# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 24aaf90c-9640-5468-b673-c1729a4ff69f
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2000-10-03
**Language:** de
**Title:** Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 03.10.2000 JAAC 65.40
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_VB/CH_VB_031_JAAC-65-40--_2000-10-03.pdf

## Full Text

JAAC 65.40

Auszug aus dem Urteil der Schweizerischen
Asylrekurskommission vom 3. Oktober 2000

i.S. Y.K., Türkei [Revision], auch erschienen
in Entscheidungen und Mitteilungen der
Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2000

Nr. 29

Art. 66 al. 2 PA. Art. 40 OJ en relation avec l’art. 72 PCF. Demande de
révision d’une décision sur les frais contenue dans une décision de
classement.

1. Le principe selon lequel les décisions de classement de la Commission
suisse de recours en matière d’asile (CRA) ne peuvent être revues ni par
la voie de la révision ni par celle du réexamen (cf. JAAC 58.58 consid. 1a)
n’est pas applicable lorsque la demande de révision est exclusivement
fondée sur la condamnation aux frais, respectivement aux dépens, car
il s’agit d’un point indépendant du dispositif (consid. 2).

2. Dans une procédure de recours devenue sans objet, il est statué
sur les frais de procédure et les dépens en tenant compte des chances
de succès de la procédure existant avant le fait qui met fin à dite
procédure. Dans cette mesure, il s’agit d’une question d’appréciation
sur laquelle la partie concernée ne peut en principe pas se déterminer
au préalable et dont le bien-fondé ne peut pas être remis en cause dans
le cadre de la révision (consid. 5).

Art. 66 Abs. 2 VwVG. Art. 40 OG in Verbindung mit Art. 72 BZP.
Revisionsgesuch gegen die in einem Abschreibungsbeschluss enthaltene
Kostenregelung.

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https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150002213.pdf?ID=150002213

1. Der Grundsatz, wonach Abschreibungsbeschlüsse der
Schweizerischen Asylrekurskommission (ARK) weder in Revision noch
in Wiedererwägung gezogen werden können (vgl. VPB 58.58 E. 1a),
gilt nicht, wenn das Revisionsbegehren ausschliesslich gegen die
Kostenauflage beziehungsweise den Entschädigungspunkt gerichtet ist,
da insoweit ein eigenständiger Urteilsspruch vorliegt (E. 2).

2. Bei Gegenstandslosigkeit des Beschwerdebegehrens wird über den
Kosten- und Entschädigungspunkt gemäss den Prozessaussichten vor
Eintritt der Gegenstandslosigkeit entschieden. Dabei handelt es sich um
eine Frage der rechtlichen Würdigung, zu der sich die betroffene Partei
grundsätzlich nicht vorgängig äussern kann und deren Richtigkeit im
Rahmen eines Revisionsverfahrens nicht zu prüfen ist (E. 5).

Art. 66 cpv. 2 PA. Art. 40 OG in relazione con l’art. 72 PC. Domanda
di revisione della statuizione relativa alle spese contenuta in
un’ordinanza di stralcio.

1. Il principio secondo cui le ordinanze di stralcio della Commissione
svizzera di ricorso in materia d’asilo (CRA) non danno adito né a
revisione, né a riesame (vedi GAAC 58.58 consid. 1a), non si applica alla
statuizione relativa alle spese rispettivamente alle ripetibili, dacché
essa costituisce un punto indipendente del dispositivo (consid. 2).

2. Allorquando un ricorso diventa senza oggetto, le decisioni relative
alle spese e alle ripetibili si fondano sulla probabilità d’esito favorevole
del gravame prima del verificarsi del motivo che termina la lite. Si
tratta di una questione d’apprezzamento sulla quale non occorre di
regola udire preliminarmente le parti e la cui fondatezza non può
essere censurata nell’ambito di una procedura di revisione (consid. 5).

Das Asylgesuch des Gesuchstellers vom 31. Oktober 1989 wurde vom
Bundesamt für Flüchtlinge (BFF) am 26. November 1993 abgewiesen. Mit
Verfügung vom 8. August 1996 trat das BFF auf ein Wiedererwägungsgesuch
nicht ein und erklärte die Wegweisung des Gesuchstellers aus der Schweiz für
vollstreckbar.

Mit Eingabe vom 9. September 1996 liess der Gesuchsteller bei der
Schweizerischen Asylrekurskommission (ARK) Beschwerde gegen die
Verfügung des BFF erheben und beantragte, das Wiedererwägungsgesuch
sei gutzuheissen, und es sei ihm wegen Unzumutbarkeit der Wegweisung die
vorläufige Aufnahme zu gewähren.

Im Rahmen der «Humanitären Aktion 2000» kam das BFF mit Verfügung
vom 28. August 2000 auf seine Verfügung vom 26. November 1993 teilweise
zurück und gewährte dem Gesuchsteller wiedererwägungsweise die vorläufige
Aufnahme.

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https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150002213.pdf?ID=150002213
https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150002213.pdf?ID=150002213

In der Folge schrieb die ARK die Beschwerde des Gesuchstellers mit Beschluss
vom 31. August 2000 als gegenstandslos geworden ab. Ausserdem hielt sie
fest, dass keine Verfahrenskosten auferlegt und keine Parteientschädigung
ausgerichtet würden.

