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**Case Identifier:** c4cba70c-6613-5025-806a-15c00a908854
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-02-01
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 01.02.2024 720 2023 110 / 26 (720 23 110 / 26)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-2023-110---26_2024-02-01.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 1. Februar 2024 (720 23 110 / 26) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

IV-Rente; Würdigung der Arztberichte 

 

 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Christof Enderle, Kan-

tonsrichterin Susanne Afheldt, Gerichtsschreiber Daniel Gfeller 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Daniel Tschopp, Advo-
kat, Advokaturbüro, Greifengasse 1, Postfach 1644, 4001 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  

 
 
 
A. Die 1981 geborene A.____ meldete sich am 20. Februar 2017 bei der IV-Stelle Basel-
Landschaft (IV-Stelle) zum Leistungsbezug an. In der Folge wurden die gesundheitlichen, er-
werblichen und haushälterischen Verhältnisse abgeklärt. Nach Durchführung des Vorbescheid-
verfahrens lehnte die IV-Stelle mit Verfügung vom 19. Oktober 2018 einen Rentenanspruch ab. 
Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft. 
 

 

 
 
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Am 18. Februar 2020 stellte A.____ ein neues Leistungsbegehren bei der IV-Stelle. In der Folge 
klärte die IV-Stelle die gesundheitlichen, erwerblichen und haushälterischen Verhältnisse ab. 
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren sprach die IV-Stelle mit Verfügung vom 14. März 
2023 A.____ gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 40 % eine Viertelsrente ab 1. August 2020 
zu. Zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit stellte die IV-Stelle im Wesentlichen auf das bei Dr. med. 
B.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, eingeholte psychiatrische Gutachten vom 1. März 
2021 ab. 
B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten durch Advokat Daniel Tschopp, mit 
Schreiben vom 26. April 2023 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung So-
zialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte sie, die angefochtene Verfügung sei 
teilweise aufzuheben und ihr ab August 2020 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Des Wei-
teren wurde die unentgeltliche Rechtspflege beantragt. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde 
ein Replikrecht geltend gemacht und beantragt, eventualiter sei ein gerichtliches psychiatrisches 
Obergutachten einzuholen. 
 
C. Die IV-Stelle beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 1. Juni 2023, dass die Be-
schwerde abzuweisen sei. Zusammen mit ihrer Vernehmlassung reichte die IV-Stelle zwei Stel-
lungnahmen des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 10. bzw. 31. Mai 2023 ein. 
 
D. Mit Verfügung vom 14. Juni 2023 wurde das Gesuch der Beschwerdeführerin um Ge-
währung der unentgeltlichen Rechtspflege abgewiesen. 
 
E. Die Beschwerdeführerin hielt mit Replik vom 18. September 2023 vollumfänglich an ih-
ren mit Beschwerde vom 26. April 2023 gestellten Rechtsbegehren fest. Mit ihrer Replik reichte 
die Beschwerdeführerin eine Stellungnahme von Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und Psycho-
therapie, vom 26. Juli 2023 sowie einen Bericht des behandelnden Arztes des Lebenspartners 
der Beschwerdeführerin, Dr. med. H.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, vom 9. August 2023 
zu den Akten. 
 
F. Mit Duplik vom 10. Oktober 2023 hielt die IV-Stelle unter Verweis auf die beiliegende 
RAD-Stellungnahme vom 29. September 2023 an ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde 
fest. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs-
gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfah-
rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des 
Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b VPO beurteilt das Kan-
tonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden 
gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der 

 

 
 
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vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Be-
schwerde vom 26. April 2023 ist demnach einzutreten. 
 
1.2 Am 1. Januar 2022 trat die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Änderung 
des IVG ("Weiterentwicklung der IV", WEIV) in Kraft. Die vorliegend angefochtene Verfügung 
erging nach dem 1. Januar 2022. Auf alle Rentenansprüche, die ab dem 1. Januar 2022 entste-
hen, finden grundsätzlich die Bestimmungen des IVG und diejenigen der Verordnung über die 
Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 in der ab dem 1. Januar 2022 geltenden Fas-
sung Anwendung. Wird der Anspruch auf eine IV-Rente bzw. deren Ablehnung nach dem 1.  Ja-
nuar 2022 verfügt, gilt unter anderem folgendes: Liegen der Eintritt der Invalidität und der Beginn 
des Rentenanspruchs vor dem 1. Januar 2022, so bleiben die vor dem 1. Januar 2022 gültigen 
Bestimmungen anwendbar (Kreisschreiben über Invalidität und Rente in der Invalidenversiche-
rung [KSIR], gültig ab 1. Januar 2022, Rz. 9101). Vorliegend steht ein Rentenanspruch ab 1. Au-
gust 2020 in Frage, weshalb die Bestimmungen des IVG und diejenigen der IVV in der bis zum 
31. Dezember 2021 gültig gewesenen Fassung anwendbar sind. Sie werden im Folgenden je-
weils in dieser Version wiedergegeben, zitiert und angewendet.  
 
2. Vorliegend strittig ist, ob die IV-Stelle der Beschwerdeführerin zu Recht lediglich eine 
Viertelsrente ab 1. August 2020 zugesprochen hat. Massgebend für die Beurteilung der Streitsa-
che ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 14. März 
2023 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der 
richterlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 1 E. 1.2). 
 
2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während ei-
nes Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig ge-
wesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). Nach 
Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt abgestuft: Die versi-
cherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Drei-
viertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % 
und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist.  
 
2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung 
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähig-
keit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer 
Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berück-
sichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere 
Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Ge-
burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der 
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu 

 

 
 
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verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 
nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu 
berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver 
Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2).  
 
