# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d0009b73-3b6a-5d90-9322-a2a68b0a7207
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2019-09-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.09.2019 F-4276/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-4276-2019_2019-09-03.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-4276/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 .  S e p t e m b e r  2 0 1 9  

Besetzung 
 Richterin Regula Schenker Senn (Vorsitz), 

Richterin Jenny de Coulon Scuntaro,  

Richter Daniele Cattaneo,    

Gerichtsschreiberin Mirjam Angehrn. 
 

 
 

Parteien 
 A._______ 

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Wegweisung Dublin (Ausländerrecht). 

 

 

 

F-4276/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin reichte am 20. Juni 2012 in der Schweiz ein Asyl-

gesuch ein. Dieses lehnte das SEM am 19. November 2014 ab und ver-

fügte die Wegweisung aus der Schweiz. Da die Rückkehr der Beschwer-

deführerin in den Herkunftsstaat nicht zumutbar war, wurde sie vorläufig 

aufgenommen. Infolge ihrer unkontrollierten Abreise am 13. Mai 2018 und 

ihres Asylgesuchs in Deutschland erlosch ihre vorläufige Aufnahme mit 

Verfügung vom 29. Oktober 2018. 

B.  

Das Migrationsamt des Kantons Solothurn teilte dem SEM am 6. August 

2019 mit, dass sich die Beschwerdeführerin ohne Aufenthaltsregelung in 

der Schweiz befinde. Demzufolge prüfte das SEM die Durchführung eines 

Dublin Verfahrens. Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Da-

tenbank (Zentraleinheit Eurodac) ergab, dass die Beschwerdeführerin am 

23. Mai 2018 in Deutschland um Asyl ersucht hatte.  

C.  

Im Rahmen der Befragung vom 13. August 2019 wurde der Beschwerde-

führerin das rechtliche Gehör zur Zuständigkeit Deutschlands für die 

Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens sowie zur Wegwei-

sung nach Deutschland gewährt. Gleichentags ersuchte das SEM die deut-

schen Behörden um Übernahme der Beschwerdeführerin. Diese hiessen 

das Ersuchen am 16. August 2019 gut.  

D.  

Mit Verfügung vom 16. August 2019 – eröffnet am 21. August 2019 – ver-

fügte das SEM die Wegweisung der Beschwerdeführerin nach Deutsch-

land, wies sie aus der Schweiz weg, beauftragte den zuständigen Kanton 

mit dem Vollzug der Wegweisung, händigte ihr die editionspflichtigen Akten 

gemäss Aktenverzeichnis aus und stellte fest, eine allfällige Beschwerde 

habe keine aufschiebende Wirkung. 

E.  

Mit Beschwerde vom 22. August 2019 gelangte die Beschwerdeführerin an 

das Bundesverwaltungsgericht und beantragte die Aufhebung der Verfü-

gung des SEM vom 16. August 2019. Des Weiteren sei das SEM anzuwei-

sen, sich für ihr Asylverfahren und ihre Aufenthaltsregelung für zuständig 

zu erachten. Ferner ersuchte sie darum, ihre Tochter "wieder in die 

Schweiz zu bringen" und ihnen erneut eine vorläufige Aufnahme in der 

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Seite 3 

Schweiz zu erteilen. Im Sinne vorsorglicher Massnahmen sei der vorlie-

genden Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen und die Voll-

zugsbehörden seien anzuweisen, von einer Überstellung nach Deutsch-

land abzusehen, bis das Bundesverwaltungsgericht über den Suspensivef-

fekt der eingereichten Beschwerde entschieden habe. Ferner sei ihr die 

unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren, unter Verzicht auf die Erhebung 

eines Kostenvorschusses. 

F.  

Am 28. August 2019 setzte die Instruktionsrichterin den Vollzug der Weg-

weisung per sofort einstweilen aus (Art. 56 VwVG). 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist unter anderem für Beschwerden ge-

gen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des SEM zuständig, wobei das Gericht im 

Bereich der Wegweisung aufgrund der Dublin-Assoziierungsabkommen 

(Art. 64a Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer und über 

die Integration vom 16. Dezember 2005 [AIG, SR 142.20]) endgültig ent-

scheidet (Art. 112 Abs. 1 AIG i.V.m. Art. 31 und 33 VGG sowie Art. 83 Bst. c 

Ziff. 4 BGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG soweit das VGG oder die 

Spezialgesetzgebung – vorliegend das AIG – nichts anderes bestimmt 

(Art. 37 VGG). 

1.3 Die Beschwerdeführerin ist als Verfügungsadressatin zur Beschwerde-

führung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht einge-

reichte Beschwerde ist einzutreten, soweit es um die Frage geht, ob das 

SEM zu Recht ihre Wegweisung nach Deutschland verfügt hat (Art. 64a 

Abs. 2 AIG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Nicht Gegenstand des vorliegenden 

Verfahrens ist demnach das Ersuchen der Beschwerdeführerin um Anwei-

sung an die Vorinstanz, sich für ihr Asylverfahren und ihre Aufenthaltsre-

gelung für zuständig zu erklären. Dasselbe gilt für die Anträge, ihre Tochter 

"in die Schweiz zu bringen" und ihnen erneut eine vorläufige Aufnahme in 

der Schweiz zu erteilen. 

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Seite 4 

1.4 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü-

gen im Bereich des Ausländerrechts richten sich nach Art. 112 AIG i.V.m. 

Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5.5). 

2.  

Die Beschwerde erweist sich, wie nachfolgend aufgezeigt, als offensicht-

lich unbegründet, weshalb gestützt auf Art. 57 Abs. 1 VwVG kein Schriften-

wechsel durchgeführt wurde. 

3.  

Insoweit die Beschwerdeführerin vorbrachte, sie habe bei der Vorinstanz 

um vollständige Akteneinsicht ersucht, da ihr die Zustimmung von Deutsch-

land zum Übernahmeersuchen der Schweiz nicht zugestellt worden sei, 

kann festgestellt werden, dass die Vorinstanz dem Akteneinsichtsgesuch 

am 26. August 2019 nachgekommen ist. 

4.  

Eine Wegweisungsverfügung gemäss Art. 64a Abs. 1 AIG setzt den illega-

len Aufenthalt der betroffenen Person in der Schweiz und die Zuständigkeit 

eines anderen, an das Dublin-Assoziierungsabkommen gebundenen Staa-

tes für die Durchführung des Asylverfahrens voraus. Zur Bestimmung des 

staatsvertraglich zuständigen Staates prüft das SEM die Zuständigkeitskri-

terien nach der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parla-

ments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und 

Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaates, der für die Prüfung eines 

von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitglied-

staat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (Neufas-

sung), ABl. L 180/31 vom 29. Juni 2013 (nachfolgend Dublin-III-VO). 

5.  

5.1 Die Vorinstanz kommt im Wesentlichen zum Schluss, die Zuständigkeit 

für das Verfahren der Beschwerdeführerin liege gemäss Art. 18 Abs. 1 

Bst. d Dublin-III-VO bei Deutschland. Des Weiteren bleibe Deutschland für 

das Verfahren bis zu einem allfälligen Wegweisungsvollzug oder einer Re-

gelung des Aufenthaltsstatus zuständig, auch wenn das Asylverfahren in 

Deutschland bereits rechtskräftig abgeschlossen sei. Es würden keine be-

gründeten Hinweise vorliegen, dass Deutschland seinen völkerrechtlichen 

Verpflichtungen nicht nachgekommen wäre, insbesondere keinen effekti-

ven Schutz vor Rückschiebung gewähren würde und das Asyl- und Weg-

weisungsverfahren nicht korrekt durchgeführt hätte. Falls die Beschwerde-

führerin mit dem Entscheid nicht einverstanden sein sollte, habe sie diesen 

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bei der zuständigen Beschwerdeinstanz anzufechten. Allfällige (neue) 

Asylgründe und Wegweisungshindernisse habe sie bei den zuständigen 

deutschen Behörden vorzubringen. Art und Umfang der Unterstützung in 

Deutschland richteten sich nach der dortigen nationalen Gesetzgebung. 

