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**Case Identifier:** 28433df5-877b-5a40-9914-1e26bf1f37c3
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-09-13
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 13.09.2018 725 17 239 / 244
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-17-239---244_2018-09-13.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 13. September 2018 (725 17 239 / 244) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Die Versicherung hat ihre Leistungen für die noch bestehenden psychischen Probleme 

des Beschwerdeführers zu Recht eingestellt. Die psychischen Beschwerden des Versi-

cherten sind knapp zweieinhalb Jahre nach dem Vorfall nicht mehr adäquat unfallkausal. 

Prüfung der Adäquanz nach der Psycho-Praxis und nach der allgemeinen Adäquanzfor-

mel bei sog. Schreckereignissen 

 
 
 
Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichterin Elisabeth Berger Götz, Kan-

tonsrichter Christof Enderle, Gerichtsschreiberin Olivia Reber 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Markus Trottmann, Advo-
kat, Eisengasse 5, 4051 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 AXA Versicherungen AG, General Guisan-Strasse 40, Postfach 
357, 8401 Winterthur, Beschwerdegegnerin, vertreten durch Marian-
ne I. Sieger, Rechtsanwältin, Kuttelgasse 8, Postfach 2610, 
8022 Zürich 
 

  
  
Betreff Leistungen 
 
 
 

 

 
 
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A. Der 1977 geborene A.____ war zum massgeblichen Unfallzeitpunkt bei der B.____ 
GmbH in X.____ angestellt und in dieser Eigenschaft bei der AXA Versicherungen AG (AXA) 
obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Am 26. Mai 
2014 wurde der Versicherte vom Ehemann einer Arbeitskollegin aus Eifersucht in die rechte 
Wange gebissen, wodurch ein 3 x 3 cm grosser Weichteildefekt bzw. ein Loch entstand. Auf der 
Notfallstation des Spitals C.____ wurde ein erster Replantationsversuch durchgeführt. Zur Be-
handlung der Bisswunde wurden mittlerweile drei Gesichtsoperationen vorgenommen. Nach 
dem Unfallereignis begab sich A.____ aber auch wegen psychischer Probleme in Behandlung. 
Die AXA erbrachte die gesetzlichen Leistungen in Form von Taggeldern und Heilungskosten für 
die somatischen und psychischen Unfallfolgen.  
 
Gestützt auf eine psychiatrische Standortbestimmung von Dr. med. D.____, FMH Psychiatrie 
und Psychotherapie, vom 14. Oktober 2016 verfügte die AXA am 24. Oktober 2016 Folgendes: 
„1. Die psychischen Beschwerden stehen nicht mehr überwiegend wahrscheinlich in Kausalzu-
sammenhang zum Unfallereignis vom 26. Mai 2014. 2. Die UVG-Taggeldleistungen werden per 
31. Oktober 2016 eingestellt. 3. Die Therapiekosten der psychiatrischen Problematik (inklusive 
einer allfälligen stationären Therapie) gehen ab dem 1. November 2016 nicht mehr zu unseren 
Lasten. 4. Nach dem 2. November 2016 werden noch die Kosten einer max. 60 minütigen Ab-
schlusssitzung bei Frau E.____ übernommen. 5. Im Rahmen von Behandlungen, welche den 
WZW-Kriterien entsprechen, wird die Narbenbehandlung weiterhin von uns übernommen. 
6. Einer allfälligen Einsprache wird in Anwendung von Art. 11 Abs.1 lit. b) ATSV die aufschie-
bende Wirkung entzogen.“ Eine vom Versicherten gegen die Verfügung vom 24. Oktober 2016 
erhobene Einsprache wurde mit Entscheid vom 13. Juni 2017 abgewiesen.  
 
B. Gegen den Einspracheentscheid vom 13. Juni 2017 erhob A.____, vertreten durch Mar-
kus Trottmann, Advokat, am 15. August 2017 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-
Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, es sei 
der angefochtene Einspracheentscheid vom 13. Juni 2017 aufzuheben und es sei festzustellen, 
dass er auch für sein psychisches Folgeleiden aus dem Vorfall vom 26. Mai 2014 über die per 
31. Oktober 2016 verfügte Leistungseinstellung hinaus Anspruch auf die gesetzlichen Leistun-
gen gemäss UVG (Taggeld, Rente, Integritätsentschädigung sowie Heilbehandlung) seitens der 
Beschwerdegegnerin habe. Es sei demgemäss der Fall an die Beschwerdegegnerin zurückzu-
weisen zwecks Ermittlung seiner weiteren Leistungsansprüche. Eventualiter sei der angefoch-
tene Einspracheentscheid aufzuheben und es sei der Fall an die Beschwerdegegnerin zurück-
zuweisen zwecks weiterer Abklärungen nach Massgabe der gerichtlichen Vorgaben. Es sei der 
angefochtene Einspracheentscheid auch insofern aufzuheben, als damit die Kostengutsprache 
für die von Prof. Dr. med. F.____ empfohlene Behandlung mittels Botulinum-Injektionen verwei-
gert werde; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur Begründung brachte er im We-
sentlichen vor, dass die Beschwerdegegnerin sein rechtliches Gehör verletzt habe, indem sie 
den Einspracheentscheid insbesondere mit dem Fehlen der adäquaten Kausalität – eine Frage, 
welche sie in der Verfügung noch offen gelassen habe – begründe. In seiner Einsprache habe 
er keine Veranlassung gehabt, sich zur adäquaten Kausalität zu äussern, nachdem dieser 
Punkt in der Verfügung explizit offen gelassen worden sei. Ausserdem stelle die Beschwerde-
gegnerin den Vorfall vom 26. Mai 2014 verharmlosend dar, weshalb die Adäquanzprüfung im 

 

 
 
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angefochtenen Entscheid ohnehin auf der Grundlage einer falschen Ausgangslage erfolgt sei. 
Es handle sich nicht um einen Unfall im mittleren Bereich, sondern um einen schweren Unfall. 
Zudem seien die psychischen Leiden natürlich kausal zum Unfallereignis. 
 
C. In ihrer Beschwerdeantwort vom 31. Oktober 2017 schloss die Beschwerdegegnerin, 
nun vertreten durch Marianne Sieger, Rechtsanwältin, auf Abweisung der Beschwerde.  
 
D. Im weiteren Verlauf des Verfahrens wurden die Strafakten beigezogen. Am 30. Januar 
2018 führte die Beschwerdegegnerin in ihrer Stellungnahme dazu aus, dass sie von einem kor-
rekten Tathergang ausgegangen sei. Aus den Strafakten ergebe sich in keiner Art und Weise 
ein derart dramatisches und bedrohliches Bild der Auseinandersetzung wie vom Beschwerde-
führer behauptet werde. Am 31. Januar 2018 nahm auch der Beschwerdeführer Stellung zu den 
Strafakten und hielt an seiner Darstellung des Geschehens vom 26. Mai 2014 fest. 
 
