# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c03b5380-aef9-57a4-a1c2-d8e5507d3dd0
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-09-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.09.2008 C-735/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-735-2006_2008-09-18.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-735/2006

{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 8 .  S e p t e m b e r  2 0 0 8

Richter Andreas Trommer (Vorsitz), 
Richter Blaise Vuille, 
Richterin Ruth Beutler, 
Gerichtsschreiberin Denise Kaufmann.

C._______und R._______,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Burkard J. Wolf, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Verweigerung der Einreisebewilligung für B._______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-735/2006

Sachverhalt:

A.
Die  im Jahre  1939  geborene  ivorische Staatsangehörige  B._______ 
(im Folgenden: Gesuchstellerin) beantragte am 2. September 2005 bei 
der Schweizerischen Botschaft in Abidjan ein Visum für einen dreimo-
natigen Besuchsaufenthalt bei ihrer Tochter und ihrem Schwiegersohn 
C._______ und R._______ (im Folgenden: Gastgeber bzw. Beschwer-
deführer) in Zürich. 

B.
Die Schweizerische Botschaft verweigerte eine Visumserteilung in ei-
gener  Kompetenz formlos  und überwies  das  Gesuch der  Vorinstanz 
zur  Prüfung  und zum Entscheid. In  einem an die  Auslandvertretung 
gerichteten Schreiben vom 14. September 2005 brachten die Gastge-
ber  ihre  Enttäuschung  über  diese  formlose  Verweigerung  zum Aus-
druck und äusserten sich ein erstes Mal zu den familiären Verhältnis-
sen und zu ihrer spezifischen Interessenlage. Dabei führten sie unter 
anderem  aus,  die  Gesuchstellerin  und  ihr  Ehemann  hätten  bis  im 
Herbst  2002  in  einem Dorf  in  der  Nähe  von  Bangolo  gelebt,  seien 
dann infolge der ausgebrochenen Bürgerkriegswirren von dort vertrie-
ben worden und hätten sich in Abidjan angesiedelt. Nach ihrem letzten 
Besuchsaufenthalt  in  Abidjan im Herbst  2004 seien sie (die Gastge-
ber)  bei  der Ausreise in einen Hinterhalt  patriotischer Kräfte geraten 
und  nur  mit  viel  Glück  unversehrt  davon  gekommen.  Der  Übergriff 
habe sich gegen den Gastgeber als Weissen gerichtet; für ihn werde 
ein weiterer  Aufenthalt  in  der  Côte d'Ivoire  in  absehbarer  Zeit  kaum 
möglich sein und seine Ehefrau sei seit dem Vorfall traumatisiert. 

C.  
Nachdem das Amt für Migration des Kantons Zürich bei den Gastge-
bern weitere Auskünfte eingeholt hatte, verweigerte die Vorinstanz in 
einer Verfügung vom 16. Dezember 2005 die nachgesuchte Einreise-
bewilligung. Dies im Wesentlichen mit der Begründung, die anstands-
lose und fristgerechte Wiederausreise der Gesuchstellerin könne an-
gesichts der wirtschaftlichen und soziokulturellen Lage im Herkunfts-
land nicht als einwandfrei gesichert betrachtet werden.

D.
Mit  Beschwerde vom 31. Januar  2006 liessen die Beschwerdeführer 
beim damals zuständigen Eidgenössischen Justiz- und Polizeideparte-

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ment (EJPD) beantragen, die vorinstanzliche Verfügung sei aufzuhe-
ben und  der  Gesuchstellerin  sei  die  Einreise  zu  bewilligen. Zur  Be-
gründung wird ausgeführt,  die Vorinstanz gehe zu Unrecht von einer 
nicht gesicherten Wiederausreise aus und stelle dabei zu hohe Anfor-
derungen an die von Visumsantragstellern zu bietende Gewähr. Auch 
sei der Beurteilung ein rechtlich nur ungenügend abgeklärter Sachver-
halt zugrunde gelegt worden. So habe die Vorinstanz nur die allgemei-
ne Situation in  der Côte d'Ivoire berücksichtigt  und auf  die persönli-
chen  Verhältnisse  der  Gesuchstellerin  gar  nicht  Bezug  genommen. 
Solchermassen  sei  unberücksichtigt  geblieben,  dass  sie  (die  Be-
schwerdeführer)  und ihre Kinder die Verwandten in  der Côte d'Ivoire 
vorläufig nicht mehr besuchen könnten, nachdem sie bei ihrem letzten 
Aufenthalt in dem Land im November 2004 in den Strudel der Bürger-
kriegswirren geraten und nur mit viel Glück unversehrt davon gekom-
men seien. Die Wut des Mobs habe sich damals wegen der vorange-
gangenen  militärischen  Intervention  Frankreichs  gegen  Weisse  und 
überhaupt gegen alle Ausländer gerichtet. Angesichts dieser Verhält-
nisse verunmögliche die Vorinstanz mit der Verweigerung der Einreise-
bewilligung faktisch den persönlichen Kontakt zwischen den Familien-
angehörigen. Damit greife sie in verfassungsmässig geschützte Rech-
te ein, was wiederum eine vorgängige Prüfung der Verhältnismässig-
keit  des Eingriffs bedingt hätte. Auf weitere Einzelheiten wird, soweit 
entscheidswesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

E.
In ihrer Vernehmlassung vom 30. März 2006 spricht sich die Vorinstanz 
für eine Abweisung der Beschwerde aus. Die Gesuchstellerin stamme 
aus einer Region, aus der als Folge der dort herrschenden wirtschaftli-
chen und soziokulturellen Verhältnisse der Zuwanderungsdruck nach 
wie vor stark anhalte. Die Behörden sähen sich deshalb gezwungen, 
eine restriktive Visumspolitik zu verfolgen. Zur Erteilung eines Visums 
müssten  familiäre,  berufliche  oder  gesellschaftliche  Verpflichtungen 
vorausgesetzt werden. Zwar machten die Beschwerdeführer besonde-
re Bindungen zwischen der Gesuchstellerin und deren familiärem Um-
feld in der Côte d'Ivoire geltend, doch könnten diese Bindungen ange-
sichts  der  von  den  Beteiligten  selbst  erlittenen  Vertreibung  und  der 
nach wie vor angespannten Lage vor Ort  für  die Risikoeinschätzung 
nicht entscheidend sein. Im Gegenteil müsse befürchtet werden, dass 
ein Aufenthalt in der Schweiz länger dauern bzw. - angesichts des fort-
geschrittenen Alters der Gesuchstellerin - in einen dauernden Verbleib 
münden könnte.

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F.
Mit  Replik  vom 20. Mai  2006 halten die Beschwerdeführer  an ihrem 
Rechtsbegehren und an dessen Begründung fest. Die Gesuchstellerin 
befinde sich in akzeptablen wirtschaftlichen Verhältnissen. Sie (die Be-
schwerdeführer)  hätten in Abidjan ein Haus gekauft,  in dem die Ge-
suchstellerin  zusammen mit  ihrem Ehemann sowie einem Sohn und 
dessen Familie lebe. In Abidjan wohne zudem noch ein weiterer Sohn, 
und auch die Mutter der Gesuchstellerin lebe noch und befinde sich im 
Land. Als ehemaliger Gendarm der Armee beziehe der Ehemann der 
Gesuchstellerin  eine  Pension.  Die  Gesuchstellerin  habe  solcher-
massen - zusammen mit ihren Angehörigen - in Abidjan und daher in 
einer für Einheimische einigermassen sicheren Gegend Fuss gefasst 
und sie stehe unter keinerlei Druck, aus ihrem Heimatland zu emigrie-
ren. Auf diese und auf weitere Vorbringen wird, soweit  entscheidser-
heblich, in den Erwägungen eingegangen.

