# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 75090b4f-19f5-5f20-8e15-4576cd5e1eec
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-01-19
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 19.01.2023 720 21 240 / 14 (720 2021 240 / 14)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-21-240---14_2023-01-19.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 19. Januar 2023 (720 21 240 / 14) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Beurteilung der Verwertbarkeit einer 100%igen Restarbeitsfähigkeit bei einer rund 58-jäh-

rigen versicherten Person, die gesundheitsbedingt nur noch leichte körperliche Tätigkei-

ten ohne Belastung der linken Extremität und ohne Bewegungen des rechten Armes über 

10 kg ausführen kann; Beweiswürdigung der verschiedenen Lohnangaben der Arbeitge-

berin bei der Ermittlung des Valideneinkommens; die IV-Stelle ist bei ihrer Rentenberech-

nung nicht an das vom Unfallversicherer bestimmte UV-Taggeld gebunden; Gewährung 

eines leidensbedingten Abzugs aufgrund der gesundheitlichen Beeinträchtigungen und 

des Alters.   

 

 
 
 
 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Jürg Pulver, Kantons-

richter Daniel Noll, Gerichtsschreiberin Gisela Wartenweiler 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Rémy Wyssmann, 
Rechtsanwalt und Notar, Schachenstrasse 34b, Postfach 368, 
4702 Oensingen 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  

 

 
 
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A. Der 1963 geborene A.____ war vom 1. Januar 2009 bis 28. Februar 2021 als Vorarbeiter 
bei der B.____ AG angestellt (vgl. Kündigungsschreiben vom 21. Juli 2020; Fragebogen für Ar-
beitgebende vom 13. Mai 2016). Durch seine Arbeitgeberin war A.____ bei der Schweizerischen 
Unfallversicherungsanstalt (Suva) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrank-
heiten versichert. Am 26. August 2015 erlitt er bei der Arbeit im Tunnel X.____ durch den Rück-
schlag eines Spitzhammers ein Hypertensionstrauma am linken Ellbogen. Aufgrund persistieren-
der Ellbogenschmerzen führte der damals behandelnde Arzt, Dr. med. C.____, 
FMH Neurochirurgie, am 15. Dezember 2015 eine Arthroskopie durch (vgl. Operationsbericht 
vom 15. Dezember 2015). Dabei wurde der Nervus radialis geschädigt (vgl. unter anderem die 
Berichte von Dr. C.____ vom 22. Januar 2016 und 4. April 2016 sowie von Dr. med. D.____, FMH 
Handchirurgie sowie Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, vom 6. April 2016). Dadurch 
entwickelte sich eine Neuropathie des Nervus radialis. Am 9. Februar 2016 erfolgte durch 
Dr. D.____ eine offene Revision am linken Ellbogengelenk, eine Neurolyse des Nervus radialis 
links und die Entfernung der freien Gelenkkörper (vgl. Operationsbericht vom 9. Februar 2016). 
Eine weitere Neurolyse sowie eine Nerventransplantation fanden am 9. Juni 2016 statt (vgl. Ope-
rationsbericht vom 9. Juni 2016). Am 10. Juni 2018 stellte Dr. D.____ im rechten Ellbogen auch 
frei liegende Gelenkkörper fest; diese entfernte er am 16. Juli 2018 operativ (vgl. Bericht vom 8. 
November 2018). Die Suva kam für die Heilbehandlung auf und richtete Taggelder aus. Mit Ver-
fügung vom 7. September 2021 sprach sie dem Versicherten ab 1. November 2020 eine Invali-
denrente bei einem Erwerbsunfähigkeitsgrad von 27 % und eine Integritätsentschädigung bei 
einer Einbusse von 10 % zu. 
 
B. Bereits am 29. April 2016 (Eingang) hatte sich A.____ unter Hinweis auf eine Nerven-
schädigung am linken Unterarm und eine funktionelle Beeinträchtigung der linken Hand und der 
Finger bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen angemel-
det. Im Rahmen der Abklärung der gesundheitlichen Verhältnisse stellte sich Dr. med. E.____, 
Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), am 3. Mai 2017 auf den Standpunkt, dass der Versicherte in 
einer angepassten Tätigkeit ganztags arbeitsfähig sei. In der Folge führte die IV-Stelle Basel-
Landschaft (IV-Stelle) berufliche Abklärungen durch. Dabei leistete sie unter anderem eine Kos-
tengutsprache für eine Umschulung zum Bauführer Tiefbau an der F.____ vom 23. April 2018 bis 
25. April 2021. Da der Versicherte das erste Semester nicht bestanden hatte, erfolgte eine Kos-
tengutsprache für eine Berufswahlabklärung. Schliesslich liess sich der Versicherte vom 18. Feb-
ruar 2019 bis 30. Oktober 2020 bei der G.____ zum Technischen Kaufmann VSK mit eidgenös-
sischer Berufsprüfung ausbilden (vgl. Mitteilung der IV-Stelle vom 30. Januar 2019). Diese Aus-
bildung schloss er am 7. Juli 2020 mit einem Diplomzeugnis ab, ohne die eidgenössische Berufs-
prüfung bestanden zu haben. Das anschliessend von der IV-Stelle unterstützte Coaching bei der 
Stellensuche verlief erfolglos (vgl. Abschlussbericht der Eingliederungsmassnahme vom 28. De-
zember 2020).  
 

 

 
 
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C. Nach Abschluss der beruflichen Massnahmen per 28. Dezember 2020 klärte die IV-
Stelle den gesundheitlichen und erwerblichen Sachverhalt ab. Dabei kam Dr. E.____ in ihrer Stel-
lungnahme vom 20. Januar 2021 wiederum zum Schluss, dass es dem Versicherten zumutbar 
sei, leichte körperliche Tätigkeiten ohne Belastung der adominanten linken Hand und des linken 
Ellbogens zu 100 % auszuführen. Gestützt auf diese Stellungnahme ermittelte die IV-Stelle einen 
Invaliditätsgrad von 100 % ab Dezember 2016 (Ablauf des Wartejahres) und einen solchen von 
42 % ab Mai 2017. Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren sprach die IV-Stelle dem Versi-
cherten mit Verfügungen vom 15. und 16. Juli 2021 für den Zeitraum vom 1. Dezember 2016 bis 
31. Juli 2017 eine befristete ganze Rente und in Anwendung von Art. 88a Abs. 1 der Verordnung 
über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 ab 1. August 2017 eine unbefristete 
Viertelsrente zu.  
 
D. Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt und Notar 
Rémy Wyssmann, am 20. August 2021 Beschwerde ans Kantonsgericht, Abteilung So-zialversi-
cherungsrecht (Kantonsgericht). Darin stellte er den Antrag, es seien die angefochtenen Verfü-
gungen vom 15. und 16. Juli 2021 dahingehend abzuändern, als ihm ab dem 1. August 2017 die 
gesetzlichen Leistungen (inkl. spezifische berufliche Integrationsmassnahmen) nach Massgabe 
eines Invaliditätsgrades von mindestens 50 % zuzüglich Verzugszins zu 5 % seit wann rechtens 
zuzusprechen seien. Eventualiter sei die Angelegenheit zur Neubeurteilung und zum Neuent-
scheid an die Vorinstanz zurückzuweisen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte er, es sei 
eine gerichtlich-protokollarische Befragung des Versicherten nach Art. 191 der Schweizerischen 
Zivilprozessordnung (ZPO) vom 19. Dezember 2008 und eine öffentliche Gerichtsverhandlung 
nach Art. 6 Ziff. 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) vom 4. November 1950 
mit Publikums- und Pressefreiheit durchzuführen; alles unter o/e-Kostenfolge. In materieller Hin-
sicht beanstandete er im Wesentlichen das von der IV-Stelle ermittelte Valideneinkommen in 
Höhe von Fr. 115'952.-- und das Invalideneinkommen in Höhe von Fr. 67'538.--. Weiter machte 
er eine Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit geltend. Sollte dennoch von einer verwertbaren 
Restarbeitsfähigkeit auszugehen sein, so sei ihm in Anbetracht des fortgeschrittenen Alters, den 
gesundheitlichen Beeinträchtigungen und des erhöhten Pausenbedarfs der maximale leidensbe-
dingte Abzug vom Tabellenlohn von 25 % zu gewähren. Ausserdem machte der Versicherte eine 
Verletzung der Untersuchungspflicht geltend, weil die IV-Stelle die psychische Problematik nicht 
abgeklärt habe.  
 
E. Die IV-Stelle beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 2. November 2021 die Abweisung 
der Beschwerde. 
 
F. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels ersuchte der Versicherte am 5. Januar 
2022 um Sistierung des vorliegenden Verfahrens bis das Bundesgericht im hängigen Beschwer-
deverfahren (8C_256/2021) über die Frage der zu hoch angesetzten statistischen Vergleichs-
löhne für die Bestimmung des Invalideneinkommens entschieden habe. Mit Einverständnis der 
IV-Stelle verfügte das instruierende Präsidium des Kantonsgerichts am 3. Februar 2022 die Sis-
tierung des Verfahrens bis zum Abschluss des beim Bundesgericht hängigen Verfahrens.  
 

 

 
 
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G. In seiner Eingabe vom 29. April 2022 liess der Versicherte durch seinen Rechtsvertreter 
mitteilen, dass das Bundesgericht in seinem Entscheid vom 9. März 2022 die Beschwerde im 
Verfahren 8C_256/2021 abgewiesen habe. In der Zwischenzeit habe die Kommission des Natio-
nalrates für soziale Sicherheit und Gesundheit (SGK-N) eine Motion zur Änderung der Tabellen-
löhne eingereicht. Es beantrage deshalb, es sei das Verfahren bis zur Inkraftsetzung der neuen 
bundesrätlichen Bemessungsgrundlage für die Berechnung des Invaliditätsgrades weiterhin zu 
sistieren. Die IV-Stelle erachtete in ihrer Duplik vom 29. April 2022 eine weitere Sistierung des 
Verfahrens nicht als notwendig.  
 
