# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 87b9663c-85cc-5d5c-8f1e-20b9f7457f24
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-08-28
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 28.08.2025 VG.2024.00088 (VG.2025.1505)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2024-00088_2025-08-28.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 28. August 2025

  
	
   

  
	
   

  
	
  I. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  Besetzung:
  Gerichtspräsident MLaw Colin Braun, Verwaltungsrichter Ernst Luchsinger,
  Verwaltungsrichterin Jolanda Hager und Gerichtsschreiberin MLaw Leonora Muji

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2024.00088

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    A.______

    	
    Beschwerdeführer

    

  

  
	
   

  
	
  	
    vertreten durch lic.
    iur. Mathias Zopfi, Rechtsanwalt

    
	
     

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Gemeinde Glarus Nord

    	
    Beschwerdegegner

    

  

  
	
   

  
	
  	
    vertreten durch MLaw
    Caterina Ventrici, Rechtsanwältin

    

  

  
	
   

  
	
  	
    2.

    	
    Departement Bau und Umwelt des Kantons
    Glarus

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  Gesamtrevision Nutzungsplanung Glarus Nord

  
	
   

  
	
   

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung:

  
	
  I.

  
	
  1.

  
	
  Nachdem
  die Gemeindeversammlung Glarus Nord die Gesamtrevision der Nutzungsplanung am
  24. April 2021 sowie am 27. April 2021 und am 16. September
  2022 sowie am 6. Juni 2023 beschlossen hatte, reichte die Gemeinde
  Glarus Nord dem Departement Bau und Umwelt des Kantons Glarus (DBU) die
  Planungsunterlagen zur Genehmigung ein. Am 20. August 2024 wies
  Letzteres unter anderem eine von A.______ dagegen erhobene Beschwerde ab.
  Gleichentags genehmigte es die Gesamtrevision der Nutzungsplanung, wobei es
  diese aufgrund der erledigten Beschwerdeentscheide bereinigte, Ausnahmen gewährte,
  redaktionelle Änderungen vornahm und der Gemeinde Glarus Nord Aufträge
  erteilte.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 A.______
  gelangte mit Beschwerde vom 20. September 2024 ans Verwaltungsgericht
  und beantragte die Aufhebung des Entscheids des DBU vom
  20. August 2024. Der Beschluss der Gemeindeversammlung Glarus Nord vom
  24. und 27. April 2021 sei insoweit aufzuheben, als dass er die
  Parz.-Nrn. 01 und 02, beide Grundbuch […], betreffe. Die genannten
  Liegenschaften seien wie bisher in der Bauzone zu belassen und die entsprechenden
  Flächen im Umfang von 591 m2 und 7'843 m2 der erweiterten Dorfzone
  Hang zuzuweisen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der
  Gemeinde Glarus Nord sowie des DBU. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um
  Durchführung eines Augenscheins.

  
	
   

  
	
  2.2
  Das DBU schloss am 20. November 2024 auf Abweisung der Beschwerde; unter
  Kostenfolge zu Lasten von A.______. Den nämlichen Antrag stellte die Gemeinde
  Glarus Nord am 4. Dezember 2024, soweit darauf einzutreten sei; unter
  Kosten- und Entschädigungsfolge.

  
	
   

  
	
  2.3
  A.______ hielt am 5. Februar 2025 an seinen Anträgen fest. Die Gemeinde
  Glarus Nord erneuerte am 9. April 2025 ihr Rechtsbegehren. Das DBU
  verzichtete am 19. Februar 2025 auf die Einreichung einer Duplik.

  
	
   

  
	
  II.

  
	
  1.

  
	
  1.1
  Das Verwaltungsgericht ist gemäss Art. 79 Abs. 1 des
  Raumentwicklungs- und Baugesetzes vom 2. Mai 2010 (RBG) i.V.m.
  Art. 105 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die
  Verwaltungsrechtspflege vom 4. Mai 1986 (VRG) sowie gemäss Art. 28
  Abs. 3 RBG zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Da auch
  die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde
  einzutreten.

  
	
   

  
	
  1.2

  
	
  1.2.1 In Bezug auf Nutzungspläne, die sich auf das
  Raumplanungsgesetz und seine eidgenössischen oder kantonalen
  Ausführungsbestimmungen stützen, müssen die Kantone neben dem
  Genehmigungsverfahren gemäss Art. 26 des
  Bundesgesetzes über die Raumplanung vom 22. Juni 1979 (RPG) auch
  ein Rechtsmittel vorsehen (vgl. Art. 33 Abs. 2 RPG). Dabei hat wenigstens eine
  Beschwerdebehörde die angefochtenen Nutzungspläne einer vollen Überprüfung zu
  unterziehen (vgl. Art. 33 Abs. 3 lit. b RPG). Nicht
  erforderlich ist, dass es sich bei der Beschwerdebehörde im Sinne von
  Art. 33 Abs. 2 RPG um ein Gericht handelt. Eine von der planfestsetzenden
  Behörde unabhängige Einspracheinstanz kann den Anforderungen von Art. 33
  RPG genügen (vgl. BGE 127 II 238 E. 3b/bb,
  119 Ia 321 E. 5c). Als letzte kantonale Instanz hat indessen
  in jedem Fall ein Gericht über die Anfechtung von Nutzungsplänen zu befinden.
  Ist die letzte kantonale Gerichtsinstanz zugleich die einzige richterliche
  Rechtsmittelbehörde auf kantonaler Ebene, haben die Kantone zu gewährleisten,
  dass sie den Sachverhalt frei prüft und das massgebende Recht von Amtes wegen
  anwendet (BGer-Urteil 1C_483/2021 vom 10. März 2022 E. 4.3.1).

  
	
   

  
	
  1.2.2 Das Verwaltungsgericht hat als richterliche
  Beschwerdebehörde zu beachten, dass es Rechtsmittel- und nicht
  Planungsinstanz ist, was insbesondere dann gilt, wenn es um lokale
  Angelegenheiten geht (BGer-Urteil 1C_97/2014 vom 9. Februar 2015
  E. 3.3). Zudem hat es bei seiner Prüfung die Gemeindeautonomie zu
  respektieren (Art. 50 Abs. 1 der
  Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April
  1999 [BV]). Ihm kommt in seiner Funktion als Rechtsmittelinstanz nicht
  die Rolle einer Oberplanungsbehörde zu. Es hat namentlich den
  Gestaltungsbereich zu beachten, welchen den Planungsträgern durch Art. 2
  Abs. 3 RPG zuerkannt wird. In diesem Sinne hat es sich in Bezug auf die
  Überprüfung einer Nutzungsplanung Zurückhaltung aufzuerlegen.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1
  Der Beschwerdeführer beantragt die Durchführung eines Augenscheins. Dieser
  sei wichtig und notwendig, um einen rechtsgenüglichen Eindruck der Einordnung
  und Bebaubarkeit der streitbetroffenen Liegenschaften zu gewinnen, wobei sich
  deren Umgebung denn auch weiterentwickelt habe.

  
	
   

  
	
  2.2 Gemäss
  Art. 38 Abs. 1 lit. f VRG kann die Behörde einen Augenschein
  durchführen. Der Entscheid darüber, ob ein Augenschein angeordnet wird, steht
  im pflichtgemässen Ermessen der anordnenden Behörde. Eine Pflicht zur
  Durchführung eines Augenscheins besteht nur dann, wenn die tatsächlichen
  Verhältnisse auf andere Weise überhaupt nicht abgeklärt werden können. Ein
  Augenschein ist insbesondere dann geboten, wenn die tatsächlichen
  Verhältnisse unklar sind und anzunehmen ist, die Parteien vermögen
  durch ihre Darlegungen an Ort und Stelle Wesentliches zur Erhellung der
  sachlichen Grundlagen des Rechtsstreits beizutragen.
  Der Verzicht auf Durchführung eines Augenscheins ist zulässig, wenn die Akten
  eine hinreichende Entscheidgrundlage darstellen (vgl. VGer-Urteil
  VG.2024.00006 vom 27. Juni 2024 E. II/1.3, VG.2023.00043 vom
  25. Januar 2024 E. II/1.4). 