Mit Eingabe vom 4. September 2000 beantragt der Gesuchsteller die
Revision dieses Abschreibungsbeschlusses in Bezug auf die Ausrichtung der
Parteientschädigung.

Die ARK weist das Revisionsgesuch ab.

Aus den Erwägungen:

2. Gemäss Praxis der ARK kann ein Abschreibungsbeschluss
grundsätzlich weder in Revision noch in Wiedererwägung gezogen
werden (VPB 58.58, E. 1a). Das Revisionsgesuch vom 4. September 2000
richtet sich indessen einzig gegen die Entschädigungsregelung, nicht
aber gegen die Abschreibung des Beschwerdeverfahrens an sich. Die
Kostenformel bildet jedoch bei sämtlichen Arten der Verfahrenserledigung
vor der ARK einen eigenständigen Urteilsspruch (vgl. dazu F. Gygi,
Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 326 und
328 f.). Ein Revisionsgesuch, das sich einzig gegen die Kosten- und
Entschädigungsregelung richtet, ist daher zulässig, wenn sich der angerufene
Revisionsgrund direkt auf die Kosten- und Entschädigungsfestsetzung bezieht
(vgl. auch U. Beerli-Bonorand, Die ausserordentlichen Rechtsmittel in der
Verwaltungsrechtspflege des Bundes und der Kantone, Zürich 1985, S. 78 f. mit
Hinweisen). Dies ist vorliegend der Fall.

(…)

5. Der Gesuchsteller bringt in seiner Eingabe vor, dass sein
verfassungsmässiger Anspruch auf das rechtliche Gehör verletzt worden
sei, indem ihm vor Erlass des angefochtenen Beschlusses nicht Gelegenheit
geboten worden sei, zur Frage der Parteientschädigung Stellung zu nehmen.

Der Anspruch auf rechtliches Gehör, wie ihn die bundesgerichtliche
Rechtsprechung aus Art. 4 der alten Bundesverfassung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft vom 29. Mai 1874 (aBV, BS 1 3, Art. 29 Abs. 2 der
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999
[BV], SR 101) ableitet und wie er sich für das Bundesverwaltungsverfahren
aus den Art. 29 ff. des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren vom
20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) ergibt, beinhaltet eine Vielzahl von
Teilaspekten, welche insgesamt im Dienste eines fairen Verfahrens stehen.
Zunächst - und für eine Prozesspartei regelmässig im Vordergrund stehend
- gehört dazu das Recht auf vorgängige Äusserung und Anhörung, welches
der Partei einen Einfluss auf die Ermittlung des wesentlichen Sachverhaltes
gewährt.

Im Falle der Gegenstandslosigkeit des Beschwerdebegehrens wird die
Parteientschädigung gemäss den Prozessaussichten nach dem Stand
der Streitsache vor der Gegenstandslosigkeit verlegt (vgl. Art. 6 des
Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG], SR 142.31 in Verbindung mit Art. 40
des Bundesrechtspflegegesetzes vom 16. Dezember 1943 [OG], SR 173.110
in Verbindung mit Art. 72 des Bundesgesetzes vom 4. Dezember 1947 über
den Bundeszivilprozess [BZP], SR 273; vgl. auch Gygi, a.a.O., S. 326). Die

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zuständige Instanz hat somit bezüglich der Frage der Ausrichtung einer
Parteientschädigung von Amtes wegen die Erfolgsaussichten der vom
Gesuchsteller eingereichten Beschwerde zu beurteilen. Dabei handelt es
sich indessen um eine Frage der rechtlichen Würdigung des Sachverhalts,
bezüglich welcher sich die betroffene Partei grundsätzlich nicht vorgängig
äussern können muss (vgl. J.-P. Müller, Grundrechte in der Schweiz, 3. Aufl.,
Bern 1999, S. 521).

[Erwägungen zur Begründung des Entschädigungspunktes im
Abschreibungsbeschluss]

Die rechtliche Würdigung des Sachverhaltes durch die Beschwerdeinstanz
kann indessen ungeachtet ihrer Richtigkeit im Rahmen des vorliegenden
Revisionsverfahrens nicht gerügt werden (vgl. Beerli-Bonorand, a.a.O.,
S. 133 f.). Bei dieser Sachlage erübrigen sich weitere Ausführungen zu den
entsprechenden Vorbringen des Gesuchstellers. Nach dem Gesagten liegt
keine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör vor. Das Vorliegen eines
Revisionsgrundes nach Art. 66 Abs. 2 Bst. c VwVG ist demnach zu verneinen.

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Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

JAAC 65.40 - Auszug aus dem Urteil der Schweizerischen Asylrekurskommission vom 3.

Oktober 2000 i.S. Y.K., Türkei [Revision], auch erschienen in Entscheidungen und

Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2000 Nr. 29

In Verwaltungspraxis der Bundesbehörden
Dans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération
In Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione

Jahr 2001
Année

Anno

Band 65
Volume

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Ref. No 150 005 177

Das Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert.

Le document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale.

Il documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.

	Auszug aus dem Urteil der Schweizerischen Asylrekurskommission vom 3. Oktober 2000 i.S. Y.K., Türkei [Revision], auch erschienen in Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2000 Nr. 29