# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** edf15e4c-3c70-51a8-acc0-c5c38a60ec94
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-08-10
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 10.08.2023 715 2022 256 / 182 (715 22 256 / 182)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_715-2022-256---182_2023-08-10.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht 
 
 
vom 10. August 2023 (715 22 256 / 182) 
____________________________________________________________________ 
 
 
Arbeitslosenversicherung 
 
 
Die mit Vereinbarung zwischen der Versicherten und ihrer ehemaligen Arbeitgeberin zu-
gesprochenen Entschädigungsansprüche sind vorliegend analog zu Randziffer B158 der 
AVIG-Praxis als Beitragszeit im Sinne von Art. 13 AVIG anzurechnen.  
 
 
Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Jürg Pulver, Kantons-

richter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin Katja Wagner 
 
 

Parteien A.____, vertreten durch Andrea Suter, Advokatin, Rümelinsplatz 14, 
Postfach, 4001 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland, Bahnhofstrasse 32, 
4133 Pratteln, Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Ablehnung der Anspruchsberechtigung  
 
 
 
A. Die 1961 geborene A.____ war gemäss Einsatzvertrag vom 16. April 2021 in einem 
unbefristeten Arbeitsverhältnis auf Abruf für die B.____ AG tätig. Nachdem die Arbeitgeberin 
einen Einsatz am 4. Februar 2022 storniert und die Versicherte in den Monaten Februar und 
März 2022 nicht mehr aufgeboten hatte, meldete sich Letztere am 23. März 2022 (Eingang) bei 
ihrer Wohnsitzgemeinde zur Arbeitsvermittlung an und stellte ab 21. März 2022 Antrag auf Ar-

 

 
 
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beitslosenentschädigung. Mit Verfügung vom 2. Mai 2022 lehnte die Öffentliche Arbeitslosen-
kasse Baselland (Arbeitslosenkasse) die Anspruchsberechtigung mit der Begründung ab, die 
Versicherte habe während der Rahmenfrist für die Beitragszeit vom 21. März 2020 bis 20. März 
2022 eine beitragspflichtige Beschäftigung von nur 10 Monaten nachweisen können. Somit ha-
be sie die Mindestbeitragszeit von 12 Monaten nicht erfüllt. Daran hielt sie auch auf Einsprache 
der Versicherten hin mit Einspracheentscheid vom 10. August 2022 fest.  
 
B. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob die Versicherte, vertreten durch Andrea Su-
ter, Advokatin, mit Eingabe vom 14. September 2022 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-
Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte sie, die Ver-
fügung vom 2. Mai 2022 (recte: der Einspracheentscheid vom 10. August 2022) sei aufzuheben 
und ihr sei ab dem 21. März 2022, eventualiter jedoch spätestens ab dem 1. Juli 2022, Arbeits-
losenentschädigung zuzusprechen; unter o/e-Kostenfolge. In verfahrensrechtlicher Hinsicht 
ersuchte sie um Sistierung des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bis zur Erledigung der ar-
beitsrechtlichen Streitigkeit. Zur Begründung machte sie im Wesentlichen geltend, dass ihr sei-
tens der Arbeitgeberin von einem Tag auf den anderen ohne jegliche Erwartung kein einziger 
Einsatz mehr angeboten worden sei. Dennoch sei der Arbeitsvertrag erst am 27. Mai 2022 ge-
kündigt worden. Bei Arbeit auf Abruf entspreche die Nichtaufforderung zu einem Einsatz einer 
faktischen Kündigung unter Umgehung der Kündigungsschutzbestimmungen. Diesbezüglich 
mache sie Lohnzahlungen für die widerrechtlich nicht angebotenen Einsätze bei ihrer ehemali-
gen Arbeitgeberin geltend.  
 
