# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 95e1261a-5516-5c15-b46f-81a13b52358d
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-10-18
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 18.10.2017 UV 2015/36
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2015-36_2017-10-18.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2015/36

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 20.08.2019

Entscheiddatum: 18.10.2017

Entscheid Versicherungsgericht, 18.10.2017
Art. 6 UVG. Beschwerdegegnerin kann nicht mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit nachweisen, dass kein Post-Lyme-Syndrom vorliege, 
womit ein Dahinfallen der Kausalität nicht nachgewiesen ist. 
Voraussetzungen für Einstellung der Versicherungsleistungen nicht erfüllt 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 18. 
Oktober 2017, UV 2015/36).

Entscheid vom 18. Oktober 2017

 

Besetzung                                                                      

Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider (Vorsitz)

und Miriam Lendfers, Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiber Daniel 

Furrer            

Geschäftsnr.                                                                                                                  

UV 2015/36           

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

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vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Thomas Brender, Bahnhof-strasse 61, Postfach 

2392, 8022 Zürich, 

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand                                                                   

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.   

A.a  A.___ war seit 1. Juli 1995 als Plattenleger bei B.___ angestellt und dadurch bei 

der Suva obligatorisch unfallversichert, als er am 1. Juni 2001 einen Zeckenstich erlitt 

(Suva-act. 1). Dr. med. C.___, Facharzt für Allgemeine Medizin FMH, diagnostizierte 

eine frische Borrelioseerkrankung im Generalisierungsstadium (Schreiben vom 1. 

Oktober 2001; Suva-act. 4). Die Suva anerkannte ihre Leistungspflicht und erbrachte 

die gesetzlichen Versicherungsleistungen. Nachdem Dr. C.___ die Behandlung mit 

Schreiben vom 28. November 2001 als abgeschlossen erklärt hatte (Suva-act. 7), 

meldete der Versicherte am 25. März 2002 einen Rückfall (Suva-act. 11). Im Bericht 

vom 24. Juni 2002 stellte Dr. med. D.___, Facharzt für Neurologie, St. Gallen, die 

Diagnose einer Neuroborreliose (Suva-act. 18). Dr. med. E.___, Facharzt für 

Rheumatologie FMH, diagnostizierte eine wahrscheinliche Post-Lyme-Erkrankung mit 

Fibromyalgiesyndrom sowie Status nach vierwöchiger Rocephin-Therapie wegen einer 

Neuroborreliose im Sommer 2002 (Suva-act. 68). Vom 18. Februar bis 11. März 2003 

war der Versicherte in der Klinik F.___ hospitalisiert. Im Austrittsbericht wurde eine 

Neuroborreliose und eine chronische, diffus wechselnde Schmerzsymptomatik 

diagnostiziert (Suva-act. 83). Dr. med. G.___, Facharzt für Innere Medizin FMH, führte 

im Bericht vom 12. November 2003 aus, es bestehe anamnestisch ein Status nach 

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Lyme-Borreliose. Auf Grund der aktuellen Resultate könne keine Erregeraktivität mehr 

festgestellt werden (Suva-act. 93). Im polydisziplinären Gutachten der MEDAS der 

Universitätskliniken Basel vom 21. September 2004 wurde der Verdacht auf ein Post-

Lyme-Disease-Syndrom und ein chronisches generalisiertes Schmerzsyndrom unklarer 

Ätiologie geäussert (Suva-act. 126). In einer weiteren Stellungnahme vom 26. 

September 2005 hielt der rheumatologische Gutachter der MEDAS der 

Universitätskliniken Basel fest, die Diagnose eines Post-Lyme-Disease-Syndroms, das 

ähnlich wie das Fibromyalgiesyndrom umstritten sei, werde annähernd synonym mit 

letzterer Entität verwendet und sei vergleichbar schlecht definiert. Wie vom 

Infektiologen aufgeführt seien derartige Spätmanifestationen einer behandelten 

Borreliose ohne entsprechende Serologie selten, sodass derzeit nicht von einer aktiven 

Borreliose als entschädigungspflichtiger Ursache der Beschwerden ausgegangen 

werden könne. Für das schlecht definierte generalisierte Beschwerdebild wolle er nach 

nochmaliger Durchsicht der Literatur und der vorliegenden Akten seine Beurteilung 

einer überwiegenden Wahrscheinlichkeit revidieren in dem Sinne, dass ihm ein 

Zusammenhang vor dem Hintergrund seiner persönlichen Erfahrung zumindest möglich 

bis wahrscheinlich erscheine (Suva-act. 165). In einer weiteren Stellungnahme vom 7. 

Oktober 2005 führte der fallführende Gutachter aus, er würde seine Einschätzung, dass 

die bestehenden Beschwerden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

borreliosebedingt seien, in dem Sinne revidieren, dass hier nur ein möglicher, nicht 

aber ein wahrscheinlicher Kausalzusammenhang mit der Borreliose bestehe (Suva-act. 

