# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8d1c3afc-7be6-5446-9abb-9e078afea9a2
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-11-19
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 19.11.2010 SK1 2010 39
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SK1-2010-39_2010-11-19.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 19. November 2010 Schriftlich mitgeteilt am:
SK1 10 39 [nicht mündlich eröffnet]

(Eine gegen dieses Urteil beim Bundesgericht erhobene Beschwerde ist mit Urteil 
vom 22. Februar 2011 abgewiesen worden, soweit darauf einzutreten war).

Urteil
I. Strafkammer

Vorsitz Schlenker
RichterInnen Brunner und Michael Dürst
Redaktion Aktuarin ad hoc Ambühl

In der strafrechtlichen Berufung

des A., Strafbeklagter und Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. 
Alexander R. Lecki, Stadthausstrasse 39, Postfach 232, 8402 Winterthur, 

gegen

das Urteil des Bezirksgerichtsausschusses Landquart vom 2. Juni 2010/2. Juli 
2010, mitgeteilt am 12. Juli 2010, in Sachen des B., Adhäsionskläger und Beru-
fungsbeklagter, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Erich Vogel, Schulstrasse 1, 
Postfach 115, 7302 Landquart gegen den Strafbeklagten und Berufungskläger,

betreffend Amtsehrverletzung,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. A. wurde am 15. Dezember 1943 in Poltringen (Deutschland) geboren. Er 
ist mit D., geborene E., verheiratet und wohnt am H. 16 in G.. Gemäss Auskunft 
der Steuerverwaltung des Kantons Graubünden vom 12. Mai 2009 verfügt A. über 
ein steuerbares Einkommen von Fr. 31’696.- und ein Reinvermögen von Fr. 
370’076.-. Der Berufungskläger ist im Schweizerischen Zentralstrafregister mit vier 
Einträgen verzeichnet. Am 5. September 2001 verurteilte ihn der Bezirksgerichts-
ausschuss Landquart wegen übler Nachrede im Sinne von Art. 173 des schweize-
rischen Strafgesetzbuches (StGB; SR 311.0) zu einer Busse von Fr. 500.--. Mit 
Urteil des Kantonsgerichtsausschusses Graubünden vom 24. April 2002 wurde A. 
wegen Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB mit einer Busse von Fr. 700.-- be-
straft. Am 5. Dezember 2007 verurteilte ihn der Kantonsgerichtsausschuss 
Graubünden wegen übler Nachrede im Sinne von Art. 173 StGB zu einer Busse 
von Fr. 1'500.--. Schliesslich wurde A. vom Bezirksgerichtsausschuss Landquart 
mit Urteil vom 12. August 2009 der üblen Nachrede im Sinne von Art. 173 StGB 
schuldig gesprochen und mit einer unbedingten Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu 
je Fr. 110.-- bestraft.

B. Mit Anklageverfügung vom 3. März 2010 versetzte die Staatsanwaltschaft 
Graubünden A. wegen übler Nachrede gemäss Art. 173 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in An-
klagezustand und überwies den Fall dem Bezirksgerichtsausschuss Landquart zur 
Beurteilung. In der Anklageschrift vom gleichen Tag wurde der Anklage folgender 
Sachverhalt zu Grunde gelegt:

„Am 9. März 2009 fand B. B., whft. F. in G., in seinem Briefkasten ein an 
die Einwohner der Gemeinde G. gerichtetes Rundschreiben mit dem Titel 
„Strafklagen gegen B.“. In dem Schreiben wird ihm „Amtsmissbrauch, Kor-
ruption, Rechtsverweigerung, Befangenheit, Nötigung, Begünstigung, 
Diebstahl, Sachbeschädigung, Erpressung, Drohungen, Ehrverletzungen, 
Amtsanmassung, organisiertes Verbrechen, kriminelle Organisation, 
rechtswidrige Vereinigung, Hausfriedensbruch etc. etc.“ in insgesamt 44 
Fällen vorgeworfen.

Das Rundschreiben war vom Angeklagten A. erstellt und von ihm bzw. al-
lenfalls von einer Drittperson in seinem Auftrag am 8./9. März 2009 in den 
Briefkasten von B. gelegt worden. Zudem war das Rundschreiben anläss-
lich einer politischen Veranstaltung in Jenaz vom 26. April 2009 vom Ange-
klagten bzw. allenfalls einer beauftragten Person unter zahlreiche Schei-
benwischer geklemmt worden. Eine mehr oder weniger identische Zusam-
menstellung von Daten im Zusammenhang mit B. vorgeworfenen Straftaten 
ist auch auf der Homepage des Angeklagten mit der Adresse _ zu finden.

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B. stellte gegen A. mit Strafklage vom 5. Mai 2009 Strafantrag wegen straf-
baren Handlungen gegen die Ehre (Art. 173 ff. StGB). In der Folge wurde 
bei der Staatsanwaltschaft Graubünden eine Strafuntersuchung wegen 
Amtsehrverletzung (Art. 169 StPO) eröffnet.“

C. In der Ergänzung der Anklageschrift stellte die Staatsanwaltschaft 
Graubünden den Antrag, A. im Sinne der Anklage schuldig zu sprechen und ihn 
mit einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je Fr. 100.-- zu bestrafen.

D. Mit Urteil vom 2. Juni 2010/2. Juli 2010, mitgeteilt am 12. Juli 2010, erkann-
te der Bezirksgerichtsausschuss Landquart was folgt:

„1. A. ist schuldig der üblen Nachrede im Sinne von Art. 173 Ziff. 1 Abs. 1 
StGB.

2. Dafür wird er als Zusatzstrafe zum Urteil des Bezirksgerichtsausschus-
ses Landquart vom 12. August 2008 (recte: 12. August 2009) wegen üb-
ler Nachrede mit einer (unbedingten) Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu 
je Fr. 110.-- bestraft.

3. A. wird gerichtlich verpflichtet, an B. eine Genugtuungssumme von Fr. 
500.-- zu bezahlen und ihn darüber hinaus ausseramtlich mit Fr. 800.-- 
zu entschädigen (Mehrwertsteuer darin enthalten).

4. Die Verfahrenskosten, bestehend aus:

- der Untersuchungsgebühr der Staatsanwaltschaft Graubünden Fr. 1'160.00

- den Barauslagen der Staatsanwaltschaft Graubünden Fr. 0.00

- der Gerichtsgebühr des Bezirksgerichtsausschusses Landquart Fr. 2'116.00

- den Barauslagen des Bezirksgerichtsausschusses Landquart Fr. 884.00

total somit Fr. 4'160.00

werden A. auferlegt.

5. (Rechtsmittelbelehrung).

