# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 62b9f95e-412a-5a21-9994-177e71f56965
**Source:** Wettbewerbskommission ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** Edelmetalle: Verfügung vom 27.5.2019
**Docket/Reference:** Edelmetalle%20Verf%C3%BCgung%20vom%2027
**URL:** https://www.weko.admin.ch/dam/weko/de/dokumente/2019/edelmetalle-verfuegung-vom-27-5-2019.pdf.download.pdf/Edelmetalle%20Verf%C3%BCgung%20vom%2027.5.2019.pdf

## Full Text

Wettbewerbskommission WEKO 
Commission de la concurrence COMCO 
Commissione della concorrenza COMCO 
Competition Commission COMCO 

Verfügung 

vom 27. Mai 2019 

in Sachen 

Untersuchung 22-0455 gemäss Art. 27 KG 
betreffend 

Edelmetalle 
wegen möglicherweise unzulässiger Wettbewerbsabrede gemäss 
Art. 5 Abs. 3 KG 

1. Bank Julius Bär & Co. AG, Bahnhofstrasse 36, Zürich 
vertreten durch die Rechtsanwälte Dr. Patrick Sommer und Marion 
Wyler, CMS von Erlach Poncet AG, Dreikönigstrasse 7, 8022 Zürich 

2. Barclays Bank plc, 1 Churchill Place, London E14 5HP, United 
Kingdom 
vertreten durch Rechtsanwalt Prof. Dr. Patrick Krauskopf, AGON 
Partners, Wiesenstrasse 17, 8008 Zürich 

3. Deutsche Bank Aktiengesellschaft, Taunusanlage 12, 60325 
Frankfurt am Main, Deutschland 
vertreten durch die Rechtsanwälte Dr. Marcel Meinhardt und 
Dr. Felix Prümmer, Lenz & Staehelin, Brandschekestrasse 24, 
8027 Zürich 

4. HSBC Bank plc., 8 Canada Square, London, E14 5 HQ 
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Benoît Merkt, Lenz & Staehelin, 
Route de Chêne 30, 1211 Genève 17 

5. Mitsui & Co. Precious Metals, Inc., Delaware 
vertreten durch die Rechtsanwälte Prof. Dr. Philipp Zurkinden und 
Bernhard Lauterburg, Prager Dreifuss AG, Schweizerhof-Passage 
7, CH-3001 Bern 

6. Morgan Stanley, 1585 Broadway Avenue, New York, NY 10036  
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Mani Reinert, Bär & Karrer AG, 
Brandschenkestrasse 90, 8027 Zürich 

7. UBS Group AG, Bahnhofstrasse 45, 8001 Zürich 
vertreten durch Homburger AG, Dr. Marcel Dietrich, Andreas 
Burger, Prime Tower, Hardstrasse 201, 8005 Zürich 

gegen 

22-00031/COO.2101.111.7.346599 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Besetzung 

Andreas Heinemann (Präsident, Vorsitz), 
Danièle Wüthrich-Meyer (Vizepräsidentin), 
Florence Bettschart-Narbel, Nicolas Diebold, Winand Emons, 
Andreas Kellerhals, Isabel Martínez, Rudolf Minsch, Martin Rufer  

22-00031/COO.2101.111.7.346599  

2 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Inhaltsverzeichnis 

A 

Verfahren .................................................................................................................... 4 

A.1  Gegenstand der Untersuchung .................................................................................... 4 
A.2  Prozessgeschichte ....................................................................................................... 4 

B 

Erwägungen ............................................................................................................... 5 

B.1  Geltungsbereich ........................................................................................................... 5 
Persönlicher Geltungsbereich ................................................................................. 5 
B.1.1 
Sachlicher Geltungsbereich ..................................................................................... 5 
B.1.2 
Örtlicher und zeitlicher Geltungsbereich .................................................................. 6 
B.1.3 
B.2  Vorbehaltene Vorschriften ........................................................................................... 6 
B.3  Einstellung der Untersuchung 22-0455: Edelmetalle .................................................... 6 
Zuständigkeit ........................................................................................................... 6 
B.3.1 
Voraussetzung der Verfahrenseinstellung im Allgemeinen ...................................... 6 
B.3.2 
Kein Nachweis für das Vorliegen eines Kartellrechtsverstosses .............................. 7 
B.3.3 