H. Das instruierende Präsidium hob mit Verfügung vom 24. Mai 2022 die Sistierung des 
Verfahrens auf und wies den Sistierungsantrag des Versicherten vom 29. April 2022 ab. Zur Be-
gründung führte es aus, dass es nicht ersichtlich sei, inwiefern neue Bemessungsgrundlagen für 
die Ermittlung des Invalidenlohnes für das vorliegende Verfahren von wesentlicher Bedeutung 
sein sollten. Denn der Bundesrat erarbeite ein neues Bemessungssystem im Hinblick auf das seit 
1. Januar 2022 in Kraft gesetzte lineare Rentensystem ("Weiterentwicklung der IV", WEIV). Da 
im vorliegenden Fall die angefochtenen Verfügungen vom 15. und 16. Juli 2021 datierten, seien 
die Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 
und der entsprechenden Verordnung in der bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Fassung 
anwendbar. Die Parteien erhielten zudem die Möglichkeit, zum Urteil des Bundesgerichts vom 
9. März 2022 (8C_256/2021) Stellung zu nehmen.  
 
I. In ihrer Stellungnahme vom 21. Juni 2022 beantragte die IV-Stelle weiterhin die Abwei-
sung der Beschwerde Der Versicherte hielt in seiner Eingabe vom 18. Juli 2022 desgleichen an 
seinen bisherigen Rechtsbegehren fest und wies dabei insbesondere auf die im Urteil des Bun-
desgerichts vom 9. März 2022 festgestellte überragende Bedeutung des Tabellenlohnabzugs hin. 
Gestützt auf das Rechtsgutachten "Grundprobleme der Invaliditätsbemessung in der Invaliden-
versicherung" vom 22. Januar 2021 von Prof. Thomas Gächter, Dr. Philipp Egli, Dr. Michael E. 
Meier und Dr. Martina Filippo und das statistische Gutachten "Nutzung Tabellenmedianlöhne LSE 
zur Bestimmung der Vergleichslöhne bei der IV-Rentenbemessung" des Büros für arbeits- und 
sozialpolitische Studien BASS AG vom 8. Januar 2021 (Autoren: Jürg Guggisberg, Markus Schär-
rer, Céline Gerber und Severin Bischof; nachfolgend: BASS-Gutachten) müsse hier ein Abzug 
vom Medianwert des Tabellenlohnes der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) von min-
destens 15 % bei einem Valideneinkommen von Fr. 115'952.-- bzw. 10 % bei einem Validenein-
kommen von Fr. 123'735.-- vorgenommen werden. Daraus resultiere ein Invaliditätsgrad von min-
destens 50 %. Zudem sei das unwidersprochenen Einzelvotum von Bundesrichter Y.____ an-
lässlich der öffentlichen Beratung des Bundegerichts im Verfahren 8C__256/2021 zu beachten. 
Demgemäss sei aufgrund der Tatsache, dass er bald 60 Jahre alt sei und wegen seiner Invalidität 
eine einschneidende berufliche Umstellung hinnehmen müsse, ein leidensbedingter Abzug vom 
Tabellenlohn vorzunehmen.  
 

J. An der heutigen Parteiverhandlung zog der Rechtsvertreter des Versicherten den Antrag, 
es sei eine gerichtlich-protokollarische Befragung des Versicherten nach Art. 191 ZPO durchzu-
führen, zurück. Anlässlich der Befragung des Versicherten teilte dieser mit, dass er per 1. No-
vember 2022 eine neue Stelle bei der H.____ AG angetreten habe, bei welcher er einen Lohn 

 

 
 
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von Fr. 5'050.-- x 13 erziele. Dabei habe er beim Tastaturschreiben Mühe; er habe schnell 
Krämpfe in der linken Hand und benötige viele Pausen. Er erfülle die Zielvorgaben auch nicht 
immer. Die Arbeitgeberin komme ihm sehr entgegen; er habe wohl deswegen inzwischen eine 
Festanstellung erhalten. Der Rechtsvertreter hielt in seinem Plädoyer an seinen Anträgen und an 
seiner Begründung fest. Er warf zudem die Frage auf, ob das bei der H.____ AG erzielte Einkom-
men eine Soziallohnkomponente enthalte und ob sein Mandant überhaupt die Zielvorgaben er-
reichen könne, um den jährlichen Bonus zu erhalten. Es seien deshalb Abklärungen bei der jet-
zigen Arbeitgeberin des Versicherten erforderlich, welche entweder durch das Kantonsgericht 
oder in Rückweisung der Angelegenheit durch die IV-Stelle durchzuführen seien. Die IV-Stelle 
beantragte weiterhin die Abweisung der Beschwerde und verwies zur Begründung auf die bishe-
rigen Eingaben.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt 
vor dem Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des 
vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtli-
che Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b 
des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 
1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des 
Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich 
zur Behandlung der vorliegenden Beschwerden zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und form-
gerecht erhobene – Beschwerde des Versicherten vom 20. August 2021 ist demnach einzutreten. 
 
2.1 Der Versicherte beantragt in verfahrensrechtlicher Hinsicht die Durchführung einer Ge-
richtsverhandlung nach Art. 6 Ziff. 1 EMRK mit Publikums- und Presseanwesenheit. Nach Art. 6 
Ziff. 1 Satz 1 EMRK hat jede Person ein Recht darauf, dass über Streitigkeiten in Bezug auf ihre 
zivilrechtlichen Ansprüche und Verpflichtungen oder über eine gegen sie erhobene strafrechtliche 
Anklage von einem unabhängigen und unparteiischen, auf Gesetz beruhenden Gericht in einem 
fairen Verfahren öffentlich und innerhalb angemessener Frist verhandelt wird. Der Grundsatz der 
Öffentlichkeit bezieht sich sowohl auf die Parteiöffentlichkeit als auch auf die Publikums- und 
Presseöffentlichkeit. Er umfasst unter anderem den Anspruch des Einzelnen, seine Argumente 
dem Gericht mündlich in einer öffentlichen Sitzung vortragen zu können. Dagegen gilt das Öf-
fentlichkeitsprinzip nicht für die Beratung des Gerichts; diese kann unter Ausschluss der Öffent-
lichkeit geführt werden (BGE 122 V 47 E. 2c; Urteil des Bundesgerichts vom 10. Oktober 2012 
8C_390/2012, E. 2.3 mit Hinweisen). Der Öffentlichkeitsgrundsatz beinhaltet keinen Anspruch 
darauf, dass bestimmte Beweismittel öffentlich und in Anwesenheit der Par-teien abgenommen 
werden. Die Durchführung einer öffentlichen Verhandlung gemäss Art. 6 Ziff. 1 EMRK setzt daher 
im Sozialversicherungsprozess einen – im erstinstanzlichen Verfahren zu stellenden – Parteian-
trag voraus, aus dem klar und unmissverständlich hervorgehen muss, dass eine konventionskon-
forme Verhandlung mit Publikums- und Presseanwesenheit durchgeführt werden soll. Wird ledig-
lich eine persönliche Anhörung oder Befragung, ein Parteiverhör, eine Zeugeneinvernahme oder 
die Durchführung eines Augenscheins verlangt, darf das Gericht daraus schliessen, dass es der 

 

 
 
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antragstellenden Person um die Abnahme bestimmter Beweismittel und nicht um die Durchfüh-
rung einer Verhandlung mit Publikums- und Presseanwesenheit geht (BGE 134 I 331 E. 2.3.2, 
122 V 47 E. 3a; Urteil des Bundesgerichts vom 12. Mai 2016, 9C_88/2016, E. 1 mit Hinweisen).  
 
2.2 Vorliegend begründete der Versicherte den Antrag auf Durchführung einer Parteiver-
handlung mit Publikums- und Pressefreiheit nicht. Seine Beweisanträge lassen nicht darauf 
schliessen, dass er eine konventionskonforme Verhandlung im Sinne einer mündlichen Erörte-
rung des Prozessstoffes vor Gericht mit Publikums- und allenfalls Presseanwesenheit tatsächlich 
auch wünschte. Vielmehr ersuchte er das Gericht, dass er mündlich befragt werde, was eine 
Beweismassnahme darstellt. Mit der heutigen Parteibefragung ist das Gericht seinem Anliegen 
nachgekommen, weshalb zu diesem Antrag keine weiteren Erörterungen notwendig sind.  
 
3.1 In materieller Hinsicht ist zu prüfen, ob der Versicherte über den 31. Juli 2017 hinaus 
Anspruch auf eine Invalidenrente von mindestens 50 % hat.  
 
3.2 Am 1. Januar 2022 trat die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Änderung 
des IVG (WEIV) in Kraft. Die vorliegend angefochtene Verfügung erging vor dem 1. Januar 2022. 
Nach den allgemeinen Grundsätzen des intertemporalen Rechts und des zeitlich massgebenden 
Sachverhalts (statt vieler: BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 129 V 354 E. 1 mit Hinweisen) sind daher die 
Bestimmungen des IVG und diejenigen der IVV sowie des Bundesgesetzes über den Allgemei-
nen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 in der bis 31. Dezember 
2021 gültig gewesenen Fassung anwendbar (Urteil des Bundesgerichts vom 23. Februar 2022, 
8C_455/202, E. 2). Sie werden im Folgenden jeweils in dieser Version wiedergegeben, zitiert und 
angewendet. 
 
3.3 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während ei-
nes Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig ge-
wesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c).  
 
3.4 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der körper-
lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bis-
herigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird 
auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt 
(Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebre-
chen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be-
einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach 
zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen 
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach 

 

 
 
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Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück-
sichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht 
nicht überwindbar ist (Satz 2).  
 
3.5 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt abge-
stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, 
auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu min-
destens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist.  
 
4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä-
higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Un-
terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu 
stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen 
und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi-
cherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grund-
lage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zuge-
mutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2, 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 
4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle ande-
ren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestat-
ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess 
nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa-
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (BGE 143 V 124 
E. 2.2.2). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklag-
ten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in 
der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Si-
tuation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind 
(BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).  
 
4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch 
BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten 
Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen 
und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung 
der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft 
zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen 
(BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 6. März 2019, 

 

 
 
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9C_609/2018, E. 3.2.2). Berichten und Gutachten versicherungsinterner Fachpersonen (wie z.B. 
von RAD-Ärzten bzw. RAD-Ärztinnen: BGE 139 V 225 E. 5, 135 V 465 E. 4.7 und Urteil des 
Bundesgerichts vom 16. September 2014, 8C _385/2014, E. 4.2.2) wiederum kommt rechtspre-
chungsgemäss nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG einge-
holten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten. An die Beweis-
würdigung sind deshalb strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Versicherungsfall ohne Ein-
holung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen auch nur geringe Zweifel 
an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so 
sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 145 V 97 E. 8.1). 
 