166).

A.b  Mit Verfügung vom 20. März 2006 lehnte die Suva das Erbringen von 

Versicherungsleistungen für die ca. im März 2002 (Rückfall) aufgetretene 

Gesundheitsschädigung ab (Suva-act. 173). Die dagegen erhobene Einsprache vom 

19. April 2006 bzw. 31. Mai 2006 (Suva-act. 176 und 181) wurde mit 

Einspracheentscheid vom 30. März 2007 abgewiesen (Suva-act. 185). Die dagegen 

erhobene Beschwerde vom 10. Mai 2007 wurde vom Versicherungsgericht des 

Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 27. Februar 2008 gutgeheissen. Die Suva wurde 

verpflichtet, dem Versicherten bis am 21. September 2004 weiterhin die gesetzlichen 

Versicherungsleistungen auszurichten. Zur Kausalitätsprüfung ab dem 21. September 

2004 wurde die Sache im Sinne der Erwägungen und zur allfälligen Neuverfügung über 

die Leistungseinstellung an die Vorinstanz zurückgewiesen. Die Frage, ob das 

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Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung zwischen Beschwerden und Zeckenstich mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen werden könne, sei umstritten. Im 

vorliegenden Fall sei durch die Suva noch kein rechtsgenüglicher Fallabschluss 

vorgenommen und die Kausalität nur unter der Annahme eines Rückfalls und nicht 

eines Grundfalls geprüft worden. Dies werde die Suva vorerst im Verwaltungsverfahren 

nachzuholen und sich dafür zur Leistungseinstellung nochmals zu äussern haben (UV 

2007/64; Suva-act. 196).

A.c  Am 30. Mai 2008 führte Dr. G.___ beim Versicherten eine Nachkontrolle durch und 

diagnostizierte im Bericht vom 9. März 2009 ein Post-Lyme-Syndrom bei Status nach 

Neuroborreliose mit fibromyalgieformen Beschwerden, Residuen der ZNS-Beteiligung 

Konzentrations-/Gedächtnisstörungen/Erschöpfbarkeit/etc. und Allgemeinsymptomen 

(Suva -act. 236).

A.d  Ein von der Suva in Auftrag gegebenes Gutachten vom 8. März 2010 der 

Universitätsklinik für Infektiologie des Inselspitals Bern ergab ein chronisches 

Schmerzsyndrom und anamnestisch einen Status nach Borrelieninfektion. Ob 2001 

eine Borreliose vorgelegen habe, könne retrospektiv nicht mit genügender Sicherheit 

beurteilt werden. Die klinischen Symptome seien unspezifisch gewesen und die 

Liquorbefunde hätten keine klaren Hinweise für eine Neuroborreliose ergeben. 

Prinzipiell könnten fibromyalgie-ähnliche Beschwerden im Rahmen eines Post-Lyme-

Syndroms auftreten, allerdings seien die vorliegenden Symptome unspezifisch und 

auch mit einer nicht-infektiösen Ätiologie vereinbar. Zusammenfassend müsse die 

Frage, ob mit überwiegender Wahrscheinlichkeit kein kausaler Zusammenhang mehr 

zu einem früheren oder aktuellen Zeckenstich bestehe, verneint werden. Dieser 

Zusammenhang sei möglich, aber es sei in dieser Situation unmöglich, eine kausale 

Beziehung zwischen Zeckenstich und klinischem Bild zu beweisen (Suva-act. 258).

A.e  In der von der Suva eingeholten neurologischen Beurteilung vom 4. Oktober 2011 

hielt Dr. med. H.___, Facharzt für Neurologie FMH, Facharzt für Psychiatrie und 

Psychotherapie, Versicherungsmedizin Suva, fest, die Frage, ob der Versicherte im 

Jahr 2001 die klinischen Symptome einer Borrelioseerkrankung, welche eine durch 

Zecken übertragene bakterielle Infektionskrankheit darstelle, ausserhalb des 

Nervensystems (sog. „Lyme-disease“) gezeigt habe, könne im Rahmen einer 

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neurologischen Beurteilung nicht beantwortet werden. Unter Berücksichtigung der 

Laborbefunde könne mit Wahrscheinlichkeit angenommen werden, dass der 

Versicherte in den Jahren 2001 und 2002 oder davor Kontakt mit dem Erreger Borrelia 

burgdorferi gehabt habe. Aus rein neurologischer Sicht beurteilt, sei keine ausgeprägte 

oder schwere Erkrankung an einer Borreliose anzunehmen, unter anderem da der 

Versicherte oral frühzeitig mit einem gut gegen die Borrelien-Erreger wirksamen 

Antibiotikum behandelt worden sei und da in den dokumentierten körperlichen 

Untersuchungsbefunden der Jahre 2001 und 2002 keine erheblichen objektivierbaren 

pathologischen Befunde dokumentiert worden seien. Aus neurologischer Sicht könne 

die Frage, ob beim Versicherten das Krankheitsbild einer Neuroborreliose vorgelegen 

habe, unter Berücksichtigung der gesamten vorliegenden Dokumente mit hinreichender 

Sicherheit verneint werden (Suva-act. 277).

