# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 491e631e-3aea-5f8b-8501-79a0a7133d95
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-01-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.01.2023 F-5958/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-5958-2022_2023-01-25.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-5958/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 5 .  J a n u a r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Richter Gregor Chatton (Vorsitz), 

Richter Yannick Antoniazza-Hafner,  

Richterin Regula Schenker Senn,    

Gerichtsschreiberin Corina Fuhrer. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, 

Beschwerdeführer, 

vertreten durch Mahmud Ibrahimi, Pro Integra,   
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.   
 

 
 

Gegenstand 
 Einreiseverbot (Wiedererwägung). 

 

 

 

F-5958/2022 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer, ein (…) geborener Staatsangehöriger Nordmaze-

doniens, gelangte im Juni 2001 im Rahmen des Familiennachzugs zu sei-

nen Eltern in die Schweiz, wo er eine Niederlassungsbewilligung erhielt. 

Mit Verfügung vom 7. Januar 2013 stellte das Migrationsamt des Kantons 

B._______ fest, dass die Niederlassungsbewilligung erloschen sei, da der 

Beschwerdeführer bereits kurz nach Erteilung der Niederlassungsbewilli-

gung in sein Heimatland zurückgekehrt war. 

B.  

Mit Urteil des Bezirksgerichts C._______ vom 26. Februar 2015 wurde der 

Beschwerdeführer wegen mehrfacher qualifizierter Widerhandlung gegen 

das Betäubungsmittelgesetz zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren verur-

teilt (wovon im Urteilszeitpunkt 972 Tage durch Haft erstanden waren). Am 

2. April 2015 wurde er nach Nordmazedonien zurückgeführt.  

C.  

Mit Verfügung vom 31. März 2015 verhängte die Vorinstanz gegen den Be-

schwerdeführer ein zehnjähriges Einreiseverbot, gültig ab dem 2. April 

2015 bis zum 1. April 2025, und ordnete die Ausschreibung der Mass-

nahme im Schengener Informationssystem (SIS II) an. Diese Verfügung ist 

unangefochten in Rechtskraft erwachsen.  

D.  

Am 2. November 2021 ersuchte der Beschwerdeführer die Vorinstanz ein 

erstes Mal um vorzeitige Aufhebung des Einreiseverbots beziehungsweise 

Rücknahme der Ausschreibung zur Einreiseverweigerung im SIS II.  

Die Vorinstanz informierte den Beschwerdeführer mit Schreiben vom 

24. November 2021, dass sie die Voraussetzungen für eine vorzeitige Auf-

hebung der Fernhaltemassnahme und deren Löschung im SIS II als nicht 

erfüllt betrachte und verzichtete auf den Erlass eines formellen Entscheids.  

E.  

Am 25. November 2022 gelangte der Beschwerdeführer erneut an die 

Vorinstanz, diesmal vertreten durch den rubrizierten Rechtsvertreter, und 

stellte ein förmliches Gesuch um vorzeitige Aufhebung des Einreisever-

bots.  

F-5958/2022 

Seite 3 

F.  

Mit Verfügung vom 13. Dezember 2022 – eröffnet am 16. Dezember 

2022 – lehnte die Vorinstanz das Wiedererwägungsgesuch des Beschwer-

deführers ab. 

G.  

Gegen die vorgenannte Verfügung vom 13. Dezember 2022 erhob der Be-

schwerdeführer am 23. Dezember 2022 Beschwerde beim Bundesverwal-

tungsgericht. Er beantragte deren Aufhebung und die vorzeitige Aufhebung 

des Einreiseverbots vom 31. März 2015, eventualiter die Löschung der 

Ausschreibung zur Einreiseverweigerung im SIS II per 31. März 2023.  

H.  

Auf den übrigen Akteninhalt wird, soweit erheblich, in den Erwägungen ein-

gegangen.  

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Verfügungen der Vorinstanz, die ein Gesuch um Wiedererwägung ei-

nes Einreiseverbots im Sinne von Art. 67 AIG (SR 142.20) zum Gegen-

stand haben, unterliegen der Beschwerde an das Bundesverwaltungsge-

richt (Art. 112 Abs. 1 AIG i.V.m. Art. 31 ff. VGG). 

1.2 Das Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet 

sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 

VGG).  

1.3 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Erhebung der 

Beschwerde legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die im Übrigen frist- und 

formgerecht eingereichte Beschwerde ist grundsätzlich einzutreten (Art. 50 

und Art. 52 VwVG). 

1.4 In der vorliegenden Angelegenheit entscheidet das Bundesverwal-

tungsgericht endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG).  

2.  

Die Beschwerde erweist sich, wie nachfolgend zu zeigen sein wird, als of-

fensichtlich unbegründet, weshalb auf die Durchführung eines Schriften-

wechsels verzichtet wurde (Art. 57 Abs. 1 VwVG).  

