# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** affc8087-7deb-5121-8285-af011df13b4d
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-07-03
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 03.07.2023 B 2023/60
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2023-60_2023-07-03.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/10

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2023/60

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 25.09.2023

Entscheiddatum: 03.07.2023

Entscheid Verwaltungsgericht, 03.07.2023
Ausländerrecht, Anspruch auf Wiedererwägung einer rechtskräftigen 
Wegweisungsver-fügung, Art. 29 BV, Art. 27 VRP. Der rechtskräftige 
Widerruf der Niederlassungsbewilli-gung eines Ehemannes und 
Familienvaters, der wegen qualifizierter Widerhandlung ge-gen das 
Betäubungsmittelgesetz zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt 
wurde, erfolgte erst kürzlich; die Wegweisung wurde noch nicht vollzogen. 
Der Sachverhalt hat sich seither nicht derart verändert, dass ein anderes 
Ergebnis ernstlich in Betracht zu ziehen wäre. Das Interesse der Schweiz an 
der Beendigung des Aufenthalts des Be-schwerdeführers ist unverändert 
hoch. Das Beisein des Beschwerdeführers bei einer tödlichen 
Auseinandersetzung zwischen zwei anderen Familien in Nordmazedonien 
än-dert nichts an der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs. Abweisung 
der Beschwerde (Verwaltungsgericht, B 2023/60). Gegen dieses Urteil wurde 
Beschwerde beim Bundesgericht erhoben (Verfahren 2C_449/2023)

Entscheid vom 3. Juli 2023

Besetzung

Abteilungspräsident Brunner; Verwaltungsrichterin Reiter, Verwaltungsrichter Zogg; 

Gerichtsschreiberin Schmid Etter

Verfahrensbeteiligte

A.__,

Beschwerdeführer,

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St.Galler Gerichte

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Jakob Rhyner, Rhyner Lippuner Bertschinger, 

St. Gallerstrasse 46, Postfach 745, 9471 Buchs,

gegen

Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons St. Gallen, Oberer Graben 32, 

9001 St. Gallen,

Vorinstanz,

Gegenstand

Wiedererwägung (Nichteintreten)

 

Das Verwaltungsgericht stellt fest:

A.

A.__, von Nordmazedonien, heiratete am 10. August 2007 in seinem Heimatland seine 

in der Schweiz niedergelassene Landsfrau C.__. Ihrem Gesuch um Familiennachzug 

entsprechend erhielt A.__ am 22. März 2008 eine Aufenthaltsbewilligung. Am 

17. Februar 2010 kam der gemeinsame Sohn D.__ zur Welt, der in der Schweiz 

niederlassungsberechtigt ist. Seit 22. März 2013 besass auch A.__ die 

Niederlassungsbewilligung.

B.

Mit Strafbefehlen vom 8. August 2013, 27. Januar 2014, 15. Mai 2014 und 5. Februar 

2016 wurde A.__ wegen Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz mit 

Bussen zwischen CHF 100 und 400 sowie mit einer bedingten Geldstrafe von zwanzig 

Tagessätzen zu je CHF 80 bestraft. Das Obergericht des Kantons Zürich verurteilte ihn 

am 3. Juni 2019 wegen qualifizierter Widerhandlungen gegen das 

Betäubungsmittelgesetz (SR 821.121, BetmG; Handel und Besitz von Kokain in einer 

für viele Menschen gesundheitsgefährdenden Menge) – begangen in der ersten Hälfte 

des Jahres 2016 – sowie wegen Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz 

und mehrfachen geringfügigen Diebstahls zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und 

neun Monaten unter Anrechnung der erstandenen Untersuchungshaft von 174 Tagen 

sowie zu einer bedingten Geldstrafe von zehn Tagessätzen zu je CHF 80 (im Zusatz 

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zum Strafbefehl vom 5. Februar 2016) und einer Busse von CHF 800. Der bedingte 

Vollzug der am 5. Februar 2016 ausgesprochenen Geldstrafe wurde widerrufen. A.__ 

trat die Freiheitsstrafe am 2. März 2020 an. Mit Strafbefehl vom 19. Mai 2021 wurde er 

wegen mehrfacher Übertretung des BetmG zu einer Busse von CHF 250 verurteilt, 

nachdem er seit Mai 2018, letztmals zu einem nicht näher bestimmbaren Zeitpunkt in 

der Weihnachtszeit 2020, in der Justizvollzugsanstalt Realta Marihuana konsumiert 

hatte.