A.f  Die Suva liess am 6. November 2012 eine psychiatrische Beurteilung durch Dr. 

med. I.___, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Leiterin 

Versicherungspsychiatrischer Dienst der Suva, vornehmen, welche eine organisch-

psychische Störung aufgrund einer Neuroborreliose klar verneinte, da schon die 

Neuroborreliose selbst allenfalls möglich, aber nicht wahrscheinlich sei. Die Variante 

einer in teilkausalem natürlichem Zusammenhang mit der Borrelieninfektion stehenden 

psychischen Störung könne allein aufgrund der Aktendokumentation nicht beantwortet 

werden (Suva-act. 293).

A.g  Mit Schreiben vom 17. Juni 2013 stellte die Suva den Gutachtern des Inselspitals 

Bern mehrere Zusatzfragen (Suva-act. 300). Mit Schreiben vom 1. November 2013 

führten diese aus, dass die Beurteilung vom 8. März 2010 zu Missverständnissen 

geführt habe. Die Beschwerden des Versicherten seien nicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit Folge des Zeckenstichs. Das „Post-Lyme-Syndrom“ sei ein 

ungenügend definiertes Krankheitsbild, welches in vielen Fällen nicht mit Sicherheit 

ausgeschlossen werden könne. Dies bedeute aber nicht, dass die Diagnose mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit vorliege. Alternative Ätiologien als Ursache der 

Beschwerden seien aus klinischen und epidemiologischen Gründen wahrscheinlicher. 

Zusammenfassend seien die Beschwerden nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

Folgen des Zeckenstiches (Suva-act. 303).

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A.h  Mit Verfügung vom 17. Juni 2014 hielt die Suva fest, dass aufgrund der 

durchgeführten medizinischen Abklärungen und der Beurteilung der Unterlagen die 

Beschwerden des Versicherten nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit Folge des 

Zeckenstichs vom 1. Juni 2001 seien. Es würden weder Folgen eines Unfalles noch 

eine unfallähnliche Körperschädigung vorliegen. Der Fall müsse betreffend Unfallfolgen 

abgeschlossen und die Versicherungsleistungen per 21. September 2004 wegen eines 

fehlenden überwiegend wahrscheinlichen Kausalzusammenhangs der psychischen 

Beschwerden zum Zeckenstich eingestellt werden. Die Suva könne für die weitere 

ärztliche Behandlung nicht mehr aufkommen (Suva-act. 311).

B.   

B.a  Mit Schreiben vom 23. Juli 2014 erhob die Avanex Versicherungen AG als 

Krankenversicherer des Versicherten Einsprache gegen die Verfügung vom 17. Juni 

2014 (Suva-act. 316). In der Begründung vom 15. September 2014 machte sie unter 

anderem Zweifel am Gutachten des Inselspitals Bern geltend (Suva-act. 324).

B.b  Mit Schreiben vom 12. August 2014 erhob auch der Versicherte Einsprache gegen 

die Verfügung vom 17. Juni 2014. Die beiden Berichte des Inselspitals Bern würden die 

Anforderungen an die Minimalbedingungen eines medizinischen Gutachtens nicht 

erfüllen. Es könne nicht auf diese Beurteilungen abgestellt werden. Der Versicherte 

legte der Einsprache einen Bericht von Dr. G.___ vom 23. Juni 2014 (Suva-act. 321) 

und von Dr. E.___ vom 14. Mai 2014 (Suva-act. 329) bei.

B.c  Mit Einspracheentscheid vom 22. Mai 2015 wies die Suva die Einsprachen ab und 

entzog einer allfälligen Beschwerde die aufschiebende Wirkung. Entgegen der 

Auffassung des Versicherten und dessen Krankenversicherers bestehe kein Anlass, 

von der Beurteilung des Inselspitals Bern abzuweichen. Vorliegend sei ein leichter 

Unfall gegeben, weshalb ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen diesem und 

allfälligen psychischen Störungen des Versicherten verneint werden müsse. Die 

Versicherungsleistungen seien zu Recht per 21. September 2004 eingestellt worden 

(Suva-act. 330).

C.  

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C.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die vorliegend zu beurteilende 

Beschwerde vom 25. Juni 2015. Der Beschwerdeführer beantragt unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge die Aufhebung des Einspracheentscheids vom 22. Mai 2015. 

Stattdessen sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihm auch ab dem 21. 