  
	
   

  
	
  2.3 Vorliegend ist
  strittig, ob die Zuweisung der Parz.-Nrn. 01 und 02, beide Grundbuch
  […], in die Landwirtschaftszone bzw. die Zone übriges Gemeindegebiet
  rechtmässig erfolgt ist. Hierbei stellen sich hauptsächlich
  Rechtsfragen, wozu ein Augenschein für die Behandlung der Beschwerde kaum
  Entscheidwesentliches beitragen kann. Soweit die Lage und die Verhältnisse
  vor Ort in die Entscheidfindung einfliessen müssen, ergibt sich der
  massgebende Sachverhalt sodann rechtsgenüglich aus den im Recht liegenden
  Akten sowie den im Internet frei zugänglichen Informationen. Dabei verkennt
  der Beschwerdeführer, dass sich die Planungsabsichten und das
  Planungsbedürfnis stets auf Räume beziehen, weshalb der Beschaffenheit seiner
  Liegenschaft nur untergeordnete Bedeutung zukommt. Auf einen Augenschein kann
  dementsprechend verzichtet werden.

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 Indem
  der Beschwerdeführer vorbringt, die Beschwerdegegner seien bei Beurteilung
  der streitbetroffenen Liegenschaft nur ungenügend auf die vorgebrachten
  Argumente eingegangen, macht er sinngemäss eine Verletzung des rechtlichen
  Gehörs geltend.

  
	
   

  
	
  3.2 Gemäss Art. 29 Abs. 2 BV haben die Parteien
  Anspruch auf rechtliches Gehör. Dessen Teilgehalte sind das Anhörungsrecht
  der von einer Verfügung betroffenen Person vor deren Erlass, das
  Mitwirkungsrecht der Parteien bei der Beweiserhebung, das Akteneinsichtsrecht,
  das Recht auf Vertretung oder Verbeiständung in einem Verfahren sowie der
  Anspruch auf die Begründung von Verfügungen (vgl. Ulrich Häfelin/Georg
  Müller/Felix Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. A.,
  Zürich/St. Gallen 2020, Rz. 1001 ff.). Der Anspruch auf
  rechtliches Gehör dient einerseits der Sachaufklärung und stellt andererseits
  zugleich ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht der Parteien dar
  (BGE 135 II 286 E. 5.1,
  129 I 232 E. 3.2). Die Pflicht zur genügenden Begründung
  eines Entscheids ergibt sich dabei einerseits aus Art. 74 Abs. 1
  lit. d VRG, anderseits aus dem verfassungsrechtlich garantierten Anspruch
  auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV). Die Begründung von
  Verfügungen muss so abgefasst sein, dass sich die Betroffenen über die
  Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der
  Sache an die höhere Instanz weiterziehen können. Die Verfügung muss zumindest
  kurz die wesentlichen Überlegungen nennen, von denen sich die
  Entscheidinstanz hat leiten lassen und auf die sie ihren Entscheid stützt
  (BGE 150 II 48 E. 2.2,
  148 III 30 E. 3.1).

  
	
   

  
	
  3.3 Dem
  vorliegend angefochtenen Entscheid kann der Beschwerdeführer ohne Weiteres
  entnehmen, weshalb die Zuweisung der streitbetroffenen Teilflächen in die
  Landwirtschaftszone bzw. in die Zone übriges Gemeindegebiet als
  rechtmässig erachtet wurde. Dabei ist massgebend, dass der angefochtene
  Entscheid die wesentlichen Überlegungen
  enthält, von denen sich der Beschwerdegegner 2 hat leiten lassen. Mit
  diesen setzt sich der Beschwerdeführer in seiner Beschwerdeschrift denn
  auch vertieft auseinander. Folglich konnte er seine Verteidigungsrechte
  rechtsgenüglich wahrnehmen, womit im Ergebnis keine Verletzung des
  rechtlichen Gehörs festzustellen ist.

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  4.1

  
	
  4.1.1
  Vom Beschwerdeführer wird
  des Weiteren zu Recht nicht bestritten, dass die Beschwerdegegnerin 1
  bundesrechtlich dazu verpflichtet ist, die Bauzonen zu reduzieren. Indessen
  stellt er sich auf den Standpunkt, die Auszonungsstrategie der
  Beschwerdegegnerin 1 sei unrechtmässig, da diese auf überholten Entwicklungsszenarien basiere.
  Gemäss Planungs- und Mitwirkungsbericht sei davon auszugehen, dass die
  betroffene Gemeinde im Jahr 2033 eine Bevölkerung von 20'992 Personen
  haben werde. Tatsächlich sei jedoch bereits am 31. Dezember 2023 eine
  Bevölkerungszunahme seit dem Jahr 2018 von fast 5 % ausgewiesen. Es sei
  deshalb offensichtlich, dass die prognostizierte Zahl weit höher ausfallen
  werde als in den Szenarien angenommen. Demzufolge hätte bei Anwendung
  realistischer Entwicklungsszenarien die geeigneten Liegenschaften nicht
  ausgezont werden dürfen.

  
	
   

  
	
  4.1.2 Die Beschwerdegegnerin 1 hält fest, das
  übergeordnete Recht verlange zwingend eine bedarfsgerechte Anpassung der
  geltenden Nutzungspläne, insbesondere der Bauzonendimensionierung. Die
  Bauzonen würden den aktuellen Bedarf bei weitem übersteigen. Aktuell seien
  4'800 Einwohnergleichwerte möglich. Gefordert seien aber lediglich 3'200,
  wobei nicht einmal berücksichtigt sei, dass die Siedlungsentwicklung nach
  innen weitere Reserven schaffe. Das Dorf […]
  verfüge über zu grosse Nutzungsreserven, wobei rund 40 % der Flächen der
  Wohn-, Misch- und Zentrumszonen (WMZ) nicht überbaut seien. Die
  Reserveflächen würden denn auch rund einen Fünftel des in den nächsten 10 bis
  15 Jahren erwarteten Bevölkerungswachstums der Gemeinde Glarus Nord
  abdecken. Für eine Reduktion überdimensionierter Bauzonen würden sich
  prioritär grössere, unüberbaute und nicht erschlossene Parzellen am
  Siedlungsrand eignen. Weniger in Frage kämen demgegenüber Gebiete, welche
  noch (allseitig) von bereits überbauten Bauzonen um- und erschlossen seien.
  Eine Nichteinzonung sei in erster Linie aufgrund raumplanerischer Kriterien
  unter Berücksichtigung der Grundsätze der Raumplanung vorzunehmen, was die
  Beschwerdegegnerin 1 bei sämtlichen grösseren nicht bebauten Flächen auf
  deren Eignung hin untersucht habe. Mit Blick darauf habe der
  Beschwerdegegner 2 zu Recht festgestellt, dass die vorliegende
  Auszonungsstrategie nach Massgabe von Art. 15 Abs. 1 RPG sowie des
  kantonalen Richtplans (KRIP) rechtskonform vorgenommen worden sei.

  
	
   

  
	
  4.1.3 Der Beschwerdegegner 2 führt aus, die
  zugrunde gelegten Zahlen und Daten der Reservenberechnung seien in Bezug auf
  die Auszonungsstrategie, die Richtplankonformität und die Annahmen der
  Beschwerdegegnerin 1 umfassend überprüft und deren Richtigkeit
  festgestellt worden. Insofern habe Letztere die entsprechende
  Auszonungsstrategie für ihr Gemeindegebiet bundesrechts- und richtplankonform
  vorgenommen.

