# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d3fd7588-2307-56ad-bcbc-e54e3ff1eca1
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-09-13
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 13.09.2021 200 2021 324
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-324_2021-09-13.pdf

## Full Text

200 21 324 IV
KOJ/PRN/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 13. September 2021

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiberin Prunner

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 9. April 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Sept. 2021, IV/21/324, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1967 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich im Februar 2013 unter Hinweis auf ein Löfgren-Syndrom bei 
der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) zum Bezug von Leis-
tungen der Invalidenversicherung an (Akten der IVB, Antwortbeilage [AB] 
1). In der Folge gewährte die IVB berufliche Massnahmen zum Arbeitsplat-
zerhalt (AB 26 f.) und holte unter anderem einen Bericht des Regionalen 
Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 3. Januar 2014 ein (AB 39, S. 2 f.). Nach 
Abschluss der erfolgreichen beruflichen Wiedereingliederung in der bishe-
rigen Tätigkeit (AB 41) und Einholung eines Abklärungsberichts für 
Selbständigerwerbende vom 5. September 2014 (AB 42) gewährte die IVB 
mit Verfügung vom 9. Januar 2015 vom 1. August bis zum 30. September 
2013 eine ganze Rente und vom 1. Oktober 2013 bis zum 31. Januar 2014 
eine halbe Rente (AB 45). Diese Verfügung blieb unangefochten.

B.

Im Juli 2018 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf einen Aufent-
halt im psychiatrischen Dienst des Spitals C.________ (vgl. AB 48) bzw. 
auf psychische Probleme erneut zum Leistungsbezug an (AB 49). Die IVB 
holte daraufhin diverse erwerbliche und medizinische Unterlagen ein und 
gewährte vom 1. März bis zum 31. Mai 2019 ein Belastbarkeitstraining (Be-
richt vom 10. Mai 2019, AB 93), vom 1. Juni bis zum 3. November 2019 ein 
Aufbautraining (Bericht vom 14. November 2019, AB 125) und vom 4. bis 
zum 29. November 2019 eine arbeitsmarktlich-medizinische Abklärung 
(AMA) mit neuropsychologischer Abklärung (Bericht vom 4. Dezember 
2019, AB 128). Nach Einholung eines Abklärungsberichts für Selbständi-
gerwerbende vom 13. Dezember 2019 (AB 133) stellte die IVB mit Vorbe-
scheid vom 18. Dezember 2019 die Ausrichtung einer ganzen Rente ab 
dem 1. Mai 2019 und einer Dreiviertelsrente ab dem 1. Dezember 2019 in 
Aussicht (AB 134). Mit Verfügung vom 28. Januar 2020 schloss die IVB die 
berufliche Eingliederung ab (AB 142). Auf den gegen den Vorbescheid er-

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hobenen Einwand (AB 143) hin holte die IVB eine Stellungnahme des RAD 
vom 8. Mai 2020 (AB 147, S. 2 f.) ein. In der Folge veranlasste die IVB eine 
polydisziplinäre Begutachtung durch die MEDAS D.________ (Gutachten 
vom 23. Oktober 2020 [interdisziplinäre Gesamtbeurteilung, AB 167.1] 
samt Teilgutachten [AB 167.2 - 167.5]). Nach Einholung von zwei Stellung-
nahmen des Bereichs Abklärungen vom 16. Dezember 2020 sowie vom 10. 
bzw. 17. Februar 2021 (AB 170, S. 2 f.; 180, S. 3 ff.) und erneut durchge-
führtem Vorbescheidverfahren (AB 171, 176) verfügte die IVB am 9. April 
2021 die Zusprache einer ganzen Rente ab dem 1. November 2019 sowie 
eine Dreiviertelsrente ab dem 1. Dezember 2019. Für die Zeit von Mai bis 
Oktober 2019 bestehe nur Anspruch auf IV-Taggeld (AB 183).

C.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, mit Eingabe vom 5. Mai 2021 beim Verwaltungsgericht Be-
schwerde und stellte folgende Rechtsbegehren:

1. Die Verfügung vom 9. April 2021 sei aufzuheben.

2. Dem Versicherten sei ab dem 1. Mai 2019 und insbesondere auch ab 
dem 1. Dezember 2019 eine ganze Rente auszurichten.

Unter Kosten- und Entschädigungsfolge

Mit Beschwerdeantwort vom 4. Juni 2021 beantragte die IVB – unter Hin-
weis auf eine Stellungnahme des Bereichs Abklärungen vom 26. bzw. 
27. Mai 2021 (in den Gerichtsakten) – die Abweisung der Beschwerde.