September 2004 die gesetzlichen Versicherungsleistungen auszurichten. Eventualiter 

sei die Sache zur Ergänzung des medizinischen Sachverhalts an die Vorinstanz 

zurückzuweisen. Diese sei im Einspracheentscheid nicht „im Entferntesten“ auf die 

vorgetragenen Einsprachegründe eingegangen. Damit liege eine eklatante Verletzung 

des rechtlichen Gehörs vor. Das Gutachten des Inselspitals Bern sei derart formell und 

materiell mangelhaft, dass es ohne jeden Beweiswert sei. Der Wegfall der Kausalität sei 

durch das Gutachten des Inselspitals Bern nicht mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit erbracht worden (act. G 1).

C.b Mit Beschwerdeantwort vom 7. August 2015 beantragt die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde. Im Zeitpunkt der Leistungseinstellung sei der Status 

quo ante aus rein organischer Sicht mit Sicherheit erreicht gewesen. Auch im organisch 

nicht objektivierbaren Bereich habe im Zeitpunkt der Leistungseinstellung mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit keine borreliosebedingte Gesundheitsschädigung 

mehr vorgelegen. Selbst wenn man die Beschwerden als natürlich unfallkausal 

betrachten würde, sei die Leistungseinstellung als rechtmässig zu qualifizieren. Die 

organisch nicht objektivierbaren Gesundheitsprobleme würden einer separaten 

Adäquanzprüfung nach Psycho-Praxis unterliegen. Beim Zeckenstich handle es sich 

klarerweise um einen leichten Unfall, womit die Leistungsvoraussetzung der adäquaten 

Unfallkausalität in Bezug auf die organisch nicht objektivierbaren Beschwerden klar zu 

verneinen sei (act. G 3).

C.c Mit Replik vom 26. Oktober 2015 hält der Beschwerdeführer an seiner Beschwerde 

fest. Weiter führt er aus, dass die Beschwerdegegnerin, wenn sie eine durchgemachte 

Neuroborreliose bestreite, sich in Widerspruch zu früheren Feststellungen des 

Versicherungsgerichts setze (act. G 9).

C.d Mit Duplik vom 20. November 2015 hält die Beschwerdegegnerin unverändert am 

Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest (act. G 11).

Erwägungen

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1.   

1.1  Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Anspruch des 

Beschwerdeführers auf Versicherungsleistungen gegenüber der Beschwerdegegnerin 

aus der obligatorischen Unfallversicherung für die Folgen des Zeckenstichs vom 1. Juni 

2001 ab dem 21. September 2004.

1.2  Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über 

die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die 

Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss den 

Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 werden 

Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, 

und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach 

bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden daher die bis 31. Dezember 2016 gültigen 

Bestimmungen Anwendung.

1.3  Nach Art. 6 Abs. 1 UVG werden, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die 

Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten 

gewährt. Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt zunächst voraus, dass 

zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein natürlicher 

Kausalzusammenhang besteht. Ursache im Sinne des natürlichen 

Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der 

eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht 

zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Die Leistungspflicht des 

Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und 

dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 129 V 

181 E. 3.1 f.).

1.4  Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt 

der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und 

Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 

Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des 

Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten 

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Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben 

worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der 

Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der 

Fachperson begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweisen).

2.   

2.1  Im Entscheid vom 27. Februar 2008 führte das Versicherungsgericht des Kantons 

St. Gallen aus, dass formell kein Fallabschluss vorgenommen worden sei und dieser 

auch materiell zu früh erfolgt wäre. Es sei von einem fortdauernden Grundfall und nicht 

von einem Rückfall auszugehen. Dies habe zur Folge, dass die Leistungspflicht des 

Unfallversicherers erst entfalle, wenn das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von 

unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im 

Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sei. Da es sich um eine anspruchsaufhebende 

Tatfrage handle, liege die Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein 

leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben sei – nicht bei der 

versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer. Aufgrund der medizinischen 

Akten sei rechtsgenüglich erstellt, dass bis zum Vorliegen des MEDAS-Gutachtens 

vom 21. September 2004 die fortbestehenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen 

nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf andere Ursachen als den Zeckenstich 

zurückgeführt werden könnten. Nachdem die Beschwerdegegnerin bis zumindest am 

21. September 2004 einen natürlichen Kausalzusammenhang zwischen den geklagten 

Beschwerden und dem Zeckenstich nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu 

verneinen vermöge, habe sie bis zu diesem Zeitpunkt die gesetzlichen 

Versicherungsleistungen zu erbringen. Ob die revidierte Beurteilung der MEDAS-

Gutachter das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung beweise, sei umstritten, könne 

jedoch offengelassen werden, da kein rechtsgenüglicher Fallabschluss vorliege und die 

Kausalität unter der Annahme eines Rückfalls und nicht unter der Annahme eines 

Grundfalls geprüft worden sei. Bezüglich der Kausalitätsprüfung ab dem 21. 

September 2004 werde die Sache an die Vorinstanz zurückgewiesen, um über eine 

allfällige Leistungseinstellung neu zu verfügen (UV 2007/64, E. 4 f.; Suva-act. 196, S. 8 

ff.).