G.
Aufgefordert, sich ergänzend zum Sachverhalt und zur aktuellen Situa-
tion der Gesuchstellerin zu äussern, hielten die Beschwerdeführer in 
einem Begleitschreiben, datiert vom 25. Februar 2008, zu einer Einga-
be vom 3. März 2008 Folgendes fest: Nach wie vor hätten die Beteilig-
ten den dringenden Wunsch, dass die Gesuchstellerin in die Schweiz 
zu Besuch kommen könne. An deren persönlichen Verhältnissen habe 
sich nichts Wesentliches geändert. Zeitweilig wohne sie mit ihrem Ehe-
mann in Bangolo, also in der Nähe des Dorfes, in dem sie bis zu ihrer 
Vertreibung durch Rebellen gewohnt hätten. Die übrige Zeit wohne sie 
immer noch bei der Familie ihres ältesten Sohnes in Abidjan. Zum Zi-
vilstand der  Gesuchstellerin  (im persönlichen Einreisegesuch  war  in 
der  betreffenden  Rubrik  "ledig"  vermerkt  worden)  erklärten  die  Be-
schwerdeführer, diese gelte nach afrikanischem Brauch als verheiratet. 
Das Paar lebe seit mehr als 40 Jahren zusammen und habe neun Kin-
der.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Verfügungen des BFM betr. Einreiseverweigerung unterliegen der 
Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht (Art. 31, Art. 32 sowie 
Art.  33  Bst.  d  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005 
[VGG, SR 173.32]).

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1.2 Zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des Verwaltungsgerichtsgesetzes 
bereits  beim EJPD hängige Rechtsmittelverfahren werden vom Bun-
desverwaltungsgericht übernommen. Die Beurteilung erfolgt nach neu-
em Verfahrensrecht (Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.3 Gemäss Artikel 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bun-
desverwaltungsgericht nach dem Bundesgesetz über das Verwaltungs-
verfahren vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), sofern dieses 
Gesetz nichts anderes bestimmt. Das Urteil ist endgültig (Art. 1 Abs. 2 
VGG  i.V.m.  Art.  83  Bst.  c  Ziff.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.4 Die Beschwerdeführer sind gemäss Art. 48 VwVG zur Beschwerde 
legitimiert; auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist 
einzutreten (49 ff. VwVG).

2.
Am 1. Januar 2008 traten das neue Bundesgesetz vom 16. Dezember 
2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) sowie 
die dazugehörigen Ausführungsverordnungen in Kraft (u.a. die Verord-
nung vom 24. Oktober  2007 über  das Einreise-  und Visumverfahren 
[VEV, SR 142.204]). Gemäss Art. 126 Abs. 1 AuG bleibt auf Gesuche, 
die vor dem Inkraftreten des AuG eingereicht worden sind, das bisheri-
ge Recht anwendbar. Die Beurteilung erfolgt somit noch nach dem al-
ten  Recht.  Einschlägig  sind  das  Bundesgesetz  vom  26. März  1931 
über Aufenthalt  und Niederlassung der Ausländer (ANAG, BS 1 121, 
zum vollständigen Quellennachweis vgl. Ziff. I des Anhangs zum AuG) 
und die Verordnung vom 14. Januar 1998 über die Einreise und An-
meldung  von  Ausländerinnen  und  Ausländern  (VEA,  AS  1998  194, 
zum vollständigen Quellennachweis vgl. Art. 39 VEV).

3.
3.1 Die Schweizerische Rechtsordnung gewährt grundsätzlich keinen 
Anspruch auf Bewilligung der Einreise. Der Entscheid darüber ist - vor-
behältlich nachfolgend zu erörternder Hinderungsgründe - von der Be-
willigungsbehörde  in  pflichtgemässer  Ausübung  ihres  Ermessens  zu 
fällen  (Art.  4  und  Art.  16  Abs.  1  ANAG,  Art.  9  Abs.  1  VEA,  PETER 
UEBERSAX, Einreise und Anwesenheit, in: PETER UEBERSAX / PETER MÜNCH / 
THOMAS GEISER / MARTIN ARNOLD (Hrsg.), Ausländerrecht, Ausländerinnen 
und Ausländer im öffentlichen Recht, Privatrecht, Steuerrecht und So-
zialrecht  der  Schweiz,  Basel/Genf/München  2002,  S. 143;  URS BOLZ, 
Rechtsschutz im Ausländer- und Asylrecht,  Basel und Frankfurt  a.M. 

