# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3d6b5d18-a448-5614-af24-666b595ad90c
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-12-14
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 14.12.2012 SB120302
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB120302_2012-12-14.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    

 
 

Geschäfts-Nr.: SB120302-O/U/cs 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Spiess, Vorsitzender, Oberrichterin Dr. Janssen 

und Ersatzoberrichter lic. iur. Ernst sowie der Gerichtsschreiber 

Dr. Bruggmann 

Urteil vom 14. Dezember 2012 

 

in Sachen 

 

Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,  
vertreten durch Leitenden Staatsanwalt Dr. Weder, 

Anklägerin und Erstberufungsklägerin 

 

gegen 

1. A._____,  
2. B._____, 
3. C._____,  
Beschuldigte und Zweitberufungskläger 

 

1 amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

2 amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____ 

3 amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Z._____ 

 

betreffend Schändung etc. (Rückweisung des Schweizerischen Bundesge-
richtes)  
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Dielsdorf, II. Abteilung, vom 
2. Juli 2010 (DG090039); Urteil des Obergerichtes des Kantons Zürich, 
II. Strafkammer, vom 14. Oktober 2011 (SB110328); Urteil des Schweizeri-
schen Bundesgerichtes vom 21. Juni 2012 (6B_128/2012) 

-  2  - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 24. No-

vember 2009 (Urk. 37) ist diesem Urteil beigeheftet.  

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Angeklagte 1 (A._____) wird vollumfänglich freigesprochen. 

2. Der Angeklagte 2 (B._____) wird freigesprochen  

− vom Vorwurf der Schändung im Sinne von Art. 191 StGB, 

− vom Vorwurf der versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 in Verbin-

dung mit Art. 22 Abs. 1 StGB, 

− vom Vorwurf der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 

StGB. 

− vom Vorwurf der Pornographie im Sinne von Art. 197 Ziff. 3 StGB (An-

klageziffer II). [Bei diesem Absatz handelt es sich um eine Berichtigung 

gegenüber dem am 7. Juli 2010 versandten Dispositiv] 

3. Der Angeklagte 3 (C._____) wird freigesprochen  

− vom Vorwurf der Schändung im Sinne von Art. 191 StGB, 

− vom Vorwurf der Pornographie im Sinne von Art. 197 Ziff. 3 StGB. 

4. Der Angeklagte 2 (B._____) ist schuldig  

− der Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegerä-

te im Sinne von Art. 179quater Abs. 1 und 3 StGB, 

− der Pornographie im Sinne von Art. 197 Ziff. 3 StGB. 

-  3  - 

5. Der Angeklagte 3 (C._____) ist schuldig 

− der Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegerä-

te im Sinne von Art. 179quater Abs. 1 StGB. 

6. Der Angeklagte 2 (B._____) wird bestraft mit einer Geldstrafe von 270 Ta-

gessätzen zu Fr. 90.–, wovon 196 Tagessätze durch Untersuchungshaft er-

standen sind. 

7. Der Vollzug der gegen den Angeklagten 2 (B._____) ausgesprochenen 

Geldstrafe wird aufgeschoben und es wird dem Angeklagten 2 eine Probe-

zeit von 2 Jahren zur Bewährung angesetzt. 

8. Der Angeklagte 3 (C._____) wird bestraft mit einer Geldstrafe von 210 Ta-

gessätzen zu Fr. 30.–, wovon 178 Tagessätze durch Untersuchungshaft er-

standen sind. 

9. Der Vollzug der gegen den Angeklagten 3 (C._____) ausgesprochenen 

Geldstrafe wird aufgeschoben und es wird dem Angeklagten 3 eine Probe-

zeit von 2 Jahren zur Bewährung angesetzt. 

10. Der Angeklagte 1 (A._____) wird aus der Gerichtskasse mit Fr. 22'231.40 

entschädigt. 

11. Dem Angeklagten 1 (A._____) wird für erlittene Haft aus der Gerichtskasse 

eine Genugtuung von Fr. 19'000.00 zugesprochen. 

12. Das Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren des Angeklagten 2 

(B._____) wird abgewiesen. 

13. Das Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren des Angeklagten 3 

(C._____) wird abgewiesen. 

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14. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 10'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 891.00   Untersuchungskosten 

Fr. 150.00   Zeugenentschädigungen 

Fr. 11'041.00    
 

 Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

15. Die Gerichtskosten werden zu 1/15 dem Angeklagten 2 (B._____) und zu 

1/15 dem Angeklagten 3 (C._____) auferlegt. Im Übrigen – eingeschlossen 

die Kosten der amtlichen Verteidigungen – werden sie auf die Gerichtskasse 

genommen. 

16. Die Kosten der Strafuntersuchung werden den Angeklagten 2 und 3 in dem 

jeweils sie betreffenden Teil auferlegt und zwar: 

− dem Angeklagten 2 (B._____) in Höhe von Fr. 2'007.–, 

− dem Angeklagten 3 (C._____) in Höhe von Fr. 1'087.–. 

Im Übrigen werden die Kosten der Strafuntersuchung auf die Gerichtskasse 

genommen. 

Beschluss I der Vorinstanz: 

1. Die sich auf dem mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zü-

rich vom 20. November 2009 in der Untersuchung gegen den Angeklagten 

A._____ beschlagnahmten  

− PC der Marke "Thermaltake", respektive der zugehörigen 

− Festplatte der Marke "Maxtor" zu 160 GB 

 befindlichen Dateien mit verbotenem pornografischem Inhalt gemäss Bericht 

der Kantonspolizei Zürich vom 20. August 2009 (Fw D._____, Geschäfts-Nr. 

…) sind zu vernichten, bzw. von den betreffenden Datenträgern zu löschen. 

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2. Mit der Vornahme der Löschung gemäss Ziff. 1 und dem Zusammenbau der 

Geräte wird die Kantonspolizei Zürich, Dienststelle …, Zeughausstrasse 2, 

8004 Zürich, beauftragt, unter anschliessender Rückgabe an die Kasse des 

Bezirksgerichts Dielsdorf. 

3. Nach erfolgter Löschung werden der PC der Marke "Thermaltake" und die 

Harddisk der Marke "Maxtor" dem Angeklagten A._____ nach Eintritt der 

Rechtskraft durch die Gerichtskasse auf erstes Verlangen herausgegeben. 

Erfolgt nach zweimaliger Aufforderung zur Abholung keine Rückgabe der 

Geräte, werden diese entsorgt. 

Beschluss II der Vorinstanz: 

2. Die sich auf dem mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zü-

rich vom 20. November 2009 in der Untersuchung gegen den Angeklagten 

A._____ beschlagnahmten  

− PC der Marke "Steg", respektive der zugehörigen 

− Festplatte der Marke "Samsung" zu 250 GB 

 befindlichen Dateien mit verbotenem pornografischem Inhalt gemäss Bericht 

der Kantonspolizei Zürich vom 20. August 2009 (Fw D._____, Geschäfts-Nr. 

…) sind zu vernichten, bzw. von den betreffenden Datenträgern zu löschen. 

2. Mit der Vornahme der Löschung gemäss Ziff. 1 und dem Zusammenbau der 

Geräte wird die Kantonspolizei Zürich, Dienststelle …, Zeughausstrasse 2, 

8004 Zürich, beauftragt unter anschliessender Rückgabe an die Kasse des 

Bezirksgerichts Dielsdorf. 

3. Nach erfolgter Löschung werden der PC der Marke "Steg" und die Harddisk 

der Marke "Samsung" dem Angeklagten A._____ nach Eintritt der Rechts-

kraft durch die Gerichtskasse auf erstes Verlangen herausgegeben. Erfolgt 

nach zweimaliger Aufforderung zur Abholung keine Rückgabe der Geräte, 

werden diese entsorgt. 

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Beschluss III der Vorinstanz:  

1. Die sich auf der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich 

vom 20. November 2009 in der Untersuchung gegen den Angeklagten 

C._____ beschlagnahmten  

 - Speicherkarte "SanDisk" 8 GB  

 befindlichen Filmdateien der sexuellen Handlungen mit der Geschädigten 

gemäss Bericht der Kantonspolizei Zürich vom 20. August 2009 (Fw 

D._____, Geschäfts-Nr. …) sind zu vernichten, bzw. vom Datenträger zu lö-

schen. 

2. Mit der Vornahme der Löschung gemäss Ziff. 1 wird die Kantonspolizei Zü-

rich, Dienststelle …, Zeughausstrasse 2, 8004 Zürich, beauftragt unter an-

schliessender Rückgabe an die Kasse des Bezirksgerichts Dielsdorf. 

3. Die Digitalfotokamera "Canon", der Laptop "MacBook Apple" sowie die zum 

Laptop gehörende Festplatte "Fujitsu" 160 GB werden dem Angeklagten 

C._____ nach Eintritt der Rechtskraft durch die Gerichtskasse auf erstes 

Verlangen herausgegeben. Ebenso wird die Speicherkarte "SanDisk" 8 GB 

mit Adapter nach erfolgter Löschung der Daten gemäss Ziff. 1 dem Ange-

klagten C._____ durch die Gerichtskasse auf erstes Verlangen herausgege-

ben. Erfolgt nach zweimaliger Aufforderung zur Abholung keine Rückgabe 

der Geräte, werden diese entsorgt. 

Berufungsanträge: 

A) Des Vertreters der Anklagebehörde 

(Urk. 132 S. 2) 

1. Die Angeklagten seien der Schändung im Sinne von Art. 191 StGB in Ver-

bindung mit Art. 200 StGB schuldig zu sprechen. 

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2. Der Angeklagte B._____ sei zusätzlich wegen sexueller Nötigung im Sinne 

von Art. 189 Abs. 1 StGB und versuchter Nötigung im Sinne von Art. 181 

StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen. 

3. Es sei erneut im Sinne der Beschlüsse im Urteil des Obergerichts des Kan-

tons Zürich vom 14. Oktober 2011 zu beschliessen. 

4. Der Angeklagte A._____ sei mit 5 Jahren Freiheitsstrafe, der Angeklagte 

B._____ mit 3 ½ Jahren Freiheitsstrafe sowie einer bedingt vollziehbaren 

Geldstrafe von 270 Tagessätzen und der Angeklagte C._____ mit 3 ½ Jah-

ren Freiheitsstrafe zu bestrafen, je unter Anrechnung der erstandenen Un-

tersuchungshaft von 190 Tagen (A._____), 196 Tagen (B._____) und 178 

Tagen (C._____). 

5. Die Kosten des Verfahrens, mit Ausnahme derjenigen der amtlichen Vertei-

digung (Art. 426 Abs. 1 Satz 2 StPO und Art. 135 Abs. 4 StPO) seien den 

Angeklagten A._____ und B._____ zu je 2/5 und dem Angeklagten C._____ 

zu 1/5 aufzuerlegen. 

B) Des Verteidigers des Beschuldigten A._____ 

(Urk. 133 S. 1) 

1. In Bestätigung des Urteils des Obergerichts des Kantons Zürich vom 14. Ok-

tober 2011 sei der Angeklagte freizusprechen. 

2. Der Angeklagte sei für den Lohnausfall, die erlittene Haft sowie für seine 

persönlichen Umtriebe gemäss Dispositiv-Ziffer 7. a) des Urteils des Ober-

gerichts des Kantons Zürich vom 14. Oktober 2011 zu entschädigen bzw. es 

sei ihm eine Genugtuung zuzusprechen. 

3. Die Kosten für das vorliegende Verfahren, inklusive der amtlichen Verteidi-

gung, seien auf die Staatskasse zu nehmen. 

4. Eventualiter sei der Angeklagte im Falle eines Schuldspruches im Sinne von 

Art. 191 StGB mit einer bedingten Freiheitsstrafe von 6 Monaten zu bestra-

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fen, unter Anrechnung der erstandenen Haft und unter Ansetzung einer Pro-

bezeit von zwei Jahren sowie Entschädigung für die erlittene Überhaft; die 

Kosten für die amtliche Verteidigung seien auch im Eventualfall auf die Ge-

richtskasse zu nehmen. 

C) Des Verteidigers des Beschuldigten B._____ 

(Prot. III S. 14) 

Der Beschuldigte sei zu bestrafen mit einer Geldstrafe von 270 Tagessätzen à 

Fr. 60.–, wobei ihm der bedingte Strafvollzug zu gewähren sei. Er sei weiter zu 

bestrafen mit einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten, wobei ihm auch der bedingte 

Strafvollzug zu gewähren sei. Beides verbunden mit einer Probezeit von zwei 

Jahren. 

D) Des Verteidigers des Beschuldigten C._____ 

(Urk. 136 S. 1) 

1. Der Angeklagte sei freizusprechen, und es sei das erste Berufungsurteil bei 

ihm zu bestätigen. 

Eventualiter: 

2. Er sei mit einer Geldstrafe von 210 Tagessätzen à Fr. 20.– zu bestrafen. Es 

sei festzuhalten, dass 178 Tage der Strafe durch Untersuchungshaft erstan-

den sind. 

3. Der Vollzug der Strafe sei aufzuschieben, die Probezeit sei auf 2 Jahre fest-

zulegen. 

4. Die anteilsmässigen Kosten (1/4) seien dem Angeklagten aufzuerlegen. Die 

Kosten der amtlichen Verteidigung seien auf die Gerichtskasse zu nehmen. 

 

 

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Das Gericht erwägt: 

I. 
Prozessgeschichte 

1. Die Anklage gliedert sich in 4 Ziffern. Das Hauptdossier umfasst drei Anklage-

ziffern und betrifft die Vorfälle vom 17. Mai 2009 in der Wohnung an der …-

Strasse .. in E._____. Vorgeworfen wird den Beschuldigten eine gemeinsam im 

Wohnzimmer begangene Schändung der Geschädigten F._____ (Ziff. I). Den Be-

schuldigten B._____ und C._____ wird sodann die Herstellung von Pornographie 

vorgeworfen, indem sie von den Schändungshandlungen Ton- und Bildaufnah-

men gemacht hätten (Ziff. II). Dem Beschuldigten B._____ wird weiter vorgewor-

fen, nach den Schändungshandlungen die Geschädigte im Badezimmer sexuell 

genötigt zu haben, sowie versucht zu haben, die Geschädigte mit Drohungen da-

von abzuhalten, jemandem über das Vorgefallene im Wohnzimmer zu erzählen 

(Ziff. III). Dem Beschuldigten B._____ wird sodann vorgeworfen, pornographische 

Bilddateien aus N._____ in die Schweiz eingeführt und auf seinem Computer ge-

speichert zu haben (Ziff. IV).  

2. Mit Urteil des Bezirksgerichts Dielsdorf, II. Abteilung, vom 2. Juli 2010 wurden 

der Beschuldigte B._____ und der Beschuldigte C._____ der Verletzung des Ge-

heim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte im Sinne von Art. 179quater Abs. 

1 StGB schuldig gesprochen und der Beschuldigte B._____ zudem der Pornogra-

phie im Sinne von Art. 197 Ziff. 3 StGB. Vom Vorwurf der Schändung wurden alle 

Beschuldigten vollumfänglich freigesprochen, der Beschuldigte B._____ und der 

Beschuldigte C._____ zudem vom Vorwurf der Pornographie betreffend Anklage-

punkt II, und der Beschuldigte B._____ noch vom Vorwurf der sexuellen Nötigung 

und versuchten Nötigung (Anklagepunkt III; Urk. 80).  

3. Am 12. Juli 2010, und damit rechtzeitig, gingen die Berufungserklärungen der 

Staatsanwaltschaft und des Beschuldigten C._____ gegen das erstinstanzliche 

Urteil vom 2. Juli 2010 am Bezirksgericht Dielsdorf ein (Urk. 68, 69). Am 30. Au-

gust 2010 liess sodann der Beschuldigte B._____ Berufung erklären (Urk. 72), 

-  10  - 

welche er jedoch mit Eingabe vom 7. März 2011, nach Zustellung des begründe-

ten Urteils, zurückziehen liess (Urk. 76). Davon ist Vormerk zu nehmen. Die Emp-

fangsscheine der Anklagebehörde und des Beschuldigten C._____ für das be-

gründete Urteil tragen das Datum vom 7. Februar 2011 (Urk. 67). Die Beanstan-

dungen der Staatsanwaltschaft vom 25. Februar 2011 erreichten die Vorinstanz 

rechtzeitig am 28. Februar 2011 (Urk. 74), jene des Beschuldigten C._____ vom 

24. Februar 2011 gingen der Vorinstanz innert Frist am 25. Februar 2011 zu (Urk. 

73).  

4. Die Geschädigte und der Beschuldigte A._____ erhoben keine Rechtmittel. 

5. Das Obergericht des Kantons Zürich, II. Strafkammer, sprach die Beschuldig-

ten mit Urteil vom 14. Oktober 2011 vom Vorwurf der Schändung im Sinne von 

Art. 191 StGB in Verbindung mit Art. 200 StGB ebenfalls frei. Der Beschuldigte 

B._____ wurde allerdings (nebst den in Rechtskraft erwachsenen erstinstanzli-

chen Schuldsprüchen wegen Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch 

Aufnahmegeräte im Sinne von Art. 179quater Abs. 1 und 3 StGB sowie wegen Por-

nographie im Sinne von Art. 197 Ziff. 3 StGB) der sexuellen Nötigung im Sinne 

von Art. 189 Abs. 1 StGB sowie der versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 

StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig gesprochen. 

6. Gegen diesen Entscheid erhob der Beschuldigte B._____ eine bundesrechtli-

che Beschwerde, welche das Bundesgericht, Strafrechtliche Abteilung, mit Urteil 

vom 21. Juni 2012 abwies (soweit darauf eingetreten wurde). Auf die Beschwerde 

der Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich hin hob das Bundesgericht den 

Entscheid des Obergerichts auf und wies die Sache zur neuen Entscheidung an 

dieses zurück. 

7. Am 14. Dezember 2012 fand vor der erkennenden Kammer nochmals eine Be-

rufungsverhandlung statt. An dieser stellten die Parteien die eingangs wiederge-

gebenen Anträge. Damit erweist sich der Prozess als spruchreif. 

 

-  11  - 

II. 
Gegenstand des vorliegenden Berufungsverfahrens 

Gegenstand der von der Staatsanwaltschaft erhobenen Beschwerde waren die 

Freisprüche der Beschuldigten vom Vorwurf der Schändung. Der bundesgerichtli-

che Kassationsentscheid bezog sich demnach einzig auf diesen einen Aspekt. 

Materiell handelte es sich demnach um eine Teilaufhebung. Hinsichtlich der wei-

teren Punkte erfolgte mithin keine Korrektur. In dieser Hinsicht blieb der oberge-

richtliche Entscheid grundsätzlich bestehen (vgl. dazu BGE 104 IV 276 f.; Hauser/ 

Schweri/Hartmann, Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. A., Basel 2005, § 104 

N 65; vgl. ferner BGE 122 I 252). Der Übersichtlichkeit halber bzw. aus Praktikabi-

litätsgründen werden heute allerdings (praxisgemäss) die gesamten (mit den not-

wendigen materiellen sowie wenigen formellen Korrekturen versehenen) Erwä-

gungen sowie das vollständige Dispositiv des Entscheids vom 14. Oktober 2011 

(nochmals) wiedergegeben. 

 

III. 
Anwendbares Prozessrecht 

1. Im ersten Berufungsverfahren (SB110328) war das alte zürcherische Prozess-

recht (StPO ZH und GVG ZH) anwendbar. Dies deshalb, weil das erstinstanzliche 

Urteil gefällt worden war (2. Juli 2010), bevor die neue eidgenössische Strafpro-

zessordnung in Kraft trat (1. Januar 2011; vgl. dazu Art. 453 Abs. 1 StPO). 

2. Wird ein Verfahren vom Bundesgericht zur neuen Beurteilung zurückgewiesen, 

ist demgegenüber das neue Recht massgebend (vgl. dazu Art. 453 Abs. 2 StPO). 

Demnach gelangt vorliegend das revidierte Prozessrecht zur Anwendung. 

 

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IV. 
Schuldpunkt 

1.  Vorwurf der Schändung (Anklagepunkt I) 

1.1.  Anklagesachverhalt 

Die Vorinstanz hat zu Recht darauf hingewiesen, dass der Anklagesachverhalt in 

der Anklageschrift und die sich bei den Akten befindlichen drei Videosequenzen 

(Videodatei … und … [Urk. 10/3/1] und Videodatei ... [Urk. 10/3/2]) nicht de-

ckungsgleich sind (Urk. 80 S. 79-83; § 161 GVG ZH). Der in der Anklageschrift 

geschilderte Sachverhalt endet mit den Aufzeichnungen der Videodatei … (vgl. 

nachstehend Ziff. 1.7.). Gemäss Anklage soll dabei die Geschädigte langsam aus 

ihrem komatösen Zustand erwacht sein, indem sie den über ihr liegenden Be-

schuldigten A._____ wegzustossen versucht habe (während er eine Karotte in ih-

rer Vagina heftig bewegt habe). Bis die Beschuldigten und insbesondere der Be-

schuldigte A._____ jedoch vollständig von den sexuellen Handlungen an der Ge-

schädigten abliessen, kam es noch während längerer Zeit zu weiteren sexuellen 

Handlungen, die jedoch nicht Gegenstand der Anklage sind. 

 

1.2.  Stellungnahme der Beteiligten 

Die Geschädigte erklärte in der Untersuchung, sie sei in der Wohnung in E._____ 

auf dem Sofa eingeschlafen und habe die an ihr ausgeführten sexuellen Hand-

lungen der Beschuldigten nicht bemerkt. Die Beschuldigten hingegen bestreiten 

den in der Anklage beschriebenen komatösen Zustand der Geschädigten. Sie sei 

mit den sexuellen Handlungen einverstanden gewesen. 

 

 

 

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1.3.  Beweismittel 

Als Beweismittel betreffend Anklagepunkt I liegen die Aussagen der Beschuldig-

ten, der Geschädigten, der Zeuginnen G._____, H._____, I._____ und J._____, 

die Videobefragungen der Geschädigten (Urk. 8/7/1-4), die Videoaufzeichnungen 

der Beschuldigten B._____ und C._____ (Video …, Video … und Video …) sowie 

die Berichte der Psychologinnen K._____ und L._____ betreffend die Videobefra-

gung der Geschädigten vor. 

 

1.4.   Beweiswürdigungsregeln 

1.4.1. Wenn die Beschuldigten den eingeklagten Sachverhalt bestreiten, so legt 

das Gericht seinem Urteil denjenigen Sachverhalt zugrunde, den es nach seiner 

freien, aus der Hauptverhandlung und den Untersuchungsakten geschöpften 

Überzeugung als verwirklicht erachtet (§ 284 StPO ZH; Art. 10 Abs. 2 StPO). 

Gemäss diesem Grundsatz der freien richterlichen Beweiswürdigung entscheidet 

das Gericht, ob es die eingeklagten Tatsachen für erwiesen hält oder nicht. In ei-

nem Strafprozess sind an den Beweis von Täterschaft und Schuld besonders ho-

he Anforderungen zu stellen. Ein Schuldspruch darf nur dann erfolgen, wenn die 

Schuld des Beschuldigten mit hinreichender Sicherheit erwiesen ist. Es darf na-

mentlich kein vernünftiger Zweifel darüber bestehen, dass sich der dem Beschul-

digten in der Anklageschrift vorgeworfene Tatbestand tatsächlich verwirklicht hat. 

Dies bedingt, dass das Gericht eine persönliche Gewissheit erhält. Nicht ausrei-

chend ist, wenn die vorliegenden Beweise objektiv klar auf eine Schuld des Be-

schuldigten hindeuten, das Gericht aber persönlich nicht zu überzeugen vermö-

gen. Allfällige abstrakte, theoretische Zweifel sind nicht massgebend, weil solche 

immer möglich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es 

muss daher ausreichen, wenn vernünftige Zweifel an der Schuld des Beschuldig-

ten ausgeschlossen werden können.  

1.4.2. Stützt sich die Beweisführung im Wesentlichen auf die Aussagen von Betei-

ligten, so sind diese frei zu würdigen. Steht Aussage gegen Aussage, ist anhand 

-  14  - 

sämtlicher Umstände, die sich aus den Akten ergeben, zu untersuchen, welche 

Sachdarstellung überzeugend ist, wobei es vorwiegend auf den inneren Gehalt 

der Aussagen ankommt, verbunden mit der Art und Weise, wie die Angaben er-

folgen. Es darf aber nicht einfach auf die Persönlichkeit oder die allgemeine 

Glaubwürdigkeit des Aussagenden abgestellt werden, sondern es bedarf einer 

eingehenden Würdigung der Glaubhaftigkeit der konkreten, im Prozess relevan-

ten Aussagen. Dabei ist auf das Vorhandensein von sogenannten Realitätskrite-

rien grosses Gewicht zu legen (Bender, Die häufigsten Fehler bei der Beurteilung 

von Zeugenaussagen, SJZ 81 [1985] S. 53 ff.).  

1.4.3. Beim Abwägen von Aussagen ist im Besonderen zwischen der Glaubwür-

digkeit einer Person und der Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen zu unterscheiden. 

Während erstere die Grundlage dafür liefert, ob einer Person grundsätzlich ge- 

traut werden kann, ist letztere für die im Prozess massgebende Entscheidung be-

deutungsvoll, ob sich der Sachverhalt zur Hauptsache so zugetragen hat oder 

nicht (Hauser, Der Zeugenbeweis im Strafprozess, Zürich 1974, S. 312 ff.).  

1.4.4. Bei der Würdigung von Aussagen kommt der allgemeinen Glaubwürdigkeit 

einer Person indessen eher eine untergeordnete Bedeutung zu. Das Interesse ei-

ner Aussageperson am Prozessausgang oder die persönliche Bindung zu ande-

ren Prozessbeteiligten ist für sich allein noch kein Grund, ihren Aussagen zu 

misstrauen. Erst das Hinzutreten weiterer – in dieselbe Richtung weisender – In-

dizien gibt begründeten Anlass, Aussagen als unzuverlässig zu verwerfen. Nach 

neuerer Lehre und Rechtsprechung ist vielmehr auf die Glaubhaftigkeit der Aus-

sagen der Aussagenden abzustellen. Zu achten ist auf Strukturbrüche innerhalb 

der Aussage, auf Über- oder Untertreibungen, auch auf Widersprüche, vor allem 

aber auf das Vorhandensein einer hinreichenden Zahl von Realitätskriterien und 

das Fehlen von Lügensignalen (Bender, a.a.O.; siehe ferner Bender/Nack/Treuer, 

Tatsachenfeststellung vor Gericht, 3. A., München 2007, S. 84 ff.). Die wichtigsten 

Realitätskriterien sind dabei "innere Geschlossenheit" und "Folgerichtigkeit in der 

Darstellung des Geschehnisablaufes", "konkrete und anschauliche Wiedergabe 

des Erlebnisses" sowie "Schilderung des Vorfalles in so charakteristischer Weise, 

wie sie nur von demjenigen zu erwarten ist, der den Vorfall selber miterlebt hat", 

-  15  - 

"Kenntlichmachung der psychischen Situation von Täter und Zeuge bzw. unter 

Mittätern", "Selbstbelastung oder unvorteilhafte Darstellung der eigenen Rolle", 

"Entlastungsbemerkungen zugunsten des Beschuldigten" sowie "Konstanz der 

Aussage bei verschiedenen Befragungen, wobei sich aber sowohl Formulierun-

gen als auch die Angaben über Nebenumstände verändern können" (Hauser, 

a.a.O., S. 316). Andererseits sind auch allfällige Fantasie- oder Lügensignale zu 

berücksichtigen. Als Indizien für falsche Aussagen gelten "Unstimmigkeiten oder 

grobe Widersprüche in den eigenen Aussagen", "Zurücknahme oder erhebliche 

Abschwächungen in den ursprünglichen Anschuldigungen, Übersteigerungen in 

den Beschuldigungen im Verlaufe von mehreren Einvernahmen", "unklare, ver-

schwommene oder ausweichende Antworten" sowie "gleichförmig, eingeübt und 

stereotyp wirkende Aussagen". Fehlen Realitätskriterien oder finden sich Lügen-

signale, so gilt dies als Indiz für eine Falschaussage.  

Im vorliegenden Fall kommt hinzu, dass sich die Aussagen der Beteiligten betref-

fend Anklageziffer I (Schändung) noch mit Videoaufnahmen vergleichen lassen. 

1.4.5. Die Vorinstanz hat betreffend Anklagepunkt I keine klare Unterscheidung 

zwischen der Glaubwürdigkeit der Geschädigten und der Glaubhaftigkeit ihrer 

Aussagen gemacht. Sie hat die Beweiswürdigung letztlich auf die Videoaufnah-

men der Beschuldigten B._____ und C._____ gestützt und die Aussagen der Ge-

schädigten keiner sachlich nachvollziehbaren Würdigung unterzogen. Bezeich-

nenderweise stehen die diesbezüglichen Ausführungen unter dem Titel "Glaub-

würdigkeit der konkreten Aussagen" (Urk. 80 S. 73-77). Die Glaubhaftigkeitsana-

lyse zum eigentlichen Kerngeschehen fehlt gänzlich. 

 

1.5.  Glaubwürdigkeit der Beteiligten 

1.5.1. Bezüglich der allgemeinen Glaubwürdigkeit der Beschuldigten ist zu be-

rücksichtigen, dass sie, als direkt in das vorliegende Strafverfahren involvierte 

Personen, ein – durchaus – legitimes Interesse daran haben dürften, die Ge-

schehnisse in einem für sie günstigen Licht darzustellen, zumal sie nicht zur 

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wahrheitsgemässen Aussage verpflichtet sind und somit nicht unter der strengen 

Strafandrohung von Art. 307 StGB aussagen mussten. Ihre Glaubwürdigkeit ist 

somit eingeschränkt, was bei der Würdigung ihrer Aussagen zu beachten ist. Die 

Vorinstanz hat zwar die Aussagen der Beschuldigten wiedergegeben (Urk. 80 

S. 21-46), jedoch weder die Glaubwürdigkeit der Beschuldigten noch die Glaub-

haftigkeit ihrer Aussagen einer näheren Betrachtung unterzogen. 