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2.2  Vorliegend geht es mithin um die Frage, ob und gegebenenfalls wann die Taggeld- 

und Heilbehandlungsleistungen eingestellt werden durften. Die entscheidende Frage ist 

hierbei, ob über den 21. September 2004 hinaus und gegebenenfalls bis wann natürlich 

kausale Folgen des Zeckenstiches vom 1. Juni 2001 bestehen. Der sogenannte 

„Fallabschluss“, der zu erfolgen hat, wenn keine namhafte Besserung des 

Gesundheitszustandes mehr erreicht werden kann, ist vorliegend nicht relevant, denn 

es geht nicht darum, eine Rentenprüfung vorzunehmen, was gegebenenfalls einen 

Wegfall der Taggeld- und Heilbehandlungsleistungen zur Folge hätte (vgl. dazu Art. 19 

UVG). Die Einstellung dieser Leistungen muss mit dem Dahinfallen der Kausalität 

begründet werden können. Diese Prüfung ist unabhängig von der Möglichkeit der 

Besserung des Gesundheitszustandes jederzeit möglich. Mit der dem hier 

angefochtenen Einspracheentscheid vom 22. Mai 2015 zugrunde liegenden Verfügung 

vom 17. Juni 2015 hat die Beschwerdegegnerin den Zeitpunkt des Dahinfallens der 

Unfallkausalität nach Durchführung weiterer Abklärungen auf den 21. September 2004 

festgelegt.

3.   

3.1  Bei der Lyme-Borreliose handelt es sich um eine Infektionskrankheit mit 

komplexem Krankheitsbild, das aus unspezifischen Allgemein- und spezifischen 

Symptomen besteht, die aus dem Befall einzelner Organe resultieren. Zu den 

wichtigsten Symptomen gehören Müdigkeit, Unbehagen, Kopfschmerzen, 

Schlafstörungen, Fieber, Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen, Heiserkeit, Übelkeit, 

Erbrechen, Bindehautentzündung, Gewichtsverlauf und Durchfall. Bekannt sind auch 

Beeinträchtigungen der Psyche wie insbesondere depressive Verstimmungen. Als 

Folge kann ferner ein Chronic Fatigue Syndrom auftreten, wobei für dessen Diagnose 

andere Krankheiten ausgeschlossen sein müssen (vgl. NORBERT SATZ, Klinik der 

Lyme-Borreliose, 2. Aufl., Bern 2002, S. 95 ff. und 190 ff.; vgl. auch Urteil des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche 

Abteilung des Bundesgerichts] vom 14. März 2005 U 282/04, E. 2.2). Gemäss der 

medizinischen Literatur gibt es sodann verschiedene Formen und Stadien der Lyme-

Borreliose (u.a. Neuroborreliose, Post-Lyme-Syndrom, Lyme-Arthritis; Stadium I: akute 

lokale Reaktion nach Zeckenstich, Erythema migrans, serologische Untersuchung 

i.d.R. nicht indiziert [frühes lokalisiertes Stadium; Tage bis Wochen]; Stadium II: aktiv 

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bzw. florid; Durchführung einer Lyme-Serologie ist indiziert, rheumatologische 

Beschwerden oder neurologische Manifestationen [frühes disseminiertes Stadium, 

Wochen bis sechs Monate]; Stadium III: chronische Manifestationen, wie die 

chronische Neuroborreliose und die chronisch-rezidivierende Lyme-Arthritis [spätes 

oder chronisches Stadium, länger als ein halbes Jahr andauernd]; PSCHYREMBEL, 

Klinisches Wörterbuch, 262. Aufl. Berlin 2010, S. 1227 f. und 1267, SCHWEIZERISCHE 

ÄRZTEZEITUNG, 2005; 86: Nr. 43; https:// www.rheuma-online.de/krankheitsbilder/

borreliose/, Abfrage vom 11. Oktober 2017). Während der erfolgte Kontakt mit dem 

Borreliose-Erreger mittels serologischen Untersuchungen belegt werden kann, 

genügen diese für den Schluss auf eine daraus entstandene Lyme-Borreliose nicht. Die 

Diagnose einer Lyme-Borreliose – gleich welchen Stadiums – setzt ein entsprechendes 

klinisches Beschwerdebild und den Ausschluss von Differentialdiagnosen voraus, 

wobei je nach Krankheitsstadium ein pathologischer laborchemischer Test die 

Wahrscheinlichkeit der Diagnose erhöhen kann (NORBERT G.SATZ, a.a.O., S. 70; SVR 

2008 UV Nr. 3, S. 12, E. 4.3).

3.2  Selbstredend sind mit der Verneinung einer Lyme-Borreliose auch die 

verschiedenen Formen bzw. Stadien der Lyme-Borreliose auszuschliessen, d.h. wer 

zum Beispiel keine Lyme-Borreliose durchmachte, kann auch kein Post-Lyme-Syndrom 

haben.

