# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f5ee92bb-440e-5e19-8e99-e323ba9b0ce0
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-06-15
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 15.06.2018 SK.2017.49
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_SK-2017-49_2018-06-15.pdf

## Full Text

Urteil vom 15. Juni 2018 
Strafkammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Miriam Forni, Vorsitzende 
Giuseppe Muschietti und Martin Stupf,  
Gerichtsschreiberin Anne Kathrin Herzog  

Parteien  BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch Staatsan-
wältin des Bundes Juliette Noto 

 gegen 

  1. A., amtlich verteidigt durch Fürsprecher Michael 
Burkard 

 
2. B., amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Lorenz 

Hirni  
 
3. C., amtlich verteidigt durch Fürsprecher Lukas 

Bürge 
 
 

Gegenstand  Widerhandlung gegen Art. 2 des Bundesgesetzes über 
das Verbot der Gruppierungen «Al-Qaida» und «Islami-
scher Staat» sowie verwandter Organisationen 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer: SK.2017.49 

- 2 - 

Anträge der Bundesanwaltschaft: 

Zu A. 

1. A. sei des Verstosses gegen Art. 2 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Verbot der 
Gruppierungen «Al-Qaïda» und «Islamischer Staat» sowie verwandter Organisatio-
nen schuldig zu sprechen. 

2. A. sei zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 24 Monaten zu verurteilen (Art. 27, 40, 
41 Abs. 1 lit. b und 47 StGB). 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei unter Ansetzung einer Probezeit von 5 Jahren 
aufzuschieben (Art. 42 Abs. 1, 44 Abs. 1 StGB). 

4. Für den Vollzug des vorliegenden Urteils sei der Kanton Bern als zuständig zu er-
klären (Art. 74 Abs. 2 StBOG i.V.m. Art. 31 StPO). 

5. Fürsprecher Dr. iur. Michael Burkard sei für die amtliche Verteidigung von Herrn A. 
in gerichtlich zu bestimmender Höhe aus der Kasse der Eidgenossenschaft zu ent-
schädigen (Art. 135 Abs. 1 und Abs. 2 StPO). 

6. A. sei zu verpflichten, der Eidgenossenschaft die Kosten der amtlichen Verteidigung 
in vollem Umfang zurückzuerstatten, sobald er dazu in der Lage ist (Art. 426 Abs. 1 
i.V.m. Art. 135 Abs. 4 StPO). 

Zu B. 

1. B. sei des Verstosses gegen Art. 2 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Verbot der 
Gruppierungen «Al-Qaïda» und «Islamischer Staat» sowie verwandter Organisatio-
nen schuldig zu sprechen. 

2. B. sei zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 24 Monaten zu verurteilen (Art. 27, 40, 
41 Abs. 1 lit. b und 47 StGB). 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei unter Ansetzung einer Probezeit von 5 Jahren 
aufzuschieben (Art. 42 Abs. 1, 44 Abs. 1 StGB). 

4. Für den Vollzug des Urteils sei der Kanton Bern als zuständig zu erklären. 

5. Rechtsanwalt Lorenz Hirni sei für die amtliche Verteidigung von Herrn B. in gericht-
lich zu bestimmender Höhe aus der Kasse der Eidgenossenschaft zu entschädigen 
(Art. 135 Abs. 1 und Abs. 2 StPO). 

6. B. sei zu verpflichten, der Eidgenossenschaft die Kosten der amtlichen Verteidigung 
in vollem Umfang zurückzuerstatten, sobald er dazu in der Lage ist (Art. 426 Abs. 1 
i.V.m. Art. 135 Abs. 4 StPO). 

 

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Zu C. 

1. C. sei des Verstosses gegen Art. 2 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Verbot der 
Gruppierungen «Al-Qaïda» und «Islamischer Staat» sowie verwandter Organisatio-
nen schuldig zu sprechen. 

2. C. sei zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 24 Monaten zu verurteilen (Art. 27, 40, 
41 Abs. 1 lit. b und 47 StGB). 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei unter Ansetzung einer Probezeit von 5 Jahren 
aufzuschieben (Art. 42 Abs. 1, 44 Abs. 1 StGB). 

4. Für den Vollzug des vorliegenden Urteils sei der Kanton Bern als zuständig zu er-
klären. 

5. Fürsprecher Dr. iur. Lukas Bürge sei für die amtliche Verteidigung von C. in gericht-
lich zu bestimmender Höhe aus der Kasse der Eidgenossenschaft zu entschädigen. 

6. C. sei zu verpflichten, der Eidgenossenschaft die Kosten der amtlichen Verteidigung 
in vollem Umfang zurückzuerstatten, sobald er dazu in der Lage ist. 

 

Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 27‘460.-- seien A., B. und C. zu je 1/3 
aufzuerlegen. 

 

Anträge der Verteidigung von A.: 

1. A. sei freizusprechen von der Anschuldigung des Verstosses gegen Art. 2 des Bun-
desgesetzes über das Verbot der Gruppierungen „Al-Qaïda“ und „Islamischer Staat“ 
sowie verwandter Organisationen, angeblich begangen am 8. Mai 2015 beziehungs-
weise zwischen dem 26. September 2015 und dem 12. Dezember 2015 gemäss 
Anklageschrift Ziffern 1.1.1.1. bis 1.1.1.7. 

2. Die Verfahrenskosten seien dem Staat aufzuerlegen (Art. 423 StPO). 

3. Herrn A. seien eine Entschädigung für die Verteidigungskosten gemäss nachzu-
reichender separater Honorarnote (Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO) sowie eine symboli-
sche Genugtuung in der symbolischen Höhe von Fr. 200.-- für die besonders 
schwere Verletzung seiner persönlichen Verhältnisse (Art. 429 Abs. 1 lit. c StPO) 
auszurichten. 

4. Allfällige weitere Verfügungen seien von Amtes wegen zu treffen. 

  

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Anträge der Verteidigung von B.: 

1. Der Beschuldigte sei vollumfänglich freizusprechen von den Vorwürfen gemäss An-
klageschrift. 

2. Der auf das Verfahren gegen den Beschuldigten 2 entfallende Anteil an den Verfah-
renskosten sei durch den Bund zu tragen. 

3. Dem Beschuldigten 2 sei gestützt auf Art. 429 Abs. 1 lit. b und c StPO eine persön-
liche Entschädigung/Genugtuung in Höhe von Fr. 200.-- auszurichten. 

4. Im Weiteren sei zu verfügen: 

1. Der Beschuldigte 2 sei gestützt auf Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO für den Vertei-
digungsaufwand vor erster Instanz gemäss Honorarnote(n) des Verteidigers 
aus der Kasse der Eidgenossenschaft zu entschädigen. 

2. Eventualiter: Das Honorar der amtlichen Verteidigung für das erstinstanzliche 
Verfahren sei gerichtlich zu bestimmen und aus der Kasse der Eidgenossen-
schaft auszurichten. 

Anträge der Verteidigung von C.: 

1. C. sei freizusprechen von der Anschuldigung des Verstosses gegen Art. 2 des Bun-
desgesetzes über das Verbot der Gruppierungen „Al-Qaïda“ und „Islamischer Staat“ 
sowie verwandter Organisationen, angeblich begangen im Zeitraum zwischen Sep-
tember und Dezember 2015 (Anklageschrift Ziff. 1.3 auf Seite 26 ff.).  

2. Die Verfahrenskosten seien dem Staat aufzuerlegen (Art. 423 StPO).  

3. Herrn C. seien eine Entschädigung für die Verteidigungskosten gemäss separat ein-
gereichter Honorarnote (Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO) sowie eine Genugtuung in sym-
bolischer Höhe von Fr. 200.-- für die besonders schwere Verletzung seiner persön-
lichen Verhältnisse (Art. 429 Abs. 1 lit. c StPO) auszurichten.  

4. Allfällige weitere Verfügungen seien von Amtes wegen zu treffen. 
  

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Sachverhalt: 

A. Am 20. November 2015 veröffentlichte der Verein D. das Video «AR/EN/FR/DE 
- Exclusive Interview with E. - „The Islamic State and I“» (Titel auf Deutsch «Ex-
klusivinterview mit E. - „Der islamische Staat und ich“») auf dem Youtube-Kanal 
des Vereins D. (pag. 10.2.6 und pag. 10.2.1-3). Dieser Veröffentlichung gingen 
mehrere Ankündigungen auf der Facebook-Seite und dem Twitter-Konto des 
Vereins D. voraus (pag.10.2.5-6). 

B. Am 5. Dezember 2015 führte der Verein D. den Film «Die wahrhaftige Morgen-
dämmerung» (Titel auf Arabisch «al-Fajr as sâdiq» bzw. auf Englisch «The true 
Dawn in Syria») in einem Hotel-Saal in Z. auf. Dieser Veranstaltung gingen meh-
rere Ankündigungen auf der Facebook-Seite und dem Twitter-Konto des Vereins 
D. voraus. Nach deren Durchführung folgten diverse Berichte zum Inhalt und 
Verlauf der Veranstaltung auf denselben sozialen Medienkanälen (pag. 10.2.6-
7). 

C. Am 9. Dezember 2015 eröffnete die Bundesanwaltschaft im Zusammenhang mit 
dem Interview von E. eine Strafuntersuchung gegen den Beschuldigten A. - Vor-
standsmitglied des Vereins D. im Departement für Kulturproduktion - wegen des 
Verdachts des Verstosses gegen Art. 2 des Bundesgesetzes über das Verbot 
der Gruppierung “Al-Qaida“ und “Islamischer Staat“ sowie verwandter Organisa-
tionen (pag. 1.0.1). 

D. Nachdem am 13. Dezember 2015 auf der Facebook-Seite und dem Twitter-Konto 
des Vereins D. die entsprechende Videoveröffentlichung angekündigt worden 
war (pag. 10.2.7; 10.2.30-31), publizierte der Verein D. am 18. Dezember 2015 
das Video «Die wahrhaftige Morgendämmerung» (s. oben Bst. B.) auf dem  
Youtube-Kanal des Vereins D. (pag. 10.2.7, und pag. 10.2.32), wobei gleichen-
tags auf der Facebook-Seite und dem Twitter-Konto des Vereins D. Verbindun-
gen zum Videoportal geschaltet wurden (pag. 10.2.7; 10.2.33-34).  

E. Am 26. August 2016 dehnte die Bundesanwaltschaft die Strafuntersuchung we-
gen des Verdachts des Verstosses gegen Art. 2 des Bundesgesetzes über das 
Verbot der Gruppierung “Al-Qaida“ und “Islamischer Staat“ sowie verwandter Or-
ganisationen auf die Vorstandsmitglieder des Vereins D. B. (Departement für 
Public Relations und Information) und C. (Präsident) aus (pag. 1.00.8-9). 

F. Am 21. September 2017 erhob die Bundesanwaltschaft Anklage gegen die drei 
Beschuldigten beim Bundesstrafgericht (TPF pag. 6.100.1 ff.).  

G. Am 10. Oktober 2017 wurden die Parteien eingeladen, allfällige Beweisanträge 
zu stellen und zu begründen. Die Bundesanwaltschaft wurde zudem ersucht, 

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dem Gericht die genaue Aktenstelle zu den Übersetzungsaufträgen anzugeben 
(TPF pag.  6.300.1). 

H. Mit Eingabe vom 31. Oktober 2017 gab die Bundesanwaltschaft die Überset-
zungsaufträge sowie weitere Unterlagen zu den Akten (TPF pag. 6.510.1 ff.). 

I. Mit Verfügung vom 16. November 2017 wurden die Beschuldigten A. und C. er-
sucht, das Formular „Persönliche und finanzielle Situation“ ausgefüllt zu retour-
nieren. Die Bundesanwaltschaft wurde um einen gut leserlichen Ausdruck der 
Akten gem. pag. 10.1.5 sowie 10.20.26 ersucht, wessen sie am 30. November 
2017 nachkam (TPF pag. 6.280.1 f.; 6.510.53 ff.). 

J. Dem Gesuch um Bestellung von Rechtsanwalt Hirni als amtlicher Verteidiger des 
Beschuldigten B. wurde, mit Wirkung ab 13. November 2017, am 30. November 
2017 entsprochen (SN.2017.24; TPF pag. 6.202.1 f; 6.951.1 ff.). 

K. Am 21. November 2017 bzw. 12. Dezember und 14. Dezember 2017 forderte 
das Gericht bei den zuständigen Behörden den Auszug aus dem Strafregister, 
den Betreibungsregisterauszug und die Steuerunterlagen der Beschuldigten ein 
(TPF pag. 6.221.1 f.; 6.222.1 ff.; 6.223.1 f.; 6.261.3 ff.; 6.262.2 ff.; 2.263.3 ff.). 
Ferner wurden über die Beschuldigten Leumundsberichte bei der Kantonspolizei 
Bern eingeholt (TPF pag. 6.241.1 ff.; 6.242.1 ff.; 6.243.1 ff.). 

L. Gestützt auf das Gesuch des Gerichts vom 27. November 2017 edierte die 
Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Berner Jura-Seeland, Strafakten betref-
fend den Beschuldigten C., welche in Kopie zu den Akten genommen wurden 
(TPF pag. 6.291.1 ff.). 

M. Dem Gesuch um Bestellung von Fürsprecher Michael Burkard als amtlicher Ver-
teidiger des Beschuldigten A. wurde am 26. April 2018 entsprochen (SN.2018.8; 
TPF pag. 6.952.3). 

N. Am 23. März 2018 ordnete die Bundesanwaltschaft bei der Bundeskriminalpolizei 
(BKP) weitere Ermittlungen in der vorliegenden Strafsache an (TPF 
pag. 6.510.101), worauf die BKP der Bundesanwaltschaft mit Bericht vom 
13. April 2018 das Ergebnis rapportierte (TPF pag. 6.510.63). Am 17. April 2018 
ersuchte die Bundesanwaltschaft das Gericht, den Bericht der BKP vom 13. April 
2018 als Beweismittel zuzulassen. Den Bericht legte sie ihrem Gesuch bei (TPF 
pag. 6.510.60 ff.). Die Verfahrensleitung forderte die Bundesanwaltschaft auf, 
den entsprechenden Auftrag vom 23. März 2018 an die BKP nachzureichen. 
Gleichzeitig bekamen die Parteien Gelegenheit, über die Frage der Verfahrens-
kompetenz bzw. der Rechtmässigkeit des Beweisantrages Stellung zu nehmen 
(TPF pag. 6.280.3). Die fehlende Zuständigkeit der Bundesanwaltschaft wurde 

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von dieser anerkannt (TPF pag. 6.510.98 f.). Mit Verfügung vom 4. Mai 2018 wies 
die Verfahrensleitung den Antrag der Bundesanwaltschaft vom 17. April 2018 ab 
(TPF pag. 6.280 4-5).  

O. Mit Verfügung vom 8. Mai 2018 hiess die Verfahrensleitung die Gesuche der 
Verteidiger von A., B. und C. vom 3. bzw. 5. Mai 2018, einen von ihnen einge-
reichten Bericht des Vereins D. vom 21. April 2018 zu den Akten zu nehmen, gut 
(TPF pag. 6.280.6). 

P. Mit Verfügung vom 11. Mai 2018 hiess die Verfahrensleitung Beweisanträge der 
Bundesanwaltschaft vom 9. Mai 2018 teilweise gut. Die Kopie eines Zeitungsar-
tikels und den Ausdruck eines Entscheides des Bundesgerichts wurden zu den 
Akten genommen und die BKP beauftragt, Ausdrucke zum Veröffentlichungsda-
tum eines Videos einzureichen (pag. TPF 6.280.8 f.). 

