# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5aea7d02-e863-53e8-99ef-12e0f8f84072
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-12-13
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 13.12.2023 WPR.2023.107
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_WPR-2023-107_2023-12-13.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht 

2. Kammer 

 

WPR.2023.107 / sf   
ZEMIS [***], N [***]   

 

 

Urteil vom 13. Dezember 2023 
 
 

Besetzung  Verwaltungsrichter J. Huber, Vorsitz  

Gerichtsschreiberin i.V. Feusier 

 

 
   

Gesuchsteller   Amt für Migration und Integration Kanton Aargau, 

Sektion Asyl und Rückkehr, Bahnhofstrasse 88, 5001 Aarau 

vertreten durch lic. iur. Thomas Hefti, Bahnhofstrasse 88, 5001 Aarau 

 

 
   

Gesuchsgegner   A._____, von Aegypten,  

alias B._____, von Tunesien 

z.Zt. im Bezirksgefängnis, 5000 Aarau 

amtlich vertreten durch lic. iur. Christoph Waller, Rechtsanwalt, 

Postplatz 3, Postfach, 5610 Wohlen 

 

 
   

Gegenstand  Durchsetzungshaft gestützt auf Art. 78 AIG / Haftüberprüfung 

 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Der Einzelrichter entnimmt den Akten: 

 

A. 

Der Gesuchsgegner reiste eigenen Angaben zufolge am 28. März 2012 

illegal in die Schweiz ein und stellte am folgenden Tag ein Asylgesuch unter 

dem Namen C._____, geb. tt.mm.jjjj (Akten des Amts für Migration und 

Integration [MI-act. 1 ff.). Am 2. Mai 2012 ersuchte das Bundesamt für 

Migration (BFM; heute Staatssekretariat für Migration [SEM]) die 

italienischen Behörden um Rückübernahme des Gesuchsgegners (MI-

act. 53). Aufgrund der italienischen Zuständigkeit trat das BFM auf das 

Asylgesuch nicht ein (MI-act. 54 ff.). 

 

Der Gesuchsgegner wurde sodann im Sommer 2012 straffällig und wurde 

deshalb mit Verfügung des Zwangsmassnahmengerichts Aargau vom 

4. Juli 2012 in Untersuchungshaft versetzt (MI-act. 62 ff.). Am 2. Oktober 

2012 ordnete die Staatsanwaltschaft Luzern gegen den Gesuchsgegner 

eine Untersuchungshaft an, welche am 3. Dezember 2012 in einen 

vorzeitigen Strafvollzug umgewandelt wurde (MI-act. 204 ff., 209 ff.). Mit 

Urteil des Kriminalgerichts Luzern vom 6. Juni 2013 wurde der Gesuchs-

gegner zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten ver-

urteilt (MI-act. 232 ff.). Aufgrund dieser Inhaftierung konnte die Rück-

führung des Gesuchsgegners nach Italien nicht fristgerecht stattfinden, 

sodass die Rückübergabefrist am 3. Juli 2013 abgelaufen ist (MI-act. 283) 

und das BFM das Asylgesuch des Gesuchsgegners wieder aufnahm (MI-

act. 288 ff.).  

 

Ab dem 17. Oktober 2013 galt der Gesuchsgegner als unbekannten 

Aufenthalts (MI-act. 313). Nachdem die Schweiz dem Rückübernahme-

ersuchen Schwedens im Rahmen des Dublin-Verfahrens zustimmte (MI-

act. 318), wurde der Gesuchsgegner am 16. Januar 2014 aus Schweden 

in die Schweiz überstellt (MI-act. 322). Gleichentags wurde gegen den 

Gesuchsgegner eine Eingrenzung auf das Gebiet des Bezirks Aarau an-

geordnet (MI-act. 328 ff.). 

 

Mit Verfügung vom 28. März 2014 lehnte das BFM das Asylgesuch des 

Gesuchsgegners ab, wies ihn aus der Schweiz weg und ordnete an, er 

habe die Schweiz bis zum 23. Mai 2014 zu verlassen (MI-act. 346 ff.). Der 

Entscheid erwuchs am 10. Mai 2014 in Rechtskraft (MI-act. 386). 

