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**Case Identifier:** 5417ab19-706d-57a3-bc78-b3e1a9e2e25c
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-04-13
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 13.04.2022 200 2022 6
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2022-6_2022-04-13.pdf

## Full Text

200 22 6 UV
JAP/BRO/IZM

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 13. April 2022

Verwaltungsrichter Jakob, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Loosli, Verwaltungsrichterin Wiedmer 
Gerichtsschreiberin Brunner

A.________
Beschwerdeführerin

gegen

Visana Versicherungen AG
Leistungszentrum UVG, Weltpoststrasse 19, Postfach 253, 3000 Bern 16
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 18. November 2021 (Unfall-
Nr.: 20.047334)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. April 2022, UV/22/6, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1967 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
war über ihren Arbeitgeber bei der Visana Versicherungen AG (Visana 
bzw. Beschwerdegegnerin) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen 
versichert, als sie gemäss Schadenmeldung UVG (Akten der Visana, Ant-
wortbeilage [AB] 1) am 7. Juli 2020 bei einer Abfahrt mit dem Bike einen 
starken Stoss auf den gestreckten rechten Arm und einen Schlag in die 
Schulter erlitt. Die Visana gewährte im Zusammenhang mit diesem Ereignis 
zunächst die gesetzlichen Unfallversicherungsleistungen (AB 6). Mit form-
losem Schreiben vom 3. September 2020 (AB 38) stellte sie die vorüberge-
henden Leistungen per 4. August 2020 ein, verzichtete jedoch auf die 
Rückforderung der darüber hinaus erbrachten Leistungen. Hiermit erklärte 
sich die Versicherte nicht einverstanden und verlangte eine anfechtbare 
Verfügung (AB 46). Diesem Ersuchen kam die Visana mit Verfügung vom 
8. Oktober 2020 (AB 78 ff.) nach. Eine hiergegen erhobene Einsprache 
(AB 85 ff.) wies die Visana mit Entscheid vom 18. November 2021 
(AB 162 ff.) ab.

B.

Hiergegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 31. Dezember 2021 Be-
schwerde. Sie beantragt die Aufhebung des Einspracheentscheides vom 
18. November 2021 und die Ausrichtung der obligatorischen Unfallversi-
cherungsleistungen über den 4. August 2020 hinaus. Eventualiter sei die 
Sache zur Vornahme einer versicherungsexternen Begutachtung in der 
Disziplin Schulterorthopädie an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 

Mit Beschwerdeantwort vom 3. März 2022 schliesst die Beschwerdegegne-
rin auf Abweisung der Beschwerde. 

Am 22. März 2022 ging beim Gericht eine Stellungnahme der Beschwerde-
führerin zur Beschwerdeantwort ein.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. April 2022, UV/22/6, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 18. Novem-
ber 2021 (AB 162 ff.). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf gesetzli-
che Unfallversicherungsleistungen im Zusammenhang mit dem Ereignis 
vom 7. Juli 2020 und dabei insbesondere, ob die Beschwerdegegnerin die 
vorübergehenden Leistungen zulässigerweise per 4. August 2020 termi-
nierte. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

In formeller Hinsicht macht die Beschwerdeführerin eine Verletzung des 
rechtlichen Gehörs geltend, namentlich der Begründungspflicht sowie des 
Anspruchs auf Teilhabe am Beweisverfahren. 

2.1 Die Parteien haben Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 
der Bundesverfassung [BV; SR 101]).

2.1.1 Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst alle Befugnisse, die 
einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Stand-
punkt wirksam zur Geltung bringen kann. Die Partei muss ganz allgemein 
zu Fragen tatsächlicher Natur, die für die Entscheidung der Streitsache 
erheblich sind, angehört werden. Der Anspruch auf rechtliches Gehör be-
steht und ist zu gewähren, wenn eine Verwaltungs- oder Gerichtsbehörde 
ihren Entscheid mit einer Rechtsnorm oder einem Rechtsgrund zu begrün-
den beabsichtigt, die oder der im bisherigen Verfahren nicht herangezogen 
wurde, auf die sich die beteiligten Parteien nicht berufen haben und mit 
deren Erheblichkeit im konkreten Fall sie nicht rechnen konnten (BGE 
131 V 9 E. 5.4.1 S. 26; ARV 2019 S. 279 E. 3.2.3; SVR 2009 AHV Nr. 8 
S. 27 E. 3.2).

2.1.2 Die Begründungspflicht ist wesentlicher Bestandteil des Anspruchs 
auf rechtliches Gehör im Sinne von Art. 29 Abs. 2 BV. Sie soll verhindern, 
dass sich die Behörde von unsachlichen Motiven leiten lässt, und den Be-
troffenen ermöglichen, die Verfügung gegebenenfalls sachgerecht anzu-
fechten. Dies ist nur möglich, wenn sowohl die betroffene Person als auch 
die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild 
machen können. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegun-
gen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf 
welche sich ihre Verfügung stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sie 
sich ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtli-
chen Einwand auseinandersetzen muss. Vielmehr kann sie sich auf die für 
den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 136 I 229 
E. 5.2 S. 236, 124 V 180 E. 1a S. 181; SVR 2020 IV Nr. 57 S. 194 
E. 3.1.2).

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2.2 Unter anderem bringt die Beschwerdeführerin vor, zur Beurteilung 
ihrer Einsprache habe die Beschwerdegegnerin ohne ihr Wissen resp. oh-
ne sie zu informieren eine weitere Expertise bei einem zweiten internen 
Gutachter eingeholt. Dabei werde neu der Unfallmechanismus beurteilt und 
als schlüssiger Beweis für eine degenerative Ruptur aufgeführt. Sie habe 
nie Gelegenheit gehabt, den Unfallhergang genau zu beschreiben, was 
jedoch für eine beweisbringende biomechanische Beurteilung unverzicht-
bar gewesen wäre (Beschwerde S. 8 unten). Hiermit macht sie sinngemäss 
eine Verletzung des Anspruchs auf Teilhabe am Beweisverfahren geltend. 
Nach Eingang der Einsprache (AB 85 ff.) holte die Beschwerdegegnerin 
einen Bericht des beratenden Arztes, Dr. med. B.________, Facharzt für 
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, ein 
(AB 147 ff.). Dabei handelt es sich nicht um ein Gutachten i.S.v. Art. 44 
ATSG, weshalb die dortigen Vorschriften nicht anwendbar sind. Zudem 
konfrontierte die Beschwerdegegnerin den Sachverständigen einzig mit der 
seitens der Beschwerdeführerin erhobenen Kritik und stellte keine eigenen 
Zusatzfragen. Unter diesen Umständen war die Beschwerdeführerin vor-
gängig nicht nochmals anzuhören. Im Übrigen wurde sie am 18. Februar 
2021 über die bevorstehende erneute medizinische Beurteilung in Kenntnis 
gesetzt (AB 152). Auch die Rüge, sie habe sich nicht hinlänglich zum Un-
fallmechanismus äussern können, ist unbegründet. Anlässlich des Tele-
fonats vom 7. August 2020 (AB 22) wurde sie explizit zum Unfallhergang 
befragt. Ausserdem reichte sie mit E-Mail vom 8. August 2020 (AB 23 f.) 
eine ausführliche Präzisierung nach, welche mit der Schilderung des Un-
fallhergangs in der Beschwerde (S. 2 oben) im Wesentlichen überein-
stimmt. 

Auch die sinngemässe Rüge, die Beschwerdegegnerin habe ihre Begrün-
dungspflicht verletzt (Beschwerde S. 7 f. Ziff. 8), verfängt nicht. Die Be-
schwerdegegnerin musste sich nicht mit jeder tatbeständlichen Behauptung 
in der Einsprache auseinandersetzten, sondern durfte sich auf die für den 
Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (vgl. E. 2.1.2 hiervor). 
Sie holte nach Erhalt der Einsprache eine Stellungnahme ihres beratenden 
Arztes ein (AB 147 ff.) und zeigte gestützt darauf auf, dass die Unfallkausa-
lität zwischen dem Ereignis vom 7. Juli 2020 und den über den 4. August 
2020 hinaus geklagten Beschwerden zu verneinen ist und legte demnach 

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dar, weshalb die vorübergehenden Leistungen per 4. August 2020 einzu-
stellen sind. Der Beschwerdeführerin war es denn auch ohne weiteres 
möglich, gestützt auf die Ausführungen im Einspracheentscheid vom 
18. November 2021 (AB 162 ff.) eine ausführlich begründete Beschwerde 
einzureichen. 

Nach dem Dargelegten ist eine Verletzung des rechtlichen Gehörs vorlie-
gend nicht erfolgt. Doch selbst wenn von einer Gehörsverletzung auszuge-
hen wäre, die indes nicht als schwerwiegend gewertet werden könnte, wür-
de diese als geheilt gelten, da die Beschwerdeführerin sich vor dem ange-
rufenen Gericht, das sowohl den Sachverhalt wie auch die Rechtslage frei 
überprüfen kann, äussern konnte (BGE 137 I 195 E. 2.3.2 S. 197, 
126 V 130 E. 2b S. 132; SVR 2021 IV Nr. 43 S. 140 E. 4.4.1, 2020 IV 
Nr. 57 S. 194 E. 3.3.1).

3.

3.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung [UVG; 
SR 832.20]). 

3.2

3.2.1 Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung 
eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die 
eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge-
sundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

3.2.2 Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er – nach einem objek-
tiven Massstab – nicht mehr im Rahmen dessen liegt, was für den jeweili-
gen Lebensbereich alltäglich und üblich ist. Das Merkmal des Ungewöhnli-
chen macht den alltäglichen Vorgang zum einmaligen Vorfall. Einwirkun-
gen, die aus alltäglichen Vorgängen resultieren, taugen in aller Regel nicht 
als Ursache einer Gesundheitsschädigung. Liegt der Grund somit allein im 

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Innern des Körpers, ist Krankheit gegeben. Daran ändert die blosse Auslö-
sung des Gesundheitsschadens durch einen äusseren Faktor nichts; Unfall 
setzt vielmehr begrifflich voraus, dass das exogene Element so ungewöhn-
lich ist, dass eine endogene Verursachung ausser Betracht fällt (BGE 
134 V 72 E. 4.1 S. 76 und E. 4.1.1 S. 77). Das Begriffsmerkmal der Unge-
wöhnlichkeit bezieht sich nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, son-
dern nur auf diesen selber. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhn-
lichkeit ist insoweit, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, 
unerwartete Folgen nach sich zog. Ausschlaggebend ist also, dass sich der 
äussere Faktor vom Normalmass an Umwelteinwirkungen auf den mensch-
lichen Körper abhebt. Ungewöhnliche Auswirkungen allein begründen kei-
ne Ungewöhnlichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.3.1 S. 79; SVR 2021 UV Nr. 12 
S. 60 E. 4.2, 2020 UV Nr. 3 S. 9 E. 3).

Ein gesteigertes Abgrenzungsbedürfnis besteht dort, wo der Gesundheits-
schaden seiner Natur nach auch andere Ursachen als eine plötzliche schä-
digende Einwirkung haben kann, also keine gesicherte Zuordnung zum 
exogenen Faktor erlaubt. Dies gilt nach der Rechtsprechung insbesondere 
dann, wenn die Gesundheitsschädigung erfahrungsgemäss auch als allei-
nige Folge von Krankheit, insbesondere von vorbestandenen degenerati-
ven Veränderungen eines Körperteils, innerhalb eines durchaus normalen 
Geschehensablaufs auftreten kann. In solchen Fällen muss die unmittelba-
re Ursache der Schädigung unter besonders „sinnfälligen“ Umständen ge-
setzt worden sein. Somit wird eine Einwirkung ohne offensichtliche Scha-
densneigung erst durch das Hinzukommen eines zusätzlichen Ereignisses 
zum ungewöhnlichen äusseren Faktor. Es bedarf – neben den üblichen auf 
den Körper einwirkenden Kräften – eines schadensspezifischen Zusatzge-
schehens, damit ein Unfall angenommen werden kann (BGE 134 V 72 
E. 4.3.2 und 4.3.2.1 S. 80).

3.3

3.3.1 Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG erbringt die Versicherung ihre Leistun-
gen auch bei folgenden Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend 
auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind: Knochenbrüche 
(lit. a), Verrenkungen von Gelenken (lit. b), Meniskusrisse (lit. c), Muskelris-

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se (lit. d), Muskelzerrungen (lit. e), Sehnenrisse (lit. f), Bandläsionen (lit. g), 
Trommelfellverletzungen (lit. h).

3.3.2 Nach Meldung einer Listenverletzung gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG hat 
der Unfallversicherer die genauen Begleitumstände abzuklären. Ist die Lis-
tenverletzung auf ein Unfallereignis im Sinne von Art. 4 ATSG zurückzu-
führen, so ist der Unfallversicherer solange leistungspflichtig, bis der Unfall 
nicht mehr die natürliche und adäquate Ursache darstellt, der Gesundheits-
schaden also nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen 
beruht. Sind hingegen nicht sämtliche Kriterien des Unfallbegriffs nach 
Art. 4 ATSG erfüllt, so wird der Unfallversicherer für eine Listenverletzung 
nach Art. 6 Abs. 2 UVG in der seit 1. Januar 2017 geltenden Fassung 
grundsätzlich leistungspflichtig, sofern er nicht den Nachweis dafür erbringt, 
dass die Verletzung vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzu-
führen ist (BGE 146 V 51 E. 9.1 S. 70).

