# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 92a1f492-1e58-50ce-b4af-24bff64a594b
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-02-25
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 25.02.2025 SST.2024.180
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2024-180_2025-02-25.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 1. Kammer 

 

SST.2024.180 
(ST.2024.15; StA.2022.3231) 

 

 

Urteil vom 25. Februar 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichter Six, Präsident  

Oberrichterin Vasvary 

Oberrichterin Jacober 

Gerichtsschreiberin Sprenger 

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten, 

Kloster-Südflügel, Seetalstrasse 8, 5630 Muri AG  

 

 
    

Beschuldigter   A._____,  

geboren am tt.mm.2000, von Brasilien und Griechenland, 

[…] 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin Alexandra Meichssner,  

[…] 

 

 
 

Gegenstand  Pornografie; Landesverweisung 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten erhob am 20. Februar 2024 

Anklage gegen den Beschuldigten wegen mehrfacher Pornografie gemäss 

Art. 197 Abs. 4 Satz 1 und 2 sowie Abs. 5 Satz 2 StGB.  

 

2. 

Der Präsident des Bezirksgerichts Bremgarten verurteilte den Beschul-

digten mit Urteil vom 8. Mai 2024 wegen mehrfacher Pornografie gemäss 

Art. 197 Abs. 4 Satz 2 StGB sowie Abs. 5 Satz 1 und 2 StGB und verurteilte 

ihn zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 10 Monaten, Probezeit 3 Jahre, 

sowie einer Verbindungsbusse von Fr. 3'000.00, verwies ihn für 5 Jahre 

des Landes, ordnete ein lebenslängliches Tätigkeitsverbot an und 

entschied über die beschlagnahmten Gegenstände. 

 

3. 

3.1. 

Mit Berufungserklärung vom 8. August 2024 beantragte der Beschuldigte 

das Absehen von einer Landesverweisung.  

 

3.2. 

Die Berufungsverhandlung fand am 25. Februar 2025 statt. Die Staats-

anwaltschaft beantragte die Abweisung der Berufung. 

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Die Berufung richtet sich gegen die Landesverweisung. Im Übrigen ist das 

Urteil der Vorinstanz unangefochten geblieben. Eine Überprüfung dieser 

unbestrittenen Punkte findet nicht statt (Art. 404 Abs. 1 StPO). 

 

2. 

2.1. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten gestützt auf Art. 66a Abs. 1 

lit. h StGB für die Dauer von 5 Jahren des Landes verwiesen. 

 

Der Beschuldigte beantragt, es sei von einer Landesverweisung abzu-

sehen. Es liege ein schwerer persönlicher Härtefall vor und die privaten 

Interessen des Beschuldigten an einem Verbleib in der Schweiz würden die 

öffentlichen Wegweisungsinteressen überwiegen (mündliche Berufungs-

begründung S. 2 ff.). 

 

 - 3 - 

 

 

2.2. 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Landesverweisung nach 

Art. 66a StGB unter Berücksichtigung der Rechtsprechung des EGMR zu 

Art. 8 EMRK wiederholt dargelegt (BGE 146 IV 311; BGE 146 IV 172; BGE 

146 IV 105; BGE 146 II 1; BGE 145 IV 455; BGE 145 IV 364; BGE 145 IV 

161; BGE 144 IV 332; statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 6B_549/2024 

vom 26. November 2024 E. 3). Darauf kann verwiesen werden. 

 

2.3. 

Der Beschuldigte ist griechischer und brasilianischer Staatsangehöriger. Er 

hat mit der Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 4 Satz 2 StGB eine Katalogtat 

i.S.v. Art. 66a Abs. 1 lit. h StGB begangen und ist somit grundsätzlich für 5 

bis zu 15 Jahre aus der Schweiz zu verweisen. 

