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**Case Identifier:** 2dee678a-297f-5d37-9313-6a2f685002f8
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-05-15
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 15.05.2017 200 2016 800
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2016-800_2017-05-15.pdf

## Full Text

200 16 800 IV
SCJ/SHE/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 15. Mai 2017

Verwaltungsrichter Scheidegger, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiber Schnyder

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 14. Juli 2016

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Mai 2017, IV/16/800, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die im Jahre 1979 geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. 
Beschwerdeführerin) meldete sich am 30. August 2011 mit Hinweis auf 
rechtsseitige Beeinträchtigungen nach Exstirpation eines Gehirn-Kaver-
noms bei der IV-Stelle Bern (nachfolgend IVB bzw. Beschwerdegegnerin) 
zum Leistungsbezug an (Akten der IVB, Antwortbeilage [AB] 1). Nach be-
ruflichen und medizinischen Abklärungen verneinte die IVB mit Verfügung 
vom 23. Januar 2013 (AB 25) einen Leistungsanspruch mit der Begrün-
dung, es liege kein Krankheitsbild mit Invaliditätscharakter vor. Die dage-
gen erhobene Beschwerde (AB 26/3) wies das Verwaltungsgericht des 
Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, mit Urteil vom 
17. Juni 2013, IV/2013/130 (AB 30), ab. Das Urteil erwuchs unangefochten 
in Rechtskraft.

B.

Am 28. August 2013 (AB 31) beantragte die Versicherte wegen Lähmungs-
erscheinungen beider Beine die Zusprechung eines Rollstuhls sowie weite-
rer Hilfsmittel. Am 8. Mai 2014 (AB 56) reichte sie mit Hinweis auf schwere 
Lähmungserscheinungen mit Gangstörungen, epileptische Anfälle, Konzen-
trationsstörungen und Vergesslichkeit eine Anmeldung für eine berufliche 
Integration bzw. eine Rente ein. Die IVB tätigte in der Folge Abklärungen. 
Namentlich unterbreitete sie das medizinische Dossier dem Regionalen 
Ärztlichen Dienst (RAD) zur Stellungnahme (AB 71). Mit Verfügung vom 20. 
Januar 2015 (AB 93) verneinte sie mangels Gesundheitsschadens mit inva-
lidisierender Wirkung im Rechtssinne einen Anspruch auf Leistungen. Die 
dagegen vom beigezogenen Rechtsanwalt B.________ erhobene Be-
schwerde (AB 95/3) hiess das Verwaltungsgericht mit Entscheid vom 
7. Oktober 2015, IV/2015/173 (AB 106), gut, hob die angefochtene Verfü-
gung auf und wies die Sache an die Beschwerdegegnerin zurück, damit sie 
nach Vornahme weiterer Abklärungen, insbesondere dem Einholen eines 
polydisziplinären Gutachtens, neu verfüge. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Mai 2017, IV/16/800, Seite 3

C.

Vom 18. bis zum 22. Januar 2016 wurde die Versicherte im C.________ 
(MEDAS) begutachtet. Gestützt auf das hierauf erstellte interdisziplinäre 
Gutachten vom 17. März 2016 (AB 130.1) stellte ihr die IVB mit Vorbe-
scheid vom 19. April 2016 (AB 133) in Aussicht, mangels eines Gesund-
heitsschadens mit invalidisierender Wirkung im Rechtssinne einen An-
spruch auf Leistungen der Invalidenversicherung zu verneinen. Hiermit 
zeigte sich die Versicherte nicht einverstanden (AB 136). Mit Verfügung 
vom 14. Juli 2016 (AB 138) entschied die IVB wie im Vorbescheid an-
gekündigt. 

D.

Mit Eingabe vom 8. September 2016 erhob die Versicherte, weiterhin ver-
treten durch Rechtsanwalt B.________, hiergegen Beschwerde. Sie bean-
tragt, in Aufhebung der angefochtenen Verfügung seien ihr unter Kosten- 
und Entschädigungsfolge die gesetzlichen Leistungen auszurichten.

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 10. Oktober 
2016 auf Abweisung der Beschwerde. 

In einem zweiten Schriftenwechsel hielten die Parteien an ihren Standpunk-
ten und den gestellten Anträgen fest. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

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(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 14. Juli 2016 (AB 138). 
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf Leistungen der Invalidenversi-
cherung. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauern-
de ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbs-
unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs-
möglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeits-
markt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Er-
werbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Be-
einträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur 

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vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und da-
mit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkun-
gen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung al-
len guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1).