1.5.2. Die Vorinstanz hat ausschliesslich die Glaubwürdigkeit der Geschädigten 

einer ausführlichen Analyse unterzogen (Urk. 80 S. 71-73). Die Ergebnisse sind 

allerdings zu relativieren. Zunächst ist festzuhalten, dass sie unter der strengen 

Strafandrohung von Art. 307 StGB aussagte. Zu beachten ist auch, dass sie im 

vorliegenden Strafverfahren keine Schadenersatz- oder Genugtuungsforderungen 

geltend gemacht hat und somit diesbezüglich kein finanzielles Interesse die 

Glaubwürdigkeit tangiert. Der Umstand, dass sich die Geschädigte nach der Er-

stattung der Anzeige nicht mehr um das Verfahren kümmerte und dass sie aus-

drücklich auf einen Rechtsbeistand verzichtet hatte, lässt nicht ohne weiteres den 

Schluss zu, die Geschädigte sei nicht an einer Strafverfolgung interessiert, zumal 

das Verfahren der Offizialmaxime unterliegt und die Geschädigte, wie sie auch 

mehrfach betonte (Urk. 8/6 S. 19), mit dem für sie peinlichen Vorfall abschliessen 

wollte.  

Zu den Beschuldigten steht sie in unterschiedlichen Beziehungen. Den Beschul-

digten A._____ kennt sie über ihre beste Kollegin G._____. Sie bezeichnete ihn 

als nett. Sie übernachtete bereits ein paar Wochen zuvor mit ihm in einem Zim-

mer (in der Wohnung des Beschuldigten B._____), wobei sie sich zwar geküsst 

und gestreichelt hätten, es aber zu keinen weiteren Handlungen gekommen sei; 

für sie sei es angesichts der Dauer der Beziehung für eine weitergehende Annäh-

rung verfrüht gewesen. Sodann sei auch ihre Freundin G._____ dagegen gewe-

sen (Urk. 8/6 S. 3). Diese Schilderung der Geschädigten wird ebenfalls vom Be-

schuldigten A._____ erwähnt. Gemäss dem Beschuldigten A._____ hätten sie bei 

ihrem Zusammensein sodann aber beide die Oberteile ausgezogen gehabt (Urk. 

5/3 S. 2), was sie indessen bestreitet (Urk. 8/6 S. 2). Gemäss A._____ hätten sie 

sich dann über den Kleidern gestreichelt und befriedigt (Urk. 3/5 S. 2).  

-  17  - 

Den Beschuldigten B._____ kennt die Geschädigte als Freund ihrer Kollegin 

G._____. Sie glaube, dass sie (die Geschädigte und der Beschuldigte B._____) 

sich gegenseitig nicht allzu sehr mögen würden (Urk. 8/6 S. 1). Zum Beschuldig-

ten C._____ hat sie keine nähere Beziehung.  

Die Beziehung zu ihrer Kollegin G._____ ist vorliegend insofern von Interesse, als 

diese die Geschädigte aufforderte, eine Strafanzeige gegen ihren Freund, den 

Beschuldigten B._____, wegen der vorliegend zur Anklage (Ziff. I-III) gebrachten 

Vorfälle zu erstatten. Sie kennt sie schon seit dem 10. Schuljahr im Jahre 200X 

und bezeichnet sie als sehr, sehr gute Kollegin (Urk. 8/6 S. 16). Sie stehe ihr (der 

Geschädigten) jetzt (seit der Wiederaufnahme des Kontakts nach einem rund 

zweimonatigen streitbedingten Unterbruch) sehr viel näher (Urk. 8/6 S. 16).  

Das Verhältnis der Geschädigten zur Wahrheit wird sodann von ihrer Pflegemut-

ter (Prot. I S. 33 ff.; Urk. 80 S. 53-54; § 161 GVG ZH) in Frage gestellt. Die Ge-

schädigte neige dazu, für sie unangenehme Situationen durch Unwahrheiten 

("Notlügen, Schwindeleien", Prot. I S. 41) zu ihren Gunsten zu verändern. Die So-

zialpädagogin J._____, die die Geschädigte im Rahmen eines Arbeitsintegrati-

onsprojekts betreute, erklärte, sie habe sich meistens an die Regeln gehalten, je-

doch nicht immer. Ihre Pünktlichkeit habe zu wünschen übrig gelassen. Sie habe 

sich oftmals entschuldigt und ab und zu auch falsche Angaben gemacht (Prot. I S. 

60). Diese Angaben sind bei der Würdigung ihrer Aussagen zu berücksichtigen, 

doch vermögen sie ihre Glaubwürdigkeit entgegen der Vorinstanz nicht in einem 

derart schlechten Licht erscheinen zu lassen. Die von den Leumundszeuginnen 

erwähnten Verhaltensweisen der Geschädigten sind nicht derart gravierend, dass 

generell ein Vorbehalt gegenüber den Aussagen der Geschädigten zu machen 

wäre. Sodann ergeht sich die Vorinstanz in unhaltbaren Hypothesen, dass es die 

"beiden Frauen" (gemeint: die Geschädigte und ihre Kollegin) in erster Linie auf 

den Beschuldigten B._____ abgesehen hätten und diesen an den Pranger hätten 

stellen wollen (Urk. 80 S. 72 f.).  

1.5.3. Die Zeugin G._____ ist – wie erwähnt – eine langjährige Kollegin der Ge-

schädigten und war im Zeitpunkt des Vorfalls die Freundin des Beschuldigten 

B._____. Sie kann somit nicht als neutrale Zeugin bezeichnet werden, zumal sie 

-  18  - 

es war, die die Strafanzeige initiierte. Die Zeugin H._____ ist der Interessensphä-

re der Beschuldigten zuzuordnen, zumal sie die Beschuldigten vom Ausgang her 

kennt und mit den Beschuldigten A._____ und B._____ regelmässig Kontakt ge-

pflegt habe. Ihre Einvernahme als Zeugin wurde denn auch vom amtlichen Ver-

teidiger des Beschuldigten A._____ beantragt. Trotz der engen Beziehung zur 

Geschädigten sind I._____ (Pflegemutter der Geschädigten) und J._____ (Be-
treuerin am Arbeitsplatz der Geschädigten) wohl als relativ objektive Zeuginnen 

zu betrachten, beweisen sie doch eine objektive Einschätzung der Verhaltenswei-

sen der Geschädigten. 

 

1.6.  Aussagen der Beteiligten 

1.6.1. Die Aussagen der Beteiligten sind im vorinstanzlichen Urteil umfassend 

aufgeführt, worauf verwiesen werden kann (Urk. 80 S. 18-55; § 161 GVG ZH). Im 

Folgenden genügt deshalb eine zusammenfassende Übersicht. 

1.6.2. Von den Aussagen der Geschädigten F._____ anlässlich der ersten Vide-

obefragung bei der Kantonspolizei am 12. Juni 2009 (Urk. 8/7/1 und 2) besteht 

keine wörtliche Abschrift. Eine zusammenfassende Darstellung lässt sich dem Be-

richt zur Videobefragung der Kantonspolizei vom 13. Juni 2009 entnehmen (Urk. 

8/1). Von der zweiten Videobefragung am 24. August 2009 bei der Staatsanwalt-

schaft findet sich eine Niederschrift (Urk. 8/6). Die Geschädigte schildert den Ab-

lauf ihres Ausgangs in der Nacht vom 16. auf den 17. Mai 2009. Nachdem sie zu-

nächst mit einem Kollegen und dessen Freundin im Ausgang gewesen sei, seien 

sie gegen 03.00 Uhr im "…-Club" eingetroffen, wo sie auf eine Gruppe mit den 

drei Beschuldigten gestossen sei. Den Beschuldigten B._____ kannte sie dabei 

als Freund ihrer Freundin, den Beschuldigten A._____ hatte sie bereits zuvor im 

"…-Club" kennen gelernt und mit ihm auch schon in der Wohnung des Beschul-

digten B._____ in einem Zimmer gemeinsam übernachtet, wobei es zum Aus-

tausch von Zärtlichkeiten gekommen sein soll. Den Beschuldigten C._____ kann-

te sie nicht. Im Club habe man geredet, gelacht und getrunken. Nachdem der Be-

schuldigte C._____ sie gehänselt habe, sie habe dazu keinen Mut, habe sie dem 

-  19  - 

Beschuldigten A._____ einen Zungenkuss gegeben. Dann habe eine Person der 

Gruppe nach Hause gehen wollen, weshalb man ein Taxi gerufen habe. Danach 

sei sie um ca. 07.00 Uhr mit den drei Beschuldigten mit dem Taxi nach E._____ 

gefahren, sie seien in die Wohnung des Beschuldigten C._____ gegangen (bzw. 

in die Wohnung von C._____s nicht anwesendem Bruder). Was ihren Alkoholkon-

sum angeht, so habe sie erst im "…-Club" Alkohol zu sich genommen. Sie will 

dabei zwei kleine Bier, zwei Gläser Champagner und drei bis vier Flaschen 

Smirnoff getrunken haben. Sie trinke sonst nicht regelmässig Alkohol (Urk. 8/1 S. 

3). Sie habe aber ohne Probleme den letzten Kilometer vom Taxi bis zur Woh-

nung zu Fuss gehen können und auch noch die Umgebung beim Eintreten in die 

Wohnung klar wahrgenommen. Die Geschädigte führte aus, dass sie nach An-

kunft in der Wohnung alle total erschöpft auf dem Sofa gelegen seien. Sie sei 

nach zehn Minuten eingeschlafen. Kurz vor dem Einschlafen habe sie realisiert, 

dass sich der Beschuldigte A._____ hinter sie gelegt habe. Sie habe gedacht, 

dass er es vielleicht wieder versuche und sei dann eingeschlafen. Wegen des 

konsumierten Alkohols sei sie dann total weg gewesen ("dänne gsi"). Sie sei dann 

langsam wieder erwacht und habe gemerkt, dass im Intimbereich etwas gerüttelt 

habe. Sie habe die Augen nicht sofort geöffnet, sondern mit einem Auge ge-

schaut, was los sei. Sie habe dann ein Licht gesehen von einen Handy, welches 

der Beschuldigte B._____ benutzt habe, um sie zu filmen. Aufgewacht sei sie um 

ca. 08.00-08.15 Uhr. Sie habe gar nichts mitbekommen und gar nichts gespürt. 

Aufgewacht sei sie, weil sie gefroren habe und vom Rütteln und von der Nässe im 

Intimbereich (1. Videobefragung, Urk. 8/7). Beim Einschlafen habe sie gedacht, 

dass er wieder versuche, Geschlechtsverkehr mit ihr zu haben. Dort sei sie schon 

recht genervt gewesen. Vor dem Einschlafen habe sie noch mitbekommen, wie 

der Beschuldigte A._____ die Hand vorne über den Bauch gelegt habe. Seinen 

Kopf habe er auf ihren Schulter-/Halsbereich gelegt. Er habe noch mit den ande-

ren zwei Mitbeschuldigten gesprochen, und sie sei langsam eingeschlafen. Sie 

habe ein wenig abweisend reagiert. Sie habe sich (leicht) weggedreht, gesagt ha-

be sie aber nichts. Er habe dann nichts weiter gemacht, und sie sei dann einge-

schlafen. Sie habe noch bemerkt, wie er angefangen habe, sie am Hals zu strei-

cheln. Sie habe dann gefunden, lieber nicht, habe sich leicht abgedreht und sei 

-  20  - 

eingeschlafen (Urk. 8/6 S. 7 f.). Aufgewacht sei sie, weil es im Intimbereich gerüt-

telt habe, und als sie ihre Augen geöffnet habe, habe sie gesehen, dass der Be-

schuldigte A._____ über ihr gelegen sei. Sie habe dann sofort an Geschlechts-

verkehr gedacht, aber sie könne nicht mit 100 %-iger Sicherheit sagen, ob der 

Beschuldigte A._____ in sie eingedrungen sei oder nicht. Sie denke, dies sei der 

Grund für das Rütteln gewesen (Urk. 8/1 S. 3; 8/6 S. 7 f.). Aufgewacht sei sie um 

ca. 08.00-08.15 Uhr (1. Videobefragung 00:34; Urk. 8/7/1; Urk. 8/6 S. 12). Auf 

Vorhalt erklärte sie sodann, so viel sie wisse, sei sie auch nicht vom Sofa herun-

tergefallen (Urk. 8/6 S. 9). Beim Aufstehen habe sie die Beschuldigten beschimpft 

mit "Ihr spinnet! Das isch total denebet.", "Ich hätt nöd dänkt, dass ihr zu so öppi-

sem fähig sind." und sei heulend ins Badezimmer gegangen (Urk. 8/6 S. 10). 

Nach einer gewissen Zeit sei ihr der Beschuldigte B._____ ins Badezimmer ge-

folgt. Die Vorgänge im Badezimmer sind umstritten und Gegenstand von Ankla-

geziffer III (nachstehend Ziff. 3). Nachdem die Geschädigte das Badezimmer ver-

lassen habe, habe sie der Beschuldigte A._____ umarmt und sich entschuldigt 

(Urk. 8/1 S. 4).  

Danach sei sie noch bis ca. 12.00 Uhr mit den Beschuldigten in der Wohnung 

verblieben, wobei ihr der Beschuldigte C._____ noch Spaghetti gekocht habe 

(Urk. 8/6 S. 14). Die Geschädigte und die Beschuldigten hätten in der Folge auf 

den Sofas im Wohnzimmer gedöst, wobei die Geschädigte als Letzte die Woh-

nung verlassen habe.  

Rund drei Wochen nach dem Vorfall erstattete die Geschädigte bei der Polizei 

Anzeige. Für diese relativ lange Zeitspanne bis zur Anzeigeerstattung gab sie an, 

wegen der vom Beschuldigten B._____ ausgesprochenen Drohung, er werde ihr 

etwas antun, wenn sie den Vorfall Dritten erzähle, Angst gehabt zu haben; so-

dann sei es ihr peinlich gewesen, so etwas zu erzählen. Sie habe es einfach ver-

drängen wollen (Urk. 8/1 S. 4). 

1.6.3. Der Beschuldigte A._____ gab an, nach Ankunft in der Wohnung in 

E._____ (um ca. 08.00 Uhr; Urk. 5/1 S. 4) sei er mit der Geschädigten auf dem 

Sofa gesessen, und sie seien sich näher gekommen. Zuerst habe man angefan-

-  21  - 

gen, sich zu küssen. Das habe die Geschädigte 100 %-ig gewollt, obschon sie 

gewusst habe, dass die Kollegen nicht weit entfernt gewesen seien. Sie hätten 

sich ungefähr während fünf Minuten geküsst. Dann habe er begonnen, die Ge-

schädigte auszuziehen, wobei sie sich während dessen gegenseitig gestreichelt 

hätten. Sie habe absolut nichts dagegen gehabt, dass er sie ausgezogen habe. 