  
	
   

  
	
  4.2

  
	
  4.2.1 Der Richtplan legt im Bereich Siedlung
  insbesondere fest, wie gross die Siedlungsfläche insgesamt sein soll, wie sie
  im Kanton verteilt sein soll und wie ihre Erweiterung regional abgestimmt
  wird (Art. 8a Abs. 1 RPG; vgl. hierzu auch Pierre Tschannen,
  in Heinz Aemisegger et al. [Hrsg.], Praxiskommentar RPG: Richt- und Sachplanung,
  Interessenabwägung, Zürich/Basel/Genf 2019, Art. 8a N. 7 ff.).
  Die örtlich differenzierte Zuweisung von Siedlungsflächen bildet ein
  wirksames Mittel, die künftige Siedlungstätigkeit gezielt zu fördern, zu
  kanalisieren, wo nötig auch zu bremsen oder zu unterbinden. Der Kanton hat
  sich mit anderen Worten um die räumliche Steuerung der Siedlungsentwicklung
  zu bemühen. Hierbei verfügt er im Rahmen seiner Raumentwicklungsstrategie
  über einen erheblichen Gestaltungsspielraum (vgl. Urteil des
  Kantonsgerichts Luzern 7H 21 236 vom 26. Juli 2022
  E. 6.3.1).

  
	
   

  
	
  4.2.2 Die Bauzonen sind nach Art. 15 RPG so
  festzulegen, dass sie dem voraussichtlichen Bedarf für 15 Jahre entsprechen
  (Abs. 1). Überdimensionierte Bauzonen sind zu reduzieren (Abs. 2).
  Wie der Bedarf errechnet wird, lässt das Gesetz indes offen. Gemäss dem
  Wortlaut von Art. 15 Abs. 1 RPG geht es um einen voraussichtlichen
  Bedarf. Es handelt sich daher nicht um eine mathematisch exakte Berechnung,
  sondern um eine Prognose (Heinz Aemisegger/Samuel Kissling, in Heinz Aemisegger
  et al. [Hrsg.], Praxiskommentar RPG: Nutzungsplanung, Zürich/Basel/Genf 2016,
  Art. 15 N. 47). Gemäss Art. 5a der Raumplanungsverordnung vom
  28. Juni 2000 (RPV) bestimmt der Kanton im Richtplan ergänzend zu den
  Festlegungen nach Art. 8a Abs. 1 RPG, von welcher Entwicklung der
  Wohnbevölkerung und der Beschäftigten er zur Ermittlung seines
  Bauzonenbedarfs ausgeht (Abs. 1). Wachstumsannahmen über dem mittleren
  Szenario des Bundesamts für Statistik (BFS) für die Bevölkerungsentwicklung
  sind für die Bestimmung der im Kanton insgesamt benötigten
  Bauzonenkapazitäten zu berücksichtigen, soweit sie das hohe Szenario des BFS
  nicht überschreiten. Überschreiten sie dieses Szenario, so sind sie nur zu
  berücksichtigen, soweit die reale Entwicklung sie bestätigt hat (Abs. 2
  lit. a) oder sie die Beschäftigten betreffen und der Kanton im Richtplan
  nachweist, dass seine Annahmen plausibler sind als diejenigen der
  BFS-Szenarien für das Wachstum der Wohnbevölkerung (Abs. 2 lit. b).
  Der Kanton erteilt im Richtplan die Aufträge, die nötig sind, um die Grösse
  und Lage der Bauzonen periodisch zu überprüfen und die notwendigen Massnahmen
  zu treffen (Abs. 3 lit. a); die bestehenden und neu geschaffenen
  Bauzonen bodensparend und effizient zu bebauen und zu verdichten (Abs. 3
  lit. b); die für Rückzonungen vorgesehenen Flächen planungsrechtlich zu
  sichern (Abs. 3 lit. c) und zeitgerecht, spätestens aber fünf Jahre
  nach Festlegung der planungsrechtlichen Massnahmen, zum Mittel der
  Ersatzvornahme zu greifen, sofern die zuständige Gemeinde bis dahin keinen
  Beschluss zur Umsetzung gefasst hat (Abs. 3 lit. d). Kantone mit zu
  grossen Bauzonen zeigen zusätzlich, mit welchen Massnahmen und innerhalb
  welcher Frist sie die Anforderungen nach Art. 15 RPG erfüllen werden.
  Sind die Bauzonen deutlich zu gross, so macht der Kanton die notwendigen
  Vorgaben, um die Bauzonen insgesamt zu verkleinern (Abs. 4). Die pro
  Einwohnerin und Einwohner und pro Beschäftigten-Vollzeitäquivalent
  beanspruchte Bauzonenfläche, die sich ein Kanton bei der Beurteilung seiner
  Wohn‑, Misch- und Zentrumszonen nach Art. 15 Abs. 1 und 2 RPG
  höchstens anrechnen lassen darf, entspricht dem für die Gemeinden des Kantons
  ermittelten Werts. Ist der Wert für eine Gemeinde höher als derjenige,
  welcher die Hälfte der vergleichbaren Gebietseinheiten erreicht, so darf nur
  dieser tiefere Wert angerechnet werden (Art. 30a Abs. 1 RPV).

  
	
   

  
	
  4.2.3 Gemäss Art. 15 und Art. 8a
  Abs. 1 lit. d RPG berechnet der Kanton Glarus mittels Vorgaben der
  Technischen Richtlinien Bauzonen (TRB) die Kapazität und die Auslastung
  seiner Bauzonen im Hinblick auf den Bauzonenbedarf für die nächsten
  15 Jahre und stellt die korrekte Bauzonendimensionierung mit
  entsprechenden Vorgaben im Richtplan sicher. Für die Beurteilung der
  entsprechenden Richtplaninhalte durch den Bund im Rahmen der Prüfung und
  Genehmigung sind die Vorgaben des RPG und der RPV sowie der TRB und der
  Ergänzung des Leitfadens Richtplanung massgebend (vgl. Prüfungsbericht
  des Bundesamts für Raumentwicklung [ARE] vom 10. November 2021 S. 19,
  abrufbar unter: https://www.are.admin.ch [zuletzt besucht am 28. August
  2025]). Als richtungsweisende Festlegung hält der KRIP2018 (Stand
  17. August 2022) in R-B4 dabei fest, dass sich die Siedlungen im Kanton
  Glarus grundsätzlich nach innen entwickeln. Die landwirtschaftlichen und
  ökologisch wertvollen Flächen werden geschont und der Boden haushälterisch
  genutzt. Die Entwicklung von Gebieten mit guter Erschliessung durch den
  öffentlichen Verkehr ist zwar grundsätzlich prioritär. Eine weitere
  Ausdehnung des Siedlungsgebiets ist aber zu vermeiden. Für die Bemessung des
  Siedlungsgebiets gemäss Richtplan (Planungshorizont 2045) und der Bauzonen
  (Planungshorizont 2035) stützen sich der Kanton und die Gemeinden auf das
  Bevölkerungsszenario "hoch" gemäss BFS. Das Siedlungsgebiet umfasst
  dabei 1'575 ha (Festsetzung) und wird in der Richtplankarte
  (Zwischenergebnis) ausgewiesen, mit dem Ziel, den Gesamtumfang des
  Siedlungsgebiets mindestens um 30 ha zu reduzieren. Die
  Siedlungsentwicklung findet innerhalb des Siedlungsgebiets statt. Bei den
  Gemeinden mit einem Siedlungsgebiet mit Koordinationsstand
  "Zwischenergebnis" kann das Siedlungsgebiet räumlich abweichend von
  der Richtplankarte festgelegt werden. Dies, wenn die neue Lage mindestens
  eine gleichwertige Siedlungsentwicklung gewährt. Das Siedlungsgebiet kann
  dabei insgesamt aber nicht vergrössert werden (vgl. KRIP2018 S3-B/1).