 

Von der Anordnung der Landesverweisung kann ausnahmsweise unter 

den kumulativen Voraussetzungen abgesehen werden, dass sie (1) einen 

schweren persönlichen Härtefäll bewirken würde und (2) die öffentlichen 

Interessen an der Landesverweisung gegenüber den privaten Interessen 

des Ausländers am Verbleib in der Schweiz nicht überwiegen. Dabei ist der 

besonderen Situation von Ausländern Rechnung zu tragen, die in der 

Schweiz geboren oder aufgewachsen sind (Art. 66a Abs. 2 StGB).  

 

Die gesetzlichen Bestimmungen von Art. 66a StGB, wonach die Landes-

verweisung bei Vorliegen einer Katalogtat die Regel und das Absehen von 

der Landesverweisung unter restriktiver Annahme eines Härtefalls und 

eines überwiegenden privaten Interesses an einem Verbleib in der Schweiz 

die Ausnahme sein sollte, wurde insbesondere bei Straftätern mit einer 

langen Aufenthaltsdauer in der Schweiz («long-term immigrants») und 

solchen, die sich aus sonstigen Gründen auf Art. 8 EMRK berufen können, 

durch die Rechtsprechung des Bundesgerichts und des Europäischen 

Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) stark relativiert bzw. sogar ins 

Gegenteil verkehrt (siehe dazu unten). 

 

2.4. 

2.4.1. 

Der heute 24-jährige Beschuldigte ist ledig und kinderlos. Er ist in der 

Schweiz geboren und aufgewachsen und verfügt über eine Nieder-

lassungsbewilligung (act. 13 f. und 16). Damit ist er nach der Recht-

sprechung des EGMR als «long-term immigrant» anzusehen (Urteil des 

Bundesgerichts 7B_730/2023 vom 25. Oktober 2024 E. 4.6.1 mit Verweis 

auf das Urteil des EGMR Nr. 52232/20 i.S. P.J. und R.J. gegen die Schweiz 

vom 17. September 2024, § 28), was es bei seinen persönlichen Interessen 

zu berücksichtigen gilt. Sprachlich ist er sehr gut integriert. Er spricht 

einwandfrei Schweizer Dialekt, was bei einer in der Deutschschweiz 

geborenen und aufgewachsenen Person allerdings auch erwartet werden 

kann. Der Lebensmittelpunkt des Beschuldigten liegt in der Schweiz, auch 

 - 4 - 

 

 

wenn sich seine persönliche und gesellschaftliche Integration in Anbetracht 

seines Aufwachsens in der Schweiz als eher schwach erweist. Der 

Beschuldigte wohnt nach wie vor bei seinem Vater (act. 13 und 226; 

Protokoll der Berufungsverhandlung S. 4). Die Mutter wohnt seit der 

Trennung der Eltern im gleichen Wohnblock, jedoch in einer anderen 

Wohnung. Dennoch kocht sie nach wie vor für den Beschuldigten und 

seinen Vater (Protokoll der Berufungsverhandlung S. 4). Im Übrigen 

beschränkt sich sein Kontakt im realen Leben auf sporadische Treffen mit 

wenigen Kollegen u.a. zu Brettspielen oder zuweilen zum gemeinsamen 

Rausgehen (Protokoll der Berufungsverhandlung S. 5 f. und 10). Eine 

Freundin hat der Beschuldigte nicht mehr (Protokoll der Berufungs-

verhandlung S. 5 f.). Ein aktuelles Engagement in einem Verein, einer 

gemeinnützigen Organisation oder Institution in der Schweiz ist nicht 

ersichtlich. Der Beschuldigte verbringt ausgesprochen viel Zeit am 

Computer (act. 14; Protokoll der Berufungsverhandlung S. 9). Er geht 

diesbezüglich davon aus, an einer Computer- und einer Pornosucht zu 

leiden (Protokoll der Berufungsverhandlung S. 9). Sein soziales Bezie-

hungsnetz besteht folglich hauptsächlich in der Beziehung zu seinen Eltern 

sowie wenigen Kollegen. Insgesamt zeichnet sich ein Bild eines passiven 

jungen Mannes, der vorwiegend in einer Online-Scheinrealität lebt und nur 

wenig bis gar nicht am realen Leben teilnimmt, was allerdings wesentlich 

auf die in seiner Person begründeten Probleme – er selbst geht von einer 

jahrelangen Depression aus – zurückzuführen sein dürfte (siehe dazu 

sogleich). 

