# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8192ac54-155d-51ac-accb-3a794d5e4892
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-04-04
**Language:** de
**Title:** Anforderungen an Gebäude und Räume. Befensterung einer Wohnküche. Einstufung eines Raumes als Zimmer im Sinne von § 36 Abs. 2 BBV I.
**Docket/Reference:** BRKE I Nr. 0065/2008
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/BRKE_I_0065_2008_631.pdf

## Full Text

BRKE I Nr. 0065/2008 vom 4. April 2008 in BEZ 2008 Nr. 30

Strittig  war,  ob  für  eine  Wohnküche  mit  einer  Bodenfläche  von  16,9  m2  eine 
Fensterfläche von 1,3 m2 genüge. Mithin stellte sich auch die Frage, ob ein zu die-
ser  Wohnung  gehörender,  hauptsächlich  der  wohnungsinternen  Erschliessung  die-
nender Raum mit einer Fläche von 4,4 m2 als Zimmer im Sinne von § 36 Abs. 2 BBV 
I einzustufen sei. 

Aus den Erwägungen: 

6.2.1. Die Bestimmung von § 302 Abs. 2 PBG verlangt, dass Wohn- und Schlaf-
räume mit Fenstern zu versehen sind, die über dem Erdreich liegen, ins Freie führen 
und  in  ausreichendem  Masse  geöffnet  werden  können;  die  Fensterfläche  hat  we-
nigstens einen Zehntel der Bodenfläche zu betragen. Nach § 36 Abs. 2 der Beson-
deren Bauverordnung I (BBV I) müssen in Wohnungen mit mindestens drei Zimmern 
sowie  in  Einfamilienhäuser  die  Küchen  hinsichtlich  Belichtung  und  Belüftung  den 
Anforderungen  von  Wohn- und  Schlafräumen  entsprechen.  Demnach  gilt  in  Woh-
nungen mit weniger als drei Zimmern diese Anforderung nicht. 

6.2.2. Die geplante Wohnung weist ein Schlaf- und ein Wohnzimmer und damit 

jedenfalls zwei Zimmer im Sinne von § 36 Abs. 2 BBV I auf. 

Nicht als Zimmer ist demgegenüber der im Plan eingezeichnete «Vorplatz» ein-
zustufen  (wovon  auch  die  Vorinstanz  ausgeht).  Dieser  Raum  weist  lediglich  eine 
Fläche von 4,4 m2 und kein Fenster auf. Zugleich dient er vor allem der wohnungs-
internen  Erschliessung;  von  ihm  aus  sind  drei  Räume  (Küche/Essen,  Schlafraum 
und  Bad/WC)  unmittelbar  zugänglich.  Nebenher  könnte  er  höchstens  noch  für  den 
Einbau einer Garderobe oder eines kleinen Wandschrankes genutzt werden. Mithin 
fehlt es an sämtlichen Voraussetzung für den Aufenthalt von Personen, womit auch 
kein Zimmer im Sinne von § 36 Abs. 2 BBV I vorliegt.

6.2.3. Küche und angegliederter Essbereich weisen zusammen eine Fläche von 
16,9 m2 auf, ohne dass eine teilweise oder gar durchgehende Aufteilung dieser Be-
reiche mittels einer Trennwand geplant wäre. Damit liegt ein einziger Raum vor, wor-
an  auch  die  im  Plan  eingezeichneten,  den  Küchenbereich  abgrenzenden  Küchen-
einrichtungen und die im Plan eingeschriebenen Bezeichnungen «Küche» und «Es-
sen» samt Flächengaben (8,2 m2 bzw. 8,7 m2) nichts ändern. 

Besagter  Raum  soll  nun  einerseits  als  Küche  und  andererseits  als  Esszimmer 
genutzt werden. Somit kann dieser Raum nicht einfach als Küche eingestuft werden. 
Vielmehr  bildet  dieser  Raum  deswegen,  weil  er  – nicht  anders  als  ein  Esszimmer 
ohne Küche – (auch) als Esszimmer genutzt wird, einen Wohnraum im Sinne von § 
302 Abs. 2 PBG. Daran ändert auch nichts, dass der Essbereich für sich betrachtet 
die Mindestfläche für Räume von 10 m2 (§ 303 Abs. 1 PBG) nicht einhält; angesichts 
der massgeblichen gesamten Raumgrösse kann dem Essbereich die das Befenste-

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rungserfordernis  begründende  Eignung  zum  Aufenthalt  von  Personen  nicht  abge-
sprochen werden. Im Übrigen ist die genügende Lüftbarkeit auf Grund der im Raum 
möglichen Kochtätigkeit sogar noch von erhöhter Bedeutung. Somit muss der fragli-
che  Raum  ein  Fenster  mit  einer  Fensterfläche  von  mindestens  einem  Zehntel  der 
Bodenfläche aufweisen.