenen Kilome-

ter nach pflichtgemässem Ermessen zu schätzen und mit der Kilometerpauschale von 

Fr. 0.70 zu multiplizieren. Die Ermessenseinschätzungen erfolgten damit zu Recht.  

4.  a)  Eine  zu  Recht  ergangene  Ermessensveranlagung  bzw.  -einschätzung 

kann der Steuerpflichtige laut Art. 132 Abs. 3 DBG § 140 Abs. 2 StG einzig wegen of-

fensichtlicher  Unrichtigkeit  anfechten.  Diese  Norm  enthält  eine  Kognitionsbeschrän-

kung der Prüfungsinstanzen. Letztere können eine zu Recht getroffene Ermessensein-

schätzung  bzw.  -veranlagung  nur  aufheben,  wenn  sie  sich  als  offensichtlich  falsch 

erweist  (Zweifel/Hunziker,  in:  Kommentar  zum  Schweizerischen  Steuerrecht,  Bundes-

gesetz über die direkte Bundessteuer, 3. A., 2017, Art. 132 N 33 DBG). Den entspre-

chenden  Nachweis  kann  der  Steuerpflichtige  auf  zwei  Arten  erbringen  (Zwei-

fel/Hunziker, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz über die 

Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden, 3. A., 2017, Art. 48 

N 46  ff.  StHG,  auch  zum  Folgenden):  Vorab  kann  er  den  tatsächlichen  Sachverhalt 

dartun  und  den  entsprechenden  Nachweis  leisten,  mit  der  Folge,  dass  die  im  Streit 

stehende  Ermessenseinschätzung  durch  eine  ordentliche  Einschätzung  ersetzt  wird 

und die Steuerfaktoren nach den für "gewöhnliche" Einschätzungen geltenden Regeln 

ermittelt  werden.  Ist  die  Ermessensveranlagung  Folge  einer  versäumten  Mitwirkungs-

pflicht,  so  muss  der  Steuerpflichtige  dabei  insbesondere  die  versäumten  Handlungen 

innerhalb der Rechtsmittelfrist nachholen (RB 1999 Nr. 150). 

Ist dieser Nachweis nicht möglich oder misslingt er, so kann der Steuerpflich-

tige  noch  darlegen  und  nachweisen,  dass  die  angefochtene  Einschätzung  offensicht-

lich unrichtig ist. Dies trifft dann zu, wenn sie sachlich nicht begründbar (z.B. erkennbar 

pönal  oder  fiskalisch  begründet)  ist,  sich  auf  sachwidrige  Schätzungsgrundlagen,  

-methoden oder -hilfsmittel stützt oder sonst wie mit den konkreten aktenkundigen Ver-

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hältnissen  aufgrund  der  Lebenserfahrung  vernünftigerweise  nicht  vereinbar  ist  (Zwei-

fel/Hunziker, Art. 48 N 59 StHG mit Hinweisen). Ist dieser Nachweis geleistet, bleibt es 

zwar  bei  einer  Ermessenseinschätzung,  doch  wird  die  angefochtene  durch  eine  neue 

Schätzung der Rechtsmittelinstanz ersetzt. 

Im  Rechtsmittelverfahren  betreffend  eine  Ermessenseinschätzung  sind  dem 

Steuerrekursgericht weitere Untersuchungen verwehrt. Es hat vielmehr bei seiner ein-

geschränkten  Überprüfung  des  angefochtenen  Entscheids  auf  offensichtliche  Unrich-

tigkeit  hin  nur  jene  im  Zeitpunkt  der  Entscheidfällung  vorhandenen  Schriftstücke  zu 

berücksichtigen, welche den behaupteten Sachverhalt sofort beweisen oder zumindest 

als  sehr  wahrscheinlich  erscheinen  lassen  (VGr,  27. Mai  1986,  SB 10/1986  und 

11. September 1986, SB 38/1986; Martin Zweifel, Die Sachverhaltsermittlung im Steu-

erveranlagungsverfahren, 1989, S. 144). 

b)  Der  Pflichtige  hat  die  fehlenden  Beweismittel  auch  im  Beschwerde-  und 