E. Mit Eingabe vom 17. April 2018 reichte der Beschwerdeführer weitere medizinische Be-
richte ein. Daraufhin wurde die für den 26. April 2018 vorgesehene Urteilsberatung mit Verfü-
gung vom 18. April 2018 abgeboten und der Beschwerdegegnerin Gelegenheit zur Stellung-
nahme gegeben. In ihrer Stellungnahme vom 18. Juni 2018 führte die Beschwerdegegnerin 
aus, dass der vom Beschwerdeführer eingereichte Austrittsbericht vom 7. März 2018 sowohl 
formell als auch inhaltlich nicht beweistauglich sei.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 
ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) 
vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent-
scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Beschwerde 
erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kan-
tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Be-
findet sich der Wohnsitz der versicherten Person im Ausland, so ist gemäss Art. 58 Abs. 2 
ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kantons zuständig, in dem ihr letzter schweizeri-
scher Arbeitgeber Wohnsitz hatte. Der Beschwerdeführer wohnt in Deutschland, womit bei der 
örtlichen Zuständigkeit der Wohnsitz des letzten schweizerischen Arbeitgebers massgeblich ist. 
Der Versicherte arbeitete zuletzt bei der B.____ GmbH in X.____, BL. Die Zuständigkeit des 
Kantonsgerichts Basel-Landschaft ist somit zu bejahen. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes 
über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beur-
teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons 
Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es 
ist damit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im 
Übrigen frist- und formgerecht eingereichte – Beschwerde vom 15. August 2017 ist einzutreten. 
 

 

 
 
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2.1 Der Beschwerdeführer beanstandet vorab, dass die AXA sein rechtliches Gehör verletzt 
habe, indem sie zur Begründung des Einspracheentscheides insbesondere Ausführungen zur 
adäquaten Kausalität mache, während dem sie diese Frage in der Verfügung noch offen gelas-
sen habe. Die Begründung in der Verfügung habe sich im Wesentlichen auf die Frage der na-
türlichen Kausalität gestützt. Unter diesen Umständen habe er in seiner Einsprache auf Ausfüh-
rungen betreffend die adäquate Kausalität verzichtet. Bei diesem Einwand handelt es sich um 
eine Rüge formeller Natur. Sollte sich diese als zutreffend erweisen, kann dies zur Aufhebung 
des angefochtenen Entscheides führen, ohne dass die Angelegenheit materiell beurteilt würde. 
Der betreffende Einwand ist darum vorab zu prüfen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 3. Juni 
2009, 8C_951/2008, E. 3). 
 
2.2 Die Beschwerdegegnerin führt demgegenüber aus, dass sie bereits in der Verfügung 
vom 24. Oktober 2016 auf die Notwendigkeit eines adäquaten Kausalzusammenhangs als Vo-
raussetzung für die Leistungspflicht hingewiesen habe. Auf eine konkrete Adäquanzprüfung 
habe sie aber verzichtet, weil bereits die natürliche Kausalität verneint worden sei. Zudem bringt 
die Beschwerdegegnerin vor, dass das rechtliche Gehör rechtsgenüglich gewahrt worden sei, 
indem sie das Fehlen des adäquaten Kausalzusammenhangs im Einspracheentscheid ausführ-
lich begründet habe. Schliesslich betreffe eine allfällige Gehörsverletzung eine Rechtsfrage, die 
das angerufene Gericht frei überprüfen könne, weshalb mindestens von einer Heilung auszu-
gehen sei. 
 
2.3 Gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft 
(BV) vom 18. April 1999 haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. In Konkretisierung 
dieses verfassungsrechtlichen Gehörsanspruchs statuiert Art. 49 Abs. 3 ATSG die grundsätzli-
che Pflicht der Versicherungsträger, ihre Verfügungen zu begründen, wenn sie den Begehren 
der Parteien nicht voll entsprechen. Zur Frage, welche Begründungsdichte die Verfügung auf-
weisen muss, äussert sich die genannte Bestimmung nicht. Diesbezüglich ist auf die bundesge-
richtliche Rechtsprechung zu verweisen, wonach die Begründung so abgefasst sein muss, dass 
die Betroffenen die Verfügung gegebenenfalls sachgerecht anfechten können. Dies ist nur mög-
lich, wenn sowohl die Betroffenen wie auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des 
Entscheides ein Bild machen können. Zu diesem Zweck müssen wenigstens kurz die Überle-
gungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihre 
Verfügung stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sie sich ausdrücklich mit jeder tatbeständ-
lichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen muss. Vielmehr kann sie 
sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 124 V 181 E. 1 
mit Hinweisen; vgl. auch 136 I 188 E. 2.2.1). Im Weiteren hat das Bundesgericht festgehalten, 
dass in den Fällen, in denen gegen die Verfügung eine Einsprache offensteht, die Begründung 
der Verfügung umso knapper ausfallen kann, je geringer die formellen Anforderungen an die 
Einsprache ausgestaltet sind (Urteil des Bundesgerichts vom 5. Januar 2009, 8C_413/2008, 
E. 3.3 mit Hinweisen). Damit das Einspracheverfahren nicht seinen Sinn und Zweck verliert, 
darf die Verwaltung indessen die für die Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts not-
wendigen Abklärungen nicht in das Einspracheverfahren verschieben (BGE 132 V 368 E. 5). 
Entsprechend darf die Verwaltung nicht zunächst eine Verfügung mit einer Standardbegrün-
dung erlassen, um in der Folge erst im Einspracheentscheid die im konkreten Fall massgebli-

 

 
 
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chen Gründe für die behördliche Anordnung anzuführen und die Begründung damit gleichsam 
nachzuschieben. Vielmehr hat sie die Verfügung mit erkennbarer Bezugnahme auf die getätig-
ten Abklärungen zu begründen (Urteil des Bundesgerichts vom 5. Januar 2009, 8C_413/2008, 
E. 3.3).  
 
2.4 Im Sozialversicherungsrecht sind die formellen Anforderungen an die Einsprache, ins-
besondere deren Begründung, minimal (Urteil des Bundesgerichts vom 5. Januar 2009, 
8C_413/2008, E. 3.4 mit Hinweisen). In der Verfügung vom 24. Oktober 2016 schilderte die 
AXA zunächst den Sachverhalt. Anschliessend folgten Ausführungen zu den Rechtsgrundlagen 
und zur medizinischen Beurteilung. Abschliessend fand eine rechtliche Würdigung statt und es 
wurde ausgeführt, welche Auswirkungen dies auf die Versicherungsleistungen des Beschwer-
deführers hat. Sowohl bei den Rechtsgrundlagen als auch bei der rechtlichen Würdigung mach-
te die AXA immerhin grundsätzliche Ausführungen zur natürlichen und zur adäquaten Kausali-
tät. Die Leistungseinstellung wurde insbesondere mit der fehlenden natürlichen Kausalität be-
gründet. Im Einspracheentscheid vom 13. Juni 2017 machte die AXA wiederum Ausführungen 
zum natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang, legte aber den Schwerpunkt der Be-
gründung auf das Fehlen der Adäquanz. Dem Beschwerdeführer ist zwar insofern zuzustim-
men, als die Beschwerdegegnerin den Schwerpunkt der Begründung von der Verfügung zum 
Einspracheentscheid geändert hat. Trotzdem hätte der Beschwerdeführer in seiner Einsprache 
zur adäquaten Kausalität Stellung nehmen können. Aus der Verfügung wurde ersichtlich, dass 
neben der natürlichen Kausalität auch die adäquate Kausalität erfüllt sein muss. Eine Verlet-
zung des rechtlichen Gehörs ist nicht ersichtlich. Selbst wenn aber eine Verletzung des Ge-
hörsanspruches vorliegen würde, wäre die Verletzung jedenfalls vor dem Kantonsgericht als 
geheilt zu betrachten. Bei derartigen Gehörsverletzungen ist praxisgemäss eine Heilung mög-
lich, sofern die Partei, deren rechtliches Gehör verletzt wurde, sich vor einer Instanz äussern 
kann, welche sowohl die Tat- als auch die Rechtsfragen uneingeschränkt überprüft (vgl. 
BGE 132 V 387 E. 5.1 mit Hinweisen). Dies ist in Bezug auf das Beschwerdeverfahren vor dem 
Kantonsgericht der Fall, sodass eine allfällige, beim Erlass der Verfügung erfolgte Gehörsver-
letzung als geheilt zu betrachten wäre. 
 
