# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 729d29ff-ece5-53fe-8eb5-95fa2bb487bb
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-03-21
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 21.03.2005 130 2004 12
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_130-2004-12_2005-03-21.pdf

## Full Text

ENTSCHEID
DER

BAU-, VERKEHRS- UND ENERGIEDIREKTION

Ÿ

RA Nr. 130/2004/12 Bern, 21. März 2005

in der Beschwerdesache zwischen

A.________
Beschwerdeführerin 1

B.________
Beschwerdeführerin 2

C.________
Beschwerdeführerin 3

alle vertreten durch Herrn Rechtsanwalt D.________

und

E.________
Beschwerdegegnerin

vertreten durch Herrn Rechtsanwalt F.________

sowie

Amt für Grundstücke und Gebäude (AGG), Reiterstrasse 11, 3011 Bern

betreffend die Verfügung des AGG vom 10. September 2004 (Geschäfts-Nr. 03367, 
G.________strasse, Bern; Areal von Roll, Gebäudetechnik)

2

I. Sachverhalt

1. Am 24. März 2004 schrieb das AGG Planungsarbeiten für das Sekundärsystem 

(Gebeäudetechnik, Laborbau, Betriebsplanung) des Naturwissenschaftlichen Zentrums der 

Universität Bern im offenen Verfahren öffentlich aus. 

Für die Planung der Gebäudetechnik bewarben sich insgesamt 27 Planungsbüros. Die 

Anbietenden der besten sechs Angebote wurden eingeladen, ihre Angebote mit Hilfe einer 

kurzen Präsentation zu erläutern.         

Mit Verfügung vom 20. September 2004 erteilte das AGG den Zuschlag der im ersten 

Rang liegenden Beschwerdegegnerin. 

2. Gegen diese Zuschlagsverfügung erhoben die Beschwerdeführerinnen bei der 

kantonalen Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (BVE) am 20. September 2004 

Beschwerde. Sie beantragen in verfahrensrechtlicher Hinsicht, ihnen sei volle 

Akteneinsicht zu gewähren und es sei ihnen danach die Möglichkeit zur Ergänzung der 

Beschwerde bzw. zu einer Replik einzuräumen. In materieller Hinsicht beantragen sie, die 

angefochtene Zuschlagsverfügung sei aufzuheben und der Zuschlag sei den 

Beschwerdeführerinnen zu erteilen. Eventualiter sei die Sache „zur korrekten Auswertung 

und zur Vornahme des Zuschlages an die Beschwerdeführenden“ an die Vorinstanz 

zurückzuweisen.

Die Beschwerdeführerinnen machen geltend, das AGG habe ihnen nach dem Zuschlag 

nicht vollständige Akteneinsicht gewährt. Im Übrigen habe es den ihm zustehenden 

Ermessensspielraum bei der Bewertung der Angebote überschritten, indem es bei der 

Bewertungsphase 3 bei allen Angeboten zwei Zuschlagskriterien neu bewertet habe. Ein 

solches Vorgehen verstosse gegen das verfassungsmässige Willkürverbot. Die 

Auswertung der Angebote sei durch die Firma H.________ vorgenommen worden. Es 

bestehe der begründete Verdacht, dass diese Firma in einem sehr engen wirtschaftlichen 

und persönlichen Verhältnis zur Beschwerdegegnerin stehe.                

3. Die Beschwerdegegnerin beantragt, die Beschwerde sei abzuweisen. Im Übrigen sei 

3

den Beschwerdeführerinnen die Einsicht in die Offerte der Beschwerdegegnerin zu 

verweigern. Die Beschwerdegegnerin weist darauf hin, das AGG habe den 

Beschwerdeführerinnen während der Beschwerdefrist alle Akten zugestellt, welche für den 

Zuschlag massgebend gewesen seien. Es sei ihnen daher möglich gewesen, ihre 

Beschwerde sachgerecht zu begründen. Es sei durchaus zulässig, Bewertungen von 

Angeboten während eines Beschaffungsverfahrens zu ändern. Die Bewertung von 

Angeboten sei ein Prozess, bei dem der Vergabebehörde ein weiter Ermessensspielraum 

zustehe. Die Schlussbewertung der Angebote werde von den Beschwerdeführerinnen nicht 

beanstandet. Die Beschwerdegegnerin sei noch nie mit der Firma H.________ in einer 

Arbeitsgemeinschaft tätig gewesen. Ein Ausstandsgrund liege nicht vor. 