Rekursverfahren nicht nachgebracht und auch keine detaillierte Beschreibung der täg-

lich gefahrenen Strecken abgegeben. Die Einvernahme der vom Pflichtigen angebote-

nen  Zeuginnen  verbietet  sich  aus  letzterem  Grund  von  vornherein:  Damit  überhaupt 

eine  Zeugeneinvernahme  durchgeführt  werden  kann,  muss  zunächst  eine  entspre-

chende Sachdarstellung vorliegen (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 132 N 14 und 

16 StG). Es ist nicht Aufgabe des Gerichts, die tatsächlichen Verhältnisse aufgrund von 

Zeugenaussagen  zu  rekonstruieren.  Eine  genaue  Angabe  ist  im  übrigen  nicht  einmal 

dem  Pflichtigen  möglich,  weshalb  sich  eine  Einvernahme  der  Zeuginnen  zudem  als 

zwecklos erwiese. 

Damit  ist  der  Unrichtigkeitsnachweis  gescheitert  und  die  getroffene  Ermes-

senseinschätzung  in  betraglicher  Hinsicht  lediglich  noch  auf  offensichtliche  Unrichtig-

keit hin zu überprüfen. 

c)  aa)  Die  Annahme  der  Steuerkommissärin,  der  Pflichtige  habe  unter  der 

Woche  regelmässig  in  seiner  Mietwohnung  in  D  übernachtet  und  sei  lediglich  an  den 

Wochenenden nach B an seinen Wohnort zurückgekehrt, ist weder völlig lebensfremd 

noch aktenwidrig. Wie bereits dargestellt, lassen sich die effektiven Fahrgewohnheiten 

des  Pflichtigen  im  Jahr  2013  anhand  der  für  den  Einzelrichter  einzig  massgeblichen 

Aktenlage  schlicht  nicht  mehr  rekonstruieren,  und  weitere  Untersuchungshandlungen 

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sind  im  Rahmen  einer  Schätzung  nach  pflichtgemässem  Ermessen  nicht  statthaft. 

Beim  Pflichtigen  handelt  es  sich,  wie  die  Steuerkommissärin  richtigerweise  feststellt, 

auch nicht um einen Wochenaufenthalter im Sinne der Rechtsprechung bzw. im Sinne 

von  Art.  9  der  Berufskostenverordnung,  denn  weder  berufliche  Umstände  noch  die 

Entfernung  zum Wohnort  verhindern  die  tägliche  Heimkehr  an  den  Lebensmittelpunkt 

(vgl.  hierzu  Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Art.  26  N 16  DBG  und  § 26  N 16):  Die 

Fahrzeit vom Arbeitsort an die Wohnadresse des Pflichtigen in B beträgt rund 45 Minu-

ten (ein Weg) und ist somit ohne weiteres zumutbar. Der Abzug weiterer Kosten unter 

diesem Titel verbietet sich damit.  

bb) Dieses Ergebnis ist insofern nicht haltbar, als es bedeutet, dass ein Steu-

erpflichtiger,  der  die  vollen  abzugsfähigen  Heimkehrkosten  an  seinen  Wohnort  (Le-

bensmittelpunkt)  vermeidet,  indem  er  ausnahmsweise  eine  günstigere  bzw.  weniger 

einschneidende Alternative wählt, einen Nachteil erfährt. Übernachtet ein Arbeitnehmer 

anlässlich eines Besuchs auf halbem Weg oder auch in entgegengesetzter Richtung zu 

seinem  Wohnort,  so  erscheinen  die  ihm  entstandenen  (minderen)  alternativen  Weg-

kosten  vielmehr  ebenso  als  beruflich  notwendig.  Gleiches  gilt  für  Aufwendungen,  die 

verursacht wurden, um in der Nähe des Arbeitsorts zu übernachten, denn sie sind bis 

zur  Obergrenze  der  Heimkehrkosten  an  den  Wohnort  unvermeidbar  und  deshalb  als 

Gewinnungskosten im Sinne des Gesetzes erforderlich. Die Schätzung des kantonalen 

Steueramts erweist sich so gesehen als willkürlich, denn sie enthält keinen angemes-

senen Anteil an den Wohnungskosten des Pflichtigen in D. Es ist erstellt und unbestrit-

ten,  dass  Letzterer,  wenn  er  nicht  nach  B  zurückkehrte  oder  seine  Freundin  in  H  be-

suchte, dort übernachtete: Jedenfalls wäre es – wie der Pflichtige zu Recht bemerkt – 

lebensfremd  anzunehmen,  er  habe  die  Nächte  in  D  jeweils  gratis,  etwa  im  Zelt  oder 

unter der Brücke verbracht.  

