# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7ef0dfb2-aa7d-5cd8-899e-5832b4e261ae
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-01-05
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 05.01.2015 S 2014 105
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2014-105_2015-01-05.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT
DES KANTONS GRAUBÜNDEN

S 14 105

Versicherungsgericht

Vizepräsidentin Moser als Einzelrichterin und Paganini als Aktuar 

ad hoc 

URTEIL
vom 5. Januar 2015

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch die Assista Rechtsschutz AG,

Beschwerdeführerin

gegen 

Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit Graubünden,

Beschwerdegegner

betreffend Einstellung in der Anspruchsberechtigung

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1. Am 26. Mai 2014 meldete A._____ einen Anspruch auf 

Arbeitslosenversicherungstaggeld im Umfang von 100 % ab selbigem 

Datum an. Davor war die Versicherte während der Wintersaison 

2013/2014 als Servicemitarbeiterin im Hotel B._____ tätig. 

2. Mit Schreiben vom 4. Juni 2014 forderte das Amt für Industrie, Gewerbe 

und Arbeit Graubünden (nachfolgend KIGA) A._____ zur Stellungnahme 

auf, da sie vor Beginn der Arbeitslosigkeit erst ab 22. März 2014 nur elf 

persönliche Arbeitsbemühungen vorgenommen hatte.

3. Im Rahmen ihrer Stellungnahme vom 12. Juni 2014 hielt A._____ fest, 

bisher hätten jeweils zehn Arbeitsbemühungen innerhalb von zwei 

Monaten vor Beginn der Arbeitslosigkeit gereicht. Der zuständige 

Personalberater hätte sie erst im Beratungsgespräch vom 10. Juni 2014 

über die neue Regelung informiert, wonach nun während der letzten drei 

Monate vor Beginn der Arbeitslosigkeit Stellen gesucht werden müssten.

4. Mit Verfügung vom 20. Juni 2014 stellte das KIGA A._____ für neun Tage 

in der Anspruchsberechtigung ein. Zur Begründung wurde dabei 

ausgeführt, dass sie für die Zeit vor Beginn der Arbeitslosigkeit erst ab 

dem 22. März 2014 nur gerade elf persönliche Arbeitsbemühungen habe 

vorweisen können, was nach herrschender Lehre und Rechtsprechung 

ungenügend sei. 

5. Gegen diese Verfügung erhob A._____ am 29. Juli 2014 Einsprache beim 

KIGA, womit sie deren Aufhebung bzw. den Verzicht auf eine Einstellung 

in der Anspruchsberechtigung beantragte. 

6. Mit Einspracheentscheid vom 6. August 2014 wies das KIGA die 

Einsprache mit der Begründung ab, selbst unter der früheren, der 

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Einsprecherin bekannten Praxis müssten die letzten beiden Monate des 

befristeten Arbeitsverhältnisses sowie die allfällige anschliessende Zeit 

bis zur Anmeldung berücksichtigt werden. Demnach sei die erste 

Arbeitsbemühung vom 22. März 2014 verspätet erfolgt und die Anzahl 

Arbeitsbemühungen erscheine als ungenügend.

7. Dagegen erhob A._____ (nachfolgend Beschwerdeführerin) am 28. 

August 2014 Beschwerde ans Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden mit den Begehren, es sei der Entscheid vom 6. August 2014 

aufzuheben, es seien die vollen Arbeitsleistungen auszurichten und es sei 

die Abrechnung Juni 2014 der ALK Graubünden vom 8. Juli 2014 

dahingehend zu korrigieren, dass der Beschwerdeführerin die vollen 

kontrollierten 21 Tage Arbeitslosentaggeld ausgerichtet werden. Im 

Wesentlichen führte sie dabei aus, sie habe nichts von den geltenden 

Richtlinien gewusst und habe diese auch nicht kennen müssen, da man 

sie nicht darüber informiert habe. Erstmals anlässlich des 

Beratungsgesprächs vom 10. Juni 2014 habe man sie über die geltenden 

Richtlinien informiert. Zudem habe sie nach mehrjähriger Praxis, die ohne 

Sanktionen akzeptiert worden sei, darauf vertrauen dürfen, dass sie sich 

richtig verhalte.

8. In seiner Stellungnahme vom 22. September 2014 beantragte das KIGA 

(nachfolgend Beschwerdegegner) die Abweisung der Beschwerde. Die 

Beschwerdeführerin sei unbestrittenermassen erst am 10. Juni 2014 über 

die erweiterte Pflicht informiert worden, weshalb diese bezüglich der 

Arbeitsbemühungen aus Gründen des Vertrauensschutzes keine 

Anwendung finde. Die Beschwerdeführerin hätte dennoch bereits ab Mitte 

Februar 2014 mit der Stellensuche beginnen müssen, was sie jedoch bis 

zum 22. März 2014 pflichtwidrig unterlassen habe. Die 

Beschwerdeführerin könne weder aus einer unterlassenen Information 

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des Beschwerdegegners noch im Vertrauen auf ein allfälliges bisher 

geduldetes Fehlverhalten Rechte ableiten. Die erst ab 22. März 2014 

erfolgten Arbeitsbemühungen erwiesen sich als ungenügend. Auch lägen 

weder objektive noch subjektive Gründe vor, weshalb die 

Arbeitsbemühungen trotz verspäteter Aufnahme als genügend qualifiziert 

werden könnten. Der Teil der Arbeitsbemühungen im Monat Mai 2014 

erweise sich ausserdem auch hinsichtlich der Quantität als dürftig. Wenn 

nämlich beachtet werde, dass die Beschwerdeführerin im Mai 2014 nicht 

mehr erwerbstätig gewesen sei, sei grundsätzlich von zehn bis zwölf 

Arbeitsbemühungen pro Monat auszugehen. 

9. Auf die weitergehenden Ausführungen der Parteien in den 

Rechtsschriften sowie auf den angefochtenen Entscheid wird, soweit 

erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Die Einzelrichterin zieht in Erwägung:

1. Gemäss Art. 43 Abs. 3 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 

(VRG; BR 370.100) entscheidet das Verwaltungsgericht in 

einzelrichterlicher Kompetenz, wenn der Streitwert Fr. 5'000.-- nicht 

überschreitet und keine Fünferbesetzung vorgeschrieben ist. Der 

versicherte Verdienst der Beschwerdeführerin beträgt Fr. 3'705.-- und 

wird ihr im Umfang von 80 % entschädigt (vgl. Akten des 

Beschwerdegegners [Bg-act.] 1). Dies entspricht gemäss Art. 23 Abs. 1 

des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung 

und die Insolvenzentschädigung (AVIG; SR 837.0) und Art. 40a der 

Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die 

Insolvenzentschädigung (AVIV; SR 837.02) einem Taggeld von Fr. 

136.60. Mit Verfügung vom 20. Juni 2014 wurde die Beschwerdeführerin 

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für insgesamt neun Tage in der Anspruchsberechtigung eingestellt, was 

einem Streitwert von Fr. 1'229.40 entspricht. Somit liegt der Streitwert 

unter Fr. 5'000.--. Da die Streitsache sodann nicht in Fünferbesetzung zu 

entscheiden ist, ist die Zuständigkeit der Einzelrichterin offensichtlich 

gegeben. Auf die ansonsten form- und fristgerecht eingereichte 

Beschwerde ist einzutreten.

2. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Beschwerdeverfahren bildet der 

Einspracheentscheid vom 6. August 2014. Streitig und zu prüfen ist, ob 

die Beschwerdeführerin zu Recht für neun Tage wegen ungenügender 

Arbeitsbemühungen vor Beginn der Arbeitslosigkeit in der 

Anspruchsberechtigung eingestellt wurde. 

