# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1e0b1c7f-44bb-508a-a54f-cb630bf07eec
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-12-04
**Language:** de
**Title:** Steuerhoheit (Direkte Bundessteuer sowie Staats- und Gemeindesteuern ab 1.1.2009)
**Docket/Reference:** DB.2012.191
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2012_191_zo.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 DB.2012.191 
1 ST.2012.214 

Entscheid 

4. Dezember 2012 

Mitwirkend: 

Abteilungsvizepräsident Walter Balsiger, Steuerrichter Anton Tobler, Steuerrichter Mi-
chael Ochsner und Gerichtsschreiber Fabian Steiner 

In Sachen 

1.  A ,    

im Ausland,  
Steuergemeinde C,  

2.  B ,    

Steuergemeinde C, 

vertreten durch RA lic.iur. Stefan Kaufmann,  
Künzli Kaufmann & Partner,  
Mühlebachstrasse 20, 8032 Zürich,  

gegen 

Beschwerdeführer/
Rekurrenten,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Süd,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

betreffend 

Steuerhoheit (Direkte Bundessteuer sowie  
Staats- und Gemeindesteuern ab 1.1.2009) 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. 1) A, von Beruf Kapitän, und seine Ehefrau B zogen 1999 in die Gemeinde 

C, wo sie in der Folge qua Wohnsitz der hiesigen Steuerpflicht unterlagen.  

Gegen die Veranlagung bzw. Einschätzung für die Steuerperiode 2002 erho-

ben sie seinerzeit Einsprache mit der Begründung, nicht mehr im Kanton Zürich bzw. in 

der Schweiz steuerpflichtig zu sein. Zwar hätten sie sich in der Gemeinde C, wo ihnen 

noch sehr beschränkte Räumlichkeiten zur Verfügung stünden, nicht abgemeldet, doch 

hätten  sie  dort  nicht  mehr  ihren  Lebensmittelpunkt.  Seit  dem  1.  Januar  2002  (Ehe-

mann) bzw. 1. Mai 2002 (Ehefrau) seien sie nämlich im Rahmen einer Ganzjahresar-

beit auf einem Motorschiff angestellt; dieses werde von einer Grossfamilie für Reisen in 

die  ganze Welt  genutzt.  In  der  Schweiz  seien  sie  per  2002  nur  noch  während  insge-

samt 7 Tagen gewesen. In der Folge setzte das kantonale Steueramt im Rahmen der 

Veranlagung  bzw.  Einschätzung  2002  sämtliche  Steuerfaktoren  auf  Fr.  0.-  fest  und 

bemerkte dazu, dass aufgrund der nachgereichten Unterlagen und Angaben sowie der 

ab  2002  veränderten  Verhältnisse  die  hiesige  Steuerpflicht  für  die  Steuerjahre  2002 

und 2003 als nicht gegeben erachtet werde; eine Veränderung der Verhältnisse sei der 

der Steuerbehörde aber zu melden. 

2) Nach mehreren Jahren ohne hiesige Steuerpflicht reichten die Eheleute A + 

B  für  die  Steuerperiode  2009  wieder  eine  ausgefüllte  Steuererklärung  ein,  in  welcher 

sie Erwerbseinkünfte der Ehefrau aus einer Anstellung bei der D AG für die Zeit vom 4. 

März  bis  31.  Dezember  2009  von  Fr.  62'234.-  deklarierten  und  mit  Bezug  auf  den 

Ehemann  den  Hinweis  anbrachten,  dass  dieser  per  2009  keinen  Wohnsitz  in  der 

Schweiz gehabt habe und hierorts nicht steuerpflichtig sei. Der Deklaration war ferner 

zu entnehmen, dass die Ehefrau seit dem 28. Februar 2007 (Anmeldung Grundbuch-

amt)  ein 

lebenslängliches  Wohnrecht  an  einer  4.5-Zimmerwohnung  an  der 

……..strasse  in der Gemeinde C hatte. 

Aufgrund  dieser  veränderten  Verhältnisse  forderte  die  Steuerkommissärin  zu-

nächst den Arbeitsvertrag des Ehemanns mit Angaben zum Arbeitgeber und zum Hei-

mathafen des Schiffs ein. Ein solcher wurde in nahezu unleserlicher Form eingereicht; 

lesbar  war  dabei  immerhin,  dass  der  Firmensitz  des  Arbeitgebers  auf  den  Cayman 

Islands lag.  

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Die Steuerkommissärin stellte sich daraufhin in der Auflage vom 9. September 

2011 auf den Standpunkt, dass mit den Cayman Islands kein Doppelbesteuerungsab-

kommen (DBA) bestehe, weshalb die Einkünfte des Ehemanns in der Schweiz steuer-

bar und deshalb offenzulegen seien.  

Die Eheleute A + B liessen in der Folge auf ihre Entlassung aus der Steuer-

pflicht im Steuerjahr 2002 verweisen und geltend machen, dass sich die Wohnsituation 

des Ehemanns seither nicht verändert habe.  

Mit Mahnung vom 30. September 2011 verlangte die Steuerkommissärin wei-

terhin die Offenlegung der Einkünfte des Ehemanns, wobei sie bemerkte, dass sich die 

Lebenssituation des Ehepaars grundlegend geändert habe, sei doch die Ehefrau nun-

mehr bei einem Arbeitgeber in der Schweiz angestellt und nicht mehr auf einem Schiff 

tätig.  

In der Folge liessen die Eheleute A + B mit Eingabe vom 30. November 2011 

geltend  machen,  der  Ehemann  sei  per  2009  nur  gerade  während  34  Tagen  in  der 

Schweiz  gewesen;  dazu  wurden  eine  Auflistung  seiner  Aufenthaltsorte  und  einzelne 

Belege  eingereicht.  Gemäss  diesen  Unterlagen  hatte  sich  der  Beschwerdeführer  per 

2009 neben kurzen, aber regelmässigen Aufenthalten in der Schweiz zunächst insbe-

sondere in Frankreich (Cannes) sowie auf hoher See in der Karibik aufgehalten, ehe er 

sich am 18. Oktober 2009 für einen mehrmonatigen Dienst auf die Yacht "E" begab.  

Gestützt  auf  diese  Aktenlage  ging  die  Steuerkommissärin  mit  Veranlagungs-

verfügung  bzw.  Einschätzungsentscheid  vom  8.  Dezember  2011  von  der  hiesigen 

Steuerpflicht beider Ehegatten aus; dies mit der Begründung, dass der Ehemann nach 

wie vor in der Schweiz angemeldet sei und ein Wohnsitz bestehen bleibe, bis ein neuer 

begründet werde, wobei der Aufenthalt auf einem Schiff keinen solchen begründe. Die 

Einkünfte  des  Ehemanns  schätzte  sie  dabei  nach  pflichtgemässem  Ermessen  auf 

Fr. 231'371.-. 

Die hiergegen am 9. Januar 2012 erhobenen Einsprachen enthielten den An-

trag,  im  Rahmen  eines  förmlichen  Steuerhoheitsentscheids  festzustellen,  dass  der 

Ehemann im Jahr 2009 in Ermangelung eines schweizerischen Wohnsitzes oder steu-

errechtlichen Aufenthalts hierzulande nicht steuerpflichtig sei.  

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In der Folge erliess das Steueramt nach Durchführung einer nunmehr auf die 

Wohnsitzfrage bezogenen  Zusatzuntersuchung am 23. April 2012 einen entsprechen-

den  Vorentscheid  und  beanspruchte  dabei  die  hiesige  Steuerhoheit  auf  Stufe  Bund, 

Kanton Zürich und Gemeinde C über den Ehemann.  

B. Die hiergegen am 23. Mai 2012 erhobene Einsprache wies das kantonale 

Steueramt am 26. Juni 2012 ab.  

C. Mit Eingabe vom 30. Juli 2012 liessen die Eheleute A + B gegen die ehe-

mannbezogene Inanspruchnahme der Steuerhoheit Rekurs und sinngemäss auch Be-

schwerde erheben, unter Kosten- und Entschädigungsfolge.  

Die  vom  Ehemann  eingeforderten  Kostenvorschüsse  wurden  innert  Frist  ge-

leistet.  