3.3.3 Für die Anwendung von Art. 6 Abs. 2 UVG ist kein äusserer Faktor 
und damit kein unfallähnliches sinnfälliges Ereignis oder eine allgemein 
gesteigerte Gefahrenlage im Sinne der Rechtsprechung zu aArt. 9 Abs. 2 
der Verordnung vom 20. Dezember 1982 über die Unfallversicherung 
(UVV; SR 832.202; in Kraft bis 31. Dezember 2016) mehr vorausgesetzt. 
Insoweit führt grundsätzlich bereits die Tatsache, dass eine in Art. 6 Abs. 2 
lit. a - h UVG genannte Körperschädigung vorliegt, nunmehr zur Vermu-
tung, es handle sich hierbei um eine unfallähnliche Körperschädigung, die 
vom Unfallversicherer übernommen werden muss. Indessen ergibt sich aus 
der in Art. 6 Abs. 2 UVG vorgesehenen Möglichkeit des Gegenbeweises 
weiterhin die Notwendigkeit der Abgrenzung der vom Unfallversicherer zu 
übernehmenden unfallähnlichen Körperschädigung von der abnützungs- 
und erkrankungsbedingten Ursache einer Listenverletzung und damit letzt-
lich zur Leistungspflicht des Krankenversicherers. Insoweit ist die Frage 
nach einem initialen erinnerlichen und benennbaren Ereignis – nicht zuletzt 
auch aufgrund der Bedeutung eines zeitlichen Anknüpfungspunktes – auch 
nach der UVG-Revision relevant. Lässt sich nach Eingang der Meldung im 
Rahmen der Abklärungspflicht (Art. 43 Abs. 1 ATSG) kein initiales Ereignis 
erheben oder lediglich ein solches ganz untergeordneter resp. harmloser 
Art, so vereinfacht dies zwangsläufig in aller Regel den Entlastungsbeweis 

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des Unfallversicherers. Denn bei der in erster Linie von medizinischen 
Fachpersonen zu beurteilenden Abgrenzungsfrage ist das gesamte Ursa-
chenspektrum der in Frage stehenden Körperschädigung zu berücksichti-
gen. Nebst dem Vorzustand sind somit auch die Umstände des erstmaligen 
Auftretens der Beschwerden näher zu beleuchten. Die verschiedenen Indi-
zien, die für oder gegen Abnützung oder Erkrankung sprechen, müssen 
aus medizinischer Sicht gewichtet werden. Damit der Entlastungsbeweis 
gelingt, hat der Unfallversicherer gestützt auf beweiskräftige ärztliche Ein-
schätzungen – mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich-
keit – nachzuweisen, dass die fragliche Listenverletzung vorwiegend, d.h. 
im gesamten Ursachenspektrum zu mehr als 50 %, auf Abnützung oder 
Erkrankung zurückzuführen ist. Besteht das Ursachenspektrum einzig aus 
Elementen, die für Abnützung oder Erkrankung sprechen, so folgt daraus 
unweigerlich, dass der Entlastungsbeweis des Unfallversicherers erbracht 
ist und sich weitere Abklärungen erübrigen (BGE 146 V 51 E. 8.6 S. 69).

3.4 Der Unfallversicherer hat die Möglichkeit, die durch Ausrichtung von 
Heilbehandlung und Taggeld anerkannte Leistungspflicht mit Wirkung ex 
nunc et pro futuro ohne Berufung auf den Rückkommenstitel der Wieder-
erwägung oder der prozessualen Revision einzustellen, d.h. den Fall abzu-
schliessen, dies mit der Begründung, ein versichertes Ereignis liege – bei 
richtiger Betrachtungsweise – gar nicht vor. In gleichem Sinne ist auch hin-
sichtlich der Prüfung der adäquaten Kausalität zwischen Unfall und Ge-
sundheitsschaden zu entscheiden. Danach kann der Unfallversicherer trotz 
vorheriger Ausrichtung von Heilbehandlung und Taggeld ohne Berufung 
auf Wiedererwägung oder prozessuale Revision die Adäquanz verneinen 
und gestützt hierauf die Leistungen ex nunc einstellen. Nur im Rahmen 
einer allfälligen Leistungsrückerstattung sind die Rückkommensvorausset-
zungen zu beachten (vgl. BGE 130 V 380 E. 2.3.1 S. 384).

3.5 Zur Klärung der Leistungspflicht des Unfallversicherers, insbeson-
dere der Frage der natürlichen Kausalität, ist die Verwaltung (und im Be-
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und gege-
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe 
des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen 

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(vgl. BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

4.

4.1 Die Beschwerdegegnerin geht von einem stattgehabten Unfall im 
Rechtssinne aus (AB 164 E. 2). Im Rahmen der Rechtsanwendung von 
Amtes wegen (vgl. hierzu BGE 124 V 338 E. 1b S. 340; SVR 2001 IV 
Nr. 18 S. 53 E. 1) ist jedoch dem Ereignis vom 7. Juli 2020 die Ungewöhn-
lichkeit als Tatbestandsvoraussetzung des Unfallbegriffs gemäss Legalde-
finition (vgl. E. 3.2.1 f. hiervor) abzusprechen. Dabei ist vorab zu berück-
sichtigen, dass die Hergangsschilderung in der Telefonnotiz vom 7. August 
2020 (AB 22), wonach der Arm der Beschwerdeführerin „wie in das Rad 
gekommen und dadurch ihre Schulter verdreht“ worden sein soll, der Dar-
stellung der Beschwerdeführerin widerspricht und auch in den übrigen Ak-
ten keinen Rückhalt findet, weshalb darauf nicht abgestellt werden kann. 
Vielmehr ist gemäss der unbestritten gebliebenen Schilderung davon aus-
zugehen, dass es beim Herunterfahren eines steinigen „Singletrails“ mit 
dem Mountainbike zu einem Blockieren des Vorderrades und dadurch zu 
einem abrupten Stopp gekommen ist, wodurch die Beschwerdeführerin mit 
voller Wucht nach vorne in den Lenker gedrückt wurde und es zu einem 
heftigen Rückschlag in den gestreckten Arm kam (AB 24; Beschwerde S. 2 
oben; vgl. auch AB 1 Ziff. 6, 11). Von einem Sturz oder einer Kollision wird 
nicht berichtet. Mit abruptem Blockieren des Rades und heftigen Schlägen 
auf die Arme muss bei Bikeabfahrten auf steinigen „Singletrails“ gerechnet 
werden und geht demnach unter Berücksichtigung eines objektiven Mass-
stabes nicht über das hinaus, was bei Ausübung dieser Sportart üblich 
bzw. alltäglich ist (vgl. hierzu E. 3.2.2 hiervor; vgl. auch AB 148 unten, 149 
oben). Demnach liegt kein Unfall im Rechtssinne vor. 