In der Replik vom 6. Juli 2021 und der Duplik vom 20. Juli 2021 hielten die 
Parteien an ihren Anträgen fest.

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. 
Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 9. April 2021, mit wel-
cher die IVB dem Beschwerdeführer vom 1. bis zum 30. November 2019 
eine ganze Rente und ab dem 1. Dezember 2019 eine Dreiviertelsrente 
zugesprochen hat. Für die Zeit vom 1. Mai bis zum 31. Oktober 2019 wurde 
der Rentenanspruch in Anwendung von Art. 43 Abs. 2 IVG verneint 
(AB 183; vgl. auch AB 181). In anfechtungs- und streitgegenständlicher 
Hinsicht liegt ein Rechtsverhältnis vor, wenn rückwirkend eine abgestufte 
und/oder befristete IV-Rente zugesprochen wird. Wird nur die Abstufung 
oder die Befristung der Leistungen angefochten, wird damit die richterliche 
Überprüfungsbefugnis nicht in dem Sinne eingeschränkt, dass die unbe-
stritten gebliebenen Rentenbezugszeiten von der richterlichen Prüfung 
ausgenommen blieben (BGE 125 V 413; AHI 2001 S. 278 E. 1a). Folglich 
ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers gesamthaft zu beurteilen 
und nicht nur für die Zeit ab dem 1. Dezember 2019 (Rentenreduktion).

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1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG).

2.2.1 Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG sowie 
Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Befund-
lage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann an-
spruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchtigung 
ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 145 V 215 
E. 5.1 S. 221). Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist noch nicht 
gesagt, dass dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob dies zutrifft, 
beurteilt sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem Einfluss, den 
der Gesundheitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hat. Ent-
scheidend ist, ob der versicherten Person wegen des geklagten Leidens 
nicht mehr zumutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb gilt eine 
objektivierte Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berücksichti-
gung von Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 106 
E. 4.4 S. 110). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens 
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Ein-

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schränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei 
Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu ver-
werten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitge-
hend objektiv bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 
S. 353; SVR 2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1).

2.2.2 Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die 
Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorga-
ben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 
281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt 
die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegrün-
dende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturier-
ten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 
E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 
418 E. 7.2 S. 429).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ab-
lauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und 
c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreivier-
telsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 
von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 

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können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1). 

2.5

2.5.1 Wird ein Gesuch um Revision eingereicht, so ist darin glaubhaft zu 
machen, dass sich der Grad der Invalidität oder der Hilflosigkeit oder die 
Höhe des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwands oder Hilfebedarfs des 
Versicherten in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenver-
sicherung [IVV; SR 831.201]). Wurde eine Rente, eine Hilflosenentschädi-
gung oder ein Assistenzbeitrag wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades, 
wegen fehlender Hilflosigkeit oder weil aufgrund des zu geringen Hilfebe-
darfs kein Anspruch auf einen Assistenzbeitrag entsteht, verweigert, so 
wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzung nach 
Abs. 2 erfüllt ist (Art. 87 Abs. 3 IVV, vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.5.3 
S. 351). Dies gilt analog, wenn die versicherte Person nach vorausgegan-
gener rechtskräftiger Ablehnung erneut eine Eingliederungsmassnahme 
beantragt (BGE 113 V 22 E. 3b S. 27; ZAK 1991 S. 262 E. 1a). Erheblich 
ist eine Sachverhaltsänderung, wenn angenommen werden kann, der An-
spruch auf eine Invalidenrente (oder deren Erhöhung) sei begründet, falls 
sich die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen sollten (SVR 
2014 IV Nr. 33 S. 121 E. 2). Diese Eintretensvoraussetzung soll verhindern, 
dass sich die Verwaltung immer wieder mit gleichlautenden und nicht näher 
begründeten, d.h. keine Veränderung des Sachverhalts darlegenden Ren-
tengesuchen befassen muss (BGE 133 V 108 E. 5.3.1 S. 112).

2.5.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsge-
such ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewis-
sern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung 
des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass 
der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine 
Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls 
hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, 
um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) 
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 

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obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 
198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

2.5.3 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

2.5.4 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2019 IV Nr. 39 S. 124 E. 5).

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung eingetreten, 
womit die Eintretensfrage gerichtlich nicht zu beurteilen ist (BGE 109 V 108 
E. 2b S. 114). Indes ist zu prüfen, ob eine für den Leistungsanspruch po-
tentiell relevante Veränderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetre-
ten ist, wobei der Sachverhalt im Zeitpunkt der Verfügung vom 9. Januar 
2015 (AB 45) mit demjenigen im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung 
vom 9. April 2021 (AB 183) zu vergleichen ist (vgl. E. 2.5.3 hiervor).

3.2 Die Beschwerdegegnerin stützte die Verfügung vom 9. Januar 
2015, mit welcher sie eine abgestufte, befristete Rente gewährte (AB 45), 
in medizinischer Hinsicht massgeblich auf den RAD-Bericht vom 3. Januar 
2014 (AB 39, S. 2 f.). Darin wurde ausgeführt, dass der Beschwerdeführer 
an einem Löfgren-Syndrom sowie an einem Lumbovertebralsyndrom leide. 
Die angestammte Tätigkeit sei mittel- und langfristig ohne Einschränkungen 
wieder zumutbar (AB 39, S. 2). Nach einer 100%-igen Arbeitsunfähigkeit 
vom 11. Juli bis zum 31. August 2012 steigerte der Beschwerdeführer sein 

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Pensum kontinuierlich; ab dem 20. Januar 2014 war er wieder zu 100% 
arbeitsfähig (AB 42, S. 2).

Vom 25. bis zum 28. Mai 2018 war der Beschwerdeführer wegen einer (er-
neuten) Arthralgie in den Händen im Spital E.________ hospitalisiert 
(AB 69). Infolge einer zunehmenden psychischen Dekompensation wurde 
er in das Psychiatriezentrum F.________, psychiatrische Dienste 
G.________ überwiesen, wo er für eine Nacht hospitalisiert war. Im Aus-
trittsbericht vom 31. Mai 2018 wurde unter anderem ein Verdacht auf eine 
organisch gemischte affektive Störung (ICD-10: F06.33) diagnostiziert 
(AB 81, S. 2). Vom 28. Juni 2018 bis zum 16. Juli 2018 war der Beschwer-
deführer sodann in der psychiatrischen Abteilung des Spitals C.________ 
2018 hospitalisiert, wo diagnostisch eine bipolare affektive Krankheit, ge-
genwärtig gemischte Episode (ICD-10: F31.6), sowie Angst und depressive 
Störung, gemischt (ICD-10: F41.2), Differentialdiagnose: unter Steroiden in 
der Vergangenheit wiederholt maniforme Zustände, festgehalten wurden 
(AB 48, S. 2). Vom 6. August bis zum 19. Dezember 2018 war er in teilsta-
tionärer Behandlung im psychiatrischen Zentrum H.________ der psychia-
trischen Dienste G.________, wo mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ne-
ben somatischen Diagnosen eine mittelgradige depressive Episode (ICD-
10: F32.1), Differentialdiagnose: Angststörung, und ein Status unter Ste-
reoiden in der Vergangenheit wiederholt manische Zustände diagnostiziert 
wurden (AB 60, 67). In der interdisziplinären Gesamtbeurteilung der ME-
DAS vom 23. Oktober 2020 wurde mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
eine organische affektive Störung (ICD-10: F06.3) diagnostiziert (AB 167.1, 
S. 9; vgl. auch AB 167.3, S. 8). Damit liegt im Vergleich zum Referenzzeit-
punkt im Januar 2015 ein neuer Gesundheitsschaden vor bzw. ist eine 
Verschlechterung des Gesundheitszustandes ausgewiesen, die eine Ände-
rung des Invaliditätsgrades zur Folge haben kann. Folglich ist ein medizini-
scher Revisionsgrund zu bejahen, was denn auch zu Recht unbestritten ist. 
Nachfolgend ist somit der Rentenanspruch allseitig frei zu prüfen (vgl. E. 
2.5.4 hiervor).