In  seiner  Beschwerde-  und  Rekursantwort  vom  18.  September  2012  schloss 

das kantonale Steueramt auf Abweisung der Rechtsmittel. Den gleichen Antrag stellte 

die  Eidgenössische  Steuerverwaltung  (ESTV)  mit  Vernehmlassung  vom  24.  Oktober 

2012.  

Ausserhalb eines angeordneten 2. Schriftenwechsels reichten die Eheleute A 

+ B mit Eingabe vom 16. November 2012 eine  Replik ein. Zu dieser liessen sich das 

kantonale Steueramt und die ESTV nicht mehr vernehmen. 

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1.  a)  Das  kantonale  Steueramt  hat  im  angefochtenen  Einspracheentscheid 

vom  26.  Juni  2012  die  Steuerhoheit  über  den  Ehemann  sowohl  in  Bezug  auf  die 

Staats-  und Gemeindesteuern  als  auch in Bezug  auf  die direkte  Bundessteuer  in An-

spruch genommen.  In  der  Rechtsmittelbelehrung  wurde  allein  auf  die  Möglichkeit  der 

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Anfechtung dieses Einspracheentscheids mit Rekurs beim Steuerrekursgericht verwie-

sen.  Indes  gilt  der  Rekursweg  allein  im  Bereich  der  Staats-  und  Gemeindesteuern 

(§ 147  Abs. 1  des  Steuergesetzes  vom  8.  Juni  1997;  StG),  während  im  Bereich  der 

direkten Bundessteuern gegen einen Einspracheentscheid des kantonalen Steueramts 

Beschwerde beim Steuerrekursgericht erhoben werden kann (Art. 140 Abs. 1 des Bun-

desgesetzes über die direkte Bundessteuer vom 14. Dezember 1990; DBG). Der Re-

kurs der Eheleute A + B, mit welchem sie sich gegen die Inanspruchnahme der Steu-

erhoheit  ab  1.1.2009  über  den Ehemann  in sämtlichen  Steuerbereichen wenden,  war 

demzufolge auch als sinngemässe Beschwerde entgegenzunehmen. 

b) Auf die Beschwerde bzw. den Rekurs der Eheleute A + B (nachfolgend der 

Beschwerdeführer/Rekurrent bzw. die Beschwerdeführerin/Rekurrentin, zusammen die 

Beschwerdeführer/Rekurrenten)  gegen  den  Steuerhoheits-Einspracheentscheid  vom 

26. Juli  2012  ist  nur  hinsichtlich  des  Beschwerdeführers/Rekurrenten  einzutreten;  die 

Beschwerdeführerin/Rekurrentin wurde im Entscheid nicht ins Recht gefasst und in der 

Folge – mangels Parteistellung – auch nicht als Partei bezeichnet. Entschieden wurde 

einzig in Bezug auf die Inanspruchnahme der Steuerhoheit über den Beschwerdefüh-

rer/Rekurrenten,  war  doch  auch  nur  diese  streitig.  Auf  die  Beschwerde bzw.  den  Re-

kurs der Beschwerdeführerin/Rekurrentin ist daher nicht einzutreten.  

2.  a)  Die  kinderlosen  Beschwerdeführer/Rekurrenten  haben  sich  unbestritte-

nermassen  1999  in  Gemeinde  C  angemeldet.  In  dieser  Gemeinde  hatten  sie  in  der 

Folge bis und mit Steuerperiode 2001 auch ihren steuerrechtlichen Wohnsitz. Danach 

wurden sie trotz beibehaltener Wohnung und fehlender Abmeldung auf der Gemeinde 

aus der hiesigen Steuerpflicht entlassen, weil sie sich berufsbedingt für Jahre auf hohe 

See  begeben  hatten;  der  Ehemann  als  Kapitän  und  die  Ehefrau  als  sog.  Purserin  (= 

zuständig für die Schiffsversorgung). Spätestens per Anfang 2009 kehrte jedenfalls die 

Ehefrau in die Schweiz zurück, wobei sie – nunmehr mit lebenslangem Wohnrecht an 

einer 4.5-Zimmerwohnung ihres Vaters wohnte und hierorts von Anfang März bis Ende 

Jahr  einer  unselbstständigen  Erwerbstätigkeit  nachging;  ihre  hiesige  Steuerpflicht  per 

2009  steht  denn  auch nicht  in Frage.  Zu  erwähnen  ist  lediglich,  dass  sie  sich  vom  1. 

Januar  bis  30.  November  2007  schon  einmal  wieder  in  Gemeinde  C  niedergelassen 

hatte,  danach  ihrem  Ehemann  aber  wieder  auf  ein  Schiff  gefolgt  war  (vgl.  Begleit-

schreiben zur Steuererklärung 2007).  

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Umstritten ist allein,  ob per 2009 auch beim Ehemann eine Veränderung der 

persönlichen Verhältnisse stattgefunden hat, aus welcher sich dessen hiesige Steuer-

pflicht ab 1. Januar 2009 ableitet. Die Beschwerdeführer/Rekurrenten bestreiten dies. 

b)  aa)  Im  Rahmen  der  diesbezüglichen  Untersuchung  verlangte  die  Steuer-

kommissärin  mit  Auflage  vom  27.  Januar  2012  eine  Erklärung,  weshalb  sich  der 

Wohnsitz  des  Ehegatten  im  Ausland  befunden  haben  soll,  sowie  Ausführungen  samt 

Belegen zu dessen Wohnsituation, Vereinsmitgliedschaften, persönlichen Beziehungen 

und Krankenkasse sowie zum Ort der zivilrechtlichen Anmeldung am Wohnsitz im Aus-

land. Weiter sei nachzuweisen, dass am behaupteten Ort des Lebensmittelpunkts eine 

ordentliche Steuerpflicht bestanden habe.  

bb) Die Beschwerdeführer/Rekurrenten liessen am 4. April 2012 antworten, es 

sei  Sache der  Steuerbehörde,  einen schweizerischen Wohnsitz  des  Ehemanns  nach-

zuweisen,  nachdem  dieser  sein  früheres  hiesiges  Domizil  im  Jahr  2002  aufgegeben 

habe. Von daher träfen sie keine Mitwirkungspflichten und entbehre die Auflage einer 

gesetzlichen  Grundlage.  Hinzu  komme,  dass  fälschlicherweise  angenommen  werde, 

der  Ehemann  habe  im  Steuerjahr  2009  einen  ausländischen Wohnsitz  gehabt. Wenn 

ihm gestützt auf diese Hypothese der Nachweis eines solchen samt ordentlicher Steu-

erpflicht auferlegt werde, sei dies falsch und willkürlich. Im Steuerhoheitsverfahren ge-

he  es  einzig  um  die  Existenz  eines  schweizerischen,  nicht  aber  eines  allfälligen  aus-

ländischen  Wohnsitzes  des  Ehemanns.  Steuerrechtlich  sei  es  irrelevant,  ob  der 

Ehemann  im  Jahr  2009  einen  ausländischen  Wohnsitz  gehabt  habe  und  wo  dieser 

allenfalls läge, denn Art. 24 Abs. 1 ZGB (Fortbestand eines einmal begründeten Wohn-

sitzes  bis  zum  Erwerb  eines  neuen)  gelte  im  Steuerrecht  nicht.  Das  Bestehen  eines 

ausländischen  Wohnsitzes  sei  hier  im  Übrigen  gar  nie  behauptet  worden.  Offenbar 

gehe die Steuerbehörde davon aus, jedermann müsse jederzeit an einem Ort auf die-

ser Welt einen Lebensmittelpunkt haben. Damit verkenne sie indes, dass immer mehr 