2.3 Geht es um psychische Erkrankungen wie eine anhaltende somatoforme Schmerzstö-
rung, ein damit vergleichbares psychosomatisches Leiden (vgl. BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3) oder 
depressive Störungen leicht- bis mittelgradiger Natur (BGE 143 V 409, 143 V 418), sind für die 
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit systematisierte Indikatoren beachtlich, die – unter Berücksichti-
gung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotentialen 
(Ressourcen) anderseits – erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschät-
zen (BGE 141 V 281 E. 2., E. 3.4-3.6 und 4.1). Gemäss altem Verfahrensstandard (z.B. BGE 130 
V 352) eingeholte Gutachten verlieren nicht per se ihren Beweiswert. Vielmehr ist im Rahmen 
einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den er-
hobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vorhandenen Beweis-
grundlagen vor Bundesrecht standhält (BGE 141 V 281 E. 8). 
 
3.1 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG an-
wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Er-
werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und Durchführung der 
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare 
Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Er-
werbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Dies ist die 
allgemeine Methode des Einkommensvergleichs (BGE 141 V 20 E. 3.2) mit den Untervarianten 
des Schätzungs- oder Prozentvergleichs (BGE 114 V 313 E. 3a) und der ausserordentlichen Me-
thode (BGE 128 V 29). 
 
3.2 Bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die im Aufgabenbereich tätig sind und denen die 
Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, wird für die Bemessung der In-
validität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, 
sich im Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28a Abs. 2 IVG). Dies ist die spezifische Methode der 
Invaliditätsbemessung (Betätigungsvergleich; BGE 141 V 20 E. 3.2). 
 
3.3 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des 
Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG 
festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese 
Tätigkeit nach Absatz 2 festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der 
unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit 
im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 
28a Abs. 3 IVG). Dies ist die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung (BGE 141 V 20 f. 
E. 3.2 mit Hinweisen). Ist bei diesen Versicherten anzunehmen, dass sie im Zeitpunkt der Prüfung 
des Rentenanspruchs ohne Gesundheitsschaden ganztägig erwerbstätig wären, so ist die Inva-
liditätsbemessung ausschliesslich nach den Grundsätzen für Erwerbstätige zu bemessen (Art. 
27bis der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961).  

 

 
 
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3.4 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichter-
werbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten 
Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (BGE 141 V 20 E. 3.1). 
Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im 
Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch er-
werbstätig wäre (BGE 133 V 507 E. 3.3 mit Hinweisen). Bei im Haushalt tätigen Versicherten im 
Besonderen sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso 
wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen 
Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berück-
sichtigen (BGE 125 V 150 E. 2c).  
 
3.5 Die IV-Stelle ist – im Wesentlichen gestützt auf die Aussagen der Beschwerdeführerin 
anlässlich der Haushaltsabklärung vom 20. April 2022 – davon ausgegangen, dass die Be-
schwerdeführerin bei guter Gesundheit zu 100 % einer Erwerbstätigkeit nachgehen würde. Dies 
ist nicht zu beanstanden. 
 
4. Zu berücksichtigen ist, dass es sich vorliegend nicht um eine erstmalige Anmeldung zum 
Leistungsbezug handelt, sondern um eine Neuanmeldung nach Ablehnung eines Leistungsbe-
gehrens. Wenn die Beschwerdegegnerin auf eine Neuanmeldung eintritt, so steht die Änderung 
in den tatsächlichen Verhältnissen noch nicht fest, sondern ist erst einmal glaubhaft gemacht. Die 
Beschwerdegegnerin, und im Beschwerdefall das Gericht, haben danach in Anwendung von Art. 
87 Abs. 3 IVV in Verbindung mit Abs. 2 IVV und Art. 17 Abs. 1 ATSG analog zu einer Rentenre-
vision zu prüfen, ob sich seit der letzten Verfügung eine tatsächliche Veränderung in einer für den 
Anspruch erheblichen Weise effektiv nachweisen lässt. Massgebend ist damit vorliegend unter 
anderem, ob in der Zeit zwischen der Verfügung vom 19. Oktober 2018, mit welcher das Leis-
tungsbegehren der Versicherten basierend auf einer Arbeitsunfähigkeit von 30 % abgelehnt 
wurde, und der Verfügung vom 14. März 2023, mit welcher der Versicherten ab 1. August 2020 
gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 40 % eine unbefristete Viertelsrente zugesprochen wurde, 
eine erhebliche Änderung des Sachverhalts eingetreten ist. 
 
5. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades im Erwerbsbereich bildet die 
Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträch-
tigungen arbeitsunfähig ist. 
 
5.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insbesondere auch bei der Beurtei-
lung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die Ver-
waltung und im Streitfall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und 
Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurtei-
len und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 
versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in 
fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen Stellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beur-
teilung der Zumutbarkeit, also der Frage, welche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt aus-
geübte Berufsarbeit von der versicherten Person auf dem allgemeinen, ausgeglichenen und nach 

 

 
 
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ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarer-weise noch ver-
richtet werden können (ULRICH MEYER-BLASER, Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschät-
zung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversicherung, 
St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen).  
 
5.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle ande-
ren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ge-
statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Pro-
zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, 
warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des 
Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange 
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück-
sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me-
dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 
ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 
5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c).  
 