  

Das AGG beantragt, die Beschwerde sei abzuweisen und die angefochtene 

Zuschlagsverfügung sei zu bestätigen. Eine vollständige Akteneinsicht könne wegen dem 

Grundsatz der Vertraulichkeit nicht gewährt werden. Das AGG habe den 

Beschwerdeführerinnen während der Beschwerdefrist sämtliche Akten, welche Grundlage 

der Zuschlagsverfügung bildeten, zugestellt. Den Beschwerdeführerinnen sei es somit 

möglich gewesen, ihre Beschwerde sachgerecht zu begründen. Die Rüge, wonach 

einzelne Mitglieder des Beurteilungsgremiums befangen gewesen seien, treffe nicht zu. 

Korrekturen in der Bewertung beruhten auf einer Beurteilung des gelebten 

Projektmanagements, welches erst im Rahmen der Präsentation habe bewertet werden 

können. Die Bewertung der einzelnen Zuschlagskriterien sei sachgerecht erfolgt.                

4. Das Rechtsamt der BVE, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet1, führte 

einen zweiten Schriftenwechsel durch und stellte den Beschwerdeführerinnen die Vorakten 

des AGG – zunächst ohne Offerte der Beschwerdegegnerin –  zur Einsichtnahme zu. 

Daraufhin stellte das Rechtsamt den Beschwerdeführerinnen und der Beschwerdegegnerin 

nachträglich die Konkurrenzofferte der Gegenpartei zu. Die Akteneinsicht wurde dabei 

insoweit eingeschränkt, als die Angaben zum Jahresumsatz im Bereich Gebäudetechnik 

abgedeckt und bei den Referenzobjekten die Namen der Kundinnen und Kunden 

anonymisiert wurden. Die Verfahrensbeteiligten erhielten gleichzeitig Gelegenheit, 

Schlussbemerkungen zum Verfahren einzureichen.    

1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und 
Energiedirektion (OrV BVE, BSG 155.221.191)

4

Auf die einzelnen Rechtsschriften wird, soweit für den Entscheid von Bedeutung, in den 

Erwägungen zurückzukommen sein. 

II. Erwägungen

1. Prozessvoraussetzungen

Nach Art. 12 Abs. 1 ÖBG2 können Verfügungen kantonaler Auftraggeberinnen und Auftrag-

geber mit Beschwerde bei der in der Sache zuständigen Direktion des Regierungsrates 

angefochten werden. Die BVE ist zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig, 

da die angefochtene Zuschlagsverfügung vom AGG erlassen wurde. Die 

Beschwerdeführerinnen sind durch die angefochtene Verfügung beschwert und somit 

unbestritten zur Beschwerde befugt. Auf die form- und fristgerecht eingereichte 

Beschwerde ist somit einzutreten. 

2. Akteneinsicht

Die Beschwerdeführerinnen rügen, das AGG habe ihnen keine vollständige Einsicht in die 

Vorakten gewährt. Es sei ihnen daher nicht möglich gewesen, die Bewertungen der 

Angebote nachzuprüfen und den Zuschlag sachgerecht anzufechten. 

a) Das kantonale Beschaffungsrecht (ÖBG, ÖBV) enthält keine Regelungen über das 

Akteneinsichtsrecht. Art. 11 Bst. g IVöB3 hält einzig fest, dass bei der Vergabe der 

Grundsatz der Vertraulichkeit von Informationen einzuhalten ist. Art. 23 Abs. 1 VRPG4 

bestimmt, dass die Parteien Anspruch auf Einsicht in die Verfahrensakten haben, soweit 

nicht überwiegende öffentliche oder private Interessen deren Geheimhaltung erfordern. 