5.1 Die IV-Stelle Basel-Landschaft zog zur Abklärung des medizinischen Sachverhalts in 
erster Linie die Akten der Suva und des Krankentaggeldversicherers, der I.____ AG, bei. Diesen 
ist zu entnehmen, dass sich der Versicherte am 26. August 2015 bei der Arbeit im Tunnel X.____ 
am linken Ellbogen verletzte. Im Rahmen der Behandlung der Unfallfolgen wurde am 15. Dezem-
ber 2015 eine Arthroskopie durchgeführt. Dabei wurde der Nervus radialis des linken Armes be-
schädigt. Aufgrund dieser Nervenschädigung erfolgte am 9. Juni 2016 ein operativer Eingriff 
durch Dr. D.____. Danach war es dem Versicherten wieder möglich, die Fingergrundgelenke zu 
strecken. Dr. D.____ verordnete eine Ergotherapie (vgl. Bericht von Dr. D.____ vom 11. Januar 
2017). Am 16. März 2017 berichtete er, dass es nach einem Arbeitsversuch bei der damaligen 
Arbeitgeberin, bei welchem der Versicherte während rund 3 Wochen reine Überwachungsaufga-
ben übernommen habe, zu Schwellungen an der linken Hand mit livider Verfärbung sowie 
Schmerzen am linken Handgelenk und linken Ellbogen bereits bei leichter Belastung gekommen 
sei. Es habe eine Kraftminderung mit funktioneller Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestanden. 
Dr. D.____ empfahl die Weiterführung der Ergotherapie und hoffte, dass der Versicherte dadurch 
wieder in den Arbeitsprozess eingegliedert werden könne.  
 
5.2 Gestützt auf die damalige Aktenlage führte Dr. E.____ in ihrer Stellungnahme vom 3. Mai 
2017 als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit einen Status nach offener Ellbo-
genrevision links mit Neurolyse des Nervus radialis profundus und superficialis sowie Rekon-
struktion mit Einsetzen von Interponaten (= Ersatz einer erkrankten Blutader durch ein  
neues Blutgefäss) bei Entnahme des Nervus suralis am linken Unterschenkel am 9. Juni 2016, 
bei Läsion des Nervus radialis profundus und superficialis am linken Ellbogen, bei Status nach 
Arthroskopie am linken Ellbogen am 15. Dezember 2015 und bei Status nach offener Ellbogen-
revision mit Darstellung und Neurolyse des Nervus radialis links am 9. Februar 2016 auf. Sie kam 
in ihrer Beurteilung zum Schluss, dass aufgrund des sensomotorischen Defizits der linken Hand 
und der fortgeschrittenen Ellbogenarthrose nicht mit einer Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit 
in der angestammten Tätigkeit zu rechnen sei. Der Versicherte sei jedoch bei der Ausübung einer 
leichten körperlichen Tätigkeit ohne Belastung der linken Hand (allenfalls als Stützhand) und des 
linken Ellbogens ganztags arbeitsfähig, auch wenn der Regenerationsprozess des Nervus radia-
lis noch nicht abgeschlossen sei. Um eine Überbelastung des rechten Armes zu vermeiden, dürfe 
der rechte Arm keine Lasten über 10 kg bewegen.  
 
5.3 Am 30. Mai 2017 berichtete Dr. D.____, dass die Reinnervation der vom Nervus radialis 
innervierten Muskeln erfreulich sei. Der Versicherte besuche immer noch die Ergotherapie, 

 

 
 
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wodurch sich mittlerweile die Funktion der gesamten linken Hand verbessert habe. Die Streckung 
der Langfinger gelinge mittlerweile komplett, am Daumen sei sie noch etwas schlechter. Immerhin 
gelinge die Abspreizung des Daumens in einem funktionell guten Ausmass. Schmerzen würden 
vor allem in der Ellbogenregion beschrieben, welche sich bei Belastung verstärkten. Beim Hand-
gelenk bestehe noch eine leichte Radialdeviationstendenz bei der aktiven Streckung des linken 
Handgelenks. Es sei von einer weiteren Verbesserung auszugehen. Der Verlauf werde zeigen, 
ob sich die Sensibilität weiter erholen werde. Aufgrund der fortgeschrittenen Arthrose am Ellbo-
gen- und Daumensattelgelenk sowie der Funktionseinschränkungen der linken Hand könne der 
Versicherte die bisherige Arbeit nicht mehr ausüben. Da nicht mit einer für die Arbeitstätigkeit 
relevanten Funktionsverbesserung zu rechnen sei, könne nun mit den beruflichen Massnahmen 
begonnen werden. Die Belastung des linken Arms bleibe eingeschränkt. Überkopfarbeiten und 
alle Kraftarbeiten mit Einsatz der linken Hand seien zu vermeiden. Damit es bei der rechten Hand 
nicht zu Überbelastungsschmerzen komme, dürfe diese nur reduziert belastet werden.  
 
5.4 In seinem Bericht vom 19. September 2017 stellte Dr. D.____ eine insgesamt sehr 
schöne Erholung der motorischen Radialisfunktionen mit den Nerveninterponaten fest. Der Ver-
sicherte gebe zwar immer noch eine fehlende Sensibilität im Versorgungsgebiet des Nervus ra-
dialis an. Die bis anhin ausgebliebene sensible Erholung des Nervus radialis sei jedoch funktionell 
nicht störend. Es sei nicht zu erwarten, dass weitere Eingriffe die Funktion verbessern würden. 
Der Versicherte klage auch weiterhin über eine reduzierte Kraft im linken Handgelenk und 
Schmerzen in der Ellbogenregion vor allem nach Belastungen. Bei Bewegungen spüre er ein 
Reiben im Gelenk, gelegentlich sei auch ein hörbares Knacken vorhanden, das mit einschiessen-
den Schmerzen verbunden sein könne. Sollte sich die Schmerzsymptomatik beim Ellbogenge-
lenk verschlechtern, sei allenfalls eine Gelenktoilette zu diskutieren. Die Ergotherapie sei weiter-
zuführen, damit das Handgelenk noch besser stabilisiert werden könne. Dr. D.____ attestierte für 
die angestammte Tätigkeit nach wie vor eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit; eine Verlaufskontrolle 
sah er in zwei Jahren vor. 
 
5.5 Anlässlich der Konsultation bei Dr. D.____ am 8. Juni 2018 (vgl. Bericht vom 10. Juni 
2018) beschrieb der Versicherte nur noch leichte Schmerzen am linken Ellbogen. Während sich 
die Sensibilität im Versorgungsgebiet des Nervus radialis nicht weiter erholt habe, bestehe in 
motorischer Hinsicht eine nochmalige leichte Verbesserung des Nervus radialis. Es liege nun 
keine wesentliche funktionelle Beeinträchtigung mehr in der Beweglichkeit vor. Die Belastbarkeit 
des linken Armes sei nach wie vor bleibend reduziert. Die Behandlung am linken Arm werde heute 
abgeschlossen. Neu sei ein grosser freier Gelenkkörper im rechten Ellbogen feststellbar. Diese 
wurden am 16. Juli 2018 arthroskopisch entfernt.  
 
5.6 Dr. D.____ berichtete am 8. November 2018 von einem problemlosen postoperativen 
Verlauf. Seit der Ellbogenarthroskopie sei es zu keinen Sensibilitätsstörungen oder motorischen 
Ausfällen am rechten Ellbogen gekommen. Links beständen weiterhin eine freie Beweglichkeit 
und eine gute Kraft in allen Streckmuskeln. Seit dem 5. September 2018 könne der Versicherte 
wieder an den beruflichen Massnahmen teilnehmen.  
 

 

 
 
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5.7 Dr. E.____ nahm am 20. Januar 2021 erneut Stellung zur Aktenlage. Sie erachtete die 
Beurteilung von Dr. D.____ als plausibel und hielt zusammenfassend fest, dass gemäss dessen 
Berichten vom 8. Juni 2018 und 7. November 2018 (recte 10. Juni 2018 und 8. November 2018) 
der rechte Arm und die linke Hand motorisch und funktionell komplett wiederhergestellt seien. Es 
bleibe jedoch insgesamt eine reduzierte Belastbarkeit des linken Armes. Seit der operativen Ent-
fernung der freien Gelenkkörper im rechten Ellbogen sei der Versicherte diesbezüglich beschwer-
defrei. Sie halte deshalb daran fest, dass der Versicherte aufgrund der fortgeschrittenen Ellbo-
gengelenksarthrose links und des sensomotorischen Defizits der linken Hand seit dem 12. De-
zember 2015 keine manuellen Tätigkeiten, wie z.B. die bisherige als Tiefbauisolateur, mehr aus-
führen könne, welche mit Belastung der linken Hand und des linken Ellbogens einhergehen wür-
den. Dem Versicherten sei es jedoch zumutbar, eine leichte körperliche Tätigkeit ohne Belastung 
der linken Hand und des linken Ellbogens ab Mai 2017 mit dem Zumutbarkeitsprofil gemäss Stel-
lungnahme vom 3. Mai 2017 ganztags auszuführen.  
 
6.1 Aufgrund der medizinischen Akten ist die Beurteilung von Dr. E.____ in somatischer 
Hinsicht nicht zu beanstanden. Die Berichterstattung von Dr. D.____ vom 30. Mai 2017 zeigt auf, 
dass es dem Versicherten aufgrund der bleibenden Einschränkung bezüglich der Belastung des 
linken Arms nicht mehr möglich ist, Überkopfarbeiten oder Kraftarbeiten mit der linken Hand aus-
zuüben. Damit es bei der rechten Hand nicht zu Überbelastungsschmerzen kommt, kann er auch 
die rechte Hand nur reduziert belasten. Mit der Formulierung, dass der Versicherte nun in der 
Lage sei, berufliche Massnamen aufzunehmen, brachte er zum Ausdruck, dass es diesem nun 
zumutbar sei, eine berufliche leidensangepasste Tätigkeit auszuüben. Das Zumutbarkeitsprofil 
von Dr. D.____ entspricht im Wesentlichen demjenigen von Dr. E.____. Auch der Kreisarzt, Dr. 
med. J.____, FMH Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates, bestätigte in seiner 
ärztlichen Beurteilung vom 13. März 2021, dass der Versicherte aufgrund seiner gesundheitlichen 
Beeinträchtigungen in der Lage sei, eine leichte Tätigkeit, wie z.B. als technischer Kaufmann, zu 
100 % auszuführen. Die Zumutbarkeitsbeurteilung von Dr. E.____ stimmt auch mit der Einschät-
zung von Dr. med. K.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, überein, der im Rahmen der BEFAS-
Abklärung den Gesundheitszustand des Versicherten abklärte. So führte Dr. K.____ im Schluss-
bericht der BEFAS-Abklärung vom 28. August 2017 aus, dass es dem Versicherten aufgrund 
seiner gesundheitlichen Beschwerden zuzumuten sei, eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit 
ohne oder nur mit geringer Belastung der linken Hand und des linken Ellbogens zu 100 % aus-
zuüben. Dabei sei auch die rechte Hand nicht mit mehr als 10 kg zu belasten, um eine einseitige 
Überbelastung zu vermeiden. Es gibt keine medizinischen Berichte, welche die Einschätzung von 
Dr. E.____ in Zweifel ziehen würden, weshalb die IV-Stelle zu Recht auf die Beurteilung von Dr. 
E.____ abstellte.  
 
