# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 03b3176d-a653-5fd5-ac1e-b052772a42b0
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-18
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 18.04.2024 VBE.2023.517
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2023-517_2024-04-18.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

4. Kammer 

 

VBE.2023.517 / lm / ks       
Art. 53 

 

 

Urteil vom 18. April 2024 
 
 

Besetzung  Oberrichter Roth, Präsident  

Oberrichterin Fischer  

Oberrichter Kathriner  

Gerichtsschreiberin i.V. Mary 

 

 
   

Beschwerde- 

führerin  

 A._____  

vertreten durch lic. iur. Erich Züblin, Rechtsanwalt,  

Rain 63, 5000 Aarau  

 

 
   

Beschwerde- 

gegnerin  

 SVA Aargau, IV-Stelle, Bahnhofplatz 3C, Postfach, 5001 Aarau  

 

 
   

Beigeladene   B._____  

 

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend IVG Renten 

(Verfügung vom 30. Oktober 2023) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Die 1982 geborene Beschwerdeführerin war als Sachbearbeiterin tätig, als 

sie sich am 27. November 2003 unter Hinweis auf psychische Beschwer-

den erstmals bei der Beschwerdegegnerin zum Bezug von Leistungen der 

Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) anmeldete. Infolge des Rück-

zugs der Anmeldung durch die Beschwerdeführerin schrieb die Beschwer-

degegnerin das Gesuch – unter Hinweis darauf, dass die Beschwerdefüh-

rerin im Pensum von 70 % arbeite – am 23. Dezember 2003 ab.  

 

1.2. 

Am 19. März 2020 meldete sich die Beschwerdeführerin unter Hinweis auf 

eine Migräne sowie psychische Beschwerden erneut bei der Beschwerde-

gegnerin zum Bezug von Leistungen (berufliche Integration, Rente) an. Im 

Rahmen der daraufhin erfolgten Abklärungen liess die Beschwerdegegne-

rin die Beschwerdeführerin durch das Ärztliche Begutachtungsinstitut 

(ABI), Basel, polydisziplinär begutachten (Gutachten vom 22. März 2022) 

und nahm eine Abklärung an Ort und Stelle betreffend allfällige Einschrän-

kungen im Haushaltsbereich vor (Abklärungsbericht vom 6. Juli 2022). 

Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren, Rücksprache mit dem Regi-

onalen Ärztlichen Dienst (RAD) und Einholung einer ergänzenden Stellung-

nahme der ABI-Gutachter sprach die Beschwerdegegnerin der Beschwer-

deführerin mit Verfügung vom 30. Oktober 2023 mit Wirkung ab dem 

1. September 2020 eine Viertelsrente zu.  

 

2. 

2.1. 

Dagegen erhob die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 1. Dezember 

2023 fristgerecht Beschwerde und stellte folgende Rechtsbegehren:  

 

"1. Es sei die Verfügung vom 30. Oktober 2023 insofern abzuändern, als 
die Beschwerdegegnerin zu verpflichten sei, der Beschwerdeführerin 
ab 1. September 2020 mindestens eine halbe Invalidenrente zu bezah-
len. 

 
 2. Unter o/e- Kostenfolge." 

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 10. Januar 2024 beantragte die Beschwerdegeg-

nerin die Abweisung der Beschwerde. 

  

 - 3 - 

 

 

 

2.3. 

Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 15. Januar 2024 wurde die aus 

den Akten erkennbare berufliche Vorsorgeeinrichtung der Beschwerdefüh-

rerin zum Verfahren beigeladen und ihr Gelegenheit zur Stellungnahme 

eingeräumt. Die Beigeladene liess sich in der Folge nicht vernehmen. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

1.1. 

Die Beschwerdegegnerin begründete die Zusprache der Viertelsrente da-

mit, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall zu 60 % als Korrekto-

rin arbeiten würde und zu 40 % im Aufgabenbereich Haushalt tätig wäre. 