Deutschland sei weiterhin für das Verfahren bis zu einem allfälligen Weg-

weisungsvollzug zuständig, selbst wenn die Beschwerdeführerin aufgrund 

eines bereits rechtskräftig abgeschlossenen Asylverfahrens keinen An-

spruch mehr auf Unterbringung oder weitergehende staatliche oder nicht-

staatliche Unterstützung hätte. Sie könne ferner zusätzlich bei karitativen 

Organisationen um Hilfe ersuchen. Es würden im vorliegenden Fall keine 

begründeten Anhaltspunkte vorliegen, dass die Beschwerdeführerin nach 

einer Rückkehr nach Deutschland in eine existentielle Notlage geraten 

könnte. Diesbezüglich habe sie sich an die zuständigen Behörden zu wen-

den. Es sei davon auszugehen, dass Deutschland angemessene medizi-

nische Versorgungsleistungen erbringe könne und den Zugang dazu ge-

währleiste. Eine allfällig erforderliche medizinische oder psychologische 

Behandlung könne auch dort vorgenommen werden. Was die Tochter der 

Beschwerdeführerin anbelange, sei auch diesbezüglich festzuhalten, dass 

Deutschland ein Rechtsstaat mit funktionierendem Rechtssystem sei. Falls 

sie sich betreffend ihre Tochter durch die deutschen Behörden ungerecht 

oder rechtswidrig behandelt fühle, könne sie sich mit einer Beschwerde an 

die zuständigen Stellen werden. Im Übrigen sei der Vollzug der Wegwei-

sung nach Deutschland zulässig, zumutbar und möglich.  

5.2 In ihrer Rechtsmitteleingabe brachte die Beschwerdeführerin hierge-

gen vor, sie habe in den Jahren 2012 bis 2014 in der Schweiz ein Asylver-

fahren durchlaufen, weshalb die Schweiz als erstes europäisches Land für 

ihr Asylverfahren zuständig gewesen sei und dies trotz ihrer letztjährigen 

Ausreise nach Deutschland weiterhin sei. Ihre Tochter sei ihr von den "Ju-

gendbehörden" in Deutschland "abgenommen" worden. Es gehe ihr dort 

jedoch nicht gut. Des Weiteren habe sie (die Beschwerdeführerin) in 

Deutschland auf der Strasse leben müssen und habe Angst, dass sie nach 

einer Rückführung dorthin nach Z._______ weggewiesen werde.  

6.  

Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtliche An-

wesenheitsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. BGE 130 II 

281 E. 3.1 S. 285). Die Vorinstanz hat zu Recht die Zuständigkeit Deutsch-

lands bejaht und die deutschen Behörden gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. d 

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Dublin-III-VO um Übernahme ersucht. Diese haben dem Ersuchen zuge-

stimmt. Die Voraussetzungen von Art. 64a Abs. 1 AIG sind erfüllt. Die Be-

schwerdeführerin hat zwar – wie vorgebracht – ein Asylverfahren in der 

Schweiz durchlaufen und wurde auch vorläufig aufgenommen. Aufgrund 

ihrer unkontrollierten Abreise vom 13. Mai 2018 nach Deutschland ist die 

vorläufige Aufnahme jedoch erloschen. Die Wegweisung n wurde somit zu 

Recht angeordnet. 

7.  

7.1 Das Staatssekretariat hat eine vorläufige Aufnahme anzuordnen, wenn 

sich der Wegweisungsvollzug als unzulässig, unzumutbar oder unmöglich 

erweist (Art. 83 Abs. 1 und 4 AuG). 

7.2 Die Beschwerdeführerin brachte sowohl anlässlich der Befragung als 

auch in der Beschwerde vor, sie habe in Deutschland draussen übernach-

ten müssen und Angst, nach Z._______ zurückgeführt zu werden. Des 

Weiteren gehe es ihrer Tochter in Deutschland nicht gut. 

7.3  

7.3.1 Diesbezüglich ist festzustellen, dass Deutschland sowohl Signatar-

staat des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der 

Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) als auch der EMRK ist und keine begründe-

ten Hinweise dafür bestehen, dass Deutschland den sich daraus ergeben-

den völkerrechtlichen Verpflichten nicht nachgekommen ist. Im Weiteren 

liegen auch keine konkreten Anhaltspunkte dafür vor, dass die Beschwer-

deführerin bei einer Rückkehr nach Deutschland in eine existenzielle Not-

lage geraten würde. Deutschland hat die Richtlinie 2013/33/EU des Euro-

päischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 (Aufnahmerichtli-

nie) umgesetzt, welche zahlreiche Mindestnormen für die Aufnahme und 

Betreuung von Asylsuchenden beinhaltet. Falls die Beschwerdeführerin in 

Deutschland staatliche Unterstützung beanspruchen will, kann sie sich an 

die dortigen Behörden wenden. Zudem bieten in Deutschland auch meh-

rere private Organisationen Hilfe für Asylsuchende an.  