Q. Die Hauptverhandlung fand am 16. und 17. Mai 2018 statt. Die mündliche Ur-
teilseröffnung erfolgte am 15. Juni 2018 (TPF pag. 6.920.1 ff.). 

R. Am 21. und 25. Juni 2018 beantragten die Bundesanwaltschaft sowie Fürspre-
cher Burkard die schriftliche Begründung des Urteils (TPF pag. 6.510.160; 
6.521.55). 

 

Die Strafkammer erwägt: 

 Prozessuales 

 Zuständigkeit 

Die Verfolgung und Beurteilung der Handlungen nach Art. 2 Abs. 1 und 2 des 
Bundesgesetzes über das Verbot der Gruppierungen «Al-Qaida» und «Islami-
scher Staat» sowie verwandter Organisationen unterstehen gemäss Abs. 3 der 
Bestimmung der Bundesgerichtsbarkeit.  

Die Kompetenz des kollegialen Spruchkörpers der Strafkammer des Bun-
desstrafgerichts ergibt sich aus Art. 19 Abs. 2 lit. b StPO e contrario i.V.m. Art. 36 
Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Organisation der Strafbehörden des Bun-
des vom 19. März 2010 (StBOG; SR 173.71). 

  

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 Anklageprinzip 

Nach dem aus Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 BV sowie aus Art. 6 Ziff. 1 und 3 
lit. a und b EMRK abgeleiteten und nunmehr in Art. 9 Abs. 1 StPO festgeschrie-
benen Anklagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand des Ge-
richtsverfahrens (Umgrenzungsfunktion). Die Anklageschrift hat die der beschul-
digten Person zur Last gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt so präzise zu um-
schreiben, dass die Vorwürfe in objektiver und subjektiver Hinsicht genügend 
konkretisiert sind. Zugleich bezweckt das Anklageprinzip den Schutz der Vertei-
digungsrechte der beschuldigten Person und garantiert den Anspruch auf recht-
liches Gehör. Gemäss Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO bezeichnet die Anklageschrift 
möglichst kurz, aber genau die der beschuldigten Person vorgeworfenen Taten 
mit Beschreibung von Ort, Datum, Zeit, Art und Folgen der Tatausführung. Ent-
scheidend ist, dass die beschuldigte Person genau weiss, was ihr konkret vorge-
worfen wird, damit sie ihre Verteidigungsrechte angemessen ausüben kann. Das 
Gericht ist an den in der Anklage wiedergegebenen Sachverhalt gebunden (Im-
mutabilitätsprinzip), nicht aber an dessen rechtliche Würdigung durch die Ankla-
gebehörde (vgl. Art. 350 Abs. 1 StPO).  

Kernstück der Anklageschrift bildet die Darstellung der der beschuldigten Person 
zur Last gelegten Tat. Die Darstellung des tatsächlichen Vorgangs ist auf den 
gesetzlichen Tatbestand auszurichten, der nach Auffassung der Anklage als er-
füllt zu betrachten ist, d.h. es ist anzugeben, welche einzelnen Vorgänge und 
Sachverhalte den einzelnen Merkmalen des Straftatbestandes entsprechen. Zu 
den gesetzlichen Merkmalen der strafbaren Handlung gehören neben den Tat-
bestandsmerkmalen die Schuldform (sofern vorsätzliches und fahrlässiges Ver-
halten strafbar ist), die Teilnahmeform (Mittäterschaft, Anstiftung, Gehilfenschaft) 
sowie die Erscheinungsform (Versuch oder vollendetes Delikt) und allfällige Kon-
kurrenzen. Die tatsächlichen Umstände der Tat – Zeit, Ort, Art der Begehung und 
Form der Mitwirkung, angestrebter oder verwirklichter Erfolg (einschliesslich Kau-
salzusammenhang) – sind anzugeben und die einzelnen rechtlichen Elemente 
des Delikts hervorzuheben (siehe Urteil des Bundesgerichts 6B_963/2015 vom 
19. Mai 2016 E. 1.3 mit mehreren Hinweisen). Der Anklagegrundsatz ist im Hin-
blick auf die Umschreibungsdichte des vom Gericht zu beurteilenden historischen 
Lebensvorgangs strenger anzuwenden, wenn der Tatvorwurf oder der strafrecht-
liche Erfolg von einer gewissen Schwere sind, mithin auch die Auswirkungen des 
Verfahrens auf den Beschuldigten bedeutender sein könnten (GREINER, Akkusa-
tionsprinzip und Wirtschaftsstrafsachen, in: ZStrR 2005, S. 103). 

  

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 Verfahrensakten 

Die Verteidigung von C. beantragte im Rahmen der Vorfragen anlässlich Haupt-
verhandlung, die Fotos in pag. 12.02.17-33 und die Informationen gemäss pag. 
23.01.1-3 aus den Akten zu weisen. Ein Aktenseparierungsgrund wegen rechts-
widrig erlangter Beweise gemäss Art. 141 Abs. 5 StPO liegt nicht vor. Die Ver-
wertbarkeit und allfällige Beweisrelevanz ist im Übrigen, und sofern nötig, im Rah-
men der Beweiswürdigung zu prüfen. 

 Verbot der Gruppierungen «Al-Qaida» und «Islamischer Staat» sowie ver-
wandter Organisationen 

 Normierung und Hintergründe 2001-2015 

2.1.1 Gemäss Art. 1 des Bundesgesetzes über das Verbot der Gruppierungen «Al-
Qaida» und «Islamischer Staat» sowie verwandter Organisationen (SR 122, 
nachfolgend: AQ/IS-Gesetz) sind die die Gruppierungen Al Qaida, Islamischer 
Staat, wie auch deren Tarn- und Nachfolgegruppierungen, sowie Organisationen 
und Gruppierungen, die in Führung, Zielsetzung und Mitteln mit der Gruppierung 
Al Qaida oder der Gruppierung Islamischer Staat übereinstimmen oder in ihrem 
Auftrag handeln, verboten. 

Gemäss Art. 2 Abs. 1 AQ/IS-Gesetz macht sich strafbar, wer sich an einer nach 
Artikel 1 verbotenen Gruppierung oder Organisation beteiligt, sie personell oder 
materiell unterstützt, für sie oder ihre Ziele Propagandaaktionen organisiert, für 
sie anwirbt oder ihre Aktivitäten auf andere Weise fördert. 

Die in Art. 2 AQ/IS-Gesetz erwähnten Handlungen hat der Bundesrat bereits 
2001 mit Erlass der Verordnung vom 7. November 2001 über Massnahmen ge-
gen die Gruppierung «Al-Qaida» und verwandter Organisationen (nachfolgend: 
AQ-Vo-BR) explizit verboten (Art. 2 AQ-Vo-BR; AS 2001 3040 f). 

Am 1. Januar 2012 trat die Verordnung der Bundesversammlung über das Verbot 
der Gruppierung Al-Qaida und verwandter Organisationen vom 23. Dezember 
2011 (nachfolgend: AQ-Vo-BV) in Kraft.  

Am 8. Oktober 2014 erliess der Bundesrat sodann die Verordnung über das Ver-
bot der Gruppierung «Islamischer Staat» und verwandter Organisationen (nach-
folgend: IS-VoBR), welche am 9. Oktober 2014 in Kraft gesetzt wurde. 

Am 1. Januar 2015 trat schliesslich das AQ/IS-Gesetz in Kraft.  

Der Ablauf des Gesetzgebungsverfahrens gründete massgeblich auf Ereignisse, 
die den Bundesrat oder das Parlament zum Schutz der öffentlichen Sicherheit zu 
einem dringlichen Handeln veranlassten: 

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2.1.2 Zum Erlass der AQ-Vo-BR vom 7. November 2001 sah sich der Bundesrat zum 
Schutz der inneren Sicherheit der Schweiz und in Unterstützung des staatsge-
meinschaftlichen Kampfes gegen den Terrorismus veranlasst, nachdem am 
11. September 2001 mehrere Terroranschläge in den Vereinigten Staaten verübt 
worden waren (vgl. BBl 2014 8926). Die bundesrätliche Verordnung war befristet 
und wurde schliesslich mehrfach verlängert.  

2.1.3 In der Absicht, die vorerwähnte Norm über einen längeren Zeitraum in Kraft zu 
behalten und ins ordentliche Recht zu überführen, unterbreitete der Bundesrat 
am 18. Mai 2011 der Bundesversammlung den Entwurf für eine Verordnung der 
Bundesversammlung über das Verbot der Gruppierung Al Qaida und verwandter 
Organisationen (BBl 2011 4495 ff.).  

Zu jenem Zeitpunkt zeichnete sich die durch die Al Qaida ausgehende Bedro-
hungslage u.a. auch durch die Bildung von Al Qaida-Ableger und wechselnder 
Territorialstrukturen aus. Bereits 2004 hatte die in Pakistan gegründete und ver-
mehrt in Afghanistan verbreitete Al Qaida einen Ableger im Irak namens „Al-
Qaida im Irak“ (nachfolgend: AQI oder AQ Irak) gegründet. Es folgten dann wei-
tere Ableger, z.B. in Algerien, Jemen oder Somalia. Führer der sogenannten 
Kern-Al Qaida war, bis zu dessen Tod, Osama Bin Laden (nachfolgend: Bin La-
den). Führer der AQ Irak war, bis zu dessen Tod Mitte 2006, Abu Musab Al 
Zarqawi, welcher Bin Laden die Treue geschworen hatte. Unter der darauffolgen-
den Leitung von Abu Umar Al-Baghdadi (alias Abu Abdallah ar-Raschid al-Bagh-
dadi, verstorben im Mai 2010), nannte sich die irakische Filiale neu „Islamischer 
Staat im Irak“ (nachfolgend: ISI oder IS Irak). Nach dem Tod von Abu Umar Al-
Baghdadi ging die Leitung des ISI schliesslich an Abu Bakr al-Baghdadi (nach-
folgend: al-Baghdadi) über. Im Mai 2011 wurde Bin Laden getötet und Aiman az-
Zawahiri (nachfolgend: az-Zawahiri) übernahm die Führung der Kern-Al Qaida 
(zum Ganzen und anstelle Vieler, s. z.B.: Bundesakademie für Sicherheitspolitik, 
Arbeitspapier Sicherheitspolitik Nr. 19/2017, <https://www.baks. bund.de/si-
tes/baks010/files/arbeitspapier_sicherheitspolitik_2017-19.pdf; STEINBERG, Al-
Qaida, 20.09.2011, in: Bundeszentrale für politische Bildung [nachfolgend: bpd], 
<http://www.bpb.de/politik/extremismus/islamismus/36374/al-qaida>; SAID, Isla-
mischer Staat, 2004, S. 56, 65, 200 und 204; ATWAN, L’histoire secrète d‘Al-
Qaida, 2007, S. 320 f., 331, 346; DIETL/HIRSCHMANN/TOPHOVEN, Das Terroris-
mus-Lexikon, 2006, S. 211 ff.; STEINBERG, Der Islamische Staat in Irak und Sy-
rien (ISIS), 26.8.2014, in: bpd, <http://www.bpb.de/politik/extremismus/islamis-
mus/190499/der-islamische-staat-im-irak-und-syrien-isis> WARRICK, Schwarze 
Flaggen, 2017, S. 320; ATASSI, Qaeda chief annuls Syrian-Iraqi Jihad Merger, 
09.06.2013,<https://www.aljazeera.com/news/midleast/2013/06/ 
2013699425657882.html> , UN Sicherheitsrat, Résumé des motifs ayant présidé 

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aux inscriptions sur la liste, 14.05.2014,<https://www.un.org/sc/suborg/fr/sanc-
tions/1267/aq_sanctions_list/summaries/entity/al-nusrah-front-for-the-people-of-
the-levant> , UN Sicherheitsrat, Résumé des motifs ayant présidé aux inscripti-
ons sur la liste, 10.05.2011,<https://www.un.org/sc/suborg/fr/sanc-
tions/1267/aq_sanctions_list/summaries/individual/ibrahim-awwad-ibrahim-ali-
al-badri-al-samarrai> [betreffend Abu Bakr al-Baghdadi al-Husseini al-Quarashi], 
Analysebericht der BKP vom 29.09.2016, pag. 10.02.96 f.). 

In der Botschaft vom 18. Mai 2011 zur AQ-Vo-BV (BBl 2011 4495 ff.) führte der 
Bundesrat u.a. aus, ein (weiteres) Verbot der Al Qaida sei entsprechend dem von 
dieser Gruppierung ausgehenden Gefährdungspotenzial zur Wahrung der inne-
ren und äusseren Sicherheit der Schweiz notwendig. Zwar habe die Kern-Al 
Qaida an operativen Fähigkeiten eingebüsst, sie sei aber trotz massiven Anstren-
gungen der Weltgemeinschaft nicht verschwunden und es hätten sich ein Able-
ger der Al Qaida auf der arabischen Halbinsel (nachfolgend auch: AQAH), die Al-
Qaida im islamischen Maghreb (nachfolgend auch: AQIM) und die Al Qaida im 
Irak (AQI) gebildet. Die terroristischen Aktivitäten der AQIM hätten in den letzten 
Jahren mit Entführungen auch die Sicherheitsinteressen der Schweiz direkt be-
troffen. Insgesamt hätte sich zudem die Wahrscheinlichkeit von islamistisch mo-
tivierten Terroranschlägen in Westeuropa erhöht. Die Botschaft des Bundesrates 
behandelte auch die Notwendigkeit allfälliger Einschränkungen der Grundrechte. 
Er bezeichnete das öffentliche Interesse als offenkundig. Einerseits liege dieses 
im Verhindern konkreter terroristischer Umtriebe durch die genannte Organisa-
tion und andererseits im Erhalt der guten Beziehungen der Schweiz zur interna-
tionalen Staatengemeinschaft. In Bezug auf die Verhältnismässigkeit sei das 
Verbot der Gruppierung tendenziell ein taugliches Mittel sowohl zum Verhindern 
terroristischer Umtriebe als auch für die Wahrung der guten Beziehungen zum 
Ausland; es sei zum Schutz der Bevölkerung und der staatlichen Strukturen er-
forderlich und ein notwendiges aussenpolitisches Signal und schliesslich sei es 
angesichts des mit dem Terrorismus einhergehenden Leids auch ohne Weiteres 
zumutbar (Wahrung der Zweck/Mittel-Relation). Das vorgeschlagene Verbot sei 
verfassungskonform; die rechtsstaatlichen Prinzipien seien gewahrt (BBl 2011 
4500, 4504 f.).  

Gestützt auf Artikel 173 Abs. 1 lit. c BV erliess die Bundesversammlung am 
23. Dezember 2011 die AQ-Vo-BV (AS 2012 1 f.). 

2.1.4 2014 sah sich der Bundesrat erneut zum Erlass einer Notrecht-Verordnung ver-
anlasst, am 8. Oktober 2014 erliess er die IS-Vo-BR (AS 2014 3255), welche 
inhaltlich gleichlautend war wie die AQ-Vo-BV, sich jedoch auf den sogenannten 
„Islamischen Staat“ bezog. 

