# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 621bbcea-e7b1-5451-ad38-ef80c32929b8
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-06-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.06.2008 C-146/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-146-2006_2008-06-04.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-146/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  4 .  J u n i  2 0 0 8

Richterin Ruth Beutler (Vorsitz), 
Richter Antonio Imoberdorf (Kammerpräsident), 
Richter Bernard Vaudan,
Richter Alberto Meuli (Abteilungspräsident)
Richter Andreas Trommer
Gerichtsschreiber Thomas Segessenmann.

Z._______,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. A. Rosenkranz,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Einreisesperre (Wiedererwägung).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-146/2006

Sachverhalt:

A.
Der  Beschwerdeführer,  geboren  am 21. August  1958,  ist  serbischer 
Staatsangehöriger und hielt sich von 1986 bis 1990 als Saisonnier in 
der Schweiz auf. 

B.
Mit Strafbefehl vom 17. April 1990 wurde er durch das Bezirksamt Muri 
wegen  einfacher  Körperverletzung  –  begangen  am  4.  September 
1989 – zu einer Busse von Fr. 250.- verurteilt.

C.
Am 17. Oktober 1990 wurde er im Rahmen eines gegen mehrere Dro-
gendelinquenten durchgeführten polizeilichen Ermittlungsverfahrens in 
Othmarsingen/AG  verhaftet.  Das  Bezirksgericht  Lenzburg  verurteilte 
ihn in der Folge mit Urteil  vom 24. Oktober 1991 wegen qualifizierter 
Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, Nötigung und Ver-
stosses  gegen  ausländerrechtliche  Bestimmungen  zu  einer  Zucht-
hausstrafe  von sechs  Jahren  sowie  zu  einer  Landesverweisung  von 
15 Jahren. Überdies wurde er dazu verpflichtet, den unrechtmässigen 
Erlös von Fr. 10'000.- der Gerichtskasse zu erstatten. Im besagten Ur-
teil wurde ihm zur Last gelegt, in den Jahren 1989 und 1990 bei ver-
schiedenen Gelegenheiten mit  insgesamt 380 g Heroin gehandelt  zu 
haben. Zudem habe er Ende 1989 einem Mittäter mit dem Tod bzw. mit 
dem Ausstechen der Augen gedroht, falls dieser das von einem Dro-
genkonsumenten  noch  geschuldete  Geld  nicht  eintreibe  oder  gegen 
ihn aussage. Schliesslich habe der Beschwerdeführer die für Saison-
niers geltende Pflicht, sich im Kalenderjahr insgesamt mindestens drei 
Monate im Ausland aufzuhalten, im Jahre 1990 nicht eingehalten. Bei 
der Strafzumessung berücksichtigte das Bezirksgericht, dass das Ver-
schulden des Beschwerdeführers sehr schwer wiege. Dieser sei der ei-
gentliche Drahtzieher der Drogenbande gewesen. Er habe alles orga-
nisiert, wobei er sich nie in den Vordergrund geschoben habe. Zudem 
habe er seine Geschäfte aus rein finanziellen Gründen getätigt, ohne 
selber  drogenabhängig  zu  sein. Straferhöhend  wirke  sich  auch  aus, 
dass er vorbestraft und uneinsichtig sei. 

D.
Mit Urteil vom 25. Juni 1992 bestätigte das Obergericht des Kantons 

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Aargau das erstinstanzliche Strafurteil, soweit dieses vom Beschwer-
deführer angefochten worden war.

E.
Am 20. April 1993 liess sich der Beschwerdeführer in seinem Heimat-
land von seiner ersten Ehefrau, mit welcher er fünf Kinder gezeugt hat-
te,  scheiden  und  heiratete  am  22.  März  1994  eine  schweizerische 
Staatsangehörige.

F.
Mit  Urteil  vom 6. Mai 1994 hiess das Schweizerische Bundesgericht 
(BGer) eine staatsrechtliche Beschwerde des Beschwerdeführers ge-
gen das Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau vom 16. Dezem-
ber 1993 gut, mit welchem dieses die Wiederaufnahme des Strafver-
fahrens abgelehnt hatte. 

G.
In der Folge wurde der Beschwerdeführer mit Verfügung des Oberge-
richts  des  Kantons  Aargau vom 16. Mai  1994 aus  dem Strafvollzug 
entlassen und es wurde ihm von der kantonalen Fremdenpolizei (heu-
te: Migrationsamt) am 17. Juni 1994 eine provisorische Aufenthaltsbe-
willigung und am 27. Juni 1994 eine Bewilligung zum Stellenantritt er-
teilt.

H.
Mit Urteil vom 25. August 1994 bewilligte das Obergericht des Kantons 
Aargau  die  Wiederaufnahme  des  Strafverfahrens  und  überwies  die 
Sache zur Neubeurteilung an das Bezirksgericht Lenzburg. 

I.
Am 15. Juni 1995 wurde die zweite Ehe des Beschwerdeführers ge-
schieden.

J.
Mit Urteil vom 31. August 1995 bestätigte das Bezirksgericht Lenzburg 
die  frühere  strafrechtliche  Verurteilung  des  Beschwerdeführers.  Die 
dagegen  erhobene  Berufung  wurde  vom  Obergericht  des  Kantons 
Aargau am 27. Juni 1996 abgewiesen.

K.
Aufgrund  der  Folgen  eines  Autounfalles,  den  der  Beschwerdeführer 
am 21. Mai 1996 erlitten hatte, wurde der Vollzug der Reststrafe wegen 

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fehlender  Straferstehungsfähigkeit  bis  zum 2. März 1998 aufgescho-
ben. 

L.
Nach Verbüssung von zwei Dritteln der Zuchthausstrafe wurde der Be-
schwerdeführer mit Verfügung des Departements des Innern des Kan-
tons Aargau vom 22. Juli  1998 auf  den 4. August  1998 bedingt  aus 
dem Strafvollzug entlassen, wobei die ausgesprochene Landesverwei-
sung mit einer Probezeit von drei Jahren aufgeschoben wurde. Zur Be-
gründung  wurde  unter  anderem  festgehalten,  der  Beschwerdeführer 
habe während der Strafverbüssung zu keinen Klagen Anlass gegeben. 
Sowohl das Arbeitsverhalten als auch der Umgang mit Personal und 
Mitgefangenen seien positiv  beurteilt  worden. Der  Beschwerdeführer 
habe sich zudem bereits nach der vorübergehenden Entlassung aus 
dem Strafvollzug vom 16. Mai 1994 bis zum 2. März 1998 bewährt.

