# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ee3b8b76-cb09-52d0-bf9e-1b390090ac04
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-03-31
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 31.03.2010 IV 2008/379
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2008-379_2010-03-31.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2008/379

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 14.07.2020

Entscheiddatum: 31.03.2010

Entscheid Versicherungsgericht, 31.03.2010
Art. 28a Abs. 2 IVG; Art. 27bis IVV; Art. 17 Abs. 1 ATSG. Gemischte Methode. 
Ein Statuswechsel darf im Rentenrevisionsverfahren nur mit grosser 
Zurückhaltung beim Vorliegen triftiger Gründe vorgenommen werden. Die 
Rentenbezügerin war für die Invaliditätsbemessung anlässlich einer ersten 
Haushaltabklärung als Vollerwerbstätige qualifiziert worden. Damals hatte 
sie ein Kleinkind und war zum zweiten Mal schwanger. Frage offen gelassen, 
ob die im zweiten Revisionsverfahren vorgenommene Umqualifizierung zur 
teilerwerbstätigen Hausfrau nach der Geburt des zweiten Kindes zulässig 
ist. Rückweisung zur weiteren, insbesondere psychiatrischen Abklärung 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 31. März 
2010, IV 2008/379).

Abteilungspräsidentin Karin Huber-Studerus, Versicherungsrichterinnen Monika 

Gehrer-Hug und Lisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiberin Miriam Lendfers

Entscheid vom 31. März 2010

in Sachen

W.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Roland Hochreutener, St. Leonhard-Strasse 20, 

Postfach, 9001 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rentenrevision

Sachverhalt:

A.   

A.a W.___, Jahrgang 1973, meldete sich im Mai 1993 erstmals zum Bezug von 

Leistungen der Invalidenversicherung (IV) an (IV-act. 5). Dr. med. A.___, Oberarzt, und 

die Psychologin lic. phil. B.___, beide von der Psychiatrischen Klinik, berichteten am 

21. Juni 1993 von einer langdauernden schweren depressiven Reaktion im Rahmen 

einer schweren Adoleszentenkrise, einem Zustand nach Suizidversuch und einer 

Bulimie (IV-act. 8). Nach längerer stationärer Therapie wurde eine von der IV finanzierte 

berufliche Abklärung in der Zeit vom 31. Januar bis 24. Juni 1994 durchgeführt (vgl. IV-

act. 20; 29). Mit Verfügung vom 31. März 1994 sprach die IV der Versicherten vom 

1. Juni 1993 bis 31. Januar 1994 eine ganze Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad 

von 100% zu (IV-act. 24). Im August 1994 begann sie mit Unterstützung der IV eine 

Lehre zur kaufmännischen Angestellten (IV-act. 36), die schliesslich in eine zweijährige 

Bürolehre umgewandelt wurde (IV-act. 46). Nach deren Abschluss arbeitete sie ab 

1. Juni 1997 als Büroangestellte vollzeitlich bei der Gemeinde D.___ (IV-act. 67).

B.   

B.a Im April 2002 meldete sich die Versicherte erneut zum IV-Leistungsbezug an (IV-

act. 57). Im Bericht der Psychologin B.___, unterdessen therapeutische Leiterin, und 

Dr. med. E.___ des Externen Psychiatrischen Dienstes C.___ (EPD), vom 21. Mai 2002 

wird die Diagnose rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode 

ohne psychotische Symptome, genannt. Nach unterschiedlich hohen 

Arbeitsunfähigkeiten seit Januar 2001 bestehe seit 4. Februar 2002 bis auf Weiteres 

erneut volle Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 68). Im Verlaufsbericht vom 26. März 2003 

wurde seitens des EPD von einer Verbesserung berichtet und eine gegenwärtig 

mittelgradige depressive Episode attestiert (IV-act. 74).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.b Mit Verfügungen vom 19. Februar 2004 sprach die IV-Stelle der Versicherten 

rückwirkend ab 1. Februar 2003 bei einem Invaliditätsgrad von 100% eine ganze und 

ab 1. Dezember 2003 bei einem Invaliditätsgrad von 50% eine halbe Invalidenrente zu 

(IV-act. 94). Dagegen erhob die Versicherte am 1. März 2004 Einsprache. Sie wies 

darauf hin, im Januar 2004 ihr erstes Kind geboren zu haben. Die Wiederaufnahme 

einer Arbeit sei aus psychischen Gründen zurzeit kein Thema (IV-act. 95). Gemäss 

Bericht des EPD vom 10. März 2004 kam es nicht wie prognostiziert zu einer 

psychischen Stabilisierung, die Versicherte wurde weiterhin als voll arbeitsunfähig 

bezeichnet (IV-act. 105). Die IV-Stelle widerrief daraufhin am 13. April 2004 die 

Verfügungen vom 19. Februar 2004 (IV-act. 110). Gemäss Mitteilung vom 28. April 2004 

wurde ein Invaliditätsgrad von 100% ab 6. Februar 2003 anerkannt, wobei per 1. Juli 

2004 die Einleitung eines Rentenrevisionsverfahrens vorgesehen wurde (IV-act. 121).

