# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0c567b32-6dea-56ab-ba02-e383e8653ab3
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 00.00.0000 200 2024 376
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2024-376_0000-00-00.pdf

## Full Text

200 24 376 SCHG
ACT/GET/STA

Schiedsgericht in Sozialversicherungsstreitigkeiten 
des Kantons Bern

Teilurteil vom 13. Dezember 2024

Vorsitzender Verwaltungsrichter Ackermann
Fachrichter Fürsprecher und Notar Kurt und Fürsprecher König
Gerichtsschreiber Germann

1. Aquilana Versicherungen (BAG Nr. 32)
Bruggerstrasse 46, 5400 Baden 

2. SUPRA-1846 SA (BAG Nr. 62)
Av. de la Rasude 8, 1006 Lausanne

3. Sumiswalder Krankenkasse (BAG Nr. 194)
Spitalstrasse 47, 3454 Sumiswald

4. Genossenschaft Krankenkasse Steffisburg (BAG Nr. 246)
Unterdorfstrasse 37, Postfach, 3612 Steffisburg

5. CONCORDIA 
Schweiz. Kranken- und Unfallversicherung AG (BAG Nr. 290)
Bundesplatz 15, 6002 Luzern

6. Atupri Gesundheitsversicherung (BAG Nr. 312)
Zieglerstrasse 29, 3000 Bern

7. Avenir Assurance Maladie SA (BAG Nr. 343)
Rue des Cèdres 5, 1920 Martigny

8. Krankenkasse Luzerner Hinterland (BAG Nr. 360)
Luzernstrasse 19, 6144 Zell

9. KPT Krankenkasse AG (BAG Nr. 376)
Wankdorfallee 3, Postfach, 3014 Bern

10. ÖKK Kranken- und Unfallversicherungen AG (BAG Nr. 455)
Bahnhofstrasse 13, 7302 Landquart

11. Vivao Sympany AG (BAG Nr. 509)
Peter Merian-Weg 4, 4002 Basel

12. Easy Sana Assurance Maladie SA (BAG Nr. 774)
Rue des Cèdres 5, 1920 Martigny

13. Genossenschaft Glarner Krankenversicherung (BAG Nr. 780)
Abläsch 8, 8762 Schwanden GL

14. KLuG Krankenversicherung (BAG Nr. 829)
Gubelstrasse 22, 6300 Zug

15. EGK Grundversicherungen AG (BAG Nr. 881)
Birspark 1, Postfach, 4242 Laufen 

16. Genossenschaft KRANKENKASSE SLKK (BAG Nr. 923)
Hofwiesenstrasse 370, Postfach, 8050 Zürich

17. sodalis gesundheitsgruppe (BAG Nr. 941)
Balfrinstrasse 15, 3930 Visp

18. vita surselva (BAG Nr. 966)
Bahnhofstrasse 33, 7139 Ilanz

19. Caisse maladie de la Vallée d’Entremont (BAG Nr. 1113)
Place Centrale 5, 1937 Orsières

20. Stiftung Krankenkasse Wädenswil (BAG Nr. 1318)
Industriestrasse 15, 8820 Wädenswil 

21. Krankenkasse Birchmeier (BAG Nr. 1322)
Hauptstrasse 22, 5444 Künten

22. SWICA Krankenversicherung AG (BAG Nr. 1384)
Römerstrasse 38, 8400 Winterthur

23. Galenos AG (BAG Nr. 1386)
Weltpoststrasse 19, 3015 Bern

24. rhenusana (BAG Nr. 1401)
Widnauerstrasse 6, 9435 Heerbrugg

25. Mutuel Assurance Maladie SA (BAG Nr. 1479)
Rue des Cèdres 5, 1920 Martigny

26. AMB Assurances SA (BAG Nr. 1507)
Route de Verbier 13, 1934 Le Chable VS

27. Sanitas Grundversicherungen AG (BAG Nr. 1509)
Jägergasse 3, 8004 Zürich

28. Philos Assurance Maladie SA (BAG Nr. 1535)
Rue des Cèdres 5, 1920 Martigny

29. Assura-Basis SA (BAG Nr. 1542)
Avenue C.-F. Ramuz 70, 1009 Pully

30. Visana AG (BAG Nr. 1555)
Weltpoststrasse 19, 3015 Bern 

31. Agrisano Krankenkasse AG (BAG Nr. 1560)
Laurstrasse 10, 5201 Brugg AG

32. sana24 AG (BAG Nr. 1568)
Weltpoststrasse 19, 3015 Bern 

33. vivacare AG (BAG Nr. 1570)
Weltpoststrasse 19, 3015 Bern 

alle vertreten durch tarifsuisse ag, Römerstrasse 20, Postfach 1561, 
4502 Solothurn
Klägerinnen

gegen

A.________ AG
vertreten durch Rechtsanwälte B.________ und/oder Dr. C.________
Beklagte

betreffend Klage vom 24. Mai 2024

Teilurteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 13. Dez. 2024, SCHG/24/376 Seite 3

Sachverhalt:

A.

Mit Schreiben vom 14. September 2023 ersuchte die tarifsuisse ag im Zuge 
einer Kontrolle betreffend Weiterleitung von Vergünstigungen die 
A.________ AG, hinsichtlich namentlich genannter Medikamente die Lie-
ferscheine und Lieferanten-/Herstellerrechnungen sowie allfällige Umsatz-
rückvergütungsbelege aus den Jahren 2018-2022 zuzustellen (Akten der 
tarifsuisse ag [act. I] 5). In der Folge weigerte sich die A.________ AG, die 
Unterlagen herauszugeben (pag. 6 Rz. 6). 

B.

Mit Eingabe vom 24. Mai 2024 (pag. 2 - 102) reichten 33 Krankenversiche-
rer (nachfolgend Klägerinnen), alle vertreten durch die tarifsuisse ag, gegen 
die A.________ AG (nachfolgend Beklagte) Klage ein. Sie stellen die fol-
genden Rechtsbegehren/Anträge (pag. 3 - 5): 

1.1 Die Beklagte sei unter Androhung der Bestrafung ihrer verantwortlichen 
Organe im Widerhandlungsfalle gemäss Art. 292 StGB zu verpflichten, 
den Klägerinnen innert 20 Tagen seit Rechtskraft des entsprechenden 
(Teil-)Urteils vollständig Auskunft über sämtliche Einkaufskonditionen der 
seitens der Klägerinnen für die Fakturierungsperiode vom 1. Mai 2017 bis 
am 30. September 2023 an die Beklagte vergüteten Arzneimittel der 
Spezialitätenliste ausser Eylea und Lucentis zu erteilen.

1.2 Die Beklagte sei nach Bekanntgabe der Auskünfte gemäss Ziff. 1.1 des 
Rechtsbegehrens weiter zu verpflichten, die gestützt hierauf von den Klä-
gerinnen verlangten Unterlagen (insbesondere Einkaufsverträge, Liefer-
scheine, Rechnungen und allfällige Rückvergütungsbelege) zwecks 
Verifizierung dieser Auskünfte herauszugeben. 

2. Eventualiter sei die Beklagte unter Androhung der Bestrafung ihrer ver-
antwortlichen Organe im Widerhandlungsfalle gemäss Art. 292 StGB zu 
verpflichten, den Klägerinnen innert 20 Tagen seit Rechtskraft des ent-
sprechenden (Teil-)Urteils sämtliche Verträge, Lieferscheine, Rechnun-
gen, Umsatzrückvergütungsbelege und weiterer Korrespondenz über 
sämtliche Einkaufskonditionen der seitens der Klägerinnen für die Faktu-
rierungsperiode vom 1. Mai 2017 bis am 30. September 2023 an die Be-
klagte vergüteten Arzneimittel der Spezialitätenliste (ausser Eylea und 
Lucentis) herauszugeben. 

3. Es sei die Beklagte zu verpflichten, den Klägerinnen einen nach Ab-
schluss des Beweisverfahrens durch die Klägerinnen zu beziffernden Be-
trag im Umfang der nicht weitergeleiteten direkten und indirekten 

Teilurteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 13. Dez. 2024, SCHG/24/376 Seite 4

Vergünstigungen hinsichtlich der in Ziff. 1 genannten Arzneimittel, bezo-
gen auf die Fakturierungsperiode vom 1. Mai 2017 bis am 30. September 
2023, mindestens jedoch Fr. 26'523’383.10 gemäss nachfolgender Auf-
teilung zu bezahlen:

4. Unter Kosten und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beklagten. 

Ferner stellen die Klägerinnen die folgenden prozessualen Anträge 
(pag. 5): 

1. Es sei über die Rechtsbegehren Ziff. 1.1 und 1.2 oder eventualiter über das 
Rechtsbegehren Ziff. 2 ein Teilentscheid zu fällen und den Klägerinnen nach 
Erhalt der genannten Auskünfte und Unterlagen Gelegenheit zur Anpassung 
der Rechtsbegehren zu geben. 

2. Es sei erst nach einer Gutheissung der Rechtsbegehren in Ziff. 1.1 und 1.2 re-
sp. eventualiter Ziff. 2 sowie entsprechender Herausgabe der von der Beklag-

Teilurteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 13. Dez. 2024, SCHG/24/376 Seite 5

ten einverlangten Auskünfte und Unterlagen ein Vermittlungsversuch durchzu-
führen.

Mit prozessleitender Verfügung vom 27. Mai 2024 (pag. 104 f.) nahm der 
Instruktionsrichter die Eingabe vom 24. Mai 2024 als Klage an die Hand 
und beschränkte das Verfahren auf die Frage der Auskunftserteilung bzw. 
Akteneinsicht.

Mit Klageantwort vom 25. Juli 2024 (pag. 108 - 131) stellt die Beklagte die 
folgenden Rechtsbegehren: 

1. Die Klage vom 24. Mai 2024 (Rechtsbegehren Nr. 1.1, 1.2, 2, 3 und 4) sei 
abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist; 

2. unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Klägerinnen.

Mit prozessleitender Verfügung vom 10. Oktober 2024 (pag. 134) schloss 
der Instruktionsrichter das Beweisverfahren hinsichtlich des Anspruchs auf 
Auskunftserteilung resp. Akteneinsicht. Ferner teilte er den Parteien die 
Besetzung des Schiedsgerichts mit.

Erwägungen:

1.