M.
Am 17. August 1998 verweigerte die Fremdenpolizei des Kantons Aar-
gau die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, verfügte die Wegwei-
sung des Beschwerdeführers und beantragte beim damaligen Bundes-
amt für Ausländerfragen (BFA; heute: Bundesamt für Migration [BFM]) 
die  Ausdehnung  der  kantonalen  Wegweisung  auf  das  ganze  Gebiet 
der Schweiz sowie die Anordnung einer unbefristeten Einreisesperre.

N.
Nachdem diese Verfügung nach Ausschöpfung der kantonalen Rechts-
mittel in Rechtskraft erwachsen war, ordnete das BFA am 11. Oktober 
1999 gegen den Beschwerdeführer aufgrund seiner Drogendelikte ei-
ne unbefristete Einreisesperre an und dehnte mit  weiterer Verfügung 
vom folgenden Tag die kantonale Wegweisung auf das ganze Gebiet 
der Schweiz aus. 

O.
Am 12. Februar 2000 kehrte der Beschwerdeführer in sein Heimatland 
zurück,  nachdem  ihm  die  Ausreisefrist  auf  Gesuch  hin  wiederholt 
– letztmals bis zum 10. Februar 2000 – erstreckt worden war.

P.
Mit  Schreiben  vom  13.  Juli  2000  wandte  sich  eine  schweizerische 
Staatsangehörige,  die  sich  als  Verlobte  des  Beschwerdeführers  be-
zeichnete,  an  die  Fremdenpolizei  des  Kantons  Graubünden  und  er-
suchte  darum,  es  sei  dem  Beschwerdeführer  die  Einreise  in  die 

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Schweiz ("mindestens als Tourist")  zu bewilligen. Das Gesuch wurde 
von der kantonalen Behörde an das BFA weitergeleitet, von diesem als 
Suspensionsgesuch behandelt und mit Verfügung vom 20. September 
2000 abgewiesen. Eine dagegen eingereichte Beschwerde wurde von 
der Verlobten am 2. Dezember 2000 wieder zurückgezogen.

Q.
Am 18. Dezember 2001 erkundigte sich die Verlobte bei der Fremden-
polizei des Kantons Aargau nach den Aussichten eines Familiennach-
zugsgesuchs zugunsten des Beschwerdeführers im Falle einer Heirat. 
Daraufhin erklärte die kantonale Behörde mit Schreiben vom 16. Janu-
ar 2002, dass der Beschwerdeführer aufgrund der von ihm begange-
nen Straftaten eine erhebliche, konkrete und nicht tolerierbare Gefahr 
für die Allgemeinheit darstelle. Aus diesem Grund sei der Kanton Aar-
gau selbst im Falle einer Aufhebung der Einreisesperre nach erfolgter 
Heirat nicht bereit, dem Beschwerdeführer eine Aufenthaltsbewilligung 
zu erteilen.

R.
Am 18. Mai 2006 ersuchte der Beschwerdeführer bei der Gemeinde-
verwaltung von G._______ um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung. 
Die Gemeinde leitete dieses Gesuch am 6. Juni 2006 zuständigkeits-
halber an das Amt für Polizeiwesen und Zivilrecht des Kantons Grau-
bünden weiter. Dieses erklärte daraufhin mit formlosem Schreiben vom 
13. Juni 2006, dass die nach wie vor bestehende Einreisesperre der 
Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung entgegenstehe.

S.
In der Folge reichte der Beschwerdeführer am 7. Juli 2006 beim BFM 
ein Gesuch um wiedererwägungsweise Aufhebung der Einreisesperre 
(eventualiter um deren zeitweilige Suspendierung) ein. In seinem Wie-
dererwägungsgesuch führte er im Wesentlichen aus, er beabsichtige, 
sich künftig wieder in der Schweiz aufzuhalten, um hier die Beziehung 
zu  seiner  schweizerischen  Verlobten  zu  pflegen  bzw. um für  seinen 
Sohn, der Inhaber einer Transportfirma in V._______ (Kosovo) sei, Ar-
beiten  auszuführen.  Er  beabsichtige  nicht,  in  der  Schweiz  einer  Er-
werbstätigkeit  nachzugehen; er erhalte eine SUVA-Rente von monat-
lich Fr. 1'680.-. Praxisgemäss bestehe ein Anspruch auf Wiedererwä-
gung  der  Einreisesperre,  wenn  seit  der  strafrechtlichen  Verurteilung 
zehn Jahre vergangen seien. Das sei hier der Fall. Er (der Beschwer-
deführer)  sei  seit  seiner  Verurteilung nicht  mehr  straffällig  geworden 

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und habe sich auch sonst wohl verhalten. Die Angaben zu seiner per-
sönlichen Situation und seinem Plan, sich künftig privat und beruflich 
wieder in der Schweiz aufzuhalten, könnten bei Bedarf durch schriftli-
che Auskünfte seiner Verlobten, seines Sohnes sowie seiner beiden in 
der Schweiz lebenden Töchter bestätigt werden. 

T.
Mit Schreiben vom 12. Juli  2006 forderte das BFM den Beschwerde-
führer  auf,  einen  aktuellen  Strafregisterauszug  nachzureichen.  Am 
22. August  2006  reichte  der  Beschwerdeführer  eine  Bescheinigung 
des Gemeindegerichts von Preševo vom 24. Juli  2006 zu den Akten, 
wonach er strafrechtlich nicht verzeichnet sei.