B.c Die IV-Stelle versandte den Fragebogen für die Rentenrevision erst im Februar 

2005. Die Versicherte machte darin am 28. Februar 2005 eine Verschlechterung ihres 

Gesundheitszustands seit Juni 2004 geltend (IV-act. 122). Der damalige Hausarzt der 

Versicherten, Dr. med. F.___, bescheinigte im Verlaufsbericht vom 7./9. März 2005 eine 

Verbesserung seit einer Hospitalisation in der psychiatrischen Klinik vom 19. Oktober 

bis 5. November 2004. Zurzeit sei eine Erwerbsaufnahme wegen der Kinderbetreuung 

nicht möglich. Längerfristig sei der Versicherten eine Erwerbstätigkeit zumutbar. Eine 

medizinische Abklärung mit psychiatrischer Begutachtung sei notwendig (IV-

act. 125-1/4). Die behandelnde Psychologin B.___ verwies am 15. April 2005 auf eine 

Verschlechterung seit Februar 2003. Nach wie vor bestehe eine volle Arbeitsunfähigkeit 

(IV-act. 131-1). Dr. F.___ attestierte in einem weiteren Verlaufsbericht vom 22. Juni 

2006 einen stationären Verlauf. Die Versicherte sei zum zweiten Mal schwanger. Eine 

Arbeitsfähigkeit für leichte, wenig belastende Tätigkeit wäre durchaus denkbar; 

psychiatrische Abklärungen seien indiziert (IV-act. 140). Auch Psychologin B.___ 

berichtete am 9. Juli 2006 von einem stationären Verlauf. Sie hielt an ihrer 

ursprünglichen Einschätzung einer vollen Arbeitsunfähigkeit fest (IV-act. 141).

B.d Am 20. Oktober 2005 hatte eine Abklärungsperson der IV-Stelle im Haushalt der 

Versicherten eine Abklärung durchgeführt. Im Protokoll vom 18. Juli 2006 wurde 

festgehalten, dass die Versicherte nach ihren Angaben ohne Behinderung mindestens 

80%, eher 100% erwerbstätig wäre, dies aufgrund der angespannten finanziellen Lage. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Grundsätzlich wäre denkbar gewesen, dass sie mit ihrem Ehemann einen Rollentausch 

vorgenommen hätte, weil sie ein eher höheres Einkommen erzielt hätte als er (IV-

act. 142-3). Die Versicherte wurde daraufhin für die Invaliditätsbemessung als 

Vollerwerbstätige qualifiziert. Im Protokoll wurde festgehalten, dass nach der Geburt 

des zweiten Kindes eine neue Haushaltabklärung durchzuführen sei (IV-act. 142-12). 

Gemäss Mitteilung vom 1. September 2006 blieb der Rentenanspruch bei einem 

Invaliditätsgrad von 100% unverändert bestehen (IV-act. 148).

B.e Die nächste Rentenrevision wurde im Dezember 2006 eingeleitet. Die Versicherte 

bezeichnete ihren Gesundheitszustand im Fragebogen vom 9. Januar 2007 als 

unverändert. Ihre zweite Tochter sei im Oktober 2006 auf die Welt gekommen (IV-

act. 160). Dr. F.___ attestierte am 3. Januar 2007 ebenfalls einen unveränderten 

Gesundheitszustand. Die Arbeitsfähigkeit sei ohne medizinische Abklärung nicht 

beurteilbar (IV-act. 164). Psychologin B.___ ging im Verlaufsbericht vom 11. Februar 

2007 ebenfalls von einem stationären Zustand aus. Die bisherige sowie eine 

angepasste Tätigkeit seien nicht mehr zumutbar. Die Leistungsfähigkeit der 

Versicherten sei vermindert und betrage ca. 30-40%. Die äusserst niederfrequente 

psychotherapeutische Behandlung könne derzeit nur darauf abzielen, eine 

Verschlechterung zu verhindern und die Versicherte immer wieder so weit zu 

stabilisieren, dass sie ihr Muttersein – mit intermittierend notwendiger Unterstützung – 

bewältige (IV-act. 169-4). Die IV führte am 9. Oktober 2007 eine weitere 

Haushaltabklärung durch. Gemäss Bericht vom 9. November 2007 wurde die 

Versicherte zu 40% als erwerbstätig und zu 60% im Haushalt tätig qualifiziert und ein 

Invaliditätsgrad von insgesamt 60.32% ermittelt (IV-act. 175). Die IV-Stelle kündigte 

daraufhin mit Vorbescheid vom 3. Januar 2008 die Herabsetzung der ganzen auf eine 

Dreiviertelsrente an (IV-act. 177). Diese Herabsetzung erfolgte ungeachtet eines 

mündlichen Einwands der Versicherten vom 4. Februar 2008 (IV-act. 179) gemäss 

Verfügung vom 14. August 2008 per 1. Oktober 2008 (IV-act. 188).

C.   

