# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 56930b70-9568-5dfa-a8bc-eb0a368eb872
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-11-05
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 05.11.2021 200 2019 430
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2019-430_2021-11-05.pdf

## Full Text

200 19 430 IV
FUE/PRN/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 5. November 2021

Verwaltungsrichter Furrer, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schütz, Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiberin Prunner

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

Pensionskasse C.________
Beigeladene

betreffend Bundesgerichtsentscheid vom 20. Mai 2019 (Rückweisung an 
Vorinstanz IV/2018/132)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Nov. 2021, IV/19/430, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1989 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer), 
gelernter ... (Akten der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerdegegnerin; act. 
II {Verfahren IV/2018/132}] 4, S. 2), meldete sich im Januar 2011 bei der 
Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Als gesundheitliche Beein-
trächtigung gab er psychische Probleme an (act. II 2). In der Folge holte die 
IVB diverse erwerbliche und medizinische Unterlagen ein und gewährte ein 
Arbeitstraining im Rahmen einer Wiedereingliederung im erlernten Beruf 
(act. II 26) sowie einen Einarbeitungszuschuss während der Anlern- oder 
Einarbeitungszeit (act. II 35). Am 14. März 2012 wurde die berufliche Ein-
gliederung abgeschlossen, da der Versicherte seit dem 14. November 2011 
eine Festanstellung mit einem 80%-Pensum als ... bei der D.________ 
hatte (act. II 33, S. 2) und somit in seiner angestammten Tätigkeit optimal 
eingegliedert sei (act. II 39).

Im Oktober 2012 meldete sich der Versicherte erneut zum Leistungsbezug 
an, da ihm seine Arbeitsstelle wegen krankheitsbedingter Ausfälle (Lun-
genprobleme und depressive Episoden) gekündigt worden sei (act. II 41). 
Daraufhin gewährte die IVB ein Aufbautraining bei der Stiftung E.________ 
vom 13. Mai bis zum 27. Oktober 2013 (act. II 77, 84, 87), welches aus 
gesundheitlichen Gründen vorzeitig per 23. September 2013 abgebrochen 
wurde (act. II 90 f.). Weiter gab sie ein psychiatrisches Gutachten bei Dr. 
med. F.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, in Auftrag, 
das am 29. Januar 2014 erstattet wurde (act. II 92.1). Am 5. Juni 2014 ver-
fügte die IVB den Abschluss der beruflichen Eingliederung (act. II 102). 
Nach Einholung eines Untersuchungsberichts von Dr. med. G.________, 
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Regionaler Ärztlicher Dienst 
(RAD), vom 2. Juli 2014 (act. II 106) forderte die IVB den Versicherten mit 
Schreiben vom 4. Juli 2014 auf, mittels Urinproben mindestens über einen 
Zeitraum von sechs Monaten eine Abstinenz von Cannabis nachzuweisen 
(act. II 108). Nachdem der RAD am 27. Mai 2015 von einer Cannabisabsti-
nenz ausging (vgl. act. II 152), gewährte die IVB Berufsberatung (act. 
II 160) und ein Aufbautraining bei der Stiftung H.________ vom 26. Okto-

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ber 2015 bis zum 30. April 2016 (Akten der IVB [act. IIA {Verfahren 
IV/2018/132}] 164, 179), welches aufgrund der gesundheitlichen Situation 
und zahlreichen Absenzen vorzeitig abgebrochen wurde (act. IIA 187; 191, 
S. 2 ff). Weiter veranlasste die IVB – nach Abschluss der beruflichen Ein-
gliederung am 10. Februar 2017 (act. IIA 216) – eine Begutachtung durch 
Dr. med. I.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie (Ex-
pertise vom 26. Juni 2017; act. IIA 220.1). Mit Vorbescheid vom 5. Juli 
2017 stellte die IVB mangels Invalidität die Verneinung des Anspruchs auf 
Leistungen der Invalidenversicherung in Aussicht (act. IIA 221). Auf den 
hiergegen erhobenen Einwand (act. IIA 232, 236, 241, 244) hin holte die 
IVB eine Stellungnahme von Dr. med. I.________ ein, die vom 4. Dezem-
ber 2017 datiert (act. IIA 246), und verfügte am 12. Januar 2018 wie in 
Aussicht gestellt (act. IIA 247).

Eine hiergegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des 
Kantons Bern mit Urteil vom 29. November 2018 (IV/2018/132) ab. Das 
Bundesgericht (BGer) hiess die dagegen erhobene Beschwerde mit Ent-
scheid vom 20. Mai 2019 (9C_53/2019) gut und wies die Sache zur Veran-
lassung eines polydisziplinären Gutachtens bei einer Medizinischen Ab-
klärungsstelle (MEDAS) und anschliessenden Entscheid über den Leis-
tungsanspruch an die Vorinstanz zurück.

B.

Unter der Verfahrensnummer IV/2019/430 nahm der Instruktionsrichter das 
Verfahren wieder auf und teilte den Parteien mit prozessleitender Verfü-
gung vom 19. Juni 2019 mit, dass er beabsichtige, bei der MEDAS 
J.________ eine polydisziplinäre Begutachtung in Auftrag zu geben; als 
gerichtliche Sachverständige seien Dr. med. K.________, Facharzt für 
Physikalische Medizin und Rehabilitation sowie Rheumatologie, Dr. med. 
L.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Dr. med. 
M.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Pneumologie, 
und lic. phil. N.________, Fachpsychologin für Neuropsychologie FSP, 
vorgesehen. Zudem gab er den vorgesehenen Fragenkatalog bekannt.

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Nachdem den Parteien innert Frist weder Einwendungen gegen eine Be-
gutachtung des Beschwerdeführers bei der MEDAS J.________ noch Ein-
wendungen bzw. Ausstandsgründe gegen die vorgesehenen Experten vor-
gebracht noch Ergänzungs- bzw. Abänderungsanträge zum Fragenkatalog 
eingereicht hatten, beauftragte der Instruktionsrichter die MEDAS 
J.________ wie vorgesehen mit der Begutachtung des Beschwerdeführers.

Am 29. November 2019 ging das MEDAS-Gutachten (datiert vom 28. No-
vember 2019) samt Teilgutachten beim Gericht ein (in den Gerichtsakten).

Mit Eingaben vom 30. Januar 2020 nahmen die Parteien Stellung zum 
Gutachten. Die Beschwerdegegnerin beantragte – gestützt auf die RAD-
Stellungnahme vom 21. Januar 2020 (in den Gerichtsakten) – die Einho-
lung eines psychiatrischen Obergutachtens, da auf das psychiatrische Teil-
gutachten der MEDAS J.________ nicht abgestellt werden könne. Der Be-
schwerdeführer beantragte die Stellung von Ergänzungs- und Erläute-
rungsfragen.

Mit prozessleitender Verfügung vom 9. März 2020 wies der Instruktionsrich-
ter die Ergänzungs- und Erläuterungsfragen des Beschwerdeführers ab 
und teilte den Parteien mit, dass das Gericht seinerseits beabsichtige, den 
Gerichtsgutachtern Ergänzungs- bzw. Erläuterungsfragen vorzulegen. Da-
zu wurde den Parteien das rechtliche Gehör gewährt.

Mit Stellungnahme vom 12. März 2020 zeigte sich die Beschwerdegegnerin 
mit den Ergänzungs- bzw. Erläuterungsfragen einverstanden.

Am 15. März 2020 reichte der Beschwerdeführer Belege für die Reisekos-
ten in der Höhe von insgesamt Fr. 781.60 ein und beantragte, diese seien 
der Beschwerdegegnerin zur Bezahlung aufzuerlegen (Beilagen des Be-
schwerdeführers [act. IA {Verfahren IV/2019/430}] 1 - 3). Am 20. März 2020 
stellte er sodann Anträge zu den vorgesehenen Ergänzungsfragen und 
reichte weitere Unterlagen zu den Akten (act. IA 4 f.). Zudem beantragte er, 
es seien die Leistungsabrechnungen der Krankenkasse der letzten zehn 
Jahre sowohl in Bezug auf die durchgeführten psychiatrischen Behandlun-
gen als auch in Bezug auf die durchgeführte medikamentöse Therapie zu 
edieren.

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Mit prozessleitender Verfügung vom 26. März 2020 wies der Instruktions-
richter die vom Beschwerdeführer beantragten Ergänzungsfragen ab. Wei-
ter teilte er mit, dass die in Aussicht gestellten Ergänzungs- bzw. Erläute-
rungsfragen den Gerichtsgutachtern unterbreitet würden.

Am 23. April 2020 wurden dem Gericht eine Stellungnahme von Dr. med. 
L.________ zu den Ergänzungsfragen vom 16. April 2020 eingereicht (in 
den Gerichtsakten).

Mit prozessleitender Verfügung vom 26. Juni 2020 teilte der Instruktions-
richter den Parteien mit, dass er es als notwendig erachte, ein psychiatri-
sches Gerichtsobergutachten einzuholen; als gerichtlicher Sachverständige 
sei Dr. med. O.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
vorgesehen. Die Parteien erhielten dazu das rechtliche Gehör.

Mit Eingabe vom 2. Juli 2020 erhob die Beschwerdegegnerin keine Ein-
wände gegen die vorgesehene Begutachtung und zeigte sich mit den vor-
gesehenen Fragen einverstanden.

Am 9. Juli 2020 beantragte der Beschwerdeführer den Verzicht auf eine 
erneute Begutachtung; eventualiter beantragte er die Ablehnung von Dr. 
med. O.________. Stattdessen wurde PD Dr. med. P.________, Facharzt 
für Psychiatrie und Psychotherapie, vorgeschlagen. Mit Fax-Eingabe vom 
16. Juli 2020 beantragte der Beschwerdeführer zudem die Stellung von drei 
Zusatzfragen (act. IA 6).

Mit prozessleitender Verfügung vom 17. Juli 2020 wies der Instruktionsrich-
ter die Anträge auf Verzicht auf das Einholen einer Oberexpertise sowie auf 
die Einsetzung einer anderen sachverständigen Person ab. Dem Antrag 
des Beschwerdeführers, es seien dem gerichtlichen Sachverständigen drei 
Zusatzfragen zu unterbreiten, wurde stattgegeben. Weiter wurde Dr. med. 
O.________ mit der psychiatrischen Begutachtung des Beschwerdeführers 
beauftragt.

Am 5. Oktober 2020 teilte der Beschwerdeführer dem Gericht mit, dass ihm 
der Gutachter im Rahmen des ersten Gutachtertermins ein Gutachten ge-
zeigt habe, welches eine andere Person betroffen habe. Der Beschwerde-

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führer beantragte, es sei beim Gutachter nachzufragen, weshalb sich ein 
geschwärztes Gutachten in seinen Akten befunden habe.

Diesen Antrag wies der Instruktionsrichter am 8. Oktober 2020 ab, da sich 
den Schilderungen des Beschwerdeführers keine Hinweise dafür entneh-
men liessen, dass die Ergebnisoffenheit des Gutachterprozesses in irgend-
einer Art und Weise (unmittelbar) gefährdet wäre, sodass sich eine unver-
zügliche Nachfrage beim Gerichtsgutachter aufdrängte.

Mit Eingabe vom 14. Januar 2021 teilte die Rechtsvertreterin dem Gericht 
mit, dass der Beschwerdeführer wegen einer Psychose per Fürsorgerischer 
Unterbringung in die Psychiatrischen Dienste Q.________ AG habe eintre-
ten müssen (act. IA 7 f.).

Am 29. Januar 2021 ging das psychiatrische Gerichtsobergutachten (datiert 
vom 29. Januar 2021) beim Gericht ein (in den Gerichtsakten). Dazu nahm 
der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 22. Februar 2021 Stellung und 
stellte ein Gesuch um Ablehnung des Obergutachters wegen Anscheins 
der Befangenheit. Am 23. Februar 2021 reichte er weitere Unterlagen ein 
(act. IA 9). Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Eingabe vom 15. März 
2021 auf eine Stellungnahme und auf die Einreichung von Ergänzungs- 
bzw. Erläuterungsfragen. Am 6. April 2021 beantragte der Beschwerdefüh-
rer die Anordnung von Urinproben, um zu beweisen, dass er nicht mehr 
süchtig sei (act. IA 10 - 12) und am 16. April 2021 reichte er erneut Unter-
lagen (act. IA 13 - 16) zu den Akten.