- 12 - 

Der sogenannte „Islamische Staat“ (IS) war wenige Monate zuvor, aufgrund ei-
nes Zerwürfnisses innerhalb der Al Qaida, insbesondere zwischen al-Baghdadi 
und Abu Muhammad Al Jawlani entstanden. Abu Muhammad Al Jawlani (nach-
folgend: Al Jawlani) leitete den syrischen Ableger der Al Qaida, welche in der 
zweiten Hälfte des Jahres 2011 unter dem Namen „Jabhat Al Nusra“ (oder „Al 
Nusra Front“; nachfolgend: Al Nusra) gegründet wurde und erstmals am 24. Ja-
nuar 2012 mittels Video-Botschaft in Erscheinung trat. Al-Baghdadi beabsich-
tigte, die Al Nusra in Syrien dem IS im Irak zu unterstellen. Zu diesem Zwecke 
rief er im April 2013 eigenmächtig den „Islamischen Staat im Irak und Syrien“ 
(nachfolgend: ISIS; auch „islamischer Staat im Irak und der Levante“, ISIL); aus 
und erklärte die Al Nusra zu dessen Ableger. Al Jawlani weigerte sich, sich al-
Baghdadi zu unterstellen. In einer Audiobotschaft vom 10. April 2013 erneuerte 
er daher im Namen der Al Nusra ausschliesslich dem Führer der Kern-Al Qaida, 
az-Zawahiri, die Treue, die Anerkennung dessen Oberhauptstellung und den Ge-
horsam. Az-Zawahiri hiess die durch al-Baghdadi ausgerufene Vereinigung der 
Al Nusra und des IS in die Gruppierung ISIS (oder ISIL) nicht gut, er löste sie auf 
und wies das irakische Gebiet (wieder) dem IS im Irak (ISI) und das syrische 
Gebiet (wieder) der Al Nusra zu. In der Folge spitzte sich der Streit der Al Qaida 
Gruppierungen zu. Im Februar 2014 schloss az-Zawahiri al-Baghdadi aus dem 
Al Qaida-Verbund aus. Im Juni 2014 rief al-Baghdadi in Mossul eigenmächtig ein 
sogenanntes Kalifat namens „Islamischer Staat“ (nachfolgend IS) aus, wobei er 
sich selbst als Kalifen bezeichnete. Das Kalifat sollte landesübergreifend gelten, 
weshalb sein Name keine Staatsangaben (z.B. Irak, Syrien) aufführte (Quellen 
siehe oben E. 2.1.3, zweiter Abschnitt am Ende). 

2.1.5 Kurz darauf, mit Botschaft vom 12. November 2014 zum AQ/IS-Gesetz (BBl 2014 
8925 ff.), unterbreitete der Bundesrat dem Parlament den Antrag auf Zustimmung 
zum Entwurf des dringlichen Bundesgesetzes über das Verbot der Gruppierun-
gen «Al-Qaida» und «Islamischer Staat» sowie verwandter Organisationen.  

Die bundesrätliche Botschaft hielt u.a. fest, dass der IS als massive Bedrohung 
internationaler Sicherheitsinteressen in Konkurrenz zur Al Qaida stehe. Somit 
bestehe ein bedeutendes Risiko, dass die beiden Gruppierungen im Kampf um 
die Vorherrschaft in der internationalen, terroristischen Bewegung weltweit terro-
ristische Anschläge verüben würden, um ihre Stärke und Handlungsfähigkeit zu 
demonstrieren. Die Aktivitäten beider Gruppierungen würden damit weiterhin 
eine Bedrohung für die innere und äussere Sicherheit der Schweiz und der Staa-
tengemeinschaft darstellen. Es sei deshalb wichtig, sämtliche Aktivitäten dieser 
Gruppierungen in der Schweiz und im Ausland weiterhin unter Strafe zu stellen, 
ebenso wie alle Handlungen, die darauf abzielen, diese (Gruppierungen) materi-
ell oder personell zu unterstützen, z. B. durch Propagandaaktionen, Geldsamm-
lungen oder das Rekrutieren neuer Mitglieder (BBl 2014 8931). Ferner würde 

https://de.wikipedia.org/wiki/Levante

- 13 - 

sich die Bedrohung durch den IS in einer aggressiven Propaganda manifestieren, 
die Einzelpersonen zu Anschlägen, wie jenem im jüdischen Museum von Brüssel 
am 24. Mai 2014, motivieren könne aber auch zum Anschluss an andere terro-
ristische Organisationen (BBl 2014 8928). 

Der Bundesrat sah die grösste Bedrohung von kampferprobten Rückkehrern so-
wie von radikalisierten, in der Schweiz gebliebenen, Einzeltätern (BBl 2014 8928 
und 8931). In Bezug auf den sogenannten Islamischen Staat führte die bundes-
rätliche Botschaft aus, die Gruppierung veröffentliche medienwirksam und unter 
gezielter Verwendung der modernen Kommunikationsmittel weltweit Bildmaterial 
über während der Kampfhandlungen im Irak und in Syrien begangenen Gräuel-
taten gegen die Zivilbevölkerung sowie massive Gewaltanwendung gegen staat-
liche Institutionen. Zum damaligen Zeitpunkt hätte sich ihre Aggression insbe-
sondere gegen gegnerische Sunniten, Schiiten, Kurden und Mitglieder nicht mus-
limischer Minderheiten im Irak gerichtet, wobei sie auch gedroht habe, gegen 
Staatsangehörige und Interessen aller Staaten der Anti-IS-Koalition Anschläge 
zu verüben (BBl 2014 8930). 

National- und Ständerat stimmten dem Antrag des Bundesrates zu. Das AQ/IS-
Gesetz trat am 1. Januar 2015 trat in Kraft. Seither sind die vormals durch die 
Verordnungen (AQ-Vo; IS-Vo) verbotenen Handlungen durch dieses Gesetz er-
fasst.  

2.1.6 Die Beurteilung der Bedrohung der öffentlichen Sicherheit im Jahre 2015 wurde 
auch in der Strategie der Schweiz zur Terrorismusbekämpfung, welche der Bun-
desrat am 18. September 2015 guthiess (BBl 2015 7487), im Bericht des Bun-
desrates vom 26. August 2016 zur Sicherheitspolitik in der Schweiz (SR 16.061; 
BBl 2016 7763 ff.) festgehalten. Letzterer stellte eine Verschärfung der Bedro-
hung fest und zwar auch durch den jihadistisch motivierten Terrorismus und Ge-
waltextremismus. Es bestehe eine direkte Verbindung zwischen der Unsicherheit 
im Ausland (Maghreb Nahen und Mittleren Osten) und der Sicherheit in der 
Schweiz: Die Konflikte in diesen Regionen, die Feindseligkeit der Terrororgani-
sationen Al Qaida und «Islamischer Staat» gegen den Westen und die Attraktivi-
tät des Jihadismus, auch für Menschen in der Schweiz, seien für die terroristische 
Bedrohung in Form von Anschlägen in der Schweiz oder gegen schweizerische 
Personen und Einrichtungen im Ausland ausschlaggebend. Dabei seien nicht nur 
die Pläne der Terrororganisationen von Belang; Personen in der Schweiz würden 
sich radikalisieren und auch ohne direkte Verbindung zu Terrororganisationen 
aktiv werden können. Wie schon in der Botschaft zum AQ/IS-Gesetz (BBl 2014 
8925 ff., näheres oben), erkannte der Bundesrat insbesondere im Einsatz mo-
derner Kommunikationsmittel eine Gefahr und in den jihadistischen Rückkehrern 

- 14 - 

eine Bedrohung. Das Internet biete allen gewalttätigen und terroristischen Grup-
pierungen neue Möglichkeiten, sowohl zur Propaganda, wie zur heimlichen Ver-
netzung. Es vereinfache und unterstütze die Selbstradikalisierung künftiger Ein-
zeltäter wie auch die Beteiligung an der Planung von Terroranschlägen über die 
Landesgrenzen hinweg. 
Zudem verursache oder begünstigte die regionale Instabilität Flüchtlings- und 
Migrationsströme, welche auch von Terroristen genutzt werden können, um un-
erkannt in die Schweiz zu gelangen. Weltweit seien so viele Menschen auf der 
Flucht wie noch nie seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges.  
Schweizer Staatsangehörige und Interessen könnten auch im Ausland bedroht 
werden. Schweizerinnen und Schweizer würden im internationalen Vergleich 
überdurchschnittlich oft verreisen oder im Ausland arbeiten. Ihr Aufenthaltsort 
könne auch in Krisengebieten liegen. Die Betroffenheit von Schweizer Interessen 
durch Konflikte oder terroristische Aktionen könne eher zufällig sein; als westli-
che Nation werde die Schweiz aber in jihadistischen Kreisen als Teil des gene-
rellen Feindbildes wahrgenommen. Namentlich in Konfliktzonen im islamischen 
Raum seien auch Schweizerinnen und Schweizer potentielle Opfer von Entfüh-
rungen oder Terrorakten. Entführungen zur Erpressung von Lösegeld seien zu 
einer essenziellen Finanzierungsquelle für den Terrorismus geworden und hätten 
Schweizer Bürgerinnen und Bürger bereits betroffen. Mit einer zunehmend 
schwierigen Sicherheitslage seien auch immer mehr diplomatische Vertretungen 
der Schweiz konfrontiert, sodass in den letzten Jahren an mehreren Botschaften 
die Sicherheitsmassnahmen hätten verstärkt werden müssen.  

In der Strategie der Schweiz zur Terrorismusbekämpfung vom 18. September 
2015 wurden auch verschiedene Ziele festgehalten. Darunter auch das Ziel, Aus-
übung, Export und Unterstützung von Terrorismus in oder von schweizerischem 
Gebiet aus zu verhindern, namentlich auch durch Verhinderung des Missbrauchs 
des Schweizer Territoriums für Propaganda, Rekrutierung und Ausbildung für ter-
roristische Zwecke oder zur Unterstützung oder Beteiligung an einer kriminellen 
(terroristischen) Organisation; oder durch Verhinderung, dass Schweizer, 
Schweizerinnen oder in der Schweiz lebende ausländische Personen die 
Schweiz verlassen, um sich im Ausland terroristisch zu betätigen. Eine aufge-
führte strategische Entwicklungslinie bestand in der Verhinderung der Radikali-
sierung.  

 Art. 2 Abs. 1 AQ/IS-Gesetz / 
„Förderung auf andere Weise“ und „Propagandaaktionen“ 

2.2.1 Die Anklageschrift vom 21. September 2017 (nachfolgend auch AS) wirft den 
Beschuldigten einleitend vor, für die Gruppierung Al Qaida, oder für eine mit die-

- 15 - 

ser verwandter Organisation, Propagandaaktionen organisiert resp. deren Akti-
vitäten in anderer Weise gefördert zu haben (A., AS Ziffer 1.1.1; B., AS Ziffer 
1.2.1; C., AS Ziffer 1.3.1). Die vorgeworfenen Handlungen sollen im Jahre 2015 
und somit nach Inkrafttreten des AQ/IS-Gesetz erfolgt sein. 

2.2.2 Die „Förderung auf andere Weise": 

Die Generalklausel der „Förderung auf andere Weise" gemäss Art. 2 
Abs. 1 AQ/IS-Gesetz steht in einem gewissen Spannungsverhältnis zum Be-
stimmtheitsgebot (nulla poena sine lege certa) von Art. 1 StGB. Die nötige Ein-
schränkung kann sich indessen auf eine Tatnähe des Handelns zu den verbre-
cherischen Aktivitäten der verbotenen Gruppierung gemäss Art. 1 AQ/IS-Gesetz 
beziehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_948/2016 vom 22.02.2017).  

Die Anklageschrift wirft den Beschuldigten A., B., und C. diese Tatbestandsvari-
ante parallel zu jener der Propagandaaktion vor. Indessen hat die Vertreterin der 
Anklagebehörde anlässlich des Parteivortrages im Rahmen der Hauptverhand-
lung explizit gänzlich auf Ausführungen zu deren Subsumtion verzichtet (TPF 
pag. 6.920.10). Die Anklage ist somit primär in Bezug auf die angeklagte Propa-
gandaaktion zu prüfen.  

2.2.3 Die „Propagandaaktionen“: 

2.2.3.1 Propaganda im allgemeinen Sinne äussert sich – genau wie Werbung – in  
Massnahmen, die darauf abzielen, den Adressaten zu einem bestimmten Den-
ken, Verhalten oder Handeln zu veranlassen. Mit Propaganda und Werbung ist 
also beabsichtigt, auf die Einstellung des Adressaten einzuwirken.  

Die Erscheinungsformen von Propaganda und Werbung sind vielfältig. Sie kön-
nen beispielsweise in Schrift, Ton, Bild, Farbe, Form aber auch in weiteren Hand-
lungen bestehen. 

Der Unterschied der Begriffe Werbung und Propaganda liegt grundsätzlich nicht 
in deren Ziel oder Art; Werbung und Propaganda unterscheiden sich vielmehr im 
Anwendungsbereich. Als Propaganda wird im Allgemeinen jene Werbung be-
zeichnet, die sich nicht auf kommerzielle, sondern auf ideologische Bereiche be-
zieht. Das sind z.B. kulturelle, soziale, politische oder religiöse Bereiche (vgl. 
DAVID/REUTTER, Schweizerisches Werberecht, 3. Auflage, 2015, Rz 10 f.  
und 15). 

2.2.3.2 Nach gängiger Rechtsprechung und Lehre zum strafrechtlichen Propagandabe-
griff (s. BGE 68 IV 145 E. 2, BGE 140 IV 102 E. 2.2.2.; BGE 143 IV 308 E. 5.2; 
NIGGLI, Rassendiskriminierung, 2. Aufl. 2007, Rz 1222-1223; VEST, in: Martin 

- 16 - 

Schubarth (Hrsg.), Delikte gegen den öffentlichen Frieden, zu Art. 261bis Rz 62) 
besteht Propaganda im allgemeinen Sinne objektiv in irgendwelchen von den 
Mitmenschen wahrnehmbaren Handlungen, inkl. blossen Gebärden, und subjek-
tiv sowohl im Bewusstsein, dass eine bestimmte Handlung von Mitmenschen 
wahrgenommen wird als auch in der Absicht, damit zu werben, d.h. so auf die 
Mitmenschen einzuwirken, dass sie für die geäusserten Gedanken gewonnen 
oder, falls sie ihnen bereits zugetan sind, in ihrer Überzeugung gefestigt werden.  

2.2.3.3 Selbstverständlich ist nicht jede Propaganda verboten (s. auch BGE 68 IV 145 
E. 2). Politische, ideologische, kulturelle und weitere propagandistische Äusse-
rungen sind alltäglich und von den verfassungsmässigen Grundrechten, wie bei-
spielsweise durch die Meinungs- und Informationsfreiheit (Art. 16 BV), geschützt. 
Indessen gelten auch Grundrechte nicht schrankenlos. So können Grundrechts-
konflikte (Grundrechtskonkurrenzen oder Grundrechtskollisionen) eine Be-
schränkung der Grundrechte eines Betroffenen nach sich ziehen. Des Weiteren 
können staatliche Aufgaben im Interesse der Allgemeinheit die Einschränkung 
von Grundrechten eines Einzelnen erfordern. Aufgrund seiner Bedeutung für die 
Gesamtheit kann das öffentliche Interesse das Grundrechtsinteresse eines Ein-
zelnen zurückdrängen. Die Voraussetzungen für die Einschränkung der Grund-
rechte sind in Art. 36 BV geregelt. Demnach bedürfen die Einschränkungen von 
Grundrechten einer gesetzlichen Grundlage. Schwerwiegende Einschränkungen 
müssen im Gesetz selbst vorgesehen sein. Ausgenommen sind Fälle ernster, 
unmittelbarer und nicht anders abwendbarer Gefahr (Art. 36 Abs. 1 BV). Ferner 
müssen die Einschränkungen durch ein öffentliches Interesse oder durch den 
Schutz von Grundrechten Dritter gerechtfertigt (Art. 36 Abs. 2 BV) sowie verhält-
nismässig sein (Abs. 3), wobei der Kerngehalt der Grundrechte gewahrt werden 
muss (Abs. 4) (zum Ganzen vgl. KIENER/KÄLIN; Grundrechte, 2. Auflage, 2013, 
§ 7; AUER/MALINVERNI/HOTTELIER, Droit constitutionel suisse, Volume II, 3. éd., 
2013, n. 276 ff.; BINDER, Expertenwissen und Verfahrensgarantien, in: ZStr 2016, 
Band 244, S. 36-37 mit weiteren Hinweisen; THÜRER/AUBERT/MÜLLER, Verfas-
sungsrecht der Schweiz, 2001, § 39, Rz 25 und 41).  

