# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3f15090d-9d41-5cad-9185-8744342c3d4d
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-08-20
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 20.08.2018 SB180100
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB180100_2018-08-20.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: SB180100-O/U/cwo 
 
Mitwirkend: die Oberrichter Dr. iur. F. Bollinger, Präsident, lic. iur. S. Volken und 

lic. iur. Ch. Prinz sowie der Gerichtsschreiber lic. iur. T. Walthert 

Urteil vom 20. August 2018 

 
in Sachen 

 
A._____,  
Privatkläger und Berufungskläger 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 
 

sowie 
 
Staatsanwaltschaft See/Oberland,  
vertreten durch Leitenden Staatsanwalt lic. iur. M. Kehrli 

Anklägerin 
 

gegen 
 
B._____,  
Beschuldigter und Berufungsbeklagter 

verteidigt durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ 
 

betreffend fahrlässige Körperverletzung 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Uster, Einzelgericht,  
vom 19. September 2017 (GG170007) 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft See / Oberland vom 16. März 2017 ist 

diesem Urteil beigeheftet (Urk. 34). 

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Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 59 S. 15 f.) 

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte, B._____, ist nicht schuldig und wird vollumfänglich freigespro-

chen.  

2. Das Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren des Privatklägers wird auf den  

Zivilweg verwiesen. 

3. Die Entscheidgebühr fällt ausser Ansatz. Die weiteren Kosten 

Fr. 4'155.– Auslagen Untersuchung, 

Fr. 8'959.20 Gutachten/Expertise etc., 

Fr. 3'040.– Kosten der Kantonspolizei Zürich, 

Fr. 2'000.– Gebühr gemäss § 4 Abs. 1 lit. d GebV StrV, 

werden auf die Gerichtskasse genommen. 

4. Dem Beschuldigten wird eine Prozessentschädigung von Fr. 10'500.– (inklusive 

MWSt und Barauslagen) für anwaltliche Verteidigung aus der Gerichtskasse zuge-

sprochen. 

5. (Mitteilungen) 

6. (Rechtsmittel)" 

 

Berufungsanträge: 

a) Der Vertretung des Privatklägers: 

 (Urk. 89 S. 1) 

1. Die Ziffern 1 bis 4 des Urteils des Einzelgerichtes in Strafsachen am 

Bezirksgericht Uster vom 19. September 2017 seien aufzuheben und 

entsprechend den nachfolgenden Anträgen zu ändern. 

-  3  - 

2. Der Beschuldigte sei der einfachen Körperverletzung schuldig zu spre-

chen und angemessen zu bestrafen. 

3. Der Beschuldigte sei zu verpflichten, die Schadenersatz- und Genug-

tuungsansprüche des Privatklägers dem Grundsatz nach vollumfäng-

lich zu ersetzen. 

4. Der Beschuldigte sei zu verpflichten, den Privatkläger für das Unter-

suchungsverfahren vor der Staatsanwaltschaft mit CHF 7'792.05 und 

für das vorinstanzliche Verfahren mit CHF 3'674.70 ausserordentlich zu 

entschädigen. 

5. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zzgl. MWSt.). 

b) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

(Urk. 90 S. 1) 

1. Die Berufung der Privatklägerschaft sei vollumfänglich abzuweisen. 

2. Das Urteil des Bezirksgerichts Uster vom 19. September 2017 sei voll-

umfänglich zu bestätigen und der Beschuldigte vom Vorwurf der fahr-

lässigen Körperverletzung freizusprechen. 

3. Demnach seien die Schadenersatz- und Genugtuungsansprüche des 

Privatklägers abzuweisen. 

4. Die Ansprüche betreffend Entschädigung des Privatklägers für die Un-

tersuchungs- und Verfahrenskosten seien vollumfänglich abzuweisen, 

und die erstinstanzliche Kostenregelung gemäss Dispositiv-Ziff. 3. und 

4. des erstinstanzlichen Entscheids sei zu bestätigen. 

5. Der Beschuldigte sei für die Kosten der Verteidigung im Berufungsver-

fahren von der Privatklägerschaft angemessen zu entschädigen. 

6. Die Gerichtskosten seien dem Berufungskläger zu überbinden. 

-  4  - 

c) Der Staatsanwaltschaft: 

(schriftlich, Urk. 69) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

Erwägungen: 

I. Prozessuales 

1. Verfahrensgang 

1.1. Zum Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann in Anwendung 

von Art. 82 Abs. 4 StPO zwecks Vermeidung von unnötigen Wiederholungen auf 

die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz im angefochtenen Entscheid ver-

wiesen werden (Urk. 59 S. 4). 

1.2. Mit Urteil des Bezirksgerichts Uster, Einzelgericht in Strafsachen, vom 

19. September 2017, wurde der Beschuldigte B._____ vom Vorwurf der fahrlässi-

gen Körperverletzung freigesprochen (Urk. 59). Gegen dieses Urteil, welches den 

Parteien im Anschluss an die Hauptverhandlung vom 19. September 2017 münd-

lich eröffnet wurde (Prot. I S. 13), liess der Privatkläger A._____ gleichentags 

schriftlich Berufung anmelden (Urk. 55). Das begründete Urteil (Urk. 57) wurde 

dem Vertreter des Privatklägers in der Folge am 22. Februar 2018 zugestellt 

(Urk. 58), woraufhin dieser mit Eingabe vom 5. März 2018 fristgerecht die Beru-

fungserklärung beim hiesigen Gericht einreichte, wobei er gleichzeitig Beweisan-

träge stellte (Urk. 60). 

1.3. Mit Präsidialverfügung vom 14. März 2018 wurde dem Privatkläger Frist 

angesetzt, um zur Deckung von allfälligen Prozesskosten und Entschädigungen 

an die Gegenpartei eine Prozesskaution von Fr. 12'000.– zu leisten (Urk. 64). 