 

Ab dem 12. Mai 2014 befand sich der Gesuchsgegner erneut in Unter-

suchungshaft (MI-act. 376 ff.) und nach Bestätigung der Staatsanwalt-

schaft Lenzburg-Aarau per 18. August 2014 im vorzeitigen Strafvollzug (MI-

act. 400 ff.). Mit Urteil vom 7. Januar 2015 des Bezirksgerichts Aarau 

wurde der Gesuchsgegner zudem zu zwei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt 

(MI-act. 409 ff.).  

 

 - 3 - 

 

 

Anlässlich eines Ausreisegesprächs beim Amt für Migration und Integration 

(MIKA) am 17. November 2016 gab der Gesuchsgegner an, er heisse in 

Wahrheit A._____, geb. tt.mm.jjjj und stamme aus Ägypten (MI-act. 460 ff.). 

 

Ab dem 19. Oktober 2017 galt der Gesuchsgegner erneut als unbekannten 

Aufenthalts (MI-act. 526). Am 7. Dezember 2018 und am 27. März 2019 

stimmte das SEM jeweils einem Rückübernahmeersuchen der Niederlande 

und Deutschlands zu (MI-act. 527), worauf der Gesuchsgegner am 13. No-

vember 2019 aus den Niederlanden in die Schweiz überstellt wurde (MI-

act. 529 ff.). 

 

Mit Verfügung vom 22. April 2020 wies das MIKA den Gesuchsgegner aus 

der Schweiz weg und ordnete an, er habe die Schweiz bis am 23. Mai 2020 

in Richtung seines Heimatlandes zu verlassen (MI-act. 573 ff.). 

 

Mit Urteil vom 17. November 2022 des Bezirksgerichts Aarau wurde der 

Gesuchsgegner zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt und 

gleichzeitig für sieben Jahre des Landes verwiesen (MI-act. 760 ff.). 

 

Anlässlich des rechtlichen Gehörs vom 4. Oktober 2023 betreffend die 

Anordnung einer Ausschaffungshaft gab der Gesuchsgegner im We-

sentlichen an, er wolle nicht nach Ägypten zurückkehren (MI-act. 833 ff.). 

Mit Verfügung vom 4. Oktober 2023 ordnete das MIKA gestützt auf Art. 76 

AIG eine Ausschaffungshaft für die Dauer von drei Monaten an, welche 

durch den Einzelrichter des Verwaltungsgerichts mit Urteil vom 6. Oktober 

2023 bis zum 4. Januar 2024, 12.00 Uhr, bestätigt wurde (WPR.2023.89 

[MI-act. 862 ff.]). 

 

Am 18. Oktober 2023 teilte das SEM dem MIKA mit, der neue ägyptische 

Konsul sei nicht bereit ein konsularisches Gespräch mit dem Gesuchs-

gegner durchzuführen, weil bereits zwei konsularische Gespräche statt-

gefunden hätten, diese aber erfolglos geblieben seien. Ohne neue Informa-

tionen sei es sinnlos, ein weiteres Gespräch zu vereinbaren (MI-act. 872). 

Das SEM konnte jedoch mit dem ägyptischen Konsul einen Termin auf den 

13. Dezember 2023 vereinbaren, um ihm neue Erkenntnisse zu unter-

breiten, mit dem Ziel, ein erneutes konsularisches Gespräch mit dem 

Gesuchsgegner zu erreichen (MI-act. 891). Im Urteilszeitpunkt liegen noch 

keine Informationen darüber vor, ob dieses Treffen zwischen dem SEM und 

dem ägyptischen Konsul wie geplant stattgefunden hat und welche 

Ergebnisse dabei erzielt worden sind.  

 

B. 

Am 12. Dezember 2023 gewährte das MIKA dem Gesuchsgegner in 

Abwesenheit seines amtlichen Rechtsvertreters das rechtliche Gehör be-

treffend Anordnung der Durchsetzungshaft (MI-act. 894 ff.). Im Anschluss 

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an die Befragung wurde dem Gesuchsgegner die Anordnung der Durch-

setzungshaft wie folgt eröffnet (act. 1): 

 

1. 
Es wird eine Durchsetzungshaft angeordnet. 
 
2. 
Die Haft beginnt am 12. Dezember 2023, 12.00 Uhr. Sie wird in 
Anwendung von Art. 78 AIG für einen Monat bis zum 11. Januar 2024, 
12.00 Uhr, angeordnet. 
 