Die unbestrittene Diagnose der Rotatorenmanschettenruptur ist jedoch 
unter die unfallähnlichen Körperschädigungen i.S.v. Art. 6 Abs. 2 lit. f UVG 
(Sehnenrisse) zu subsumieren (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 
26. Februar 2020, 8C_819/2019, E. 5.2 mit Hinweisen), was zur Praesump-
tio iuris führt, dass es sich hierbei um eine vom Unfallversicherer 

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grundsätzlich zu übernehmende Schädigung handelt. Demnach kann sich 
die Beschwerdegegnerin von der Leistungspflicht nur befreien, wenn sie 
die vorwiegend degenerative oder krankheitsbedingte Ursächlichkeit der 
besagten Körperschädigung überwiegend wahrscheinlich nachzuweisen 
vermag (vgl. E. 3.3.2 hiervor). Mit anderen Worten hat sie darzutun, dass 
eine Auswirkung eines degenerativen Prozesses vorliegt.

4.2 Hierzu ergibt sich aus den medizinischen Akten im Wesentlichen 
was folgt: 

4.2.1 Am 29. Juli 2020 wurde eine Arthro-MRT der rechten Schulter 
durchgeführt. Im Befundbericht vom gleichen Tag (AB 4 f.) führte Dr. med. 
C.________, Facharzt für Radiologie, aus, es liege eine Ruptur der Supra-
spinatus- und Infraspinatussehne am Fusspunkt mit Sehnenretraktion Patte 
Grad II und fettiger Atrophie der Muskelbäuche Grad I nach Goutallier vor 
(AB 4 unten). 

4.2.2 Im Bericht vom 7. August 2020 (AB 11 f.) diagnostizierte 
Prof. Dr. med. D.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, eine akute traumatische Rotato-
renmanschettenmassenruptur von Supra- und Infraspinatus mit Bizepspul-
ley-Läsion Schulter rechts mit/bei:

• Scapuladyskinesie bds. 
• Zustand nach Supraspinatusrefixation rechts 1994
• Asymptomatische beginnende AC-Gelenksarthrose rechts (AB 11)

Die Patientin habe vor ca. vier Wochen eine traumatische massive Ruptur 
der Rotatorenmanschette erlitten. Seither habe sie persistierende Schmer-
zen und eine Bewegungseinschränkung im Bereich der rechten Schulter. In 
der klinischen Untersuchung imponiere vor allem eine Pseudoparalyse bei 
Abduktion und Flexion sowie ca. 20° Lag bei Aussenrotation. Mittels MRT-
Untersuchung habe eine Rotatorenmanschettenmassenruptur mit totaler 
Infra- und Supraspinatusläsion nachgewiesen werden können, was mit 
dem klinischen Befund gut korreliere. Bei diesem ausgeprägten Befund sei 
die Indikation zur operativen Therapie im Sinne einer Rotatorenmanschet-
tenrekonstruktion mit eventuell Patchplastik sowie Bizepstenodese bei Bi-
zepspulley-Läsion gegeben (AB 12).

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Am 10. August 2020 erfolgte sodann die Rotatorenmanschettenrekonstruk-
tion des Supraspinatus und des Infraspinatus (AB 28 f.). 

4.2.3 Im Bericht vom 19. August 2020 (AB 33 f.) legte der beratende Arzt 
der Beschwerdegegnerin, Dr. med. E.________, Facharzt für Orthopädi-
sche Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, dar, die 
rechtsseitigen Schulterbeschwerden der Beschwerdeführerin gingen über-
wiegend wahrscheinlich auf den degenerativen (Vorzustand) und durch die 
in der MRT-Untersuchung der rechten Schulter vom 29. Juli 2020 doku-
mentierte Muskelverfettung (fettige Atrophie) Goutallier Grad I zurück. 
Dafür spreche auch in typischer Manier die bereits erfolgte Retraktion der 
gerissenen Sehnen, welche gemäss Grad II nach Patte 22 Tage nach dem 
gemeldeten Ereignis nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf dieses 
zurückzuführen sei. Die Bildgebung zeige eine deutliche Sehnenretraktion 
mit Wellenbildung als Zeichen einer alten Sehnenruptur (AB 33). Somit sei 
es beim Ereignis vom 7. Juli 2020 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 
lediglich zu einem Symptomatischwerden ausschliesslich degenerativer 
Befunde gekommen. Deshalb sei der Status quo ante spätestens nach vier 
Wochen wieder erreicht gewesen. Intraoperativ am 10. August 2020 seien 
die gerissenen Sehnen sogar nach Patte Grad III retrahiert gewesen. Die 
Sehnen seien zwar als „normal dick“ befundet worden, jedoch sei ein Blick 
wie im MRT in die Sehnen (Verfettung) dem Operateur nicht möglich ge-
wesen. Es falle auf, dass fünf Wochen nach dem Ereignis keinerlei Zeichen 
eines Hämatoms oder anderweitiger traumatischer Befunde intraoperativ 
erwähnt worden seien. Dies unterstütze die Einschätzung, dass die Ruptur 
im Intervallbereich der rechten Schulter mit überwiegender Wahrscheinlich-
keit in keinem natürlich kausalen Zusammenhang zum Ereignis gestanden 
habe. Überwiegend wahrscheinlich liege eine degenerative Intervallseh-
nenruptur vor. Diese wäre rein degenerativ bedingt zeitnah auch spontan 
symptomatisch geworden (AB 34).

4.2.4 Der Operateur, Prof. Dr. med. D.________, führte im Bericht vom 
2. November 2020 (AB 83 f.) aus, er sei mit der Beurteilung von Dr. med. 
E.________ (vgl. AB 33 f.) nicht einverstanden. Auch eine völlig intakte und 
gut rekonstruierte Rotatorenmanschette, welche über einen Zeitraum von 
2, 5 und 10 Jahren intakt und in Kontinuität sei, zeige im Verlauf eine leich-

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te Zunahme der fettigen Infiltration. Dies habe in keiner Art und Weise eine 
Korrelation mit einer Reruptur zu tun. Vielmehr würde eine Reruptur über 
einen langandauernden Zeitraum zu einer deutlichen Progredienz der fetti-
gen Infiltration führen, was von verschiedenen Autoren in konsekutiven 
Level zwei bis drei Studien gezeigt worden sei und demnach nicht einzig 
seiner Expertenmeinung entspreche. Hätte die Patientin die Rotatoren-
manschette schon früher wieder degenerativ rerupturiert, dann wäre es in 
einem Zeitraum von einigen Monaten bis Jahren zu einer deutlich verstärk-
ten Zunahme der fettigen Infiltration gekommen. Die Wellenbildung als Zei-
chen einer alten Sehnenruptur sei eine Expertenmeinung. Seines Wissens 
existierten keine wissenschaftlich fundierten Originalarbeiten, die diese 
untermauerten. Nicht einverstanden sei er insbesondere mit der Einschät-
zung, wonach der Status quo ante vier Wochen nach der traumatischen 
massiven Reruptur wieder vorhanden gewesen sei. Zudem zeigten sich 
intraoperativ fünf bis acht Wochen nach einer traumatischen Ruptur nie 
Zeichen eines Hämatoms in der Sehne (AB 83). 