2.3 Liegt eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung vor, sind die 
nachfolgenden Grundsätze zu beachten, wobei diese auch für vergleichba-
re Beschwerden gelten, denn aus Gründen der Rechtssicherheit ist es ge-
boten, sämtliche psychosomatischen Leiden den gleichen sozialversiche-
rungsrechtlichen Anforderungen zu unterstellen (BGE 141 V 281 E. 4.2 
S. 298, 139 V 346 E. 2 S. 346, 137 V 64 E. 4.3 S. 69, 136 V 279 E. 3.2.3 
S. 283). Die zu den somatoformen Schmerzstörungen entwickelten Grund-
sätze sind deshalb u.a. analog anwendbar auf eine dissoziative Sensibi-
litäts- und Empfindungsstörung (BGE 139 V 547 E. 2.2 S. 550, 137 V 64 E. 
4.2 S. 68, 136 V 279 E. 3.2.1 S. 282) und eine dissoziative Bewegungs-
störung (BGE 139 V 547 E. 2.2 S. 550, 137 V 64 E. 4.2 S. 68, 136 V 279 E. 
3.2.1 S. 282).

2.3.1 Die Sachverständigen sollen die Diagnose einer anhaltenden soma-
toformen Schmerzstörung bzw. eines vergleichbaren psychosomatischen 
Leidens so begründen, dass die Rechtsanwender nachvollziehen können, 
ob die klassifikatorischen Vorgaben tatsächlich eingehalten sind (BGE 142 
V 106 E. 3.3 S. 108, 141 V 281 E. 2.1.1 S. 285). Dem diagnoseinhärenten 
Schweregrad der somatoformen Schmerzstörung ist vermehrt Rechnung 
zu tragen (BGE 142 V 106 E. 3.3 S. 108, 141 V 281 E. 2.1.1 S. 286). Eine 
invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeeinträchtigung 
liegt sodann nur vor, wenn die Diagnose auch unter dem Gesichtspunkt der 
Ausschlussgründe nach BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig 
keine versicherte Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leistungsein-

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schränkung auf Aggravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht. 
Hinweise auf solche und andere Äusserungen eines sekundären Krank-
heitsgewinns ergeben sich namentlich, wenn eine erhebliche Diskrepanz 
zwischen den geschilderten Schmerzen und dem gezeigten Verhalten oder 
der Anamnese besteht, intensive Schmerzen angegeben werden, deren 
Charakterisierung jedoch vage bleibt, keine medizinische Behandlung und 
Therapie in Anspruch genommen wird, demonstrativ vorgetragene Klagen 
auf den Sachverständigen unglaubwürdig wirken oder schwere Einschrän-
kungen im Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch 
weitgehend intakt ist. Nicht per se auf Aggravation weist blosses verdeutli-
chendes Verhalten hin. Besteht im Einzelfall Klarheit darüber, dass nach 
plausibler ärztlicher Beurteilung die Anhaltspunkte auf eine Aggravation 
eindeutig überwiegen und die Grenzen eines bloss verdeutlichenden Ver-
haltens klar überschritten sind, ohne dass das aggravatorische Verhalten 
auf eine verselbständigte, krankheitswertige psychische Störung (vgl. BGE 
127 V 294 E. 5a S. 299) zurückzuführen wäre, fällt eine versicherte Ge-
sundheitsschädigung ausser Betracht und ein Rentenanspruch ist ausge-
schlossen, selbst wenn die klassifikatorischen Merkmale einer somatofor-
men Schmerzstörung oder eines vergleichbaren psychosomatischen Lei-
dens gegeben sein sollten (vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG erster Satz). Soweit die 
betreffenden Anzeichen neben einer ausgewiesenen verselbständigten Ge-
sundheitsschädigung (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299) auftreten, sind deren 
Auswirkungen derweil im Umfang der Aggravation zu bereinigen (BGE 141 
V 281 E. 2.1.1 S. 285 und E. 2.2 S. 287; SVR 2016 UV Nr. 25 S. 83 E. 6).