C 

D 

E 

Kosten ........................................................................................................................ 7 

Ergebnis ..................................................................................................................... 8 

Dispositiv ................................................................................................................... 9 

22-00031/COO.2101.111.7.346599  

3 

 
 
 
 
 
 
 
A 

Verfahren 

A.1  Gegenstand der Untersuchung 

1.  Gegenstand der Untersuchung bilden diverse Verhaltensweisen im Bereich des Handels 
mit Edelmetallen, welche möglicherweise Abreden im Sinne des Kartellgesetzes sein könnten. 
Als Edelmetalle (Precious Metals = PM) gelten dabei Gold, Silber, Platin und Palladium. 

Zu beurteilen sind Kommunikationen (Chats) zwischen hauptsächlich in Singapur stati-
2. 
onierten Händlern der Untersuchungsadressatinnen, welche folgende Verhaltensweisen dar-
stellen könnten:  

(1)  Allfällige  Vereinbarungen  von  Bid-/Offer-Spreads  im  Edelmetallhandel.  Beim 
Spread handelt es sich um die Differenz zwischen dem Bid- und Offer-Preis zu dem 
ein  Edelmetallhändler  bereit  ist,  ein  gewisses  Edelmetall  zu  handeln;  er  korreliert 
mit der Gewinnmarge auf einer Transaktion. Spreads sind einer der Parameter, in 
Bezug auf welche Edelmetallhändler miteinander im Kundengeschäft sowie im In-
terbanken-Handel konkurrieren. Ein engerer Spread entspricht einem kompetitive-
ren Preis aus Kundensicht, führt aber zu einer geringeren möglichen Gewinnmarge 
der Bank bzw. des Handelshauses. 

(2)  Allfällige Koordinierungen von Kaufs- und Verkaufsstrategien um von Marktbewe-

gungen zu profitieren und um sogenannte «Stop loss Orders» auszulösen. 

(3)  Allfälliger Austausch von vertraulichen Informationen, etwa über Handelspositionen, 

Handelsstrategien und spezifische pendente oder bevorstehende Aufträge. 

3. 
Es stellt sich die Frage, ob diese Verhaltensweisen zwischen den Edelmetallhändlern 
der Untersuchungsadressatinnen zu einem Kartellrechtsverstoss in der Form einer unzulässi-
gen Wettbewerbsbeschränkung gemäss Art. 5 KG geführt haben. 

A.2 

Prozessgeschichte 

4. 
Im Jahr 2014 wurde beim Sekretariat eine Selbstanzeige mündlich zu Protokoll gegeben. 
Darin  wurden  mögliche  unzulässige  Absprachen  im  Bereich  des  Handels  mit  Edelmetallen 
angezeigt. Bis zum 26. Mai 2016 ergänzte die Selbstanzeigerin ihre Selbstanzeige in mehre-
ren mündlichen Protokollaussagen. 

5. 
Am 23. September 2015 eröffnete das Sekretariat der Wettbewerbskommission (Sekre-
tariat)  im  Einvernehmen  mit  dem  Präsidenten  eine  Untersuchung  gegen  (in  alphabetischer 
Reihenfolge): Bank Julius Bär & Co. AG (Julius Bär), Barclays Bank plc (Barclays), Deutsche 
Bank  Aktiengesellschaft  (Deutsche  Bank),  HSBC  Bank  plc.  (HSBC),  Mitsui  &  Co.  Precious 
Metals, Inc. (MPM), Morgan Stanley, Morgan Stanley & Co. LLC (Morgan Stanley) und UBS 
(alle zusammen Untersuchungsadressatinnen). Gleichzeitig wurde der ersten Selbstanzeige-
rin gemäss Art. 9 Abs. 3 lit. a SVKG mitgeteilt, dass sie die Voraussetzungen für die „conditi-
onal leniency“ erfüllt hat. Bereits vor der Untersuchungseröffnung trat der damalige Direktor 
des Sekretariates in den Ausstand aufgrund einer Verwandtschaftsbeziehung zu einer Person, 
die bei einer der Untersuchungsadressatinnen angestellt war. 