5.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweis-würdi-
gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richt-
linien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser 
Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren 
Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer 
Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen 
sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüs-
sigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange 
nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 
E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Diese im Bereich der Unfallversicherung entwickelten Grunds-
ätze finden für das IV-Verwaltungsverfahren sinngemäss Anwendung (Urteil des EVG vom 9. Au-
gust 2000, I 437/99 und I 575/99, E. 4b/bb). In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf 
und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick 
auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientin-
nen und Patienten aussagen. Bei der Abschätzung des Beweiswerts im Rahmen einer freien und 
umfassenden Beweiswürdigung dürfen allerdings auch die potentiellen Stärken der Berichte be-
handelnder Ärzte nicht vergessen werden. Der Umstand allein, dass eine Einschätzung vom be-
handelnden Mediziner stammt, darf nicht dazu führen, sie als von vornherein unbeachtlich einzu-
stufen; die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Betreuung durch behandelnde 
Ärzte bringt oft wertvolle Erkenntnisse hervor. Auf der anderen Seite lässt es die unterschiedliche 
Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutach-
tungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4; 
Urteil des EVG vom 13. Juni 2001, I 506/00, E. 2b) nicht zu, ein Administrativ- oder 

 

 
 
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Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, 
wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten blei-
ben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte 
wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende – Aspekte benennen, 
die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bun-
desgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 
 
6. Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialversicherungsprozess sind vom Un-
tersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben 
die Verwaltung und das Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und voll-
ständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungspflicht 
dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsa-
chen hinreichende Klarheit besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 
8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Gestützt 
auf den Untersuchungsgrundsatz ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass über den Leis-
tungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschie-
den werden kann (Urteil des Bundesgerichts vom 7. März 2019, 9C_57/2019, E. 3.2).  
 
7. Die IV-Stelle stützte ihren Entscheid im Wesentlichen auf das Gutachten von Dr. med. 
B.____ vom 1. März 2021. Die Beschwerdeführerin macht vorweg eine Befangenheit von Dr. 
B.____ geltend und bringt ausserdem vor, es hätte ein Einigungsverfahren durchgeführt werden 
müssen.   
 
7.1.1 Gemäss Art. 44 ATSG in der bis 31. Dezember 2021 gültigen und hier anwendbaren 
Fassung kann eine versicherte Person einen Gutachter aus triftigen Gründen ablehnen und Ge-
genvorschläge vorbringen. Ein triftiger Grund im Sinne von Art. 44 ATSG liegt unter anderem 
dann vor, wenn Ausschliessungs- und Ablehnungsgründe bestehen (vgl. UELI KIESER, ATSG-
Kommentar, 4. Aufl., Zürich - Basel - Genf 2020, N. 51 zu Art. 44 ATSG). Personen, die Entschei-
dungen über Rechte und Pflichten zu treffen oder vorzubereiten haben, darunter auch Sachver-
ständige, müssen im Verwaltungsverfahren in den Ausstand treten, wenn sie in der Sache ein 
persönliches Interesse haben oder aus anderen Gründen befangen sein könnten (Art. 29 Abs. 1 
BV; Art. 36 Abs. 1 ATSG; BGE 137 V 210 E. 2.1.3; Urteil des Bundesgerichts vom 9. August 
2019, 8C_62/2019, E. 5.1 mit Hinweisen). Dabei muss zudem berücksichtigt werden, dass ange-
sichts der herausragenden Bedeutung von Gutachten bei sozialversicherungsrechtlichen Leis-
tungsentscheiden ein hoher Massstab an die Unparteilichkeit von Sachverständigen gelegt wird 
(BGE 122 V 162). Deshalb sind triftige Gründe auch in weiteren Fällen zu bejahen, etwa wenn es 
einem Gutachter oder einer Gutachterin im konkreten Fall an der erforderlichen Kompetenz fehlt, 
wenn die begutachtende Person aus persönlichen Gründen als nicht geeignet erscheint oder 
nicht über die erforderliche Sachkenntnis verfügt.  
 
7.1.2 Für Sachverständige gelten rechtsprechungsgemäss grundsätzlich die gleichen Aus-
stands- und Ablehnungsgründe, wie sie für Richter vorgesehen sind. Danach ist Befangenheit 
anzunehmen, wenn Umstände vorliegen, die geeignet sind, Misstrauen in die Unparteilichkeit zu 
erwecken. Da es bei der Befangenheit um einen nur schwer beweisbaren inneren Zustand geht, 

 

 
 
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erfordert die Ablehnung keinen Nachweis tatsächlicher Befangenheit. Vielmehr genügt es, wenn 
Umstände vorliegen, die den Anschein der Befangenheit und die Gefahr der Voreingenommen-
heit zu begründen vermögen. Bei der Beurteilung des Befangenheitsanscheins und der Gewich-
tung solcher Umstände kann jedoch nicht auf das subjektive Empfinden einer Partei abgestellt 
werden, sondern das Misstrauen muss in objektiver Weise als begründet erscheinen. Angesichts 
der erheblichen Bedeutung, die den medizinischen Gutachten im Sozialversicherungsrecht zu-
kommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters ein strenger Massstab anzusetzen (BGE 132 
V 93 E. 7.1; Urteil des Bundesgerichts vom 9. August 2019, 8C_62/2019, E. 5.2 mit Hinweisen).  
 
7.2 Die Beschwerdeführerin hat in ihrem Schreiben vom 14. September 2020 die Ablehnung 
des Gutachters damit begründet, dass sich Dr. B.____ bereits zweimal mit ihr befasst habe, wo-
von einmal im Zusammenhang mit der Krankentaggeld-Versicherung. Er sei dabei auf wesentli-
che Faktoren nicht eingegangen. Im letzten Gutachten von Dr. B.____ habe dieser die meisten 
ihrer Beschwerden mit ihrer damaligen Trennung begründet. Sie habe bereits im Jahr 2018 mit-
geteilt, dass sie mit dem erstellten Gutachten nicht einverstanden sei. Damit macht die Beschwer-
deführerin weder Befangenheit noch ein persönliches Interesse von Dr. B.____ geltend. Sie 
bringt lediglich angebliche inhaltliche Mängel an den bisherigen Begutachtungen vor, macht je-
doch keine Gegenvorschläge im Sinne von Art. 44 ATSG. Die Beschwerdegegnerin hat sich in 
der Folge mit Schreiben vom 21. September 2020 zu den Einwendungen der Beschwerdeführerin 
geäussert und an Dr. B.____ als Gutachtensperson festgehalten. Sie hat der Beschwerdeführerin 
Gelegenheit gegeben, eine anfechtbare Verfügung zu verlangen, was die Beschwerdeführerin 
unterlassen hat. Damit ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin keine Verfügung 
erlassen hat, weshalb keine Verletzung von Art. 44 ATSG vorliegt. 
 
7.3 In ihrer Beschwerde macht die Beschwerdeführerin nun weiter geltend, dass Dr. B.____ 
aufgrund seiner früheren Befassung als Gutachter im Verfahren betreffend Krankentaggeld nicht 
mehr unabhängig gewesen sei und auch nicht offen für eine Neubeurteilung. Nachdem die Be-
schwerdeführerin keine anfechtbare Verfügung gegen die Einsetzung von Dr. B.____ als Gutach-
ter verlangt hat, ist festzuhalten, dass nachträglich wegen der Vorbefassung von Dr. B.____ keine 
Befangenheit mehr geltend gemacht werden kann. Eine Vorbefassung ist zudem nach der Recht-
sprechung nicht zwingend ein Grund für Befangenheit, vielmehr müssen dazu bestimmte Um-
stände hinzukommen, die bei objektiver Betrachtung den Schluss auf Befangenheit zulassen. 
Vorliegend hat die Beschwerdeführerin jedoch keine Gründe geltend gemacht, welche auf Befan-
genheit schliessen lassen. Alleine die Tatsache, dass der Gutachter bereits zweimalig mit der 
Sache befasst war, begründet demzufolge keine Befangenheit (Urteile des Bundesgerichts vom 
24. April 2019, 8C_872/2018, E. 6.1, vom 20. August 2008, 8C_/89/2007, E. 7.2 und vom 
15. September 2008, 8C_615/2008, E. 4.2).  
 
8. Zur Beurteilung des massgeblichen Sachverhalts liegen im Wesentlichen folgende me-
dizinischen Unterlagen vor.  
 
8.1 Am 25. Januar 2018 erstattet Dr. B.____ sein erstes Gutachten betreffend die Beschwer-
deführerin zu Handen der IV-Stelle. Er hält darin als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit eine Neurasthenie, ängstliche, selbstunsichere, leistungsorientierte und asthenische 

 

 
 
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Persönlichkeitszüge sowie ein Status nach rezidivierender depressiver Störung gegenwärtig weit-
gehend remittiert fest. Ohne Auswirkung seien eine atypische Anorexia nervosa und Probleme 
mit der Beziehung zum Ehepartner mit Trennung und Auszug aus dem gemeinsamen Haus mit 
den Kindern im Dezember 2017 festzustellen. Die Beschwerdeführerin könne in jeder Bürotätig-
keit weiterhin 6 Stunden täglich arbeiten. 
 
8.2 Ein Bericht der D.____-Klinik vom 1. November 2019 hält die Diagnose einer mittelgra-
digen depressiven Episode fest. Eine Arbeitsbelastung von 50 % wird von den Ärzten als grenz-
wertig beurteilt. 
 
8.3 Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, führt in seinem Bericht vom 29. 
November 2019 die Diagnosen einer depressiven Störung mittelstarke Episode, einer Neuras-
thenie (stark ausgeprägt), einer Chronikfatigue, einer Lärmempfindlichkeit und anamnestisch ei-
ner Anorexia nervosa an. Die Befindlichkeit der Beschwerdeführerin habe sich in den letzten zwei 
Jahren nicht grundsätzlich gebessert. Der Ehemann könne vor allem über die Kinder und Ver-
weigerung der Kooperation weiterhin grossen Druck auf die Patientin ausüben. Zu einer Verbes-
serung der Gesamtsituation könne das Eingehen einer neuen Beziehung zu einem netten Musik-
lehrer beitragen. 
 
8.4 Die D.____-Klinik hält in ihrem Bericht vom 12. Dezember 2019 weiterhin eine mittelgra-
dige depressive Störung fest und beschreibt, dass die Beschwerdeführerin nach wie vor bemüht 
sei, die 50%ige Arbeitsfähigkeit aufrecht zu erhalten. 
 
8.5 Dr. C.____ geht in seinem Schreiben vom 18. Dezember 2019 von einer tatsächlichen 
Arbeitsfähigkeit von 30 - 40 % aus. 
 
8.6 Mit Schreiben vom 24. Januar 2020 berichtet Dr. C.____ über Arbeitsunfähigkeitspha-
sen in der Vergangenheit und darüber, dass die Beschwerdeführerin aus Angst vor Verlust des 
Arbeitsplatzes bei der E.____ teilweise trotz Beschwerden weitergearbeitet habe.  
 
8.7 Die D.____-Klinik in ihrem Bericht vom 13. Oktober 2020 weiterhin eine mittelgradige 
rezidivierende depressive Störung fest, wobei ergänzend ausgeführt wird, dass die Beschwerde-
führerin bemüht sei, die 25%ige Arbeitsfähigkeit aufrecht zu erhalten. Eine Arbeitsbelastung von 
25 % wird für maximal grenzwertig erachtet.  
 
8.8 Dr. C.____ bestätigt mit Bericht vom 18. Oktober 2020 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit 
für jegliche Arbeiten im 1. Arbeitsmarkt bis Ende Februar 2021. In einem weiteren Arztzeugnis 
vom 18. Dezember 2020 hält Dr. C.____ eine 75%ige Arbeitsunfähigkeit für die angestammte 
Tätigkeit bei der E.____ bis Ende Februar 2021 fest. 
 
8.9  Dr. B.____ diagnostiziert in seinem Gutachten vom 1. März 2021 mit Einfluss auf die 
Arbeitsfähigkeit eine Neurasthenie, eine atypische Anorexia nervosa, ängstliche, selbst unsi-
chere, leistungsorientierte und asthenische Persönlichkeitszüge sowie eine rezidivierende de-
pressive Störung gegenwärtig leichte Episode. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit werden die 

 

 
 
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Schwangerschaft und ein Status nach Problemen in der Beziehung zum Ehepartner und eine 
atypische familiäre Situation angeführt. Er hält fest, dass die Versicherte nie antidepressiv be-
handelt worden sei und geht von einer funktionellen Erschöpfungssymptomatik im Rahmen einer 
chronifizierten Essstörung aus. Generell könne psychiatrisch nur eine leichte Verschlechterung 
gegenüber Januar 2018 ausgemacht werden. Er verweist auf verschiedene invaliditätsfremde 
Faktoren. Es sei nicht ganz verständlich, weshalb die Beschwerdeführerin sich aktuell nur zu 
25 % arbeitsfähig halte, wenn der behandelnde Therapeut sie als 40 bis maximal 50 % arbeits-
fähig beurteile. Er geht von einer eindeutigen Selbstlimitierung aus und hält fest, mit der psychi-
atrischen Erkrankung könne das Ausmass der geklagten Müdigkeit und der verminderten Leis-
tungsfähigkeit nicht erklärt werden. Die Versicherte sei in der bisherigen Tätigkeit im kaufmänni-
schen Bereich weiterhin fünf Stunden täglich ohne Verminderung des Rendements arbeitsfähig. 
Das Gleiche gelte für eine angepasste Tätigkeit. Die Verschlechterung im Vergleich zum Gutach-
ten von 2018 müsse ab Winter 2019 angenommen werden, als die Versicherte verunfallt sei.  
 
8.10 In seinem Kommentar vom 9. April 2021 zum Gutachten von Dr. B.____ erwähnt 
Dr. C.____ eine fehlende Unvoreingenommenheit und einen selektiven Umgang mit Informatio-
nen. Weiter weist er auf verschiedene Berichte hin, in welchen maximal eine 50%ige Arbeitsfä-
higkeit angegeben worden sei. Zu der von Dr. B.____ angenommenen Selbstlimitierung führt 
Dr. C.____ aus, dass dies rein subjektive Bemerkungen und Wertungen von Dr. B.____ seien. 
Gemäss Dr. C.____ bestehe keine Selbstlimitierung. Die Beschwerdeführerin könne eine ausge-
sprochen gute Fassade aufbauen und würde dann vordergründig leistungsfähig wirken. Trotz 
physischer Anwesenheit ihrer Eltern wäre in der Kindheit niemand genügend emotional für die 
Beschwerdeführerin da gewesen. Sie habe gelernt, gegen aussen die Pflegeleichte zu mimen 
und habe in ihrem Kinderzimmer die belastenden Dinge mit sich selber ausgemacht. Das sei die 
Traumatisierung, welche Dr. B.____ als nicht existent darstelle. Weiter beanstandet Dr. C.____ 
die Anwendung des IFAP 1-Tests. Es liege auch keine atypische Anorexia nervosa vor. Die Be-
schwerdeführerin leide an einer Fettunverträglichkeit aufgrund der fehlenden Gallenblase und 
einer Reizdarmproblematik. Dr. C.____ weist ausserdem darauf hin, dass die Beschwerdeführe-
rin in der Vergangenheit sehr wohl antidepressiv behandelt worden sei. Die funktionelle Erschöp-
fung sei auch nicht durch das Essverhalten beeinflusst.  
 
8.11 Dr. B.____ geht mit Stellungnahme vom 30. Juni 2021 auf das Schreiben von Dr. C.____ 
ein. Er beurteilt das Vorgehen von Dr. C.____ als unprofessionell. Dieser hätte als Psychiater zu 
seinem Gutachten aus fachpsychiatrischer Sicht Stellung nehmen und nicht Meinungen des Part-
ners der Beschwerdeführerin und von ihr selbst wiedergeben sollen. In Bezug auf die Anorexia 
nervosa verweist er auf den Bericht von Dr. C.____ vom 30. September 2016, wo dieser selbst 
anamnestisch diese Erkrankung festgehalten habe. Es sei anerkannt, dass bei diesem Krank-
heitsbild eine Erschöpfungssymptomatik häufig einhergehe. Was die Bemerkung von Dr. C.____ 
betreffend Simulation anbelange, nimmt Dr. B.____ ausführlich Stellung. Er führt dazu im We-
sentlichen aus, dass er – wenn er von einer Simulation ausgegangen wäre – eine solche diag-
nostiziert und nicht eine Arbeitsunfähigkeit attestiert hätte, wie er dies im Übrigen auch bereits im 
Jahr 2018 gemacht habe. Dr. B.____ nimmt auch zu den Passagen in den Berichten der D.____-
Klinik Stellung, welche offensichtlich mittels "copy paste" eingefügt worden seien. Des Weiteren 
nimmt er Stellung zu den von Dr. C.____ aufgeworfenen Fragen betreffend der 

 

 
 
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Durchsetzungsfähigkeit der Beschwerdeführerin. Er hält fest, dass es den Anschein mache, dass 
sich Dr. C.____ in eine narzisstische Abwehrposition begeben habe und er seines Erachtens 
nicht mehr objektiv bleibe. In Bezug auf die Thematik der Selbstlimitierung anerkennt er, dass er 
anstatt eine sichere lediglich eine mögliche Selbstlimitierung hätte attestieren müssen. Abschlies-
send hält Dr. B.____ fest, dass er nicht wisse, ob Dr. C.____ noch immer eine 50%ige Arbeitsfä-
higkeit attestiere oder von einer höheren Arbeitsunfähigkeit ausgehe. Letztlich würden die Ein-
schätzungen der Restarbeitsfähigkeit nicht so weit auseinanderliegen, weshalb er das Schreiben 
von Dr. C.____ für völlig übertrieben und weit hergeholt erachte. Weiter verweist Dr. B.____ auf 
die Tatsache, dass er in seinen verschiedenen Begutachtungen seine Meinung sehr wohl verän-
dert habe.  
 
8.12 Am 14. September 2021 hält der RAD-Arzt Dr. med. F.____, FMH Psychiatrie und Psy-
chotherapie, fest, dass weiterhin auf das Gutachten von Dr. B.____ abgestellt werden könne. In 
einem Bericht vom 21. Juni 2022, welcher mit "Prüfung Gutachten" betitelt ist, schreibt Dr. F.____ 
von einer Arbeitsunfähigkeit von 30 % ab 2006 und führt aus, auf das Gutachten könne abgestellt 
werden. Auf Rückfrage hin hält Dr. F.____ mit Bericht vom 27. Juni 2022 fest, die Beschwerde-
führerin sei in der angestammten Tätigkeit retrospektiv ab 2006 zu 30 %, ab 8. Dezember 2019 
bis Ende März 2020 zu 100 % und ab April 2020 zu 40 % arbeitsunfähig.  
 
8.13 Mit Schreiben vom 31. August 2022 führt Dr. C.____ aus, dass sich an der Befindlichkeit 
der Beschwerdeführerin grundsätzlich nichts geändert habe. Im Rahmen der Neurasthenie 
komme es in der Patchworkfamilie praktisch täglich zu kräfteraubenden Konflikten. Der Lebens-
partner der Beschwerdeführerin werde weiterhin in die Therapiegespräche miteinbezogen. Im 
Rahmen der Grunderkrankung der Neurasthenie habe sich die Befindlichkeit seit Anfang Mai 
2022 verschlechtert, weshalb ab 5. Mai 2022 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden 
sei. Mittels dem Beck-Depressions-Inventar vom 5. Mai 2022 habe eine mittelstarke Depression 
festgestellt werden können, dies in Übereinstimmung mit dem klinischen Erscheinungsbild. An 
einem Gespräch vom 25. August 2022 sei es der Beschwerdeführerin etwas besser gegangen. 
Sie sei im vierten Monat schwanger. Ab Oktober 2022 sei sie voraussichtlich wieder zu 30 % 
arbeitsfähig.  
 
8.14 Zum Bericht von Dr. C.____ nimmt Dr. F.____ am 30. September 2022 Stellung. Er weist 
auf die Bemerkung von Dr. C.____ hin, dass sich an der Befindlichkeit grundsätzlich nichts weiter 
geändert habe. Das Beck-Depressions-Inventar sei aus versicherungsmedizinischer Sicht nicht 
geeignet, das Ausmass eines psychischen Gesundheitsschadens festzulegen. Die Behandlung 
bei Dr. C.____ sei reduziert worden und eine antidepressive Behandlung erfolge nicht. Es würden 
keine neuen medizinischen Befunde vorliegen, welche geeignet wären, das Gutachten von Dr. 
B.____ in Zweifel zu ziehen.  
 
8.15 In einem Schreiben vom 7. April 2023 erklärt ein Herr G.____, er kenne die Beschwer-
deführerin seit ca. zehn Jahren. Seine Beobachtungen liessen ihn zunehmend daran zweifeln, 
dass es die körperliche Verfassung der Beschwerdeführerin ihr erlauben würde, einen üblichen 
und selbst objektiv betrachtet wenig belastenden Alltag zu bewältigen. Mit Bericht vom 10. Mai 
2023 äussert sich der Bruder der Beschwerdeführerin. Er berichtet im Wesentlichen über die klar 

 

 
 
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spürbare Erschöpfung und Müdigkeit der Beschwerdeführerin. Dr. F.____ nimmt am 10. und am 
31. Mai 2023 zu den beiden Schreiben Stellung. Er hält im Wesentlichen fest, die angeführten 
Symptome seien von Dr. B.____ bereits hinlänglich beschrieben und berücksichtigt worden. Aus-
serdem würden die vorhandenen Ressourcen nicht erwähnt.  
 
8.16 Am 9. August 2023 berichtet der Arzt des Lebenspartners der Beschwerdeführerin, 
Dr. med. H.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, er habe seinen Patienten wegen der zuneh-
menden Komplexität zuhause und Überforderung mit konsekutiver Depression einem Psychiater 
(Dr. C.____) zuweisen müssen. Die Lebenspartnerin leide an einer neuroimmunologischen Er-
krankung ähnlich einer multiplen Sklerose. Die Partnerin sei deshalb krankheitsbedingt zu 100 % 
arbeitsunfähig. 
 
8.17 Zum Bericht von Dr. H.____ nimmt Dr. F.____ mit Schreiben vom 29. September 2023 
Stellung. Er hält fest, dass der Einwand von Dr. H.____ und die Beschreibung der sozialen und 
gesundheitlichen Situation des Lebenspartners der Beschwerdeführerin aus psychosozialer Sicht 
aufschlussreich sei. Der Lebenspartner müsse im Haushalt vermehrt Aufgaben übernehmen. 
Dies sei jedoch kein Grund, den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin anders einzuschät-
zen. 
 
9. Vorliegend stützt sich die IV-Stelle vollumfänglich auf das Gutachten von Dr. B.____ vom 
1. März 2021 und geht demzufolge in der angefochtenen Verfügung vom 14. März 2023 davon 
aus, dass die Beschwerdeführerin in der bisherigen wie auch in einer angepassten Tätigkeit fünf 
Stunden täglich bzw. 60 % ohne Verminderung des Rendements arbeitsfähig sei. Dies ist – ent-
gegen den Vorbringen der Beschwerdeführerin – nicht zu beanstanden. Das Gutachten von Dr. 
B.____ weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf, ist für die streitigen Belange umfassend, 
es ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden und es ist nachvollziehbar und schlüssig be-
gründet. Auch nimmt Dr. B.____ zu anderslautenden medizinischen Beurteilungen, insbesondere 
zu den Ausführungen von Dr. C.____, Stellung. Damit erfüllt das Gutachten die Kriterien der 
Rechtsprechung, weshalb darauf abgestellt werden kann. An dieser Einschätzung vermögen 
auch die Vorbringen der Beschwerdeführerin bzw. von Dr. C.____ nichts zu ändern.  
 
Die Beschwerdeführerin bringt vorweg vor, es habe Dr. B.____ an der notwendigen Objektivität 
gefehlt und er habe sich zu einer persönlichen teils unsachlichen Stellungnahme veranlassen 
lassen. Dazu ist festzuhalten, dass die Replik von Dr. B.____ in der Tat durch die Ausführungen 
von Dr. C.____ veranlasst wurde. Allerdings zeigt sich, dass die Ausführungen von Dr. C.____ in 
Bezug auf Voreingenommenheit, Vorwurf der "Schönrederei", entwertende Kommentare etc. we-
sentlich angriffiger waren, als die darauffolgenden Äusserungen von Dr. B.____. Eingangs seiner 
Stellungnahme anerkennt Dr. B.____ Datenfehler und Schreibfehler, was für seine Objektivität 
spricht. Er nimmt zum Vorwurf Stellung, es würden Angaben von Dritten fehlen und argumentiert 
nachvollziehbar, dass Drittangaben immer beeinflusst sein könnten und er deshalb diesbezüglich 
eher zurückhaltend sei. Die Berichte der Arbeitgeber und auch die umfangreichen Akten seien 
gewürdigt worden. Auch zum Vorwurf der falschen Diagnostik nimmt er nachvollziehbar Stellung: 
Eine anorexia nervosa heile nur selten vollständig aus. Er verweist auf den Bericht von Dr. C.____ 
vom 30. September 2016, in welchem dieser anamnestisch diese Anorexie festgehalten habe. 

 

 
 
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Es sei in Fachkreisen allseits bekannt, dass mit der Anorexie häufig eine Erschöpfungssympto-
matik einhergehe, auch wenn aktuell keine manifeste Essstörung vorliege. Bereits im Gutachten 
wird ersichtlich, dass Dr. B.____ die Erschöpfungssymptomatik durchaus unter verschiedenen 
Blickwinkeln diskutiert. Er weist auch zu Recht und nachvollziehbar auf die Familiensituation hin 
und darauf, dass familiäre Umstände oft Ursachen von psychischen Problemen seien (auch bei 
Patchworkfamilien). Dies ist nicht falsch und wird ja letztlich auch von Dr. C.____ in einem seiner 
letzten Berichte bestätigt.  
 
Im Gutachten weist Dr. B.____ zu Recht auch darauf hin, dass selbst Dr. C.____ die Beschwer-
deführerin als zu 40 bis maximal 50 % arbeitsfähig bezeichnet und damit von einer verbleibenden 
Restarbeitsfähigkeit ausgeht. Der Gutachter nimmt auch Stellung zum verwendeten Diagnose-
material, das von Dr. C.____ beanstandet worden ist, und zu den Vorwürfen der Voreingenom-
menheit und des Darstellens der Beschwerdeführerin als Simulantin. Diesbezüglich führt er aus, 
er hätte die Diagnose Simulation gestellt, wenn er überzeugt gewesen wäre, dass die Beschwer-
deführerin simuliere. Wie Dr. C.____ dazu komme, dass er die Beschwerdeführerin als Simulantin 
betrachte, müsse offenbleiben. Er weist auch darauf hin, dass er lediglich beschrieben habe, dass 
sich die persönliche Einschätzung der Beschwerdeführerin, sie sei lediglich zu 25 % arbeitsfähig, 
nicht mit einer psychischen Erkrankung von Relevanz mit Auswirkung auf die Funktionsfähigkeit 
erklären lasse. Er habe sich auch zur Zumutbarkeit geäussert und eine Differenz zwischen der 
Einschätzung der Beschwerdeführerin und dem, was ihr möglich sein sollte, festgestellt. Diese 
Ausführungen werden durch die nachvollziehbaren Feststellungen auf den Seiten 38/39 des Gut-
achtens bestätigt. Zu Recht weist Dr. B.____ auch darauf hin, dass es vorliegend um unspezifi-
sche Beschwerden wie Erschöpfung, Kopfschmerzen und andere schwer beweisbare Klagen 
gehe. Diese Klagen würden in Kontrast dazu stehen, dass die Beschwerdeführerin mit bereits 
zwei Kindern und einer erneuten Schwangerschaft durchaus funktioniere. Ausserdem ist nicht zu 
beanstanden, wenn Dr. B.____ die Schilderungen von Drittpersonen, wonach die Beschwerde-
führerin eine zielstrebige und durchsetzungsfähige Frau sei, welche sich gut zusammenreissen 
könne, berücksichtigt und daraus gewisse Ressourcen ableitet. In Bezug auf die Überprüfung 
des Schweregrads der vorgebrachten chronischen Müdigkeit erscheint es durchaus berechtigt, 
von einer gewissen Selbstlimitierung unter Berücksichtigung von Persönlichkeitsfaktoren und 
Komorbitäten auszugehen. Sowohl die Beschwerdeschrift als auch Dr. C.____ nehmen in diesem 
Zusammenhang nur Bezug auf die von der Beschwerdeführerin geschilderten Umstände (z.B. 
den Zusammenbruch im Kino) und die fehlenden Ressourcen, ohne objektiv auf die Ressourcen-
lage einzugehen. Dr. B.____ hingegen schliesst nachvollziehbar bei der chronischen Müdigkeit 
auf ein Vermeidungsverhalten, was eine gewisse Selbstlimitierung darstellt. Auch der Umstand, 
dass es der Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, im Arbeitsmarkt Fuss zu fassen, sagt nichts 
über die objektive Schwere der Erkrankung aus. Gleiches gilt für die Einschätzungen einer 
E.____-Fachperson und der D.____-Klinik, welchen keine objektive Beurteilung zugrunde liegt.  
 
Auch in Bezug auf den Vorwurf, er unterstelle der Beschwerdeführerin, unrechtmässig eine Rente 
zu begehren, äussert sich Dr. B.____. Zu Recht führt er aus, es sei offensichtlich, dass die Be-
schwerdeführerin seit ihrer Scheidung unter finanziellen Engpässen leide. Die Versicherte habe 
nach der Begutachtung 2018 auch wieder eine Arbeit aufnehmen müssen. Dass sie mit einer 
möglichen Berentung rechne, sei ihr Recht und gesichert kein unrechtmässiges Rentenbegehren. 

 

 
 
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Im Übrigen ziele eine Anmeldung bei der IV darauf, in irgendeiner Form von der IV unterstützt zu 
werden, was völlig legitim sei. Das Rentenbegehren wird somit von Dr. B.____ weder im Gutach-
ten und schon gar nicht im Ergänzungsbericht negativ gewürdigt, sondern lediglich objektiv fest-
gestellt.  
 
Des Weiteren kann dem Vorwurf, Dr. B.____ habe keine Indikatorenprüfung vorgenommen, nicht 
zugestimmt werden. Dr. B.____ nimmt auf den Seiten 36/37 seines Gutachtens sehr wohl eine 
Indikatorenprüfung vor. Er bestätigt gewisse gleichmässige Einschränkungen in vergleichbaren 
Lebensbereichen. Die geklagten Funktionseinbussen seien jedoch nicht durchwegs plausibel und 
die Selbsteinschätzung könne nicht klinisch abgebildet werden. Es ist auch nachvollziehbar, 
wenn Dr. B.____ ausführt, dass sich die geltend gemachte Schwere der Erkrankung nur mit einer 
schweren depressiven Symptomatik mit weiteren Anteilen begründen liesse. Er hält diesbezüg-
lich fest, eine derartige Schwere habe nie vorgelegen und sei auch nie geltend gemacht worden. 
Ebenfalls zu Recht weist Dr. B.____ darauf hin, dass nie eine stationäre Behandlung und auch 
nie eine durchgehende medizinische Behandlung stattgefunden hat. 
 
10. Gestützt auf diese Ausführungen ist nochmals festzuhalten, dass eine Befangenheit des 
Gutachters Dr. B.____ nicht gegeben ist und weder die Vorbringen in der Beschwerdeschrift noch 
die Einwände von Dr. C.____ geeignet sind, Zweifel am Gutachten von Dr. B.____ aufkommen 
zu lassen. Insbesondere die Stellungnahme von Dr. C.____ besteht weitgehend aus Angriffen 
ohne objektive Befunderhebung mit Einbezug der Ressourcen. Es ist auch festzuhalten, dass 
Dr. C.____ die Beschwerdeführerin mit Arztzeugnis vom 18. Oktober 2020 bis 28. Februar 2021 
– also ein Tag vor Fertigstellung des Gutachtens – für jegliche Tätigkeiten im 1. Arbeitsmarkt als 
zu 50 % und mit Arztzeugnis vom 18. Dezember 2020 bis 28. Februar 2021 für ihre bisherige 
Tätigkeit bei der E.____ als zu 75 % arbeitsunfähig erachtete. Damit weicht der behandelnde Arzt 
– zumindest in Bezug auf Verweistätigkeiten – lediglich um 10 % von der Einschätzung von Dr. 
B.____ im Gutachten vom 1. März 2021 ab. Keine Aussagekraft in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit 
der Beschwerdeführerin haben im Übrigen die Berichte des Bruders der Beschwerdeführerin, von 
Herrn G.____ wie auch vom Arzt des Lebenspartners der Beschwerdeführerin, weshalb diese 
nichts an der Beurteilung des schlüssigen und nachvollziehbaren Gutachtens von Dr. B.____ zu 
ändern vermögen.  
 
11. Demzufolge ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin im Umfang von 60 % in einer an-
gepassten Tätigkeit arbeitsfähig ist. Damit resultiert gestützt auf den zu Recht nicht umstrittenen 
Einkommensvergleich ein Invaliditätsgrad von 40 %. Demzufolge hat sich der medizinische Sach-
verhalt seit der rentenablehnenden Verfügung vom 19. Oktober 2018 in einer für den Anspruch 
erheblichen Weise verändert (vgl. E. 4 hiervor). Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerde-
führerin somit zu Recht eine Viertelsrente ab 1. August 2020 zugesprochen, weshalb die vorlie-
gende Beschwerde abzuweisen ist. 
 
12. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige-
rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten 
werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von  
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein 

 

 
 
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durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in 
Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 
Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemesse-
nem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin unterliegende Partei, weshalb die 
Verfahrenskosten ihr zu auferlegen sind. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens wird keine 
Parteientschädigung zugesprochen (Art. 61 lit. g ATSG).  
  

 

 
 
Seite 16   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der Beschwer-
deführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der 
Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 

 3. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 
 

 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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