In diesem Sinne sind z.B. die rassendiskriminierende Propaganda (Art. 261bis 
Abs. 3 StGB) oder die staatsgefährliche Propaganda (Art. 275bis StGB) gesetzlich 
verboten.  

Wie oben aufgeführt (E. 2.1) ist sodann gemäss Art. 2 Abs. 1 AQ/IS-Gesetz auch 
jene Propaganda verboten, die für sämtliche in Art. 1 AQ/IS-Gesetz genannten 
Gruppierungen oder Organisationen oder für deren Ziele getätigt wird, inkl. der 
Anwerbung. Das Gesetz wurde zum Schutz und zur Wahrung des öffentlichen 
Interesses und der inneren Sicherheit eingeführt und ist angesichts der durch 
den gewalttätigen Extremismus für die Allgemeinheit ausgehenden Gefahren 

- 17 - 

(wie z.B. Anschläge, Verleitung [auch und insb. von Jugendlichen und jungen 
Erwachsenen] sich als Jihadisten in Todesgefahr zu begeben, Gefahr der Allge-
meinheit durch radikalisierte Rückkehrer, Entführungen) verhältnismässig. Pro-
pagandaaktionen für die Al Qaida, den IS und deren verwandten Organisationen 
sind somit nicht von der Meinungsäusserungs- oder Medienfreiheit (Art. 16 und 
Art. 17 BV) geschützt, denn das Gesetz drängt in Bezug darauf allfällige Grund-
rechte Einzelner im Sinne von Art. 36 BV zum Schutz der Allgemeinheit zurück.  

 Zur Anklage gegen A. (AS Ziffer 1.1)  

 Zu AS Ziffer 1.1.1 und 1.1.1.1 / „Propaganda auf Facebook“ 

Zusammengefasst wird dem Beschuldigten A. in der Anklageziffer 1.1.1.1. vor-
geworfen, „Propaganda auf Facebook“ betrieben zu haben, gemäss Oberziffer 
1.1.1 begangen für die Gruppierung Al Qaida oder einer mit dieser verwandten 
Organisation, indem er am 8. Mai 2015 über sein Facebook-Profil „A.“ ein Video 
mit dem Titel „Hilfe von Allah und ein naher Sieg - Abu Muhammed al Joulani“ im 
öffentlich zugänglichen Bereich mit anderen Usern geteilt und dazu geschrieben 
habe: „Sheikh Abu Muhammed al Joulani, Amir von Al Nusra, über den Sieg in 
Idlib durch Einheiten in den Reihen“; wobei es sich bei Abu Muhammed al Joulani 
um den Anführer des damals Jabhat Al Nusra genannten syrischen Ablegers der 
Al Qaida handle und A. mit der Veröffentlichung vom 8. Mai 2015 die Al Qaida, 
resp. deren syrischen Ableger Al Nusra, in der Präsenz im Internet gestärkt, eine 
Botschaft deren Anführers verbreitet und gegenüber den Mitbenutzern von Fa-
cebook zum Ausdruck gebracht habe, dass er die genannte terroristische Orga-
nisation unterstützt, resp. diese für unterstützungswürdig hält.  

Der Zusammenhang dieses Sachverhaltskomplexes mit dem Vorwurf in der 
Hauptziffer 1 der Anklageschrift ist unlogisch. Offenbar bezieht sich Hauptziffer 
1 auf die folgenden Unterziffern, jedoch mit Ausnahme von Anklageziffer 1.1.1.1. 
Die Anklageziffer 1 ist somit hier nicht zu behandeln.  

3.1.1 Im Zusammenhang mit dem fraglichen Sachverhalt erklärte der Beschuldigte im 
Rahmen der ersten Einvernahme der Voruntersuchung, eine Facebook-Seite be-
trieben, jedoch zwischenzeitlich deaktiviert zu haben (pag. 13.01.10). Die in einer 
späteren Einvernahme gestellten Fragen bezüglich Benennung dieser Face-
book-Seite, deren Deaktivierungsdatum und -grund, beantwortete A. nicht (pag. 
13.1.40). Zum vorgehaltenen Screenshot der Facebook-Seite (pag. 10.01.4) äus-
serte sich A. nicht (pag. 13.1.41). 

Anlässlich der Hauptverhandlung verwies A. auf einen durch die Verteidigung 
eingereichten Bericht des Vereins D. vom 21. April 2018 (s. oben Bst. O und 

- 18 - 

TPF pag. 6.521.8 ff.) und äusserte sich im Übrigen nicht zur Sache (TPF pag. 
6.931.3 f.).  

3.1.2 Aktenkundig ist ein Screenshot (Bildschirmdruck) der fraglichen Facebook-Seite. 
Darauf ist zu erkennen, dass die Seite den Namen „A.“ und das Bild von A. als 
Profilbild aufweist, dass am 8. Mai 2015 ein aus dem Youtube-Portal stammen-
des Video mit der Vorschaubezeichnung „Hilfe von Allah und ein naher Sieg – 
Abu Muhammad al Joulani (…)“ mit den Facebook-Freunden der fraglichen Seite 
geteilt wurde, wobei der Text „Sheikh Abu Muhammed al Joulani, Amir der Jabhat 
an-Nusra, über den Sieg in Idlib durch Einheit in den Reihen“ hinzugefügt wurde 
(pag. 10.01.4). 

3.1.3 Die Anklageschrift wirft A. vor, durch Verlinken des Youtube-Videos mit der Fa-
cebook-Teilfunktion, eine Botschaft von Al Jawlani verbreitet zu haben. Zum In-
halt und Ausdruck dieser Botschaft äussert sich die Anklage nicht. Das Objekt 
der Propaganda ist somit unbekannt; die Anklageschrift gibt keine allfällig darin 
enthaltenen propagandistischen Video- und Audioelemente wieder. Der Titel al-
lein reicht für die Annahme von Propaganda nicht aus. Bei Filmen, deren Titel 
sich auf Al Jawlani beziehen oder die dessen Aussagen wiedergeben, kann es 
sich auch um nicht propagandistische Dokumentationen handeln bzw. um sol-
che, die die Voraussetzungen der Propaganda gemäss AQ/IS-Gesetz nicht er-
füllen. Der Kommentar „Sheikh Abu Muhammed al Joulani, Amir der Jabhat an-
Nusra, über den Sieg in Idlib durch Einheit in den Reihen“ weist darauf hin, dass 
das Video eine Aussage von Al Jawlani zu einer Kampfoperation in Idlib enthält. 
Tatsächlich schloss sich die Al Nusra im Frühjahr 2015 der Dachorganisation 
Jaysh al Fath (Eroberungsarmee, näheres dazu unten E. 3.2.11.3.e) an und er-
oberte im Frühjahr 2015 mit dieser Koalition die Stadt Idlib (anstelle Vieler s. z.B. 
n-tv, 28.03.2015, https://www.n-tv.de/politik/Assad-verliert-zweite-Provinzhaupt-
stadt-article14799406.html; nt-v, 29.05.2015, https://www.n-tv.de/politik/Assad-
Truppen-verlieren-Provinz-Idlib-article15196201.htlm). Falls der Kommentar 
„Sheikh Abu Muhammed al Joulani, Amir der Jabhat an-Nusra, über den Sieg in 
Idlib durch Einheit in den Reihen“ tatsächlich den Inhalt des Youtube-Videos oder 
eines Teils davon beschreiben sollte, begründet dies grundsätzlich genauso we-
nig Propaganda, wie z.B. die Beschreibungen im Titel und Untertitel des Artikels 
des oben zitierten Onlinemediums n-tv vom 28. März 2015, welche lauteten: „Al-
Nusra-Front erobert Idlib - Assad verliert zweite Provinzhauptstadt - Der siegrei-
che Al-Kaida-Ableger «Al-Nusra-Front» spricht von «Befreiung»“. Die Angabe 
des Titels allein genügt für die Beurteilung des Propagandacharakters des Inhalts 
des schriftlichen, bildlichen oder akustischen Erzeugnisses nicht. Erkennbar ist 
dies beispielsweise auch im Zusammenhang mit einem Videoerzeugnis, das in 
einem späteren Anklagevorwurf gegen A. aufgeführt wird. Jenes Video bzw. fil-
mische Interview trägt den Beititel „Der Islamische Staat und ich“. Darin findet 

- 19 - 

sich jedoch keine Propaganda für den Islamischen Staat (zum Ganzen siehe un-
ten E. 3.2).  

Der Inhalt der Mitteilung (in casu des fraglichen Youtube-Videos) ist Teil des 
Sachverhaltes (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_267/2018 vom 17. Mai 2018). 
In Beachtung des Anklageprinzips (dazu oben E. 1.2) ist dessen Umschreibung 
wesentlich. Das Fehlen der erforderlichen Tatbestandsmerkmale, insbesondre 
der Propagandaelemente, hat einen Freispruch von A. in Bezug auf den Ankla-
gepunkt 1.1.1.1. zur Folge.  

 Zu AS Ziffer 1.1.1 und 1.1.1.2-3 und 1.1.1.7  
„Herstellung / Veröffentlichung des Videos «Exclusive Interview»“ 

3.2.1 Zusammengefasst wirft die Anklage dem Beschuldigten A. in Bezug auf den 
Sachverhalt gemäss Anklageziffern 1.1.1.2 und 1.1.1.3 Folgendes vor:  

Zwischen Mai und Dezember 2015 (AS Ziffer 1) habe A. durch Herstellung (AS 
Ziffer 1.1.1.2) und Veröffentlichung (AS Ziffer 1.1.1.3) des Videos «AR/EN/FR/DE 
– Exclusive Interview with E. – „The Islamic State and I“» (AS Ziffer 1.1.1.2; Titel 
auf Deutsch «Exklusivinterview mit E. – „Der Islamische Staat und ich“»; nach-
folgend: Exklusivinterview) Propagandaaktionen für die Al Qaida oder einer mit 
dieser verwandten Organisation organisiert oder deren Aktivitäten auf andere 
Weise gefördert (AS Ziffer 1.1.1) und zwar habe er zwischen dem 26. September 
und dem 9. Oktober 2015, in Idlib/Syrien oder im Umland, mit Hilfe von unbe-
kannten Drittpersonen, ein Gespräch mit E. geführt und zum Zwecke der Veröf-
fentlichung aufgenommen (AS Ziffer 1.1.1.2, S. 4-5), wobei er diese Aufnahmen 
nachträglich in der Schweiz oder anderswo bearbeitet und dabei das rund 38 
Minuten dauernde Exklusivinterview produziert habe. Am 20. November 2015 
soll er sodann, mit Zustimmung von B. und nach einer Werbekampagne auf den 
Social-Media-Kanälen des Vereins D., das durch ihn produzierte Exklusivinter-
view via Youtube-Account des Vereins D. veröffentlicht haben (oder haben las-
sen), wobei dieses bis zum 20. Juli 2017 109‘243 Male angesehen worden sei.  

Durch diese Handlungen habe A. (vorsätzlich, AS Ziffer 1.1.1.7) eine vorteilhafte 
Darstellung propagiert bzw. Propaganda betrieben für E., die Ideologie der Al 
Qaida, die Al Qaida und die Jaysh Al Fath, deren integraler und zentraler Be-
standteil die Al Nusra bilde (zum Ganzen AS Ziffer 1 und 1.1.1.3). 

3.2.2 Zur Person des interviewten E. führt die Anklageschrift aus, bei E. handle es sich 
um einen führenden Vertreter der Al Qaida in Syrien (AS Ziffer 1); einen führen-
den Angehörigen der Al Qaida in Syrien (AS Ziffer 1.1.1.2, S. 4); einen führenden 
Al Qaida Vertreter in Syrien (AS Ziffer 1 und AS Ziffer 1.1.1.2, S. 5); einen Al 

- 20 - 

Qaida-Vertreter (AS Ziffer 1 und AS Ziffer 1.1.1.2, S. 5); einen hochrangigen Füh-
rer und Exponenten der Dachorganisation Jaysh Al Fath (AS Ziffer 1.1.1.2, S. 4); 
eine der Al Qaida und deren Netzwerk zugehörigen Person (AS Ziffer 1.1.1.2, 
S. 8); eine der Al Qaida zugehörigen Person (AS Ziffer 1.1.1.7, S. 22). 

3.2.3 Zum Inhalt des veröffentlichten Videos hält die Anklageschrift zusammengefasst 
fest: 

a) Im Exklusivinterview ersuche E. Allah, sein Gegenüber, resp. die Muslime in 
Europa, zu belohnen für ihr Interesse für die Nachrichten ihrer Brüder in Gross-
syrien und für ihr Bestreben diese zu unterstützen, womit sie können (AS Ziffer 
1.1.1.2, S. 6); bei einer Gelegenheit spreche E. die Adressaten mit „Mudscha-
heddin“ an (AS Ziffer 1.1.1.2, S. 6); er fordere bzw. motiviere die Adressaten 
durch seine Äusserungen ab min 35:53 zu einem physisch-militärischen bzw. ge-
waltsamen Jihad auf (AS Ziffer 1.1.1.2, S. 8 und 9). 

b) E. erkläre im Exklusivinterview, er habe früher zu den Bewunderern des Isla-
mischen Staates im Irak gehört (AS Ziffer 1.1.1.2, S. 7); er habe Saudi-Arabien 
trotz einer Ausreisesperre verlassen, um in den gewaltsamen Jihad in Syrien zu 
ziehen (AS Ziffer 1.1.1.2, S. 7); er habe sich mit Abu Ali Al-Anbari, Stellvertreter 
von al-Baghdadi, und mit Al Jawlani getroffen, wobei es um die Beilegung von 
Konflikten zwischen der Al Nusra und dem IS gegangen sei (AS Ziffer 1.1.1.2, 
S. 7); die Führung des IS habe ihn als einen der mashayikh al-jihad, d.h. als einen 
der Scheichs/Oberhäupter des gewaltsamen Jihads gesehen und ihm den Pos-
ten eines islamischen Richters und des „Chefs des Reformkomitees“ angetragen 
(AS Ziffer 1.1.1.2, S. 7); er würde den IS als Kooperationspartner akzeptieren, 
sobald dieser einem Sharia-Schiedsgericht zur Beilegung des Konflikts zwischen 
den jihadistischen Gruppierungen in Syrien zustimme (AS Ziffer 1.1.1.2, S. 6); er 
habe Abu ‘Ali Al-Anbari erfolgslos drei Organisationen und zwei Personen als 
Mediatoren zwischen den verfeindeten jihadistischen Gruppen in Syrien vorge-
schlagen (AS Ziffer 1.1.1.2, S. 8). 

c) Das Exklusivinterview sei auf Deutsch, Französisch und Englisch untertitelt 
und richte sich explizit an Muslime, namentlich in der Schweiz und Deutschland 
sowie in Europa, bzw. an junge Muslime weltweit, insbesondere an jene, welche 
des Arabischen nicht mächtig seien (AS Ziffer 1.1.1.2, S. 5 f.); E. adressiere seine 
Aufforderung zum gewaltsamen Jihad an die Muslime im Allgemeinen und ins-
besondere an muslimische Jugendliche, namentlich im Westen (AS Ziffer 
1.1.1.2, S. 8). 