 

Seine wirtschaftliche und berufliche Integration erweist sich als 

ungenügend: Nach dem Besuch der obligatorischen Schulen mit einem 

Sekundarschulabschluss und der Absolvierung eines Motivationssemes-

ters in einer Holzwerkstatt begann er eine Lehre als Logistiker, die er im 

zweiten Lehrjahr (2018) aufgrund zwischenmenschlicher Differenzen 

abbrach. Seither hat er für ein paar Wochen als Logistiker bei B._____ 

gearbeitet und war ansonsten arbeitslos (act. 226; Protokoll der Berufungs-

verhandlung S. 7). Der Beschuldigte ist mit beinahe 25 Jahren somit bereits 

seit knapp sieben Jahren in keinem festen Arbeitsverhältnis. Seine 

Situation und Probleme haben sich in den letzten Jahren so stark 

akzentuiert, dass im September 2024 eine Vertretungsbeistandschaft mit 

Einkommens- und Vermögensverwaltung angeordnet wurde (an der 

Berufungsverhandlung eingereichte Unterlagen, Beilage 1 und 3). Der 

Beschuldigte erhofft sich davon u.a. Hilfe beim Suchen und Halten eines 

Jobs (Protokoll der Berufungsverhandlung S. 7), beim Suchen und 

Wahrnehmen einer Therapie hinsichtlich seiner angenommenen Sucht-

erkrankung und Depression sowie einer diesbezüglichen IV-Anmeldung 

(Protokoll der Berufungsverhandlung S. 6 und 15). Daraus resultierende 

namhafte Veränderungen sind zwar noch nicht ersichtlich, dennoch ist 

positiv zu werten, dass er gewillt ist, eine Veränderung voranzutreiben, 

zumal die Antriebslosigkeit dem Krankheitsbild der Depression immanent 

 - 5 - 

 

 

ist. In finanzieller Hinsicht bezieht er mittlerweile Sozialhilfe (an der 

Berufungsverhandlung eingereichte Unterlagen, Beilage 1 und 3). Er hat 

diverse Betreibungsregistereinträge, grossmehrheitlich betreffend Forde-

rungen der Krankenkasse sowie Steuerschulden zufolge Ermessens-

veranlagung, wobei er auch in dieser Hinsicht mittlerweile vom Beistand 

unterstützt wird (act. 219 und 221; Protokoll der Berufungsverhandlung 

S. 8). Einträge im Strafregister weist er keine auf. Mithin handelt es sich um 

einen Ersttäter. 

 

2.4.2. 

Der ledige, kinderlose und keiner Erwerbstätigkeit nachgehende Beschul-

digte wohnt, obwohl er bald 25 Jahre alt ist, immer noch bei seinem Vater, 

der ihn auch zur Berufungsverhandlung begleitet hat. Kochen kann der 

Beschuldigte eigenen Angaben zufolge nicht, weshalb nach wie vor die 

Mutter, die im selben Wohnblock in einer anderen Wohnung wohnt, für ihn 

kocht. Auch wenn er selbst mehrfach ausgeführt hat, keinen besonders 

intensiven Kontakt zu seinen Eltern zu haben, da er sich von ihnen 

zurückgezogen habe (act. 226; Protokoll der Berufungsverhandlung S. 5), 

so handelt es sich bei diesen – im realen Leben des Beschuldigten – 

faktisch doch um die alleinigen Bezugspersonen, zu denen der Beschul-

digte, wenn auch von ihm aufgrund seiner psychischen Probleme subjektiv 

nicht so wahrgenommen, einen echten und nahen sowie vertrauten Kontakt 

pflegt und die, sofern es der Beschuldigte zulässt, ihn auch nach ihren 

Möglichkeiten unterstützen. Unter diesen Umständen ist von einer 

familiären Konstellation auszugehen, welche den Schutzbereich von Art. 8 

EMRK tangiert. Eine gewisse Loslösung von seinem Zuhause und seinen 

Eltern ist erst seit der vor kurzem erfolgten Einsetzung eines Beistands und 

der Gewährung materieller Hilfe zu erwarten, zumal sich der Beschuldigte 

nunmehr z.B. ein Verbleib im Rahmen eines betreuten Wohnens vorstellen 

kann. Ob und wann sich dies umsetzen lässt, wird sich noch weisen 

müssen. 