C.

Das Migrationsamt widerrief die Niederlassungsbewilligung von A.__ am 18. August 

2020 und wies ihn aus der Schweiz weg (Ausreisefrist auf den Zeitpunkt der 

Haftentlassung festgesetzt). Den dagegen erhobenen Rekurs wies das Sicherheits- und 

Justizdepartement des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 20. Dezember 2021 ab. 

Auch die weiteren Rechtsmittel – Beschwerden an das Verwaltungs- und 

Bundesgericht – wurden mit Entscheiden vom 17. Juni 2022 (VerwGE B 2022/5) und 

15. September 2022 (BGer, Urteil 2C_653/2022) abgewiesen.

D.

Mit Eingabe vom 18. Oktober 2022 ersuchte A.__ um Wiedererwägung der Verfügung 

vom 18. August 2022 und Gewährung der Niederlassungsbewilligung, eventualiter sei 

eine Verwarnung auszusprechen bzw. eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen und 

vorsorglich für die Dauer des Verfahrens von einer Ausweisung abzusehen. Zur 

Begründung führte er aus, sein Vater sei im Heimatdorf in seinem Beisein am 30. Juli 

2022 mit einem Messer angegriffen und getötet worden. Eine Rückkehr dorthin sei für 

ihn nicht zumutbar. Das Migrationsamt trat mit Verfügung vom 10. November 2022 

nicht auf das Wiedererwägungsgesuch ein. Der dagegen erhobene Rekurs wurde vom 

Sicherheits- und Justizdepartement mit Entscheid vom 6. März 2023 unter Kostenfolge 

abgewiesen.

E.

A.__ (Beschwerdeführer) erhob gegen den Rekursentscheid des Sicherheits- und 

Justizdepartements (Vorinstanz) vom 6. März 2023 durch seinen Rechtsvertreter mit 

Eingabe vom 20. März 2023 und Ergänzung vom 8. Mai 2023 Beschwerde beim 

Verwaltungsgericht mit den Anträgen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge sei der 

angefochtene Entscheid aufzuheben, auf das Wiedererwägungsgesuch einzutreten und 

ihm wiedererwägungsweise die Niederlassungsbewilligung zu gewähren sowie eine 

Verwarnung auszusprechen.

Die Vorinstanz verwies mit Vernehmlassung vom 17. Mai 2023 auf die Erwägungen im 

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angefochtenen Entscheid und beantragte, die Beschwerde sei abzuweisen. Der 

Beschwerdeführer verzichtete stillschweigend auf eine Stellungnahme hierzu.

Auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid und die Ausführungen des 

Beschwerdeführers zur Begründung seiner Anträge sowie die Akten wird, soweit 

wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

 

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:

1.

Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59  Abs. 1 des 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Als Adressat des 

angefochtenen Entscheids ist der im Rekursverfahren unterlegene Beschwerdeführer 

zur Ergreifung der Beschwerde berechtigt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 

VRP). Die Beschwerde gegen den am 7. März 2023 versandten Rekursentscheid wurde 

mit Eingabe vom 20. März 2023 rechtzeitig erhoben (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 

Abs. 1 VRP) und erfüllt zusammen mit der Ergänzung vom 8. Mai 2023 formal wie 

inhaltlich die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 48 Abs. 1 

VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.  

bis

Die Vorinstanz erwog im angefochtenen Entscheid zusammengefasst, der gewaltsame 

Tod des Vaters des Beschwerdeführers am 30. Juli 2022 stelle zwar ein 

einschneidendes Ereignis dar, sei aber trotzdem nicht geeignet darzulegen, weshalb 

Besuche der Familie in Nordmazedonien nicht mehr möglich sein sollten. Der Verweis 

auf die dort praktizierte Blutrache ändere nichts daran, zumal nicht ersichtlich sei, 

weshalb die Opferfamilie davon betroffen sein sollte. Konkrete Anhaltspunkte auf eine 

Gefährdung lägen nicht vor. Besuche könnten auch an anderen Orten in der Heimat 

erfolgen. Die Abwesenheit des Beschwerdeführers von der Familie und die 

Auswirkungen auf die Entwicklung des Sohnes seien bereits im Verfahren betreffend 

Widerruf berücksichtigt worden. Die Beziehung zwischen D.__ und dem Grossvater 

habe ausserhalb des massgebenden Sachverhalts gelegen. Der Tod des Grossvaters 

stelle insofern keine wesentliche Veränderung des Sachverhalts dar. Auch ein allfälliges 

ärztliches Gutachten sei nicht geeignet, veränderte tatsächliche Verhältnisse zu 

2.1. 

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3.

Gemäss Rechtsprechung kann auf eine rechtskräftige ablehnende Verfügung nicht 

ohne Weiteres zurückgekommen werden. Fehlerhafte Verfügungen sind grundsätzlich 

genauso wirksam wie fehlerfreie Verfügungen (abgesehen von Nichtigkeit). Sind sie in 

Rechtskraft erwachsen, kann der Mangel nur noch durch eine spätere Änderung der 

Verfügung behoben werden. Nach Art. 27 Abs. 1 VRP sind Wiedererwägungsgesuche 

zulässig, begründen aber keinen Anspruch auf eine Stellungnahme der Behörde in der 

Sache und hemmen den Fristenlauf nicht. Die Wiedererwägung darf nicht dazu dienen, 

rechtskräftige Verwaltungsverfügungen immer wieder in Frage zu stellen oder Gründe 

vorzubringen, die der Gesuchsteller von Anfang an kannte und ohne berechtigten 

Grund verschwieg. Ein Wiedererwägungsgesuch erlaubt es nicht, im ersten Verfahren 

versäumte oder unterlassene Mitwirkungspflichten gleichsam zu heilen und Tatsachen 

belegen. Die berufliche Integration des Beschwerdeführers sei bereits im 

Widerrufsverfahren gewürdigt worden.

Der Beschwerdeführer bringt dagegen im Wesentlichen vor, Schicksalsschläge wie der 

gewaltsame Tod eines Familienmitglieds könnten von Familien am ehesten verarbeitet 

werden, wenn diese zusammenlebten und sich trösten könnten. Vorliegend sei dies für 

seinen heranwachsenden Sohn besonders wichtig. Die tatsächlichen 

Lebensverhältnisse der Familie hätten sich seit dem Entscheid des Verwaltungsgerichts 

erheblich verändert, was einen Grund für eine Wiedererwägung darstelle. Am 30. Juli 

2022 sei der Grossvater von D.__ in Nordmazedonien gewaltsam zu Tode gekommen. 

Damit sei sowohl psychologisch/psychiatrisch als auch fremdenpolizeilich eine neue 

Situation eingetreten. Psychiater Dr. med. E.__ habe die missliche Lage der Familie 

A.__ und insbesondere von D.__ im Schreiben vom 21. November 2022 bzw. im Bericht 

vom 29. November 2022 überzeugend dargelegt. Der Tod des Grossvaters habe sich 

tief in dessen Seele eingegraben und zu einer psychischen Destabilisierung geführt. 

D.__ stehe am Anfang der Pubertät. Das Vorbild des Vaters sei für ihn in dieser Zeit 

sehr entscheidend. Den Vater als wichtige männliche Bezugsperson könnte er bei einer 

Ausweisung nur noch gelegentlich sehen und dadurch auch eine negative Haltung 

gegenüber dem schweizerischen Recht entwickeln. Gemäss Dr. E.__ sei es tragisch, 

dass nicht auf den Sohn Rücksicht genommen werde, dessen Entwicklung durch die 

Wegweisung stark beeinträchtigt werde. Sowohl der Beschwerdeführer als auch seine 

Ehefrau und der Sohn D.__ seien in psychiatrischer Behandlung. Es werde die 

Einholung eines ärztlichen Gutachtens beantragt. Insgesamt würden die privaten 

Interessen der bestens integrierten Familie A.__ die öffentlichen Interessen am Widerruf 

der Niederlassung des Beschwerdeführers überwiegen.

2.2. 