C. Mit prozessleitender Verfügung vom 20. Oktober 2022 wurde der Sistierungsantrag 
abgewiesen.  
 
D. In einer weiteren Eingabe vom 22. Dezember 2022 reichte die Beschwerdeführerin 
eine Vereinbarung zwischen ihr und ihrer ehemaligen Arbeitgeberin vom 20./22. Dezember 
2022 ins Recht. 
 
E. In ihrer Vernehmlassung vom 17. Februar 2023 schloss die Arbeitslosenkasse auf Ab-
weisung der Beschwerde. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Auf die beim örtlich und sachlich zuständigen Gericht und im Weiteren form- und frist-
gerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.  
 
2.1 Der Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung setzt nach Art. 8 Abs. 1 des Bundesge-
setzes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung 
(AVIG) vom 25. Juni 1982 voraus, dass die versicherte Person ganz oder teilweise arbeitslos ist 
(Art. 10), einen anrechenbaren Arbeitsausfall erlitten hat (Art. 11), in der Schweiz wohnt 
(Art. 12), die obligatorische Schulzeit zurückgelegt und weder das Rentenalter der AHV erreicht 
hat noch eine Altersrente der AHV bezieht, die Beitragszeit erfüllt hat oder von der Erfüllung der 

 

 
 
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Beitragszeit befreit ist (Art. 13 und 14), vermittlungsfähig ist (Art. 15) und die Kontrollvorschriften 
erfüllt (Art. 17). 
 
2.2 Nach Art. 13 Abs. 1 AVIG hat die Beitragszeit erfüllt, wer innerhalb der dafür vorgese-
henen Rahmenfrist für die Beitragszeit von zwei Jahren (Art. 9 Abs. 3 AVIG) während mindes-
tens zwölf Monaten eine beitragspflichtige Beschäftigung ausgeübt hat (vgl. AVIG-Praxis Rand-
ziffer B143). Die Rahmenfrist für die Beitragszeit beginnt gemäss Art. 9 Abs. 3 AVIG zwei Jahre 
vor der Rahmenfrist für den Leistungsbezug zu laufen. Letztere wiederum fängt gemäss 
Art. 9 Abs. 2 AVIG mit dem Tag an, an dem sämtliche Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind. 
 
2.3 Als Beitragsmonat zählt jeder volle Kalendermonat, in dem die versicherte Person bei-
tragspflichtig ist. Beitragszeiten, die nicht einen vollen Kalendermonat umfassen, werden zu-
sammengezählt. Je 30 Kalendertage gelten als ein Beitragsmonat (Art. 11 Abs. 1 und 2 der 
Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung 
[Arbeitslosenversicherungsverordnung, AVIV] vom 31. August 1983). Entscheidend für die Be-
stimmung der Beitragsmonate ist die formale Dauer des Arbeitsverhältnisses. Erbringt die versi-
cherte Person im Rahmen eines sich über mehrere Monate erstreckenden Arbeitsverhältnisses 
regelmässig oder unregelmässig eine Arbeitsleistung, so gilt jeder Kalendermonat, in dem Ar-
beit geleistet wird, als Beitragsmonat, während jene Kalendermonate innerhalb dieses Arbeits-
verhältnisses ausser Betracht fallen, in denen die versicherte Person an gar keinem Tag gear-
beitet hat (BGE 121 V 165 E. 2c/bb mit Hinweis). Ausschlaggebend für die Ermittlung der An-
zahl Beitragsmonate ist somit, ob eine Arbeitsleistung, die sich auf mehrere in zeitlichem Ab-
stand voneinander erbrachte Einsätze verteilt, im Rahmen eines einzigen (Teilzeit-) Arbeitsver-
hältnisses oder von Einzeleinsätzen mit je neuem Arbeitsvertrag erbracht wurde (Urteil des 
Bundesgerichts vom 23. August 2016, 8C_335/2016, E. 3.2 mit Hinweisen). Nicht entscheidend 
ist, ob die geleisteten Arbeitsstunden tatsächlich einen vollen Arbeitstag ergeben 
(BGE 122 V 256 E. 4c/bb; 121 V 165 E. 2c/bb). Dies gilt auch im Rahmen des Zwischenver-
diensts von teilzeitlich Erwerbstätigen, wo es nicht angeht, nur die einzelnen Beschäftigungsta-
ge zu berücksichtigen (BGE 122 V 249; zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts vom 13. Juni 
2017, 8C_127/2017, E. 2.2). 
 