F-5958/2022 

Seite 4 

3.  

Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 

von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-

messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-

lichen Sachverhaltes und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49 

VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet das Bundesrecht von Am-

tes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der 

Begehren nicht gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als 

den geltend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. Massgebend 

ist grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. 

BVGE 2014/1 E. 2 m.H.).  

4.  

Die Vorinstanz ist auf das Wiedererwägungsgesuch des Beschwerdefüh-

rers vom 25. November 2022, mit dem er sich auf eine nachträglich verän-

derte Sachlage berufen hat, eingetreten, hat dieses materiell geprüft und 

einen neuen Sachentscheid gefällt. Das Bundesverwaltungsgericht kann 

daher mit voller Kognition prüfen, ob sich das gegen den Beschwerdefüh-

rer bestehende Einreiseverbot samt Ausschreibung zur Einreiseverweige-

rung SIS II zum heutigen Zeitpunkt noch als bundesrechtskonform erweist. 

Die Frage, ob die ursprüngliche, unangefochten in Rechtskraft erwachsene 

Verfügung zu Recht erlassen wurde, kann demgegenüber grundsätzlich 

nicht mehr Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bilden (BVGE 

2008/24 E. 2.2; Urteil des BVGer F-4634/2020 vom 10. Mai 2021 E. 4). 

5.  

5.1 Das SEM kann Einreiseverbote gegenüber Ausländerinnen und Aus-

ländern verfügen, die gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der 

Schweiz oder im Ausland verstossen haben oder diese gefährden (Art. 67 

Abs. 2 Bst. a AIG in der hier anwendbaren, bis am 21. November 2022 gül-

tig gewesenen Fassung vom 18. Juni 2010 [AS 2010 5925]). Das Einreise-

verbot wird für eine Dauer von höchstens fünf Jahren verfügt (Art. 67 Abs. 3 

erster Satz AIG). Es kann für eine längere Dauer angeordnet werden, wenn 

die betroffene Person eine schwerwiegende Gefahr für die öffentliche Si-

cherheit und Ordnung darstellt (Art. 67 Abs. 3 zweiter Satz AIG). Aus hu-

manitären oder anderen wichtigen Gründen kann von der Verhängung ei-

nes Einreiseverbots abgesehen oder ein Einreiseverbot vollständig oder 

vorübergehend aufgehoben werden (Art. 67 Abs. 5 AIG). Mit dieser Bestim-

mung existiert eine spezialgesetzliche Grundlage für die Wiedererwägung 

eines Einreiseverbots (BVGE 2021 VII/2 E. 3.2; vgl. auch Urteil des BGer 

2C_487/2012 vom 2. April 2013 E. 4.2). 

F-5958/2022 

Seite 5 

5.2 Wird gegen eine Person, die – wie vorliegend – nicht die Staatsange-

hörigkeit eines Mitgliedstaats der Europäischen Union oder der Europäi-

schen Freihandelsassoziation besitzt, ein Einreiseverbot verhängt, so wird 

sie nach Massgabe der Bedeutung des Falles im Schengener Informati-

onssystem (SIS) zur Einreiseverweigerung ausgeschrieben (vgl. Art. 21 

und Art. 24 der Verordnung [EG] Nr. 1987/2006 vom 20. Dezember 2006 

über die Einrichtung, den Betrieb und die Nutzung des Schengener Infor-

mationssystems der zweiten Generation [SIS II], ABl. L 381/4 vom 

28.12.2006 [nachfolgend: SIS II-VO]). 

6.  

Der Beschwerdeführer begründet sein Begehren um vorzeitige Aufhebung 

des gegen ihn verhängten Einreiseverbots damit, dass er sich seit dessen 

Erlass wohlverhalten habe. In seinem Heimatland habe er beruflich Fuss 

gefasst, eine Einzelfirma sowie einen Gastgewerbebetrieb gegründet und 

lebe dort mit seiner Familie in guten wirtschaftlichen Verhältnissen. Folglich 

gehe von ihm keine Gefahr für die öffentliche Ordnung und Sicherheit mehr 

aus.  

6.1 Die Rechtsauffassung des Beschwerdeführers trifft nicht zu: Das Bun-

desverwaltungsgericht hat in BVGE 2021 VII/2 entschieden, dass aus-

serhalb des Geltungsbereichs des Freizügigkeitsabkommens klagloses 

Verhalten keinen Wiedererwägungsgrund darstelle. Es erwog, dass der 

Betroffene während der vollen Dauer der Massnahme seine Fähigkeit und 

seine Bereitschaft unter Beweis zu stellen habe, sich an die Rechtsordnung 

zu halten. Gelinge ihm dieser Nachweis nicht, setze er einen neuen Fern-

haltegrund und riskiere eine Verlängerung der Massnahme. Verhalte er 

sich dagegen klaglos, was vorausgesetzt werde, laufe die Massnahme mit 

der ursprünglich angesetzten Frist aus. Entsprechend könne klagloses 

Verhalten während der Dauer der Fernhaltemassnahme nicht Anlass für 

eine Neubeurteilung des öffentlichen Interesses bilden (BVGE 2021 VII/2 

E. 4).  

6.2 Daraus ergibt sich, dass für eine vorzeitige Aufhebung des Einreisever-

bots keine hinreichende Veranlassung besteht.  

7.  

7.1 Nicht anders verhält es sich hinsichtlich der durch den Beschwerdefüh-

rer eventualiter beantragten vorzeitigen Löschung der Ausschreibung zur 

Einreise- und Aufenthaltsverweigerung im SIS II per 31. März 2023. Soweit 

F-5958/2022 

Seite 6 

sich der Beschwerdeführer auch in diesem Zusammenhang auf sein Wohl-

verhalten in den vergangenen Jahren beruft, ist auf voranstehende Ausfüh-

rungen (E. 6) zu verweisen. Die darüber hinaus geltend gemachten 

Gründe (verwehrte Ferien- und Geschäftsreisen innerhalb Europas, insbe-

sondere nach Italien und Griechenland zum Wareneinkauf für den Betrieb 

seines Restaurants in Nordmazedonien) schaffen keine neue Ausgangs-

lage, welche Anlass für eine Rücknahme der Ausschreibung des Be-

schwerdeführers im SIS II zur Einreise- und Aufenthaltsverweigerung ge-

ben würde. Die Voraussetzungen für eine Ausschreibung im SIS sind nach 

wie vor erfüllt. Konstellationen, in denen wiedererwägungsweise geltend 

gemachte Tatsachen und Umstände zwar die Aufhebung eines nationalen 

Einreiseverbots nicht rechtfertigen würden, die Löschung der Ausschrei-

bung im SIS hingegen schon, sind überdies grundsätzlich nur in seltenen 

Ausnahmefällen denkbar (vgl. Urteile des BVGer F-4444/2021 vom 4. Ok-

tober 2022 E. 4.3; F-6955/2015 vom 25. Juli 2016 E. 4.3; vgl. auch BGE 

146 IV 172 E. 3.2.1 m.H.; BVGE 2019 VII/2 E. 4). 

7.2 Der Vollständigkeit halber ist der Beschwerdeführer darauf hinzuwei-

sen, dass die Ausschreibung eines Einreiseverbots im SIS II die Schengen-

Mitgliedstaaten nicht daran hindert, der betroffenen Person aus humanitä-

ren Gründen oder Gründen des nationalen Interesses oder aufgrund inter-

nationaler Verpflichtungen die Einreise in das eigene Hoheitsgebiet zu ge-

statten (vgl. Art. 14 Abs. 1 i.V.m. Art. 6 Abs. 5 Bst. c der Verordnung [EG] 

Nr. 2016/399 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 9. März 

2016 über einen Unionskodex für das Überschreiten der Grenzen durch 

Personen [Kodifizierter Text] [Schengener Grenzkodex, SGK, ABl. L 77/1 

vom 23. März 2016]) beziehungsweise ihr ein Schengen-Visum mit räum-

lich beschränkter Gültigkeit auszustellen (vgl. Art. 25 Abs. 1 Bst. a [ii] der 

Verordnung [EG] Nr. 810/2009 des Europäischen Parlaments und des Ra-

tes vom 13. Juli 2009 über einen Visakodex der Gemeinschaft [Visakodex, 

ABl. L 243/1 vom 15.09.2009]).  

8.  

Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene 

Verfügung im Licht von Art. 49 VwVG per se nicht zu beanstanden ist, 

wenngleich im Hinblick auf den Grundsatzentscheid BVGE 2021 VII/2 frag-

lich erscheint, dass die Vorinstanz in ihrer Verfügung materiell auf das Ge-

such eingetreten ist. Die Beschwerde ist demzufolge abzuweisen. Eine Ko-

pie der Beschwerde vom 23. Dezember 2022 wird der Vorinstanz gleich-

zeitig mit der Zustellung des vorliegenden Urteils zur Kenntnis gebracht. 

F-5958/2022 

Seite 7 

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Verfahrenskosten dem Be-

schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 ff. des Reg-

lements vom 21. Februar 2008 über Kosten und Entschädigungen vor dem 

Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

(Dispositiv nächste Seite)  

F-5958/2022 

Seite 8 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen.  

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 800.– werden dem Beschwerdeführer 

auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen nach Versand des vorliegenden 

Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer und die Vorinstanz. 

 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Gregor Chatton Corina Fuhrer 

 

 

 

Versand: