# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e815e089-9d92-5ead-9efb-6871db552ca8
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-03-14
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 14.03.2014 IV 2012/103
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2012-103_2014-03-14.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2012/103

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 03.06.2020

Entscheiddatum: 14.03.2014

Entscheid Versicherungsgericht, 14.03.2014
Art. 21 IVG, Art. 2 HVI Ziffer 15.02 der Liste im Anhang zur HVI. Elektronische 
Kommunikationsgeräte. Sinn und Zweck eines Hilfsmittels zur Ermöglichung 
des Kontakts mit der Umwelt muss sein, die behinderungsbedingt fehlende 
Sprechfähigkeit zu ersetzen. Auch wenn an die Kommunikationsfähigkeit 
von Schwerstbehinderten keine hohen Anforderungen zu stellen sind, ist 
gemäss dem Sinn und Zweck eines elektronischen Kommunikationsgeräts 
erforderlich, dass die versicherte Person immerhin in der Lage ist, mit einer 
erkennbaren Kommunikationsabsicht selbständig eine bestimmte 
Sprachausgabe auszulösen. Vorliegend fehlen der Beschwerdeführerin die 
nötigen intellektuellen Fähigkeiten zur Bedienung des beantragten 
Kommunikationsgerätes. (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons 
St. Gallen vom 14. März 2014, IV 2012/103).

Entscheid Versicherungsgericht, 14.03.2014

Präsidentin Karin Huber-Studerus, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und 

Marie-Theres Rüegg Haltinner; Gerichtsschreiberin Nadja Francke Zubair

Entscheid vom 14. März 2014

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch B.___,

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diese vertreten durch Advokat lic. iur. Martin Boltshauser, c/o Procap Schweiz, 

Frohburgstrasse 4, Postfach, 4601 Olten,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Hilfsmittel (Kommunikationsgerät)

Sachverhalt:

A.      

A.a  A.___, Jahrgang 19__, leidet am 18q-Syndrom (De-Grouchy-Syndrom) und wurde 

bereits ein Jahr nach der Geburt von ihren Eltern zum Bezug von IV-Leistungen 

angemeldet (IV-act. 2). Als Folge der Behinderung anerkannte die IV-Stelle die 

Geburtsgebrechen Anhang GgV 273, 280, 281, 390, 427, 441 und 444. Die Versicherte 

besucht eine heilpädagogische Sonderschule und ist mit 16 Jahren in das zur Schule 

gehörende Wohnheim eingetreten (IV-act. 432-6). Am 26. Juli 2010 beantragten die 

Eltern der Versicherten die Kostengutsprache für das Hilfsmittel Dynavox, ein 

symbolorientiertes, portables Kommunikationsgerät. Sie führten aus, ihre Tochter 

könne aufgrund ihrer Behinderung nicht ausreichend kommunizieren. Zwar verfüge sie 

über ein recht gutes Sprach- und Situationsverständnis, jedoch könne sie ihre 

Bedürfnisse lautsprachlich gar nicht und mit Gebärden nur sehr unzureichend 

ausdrücken. Der Dynavox erzeuge durch das Drücken von verschiedenen Symbolen 

eine Sprachausgabe, wodurch die Benutzerin mit ihren Mitmenschen kommunizieren 

könne (IV-act. 379).

A.b  Mit einer Mitteilung vom 5. Oktober 2010 erstattete die IV-Stelle eine Kostengut­

sprache für die Abgabepauschale eines Kommunikationsgeräts in Höhe von 

Fr. 6'044.--. Es wurde festgehalten, dass die Kosten des Hilfsmittels nur übernommen 

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würden, wenn nach Abschluss des Gebrauchstrainings erwiesen sei, dass das Gerät zu 

einem grossen Teil für die Pflege der täglichen Kontakte mit der Umwelt effektiv 

Verwendung finde, dass die Versicherte das Gerät mit sich herumtrage, um es spontan 

und situationsbezogen selbständig als Kommunikationshilfe einzusetzen, sowie dass 

für die Versicherte ein erheblicher Gewinn an Kontaktmöglichkeiten erreicht werden 

könne (IV-act. 393).

A.c  Gemäss einem Förderbericht der HPV Sonderschule C.___ vom 10. März 2011 

hielten der Schulleiter und die Klassenlehrerin fest, dass die Versicherte mit Ge­

bärdensprache und Gestik kommuniziere. Neu habe sie das Kommunikationsgerät 

Dynavox erhalten, womit sie Bilder der Familie, der Mitschüler und der 

Bezugspersonen in der Schule erkenne. Ausserdem erkenne sie Piktogramme der 

Schulfächer. Es werde versucht, ihre Kenntnisse betreffend die Anwendung des Geräts 

zu erweitern, beispielsweise durch das Spielen auf dem Dynavox. Die Logopädin führte 

im Bericht aus, das Ziel der seit dem vergangenen Schuljahr einmal wöchentlich 

stattfindenden logopädischen Therapie sei der Ausbau der multimodalen 

Kommunikationsmöglichkeiten der Versicherten anhand von Gebärden, Fotos, 

Piktogrammen und der jeweiligen elektronischen Sprechhilfe. Im ersten Semester und 

im Vorjahr sei das Gerät GoTalk 20+ eingesetzt worden. Damit habe sie mit der 

Versicherten konkrete Alltagshandlungen anhand von Anleitungen mit Piktogrammen 

durchgeführt und das Gerät zum Spielen benutzt. Die Versicherte sei in der Lage, 

Piktogramme zu interpretieren. Auf dem neu erhaltenen Kommunikationsgerät Dynavox 

habe sie in enger Zusammenarbeit mit den Eltern der Versicherten, der Klassenlehrerin, 

dem Betreuungsteam des Wohnheims sowie der Physiotherapeutin Verknüpfungen zu 

persönlichen Seiten für den Alltag erstellt. Wenn sie die Versicherte unterstützend zur 

entsprechenden Seite führe, erkenne die Versicherte Fotos von Personen sowie 

Piktogramme der Schulfächer und könne diese korrekt antippen. Da die Versicherte 

das Kommunikationsgerät erst kürzlich erhalten habe, brauche sie noch viel 

Unterstützung durch Fachpersonen, um das Gerät im Alltag benutzen zu können (IV-

act. 432-4).