Im Gegenteil habe sie sogar die Arme gehoben, als er ihr das Oberteil ausgezo-

gen habe. Er selbst habe sich bis auf das Oberteil ausgezogen. Die Geschädigte 

sei ganz nackt gewesen. Während des Ausziehens und Streichelns sei sie abso-

lut wach gewesen. Die Geschädigte selbst habe ihn auch geküsst und gestrei-

chelt, aber nicht im Intimbereich. Eingeschlafen sei sie erst, als alles vorbei gewe-

sen sei. Die Handlungen seien in gegenseitigem Einverständnis erfolgt, die Ge-

schädigte habe ihn zu keinem Zeitpunkt weggewiesen und sei immer wach gewe-

sen (Urk. 5/1). Ergänzend fügte er hinzu, dass sie während des Ausziehens wohl 

gemerkt habe, in welche Richtung es gehe. Sie habe dann die Augen geschlos-

sen, er habe dies als positives Gefühl von ihr gewertet. Auch als er sie ausgezo-

gen habe, sei sie ganz locker gewesen und habe nie Nein gesagt. Die Augen ha-

be sie geschlossen gehabt, weil sie sich vor den Kollegen geschämt habe, die 

zugeschaut hätten (Urk. 5/2). Nach der Sichtung der Filmaufnahmen erklärte der 

Beschuldigte A._____, es mache den Eindruck, als hätte die Geschädigte nichts 

mitbekommen. Er sei davon ausgegangen, sie habe die Augen geschlossen ge-

habt, aber alles mitbekommen. Beim Küssen und Streicheln sei sie noch wach 

gewesen, und sie habe das auch akzeptiert. Erst dann habe sie die Augen ge-

schlossen (Urk. 5/4). Zu Beginn habe sie noch aktiv an den Handlungen teilge-

nommen. Danach jedoch nicht mehr. Erst am Schluss habe sie sich wieder aktiv 

verhalten (Urk. 5/7 S. 3). Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung er-

gänzte der Beschuldigte seine Ausführungen mit weiteren Details. Beim Auszie-

hen sei sie ihm noch behilflich gewesen, indem sie beim Ausziehen der Leggings 

noch ihr Gesäss angehoben habe. Als er sie ausgezogen gehabt habe, habe sie 

noch den Kopf angehoben und ihn angeschaut. Er könne sich an ihren Blick noch 

genau erinnern. Danach habe sie sich wieder hingelegt und die Augen geschlos-

sen. Er habe während keiner Sekunde gemerkt, dass die Geschädigte weggetre-

ten sein könnte (Prot. I S. 8 ff.). In der Berufungsverhandlung vom 11. Oktober 

-  22  - 

2011 bekräftigte der Beschuldigte A._____, davon ausgegangen zu sein, dass die 

Geschädigte nach dem Schliessen der Augen alles auf sich habe zukommen las-

sen wollen, dass sie es genossen habe und nichts dagegen gehabt habe (Prot. II 

S. 32 f., 35, 43). 

1.6.4. Der Beschuldigte B._____ führte aus, dass sie nach der Ankunft in der 

Wohnung in E._____ im Wohnzimmer gewesen seien. Der Beschuldigte A._____ 

habe auf dem Sofa angefangen, die Geschädigte zu küssen. Er habe aber nicht 

gesehen, ob der Beschuldigte A._____ sie über den Kleidern gestreichelt habe. 

Er sei zwar auch im Wohnzimmer gewesen, aber er habe ferngesehen. Entgegen 

den Aussagen der Geschädigten sei sie nicht sofort eingeschlafen. Er habe nicht 

gesehen, ob der Beschuldigte A._____ die Geschädigte oder sie sich selbst aus-

gezogen habe, da er sich im hinteren Teil des Wohnzimmers aufgehalten habe. 

Bei den sexuellen Handlungen sei die Geschädigte passiv gewesen. Es sei 

schwer zu sagen, ob die Handlungen in gegenseitigem Einverständnis erfolgt sei-

en (Urk. 6/1). In der Hafteinvernahme ergänzte der Beschuldigte B._____, dass 

der Beschuldigte A._____ die Geschädigte ausgezogen habe. Die Geschädigte 

sei mit gespreizten Beinen auf dem Sofa gelegen. Sie habe den Beschuldigten 

A._____ gewähren lassen. Sie sei sogar einmal vom Sofa gefallen und habe sich 

wieder erhoben und auf das Sofa gelegt. Sie habe nicht geschlafen (Urk. 6/2 S. 

2). Nach der Visionierung einiger Videoszenen erklärte der Beschuldigte B._____, 

die Geschädigte sei – nachdem sie vom Sofa gefallen sei – nicht eigenständig 

wieder auf das Sofa gegangen, sondern vom Beschuldigten A._____ hochgeho-

ben worden. Die Geschädigte habe entweder halb geschlafen oder sei halb "alko-

holisiert" gewesen. Sie sei aber sicherlich nicht voll weggetreten gewesen. Ent-

scheidend sei, was sich vor den Filmaufnahmen abgespielt habe, nämlich, dass 

sich die beiden geküsst hätten und der Beschuldigte A._____ die Geschädigte am 

Hals angefasst habe. Er selber habe Fernsehen geschaut, und als er sich wieder 

umgedreht habe, sei die Geschädigte bereits halb nackt gewesen (Urk. 6/3 S. 6). 

Die Geschädigte sei nicht voll betrunken gewesen. Als sie vom Sofa aufgestan-

den sei, habe sie zudem gesagt, sie wisse, was sie gemacht hätten. Sie habe 

mitbekommen, dass er sie gefilmt und Fotos gemacht habe. Die Geschädigte ha-

be sodann ausgeführt, sie sei wegen des Lichtes der Handykamera erwacht; in 

-  23  - 

Wirklichkeit habe sie aber seine Fotokamera gesehen, die geblitzt habe, und dies 

sei ganz am Anfang gewesen. Mit dem Natel habe er ohne Licht Aufnahmen ma-

chen können. Dies bedeute, dass sie schon vorher wach gewesen sei und alles 

mitbekommen habe. Sie habe ihnen etwas vorgespielt, weil sie habe wissen wol-

len, wie weit sie gehen würden. Als er dabei gewesen sei, habe sie sich ab und zu 

bewegt und sich auch gewehrt. Sie habe einfach die Augen geschlossen gehabt. 

Er sei nicht sicher, ob die Geschädigte zwischendurch weggetreten sei. Am An-

fang sei alles normal gewesen, einfach zum Teil alkoholisiert (Urk. 6/4 S. 3 f.). Auf 

dem Film sehe es dann aber so aus, wie wenn sie nichts mitbekommen hätte 

(Urk. 6/3 S. 5).  

1.6.5. Der Beschuldigte C._____ erklärte, als sie in der Wohnung angekommen 

seien, seien alle ein bisschen müde gewesen. Die Geschädigte habe sich auf das 

Sofa gelegt, und der Beschuldigte A._____ hinter sie. Er selbst habe den Fernse-

her eingeschaltet. Er habe dann sehen können, dass die beiden sich geküsst hät-

ten. Der Beschuldigte A._____ habe ihr dann über den Kleidern an die Brust ge-

fasst und dann auch unter den Kleidern. Dann habe er ihr den Finger geschoben. 

Sie hätten dann Sex gewollt, aber der Beschuldigte A._____ habe keinen hoch 

gebracht. Der Beschuldigte A._____ habe ihr dann sicher fünf bis zehn Minuten 

den Finger geschoben. Sie habe weder Nein gesagt, noch sich dagegen gewehrt. 

Der Beschuldigte B._____ habe plötzlich sein Natel genommen und angefangen 

zu filmen, wobei er sogar noch mit Blitz operiert habe. Alles sei sehr hell gewe-

sen. Die Geschädigte habe auch nichts gesagt, als der Beschuldigte A._____ ei-

ne Karotte und eine Banane in ihre Vagina eingeführt habe. Teils habe sie die 

Augen geschlossen gehabt, teils auch wieder geöffnet. Sie habe mitbekommen, 

dass sie gefilmt worden sei. Sie hätte sich sicherlich wehren können. Insgesamt 

habe es 30 Minuten gedauert, etwa 15 Minuten habe er gefilmt. Nach der Visio-

nierung des Filmes und auf Vorhalt, die Geschädigte mache einen willenlosen 

Eindruck und mache gar nicht aktiv mit, erklärte der Beschuldigte C._____, das 

schon, sie habe auch Alkohol getrunken gehabt und sei müde gewesen. Dann sei 

man nicht mehr so aktiv dabei. Sie habe aber selbst am Schluss gesagt, sie habe 

alles mitbekommen, auch das Filmen. Bevor sie die Wohnung verlassen habe, 

habe sie noch gesagt, sie sollten den Film löschen und ja nicht herumzeigen, 

-  24  - 

auch nicht bei Kollegen. Der Beschuldigte A._____ habe die Geschädigte ausge-

zogen. Auf Frage erklärte er, die Geschädigte habe dies freiwillig mitgemacht. Er 

habe nie gehört, dass sie Nein gesagt habe. Das Einführen der Banane sei sogar 

von ihr gekommen. Sie habe da einen Orgasmus bekommen. Die Geschädigte 

habe nichts dagegen gehabt, dass sie gefilmt hätten. Er selbst habe die Geschä-

digte einmal kurz an die nackte Brust gefasst. Da sei es noch dunkel gewesen im 

Zimmer. Er glaube, sie habe das mitbekommen (Urk. 7/1). Am Anfang habe die 

Geschädigte aktiv mitgemacht, später sei sie müde gewesen und habe sich wie 

gehen lassen. Sie sei nicht willig gewesen, also mehr passiv als aktiv. Es sei aber 

schon der Beschuldigte A._____ gewesen, der sie jeweils in die unterschiedlichen 

Positionen gebracht habe. Nach dem Aufstehen habe sie gesagt, sie wisse, was 

man mit ihr gemacht habe, dass man gefilmt und eine Banane geschoben habe. 

Sie habe auch gesagt, dass sie die Augen offen gehabt habe, aber so getan ha-

be, wie wenn sie sie geschlossen gehabt hätte. Auf Nachfrage gab der Beschul-

digte C._____ an, die Geschädigte habe lediglich in diesen zehn Minuten mit der 

Banane und der Karotte so getan, als wenn sie nichts mitbekommen hätte. So-

wohl davor wie auch danach habe sie völlig normal mit ihnen gesprochen. Er er-

wähnte, die Geschädigte habe mehrfach und immer wieder gesagt, sie wisse, 

dass man sie gefilmt und ihr den Finger und eine Banane geschoben habe (Urk. 

7/2). Er habe deutlich gehört, dass die Geschädigte nach dem Vorfall gesagt ha-

be, sie fände es nicht lustig, was sie gemacht hätten. Auch das mit dem Filmen 

habe sie erwähnt. Der Blitz der Kamera sei so hell gewesen, das müsse man ein-

fach gemerkt haben (Urk. 7/4). Die ersten fünf Minuten sei sie aktiv gewesen. Es 

sei für ihn schwer nachvollziehbar, dass eine Person, selbst wenn sie schlafe, 

nicht merke, dass man sie ausziehe und die Handlungen nicht mitbekomme. Sie 

sei nicht alkoholisiert gewesen. Für ihn könne sich höchstens die Frage stellen, 

ob sie geschlafen habe oder nicht. Ihr Zustand habe schon nicht dem entspro-

chen, wie man sich normalerweise bei sexuellen Handlungen verhalte. Auf jeden 

Fall habe es am Anfang und auch zwischendurch immer wieder Anzeichen gege-

ben, dass sie wach gewesen sei (Urk. 7/7). 

1.6.6. Die an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung befragte Zeugin I._____, die 

Pflegemutter der Geschädigten, bestätigte der Polizeibeamtin anlässlich ihres Te-

-  25  - 

lefonats im Zusammenhang mit der Anzeigeerstattung der Geschädigten die im 

Polizeirapport als Notiz festgehaltene Äusserung getätigt zu haben. "Sie zeigte 

sich überrascht, da ihr in den vergangenen drei Wochen keine Veränderung bei 

F._____ aufgefallen war. Sie gab an, dass die Aussagen von F._____ mit Vor-

sicht zu geniessen seien, da sie in der Vergangenheit bereits des Öfteren gelogen 

habe" (Urk. 1 S. 8). Man habe nicht immer sicher sein können, ob es stimme, was 

die Geschädigte sage. Sie sei nicht immer ehrlich gewesen und habe Geschich-

ten erzählt. Oft habe sie versucht, sich rauszureden, wenn sie etwas getan habe, 

das sie nicht hätte tun sollen. Beispielsweise habe sie gesagt, der Bus habe eine 

Panne gehabt oder sei nicht gefahren, was einer Überprüfung dann nicht stand-

gehalten habe. Über den Gegenstand dieses Strafverfahrens sei sie (die Zeugin) 

schockiert gewesen, vor allem darob, dass die Geschädigte ihnen nichts erzählt 

habe. Das Ganze sei der Geschädigten peinlich gewesen, sie habe auch gesagt, 

sie wisse nicht mehr genau, was passiert sei, sie sei im Delirium gewesen. Nach-

fragen habe sie teilweise abgeblockt. Die Frage, ob die Geschädigte nachher 

Probleme gehabt habe, das Erlebte zu verarbeiten, wurde von der Zeugin nicht di-

rekt beantwortet, sie gab jedoch an, die Geschädigte sei gut im Verdrängen ge-

wesen. Veränderungen bei der Geschädigten habe sie nach dem Ereignis keine 

feststellen können, sie sei nicht anders gewesen als zuvor. Über den Vorfall 

selbst wisse sie wenig, sie habe das Gefühl, die Geschädigte möchte auch nicht, 

dass sie dies wisse. Sie habe ihr erzählt, sie sei in einem Club gewesen und habe 

auf den Bahnhof gebracht werden wollen. Sie seien dann aber in dieser Wohnung 

gelandet, und sie sei total müde gewesen. Sie sei erwacht und habe realisiert, 

dass jemand auf ihr liege und dass jemand gefilmt habe (Urk. 80 S. 53 f., § 161 

GVG ZH).   

1.6.7. Im Wesentlichen führte die Zeugin J._____, ehemalige Betreuerin der Ge-
schädigten am Arbeitsplatz, aus, dass die Geschädigte gerne mit Freunden aus-

gehe und abmache. Ihrer Meinung nach habe die Geschädigte einen eher offenen 

Umgang mit Männern. Dies sei einfach ihr Eindruck. Sie sei keine schüchterne 

Person. Meistens habe sie sich an Regeln gehalten, jedoch nicht immer. Ihre 

Pünktlichkeit habe zu wünschen übrig gelassen. Sie habe sich oftmals entschul-

digt und ab und zu auch falsche Angaben gemacht. Die Geschädigte habe ihr ge-

-  26  - 

genüber den Vorfall einmal sehr kurz erwähnt, aber nie konkret und detailliert, und 

erklärt, dass sie mit dem gesamten Vorfall nichts mehr zu tun haben möchte (Urk. 

80 S. 54 f., § 161 GVG ZH).  

1.6.8. Auf die Aussagen der Zeuginnen I._____, J._____, G._____ (Urk. 80 S. 47-

51; § 161 GVG ZH) und H._____ (Urk. 80 S. 51 f.; § 161 GVG ZH) wird im Fol-

genden nur dann und insoweit einzugehen sein, als sich dies im Rahmen der 

Würdigung der Aussagen der Beschuldigten und der Geschädigten als relevant 

erweist, da sie im Wesentlichen nur Angaben zu den Begleitumständen der Tat-

vorwürfe machen konnten.  

1.6.9. Ebenso wird auf die Berichte zu den Videobefragungen der Geschädigten 

vom 14. Juni 2009 (Urk. 8/2) und vom 29. August 2009 (Urk. 8/5) nur insoweit 

eingegangen, als sich dies im Rahmen der Würdigung der Aussagen der Ge-

schädigten als relevant erweist (Wiedergegeben im vorinstanzlichen Urteil, Urk. 