3.3  Nachdem das Versicherungsgericht in seinem Urteil vom 27. Februar 2008 (E. 5.2) 

zum Schluss gelangt ist, aufgrund der medizinischen Aktenlage sei bis zumindest am 

21. September 2004 ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen den geklagten 

Beschwerden und dem Zeckenstich nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu 

verneinen und die Beschwerdegegnerin habe mithin bis zu diesem Zeitpunkt die 

gesetzlichen Versicherungsleistungen zu erbringen, kann mit Blick auf die Zeitrahmen 

der in Erwägung 3.1 genannten Stadien und den konkreten Sachverhalt (Zeckenstich 1. 

Juni 2001; Leistungspflicht streitig erst ab 21. September 2004) eine Leistungspflicht 

der Beschwerdegegnerin nur dann noch in Frage kommen, wenn das Stadium III 

eingetreten ist bzw. der Beschwerdeführer unter einem Post-Lyme-Syndrom leidet. 

Kann das Vorliegen eines Post-Lyme-Syndroms bestätigt werden, dann ist auch die 

natürliche Kausalität zwischen den geltend gemachten Beschwerden und dem 

Zeckenstich zu bejahen.

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3.4  Die Prüfung des Vorliegens eines Post-Lyme-Syndroms orientiert sich an den 

Kriterien gemäss schweizerischen Guidelines der Abklärung und Therapie der Lyme-

Borreliose (SAEZ 2005). Die Gutachter der Universitätsklinik des Inselspitals Bern 

prüften im Gutachten vom 8. März 2010 das Vorliegen eines Post-Lyme-Syndroms 

anhand dieser Kriterien. Sie bestätigten die klinisch dokumentierte Evidenz für eine 

frühere Lyme-Borreliose, die adäquat therapiert worden sei. Die geforderte 

labormässige Evidenz sei nur teilweise erfüllt bei negativem IgG; die Therapie des 

vermuteten Erythema migrans könnte möglicherweise die fehlende IgG-Serokonversion 

erklären. Es würde zudem keine Evidenz für eine aktive Infektion vorliegen. Weiter 

bestätigten sie persistierende, den Beschwerdeführer in seinen täglichen Aktivitäten 

beeinträchtigende Symptome während mehr als sechs Monaten nach Abschluss der 

Antibiotikatherapie. Der Beginn der Beschwerden sei aufgrund des Verlaufs der Lyme-

Borreliose plausibel und es seien andere rheumatologische, neurologische oder 

internistische Krankheiten ausgeschlossen worden. Nicht ausgeschlossen worden sei 

eine psychiatrische Erkrankung. Zusammenfassend hielten sie fest, dass die Frage, ob 

mit überwiegender Wahrscheinlichkeit kein kausaler Zusammenhang mehr zu einem 

früheren oder aktuellen Zeckenstich bestehe, verneint werden müsse. Dieser 

Zusammenhang sei möglich – aber es sei in dieser Situation unmöglich, eine kausale 

Beziehung zwischen Zeckenstich und klinischem Bild zu beweisen (Suva-act. 258).

3.5  Im Zusatzbericht vom 1. November 2013 bestätigten die Gutachter des Inselspitals 

Bern, dass einige der Kriterien des Post-Lyme-Syndroms erfüllt seien. Nur teilweise 

oder nicht erfüllt seien die labormässig dokumentierte Lyme-Borreliose (IgM Antikörper 

positiv, IgG Antikörper in mehreren Bestimmungen negativ) und der Ausschluss einer 

psychiatrischen Erkrankung. Die Gutachter hielten fest, dass die Beschwerden nicht 

mit überwiegender Wahrscheinlichkeit Folgen des Zeckenstiches seien (Suva-act. 303). 

Bezüglich der Frage ob mit überwiegender Wahrscheinlichkeit kein kausaler 

Zusammenhang mehr zu einem früheren oder aktuellen Zeckenstich bestehe, äussern 

sich die Gutachter in diesem Zusatzbericht jedoch nicht, weshalb davon ausgegangen 

werden kann, dass sie an ihrer ursprünglichen Beurteilung im Gutachten vom 8. März 

2010 festhalten.

3.6  Bezüglich der negativen IgG Antikörper-Bestimmungen kamen die MEDAS-

Gutachter in ihrem Gutachten vom 21. September 2004 zum Schluss, die Diagnose 

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einer Lyme Borreliose sei mittels Nachweis von IgM Antikörper gegen Borrelien (inkl. 

positivem Western Blot) bestätigt. Der fehlende Nachweis von IgG Antikörpern spreche 

nicht gegen das Vorliegen einer Lyme Borreliose, weil bekannt sei, dass nach einer 

antibiotischen Behandlung die IgG Produktion reduziert werde oder sogar ausbleiben 

könne (Suva-act. 126, S. 17). Diesbezüglich führte auch Dr. G.___ im Bericht vom 23. 