6.2.1 In psychischer Hinsicht ist aus den Akten ersichtlich, dass die Hausärztin des Versicher-
ten, Dr. med. L.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, den Versicherten an Dr. med. M.____, 
FMH Psychiatrie und Psychotherapie, zur psychotherapeutischen Behandlung überwies (vgl. E-
Mail vom 21. Dezember 2017). Dr. M.____ stellte am 10. Juli 2019 bei der Suva einen Antrag auf 
Kostengutsprache für die bereits erbrachten ambulanten psychiatrischen Leistungen. In der Be-
gründung führte sie aus, dass das Unfallereignis vom 26. August 2015 einen gravierenden Ein-
schnitt im Leben des Versicherten bei blander Vorgeschichte darstelle. Vor dem Hintergrund einer 

 

 
 
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Unfallverarbeitungsstörung bei posttraumatischer Entwicklung (fulminanter Krankheitsverlauf mit 
mehrfach progredienter Zustandsverschlechterung), der kognitiven Störungen, des Verlustes der 
körperlichen und geistigen Integrität, der immer wieder auftretenden Überforderungsgefühle und 
der psychophysischen Dekompensationen befinde er sich in einer intensiven psychotherapeuti-
schen Behandlung. Das aktuelle Beschwerdebild entspreche einer mittel- bis schwergradigen 
psychischen Beeinträchtigung bei bereits mehrfach erfolgter Retraumatisierung und traumatisch 
erlebter Erschütterungen im Alltag. Nach Ablehnung der Kostengutsprache ersuchte Dr. M.____ 
am 5. August 2019 mit gleicher Begründung um Wiedererwägung ihres Antrags. Die Suva wies 
in ihrer E-Mail vom 6. August 2019 darauf hin, dass der adäquate Kausalzusammenhang zwi-
schen dem Unfallereignis und den Behandlungskosten nicht gegeben sei, weshalb sie eine ent-
sprechende Kostenübernahme ablehne. Weitere Berichte von psychiatrischen Fachpersonen lie-
gen nicht in den Akten.  
 
6.2.2 Bei dieser Sachlage bedarf es entgegen der Ansicht des Versicherten keiner weiteren 
psychiatrischen Abklärungen. Einerseits attestierte Dr. M.____ weder eine Arbeitsunfähigkeit aus 
psychiatrischer Sicht noch stellte sie eine Diagnose nach ICD. Andererseits machte der Versi-
cherte nicht geltend, dass er an psychischen Beeinträchtigungen gelitten habe bzw. noch leide. 
Er verwies denn auch für die Begründung seines Vorbringens, die IV-Stelle habe mangels psy-
chiatrischer Abklärungen ihre Untersuchungspflicht verletzt, einzig auf die beiden Berichte von 
Dr. M.____. Es ist deshalb mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass im 
Zeitpunkt des Rentenbeginns keine relevante psychische Erkrankung mit Auswirkungen auf die 
Arbeitsfähigkeit vorlag.  
 
6.3 Als Zwischenergebnis ist festzuhalten, dass die Beurteilungen der RAD-Ärztin Dr.E.____ 
vom 3. Mai 2017 und 20. Januar 2021 eine rechtsgenügliche Grundlage bilden, um den Gesund-
heitszustand und die Arbeitsfähigkeit des Versicherten zuverlässig beurteilen zu können. In den 
Akten liegen keine medizinischen Berichte vor, welche auch nur geringe Zweifel an der Zuverläs-
sigkeit ihrer Einschätzung aufkommen lassen. Gestützt auf ihre Zumutbarkeitsbeurteilung ist des-
halb davon auszugehen, dass es dem Versicherten nicht mehr möglich ist, seine angestammte 
Tätigkeit als Tiefbauisolateur auszuführen. Es ist ihm jedoch zuzumuten, ab Mai 2017 eine 
leichte, seinem Leiden angepasste körperliche Tätigkeit zu 100 % auszuüben.  
 
6.4 Daran ändert auch die vom Versicherten anlässlich der Parteiverhandlung vertretene 
Auffassung nichts, wonach weitere gesundheitliche Abklärungen bei der aktuellen Arbeitgeberin, 
der H.____ AG, notwendig seien. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass sich 
die richterliche Überprüfungsbefugnis auf die Entwicklung des Sachverhaltes bis zum Zeitpunkt 
des Verfügungserlasses beschränkt (BGE 129 V 1 E. 1.2 mit Hinweis). Da der Versicherte erst 
seit November 2022 bei der H.____ AG arbeitet, ist nicht zu erwarten, dass aus solchen Abklä-
rungen relevante Rückschlüsse auf den Gesundheitszustand des Versicherten im Zeitpunkt des 
Verfügungserlasses (hier: 15./16. Juli 2021) gezogen werden können. Es ist daher auf die Einho-
lung von Auskünften der heutigen Arbeitgeberin zu verzichten (sog. antizipierte Beweiswürdi-
gung; vgl. dazu BGE 132 V 393 E. 3.3, 126 V 130 E. 2a, 124 V 90 E. 4b und 159 E. 1d, 119 V 
335 E. 3c mit Hinweisen). 
 

 

 
 
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7.1 Im Weiteren ist zu prüfen, ob die dem Versicherten verbliebene Restarbeitsfähigkeit von 
100 % auf dem realen Arbeitsmarkt verwertbar ist. Der Versicherte ist der Ansicht, dass seine 
Restarbeitsfähigkeit aufgrund seiner gesundheitlichen Beeinträchtigungen an den oberen Extre-
mitäten und des fortgeschrittenen Alters nicht mehr verwertet werden könne. Dieser Einwand 
erweist sich als nicht stichhaltig. Auch wenn die vollzeitliche Anstellung bei der H.____ AG erst 
nach Erlass der hier angefochtenen Verfügungen vom 15. und 16. Juli 2022 erfolgt ist, hat der 
Versicherte aufgezeigt, dass seine verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem freien realen Arbeits-
markt verwertet werden kann.   
 
7.2 Selbst wenn berücksichtigt wird, dass er im hier relevanten Zeitpunkt des Erlasses der 
angefochtenen Verfügung keine Arbeitsstelle hatte, ist davon auszugehen, dass seine Restar-
beitsfähigkeit verwertbar war. Dabei ist nicht der reale, sondern der ausgeglichene Arbeitsmarkt 
(Art. 16 ATSG) massgebend. Der ausgeglichene Arbeitsmarkt ist ein theoretischer und abstrakter 
Begriff. Er berücksichtigt die konkrete Arbeitsmarktlage nicht, d.h. er umfasst in wirtschaftlich 
schwierigen Zeiten auch tatsächlich nicht vorhandene Stellenangebote und sieht von den fehlen-
den oder verringerten Chancen Teilinvalider, eine zumutbare und geeignete Arbeitsstelle zu fin-
den, ab (BGE 134 V 64 E. 4.2.1, 110 V 273 E. 4b). Dabei darf bei der Bestimmung des trotz 
gesundheitlicher Beeinträchtigung zumutbarerweise erzielbaren Einkommens nicht von realitäts-
fremden Einsatzmöglichkeiten ausgegangen werden. Insbesondere kann dort nicht von  
einer Arbeitsgelegenheit gesprochen werden, wo die zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränk-
ter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt  
oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers 
möglich und das Finden einer entsprechenden Stelle daher zum vornherein als ausgeschlossen 
erscheint (Urteil des Bundesgerichts vom 3. Januar 2018, 8C_434/2017, E. 7.2.1).  
 
7.3 In der Rechtsprechung wird das fortgeschrittene Alter, obgleich an sich ein invaliditäts-
fremder Faktor, als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und be-
ruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Res-
terwerbsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr 
nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht 
mehr zumutbar ist. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das noch vorhandene Leis-
tungsvermögen auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer 
allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den Umständen ab, die mit Blick auf die An-
forderungen der Verweistätigkeiten massgebend sind. Massgebend können die Art und Beschaf-
fenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbei-
tungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Bega-
bungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufser-
fahrung aus dem angestammten Bereich sein (BGE 138 V 457 E. 3.1 mit Hinweisen).  
 
7.4.1 Im Zeitpunkt der letzten Zumutbarkeitsbeurteilung von Dr. E.____ vom 20. Januar 2021 
war der Versicherte noch nicht ganz 58 Jahre alt (vgl. zum massgebenden Zeitpunkt der Beurtei-
lung der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit: BGE 138 V 457, E. 3.4 im Urteil des Bundesge-
richts vom 10. Mai 2013, 9C_954/2012, E. 3.1). Die verbleibende Aktivitätsdauer bis zum Eintritt 
ins AHV-Alter betrug zum massgebenden Zeitpunkt somit noch rund 7 Jahre. Eine Aktivitätsdauer 

 

 
 
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von rund 7 Jahren gilt rechtsprechungsgemäss grundsätzlich als ausreichend, um eine neue ein-
fache Erwerbstätigkeit aufzunehmen, sich einzuarbeiten und die Arbeit auszuüben (Urteil des 
Bundesgerichts vom 7. März 2017, 9C_677/2016, E. 5.2). Somit ist gemäss bundesgerichtlicher 
Rechtsprechung davon auszugehen, dass der Versicherte über eine genügende Anpassungsfä-
higkeit verfügt, um einen Berufswechsel vorzunehmen. Es sind auch keine qualifizierenden Be-
gleitumstände ersichtlich, die eine ausnahmsweise Verneinung der Verwertbarkeit begründen 
würden. Gemäss der hier massgebenden Zumutbarkeitsbeurteilung besteht beim Versicherten in 
einer Verweistätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Es entspricht der Praxis, dass selbst bei 
faktischer Einhändigkeit zwar eine erheblich erschwerte Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit an-
zunehmen ist, gleichwohl aber bei Versicherten, die ihre dominante Hand gesundheitlich bedingt 
nur sehr eingeschränkt (z.B. als unbelastete Zudienhand) einsetzen können, ein hinreichend 
grosser Arbeitsmarkt mit realistischen Betätigungsmöglichkeiten besteht (Urteil des Bundesge-
richts vom 10. April 2019, 8C_811/2018, E. 4.2.2). Dies gilt umso mehr im vorliegenden Fall, ist 
beim Versicherten doch die adominante linke Hand stark beeinträchtigt.  
 