  
	
   

  
	
  4.3

  
	
  4.3.1 Wie bereits dargelegt, richtet der Kanton
  Glarus seine Planungen auf das Szenario hoch des Bundes aus. Das im KRIP2018
  festgesetzte Siedlungsgebiet umfasst dabei eine Fläche von insgesamt
  1'575 ha. Dieser Gesamtumfang ist um mindestens 30 ha zu reduzieren
  (KRIP2018 S3-B/1). Das Siedlungsgebiet umfasst den gewachsenen
  Siedlungskörper mit den überbauten und den nicht überbauten Bauzonen, die
  innerhalb des Siedlungskörpers von Bauzonen umschlossenen Grün- und
  Freiflächen, die Flächen für Verkehrsanlagen sowie die Flächen für
  Bauzonenerweiterungen (KRIP2018 S3-A). Im KRIP2018 wird weiter festgehalten,
  dass die Bevölkerung im Kanton Glarus gemäss BFS-Szenario hoch um 4'840
  Einwohner bis 2035 bzw. 6'110 Einwohner bis 2045 zunehmen wird
  (vgl. S4). In Bezug auf die Gemeinde Glarus Nord beträgt das erwartete
  Bevölkerungswachstum bis 2035 +14.9 % und 3'480 Einwohner bis 2045.
  Diese Wachstumsannahmen sind richtungsweisend (vgl. S4.1-B/1).

  
	
   

  
	
  4.3.2 Die vorgenannten Daten und Annahmen
  (vgl. vorstehende E. II/4.3.1) werden vom Beschwerdeführer weder
  substantiiert bestritten noch sind Hinweise erkennbar, welche berechtigte
  Zweifel an der Richtigkeit der gestützt darauf vorgenommenen Berechnung der
  Beschwerdegegnerin 1 begründen könnten (vgl. zur Berechnung der
  Beschwerdegegnerin 1 etwa Anhang 8 des Planungs- und
  Mitwirkungsberichts vom 30. Juli 2021 sowie den Richtplantext zum Gemeinderichtplan
  (GRIP) vom 2. Oktober 2014). Zwar ist mit Blick auf die Rüge des
  Beschwerdeführers festzustellen, dass die ständige Wohnbevölkerung im Kanton
  Glarus seit Dezember 2017 bis Dezember 2024 von 40'349 auf 42'371 Bewohner
  angestiegen ist, was einem Wachstum von 2'022 Personen entspricht (Daten
  abrufbar unter: https://www.pxweb-admin-a.bfs.admin.ch [zuletzt besucht am
  28. August 2025]). Dies ist indessen dahingehend zu relativieren, dass
  die jährlichen Wachstumszahlen zwischen 54 und 585 Personen einerseits
  relativ stark variieren. Andererseits entsprechen sie einem jährlichen
  Durchschnitt von (gerundet) 289 Personen, wobei das BFS-Szenario hoch während
  der Nutzungsplanperiode bis ins Jahr 2035, welches im Übrigen für die
  vorliegend zu beurteilende Nutzungsplanung bzw. hinsichtlich des
  Baulandbedarfs für 15 Jahre gemäss Art. 15 Abs. 1 RPG massgebend
  ist, von einer durchschnittlich ansteigenden Wohnbevölkerung pro Jahr von
  über 300 Personen im Kanton Glarus ausgeht (Wachstum von 40'990 auf
  45'830 Personen in den Jahren 2020 bis 2025 [KRIP2018 S4]). Entsprechend
  ist im Ergebnis nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin 1 bei
  ihren Berechnungen auf die im KRIP2018 enthaltenen Daten und Zahlen
  abgestellt und die vorgenannten Schwankungen im Rahmen ihrer Rückzonungsstrategie
  berücksichtigt hat, indem sie ihren Berechnungen das hohe Szenario des BFS
  gemäss KRIP2018 zugrunde legte. Dies nicht zuletzt deshalb, weil nicht davon
  auszugehen ist, dass die Wohnbevölkerung – wie beispielsweise im Jahr 2023 –
  künftig überdurchschnittlich wächst bzw. das Jahr 2023 wohl eher als
  Ausreisser zu taxieren ist und die hierfür verantwortlichen Gründe als
  ausserordentlich einzustufen sind, was die Wachstumszahlen der übrigen Jahre,
  welche jeweils ähnlich hoch sind, nahelegen. Vor diesem Hintergrund bleibt zu
  erwähnen, dass selbst in der aktuellen Revision des Richtplans keine
  Anpassung dieser Werte vorgesehen ist (vgl. hierzu S4.1 im Richtplantext
  vom 17. April 2025 betreffend die geplanten Richtplananpassungen,
  abrufbar unter: https://www.gl.ch/public [zuletzt besucht am 28. August
  2025]), was ebenfalls darauf hindeutet, dass die Voraussetzungen für ein
  Überschreiten des hohen Szenarios im Sinne von Art. 5a Abs. 2 RPV
  nicht erfüllt sind (vgl. zum Ganzen auch den aktuellen Bericht zur
  räumlichen Entwicklung der Kantone der gemeinsamen Raumbeobachtung SG AR AI
  GL vom September 2024, abrufbar unter: www.gl.ch [zuletzt besucht am
  28. August 2025]).

  
	
   

  
	
  4.3.3 Lediglich der Vollständigkeit halber
  anzumerken ist, dass selbst die tatsächliche Wachstumsprognose und allenfalls
  erhöhte Bevölkerungsentwicklung einer einzelnen Gemeinde, welche gegenüber
  der Prognose gemäss KRIP2018 erhöht ausfallen kann, nicht ohne Weiteres
  Anlass zur Relativierung der Zielvorgaben des Richtplans gibt, da ansonsten
  die vom Kanton im KRIP2018 festgehaltene längerfristige Entwicklungsstrategie
  unterlaufen würde. Die Zielvorgaben des KRIP2018 anhand der
  Bevölkerungswachstumsprognosen wirken sich zwar auf die Grösse der Bauzonen
  einer Gemeinde aus, verhindern aber nicht ein allfällig höheres
  Bevölkerungswachstum innerhalb der Bauzonen auf dem Weg der inneren
  Verdichtung. In grundsätzlicher Hinsicht festzuhalten ist zudem, dass Bund
  und Kantone bezüglich der Entwicklungsvorstellungen im Zusammenhang mit der
  Dimension der Bauzonen eine längerfristige Perspektive verfolgen. So verlangt
  denn auch das Gesetz, die Bauzonengrösse am Bedarf der nächsten 15 Jahre
  auszurichten. Dies ist mit so vielen Unwägbarkeiten verbunden, dass es sich
  zwangsläufig nur um eine Schätzung handeln kann. Diese Unsicherheit spiegelt
  sich in der Breite der Annahmen, welche die Kantone treffen können, und in
  den für sie insgesamt vorteilhaften Grenzen der Vorgaben des Bundes. Sind die
  Annahmen einmal getroffen, so ist der nächste Schritt eine eigentliche
  Berechnung, auch wenn sie im Bewusstsein erfolgt, dass die Annahmen einem
  erheblichen Wandel unterworfen sind (vgl. zum Ganzen: Urteil des
  Kantonsgerichts Luzern 7H 21 236 vom 26. Juli 2022
  E. 6.3.6 f.). Vor diesem Hintergrund führt dementsprechend selbst
  eine isolierte Betrachtung der teilweise jährlich höher ausgefallenen
  Wachstumszahlen der Gemeinde Glarus Nord gegenüber den prognostizierten
  Werten gemäss KRIP2018 nicht dazu, dass vom hohen Szenario gemäss KRIP2018
  abzuweichen ist.

  
	
   

  
	
  4.3.4 Insgesamt vermag der Beschwerdeführer mit
  seiner Rüge, wonach die realen Entwicklungen zeigten, dass das angenommene
  Wachstumsszenario gemäss KRIP2018 übertroffen wurde oder wird, nichts zu
  seinen Gunsten abzuleiten. Die von der Beschwerdegegnerin 1 errechnete
  Reduktion ihrer Bauzonen, wozu sie mit Blick auf die bundesrechtlichen
  Bestimmungen und die kantonale sowie kommunale Richtplanung verpflichtet ist,
  ist damit im Ergebnis nicht zu beanstanden.

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  5.1

  
	
  5.1.1
  Der Beschwerdeführer rügt weiter,
  die Parz.-Nrn. 01 und 02, beide Grundbuch […], würden nicht ausserhalb
  des überbauten Gebiets liegen. Vielmehr bestehe ein grosses Areal an einer
  Toplage, welches ideal für eine Überbauung sei. So bestehe denn auch ein
  Bedürfnis nach einem entsprechenden Angebot, da unmittelbar östlich ein
  grosses Sport- und Trainingscenter angrenze. Darüber hinaus befinde sich
  südlich der streitbetroffenen Liegenschaften ein überbautes Gebiet, womit
  eine Baulücke zwischen den angrenzenden Liegenschaften geschlossen werden
  könne. Hinzu komme, dass seine Liegenschaften entgegen den Ausführungen der
  Beschwerdegegnerin 2 erschlossen und baureif seien. So seien Wasser und
  Strom angrenzend an die Parzelle vorhanden und die Feinerschliessung könne
  problemlos realisiert werden. Des Weiteren bestehe aufgrund der auf der
  Parz.-Nr. 03, Grundbuch […], lastenden Dienstbarkeit zu Gunsten der
  Parz.-Nr. 04, Grundbuch […], die Möglichkeit, Letztere mit einer
  privaten Strasse zu erschliessen. Ferner könne entgegen der Auffassung der
  Beschwerdegegnerin 2 nicht von einer geringen Erschliessungsqualität mit
  dem öffentlichen Verkehr die Rede sein, da eine diesbezügliche Haltestelle in
  problemloser Fussdistanz an der Kantonsstrasse vorhanden sei. Schliesslich
  werte die im Richtplan erwähnte Zubringeranlage vom […] nach […] die Liegenschaften
  einerseits massiv auf, weshalb deren Auszonung nicht nachvollziehbar sei.
  Andererseits stelle das angrenzende Gebiet einen Entwicklungsschwerpunkt dar,
  weshalb die streitbetroffenen Liegenschaften dessen logische Fortsetzung und
  Erweiterung darstellen würden. Dies ergebe sich überdies auch durch die
  Überbauung der angrenzenden Liegenschaften. Mit diesen Punkten habe sich die
  Vorinstanz indessen nicht vertieft auseinandergesetzt, wobei dem Eingriff in
  sein Eigentum im Übrigen auch kein überwiegendes öffentliches Interesse
  entgegenstehe.

  
	
   

  
	
  5.1.2
  Die Beschwerdegegnerin 1 führt aus,
  die streitbetroffenen Liegenschaften seien weder als im "weitgehend
  überbauten Gebiet" liegend noch als "Baulücke" zu
  qualifizieren. Vielmehr würden sie zusammen mit den angrenzenden Parzellen
  eine grosse, zusammenhängende, noch nicht bebaute Fläche darstellen. Diese
  sei prädestiniert für eine Nichteinzonung, da eine kompakte
  Bauzonenausscheidung möglich sei. Entgegen der Auffassung des
  Beschwerdeführers seien die betroffenen Liegenschaften denn auch nicht
  hinreichend erschlossen. Insoweit entspreche dies auch den
  Planungsgrundsätzen des RPG, wonach Grundstücke mit fehlender oder schlechter
  Erschliessung und nicht angemessener Anbindung an den öffentlichen Verkehr
  für Rückzonungen zu bevorzugen seien. Schliesslich würde eine Zuweisung der
  beiden Liegenschaften in die Bauzone dem Grundsatz der Siedlungsentwicklung
  nach innen diametral entgegenstehen.

  
	
   

  
	
  5.1.3
  Der Beschwerdegegner 2 vertritt
  ebenfalls die Auffassung, bei den streitbetroffenen Liegenschaften handle es
  sich nicht um eine eigentliche Baulücke. Es liege darüber hinaus kein
  weitgehend überbautes Gebiet vor und die Fläche eigne sich als
  Landwirtschaftszone. Sodann gehöre zur Qualifikation als weitgehend überbautes
  Gebiet auch ein Zusammenspiel mit der noch grösseren, benachbarten
  Parz.-Nr. 04, Grundbuch […], welche ebenfalls der Nichtbauzone
  zugewiesen worden sei, was vom Beschwerdeführer nicht in Abrede gestellt
  werde. Eine strassenmässige Feinerschliessung sei ferner ebenfalls nicht
  ersichtlich. Soweit er, der Beschwerdeführer, auf die Zubringeranlage vom […]
  nach […] hinweise, könne er hieraus nichts zu seinen Gunsten ableiten, wobei
  diesbezüglich ohnehin von einem Richtplanhorizont von 25 bis 30 Jahren
  auszugehen sei und insofern noch keine handfesten Realisierungsabsichten
  bestehen würden. Folglich dürfe hieraus nicht auf eine Aufwertung der
  Liegenschaft geschlossen werden. Im Übrigen ziele sein Vorbringen in Bezug
  auf die Bauarbeiten auf den Parz.-Nrn. 05 und 03, beide Grundbuch […],
  ins Leere, da diese bisher der Wohn- und Gewerbezone und neu der Dorfzone
  Hang zugewiesen worden seien. Entsprechend handle es sich nicht um
  vergleichbare Parzellen, wobei deren bessere Erschliessung nicht für eine
  Belassung der streitbetroffenen Liegenschaften in der Bauzone sprechen
  würden. Schliesslich habe er, der Beschwerdegegner 2, die
  Interessenabwägung korrekt vorgenommen. Vorliegend bestehe nämlich ein
  überwiegendes öffentliches Interesse an der Rückzonung überdimensionierter
  Bauzonen, was im Übrigen auch der bundesgerichtlichen Praxis entspreche.

  
	
   

  
	
  5.2

  
	
  5.2.1 Art. 15
  RPG gibt den Planungsträgern die für die Ausscheidung von Bauzonen
  massgebenden Kriterien vor, welche sowohl für das Gebiet, in welchem sich
  eine Parzelle befindet, als auch für diese selbst erfüllt sein müssen. Diese
  gesamtheitliche Betrachtungsweise relativiert im Bereich der Raumplanung den
  allgemeinen Verfassungsgrundsatz der Gleichbehandlung der Grundeigentümer.
  Daher gibt es grundsätzlich keinen Anspruch auf Zuweisung von Land in eine
  Bauzone. Art. 15 RPG gehört dabei zu den Kernelementen für die Trennung
  von Bau- sowie Nichtbaugebiet und beschränkt die Ausdehnung der Bauzonen. So
  sind beispielsweise überdimensionierte Bauzonen zu reduzieren und die inneren
  Nutzungsreserven konsequent zu mobilisieren (vgl. auch Art. 5a
  Abs. 3 lit. b RPV). Die Kriterien von Art. 15 RPG müssen
  schliesslich immer insbesondere anhand der Ziele und Grundsätze der
  Raumplanung gemäss Art. 1 und Art. 3 RPG sowie des Prinzips der nachhaltigen
  Entwicklung umgesetzt werden (vgl. BGE 140 II 25
  E. 4.3; zum Ganzen: Aemisegger/Kissling, Art. 15
  N. 4 f.).