3.3 In der interdisziplinären Gesamtbeurteilung vom 23. Oktober 2020 
diagnostizierten die Experten der MEDAS mit Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit (in der letzten Tätigkeit) eine organische affektive Störung (ICD-

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10: F06.3; AB 167.1, S. 9). Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (in 
der letzten Tätigkeit) wurden eine leichtgradige rheumatoide Arthritis, anti-
CCP positiv, Rheumafaktor und ANA negativ, eine Epicondylopathia hume-
ri radialis rechts, eine beginnende Fingerpolyarthrose, ein obstruktives 
Schlafapnoe-Syndrom mittelschweren Grades (AHI 18.8/h) im Juni 2019, 
eine akzentuierte Persönlichkeit (ICD-10: Z73.0), ein Morbus Basedow, 
eine Hypercholesterinämie, eine Adipositas (BMI 32,7 kg/m2), eine Belas-
tungshypertonie, ein Zustand nach Sarkoidose und eine Albuminurie unkla-
rer Ätiologie (als pathologischer Laborwert) diagnostiziert. Die allgemein-
internistischen Diagnosen hätten keine funktionellen Auswirkungen. Die 
rheumatologische Diagnose einer beginnenden Arthritis führe weder im 
Alltag noch bei der Berufstätigkeit zu einer funktionellen Einschränkung, 
jedoch wegen der frühmorgendlichen Schmerzen möglicherweise zu ra-
scherer Ermüdbarkeit und geringerer Konzentrationsfähigkeit, dies aber in 
geringem Ausmass. Aus pneumologischer und schlafmedizinischer Sicht 
ergäben sich keine Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit. Ein ausreichend 
behandeltes obstruktives Schlafapnoe-Syndrom bedinge keine funktionel-
len Auswirkungen (AB 167.1, S. 10). Aus psychiatrischer Sicht ergäben 
sich, im Rahmen des Residualbildes, Einschränkungen im Bereich von 
komplexen Aufgaben, Strukturierung, Selbstorganisation, hohe Flexibilität, 
selbständiges Planen und Durchführen von Aufgaben. Auch der Umgang 
mit komplexen Interaktionen und das Durchhaltevermögen seien beein-
trächtigt. Im Sinne des ICF-APP bestünden hier mittelschwere Funktions-
einschränkungen, die mit der (körperlich schweren) Tätigkeit als selbstän-
diger ... nicht zu vereinbaren seien. Zusammenfassend bestehe daher aus 
psychiatrischer Sicht eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit für die angestammte 
Tätigkeit als selbständiger ... ab dem Zeitpunkt des ersten Aufenthaltes in 
der Psychiatrischen Klinik F.________ im April 2018 und eine 50%-ige Ar-
beitsfähigkeit für angepasste Tätigkeiten ohne Zeitdruck, ohne Nacht-
schicht mit einem geringeren Stressfaktor, ohne hohe Flexibilität, am bes-
ten serielles Arbeiten von Aufgaben, ohne häufige und rasche Aufgaben-
wechsel seit der Beendigung der AMA im November 2019. Medizinisch-
theoretisch habe die 50%-ige Arbeitsfähigkeit bereits ab dem Eintritt in die 
Psychiatrische Klinik F.________ bestanden (AB 167.1, S. 11 f.; vgl. auch 
AB 167.3, S. 11 f.).

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3.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.5 Das interdisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 23. Oktober 2020 
(AB 167.1), basierend auf einer internistischen, psychiatrischen, rheumato-
logischen und pneumologischen Untersuchung (vgl. entsprechende Teil-
gutachten; AB 167.2 - 167.5), erfüllt die von der höchstrichterlichen Recht-
sprechung an den Beweiswert eines medizinischen Gutachtens gestellten 
Anforderungen (E. 3.4 hiervor), weshalb ihm volle Beweiskraft zukommt 
(vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 353). Die darin enthaltenen Feststellungen 
beruhen auf eigenen Abklärungen (insbesondere wurde eine Laborunter-
suchung betreffend Cortison durchgeführt; AB 167.2, S. 11; 167.6, S. 3 ff.) 
und sind in Kenntnis der Vorakten sowie unter Berücksichtigung der ge-
klagten Beschwerden getroffen worden. Die Ausführungen in der Beurtei-
lung der medizinischen Zusammenhänge sind einleuchtend, die gezogenen 
Schlussfolgerungen zum aktuellen Gesundheitszustand und zur Arbeits-
fähigkeit werden nachvollziehbar begründet und es lassen sich gestützt 

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darauf sämtliche vorliegend relevanten Tat- und Rechtsfragen zuverlässig 
beantworten. Auch stehen die Fachbeurteilungen in Übereinstimmung un-
tereinander und flossen in die interdisziplinäre Beurteilung ein. Dies wird 
denn auch nicht bestritten.

