# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e77edef6-3d74-5a69-8728-b9f46fea069a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-03-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.03.2025 E-1025/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1025-2025_2025-03-18.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-1025/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 8 .  M ä r z  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richter Markus König (Vorsitz), 

Richter Simon Thurnheer,  

Richterin Esther Marti,    

Gerichtsschreiberin Karin Parpan. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Türkei,  

(…),   

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Rechtsverzögerung (Asylverfahren N […]). 

 

 

 

E-1025/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer stellte am 6. Februar 2023 in der Schweiz ein Asyl-

gesuch. Er reichte in der Folge neben Identitätspapieren mehrere Doku-

mente aus türkischen Ermittlungs- und Strafverfahren, die gegen ihn ge-

führt worden seien, zu den Akten. 

B.  

Mit einer Laieneingabe an das SEM vom 27. Februar 2023 verwies der Be-

schwerdeführer auf die angeblich schwierigen Lebensumstände seiner 

Ehefrau und seines (…) Kindes, die in der Türkei hätten zurückbleiben 

müssen. Er ersuchte sinngemäss um rasche Behandlung seines Asylge-

suchs und um die Ermöglichung einer baldigen Vereinigung seiner Familie 

in der Schweiz.  

C.  

Das SEM hörte den Beschwerdeführer am 26. April 2023 zu seinen Asyl-

gründen an. Er führte dabei aus, er sei in der Türkei als (…) tätig gewesen, 

bis er wegen seiner Verbindungen zur Bewegung des Predigers Fetul-

lah Gülen suspendiert und in ein Strafverfahren verwickelt worden sei. Die-

ses habe schliesslich im (…) 2022 mit einer rechtskräftigen Verurteilung zu 

einer Freiheitsstrafe von (…) Jahren und (…) Monaten geendet. 

D.  

Das SEM stellte mit Zwischenverfügung vom 28. April 2023 fest, das Asyl-

gesuch des Beschwerdeführers bedürfe weiterer Abklärungen ("nament-

lich in Bezug auf die eingereichten Dokumente") und werde deshalb im 

sogenannten erweiterten Verfahren behandelt. Zudem wurde er dem Auf-

enthaltskanton B._______ zugewiesen. 

E.  

Am 1. Mai 2023 informierte die zugewiesene Rechtsvertretung das SEM 

über die Beendigung ihres Vertretungsmandats infolge der Zuweisung in 

das erweiterte Asylverfahren.  

F.  

F.a Mit Eingabe vom 20. Juni 2023 reichte der neue Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers seine Vollmacht und mehrere Beweismittel (darunter 

den Entscheid eines türkischen Verwaltungsgerichts "vom […] 2012 [recte: 

{…} 2022] betreffend die Entlassung der Ehefrau […] wegen ihrer Bezie-

hung zur [Gülen-Bewegung]") zu den Akten. Er ersuchte das SEM um 

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Seite 3 

schriftliche Auskunft über den Verfahrensstand und um Informationen be-

züglich der angekündigten weiteren Abklärungen. 

F.b Das SEM beantwortete die Anfrage am 18. August 2023 und hielt fest, 

infolge der sehr hohen Geschäftslast sei das Verfahren des Beschwerde-

führers noch hängig. Über das Asylgesuch werde baldmöglichst gemäss 

interner Prioritätenordnung entscheiden. 

G.  

G.a Mit weiteren Eingaben vom 16. Januar, 11. März, 16. Oktober und 

27. November 2024 ersuchten der Beschwerdeführer und sein Rechtsver-

treter das SEM unter Hinweis auf die angebliche psychische Belastung des 

Beschwerdeführers und seiner Angehörigen um Beschleunigung des Ver-

fahrens.  

G.b Das SEM beantwortete diese Ersuchen mit Schreiben vom 13. Feb-

ruar, 30. Oktober und 3. Dezember 2024, wobei auf die hohe Penden-

zenlast sowie die amtsinterne Prioritätenordnung hingewiesen und um Ge-

duld gebeten wurde. 

G.c In einem Schreiben vom 27. Januar 2025 beantwortete das SEM eine 

Verfahrensanfrage vom "27.11.2024" (die in den digitalen Akten nicht auf-

findbar ist) und hielt darin fest, es behalte sich vor "künftige ähnlich lau-

tende Anfragen nicht mehr zu beantworten". 

H.  

Der Beschwerdeführer reichte am 17. Februar 2025 mit einer Laien- 

eingabe an das Bundesverwaltungsgericht eine Rechtsverzögerungs- 

beschwerde ein. Darin beantragte er sinngemäss, es sei festzustellen, 

dass das Asylverfahren vor dem SEM zu lange dauere und die Vorinstanz 

sei anzuweisen, das Verfahren innerhalb eines Monats abzuschliessen. In 

prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege und um Befreiung von der Kostenvorschusspflicht.  

Mit der Beschwerde wurden neben einer Fürsorgebestätigung vom Sep-

tember 2024 unter anderem mehrere Eingaben des Beschwerdeführers an 

das SEM (von denen zwei nicht in den digitalen Akten der Vorinstanz auf-

findbar sind) sowie entsprechende Antwortschreiben eingereicht. Zudem 

waren der Beschwerde ohne ersichtlichen Grund Unterlagen zum Schutz-

ersuchen eines ukrainischen Staatsangehörigen beigelegt (die gemäss An-

gaben im Zentralen Migrationsinformationssystems offenbar das Verfahren 

N […] betreffen). 

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Seite 4 

I.  

Der Instruktionsrichter forderte den Beschwerdeführer mit Zwischenver- 

fügung vom 18. Februar 2025 auf, einen aktualisierten Nachweis seiner 

prozessualen Bedürftigkeit einzureichen und lud das SEM zur Vernehm-

lassung ein. 

J.  

Das SEM reichte am 5. März 2025 seine Vernehmlassung zu den Akten 

und beantragte die Abweisung der Rechtsverzögerungsbeschwerde. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-

lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig 

und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorlie-

gend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]).  

1.2 Gegen das unrechtmässige Verweigern oder Verzögern einer anfecht-

baren Verfügung kann bei der Beschwerdeinstanz, die für die Behandlung 

einer Beschwerde gegen eine ordnungsgemäss ergangene Verfügung zu-

ständig wäre, Beschwerde geführt werden (Art. 46a VwVG). Das Bundes-

verwaltungsgericht ist damit zur Beurteilung der vorliegenden Rechtsver-

zögerungsbeschwerde zuständig.  

1.3  

1.3.1 Rechtsverzögerungsbeschwerden richten sich gegen den Nichter-

lass einer anfechtbaren Verfügung innert der gebotenen Frist. Die Be-

schwerdelegitimation setzt voraus, dass bei der zuständigen Behörde zu-

vor ein Begehren um Erlass einer Verfügung gestellt wurde und Anspruch 

darauf besteht. Ein Anspruch ist anzunehmen, wenn die Behörde verpflich-

tet ist, in Verfügungsform zu handeln und der betroffenen Person (nach 

Art. 6 i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG) Parteistellung zukommt (vgl. BVGE 

2008/15 E. 3.2 m.w.H.).  

1.3.2 Der Beschwerdeführer hat am 6. Februar 2023 ein Asylgesuch ge-

stellt, über welches die Vorinstanz in Form einer anfechtbaren Verfügung 

zu befinden hat. Eine solche ist bis zum heutigen Zeitpunkt nicht ergangen. 

Er ist damit zur Beschwerdeerhebung legitimiert. 

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Seite 5 

1.4  

1.4.1 Gegen das unrechtmässige Verzögern einer Verfügung kann grund-

sätzlich jederzeit Beschwerde geführt werden (Art. 50 Abs. 2 VwVG). Der 

Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung steht aber nicht völlig im Belieben der 

beschwerdeführenden Person, zumal auch hier der Grundsatz von Treu 

und Glauben eine Grenze bildet. Die betroffene Person muss dar-legen, 

dass sie zur Zeit der Beschwerdeerhebung ein schutzwürdiges – mithin 

aktuelles und praktisches – Interesse an der Vornahme der verzögerten 

Amtshandlung respektive der Feststellung einer entsprechenden Rechts-

verzögerung hat (vgl. MOSER ET AL., Prozessieren vor dem Bundesverwal-

tungsgericht, 3. Aufl. 2022, Rz. 5.23). 

1.4.2 Das schutzwürdige Interesse des Beschwerdeführers ergibt sich da-

raus, dass die Vorinstanz bis anhin noch nicht in der Sache entschieden 

hat. Er hat mehrfach beim SEM um einen baldigen Entscheid gebeten und 

sich nach allfälligen Verfahrensschritten erkundigt (wobei diese Anfragen 

inhaltlich unbeantwortet blieben). Der Beschwerdeführer durfte nach Treu 

und Glauben annehmen, dass das SEM in seiner Sache bisher nicht un-

mittelbar tätig geworden ist. 

1.5 Auf die formgerecht eingereichte (vgl. Art. 52 Abs. 1 VwVG) Rechts-

verzögerungsbeschwerde ist einzutreten. 

1.6 Die vorinstanzliche Vernehmlassung ist dem Beschwerdeführer ange-

sichts des Verfahrensausgangs mit dem vorliegenden Urteil zur Kenntnis 

zu bringen (vgl. sinngemäss Art. 30 Abs. 2 Bst. c VwVG). 

2.  

Das Bundesverwaltungsgericht prüft vorliegend einzig, ob die Vorinstanz 

das Rechtsverzögerungsverbot verletzt hat. Im Fall einer Gutheissung der 

Beschwerde weist es die Sache mit verbindlichen Weisungen an die Vor-

instanz zurück (Art. 61 Abs. 1 VwVG). Das Gericht äussert sich nicht dazu, 

wie ein unrechtmässig verzögerter Entscheid inhaltlich hätte ausfallen sol-

len, da es – Spezialkonstellationen vorbehalten – nicht anstelle einer untä-

tig gebliebenen Behörde entscheidet (vgl. BVGE 2008/15 E. 3.1.2 m.w.H.).  

3.  

3.1 Das Verbot der Rechtsverzögerung ergibt sich als Teilgehalt aus der 

allgemeinen Verfahrensgarantie von Art. 29 Abs. 1 BV. Danach hat jede 

Person unter anderem Anspruch auf eine Beurteilung ihrer Sache innert 

angemessener Frist (sog. Beschleunigungsgebot). Diese Verfassungs- 

garantie gilt für alle Sachbereiche und alle Akte der Rechtsanwendung 

(vgl. BGE 130 I 174 E. 2.2 m.w.H.). 

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Seite 6 

3.2  

3.2.1 Von einer Rechtsverzögerung im Sinn des Gesetzes ist praxisge-

mäss auszugehen, wenn behördliches Handeln zwar nicht (wie bei einer 

Rechtsverweigerung) grundsätzlich infrage steht, die Behörde aber nicht 

innert der Frist handelt, die nach der Natur der Sache objektiv noch als 

angemessen erscheint.  

3.2.2 Die Angemessenheit der Dauer eines Verfahrens ist im Einzelfall un-

ter Berücksichtigung der gesamten Umstände zu beurteilen. In Betracht zu 

ziehen sind dabei namentlich die Komplexität der Sache, das Verhalten der 

betroffenen Beteiligten und der Behörden, die Bedeutung des Verfahrens 

für die betroffene Partei sowie einzelfallspezifische Entscheidungsabläufe 

(vgl. zum Ganzen BGE 130 I 312 E. 5.1 f. m.w.H.). Ein Verschulden der 

Behörde an der Verzögerung wird nicht vorausgesetzt, weshalb sie das 

Rechtsverzögerungsverbot auch dann verletzt, wenn sie wegen Personal-

mangels oder Überlastung nicht innert angemessener Frist handelt (vgl. 