C.a Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde der Versicherten vom 

9. September 2008. Sie beantragt sinngemäss deren Aufhebung und die 

Weiterausrichtung der ganzen Rente. Die Haushaltabklärung sei nicht verwertbar. Sie 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

sei eine Stunde vor Abklärungsbeginn darüber informiert worden, dass ihr Ehemann bei 

der Arbeit überfallen worden sei. Dieser Überfall habe das Familienleben stark 

verändert. Sie sei extrem vergesslich geworden und in vielen Dingen masslos 

überfordert. Seit Juni 2008 habe sie in Frau Dr. med. G.___eine neue Therapeutin. Ihr 

Hausarzt sei neu Dr. med. H.___ (act. G 1).

C.b Die Beschwerdegegnerin beantragt mit Beschwerdeantwort vom 20. November 

2008 die Abweisung der Beschwerde. Den Akten liessen sich keine Anhaltspunkte für 

eine revisionsrelevante Veränderung des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin 

entnehmen. Anders als bei der ursprünglichen Rentenzusprache sei die 

Beschwerdeführerin unterdessen jedoch zweifache Mutter. Der Betreuungsbedarf der 

im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung viereinhalb und knapp zweijährigen Kinder 

sei erheblich. Der Ehemann arbeite seit Juni 2007 zu 100% als Buschauffeur. Er könne 

sich daher nur noch in der arbeitsfreien Zeit um die Kinder kümmern. Zudem sei davon 

auszugehen, dass anders als beim ersten, im Februar 2005 eingeleiteten 

Revisionsverfahren keine derart prekäre finanzielle Situation mehr vorliege, die 

weiterhin eine Vollerwerbstätigkeit der Beschwerdeführerin erfordert hätte. Der 

Wechsel von einer vollen zu einer 40%-igen Erwerbstätigkeit sei ausreichend 

wahrscheinlich. Die im Haushalt ermittelte Einschränkung von 34% sei plausibel, dies 

auch aus medizinischer Sicht sowie unter Berücksichtigung der zumutbaren Mithilfe 

des Ehemanns bei der Wohnungspflege, beim Einkauf und bei weiteren Besorgungen 

(act. G 6).

C.c In Vertretung der Beschwerdeführerin erstattete Rechtsanwalt lic. iur. Roland 

Hochreutener innert verlängerter Frist am 20. Februar 2009 die Replik. Er beantragt 

unter Kosten- und Entschädigungsfolgen die Aufhebung der Verfügung und die 

Weiterausrichtung einer ganzen Rente. Eventualiter sei die Sache zur Durchführung von 

medizinischen Abklärungen und einer Haushaltabklärung und zur anschliessenden 

Neuverfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Die Geburt der zweiten 

Tochter habe für den hypothetischen Gesundheitsfall der Beschwerdeführerin nichts 

geändert. Die Beschwerdeführerin habe entgegen der Behauptung der 

Beschwerdegegnerin nie ausgeführt, dass sie als Gesunde nur zu 40% erwerbstätig 

wäre. Sie habe den Abklärungsbericht auch nie unterzeichnet, sondern umgehend 

dagegen protestiert. Die enge Beziehung der Beschwerdeführerin zu ihren Töchtern 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

und das teilweise hartnäckige Verweigern der medizinisch gebotenen stationären 

Behandlungen sei vor dem Hintergrund der psychischen Krankheit und der damit 

einher gehenden Verlustängste zu interpretieren. Aus dem aktuellen Willen, die Kinder 

wenn möglich stets bei sich zu haben, könne nicht auf eine entsprechende 

Validenkarriere als Hausfrau geschlossen werden. Der Ehemann der 

Beschwerdeführerin leide immer wieder an erheblichen gesundheitlichen Problemen. 

Dies sowie die angespannte finanzielle Situation mit Verschuldung sprächen dafür, 

dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall ihre Erwerbstätigkeit von 80-100% 

beibehalten und der Ehemann sich verstärkt der Betreuung der Kinder gewidmet hätte. 

Jedenfalls seien mit Blick auf die besonderen Umstände keine Gründe ersichtlich, die 

zwingend für einen Methodenwechsel sprechen würden. Sollte das Gericht einen 

solchen dennoch für angezeigt halten, wäre eine psychiatrische Abklärung zu 

veranlassen. Die Haushaltabklärung sei keine verlässliche Grundlage für die 

Invaliditätsbemessung. Der gesundheitlich angeschlagene Ehemann vermöge zudem 

die ihm zugemutete Mithilfe nicht zu leisten (act. G 12).

C.d Die Beschwerdegegnerin hielt am 2. März 2009 an ihrem Abweisungsantrag fest 

und verzichtete auf weitere Ausführungen (act. G 14).

Erwägungen:

1.  

1.1  Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil 

des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit, es sei denn, eine versicherte Person sei vor dem Eintritt der 

Gesundheitsbeeinträchtigung nicht erwerbstätig gewesen und es habe ihr auch nicht 

zugemutet werden können, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. In diesem Fall gilt 

gemäss Art. 8 Abs. 3 ATSG die Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich (z.B. Haushalt) 

zu betätigen, als Invalidität. Die Invalidität gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG wird durch einen 

Einkommensvergleich ermittelt (Art. 16 ATSG). Die Methode zur Bemessung der 

konkreten Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wird vom ATSG nicht 

geregelt. Diese Lücke füllt Art. 28a Abs. 2 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20): Es ist darauf abzustellen, in welchem Mass die 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

betreffende Person behindert ist, sich im Aufgabenbereich zu betätigen. Als 

Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Person gelten insbesondere die übliche 

Tätigkeit im Haushalt, die Erziehung der Kinder sowie gemeinnützige und künstlerische 

Tätigkeiten (Art. 27 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). 