Nach der Verfahrenseröffnung erfolgten zwei weitere Selbstanzeigen, welche in mehre-

6. 
ren mündlichen Protokollaussagen ergänzt wurden. 

7.  Mit den Verhaltensweisen war nicht nur die WEKO, sondern waren namentlich auch die 
Europäische Kommission, das US-amerikanische Departement of Justice (DoJ), die Compe-
tition Commission of Singapore (CCS), die Australian Competition and Consumer Commission 

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4 

 
 
 
 
(ACCC), die New Zealand Commerce Commission (NZCC) sowie das britische Office of Fair 
Trading (OFT) befasst. 

B 

Erwägungen 

B.1  Geltungsbereich 

B.1.1  Persönlicher Geltungsbereich 

Das Kartellgesetz (KG)1 gilt in persönlicher Hinsicht sowohl für Unternehmen des priva-
8. 
ten wie auch für solche des öffentlichen Rechts (Art. 2 Abs. 1 KG). Als Unternehmen im Sinne 
des Kartellgesetzes gelten sämtliche Nachfrager oder Anbieter von Gütern und Dienstleistun-
gen  im  Wirtschaftsprozess,  unabhängig  von  ihrer  Rechts-  oder  Organisationsform  (Art. 2 
Abs. 1bis KG). 

Bei Konzernen stellen die rechtlich selbstständigen Konzerngesellschaften mangels wirt-
9. 
schaftlicher Selbstständigkeit keine Unternehmen im Sinne von Art. 2 Abs. 1bis KG dar. Als 
Unternehmen gilt in solchen Fällen der Konzern als Ganzes.2 

10.  Bei den Untersuchungsadressatinnen handelt es sich je um Banken-Gruppen unter ein-
heitlicher Leitung. Julius Bär, Barclays, Deutsche Bank, HSBC, MPM, Morgan Stanley und die 
UBS bilden Konzerne, welche als Ganzes den Unternehmensbegriff von Art. 2 Abs. 1bis KG 
erfüllen. 

B.1.2  Sachlicher Geltungsbereich 

In sachlicher Hinsicht erstreckt sich das Kartellgesetz auf das Treffen von Kartell- und 
11. 
anderen Wettbewerbsabreden, auf die Ausübung von Marktmacht sowie auf die Beteiligung 
an Unternehmenszusammenschlüssen (Art. 2 Abs. 1 KG).  

12.  Der Begriff der Wettbewerbsabrede wird in Art. 4 Abs. 1 KG definiert. Nach dem Wortlaut 
des Gesetzes genügt bereits das Bezwecken einer Wettbewerbsbeschränkung, um vom An-
wendungsbereich der Norm erfasst zu werden. Die Abrede muss noch keine Wirkung gezeitigt 
haben. Die subjektive Ansicht der an der Abrede Beteiligten ist unerheblich; eine Abrede muss 
nach  Art. 4  Abs. 1  KG  objektiv  geeignet  sein,  eine Wettbewerbsbeschränkung  herbeizufüh-
ren.3  

13.  Ob die Parteien solche Abreden getroffen haben und ob eine unzulässige Wettbewerbs-
abrede gemäss Art. 5 KG vorliegt, wird nachfolgend im Rahmen der Beurteilung erörtert. Es 
wird auf die dortigen Ausführungen verwiesen und auf deren Wiedergabe an dieser Stelle ver-
zichtet.  

1   Bundesgesetz vom 6.10.1995 über Kartelle und andere Wettbewerbsbeschränkungen (Kartellge-

setz, KG; SR 251). 

2   Urteil des BGer 2C_484/2010 vom 29.6.2012, E. 3 (= RPW 2013/1, 118 f.; nicht publizierte Erwä-
gung in BGE 139 I 72), Publigroupe SA et al./WEKO; Urteil des BVGer, RPW 2010/2, 335 E. 4.1, 
Publigroupe SA und Mitbeteiligte/WEKO; Urteil des BVGer B-8399/2010 vom 23.9.2014, E. 2.4, 
Siegenia-Aubi AG/WEKO. Vgl. auch JENS LEHNE, in: Basler Kommentar, Kartellgesetz, Am-
stutz/Reinert (Hrsg.), 2010, Art. 2 KG N 27; SAMUEL JOST, Die Parteien im verwaltungsrechtlichen 
Kartellverfahren in der Schweiz, Basel 2013, Rz 335 und 341. 