6. (Mitteilung).“

Begründet wurde dieser Entscheid insbesondere damit, dass angesichts 
des Inhaltes des Rundschreibens, welches zugestandenermassen praktisch mit 
den Inhalten der von A. betriebenen Webseite übereinstimme, es auch in einer 
politisch hart geführten Auseinandersetzung nach den hiesigen Gepflogenheiten 
immer noch sehr unwahrscheinlich erscheine, dass jemand den politischen Geg-
ner mit den Schlagwörtern Amtsmissbrauch, Korruption, Rechtsverweigerung, Be-
fangenheit, Nötigung, Begünstigung, Diebstahl, Sachbeschädigung, Erpressung, 
Drohungen, Ehrverletzungen, Amtsanmassung, organisiertes Verbrechen, krimi-

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nelle Organisation, rechtswidrige Vereinigung, Hausfriedensbruch, etc. etc. in 44 
Fällen beschuldige, nur um daraus einen politischen Vorteil zu ziehen. Viel wahr-
scheinlicher, ja sogar auf der Hand liegend, erscheine es, dass A. mit den Flug-
blättern einmal mehr seinen Unmut über sein Unterliegen in dem gerichtsnotori-
schen, langjährigen und teilweise sehr unzimperlich geführten nachbarschaftlichen 
Konflikt am H. in G. bekundet habe, bei dem B. als B. verschiedentlich in Erschei-
nung getreten sei. Im Weiteren sei nicht ersichtlich, dass eine Drittperson ein In-
teresse an einer derartigen Verunglimpfung von B. habe und solches sei weder 
glaubhaft gemacht noch bewiesen worden. Im Weiteren habe A. gleich selber den 
Nachweis erbracht, dass er der Urheber des besagten Flugblattes sei, indem er 
einem Schreiben an den Untersuchungsrichter ein mindestens 100 Seiten umfas-
sendes Dossier rund um die nachbarschaftliche Auseinandersetzung am H. beige-
legt habe, welches unter anderem ein praktisch identisches Flugblatt enthalte, das 
auch Gegenstand der vorliegenden Beurteilung bilde. Wer ohne Hinweis auf eine 
andere Urheberschaft Unterlagen über die eigene Nachbarstreitigkeit verschicke, 
müsse damit rechnen, als Urheber von Dokumenten betrachtet zu werden, aus 
denen kein anderer Verfasser hervorgehe. Daher ergebe sich für das Gericht nach 
der Beweiswürdigung ohne jeden Zweifel, dass A. Urheber des Gegenstand des 
vorliegenden Verfahrens bildenden Flugblattes sei. Es sei im Weiteren offensicht-
lich, dass die im Flugblatt enthaltenen Vorwürfe ohne weiteres geeignet seien, den 
Ruf einer Person, ein ehrbarer Mensch zu sein, das heisst sich so zu benehmen, 
wie nach allgemeiner Anschauung ein charakterlich anständiger Mensch sich zu 
verhalten pflege, zu beeinträchtigen. Zudem sei sich A. auch in subjektiver Hin-
sicht der Ehrenrührigkeit seiner Behauptungen und des Umstandes bewusst, dass 
sie von Dritten zur Kenntnis genommen werden würden. Schliesslich habe er den 
Antritt eines Wahrheitsbeweises für seine Beschuldigungen weder beantragt, ge-
schweige denn erbracht. A. habe sich daher sowohl in objektiver als auch in sub-
jektiver Hinsicht der üblen Nachrede gemäss Art. 173 Ziffer 1 Abs. 1 StGB schul-
dig gemacht.

E. Gegen dieses Urteil des Bezirksgerichtsausschusses Landquart liess A. mit 
Eingabe vom 30. Juli 2010 beim Kantonsgericht von Graubünden Berufung mit 
folgenden Rechtbegehren erheben:

„1. Es sei das vom Bezirksgerichtsausschuss Landquart am 2. Juni/2. Juli 
2010 unter der Prozess-Nummer 520-2010-6 gefällte Urteil aufzuheben, 
und es sei der Angeklagte vom Vorwurf der üblen Nachrede gemäss Art. 
173 Ziffer 1 Absatz 1 StGB freizusprechen.

eventualiter:

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Es sei Dispositivziffer 2. des vorgenannten Urteiles aufzuheben, und es 
sei der Angeklagte mit einer bedingten Geldstrafe von zehn Tagessät-
zen à Fr. 110.00 zu bestrafen.

subeventualiter:

Es sei dem Angeklagten in Abänderung von Dispositivziffer 2. des rele-
vanten Urteils der bedingte Strafvollzug zu gewähren.

2. Es sei Dispositivziffer 3. des angefochtenen Urteiles aufzuheben und 
dem Antragsteller B. keine Genugtuung zuzusprechen.

3. Es seien die Verfahrenskosten, eventualiter die Kosten des Berufungs-
verfahrens, auf die Staatskasse zu nehmen, und es sei dem Angeklag-
ten aus dieser eine angemessene Prozessentschädigung zuzuspre-
chen.“

Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass sich bei den Ver-
fahrensakten kein einziges Beweismittel finden lasse, dem sich auch nur 
annähernd entnehmen liesse, der Angeklagte sei der Urheber der relevanten 
Flugblattaktion oder auch nur daran beteiligt gewesen. Im Weiteren erfasse der 
strafrechtliche Ehrbegriff nur die so genannte sittliche Ehre, nicht hingegen die 
gesellschaftliche Ehre. Durch das relevante Flugblatt sei jedoch ausschliesslich 
die gesellschaftliche Ehre von B. B. betroffen; diese sei jedoch durch den straf-
rechtlichen Ehrbegriff nicht geschützt. Schliesslich habe A. auch den subjektiven 
Tatbestand der üblen Nachrede nicht erfüllt, da der Angeklagte noch nie wegen 
Amtsehrverletzung verurteilt worden sei und sich demnach auch der Ehrenrührig-
keit seiner Behauptungen nicht habe bewusst sein können. Die bisherigen Ent-
scheide betreffend Ehrverletzungen hätten sich auf die jahrelange Auseinander-
setzung mit seinem Nachbarn und die Verwendung der Begriffe „kriminell“ und 
„Mehrfach-Straftäter“ bezogen. Genau diese oder eine ähnliche Wortwahl seien im 
relevanten Flugblatt jedoch vermieden worden. Auch könne ihm nicht vorgeworfen 
werden, dass er die Erbringung des Wahrheitsbeweises nicht angeboten bzw. er-
bracht habe, da dies als Schuldeingeständnis zu werten gewesen wäre.

F. In der Vernehmlassung vom 12. August 2010 beantragte die Staatsanwalt-
schaft Graubünden die Abweisung der Berufung und die Bestätigung des vor-
instanzlichen Urteils. Dabei wies sie noch einmal darauf hin, dass beim Vergleich 
des während der laufenden Untersuchung dem Untersuchungsrichter zugestellten 
Flugblattes mit dem hier in Frage stehenden Flugblatt ersichtlich werde, dass die-
se inhaltlich zwar identisch seien, in der Darstellung aber eine klare Abweichung 
aufweisen würden. So seien an dem vom Berufungskläger dem Untersuchungs-
richter zugestellten „Pamphlet“ die Strafanzeigen Nr. 43 und 44 mit PC erfasst, 
während die entsprechenden Einträge auf dem vom Strafkläger eingereichten 

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Flugblatt handschriftlich vorgenommen worden seien. Somit könne keine Rede 
davon sein, dass aus Versehen das Flugblatt weitergeleitet worden sei, welches 
angeblich vom Berufungskläger in seinem Briefkasten vorgefunden worden sei. 
Gegen eine versehentliche Zustellung des Flugblattes an den Untersuchungsrich-
ter spreche auch der Umstand, dass das Blatt mit „Strafklagen gegen B.“ in der 
Postsendung an den Untersuchungsrichter sogar in doppelter Ausfertigung vor-
handen gewesen sei.