BGE 138 II 513 E. 6.4 m.w.H.). Spezialgesetzliche Behandlungsfristen 

sind bei der Beurteilung der Angemessenheit der Verfahrensdauer zu be-

rücksichtigen (vgl. statt vieler BVGer D-7527/2024 vom 20. Dezember 

2024 E. 3.2 m.w.H.). 

4.  

4.1 In der Beschwerde führt der Beschwerdeführer im Wesentlichen aus, 

er sei in der Türkei aus politischen Gründen zu mehreren Jahren Gefängnis 

verurteilt worden. Die türkische Polizei führe im Haus seiner Familie immer 

wieder Razzien durch; seine Ehefrau und das gemeinsame Kind würden 

von den Behörden beschattet, behelligt und belästigt. Die Angehörigen 

würden ihn immer eindringlicher bitten, sie endlich zu sich in die Schweiz 

zu holen. Aus diesem Grund sei es nötig, dass das SEM möglichst rasch 

über sein Asylgesuch befinde. Sein Asylverfahren sei nunmehr unzulässi-

gerweise seit über zwei Jahren hängig. Sämtliche Ersuchen um einen bal-

digen Verfahrensabschluss seien vom SEM ignoriert worden. Dies sei 

umso unverständlicher, als er wiederholt auf die grosse psychische Belas-

tung hingewiesen habe, die sich durch die Verzögerung des Verfahrens für 

seine Frau, sein Kind und ihn selbst ergebe. 

4.2 Das SEM räumte in seiner Vernehmlassung ein, dass das lange War-

ten und die Ungewissheit über den Ausgang eines Asylverfahrens für die 

Betroffenen belastend sein könnten und "aus Sicht des Einzelfalles" eine 

Verfahrensdauer von mehr als zwei Jahren unbefriedigend sei. Vorliegend 

sei jedoch darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer im Verlauf des 

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Seite 7 

Verfahrens eine Vielzahl fremdsprachiger Beweismittel eingereicht habe, 

wobei teilweise deutsche Übersetzungen, die mutmasslich mit Hilfe eines 

Übersetzungsprogramms erstellt worden seien, mitgeliefert worden seien. 

Diese seien teilweise schwer verständlich und würden ein Risiko für Miss-

verständnisse bergen, weshalb der Inhalt dieser Dokumente ebenfalls 

überprüft werden müsse. Viele Beweismittel seien zudem unübersetzt in 

türkischer Sprache beim SEM eingereicht worden, was eine zeitaufwän-

dige Übersetzung und Würdigung der Sachlage bedinge; diese beinhalte 

mit Blick auf den Länderkontext in der Regel auch eine eingehende (for-

melle und inhaltliche) Analyse der eingereichten Behördendokumente. Die 

lange Verfahrensdauer erkläre sich zudem auch mit den historischen 

Höchstwerten an Schutzersuchen, die in den Jahren 2022 und 2023 in der 

Schweiz eingereicht worden seien. Dies habe zu einem erheblichen Rück-

stau bei den zu erledigenden Gesuchen im erweiterten Verfahren und ei-

nem Anstieg der durchschnittlichen Verfahrensdauer geführt. Vor diesem 

Hintergrund lägen durchaus sachliche Gründe für die überdurchschnittlich 

lange Verfahrensdauer vor. Das SEM sei aber bemüht, das lange hängige 

Verfahren des Beschwerdeführers zeitnah abzuschliessen. 

5.  

5.1 Das Asylverfahren des Beschwerdeführers ist erstinstanzlich seit 

25 Monaten hängig. Es wäre nach dem Willen des Gesetzgebers innerhalb 

von zwei Monaten nach Abschluss der (maximal dreiwöchigen) Vorberei-

tungsphase vom SEM abzuschliessen gewesen (Art. 37 Abs. 4 i.V.m. 

Art. 26 Abs. 1 AsylG). Diese gesetzliche Behandlungsfrist ist vor rund zwei 

Jahren abgelaufen.  