2.4 In Präzisierung von Art. 11 AVIV hält die AVIG-Praxis ALE in Randziffer B150a folgen-
des fest: Werden unregelmässige Einsätze im Rahmen eines einzigen Arbeitsvertrags geleistet 
(z.B. Abrufarbeitsverhältnisse), sind alle Monate, in denen gearbeitet worden ist, als ganze Bei-
tragsmonate anzurechnen. Dies gilt auch dann, wenn in einem Monat nur wenige oder sogar 
nur ein Tag und im vorangehenden bzw. nachfolgenden Monat nicht gearbeitet wurde. Monate 
in denen gar nicht gearbeitet wurde, gelten nicht als Beitragszeit (vgl. Urteile des Bundesge-
richts vom 26. August 2008, 8C_20/2008, E. 4.1, und vom 29. Januar 2009, 8C_836/2008, 
E. 2.2). Nur wenn das Arbeitsverhältnis im Verlauf eines Monats aufgenommen bzw. beendet 
wird, berechnet sich die Beitragszeit erst ab Zeitpunkt der Aufnahme bzw. bis Beendigung der 
Arbeit nach Art. 11 Abs. 2 AVIV (Proratisierung). 
 
3.1 Zwischen den Parteien vorliegend nicht streitig ist, dass sämtliche Einsätze der Be-
schwerdeführerin im Rahmen des durch den Vertrag vom 16. April 2021 begründeten Arbeits-

 

 
 
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verhältnisses auf Abruf erfolgten, womit jeder Monat, in welchem die Beschwerdeführerin einen 
Einsatz hatte, als ganzer Beitragsmonat zu berücksichtigen ist. Diesbezüglich steht aufgrund 
der Aktenlage unbestritten fest, dass die Beschwerdeführerin in den Monaten April 2021 bis 
Januar 2022 Arbeitseinsätze von unterschiedlicher Dauer hatte. Nicht streitig ist ferner auch, 
dass die Beschwerdeführerin in den Monaten Februar und März 2022 keine Einsätze mehr hat-
te.  
 
3.2 In ihrer Beschwerde macht die Beschwerdeführerin indessen unter Hinweis auf 
BGE 119 V 494 geltend, dass die ihr für den Zeitraum Februar und März 2022 zustehenden 
Lohnentschädigungen zwar nicht als anrechenbaren Arbeitsausfall nach Art. 11 Abs. 3 AVIG, 
jedoch als Beitragszeit gemäss Art. 13 AVIG anzurechnen seien. Mit Eingabe vom 22. Dezem-
ber 2022 reichte sie diesbezüglich eine zwischen ihr und ihrer ehemaligen Arbeitgeberin ge-
schlossene Vereinbarung vom 20./22. Dezember 2022 ein. Darin wurde in Ziffer 1 Folgendes 
vereinbart: "Die Parteien kommen darüber ein, dass die Arbeitgeberin der Arbeitnehmerin kor-
rekterweise in den Monaten Februar und März 2022 unter Einhaltung der Kündigungsfrist hätte 
Arbeitseinsätze anbieten müssen. Die Arbeitgeberin bezahlt daher der Arbeitnehmerin als Ent-
schädigung für die zu Unrecht nicht angebotenen Einsätze in den Monaten Februar und März 
2022 einen Lohnersatz in der Höhe von CHF 2500.-- brutto, zahlbar bis spätestens am 30. De-
zember 2022." Gestützt darauf bekräftigt die Beschwerdeführerin, dass der in der Beschwerde 
geltend gemachte Sachverhalt durch diese Vereinbarung nun erstellt sei, da die ehemalige Ar-
beitgeberin anerkenne, dass ihr in den Monaten Februar und März 2022 zu Unrecht keine Ar-
beitseinsätze mehr angeboten worden seien. Die Beschwerdegegnerin hält hingegen in ihrer 
Vernehmlassung am Standpunkt fest, wonach Voraussetzung für die Anrechnung an die Bei-
tragszeit sei, dass die versicherte Person effektiv gearbeitet und hierfür einen Lohn erhalten 
habe. 
 
