# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f3dd05d2-9637-5a32-af45-8ec511b07f02
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-02-25
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 25.02.2025 UE240357
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_UE240357_2025-02-25.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
III. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: UE240357-O/U/AEP

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. D. Oehninger, Präsident, Oberrichterin 

lic. iur. K. Eichenberger und Oberrichter Dr. iur. P. Klaus sowie Ge-

richtsschreiberin MLaw F. Meyer

Beschluss vom 25. Februar 2025

in Sachen

A._____,
Beschwerdeführer

vertreten durch Rechtsanwalt MLaw X._____,

gegen

1. B._____,
2. Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich,
Beschwerdegegner

1 verteidigt durch Rechtsanwältin Dr. iur. Y._____,

betreffend Einstellung 

Beschwerde gegen die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft I des 
Kantons Zürich vom 23. September 2024

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Erwägungen:

I.

1. A._____ (fortan: Beschwerdeführer) liess mit Eingabe vom 5. Juni 2021 

Strafanzeige gegen Unbekannt wegen vorsätzlicher schwerer Körperverletzung 

durch Unterlassen i. S. v. Art. 122 StGB, fahrlässiger schwerer Körperverletzung 

i. S. v. Art. 125 Abs. 1 und 2 StGB, Unterlassen der Nothilfe i. S. v. Art. 128 StGB 

sowie Gefährdung des Lebens i. S. v. Art. 129 StGB erstatten. Der Strafanzeige 

liegt seine Behandlung wegen einer akuten Blinddarmentzündung zwischen dem 

28. Mai 2021 und 2. Juni 2021 im Kantonsspital Winterthur zu Grunde, wobei den 

behandelnden Ärzten konkret vorgeworfen wird, ihn derart falsch behandelt zu ha-

ben, dass er am 3. Juni 2021 im Kinderspital Zürich, in welches er nur auf mehr-

maliges Insistieren seiner Eltern verlegt worden sei, u. a. wegen einer Dünndarm-

perforation in der Nähe der Operationsstelle beim Blinddarm habe notoperiert 

werden müssen (Urk. 14/1/4/1 S. 2 ff.). 

2. In der Folge eröffnete die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (fortan: 

Staatsanwaltschaft) nach ergänzenden Ermittlungen u. a. gegen B._____ (fortan: 

Beschwerdegegner) ein Strafverfahren, welches sie nach Vornahme diverser Ver-

fahrenshandlungen mit Verfügung vom 23. September 2024 einstellte (Urk. 3/2 = 

Urk. 14/1/19).

3. Dagegen liess der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 4. Oktober 2024 frist-

gerecht (Urk. 15) Beschwerde erheben und Folgendes beantragen (Urk. 2):

«1. Die Einstellungsverfügungen vom 23. September 2024 (…) der Staatsanwaltschaft I seien auf-
zuheben.

 2. Die Staatsanwaltschaft I sei anzuweisen, die Untersuchung gegen die Beschuldigten fortzufüh-
ren.

 3. Die Staatsanwaltschaft I sei anzuweisen, ein medizinisches Gutachten über die Frage der 
Sorgfaltspflichtverletzung einzuholen.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. 8.1% MwSt.) zu Lasten der Beschwerde-
gegner.»

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4. Nach fristgemässem Eingang der vom Beschwerdeführer verlangten Pro-

zesskaution (Urk. 5; Urk. 7; Urk. 8) wurde der Staatsanwaltschaft sowie dem Be-

schwerdegegner mit Verfügung vom 28. Oktober 2024 Frist zur Stellungnahme 

angesetzt (Urk. 9). Die Staatsanwaltschaft beantragte mit Eingabe vom 4. Novem-

ber 2024 die kostenpflichtige Abweisung der Beschwerde (Urk. 11) und reichte 

ihre elektronischen Untersuchungsakten ein (Urk. 14). Auch der Beschwerdegeg-

ner nahm mit Eingabe vom 11. November 2024 innert Frist (Urk. 10/1) Stellung 

(Urk. 16). Mit Eingabe vom 19. Dezember 2024 liess der Beschwerdeführer frist-

gerecht (Urk. 18; Urk. 19) replizieren (Urk. 20). Das Verfahren ist spruchreif.

II.

1. Angefochten ist eine Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft. Dage-

gen ist die Beschwerde beim Obergericht zulässig (Art. 322 Abs. 2 StPO und 

Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO sowie § 49 GOG/ZH).

2.

2.1. Eine Beschwerde ist zu begründen, d. h. es ist genau anzugeben, welche 

Punkte des Entscheids angefochten werden, welche Gründe einen anderen Ent-

scheid nahelegen und welche Beweismittel angerufen werden (Art. 396 Abs. 1 

StPO i. V. m. Art. 385 Abs. 1 StPO). Die Begründung muss in der Beschwerde-

schrift selber enthalten sein, die innert der gesetzlichen und nicht erstreckbaren 

Beschwerdefrist einzureichen ist. Die aufgrund von Art. 6 Ziff. 1 EMRK bzw. 

Art. 29 Abs. 2 BV bestehende Möglichkeit, nach Eingang der Vernehmlassungen 

der Gegenpartei eine Replik einzureichen, kann nur dazu dienen, sich zu den von 

der Gegenpartei eingereichten Stellungnahmen zu äussern. Ausgeschlossen sind 

hingegen in diesem Rahmen Anträge und Rügen, die bereits vor Ablauf der Be-

schwerdefrist hätten erhoben werden können (BGE 143 II 283 E. 1.2.3 mit Hin-

weisen). Sie hat sich weiter mit den Erwägungen des angefochtenen Entscheids 

auseinanderzusetzen und die tatsächlichen und/oder rechtlichen Gründe zu nen-

nen, die einen anderen Entscheid nahelegen (Urteil des Bundesgerichts 

6B_1532/2022 vom 8. Februar 2023 E. 3 mit Hinweisen). Daran mangelt es, wenn 

die Richtigkeit der tatsächlichen oder rechtlichen Erwägungen der angefochtenen 

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Verfahrenshandlung einfach pauschal bestritten wird (GUIDON, in: Niggli/Heer/Wi-

prächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar StPO, 3. Aufl. 2023, N 9c zu Art. 396 StPO). 

Gemäss Art. 385 Abs. 2 StPO weist die Rechtsmittelinstanz eine Eingabe zur Ver-

besserung innerhalb einer kurzen Nachfrist an den Einreicher zurück, wenn sie 

die Anforderungen von Art. 385 Abs. 1 StPO nicht erfüllt. Dies gilt jedoch nicht für 

bewusst mangelhaft abgefasste Eingaben. Entsprechend führt nicht jeder Begrün-

dungsmangel zur Ansetzung einer Nachfrist zur Verbesserung i. S. v. Art. 385 

Abs. 2 StPO. Bei anwaltlich vertretenen Parteien kommt eine solche regelmässig 

nur bei Versehen oder unverschuldetem Hindernis in Frage (Urteile des Bundes-

gerichts 7B_51/2024 vom 25. April 2024 E. 2.2.2; 6B_182/2020 vom 6. Januar 

2021 E. 2.5; je mit Hinweisen).

2.2. Wie vom Beschwerdegegner zutreffend vorgebracht (Urk. 16 S. 2 f.), setzt 

sich der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (Urk. 2) nicht mit den entscheid-

relevanten Erwägungen der Staatsanwaltschaft auseinander. Die Ausführungen in 

der Beschwerde, wonach der Sachverhalt bezüglich der Frage der verzögerten 

Bildgebung durch CT sowie der verzögerten Einleitung einer Reoperation nicht 

genügend abgeklärt worden sei, da zur Klärung solcher medizinischer Fragen ein 

Gutachten notwendig sei (Urk. 2 Rz 6 ff.), können sich offensichtlich nicht auf den 

Beschwerdegegner beziehen. So führte die Staatsanwaltschaft in der angefochte-

nen Verfügung aus, dass er – der Beschwerdegegner – den Beschwerdeführer 

am 2. Juni 2021 erstmals untersucht, sich dann mit dem pädiatrischen Team ab-

gesprochen und dabei festgestellt habe, dass eine Verschlechterung zum Vortag 

vorliegen würde. Aufgrund der Abwehrspannung habe er unverzüglich die Indika-

tion für ein CT und eine mutmassliche chirurgische Intervention empfohlen. Diese 

seien nur auf Drängen der Eltern nicht mehr im Kantonsspital Winterthur durchge-

führt worden (Urk. 3/2 S. 4 und 6). Inwiefern dies nicht zutreffen sollte bzw. sich 

der Beschwerdegegner trotz unverzüglichen Handelns der fahrlässigen (schwe-

ren) Körperverletzung durch Unterlassen strafbar gemacht haben könnte, lässt 

der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde nicht darlegen. Die in seiner Replik 

hinsichtlich des Beschwerdegegners getätigten Ausführungen (Urk. 20 S. 2 f.) 

können nicht dazu dienen, die fehlende Begründung zu ergänzen, hätte er diese 

doch bereits in der Beschwerdeschrift vorbringen können. Entsprechend sind sie 

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nicht zu berücksichtigen. Da die Beschwerde zwar eine Begründung i. S. v. 

Art. 396 Abs. 1 StPO i. V. m. Art. 385 Abs. 1 StPO enthält, diese inhaltlich jedoch 

– aus den oben dargelegten Gründen – an den Entscheidgründen der angefoch-

tenen Verfügung vorbei geht bzw. (die erst im Replikstadium vorgebrachte Be-

gründung) nicht (mehr) beachtlich ist, besteht kein Raum für eine Nachfristanset-

zung i. S. v. Art. 385 Abs. 2 StPO. Entsprechend ist die Beschwerde abzuweisen, 

soweit darauf überhaupt einzutreten ist.

III.

1. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens. Als unterliegend gilt auch die Partei, auf de-

ren Rechtsmittel nicht eingetreten wird (Art. 428 Abs. 1 StPO). Entsprechend sind 

die Kosten des Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Ge-

messen an der Bedeutung und Schwierigkeit des Falls sowie am Zeitaufwand des 

Gerichts ist die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren auf Fr. 900.– festzu-

setzen (§ 17 Abs. 1 i. V. m. § 2 Abs. 1 lit. b–d GebV OG) und von der geleisteten 

Prozesskaution von Fr. 2'000.– (Urk. 8) zu beziehen. Im Restbetrag von 

Fr. 1'100.– ist die Prozesskaution dem Beschwerdeführer nach Eintritt der Rechts-

kraft des vorliegenden Entscheids zurückzuerstatten, wobei allfällige Verrech-

nungsansprüche des Staates vorbehalten bleiben.

2. Aufgrund seines Unterliegens ist dem Beschwerdeführer für das Beschwer-

deverfahren keine Entschädigung zuzusprechen.

3. Demgegenüber ist der anwaltlich vertretene Beschwerdegegner antragsge-

mäss für die Aufwendungen seiner anwaltlichen Vertretung aus der Gerichtskasse 

zu entschädigen (BGE 147 IV 47 E. 4.2.6; Urteil des Bundesgerichts 6B_660/

2022 vom 9. November 2022 E. 3.3.4). Er liess die 9 Seiten umfassende Be-

schwerdeschrift (Urk. 2) mit einer knapp dreiseitigen Stellungnahme beantworten 

(Urk. 16). Bei der Bemessung der Entschädigung ist zu berücksichtigen, dass es 

sich nicht um einen sehr komplexen Sachverhalt handelt und keine komplexen 

Rechtsfragen vorlagen. In Anwendung von § 19 Abs. 1 i. V. m. § 2 Abs. 1 lit. b–d 

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AnwGebV ist die Entschädigung somit pauschal auf Fr. 750.– zuzüglich 8.1 % 

MwSt., insgesamt Fr. 810.75 festzusetzen.

Es wird beschlossen:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2. Die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren wird auf Fr. 900.– festge-

setzt, dem Beschwerdeführer auferlegt und von der geleisteten Prozesskau-

tion bezogen. 

Im Restbetrag von Fr. 1'100.– wird die Prozesskaution dem Beschwerdefüh-

rer nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Entscheids – unter Vorbe-

halt allfälliger Verrechnungsansprüche des Staates – zurückerstattet.

3. Dem Beschwerdegegner wird für das Beschwerdeverfahren eine Entschädi-

gung in Höhe von Fr. 810.75 aus der Gerichtskasse ausgerichtet.

4. Schriftliche Mitteilung an:

 Rechtsanwalt MLaw X._____, im Doppel, für sich und zuhanden des 
Beschwerdeführers (per Gerichtsurkunde)

 Rechtsanwältin Dr. iur. Y._____, im Doppel, für sich und zuhanden des 
Beschwerdegegners (per Gerichtsurkunde)

 die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich, ad … (gegen Empfangs-
bestätigung)

sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger 

Rechtsmittel an:

 die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich, ad … (gegen Empfangs-
bestätigung) 

 die Zentrale Inkassostelle der Gerichte (elektronisch).

5. Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben wer-
den.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der 
gemäss Art. 35 und 35a BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des 

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Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichts-

gesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsge-

setzes.

Hinweis: Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht einge-
reicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplo-

matischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden.

Zürich, 25. Februar 2025

Obergericht des Kantons Zürich
III. Strafkammer

Der Präsident:

lic. iur. D. Oehninger

Die Gerichtsschreiberin:

MLaw F. Meyer