3   Urteil des BVGer, RPW 2013/4, 756 f. E. 3.2.3, Gaba/WEKO; Urteil des BVGer, RPW 2013/4, 813 

E. 3.2.6, Gebro/WEKO. 

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B.1.3  Örtlicher und zeitlicher Geltungsbereich 

14.  Auf Ausführungen zum örtlichen wie auch zum zeitlichen Geltungsbereich des Kartell-
gesetzes  kann  vorliegend  verzichtet  werden.  Erwähnt  sei  immerhin,  dass  es  gemäss  dem 
Bundesgericht genügt, wenn sich ein Auslandsachverhalt in der Schweiz auswirken kann, wo-
raus folgt, dass die Prüfung einer bestimmten Intensität der Auswirkungen im Rahmen von Art. 
2 Abs. 2 nicht notwendig und auch nicht zulässig ist.4 Der Umstand, dass die Händler haupt-
sächlich in Singapur tätig waren, führt daher nicht dazu, dass das Kartellgesetz nicht anwend-
bar wäre. 

B.2 

Vorbehaltene Vorschriften 

15.  Dem Kartellgesetz sind Vorschriften vorbehalten, die auf einem Markt für bestimmte Wa-
ren oder Leistungen Wettbewerb nicht zulassen, insbesondere Vorschriften, die eine staatliche 
Markt-  oder  Preisordnung  begründen,  und  solche,  die  einzelne  Unternehmen  zur  Erfüllung 
öffentlicher Aufgaben mit besonderen Rechten ausstatten (Art. 3 Abs. 1 KG)5. Ebenfalls nicht 
unter das Gesetz fallen Wettbewerbswirkungen, die sich ausschliesslich aus der Gesetzge-
bung über das geistige Eigentum ergeben. Hingegen unterliegen Einfuhrbeschränkungen, die 
sich auf Rechte des geistigen Eigentums stützen, der Beurteilung nach diesem Gesetz (Art. 3 
Abs. 2 KG). 

16. 
In den hier zu beurteilenden Märkten gibt es keine Vorschriften, die Wettbewerb nicht 
zulassen. Der Vorbehalt von Art. 3 Abs. 1 und 2 KG wird von den Parteien auch nicht geltend 
gemacht. 

B.3 

Einstellung der Untersuchung 22-0455: Edelmetalle 

B.3.1  Zuständigkeit 

17.  Die Einstellung einer Untersuchung stellt für die davon Betroffenen eine verfahrensab-
schliessende Anordnung dar, die grundsätzlich von der WEKO zu erlassen ist (Art. 18 Abs. 3 
KG). Ausnahmsweise ist die Kammer für Teilverfügungen der WEKO zuständig, wenn die Ein-
stellung nur gegenüber einem Teil der Verfahrensparteien erfolgt (Art. 19 Abs. 2 Bst. a i.V.m. 
Abs. 1 GR-WEKO6). Im vorliegenden Fall soll das Verfahren gegenüber allen Parteien einge-
stellt werden, weshalb die Gesamtkommission der WEKO zuständig ist. 

B.3.2  Voraussetzung der Verfahrenseinstellung im Allgemeinen 

18.  Die Voraussetzungen der Verfahrenseinstellung sind im Kartellrecht nicht explizit gere-
gelt. Aus der Natur und dem Zweck kartellrechtlicher Untersuchungen folgt, dass die WEKO 
eine Untersuchung dann mit einer Einstellungsverfügung abschliesst, wenn das untersuchte 
Verhalten  entweder  kartellrechtlich  unbedenklich  ist  oder  nach  durchgeführten  Ermittlungs-
massnahmen durch das Sekretariat kein Kartellverstoss nachgewiesen wurde oder nachge-
wiesen werden konnte.  

Vgl. BGE 143 II 297, E. 3, insbes. E. 3.2 und E. 3.7. 

4 
5   Vgl. dazu ausführlich Urteil des BGer 2C.75/2014 vom 28.1.2015, passim (= RPW 2015/1, 131 ff. 

