# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7c23575f-f431-5b8b-9825-2ca46ee687e6
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-01-12
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 12.01.2024 LF230060
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LF230060_2024-01-12.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: LF230060-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. E. Lichti Aschwanden, Vorsitzende, Oberrichte-

rin lic. iur. R. Bantli Keller und Oberrichter Dr. E. Pahud sowie Ge-

richtsschreiber MLaw S. Widmer 

Beschluss vom 12. Januar 2024 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Berufungsklägerin 

 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____ 

 

betreffend Erbausschlagung / Anordnung erbgangssichernder Massnahmen 
(Sicherungsinventar) 
 
im Nachlass von B._____, geboren tt. September 1951, von C._____ ZH, 
D._____ und E._____ UR, gestorben tt.mm.2023, wohnhaft gewesen in 
C._____ 
 
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichtes des Bezirksgerichtes Affol-
tern vom 12. Juli 2023 (EN230038) 
 
 

 
  

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Erwägungen: 

1. 

1.1. Am tt.mm.2023 verstarb B._____ mit letztem Wohnsitz in C._____ ZH 

(act. 2). Er hinterliess als gesetzliche Erben seine Ehefrau A._____ (fortan Beru-

fungsklägerin) und den gemeinsamen Sohn F._____ (geb. tt.mm.2007).  

1.2. Am 12. April 2023 ging beim Bezirksgericht Affoltern ein ausgefülltes Formu-

lar "Erbausschlagung" ein, mit welchem im Namen des 16-jährigen F._____ die 

Ausschlagung des Nachlasses von B._____ erklärt wird. Das Formular trägt so-

wohl die Unterschrift von F._____ als auch diejenige seiner gesetzlichen Vertrete-

rin, der Berufungsklägerin (act. 1/1). Mit Eingabe vom 5. Mai 2023 wandte sich 

F._____ erneut an das Bezirksgericht Affoltern. Er erklärte, seine Mutter habe ihn 

über alle Möglichkeiten, das Erbe anzutreten (Erbengemeinschaft, Pflichtteile, 

Auszahlung), informiert; er habe sich entschlossen, das Erbe nicht anzutreten 

bzw. auszuschlagen (act. 1/2). 

2. 

2.1. Mit Urteil vom 31. Mai 2023 nahm das Einzelgericht des Bezirksgerichts 

Affoltern (fortan Vorinstanz) die Ausschlagungserklärung von F._____ zu Proto-

koll und auferlegte ihm die Entscheidgebühr von Fr. 150.– (act. 4).  

2.2. Mit Eingabe vom 12. Juni 2023 beantragte die Kindes- und Erwachsenen-

schutzbehörde (KESB) des Bezirks Affoltern die Wiedererwägung des Urteils vom 

31. Mai 2023, da sie wegen eines potentiellen Interessenkonflikts die Errichtung 

einer Beistandschaft zur Interessenwahrung von F._____ im Nachlassverfahren 

prüfe (act. 7).  

2.3. In der Folge nahm die Vorinstanz mit Urteil vom 12. Juli 2023 (act. 9) die 

Ausschlagungserklärung wiedererwägungsweise nicht zu Protokoll (Dispositiv-

Ziff. 1) und ordnete neu die Aufnahme eines Sicherungsinventars über den Nach-

lass des Erblassers an (Dispositiv-Ziff. 4). Mit der Aufnahme beauftragte sie das 

Notariat G._____ (Dispositiv-Ziff. 5). Die Kosten für die Erstellung des Inventars 

auferlegte sie dem Nachlass und bezog sie von der Berufungsklägerin (Dispositiv-

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Ziff. 6). Für das Urteil betreffend Wiedererwägung erhob sie keine zusätzlichen 

Kosten (Dispositiv-Ziff. 3). Die im Urteil vom 31. Mai 2023 erfolgte Kostenauflage 

an F._____ liess sie unverändert (Dispositiv-Ziff. 2). 

2.4. Am 11. August 2023 berichtigte die Vorinstanz das Urteil vom 12. Juli 2023 

dahingehend, dass sie das Notariat H._____ ZH anstelle des Notariates G._____ 

ZH mit der Aufnahme des Inventars beauftragte (act. 13 = act. 18/3).  

3. Gegen das Urteil vom 12. Juli 2023, berichtigte Fassung vom 11. August 

2023, erhob die Berufungsklägerin mit Eingabe vom 28. August 2023 Berufung. 

Sie beantragt die Aufhebung der Dispositiv-Ziffern 2 (Kostenauflage an F._____) 

sowie 4-6 (Aufnahme des Sicherungsinventars, Beauftragung des Notariates 

H._____ ZH und Kostenauflage für das Inventar an den Nachlass). Die Dispositiv-

Ziffern 1 (Nichtprotokollierung der Ausschlagungserklärung) und 3 (keine Kosten 

für den Wiedererwägungsentscheid) seien hingegen beizubehalten (act. 19 S. 2). 

Die Kammer zog die vorinstanzlichen Akten bei (act. 1-16) und setzte der Beru-

fungsklägerin mit Verfügung vom 19. September 2023 Frist zu Leistung eines 

Kostenvorschusses von Fr. 2'200.− an (act. 23). Die Berufungsklägerin leistete 

den Kostenvorschuss innert Frist (act. 25). Auf weitere prozessuale Schritte ist zu 

verzichten. Das Verfahren erweist sich als spruchreif. 

4. 

4.1. Die Berufung ist bei der Rechtsmittelinstanz innert der Rechtsmittelfrist 

schriftlich und begründet einzureichen (Art. 311 Abs. 1 ZPO). Die vorliegende Be-

rufung richtet sich gegen einen im summarischen Verfahren ergangenen Ent-

scheid betreffend erbrechtliche Sicherungsmassregeln. Gegen einen solchen 

Entscheid beträgt die Frist zur Einreichung der Berufung zehn Tage (Art. 314 

ZPO). Die Frist beginnt am Tag nach der Zustellung des begründeten Entscheids 

zu laufen (vgl. Art. 321 Abs. 1 i.V.m. Art. 142 Abs. 1 ZPO). Wird der Entscheid − 

wie hier − von der Vorinstanz nachträglich berichtigt, ersetzt der neue Entscheid 

den ursprünglichen Entscheid im Umfang der Berichtigung. Die Rechtsmittelfrist 

beginnt mit der Zustellung des berichtigten Entscheids von Neuem zu laufen. Das 

gilt allerdings nur in Bezug auf jene Punkte, die Gegenstand der Berichtigung bil-

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deten. Bezüglich der Punkte, die von der Berichtigung nicht betroffen waren, be-

ginnt keine neue Rechtsmittelfrist zu laufen. Ist die Rechtsmittelfrist gegen den ur-

sprünglichen Entscheid bereits abgelaufen, können diese Punkte daher im An-

schluss an die Berichtigung nicht mehr angefochten werden (BGE 143 III 520 

E. 6.3; BGer 5A_776/2019 vom 27. Oktober 2020 E. 5; BGer 4A_382/2019 vom 

9. Dezember 2019 E. 1.2; BGer 4A_107/2015 vom 13. August 2015 E. 1; TANNER, 

Erläuterung und Berichtigung von Entscheiden im Zivilprozessrecht [Art. 334 

ZPO], S. 18; CHK-SUTTER-SOMM/SEILER, 2021, Art. 334 N 17). Erfolgt die Beru-

fung verspätet oder enthält sie keine hinreichende Begründung, ist darauf nicht 

einzutreten.  

4.2. Das Urteil der Vorinstanz vom 12. Juli 2023 wurde der Berufungsklägerin am 

14. August 2023 zugestellt (act. 11/1), die berichtigte Fassung des Urteils am 

17. August 2023 (act. 15/1). Die Berufungsklägerin erhob am 28. August 2023 Be-

rufung (act. 19). Die Berufungserhebung erfolgte mithin vierzehn Tage nach Zu-

stellung des Urteils vom 12. Juli 2023 und zehn Tage nach Zustellung der berich-

tigten Urteilsfassung (vgl. Art. 145 Abs. 2 lit. b ZPO). Damit ist die Berufungsfrist 

nur hinsichtlich der berichtigten Punkte eingehalten. Die Frist zur Anfechtung der 

von der Berichtigung nicht betroffenen Punkte hat die Berufungsklägerin hingegen 

verpasst. Gegenstand der Berichtigung bildete ausschliesslich Dispositiv-Ziff. 5. 

Die Vorinstanz berichtigte das mit der Aufnahme des Inventars beauftragte Nota-

riat (H._____ statt G._____). Die von der Berufungsklägerin ebenfalls angefoch-

tenen Dispositiv-Ziffern 2, 4 und 6 betreffend die Kostenauflage an F._____ für 

die (Nicht-)Protokollierung der Ausschlagungserklärung, die Anordnung des Si-

cherungsinventars und die Kostenauflage für das Inventar an den Nachlass waren 

von der Berichtigung nicht betroffen. Die Auferlegung von Fr. 150.− an F._____ 

blieb sogar seit dem ersten Urteil der Vorinstanz vom 31. Mai 2023 unverändert 

(vgl. act. 4; act. 9; act. 13; jeweils Dispositiv-Ziffer 2). Hinsichtlich der Dispositiv-

Ziffern 2, 4 und 6 erfolgte die Anfechtung mithin verspätet und ist auf die Berufung 

nicht einzutreten.  

4.3. Dispositiv-Ziffer 5 wird von der Berufungsklägerin in ihrer Berufungsschrift 

sodann nicht separat beanstandet. Die Berufungsklägerin stört sich an der Anord-

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nung des Sicherungsinventars im Allgemeinen und nicht an dem mit der Aufnah-

me beauftragten Notariat (vgl. act. 19 S. 11-14). Mangels eigenständiger Begrün-

dung ist daher auch auf die Berufung gegen Dispositiv-Ziffer 5 nicht einzutreten.  

5. Nach dem Gesagten ist auf die Berufung der Berufungsklägerin insgesamt 

nicht einzutreten. Ob die Anordnung des Sicherungsinventars sowie die Kosten-

auflagen zu Recht erfolgten, ist daher nicht zu prüfen. 

6. 

6.1. Ausgangsgemäss sind die Kosten des Berufungsverfahrens der Berufungs-

klägerin aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Bei nicht streitigen Erbschaftsange-

legenheiten bemisst sich die Gebühr nach dem Interessewert und dem Zeitauf-

wand des Gerichts. Sie beträgt hier in der Regel Fr. 100.– bis Fr. 7'000.– (§ 8 

Abs. 3 i.V.m. § 12 Abs. 1 f. GebV OG). Der Streitwert beträgt vorliegend 

ca. Fr. 460'000.− (vgl. act. 8; zur Berechnung des Streitwerts ferner OGer ZH 

PF230052 vom 6. Oktober 2023 E. 4.3.2). Mit Blick auf den überschaubaren Auf-

wand des vorliegenden Verfahrens und die Erledigung ohne Anspruchsprüfung 

(§ 10 Abs. 1 GebV OG) sind die Kosten des Berufungsverfahrens auf Fr. 1'000.– 

festzusetzen. Für die Kosten ist der von der Berufungsklägerin geleistete Vor-

schuss von Fr. 2'200.− (act. 25) heranzuziehen; der Überschuss ist ihr − unter 

Vorbehalt eines allfälligen Verrechnungsanspruches der Gerichtskasse − zurück-

zuerstatten. 

6.2. Die Berufungsklägerin unterliegt nach dem Gesagten im vorliegenden 

Rechtsmittelverfahren. Sie hat daher keinen Anspruch auf eine Parteientschädi-

gung. 

 

 

Es wird beschlossen: 

1. Auf die Berufung wird nicht eingetreten. 

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2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 1'000.− festgesetzt und 

der Berufungsklägerin auferlegt. Für die Kosten wird der von der Berufungs-

klägerin geleistete Vorschuss von Fr. 2'200.− herangezogen; der Über-

schuss wird der Berufungsklägerin zurückerstattet, unter Vorbehalt eines all-

fälligen Verrechnungsanspruchs. 

3. Schriftliche Mitteilung an die Berufungsklägerin (im Doppel mit einem 

Exemplar für sich und einem zuhanden von F._____), an die Vorinstanz, an 

die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Bezirk Affoltern sowie an das 

Notariat H._____ ZH, je gegen Empfangsschein. 

Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der 

Rechtsmittelfrist an die Vorinstanz zurück. 

4. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist 
innert 30 Tagen  von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesge-
richt, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen 

Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG und ein Entscheid über vorsorgli-
che Massnahmen im Sinne von Art. 98 BGG.  

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert liegt über 
Fr. 30'000.−. 

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 
 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

II. Zivilkammer 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

MLaw S. Widmer 
 
 
versandt am: 

	Beschluss vom 12. Januar 2024
	Erwägungen:
	6.2. Die Berufungsklägerin unterliegt nach dem Gesagten im vorliegenden Rechtsmittelverfahren. Sie hat daher keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.

	Es wird beschlossen:
	1. Auf die Berufung wird nicht eingetreten.
	2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 1'000.( festgesetzt und der Berufungsklägerin auferlegt. Für die Kosten wird der von der Berufungsklägerin geleistete Vorschuss von Fr. 2'200.( herangezogen; der Überschuss wird der Berufungskläger...
	3. Schriftliche Mitteilung an die Berufungsklägerin (im Doppel mit einem Exemplar für sich und einem zuhanden von F._____), an die Vorinstanz, an die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Bezirk Affoltern sowie an das Notariat H._____ ZH, je gegen Empf...
	4. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen  von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. ...