„Verwehrt werden darf nur die Einsicht in das Aktenstück oder diejenigen Unterlagen, die 

2 Gesetz vom 11. Juni 2002 über das öffentliche Beschaffungswesen (ÖBG; BSG 731.2) 
3 Interkantonale Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen vom 25. November 1994 (IVöB; SR 
172.056.4)  
4 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21)

5

im überwiegenden öffentlichen oder privaten Interesse nicht bekannt gegeben werden 

sollen, nicht die Einsicht in das gesamte Dossier. Auch einzelne Aktenstücke, an denen 

überwiegende Geheimhaltungsinteressen bestehen, dürfen nur soweit der Einsicht 

entzogen werden, wie es die Geheimhaltung erfordert.“5 

Es ist unbestritten, dass das AGG den Beschwerdeführerinnen nach der 

Zuschlagsverfügung keine vollständige Akteneinsicht gewährt hat. Es hat ihnen 

insbesondere die Einsicht in die Offerte der Beschwerdegegnerin mit der Begründung 

verweigert, diese enthalte schutzwürdige Informationen. Den Parteien wurden während des 

Beschwerdeverfahrens jedoch sämtliche originalen Beschaffungsakten, darunter auch die 

Konkurrenzofferte der Gegenpartei, zugestellt. Die Akteneinsicht wurde dabei insoweit 

eingeschränkt, als die Angaben zum Jahresumsatz im Bereich Gebäudetechnik abgedeckt 

und bei den Referenzobjekten die Namen der Kundinnen und Kunden anonymisiert 

wurden. Die Beschwerdeführerinnen hatten die Möglichkeit, Schlussbemerkungen zum 

Verfahren einzureichen. Der Verfahrensmangel der unvollständigen Akteneinsicht wurde 

somit im Beschwerdeverfahren geheilt. Er ist bei der Kostenverlegung zu berücksichtigen.  

b) Die Beschwerdeführerinnen machen in ihren Schlussbemerkungen geltend, das 

Abdecken der Namen der Auftraggebenden sowie der Projektnamen und -orte der 

Referenzobjekte verunmögliche, die Qualität der Referenzen zu beurteilen. Der Nachweis, 

dass die Referenzobjekte der Beschwerdegegnerin mit denjenigen der 

Beschwerdeführerinnen nicht gleichwertig seien, könne nur erbracht werden, wenn 

sämtliche Angaben zu den Referenzobjekten offen gelegt würden. Im übrigen sei es bei 

einem Bauobjekt absurd, den Kundenkreis zu den Geschäftsgeheimnissen zu zählen. 

Insbesondere bei grösseren Bauvorhaben würden die Namen der Planer und 

Unternehmen bekannt gegeben.

Aus den einzelnen Referenzen geht hervor, welche Funktion und Tätigkeiten die 

Beschwerdegegnerin im Rahmen der Referenzprojekte ausgeübt hat. Im Übrigen wird 

darin die gesamte Bausumme aufgeführt, was auf die Grösse der Projekte schliessen lässt, 

und es werden die einzelnen Leistungen gemäss SIA-Leistungsverzeichnis genannt, 

welche die Beschwerdegegnerin erbracht hat. In einer kurzen Begründung wird 

abschliessend ausgeführt, weshalb die konkrete Referenz ein besonders gutes Beispiel ist, 

5 Peter Galli/André Moser/Elisabeth Lang, Praxis des öffentlichen Beschaffungsrechts, Schulthess 2003, N. 671 
und 672

6

um die Fähigkeiten und Leistungen der Beschwerdegegnerin darzustellen. Diese 

Informationen sind ausreichend, um die Qualität der Referenzen zu beurteilen und diese 

mit Referenzen anderer Anbieterinnen und Anbieter vergleichbar zu machen. Die 

Bekanntgabe der Namen der Auftraggebenden sowie der Projektnamen und -orte der 

Referenzobjekte sowie der Kontaktpersonen ist dafür nicht erforderlich. Der Einwand der 

Beschwerdeführerinnen ist daher unbegründet.       

   

3. Befangenheit, Ausstand

Die Beschwerdeführerinnen weisen darauf hin, das AGG habe die Firma H.________ mit 

der Protokollführung bei den einzelnen Sitzungen der Beurteilungsgremien beauftragt. Es 

bestehe der begründete Verdacht, dass diese Firma in einer engen Beziehung zur 

Beschwerdegegnerin stehe und somit bei der vorliegenden Vergabe befangen gewesen 

sei. 

