# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 04647bb7-97e5-5a0b-aaa2-b0af342d7007
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-10-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.10.2025 D-562/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-562-2025_2025-10-21.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-562/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 1 .  O k t o b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz), 

Richterin Gabriela Freihofer, Richter Walter Lang, 

Gerichtsschreiber Linus Sonderegger. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Türkei, 

(…), 

Beschwerdeführerin, 

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung; 

Verfügung des SEM vom 27. Dezember 2024 / N (…). 

 

 

 

D-562/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Ehemann der Beschwerdeführerin reichte am 8. September 2022 in 

der Schweiz ein Asylgesuch ein. Das SEM lehnte dieses Gesuch mit Ver-

fügung vom 20. März 2024 ab, wogegen der Ehemann Beschwerde beim 

Bundesverwaltungsgericht erhob (Verfahren D-2428/2024). 

B.  

Die Beschwerdeführerin gelangte am 8. Oktober 2024 ebenfalls in die 

Schweiz und suchte gleichentags um Asyl nach. 

C.  

Am 3. Dezember 2024 wurde die Beschwerdeführerin zu ihren Asylgrün-

den angehört. 

Die Beschwerdeführerin machte geltend, dass sie türkische Staatsangehö-

rige sei und aus B._______ stamme. Im (…) 2022 habe sie geheiratet. Die 

Polizei sei zweimal bei ihrer Familie aufgetaucht und später, im (…) 2023 

und (…) 2024, an ihrem Arbeitsplatz erschienen, um sich nach dem Auf-

enthaltsort ihres Ehemannes zu erkundigen. Dies habe (…) 2024 zu ihrer 

Kündigung geführt. Zudem habe ihre Familie sie unter Druck gesetzt, sich 

scheiden zu lassen, da sich das Asylverfahren des Ehemannes in die 

Länge gezogen habe. Angesichts der psychischen Belastung durch das 

Erdbeben, den Verlust von Haus und Verwandten, der geringen Einkünfte 

ihrer Familie und der Kündigung sei sie ausgereist. 

D.  

Am 11. Dezember 2024 verfügte das SEM, ihr Asylgesuch werde im erwei-

terten Verfahren behandelt (Art. 26d AsylG [SR 142.31]). 

E.  

Mit Verfügung vom 27. Dezember 2024 (Eröffnung am 30. Dezember 

2024) stellte das SEM fest, dass die Beschwerdeführerin die Flüchtlingsei-

genschaft nicht erfülle, lehnte ihr Asylgesuch ab und ordnete die Wegwei-

sung aus der Schweiz sowie den Vollzug derselben an. 

Das SEM begründete die Verfügung damit, dass die Nachforschungen der 

Polizei offensichtlich keine gezielte asylrelevante Verfolgungsmassnahme 

darstellen und auch nicht zu einem unerträglichen psychischen Druck füh-

ren würden. Ferner seien ihre Aussagen von auffallend geringer Substanz, 

insbesondere betreffend die zwei Polizeibesuche am Arbeitsplatz und den 

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familiären Druck, weshalb die Vorbringen als nicht glaubhaft zu qualifizie-

ren seien.  

Hinsichtlich des Wegweisungsvollzugs erwog das SEM, dass dieser zuläs-

sig, zumutbar und möglich sei. Die Zumutbarkeit ergebe sich daraus, dass 

die Beschwerdeführerin jung und gesund sei und über Bildung sowie Ar-

beitserfahrung und ein unterstützendes Beziehungsnetz verfüge. 

F.  

Diese Verfügung focht die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 27. Ja-

nuar 2025 beim Bundesverwaltungsgericht an. Sie beantragte die Aufhe-

bung der angefochtenen Verfügung, verbunden mit der Feststellung der 

Flüchtlingseigenschaft und der Gewährung von Asyl. Eventualiter sei eine 

vorläufige Aufnahme anzuordnen. Subeventualiter sei die Sache zur Neu-

beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht be-

antragte sie die Koordination mit dem Beschwerdeverfahren des Eheman-

nes sowie die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und amtli-

chen Rechtsverbeiständung. 