Juni 2014 aus, der Beschwerdeführer habe 2001 eine Erythema migrans 

durchgemacht. Dieses Beschwerdebild, nach dem auch ein Post-Lyme-Syndrom 

entstehen könne, habe mehrheitlich nur einen erhöhten IgM Antikörpertiter zur Folge, 

und mehrheitlich keinen IgG Titeranstieg. Ein erhöhter IgM Antikörpertiter habe 

nachgewiesen werden können und sei durch den Western Blot bestätigt worden. Auch 

sei zu erwähnen, dass 2002 am Kantonsspital St. Gallen bei erhöhtem IgG Titer im 

Liquor eine Neuroborreliose nachgewiesen und diagnostiziert worden sei, die zur 

vierwöchigen antibiotischen Therapie geführt habe. Dass bei den späteren 

Untersuchungen der IgG Antikörpertiter im Serum immer negativ ausgefallen sei, sei 

aus dem zeitlichen Verlauf mit Titerrückgang einer erfolgreich behandelten 

Neuroborreliose erklärbar. Ein Status nach Erythema migrans und eine erfolgreich 

behandelte Neuroborreliose würden aber die Entstehung eines Post-Lyme-Syndroms 

nicht ausschliessen. Dieser Punkt sei klinisch und laborchemisch genügend 

dokumentiert (Suva-act. 321). Insgesamt kann somit einzig aufgrund der negativen IgG 

Antikörpertitermessungen nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit das Vorliegen 

eines Post-Lyme-Syndroms ausgeschlossen werden.

3.7  Dr. H.___ kam in der neurologischen Beurteilung vom 4. Oktober 2011 zum 

Schluss, dass von neurologischer Seite die Frage, ob beim Versicherten das 

Krankheitsbild einer Neuroborreliose (Beteiligung des Nervensystems im Rahmen einer 

Borrelien-Infektion) vorgelegen habe, unter Berücksichtigung der gesamten Dokumente 

mit hinreichender Sicherheit verneint werden könne. Zudem hielt er fest, dass die Frage 

über das Vorliegen einer Erkrankung an einer Borreliose ausserhalb des 

Nervensystems im Rahmen der neurologischen Beurteilung nicht beantwortet werden 

könne (Suva-act. 277, S. 7). Vor diesem Hintergrund kann den Ausführungen von Dr. 

H.___, die sich nicht nur auf die Neuroborreliose sondern auch auf ein Post-Lyme-

Syndrom beziehen, kein Beweiswert zugemessen werden. Zumindest kann daraus 

nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ein Wegfall jeder kausalen Bedeutung 

zwischen den Beschwerden und dem Zeckenstich hergeleitet werden.

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3.8  In der psychiatrischen Beurteilung vom 6. November 2012 stellt Dr. I.___ keine 

Diagnose und sie äussert sich auch nicht zur Frage, ob und falls ja welche 

psychiatrische Erkrankung beim Beschwerdeführer vorliegt. Das Vorliegen einer 

psychischen Erkrankung wird lediglich vor dem Hintergrund diskutiert, ob allenfalls eine 

psychische Symptomatik in Form einer psychischen Reaktion auf die Infektion und die 

vorübergehend bestehende Symptomatik vor allem von Schmerzen entstanden sei. Die 

Frage zur natürlichen Teilkausalität einer allfälligen psychischen Störung zur 

Borrelieninfektion könne mangels psychiatrischer Untersuchung (Weigerung des 

Beschwerdeführers) nicht geklärt werden (Suva-act. 293).

3.9  Mit Schreiben vom 25. Juni 2012 wurde der Beschwerdeführer von der 

Beschwerdegegnerin zu einer psychiatrischen Untersuchung aufgeboten (Suva-act. 

285). Mit Schreiben vom 29. Juni 2012 entgegnete der Beschwerdeführer, dass er sich 

keiner weiteren Untersuchung unterziehen werde, bis der schriftliche Bericht des 

Instituts für Rechtsmedizin der Universität Zürich vorliege. Zudem könne der Termin 

aufgrund des kurzfristigen Aufgebots ohnehin nicht eingehalten werden (Suva-act. 

286). Der Beschwerdeführer war im Anschluss an die neurologische Beurteilung durch 

Dr. H.___ zur Überprüfung der Fahrtauglichkeit ans Institut für Rechtsmedizin, 

Abteilung Verkehrsmedizin und klinische Forensik, der Universität Zürich überwiesen 

worden (vgl. Suva-act. 279 und 283). Mit Schreiben vom 3. Juli 2012 orientierte die 

Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer, dass eine psychiatrische Untersuchung 

unabhängig der bisherigen Abklärungen notwendig sei. Zudem stellte sie ihm den 

Bericht des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Zürich vom 14. Juni 2012 zu 

(Suva-act. 287 f.). Mit Schreiben vom 16. August 2012 hielt der Beschwerdeführer fest, 

dass er für weitere medizinische Untersuchungen zur Verfügung stehe, eine 

Untersuchung auf der Agentur der Beschwerdegegnerin jedoch nicht für richtig halte, 

sondern eine gutachterliche Untersuchung bevorzuge (Suva-act. 290). Dass mangels 

entsprechender Untersuchung kein Ausschluss einer psychiatrischen Erkrankung 

erfolgte und somit ein Kriterium für das Vorliegen eines Post-Lyme-Syndroms nicht 

gegeben ist, kann nicht zum Nachteil des Beschwerdeführers ausgelegt werden. 