4.2.5 Im Bericht vom 3. März 2021 (AB 147 ff.) führt der beratende Arzt, 
Dr. med. B.________, aus, bei Betrachtung der medizinischen Unterlagen 
falle primär auf, dass sich keiner der Autoren vertieft mit dem Ablauf des 
Ereignisses vom 7. Juli 2020 auseinandergesetzt habe. Der von der Be-
schwerdeführerin geschilderte Mechanismus sei nicht geeignet, eine Ver-
letzung der Rotatorenmanschette herbeizuführen. So seien sogar gemäss 
dem von Schweizer Schulterorthopäden immer wieder zitierten, versiche-
rungsjuristisch allerdings nicht ganz unumstrittenen Übersichtsartikel (Stel-
lungnahme der Schweizerischen Gesellschaft für Orthopädie und Trauma-
tologie [Swiss Orthopaedics] an das Bundesgericht vom 1. Oktober 2020 
[AB 90 ff.]) – an dessen Verfassung auch Prof. Dr. med. D.________ betei-
ligt gewesen sei – unter Bezug auf die medizinische Literatur im Wesentli-
chen folgende Traumahergänge für eine Läsion der Rotatorenmanschette 
in Betracht zu ziehen: 

• Passiv erzwungene forcierte Aussen- oder Innenrotation bei anliegen-
dem oder abgespreiztem Arm

• Glenohumerale Schulterluxation 
• Massives plötzliches Hoch- oder Rückwärtsreissen des Arms
• Heftige passive Traktionen nach kaudal, ventral oder medial
• Axiale Stauchung des Oberarmkopfes beim Aufprall auf Hand oder El-

lenbogen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. April 2022, UV/22/6, Seite 14

Es scheine offensichtlich, dass keiner der dargelegten Mechanismen mit 
demjenigen beim Ereignis vom 7. Juli 2020 übereinstimme, da auch der 
letztgenannte Mechanismus – der zumindest vom Ablauf her einigermas-
sen ähnlich töne – einen weit höheren Energieimpact voraussetze, bei-
spielsweise durch einen Sturz, als es beim brüsken Entgegenstemmen der 
Arme gegen einen Velolenker vorkomme. Dies entspreche im Übrigen bei 
Bikeabfahrten keineswegs einem ganz aussergewöhnlichen Manöver und 
komme durchaus regelmässig vor (AB 148). Unter Bezugnahme des be-
reits erwähnten Übersichtsartikels ergäben sich keine Zweifel daran, dass 
eine muskuläre Atrophie und Verfettung, wie sie bei der Beschwerdeführe-
rin vorlagen – beim Supraspinatus handle es sich seines Erachtens sogar 
um einen Grad II nach Goutallier bei zudem positivem Tangentenzeichen 
nach Zanetti, beim Infraspinatus um einen Grad I, der vor allem die krania-
len Anteile betreffe – gemäss dem aktuellen medizinischen Kenntnisstand 
als chronischer Natur anzusehen seien und sich nicht innert nur gerade 
drei Wochen nach einem Trauma entwickeln könnten. Dies gelte in gleicher 
Weise für die hochgradige Sehnenretraktion, die gemäss den Angaben von 
Prof. Dr. med. D.________ intraoperativ sogar noch ausgeprägter gewesen 
sei (Stadium III nach Patte anstatt Stadium II), als dies in der Arthro-MRT 
erkennbar gewesen sei. Für die anderslautende Interpretation von Prof. Dr. 
med. D.________, wonach „eine völlig intakte und gut rekonstruierte Rota-
torenmanschette, welche über einen Zeitraum von 2, 5 und 10 Jahren in-
takt und in Kontinuität ist, (…) im Verlauf eine leichte Zunahme der fettigen 
Infiltration zeige“, gebe es seines Wissens keinerlei medizinische Studien 
höheren Evidenzgrades. Dabei sei ausserdem zu beachten, dass insbe-
sondere die Atrophie und Verfettung am Supraspinatusmuskel im Fall der 
Beschwerdeführerin nicht als leicht zu bezeichnen seien, sondern bereits 
ein erhebliches Ausmass angenommen hätten, wie es fast nur bei einer 
chronischen Entwicklung auftrete. Des Weiteren sei darauf hinzuweisen, 
dass beim Eingriff von 1994 lediglich die Supraspinatussehne habe rekon-
struiert werden müssen, die Infraspinatussehne somit intakt gewesen sei. 
Die im kranialen Anteil MR-tomographisch eindeutig erkennbare Verfettung 
des Infraspinatusmuskels liesse sich somit ohnehin nicht mit einem post-
operativen Zustand erklären, weil dessen Sehne ja noch gar nie operiert 
worden sei. Erwähnenswert sei weiter der Umstand, dass Prof. Dr. med. 
D.________ bei der präoperativen Besprechung mit der Beschwerdeführe-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. April 2022, UV/22/6, Seite 15

rin auch darauf verwiesen habe, dass allenfalls eine Patchplastik notwendig 
werden könnte. Eine derartige operative Massnahme sei jedoch nur dann 
ernsthaft in Betracht zu ziehen, wenn sich ein Sehnendefekt als zu gross 
für eine Direktdeckung erweise, was bei akuten Rupturen einer zuvor 
vollständig intakten Struktur nahezu nie vorkomme. In seinem Verständnis 
sei Prof. Dr. med. D.________ zumindest zum damaligen Zeitpunkt ganz 
eindeutig davon ausgegangen, dass es sich um einen chronischen Seh-
nendefekt handle, da sich eine akute Ruptur ja fast sicher ohne Verwen-
dung von Zusatzmaterial hätte decken lassen, weshalb er die Beschwerde-
führerin auch nicht über einen allenfalls notwendigen Patch hätte informie-
ren müssen. Nicht verständlich sei zudem, weshalb Prof. Dr. med. 
D.________ zwar ein erhebliches Risiko einer Reruptur der rekonstruierten 
Rotatorenmanschette kommuniziert habe, dies jedoch für die 25 Jahre zu-
vor – und deshalb mit entsprechend weitaus weniger versierter Technik als 
heute – erstmalig erfolgten Rekonstruktion der Supraspinatussehne nicht 
ebenfalls als überwiegend wahrscheinlich in Betracht gezogen habe und 
stattdessen ein biomechanisch völlig ungeeignetes Trauma als Auslöser 
der bestehenden Pathologie bezeichnet habe (AB 149).