Unter Berücksichtigung der im – als beweiskräftig zu qualifizierenden – 

Gutachten der ABI attestierten 50%igen Arbeitsunfähigkeit in der ange-

stammten Tätigkeit und der von der zuständigen Abklärungsperson festge-

stellten Einschränkung im Haushaltsbereich von 24 % resultiere ein Invali-

ditätsgrad von 40 % (Vernehmlassungsbeilage [VB] 121 S. 5 ff.). Die Be-

schwerdeführerin stellt sich demgegenüber – unter Hinweis der Beurteilung 

ihrer behandelnden Psychiaterin – im Wesentlichen auf den Standpunkt, 

dem psychiatrischen Teilgutachten der ABI komme aufgrund verschiede-

ner Mängel kein Beweiswert zu. Es sei daher vom Versicherungsgericht ein 

psychiatrisches Gutachten in Auftrag zu geben, nach dessen Vorliegen er-

neut eine Haushaltsabklärung durchzuführen und danach neu über ihren 

Rentenanspruch zu befinden sei (Beschwerde S. 6 ff.). 

 

1.2. 

Streitig und zu prüfen ist demnach, ob die Beschwerdegegnerin der Be-

schwerdeführerin mit Verfügung vom 30. Oktober 2023 (VB 121) zu Recht 

ab dem 1. September 2020 (lediglich) eine Viertelsrente zusprach.  

 

2. 

Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen betreffend Weiterentwicklung der 

IV (WEIV) in Kraft getreten. Weder dem IVG noch der IVV sind besondere 

Übergangsbestimmungen betreffend die Anwendbarkeit dieser Änderun-

gen im Hinblick auf nach dem 1. Januar 2022 beurteilte möglich Ansprüche 

nach den allgemeinen übergangsrechtlichen Grundsätzen jene Bestim-

mungen anzuwenden, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden 

oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestands Geltung haben beziehungs-

weise hatten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_136/2021 vom 7. April 

2022 E. 3.2.1 mit Hinweis unter anderem auf BGE 144 V 210 E. 4.3.1 

S. 213). Da vorliegend Leistungen mit Anspruchsbeginn vor dem 1. Januar 

2022 streitig sind, ist für deren Beurteilung die bis zum 31. Dezember 2021 

geltende Rechtslage massgebend. 

 

 - 4 - 

 

 

3. 

3.1. 

Die Beschwerdegegnerin stützte sich in medizinischer Hinsicht im Wesent-

lichen auf das polydisziplinäre ABI-Gutachten vom 22. März 2022 und die 

ergänzende psychiatrische Stellungnahme der Gutachter vom 29. März 

2023. Das Gutachten umfasst die Fachbereiche Allgemeine Innere Medi-

zin, Rheumatologie, Neurologie und Psychiatrie. Die Gutachter stellten fol-

gende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (VB 86.1 S. 9):  

 

"1. Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradiger Aus-
prägung (ICD-10 F33.1) 

 2. Chronische Migräne (ICD-10 G43.3) 
 3. Medikamentenübergebrauchs-Kopfschmerz (Triptane und übliche 

Analgetika) (ICD-10 G44.4)" 

 

Die weiteren Diagnosen, unter anderem eine Dysthymia (ICD-10 F34.1), 

hätten keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (VB 86.1 S. 10).  

 

In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit bestehe eine 50%ige Arbeitsfähigkeit 

im Rahmen eines zumutbaren Arbeitspensums von fünf bis sechs Stunden 

pro Tag bei erhöhtem Pausenbedarf und reduziertem Rendement. In einer 

angepassten Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 70 %. Als ange-

passt gelte eine Tätigkeit, bei welcher die Aufgaben inhaltlich nicht von 

allzu hoher Komplexität geprägt seien und die Möglichkeit bestehe, "einem 

gegebenenfalls erhöhten Pausenbedarf nachzugehen". Eine möglichst 

freie Zeiteinteilung sei optimal. In solch einer angepassten Tätigkeit sei eine 

Anwesenheit von sechs bis acht Stunden pro Tag zumutbar, wobei eine 

mässig eingeschränkte Leistungsfähigkeit bei erhöhtem Pausenbedarf und 

leicht reduziertem Rendement bestehe. Von dieser Einschätzung könne 

seit März 2019 ausgegangen werden (VB 86.1 S. 10 f.).  

 

3.2. 

Nachdem der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin und deren behan-

delnde Psychiaterin Kritik an der psychiatrischen Beurteilung der ABI-Gut-

achter geäussert hatten, nahm der psychiatrische ABI-Gutachter 

med. pract. C._____, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, am 

29. März 2023 ergänzend Stellung. Er führte dabei im Wesentlichen aus, 

in der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit mache es keinen Unterschied, ob die 

depressive Störung in einer mittelgradigen Ausprägung und die Dysthymia 

getrennt voneinander oder als Double Depression gewertet würden. Es sei 

zwar möglich, dass Migräneanfälle durch psychische Belastungsfaktoren 

ausgelöst würden, jedoch könne nicht vom Aufrechterhalten einer chroni-

schen Depressionserkrankung durch die chronische Migräne ausgegangen 

werden. Dies gelte auch deshalb, weil eine hereditäre Vorbelastung von 

Depressionserkrankungen vorliege. Aus den Berichten der behandelnden 

Ärzte gehe nicht hervor, warum die Beschwerdeführerin nicht mit einem 

Phasenprophylaktikum behandelt worden sei, obwohl Lithium als Mittel 

 - 5 - 

 

 

erster Wahl bei rezidivierenden Depressionserkrankungen empfohlen 

werde. Weiter sei der Umstand, dass die Beschwerdeführerin ständige un-

terschwellige Konflikte mit der Mutter und diese ihr gegenüber einen ag-

gressiven Tonfall gehabt habe, nicht als Trauma einzuschätzen. Es werde 

an der Einschätzung im Gutachten festgehalten (VB 101 S. 3 ff.).  

 

4. 

4.1. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob die-

ser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medi-

zinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet 

und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 134 

V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352).  

 

4.2. 

Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingehol-

ten Gutachten von externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender 

Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Be-

richt erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergeb-

nissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerken-

nen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exper-

tise sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 470; 125 V 351 E. 3b/bb S. 353). 

Den Gutachten kommt somit bei Abklärungen im Leistungsbereich der So-

zialversicherung überragende Bedeutung zu (UELI KIESER, Kommentar 

zum Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-

rechts, 4. Aufl. 2020, N. 13 zu Art. 44 ATSG; vgl. auch BGE 132 V 93 

E. 5.2.8 S. 105).  

 

Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch täti-

gen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich be-

stellten fachmedizinischen Experten andererseits (BGE 124 I 170 E. 4 

S. 175) lässt es nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in 

Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn 

die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. 

Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung auf-

drängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige Aspekte benennen, die im 

Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind 

(vgl. statt vieler: SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43, I 514/06 E. 2.1.1; Urteil des 

Bundesgerichts 9C_425/2019 vom 10. September 2019 E. 3.4 mit Hinwei-

sen). 

  

 - 6 - 

 

 

 

4.3. 

Die Beschwerdeführerin wurde zur Erstellung des ABI-Gutachtens vom 

22. März 2022 fachärztlich umfassend untersucht. Es wurde zudem eine 

eigene Laboruntersuchung durchgeführt (vgl. VB 86.8 S. 2 f.). Die Gutach-

ter beurteilten die medizinischen Zusammenhänge sowie die medizinische 

Situation in Kenntnis der Vorakten (VB 86.1 S. 7 f.; 86.2 S. 1 ff.) und unter 

Berücksichtigung der geklagten Beschwerden einleuchtend und gelangten 

zu einer nachvollziehbar begründeten Schlussfolgerung. Dem Gutachten 

sowie der ergänzenden Stellungnahme vom 29. März 2023 kommt damit 

grundsätzlich Beweiswert im Sinne vorstehender Kriterien zu.  

 

5. 

5.1. 

5.1.1. 

Hinsichtlich der Beurteilung des Gesundheitszustands in somatischer Hin-

sicht stellt die Beschwerdeführerin den Beweiswert des ABI-Gutachtens – 

nach Lage der Akten zu Recht – nicht in Frage. Sie bringt mit Verweis auf 

die Stellungnahmen der behandelnden Psychiaterin Dr. med. D._____, 

Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie sowie für Kinder- und Ju-

gendpsychiatrie und -psychotherapie, vom 15. Mai 2022 und 28. Mai 2023 

indes zusammengefasst vor, der psychiatrische Gutachter habe die Aus-

wirkungen der Migräne auf den psychischen Gesundheitszustand sowie die 

Traumata nicht berücksichtigt und weder die Dysthymie als "Double De-

pression" zur rezidivierenden depressiven Störung noch das Erschöp-

fungssyndrom oder die "Persönlichkeitsproblematik" der Beschwerdefüh-

rerin als relevante Diagnosen bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ein-

bezogen und das Ausmass der von ihm attestierten Arbeits(un)fähigkeit 

ausserdem nicht begründet (Beschwerde S. 7). Gestützt auf den Bericht 

des E._____ (BB 3) sei zudem von einer rezidivierenden depressiven Stö-

rung mit schwer- und nicht lediglich mittelgradigen Episoden auszugehen 

(Beschwerde S. 11). 

 

5.1.2. 

Was den Schweregrad der depressiven Störung anbelangt, legte der psy-

chiatrische Gutachter med. pract. C._____ – vor dem Hintergrund der von 

ihm erhobenen Befunde durchaus einleuchtend – dar, dass von einer mit-

telgradigen Episode auszugehen sei. Dass der Gutachter die nebst der re-

zidivierenden depressiven Störung bestehende Dysthymie nicht berück-

sichtigt habe, ist sodann unzutreffend. So ging auch er vom Vorliegen einer 

Double Depression aus, wobei er der rezidivierenden depressiven Störung 

– anders als der Dysthymie – durchaus eine einschränkende Auswirkung 

auf die Arbeitsfähigkeit beimass (VB 86.5 S. 6 f.). In seiner Stellungnahme 

vom 29. März 2023 legte er sodann schlüssig dar, dass für die Beurteilung 

der Arbeitsfähigkeit nicht von Relevanz sei, ob diese beiden Störungsbilder 

getrennt voneinander oder als Double Depression gewertet würden 

(VB 101 S. 3).  
 

 - 7 - 

 

 

Den Stellungnahmen von Dr. med. D._____ vom 15. Mai 2022 und 18. Mai 

2023 ist sodann zu entnehmen, dass es sich bei der Krankheitsverarbei-

tung einer therapieresistenten Migräne um eine komplexe bio-psycho-sozi-

ale Problematik handle und die Schmerzen und Hilflosigkeit einen starken 

Einfluss auf die Aufrechterhaltung der Depression (erlernte Hilflosigkeit, All-

tagsbeeinträchtigung durch Schmerzen mit Rückzug und Antriebsein-

schränkung) hätten. Es sei der Beschwerdeführerin aufgrund der Migräne 

nicht möglich, körperlich aktiver zu sein, was bekannterweise ein wichtiger 

Pfeiler der Depressionsbehandlung sei (VB 112 S. 10, 15; 89 S. 7). Dies-

bezüglich ist einerseits anzumerken, dass die Migräne und die dadurch be-

dingten Einschränkungen im neurologischen Gutachten ausführlich thema-

tisiert und bereits für sich allein als relevant für die Beurteilung der Arbeits-

fähigkeit eingestuft wurden (vgl. VB 86.6 S. 2 f., 6). Andererseits führte 

med. pract. C._____ in der ergänzenden Stellungnahme schlüssig aus, 

dass Migräneanfälle zwar durch psychische Belastungsfaktoren ausgelöst 

werden könnten, bei der Beschwerdeführerin jedoch nicht vom Aufrecht-

erhalten einer Depressionserkrankung aufgrund einer chronischen Migräne 

auszugehen sei, zumal bei ihr eine hereditäre Vorbelastung von Depressi-

onserkrankungen vorliege (VB 101 S. 4).  

 

Med. pract. C._____ wies weiter darauf hin, dass keine lebensgeschichtli-

chen Ereignisse traumatisierenden Ausmasses erkennbar seien, und 

schätzte die ständigen unterschwelligen Konflikte zwischen der Beschwer-

deführerin und deren Mutter sowie den aggressiven Tonfall letzterer nicht 

als Trauma ein (VB 101 S. 4; vgl. VB 86.5 S. 2, 6 f.), was ohne Weiteres 

nachvollziehbar ist. Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, gemäss 

Dr. med. D._____ könne eine "komplexe Traumatisierung" gemäss ICD-11 

diagnostiziert werden (VB 112 S. 11), ist darauf hinzuweisen, dass eine 

leistungs- und rentenbegründende Invalidität eine psychiatrische, lege artis 

gestellte Diagnose voraussetzt (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 S. 416; 145 

V 215 E. 6.3 S. 228; 127 V 294 E. 5a S. 299). Vorliegend kann jedoch nicht 

von einer lege artis gestellten Diagnose gesprochen werden, da das Kodie-

rungsinstrument ICD-11 in der Schweiz noch keine Anwendung findet (vgl. 

Bundesamt für Statistik, Rundschreiben für Kodiererinnen und Kodierer 

2022 Nr. 1 vom 16. Dezember 2021 S. 2) und die fragliche Diagnose im 

(massgebenden) ICD-10 nicht aufgeführt ist. 

 

Hinsichtlich der Begründung der im Gutachten aufgrund der psychischen 

Beschwerden attestierten von 50- bzw. 70%igen Arbeitsfähigkeit in der an-

gestammten respektive einer angepassten Tätigkeit kann schliesslich auf 

die Ausführungen von med. pract. C._____ verwiesen werden, wonach 

sich die Einschränkung durch die psychisch verminderte Gesamtbelastbar-

keit aufgrund der hereditären Anteile der rezidivierenden Depressionser-

krankung ergebe. Er erwähnte weiter, dass zusätzlich zwar ressourcen-

hemmende psychosoziale Belastungsfaktoren bestehen würden, diese 

 - 8 - 

 

 

jedoch "IV-fremd" (und bei der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung nicht zu berück-

sichtigen) seien (VB 86.5 S. 7 f.). 

 

5.2. 

5.2.1. 

Die Beschwerdeführerin bringt mit Verweis auf die Berichte von Dr. med. 

D._____ vom 15. Mai 2022 und 28. Mai 2023 weiter vor, der psychiatrische 

Gutachter sei nicht auf die nicht-medikamentösen Interventionen sowie die 

Off-Label- und depressionsspezifischen Behandlungen eingegangen. Es 

sei von einer therapieresistenten Depression auszugehen. Auch seien die 

Behandlungserfolge nicht berücksichtigt worden (Beschwerde S. 7 f.).  

 

5.2.2. 

Den Stellungnahmen von Dr. med. D._____ vom 15. Mai 2022 und vom 

28. Mai 2023 ist diesbezüglich im Wesentlichen zu entnehmen, dass die 

Beschwerdeführerin bereits unzählige Medikamente und andere Therapien 

ausprobiert habe, diese hätten jedoch nur einen unbefriedigenden Effekt 

gezeigt. Es sei von einer Therapieresistenz auszugehen (VB 74 S. 2; 112 

S. 7 ff., 14; vgl. auch Beschwerdebeilage [BB] 3). Allerdings gab Dr. med. 

D._____ am 28. Mai 2023 im Widerspruch dazu an, dass die Beschwerde-

führerin diverse Fortschritte gemacht und Behandlungserfolge habe ver-

zeichnen können (VB 112 S. 9, 13; vgl. Beschwerde S. 7 f.). Med. pract. 

C._____ ging – mit überzeugender Begründung – nicht von einer Therapie-

resistenz aus. So wies er auf die langjährige unveränderte Behandlung hin, 

die im Verlauf nicht ausreichend gewesen sei, sowie auf den Umstand, 

dass noch nie eine stationäre oder teilstationäre Behandlung erfolgt sei 

(VB 86.5 S. 5 ff., 9). Er hielt in seiner Stellungnahme insbesondere auch 

fest, aus den vorliegenden Berichten gehe nicht hervor, warum noch nicht 

mit einem Phasenprophylaktikum behandelt bzw. welches Präparat mit 

welchen Nebenwirkungen verabreicht worden sei, obwohl Lithium als Mittel 

der ersten Wahl bei rezidivierenden Depressionserkrankungen empfohlen 

werde (VB 86.5 S. 6; 101 S. 3 f.). Die Behandlung mit unveränderter Medi-

kation sei nicht als leitliniengemäss anzusehen, wobei auch eine erhebliche 

Interaktion zwischen den verordneten Medikamenten bestehe und zumal 

trotz Behandlung weiterhin eine rezidivierende depressive Symptomatik 

bestehe (VB 86.5 S. 7). Er ging von einer aktuell mittelgradigen Ausprä-

gung dieser Gesundheitsstörung aus und bezog entgegen den Ausführun-

gen der Beschwerdeführerin den mutmasslich positiven Effekt einer Li-

thium-Therapie nicht bereits in seine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit mit 

ein (VB 86.5 S. 7 f.; vgl. Beschwerde S. 11), kam aber zum Schluss, dass 

die Beschwerdeführerin durch einen Medikamentenwechsel sowie ggf. 

durch einen Wechsel der Behandlerin (bzw. eine Anpassung der Ge-

sprächspsychotherapie mit einem depressionsspezifischen Fokus) innert 

eines Jahres wieder eine vollständige Arbeitsfähigkeit erlangen könne 

(VB 86.5 S. 9). Dass die im Sommer 2022, mithin nach der Begutachtung, 

im E._____ durchgeführte Elektrokonvulsionstherapie (EKT) zu keiner 

 - 9 - 

 

 

signifikanten Besserung der depressiven Symptomatik führte (BB 3 S. 2), 

stellt insofern ebenfalls keinen Grund für die Annahme  

einer Therapieresistenz dar. Was den diesbezüglichen Bericht vom 7. Sep-

tember 2022 anbelangt, ist vor dem Hintergrund der darin dokumentierten 

Befunde auch nicht nachvollziehbar, weshalb von einer gegenwärtig 

schweren und nicht lediglich mittelschweren Episode der depressiven Stö-

rung ausgegangen wurde (BB 3 S. 1 f.; Beschwerde S. 11). Hinsichtlich 

dieser Einschätzung und insbesondere auch der Beurteilungen der die Be-

schwerdeführerin seit 2006 behandelnden Psychiaterin Dr. med. D._____ 

ist im Übrigen der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen ist, dass behan-

delnde Ärzte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in 

Zweifelsfällen mitunter eher zugunsten ihrer Patienten aussagen. Dies gilt 

grundsätzlich nicht nur für Hausärzte, sondern auch für spezialärztlich be-

handelnde Medizinalpersonen (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 

8C_164/2021 vom 3. Mai 2021 E. 3.2.1 mit Hinweisen). 

 

5.3. 

Entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin (Beschwerde 

S. 12 f.) machte der psychiatrische Gutachter schliesslich ausreichende 

Ausführungen zu den rechtsprechungsgemäss massgebenden Indikatoren 

zur Beurteilung, ob ein psychisches Leiden eine rentenbegründende Inva-

lidität zu bewirken vermag (BGE 141 V 281; 143 V 409 E. 4.5.2 S. 416; 143 

V 418 E. 7.2 S. 429). So sind dem Gutachten Ausführungen zum Schwe-

regrad der diagnostizierten psychischen Störungen (VB 86.5 S. 6 f.) und zu 

Behandlungs- und Eingliederungserfolg bzw. -resistenz (VB 86.5 S. 5 ff.), 

zur Anamnese (VB 86.5 S. 2 f.) und auch zur Ausprägung der diagnosere-

levanten Befunde (VB 86.5 S. 6) zu entnehmen. Die berücksichtigten 

Vorakten wurden ausgewiesen (VB 86.5 S. 1; 86.2), und med. pract. 

C._____ nahm, soweit angezeigt, dazu Stellung (VB 86.5 S. 5 ff.). Bezüg-

lich Komorbiditäten wies er sodann auf die Dysthymie bzw. die Double De-

pression hin und führte aus, dass keine Anhaltspunkte bezüglich Persön-

lichkeitsstörungen, Suchterkrankungen oder Psychosen vorlägen; zudem 

berücksichtigte er die vom neurologischen Gutachter diagnostizierte chro-

nische Migräne (VB 86.5 S. 6 f.). Auch zum ausgewiesenen Leidensdruck 

(VB 86.5 S. 2) und zur Persönlichkeit bzw. Persönlichkeitsdiagnostik und 

den persönlichen Ressourcen sind dem Gutachten Ausführungen zu ent-

nehmen (VB 86.2 S. 1 ff.; 86.5 S. 3, 7). Im Rahmen der sozialen Anamnese 

wurden auch die Familie, die Wohnverhältnisse, soziale Kontakte, Hobbys 

und die Haushaltsführung thematisiert (VB 86.5 S. 3; vgl. Beschwerde 

S. 13). Schliesslich äusserte sich der Gutachter zur Konsistenz (vgl. 

VB 86.5 S. 3, 5), inkl. Erhebungen zur Alltagsgestaltung (VB 86.5 S. 3 f.), 

wobei er auch auf die entsprechenden Einschränkungen der Aktivitäten in 

den Lebensbereichen Beruf, Freizeitgestaltung und Haushalt mit Kinderbe-

treuung einging (VB 86.5 S. 3 f.). Die gutachterlichen Ausführungen sind 

nachvollziehbar begründet, womit die funktionellen Auswirkungen der diag-

nostizierten psychischen Störungen medizinisch anhand der Indikatoren 

 - 10 - 

 

 

schlüssig und widerspruchsfrei festgestellt wurden. Das Gutachten stimmt 

daher mit den normativen Vorgaben der erwähnten Rechtsprechung über-

ein.  

 

Gesamthaft vermögen die Vorbringen der Beschwerdeführerin den Be-

weiswert des ABI-Gutachtens vom 30. März 2022 sowie der ergänzenden 

gutachterlichen Stellungnahme vom 29. März 2023 somit nicht in Zweifel 

zu ziehen, weshalb vollumfänglich darauf abgestellt werden kann und kein 

Anlass für die Einholung eines psychiatrischen Gerichtsgutachtens (vgl. 

Beschwerde S. 13) besteht. Es ist demnach davon auszugehen, dass die 

Beschwerdeführerin seit März 2019 in der angestammten Tätigkeit zu 50 % 

und in einer angepassten Tätigkeit zu 30 % arbeitsunfähig ist. 

 

6. 

6.1. 

Hinsichtlich der Leistungsfähigkeit im Haushaltsbereich stützte sich die Be-

schwerdegegnerin im Wesentlichen auf das Ergebnis der entsprechenden 

Abklärung an Ort und Stelle vom 5. Juli 2022. Die Abklärungsperson ermit-

telte dabei eine Einschränkung von 24 % (VB 91 S. 7). Dagegen bringt die 

Beschwerdeführerin vor, es sei eine neue Haushaltsabklärung durchzufüh-

ren, da die Abklärungsperson von falschen medizinischen Voraussetzun-

gen ausgegangen sei. Ihre psychischen Gesundheitsstörungen seien bei 

der Beurteilung der Einschränkungen in den verschiedenen Haushaltsbe-

reichen nicht adäquat berücksichtigt worden und fälschlicherweise sei von 

der Mitarbeit ihres Ehemannes ausgegangen worden, obwohl dieser krank 

sei (Beschwerde S. 13). 

 

6.2. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Abklärungsberichtes ist wesentlich, 

dass er von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtli-

chen und räumlichen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diag-

nosen sich ergebenden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Wei-

ter sind die Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei die 

divergierenden Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der 

Berichtstext muss plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüg-

lich der einzelnen Einschränkungen sein sowie in Übereinstimmung mit den 

an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Das Gericht greift, sofern 

der Bericht eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage im eben umschrie-

benen Sinne darstellt, in das Ermessen der die Abklärung tätigenden Per-

son nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinschätzungen vorliegen. Das ge-

bietet insbesondere der Umstand, dass die fachlich kompetente Abklä-

rungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist als das im Beschwerde-

fall zuständige Gericht (BGE 140 V 543 E. 3.2.1 S. 547; 133 V 450 

E. 11.1.1 S. 468; Urteil des Bundesgerichts 8C_748/2019 vom 7. Januar 

2020 mit Hinweisen). 

 

 - 11 - 

 

 

6.3. 

Der Abklärungsperson lag das – wie dargelegt – beweiskräftige Gutachten 

vor, weshalb sie Kenntnis vom Gesundheitszustand der Beschwerdeführe-

rin bzw. deren Beschwerden hatte (VB 91 S. 1 f.). Sie stellte Einschränkun-

gen in den Bereichen der Wohnungs- und Hauspflege sowie der Pflege und 

Betreuung der körperlich/motorisch eingeschränkten (vgl. VB 91 S. 6) 

Tochter fest und berücksichtigte die diesbezüglichen Angaben der Be-

schwerdeführerin (VB 91 S. 5 f.). Die Beschwerdeführerin bzw. deren bei 

der Abklärung anwesender Ehemann gaben an, dass dieser an Depressi-

onen leide und daher nur beschränkt helfen könne (VB 91 S. 2), was die 

Abklärungsperson ebenfalls in ihre Beurteilung miteinbezog. Demnach sei 

der Ehemann der Beschwerdeführerin bei der Erstellung des wöchentli-

chen Ernährungsplans sowie der Einkaufsliste behilflich. Bei der Zuberei-

tung des Abendessens würden sie sich abwechseln (VB 91 S. 2, 5). Er ent-

sorge zudem die Kehrichtsäcke, tätige kleine Einkäufe in einem nahegele-

genen Laden und helfe ihr beim Tragen des Wäschekorbs, wenn dieser 

schwer sei (VB 91 S. 5 f.). Im Übrigen entsprechen die Angaben zu den 

Einschränkungen im Bericht über die Abklärung an Ort und Stelle im We-

sentlichen denjenigen der Beschwerdeführerin im Fragebogen betreffend 

Erwerbstätigkeit / Haushalt vom 4. Juni 2020 (VB 32 S. 1 f., 5 f.).  

 

Dem Abklärungsbericht vom 5. Juli 2022 sind keine klaren Fehleinschät-

zungen der Abklärungsperson zu entnehmen, und die Beschwerdeführerin 

legte auch nicht dar, weshalb die in den einzelnen Bereichen festgestellten 

Einschränkungen unzutreffend seien bzw. von welchen weitergehenden 

Einschränkungen richtigerweise auszugehen sei. Folglich kann vollum-

fänglich auf den Bericht über die Abklärung an Ort und Stelle vom 6. Juli 

2022 abgestellt werden.  

 

7. 

7.1. 

Die Beschwerdegegnerin nahm im Rahmen der Bemessung des Invalidi-

tätsgrades gestützt auf die Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin der Be-

schwerdeführerin für das Jahr 2020 ein Valideneinkommen von 

Fr. 80'600.00 (Fr. 3'720.00 x 13, aufgerechnet auf ein 100%-Pensum, 

VB 28 S. 5) an. Das Invalideneinkommen setzte sie basierend auf einer 

50%igen Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit auf Fr. 40'300.00 fest. 

Unter Berücksichtigung einer Einschränkung von 24 % im Aufgabenbe-

reich Haushalt ergab sich bei einer – im Einklang mit den entsprechenden 

Angaben der Beschwerdeführerin stehenden (vgl. VB 32 S. 2; 91 S. 3) – 

Gewichtung des Aufgabenbereichs mit 40 % und des Erwerbsbereichs mit 

60 % ein Gesamtinvaliditätsgrad von 40 % (VB 121 S. 6; vgl. gemischte 

Methode, Art. 28a Abs. 3 IVG).  

 

 - 12 - 

 

 

7.2. 

Diese Berechnung ist insofern nicht korrekt, als der Beschwerdeführerin 

das Arbeitsverhältnis per 29. Februar 2020 aus invaliditätsfremden Grün-

den gekündigt wurde (vgl. VB 29.1 S. 2; 86.4 S. 2) und der darin erzielte 

Lohn daher weder für die Festsetzung des Validen- noch des Invalidenein-

kommens massgebend sein kann. Richtigerweise wäre daher für beide 

Vergleichseinkommen auf die statistischen Löhne der Schweizerischen 

Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik abzustellen ge-

wesen, wobei sich am Ergebnis eines Invaliditätsgrades von 50 % nichts 

ändert, da diese ausgehend vom gleichen tabellarischen Lohn zu ermitteln 

sind. Dass die Beschwerdeführerin auf die Arbeitsfähigkeit von 50 % in der 

angestammten Tätigkeit als Korrektorin und nicht auf diejenige von 70 % in 

einer angepassten Tätigkeit abstellte, ist nicht zu beanstanden. Entspre-

chend resultiert per 1. September 2020 (verspätete Anmeldung) ein zu ei-

ner Viertelsrente berechtigender Invaliditätsgrad von 40 % (vgl. Art. 28 

Abs. 2 und Art. 29 Abs. 1 IVG). 

 

8. 

8.1. 

Nach dem Dargelegten hat die Beschwerdegegnerin der Beschwerdefüh-

rerin mit Verfügung vom 30. Oktober 2023 im Ergebnis zu Recht ab dem 

1. September 2020 eine Viertelsrente zugesprochen. Die dagegen erho-

bene Beschwerde ist daher abzuweisen.  

 

8.2. 

Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Kosten 

werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im 

Rahmen von Fr. 200.00 bis Fr. 1'000.00 festgesetzt. Für das vorliegenden 

Verfahren betragen diese Fr. 800.00. Sie sind gemäss dem Verfahrensaus-

gang der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. 

 

8.3. 

Der Beschwerdeführerin steht nach dem Ausgang des Verfahrens (Art. 61 

lit. g ATSG) und der Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer Stellung als Sozi-

alversicherungsträgerin (BGE 126 V 143 E. 4 S. 149 ff.) kein Anspruch auf 

Parteientschädigung zu. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Die Verfahrenskosten von Fr. 800.00 werden der Beschwerdeführerin auf-

erlegt. 
 

 - 13 - 

 

 

3. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 

Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 18. April 2024 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

4. Kammer 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin i.V.: 

 

 

 

Roth Mary