  
	
   

  
	
  5.2.2 Art. 15 RPG bezweckt im Kern die
  Begrenzung des Siedlungswachstums nach aussen. Die Bauzonen haben zwingend
  dem voraussichtlichen Bedarf von 15 Jahren zu entsprechen (Abs. 1),
  wobei eine Pflicht zur Redimensionierung übergrosser Bauzonen besteht
  (Abs. 2). Die Behörden sind verpflichtet, Lage und Grösse der Bauzonen
  über die Gemeindegrenzen hinaus abzustimmen. Hierbei sind die Ziele und
  Grundsätze der Raumplanung zu befolgen und es besteht das Gebot der
  umfassenden Interessenabwägung (Abs. 3). Art. 15 Abs. 4 RPG
  befasst sich sodann mit den Anforderungen von Neueinzonungen. Die darin
  enthaltenen Voraussetzungen (lit. a - e) müssen kumulativ erfüllt sein,
  damit neu Land einer Bauzone zugewiesen werden kann.

  
	
   

  
	
  5.3

  
	
  5.3.1 Wie bereits dargelegt, ist die
  Beschwerdegegnerin 1 verpflichtet, ihre Bauzonen gemäss den Vorgaben des RPG
  und der kantonalen Richtplanung zu redimensionieren. Ziel ist es, die
  Bauzonengrösse dem effektiven Bedarf für die nächsten 15 Jahre anzupassen
  (Art. 15 Abs. 1 RPG). Entsprechend dürfen die Bauzonen nur so gross
  sein, wie es dem prognostizierten Wohn- und Arbeitsflächenbedarf entspricht.
  Auf Gemeindeebene muss eine Auslastung der Bauzonen von mindestens 95 %
  erreicht werden. Dem kam die Beschwerdegegnerin 1 nach, indem sie die
  Bauzonen auf das erforderliche Mass und mit Blick auf den Planungshorizont zu
  reduzieren beabsichtigt. Der voraussichtliche Bedarf an Bauzonen wurde dabei
  richtplankonform festgelegt und die diesbezüglichen Berechnungen der
  Beschwerdegegnerin 1 (vgl. hierzu etwa den Planungs- und
  Mitwirkungsbericht vom 13. September 2021 sowie Anhang 8 des Planungs-
  und Mitwirkungsberichts vom 30. Juli 2021) sind weder zu beanstanden
  noch muten sie fehlerhaft oder missbräuchlich an. Zu Recht weist Letztere
  überdies darauf hin, dass der Bedarf mit der errechneten Fläche
  voraussichtlich abgedeckt werden kann, was unter Berücksichtigung der inneren
  sowie äusseren Nutzungsreserven und der demographischen sowie
  wirtschaftlichen Gemeindeentwicklung zu sehen ist (vgl. hierzu
  BGE 136 II 204 E. 6.2.2). Daraus folgt, dass die
  Rückzonungen der streitbetroffenen Grundstücksteile im Lichte von Art. 15
  Abs. 1 RPG nicht zu beanstanden sind. Gleiches hat sodann auch mit Blick
  auf Art. 15 Abs. 2 RPG zu gelten. Überdimensionierte Bauzonen in
  einem Kanton bestehen nämlich dann, wenn die in 15 Jahren zu erwartende
  Auslastung der gesamtkantonalen Wohn-, Misch- und Zentrumszonen unter 100 %
  liegt. Dies ist im Kanton Glarus bei einer vom Bund errechneten Auslastung
  von 99 % der Fall (vgl. KRIP2018 S4.1-A), wobei die Gemeinde Glarus
  Nord mit der anvisierten Reduktion eine Soll-Auslastung von 96,6 %
  erreicht (vgl. Anhang 8 des Planungs- und Mitwirkungsberichts vom
  30. Juli 2021). Vor diesem Hintergrund und der im KRIP2018 enthaltenen
  richtungsweisenden Festlegung, wonach die notwendigen Auszonungen bis zu
  einer Auslastung von mindestens 95 % vorzunehmen seien, ist somit
  offensichtlich von überdimensionierten Bauzonen und einer entsprechenden
  bundesrechtlichen Reduktionsverpflichtung auszugehen, weshalb die Zuweisung
  der streitbetroffenen Grundstücksteile in die Nichtbauzone auch aus dieser
  Perspektive nachvollziehbar und schlüssig erscheint. Ferner erfolgte eine
  regionale Abstimmung gemäss Art. 15 Abs. 3 RPG. Einerseits wird in
  der kantonalen Richtplanung auf Grundlage der Bevölkerungsentwicklung in den
  drei Gemeinden der Bauzonenbedarf als richtungsweisende Festlegungen explizit
  statuiert (vgl. KRIP2018 S4.1-B/1). Andererseits wird auf kommunaler
  Ebene das unterschiedliche Wachstum der einzelnen Ortsgemeinden im Hinblick
  auf die festzulegende Bauzonendimensionierung berücksichtigt
  (vgl. Anhang 8 des Planungs- und Mitwirkungsberichts vom 30. Juli
  2021 sowie den Richtplantext zum Gemeinderichtplan vom 2. Oktober 2014),
  was letztlich auch mit Blick auf den Gleichbehandlungsgrundsatz stimmig ist.

  
	
   

  
	
  5.3.2 Aufgrund des Dargelegten ist somit
  festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin 1 mit der Umteilung der
  streitbetroffenen Grundstücksteile in die Landwirtschaftszone bzw. die
  Zone übriges Gemeindegebiet die Voraussetzungen gemäss Art. 15
  Abs. 1 - 3 RPG erfüllt. Indessen sind dies nicht die einzig massgebenden
  Kriterien, da bei der Beurteilung der Zonierung eine umfassende Abwägung
  sämtlicher Interessen zu erfolgen hat. Vor diesem Hintergrund ist denn auch
  nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin 1 die Lage der
  Grundstücksteile, die Zuordnung zum weitgehend unüberbauten Gebiet, die Angaben
  zur Baureife sowie die angestrebte Siedlungsentwicklung berücksichtigt hat.
  Darüber hinaus ist es aber auch angezeigt, die Kriterien gemäss Art. 15
  Abs. 4 RPG miteinzubeziehen. So ist diese Bestimmung zwar auf
  Neueinzonungen zugeschnitten. Im Rahmen der umfassenden Interessenabwägung
  bei sämtlichen Nutzungsplänen ist jedoch der gesamte Art. 15 RPG
  bzw. sind neben den allgemeinen Anforderungen an die Bauzonen
  (Abs. 1 - 3) auch die Voraussetzungen von Abs. 4 zu
  berücksichtigen, was entsprechend auch bei Umzonungen Geltung hat
  (vgl. BGer-Urteil 1C_134/2015 vom 10. Februar 2016 E. 3.2;
  vgl. sinngemäss auch das Urteil des Kantonsgerichts Luzern
  7H 21 236 vom 26. Juli 2022 E. 7.3; Aemisegger/Kissling,
  Art. 15 N. 88) und worauf letztlich (zumindest sinngemäss) auch der
  KRIP2018 hindeutet (vgl. insbesondere S4.1-B/2 f.). Mit Blick darauf ist
  schliesslich festzuhalten, dass es für das vorliegende Verfahren (anders als
  in einem allfällig nachgelagerten Enteignungsverfahren) unerheblich ist, ob
  die zur Diskussion stehende Zonierung der streitbetroffenen Grundstücksteile
  als Nichteinzonung oder Rückzonung zu qualifizieren ist.

  
	
   

  
	
  5.4

  
	
  5.4.1 Gemäss Art. 15 Abs. 4 lit. a
  RPG muss das fragliche Land für die Überbauung rechtlich sowie tatsächlich
  geeignet sein. In tatsächlicher Hinsicht sind dabei neben der tatsächlichen
  Bodenbeschaffung auch die Lage, in rechtlicher Hinsicht demgegenüber die
  Ziele und Grundsätze des RPG (Art. 1 und Art. 3 RPG) sowie
  diejenigen des weiteren positiven Rechts massgebend, wobei auch der Umstand,
  dass das Grundstück allenfalls dem weitgehend überbauten Gebiet zuzuordnen
  ist, miteinzubeziehen wäre (Aemisegger/Kissling, Art. 15
  N. 92 ff.).

  
	
   

  
	
  5.4.2
  Vorliegend kann offengelassen
  werden, ob die tatsächliche Bodenbeschaffung der streitbetroffenen
  Grundstücke für eine Überbauung geeignet wäre. Selbst wenn dies zu bejahen
  wäre, bestünde nämlich noch kein Anlass für eine Zuordnung zum Baugebiet. Die
  Beschwerdegegner weisen sodann richtigerweise darauf hin, dass die
  Grundstücksteile weder im weitgehend überbauten Gebiet liegen noch eine
  eigentliche Baulücke im Sinne der höchstrichterlichen Rechtsprechung besteht
  (vgl. hierzu BGE 132 II 218 E. 4), was vom
  Beschwerdeführer denn auch nicht substantiiert widerlegt wird. Mit Blick auf
  die bestehende Siedlungsstruktur des Dorfs […] ist vielmehr deutlich
  erkennbar, dass sich die beiden streitbetroffenen Liegenschaften an einer
  peripheren Lage am Dorfrand befinden, was mit Blick auf die Pflicht zur
  Mobilisierung der inneren Nutzungsreserven sowie die raumplanerische Pflicht
  zur Siedlungsentwicklung nach innen für die Zulässigkeit der vorliegend
  strittigen Zonierung spricht (vgl. hierzu BGE 140 II 25
  E. 4.4). Dem steht das Vorbringen des Beschwerdeführers, wonach eine
  Überbauung der Liegenschaften die logische Schliessung einer Baulücke
  darstelle, nicht entgegen. Zwar ist ihm insoweit zuzustimmen, als dass es
  sich um einzelne, unüberbaute Parzellen handelt. Es ist jedoch nicht
  ersichtlich, inwiefern diese zum geschlossenen Siedlungsgebiet gehören
  bzw. an der Siedlungsqualität teilhaben
  (vgl. BGE 132 II 218 E. 4.2.1). Diesbezüglich weist
  der Beschwerdegegner 2 nämlich zu Recht darauf hin, dass hierzu auch ein
  Zusammenspiel mit der noch grösseren Parz.-Nr. 04, Grundbuch […], nötig
  wäre, wobei diese aber bereits der Nichtbauzone zugeordnet wurde. Bezüglich
  der Erschliessung der streitbetroffenen Liegenschaften gilt festzuhalten,
  dass selbst der Beschwerdeführer lediglich in Aussicht stellt, dass die
  Erschliessung problemlos möglich wäre. Es ist damit ohne Weiteres davon
  auszugehen, dass diese derzeit noch nicht erschlossen sind. Gegenteiliges
  vermag er dabei weder substantiiert aufzuzeigen noch lässt sich dies aus den
  im Recht liegenden Akten entnehmen. Selbiges gilt darüber hinaus auch für
  seine Rüge in Bezug auf die eingetragene Dienstbarkeit zu Lasten der Parz.-Nr. 03, Grundbuch […]. Der
  Beschwerdegegnerin 1 ist vielmehr darin zu folgen, dass momentan keine
  strassenmässige Erschliessung vorliegt und die streitbetroffenen
  Liegenschaften auch mit Blick auf die Anbindung an den öffentlichen Verkehr
  nicht mit der benachbarten überbauten Parzelle vergleichbar sind, welche
  direkt an der Kantonsstrasse liegt. Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass
  aktuell keine weitere Feinerschliessung geplant ist oder in Aussicht gestellt
  wird, weshalb die streitbetroffenen Liegenschaften nicht als erschlossen
  gelten können, woran der Beschwerdeführer mit seinem Verweis auf die
  Zubringeranlage nichts zu ändern vermag. Angesichts des Nutzungsplanhorizonts
  und der aktuell offensichtlich nicht vorhandenen Realisierungsabsicht ist
  nämlich nicht erkennbar, inwiefern aufgrund dieser Umstände auf die
  vorgesehene Zonierung der streitbetroffenen Parzellen verzichtet werden
  müsste.

  
	
   

  
	
  5.5 Als Zwischenfazit ist festzuhalten, dass sich
  die streitbetroffenen Liegenschaften bei einer umfassenden Würdigung der
  rechtlichen und tatsächlichen Begebenheiten nicht für eine Bebauung innerhalb
  des Planungshorizonts eignen (Art. 15 Abs. 4 lit. a RPG)
  bzw. sie selbst bei einer konsequenten Mobilisierung der inneren
  Nutzungsreserven in den Bauzonen der Gemeinde Glarus Nord voraussichtlich
  nicht in 15 Jahren benötigt, erschlossen und überbaut werden können oder
  müssen (Art. 15 Abs. 4 lit. b RPG). Die
  Beschwerdegegnerin 1 setzte mit ihrem Vorgehen die gesetzlichen sowie
  richtplanerischen Vorgaben rechtsgenüglich um, wozu sie im Rahmen des ihr
  zustehenden hohen Planungsermessens (BGer-Urteil 1C_479/2017 vom
  1. Dezember 2017 E. 7.1) befugt war. In dieses greift das Gericht
  nicht ohne Not ein, wobei vorliegend keine solche besteht.

  
	
   

  
	
  6.

  
	
  6.1 Gemäss
  Art. 5 Abs. 2 BV muss alles staatliche Handeln, insbesondere
  Eingriffe in das Grundeigentum, verhältnismässig sein. Der Grundsatz der
  Verhältnismässigkeit fordert, dass eine Verwaltungsmassnahme zur
  Verwirklichung des im öffentlichen Interesse liegenden Ziels geeignet und
  notwendig (erforderlich) ist. Ausserdem muss der angestrebte Zweck in einem
  vernünftigen Verhältnis zu den Belastungen stehen, die den Privaten auferlegt
  werden, d.h. zumutbar sein (BGE 126 I 219 E. 2c,
  124 I 40 E. 3e). Der Grundsatz der Verhältnismässigkeit
  umfasst die drei genannten Elemente der Eignung, Erforderlichkeit und
  Zumutbarkeit einer Massnahme, die kumulativ beachtet werden müssen. Sie sind
  dabei stets im Hinblick auf die gesetzlichen Zielsetzungen zu prüfen und in
  den Kontext der Umstände des Einzelfalls zu setzen. Eine
  Verhältnismässigkeitsprüfung ist vom rechtlichen und tatsächlichen Umfeld
  abhängig, in welchem sie vorgenommen wird (BGE 140 II 194
  E. 5.8.2; Häfelin/Müller/Uhlmann,
  Rz. 522).

  
	
   

  
	
  6.2

  
	
  6.2.1 Zunächst muss die Massnahme geeignet sein,
  den im öffentlichen Interesse verfolgten Zweck herbeizuführen. Ungeeignet ist
  eine Anordnung dann, wenn sie mit Blick auf das angestrebte Ziel keine
  nennenswerte Wirkung zeigt. Dies ist der Fall, wenn sie am gesteckten Ziel
  vorbeischiesst und im Hinblick auf den angestrebten Zweck oder den
  angestrebten Nutzen keinerlei Wirkung entfaltet (Häfelin/Müller/Uhlmann,
  Rz. 522).

  
	
   

  
	
  6.2.2 Im vorliegenden Fall besteht der angestrebte
  Zweck der raumplanerischen Massnahme in der Reduktion der als
  überdimensioniert erkannten Bauzonen in der Gemeinde Glarus Nord. Die
  Einteilung der streitbetroffenen Grundstücke in eine Nichtbauzone dient
  offenkundig diesem Zweck, da damit die Bauzone um das entsprechende Mass
  verringert wird. Die Eignung der Massnahme ist somit zu bejahen.

  
	
   

  
	
  6.3

  
	
  6.3.1 Stehen zur Erreichung des angestrebten
  planerischen Ziels mehrere geeignete Massnahmen zur Verfügung, ist diejenige
  zu wählen, welche in ihrer Eingriffswirkung die mildeste ist. Die Massnahme
  darf in materieller, räumlicher, zeitlicher und personeller Hinsicht nicht
  über das Notwendige hinausgehen. Es soll nur jene Massnahme ergriffen werden,
  die für die Zielerreichung unbedingt notwendig ist (statt vieler:
  BVGer-Urteil A-4941/2014 vom 9. November 2016 E. 12.3).

