# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 80cf5015-5664-5b62-9c99-71b4c84dfc9b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-10-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.10.2022 A-3/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-3-2021_2022-10-27.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung I 

A-3/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 7 .  O k t o b e r  2 0 2 2  

Besetzung 
 Richterin Iris Widmer (Vorsitz), 

Richterin Annie Rochat Pauchard,  

Richter Keita Mutombo,  

Gerichtsschreiberin Anna Begemann,     

 
 

 
 

Parteien 
 A._______ GmbH,  

(…),   

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 
 

Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG),  

Direktionsbereich Strafverfolgung,  

Taubenstrasse 16, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Abgabennachforderung. 

 

 

 

A-3/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die A._______ GmbH mit Sitz in (…) bezweckt gemäss Auszug aus dem 

Handelsregister des Kantons (…) die Produktion von und den Handel mit 

Frischfleisch, Fleischwaren und Frischprodukten jeglicher Art.  

B.  

B.a Anlässlich einer Kontrolle durch das schweizerische Grenzwachtkorps 

am 19. Dezember 2017 im Raum (…) wurden im Laderaum des von 

B._______ gelenkten Fahrzeuges, Beifahrer war C._______, rund 1'500 

kg Fleisch festgestellt, welches zuvor ohne Zollanmeldung in die Schweiz 

eingeführt worden war. Die Zollfahndung (…) eröffnete in Folge Zollstraf-

untersuchungen gegen B._______ und C._______. 

B.b Im Rahmen der Ermittlungen wurde am 28. Dezember 2017 eine 

Durchsuchung bei der A._______ GmbH durchgeführt, anlässlich derer di-

verse Belege als Beweismittel beschlagnahmt wurden. Gleichentags wur-

den D._______, der Geschäftsführer der A._______ GmbH, E._______, 

Vater des Geschäftsführers und Verantwortlicher für den Hauptsitz in (…) 

sowie F._______, Schwager des Geschäftsführers und Leiter der Filiale in 

(…), einvernommen. 

C.  

Mit Verfügung vom 25. November 2020 verpflichtete die Eidgenössische 

Zollverwaltung (seit dem 1. Januar 2022: Bundesamt für Zoll und Grenzsi-

cherheit [BAZG]; nachfolgend: EZV, Vorinstanz oder im Zusammenhang 

mit den gesetzlichen Bestimmungen BAZG) die A._______ GmbH zur Zah-

lung von Fr. 68'106.85 (bestehend aus Fr. 60'293.55 Zoll und Fr. 2'183.45 

Mehrwertsteuer und Fr. 5’629.85 Verzugszinsen). 

Mit Bezug auf den Sachverhalt hielt die EZV fest, dass sich im Rahmen der 

Ermittlungen ergeben habe, dass die A._______ GmbH im Zeitraum vom 

13. November 2017 bis 14. Dezember 2017 von B._______ und bzw. oder 

C._______ mindestens sechs Mal mit insgesamt 3'254.5 kg unverzolltem 

Fleisch beliefert worden sei.  

B._______ und C._______ wurden in separaten Verfügungen für den Be-

trag von Fr. 68'106.85 solidarisch leistungspflichtig erklärt. 

A-3/2021 

Seite 3 

D.  

Mit Eingabe vom 30. Dezember 2020 erhebt die A._______ GmbH (nach-

folgend: die Beschwerdeführerin) gegen die Verfügung der EZV vom 

25. November 2020 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Sie be-

antragt sinngemäss die Aufhebung der angefochtenen Verfügung.  

Zur Begründung führt sie im Wesentlichen aus, sie habe die fraglichen Ein-

käufe bei der «G._______ GmbH» mit Sitz in (…), deren Inhaber 

C._______ sei, getätigt. Sie habe keine Kenntnis davon gehabt, dass das 

fragliche Fleisch illegal eingeführt worden sei. Auch der von der Zollverwal-

tung einvernommene Mitarbeiter der Beschwerdeführerin, E._______, sei 

nicht ins Recht gefasst worden. Sie sei aus der Solidarhaftung für die For-

derung über Fr. 68'106.85 zu entlassen. 

Als Beilage reicht die Beschwerdeführerin Verfügungen der EZV vom 

25. November 2020 über die Einstellung der Verfahren gegenüber 

D._______ und E._______ sowie das Foto eines weissen Lieferwagens 

mit Schweizer Nummernschild zu den Akten. 

E.  

Mit Vernehmlassung vom 25. Februar 2021 beantragt die EZV die Abwei-

sung der Beschwerde unter Kostenfolge. 

Auf die detaillierten Vorbringen der Verfahrensbeteiligten und die Akten 

wird – soweit dies für den Entscheid wesentlich ist – in den folgenden Er-

wägungen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt Beschwerden gegen Verfü-

gungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über 

das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), sofern keine Ausnahme 

nach Art. 32 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesver-

waltungsgericht (VGG, SR 173.32) gegeben ist (Art. 31 VGG). Eine solche 

Ausnahme liegt nicht vor. Der angefochtene Entscheid ist eine Verfügung 

im Sinne von Art. 5 VwVG. Das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit ist 

zudem eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts (Art. 33 VGG). 

A-3/2021 

Seite 4 

Dieses ist daher für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zustän-

dig (vgl. auch Art. 116 Abs. 4 des Zollgesetzes vom 18. März 2005 [ZG, 

SR 631.0]).  

Das Verfahren richtet sich – soweit das VGG nichts anderes bestimmt – 

nach den Vorschriften des VwVG (Art. 37 VGG). Nach Art. 3 Bst. e VwVG 

ist das VwVG nicht anwendbar auf das Verfahren der Zollveranlagung. Im 

vorliegenden Verfahren ist das VwVG jedoch anwendbar, da es sich nicht 

(mehr) um das Verfahren der Zollveranlagung handelt, sondern um das 

Beschwerdeverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht (vgl. BGE 142 II 

433 E. 3.2.6; Urteil des BVGer A-1704/2021 vom 6. April 2022 E. 1.2; MAR-

TIN KOCHER, in : Kocher/Clavadetscher [Hrsg.], Zollgesetz [ZG], 2009, 

Rn. 10 zu Art. 116 ZG). 

1.2 Die Beschwerdeführerin ist Adressatin des angefochtenen Entscheids 

und auch im Übrigen zur Beschwerdeerhebung legitimiert (vgl. Art. 48 

Abs. 1 VwVG). Auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Be-

schwerde (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist daher einzutreten. 

1.3 Das Bundesverwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Ent-

scheid grundsätzlich in vollem Umfang. Die Beschwerdeführerin kann mit 

der Beschwerde neben der Verletzung von Bundesrecht auch die unrich-

tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes 

sowie Unangemessenheit rügen (Art. 49 VwVG). 

1.4 Im Beschwerdeverfahren gilt die Untersuchungsmaxime. Danach hat 

das Bundesverwaltungsgericht unter Mitwirkung der Verfahrensbeteiligten 

den entscheidrelevanten Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen. Aus-

serdem gilt der Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen. Das 

Bundesverwaltungsgericht ist verpflichtet, auf den festgestellten Sachver-

halt unabhängig von der Begründung der Begehren die richtige Rechts-

norm anzuwenden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Die Rechtsmittelinstanz ist je-

doch nicht gehalten, allen denkbaren Rechtsfehlern von sich aus auf den 

Grund zu gehen. Für entsprechende Fehler müssen sich zumindest An-

haltspunkte aus den Parteivorbringen oder den Akten ergeben (vgl. BGE 

121 III 274 E. 2c; 119 V 347 E. 1a; statt vieler: Urteile des Bundesverwal-

tungsgerichts A-2733/2019 vom 9. Oktober 2020 E. 1.5.3; A-820/2014 vom 

21. Oktober 2014 E. 1.5).  

1.5 Die Beweiswürdigung endet mit dem richterlichen Entscheid darüber, 

ob eine rechtserhebliche Tatsache als erwiesen zu gelten hat oder nicht. 

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Seite 5 

Im Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht gilt der Grundsatz der 

freien Beweiswürdigung (BGE 130 II 485 E. 3.2). Der Beweis ist geleistet, 

wenn das Gericht gestützt auf die freie Beweiswürdigung zur Überzeugung 

gelangt ist, dass sich der rechtserhebliche Sachumstand verwirklicht hat. 

Gelangt das Gericht nicht zu diesem Ergebnis, kommen die Beweislastre-

geln zur Anwendung; es ist zu Ungunsten desjenigen zu urteilen, der die 

Beweislast trägt. Die Abgabebehörde trägt die Beweislast für Tatsachen, 

welche die Abgabepflicht als solche begründen oder die Abgabeforderung 

erhöhen, das heisst für die abgabebegründenden und -mehrenden Tatsa-

chen. Demgegenüber ist der Abgabepflichtige für die abgabeaufhebenden 

und -mindernden Tatsachen beweisbelastet, das heisst für solche Tatsa-

chen, welche eine Abgabebefreiung oder Abgabebegünstigung bewirken 

(statt vieler: Urteil des BGer 2A.642/2004 vom 14. Juli 2005, veröffentlicht 

in: Archiv für Schweizerisches Abgaberecht [ASA] 75 S. 495 ff. E. 5.4; Ur-

teile des BVGer A-4453/2021 vom 26. Juli 2022 E. 2.2.2; A-820/2014 vom 

21. Oktober 2014 E. 3.5). 

2.  

2.1 Waren, die ins schweizerische Zollgebiet verbracht werden, sind grund-

sätzlich zollpflichtig und nach dem ZG sowie nach dem Zolltarifgesetz vom 

9. Oktober 1986 (ZTG, SR 632.10) zu veranlagen (Art. 7 ZG). Einfuhren 

von Gegenständen unterliegen zudem im Allgemeinen der Einfuhrsteuer 

(Art. 50 ff. des Bundesgesetzes vom 12. Juni 2009 über die Mehrwert-

steuer [MWSTG, SR 641.20]). 

2.2 Die Zollzahlungspflicht obliegt der Zollschuldnerin bzw. dem Zoll-

schuldner (Art. 70 Abs. 1 ZG). Zum entsprechenden Kreis gehören jene 

Person, welche die Waren über die Zollgrenze bringt, deren Auftraggeber 

sowie die Person, die zur Zollanmeldung verpflichtet bzw. damit beauftragt 

ist oder auf deren Rechnung die Ware ein- oder ausgeführt wird (Art. 70 

Abs. 2 ZG). Die Zollschuldner haften solidarisch. Der Rückgriff unter ihnen 

richtet sich nach dem Obligationenrecht (Art. 70 Abs. 3 ZG).  

Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist der Begriff des Auftrag-

gebers im obigen Sinn weit gefasst (Urteile des BGer 2C_25/2017 vom 

17. September 2018 E. 3.3; 2C_912/2015 vom 20. September 2016 E. 5.3; 

2C_420/2013 vom 4. Juli 2014 E. 3.3). Als Auftraggeber gilt diejenige Per-

son, die die Ware über die Grenze bringen lässt. Als solche gilt nicht nur 

die (natürliche oder juristische) Person, die im zivilrechtlichen Sinne mit 

dem Transporteur einen Frachtvertrag abschliesst, sondern jede Person, 

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welche die Wareneinfuhr tatsächlich veranlasst (BGE 107 Ib 198 E. 6b; Ur-

teil des BGer 2C_420/2013 vom 4. Juli 2014 E. 3.3 f. m.w.H.). Als Auftrag-

geber wird unter anderem derjenige verstanden, der einen Dritten dazu 

veranlasst, ihm eine Ware zu liefern, von der er weiss oder annehmen 

muss, dass sie sich im Ausland befindet und zur Lieferung eingeführt wer-

den muss; dies gilt auch dann, wenn Waren ohne vorgängige Bestellung 

des Betreffenden in die Schweiz gebracht werden, dieser zuvor aber seine 

generelle Bereitschaft zur Abnahme solcher Waren kundgetan hat (Urteile 

des BGer 2C_912/2015 vom 20. September 2016 E. 5.3; 2C_201/2013 

vom 24. Januar 2014 E. 6.7.2; 2A.580/2003 vom 10. Mai 2004 E. 3.3.2; 

2A.417/1999 vom 27. Oktober 1999 E. 3a; Urteil des BVGer A-625/2015 

vom 15. September 2015 E. 2.2.2 f.). 

Zollschuldner nach Art. 70 ZG sind auch für die Einfuhrsteuer steuerpflich-

tig (Art. 51 Abs. 1 MWSTG). 

2.3  

2.3.1 Wer sich oder einem anderen einen unrechtmässigen Zoll- oder 

Steuervorteil verschafft, insbesondere indem er vorsätzlich oder fahrlässig 

Waren bei der Einfuhr nicht anmeldet, begeht eine Widerhandlung gegen 

die Zoll- bzw. Mehrwertsteuergesetzgebung (vgl. Art. 118 ZG, Art. 96 

MWSTG). Sowohl die Zoll- als auch die Mehrwertsteuergesetzgebung ge-

hören zur Verwaltungsgesetzgebung des Bundes (statt vieler: Urteil des 

BVGer A-4077/2021 vom 11. Mai 2022 E. 2.8.1). 

2.3.2 Gemäss Art. 12 Abs. 1 Bst. a des Bundesgesetzes vom 22. März 

1974 über das Verwaltungsstrafrecht (VStrR, SR 313.0) sind Abgaben 

nachzuentrichten, wenn sie infolge einer Widerhandlung gegen die Verwal-

tungsgesetzgebung des Bundes zu Unrecht nicht erhoben worden sind. 

Dies gilt «ohne Rücksicht auf die Strafbarkeit einer bestimmten Person» 

(Art. 12 Abs. 1 VStrR). Die Leistungspflicht im Sinne von Art. 12 VStrR 

hängt weder von einer strafrechtlichen Verantwortlichkeit noch von einem 

Verschulden oder gar der Einleitung eines Strafverfahrens ab. Vielmehr 

genügt es, dass der durch die Nichterhebung der entsprechenden Abgabe 

entstandene unrechtmässige Vorteil auf einer objektiven Widerhandlung 

gegen die Verwaltungsgesetzgebung des Bundes gründet (zum Ganzen: 

BGE 129 II 160 E. 3.2; 106 Ib 218 E. 2c; Urteile des BGer 2C_219/2019 

vom 27. April 2020 E. 5; 2C_424/2014 vom 18. Juli 2015 E. 5.2.2; Urteil 

des BVGer A-4077/2021 vom 11. Mai 2022 E. 2.8.2 m.w.H.). 

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Seite 7 

2.3.3 Zu den gestützt auf Art. 12 Abs. 2 VStrR Nachleistungspflichtigen ge-

hört nach dem Gesetzeswortlaut «insbesondere der zur Zahlung der Ab-

gabe Verpflichtete», d.h. für die Zollabgaben jene Personen, welche dem 

Kreis der Zollschuldnerinnen und Zollschuldner gemäss Art. 70 ZG ent-

sprechen. Sie gelten ipso facto als durch die Nichtbezahlung der Abgabe 

bevorteilt. Sie bleiben selbst dann leistungspflichtig, wenn sie nichts von 

der falschen bzw. fehlenden Deklaration gewusst haben (BGE 107 Ib 198 

E. 6c/d) und wenn sie selber aus der Widerhandlung keinen persönlichen 

Nutzen gezogen haben (Urteile des BGer 2C_420/2013 vom 4. Juli 2014 

E. 3.3; 2A.242/2006 vom 2. Februar 2007 E. 2.2; Urteil des BVGer  

A-4408/2021 vom 6. Juli 2022 E. 2.5.3 m.w.H.). Sie gelten als direkt un-

rechtmässig bevorteilt, weil sie die geschuldeten Abgaben infolge der Wi-

derhandlung nicht entrichten mussten. Der Genuss dieses Vorteils soll den 

Leistungspflichtigen mit dem Institut der Nachleistungspflicht entzogen 

werden. Diese Personen – für welche die gesetzliche Vermutung eines un-

rechtmässigen Vermögensvorteils gilt – haften solidarisch für den gesam-

ten nicht erhobenen Abgabebetrag (Art. 70 Abs. 3 ZG; Urteile des BGer 

2C_420/2013 vom 4. Juli 2014 E. 3.3; 2A.242/2006 vom 2. Februar 2007 

E. 2.2; Urteile des BVGer A-4408/2021 vom 6. Juli 2022 E. 2.5.3;  

A-4077/2021 vom 12. Mai 2022 E. 2.8.3). 

2.3.4 Die Strafverfolgung im Zusammenhang mit Widerhandlungen gegen 

das Zollgesetz unterliegt den Bestimmungen des VStrR (Art. 128 ZG, 

Art. 62 VStrR), während auf das Verfahren für die Festsetzung der nach-

zuentrichtenden oder zurückzuzahlenden Abgaben gemäss Art. 12 VStrR 

die Zuständigkeits- und Verfahrensvorschriften des betreffenden Verwal-

tungsgesetzes Anwendung finden (Art. 63 Abs. 1 VStrR). Dabei darf sich 

die zuständige Bundesverwaltungsbehörde auf die Ergebnisse einer ver-

waltungsstrafrechtlichen Untersuchung stützen (Urteil des BGer 

2C_112/2010 vom 30. September 2010 E. 5.3; Urteil des BVGer 

A-4408/2021 vom 6. Juli 2022 E. 2.5.4 m.w.H). Aufgrund der Trennung 

zwischen diesen beiden Verfahren gelten in den Verfahren zur Festset-

zung der Leistungspflicht nach Art. 12 VStrR die strafprozessualen Verfah-

rensgarantien nicht (Urteile des BGer 2C_492/2017 vom 20. Oktober 2017 

E. 7.2; 2C_263/2014 vom 21. Januar 2015 E. 4.2.1; 2C_201/2013 vom 

24. Januar 2014 [in BGE 140 III 194 nicht publizierte] E. 4.2; Urteil des 

BVGer A-4408/2021 vom 6. Juli 2022 E. 2.5.4 m.w.H.).  

3.  

3.1 Im vorliegenden Fall hat die Beschwerdeführerin im Zeitraum vom 

13. November 2017 und dem 14. Dezember 2017 insgesamt 3'254.5 kg 

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Seite 8 

unverzolltes Fleisch gekauft und übernommen. Das fragliche Fleisch 

wurde durch B._______ und bzw. oder C._______ direkt an den Firmensitz 

der Beschwerdeführerin in (…) oder an ihre Filiale in (…) geliefert. Die erste 

Lieferung erfolgte auf vorgängige Bestellung durch die für den Fleischein-

kauf verantwortliche Person, E._______, im Namen der Beschwerdeführe-

rin, nachdem C._______ an deren Sitz in (…) vorbeigekommen war und 

ein Angebot unterbreitet hatte. Die Bestellung für die nächsten Waren er-

folgte jeweils direkt nach der aktuellen Lieferung. Dieser Sachverhalt ergibt 

sich namentlich aus den im Rahmen der Ermittlungen beschlagnahmten 

Beweismitteln sowie aus den von der EZV durchgeführten Einvernahmen 

von B._______ vom 19., 22., 27. und 29. Dezember 2017 (Pagina [pag.] 

EZV 001650 ff.), von E._______ vom 28. Dezember 2017 (pag. EZV 

001781 ff.) und von F._______ (dem Leiter der Filiale in […]) vom 28. De-

zember 2017 (pag. EZV 001850 ff.). Er wird soweit von der Beschwerde-

führerin nicht bestritten. 

3.2 Da das streitbetroffene Fleisch eingeführt wurde, ohne die Ware bei der 

Einfuhr zur Zollbehandlung anzumelden, ist der objektive Tatbestand von 

Art. 118 ZG und Art. 96 MWSTG erfüllt (vgl. E. 2.3.1).  

3.3 Die Beschwerdeführerin bestreitet sinngemäss ihre Nachleistungs-

pflicht gemäss Art. 12 VStrR. Zu klären ist, ob die Vorinstanz die Beschwer-

deführerin bezüglich des streitbetroffenen Fleisches zu Recht als Auftrag-

geberin und somit als Zollschuldnerin qualifiziert hat, welche in vollem Um-

fang für die nicht bezahlten Abgaben nachleistungspflichtig ist (vgl. 

E. 2.3.3). 

3.3.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie habe nicht gewusst, dass 

das fragliche Fleisch unverzollt gewesen sei und habe auch keinen Anlass 

zu einem dahingehenden Verdacht gehabt. Die Einkäufe seien bei einer 

Schweizer Firma, der «G._______ GmbH», erfolgt und mit einem Liefer-

wagen mit Schweizer Nummernschild geliefert worden. Bei einzelnen Lie-

ferungen habe man zwar gesehen, dass ein Teil des Fleisches aus 

Deutschland stammt. Sie bzw. ihr für den Fleischeinkauf zuständiger Mit-

arbeiter (E.______) sei aber überzeugt gewesen, dass die Waren zuvor 

korrekt eingeführt worden seien. Die Firma «G._______ GmbH» habe auch 

die Aushändigung von detaillierten Monatsrechnungen versprochen; diese 

habe sie (die Beschwerdeführerin) aber bis zur «Zollkontrolle» nicht erhal-

ten.  

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Seite 9 

3.3.2 Die EZV hält in der Verfügung vom 25. November 2020 fest, dass die 

Beschwerdeführerin mit der Übernahme bzw. der Bestellung des streitbe-

troffenen Fleisches eine generelle Abnahmebereitschaft bekundet und da-

her den fraglichen Warentransport als Auftraggeberin veranlasst habe. Sie 

gehöre damit zum Kreis der Zollschuldnerinnen. Als solche sei sie nach-

leistungspflichtig für die zu Unrecht nicht bezahlten Zollabgaben und Ein-

fuhrsteuern. Dies gelte selbst dann, wenn sie nichts von den fehlenden 

Zolldeklarationen gewusst habe und ihr in diesem Zusammenhang kein 

Vorsatz unterstellt werden könnte. 

In der Vernehmlassung vom 25. Februar 2021 fügt die EZV hinzu, dass es 

sich bei der Behauptung der Beschwerdeführerin, wonach die Fleischein-

käufe bei der «G._______ GmbH» getätigt worden seien, um ein blosses 

Versehen der Beschwerdeführerin handle. Richtigerweise seien die 

Fleischbestellungen bei B._______ bzw. C._______ erfolgt. Die Ware sei 

zwar in einem weissen Lieferwagen der Marke (…) mit der schlecht leser-

lichen Aufschrift «G._______ GmbH» geliefert worden. Der Lieferwagen 

habe zunächst dem Geschäftsführer der «G._______ GmbH» in (…) ge-

hört, sei aber anschliessend an B._______ und C._______ verkauft wor-

den. Den Einvernahmen von E._______ und F._______ sei zu entnehmen, 

dass die Bestellungen nicht bei der «G._______ GmbH», sondern beim 

Fahrer des weissen Lieferwagens, nämlich bei B._______ bzw. C._______ 

erfolgt seien. 

3.4 Die Beschwerdeführerin hat über einen relativ kurzen Zeitraum 

(13. November 2017 - 14. Dezember 2017) mehrere Lieferungen Fleisch 

in beträchtlichen Mengen (insgesamt mehr als 3 Tonnen) entgegengenom-

men und bezahlt. Sämtliche Lieferungen erfolgten auf vorgängige Bestel-

lung durch die für den Fleischeinkauf zuständige Person, E._______ (vgl. 

E. 3.1; vgl. Einvernahme von E._______ vom 28. Dezember 2017 [pag. 

EZV 001787 - 001788]). Als mit dem Fleischeinkauf betraute Person han-

delte E._______ im Namen der Beschwerdeführerin. Dies wird von der Be-

schwerdeführerin auch nicht bestritten. Unter der Voraussetzung, dass die 

Beschwerdeführerin (bzw. die für sie handelnden Person) wusste oder an-

nehmen musste, dass sich die streitbetroffenen Fleischwaren vor den Lie-

ferungen im Ausland befanden, ist sie deshalb im hier massgebenden 

Sinne als Auftraggeberin und damit als Zollschuldnerin zu qualifizieren (vgl. 

E. 2.2; vgl. für eine ähnliche Konstellation Urteil des BVGer A-5047/2021 

vom 25. August 2022 E. 4.5.2). 

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Seite 10 

3.4.1 In Folge ist demnach der Frage nachzugehen, ob die Beschwerde-

führerin (bzw. die für sie handelnde Person, also E._______) wusste oder 

wissen musste, dass die von B._______ und bzw. oder C._______ gelie-

ferte Menge von 3'254.5 kg Fleisch aus dem Ausland stammte.  

