# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0d8e534c-7347-5bcc-9554-90ccbda9dd84
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-11-28
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 28.11.2014 D-3187/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3187-2014_2014-11-28.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-3187/2014 

 

 

  U r t e i l  v o m  2 8 .  N o v e m b e r  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Richterin Contessina Theis (Vorsitz), 

Richter Martin Zoller, Richter Daniele Cattaneo,    

Gerichtsschreiberin Eva Hostettler. 

   Parteien 
 

A._______, geboren (…), 

B._______, geboren (…), 

C._______, geboren (…), 

Eritrea,  

(…) 

D.______, geboren (…), 

Eritrea,  

(…) 

Beschwerdeführende,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM),  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung;  

Verfügung des BFM vom 19. Dezember 2013 / N (…). 

 

 

D-3187/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Mit Eingabe vom 29. November 2011 (Eingang bei der Schweizer 

Botschaft in E.______ [nachfolgend: Botschaft] am 5. Dezember 2011) 

ersuchten die sich im Sudan aufhaltenden Beschwerdeführenden (Mutter 

und drei Kinder) um Bewilligung der Einreise in die Schweiz zwecks Asyl-

gewährung. Zur Stützung der Vorbringen reichten die Beschwerdeführen-

den Kopien ihrer UNHCR Flüchtlingsausweise (der Mutter und ihrer 

beiden mittlerweile volljährigen [Kinder]) zu den Akten.  

B.  

Das BFM teilte den Beschwerdeführenden mit Schreiben vom 20. August 

2012 mit, dass gemäss Mitteilung der Botschaft vom 23. März 2010 eine 

Befragung vor Ort aus sicherheitstechnischen, strukturellen und organisa-

torischen Gründen nicht möglich sei, weshalb von einer solchen abge-

sehen werde, was der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts 

entspreche (BVGE 2007/30 E. 5.8 S. 367 f.). Gleichzeitig ersuchte das 

BFM die Beschwerdeführenden zwecks Vervollständigung des rechtser-

heblichen Sachverhalts um Beantwortung konkreter Fragen zu Familien-

angehörigen und Verwandten in Drittstaaten, den Asylgründen und zum 

Aufenthalt im Sudan (vgl. BVGE 2007/30 E. 5.4 S. 364 f.).  

C.  

Mit Stellungnahme vom 15. September 2012 beantworteten die Be-

schwerdeführenden das Schreiben des BFM vom 20. August 2012. Zur 

Stützung der Vorbringen reichten sie die bereits eingereichten Kopien 

ihrer UNHCR Flüchtlingsausweise zu den Akten. 

D.  

Die Beschwerdeführenden machten in ihren Eingaben vom 29. November 

2011 und 15. September 2012 im Wesentlichen geltend, ihr Ehemann 

respektive Vater sei eritreischer Staatsangehöriger, dessen Mutter 

stamme aber aus Äthiopien. Seit 1985 habe er als Kämpfer für die eritre-

ische Unabhängigkeit gekämpft. Im Dezember 2008 hätten eritreische 

Sicherheitskräfte – unter vehementem Protest ihres Ehemannes, welcher 

zudem wegen seines Widerstands hinsichtlich der Deportationspolitik von 

Sicherheitskräften bedroht worden sei – die Schwiegermutter nach Äthio-

pien deportiert. Ihr Ehemann sei daraufhin desertiert und nach Hause 

zurückgekehrt. Im Juni 2009 seien nachts drei uniformierte Männer zu 

ihnen nach Hause gekommen und hätten ihren Ehemann mitgenommen. 