  

- 21 - 

Zudem bringt die Anklageschrift an: 

d) A. sei nicht in der Lage, während des auf Hocharabisch geführten Interviews, 
in eine journalistische Interaktion mit E. zu treten. Er müsse die Fragen auf Hoch-
arabisch teilweise ablesen. Die kumulative Redezeit von E. betrage 35:38 Minu-
ten, jene von A. 01:56 Minuten; E. dominiere das Gespräch und stelle selbst A. 
Fragen. A. spreche E. mit ehrentitelnden Anreden an, womit er zu verstehen 
gebe, dass er diesen als eine religiöse und ideologische Autorität anerkenne (AS 
Ziffer 1.1.1.2, S. 5). A. und E. würden für das Assad-Regime nicht den neutralen 
Begriff al-‘alawiyun verwenden sondern den abschätzenden al-nusayriya; E. und 
dessen jihadistisches Lager würden nicht nur darauf abzielen, das alawitisch ge-
prägte Assad-Regime in Syrien zu stürzen, sondern letztlich die gesamte konfes-
sionelle Gemeinschaft der Schiiten in Grosssyrien zu vernichten, zu der auch die 
Alawiten gezählt werden (AS Ziffer 1.1.1.2, S. 8); für ein Oberhaupt des gewalt-
samen Jihads seien eine grosse jihadistische Autorität und ein beträchtliches 
Ausmass an Gewaltextremismus nötig (AS Ziffer 1.1.1.2, S. 7); die von E. Al-
Anbari vorgeschlagenen Mediatoren seien dem Al Qaida-Netzwerk zuzurechnen 
(AS Ziffer 1.1.1.2, S. 7). 

3.2.4 Die Position von A. ist seiner ersten Einvernahme in der Voruntersuchung (pag. 
13.1.6 ff.) und der durch seinen Verteidiger eingereichten Stellungnahme des 
Vereins D. vom 21. April 2018 (pag. TPF 6.521.6 f. und 6.521.8 ff.; nachfolgend: 
Bericht), auf die er anlässlich der Hauptverhandlung grundsätzlich verwiesen hat 
(TPF pag. 6.931.3 f.), zu entnehmen. 

3.2.4.1 Zusammengefasst anerkennt A., das fragliche Videoerzeugnis hergestellt und 
publiziert zu haben.  

In der Voruntersuchung erklärte er, ab 2013 mehrmals nach Syrien gereist zu 
sein (pag. 13.1.10). Die fragliche Reise im Jahre 2015 habe er vorgenommen, 
um als Mitglied des Vereins D. eine Hilfsaktion durchzuführen und eine Repor-
tage über die islamische Perspektive auf den sogenannten Islamischen Staat zur 
produzieren (pag.13.1.12; …14; …16), worauf das Exklusivinterview und das Vi-
deo „AR/EN/FR/DE al-Fajr as-Sâdiq - The True Dawn in Syria (12/2015)“ (Titel 
auf Deutsch und nachfolgend: „Die wahrhaftige Morgendämmerung“, dazu näher 
unten ab E. 3.3.1) entstanden seien (pag. 13.01.17-19). Das Projekt sei vom Ver-
ein D. finanziert worden (pag. 13.1.11). Der Verein D. habe auch das technische 
Material zur Verfügung gestellt (pag. 13.1.19). Die Veröffentlichung der Videos 
sei schliesslich durch die Pressestelle des Vereins D. bzw. B. genehmigt worden, 
der Schnitt und die Untertitelung seien in der Schweiz vorgenommen worden und 
er – A. – habe die Videos auf den Youtube-Account des Vereins D. hochgeladen 
(pag. 13.1.19). 

- 22 - 

3.2.4.2 Zum Vorgang, Inhalt und Beweggrund führte A. weiter aus, es habe gegolten 
aufzuzeigen, was aus islamischer Sicht am IS falsch sei. Das Ziel der Reportage 
sei auch gewesen, jugendliche Muslime, die möglicherweise mit dem Gedanken-
gut des IS sympathisieren, davon abzubringen (pag. 13.1.16; …19). Die Intention 
seiner Reportage sei klar gewesen. Sie habe sich gegen den IS gerichtet (pag. 
13.1.17). Die Fragen habe er mit Hilfe seiner Kontakte vor Ort formuliert, um 
diese auf Hocharabisch korrekt zu stellen (pag. 13.1.18). Mit ihm seien auch Kon-
taktpersonen aus der Türkei gereist und Begleitpersonen, die den sicheren 
Durchgang am Checkpoint garantiert hätten (pag. 13.1.14). Die gesammelten 
Spendengelder seien in bar mitgenommen worden (pag. 13.1.12). Damit hätten 
sie in Saraqib Schafe gekauft und das Fleisch in der Umgebung von Idlib verteilt 
(pag. 13.1.12). Sie seien mit lokalen Hilfsorganisationen in Kontakt getreten, die 
F. und deren Suborganisation G. Logiert habe er bei Privatpersonen. Verschie-
dene Rebellengruppen hätten für die Sicherheit der Reise gesorgt, darunter auch 
die Ahar Al Sham und die Jaysh Al Sunna, jedoch nicht die Al Nusra (pag. 
13.1.13). In Idlib habe er zufälligerweise E. gesehen und sich spontan dazu ent-
schlossen, ihn zu interviewen (pag. 13.1.15-16). E. sei drei Jahre zuvor von Saudi 
Arabien nach Syrien gereist, um die Revolution zu unterstützen (pag. 13.1.20). 
E. gelte als unabhängig. Er spreche sich keiner spezifischen Rebellengruppe zu 
(pag. 13.1.16; …20). Innerhalb der syrischen Revolution gelte er als Integrations-
figur und sei von einem breiten Spektrum als Autorität anerkannt (pag. 13.1.20). 
E. fungiere als Vermittler zwischen den Gruppen. Er stehe für die Einheit der 
Rebellengruppen, weshalb er sich innerhalb des losen Rebellenbündnisses 
Jaysh Al Fath als eine Art geistlicher Führer engagiere (pag. 13.1.21). Er – A. – 
würde nicht die Namen aller Gruppierungen kennen, die der Jaysh Al Fath ange-
hören, es würden sich aber Ahar al Sham, Jaysh al Sunna, Faylaq al Sham und 
die Al Nusra darunter befinden. Letztere erfülle darin einen militärischen Zweck. 
Die Rebellengruppen würden militärisch zusammenarbeiten mit dem primären 
Ziel, den Massenmörder Assad loszuwerden. Strukturell seien die Gruppen je-
doch voneinander getrennt (pag. 13.1.21). Im syrischen Kontext richte sich die Al 
Nusra gegen das Assad Regime und nicht gegen andere Rebellengruppen wie 
den IS. Der IS exkommuniziere sämtliche anderen Rebellengruppen und be-
kämpfe sie. Dies stelle ein massives Problem innerhalb der syrischen Revolution 
dar (pag. 13.1.20). E. sehe sich nicht als Führer der Al Nusra und sei auch nicht 
mit dieser verbunden (pag. 13.1.22). Wäre E. der Al Nusra zuzuschreiben, hätte 
er ihn nicht interviewt (13.1.20). Er – A. – habe sich öffentlich mehrmals von ext-
remistischen Ideologien und Gewalt distanziert, explizit auch von Al Qaida 
(13.1.23). Gegenwärtig sei der IS und nicht die Al Qaida das grösste Problem der 
islamischen Gemeinschaft. Trotzdem habe er in Syrien erfolgreich versucht, der 
Al Nusra aus dem Weg zu gehen (pag. 13.1.20). 

- 23 - 

In einer folgenden Einvernahmen der Voruntersuchung bestätigte A. seine frühe-
ren Aussagen und äusserte sich nicht mehr weiter zur Sache (pag. 13.1.37 ff.).  

3.2.4.3 Wie oben (E. 3.2.4) ausgeführt, bezog sich A. im Übrigen auf den durch die Ver-
teidigung eingereichten Bericht. Zum Inhalt dieses Berichts s. unten E. 3.2.8 ff. 
Zusammengefasst wird an dieser Stelle bereits vorweggenommen, dass auch 
darin die Herstellung und Publikation des fraglichen Videos anerkannt sind, nicht 
aber die Propaganda für Al Qaida oder einer damit verwandten Organisation. 
Insofern bestätigte A. auch anlässlich der Hauptverhandlung, die Produktion und 
Veröffentlichung der Videos. Hingegen bestritt er, wie in seiner Einvernahme im 
Vorverfahren, verbotene Propaganda betrieben oder dies beabsichtigt zu haben. 

3.2.5 Der Beschuldigte B. machte im Vorverfahren grundsätzlich keine Aussagen zur 
Sache (pag. 12.1.18 ff.; 13.2.14 ff.). Eine Konfrontationseinvernahme mit A. er-
folgte nicht. Eine Schlusseinvernahme fand nicht statt. 

Anlässlich der Hauptverhandlung verwies B. auf den durch die Verteidigung ein-
gereichten Bericht (TPF pag. 6.932.3 und TPF pag. 6.522.80 ff.). 

3.2.6 Der Beschuldigte C. wurde in der Voruntersuchung zunächst als Auskunftsper-
son und schliesslich als beschuldigte Person befragt (pag. 12.02.37 ff.; 
13.03.5 ff.). Als beschuldigte Person machte er keine Aussagen zur Sache (pag. 
13.03.5 ff.). Als Auskunftsperson erklärte er am 19. April 2016, der Verein D. 
habe nie Propaganda für eine der beiden Gruppierungen (IS / Al Qaida) gemacht 
und sich stets von Gewalt und Gewaltideologien distanziert (pag. 12.02.38). Zum 
damals gegen Unbekannt und A. eröffneten Verfahren erklärte er – mit Verweis 
auf einen Artikel des Tages-Anzeigers vom 23. März 2016 mit dem Titel: „Ich 
entschied: Jetzt verhaften wir“ bzw. eines Interviews des Bundesanwaltes (pag. 
12.02.47) – er empfinde das Strafverfahren als politisches Verfahren (pag. 
12.2.37). Das Video sei als Entkräftung der IS-Argumente, der IS-Ideologien und 
Gewaltideologien, welche sich unter Jugendlichen verbreiten, gemacht worden 
(pag. 12.02.38 f.). Sie (Anm. vermutlich gemeint: der Verein D.) würden keine 
gesetzlich verbotene Propaganda betreiben (pag. 12.02.39). Im Übrigen machte 
C. keine Aussagen zur Sache.  

Anlässlich der Hauptverhandlung verwies C. auf den durch die Verteidigung ein-
gereichten Bericht (TPF pag. 6.933.2 f. und TPF pag. 6.523.9 ff.). 

3.2.7 Vor der Erstellung des Berichts vom 21. April 2018 äusserten sich A., B. und C. 
ausserhalb des Strafverfahrens und teilweise auch vor Eröffnung der Vorunter-
suchung, als Vorstandsmitglieder des Vereins D., zu den Videos Exklusivinter-
view und „Die wahrhaftige Morgendämmerung“ (zu letzterem Video näher unten 
E. 3.3.1 ff.) oder auch zu den Vorwürfen der Strafuntersuchungsbehörde. 

- 24 - 

Zunächst äusserte sich C. in einem am 13. November 2015 auf der Internetseite 
des Vereins D. veröffentlichten Interview. Im Rahmen eines vom Verein D. orga-
nisierten Anlasses vom 5. Dezember 2015 in Z., an welchem das Video „Die 
wahrhaftige Morgendämmerung“ vorgeführt wurde, unterhielt sich A. mittels 
Skype-Übertragung aus dem Ausland mit B. u.a. auch zum Vorwurf der Al Qaida-
Propaganda. C. hielt dort sodann eine Ansprache. Am 21. Dezember 2015 lud 
der Verein D. zu einer Pressekonferenz, an welcher auch A. und C. teilnahmen, 
wogegen B. gleichentags einen Tweet veröffentlichte. Zum Inhalt dieser Aussa-
gen wird in den nachfolgenden Erwägungen näher eingegangen. 

3.2.7.1 Zum Interview von C.: Am 13. November 2015 veröffentlichte der Verein D. auf 
seiner Internetseite ein schriftlich wiedergegebenes Interview mit C. über das Ex-
klusivinterview (pag. 10.02.10). 

Der Aufmacher-Satz des Interviews enthält die Mitteilung, dass der Verein D. am 
Folgetag „das knapp vierzig minütige Exklusiv-Interview «Der Islamische Staat 
und ich»“ mit E., „dem geistigen Führer des islamischen Rebellenbündnisses 
Jaysh Al Fath in Nord-Westsyrien“ publizieren werde. Im Vorfeld dieser Veröf-
fentlichung würde C. über die aktuelle Situation in Syrien, das Engagement des 
Vereins D. und die Überlegungen, die zum Interview von E. geführt hätten, spre-
chen. Zunächst führt C. die unterschiedlichen Akteure des Syrien-Konflikts im 
damaligen Zeitpunkt auf: Auf der einen Seite befände sich das Assad-Regime, 
dieses im ideologischen, logistischen und militärischen Bündnis mit der Hizb Al-
lah, Iran und Russland. Auf der anderen Seite stehe das syrische Volk bzw. di-
verse Gruppen und Bündnisse. Zum einen die FSA, welche zahlreiche kleinere 
lokale Kampfgruppen vereine. Daneben die Jabha Islâmiyya unter der Schirm-
herrschaft der Ahrâr ash-Shâm. Davon abgespalten, unter der Schirmherrschaft 
der Liwâ‘ at-Tawhîd, die im Norden erstarkte Jabha Shâmiyya. Etwas abgeson-
dert stehe die Jaysh al-Islâm. Neu, jedoch seit diesem Jahr sehr einflussreich, 
sei der lose Rebellenverband Jaysh Al Fath, welcher als militärisch derzeit er-
folgreichstes Bündnis gelte. Im Osten Syriens habe sich seit Anfang 2014 der IS 
eingenistet. Sein exklusives Verhalten habe ihn unter allen anderen Rebellen-
gruppen mittlerweile zum entscheidenden Feind gemacht. Im Norden befänden 
sich sodann die sozialistischen Kurden der YPG, welche von den USA unterstützt 
würden. 

Zum Dreh des Exklusivinterviews erklärte C., dieses sei nach einer Delegations-
reise von Oktober 2015, anlässlich welcher Schafsfleisch an Bedürftige verteilt 
worden sei, erfolgt. Nach Abschluss dieser Mission hätten A. und seine Begleiter 
die verbleibenden Tage genutzt, um sich in den befreiten Gebieten Westsyriens 
ein Bild der aktuellen Lage zu machen. Das Interview von E. sei nicht geplant 
gewesen. Als sich die Delegation des Vereins D. vor Ort befunden und sich über 

- 25 - 

die Lage an der Front zum IS informiert habe, habe E. wohl davon Wind bekom-
men und ausrichten lassen, dass er sich bei Interesse gerne höchstpersönlich 
zum Thema äussern würde. Die Delegation habe gleich ein Treffen vereinbaren 
wollen, doch sei dies aus Sicherheitsgründen nicht möglich gewesen. Daher 
habe die Delegation einige Tage warten müssen.  

Bei E. handle es sich um einen saudischen Gelehrten. Er sei die zentrale Brü-
ckenbauerfigur unter den Rebellen und die Autorität im Kampf gegen die IS Ide-
ologie. E. sei stets bemüht, mit allen Parteien den Kontakt zu pflegen mit dem 
Ziel, den Kampf in Syrien gegen das Assad-Regime und gegen den IS entschie-
den zu führen und sich nicht im Detail zu verlieren. Der IS würde E. beseitigen 
wollen, weil es diesem gelungen sei, ein fragiles aber dennoch funktionsfähiges 
Mantra der Einheit zu erzeugen. Er sei eine wichtige Stimme der innerislami-
schen Mässigung und habe sich schon sehr früh stark gegen den theologischen 
Extremismus des IS aufgelehnt.  