2.3.2 Mit BGE 141 V 281 hat das Bundesgericht die Vermutung, wonach 
eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung oder ein vergleichbarer 
ätiologisch unklarer syndromaler Zustand mit zumutbarer Willensanstren-
gung überwindbar ist, aufgegeben (E. 3.5). Unverändert ist jedoch auch in 
Zukunft dem klaren Willen des Gesetzgebers gemäss Art. 7 Abs. 2 ATSG 
Rechnung zu tragen, wonach im Zuge einer objektivierten Betrachtungs-
weise von der grundsätzlichen „Validität“ der versicherten Person auszuge-
hen ist (E. 3.7.2) und die materielle Beweislast für Invalidität bei ihr liegt 
(BGE 142 V 106 E. 4.4 S. 110). 

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2.3.3 Das bisherige Regel/Ausnahme-Modell wird – gemäss erwähntem 
Entscheid – durch einen strukturierten, normativen Prüfungsraster ersetzt. 
Anhand eines Kataloges von Indikatoren erfolgt eine ergebnisoffene sym-
metrische Beurteilung des – unter Berücksichtigung leistungshindernder 
äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotentialen 
(Ressourcen) anderseits – tatsächlich erreichbaren Leistungsvermögens 
(E. 3.6). Es gilt neu im Regelfall nach gemeinsamen Eigenschaften syste-
matisierte Standardindikatoren zu beachten (E. 4.1.3), welche sich in die 
Kategorien „funktioneller Schweregrad“ (E. 4.3) und „Konsistenz“ einteilen 
lassen (E. 4.4). Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5). Die Anerken-
nung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn 
die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitli-
chen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren 
schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahr-
scheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Be-
weislosigkeit nach wie vor die materiell beweisbelastete versicherte Person 
zu tragen (E. 6).

2.3.4 Die sachverständige Person schätzt das Leistungsvermögen an-
hand der einschlägigen Indikatoren ein. Die Rechtsanwender überprüfen 
die betreffenden Angaben frei, insbesondere dahin, ob die Ärzte sich an die 
massgebenden normativen Rahmenbedingungen gehalten haben, das 
heisst, ob sie ausschliesslich funktionelle Ausfälle berücksichtigt haben, 
welche Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung sind (Art. 7 Abs. 2 
erster Satz ATSG), sowie, ob die versicherungsmedizinische Zumutbar-
keitsbeurteilung auf objektivierter Grundlage erfolgt ist (Art. 7 Abs. 2 zweiter 
Satz ATSG; BGE 141 V 281 E. 5.2.2 S. 307).

2.4

2.4.1 Wurde eine Rente wegen eines fehlenden oder zu geringen Invali-
ditätsgrades bereits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur 
geprüft, wenn die versicherte Person glaubhaft macht, dass sich der Grad 
der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 und 3 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invali-
denversicherung [IVV; SR 831.201]).

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2.4.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache 
materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten 
Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch 
tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei ei-
nem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (SVR 2011 IV Nr. 
2 S. 8 E. 3.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der frühe-
ren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie 
das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die 
festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine rentenbegründende 
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 
198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

2.4.3 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung eingetreten. 
Folglich ist die Eintretensfrage vom Gericht nicht zu überprüfen (BGE 109 
V 108 E. 2b S. 114). Wie das Verwaltungsgericht in VGE IV/2015/173 (AB 

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106) rechtskräftig und somit auch für dieses Verfahren verbindlich ent-
schieden hat, ist im Vergleich zur Verfügung vom 23. Januar 2013 (AB 25) 
ein Revisionsgrund erstellt und folglich der Leistungsanspruch frei zu prü-
fen (E. 3.3). Weiter erachtete das Gericht den Sachverhalt als ungenügend 
abgeklärt und wies die Sache zur Einholung eines interdisziplinären Gut-
achtens und neuen Verfügung zurück. Dem – anordnungsgemäss ergänz-
ten – medizinischen Sachverhalt ist im Wesentlichen das Folgende zu ent-
nehmen:

3.1.1 Im Bericht des Zentrums D.________ vom 6. März 2014 (AB 60/4) 
wurde eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen 
Faktoren (ICD-10 F45.41) diagnostiziert (S. 4). Die Versicherte sei in vieler-
lei Hinsicht im Alltag eingeschränkt. Sie könne sich nicht im vollen Masse 
um ihre Kinder kümmern. Auch ihrer beruflichen Tätigkeit könne sie derzeit 
unmöglich nachkommen. Eine Weiterführung der Gespräche sei sinnvoll 
und erfolgversprechend. Im Zentrum der Psychotherapie stehe der Um-
gang mit Emotionen, damit verbunden auch die Bewältigung aktueller Be-
lastungen (S. 5).