Nach Eingang der Prozesskaution am 19. März 2018 (Urk. 66) wurde dem Be-

schuldigten sowie der Anklagebehörde mit Präsidialverfügung vom 20. März 2018 

Frist angesetzt, um Anschlussberufung zu erheben oder begründet ein Nichtein-

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treten auf die Berufung zu beantragen, sowie um zu den Beweisanträgen des Pri-

vatklägers Stellung zu nehmen (Urk. 67). Daraufhin teilte die Anklagebehörde mit 

Eingabe vom 23. März 2018 mit, sie verzichte auf die Erhebung einer Anschluss-

berufung und beantrage die Abweisung der Beweisanträge des Privatklägers 

(Urk. 69). Der Beschuldigte reichte innert erstreckter Frist das Datenerfassungs-

blatt ein (Urk. 73/1-6), liess sich ansonsten aber nicht verlauten. In der Folge wur-

de dem Privatkläger mit Präsidialverfügung vom 24. April 2018 Frist zur freige-

stellten Vernehmlassung zur Stellungnahme der Staatsanwaltschaft angesetzt 

(Urk. 75), woraufhin der Privatkläger mit Eingabe vom 27. April 2018 mitteilte, an 

seinen Beweisanträgen festzuhalten (Urk. 78). Mit Präsidialverfügung vom 8. Mai 

2018 wurden die Beweisanträge des Privatklägers schliesslich abgewiesen 

(Urk. 82). 

1.4. Am 20. August 2018 fand die Berufungsverhandlung statt, zu welcher der 

Beschuldigte in Begleitung seiner Verteidigerin RAin lic. iur. Y._____ sowie der 

Privatkläger in Begleitung seines Vertreters RA lic. iur. X._____ erschienen sind 

(Prot. II S. 8). Die Vertretung der Anklagebehörde hat auf die Teilnahme an der 

Hauptverhandlung verzichtet (Urk. 86).  

2. Umfang der Berufung 

Der Privatkläger erklärte in seiner Berufungserklärung vom 5. März 2018, das vor-

instanzliche Urteil in den Dispositiv-Ziffern 1 bis 4 anzufechten (Urk. 60 S. 2), 

weshalb das vorinstanzliche Urteil vollumfänglich angefochten ist. Folglich steht 

das gesamte vorinstanzliche Urteil zwecks Überprüfung zur Disposition (Prot. II 

S. 10). 

3. Strafantrag 

Bei dem dem Beschuldigten vorgeworfenen Tatbestand der fahrlässigen Körper-

verletzung im Sinne von Art. 125 Abs. 1 StGB handelt es sich um ein Antrags-

delikt, weshalb das Vorliegen eines gültigen Strafantrages eine Prozessvoraus-

setzung ist. Der entsprechende Strafantrag des Privatklägers vom 12. Januar 

2015 liegt vor (vgl. Urk. 3). Des Weiteren hat sich A._____ mit Formular vom 

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27. Februar 2015 sowohl als Straf- als auch als Privatkläger konstituiert 

(Urk. 25/2). 

4. Beweisanträge 

4.1. Der Privatkläger wiederholte anlässlich der Berufungsverhandlung seine 

bereits in der Berufungserklärung gestellten Beweisanträge, wonach C._____, 

Experte für Unfallanalytik des Forensischen Instituts Zürich, mit der Ergänzung 

des Gutachtens vom 10. Januar 2017 zu beauftragen sei, um verschiedene Fra-

gen zu beantworten (Urk. 60 S. 3; Prot. II S. 10; Urk. 89 S. 1 und 4). Zur Begrün-

dung dieser Beweisanträge führte er aus, der Beschuldigte hätte – entgegen der 

Vorinstanz – bremsen müssen, als der Privatkläger die Mittelinsel verlassen und 

den Fussgängerstreifen betreten habe, weshalb entscheidend sei, ob die Kollision 

zu jenem Zeitpunkt vermeidbar gewesen sei. Folglich sei eine entsprechende Er-

gänzung des Gutachtens notwendig (Urk. 60 S. 3 f.). 

4.2. Die Anklagebehörde stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt, die  

Vorinstanz habe zu Recht festgehalten, dass der Beschuldigte zu jenem Zeitpunkt 

aufgrund des Blickkontaktes mit dem Privatkläger und dessen Innehaltens nicht 

habe davon ausgehen müssen, dass dieser dennoch losrenne. Folglich sei irrele-

vant, ob der Beschuldigte die Kollision hätte vermeiden können, wenn er bereits 

eine Vollbremsung eingeleitet hätte, als der Privatkläger den Fussgängerstreifen 

betrat, weshalb sich auch eine Ergänzung des Gutachtens erübrige (Urk. 69).  

4.3. Wie nachfolgend zu zeigen sein wird, musste der Beschuldigte – in Über-

einstimmung mit der rechtlichen Würdigung der Vorinstanz – nicht bereits eine 

Vollbremsung einleiten, als der Privatkläger einen Schritt von der Mittelinsel auf 

die Fahrbahn machte, sondern erst, als dieser losrannte, obwohl er den Beschul-

digten erblickt hatte und deshalb zunächst stehen geblieben war. Somit ist für die 

Beurteilung des vorliegend angeklagten Sachverhalts irrelevant, ob der Beschul-

digte rechtzeitig hätte bremsen können, wenn er bereits eine Vollbremsung einge-

leitet hätte, als der Privatkläger einen Schritt von der Mittelinsel auf die Fahrbahn 

machte. Eine Ergänzung des Gutachtens erübrigt sich daher, weshalb die ent-

sprechenden Beweisanträge des Privatklägers abzuweisen sind. 

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II. Sachverhalt und rechtliche Würdigung 

1. Anklagevorwurf 

Der Beschuldigten kollidierte am 8. Januar 2015 auf der ...strasse in ..., auf Höhe 

des Fussgängerstreifen "..., Station ...", mit seinem Personenwagen mit dem Pri-

vatkläger A._____, als dieser die Fahrbahn bei Rotlicht überquerte, wodurch der 

Privatkläger diverse Verletzungen erlitt. In der Anklageschrift vom 16. März 2017 

wird dem Beschuldigten im Wesentlichen vorgeworfen, er hätte die Kollision ver-

meiden können, wenn er rechtzeitig auf das Verhalten des Privatklägers reagiert 

hätte. Aufgrund des Verhaltens des Privatklägers, welcher den Fussgängerstrei-

fen trotz Rotlicht betreten und bereits einen Schritt in Richtung Fahrbahn des Be-

schuldigten gemacht habe, hätte der Beschuldigte davon ausgehen müssen, dass 

der Privatkläger den Fussgängerstreifen trotz Rotlicht betrete und sein Fahrver-

halten – im Wissen darum, dass eine Kollision zwischen einem Fahrzeug und ei-

nem Fussgänger für Letzteren fatale Folgen haben könnte – diesem Umstand an-

passen müssen. Dennoch sei der Beschuldigte bloss leicht vom Gas gegangen 

und habe sein Fahrzeug gar wieder beschleunigt, worauf es zur Kollision mit dem 

Privatkläger gekommen sei, als dieser zwar unvermittelt, aber nicht unerwartet, 

auf die Fahrbahn gerannt sei (Urk. 34 S. 2 f.).  