Art. 28a Abs. 2 IVG regelt die so genannte gemischte Methode der 

Invaliditätsbemessung bei Personen, die zum Teil erwerbstätig und zum Teil im 

Aufgabenbereich tätig sind. In einem solchen "gemischten" Fall sind der Anteil der 

Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der 

Invaliditätsgrad ist entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen. 

Ist bei einer Person, die nur zum Teil erwerbstätig ist, anzunehmen, dass sie im 

Zeitpunkt der Prüfung des Rentenanspruchs ohne den Gesundheitsschaden vollzeitlich 

erwerbstätig wäre, so ist die Invaliditätsbemessung ausschliesslich nach den 

Grundsätzen für Erwerbstätige zu bemessen (Art. 27 IVV). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG 

besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person 

mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% 

invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf 

eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% auf eine 

Viertelsrente.

1.2  Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als 

nichterwerbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen 

unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung 

bestünde (BGE 125 V 150 Erw. 2c). Bei im Haushalt tätigen Versicherten im 

Besonderen sind nach der Rechtsprechung die persönlichen, familiären, sozialen und 

erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben 

gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die 

persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Die Statusfrage beurteilt 

sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verfügung 

entwickelt hätten, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall 

ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad 

der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 125 V 150 Erw. 2c; BGE 

117 V 194 f. Erw. 3b mit Hinweisen; AHI 1997 S. 288 ff. Erw. 2b, AHI 1996 S. 197 

Erw. 1c, je mit Hinweisen; Ulrich Meyer-Blaser, Die Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum IVG, Zürich 1997, S. 28). Das Gericht hat jener 

bis 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen 

unter den gegebenen Umständen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 121 V 47 

Erw. 2a). Dabei sind die konkrete Situation und die Vorbringen der Versicherten nach 

Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen (ZAK 1985 S. 468 Erw. 1).

1.3  Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers 

erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft 

entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur 

Rentenrevision gibt nach der auch unter dem ATSG massgeblichen Rechtsprechung 

jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den 

Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Rente ist nicht nur 

bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustands, sondern auch dann 

revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen 

Gesundheitszustands erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 f. Erw. 3.5). Eine 

einmal vorgenommene Anwendung einer bestimmten Methode ist nach BGE 97 V 241 

nicht unveränderlich. Eine spätere Änderung der persönlichen und damit verbundenen 

wirtschaftlichen Situation kann – im Rahmen eines Revisionsverfahrens – Anlass 

geben, die bisherige Methode aufzugeben. Ein Methodenwechsel als solcher ist nie 

Revisionsgrund; für einen solchen bedarf es immer einer erheblichen 

Sachverhaltsevolution (in der Invaliden- oder der Validenkarriere). Eine 

Sachverhaltsevolution bedingt (möglicherweise) einen Methodenwechsel und nicht 

umgekehrt (vgl. die Entscheide des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen IV  

2007/422 vom 21. Januar 2009, Erw. 2; IV 2006/57 vom 4. April 2007, Erw. 1a; IV 

2009/329 vom 15. Januar 2010, Erw. 2.3).

2.  

2.1  Vorliegend ist der Sachverhalt bei Erlass der Verfügung vom 14. August 2008 zu 

vergleichen mit jenem, wie er bei der ursprünglichen Rentenzusprache im Frühling 

2004 vorgelegen hat (BGE 133 V 108). Die Beschwerdegegnerin erliess bei der 

ursprünglichen Rentenzusprache versehentlich keine Verfügung, sondern am 28. April 

2004 nur eine Aufforderung an die Ausgleichskasse, rückwirkend per Februar 2003 

eine ganze Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 100% auszubezahlen (IV-

act. 121). Die Nachzahlung erfolgte am 7. Mai 2004 (vgl. Dossier B der IV-Akten). Damit 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

ist von einer unterdessen rechtskräftigen De-facto-Verfügung auszugehen, die den 

zeitlichen Vergleichsreferenzpunkt markiert.

2.2   

2.2.1 Die damals noch beim EPD tätige behandelnde Psychologin B.___ attestierte der 

Beschwerdeführerin am 21. Mai 2002 eine volle Arbeitsunfähigkeit, schätzte den 

Zustand allerdings als besserungsfähig ein. Im Januar 2001 sei es zu einer 

Verschlechterung und nach einem Suizidversuch zur Klinikeinweisung gekommen. 