3.2.7.2 Zum Skype-Gespräch zwischen B. und A: Anlässlich der Aufführung des Videos 
„Die wahrhaftige Morgendämmerung“ vom 5. Dezember 2015 in Z. (dazu näher 
unten E. 3.3) antwortete A., mittels Video-Übertragung, auf Fragen des vor Ort 
anwesenden B. Dieses Gespräch wurde filmisch aufgezeichnet und mit Eingabe 
der Verteidigung vom 3. bzw. 5. Mai 2018 als MP4-Datei (Videos/15.12.05) zu 
den Akten gegeben (TPF pag. 6.521.54). Daraus ist u.a. folgendes zu entneh-
men: Auf Hinweis von B., IS-Anhänger und IS-Sympathisanten würden bemän-
geln, dass A. bloss in Westsyrien gewesen sei und ein einseitiges Bild zeige, 
entgegnete A. Folgendes: Der IS verfüge über einen wahnsinnigen Medienappa-
rat und schalte laufend Videos in Top Qualität auf. Darin werde die Position des 
IS klar. Es würden Leute auf bestialische Art ermordet und man habe auch Spass 
daran. Er (A.) sei 2013, vor dem Ausruf des Kalifats, auch in Raqqa und anderen 
Gebieten gewesen. Er habe damals H. kennengelernt, eine grosse islamische 
Persönlichkeit. Dieser sei vom IS zu Tode gefoltert worden. Ferner seien Rebel-
len, über 100 Mudschaheddins, die einer Vereinbarung zufolge ihre Waffen ab-
gegeben hatten, getötet worden. Da die Verträge nicht eingehalten würden, 
könne er (A.) sich nicht in die Gebiete des IS begeben, weil die Sicherheit nicht 
gewährleistet sei. Auf Zwischenfrage beschrieb A. sodann die Stimmung bei den 
Rebellen und seine Beobachtungen zu den Raketenangriffen in der Stadt Al-
eppo. Im weiteren Verlauf des Gesprächs erklärte B., die Medien hätten das In-
terview von A. (Anm. gemeint – Exklusivinterview) vollkommen missverstanden, 
sie hätten es zerrissen und die Zeitung 20-Minuten habe Stimmung gemacht. Auf 
die darauffolgende Frage von B., wie A. auf den Vorwurf der Al Qaida-Propa-
ganda reagiere, erklärte A., ein solcher Vorwurf beruhe auf böser Absicht und 
nicht bloss auf einem Missverständnis. Er beziehe sich auf die Pressefreiheit, 
welche auch bedeute, dass man Interviews führe mit Menschen, deren Ansicht 

- 26 - 

man nicht vollkommen teile, oder solche Meinungen veröffentliche. Es handle 
sich nicht um Propaganda. In diesem Interview gehe es um die Problematik mit 
dem IS aus islamischer Sicht und es handle sich um einen wertvollen Beitrag 
zum Kampf gegen die IS-Ideologie. 

3.2.7.3 Zur Ansprache von C.: Am 5. Dezember 2015 hielt C. in Z. eine Ansprache, wel-
che filmisch aufgezeichnet und auf der Internetseite des Vereins D. publiziert 
wurde (pag. 10.2.521). Mit Eingabe der Verteidigung vom 3. bzw. 5. Mai 2018 
gaben A., B. und C. diese in schriftlicher Form zu den Akten (TPF pag 6.521.6, 
…8 ff.; …54; TPF pag. 6.522.79, …80 ff., …78; TPF pag. 6.523.7, …9 ff., …55; 
TPF pag. 6.522.128a ff.). In dieser Ansprache äussert sich C. anlässlich der Erst-
vorführung des Videos „Die wahrhaftige Morgendämmerung“ zum Extremismus 
und übt Kritik gegen den IS aus. 

3.2.7.4 Zur Pressekonferenz: Anlässlich einer Pressekonferenz des Vereins D. vom 21. 
Dezember 2015, welche dieser auf seiner Internetseite publiziert hat, erklärte die 
Generalsekretärin des Vereins u.a., dass „das Interview“ im Auftrage des Vereins 
D. geführt und von B. (Leiter Public Relations and Informations) abgesegnet wor-
den sei (pag. B10.2.314, Video5 ab min 02:30). Im Interview gehe es nicht um Al 
Qaida, so die Generalsekretärin weiter (ca. ab min 8:40), E. gehöre nicht Al Qaida 
an, A. und E. hätten nichts mit Al-Qaida am Hut. Gegen A. werde ermittelt, weil 
er einen wichtigen Protagonisten der syrischen Revolution habe zu Wort kommen 
lassen. A. habe nicht einmal selber gesprochen. Er habe das getan, was zig eu-
ropäische Medien auch tun: diese würden mit Bashar al-Assad sprechen und mit 
Abdel Fattah el-Sissi. Andere würden an diese Massenmörder Waffen liefern.  

Der ebenfalls an der Pressekonferenz teilnehmende A. erklärte, dass die Inten-
tion der Dokumentation und des Interviews wichtig sei, namentlich die innerisla-
mische Perspektive auf den IS. Weder bei der „Doku“, noch beim „Interview“ sei 
es um Al Qaida gegangen. E. sei nicht Al Qaida. Wenn er (A.) ein Interview führe, 
bedeute das nicht, dass er sämtliche Ansichten dieser Person teile (pag. 
B10.02.314, Video5 ab min 04:20). 

Ebenfalls an dieser Pressekonferenz (pag. B10.02.314, Video6 Teil 2) führte so-
dann C. u.a. aus, dass sich der Verein D. in all seinen Aktivitäten über die Jahre 
hinweg immer klar und deutlich von gewaltextremistischem Gedankengut und 
dessen Propagierung abgegrenzt habe. Es müsse festgehalten werden, in wel-
cher Absicht die beiden Filme entstanden seien und in welchem Rahmen diese 
Filme wirken sollen. Der IS stelle nicht nur den Westen vor ein Problem, sondern 
vor allem die Muslime. Innerislamisch seien sie darum bemüht, wirksame Heil-
mittel gegen die Radikalisierung und Ausbreitung von extremistischen Ideen zu 
suchen. Der Islam lasse keinen Platz für theologischen Extremismus. Jugendli-
che, die sich von der Propagandamaschine des IS anziehen liessen, liessen sich 

- 27 - 

kaum durch die Rede eines hier ansässigen Imams umstimmen. Die beiden Film-
produktionen seien daher sehr wertvoll und gesund. Das Interview und auch der 
Dokumentarfilm seien schmerzhafte Kampfansagen an das Gedankengut des IS. 
Der Westen, die Schweiz, das Bundesbern, müssten sich fragen, gegen wen sie 
kämpfen wollen und wie. Ein Kampf gegen jene, die in Paris Unschuldige um-
bringen, hinterfrage niemand, auch kein Moslem. Der Verein D. sei stets enga-
giert, die Sicherheit der Schweiz im Rahmen seiner Möglichkeiten aufrechtzuer-
halten. 

3.2.7.5 Zu Twitter: Ebenfalls am 21. Dezember 2015 wurde auf dem Twitter-Konto „B.“ 
die Äusserung veröffentlicht: „Als Kommunikationschef übernehme ich die volle 
Verantwortung für das E. Interview. Ich habe die Publikation abgesegnet.“ 
(pag. 10.02.293).  

3.2.8 Wie der Bericht vom 21. April 2018 zustande gekommen ist und wer genau ihn 
verfasst hat, ist nicht bekannt. A., B. und C. liessen ihn einreichen und verweisen 
in ihren gerichtlichen Stellungnahmen darauf (s. auch oben E. 3.2.4; 3.2.5; 3.2.6). 
Inhaltlich entspricht der Bericht somit den von A., B. und C. vertretenen Positio-
nen.  

Der Bericht führt u.a. und zusammengefasst Folgendes aus (TPF 
pag. 6.521.8 ff.): 

3.2.8.1 A., Kulturproduzent des Vereins D., habe sich zwischen Ende September und 
Anfang Oktober 2015 in Syrien aufgehalten um eine Spendenverteilung (200 
Schafe) zu koordinieren und den Verlauf der syrischen Revolution filmisch zu 
dokumentieren. Dabei habe es sich um die fünfte Reise von A. nach Syrien seit 
2013 gehandelt. Es sei ihm darum gegangen, sich kritisch mit den Argumenten 
auseinanderzusetzen, die der IS gegen die übrigen Rebellen aufführe. Der IS 
behaupte mittels Propaganda, die übrigen Rebellen seien Säkularisten, die kein 
Interesse auf eine Ordnung auf der Basis der Sharîa hätten. Der Dokumentarfilm 
von A. „Die wahrhaftige Morgendämmerung“ zeige hingegen auf, dass sich bei 
der Opposition eine islam(ist)ische Rhetorik zunehmend durchsetze und dass 
sich die Rebellengruppen einer schariatischen Gerichtsbarkeit unterordnen wür-
den. A. zeige die Allgegenwart islam(ist)ischer Ordnungsansprüche in Nordsy-
rien auf und greife damit das Kernargument des IS an, der in Anspruch nehme, 
die einzige Alternative im Kampf um die Errichtung einer schariatischen Ordnung 
zu sein (vgl. Bericht Ziffer I.1). 

A. verfolge eine pro-revolutionäre, proislam(ist)ische Optik. Bei seinen Reisen 
nach Syrien habe er verschiedene Gesichter und Gruppen dokumentiert, aber 

- 28 - 

die Al Qaida völlig aus dem Fokus ausgelassen. In keiner der beiden Produktio-
nen würden A. oder E. oder sonst ein Protagonist die Al Nusra erwähnen; diese 
sei auch nicht Thema gewesen (vgl. Bericht Ziffer I.5). 

3.2.8.2 A. und E. hätten sich vor dem Exklusiv-Interview nicht persönlich gekannt. A. 
habe wohl seit der „Umma-Initiative“ von E. von diesem gehört und eine unge-
fähre Ahnung der von E. vertretenen Positionen gehabt. Die Kenntnisse von A. 
über den Interviewpartner seien dennoch eher oberflächlich gewesen. Bei der 
Begrüssung habe A. E. gar mit dem falschen Vornamen bzw. mit dem Namen 
dessen Vaters „Muhammad“ angesprochen statt mit dem Namen „E.“ (vgl. Be-
richt Ziffer I.5).  

Der Kontakt mit E. sei unerwartet zustande gekommen. A. habe in der Stadt Idlib 
Interviewpartner für seinen IS-kritischen Dokumentarfilm gesucht und E. sei mög-
licherweise darüber informiert worden. Dass E. neben anderen Akteuren sowohl 
im Dokumentarfilm („Die wahrhaftige Morgendämmerung“) als auch im Exklusiv-
interview prominent zu Wort komme, sei der ad hoc zustande gekommenen Si-
tuation in Idlib zu verdanken (vgl. Bericht Ziffer I.1).  

Das Interesse von A. am saudischen Theologen E. habe deshalb bestanden, weil 
dieser als Schlichter zwischen den verschiedenen Rebellengruppen bekannt ge-
wesen sei. Am 27. Januar 2014 habe der IS die „Umma-Initiative“ von E. abge-
lehnt. Daraufhin habe E. seine Kritik an den IS verschärft, zum Kampf gegen den 
IS aufgerufen und schliesslich das islam(ist)ische Rebellenbündnis Jaysh Al Fath 
mitgegründet, dessen territorialen Eroberungen E. zu einem der bekanntesten 
Gesichter der syrischen Revolution gemacht hätten (vgl. Bericht Ziffer 1 und IV).  

E. habe sich selbst wiederholt als unabhängig definiert (vgl. Bericht Ziffer I.3 und 
IV) und bei mehreren Gelegenheiten deutlich eine Zugehörigkeit zu Al Nusra o-
der einer anderen Gruppe verneint. Bis heute habe er sich als unabhängiger Ak-
teur positioniert, der sich taktisch geschickt zwischen den zum Teil verhärteten 
bis verfeindeten Kampfgruppen bewege (vgl. Bericht Ziffer IV). 

Weder E. noch die Jaysh Al Fath seien auf einer öffentlich zugänglichen nationa-
len oder internationalen Terrorliste verzeichnet (vgl. Bericht Ziffer I.3). Die Desig-
nation E.s als Unterstützer der Al Nusra durch das U.S. DEPARTMENT OF THE 
TREASURY sei erst später, am 10. November 2016, erfolgt, wobei E. diesen 
Vorwurf am Folgetag in einem Fernsehinterview dementiert und einmal mehr 
seine Unabhängigkeit unterstrichen habe (vgl. Bericht Ziffer I.3 und Ziffer IV).  

Auch aus der im Nachtragsbericht der BKP vom 29. September 2016 erwähnten, 
nicht-öffentlichen Versammlung der Al Nusra, welche mutmasslich um den 9. Juli 
2014 stattgefunden und bei welcher E. vermeintlich die „Löwen von Al-Qaida“ 

- 29 - 

gepriesen habe, gehe eine Al Nusra/Al Qaida-Mitgliedschaft von E. nicht hervor. 
E. dürfte wohl aufgrund seiner rhetorischen Fähigkeiten und allgemeinen Beliebt-
heit innerhalb der Opposition, als eigentliches Gütesiegel und zur Unterstützung 
Al Jawlanis Projekt zu jener Versammlung eingeladen worden sein. In einer ara-
bisch verfassten Zeitung sei E. zwar als Nachredner von Al Jawlani genannt wor-
den; Informationen zum Inhalt seiner Rede habe die Zeitung indessen nicht ge-
geben. Es scheine, dass die BKP sich diesbezüglich darauf auf eine Tondatei 
stütze, die erst am 1. Mai 2016 via Youtube publiziert worden sei. Dass A. oder 
sonst ein Vorstandsmitglied des Vereins D. bereits 2014 von den Inhalten des 
besagten Videos Kenntnis haben konnten, könne folglich nicht vorausgesetzt 
werden (vgl. Bericht Ziffer XII). 

Am 27. März 2018 sei E. im Umland von Aleppo interviewt worden. Die Aufnahme 
dieses Interviews und deren Übersetzung seien dem Bericht beigelegt. Darauf 
angesprochen, dass er beim Treffen der Al Nusra dabei gewesen sei und die 
Führung der Al Qaida gelobt bzw. vor allem az-Zawahiri gerühmt und die Al 
Qaida mit „Oh ihr Löwen“ angesprochen haben soll, habe E. entgegnet, er habe 
die Jungen dort festigen wollen, damit sie nicht zu Daish herüberlaufen. Weniger 
als 24 Stunden danach habe er indessen erklärt, sein Lob würde nicht bedeuten, 
dass er der Gründung eines Emirats zustimme. Er würde auch nicht der Al Qaida 
angehören. Die Belobigung „Oh ihr Löwen“ habe er auch schon gegenüber an-
deren Gruppen verwendet (vgl. Bericht Ziffer XIII). 

Bei der Rede von E. „Ach habe ich nicht übermittelt“ habe es sich um einen letz-
ten warnenden Appell an den ISIS und seinen Führer al-Baghdadi gehandelt. 
Durch die zunehmend extremen Positionen des ISIS in Syrien und die massiven 
Übergriffe habe sich unter allen Kampfgruppen allmählich Konsens darüber ent-
wickelt, dass der ISIS nun doch auch mit systematischer Waffengewalt bekämpft 
und vertrieben werden müsse. E. habe seinen letzten Appell an den ISIS abge-
setzt und darin klar gemacht, dass auch er sich bei einer erneuten Ablehnung 
der Schlichtungsbemühungen der Meinung aller anderen Gruppen bezüglich 
systematischer und militärischer Bekämpfung des ISIS anschliesse. E. habe dem 
ISIS eine letzte Chance zur Schlichtung eingeräumt und an eine Bedingung ge-
knüpft. Erst wenn al-Baghdadi auch diesen letzten Appell ignorieren sollte, wäre 
die Bedingung erfüllt und E. schlösse sich dem „Führer des Jihads und seiner 
Gelehrten an und an ihrer Spitze der Shaykh der Mudschaheddin Ayman az-
Zawahiri – möge Allah ihn bewahren – und der Shaykh, der inhaftierte Grossge-
lehrte Muhaddith (Hadithgelehrte) Sulayman al-`Ulwan und der Shaykh Abu 
Muhammad al-Maqdisi und Abu Qatada al-Filistini und weitere unserer geehrten 
Gelehrten und Mashaikh (Mehrzahl von Shaykh)“. Ein Treueschwur habe jedoch 
eine andere Form als jene in der Rede von E. und richte sich nicht gleichzeitig 
an mehrere Führungspersonen. E. führe sodann aus: „Ich schliesse mich ihnen 

- 30 - 

allen an und appelliere und ersuche dringend nun an den Bruder den Scheich 
Abu Bakr al-Baghdadi eine Position/Standpunkt einzunehmen, die die Menschen 
des Landes begrüssen/loben werden, mit der das Blutvergiessen unter Muslimen 
verhindert und Allahs Dîn unterstützt wird. Auf dass der Islamische Staat im Irak 
ein Würgen im Halse/(der Kehle) der Rafida hervorruft und ein Dorn auf dem Weg 
des Westens bleibt und dass die Jabhat Al-Nusra/Nusra Front in (Gross)Syrien 
weiterhin das islamische Projekt zur Wiederherstellung des Kalifats im Land ver-
vollständigen wird. Lasst uns gemeinsam nach dem Gesetz Allahs in seinem 
Land richten und das gestürzte Kalifat wiederherstellen.“ (vgl. Bericht Ziffer IV). 
E. nenne dabei den damals ranghöchsten Al Qaida-Führer in Syrien, Al Jawlani, 
nicht und nicht alle zuvor aufgeführten Personen würden der Al Qaida angehören 
(vgl. Bericht Ziffer IV). Den Jihad-Sympathisanten erkläre E. weiter: „Bruder Mu-
jahid und unterstützender Bruder ausserhalb (Gross)Syriens, schliesse dich an 
das Projekt der Umma in (Gross)Syrien an, das einst von Shaykh Usama begon-
nen wurde, dann von Shaykh Ayman az-Zawahiri weitergetragen wurde und 
dann in (Gross)Syrien vom Shaykh dem Eroberer Al-Julani befolgt wurde und 
schliesse dich einer klaren Methode für die Errichtung eines islamischen Staates 
im Land an, wie (zum Beispiel) der Jabhat an-Nusra oder den Ahrar ash-Sham 
oder anderen islamischen Bataillonen, die von den Leuten geliebt werden.“. Die 
Nennung mehrerer Gruppen zeige, dass E. nicht seinen Anschluss an die Al 
Qaida bzw. deren Filiale die Al Nusra verkündet habe, sondern vielmehr seinen 
Anschluss ans Lager, welches sich dem ISIS entschieden entgegen stelle (vgl. 
Bericht Ziffer IV.).  

Am 27. März 2018 sei E., im – dem Bericht beigelegten – Interview auf die Aus-
sage von 2014 – er würde sich den Anführern des Jihads und az-Zawahiri an-
schliessen, falls die Schlichtung scheitere – angesprochen worden. Dazu habe 
E. erklärt, dass derjenige, der sich für die Schlichtung bemühe, alle loben und 
rühmen müsse, um die Akzeptanz aller zu gewinnen. Schlichten gehe nur über 
den Weg der Akzeptanz. Er habe mit diesen Worten nicht gemeint, dass er sich 
einer Gruppe oder der Al Qaida anschliesse und habe seither mehrfach gesagt, 
dass er unabhängig sei (vgl. Bericht Ziffer XIII). 

Der am 28. Januar 2017 gegründeten Gruppe Hay‘at Tahrîr ash-Shâm (nachfol-
gend: HTS) sei E. zwar beigetreten, indessen nach Konflikten zwischen der HTS 
und der Ahrâr ash-Shâm am 11. September 2017 wieder ausgetreten (vgl. Be-
richt Ziffer IV).  

Auf Twitter-Anfrage vom 27. März 2018 habe I., Direktor der Abteilung Media-
Relations der Al Nusra, mittels Video-Antwort vom 1. April 2018 kategorisch in 
Abrede gestellt, dass E. Mitglied der Al Qaida oder der Al Nusra sei (vgl. Bericht 
Ziffer IV).  

- 31 - 

3.2.8.3 Im Zusammenhang mit der Rolle der Al Nusra innerhalb der Jaysh Al Fath würde 
auch der Bericht des NDB darauf hinweisen, dass es sich bei der aus acht Kampf-
gruppen zusammengesetzten Jaysh Al Fath nicht um ein völlig geeintes Bündnis 
gehandelt habe, wobei etwa Konflikte zwischen Al Nusra und Ahrâr ash-Shâm 
vorgelegen hätten. Die Ahrâr ash-Shâm habe sich an der Funktion der Al Nusra 
als offizieller Ableger der Al Qaida gestört, da diese Nähe zu Al Qaida dem Ruf 
der Jaysh Al Fath als Ganzes hätte schaden können (vgl. Bericht Ziffer IX). Für 
Charles Lister (in: The Syrian Jihad) sei die Gründung der Jaysh Al Fath auch 
ein Versuch seitens der übrigen Rebellengruppen, der Al Nusra ein neues Macht-
gefüge in den Weg zu stellen. Dass sich Nusra-Führer Al Jawlani gerne selbst 
beweihräuchere und die Al Nusra als „Grundelement“ der Jaysh Al Fath bezeich-
net habe, erstaune nicht. Auch nicht, dass Al Jawlani sich bemühe, Vorstösse 
der Jaysh Al Fath mittels Propaganda-Videos auf das Konto seiner Gruppe zu 
verbuchen. Indessen habe Al Jawlani präzisieren müssen, dass seine Gruppe 
keinen Exklusivanspruch auf Idlib erhebe, sondern die Stadt im Kollektiv zu ver-
walten sei (vgl. Bericht Ziffer IX). 

3.2.8.4 Die Redezeit von A. im Interview und das Ablesen der Fragen seien in Verbin-
dung mit den Umständen des Interviews (Kriegsgebiet, kaum Vorbereitungszeit, 
hektisches Arrangement) und der sprachlichen Überlegenheit des Interviewpart-
ners zu sehen. Das Unterbrechen und Widersprechen des Interviewten seien in 
der arabischen medialen Kultur nicht üblich bzw. unhöflich, zumal es sich beim 
Interviewten um eine Autoritätsperson handle (vgl. Bericht Ziffer I.5). Im Übrigen 
habe A. E. nicht mit der Präsenz der Al Nusra in der Jaysh Al Fath konfrontiert, 
da es weder im Exklusivinterview noch im Dok-Film um die Al Nusra oder die Al 
Qaida gegangen sei. A. sei auf keine Kampfgruppe spezifisch eingegangen (vgl. 
Bericht Ziffer I.5). 

Bei der von A. verwendeten Ansprache als „yâ Shaykh“ (dt. Oh Scheich) und der 
Phrase „jazâkum Allahu khayran“ (dt. Allah möge Ihnen Gutes vergelten) handle 
es sich um typische Ehrbezeugungen in Interviews mit religiösen Würdenträgern 
(vgl. Bericht Ziffer I.5). Dass sich der Interviewte als Würdenträger der Kamera 
bzw. seinem Publikum zuwende, wenn er seine Botschaft unterstreichen möchte, 
sei ebenfalls üblich (vgl. Bericht Ziffer I.5). 

Bei der Aussage von E. sich nicht über den Sieg zu sorgen, da jener durch Allah 
festgelegt werde, sondern vielmehr um die Frage, ob man selbst daran Anteil 
genommen habe, sei nicht von Muslimen im Westen die Rede. Zudem sei es 
nicht haltbar, E. zu unterstellen, sein Jihad-Verständnis beschränke sich exklusiv 
auf den Kampf an der Waffe (vgl. Bericht Ziffer II). 

- 32 - 

3.2.8.5 A., B. und C. hätten in guter Absicht und im Rahmen der Präventionsarbeit des 
Vereins D. gegen den IS-Extremismus gehandelt (vgl. Bericht Ziffer I.1).  

Wie vor jeder Publikation habe sich der Vorstand summarisch vergewissert, dass 
keine geltenden Gesetze verletzt würden. Dass eine Propaganda für Al Qaida 
vermutet werden könne, sei dem Vorstand gar nicht in den Sinn gekommen, zu-
mal diese Organisation bzw. ihre lokale Filiale Al Nusra in den Produktionen nicht 
erwähnt würde und sich darüber hinaus die allgemeine Kritik des Vereins D. am 
theologischen Extremismus über weite Teile auch auf die Ideologie der Al Qaida 
anwenden liesse (vgl. Bericht Ziffer I.3).  

Sie würden das Strafverfahren als politisch motiviert verstehen, mit dem Ziel, den 
Verein D. zu stigmatisieren (vgl. Bericht Ziffer I.1).  
A. verwehre sich gegen den Vorwurf, wonach es sich beim Dokumentarfilm und 
dem Exklusivinterview um verbotene Propaganda im Sinne des Bundesgesetzes 
über das Verbot der Gruppierungen «Al-Qaida» und «Islamischer Staat» sowie 
verwandter Organisationen handle. Dies zumal beide Erzeugnisse vor und wäh-
rend ihrer Veröffentlichung kontextualisiert worden seien. Am Tag vor der Publi-
kation des Exklusivinterviews habe der Verein D. ein Interview mit C. veröffent-
licht, in welchem dieser sich unter anderem zu den Beweggründen für das Inter-
view geäussert habe. Das Exklusivinterview selbst sei auf der Plattform Youtube 
publiziert worden. In der Video-Beschreibung sei die Intention des Produzenten 
– einen authentisch wirkenden Akteur zu Wort kommen zu lassen, der sich selbst 
vor Ort gegen den IS-Extremismus einsetzte – erneut unterstrichen worden (vgl. 
Bericht Ziffer I.2).  

Die Veröffentlichung des Dokumentarfilms „Die wahrhaftige Morgendämmerung“ 
sei zunächst im Rahmen einer Filmvorführung in Z. erfolgt. Unter dem Titel „For-
men des theologischen Extremismus“ habe C., Präsident des Vereins D., das 
Phänomen analysiert und eindringlich vor jeder Form des theologischen Extre-
mismus gewarnt (vgl. Bericht Ziffer I.2). B. habe erklärt warum der Verein D. es 
ablehne, sich bei jedem Anschlag einer extremistischen Organisation wie dem 
„IS oder ähnlich verbrämten Zeitgenossen“ förmlich zu distanzieren (vgl. Bericht 
Ziffer I.2).  

3.2.9 Dem Bericht vom 21. April 2018 beigelegt sind die MP4-Datei „Stellungnahme“ 
mit der Video-Aufzeichnung eines Interviews von E. (pag. TPF 6.521.54, Stel-
lungnahme_Dritter) und die pdf-Datei „Übersetzung-Interview-mit_E.“ mit einer 
schriftlichen Übersetzung des Interviews auf Deutsch (TPF pag. 6.522.128 und 
…431 ff.). Der Bericht erklärt dazu, es habe sich aufgedrängt, E. mit dem Vorwurf 
der Mitgliedschaft in der verbotenen Terrororganisation Al Qaida bzw. deren Ab-
leger Al Nusra zu konfrontieren. Die Kontaktnahme mit E. sei via „OGN-News“ – 

- 33 - 

mit dessen Mitarbeitern J. und K. A. bekannt sei – erfolgt. Das Interview habe am 
27. März 2018 im Umland von Aleppo stattgefunden und sei durch K. geführt 
worden. E. habe die gegen ihn gerichteten Vorhalte in Abrede gestellt (zum Gan-
zen: Bericht Ziffer XIII; s. auch Transkript/Übersetzung unten E. 3.2.9.1).  
Dem Bericht vom 21. April 2018 beigelegt ist sodann die MP4-Datei „Stellung-
nahme_I.“, welche eine Video-Aufzeichnung der Antworten von I. auf schriftlich 
gestellte Fragen beinhaltet (TPF pag. 6.521.54). Der Bericht erklärt dazu, I., ehe-
maliger Direktor der englischsprachigen „Media-Relations-Abteilung“ und ehe-
maliges führendes Kadermitglied im Shûra-Rat der Al Nusra, sei am 27. März 
2018 via Twitter vom Verein D. kontaktiert worden (Bericht Ziffer XIII, s. auch 
Transkript/Übersetzung unten E. 3.2.9.2).  

3.2.9.1 Der obgenannten Beilage geht hervor, dass E. auf nachgenannte Fragen Fol-
gendes geäussert habe (TPF pag. 6.522.431 ff.; Übersetzung gemäss Beilage 
Bericht vom 21. April 2014): 

Frage (13:17 ff.): (…) Nach dem Scheitern der Umma-Initiative, beim 
Versuch der Schlichtung zwischen Dâ`ish und allen anderen Kampf-
truppen, (sagtest du) «wenn dies nicht ist, so schliesse ich mich den 
Anführern des Jihâd und Ayman Az-Zawâhirî an», was ist Ihre Ant-
wort dazu? 

Antwort (13:34 ff.): Das ist wohl alt, du meinst, eine Zeit vor etwa vier 
Jahren, ungefähr drei Jahren? Ja, ich habe vorhin schon, als ich mit 
dir sprach zu Beginn des Interviews, erwähnt, dass derjenige, der 
sich für die Schlichtung bemüht, dass er alle loben und rühmen muss. 
Er muss diese Truppe rühmen und jene Truppe, damit er die Akzep-
tanz aller gewinnt (und Zugang hat). Denn das Schlichten geht nur 
über den Weg der Akzeptanz. Doch ich meine mit diesen Worten 
nicht, dass ich mich tatsächlich (einer Gruppe) anschliesse oder der 
Organisation Al-Qaida angeschlossen habe. Darum habe ich auch 
nach diesem Treffen…nach dieser Aussage vielleicht 20-30 Male er-
wähnt, dass ich unabhängig bin und keiner Organisation angehöre, 
ich bin unabhängig und gehöre keiner Organisation an. Wir beabsich-
tigen damit, die Jungen zu festigen, damit sie nicht zu den Khawâridj, 
zu Dâ`ish gehen. So habe ich alle gerühmt, gelobt, um deren Akzep-
tanz zu gewinnen und dann, wenn wir die Akzeptanz aller erreicht 
haben, mit dem Schlichten beginnen zu können und ohne Zusam-
menstösse. 

- 34 - 

Frage (15.18 ff.): (…) es wurde bekannt, dass, als die Al Nusra (Jab-
hat An-Nusra) ein islamisches Emirat in den befreiten Regionen aus-
rufen wollte, nachdem Al-Baghdâdî in seinen Regionen seinen 
selbsternannten, behaupteten Staat Dâ`ish ausrief, du bei diesem 
Treffen dabei gewesen sein sollst und es wurden Aussagen von dir 
geleakt, wonach du dieses Emirat befeuert haben sollst/gelobt und 
beglückwünscht haben sollst, die Führung der AQ gelobt, vor allem 
Az-Zawâhirî gerühmt hättest und gesagt haben sollst: «Oh ihr Löwen 
des Tandhîms (AQ)». Wir wünschen von Ihnen eine Erklärung dazu.  