7.4.2 Gestützt auf diese Rechtsprechung ist davon auszugehen, dass die sachlichen Limitie-
rungen (leichte körperliche Tätigkeit ohne Belastung der linken Hand und des linken Ellbogens 
und Bewegungen des rechten Armes mit Lasten über 10 kg) die Chancen der Verwertung der 
Restarbeitsfähigkeit im Ergebnis zwar einschränken, sie aber nicht als völlig unrealistisch erschei-
nen lassen, zumal der ausgeglichene Arbeitsmarkt auch sogenannte Nischenarbeitsplätze um-
fasst (Urteile des Bundesgerichts vom 6. Mai 2020, 8C_30/2020, E. 5.3 und vom 8. Mai 2013, 
8C_728/2012, E. 4.3.3). Daran ändert auch die fehlende berufliche Ausbildung in der ange-
stammten Tätigkeit nichts, besitzt der Versicherte doch aufgrund der jahrelangen Funktion als 
Vorarbeiter Führungserfahrung und hat im Rahmen der beruflichen Massnahmen kaufmännische 
Kenntnisse erworben, welche er in einer Verweistätigkeit verwerten kann. Er selbst geht davon 
aus, dass der fehlende eidgenössische Abschluss kein Nachteil bei der Stellensuche sei (vgl. 
Abschlussbericht der Eingliederungsmassnahme vom 28. Dezember 2020), was sich mit der An-
stellung bei der H.____ AG auch bestätigt hat.  
  
7.5 Ebenso wenig ist der Hinweis des Versicherten, wonach es sich bei der beruflichen Um-
schulung zum technischen Kaufmann gezeigt habe, dass er administrative Arbeiten mit Schmer-
zen am linken Arm ausgeführt habe und daher nur eine befriedigende Leistung habe erbringen 
können, geeignet, um von einer Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit auszugehen. Seine 
gegenüber seinem Rechtsvertreter in der E-Mail vom 20. Juli 2021 und den Eingliederungsfach-
leuten geschilderten Beschwerden entsprechen seiner subjektiven Wahrnehmung. Zudem bestä-
tigten die zuständigen Eingliederungsfachleute, dass trotz der geklagten Schmerzen eine 
100%ige Arbeitsfähigkeit in einem kaufmännischen Beruf bestehe (vgl. Bericht der mebea vom 
4. Februar 2019). Diese Feststellung stimmt denn auch mit den medizinischen Einschätzungen 
der Arbeitsfähigkeit überein, weshalb auch in diesem Punkt kein Anlass besteht, an der Zumut-
barkeitsbeurteilung von Dr. E.____ zu zweifeln.  
 
7.6 Desgleichen kann der Versicherte aus dem höchstrichterlichen Urteil vom 15. März 2017 
(9C_277/2016) nichts zu seinen Gunsten ableiten. Im zitierten Urteil wurde die Verwertbarkeit 

 

 
 
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eines zum Zeitpunkt des Rentenbeginns 55-jährigen Versicherten verneint, der über keine Be-
rufsausbildung oder andere Kompetenzen verfügte, seine langjährige Tätigkeit nicht mehr ausü-
ben konnte und bei welchem altersbedingt mit einer geringen Anpassungsfähigkeit zu rechnen 
war. Das Zumutbarkeitsprofil war nicht nur hinsichtlich der in Frage kommenden Tätigkeiten (kog-
nitiv einfachste, repetitive, manuelle Hilfs- bzw. Routinearbeiten), sondern auch in Bezug auf die 
zu beachtenden Rahmenbedingungen (hohe Konstanz der Arbeitsabläufe, kein Zeit- oder Ar-
beitsdruck, verständnisvolles Team) sehr einschränkend. Zudem bedurfte jener Versicherte einer 
engen Begleitung bzw. Führung mit entsprechend hohem (zeitlichen) Aufwand für die Arbeitge-
berin bzw. den Arbeitgeber. Dazu kam, dass er in Überforderungssitua-tionen mit inadäquatem 
bzw. sogar aggressivem Verhalten reagierte (vgl. E. 4.3 des zitierten Urteils). Ein solches Zumut-
barkeitsprofil und solche restriktiven Anforderungen an den Arbeitsplatz bestehen beim Versi-
cherten nicht. Das in diesem Zusammenhang vorgebrachte Vorbringen, wonach er zur Vermei-
dung einer langfristigen einseitigen Überbelastung nur eine Tätigkeit mit längeren Pausen, freier 
Arbeitszeiteinteilung und längeren Regenerationszeiten ausüben könne, wird so aus ärztlicher 
Sicht nicht bestätigt und erweist sich als nicht stichhaltig. Es wird einzig festgehalten, dass er 
wegen der Gefahr der Überbelastung des rechten Armes nur Lasten bis 10 kg bewegen dürfe. 
 
8.1  Es bleiben die erwerblichen Auswirkungen zu prüfen. Gemäss Art. 16 ATSG in Verbin-
dung mit Art. 28a Abs. 1 IVG wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkom-
men, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizi-
nischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätig-
keit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung 
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Valideneinkommen). 
 
8.2 Die IV-Stelle nahm in der angefochtenen Verfügung vom 16. Juli 2021 den erforderlichen 
Einkommensvergleich vor. Dabei berechnete sie das massgebende Valideneinkommen von 
Fr. 115'952.-- aufgrund des Durchschnitts der für die Jahre 2009 – 2015 angegebenen Jahres-
löhne im individuellen Konto (IK) des Versicherten und unter Berücksichtigung der bis 2016 er-
folgten Nominallohnentwicklung. Beim Invalideneinkommen beachtete sie, dass dem Versicher-
ten nach Ablauf der Wartezeit per Dezember 2016 weder die Ausübung der angestammten Arbeit 
noch einer Verweistätigkeit zumutbar war, weshalb sie ab 1. Dezember 2016 einen Anspruch auf 
eine ganze Rente bejahte. Diesen Rentenanspruch wird vom Versicherten zu Recht nicht bestrit-
ten, weshalb darauf nicht weiter eingegangen wird. Für die Zeit ab Mai 2017 ermittelte die IV-
Stelle das zumutbare Invalideneinkommen in Anwendung des Tabellenlohnes der LSE 2016, Ta-
belle TA1_tirage_skill_level, privater Sektor, Total, Kompetenzniveau 2, Spalte Männer, in Höhe 
von monatlich Fr. 5'664.--. Unter Berücksichtigung der betriebsüblichen Arbeitszeit von 41,7 Stun-
den sowie der Nominallohnentwicklung für das Jahr 2017 von 0,3 % erhielt sie ein Jahreseinkom-
men von Fr. 71'140.--. Von diesem Betrag gewährte sie einen Abzug von 5 % für die invaliditäts-
bedingte Beeinträchtigung, woraus ein Invalideneinkommen von Fr. 67'583.-- resultierte. Anhand 
der Gegenüberstellung der Vergleichseinkommen ermittelte sie einen Invaliditätsgrad von gerun-
det 42 %. In der Folge sprach die IV-Stelle dem Versicherten in Anwendung von Art. 88a Abs. 1 
IVV ab 1. August 2017 eine Viertelsrente zu.  
 

 

 
 
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8.3.1 Der Beschwerdeführer beanstandet das der Verfügung zugrunde gelegte Validenein-
kommen in Höhe von Fr. 115'952.--, welches nach seiner Ansicht zu tief veranschlagt worden sei. 
Er macht geltend, dass gemäss den IV-Taggeld-Verfügungen von einem durchschnittlichen Ta-
geseinkommen von Fr. 339.-- und somit von einem Jahreseinkommen von mindestens 
Fr. 123'735.-- (Fr. 339.-- x 365 Tage) auszugehen sei, was im Übrigen auch dem bisher bezoge-
nen Suva-Taggeld entspreche. Dass das Valideneinkommen mehr als Fr. 115'952.-- betragen 
müsse, zeige sich auch darin, dass er von August 2014 bis August 2015 effektiv ein Jahresein-
kommen von Fr. 137'619.-- und im Jahr 2011 sogar ein solches von Fr. 145'425.-- verdient habe.  
 
8.3.2 Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des Valideneinkommens 
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient 
hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen 
Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung ent-
spricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnah-
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 
58 E. 3.1 und 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis). 
 
8.3.3 Vorliegend teilte die B.____ AG auf Anfrage der Suva mit, dass der Versicherte ohne 
Unfall weiterhin in der gleichen Funktion mit einem Vollzeitpensum beschäftigt worden wäre (vgl. 
Aktennotiz vom 3. März 2021). Damit steht fest, dass er als gesunde Person seine angestammte 
Tätigkeit bei der B.____ AG fortgeführt hätte. Es ist deshalb bei der Ermittlung des Validenein-
kommens auf den zuletzt bei der B.____ AG erzielten Verdienst abzustellen.  
 