G. Der Adhäsionskläger beantragte in seiner Berufungsantwort vom 20. Sep-
tember 2010 die vollumfängliche Abweisung der Berufung. Dabei führte er insbe-
sondere aus, dass sich die Auflistungen der Daten auf dem Rundschreiben auf 
Auseinandersetzungen und Zwischenfälle mit den Nachbarn beziehen würden. 
Konkret würden sich diese auf diverse nachbarrechtliche Gerichtsverfahren bezie-
hen. Lediglich der Berufungskläger sei in all diese Verfahren involviert gewesen. 
Aus diesem Grund habe der Berufungskläger zu seiner Verteidigung auch ein um-
fangreiches Dossier eingereicht, worin das Rundschreiben ebenfalls enthalten sei. 
Damit habe er den Nachweis selber erbracht, dass er der Urheber des besagten 
Flugblattes sein müsse.

H. Das Bezirksgericht Landquart verzichtete mit Eingabe vom 13. August 2010 
auf die Einreichung einer Vernehmlassung.

Auf die weiteren Ausführungen im angefochtenen Urteil und in den Rechts-
schriften wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegan-
gen.

II. Erwägungen

1.a) Gegen Urteile und Beschlüsse der Bezirksgerichte und ihrer Ausschüsse 
sowie gegen Verfügungen der Bezirksgerichts- und Kreispräsidenten (ausgenom-
men Untersuchungshandlungen, prozessleitende Verfügungen und Strafmandate) 
können der Verurteilte und der Staatsanwalt beim Kantonsgericht Berufung einrei-
chen. Auch Urteile der Bezirksgerichtsausschüsse in Amtsehrverletzungssachen 
sind von den Parteien mit Berufung beim Kantonsgericht von Graubünden an-
fechtbar (Art. 169 des Gesetzes über die Strafrechtspflege; StPO; BR 350.000). 
Im Gegensatz zum gewöhnlichen, vom Kreispräsidenten geleiteten Ehrverlet-
zungsverfahren (Art. 162 StPO - Art. 168 StPO) gelten für das Ehrverletzungsver-
fahren, bei dem Amtspersonen mit Bezug auf ihre Amtstätigkeit die Verletzten 
sind, grundsätzlich die Bestimmungen des ordentlichen Verfahrens, mithin die Of-

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fizialmaxime, auch hinsichtlich der Parteiöffentlichkeit und der Kosten (vgl. Art. 162 
StPO; Padrutt, Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons Graubünden, 2. 
Aufl., Chur 1996, S. 426 Ziff. 2). Die Formalitäten richten sich demnach nach den 
allgemeinen Bestimmungen über das Berufungsverfahren gemäss Art. 141 ff. 
StPO (W. Padrutt, a.a.O., S. 433). Die Berufung ist innert 20 Tagen seit der schrift-
lichen Eröffnung des angefochtenen Entscheides einzureichen. Sie ist zu begrün-
den und hat darzutun, welche Mängel des erstinstanzlichen Entscheides oder Ge-
richtsverfahrens gerügt werden und ob das ganze Urteil oder lediglich Teile davon 
angefochten werden (Art. 141 ff. StPO).

b) Diesen Anforderungen vermag die im Übrigen form- und fristgerecht einge-
reichte Berufung von A. vom 30. Juli 2010 zu genügen, weshalb darauf einzutre-
ten ist.

2.a) Der Vorsitzende kann eine mündliche Verhandlung von sich aus oder auf 
Antrag der Parteien anordnen, wenn die persönliche Befragung des Angeklagten 
für die Beurteilung der Streitsache wesentlich ist (Art. 144 Abs. 1 StPO). Findet 
keine mündliche Verhandlung statt, so trifft die I. Strafkammer ihren Entscheid oh-
ne Parteivortritt auf Grund der Akten (Art. 144 Abs. 3 StPO). Der Angeschuldigte 
in einem Strafverfahren hat aber unabhängig von der kantonalen Verfahrensord-
nung gestützt auf Art. 6 Ziff. 1 EMRK Anspruch darauf, dass seine Sache in billiger 
Weise öffentlich gehört wird. Das Gebot der Verfahrensöffentlichkeit unter dem 
Vorbehalt von Art. 107 StPO gilt dem Grundsatz nach nicht nur für das erstin-
stanzliche Strafverfahren, sondern erstreckt sich auf die Gesamtheit eines Straf-
verfahrens inklusive des gesamten RechtsH.es, somit auch auf das Berufungsver-
fahren gemäss Art. 141 ff. StPO. Der Betroffene kann auf die Durchführung einer 
mündlichen Berufungsverhandlung von sich aus verzichten. Voraussetzung eines 
wirksamen Verzichts ist, dass er ausdrücklich erklärt wird oder sich aus dem Still-
schweigen des Betroffenen eindeutig ergibt. 

b) Der Berufungskläger hat im vorliegenden Fall nicht die Durchführung einer 
mündlichen Berufungsverhandlung verlangt. Daraus kann auf einen wirksamen 
Verzicht geschlossen werden. Es besteht aber auch kein Grund, dass das urtei-
lende Gericht von sich aus (vgl. hierzu Art. 144 Abs. 1 StPO) eine mündliche Beru-
fungsverhandlung anordnet, nachdem die Vorinstanz öffentlich verhandelt hat, 
bezüglich des strittigen Sachverhalts keine zusätzlichen Aufschlüsse von einer 
mündlichen Verhandlung zu erwarten sind, eine reformatio in peius ausgeschlos-
sen ist und sich ferner im vorliegenden Fall keine Fragen zur Person und zum 
Charakter des Berufungsklägers stellen, welche sich nicht mit genügender Hin-

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länglichkeit aufgrund der Akten beantworten lassen. Zudem steht einem nichtöf-
fentlichen Verfahren kein öffentliches Interesse entgegen (vgl. BGE 119 Ia 316 E. 
2b S. 318 f.; Art. 107 StPO; ZGRG 2/99, S. 46; ZR 99/2000 Nr. 36). Die streitige 
Strafsache kann somit gestützt auf die vorliegenden Akten sachgerecht entschie-
den werden. Ein persönliches Vortreten des Berufungsklägers erscheint nicht als 
notwendig.

3.a) Die I. Strafkammer des Kantonsgerichts überprüft das erstinstanzliche Urteil 
in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht im Rahmen der gestellten Anträge frei 
(Art. 146 Abs. 1 StPO). Sie besitzt eine umfassende, uneingeschränkte Kogniti-
onsbefugnis. Wenn die Aktenlage die Beurteilung zulässt und keine Verletzung 
des rechtlichen Gehörs vorliegt oder der Mangel geheilt ist, entscheidet die I. 
Strafkammer in der Sache selber (Art. 146 Abs. 2 StPO e contrario; Padrutt, 
a.a.O., S. 376). Es gilt dabei aber zu berücksichtigen, dass das Kantonsgericht 
auch weitere Urteilspunkte abändern oder ergänzen kann und muss, wenn sonst 
der Würdigung aller Umstände unzureichend Rechnung getragen würde bezie-
hungsweise einzelne Fragen aus dem Sachzusammenhang gerissen würden und 
damit Bundesrecht verletzt würde (vgl. BGE 117 IV 104 ff.).

b) Vorliegend bestritten sind gemäss der Berufungsschrift unter anderem der 
von der Vorinstanz festgestellte Sachverhalt und dessen rechtliche Würdigung. 
Nachfolgend ist daher vorerst zu prüfen, ob der dem Berufungskläger zur Last ge-
legte Sachverhalt rechtsgenüglich erstellt ist und ob der Berufungskläger zu Recht 
wegen übler Nachrede im Sinne von Art. 173 Ziff. 1 Abs. 1 StGB schuldig gespro-
chen wurde.