A.d  Am 1. Juli 2011 berichtete der zuständige Berater für elektronische Hilfsmittel der 

Herstellerfirma, D.___ GmbH, das Gebrauchstraining habe nach einer intensiven 

Probephase erfolgreich abgeschlossen werden können. Es habe sich gezeigt, dass die 

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Versicherte die für die Bedienung des Gerätes erforderlichen Fähigkeiten besitze. Der 

Dynavox werde regelmässig und in allen Lebensbereichen der Versicherten eingesetzt. 

Das Gerät biete ihr bessere Partizipations- und Selbstbestimmungsmöglichkeiten im 

Alltag und habe ihre Kommunikationsmöglichkeiten stark erweitert (IV-act. 426).

A.e  Der Regionale Ärztliche Dienst der IV-Stelle (RAD) nahm am 9. November 2011 

eine Abklärung an Ort und Stelle in der  HPV Sonderschule C.___ vor. RAD-Ärztin Dr. 

med. E.___, Neurologie und Psychiatrie, Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH, 

hielt in ihrem Bericht vom 10. November 2011 fest, es handle sich bei der Versicherten 

um eine mehrfach behinderte junge Frau mit schwerer psychomentaler Retardierung, 

die im direkten menschlichen Kontakt mit vertrauten Bezugspersonen, aber auch mit 

unvertrauten Personen, auf ihre individuelle Art kommunizieren könne. Das Gerät 

Dynavox benutze die Versicherte ohne erkennbare Kommunikationsabsicht oder 

Zielgerichtetheit. Sie drücke wahllos auf alle Tasten. Zudem versuche sie das Gerät 

auseinanderzuschrauben, so dass es ihr im Wohnbereich den grössten Teil des Tages 

weggenommen werde. Die Versicherte profitiere nicht vom Einsatz einer elektronischen 

Kommunikationshilfe – auch nicht von einem wesentlich einfacheren Gerät. Der direkte 

zwischenmenschliche Kontakt, die persönliche Zuwendung unter Einbezug aller 

Sinnesmodalitäten ohne zwischengeschaltete Elektronik sei für die Versicherte 

notwendig und dürfte für sie sowie ihre Umgebung in kommunikativen Situationen 

wesentlich hilfreicher sein. Eine seriöse Abklärung der Herstellerfirma hätte zu 

demselben eindeutigen Ergebnis führen müssen. Die medizinischen 

Zusprachekriterien, insbesondere eine schwere Sprech- oder Schreibbehinderung und 

die notwendigen neurokognitiven Voraussetzungen für dieses Hilfsmittel, seien bei der 

Versicherten aus versicherungsmedizinischer Sicht nicht ausgewiesen (IV-act. 444).

A.f   Der zuständige Facharbeiter der IV-Stelle hielt am 10. November 2011 fest, die 

Versicherte weise einen deutlichen Entwicklungsrückstand auf. Aufgrund der 

deutlichen Minderintelligenz (IQ unter 70) verstehe sie Sprach- und Wortinhalte nicht 

wirklich. Sie könne höchstens situationsbedingte Hinweise, welche mehrmals 

wiederholt und mit Gesten unterstützt würden, ausführen. Während der ganzen 

Beobachtungszeit im Rahmen der Abklärung vor Ort (ca. 1 Stunde) habe die 

Versicherte keiner verbalen Aufforderung nachkommen können. Nachdem die 

zuständige Betreuerin im Wohnheim den Dynavox ausgepackt habe, habe die 

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Versicherte wahllos auf den Tasten herumgedrückt. Das Gerät weise auf der ersten 

Ebene an die 50 Rastertasten auf. Die Betreuerin habe mehrmals bestätigt, es könne 

nicht davon ausgegangen werden, dass die Versicherte die Sprachausgabe der 

einzelnen Tasten der ersten Ebene wirklich verstehe. Beim Gerät handle es sich um ein 

äusserst komplexes Gerät mit unzähligen Wort- und Satzmöglichkeiten sowie diversen 

Ebenen. Laut der Betreuerin werde das Gerät meist am Morgen vor dem Frühstück 

eingesetzt und die entsprechende Ebene mit 6 grossen Symbolbildern (z.B. Jogurt, 

Milch, Käse, etc.) eingestellt. Es sei jedoch unklar, ob die Versicherte den Inhalt der 

Bilder wirklich verstehe. Der Fachmitarbeiter verneinte alle Kriterien eines erfolgreichen 

Gebrauchstrainings und führte aus, dass die Versicherte mit der Bedienung des Geräts 

überfordert sei und selbständig keine zielgerichtete Aussage vornehmen könne. Sie 

könne nicht einmal 1% des Gerätepotenzials ausschöpfen. Da nur eine ungezielte 

Bedienung möglich sei, könne das Gerät nicht wirklich zur Kommunikation eingesetzt 

werden. Die Versicherte betrachte das Gerät laut der Betreuerin mehr als ein Spielzeug 

(IV-act. 445).

A.g  Mit einem Vorbescheid vom 30. November 2011 stellte die IV-Stelle die Abweisung 

der Kostengutsprache für das Kommunikationsgerät Dynavox Maestro in Aussicht. Zur 

Begründung führte sie an, dass die Voraussetzungen für den Anspruch auf ein 

Kommunikationsgerät nicht erfüllt würden. Entgegen dem Abschlussbericht der D.___ 

GmbH könne die Versicherte das Gerät weder bedienen noch die Tasten verstehen (IV-

act. 447).

A.h  Gegen diesen Vorbescheid liess die Versicherte am 20. Januar 2012 Einwand er­

heben. Der Rechtsvertreter führte aus, dass die Versicherte den Dynavox zu einem 

grossen Teil selbst bedienen könne und sich damit mit der Aussenwelt in Kontakt be­

gebe. Sie benutze das Gerät, um ihre Befindlichkeit, ihre Bedürfnisse und Erlebnisse zu 

kommunizieren. Die Versicherte habe bereits gelernt, sich auf der Oberfläche des 

Dynavox zu orientieren. Sie kenne und finde bereits viele für sie bedeutungsvolle 

Piktogramme und benutze diese selbstständig. Es seien deutliche Verbesserungen in 

den kommunikativen Fähigkeiten feststellbar. Dadurch habe sich ihre 

Alltagskommunikation, ihre soziale Partizipation und vor allem ihre Selbstbestimmung 

erweitert (IV-act. 455). Der Rechtsvertreter legte dem Einwand ein Schreiben der 

Logopädin der Versicherten vom 10. Januar 2012 bei. Diese hielt fest, dass die 

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Versicherte den Dynavox als Ersatz für die ihr nicht zur Verfügung stehende 