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1990, S. 29 mit weiteren Hinweisen;  PHILIP GRANT, La protection de la 
vie  familiale  et  de  la  vie  privée  en  droit  des  étrangers,  Basel  usw. 
2000, S. 24.

3.2 Ausländerinnen  und  Ausländer  benötigen  zur  Einreise  in  die 
Schweiz einen Pass und ein Visum, sofern sie nicht aufgrund beson-
derer Regelung von diesem Erfordernis ausgenommen sind (Art. 1 bis 
5 VEA). Um ein Visum zu erhalten, müssen Ausländerinnen und Aus-
länder die in Artikel 1 Absatz 2 VEA aufgeführten Voraussetzungen er-
füllen. Sie  haben unter  anderem Gewähr  für  eine  fristgerechte  Wie-
derausreise zu bieten (Art. 1 Abs. 2 Bst. c VEA).

4.
4.1 Die Gesuchstellerin benötigt aufgrund ihrer Nationalität zur Einrei-
se in die Schweiz nebst dem Pass ein Visum. Die Vorinstanz verwei-
gerte die Erteilung des gewünschten Visums mit der Begründung, die 
anstandslose und fristgerechte Wiederausreise erscheine nicht als hin-
reichend gesichert.

4.2 Wenn es zu beurteilen gilt, ob das Kriterium der gesicherten Wie-
derausreise erfüllt ist, muss ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. 
Dazu lassen sich in der Regel keine Feststellungen, sondern lediglich 
Prognosen machen. Dabei rechtfertigt es sich durchaus, Einreisegesu-
chen von Bürgerinnen und Bürgern aus Staaten oder Regionen mit po-
litisch respektive wirtschaftlich vergleichsweise ungünstigen Verhältnis-
sen zum vornherein mit Zurückhaltung zu begegnen, da die persönli-
che  Interessenlage  in  solchen  Fällen  häufig  nicht  mit  dem Ziel  und 
Zweck einer zeitlich befristeten Einreisebewilligung in Einklang steht.

4.3 Es trifft zu, dass grosse Teile der Bevölkerung in der Côte d'Ivoire 
seit  längerem nicht  nur mit  wirtschaftlich und sozial  schwierigen Le-
bensbedingungen, sondern auch mit sicherheitspolizeilich stellenweise 
prekären  Verhältnissen  konfrontiert  sind.  Der  Putschversuch  gegen 
Präsident Laurent Gbagbo im September 2002 führte das Land an den 
Rand eines Bürgerkriegs. Seither ist die Côte d'Ivoire in einen von den 
Regierungstruppen gehaltenden Süden und einen von den Rebellen, 
den so genannten Forces Nouvelles, beherrschten Norden geteilt. Im 
Gefolge der politischen Unruhen kam es immer wieder  zu massiven 
Übergriffen auch gegen die zivile Bevölkerung. Am 4. März 2007 führ-
ten vorangegangene Verhandlungen zwischen dem Präsidenten Lau-
rent Gbagbo und dem Generalsekretär der Forces Nouvelles, Guillau-
me Soro, zum Abschluss eines Friedensplans, dem so genannten Ab-

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kommen von Ouagadougou. Am 7. April  2007 wurde Guillaume Soro 
zum neuen Premierminister ernannt,  und wenige Tage später bildete 
er  eine  Übergangsregierung. Obwohl  die  Regierung  bei  der  Umset-
zung der Friedensvereinbarung weit hinter dem vereinbarten Zeitplan 
zurück  liegt,  ist  seither  eine  allgemeine  Entspannung  der  Situation 
festzustellen.  Insbesondere  die  Sicherheitslage  hat  sich  ganz  allge-
mein verbessert und für den 30. November 2008 sind Wahlen vorgese-
hen. Die jahrelange politische Krise führte allerdings dazu, dass - ge-
mäss Weltbankschätzungen - im Jahre 2006 43,2% der Bevölkerung 
unterhalb  der  Armutsgrenze  lebten.  Die  Arbeitslosenquote  wird  auf 
etwa 40% geschätzt  (Quelle:  http://www.auswaertiges-amt.de  ,  Stand: 
September 2007 bzw. Mai 2008).