4.a) Gemäss Art. 144 Abs. 2 StPO in Verbindung mit Art. 125 Abs. 2 StPO 
entscheidet das Gericht bei der Würdigung der Beweismittel nach freier 
Überzeugung. Dieser Grundsatz der freien Beweiswürdigung ergibt sich bereits 
aus Art. 249 des Bundesgesetzes über die Bundesstrafrechtspflege (BStP; SR 
312.0). Der Richter hat danach von Bundesrechts wegen frei von gesetzlichen 
Beweisregeln und nur nach seiner persönlichen Überzeugung aufgrund 
gewissenhafter Prüfung der vorliegenden Beweise darüber zu entscheiden, ob er 
eine Tatsache für bewiesen hält oder nicht (vgl. BGE 115 IV 268 f.). Aufgabe des 
Richters ist es, ohne Bindung an Beweisregeln an sich mögliche Zweifel zu 
überwinden und sich mit Überzeugung für einen bestimmten Sachverhalt zu 
entscheiden, wobei die Bildung der Überzeugung objektivier- und nachvollziehbar 
sein muss. Zu den verschiedenen Beweismitteln ist anzuführen, dass der 
Grundsatz der freien Beweiswürdigung eine Rangordnung verbietet. Bei der 

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Würdigung der Beweise ist weniger die Form, sondern vielmehr der 
Gesamteindruck, das heisst die Art und Weise der Bekundung sowie die 
Überzeugungskraft massgebend. Entscheidend ist mit anderen Worten allein die 
Beweiskraft der konkreten Beweismittel im Einzelfall (Hauser/Schweri/Hartmann, 
Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Aufl., Basel 2005, § 54 N 5, S. 246). Ist 
eine Überzeugung weder in der einen noch in der anderen Richtung zu gewinnen, 
so ist nach der Entscheidungsregel mit Verfassungsrang „in dubio pro reo“ und in 
Nachachtung von Art. 6 Ziff. 2 EMRK der für den Angeklagten günstigere 
Sachverhalt anzunehmen. Allerdings kommt diese Entscheidungsregel nicht 
schon dann zur Anwendung, wenn Aussage gegen Aussage steht. Es kann mithin 
nicht schon dann von dem für den Angeklagten günstigeren Sachverhalt 
ausgegangen werden, sobald sich zwei widersprüchliche 
Sachverhaltsschilderungen gegenüberstehen. Vielmehr ist ein solcher Schluss nur 
dann gerechtfertigt, wenn aufgrund einer sachlichen Beweiswürdigung beide 
Sachverhaltsvarianten als gleichwertig erscheinen und keiner der beiden 
Versionen der Vorzug gegeben werden kann (vgl. PK 1978 Nr. 13). Das Prinzip 
„im Zweifel für den Angeklagten“ erfordert mit anderen Worten nicht erst dann 
einen Freispruch, wenn nach dem Beweisergebnis überhaupt keine Zweifel am 
Fehlen des objektiven und subjektiven Tatbestandes erlaubt sind, sondern bereits 
dann, wenn bei objektiver Betrachtung erhebliche oder unüberwindliche Zweifel 
am Tat- oder Schuldbeweis zurückbleiben (vgl. BGE 124 IV 88). Die richterliche 
Überzeugung verlangt mehr als blosse Wahrscheinlichkeit; es ist vielmehr 
erforderlich, dass ein gegenteiliger Sachverhalt ausgeschlossen werden kann oder 
eine nur sehr geringe Wahrscheinlichkeit für sein Vorliegen spricht. Aus diesen 
grundsätzlichen Überlegungen hinsichtlich dem Grundsatz „in dubio pro reo“ 
beziehungsweise den damit in unmittelbarem Zusammenhang stehenden 
allgemeinen Beweiswürdigungsregeln folgt für den vorliegenden Fall, dass anhand 
sämtlicher Umstände, die sich aus den Akten ergeben, zu untersuchen ist, ob die 
Darstellung der Anklage oder jene des Angeklagten die Richter zu überzeugen 
vermag.

b) Der Berufungskläger macht in seiner Berufung vom 30. Juli 2010 an das 
Kantonsgericht von Graubünden insbesondere geltend, er sei nicht der Urheber 
der relevanten Flugblattaktion oder auch nicht daran beteiligt. Zur Begründung 
bringt er vor, dass es an jeglichen Beweismitteln fehle, welche objektiv geeignet 
seien, den Angeklagten als Verantwortlichen oder Helfer bei der Erstellung und 
Verbreitung des Flugblattes erscheinen zu lassen. Wie nachfolgend aufgezeigt 
werden kann, ist die diesbezügliche vorinstanzliche Beweiswürdigung jedoch nicht 

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zu beanstanden und es kann im Wesentlichen darauf verwiesen werden. 
Insbesondere vermögen die Aussagen des Berufungsklägers in Bezug auf das 
versehentliche Mitversenden des Flugblattes bei der Postsendung an den 
Untersuchungsrichter die Richter nicht zu überzeugen. Es ist schlichtweg nicht 
nachvollziehbar, wie ein Flugblatt, welches bei einer Verteilaktion in einen 
Briefkasten gelegt wird - wie es vorliegend der Fall ist -, versehentlich in ein mehr 
als 100 Seiten umfassendes Dossier gelangen kann. Dies nicht zuletzt in 
Anbetracht des Umstandes, dass das besagte Dossier gleich zwei Exemplare des 
fraglichen Flugblattes enthält. Dies kann auf keinen Fall ein Versehen darstellen. 
Die Staatsanwaltschaft führt in ihrer Vernehmlassung vom 12. August 2010 zudem 
zutreffend aus, dass insbesondere beim Vergleich des Flugblattes mit demjenigen, 
welches der Strafkläger eingereicht habe, ersichtlich sei, dass diese inhaltlich zwar 
identisch seien, in der Darstellung jedoch eine klare Abweichung aufweisen 
würden. Von dieser Feststellung konnte sich auch das Kantonsgericht von 
Graubünden überzeugen. So wurden die in den vom Berufungskläger 
eingereichten Flugblättern mit den Nummern 43 und 44 bezeichneten Strafklagen 
mit PC erfasst, währenddem dieselben Strafklagen in dem von B. im 
Zusammenhang mit seiner Strafanzeige eingereichten Flugblatt handschriftlich 
erfasst sind. Dies lässt – dem vorinstanzlichen Urteil entsprechend - ohne 
Weiteres den Schluss zu, dass A. Urheber des hier in Frage stehenden 
Flugblattes ist. Im Weiteren durfte die Vorinstanz zu Recht davon ausgehen, dass 
in Bezug auf die vom Angeklagten eingereichten Dokumente - anderslautende 
Angaben vorbehalten -, der Angeklagte auch als Verfasser der Dokumente 
angesehen werden darf. Dementsprechend verhält es sich bei dem vorliegend 
eingereichten Dossier. Die Unterlagen wurden dem Untersuchungsrichter von A. 
zugestellt, weshalb ohne Weiteres davon ausgegangen werden darf, dass 
letztgenannter der Verfasser der eingereichten Dokumente ist; dies nicht zuletzt in 
Anbetracht der Umstände, dass es an jeglichen Verweisen auf einen anderen 
Urheber fehlt. Im Weiteren spricht auch die Tatsache, dass auf der von A. seit 
etlichen Jahren betriebenen Homepage (_) B. bezichtigt wird, 41 Straftaten 
begangen zu haben, welche genau denjenigen Strafklagen entsprechen, die auch 
auf dem vorliegend relevanten Flugblatt zu finden sind, für die Urheberschaft von 
A.. Der Einwand des Berufungsklägers, dass es jedem Dritten und Gegner von B. 
B. möglich sei, die erwähnten Begriffe herunterzuladen und zu kopieren, erweist 
sich in Anbetracht der gesamten Umstände als unbehelflich. Der Berufungskläger 
vermochte auch sein Vorbringen, Urheber des Flugblattes könne – insbesondere 
in Anbetracht des politischen Engagements des B.en für die BDP - ohne Weiteres 
auch ein politischer Gegner von B. sein, nicht rechtsgenüglich nachzuweisen. 