Mit prozessleitender Verfügung vom 6. Mai 2021 lud der Instruktionsrichter 
die D.________ Pensionskasse zum Verfahren bei. Diese verzichtete mit 
Eingabe vom 11. Mai 2021 auf eine Stellungnahme.

Am 2. Juni 2021 reichte der Beschwerdeführer eine weitere Eingabe samt 
Beilage (in den Gerichtsakten) ein.

Am 31. August 2021 fand eine nichtöffentliche Urteilsberatung gemäss 
Art. 56 Abs. 5 bzw. 6 des kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die 
Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (GSOG; 
BSG 161.1) statt.

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Mit prozessleitender Verfügung vom 31. August 2021 forderte der Instrukti-
onsrichter den Beschwerdeführer auf, den Austrittsbericht der Q.________ 
AG betreffend den stationären Aufenthalt ab 15. März 2021 sowie gegebe-
nenfalls weitere Unterlagen einzureichen. Der Austrittsbericht ging am 7. 
Oktober 2021 beim Gericht ein.

Am 12. Oktober 2021 wurde der Beschwerdeführer aufgefordert, das im 
Austrittsbericht der Q.________ AG vom 29. September 2021 erwähnte, zu 
Handen der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Bern erstell-
te Gutachten der Q.________ AG einzureichen. 

Mit Eingabe vom 26. Oktober 2021 reichte der Beschwerdeführer das 
Kurzgutachten der Q.________ AG vom 6. August 2021 sowie weitere Un-
terlagen ins Recht. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a GSOG Beschwerden gegen 
solche Entscheide. Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren 
mit seinen Anträgen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Ent-
scheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, 
weshalb er zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zustän-
digkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 
1959 über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Be-
stimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; 
Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 

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über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, 
ist auf die Beschwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung der IVB vom 12. Januar 
2018 (act. IIA 247). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf Leistungen 
der Invalidenversicherung.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG).

2.2.1 Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist noch nicht gesagt, 
dass dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob dies zutrifft, beurteilt 
sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem Einfluss, den der Ge-
sundheitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hat. Entscheidend 
ist, ob der versicherten Person wegen des geklagten Leidens nicht mehr 
zumutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb gilt eine objektivierte 
Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berücksichtigung von Folgen 
der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 106 E. 4.4 S. 110). 
Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit inva-

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lidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkungen der 
Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten 
Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könn-
te; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt 
(BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 2014 IV Nr. 2 
S. 5 E. 3.1).

2.2.2 Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die 
Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorga-
ben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 
281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt 
die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegrün-
dende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturier-
ten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 
E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 
418 E. 7.2 S. 429).

Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeeinträchti-
gung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung auf der 
ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe nach 
BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte Ge-
sundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Aggrava-
tion oder einer ähnlichen Erscheinung beruht. Soweit die betreffenden An-
zeichen neben einer ausgewiesenen verselbständigten Gesundheitsschä-
digung (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299) auftreten, sind deren Auswirkungen 
derweil im Umfang der Aggravation zu bereinigen (BGE 141 V 281 E. 2.2 
und 2.2.1 S. 287; SVR 2016 UV Nr. 25 S. 83 E. 6).

Liegt auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe eine versicher-
te Gesundheitsschädigung vor, erfolgt schliesslich auf der zweiten Ebene 
anhand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von Indikato-
ren eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – unter Berücksich-
tigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und 
Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – tatsächlich erreich-
baren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt im Re-
gelfall nach gemeinsamen Eigenschaften systematisierte Standardindikato-
ren zu beachten (E. 4.1.3 S. 297), welche sich in die Kategorien „funktionel-

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ler Schweregrad“ (E. 4.3 S. 298) und „Konsistenz“ einteilen lassen (E. 4.4 
S. 303). Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 S. 304). Die Aner-
kennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, 
wenn die funktionellen Auswirkungen der med medizinisch festgestellten 
gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Stan-
dardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie-
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Fol-
gen der Beweislosigkeit die materiell beweisbelastete versicherte Person 
zu tragen (E. 6 S. 308).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ab-
lauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und 
c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreivier-
telsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 
von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.4 Als hilflos gilt eine Person, die wegen der Beeinträchtigung der Ge-
sundheit für alltägliche Lebensverrichtungen dauernd der Hilfe Dritter oder 
der persönlichen Überwachung bedarf (Art. 9 ATSG). Zu unterscheiden ist 
zwischen schwerer, mittelschwerer und leichter Hilflosigkeit (Art. 42 Abs. 2 
IVG). Massgebend für die Höhe der Hilflosenentschädigung ist das Aus-
mass der persönlichen Hilflosigkeit (Art. 42ter Abs. 1 Satz 1 IVG). Als hilflos 
gilt ebenfalls eine Person, welche zu Hause lebt und wegen der Beein-
trächtigung der Gesundheit dauernd auf lebenspraktische Begleitung an-
gewiesen ist. Ist nur die psychische Gesundheit beeinträchtigt, so muss für 
die Annahme einer Hilflosigkeit mindestens ein Anspruch auf eine Viertels-
rente gegeben sein. Ist eine Person lediglich dauernd auf lebenspraktische 
Begleitung angewiesen, so liegt immer eine leichte Hilflosigkeit vor (Art. 42 
Abs. 3 IVG).

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2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1). 

3.

Das Sozialversicherungsgericht beurteilt die Gesetzmässigkeit des ange-
fochtenen Entscheides in der Regel nach dem Sachverhalt, der zur Zeit 
seines Erlasses gegeben war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither 
verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwal-
tungsverfügung sein (BGE 131 V 242 E. 2.1 S. 243, 130 V 138 E. 2.1 
S. 140). Vorliegend ist deshalb in zeitlicher Hinsicht der Sachverhalt mass-
gebend, wie er sich vom 1. Juli 2013 (frühest möglicher Rentenbeginn, vgl. 
E. 5.2 hiernach) bis zum Erlass der angefochtenen Rentenverfügung vom 
12. Januar 2018 (act. IIA 247) entwickelt hat (vgl. auch E. 3.6.3 hiernach).

3.1

3.1.1 Im Nachgang zum Entscheid des Bundesgerichts vom 20. Mai 
2019, 9C_53/2019, hat das Verwaltungsgericht ein polydisziplinäres Ge-
richtsgutachten in Auftrag gegeben. Im entsprechenden MEDAS-Gutachten 
vom 28. November 2019 (in den Gerichtsakten), welches eine Begutach-
tung in den Fachdisziplinen Rheumatologie, Pneumologie, Neuropsycholo-
gie und Psychiatrie umfasst, wurde das Folgende diagnostiziert (pag. 103):

Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:

Rezidivierende depressive Störung seit mindestens 2005, gegenwär-
tig schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-
10: F33.2)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Nov. 2021, IV/19/430, Seite 12

Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS; ICD-10: F43.1)

Leichtes, zurzeit nicht behandeltes, persistierendes, nicht-allergisches 
Asthma bronchiale

Zustand nach Spontanpneumothorax rechts am 4. Januar 2011

Zustand nach Spontanpneumothorax links März 2012

Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:

Nikotinabhängigkeit, ständiger Substanzgebrauch (ICD-10: F17.25)

Cannabisabhängigkeit, gegenwärtig abstinent (ICD-10: F12.20)

Verdacht auf nicht erkannte und nicht angemessen geförderte Hoch-
begabung (ICD-10: F81.8)

Hyperplastisches Colonpolyposis-Syndrom

Anamnestisch rezidivierende unspezifische Urtikaria

In der Gesamtbeurteilung hielten die Gutachter hinsichtlich der Arbeits-
fähigkeit in der bisherigen Tätigkeit fest, dass die psychiatrische Komorbi-
dität mit ihren funktionellen Auswirkungen im Vordergrund stehe (pag. 105). 
In Anlehnung an die Diagnostik und das Mini-ICF-APP Instrumentarium 
schätzten sie die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als ... aus 
psychiatrischer Sicht auf 50%, allerdings, wie die Erfahrungen bei der 
D.________ gezeigt hätten, nur unter bestimmten Voraussetzungen (pag. 
105 f.): Er solle Kontakt haben mit gesunden oder unter Umständen auch 
mit kranken Menschen. Eine Stelle mit einem ungünstigen Arbeitsklima 
oder einer konfliktträchtigen Struktur sei aufgrund seiner PTBS und seiner 
Selbstunsicherheit ungünstig, da er mit chronischen Konflikten nicht umge-
hen könne und einen extremen inneren Druck habe, es allen recht zu ma-
chen und perfekt zu arbeiten, was in einer solchen Konstellation, wie sich 
gezeigt habe, nicht möglich sei. Er sollte möglichst eine Arbeit finden, die 
ihn herausfordere, die anspruchsvoll sei, wo er etwas gestalten und seine 
Talente nutzen könne, während eine eher monotone, einfache Arbeit wie 
gemäss seinen Angaben in der H.________ die Problematik noch ver-
schärfe. Aus pneumologischer Sicht sei der Beschwerdeführer von Seiten 
der Pneumothoraxe zumindest aus theoretischen Überlegungen nicht dafür 
geeignet, schwere körperliche Arbeiten zu leisten oder in Überdruck oder 
Unterdruck zu arbeiten. Von Seiten des Asthmas sei er nicht geeignet für 
körperlich sehr schwere Arbeiten und Arbeiten mit Exposition zu atem-
wegsreizenden Stoffen. Die Leistungsfähigkeit unter antiasthmatischer Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Nov. 2021, IV/19/430, Seite 13

handlung sei nach einem Ausdauertraining als normalisierbar zu beurteilen. 
Inwieweit dies die Tätigkeit als ... anbelange, komme auf den konkreten 
Arbeitsplatz an und könne ohne konkrete Stellenbeschreibung nicht quanti-
fiziert werden. Während des (noch andauernden) Aufenthaltes in der Ta-
gesklinik sei der Beschwerdeführer aber formal noch zu 100% arbeitsun-
fähig für jegliche Tätigkeit. Eine leidensangepasste Tätigkeit gemäss Zu-
mutbarkeitsprofil sei dem Beschwerdeführer zu 50% zumutbar, limitierend 
seien dabei die psychiatrischen Erkrankungen (pag. 106).

3.1.2 In der RAD-Stellungnahme vom 21. Januar 2020 (in den Gerichts-
akten) zum MEDAS-Gutachten führte Dr. med. R.________, Fachärztin für 
Psychiatrie und Psychotherapie, im Wesentlichen aus, sowohl die Diagno-
se einer schweren depressiven Episode als auch einer PTBS seien unter 
der Zugrundelegung des ICD-10-Klassifikationssystems nicht haltbar bzw. 
plausibel (pag. 166 - 169). Bei fehlender psychiatrisch-psychotherapeu-
tischer Behandlung zwischen Mai 2017 und Oktober 2019 und fehlender 
medikamentöser Behandlung der attestierten rezidivierenden depressiven 
Störung sowie aktuell dokumentierter ungenügender Therapieadhärenz des 
Beschwerdeführers sei es zudem nicht plausibel, von einer therapieresis-
tenten Depression zu sprechen (pag. 169). Medizinisch nicht plausibel pos-
tuliere Dr. med. L.________ ferner, dass er weder in der Beschwerdeschil-
derung, den Akten noch in der Verhaltensbeobachtung Hinweise für Ver-
deutlichung, Aggravation oder Dissimulation gefunden habe. Hingegen sei 
eine Simulation als „schwerste“ Form der negativen Antwortverzerrung 
nicht ganz sicher auszuschliessen (pag. 169 f.). Nicht schlüssig sei weiter 
auch die Herleitung einer 50%-igen Arbeitsunfähigkeit mit der Begründung, 
dass aufgrund der vorliegenden psychischen Störung beim Beschwerde-
führer dessen Antrieb, Ausdauer, seine kognitiven Fähigkeiten wie Konzen-
trationsfähigkeit und Gedächtnisfunktion, sein Arbeitstempo, sein Selbst-
vertrauen, sowie seine Kontakt- und Verkehrsfähigkeit beeinträchtigt seien. 
In der neuropsychologischen Untersuchung vom 17. Oktober 2019 habe 
der Beschwerdeführer einen adäquaten Antrieb, ein flexibles Arbeitsverhal-
ten, durchgehende Konzentrationsleistung über drei Stunden ohne Leis-
tungsabfall, durchschnittliche Aufmerksamkeitsleistungen und eine durch-
schnittliche Merkfähigkeit gezeigt. Es hätten keine kognitiven Dysfunktio-
nen festgestellt werden können, die sich auf Aktivitäts- und Partizipationse-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Nov. 2021, IV/19/430, Seite 14

bene inhaltlich leistungsmindernd ausgewirkt hätten. Die Aktivitäten des 
Beschwerdeführers würden gegen eine Beeinträchtigung der Kontakt- und 
Verkehrsfähigkeit mit leistungsmindernden Auswirkungen auf die Arbeits-
fähigkeit sprechen. Schliesslich erlaube die korrekte Durchführung des Mi-
ni-ICF-APP Aussagen zur Leistungsfähigkeit und – entgegen der Auffas-
sung von Dr. med. L.________ – nicht zum psychischen Leidensdruck 
(pag. 170). Zudem sei vorliegend kein Referenzrahmen festgelegt worden, 
so dass die Aussage zum ICF und den von Dr. med. L.________ dokumen-
tierten Fähigkeitseinschränkungen des Beschwerdeführers medizinisch 
nicht plausibel seien (pag. 171).