3. Zwischen den Parteien nicht mehr umstritten ist die Frage nach der Vergütung der Botu-
linum-Injektionen. Der Beschwerdeführer hat in seiner Stellungnahme vom 9. Juli 2018 festge-
halten, dass die Injektionen von der Beschwerdegegnerin entgegen ihrer Ankündigung in der 
mit angefochtenem Einspracheentscheid bestätigten Verfügung vom 24. Oktober 2016 letztlich 
doch noch bezahlt worden seien. Damit habe sich dieser Streitpunkt erledigt. Materiell strittig 
und im Folgenden zu prüfen ist hingegen, ob die Beschwerdegegnerin ihre Versicherungsleis-
tungen für die psychischen Folgen des Ereignisses vom 26. Mai 2014 zu Recht per 31. Oktober 
2016 eingestellt hat. 
 
4.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche-
rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl-
len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der 
versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand-
lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat 

 

 
 
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sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Dieses beträgt bei voller Arbeitsun-
fähigkeit 80 Prozent des versicherten Verdienstes. Bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es ent-
sprechend gekürzt (Art. 17 Abs.1 UVG). Der Anspruch entsteht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am 
dritten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähig-
keit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person. Art. 18 Abs. 1 
UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infolge des 
Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid ist. Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der 
Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes 
der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen 
der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbe-
handlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). 
 
4.2 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen 
dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Arbeitsunfähigkeit, Inva-
lidität, Integritätsschädigung) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht (BGE 129 V 181 
E. 3.1). Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne 
deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen 
Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Um-
schreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass 
ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, 
dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis-
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht 
weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 
(BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer 
gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, wo-
rüber die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung oder im Streitfall das Gericht – im Rah-
men der ihr obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen 
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit ei-
nes Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht 
(BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). 
 
4.3 Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, 
entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall 
nicht die natürliche und adäquate Ursache des fortbestehenden Gesundheitsschadens darstellt, 
wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft 
dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand erreicht ist, wie er unmittelbar 
vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach 
dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder 
später eingestellt hätte (Status quo sine). Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche 
Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten 
Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen 
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Da es sich um eine 
anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein 
leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicher-

 

 
 
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ten Person, sondern beim Unfallversicherer. Dieser muss jedoch nicht den Beweis für unfall-
fremde Ursachen erbringen. Welche Ursachen ein nach wie vor geklagtes Leiden hat, ist uner-
heblich. Entscheidend ist allein, ob die unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens 
ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahingefallen sind. Ebenso wenig geht es darum, 
vom Unfallversicherer den negativen Beweis zu verlangen, dass kein Gesundheitsschaden 
mehr vorliege oder dass die versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei (Sozialversiche-
rungsrecht - Rechtsprechung [SVR] 2008 UV Nr. 11 S. 35 E. 3.3 mit Hinweisen). 
 
4.4 Zur Abklärung medizinischer Sachverhalte – wie der Beurteilung des Gesundheitszu-
standes und insbesondere auch der Feststellung natürlicher Kausalzusammenhänge im Be-
reich der Medizin – ist die rechtsanwendende Behörde regelmässig auf Unterlagen angewie-
sen, die ihr vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (BGE 122 V 158 f. 
E. 1b mit zahlreichen weiteren Hinweisen). Das Gericht hat diese medizinischen Unterlagen 
nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung 
(vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozi-
alversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen 
und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung 
des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechen-
den medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial 
zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medi-
zinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entschei-
dend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beur-
teilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin  
oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit 
weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 
E. 1c).  
 
4.5 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu 
auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So wird zur Frage der beweisrechtlichen Verwertbarkeit 
der Berichte und Gutachten versicherungsinterner Fachpersonen der Grundsatz betont, wonach 
ein Anstellungsverhältnis dieser Person zum Versicherungsträger alleine nicht schon auf man-
gelnde Objektivität und Befangenheit schliessen lässt (BGE 125 V 353 E. 3b/ee). Diesen Be-
richten kommt allerdings nicht derselbe Beweiswert wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG 
eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten zu, sie 
sind aber soweit zu berücksichtigen, als auch nicht geringe Zweifel an der Richtigkeit ihrer 
Schlussfolgerungen bestehen (BGE 135 V 471 E. 4.7). 
 

 

 
 
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4.6 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen 
dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang be-
steht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu 
gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenser-
fahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der 
Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint 
(BGE 129 V 181 E. 3.2 mit Hinweis). Der Voraussetzung des adäquaten Kausalzusammen-
hangs kommt dabei die Funktion einer Haftungsbegrenzung zu (BGE 125 V 462 E. 5c, 
123 V 102 E. 3b mit Hinweisen). Ob bei Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhanges 
zwischen dem versicherten Ereignis und der eingetretenen gesundheitlichen Schädigung auch 
der erforderliche adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalzusammenhang besteht, ist eine 
Rechtsfrage, die nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln vom Gericht zu beurtei-
len ist (BGE 112 V 33 E. 1b). 
 
4.7 Im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen spielt die Adäquanz als recht-
liche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung 
des Unfallversicherers praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der na-
türlichen Kausalität deckt (BGE 134 V 111 f. E. 2.1, 127 V 103 E. 5b/bb). Als objektivierbar gel-
ten Untersuchungsergebnisse, die reproduzierbar und von der Person des Untersuchenden und 
den Angaben des Patienten unabhängig sind. Würde lediglich auf Ergebnisse klinischer Unter-
suchungen abgestellt, so würde fast in allen Fällen ein organisches Substrat namhaft gemacht, 
welches eine Adäquanzprüfung als nicht erforderlich erscheinen liesse. Nach konstanter bun-
desgerichtlicher Rechtsprechung kann deshalb von organisch objektiv ausgewiesenen Unfall-
folgen erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit apparati-
ven/bildgebenden Abklärungen bestätigt werden (für viele: Urteil des Bundesgerichts vom 
7. August 2008, 8C_806/2007, E. 8.2 mit zahlreichen Hinweisen). Diese Untersuchungsmetho-
den müssen zudem wissenschaftlich anerkannt sein (BGE 134 V 231 ff. mit Hinweisen). 
 