Menschen  es  vorzögen,  ihr  Dasein  zumindest  vorübergehend  ohne  Absicht  des  dau-

ernden Verbleibens an einem bestimmten Ort zu verbringen. Der Ehemann sei Schiffs-

kapitän  von  Beruf  und  seine  Heimat  seien  daher  die Weltmeere.  Die  Fortdauer  eines 

schweizerischen Wohnsitzes aus einem Schiffsaufenthalt liesse sich, wenn überhaupt, 

a  priori  nur  dann  ableiten,  wenn  ein  daran  unmittelbar  anschliessender  vorheriger 

schweizerischer  Wohnsitz  vorhanden  gewesen  wäre,  was  hier  gerade  nicht  zutreffe; 

zudem würde dies – jedenfalls zivilrechtlich (Art. 23 Abs. 1 und 2 ZGB) und keinesfalls 

auch ohne weiteres steuerrechtlich – ohnehin nur für Seeleute an Bord eines schwei-

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zerischen Seeschiffs gelten. Auf solchen habe sich der Ehemann aber nicht aufgehal-

ten.  Aus  alledem  folge,  dass  die  Auflage  nicht  erfüllt  werden  müsse  und  auch  nicht 

könne,  weil  der  Ehegatte  schlicht  und  einfach  nicht  nur keinen  schweizerischen,  son-

dern überhaupt keinen Wohnsitz gehabt habe. Er sei mit Ausnahme von wenigen Un-

terbrüchen dauernd weltweit auf – letztlich erfolgreicher – Arbeitssuche gewesen. Hier-

zu  sei  auf  eine  von  der  Ehefrau  erstellte  Auflistung  aller  Aufenthalte  per  2009  zu 

verweisen.  

Diese Aufenthaltsliste  entsprach  der  im  vorgängigen  Veranlagungs-  und Ein-

schätzungsverfahren  bereits  eingereichten  (34  Aufenthaltstage  in  der  Schweiz,  restli-

cher Aufenthalt im Ausland), wobei die Ehefrau ergänzende Angaben zu den Tätigkei-

ten im Rahmen der einzelnen Aufenthalte im Ausland angebracht hatte. Am Ende der 

Übersicht  bemerkte  sie,  dass  keine  Belege  der  Hotels  oder  Mietwohnungen,  in  wel-

chen sich ihr Ehemann bei seinen Reisen aufgehalten habe, vorhanden seien. Aus der 

Aufstellung sei jedoch ersichtlich, dass er sich fast das ganze Jahr dem Reisen und der 

Unterwasserfotografie gewidmet habe. Nur gelegentlich sei er nach Südfrankreich zu-

rückgekehrt,  um  den  professionellen  Kontakt  mit  den  Yacht-Brokern  und  den  Yacht-

Agenturen  nicht  zu  verlieren;  die  Verbindung  mit  Frankreich  sei  damit  hauptsächlich 

professioneller Natur. Im Übrigen sei ihr Ehemann in keinem Verein tätig; seine Kran-

kenkasse habe er seit 2000 in der Schweiz bei der Sanitas. 

cc)  Gestützt  auf  diesen  Aktenstand  nahm  die  Steuerkommissärin  im  Vorent-

scheid vom 23. April 2012 schliesslich die hiesige Steuerpflicht ab dem 1. Januar 2009 

über  den  Ehegatten  in  Anspruch.  Zur  Begründung  wies  sie  insbesondere  darauf  hin, 

dass dessen enge persönliche Beziehung zu seiner in der Schweiz lebenden Ehefrau 

zu Unrecht ausgeblendet werde. Ausserdem sei im Arbeitsvertrag des Ehemanns die 

Adresse  in  der  Gemeinde  C  vermerkt.  Auch  seien  Bankauszüge  des  gemeinsamen 

Kontos  an  beide  Ehegatten  an  diese  Adresse  gerichtet.  Zwei  weitere  Kontoauszüge 

seien  zwar  an  eine  Adresse  in  Cannes  adressiert,  doch handle es  sich dabei  um  ein 

Hotel,  welches  zweifellos  keinen  Wohnsitz  begründe.  In  diesem  Zusammenhang  sei 

der  Umstand  nicht  unerheblich,  dass  sich  der  Ehemann  1999  in  Gemeinde  C  ange-

meldet  und  dort  seine  Schriften  hinterlegt  habe.  Der  Entscheid  betreffend  die  Entlas-

sung aus der Steuerpflicht per 2002 helfe ihm nicht weiter, denn dannzumal seien die 

Voraussetzungen völlig anders gewesen. So hätten damals beide Ehegatten auf dem-

selben  ausländischen  Schiff  gearbeitet  und  habe  auch  noch  kein  lebenslängliches 

Wohnrecht  an  einer  Liegenschaft  in  Gemeinde  C  bestanden.  Der  Mittelpunkt  der  Le-

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bensinteressen  des  Ehemanns  bzw.  sein  Steuerdomizil  befinde  sich  nach  alledem  in 

der Gemeinde C im Kanton Zürich.  

c)  Dem  liessen  die  Eheleute  in  der  Einsprache  gegen  den  Steuerhoheitsent-

scheid  entgegnen,  es  treffe  zwar  zu,  dass  sich  ihre  Lebensverhältnisse seit  2002 ge-

ändert hätten, indem sie nicht mehr wie damals (gemeinsam) als Captain bzw. Purse-

rin  an  Bord  einer  Motoryacht  lebten  bzw.  arbeiteten  und  die  Ehefrau  im  Jahr  2009 

tatsächlich  in  der  Schweiz  gewohnt  und  gearbeitet  habe.  Nicht  geändert  hätten  sich 

indes  die  hier  allein  strittigen,  steuerrechtlich  relevanten,  Wohnsitzverhältnisse  des 

Ehemanns: Dieser habe seit 2002 keinen schweizerischen Wohnsitz mehr begründet, 

sondern  sich  –  ob  mit  oder  ohne  ausländischen Wohnsitz  –  im  Ausland  aufgehalten, 

wo er sich erfolgreich um eine neue Stelle bemüht habe. Derlei – zumal wirtschaftlich 

begründetes – "living together apart" komme in den besten Eheverhältnissen vor. Auch 

wenn  das  Art.  162  ZGB  zugrunde  liegende  Ehebild  von  einer  selbstverständlichen 

Wohngemeinschaft der Eheleute ausgehe, so stehe es diesen frei, sich darauf zu eini-

gen,  vorübergehend  oder  dauernd  in  verschiedenen  Wohnungen  getrennt  zu  leben, 

ohne rechtlich oder auch faktisch getrennt zu sein. Ein abgeleiteter Wohnsitz des einen 

Ehegatten  an  demjenigen  des  anderen  existiere  nicht;  vielmehr  stelle  sich  in  solchen 

Konstellationen die Frage nach dem zivilrechtlichen Wohnsitz für jeden Ehegatten se-

parat.  Nachdem  die  Steuerbehörde  den  Ehegatten  im  November  2004  in  Form  von 

rechtskräftigen  Veranlagungen  und  Einschätzungen  zugestanden  habe,  dass  der 

Ehemann trotz Anmeldung in Gemeinde C im Jahr 2002 seinen Lebensmittelpunkt ins 

Ausland verlegt  habe,  sei  es  nunmehr  Sache  des Fiskus,  dem  Ehemann  einen  hiesi-

gen Wohnsitz 2009 nachzuweisen; nicht der Letztere habe also das Gegenteil, nämlich 

die  Nichtbegründung  eines  neuerlichen  schweizerischen Wohnsitzes  nach  2002,  dar-

zutun.  Der  frühere  steuerrechtliche  Wohnsitz  in  der  Schweiz  könnte  nämlich  –  wenn 

überhaupt – nur dann als im Sinn von Art. 24 Abs. 1 ZGB fortbestehend erachtet wer-

den,  wenn  dieser  frühere  Wohnsitz  nicht  vorher  schon  aufgegeben  worden  sei  (dies 

zugunsten  eines  ausländischen  Wohnsitzes,  oder  gar  schlechthin),  denn  solchenfalls 

fehle es faktisch am Fortsetzungszusammenhang und damit auch an der Vermutungs-

basis jedwelcher Wohnsitzfiktion. 