 

2.4.3. 

Was die Integrationschancen des Beschuldigten in seinem Heimatland 

Brasilien, von wo seine Mutter stammt, betrifft, so erweisen sich diese als 

grundsätzlich intakt. Er spricht Portugiesisch und ist durch seine Mutter 

sowie mehrerer Ferienaufenthalte mit der Kultur und den Gepflogenheiten 

in Brasilien, wo auch eine Tante wohnt und wohin nach eigenen Angaben 

des Beschuldigten, seine Mutter zurückzukehren gedenkt, zumindest im 

Ansatz vertraut (act. 238; Protokoll der Berufungsverhandlung S. 2 f.).  

 

Als schwieriger, nicht jedoch unmöglich, erweisen sich die Integrations-

chancen hinsichtlich seines zweiten Heimatlands Griechenland, von wo 

sein Vater stammt, da der Beschuldigte Griechisch weder spricht noch 

versteht. Mit seinem Vater unterhält er sich in Deutsch. Kontakte zu 

Personen in Griechenland unterhält er keine. 

 - 6 - 

 

 

2.4.4. 

Zusammengefasst ist festzuhalten, dass der Beschuldigte in der Schweiz 

geboren und aufgewachsen ist und zufolge EGMR aufgrund seines 

Aufenthaltes in der Schweiz von mehr als 20 Jahren als «long-term 

immigrant», der an sich gar nicht mehr ausgewiesen werden sollte, gilt 

(Urteil des EGMR Nr. 52232/20 i.S. P.J. und R.J. gegen die Schweiz vom 

17. September 2024, § 28). Angesichts der langen Aufenthaltsdauer des 

Beschuldigten in der Schweiz und der Tatsache, dass er hier seinen 

Lebensmittelpunkt hat und hier verwurzelt ist, ist von einem sehr hohen 

privaten Interesse des Beschuldigten an einem Verbleib in der Schweiz und 

damit einem schweren persönlichen Härtefall im Sinne von Art. 66a Abs. 2 

StGB auszugehen, auch wenn sich seine wirtschaftliche und berufliche 

Integration in der Schweiz als ungenügend erweist und ihm eine 

Eingliederung zumindest in Brasilien zumutbar wäre. 

 

2.5. 