3. a) Gemäss Art. 17 Abs. 1 AVIG hat eine Versicherte, die 

Versicherungsleistungen beanspruchen will, mit Unterstützung des 

zuständigen Arbeitsamtes alles Zumutbare zu unternehmen, um die 

Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. Insbesondere ist sie 

verpflichtet, Arbeit zu suchen, nötigenfalls auch ausserhalb ihres 

bisherigen Berufes (Satz 2). Die Versicherte muss sich laut Art. 26 Abs. 1 

AVIV gezielt um Arbeit bemühen, in der Regel in Form einer ordentlichen 

Bewerbung. Diese Bemühungen müssen bei der zuständigen Amtsstelle 

nachgewiesen werden können (Art. 17 Abs. 1 Satz 3 AVIG), und zwar für 

jede Kontrollperiode – d.h. für jeden Kalendermonat (Art. 27a AVIV) – 

spätestens am fünften Tag des folgenden Monats oder am ersten auf 

diesen Tag folgenden Werktag, wobei ohne entschuldbaren Grund 

verspätet nachgewiesene Arbeitsbemühungen nicht mehr berücksichtigt 

werden (Art. 26 Abs. 2 AVIV). Wenn sich die Versicherte persönlich nicht 

genügend um zumutbare Arbeit bemüht, so ist sie gemäss Art. 30 Abs. 1 

lit. c AVIG in der Anspruchsberechtigung einzustellen (vgl. zum Ganzen 

THOMAS NUSSBAUMER, Arbeitslosenversicherung, in: MEYER [Hrsg.], 

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Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Band XIV, Soziale Sicherheit, 

2. Aufl., Basel 2007, S. 2429 f. Rz. 837 ff.). Bei den Art. 17 Abs. 1 und Art. 

30 Abs. 1 lit. c AVIG handelt es sich um eine gesetzliche Umschreibung 

der im Sozialversicherungsrecht geltenden Schadensminderungspflicht. 

Daraus schliesst die Praxis, dass die Versicherte alle Anstrengungen zu 

unternehmen und jede zumutbare Gelegenheit zu ergreifen hat, um ihre 

Arbeitslosigkeit zu beenden (CHOPARD, Die Einstellung in der 

Anspruchsberechtigung, Diss., Zürich 1998, S. 134). Die versicherte 

Person hat von sich aus, d.h. ohne besondere Aufforderung durch eine 

Amtsstelle oder Abgabe eines Merkblattes, ihr Möglichstes zur 

Schadensminderung vorzukehren (Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts C 199/2005 vom 29. September 2005 E.2.1; 

KUPFER BUCHER, in: MURER/STAUFFER [Hrsg.], Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum AVIG, 4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2013, S. 102).

b) Was die Anzahl der monatlich zu verlangenden Arbeitsbemühungen 

betrifft, nennt das Gesetz weder eine fixe Zahl noch einen hinreichend 

bestimmten Rahmen. Auch bezüglich der qualitativen Anforderungen 

geben die gesetzlichen Bestimmungen nur rudimentäre Anhaltspunkte. 

Lehre und Rechtsprechung haben indes sowohl quantitative wie auch 

qualitative Kriterien entwickelt, die im Einzelfall die Beurteilung, ob 

jemand genügend persönliche Arbeitsbemühungen nachweisen kann, 

erleichtern. So schützte das Bundesgericht die Praxis, wonach in der 

Regel durchschnittlich zehn bis zwölf Bewerbungen im Monat als 

genügend erachtet werden (vgl. dazu BGE 139 V 524 E.2.1.4; ferner 

KUPFER BUCHER, a.a.O., S. 103, 173 f.). Das Bundesgericht betonte aber 

auch, dass eine allgemein gültige Aussage über die erforderliche 

Mindestzahl an Bewerbungen nicht möglich sei (Urteil des 

Bundesgerichts 8C_583/2009 vom 22. Dezember 2009 E.5.1). Insofern 

handelt es sich bei den genannten Zahlen um Richtwerte, die für den 

http://links.weblaw.ch/de/BGE-139-V-524
http://links.weblaw.ch/de/8C_583/2009

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Regelfall gelten. Zu berücksichtigen sind sodann stets die jeweiligen 

konkreten – objektiven wie subjektiven – Umstände und Möglichkeiten, 

worunter etwa das Alter, der Gesundheitszustand, die Schulbildung, 

allfällige Sprachschwierigkeiten, die Berufserfahrung der versicherten 

Person und auch die Arbeitsmarktlage fallen (vgl. Urteile des 

Bundesgerichts 8C_583/2009 vom 22. Dezember 2009 E.5.2 und C 

258/2006 vom 6. Februar 2007 E.2.2). Bei der Beurteilung der Frage, ob 

die Arbeitsbemühungen in quantitativer und qualitativer Hinsicht 

genügend sind, steht der verfügenden Behörde ein gewisser 

Ermessensspielraum zu, wobei die persönlichen Arbeitsbemühungen 

einer versicherten Person in der Regel streng beurteilt werden (vgl. u.a. 

BGE 120 V 74 E.4a; CHOPARD, a.a.O., S. 138 ff.; GERHARDS, Kommentar 

zum Arbeitslosenversicherungsgesetz, Bd. I, Art. 1–58, Bern 1988, Art. 17 

Rz. 14 f.).

c) Gemäss neuer ab Oktober 2012 geltender Weisung des Staatssekreta-

riats für Wirtschaft (SECO) (AVIG-Praxis über die 

Arbeitslosenentschädigung des SECO vom Oktober 2012 [AVIG-Praxis 

ALE] B314) besteht eine Pflicht zur Stellensuche während der letzten drei 

Monate eines befristeten Arbeitsverhältnisses. Die alte Praxis sah 

gemäss damaligen Kreisschreiben des SECO [KS ALE, Ausgabe Januar 

2007] dagegen lediglich eine solche während der letzten Monate eines 

befristeten Arbeitsverhältnisses vor. Daraus leitete die Verwaltung 

offenbar die Regel ab, dass damit wenigstens die letzten zwei Monate vor 

Arbeitsbeendigung gemeint sind. Vorliegend anerkennt auch der 

Beschwerdegegner, dass die Beschwerdeführerin erst am 10. Juni 2014, 

und damit nach ihrer Anmeldung zum Bezug von 

Arbeitslosenentschädigung, über die neue strengere Regelung betreffend 

die Pflicht zur Stellensuche bei befristeten Arbeitsverhältnissen informiert 

wurde. Der Beschwerdegegner schliesst daraus zu Recht, dass somit im 

http://links.weblaw.ch/de/8C_583/2009
http://links.weblaw.ch/de/BGE-120-V-74

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vorliegenden Fall aus Gründen des Vertrauensschutzes (vgl. Art. 27 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]) noch die alte Praxis 

anzuwenden ist, wonach wenigstens die letzten zwei Arbeitsmonate für 

die Stellensuche auszunutzen sind (vgl. den angefochtenen Entscheid 

sowie die Vernehmlassung des Beschwerdegegners). 

4. a) Mit ihrer Beschwerde macht die Beschwerdeführerin insbesondere 

geltend, sie habe nichts von den Richtlinien (d.h. die unter E.3c oben 

erläuterten Weisungen der SECO) gewusst und hätte diese auch nicht 

kennen müssen, da man sie nicht darüber informiert habe. So hätte sie 

nach ihrem mehrjährigen Vorgehen, das ohne Sanktionen akzeptiert 

worden sei, darauf vertrauen dürfen, dass sie sich richtig verhalte. Im 

guten Glauben habe sie wie in den Jahren zuvor auch im Jahr 2014 elf 

Arbeitsbemühungen innerhalb der zwei Monate vor der Anmeldung 

eingereicht. Aus ihrer Stellungnahme vom 12. Juni 2014 an den 

Beschwerdegegner (Akten des Beschwerdegegners [Bg-act.] 9) ergibt 

sich aber, dass die Beschwerdeführerin bis anhin jeweils entsprechend 

der Regel vorging, zehn Arbeitsbemühungen innerhalb von zwei Monaten 

vor Beginn der Arbeitslosigkeit vorzunehmen (vgl. dazu den Wortlaut in 

der Stellungnahme). Davon, dass die Beschwerdeführerin über die Pflicht 

zur Stellensuche während der letzten zwei Monate vor Ende des 

befristeten Arbeitsverhältnisses und damit – wie die Beschwerdeführerin 

in der Stellungnahme explizit ausführte – vor Beginn der Arbeitslosigkeit 

(und nicht etwa vor Anmeldung des Anspruchs) informiert worden war, ist 

hier somit auszugehen, zumal sie überdies nachweislich auch am Infotag 

der regionalen Arbeitsvermittlung teilnahm (letztmals am 4. Juni 2013, Bg-

act. 16), zu dem die Aufklärung über die vorerwähnten Pflicht gehört, 

welche eine Standardinformation im Rahmen der Erläuterungen über die 

Schadensminderungspflicht als zentrales Element der 

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Arbeitslosenversicherung bildet. Wenn die Beschwerdeführerin anstatt 

von den letzten zwei Monaten des befristeten Arbeitsverhältnisses nun 

von den letzten zwei Monaten vor der Anmeldung ausgeht, ist dies – wie 

der Beschwerdegegner zutreffenderweise ausführt – als Irrtum ihrerseits 

zu qualifizieren, welches ihr aber nicht zur Rechtfertigung gereicht. 

b) Die Beschwerdeführerin ist gemäss Akten seit mehreren Jahren jeweils 

während der Winter- und Sommersaison im Hotel B._____ tätig, wobei sie 

für die Zwischensaison jeweils einen Anspruch auf Arbeitslosentaggeld 

anmeldete. Im vorliegenden Fall war sie gemäss Arbeitsvertrag vom 22. 

Oktober 2013 für die Wintersaison vom 15. Dezember 2013 bis ca. 15. 

April 2014 befristet angestellt (Bg-act. 7). Erstellt ist jedoch, dass der 30. 

April 2014 ihr letzter Arbeitstag war (Antrag auf Arbeitslosenent-

schädigung vom 26. Mai 2014, Bg-act. 8). Unbestritten ist auch, dass die 

Beschwerdeführerin ab dem 22. März 2014 bis zur Anmeldung ihres 

Anspruchs am 26. Mai 2014 insgesamt elf Arbeitsbemühungen 

unternommen hat (vgl. Bg-act. 6). Wenn angenommen wird, dass die 

Beschwerdeführerin aufgrund der im Arbeitsvertrag festgesetzten unge-

nauen Angabe über die Beendigung des Arbeitsverhältnisses ("ca. 

15.04.2014") noch nicht wissen konnte, dass sie noch bis am 30. April 

2014 hätte arbeiten können, müsste grundsätzlich berücksichtigt werden, 

dass sie sich bereits ab Mitte Februar 2014 um die Stellensuche hätte 

bemühen müssen, womit sie aber unbestrittenermassen bis am 22. März 

2014 und daher mehr als einen Monat zuwartete. Wenn vom 

tatsächlichen letzten Arbeitstag der Beschwerdeführerin, dem 30. April 

2014, ausgegangen wird, liegt auch in dieser Konstellation ein Verstoss 

gegen die Schadensminderungspflicht vor, da die Beschwerdeführerin 

spätestens ab 1. März 2014 (zwei Monate vor dem letzten Arbeitstag) 

ihrer Pflicht zur Stellensuche hätte nachkommen müssen und somit 

unzulässigerweise eine dreiwöchige Zeitspanne verstreichen liess, bevor 

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sie sich am 22. März 2014 erstmals um die Arbeitssuche bemühte. 

Ausserdem sind die Arbeitsbemühungen der Beschwerdeführerin nicht 

nur hinsichtlich des relevanten Zeitraums sondern auch von der Anzahl 

her als ungenügend zu qualifizieren. So ist der Argumentation des 

Beschwerdegegners zuzustimmen, wo er ausführt, dass die 

Beschwerdeführerin im Mai 2014 nicht mehr erwerbstätig war, weshalb 

für diesen Zeitraum von grundsätzlich zehn bis zwölf Arbeitsbemühungen 

pro Monat auszugehen ist (vgl. z.B. BGE 139 V 524 E.2.1.4 m.w.H.). Im 

Monat Mai 2015 hat die Beschwerdeführerin bis zum 26. Mai 2015 (Tag 

der Anmeldung zur Arbeitslosenentschädigung) hingegen nur gerade fünf 

Arbeitsbemühungen unternommen (Bg-act. 6). Die vorgewiesenen elf 

Arbeitsbemühungen im Zeitraum vom 22. März 2014 bis zum 26. Mai 

2014 erweisen sich demnach insgesamt als ungenügend. Nicht zu hören 

ist des Weiteren die Rüge der Beschwerdeführerin, wonach sie sich 

bisher auch immer mündlich um die Stellensuche bemüht habe, da dieser 

Einwand aufgrund mangelnder Dokumentation als unbewiesen gilt. Im 

Übrigen ist die vorliegende Konstellation nicht mit den Vorjahren 

(Wintersaisons 2011/2012 und 2012/2013) vergleichbar. Die 

Beschwerdeführerin hatte sich damals jeweils unmittelbar im Anschluss 

an das Ende des befristeten Arbeitsverhältnisses bzw. bei Beginn der 

Arbeitslosigkeit angemeldet (vgl. Bg-act. 17 und 18). Die damals 

getätigten zehn Arbeitsbemühungen innerhalb der letzten zwei Monate 

vor Ende des befristeten Arbeitsverhältnisses – und somit entsprechend 

den damals geltenden Vorgaben – wurden zu Recht nicht beanstandet. 

Daraus kann die Beschwerdeführerin für den vorliegenden Fall nichts zu 

ihren Gunsten ableiten. 

5. Sodann bleibt noch zu klären, ob die verfügte Einstellungsdauer 

rechtmässig war. Gemäss Art. 30 Abs. 3 AVIG bemisst sich die Dauer der 

Einstellung nach dem Grad des Verschuldens und beträgt je nach 

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Einstellungsgrund 1 bis 15 Tage bei leichtem, 16 bis 30 Tage bei 

mittelschwerem und 31 bis 60 Tage bei schwerem Verschulden (Art. 45 

Abs. 3 AVIV). Da es sich dabei naturgemäss um einen 

Ermessensentscheid handelt, bei welchem den Verfügungsinstanzen ein 

grosser Ermessungsspielraum zusteht, ist dem Verwaltungsgericht bei 

der Beurteilung der Einstellungsdauer Zurückhaltung geboten (BGE 126 

V 353 E.5d; Urteil des Bundesgerichts 8C_22/2008 vom 5. März 2008 

E.3). Es darf sein Ermessen nicht ohne triftige Gründe an die Stelle 

desjenigen der Verwaltung setzen, sondern muss sich bei der Korrektur 

auf Gegebenheiten abstützen können, welche eine abweichende 

Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 126 V 

353 E.5d, 123 V 150 E.2 mit weiteren Hinweisen). Vorliegend hat der 

Beschwerdegegner auf eine Einstellung von neun Tagen erkannt. Die 

Einstellung liegt im Rahmen des leichten Verschuldens laut Gesetz sowie 

AVIG-Praxis ALE D72 (hier betreffend Kündigungsfristen sinngemäss 

anwendbar). Hierin kann das Gericht keine Verletzung des 

Ermessenspielraums der Verfügungsinstanz erkennen, zumal die elf 

Arbeitsbemühungen der Beschwerdeführerin einerseits vom relevanten 

Zeitraum her als ungenügend, andererseits zudem quantitativ äusserst 

dürftig erscheinen. 

6. Der angefochtene Einspracheentscheid erweist sich somit in jeder 

Hinsicht als rechtens und haltbar, weshalb die Beschwerde abzuweisen 

ist.

7. Gemäss Art. 61 lit. a ATSG ist das kantonale Beschwerdeverfahren in 

Sozialversicherungssachen – ausser bei leichtsinniger oder mutwilliger 

Prozessführung – kostenlos, weshalb vorliegend keine Kosten erhoben 

werden. Dem obsiegenden Beschwerdegegner steht kein Anspruch auf 

Ersatz der Parteikosten zu (Art. 61 lit. g ATSG e contrario).

http://links.weblaw.ch/de/BGE-126-V-353
http://links.weblaw.ch/de/BGE-126-V-353
http://links.weblaw.ch/de/8C_22/2008
http://links.weblaw.ch/de/BGE-126-V-353
http://links.weblaw.ch/de/BGE-126-V-353
http://links.weblaw.ch/de/BGE-123-V-150

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Demnach erkennt die Einzelrichterin:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]