Damit verflüchtigten sich sämtliche Argumente der Steuerbehörde. Dies gelte 

zudem auch für die schweizerischen Adressangaben auf dem Arbeitsvertrag mit der F 

Ltd., Cayman Islands, sowie die seinerzeit einspracheweise eingereichten Bankkonto-

auszüge, denn solche Äusserlichkeiten vermöchten für sich genommen keinen Wohn-

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sitz zu begründen. Dass der Ehemann im Vertrag überhaupt eine feste Adresse ange-

geben  habe,  sei  schon  deshalb  selbstverständlich,  weil  andernfalls  schriftliche  Mittei-

lungen des Arbeitgebers gar nicht zustellbar gewesen wären. Wenn der Ehemann da-

bei  die  Adresse  seiner  Ehefrau  als  die  seinige  angegeben  habe,  mache  dies  die 

Gemeinde C nicht zum Gravitationszentrum seiner Existenz. Noch  sachfremder seien 

die steuerbehördlichen Schlüsse im Zusammenhang mit den UBS-Kontobelegen. Hier-

bei handle es sich um "compte-joint-Konten" der Eheleute betreffend das Kalenderjahr 

2009. Die Ehefrau habe damals effektiv an der betreffenden Adresse in der Gemeinde 

C gewohnt, weshalb aus der Adressangabe mit Bezug auf den Ehemann nichts abge-

leitet  werden  könne.  Wer  keinen  Wohnsitz  habe,  könne  bei  schweizerischen  Banken 

kein Konto eröffnen, so dass der Ehemann bei der Kontoeröffnung, die vermutlich vor 

2009  erfolgt  sei,  eine  Wohnadresse  habe  angegeben  müssen  und  er  naheliegender-

weise  diejenige  gewählt  habe,  wo  er  offiziell  angemeldet  sei.  Dass  es  bei  alledem 

steuerrechtlich nicht auf die Anmeldung ankomme, anerkenne selbst die Steuerbehör-

de.   

d)  Im  Einspracheentscheid  und  in  den  Rechtsschriften  des  vorliegenden  Be-

schwerde- und Rekursverfahrens hielten die Parteien im Wesentlichen an ihren Stand-

punkten fest.  

aa)  Dabei  wies  die  Steuerbehörde  noch  darauf  hin,  dass  das  eheliche  Zu-

sammenleben ein gewichtiges Indiz für den Lebensmittelpunkt bilde. Wenn Ehegatten 

über getrennte Wohnsitze verfügten, obliege ihnen der Nachweis dieser Tatsache. Die 

Begründung  eines  neuen  Wohnsitzes  setze  dabei  ein  sesshaftes  Wohnen  an  einem 

klar definierten geografisch festen Punkt voraus, was auch eine örtliche Zugehörigkeit 

zu einem Gemeinwesen verlange, welches kraft seiner Gebietshoheit das Recht habe, 

von den auf seinem Territorium lebenden Personen Steuern zu erheben. Was die pos-

talische Adressierung des Arbeitsvertrags und der Bankbelege betreffe, vermöge diese 

wohl keinen Wohnsitz zu begründen, doch handle es sich dabei um äussere Merkmale, 

die ein Indiz für den steuerrechtlichen Wohnsitz bilden könnten. Gleiches gelte auch für 

die Krankenkasse in der Schweiz.  

bb)  Derweil  liessen  die  Beschwerdeführer/Rekurrenten  erneut  betonen,  dass 

eine  Wohnsitzfiktion  ungeachtet  der  neusten  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  im 

Fall des Ehemanns nicht greifen könne, weil dieser per 2002 aus der hiesigen Steuer-

pflicht  entlassen  worden  sei.  Im  Übrigen  begründe  der  Arbeitsort  nur  dann  keinen 

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Wohnsitz, wenn die persönlichen Beziehungen zu einem anderen Ort stärker seien als 

der  Arbeitsort.  Als  britischer  Staatsbürger  habe  der  Ehemann  im  Jahr  2009  keinen 

schweizerischen  Arbeitsort  gehabt.  Die  Wohnung  seines  Schwiegervaters  in  der  Ge-

meinde  C  habe  er  per  2009  "nur  sporadisch  benützt".  Sodann  sei  er  der  deutschen 

oder  gar  schweizerdeutschen  Sprache  nicht  mächtig  und  verfüge  er  in  der  Schweiz 

über kein persönliches Beziehungsnetz. Dass die Ehefrau per 2009 umständehalber – 

nämlich wegen der vorübergehenden Arbeitslosigkeit des Ehemanns, von welcher sie 

in ihrer  hauptberuflichen  Tätigkeit  einer mit  dem  Schiffsführer  verheirateten  Zahl-  und 

Proviantmeisterin ähnlich direkt betroffen gewesen sei wie etwa die mitarbeitende Gat-

tin eines arbeitslosen Hoteliers oder Pfarrers – in der Schweiz Domizil genommen ha-

be, reiche nicht zur Wiederbegründung eines schweizerischen Wohnsitzes, weil es seit 

Inkrafttreten des neuen Eherechts keinen abgeleiteten Wohnsitz unter Ehegatten mehr 

gebe.  Ehegatten  stehe  es  frei,  sich  darauf  zu  einigen,  in  verschiedenen  Wohnungen 

(vorübergehend oder dauernd) getrennt zu leben, ohne rechtlich oder faktisch getrennt 

zu sein und dementsprechend könne auch jeder Ehegatte einen eigenen steuerrechtli-

chen Wohnsitz haben. Würden die einwohnerrechtliche Registrierung beider Eheleute 

in der Gemeinde C , die Angaben von schweizerischen Adressen des Ehemanns ge-

genüber hiesigen Banken und dem ausländischen Arbeitgeber sowie die Existenz einer 

schweizerischen  Krankenversicherung  bereits  für  die  Begründung  eines  schweizeri-

schen  Wohnsitzes  ausreichen,  wäre  der  Ehemann  per  2002  kaum  aus  der  hiesigen 

Steuerpflicht entlassen worden, denn diese Fakten hätten im Wesentlichen schon da-

mals bestanden. 

3. a) Gemäss Art. 3 Abs. 1 DBG sind natürliche Personen aufgrund persönli-

cher Zugehörigkeit steuerpflichtig, wenn sie ihren steuerrechtlichen Wohnsitz oder Auf-

enthalt in der Schweiz haben. Einen solchen Wohnsitz hat eine Person, wenn sie sich 

hier mit der Absicht dauernden Verbleibens aufhält oder wenn ihr das Bundesrecht hier 

einen  besonderen  gesetzlichen Wohnsitz  zuweist  (Art.  3  Abs.  2  DBG).  Einen  steuer-

rechtlichen  Aufenthalt  in  der  Schweiz  hat  eine  Person,  wenn  sie  ungeachtet  vorüber-

gehender  Unterbrechung  während  mindestens  30  Tagen  in  der  Schweiz  verweilt  und 

eine  Erwerbstätigkeit  ausübt  oder  ohne  Erwerbstätigkeit  während  mindestens  90  Ta-

gen  hier  verweilt  (Art.  3  Abs.  3  DBG).  Gemäss  Art.  8  Abs.  2  DBG  endet  die  Steuer-

pflicht  in  der  Schweiz  unter  anderem  mit  dem  Wegzug  des  Steuerpflichtigen  aus  der 

Schweiz.  

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1 ST.2012.214 

 
 
 
 
 
 
 
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In gleicher Weise ist die Steuerpflicht aufgrund persönlicher Zugehörigkeit im 

kantonalen Recht geregelt (vgl. § 3 StG). 

b)  Das  Bundesgericht  hat  verschiedentlich  festgehalten,  dass  als  Wohnsitz 

einer Person der Ort gilt, an dem sich faktisch der Mittelpunkt ihrer Lebensinteressen 

befindet.  Dieser  bestimmt  sich  unter  dem  Gesichtspunkt  der  Steuerhoheit  nach  der 

Gesamtheit der objektiven, äusseren Umstände, die diese Interessen erkennen lassen 

und nicht nach den bloss erklärten Wünschen der steuerpflichtigen Person; die formel-

len Kriterien der polizeilichen An- und Abmeldung, die Hinterlegung der Schriften oder 

die Ausübung der politischen Rechte bilden nur dann Indizien für den steuerrechtlichen 

Wohnsitz, wenn auch das übrige Verhalten der Person dafür spricht (vgl. BGr, 7. No-

vember  2012,  2C_452+453/2012  E. 4.2  und  4. Mai  2012,  2C_614/2011  E. 3.2, 

www.bger.ch; BGE 132 I 29 E. 4; BGE 125 I 54 E. 2).  