Auslöser der Krise seien vor allem familiäre Konflikte gewesen. Die Patientin gebe an, 

unter ausgeprägten Stimmungsschwankungen mit drängenden Suizidgedanken in 

Phasen depressiver Verstimmung zu leiden. Sie beklage Antriebsverlust, Hoffnungs- 

und Perspektivenlosigkeit und Selbstunwertgefühle. Bei den Befunden hielt die 

Psychologin fest, Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit seien abhängig von der 

Stimmungslage. In Phasen depressiver Verstimmung komme es zu Gedankenkreisen 

um Versagensgefühle am Arbeitsplatz und im Leben überhaupt, im Antrieb sei die 

Patientin deutlich verlangsamt, phasenhaft bestehe akute Suizidalität (IV-act. 68-2 f.). 

Die behandelnden Therapeuten gingen davon aus, dass die Arbeitsfähigkeit zumindest 

teilweise wiederherzustellen sei, falls für die Patientin eine ihrer psychischen Situation 

gerecht werdende Tätigkeit gefunden werde. Man beurteile die Beschwerdeführerin als 

ca. sechs Stunden pro Tag arbeitsfähig. Da dies jedoch von der Art der Tätigkeit 

abhänge, sollte dies im Rahmen einer beruflichen Abklärungsmassnahme überprüft 

werden (IV-act. 68-4 f.).

2.2.2 Am 26. März 2003 wurde seitens des EPD eine Verbesserung seit dem Bericht 

vom 21. Mai 2002 attestiert. Die depressive Episode wurde als mittelgradig bezeichnet. 

Der psychische Zustand sei nach wie vor sehr schwankend. Phasen, in denen sich die 

Beschwerdeführerin leistungsfähiger fühle, wechselten mit Phasen, in denen sie 

hoffnungs- und perspektivenlos und von Suizidgedanken bedrängt sei. Man gehe 

davon aus, dass sie derzeit nicht zu 100% einsatzfähig sei, sondern allenfalls einer 

Teilzeittätigkeit zwischen 30% und 50% nachgehen könnte (IV-act. 74).

2.2.3 Ein Jahr später, am 10. März 2004, berichteten die Therapeuten des EPD, es sei 

nicht zu einer psychischen Stabilisierung gekommen. Die Patientin müsse auf dem 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

freien Arbeitsmarkt auch in ihrem Beruf weiterhin als 100% arbeitsunfähig beurteilt 

werden. Auch als Hausfrau und Mutter (Geburt der ersten Tochter im Januar 2004) sei 

sie nur eingeschränkt arbeitsfähig (IV-act. 105).

2.2.4 Am 15. April 2005 berichtete die Psychologin B.___ zusätzlich zur rezidivierenden 

depressiven Störung von einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung (ICD-10 

F60.3). Die Stimmungslage beschreibt sie als nach wie vor instabil, bereits bei 

alltäglichen Konflikt- und Belastungssituationen gerate die Patientin in heftige 

Spannungszustände mit drohendem Impulskontrollverlust, wobei die reaktivierten 

aggressiven Gefühle gegen die eigene Person gewendet würden, und in 

selbstverletzendem, suizidalem Verhalten und in dysphorisch-depressiven 

Verstimmungen ihren Ausdruck fänden. Die Beschwerdeführerin sei darauf 

angewiesen, sich entsprechend ihren Stimmungen jederzeit zurückziehen zu können, 

da insbesondere soziale Situationen stressauslösend seien und die dysfunktionalen 

Bewältigungsstrategien in Gang setzten. Nach der Geburt der Tochter sei es 

vorübergehend zu einer Besserung gekommen. Aufgrund schliesslich aber wieder 

zunehmender Suizidalität sei im Oktober/November 2004 eine sechswöchige Mutter-

Kind-Hospitalisation erfolgt. Die Psychologin B.___ gab an, die Beschwerdeführerin 

konsultiere sie weiterhin wöchentlich (IV-act. 131).

2.2.5 Am 9. Juli 2006 berichtete die behandelnde Psychologin von einem weiterhin 

äusserst labilen psychischen Zustand der Beschwerdeführerin. Die Kollusion in der 

Beziehung zu ihrem Ehemann erschwere die psychotherapeutische Behandlung in 

hohem Mass. Die Beschwerdeführerin sei zum zweiten Mal schwanger; auch diese 

Schwangerschaft verlaufe insofern sehr problematisch, als erneut die wirtschaftliche 

Situation unsicher sei und dies der Beschwerdeführerin erschwere, zur Ruhe zu 

kommen. Die Krankenkasse habe eine weitere stationäre Mutter-Kind-Behandlung 

abgelehnt. Trotz äusserst schlechter psychischer Verfassung sei die 

Beschwerdeführerin nicht bereit gewesen, sich einer dringend indiziert erscheinenden 

stationären psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung zu unterziehen, da dies 

die Trennung von ihrer Tochter bedeutet hätte, was sie sich nicht vorstellen könne, da 

sie in dieser ihren einzigen Halt sehe. Die Psychotherapie erfolge stützend alle 14 Tage. 

Vor dem Hintergrund des Schwangerschaftswunsches und aktuell aufgrund der 

bestehenden Schwangerschaft sei die neuroleptische Behandlung, die mit Seroquel 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

erfolgt sei und eine vorsichtige Besserung gebracht habe, von der Patientin abgesetzt 

worden (IV-act. 141-2 f.).