2. Ausgangslage 

2.1. Die Vorinstanz hat festgehalten, dass der äussere Ablauf des Unfallher-

gangs nicht umstritten sei und durch die vorliegenden Beweismittel unterstützt 

werde. Sie erachtete daher den Sachverhalt gemäss der Anklageschrift als erstellt 

(Urk. 59 S. 5 ff.). Entgegen der Anklagebehörde gelangte die Vorinstanz jedoch 

zum Schluss, dem Beschuldigten könne keine Sorgfaltspflichtverletzung zur Last 

gelegt werden. Es sei für ihn weder voraussehbar noch erkennbar gewesen, dass 

der Privatkläger trotz erkennbar herannahender Gefahr durch den Personenwa-

gen und fehlendem Vortrittsrecht über eine doppelspurige Fahrbahn losrennen 

würde. Das Verhalten des Privatklägers sei als aussergewöhnlich einzustufen, so 

dass es der Beschuldigte nicht habe voraussehen können (Urk. 59 S. 7 ff.). 

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2.2. Auch der Privatkläger geht in seiner Berufungserklärung davon aus, dass 

die Vorinstanz den Sachverhalt zutreffend als erstellt erachtet habe. Demge-

genüber kritisiert der Privatkläger die Einschätzung der Vorinstanz, wonach der 

Beschuldigte das Bremsmanöver habe abbrechen und sein Fahrzeug beschleuni-

gen dürfen, als der Privatkläger innegehalten und den Beschuldigten angeschaut 

habe, er mithin erst habe abbremsen müssen, als der Privatkläger losgerannt sei. 

Nach Ansicht des Privatklägers hätte der Beschuldigte bereits abbremsen müs-

sen, als der Privatkläger die Mittelinsel verlassen und den Fussgängerstreifen be-

treten hatte (Urk. 60 S. 3 f.).  

2.3. Der fahrlässigen Körperverletzung im Sinne von Art. 125 Abs. 1 StGB 

macht sich strafbar, wer fahrlässig einen Menschen am Körper oder an der  

Gesundheit schädigt. Fahrlässig begeht ein Verbrechen oder Vergehen, wer die 

Folgen seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedenkt oder 

darauf nicht Rücksicht nimmt. Pflichtwidrig ist die Unvorsichtigkeit, wenn der Täter 

die Vorsicht nicht beachtet, zu der er nach den Umständen und nach seinen per-

sönlichen Verhältnissen verpflichtet ist (Art. 12 Abs. 3 StGB). Nachfolgend ist da-

her zu prüfen, ob dem Beschuldigten eine Sorgfaltspflichtverletzung vorzuwerfen 

ist, wobei von dem unbestrittenen, in der Anklageschrift umschriebenen Unfall-

hergang auszugehen ist.  

3. Sorgfaltspflichtverletzung 

3.1. In Bezug auf die theoretischen Ausführungen zum Tatbestand der fahrläs-

sigen Körperverletzung, insbesondere zur Verletzung einer Sorgfaltspflicht, sowie 

zu den vorliegend relevanten Bestimmungen des Strassenverkehrsrechts kann 

vorab in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO vollumfänglich auf die zutreffenden 

Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 59 S. 7 ff.). 

3.2. Im Verkehr muss sich jedermann so verhalten, dass er andere in der ord-

nungsgemässen Benützung der Strasse weder behindert noch gefährdet (Art. 26 

Abs. 1 SVG). Jeder Strassenbenützer, der sich selbst verkehrsgerecht verhält, 

darf darauf vertrauen, dass sich die anderen Verkehrsteilnehmer ebenfalls ord-

nungsgemäss verhalten (Vertrauensgrundsatz; vgl. BGE 125 IV 83 E. 2.b; 

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BGE 120 IV 252 E. 2 d.aa). Solches Vertrauen ist jedoch unter bestimmten in 

Art. 26 Abs. 2 SVG enumerierten Umständen nicht gerechtfertigt und kann des-

halb sorgfaltspflichtwidrig sein. Dies gilt zunächst, wenn bereits Anzeichen dafür 

bestehen, dass sich ein Strassenbenützer nicht richtig verhalten wird oder wenn 

ein Fehlverhalten eines anderen Verkehrsteilnehmers auf Grund einer unklaren 

Verkehrssituation nach der allgemeinen Erfahrung unmittelbar in die Nähe rückt. 

Art. 26 Abs. 2 SVG gebietet ausserdem eine besondere Vorsicht gegenüber Kin-

dern, Gebrechlichen und alten Leuten (BGE 129 IV 282 E. 2.2.1).  

3.3. Zwar hat ein Fahrzeugführer vor Fussgängerstreifen besonders vorsichtig 

zu fahren und nötigenfalls anzuhalten, um den Fussgängern den Vortritt zu las-

sen, die sich schon auf dem Streifen befinden oder im Begriffe sind, ihn zu betre-

ten (Art. 33 Abs. 2 SVG). Diese Bestimmung gilt jedoch nicht, wo ein Fussgän-

gerübergang durch eine Signalanlage gesichert ist. Zeigt ein Lichtsignal für den 

Fahrzeuglenker grün, darf er mit der den Umständen angemessenen Geschwin-

digkeit zufahren, ohne mit Fussgängern rechnen zu müssen, die sein Vortritts-

recht verletzen (H. Giger, SVG Kommentar Strassenverkehrsgesetz, 8. Aufl.,  

Zürich 2014, Art. 33 N 9; Ph. Weissenberger; Kommentar Strassenverkehrs-

gesetz und Ordnungsbussengesetz, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2014, Art. 33 N 11; 

BGE 95 II 184 E. 2). Mithin darf sich ein Fahrzeugführer darauf verlassen, dass 

ein erwachsener Fussgänger nicht unvermittelt vom Trottoir auf die Fahrbahn hin-

austritt. Sodann muss ein Fahrzeugführer nicht damit rechnen, dass ein Fussgän-

ger an einer gesicherten Kreuzung die Signalanlage missachtet. Nimmt ein Fahr-

zeuglenker jedoch infolge der rechtlich gebotenen Aufmerksamkeit konkrete An-

zeichen für ein verkehrswidriges Verhalten war, muss er alle zur Vermeidung ei-

nes Zusammenstosses erforderlichen Vorkehrungen treffen (H. Giger, SVG 

Kommentar Strassenverkehrsgesetz, 8. Aufl., Zürich 2014, Art. 26 N 19). 