3. 
Die bestehende Ausschaffungshaft wird gleichzeitig beendet. 
 
4. 
Die Haft wird im Zentrum für ausländerrechtliche Administrativhaft Zürich 
(ZAA) vollzogen. Soweit für die Befragung oder die Durchführung einer 
Haftverhandlung zwingend, erfolgt die Inhaftierung für die notwendige 
Dauer im Bezirksgefängnis Aarau.  

 

C. 

Anlässlich der heutigen Verhandlung vor dem Einzelrichter des Verwal-

tungsgerichts wurden der Gesuchsteller und der Gesuchsgegner befragt.  

 

D. 

Der Gesuchsteller beantragte die Bestätigung der Haftanordnung (Proto-

koll S. 4, act. 26). 

 

Der Gesuchsgegner liess folgende Anträge stellen (Protokoll S. 5, act. 27): 

 

1. 
Die mit Verfügung des Amts für Migration und Integration vom 
12. Dezember 2023 sei nicht zu bestätigen. Der Gesuchsgegner sei mit 
sofortiger Wirkung aus der Haft zu entlassen. 
 
2. 
Der Sprechende sei als amtlicher Rechtsvertreter zu bestätigen und 
angemessen aus der Staatskasse zu honorieren.  

 

 
   

Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

 

I. 

1. 

Das angerufene Gericht überprüft die Rechtmässigkeit und Angemessen-

heit einer durch das MIKA angeordneten Durchsetzungshaft aufgrund einer 

mündlichen Verhandlung spätestens nach 96 Stunden (Art. 78 Abs. 4 des 

Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Inte-

gration vom 16. Dezember 2005 [Ausländer- und Integrationsgesetz, AIG; 

SR 142.20], § 6 des Einführungsgesetzes zum Ausländerrecht vom 

 - 5 - 

 

 

25. November 2008 [EGAR; SAR 122.600]). Befindet sich der Betroffene 

in Freiheit oder im Strafvollzug, beginnt die Haftüberprüfungsfrist mit der 

ausländerrechtlich motivierten Anhaltung (vgl. BGE 127 II 174, 

Erw. 2.b/aa) oder der Entlassung aus dem Strafvollzug. Wird die Durch-

setzungshaft während laufender Ausschaffungshaft angeordnet, beginnt 

die Haftüberprüfungsfrist mit Anordnung der Durchsetzungshaft, wobei die 

richterliche Haftüberprüfung zudem in der Regel vor Ablauf der bereits 

bewilligten Ausschaffungshaft zu erfolgen hat (BGE 128 II 241, Erw. 3.5). 

 

2. 

Im vorliegenden Fall wurde die bestehende Ausschaffungshaft bis zum 

4. Januar 2024, 12.00 Uhr, bestätigt (Entscheid des Verwaltungsgerichts 

WPR.2023.89 vom 6. Oktober 2023). Am 12. Dezember 2023 gewährte 

das MIKA dem Gesuchsgegner das rechtliche Gehör betreffend Anordnung 

einer Durchsetzungshaft, ordnete diese im Anschluss daran für einen 

Monat an und hielt fest, die bis zum 4. Januar 2024, 12.00 Uhr, bestätigte 

Ausschaffungshaft mit Beginn der Durchsetzungshaft ende (act. 1 ff.). Die 

heutige Verhandlung begann um 14.05 Uhr; das Urteil wurde um 14.50 Uhr 

eröffnet, womit die richterliche Haftüberprüfung fristgerecht erfolgte.  

 

II. 

1. 

Hat eine Person ihre Pflicht zur Ausreise aus der Schweiz innerhalb der ihr 

angesetzten Frist nicht erfüllt und kann die rechtskräftige Weg- oder Aus-

weisung aufgrund ihres persönlichen Verhaltens nicht vollzogen werden, 

so kann sie, um der Ausreisepflicht Nachachtung zu verschaffen, in Durch-

setzungshaft genommen werden, sofern die Anordnung der Ausschaf-

fungshaft nicht zulässig ist und eine andere, mildere Massnahme nicht zum 

Ziel führt (Art. 78 Abs. 1 AIG). 

 

Zuständige kantonale Behörde im Sinne von Art. 78 Abs. 3 AIG ist gemäss 

§ 13 Abs. 1 EGAR das MIKA. Im vorliegenden Fall wurde die Haftan-

ordnung durch das MIKA und damit durch die zuständige Behörde erlassen 

(act. 1 ff.). 

 

2. 

2.1. 

Das MIKA begründet seine Haftanordnung damit, dass der Gesuchsgegner 

mittels Durchsetzungshaft angehalten werden soll, bei der Ausreise zu ko-

operieren und korrekte, ausführliche Angaben zu seiner Identität zu 

machen. Insbesondere im Rahmen eines allfälligen konsularischen 

Gesprächs sei die Kooperation des Gesuchsgegners unabdingbar. Dieser 

Begründung kann gefolgt werden. Der Haftzweck ist damit erstellt. 

 

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2.2. 

Zu prüfen ist weiter, ob ein rechtskräftiger Weg- oder Ausweisungsent-

scheid vorliegt. 

 

Mit Verfügung vom 22. April 2020 wurde der Gesuchsgegner weggewiesen 

(MI-act. 573 ff.). Mit Urteil vom 17. November 2022 des Bezirksgerichts 

Aarau wurde der Gesuchsgegner unter anderem für sieben Jahre des 

Landes verwiesen. Dieser Entscheid erwuchs unangefochten in Rechts-

kraft (MI-act. 760 ff.). Damit liegt ein rechtskräftiger Wegweisungsent-

scheid vor.  

 

2.3. 

Die Anordnung einer Durchsetzungshaft ist nur dann zulässig, wenn dem 

Betroffenen eine Ausreisefrist angesetzt wurde und er innerhalb dieser Frist 

nicht ausgereist ist. 

 

Die per 23. Mai 2020 angesetzte Ausreisefrist (MI-act. 573 ff.) hat der 

Gesuchsgegner unbenutzt verstreichen lassen. 

 

2.4. 

Weiter wird vorausgesetzt, dass die Weg- oder Ausweisung auf Grund des 

persönlichen Verhaltens des Betroffenen nicht vollzogen werden kann. 

 

Der Gesuchsgegner hat mehrfach, zuletzt im Rahmen des rechtlichen 

Gehörs vom 12. Dezember 2023, ausgesagt, er wolle nicht kooperieren 

und werde bei der Papierbeschaffung nicht mitwirken (MI-act. 895). Aus 

den Akten lässt sich entnehmen, dass er sich in den vergangenen zwei 

konsularischen Gesprächen ebenfalls unkooperativ verhalten hat, weshalb 

der neue ägyptische Konsul keine weitere Anhörung durchführen will, 

solange keine neuen Informationen vorliegen (MI-act. 891). Selbst wenn 

ein weiteres Gespräch vereinbart werden kann, so ist die Kooperation des 

Gesuchsgegners unabdinglich. Das Gespräch allein wird ohne seine aktive 

Mitwirkung keine Fortschritte bringen.  

 

Unter diesen Umständen ist offensichtlich, dass die Weg- bzw. Ausweisung 

aufgrund des persönlichen Verhaltens des Betroffenen nicht vollzogen wer-

den kann. Dementsprechend ist diese Voraussetzung ebenfalls erfüllt. 

 

2.5. 

Eine Durchsetzungshaft ist nur dann zu bestätigen, wenn die Anordnung 

bzw. Verlängerung einer Ausschaffungshaft unzulässig ist und eine mildere 

Massnahme nicht zum Ziel führt. 

 

Die Anordnung bzw. Verlängerung einer Ausschaffungshaft würde voraus-

setzen, dass der Gesuchsgegner in absehbarer Zeit auch gegen seinen 

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Willen ausgeschafft werden könnte (Art. 80 Abs. 6 lit. a AIG, BGE 

130 II 56). 

 

Wie das MIKA korrekterweise ausführt, sind seit 2020 diverse behördliche 

Anstrengungen zur Beschaffung eines Reisepapiers getroffen worden; bis-

her leider erfolglos (act. 3). Entgegen den Vorbringen des Vertreters des 

Gesuchsgegners stellt die blosse Möglichkeit eines weiteren Gesprächs mit 

dem ägyptischen Konsul noch keine ernsthafte Vollzugsperspektive dar. 

Selbst wenn eine neue Anhörung vereinbart werden kann, was noch offen 

ist, wird dieses Gespräch hinsichtlich der Ausschaffungsperspektive nur 

dann Fortschritte bringen, wenn der Gesuchsgegner kooperiert und weitere 

Angaben macht, die zu seiner Identifikation führen können (Protokoll S. 5, 

act. 27). Da jedoch der Gesuchsgegner bisher nicht kooperiert und sehr 

klar kommuniziert hat, auch weiterhin seine Mitwirkung zu verweigern, 

besteht derzeit keine Vollzugsperspektive.  

 

Weiter stellt sich der Vertreter des Gesuchsgegners auf den Standpunkt, 

eine Identifizierung sei auch ohne die Mitwirkung des Gesuchsgegners 

nicht zwingend ausgeschlossen, weshalb die Durchsetzungshaft unzu-

lässig sei. Schliesslich sei es möglich, dass man den Gesuchsgegner 

basierend auf den Namen, das Geburtsdatum und den Militärdienst 

identifizieren und so die Papierbeschaffung vorantreiben könne (Protokoll 

S. 6, act. 28). Dem ist nicht zu folgen. Die ägyptischen Behörden konnten 

den Gesuchsgegner mit dem Namen und dem Geburtsdatum bisher nicht 

als ägyptischen Staatsbürger identifizieren. Auch die neue Aussage des 

Gesuchsgegners, wonach er im Alter von 19 – 23 Jahren in Ägypten 

Militärdienst geleistet habe, führt noch nicht dazu, dass eine Vollzugs-

perspektive bejaht werden kann, zumal er diese Aussage bisher in keiner 

Weise substanziiert hat. Sämtliche Fragen des MIKA, welche darauf 

ausgerichtet waren, überprüfbare Informationen zu gewinnen, liess der 

Gesuchsgegner unbeantwortet (MI-act. 836). Es ist deshalb davon aus-

zugehen, dass die Papierbeschaffung ohne die Mitwirkung des Gesuchs-

gegners höchstwahrscheinlich nicht möglich sein wird. Solange keine 

Identitätspapiere vorliegen oder in Aussicht stehen, ist der Vollzug der 

Wegweisung aus tatsächlichen Gründen unmöglich und die Anordnung 

einer Ausschaffungshaft damit nicht zulässig.  

 

2.6. 

Nach dem Gesagten sind die Voraussetzungen für die Anordnung einer 

Durchsetzungshaft erfüllt. 

 

3. 

Bezüglich der Haftbedingungen liegen keine Beanstandungen vor (Proto-

koll S. 3, act. 25). 

 

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4. 

Es liegen auch keine Anzeichen dafür vor, dass das MIKA dem Be-

schleunigungsgebot nicht ausreichend Beachtung geschenkt hätte. 

 

5. 

5.1. 

Gemäss Art. 79 Abs. 1 AIG darf die ausländerrechtliche Inhaftierung im 

Sinne von Art. 75 - 78 AIG zusammen die maximale Haftdauer von 

sechs Monaten nicht überschreiten. Eine darüber hinausgehende Haft-

verlängerung auf höchstens 18 Monate, bzw. für Minderjährige zwischen 

15 und 18 Jahren auf höchstens zwölf Monate, ist nur zulässig, wenn 

entweder die betroffene Person nicht mit den zuständigen Behörden ko-

operiert oder sich die Übermittlung der für die Ausreise erforderlichen 

Unterlagen durch einen Staat, der kein Schengen-Staat ist, verzögert 

(Art. 79 Abs. 2 AIG). 

 

5.2. 

Das MIKA ordnete die Durchsetzungshaft für einen Monat, d.h. bis zum 

11. Januar 2024, 12.00 Uhr, an. 

 

Da die ausländerrechtliche Inhaftierung im Sinne von Art. 75 - 78 AIG im 

vorliegenden Fall die Dauer von sechs Monaten nicht überschreitet, bedarf 

es keiner Prüfung der Voraussetzungen von Art. 79 Abs. 2 AIG. 

 

6. 

Abschliessend stellt sich die Frage, ob die Haftanordnung deshalb nicht zu 

bestätigen sei, weil sie im konkreten Fall gegen das Prinzip der Verhältnis-

mässigkeit verstossen würde. Bezüglich der familiären Verhältnisse 

ergeben sich keine Anhaltspunkte, welche gegen eine Haftanordnung 

sprechen. Der Gesuchsgegner macht auch nicht geltend, er sei nicht haft-

erstehungsfähig. Insgesamt sind keinerlei Gründe ersichtlich, welche die 

angeordnete Haft als unverhältnismässig erscheinen lassen. 

 

III. 

1. 

Gemäss § 28 Abs. 1 EGAR ist das Verfahren betreffend Haftüberprüfung 

unentgeltlich. Demgemäss werden keine Kosten erhoben. 

 

2. 

Der mit Urteil vom 6. Oktober 2023 bestätigte amtliche Rechtsvertreter 

bleibt im Amt und kann seine Kostennote im Rahmen des Verfahrens 

WPR.2023.89 einreichen. 

 

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IV. 

1. 

Der vorliegende Entscheid wurde den Parteien zusammen mit einer kurzen 

Begründung anlässlich der heutigen Verhandlung mündlich eröffnet. Das 

Dispositiv wurde den Parteien ausgehändigt. 

 

2. 

Soll die Haft gegebenenfalls verlängert werden (Art. 78 Abs. 2 und 3 AIG), 

hat das MIKA dem Gesuchsgegner vorgängig das rechtliche Gehör zu 

gewähren, insbesondere betreffend seine Ausreise- und Kooperations-

bereitschaft. Eine allfällige Verlängerung der Durchsetzungshaft ist bis am 

3. Januar 2024 anzuordnen und der entsprechende Aktenversand hat 

gleichentags an das Gericht und den Vertreter des Gesuchsgegners zu er-

folgen. Gleichzeitig ist dem Gesuchsgegner die Frage zu unterbreiten, ob 

er die Durchführung einer mündlichen Verhandlung im Sinne von Art. 78 

Abs. 4 AIG wünscht und ob er in diesem Fall eine Präsenzverhandlung 

verlangt oder mit einer Skype-Verhandlung einverstanden ist (Urteil des 

Bundesgerichts 2C_846/2021 vom 19. November 2021). Sollte auf eine 

mündliche Verhandlung verzichtet werden, hat der Vertreter des Gesuchs-

gegners seine allfällige Stellungnahme bis am 4. Januar 2024, 17.00 Uhr, 

einzureichen.   

 

 
   

Der Einzelrichter erkennt: 

 

1. 

Die am 12. Dezember 2023 angeordnete Durchsetzungshaft wird bis zum 

11. Januar 2024, 12.00 Uhr, bestätigt. 

 

2. 

Die Haft ist im Zentrum für ausländerrechtliche Administrativhaft Zürich zu 

vollziehen. Für die Dauer der Befragung oder die Durchführung einer Haft-

verhandlung kann die Inhaftierung, soweit zwingend notwendig, im Bezirks-

gefängnis Aarau erfolgen. 

 

3. 

Es werden keine Kosten auferlegt. 

 

4. 

Als amtlicher Rechtsvertreter wird lic. iur. Christoph Waller, Rechtsanwalt, 

Wohlen, bestätigt. Der Rechtsvertreter wird aufgefordert, nach Haftentlas-

sung des Gesuchsgegners seine detaillierte Kostennote einzureichen. 

  

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Zustellung an: 

den Gesuchsgegner (Vertreter, im Doppel; vorab per IncaMail) 

das MIKA (mit Rückschein; vorab per E-Mail) 

das Staatssekretariat für Migration, 3003 Bern 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Dieser Entscheid kann wegen Verletzung von Bundesrecht, Völkerrecht, 

kantonalen verfassungsmässigen Rechten sowie interkantonalem Recht 

innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, angefochten werden. Die unterzeichnete Beschwerde 

muss das Begehren, wie der Entscheid zu ändern sei, sowie in gedrängter 

Form die Begründung, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt, mit 

Angabe der Beweismittel enthalten. Der angefochtene Entscheid und als 

Beweismittel angerufene Urkunden sind beizulegen (Art. 82 ff. des Bun-

desgesetzes über das Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz, BGG; 

SR 173.110] vom 17. Juni 2005). 

 

 
   

Aarau, 13. Dezember 2023 

 

Verwaltungsgericht des Kantons Aargau 

2. Kammer 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin i.V.: 

 

i.V. 

 

J. Huber Feusier