2.2.6 Dem Verlaufsbericht der behandelnden Psychologin vom 11. Februar 2007 ist zu 

entnehmen, dass die Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin auch nach der Geburt 

des zweiten Kindes im Oktober 2006 grossen Schwankungen unterworfen und sehr 

von ihrer Stimmung abhängig sei. Die psychotherapeutische Behandlung erfolge durch 

die Umstände (2. Kind) in grossen zeitlichen Abständen, wobei die Patientin in 

Krisensituationen jeweils telefonisch Kontakt aufnehme und damit eine Beruhigung 

ihrer innerpsychischen Situation herzustellen versuche (IV-act. 169-1 f.). Die 

Leistungsfähigkeit schätzt die Psychologin auf 30-40%, hält aber zugleich fest, dass 

keine verwertbare Arbeitsfähigkeit bestehe. Eine vorsichtige Veränderung sei 

dahingehend erzielt worden, dass die Beschwerdeführerin eine etwas bessere Toleranz 

gegenüber dem Gewahrwerden der Diskrepanz zwischen Ideal und Realität habe 

entwickeln können. Die äusserst niederfrequente psychotherapeutische Behandlung 

könne derzeit nur darauf abzielen, eine Zustandsverschlechterung zu verhindern und 

die Beschwerdeführerin so weit zu stabilisieren, dass sie ihr Muttersein – mit der 

intermittierend notwendigen Unterstützung – bewältige (IV-act. 169-3 f.).

2.3  Die Psychologin B.___ beendete ihre offenbar bereits seit 1992 andauernde 

Behandlung im Frühling 2008 (act. G 1.3 f.). Der Behandlungsverlauf lässt sich mit Hilfe 

der Akten zwar weitgehend rekonstruieren. Ein verlässliches Bild über die Erfolge der 

16 Jahre dauernden Behandlung kann bei der aktuellen Aktenlage jedoch nicht 

gewonnen werden. In den persönlichen Verhältnissen der Beschwerdeführerin kam es 

zu einigen grösseren Veränderungen. Während mehrerer Jahre war ihr eine volle 

Erwerbstätigkeit in einer Gemeindeverwaltung möglich. Die psychische Problematik 

verstärkte sich jedoch erneut und spitzte sich nach Heirat und Geburt der ersten 

Tochter offenbar weiter zu. Die Psychologin erwähnte gewisse Behandlungserfolge, so 

etwa eine bessere Toleranz gegenüber der bemerkten Diskrepanz zwischen 

Idealvorstellung und Realität. Ob bzw. wie sich dies im Alltag und allenfalls auf die 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auswirkt, ist unklar. Auch über die 

medikamentöse Therapie geben die Akten keine hinreichenden Aufschlüsse. Eine 

offenbar erfolgte Behandlung mit Seroquel wurde wegen des erneuten 

Kinderwunsches der Beschwerdeführerin und der zweiten Schwangerschaft offenbar 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

sistiert. Dieses Medikament hatte gemäss der behandelnden Psychologin eine 

Besserung des Zustands gebracht. Ob nach Beendigung der Schwangerschaft bzw. 

allenfalls Stillzeit wieder mit der Einnahme dieses oder anderer Medikamente begonnen 

wurde, lässt sich den Akten nicht entnehmen. Eine medikamentöse Behandlung, die 

eine Stabilisierung bewirken könnte, wäre wahrscheinlich angezeigt und läge wohl auch 

im Rahmen des der Beschwerdeführerin Zumutbaren.

2.4  Die Psychologin berichtete wiederholt von dysphorisch-depressiven 

Verstimmungen. Unter Dysphorie wird eine Störung der Affektivität mit misslauniger, 

gereizter Stimmung verstanden. Sie kommt etwa als Alltagsverstimmung ohne 

pathologische Bedeutung vor (vgl. Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 261. Aufl., 

Berlin 2007, S. 470). Wie bei der Dysthymie (Verstimmung, anhaltende affektive 

Störung mit chronischer oder konstant wiederkehrender milder Depression ohne 

hypomanische Episoden; Pschyrembel, S. 474) ist grundsätzlich auch bei der 

Dysphorie davon auszugehen, dass diese bei zumutbarer Willensanstrengung so weit 

überwunden werden kann, dass sie die Arbeitsfähigkeit nicht oder zumindest nicht 

wesentlich einschränkt (vgl. zur Dysthymie etwa die Bundesgerichtsentscheide 

8C_481/2008 vom 4. November 2008, Erw. 3.2.1; I 938/05 vom 24. August 2006, 

Erw. 4.1 und Erw. 5; I 834/04 vom 19. April 2006, Erw. 4.1; auch den Entscheid IV 

2008/133 des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 24. Februar 2009, 

Erw. 2.3.2). Freilich lässt vorliegend die von der Psychologin erwähnte dysphorisch-

depressive Verstimmung nicht ohne weiteres darauf schliessen, dass die 

Beschwerdeführerin zumutbarerweise (teil-)arbeitsfähig wäre. Nicht ersichtlich ist bei 

der vorliegenden Aktenlage jedoch, wie die behandelnde Psychiaterin die Zumutbarkeit 

der Willensanstrengung zur Überwindung der Einschränkungen bewertete.