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vorzubringen, die die Partei seinerzeit ins Verfahren hätte einbringen können. Ein 

Wiedererwägungsgesuch in diesem Sinne stellt ein eigentliches ausserordentliches 

Rechtsmittel dar. Das Zurückkommen auf eine Verfügung kommt nur aus wichtigen 

Gründen in Frage. Erheblich oder wesentlich ist die ursprüngliche oder nachträgliche 

Fehlerhaftigkeit im Allgemeinen dann, wenn angenommen werden kann, dass unter 

Berücksichtigung der zutreffenden Rechts- oder Sachlage ein anderer Entscheid zu 

erwarten wäre oder ernstlich in Betracht fällt (vgl. dazu VerwGE B 2021/190 vom 

21. Dezember 2021, E. 2.1; B 2020/211 vom 21. Mai 2021, E. 3.1; B 2019/126 vom 

1. Dezember 2019, E. 2.1; B 2018/228 vom 10. Mai 2019, E. 2.1, je mit Hinweisen). 

Sind dem Gesuch keine ausreichenden Wiedererwägungsgründe zu entnehmen, so ist 

die Verwaltungsbehörde nicht gehalten, darauf einzutreten. Diesfalls reduziert sich die 

Wiedererwägung auf einen blossen Rechtsbehelf (Tschannen/Zimmerli/Müller, 

Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. Aufl. 2022, Rz. 849 ff., 866).

Das Bundesgericht leitet – namentlich bei Verfügungen mit Dauerwirkungen, zu denen 

die Ablehnung bzw. der Widerruf einer ausländerrechtlichen Bewilligung zählt – direkt 

aus Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft 

(SR 101, BV) im Sinne einer verfahrensrechtlichen Minimalgarantie einen Anspruch auf 

Wiedererwägung ab, wenn sich die rechtlichen oder tatsächlichen Umstände seit der 

ersten Verfügung erheblich geändert haben (auch: "Anpassung"), wenn der 

Gesuchsteller erhebliche Tatsachen oder Beweismittel namhaft macht, die im früheren 

Verfahren nicht bekannt waren oder die schon damals geltend zu machen für ihn 

unmöglich war oder keine Veranlassung bestand, mithin also, wenn ein Revisionsgrund 

vorliegt (sog. "revisionsähnliche Gründe", auch: "Rücknahme") oder wenn sich die 

Verfügung wegen falscher Rechtsanwendung als ursprünglich fehlerhaft erweist (vgl. 

zum Ganzen BGE 146 I 185 E. 4.1; BGE 136 II 177 E. 2.1, je mit Hinweisen; 

VerwGE B 2021/190 vom 21. Dezember 2021, E. 2.1 mit Hinweisen; Tschannen/

Zimmerli/Müller, a.a.O., Rz. 855 ff.; T. Tschumi, in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], 

Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege, Praxiskommentar, Zürich/St. Gallen 2020, N 

1 f. zu Art. 27 VRP; Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 

2. Aufl. 2003, Rz. 575 mit Hinweisen). Ob ein Wiedererwägungsgesuch materiell zu 

behandeln ist, hängt davon ab, ob sich der Sachverhalt oder bei Dauersachverhalten 

auch die Rechtslage in einer Art geändert hat, dass ein anderes Ergebnis ernstlich in 

Betracht fällt (BGE 136 II 177 E. 2.2.1; BGer, Urteile 2C_1000/2019 vom 8. Mai 2020, E. 

3.3 f.; 2C_977/2017 vom 6. Juni 2018, E. 3). 

4.

Der Beschwerdeführer führt als neue erhebliche Tatsachen das Tötungsdelikt an 

seinem Vater vom 30. Juli 2022 an, das er bei seinem Ferienaufenthalt in der Heimat 

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unmittelbar miterlebt hat. Dieses Ereignis habe sich destabilisierend auf die gesamte 

Familie, insbesondere auf seinen Sohn, ausgewirkt.

Am erheblichen öffentlichen Interesse der Schweiz an der Beendigung des Aufenthalts 

des Beschwerdeführers hat sich seit Rechtskraft der Widerrufsverfügung nichts 

geändert. Das Bundesgericht hat hierzu in dem den Beschwerdeführer betreffenden 

Entscheid vom 15. September 2022 festgehalten, dass es beim Drogenhandel aus rein 

finanziellen Mitteln in Übereinstimmung mit dem EGMR eine strenge Praxis verfolge 

(BGer, Urteil 2C_653/2022, E. 4.2). Der Vollzug der Wegweisung nach Nordmazedonien 

erscheint sodann auch nach dem Ereignis vom 30. Juli 2022, bei welchem der Vater 

des Beschwerdeführers bei einer tätlichen Auseinandersetzung mit mehreren 

involvierten Personen getötet wurde, zumutbar. Der familiäre Konflikt, der Anlass für 

jene Schlägerei bildete, bestand zwischen zwei anderen Familien (F.__ und G.__, vgl. 

Migrationsakten [MA] 563 ff.) und betraf nicht die Familie des Beschwerdeführers. Er, 

sein Vater und Bruder stiessen hinzu. Vater und Bruder wurden in die Schlägerei 

involviert, wobei der Vater mit einem Messer tödlich verletzt wurde. Der 

Beschwerdeführer war an der tätlichen Auseinandersetzung nicht beteiligt. Inwiefern für 

ihn selbst bzw. seine Familie, die Opfer ist, die Gefahr der Blutrache bestehen soll, 

erschliesst sich vor diesem Hintergrund nicht und wird auch nicht näher erläutert. 

Gegen den Haupt- und die weiteren Täter ist sodann ein Strafverfahren wegen Mordes 

bzw. Teilnahme an einer Schlägerei hängig. Die staatlichen Behörden in 

Nordmazedonien sind demnach mit der Angelegenheit befasst. Konkrete Hinweise für 

eine Schutzverweigerung oder Schutzunfähigkeit der nordmazedonischen Behörden 

liegen somit nicht vor (s. auch BVGer, Urteil D-3855/2019 vom 20. August 2019, E. 

9.3.1; E-5813/2022 vom 22. Dezember 2022, E. 6.3). Der Bundesrat hat 

Nordmazedonien zudem als verfolgungssicheren Staat bezeichnet (vgl. dazu Anhang 2 

der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999, SR 142.311). Die Bezeichnung eines 

Staates als "Safe Country" beinhaltet unter anderem die Regelvermutung, dass der 

behördliche Schutz vor nichtstaatlicher Verfolgung gewährleistet ist. Konkrete 

Anhaltspunkte für eine Gefährdung des Beschwerdeführers und seiner Familie sind den 

Akten vor diesem Hintergrund nicht zu entnehmen. Sofern der Beschwerdeführer 

jedoch Repressalien oder Gewalt gegen seine Person und Familie fürchtet, ist er 

gehalten, sich an die dortigen Behörden zu wenden. In Übereinstimmung mit der 

Vorinstanz ist deshalb davon auszugehen, dass Besuche der Ehefrau und des Sohnes 

beim Beschwerdeführer in Nordmazedonien möglich sind. Selbst wenn gegenüber dem 

Beschwerdeführer ein Einreiseverbot verfügt würde, bestünde nach einer gewissen Zeit 

praxisgemäss die Möglichkeit, dieses aus humanitären Gründen zwecks Besuchen in 

4.1. 

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der Schweiz für bedeutende Familienanlässe oder aus anderen wichtigen familiären 

Gründen vorübergehend aufzuheben (vgl. Art. 67 Abs. 5 des Bundesgesetzes über die 

Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration, SR 142.20, AIG).

Die privaten Interessen sowohl vom Beschwerdeführer als auch seiner Familie am 

Verbleib in der Schweiz haben sich in tatsächlicher Hinsicht ebenfalls nicht wesentlich 

verändert. Dass der Widerruf der Niederlassungsbewilligung in Anbetracht der langen 

Aufenthaltsdauer sowie der Familiensituation eine besondere Härte darstellt und das 

Kindeswohl von D.__ tangiert, wurde bei der Interessenabwägung im damaligen 

Entscheid berücksichtigt (VerwGE B 2022/5 vom 17. Juni 2022, E. 3.3.7 und 3.4). Es 

stand bereits damals fest, dass der damals zwölfjährige Sohn D.__ seinen Vater nach 

dessen Gefängnisaufenthalt mit dem Widerruf der Niederlassung ein zweites Mal als 

Bezugsperson mit Vorbildcharakter verlieren würde. Ebenso hat sich an der 

Ausgangslage der Ehefrau, die – sofern sie und D.__ in der Schweiz verbleiben – 

aufgrund der Wegweisung des Vaters künftig mehrheitlich allein für die tägliche 

Versorgung und Erziehung des Sohnes wie auch für den finanziellen Unterhalt der 

Familie verantwortlich sein wird, durch die Tötung des Grossvaters nicht geändert. 