7.3.2 Die Beschwerdeführerin hat ferner kein konkretes und ernsthaftes Ri-

siko dargetan, die deutschen Behörden würden sich weigern, sie aufzu-

nehmen und ihren Antrag auf internationalen Schutz unter Einhaltung der 

Regeln der Verfahrensrichtlinie zu prüfen. Den Akten sind denn auch keine 

Gründe für die Annahme zu entnehmen, Deutschland werde in ihrem Fall 

den Grundsatz des Non-Refoulement missachten und sie zur Ausreise in 

ein Land zwingen, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

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Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr laufen 

würde, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden. Ihr Asyl-

antrag wurde zwar mit Bescheid des Bundesamts für Migration und Flücht-

linge vom 13. Mai 2019 abgelehnt und es wurde entschieden, dass keine 

Abschiebungsverbote vorlägen. Des Weiteren wurde die Beschwerdefüh-

rerin angewiesen, Deutschland innerhalb einer Woche zu verlassen, an-

sonsten würde sie nach Z._______ abgeschoben. Mit Beschluss vom 

13. Juni 2019 ordnete das Verwaltungsgericht Berlin jedoch die aufschie-

bende Wirkung ihrer Klage gegen die Abschiebungsandrohung an. Über 

eine Abschiebung nach Z._______  ist demzufolge noch nicht rechtskräftig 

entschieden worden.  

7.3.3 Dem Beschluss vom 13. Juni 2019 des Verwaltungsgerichts Berlin 

kann entnommen werden, dass die Beschwerdeführerin an einer 

B._______, C.________, D._________ und E.________ leidet. Es wurde 

jedoch nicht vorgebracht, in Deutschland sei die nötige medizinische Be-

handlung nicht gewährleistet. Bezüglich der geäusserten F.________ der 

Beschwerdeführerin bei der Befragung durch das Migrationsamt des Kan-

tons Solothurn kann festgehalten werden, dass Deutschland über eine 

ausreichende medizinische Infrastruktur verfügt. Die Mitgliedstaaten sind 

verpflichtet, den Antragstellern die erforderliche medizinische Versorgung, 

die zumindest die Notversorgung und die unbedingt erforderliche Behand-

lung von Krankheiten und schweren psychischen Störungen umfasst, zu-

gänglich zu machen (Art. 19 Abs. 1 Aufnahmerichtlinie). Die schweizeri-

schen Behörden, die mit dem Vollzug der angefochtenen Verfügung beauf-

tragt sind, haben den medizinischen Umständen bei der Überstellung der 

Beschwerdeführerin Rechnung zu tragen und die deutschen Behörden im 

Bedarfsfall vorgängig in geeigneter Weise über die spezifischen medizini-

schen Umstände zu informieren (vgl. Art. 31 f. Dublin-III-VO). Bezüglich 

der geltend gemachten Probleme betreffend ihre Tochter, die sich in der 

Obhut des Jugendamtes von Berlin befindet, hat sich die Beschwerdefüh-

rerin an die dafür zuständigen Stellen in Deutschland zu wenden.  

Folglich ist sowohl von der Zulässigkeit als auch von der Zumutbarkeit des 

Wegweisungsvollzugs auszugehen (Art. 83 Abs. 3 und 4 AuG). 

7.4 Schliesslich ist der Vollzug der Wegweisung auch möglich (Art. 83 

Abs. 2 AuG), zumal keine Vollzugshindernisse ersichtlich sind und – wie 

erwähnt – Deutschland einer Übernahme ausdrücklich zugestimmt hat. 

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Seite 8 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist. Die 

Beschwerde ist abzuweisen.  

9.  

Das Beschwerdeverfahren ist mit diesem Urteil abgeschlossen, weshalb 

sich die Anträge auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung der Be-

schwerde sowie auf Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 

als gegenstandslos erweisen. 

10.  

Der superprovisorische Vollzugsstopp vom 28. August 2019 wird mit vor-

liegendem Urteil gegenstandslos.  

11.  

11.1 Die Beschwerdeführerin beantragte die Gewährung der unentgeltli-

chen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG. Aufgrund der vorstehen-

den Erwägungen ergibt sich, dass ihre Begehren als aussichtslos zu beur-

teilen sind. Damit ist eine der kumulativ zu erfüllenden Voraussetzungen 

nicht gegeben, weshalb dem Gesuch nicht stattzugeben ist.  

11.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten von Fr. 750.- 

(Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE], SR 173.320.2) 

der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG).   

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 9 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird abge-

wiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.- werden der Beschwerdeführerin aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Regula Schenker Senn Mirjam Angehrn 

 

 

 

Versand: 

 

 

 

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Seite 10 

 

Zustellung erfolgt an: 

– die Beschwerdeführerin (Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein) 

– das SEM, Abt. Dublin, mit den Akten N [….] 

– das Migrationsamt des Kantons Solothurn (in Kopie)