1.1 Gemäss Art. 89 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 18. März 1994 
über die Krankenversicherung (KVG; SR 832.10) sind Streitigkeiten zwi-
schen Versicherern und Leistungserbringern durch ein Schiedsgericht zu 
entscheiden. Die Kantone können die Aufgaben des Schiedsgerichts dem 
kantonalen Versicherungsgericht übertragen (Art. 89 Abs. 4 Satz 3 Halb-
satz 1 KVG), was der Kanton Bern getan hat (Art. 40 des kantonalen Ge-
setzes vom 6. Juni 2000 betreffend die Einführung der Bundesgesetze über 
die Kranken-, die Unfall- und die Militärversicherung [EG KUMV; BSG 
842.11]).

1.2 Im vorliegenden Verfahren machen die Klägerinnen einen An-
spruch auf Auskunft über Vergünstigungen und deren Herausgabe nach 

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vom 13. Dez. 2024, SCHG/24/376 Seite 6

Art. 42 Abs. 3 i.V.m. Art. 56 Abs. 3 f. KVG geltend (pag. 3 ff.). Damit ist eine 
Streitigkeit zwischen Versicherern und einer Leistungserbringerin – als sol-
che gilt insbesondere auch eine juristische Person in Form einer Aktienge-
sellschaft (vgl. BGE 135 V 237) – zu beurteilen (vgl. JUANA VASELLA, in: 
BLECHTA/COLATRELLA/RÜEDI/STAFFELBACH [Hrsg.], Basler Kommentar 
Krankenversicherungsgesetz und Krankenversicherungsaufsichtsgesetz 
[nachfolgend Basler Kommentar], 2020, Rz. 119 zu Art. 56 KVG; FELIX 
KESSELRING, Vorteile und Vergünstigungen im Heilmittel- und Versiche-
rungsrecht, Kommentar zu Art. 55 und 56 HMG und Art 56 Abs. 3 lit. b und 
Abs. 3bis KVG [nachfolgend Kommentar], 2018, S. 582 ff.), weshalb die 
sachliche Zuständigkeit des Schiedsgerichts gegeben ist. Die Beklagte hat 
ihren Sitz in ... (vgl. www.zefix.ch), womit auch die örtliche Zuständigkeit 
gegeben ist (Art. 89 Abs. 2 KVG). Die Vertretungsvollmacht der tarifsuisse 
ag für das vorliegende Verfahren ergibt sich aus dem Handelsregister (vgl. 
www.zefix.ch) bzw. den eingereichten Prozessvollmachten (vgl. act. I 2; 
Art. 46 Abs. 2 EG KUMV i.V.m. Art. 15 des kantonalen Gesetzes vom 
23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]). So-
dann ist der Rechtsvertreter der tarifsuisse ag ordnungsgemäss bevoll-
mächtigt (act. I 3) und die Klage entspricht den Formvorschriften (Art. 46 
Abs. 2 EG KUMV i.V.m. Art. 32 VRPG). Auf die Klage ist somit einzutreten.

1.3

1.3.1 Im Klageverfahren ergibt sich der Streitgegenstand einzig aus den 
Rechtsbegehren der Klage. Innerhalb des Streitgegenstands ist das 
Schiedsgericht in Sozialversicherungsstreitigkeiten in Durchbrechung der 
Dispositionsmaxime an die Begehren der Parteien nicht gebunden (vgl. 
BGE 135 V 23 E. 3.1 S. 26). Das Gericht würdigt die Vorbringen der Par-
teien in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht nach pflichtgemässem Er-
messen. Es kann unter Wahrung des rechtlichen Gehörs zu Ungunsten der 
klagenden Partei entscheiden oder dieser mehr zusprechen, als sie ver-
langt hat (Art. 46 Abs. 2 EG KUMV i.V.m. Art. 92 Abs. 1 und 3 Satz 2 
VRPG). 

1.3.2 Die Beklagte bringt vor, die Rechtsbegehren seien zu unklar und 
ungenügend bestimmt (pag. 125 - 127 Rz. 60 - 67).

Teilurteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 13. Dez. 2024, SCHG/24/376 Seite 7

Rechtsbegehren sind nach Treu und Glauben auszulegen, insbesondere 
im Lichte der dazu gegebenen Begründung. Eine sichtlich ungewollte oder 
unbeholfene Wortwahl der am Recht stehenden Person schadet ebenso 
wenig wie eine nicht geglückte oder rechtsirrtümliche Ausdrucksweise. Es 
genügt, wenn der Eingabe insgesamt entnommen werden kann, was die 
rechtsuchende Person verlangt (vgl. BGE 147 V 369 E. 4.2.1 S. 373 betref-
fend Beschwerde). Der Einbezug der Begründung ist namentlich dann not-
wendig, wenn die Anträge weit gefasst sind (MICHEL DAUM, in: 
HERZOG/DAUM [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 2020, Rz. 6 zu 
Art. 20a). 

Der Beklagten ist insoweit beizupflichten (pag. 114 Rz. 9), als sich die 
Rechtsbegehren ihrem Wortlaut nach auf potentiell sämtliche von den Klä-
gerinnen vergüteten Arzneimittel der Spezialitätenliste beziehen, womit die 
Rechtsbegehren weit gefasst sind. Aus der vorprozessualen Geschichte 
geht insoweit hervor, dass sich die Editionsbegehren der Klägerinnen an-
fänglich auf zehn konkret genannte Medikamente bezogen (vgl. pag. 6 
Rz. 3). Im weiteren Verlauf machten die Klägerinnen Kenntnisse bezüglich 
Rabattierungen bei weiteren (nicht namentlich genannten) Medikamenten 
geltend (pag. 6 Rz. 7). Im vorliegenden Klageverfahren benennen sie kon-
kret 123 Medikamente, auf welchen Rabatte gewährt, aber nicht weiterge-
leitet worden sein sollen (pag. 7 - 10 Rz. 9). Hätten die Klägerinnen weitere 
Arzneimittel in die gerichtliche Überprüfung miteinbeziehen wollen, hätten 
sie dies im Rahmen ihrer Mitwirkungspflicht und aufgrund der Tatsache, 
dass nur sie Kenntnis über die von ihnen vergüteten Arzneimittel haben, in 
der Liste aufführen müssen. Folglich sind die Rechtsbegehren (Ziffer 1.1, 
1.2 und 2) ausschliesslich in Zusammenhang mit den in pag. 7 - 10 Rz. 9 
aufgelisteten Medikamenten zu prüfen.

In diesem Sinne ist der Streitgegenstand insoweit zu präzisieren bzw. zu 
beschränken (vgl. E. 1.3.1 vorne), dass die Rechtsbegehren gemäss Ziffer 
1.1, 1.2 und 2 hinsichtlich der in pag. 7 - 10 Rz. 9 (Klage S. 6 - 9 Rz. 9) 
aufgelisteten Medikamente und bezogen auf die Fakturierungsperiode vom 
1. Mai 2017 bis 30. September 2023 zu beurteilen sind. Insoweit erweisen 
sich die Rechtsbegehren als genügend bestimmt respektive hinreichend 
präzis gefasst, um im Entscheiddispositiv übernommen werden zu können.

Teilurteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 13. Dez. 2024, SCHG/24/376 Seite 8

1.3.3 Wie gezeigt (vgl. E. 1.3.2 hiervor), machen die Klägerinnen zwei 
voneinander getrennte Ansprüche geltend, nämlich denjenigen auf Aus-
kunftserteilung resp. Akteneinsicht und denjenigen auf Rückforderung zu 
Unrecht ausgerichteter Leistungen (pag. 3 - 5). Diese beiden Ansprüche 
sind zwar faktisch miteinander verbunden, indem der Rückforderungsan-
spruch massgeblich von Bestand und Umfang der Auskunftspflicht und 
(allenfalls) der Akteneinsicht abhängt. Die in Art. 42 Abs. 3 und 4 KVG sta-
tuierte Auskunftspflicht der Leistungserbringer beinhaltet jedoch keine ver-
fahrensrechtliche, sondern eine materiellrechtliche Editionspflicht 
(Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG, heute Bun-
desgericht {BGer}] vom 9. Oktober 2001, K 34/01, E. 4), stellt also einen 
eigenständigen materiellen Anspruch dar. Es rechtfertigt sich daher, vorerst 
ein eigenständiges Teilurteil (vgl. MARKUS MÜLLER, in HERZOG/DAUM 
[Hrsg.], Kommentar zum Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege im Kan-
ton Bern, 2. Aufl. 2020, Rz. 29 zu Art. 49) über den Anspruch auf Aus-
kunftserteilung resp. Akteneinsicht zu fällen (Entscheid des BGer vom 10. 
September 2024, 9C_125/2022 [zur Publikation vorgesehen], E. 1.2.2; vgl. 
diesbezüglich auch die prozessleitende Verfügung vom 27. Mai 2024 [pag. 
105]). 

Aufgrund der Sachlage ist dabei allein die allgemeine Frage der Auskunfts-
erteilung – also Rechtsbegehen Ziffer 1.1 (pag. 3 f.) – sowie die Frage der 
Verifizierung dieser Auskünfte gemäss Rechtsbegehren Ziffer 1.2 resp. 2 
(pag. 4) dem Grundsatz nach zu beantworten. Sollten diese beiden Punkte 
bzw. das Teilurteil rechtskräftig werden, stünde es den Parteien offen, die 
konkrete Umsetzung einer allfälligen Verifizierung – also Rechtsbegehren 
Ziffer 1.2 sowie 2 – einvernehmlich zu lösen, was für alle Beteiligten vor-
teilhaft wäre. Damit wäre die Basis geschaffen für eine allfällige Rückforde-
rung nicht weitergeleiteter Vergünstigungen gemäss Ziffer 3 der 
Rechtsbegehren. Dass die Klägerinnen greifbare Beweisurkunden nur an-
geboten (pag. 10 - 13 Rz. 9 f.), nicht jedoch beigelegt haben, schadet ent-
gegen der Auffassung der Beklagten (pag. 113 f. Rz. 6 - 8) nicht. Denn 
einerseits ist wie eben gezeigt im vorliegenden Teilurteil nicht über Bestand 
und/oder Höhe der Rückforderung zu entscheiden. Andererseits kommt der 
Vorschrift des Art. 32 Abs. 2 VRPG, wonach greifbare Beweismittel beizu-
legen sind, allein Ordnungscharakter zu und verpflichtet der auch im Ver-

Teilurteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 13. Dez. 2024, SCHG/24/376 Seite 9

fahren vor dem kantonalen Schiedsgericht geltende Untersuchungsgrund-
satz (Entscheid des BGer vom 21. März 2022, 9C_16/2022, E. 4.1.2) dazu, 
Fehlendes einzuverlangen (DAUM, a.a.O., Rz. 30 zu Art. 32). Schliesslich 
sind die Rechtsbegehren in der Klage – anders als in der Klageantwort 
postuliert (pag. 125 - 127 Rz. 60 - 67) – genügend bestimmt. Allfällige Un-
klarheiten hätte denn auch die Beklagte zu vertreten, da sie auf die Anfra-
gen der Klägerinnen gemäss Darstellung in der Klage nicht reagiert hat 
(pag. 6 f. Rz. 5 - 8), was die Beklagte nicht substanziiert respektive allein 
pauschal und damit nicht rechtsgenüglich bestreitet (pag. 113 Rz. 6). 