Der Beschuldigte hat sich u.a. der Katalogtat der Pornografie gemäss 

Art. 197 Abs. 4 Satz 2 StGB durch (elektronisches) Zugänglichmachen und 

Überlassen pornografischer Darstellungen von tatsächlichen sexuellen 

Handlungen Minderjähriger an Drittpersonen, schuldig gemacht. Es ist 

diesbezüglich jedoch von einem gerade noch leichten Verschulden (vor-

instanzliches Urteil E. 4.2.2) auszugehen. Er wird insgesamt zu einer 

bedingten Freiheitsstrafe von 10 Monaten und einer Verbindungsbusse von 

Fr. 3'000.00 verurteilt. Auch wenn die «Zweijahresregel», derzufolge es bei 

einer Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren oder mehr 

ausserordentlicher Umstände bedarf, damit das private Interesse des 

Betroffenen an einem Verbleib in der Schweiz das öffentliche Interesse an 

einer Landesverweisung überwiegt, nicht starr anzuwenden ist, und ein 

(erhebliches) öffentliches Interesse auch bei tieferen Strafen vorliegen 

kann (vgl. z.B. Urteile des Bundesgerichts 6B_1114/2022 vom 11. Januar 

2023 E. 4 und 6B_108/2024 vom 1. Mai 2024 E. 5), so liegt die ausge-

sprochene Freiheitsstrafe von 10 Monaten doch deutlich unter der Grenze 

von zwei Jahren. Vor allem aber ist im Lichte der zitierten Rechtsprechung 

des EGMR i.S. P.J. und R.J. gegen die Schweiz zu beachten, dass die 

Freiheitsstrafe bedingt ausgesprochen worden ist und der nicht vorbe-

strafte Beschuldigte somit gemäss EGMR keine erhebliche Gefahr für die 

öffentliche Sicherheit darstellt. Auch hat sich der Beschuldigte seit der 

Tatbegehung – soweit ersichtlich – wohl verhalten. 

 

Zusammengefasst ist festzuhalten, dass beim Beschuldigten, der seinen 

Lebensmittelpunkt in der Schweiz, wo er geboren und aufgewachsen ist, 

hat, aufgrund seines langen Aufenthalts in der Schweiz («long-term 

immigrant») nicht nur ein Härtefall zu bejahen ist, sondern ihm auch ein 

sehr hohes privates Interesse an einem Verbleib zu attestieren ist, welches 

unter Berücksichtigung der Rechtsprechung des EGMR und des Bundes-

gerichts das nicht unerhebliche öffentliche Interesse an der Anordnung der 

 - 7 - 

 

 

Landesverweisung überwiegt. Damit erweist sich die Berufung des 

Beschuldigten als begründet und es ist von einer Landesverweisung 

abzusehen. 

 

3. 

3.1. 

3.1.1. 

Der Beschuldigte obsiegt mit seiner Berufung vollumfänglich, nachdem 

keine Landesverweisung ausgesprochen wird. Ausgansgemäss sind die 

obergerichtlichen Verfahrenskosten auf die Staatskasse zu nehmen 

(Art. 428 Abs. 1 StPO). 

 

3.1.2. 

Die amtliche Verteidigerin ist für das Berufungsverfahren gestützt auf die 

von ihr anlässlich der Berufungsverhandlung eingereichten Kostennote, 

angepasste an die effektive Dauer der Verhandlung, mit gerundet 

Fr. 3'100.00 aus der Staatskasse zu entschädigen (Art. 135 Abs. 1 StPO 

i.V.m. § 9 Abs. 1 und Abs. 3bis AnwT; § 13 AnwT).  

 

Ausgangsgemäss ist der Beschuldigte nicht dazu verpflichtet, die der 

amtlichen Verteidigerin auszurichtende Entschädigung zurückzuzahlen 

(Art. 135 Abs. 4 StPO e contrario). 

 

3.2. 

3.2.1. 

Die erstinstanzliche Kostenregelung bedarf keiner Änderung (Art. 428 

Abs. 3 i.V.m. Art. 426 StPO). Der Beschuldigte wird verurteilt und hat somit 

die erstinstanzlichen Verfahrenskosten zu tragen. 

 

3.2.2. 

Die der amtlichen Verteidigerin für das erstinstanzliche Verfahren 

zugesprochene Entschädigung von Fr. 6'766.70 ist mit Berufung 

betragsmässig nicht angefochten worden, weshalb darauf im Berufungs-

verfahren nicht mehr zurückzukommen ist (Urteil des Bundesgerichts 

6B_1299/2018 vom 28. Januar 2019). 

 

Diese Entschädigung ist vom Beschuldigten zurückzufordern, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).  

 

4. 

Tritt das Berufungsgericht, wie vorliegend, auf die Berufung ein, so fällt es 

ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 Abs. 1 

StPO, Art. 81 StPO). 

  

 - 8 - 

 

 

   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. [in Rechtskraft erwachsen] 

Der Beschuldigte ist der mehrfachen Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 4 

Satz 2 StGB sowie Art. 197 Abs. 5 Satz 1 und 2 StGB schuldig. 