U.
Mit Verfügung vom 1. September 2006 lehnte die Vorinstanz das Ge-
such um wiedererwägungsweise Aufhebung der Einreisesperre ab. Zur 
Begründung hielt  das BFM namentlich fest, die vorzeitige Aufhebung 
könne ausnahmsweise nur dann in Erwägung gezogen werden, wenn 
neue Gründe geltend gemacht würden, welche beim Erlass der Fern-
haltemassnahme nicht bekannt gewesen seien, oder wenn ein gewich-
tiges schweizerisches Interesse daran vorhanden sei. Die im Wieder-
erwägungsgesuch vorgebrachten Gründe vermöchten eine Aufhebung 
der  Einreisesperre  nicht  zu  rechtfertigen.  Diese  Auffassung  werde 
auch von der Ausländerbehörde des Kantons Graubünden geteilt. Die-
se Behörde sei zur Zeit nicht bereit, dem Beschwerdeführer eine Ein-
reise in die Schweiz zu bewilligen oder eine Aufenthaltsbewilligung zu 
erteilen. Bezüglich des Eventualbegehrens um Erteilung einer Suspen-
sionsbewilligung  wurde  dem  Beschwerdeführer  sodann  Gelegenheit 
eingeräumt,  ein  neues  Gesuch  mit  Angaben  über  Zweck,  Zeitpunkt 
und Dauer der geplanten Einreise einzureichen.

V.
Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer am 29. Septem-
ber  2006  beim  Eidgenössischen  Justiz-  und  Polizeidepartement 
(EJPD) Beschwerde. Darin beantragt er die Aufhebung der angefoch-
tenen Verfügung sowie der Einreisesperre. 

W.
In der Vernehmlassung vom 20. November 2006 beantragt die Vorin-
stanz die Abweisung der Beschwerde.

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X.
Mit Replik vom 29. November 2006 hält der Beschwerdeführer an sei-
nen Anträgen und der Begründung fest.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni 
2005 (VGG, SR 173.32)  beurteilt  das Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen im Sinne von Art. 5 des Bundesgeset-
zes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, 
SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als 
Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VGG genannten Behörden. 
Dazu gehört auch das BFM, das mit der Ablehnung des Gesuchs um 
wiederwägungsweise  Aufhebung  der  von  ihm  angeordneten  auslän-
derrechtlichen  Fernhaltemassnahme  eine  Verfügung  im  erwähnten 
Sinne und daher ein zulässiges Anfechtungsobjekt erlassen hat (vgl. 
zur Anfechtbarkeit von Wiedererwägungsentscheiden: Verwaltungspra-
xis der Bundesbehörden [VPB] 67.109 E. 1d sowie URSINA BEERLI-BONO-
RAND,  Die  ausserordentlichen  Rechtsmittel  in  der  Verwaltungsrechts-
pflege des Bundes und der Kantone, Zürich 1985, S. 174). Eine Aus-
nahme nach Art. 32 VGG liegt  nicht  vor. Das Bundesverwaltungsge-
richt entscheidet endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsge-
setzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Das  Bundesverwaltungsgericht  übernimmt,  sofern  es  zuständig 
ist,  die Beurteilung der am 1. Januar 2007 bei den Eidgenössischen 
Rekurs- oder Schiedskommissionen oder bei den Beschwerdediensten 
der Departemente hängigen Rechtsmittel  und wendet das neue Ver-
fahrensrecht an (Art. 53 Abs. 2 VGG). Das Verfahren vor dem Bundes-
verwaltungsgericht  richtet  sich  nach  dem VwVG,  soweit  das  Gesetz 
nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG). Die Abteilungen entscheiden 
in Fünferbesetzung, wenn der Präsident bzw. die Präsidentin dies im 
Interesse der Rechtsfortbildung oder der Einheit der Rechtsprechung 
anordnet (Art. 21 Abs. 2 VGG).

1.3 Der Beschwerdeführer ist als Adressat des Wiedererwägungsent-
scheides vom 1. September 2006 zur Beschwerde legitimiert  (Art. 48 
Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde 
ist somit einzutreten (Art. 49 ff. VwVG).

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2.
2.1 Das Wiedererwägungsgesuch  ist  der  formlose  Rechtsbehelf,  mit 
dem eine betroffene Person die  erstinstanzliche Verwaltungsbehörde 
darum ersucht, auf eine formell rechtskräftige Verfügung zurückzukom-
men  und  diese  abzuändern  oder  aufzuheben  (ULRICH HÄFELIN/GEORG 
MÜLLER/FELIX UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungsrecht,  5.  Aufl.,  Zü-
rich/Basel/Genf 2006, Rz. 1828; PIERRE TSCHANNEN/ULRICH ZIMMERLI, Allge-
meines Verwaltungsrecht, 2. Aufl., Bern 2005, § 31 Rz. 26). Im Verwal-
tungsverfahren des Bundes ist die Wiedererwägung formell rechtskräf-
tiger Verfügungen nicht ausdrücklich geregelt. Die Rechtsprechung lei-
tet dieses Institut direkt aus Art. 29 der Bundesverfassung der Schwei-
zerischen Eidgenossenschaft vom 18. April  1999 (BV, SR 101) sowie 
insbesondere aus Art. 66 VwVG ab, welcher die Möglichkeit der Revisi-
on von Beschwerdeentscheiden vorsieht (VPB 67.109 E. 3a mit  Hin-
weisen). Dem Einzelnen steht ein Anspruch auf Wiedererwägung zu, 
wenn sich  die  Verhältnisse seit  Erlass  der  ursprünglichen Verfügung 
erheblich verändert haben oder wenn Tatsachen und Beweismittel an-
geführt  werden,  die im früheren Verfahren nicht  bekannt  waren oder 
die  schon  damals  geltend  zu  machen  rechtlich  oder  tatsächlich  un-
möglich war oder keine Veranlassung bestand (BGE 124 II 1 E. 3a S. 6 
mit  Hinweis). Die  Wiedererwägung darf  indessen nicht  dazu dienen, 
rechtskräftige Verwaltungsentscheide immer wieder in Frage zu stellen 
oder Rechtsmittelfristen zu umgehen (BGE 120 Ib 42 E. 2b S. 46 f. mit 
Hinweisen).

2.2 Die  Vorinstanz  ist  auf  das  Wiedererwägungsgesuch  des  Be-
schwerdeführers, mit welchem er sich sinngemäss auf eine nachträg-
lich veränderte Sachlage berufen hat, eingetreten, hat dieses materiell 
geprüft  und  einen  neuen  Sachentscheid  gefällt.  Das  Bundesverwal-
tungsgericht kann daher mit voller Kognition prüfen, ob sich die gegen 
den  Beschwerdeführer  bestehende  Einreisesperre  im  heutigen  Zeit-
punkt noch als bundesrechtskonform erweist (vgl. FRITZ GYGI, Bundes-
verwaltungsrechtspflege, Bern 1983, S. 144 f. mit Hinweisen; RENÉ RHI-
NOW/HEINRICH KOLLER/CHRISTINA KISS,  Öffentliches Prozessrecht  und Jus-
tizverfassungsrecht  des Bundes, Basel/Frankfurt  a. M. 1996, Rz. 598 
mit  Hinweis). Die  Frage,  ob  die  ursprüngliche,  unangefochten  in 
Rechtskraft  erwachsene  Verfügung  zu  Recht  erlassen  wurde,  kann 
demgegenüber  grundsätzlich  nicht  mehr  Gegenstand  des  vorliegen-
den  Verfahrens  bilden  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
C-88/2006 vom 13. Juni 2007 E. 2.2).

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3.
Mit  dem  Inkrafttreten  des  Bundesgesetzes  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer (AuG, SR 142.20) am 1. Januar 2008 wurde das ehe-
malige Bundesgesetz vom 26. März 1931 über Aufenthalt und Nieder-
lassung der Ausländer (aANAG, BS 1 121) abgelöst (vgl. Art. 125 AuG 
i.V.m. Ziff. I des Anhangs zum AuG). Auf Gesuche, die vor diesem Zeit-
punkt eingereicht wurden, bleibt das bisherige Recht anwendbar (vgl. 
Art. 126 Abs. 1 AuG). Das Wiedererwägungsgesuch vom 7. Juli 2006 
wurde vor  dem Inkrafttreten des AuG eingereicht. Für  die  materielle 
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde ist daher auf die Regelung 
von Art. 13 Abs. 1 aANAG abzustellen.

4.
4.1 Gemäss Art. 13 Abs. 1 aANAG kann die eidgenössische Behörde 
über unerwünschte Ausländerinnen und Ausländer eine Einreisesperre 
verhängen. Sie kann ferner, jedoch für höchstens drei Jahre, die Ein-
reisesperre  über  ausländische  Personen  verhängen,  die  sich  grobe 
oder  mehrfache  Zuwiderhandlungen  gegen  fremdenpolizeiliche  oder 
andere gesetzliche Bestimmungen und gestützt darauf erlassene be-
hördliche  Verfügungen  haben  zuschulden  kommen  lassen.  Während 
der  Einreisesperre  ist  der  Ausländerin  bzw.  dem  Ausländer  jeder 
Grenzübertritt ohne ausdrückliche Ermächtigung der verfügenden Be-
hörde untersagt.

4.2 Als "unerwünscht" im Sinne dieser Bestimmung gelten nach stän-
diger Praxis namentlich ausländische Personen, die wegen eines Ver-
brechens oder  Vergehens gerichtlich  verurteilt  wurden. Die Einreise-
sperre hat jedoch keinen Strafcharakter, sondern stellt eine präventiv-
polizeiliche Administrativmassnahme zum Schutz der öffentlichen Si-
cherheit und Ordnung dar. Mit dieser Massnahme sollen Ausländerin-
nen  und  Ausländer  ferngehalten  werden,  deren  Vorleben  darauf 
schliessen lässt, dass sie nicht willens oder nicht fähig sind, sich in die 
geltende Ordnung einzufügen (vgl. BGE 129 IV 246 E. 3.2 S. 251 f. so-
wie  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  C-135/2006  vom  20.  De-
zember 2007 E. 3.2 mit Hinweisen). Die Begehung einer Straftat kann 
ein Indiz dafür sein, die ausländische Person werde erneut delinquie-
ren. Dabei sind die Anforderungen an die in Kauf zu nehmende Wie-
derholungsgefahr angesichts eines schweren Verstosses gegen die öf-
fentliche Sicherheit und Ordnung niedriger als bei leichten Verfehlun-
gen (vgl. auch BGE 131 II 352 E. 3.3 S. 358 mit Hinweis). Andererseits 
kann ein strafbares Verhalten in generalpräventiver  Hinsicht die Not-

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wendigkeit  begründen,  mittels  regelmässiger  Fernhaltepraxis  darauf 
hinzuwirken, dass andere in der Schweiz lebende Ausländerinnen und 
Ausländer von Ordnungsverstössen der betreffenden Art absehen (vgl. 
etwa Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-137/2006 vom 31. März 
2008 E. 4 mit Hinweisen).

4.3 Nach ständiger Behördenpraxis wird die Einreisesperre gegenüber 
unerwünschten ausländischen Personen entweder auf eine bestimmte 
Dauer – beispielsweise fünf oder zehn Jahre – befristet oder aber auf 
unbestimmte Zeit ausgesprochen (vgl. auch die neue, an Art. 13 Abs. 1 
aANAG anknüpfende Regelung von Art. 67 Abs. 3 AuG [vgl. Botschaft 
zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 
8. März  2002,  BBl  2002 3813],  wonach  ein  Einreiseverbot  befristet 
oder in schwerwiegenden Fällen unbefristet verfügt wird). Letzteres ist 
insbesondere dann der Fall, wenn sich die betroffene Person strafbare 
Handlungen wie etwa schwerwiegende Straftaten gegen Leib und Le-
ben oder gravierende Drogendelikte hat zuschulden kommen lassen, 
von denen regelmässig eine besonders hohe Gefahr für die öffentliche 
Sicherheit  und Ordnung ausgeht  (vgl. auch BGE 131 II  352 E. 4.3.1 
S. 360 sowie 125 II 521 E. 4a/aa S. 526 f.). Wird eine Einreisesperre 
auf  unbefristete  Zeit  angeordnet,  so  bedeutet  dies  nicht,  dass  die 
Massnahme für den Rest des Lebens der ausländischen Person gelten 
soll (vgl. auch BGE 130 II 493 E. 5 S. 504). Vielmehr wird damit ausge-
drückt, dass zur Zeit keine zuverlässige Prognose abgegeben werden 
kann, wie lange ein relevantes Risiko für die öffentliche Sicherheit und 
Ordnung anzunehmen ist. Wenn sich eine auf unbestimmte Dauer ge-
sperrte Person in der Folge während langer Zeit klaglos verhält, so ist 
dies ein Argument, welches für den nachträglichen Wegfall des öffentli-
chen Sicherheitsbedürfnisses und damit für eine nachträglich wesent-
lich veränderte Sachlage sprechen kann. Dabei ist jedoch auf die ge-
samten  Umstände  des  jeweiligen  Einzelfalles  abzustellen  (vgl.  etwa 
Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  C-8211/2007  vom 16.  Mai 
2008 E. 6, C-137/2006 vom 31. März 2008 E. 6.7 und C-48/2006 vom 
26. Oktober 2007 E. 6.3). 