Der Umstand, dass die Experten der MEDAS den Beginn der Arbeitsun-
fähigkeit (sowohl in der angestammten als auch medizinisch-theoretisch in 
einer angepassten Tätigkeit) retrospektiv auf den Zeitpunkt des ersten Auf-
enthalts in der Psychiatrischen Klinik F.________ hin festsetzten und dabei 
fälschlicherweise von März bzw. April 2018 (AB 167.1, S. 12; vgl. auch 
AB 167.3, S. 11 f.) – anstatt Mai 2018 – ausgingen, ändert am Beweiswert 
nichts, handelt es sich dabei doch lediglich um ein offensichtliches Verse-
hen. Immerhin wurde im Rahmen der Zusammenfassung der Krankheits-
entwicklung – gestützt auf die medizinischen Akten – korrekt ein Aufenthalt 
in der Psychiatrischen Klinik F.________ im Mai 2018 aufgeführt 
(AB 167.1, S. 6).

3.6 Nach dem Gesagten ist erstellt, dass der Beschwerdeführer aus 
medizinischer Sicht aufgrund einer organischen affektiven Störung (ICD-10: 
F06.3) seit Mai 2018 in der angestammten Tätigkeit als selbständiger ... zu 
100% arbeitsunfähig ist. In einer angepassten Tätigkeit besteht seit Mai 
2018 (medizinisch-theoretisch) bzw. November 2019 (Beendigung der 
AMA) eine 50%-ige Arbeitsunfähigkeit (AB 167.1, S. 9 und 12; 167.3, S. 11 
f.).

Soweit die Beschwerdegegnerin im vorliegenden Beschwerdeverfahren 
gestützt auf eine Indikatorenprüfung eine psychisch begründete Arbeitsun-
fähigkeit aus rechtlichen Gründen in Frage stellt (vgl. Beschwerdeantwort 
vom 4. Juni 2021), kann ihr nicht gefolgt werden. Das MEDAS-Gutachten 
und dabei namentlich das psychiatrische Teilgutachten überzeugt vollum-
fänglich und die Schlüsse stimmen überein mit den fachärztlichen Ein-
schätzungen des Dr. med. I.________, Facharzt für Psychiatrie und Psy-
chotherapie, im Abklärungsbericht AMA vom 4. Dezember 2019, worin in-
folge von psychischen Beschwerden ebenfalls von einer 50%-igen Arbeits- 
und Leistungsfähigkeit in einer Verweistätigkeit ausgegangen wurde 
(AB 128, S. 11 f.). Somit kann von einem strukturierten Beweisverfahren 
abgesehen werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts [BGer] vom 12. März 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Sept. 2021, IV/21/324, Seite 13

2020, 9C_745/2019, E. 3.2). Selbst wenn eine Indikatorenprüfung vorge-
nommen würde (vgl. E. 2.2.2 hiervor), ist gestützt auf die einlässliche Be-
gründung des psychiatrischen MEDAS-Gutachters (AB 167.3, S. 9 ff.) sei-
ner Einschätzung einer Arbeitsunfähigkeit von 50% in einer angepassten 
Tätigkeit auch aus rechtlicher Sicht zu folgen. Zu diesem Schluss ist auch 
der Abklärungsdienst im Bericht vom 13. Dezember 2019 gelangt, wonach 
die Mehrzahl der Indikatoren gegen eine vollständig aufgehobene Arbeits-
fähigkeit spreche, allerdings eine gewisse Einschränkung auch nicht von 
der Hand gewiesen werden könne (AB 133, S. 4 f.). Durchaus in diesem 
Sinne hat die Beschwerdegegnerin denn auch die blosse Abweisung der 
Beschwerde und nicht etwa eine Abweisung mit gleichzeitiger reformatio in 
peius beantragt.

4.

Nachfolgend ist der Invaliditätsgrad für die einzelnen Zeitabschnitte zu er-
mitteln.

4.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung ge-
setzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in-
valid geworden wäre (Valideneinkommen; Art. 16 ATSG).

4.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Sept. 2021, IV/21/324, Seite 14

4.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296).

Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine 
oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge-
nommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den 
vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen 
(LSE) herangezogen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2019 IV 
Nr. 28 S. 88 E. 5.1.3).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25% zu begrenzen ist (BGE 135 V 
297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 
E. 3.3). Zu beachten ist, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medi-
zinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen 
nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen 
und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen 
dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 S. 20).

4.2 Der frühest mögliche Rentenbeginn liegt unter Berücksichtigung der 
Anmeldung bei der IVB im Juli 2018 (AB 49) sowie der gutachterlich postu-
lierten Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit seit Mai 2018 
(AB 167.1, S. 12) im Mai 2019 (Art. 28 Abs. 1 lit. b und Art. 29 Abs. 1 IVG). 
Weil indes der Rentenanspruch nicht entsteht, solange die versicherte Per-
son ein Taggeld bezieht (Art. 29 Abs. 2 IVG; vgl. auch Art. 43 Abs. 2 IVG 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Sept. 2021, IV/21/324, Seite 15

und Rz. 9001 f. des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der 
Invalidenversicherung [KSIH]) und der Beschwerdeführer vom 1. März bis 
zum 29. November 2019 berufliche Massnahmen (Belastbarkeits- und Auf-
bautraining sowie AMA; AB 93, 125, 128) mit einhergehendem Taggeldan-
spruch absolvierte, ist der Einkommensvergleich auf November 2019 hin 
vorzunehmen (vgl. Art. 29 Abs. 3 IVG sowie BGE 126 V 241 E. 5 S. 243; 
121 V 190; AHI 2001 S. 154 E. 3b). 

4.3 Im November 2019 war der Beschwerdeführer in der angestammten 
Tätigkeit wie (infolge der beruflichen Massnahmen vom 1. März bis zum 
29. November 2019 und bis dahin festgestellter Unmöglichkeit der Integra-
tion in den ersten Arbeitsmarkt [AB 93, 125, 128]) auch in einer angepass-
ten Tätigkeit zu 100% erwerbsunfähig (AB 167.1, S. 12; 167.3, S. 11 f.). 
Angesichts dessen besteht ab dem 1. November 2019 Anspruch auf eine 
ganze Rente (vgl. E. 2.3 und 4.2 hiervor). 

4.4 Seit Beendigung der AMA am 29. November 2019 ist der Be-
schwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit zu 50% arbeitsfähig (vgl. 
E. 3.6 hiervor). Dies stellt einen Revisionsgrund dar, weshalb auf diesen 
Zeitpunkt hin ein Einkommensvergleich vorzunehmen ist.

4.4.1 Es ist unbestritten und erstellt, dass der Beschwerdeführer bei guter 
Gesundheit seine selbständige Erwerbstätigkeit mit eigenem Betrieb als ... 
weitergeführt hätte, weshalb das Valideneinkommen aufgrund des zuletzt – 
ohne Invalidität – erzielten Einkommens festzusetzen ist (vgl. E. 4.1.1 hier-
vor). Zu Recht unbestritten ist ferner auch, dass die Bemessung nach der 
allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs (und nicht der ausseror-
dentlichen Bemessungsmethode) zu erfolgen hat, da die jeweiligen Jah-
reseinkommen des Beschwerdeführers gestützt auf die vorgelegten Ge-
schäftsabschlüsse (AB 55.3 - 55.5) zuverlässig bestimmbar sind und invali-
ditätsfremde Faktoren – jedenfalls in den Jahren 2015 bis 2018 – keine 
Rolle gespielt haben (vgl. BGE 114 V 310 E. 3a S. 313; AHI 1998 S. 253 
E. 3a). Da die Einkommen des Beschwerdeführers grössere Schwankun-
gen aufwiesen (2015: Fr. 64'748.40, 2016: Fr. 73'336.56, 2017: 
Fr. 100'664.50; AB 55.3 - 55.5), ist nicht zu beanstanden, dass die Be-
schwerdegegnerin auf einen Durchschnittsverdienst von Fr. 79'583.15 ab-
gestellt hat (vgl. Urteil des BGer vom 10. November 2009, 8C_9/2009, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Sept. 2021, IV/21/324, Seite 16