8.3.4 Die Suva ging bei ihrer UV-Taggeldberechnung gestützt auf die Angaben der ehemali-
gen Arbeitgeberin in der Schadenmeldung UVG vom 18. Dezember 2015 davon aus, dass der 
Versicherte als gesunde Person ab 1. Dezember 2015 monatlich Fr. 7'500.-- x 13 + Kinderzulagen 
von monatlich Fr. 400.-- + Baustellenzulagen in Höhe von jährlich Fr. 25'002.65, d.h. insgesamt 
Fr. 127'302.65, verdient hätte. Diese Zahlen stimmen mit denjenigen im Fragebogen für Arbeit-
gebende vom 13. Mai 2016 überein. Da dieser Lohn den Maximallohn (= Fr. 126'000.-- für das 
Jahr 2015) überschritt, setzte sie das UV-Taggeld auf Fr. 276.20 (Fr. 126'000.-- : 365 x 80 %; vgl. 
Art. 25 der Verordnung über die Unfallversicherung vom 20. Dezember 1982 in Verbindung mit 
Anhang 2 [Taggeld-Berechnung]) fest (vgl. Suva-Akte Nr. 128). Am 24. Juli 2020 erteilte die ehe-
malige Arbeitgeberin gegenüber der Suva nochmals Auskunft über den hypothetischen Lohn des 
Versicherten. Dabei bezifferte sie den Jahresverdienst für die Jahre 2016 bis 2020 durchgehend 
mit einem Monatslohn von Fr. 7'500.-- x 13 + Bonus in Höhe von Fr. 7'300.-- pro Jahr. Da die 
Arbeitgeberin für die Jahre 2016 – 2020 keine Angaben zu den Zulagen machte, bat die Suva 
diese um eine ergänzende Auskunft (vgl. E-Mail vom 18. Januar 2021). Daraufhin korrigierte die 
B.____ AG ihre bisherigen Lohnangaben am 2. Februar 2021. Sie bestätigte für das Jahr 2016 
einen Jahresgrundlohn von Fr. 7'590.-- x 13, für das Jahr 2017 einen solchen von Fr. 7'680.-- x 
13 und für die Jahre 2018 – 2021 einen solchen von je Fr. 7'770.-- x 13. Zu diesem Lohn kamen 
ein Bonus von Fr. 1'500.--, Reisestunden von Fr. 800.--, ein Baustellenzuschlag von Fr. 400.-- 
und ein Untertagzuschlag von Fr. 300.-- jeweils pro Jahr hinzu. Zuschläge für Überstunden be-
stimmte sie nicht, da diese von den jeweiligen Einsätzen abhängig seien. Am 8. Februar 2021 

 

 
 
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holte die Suva bei der ehemaligen Arbeitgeberin ergänzende Auskünfte betreffend Baustellenzu-
lage ein. Diese erklärte am 8. Februar 2021 telefonisch, dass der Versicherte vor dem Unfall bei 
einer Tunnelgrossbaustelle eingesetzt gewesen sei und deshalb die ausserordentlich hohe 
Baustellenzulage in Höhe von Fr. 25'002.65 erzielt habe. Eine vergleichbare Grossbaustelle be-
stehe seither nicht mehr. Sie habe deshalb die am 2. Februar 2021 angegebenen Zuschläge 
anhand von vergleichbaren Mitarbeitern bestimmt. Auszahlungen von Überzeit seien nur aus-
nahmsweise möglich, da diese in der Regel mit Freizeit abzugelten sei.  
 
8.3.5 In Würdigung der Lohnangaben der ehemaligen Arbeitgeberin des Versicherten ist mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Lohnzahlen im Schadenformular 
UVG vom 18. Dezember 2015 und im Fragebogen Arbeitgebende vom 13. Mai 2016 nicht ver-
lässlich sind. Dazu kommt, dass gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung Kinderzulagen 
nicht zum Valideneinkommen zu zählen sind (Urteil des Bundesgerichts vom 15. Januar 2016, 
8C_897/2015, E. 3.2.2 mit Hinweisen), weshalb sich der von der Suva für die Taggeldabrechnun-
gen berechnete Lohn von Fr. 127'302.65 schon allein aus diesem Grund als zu hoch erweist. Wie 
den später erfolgten Auskünften zu entnehmen ist, berücksichtigte die B.____ AG bei ihren Lohn-
angaben vom 18. Dezember 2015, 13. Mai 2016 und 24. Juli 2020 weder die mutmassliche Loh-
nentwicklung noch die Tatsache, dass sie in der Zeit nach 2015 keine Aufträge mehr für Tunnel-
grossbaustellen hatte und der Versicherte deshalb keine derart hohen Baustellenzuschläge wie 
vor den Jahren des Unfalles erzielt hätte. Demgegenüber scheinen die zuletzt angegebenen 
Lohnzahlen der B.____ AG vom 2. Februar 2021 vollständig und zuverlässig zu sein. Anderes 
als in ihren Taggeldabrechnungen legte die Suva in ihrer Rentenverfügung vom 7. September 
2021 für die Bemessung des Valideneinkommens nun die Lohnangaben der B.____ AG für das 
Jahr 2020 von Fr. 104'010.-- (Fr. 7'770.-- x 13 + Fr. 1'500.-- [Bonus] + Fr. 800.-- [Reisestunden] 
+ Fr. 400.-- [Baustellenzuschlag] + Fr. 300.-- [Untertagzuschlag]) zugrunde. Demgemäss ist für 
das Jahr 2017 von einem massgebenden Valideneinkommen von Fr. 102'840.-- (Fr. 7'680.-- x 13 
+ Fr. 1'500.-- [Bonus] + Fr. 800.-- [Reisestunden] + Fr. 400.-- [Baustellenzuschlag] + Fr. 300.-- 
[Untertagzuschlag]) auszugehen. 
 
8.3.6 Entgegen der Ansicht der IV-Stelle eignen sich die im IK-Auszug eingetragenen Jahres-
einkommen für die Jahre 2009 bis 2015 nicht, um das Valideneinkommen des Versicherten zu-
verlässig zu ermitteln. Denn der dem Fragebogen für Arbeitgebende vom 13. Mai 2016 beigeleg-
ten Absenzenliste ist zu entnehmen, dass der Versicherte im Jahr 2012 rund drei Monate, im Jahr 
2014 rund sechs Monate und 2015 rund 4 Monate zu 100 % arbeitsunfähig war. Gerade in diesen 
drei Jahren weist der IK-Auszug im Vergleich zu den übrigen Jahren ein viel geringeres Einkom-
men aus. Aufgrund der mehrmonatigen vollständigen Arbeitsunfähigkeiten in den Jahren 2012, 
2014 und 2015 ist davon auszugehen, dass er in diesen Jahren als gesunde Person ein höheres 
Einkommen verdient hätte. Es kann aber auch nicht auf den Durchschnitt der Einkommen der 
Jahre 2009, 2010, 2011 und 2013 abgestellt werden, weil darin Baustellenzuschläge enthalten 
sind, welche der Versicherte nach dem Unfall nicht mehr erzielt hätte (vgl. Auskunft der B.____ 
AG vom 8. Februar 2021). Bei dieser Ausgangslage rechtfertigt es sich deshalb nicht, auf die im 
IK-Auszug eingetragenen Einkommen abzustellen.   
 

 

 
 
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8.3.7 Ebenso wenig kann der Auffassung des Versicherten gefolgt werden, wonach bei der 
Bemessung des Valideneinkommens das den IV-Verfügungen vom 14. Dezember 2017, 22. De-
zember 2017, 16. Januar 2018, 27. Februar 2018, 26. April 2018, 20. November 2018, 1. März 
2019 und 25. Juli 2019 zugrunde gelegte Taggeld bzw. das von der Suva ausgerichtete Taggeld 
von Fr. 276.20 massgebend sein sollte. Zwar entspricht das für die Bemessung des Taggelds 
herangezogene Erwerbseinkommen grundsätzlich dem Valideneinkommen nach Art. 16 ATSG 
(vgl. MEYER ULRICH, REICHMUTH MARCO, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Zürich 2014, S. 277). Der 
Versicherte übersieht jedoch, dass die IV-Stelle keine eigene Berechnung des IV-Taggeldes vor-
nehmen durfte, muss doch das IV-Taggeld gemäss Art. 24 Abs. 4 IVG nach Bezug von UV-
Taggeldern dem bisher bezogenen Taggeld der Unfallversicherung entsprechen. Da diese Be-
stimmung lediglich das taggeldrechtliche Verhältnis zur UV regelt, gilt der Besitzstand nicht für 
Invalidenrenten (vgl. BUCHER SILVIA, Ausrichtung von Taggeldern, in: Eingliederungsrecht der In-
validenversicherung, Zürich 2011, S. 496), weshalb die IV-Stelle bei der Ermittlung des Invalidi-
tätsgrades nicht mehr an das von der Suva berechnete UV-Taggeld gebunden ist.  
 
8.4.1 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen 
Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Hat die versicherte Person 
nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue 
Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können insbesondere Tabellenlöhne gemäss den vom Bun-
desamt für Statistik (BFS) periodisch herausgegebenen LSE herangezogen werden (BGE 143 V 
295 E. 2.2, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2 und 129 V 472 E. 4.2.1 je mit Hinweisen). Da der 
Versicherte seit Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigungen bis zum Erlass der angefochte-
nen Verfügung keiner bzw. keiner zumutbaren Erwerbstätigkeit mehr nachging, hat die IV-Stelle 
das Invalideneinkommen zu Recht unter Beizug der Tabellenlöhne der LSE festgesetzt (vgl. dazu 
BGE 126 V 75 E. 3b/bb mit Hinweisen und 124 V 321 E. 3b/aa). Dies wird vom Versicherten auch 
nicht bestritten.  
 
8.4.2 Bei der Bestimmung des Invalideneinkommens sind der IV-Stelle beim hier massgeben-
den Tabellenlohn zwei kleine Fehler unterlaufen. Gemäss der Tabelle TA1 der LSE 2016, Privater 
Sektor, Total, Kompetenzniveau 2, Männer, beträgt dieser nicht Fr. 5'664.--, sondern richtiger-
weise Fr. 5'646.-- pro Monat. Der Nominallohnindex für Männer beläuft sich im Jahr 2017 nicht 
auf 0,3 %, sondern auf 0,4 % (vgl. Tabelle BFS: T1.1.10 Nominallohnindex, Männer, 2011-2018, 
Total). In Anwendung des korrekten Tabellenlohnes und des korrekten Nominallohnindexes 
ergibt sich ein Betrag in Höhe von Fr. 67'368.-- (Fr. 5'646.-- x 12 x 41,7 : 40 x 0,4 % - 5 % [lei-
densbedingter Abzug]).  
 
8.5.1 Der Versicherte stellt sich auf den Standpunkt, dass bei der Bemessung des Invaliden-
einkommens nicht das Kompetenzniveau 2, sondern das Kompetenzniveau 1 massgebend sei. 
Die Anwendung des Kompetenzniveaus 2 sei nicht gerechtfertigt, da er über keine Berufsausbil-
dung verfüge und es zweifelhaft sei, ob er in diesem Niveau das volle Rendement erbringen 
könne, habe er doch in einer kaufmännischen Tätigkeit keine Ausbildung. Dazu komme, dass er 
mangels Belastungsfähigkeit der linken Hand kaum auf einer Tastatur schreiben und mit Geräten 
und Akten nicht hantieren könne.   