http://www.bizenberger.eu

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Dieser unbehelfliche Hinweis kann – auch aufgrund des bereits Gesagten – als 
geradezu abwegig bezeichnet werden. Die Vorinstanz hat mit Bezug darauf zu 
Recht erwogen, dass den Gerichtsmitgliedern eine mit dermassen harten 
Bandagen geführte politische Diskussion im betreffenden Gerichtssprengel nicht 
bekannt sei. In Würdigung sämtlicher Umstände und aufgrund der Aktenlage 
kommt das Kantonsgericht von Graubünden zum Schluss, dass der Sachverhalt 
rechtsgenüglich festgestellt worden ist und keine Zweifel daran bestehen, dass A. 
Urheber des hier in Frage stehenden Flugblattes ist. Die diesbezüglichen 
Vorbringen des Berufungsklägers sind als reine Schutzbehauptungen zu 
qualifizieren. Die Berufung erweist sich demnach in diesem Punkt als 
unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist.

5.a) Der Berufungskläger macht im Weiteren geltend, dass A. weder den objek-
tiven noch den subjektiven Tatbestand der üblen Nachrede im Sinne von Art. 173 
Ziffer 1 Absatz 1 StGB erfülle. Er begründet dies einerseits damit, dass der straf-
rechtliche Ehrbegriff lediglich die sittliche Ehre erfasse, nicht hingegen die gesell-
schaftliche Ehre. Vorliegend sei durch das relevante Flugblatt jedoch lediglich die 
gesellschaftliche Ehre betroffen. Andererseits gehe auch die Feststellung der Vor-
instanz, wonach sich der Angeklagte der Ehrenrührigkeit seiner Behauptungen 
habe bewusst sein müssen, fehl. Nachfolgend gilt es demnach zu prüfen, ob A. 
entsprechend dem vorinstanzlichen Urteil den Tatbestand der üblen Nachrede im 
Sinne von Art. 173 Ziffer 1 Abs. 1 StGB erfüllt hat.

b) Wer jemanden bei einem andern eines unehrenhaften Verhaltens oder an-
derer Tatsachen, die geeignet sind, seinen Ruf zu schädigen, beschuldigt oder 
verdächtigt, wird gestützt auf Art. 173 Ziff. 1 StGB, auf Antrag, mit einer Geldstrafe 
bis zu 180 Tagessätzen bestraft. Gegenstand dieser Bestimmung bilden ehrenrüh-
rige Tatsachenbehauptungen über eine Person, die gegenüber einem Dritten er-
hoben werden. Die Tatsachenbehauptung muss ehrrührig sein, das heisst geeig-
net, den Ruf des Betroffenen zu schädigen. Dabei ist gemäss bundesgerichtlicher 
Rechtsprechung Ehre der Anspruch einer Person auf Geltung (BGE 114 IV 16). 
Geschützt wird der Ruf, ein ehrbarer Mensch zu sein, also sich so zu benehmen, 
wie ein charakterlich anständiger Mensch sich zu verhalten pflegt (BGE 117 IV 28 
f.; BGE 116 IV 206; BGE 103 IV 158). Entscheidend dafür, ob die eingeklagte 
Äusserung ehrverletzend sein kann, ist der Sinn, welchen ihr der unbefangene 
Hörer nach den Umständen beilegen musste (BGE 119 IV 47). Die Ehre ist unter 
anderem beim Vorwurf betroffen, vorsätzlich eine strafbare Handlung begangen 
zu haben (Riklin, Basler Kommentar zum StGB, Band II, Basel 2003, N 18 vor Art. 
173 StGB; Trechsel et al., Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 

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Zürich 2008, N 1 ff. zu Art. 173 StGB). Subjektiv ist lediglich erforderlich, dass sich 
der Täter der Ehrenrührigkeit seiner Behauptung bewusst ist und diese mindes-
tens eventualvorsätzlich einem Dritten gegenüber geäussert hat (vgl. Do-
natsch/Flachsmann/Hug/Maurer/Riesen-Kupper/Weder, Schweizerisches Strafge-
setzbuch, Kommentar, 18. Auflage, Zürich 2010, N 20 zu Art. 137; Reh-
berg/Schmid/Donatsch, Donatsch, Strafrecht III, Delikte gegen den Einzelnen, 9. 
Auflage, Zürich 2008, S. 327). Nicht zum Vorsatz gehört dagegen das Bewusst-
sein der Unwahrheit der Äusserung. Auch bedarf es keiner besonderen Beleidi-
gungs- oder Kränkungsabsicht (Trechsel et al., a.a.O., N 11 zu Art. 173).

c) Der Bezirksgerichtsausschuss Landquart sprach A. der üblen Nachrede im 
Sinne von Art. 173 Ziff. 1 Abs. 1 StGB schuldig. Ausschlaggebend war ein an die 
Einwohner der Gemeinde G. gerichtetes Rundschreiben mit dem Titel „Strafklagen 
gegen B.“, welches B. am 9. März 2010 in seinem Briefkasten vorfand. In dem 
Schreiben wird ihm „Amtsmissbrauch, Korruption, Rechtsverweigerung, Befan-
genheit, Nötigung, Begünstigung, Diebstahl, Sachbeschädigung, Erpressung, 
Drohungen, Ehrverletzungen, Amtsanmassung, organisiertes Verbrechen, krimi-
nelle Organisation, rechtswidrige Vereinigung, Hausfriedensbruch etc. etc.“ in ins-
gesamt 44 Fällen vorgeworfen. Durch diese Ausführungen wird ohne Zweifel der 
Ruf von B., ein ehrbarer Mensch zu sein, also sich so zu benehmen, wie ein cha-
rakterlich anständiger Mensch sich zu verhalten pflegt, geschädigt. Dabei kann 
das Vorbringen des Berufungsklägers, das relevante Flugblatt betreffe aussch-
liesslich die gesellschaftliche Ehre von B. B., welche nicht durch den strafrechtli-
chen Ehrbegriff geschützt sei, nicht gehört werden. Zwar beschränkt das Bundes-
gericht den Ehrenschutz auf die ethische Integrität, womit Äusserungen, die sich 
lediglich eignen, jemanden in anderer Hinsicht, zum Beispiel als Politiker, in der 
gesellschaftlichen Geltung herabzusetzen, nicht ehrverletzend sind. Allerdings 
wird diesbezüglich zusätzlich vorausgesetzt, dass die Kritik an den strafrechtlich 
nicht geschützten Seiten des Ansehens nicht zugleich seine Geltung als ehrbarer 
Mensch treffen (vgl. Trechsel et al., a.a.O., S. 822; BGE 119 IV 47). Indem A. B. 
beschuldigt, 44 Straftaten begangen zu haben, kann jedoch keinesfalls mehr die 
Rede davon sein, dass diese Äusserungen B. lediglich hinsichtlich seiner Funktion 
als Politiker in der gesellschaftlichen Geltung herabzusetzen vermögen. Vielmehr 
sind diese Vorwürfe ohne Weiteres geeignet, den Charakter von B. in ein ungüns-
tiges Licht zu rücken oder ihn gar als Mensch verächtlich zu machen. Diese Äus-
serungen treffen zweifelsohne den Anspruch B.s, als ehrbarer Mensch zu gelten 
und damit den strafrechtlich geschützten Ehrbegriff. Da dieses Schreiben zudem 
an die Einwohner der Gemeinde G. gerichtet war beziehungsweise anlässlich ei-

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ner politischen Veranstaltung in Jenaz vom 26. April 2009 unter zahlreiche Schei-
benwischer geklemmt worden ist und die Äusserung damit gegenüber Dritten er-
folgte, ist der objektive Tatbestand von Art. 173 Ziff. 1 Abs. 1 StGB erfüllt. Der Be-
zirksgerichtsausschuss Landquart ist aufgrund der Ausführungen des Berufungs-
klägers in diesem Rundschreiben zu Recht zum Schluss gekommen, dass dieser 
damit B. eines unehrenhaften Verhaltens beschuldigte und so seinen Ruf, ein ehr-
barer Mensch zu sein, schädigte.

d) In subjektiver Hinsicht wird vom Berufungskläger vorgebracht, der Ange-
klagte sei bisher noch nie wegen Amtsehrverletzung verurteilt worden, daher kön-
ne er sich der Ehrenrührigkeit seiner Behauptungen entgegen der vorinstanzlichen 
Feststellungen auch nicht bewusst gewesen sein. Die Äusserungen des Beru-
fungsklägers erfolgten willentlich und im Wissen darum, dass diese Äusserungen 
ehrverletzend sind. Die diesbezüglichen Ausführungen in der Berufungsschrift 
vom 30. Juli 2010, insbesondere, dass sich die bisherigen Entscheide betreffend 
Ehrverletzung auf die jahrelangen Auseinandersetzungen mit dem Nachbarn C. 
und die Verwendung der Begriffe „kriminell“ und „Mehrfach-Straftäter“ bezogen 
hätten, und genau diese oder eine ähnliche Wortwahl im relevanten Flugblatt ver-
mieden worden sei, weshalb er sich der Ehrenrührigkeit seiner Behauptungen 
nicht habe bewusst sein können, erweisen sich als nicht hilfreich. Vielmehr ist da-
von auszugehen, dass sich der Berufungskläger angesichts der aktenkundigen 
Vorstrafen der Ehrenrührigkeit seiner Behauptungen im Rundschreiben ohne Wei-
teres bewusst gewesen sein musste. Aufgrund dieser vorangegangenen gerichtli-
chen Verfahren betreffend Ehrverletzungssachen darf zudem davon ausgegangen 
werden, dass dem Berufungskläger die Folgen seines Handelns durchaus bekannt 
waren. Die Vorinstanz hat damit zu Recht auch das Vorliegen des subjektiven 
Tatbestandes von Art. 173 Ziff. 1 Abs. 1 StGB bejaht.

e) Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz den Sachverhalt 
rechtsgenüglich festgestellt hat und auch die rechtliche Würdigung zutreffend vor-
genommen worden ist. A. erfüllt damit sowohl den objektiven als auch den subjek-
tiven Tatbestand von Art. 173 Ziff. 1 Abs. 1 StGB.

6.a) Der Berufungskläger führt in seiner Berufung vom 30. Juli 2010 des Weite-
ren aus, ihm könne entgegen der Auffassung der Vorinstanz auch in keinster Wei-
se ein Vorwurf aus der Tatsache gemacht werden, dass er die Erbringung des 
Wahrheitsbeweises nicht angeboten bzw. diesen nicht erbracht habe. Hätte er die 
Zulassung zum Wahrheitsbeweis beantragt, dann wäre dies als Schuldeinge-
ständnis zu werten gewesen. Nachfolgend ist zu prüfen, ob die Vorinstanz zu 

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Recht festgestellt hat, dass der Angeklagte weder einen Entlastungsbeweis bean-
tragt noch ernsthafte Gründe ersichtlich seien, welche ihn hätten veranlassen 
können, seine Behauptungen als „in guten Treuen für wahr zu halten“.

b) Der Beschuldigte macht sich gemäss Art. 173 Ziffer 2 StGB nicht strafbar, 
wenn er zu beweisen vermag, dass die von ihm vorgebrachte oder weiterverbrei-
tete Äusserung der Wahrheit entspricht (Wahrheitsbeweis), oder dass er ernsthaf-
te Gründe hatte, sie in guten Treuen für wahr zu halten (Gutglaubensbeweis). In 
Umkehr der üblichen Beweislast ist somit der Verletzer für die Wahrheit seiner 
ehrverletzenden Äusserung beweispflichtig. Der Grundsatz „in dubio pro reo“ spielt 
nicht. Der Wahrheitsbeweis ist erbracht, wenn alle wesentlichen Punkte der Äus-
serung bewiesen sind, verhältnismässig unbedeutende Übertreibungen werden 
nicht geahndet. Beim Gutglaubensbeweis genügt es nicht, wenn der Beschuldigte 
nachweist, dass er die Tatsache, auf die er seinen Verdacht gestützt hat, für wahr 
halten durfte. Er muss darüber hinaus dartun, dass er gestützt auf diese Tatsa-
chen den Antragsteller in guten Treuen und aus ernsthaften Gründen des ehren-
rührigen Verhaltens verdächtig halten durfte (vgl. Riklin, a.a.O., N. 10 ff. zu Art. 
173 StGB; PKG 1985 Nr. 34). Gemäss Art. 173 Ziffer 3 StGB wird der Beschuldig-
te von diesen so genannten Entlastungsbeweisen ausgeschlossen, wenn kumula-
tiv einerseits eine Wahrung öffentlicher Interessen oder sonst wie eine begründete 
Veranlassung für die Äusserung fehlte und andererseits der Täter in der überwie-
genden Absicht, jemandem Übles vorzuwerfen, gehandelt hat, insbesondere, 
wenn sich die Äusserungen auf das Privat- oder Familienleben beziehen (vgl. Art. 
173 Ziffer 3 StGB). Von einem Handeln aus begründeter Veranlassung kann aber 
nicht schon dann die Rede sein, wenn eine solche objektiv bestand. In der be-
gründeten Veranlassung muss auch der Beweggrund für die Äusserungen gele-
gen haben (BGE 82 IV 91; BGE 89 IV 190). Die beiden Voraussetzungen (fehlen-
des öffentliches Interesse/fehlende begründete Veranlassung einerseits und be-
stehende Absicht, Übles vorzuwerfen, andererseits) müssen kumulativ erfüllt sein 
(Riklin, a.a.O., N 23 zu Art. 173). Aufgrund der gesetzlichen Regelung in Art. 173 
Ziff. 3 StGB tritt der Fall, dass jemand nicht zum Entlastungsbeweis zugelassen 
werden kann, selten ein, was bedeutet, dass die Zulassung die Regel bildet (vgl. 
BGE 132 IV 116; Trechsel et al., a.a.O., N 21 zu Art. 173 StGB; PKG 2006 Nr. 21).

c) Wie die Vorinstanz zu Recht festgestellt hat, hat der Berufungskläger nie 
einen Entlastungsbeweis beantragt. Sein diesbezügliches Vorbringen, dass ein 
Antrag um Zulassung zum Wahrheitsbeweis als Schuldeingeständnis zu qualifizie-
ren gewesen wäre, ist als reine Schutzbehauptung zu qualifizieren. Vielmehr ist es 
gerade Sinn und Zweck des Entlastungsbeweises im Sinne von Art. 173 Ziffer 2 