Insgesamt liesse sich auf morphologischer Ebene bereits durch die Arthro-
MRT vom 29. Juli 2020 (vgl. AB 4 f.) ein Status quo sine belegen, indem 
sich keine strukturellen Veränderungen nachweisen liessen, die überwie-
gend wahrscheinlich beim Ereignis vom 7. Juli 2020 entstanden seien. 
Sämtliche in der Folge durchgeführten Abklärungen und Behandlungen 
sowie damit allenfalls verbundene Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit 
seien somit überwiegend wahrscheinlich ausschliesslich unfallfremd, was 
demnach ebenfalls für den operativen Eingriff vom 10. August 2020 gelte 
(AB 149 f.). 

4.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. April 2022, UV/22/6, Seite 16

ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

4.3.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

4.3.2 Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be-
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 
Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354; SVR 2021 UV 
Nr. 34 S. 154 E. 2.3). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt 
den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxis-
gemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Ver-
fahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutach-
ten unabhängiger Sachverständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einho-
lung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Be-
weiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur ge-
ringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsin-
ternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzu-
nehmen. Insbesondere sind die von der versicherten Person aufgelegten 
Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte mitzuberücksichtigen. Wird 
die Schlüssigkeit der Feststellungen der versicherungsinternen Fachperso-
nen durch einen nachvollziehbaren Bericht eines behandelnden Arztes in 
Zweifel gezogen, so genügt der pauschale Hinweis auf dessen auftrags-
rechtliche Stellung (BGE 125 V 351 E. 3a cc S. 353) nicht, um solche Zwei-
fel auszuräumen. Vielmehr wird das Gericht entweder ein Gerichtsgutach-
ten anzuordnen oder die Sache an den Versicherungsträger zurückzuwei-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. April 2022, UV/22/6, Seite 17

sen haben, damit dieser im Verfahren nach Art. 44 ATSG eine Begutach-
tung veranlasst (BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 65, 139 V 225 E. 5.2 S. 229, 
135 V 465 E. 4.4 - 4.6 S. 469; SVR 2021 UV Nr. 34 S. 154 E. 2.3). Bera-
tende Ärzte eines Versicherungsträgers sind, was den Beweiswert ihrer 
ärztlichen Beurteilung angeht, versicherungsinternen Ärzten gleichzusetzen 
(SVR 2021 UV Nr. 34 S. 154 E. 2.3).

4.3.3 Auch reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern ein 
lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztli-
che Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts 
geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in 
den Hintergrund rückt (SVR 2020 IV Nr. 38 S. 134 E. 4.3).

4.4 Die Beschwerdegegnerin stützt sich im angefochtenen Einspra-
cheentscheid vom 18. November 2021 (AB 162 ff.) massgeblich auf die 
Aktenbeurteilung ihres beratenden Arztes, Dr. med. B.________, vom 3. 
März 2021 (AB 147 ff.), welche im Ergebnis – nicht jedoch in ihrer Begrün-
dung – mit der Einschätzung des beratenden Arztes, Dr. med. E.________, 
vom 19. August 2020 (AB 33 f.) korreliert. Sie erfüllt die vorerwähnten 
höchstrichterlichen Beweisanforderungen (vgl. E. 4.3.1 ff. hiervor) und er-
bringt in Bezug auf die hier strittigen Fragen vollen Beweis. Dass der bera-
tende Arzt keine klinische Exploration der Beschwerdeführerin durchführte, 
ist nicht zu beanstanden, konnte er sich aufgrund der vorhandenen Unter-
lagen samt MRT (Befundbericht [AB 4 f.] inkl. Datenträger) doch ein ge-
samthaft lückenloses Bild verschaffen (SVR 2020 IV Nr. 38 S. 134 E. 4.3) 
und wären aus einer persönlichen Untersuchung im Nachgang zum opera-
tiven Eingriff (AB 28 f.) ohnehin keine zusätzlichen Erkenntnisse mehr zu 
erwarten gewesen. Zudem kann rechtsprechungsgemäss insbesondere 
(auch) die Kausalität im Rahmen eines Aktenberichts erörtert werden (Ent-
scheid des BGer vom 9. November 2011, 8C_383/2011, E. 4.2).

Dr. med. B.________ setzte sich in seiner Beurteilung in Kenntnis der me-
dizinischen Vorakten sorgfältig mit den gesundheitlichen Befunden sowie 
Beschwerden der Beschwerdeführerin an der rechten Schulter und der 
bildgebenden Untersuchung (AB 4 f.) auseinander. Dabei stützte er seine 
Einschätzung unter anderem darauf, dass das inkriminierte Ereignis gar 
nicht geeignet ist, eine Rotatorenmanschettenruptur zu verursachen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. April 2022, UV/22/6, Seite 18

(AB 148 f.). Insgesamt sind die Folgerungen und die Ausführungen in der 
Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge eingehend und überzeu-
gend begründet. Demnach ist auf den Aktenbericht von Dr. med. 
B.________ abzustellen. 

4.4.1 Daran ändert die einzige aktenkundige divergierende ärztliche Beur-
teilung des behandelnden Prof. Dr. med. D.________ vom 2. November 
2020 (AB 83 f.) nichts. Denn Dr. med. B.________ setzte sich mit den Aus-
führungen des behandelnden Orthopäden hinlänglich auseinander und 
zeigte nachvollziehbar auf, weshalb trotz dessen Überlegungen von einer 
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit vorwiegend degenerativen Verursa-
chung auszugehen ist. Dabei stützte sich Dr. med. B.________ – wie be-
reits erwähnt – insbesondere darauf, dass der Hergangsmechanismus un-
geeignet war, eine Rotatorenmanschettenruptur zu verursachen. Wenn-
gleich nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung dem Kriterium des Un-
fallmechanismus zur Beurteilung der Unfallkausalität keine übergeordnete 
Bedeutung mehr beigemessen wird (vgl. SVR 2021 Nr. 34 S. 145 E. 4.1.3; 
Entscheid des BGer vom 16. Dezember 2021, 8C_167/2021, E. 4.1), ist 
dieses weiterhin als einzelnes Indiz unter mehreren in die Gesamtwürdi-
gung einzubeziehen (vgl. Entscheid des BGer vom 6. Januar 2022, 
8C_593/2021, E. 5.2.3). Soweit die Beschwerdeführerin bemängelt, Dr. 
med. B.________ habe sich ungenügend mit den Ausführungen des be-
handelnden Orthopäden auseinandergesetzt, kann ihr nicht gefolgt werden. 
Sie verkennt, dass Prof. Dr. med. D.________ in seinem Bericht vom 
2. November 2020 (AB 83 f.) keine zwingenden Argumente für eine trau-
matische Rotatorenmanschettenruptur vorbrachte, sondern (lediglich) auf-
zeigte, weshalb der Bericht des erstbeurteilenden beratenden Arztes der 
Beschwerdegegnerin, Dr. med. E.________, nicht schlüssig ist. Insbeson-
dere in Bezug auf die Wellenbildung führte er einzig aus, ihm sei keine wis-
senschaftlich fundierte Originalarbeit bekannt, welche die diesbezügliche 
Meinung von Dr. med. E.________ untermaure (AB 83). Dass die Wellen-
bildung indessen Indiz für eine traumatische Ruptur sei, wird nicht geltend 
gemacht. Mithin ist davon auszugehen, dass er – und offenbar auch 
Dr. med. B.________ – der Wellenbildung keine massgebliche Bedeutung 
beimassen, weshalb nicht zu bemängeln ist, dass sich der beratende Arzt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. April 2022, UV/22/6, Seite 19

hierzu nicht weiter äusserte. Gleiches gilt für den Mangel eines Zeichens 
eines Hämatoms in der Sehne. 