Hält  sich  eine  Person  abwechslungsweise  an  verschiedenen  Orten  auf, 

kommt  es darauf  an,  zu welchem  Ort  die stärkeren  Bindungen  bestehen.  Bei  unselb-

ständig erwerbstätigen Steuerpflichtigen ist das gewöhnlich der Ort, wo sie für längere 

oder unbestimmte Zeit Aufenthalt nehmen, um von dort aus der täglichen Arbeit nach-

zugehen,  ist  doch  der  Zweck  des  Lebensunterhalts  dauernder  Natur  Die  Frage,  zu 

welchem  der  Aufenthaltsorte  die  steuerpflichtige  Person  die  stärkeren  Beziehungen 

unterhält, ist jeweils aufgrund der Gesamtheit der Umstände des Einzelfalls zu beurtei-

len  (vgl.  BGE  132  I  29  E.  4.2;  BGE  121  I  14  E.  4a;  BGr,  20.  Januar  1994,  StE 1994 

A 24.21 Nr. 7).  

Bei  verheirateten  Personen  mit  Beziehungen  zu  mehreren  Orten  werden  die 

persönlichen und familiären Kontakte zum Ort, wo sich ihre Familie (Ehegatte und Kin-

der) aufhält, als stärker erachtet als diejenigen zum Arbeitsort, wenn sie in nicht leiten-

der  Stellung  unselbständig  erwerbstätig  sind  und  regelmässig  an  den  Familienort  zu-

rückkehren (BGE 132 I 29 E. 4.2).  

c)  Wie  das  Bundesgericht  in  konstanter  Praxis  weiter  dafür  hält,  genügt  für 

eine Wohnsitzverlegung ins Ausland nicht, die Verbindungen zum bisherigen Wohnsitz 

zu  lösen;  entscheidend  ist  vielmehr,  dass  nach  den  gesamten  Umständen  ein  neuer 

Wohnsitz  begründet  wird.  Gemäss  Bundesgericht  lehnt  sich  der  Begriff  des  steuerli-

chen  Wohnsitzes  nämlich  weitgehend  an  den  Wohnsitzbegriff  des  ZGB  an.  Deshalb 

gilt, dass niemand an mehreren Orten zugleich Wohnsitz haben kann. Gleichermassen 

1 DB.2012.191 
1 ST.2012.214 

 
 
 
 
  
 
 
 
 
 
 
 
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bleibt – im Sinn von Art. 24 Abs. 1 ZBG – der einmal begründete Wohnsitz grundsätz-

lich bis zum Erwerb eines neuen bestehen (sog. "rémanence du domicile"). Nicht ent-

scheidend  ist  deshalb,  wann  sich  der  Steuerpflichtige  am  bisherigen  Wohnort  abge-

meldet  oder  diesen  verlassen  hat.  Begibt  er  sich  ins  Ausland,  so  hat  er  die  direkte 

Bundessteuer  zu  entrichten,  bis  er  nachweisbar  im  Ausland  einen  neuen  Wohnsitz 

begründet. Eine andere Sichtweise würde eine zu grosse Missbrauchsgefahr nach sich 

ziehen  (BGr,  7.  November  2012,  2C_452+453/2012  E. 4.3  und  4. Mai  2012, 

2C_614/2011 E. 3.3 mit weiteren Hinweisen, www.bger.ch).  

d) Die Steuerbehörden haben die den Steuerwohnsitz konstituierenden Sach-

verhaltselemente zwar von Amtes wegen abzuklären (Art. 123 Abs. 1 DBG). Der Steu-

erwohnsitz ist als steuerbegründende Tatsache grundsätzlich von den Steuerbehörden 

nachzuweisen.  Der  Steuerpflichtige  ist  jedoch  zur  Mitwirkung  und  namentlich  zu  um-

fassender  Auskunftserteilung  über  die für  die  Besteuerung  massgebenden  Umstände 

verpflichtet (vgl. Art. 124 ff. DBG). Seht eine Wohnsitzverlegung in Frage, so ist diese 

somit vom Steuerpflichtigen darzulegen. Dazu gehört nicht nur die endgültige Lösung 

der  Verbindungen  zum  bisherigen  Wohnsitz,  sondern  auch  die  Darstellung  der  Um-

stände,  welche  zur  Begründung  des  neuen  Wohnsitzes  geführt  haben  (BGr,  7.  No-

vember 2012, 2C_452+453/2012 E. 4.4 und 4. Mai 2012, 2C_614/2011 E. 3.4 mit wei-

teren Hinweisen, www.bger.ch).  

4.  a)  In  den  erwähnten  jüngsten  Entscheiden  vom  4. Mai  und  7. November 

2012  hat  sich  das  Bundesgericht  erneut  mit  aller  Deutlichkeit  für  die  steuerrechtliche 

Übernahme  der  zivilrechtlichen  Wohnsitzfiktion  ausgesprochen.  Dafür  spreche  neben 

dem  Grundsatz  der  Einheit  der  Rechtsordnung  auch  die  Rechtssicherheit:  Solange 

kein  neuer  Wohnsitz  wirksam  begründet  werde,  könnten  nämlich  berechtigte  Zweifel 

fortbestehen,  ob  der  alte  Wohnsitz  wirklich  definitiv  aufgegeben  worden  sei.  Das  Ab-

stellen auf die zivilrechtliche Regelung des Art. 24 Abs. 1 ZGB gebe eine einfache und 

voraussehbare Regelung vor, welche wirksam Rechtsmissbräuchen entgegenzuwirken 

vermöge.  

Im erstgenannten Entscheid  vom 4. Mai 2012 hatte das Bundesgericht dabei 

über den steuerrechtlichen Wohnsitz eines Ehegatten zu befinden, welcher sich auf der 

Gemeinde  mit  der  Angabe  "Weltenbummler"  in seiner  bisherigen Wohngemeinde  ab-

gemeldet  hatte,  wobei  seine  Ehefrau  aber  den dortigen Wohnsitz  beibehielt.  Gestützt 

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1 ST.2012.214 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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auf die Wohnsitzfiktion hielt das höchste Gericht an dessen hiesiger Steuerpflicht fest, 

wobei es zusätzlich darauf hinwies, dass der Ehegatte in verschiedener Hinsicht einen 

Bezug zu seiner Heimat behalten habe. Insbesondere habe er jederzeit in die eheliche 

Wohnung,  in  welcher  seine  Ehefrau  gelebt  habe,  zurückkehren  können.  Im  Übrigen 

bestreite  der  62jährige  "Weltenbummler"  zwar,  irgendwelche  Rückkehrabsichten  zu 

haben. Falls sich aber beispielsweise sein Gesundheitszustand verschlechtere oder er 

in  ernsthafte  finanzielle  Engpässe  geraten  sollte,  werde  er  wohl  kaum  "auf  Reisen" 

oder "auf hoher See" verbleiben können oder wollen. Solange er nicht im Ausland ei-

nen  permanenten,  festen  Standort  habe,  fehlt  es  mithin  an  einem  Bezugspunkt,  an 

dem sich seine Lebensbeziehungen neu konzentrieren könnten. Unter diesen Umstän-

den sei vom Weiterbestehen des schweizerischen Steuerdomizils auszugehen, solan-

ge  nicht  nachweisbar  massgebliche  Beziehungen  –  im  Sinne  der  Ansässigkeit  –  zu 

einem konkreten anderen Ort im Ausland begründet würden. Solche würden etwa an-

erkannt,  wenn  der  Steuerpflichtige  im  Ausland  besteuert  werde  bzw.  den  Nachweis 

erbringe, dass er von der Steuerpflicht befreit sei (vgl. BGr, 4. Mai 2012, 2C_614/2011 

E. 3.6.2 f. und 30. September 2010, Urteil 2C_484/2009, E. 3.4, www.bger.ch).  

b)  Der  Sachverhalt  des vorliegenden Falls  liegt  nahe  beim  soeben  dargeleg-

ten. Auch hier geht es um Eheleute, welche eine aufrechte Ehe führen, wobei die Ehe-

frau  ihren  zivil-  und  steuerrechtlichen  Wohnsitz  unbestrittenermassen  in  der  Schweiz 

hat, während für den Ehemann ein solcher  in Abrede gestellt wird, weil sich dieser in 

der fraglichen Zeit ab 2009 ganzjährig auf Reisen im Ausland bzw. auf den Weltmee-

ren  aufgehalten  habe.  Gemeinsam  ist  auch  das  Fehlen  eines  nachgewiesenen  bzw. 

auch nur behaupteten Wohnsitzes im Ausland und damit die Zugehörigkeit zur Gruppe 

der sog. "Weltenbummler" oder, in den Worten der Beschwerdeführer/Rekurrenten, zu 

den "permanent travellers, welche nomadisierend die Welt erleben". 