Die Anbietenden haben im Beschaffungsverfahren Anspruch auf Beurteilung ihrer Offerten 

und Durchführung des gesamten Beschaffungsverfahrens einschliesslich 

Zuschlagserteilung durch eine unabhängige und unvoreingenommene Vergabebehörde. 

Für Beschaffungen kantonalbernischer Vergabestellen ergibt sich die Ausstandspflicht aus 

Art. 9 Abs. 1 VRPG. Danach hat eine Person, die eine Verfügung oder einen Entscheid zu 

treffen oder vorzubereiten oder als Mitglied einer Behörde zu amten hat, unter anderem in 

den Ausstand zu treten, wenn sie in der Sache ein persönliches Interesse hat (Bst. a) oder 

am Vorentscheid mitgewirkt hat (Bst. b). Ausstandspflichtig ist nicht nur, wer selber verfügt 

oder (mit-)entscheidet, sondern das Mitwirkungsverbot bezieht sich auf alle Personen, die 

auf das Zustandekommen des Verwaltungsaktes Einfluss nehmen können. Dazu gehören 

namentlich auch Sachbearbeiter oder Protokollführer mit beratender Funktion6.  

Die Beschwerdeführerinnen äussern lediglich den Verdacht, dass die Firma H.________ in 

einer engen wirtschaftlichen Beziehung zur Beschwerdegegnerin stehen könnte. Sie 

vermögen diesen nicht ausreichend zu belegen. Die Beschwerdegegnerin bestreitet denn 

auch, jemals mit der Firma H.________ in einer Arbeitsgemeinschaft tätig gewesen zu 

sein. Im Übrigen ist vorliegend unbestritten, dass die fraglichen Sitzungsprotokolle der 

einzelnen Beurteilungsgremien von zwei Mitarbeiterinnen der Firma H.________ geführt 

6 Peter Galli/André Moser/Elisabeth Lang, a.a.O., N. 523 mit Hinweisen

7

wurden. Die Beurteilungsgremien setzten sich jeweils aus Vertretern des AGG und der 

Universität Bern zusammen. Nur die Mitglieder der Beurteilungsgremien verfügten bei der 

Beurteilung der Angebote über eine Stimme. Dies traf auf die beiden Mitarbeiterinnen der 

Firma H.________ nicht zu, da diese nicht den Beurteilungsgremien angehörten und bei 

den Sitzungen lediglich das Protokoll führten. Es liegen auch sonst keine Anhaltspunkte 

vor, wonach die betroffenen Mitarbeiterinnen der Firma H.________ in bei ihrer 

Protokolltätigkeit in beratender Funktion tätig gewesen wären oder sonst in irgend einer 

Form Einfluss auf die Beurteilung der Angebote genommen hätten. Der Einwand der 

Beschwerdeführerinnen ist somit unbegründet.      

4. Bewertung der Zuschlagskriterien

Im vorliegenden Fall ist insbesondere die Bewertung der beiden Zuschlagskriterien 

„Aufgabenverständnis“ und „Organisation Team“ strittig.  

a) Aus den Ausschreibungsunterlagen7 geht hervor, dass nach Eingang der Angebote 

zunächst die Eignung der Anbietenden geprüft wurde (Bewertungsphase 1). Danach 

erfolgte die Bewertung der Zuschlagskriterien in einem zweistufigen Prozess 

(Bewertungsphasen 2 und 3). Die Zuschlagskriterien mit ihrer prozentualen Gewichtung 

wurden in den Ausschreibungsunterlagen wie folgt festgelegt: 

 Aufgabenverständnis 40 %

 Organisation Team 30 %

 Angebotener Stundenansatz h (LHO SIA 2003) 30 %

Zunächst wurden die Angebote der geeigneten Anbietenden auf ihre Übereinstimmung mit 

den Zuschlagskriterien geprüft und mit 0 bis 3 Punkten provisorisch bewertet 

(Bewertungsphase 2). Die Anbietenden der besten sechs Angebote wurden danach 

eingeladen, ihre Angebote mit Hilfe einer kurzen Präsentation zu erläutern. Die Erläuterung 

erfolgte vor einem Beurteilungsgremium, welches sich aus Vertretern des AGG und der 

Universität Bern zusammensetzte. Aufgrund der Präsentation der Projektorganisation und 

des Aufgabenverständnisses sowie der Beantwortung konkret formulierter Fragen wurde 

die in der Bewertungsphase 2 vorgenommene provisorische Bewertung der 

7 vgl. Vorkaten des AGG, Beilage 11, S. 3, Ziffer 1.3.3 

8

Zuschlagskriterien auf ihre Richtigkeit überprüft (Bewertungsphase 3). Das Ergebnis der im 

Beurteilungsgremium durchgeführten Diskussion wurde in einem Kurzprotokoll 

stichwortartig festgehalten. Die Bewertung der Zuschlagskriterien erfolgte somit in zwei 

Stufen im Rahmen eines Prozesses. Die Zuschlagskriterien wurden erst nach den 

Präsentationen und Fragrunden bei den Beurteilungsgremien endgültig bewertet. 

b) Die Anbietenden hatten die Erfüllung des Zuschlagskriteriums „Organisation Team“ 

mit einem Organigramm nachzuweisen, welches sie an der Präsentation näher erläutern 

konnten. Beim Zuschlagskriterium „Aufgabenverständnis“ war unter anderem ein gutes 

Verständnis der sogenannten Systemtrennung von zentraler Bedeutung8. Der Planung wird 

dabei eine Struktur zugrunde gelegt, die das Ziel eines langfristig hohen Gebrauchswertes 

sichert. Dabei wird zwischen drei Systemstufen unterschieden: Primär-, Sekundär- und 

Tertiärsystem. Das Primärsystem versteht sich als unveränderbarer Rahmen des 

Sekundärsystems und umfasst Elemente wie die Tragstruktur, die Gebäudehülle (Fassade 

und Dach ) sowie die innere und äussere Erschliessung des Gebäudes. Das 

Sekundärsystem bezieht sich demgegenüber vorwiegend auf den Innenausbau und die 

technischen Installationen. Das Tertiärsystem schliesslich beinhaltet die Einrichtung, das 

Mobiliar und die haustechnischen Apparate. Grundlage der Bewertung des 

Zuschlagskriteriums „Aufgabenverständnis“ bildete einerseits die Offerte, andererseits die 

Präsentation.    

c) Die Beschwerdeführerinnen rügen, das AGG habe bei der Bewertungsphase 3 völlig 

willkürlich „Veränderungen“ vorgenommen, die sich sachlich nicht rechtfertigten. So habe 

das AGG das Angebot der Beschwerdegegnerin beim Kriterium „Organisation Team“ im 

Rahmen der Bewertungsphase 3 ohne sachlichen Grund um 30 Punkte höher bewertet als 

bei der Bewertungsphase 2, obschon das Organigramm nachträglich nicht mehr verändert 

werden durfte. Beim Kriterium „Aufgabenverständnis“ sei das Angebot der 

Beschwerdegegnerin im Rahmen der Bewertungsphase 3 um 10 Punkte angehoben 

worden. Beim Angebot der Beschwerdeführerinnen sei die Punktzahl bei der 

Bewertungsphase 3 dagegen unverändert belassen worden. Diese beiden sachlich nicht 

gerechtfertigten Korrekturen hätten eine ungerechtfertigte Verschiebung der Punkte 

zugunsten der Beschwerdegegnerin zur Folge gehabt. Die Höherbewertung der 

Beschwerdegegnerin und die Tieferbewertung der Beschwerdeführerinnen nach der 

Präsentation sei nur erfolgt, um den Zuschlag nicht dem wirtschaftlich günstigsten Angebot 

8 vgl. Vorakten des HBA, Beilage 11, S. 10 und 11, Ziffer 3.2

9

der Beschwerdeführerinnen erteilen zu müssen.       

d) Das AGG macht geltend, das aus erfahrenen Architekten bestehende fachlich 

kompetente Beurteilungsgremium habe eine objektive Bewertung der Angebote 

vorgenommen. Die Tatsache, dass die Beschwerdegegnerin nach der Präsentation ihres 

Angebots vom vierten auf den ersten Rang vorgerückt sei, erkläre sich dadurch, dass die 