4.8 Liegen keine organisch (hinreichend) nachweisbaren Unfallfolgeschäden vor, hat eine 
besondere Adäquanzprüfung zu erfolgen. Dabei ist rechtsprechungsgemäss (BGE 127 V 103 
E. 5b/bb mit Hinweisen) wie folgt zu differenzieren: Hat die versicherte Person beim Unfall ein 
Schleudertrauma der Halswirbelsäule, einen äquivalenten Verletzungsmechanismus oder ein 
Schädel-Hirntrauma, dessen Folgen sich mit jenen eines Schleudertraumas vergleichen lassen 
(BGE 117 V 382 E. 4b), erlitten und liegt in der Folge das für diese Verletzung typische bunte 
Beschwerdebild vor (diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstö-
rungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, 
Wesensveränderung usw., vgl. BGE 119 V 338 E. 1), so ist die Adäquanz nach Massgabe der 
in BGE 117 V 359 ff. entwickelten und mit BGE 134 V 109 ff. modifizierten Grundsätze zu prü-
fen. Liegt kein Unfall mit einem Schleudertrauma oder einer adäquanzrechtlich äquivalenten 
Verletzung vor oder fehlt es nach einer solchen Verletzung an dem hierfür typischen bunten 
Beschwerdebild, so hat die Adäquanzbeurteilung psychischer Folgeschäden des Unfalls nach 
den in BGE 115 V 133 ff. entwickelten Kriterien zu erfolgen. Der Unterschied besteht darin, 
dass bei Unfällen mit einem Schleudertrauma der Halswirbelsäule (HWS) oder einer äquivalen-
ten Verletzung auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Unfallfolgen ver-

 

 
 
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zichtet wird (BGE 134 V 117 E. 6.2.1, 117 V 367 E. 6a in fine), während dem bei den übrigen 
Unfällen für die Beurteilung der Adäquanz psychischer Fehlentwicklungen lediglich das Unfall-
ereignis als solches und die dabei erlittenen körperlichen Gesundheitsschäden sowie deren 
objektive Folgen massgebend sind (BGE 115 V 140 E. 6c/aa). Als Ausnahme von diesen Re-
geln greift allerdings die auf die objektiven, physischen Unfallfolgen beschränkte Adäquanzbe-
urteilung auch bei Unfällen mit Schleudertrauma oder einer äquivalenten Verletzung Platz, 
wenn die zum hierfür typischen Beschwerdebild (vgl. dazu BGE 119 V 338 E. 1, 117 V 382 
E. 4b) gehörenden Beeinträchtigungen zwar teilweise gegeben sind, im Vergleich zu einer vor-
handenen, ausgeprägten psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten 
(BGE 123 V 99 E. 2a mit Hinweisen). 
 
5. Für die Beurteilung des medizinischen Sachverhaltes stehen zahlreiche medizinische 
Akten zur Verfügung, welche allesamt vom Gericht gewürdigt wurden. In der Folge werden in-
dessen lediglich entscheidrelevante Arztberichte und Gutachten wiedergegeben: 
 
5.1 Aufgrund des Unfallereignisses war der Versicherte vom 26. Mai 2014 bis 30. Mai 2014 
im Spital C.____ hospitalisiert. Am 1. Juni 2014 stellte das Spital C.____ einen Austrittsbericht 
aus. Als Diagnosen wurden ein Haut-/Weichteildefekt der rechten Wange von 3 x 3 cm nach 
Menschenbiss, eine Kontusion der linken Wange sowie eine Rissquetschwunde retroaurikulär 
links festgehalten. Am 26. Mai 2014 sei eine Operation durchgeführt worden, bei der eine Re-
plantation der Haut- und Fettgewebslappen der rechten Wange stattgefunden habe. 
 
5.2 Nach dem Ereignis vom 26. Mai 2014 begab sich der Beschwerdeführer auch aufgrund 
psychischer Beschwerden in Behandlung. Am 12. Oktober 2015 berichtete die behandelnde 
Psychotraumatologin, Frau E.____, dass der Versicherte seit dem 10. Oktober 2014 bei ihr in 
traumatherapeutischer Behandlung sei. Zu Beginn der Therapie habe der Beschwerdeführer 
unter starken Symptomen einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) gelitten. Diese 
hätten sich erheblich verbessert. Zu Beginn der Therapie habe der Versicherte jegliches Ge-
spräch über die Gerichtsverhandlung und den Täterkontakt vermieden, was sich jedoch in den 
letzten Wochen verändert habe. Es wäre für eine weitere Verbesserung der noch verbliebenen 
Symptome (Schlafstörungen, Angstzustände, emotionale Erregungszustände) und für den Ab-
schluss, sowohl der Therapie als auch des Ereignisses, für den Versicherten sehr wichtig, dass 
er Klarheit darüber erhalte, ob der Fall gerichtlich verfolgt werde und wann er mit einem Ver-
handlungstermin rechnen könne.  
 
5.3 Dr. D.____ führte am 23. August 2016 eine psychiatrische Standortbestimmung mit dem 
Versicherten durch. Das Gutachten zu Handen der AXA wurde am 14. Oktober 2016 ausge-
stellt. Als Diagnosen hielt Dr. D.____ eine anhaltende ängstlich-panikartige-depressive Anpas-
sungsstörung bei anhaltender Bedrohungssituation (ICD-10 F43.22) wechselhafter Ausprägung 
sowie eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 
F33.1), fest. Dr. D.____ berichtete, dass die zunehmende Anspannung und Erregung im Verlauf 
der Untersuchung zu einer massiven Einschränkung der Aufmerksamkeit und Konzentration 
geführt hätte, so dass der Versicherte schliesslich kaum mehr dem Gespräch folgen und die an 
ihn gerichteten Fragen habe auffassen können. Das Denken habe sich im Verlauf des Gesprä-

 

 
 
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ches vollständig auf die Gefahr eingeengt, welche weiterhin vom Täter ausgehe, auf Rachege-
fühle und auf massive Kränkungsgefühle. Ein Gespräch über andere Themen sei nicht mehr 
möglich gewesen. Die ständige Angst, vom Täter verfolgt zu werden, habe offensichtlich zu 
einer sensitiv-paranoiden Wahrnehmung geführt. Zum Schluss der Untersuchung sei ein affek-
tiver Rapport nicht mehr möglich gewesen, der Versicherte habe getrieben und verängstigt ge-
wirkt. Die Stimmung sei depressiv gewesen. Unter dem Abschnitt „Diskussion des Kausalzu-
sammenhangs zum Ereignis vom 26. Mai 2014“ führte Dr. D.____ aus, dass der Versicherte 
einem überraschenden tätlichen Angriff ausgesetzt gewesen sei. Dieses Ereignis erfülle nicht 
die Kriterien, wie sie für eine PTBS gefordert würden. Die in der Folge gezeigte ängstlich-
panikartige Symptomatik sei nicht spezifisch für eine PTBS und sei vielmehr Folge der vom 
Versicherten als anhaltend empfundenen Bedrohungssituation. Insgesamt bestehe deshalb 
kein kausaler Zusammenhang der aktuell bestehenden psychischen Symptomatik mit dem Er-
eignis vom 26. Mai 2014 an sich. 
 