 

 
 
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8.5.2 Das Kompetenzniveau 1 der LSE 2014 umfasst einfache Tätigkeiten körperlicher oder 
handwerklicher Art. Im Kompetenzniveau 2 werden praktische Tätigkeiten wie Verkauf/Pflege/ 
Datenverarbeitung und Administration/Bedienen von Maschinen und elektronischen Geräten/ Si-
cherheitsdienst sowie Fahrdienst genannt. Wenn die versicherte Person nach Eintritt der Invali-
dität – wie hier – nicht auf den angestammten Beruf zurückgreifen kann, rechtfertigt sich die An-
wendung des LSE-Kompetenzniveaus 2 praxisgemäss nur dann, wenn sie über besondere Fer-
tigkeiten und Kenntnisse verfügt (Urteile des Bundesgerichts vom 2. August 2021, 8C_131/2021, 
E. 7.4.1, vom 22. April 2022, E. 5.3.2 und vom 26. März 2019, 8C_732/2018, E. 8.2.1). Das Bun-
desgericht bejahte die Anwendung des Kompetenzniveaus 2 etwa im Fall eines ehemaligen Spit-
zensportlers, der eine Maturaprüfung vorweisen konnte und zum Zeitpunkt des Unfalls erst 30-
jährig gewesen war (Urteil vom 22. Juni 2004, I 779/03, E. 4.3.4), im Fall eines Versicherten, der 
bereits verschiedene Berufe (Lastwagen- und Buschauffeur, Inserate-Akquisiteur, selbstständi-
ger Herausgeber einer Zeitschrift) ausgeübt hatte (Urteil vom 21. April 2005, I 822/04, E. 5.2), im 
Fall eines früheren Spengler-/Sanitärinstallateurs mit überdurchschnittlichen handwerklichen Fä-
higkeiten (Urteil vom 16. August 2013, 8C_192/2013, E. 7.3.2) oder im Fall eines gelernten Zim-
mermannes, welcher Ausbildungen zum Vorarbeiter und Projektleiter absolvierte, in diesen Funk-
tionen auch tätig war und schliesslich sein eigenes Unternehmen im Bereich des Baugewerbes 
gründete und führte (Urteil vom 22. April 2020, 8C_5/2020, E. 5.3.2). Ansonsten zog das Bun-
desgericht den Zentralwert des Kompetenzniveaus 1 heran. So namentlich im Fall eines Hei-
zungsmonteurs, der zwischenzeitlich zwar als Aussendienstmitarbeiter bei einer Versicherung 
tätig war, aber über keine kaufmännische Ausbildung verfügte (Urteil vom 19. März 2010, 
9C_125/2009, E. 4.3 und 4.4) oder im Fall eines 45-Jährigen, der seit annähernd 20 Jahren bei 
der gleichen Arbeitgeberin angestellt war und dort zuletzt eine leitende Stellung bekleidet hatte, 
jedoch nur in diesem Beruf als Sicherheitschef, den er behinderungsbedingt nicht mehr ausüben 
konnte, über die entsprechenden Fachkenntnisse verfügte (Urteil vom 15. Oktober 2013, 
8C_386/2013, E. 6.2 und 6.3). Dagegen beanstandete das Bundesgericht nicht die vorinstanzli-
che Einteilung in das Kompetenzniveau 3 (= Komplexe praktische Tätigkeiten, welche ein gros-
ses Wissen in einem Spezialgebiet voraussetzen) im Fall eines Versicherten, der für verschie-
dene Baufirmen als Hilfsmaurer, Hilfsgipser, Hilfsfassadenbauer, Betonsanierer und dabei zuletzt 
für 13 Jahre als Vorarbeiter tätig war (Urteil vom 31. Januar 2011, 9C_759/2010, E. 3.4).  
 
8.5.3  Mit Blick auf diese Rechtsprechung ist im vorliegenden Fall nicht zu beanstanden, dass 
die IV-Stelle im Rahmen ihres Ermessens den Versicherten in das Kompetenzniveau 2 einreihte 
und somit davon ausging, dass er über die besonderen Fähigkeiten zur Erzielung des Durch-
schnittslohns (Total) gemäss dem LSE-Kompetenzniveau 2 verfüge. So besitzt der Versicherte 
aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit als Vorarbeiter Führungserfahrung, die zweifellos auch 
ausserhalb seiner angestammten Tätigkeit nutzbar ist. Zudem erwarb er mit der Umschulung zum 
technischen Kaufmann kaufmännische Kenntnisse und bestätigte damit seine Anpassungsfähig-
keit. Zwar hat er in diesem Beruf den eidgenössischen Fähigkeitsausweis nicht erlangt, mit dem 
Diplomzeugnis verfügt er – entgegen seiner Ansicht – jedoch über einen Ausbildungsausweis. 
Zudem beinhaltet der ausgeglichene Arbeitsmarkt im Kompetenzniveau 2 ausreichend Arbeits-
stellen, die dem Zumutbarkeitsprofil von Dr. E.____ entsprechen (vgl. Erwägung 7.4). Die geltend 
gemachten leidensbedingten Einschränkungen und das fortgeschrittene Alter sind nicht bei der 

 

 
 
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Einreihung des Kompetenzniveaus, sondern im Rahmen des leidensbedingten Abzugs zu be-
rücksichtigen, sind doch lohnmindernde und persönliche Merkmale wie Art und Ausmass der Be-
hinderung und das Lebensalter mittels des Korrekturinstruments des Tabellenlohnabzugs zu 
überprüfen (vgl. nachfolgende Erwägungen). 
 
8.6. Weiter macht der Versicherte geltend, dass die von der IV-Stelle verwendeten Tabellen-
löhne der LSE für versicherte Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen viel zu hoch 
seien, zumal er bereits 58 Jahre alt sei. Gemäss BASS-Gutachten vom 8. Januar 2021 und dem 
in der Schweizerischen Zeitung für Sozialversicherung und berufliche Vorsorge (SZS) im Februar 
2021 erschienen Aufsatz "So konkret wie möglich" von Dr. Michael E. Meier, Dr. Philipp Egli, 
Dr. Martina Filippo und Prof. Dr. Thomas Gächter müsste das Invalideneinkommen um 10 % 
(BASS-Gutachten) bzw. um 15 % (SZS 2/2021, S. 69) reduziert werden, was zu einem Anspruch 
auf eine mindestens halbe Invalidenrente über den 1. August 2017 hinaus führen würde. In seiner 
Stellungnahme zum BGE 148 V 174 (8C_256/2021) vom 18. Juli 2022 legte der Versicherte er-
gänzend dar, dass das Bundesgericht dem leidensbedingten Abzug eine "überragende Bedeu-
tung als Korrekturinstrument für die Festsetzung eines möglichst korrekten Invalideneinkom-
mens" beimesse. Daraus folge, dass ein leidensbedingter Abzug von 5 % zu tief angesetzt sei 
und deshalb – wie in der Beschwerde dargelegt – abhängig vom Valideneinkommen ein Abzug 
von 10 – 15 % vorzunehmen sei, andernfalls gemäss Bundesgericht von einer Ermessensunter-
schreitung auszugehen sei. In Bezug auf sein Alter wies er auf das Einzelvotum von Bundesrich-
ter Y.____ hin, wonach ein Abzug vom Tabellenlohn aufgrund der invaliditätsbedingten berufli-
chen Umstellung und seines fortgeschrittenen Alters zwingend sei.   
 
8.6.2 Das Bundesgericht befasste sich im BGE 148 V 174 ausführlich mit den im BASS-
Gutachten, den im vom Versicherten zitierten Aufsatz in der SZS sowie den in den weiteren ein-
schlägigen Publikationen enthaltenen Erkenntnissen und der darauf gestützten Kritik an der bis-
herigen Rechtsprechung im Zusammenhang mit der Anwendung der Zentral- bzw. Medianwerte 
der LSE. Im Lichte der (auch vorliegend, vgl. E. 3.2) bis Ende Dezember 2021 geltenden Rechts-
lage – und ohne etwas Abschliessendes zur aktuellen Rechtslage zu sagen – kam das Bundes-
gericht zum Schluss, dass kein ernsthafter sachlicher Grund für die Änderung der Rechtspre-
chung bestehe und eine solche in Anbetracht der per 1. Januar 2022 in Kraft getretenen Revision 
des IVG und der IVV auch nicht opportun sei. Es sei deshalb weiterhin vom Medianlohn der stan-
dardisierten Bruttolöhne der LSE auszugehen, von welchem ebenfalls gemäss bisheriger Recht-
sprechung ein leidensbedingter Abzug bis zu 25 % möglich sei, um der Tatsache Rechnung zu 
tragen, dass eine beeinträchtigte Person ihre verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem aus-
geglichenen Arbeitsmarkt allenfalls nur mit unterdurchschnittlichem Erfolg verwerten könne.  
 
8.6.3 Mit diesem Entscheid stellte sich das Bundesgericht sowohl gegen die Anwendung des 
untersten Quartilswertes (anstelle des Zentralwertes) wie auch gegen einen entsprechenden "sta-
tistisch begründeten" bzw. "standardmässigen" Abzug vom Zentralwert. Angesichts dieser Recht-
sprechung kann dem Vorbringen des Versicherten, der Zentralwert bedürfe einer pauschalen 
Korrektur von 10 - 15 % nicht entsprochen werden. Hinzu kommt, dass hier – anders als im 
BGE 148 V 174 – nicht der Zentralwert über alle Wirtschaftszweige (Total) im Kompetenzniveau 

 

 
 
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1, sondern jener im Kompetenzniveau 2 zur Diskussion steht. Nichtsdestotrotz ist bei der Bemes-
sung des Tabellenlohnabzugs zu beachten, dass das Bundesgericht die überragende Bedeutung 
des leidensbedingten Abzugs als Korrekturinstrument bei der Festsetzung eines möglichst kon-
kreten Invalideneinkommens betonte (BGE 148 V 174 E. 9.2.2 und 9.2.3; Urteile des Bundesge-
richts vom 4. November 2022, 9C_395/2022, E. 4.5.1, vom 19. Oktober 2022, 8C_332/2022, 
E. 5.2.1.1 und vom 27. Juli 2022, 9C_339/2021, E. 4.5.4.1).  
 
8.7.1 Der Versicherte ist der Auffassung, dass unter Berücksichtigung des fortgeschrittenen 
Alters, der gesundheitlichen Beeinträchtigungen und des erhöhten Pausenbedarfs ein Abzug von 
25 % gerechtfertigt sei. Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Lohn-
daten wie namentlich der LSE ermittelt, ist gemäss bisheriger, vom Beschwerdeführer kritisierter 
Rechtsprechung jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) auszugehen (BGE 148 V 174 
E. 6, 126 V 75 E. 3b/bb; Urteil des Bundesgerichts vom 30. Juni 2021, 8C_58/2021, E. 4.1.1). 
Weiter ist der so erhobene Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung 
getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale wie Art und Ausmass der Behinde-
rung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad 
Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können und die versicherte Person je nach Ausprägung 
deswegen die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit 
unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann (BGE 135 V 297 E. 5.2, 126 V 75 
E. 5b/aa). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände 
im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht über-
steigen (BGE 146 V 16 E. 4.1, 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2, 126 V 75 E. 5b/bb-cc).   
 
8.7.2 Die IV-Stelle gewährte in den angefochtenen Verfügungen für die invaliditätsbedingten 
Beeinträchtigungen des Versicherten am linken Ellbogen und an der linken Hand einen Abzug 
von 5 % vom Tabellenlohn. Dieser Abzug erweist sich angesichts der gesundheitlichen Beein-
trächtigungen an den oberen Extremitäten und des fortgeschrittenen Alters als zu gering. Ein 
Blick in die Rechtsprechung zeigt, dass mit einem Abzug von 5 % dem Leiden des Versicherten 
nicht genügend Rechnung getragen wird (umfassende Darstellung der Rechtsprechung zum lei-
densbedingten Abzug bei generellen somatischen Einschränkungen und bei faktischer Einhän-
digkeit: PHILIPP EGLI/MARTINA FILIPPO/THOMAS GÄCHTER/MICHAEL E. MEIER, Grundprobleme der 
Invaliditätsbemessung in der Invalidenversicherung, Zürich 2021, S. 147 ff.). So erachtete das 
Bundesgericht einen Abzug zwischen 5 % und 10 % als angemessen bei einer versicherten Per-
son, bei welcher die Limitierung einzig beim Tragen von Lasten über 10 kg und bei allen Tätig-
keiten bestand, bei denen der rechte, dominante Arm über Schulterhöhe gehoben werden 
musste. Im Urteil vom 18. Juni 2013 (8C_366/2013) kam das Bundesgericht zum Schluss, dass 
die Gewährung eines 10%igen Abzugs für die leidensbedingte Einschränkung der linken Hand 
keine rechtsfehlerhafte Ermessensausübung darstelle (vgl. E. 4.2). Auch in einem anderen Fall 
beanstandete es den von der Vorinstanz vorgenommenen Abzug von 10 % bei einem Maurer 
nicht, welcher aufgrund der Psoriasis keine Arbeiten mehr ausführen konnte, bei denen man 
schwere Gegenstände heben musste oder chemischen/physikalischen Belastungen ausgesetzt 
war. Zumutbar waren ihm dagegen Arbeiten am Computer, Ablesen von Gas oder Strom in Haus-
halten, Arbeiten an der Kinokasse, als Chauffeur etc. (Urteil vom 3. März 2010, 8C_810/2009, 
E. 2.3. und E. 4). Einen 15%igen leidensbedingten Abzug gewährte es im Fall einer versicherten 

 

 
 
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Person, welche auch im Rahmen einer geeigneten leichteren Tätigkeit in der Leistungsfähigkeit 
beeinträchtigt war, indem sie im Gebrauch der dominanten rechten Hand eingeschränkt war und 
Drehbewegungen der Hand und des Unterarms möglichst zu vermeiden hatte (BGE 129 V 472 
E. 4.3.2), im Fall einer versicherten Person, welcher es nur noch zumutbar war, leichte wechselnd 
stehende und sitzende Tätigkeiten bei vorwiegend einarmiger Ausführung bzw. leichter Halte-
funktion von Gewichten unter 1 kg ganztags auszuüben (Urteil vom 7. Juni 2004, I 766/02, E. 2.3) 
oder im Fall einer versicherten Person, welcher es wegen der Beeinträchtigung im Gebrauch der 
dominanten rechten Hand nur noch zumutbar war, einer leichteren Tätigkeit ganztags nachzuge-
hen. Beim 15%igen Abzug waren auch das Alter (bei Beginn des Rentenanspruchs 55 Jahre alt), 
das langjährige Arbeitsverhältnis und der über  
20-jährige Aufenthalt in der Schweiz mitberücksichtigt (Urteil vom 5. November 2003, U 147/00, 
E. 3.3.3.2). Demgegenüber bezeichnete das Bundesgericht einen 20%igen Abzug als angemes-
sen bei einem Versicherten, der aufgrund der funktionellen Einhändigkeit nur noch ganz leichte 
Tätigkeiten ganztags ohne Zwangshaltungen, ohne hohe kognitive Anforderungen und ohne Ar-
beiten in Kälte mit zusätzlich zwei Stunden Pause pro Tag ausüben konnte. Dabei kamen nur 
Tätigkeiten in Frage, die rein einhändig mit der linken Hand und vorwiegend sitzend ausgeführt 
werden konnten, damit der rechte Arm auf dem Tisch gelagert werden konnte (Urteil vom 28. 
April 2010, 8C_1050/2009, E. 3.1 und 4.2).  
 
8.7.3 Gemäss Zumutbarkeitsprofil von Dr. E.____ kommen für den Versicherten nur noch 
leichte körperliche Tätigkeiten ohne Belastung der linken adominanten Hand und des linken Ell-
bogens ganztags in Frage. Dabei kann er die linke Hand allenfalls als Stützhand ohne Belastung 
einsetzen. Aufgrund der Gefahr einer Überbelastung ist aber nicht nur der linke, sondern auch 
der rechte Arm eingeschränkt, darf dieser doch gemäss Beurteilung von Dr. E.____ keine Lasten 
über 10 kg bewegen. Aufgrund der Tatsache, dass die adominante Hand gar nicht mehr belastet 
werden darf, erscheint ein Abzug von mindestens 10 % allein aufgrund der gesundheitlichen Be-
einträchtigungen als angemessen. Weiter ist zu berücksichtigen, dass der Versicherte in der an-
gestammten Tätigkeit stets als Tiefbauisolateur gearbeitet hatte sowie sich im vorgerückten Alter 
befindet (im Zeitpunkt des Rentenbeginns 53 Jahre alt) und deshalb eine Lohnreduktion hinzu-
nehmen hat. In der Praxis wird zwar grundsätzlich davon ausgegangen, dass sich das fortge-
schrittene Alter im Alterssegment von 50 bis 65 bei Stellen ohne Kaderfunktion eher lohnerhö-
hend auswirkt (BGE 146 V 16 E. 7.2.1). Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung dürfen des-
halb lohnwirksame Nachteile des fortgeschrittenen Alters bei einer gesundheitsbedingten beruf-
lichen Umorientierung nicht abstrakt, einzig unter Hinweis auf das fortgeschrittene Alter, beurteilt 
werden, sondern es ist immer unter Berücksichtigung aller konkreten Umstände des Einzelfalles 
zu prüfen, ob das Kriterium "Alter" einen Abzug vom Tabellenlohn rechtfertigt 
(vgl. EGLI/FILIPPO/GÄCHTER/MEIER, a.a.O., S. 189 mit Hinweis auf die Rechtsprechung). Dies gilt 
insbesondere im Bereich der Hilfsarbeiten, wo das fortgeschrittene Alter nicht zwingend eine 
Lohnsenkung zur Folge hat, weil solche Stellen auf dem massgebenden hypothetischen ausge-
glichenen Arbeitsmarkt altersunabhängig nachgefragt werden (BGE 146 V 16 E. 7.2.1 mit Hin-
weisen). Vorliegend ist jedoch zu beachten, dass der Versicherte aufgrund seiner Führungser-
fahrung und seiner im Rahmen der Umschulung erworbenen kaufmännischen Kenntnisse in das 
Kompetenzniveau 2 einzureihen ist. Auf diesem Niveau bringt er aber keine beruflichen Erfah-

 

 
 
Seite 22   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

rungen im kaufmännischen Bereich mit. Es ist daher zu erwarten, dass er in Bezug auf eine kon-
kret in Betracht fallende Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage aufgrund der fehlenden 
kaufmännischen Berufserfahrung nur dann eine reale Chance auf eine Anstellung hat, wenn er 
im Vergleich mit anderen gesunden Mitbewerbern mit kaufmännischer Ausbildung eine Lohnein-
busse in Kauf nimmt. Ausserdem ist der Tatsache Rechnung zu tragen, dass eine versicherte 
Person bei einem gesundheitlich bedingten Berufswechsel erfahrungsgemäss meistens weniger 
verdient als ihre Arbeitskollegen und -kolleginnen. Die Annahme, dass das fortgeschrittene Alter 
eine lohnerhöhende Wirkung hat, dürfte nur so lange zutreffen, als die berufliche Karriere keinen 
Berufswechsel erleidet. In einem solchen Fall wird ein älterer Arbeitnehmer aufgrund der grösse-
ren Erfahrung und Verantwortung in der Regel mehr verdienen als ein jüngerer. Vorliegend wird 
jedoch für einen tieferen Einstiegslohn nicht nur das Alter, sondern auch die unterbrochene be-
rufliche Karriere verantwortlich sein. Unter Berücksichtigung aller dieser Umstände und des im 
BGE 148 V 174 hervorgehobenen Bedeutung des Tabellenlohnabzugs als Korrekturinstrument 
rechtfertigt sich ein Abzug vom Tabellenlohn von insgesamt 15 %.   
 
8.8 In Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzugs von 15 % resultiert ein Invalidenein-
kommen von Fr. 60'277.-- (Fr. 5'646.-- x 12 x 41,7 : 40 x 0,4 % x 85 %). Aus der Gegenüberstel-
lung des Valideneinkommens von Fr. 102'840.-- und des Invalideneinkommens von Fr. 60'277.-- 
resultiert ein Invaliditätsgrad von gerundet 41 % (vgl. zur Rundungspraxis BGE 130 V 121), was 
einen Anspruch auf eine Viertelsrente ergibt. Die angefochtenen Verfügungen der IV-Stelle vom 
15. und 16. Juli 2021 sind somit im Ergebnis nicht zu beanstanden. Die hiergegen erhobene 
Beschwerde erweist sich als unbegründet, weshalb sie abgewiesen werden muss.  
 
9.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be-
willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert 
im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen 
ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten 
in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach 
§ 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in ange-
messenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterliegende Partei, wes-
halb die Verfahrenskosten ihm aufzuerlegen sind. 
 
9.2 Dem Prozessausgang entsprechend hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf 
eine Parteientschädigung. 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden dem Beschwer-
deführer auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe 
von Fr. 800.-- verrechnet.  

 

 
 
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 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.