Ein wesentlicher Unterschied besteht nun aber darin, dass hier der Ehemann 

vor  dem  Stichtag  der 

in  Frage  stehenden  Beanspruchung  der  Steuerhoheit 

(= 1. Januar 2009) nicht über einen vorbestehenden hiesigen Wohnsitz verfügte. Zwar 

wohnte  er  nach  dem  bereits  Gesagten  im  Steuerjahr  2001  in  der  Gemeinde  C,  doch 

wurde  er  im  Folgejahr  2002  von  der  Steuerbehörde  formell  aus  der  hiesigen  Steuer-

pflicht entlassen. Zu Recht lassen damit die Beschwerdeführer/Rekurrenten ausführen, 

dass  für  die  Anwendung  der  vom  Bundesgericht  vorgegebenen  Wohnsitzfiktion  kein 

Raum bleibt. Ging nämlich die Steuerbehörde ab dem Steuerjahr 2002 davon aus, der 

Ehegatte habe seinen Lebensmittelpunkt und damit einhergehend seinen steuerlichen 

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Wohnsitz  nicht  mehr  in  der  Schweiz,  so  fehlt  für  die  Vermutung  eines  fortbestenden 

Wohnsitzes in späteren Steuerperioden das Anknüpfungsobjekt.  

c)  Wenn  die  ESTV  in  ihrer  Beschwerdeantwort  in  letzterem  Zusammenhang 

ausführt,  es  stünde  der  Veranlagungsbehörde  frei,  einen  Sachverhalt  neu  zu  beurtei-

len,  geht  sie  wohl  davon  aus,  dass  der  seinerzeitige Entscheid  betreffend die  Entlas-

sung aus der Steuerpflicht mit Blick auf die Wohnsitzfiktion falsch gewesen sein könn-

te.  Selbst  wenn dem  so  wäre,  so  änderte dies  aber  nichts  daran,  dass der  Ehemann 

nach  diesem  steuerbehördlichen  Entscheid  ab  dem  Steuerjahr  2002  in  der  Schweiz 

über Jahre hinweg über keinen steuerlichen Wohnsitz mehr verfügt hat. Als Folge des 

Abbruchs  der  hiesigen  Ansässigkeit  ist  ein  Nachwirken  des  Wohnsitzes  2001  in  die 

Steuerperiode  2009  ausgeschlossen.  Im  Übrigen  waren  die  Verhältnisse  per  2002 

eben  anders,  indem  damals  die  Eheleute gemeinsam  aus  der  Steuerpflicht  entlassen 

worden  sind,  weil  diese  sowohl  ihr  Arbeits-  als  auch  ihr  Privatleben  und  damit  ihren 

gemeinsamen ehelichen Lebensmittelpunkt dauerhaft auf die Weltmeere verlagert hat-

ten. Damit begründeten sie seinerzeit  zwar keinen neuen Wohnsitz im Ausland; nach 

Auffassung des Rekursgerichts muss eine Entlassung aus der Steuerpflicht in speziel-

len Konstellationen aber auch ohne neue Wohnsitzbegründung möglich sein. Wenn im 

Extremfall  ein  alleinstehender  langjähriger  Hochseekapitän  ohne  festen  Wohnsitz  auf 

dieser Welt für ein, zwei Jahre auf ein Zürichseeschiff wechselte (mit Wohnsitznahme 

in einer Zürichseegemeinde in dieser Zeit), um danach mit Meeressehnsucht wieder für 

immer auf die hohe See zurückzukehren, so könnte er schwerlich allein gestützt auf die 

Wohnsitzfiktion für  den Rest  seines  Lebens der  hiesigen  Steuerpflicht  unterstellt  wer-

den. 

d) Damit steht als Zwischenergebnis zunächst fest, dass es der Steuerbehör-

de oblag, den Nachweis zu erbringen, dass der Ehemann seinen Lebensmittelpunkt im 

Jahr 2009 nach mehrjährigem Unterbruch auf hoher See wieder in die Schweiz verla-

gert hat.  

Zu prüfen ist im Folgenden, ob dieser Nachweis gelungen ist. 

5.  a)  Auszugehen  ist  zunächst  davon,  dass  der  Ehegatte  nach  jahrelanger 

Tätigkeit als Kapitän auf einer Hochseeyacht offenbar arbeitslos geworden war. Wann 

genau  dies  geschah,  ist  nicht  bekannt;  in  den  Vorjahren  bis  und  mit  Steuerperiode 

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2008  erhielt  die  Steuerbehörde  jeweils  ein  Schreiben,  in  welchen  auf  unveränderte 

Verhältnisse  hingewiesen  wurde.  Per  Anfang  2009  war  er  nach  Angaben  der  Be-

schwerdeführer/Rekurrenten  aber  nicht  mehr  als  Kapitän  tätig  und  auf  Stellensuche; 

letzteres  verbunden  mit  der  Idee,  sich  allenfalls  beruflich  neu  auszurichten.  In  dieser 

Zeit hatte die Ehefrau, die ihn früher über Jahre als Purserin auf den Weltmeeren be-

gleitet hatte, ihren Lebensmittelpunkt bereits wieder in der Schweiz. So  wohnte sie in 

der  4.5-Zimmerwohnung  ihres  Vaters  in  der  Gemeinde  C,  an  welcher  ihr  Ende  2007 

ein  lebenslanges  Wohnrecht  eingeräumt  worden  war,  und  war  sie  hier  von  Anfang 

März  bis  Ende  Jahr  unselbständig  erwerbstätig.  Unbestrittenermassen  befand  sich 

damit  ihr  Lebensmittelpunkt  per  2009  in  der  Schweiz  und  hatte  sie  hierorts  folglich 

auch ihren steuerrechtlichen Wohnsitz. Damit steht aber fest, dass sich die Verhältnis-

se beider Eheleute im beginnenden Kalenderjahr 2009 gegenüber den Vorjahren stark 

verändert  hatten.  Der  gemeinsame  Lebensmittelpunkt  auf  einer  durch  die  Weltmeere 

kreuzenden  Hochseeyacht  bestand  nicht  mehr,  die  Ehefrau  wohnte  und  arbeitete  in 

der  Schweiz  und  der  Ehemann  war  nicht  mehr  als  angestellter  Kapitän  unterwegs, 

sondern  auf  Reisen  im  Grenzbereich  zwischen  Freizeitvergnügen/Hobby  und  der  Su-

che nach neuen beruflichen Perspektiven und Möglichkeiten.  

b) Grundsätzlich haben Ehegatten, welche wie vorliegend in rechtlich und tat-

sächlich ungetrennter Ehe leben, einen gemeinsamen Wohnsitz, doch kann jeder Ehe-

gatte  auch  einen  eigenen  steuerrechtlichen  Wohnsitz  haben;  dies  sogar  im  Ausland. 

Zu  beachten  ist,  dass  die  Eheschliessung  allein  noch  keinen  gemeinsamen  steuer-

rechtlichen  Wohnsitz  begründet.  Die  Annahme  eines  getrennten  steuerrechtlichen 

Wohnsitzes  von  Ehegatten  setzt  allerdings  voraus,  dass  die  äusseren Umstände  klar 

zum Ausdruck bringen, dass der eine steuerrechtliche Wohnsitz nur für einen der bei-

den  Ehegatten  bestimmt  ist;  dies  ist  zum  Beispiel  der  Fall,  wenn  ein  Ehegatte  einen 

besonderen  Haushalt  gründet,  der  offensichtlich  nicht  beiden  Eheleuten  gemeinsam 

dient oder wenn die Ehegatten in verschiedenen Staaten beruflich tätig sind und sich 

nur  an  den  Wochenenden  gegenseitig  besuchen.  Hält  sich  ein  Ehegatte  aus  berufli-

chen oder sonstigen Gründen zwar langfristig im Ausland auf, dann behält dieser Ehe-

gatte  den  steuerrechtlichen  Wohnsitz  beim  anderen  Ehepartner  bei,  solange  er  am 

Arbeitsort nicht den Mittelpunkt seiner Lebensinteressen begründet (Richner/Frei/Kauf-

mann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. A., 2009, Art. 3 N 27 ff. DBG mit Hinwei-

sen).  

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c)  In  ihrer  selbst  erstellten  Liste  zeichnet  die  Ehefrau  folgendes  chronologi-

sches  Bild  über  die  Aufenthaltsorte  ihres  Ehemanns  im  Kalenderjahr  2009  und  den 

jeweiligen Hintergrund des Aufenthalts: 

Vom  1.  bis  9.  Januar  wird  zunächst  ein  Aufenthalt  in  der  Schweiz  (Skire-

sort/Gemeinde C) aufgeführt. Die Zeit bis zum 1. Februar habe ihr Ehemann danach in 

Frankreich  verbracht;  weil  er  sich  entschieden  habe,  sich  mehr  der  Unterwasserfoto-

grafie und dem Fotojournalismus zu widmen, habe er sich in Cannes endlich die Zeit 

genommen,  um  all  die  akkumulierten  Fotos  zu  bearbeiten  und  eventuell  Artikel  zu 

schreiben. Vom 2. bis 7. Februar ist danach wieder ein Aufenthalt in der Gemeinde C 

vermerkt. Es folgt bis zum 14. Februar eine Woche in Florida, wo sich ihr Ehemann mit 

Yachtagenten getroffen habe, um im beruflichen Kontakt zu bleiben. Anschliessend sei 

er nach Mexico geflogen, wo er sich im Rahmen einer Foto-Exkursion der Unterseefo-

tografie gewidmet und gleichzeitig ein für ihn neues und für private Yachten interessan-

tes  Gebiet  kennengelernt  habe.  Am  2.  März  sei  er  dann  nach  Zürich  zurückgeflogen 

und habe er bis zum 11. März wieder in der Gemeinde C geweilt. Alsdann habe er sich 

für zwei Monate nach Cannes begeben, wo sie ihn mehrere Male besucht habe; Hotel-

belege seien aber nicht mehr auffindbar. In dieser Zeit habe ihr Ehegatte die Fotos der 

Mexicoreise bearbeitet und gelegentlich auch Yacht-Broker getroffen. Am 13. Mai wird 

als  Aufenthaltsort  wieder  die  Gemeinde  C  vermerkt.  Für  die  folgende  Zeitspanne  bis 

zum 31. Mai ist alsdann eine Reise auf einer Expeditionsyacht in Kalifornien aufgeführt; 

bei dieser Reise habe der Fokus auf der Fotografie des weissen Hais gelegen. Es folgt 

ein neuerlicher Aufenthalt in Cannes (1. Juni bis 22. Juli), wo wieder Fotos bearbeitet 

worden seien; inmitten dieses Frankreichaufenthalts ist dabei ein dreitägiger Abstecher 

nach Rotterdam im Zusammenhang mit einer Hochzeit von Freunden aufgeführt. Vom 

22.  Juli  bis  1.  August  folgt  eine  Reise  über  Florida  in die  Bahamas,  wo  der  Ehegatte 

erneut Haie fotografiert habe. Danach ist vom 2. bis 6. August wieder ein Aufenthalt in 

der Gemeinde C vermerkt. Es folgt ein weiterer Aufenthalt in Frankreich (vom 7. bis 19. 

August),  welcher  im  Zusammenhang  mit  einem konkreten  Jobangebot gestanden ha-

be. Daran anschliessend habe sich ihr Ehegatte in Costa Rica (20. August bis 6. Sep-

tember)  wieder  der  Unterwasserfotografie gewidmet.  Nach  einem  weiteren  Aufenthalt 

in der Gemeinde C am 7. September (wobei das in diesem Zusammenhang vorgelegte 

Rückflugticket  Miami-Zürich  auf  den  5.  September  ausgestellt  ist)  ist  vom  8. bis 

30. September wiederum Frankreich als Aufenthaltsort vermerkt; dies mit dem Hinweis 

auf  eine  internationale  Yachtshow  in  Monaco  und  auf  Interviews/Meetings  mit  einer 

Agentur und Eignervertretern. Am 1. Oktober folgt abermals ein Tag in der Gemeinde 

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C. Am 2. bis 6. Oktober ist ein Aufenthalt in den USA vermerkt, wo Interviews mit Eig-

nern  stattgefunden  hätten;  daran  anschliessend  habe  bis  zum  16.  Oktober  ein  Trai-

ningsaufenthalt mit einer Managementfirma in Monaco stattgefunden. Für den 17. Ok-

tober  ist  zum  letzten  Mal  per  2009  die  Gemeinde  C  als  Aufenthaltsort  aufgeführt.  Ab 

dem 18. Oktober ist für den Rest des Jahres der Aufenthalt auf der Yacht "E" in karibi-

schen Gewässern vermerkt. 

d)  In  Würdigung  dieser  Sachdarstellung  lässt  sich  festhalten,  dass  der  Ehe-

mann das Kalenderjahr 2009 mit einem hiesigen Aufenthalt bei der Ehefrau begonnen 

hat,  wobei  denkbar  ist,  dass  seine  Rückkehr  aus  dem  Ausland  womöglich  schon  im 

Kalenderjahr 2008 erfolgte und nicht exakt am Neujahrstag. In den ersten 9 Monaten 

des Kalenderjahrs 2009 hat er sodann vier ein- bis zweiwöchige Hochseereisen unter-

nommen,  welche  mit  seinem  Hobby  Unterwasserfotografie  und  der  Möglichkeit  einer 

diesbezüglichen beruflichen Neuausrichtung in Verbindung gebracht werden, und weil-

te er zudem rund 6 Monate in Südfrankreich, wobei diese Zeit mit der Fotobearbeitung 

und der Pflege von beruflichen Kontakten im Bereich Yachting  gestanden haben soll. 

Letzteres führte letztlich offenbar zur neuerlichen Anstellung als Kapitän auf der Yacht 

"E", mit welcher sich der Ehemann ab dem 18. Oktober wieder wie früher für mehrere 

Monate auf hohe See begab; dies mit Destinationen in der Karibik. Ebenfalls steht aber 

fest,  dass  der  Ehegatte  in  diesem  Jahr  neben  seinen  meeresbezogenen  Reisen  und 

Auslandaufenthalten  jedenfalls  bis  zu  seiner  Festanstellung  im  letzten  Quartal  regel-

mässig am Wohnort seiner Ehefrau in der Gemeinde C Anker warf. Von fehlenden per-

sönlichen Verbindungen in die Schweiz kann damit keine Rede sein. Was die sozialen 

Kontakte anbelangt, ist sodann diese familiäre Verbindung in der Schweiz die einzige 

erkennbare Konstante in dieser Zeit; Verwandte, Freunde oder Bekannte im Ausland, 

mit welchen Kontakte gepflegt worden wären, wurden trotz entsprechender Frage der 

Steuerbehörde im Auflageverfahren nie erwähnt, sieht man einmal vom Besuch einer 

Hochzeitsfeier in Holland ab. Die persönlichen und insbesondere familiären Beziehun-

gen  des  Ehegatten  sprechen  damit klar für  die  Annahme,  dass  dessen Lebensmittel-

punkt in dieser Zeit nicht unbestimmbar auf hoher See oder in den Hafenstädten dieser 

Welt lag, sondern im Hafen der Ehe in der Gemeinde C, an welcher Adresse er im Üb-

rigen denn auch angemeldet ist und seine Schriften hinterlegt hat.  

Berufliche Gründe für das Führen von zwei verschiedenen Haushalten im In- 

und  Ausland  gab  es für  die  Eheleute  in  dieser  Zeit  nicht.  Eine  berufliche  Standortan-

bindung ist allein für die Ehefrau ausgewiesen, indem sie die Wohnung in der Gemein-

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de  C  zur  Ausübung  ihrer  hiesigen  Erwerbstätigkeit  benötigte.  Derweil  reiste  der  Ehe-

mann auf hoher See herum, um Meerestiere zu fotografieren, oder weilte er ohne Aus-

übung einer Erwerbstätigkeit an der Côte d'Azur. Von der Dauer her überwiegen zwar 

insbesondere die letzteren Aufenthalte – welche u.a. mit der beruflichen Kontaktpflege 

bzw. der Stellensuche in Verbindung gebracht werden – diejenigen in der Gemeinde C 

deutlich,  doch  hielt  sich  der  Ehegatte  dabei  an  verschiedensten  Orten  auf  (Cannes, 

Antibes,  Monaco).  Sodann logierte  er  dabei  durchwegs  in Hotels,  derweil  ihm  bei  der 

Ehefrau in der Gemeinde C ein eigener Haushalt zur Verfügung stand. Eine berufsbe-

dingte  Beziehung  zu  einem  Ort  im  Ausland,  welche  die  Verbindung  zu  Familie  und 

Haushalt  in  der  Schweiz  ernsthaft  konkurrenzieren  könnte,  ist  damit  nicht  auszuma-

chen. Damit in Einklang steht, dass der Ehegatte die Wohnadresse in der Gemeinde C 

auch für seinen Postverkehr mit Banken und Arbeitgebern benutzt hat.  

Das  Führen  einer  Schweizer  Krankenversicherung  ist  mit  Bezug  auf  die  Be-

stimmung des Lebensmittelpunkts zwar nicht von gewichtiger Bedeutung, aber in Fäl-

len wie dem vorliegenden gleichwohl nicht ganz zu vernachlässigen. Im Krankheitsfall 

oder bei Unfall manifestierte sich der gewählte Bezug zum hiesigen Gesundheitswesen 

nämlich im umgehenden Abbruch des "permanent travelling" und der Rückkehr in die 

Schweiz. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang, dass die obligatorische Kran-

kenversicherung  grundsätzlich  an  einen  hiesigen  Wohnsitz  anknüpft  (vgl.  Art.  3  des 

Bundesgesetzes  über  die  Krankenversicherung  vom  18.  März  1994;  KVG);  dass  die 

Versicherung des Ehegatten bei der Sanitas obligatorischer Natur ist, ist zwar nahelie-

gend, doch könnte sie auch dem  Bereich einer freiwilligen privaten Versicherung ent-

stammen; untersucht worden ist dies nicht.  

e)  Insgesamt  fehlt  es  damit  an  äusseren  Umständen,  welche  zum  Ausdruck 

bringen würden, dass der steuerrechtliche Wohnsitz in der Gemeinde C ab dem 1. Ja-

nuar 2009 nur für die Ehefrau und nicht auch für den Ehegatten bestimmt war. Damit 

ist  auch  für  den  Letzteren  von  der  hiesigen  Steuerpflicht  ab  diesem  Zeitpunkt  qua 

Wohnsitz auszugehen. 

f)  Fragen  liesse  sich  noch,  ob  die  hiesige  Ansässigkeit  des  Ehegatten  am 

17. Oktober 2009 bereits wieder endete, weil er sich danach wieder als festangestellter 

Kapitän  für  mehrere  Monate  auf  eine  Hochseeyacht  begeben  hat.  Dies  ist  jedoch  zu 

verneinen, weil nunmehr im Sinn der Wohnsitzfiktion argumentiert werden darf:  

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Anders als im vorerwähnten hypothetischen Beispiel (vgl. E. 4c) führte hier der 

sich wieder auf hohe See begebende Kapitän eine aufrechte Ehe und war seine Ehe-

frau zu dieser Zeit weiterhin in der Familienwohnung in der Gemeinde C ansässig, wo 

sie  denn  auch  die  Infrastruktur  der  Ehegemeinschaft  (d.h.  den  ehelichen  Haushalt  in 

der 4.5-Zimmerwohnung und die Familienorganisation) aufrecht erhalten hat. Der Auf-

enthalt auf der Yacht "E", der gemäss Logbuch vom 18. Oktober 2009 bis zum 4. April 

2010 dauerte und mit Aufenthalten in den Gewässern der Karibik verbunden war, ge-

nügt unter solchen Umständen nicht zum Abbruch der hiesigen Ansässigkeit.  

Gleich verhält es sich nach Auffassung des Rekursgerichts sogar dann, wenn 

ein Ehegatte regelmässig längere, auch mehrmonatige berufliche Reisen rund um die 

Welt  unternimmt,  dabei  aber  immer  wieder  zur  hiesigen  eheliche  Basis  zurückkehrt. 

Eine  Entlassung  aus  der  hiesigen  Steuerpflicht  stünde  im  Fall  des  Beschwerdefüh-

rers/Rekurrenten aber dann zur Diskussion, wenn ihm seine Ehefrau unter Abbruch der 

hiesigen ehelichen Infrastruktur für lange Zeit auf die hohe See oder (nomadisierend) 

wohin auch immer  auf  dieser Welt folgte,  denn in  diesem  Fall  befände  sich  eben  der 

Lebensmittelpunkt  der  Ehegemeinschaft  nicht  lokalisierbar  irgendwo  im  Ausland  und 

jedenfalls nicht mehr in der Schweiz; allein mit einem fehlenden Wohnsitz im Ausland 

und damit verbunden einer fehlenden ausländischen Steuerhoheit liesse sich ein hiesi-

ges Steuerdomizil der Eheleute in dieser Konstellation nicht begründen. Kehrten diese 

aber  nach  gemeinsamen  längeren  privaten  oder  auch  berufsbedingten  Reisen  stets 

wieder  in  die  hierorts  beibehaltene  Familienwohnung  zurück,  sähe  die  Sache  wieder 

anders aus.  

g) Aufgrund der gesamten Umstände und der festgestellten tatsächlichen Ge-

gebenheiten  ist  damit  nicht  zu  beanstanden,  wenn  die  Vorinstanz  die  Steuerhoheit 

über  den  Beschwerdeführer/Rekurrenten  ab  1.  Januar  2009  auf  Stufe  Bund,  Kanton 

und Gemeinde in Anspruch genommen hat.  

6.  a)  Diese  Erwägungen führen  zur  Abweisung  von  Beschwerde und Rekurs 

hinsichtlich  des  Beschwerdeführers/Rekurrenten  bzw.  zum  Nichteintreten  auf  Be-

schwerde und Rekurs hinsichtlich der Beschwerdeführerin/Rekurrentin.  

b)  Bei  diesem  Prozessausgang  sind  die  Gerichtskosten,  unter  Verrechnung 

mit  den geleisteten  Kostenvorschüssen,  dem  Beschwerdeführer/Rekurrenten  aufzuer-

legen  (Art.  144  Abs.  1  DBG  und  §  151  Abs.  1  StG).  Den  Beschwerdefüh-

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rern/Rekurrenten  steht keine  Parteientschädigung  zu  (Art. 144 Abs. 4 DBG  i.V.m.  Art. 

64  Abs.  1-3  des  Bundesgesetzes über  das  Verwaltungsverfahren  vom  20.  Dezember 

1968  sowie  §  152  StG  i.V.m.  §  17  Abs.  2  des  Verwaltungsrechtspflegegesetzes  vom 

29. Mai 1959/8. Juni 1997). 

Demgemäss beschliesst die Kammer: 

Auf die Beschwerde und den Rekurs der Beschwerdeführerin/Rekurrentin wird nicht 

eingetreten;  

und erkennt: 

1.  Die Beschwerde des Beschwerdeführers wird abgewiesen. 

2.  Der Rekurs des Rekurrenten wird abgewiesen. 

[…] 

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