80 S. 68-71; § 161 GVG ZH).  

 

1.7.  Videoaufzeichnungen der Beschuldigten B._____ und C._____ 

Als weiteres Beweismittel liegen die drei von den Beschuldigten B._____ und 

C._____ aufgezeichneten Videodateien bei den Akten (Urk. 10/1-3). Die Vo-

rinstanz hat in ihrem Urteil diese im Detail beschrieben, worauf vorab zu verwei-

sen ist (Urk. 80 S. 55-68; § 161 GVG ZH). Die jeweiligen Ergänzungen sind im 

Fettdruck eingefügt:  

 

Video … (Urk. 10/3/1) 

(Die in der linken Spalte wiedergegebenen Zeiten beziehen sich auf die Laufzeit des entsprechenden Films ab jeweiligem 

Beginn.) 

00:00 Der Film beginnt damit, dass zu sehen ist, wie der Beschuldigte C._____ (im gelben Pullover) Faxen in die 

Kamera schneidet. Danach geht die Kamera durch einen Gang bis ins Wohnzimmer. 

00:11 Die Kamera kommt im Wohnzimmer an, es folgen einige wilde Kameraschwenker. 

00:21 Die Geschädigte kommt ins Bild, sie liegt seitlich mit ihrer linken Seite auf einem Sofa, halb in Bauchlage, ihr 

rechtes Bein ist angezogen, ihr nacktes Hinterteil ist zu sehen, der Oberkörper ist mit einem schwarzen Top 

-  27  - 

(Trägershirt)  bekleidet. Der (angezogene) Beschuldigte A._____ bearbeitet mit seinen Fingern die Vagina 
der Geschädigten. Im Hintergrund sind die Geräusche eines Pornofilms zu vernehmen. 

00:25 Wilde Schwenker der Kamera. 

00:35 A._____ dreht die Geschädigte auf die Seite und legt ihr rechtes Bein leicht angewinkelt auf die Sofaleh-
ne. Gleichzeitig leuchtet für kurze Zeit das Licht der Handy-Kamera. Wieder folgen wilde Schwenker. Die 
Bildqualität ist schlecht, da es zu dunkel ist. 

00:50 Die Geschädigte kommt wieder ins Bild, sie liegt auf der Seite, A._____ bearbeitet mit seinen Fingern ihre Va-

gina. Er hebt mit seiner linken Hand ihr rechtes angewinkeltes Bein auf seine Schulter. Als er seine lin-
ke Hand zur Vagina führt, fällt das Bein kraftlos gegen seinen Kopf.  

00:55 Der Beschuldigte B._____ tritt hinzu. Er hebt den rechten angewinkelten Arm der mit dem Oberkörper 
leicht seitlich liegenden Geschädigten. Was er mit dem Arm auf Kopfhöhe bei der Geschädigten 
macht, ist zunächst nicht ersichtlich, da er mit seinem Körper die Sicht verdeckt. Dann zieht er ihr 
schwarzes Top mit ihrem BH über die Brüste. 

01:10 Die Kamera schwenkt auf einen Laptop, wo ein Pornofilm zu sehen (und zu hören) ist. 

01:15 B._____ hat der Geschädigten das Top über die Brust hochgezogen, ihre nackten Brüste sind sichtbar. Ihr 
rechter Arm liegt neben ihrem Kopf im 120°-Winkel nach hinten, ebenso ihr linker Arm. 

01:23 B._____ entfernt sich von A._____ und der Geschädigten. A._____ bearbeitet weiter die Vagina der Geschä-

digten, im weiteren Verlauf sind gelegentlich (Kamera-?)Blitze zu sehen. Das Bild bleibt dunkel und von 

schlechter Qualität. 

01:30 Es ist eine Nahaufnahme der Vagina der Geschädigten zu sehen, wegen der Dunkelheit ist aber fast nichts zu 

erkennen. 

01:43 B._____ tritt wieder hinzu, bringt den linken Arm, der nun seitlich nach vorn liegt, wieder neben den 
Kopf. macht sich am Kopf der Geschädigten zu schaffen, etwas Genaues ist aber nicht zu erkennen. 

01:55 B._____ (am Kopfende beim Kopf der Geschädigten stehend) hantiert am Oberteil/BH der Geschädigten. Es 
macht den Anschein, dass er etwas aus dem BH entfernt und zur Seite legt. A._____ bearbeitet nach wie 
vor die Vagina der Geschädigten mit den Fingern. Die Arme der Geschädigten liegen auf ihren Seiten. 

02:10 Die Geschädigte hat die Hände nun über ihrem Kopf, die Oberarme stehen senkrecht nach oben. Es war 

B._____, der ihr die Arme hochgenommen hat, es ist nicht genau zu sehen, ob er diese noch festhält.  

02:13 

 

Nun ist zu sehen, dass die Geschädigte ihre Arme selbständig über dem Kopf hält, d.h. nun ohne die Hilfe von 

B._____. Sie liegt dabei nach wie vor auf dem Rücken. 

02:18 Die Arme der Geschädigten befinden sich immer noch über ihrem Kopf. 

02:28 Die Geschädigte nimmt die Arme nach unten und hebt den Kopf. Dies ohne Hilfe von B._____. 

02:36 Die Geschädigte hantiert mit ihrer rechten Hand an ihrem Ohr.  

02:45 A._____ leckt oder knabbert an der rechten Brust der Geschädigten, dabei manipuliert er nach wie vor mit der 

rechten Hand an der Vagina herum. Die Geschädigte scheint sich mit der rechten Hand seitlich auf Höhe 
des hinaufgeschoben Tops zu kratzen und verzieht dabei kurz das Gesicht.  

02:52 B._____ tritt wieder hinzu, mit einem weissen T-Shirt, das er neben den Kopf der Geschädigten legt. Er 
hantiert an der Geschädigten, wobei er mit der Hand an ihrem Kinn ihren Kopf seitlich hin- und herbe-
wegt, worauf  die Geschädigte ihre linke Hand zu ihrem Gesicht bzw. Richtung seiner Hand führt. Et-
was später liegt der Kopf der Geschädigten auf dem weissen T-Shirt. 

03:15 Das Raumlicht wird eingeschaltet, die Bildqualität ist fortan deutlich besser. Es folgen wilde Schwenker mit der 

Kamera. 

03:32 A._____ leckt wieder an der rechten Brust der Geschädigten und masturbiert dabei ununterbrochen ihre Vagi-

na. Es folgen Nahaufnahmen dieser Szene bis zum Zeitpunkt 03:51. 

-  28  - 

03:54 A._____ öffnet seine Hose und zieht diese aus. 

04:01 A._____ (nun mit nacktem Unterkörper) beugt sich über die Geschädigte zwischen deren gespreizten Beinen 

hindurch. 

04:06 Die Geschädigte dreht ihren Kopf nach rechts. Es folgt ein wilder Schwenker mit der Kamera. 

04:13 Die Geschädigte dreht sich (unter dem Körper des über ihr liegenden A._____ hindurch) nach links. 

04:16 Die Geschädigte dreht abrupt ihren Kopf nach rechts. A._____ geht mit seinem Oberkörper wieder nach un-

ten, er masturbiert weiter die Vagina der Geschädigten. 

04:36 Das Handy von B._____ kommt ins Bild, dessen Display ist hell erleuchtet, so wie wenn er Aufnahmen ma-

chen würde. 

04:38 Die Kamera schwenkt auf die Vagina der Geschädigten, die für einige Sekunden in Grossaufnahme zu sehen 

ist. Danach schwenkt die Kamera auf B._____, der mit seinem Handy auf dem anderen Sofa sitzt. 

04:55 Die Kamera schwenkt wieder auf die Geschädigte und A._____, der nach wie vor die Vagina der Geschädig-

ten intensiv masturbiert. 

04:58 Die Geschädigte dreht ihren Kopf nach rechts, was in Grossaufnahme zu sehen ist. 

05:04 Eine Hand, ob jene von B._____ oder C._____, ist nicht auszumachen, macht sich an der linken Brustwarze 

der Geschädigten zu schaffen, streichelt diese. 

05:12 Die Kamera schwenkt auf B._____, der sein Handy in der Hand hält und offensichtlich auch filmt. Danach 

schwenkt die Kamera zurück auf die Geschädigte, die in Grossaufnahme zu sehen ist. 

05:30 A._____ kommt mit dem Kopf (mit einer Hand nach wie vor die Vagina bearbeitend) nach oben und küsst die 

Geschädigte am Hals. 

05:33 

 

 

 

 

 

vor 
05:46 

Die Geschädigte verzieht das Gesicht, zieht den über dem Bauch liegenden rechten Arm unter dem Be-
schuldigten A._____ Richtung Kopf, kneift die Augen zu, hebt leicht den Kopf und wendet sich nach links 
ab, wobei sich ihr Oberkörper ebenfalls unter dem Beschuldigten leicht nach links windet, offenbar um 
A._____ auszuweichen. Dieser entfernt sich wieder vom Oberkörper der Geschädigten, dabei weiter mit einer 

Hand die Vagina bearbeitend. Die Geschädigte legt ihren rechten Arm wieder angewinkelt auf ihren 
Bauch. 

Der Beschuldigte A._____ verschiebt den Unterkörper der Geschädigten auf dem Sofa etwas auf die 
Seite. 

05:46 Die Kamera schwenkt auf den Laptop, dessen Pornofilm nach wie vor für entsprechende Hintergrundgeräu-

sche sorgt. Dort verbleibt sie bis 06:00. 

06:00 Die Kamera befindet sich auf dem Weg in die Küche. 

06:04 Der offene Kühlschrank kommt ins Bild. 

06:07 Eine Gurke kommt ins Bild, in der Folge mehrmals, während die Kamera wild in der Küche herumgeschwenkt 

wird. 

06:20 Die Kamera wird auf einer Ablage deponiert, wo sie kurz liegenbleibt, während im Hintergrund undefinierbare 

Geräusche zu hören sind. 

06:29 Eine Banane kommt ins Bild. Die Kamera ist auf dem Rückweg ins Wohnzimmer, wobei die Banane im Bild 

bleibt. 

06:36 Die Banane wird A._____ hingestreckt. 

06:39 A._____ ergreift die Banane. 

06:48 A._____ küsst der Geschädigten wieder den Hals. 

06:58 Die Kamera schwenkt zu den Füssen der Geschädigten, so dass von dieser nun in erster Linie ihr Hinterteil 

mit der Vagina mit angezogenen oder in die Höhe gestreckten Beinen zu sehen ist (in der Porno-Industrie wird 

-  29  - 

dieser Aufnahmewinkel gelegentlich als "tunnel-shot" bezeichnet). A._____ kniet/liegt nun wie bei normalem 

Geschlechtsverkehr vor/auf der Geschädigten und versucht, die Banane in ihre Vagina einzuführen. Gleichzei-

tig kommt das Handy von B._____ ins Bild. 

07:03 A._____ führt die Banane nun geschlechtsverkehrs-ähnlich ein und aus, d.h. er macht ähnliche Bewegungen, 

wie wenn er sein Glied selbst einführen würde. Tatsächlich ist dies nicht der Fall, obwohl das Glied auf dem 

Bild ebenfalls zu sehen ist. 

07:08 A._____ macht nach wie vor Bewegungen wie beim Geschlechtsverkehr, allerdings mit der Banane anstelle 

seines Gliedes. Diese Szene bleibt bis 07:19 im Bild, Oberschenkel und Hinterteil der Geschädigten sind in 

Grossaufnahme zu sehen. 

07:20 Die Kamera schwenkt auf B._____, der auf dem danebenstehenden Sofa sitzt. 

07:25 Die Kamera befindet sich wieder auf dem Weg in die Küche. 

07:30 Der Kühlschrank wird geöffnet. Es folgen wilde Schwenker. 

07:41 Die Kamera wird wieder auf einem Küchenkorpus deponiert, wo sie verbleibt und weiterläuft, in Sichtweite be-

findet sich eine angebrochene Packung Bananen. 

07:55 Die Kamera wird wieder aufgenommen und schwenkt zurück zum Kühlschrank. 

08:01 Eine Hand erscheint im Bild, die aus einem Beutel unten im Kühlschrank ein Rüebli ergreift. 

08:04 Das Rüebli wird gross ins Bild gehalten. Die Kamera schwenkt zum Wohnzimmer, aus der Ferne sind 

A._____, die Geschädigte und B._____ zu sehen. B._____ nickt, als ihm das Rüebli gezeigt wird. Die Kamera 

schwenkt zurück zum Kühlschrank, der geschlossen wird, danach geht die Kamera zurück ins Wohnzimmer. 

08:14 Grossaufnahme des Kopfes der Geschädigten, die nun auf ihrer linken Körperseite liegt. Sie dreht den Kopf 

nach rechts. 

08:16 Die Geschädigte zieht ihren rechten Arm zum Körper. 

08:24 A._____ ist über den Körper der Geschädigten gebeugt, er masturbiert nach wie vor die Vagina der Geschä-

digten, deren Körper sich im Takt mitbewegt. 

08:29 A._____ erhält das Rüebli hingestreckt. 

08:33 Die Kamera weicht zurück, da die Geschädigte mit dem Hinterteil vom Sofa fällt (der Kopf bleibt auf dem So-

fa). A._____ hebt die Geschädigte wieder aufs Sofa. 

08:38 Die Geschädigte, zuvor wieder auf ihrer linken Seite liegend, wird vom Beschuldigten A._____ auf den Rü-
cken gedreht, indem er ihren rechten Oberschenkel Richtung Sofalehne zieht, d.h. die Geschädigte 
dreht sich nicht selbst. Anschliessend liegt ihr Gesäss erhöht auf dem linken Knie von A._____. 

08:43 

 

Das Handy von B._____ ist unmittelbar über der Vagina der Geschädigten zu sehen, während A._____ diese 

mit der Hand masturbiert. A._____ ergreift das ihm angebotene Rüebli. 

08:44 A._____ führt das Rüebli in die Vagina ein. Es folgen Grossaufnahmen der Vagina (von der Seite), die vom 

Rüebli geschlechtsverkehrs-ähnlich penetriert wird. 

08:48 Die Geschädigte bewegt deutlich Arme und Hände, die sie schliesslich vor der Brust kreuzt. 

08:50 Die linke Hand der Geschädigten geht zu ihrem Hals, wie wenn sie sich kratzen würde und hält dann die auf 
der Brust liegende linke Hand des Beschuldigten A._____. 

08:52 Die linke Hand der Geschädigten geht hinunter zur Hand von A._____, die nach wie vor mit dem Rüebli die 

Vagina penetriert. Die Hand der Geschädigten umfasst die Hand von A._____, macht dabei die Bewegungen 

mit. 

09:01 Die Geschädigte bewegt ruckartig den Oberkörper nach oben. Anschliessend drückt sie mit dem linken Arm 

gegen den Arm von A._____. Gleichzeitig verzieht sie das Gesicht und dreht den Kopf nach rechts. Danach 

liegt sie wieder ruhig. 

-  30  - 

09:06 Die Kamera schwenkt auf den Laptop, wo eine Fellatio-Szene in Grossaufnahme zu sehen ist. Die Geräusche 

des Pornofilms sind nach wie vor im Hintergrund zu hören. 

09:12 Die Kamera schwenkt zurück auf die Geschädigte, die sich nun heftig bewegt. B._____, am Kopfende des 

Sofas beim Kopf der Geschädigten stehend, versucht deren Hände zu fassen. Es folgen wilde Schwenker der 

Kamera. 