Immerhin ergeben sich aus der psychiatrischen Beurteilung von Dr. I.___ keine 

konkreten Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Psychischen Erkrankung und auch im 

früheren psychiatrischen Fachgutachten der MEDAS Basel vom 22. Juni 2004 hatten 

die Gutachter festgehalten, dass sich im Wesentlichen ein unauffälliges psychisches 

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Zustandsbild zeige (Suva-act. 126, Psychiatrisches Fachgutachten [Beilage 5], S. 5). 

Somit gelingt es der Beschwerdegegnerin nicht, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

nachzuweisen, dass eine psychiatrische Erkrankung nicht ausgeschlossen werden 

könne. 

3.10       Zusammenfassend kann aufgrund sämtlicher Unterlagen nicht mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit gesagt werden, dass kein Post-Lyme-Syndrom 

vorliege, womit ein Dahinfallen der Kausalität nicht nachgewiesen ist.

4.   

4.1  Die Beschwerdegegnerin bringt weiter vor, dass vorliegend die adäquate 

Kausalität anhand der „Psycho-Praxis“ zu prüfen sei, da es sich um organisch nicht 

objektivierbare Gesundheitsprobleme handle. Da es sich bei einem Zeckenstich 

klarerweise um einen leichten Unfall handle, müssten die Leistungsvoraussetzung der 

adäquaten Unfallkausalität in Bezug auf die organisch nicht objektivierbaren 

Beschwerden klar verneint werden (act. G 3, S. 5 f.).

4.2  Psychische Beeinträchtigungen können eine direkte Folge der durch einen 

Zeckenstich übertragenen Infektionskrankheit sein. Die Adäquanz des 

Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis und dem Gesundheitsschaden 

kann diesfalls ohne weiteres bejaht werden, weil die Infizierung mit dem Borreliose-

Erreger nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung, 

wozu in erster Linie die wissenschaftlichen Erkenntnisse gehören, einen Erfolg von der 

Art des eingetretenen zu bewirken vermag. Handelt es sich dagegen um sekundäre 

Folgen in dem Sinne, dass die betroffene Person mit der Krankheit insgesamt oder mit 

Folgen davon psychisch nicht fertig wird und deshalb erkrankt, hat die 

Adäquanzprüfung nach den für psychische Fehlentwicklungen nach Unfällen 

massgebenden Kriterien zu geschehen. Die Qualifikation der psychischen 

Beschwerden als direkte Auswirkung der Erkrankung oder aber als sekundäre Folge 

davon bzw. als rein psychische Erkrankung hat aufgrund der ärztlichen Berichte zu 

erfolgen (Urteil des EVG vom 14. März 2005, U 282/04, E. 2.2 f. mit Hinweisen).

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4.3  Vorliegend sind jedoch keine (insbesondere auch keine sekundären) Folgen einer 

psychischen Beeinträchtigung ausgewiesen (vgl. E. 3.8 f.), weshalb sich eine 

Adäquanzprüfung von vorneherein erübrigt.

5.   

5.1  Zusammenfassend konnte die Beschwerdegegnerin das Dahinfallen der Kausalität 

zwischen dem Zeckenstich und den Beschwerden des Beschwerdeführers nicht mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit nachweisen. Somit sind die Voraussetzungen für 

eine Einstellung der Versicherungsleistungen nicht erfüllt. Die Beschwerde ist unter 

Aufhebung des Einspracheentscheids vom 22. Mai 2015 gutzuheissen und die 

Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer auch über den 21. 

September 2004 hinaus die gesetzlichen Leistungen zu erbringen.

5.2  Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).

5.3  Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 

22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Im hier zu 

beurteilenden Fall erscheint eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 4'000.-- 

(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.   

In Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid vom 22. Mai 2015 

aufgehoben und die Beschwerdegegnerin verpflichtet, dem Beschwerdeführer auch 

über den 21. September 2004 hinaus die gesetzlichen Leistungen zu erbringen.

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2.   

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.   

Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von Fr. 

4'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 18.10.2017
	Art. 6 UVG. Beschwerdegegnerin kann nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachweisen, dass kein Post-Lyme-Syndrom vorliege, womit ein Dahinfallen der Kausalität nicht nachgewiesen ist. Voraussetzungen für Einstellung der Versicherungsleistungen nicht erfüllt (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 18. Oktober 2017, UV 2015/36).

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