4.4.2 Auch was die Beschwerdeführerin gegen die Aktenbeurteilung von 
Dr. med. B.________ (AB 147 ff.) einwendet, vermag keinen auch nur ge-
ringen Zweifel an der fachärztlichen Beurteilung des Dr. med. B.________ 
zu wecken. Wie nachfolgend aufzuzeigen ist, handelt es sich hierbei um 
laienhafte Vorbringen, die durch keinen Bericht eines (Fach)Arztes 
bestätigt werden. 

Soweit die Beschwerdeführerin anbringt, der beratende Arzt der Beschwer-
degegnerin sei in seiner Beurteilung, wonach das Ereignis nicht geeignet 
sei, eine Rotatorenmanschettenruptur zu verursachen, von einem falschen 
Hergangsmechanismus ausgegangen (Beschwerde S. 7 Ziff. 6), verkennt 
sie, dass den Akten keine Anhaltspunkte dafür zu entnehmen sind, dass 
der beratende Arzt nicht Kenntnis von sämtlichen Unterlagen hatte. Seiner 
Sachverhaltszusammenfassung ist denn auch zu entnehmen, dass die 
Beschwerdeführerin am 7. Juli 2020 auf dem Mountainbike einen heftigen 
Rückschlag über die Gabel und den Lenker hinauf in den gestreckten rech-
ten Arm erlitten habe (AB 147 oben). Diese Umschreibung unterscheidet 
sich nicht wesentlich von jener der Beschwerdeführerin in der Beschwerde 
(S. 7 Ziff. 7), wonach sie einen „axialen Stoss“ erlitten habe. Jedenfalls ist 
darin aber keine falsche Wiedergabe des Hergangsmechanismus zu erbli-
cken und Indizien, dass die ärztliche Beurteilung unter einer falschen 
Sachverhaltsvorstellung vorgenommen wurde, liegen nicht vor. Auch wenn 
die Beschwerdeführerin als … (AB 86) allenfalls über gewisse Kenntnisse 
der Biomechanik des menschlichen Körpers verfügt (vgl. hierzu auch Be-
schwerde S. 7 Ziff. 7), sind diese nicht mit den Kenntnissen eines Facharz-
tes für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappara-
tes zu vergleichen. Eine divergierende fachärztliche Auseinandersetzung 
mit der Frage, ob der Hergangsmechanismus überhaupt geeignet war, eine 
Rotatorenmanschettenruptur zu verursachen, findet sich nicht in den Akten. 
Anzufügen bleibt, dass sich die Schlussfolgerungen des beratenden Arztes 
auf den konkret zu beurteilenden Einzelfall beziehen und nicht die kontro-
vers diskutierte Frage betrifft, ob ein direktes Schultertrauma geeignet ist, 
zu einer akuten bzw. traumatischen Rotatorenmanschettenruptur zu führen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. April 2022, UV/22/6, Seite 20

(vgl. die bereits erwähnte Stellungahme der Swiss Orthopaedics [AB 90 
ff.]). 

Die Beschwerdeführerin bringt weiter vor, die Ausführungen von Dr. med. 
B.________, wonach sich die erkennbare Verfettung des Infraspinatus-
muskels nicht mit dem postoperativen Zustand erklären liesse, da 1994 
(Anm. 1995) einzig die Supraspinatussehne rekonstruiert worden sei, ent-
sprächen nicht den wissenschaftlichen Erkenntnissen (Beschwerde S. 6 
Ziff. 3). Einen diese Parteibehauptung untermauernden Arztbericht findet 
sich nicht in den Akten. Auch der behandelnde Orthopäde setzt sich mit 
dieser Frage nicht explizit auseinander. Er äusserte sich einzig in generel-
ler Weise dahingehend, dass eine gut rekonstruierte Rotatorenmanschette, 
welche über einen Zeitraum von 2, 5, und 10 Jahren intakt und in Kontinu-
ität sei, im Verlauf eine leichte Zunahme der fettigen Infiltration zeige (AB 
83). Ausserdem begründen die von der Beschwerdeführerin ins Recht ge-
legten Studien keine Zweifel an der Beurteilung des beratenden Arztes. So 
war Ziel der bereits 2011 erschienenen Studie „The presence of fatty infil-
tration in the infraspinatus tendon – its relationship with the supraspinatus 
tendon”, die Prävalenz von Fettinfiltration und Rissen im Infraspinatus zu 
bestimmen und damit verbundene Risikofaktoren zu ermitteln (<htt-
ps://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0749806310010029>). 
Auch in der von der Beschwerdeführerin darin hervorgehobenen Stelle (in 
den Gerichtsakten) sind nicht fettige Infiltrationen des Infraspinatusmuskels 
nach einer operativen Versorgung der Supraspinatussehne, sondern gene-
rell nach einer Ruptur der Supraspinatussehne Thema. Bei der 2018 er-
schienen Studie „Clinical and structural outcome twenty years after repair 
of isolated supraspinatus tendon tears“ handelt es sich gemäss eigenen 
Angaben der Autoren lediglich um eine Beobachtungsstudie Stufe 4 (<htt-
ps://oatao.univ-toulouse.fr/23110/1/Collin_23110.pdf>). Im Übrigen wird in 
dieser Studie nicht explizit die Frage der Häufigkeit von fettigen Infiltratio-
nen des Infraspinatusmuskels nach einer operativen Versorgung der Su-
praspinatussehne untersucht, sondern generell das klinische und struktu-
relle Ergebnis 20 Jahre nach einer operativen Versorgung eines isolierten 
Supraspinatusrisses. Insofern kann nicht von einer hochwertigen Studie mit 
klaren Ergebnissen zur vorliegend relevanten Fragestellung ausgegangen 
werden. Selbst wenn in einigen Fällen nach einer operativen Versorgung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. April 2022, UV/22/6, Seite 21

einer isolierten Supraspinatusruptur eine Verfettung des Infraspinatusmus-
kels aufträte, änderte dies an der Schlüssigkeit der Aktenbeurteilung von 
Dr. med. B.________ (AB 147 ff.) nichts. Denn entgegen der Ansicht in der 
Beschwerde (S. 3 Ziff. 1) beruht seine Einschätzung nicht hauptsächlich 
auf der Beurteilung der fettigen Infiltration und Atrophie. Vielmehr war – 
nebst der differenzierten und nachvollziehbaren Beurteilung der bildgeben-
den Befundlage – als weiteres Indiz ebenso ausschlaggebend, dass der 
Hergangsmechanismus nicht geeignet war, eine Rotatorenmanschetten-
ruptur zu verursachen (AB 148 f.).