5.
5.1 Der  Beschwerdeführer  bringt  auf  Rekursebene  im  Wesentlichen 
vor, die angefochtene Verfügung sei  in mehrfacher Hinsicht  rechtlich 
nicht haltbar. Entgegen den Ausführungen der Vorinstanz gehe es im 
vorliegenden Fall  nicht  um eine "vorzeitige"  Aufhebung der Einreise-
sperre, sondern um die Frage, ob die "zeitlose" oder "ewige" Einreise-

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sperre im heutigen Zeitpunkt noch gerechtfertigt sei oder nicht. Im Wei-
teren sei es unhaltbar, wenn das BFM die Aufhebung der Einreisesper-
re  von Gründen abhängig  machen wolle,  die  bei  deren Erlass  nicht 
bekannt gewesen seien. Massgebend seien vorliegend nicht "damalige 
Gründe". Vielmehr stehe im Zentrum, ob sich der Betroffene während 
längerer Zeit bewährt habe. Die Vorinstanz verkenne die Ausführungen 
des  Bundesgerichts  im  Urteil  2A.103/2005  vom  4.  August  2005, 
wonach  das  EJPD bei  einer  Einreisesperre  auf  unbestimmte  Dauer 
praxisgemäss  von  einer  Bewährungsfrist  von rund  zehn  Jahren  seit 
der letzten strafrechtlichen Verurteilung ausgehe. Die Vorinstanz habe 
in der Folge denn auch nicht beurteilt, ob das öffentliche Interesse an 
der Fernhaltung des Beschwerdeführers heute immer noch überwiege 
und ob ihm die frühere Verurteilung, die zur Einreisesperre geführt ha-
be, immer noch entgegengehalten werden könne. Hätte sich die Vorin-
stanz mit den im Gesuch vom 7. Juli 2006 geltend gemachten Grün-
den  auseindergesetzt,  so  hätte  sie  zum Schluss  gelangen  müssen, 
dass  sich  der  Beschwerdeführer  zeitlich  ausreichend  lange  bewährt 
habe und aus heutiger Sicht im Falle einer Einreise "kein erhebliches 
Risiko" mehr bestehe.

5.2 Dagegen wendet das BFM in seiner Vernehmlassung ein, dass die 
vom Beschwerdeführer behaupteten Bemühungen, sein Leben wieder 
in geordnete Bahnen zu lenken, durchaus zutreffen mögen. Die seither 
vergangene  Bewährungsfrist  bemesse  sich  indessen  zumindest  aus 
fremdenpolizeilicher Sicht als nach wie vor zu kurz, um schon jetzt von 
einer  kaum  mehr  vorhandenen  Wiederholungsgefahr  auszugehen. 
Vielmehr sei der Beschwerdeführer anzuhalten, das vorgebrachte Ver-
halten vorerst weiter im Ausland unter Beweis zu stellen. Im Hinblick 
auf die vorgebrachten privaten Interessen an ungehinderten Einreisen 
in  die Schweiz zu den hier  wohnhaften Familienangehörigen sei  so-
dann festzustellen, dass die Einreisesperre nicht ein generelles Einrei-
severbot darstelle, sondern die Einreise lediglich unter einen besonde-
ren Bewilligungsvorbehalt stelle. Solche Bewilligungen würden in aller 
Regel dann erteilt, wenn an der Einreise der betreffenden Person ein 
besonderes öffentliches Interesse bestehe oder zwingende humanitäre 
Gründe (wie beispielsweise der kurze Besuch von nahen Familienan-
gehörigen an hohen Feiertagen) bestehen würden. Im Weiteren seien 
die Behörden im Zusammenhang mit dem illegalen Drogenhandel so-
wohl aus spezial- als auch aus generalpräventiven Gründen gehalten, 
sämtliche ihnen dagegen zur Verfügung stehenden Mittel  voll  auszu-
schöpfen. Schliesslich sei  die Fremdenpolizei  des Kantons Graubün-

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den nicht bereit, dem Beschwerdeführer die Einreise in die Schweiz zu 
bewilligen oder eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen. 

6.
6.1 Der Beschwerdeführer macht nicht geltend, die gegen ihn beste-
hende Einreisesperre sei zu Unrecht angeordnet worden, sondern be-
ruft sich darauf, dass sich die Sachlage nachträglich wesentlich verän-
dert  habe. Wie weiter oben schon ausgeführt wurde (vgl. E. 2) – und 
entgegen der missverständlichen Formulierung des BFM im angefoch-
tenen Entscheid  –  kann nicht  nur  das  nachträgliche Bekanntwerden 
vorgängig bereits bestehender Tatsachen, sondern insbesondere auch 
eine  erst  nachträglich  eingetretene,  wesentliche  Veränderung  der 
Sachlage Anlass dazu geben, eine formell rechtskräftige Verfügung in 
Wiedererwägung zu ziehen.

6.2 Wie ebenfalls bereits festgehalten wurde (vgl. oben E. 4.3), kommt 
einer auf unbestimmte Zeit  angeordneten Fernhaltemassnahme nicht 
die Bedeutung eines "lebenslänglichen" oder "ewigen" Einreiseverbots 
zu. Vielmehr sind unbefristete – aber auch befristete – Einreisesperren 
von  der  verfügenden  Behörde  wieder  aufzuheben,  wenn  jene  nicht 
mehr durch ein hinlängliches öffentliches Sicherheitsinteresse gedeckt 
sind. Aus diesem Grund muss bei  einer auf  unbestimmte Dauer ge-
sperrten Person, die sich in der Folge während langer Zeit klaglos ver-
halten hat, auf Gesuch hin eine vertiefte Prüfung stattfinden, ob nach 
wie  vor  ein  öffentliches  Sicherheitsbedürfnis  besteht,  welches  die 
ausländerrechtliche  Fernhaltemassnahme  zu  rechtfertigen  vermag. 
Eine solche Überprüfung dürfte im Allgemeinen nach etwa zehn Jah-
ren  seit  Verbüssung  der  letzten  Freiheitsstrafe  angezeigt  sein.  Der 
Zeitpunkt  der letzten strafrechtlichen Verurteilung ist  bei  der Bemes-
sung dieser Frist zwar ebenso mitzuberücksichtigen wie derjenige der 
letzten Tatbegehung. Bei der Beurteilung der Frage, ob für die öffentli-
che  Sicherheit  und  Ordnung  noch  ein  relevantes  Risiko  besteht, 
kommt indessen dem Umstand, wie lange sich eine straffällig gewor-
dene Person nach ihrer  Entlassung aus dem Strafvollzug in  Freiheit 
bewährt  hat,  vorrangige Bedeutung zu (zur  untergeordneten Bedeu-
tung des Wohlverhaltens in Unfreiheit vgl. BGE 114 Ib 1 E. 3b S. 4 f.). 
Würde  hingegen  in  erster  Linie  auf  den  Zeitpunkt  der  letzten  straf-
rechtlichen  Verurteilung  abgestellt,  so  könnte  dies  zu  einer  uner-
wünschten  Privilegierung  von  Personen  mit  besonders  langen  Frei-
heitsstrafen führen, da jene bereits kurze Zeit nach der Entlassung aus 
dem Strafvollzug eine Überprüfung der gegen sie bestehenden Einrei-

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sesperre verlangen könnten. Der Beschwerdeführer beruft sich in die-
sem Zusammenhang zwar auf  eine Bemerkung des Bundesgerichts, 
wonach  das  Eidgenössische  Justiz-  und  Polizeidepartement  (EJPD) 
bei einer Einreisesperre auf unbestimmte Dauer praxisgemäss von ei-
ner Bewährungsfrist von rund zehn Jahren seit der letzten strafrechtli-
chen Verurteilung ausgehe (vgl. unveröffentlichtes Urteil des Bundes-
gerichts 2A.103/2005 vom 4. August 2005 E. 4.2.2 letzter Absatz). Die-
ser in einem obiter dictum gemachte Hinweis erweist sich indessen als 
zu  allgemein  gehalten  und  ist  im Sinne  der  obigen  Erwägungen  zu 
präzisieren.

6.3 Die durch den angefochtenen Wiedererwägungsentscheid bestä-
tigte Einreisesperre vom 11. Oktober 1999 stützt sich im Wesentlichen 
auf  das  Urteil  des  Obergerichts  des  Kantons  Aargau  vom  27. Juni 
1996,  mit  welchem  dieses  die  strafrechtliche  Verurteilung  des  Be-
schwerdeführers  durch das Bezirksgericht  Lenzburg  vom 31. August 
1995 zu einer sechsjährigen Zuchthausstrafe – insbesondere wegen 
qualifizierter  Betäubungsmitteldelikte  –  bestätigte.  Die  abgeurteilten 
Straftaten beging der Beschwerdeführer in den Jahren 1989 und 1990. 
Diese liegen somit bereits rund 18 Jahre und länger zurück. Schon vor 
der bedingten Entlassung am 4. August 1998 hielt sich der Beschwer-
deführer sodann in der Zeit vom 16. Mai 1994 bis zum 2. März 1998 
während beinahe vier Jahren in Freiheit auf, nachdem der Strafvollzug 
aufgrund  der  Wiederaufnahme  des  Strafverfahrens  zeitweilig  aufge-
schoben  worden  war  und  sich  der  Vollzug  der  Reststrafe  nach  der 
rechtskräftigen  Verurteilung  aus  medizinischen  Gründen  (fehlende 
Straferstehungsfähigkeit nach Autounfall vom 21. Mai 1996) verzögert 
hatte. Als Beleg für sein Wohlverhalten nach der Rückkehr in sein Hei-
matland Serbien im Februar  2000 reichte  der  Beschwerdeführer  bei 
der  Vorinstanz  eine Bestätigung  des Gemeindegerichts  von Preševo 
vom 24. Juli  2006 ein, wonach er strafrechtlich nicht verzeichnet sei. 
Aufgrund der derzeitigen Aktenlage ist daher grundsätzlich davon aus-
zugehen, dass der Beschwerdeführer seit seiner Entlassung aus dem 
Strafvollzug nicht rückfällig geworden ist. 

6.4 Bei dieser Sachlage ist die Pflicht der Behörde zur vertieften Über-
prüfung der auf unbestimmte Zeit angeordneten Einreisesperre zu be-
jahen, auch wenn seit der endgültigen Entlassung aus dem Strafvoll-
zug am 4. August 1998 noch nicht ganz zehn Jahre verstrichen sind. 
Dies namentlich vor dem Hintergrund, dass die dem Beschwerdeführer 
zur Last gelegten Delikte bereits ca. 18 Jahre und mehr zurück liegen 

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und er sich während des beinahe vier Jahre dauernden zwischenzeitli-
chen Strafaufschubs in der Schweiz klaglos verhalten hat.

7.
7.1 Erweist sich – wie im vorliegenden Fall – eine Neubeurteilung des 
Sachverhalts aufgrund des offenbar langjährigen klaglosen Verhaltens 
des Verfügungsbetroffenen als erforderlich (vgl. zum Erfordernis der in-
haltlichen  Neubeurteilung  bei  Rechtserheblichkeit  der  vorgebrachten 
Wiedererwägungsgründe  ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER,  Verwaltungsver-
fahren  und  Verwaltungsrechtspflege  des  Bundes,  2.  Auflage,  Zürich 
1998, Rz. 435 und 441), so sind in verfahrensrechtlicher Hinsicht wie-
der die Bestimmungen des ordentlichen Verfahrens anzuwenden (vgl. 
BEERLI-BONORAND, a.a.O., S. 165 und 173, KÖLZ/HÄNER, a.a.O., Rz. 432).

7.2 Gemäss  der  im Verwaltungsverfahren  geltenden  Untersuchungs-
maxime hat die Behörde den rechtserheblichen Sachverhalt von Am-
tes wegen festzustellen (Art. 12 VwVG). Dieser allgemeine Grundsatz 
wird  relativiert  durch die Mitwirkungspflicht  der  Parteien,  welche na-
mentlich insoweit  greift,  als  eine Partei  das Verfahren durch eigenes 
Begehren eingeleitet hat oder selbstständige Begehren stellt  (Art. 13 
Abs. 1 Bstn. a und b VwVG). Die Mitwirkungspflicht gilt insbesondere 
für solche Tatsachen,  die eine Partei  besser kennt als die Behörden 
und welche diese ohne ihre Mitwirkung gar nicht oder nicht ohne ver-
nünftigen Aufwand erheben können (BGE 130 II 449 E. 6.6.1 S. 464 
und 128 II 139 E. 2b S. 142 f., je mit Hinweis). Die Behörde braucht auf 
Begehren nicht einzutreten, wenn die Partei die zumutbare Mitwirkung 
verweigert (Art. 13 Abs. 2 VwVG), oder kann die Verletzung der Mitwir-
kungspflicht bei  der Beweiswürdigung berücksichtigen (Art. 19 VwVG 
i.V.m. Art. 40 des Bundesgesetzes vom 4. Dezember 1947 über den 
Bundeszivilprozess [BZP, SR 273]). 

Ergänzt  wird  die  Untersuchungsmaxime  sodann  durch  die  im  An-
spruch auf rechtliches Gehör enthaltenen Parteirechte auf Teilnahme 
am Verfahren und auf Einflussnahme auf den Prozess der Entscheid-
findung (vgl. Art. 29 ff. VwVG). So ist die Behörde beispielsweise ver-
pflichtet,  die ihr  angebotenen Beweise abzunehmen, wenn diese zur 
Abklärung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  tauglich  erscheinen 
(Art. 33 Abs. 1 VwVG). Von der Abnahme eines beantragten Beweis-
mittels kann abgesehen werden,  wenn bereits Feststehendes bewie-
sen werden soll,  wenn zum Voraus gewiss ist,  dass der angebotene 
Beweis  keine  wesentlichen  Erkenntnisse  zu  vermitteln  vermag  oder 

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wenn die Behörde den Sachverhalt aufgrund eigener Sachkunde aus-
reichend würdigen kann (sog. antizipierte Beweiswürdigung; BGE 131 
I 153 E. 3 S. 157 mit Hinweisen sowie KÖLZ/HÄNER, a.a.O., Rz. 271 und 
319 f.; vgl. zum Verhältnis von Mitwirkungs- und Beweisabnahmepflicht 
BVGE 2007/21 E. 11.1.3 f. mit Hinweisen). 

Liegt die objektive Beweislast gemäss dem allgemeinen Rechtsgrund-
satz  von Art. 8  des Schweizerischen Zivilgesetzbuches vom 10. De-
zember 1907 (ZGB, SR 210) – wie in casu – bei den Privaten, so trifft 
die  Behörden nach Treu und Glauben schliesslich eine Aufklärungs-
pflicht, über welche Tatsachen der Beweis geführt werden muss (vgl. 
KÖLZ/HÄNER, a.a.O., Rz. 269).

8.
8.1 Der  Beschwerdeführer  hat  gegenüber  der  Vorinstanz  namentlich 
vorgebracht, dass er seit seiner Verurteilung in der Schweiz nicht mehr 
straffällig geworden sei  und sich auch sonst wohl  verhalten habe. In 
diesem  Zusammenhang  hat  er  auf  Aufforderung  hin  die  bereits  er-
wähnte Bestätigung des Gemeindegerichts von Preševo vom 24. Juli 
2006  eingereicht,  wonach  er  strafrechtlich  nicht  verzeichnet  sei.  Im 
Weiteren hat er im Gesuch vom 7. Juli 2006 angeboten, die Angaben 
zu seiner persönlichen Situation und seinem Plan, sich künftig privat 
und  beruflich  wieder  in  der  Schweiz  aufzuhalten,  bei  Bedarf  durch 
schriftliche  Auskünfte  seiner  Verlobten,  seines  Sohnes  sowie  seiner 
beiden in der Schweiz lebenden Töchter bestätigen zu lassen. 

8.2 Das BFM hat  die  vorgelegte  Bestätigung  des Gemeindegerichts 
Preševo  offenbar  als  genügenden  Nachweis  für  das  grundsätzliche 
Wohlverhalten des Beschwerdeführers seit seiner Rückkehr nach Ser-
bien akzeptiert. Andererseits hat die Vorinstanz darauf verzichtet, auf 
die erwähnten Beweisofferten des Beschwerdeführers einzugehen und 
hat  das  Wiedererwägungsgesuch  im  Wesentlichen  mit  dem  blossen 
Hinweis abgewiesen, dass die im Gesuch vorgebrachten Gründe eine 
Aufhebung  der  Einreisesperre  nicht  zu  rechtfertigen  vermöchten,  da 
diese nicht neu seien und die Aufhebung einer rechtskräftigen Einrei-
sesperre nur ausnahmsweise in Erwägung gezogen werden könne.

8.3 Ungeachtet der Frage, ob das BFM mit diesen Ausführungen sei-
ner Begründungspflicht  nach Art. 35  Abs. 1 VwVG in hinreichendem 
Masse nachgekommen ist (vgl. BVGE 2007/27 E. 5.5.2 mit Hinweisen), 
erweist sich das Vorgehen bereits aus anderen Gründen in mehrfacher 

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Hinsicht als fehlerhaft.

Da im vorliegenden Fall aufgrund des langen Zeitablaufs wie gesehen 
eine Neubeurteilung erforderlich erscheint, ob nach wie vor ein hinrei-
chendes öffentliches Sicherheitsinteresse an der Fernhaltung des Be-
schwerdeführers besteht, hätte sich die Vorinstanz in der angefochte-
nen Verfügung nicht damit begnügen dürfen, von ihm einen heimatli-
chen Strafregisterauszug zu verlangen. Vielmehr wäre das BFM gehal-
ten  gewesen,  die  vom Beschwerdeführer  angebotenen  Beweise  be-
züglich  seiner  aktuellen  persönlichen  und  wirtschaftlichen  Situation 
abzunehmen. Die in Aussicht gestellten schriftlichen Auskünfte seiner 
Familienangehörigen sowie der  langjährigen schweizerischen Verlob-
ten  erscheinen  grundsätzlich  geeignet,  die  persönliche  Entwicklung 
des Beschwerdeführers seit  seiner  Entlassung aus dem Strafvollzug 
und seine aktuelle Lebenssituation zu erhellen (zur Beweisabnahme-
pflicht der Behörde vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 5A.2/2005 vom 
24. März 2005 E. 6.2). In diesem Zusammenhang wäre die Vorinstanz 
zudem verpflichtet gewesen, den Beschwerdeführer darüber aufzuklä-
ren, welche konkreten Punkte sie für die Annahme des Wegfalls eines 
relevanten  Sicherheitsinteresses  als  beweisbedürftig  erachtet,  bzw. 
weitere  Beweismittel  wie  Wohnsitzbestätigung,  Rentenverfügung  der 
SUVA etc. von ihm einzuverlangen. Dies umso mehr,  als  angesichts 
der massiven früheren Delinquenz des Beschwerdeführers, der skru-
pellosen Art, mit welcher er seine Straftaten verübt hat, und dem un-
einsichtigen Verhalten im Strafverfahren besonders hohe Anforderun-
gen an den Nachweis der Bewährung zu stellen sind.