Die Beschwerdeführerin machte geltend, dass ihre Aussagen als glaubhaft 

zu erachten seien. Die polizeilichen Besuche hätten eine grosse Angst aus-

gelöst. Es sei ferner anzunehmen, dass die Polizei auch ein Interesse an 

ihr habe, da Familienangehörige von politisch aktiven Personen regelmäs-

sig bewusst als Druckmittel eingesetzt würden und deswegen Repressa-

lien ausgesetzt seien. Diese Befürchtungen hätten einen unerträglichen 

psychischen Druck erzeugt, der sie zur Ausreise bewogen habe. 

Der Vollzug der Wegweisung sei überdies unzumutbar, da sie nicht mehr 

auf die Unterstützung ihrer Familie zählen könne und bei einer Rückkehr 

erneuten polizeilichen Massnahmen ausgesetzt wäre, weshalb sie wohl 

keine Anstellung finden würde. 

G.  

Mit Zwischenverfügung vom 7. Februar 2025 teilte das Bundesverwal-

tungsgericht der Beschwerdeführerin mit, dass ihr Beschwerdeverfahren 

mit demjenigen ihres Ehemannes koordiniert behandelt werde. Hinsichtlich 

der Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und amt-

lichen Rechtsverbeiständung erwog das Gericht, dass ihre Beschwerdebe-

gehren zwar nicht aussichtlos, ihre Bedürftigkeit aber nicht belegt sei, wes-

halb über die Gesuche noch nicht befunden werden könne. Die Beschwer-

deführerin wurde angehalten, im Falle des Nachreichens einer Fürsorge-

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bestätigung gleichzeitig eine Rechtsvertreterin respektive einen Rechtsver-

treter zu bezeichnen, die respektive den sie beigeordnet haben wolle. 

Schliesslich verzichtete das Gericht auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche 

Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die Be-

schwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Sie 

ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 2 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Das vorliegende Beschwerdeverfahren wird mit demjenigen des Eheman-

nes D-2428/2024 zeitlich koordiniert und im selben Spruchkörper behan-

delt. 

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Seite 5 

4.  

Gestützt auf Art. 111a AsylG wurde auf die Durchführung eines Schriften-

wechsels verzichtet. 

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

6.  

6.1 Das SEM hat das Asylgesuch der Beschwerdeführerin zu Recht abge-

lehnt. Hinsichtlich der eigenen Fluchtgründen ist dem SEM dahingehend 

zuzustimmen, dass diese mangels Intensität nicht als asylrelevant zu er-

achten sind und auch nicht zur Annahme eines unerträglichen psychischen 

Drucks führen. Vielmehr setzt dies voraus, dass einzelne Personen oder 

Teile einer Bevölkerung systematisch schweren oder wiederholten Eingrif-

fen in ihre Menschenrechte durch den Staat ausgesetzt sind und diese Ein-

griffe eine derartige Intensität erreichen, dass ein menschenwürdiges Le-

ben nicht mehr möglich erscheint (vgl. BVGE 2014/32 E. 7.2 m.w.H.). Dies 

ist vorliegend zu verneinen, hat doch die Beschwerdeführerin lediglich zwei 

behördliche Vorsprachen an ihrem Arbeitsort geltend gemacht, die im We-

sentlichen ohne Konsequenzen blieben. Auch die deshalb erfolgte Kündi-

gung vermag noch nicht zu einem unerträglichen psychischen Druck zu 

führen. 

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6.2 Hinsichtlich einer möglichen Reflexverfolgung wegen ihres Ehemannes 

ist zu bemerken, dass das Bundesverwaltungsgericht mit gleichentags er-

gehendem Urteil D-2428/2024 rechtskräftig festgestellt hat, dass dieser die 

Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt. Insbesondere ist nicht davon auszuge-

hen, dass die zwei hängigen Strafverfahren betreffend den Ehemann mit 

einem Politmalus behaftet sein könnten, weshalb ihm in diesen Verfahren 

keine asylrelevanten Nachteile drohen. Aufgrund dieser Feststellung ist 

nicht davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin wegen ihres Ehe-

mannes einer entsprechenden Verfolgung ausgesetzt sein könnte. 

6.3 Da der Ehemann die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt, fällt auch ein 

Einbezug der Beschwerdeführerin in diese gestützt auf Art. 51 Abs. 1 

AsylG nicht in Betracht. 

6.4 Das SEM hat folglich zu Recht die Flüchtlingseigenschaft der Be-

schwerdeführerin verneint und ihr Asylgesuch abgelehnt. 

7.  

7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

7.2 Die Beschwerdeführerin verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

 

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8.2  

8.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

8.2.2 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

8.2.3 Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. De-

zember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder er-

niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu 

Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedri-

gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

8.2.4 Die Vorinstanz weist in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-

rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es der 

Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Ge-

fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 

AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Ver-

fahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerdeführerin in 

den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmäs-

sig. 

8.2.5 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerde-

führerin noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall ei-

ner Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlich-

keit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Be-

handlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtsho-

fes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschus-

ses müsste die Beschwerdeführerin eine konkrete Gefahr ("real risk") 

nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihr im Fall einer Rückschiebung 

Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des 

EGMR Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, 

§§ 124–127 m.w.H.). Nach den vorstehenden Ausführungen gelingt ihr das 

nicht. Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Heimatstaat lässt 

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den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig er-

scheinen. 

8.2.6 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 

Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

8.3  

8.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

8.3.2 Die Beschwerdeführerin stammt aus der vom Erdbeben im Jahre 

2023 betroffenen Provinz B._______, bei welcher der Vollzug der Wegwei-

sung im Einzelfall individuell zu prüfen und dabei insbesondere den Be-

dürfnissen vulnerabler Personen hinreichend Rechnung zu tragen ist (vgl. 

Referenzurteil des Bundesverwaltungsgerichts E-1308/2023 vom 19. März 

2024 E. 11.3). 

8.3.3 Bei der Beschwerdeführerin handelt es sich um eine junge und – so-

weit aktenkundig – gesunde Frau. Sie verfügt über einen Universitätsab-

schluss und mehrjährige Arbeitserfahrung als (…), (…) und (…) (vgl. SEM-

act. […]-63 F32 und F35) sowie, namentlich in ihrer Heimatregion, über ein 

familiäres Netz (vgl. ebd. F22 und F26). Trotz der vorgebrachten Probleme 

mit der Familie, die sie zur Scheidung gedrängt habe, ist es – soweit er-

sichtlich – nicht zu einem gänzlichen Bruch mit der Familie gekommen, 

zumal die Beschwerdeführerin angab, mit ihren Eltern und Geschwistern 

in Kontakt zu stehen (vgl. ebd. F24). Aufgrund dieser Umstände sollte es 

ihr möglich sein, sich zusammen mit ihrem Ehemann, dessen Asylgesuch 

ebenfalls mit gleichentags ergehendem Urteil D-2428/2024 rechtskräftig 

abgelehnt wurde, in der Türkei wieder eine Existenz aufzubauen. Diese 

begünstigenden Faktoren vermögen insbesondere den Umstand aufzuwie-

gen, dass das Haus, in welchem sie zusammen mit ihrer Familie gelebt 

hat, beim Erdbeben offenbar zerstört worden ist (vgl. ebd. F53). 

8.3.4 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch 

als zumutbar. 

8.4 Schliesslich obliegt es der Beschwerdeführerin, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen 

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Seite 9 

Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch 

BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als mög-

lich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

8.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt und – soweit diesbezüglich überprüfbar – ange-

messen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

10.  

10.1 Gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG wird eine Partei, die nicht über die er-

forderlichen Mittel verfügt, auf Antrag hin von der Bezahlung der Verfah-

renskosten befreit, wenn ihr Begehren im Zeitpunkt der Gesuchseinrei-

chung nicht aussichtslos erscheint.  

10.2 Die Beschwerdeführerin wurde in der Zwischenverfügung vom 

7. Februar 2025 darauf hingewiesen, dass ihre Bedürftigkeit zwar behaup-

tet, nicht aber belegt ist und ihr Gesuch um unentgeltliche Prozessführung 

abzuweisen sein wird, sollte sie bis zum Abschluss des Verfahrens keinen 

Bedürfnisnachweis erbringen. Ein entsprechender Nachweis ist bisher 

nicht erfolgt, weshalb das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Pro-

zessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG abzuweisen ist. 

10.3 Das Gesuch um Gewährung der amtlichen Rechtsverbeiständung ge-

mäss Art. 102m AsylG ist mangels nachgewiesener Bedürftigkeit ebenfalls 

abzuweisen. 

10.4 Somit sind die Kosten des Verfahrens der Beschwerdeführerin aufzu-

erlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– festzusetzen 

(Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und amt-

lichen Rechtsverbeiständung werden abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden der Beschwerdeführerin aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Nina Spälti Giannakitsas Linus Sonderegger