Schliesslich wurde bereits im Widerrufsverfahren berücksichtigt, dass der 

Beschwerdeführer beruflich gut integriert ist. Das Bundesgericht erwog, das 

Verwaltungsgericht habe eine umfassende Interessenabwägung unter 

Berücksichtigung der nach der Rechtsprechung einschlägigen Kriterien vorgenommen, 

die Art. 8 der Europäischen Konvention zum Schutze der Menschenrechte und 

Grundfreiheiten (SR 0.101, EMRK) nicht verletze (BGer, Urteil 2C_653/2022 vom 15. 

September 2022, E. 4.5).

4.2. 

Schliesslich vermag auch der Arztbericht von Dr. med. E.__ vom 29. November 2022 

(vi-act. 5) keine wesentliche Änderung des Sachverhalts in Bezug auf den Widerruf der 

Niederlassung des Beschwerdeführers darzutun. Die Ausführungen darin beziehen sich 

mehrheitlich auf die für die Familie, insbesondere den Sohn, generell schwierige und 

belastende Situation in den vergangenen sechs Jahren (seit Eröffnung des 

Strafverfahrens gegen den Beschwerdeführer). Der Psychiater weist auf eine 

psychische Destabilisierung des Sohnes ausgehend vom Tod des Grossvaters hin. 

Durch die nunmehr näherkommende Ausweisung des Vaters habe diese um ein 

Vielfaches zugenommen. D.__ leide derzeit an einer Anpassungsstörung. Der Verlust 

des Vaters als wichtige Bezugsperson werde mit an Sicherheit grenzender 

Wahrscheinlichkeit schwerwiegende psychische Folgen nach sich ziehen (vi-act. 5, S. 3 

4.3. 

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5.

Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des 

Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine 

Entscheidgebühr von CHF 1'500 erscheint angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der 

Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Sie ist mit dem vom Beschwerdeführer in der 

gleichen Höhe geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen. Ausseramtliche Kosten 

sind bei diesem Ausgang nicht zu entschädigen (Art. 98 Abs. 1 und 98  VRP).

 

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht auf dem Zirkulationsweg zu Recht:

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.

Der Beschwerdeführer bezahlt die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens von 

CHF 1'500 unter Verrechnung mit dem von ihm in der gleichen Höhe geleisteten 

Kostenvorschuss.

f.). Die Hauptursache für eine drohende psychische Störung verortet Dr. E.__ somit in 

der Trennung vom Vater und nicht im Ereignis der Tötung des Grossvaters vom 30. Juli 

2022. Bei der Trennung als Folge der Wegweisung handelt es sich aber nicht um eine 

neue, im Zeitpunkt des Widerrufsentscheids noch nicht vorhandene Tatsache. Die 

Auswirkungen der Wegweisung auf das Familienleben und die daraus resultierenden 

gewichtigen privaten Interessen wurden im Widerrufsverfahren bereits berücksichtigt. 

Auf die beantragte Einvernahme von Dr. E.__ als Zeuge sowie die Einholung eines 

psychiatrischen Gutachtens kann daher verzichtet werden. Hinzu kommt, dass die 

Ehefrau und der Sohn des Beschwerdeführers Dr. E.__ zwecks Abfassung des Berichts 

nur einmal konsultierten (am 25. November 2022), sich also bis dahin offenbar keine 

therapeutischen Massnahmen aufdrängten. Der Beschwerdeführer befindet sich seit 

20. September 2022 bei Dr. E.__ in ambulanter Therapie, wobei sich Näheres zu 

seinem Gesundheitszustand aus den Akten nicht ergibt.

Zusammenfassend hat sich der Sachverhalt seit dem Widerrufsentscheid somit nicht in 

einer Art verändert, dass heute ein anderes Ergebnis ernstlich in Betracht fiele. Die 

Vorin-stanz hat den Nichteintretensentscheid des Migrationsamts daher zu Recht 

bestätigt. Die Beschwerde ist folglich abzuweisen.

4.4. 

bis

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3.

Ausseramtliche Kosten werden nicht entschädigt.

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