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StGB, zu beweisen, dass die von ihm vorgebrachte oder weiterverbreitete Äusse-
rung der Wahrheit entspreche (Wahrheitsbeweis), oder dass er ernsthafte Gründe 
hatte, sie in guten Treuen für wahr zu halten (Gutglaubensbeweis) und somit die 
Straflosigkeit herbeizuführen. Im Übrigen ist - den vorinstanzlichen Erwägungen 
entsprechend - weder ersichtlich, dass A. seine Äusserungen in guten Treuen für 
wahr halten durfte, noch dass die weiterverbreiteten Aussagen der Wahrheit ent-
sprechen. In diesem Zusammenhang ist ausserdem darauf hinzuweisen, dass der 
Wahrheitsbeweis bezüglich eines behaupteten Deliktes oder eines diesbezüglich 
geäusserten Verdachtes grundsätzlich durch die entsprechende Verurteilung zu 
erbringen ist. Gegen B. sind jedoch nie Strafverfahren geführt worden. Dieser Um-
stand war A. zweifelsohne bekannt. Die Berufung ist demnach auch in diesem 
Punkt abzuweisen.

7.a) Der Bezirksgerichtsauschuss Landquart verurteilte A. zu einer (unbeding-
ten) Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je Fr. 110.00. Da der Berufungskläger das 
vorliegend eingeklagte Delikt vor der Verurteilung wegen übler Nachrede durch 
den Bezirksgerichtsausschusse Landquart vom 12. August 2008 (recte: 2009) - 
welche mit Urteil vom 22. April 2010 vom Schweizerischen Bundesgericht 
bestätigt wurde - beging, wurde die Strafe als Zusatzstrafe zum genannten Urteil 
ausgesprochen. Der Verteidiger des Berufungsklägers beantragt in der Beru-
fungsschrift vom 30. Juli 2010, eventualiter sei der Angeklagte mit einer bedingten 
Geldstrafe von zehn Tagessätzen à Fr. 110.00 zu bestrafen; subeventualiter sei 
der bedingte Strafvollzug zu gewähren. Bei der Überprüfung der Strafzumessung 
ist zu beachten, dass die I. Strafkammer des Kantonsgerichts ihr Ermessen zwar 
an die Stelle desjenigen der Vorinstanz setzt und die Regeln über die Strafzumes-
sung selbständig anwendet. Jedoch steht der Vorinstanz bei der Gewichtung der 
einzelnen Strafzumessungsfaktoren innerhalb des jeweiligen Strafrahmens ein 
erheblicher Ermessensspielraum zu. In diesen greift die I. Strafkammer des Kan-
tonsgerichts nur mit grosser Zurückhaltung ein. In Ergänzung zu den nachfolgen-
den Ausführungen sei deshalb auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz 
verwiesen.

b) Gemäss Art. 47 Abs. 1 StGB misst das Gericht die Strafe nach dem Ver-
schulden des Täters zu und berücksichtigt dabei das Vorleben und die persönli-
chen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters. Das 
Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betrof-
fenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und 
Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit der Täter nach den inneren 
und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder Verletzung zu 

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vermeiden (Art. 47 Abs. 2 StGB). Je leichter es für ihn gewesen wäre, die von ihm 
übertretene Norm zu respektieren, desto schwerer wiegt die Entscheidung gegen 
sie und damit seine Schuld (vgl. Trechsel et al., a.a.O., N 21 zu Art. 47 StGB; Wi-
prächtiger, Basler Kommentar, Strafrecht I, 2. Aufl., Basel 2007, N 65 zu Art. 47 
StGB). Daraus geht hervor, dass sich die Strafe grundsätzlich auf die Schuld be-
zieht. Wie nach altem soll auch nach geltendem Recht das Verschulden die Strafe 
begründen und nach oben begrenzen, wobei Verschulden im Sinne dieser Be-
stimmung das Mass der Vorwerfbarkeit des Rechtsbruchs ist (vgl. Wiprächtiger, 
a.a.O., N 10 ff. zu Art. 47 StGB). Folglich ist die Strafzumessung innerhalb des 
zulässigen Strafrahmens und unter Berücksichtigung allfälliger Strafminderungs- 
und Strafmilderungsgründe sowie Straferhöhungs- und Strafschärfungsgründe im 
Wesentlichen eine Frage des Ermessens, bei dessen Überprüfung sich das ange-
rufene Gericht als Rechtsmittelinstanz Zurückhaltung aufzuerlegen hat und nicht 
ohne Not in das Ermessen der Vorinstanz eingreift.

c) Die üble Nachrede im Sinne von Art. 173 StGB wird auf Antrag mit einer 
Geldstrafe von bis zu 180 Tagessätzen bestraft. Gemäss Art. 34 Abs. 1 StGB be-
stimmt das Gericht die Zahl der Tagessätze nach dem Verschulden des Täters. 
Ein Tagessatz beträgt höchstens Fr. 3'000.00. Das Gericht bestimmt die Höhe des 
Tagessatzes nach den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters 
im Zeitpunkt des Urteils, namentlich nach Einkommen und Vermögen, Lebens-
aufwand, allfälligen Familien- und Unterstützungspflichten sowie nach dem Exis-
tenzminimum (vgl. Art. 34 Abs. 2 StGB). Dem Gericht verbleibt dabei ein erhebli-
cher Ermessensspielraum. In Bezug auf die Bemessung der Anzahl Tagessätze 
kann vollumfänglich auf die korrekten Ausführungen im vorinstanzlichen Urteil 
verwiesen werden. Die Vorinstanz hat die Strafzumessung nach pflichtgemässem 
Ermessen vorgenommen. Insbesondere erweist sich das Verschulden von A. als 
erheblich. Die von A. gegen B. erhobenen Vorwürfe wiegen nicht zuletzt in Anbe-
tracht dessen schwer, als kein einziger aktenkundig ausgewiesen ist. Im Übrigen 
muss auch dem Berufungskläger aufgrund der ergangenen gerichtlichen Urteile im 
Zusammenhang mit der nachbarrechtlichen Streitigkeit am H. in G. ohne Weiteres 
klar sein, dass B. stets in rechtlich korrekter Art und Weise handelte. Dabei ist ins-
besondere zu bemerken, dass einige der genannten Urteile letztinstanzlich gar 
vom Schweizerischen Bundesgericht bestätigt wurden. Die Vorinstanz hat im Üb-
rigen zutreffend erwogen, dass sich der getrübte Leumund und die mehrheitlich 
einschlägigen Vorstrafen straferhöhend auswirken würden. Strafmilderungs- und 
Strafminderungsgründe seien zudem keine ersichtlich. Die Anzahl der Tagessätze 
erweist sich somit als durchaus angemessen. Die Tagessatzhöhe wird vom Beru-

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fungskläger nicht bestritten, weshalb darauf nicht näher eingegangen werden 
muss.