5.4 Am 25. Oktober 2016 berichtete Frau E.____ über den Therapieverlauf. Sie führte aus, 
dass sich die PTBS-Symptomatik bis Ende 2015 durch die intensive Traumatherapie stetig ver-
bessert habe. Seit der Operation an der Narbe im Gesicht im Januar 2016 könne eine Reakti-
vierung der posttraumatischen Symptomatik mit Konzentrationsstörungen, depressiver Ver-
stimmung, Ängsten sowie verstärkten Schlafstörungen festgestellt werden. Erschwerend sei die 
berufliche Situation (Mobbing, Kündigung) hinzugekommen, die den Versicherten in eine zu-
nehmend depressive Stimmung mit verstärktem Grübeln und Rachegedanken versetzt habe. 
Ein weiterer Einbruch sei nach dem Gespräch mit Dr. D.____ im August 2016 eingetreten, bei 
dem der Beschwerdeführer einen Weinkrampf erlitten habe. Schliesslich würden auch die Nar-
be sowie der offene Ausgang der Gerichtsverhandlung die Therapie erschweren. Frau E.____ 
riet zu einer stationären Massnahme in einer auf die Behandlung von PTBS spezialisierten Kli-
nik. 
 
5.5 Am 5. November 2016 nahm die behandelnde Psychotherapeutin des Versicherten, 
Dr. G.____, Stellung zu der Standortbestimmung von Dr. D.____. Sie führte unter anderem aus, 
dass es sich bei den Albträumen und Flashbacks des Versicherten nicht um Angstanfälle, son-
dern um anhaltende Erinnerungen an das traumatische Erlebnis handle, die mit intensivem 
Stress verbunden seien. Die gegenwärtige depressive Episode sei in dieser Ausprägung erst 
nach der Änderungskündigung des Arbeitgebers in dieser Schwere aufgetreten. Ohne das vor-
herige Trauma und die damit verbundenen Arbeitsausfälle wäre es nicht dazu gekommen. Dass 
eine Operation an den Traumafolgen, der Narbe, eine Reexposition des Traumas darstelle und 
damit eine erneute Zunahme der Symptomatik verursache, spreche ebenfalls für die Diagnose 
einer PTBS. Der langwierige Verlauf sei durch die Schwere des Traumas, die tägliche Reexpo-
sition am Arbeitsplatz als Ort des Traumas, die zweimalige Operation ohne wirkliche Besserung 
und die noch ausstehende Gerichtsverhandlung bedingt. Es sei deshalb weiter eine spezielle 
traumatherapeutische und eine psychotherapeutische-psychiatrische Behandlung erforderlich. 
Eventuell sei auch eine stationäre Behandlung in einer entsprechenden Klinik erforderlich, um 
die Wiederaufnahme einer Berufstätigkeit zu ermöglichen. 
 

 

 
 
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5.6 Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens reichte der Beschwerdeführer am 18. April 2018 
weitere medizinische Berichte ein. Vom 30. Januar 2018 bis zum 7. März 2018 sei er in statio-
närer Behandlung in der Klinik H.____ in Y.____, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, 
gewesen. Der ambulante Psychotherapeut habe die Einweisung empfohlen, nachdem der Ver-
sicherte wenige Wochen zuvor in Folge eines familiären Konflikts einen Suizidversuch unter-
nommen hatte. Im Austrittsbericht vom 7. März 2018 wurden die Diagnosen einer schweren 
depressiven Episode (ICD-10 F32.2) sowie einer posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10 
F43.1) gestellt. Neben dem Austrittsbericht reichte der Versicherte ausserdem ein Schreiben 
einer weiteren Klinik ein, in welcher eine erneute stationäre Behandlung geplant sei. 
 
6.1 In der Prüfungsabfolge wäre zunächst die natürliche Kausalität der noch bestehenden 
psychischen Beschwerden im Zusammenhang mit dem fraglichen Ereignis vom 26. Mai 2014 
zu untersuchen. Die Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang kann nach der Recht-
sprechung in jenen Fällen offen gelassen werden, in welchen der für die Bejahung einer Leis-
tungspflicht erforderliche adäquate Kausalzusammenhang ohnehin verneint werden muss, was 
vorliegend – wie sogleich aufzuzeigen ist – der Fall ist (SVR 1995 U 23 S 68 E. 3c; ebenso: 
Urteil des Bundesgerichts vom 2. Juli 2010, 8C_182/2010, E. 3.2). Deswegen ist vorliegend auf 
Ausführungen in Bezug auf die natürliche Kausalität zu verzichten. 
 
6.2 Für die Prüfung der Adäquanz kommt im vorliegenden Fall die sogenannte „Psycho-
Praxis“ zur Anwendung (vgl. E. 4.8 hiervor). Dabei werden die psychischen Beeinträchtigungen 
ausser Acht gelassen und nur die somatischen Beschwerden bei der Prüfung der besonderen 
Adäquanzkriterien berücksichtigt. Im Zeitpunkt, auf welchen die Beschwerdegegnerin die stritti-
ge Leistungseinstellung anordnete (per 31. Oktober 2016), war der Versicherte gemäss der 
medizinischen Aktenlage fast ausschliesslich psychisch beeinträchtigt. Es genügt, dass bezüg-
lich der somatischen Beschwerden ein Endzustand erreicht ist. Unter diesen Umständen ist im 
Ergebnis nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin den Fallabschluss per 31. Okto-
ber 2016 vorgenommen und geprüft hat, ob die beim Versicherten noch vorhandenen gesund-
heitlichen Beeinträchtigungen in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum 
Unfallereignis vom 26. Mai 2014 stehen. Darauf ist im Folgenden einzugehen. 
 
6.3 Es ist unbestritten, dass der Versicherte am 26. Mai 2014 insbesondere einen 3 x 3 cm 
grossen Weichteildefekt bzw. einen Biss in seine rechte Wange erlitten hat. Der Beschwerde-
führer hat demnach anlässlich des Unfallereignisses weder ein Schleudertrauma der HWS noch 
eine adäquanzrechtlich äquivalente Verletzung erlitten. Die somatischen Unfallfolgeschäden an 
der Wange sind nach zwei Jahren und fünf Monaten grösstenteils ausgeheilt und verursachen 
keine wesentlichen Beschwerden mehr. Beim Versicherten sind keine organisch (hinreichend) 
nachweisbaren Unfallfolgeschäden mehr nachweisbar. Ausserdem hat die Beschwerdegegne-
rin die Leistungen für die körperlichen Beschwerden ohnehin nicht eingestellt. Im vorliegenden 
Beschwerdeverfahren geht es einzig um die Einstellung der Versicherungsleistungen für die 
psychischen Beschwerden des Versicherten. Deswegen ist im vorliegenden Fall für die Adä-
quanzprüfung die sogenannte „Psycho-Praxis“ anzuwenden (BGE 123 V 99 E. 2a mit Hinwei-
sen). 
 