09:27 Die Geschädigte liegt wieder ruhig. B._____ hält mit Daumen und Zeigefinger beider Hände die linke Brust-

warze der Geschädigten. Danach schwenkt die Kamera zurück auf den Laptop, wo sie bis zum Ende von Vi-

deo … verbleibt. 

09:51 Ende von Video …. 

Video … (Urk. 10/3/1) 

00:01 A._____ liegt zwischen den gespreizten Beinen der auf dem Rücken liegenden Geschädigten. Seine Hand hat 

er an ihrer Vagina. 

00:07 Die Geschädigte stösst den auf ihr liegenden Beschuldigten A._____ mit beiden Armen von sich und 
beginnt, ihr Unterhemd hinunterzurollen, welches bis zu dieser Szene über ihre Brüste hinaufgerollt war, so 
dass die Brüste entblösst waren. 

00:10 Die Geschädigte ist fertig mit dem Hinunterrollen ihres Shirts. 

00:14 A._____ hebt die gespreizten Beine der Geschädigten an, und ihr Kopf und ihr Oberkörper rutschen über 
die rechte seitliche Lehne des Sofas hinaus und hängen kopfüber über dem Boden, während der Be-
schuldigte A._____ ihre Vagina leckt. Die Kamera schwenkt weg, zurück in Richtung Küche. 

00:23 B._____ wird sichtbar, der in der Küche einen Lachanfall hat, allerdings einen leisen, unterdrückten. 

00:31 Der geöffnete Kühlschrank kommt ins Bild. Die Kamera schwenkt in der Küche herum. B._____ unterhält sich 

mit C._____, der auch kurz ins Bild kommt, flüsternd und lachend. Worüber sie sprechen, ist nicht auszu-

machen. 

00:52 Die Kamera geht zurück ins Wohnzimmer, die Geschädigte kommt wieder gross ins Bild. 

00:55 Die Geschädigte stösst mit den Armen den über ihr liegenden Beschuldigten A._____ von sich, sie 
zieht ihr Shirt wiederum nach unten und kneift ihre Augen zusammen bzw. verzieht ihr Gesicht. Der Be-
schuldigte A._____ penetriert die Geschädigte wieder mit der Banane. 

01:02 A._____ beugt sich zwischen den gespreizten Beinen der Geschädigten hindurch über deren Oberkörper. 

01:05 Ob die Geschädigte die Augen geöffnet hat, lässt sich nicht mit Sicherheit erkennen. A._____ küsst sie 
auf den Hals. 

01:08 Die Geschädigte dreht den Kopf nach rechts. 

01:17 A._____ liegt nun voll auf der Geschädigten, die ihre Arme und Hände schützend vor sich auf der Brust 
hält. 

Vor 

01:26 

 

01:26 

Die Geschädigte legt ihr zuvor angewinkeltes Bein von der hinteren Sofalehne auf das Sofa, während 
sie weiter vom Beschuldigten, der über ihr liegt, mit der Banane geschlechtsverkehrähnlich penetriert 
wird. Auf der Tonspur ist ein von einer weiblichen Person gesprochenes "Nei" zu hören. 
Die Kamera schwenkt wieder in Richtung Küche. Dabei filmt sich der Beschuldigte C._____, der sich ei-
nen Strohhut aufgesetzt hat, im Spiegel im Gang. 

01:28 A._____ und die Geschädigte kommen wieder ins Bild, als die Kamera zurück ins Wohnzimmer schwenkt. Die 

Geschädigte hält ihr linkes Bein hoch in die Luft. A._____ liegt auf ihr zwischen ihren Beinen und manipuliert 

mit der rechten Hand an ihrer Vagina, wobei nicht klar zu sehen ist, ob er dabei einen Gegenstand benutzt (bis 

01:31). 

-  31  - 

01:34 Die Geschädigte bewegt ihr Hinterteil heftig, wobei sie nach wie vor von A._____ mit einem Gegenstand in der 

Vagina mit beischlafähnlichen Bewegungen penetriert wird. 

01:38 Wieder erfolgt eine heftige Bewegung der Geschädigten mit ihrem Hinterteil. A._____ lässt den Gegenstand, 

den er in der Hand hält, los (es ist nun zu sehen, dass es sich um die Banane handelt), dieser fliegt zu Boden. 

Es folgen wilde Schwenker der Kamera. 

01:46 Die Kamera schwenkt auf den Laptop, wo zu sehen ist, wie eine Darstellerin rittlings auf einem Darsteller sitzt; 

deren Hinterteil mit dem in ihrer Vagina steckenden Penis ist deutlich zu sehen, ebenso ist das Gestöhn der 

Darstellerin, wie während der ganzen Dauer des Video …, deutlich zu hören. 

01:49 Ende von Video …. 

Video … (Urk. 10/3/2) 

00:01 Die Geschädigte liegt auf dem Rücken, ihr rechtes Bein ist angewinkelt. A._____ masturbiert mit seiner rech-

ten Hand ihre Vagina. C._____ ist zu sehen, der seine Kamera über die Vagina hält und filmt (Video …, ca. bei 

03:41). Die Aufnahme durch das Mobiltelefon von B._____ erfolgt vom Kopfende des Sofas aus, die Geschä-

digte wird ebenfalls von der Kopfseite her aufgenommen. 

00:09 Grossaufnahme des Gesichtes der Geschädigten, die ihre Augen geschlossen hält. Ihr rechter Arm ist ange-

winkelt, die Hand liegt an ihrem Hals. 

00:15 A._____ beginnt seine Hose zu öffnen und lässt diese dann herunter. (Auf Video … bei 03:54 zu sehen) 

00:19 A._____ kniet mit nun nacktem Unterkörper zwischen den gespreizten Beinen der Geschädigten. Deren linker 

Arm ist nun auch angewinkelt, die Hand befindet sich neben ihrer Schulter, der rechte Fuss ruht erhöht auf der 

Lehne des Sofas. 

00:22 A._____ hat sich auf die Geschädigte gelegt, seine rechte Hand geht zur Vagina der Geschädigten. 

00:25 Die Geschädigte dreht den Kopf nach rechts zur Seite, als A._____ mit seinem Kopf zu ihrer linken Brust ge-

langt. 

00:28 A._____ (mit dem Kopf auf der Brust der Geschädigten) ergreift deren Hand. Die Geschädigte dreht ihren Kopf 

wieder nach links.  

00:35 A._____ richtet sich auf, die Geschädigte dreht ihren Kopf nach rechts, ihr Körper ist dabei um ca. 30° nach 

links geneigt. Der rechte Fuss liegt nach wie vor auf der Lehne, ohne dass er von A._____ gestützt wird. 

00:38 A._____ greift (zwischen den Beinen der Geschädigten liegend) an deren rechtes Bein und drückt dieses weg. 

Als er loslässt, verbleibt der Fuss auf der Sofalehne.  

Bis zu 01.09 folgt ein Schwenk der Kamera über das Gesicht der Geschädigten, während A._____ ständig de-

ren Vagina bearbeitet. Die Bilder sind verwackelt und unscharf. 

01:09 C._____ kommt ins Bild, er hält die Fotokamera in seinen Händen. 

01:12 A._____ und die Geschädigte kommen wieder ins Bild, ersterer bearbeitet nach wie vor die Vagina mit der 

rechten Hand. 

01:17 Die Geschädigte dreht ihren Kopf nach rechts. 

01:19 A._____ beugt sich über die Geschädigte und küsst deren linke Brust. 

01:23 Die linke Hand B._____s kommt ins Bild. Zeigefinger und Daumen kneten die linke Brustwarze der Geschädig-

ten und streicheln diese dann bis 01:27. 

01:30 C._____, der seine Kamera hält, kommt ins Bild, bis 01:40 folgen Kameraschwenker. 

01:40 Die Geschädigte ist wieder zu sehen, sie wird von der Kopfseite her aufgenommen, A._____ kniet immer noch 

zwischen ihren Beinen und bearbeitet mit der rechten Hand ihre Vagina. 

01:44 A._____ führt wieder seinen Kopf zur linken Brust der Geschädigten. Diese dreht sich nach links und hebt ih-

-  32  - 

ren rechten Arm (der zuvor auf ihrem Bauch lag), zu ihrer linken Schulter. 

01:52 Die Geschädigte dreht ihren Kopf abwehrend nach links, nachdem A._____ sie zuvor einige Sekunden lang 

auf die rechte Halsseite geküsst hat. 

01:54 Die Geschädigte hebt zusätzlich ihren Kopf noch an.  

01:56 1. Schnitt 

Das Bild ist nun näher an der Geschädigten dran, sie wird immer noch von links oben aufgenommen, ihre 

nackte linke Hüfte ist zu sehen. 

02:02 A._____ kniet zwischen den Beinen der Geschädigten, mit dem Oberkörper über sie gebeugt. Er macht bei-

schlaf-ähnliche Bewegungen, wobei er statt seines Penis einen Gegenstand benutzt, den er in der Hand hält. 

Gleichzeitig filmt C._____ mit seiner Kamera von unten gegen die Vagina der Geschädigten (sog. "tunnel-

shot"). Bis 02:15 folgen Schwenker und undeutliche Bilder. 

02:15 Vom Pornofilm auf dem Laptop ist deutlich das Gestöhn der Darstellerin zu hören. A._____ ist in der Folge 

über die Geschädigte gebeugt zu sehen, er macht weiterhin Bewegungen wie beim (normalen) Geschlechts-

verkehr, aber mit seiner rechten Hand zwischen den Beinen der Geschädigten (bis 02:28). 

02:29 Die Geschädigte dreht ihren Kopf nach links weg, nachdem A._____ zuvor ihren Hals geküsst hat. 

02:35 Die Geschädigte dreht ihren Kopf wieder zurück nach rechts, A._____ ist nach wie vor mit der Hand am Bear-

beiten ihrer Vagina. 

02:37 Die Geschädigte richtet sich auf, A._____ masturbiert weiter ihre Vagina mit den Fingern. In der Folge 

schwenkt die Kamera über die Geschädigte (bis 02:48), verweilt auf ihrem Gesicht (02:54), ihren Brüsten 

(02:57 bis 03:03). 

03:10  Die Geschädigte hebt ihren Arm und dreht sich nach links. Sie hebt den Kopf und führt ihre rechte Hand zum 

Gesicht. Es folgen wilde Schwenker der Kamera (bis 03:30), darin ist zu sehen, dass die Geschädigte nun auf 

ihrer linken Seite liegt. 

03.35 Während weiteren Kameraschwenkern ist zu sehen, dass die Geschädigte nach wie vor ihre rechte Hand bei 

ihrem Gesicht hält, diese liegt unmittelbar vor der Sofakante.  

03.40 Im Verlaufe weiterer wilder Kameraschwenker ist nicht genau zu sehen, ob die Geschädigte zwischenzeitlich 

vom Sofa gefallen ist. Bei 03:44 liegt sie wieder auf dem Sofa. 

03:51 Die Vagina der Geschädigten kommt gross ins Bild, das Aufnahmegerät wird offenbar unmittelbar darüber ge-

halten. Allerdings ist das Bild sehr unscharf. A._____ masturbiert nach wie vor die Vagina. 

03:54 Nach wie vor ist die Vagina in Grossaufnahme zu sehen, ebenso, dass A._____ einen Gegenstand hält, mit 

dem er diese laufend masturbiert. 

04:02 Die Kamera entfernt sich etwas von der Geschädigten, deren linke Hand kommt ins Bild, sie erfasst die Hand 

von A._____, der immer noch die Vagina mit dem Gegenstand masturbiert. 

04:05 Es sind markante Bewegungen der Geschädigten zu sehen mit dem Kopf und ihrer rechten Hand. 

04:09 A._____ drückt den linken Arm der Geschädigten mit seiner rechten Hand nach oben gegen ihre Brust (vgl. 

Szene 08:25 in Video …). 

04:10 Die Geschädigte drückt dagegen, sie richtet ihren Oberkörper auf. 

04:11 2. Schnitt 

04:11 Die neue Aufnahme zeigt die Geschädigte, die auf dem Rücken auf dem Sofa liegt, nun von unten. Im Bild ist 

ihr Hinterteil zu sehen, zwischen ihren angehobenen Beinen (in normaler GV-Stellung) kniet A._____, der mit 

den Fingern die Vagina masturbiert. Hinter dem linken Fuss von A._____ liegt eine Banane auf dem Sofa. 

04:20 C._____ kommt ins Bild, er sitzt auf dem zweiten Sofa, rechts von der Geschädigten. Er hält die Fotokamera 

in den Händen. 

-  33  - 

04:22 C._____ steht auf, es folgen wilde Kameraschwenker, während denen Kopf und Gesicht von C._____ zu se-

hen sind, der beim Sofa steht. 

04:31 3. Schnitt 

04:31 Die Kameraposition befindet sich wieder oberhalb der Geschädigten, links von ihrer Schulter. Die Geschädigte 

hantiert mit beiden Händen an ihrem Shirt, welches nun Brust und Bauch bedeckt. 

04:34 A._____ kommt mit dem Oberkörper zwischen den Beinen der Geschädigten durch und will diese auf die 

Brust küssen. Die Geschädigte hebt abwehrend die Hände. Danach ist das Bild verwackelt und es folgen wilde 

Kameraschwenker. 

04:39 4. Schnitt 

04:40 Die Geschädigte liegt auf ihrer linken Körperseite (die Kameraposition ist nun etwas weiter entfernt), eher nach 

vorne gegen ihren Bauch geneigt, sie hat ihre Beine leicht angewinkelt, der Unterkörper ist immer noch nackt. 

A._____ (ebenfalls mit nacktem Unterkörper) liegt parallel hinter der Geschädigten, seine rechte Hand hat er 

am Hinterteil der Geschädigten. 

04:44 A._____ manipuliert an seinem Glied, das über dem Oberschenkel der Geschädigten knapp (allerdings un-

scharf) zu sehen ist. 

04:55 Die Geschädigte bewegt ihre rechte Hand vom Gesicht.  

05:01 A._____ platziert sich anders, immer noch parallel hinter der Geschädigten liegend. 

05:02 Die Kamera zoomt näher, es sind nur noch die beiden Unterkörper, hintereinander liegend, zu sehen. 

05:05 Die Kamera zoomt wieder weg. 

05:06 Die Geschädigte hebt ruckartig ihren rechten Arm und drückt dann mit dem Ellenbogen gegen die Brust von 

A._____. Dieser hat seine rechte Hand im Bereich der beiden Geschlechtsteile. 

05:08 Es erfolgt erneut eine schnelle Bewegung der Geschädigten mit dem rechten Arm/Ellenbogen gegen die Brust 

von A._____. 

05:10 Die gleiche heftige Bewegung erfolgt zum dritten Mal. 

05:11 Zum vierten Mal erfolgt die gleiche Bewegung, bei der es sich nun um einen Schlag nach hinten handelt. 

05:14 C._____ geht durch das Bild, er setzt sich auf das Sofa rechts. 

05:15 Die Geschädigte schlägt heftig mit dem rechten Arm hinter ihren Rücken zu A._____ und bewegt dabei ihren 

Unterleib heftig. 

 Ende des Films. 

 

1.8.  Sachverhaltswürdigung 

1.8.1. Die Vorinstanz kam zum Schluss, dass die Aussagen der Geschädigten 

unglaubwürdig seien. Eine eigentliche Aussageanalyse fehlt gänzlich. Sie habe 

mitbekommen, was an ihrem Unterleib geschehen sei und habe dies, indem sie 

nicht eingeschritten sei, geduldet. Damit bestehe kein Raum für eine Schändung. 