d) Der Berufungskläger beantragt im Weiteren, es sei ihm der bedingte Straf-
vollzug zu gewähren. Eine Geldstrafe ist in der Regel aufzuschieben, wenn vom 
Fehlen einer ungünstigen Prognose ausgegangen werden kann (vgl. Art. 42 Abs. 
1 StGB). Im vorliegenden Fall sind die Voraussetzungen für einen bedingten 
Strafvollzug jedoch klar nicht erfüllt. Insbesondere wurde der Berufungskläger be-
reits wiederholt wegen Ehrverletzungsdelikten verurteilt, wobei er letztmals mit 
Urteil vom 12. August 2009 vom Bezirksgerichtsausschuss Landquart wegen übler 
Nachrede zu einer unbedingten Geldstrafe verurteilt worden ist. Der Berufungs-
kläger zeigt auch in diesem Fall, dass er aus den bisherigen Verurteilungen nichts 
gelernt hat und in ähnlicher Art und Weise straffällig geworden ist. Der Einwand 
des Berufungsklägers, er sei noch nie wegen Amtsehrverletzung verurteilt worden 
und die bisherigen Entscheide betreffend Ehrverletzung hätten sich auf die Ver-
wendung der Begriffe „kriminell“ und „Mehrfach-Straftäter“ bezogen, ist dabei, wie 
bereits in Erwägung 5d.) ausgeführt, nicht hilfreich. A. verhält sich im Übrigen äus-
serst uneinsichtig; dies ergibt sich nicht zuletzt aufgrund der Zustellung des mehr 
als 100 Seiten umfassenden Dossiers betreffend die nachbarrechtliche Streitigkeit 
am H. in G. an die Staatsanwaltschaft Graubünden, woraus ersichtlich wird, dass 
der Berufungskläger die ergangenen rechtskräftigen Urteile nur schwer zu akzep-
tieren vermag und aufgrund des Vorgefallenen nichts aus diesen Urteilen gelernt 
zu haben scheint. Die Berufung ist daher auch in diesem Punkt abzuweisen und 
das vorinstanzliche Urteil zu bestätigen.

8.a) Gemäss Art. 49 Abs. 1 des Schweizerischen Obligationenrecht (OR; SR 
220) hat, wer in seiner Persönlichkeit widerrechtlich verletzt wird, Anspruch auf 
Leistung einer Geldsumme als Genugtuung, sofern die Schwere der Verletzung es 
rechtfertigt und sie nicht anders wiedergutgemacht worden ist. Art. 49 OR setzt 
somit eine widerrechtliche Verletzung von Persönlichkeitsrechten voraus. Diese 
Verletzung muss nicht von "besonderer Schwere" sein, leichte Persönlichkeitsver-
letzungen hingegen rechtfertigen noch keinen Genugtuungsanspruch (vgl. PKG 
1987 Nr. 31). Art. 49 OR hat subsidiären Charakter. So kann eine Genugtuungs-
summe herabgesetzt werden oder ist gar hinfällig, wenn der Geschädigte sich be-
reits erfolgreich zur Wehr setzten konnte oder sich die verletzende Person nach 
einer Ehrverletzung in aller Form entschuldigt hat (Honsell/Vogt/Wiegand, Kom-
mentar zum Schweizerischen Privatrecht, Obligationenrecht I, 4. Aufl., Basel 2007, 
N 3 zu Art. 49 OR). Bei der Bemessung der Genugtuungsleistung kommt es vor 
allem auf die Art und Schwere der Verletzung, die Intensität und die Dauer der 

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Auswirkungen auf die Persönlichkeit des Betroffenen sowie auf den Grad des Ver-
schuldens an, das den Schädiger am Schadenereignis trifft (Hon-
sell/Vogt/Wiegand, a.a.O., N 21 zu Art. 47 OR).

b) Im vorliegenden Fall hat der Berufungskläger – wie bereits unter Ziffer 5 
ausgeführt – aufgrund der Ausführungen im Flugblatt zweifelsohne den Ruf von 
B., ein ehrbarer Mensch zu sein, geschädigt. Diese Ehrverletzung kann nicht mehr 
als leicht qualifiziert werden. Die Persönlichkeitsverletzung ist zudem durch keiner-
lei Rechtfertigungsgründe gedeckt, weshalb auch die Widerrechtlichkeit der Tat 
bejaht werden muss. Schliesslich steht ausser Zweifel, dass die Persönlichkeits-
verletzung adäquat kausal auf die von A. verursachte Ehrverletzung zurückzu-
führen ist, weshalb sich vorliegend dem vorinstanzlichen Urteil entsprechend die 
Zusprechung einer Genugtuung rechtfertigt. Die Höhe einer Genugtuungssumme 
von Fr. 500.-- erscheint dem Kantonsgericht von Graubünden entsprechend der 
Schwere der Persönlichkeitsverletzung von B. und dem Verschulden von A. als 
angemessen. Die Berufung ist folglich auch in diesem Punkt abzuweisen.

9. Wie bereits dargelegt gelangen für das Amtsehrverletzungsverfahren unter 
Vorbehalt der in den Ziffern 1-5 von Art. 169 StPO erwähnten Besonderheiten die 
Vorschriften über das ordentliche Verfahren zur Anwendung. Dementsprechend 
sind für den Kostenspruch ausschliesslich die für das ordentliche Verfahren gel-
tenden Bestimmungen der Art. 156 ff. StPO massgebend (vgl. PKG 1994 Nr. 33; 
Padrutt, a.a.O., S. 433). Gemäss Art. 160 Abs. 1 StPO trägt derjenige die Kosten 
des Rechtsmittelverfahrens, welcher ohne Erfolg ein Rechtsmittel eingelegt hat. 
Die Rechtsmittelinstanz kann dem Obsiegenden zudem eine aussergerichtliche 
Entschädigung zulasten des Unterliegenden zusprechen (Art. 160 Abs. 4 StPO). 
Im Übrigen hat der Berufungsbeklagte nicht nur aufgrund seiner Stellung als 
Strafantragssteller, sondern auch als Adhäsionskläger Anspruch auf eine Partei-
entschädigung. Da Gegenstand der Adhäsionsklage eine zivilrechtliche Forderung 
ist (Art. 130 StPO), sind bezüglich der ausseramtlichen Entschädigungsfolge die 
Bestimmungen der Zivilprozessordnung analog anwendbar (Domenig, Die Adhä-
sionsklage im Bündner Strafprozess, Diss. Zürich 1990, S. 128), wobei gemäss 
Art. 122 Abs. 2 der Zivilprozessordnung des Kantons Graubünden (ZPO; BR 
320.000) die unterliegende Partei in der Regel verpflichtet wird, der obsiegenden 
alle ihr durch den Rechtsstreit verursachten, notwendigen Kosten zu ersetzen. Da 
der Berufungskläger von der Vorinstanz der üblen Nachrede im Sinne von Art. 173 
Ziff. 1 Abs. 1 StGB schuldig gesprochen wurde und auch mit der beim Kantonsge-
richt von Graubünden eingelegten Berufung nicht durchgedrungen ist, sind die 
Kosten des Berufungsverfahrens in Höhe von Fr. 2’000.-- dem Berufungskläger zu 

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überbinden, welcher den Berufungsbeklagten zudem mit Fr. 800.-- (inkl. MwSt.) 
angemessen zu entschädigen hat.

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III. Demnach wird erkannt

1. Die Berufung wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 2'000.-- gehen zu Lasten des 
Berufungsklägers, welche den Adhäsionskläger für das Berufungsverfahren 
mit Fr. 800.-- (inkl. MwSt.) zu entschädigen hat.

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 des Bundesgerichtsgeset-
zes (BGG) Beschwerde in Strafsachen an das Schweizerische Bundesge-
richt, 1000 Lausanne 14, geführt werden. Die Beschwerde ist dem Bundes-
gericht schriftlich, innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausferti-
gung der Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen 
Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die 
weiteren Voraussetzungen und das Verfahren der Beschwerde gelten die 
Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. BGG.

4. Mitteilung an: