# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b6bf3ec6-4430-54d2-ab52-5ff508717ab8
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-09-20
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 20.09.2016 200 2016 683
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2016-683_2016-09-20.pdf

## Full Text

200 16 683 SH
KNB/FRN/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 20. September 2016

Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiberin Franzen

A.________
Beschwerdeführerin

gegen

Einwohnergemeinde B.________
Beschwerdegegnerin

Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland
Poststrasse 25, 3071 Ostermundigen
Vorinstanz

betreffend Entscheid des Regierungsstatthalteramts Bern-Mittelland vom 
29. Juni 2016 (shbv 129/2015)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Sept. 2016, SH/16/683, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1964 geborene A.________ (Sozialhilfebezügerin bzw. Beschwerde-
führerin) wurde vom 1. März bis 30. November 2015 vom Sozialdienst Re-
gion B.________ der Einwohnergemeinde B.________ (Gemeinde bzw. 
Beschwerdegegnerin) finanziell unterstützt. Am 1. Dezember 2015 verfügte 
die Gemeinde die Rückerstattung aller bezogener Sozialhilfeleistungen im 
Betrag von Fr. 20‘0034.05 (richtig: Fr. 20‘034.05; Akten des 
Regierungsstatthalteramts Bern-Mittelland [RSA Bern-Mittelland bzw. 
Vorinstanz; act. II] 4 ff.). Zur Begründung führte die Gemeinde im 
Wesentlichen aus, dass die Sozialhilfebezügerin Sozialhilfe bei vorhande-
nem Vermögen bezogen habe. Inzwischen habe sie ihre Eigentumswoh-
nung verkaufen können, womit Vermögenswerte realisiert worden seien 
(act. II 5). 

Gegen diese Verfügung erhob die Sozialhilfebezügerin am 22. Dezember 
2015 Beschwerde beim RSA Bern-Mittelland (act. II 1 f.). Dieses lud die 
Parteien zu einer Instruktionsverhandlung ein, bei welcher keine Einigung 
erzielt werden konnte (act. II 11 ff. ). Mit Entscheid vom 29. Juni 2016 wies 
das RSA Bern-Mittelland die Beschwerde ab und bestätigte damit den 
Rückforderungsbetrag von Fr. 20‘034.05 (act. II 19 ff.). 

B.

Hiergegen erhob A.________ am 26. Juli 2016 Beschwerde.  

Mit Eingabe vom 8. August 2016 verzichtete die Vorinstanz auf die Einrei-
chung einer Beschwerdevernehmlassung. 

Mit Eingabe vom 19. August 2016 verwies die Beschwerdegegnerin auf 
ihre Beschwerdeantwort bei der Vorinstanz vom 19. Januar 2016 sowie 
deren Entscheid vom 29. Juni 2016.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Sept. 2016, SH/16/683, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Verwaltungsge-
richts ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte kantonale Instanz 
gemäss Art. 74 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 (VRPG; BSG 155.21) und Art. 54 Abs. 2 des Gesetzes 
über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft 
vom 11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) i.V.m. Art. 18 Abs. 2 des Organisa-
tionsreglements des Verwaltungsgerichts vom 22. September 2010 (OrR 
VG; BSG 162.621) zuständig (vgl. auch Art. 52 Abs. 3 des Gesetzes über 
die öffentliche Sozialhilfe vom 11. Juni 2001 [Sozialhilfegesetz, SHG; 
BSG 860.1]). Die Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Verfahren 
teilgenommen, ist durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung 
(Art. 79 Abs. 1 VRPG). Auf die form- und fristgerecht eingereichte Be-
schwerde ist einzutreten (Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 Abs. 2 VRPG). 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Entscheid der Vorinstanz vom 29. Juni 
2016 (act. II 19 ff.), mit welchem die Verfügung der Beschwerdegegnerin 
vom 1. Dezember 2015 (act. II 4 ff.) bestätigt wurde. 

Das Verwaltungsgericht ist in der Sozialhilfe an die Parteibegehren gebun-
den. Im Rahmen des vorinstanzlichen Verfahrens hat sich die Beschwerde-
führerin in der Beschwerde vom 22. Dezember 2012 (act. II 1 f.) ausdrück-
lich damit einverstanden erklärt, den Betrag von Fr. 7‘297.50 für die Sozial-
hilfeleistungen, die sie in der Zeit vom 1. März bis 14. Juni 2015 bezogen 
hat (vor der Absolvierung des Integrationsprogramms, welches vom 
15. Juni bis 30. November 2015 dauerte) zurückzuzahlen (act. II 1 f.). In-
soweit ist die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 1. Dezember 2015 
(act. II 4 ff.) unangefochten in Teilrechtskraft erwachsen, woran auch ande-
re, d.h. spätere Äusserungen der Beschwerdeführerin anlässlich der In-
struktionsverhandlung bei der Vorinstanz vom 7. März 2016 (act. II 12 ff.) 
nichts zu ändern vermögen. Die Vorinstanz hätte somit – nebst den vorab 
rückzahlbaren, in der Beschwerde vom 22. Dezember 2012 (act. II 1 f.) 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Sept. 2016, SH/16/683, Seite 4

anerkannten Fr. 7‘297.50 – einzig noch über die darüber hinaus zurückge-
forderte Differenz von Fr. 12‘736.55 befinden dürfen. Im Rahmen der hier 
vorzunehmenden Rechtskontrolle ist somit vorab festzuhalten, dass die 
Vorinstanz nicht über die gesamte ursprüngliche Rückforderung zu befin-
den hatte, sondern – auch hinsichtlich des Gesuchs um Erlass der Rück-
forderung wegen eines Härtefalles – einzig betreffend die Differenz. Streit-
gegenstand bildet damit einzig die Frage der Rückerstattung von 
Fr. 12‘736.55.

1.3 Der Streitwert liegt bei einer Rückforderung von Fr. 12‘736.55 (vgl. 
E. 1.2 hiervor) unter Fr. 20‘000.--, weshalb die Beurteilung der Beschwerde 
in die einzelrichterliche Zuständigkeit fällt (Art. 57 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzung hin (Art. 80 VRPG).

 

2.

2.1 Nach Art. 40 ff. SHG sind Personen, die wirtschaftliche Hilfe bezo-
gen haben, unter bestimmten Voraussetzungen zur Rückerstattung ver-
pflichtet. Art. 40 SHG regelt die Rückerstattung wirtschaftlicher Hilfe; hierzu 
gehört namentlich die Rückerstattung wegen wesentlicher Verbesserung 
der wirtschaftlichen Verhältnisse (Art. 40 Abs. 1 SHG), die Rückerstattung 
bei vorhandenem Vermögen, sobald diese Vermögenswerte realisierbar 
oder realisiert werden (Art. 40 Abs. 2 SHG), sowie die Rückerstattung von 
im Hinblick auf bevorstehende Versicherungsleistungen bezogener wirt-
schaftlicher Hilfe (Art. 40 Abs. 3 SHG). Diesen Fällen von rechtmässigem 
Leistungsbezug steht der unrechtmässige Leistungsbezug gegenüber: 
Nach Art. 40 Abs. 5 SHG sind Personen, die unrechtmässig wirtschaftliche 
Hilfe bezogen haben, zu deren Rückerstattung samt Zins verpflichtet.

Nach Art. 43 Abs. 2 lit. b SHG entsteht kein Rückerstattungsanspruch 
gemäss Art. 40 Abs. 1 SHG, wenn die wirtschaftliche Hilfe während der 
Dauer der Teilnahme an einer Integrationsmassnahme gemäss Art. 72 
SHG bezogen worden ist, unter Ausnahme der Bevorschussung von Sozia-

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lversicherungsleistungen, Stipendien, Familienzulagen und ähnlichen für 
den Unterhalt bestimmten Leistungen. 

2.2 Der Sozialdienst, der die wirtschaftliche Hilfe gewährt hat, klärt re-
gelmässig ab, ob die Voraussetzungen für eine Rückerstattung gegeben 
sind (Art. 44 Abs. 1 SHG). Sind die Voraussetzungen für die Rückerstat-
tung erfüllt, ist der Sozialdienst verpflichtet, den Rückerstattungsanspruch 
geltend zu machen. Er trifft mit der pflichtigen Person nach Möglichkeit eine 
Vereinbarung über die Rückerstattungsmodalitäten (Abs. 2). Kommt eine 
Vereinbarung nicht zu Stande, verfügt der Sozialdienst die Rückerstattung 
(Abs. 3).

2.3 Gemäss Art. 45 SHG verjährt der Rückerstattungsanspruch mit Ab-
lauf eines Jahres, nachdem der Sozialdienst Kenntnis erhalten hat, dass 
ein rückerstattungsrelevanter Sachverhalt vorliegt, für jede einzelne Leis-
tung aber spätestens zehn Jahre nach deren Ausrichtung (Abs. 1). Wird die 
Rückerstattung vereinbart oder verfügt, so gilt ab diesem Zeitpunkt anstel-
le der Fristen nach Absatz 1 neu eine fünfjährige Verjährungsfrist (Abs. 2). 
Die einjährige und die fünfjährige Verjährungsfrist werden durch jede Ein-
forderungshandlung und durch Teilrückzahlungen der rückerstattungs-
pflichtigen Person unterbrochen (Abs. 3 Satz 1). Nach der hier unverändert 
anwendbaren Praxis zu aArt. 45 Abs. 1 SHG (BAG 01-84) wird für den Be-
ginn des Fristenlaufs darauf abgestellt, wann der Sozialhilfebehörde alle im 
konkreten Einzelfall erheblichen Umstände zugänglich sind, aus deren 
Kenntnis sich der Rückerstattungsanspruch dem Grundsatz nach und in 
seinem Ausmass gegenüber einer bestimmten rückerstattungspflichtigen 
Person ergibt (VGE 2011/161 vom 22.3.2012 E. 7.2 mit Hinweis auf BVR 
2011 S. 458 E. 9.1).

3.

3.1 Umstritten ist die Rückerstattung bezogener Sozialhilfeleistungen. 
Voraussetzung für die Rückerstattung ist zunächst das Vorliegen eines 
Rückerstattungsgrundes.

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3.2 Aufgrund der Akten ist erstellt und unbestritten, dass die Beschwer-
degegnerin in der Zeit vom 1. März bis 30. November 2015 wirtschaftliche 
Hilfe in der Höhe von Fr. 20‘034.05 ausgerichtet hat (vgl. unpaginierte Ak-
ten der Beschwerdegegnerin [Vorakten], Klientinnenkonto). Vom 15. Juni 
bis 30. November 2015 nahm die Beschwerdeführerin an einem Integrati-
onsprogramm nach Art. 72 SHG teil. Des Weiteren steht fest, dass die Be-
schwerdeführerin ihre Eigentumswohnung am 1. Dezember 2015 verkauft 
hat (vgl. Vorakten, Register 6, Kaufvertrag vom 28. August 2015). 

3.3 Die Beschwerdeführerin bringt insbesondere vor, sie habe an einem 
Arbeitsintegrationsprogramm teilgenommen und ihr sei zugesichert wor-
den, dass sie für diese Zeit von der Rückzahlung der Sozialhilfeleistungen 
entbunden sei. Weiter bringt sie vor, dass ihr nach dem Verkauf der Eigen-
tumswohnung nicht Fr. 180‘000.-- geblieben seien. Die Beschwerdegegne-
rin habe wohl übersehen, dass Fr. 75‘000.-- in die Altersvorsorge zurückge-
flossen seien. Hierzu reichte die Beschwerdeführerin eine Kaufpreisbe-
rechnung des Notariats C.________ vom 1. Dezember 2015 ein (Akten der 
Beschwerdeführerin [act. I] 2), wonach der verbleibende Saldo abzüglich 
der Ablösung der Hypothek von Fr. 398‘907.85 sowie der Rückzahlung 
Vorbezug BVG in der Höhe von Fr. 75‘000.--, Fr. 131‘092.15 beträgt. Sie 
habe Schulden im Umfang von rund Fr. 84‘753.25, die sich über Jahre 
summiert hätten (vgl. act. I 3]. Bezüglich der Privatschulden reichte sie drei 
Darlehensverträge zu den Akten (act. I 4). Es sei ihr im Dezember 2015 ein 
Guthaben von Fr. 46‘246.75 verblieben. Jetzt im Juli 2016 verfüge sie noch 
über ein Barvermögen von ca. Fr. 13‘000.-- (Beschwerde S. 2 f.). 

3.4 Da die Beschwerdeführerin ihre Eigentumswohnung per 1. Dezem-
ber 2015 zu einem Preis von Fr. 615‘000.-- verkauft hat und ihr dabei ein 
Betrag von Fr. 131‘092.15 verblieb (vgl. E. 3.2 hiervor), hat sie Vermö-
genswerte realisiert, die sie grundsätzlich zur Rückerstattung verpflichten 
(Art. 40 Abs. 2 SHG; vgl. E. 2.1 hiervor). Diesbezüglich hat die Vorinstanz 
zu Recht ausgeführt, dass im vorliegenden Fall die Beschwerdegegnerin 
die Beschwerdeführerin bevorschussend d.h. im Hinblick auf den Verkauf 
der Eigentumswohnung unterstützt hat, weshalb auch die während der 
Teilnahme an der Integrationsmassnahme bezogenen Sozialhilfegelder 
grundsätzlich zurückzuzahlen sind (Art. 43 Abs. 2 lit. b; vgl. E. 2.1 hiervor). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Sept. 2016, SH/16/683, Seite 7

3.5 Nach dem Ausgeführten steht fest, dass die Beschwerdeführerin 
vom Grundsatz her zur Rückerstattung der bezogenen und hier einzig noch 
streitigen Leistungen in der Höhe von Fr. 12‘736.55 verpflichtet ist. Es liegt 
offenkundig keine Verjährung des Rückerstattungsanspruchs vor (vgl. 
Art. 45 SHG; vgl. E. 2.3 hiervor).

 

4. Weiter ist zu prüfen, ob ein Befreiungsgrund vorliegt, aufgrund des-
sen von einer Rückerstattung abzusehen ist. 

4.1 Gemäss Art. 43 Abs. 3 SHG kann auf Antrag hin in Härtefällen auf 
eine Rückerstattung ganz oder teilweise verzichtet werden. Es handelt sich 
hierbei nicht um einen Schulderlass, sondern um einen allgemeinen Befrei-
ungstatbestand, mit der Folge, dass bei Vorliegen eines Befreiungsgrundes 
gar keine Forderung des Gemeinwesens gegenüber der betroffenen Per-
son entsteht. Verfahrensrechtlich heisst dies, dass die Sozialhilfebehörde – 
vorbehältlich einer einvernehmlichen Lösung – die verschiedenen Aspekte 
der Rückforderung (Rückerstattungsgrund, Befreiungsgründe, Rückzah-
lungsmodalitäten) grundsätzlich in ein und demselben Verfahren zu prüfen 
hat, welches in eine Verfügung ausmündet (vgl. BVR 2009 S. 273 E. 4.2, 
2008 S. 266 E. 4.3; VGE 2011/161 vom 22.3.2012, E. 8.2 f.). Die jüngste 
Revision hat hieran nichts geändert (Vortrag des Regierungsrates zur 
SHG-Änderung in Tagblatt des Grossen Rates 2010, Beilage 28 [Vortrag 
2010], S. 14). Die bisherige Praxis – der Vortrag verweist auf BVR 2008 S. 
266 E. 5.2-5.4 – bleibt demnach weiterhin massgebend (vgl. Vortrag 2010, 
S. 14 f.; VGE 2011/161 vom 22.3.2012, E. 8.2).

4.2 Nach der Gerichtspraxis liegt ein Härtefall vor, wenn es unter 
Berücksichtigung der persönlichen und finanziellen Situation der oder des 
Betroffenen nicht sinnvoll und zumutbar ist, an der Bezahlung der Rückfor-
derung festzuhalten. Unter Billigkeitsaspekten ist unter anderem auch das 
Verhalten der Leistungsempfängerinnen und -empfänger zu würdigen (vgl. 
Art. 11c der Verordnung über die öffentliche Sozialhilfe vom 24. Oktober 
2001 [Sozialhilfeverordnung, SHV; BSG 860.111]; BVR 2008 S. 266 E. 5.2 
ff.; vgl. auch BVR 2009 S. 273 E. 4.2, 2011 S. 458 E. 7.5). 

4.3 Zu den Bedingungen des Härtefalles ergibt sich das Folgende:

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4.3.1 Zunächst liegt – weil die Beschwerdeführerin zur Zeit nicht durch die 
Sozialhilfe unterstützt wird – zwischen der Beschwerdeführerin und der 
Beschwerdegegnerin keine Zielvereinbarung im Sinne von Art. 11c lit. a 
SHV vor. Des Weiteren ist nicht ersichtlich, dass die Rückerstattung die 
Integration der Beschwerdeführerin gefährden würde (Art. 11c lit. b SHV). 

4.3.2 Schliesslich stellt sich die Frage, ob es unter Berücksichtigung der 
persönlichen und finanziellen Situation sinnvoll und zumutbar ist, an der 
Bezahlung der Rückforderung festzuhalten (Art. 11c lit. d SHV). Die Vorin-
stanz geht im angefochtenen Entscheid von einem Restbetrag von über 
Fr. 100‘000.-- aus, welcher der Beschwerdeführerin nach dem Verkauf der 
Eigentumswohnung – auch nach Abzug der privaten Schulden, welche 
raschmöglichst bzw. nach Verkauf der Wohnung rückzahlbar waren – im 
Zeitpunkt des angefochtenen Entscheides verblieben sei (act. II 22). Auf-
grund der später eingereichten Akten ergibt sich allerdings, dass der rück-
zahlungspflichtige Vorbezug BVG in der Höhe von Fr. 75‘000.-- (act. I 2) 
von der Vorinstanz in ihrer Berechnung nicht berücksichtigt worden ist. Der 
der Beschwerdeführerin verbleibende Restbetrag verringert sich bei 
Berücksichtigung dieser Fr. 75‘000.-- auf rund Fr. 25‘000.--. Zwar ergibt 
sich im Vergleich zu den Ausführungen in der Beschwerde vom 26. Juli 
2016, wonach ihr im Juli 2016 ein Barvermögen von rund Fr. 13‘000.-- ver-
blieben sei, eine gewisse Differenz. Diese lässt sich allerdings durch den 
Zeitablauf und entsprechenden Verbrauch durch die zur Zeit weiterhin stel-
lenlose Beschwerdeführerin – welche die anfallenden Ausgaben allein vom 
verbleibenden Vermögen bestreitet – erklären. Mit Blick auf den weiteren 
Zeitablauf ist dabei im massgebenden Zeitpunkt des vorliegenden Verwal-
tungsgerichtsentscheides als erstellt zu erachten, dass auch ausgehend 
von der Basis der Berechnung der Vorinstanz, im September 2016 das 
Barvermögen der Beschwerdeführerin noch höchstens Fr. 13‘000.-- be-
trägt.  

Weiter ist zu berücksichtigen, dass die stellenlose Beschwerdeführerin vor-
ab ratenweise den unbestrittenen und hier nicht mehr Streitgegenstand 
bildenden Betrag von Fr. 7‘297.50 zurückzuerstatten hat, was selbst bei 
einer noch zu vereinbarenden Rate von beispielsweise monatlich Fr. 250.--, 
über zwei Jahre dauert. Anschliessend und erst recht parallel dazu er-

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scheint eine Rückzahlung des hier streitigen Restbetrages in der Höhe von 
Fr. 12‘736.55 mit Blick auf die gesamte persönliche Situation der Be-
schwerdeführerin nicht zumutbar und namentlich auch in zeitlicher Hinsicht 
– nach vorab mehr als zweijähriger Rückzahlung des nicht mehr angefoch-
tenen Teilbetrages – untragbar. Abgesehen davon ist in zwei Jahren das 
verbleibende Barvermögen von Fr. 13‘000.-- im Falle des Andauerns der 
zur Zeit bestehenden Erwerbslosigkeit längst aufgebraucht. 

4.3.3 Nach dem Dargelegten (vgl. E. 4.3.2 hiervor) ist es unter Berück-
sichtigung der persönlichen und finanziellen Situation der Beschwerdefüh-
rerin nicht sinnvoll und zumutbar, an der Bezahlung der Rückforderung von 
Fr. 12‘736.55 festzuhalten. Ein Härtefall ist damit gestützt auf Art. 43 Abs. 3 
SHG i.V.m. Art. 11c Abs. 1 lit. d vorliegend zu bejahen. 

Nach dem Dargelegten erübrigen sich Ausführungen zum Anspruch auf 
Schutz berechtigten Vertrauens als Teilgehalt des Grundsatzes von Treu 
und Glauben (Art. 9 der Bundesverfassung [BV; SR 101]). 

5. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin – 
weil ein Härtefall bezüglich der in der Zeit vom 15. Juni bis 30. November 
2015 bezogenen und hier einzig streitigen Sozialhilfegelder in der Höhe 
von Fr. 12‘736.55 zu bejahen ist – zu Unrecht zur Rückerstattung verpflich-
tet wurde. Demnach hält der angefochtene Entscheid der Vorinstanz der 
Rechtskontrolle nicht stand. Der von der Beschwerdeführerin anerkannte 
Betrag von Fr. 7‘297.50 bildete – wie erwähnt – nicht Streitgegenstand des 
vorliegenden Verfahrens und ist der Beschwerdegegnerin zurückzuzahlen. 
Die Beschwerde ist somit in dem Sinne gutzuheissen, als die Beschwerde-
führerin von der Rückerstattung von Fr. 12‘736.55 befreit wird. 

6.

6.1 Gemäss Art. 53 SHG werden in Verfahren vor den Sozialdiensten 
und den Beschwerdeinstanzen vorbehältlich mutwilliger oder leichtfertiger 
Prozessführung keine Verfahrenskosten erhoben.

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6.2 Rechtsgrundlage für das Zusprechen von Parteikostenersatz (aus-
serhalb des Rechts auf unentgeltliche Prozessführung) bildet im kantonal-
rechtlich geregelten Sozialhilfeverfahren mangels Sondervorschrift im SHG 
abschliessend Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 VRPG (BVR 2012 S. 
424 E. 5.2.1). Eine Billigkeitsentschädigung gemäss Art. 104 Abs. 2 VRPG 
wird nur ausnahmsweise und mit grosser Zurückhaltung zugesprochen. Sie 
ist auf aufwändige Verfahren beschränkt, in denen die beteiligte Privatper-
son durch sorgfältige Auseinandersetzung mit den sich stellenden Fragen 
und durch erheblichen persönlichen Arbeitsaufwand wesentlich zur Ent-
scheidfindung beigetragen hat (BVR 2012 S. 1 E. 6; MERK-
LI/AESCHLIMANN/HERZOG, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 
104 N. 12 mit Hinweisen). Der Aufwand für die Beschwerdeführung über-
stieg vorliegend nicht das Mass dessen, was dem Einzelnen zur Besorgung 
eigener Angelegenheiten zugemutet werden darf. Die anwaltlich nicht ver-
tretene Beschwerdeführerin hat trotz ihres Obsiegens keinen Anspruch auf 
Ausrichtung einer Parteientschädigung.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird dahin gutgeheissen, als der Entscheid des Re-
gierungsstatthalteramts Bern-Mittelland vom 29. Juni 2016 (shbv 
129/2015) aufgehoben und die Beschwerdeführerin von der Rücker-
stattung von Fr. 12‘736.55 im Sinne der Erwägungen befreit wird.  

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä-
digung zugesprochen. 

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Zu eröffnen (R):
- A.________
- Einwohnergemeinde B.________
- Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-

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desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.