5.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat Kenntnis von der Pendenzenbelas-

tung der Vorinstanz. Es ist unter den gegebenen Umständen nachvollzieh- 

und unvermeidbar, dass gewisse Verfahren – insbesondere, wenn sich auf-

wändige Abklärungsmassnahmen aufdrängen – länger dauern können.  

5.3 Das Asylverfahren des Beschwerdeführers scheint eine gewisse Kom-

plexität aufzuweisen. Aus den elektronischen Akten der Vorinstanz geht 

hervor, dass er – in Erfüllung seiner gesetzlichen Mitwirkungspflicht (Art. 8 

Abs. 1 Bst. d AsylG) – mehrere türkische Verfahrensdokumente als Be-

weismittel eingereicht hat. Diese sind teilweise tatsächlich nicht (bezie-

hungsweise nur rudimentär) übersetzt ins Recht gelegt worden. Eine auf 

Art. 8 Abs. 2 AsylG gestützte Aufforderung seitens des SEM, innert Frist 

rechtsgenügliche Übersetzungen nachzureichen, ist allerdings nicht akten-

kundig. 

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Seite 8 

5.4 Die Hinweise des SEM auf den Übersetzungsaufwand und die aufwän-

dige Prüfung der Authentizität der eingereichten türkischen Verfahrensdo-

kumente (vgl Vernehmlassung S. 1 f.) vermögen das Bundesverwaltungs-

gericht nicht zu überzeugen, weil in den vergangenen 22 Monaten seit  

Beginn des erweiterten Asylverfahrens weder Übersetzungen angefertigt 

respektive angefordert noch amtsinterne Aufträge zur Beurteilung der aus-

ländischen Behördendokumente erteilt worden sind. Das Asylverfahren 

stand während dieser Zeit vielmehr faktisch still. 

5.5 Dieser Umstand ist umso weniger verständlich, als der Beschwerde- 

führer wiederholt substanziiert eine grosse psychische Belastung vorge-

bracht hat, die durch das lange Verfahren und die behördlichen Behelligun-

gen seiner Angehörigen verursacht werde. Solche Umstände sind  

gegebenenfalls vom SEM bei der Priorisierung seines Verfahrens in geeig-

neter Weise mitzuberücksichtigen. 

5.6 Vorliegend kann offensichtlich nicht mehr von einer gerechtfertigten 

Verfahrensverzögerung ausgegangen werden. Die Rüge der Rechtsverzö-

gerung erweist sich als begründet. Die Dauer der Behandlung des Asylver-

fahrens des Beschwerdeführers ist unangemessen. Das Beschleunigungs-

gebot von Art. 29 Abs. 1 BV ist verletzt.  

5.7 Die Beschwerde ist gutzuheissen. Das SEM ist anzuweisen, das Asyl-

gesuch des Beschwerdeführers nun zügig abzuschliessen.  

5.8 Die vom Beschwerdeführer beantragte gerichtliche Anweisung an die 

Vorinstanz, das Verfahren innerhalb eines Monats zu beenden, erweist 

sich allerdings als unnötig, nachdem bereits der Gesetzgeber dem SEM in 

Art. 37 Abs. 4 AsylG rasches Handeln vorschreibt. 

6.  

6.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten aufzuerlegen 

(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). 

6.2 Der Beschwerdeführer ist im vorliegenden Verfahren nicht rechtsver-

treten, weshalb ihm keine Parteikosten im Sinn von Art. 64 Abs. 1 VwVG 

erwachsen sein können. Demnach ist keine Parteientschädigung zuzu-

sprechen. 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 9 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird – soweit die Feststellung der Rechtsverzögerung be-

antragt wird – gutgeheissen. 

2.  

Es wird festgestellt, dass das Verfahren vor der Vorinstanz zu lange dauert. 

Das SEM wird angewiesen, das Asylverfahren des Beschwerdeführers be-

förderlich zu behandeln und rasch abzuschliessen.  

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer und an das SEM. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Markus König Karin Parpan 

 

 

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