# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3da02827-24b8-53d5-b979-8afa1aa3cd5b
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-12-08
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 08.12.2011 NQ110011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_NQ110011_2011-12-08.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: NQ110011-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. A. Katzenstein, Vorsitzende, Oberrichter  

lic. iur. P. Hodel und Oberrichter Dr. P. Higi sowie Gerichtsschreiber 

lic. iur. D. Oehninger. 

Urteil vom 8. Dezember 2011 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Berufungsklägerin 

 

betreffend Obhutsentzug, Errichtung Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 
und 2 ZGB sowie Wahl Beiständin 
 
Berufung gegen einen Beschluss des Bezirksrates Dielsdorf vom 28. Febru-
ar 2011 i.S. B._____, geb. tt.mm.1996; VO.2010.191 (Sozialbehörde C._____) 
 

- 2 - 

Erwägungen: 

I. 

 1. Die Berufungsklägerin ist die Mutter von B._____, geboren am 

tt.mm.1996, die unter der alleinigen elterlichen Sorge ihrer Mutter steht.  

 Am 15. April 2010 machte die Oberstufenschule D._____ bei der Sozialbe-

hörde C._____ eine Gefährdungsmeldung betreffend B._____, da diese zusam-

men mit der Mutter und deren Freund seit längerem in einem Hotelzimmer wohnte 

und die Wohnung in C._____ unbewohnbar sei (act. 13/8/2). Die Sozialbehörde 

erteilte in der Folge dem Jugendsekretariat Dielsdorf einen Abklärungsauftrag 

(act. 13/8/3). Dieser Abklärungsbericht wurde am 28. Juni 2010 der Sozialbehör-

de eingereicht (act. 13/8/8). Darin wurde die Errichtung einer Beistandschaft für 

B._____ im Sinne von Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB sowie die Prüfung eines Obhut-

sentzugs im Sinne von Art. 310 ZGB empfohlen (act. 13/8/8 S. 6).  

 Mit Beschluss vom 20. Juli 2010 ordnete die Sozialbehörde C._____ für 

B._____ eine Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB an und ernannte 

F._____ von der Jugend- und Sozialberatung E._____ zur Beiständin (act. 13/4). 

Am gleichen Datum beschloss die Sozialbehörde C._____, der Berufungsklägerin 

die Obhut über B._____ zu entziehen und das Kind bis zum Eintritt in ein Heim im 

G._____ in H._____ fremd zu platzieren (act. 13/5). Sodann entzog die Sozialbe-

hörde C._____ mit Beschluss vom 17. August 2010 der Berufungsklägerin weiter-

hin die Obhut über ihre Tochter B._____ und platzierte diese in der Stiftung 

I._____ in H._____. Mit beiden Beschlüssen wurde einer allfälligen Beschwerde 

die aufschiebende Wirkung entzogen (act. 13/10/3).  

 2. Gegen die beiden Beschlüsse vom 20. Juli 2010 erhob die Berufungsklä-

gerin mit Eingabe vom 31. Juli 2010 beim Bezirksrat Dielsdorf Beschwerde, mit 

welcher sie sinngemäss die Aufhebung der Beistandschaft, der Wahl der Beistän-

din und des Obhutsentzugs beantragte (act. 13/1). Ebenso focht sie den Be-

schluss vom 17. August 2010 beim Bezirksrat Dielsdorf an. Auch mit dieser Be-

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schwerde vom 31. August 2010 beantragte sie, den Obhutsentzug und die Bei-

standschaft aufzuheben (act. 13/10/1).  

 Der Bezirksrat Dielsdorf wies die Beschwerden gegen die Beschlüsse vom 

20. Juli 2010 bzw. 17. August 2010 mit Beschluss vom 28. Februar 2011 ab. Die 

Verfahrenskosten von Fr. 912.-- auferlegte er der Berufungsklägerin (act. 12). 

 3. Gegen diesen Entscheid richtet sich die – entsprechend der Rechtsmittel-

belehrung im angefochtenen Entscheid – als Rekurs bezeichnete Eingabe von 

A._____ vom 11. März 2011 (act. 2). Gestützt auf § 187 GOG in Verbindung mit 

Art. 308 Abs. 1 lit. a ZPO ist diese Eingabe als Berufung im Sinne von Art. 308 ff. 

ZPO zu behandeln. Die Berufungsklägerin beantragt damit, auf die Errichtung der 

Beistandschaft zu verzichten, den Obhutsentzug aufzuheben und ihre Tochter 

"wieder ohne jede behördlichen Eingriffe bei mir und mit mir leben zu lassen". 

Kosten sollen ihr keine auferlegt werden (act. 2 S. 1).  

 Die Klägerin leistete den ihr mit Verfügung vom 16. März 2011 (act. 4) aufer-

legten Kostenvorschuss von Fr. 1'500.-- fristgerecht am 17. März 2011 (act. 10). 

Die Sozialbehörde C._____ liess sich mit Eingabe vom 18. März 2011 (act. 6) 

zum erhobenen Rechtsmittel vernehmen. Der Bezirksrat Dielsdorf beantragt mit 

seiner Vernehmlassung vom 22. März 2011, die Berufung abzuweisen (act. 11). 

Am 24. März 2011 reichte die Sozialbehörde C._____ den Bericht der Stiftung 

I._____ (…) vom 18. März 2011 ein (act. 15). Die Berufungsklägerin und die Bei-

ständin wurden zu einer Befragung/Anhörung durch den Referenten auf den 23. 

Mai 2011 vorgeladen (act. 18/1-2), nachdem eine erste solche auf den 19. April 

2011 angesetzte Verhandlung hatte verschoben werden müssen (act. 16/1-2). 

Diese Verhandlung fand nicht statt, da die Berufungsklägerin zuvor mitgeteilt hat-

te, sie könne wegen Krankheit nicht daran teilnehmen (act. 20). In der Folge un-

terliess sie es, ihr Fernbleiben durch ein entsprechendes Arztzeugnis zu rechtfer-

tigen. Auf eine entsprechende Anfrage des Referenten vom 24. August 2011 (act. 

21) teilte die Berufungsklägerin am 1. September 2011 schriftlich mit, dass sie an 

der Berufung festhalte (act. 23). Am 5. Oktober 2011 wurde B._____ durch den 

Referenten und die Gerichtsschreiberin mündlich angehört (Prot. S. 6 ff.). Zum 

Protokoll dieser Anhörung nahm die Berufungsklägerin mit Eingabe vom 20. Ok-

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tober 2011 (act. 30) Stellung. Mit Verfügung vom 4. November 2011 (act. 31) 

wurde der Berufungsklägerin Gelegenheit gegeben, zur Vernehmlassung der So-

zialbehörde C._____ und zu deren Schreiben vom 18. März 2011, zur Vernehm-

lassung des Bezirksrats Dielsdorf vom 22. März 2011 und zum Bericht der Stif-

tung I._____ vom 18. März 2011 Stellung zu nehmen. Die Berufungsklägerin äus-

serte sich hierzu innert erstreckter Frist (act. 33) mit Eingabe vom 26. November 

2011 (act. 35). 

 

II. 

 1.1. Die Sozialbehörde C._____ stützte ihren Entscheid vom 20. Juli 2010 

(act. 13/5), mit welchem sie der Berufungsklägerin die Obhut über deren Tochter 

B._____ entzog und diese vorübergehend bis zum Eintritt in ein Heim im G._____ 

H._____ unterbrachte, im Wesentlichen auf den Abklärungsbericht des Jugend-

sekretariats der Bezirke Bülach und Dielsdorf vom 28. Juni 2010 (act. 13/8/8) so-

wie die Anhörungen von B._____ und der Berufungsklägerin vom 8. Juli 2010 

(act. 13/8/10 und act. 13/8/11).  

 Nach den Angaben im Abklärungsbericht wohnte B._____ zu Beginn der 

Abklärungen zusammen mit ihrer Mutter und deren Lebenspartner in einem Hotel 

in J._____. Später habe die Berufungsklägerin ihren Wohnsitz in das Haus ihrer 

kranken Mutter nach K._____ bei L._____ verlegt. Die offizielle Wohnung in 

C._____ werde nicht mehr bewohnt. Die Berufungsklägerin sei nicht berufstätig, 

sie werde von ihren Eltern unterstützt. B._____ sei am 18. Mai 2010 nach einem 

heftigen Streit mit der Mutter selbständig ins G._____ in H._____ eingetreten. Es 

wird sodann festgestellt, dass die Berufungsklägerin nicht über genügend erziehe-

rische Fähigkeiten verfüge, keine verlässlichen Strukturen auf die Beine stellen, 

dem Kind keine klaren Grenzen setzen könne und dessen Verhalten zu wenig 

kontrolliere. B._____ brauche erwachsene Erziehungspersonen, welche ihr Rich-

tung und Halt gäben, klare Grenzen setzten und diese auch durchsetzen könnten. 

Eine tragfähige Kommunikation zwischen Mutter und Tochter sei kaum mehr vor-

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handen. B._____ sei nicht mehr bereit, zur Mutter zurückzukehren. Auch könne 

sie in D._____ nicht mehr zur Schule gehen; ihre schulischen Leistungen hätten 

sich sehr verschlechtert. Die Berufungsklägerin sei nicht in der Lage, ihr Kind zu 

unterstützen, damit es sich in der Schule mehr einsetze. B._____ zeige im Übri-

gen ein riskantes Verhalten, da sie sich mit erwachsenen Männern verabrede und 

von diesen Geld annehme. Aus diesen Gründen dränge sich eine Platzierung in 

einem Heim und eine Beistandschaft auf (act. 13/8/8). 

 B._____ führte anlässlich ihrer Anhörung durch ein Mitglied der Sozialbe-

hörde C._____ und den Sozialsekretär aus, dass sie nicht mehr nach Hause wol-

le, sie brauche einen Platz, wo sie fest wohne. Die Mutter, die physisch und psy-

chisch krank sei, schlage sie. Auch könne sie nicht mehr nach D._____ in die 

Oberstufenschule, da sie dort hinaus geekelt und im Facebook gemobbt werde. 

Sie wolle in ein Heim, das M._____, oder in eine Pflegefamilie. Sie habe zu ihrem 

Vater einen guten Kontakt, aber seine Lebensart – er arbeite an den Wochenen-

den und in der Nacht – passten nicht zu ihrer Situation (act. 13/8/10).  

 Am gleichen Tag wurde auch die Berufungsklägerin von den gleichen Per-

sonen befragt. Sie erklärte einzusehen, dass B._____ in D._____ nicht mehr zur 

Schule gehen könne. Dass ihre Tochter keine Motivation für die Schule habe, sei 

einzig die Schuld der Schule. Sie sei nur mit einer Platzierung von B._____ in ei-

ner Tagesschule einverstanden, zur absoluten Not vielleicht noch in einem priva-

ten Internat, auf keinen Fall aber in einem Kinderheim. Dazu brauche sie aber 

weder die Behörden noch eine Beiständin. Im Übrigen habe B._____ entgegen 

deren Angabe in der Wohnung in K._____ ein eigenes Zimmer (act. 13/8/11). 

 Die Sozialbehörde begründete ihren Entscheid damit, dass es angesichts 

dieser Umstände dringend notwendig sei, dass für B._____ für das neue Schul-

jahr ein Platz in einem Wocheninternat bzw. einem Heim gefunden werde, da sie 

eine klare Struktur, Regeln und Grenze benötige, welche sie zu Hause nicht habe. 

Ansonsten sei es nahezu ausgeschlossen, dass sie einen Oberstufenabschluss 

und eine Lehre schaffe. Bis eine solche definitive Lösung gefunden werde, sei ein 

Obhutsentzug angezeigt und B._____ im G._____ zu belassen (act. 13/5 S. 2 f.).  

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 1.2 Mit Beschluss vom 17. August 2010 (act. 13/10/3) entzog die Sozialbe-

hörde C._____ der Berufungsklägerin erneut die Obhut über B._____ und brachte 

diese in der Stiftung I._____ in H._____ unter. Gleichzeitig wurde der Obhutsent-

zug für die Platzierung im G._____ ab dem Eintritt in die Stiftung I._____ aufge-

hoben. Einem allfälligen Rechtsmittel gegen diesen Entscheid wurde die auf-

schiebende Wirkung entzogen (act. 10/13/ S. 3). Begründet wurde dies in gleicher 

Weise wie der oben erwähnte Entscheid betreffend Obhutsentzug und Fremdplat-

zierung vom 20. Juli 2010. 

 1.3 Die Sozialbehörde C._____ beschloss gleichzeitig mit dem Obhuts-

entzug am 20. Juli 2010 für B._____ eine Beistandschaft im Sinne von Art. 308 

Abs. 1 und 2 ZGB zu errichten, wobei sie F._____, Sozialarbeiterin bei der Ju-

gend- und Familienberatung E._____, zur Beiständin ernannte (act. 13/4). Be-

gründet wurde dies mit der oben erwähnten Situation, wie sie sich auf Grund der 

Ausführungen im Abklärungsbericht und in den Anhörungen der Berufungskläge-

rin und von B._____ ergeben hatte. Die Sozialbehörde kam zum Schluss, dass 

B._____ an einem wichtigen Wendepunkt in ihrem Leben angelangt sei und die 

Unterstützung einer Beiständin bedürfe, welche das Kindeswohl im Auge behalte, 

die Platzierung begleite und die Mutter und das Kind beraten müsse (act. 13/4 S. 

2). 

 2. Der Bezirksrat Dielsdorf wies die von der Berufungsklägerin gegen diese 

Beschlüsse der Sozialbehörde C._____ erhobenen Beschwerden mit dem ange-

fochtenen Entscheid vom 28. Februar 2011 ab (act. 12). Er begründete dies im 

Wesentlichen damit, dass auf Grund der Gefährdungsmeldung und der folgenden 

Abklärungen ein sofortiger Handlungsbedarf für die Sozialbehörde gegeben ge-

wesen sei. Eine Gefährdung des Kindwohls sei nicht nur abstrakt zu befürchten 

gewesen, sondern sei bereits konkret eingetreten. Unter Berücksichtigung der ge-

samten Situation (Gefährdungsmeldung, Abklärungsbericht) und der konkreten 

Weigerung B._____s, in den Haushalt der Beschwerdeführerin zurückzukehren 

sowie dem andauernden angespannten Eltern-Kind-Verhältnis, der schwierigen 

Zusammenarbeit der Behörden mit der Berufungsklägerin und der Dringlichkeit, 

B._____ funktionierende Rahmenbedingungen für einen Schulabschluss sowie 

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eine Lehrstelle zu bieten, waren im Zeitpunkt der Beschlussfassungen sowohl die 

Voraussetzungen für eine Beistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB 

als auch eines Obhutsentzugs nach Art. 310 ZGB gegeben. Die auf beiden Seiten 

unterschiedlichen Gesichtspunkte hätten der Berufungsklägerin keine Alternative 

zum Schutz von B._____s Wohl gelassen, weshalb die angefochtenen Kindes-

schutzmassnahmen zu bestätigen seien. Die Anfechtung der Wahl der Beiständin 

sei unbegründet, da die Berufungsklägerin keine Argumente gegen die Person 

von F._____ vorgebracht habe und deren fachliche Eignung nicht in Frage stehe 

(act. 12 S. 11 f.). 

 3. Die Berufungsklägerin begründet ihre Berufung im Wesentlichen damit, 

dass die Sozialbehörde und der Bezirksrat ein völlig falsches Bild von ihr als Mut-

ter erhalten hätten. So sei sie in einem Mail des Sozialsekretärs N._____ als auf-

fällig, wirr und an psychischen Störungen leidend beschrieben worden. Dies sei 

falsch und eine infame Unterstellung. Zu diesem Bild könnte auch ihre Schwäge-

rin O._____ beigetragen haben, die von der Sozialbehörde C._____ angestellt 

oder gar deren Mitglied sei. Die angefochtenen Entscheide würden verkennen, 

dass sie psychisch gesund und eine fürsorgliche Mutter sei, die sich um B._____ 

sorge und sie auch sehr umsorge. 

 Es sei zwar richtig, dass es vorübergehend mit ihrer Tochter Schwierigkeiten 

gegeben habe. Dies sei jedoch auf das Mobbing in der Schule D._____ zurückzu-

führen und habe auch damit zu tun, dass sie B._____ nicht alles habe durchge-

hen lassen wollen und ihr Widerstand geboten habe, was gerade ihre erzieheri-

schen Fähigkeiten beweise. Weil sie für B._____ teilweise unbequem geworden 

sei, habe diese sich ihr entgegen gestellt und sei ins G._____ gegangen. Dort ha-

be sie Dinge erzählt, die nicht stimmten, beispielsweise, dass sie ihre Tochter ge-

schlagen habe. Heute würde diese die falschen Anschuldigungen bedauern. Trotz 

dieser Vorkommnisse habe sie seit dem Herbst 2010 wieder ein tadelloses und 

inniges Verhältnis zu ihrer Tochter, die ihr auch gehorche, wenn sie zusammen 

seien.  

 Bezüglich ihrer persönlichen Wohnsituation wolle sie nicht mehr auf die 

Vorwürfe der Vorinstanzen eingehen. Auch soweit deren Feststellungen noch 

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richtig gewesen sein mochten, so hätten sich die Verhältnisse seit Sommer 2010 

in jeder Hinsicht verändert, geklärt und stabilisiert. Sie wohne seit September 

2010 in K._____ bei L._____, wo sie täglich anwesend sei, da sie als Hauptbe-

schäftigung ihre Mutter betreue. In der grosszügigen Wohnliegenschaft mit über 

zehn Zimmern habe B._____ ein eigenes Zimmer und ein eigenes Bett. Durch die 

veränderte Wohnsituation und ihre Betreuungsarbeit lebe sie ein strukturiertes 

Leben und sei in einem in jeder Hinsicht gesunden Zustand. Unter diesen Um-

ständen hätte sie die Voraussetzungen, um ihrer Tochter ein strukturiertes und 

von Sicherheit und Kontinuität geprägtes Leben zu bieten.  

 Selbst wenn die von der Vormundschaftsbehörde getroffenen Massnahmen 

in der Vergangenheit einmal gerechtfertigt gewesen wären – was sie jedoch be-

streite – , gäbe es längstens keine Gründe mehr, die es rechtfertigten, eine Bei-

standschaft zu errichten oder gar einen Obhutsentzug zu verfügen (act. 2). 

 

III. 

 1. Es ist dem Bezirksrat zuzustimmen, dass die von der Berufungsklägerin 

angefochtenen vormundschaftlichen Massnahmen (Beistandschaft und Obhuts-

entzug) auf Grund der gegebenen Umstände von der Vormundschaftsbehörde 

C._____ im Sommer 2010 zu Recht angeordnet wurden. Es kann hierzu auf die 

Erwägungen im Beschluss des Bezirksrats vom 28. Februar 2011 (act. 12) und 

die Entscheide der Vormundschaftsbehörde C._____ vom 20. Juli 2010 (act. 13/4 

und act. 13/5) und vom 17. August 2010 (act. 13/10/3) verwiesen werden.  

 Die Berufungsklägerin macht zwar geltend, diese Massnahmen seien nicht 

gerechtfertigt gewesen, da sie nur auf dem Mobbing an der D._____-er Schule, in 

einer Pubertätskrise ihrer Tochter und ungeprüften infamen Unterstellungen, sie 

sei psychisch krank, gegründet hätten (act. 2 S. 5). Diese Einwände sind nicht 

stichhaltig. So räumt die Berufungsklägerin ja selber ein, dass es mit B._____ vo-

rübergehend Schwierigkeiten gegeben habe. Dass diese erheblich gewesen sein 

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müssen, ergibt sich nur schon daraus, dass B._____ sich von sich aus ins 

G._____ begeben und sich in der Folge geweigert hatte, zur Mutter zurückzukeh-

ren. Auch stellt die Berufungsklägerin die damalige instabile Wohnsituation nicht 

in Abrede, indem sie den – zumindest vorübergehenden – Aufenthalt in Hotels 

bestätigt (act. 2 S. 4). Unzutreffend ist auch das Vorbringen der Berufungskläge-

rin, in den fraglichen Entscheiden der Vorinstanzen würde unterstellt, sie sei auf-

fällig, wirr oder leide an psychischen Störungen (act. 2 S. 2). Wohl trifft es zu, 

dass der Sozialsekretär in seinem Mail vom 5. Mai 2010 an die Beiständin 

schreibt, dass die Berufungsklägerin auffällig sei und an einer psychischen Stö-

rung zu leiden scheine (act. 13/8/6), doch bilden diese Feststellungen keinen Be-

standteil der Begründung der fraglichen Beschlüsse. Insofern ist entgegen der 

Auffassung der Berufungsklägerin (act. 2 S. 1) nicht zu beanstanden, wenn die 

Sozialbehörde C._____ in dieser Hinsicht nicht nähere Abklärungen getroffen hat. 

Schliesslich kann auch nicht gesagt werden, die Beschlüsse der Sozialbehörde 

C._____ litten an einem wesentlichen Mangel, weil die Inhalte der Gespräche, 

welche F._____ laut ihrem Bericht im Rahmen ihrer Abklärungen mit Drittperso-

nen, unter anderem auch mit der Schwägerin der Berufungsklägerin, O._____, 

führte (act. 13/8/8), nicht dokumentiert seien, wie die Berufungsklägerin rügt (act. 

2 S. 2, vgl. act. 35). Denn es ist nicht notwendig, in einem solchen Bericht sämtli-

che im Rahmen der entsprechenden Abklärungen geführten Gespräche einzeln 

aufzuführen. Entscheidend ist vielmehr, dass die wesentlichen Informationen und 

Angaben der befragten Personen dargestellt werden. Diesbezüglich enthält der 

Bericht ausreichend detaillierte Ausführungen über die Aussagen der wesentli-

chen beteiligten Personen, d.h. der Berufungsklägerin, der Tochter B._____, des 

Lebenspartners der Berufungsklägerin (P._____), von B._____s Vater (Q._____) 

und dem Betreuer des G._____ (R._____), die eine ausreichende und nachvoll-

ziehbare Grundlage für die Beurteilung, Prognose und Schlussfolgerungen der 

Verfasserin des Berichts darstellen. Anzufügen ist im Übrigen, dass die Vermu-

tung der Berufungsklägerin zutrifft, dass ihre Schwägerin O._____ Mitglied der 

Sozialbehörde C._____ ist, laut den von dieser Behörde eingereichten Unterlagen 

jedoch bei den fraglichen Beschlüssen in den Ausstand getreten und nicht mitge-

wirkt hat (act. 6, act. 7/1, act. 9/1-2). 

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 Ist – wie ausgeführt – anzunehmen, dass die Sozialbehörde C._____ ange-

sichts der Situation im Sommer 2010 zu Recht eine Beistandschaft für die Tochter 

der Berufungsklägerin angeordnet und einen Entzug der Obhut verfügt hat, und 

der Bezirksrat die gegen diese Entscheide erhobenen Beschwerden der Beru-

fungsklägerin zu Recht abgewiesen hat, so bedeutet dies nicht, dass die Berufung 

deswegen ohne weiteres abzuweisen wäre. Vielmehr ist zu prüfen, ob die fragli-

chen vormundschaftlichen Massnahmen auch unter den heutigen Gegebenheiten 

noch aufrecht zu erhalten sind. 

 2. Wie aus dem Bericht der Stiftung I._____ vom 18. März 2011 (act. 15) 

hervorgeht, trat B._____ – wie erwähnt – auf Grund des Obhutsentzugs gemäss 

Beschluss der Sozialbehörde C._____ vom 17. August 2010 (act. 13/10/3) am 1. 

September 2010 in die Beobachtungsstation der Stiftung I._____ (…) in H._____ 

ein. Ursprünglich war der Aufenthalt für die Dauer von sechs Monaten vorgese-

hen. Auf Grund der grossen Fortschritte in der Entwicklung von B._____ wurde 

dieser Aufenthalt verlängert, damit diese eine öffentliche Schule besuchen kann. 

Am 9. März 2011 trat sie in eine Klasse der 2. Sekundarschule B im Schulhaus 

S._____ in H._____ ein. An dieser Situation hat sich zwischenzeitlich nichts ge-

ändert. Nach den Ausführungen von B._____ anlässlich ihrer Anhörung durch den 

Referenten am 5. Oktober 2011 (Prot. S. 6 ff.) hält sie sich nach wie vor in dieser 

sozialpädagogischen Einrichtung auf, wo sie in einer Wohngruppe zusammen mit 

fünf anderen Mädchen lebt (Prot. S. 6). Von dort aus besuche sie weiterhin die öf-

fentliche Sekundarschule B im genannten Schulhaus S._____. Diese Schule wol-

le sie abschliessen und anschliessend eine Lehre im Bereich "Betreuung" (bei-

spielsweise Kleinkindererzieherin oder Fachangestellte Gesundheit) machen. Sie 

erwähnte, dass sie zur ihrer Mutter einen sehr guten Kontakt habe; sie sähe sie 

oft auch unter der Woche und telefoniere beinahe täglich mit dieser. Die Wochen-

enden verbringe sie abwechslungsweise bei ihrer Mutter in L._____ bei T._____ 

im grossen Einfamilienhaus der Grossmutter oder bei ihrem Vater in U._____ 

(Prot. S. 7). Die Berufungsklägerin bestätigt in ihrer Stellungnahme vom 20. Okto-

ber 2011 diese Ausführungen der Tochter (act. 30). Von der Sozialbehörde 

C._____ bzw. der Beiständin liegen keine abweichenden Angaben bezüglich der 

Wohnsituation bzw. der Kontakte von B._____ zu ihren Eltern vor. 

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 Würde dem Antrag der Berufungsklägerin und dem entsprechenden Wunsch 

von B._____ (Prot. S. 6 und S. 8 f.) betreffend Aufhebung des Obhutsentzugs ge-

folgt, bedeutete dies, dass B._____ die Stiftung I._____ verlassen müsste und 

wieder bei ihrer Mutter in L._____ bei T._____ wohnen würde (vgl. act. 2 S. 1, act. 

30). Da sowohl nach Auffassung der Berufungsklägerin (act. 30) wie auch von 

B._____ (Prot. S. 8) diese weiterhin die Schule bis zum Ende des Schuljahres 

2011/2012 in der bisherigen Klasse im Schulhaus S._____ in H._____ besuchen 

soll, hätte dies zur Folge, dass B._____ neu einen relativ weiten Schulweg mit öf-

fentlichen Verkehrsmitteln auf sich nehmen müsste. Eine solche zusätzliche Be-

lastung – auch in zeitlicher Hinsicht – für B._____ während des letzten halben 

Jahres ihrer obligatorischen Schulzeit in Kauf zu nehmen, erscheint nicht sehr 

sinnvoll, zumal dies zwangsläufig auch mit einer Umstellung der Lebensgewohn-

heiten verbunden wäre. Eine solche Veränderung zu diesem Zeitpunkt, wo wichti-

ge Entscheidungen über die Berufswahl zu treffen sind, erscheint auch deshalb 

nicht angezeigt, weil sich B._____ nach ihren eigenen Angaben in der Stiftung 

I._____ wohl fühlt und sich mit ihren Mitbewohnerinnen in der Wohngruppe gut 

versteht (Prot. S. 6 f.). Dieses Wohlbefinden wird auch von der Berufungsklägerin 

bestätigt und es wird von ihr hervorgehoben, dass sich dort sehr nette und ver-

ständnisvolle Leute um die Jugendlichen kümmerten (act. 30 S. 1 f.). Überdies er-

scheint es zweckmässig, die gemäss dem erwähnten Bericht der Stiftung I._____ 

notwendige pädagogische Begleitung und allenfalls therapeutische Unterstützung 

von B._____ (act. 15 S. 11) noch während deren verbleibenden halbjährigen 

Schulzeit mit dem Aufenthalt in dieser Einrichtung zu gewährleisten. Auch wenn 

auf Grund der übereinstimmenden Angaben der Berufungsklägerin (act. 30 S. 19) 

und ihrer Tochter (Prot. S. 7) anzunehmen ist, dass sich deren Verhältnis deutlich 

verbessert hat und diese einen intensiven und guten Kontakt zueinander haben, 

so ist doch anzufügen, dass die Berufungsklägerin dazu und auch zu ihren per-

sönlichen Verhältnissen in diesem Berufungsverfahren nicht näher befragt werden 

konnte, da sie der vorgesehenen Anhörung ohne Entschuldigung ferngeblieben 

ist (vgl. act. 20). Damit besteht eine gewisse Unsicherheit über die aktuelle Le-

benssituation der Berufungsklägerin, was auch gegen die beantragte Aufhebung 

der Obhut spricht. 

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 Aus all diesen Gründen ist die gegenwärtige Wohn- und Schulsituation von 

B._____ zur Wahrung stabiler Verhältnisse bis zum Abschluss ihres letzten Schul-

jahres im Sommer 2012 beizubehalten und demzufolge der Antrag der Beru-

fungsklägerin, ihr die Obhut über ihre Tochter wieder zuzusprechen, abzuweisen. 

Es ist jedoch festzuhalten, dass die Beendigung der Sekundarschule im Sommer 

2012 zu einer grundlegenden Veränderung der Wohn- und Lebenssituation von 

B._____ führen wird. Die Sozialbehörde C._____ wird daher im Frühjahr 2012 die 

Frage des Obhutsentzugs zu prüfen und darüber neu zu entscheiden haben. 

 3. Die Berufungsklägerin ficht nebst dem Obhutsentzug auch die Anordnung 

einer Beistandschaft und die Wahl von F._____ als Beiständin an (act. 2 S. 1).  

 Bleibt der Obhutsentzug aufrechterhalten, ist es gerechtfertigt, die Beistand-

schaft im Sinne von Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB beizubehalten. So erscheint es 

sinnvoll, dass der Aufenthalt von B._____ in der Stiftung I._____ durch eine aus-

sen stehende Person überwacht und begleitet wird. Gemäss den Aussagen von 

B._____ nimmt die Beiständin an den dortigen regelmässigen Standortbestim-

mungen teil und sie diente ihr auch als Ansprechpartnerin bei Unklarheiten (Prot. 

S. 6). Die Beiständin wird sich nicht zuletzt in nächster Zeit auch mit der Beendi-

gung oder allfälligen Weiterführung der Kindesschutzmassnahmen nach dem En-

de der Schulzeit von B._____ zu befassen haben. Im Übrigen ist beizufügen, dass 

nebst dem, dass die Berufungsklägerin Kindesschutzmassnahmen für ihre Toch-

ter im Allgemeinen als nicht notwendig erachtet, da sie eine psychisch gesunde 

und sehr fürsorgliche Mutter sei (act. 2 S. 2 und S. 5), sie keine spezifischen Ein-

wendungen gegen die Anordnung einer Beistandschaft bzw. gegen die Wahl der 

Person der Beiständin geltend macht.  

 Die Berufung erweist sich somit bezüglich der Anordnung der Beistandschaft 

und der Wahl von F._____ als Beiständin als unbegründet. 

 4. Zusammenfassend folgt aus diesen Erwägungen, dass die Berufung ab-

zuweisen und der angefochtene Entscheid des Bezirksrats Dielsdorf vom 28. Feb-

ruar 2011 zu bestätigen ist (Art. 318 Abs. 1 lit. a ZPO).  

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IV. 

 Die Berufungsklägerin unterliegt mit ihrer Berufung. Somit sind ihr die Ge-

richtskosten aufzuerlegen und mit dem geleisteten Vorschuss zu verrechnen  

(Art. 106 Abs. 1 ZPO, Art. 95 Abs. 1 lit. a ZPO, Art. 111 Abs. 1 ZPO). 

 

Es wird erkannt:  

1. Die Berufung wird abgewiesen und der Beschluss des Bezirksrats Dielsdorf 

vom 28. Februar 2011 wird bestätigt. 

2. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 1'500.-- festgesetzt. 

3. Die Gerichtskosten des Berufungsverfahrens werden der Berufungsklägerin 

auferlegt und mit dem geleisteten Vorschuss verrechnet. 

4. Schriftliche Mitteilung an die Berufungsklägerin, die Sozialbehörde C._____, 

die Direktion der Justiz und des Innern (Gemeindeamt des Kantons Zürich) 

sowie – unter Rücksendung der eingereichten Akten – an den Bezirksrat 

Dielsdorf, je gegen Empfangsschein. 

5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, 

einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich 

nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art. 113 ff. (subsidiäre Ver-

fassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 des Bundesgesetzes über 

das Bundesgericht (BGG).  

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. 
Es handelt sich um eine nicht vermögensrechtliche Angelegenheit. 
Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

 

- 14 - 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

lic. iur. D. Oehninger 
 

 
 
versandt am: 

	Urteil vom 8. Dezember 2011
	Erwägungen:
	I.
	II.
	III.
	IV.
	Es wird erkannt:
	1. Die Berufung wird abgewiesen und der Beschluss des Bezirksrats Dielsdorf vom 28. Februar 2011 wird bestätigt.
	2. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 1'500.-- festgesetzt.
	3. Die Gerichtskosten des Berufungsverfahrens werden der Berufungsklägerin auferlegt und mit dem geleisteten Vorschuss verrechnet.
	4. Schriftliche Mitteilung an die Berufungsklägerin, die Sozialbehörde C._____, die Direktion der Justiz und des Innern (Gemeindeamt des Kantons Zürich) sowie – unter Rücksendung der eingereichten Akten – an den Bezirksrat Dielsdorf, je gegen Empfangs...
	5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zi...