 

 
 
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6.4 Nach der Rechtsprechung zur „Psycho-Praxis“ setzt die Bejahung des adäquaten Kau-
salzusammenhangs zwischen einem Unfallereignis und einer anschliessend einsetzenden psy-
chischen Fehlentwicklung im Einzelfall voraus, dass dem Unfallereignis für die Entstehung der 
psychisch bedingten Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. 
Dies trifft dann zu, wenn es objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten 
ernsthaft ins Gewicht fällt (BGE 115 V 141 E. 7 mit Hinweisen). Für die Beurteilung dieser Fra-
ge ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – ausgehend vom augenfälligen Geschehens-
ablauf – folgende Einteilung der Unfälle in drei Gruppen zweckmässig erscheint: banale bzw. 
leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der dazwischen liegende 
mittlere Bereich (BGE 115 V 138 E. 6). Während bei leichten bzw. banalen Unfällen der adä-
quate Kausalzusammenhang in der Regel ohne weiteres verneint werden kann, weil auf Grund 
der allgemeinen Lebenserfahrung, aber auch unter Einbezug unfallmedizinischer Erkenntnisse 
davon ausgegangen werden darf, dass ein solcher Unfall nicht geeignet ist, einen erheblichen 
Gesundheitsschaden zu verursachen, ist der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall 
und Folgen bei schweren Unfällen in der Regel zu bejahen. Denn nach dem gewöhnlichen Lauf 
der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung sind solche Unfälle geeignet, invalidisie-
rende psychische Gesundheitsschäden zu bewirken. Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich 
lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang be-
steht, nicht auf Grund des Unfalls allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv 
erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall in Zusammenhang stehen oder als 
direkte oder indirekte Folge davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Als 
wichtigste Kriterien sind nach der Rechtsprechung (BGE 115 V 140 E. 6c/aa) zu nennen: 
 
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; 
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsge-
mässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen; 
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung; 
körperliche Dauerschmerzen; 
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; 
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen; 
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit. 
 
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall er-
forderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurteilung des adäquaten Kausal-
zusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Das trifft einerseits dann zu, wenn es sich um 
einen Unfall handelt, der zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar 
als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist. Anderseits kann im gesamten mittle-
ren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt 
ist. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes bzw. ausschlaggebendes Gewicht zu, so müs-
sen mehrere unfallbezogene Kriterien herangezogen werden. Handelt es sich beispielsweise 
um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenzbereich zu den leichten Unfällen zu-
zuordnen ist, müssen die weiteren zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallen-
der Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht wird. Diese Würdigung des Unfalls zusammen 
mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung des adäquaten Kausalzusam-

 

 
 
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menhangs. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach anderen Ursachen zu forschen, die möglich-
erweise, die psychische Fehlreaktion mitbegünstigt haben könnten (BGE 115 V 140 E. 6c/bb). 
 
6.5 Die Geschehnisse vom 26. Mai 2014 lassen sich gemäss der Anzeige der Polizei 
Z.____ vom selben Tag wie folgt zusammenfassen: Aufgrund der Annahme, seine Frau hätte 
ein Verhältnis mit dem Beschwerdeführer, begab sich I.____ am Montag, 26. Mai 2014 zum 
Arbeitsplatz des Versicherten, zur Firma B.____ GmbH in X.____. I.____ fuhr mit seinem Fahr-
zeug nach X.____, wo er bereits auf der Strasse auf den Versicherten traf. In der Lagerhalle der 
Firma angekommen, traf I.____ auf seine Ehefrau, welche bereits wusste, dass sich die beiden 
Männer auf der Strasse schon verbal gestritten hatten. I.____ bat seine Frau, mit nach unten 
auf die Rampe zu kommen. Beim Hinuntergehen gab er seiner Ehefrau einen Schubs, weshalb 
diese stürzte. Zudem gab er ihr eine Ohrfeige. Im weiteren Verlauf kam der Versicherte im Be-
reich der Eingangstüre zur Firma dazu. Nachdem der Beschwerdeführer etwas auf Deutsch zur 
Ehefrau von I.____ gesagt hatte (was dieser nicht verstanden hatte) und der Versicherte zudem 
eine Faustbewegung gegen I.____ gemacht hatte, rastete dieser endgültig aus und es kam zu 
einem Handgemenge zwischen I.____ und dem Beschwerdeführer. In dessen Verlauf biss 
I.____ dem Versicherten ein 5-Franken grosses Stück Fleisch aus der rechten Wange. Zudem 
wurde das linke Ohr des Versicherten fast abgetrennt. Ob dies auch durch einen Biss verur-
sacht wurde, konnte im Nachhinein nicht festgestellt werden. Im Verlaufe dieses Handgemen-
ges brach sich I.____ den Daumen seiner rechten Hand. Das Ganze muss sich in kurzer Zeit 
abgespielt haben. Durch das Geschrei kamen zwei Mitarbeiter der J.____ AG zur Hilfe und 
trennten die beiden Männer. 
 
Am 12. September 2017 erging das Urteil des Strafgerichtspräsidenten des Strafgerichts Basel-
Landschaft. Das Urteil ist in Rechtskraft erwachsen. I.____ wurde aufgrund des Vorfalles vom 
26. Mai 2014 der einfachen Körperverletzung schuldig erklärt und zu einer bedingt vollziehba-
ren Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu je Fr. 80.--, bei einer Probezeit von zwei Jahren, verur-
teilt. Ausserdem wurde I.____ dazu verurteilt, dem Beschwerdeführer eine Genugtuung in Höhe 
von Fr. 8‘000.-- zuzüglich 5% Zins seit dem 26. Mai 2014 zu bezahlen. 
 
6.6 Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers handelt es sich beim Vorfall vom 
26. Mai 2014 nicht um einen schweren Unfall. Die Darstellung des Versicherten, wonach es 
sich um einen eigentlichen Amoklauf lebensbedrohenden Ausmasses gehandelt habe, findet in 
den Strafakten keine Stütze. Der Täter hat dem Versicherten zwar in die Wange gebissen bzw. 
ein Stück Fleisch aus dessen Wange herausgebissen, was für den Beschwerdeführer sicherlich 
enorm beängstigend und schmerzhaft war. Objektiv war die Situation aber nicht lebensgefähr-
lich. Der Strafgerichtspräsident hat I.____ denn auch lediglich der einfachen Körperverletzung 
schuldig erklärt. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung sind tätliche Auseinandersetzun-
gen grundsätzlich als mittelschwere Unfälle zu qualifizieren. Vereinzelt wurde ein mittelschwerer 
Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen oder ein mittelschweres Ereignis im Grenzbe-
reich zu den schweren Unfällen angenommen (Urteil des Bundesgerichts vom 14. März 2013, 
8C_893/2012, E. 4.1 mit weiteren Hinweisen). Eine tätliche Auseinandersetzung, in deren Ver-
lauf der versicherten Person ein grosses Fleischmesser in den Magen gestochen wurde, wobei 
deren Tod mindestens in Kauf genommen wurde, hat das Bundesgericht als mittelschwer im 

 

 
 
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Grenzbereich zu den schweren Unfällen qualifiziert (Urteil des Bundesgerichts vom 28. Januar 
2009, 8C_519/2008, E. 5.2.2). Bei einem Ereignis, bei welchem ein Mann von zwei anderen 
Männern mit Fäusten und einem Baseballschläger bewaffnet tätlich angegriffen und verletzt 
wurde, ging das Bundesgericht von einem Unfall im eigentlich mittleren Bereich aus (Urteil des 
Bundesgerichts vom 3. November 2010, 8C_681/2010, E. 6.2). Mit Blick auf vergleichbare Fälle 
bzw. Fälle, in denen ebenfalls eine tätliche Auseinandersetzung stattfand, rechtfertigt es sich, 
den Geschehensablauf des vorliegenden Falles als Unfall im eigentlichen mittleren Bereich zu 
qualifizieren. 
 