Auch die Rüge, eine Wellenbildung (sog. Kinking) sei ein sicheres Zeichen 
für eine traumatische Ruptur (Beschwerde S. 4 Ziff. 1), ist unbegründet, 
denn nicht nur der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin, Dr. med. 
B.________, sondern auch der behandelnde Orthopäde, Prof. Dr. med. 
D.________, mass der Wellenbildung keine entscheidwesentliche Bedeu-
tung bei (AB 83 f., 147 ff.). 

Auch mit dem Verweis auf eine stattgehabte Pseudoparalyse (Beschwerde 
S. 5 Ziff. 1; Eingabe der Beschwerdeführerin vom 19. März 2022 S. 2 zu 
Abs. 2; vgl. auch AB 12) vermag die Beschwerdeführerin keine Zweifel an 
der Beurteilung von Dr. med. B.________ vom 3. März 2021 (AB 147 ff.) 
hervorzurufen. Auch wenn ein Funktionsverlust oft mit einem Trauma ein-
hergeht, ist dies nicht zwingend (vgl. LÄDERMANN/ 
JOST/WEISHAUPT/DIDIER/ZUMSTEIN, „Degenerative oder traumatische Läsi-
onen der Rotatorenmanschette“, publiziert in Swiss Medical Forum, Ausga-
be Nr. 2019/15-16, S. 260 ff.) und vermag nichts daran zu ändern, dass 
vorliegend der Hergangsmechanismus grundsätzlich nicht geeignet war, 
eine Rotatorenmanschettenruptur zu verursachen (AB 148 f.). Im Übrigen 
fand die Pseudoparalyse im Bericht des behandelnden Orthopäden, Prof. 
Dr. med. D.________, vom 2. November 2020 (AB 83 f.) keine Erwähnung.

Soweit die Beschwerdeführerin überdies aus der intraoperativen Beobach-
tung etwas zu ihren Gunsten ableiten will (Beschwerde S. 4 f. Ziff. 1; Ein-
gabe der Beschwerdeführerin vom 19. März 2022 S. 1 zu Abs. 1), verkennt 
sie, dass kein Arztbericht vorliegt, in dem die intraoperativen Beobachtun-
gen als Indiz für eine traumatische Ruptur gewertet werden. Gleiches gilt 
für die fehlenden Anzeichen eines Humeruskopfhochstands (Beschwerde 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. April 2022, UV/22/6, Seite 22

S. 6 Ziff. 3). Letztlich bleibt darauf hinzuweisen, dass gemäss höchstrichter-
licher Rechtsprechung für den Nachweis einer kausalen gesundheitlichen 
Schädigung die Formel „post hoc, ergo propter hoc“, nach deren Bedeu-
tung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch ein Ereignis 
verursacht gilt, wenn sie nach diesem aufgetreten ist, nicht massgebend ist 
(BGE 119 V 335 E. 2b bb S. 341; SVR 2016 UV Nr. 24 S. 78 E. 7.2). Dem-
nach ist der Umstand allein, dass sie auch nach dem 4. August 2020 noch 
Schmerzen hatte, nicht entscheidwesentlich (vgl. zur diesbezüglichen Rüge 
Beschwerde S. 6 Ziff. 4; Eingabe der Beschwerdeführerin vom 19. März 
2022 S. 3 zu Punkt 6).

4.4.3 Zusammenfassend können keine auch nur geringen Zweifel an der 
Beurteilung des beratenden Arztes ausgemacht werden, sodass auf weite-
re Abklärungen, namentlich die eventualiter beantragte Begutachtung (Be-
schwerde S. 1 Rechtsbegehren 2), verzichtet werden kann (antizipierte 
Beweiswürdigung: BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 
122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4). Es ist davon 
auszugehen, dass das Entstehen der Rotatorenmanschettenruptur durch 
das inkriminierte Ereignis überwiegend wahrscheinlich gar nicht möglich 
war. Mit anderen Worten entstand die Listenverletzung nicht traumatisch, 
sondern vorwiegend degenerativ, womit die Praesumptio iuris von Art. 6 
Abs. 2 UVG, wonach eine unfallähnliche Körperschädigung vorliegt (vgl. 
E. 3.3.1 hiervor), durch den Gegenbeweis umgestossen ist (vgl. E. 3.3.2 
hiervor).

4.5 Indem die Rotatorenmanschettenruptur mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit vorwiegend degenerativer Natur ist, bestand ab initio kein 
Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin gegenüber der Beschwerde-
gegnerin. Diese anerkannte jedoch ihre Leistungspflicht (AB 6) und ge-
währte Heilbehandlungen. Eine Leistungseinstellung ist in einer solchen 
Konstellation (vorbehältlich eines hier nicht ersichtlichen Rückkommensti-
tels [Art. 53 Abs. 1 und Abs. 2 ATSG]) ex nunc et pro futuro zulässig (vgl. 
E. 3.4 hiervor). Da die Beschwerdegegnerin auf eine Rückforderung der 
teilweise noch vor der Verfügung vom 8. Oktober 2020 (AB 78 ff.) erbrach-
ten Leistungen verzichtete, durfte die Leistungsterminierung jedoch rück-
wirkend per 4. August 2020 erfolgen (in BGE 146 V 51 nicht publizierte E. 3 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. April 2022, UV/22/6, Seite 23

des Entscheides vom 24. September 2019, 8C_22/2019, veröffentlicht in 
SVR 2020 UV Nr. 8 S. 24).

4.6 Nach dem Dargelegten ist der angefochtene Einspracheentscheid 
vom 18. November 2021 (AB 162 ff.) im Ergebnis nicht zu beanstanden 
und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.

5.

Die Aktenstücke AB 139 bis 142 betreffen nicht die Beschwerdeführerin. 
Die Beschwerdegegnerin wird sie aus den Akten zu entfernen haben. 

6.

6.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG 
(Umkehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu 
erheben.

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht gemäss Art. 1 Abs. 1 
UVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG (Umkehrschluss) kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. April 2022, UV/22/6, Seite 24

3. Zu eröffnen (R):
- A.________
- Visana Versicherungen AG, Leistungszentrum UVG
- Bundesamt für Gesundheit

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.