3.1.2 Prof. Dr. med. E.________, Facharzt für Neurologie, führte im Be-
richt vom 26. März 2014 (AB 55/3) aus, die Ursache der beiden von der 
Patientin erlittenen Anfälle, welche beide Male zu einer Hospitalisation ge-
führt hätten, sei nicht geklärt. Die in den früh und während der anfallsarti-
gen Ereignisse abgeleiteten Hirnstromkurven hätten keine Hinweise auf 
Epilepsie oder auf einen Status epilepticus ergeben. Das am 21. Februar 
2014 erstellte EEG hätte keine epilepsiespezifische Aktivität gezeigt. Ins-
gesamt bezweifelte Prof. Dr. med. E.________ „sehr“, dass es sich bei 
diesen beiden Anfallsereignissen – auch aufgrund der festgehaltenen 
schriftlichen Befunde des Anfallsablaufes – um einen organischen epilepti-
schen Anfall oder Status epilepticus gehandelt hat. Vielmehr sei von einem 
dissoziativen Anfallsereignis auszugehen. Betreffend Gangstörung und 
Paraparese erscheine eine organische Erkrankung des zentralen oder pe-
ripheren Nervensystems nicht möglich. Hier müsse durch eine intensive 
psychologisch-psychiatrische und physiotherapeutische Behandlung ver-
sucht werden, das Gangbild wieder gezielt so zu steuern, dass die Versi-

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cherte nicht mit einem enormen Energie- und Kraftaufwand versuche, die 
Beine in Bewegung zu bringen (S. 4). 

Im Privatsprechstundenbericht vom 10. April 2015 (AB 101) führte Prof. Dr. 
med. E.________ aus, unverändert stehe das Bild einer dissoziativen Stö-
rung, vorwiegend mit abnormem Bewegungsmuster und dissoziativen „An-
fallsereignissen“ im Vordergrund. Eine erneute physiotherapeutisch geführ-
te Rehabilitation sei dringend angezeigt. Es sei gut möglich, dass bei dieser 
Versicherten auch suggestive oder Hypnose-Therapien eine gewisse Wir-
kung oder eine raschere Verbesserung des Bewegungsbildes ermöglichen 
könnten (S. 2). 

3.1.3 Im MEDAS-Gutachten vom 17. März 2016 (AB 130.1) wurden mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit dissoziative Störungen, gemischt, so-
wie eine Epilepsie unklarer Ätiologie mit fokalen und generalisierten Anfäl-
len diagnostiziert (S. 45 Ziff. 7). Aktuell im Vordergrund stehe klar die dis-
soziative Störung der Patientin. Sie sei an den Rollstuhl gebunden und zei-
ge auffällige Fehlstellungen der Hände sowie pathologische Bewegungs-
muster an oberen und unteren Extremitäten, welche neurologisch topisch 
nicht zuzuordnen seien. Objektiv fassbare Befunde im Sinne einer zentral-
nervösen bzw. einer peripher-neurogenen Läsion fänden sich nicht. Auch 
beklage die Versicherte Blasen- und Mastdarmfunktionsstörungen. Anläss-
lich der MEDAS-Untersuchung habe sich die Diagnose einer gemischten 
dissoziativen Störung bestätigt. Bei Fehlen neurologisch fassbarer objekti-
ver Befunde bezüglich der Bewegungs- und Empfindungsstörungen sei – 
auch bei weitestgehend unauffälligem psycho-pathologischem Status – 
doch mit überwiegender Wahrscheinlichkeit vom Vorliegen einer schweren 
psychogenen Störung auszugehen. Einerseits hätten nach Aktenlage be-
reits seit der Kindheit auffällige (neurologische) Symptome, deren Zuord-
nung letztlich schwierig gewesen sei, bestanden. Andererseits und führend 
seien in den letzten Jahren neurologisch-betonte Symptome aufgetreten 
und wieder verschwunden, so beispielsweise die rechtsseitige Halbseiten-
parese, die heute in keiner Weise mehr nachgewiesen werden könne. 
Schliesslich seien die aktuellen von der Patientin geklagten resp. gezeigten 
Bewegungsstörungen somatisch nicht zuzuordnen. Kompliziert werde das 

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heutige syndromale Zustandsbild durch eine nachgewiesene Epilepsie un-
klarer Ätiologie (S. 46 Ziff. 9). 

Aus psychiatrischer Sicht müsse heute von einer wesentlichen dissoziati-
ven Störung, d.h. einer ausgeprägten Abspaltung psychischer und physi-
scher Funktionen ausgegangen werden. Im Rahmen der Differentialdia-
gnostik müsse bei dissoziativen Störungen immer auch ein bewusstseins-
nahes Verhalten diskutiert werden. Hinweise für ein solches hätten anläss-
lich der Begutachtung nicht gefunden werden können. Hingegen hätten 
sich konsistente pathologische Bewegungsmuster gezeigt (S. 46 f. Ziff. 9). 

In der bisherigen Tätigkeit als Mitarbeiterin eines ... sei die Patientin nicht 
arbeitsfähig. Dies gelte seit April 2011. Falls die Patientin im weiteren Ver-
lauf ihre Steh- und Gehfähigkeit überhaupt je wiedererlange, wären Tätig-
keiten auf Leitern und Gerüsten mit Sturzgefahr sowie an Maschinen mit 
Verletzungsgefahr nicht geeignet (S. 47 Ziff. 10). Auch in einer adaptierten 
Tätigkeit bestehe heute keine Arbeitsfähigkeit. Einerseits sei die Patientin 
aktuell steh- und gehunfähig. Deren Mobilität werde zusätzlich durch die 
pathologischen Bewegungsmuster im Bereich der Hände eingeschränkt, 
welche auch den Gebrauch von Krücken nicht ermöglichen würden. Die 
Angaben der Versicherten, heute mit einem Unterarmrollator noch mobil zu 
sein, würden aufgrund der aktuellen pathologischen Bewegungsmuster 
eher unwahrscheinlich erscheinen. Jedenfalls bestehe keine Mobilität, wel-
che die Verwertung einer Restarbeitsfähigkeit ermöglichen würde (Ziff. 11). 

Indiziert sei eine Wiederaufnahme einer psychotherapeutischen Behand-
lung. In Frage kämen hypnotherapeutische Verfahren oder auch psycho-
analytische Verfahren. Solche könnten die Arbeitsfähigkeit der Patientin 
möglicherweise verbessern. Aufgrund der bereits mehrjährigen Krankheits-
dauer werde eine solche Behandlung längere Zeit, d.h. mehrere Jahre, in 
Anspruch nehmen. Eine psychiatrische Behandlung sei der Patientin zu-
mutbar, soweit entsprechende Hilfsmittel für Transport etc. zur Verfügung 
ständen (S. 48 Ziff. 12).

3.1.4 Dr. med. F.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, hielt 
im Bericht vom 11. August 2016 (Akten der Beschwerdeführerin, Be-
schwerdebeilage [BB] 5) fest, er bestätige, dass die Patientin ausgedehnt 

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psychiatrisch und psychologisch abgeklärt und behandelt worden sei. Dar-
unter sei es zu einer stetigen Progredienz der Erkrankung gekommen. So-
mit könne er (Dr. med. F.________) attestieren, dass eine neuerliche 
psychiatrische oder psychologische Therapie nicht erfolgversprechend sei, 
medizinisch nicht indiziert sei und zu keiner Reduktion der Invalidität führen 
werde. 

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352). Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von 
externen Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen 
und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und 
bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist 
bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht 
konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 
125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 2016 IV Nr. 2 S. 5 E. 4.1). Eine von ande-
ren mit der versicherten Person befassten Ärzten abweichende Beurteilung 
vermag die Objektivität des Experten nicht in Frage zu stellen. Es gehört 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Mai 2017, IV/16/800, Seite 13

vielmehr zu den Pflichten eines Gutachters, sich kritisch mit dem Aktenma-
terial auseinanderzusetzen und eine eigenständige Beurteilung abzugeben. 
Auf welche Einschätzung letztlich abgestellt werden kann, ist eine im Ver-
waltungs- und allenfalls Gerichtsverfahren zu klärende Frage der Beweis-
würdigung (BGE 132 V 93 E. 7.2.2 S. 110).