  
	
   

  
	
  6.3.2 Vorliegend sind keine milderen Mittel
  ersichtlich, um der bundesrechtlichen sowie richtplanerischen Verpflichtung
  zur Reduktion der überdimensionierten Bauzonen in der Gemeinde Glarus Nord
  nachzukommen. So ergab denn auch eine Prüfung durch die
  Beschwerdegegnerin 1, dass mit der streitbetroffenen Zonierung ein
  bedeutender Teil der Rückzonungsverpflichtung erreicht werden kann, wobei
  Letztere im Rahmen der Prüfung der Bauzonendimensionierung überdies zum
  nachvollziehbaren Schluss gekommen ist, dass hierfür keine geeigneteren
  Parzellen vorhanden sind, wobei die Behörde denn auch nur dazu verpflichtet
  ist, ernsthaft in Betracht fallende Varianten näher zu prüfen. Andere
  Varianten können bereits aufgrund einer summarischen Prüfung ausgeschieden werden
  (BGE 139 II 499 E. 7.3.1). Hierbei liess die
  Beschwerdegegnerin 1 allfällige Grundstücke ausserhalb der Ortsgemeinde
  […] denn auch richtigerweise ausser Acht, zumal sie damit Art. 15
  Abs. 3 RPG bzw. der darin festgehaltenen Abstimmung zwischen den einzelnen
  Ortsgemeinden Rechnung getragen hat, wozu sie im Übrigen verpflichtet ist.
  Entsprechend ist die Massnahme als erforderlich zu taxieren.

  
	
   

  
	
  6.3

  
	
  6.3.1 Im Zusammenhang mit der Zumutbarkeit stellt
  sich schliesslich die Frage, ob das Interesse am Ziel der Rückzonung als so
  bedeutsam zu werten ist, dass es die Beschränkung des Grundeigentums
  rechtfertigt. Die Zumutbarkeit hängt demnach von der Abwägung und Gewichtung
  der einander gegenüberstehenden Interessen ab (vgl. hierzu etwa das
  Urteil des Kantonsgerichts Luzern V 13 31 vom 19. Juli 2013
  E. 5.2).

  
	
   

  
	
  6.3.2 Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass an der
  raumplanerischen Siedlungsentwicklung nach innen ein hohes öffentliches
  Interesse besteht, welchem mit der streitbetroffenen Zonierung der peripher
  gelegenen Liegenschaften (vgl. vorstehende E. II/5.4.2) entsprochen
  wird. Alsdann entsprechen Massnahmen zur Verkleinerung oder Verhinderung
  übergrosser Bauzonen ebenfalls einem erheblichen öffentlichen Interesse,
  welches demjenigen an der Planbeständigkeit vorgeht
  (vgl. BGE 136 II 204 E. 7). Ferner besteht an der
  erstmaligen Harmonisierung und Zusammenführung der Nutzungsplanung der acht
  Ortsgemeinden ebenfalls ein schwerwiegendes gesamtkantonales Interesse.
  Diesen gewichtigen öffentlichen Interessen steht das private Interesse der
  Beschwerdeführer an der Ausübung der Eigentumsgarantie gegenüber. Hierbei
  gilt indessen zu beachten, dass Grundeigentümer grundsätzlich keinen
  Rechtsanspruch auf Einweisung ihres Lands in eine Bauzone oder auf dauernden
  Verbleib ihres Lands in derselben Zone haben. Dies selbst dann nicht, wenn es
  sich um erschlossenes oder erschliessbares Land handelt
  (BGE 123 I 175 E. 3a, 119 Ib 124 E. 2d).
  Soweit der Beschwerdeführer Bauabsichten bekundet, ist darüber hinaus
  festzuhalten, dass solche in zeitlicher Hinsicht erst dann als konkret
  einzustufen sind, wenn hierfür bereits ein Baugesuch eingereicht worden ist
  oder eine solche Einreichung absehbar ist bzw. unmittelbar bevorsteht
  (vgl. hierzu auch BGer-Urteil 1C_588/2023, 1C_593/2023, 1C_602/2023 vom
  22. August 2024 E. 8.4, wonach selbst die Hängigkeit eines
  Baugesuchs eine Zonenplanänderung nicht von vorneherein ausschliesst). Wie
  die Akten aber erhellen, liegt kein Baugesuch oder Ähnliches vor.
  Entsprechend kommt den Bauabsichten des Beschwerdeführers für die von der
  Rückzonung betroffenen Grundstücke kein allzu grosses Gewicht zu.

  
	
   

  
	
  6.3.3 In Abwägung der öffentlichen und privaten
  (insbesondere finanziellen) Interessen des Beschwerdeführers (vgl.
  BGer-Urteile 1C_265/2019 vom 26. Mai 2020 E. 5.2, 1C_344/2018 vom
  14. März 2019 E. 3.4.2, 1C_352/2014 vom 10. Oktober 2014
  E. 3.3) ist nicht zu beanstanden, dass der Beschwerdegegner 2 dem
  erheblichen öffentlichen Interesse an der Umsetzung der Rückzonungsstrategie
  sowie an der Neufestsetzung der Zonenpläne ein grösseres Gewicht beigemessen
  hat. Folglich ist die Zumutbarkeit der streitbetroffenen Zonierung zu
  bejahen.

  
	
   

  
	
  6.4 Insgesamt hat das gewichtige öffentliche
  Interesse an der Reduktion der überdimensionierten Bauzonen gegenüber dem
  privaten Interesse des Beschwerdeführers an der Überbauung seines Grundstücks
  als überwiegend zu gelten. Die Rückzonung ist daher unter dem Aspekt der
  Verhältnismässigkeit nicht zu beanstanden.

  
	
   

  
	
  7.

  
	
  Zusammenfassend ergibt sich, dass die
  Beschwerdegegnerin 1 die Bauzonendimensionierung korrekt vorgenommen
  hat, wobei sie sich richtigerweise auf das im KRIP2018 festgehaltene Szenario
  des Bevölkerungswachstums abgestützt und die für die Bauzonendimensionierung
  notwendigen Daten korrekt festgestellt hat. Sodann ergibt eine
  Gesamtwürdigung, dass die streitbetroffene Zonierung der
  Beschwerdegegnerin 1 die gesetzlichen sowie richtplanerischen
  Anforderungen einhält und die streitbetroffene Planungsmassnahme überdies als
  geeignet, erforderlich und zumutbar zu taxieren ist.

  
	
   

  
	
  Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.

  
	
   

  
	
  III.

  
	
  Nach Art. 134
  Abs. 1 lit. c VRG hat die Partei, welche im Beschwerde-, Klage-
  oder Revisionsverfahren unterliegt, die amtlichen Kosten zu tragen.
  Ausgangsgemäss sind die Gerichtskosten von pauschal Fr. 4'000.- dem
  Beschwerdeführer aufzuerlegen und mit dem von ihm bereits geleisteten
  Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen. Mangels Obsiegens steht ihm
  sodann keine Parteientschädigung zu (Art. 138 Abs. 3 lit. a
  VRG e contrario). Der Beschwerdegegnerin 1 als Gemeinwesen steht
  mangels Vorliegens besonderer Umstände ebenfalls keine Parteientschädigung zu (Art. 138 Abs. 4 VRG).

  
	
  Demgemäss erkennt die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Beschwerde wird abgewiesen.

    
	
    2.

    	
    Die
    Gerichtskosten von Fr. 4'000.- werden dem Beschwerdeführer auferlegt
    und mit dem von ihm bereits geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe
    verrechnet.

    
	
    3.

    	
    Es
    werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

    
	
    4.

    	
    Schriftliche
    Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]