E. 3.2), Hors-Liste Medikamente/Pfizer. 

6  Geschäftsreglement der Wettbewerbskommission vom 15.6.2015 (SR 251.1; Geschäftsreglement 

WEKO, GR-WEKO). 

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6 

 
 
 
 
                                                
B.3.3  Kein Nachweis für das Vorliegen eines Kartellrechtsverstosses 

19.  Auslöser der vorliegenden Untersuchung war die Bonusmeldung der ersten Selbstan-
zeigerin, wonach sie Hinweise auf mögliche Verstösse im Handel mit Edelmetallen gefunden 
habe. 

ist  – 

20.  Nicht  Gegenstand  des  angezeigten  Verhaltens 
im  Gegensatz  zu  den 
LIBOR/TIBOR/EURIBOR-Fällen  oder  zum  Fall  Währungswechselkurse  –  die  Koordinierung 
zur Beeinflussung von Benchmark-Rates oder -Fixings. Kern des untersuchten Verhaltens bil-
den Austausche bezüglich Bid-/Offer-Spreads betreffend der Spot-Preise im Interbanken Han-
del. Der Edelmetall Spot Handel findet nicht an einer zentralisierten Börse statt; er ist vielmehr 
ein over-the-counter («OTC») Geschäft, bei dem die Teilnehmer direkt miteinander kommuni-
zieren.  OTC  Handel  wird  oft  über  elektronische Handelsplattformen  durchgeführt,  die  direkt 
die Kaufs- und Verkaufsorders für die verschiedenen Metalle sammeln und eine augenblickli-
che Ausführung des Handels ermöglichen. 

21.  Die Analyse der eingereichten Chats hat ergeben, dass sich die Händler zwar zuweilen 
über die von ihnen angebotenen Spreads ausgetauscht haben, dass sich aber keine konkreten 
Abreden bezüglich bestimmter Kunden nachweisen lassen. Es handelte sich grundsätzlich um 
vereinzelte und isolierte Kommunikationen, mit welchen ein Händler bei einem anderen Händ-
ler etwa nachfragte, was für einen Spread er für eine bestimmte Transaktion offerieren würde; 
es ging m.a.W. nicht um eine Transaktion, bei welcher sich die sich austauschenden Händler 
aktuell konkurrierten. Ein solcher Informationsaustausch kann dennoch zu einer Wettbewerbs-
abrede in Form einer abgestimmten Verhaltensweise führen, namentlich dann, wenn dadurch 
die Transparenz auf dem Markt derart erhöht wird, dass das Verhalten der Konkurrenten vor-
hersehbar wird. Im vorliegenden Fall führte die niedere Frequenz des Austausches in Kombi-
nation mit dem Umstand, dass die Preise bzw. Spreads im Handel mit Edelmetallen dauernd 
wechseln (nicht stabil sind) dazu, dass die ausgetauschten Informationen die Markttranspa-
renz nicht in einer Art und Weise erhöht hat, dass das zukünftige Verhalten der am Austausch 
beteiligten Händler vorhersehbar geworden wäre. Hinzu kommt, dass die am Austausch be-
teiligten Händler nur einen geringen Marktanteil auf dem gesamten relevanten Markt (weltwei-
ter Edelmetall Spot Handel) auf sich vereinigen konnten, was den Wert der erhaltenen Infor-
mationen  und  ihre  Eignung  für  eine  Abstimmung  weiter  verminderte.  Eine  oder  mehrere 
Abreden über Spreads in der Form von Vereinbarungen oder abgestimmten Verhaltensweisen 
sind daher nicht nachgewiesen. 

22.  Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass durch die Untersuchung keine un-
zulässige Wettbewerbsabrede festgestellt wurde. Der Fall ist daher einzustellen. 

23.  Das vorliegende Ergebnis stimmt soweit ersichtlich mit demjenigen der anderen Wettbe-
werbsbehörden überein, welche sich mit dem vorliegenden Sachverhalt beschäftigt haben. In 
keiner anderen Jurisdiktion wurde bisher das Vorliegen von kartellrechtlich unzulässigen Ab-
reden im Handel mit Edelmetallen festgestellt. 

C 

Kosten 

24.  Nach  Art.  53a  KG  und  Art. 2  Abs. 1  GebV-KG7  ist  gebührenpflichtig,  wer  ein  Verwal-
tungsverfahren verursacht hat. 

7 

Verordnung  vom  25.2.1998  über  die  Gebühren  zum  Kartellgesetz  (Gebührenverordnung  KG, 
GebV-KG; SR 251.2). 

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25.  Das Verursacherprinzip wird durch Art. 3 Abs. 2 GebV-KG eingeschränkt. Demnach ent-
fällt die Gebührenpflicht für Unternehmen, bei denen sich aber der Anfangsverdacht im Laufe 
der Untersuchung nicht erhärtet und das Verfahren aus diesem Grund eingestellt wird.8 

26.  Nachdem das vorliegende Verfahren ohne Folgen einzustellen ist, entfällt für die Verfah-
rensparteien die Gebührenpflicht. Eine Parteientschädigung ist hingegen im erstinstanzlichen 
Verfahren nicht zu entrichten. 

D 

Ergebnis 

27.  Zusammenfassend  kommt  die  WEKO  gestützt  auf  die  vorstehenden  Erwägungen  zu 
dem  Ergebnis,  dass  sich  gegenüber  den  Untersuchungsadressatinnen  ein  Verstoss  gegen 
das Kartellgesetz nicht konkretisiert hat, weshalb das Verfahren einzustellen ist. 

8   BGE  128  II  247,  257 f.  E. 6.1  e contrario  (= RPW  2002/3,  546 f.),  BKW  FMB  Energie  AG;  Art. 3 

Abs. 2 Bst. b und c GebV-KG. 

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8 

 
 
 
 
 
 
                                                
E 

Dispositiv 

Aufgrund des Sachverhalts und der vorangehenden Erwägungen verfügt die WEKO (Art. 30 
Abs. 1 KG): 

1. 

2. 

Die Untersuchung 22-455: Edelmetalle wird eingestellt.  

Den Verfahrensparteien sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. 

Die Verfügung ist zu eröffnen an: 

-  Bank Julius Bär & Co. AG, Bahnhofstrasse 36, Zürich 

vertreten durch die Rechtsanwälte Dr. Patrick Sommer und Marion Wyler, CMS von Er-
lach Poncet AG, Dreikönigstrasse 7, 8022 Zürich 

-  Barclays Bank plc, 1 Churchill Place, London E14 5HP, United Kingdom 

vertreten durch Rechtsanwalt Prof. Dr. Patrick Krauskopf, AGON Partners, Wiesen-
strasse 17, 8008 Zürich 

-  Deutsche Bank Aktiengesellschaft, Taunusanlage 12, 60325 Frankfurt am Main, 

Deutschland 
vertreten durch die Rechtsanwälte Dr. Marcel Meinhardt und Dr. Felix Prümmer, Lenz 
& Staehelin, Brandschenkestrasse 24, 8027 Zürich 

-  HSBC Bank plc., 8 Canada Square, London, E14 5 HQ 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Benoît Merkt, Lenz & Staehelin, Route de Chêne 30, 
1211 Genève 17 

-  Mitsui & Co. Precious Metals, Inc., Delaware 

vertreten durch die Rechtsanwälte Prof. Dr. Philipp Zurkinden und Bernhard Lauter-
burg, Prager Dreifuss AG, Schweizerhof-Passage 7, CH-3001 Bern 

-  Morgan Stanley, 1585 Broadway Avenue, New York, NY 10036 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Mani Reinert, Bär & Karrer AG, Brandschenkestrasse 
90, 8027 Zürich 

-  UBS Group AG, Bahnhofstrasse 45, 8001 Zürich 

vertreten durch Homburger AG, Dr. Marcel Dietrich, Andreas Burger, Prime Tower, 
Hardstrasse 201, 8005 Zürich 

Wettbewerbskommission  

Prof. Dr. Andreas Heinemann 
Präsident 

Prof. Dr. Patrik Ducrey  
Direktor 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen  diese  Verfügung kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesverwaltungsge-
richt, Postfach, 9023 St. Gallen, Beschwerde erhoben werden. Die Beschwerdeschrift hat die 
Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. 
Die angefochtene Verfügung und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende 
Partei in Händen hat, beizulegen. 

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