4.1 Wie dargelegt (vgl. E. 2.4 hiervor) trifft es grundsätzlich zu, dass bei Leistung unregel-
mässiger Arbeitseinsätze im Rahmen eines einzigen Arbeitsvertrags rechtsprechungsgemäss 
alle Monate, in denen gearbeitet worden ist, als ganze Beitragsmonate anzurechnen sind. Mo-
nate in denen gar nicht gearbeitet wurde, gelten hingegen nicht als Beitragszeit. Dies wird auch 
in Randziffer B150a der AVIG-Praxis ALE explizit festgehalten (vgl. E. 2.4 hiervor). Würde die-
ser Grundsatz entsprechend der Auffassung der Beschwerdegegnerin jedoch absolut gelten, 
bliebe kein Spielraum mehr für eine gerechte Lösung im Einzelfall. In diesem Zusammenhang 
ist daran zu erinnern, dass das Kantonsgericht nicht an solche Weisungen gebunden ist. Es soll 
sie bei seiner Entscheidung indessen berücksichtigen, sofern sie eine dem Einzelfall angepass-
te und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen zulassen. 
Dies trifft im vorliegenden Fall aber nicht zu. Ferner geht denn auch das Bundesgericht nicht 
davon aus, dass die versicherte Person stets effektiv gearbeitet haben muss, um Beitragszeiten 
zu generieren. In dem von der Beschwerdeführerin angerufenen Urteil (BGE 119 V 494) stand 
der Anspruch einer seitens der Arbeitgeberin fristlos entlassenen Versicherten zur Beurteilung. 
Die Arbeitslosenkasse hatte die Anspruchsberechtigung ebenfalls wegen Nichterfüllung der 
Mindestbeitragszeit verneint. Das Bundesgericht kam jedoch zum Schluss, dass jene Tage, an 
denen die versicherte Person zwar nicht mehr gearbeitet hat, die aber vom Arbeitgeber im Falle 
der ungerechtfertigten Entlassung bis zum Ablauf der massgebenden Kündigungsfrist noch zu 

 

 
 
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entlöhnen gewesen seien, als Beitragszeit im Sinne von Art. 13 AVIG anzurechnen seien. Da-
mit werde erreicht, dass die versicherte Person, die ungerechtfertigt entlassen wurde, aber we-
gen der Lohnfortzahlungspflicht des Arbeitgebers bis zum Ablauf der ordentlichen Kündigungs-
frist keine Arbeitslosenentschädigung beziehen kann, hinsichtlich der Erfüllung der Anspruchs-
voraussetzungen nicht schlechter gestellt sei, als wenn sie bis zum ordentlichen Kündigungs-
termin gearbeitet hätte (vgl. zum Ganzen: BGE 119 V 494 E. 3c). In Übereinstimmung mit die-
ser Rechtsprechung wird denn auch in Ziffer B158 der AVIG-Praxis ALE explizit festgehalten, 
dass Tage, an denen die versicherte Person zwar nicht mehr gearbeitet hat, die aber vom Ar-
beitgeber im Falle der ungerechtfertigten Entlassung bis zum Ablauf der massgebenden Kündi-
gungsfrist noch zu entlöhnen sind, als Beitragszeit gelten würden, sofern die strittigen Lohn- 
und Entschädigungsansprüche mit rechtskräftigem Urteil zugesprochen worden sind.  
 