1.4 Die Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; 
SR 830.1) finden gemäss Art. 1 Abs. 2 lit. e KVG beim Verfahren vor dem 
kantonalen Schiedsgericht (Art. 89 KVG) keine Anwendung. Das KVG 
schreibt vor, dass das Verfahren einfach und rasch zu sein und das 
Schiedsgericht die für den Entscheid erheblichen Tatsachen unter Mitwir-
kung der Parteien festzustellen hat, wobei es die notwendigen Beweise 
erhebt und in der Beweiswürdigung frei ist (Art. 89 Abs. 5 KVG). Der Kan-
ton regelt das Verfahren (Art. 89 Abs. 5 Halbsatz 1 KVG). Das Klageverfah-
ren richtet sich vorbehältlich abweichender Regelungen des EG KUMV 
(Art. 46 Abs. 2 EG KUMV) nach dem VRPG.

1.5 Das Schiedsgericht in Sozialversicherungsstreitigkeiten urteilt in 
Dreierbesetzung. Es besteht aus einem Mitglied einer Abteilung des Ver-
waltungsgerichts als neutralem Vorsitzenden und je einer Vertreterin oder 
einem Vertreter der betroffenen Versicherer und Leistungserbringer. Diese 
werden von der oder dem neutralen Vorsitzenden bezeichnet (Art. 56 
Abs. 4 des kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation 
der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]; vgl. 
auch Art. 89 Abs. 4 Sätze 2 und 3 KVG).

2.

2.1 Die zu Lasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung ab-
gerechneten Leistungen müssen wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich 
sein (Art. 32 Abs. 1 KVG). 

Teilurteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 13. Dez. 2024, SCHG/24/376 Seite 10

Aus dem Wirtschaftlichkeitsgebot leitet sich auch die Verpflichtung zur Wei-
tergabe von Vergünstigungen ab (VASELLA, Basler Kommentar, Rz. 43 zu 
Art. 56 KVG). Art. 56 Abs. 3 KVG bestimmt, dass der Leistungserbringer 
dem Schuldner der Vergütung die direkten oder indirekten Vergünstigun-
gen weitergeben muss, die ihm ein anderer in seinem Auftrag tätiger Leis-
tungserbringer gewährt (lit. a) oder die ihm Personen oder Einrichtungen 
gewähren, welche Arzneimittel oder der Untersuchung oder Behandlung 
dienende Mittel oder Gegenstände liefern (lit. b). Nach Art. 76a Abs. 1 der 
Verordnung vom 27. Juni 1995 über die Krankenversicherung (KVV; SR 
832.102; in Kraft seit 1. Januar 2020) ist die Vergünstigung nach Art. 56 
Abs. 3 KVG durch den Leistungserbringer in der Rechnung nach Art. 42 
KVG aufzuführen und dem Schuldner der Vergütung weiterzugeben. Gibt 
der Leistungserbringer die Vergünstigung nicht weiter, so kann die versi-
cherte Person oder der Versicherer deren Herausgabe verlangen (Art. 56 
Abs. 4 KVG). 

2.2

2.2.1 Gemäss Art. 42 Abs. 1 KVG schulden die Versicherten den Leis-
tungserbringern die Vergütung der Leistung, soweit die Versicherer und 
Leistungserbringer nichts anderes vereinbart haben. Die Versicherten ha-
ben in diesem Fall gegenüber dem Versicherer einen Anspruch auf Rück-
erstattung (System des Tiers garant). Versicherer und Leistungserbringer 
können vereinbaren, dass der Versicherer die Vergütung schuldet (System 
des Tiers payant; Art. 42 Abs. 2 KVG).

2.2.2 Nach Art. 42 Abs. 3 KVG (in der bis 31. Dezember 2021 in Kraft 
gestandenen Fassung) muss der Leistungserbringer dem Schuldner eine 
detaillierte und verständliche Rechnung zustellen. Er muss ihm auch alle 
Angaben machen, die er benötigt, um die Berechnung der Vergütung und 
die Wirtschaftlichkeit der Leistung überprüfen zu können. Im System des 
Tiers payant erhält die versicherte Person eine Kopie der Rechnung, die an 
den Versicherer gegangen ist. Bei stationärer Behandlung weist das Spital 
die auf Kanton und Versicherer entfallenden Anteile je gesondert aus. Der 
Bundesrat regelt die Einzelheiten. Mit Wirkung ab 1. Januar 2022 wurden 
die (hier nicht weiter interessierenden) Sätze 3 bis 7 von Art. 42 Abs. 3 
KVG geändert bzw. ergänzt (AS 2021 837). 

Teilurteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
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2.2.3 Ferner bestimmt Art. 42 Abs. 3bis KVG, dass die Leistungserbrin-
ger auf der Rechnung nach Abs. 3 die Diagnosen und Prozeduren nach 
den Klassifikationen in den jeweiligen vom zuständigen Departement her-
ausgegebenen schweizerischen Fassungen codiert aufzuführen haben. 
Der Bundesrat erlässt ausführende Bestimmungen zur Erhebung, Bearbei-
tung und Weitergabe der Daten unter Wahrung des Verhältnismässigkeits-
prinzips.

Nach Art. 59 Abs. 1 KVV haben die Leistungserbringer in ihren Rechnun-
gen alle administrativen und medizinischen Angaben zu machen, die für die 
Überprüfung der Berechnung der Vergütung sowie der Wirtschaftlichkeit 
der Leistungen nach Art. 42 Abs. 3 und 3bis des Gesetzes notwendig sind. 
Insbesondere sind folgende Angaben zu machen:

a. Kalendarium der Behandlungen;

b. erbrachte Leistungen im Detaillierungsgrad, den der massgebliche Tarif 
vorsieht;

c. Diagnosen und Prozeduren, die zur Berechnung des anwendbaren Tarifs 
notwendig sind;

d. Kennnummer der Versichertenkarte nach Art. 3 Abs. 1 lit. f der Verord-
nung vom 14. Februar 2007 über die Versichertenkarte für die obligatori-
sche Krankenpflegeversicherung;

e. AHV-Nummer

Sodann ist zu wiederholen, dass die Vergünstigung nach Art. 56 Abs. 3 
KVG nach (dem seit 1. Januar 2020 in Kraft stehenden) Art. 76a Abs. 1 
KVV durch den Leistungserbringer in der Rechnung nach Art. 42 KVG auf-
zuführen ist.

2.2.4 Schliesslich kann der Versicherer nach Art. 42 Abs. 4 KVG zusätz-
liche Auskünfte medizinischer Natur verlangen. 

Teilurteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
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3.

Die Aktivlegitimation der Klägerinnen und die Passivlegitimation der Be-
klagten ergeben sich aus Art. 42 Abs. 3 KVG, sind vorliegend nicht bestrit-
ten und es bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass diese 
Voraussetzungen in Frage zu stellen wären. 

4.

4.1 Die Klägerinnen machen geltend, gestützt auf die Erkenntnisse 
aus anderweitigen Verfahren mit anderen Leistungserbringern sei ihr be-
kannt, dass die Hersteller bzw. Lieferanten diverser (namentlich aufgeliste-
ter [pag. 7 - 10]) Medikamente in der Zeit vom 1. Mai 2017 bis 
30. September 2023 (vgl. E. 1.3.2 vorne) regelmässig Rabatte im Sinne 
von direkten Vergünstigungen auf dem gesetzlich geregelten Fabrikabga-
bepreis gemäss Spezialitätenliste gewährten (pag. 7 Rz. 9). Die Beklagte 
habe die Weitergabe dieser Rabatte unterlassen (pag. 97 Rz. 17).

4.2 Art. 56 Abs. 3 KVG statuiert eine Weitergabepflicht. Danach sind 
die Leistungserbringer gehalten, die direkten oder indirekten Vergünstigun-
gen, die sie von Personen oder Einrichtungen erhalten, an Versicherte bzw. 
Versicherer als Schuldner der an die Leistungserbringer zu entrichtenden 
Vergütungen (Art. 42 Abs. 1 und 2 KVG; vgl. E. 2.2.1 vorne) weiterzugeben 
(vgl. E. 2.1 vorne). 

Als Leistungserbringer im Sinne von Art. 56 Abs. 3 KVG gelten die in Art. 
35 Abs. 2 KVG aufgeführten natürlichen und juristischen Personen, wozu 
auch Spitäler (lit. h) gehören. Unter "Weitergabe" der Vergütung versteht 
man sodann das Abliefern der Vergünstigung an den Schuldner der Ver-
gütung, indem sie auf der Abrechnung sichtbar ausgewiesen wird und ihm 
gegenüber durch eine Reduzierung des Endpreises zum Tragen kommt 
(vgl. VASELLA, Das heilmittelrechtliche Vorteilsverbot Korruptionsbekämp-
fung im Gesundheitswesen, ZStStr – Zürcher Studien zum Strafrecht 
Band/Nr. 89 [nachfolgend ZStStr], 2016, S. 398). Zwar ist der (im Zuge der 
Revision des Bundesgesetzes vom 15. Dezember 2000 über Arzneimittel 
und Medizinprodukte [Heilmittelgesetz, HMG; SR 812.21; vgl. BBl 2016 

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1953]) neu eingeführte Art. 76a Abs. 1 KVV, welcher die Pflicht zur Offen-
legung der Vergünstigung und deren Weitergabe nun auch ausdrücklich 
auf Verordnungsstufe normiert, erst seit 1. Januar 2020 in Kraft (vgl. E. 2.1 
vorne). Jedoch ändert dieser Artikel an der bereits bestehenden, in Art. 56 
Abs. 3 KVG verankerten Weitergabepflicht als solcher nichts (vgl. 
KESSELRING, VITH und Art. 76a–c KVV in: Life Science Recht - Juristische 
Zeitschrift für Pharma, Biotech und Medtech, 2019 [nachfolgend VITH und 
Art. 76a–c KVV], S. 231 ff., S. 237). Sodann ist die Verpflichtung zur Vor-
teilsweitergabe betreffend Arzneimitteln auf die in der Spezialitätenliste 
(Art. 52 Abs. 1 lit. b KVG) aufgeführten, kassenpflichtigen und damit erstat-
tungsfähigen Arzneimittel begrenzt (VASELLA, Basler Kommentar, Rz. 52 zu 
Art. 56 KVG). Schliesslich gelten als Vergünstigungen im hier interessie-
renden Kontext (Art. 56 Abs. 3 lit. b KVG) materielle Vorteile, die nicht Ent-
gelt für gleichwertige krankenversicherungsrechtliche Gegenleistungen 
darstellen, namentlich geldwerte Vorteile zu Gunsten des Leistungserbrin-
gers, etwa in Form von Rabatten auf Medikamenten (vgl. KESSELRING, 
Kommentar, S. 515 f.; im Einzelnen vgl. 6.1.1 f. hinten). 