3.3 Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der Verfügung vom 14. Juli 
2016 (AB 138) im Wesentlichen auf das interdisziplinäre MEDAS-Gutach-
ten vom 14. März 2016 (AB 130.1). Dieses erfüllt die von der höchstrichter-
lichen Rechtsprechung an den Beweiswert eines medizinischen Gutach-
tens gestellten Anforderungen (vgl. E. 3.2 hiervor), weshalb ihm – in rein 
medizinischer Hinsicht – uneingeschränkte Beweiskraft zukommt. Die 
Fachärzte haben sich in ihren Beurteilungen sorgfältig mit den gesundheit-
lichen Einschränkungen auseinandergesetzt sowie ihre Schlussfolgerungen 
und Einschätzungen gestützt auf ihre Untersuchung und die Akten in 
schlüssiger und nachvollziehbarer Weise dargelegt. Sie hatten Kenntnis 
von allen Vorakten und würdigten in ihrer Beurteilung sämtliche ihnen zur 
Verfügung stehenden Informationen. Die Ausführungen in den Beurteilun-
gen der medizinischen Zusammenhänge sind einleuchtend sowie die ge-
zogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand überzeugend be-
gründet. Die Schlussfolgerungen werden im Wesentlichen auch von der 
Beschwerdeführerin geteilt. Einzig erhebt diese gegen die gutachterliche 
Feststellung, wonach hypnotherapeutische oder psychoanalytische Verfah-
ren ihre Arbeits- und Leistungsfähigkeit möglicherweise verbessern könn-
ten (AB 130.1 S. 48 Ziff. 12), Einwände (Beschwerde S. 5 ff. und Replik S. 
2 ff.). Diese vermögen den Beweiswert des interdisziplinären Gutachtens 
indessen nicht zu schmälern. Die Einschätzung des Internisten und Haus-
arztes Dr. med. F.________, eine neuerliche psychiatrische oder psycholo-
gische Therapie sei nicht erfolgsversprechend, medizinisch nicht indiziert 
und werde zu keiner Reduktion der Invalidität führen (BB 5), vermag keine 
Zweifel an der MEDAS-Beurteilung hervorzurufen. Wie das Bundesgericht 
im Entscheid vom 22. März 2010, 8C_83/2010, E. 3.2.3, festhielt, kommt 
der Einschätzung eines Internisten zur aus einer dissoziativen Bewegungs-
störung resultierenden Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatri-
scher Sicht nur beschränkte Aussagekraft zu. Die fachliche Qualifikation 
der Ärzte ist hinsichtlich des Beweiswertes ihrer Aussagen von erheblicher 

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Bedeutung. Daran ändert der Umstand, dass Dr. med. F.________ als 
langjähriger Hausarzt die Beschwerdeführerin bestens kennt (vgl. Replik S. 
3), nichts. Gleiches gilt für deren Ausführungen zum Privatsprechstunden-
bericht des Neurologen Prof. Dr. med. E.________ vom 10. April 2015 (Be-
schwerde S. 5 und Replik S. 3). Nur weil dieser festhält, dass verschiedene 
psychologisch-psychiatrische Betreuungen in der Vergangenheit „eigentlich 
keinerlei“ Einfluss zu erbringen vermochten (AB 101 S. 2), bedeutet dies 
nicht bereits, dass das Leiden der Beschwerdeführerin therapeutisch nicht 
(mehr) angehbar ist, d.h. keine therapeutische Option mehr besteht und 
von einer Behandlungsresistenz auszugehen ist. Vielmehr nimmt auch 
Prof. Dr. med. E.________ an, dass suggestive oder Hypnose-Therapien 
eine gewisse Wirkung oder eine raschere Verbesserung des Bewegungs-
bildes ermöglichen könnten. Dass er Zweifel an der Wirksamkeit einer er-
neuten psychotherapeutischen Behandlung äussere (vgl. Replik S. 3), ist 
dem Privatsprechstundenbericht nicht zu entnehmen. 

3.4 Aufgrund des Dargelegten ist nachfolgend gemäss BGE 141 V 281 
anhand einer Prüfung der massgebenden Standardindikatoren (vgl. E. 
2.3.3 hiervor) zu prüfen, ob rechtlich die Voraussetzungen zur Annahme ei-
ner invalidisierenden Gesundheitsschädigung erfüllt sind. Aufgrund des 
MEDAS-Gutachtens (AB 130.1) ist erstellt, dass die dissoziative Störung 
der Beschwerdeführerin klar im Vordergrund steht, womit eine fachärztlich 
einwandfrei diagnostizierte Gesundheitsbeeinträchtigung vorliegt. Daran 
ändert der Umstand, dass zusätzlich ungünstige psychosoziale Faktoren 
vorhanden sind, nichts, sind diese doch gemäss den Ausführungen der 
MEDAS-Gutachter für das heutige Krankheitsbild nicht führend (vgl. AB 
103.1 S. 40 f.). Ausschlussgründe bestehen keine, wird doch der Be-
schwerdeführerin von den Gutachtern weder Aggravation noch Simulation 
vorgeworfen, liegen keine Hinweise für ein bewusstseinsnahes Verhalten 
vor und zeigte sie konsistente pathologische Bewegungsmuster (vgl. S. 46 
f. Ziff. 9). 

3.5 In der Kategorie „funktioneller Schweregrad“ ist zwischen den Kom-
plexen „Gesundheitsschädigung“ (Ausprägung der diagnoserelevanten Be-
funde und Symptome, Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resis-

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tenz sowie Komorbiditäten), „Persönlichkeit“ und „Sozialer Kontext“ zu un-
terscheiden.

3.5.1 Wie im MEDAS-Gutachten eindrücklich beschrieben wird, sind die 
diagnoserelevanten Befunde und Symptome ausgeprägt vorhanden. Die 
Beschwerdeführerin ist steh- und gehunfähig. Die Mobilität wird zusätzlich 
durch die pathologischen Bewegungsmuster im Bereich der Hände einge-
schränkt, welche auch den Gebrauch von Krücken verunmöglichen. Ihre 
Angaben, sie sei mit einem Unterarmrollator noch mobil, stuften die Gut-
achter aufgrund der aktuellen Befunde als unwahrscheinlich ein (S. 47 Ziff. 
11). 

Was den Behandlungs- und Eingliederungserfolg und somit auch die Be-
handlungsresistenz betrifft, ist noch nicht von einem definitiven Scheitern 
sämtlicher medizinisch indizierter therapeutischer Massnahmen auszuge-
hen. Diesbezüglich hat das beweiskräftige MEDAS-Gutachten ergeben, 
dass ein aufdeckendes psychotherapeutisches Verfahren oder eine Hyp-
nosetherapie möglich ist (AB 130.1 S. 42 Ziff. 4.3.7 und S. 48 Ziff. 12; vgl. 
E. 3.3 hiervor). Was die Beschwerdeführerin dagegen vorbringt, überzeugt 
nicht. Sie hat im September 2014 die psychotherapeutische Behandlung im 
D.________ in ... beendet, wobei einem im Gutachten erwähnten, aber 
nicht aktenkundigen Bericht vom 8. Oktober 2014 (AB 130.1 S. 12 f. Ziff. 
2.2) entnommen werden kann, dass auf ihren eigenen Wunsch hin die The-
rapie beendet wurde. Dies wird von der Beschwerdeführerin nicht in Abre-
de gestellt. Seither hat sie unbestritten keine neue psychiatrische resp. 
psychotherapeutische Therapie aufgenommen. Zum damaligen Zeitpunkt 
erachteten die Ärzte jedoch eine Behandlung als indiziert. So führte Prof. 
Dr. med. E.________ im Privatsprechstundenbericht vom 21. März 2014 
(AB 55/3) aus, es müsse durch intensive regelmässige psychologisch-
psychiatrische und physiotherapeutische Behandlung versucht werden, das 
Gangbild wieder gezielt so zu steuern, dass die Beschwerdeführerin nicht 
mit einem enormen Energie- und Kraftaufwand versuche, die Beine in Be-
wegung zu bringen (S. 4). Auch der behandelnde Psychologe, Dr. phil. 
G.________, hielt im Bericht vom 6. März 2014 (AB 60/4) eine Weiter-
führung der Psychotherapie für sinnvoll und Erfolg versprechend (S. 5). 
Somit sind vorliegend die therapeutischen Behandlungsmöglichkeiten noch 

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nicht ausgeschöpft, d.h. es ist (noch) nicht von einer schweren und thera-
peutisch nicht (mehr) angehbaren psychischen Störung auszugehen. Dar-
an ändert der Umstand nichts, dass die MEDAS-Gutachter nur von einer 
möglichen Verbesserung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit und einer 
mehrjährigen Dauer der Behandlung ausgehen. 