3.4. Vorliegend stand die Signalanlage für den Privatkläger auf Rot, während 

sie für den Beschuldigten grün anzeigte. Mithin war der Beschuldigte vortrittsbe-

rechtigt und durfte grundsätzlich mit angemessener Geschwindigkeit zufahren, 

ohne damit rechnen zu müssen, dass ein Fussgänger sein Vortrittsrecht verletzt. 

Entscheidend ist auch der Umstand, dass die Überlandstrasse eine vierspurige 

https://swisslex.ch/DOC/ShowLawViewByGuid/902ed666-8821-4a96-af81-03534898cc69/c9dde22c-89b9-43bf-9946-d4544891b09d?source=document-link&SP=18|34b2o0
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Strasse darstellt, mit je zwei Spuren pro Fahrtrichtung. Der Fussgängerstreifen, 

über welchen der Privatkläger gegangen ist, wird in der Strassenmitte durch eine 

vier Meter breite Insel unterbrochen, die gegeneinander laufenden Fahrbahnen 

sind da auch von einem entsprechend breiten Grünstreifen voneinander getrennt 

(siehe Planrolle). 

3.5. Der Vertreter der Privatklägers machte vor Vorinstanz geltend, der Be-

schuldigte habe selber ausgesagt, er habe den Privatkläger wahrgenommen, als 

er mit seinem Wagen auf Höhe der Tankstelle gewesen sei. Er habe gesehen, 

wie der Privatkläger auf den Fussgängerstreifen getreten und bis in die Mitte der 

linken Fahrbahn gelaufen sei, obwohl er rot gehabt habe. Der Beschuldigte habe 

deshalb auch abgebremst, jedoch wieder beschleunigt, als er gesehen habe, wie 

der Privatkläger mitten auf der linken Fahrspur stehen geblieben sei. Der Vertreter 

des Privatklägers erachtet dieses Verhalten als nicht nachvollziehbar und macht 

geltend, der Beschuldigte hätte den Bremsvorgang bis zur Klärung der Situation 

fortsetzen müssen. Er habe gesehen, dass sich der Privatkläger nicht richtig ver-

halten habe, weshalb er im Sinne von Art. 26 Abs. 2 SVG besonders vorsichtig 

hätte sein müssen. Stattdessen habe er versucht, seinen Vortritt zu erzwingen 

und eine schwere Schädigung des Privatklägers bewusst in Kauf genommen 

(Urk. 49 E. 6 ff.). Anlässlich der Berufungsverhandlung ergänzte er sodann, die 

Umstände, dass der Privatkläger angehalten und mit dem Beschuldigten Blick-

kontakt gehabt habe, würden nicht reichen, um darauf vertrauen zu können, der 

Privatkläger werde sich korrekt verhalten. Bei unklaren Verkehrssituationen brau-

che es mehr. Es stelle sich die Frage, ob der Beschuldigte hätte bremsen oder 

nach links ausweichen müssen, was eindeutig zu bejahen sei. Denn der Beschul-

digte habe ohne Zweifel gesehen, dass sich der Privatkläger regelwidrig verhalten 

habe, und hätte bereits zu diesem Zeitpunkt bremsen müssen. Es sei dann be-

sondere Vorsicht geboten, wenn sich ein Fehlverhalten eines anderen Verkehrs-

teilnehmers nicht erst abzeichne, sondern bereits im Gang sei. Indem der Be-

schuldigt nicht abgebremst und nicht einmal gehupt oder auszuweichen versucht 

habe, als der Privatkläger bei Rot auf die Strasse getreten sei, habe er die nach 

den Verkehrsregeln geforderte Sorgfalt nicht walten lassen. Es habe für den Be-

schuldigten zu diesem massgebenden Zeitpunkt keine Veranlassung gegeben da-

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rauf zu vertrauen, dass der Privatkläger anhalten und den Gefahrenbereich wie-

der verlassen bzw. zurück auf die Mittelinsel gehen würde. Dass der Beschuldigte 

zudem nicht nach links ausgewichen und so problemlos am Privatkläger vorbei 

gefahren sei, sei eine Fehlreaktion des Beschuldigten, was auch der Gutachter so 

bezeichnet habe (Prot. II S. 12 f.; Urk. 89 S. 4 ff.).  

3.6. Wie zuvor ausgeführt, muss ein Fahrzeuglenker alle zur Vermeidung eines 

Zusammenstosses erforderlichen Vorkehrungen treffen, wenn er konkrete Anzei-

chen für ein verkehrswidriges Verhalten wahrnimmt. Der Beschuldigte nahm war, 

wie der Privatkläger in einer Distanz von ca. 50 Meter den Fussgängerstreifen 

querte und auf der Mittelinsel stehen blieb. Des Weiteren nahm er wahr, dass der 

Privatkläger ihn anschaute und den Anschein machte, er wolle die Fahrbahn des 

Beschuldigten trotz Rotlicht betreten, sowie dass er einen Schritt in Richtung 

Fahrbahn machte (Urk. 34 S. 2). Mithin nahm er konkrete Anzeichen für ein ver-

kehrswidriges Verhalten des Privatklägers wahr, worauf er jedoch auch reagierte, 

indem er aufgrund dieser Wahrnehmung Bremsbereitschaft erstellte und auch 

leicht abbremste (Urk. 34 S. 2). Folglich ist das Verhalten des Beschuldigten bis 

zu diesem Zeitpunkt nicht zu beanstanden. Insbesondere war der Beschuldigte in 

diesem Zeitpunkt noch nicht verpflichtet, eine Vollbremsung einzuleiten, weshalb 

sich auch die von der Verteidigung beantragte Ergänzung des Gutachten erübrigt. 

Anschliessend erhöhte der Beschuldigte sein Tempo jedoch wieder auf ca. 

60 km/h, allerdings erst nachdem er wahrgenommen hatte, wie der Privatkläger 

stehen geblieben war. Unmittelbar darauf rannte der Privatkläger bei Rotlicht in 

die Fahrbahn, worauf er trotz sofort eingeleiteter Vollbremsung vom Fahrzeug des 

Beschuldigten erfasst wurde (Urk. 34 S. 2). In der Anklageschrift sind keine An-

zeichen – wie beispielsweise Torkeln, unsicherer Gang etc. – aufgeführt, aus wel-

chen der Beschuldigte hätte schliessen müssen, dass der Privatkläger stark be-

trunken war, weshalb allgemein eine besondere Vorsicht erforderlich gewesen 

wäre. Zwar nahm der Beschuldigte wahr, dass der Privatkläger den Fussgänger-

streifen der linken Fahrbahn trotz Rotlicht überquerte und im Begriff war, auch 

seine Fahrbahn zu überqueren, jedoch hielt der Privatkläger inne, nachdem er 

den Beschuldigten erblickt hatte. Wobei hier erneut festzuhalten ist, dass die 

Fahrbahnseite des Beschuldigten zweispurig war und der Privatkläger auf die lin-

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ke der beiden Fahrbahnen trat, wohingegen der Beschuldigte auf der rechten der 

beiden Spuren fuhr. Aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung durfte der Be-

schuldigte ohne Weiteres davon ausgehen, dass der Privatkläger die heranna-

hende Gefahr somit erkannt hatte, ansonsten er wohl nicht angehalten hätte, 

nachdem er den Beschuldigten erblickt hatte. Der Beschuldigte musste daher 

nicht damit rechnen, dass der Privatkläger – eine erwachsene Person – über-

raschend bei Rotlicht den Streifen betritt, obwohl er den sich nähernden, vortritts-

berechtigten Beschuldigten wahrgenommen hatte (vgl. dazu Urteil des Bundesge-

richts 6B_409/2015 vom 1. Juni 2015, E. 2.3). Dieses Verhalten des Privatklägers 

widerspricht jeglicher Vernunft und ist daher als aussergewöhnlich einzustufen. 

Mit der Verteidigung (Prot. II S. 13 f.) müssen in einer solchen Verkehrssituation 

die nonverbalen Zeichen des Privatklägers – Blickkontakt und Anhalten – gegen-

über dem vortrittsberechtigten Beschuldigten genügen, dass er darauf vertrauen 

konnte, der Privatkläger würde sich (nun) regelkonform verhalten. Anzeichen da-

für, dass der Beschuldigte daran hätte zweifeln müssen, waren aus seiner Sicht 

nicht vorhanden. Insbesondere wird dem Beschuldigten wie gezeigt nicht vorge-

worfen, er hätte die doch recht massive Trunkenheit des Privatklägers erkennen 

müssen. Inwiefern also eine, trotz Blickkontakt und Anhalten des Privatklägers, 

unklare Verkehrssituation vorgelegen haben soll, ist nicht ersichtlich und wird vom 

Vertreter des Privatklägers auch nicht näher dargelegt (Prot. II S. 12 f.). Vielmehr 

ist den Behauptungen des Vertreters des Privatklägers klar Folgendes entgegen 

zu halten: Dem Beschuldigten wird in der Anklage nicht vorgeworfen, er sei im 

Unfallzeitpunkt zu schnell gefahren und habe eine Geschwindigkeitsübertretung 

begangen. Ebenso wenig hat der Gutachter die Reaktion des Beschuldigten als 

Fehlreaktion bezeichnet, indem er nicht nach links ausgewichen sei. Gegenteils 

hat der Gutachter mit der Verteidigung (Prot. II S. 11) klar festgehalten, dass das 

Einleiten eines Ausweichmanövers reflexartig passiere und typischerweise von 

der Gefahr weg passiere, folglich bei einer Gefahr von links ein Ausweichmanöver 

nach rechts und umgekehrt erfolge. Dies könne nicht als Fehlreaktion des Be-

schuldigten angesehen werden (Urk. 12/9 S. 16 oben). Diese Ausführungen des 

Vertreters des Privatklägers (Urk. 89 S. 2 Rz. 4 und S. 4 Rz. 7) dehnen den An-

klagesachverhalt in unzulässiger Weise aus und sind zudem schlichtweg falsch. 

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3.7. Schliesslich befand sich der Beschuldigte gemäss dem Gutachten des  

Forensischen Instituts Zürich vom 10. Januar 2017 in einer Entfernung von 9.7 bis 

22.3 Meter, als der Privatkläger losrannte (Urk. 12/9 S. 12). Der Beschuldigte hät-

te aufgrund seiner Geschwindigkeit von 60 km/h eine Anhaltestrecke von 

ca. 36 bis 38 Meter benötigt (Urk. 12/9 S. 11). Mithin hätte der Beschuldigte eine 

Kollision einzig vermeiden können, wenn er bereits zu einem früheren Zeitpunkt 

eine Vollbremsung eingeleitet hätte. Wie vorstehend dargelegt, war der Beschul-

digte jedoch nicht verpflichtet, bereits früher eine Vollbremsung einzuleiten, zumal 

er seine Geschwindigkeit reduzierte und Bremsbereitschaft erstellte, solange das 

verkehrswidrige Verhalten des Privatklägers andauerte. Nachdem der Privatklä-

ger ihn aber wahrgenommen und bei der Überquerung des Fussgängerstreifens 

innegehalten hatte, durfte der Beschuldigte aufgrund der allgemeinen Lebenser-

fahrung darauf vertrauen, dass der Privatkläger ihm den Vortritt gewährte.  

3.8. Zusammenfassend hat die Vorinstanz völlig zutreffend festgestellt, dass es 

für den Beschuldigten weder voraussehbar noch erkennbar war, dass der Privat-

kläger, nachdem er in die Richtung des Beschuldigten geblickt hatte und bei der 

Mittelinsel stehen geblieben war, trotz der erkennbar herannahenden Gefahr und 

fehlendem Vortrittsrecht bei Rotlicht über die Fahrbahn rennen würde (vgl. Urk. 59 

S. 12 f.). Das Verhalten des Privatklägers ist als so aussergewöhnlich einzustu-

fen, dass damit schlechterdings nicht hätte gerechnet werden müssen. Folglich ist 

der Beschuldigte vom Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung im Sinne von 

Art. 125 Abs. 1 StGB freizusprechen. 

III. Zivilansprüche 

1. Wie bereits vor Vorinstanz, beantragt der Privatkläger auch im Berufungs-

verfahren, der Beschuldigte sei zu verpflichten, seine Schadenersatz- und Genug-

tuungsansprüche dem Grundsatz nach vollumfänglich zu ersetzen (Urk. 60 S. 2; 

Urk. 89 S. 1). 

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2. Die Vorinstanz hat die Zivilansprüche des Privatklägers in Anwendung von 

Art. 126 Abs. 2 lit. b StPO auf den Zivilweg verwiesen, weil dieser seine Forde-

rung weder beziffert, noch belegt, noch substantiiert habe (Urk. 59 S. 13 f.).  

3. Diese vorinstanzliche Würdigung ist jedoch falsch. Erfolgt der Freispruch 

vom Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung wie vorliegend aus rechtlichen 

Gründen (fehlender adäquater Kausalzusammenhang mangels Voraussehbar-

keit), kann keine Verweisung auf den Zivilweg aufgrund eines nicht spruchreifen 

Sachverhaltes erfolgen (Art. 126 Abs. 2 lit. d StPO). Denn der Sachverhalt ist 

rechtsgenügend erstellt. Der Beschuldigte hat trotz erstelltem eingeklagtem Sach-

verhalt keinen Straftatbestand erfüllt. Entsprechend sind auch die zivilrechtlichen 

Haftungsgrundlagen (gemäss Art. 41 ff. OR), insbesondere der Kausalzusam-

menhang, nicht gegeben und es fehlt an der Grundlage für einen Adhäsionsan-

spruch (BSK StPO-Dolge, 2. Aufl., Basel 2014, Art. 126 N 21; Lieber in: Donatsch/ 

Hansjakob/Lieber, StPO Komm., 2. Aufl., Zürich Basel Genf 2014, Art. 126 N 8). 

Das auf die grundsätzliche Festlegung einer Schadenersatz- und Genugtuungs-

verpflichtung zielende Begehren des Privatklägers ist deshalb abzuweisen.  

IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1. Kosten und Entschädigung des erstinstanzlichen Verfahrens 

Nachdem der erstinstanzliche Freispruch im Berufungsverfahren zu bestätigen ist, 

ist auch das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Ziff. 3 und 4) 

ohne Weiteres zu bestätigen. 

2. Kosten des Berufungsverfahren 

2.1. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist praxisgemäss auf 

Fr. 3'000.– festzusetzen (Art. 424 Abs. 1 StPO in Verbindung mit § 16 Abs. 1 und 

§14 Abs. 1 lit. a GebV OG). 

2.2. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe 

ihres Obsiegens und Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Vorliegend war einzig 

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die Berufung des Privatklägers zu behandeln. Da er vollständig unterliegt, wäh-

rend der Beschuldigte im gleichen Masse obsiegt, hat der Privatkläger die Kosten 

des Berufungsverfahrens zu tragen. Diese Kosten sind mit der vom Privatkläger 

geleisteten Prozesskaution zu verrechnen.  

3. Entschädigung des Beschuldigten für das Berufungsverfahren 

3.1. Die erbetene Verteidigerin des Beschuldigten, Rechtsanwältin lic. iur. 

Y._____, machte mit Honorarnote vom 20. August 2018 Aufwendungen für das 

Berufungsverfahren von insgesamt Fr. 3'652.65 geltend (Urk. 91). Dieser Auf-

wand sowie die Auslagen erscheinen angemessen und sie werden im Übrigen 

vom Privatkläger akzeptiert (Prot. II S. 12), weshalb es sich rechtfertigt, dem Be-

schuldigten für die anwaltliche Verteidigung im Berufungsverfahren eine Prozess-

entschädigung von Fr. 3'652.65 (inkl. MWSt) zuzusprechen. 

3.2. Gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts hat die Privatklägerschaft 

die Verteidigungskosten der beschuldigten Person zu tragen, wenn nur die Privat-

klägerschaft die Berufung gegen einen erstinstanzlichen Freispruch erhebt 

(BGE 139 IV 45 E. 1; BGE 141 IV 476 E. 1; Art. Art. 436 Abs. 1 i.V.m. Art. 432 

Abs. 2 StPO). Vorliegend hat nur der Privatkläger Berufung gegen den erstin-

stanzlichen Freispruch erhoben, weshalb er die Verteidigungskosten des Be-

schuldigten zu tragen hat. Diese sind ebenfalls mit der vom Privatkläger geleiste-

ten Prozesskaution von Fr. 12'000.– (Urk. 66) zu verrechnen.  

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte B._____ wird vollumfänglich freigesprochen. 

2. Das auf die grundsätzliche Feststellung einer Schadenersatz- und Genug-

tuungsverpflichtung zielende Begehren des Privatklägers A._____ wird ab-

gewiesen. 

3. Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Ziff. 3 und 4) 

wird bestätigt. 

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4. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird auf Fr. 3'000.– festgesetzt. 

5. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Privatkläger auferlegt. 

6. Der Privatkläger wird verpflichtet, dem Beschuldigten für das Berufungs-

verfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 3'652.65 für anwaltliche Ver-

teidigung zu bezahlen. 

7. Die durch den Privatkläger geleistete Prozesskaution von Fr. 12'000.– wird 

zur Deckung der Gerichtskosten und Entschädigung gemäss vorstehenden 

Dispositivziffern 4 und 6 verwendet. Der Restbetrag wird dem Privatkläger 

zurückerstattet. 

8. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten 
(übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft See/Oberland  
− die Vertretung des Privatklägers im Doppel für sich und zuhanden des 

Privatklägers (übergeben) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten 
− die Staatsanwaltschaft See/Oberland  
− die Vertretung des Privatklägers im Doppel für sich und zuhanden des 

Privatklägers  

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung  

allfälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− die Koordinationsstelle VOSTRA zur Entfernung der Daten gemäss 

Art. 12 Abs. 1 lit. d VOSTRA mittels Kopie von Urk. 28/2 
− die Kantonspolizei Zürich, KIA-ZA, mit separatem Schreiben (§ 54a 

Abs. 1 PolG) 
− das Strassenverkehrsamt des Kantons Zürich, Administrativmass-

nahmen (PIN: ...). 

9. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

-  17  - 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Strafkammer 
 
 

Zürich, 20. August 2018 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Dr. iur. F. Bollinger 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

lic. iur. T. Walthert 
 

 
 

	Urteil vom 20. August 2018
	Urteil der Vorinstanz: (Urk. 59 S. 15 f.)
	"Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte, B._____, ist nicht schuldig und wird vollumfänglich freigesprochen.
	2. Das Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren des Privatklägers wird auf den  Zivilweg verwiesen.
	3. Die Entscheidgebühr fällt ausser Ansatz. Die weiteren Kosten
	werden auf die Gerichtskasse genommen.
	4. Dem Beschuldigten wird eine Prozessentschädigung von Fr. 10'500.– (inklusive MWSt und Barauslagen) für anwaltliche Verteidigung aus der Gerichtskasse zugesprochen.
	5. (Mitteilungen)
	6. (Rechtsmittel)"
	Berufungsanträge:
	1. Die Ziffern 1 bis 4 des Urteils des Einzelgerichtes in Strafsachen am Bezirksgericht Uster vom 19. September 2017 seien aufzuheben und entsprechend den nachfolgenden Anträgen zu ändern.
	2. Der Beschuldigte sei der einfachen Körperverletzung schuldig zu sprechen und angemessen zu bestrafen.
	3. Der Beschuldigte sei zu verpflichten, die Schadenersatz- und Genugtuungsansprüche des Privatklägers dem Grundsatz nach vollumfänglich zu ersetzen.
	4. Der Beschuldigte sei zu verpflichten, den Privatkläger für das Untersuchungsverfahren vor der Staatsanwaltschaft mit CHF 7'792.05 und für das vorinstanzliche Verfahren mit CHF 3'674.70 ausserordentlich zu entschädigen.
	5. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zzgl. MWSt.).
	1. Die Berufung der Privatklägerschaft sei vollumfänglich abzuweisen.
	2. Das Urteil des Bezirksgerichts Uster vom 19. September 2017 sei vollumfänglich zu bestätigen und der Beschuldigte vom Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung freizusprechen.
	3. Demnach seien die Schadenersatz- und Genugtuungsansprüche des Privatklägers abzuweisen.
	4. Die Ansprüche betreffend Entschädigung des Privatklägers für die Untersuchungs- und Verfahrenskosten seien vollumfänglich abzuweisen, und die erstinstanzliche Kostenregelung gemäss Dispositiv-Ziff. 3. und 4. des erstinstanzlichen Entscheids sei zu ...
	5. Der Beschuldigte sei für die Kosten der Verteidigung im Berufungsverfahren von der Privatklägerschaft angemessen zu entschädigen.
	6. Die Gerichtskosten seien dem Berufungskläger zu überbinden.
	Erwägungen:
	I.  Prozessuales

	1. Verfahrensgang
	1.1. Zum Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO zwecks Vermeidung von unnötigen Wiederholungen auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 59 S. 4).
	1.2. Mit Urteil des Bezirksgerichts Uster, Einzelgericht in Strafsachen, vom 19. September 2017, wurde der Beschuldigte B._____ vom Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung freigesprochen (Urk. 59). Gegen dieses Urteil, welches den Parteien im Anschl...
	1.3. Mit Präsidialverfügung vom 14. März 2018 wurde dem Privatkläger Frist angesetzt, um zur Deckung von allfälligen Prozesskosten und Entschädigungen an die Gegenpartei eine Prozesskaution von Fr. 12'000.– zu leisten (Urk. 64). Nach Eingang der Proze...
	1.4. Am 20. August 2018 fand die Berufungsverhandlung statt, zu welcher der Beschuldigte in Begleitung seiner Verteidigerin RAin lic. iur. Y._____ sowie der Privatkläger in Begleitung seines Vertreters RA lic. iur. X._____ erschienen sind (Prot. II S....

	2. Umfang der Berufung
	Der Privatkläger erklärte in seiner Berufungserklärung vom 5. März 2018, das vorinstanzliche Urteil in den Dispositiv-Ziffern 1 bis 4 anzufechten (Urk. 60 S. 2), weshalb das vorinstanzliche Urteil vollumfänglich angefochten ist. Folglich steht das ge...

	3. Strafantrag
	Bei dem dem Beschuldigten vorgeworfenen Tatbestand der fahrlässigen Körperverletzung im Sinne von Art. 125 Abs. 1 StGB handelt es sich um ein Antragsdelikt, weshalb das Vorliegen eines gültigen Strafantrages eine Prozessvoraussetzung ist. Der entspre...

	4. Beweisanträge
	4.1. Der Privatkläger wiederholte anlässlich der Berufungsverhandlung seine bereits in der Berufungserklärung gestellten Beweisanträge, wonach C._____, Experte für Unfallanalytik des Forensischen Instituts Zürich, mit der Ergänzung des Gutachtens vom ...
	4.2. Die Anklagebehörde stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt, die  Vorinstanz habe zu Recht festgehalten, dass der Beschuldigte zu jenem Zeitpunkt aufgrund des Blickkontaktes mit dem Privatkläger und dessen Innehaltens nicht habe davon ausgehen...
	4.3. Wie nachfolgend zu zeigen sein wird, musste der Beschuldigte – in Übereinstimmung mit der rechtlichen Würdigung der Vorinstanz – nicht bereits eine Vollbremsung einleiten, als der Privatkläger einen Schritt von der Mittelinsel auf die Fahrbahn ma...
	II.  Sachverhalt und rechtliche Würdigung

	1. Anklagevorwurf
	Der Beschuldigten kollidierte am 8. Januar 2015 auf der ...strasse in ..., auf Höhe des Fussgängerstreifen "..., Station ...", mit seinem Personenwagen mit dem Privatkläger A._____, als dieser die Fahrbahn bei Rotlicht überquerte, wodurch der Privatkl...