Seither fehle jede Spur von ihm. Am nächsten Tag habe die Beschwerde-

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Seite 3 

führerin (Mutter) Anzeige bei der Polizei erstattet, diese hätten jedoch zu 

verstehen gegeben, dass sie nicht gewillt seien, ernsthaft etwas zu 

unternehmen. Jedes Mal wenn sie sich dies betreffend erneut an die 

Polizei gewandt habe, sei sie bedroht und aufgefordert worden, diese 

nicht mehr damit zu belästigen. Am 20. November 2009 seien sie auf-

gefordert worden, das Haus zu räumen. Zudem seien sie von den 

meisten Sozialprogrammen der Regierung – insbesondere dem vergün-

stigten Bezug von Nahrungsmitteln – ausgeschlossen worden. Wahr-

scheinlich wolle die Regierung sie und ihre Kinder verhungern lassen. 

Auch seien sie immer wieder bedroht worden, weshalb die Kinder sich 

geweigert hätten, zur Schule zu gehen. Deshalb hätten sie am 25. Januar 

2010 ihren Heimatstaat verlassen und seien in den Sudan gereist, wo sie 

bis zum 25. März 2010 im UNHCR Flüchtlingslager Shegerab 

untergebracht worden seien. Aufgrund der unsicheren Situation im Lager 

seien sie schliesslich nach E.______ gereist, wo sie seither unter 

prekären Bedingungen leben müssten. Als Haushaltshilfe vermöge sie, 

die Beschwerdeführerin (Mutter) den Lebensunterhalt zu bestreiten; auch 

hätten sie nette Nachbarn. Am (…) sei die eine Beschwerdeführerin (…) 

vergewaltigt worden. Diese leide nun unter Albträumen und habe 

Probleme in der Schule; eine psychiatrische Behandlung sei finanziell 

nicht möglich.  

E.  

Mit Verfügung vom 19. Dezember 2013 – eröffnet am 27. April 2014 – 

verweigerte das BFM den Beschwerdeführenden die Einreise in die 

Schweiz und lehnte ihre Asylgesuche ab.  

F.  

Am 19. April 2014 reiste der minderjährige Beschwerdeführer (…) in die 

Schweiz ein und ersuchte am 29. April 2014 um Asyl.  

G.  

Mit Eingabe vom 11. Juni 2014 (Eingang bei der Botschaft: 22. Mai 2014) 

erhoben die Beschwerdeführenden gegen den Entscheid des BFM beim 

Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und beantragten sinngemäss, die 

vorinstanzliche Verfügung sei aufzuheben und ihnen sei die Einreise in 

die Schweiz zwecks Asylgewährung zu bewilligen.  

H.  

Mit Verfügung vom 19. Juni 2014 räumte die Instruktionsrichterin der 

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Vorinstanz Gelegenheit ein, innert Frist eine Vernehmlassung 

einzureichen. 

I.  

In der Vernehmlassung vom 2. Juli 2014 beantragte das BFM die 

Abweisung der Beschwerde. 

J.  

Mit Verfügung vom 10. Juli 2014 wurde den Beschwerdeführenden Gele-

genheit eingeräumt, innert Frist eine Replik einzureichen.  

K.  

Diese Frist ist ungenutzt verstrichen. 

 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht 

Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu 

den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des 

Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme 

im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 

ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen 

eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerde-

führende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d 

Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 

BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig 

entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 

BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 

AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Die Beschwer-

deführenden (Mutter und zwei [Kinder]) haben am Verfahren vor der 

Vorinstanz teilgenommen, sind durch die angefochtene Verfügung beson-

ders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhe-

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Seite 5 

bung beziehungsweise Änderung; sie sind daher zur Einreichung der 

Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 

sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde der Beschwerdeführen-

den (Mutter und zwei [Kinder]) ist einzutreten. 

1.4 Die Beschwerde des mittlerweile in die Schweiz eingereisten Be-

schwerdeführers ist mangels Rechtsschutzinteresse als gegenstandslos 

geworden abzuschreiben (vgl. BVGE 2012/3). 

1.5 Gestützt auf Art. 33a Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG ergeht der 

vorliegende Entscheid in deutscher Sprache. 

2.  

Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

3.  