Alsdann verglich sie dieses Ergebnis mit den Videoaufnahmen, welche die Zwei-

fel an den Aussagen der Geschädigten nicht auszuräumen vermöchten. Diese 

Vorgehensweise scheint in einem gewissen Widerspruch zu einer Bemerkung der 

-  34  - 

Vorinstanz, welche sie zu Beginn der Sachverhaltswürdigung gemacht hatte, wo-

nach die Videoaufnahmen zum Kernpunkt, ob sich die Geschädigte im Koma 

(recte: in einem komatösen Zustand) befunden habe, nur bedingt Auskunft geben 

könnten und man dort allein auf die Angaben der Geschädigten angewiesen sei 

(Urk. 80 S. 71).  

1.8.2.1. Die Aussagen der Geschädigten zum eigentlichen Tatgeschehen des 

fraglichen Abends sind konstant. Sie hielt in den beiden durchgeführten Videobe-

fragungen unverändert an ihrer Darstellung fest, sie habe geschlafen und von den 

im Film aufgezeichneten Vorgängen bis kurz vor Schluss nichts mitbekommen. 

Auffällig ist allerdings, dass sie auf die Frage, was sie denn für ein Gefühl habe, 

was in dieser Zeit (vor dem Aufwachen, als der Beschuldigte A._____ auf ihr ge-

legen sei) passiert sei, zunächst die Gegenfrage stellte, ob sie die Zeit meine, als 

sie nicht …, was dann bejaht wurde. Sie sagte dazu aus, sie wisse es ja nicht, 

was sie gemacht hätten. Auf die Nachfrage, was sie für ein Gefühl habe, was dort 

gemacht worden sei, erklärte die Geschädigte, sie wisse nicht, wozu sie fähig ge-

wesen wären, sie habe keine Ahnung, sie habe das Video nicht gesehen, dort se-

he man alles, sie habe überhaupt nichts gefühlt, oder irgendwie etwas ... vielleicht 

habe es Geschlechtsverkehr gegeben, oder nicht, sie wisse nicht, was man da 

sonst mache oder machen wolle ... (1. Videobefragung 00:58). Sie wisse nicht, ob 

man es auf dem Video sehe, ob es zu Geschlechtsverkehr gekommen sei oder 

nicht (01:08:35). Ihre Kollegin habe nur ein Video gesehen, worauf ersichtlich sei, 

dass der Beschuldigte A._____ mit seinem Finger in ihr gewesen sei, sowie ein 

Gekicher habe sie gehört. Auf nochmalige Frage, ob sie dies mit den Fingern ge-

spürt habe, erklärte sie, nein, sie habe gar nichts mitbekommen, gar nichts ge-

spürt. Sie habe es erst bemerkt, als sie angefangen habe zu frieren – dass es 

rüttle und unten nass sei (1. Videobefragung 01:08:58). Zwar führte sie gleichblei-

bend aus, sie habe nichts mitbekommen, doppelte aber in einzelnen Antworten 

(ohne entsprechende Frage) nach, sie habe überhaupt nichts gefühlt. Diese Ver-

stärkung der Verneinung wird in der Lehre zur Aussagenanalyse als Lügensignal 

gewertet.  

-  35  - 

Indessen darf dieser Schluss nicht überbewertet werden, da eine solche zusätzli-

che Betonung auch Folge des Frageprozederes sein kann, welches immer wieder 

das gleiche Thema aufgreift. Sodann wirkt die Geschädigte bei der Eröffnung des 

Inhaltes des Videos anlässlich der zweiten Videoeinvernahme fassungslos. Ins-

besondere der Umstand, dass sich auch noch die Beschuldigten B._____ und 

C._____ aktiv an den sexuellen Handlungen beteiligt haben, trifft sie sichtlich, 

ebenso der Einsatz der Banane und der Karotte zwecks Penetration (Urk. 8/6 S. 

18 f.; 2. Videobefragung 01:03 ff.). Die Fachpsychologin L._____ hielt in ihrem 

Bericht vom 29. August 2009 zur 2. Videobefragung fest, dass die Geschädigte 

auf die Konfrontation mit dem Videoinhalt schockiert und betroffen reagiert und für 

einen kurzen Moment mit den Tränen gerungen habe (Urk. 8/5).  

Diese gleichbleibende Darstellung ("nichts gespürt") ist einer eigentlichen Aussa-

gewürdigung nicht zugänglich. Die Überprüfung dieser Aussage mit den Video-

aufzeichnungen … (Urk. 10/3/1) lässt zumindest in den ersten achteinhalb Minu-

ten keine gegenteiligen Schlüsse zu.  

1.8.2.2. Hingegen sind ihre Aussagen im Vorfeld und im Nachgang zum inkrimi-

nierten Vorfall auf ihre Glaubhaftigkeit hin zu untersuchen. Zufolge der angewand-

ten Fragetechnik in der zweiten Videobefragung, die sich anfänglich darin er-

schöpfte, der Geschädigten ihre bisherigen Aussagen in der ersten Videobefra-

gung vorzuhalten und bestätigen zu lassen, ist wenig Raum vorhanden, die Kon-

stanz der ersten Aussagen im Zeitablauf zu prüfen.  

Die Analyse mit weiteren Kriterien zeigt hingegen, dass ihre Aussagen in weiten 

Teilen anschaulich, detailliert und nachvollziehbar sind. Ihre Schilderungen wei-

sen zahlreiche Realitätskriterien auf und erscheinen in sich schlüssig, ohne Über-

treibungen oder Strukturbrüche. Insoweit Widersprüche bestehen, ist separat auf 

diese einzugehen. 

a) Die Geschädigte führte ihren komatösen Zustand auf den vorgängigen Alko-

holkonsum zwischen 03.00 Uhr und 06.45 Uhr (zwei Fläschli Bier, zwei Gläser 

Champagner, drei bis vier Fläschli Smirnoff) sowie auf ihre Müdigkeit zurück (Urk. 

8/1 S. 3). Sie belastete die Beschuldigten in dieser Hinsicht nicht unnötig, was 

-  36  - 

ebenfalls für die Glaubhaftigkeit ihrer Angaben spricht, indem sie nicht angab, sie 

sei von den Beschuldigten abgefüllt worden. Ein Bier hat sie selbst bezahlt, eines 

hat sie vom Kollegen erhalten, die zwei Gläser Champagner wurden ihr von einer 

Gruppe Italiener offeriert. Sie reicherte diese Aussage später mit weiteren Details 

an (Urk. 8/6 S. 31 f.): Zunächst habe sie abgelehnt. Sie sei erst einverstanden 

gewesen, als der Italiener gesagt habe, sie würden es ihr offerieren. Die Beschul-

digten hätten ihr drei bis vier Smirnoffs offeriert (Urk. 8/1 S. 3 bzw. 1. Videobefra-

gung 00:18). Man habe ihren alkoholisierten Zustand schon gesehen, was sie 

dann auch als Grund dafür angab, dass sie vor der Rückkehr zum Grossvater zu-

erst noch etwas (beim Beschuldigten C._____) habe schlafen wollen (Urk. 8/1 S. 

3). Dieser Gedanke ist ihr, wie sich aus den Aussagen ergibt, nach ihrem angeb-

lich erfolglosen Bemühen, beim Bahnhof … aus dem Taxi zu steigen, gekommen. 

Diese Wankelmütigkeit entspricht denn auch gerade ihrem geschilderten reduzier-

ten Zustand. Beim Verlassen des "…-Club" sei sie langsam müde geworden. Das 

gehe bei ihr recht schnell. Der Alkohol habe sich dann erst im Taxi bemerkbar 

gemacht. Bereits im Taxi sei sie auch einmal kurz eingenickt. Dort habe es dann 

angefangen. Vor dem Eintreffen im "…-Club" habe sie nur zwei Büchsen "Red 

Bull" konsumiert. Bei der Ankunft in der Wohnung sei sie extrem müde gewesen, 

und der Alkohol habe sich bemerkbar gemacht. Sie habe nur noch schlafen wol-

len (Urk. 8/6 S. 4). Inhaltlich erscheinen die Aussagen stimmig. Es sind auch hier 

keine Übertreibungen erkennbar. Den Weg vom Taxi zur Wohnung, der sich über 

eine längere Strecke hinzog, habe sie schon noch gehen können, sie sei einfach 

extrem müde gewesen (Urk. 8/6 S. 5). Ihre extreme Müdigkeit als Reaktion auf 

den doch erheblichen Alkoholkonsum passt auch zum Umstand, dass sie zuvor 

nicht derart viel Alkohol getrunken habe, wie an jenem Abend im "…-Club" (Urk. 

8/6 S. 7). 

Die von der Geschädigten angegebene Trinkmenge führt objektiv zu einer erheb-

lichen Alkoholisierung. Bei weiblichen Personen im Alter von 18 Jahren und ei-

nem Körpergewicht von 55 Kilogramm bewirkt der vorstehend beschriebene Al-

koholkonsum (zwei kleine Bier, zwei Gläser Champagner, zwei Alcopops) über 

die Zeitspanne von rund drei bis vier Stunden einen Blutalkoholwert von über 1.55 

Promille, was dann doch einer leichten bis mittleren Angetrunkenheit entspricht.  

-  37  - 

b) Die Einschlafphase auf dem Sofa nach dem Eintreffen in der Wohnung wurde 

von der Geschädigten nachvollziehbar und gleichbleibend dargestellt (Urk. 8/1 S. 

3; 1. Videobefragung 23:00). Insbesondere erwähnte sie, dass sich der Beschul-

digte A._____ hinter sie gelegt habe, ein Umstand, der nicht unbedingt für sie vor-

teilhaft erscheint, zumal sie damit den Vorwurf gewärtigen musste, weshalb sie 

dort liegen geblieben sei. Sie schilderte dabei auch ihre Gefühle und Gedanken, 

die situationsadäquat erscheinen. Ihr letzter Gedanke vor dem Einschlafen sei 

gewesen, er wolle Geschlechtsverkehr. Dies habe sie genervt (Urk. 8/6 S. 7). 

Dass sie nicht ihrem Empfinden entsprechend reagieren konnte, belegt wiederum 

ihr zunehmendes Abdriften in den Schlaf, was sich stimmig in die übrigen Aussa-

gen einfügt (vgl. auch Aussagen Urk. 8/6 S. 22 f.).    

c) Bemerkenswert erscheint sodann ihre erste zusammenhängende Schilderung 

des Vorfalls (wobei einzelne Teile bereits vorgängig zitiert wurden): "Kurz bevor 

ich igschlafe bin, han ich eifach no gmerkt, wie de A._____ hinter mich eifach an-

neglääge isch ... ich ha dänkt, jetzt versucht ers wieder und hän ich dänkt, ja … 

und bin dänn igschlafe ... und dänn ääh isch halt die Alkoholwirkig dänn langsam 

im gange … also hät die letschti Ausklingiig kha und ich bin dänn würklich total uf 

Düütsch gsait dänne gsi und irgendwänn han ichs dänn langsam gmerkt, das ... 

bin ich dänn wieder verwachet und han dänn gmerkt, dass dört unde oppis rüttlet 

… also im Intimbereich … und ääh ich ha dänn nonig ganz d'Auge geöffnet gha, 

ich ha dänn eifach so halbe, mit em einte Aug e so glueget, was überhaupt isch, 

nöd dass ich scho so mache [Geschädigte sperrt Augen weit auf] dass ... ich ha 

dänn eifach gseh, dass es es hells liecht isch, dass es es Kameraliecht isch vome 

ne Händy, und ich han au Person gseh, wos gfilmet hät. Das isch de B._____ gsi" 

(1. Videobefragung 22:50). Diese Schilderung erfolgte ohne Zwischenfragen und 

kumulierte in der Aussage, dass der Beschuldigte B._____ sie mit der Handyka-

mera gefilmt habe. Der Umstand, dass jemand sie im Intimbereich massiv traktier-

te, stand für sie offenbar nicht im Vordergrund. Dies macht die Aussage indessen 

mitnichten weniger glaubhaft. Sie belegt vielmehr, dass der Geschädigten emoti-

onal vor allem der Umstand zu schaffen machte, dass die sexuellen Handlungen 

an ihr filmisch festgehalten wurden und allenfalls Dritten hätten zugänglich ge-

-  38  - 

macht werden können. Die Aussage, der Beschuldigte B._____ habe sie gefilmt, 

entspricht sodann der Wahrheit.  

d) Nicht ganz einheitlich sind ihre Aussagen, weswegen sie aufgewacht ist. So 

soll es das Rütteln im Intimbereich gewesen sein und weil der Beschuldigte 

A._____ auf ihr gelegen sei (Urk. 8/1 S. 3; 1. Videobefragung 00:23:30; Urk. 8/6 

S. 8, 1); dann weil sie kalt hatte (1. Videobefragung 00:24:30). Kalt habe sie ge-

habt, weil sie nackt gewesen sei, und dann habe sie bemerkt, dass unten im In-

timbereich etwas abgehe. Sie sei erwacht, weil sie gefroren habe und wegen dem 

Rütteln (1. Videobefragung 01:09:18). Unten sei es kühl gewesen, und es habe 

gerüttelt. Deshalb sei sie aufgewacht und habe gesehen, dass der Beschuldigte 

A._____ auf ihr gelegen sei, und dass es sogar noch gefilmt worden sei (Urk. 8/6 

S. 25). Diese Angaben erscheinen indessen nicht widersprüchlich, weil sie im 

Kerngehalt letztlich gleichlautend sind. 

Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang, dass die Anklageschrift einen ande-

ren Zeitpunkt für das Aufwachen aufführt. Der von der Geschädigten geschilderte 

beendete kurz darauf die sexuellen Handlungen der Beschuldigten.  

e) Die Aussagen der Geschädigten zu den Beziehungen zum Beschuldigten 

A._____, wonach sie ihn nett finde und mit ihm – wie bereits vorgängig erwähnt – 

bereits einmal engeren Kontakt hatte, zeugt von ihrem Bestreben, wichtige Sa-

chen offen zu legen. Indessen sind hier Momente erkennbar, dass sie doch ge-

wisse Umstände nicht von Anbeginn mitteilt, wie der Kuss des Beschuldigten 

A._____ im "…-Club" sowie das Spaghetti-Essen nach dem Vorfall. Dies vermag 

die Glaubhaftigkeit ihrer Angaben jedoch insgesamt nicht in Zweifel zu ziehen, da 

die genannten Umstände nicht als derart wesentlich zu bewerten sind, dass sie 

das Gesamtbild zu verändern vermöchten.   

1.8.2.3. Beim eigentlichen Aussageverhalten der Geschädigten in der Einvernah-

me fällt Folgendes auf: Oft nimmt sie in der Antwort zunächst die gestellte Frage 

auf ("Oh, … was han ich alles trunke?" [1. Videobefragung 18:34]), oder sie stellt 

Gegenfragen bzw. sie fragt nach (Auf die Frage nach ihrem Zustand in E._____: 

"Vom Alkohol her, oder wie?" [1. Videobefragung 20:47]; auf die Frage nach der 

-  39  - 

Menge der konsumierten Smirnoffs: "Promille oder wie?" [1. Videobefragung 

19:19]). Sodann werden einfache Fragen teilweise umständlich mit komplizierten 

Formulierungen beantwortet, wie die Frage nach ihrem Zustand in E._____: "Ja, 

wie seit me das mit fachliche Begriff … ja scho rächt betrunke, aber ich han no al-

les mit übercho, was lauft. Ich han scho no einigermasse grad chönne laufe" (1. 