Lautsprache benutze. Sie bringe das Gerät unaufgefordert in die verschiedenen 

Lebensbereiche mit, packe es selbständig aus und starte das Programm. Die 

Logopädin führte im Weiteren verschiedene Situationen an, in welchen die Versicherte 

den Dynavox als Kommunikationshilfe eingesetzt haben soll: So öffne die Versicherte 

selbständig die Erzählseite auf dem Dynavox und erzähle durch Antippen, was sie 

erlebt habe. Dabei nicke und lächle sie beim Abspielen der Äusserungen. Weiter öffne 

die Versicherte häufig eine ihrer Personenseiten. Sie führe eine Personengebärde aus, 

drücke das entsprechende Foto und vergewissere sich mit einem Blick, ob der 

Kommunikationspartner schaue. Beim Mittagessen mit der Schulklasse tippe die 

Versicherte die Taste "noch mehr" und schöpfe sich nach. Sie äussere mit dem 

Dynavox "genug", wenn sie nichts mehr essen wolle. Auf die Frage, was sie trinken 

wolle, habe die Versicherte auf der Getränkeseite auf "Apfelsaft" gedrückt und 

verschmitzt gelächelt, weil kein Apfelsaft vorhanden gewesen sei. Nach Wiederholung 

der Frage habe sie mittels Dynavox zwischen den vorhandenen Getränken Tee und 

Wasser gewählt. Die Versicherte trage orthopädische Einlagen in den Schuhen und 

leide manchmal unter Druckstellenbildung an den Füssen. Auf entsprechende 

Nachfrage habe sie auf der geöffneten Befindlichkeitsseite die Taste "Ich habe 

Schmerzen" gedrückt, woraufhin eine Druckstelle am Fuss entdeckt worden sei. In 

einer anderen Situation habe ihr die Versicherte in der Therapiesitzung selbständig und 

unaufgefordert von einem realen Konflikt erzählt, indem sie sich an den Kopf gegriffen 

und auf dem Dynavox die Tasten "Entschuldigung" – "Es tut mir leid" – "Name der 

Person" gedrückt habe. Bei diesen Äusserungen habe sie sich auf mehreren Ebenen 

des Dynavox bewegen müssen. Die Versicherte benutze den Dynavox, um ihre 

Befindlichkeit, ihre Bedürfnisse und Erlebnisse in natürlichen, ihr vertrauten Situationen 

zu kommunizieren. In künstlich provozierten, unnatürlichen Gesprächssituationen 

(Frage-Antwort, Zeige mir…) erkenne sie aufgrund ihrer kognitiven Beeinträchtigung 

keinen Sinn und zeige sich deshalb kaum kooperativ (IV-act. 455-3 f.).

A.i   In einer internen Anfrage an den RAD betreffend den Bericht der Logopädin hielt 

der zuständige Fachmitarbeiter am 1. Februar 2012 fest, es scheine, dass durch 

das Gerät möglicherweise ein logopädischer Nutzen vorhanden sei. Jedoch sei ent­

scheidend, wie die Versicherte mit dem Gerät ausserhalb der Schule umgehen könne. 

Die diesbezügliche Abklärung vor Ort habe gezeigt, dass sie keine zielgerichtete Aus­

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sage habe vornehmen können. Bei den von der Logopädin erwähnten 3 - 4 

Erlebnissen, werde man kaum davon ausgehen können, dass diese zielgerichtet erfolgt 

seien. Vielmehr liessen die Tastenbetätigungen allen Interpretationsspielraum offen. 

Wenn die Logopädin schreibe, dass die Versicherte in künstlich provozierten, 

unnatürlichen Gesprächssituationen keinen Sinn erkenne, bestätige dies indirekt die 

kognitive Überforderung beim Bedienen des Geräts (IV-act. 456-1). RAD-Ärztin Dr. 

E.___ erklärte, dass sie im Rahmen ihrer persönlichen, über einstündigen Abklärung am 

9. November 2011 habe feststellen können, dass die Versicherte in keiner Weise in der 

Lage gewesen sei, den Dynavox für eine zielgerichtete Kommunikation – weder mit 

ihnen (den unvertrauten Besuchern) noch mit der vertrauten Betreuungsperson – 

einzusetzen. Obwohl im Wohnbereich seit fast einem Jahr täglich versucht werde, das 

Gerät einzusetzen, sei die Alltagskommunikation und die soziale Partizipation in keiner 

Weise verbessert worden. Die Mitbewohner/Innen fühlten sich gestört und reagierten 

mit Ablehnung, weil die Versicherte die Sprechtasten anhaltend wiederholt und 

ungezielt betätige. Zudem müsse das Betreuungspersonal aufpassen, dass die 

Versicherte das Gerät nicht auseinander nehme. Aus ärztlicher Sicht müsse daher am 

ablehnenden Bescheid festgehalten werden (IV-act. 456-2).

A.j   Mit einer Verfügung vom 8. Februar 2012 lehnte die IV-Stelle eine Kostengut­

sprache für das Kommunikationsgerät Dynavox Maestro ab. Zur Begründung hielt sie 

fest, die Abklärungen hätten ergeben, dass die Voraussetzungen für den Anspruch auf 

ein Kommunikationsgerät nicht erfüllt würden. Da im Aussendienst immer wieder 

festgestellt worden sei, dass Geräte zu Hause nicht oder für einen anderen Zweck 

eingesetzt würden, sei auch in diesem Fall eine Abklärung vor Ort durchgeführt 

worden. Diese habe ergeben, dass das Gerät völlig überdimensioniert sei und nicht 

einmal 1% des Gerätepotenzials ausgeschöpft würde sowie dass das Gerät im 

Wohnalltag nachweislich nicht zur Verbesserung der Pflege gesellschaftlicher Kontakte 

führe bzw. eingesetzt werden könne (IV-act. 457).

B.    

B.a  Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 15. März 

2012. Die Versicherte, vertreten durch ihre Eltern, diese vertreten durch Advokat Martin 

Boltshauser von Procap, beantragt die Aufhebung der Verfügung vom 8. Februar 2012 

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und die Kostenzusprache für das Kommunikationsgerät Dynavox Maestro im Betrag 

von Fr. 15'064.30 (act. G 1). In einer Beschwerdeergänzung vom 16. April 2012 

verweist der Rechtsvertreter zur Begründung auf die Stellungname der HPV 

Sonderschule C.___ vom 5. April 2012. Darin hielten die Logopädin und der Schulleiter 

der Versicherten fest, dass die Versicherte den Dynavox erst vor einem Jahr erhalten 

habe. Bis dahin habe sie nur über sehr rudimentäre Kommunikationsmöglichkeiten mit 

wenigen Gebärden, die nur ihr nahestehende Personen hätten interpretieren können, 

verfügt. Durch das rudimentäre Sprachsystem habe sie ein äusserst eingeschränktes 

Sprachwissen. Im vergangenen Jahr habe die Versicherte mit dem Dynavox ein für sie 

komplett neues Sprachsystem erlernen müssen. In Anbetracht dieser Ausgangslage 

habe sie beachtliche Fortschritte erzielt und werde zunehmend kommunikativer. Sie 

bringe den Dynavox unaufgefordert in alle ihre Lebensbereiche (Zu Hause, Wohnheim, 

Schule, Physiotherapie und Logopädie) mit, packe ihn aus und setze ihn ein, wenn sie 

kommunizieren wolle. Diesen Aufwand würde sie nicht freiwillig über so einen langen 

Zeitraum leisten, wenn sie dadurch nicht eine wesentliche Verbesserung in ihrer 

täglichen Kommunikation erfahren würde. Die Versicherte könne das Gerät sehr wohl 

bedienen und verstehe die Tasten. Der Dynavox besitze einen Zähler, der die 

Verwendungshäufigkeit der einzelnen Tasten aufzeichne. Dieser Zähler zeige klare 

Präferenzen der Versicherten für bestimmte Tasten auf den unterschiedlichsten 

Ebenen. Es handle sich dabei um Objekte, die der Versicherten im Alltag wichtig seien. 

Die Aussage, dass die Versicherte nicht einmal 1% des Gerätepotenzials nutzen könne, 

sei schwierig nachzuvollziehen und auszurechnen. Da es sich um ein Windows-

basiertes Gerät handle, seien die Möglichkeiten entsprechend vielfältig. Obwohl 

Windows mit seinen zugehörigen Microsoft Office-Programmen beinahe an jedem 

Arbeitsplatz Standard sei, nutzten wohl sehr wenige Personen mehr als 1% der 

angebotenen Funktionen. Die Versicherte benutze den Dynavox immer im Alltag zu 

Hause. Sie nehme ihn auch an Verwandtschaftsbesuche und Familienfeste mit und 

setze ihn zur Kommunikation ein. Zur Überprüfung, ob das Gerät zu Hause nicht oder 

zu anderen Zwecken eingesetzt werde, hätte die Abklärung vor Ort auch zu Hause 

stattfinden müssen. Die Abklärung im Wohnheim durch zwei ihr unbekannte Personen 

stelle für die Versicherte eine realitätsfremde Situation dar, die nicht repräsentativ für 

ihre kommunikativen Fähigkeiten sei. Ohne das Gerät habe sie keine Möglichkeit, ihre 

Befindlichkeiten und Bedürfnisse auszudrücken, was zu Frustration und starkem 

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Zwangsverhalten führe. Alle Bezugspersonen hätten im vergangenen Jahr einen 

massiven Rückgang im Zwangsverhalten festgestellt. Es existiere kein 

kostengünstigeres Kommunikationsmittel, das der Versicherten annähernd dieselbe 

Flexibilität bezüglich Anwendungsmöglichkeiten und Wortschatzauswahl biete. Bei 

Geräten mit statischer Oberfläche oder bei Piktogrammtafeln stehe jeweils ein sehr 

begrenzter, von der Umgebung vorgegebener Wortschatz zur Verfügung. Da sich die 

Versicherte innerhalb der Ebenen des Dynavox zurecht finde, würde ein einfacheres 

Hilfsmittel ihren Fähigkeiten nicht gerecht (act. G 3.1). Am 23. Februar 2012 erstellten 

die Logopädin und der Schulleiter eine Analyse der Tastenbetätigung durch die Ver­

sicherte. Sie hielten fest, dass häufig gewählte Tasten nach Rücksprache mit den 

Eltern der Versicherten und anderen Bezugspersonen auch als spezielle Interessen der 

Versicherten bestätigt worden seien. Die Häufigkeit sei nicht gleichmässig verteilt und 

zeige auf einer kleinen Fläche grosse Unterschiede auf. Dies zeige, dass die Tasten 

nicht wahllos gedrückt, sondern gezielt angewählt worden seien. Die häufig gewählten 

Tasten seien Wörter, mit denen die Versicherte ein differenziertes Bedürfnis oder einen 

Wunsch äussere. Auch auf tiefer gelegenen, schwieriger zu findenden Ebenen seien 

sehr häufige Aussagen zu finden, was darauf schliessen lasse, dass die Versicherte 

sehr zielgerichtet vorgegangen sei (act. G 3.1.1).

B.b  Am 18. Juni 2012 beantragt die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Be­

schwerde. Zur Begründung verweist die Beschwerdegegnerin auf den Abklärungs­

bericht von RAD-Ärztin Dr. E.___ vom 10. November 2011, wonach die Beschwerde­

führerin den Dynavox ohne erkennbare Kommunikationsabsicht oder Zielgerichtetheit 

benutze. Weiter hält sie fest, dass die Abklärung im Beisein der Betreuungsperson 

stattgefunden habe und diese bestätigt habe, dass das Gerät im Heim nicht wirklich 

eingesetzt werden könne. Zusammengefasst erfülle die Beschwerdeführerin die 

Voraussetzungen für eine Abgabe des Kommunikationsgeräts nicht. Bei ihr liege eine 

Sprach- und nicht eine Sprechbehinderung vor. Zudem verfüge sie nicht über die 

notwendigen intellektuellen und motorischen Fähigkeiten. Ein spontaner und 

situationsbezogener Einsatz des Gerätes sei durch die Beschwerdeführerin nicht 

möglich, womit sich das Gerät nicht als zweckmässig erweise (act. G 6).

B.c  Mit einer Replik vom 28. August 2012 hält die Beschwerdeführerin an den Be­

schwerdeanträgen fest. Der Rechtsvertreter macht geltend, die Beschwerdegegnerin 

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habe sich nicht mit den in der Beschwerdeergänzung eingereichten neuen 

Dokumenten auseinandergesetzt, obwohl die Logopädin und der Schulleiter mit ihrer 

Stellungnahme vom 5. April 2012 ausführlich bestätigt hätten, dass die Versicherte das 

Gerät bedienen könne und die Tasten sehr gut verstehe. Sollte aufgrund der mit der 

Beschwerdeergänzung eingereichten Unterlagen keine genügende Grundlage für eine 

direkte Kostenzusprache gegeben sein, werde eventualiter die Rückweisung der 

Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zu ergänzenden Abklärungen beantragt 

(act. G 8).

B.d  Mit einer Eingabe vom 10. September 2012 hat die Beschwerdegegnerin auf die 

Einreichung einer Duplik verzichtet (act. G 10).

Erwägungen:

1.     

1.1   Streitgegenstand ist vorliegend der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine 

Kostengutsprache für das Kommunikationsgerät Dynavox Maestro. Nicht zu beurteilen 

ist hingegen, ob die Beschwerdeführerin grundsätzlich einen Anspruch auf die 

Kostenübernahme eines (beliebigen) Kommunikationsgeräts hat.

1.2   Nach Art. 21 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; 

SR 831.20) haben Versicherte im Rahmen einer vom Bundesrat aufzustellenden Liste 

Anspruch auf jene Hilfsmittel, welche sie infolge ihrer Invalidität u.a. für die Herstellung 

des Kontakts mit der Umwelt bedürfen. Der Bundesrat hat die Befugnisse, die ihm in 

Art. 21 IVG eingeräumt wurden, mit Art. 14 der Verordnung über die 

Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) an das Eidgenössische Departement des 

Innern übertragen, welches die Verordnung über die Abgabe von Hilfsmitteln durch die 

Invalidenversicherung (HVI; SR 831.232.51) erlassen hat. Laut Art. 2 HVI besteht im 

Rahmen der im Anhang aufgeführten Liste Anspruch auf Hilfsmittel, soweit diese für die 

Fortbewegung, die Herstellung des Kontaktes mit der Umwelt oder für die Selbstsorge 

notwendig sind (Abs. 1). Was für das Verwaltungsrecht gemäss Art. 5 Abs. 2 der 

Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101) allgemein gilt 

– dass nämlich staatliches Handeln im öffentlichen Interesse liegen und 

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verhältnismässig sein muss –, hat das Departement in Art. 2 Abs. 4 HVI betreffend 

Hilfsmittel spezifisch normiert, indem es festgehalten hat, dass nur Anspruch auf 

Hilfsmittel in einfacher, zweckmässiger und wirtschaftlicher Ausführung besteht. Auf 

elektronische Kommunikationsgeräte besteht gemäss Ziff. 15.02 des Anhangs zur HVI 

für schwer sprech- und schreibbehinderte Versicherte Anspruch, sofern diese zur 

Pflege des täglichen Kontakts mit der Umwelt auf ein solches Gerät angewiesen sind 

und über die notwendigen intellektuellen und motorischen Fähigkeiten zur Bedienung 

eines solchen Geräts verfügen (vgl. zum Ganzen auch BGE 139 V 115 E. 5.1).

1.3   Gemäss den Rz. 2170 f. des Kreisschreibens über die Abgabe von Hilfsmitteln 

durch die Invalidenversicherung (KHMI) wird Schülern ein Kommunikationsgerät 

abgegeben, wenn dieses zur Kontaktaufnahme mit der Umwelt, das heisst zur 

Kommunikation mit der Familie, Freunden, Drittpersonen, Mitschülern und 

Lehrpersonen, verwendet wird. Geräte, welche zur Therapie der Lautsprache 

eingesetzt werden, können nicht von der Invalidenversicherung bezahlt werden. 

Sonderschülern und Schülern in integrativer Schulung kann ein Kommunikationsgerät 

abgegeben werden, wenn sie die folgenden Voraussetzungen erfüllen: Sie müssen 

während längerer Zeit erfolgreich in der Anwendung des Gerätes geschult worden sein; 

es muss erwiesen sein, dass das Gerät für die Pflege des Kontaktes mit der Umwelt 

auch ausserhalb der Schule Verwendung findet; von der Leitung der jeweiligen 

Sonderschule müssen Angaben über die Intelligenz der Versicherten vorliegen, die 

einen sinnvollen Einsatz des Gerätes in der Freizeit und einen erheblichen Gewinn an 

Kontaktmöglichkeiten garantieren; es muss belegt sein, dass die Versicherten das 

entsprechende Gerät nach der Schulentlassung weiterhin zur Pflege des Kontaktes mit 

der Umwelt benutzen können. Diese Vorgaben betreffend die Abgabe von 

Kommunikationsgeräten an Schüler bezwecken die Koordination der Leistungen der 

Invalidenversicherung mit denen der die Sonderschulen und integrativen Schulen 

finanzierenden Kantone. Kommunikationsgeräte sollen dann nicht von der 

Invalidenversicherung finanziert werden, wenn sie gewissermassen zum Schulmaterial 

gehören. Dies ist der Fall, wenn die Geräte primär für den Unterricht benutzt werden. 

Ihr Zweck ist dann nämlich in erster Linie, den Unterricht zu ermöglichen. Demzufolge 

sind sie vom Träger der Sonderschule bzw. der integrativen Schule zur Verfügung zu 

stellen. Nur wenn die Geräte auch ausserhalb der Schule intensiv genutzt werden 

können und genutzt werden, haben sie den Charakter eines (individuellen) Hilfsmittels 

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der Invalidenversicherung. In diesem Fall hat die Invalidenversicherung für die Kosten 

des Gerätes aufzukommen.

2.     

2.1   Die Beschwerdegegnerin stützt sich beim ablehnenden Entscheid auf den Ab­

klärungsbericht von Dr. E.___ vom 10. November 2011 sowie die diesbezüglichen 

Ausführungen des zuständigen Facharbeiters, welcher ebenfalls an der Abklärung vor 

Ort teilgenommen hat (vgl. IV-act. 466). Laut Dr. E.___ erfüllt die Beschwerdeführerin 

die medizinischen Voraussetzungen für die Zusprache eines elektronischen 

Kommunikationsgeräts nicht. Insbesondere seien weder eine schwere Sprech- oder 

Schreibbehinderung noch die notwendigen neurokognitiven Voraussetzungen für 

dieses Hilfsmittel ausgewiesen. Die Beschwerdeführerin benutze das Gerät Dynavox 

ohne erkennbare Kommunikationsabsicht oder Zielgerichtetheit und drücke wahllos auf 

alle Tasten (vgl. IV-act. 444). Der Facharbeiter hat ergänzend festgehalten, dass es sich 

beim Dynavox um ein äusserst komplexes Gerät mit unzähligen Wort- und 

Satzmöglichkeiten sowie diversen Ebenen handle. Die Beschwerdeführerin sei mit der 

Bedienung des Geräts überfordert und könne selbständig keine zielgerichtete Aussage 

vornehmen. Sie könne nicht einmal 1% des Gerätepotenzials ausschöpfen (vgl. IV-act. 

445). Fraglich ist somit insbesondere, ob die Beschwerdeführerin über die notwendigen 

intellektuellen Fähigkeiten zur Bedienung des Dynavox Maestro verfügt.

2.2   Die Möglichkeiten der Beschwerdeführerin, Kontakt mit der Umwelt herzustellen, 

sind aufgrund ihrer Behinderung eingeschränkt. Anfang des Jahres 2011 hat die Be­

schwerdeführerin das Gerät Dynavox Maestro erhalten (vgl. IV-act. 432-5). Gemäss 

dem Förderbericht der HPV Sonderschule C.___ vom 10. März 2011 hat die Be­

schwerdeführerin bisher nur mit Gebärdensprache und Gestik kommuniziert. Die Ge­

bärden seien vor allem alltagspraktisch (WC, nein, Wo ist?, Wohnheim, Mama, Physio, 

etc.). Der Seh- und Hörsinn seien deutlich beeinträchtigt, jedoch könne die 

Beschwerdeführerin Personen auf Fotos erkennen. Sie verstehe Anweisungen, die sie 

erreichten, und reagiere auf Gebärdensprache. Mit dem Dynavox sei sie in der Lage, 

Bilder der Familie, der Mitschülerinnen und der Bezugspersonen in der Schule zu 

erkennen. Ausserdem erkenne sie die Piktogramme der Schulfächer. Das 

Kommunikationsgerät solle ihr sprachliche Ausdrucksmöglichkeiten erschliessen, 

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welche sie auf andere Weise nicht habe (vgl. IV-act. 432-2 f.). Die Logopädin hat 

ausgeführt, das Ziel der Therapie sei der Ausbau der multimodalen 

Kommunikationsmöglichkeiten der Beschwerdeführerin anhand von Gebärden, Fotos, 

Piktogrammen und der jeweiligen elektronischen Sprechhilfe. Im ersten Semester 

sowie im Vorjahr sei das Gerät Go Talk 20+ eingesetzt worden. Zur Vorbereitung auf 

den Umgang mit dem dynamischen Kommunikationsgerät habe sie neben der 

gebärdenunterstützten Kommunikation oft mit Piktogrammen gearbeitet. Die 

Beschwerdeführerin sei in der Lage, Piktogramme zu interpretieren. Beim neu 

erhaltenen Gerät Dynavox erkenne die Beschwerdeführerin Fotos von ihr vertrauten 

Personen sowie die Piktogramme der Schulfächer, wenn sie mit Unterstützung auf 

die entsprechende Seite geführt werde. Die Beschwerdeführerin befinde sich in der 

Kennenlernphase und benötige noch viel Unterstützung, um das Gerät im Alltag nutzen 

zu können (vgl. IV-act. 432-4). Aus dem Förderbericht geht somit hervor, dass ein 

Einsatz des Dynavox als Kommunikationshilfe bis zu diesem Zeitpunkt nicht möglich 

gewesen ist. Die Herstellerfirma hat am 1. Juli 2011 von einem erfolgreichen Abschluss 

des Gebrauchstrainings berichtet und festgehalten, dass die Beschwerdeführerin die 

für die Bedienung des Geräts erforderlichen Fähigkeiten besitze. Der Dynavox werde in 

allen Lebensbereichen der Beschwerdeführerin eingesetzt und habe ihre 

Kommunikationsmöglichkeiten stark erweitert (vgl. IV-act. 426). Aus einer Aktennotiz 

betreffend ein Telefonat mit der Logopädin am 22. Dezember 2011 ist jedoch zu 

entnehmen, dass die Herstellerfirma keine direkte Schulung mit der 

Beschwerdeführerin durchgeführt hat. Diese ist durch die Logopädin erfolgt, während 

dem die Herstellerfirma ihr lediglich beratend und unterstützend zur Seite gestanden 

hat (vgl. IV-act. 451). Auf die Einschätzung des Beraters der Herstellerfirma vom 1. Juli 

2011 kann daher nicht abgestellt werden. 

2.3   Die Abklärung durch Dr. E.___ ist rund vier Monate nach Abschluss des 

Gebrauchstrainings am 9. November 2011 erfolgt. Sie ist im Wohnheim der 

Sonderschule und in Anwesenheit der zuständigen Betreuerin durchgeführt worden. 

Die Beschwerdeführerin wohnt während der Woche im Wohnheim (vgl. IV-act. 432-5) 

und verbringt somit die meiste Zeit in dieser ihr vertrauten Umgebung. Laut dem 

Bericht von Dr. E.___ hat die Beschwerdeführerin den Dynavox während der rund 

einstündigen Abklärung nicht ein Mal zielgerichtet zur Kommunikation einsetzen 

können. Dr. E.___ hat berichtet, dass die Beschwerdeführerin nach dem Anschalten 

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des Dynavox offensichtlich wahllos auf alle sichtbaren Piktogramme gedrückt habe und 

auf anderen Ebenen gelandet sei. Sie habe ohne erkennbare Zielsetzung 

ununterbrochen die verschiedensten Inhalte abgerufen und habe sich dabei kaum 

stoppen lassen. Die Betreuungsperson habe angegeben, dass sie mit der 

Beschwerdeführerin in der Regel nur morgens vor dem Frühstück mit dem Dynavox 

übe, wobei sie nur ein einziges einfaches Bedienungsfeld mit 6 grossen Bildsymbolen 

von Nahrungsmitteln benutze. In der Testsituation habe die Beschwerdeführerin immer 

wieder auf alle 6 Symbole gedrückt, teilweise mehrfach hintereinander auf dasselbe 

Bild. Laut der Betreuerin funktioniere ein gezieltes Auswählen auch morgens in der 

Regel nicht. Die Beschwerdeführerin betätige stets alle Tasten, so dass ihr das Gerät 

weggenommen werden müsse. Einerseits, weil sich die anderen Mitbewohner durch 

die dauernde Sprachausgabe des Geräts gestört fühlten und andererseits, weil die 

Beschwerdeführerin immer wieder versuche, das Gerät auseinander zu schrauben. Im 

Wohnbereich werde man versuchen, einfache Bildkärtchen als Kommunikationshilfe 

einzusetzen. Zusammenfassend hat Dr. E.___ festgestellt, dass die Beschwerdeführerin 

im direkten zwischenmenschlichen Kontakt auf ihre individuelle einfachste Art 

kommunizieren könne: Sie wende ihre Aufmerksamkeit auf den Gesprächspartner oder 

von ihm ab, sie gehe auf ihn zu oder von ihm weg, sie produziere Töne in 

verschiedenen Lautstärken und Frequenzen, sie nehme Gegenstände, die sie 

interessierten, in die Hände und untersuche sie. Bei Aufregung werde sie motorisch 

unruhig. Die Beschwerdeführerin benötige zum Verständnis in einer kommunikativen 

Situation individuelle multimodale Unterstützung in Form von Gebärden und taktiler 

Führung bzw. einen eindeutigen situativen Kontext, z.B. die vertraute Tischrunde beim 

Morgenessen. Vom Einsatz einer elektronischen Kommunikationshilfe profitiere die 

Beschwerdeführerin nicht. Der direkte zwischenmenschliche Kontakt und die 

persönliche Zuwendung ohne zwischengeschaltete Elektronik dürften in 

kommunikativen Situationen wesentlich hilfreicher sein (vgl. IV-act. 444). Der Bericht 

von Dr. E.___ erscheint nachvollziehbar und schlüssig. Die Angaben der Betreuerin 

haben zudem bestätigt, dass das beobachtete Verhalten der Beschwerdeführerin im 

Umgang mit dem Dynavox dem Alltagsverhalten entspricht. Der Dynavox wird 

demnach nur kurzzeitig bei der Frühstückssituation verwendet. Dabei wird der 

Beschwerdeführerin die entsprechende Ebene mit 6 Symbolbildern von verschiedenen 

Frühstücksnahrungsmitteln zur Auswahl vorgelegt. Selbst in dieser der 

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Beschwerdeführerin vertrauten Situation, welche sich täglich wiederholt, nimmt sie laut 

der Betreuerin in der Regel keine gezielte Tastenbetätigung vor. Der Umstand, dass im 

Wohnheim versucht wird, als Kommunikationshilfe einfache Bildkärtchen statt dem 

elektronischen Kommunikationsgerät einzusetzen, zeigt, dass der Dynavox als 

Kommunikationsmittel im Wohnalltag für die Beschwerdeführerin nicht zweckmässig 

ist.

2.4   Demgegenüber ist die Logopädin der Überzeugung, dass die Beschwerdeführerin 

in der Lage sei, den Dynavox zu bedienen und die Tasten verstehe. Mit ihrem 

Schreiben vom 10. Januar 2012 hat sie von verschiedenen Situationen berichtet, in 

denen die Beschwerdeführerin mit Hilfe des Dynavox kommuniziert hat. Dazu ist 

festzuhalten, dass es sich dabei um lediglich drei bis vier Erlebnisse während eines 

ganzen Jahres handelt. Zudem sind die geschilderten Situationen unterschiedlich 

interpretierbar. Es lässt sich jedenfalls nicht überwiegend wahrscheinlich daraus 

ableiten, dass die Beschwerdeführerin die Tasten gezielt und in der Absicht, zu 

kommunizieren, gedrückt hat. Dass die Logopädin beispielsweise davon ausgeht, dass 

die Beschwerdeführerin auf die Frage, was sie trinken wolle, gezielt "Apfelsaft" 

gedrückt habe, obwohl ihr dabei bewusst gewesen ist, dass kein Apfelsaft vorhanden 

war, erscheint unwahrscheinlich. Gemäss einer Aktennotiz hat die Logopädin in einem 

Telefonat vom 22. Dezember 2011 gegenüber der Beschwerdegegnerin vorgebracht, 

dass es für die Übernahme der Kosten eines Kommunikationsgeräts doch genügen 

müsse, dass die Beschwerdeführerin mit dem Gerät eine "gewisse Partizipation" mit 

der Umwelt erreichen könne (vgl. IV-act. 451). Nach dem Wortlaut von Ziffer 15.02 

Anhang HVI ist vorausgesetzt, dass eine versicherte Person zur Pflege des täglichen 

Kontakts mit der Umwelt auf ein Kommunikationsgerät angewiesen sein muss. Die 

Verwaltungsweisungen enthalten keine Präzisierung des Begriffs "Kontakt mit der 

Umwelt" (vgl. Rz. 15.02 KHMI). Sinn und Zweck eines Hilfsmittels zur Ermöglichung 

des Kontakts mit der Umwelt muss sein, die behinderungsbedingt fehlende 

Sprechfähigkeit zu ersetzen, d.h. der versicherten Person muss es möglich sein, mittels 

Sprachausgabe des elektronischen Kommunikationsgeräts zu sprechen, z.B. dass sie 

Durst habe, dass sie friere oder dass sie auf die Toilette müsse. Das Bundesgericht hat 

dies als Möglichkeit, sich spontan und situationsbezogen auszudrücken, 

zusammengefasst (BGE 131 V 9 ff. E. 3.6.2). Damit der gesetzgeberischen Zielsetzung, 

auch Schwerstinvaliden den Kontakt mit der Umwelt zu ermöglichen, Rechnung 

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getragen werden kann, geht die Rechtsprechung davon aus, dass an die 

Kommunikationsfähigkeit dieser Versichertenkategorie keine zu hohen Anforderungen 

gestellt werden dürfen (Urteil des Bundesgerichts vom 31. Juli 2008, 9C_214/2008, E. 

2.3). Aufgrund des Sinn und Zwecks eines elektronischen Kommunikationsgeräts muss 

auch eine schwerstinvalide versicherte Person jedoch immerhin in der Lage sein, mit 

einer erkennbaren Kommunikationsabsicht selbständig eine bestimmte Sprachausgabe 

auszulösen. Es ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin durch das 

Betätigen der Tasten auf dem Dynavox die Aufmerksamkeit ihrer Mitmenschen und 

damit eine gewisse Partizipation an der Umwelt erreicht. Jedoch erfolgt diese 

Partizipation abstrakt und nicht dahingehend, dass die Beschwerdeführerin konkret 

etwas mitteilt. Auch der Einsatz des Dynavox als Spielgerät führt zu einem Kontakt mit 

der Umwelt. Jedoch entsprechen diese Verwendungsarten nicht dem Sinn und Zweck 

des Dynavox als Kommunikationshilfe.