Soweit mit den dringlichen Änderungen des Asylgesetzes vom 

28. September 2012 (AS 2012 5359; in Kraft getreten am 29. September 

2012; angenommen durch die Volksabstimmung vom 9. Juni 2013 [BBl 

2013 6613]) die Möglichkeit der Asylgesuchstellung im Ausland abge-

schafft wurde, kommt dies im vorliegenden Fall nicht zur Anwendung, da 

gemäss Übergangsbestimmung zur Änderung vom 28. September 2012 

für Asylgesuche, die im Ausland vor dem Inkrafttreten der Änderung 

gestellt worden sind – was vorliegend zutrifft –, die einschlägigen Normen 

in der bisherigen Fassung gelten. 

4.  

4.1 Die Vorinstanz begründete ihren ablehnenden Asylentscheid vom 

19. Dezember 2013 damit, die vorliegenden Akten liessen darauf 

schliessen, dass die Beschwerdeführenden ernstzunehmende Schwierig-

keiten mit den heimatlichen Behörden hätten, weshalb zu prüfen sei, ob 

einer Asylgewährung durch die Schweiz der Asylausschlussgrund von alt 

Art. 52 Abs. 2 AsylG entgegenstehe. Demnach könne einer Person das 

Asyl verweigert werden, wenn es ihr zuzumuten sei, sich in einem 

anderen Staat um Aufnahme zu bemühen. Diesbezüglich gelte es 

festzuhalten, dass sich, gemäss Berichten des UNHCR, zahlreiche 

eritreische Flüchtlinge und Asylbewerber im Sudan aufhielten. Zwar – so 

das BFM – sei die Lage der eritreischen Flüchtlinge und Asylbewerber im 

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Sudan angesichts deren Anzahl nicht einfach. Die zahlreichen eritre-

ischen Flüchtlinge im Sudan verfügten nicht über ein freies Aufenthalts-

recht für das ganze Land, sondern würden nach ihrer Registrierung 

einem Flüchtlingslager zugeteilt, wo sie sich aufzuhalten hätten und die 

nötige Versorgung erhielten. Es sei den Beschwerdeführenden zuzumu-

ten, sich beim UNHCR zu melden, sofern ihre Situation tatsächlich kri-

tisch sein sollte.  

Insgesamt gelte es festzuhalten, dass in E.______ das Leben für eritre-

ische Flüchtlinge gewiss nicht einfach sei, wobei das BFM die Situation 

der Beschwerdeführenden, insbesondere die erlittene Vergewaltigung, 

bedauere. Es komme jedoch zum Schluss, dass bei einer objektivierten 

Betrachtungsweise nicht von einer akuten Gefährdung der Beschwerde-

führenden auszugehen sei. Angesichts des langjährigen Aufenthalts der 

Beschwerdeführenden und ihrer Arbeitstätigkeiten sei davon auszugehen, 

dass die Hürden für den Aufbau einer zumutbaren Existenz nicht un-

überwindbar seien. Auch lebe im Sudan eine grosse eritreische Diaspora 

und viele Glaubensgenossen, die gegebenenfalls Unterstützung bieten 

könnten. Schliesslich verfügten die Beschwerdeführenden über keine 

besondere Beziehungsnähe zur Schweiz. Obwohl sie mit ihrer Schwäge-

rin respektive Tante über einen Anknüpfungspunkt in der Schweiz 

verfügten, sei dieser nicht derart gewichtig, als dass eine Abwägung der 

Gesamtumstände im Sinne von alt Art. 52 Abs. 2 AsylG dazu führen 

müsste, dass es gerade die Schweiz ist, die den erforderlichen Schutz 

gewähren müsse.  

Nach dem Gesagten benötigten die Beschwerdeführenden den subsidiä-

ren Schutz der Schweiz nicht, vielmehr sei ihnen zuzumuten, vorderhand 

im Sudan zu verbleiben. 

