# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 73cd3171-ea31-5d41-8231-d11369789ce5
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-03-07
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 07.03.2012 RT120035
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_RT120035_2012-03-07.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    

 
 

Geschäfts-Nr.: RT120035-O/U01.doc 

 

Mitwirkend: Oberrichter Dr. R. Klopfer, Vorsitzender, Oberrichter Dr. G. Pfister 

und Ersatzoberrichter S. Mazan sowie Gerichtsschreiberin lic. iur. 

Ch. Bas-Baumann. 

Urteil vom 7. März 2012  

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beklagter und Beschwerdeführer 

 

vertreten durch Rechtsanwalt MLaw UZH X._____ 

 

gegen 

 

B._____,  
Klägerin und Beschwerdegegnerin 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ 

 

betreffend Rechtsöffnung   
 
Beschwerde gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfah-
ren am Bezirksgericht Uster vom 10. Februar 2012 (EB110617) 

- 2 - 

Erwägungen: 

1. a) Mit Urteil vom 10. Februar 2012 erteilte die Vorinstanz der Kläge-

rin in der Betreibung Nr. … des Betreibungsamts C._____ (Zahlungsbefehl vom 9. 

Dezember 2011) für ausstehende Unterhaltsbeiträge aufgrund der Verfügung des 

Einzelrichters im ordentlichen Verfahren vom 21. Dezember 2010 definitive 

Rechtsöffnung für Fr. 42'755.– nebst 5 % Zins seit 7. Dezember 2011 sowie für 

die Betreibungskosten und für Kosten und Entschädigung gemäss Ziffer 2 bis 4 

dieses Urteils; die Kosten- und Entschädigungsfolgen wurden zu Lasten des Be-

klagten geregelt (Urk. 18). 

b) Hiergegen hat der Beklagte am 28. Februar 2012 (Poststempel 27. 

Februar 2012) fristgerecht Beschwerde erhoben und stellt die Beschwerdeanträge 

(Urk. 17; Urk. 16): 

"Es sei in Aufhebung des angefochtenen Urteils der Klägerin und Beschwer-
degegnerin in der Betreibung Nr. … des Betreibungsamtes C._____ die defi-
nitive Rechtsöffnung nicht zu gewähren, alles unter Kosten- und Entschädi-
gungsfolgen zulasten der Klägerin und Beschwerdegegnerin." 

sowie den prozessualen Antrag: 

"Es sei der Beschwerde im Sinne von Art. 325 Abs. 2 ZPO die aufschiebende 
Wirkung zu gewähren."  

2. Für das vorliegende Verfahren kommt die am 1. Januar 2011 in Kraft 

getretene eidgenössische Zivilprozessordnung zur Anwendung (Art. 404 f. ZPO). 

Da sich die Beschwerde sogleich als offensichtlich unbegründet bzw. unzulässig 

erweist, kann auf die Einholung einer Beschwerdeantwort der Gegenpartei ver-

zichtet werden (Art. 322 Abs. 1 ZPO). 

 3. a) Als Rechtsöffnungstitel im Sinne von Art. 80 Abs. 1 SchKG reich-

te die Klägerin bei der Vorinstanz eine Verfügung des Einzelrichters im ordentli-

chen Verfahren des Bezirksgerichts Uster vom 21. Dezember 2010 ein (Urk. 4/1). 

In deren Dispositiv-Ziffer 3 wird der Beklagte zur Zahlung eines monatlichen Un-

terhaltsbeitrages von insgesamt Fr. 4'705.– (zuzüglich Kinderzulagen) verpflichtet. 

Gegen die Verfügung vom 21. Dezember 2010 erhoben beide Parteien einen Re-

kurs gemäss §§ 271 ff. ZPO/ZH. In Dispositiv-Ziffer 1 der Verfügung vom 25. Ja-

nuar 2011 (Urk. 4/2) entzog das Obergericht des Kantons Zürich als Rechtsmitte-

- 3 - 

linstanz den Rekursen beider Parteien gegen Dispositiv-Ziffer 3 der Verfügung 

vom 21. Dezember 2010 die aufschiebende Wirkung insoweit, als der Beklagte 

verpflichtet wurde, der Klägerin ab 1. Februar 2011 bis zur rechtskräftigen Erledi-

gung des Rekursverfahren einen monatlichen, im Voraus zahlbaren Unterhalts-

beitrag von Fr. 4'705.– zu bezahlen. Die Rekursverfahren sind noch pendent (Ver-

fahren LQ100103 und LQ110006). 