	2. Ausgangslage
	2.1. Die Vorinstanz hat festgehalten, dass der äussere Ablauf des Unfallhergangs nicht umstritten sei und durch die vorliegenden Beweismittel unterstützt werde. Sie erachtete daher den Sachverhalt gemäss der Anklageschrift als erstellt (Urk. 59 S. 5 f...
	2.2. Auch der Privatkläger geht in seiner Berufungserklärung davon aus, dass die Vorinstanz den Sachverhalt zutreffend als erstellt erachtet habe. Demgegenüber kritisiert der Privatkläger die Einschätzung der Vorinstanz, wonach der Beschuldigte das B...
	2.3. Der fahrlässigen Körperverletzung im Sinne von Art. 125 Abs. 1 StGB macht sich strafbar, wer fahrlässig einen Menschen am Körper oder an der  Gesundheit schädigt. Fahrlässig begeht ein Verbrechen oder Vergehen, wer die Folgen seines Verhaltens au...

	3. Sorgfaltspflichtverletzung
	3.1. In Bezug auf die theoretischen Ausführungen zum Tatbestand der fahrlässigen Körperverletzung, insbesondere zur Verletzung einer Sorgfaltspflicht, sowie zu den vorliegend relevanten Bestimmungen des Strassenverkehrsrechts kann vorab in Anwendung v...
	3.2. Im Verkehr muss sich jedermann so verhalten, dass er andere in der ordnungsgemässen Benützung der Strasse weder behindert noch gefährdet (Art. 26 Abs. 1 SVG). Jeder Strassenbenützer, der sich selbst verkehrsgerecht verhält, darf darauf vertrauen,...
	3.3. Zwar hat ein Fahrzeugführer vor Fussgängerstreifen besonders vorsichtig zu fahren und nötigenfalls anzuhalten, um den Fussgängern den Vortritt zu lassen, die sich schon auf dem Streifen befinden oder im Begriffe sind, ihn zu betreten (Art. 33 Abs...
	3.4. Vorliegend stand die Signalanlage für den Privatkläger auf Rot, während sie für den Beschuldigten grün anzeigte. Mithin war der Beschuldigte vortrittsberechtigt und durfte grundsätzlich mit angemessener Geschwindigkeit zufahren, ohne damit rechne...
	3.5. Der Vertreter der Privatklägers machte vor Vorinstanz geltend, der Beschuldigte habe selber ausgesagt, er habe den Privatkläger wahrgenommen, als er mit seinem Wagen auf Höhe der Tankstelle gewesen sei. Er habe gesehen, wie der Privatkläger auf d...
	3.6. Wie zuvor ausgeführt, muss ein Fahrzeuglenker alle zur Vermeidung eines Zusammenstosses erforderlichen Vorkehrungen treffen, wenn er konkrete Anzeichen für ein verkehrswidriges Verhalten wahrnimmt. Der Beschuldigte nahm war, wie der Privatkläger ...
	3.7. Schliesslich befand sich der Beschuldigte gemäss dem Gutachten des  Forensischen Instituts Zürich vom 10. Januar 2017 in einer Entfernung von 9.7 bis 22.3 Meter, als der Privatkläger losrannte (Urk. 12/9 S. 12). Der Beschuldigte hätte aufgrund se...
	3.8. Zusammenfassend hat die Vorinstanz völlig zutreffend festgestellt, dass es für den Beschuldigten weder voraussehbar noch erkennbar war, dass der Privatkläger, nachdem er in die Richtung des Beschuldigten geblickt hatte und bei der Mittelinsel ste...
	III.  Zivilansprüche
	IV.  Kosten- und Entschädigungsfolgen

	1. Kosten und Entschädigung des erstinstanzlichen Verfahrens
	Nachdem der erstinstanzliche Freispruch im Berufungsverfahren zu bestätigen ist, ist auch das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Ziff. 3 und 4) ohne Weiteres zu bestätigen.

	2. Kosten des Berufungsverfahren
	2.1. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist praxisgemäss auf Fr. 3'000.– festzusetzen (Art. 424 Abs. 1 StPO in Verbindung mit § 16 Abs. 1 und §14 Abs. 1 lit. a GebV OG).
	2.2. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres Obsiegens und Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Vorliegend war einzig die Berufung des Privatklägers zu behandeln. Da er vollständig unterliegt, während der Beschuld...

	3. Entschädigung des Beschuldigten für das Berufungsverfahren
	3.1. Die erbetene Verteidigerin des Beschuldigten, Rechtsanwältin lic. iur. Y._____, machte mit Honorarnote vom 20. August 2018 Aufwendungen für das Berufungsverfahren von insgesamt Fr. 3'652.65 geltend (Urk. 91). Dieser Aufwand sowie die Auslagen ers...
	3.2. Gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts hat die Privatklägerschaft die Verteidigungskosten der beschuldigten Person zu tragen, wenn nur die Privatklägerschaft die Berufung gegen einen erstinstanzlichen Freispruch erhebt (BGE 139 IV 45 E. 1; ...

	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte B._____ wird vollumfänglich freigesprochen.
	2. Das auf die grundsätzliche Feststellung einer Schadenersatz- und Genugtuungsverpflichtung zielende Begehren des Privatklägers A._____ wird abgewiesen.
	3. Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Ziff. 3 und 4) wird bestätigt.
	4. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird auf Fr. 3'000.– festgesetzt.
	5. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Privatkläger auferlegt.
	6. Der Privatkläger wird verpflichtet, dem Beschuldigten für das Berufungsverfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 3'652.65 für anwaltliche Verteidigung zu bezahlen.
	7. Die durch den Privatkläger geleistete Prozesskaution von Fr. 12'000.– wird zur Deckung der Gerichtskosten und Entschädigung gemäss vorstehenden Dispositivziffern 4 und 6 verwendet. Der Restbetrag wird dem Privatkläger zurückerstattet.
	8. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft See/Oberland
	 die Vertretung des Privatklägers im Doppel für sich und zuhanden des Privatklägers (übergeben)
	 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft See/Oberland
	 die Vertretung des Privatklägers im Doppel für sich und zuhanden des Privatklägers
	 die Vorinstanz
	 die Koordinationsstelle VOSTRA zur Entfernung der Daten gemäss Art. 12 Abs. 1 lit. d VOSTRA mittels Kopie von Urk. 28/2
	 die Kantonspolizei Zürich, KIA-ZA, mit separatem Schreiben (§ 54a Abs. 1 PolG)
	 das Strassenverkehrsamt des Kantons Zürich, Administrativmassnahmen (PIN: ...).

	9. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.