4.2 Im vorliegenden Fall steht zwar nicht eine ungerechtfertigte Entlassung zur Diskussion. 
Gleichwohl lässt sich die in Randziffer B158 der AVIG-Praxis verankerte Rechtsprechung ohne 
Weiteres analog auf den vorliegenden Sachverhalt anwenden. Es handelt sich auch vorliegend 
um eine ungerechtfertigte Nichtentlöhnung zulasten der Arbeitnehmerin. Hierbei fällt massge-
blich ins Gewicht, dass die ehemalige Arbeitgeberin mit Vereinbarung vom 20./22. Dezember 
2022 ihr unrechtmässiges Vorgehen anerkannt und sich folglich zur Zahlung eines Lohnersat-
zes für die Monate Februar und März 2022 verpflichtet hat. Zwar wird die Arbeitskraft eines Ar-
beitnehmers bzw. einer Arbeitnehmerin im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses auf Abruf grund-
sätzlich je nach Arbeitsanfall in Anspruch genommen, so dass ein nicht erfolgter Einsatz nicht 
per se eine ungerechtfertigte Nichtentlöhnung zur Folge hat. Gleichwohl war es im konkret zur 
Diskussion stehenden Arbeitsverhältnis offensichtlich Gebrauch, dass die Versicherte über Mo-
nate regelmässig zu Einsätzen aufgefordert wurde. Indem die Arbeitgeberin das Arbeitsverhält-
nis erst am 27. Mai 2022 per Ende Juni 2022 gekündigt, die Versicherte aber bereits seit Feb-
ruar 2022 nicht mehr zu Einsätzen aufgefordert hat, hat sie der Versicherten durch ihr Verhalten 
die Ausübung einer beitragspflichtigen Beschäftigung vorliegend zu Unrecht verunmöglicht. 
Dies hat die Arbeitgeberin − wie dargelegt − mit der besagten Vereinbarung vom 20./22. De-
zember 2022 (vgl. auch E. 4.1 hiervor) explizit bestätigt. Die vorliegende Konstellation führt so-
mit im Hinblick auf die Anspruchsvoraussetzungen ebenso zu einer Schlechterstellung der Ver-
sicherten gegenüber einer versicherten Person, die bei ansonsten unveränderten Verhältnis-
sen, seitens der Arbeitgeberin in den Monaten Februar und März 2022 noch zu Einsätzen auf-
gefordert worden wäre. Vor diesem Hintergrund sind die mit Vereinbarung vom 20./22. Dezem-
ber 2022 zugesprochenen Entschädigungsansprüche analog zu Randziffer B158 der AVIG-
Praxis als Beitragszeit im Sinne von Art. 13 AVIG anzurechnen.  
 
4.3 Die Arbeitslosenkasse bringt denn auch keine Gründe vor, die eine andere Auffassung 
rechtfertigen würden. Aus dem wiederholten Hinweis, dass die versicherte Person für die An-
rechnung der Beitragszeit zwingend effektiv gearbeitet haben muss, kann sie nach dem vorste-
hend Dargelegten nichts zu ihren Gunsten ableiten. Zwar trifft es zu, dass der Lohnfluss allein 
keine eigenständige Anspruchsvoraussetzung darstellt, sondern vielmehr ein gewichtiges Indiz 
für die Anerkennung einer beitragspflichtigen Beschäftigung bildet. Dies ändert indessen nichts 
an der Tatsache, dass das Bundesgericht im Falle einer unrechtmässigen Nichtentlöhnung ge-
rade nicht darauf abstellt, dass die versicherte Person effektiv gearbeitet haben muss. Alsdann 

 

 
 