 Damit ist der gerichtliche Entscheid vom 21. Dezember 2010 im genannten 

Umfang vollstreckbar, weshalb ein definitiver Rechtsöffnungstitel vorliegt. Die 

Klägerin betrieb den Beklagten für Unterhaltsbeiträge von monatlich Fr. 4'705.– 

für Februar 2011 bis und mit Dezember 2011, was abzüglich von ihr anerkannten 

Zahlungen von insgesamt Fr. 9'000.– den Betrag von Fr. 42'755.– ergibt, für wel-

chen die Klägerin vor Vorinstanz die definitive Rechtsöffnung verlangte (Urk. 2 

Ziff. 6). 

 b) Der Beklagte machte vor Vorinstanz sinngemäss eine Tilgung der be-

triebenen Forderung durch Verrechnung geltend (Urk. 13 S. 4 f.). Er erklärte dazu 

die Verrechnung von Forderungen aus der Bezahlung von Mietzinsen für die 

Wohnung der Klägerin sowie aus der Bezahlung der Krankenkassenprämien für 

den gemeinsamen Sohn D._____ (Urk. 13 S. 3), wobei er als urkundliche Be-

weismittel Zahlungsaufträge und -belege einreichte (Urk. 14/4-6). 

 c/aa)  Die Vorinstanz führte dazu Folgendes aus: Die Verrechnung einer 

behaupteten mit der betriebenen Forderung dürfe nicht durch Gesetz oder Vertrag 

ausgeschlossen sein. Verpflichtungen, deren besondere Natur die tatsächliche 

Erfüllung an den Gläubiger verlange, wie Unterhaltsansprüche, die zum Unterhalt 

des Gläubigers und seiner Familie unbedingt erforderlich seien, könnten wider 

den Willen des Gläubigers nicht getilgt werden (Art. 125 Ziff. 2 OR). Dass es sich 

bei der betriebenen Forderung um familienrechtliche Unterhaltsansprüche hande-

le, ergebe sich aus den als Rechtsöffnungstitel eingereichten gerichtlichen Verfü-

gungen ohne Weiteres (Urk. 4/1 und 4/2). Gemäss der herrschenden Lehre be-

stimme sich der unverrechenbare Teil der Unterhaltsschuld nach den Richtlinien 

über das betreibungsrechtliche Existenzminimum vom 16. Dezember 2009 (Killias 

in: Amstutz et al. [Hrsg.], Handkommentar zum Schweizer Privatrecht, Zürich 

- 4 - 

2007, N 9 zu Art. 125 OR). Eine Berechnung dieser unverrechenbaren Quote ge-

he nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung jedoch über die Prüfungsbe-

fugnis des Rechtsöffnungsgerichts hinaus und habe deshalb nicht im Rahmen 

dieses Verfahrens zu erfolgen (BGE 115 III 97 E. 4 lit. d). Immerhin sei auf die 

Erwägungen in den Entscheiden des hiesigen Bezirksgerichts und des Oberge-

richts zu verweisen, wonach sich der dort festgesetzte Unterhaltsbeitrag von 

Fr. 4'705.– aufgrund der Höhe des nicht durch eigene Einkünfte gedeckten 

Grundbedarfs der Klägerin, mithin deren Existenzminimum, berechne (vgl. Urk. 

4/1 S. 23 ff. und act. 4/2 S. 2 f.). Da es sich somit bei der vorliegend betriebenen 

Forderung um familienrechtliche Unterhaltsansprüche handle, könne der Beklagte 

gemäss Art. 125 Ziff. 2 OR nicht ohne Einwilligung der Klägerin verrechnen. Eine 

Einwilligung der Klägerin in die Verrechnung sei vorliegend nicht ersichtlich und 

eine Tilgung durch Verrechnung deshalb ausgeschlossen (Urk. 18 S. 4 f.). 

 c/bb) Dieser Auffassung ist beizupflichten. Der Beklagte schuldet der Kläge-

rin einen Unterhaltsbeitrag von Fr. 4'705.–. Es liegt nicht in der Disposition des 

Beklagten, wie er den Unterhaltsbeitrag begleichen will. Der Beklagte kann nicht 

eigenmächtig an Stelle der Bezahlung von Unterhaltsbeiträgen Schulden der Klä-

gerin tilgen. Seine Vorbringen, dass die Klägerin die Miete und die Krankenkas-

senbeiträge für den Sohn nicht bezahlt habe und ihn damit gezwungen habe, die-

se Positionen zu begleichen (Urk. 17 S. 2 f.), ändern daran nichts. Ebenso wenig 

ist darin ein konkludentes Einverständnis zur Verrechnung zu erkennen. 

 c/cc) Als weiteres Argument für die Erteilung der Rechtsöffnung verwies die 

Vorinstanz auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung hinsichtlich des Urkun-

denbeweises bei geltend gemachter Verrechnung (Urk. 18 S. 5 f.). Nach der 

Rechtsprechung des Bundesgerichts sei die Einrede der Verrechnung nur dann 

beachtlich und die definitive Rechtsöffnung zu verweigern, wenn für den Bestand 

und die Höhe der Gegenforderung völlig eindeutige Urkunden vorliegen, durch die 

ein strikter Beweis erbracht wird (BGer 5P.31/2002, Urteil vom 22. März 2002, E. 

3 lit. b). Der vom Beklagten gelieferte Urkundenbeweis beschränke sich vorlie-

gend auf den Nachweis, dass er gegenüber der im Entscheid des Obergerichts 

festgelegten Unterhaltsbeiträge durch Zahlung der Mietzinse und Krankenkas-

- 5 - 

senprämien Mehrleistungen erbracht habe. Ob der Beklagte durch diese Zahlun-

gen auch eine Gegenforderung erworben habe, sei durch die Urkunden hingegen 

nicht ausgewiesen (Urk. 18 S. 5).  

 c/dd) Solange der Unterhaltsstreit zwischen den Parteien pendent ist, bzw. 

unklar ist, in welchem Betrage der Beklagte für die Klägerin Unterhalt bezahlen 

muss, kann der Beklagte - ohne Beibringung eines Einverständnisses der Kläge-

rin hiezu - nicht durch Urkunden beweisen, dass er durch die Bezahlung der Miet-

zinse und der Krankenkassenbeiträge, neben der Bezahlung des derzeit voll-

streckbaren Unterhaltsbeitrages von Fr. 4'705.–, eine Gegenforderung gegenüber 

der Klägerin erworben hat bzw. in Anrechnung an die Unterhaltspflicht Zahlungen 

geleistet hat. Der Beklagte bringt nichts vor, was ein Abweichen von der bundes-

gerichtlichen Rechtsprechung gemäss BGE 115 III 97 rechtfertigen könnte. Da-

nach ist nur dann von einer Tilgung der Schuld auszugehen, wenn bei einer gel-

tend gemachten Tilgung durch Verrechnung mit einer Gegenforderung auf ein ge-

richtliches Urteil im Sinne von Art. 81 Abs. 1 SchKG oder auf eine vorbehaltlose 

Anerkennung der Gegenpartei verwiesen werden kann (BGE 115 III 97 E4, S. 100 

mit weiteren Hinweisen). 

 d) Die Beschwerde ist daher abzuweisen. Damit ist über den Antrag des 

Beklagten, wonach der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu gewähren sei 

nicht mehr zu befinden.  

4. a) Die Gerichtskosten des Beschwerdeverfahrens sind in Anwen-

dung von Art. 48 i.V.m. Art. 61 Abs. 1 GebV SchKG auf Fr. 500.– festzulegen und 

ausgangsgemäss dem Beklagten aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). 

 b) Der Klägerin ist mangels relevanter Umtriebe im Beschwerdeverfahren 

keine Parteientschädigung zuzusprechen (vgl. Art. 95 Abs. 3 ZPO). 

Es wird erkannt: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

- 6 - 

2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 500.– festgesetzt. 

3. Die Kosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden dem Beklagten auf-

erlegt.   

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Klägerin unter Beilage eines 

Doppels von Urk. 17, sowie an das Bezirksgericht Uster, Einzelgericht s.V., 

je gegen Empfangsschein. 

Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit-

telfrist an die Vorinstanz zurück. 

6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG.  

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt 
Fr. 42'755.–. 

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. 

 
Zürich, 7. März 2012 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Zivilkammer 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. Ch. Bas-Baumann 
 
versandt am: js 

	Urteil vom 7. März 2012
	Erwägungen:
	Es wird erkannt:
	1. Die Beschwerde wird abgewiesen.
	2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 500.– festgesetzt.
	3. Die Kosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden dem Beklagten auferlegt.
	4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.
	5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Klägerin unter Beilage eines Doppels von Urk. 17, sowie an das Bezirksgericht Uster, Einzelgericht s.V., je gegen Empfangsschein.
	6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...