4.3 Die Beklagte macht zu Recht nicht geltend, als Leistungserbringe-
rin bereits vom Grundsatz her von der Weitergabepflicht nach Art. 56 Abs. 
3 lit. b KVG nicht erfasst zu sein oder die klageweise geltend gemachten 
Vergünstigungen beträfen keine kassenpflichtigen Arzneimittel der Spezia-
litätenliste (vgl. E. 4.2 hiervor). Sie bringt auch nicht vor, die geltend ge-
machten Vergünstigungen in Bezug auf die klageweise aufgeführten 
Medikamente (pag. 7 - 10 Rz. 9) im fraglichen Zeitraum nicht erhalten zu 
haben. Im Weiteren macht die Beklagte auch nicht geltend, allfällige Ver-
günstigungen weitergegeben bzw. deklariert zu haben oder dass eine Wei-
tergabe mittels (um die Vergünstigungen reduzierten [Art. 76a Abs. 2 KVV]) 
Tarifen und Preisen erfolgt wäre. Damit ist aufgrund der derzeitigen Akten-
lage aktuell erstellt, dass sie derartige Vergünstigungen erhalten, aber nicht 
weitergegeben hat, auch wenn der Umfang zurzeit noch unklar ist. Denn im 
Rahmen der Mitwirkungspflicht wäre die Beklagte gehalten gewesen, ent-
sprechende Auskunft zu erteilen, da nur sie allein über entsprechende In-
formationen verfügte und die Lieferanten den Klägerinnen unbekannt 
waren (vgl. DAUM, a.a.O., Rz. 4 zu Art. 18). Es ist denn auch ohne weiteres 
davon auszugehen, dass die Beklagte die Klägerinnen informiert und auch 

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im vorliegenden Klageverfahren vorgebracht hätte, wenn ihr keine Ver-
günstigungen gewährt worden wären, da dies zu ihren Gunsten gewesen 
wäre. 

Die Beklagte stellt sich jedoch auf den Standpunkt, es beständen keinerlei 
gesetzliche Vorgaben dahingehend, dass oder wie allfällige Rabatte aus 
einer Vielzahl von Einkaufsvorgängen einer einzelnen Rechnung zuzuord-
nen wären und es beständen auch hinsichtlich der Modalitäten keine Vor-
gaben, derer sich der Leistungserbringer zur Erfüllung einer allfälligen 
Weitergabepflicht bedienen müsse (pag. 124 Rz. 57). Dies trifft zwar zu, 
beschlägt jedoch nicht den entscheidenden Punkt. Denn mit dem Erlass 
des Krankenversicherungsgesetzes zielte der Gesetzgeber darauf ab, eine 
umfassende medizinische Versorgung der gesamten Bevölkerung zu mög-
lichst günstigen Kosten sicherzustellen. Dies schliesst ein, dass dem wirt-
schaftlichen Verhalten des Leistungserbringers ein hoher Stellenwert 
zukommt (UELI KIESER, Leistungserbringer in der Krankenversicherung. 
Rahmenbedingungen der Tätigkeit von Leistungserbringern zu Lasten der 
obligatorischen Krankenpflegeversicherung, in: SJZ 99/2003, S. 582). Vor 
diesem Hintergrund ist auch der Normzweck des Art. 56 Abs. 3 KVG zu 
sehen, der die Wirtschaftlichkeit der Leistungen sicherstellen soll, indem 
die Zahlung eigentlicher "kick-backs" im Gesundheitswesen zwar nicht un-
tersagt, aber eine Pflicht zur Weitergabe dieser finanziellen Vergünstigun-
gen aufgestellt wird (vgl. VASELLA, ZStStr, S. 393) – dies mit dem 
weitergehenden Ziel, die (hier zur Diskussion stehenden) Arzneimittelkos-
ten beim Schuldner der Vergütung zu senken (KESSELRING, Kommentar, 
S. 515). Massgebend ist demnach die blosse Tatsache der ökonomischen 
Weitergabe; die Vergünstigung soll nicht primär dem Leistungserbringer, 
sondern dem Schuldner – und damit auch der Versichertengemeinschaft – 
zukommen. Entscheidend ist mithin nicht das "wie", sondern "ob" allfällige 
Vergünstigungen an den Schuldner nach Massgabe von Art. 56 Abs. 3 
KVG weitergegeben werden, was denn auch die Beklagte selber einräumt 
(pag. 124 Rz. 58). Vor diesem Hintergrund kann sie sich der gesetzlich 
statuierten Weitergabepflicht nicht unter Hinweis auf unklare Modalitäten 
und – vom Gericht durchaus nicht verkannten – Probleme bei der prakti-
schen Umsetzung im Lichte der schweren Individualisierbarkeit der Ver-
günstigungen (KESSELRING, Kommentar, S. 586) entziehen, würde der 

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Normzweck des Art. 56 Abs. 3 KVG dadurch doch offensichtlich unterlau-
fen. Denn wie eingangs dargelegt macht die Beklagte nicht (substanziiert) 
geltend, allfällige Vergünstigungen in irgendeiner Form weitergegeben zu 
haben, woran die allein pauschale Bestreitung sämtlicher klageweisen Vor-
bringen (pag. 113 Rz. 6) nichts ändert. Schliesslich macht die Beklagte 
weder geltend noch bestehen anderweitig Anhaltspunkte dafür, dass 
während der hier zu beurteilenden Zeit eine Vereinbarung über die nicht 
vollumfängliche Weitergabe von Vergünstigungen im Sinne der seit 1. Ja-
nuar 2020 in Kraft stehenden Art. 56 Abs. 3bis KVG und Art. 76b KVV abge-
schlossen worden oder aber der Tatbestand von Art. 76a Abs. 2 KVV erfüllt 
gewesen wäre. 

4.4 Im Sinne eines Zwischenergebnisses ist somit festzuhalten, dass 
gestützt auf die aktuell vorliegenden Akten die Beklagte Vergünstigungen 
erhalten, aber weder deklariert noch weitergegeben hat.

5.

5.1 Die Klägerinnen verlangen im Hinblick auf die beantragte "Durch-
setzung der Weiterleitung von Vergünstigungen gemäss Art. 56 Abs. 3 lit. b 
KVG" (pag. 3) gestützt auf Art. 42 Abs. 3 KVG (pag. 100 Rz. 28) Auskunft 
über sämtliche Einkaufskonditionen der in der Fakturierungsperiode vom 
1. Mai 2017 bis am 30. September 2023 an die Beklagte vergüteten Arz-
neimittel der Spezialitätenliste sowie – zwecks Verifizierung dieser Aus-
künfte – die Herausgabe von Unterlagen (insbesondere Einkaufsverträge, 
Lieferscheine, Rechnungen und allfällige Rückvergütungsbelege [pag. 4]). 

Wie in E. 2.2.3 vorne gezeigt, sieht die Regelung des Art. 76a Abs. 1 KVV 
ausdrücklich die Notwendigkeit einer Deklaration der Vergünstigung in der 
Rechnung vor (zur Frage der Deklarationspflicht vor Inkrafttreten des Art. 
76a Abs. 1 KVV, vgl. E. 5.5 hinten). Indessen wäre es offensichtlich nicht 
sinnvoll und verhältnismässig, wenn die Beklagte die Vergünstigungen ge-
stützt auf Art. 42 Abs. 3 Satz 1 KVG bzw. Art. 76a Abs. 1 KVV (vgl. E. 5.4 f. 
hinten) nachträglich auf neu zu erstellenden Rechnungen ausweisen müss-
te, müssten damit doch wohl mehrere Millionen (pag. 123 Rz. 53) Rech-
nungen neu verfasst und sowohl den Versicherern als auch den 

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Versicherten zugestellt werden. Damit die in Art. 56 Abs. 3 KVG und Art. 
76a Abs. 1 KVV vorgesehene Transparenz- und Weitergabepflicht (vgl. E. 
2.1 vorne) nicht umgangen werden kann, hat die Beklagte in anderer Weise 
über die erhaltenen Vergünstigungen zu informieren. Hier setzt jedoch die 
Kritik der Beklagten im Wesentlichen an, indem sie zusammengefasst gel-
tend macht, Sinn und Zweck von Art. 42 Abs. 3 f. KVG bilde keine Grund-
lage für die Erhältlichmachung von Auskünften in der von den Klägerinnen 
geltend gemachten Form. Streitig ist damit der normative Gehalt von Art. 
42 Abs. 3 f. KVG.

5.2 Ausgangspunkt jeder Auslegung bildet der Wortlaut der Bestim-
mung. Ist der Text nicht ganz klar und sind verschiedene Interpretationen 
möglich, so muss nach seiner wahren Tragweite gesucht werden unter 
Berücksichtigung aller Auslegungselemente (grammatikalisches, histori-
sches, zeitgemässes, systematisches und teleologisches Element [vgl. 
SVR 2005 ALV Nr. 6 S. 19, C 77/04 E. 3.3]). Abzustellen ist dabei nament-
lich auf die Entstehungsgeschichte der Norm und ihren Zweck, auf die dem 
Text zu Grunde liegenden Wertungen sowie auf die Bedeutung, die der 
Norm im Kontext mit anderen Bestimmungen zukommt. Die Gesetzesmate-
rialien sind zwar nicht unmittelbar entscheidend, dienen aber als Hilfsmittel, 
um den Sinn der Norm zu erkennen. Das Bundesgericht hat sich bei der 
Auslegung von Erlassen stets von einem Methodenpluralismus leiten las-
sen und nur dann allein auf das grammatikalische Element abgestellt, wenn 
sich daraus zweifelsfrei die sachlich richtige Lösung ergab (BGE 149 V 224 
E. 6 S. 231; Entscheid des BGer 8C_75/2024 vom 12. August 2024 [zur 
Publikation vorgesehen] E. 7.1).

5.3 Art. 42 Abs. 3 Satz 1 und 2 KVG lauten in den drei Sprachfassun-
gen wie folgt: 

"Der Leistungserbringer muss dem Schuldner eine detaillierte und ver-
ständliche Rechnung zustellen. Er muss ihm auch alle Angaben machen, 
die er benötigt, um die Berechnung der Vergütung und die Wirtschaftlich-
keit der Leistung überprüfen zu können." 

"Le fournisseur de prestations doit remettre au débiteur de la rémunération 
une facture détaillée et compréhensible. Il doit aussi lui transmettre toutes 

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les indications nécessaires lui permettant de vérifier le calcul de la 
rémunération et le caractère économique de la prestation."

"Il fornitore di prestazioni deve consegnare al debitore della remunerazione 
una fattura dettagliata e comprensibile. Deve pure trasmettergli tutte le 
indicazioni necessarie per poter verificare il calcolo della remunerazione e 
l’economicità della prestazione."

Sodann lautet der seit 1. Januar 2020 (AS 2019 1395) in Kraft stehende 
Art. 76a Abs. 1 KVV in den drei Sprachfassungen wie folgt: 

"Die Vergünstigung nach Artikel 56 Absatz 3 des Gesetzes ist durch den 
Leistungserbringer in der Rechnung nach Artikel 42 des Gesetzes aufzu-
führen und dem Schuldner der Vergütung weiterzugeben."

"Conformément à l’art. 42 de la loi, le fournisseur de prestations doit 
indiquer dans la facture l’avantage visé à l’art. 56, al. 3, de la loi et le 
répercuter sur le débiteur de la rémunération."

"Il fornitore di prestazioni deve indicare nella fattura secondo l’articolo 42 
della legge lo sconto di cui all’articolo 56 capoverso 3 della legge e farne 
usufruire il debitore della rimunerazione."

5.4 Für die Auslegung ist zu differenzieren zwischen der Zeit nach 
Inkrafttreten des (von der Beklagten nicht erwähnten) Art. 76a KVV per 
1. Januar 2020 und der Zeit davor. 

Für die Zeit ab 1. Januar 2020 ist die Rechtslage nach dem (in allen drei 
Sprachfassungen gleichlautenden) Wortlaut des Art. 76a Abs. 1 KVV inso-
weit klar, als die Vergünstigung nach Art. 56 Abs. 3 KVG durch den Leis-
tungserbringer in der Rechnung nach Art. 42 KVG aufzuführen ist. Die 
sprachlich explizite und integrale Bezugnahme auf Art. 56 Abs. 3 KVG so-
wie die imperative Anordnung ("Die Vergünstigung […] ist […] in der Rech-
nung […] aufzuführen") lassen keinen Zweifel daran, dass nach der seit 1. 
Januar 2020 bestehenden Rechtslage die Vergünstigung in der Rechnung 
(auch) hinsichtlich der Arzneimittel unter Vorbehalt des (hier nicht interes-
sierenden) Abs. 2 von Art. 76a KVV (vgl. E. 4.3 vorne) zwingend deklariert 
werden muss. Damit enthält Art. 76a Abs. 1 KVV nach seinem klaren Wort-

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laut nicht nur eine (im Vergleich zur Rechtslage vor dem 1. Januar 2020 
allein konkretisierende) Weitergabepflicht (vgl. E. 4.2 vorne), sondern auch 
ein ausdrückliches Deklarationsgebot von Vergünstigungen im Sinne des 
Art. 56 Abs. 3 KVG. 

Systematisch wurde Art. 76a KVV im 4. Kapitel "Kontrolle der Wirtschaft-
lichkeit und der Qualität der Leistungen" verortet. Zudem verweist Abs. 1 
von Art. 76a KVV ausdrücklich auf Art. 56 Abs. 3 KVG, welcher seiner-
seits im 6. Abschnitt des KVG unter dem selben Titel "Kontrolle der Wirt-
schaftlichkeit und der Qualität der Leistungen" figuriert. Nach Art. 76a Abs. 
1 KVV ist die Vergünstigung sodann explizit "in der Rechnung" nach Art. 42 
KVG – mithin in jeder Rechnung – aufzuführen. Zwecks Kontrolle der Wirt-
schaftlichkeit bzw. der Weitergabe von Vergünstigungen wird damit die 
Deklarationspflicht für alle Rechnungen systematisiert. Dies folgt nament-
lich auch aus dem Verweis auf Art. 42 KVG, welcher in Abs. 3 Satz 1 den 
Leistungserbringer anweist, eine detaillierte und verständliche Rechnung 
zu erstellen. Diese Voraussetzung ist nur erfüllt, wenn die Rechnung nach 
Art. 42 Abs. 3 Satz 1 KVG auch den Vorgaben des Art. 76a Abs. 1 KVV 
entspricht, namentlich die die Vergünstigung betreffenden Angaben enthält. 

Allerdings ist zu berücksichtigen, dass Art. 76a Abs. 1 KVV allein den Be-
stand des Deklarationsgebots zum Regelungsgegenstand hat, jedoch dem 
Leistungserbringer nicht auferlegt, über die näheren Umstände der Ver-
günstigung Auskunft zu geben. Wohl dürfte mit der blossen Deklaration der 
Vergünstigung als solcher und deren Umfang in der Rechnung dem Trans-
parenzgebot in aller Regel Genüge getan sein. Dies ändert jedoch nichts 
daran, dass auch hinsichtlich einer im Sinne von Art. 42 Abs. 3 Satz 1 KVG 
und Art. 76a Abs. 1 KVV verfassten Rechnung Unklarheiten über die Ver-
günstigung oder Zweifel an deren Richtigkeit bestehen können, weshalb im 
Hinblick auf die (auch) mit Art. 76a Abs. 1 KVV bezweckte Kontrolle der 
Wirtschaftlichkeit die Möglichkeit zur Erhältlichmachung weiterer Angaben 
gegeben sein muss. Namentlich ist in Bezug auf den vorliegenden Fall zu 
beachten, dass eine Deklaration von Vergünstigungen nach Art. 42 Abs. 3 
Satz 1 KVG i.V.m. Art. 76a Abs. 1 KVV in Bezug auf die klageweise aufge-
listeten Medikamente nach derzeitiger Aktenlage systematisch unterblieb 
(vgl. E. 4.4 vorne), und deshalb – da nicht nachträglich Millionen neuer 

Teilurteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
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Rechnungen zu erstellen sind (vgl. E. 5.1 vorne) – hier nicht Art. 42 Abs. 3 
Satz 1 KVG zum Tragen kommen kann.

5.5 Dies schadet jedoch nicht. Denn wie nachfolgend zu zeigen ist, 
können sich die Klägerinnen zur Begründung der beantragten Auskünfte für 
die ganze hier zu beurteilende Zeit auf Art. 42 Abs. 3 Satz 2 KVG bzw. die 
Rechtslage, wie sie vor dem 1. Januar 2020 galt, berufen. Dabei kann offen 
bleiben, ob und wenn ja inwieweit das mit Inkraftsetzung des Art. 76a Abs. 
1 KVV statuierte ausdrückliche Deklarationsgebot in der Rechnungsstel-
lung bereits für die Zeit vor dem 1. Januar 2020 galt und die Beklagte dies 
nicht beachtet hat. Denn jedenfalls gab sie gestützt auf die aktuell vorhan-
denen Akten die Vergünstigungen nicht weiter (vgl. E. 4.4 vorne), obwohl 
die Weitergabepflicht seit jeher bestand (vgl. E. 4.2 vorne). 

5.5.1 Unter dem Blickwinkel der grammatikalischen Auslegung steht 
durch die Verwendung der Verben "muss", "doit", "deve" zunächst fest, 
dass sowohl Satz 1 als auch Satz 2 von Art. 42 Abs. 3 KVG eine Pflicht zur 
verständlichen Rechnungsstellung bzw. zum Machen von "Angaben" statu-
ieren. Sodann bezieht sich Satz 1 in allen drei Sprachversionen in allge-
meiner Hinsicht auf das Erfordernis einer detaillierten und verständlichen 
Rechnungstellung. In sprachlicher Abgrenzung hierzu weist Satz 2 den 
Leistungserbringer zusätzlich an, "auch alle Angaben" zu machen, die der 
Schuldner benötigt, um die Berechnung der Vergütung und die Wirtschaft-
lichkeit der Leistung überprüfen zu können. "Auch alle Angaben" impliziert, 
dass Satz 1 ebenfalls Angaben zugrunde liegen, wenngleich dies hier nicht 
ausdrücklich genannt wird, indes in der Pflicht des Leistungserbringers, 
eine detaillierte und verständliche Rechnung zuzustellen, zum Ausdruck 
gelangt. Insofern bedeutet die Verwendung des Wortes "auch" ("aussi", 
"pure") in Satz 2, dass zusätzliche, im Vergleich zu Satz 1 weitere – darü-
ber hinausgehende – Angaben gemeint sein müssen. Dabei wird mit dem 
Adverb "alle" ("toutes", "tutte") verdeutlicht, dass der Leistungserbringer 
sämtliche Angaben zu machen hat. Eine Einschränkung erfolgt nach dem 
Wortlaut allein mit dem Hinweis, dass alle Angaben zu machen sind, die 
der Schuldner benötigt, was Ausdruck des Verhältnismässigkeitsgebots ist. 
Schliesslich wird mit der Wendung "Wirtschaftlichkeit der Leistung" sprach-
lich ein klarer Bezug zu Art. 56 KVG hergestellt, welcher unter der Margina-

Teilurteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
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lie "Wirtschaftlichkeit der Leistungen" figuriert. Durch Verwendung eines 
Finalsatzes ("um…zu") macht der Gesetzgeber deutlich, dass die (sämtli-
che Angaben umfassende) Auskunftspflicht die Überprüfung der Berech-
nung der Vergütung und der Wirtschaftlichkeit der Leistung bezweckt. 
Mithin bezieht sich Satz 1 von Art. 42 Abs. 3 KVG bei grammatikalischer 
Auslegung auf (nicht explizit als solche bezeichnete, aber klarerweise als 
solche verstandene) Angaben, die der Detailliertheit und Verständlichkeit 
der Rechnung dienen. In Abgrenzung hierzu ist Satz 2 von Art. 42 Abs. 3 
KVG demgegenüber sprachlich offen formuliert, insoweit unter "Angaben" 
zusätzlich alle Informationen zu verstehen sind, die nicht im Rahmen von 
Satz 1 erhältlich zu machen und der Überprüfung der Wirtschaftlichkeit der 
Leistungen dienen bzw. hierfür notwendig sind. Dies hat auch im Zusam-
menhang mit Vergünstigungen nach Art. 56 Abs. 3 lit. b KVG zu gelten.

Ferner lautet Art. 42 Abs. 4 in den drei Sprachversionen wie folgt: 

"Der Versicherer kann zusätzliche Auskünfte medizinischer Natur verlan-
gen."

"L’assureur peut exiger des renseignements supplémentaires d’ordre 
médical."

"L’assicuratore può esigere ragguagli supplementari di natura medica."

Damit betrifft Abs. 4 von Art. 42 KVG nach seinem klaren Wortlaut in allen 
drei Sprachfassungen ausschliesslich Auskünfte medizinischer Natur, wel-
che die in Art. 42 Abs. 3 Satz 2 KVG nicht erwähnten Aspekte der Zweck-
mässigkeit und Wissenschaftlichkeit betreffen. Es handelt sich dabei um 
nochmals zusätzliche Angaben, die offensichtlich aus Datenschutzgründen 
explizit und separat geregelt werden.  

5.5.2

5.5.2.1 In systematischer Hinsicht ist zunächst auf Art. 42 Abs. 4 KVG zu 
verweisen, welcher nach dem hiervor Dargelegten ausschliesslich Auskünf-
te medizinischer Natur betrifft (vgl. E. 5.5.1 vorne). Daraus folgt, dass mit 
"alle Angaben" im Sinne von Abs. 3 Satz 2 von Art. 42 KVG in Abgrenzung 
zu Abs. 4 Informationen nicht medizinischer Natur gemeint sein müssen. 

Teilurteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
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Sodann ist das Augenmerk auf Art. 59 Abs. 1 und Art. 76a Abs. 1 KVV (vgl. 
E. 2.2.3 vorne) zu richten. Die erstere Bestimmung zählt in Abs. 1 listenhaft 
auf, welche Angaben in der Rechnung aufzuführen sind, während letztere 
Norm für die Zeit ab 1. Januar 2020 ein ausdrückliches Deklarationsgebot 
für Vergünstigungen nach Art. 56 Abs. 3 KVG statuiert (vgl. E. 5.4 vorne). 
Wäre die Auskunftspflicht des Leistungserbringers bereits von Art. 59 
Abs. 1, 76a Abs. 1 KVV (ab 1. Januar 2020) und Art. 42 Abs. 4 KVG absch-
liessend geregelt, würde Art. 42 Abs. 3 Satz 2 KVG keinen Sinn ergeben, 
denn diesfalls hätte die Wendung "auch alle Angaben" keine Bedeutung 
mehr. Dass dies der Gesetzgeber gewollt hätte, ist nicht ersichtlich. Insbe-
sondere hat er den seit 1. Januar 2005 geltenden Art. 42 Abs. 3 Satz 2 
KVG nach dem Inkrafttreten von Art. 42 Abs. 3bis KVG und Art. 59 KVV am 
1. Januar 2013 (AS 2012 4085, 4089) sowie Art. 76a KVV am 1. Januar 
2020 (AS 2019 1395) nicht geändert, was im Rahmen der Systematik klar 
dafür spricht, dass Satz 2 von Art. 42 Abs. 3 KVG einen weitergehenden 
Regelungsgehalt aufweist. Daraus ist auch zu folgern, dass Art. 59 Abs. 1 
und (ab 1. Januar 2020) Art. 76a Abs. 1 KVV allein der Konkretisierung von 
Art. 42 Abs. 3 Satz 1 KVG (sowie Art. 42 Abs. 3bis KVG – vgl. Art. 59 Abs. 1 
lit. c KVV) – dienen. 

Demnach folgt auch aus der Systematik der Normen, dass mit "auch alle 
Angaben" im Sinne von Art. 42 Abs. 3 Satz 2 KVG Informationen gemeint 
sind, die nicht bereits gestützt auf Art. 59 Abs. 1 und Art. 76a Abs. 1 KVV 
(ab 1. Januar 2020) zu machen sind und auch nicht unter die Regelung des 
Art. 42 Abs. 4 KVG fallen.

5.5.2.2 Mit Blick auf dieses Zwischenergebnis kann der Beklagten deshalb 
nicht gefolgt werden, wenn sie in Art. 43 Abs. 3 und 4 KVG ein zweistufiges 
Vorgehen erblicken will, indem sie Abs. 3 für standardmässige Rechnungs-
daten und Abs. 4 für "über die standardmässig gelieferten Rechnungsdaten 
hinausgehende Informationen" – im Sinne allein medizinischer Angaben – 
zur Anwendung bringen will (pag. 115 Rz. 16 f.). Zudem können Angaben 
gemäss DUDEN online semantisch auch Auskünfte sein, weshalb der Um-
stand, dass in Abs. 3 Satz 2 von "Angaben", in Abs. 4 von Art. 42 KVG da-
gegen von "Auskünften" die Rede ist, nichts über den Normzweck aussagt. 
Namentlich können sowohl Angaben wie auch Auskünfte jeweils einem 

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reaktiven oder proaktiven Informationsfluss dienen (vgl. pag. 116 Rz. 19). 
Ebenso wenig kann die Beklagte aus dem Entscheid des BGer vom 
17. September 2015, 1C_59/2015, etwas zu ihren Gunsten ableiten (pag. 
118 Rz. 28), findet doch darin keine Auseinandersetzung mit der Ausle-
gung von Art. 42 Abs. 3 und Abs. 4 KVG statt und ging es in diesem Ent-
scheid um die Erhältlichmachung von Arztberichten, was hier nicht zur 
Debatte steht. 

5.5.3 In historischer Hinsicht ist auf BBl 1992 I 170 zu verweisen, wo-
nach der Schuldner der Vergütung Anspruch darauf hat, dass der Leis-
tungserbringer ihm eine genügend aufgeschlüsselte und verständliche 
Rechnung zustellt und ihm diejenigen Angaben macht, die er benötigt, um 
die Festsetzung der Vergütung und gegebenenfalls auch die Wirtschaftlich-
keit der Leistung überprüfen zu können (vgl. auch BBl 1992 I 268). Dadurch 
wird unterstrichen, dass die Kostentransparenz von Beginn weg bzw. be-
reits bei der Einführung des KVG ein gesetzgeberisches Ziel darstellte. 

5.5.4

5.5.4.1 Hinsichtlich der Frage nach dem Sinn und Zweck von Art. 42 Abs. 
3 Satz 2 KVG (teleologische Auslegung) ist zu wiederholen, dass der Ge-
setzgeber den Leistungserbringer dazu verpflichtete, dem Schuldner "auch 
alle Angaben" zu machen, die er benötigt, um die Berechnung der Ver-
gütung und die Wirtschaftlichkeit der Leistungen (Art. 56 KVG) überprüfen 
zu können. Dabei ist abermals zu betonen, dass die Respektierung des 
Wirtschaftlichkeitsgebots zu den wichtigsten Obliegenheiten der Leistungs-
erbringer zählt (vgl. GEBHARD EUGSTER, Krankenversicherung, in Ulrich 
Meyer [Hrsg.], Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Band 
XIV, Soziale Sicherheit, 3. Auflage 2016, S. 673 Rz. 867). Insbesondere 
bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass der Gesetzgeber die Durchset-
zung des Wirtschaftlichkeitsgebots im Sinne von Art. 56 Abs. 3 lit. b KVG 
einschränken wollte, was jedoch der Fall wäre, wenn sich die Auskunfts-
pflicht im Rahmen der Vorgaben nach Art. 59 Abs. 1 und (ab 1. Januar 
2020) Art. 76a Abs. 1 KVV sowie Art. 42 Abs. 4 KVG erschöpfte. Im Ge-
genteil ist die unterlassene Weitergabe von Vergünstigungen dem Sankti-
onsregime von Art. 59 KVG (vgl. Abs. 3 lit. e) und dem (klageweise geltend 
gemachten) Herausgabeanspruch nach Art. 56 Abs. 4 KVG unterworfen. 

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Dessen Geltendmachung setzt hinreichende Kenntnis über Bestand und 
Umfang gewährter Vergünstigungen voraus, wobei als Rechtsgrundlage im 
Lichte der grammatikalischen, systematischen und historischen Auslegung 
(vgl. E. 5.5.1 ff. vorne) nicht Art. 42 Abs. 3 Satz 1 KVG i.V.m. Art. 59 Abs. 1 
bzw. Art. 76a Abs. 1 KVV (oder Art. 42 Abs. 4 KVG) dienen, sondern Art. 
42 Abs. 3 Satz 2 KVG. Bildet dem Dargelegten zufolge Anknüpfungspunkt 
für die Informationsbeschaffung die Einhaltung des in Art. 56 KVG statuier-
ten Wirtschaftlichkeitsgebots, und steht nach Auslegung fest, dass der un-
bestimmte Rechtsbegriff der "Angaben " im Sinne von Art. 42 Abs. 3 Satz 2 
KVG allein in den Schranken des Verhältnismässigkeitsgebots (BGE 133 V 
359 E. 6.5 S. 363) zu sehen ist, hat der Leistungserbringer sämtliche An-
gaben zu machen, die objektiv geeignet und notwendig sind, damit der 
Krankenversicherer die Berechnung der Vergütung bzw. die Wirtschaftlich-
keitsprüfung gemäss Art. 56 KVG vornehmen kann. 

5.5.4.2 Soweit die Beklagte dem Auskunftsbegehren der Klägerinnen ent-
gegenhält, Art. 42 Abs. 3 KVG sei von seiner ratio legis her auf die Kontrol-
le konkreter Behandlungsfälle ("konkrete Einzelbehandlung bzw. konkrete 
Einzelrechnung") ausgerichtet und das Auskunftsbegehren der Klägerinnen 
weise keinen Bezug zu konkreten Rechnungen auf (pag. 121 - 124 Rz. 
42 ff.), so ist dem zu entgegnen, dass Art. 42 Abs. 3 Satz 2 KVG in seinem 
systematischen Kontext zwar zunächst auf die konkrete Rechnungsprüfung 
im Einzelfall abzielt, sich darüber hinaus aber auch auf die – hier interessie-
renden – systematischen Formen der Wirtschaftlichkeitskontrolle bezieht 
(BGer 9C_125/2022, E. 2.2.3.1). Im Übrigen beruht die geltend gemachte 
Rückforderung letztlich auf der Summe einer Vielzahl von Einzelbehand-
lungen; es wäre jedoch offensichtlich unverhältnismässig, von den Kläge-
rinnen für alle Arzneimittel und sämtliche im Zeitraum vom 1. Mai 2017 bis 
30. September 2023 erfolgten Behandlungen (pag. 14 - 97) den Nachweis 
individueller Zurechnungen im Sinne von Art. 42 Abs. 3 Satz 1 KVG zu den 
jeweils zugrundeliegenden Einzelrechnungen zu verlangen (vgl. E. 5.1 vor-
ne). Im Übrigen ist jedoch allemal entscheidend, dass die Argumentation 
der Beklagten offensichtlich rechtsmissbräuchlich ist, indem sie durch die 
Nichterfüllung der Informations- und namentlich Weitergabepflicht dadurch 
einen Vorteil erlangte, dass sie Vergünstigungen nicht offengelegt hatte 
und welche sie – mangels Kenntnis der Klägerinnen über die entsprechen-

Teilurteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 13. Dez. 2024, SCHG/24/376 Seite 24

den Daten – auch nicht weitergeleitet hat. Selbst also, wenn der Beklagten 
bei ihrer Interpretation der ratio legis von Art. 42 Abs. 3 KVG gefolgt würde, 
so vermöchte sie daraus nichts zu ihren Gunsten abzuleiten, da die hiervor 
genannten Bestimmungen ihr Vorgehen bzw. ihre Argumentation nicht 
schützen (vgl. BGE 128 II 145 E. 2.2 S. 151).

5.6 Damit die Pflicht zur Information über die Weiterleitung von Ver-
günstigungen nicht ausgehebelt werden kann, ist die Beklagte somit auch 
gestützt auf Art. 42 Abs. 3 Satz 2 KVG i.V.m. Art. 56 Abs. 3 lit. b KVG – und 
damit auch nach der vor dem 1. Januar 2020 geltenden Rechtslage (vgl. 
E. 5.4 vorne) – grundsätzlich verpflichtet, die von den Klägerinnen bean-
tragten Auskünfte über die Einkaufskonditionen (Ziffer 1.1 der Rechtsbe-
gehren [pag. 3 f.]) zu erteilen (vgl. auch E. 6.2 hinten). 

6.

6.1 Die Klägerinnen machen geltend, der Beklagten seien in Bezug 
auf die in pag. 7 - 10 Rz. 9 genannten Medikamente die folgenden Ver-
günstigungen gewährt worden: 

- pauschale Rechnungsrabatte (pag. 13 Rz. 11)
- mit "Skonto" bezeichnete Rabatte (pag. 13 Rz. 12)
- Vergünstigungen für die Zahlungsmethode des Lastschriftverfah-

rens (pag. 13 Rz. 13)
- Erlass von Lieferkosten (pag. 97 Rz. 18)
- pauschale Umsatzrückvergütungen sowie Transportkosten (pag. 

100 Rz. 29)
- Lieferung von "Gratis-Mustern" (pag. 100 Rz. 29).

6.1.1 Was unter Vergünstigungen im Sinne von Art. 56 Abs. 3 KVG zu 
verstehen ist, wird weder in Gesetz noch Verordnung näher erläutert. Im-
merhin ist in Art. 56 Abs. 3 KVG in allen drei Sprachfassungen von "direk-
ten oder indirekten Vergünstigungen" ("avantages directs ou indirects", 
"sconti diretti o indiretti") die Rede. Daraus ist zu folgern, dass der Gesetz-
geber den Begriff der Vergünstigungen weit verstanden haben wollte 
(KESSELRING, Kommentar, S. 518; VASELLA, Basler Kommentar, Rz. 61 zu 

Teilurteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
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Art. 56 KVG). Mit Bezug auf Art. 56 Abs. 3 lit. b KVG sind als Vergünsti-
gungen in genereller Weise materielle Vorteile zu betrachten, die dem Leis-
tungserbringer beim krankenversicherungsrechtlichen Heilmittelkauf ge-
währt werden und nicht Entgelt für gleichwertige 
krankenversicherungsrechtliche Gegenleistungen darstellen (KESSELRING, 
Kommentar, S. 516). Dieser Autor nennt unter Berufung auf die Literatur 
als Beispiele für Vergünstigungen Preisnachlässe oder andere Rabatte, 
Einkauf von SL-Arzneimitteln unter dem Fabrikabgabepreis, Mengenrabat-
te, umsatzabhängige Provisionen, Reisen, überhöhte Beraterhonorare, 
Beiträge an die Praxiseinrichtung, das Überlassen von Gegenständen zur 
Nutzung ohne Gegenleistung, die Finanzierung einer Ärzte- oder Spital-
Website durch die Industrie, unentgeltliche Weiterbildungsveranstaltungen 
und Beiträge an die Gesellschaften, deren Mitglied der Leistungserbringer 
ist (KESSELRING, Kommentar, S. 512 f.). Ergänzend ist auf das Bundesamt 
für Gesundheit BAG, Erläuterungen zur Verordnung über Integrität und 
Transparenz im Heilmittelbereich (VITH) und zur Änderung der Verordnung 
über die Krankenversicherung (KVV), S. 4, hinzuweisen. Vergünstigungen 
unter dem Gesichtspunkt des Krankenversicherungsrechts sind danach 
beispielsweise Rabatte auf vom Arzt verordneten Analysen, den von ihm 
bestellten Arzneimitteln oder Behandlungsgeräten oder der kostenlose Ver-
trieb von Arzneimitteln, die finanzielle Beteiligung des Leistungserbringers 
am erzielten Jahresumsatz in Abhängigkeit vom Bestellvolumen sowie an-
dere Zuwendungen an den Leistungserbringer. 

6.1.2 Zu berücksichtigen sind weiter die Regelungen von Art. 55 f. HMG, 
welche in einem engen Zusammenhang mit Art. 56 Abs. 3 KVG stehen. 
Allerdings wurde im Zuge des Erlasses der Verordnung vom 10. April 2019 
über die Integrität und Transparenz im Heilmittelbereich (VITH; SR 
812.214.31), mit welcher der Bundesrat u.a. Art. 55 HMG konkretisierte, auf 
eine Harmonisierung mit den Weitergabebestimmungen des KVG verzich-
tet, so dass es auch weiterhin an einer positivrechtlichen Klärung des Ver-
günstigungsbegriffs fehlt bzw. eine Koordination HMG/KVG im Einzelfall 
vorzunehmen ist (vgl. KESSELRING, VITH und Art. 76a–c KVV, S. 238).

In Anlehnung an Art. 8 Abs. 1 VITH ist hinsichtlich der hier interessierenden 
Arzneimittel der Spezialitätenliste von einem Rabatt im Sinne von Art. 56 

Teilurteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
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Abs. 3 lit. b KVG dann auszugehen, wenn der effektiv bezahlte Preis unter 
dem Fabrikpreis liegt. Auch kann für den (eine weitergabepflichtige Ver-
günstigung ausschliessenden) Begriff der gleichwertigen Gegenleistung auf 
Art. 55 Abs. 2 lit. c HMG i.V.m. Art. 7 VITH verwiesen werden. Darüber hin-
aus sind die von den Klägerinnen geltend gemachten Vergünstigungen 
nicht von Art. 55 Abs. 2 HMG bzw. der VITH erfasst. Dies schadet jedoch 
nicht, weil die in Art. 56 Abs. 3 KVG statuierte Weitergabepflicht im Lichte 
seines Regelungszwecks, wonach alle kostentreibenden Elemente auszu-
schalten sind (vgl. E. 5.5.4 vorne), weiter gefasst ist als die Integritätsbe-
stimmung des Art. 55 HMG. Demnach sind die von den Klägerinnen 
geltend gemachten Vergünstigungen (vgl. E. 6.1.1 vorne) grundsätzlich im 
Sinne von Art. 56 Abs. 3 lit. b KVG zu berücksichtigen, sofern sie im Einzel-
fall nicht Abgeltungen für gleichwertige Gegenleistungen darstellen.

6.2 Damit hat die Beklagte der Klägerin eine Liste auszuhändigen, in 
welcher für jedes Medikament der Spezialitätenliste gemäss pag. 7 - 10 
Rz. 9 (vgl. E. 1.3.2 vorne) die jeweiligen Vergünstigungen aufzulisten sind 
(vgl. E. 5.6 vorne). 

6.3 Dieser Auskunftspflicht stehen entgegen der Beklagten (pag. 129 
Rz. 72 - 74) allfällige Geheimhaltungsinteressen Dritter – hier der Lieferan-
ten – nicht entgegen. Die Klägerinnen sind im Rahmen des Versicherungs-
obligatoriums als Organe einer Bundessozialversicherung tätig, womit 
ihnen hoheitliche Funktion zukommt. Ihr Handeln hat mithin rechtsstaatli-
chen Prinzipien zu folgen und es sind die Klägerinnen auch zur Geheimhal-
tung verpflichtet.

6.4 Die klageweise verlangte Frist von 20 Tagen ab Rechtskraft des 
Urteils (pag. 3 f.) erweist sich mit der Beklagten (pag. 128 Rz. 70) ange-
sichts des Umfangs der Informationspflicht als deutlich zu kurz. Dem Ge-
richt erscheint eine Dauer von sechs Monaten ab Rechtskraft des Urteils 
angemessen.

Teilurteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 13. Dez. 2024, SCHG/24/376 Seite 27

7.

Die Klägerinnen beantragen, dass die Auskunftspflicht mit der Strafandro-
hung gemäss Art. 292 des Schweizerischen Strafgesetzbuchs (StGB; SR 
311.0) zu verbinden sei (pag. 3 f.). Dies ist hier jedoch nicht notwendig: 
Sollte sich die Beklagte weigern, dem Urteil nachzukommen, ist eine direk-
te Vollstreckung zwar nicht möglich, eine indirekte über Zwangsmassnah-
men im Sinne des Art. 292 StGB aber nicht nötig. Denn in einem solchen 
Fall läge eine zur Beweislastumkehr führende Beweisvereitelung vor (zur 
Mitwirkungspflicht der Parteien, vgl. BGE 130 V 377 nicht publizierte E. 5.1 
des Entscheids des EVG vom 18. Mai 2004, K 150/03), so dass ohne Wei-
teres auf die Angaben in der Klage abzustellen wäre. 

8.

8.1 Im Weiteren stellt sich die Frage nach der Verifizierung (Rechts-
begehren Ziff. 1.2 [pag. 4]) der zu leistenden Auskünfte (vgl. E. 5.6 und 
E. 6.2 vorne). Die Beklagte macht geltend, der Umfang der verlangten An-
gaben sei unverhältnismässig (pag. 123 Rz. 51 f.).

8.2

8.2.1 Die Aktenedition hat ihm Rahmen des Verhältnismässigkeitsge-
bots (Art. 5 Abs. 2 der Bundesverfassung [BV; SR 101]) zu erfolgen. Das 
bedeutet, dass die anbegehrten Unterlagen im Hinblick auf die Wirtschaft-
lichkeitskontrolle geeignet und erforderlich sowie für diese auch verwend-
bar sein müssen (vgl. BGer 9C_125/2022, E. 5.2.1 und E. 5.6.2). 

8.2.2 Vorliegend ist die Beklagte ihrer Auskunftspflicht im Rahmen der 
Rechnungsstellung respektive der Weitergabepflicht von Vergünstigungen 
im Sinne von Art. 56 Abs. 3 lit. b KVG nicht nachgekommen und hat nun 
eine Liste zu erstellen, aus welcher die im streitbetroffenen Zeitraum ge-
währten Vergünstigungen für die streitgegenständlichen Arzneimittel (vgl. 
E. 1.3.2 vorne) ersichtlich sind (vgl. E. 6.2 vorne). Entsprechend hat sie 
auch die dafür notwendigen Daten zu liefern, damit die Richtigkeit der An-
gaben überprüfbar ist. Denn wäre die Beklagte korrekt vorgegangen, wären 

Teilurteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 13. Dez. 2024, SCHG/24/376 Seite 28

die für die Verifizierung notwendigen Daten auf der Rechnung ersichtlich 
gewesen respektive hätten im Einzelfall Auskünfte eingeholt werden kön-
nen. Damit hat die Beklagte ihre Auskünfte dem Grundsatz nach zu verifi-
zieren. Wie genau dies zu erfolgen hat (vgl. pag. 127 - 129 Rz. 68 - 71), 
wird – sofern die Klägerinnen nach erfolgten Auskünften der Beklagten eine 
zusätzliche Verifikation noch als notwendig erachten – später zu entschei-
den sein. Dabei wird ebenfalls zu entscheiden sein, wie allfällige berechtig-
te Interessen Dritter (pag. 129 Rz. 74) berücksichtigt werden können (z.B. 
durch Anonymisierung oder Schwärzung gewisser Dokumententeile). In 
grundsätzlicher Hinsicht ist jedoch entgegen der Beklagten zu betonen, 
dass die Edition von Unterlagen, welche die Liefer- und Zahlungsbedin-
gungen bei einer Anzahl von 123 Medikamenten (pag. 7 – 10 Rz. 9) doku-
mentieren, zwar einen erheblichen Aufwand bedeutet. Dass dieser 
unverhältnismässig wäre, kann jedoch auch im Lichte des sehr hohen 
Streitwerts von über Fr. 26'000'000.-- (vgl. jedoch E. 9.2 hinten) nicht ge-
sagt werden (BGer 9C_125/2022, E. 5.6.3). Immerhin ist jedoch zu beto-
nen, dass nur Daten einverlangt werden können, die für die Verifikation 
bzw. im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeitskontrolle notwendig sind (vgl. E. 
8.2.1 hiervor). Zu berücksichtigen ist im Rahmen des Verhältnismässig-
keitsgrundsatzes schliesslich auch, dass die Beklagte entgegen der explizi-
ten gesetzlichen Vorgabe Vergünstigungen nicht weitergeleitet hat und der 
gesetzliche Zustand wiederhergestellt werden muss – dies auch unter ei-
nem generalpräventiven Gesichtspunkt. 

9.

Zu klären bleibt die Frage der Verjährung bzw. Verwirkung.

9.1 Wie in E. 1.3.3 vorne gezeigt, ist die Editionspflicht des Leistungs-
erbringers nach Art. 42 Abs. 3 KVG materiell-rechtlicher (und nicht bloss 
prozeduraler) Natur und kann der Versicherer gestützt darauf unabhängig 
von einem allfälligen Wirtschaftlichkeitsverfahren die entsprechenden An-
gaben gerichtlich einfordern. Mithin stellt die hier streitbetroffene Editions-
pflicht ein klagbares Recht auf Leistung im Sinne einer Forderung dar. 
Forderungen unterliegen allgemein der Verjährung bzw. Verwirkung. Zwar 

Teilurteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 13. Dez. 2024, SCHG/24/376 Seite 29

findet die Verjährungs- bzw. Verwirkungsregelung des Art. 25 ATSG vorlie-
gend keine direkte Anwendung, weil diese Bestimmung nach ihrem Wort-
laut einzig Leistungen (im Sinne von Geld- und Sachleistungen) sowie Bei-
träge erfasst (KIESER, ATSG-Kommentar, 4. Auflage 2020, Rz. 5 f. zu Art. 
24). Auch enthält das KVG keine Verjährungs- bzw. Verwirkungsnorm. In-
dessen stellen Verwirkung resp. Verjährung – wobei offen bleiben kann, 
welches der beiden Institute hier einschlägig ist – einen allgemeinen 
Rechtsgrundsatz dar (vgl. HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwal-
tungsrecht, 8. Auflage, S. 34 Rz. 153) und sind auch ohne spezielle gesetz-
liche Regelung zu beachten, womit auch die Auskunftspflicht nicht ohne 
zeitliche Begrenzung durchsetzbar sein kann. Zu berücksichtigen ist ferner, 
dass das Editionsbegehren vorliegend mit einer Rückforderung verbunden 
ist (pag. 4 f.), auf welche die Verjährungs- bzw. Verwirkungsregelung des 
Art. 25 ATSG anwendbar ist (in BGE 150 V 178 nicht publizierte E. 9.1 des 
BGer vom 3. April 2024, 9C_201/2023 [betreffend Rechnungskontrolle] 
sowie in BGE 150 V 129 nicht publizierte E. 2.1 des BGer vom 12. Dezem-
ber 2023, 9C_135/2022 [betreffend Wirtschaftlichkeitskontrolle]). Entspre-
chend ist es naheliegend, hier – trotz der Eigenständigkeit des 
Auskunftsbegehrens im Verhältnis zur geltend gemachten Rückforderung – 
die Regelung des Art. 25 ATSG analog anzuwenden, so dass eine fünfjäh-
rige Verjährungs- resp. Verwirkungsfrist besteht, zumal im Falle der Ver-
jährung/Verwirkung des Rückforderungsanspruchs auch kein rechtliches 
Interesse mehr an diesbezüglichen Auskunftsbegehren mehr besteht. Einer 
Differenzierung zwischen relativer und absoluter Verwirkungsfrist bedarf es 
vorliegend nicht, nachdem mit Blick auf die (nicht substanziiert bestrittenen) 
Angaben der Klägerinnen die Überprüfung der Weitergabepflicht nach Art. 
56 Abs. 3 lit. b KVG im September 2023 eingeleitet wurde (pag. 6 Rz. 3). 
Dass schliesslich ein strafbares Verhalten vorliegen sollte (pag. 101 Rz. 
34), ist weder dargetan noch ersichtlich, weshalb von vornherein keine län-
gere Frist anwendbar ist. 

9.2 Die Klageeinreichung erfolgte am 24. Mai 2024. Entsprechend der 
fünfjährigen Verjährungs- respektive Verwirkungsfrist (vgl. E. 9.1 vorne) ist 
der Anspruch auf Auskünfte für vor dem 24. Mai 2019 eingegangene 
Rechnungen verwirkt resp. verjährt. Mit andern Worten hat die einzurei-
chende Liste (vgl. E. 6.2 vorne) alle Informationen zu Rechnungen (vgl. E. 

Teilurteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 13. Dez. 2024, SCHG/24/376 Seite 30

10 sogleich) zu enthalten, die ab dem 24. Mai 2019 bei den Klägerinnen 
eingegangen sind.

10.

Zusammenfassend ist die Beklagte verpflichtet, den Klägerinnen innert 
sechs Monaten seit der Rechtskraft des Urteils eine Liste einzureichen, in 
welcher für sämtliche Arzneimittel der Spezialitätenliste gemäss klagewei-
ser Auflistung (pag. 7 - 10 Rz. 9 bzw. S. 6 - 9 Rz. 9 der Klage) Rabatte, 
Skonti, Vergünstigungen für Lastschriftverfahren, kostenlose Lieferung, 
pauschale Umsatzrückvergütungen sowie Transportkosten und "Gratis-
Muster" eingetragen sind. Dies gilt für alle Rechnungen, die bei den Kläge-
rinnen im Zeitraum zwischen dem 24. Mai 2019 und dem 30. September 
2023 eingegangen sind. 

11.

Über Verfahrenskosten sowie Parteientschädigung wird später entschie-
den. 

Demnach entscheidet das Schiedsgericht:

1. In teilweiser Gutheissung der Klage wird die Beklagte verpflichtet, den 
Klägerinnen innert sechs Monaten seit der Rechtskraft des Urteils eine 
Liste einzureichen, in welcher für sämtliche Arzneimittel der Spezia-
litätenliste gemäss klageweiser Auflistung auf S. 6 - 9 Rz. 9 Rabatte, 
Skonti, Vergünstigungen für Lastschriftverfahren, kostenlose Lieferung, 
pauschale Umsatzrückvergütungen und "Gratis-Muster" eingetragen 
sind. Dies gilt für alle Rechnungen, die bei den Klägerinnen im Zeitraum 
vom 24. Mai 2019 bis 30. September 2023 eingegangen sind.

Teilurteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 13. Dez. 2024, SCHG/24/376 Seite 31

2. Die Angaben in der Liste werden später zu verifizieren sein.

3. Über allfällige Verfahrenskosten sowie die Parteikosten wird später ent-
schieden.

4. Zu eröffnen (R):
- tarifsuisse ag z.H. der Klägerinnen
- Rechtsanwälte B.________ und/oder Dr. C.________ z.H. der Be-

klagten
- Bundesamt für Gesundheit 

Namens des Schiedsgerichts:

Der Vorsitzende: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.