4.2 In der Beschwerde vom 11. Juni 2014 wird dem im Wesentlichen 

entgegengehalten, in E.______ seien sie an Leib, Leben und Freiheit 

gefährdet. Ins Flüchtlingslager Shegerab könnten sie auch nicht zurück-

kehren, würden sie doch Gefahr laufen, Opfer von Menschenhandel oder 

ausgebeutet zu werden. Sie hätten sich mehrmals vergeblich an UNHCR 

gewandt, um Unterstützung oder Schutz zu erhalten. Im April 2014 sei 

sie, die Beschwerdeführerin (Mutter) zusammen mit weiteren eritreischen 

Flüchtlingen festgenommen worden. Für die Freilassung habe die Polizei 

eine hohe, in der Regel nicht aufzubringende Geldsumme verlangt. Als 

sich die Festgenommen gewehrt hätten, seien sie mit der Deportation 

bedroht worden. UNHCR sei informiert worden, habe ihnen jedoch nicht 

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geholfen, weshalb sie schlussendlich die hohe Geldsumme habe be-

zahlen müssen. Die marginale Unterstützung, welche sie durch die 

eritreische Diaspora erhalten hätten, ändere nichts an der Tatsache, dass 

sie unter prekären Lebensumständen ein Dasein in ständiger wirtschaftli-

cher und physischer Angst fristeten. Schliesslich gelte es festzuhalten, 

dass nunmehr der minderjährige Beschwerdeführer (…) in der Schweiz 

sei, weshalb sie über einen gewichtigen Anknüpfungspunkt verfügen 

würden.  

4.3 In der Vernehmlassung vom 2. Juli 2014 führte das BFM im Wesentli-

chen aus, bei den im Sudan verweilenden Beschwerdeführenden handle 

es sich um eine Frau mit (…) volljährigen und (…) fast volljährigen 

(Nachkommen). Zudem sei der mittlerweile in die Schweiz eingereiste 

(…) der Beschwerdeführerin (Mutter) nicht als Flüchtling aufgenommen, 

sondern befinde sich im laufenden Asylverfahren, weshalb nicht von einer 

besonderen Beziehungsnähe zur Schweiz auszugehen sei. Zudem 

befänden sich die Beschwerdeführenden seit nunmehr mehreren Jahren 

im Sudan ohne jemals konkret Opfer einer Entführung oder Deportation 

geworden zu sein, mithin davon auszugehen sei, dass kein Verfolgungs-

interesse seitens organisiert krimineller Organisationen bestehe. Daran 

vermöge schliesslich auch die kurzfristige Festnahme der Beschwerde-

führerin im April 2014 nichts zu ändern, sei sie doch bereits nach zwei 

Tagen und gegen Bezahlung einer Kaution wieder freigelassen worden.  

5.  

5.1 Ein Asylgesuch kann gemäss alt Art. 19 AsylG im Ausland bei einer 

schweizerischen Vertretung gestellt werden, die es mit einem Bericht an 

das Bundesamt überweist (alt Art. 20 Abs. 1 AsylG); das Gesuch kann 

auch direkt beim BFM eingereicht werden (vgl. BVGE 2007/19 E. 3.3). 

Hinsichtlich des Verfahrens bei der schweizerischen Vertretung im 

Ausland sieht alt Art. 10 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über 

Verfahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311) vor, dass diese mit der 

asylsuchenden Person in der Regel eine Befragung durchführt. Ist dies 

nicht möglich, so wird die asylsuchende Person von der Vertretung aufge-

fordert, ihre Asylgründe schriftlich festzuhalten (alt Art. 10 Abs. 2 AsylV 1; 

BVGE 2007/30 E. 5.7 S. 367). 