Beschwerdegegnerin mit ihrer Präsentation eine effiziente Projektorganisation und ein 

gutes Verständnis der Systemtrennung nachgewiesen habe. Beim Kriterium „Organisation 

Team“ sei das Organigramm sowohl formell (Organisationsstruktur) als auch materiell 

(gelebtes Projektmanagement) geprüft worden. Das Organigramm der 

Beschwerdeführerinnen sei mit 3 Punkten sogar besser bewertet worden als dasjenige der 

Beschwerdegegnerin mit 2,75 Punkten. Damit ein Projekt erfolgreich sei, müssten aber 

auch geeignete Informationsprozesse und -instrumente vorhanden sein. Neben aufbau- 

und ablauforganisatorischen Regelungen hätten insbesondere Methoden und Techniken 

zur Kommunikation und Konfliktbewältigung interessiert. Die Präsentation habe dazu 

gedient, anhand konkreter Beispiele in Erfahrung zu bringen, ob das präsentierte 

Organigramm auch umgesetzt werde. Korrekturen in der Bewertung seien nicht auf eine 

Änderung des Organigramms zurückzuführen, sondern beruhten auf einer Beurteilung des 

„gelebten Projektmanagements“, welche erst bei der Präsentation habe vorgenommen 

werden können.  Die Beschwerdeführerinnen hätten sich in ihrer Offerte zum wichtigen 

Thema der Systemtrennung nicht geäussert, obschon die Ausschreibungsunterlagen klar 

festgehalten hätten, dass ein langfristig hoher Gebrauchswert des Gebäudes gesichert 

werden müsse. Die diesbezüglichen Ausführungen der Beschwerdeführerinnen anlässlich 

ihrer der Präsentation hätten nicht überzeugt. Ihr Aufgabenverständnis sei daher bloss mit 

der Note 2,25 bewertet worden. Die Beschwerdeführerinnen hätten ihre Position auf Rang 

2 nach der Beurteilungsphase 2 aufgrund ihrer Präsentation nicht verbessern können. Die 

Beschwerdegegnerin dagegen habe in ihrer Offerte klar auf die nötigen 

Rahmenbedingungen der Systemtrennung hingewiesen und diese anlässlich ihrer 

Präsentation verdeutlicht. Sie habe daher beim Thema „Aufgabenverständnis“ die 

Höchstnote 3 erhalten und sei in der Gesamtbewertung auf Rang 1 vorgerückt.  

e) Den Vergabestellen kommt bei der Beurteilung und Bewertung der Angebote wie bei 

der Festlegung der Zuschlagskriterien, deren Gewichtung und den anzuwendenden 

Bewertungsmethoden ein erheblicher Ermessensspielraum zu, in den die 

Rechtsmittelinstanz nicht eingreift, es sei denn, dieser werde überschritten oder 

10

missbraucht. Besondere Zurückhaltung ist namentlich dann angezeigt, wenn ein 

Zuschlagskriterium in Frage steht, das die Vergabestelle aufgrund ihrer Vertrautheit mit 

einer technischen Materie am ehesten zu beurteilen vermag9. Die Bewertung der Angebote 

muss in sachlich haltbarer und nachvollziehbarer Weise erfolgen. Die Bewertung muss die 

nachgefragte Leistung und den Preis widerspiegeln. Die Bewertungsmethode darf nicht zu 

Ergebnissen führen, welche die bekannt gegebene Gewichtung der Zuschlagskriterien 

verwischt oder gar umkehrt10.    

Das Zuschlagskriterium „Organisation Team“ wurde beim Angebot der 

Beschwerdegegnerin nach der Bewertungsphase 2 provisorisch mit 1,75 Punkten 

bewertet. Die Gewichtung dieses Kriteriums, welche 30% betrug, wurde mit der Punktezahl 

multipliziert. Es ergab sich somit eine Bewertungszahl von 52,5. Nach der Präsentation 

(Bewertungsphase 3) wurde das Zuschlagskriterium „Organisation Team“ neu mit 2,75 