Komorbiditäten liegen lediglich hinsichtlich der im MEDAS-Gutachten eben-
falls mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierten Epilepsie (AB 
130.1 S. 45 Ziff. 7) vor. Die geschilderten Anfallsereignisse beurteilte je-
doch Prof. Dr. med. E.________ bereits im Bericht vom 21. März 2014 (AB 
55/3) bei fehlendem Nachweis epilepsiespezifischer Aktivität im EEG über-
wiegend wahrscheinlich als dissoziative Aktivität (S. 4). Damit handelt es 
sich um Beschwerdebilder, die bloss als diagnostisch unterschiedlich er-
fasste Variante derselben Entität mit identischen Symptomen erscheinen, 
welche gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung (vgl. BGE 141 V 281 E. 
4.3.1.3 S. 301) von vornherein keine Komorbidität darstellen. 

3.5.2 Der Komplex der Persönlichkeit lässt nicht auf eine Leistungsminde-
rung schliessen. So lagen anlässlich der MEDAS-Untersuchung keine Per-
sönlichkeitsfaktoren vor, welche das psychische Krankheitsbild erschweren 
würden. Der psychopathologische Befund war unauffällig (vgl. AB 130.1 S. 
46 Ziff. 9). 

3.5.3 Hinsichtlich des sozialen Kontextes ist festzuhalten, dass die Be-
schwerdeführerin eine intakte Tagesstruktur hat, selbst einen sozialen 
Rückzug verneint (AB 130.1 S. 20 E. 3.4) und einen guten Kontakt zu ihren 
Eltern pflegt (S. 18). Sie ist verheiratet und Mutter zweier Kinder. Diese 
durchaus mobilisierenden Ressourcen vermögen ihr Leistungsvermögen zu 
bestimmen. Das negative Verhältnis zu ihren Schwiegereltern hat keine 
rechtlich relevanten Auswirkungen auf den Komplex „sozialer Kontext“.

3.6 Bei der Kategorie „Konsistenz“ (Gesichtspunkte des Verhaltens) 
sind die Kategorien „gleichmässige Einschränkungen des Aktivitätsniveaus 
in allen vergleichbaren Lebensbereichen“ und „behandlungs- und eingliede-
rungsanamnestisch ausgewiesener Leidensdruck“ zu unterscheiden. Die 
anlässlich der Untersuchung in der MEDAS erhobenen Befunde und fest-
gestellten Einschränkungen beeinträchtigen die Beschwerdeführerin in al-

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len vergleichbaren Lebenslagen gleichmässig. Inkonsistenzen wurden von 
den Gutachtern keine vorgefunden (Ab 1301.1 S. 47). Auch ist gemäss den 
Unterlagen offensichtlich ein hoher subjektiver Leidensdruck ausgewiesen. 
Letztlich bleibt aber nicht nachvollziehbar, weshalb sie sich einer indizierten 
psychiatrischen resp. psychotherapeutischen Behandlung entzieht. Daher 
fällt der Indikator „Behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausge-
wiesener Leidensdruck“ nicht entscheidend zu Gunsten der Beschwerde-
führerin aus. 

3.7 In Würdigung sämtlicher Umstände hat die gemischte dissoziative 
Störung – in Übereinstimmung mit der Beschwerdegegnerin – zumindest 
aktuell keinen invalidisierenden Gesundheitsschaden im Sinne der Recht-
sprechung zur Folge. Sollte die indizierte psychiatrische bzw. psychothera-
peutische Behandlung trotz optimaler Kooperation der Beschwerdeführerin 
nicht zu einer Verbesserung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit führen, d.h. 
falls zu einem späteren Zeitpunkt ein definitives Scheitern der Therapie und 
somit eine Behandlungs- und Eingliederungsresistenz erstellt sein sollte, ist 
nicht auszuschliessen, dass dannzumal von einem leistungsbegründenden 
invalidisierenden Gesundheitsschaden auszugehen wäre. Zu prüfen wäre 
diesfalls, ob jedoch nicht eine allfällige Restarbeitsfähigkeit bestünde, da 
die Gutachter die Arbeitsunfähigkeit letztlich allein mit der fehlenden Mobi-
lität begründen (AB 130.1 S. 47), was für sich allein noch nicht zu einer 
vollständigen Arbeitsunfähigkeit führen muss. 

3.8 Aufgrund des Dargelegten ist die angefochten Verfügung vom 14. 
Juli 2016 (AB 138) nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Be-
schwerde abzuweisen. 

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 
200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

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Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin 
keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 
Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.