5.
Bei der Risikoanalyse sind aber nicht nur solch allgemeine Umstände 
und Erfahrungen, sondern auch sämtliche Gesichtspunkte des konkre-
ten Einzelfalles zu berücksichtigen. Obliegt einem Gesuchsteller oder 
einer  Gesuchstellerin  im  Heimatland  beispielsweise  eine  besondere 
berufliche, gesellschaftliche oder familiäre Verantwortung, kann dieser 
Umstand durchaus die Prognose für eine anstandslose Wiederausrei-
se begünstigen. Umgekehrt muss bei Gesuchstellern, die in ihrer Hei-
mat keine besonderen Verpflichtungen haben, das Risiko für ein frem-
denpolizeilich  nicht  vorschriftsgemässes  Verhalten  (nach  bewilligter 
Einreise zu einem Besuchsaufenthalt) hoch eingeschätzt werden.

6.
Die Gesuchstellerin ist inzwischen 69 Jahre alt. Sie ist Hausfrau und 
lebt zeitweise bei einem Sohn und dessen Familie in einem Haus in 
Abidjan. Zeitweise  wohnt  sie  neuerdings  zusammen  mit  ihrem Ehe-
mann wieder in ihrer Heimatregion. Das Wohnhaus in Abidjan wurde 
gemäss eigener Darstellung mit finanzieller Hilfe der Beschwerdefüh-
rer erworben, dies nachdem die Gesuchstellerin und ihre Familienan-
gehörigen im Herbst 2002, nach dem Ausbruch der bürgerkriegsähnli-
chen Auseinandersetzungen, aus ihrem Heimatdorf vertrieben worden 
waren. In Abidjan wohnen ausser den erwähnten Personen noch ein 
weiterer Sohn mit seiner Familie sowie die Mutter und Geschwister der 
Gesuchstellerin  (so  dem  Antwortschreiben  des  Beschwerdeführers 
vom 5. Dezember 2005 an das Migrationsamt des Kantons Zürich zu 
entnehmen). In wirtschaftlicher Hinsicht ist nur bekannt, dass der Ehe-
mann der Gesuchstellerin  eine Pension bezieht  und der im gleichen 
Haushalt in Abidjan wohnende Sohn mit einem eigenen Taxi zum Le-

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http://www.auswaertiges-amt.de/

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bensunterhalt  der  Familiengemeinschaft  beiträgt.  Die  ganze  Familie 
lebt nach Darstellung der Beschwerdeführer in relativem Wohlstand.