Videobefragung 20:53). Ebenso kompliziert schildert sie das Einschlafen: "… und 

bin dänn igschlafe ... und dänn ääh isch halt die Alkoholwürkig dänn langsam im 

gange … also hät die letschti ausklingiig gha und ich bin dänn würklich total uf 

Düütsch gsait dänne gsi" (1. Videobefragung 23:17). Diese Schilderung erweckt 

den Eindruck, durch Kompliziertheit Realität herstellen zu wollen. Sodann weicht 

sie zur Beschreibung ihres alkoholisierten Zustandes auch auf Allgemeinplätze 

aus: "Also eifach, me hätt's gseh, dass ich Alkohol trunke han. Also nöd so total 

… sisch nonig so extrem gsi, einfach müed, erschöpft, … wie es halt so isch, wem 

me betrunke isch" (1. Videobefragung 18:25). Gegenfragen können signalisieren, 

dass der Befragte noch Zeit zum Überlegen für die Antwort braucht, was auf eine 

strategische und nicht unbedingt wahrheitsgemässe Beantwortung der Frage hin-

deuten kann. Gegenfragen und Aufnahme der Frage in der Antwort sowie kompli-

zierte Formulierungen können aber auch Ausdruck von Unsicherheit zufolge der 

ungewohnten Befragungssituation sein und das Bemühen widerspiegeln, es dem 

Fragesteller möglichst recht zu machen. Diese letztere Verhaltensweise wäre vor-

liegend auch dem Alter der Geschädigten nicht inadäquat. Eindeutige Schlüsse 

lassen sich deshalb aus diesem Verhalten auf die Glaubhaftigkeit der Aussagen 

nicht ziehen. 

1.8.2.4. Der Umstand, dass die Geschädigte nach dem Vorfall auf dem Sofa (und 

den Ereignissen im Badezimmer) mit den drei Beschuldigten in der Wohnung ver-

blieb, steht in einem gewissen Kontrast zu ihren bisherigen Schilderungen. Dass 

sie aus einer gewissen Ratlosigkeit dort blieb ("... ich bin total durenander gsi" ... 

sie habe auch nicht in diesem Zustand zum Grossvater gewollt [1. Videobefra-

gung 01:02; auch Urk. 8/6 S. 12 f.]) und zunächst ihre Ruhe finden wollte, er-

scheint nachvollziehbar. Ihre einmal geäusserte Angabe, sie sei dort geblieben, 

weil es keine Zugverbindung nach M._____ gehabt habe, scheint eher ein Ver-

such, für sich eine rationale Erklärung für ihr Verhalten zu finden, obwohl sie na-

-  40  - 

türlich falsch ist. Solange sie sich wach halten konnte, hatte sie – gemäss ihrer 

Ansicht – keine Wiederholung der vorstehenden Ereignisse zu befürchten. 

Gleichzeitig aber schilderte sie ihre Angst, dort zu sein. Sie habe sich deshalb in 

eine Sofaecke verkrochen. "Ich war einfach dort für mich und habe gefunden, 

schnell, schnell weg ... " (Urk. 8/6 S. 13). Diese Verhaltensweise entspricht viel-

leicht nicht gängigen Mustern, ist aber auch nicht zuletzt vor dem Hintergrund des 

Gemütszustandes, des Eindrucks der momentanen Ausweglosigkeit, der Müdig-

keit und der Alkoholisierung nicht abwegig. Sie schilderte die Stimmung unter den 

Anwesenden auch als angespannt. Sie habe gedacht: "Oh, was passiert denn 

jetzt …". Wie es bei den anderen dreien gewesen sei, wisse sie nicht (Urk. 8/6 S. 

23). Dass sie mit den Beschuldigten in dieser Zeit auch noch gesprochen habe, 

stellte sie nicht in Abrede, sie konnte sich aber, was angesichts ihrer damaligen 

Gemütslage nachvollziehbar ist, nicht an den Gesprächsinhalt erinnern. Die von 

ihr in der ersten Befragung nicht erwähnte Verpflegung mit Spaghetti durch den 

Beschuldigten C._____ (Urk. 8/6 S. 14) vermag denn auch nicht die von der Ge-

schädigten geschilderte Stimmungslage nach dem Vorfall als unecht hinzustellen. 

Abgesehen davon war aus damaliger Sicht der Geschädigten der Beschuldigte 

C._____ einfach anwesend, aber sonst mit keiner Handlung an den Vorfällen be-

teiligt. Dass er sie ebenfalls gefilmt hatte, wusste sie im damaligen Zeitpunkt 

nicht. Dies wiederum stützt auch die Behauptung der Geschädigten, sie habe vom 

Ganzen nichts mitbekommen, zumal bei ihrem Aufwachen nur noch der Beschul-

digte B._____ filmte (Video …).  

Die Darstellung der Beschuldigten (vgl. nachstehend), wonach man sich ganz 

normal unterhalten und noch Spässe über eine allfällige Veröffentlichung des Vi-

deos im Internet auf "…" und über den Feuchtigkeitsflecken auf dem Sofa ge-

macht habe, mag die Sicht der Beschuldigten widerspiegeln. Der Gefühlslage der 

Geschädigten entsprach dies wohl nicht. 

1.8.2.5. Die Beurteilung der Geschädigten durch ihre Pflegemutter bzw. ihre Ar-

beitsplatzbetreuerin, sie sei nicht immer ehrlich gewesen und habe Geschichten 

erzählt und habe oft versucht, sich rauszureden, wenn sie etwas getan habe, was 

sie nicht hätte tun sollen (Prot. I S. 33 ff. und 56 ff.), ist bei der Würdigung der 

-  41  - 

Aussagen vor Augen zu halten. Dennoch kommen – wie vorstehend erwähnt – 

Kriterien der Aussageanalyse zum Zuge, wobei die Glaubwürdigkeit einer Person 

eine untergeordnete Rolle spielt. Auch wenn allenfalls bei den Aussagen der Ge-

schädigten gewisse Schönungstendenzen ersichtlich sind (z.B. spielte sie die Be-

ziehung zum Beschuldigten A._____ und allfällige Sympathien ihm gegenüber 

herunter), vermögen diese nicht das durch ihre Aussagen gewonnene Gesamtbild 

wesentlich zu verändern. Es zeigen sich aber auch andere von der Zeugin 

I._____ erwähnte Eigenschaften bei der Geschädigten, nämlich die Tendenz, un-

angenehme Ereignisse zu verdrängen. Dieses Verhaltensmuster erklärt auch, 

dass die Geschädigte nach dem Vorfall zunächst niemandem davon erzählen 

wollte und den Mitmenschen "courant normale" vorspielte. Dies ist letztlich auch 

die Erklärung für die nicht sofortige Anzeige des Vorfalls. Darunter fällt aber auch 

der Verzicht auf eine Rechtsbeiständin in diesem Strafverfahren. Die Geschädigte 

brachte dies auch in der 2. Videobefragung zum Ausdruck, als sie angab, die Sa-

che möglichst schnell beenden zu wollen (Urk. 8/6 S. 19). Für die Geschädigte 

spricht sodann, dass sie trotz des völlig unprofessionellen Verhaltens der Befra-

gerin in der ersten Videobefragung, wo sie letztlich teilweise der Lüge bezichtigt 

wurde und ihr Konsequenzen angedroht wurden (1. Videobefragung 01:05, eu-

phemistisch umschrieben mit "… erläutert …, dass die Polizei die Wahrheit finden 

wolle" [Urk. 8/1 S. 5]), in der zweiten Videobefragung unbeirrt an ihren Aussagen 

festgehalten hat (Urk. 82/2).   

Dass ihre Beziehung zur Freundin G._____ einen Einfluss auf ihr Aussageverhal-

ten haben könnte, ist nicht ganz von der Hand zu weisen, nachdem diese eine 

wichtige Bezugsperson und quasi moralische Instanz für die Geschädigte dar-

stellt. Daraus könnte abgeleitet werden, dass sie gegenüber ihrer Freundin auf 

keinen Fall zugeben wollte, dass sie mit den auf dem der Freundin vorgeführten 

Video festgehaltenen sexuellen Handlungen einverstanden gewesen sein könnte. 

Die Gesamtwürdigung lässt jedoch einen solchen Schluss nicht zu (vgl. nachste-

hend Ziff. 1.8.4.).  

1.8.2.6. Wie vorstehend erwähnt, liegen drei Videoaufzeichnungen vor. Die erste 

Videoaufnahme (Videodatei …) setzt am 17. Mai 2009 um 06:44:32 ein. Die Zeit-

-  42  - 

angabe bezieht sich offensichtlich auf die Winterzeit, da gemäss übereinstimmen-

den Aussagen der Beteiligten die Ankunftszeit in der Wohnung um ca. 07.00 Uhr 

gewesen sei. Der Zeitpunkt der Filmaufnahmen passt somit mit den zeitlichen 

Angaben der Geschädigten überein, die zwischen 08:00 und 08:15 aufgewacht 

sei (1. Videobefragung 00:34:51). Ausgehend von der Beschreibung der Videose-

quenzen im vorinstanzlichen Urteil (Urk. 80 S. 56 ff.) und unter Berücksichtigung 

der Ergänzungen und Korrekturen (vgl. vorstehend Ziff. 1.7.) ist festzuhalten, dass 

die Geschädigte, bis zum Zeitpunkt, als sie mit dem Unterkörper vom Sofa fällt 

(08:38), praktisch reaktionslos auf die an ihr vorgenommenen Handlungen bleibt. 

Körperbewegungen der Geschädigten wie Kopfdrehungen, Kratzen oder Abwehr 

von Berührungen mit den Händen lassen sich zwar auch in dieser Phase ausma-

chen, wenn auch offensichtlich verlangsamt. Während der ganzen Zeit sind die 

Augen der Geschädigten geschlossen. Die festgestellten Bewegungen der Ge-

schädigten erinnern an Unterwasseraufnahmen. Für ein völliges Wegtauchen 

spricht z.B. die Szene, als der Beschuldigte A._____ den Kopf der Geschädigten 

am Kinn hält und ihn hin- und her bewegt, wobei sie erst verzögert mit der Hand 

reagiert (02:52). Auffällig ist sodann auch die Szene, wo die Geschädigte zufolge 

der intensiven Einwirkungen des Beschuldigten A._____ auf ihren Intimbereich 

mit dem unteren Teil ihres Körpers vom Sofa fällt, keine Reaktion zeigt und vom 

Beschuldigten A._____ wieder hochgehoben wird (08:33). Gegen Ende des ers-

ten Videos zeigt die Geschädigte auf äussere Reize vermehrte Reflexe und Ab-

wehrhandlungen mit ihren Armen. Dennoch fällt auf, dass bei Festhalten ihrer 

Arme durch den Beschuldigten A._____ (z.B. nach 08:52) bzw. durch den Be-

schuldigten B._____ (z.B. 09:12) keine Gegenreaktion erfolgt. Diese Analyse 

zeigt, dass zumindest in den ersten sieben bis acht Minuten die Geschädigte nur 

mit erheblicher Verzögerung, wenn überhaupt, auf Berührungen und Handlungen 

der Beschuldigten reagierte.  

Ausserdem fällt auf, dass die permanente Bearbeitung der Vagina durch den Be-

schuldigten A._____ bei der Geschädigten keine erkennbare Reaktion hervorrief, 

indem sie beispielsweise versucht hätte, mit der Hand die ständigen Masturbati-

onsbewegungen zu stoppen oder ihren Unterkörper oder ihre Beine zu bewegen 

-  43  - 

oder die Beine zusammenzuklemmen. Wenn sie in dieser Phase eine Reaktion 

zeigte, dann nur im Bereich Brust und Gesicht.  

Ein Vergleich der Aussagen der Geschädigten zur Schlussphase des Gesche-

hens mit den Videoaufnahmen ergibt folgendes Bild: Die Geschädigte schildert 

das Aufwachen als ein Vorgang, der nicht mit einem Schlag erfolgte, sondern 

dass sie zunächst das Rütteln und den auf ihr liegenden Beschuldigten A._____ 

sowie das Licht der vom Beschuldigten B._____ geführten Handy-Kamera be-

merkte. Sie sei auf dem Rücken gelegen, habe den Beschuldigten A._____ dann 

weggestossen, sei aufgestanden und ins Badezimmer gegangen (Urk. 8/1 S. 3). 

Auf den vorliegenden Filmen lässt sich eine solche Schlussszene nicht eindeutig 

identifizieren. Die Schlusssequenz wurde zwar mit dem Handy vom Beschuldigten 

B._____ aufgenommen (Video …, Urk. 10/3/2). Darauf ist jedoch der hinter der 

Geschädigten liegende Beschuldigte A._____ zu erkennen, der an seinem halb-

erigierten Glied hantiert und den Versuch unternimmt, es von hinten in die Schei-

de der Geschädigten einzuführen, wobei die vor ihm seitwärts liegende Geschä-

digte mit dem rechten Ellbogen bei jedem Versuch stark gegen seine Brust 

schlägt. Danach bricht der Film ab. Die von der Geschädigten geschilderte 

Schlussszene entspricht aber eindeutig der vorhergehenden Sequenz (04:34). 

Dort liegt der Beschuldigte A._____ auf der Geschädigten, und sie versucht, ihn 

mit ihren auf der Brust liegenden Händen wegzustossen. Die Position der Handy-

Kamera entspricht ebenfalls genau ihren Angaben, nämlich (links) neben ihrem 

Kopf (Urk. 8/6 S. 23). Entgegen der Aussage der Geschädigten ist auf dem Vi-

deoausschnitt allerdings nicht ersichtlich, dass das Kameralicht des Handys ein-

geschaltet war. Ferner ergibt sich aus der letzten Videosequenz, dass sie nicht 

sofort aufgestanden und ins Bad gegangen, sondern noch weiter auf dem Sofa 

gelegen ist (vgl. ab 4. Schnitt 04:40 auf Video …). 

Diese Unterschiede hinsichtlich der Aufwachszene zwischen ihren Aussagen und 

dem Film sind vor dem Hintergrund ihres Dämmerungszustandes zu bewerten: In 

einem solchen Zustand zieht sich die Aufwachphase erfahrungsgemäss über eine 

längere Zeitspanne hinweg, wobei Erinnerungsfetzen den jeweiligen Wahrneh-

mungszustand dokumentieren. Dass sie nach der Abwehr des Beschuldigten 

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A._____ zunächst auf dem Sofa weiterdöste, belegt ihren Erschöpfungszustand, 

den sie erst zu überwinden vermochte, nachdem der Beschuldigte A._____ immer 

noch nicht von ihr ablassen wollte. Dass sie nach dieser Szene ins Badezimmer 

flüchtete, wird auch von allen drei Beschuldigten bestätigt.  

Dass sie noch das Kameralicht erwähnt, könnte einerseits darauf hindeuten, dass 

sie dieses Detail bewusst erfunden hat, um den Wahrheitsgehalt ihrer Aussage zu 

erhöhen. Wahrscheinlicher ist hingegen, dass sie das Kameralicht, das zu Beginn 

der ganzen Filmszene noch vor dem Einschalten