3.1.3 In der Stellungnahme vom 16. April 2020 (in den Gerichtsakten) 
führte Dr. med. L.________ zu den Ergänzungs- und Erläuterungsfragen 
des Instruktionsrichters im Wesentlichen aus, die PTBS habe sich hier 
(noch) nicht zu einer Persönlichkeitsänderung entwickelt (pag. 205). Die 
Diagnose einer PTBS sei zwar für das Verständnis der Pathogenese und 
der Planung der Psychotherapie wichtig, aber für die Frage der Arbeits-
fähigkeit stehe ganz eindeutig die Depression im Vordergrund. Wenn man 
sich gegen die Diagnose einer PTBS entscheide oder die PTBS nur als 
Verdachtsdiagnose stellte, würde die Arbeitsunfähigkeit unverändert blei-
ben. Aber wenn man die Traumatisierung nicht berücksichtige, verstehe 
man letztlich die Depression nur unvollständig und es sei auch nicht mit 
einer Abheilung zu rechnen. Weiter gebe es keine Hinweise auf eine aktuell 
ungenügende Therapieadhärenz, weder in Bezug auf Medikamente, noch 
auf die stationäre Behandlung (pag. 206). Sodann legte er dar, dass neu-
ropsychologische Tests als klinische, diagnostische Instrumente entwickelt 
worden seien, nicht für die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit. Neuropsy-
chologische Tests ergäben nur sekundäre Endpunkte, Proxi-Indikatoren, 
aber würden keine definitiven Aussagen über die Leistungsfähigkeit im be-
ruflichen Umfeld erlauben, sondern nur Analogieschlüsse. Weiter könne mit 
dem Mini-ICF-APP kein „Leidensdruck“ direkt gemessen werden. Es be-
stehe jedoch eine Beziehung zwischen Leidensdruck und Aktivität und Par-
tizipation. Sodann befänden sich die Angaben betreffend den Referenz-
rahmen beim in dem dem Gutachten beiliegenden Testbogen (pag. 208). 
Betreffend die Fremdbeurteilungsskalen verwende er HDRS-21. Die Anga-
be von Dr. med. R.________, dass 30 Punkte im MADRS formal einer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Nov. 2021, IV/19/430, Seite 15

mässigen Depression entsprechen würde, entspreche nicht den Angaben 
in der Literatur (pag. 209).

3.1.4 Dr. med. O.________ diagnostizierte im psychiatrischen Obergut-
achten vom 29. Januar 2021 (in den Gerichtsakten) eine rezidivierende 
depressive Störung (ICD-10: F33), womöglich auch mit einzelnen hypoma-
nen Episoden, als Bipolar-II-Störung zu bezeichnen, und eine Cannabisab-
hängigkeitsstörung (ICD-10: F12.2) mit wiederholten Episoden von Sub-
stanzkonsum (pag. 290). Es bestehe eine Minderung der medizinisch-
theoretischen Arbeitsfähigkeit von 40% bis 60% über den Längsschnitt 
bzw. von 50% im Durchschnitt. In Zeiten der Remission der Depression 
und bei abzuverlangender Abstinenz von Cannabis habe sogar eine 80%-
ige Arbeitsfähigkeit, in anderen Monaten dagegen eine lediglich 20%-ige 
Arbeitsfähigkeit bestanden. Dies sei aus psychiatrischer Sicht für jegliche 
Tätigkeit anzunehmen. Allerdings werde erkannt, dass interdisziplinär die 
erlernte Tätigkeit als ... mehrheitlich aus somatischen Gründen nicht als 
empfehlenswert bzw. sogar als nicht zumutbar eingeschätzt werde. Für 
eine individuell angepasste Tätigkeit „die ihn herausfordert, die anspruchs-
voll ist, wo er etwas gestalten und seine Talente nutzen kann“ (MEDAS-
Gutachten vom 28. November 2019) werde – unter den beschriebenen 
Voraussetzungen – eine Arbeitsfähigkeit von 60% bis 80% gesehen (pag. 
308).

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Nov. 2021, IV/19/430, Seite 16

nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

Bei Gerichtsgutachten weicht das Gericht nach konstanter Praxis nicht oh-
ne zwingende Gründe von der Einschätzung der medizinischen Experten 
ab, deren Aufgabe gerade darin besteht, ihre Fachkenntnisse der Gerichts-
barkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizi-
nisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn die 
Gerichtsexpertise widersprüchlich ist, von unzutreffenden Sachverhaltshy-
pothesen ausgeht (BGE 119 V 335 E. 4c S. 346; SVR 2018 UV Nr. 26 
S. 92 E. 4.1) oder wenn ein vom Gericht eingeholtes Obergutachten in 
überzeugender Weise zu andern Schlussfolgerungen gelangt. Eine abwei-
chende Beurteilung kann zudem gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche 
Meinungsäusserungen anderer Fachexperten dem Gericht als triftig genug 
erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, 
sei es, dass es die Überprüfung durch einen Oberexperten für angezeigt 
hält, sei es, dass es ohne Oberexpertise vom Ergebnis des Gerichtsgutach-
tens abweichende Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 351 E. 3b aa 
S. 352; SVR 2019 IV Nr. 67 S. 217 E. 3.3).

3.3 Zunächst ist auf das Ablehnungsgesuch des Beschwerdeführers 
gegen Dr. med. O.________ einzugehen. Der Beschwerdeführer macht 
den Anschein der Befangenheit geltend, weil der Obergutachter ihm im 
Rahmen der Begutachtung mitgeteilt habe, dass ihm kein Nachteil erwach-
se, wenn er keine Haarprobe abgeben wolle. Entgegen seiner Zusage ha-
be der Experte aus der fehlenden Bereitschaft, eine Haarprobe abzugeben, 
auf eine fortgesetzte Cannabisabhängigkeit geschlossen (pag. 298, 300), 
was nicht objektiv sei und den Anschein der Befangenheit erwecke. Auch 
dass der Experte statt der Haaranalyse keine Urin- oder Blutprobe abge-
nommen habe, sei nicht objektiv. Weiter habe der Obergutachter nicht sei-
ne medizinische Meinung kundgetan, sondern sein Rechtsverständnis, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Nov. 2021, IV/19/430, Seite 17

indem er auch rückwirkend die Zumutbarkeit zur Abstinenz bejaht habe 
(Eingaben des Beschwerdeführers vom 22. Februar und 6. April 2021; pag. 
315, 334).

3.3.1 Nach Art. 30 Abs. 1 der Bundesverfassung (BV; SR 101) und Art. 6 
Ziff. 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK; SR 0.101) hat 
jede Person Anspruch darauf, dass ihre Sache von einem unparteiischen, 
unvoreingenommenen und unbefangenen Richter ohne Einwirken sach-
fremder Umstände entschieden wird. Für Sachverständige gelten 
grundsätzlich die gleichen Ausstands- und Ablehnungsgründe, wie sie für 
den Richter vorgesehen sind. Da sie nicht Mitglied des Gerichts sind, rich-
ten sich die Anforderungen zwar nicht nach Art. 30 Abs. 1 BV, sondern 
nach Art. 29 Abs. 1 BV, wonach jede Person in Verfahren vor Gerichts- und 
Verwaltungsinstanzen Anspruch auf gleiche und gerechte Behandlung so-
wie auf Beurteilung innert angemessener Frist hat. Hinsichtlich der Unpar-
teilichkeit und Unbefangenheit kommt Art. 29 Abs. 1 BV indessen ein mit 
Art. 30 Abs. 1 BV weitgehend übereinstimmender Gehalt zu. Danach ist die 
Befangenheit anzunehmen, wenn Umstände vorliegen, die geeignet sind, 
Misstrauen in die Unparteilichkeit zu erwecken (BGE 132 V 93 E. 7.1 
S. 109; SVR 2020 UV Nr. 10 S. 36 E. 5.2; 2018 UV Nr. 28 S. 98 E. 3.1). Bei 
der Befangenheit handelt es sich allerdings um einen inneren Zustand, der 
nur schwer bewiesen werden kann. Es braucht daher für die Ablehnung 
nicht nachgewiesen werden, dass die sachverständige Person tatsächlich 
befangen ist. Es genügt vielmehr, wenn Umstände vorliegen, die den An-
schein der Befangenheit und die Gefahr der Voreingenommenheit zu be-
gründen vermögen. Bei der Beurteilung des Anscheins der Befangenheit 
und der Gewichtung solcher Umstände kann jedoch nicht auf das subjekti-
ve Empfinden einer Partei abgestellt werden. Das Misstrauen muss viel-
mehr in objektiver Weise als begründet erscheinen (BGE 134 I 20 E. 4.2 
S. 21; 133 I 1 E. 6.2 S. 6). Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, wel-
che den Arztgutachten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die 
Unparteilichkeit der Gutachterperson ein strenger Massstab anzusetzen 
(BGE 132 V 93 E. 7.1 S. 109 f.; SVR 2017 IV Nr. 67 S. 208; vgl. auch BGE 
137 V 210 E. 2.1.3 S. 231). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Nov. 2021, IV/19/430, Seite 18

3.3.2 Dem Obergutachten vom 29. Januar 2021 (in den Gerichtsakten) 
kann entnommen werden, dass der Experte am zweiten Untersuchungs-
termin – wie am Schluss des ersten Termins angekündigt – um eine Haar-
probe des Beschwerdeführers bat, namentlich zwecks Bestimmung des 
Konsums von psychotropen Substanzen der vor der Haarentnahme ver-
gangenen drei Monate (pag. 286 Ziff. 3.1 und 287 Ziff. 3.2). Als sich der 
Beschwerdeführer weigerte, eine Haarprobe abzugeben, entstand eine 
ausführliche Diskussion, in welcher der Obergutachter darlegte, dass es für 
die Gesamtbeurteilung sehr wichtig sei, eine Abstinenz oder zumindest 
eine weitgehende Abstinenz von illegalen psychotropen Substanzen zu 
belegen. Auf die fortbestehende Weigerung des Beschwerdeführers hin 
teilte der Obergutachter dem Beschwerdeführer mit, die Expertise werde 
erstellt, ohne dass ihm ein Nachteil aus der Verweigerung der Haarprobe 
entstehen würde. Gleichwohl sei das (labormässig festzustellende) Kon-
sumverhalten – wobei gemäss Angaben des Beschwerdeführers in den 
vorausgehenden Monaten kein Konsum stattgefunden habe – im Hinblick 
auf die Einschätzung von psychischen Störungen und der daraus abzulei-
tenden Minderung der Arbeitsfähigkeit überaus wichtig. Abschliessend 
lehnte der Beschwerdeführer die Abgabe einer Haarprobe ab (pag. 287 f.).

In der versicherungsmedizinischen Beurteilung würdigte der Obergutachter 
den in den Akten mehrfach dokumentierten Cannabiskonsum (pag. 295) 
sowie die diesbezüglich korrelierenden anamnestischen Angaben (pag. 
296: „es sei ein Auf und Ab gewesen zwischen etwa 17- und 29-jährig, ein 
On/Off“), die teilweise Einsicht in die Konsumproblematik bei gleichwohl 
bestehendem Gefühl, diese psychotrope Substanz hätte ihn entlastet und 
könnte jeweils positive Auswirkungen haben, sowie das zu beobachtende 
Rückfallverhalten nach jeweils angegebener Abstinenz (pag. 296). Alsdann 
schloss er auf – der vom Beschwerdeführer beanstandeten – „S. 36“ der 
Expertise, der Zusammenhang zum Cannabiskonsum finde sich in den 
vorliegenden Unterlagen durchgehend, das Thema habe den Beschwerde-
führer über die vergangenen Jahre beschäftigt und es sei aufgrund der 
ambivalenten Haltung bei ihm keineswegs beendet. Dies zeige auch seine 
Angabe, er sei abstinent, habe allerdings zum Todestag seines Freundes 
Cannabidiol (CBD) konsumiert. Aktuell wolle der Beschwerdeführer einer 
Bestimmung des Konsumverhaltens mittels Haaranalyse nicht nachkom-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Nov. 2021, IV/19/430, Seite 19

men mit der Begründung, dass „Fehlbestimmungen bekannt seien“. Aus 
Sicht des Obergutachters müsse aufgrund der dargestellten Verlaufsanga-
ben und der aktuellen persönlichen Zuneigung des Beschwerdeführers 
zum Cannabis doch ein aktuell stattfindendes, zumindest sporadisches 
Konsumverhalten angenommen werden. Auch CBD sei ein Cannabinoid, 
das zwar eine deutlich schwächere Konzentration aufweise, das jedoch 
sehr wohl eine Wirkung ausübe und grundsätzlich ebenfalls psychische 
Beschwerden oder gar Alterationen nach sich ziehen könne (pag. 298).

Aus dem hiervor Dargelegten erhellt, dass der Obergutachter den Schluss 
auf das aktuell zumindest sporadische Konsumverhalten im Wesentlichen 
aufgrund der von ihm gewürdigten Aktenlage bzw. des Verlaufs sowie der 
ambivalenten Haltung des Beschwerdeführers sowie dessen Angaben 
– namentlich des CBD-Konsums am Todestag seines Freundes – gezogen 
hat. Insoweit hat die Verweigerung der Laborprobe zu keinem Nachteil des 
Beschwerdeführers geführt und ein widersprüchliches bzw. treuwidriges 
Verhalten des Experten gegenüber dem Beschwerdeführer, das den An-
schein der Befangenheit zu erwecken vermöchte, ist nicht erkennbar. 
Gleichzeitig hatte der Oberexperte gegenüber dem Beschwerdeführer 
mehrfach die Wichtigkeit betont, die geltend gemachte Abstinenz oder zu-
mindest eine weitgehende Abstinenz mittels der geplanten Haaranalyse zu 
belegen. Darauf, dass dem Beschwerdeführer Beweislosigkeit dergestalt 
droht, dass er die von ihm geltend gemachte mehrmonatige Abstinenz oh-
ne Haarprobe nicht beweisen könne, war der Beschwerdeführer vom Ex-
perten ausdrücklich aufmerksam gemacht worden. Ferner hat der Oberex-
perte den Abstinenzbeweis – anders, als vom Beschwerdeführer insinuiert 
(pag. 317 f.) – durch die Nichtabnahme von Urin- und Blutproben auch 
nicht vereitelt. Eine Blut- oder Urinprobe wäre nämlich von vornherein un-
tauglich gewesen, um die vom Beschwerdeführer geltend gemachte mehr-
monatige Abstinenz zu belegen. Denn der THC-Gehalt im Blut und Urin 
vermag einzig den Cannabiskonsum der vergangenen Stunden bzw. Tage 
abzubilden. Ein entsprechendes Testergebnis stellt daher nur eine Momen-
taufnahme dar, wogegen die Haaranalyse zuverlässige Aussagen zum 
Suchtverhalten der vergangenen Monate erlaubt (Entscheide des BGer 
vom 10. März 2021, 1C_330/2020, E. 2.4 und vom 18. September 2013, 
1C_328/2013, E. 4.3.2). Ein nicht objektives Verhalten des Obergutachters 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Nov. 2021, IV/19/430, Seite 20

liegt somit auch bei Verzicht auf die Abnahme einer Urin- oder Blutprobe 
nicht vor. Schliesslich lässt der Beschwerdeführer im Dunkeln, weshalb die 
retrospektive Einschätzung des Gutachters betreffend die Zumutbarkeit der 
Cannabisabstinenz dessen Rechtsverständnis widerspiegeln sollte, zumal 
die Darlegung von Therapieoptionen und damit einhergehend die Zumut-
barkeit einer Abstinenz zu den Aufgaben eines medizinischen Experten 
zählt. Dass die Zumutbarkeit einer Abstinenz nicht nur pro-, sondern auch 
retrospektiv beurteilt wurde, ändert daran nichts. Zusammenfassend lassen 
die gerügten Punkte die Annahme des Anscheins der Befangenheit des 
gerichtlich bestellten Obergutachters nicht zu.

3.4 Das in Nachachtung des bundesgerichtlichen Rückweisungsent-
scheids eingeholte MEDAS-Gerichtsgutachten vom 28. November 2019 (in 
den Gerichtsakten) erfüllt die Anforderungen der Rechtsprechung an Ex-
pertisen in Bezug auf die pneumologische, neuropsychologische und 
rheumatologische Situation und ist diesbezüglich voll beweiskräftig (vgl. 
E. 3.2 hiervor), weshalb insoweit darauf abgestellt werden kann.

Der pneumologische Experte führte schlüssig und überzeugend aus, dass 
es dem Beschwerdeführer infolge der Pneumothoraxe zumindest aus theo-
retischen Überlegungen nicht zumutbar ist, schwere körperliche Arbeiten 
zu leisten oder in Überdruck zu arbeiten. Aufgrund des Asthmas ist er fer-
ner nicht geeignet für körperlich schwere Arbeiten und Arbeiten mit Exposi-
tion zu atemwegsreizenden Stoffen. Die Leistungsfähigkeit unter antiasth-
matischer Behandlung ist nach einem Ausdauertraining als normalisierbar 
zu beurteilen. Inwieweit dies die Tätigkeit als ... beeinträchtige, komme auf 
den konkreten Arbeitsplatz an und könne nicht ohne konkrete Stellenbe-
schreibung quantifiziert werden (pag. 97 Ziff. 7.1). Eine leidensangepasste 
Tätigkeit erachtete der pneumologische Experte als vollschichtig zumutbar 
(pag. 97 Ziff. 7.2). In neuropsychologischer Hinsicht konnten keine Funkti-
onsstörungen im engeren Sinn bzw. kognitive Dysfunktionen gefunden 
werden, die sich auf die angestammte Tätigkeit und/oder eine Ver-
weistätigkeit einschränkend auswirken würden (pag. 96 Ziff. 6.2 und 122 f. 
Ziff. 6, 7 sowie 8.2). Auch der rheumatologische Experte stellte keine ar-
beitsrelevante Erkrankung am Bewegungsapparat fest (pag. 96 Ziff. 6.2).

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Insgesamt wurde aus somatischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von 100% 
vom 3. Januar bis zum 28. Februar 2011 und vom 5. März bis zum 30. Juni 
2012 attestiert (pag. 100 Ziff. 7.4).

3.5 Der psychiatrische Experte diagnostizierte im Gerichtsgutachten mit 
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive 
Störung seit mindestens 2005, gegenwärtig schwere depressive Episode 
ohne psychotische Symptome (ICD-10: F33.2), und eine PTBS (ICD-10: 
F43.1; pag. 95, 129 Ziff. 6.1). Aus diesen Diagnosen bzw. im Wesentlichen 
aus der schweren Depression (Ergänzung vom 16. April 2020 Frage 3 
[pag. 206]; vgl. aber psychiatrisches Teilgutachten [pag. 138 Ziff. 8.1]) leite-
te er eine 50%-ige Arbeitsunfähigkeit ab dem 17. Mai 2013 (Untersuchung 
durch Dr. med. F.________) in der angestammten wie auch in einer ange-
passten Tätigkeit ab. Weiter zurück könne retrospektiv keine Aussage ge-
macht werden (pag. 100, 139 f. Ziff. 8.2 und 8.4). 

Das psychiatrische Teilgutachten von Dr. med. L.________ vom 27. No-
vember 2019 (pag. 125 - 141) ist trotz den Ergänzungen vom 16. April 
2020 (pag. 202 - 209) nicht schlüssig und daher nicht beweiskräftig. Na-
mentlich ist bezüglich der Diagnose einer PTBS selbst nach Einschätzung 
des Gerichtsgutachters fraglich, ob die Kriterien gemäss ICD-10 erfüllt sind. 
Auch ist nicht klar, welche Bedeutung dieser Diagnose effektiv zukommt, 
weil sich die Arbeitsfähigkeit gemäss dem Experten nicht ändern würde, 
wenn die Diagnose verneint würde, indes die PTBS die Depression und die 
Einschränkungen (insbesondere die kognitiven Störungen) verstärke, was 
doch für eine relevante und bei der Indikatorenprüfung massgebende 
Wechselwirkung zwischen diesen Diagnosen spräche. Des Weiteren 
scheint die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung, gegen-
wärtig schwere depressive Episode, nach den diagnostischen Leitlinien im 
Wiederspruch zu den erhaltenen Fähigkeiten des Beschwerdeführers zu 
stehen, welcher Umstand vom Gutachter nicht befriedigend erklärt wurde. 
Vor allem aber imponiert, dass der Gutachter die Auswirkung der depressi-
ven Störung auf die Arbeitsfähigkeit mit genau jenen als eingeschränkt be-
urteilten Fähigkeiten begründete, die in der dreistündigen neuropsychologi-
schen Untersuchung als gänzlich unauffällig bzw. unvermindert qualifiziert 
wurden. Diesen Widerspruch konnte der psychiatrische Experte nicht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Nov. 2021, IV/19/430, Seite 22

schlüssig auflösen, dies umso weniger, als seine Einschätzung lediglich auf 
einer einmaligen Untersuchung des Beschwerdeführers beruhte. Hinzu 
kommen weitere problematische Umstände wie der fehlende Referenzrah-
men im Mini-ICF-APP und die fragliche retrospektive Einschätzung der 
Arbeitsfähigkeit, welche die Zweifel am Beweiswert des psychiatrischen 
Teilgutachtens nähren (vgl. zum Ganzen prozessleitende Verfügung vom 
26. Juni 2020; pag. 216 f.). 

3.6

3.6.1 Das Gerichtsobergutachten des Dr. med. O.________ vom 29. Ja-
nuar 2021 (in den Gerichtsakten) erfüllt die Anforderungen an eine Experti-
se (vgl. E. 3.2 hiervor). Der Obergutachter hat in diagnostischer Hinsicht 
gestützt auf die an zwei ca. zweistündigen Terminen (25. September und 
9. Oktober 2020; pag. 265) durchgeführten fachärztlichen Untersuchungen 
schlüssig und für den Rechtsanwender nachvollziehbar und einleuchtend 
eine rezidivierende depressive Störung (ICD-10: F33), womöglich auch mit 
einzelnen hypomanen Episoden, als Bipolar-II-Störung zu bezeichnen, und 
eine Cannabisabhängigkeitsstörung (ICD-10: F12.2) mit wiederholten Epi-
soden von Substanzkonsum diagnostiziert (pag. 290 und 299 f.). Dass der 
erste psychopathologische Befund in Bezug auf die typischen Symptome 
einer Depression unauffällig ausfiel, korreliert mit der anamnestischen An-
gabe, wonach in Bezug auf die Depression im Jahr 2020 eine Besserung 
eingetreten sei, die bis zum Zeitpunkt der gutachterlichen Untersuchung 
anhalte (pag. 289), womit die Störung zu diesem Zeitpunkt weitgehend 
remittiert gewesen sein dürfte. Die gestützt auf die umfangreiche Aktenlage 
im Längsschnitt (vgl. dazu ANDREAS TRAUB, Berichte behandelnder Ärzte 
und versicherungsmedizinische Begutachtung der Arbeitsfähigkeit, 
in: Allegro con moto, Festschrift zum 65. Geburtstag von Ueli Kieser, 2020, 
S. 564) erfolgte Beurteilung des Oberexperten, wonach eine rezidivierende 
depressive Störung vorliege bzw. im hier massgebenden Zeitraum vorlag, 
steht im Einklang mit dem Administrativgutachter Dr. med. F.________ 
(act. II 92.1, S. 12), der RAD-Psychiaterin Dr. med. G.________ (act. II 
106, S. 8) sowie dem Gerichtsgutachter Dr. med. L.________ (pag. 95). 
Überzeugend hat der Obergutachter – gestützt auf eine vertiefte Auseinan-
dersetzung mit der Aktenlage sowie den anamnestischen Angaben (pag. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Nov. 2021, IV/19/430, Seite 23

295) – auch die Diagnose einer Cannabisabhängigkeitsstörung (ICD-10: 
F12.2) mit wiederholten Episoden von Substanzkonsum gestellt, was wie-
derum übereinstimmt mit der Beurteilung der Dr. med. G.________ (act. II 
106, S. 8) und der Administrativgutachterin Dr. med. I.________ vom 26. 
Juni 2017 (act. IIA 220.1, S. 26 und 35) sowie – abgesehen der daraus 
abgeleiteten Einschätzung auf die Arbeitsfähigkeit – dem Gerichtsgutachter 
Dr. med. L.________ (pag. 95). 

Schlüssig verneint hat der Obergutachter ferner das Vorliegen der übrigen 
aktenmässig gestellten bzw. diskutierten Diagnosen. Eine (vom Administra-
tivgutachter Dr. F.________ diagnostizierte; act. II 92.1, S. 12) soziale 
Phobie im Sinne einer spezifischen Angststörung mit eigenständigem 
Krankheitswert verneinte er. Der Beschwerdeführer habe im Rahmen der 
Untersuchungen beschrieben wie er sich in guten Zeiten verhalte, welche 
Alltagsaktivitäten (wie Mountainbiken) er habe, wie er sozialer Kontakte 
wahrnehme und wie er sich vorstellen könne, nicht nur als ..., sondern auch 
im Bereich der Betreuung psychisch Kranker zu arbeiten. Zudem wurde er 
auch in der persönlichen Interaktion als authentisch, offen, zugewandt und 
durchaus nicht zurückgenommen oder ängstlich erlebt. Einleuchtend 
schloss der Oberexperte daraus, die sozialphobische Symptomatik möge 
dann erscheinen, wenn es dem Beschwerdeführer insgesamt schlecht ge-
he, womöglich als Ausdruck der affektiven Störung, bei welcher Ängste 
geradezu üblich seien und zum Krankheitsbild gehörten, oder im Zusam-
menhang mit der cannabisinduzierten Problematik (pag. 301). Dies stimmt 
im Übrigen überein mit der Beurteilung des Gerichtsgutachters Dr. med. 
L.________, der die Symptome für eine entsprechende Diagnose als nicht 
ausgeprägt genug erachtete und die Symptome ebenfalls als Teil nament-
lich der Depression diskutierte (pag. 132). Ferner verneinte der Oberexper-
te sowohl das Vorliegen einer (von Dr. med. F.________ diagnostizierten; 
act. II/92.1, S. 12) Persönlichkeitsstörung als auch einer PTBS mangels 
entsprechender Symptomatik bzw. entsprechendem Leidensdruck seit dem 
jungen Erwachsenenalter (pag. 301 f.: vgl. dazu DILLING/MOMBOUR/ 
SCHMIDT [Hrsg.], Internationale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-
10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 10. Aufl. 2015, S. 274 f.), 
wobei bezüglich der Diagnose einer PTBS selbst der Gerichtsgutachter 
eingeräumt hatte, bei einer „strengen Auslegung“ der ICD-10-Kriterien wäre 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Nov. 2021, IV/19/430, Seite 24

diese Diagnose zu verneinen (pag. 133). Diese diagnostischen Darlegun-
gen des Dr. med. O.________ überzeugen. 

3.6.2 Aus den gestellten Diagnosen leitete der Obergutachter – unter 
Berücksichtigung des bereits von Dr. med. L.________ beschriebenen 
Umstandes, dass der Schweregrad der rezidivierenden depressiven 
Störung im Verlauf schwankte, wobei es Zeiten von Remission und Zeiten 
fast vollständig eingeschränkter Arbeitsfähigkeit gab (Ergänzung vom 16. 
April 2020, pag. 208 Ziff. 9) – im Längsschnitt eine Arbeits(un)fähigkeit von 
50% in der angestammten sowie in einer adaptierten Tätigkeit seit April 
2012 ab (pag. 308 f.). Für eine individuell angepasste Tätigkeit „die ihn 
herausfordert, die anspruchsvoll ist, wo er etwas gestalten und seine Talen-
te nutzen kann“ (MEDAS-Gutachten vom 28. November 2019, pag. 106), 
erachtete er – „unter den beschriebenen Voraussetzungen“ – eine Arbeits-
fähigkeit von gemittelt 70% als gegeben. Mit dem Einschub „unter den be-
schriebenen Voraussetzungen“ ist die konsequente Abstinenz von Canna-
bis gemeint (vgl. pag. 308 Ziff. 8.2 zweiter Satz sowie pag. 309 Ziff. 8.4 
zweites Lemma letzter Satz).

Die Einschätzung der Arbeits(un)fähigkeit von im Längsschnitt gemittelt 
50% seit April 2012, womit der Obergutachter einerseits den zeitweisen 
Phasen der Remission der Depression (vgl. z.B. act. II 156, S. 3 und 
act. IIA 194, S. 2 [Verlaufsberichte von Dr. med. S.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, vom 24. Juni 2015 und 10. Mai 2016]) mit 
fast vollständiger Arbeitsfähigkeit und andererseits den Phasen der De-
pression mit fast vollständig aufgehobener Arbeitsfähigkeit Rechnung trug 
(pag. 308 Ziff. 8), überzeugt. Dies im Gegensatz zu den Einschätzungen 
der Administrativgutachter Dr. med. F.________ (Gutachten vom 29. Janu-
ar 2014, act. II 92.1), der sich nicht hinreichend mit dem damals regelmäs-
sigen Cannabisabusus (act. II 99, S. 3: zeitweise mehr als zehn Joints pro 
Tag) auseinandersetzte und kein Drogenscreening durchführte, den 
schwankenden Verlauf der Depression nicht würdigte (act. II 92.2, S. 19 
Ziff. 4) und sich nur oberflächlich mit den Auswirkungen auf die Arbeits-
fähigkeit auseinandersetzte, und Dr. med. I.________ (Gutachten vom 26. 
Juni 2017, act. IIA 220.1), die sich in ihrer Beurteilung ausschliesslich auf 
das Suchtgeschehen fokussierte und das depressive Geschehen mit mo-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Nov. 2021, IV/19/430, Seite 25

natelangen Behandlungen (act. II 57, S. 7; 64, S. 2; 99, S. 3) weitestge-
hend ausblendete. Die Einschätzung des Obergutachters steht im Übrigen 
im Einklang mit dem polydisziplinären Gerichtsgutachten vom 28. Novem-
ber 2019 (pag. 97 Ziff. 7). Soweit der Obergutachter retrospektiv eine höhe-
re (gemittelt 70%-ige) Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit postu-
lierte unter der Prämisse, diese Arbeitsfähigkeit hätte bei abzuverlangender 
(und kontrollierter) Abstinenz psychotroper Substanzen erreicht werden 
können (pag. 306 ff.), ist festzustellen, dass eine Aufforderung zur (dauer-
haften) Schadenminderung in Form von Cannabisabstinenz, inklusive der 
Verpflichtung zum regelmässigen Abstinenznachweis, bis zum Verfü-
gungszeitpunkt nicht erfolgte. Folglich kann im hier massgebenden Zeit-
raum nicht von einer höheren Arbeitsfähigkeit als 50% (in der angestamm-
ten und auch) in einer angepassten Tätigkeit ausgegangen werden.

3.6.3 Zwingende Gründe, von den Einschätzungen des gerichtlichen 
Oberexperten abzuweichen, bestehen nicht (zum Beweiswert von Ge-
richtsgutachten ERIK FURRER, Rechtliche und praktische Aspekte auf dem 
Weg zum Gerichtsgutachten in der Invalidenversicherung, in: SZS 2019 
S. 4). Die vom Beschwerdeführer eingereichten bzw. vom Gericht eingefor-
derten Unterlagen ändern daran nichts. Die Austrittsberichte der 
Q.________ AG vom 27. Dezember 2019, 26. März 2021 (der Beschwer-
deführer war vom 1. bis zum 22. Oktober 2019 in teilstationärer und vom 
22. Oktober bis zum 20. November 2019 sowie vom 14. Januar bis zum 2. 
Februar 2021 in stationärer Behandlung; act. IA 5, 14) und vom 29. Sep-
tember 2021 über die stationäre Behandlung vom 15. März bis 20. Sep-
tember 2021 (act. IA 18) sowie das zu Handen der KESB Bern erstellte 
Kurzgutachten der Q.________ AG vom 6. August 2021 (act. IA 21) betref-
fen den Zeitraum nach der hier angefochtenen Rentenverfügung vom 12. 
Januar 2018 (act. IIA 247) und lassen auch keine Rückschlüsse auf den 
Gesundheitszustand im hier massgebenden Zeitraum zu, weshalb sie nicht 
zu berücksichtigen sind (vgl. E. 3 hiervor). Aufgrund des im psychiatrischen 
Kurzgutachten der Q.________ AG vom 6. August 2021 geäusserten „ho-
hen Verdachts“ auf durchgehenden Konsum von Cannabis und der damit 
verbundenen Unsicherheit bezüglich der Diagnosestellung (substanzindu-
zierte psychotische Störung mit Symptomen einer paranoiden Schizophre-
nie versus paranoide Schizophrenie; act. IA 18 S. 12), die weiterer Ab-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Nov. 2021, IV/19/430, Seite 26

klärungen bedürfte, liegt betreffend den Zeitraum nach Verfügungserlass 
bis zum Urteilszeitpunkt kein liquider medizinischer Sachverhalt vor. Eine 
Ausdehnung des richterlichen Beurteilungszeitraums bis zum Urteilszeit-
punkt (vgl. prozessleitende Verfügung vom 31. August 2021) fällt daher 
ausser Betracht. Ein allfällige, nach Verfügungserlass eingetretene Ver-
schlechterung des Gesundheitszustands wäre um Rahmen eines Neuan-
meldungs- bzw. Revisionsverfahrens – das gemäss Kostennote vom 
27. Juni 2021 vom Beschwerdeführer offenbar bereits initiiert wurde – gel-
tend zu machen.

3.7 Nach dem Dargelegten ist der rechtserhebliche medizinische Sach-
verhalt hinreichend erstellt; weiterer medizinischer Abklärungen – so auch 
der Edierung der Leistungsabrechnungen der Krankenkasse der letzten 
zehn Jahre in Bezug auf die psychiatrischen Behandlungen und die Medi-
kamente (Eingabe des Beschwerdeführers vom 20. März 2020; pag. 189) – 
bedarf es nicht. Die vom Beschwerdeführer beantragte Anordnung einer 
Urinprobe (Eingabe des Beschwerdeführers vom 6. April 2021; pag. 334 f.) 
ist abzuweisen, weil – wie bereits dargelegt – damit einzig Erkenntnis über 
den Cannabiskonsum der vergangenen Stunden bzw. Tage gewonnen 
würde, welcher Zeitraum in Bezug auf die geltend gemachte, mehrmonati-
ge Abstinenz von vornherein nicht aussagekräftig ist (vgl. E. 3.3 hiervor). 

Zu prüfen bleibt damit, ob anhand des strukturierten Beweisverfahrens 
nach BGE 141 V 281 der obergutachterlich aus psychischen Gründen at-
testierten Arbeitsunfähigkeit von 50% auch aus rechtlicher Sicht gefolgt 
werden kann (E. 2.2.2 hiervor), wobei die versicherte Person die materielle 
Beweislast zu tragen hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 S. 416). 

4.

4.1 Dr. med. O.________ zeigte im Obergutachten – wie bereits Dr. 
med. L.________ (pag. 105 Ziff. 4.6) – keine Diskrepanzen im Sinne eines 
Ausschlussgrundes auf. Insbesondere stellte er keinen Hinweis auf Inkon-
sistenzen, Inplausibilität, selbstlimitierende Verhaltensweisen oder Anga-
ben mit bewusstem Ausdruckscharakter fest (pag. 307 Ziff. 7.3). Die Prü-
fung der ersten Ebene schliesst damit einen invalidisierenden Gesund-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Nov. 2021, IV/19/430, Seite 27

heitsschaden nicht aus (vgl. E. 2.2.2 hiervor), womit auf der zweiten Ebene 
anhand der Standardindikatoren die ergebnisoffene symmetrische Beurtei-
lung des tatsächlich erreichbaren Leistungsvermögens zu erfolgen hat.

4.2 Zu prüfen sind zunächst die einzelnen Komplexe der Kategorie 
„funktioneller Schweregrad“ (BGE 141 V 281 E. 4.3 S. 298 ff.):

4.2.1 Mit Bezug auf den Komplex „Gesundheitsschädigung“ (BGE 141 V 
281 E. 4.3.1 S. 298) ergibt sich Folgendes:

4.2.1.1 Beim Indikator der Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde 
und Symptome gilt es unter anderem, die Schwere des 
Krankheitsgeschehens anhand aller verfügbaren Elemente aus der 
diagnoserelevanten Ätiologie und Pathogenese zu plausibilisieren (BGE 
141 V 281 E. 4.3.1.1 S. 298 f.). Wie aus den beiden Gerichtsgutachten 
sowie den Akten ersichtlich ist, hat der Beschwerdeführer im hier 
massgebenden Zeitraum vom 1. August 2012 bis zum 12. Januar 2018 
(vgl. E. 3 hiervor) keine Erwerbstätigkeit mehr ausgeübt und zwei 
Aufbautrainings der IVB abgebrochen. Auf sozialer Ebene hat der 
Beschwerdeführer eher wenig Kontakt zu anderen Leuten. Er geht nur zu 
seinen Eltern und trifft ab und zu Kollegen. Eine Partnerschaft führt er nicht. 
Sein einziges Hobby ist sein Aquarium mit seinen Fischen. Gegenüber Dr. 
med. L.________ gab er denn auch an, dass es sehr viele einschneidende 
Sachen gegeben habe, infolge dessen er Dinge bzw. Hobbies aufgegeben 
habe (pag. 80 f., 125, 127, 286 f.). Der Umstand, dass der 
Beschwerdeführer insbesondere im beruflichen und privaten 
Funktionsbereich erheblich eingeschränkt ist, spricht für eine schwere Aus-
prägung der diagnoserelevanten Befunde (vgl. zur Beurteilung des 
Schweregrades einer Störung anhand funktioneller Auswirkungen: 
Entscheid des BGer vom 3. März 2021, 8C_407/2020, E. 6.4). 

4.2.1.2 Sodann ist auf die „Behandlungs- und Eingliederungserfolge oder 
-resistenz“ als wichtige Indikatoren für den funktionellen Schweregrad 
einzugehen (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 299 f.). 

Zur Behandlung legte der Obergutachter dar, eine niederfrequente aber 
kontinuierliche psychiatrische Behandlung sei angezeigt zur 
Thematisierung von „Depressivität“, zur Zurückdrängung krankheitswerter 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Nov. 2021, IV/19/430, Seite 28

Symptomatik, zur Unterstützung der anzustrebenden Remission und zur 
konsequenten inhaltlichen Begründung der Sinnhaftigkeit und 
Notwendigkeit der Abstinenz von jeglichen Cannabisprodukten und 
psychotropen Substanzen. Ferner sei der Abstinenznachweis konsequent 
zu erbringen (pag. 308 f. Ziff. 8.3; vgl. auch pag. 306). Mithin erachtete der 
Obergutachter eine Verbesserung des psychischen Geschehens für 
möglich. Dies im Gegensatz zum Gerichtsgutachter Dr. med. L.________, 
der eine vorsichtige Prognose stellte und am wahrscheinlichsten von einem 
weitgehend unveränderten Gesundheitszustand ausging (pag. 136 Ziff. 
7.3.1). Zu dieser Prognose ist jedoch zu bemerken, dass die RAD-Ärztin 
Dr. med. R.________ zutreffend auf die fehlende psychiatrisch-
psychotherapeutische Behandlung zwischen Mai 2017 und Oktober 2019 
hinwies, was gegen eine ausgewiesene Therapieresistenz spreche (pag. 
169). Zu diesem Einwand hat der Gerichtsgutachter keine Stellung 
genommen (pag. 206 f.).

Zu den gescheiterten Eingliederungsversuchen der IV bemerkte der Ober-
gutachter, die Aktenlage weise weniger auf das Vorliegen einer durchge-
henden depressiven Erkrankungssymptomatik – gemäss Dr. med. 
S.________ (Bericht vom 10. Mai 2016; act. IIA 194, S. 2) sei die depressi-
ve Symptomatik damals weitgehend remittiert gewesen – als auf erneut 
eingetretenes Cannabiskonsumverhalten hin, da die Gründe für die vielen 
Absenzen unklar geblieben seien bei gleichzeitig auch stabilen Zeiten mit 
qualitativ guten Leistungen (pag. 305). Insofern wurde – unter konsequen-
ter Abstinenz psychotroper Substanzen – eine berufliche Unterstützung 
empfohlen (pag. 306 f.).

Damit ist zum massgebenden Zeitpunkt des Verfügungserlasses weder 
eine Behandlungs- noch eine Eingliederungsresistenz ausgewiesen.

4.2.1.3 Was den Indikator Komorbiditäten (BGE 143 V 418 E. 8.1 S. 429 f.; 
BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3 S. 300 ff.) anbelangt, ging der Obergutachter 
offenkundig von einer Wechselwirkung zwischen der Depression und dem 
Cannabiskonsum aus, beschrieb er doch, der schädliche Einfluss des Can-
nabis könne nur unterschätzt werden (pag. 307 Ziff. 7.1) bzw. ein wesentli-
cher Anteil an cannabisinduzierter und -aufrechterhaltender Symptomatik 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Nov. 2021, IV/19/430, Seite 29

könne – mangels Haaranalytik – aktuell nicht entkräftet werden 
(pag. 300 f.).

4.2.2 Betreffend den Komplex „Persönlichkeit“ (BGE 141 V 281 E. 4.3.2 
S. 302) schloss der Obergutachter das Vorliegen einer Persönlichkeitss-
törung aus. Er stellte lediglich eine gemischte Persönlichkeitsakzentuierung 
mit ängstlichen und vermeidenden Persönlichkeitszügen fest, was jedoch 
nicht das Charakteristikum einer spezifischen Persönlichkeitsstörung dar-
stellt (pag. 301).

4.2.3 Zum Komplex „Sozialer Kontext“ (BGE 141 V 281 E. 4.3.3 S. 303) 
stellte der Obergutachter fest, der Beschwerdeführer habe gemäss eigenen 
Angaben in den letzten sechs Monaten soziale Kontakte gepflegt; insbe-
sondere erwähnte er einen Freund, der der dritte Bruder eines verstorbe-
nen Freundes sei (pag. 286 Ziff. 3.2). Auch Dr. med. L.________ rappor-
tierte, der Beschwerdeführer habe ein sehr gutes Verhältnis zu seinen El-
tern, die er regelmässig sehe. Mit seiner älteren Schwester habe er deutlich 
weniger Kontakt. Ferner habe er zwei bis drei Kollegen, die er sporadisch 
sehe, auch gingen sie mal eins trinken (pag. 81, 127, 137). Damit hält das 
soziale Umfeld zumindest gewisse Ressourcen bereit.

4.3 Beweisrechtlich entscheidend ist die Kategorie „Konsistenz“. Darun-
ter fallen verhaltensbezogene Kategorien (BGE 141 V 281 E. 4.4 S. 303).

4.3.1 Zum Indikator der gleichmässigen Einschränkung des Aktivitätsni-
veaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen (BGE 141 V 281 E. 4.4.1 
S. 303 f.) stellte Dr. med. L.________ keine Diskrepanzen fest bzw. er hielt 
die Aktivitäten des Beschwerdeführers für kongruent mit den gestellten 
Diagnosen (pag. 137). Gegenteiliges hielt auch der Obergutachter nicht 
fest. In der Beurteilung des bisherigen Verlaufs von Behandlungen, Rehabi-
litationen und Eingliederungsmassnahmen berichtete der psychiatrische 
Sachverständige von erheblichen Einschränkungen (pag. 303 ff.). Inkonsis-
tenzen verneinte er (pag. 307). Auch bestehen keine Aktivitäten, die mit der 
attestierten 50%igen Arbeitsunfähigkeit nicht vereinbar wären (vgl. pag. 
283 ff.). Zwar geht der Beschwerdeführer seit 2013 (vgl. act. II 52, S. 2) 
keiner Erwerbstätigkeit mehr nach, gegenüber Dr. med. O.________ gab er 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Nov. 2021, IV/19/430, Seite 30

jedoch an, dass er sich vorstellen könne, eine Beschäftigung in einem Pen-
sum von 50% auszuüben (pag. 285).

4.3.2 Was den Indikator der Inanspruchnahme von therapeutischen Opti-
onen anbelangt (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.4.2 S. 304), ist auf Folgendes zu 
verweisen: Der Gerichtsgutachter ging von einem deutlichen behandlungs- 
und eingliederungsanamnestisch ausgewiesenen Leidensdruck aus 
(pag. 137). Auch Dr. med. O.________ kam zu keinem anderslautenden 
Schluss. Der Beschwerdeführer hat sich über die Jahre in diverse 
(teil-)stationäre und ambulante psychiatrische Behandlungen mit entspre-
chender Medikation begeben (pag. 266 ff.), was für einen erheblichen Lei-
densdruck spricht. 

4.4 In der Gesamtbetrachtung sind die geltend gemachten funktionel-
len Auswirkungen der medizinisch festgestellten psychischen Beeinträchti-
gungen anhand der Standardindikatoren überwiegend wahrscheinlich er-
stellt. Folglich ist auf die psychiatrischerseits attestierte Arbeitsunfähigkeit 
von 50% seit April 2012 auch aus rechtlicher Optik abzustellen. Auf dieser 
Grundlage ist nachfolgend die Invaliditätsbemessung vorzunehmen, weil 
die daneben bestehenden somatischen Beschwerden im hier massgeben-
den Zeitpunkt (vgl. E. 5.2 hiernach) keine relevanten Auswirkungen auf die 
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit zeitigen (vgl. E. 3.4 hiervor). 

5.

5.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

5.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Nov. 2021, IV/19/430, Seite 31

tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1). 

Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitli-
che Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinreichend genau 
beziffern, ist auf statistische Werte wie die Lohnstrukturerhebungen (LSE) 
abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditätsbemessung nur 
unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenen-
falls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren abgestellt werden 
(BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110; SVR 2019 UV Nr. 40 S. 153 E. 6.2.3).

5.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296).

Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine 
oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge-
nommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss LSE 
herangezogen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2019 IV Nr. 28 
S. 88 E. 5.1.3).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25% zu begrenzen ist (BGE 135 V 
297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Nov. 2021, IV/19/430, Seite 32

E. 3.3). Zu beachten ist, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medi-
zinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen 
nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen 
und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen 
dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 S. 20).

5.2 Ausgehend von der Anmeldung im Oktober 2012 (act. II 41) und der 
von Dr. med. O.________ attestierten durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeit 
von 50% seit April 2012 (vgl. E. 4.4 hiervor) würde der frühestmögliche 
Rentenbeginn auf April 2013 fallen (Art. 29 Abs. 1 i.V.m. Art. 28 Abs. 1 lit. b 
IVG). Allerdings hat sich der Obergutachter aufgrund des langen Zeitrau-
mes explizit nicht bis ins Detail aufgeschlüsselt zum retrospektiven Verlauf 
der Arbeitsfähigkeit geäussert (pag. 309). Demzufolge ist für den Verlauf 
bzw. zur Bestimmung des Beginns der durchgehenden Arbeitsunfähigkeit 
(von mindestens 40%) auf die detaillierten echtzeitlichen Akten abzustellen. 
Ab Mai 2011 arbeitete der Beschwerdeführer bei der D.________. Der letz-
te effektive Arbeitstag war der 2. August 2012 (act. II 52, S. 2). Gemäss der 
Absenzenbilanz der ehemaligen Arbeitgeberin war er vom 5. März bis 17. 
Juni 2012 arbeitsunfähig (act. II 53.4), womit die einjährige Wartezeit (Art. 
28 Abs. 1 lit. b IVG) grundsätzlich zu laufen begann. Vom 18. Juni bis 26. 
Juli 2012, mithin über die Dauer von mehr als 30 aufeinanderfolgende Ta-
ge, war der Beschwerdeführer hingegen zu keiner Zeit krank bzw. arbeits-
unfähig geschrieben (act. II 53.4). Damit wurde die Wartezeit gemäss 
Art. 29ter IVV unterbrochen (vgl. auch Rz. 2014 des Kreisschreibens über 
Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH]) und begann 
erneut am 26. Juli 2012 zu laufen (act. II 53.4). Für die Folgezeit ist keine 
längere Arbeitsfähigkeit mehr ausgewiesen, womit die Invaliditätsbemes-
sung per Juli 2013 zu erfolgen hat.

5.3 Der Beschwerdeführer hat von August 2006 bis Juli 2010 eine Leh-
re als ... in der T.________ absolviert (act. II 4, S. 2; 16, S. 4). Nach einer 
IV-Anmeldung unter Angabe von psychischen Problemen im Januar 2011 
(act. II 2) gelang es mit Hilfe von beruflichen Massnahmen den Beschwer-
deführer zunächst ab Mai 2011 im Rahmen eines Arbeitstrainings (act. II 
26) und ab November 2011 regulär mit Arbeitsvertrag (mit Einarbeitungs-
zuschuss bis 5. Februar 2012 [Steigerung des Pensums von 70% auf 80% 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Nov. 2021, IV/19/430, Seite 33

mit anschliessender Stabilisierung]; act. II 36) bei der D.________ als ... 
wiedereinzugliedern (act. II 33, S. 2). Diese Stelle wurde ihm durch die Ar-
beitgeberin per 31. März 2013 aus gesundheitlichen Gründen gekündigt 
(act. II 52, S. 2). Auf den dort effektiv erzielten Lohn kann für die Bestim-
mung des Valideneinkommens allerdings nicht abgestellt werden. Der Be-
schwerdeführer arbeitete für die D.________ in einem 80%-Pensum. Mit 
Blick auf die Vorgeschichte scheint überwiegend wahrscheinlich, dass die-
ses reduzierte Pensum bereits aus gesundheitlichen Gründen vereinbart 
worden ist und damit keine vollständige Genesung erfolgt war. Kommt hin-
zu, dass der Beschwerdeführer gestützt auf die echtzeitlichen Akten bereits 
wieder ab März 2012 – mit Ausnahme des Monates Juli 2012 – arbeitsun-
fähig war (act. II 53.4), was schliesslich auch zur Kündigung geführt hat. 
Insofern konnte der Beschwerdeführer das vereinbarte 80%-Pensum als ... 
nicht langfristig umsetzen. Folglich ist für die Berechnung des Validenein-
kommens auf die statistischen Zahlen der LSE abzustellen (vgl. E. 5.1.1 
hiervor). Gestützt auf die Tabelle TA1_tirage_skill_level der LSE 2012, Ziff. 
55-56: Gastgewerbe/Beherbergung und Gastronomie, Kompetenzniveau 3 
(„Komplexe praktische Tätigkeiten welche ein grosses Wissen in einem 
Spezialgebiet voraussetzen“; Fähigkeitszeugnis als ... vom 1. Juli 2020; 
act. II 4, S. 2) beträgt der massgebliche monatliche Bruttolohn für Männer 
Fr. 5’362--. Angepasst an die betriebsübliche Arbeitszeit von 42.4 Stunden 
(Bundesamt für Statistik [BFS], Betriebsübliche Wochenarbeitszeit nach 
Wirtschaftsabteilungen [BUA], Zeile 55-56: Gastgewerbe/Beherbergung 
und Gastronomie, 2012) und aufindexiert auf das Jahr 2013 (BFS, Tabelle 
T1.1.10, Nominallohnindex, Männer, 2011 - 2019, Zeile I: Beherbergung 
und Gastronomie, 2012 [101.9], 2013 [102.6]) resultiert ein Validenein-
kommen von Fr. 68'673.20 (Fr. 5'362.-- x 12 : 40 x 42.4 : 101.9 x 102.6).

5.4 Da der Beschwerdeführer seine Restarbeitsfähigkeit nicht verwertet, 
ist das Invalideneinkommen ebenfalls gestützt auf die Zahlen der LSE (vgl. 
E. 5.1.2 hiervor) zu ermitteln. Ausgehend von der Tatsache, dass dem Be-
schwerdeführer seine Tätigkeit als ... aus pneumologischer Sicht nicht 
mehr zumutbar ist (vgl. E. 3.4 hiervor) und er in einer angepassten Tätigkeit 
zu 50% arbeits(un)fähig ist (vgl. E. 3.6.2 und 4.4 hiervor), ist auf die LSE 
2012, Tabelle TA1, Total, Kompetenzniveau 1 („Einfache Tätigkeiten kör-
perlicher oder handwerklicher Art“), abzustellen, weil dem Beschwerdefüh-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Nov. 2021, IV/19/430, Seite 34

rer verschiedene Verweistätigkeiten in diversen Tätigkeitsgebieten offen 
stehen. Der massgebliche monatliche Bruttolohn für Männer beträgt 
Fr. 5'210.--. An die betriebsübliche Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden 
(BFS, BUA, Total, 2012) angepasst, auf das massgebende Jahr 2013 auf-
gerechnet (BFS, Tabelle T1.1.15, Nominallohnindex, Männer 2011 - 2019, 
Total, 2012 [101.7], 2013 [102.5]) und unter Berücksichtigung der medizi-
nisch attestierten Leistungseinschränkung von 50% resultiert ein Einkom-
men von Fr. 32'844.90 (Fr. 5’210.-- x 12 : 40 x 41.7 : 101.7 x 102.5 x 0.5) 
im Jahr.

Da die medizinischen Einschränkungen bereits im Rahmen des Zumutbar-
keitsprofils berücksichtigt worden sind, ist ein behinderungsbedingter Ab-
zug nicht vorzunehmen (Entscheid des BGer vom 5. Juli 2011, 
8C_261/2011, E. 7.3). Invaliditätsfremde Gründe für einen Abzug vom Ta-
bellenlohn liegen nicht vor (Schweizer Bürger, im hier massgebenden Zeit-
punkt 24 Jahre alt [act. II 2, S. 1]; vgl. E. 5.1.2 hiervor).

5.5 Zusammenfassend resultiert bei einem Valideneinkommen von 
Fr. 68'673.20 und einem Invalideneinkommen von Fr. 32'844.90 eine Ein-
kommenseinbusse von Fr. 35'828.30, was einem IV-Grad von gerundet 
(BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123) 52% entspricht. Folglich resultiert 
mit Wirkung ab 1. Juli 2013 ein Anspruch auf eine halbe Invalidenrente (vgl. 
E. 2.3 hiervor).

5.6 Es bleibt festzuhalten, dass Dr. med. O.________ eine berufliche 
Eingliederung empfahl und die Zumutbarkeit und Notwendigkeit der konse-
quenten, kontrollierten Abstinenz von Cannabis und Cannabinoiden sowie 
anderen illegalen psychotropen Substanzen mehrfach hervorhob (pag. 306 
f. Ziff. 7.1, pag. 308 f. Ziff. 8.3; vgl. auch E. 3.6.2 hiervor). Angesichts dieser 
nachvollziehbaren und einleuchtenden Empfehlung des gerichtlich einge-
setzten Obergutachters, dessen Einschätzung im Übrigen durch das psych-
iatrische Kurzgutachten der Q.________ AG vom 6. August 2021 (act. IA 
21 S. 14 Ziff. 3 und 5, wonach eine kontrollierte Abstinenz von Cannabis 
dringend indiziert sei) explizit bestätigt wird, sowie mit Blick darauf, dass es 
sich für den weiteren Verlauf geradezu gebieterisch aufdrängt, die im näm-
lichen Kurzgutachten gestellte Diagnose einer substanzinduzierten psycho-
tischen Störung mit Symptomen einer paranoiden Schizophrenie zu 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Nov. 2021, IV/19/430, Seite 35

bestätigen bzw. auszuschliessen, bleibt es der Beschwerdegegnerin an-
heimgestellt, den Beschwerdeführer umgehend zur Schadenminderung 
anzuhalten, d.h. die zumutbare Cannabisabstinenz mit geeigneten (Haar-, 
Blut- oder Urin-)Proben über eine längere Zeit zu kontrollieren und die ge-
botene Therapie einzufordern, sowie daran anschliessend im Rahmen ei-
ner weiteren psychiatrischen Begutachtung die Arbeits- und Leistungs-
fähigkeit unter Abstinenz neu zu beurteilen. Sollte der Beschwerdeführer 
die ihm zumutbare Abstinenz und Therapietreue nicht einhalten, hätte die 
Verwaltung – unter Beachtung der gesetzlichen Vorgaben – eine Einstel-
lung der Rentenleistungen zu prüfen (Art. 21 Abs. 4 ATSG).

5.7 Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde gutzuheissen und die 
angefochtene Verfügung vom 12. Januar 2018 (act. IIA 247) aufzuheben. 
Dem Beschwerdeführer ist ab dem 1. Juli 2013 eine halbe Invalidenrente 
zuzusprechen.

5.8 Der Beschwerdeführer beantragt in der Beschwerde – neben der 
Zusprache einer Invalidenrente – die Zusprache einer Hilflosenentschädi-
gung und die Gewährung von beruflichen Massnahmen (S. 1; 
IV/2018/132). Den Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung hat die Be-
schwerdegegnerin bisher noch nicht näher abgeklärt (vgl. act. IIA 247). Die 
Akten sind deshalb an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie 
die Abklärungen vornimmt und anschliessend über den Anspruch befinde. 
Daneben hat die Beschwerdegegnerin den Anspruch auf berufliche Mass-
nahmen zu prüfen und darüber zu verfügen.

6.

6.1 Gemäss aArt. 69 Abs. 1bis IVG in der bis 31. Dezember 2020 gültig 
gewesenen und hier anwendbaren Fassung (vgl. Art. 82a ATSG) ist das 
Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitig-
keiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen kosten-
pflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig 
vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Nov. 2021, IV/19/430, Seite 36

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 1‘000.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der geleistete Kostenvor-
schuss von Fr. 800.-- (vgl. IV/2018/132) ist dem Beschwerdeführer nach 
Eintritt der Rechtskraft des Urteils zurückzuerstatten. 

6.2 Die Kosten eines kantonalen Gerichtsgutachtens können der IV-
Stelle nicht systematisch überbunden werden, sondern nur dann, wenn die 
Abklärungen der Verwaltung lückenhaft oder klar ungenügend waren und 
das Gerichtsgutachten dazu dienen soll, die Mängel des Verwaltungsver-
fahrens zu beheben. Es muss also ein Zusammenhang zwischen den 
Mängeln der administrativen Abklärungen und der Notwendigkeit der An-
ordnung eines Gerichtsgutachtens bestehen. Dies ist namentlich zu beja-
hen, wenn die Verwaltung einen offensichtlichen Widerspruch zwischen 
verschiedenen im Dossier enthaltenen medizinischen Beurteilungen nicht 
mit objektiver Begründung auflöst, die Verwaltung eine oder mehrere für 
die Beurteilung bzw. Würdigung der medizinischen Situation notwendigen 
Fragen offen lässt oder sich die Verwaltung auf ein Gutachten stützt, wel-
ches die Anforderungen an den Beweiswert einer medizinischen Expertise 
offensichtlich nicht erfüllt. Hat die Verwaltung hingegen den Untersu-
chungsgrundsatz eingehalten und sich auf schlüssige und übereinstim-
mende Unterlagen oder auf ein gemäss Rechtsprechung voll beweiskräfti-
ges Gutachten gestützt und gibt das kantonale Gericht aus anderen Grün-
den (z.B. nach der Erstellung neuer medizinischer Berichte oder eines Pri-
vatgutachtens) ein Gerichtsgutachten in Auftrag, so können der Verwaltung 
die Gutachterkosten nicht überbunden werden (BGE 143 V 269 E. 3.3 
S. 273, 140 V 70 E. 6.1 S. 75; Entscheid des BGer vom 27. November 
2019, 8C_64/2019, E. 8.1).

Vorliegend war auf Geheiss des BGer ein polydisziplinäres Gerichtsgutach-
ten einzuholen, weil sich die von Dres. med. F.________ und I.________ 
gestellten unterschiedlichen fachärztlichen Diagnosen und abgegebenen 
Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit nicht mittels Beweiswürdigung er-
klären liessen und überdies die somatische Situation einzubeziehen war 
(Entscheid de BGer 9C_53/2019, E. 4.1 f.). Mithin war der medizinische 
Sachverhalt von der Verwaltung zu wenig abgeklärt und es bestand Anlass 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Nov. 2021, IV/19/430, Seite 37

für das in Auftrag gegebene polydisziplinäre Gerichtsgutachten, so dass 
dessen Kosten (Fr. 15'971.20; pag. 148) sowie die Kosten für die nach der 
RAD-Stellungnahme (pag. 158 ff.) notwendig gewordene Ergänzung des 
Gutachtens (Fr. 2'550.--; pag. 211) vollumfänglich der Verwaltung zu über-
bürden sind (vgl. dazu FURRER, a.a.O., S. 14). Weil nach Vorliegen des 
polydisziplinären Gerichtsgutachtens die – auch vom RAD geäusserten 
Zweifel – nicht hinreichend ausgeräumt waren, mithin der von der Verwal-
tung verursachte Abklärungsmangel fortbestand, holte der Instruktionsrich-
ter ein psychiatrisches Obergutachten ein (vgl. auch den entsprechenden 
Verfahrensantrag der Verwaltung in der Stellungnahme vom 30. Januar 
2020, pag. 157). Daher sind auch die Kosten des Gerichtsobergutachtens 
(Fr. 9'200.--; pag. 313) vollumfänglich der Verwaltung zu überwälzen.

6.3 Weiter ist zu prüfen, ob die dem Beschwerdeführer und seiner Be-
gleitperson durch die MEDAS-Begutachtung in … entstandenen Reise- und 
Verpflegungskosten zu vergüten sind (pag. 184; act. IA 1 - 3).

Versicherte Personen haben Anspruch auf Vergütung der notwendigen 
Reisekosten im Inland für die Abklärung des Leistungsanspruches und die 
Durchführung von Eingliederungsmassnahmen (Art. 51 Abs. 1 IVG, Art. 5 
Abs. 4 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversiche-
rung [IVV; SR 831.201]; Ziff. 1 des Kreisschreibens über die Vergütung der 
Reisekosten in der Invalidenversicherung [KSVR]). Gemäss Art. 90 Abs. 2 
Satz 1 IVV werden die Kosten vergütet, die den Preisen der öffentlichen 
Transportmittel für Fahrten auf dem direkten Weg entsprechen. Ausser den 
Fahrauslagen werden ein Zehrgeld und die notwendigen Nebenkosten, 
insbesondere die Fahrauslagen und das Zehrgeld für eine unerlässliche 
Begleitperson, vergütet (Art. 90 Abs. 3 Satz 1 IVV). Das Zehrgeld beträgt 
bei einer Abwesenheit vom Wohnort von fünf bis acht Stunden Fr. 11.50 je 
Tag (Art. 90 Abs. 4 lit. a IVV).

Da die MEDAS-Begutachtung am 7., 15., 17. und 31. Oktober 2019 in … 
gerichtlich angeordnet wurde, handelt es sich um eine notwendige medizi-
nische Abklärung. Folglich sind die Zugkosten für die Strecke … – … Re-
tour (2. Klasse) von jeweils Fr. 86.20 bzw. Fr. 344.80 (4 x Fr. 86.20) sowie 
die entsprechenden Kosten für die auswärtige Verpflegung von jeweils Fr. 
11.50 bzw. total Fr. 46.-- (4 x Fr. 11.50) für den Beschwerdeführer zu ge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Nov. 2021, IV/19/430, Seite 38

währen (Ziff. 4 KSVR; Art. 90 Abs. 4 lit. a IVV). Was die Kosten für die Be-
gleitperson anbelangt, führte der Hausarzt Dr. med. U.________, Facharzt 
für Allgemeine Innere Medizin, im Arztzeugnis vom 6. September 2019 
nachvollziehbar aus, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner langjähri-
gen, psychischen Probleme – er reagiere in Stresssituationen und bei auf-
tretenden Schwierigkeiten mit Panikattacken, Blockaden, starken psycho-
somatischen Symptomen, welche ihm die Einhaltung der Begutachtungs-
termine verunmöglichen könnten – auf eine ihm vertraute Begleitperson 
angewiesen sei (act. IA 2). Dies korreliert mit dem Umstand, dass der Be-
schwerdeführer im Zeitpunkt der Begutachtung bzw. seit Anfang Oktober 
2019 wieder (teilstationär) in der Tagesklinik der Q.________ AG in … 
hospitalisiert war. Gegenüber dem Gutachter gab er an, dass es ihm psy-
chisch so schlecht gegangen sei, dass er eingesehen habe, dass er Hilfe 
benötige (pag. 76 f., 81). Somit ist die Notwendigkeit einer Begleitperson 
(vgl. Rz. 27 f. KSVR) belegt, weshalb die entsprechenden Reisekosten 
(Zugkosten von Fr. 344.80 sowie auswärtige Verpflegung von Fr. 46.--; 
act. IA 1) auch für die Begleitperson gewährt werden. Folglich hat die Be-
schwerdegegnerin dem Beschwerdeführer für die Reise- und Verpfle-
gungskosten im Rahmen der MEDAS-Begutachtung im Jahr 2019 insge-
samt Fr. 781.60 zu ersetzen. 

6.4 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-
sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g 
ATSG). 

Rechtsanwältin Dr. iur. B.________ macht mit Kostennote vom 16. Januar 
2018 für das Verfahren vor bundesgerichtlichem Entscheid (IV/2018/132) 
ein Honorar von Fr. 3’837.50, zuzüglich Auslagen von Fr. 296.80 und 
Mehrwertsteuer von Fr. 318.40 (7.7% von Fr. 4‘134.30), insgesamt ausma-
chend Fr. 4'452.64, geltend. Das Honorar (von Fr. 3'837.50) wurde indes 
offensichtlich falsch berechnet und beläuft sich in Anbetracht des geltend 
gemachten und nicht zu beanstandenden Zeitaufwands auf Fr. 3'962.50 
(15.85h x Fr. 250.--). Nicht zu entschädigen ist die Mehrwertsteuer, da die 
Rechtsvertreterin gestützt auf den Eintrag im UID-Register erst ab 1. Janu-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Nov. 2021, IV/19/430, Seite 39

ar 2020 mehrwertsteuerpflichtig ist (VGE IV/2020/332 E. 5.2; vgl. auch die 
Kostennote vom 16. Januar 2018, mit der keine MWST geltend gemacht 
worden war; in den Verfahrensakten IV/2019/430, pag. 74). Die Parteien-
tschädigung im Verfahren IV/2018/132 beläuft sich folglich auf Fr. 4'259.30 
(Fr. 3'962.50 + Fr. 296.80).

Für das Verfahren nach bundesgerichtlichem Entscheid (IV/2019/430) 
macht die Rechtsvertreterin mit Kostennoten vom 4. Juni 2019, 20. März 
2020, 13. Februar und 27. Juni 2021 bei unverändertem Stundenansatz 
von Fr. 250.-- einen Aufwand von 37.2 Stunden geltend. Hinzu kommen 
Auslagen von Fr. 614.-- und die (für das gesamte Verfahren, d.h. bereits ab 
4. Juni 2019 fakturierte; zum Beginn der MWST-Pflicht vgl. Absatz hiervor) 
Mehrwertsteuer von 7.7%, ausmachend Fr. 763.38. Total macht sie 
Fr. 10'677.38 geltend. Der veranschlagte Zeitaufwand erscheint unter 
Berücksichtigung der teilweise sehr umfassenden Eingaben der Rechtsver-
treterin des Beschwerdeführers mit diversen von vornherein offenkundig 
nicht erfolgversprechenden Anträgen namentlich betreffend Ergänzungs- 
bzw. Erläuterungsfragen zu den Gerichts- sowie zum Obergerichtsgutach-
ten (vgl. insbesondere die instruktionsrichterliche Ablehnung von unnötigen 
bzw. sinnlosen oder gar unzulässigen Fragen in pag. 181 und 197) sowie 
betreffend Ablehnung von Dr. med. O.________ als Obergutachter bzw. 
Verzicht auf ein Obergutachten, welche vom Instruktionsrichter grössten-
teils abgewiesen wurden (vgl. prozessleitende Verfügungen vom 9. und 
26. März sowie 17. Juli 2020; pag. 181, 197, 234), als zu hoch bzw. nicht 
mehr geboten. Überdies wurde (wiederum) MWST für die Zeit vor Beginn 
der Mehrwertsteuerpflicht (1. Januar 2020) geltend gemacht. Unter Berück-
sichtigung der durchgeführten Beweismassnahmen, des Umstands, dass 
der Rechtsvertreterin die gesamten Vorakten bzw. der Sachverhalt bereits 
bekannt waren sowie dass im Nachgang zum MEDAS-Gutachten einzig die 
psychische Situation strittig und von den Parteien zu erörtern war, ist die 
Parteientschädigung für das Verfahren nach bundesgerichtlichem Ent-
scheid auf pauschal Fr. 7’500.-- (inkl. Auslagen und MWST [ab 1. Januar 
2020]) festzusetzen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Nov. 2021, IV/19/430, Seite 40

Demnach ist die Parteientschädigung insgesamt auf Fr. 11'759.30 
(Fr. 7’500.-- + Fr. 4'259.30) festzusetzen; diesen Betrag hat die Beschwer-
degegnerin dem Beschwerdeführer zu ersetzen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der IV-Stelle Bern 
vom 12. Januar 2018 aufgehoben und dem Beschwerdeführer mit Wir-
kung ab dem 1. Juli 2013 eine halbe Invalidenrente zugesprochen. 
Soweit weitergehend wird die Sache zu weiteren Abklärungen im Sin-
ne der Erwägung 5.8 und neuem Entscheid an die Beschwerdegegne-
rin zurückgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1‘000.-- werden der Beschwerdegegne-
rin zur Bezahlung auferlegt. Der vom Beschwerdeführer geleistete 
Kostenvorschuss von Fr. 800.-- (IV/2018/132) wird ihm nach Rechts-
kraft des Urteils zurückerstattet.

3. Die Kosten des polydisziplinären Gerichtsgutachtens samt Ergänzung 
von insgesamt Fr. 18'521.20 werden der Beschwerdegegnerin zur Be-
zahlung auferlegt.

4. Die Kosten des psychiatrischen Gerichtsobergutachtens von 
Fr. 9'200.-- werden der Beschwerdegegnerin zur Bezahlung auferlegt.

5. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer für Reise- und 
Verpflegungskosten im Rahmen der MEDAS-Begutachtung insgesamt 
Fr. 781.60 zu ersetzen.

6. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 11'759.30 (inkl. Auslagen und MWST), zu 
ersetzen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Nov. 2021, IV/19/430, Seite 41

7. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin Dr. iur. B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern (samt Eingabe des Beschwerdeführers vom 26. Okto-

ber 2021)
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Pensionskasse C.________ (samt Eingabe des Beschwerdeführers 

vom 26. Oktober 2021)

Zur Kenntnis:
- MEDAS J.________
- Dr. med. O.________ 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.