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ist vorliegend nicht streitig, dass die Versicherte in einem Arbeitsverhältnis zur B.____ AG stand 
bzw. überhaupt einer beitragspflichtigen Beschäftigung nachgegangen ist. Des Weiteren ist 
auch nicht ersichtlich, inwiefern der Umstand, dass die Beschwerdegegnerin erst mit Erhalt der 
Vereinbarung vom 20./22. Dezember 2022 am 2. Januar 2023 von der formalen Kündigung des 
Arbeitsverhältnisses per 30. Juni 2022 erfahren haben soll, einer Anrechnung der Beitragszeit 
für die Monate Februar und März 2022 entgegenstehen soll. Die formale Beendigung des Ar-
beitsverhältnisses per 30. Juni 2022 hat indessen zur Folge, dass ein allfälliger Anspruch auf 
Arbeitslosenentschädigung erst per 1. Juli 2022 entstehen kann. Die Rahmenfrist für die Bei-
tragszeit dauert daher vom 1. Juli 2020 bis 30. Juni 2022.  
 
5. Nach dem Gesagten erfüllt die Beschwerdeführerin die für einen Anspruch auf Arbeits-
losenentschädigung erforderliche Mindestbeitragszeit von zwölf Monaten, wobei die Rahmen-
frist für die Beitragszeit vom 1. Juli 2020 bis 30. Juni 2022 dauert. Der angefochtene Ein-
spracheentscheid vom 10. August 2022 ist daher in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben 
und die Sache ist an die Arbeitslosenkasse zurückzuweisen, damit diese die weiteren An-
spruchsvoraussetzungen im Zusammenhang mit dem Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung 
prüft.  
 
6.1 Art. 61 lit. f ATSG hält fest, dass das Verfahren bei Streitigkeiten über Leistungen kos-
tenpflichtig ist, wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen ist. Das AVIG sieht keine Kos-
tenpflicht vor, weshalb der vorliegende Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Parteien 
kostenlos zu sein hat. Es sind demnach für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erhe-
ben. 
 
6.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz 
der Parteikosten. Diese werden vom Gericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert 
nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. 
Nachdem die Beschwerdeführerin obsiegt hat, hat sie Anspruch auf Ersatz ihrer Parteikosten. 
Die Bemühungen sind zu dem in Sozialversicherungsprozessen praxisgemäss für durchschnitt-
liche Fälle zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen (vgl. § 3 
Abs. 1 der Tarifordnung für Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003). Die Rechtsver-
treterin der Beschwerdeführerin hat in ihrer Honorarnote vom 21. März 2023 für das vorliegende 
Verfahren einen Zeitaufwand von 7 Stunden und 30 Minuten geltend gemacht, was umfang-
mässig in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen zu 
bezeichnen ist. Nicht zu beanstanden sind sodann die in der Honorarnote ausgewiesenen Aus-
lagen von insgesamt Fr. 34.40. Ihr ist deshalb ein Honorar in der Höhe von Fr. 2'056.40 
(7 Stunden und 30 Minuten à Fr. 250.-- zuzüglich Spesen und Auslagen von Fr. 34.40 sowie 
7.7% Mehrwertsteuer) zulasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen.  
 

 
  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als der angefochte-
ne Einspracheentscheid der Öffentlichen Arbeitslosenkasse vom 
10. August 2022 aufgehoben und festgestellt wird, dass die Beschwer-
deführerin die für einen Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung er-
forderliche Beitragszeit erfüllt hat, wobei die Rahmenfrist für die Bei-
tragszeit vom 1. Juli 2020 bis 30. Juni 2022 dauert. Die Angelegenheit 
wird zur Prüfung der weiteren Anspruchsvoraussetzungen und zum 
Erlass einer neuen Verfügung an die Öffentliche Arbeitslosenkasse 
zurückgewiesen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  

 3. Die Öffentliche Arbeitslosenkasse hat der Beschwerdeführerin eine 
Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2'056.40 (inkl. Auslagen und 
7,7% Mehrwertsteuer) zu bezahlen