6.7 Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Fol-
gen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht auf Grund des Unfalls allein schlüssig 
beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem 
Unfall in Zusammenhang stehen oder als direkte oder indirekte Folge davon erscheinen, in eine 
Gesamtwürdigung einzubeziehen (vgl. E. 6.4 hiervor).  
 
Im vorliegenden Fall können aus den Akten weder besonders dramatische Begleitumstände 
noch eine besondere Eindrücklichkeit des Unfalls hergeleitet werden. Jedem mindestens mittel-
schweren Unfall ist eine gewisse Eindrücklichkeit eigen, die somit noch nicht für die Bejahung 
des Kriteriums ausreichen kann (Urteil des Bundesgerichts vom 16. Dezember 2016, 
8C_611/2016, E. 3.4 mit weiteren Hinweisen). Weiter ist auch die Schwere oder besondere Art 
der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehl-
entwicklungen auszulösen, zu verneinen. Der Versicherte erlitt anlässlich der Auseinanderset-
zung eine Bisswunde an der rechten Wange, was weder eine besonders schwere noch eine 
besondere Art von Verletzung darstellt. Des Weiteren kann nicht davon gesprochen werden, 
dass der Beschwerdeführer eine ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung oder 
körperliche Dauerschmerzen auf sich nehmen musste. Auch eine ärztliche Fehlbehandlung, 
welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert, oder ein schwieriger Heilungsverlauf und er-
hebliche Komplikationen liegen nicht vor. Auch das Kriterium bezüglich Grad und Dauer der 
physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit kann nicht als gegeben betrachtet werden. Somit ist der 
adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und der psychischen Fehlent-
wicklung zu verneinen. 
 
7.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, dass auch ein Anwendungsfall der gewöhnlichen 
Adäquanzbeurteilung vorliegen könnte, welche insbesondere bei sog. Schreckerlebnissen zur 
Anwendung gelange. 
 
7.2 Rechtsprechung und Lehre haben schreckbedingte plötzliche Einflüsse auf die Psyche 
seit jeher als Einwirkung auf den menschlichen Körper (im Sinne des geltenden Unfallbegriffes) 
anerkannt und für ihre unfallversicherungsrechtliche Behandlung besondere Regeln entwickelt. 
Danach setzt die Annahme eines Unfalles voraus, dass es sich um ein aussergewöhnliches 
Schreckereignis, verbunden mit einem entsprechenden psychischen Schock, handelt; die seeli-
sche Einwirkung muss durch einen gewaltsamen, in der unmittelbaren Gegenwart der versi-
cherten Person sich abspielenden Vorfall ausgelöst werden und in ihrer überraschenden Heftig-
keit geeignet sein, auch bei einem gesunden Menschen durch Störung des seelischen Gleich-

 

 
 
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gewichts typische Angst- und Schreckwirkungen hervorzurufen. In jüngerer Zeit wurde diese 
Rechtsprechung bestätigt und dahingehend präzisiert, dass auch bei Schreckereignissen nicht 
nur die Reaktion eines (psychisch) gesunden Menschen als Vergleichsgrösse dienen kann, 
sondern in diesem Zusammenhang ebenfalls auf eine "weite Bandbreite" von Versicherten ab-
zustellen ist. Zugleich hat das Gericht dabei relativierend, unter Bezugnahme auf den massge-
blichen Unfallbegriff, betont, dass sich das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit definitions-
gemäss nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber bezieht, 
weshalb nicht von Belang sein könne, wenn der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, un-
erwartete Folgen nach sich zog (Urteil des Bundesgerichts vom 28. März 2008, 8C_653/2007, 
E. 2.2 unter Hinweis auf BGE 129 V 177). 
 
7.3 Die Adäquanz des Kausalzusammenhangs zwischen einem Schreckereignis ohne kör-
perliche Verletzungen und den nachfolgend aufgetretenen psychischen Störungen beurteilt sich 
nach der allgemeinen Formel (gewöhnlicher Lauf der Dinge und allgemeine Lebenserfahrung; 
BGE 129 V 177 E. 4.2). Diese Rechtsprechung trägt der Tatsache Rechnung, dass bei Schre-
ckereignissen – anders als im Rahmen üblicher Unfälle – die psychische Stresssituation im 
Vordergrund steht, wogegen dem somatischen Geschehen keine (entscheidende) Bedeutung 
beigemessen werden kann. An den adäquaten Kausalzusammenhang zwischen psychischen 
Beschwerden und so genannten Schreckereignissen werden – im Hinblick auf ihre schwere 
Kontrollierbarkeit – hohe Anforderungen gestellt. Nach der Rechtsprechung besteht die übliche 
und einigermassen typische Reaktion auf solche Ereignisse erfahrungsgemäss darin, dass 
zwar eine Traumatisierung stattfindet, diese aber vom Opfer in aller Regel innerhalb einiger 
Wochen oder Monate überwunden wird (Urteile des Bundesgerichts vom 14. Juli 2014, 
8C_51/2014, E. 6.1 sowie vom 28. März 2008, 8C_653/2007, E. 2.4 f. mit weiteren Hinweisen). 
 
Bereits an dieser Stelle stellt sich die Frage, ob es sich beim Vorfall vom 26. Mai 2014 über-
haupt um ein Schreckereignis handelt. Denn die somatischen Folgen des Ereignisses erschei-
nen im vorliegenden Fall nicht untergeordnet. Die psychische Stresssituation stand nicht offen-
sichtlich im Vordergrund. Der Versicherte hat eine somatisch nicht unerhebliche Verletzung er-
litten. Im vorliegenden Fall kann offen gelassen werden, ob es sich beim Ereignis vom 26. Mai 
2014 um ein Schreckereignis handelt oder nicht. Denn wie nachfolgend ausgeführt wird, müsste 
die adäquate Kausalität der aktuell noch bestehenden psychischen Beschwerden des Versi-
cherten auch nach dieser Beurteilung verneint werden. 
 