E. 3.3). Wenn sie dabei eine Zeitspanne von drei Jahren berücksichtigt hat, 
erweist sich dies mit Blick auf die vom Beschwerdeführer zuvor abgerech-
neten, zum Teil wesentlich tieferen Einkommen der vorangegangenen Jah-
re (vgl. IK-Auszüge; AB 10, 54) für ihn jedenfalls als nicht nachteilig. Soweit 
der Beschwerdeführer geltend macht, dass er infolge eines Aufwärtstrends 
seines Unternehmens im Jahr 2018 überwiegend wahrscheinlich ein Vali-
deneinkommen von Fr. 118'000.-- bzw. Fr. 163’200.-- (ohne AHV/IV/EO-
Beiträge) erzielt hätte (Beschwerde, S. 6 und 9; Replik, S. 3 und 7), kann 
dem nicht gefolgt werden. Die vom Beschwerdeführer aufgezeigten Hoch-
rechnungen des Valideneinkommens, basierend auf einem anhaltend sehr 
guten Geschäftsgang, sind zu einem guten Teil lediglich hypothetischer 
Natur. Eine langanhaltende positive Einkommensveränderung kann durch 
das erwähnte Grossprojekt ab 2018 jedenfalls nicht hinreichend belegt 
werden. Ein Einkommen in der Grössenordnung der von ihm erwähnten 
Beträge für das Jahr 2018 hat der Beschwerdeführer nie auch nur 
annähernd abgerechnet. Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, die Ein-
kommensschwankungen seien damit zu erklären, dass er in den Jahren 
2001 bis 2003 sowie 2006 bis 2008 aus privaten bzw. familiären Gründen 
weniger gearbeitet habe (Beschwerde, S. 7 ff.), vermag dies nicht zu über-
zeugen. Zum einen ist damit noch nicht belegt, dass ohne die erwähnten 
Reduktionen der Geschäftsaktivitäten über die Jahre ein regelmässig stei-
gender Gewinn erzielt worden wäre. Andererseits ist festzuhalten, dass der 
Beschwerdeführer gemäss IK-Auszug in den Jahren 2004 und 2005 weni-
ger verdient hat als in den Jahren 2002 und 2003, in welchen er seine Ge-
schäftsaktivitäten gemäss eigenen Angaben heruntergefahren hatte. 
Kommt hinzu, dass der Beschwerdeführer im Jahr 2008 – in welchem er 
seine Geschäftsaktivität infolge seines ... laut Angaben in der Beschwerde 
immer noch reduziert hatte – mehr verdiente als in allen anderen Jahren 
davor und danach (AB 10, 54). Das ermittelte Valideneinkommen wird vom 
Abklärungsdienst schliesslich auch mittels eines plausiblen Quervergleichs 
zur Gewerbestatistik untermauert, wonach das durchschnittliche Jahresein-
kommen mit einem Betrieb in der Rubrik „...“ für die Umsatzgruppe 
Fr. 200'000.-- bis Fr. 499'000.-- Fr. 74'900.-- beträgt (Stellungnahme des 
Bereichs Abklärungen vom 26. bzw. 27. Mai 2021; in den Gerichtsakten). 
Der Umstand, dass der Beschwerdeführer im Jahr 2017 mit einem Be-
triebsumsatz von rund Fr. 242'000.-- einen Jahresgewinn von rund 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Sept. 2021, IV/21/324, Seite 17

Fr. 100'000.-- erzielt hat (AB 55.3, S. 3 f.) und damit den Durchschnittswert 
gemäss der Gewerbestatistik übersteigt, ändert nichts, zumal auch das 
vorliegend herangezogene Einkommen über dem erwähnten Durchschnitt 
liegt. Immerhin lag der Verdienst im Jahr 2016 mit einem Jahresgewinn von 
rund Fr. 73'000.-- (AB 55.4, S. 3 f.) noch ziemlich genau im Durchschnitt 
der Gewerbestatistik. Die vom Beschwerdeführer beantragten Beweis-
massnahmen (Replik, S. 7) erübrigen sich damit (vgl. BGE 144 V 361 E. 
6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 
50 S. 163 E. 4).

Indexiert man den Durchschnittsverdienst auf das massgebliche Jahr 2019 
auf, ergibt dies ein Einkommen von Fr. 80'613.60 (Fr. 79'583.15 : 100.4 
[mittleres Jahr 2016] x 101.7 [2019]; Bundesamt für Statistik [BFS], Nomi-
nallöhne, Männer, 2016 - 2020, Tabelle T1.1.15, Zeile C: Verarbeitendes 
Gewerbe/Herstellung von Waren). Zu diesem Zwischentotal sind dann 
noch die effektiv bezahlten AHV/IV/EO-Beiträge von 9.65% im Betrag von 
Fr. 7'779.20 hinzuzurechnen, womit ein Valideneinkommen von 
Fr. 88'392.80 resultiert.