 

2. [in Rechtskraft erwachsen] 

Der Beschuldigte wird gemäss den in Ziff. 1 genannten Gesetzes-

bestimmungen sowie in Anwendung von Art. 47 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB, 

Art. 40 StGB, Art. 42 Abs. 1 und 4 StGB, Art. 44 Abs. 1 StGB und Art. 106 

StGB 

 

zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 10 Monaten, Probezeit 3 Jahre, und 

einer Verbindungsbusse von Fr. 3'000.00, ersatzweise 30 Tage Freiheits-

strafe, 

 

verurteilt. 

 

3. 

Von einer Landesverweisung wird gestützt auf Art. 66a Abs. 2 StGB und 

Art. 8 EMRK abgesehen. 

 

4. [in Rechtskraft erwachsen] 

Dem Beschuldigten wird gestützt auf Art. 67 Abs. 3 lit. d Ziff. 2 StGB 

lebenslänglich jede berufliche und jede organisierte ausserberufliche 

Tätigkeit, die einen regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen umfasst, 

verboten. 

 

5. [in Rechtskraft erwachsen] 

5.1. 

Folgende beschlagnahmten Gegenstände werden dem Beschuldigten 

nach vorgängiger Löschung der verbotenen Inhalte bzw. vollständiger 

Rücksetzung der Geräte auf Kosten des Beschuldigten herausgegeben: 

 

- Apple iPhone 8 inkl. Hülle und Ladegerät 

- Apple iPad inkl. Hülle 

 

Werden die Gegenstände nicht innert 30 Tagen nach Rechtskraft des 

vorliegenden Urteils bei der Vorinstanz oder der Staatsanwaltschaft 

herausverlangt oder die für die Löschung oder Rücksetzung anfallenden 

Kosten nicht bezahlt, trifft die Staatsanwaltschaft die sachgemässen 

Verfügungen. 

 

 - 9 - 

 

 

5.2. 

Folgende beschlagnahmte Gegenstände werden eingezogen: 

 

- M.2 Speicher Samsung 

- SSD Western Digital 

- USB-Stick 

- HDD Samsung 

- HDD Hitachi 

- M.2 Speicher Toshiba 

 

Die Staatsanwaltschaft trifft die sachgemässen Verfügungen. 

 

6. 

6.1. 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten werden auf die Staatskasse 

genommen. 

 

6.2. 

Die Obergerichtskasse wird angewiesen, der amtlichen Verteidigerin für 

das Berufungsverfahren eine Entschädigung von Fr. 3'100.00 auszu-

richten.  

 

7. 

7.1. 

Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten von Fr. 2'518.00 (inkl. Anklage-

gebühr von Fr. 1'000.00) werden dem Beschuldigten auferlegt.  

 

7.2. 

Die vorinstanzliche Gerichtskasse wird – soweit noch keine Auszahlung 

erfolgt ist – angewiesen, der amtlichen Verteidigerin für das erstinstanzliche 

Verfahren eine Entschädigung von Fr. 6'766.70 auszurichten. 

 

Die Entschädigung wird vom Beschuldigten zurückgefordert, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. 

 

  

 - 10 - 

 

 

 Zustellung an:  

[…] 

 
 
   

Hinweis zur Bedeutung der bedingt oder teilbedingt ausgesprochenen Strafe  

(Art. 44 Abs. 3 StGB) 

 

Bei einer ganz oder teilweise ausgefällten bedingten Freiheitsstrafe wird der Vollzug 

aufgeschoben. Gleichzeitig wird dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis fünf Jahren 

angesetzt. Hat sich der Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit bewährt, so wird die 

aufgeschobene Strafe nicht mehr vollzogen (Art. 45 StGB). Das bedeutet, dass die 

Freiheitsstrafe dann nicht anzutreten ist. Begeht der Verurteilte während der Probezeit aber 

ein Verbrechen oder Vergehen und ist deshalb zu erwarten, dass er weitere Straftaten 

verüben wird, so widerruft das Gericht grundsätzlich die bedingte Strafe (Art. 46 Abs. 1 

StGB).  

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der 

vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das 

Schweizerische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 

Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen 

Bundesgericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die 

Beschwerdelegitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 
   

Aarau, 25. Februar 2025 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 1. Kammer 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

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