7.4 In Bezug auf die Adäquanzprüfung bei Schreckereignissen gibt es eine umfangreiche 
Rechtsprechung des Bundesgerichts. Diese lässt sich unterteilen in Entscheide, in denen die 
Adäquanz in zeitlicher Hinsicht unbegrenzt bejaht wurde und Entscheide, in denen die Adä-
quanz für eine beschränkte Dauer bestätigt wurde. Auf unbeschränkte Dauer bejahte das Bun-
desgericht die Adäquanz ausschliesslich in Fällen, in denen für die versicherte Person eine un-
mittelbare reale Todesgefahr bestand oder ein schwerwiegender Eingriff in die körperliche In-
tegrität erfolgte. So ging es in diesen Fällen um eine Vergewaltigung (Urteil des Bundesgerichts 
vom 5. November 2015, 8C_412/2015), um einen sexuellen Übergriff (Urteil des Bundesge-
richts vom 1. September 2008, 8C_522/2007), um einen Angriff mit einer Kettensäge und er-
heblichen Verletzungen (Urteil des Bundesgerichts vom 15. April 2014, 8C_480/2013), um ei-

 

 
 
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nen Brandanschlag mit Todesopfern (Urteil des Bundesgerichts vom 3. März 2015, 
8C_857/2014), um einen Verkehrsunfall mit verschuldeter Todesfolge für die Ehefrau des Ver-
sicherten (Urteil des Bundesgerichts vom 11. Dezember 2013, 8C_593/2013) sowie um einen 
Überlebenden des Tsunamis vom 26. Dezember 2004 (Urteil des Bundesgerichts vom 
1. September 2008, 8C_522/2007). Ohne den zu beurteilenden Überfall vom 26. Mai 2014 zu 
verharmlosen, kann er nicht mit den vorgenannten Präjudizien verglichen werden. Der Angriff 
vom 26. Mai 2014 ist daher nicht geeignet, eine in zeitlicher Hinsicht unbegrenzte psychische 
Störung mit andauernder Arbeitsunfähigkeit auszulösen.  
 
7.5 Es stellt sich somit die Frage, für welche Zeitspanne der adäquate Kausalzusammen-
hang bejaht werden kann. Die Vorinstanz hat die Adäquanz während zwei Jahren und fünf Mo-
naten als gegeben erachtet. In vergleichbaren Urteilen, in welchen von einer zeitlichen Begren-
zung der Adäquanz ausgegangen wurde, hat das Bundesgericht Kriterien herausgeschält, die 
sich eher verlängernd, und solche, die sich eher verkürzend auf die Adäquanzdauer auswirken. 
So wirken sich einerseits die Dauer des Schreckereignisses und andererseits die Schwere der 
erlittenen Verletzungen auf die Dauer der Adäquanz aus. Je länger die Dauer des Schrecker-
eignisses und je schwerer die dabei erlittene Verletzung ist, desto länger ist eine Beeinträchti-
gung der Arbeitsfähigkeit adäquat kausal (Urteil des Bundesgerichts vom 4. Juni 2013, 
8C_266/2013, E. 2). Überdies sprechen auch folgende Elemente gemäss bundesgerichtlicher 
Praxis eher für eine Verlängerung der Adäquanzdauer: Wenn der Überfall am Arbeitsort statt-
findet, an welchem sich das Opfer geschützt fühlen darf; wenn sich das Opfer einer Mehrheit 
von Tätern gegenübersieht; wenn der Täter eine Schusswaffe oder eine andere gefährliche 
Waffe einsetzt; wenn die Täterschaft maskiert ist; wenn die Täterschaft sexuelle Gewalt anwen-
det oder androht; wenn die Täterschaft das Opfer fesselt oder auf eine andere Art wehrlos 
macht; wenn das Opfer eingesperrt wird oder wenn beim Opfer ein beeinträchtigter psychischer 
Vorzustand besteht (vgl. zum Ganzen: Urteile des Bundesgerichts vom 1. September 2008, 
8C_522/2007, E. 4.3.4; vom 29. Februar 2016, 8C_2/2016, E. 4.2; vom 23. Mai 2016, 
8C_167/2016, E. 4.2.3). 
 
7.6 Aus den Strafakten wird ersichtlich, dass der Vorfall vom 26. Mai 2014 gemäss eigenen 
Angaben des Versicherten nicht einmal eine Minute gedauert hat. Nach dieser ziemlich kurzen 
Dauer kamen dem Beschwerdeführer zwei Mitarbeiter zur Hilfe. Der Angreifer hat zudem nicht 
wahllos oder mit Waffengewalt auf den Versicherten eingewirkt. Auch die dabei erlittene Verlet-
zung ist nicht als besonders schwer zu bewerten. Für eine Verlängerung der Adäquanzdauer 
spräche einzig das Element, dass der Überfall am Arbeitsort des Beschwerdeführers stattge-
funden hat. Selbst wenn man also davon ausginge, dass es sich im vorliegenden Fall um ein 
Schreckereignis handelt, könnte die Adäquanz nach zwei Jahren und fünf Monaten nicht mehr 
bejaht werden. Die Rechtsprechung anerkennt zwar, dass durch Schreckereignisse eine Trau-
matisierung stattfindet. Diese werde aber von den Opfern in aller Regel innerhalb einiger Wo-
chen oder Monate überwunden. In einem Fall, indem ein Mann Opfer eines Raubüberfalles 
wurde, bestätigte das Bundesgericht beispielsweise die Leistungseinstellung durch die Versi-
cherung für die danach entstandene PTBS nach rund eineinhalb Jahren. Der Versicherte im 
soeben erwähnten Fall wurde von drei maskierten Männern überfallen, als er bei seiner Tätig-
keit als Barkeeper mit Aufräumarbeiten beschäftigt war. Er wurde mit Schusswaffen bedroht 

 

 
 
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sowie mit Faustschlägen ins Gesicht und Fusstritten in den Bauch traktiert (vgl. zum Ganzen 
das Urteil des Bundesgerichts vom 14. April 2008, U 593/06). Unter diesen Umständen wäre 
auch in Anwendung der Rechtsprechung zu den Schreckereignissen die Adäquanz der psychi-
schen Beschwerden des Versicherten über den 31. Oktober 2016 hinaus zu verneinen. 
 
8. Zusammenfassend kommt das Gericht zum Schluss, dass die Frage nach der natürli-
chen Kausalität offen gelassen werden kann, da die adäquate Kausalität über den 31. Oktober 
2016 hinaus ohnehin nicht gegeben ist. Offen bleiben kann auch, ob das Ereignis vom 26. Mai 
2014 als Schreckereignis zu qualifizieren ist. Denn sowohl in Anwendung der Psycho-Praxis als 
auch in Anwendung der allgemeinen Adäquanzformel bei Schreckereignissen ist die adäquate 
Kausalität der noch bestehenden psychischen Beschwerden zu verneinen. Mit diesem Ergebnis 
soll keineswegs zum Ausdruck gebracht werden, dass der Versicherte nicht erheblich unter den 
noch bestehenden psychischen Beschwerden leidet. Jedoch können diese Beeinträchtigungen 
im Lichte der vorstehenden Ausführungen nicht mehr als adäquate Folge des Ereignisses vom 
26. Mai 2014 anerkannt werden. Die Beschwerdegegnerin hat während zwei Jahren und fünf 
Monaten den adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis und der in der Folge 
aufgetretenen psychischen Störungen anerkannt und Versicherungsleistungen erbracht. Im 
Quervergleich mit anderen Fällen erscheint die versicherungsrechtlich relevante Dauer ange-
messen. Die Einstellung nach dieser Leistungsdauer ist nicht zu beanstanden. Die Beschwerde 
des Versicherten ist demnach abzuweisen. 
 
9. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die Par-
teien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu er-
heben. Die ausserordentlichen Kosten sind wettzuschlagen. 
  

 

 
 
Seite 18   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 http://www.bl.ch/kantonsgericht