5.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat in Auslegung dieser Bestimmung-

en in BVGE 2007/30 erkannt, dass sich die Unmöglichkeit einer 

Befragung aus organisatorischen oder kapazitätsmässigen Gründen bei 

der jeweiligen Vertretung, aus faktischen Hindernissen im betreffenden 

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Land oder aus bei der asylsuchenden Person liegenden persönlichen 

Gründen ergeben kann (vgl. BVGE 2007/30 E. 5.2 und 5.3). Da die 

Befragung der Sachverhaltserstellung sowie der Gewährung des rechtli-

chen Gehörs dient (vgl. BVGE a.a.O. E. 5.5), ist die asylsuchende Person 

bei gegebener Unmöglichkeit einer Befragung unter Hinweis auf ihre 

Mitwirkungspflicht in einem individualisierten Schreiben mittels konkreter 

Fragen aufzufordern, ihre Asylgründe schriftlich festzuhalten; ein standar-

disiertes Schreiben vermag diesen Anforderungen damit in aller Regel 

nicht zu genügen (vgl. BVGE a.a.O. E. 5.4).  

5.3 Allerdings kann sich eine Befragung beziehungsweise eine schriftli-

che Sachverhaltsabklärung erübrigen, wenn der Sachverhalt bereits 

aufgrund des eingereichten Asylgesuchs als erstellt erscheint; der 

asylsuchenden Person ist aber diesfalls immerhin im Sinne des rechtli-

chen Gehörs die Gelegenheit zu geben, sich zum Verzicht auf eine Befra-

gung und zu einem abzusehenden negativen Entscheid zumindest 

schriftlich zu äussern (vgl. BVGE a.a.O. E. 5.7). Schliesslich ist das 

Bundesamt  gehalten, das Absehen von einer Befragung zu begründen 

(vgl. BVGE a.a.O. E. 5.6 sowie 5.7). 

5.4 Im vorliegenden Fall ist der Verzicht auf eine persönliche Befragung 

der Beschwerdeführenden durch die vom BFM im Schreiben vom 

20. August 2012 begrenzten Personalressourcen und fehlenden Voraus-

setzungen im sicherheitstechnischen und räumlichen Bereich sachlich 

begründet. In ihrem Schreiben vom 29. November 2011 (vgl. act. A1/7) 

schilderten die Beschwerdeführenden bereits ziemlich ausführlich ihre 

Ausreisegründe aus Eritrea und ihre Situation im Sudan. Die im erwähn-

ten Schreiben des Bundesamts enthaltenen zusätzlichen Fragestellungen 

decken sodann sämtliche weiteren für die Beurteilung des von den 

Beschwerdeführenden schriftlich eingereichten Asylgesuches aus dem 

Ausland notwendigen Aspekte ab. Sie wurden von den Beschwerde-

führenden mit Eingabe vom 15. September 2012 (vgl. act. 7/10) 

genügend beantwortet.  

5.5 Nach Durchsicht der Akten kommt das Bundesverwaltungsgericht 

zum Schluss, dass der rechtserhebliche Sachverhalt hinreichend erstellt 

ist und der Anspruch auf rechtliches Gehör nicht verletzt wurde.  

  

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Seite 9 

6.  

6.1 Das Bundesamt bewilligt Asylsuchenden die Einreise in die Schweiz 

zur Abklärung des Sachverhalts, wenn ihnen nicht zugemutet werden 

kann, im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in einen 

anderen Staat auszureisen (alt Art. 20 Abs. 2 AsylG). Unzumutbar ist ein 

Verbleib namentlich dann, wenn die asylsuchende Person schutzbedürftig 

ist. Schutzbedürftig im Sinne des Asylgesetzes sind Personen, die in 

ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer 

Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen 

Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachtei-

len ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen 

ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Ge-

fährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen un-

erträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 

6.2 Das BFM kann einer Person, die sich im Ausland befindet, Asyl – und 

damit auch die Einreise in die Schweiz – verweigern, wenn keine Hin-

weise auf eine aktuelle Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG vorliegen 

oder ihr zuzumuten ist, sich in einem Drittstaat um Aufnahme zu bemü-

hen (alt Art. 52 Abs. 2 AsylG).  