Punkten bewertet. Dies hatte zur Folge, dass die Bewertungszahl beim Angebot der 

Beschwerdegegnerin von 52,5 auf 82,5 Punkte (2,75 x 30) angehoben wurde. Diese 

Neubewertung erfolgte wegen der guten Präsentation der Beschwerdegegnerin, welche 

eine effiziente Projektorganisation nachzuweisen vermochte. Das Organigramm wurde 

dabei – entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerinnen – nicht geändert, sondern 

bei der Präsentation nur näher erläutert. Das Beurteilungsgremium stellte fest, dass das 

präsentierte Organigramm der Beschwerdegegnerin präziser war als in den 

Bewerbungsunterlagen11. Die Anhebung der Punktzahl beim Kriterium „Organisation Team“ 

war somit sachlich gerechtfertigt. Die Auffassung des AGG ist nachvollziehbar und 

überzeugt die BVE. Es liegen keine Anhaltspunkte vor, wonach das AGG bei der 

Bewertung dieses Zuschlagskriteriums seinen Ermessensspielraum missbraucht oder 

überschritten hätte.    

f) Aus den Vorakten ergibt sich weiter, dass das Zuschlagskriterium 

„Aufgabenverständnis“ beim Angebot der Beschwerdegegnerin nach der Bewertungsphase 

2 provisorisch mit 2,75 Punkten bewertet wurde. Die hohe Punktzahl wurde von der 

Auftraggeberin damit begründet, dass sich die Beschwerdegegnerin zur wichtigen Frage, 

wie die Systemtrennung (vgl. Erwägungen in Ziffer 4b) umzusetzen ist, in ihrer Offerte klar 

9 VGE 21040 vom 4.5.2001 i.S. M. AG, E. 4b
10 Elisabeth Lang, Eignungs- und Zuschlagskriterien, Skript Vergabetagung Zürich, S. 7
11 vgl. Vorakten des AGG, Beilage 9, S. 5, Ziffer 2.2.3

11

geäussert und auf die nötigen Rahmenbedingungen verwiesen hat12. Die Gewichtung des 

Zuschlagskriteriums „Aufgabenverständnis“, welche 40% betrug, wurde mit der Punktezahl 

multipliziert. Nach der Bewertungsphase 2 ergab sich somit eine Bewertungszahl von 110 

(2,75 x 40). Nach der Präsentation (Bewertungsphase 3) wurde das Zuschlagskriterium 

„Aufgabenverständnis“ beim Angebot der Beschwerdegegnerin neu mit dem Maximum von 

3 Punkten bewertet. Der Grund dafür lag darin, dass die Beschwerdegegnerin die 

Umsetzung der Systemtrennung an der Präsentation zu verdeutlichen vermochte. Dies 

hatte zur Folge, dass die Bewertungszahl von 110 auf 120 Punkte (3 x 40) angehoben 

wurde. Die Beschwerdeführerinnen dagegen setzten sich in ihrer Offerte zu wenig mit der 

Problematik der Systemtrennung auseinander. Sie haben sich zu diesem Punkt auch an 

der Präsentation nicht klar geäussert. Dies hatte zur Folge, dass die Punktzahl beim 

Kriterium „Aufgabenverständnis“ von 2,50 auf 2,25 Punkte reduziert wurde13. Die 

Bewertungszahl wurde somit von 100 (2,5 x 40) auf 90 (2,25 x 40) herabgesetzt. Die 

Bewertung der Angebote wurde von einem unbefangenen, aus Planungsspezialisten des 

AGG und der Universität Bern zusammengesetzten Beurteilungsgremium vorgenommen. 

Sie erfolgte zudem aufgrund der in der Ausschreibung bekannt gegebenen und 

gewichteten Zuschlagskriterien. Die Schlussbewertung nach den Präsentationen ergab 

schliesslich, dass das Angebot der Beschwerdegegnerin das wirtschaftlich günstigste war, 

da es die Zuschlagskriterien am besten erfüllte14. Die ungleiche Bewertung der beiden 

Angebote beim Kriterium „Aufgabenverständnis“ durch das Beurteilungsgremium 

überzeugt und ist sachlich gerechtfertigt. Es besteht auch hier kein Anlass, als 

Rechtsmittelinstanz in den Ermessensspielraum der Vorinstanz einzugreifen.            

g) Zusammenfassend folgt, dass die Bewertung der Angebote im Rahmen der 

festgelegten gewichteten Zuschlagskriterien erfolgte. Die Beschwerdeführerinnen machen 

keine konkreten Gründe geltend, wonach die Vorinstanz ihren Ermessensspielraum bei der 

Bewertung der Angebote überschritten oder missbraucht hätte. Es sind auch sonst keine 

Anhaltspunkte ersichtlich, welche diesen Schluss zulassen würden. Die Beschwerde ist 

daher auch in materieller Hinsicht unbegründet.  