Gestützt auf ihre Pflicht zur Abklärung des rechtserheblichen Sachver-
halts hätte das BFM vorliegend zudem von sich aus weitere Nachfor-
schungen in Gang setzen müssen und es nicht mit der Einholung der 
Bestätigung des Gemeindegerichts von Preševo vom 24. Juli 2006 be-
wenden lassen dürfen. Die vorgelegte Bestätigung enthält  zwar eine 
Original-Stempelung sowie zwei Original-Unterschriften. Beim verwen-
deten Formular handelt es sich indessen offenbar um eine Kopie. Dies 
ist bei amtlichen Dokumenten zumindest als aussergewöhnlich zu be-
zeichnen. Zudem fehlt es in den Akten bislang an einem Nachweis, wo 
genau sich der Beschwerdeführer in den vergangenen Jahren überall 
aufgehalten hat. Mangels entsprechender Informationen und ohne ei-
ne  Überprüfung  der  Echtheit  des  vorgelegten  Dokuments  lässt  sich 
daher keine zuverlässige Aussage über das geltend gemachte nach-
trägliche Wohlverhalten machen, welche eine Aufhebung der Einreise-

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sperre rechtfertigen könnte. Je nach Ergebnis der Abklärungen bezüg-
lich  des  Beweiswerts  der  gerichtlichen  Bestätigung  hätte  die  Vorin-
stanz ferner in Serbien und in anderen Ländern von Amtes wegen zu-
sätzliche Erkundigungen betreffend den strafrechtlichen Leumund des 
Beschwerdeführers einholen müssen.

8.4 Nach dem Gesagten  kommt  das  Bundesverwaltungsgericht  zum 
Schluss, dass das BFM den rechtserheblichen Sachverhalt im vorlie-
genden Fall nicht genügend abgeklärt hat und darüber hinaus den An-
spruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör verletzt hat, na-
mentlich indem es die von ihm angebotenen Beweise nicht abgenom-
men hat.

Die Beschwerde ist  daher gutzuheissen,  soweit  darin die Aufhebung 
der angefochtenen Verfügung vom 1. September 2006 beantragt wird, 
und die Sache ist zur ergänzenden Sachverhaltsabklärung an die Vor-
instanz  zurückzuweisen.  Bei  der  Neubeurteilung  des  Wiedererwä-
gungsgesuchs vom 7. Juli 2006 wird das BFM neben Abklärungen be-
treffend die aktuelle persönliche, familiäre und wirtschaftliche Situation 
des Beschwerdeführers insbesondere auch solche bezüglich des gel-
tend gemachten Wohlverhaltens seit der Entlassung aus dem Strafvoll-
zug zu tätigen haben.

8.5 Der Vollständigkeit  halber  ist  an dieser  Stelle  festzuhalten,  dass 
die Vorinstanz bei der Neubeurteilung des Falles auch die privaten In-
teressen  des  Beschwerdeführers  an  der  Aufhebung  der  Fernhalte-
massnahme zu würdigen haben wird. Soweit  die Interessen des Be-
schwerdeführers hingegen nicht nur auf gelegentliche Besuchsaufent-
halte, sondern auf einen dauernden Aufenthalt in der Schweiz gerich-
tet sind, ist darauf hinzuweisen, dass eine allfällige Aufhebung der Ein-
reisesperre  nichts  daran  ändern  würde,  dass  der  Beschwerdeführer 
aktuell keinen Aufenthaltsanspruch besitzt (vgl. Art. 42 f. AuG) und er 
nur unter den eingeschränkten Voraussetzungen von Art. 18 ff. AuG in 
den Genuss einer entsprechenden Bewilligung kommen könnte. 

Schliesslich würde eine allfällige Aufhebung der Einreisesperre auch 
nicht bedeuten, dass ein künftiges Visumsgesuch des Beschwerdefüh-
rers ohne weiteres bewilligt  werden müsste. Vielmehr wären auch in 
einem  solchen  Fall  die  ordentlichen  Einreisevoraussetzungen  von 
Art. 5  AuG –  wie  etwa  die  Gewähr  der  gesicherten  Wiederausreise 
(vgl. Art. 5 Abs. 2 AuG) – zu prüfen.

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9.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dem Beschwerdeführer keine 
Kosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Der bereits geleistete Kos-
tenvorschuss von Fr. 600.- ist ihm von der Gerichtskasse zurückzuer-
statten.

10.
Dem Beschwerdeführer  ist  schliesslich  für  die  ihm im Verfahren  vor 
dem  Bundesverwaltungsgericht  erwachsenen  notwendigen  und  ver-
hältnismässig  hohen  Kosten  zulasten der  Vorinstanz  eine  reduzierte 
Parteientschädigung  von  Fr. 1'000.-  zuzusprechen  (Art.  64  Abs.  1 
VwVG i.V.m. Art. 7 und 14 des Reglements vom 21. Februar 2008 über 
die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 
[VGKE, SR 173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit  die Aufhebung der ange-
fochtenen Verfügung beantragt wird.

2.
Der Wiedererwägungsentscheid vom 1. September 2006 wird aufgeho-
ben und die Sache wird zur  ergänzenden Sachverhaltsabklärung an 
die Vorinstanz zurückgewiesen.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.
Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.- wird dem Beschwerde-
führer von der Gerichtskasse zurückerstattet.

5.
Dem Beschwerdeführer wird zulasten des BFM eine Parteientschädi-
gung von Fr. 1'000.- zugesprochen.

6.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben mit Rückschein)
- die Vorinstanz (Akten retour)
- das Amt für Polizeiwesen und Zivilrecht des Kantons Graubünden

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Ruth Beutler Thomas Segessenmann

Versand: 

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