6.1 Schon  angesichts  des  Alters  der  Gesuchstellerin  ist  nicht  ohne 
weiteres davon auszugehen, dass sie sich mit dem Gedanken an eine 
Emigration befassen könnte. Kommt hinzu,  dass sie ihren Ehemann, 
zwei  Söhne mit  Familien,  ihre  Mutter  und Geschwister  zurückliesse. 
Die emotionale Bindung an die vor Ort lebenden Familienangehörigen 
dürfte – gerade auch vor dem Hintergrund der im Herbst 2002 und da-
mit erst vor wenigen Jahren erlittenen Vertreibung aus dem Heimatdorf 
-  durchaus stark  sein. Zwar  leben  gemäss den  Auskünften  des  Be-
schwerdeführers  gegenüber  dem  Migrationsamt  des  Kantons  Zürich 
zwei weitere Söhne sowie zwei Töchter der Gesuchstellerin in Italien. 
Damit und mit ihrer hier in der Schweiz anwesenden Tochter (der Be-
schwerdeführerin)  sind  durchaus  auch  starke Bindungen  ausserhalb 
der Côte d'Ivoire anzunehmen. Dennoch ist in Berücksichtigung sämtli-
cher Fakten kaum zu befürchten, dass die Gesuchstellerin ihr bisheri-
ges Leben für eine ungewisse Zukunft in der Schweiz aufgeben könn-
te. Dies vor allem angesichts des Umstandes, dass sie und ihre Ange-
hörigen in der Côte D'Ivoire (nicht zuletzt dank der Hilfe der Beschwer-
deführer) offenbar ein vergleichsweise komfortables Leben führen kön-
nen. Hinzu kommt, dass die Entwicklung der letzten Zeit durchaus zur 
Hoffnung berechtigt, die politische und sicherheitspolizeiliche Lage in 
Abidjan beziehungsweise in der ganzen Côte d'Ivoire werde sich wei-
ter verbessern und stabilisieren.

6.2 Vor diesem allgemeinen und persönlichen Hintergrund kann zwar 
nicht mit Sicherheit, aber doch mit genügender Wahrscheinlichkeit da-
von ausgegangen werden, die Gesuchstellerin werde nach einem Be-
suchsaufenthalt  in  der  Schweiz  vorschriftsgemäss wieder  ausreisen. 
Entsprechend sind entgegen der Auffassung der Vorinstanz keine Hin-
derungsgründe im Sinne von Art. 1 Abs. 2 Bst. c VEA auszumachen. 

6.3 Der Entscheid über eine Visumserteilung liegt dort, wo keine ge-
setzlichen  Hinderungsgründe  anzunehmen  sind,  im  pflichtgemässen 
Ermessen der verfügenden Behörde (hier das BFM) beziehungsweise 
der Rechtsmittelinstanz. Die Interessen der Gesuchstellerin sowie der 
Verwandten  in  der  Schweiz  am  geplanten  Besuchsaufenthalt  liegen 
auf der Hand und sind durchaus als gewichtig anzusehen. Demgegen-
über sind keine überwiegenden öffentlichen Interessen ersichtlich, die 
für eine Aufrechterhaltung der Einreiseverweigerung sprächen.

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7.
Die  angefochtene  Verfügung  ist  demnach  in  Gutheissung  der  Be-
schwerde aufzuheben, und die Vorinstanz ist anzuweisen, der Gesuch-
stellerin  die  Einreise  zum Besuchsaufenthalt  für  die  Dauer  von drei 
Monaten zu bewilligen. 

8.
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind den Beschwerdefüh-
rern keine Kosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG), und der geleis-
tete Kostenvorschuss ist zurückzuerstatten.

8.1 Als obsiegende Partei haben die Beschwerdeführer, die anwaltlich 
vertreten sind,  Anspruch auf  eine  Parteientschädigung für  die ihnen 
erwachsenen notwenigen Kosten (Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]).  Die  Parteientschädi-
gung ist  nach Massgabe der einschlägigen gesetzlichen Bestimmun-
gen zu Lasten der Vorinstanz auf  Fr. 1'000.--  festzusetzen (Art. 8 ff. 
VGKE).

Dispositiv S. 10

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen und die angefochtene Verfügung 
wird aufgehoben.

2.
Die Vorinstanz wird angewiesen, der Gesuchstellerin – unter Vorbehalt 
wesentlich neuer Erkenntnisse – die Einreise zu bewilligen. 

3.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der am 6. März 2006 ge-
leistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird zurückerstattet.

4.
Die Vorinstanz wird verpflichtet,  den Beschwerdeführern eine Partei-
entschädigung von Fr. 1'000.-- zu bezahlen.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- die  Beschwerdeführer  (Einschreiben; Beilage: Formular  Zahlungs-
adresse)

- die Vorinstanz (...)
- das Migrationsamt des Kantons Zürich.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Andreas Trommer Denise Kaufmann

Versand:

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