6.3 Gemäss Art. 52 Abs. 2 AsylG kann einer Person, die sich im Ausland 

befindet, das Asyl verweigert werden, wenn es ihr zugemutet werden 

kann, sich in einem andern Staat um Aufnahme zu bemühen. Diese 

Bestimmung trifft keine Unterscheidung zwischen Asylgesuchen aus dem 

Herkunftsland der asylsuchenden Person und solchen, die aus einem 

Drittstaat gestellt werden. Hält sich die Person, die ein Asylgesuch aus 

dem Ausland gestellt hat, in einem Drittstaat auf, ist zwar im Sinne einer 

Vermutung davon auszugehen, die betreffende Person habe in diesem 

Drittstaat bereits Schutz vor Verfolgung gefunden oder könne ihn dort 

erlangen, weshalb auch anzunehmen ist, es sei ihr zuzumuten, dort zu 

verbleiben beziehungsweise sich dort um Aufnahme zu bemühen. Diese 

Vermutung kann sich jedoch sowohl in Bezug auf die Schutzgewährung 

durch den Drittstaat (vgl. EMARK 2005 Nr. 19 E. 5.1 S. 176 f.) wie auch 

die Zumutbarkeit der Inanspruchnahme des Schutzes im Drittstaat als 

unzutreffend erweisen. Es ist deshalb zu prüfen, ob die asylsuchende 

Person im Drittstaat Schutz vor Verfolgung gefunden hat oder erlangen 

kann, und – falls dies zu bejahen ist – ob der asylsuchenden Person die 

Inanspruchnahme des Schutzes des Drittstaates und somit der Verbleib 

in diesem Staat objektiv zugemutet werden kann. In jedem Falle sind die 

Kriterien zu prüfen, welche die Zufluchtnahme in diesem Drittstaat als 

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zumutbar erscheinen lassen, und diese sind mit einer allfälligen 

Beziehungsnähe zur Schweiz abzuwägen. Es gilt also zu prüfen, ob 

aufgrund der gesamten Umstände geboten erscheint, dass es gerade die 

Schweiz ist, die einer Person den erforderlichen Schutz gewähren soll 

(vgl. BVGE 2011/10 E. 5.1, EMARK 2004 Nr. 21 E. 4b.aa S. 139 f.). Die 

Einreise ist aber selbst im Falle einer allfälligen Schutzbedürftigkeit zu 

verweigern, wenn Asylausschlussgründe vorliegen (vgl. zum Ganzen 

BVGE 2011/10). 

7.  

7.1 Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass das Bundesverwaltungsgericht 

mit der Vorinstanz einig geht, dass die Beschwerdeführenden aufgrund 

der von ihnen dargelegten Vergangenheit in ihrem Heimatstaat vor ihrer 

Ausreise aus Eritrea ernstzunehmende Schwierigkeiten mit den eritre-

ischen Behörden hatten, die insgesamt geeignet erscheinen, eine be-

gründete Furcht vor ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG 

glaubhaft zu machen.  

7.2 Die Beschwerdeführenden leben eigenen Angaben zufolge seit 

anfangs 2010 im Sudan. Zunächst hielten sie sich in einem Flücht-

lingslager des UNHCR auf, wo sie als Flüchtlinge registriert wurden, was 

auch durch ihre eingereichten Flüchtlingsausweise belegt wird (vgl. 

act A7/10). Nach eineinhalb Monaten verliessen sie das Flüchtlingslager; 

seither wohnen sie in E.______. Folglich verfügen sie über eine erforderli-

che temporäre Bewilligung, um sich im Sudan aufhalten zu können, und 

geniessen weitgehend Schutz vor einer Abschiebung in ihr Heimatland 

Eritrea.  

Obschon unlängst von – und wie hinsichtlich des Zwischenfalls mit der 

Polizei geltend gemacht – Deportationen von Eritreern in den Heimatstaat 

berichtet wurde (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-3335/2013 

vom 12. März 2014, E. 6.2, m.w.H., sowie UNHCR, "UNHCR deeply 

concerned by deportation of Eritreans from Sudan" vom 26. Juli 2011), ist 

das Risiko einer Deportation für Eritreer, die im Sudan vom UNHCR als 

Flüchtlinge anerkannt worden sind, gleichwohl gering. Zwar liegen 

Berichte vor, dass die sudanesischen Behörden tatsächlich teilweise 

eritreische Asylsuchende sowie Flüchtlinge deportiert haben. Diese Rück-

führungen erfolgen indessen nicht flächendeckend (vgl. statt vieler das 

Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-6054/2011 vom 24. April 2012, 

E. 5.2). Dem Bericht der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) vom 

5. Juli 2012 zufolge, der die Gefahr von Deportationen, Entführungen und 

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Seite 11 

Lösegelderpressungen von eritreischen Flüchtlingen im Sudan thema-

tisiert und auf die schwierige Situation hinweist, kann ausserdem 

entnommen werden, dass insbesondere das UNHCR, die International 

Organisation for Migration (IOM) und die sudanesischen Behörden 

bestrebt sind, die Situation zu verbessern. Gleiches gilt für Bestrebungen 

hinsichtlich der Sicherheit in den Flüchtlingscamps (vgl. dazu insbe-

sondere die Mitteilung des UNHCR vom 25. Januar 2013; "UNHCR 

concern at refugee kidnappings, disappearences in eastern Sudan"). Den 

Akten sind vorliegend keine Hinweise zu entnehmen, die auf ein 

besonderes Profil der Beschwerdeführenden, nämlich das Profil einer 

Person, an deren Auslieferung die eritreische Regierung besonders inte-

ressiert wäre, schliessen liessen. Sie sind im Sudan einem Flücht-

lingscamp zugewiesen worden, haben es jedoch den Akten zufolge 

vorgezogen, sich in E.______ aufzuhalten. Sollten sie eine Deportation 

ernsthaft befürchten, wäre es ihnen zuzumuten, in das ihnen zugewie-

sene Flüchtlingscamp zurückzukehren. Ebensowenig ist den Akten ein 

konkretes ernsthaftes Risiko zu entnehmen, Opfer von Menschenhänd-

lern zu werden. Ausserdem leben sie nun schon seit bald fünf Jahren im 

Sudan und vermochten eine gewisse Selbständigkeit zu entfalten. Die 

Beschwerdeführerin (Mutter) geht einer Arbeit als Haushaltsangestellte 

nach und vermag damit gemäss eigenen Angaben den Lebensunterhalt 

zu bestreiten. Sodann heben die Beschwerdeführenden auch hervor, 

dass sie sehr nette Nachbarn haben, die ihnen freundlich gesinnt seien, 

mithin daraus geschlossen werden darf, dass ihnen diese eine gewisse 

Unterstützung bieten können. Schliesslich ist ebenso auf die grosse 

eritreische Gemeinschaft in E.______ zu verweisen, die eine weitere 

Eingliederung ebenfalls erleichtert.  

7.3 An dieser Einschätzung vermag schliesslich auch der äusserst tragi-

sche Umstand, dass die eine Beschwerdeführerin (…) am (…) 2012 

vergewaltigt wurde, nichts zu ändern. Die geltend gemachten 

gesundheitlichen Beschwerden (psychischen Probleme) respektive die 

erforderliche medizinische Behandlung sind nicht weiter belegt. Aufgrund 

der dem Gericht vorliegenden Akten ist mithin nicht davon auszugehen, 

dass sie sich aufgrund der geltend gemachten gesundheitlichen 

Beschwerden in einer existenziellen, lebensbedrohenden Notlage befin-

det und ihr der Zugang zur erforderlichen medizinischen Behandlung in 

E.______ verwehrt wäre. Zwar ist nachvollziehbar, dass die Situation der 

Beschwerdeführenden schwierig ist. Dennoch gibt es keine Anhalts-

punkte, dass die Beschwerdeführenden – eine Mutter mit zwei volljähri-

gen (Nachkommen) – ihren Lebensunterhalt nicht auch zukünftig werden 

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Seite 12 

bestreiten können. Die allgemeinen schwierigen Lebensbedingungen im 

Sudan vermögen für sich alleine keine Asylrelevanz zu entfalten und 

stellen keine hinreichende Grundlage für die Erteilung einer Einreise-

bewilligung dar.  

7.4 Den Akten zufolge weisen sie zudem zur Schweiz keine enge 

Bindung auf. Die zwei, indes im vorliegenden Auslandsverfahren nicht 

überwiegend gewichtigen Anknüpfungspunkte sind der in der Schweiz 

seit dem 19. April 2014 wohnhafte (Kind) der Beschwerdeführerin (Mutter) 

und ihre Schwägerin. Letztere befindet sich gemäss Angaben des 

(Kindes) der Beschwerdeführerin seit nunmehr 30 Jahren in der Schweiz 

(act. B3/12 S. 7). Es wurde nicht weiter ausgeführt, in welcher, 

abgesehen vom geltend gemachten verwandtschaftlichen Grad, 

Beziehung die Beschwerdeführerin (Mutter) mit dieser gestanden haben 

will. Dieser Anknüpfungspunkt stellt – wie das BFM in der angefochtenen 

Verfügung zu Recht festgestellt hat – keine gewichtige, enge Beziehungs-

nähe zur Schweiz dar, die in einer Abwägung der Gesamtumstände 

vorliegend dazu führen müsste, dass es gerade die Schweiz ist, die den 

erforderlichen Schutz für die Beschwerdeführenden gewähren sollte. 

Hinsichtlich des minderjährigen (Kindes) gilt es festzuhalten, dass dieser 

am 19. April 2014 in die Schweiz einreiste und sich nunmehr im vorin-

stanzlichen Asylverfahren befindet. Allein die Anwesenheit eines nahen 

Verwandten, begründet noch keinen derart gewichtigen Anknüpfungs-

punkt, welcher in einer Abwägung der Gesamtumstände vorliegend dazu 

führen müsste, dass es gerade die Schweiz ist, die den erforderlichen 

Schutz für die Beschwerdeführerin gewähren sollte. Allfällige Unter-

stützungsansprüche des (Kindes) (bspw. im Sinne eines umgekehrten 

Familiennachzugs) wären von diesem in einem anderen Verfahren 

geltend zu machen und sind im vorliegenden Auslandsverfahren nicht 

relevant. 

7.5 Die Beschwerdeführenden vermochten insgesamt nicht aufzuzeigen, 

dass sie auf die Schutzgewährung durch die Schweiz angewiesen sind 

beziehungsweise ihnen gerade die Schweiz den erforderlichen Schutz 

gewähren muss. Der weitere Verbleib im Sudan ist ihnen nach dem 

Gesagten zuzumuten und die Vorinstanz hat ihnen zu Recht die Einreise 

in die Schweiz verweigert und ihre Asylgesuche abgelehnt. 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

D-3187/2014 

Seite 13 

und vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist 

abzuweisen. 

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich den 

Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus verwal-

tungsökonomischen Gründen sowie in Anwendung von Art. 63 Abs. 1 in 

fine VwVG und Art. 2 und 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-

gericht (VGKE, SR 173.320.2) ist vorliegend jedoch auf die Erhebung von 

Verfahrenskosten zu verzichten.  

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-3187/2014 

Seite 14 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde des mittlerweile in die Schweiz eingereisten 

Beschwerdeführers ist mangels Rechtsschutzinteresse als 

gegenstandslos geworden abzuschreiben. 

2.  

Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und die 

schweizerische Vertretung in E.______. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Contessina Theis Eva Hostettler 

 

 

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