5. Zusammenfassung, Kosten

12 vgl. Vorakten des AGG, Beilage 13, S. 24
13 vgl. Vorakten des AGG, Beilage 3c
14 vgl. Vorakten des AGG, Beilage 3, Bewertung Phase 3 

12

a) Aus diesen Erwägungen folgt, dass die Beschwerde abzuweisen und die 

Zuschlagsverfügung des AGG vom 20. September 2004 zu bestätigen ist. 

b) Nach Art. 108 Abs. 1 VRPG werden die Verfahrenskosten der unterliegenden Partei 

auferlegt, es sei denn, das prozessuale Verhalten einer Partei gebiete eine andere 

Verlegung oder die besonderen Umstände rechtfertigten, keine Verfahrenskosten zu 

erheben. Das Obsiegen bzw. Unterliegen richtet sich nach Massgabe der in den 

Rechtsschriften gestellten Anträge. Obsiegen oder unterliegen die Parteien nur teilweise, 

so sind die Kosten grundsätzlich anteilsmässig aufzuteilen. Im vorliegenden Verfahren sind 

die Beschwerdeführerinnen mit ihren Rechtsbegehren nicht durchgedrungen und im 

Wesentlichen unterlegen. Obsiegt haben sie nur insofern, als ihre Rüge, das 

Akteneinsichtsrecht sei verletzt worden, begründet ist. Bei diesem Verfahrensausgang sind 

die Kosten des Beschwerdeverfahrens, welche auf eine Pauschalgebühr von Fr. 1'400.00 

festgesetzt werden, den unterliegenden Beschwerdeführerinnen zu drei Vierteln und der 

Beschwerdegegnerin zu einem Viertel aufzuerlegen. Die Beschwerdeführerinnen haften für 

ihren Kostenanteil solidarisch (Art. 106 VRPG). 

c) Nach Art. 108 Abs. 3 VRPG hat die unterliegende Partei der Gegenpartei die 

Parteikosten zu ersetzen, sofern nicht deren prozessuales Verhalten oder die besonderen 

Umstände eine Teilung oder Wettschlagung gebieten. Es rechtfertigt sich, den 

Beschwerdeführerinnen drei Viertel der Parteikosten aufzuerlegen. Der vom Anwalt der 

Beschwerdegegnerin gemachte Aufwand von Fr. 4'439.40 erscheint angemessen und wird 

den Beschwerdeführerinnen zu Fr. 3'329.55 auferlegt. Sie haften dafür solidarisch (Art. 106 

VRPG). 

III. Entscheid

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. Die Verfügung des AGG vom 20. September 2004 

wird bestätigt.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1'400.00 werden den Beschwerdeführerinnen zu drei 

Vierteln, ausmachend Fr. 1'050.00, und der Beschwerdegegnerin zu einem Viertel, 

13

ausmachend Fr. 350.00, auferlegt. Die Beschwerdeführerinnen haften für den 

gesamten Betrag solidarisch. Separate Zahlungseinladungen folgen, sobald dieser 

Entscheid in Rechtskraft erwachsen ist.

3. Die Beschwerdeführerinnen haben der Beschwerdegegnerin die Parteikosten in der 

Höhe von Fr. 3'329.55 zu ersetzen. Sie haften solidarisch für den gesamten Betrag.

IV. Eröffnung

- Herrn Rechtsanwalt D.________ (mit Gerichtsurkunde) 

- Herrn Rechtsanwalt F.________ (mit Gerichtsurkunde)

- Amt für Grundstücke und Gebäude (AGG) 

BAU-, VERKEHRS- UND 

ENERGIEDIREKTION

Die Direktorin

B. Egger-Jenzer

Regierungspräsidentin