4.4.2 Das Invalideneinkommen wurde von der Beschwerdegegnerin ab 
Beendigung der AMA im November 2019 zu Recht anhand von Tabellen-
löhnen ermittelt, da der Beschwerdeführer seine Restarbeitsfähigkeit von 
50% in einer angepassten Tätigkeit nicht verwertete (E. 4.1.2 hiervor). Dies 
ist denn auch nicht bestritten. Gestützt auf die im Zeitpunkt des angefoch-
tenen Verwaltungsaktes aktuellste Tabelle TA1_tirage_skill_level der LSE 
2018, monatlicher Bruttolohn (Zentralwert) nach Wirtschaftszweigen, Män-
ner, Total, Kompetenzniveau 1 („Einfache Tätigkeiten körperlicher oder 
handwerklicher Art“), und unter Berücksichtigung der betriebsüblichen Wo-
chenarbeitszeit, der Nominallohnentwicklung sowie der ärztlich festgestell-
ten zumutbaren Arbeitsfähigkeit von 50% in einer angepassten Tätigkeit 
(vgl. E. 3.6 hiervor) ergibt sich ein Invalideneinkommen von Fr. 34'183.80 
(Fr. 5’417.-- x 12 / 40 x 41.7 [BFS, betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirt-
schaftsabteilungen, Total, 2019] / 101.5 x 102.4 [BFS, Tabelle T1.1.15, 
Nominallohnindex 2016-2019, Männer, Total, 2018 bzw. 2019] x 0.5).

Da die medizinischen (psychischen) Einschränkungen bereits im Rahmen 
des Zumutbarkeitsprofils berücksichtigt worden sind, ist ein behinderungs-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Sept. 2021, IV/21/324, Seite 18

bedingter Abzug nicht vorzunehmen (Entscheid des BGer vom 5. Juli 2011, 
8C_261/2011, E. 7.3). Ferner liegen auch keine invaliditätsfremden Gründe 
für einen Abzug vom Tabellenlohn vor (Schweizer Bürger, im hier massge-
benden Zeitpunkt 52 Jahre alt [vgl. AB 3]; vgl. E. 4.1.2 hiervor).

4.4.3 Zusammenfassend resultiert bei einem Valideneinkommen von 
Fr. 88'392.80 und einem Invalideneinkommen von Fr. 34'183.80 eine Ein-
kommenseinbusse von Fr. 54'209.--, was einem Invaliditätsgrad von ge-
rundet (vgl. BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123; SVR 2019 IV Nr. 61 
S. 198 E. 7.1) 61% entspricht. Dies berechtigt ab dem 1. Dezember 2019 
zu einer Dreiviertelsrente (vgl. E. 2.3 hiervor). Da der Beschwerdeführer in 
einer angepassten Tätigkeit medizinisch-theoretisch bereits seit Mai 2018 
zu 50% arbeitsfähig war und die gutachterlich bescheinigte erwerbliche 
Verbesserung nach Abschluss der AMA (AB 167.1, S. 12) nicht das Resul-
tat einer evolutiven Entwicklung darstellt, erübrigt sich die Anrechnung der 
Dreimonatsfrist nach Art. 88a Abs. 1 IVV (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
[BGer] vom 25. November 2014, 8C_220/2014, E. 6, sowie Urteil des Eidg. 
Versicherungsgerichts [EVG, heute BGer] vom 6. Februar 2006, I 599/05, 
E. 5.2.3 mit Hinweisen).

4.5 Nach dem Gesagten hat der Beschwerdeführer vom 1. bis zum 
30. November 2019 Anspruch auf eine ganze IV-Rente und ab dem 1. De-
zember 2019 Anspruch auf eine Dreiviertelsrente. Für die Zeit vom 1. Mai 
bis zum 31. Oktober 2019 ist ein Rentenanspruch gestützt auf Art. 29 
Abs. 2 IVG zu verneinen (vgl. E. 4.2 hiervor).

Damit ist die angefochtene Verfügung vom 9. April 2021 (AB 183) nicht zu 
beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Sept. 2021, IV/21/324, Seite 19

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer zur Bezah-
lung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ent-
nommen.

5.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g 
ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.