Aus ähnlichen Überlegungen werden einem Steuerpflichtigen, bei dem sich im 

Nachhinein herausstellt, dass er die Kriterien für den Wochenaufenthalter-Status, etwa 

weil sein Wohnort in der Nähe ist, nicht erfüllt, durch das Bundesgericht zumindest die 

Kosten  für  die  Fahrt  an  den  Wohnort  gewährt,  obwohl  er  die  Strecke  unbestrittener-

massen gar nie oder nur ab und an zurückgelegt hat und deshalb gar keine Wegkosten 

angefallen  sind.  Auch  hier  handelt  es  sich  letztlich  um  beruflich  bedingte,  tatsächlich 

angefallene  Wohnkosten  für  die  Wohnung  in  der  Nähe  des  Arbeitsorts,  die  alternativ 

2 DB.2017.59 
2 ST.2017.73 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
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bis  zur  Obergrenze  der  Fahrkosten  als  Gewinnungskosten  gewährt  werden  (vgl.  StE 

1998 B 22.3 Nr. 62). 

Die  Kosten  für  die  2-Zimmer-Wohnung,  die  nach  Aussage  des  Pflichtigen 

nicht  ausschliesslich  aus  beruflichen  Gründen  angemietet  wurde,  beliefen  sich  in  der 

vorliegend  strittigen  Steuerperiode  2013  auf  Fr. 9'915.60,  was  auf  einen  Tag  und  ein 

Zimmer  umgerechnet  für  jeweils  eine  Übernachtung  in  D  den  Betrag  von  Fr. 13.58 

ergibt (= Fr. 9'915.60 / 365 Tage / 2 Zimmer). 

Dem  Pflichtigen  sind  demnach  nach  pflichtgemässem  Ermessen  (alternative 

bzw. effektive) Arbeitswegkosten mindestens in folgender Höhe zu gewähren, ansonst 

die Schätzung als willkürlich bzw. unhaltbar erschiene: 

Fahrkosten B - D und zurück 
(48 Tage x 2 x 39 km à Fr. 0.70)  

Fahrkosten D - D  
(192 Tage x 2 x 5 km à Fr. 0.70)  

alternative Fahrkosten 
(Zimmerkosten; 192 Tage x Fr. 13.58) 

Total  

Fr. 2'620.- 

Fr. 1'344.- 

Fr. 2'607.-  

Fr. 6'571.- 

Aufgrund  dieser  Erwägungen  sind  die  Rechtsmittel  teilweise  gutzuheissen. 

Das  steuerbare  Einkommen  reduziert  sich  damit  gegenüber  den  Einspracheentschei-

den um Fr. 2'607.- auf abgerundet Fr. 96'800.- (direkte Bundessteuer) bzw. Fr. 95'900.- 

(Staats- und Gemeindesteuern).  

5.  Entsprechend  dem  Verfahrensausgang  sind die  Verfahrenskosten  zu  zwei 

Dritteln dem Beschwerdeführer/Rekurrenten und zu einem Drittel der Beschwerdegeg-

nerin/dem Rekursgegner aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG und § 151 Abs. 1 StG).  

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2 ST.2017.73 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Demgemäss erkennt der Einzelrichter: 

1.  Die  Beschwerde  wird  teilweise  gutgeheissen.  Der  Beschwerdeführer  wird  für  die 

direkte Bundessteuer, Steuerperiode 2013, mit einem steuerbaren Einkommen von 

Fr. 96'800.- veranlagt (Tarif gemäss Art. 214 Abs. 1 DBG; Alleinstehendentarif). 

2.  Der  Rekurs  wird  teilweise  gutgeheissen.  Der  Rekurrent  wird  für  die  Staats-  und 

Gemeindesteuern,  Steuerperiode  2013,  mit  einem  steuerbaren  Einkommen  von 

Fr. 95'900.- und einem steuerbaren Vermögen von Fr. 29'000.- eingeschätzt (Tarif 

gemäss § 35 Abs. 1 bzw. § 47 Abs. 1 StG; Grundtarif). 

[…] 

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2 ST.2017.73