2.5   Die Auswertung der Tastenbetätigung vom 23. Februar 2012 lässt auch nicht 

darauf schliessen, dass die Beschwerdeführerin zielgerichtet kommuniziert hat. Vorweg 

ist festzustellen, dass dieser Auswertung – wenn überhaupt – nur ein eingeschränkter 

Beweiswert zukommt. Es ist nämlich davon auszugehen, dass Tastenbetätigungen 

nicht nur durch die Beschwerdeführerin selbst, sondern auch durch die vielen 

Bezugspersonen in den unterschiedlichen Lebensbereichen der Beschwerdeführerin 

erfolgt sind. Aus dem Umstand, dass gewisse Tasten auf nicht direkt erreichbaren 

Ebenen gehäuft gedrückt worden sind, kann nicht abgeleitet werden, dass die 

Beschwerdeführerin diese Ebenen gezielt aufgesucht hat, um die entsprechenden 

Tasten zu betätigen. Einerseits hat sich in der Abklärung durch Dr. E.___ gezeigt, dass 

die Beschwerdeführerin auf sämtliche sichtbaren Piktogramme gedrückt und dabei 

auch die Ebenen gewechselt hat. Andererseits geht aus den Akten hervor, dass der 

Beschwerdeführerin grundsätzlich die der Situation angepasste Ebene mit den 

entsprechenden Symbolen jeweils von einer Bezugsperson geöffnet wird. Die häufigen 

Tastenbetätigungen auf gewissen Ebenen ergeben sich somit wohl insbesondere 

dadurch, dass der Beschwerdeführerin diese Ebenen besonders oft zur Auswahl 

vorgelegt worden sind. Der Auswertung ist zu entnehmen, dass am häufigsten Tasten 

mit Bildern von vertrauten Personen gedrückt worden sind. Wie bereits im Bericht der 

Sonderschule C.___ vom 10. März 2011 festgehalten, ist die Beschwerdeführerin in der 

Lage, Fotos von Personen auf dem Dynavox zu erkennen. Selbst wenn die 

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Beschwerdeführerin die unterschiedlichen Personen zielgerichtet und in 

Kommunikationsabsicht angewählt hätte, würde dies keine Kostengutsprache für den 

Dynavox rechtfertigen. Versicherte Personen haben nur Anspruch auf Hilfsmittel in 

einfacher, zweckmässiger und wirtschaftlicher Ausführung. Die Beschwerdeführerin 

kann auch anhand von ausgedruckten Fotos auf Personen deuten. Zudem hat sie die 

Möglichkeit, sich mit Gebärden, Lauten und Körpersprache auszudrücken.

2.6   Der Rechtsvertreter bringt schliesslich vor, die Abklärung an Ort und Stelle durch 

Dr. E.___ hätte sich auch auf das zu Hause der Beschwerdeführerin erstrecken 

müssen, da ansonsten keine Aussagen betreffend den Umgang mit dem Dynavox in 

diesem Lebensbereich möglich seien. Dem ist zu entgegnen, dass sich die 

Beschwerdeführerin während der ganzen Woche und damit die meiste Zeit im 

Wohnheim aufhält. Die Abklärung im Wohnheim sowie die Angaben der dortigen 

Betreuerin bezüglich dem Alltagsverhalten können daher als repräsentativ angesehen 

und auf andere Lebensbereiche der Beschwerdeführerin übertragen werden. Gemäss 

der Stellungnahme der HPV Sonderschule C.___ vom 5. April 2012 benutzt die 

Beschwerdeführerin den Dynavox zu Hause im Alltag immer und setzt ihn auch bei 

Verwandtschaftsbesuchen und Familienfesten zur Kommunikation ein (vgl. act. G 3.1). 

Inwiefern sich der Umgang mit dem Dynavox vom beobachteten Verhalten im 

Wohnheim unterscheiden soll, ist nicht ersichtlich und wird auch nicht ausgeführt. Dem 

Abklärungsbericht von Dr. E.___ ist die Angabe der Betreuungsperson zu entnehmen, 

dass die Mutter zu Hause mit der Beschwerdeführerin auf dem Dynavox spiele ("z.B. 

das Schnecklispiel", vgl. IV-act. 444-2). Wie bereits ausgeführt ist der Sinn und Zweck 

des Geräts nicht eine Benutzung als Spielzeug, sondern als Kommunikationshilfe. Es 

ist überwiegend wahrscheinlich davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin den 

Dynavox auch zu Hause nicht zielgerichtet zur Kommunikation einsetzen kann. Eine 

weitere Abklärung an Ort und Stelle erscheint angesichts des eindeutigen Ergebnisses 

der Abklärung im Wohnheim als nicht angezeigt.

2.7   Zusammengefasst verfügt die Beschwerdeführerin mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit nicht über die erforderlichen intellektuellen Fähigkeiten zur 

Bedienung des Dynavox Maestro, womit es sich bei diesem Gerät nicht um ein 

zweckmässiges Hilfsmittel zur Pflege des Kontakts mit der Umwelt handelt. Die 

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Beschwerdegegnerin hat eine diesbezügliche Kostengutsprache folglich zu Recht 

abgelehnt.

3.     

3.1   Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.

3.2   Nach Art. 69 Abs. 1  IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die 

Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versiche­

rungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und 

unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Eine 

Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint vorliegend als angemessen. Dem Verfahrens­

ausgang entsprechend ist sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen. 

Der von ihr geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist anzurechnen. Ein Anspruch 

auf Parteientschädigung besteht nicht.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.      Die Beschwerde wird abgewiesen

2.      Die Beschwerdeführerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen; diese 

sind unter Verrechnung mit dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.-- getilgt.

bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 14.03.2014
	Art. 21 IVG, Art. 2 HVI Ziffer 15.02 der Liste im Anhang zur HVI. Elektronische Kommunikationsgeräte. Sinn und Zweck eines Hilfsmittels zur Ermöglichung des Kontakts mit der Umwelt muss sein, die behinderungsbedingt fehlende Sprechfähigkeit zu ersetzen. Auch wenn an die Kommunikationsfähigkeit von Schwerstbehinderten keine hohen Anforderungen zu stellen sind, ist gemäss dem Sinn und Zweck eines elektronischen Kommunikationsgeräts erforderlich, dass die versicherte Person immerhin in der Lage ist, mit einer erkennbaren Kommunikationsabsicht selbständig eine bestimmte Sprachausgabe auszulösen. Vorliegend fehlen der Beschwerdeführerin die nötigen intellektuellen Fähigkeiten zur Bedienung des beantragten Kommunikationsgerätes. (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 14. März 2014, IV 2012/103).

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