Antwort (15:44 ff.) Die gleiche Erklärung wie ich zuvor erwähnt habe. 
Es geht um die gleichen Worte. Du müsstest schon das Gesamtbild 
aufzeigen, damit dein Interview auch gerecht ist/…nach diesem Tref-
fen- etwas weniger als 24 Stunden danach habe ich in einer vollstän-
digen Aussage erklärt und sagte, dass mein Lob nicht bedeutet hat, 
dass ich der Bildung eines Emirats zustimme, denn dieses Emirat 
würde zur Folge haben, dass Jabhat An-Nusra mit der Freien (Syri-
schen) Armee (Freien (Syrischen) Armee/ Jaysh Al-Hurr) und mit den 
Ahrâr und den anderen Truppen in Konflikt treten würde. Ich wollte 
diese Jungen dort festigen, damit sie nicht zu Dâ`ish oder Khawâridj 
überlaufen. Möglicherweise habe ich hier gelobt, dafür habe ich – 
siehe auf meinem Telegramm-Kanal nach – da wirst du vorfinden, 
dass ich sagte «Oh ihr Löwen des Jaysh Al-’Izza» – warum hast du 
das nicht erwähnt? Mach meinen Kanal auf «Oh ihr Löwen des Jaysh 
Al-’Izza», Jaysh Al-’izza gehört zu der Freien (Syrischen) Armee/ 
Jaysh Hurr, «Oh ihr Löwen der Faylaq Ash-Shâm», «Oh ihr Löwen 
von Ghûta`», das Wort, welches am meisten verwende, ist «Oh ihr 
Löwen…», weil wir uns im Kampf befinden und ich die Moral bestär-
ken will/anheben will. Du findest vor, dass ich alle gerühmt habe. 

Frage (16:42): Das heisst also nicht, dass du einer Organisation an-
gehörst, der Al-Qaida oder…? 

Antwort (16:43 ff.): Nein. Ich habe von /Freien (Syrischen) Ar-
mee/Jaysh Al-Hurr bis hin zu allen Truppen, alle gelobt. Darum ak-
zeptiert mich selbst /Freien (Syrischen) Armee/Jaysh Al-Hurr bis 
heute als Schlichter und ich richte zwischen ihnen in einem Konflikt. 
So auch die anderen Truppen. 

Frage (16:53): Das bedeutet also, dass keiner Organisation ange-
hörst und insbesondere Al-Qaida… 

- 35 - 

Antwort (16:54 ff.): Ja natürlich, diese Aussage (dass ich angehöre) 
ist nicht richtig. 

Frage (16:57 ff.): (…) wir haben gehört, dass in der Schweiz der Bru-
der, der Journalist A. sich vor Gericht verantworten muss, wegen ei-
nes Interviews mit Ihnen mit dem Titel «Der islamische Staat und 
ich», dass er früher produziert hat. Und der Vorwurf ist, dass du der 
AQ angehörst, ist das richtig? 

Antwort (17:17 ff.): Ja, ich habe von dieser Angelegenheit gehört und 
ehrlich gesagt, hat es in mir … (…) Verwunderung ausgelöst (…), es 
hat in mir sehr grosse Verwunderung ausgelöst, vor allem weil A. in 
der Schweiz lebt, soviel ich weiss, glaube (oder?), in einem Land, das 
bei uns für sein Mass an integrer Gerechtigkeit bekannt ist, bes-
ser/mehr als andere. Obwohl ich A. nicht wirklich kenne, nicht zuvor 
und nicht nach dieser Sache (Interview), als er kam, wie jeder Jour-
nalist, der ins befreite (Gebiet) kommt, so lehne eigentlich ein Treffen 
mit keinem ab. Ich habe ausser A. viele andere Journalisten getrof-
fen. Libanesische Kanäle, sogar mit einem Korrespondenten der 
amerikanischen Los Angeles (Times), die schrieben in der Schlag-
zeile: «E., der Star des syrischen Jihâds», was bedeutet das…das ist 
ein grosses Lob (für mich), stimmt es oder nicht? Aber der Artikel/das 
Interview ist immer noch da und der Korrespondent schreibt für sei-
nen Kanal und wurde nicht dafür belangt… in Amerika… er musste 
sich nicht vor einem Gericht dafür verantworten. Darum bin ich sehr 
verwundert. A. kam und ich nahm Kontakt zu ihm auf, bevor er mich 
kontaktierte, aus Gründen der Vorsicht, denn ich hatte gehört, dass 
die Ideen der Dâ`ish sich verbreiten und ich sagte (mir), ich als Zeuge 
vom Terrain/auf dem Feld, der die Realität kennt, könnte aufklärend 
wirken. Er hat dem Interview zugestimmt. Der Titel war «Der islami-
sche Staat und ich» und tatsächlich hatte dieses Interview eine Wir-
kung in der Entfernung/Abschreckung der Leute von was? Von der 
Idee der Dâ`ish. Genau was er wollte. Dieses Interview hatte einen 
positiven Impact für Eindämmung der Idee der Dâ`ish in der Schweiz 
und anderen (Staaten), deren Sicherheit, also der Schweiz und der 
anderen, selbst Amerika, dieser (IS) ja bedroht…darum bin ich sehr 
über diese Angelegenheit (die Anklage) verwundert.  

3.2.9.2 In der eingereichten MP4-Datei „Stellungnahme_I“ (s. oben E. 3.2.9) erklärt I. 
einführend, bei der Al Nusra Mitglied des „General Islamic Council“ gewesen zu 
sein und bei der (darauffolgenden) Jabhat Fath ash Sham die Position des „di-
rector of foreign media relations“ gehabt zu haben. Im September 2016 sei er 

- 36 - 

aus der Jabhat Fath ash Sham ausgetreten und keiner weiteren Organisation 
beigetreten.  

Die nachgenannten Fragen, welche im Videoerzeugnis in Schriftform eingeblen-
det werden, beantwortet er mündlich wie folgt: 

Frage 1: What is your response to Atwan’s claim? Did you indeed 
receive orders from Ayman az-Zawâhirî to get involved in any talks 
between al-Nusra and ISIS for reconciliation-seeking purposes as he 
states?  
 
Antwort: Regarding the claim that I’ve received orders from Ayman 
az-Zawâhirî to mediate between al-Nusra and ISIS, these claims are 
false and baseless. There were numerous individual and coordinated 
efforts to stop the infighting but all of them failed. My offer to mediate 
was initially accepted by both parties but nothing went ahead after 
that. Other similar efforts to mediate include those of E. The only rep-
resentative of Al-Qaida in these mediations was the late Abu Khaled 
as-Suri. 
 
Frage 2: The Swiss State prosecuter has indicated an A., a Swiss 
filmmaker for producing an interview with E., which was intended to 
deconstruct IS narratives. They claim that E. was a senior member 
within Jabhat an-Nusra as well as Al-Qaida international. What is your 
opinion regarding E.? Is their claim sound according to your best 
knowledge? 
 
Antwort: I can confidently say that E. is not and was never a member 
of Jabhat al-Nusra or Al-Qaida. Since his coming to Syria, he has 
tried to maintain very neutral stances towards all the different groups 
on the ground. He briefly joined Hay’at Tahrir al-Sham (HTS), which 
at the time was very diverse in its make-up. This information is not 
only my point of view, rather it is widely known amongst the Syrian 
general public. 
 
Frage 3: You say this as a former al-Nusra member. What makes you 
so certain about it? 
 
Antwort: I was a member of Jabhat al-Nusra as well as a member of 
Jabhat Fath ash-Sham, JFS. I held positions in both organizations. I 
am certain that E. was never a member of either organization. 

- 37 - 

There is even available evidence that proves strong discord between 
some of the highest-ranking members in HTS, who were also mem-
bers of JN [Jabhat al-Nusra] and JFS [Jabhat Fath ash-Sham] and E. 
to the extent that placing him under arrest was seriously considered 
as a means to deal with the problem of E. 

3.2.10 Das Geständnis von A. in Bezug auf die Herstellung des Exklusivinterviews und 
dessen – nach Schnitt und Untertitelung – via Youtube-Kanal des Vereins D. im 
Internet erfolgten Veröffentlichung (s. oben E. 3.2.4 bis E. 3.2.4.3; E. 3.2.8 bis 
E. 3.2.8.5) deckt sich mit den bei der Pressekonferenz des Vereins D. vom 
21. Dezember 2015 durch die Vorstandsmitglieder getätigten Äusserungen 
(s. oben E. 3.2.7.4) und die Angabe auf dem Twitter-Konto „B.“ vom 21. Dezem-
ber 2015 (s. oben E. 3.2.7.5). Das Exklusivinterview ist sodann aktenkundig 
(pag.10.2.3) und zeigt A. beim Interview von E. Insofern ist die Handlung von A. 
bezüglich Herstellung und Publikation des Exklusivinterviews erstellt.  

3.2.11 In der Folge ist zu prüfen, ob das Exklusivinterview Propaganda im Sinne des 
Gesetzes darstellt, was A. bestreitet. Es sind somit die Propagandaeigenschaf-
ten des Videoerzeugnisses zu untersuchen.  

3.2.11.1 Propaganda richtet sich an Dritte. Die Anklage wirft A. vor, das Exklusivinterview 
im Internet veröffentlicht zu haben, wobei es Untertitel auf Deutsch, Französisch 
und Englisch aufgewiesen und sich explizit an Muslime, namentlich in der 
Schweiz und Deutschland sowie in Europa, bzw. an junge Muslime weltweit, ge-
richtet habe, insbesondere an jene, welche des Arabischen nicht mächtig sind 
(AS Ziffer 1.1.1.2, S. 5 f.). 

Dass das Video „Exklusivinterview“ im Internet publiziert wurde, ist unbestritten 
und erstellt. A. hat es somit zu Handen der Allgemeinheit publiziert und die dort 
geäusserten Gedanken damit an Dritte gerichtet. 

Die in arabischer Sprache getätigten Äusserungen wurden mit Untertiteln verse-
hen, u.a. auch auf Deutsch (zum Text s. pag. 10.2.3). Zu Beginn der Interviews 
begrüsst E. die Geschwister in der Schweiz, Deutschland und Europa und die 
Geschwister der muslimischen Jugend in allen Ländern, und dankt diesen für 
deren Ambition, den Geschwistern in Syrien mit den ihnen zur Verfügung stehen-
den Mitteln zu helfen (s. nachfolgende Untertitelwiedergabe). Daraus ergibt sich, 
dass das Exklusivinterview sich vorzugsweise an junge Muslime, an Muslime in 
Europa und insbesondere an jene in den deutschsprachigen Ländern, Schweiz 
und Deutschland, richtet.  

„Und möge Allah des Leben unserer Geschwister in der Schweiz 
erhalten! 

- 38 - 

und unserer Geschwister in Deutschland 
und unserer Geschwister in Europa 
und unserer Geschwister der muslimischen Jugend in allen Ländern 
Allahs - gepriesen sei Er. 
Ich bitte Allah - gepriesen sei Er - euch zu belohnen 
dafür, dass ihr euch für die Situation eurer Geschwister in Shâm 
(Syria) interessiert 
und für eure Ambition, ihnen mit den euch zur Verfügung stehenden 
Mitteln zu helfen.“  
(Exklusivinterview; min 01:01-01:19; Untertitel Deutsch). 

Auch im weiteren Verlauf des Interviews lässt E. wiederholt erkennen, an wen er 
sich insbesondere adressiert. Z.B. erklärt er jenen, „die jetzt gerade zuhören, die 
wir mit unserem Gespräch adressieren im Westen“, dass ein Mudschaheddin mit 
USD 50.00 im Monat auskomme, wobei man für diesen Betrag in einem Restau-
rant in der Schweiz lediglich eine Mahlzeit erhalten würde:  

„Bei Allah, 
ein Kader einer grossen Mitgliedgruppe der Jaysh Al Fath sprach 
zu mir: 
Er sagt: 
Wir haben bestimmt genügend Mittel, Nahrung und Getränke für un-
sere Jugendlichen (shabâbinâ). 
Wir wissen nicht, dass die Mujâhidîn auf dem Weg Allahs... 
Unsere Jugendlichen haben wahrscheinlich diese Informationen 
nicht, 
diejenigen die jetzt gerade zuhören, die wir mit unserem Gespräch 
adressieren im Westen. 
Wahrscheinlich wissen sie nicht, dass die Lebenskosten eines 
Mujâhids hier einer Mahlzeit in einem Schweizer Restaurant ent-
sprechen. 
Ich frage einen der nächsten (anwesenden) Mujâhidîn hier: Wie 
hoch sind eure monatlichen Lebenshaltungskosten? 
50 USD 
Das also heisst, dass eine Mahlzeit für drei Personen (in der 
Schweiz) 
den Lebenshaltungskosten von drei Mujâhidîn in Shâm entspricht. 
(….) 
Der Mujâhid nimmt 50 USD, 
was für den ganzen Monat ausreichen soll.“ 
(Exklusivinterview; min 04:52-05:47; Untertitel Deutsch). 

- 39 - 

E. weiss auch, dass seine Aussagen für die späteren Zuschauer übersetzt wer-
den und sagt zu A.: 

„Dieses Interview mit dir ist vermutlich das erste, welches in Über-
setzung erscheint.  
Wir haben unsere Geschwister tatsächlich vernachlässigt, vor allem 
jene, die dem Arabischen nicht mächtig sind.“ 
(Exklusivinterview; min 23:30-23:38; Untertitel Deutsch). 

Sodann fragt E. später z.B.: 

„Was wollen wir, liebe muslimische Jugend, lieber Mujâhid, liebe Ju-
gend des Westens, liebe Muslime. 
Ich sollte nicht sagen 'Jugend des Westens', sondern eher 'Jugend 
des Islams', die ihr im Westen lebt.“ 
(Exklusivinterview; min 35:57-36:07; Untertitel Deutsch). 

Dass das publizierte Videoerzeugnis grundsätzlich an Muslime und insbeson-
dere an muslimische Jugendliche im Westen gerichtet war, ist somit erstellt: 
durch die Veröffentlichung des Exklusivinterviews im Internet hat A. dieses gross-
flächig angeboten, durch die Untertitelung auf Deutsch, Englisch und Franzö-
sisch insbesondere auch die Menschen mit jener Muttersprache angesprochen, 
wobei aufgrund der Aussagen von E. erstellt ist, dass bereits bei den Aufnahmen 
die Absicht bestand, die Äusserungen von E. den jungen Muslimen im Westen, 
in Europa, in Deutschland und in der Schweiz mitzuteilen.  

3.2.11.2 Propaganda eignet sich zur Einwirkung auf Dritte. Die Verwendung der Internet-
propaganda als Einfallsort für (jeglichen) gewaltsamen Extremismus ist noto-
risch. Zum Inhalt der Propaganda wirft die Anklage A. u.a. vor, E. würde die Ad-
ressaten zum gewaltsamen Jihad auffordern (AS Ziffer 1.1.1.2, S. 7).  

a) Im Exklusivinterview dankt E. den muslimischen Jugendlichen (in der Schweiz, 
Deutschland, Europa und in „allen Ländern Allahs“) für deren Ambition, den Mus-
limen in Syrien mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln zu helfen (E. in: 
Exklusivinterview, min 01:01-01:19, Untertitel Deutsch [s. auch oben E. 
3.2.11.1]). Er beschreibt die Eroberung mehrerer Ortschafte