2.5  Im Übrigen ist zu beachten, dass die Äusserungen von der Psychologin B.___ 

insofern nicht gänzlich schlüssig sind, als sie am 11. Februar 2007 zwar von einer 

vollen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Bürotätigkeit berichtete, die 

Leistungsfähigkeit aber dennoch auf 30-40% schätzte (IV-act. 169-3). Der Hausarzt Dr. 

F.___ bezeichnete eine psychiatrische Abklärung der Beschwerdeführerin wiederholt 

als notwendig (IV-act. 125-4; 140-2; 164-3); er selbst ging zumindest gemäss seinem 

Bericht vom 22. Juni 2006 vom Bestehen einer Restarbeitsfähigkeit aus (IV-act. 140-2). 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Er wollte und konnte diesbezüglich als Allgemeinpraktiker jedoch nicht fundiert Stellung 

nehmen.

2.6  In medizinischer Hinsicht erweist sich der Sachverhalt folglich als zu wenig 

abgeklärt. Bisher fand keine Begutachtung durch einen externen Psychiater statt, der 

nicht in einem Behandlungsverhältnis mit der Beschwerdeführerin steht (vgl. zur 

Divergenz von medizinischem Behandlungs- und Abklärungsauftrag etwa den 

Bundesgerichtsentscheid I 814/03 vom 5. April 2004; m.w.H. Entscheid IV 2007/53 

vom 18. März 2008, Erw. 2.4.3). So lassen die Akten etwa auch eine ausführliche 

Anamnese vermissen.

2.7  Für die konkrete Invaliditätsbemessung fehlt nicht nur eine hinlängliche 

medizinische Grundlage. Auch die Methodenwahl bzw. die Frage, ob zwingende 

Gründe für einen Wechsel der bisher angewendeten allgemeinen Methode des 

Einkommensvergleichs zur gemischten Methode vorliegen, kann noch nicht beurteilt 

werden. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin macht geltend, die 

Beschwerdeführerin wäre im hypothetischen Gesundheitsfall überwiegend 

wahrscheinlich im Ausmass von 80-100% erwerbstätig. Der aktuelle Wille, ihre Kinder 

wenn möglich immer um sich zu haben, sei vor dem Hintergrund der psychischen 

Krankheit und der damit einher gehenden Verlustängste zu sehen und lasse keine 

Rückschlüsse auf die Validenkarriere zu. Die Zuverlässigkeit einer solchen Aussage 

kann der Jurist als medizinischer Laie nicht hinlänglich beurteilen. Auch zu solchen 

Zusammenhängen ist gegebenenfalls der beizuziehende psychiatrische Gutachter zu 

befragen. Grundsätzlich ist dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin immerhin 

darin zuzustimmen, dass ein Methodenwechsel im Revisionsverfahren nicht leichtfertig 

vorgenommen werden darf, nur weil eine andere als die ursprüngliche Beurteilung der 

Validenkarriere ebenfalls plausibel ist. Im Anschluss an die erste Haushaltabklärung 

vom 20. Oktober 2005 war die IV-Stelle zur Auffassung gelangt, dass die 

Beschwerdeführerin als Gesunde vollerwerbstätig wäre; bei jener Abklärung war sie 

bereits Mutter eines Kleinkinds und zum zweiten Mal schwanger gewesen. Damals war 

die Möglichkeit eines Rollentausches im Gesundheitsfall als plausibel erachtet worden. 

Als Gesunde hätte die Beschwerdeführerin allenfalls bei der Gemeindeverwaltung 

weitergearbeitet und dabei ein höheres Einkommen erzielt als ihr Ehemann als 

Buschauffeur (vgl. IV-act. 142-3), zumal dieser im Übrigen offenbar aus 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

gesundheitlichen Gründen wiederholt Probleme am Arbeitsplatz hatte und mit 

Arbeitslosigkeit konfrontiert war. Von diesen Überlegungen hatte sich die IV-Stelle beim 

ersten Revisionsverfahren leiten lassen. Warum diese nach der Geburt des zweiten 

Kindes nicht mehr gelten sollten bzw. die Beschwerdeführerin nicht zumindest in einem 

erheblichen Teilpensum einer Erwerbstätigkeit nachgehen sollte, ist bei der aktuellen 

Aktenlage nicht hinlänglich ersichtlich – jedenfalls erscheint die Hypothese der nur im 

Ausmass von 40% erwerbstätigen Hausfrau nicht von vornherein plausibler als die 

ursprünglichen Annahmen.