Aufgrund der Würdigung der rechtserheblichen Tatsachen durch das Ge-

richt ist dies klar zu bejahen:  

Zum einen weist die Beschwerdeführerin in der Beschwerde vom 30. De-

zember 2020 selbst darauf hin, dass man bei einzelnen Lieferungen gese-

hen habe, dass ein Teil des Fleisches aus Deutschland stammte. Gemäss 

der Einvernahme von E._______ vom 28. Dezember 2017 wurde dieser 

von B._______ und C._______ auf Nachfrage hin sogar auf die deutsche 

Herkunft eines Teils des Fleisches hingewiesen (pag. EZV 001788). Zudem 

gab E._______ an, dass das streitbetroffene Fleisch vakuumverpackt und 

mit einer Etikette mit Angaben über die Fleischsorte und das Ablaufdatum 

versehen gewesen sei. Was beim Schlachtort und Herkunftsort stand, 

habe er aber nicht gesehen (pag. EZV 001787). Wie die Vorinstanz in der 

Vernehmlassung vom 25. Februar 2021 zutreffend ausführt, ist diese Aus-

sage nicht nachvollziehbar. So gab E._______ nämlich ebenfalls an, die 

Qualität und die Quantität des Fleisches sowie das Vorhandensein einer 

Etikette jeweils genau zu kontrollieren. Ohne Etikette werde das Fleisch 

nicht verkauft. Zudem gab er auf Nachfrage an, er hätte im Falle einer Le-

bensmittelkontrolle die Herkunft des fraglichen Fleisches mit den besagten 

Etiketten nachgewiesen (pag. EZV 001794). Es muss daher davon ausge-

gangen werden, dass E._______ Kenntnis darüber hatte, dass das ge-

samte streitbetroffene Fleisch aus Deutschland stammte oder dies zumin-

dest hätte wissen müssen. 

Die Art der Abwicklung des Geschäfts und der Warenübergabe war zudem 

für den Fleischhandel unüblich und hätte Anlass zu begründeten Zweifeln 

geben müssen. Die Lieferung erfolgte mindestens zweimal mit einem PKW 

der Marke (…), welcher über kein Kühlaggregat verfügte (pag. EZV 

001787). Andere Male erfolgte die Lieferung mit einem weissen Lieferwa-

gen (mit Kühlaggregat), auf welchem der verblichene Schriftzug 

«G._______ GmbH» ersichtlich war. Es wurde jeweils sogleich in bar be-

zahlt und weder E._______ (pag. EZV 001788) noch F._______ (pag. EZV 

001856) erhielten Rechnungen, Quittungen, Zollbelege oder Lieferscheine 

für die gelieferte Ware. B._______ bestätigte den Erhalt des Bargelds mit 

Unterschrift auf einem Zettel bzw. in der Agenda von E._______ (pag. EZV 

001787). E._______ selbst bezeichnete die Tatsache, dass anders als bei 

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Seite 11 

anderen Lieferanten keine Rechnungen ausgestellt wurden, als «komisch» 

und «nicht in Ordnung» (pag. EZV 001788). Die Beschwerdeführerin bzw. 

der in ihrem Namen handelnde Mitarbeiter musste somit auch vor diesem 

Hintergrund davon ausgehen, dass das Fleisch aus dem Ausland stammte. 

Zumindest hätte sie begründeten Anlass gehabt, der Frage der Herkunft 

des gelieferten Fleischs nachzugehen. Sie gab jedoch ohne weitere Abklä-

rungen weitere Bestellungen in Auftrag. Unerheblich ist in diesem Zusam-

menhang, ob die Beschwerdeführerin tatsächlich (fälschlicherweise) davon 

ausging, die Ware bei der «G._______ GmbH» (und nicht bei B.______ 

und C._______) gekauft zu haben. Da sie keinerlei Belege für den Einkauf 

erhielt und die «G._______ GmbH» ihr gegenüber – abgesehen von dem 

schwer leserlichen Schriftzug auf dem weissen Lieferwagen – nicht in Er-

scheinung trat, durfte sie ohnehin nicht davon ausgehen, Schweizer 

Fleisch regulär bei einer Schweizer Firma gekauft zu haben.  

Aufgrund all dieser Umstände wusste oder hätte die Beschwerdeführerin 

zumindest wissen müssen, dass das gesamte streitbetroffene Fleisch aus 

dem Ausland stammte. Dieser Schluss rechtfertigt sich umso mehr, als 

nach der Rechtsprechung im Fleischhandel eine Herkunftsabklärung 

schon aus gesundheitspolizeilichen Gründen verlangt werden muss und 

deren Unterlassung in zwei vom Bundesgericht entschiedenen Fällen als 

Inkaufnahme einer möglicherweise aus dem nahen Ausland erfolgten ille-

galen Einfuhr des bezogenen Fleisches gewertet wurde (vgl. Urteile des 

BGer 2A.602/2003 vom 10. Mai 2004 E. 4.3.4; 2A.603/2003 vom 10. Mai 

2004 E. 3.3.4; Urteil des BVGer A-667/2015 vom 15. September 2015 

E. 4.2.2). 

3.4.2 Zusammenfassend hat die Beschwerdeführerin B._______ und 

C._______ dazu veranlasst, ihr das streitbetroffene Fleisch zu liefern, von 

dem sie wusste oder zumindest annehmen musste, dass es sich im Aus-

land befand und zur Lieferung eingeführt werden musste. Demnach gilt die 

Beschwerdeführerin im Sinne der Rechtsprechung als Auftraggeberin und 

damit als Zollschuldnerin.  

3.5 Als Zollschuldnerin ist die Beschwerdeführerin – solidarisch mit den 

weiteren Leistungspflichtigen – nachleistungspflichtig für die zu Unrecht 

nicht bezahlten Zollabgaben und Einfuhrsteuern.  

Dies gilt selbst dann, wenn sie nichts von den fehlenden Zolldeklarationen 

wusste und ihr in diesem Zusammenhang kein Vorsatz unterstellt werden 

kann (vgl. E. 2.3.3). Das Vorbringen der Beschwerdeführerin, wonach sie 

A-3/2021 

Seite 12 

nicht gewusst habe, dass das fragliche Fleisch unverzollt gewesen sei und 

auch keinen Anlass zu einem dahingehenden Verdacht gehabt habe, zielt 

somit ins Leere. 

Auch aus der Tatsache, dass das Strafverfahren gegen den Mitarbeiter der 

Beschwerdeführerin, E._______, nach Abschluss der Ermittlungen einge-

stellt wurde, vermag die Beschwerdeführerin nichts zu ihren Gunsten ab-

zuleiten. Denn die Leistungspflicht im Sinne von Art. 12 VStrR hängt weder 

von einer strafrechtlichen Verantwortlichkeit noch von einem Verschulden 

oder gar der Einleitung eines Strafverfahrens ab (vgl. E. 2.3.2). 

4.  

Die Vorinstanz ist demnach zu Recht davon ausgegangen, dass die Be-

schwerdeführerin sowohl Zollabgaben als auch Einfuhrsteuern für das 

streitbetroffene Fleisch nachzuentrichten hat und sie dafür solidarisch mit 

den weiteren Leistungspflichtigen haftet.  

Rechnerisch ist die mit der vorliegend angefochtenen Verfügung erhobene 

Nachforderung (Zoll, Einfuhrsteuer und Verzugszins) zu Recht nicht bestrit-

ten. 

Die Beschwerde ist demnach abzuweisen. 

5.  

Die Beschwerdeführerin hat als unterliegende Partei die Verfahrenskosten 

im Umfang von Fr. 4'250.– zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Der einbe-

zahlte Kostenvorschuss in derselben Höhe ist zur Bezahlung der Verfah-

renskosten zu verwenden. 

(Das Dispositiv befindet sich auf der nächsten Seite). 

  

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Seite 13 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 4'250.– werden der Beschwerdeführerin 

auferlegt. Der von der Beschwerdeführerin einbezahlte Kostenvorschuss 

in derselben Höhe wird zur Bezahlung der Verfahrenskosten verwendet.  

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin und die Vorinstanz. 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Iris Widmer Anna Begemann 

 

  

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Seite 14 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Frist ist 

gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim 

Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen 

Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Ver-

tretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift ist in 

einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung 

mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der ange-

fochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerde-

führende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

Versand: 

 

  

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Seite 15 

Zustellung erfolgt an: 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz ([…]; Gerichtsurkunde)