2.8  Sollte die Beschwerdeführerin im Anschluss an die weiteren Abklärungen dennoch 

nicht als Vollerwerbstätige qualifiziert werden, ist im Zusammenhang mit der 

Haushaltabklärung im Übrigen zu beachten, dass der medizinischen Abklärung nach 

der Rechtsprechung des Bundesgerichts bei psychischen Gesundheitsschäden 

gegenüber der Abklärung an Ort und Stelle erhöhtes Gewicht zukommt, weil der 

Fragebogen für den Abklärungsbericht Haushalt vorwiegend auf die Beurteilung der 

Invalidität infolge körperlicher Gebrechen ausgerichtet und für die Beurteilung 

psychisch bedingter Einschränkungen wenig geeignet ist (vgl. etwa den Entscheid 

9C_299/2008 vom 3. Dezember 2008; m.w.H. auf die Rechtsprechung Hansjörg Seiler, 

Anforderungen an die Beweisführung zu Status und Invalidität in der IV-

Haushaltabklärung, in: Schaffhauser/Schlauri, Sozialversicherungsrechtstagung 2009, 

St. Gallen 2010, S. 17 f.).

2.9  Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass die Mitwirkung des Ehemanns der 

Beschwerdeführerin im Haushalt im Abklärungsbericht vom 9. November 2007 in zu 

grossem Ausmass berücksichtigt wurde. Der Ehemann ist selbst gesundheitlich 

beeinträchtigt, wie der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin belegt (act. G 12.1.4 f.). 

Zum Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung arbeitete er vollzeitlich. 

Daneben bereitet er die Hauptmahlzeiten für die ganze Familie zu. Arbeitet er mittags, 

dann kocht er am Vorabend vor, sodass die Beschwerdeführerin das Essen für sich 

und die Kinder am nächsten Mittag nur noch aufwärmen muss. Auch die Einkäufe 

erledigt gemäss dem Haushaltabklärungsbericht vom 9. November 2007 mehrheitlich 

der Ehemann. Er saugt Staub und bügelt meistens die Wäsche. Auch bei der 

Kinderbetreuung entlastet er die Beschwerdeführerin in seiner Anwesenheit (IV-

act. 175-5 f.). Insgesamt ist die tatsächlich gelebte Mithilfe des Ehemanns also 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

erheblich. Ihm darüber hinaus unter dem Titel Schadenminderungspflicht noch 

weitergehende Pflichten im Haushalt zuzumuten, ist unangemessen. Somit erscheinen 

zumindest die anerkannten Einschränkungen in den Bereichen Ernährung, 

Wohnungspflege, Einkauf und weitere Besorgungen als zu gering.

3.  

3.1  Gemäss den obigen Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung vom 14. August 2008 teilweise gutzuheissen und die Sache 

an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese eine psychiatrische 

Abklärung der Beschwerdeführerin veranlasse. Diese hat sinnvollerweise auch Fragen 

zur Einschränkung der Beschwerdeführerin in der Tätigkeit als Mutter und Hausfrau zu 

beinhalten. Anschliessend kommt je nach Ergebnis allenfalls eine weitere 

Haushaltabklärung oder die Invaliditätsbemessung nach der allgemeinen Methode des 

Einkommensvergleichs in Frage und das wieder offene Revisionsverfahren ist 

verfügungsweise abzuschliessen.

3.2  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.- bis 

Fr. 1000.- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.- erscheint 

angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als volles 

Obsiegen (ZAK 1987 S. 268 Erw. 5a). Somit unterliegt die Beschwerdegegnerin 

vollumfänglich, sodass ihr als nicht von der Pflicht zur Übernahme amtlicher Kosten 

befreiter selbstständiger öffentlich-rechtlicher Anstalt die ganze Gerichtsgebühr 

aufzuerlegen ist. Der Beschwerdeführerin ist der geleistete Kostenvorschuss von 

Fr. 600.- zurückzuerstatten.

3.3  Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine 

ungekürzte Parteientschädigung, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert 

nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses 

bemessen wird (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). 

Angemessen erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'000.- (einschliesslich 

Barauslagen und Mehrwertsteuer), zumal der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin 

nur mit einer Rechtsschrift am Prozess beteiligt war.

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1. Die Beschwerde wird unter Aufhebung der Verfügung vom 14. August 2008 teilweise 

gutgeheissen und die Sache im Sinn der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen, damit diese weitere Abklärungen vornehme und anschliessend über 

den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin neu verfüge.

2. Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.- zu bezahlen. Der 

Beschwerdeführerin wird der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.- zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von 

Fr. 3'000.- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 31.03.2010
	Art. 28a Abs. 2 IVG; Art. 27bis IVV; Art. 17 Abs. 1 ATSG. Gemischte Methode. Ein Statuswechsel darf im Rentenrevisionsverfahren nur mit grosser Zurückhaltung beim Vorliegen triftiger Gründe vorgenommen werden. Die Rentenbezügerin war für die Invaliditätsbemessung anlässlich einer ersten Haushaltabklärung als Vollerwerbstätige qualifiziert worden. Damals hatte sie ein Kleinkind und war zum zweiten Mal schwanger. Frage offen gelassen, ob die im zweiten Revisionsverfahren vorgenommene Umqualifizierung zur teilerwerbstätigen Hausfrau nach der Geburt des zweiten Kindes zulässig ist. Rückweisung zur weiteren, insbesondere psychiatrischen Abklärung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 31. März 2010, IV 2008/379).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T13:56:33+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen