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**Case Identifier:** 970d9872-578b-5a56-a8df-e86318a7cbcd
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-02-06
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 06.02.2025 B 2024/156, B 2024/1157
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2024-156--B-2024-1_2025-02-06.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 1/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2024/156, B 2024/1157

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 08.05.2025

Entscheiddatum: 06.02.2025

Entscheid Verwaltungsgericht, 06.02.2025
Steuerrecht, Bemessung und Nachweis des Einkommens eines nicht 
buchführungspflichtigen Fahrlehrers aus selbständiger Erwerbstätigkeit, Art. 
18 Abs. 1 DBG, Art. 31 Abs. 1 StG (Verwaltungsgericht, B 2024/156, B 
2024/157).

Entscheid siehe pdf.

Kanton St.Gallen 

Gerichte 

 
 

 

 
 
Verwaltungsgericht 

Abteilung III 

 

 

 

 

 

 

 Entscheid vom 6. Februar 2025 

Besetzung  Abteilungspräsident Brunner; Verwaltungsrichterin Bietenharder, Verwal-

tungsrichter Engeler; Gerichtsschreiberin Schmid Etter  

   

Geschäftsnrn.   B 2024/156, B 2024/157 

 

   

Verfahrens- 

beteiligte 

 

 A.__, 

Beschwerdeführer,  

 

 

  gegen 

  Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen,  

Unterstrasse 28, 9001 St. Gallen,  

Vorinstanz,  

 

Kantonales Steueramt, Davidstrasse 41, 9001 St. Gallen,  

Beschwerdegegner,  

 

Eidgenössische Steuerverwaltung, Hauptabteilung Direkte Bundes-

steuer, Eigerstrasse 65, 3003 Bern,  

Beschwerdebeteiligte,  

 

 

  

Gegenstand  Kantons- und Gemeindesteuern sowie direkte Bundessteuer 2020 

 

 

 

B 2024/156, B 2024/157 

 

2/10 

Das Verwaltungsgericht stellt fest: 

A.  

A.__, geb. 19__, ist alleinstehend und wohnt in Z.__. Er ist als Fahrlehrer selbständig er-

werbstätig. In der Steuerklärung für das Steuerjahr 2020 deklarierte er, ausgehend von ei-

nem Geschäftsgewinn von CHF 106'016, ein steuerbares Einkommen von CHF 132'600 

und ein steuerbares Vermögen von CHF 296'000. Nach erfolgloser Einforderung weiterer 

Unterlagen legte das kantonale Steueramt die Einkünfte aus selbständiger Erwerbstätigkeit 

auf CHF 130'000 fest und veranlagte A.__ am 7. September 2022 für die Kantons- und 

Gemeindesteuern 2020 mit einem steuerbaren Einkommen von CHF 158'600 und einem 

steuerbaren Vermögen von CHF 296'000 und für die direkte Bundessteuer 2020 mit einem 

steuerbaren Einkommen von CHF 160'100. Die dagegen vom Steuerpflichtigen erhobenen 

Einsprachen wurden mit Entscheiden vom 15. Juni 2023 teilweise gutgeheissen und das 

steuerbare Einkommen bei einem Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit von CHF 

115'466 auf CHF 144'100 (Kantons- und Gemeindesteuern) bzw. CHF 145'600 (direkte 

Bundessteuer) reduziert. Das steuerbare Vermögen blieb unverändert.  

B.  

Die dagegen erhobenen Rechtsmittel (Rekurs und Beschwerde) wurden von der Verwal-

tungsrekurskommission mit Entscheid vom 4. Juli 2024 abgewiesen.  

C.  

A.__ (Beschwerdeführer) erhob gegen den am 9. Juli 2024 zugestellten Entscheid der Ver-

waltungsrekurskommission (Vorinstanz) mit Eingabe vom 8. August 2024 Beschwerde 

beim Verwaltungsgericht. Er beantragt, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und 

der Fall neu zu prüfen; sinngemäss verlangt er damit eine Besteuerung mit dem von ihm 

deklarierten Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit.  

Mit Schreiben vom 9. September 2024 verzichtete die Vorinstanz auf eine Stellungnahme. 

Das kantonale Steueramt (Beschwerdegegner) beantragte mit Stellungnahme vom 

27. September 2024 die Abweisung der Beschwerden. Die Eidgenössische Steuerverwal-

tung (Beschwerdebeteiligte) verzichtete stillschweigend auf eine Vernehmlassung. Der Be-

schwerdeführer reichte keine weitere Stellungnahme ein.  

  

 

B 2024/156, B 2024/157 

 

3/10 

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung: 

1.  

Da die steuerrechtlichen Vorschriften des Bundes und der Kantone zur Besteuerung des 

Einkommens aus selbständiger Erwerbstätigkeit soweit hier interessierend im Wesentli-

chen vereinheitlicht sind, hat die Vorinstanz den Rekurs betreffend die Kantons- und Ge-

meindesteuern einerseits und die Beschwerde betreffend die direkte Bundessteuer ander-

seits zu Recht im gleichen Entscheid, aber mit getrennten Dispositivziffern erledigt; unter 

diesen Umständen durfte auch der Beschwerdeführer die Beschwerden in einer einzigen 

Rechtsschrift erheben (BGE 142 II 293 E. 1.2, 135 II 260 E. 1.3). Ebenso ist es zulässig, 

dass das Verwaltungsgericht die Beschwerden vereinigt und darüber im gleichen Urteil ent-

scheidet (vgl. BGer 2C_440/2014 und 2C_441/2014 vom 10. Oktober 2014 E. 1.2). 

2.  

Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1 des Ge-

setzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP; Art. 196 Abs. 1 des Steuerge-

setzes, sGS 811.1, StG; Art. 1 Abs. 3 und Art. 7 Abs. 2 der Verordnung zum Bundesgesetz 

über die direkte Bundessteuer, sGS 815.1; Art. 145 des Gesetzes über die direkte Bundes-

steuer, SR 642.11, DBG). Der Beschwerdeführer ist zur Erhebung der Rechtsmittel berech-

tigt. Die Eingabe vom 8. August 2024 entspricht zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzli-

chen Anforderungen (Art. 196 Abs. 1 StG in Verbindung mit Art. 64 und Art. 48 Abs. 1 VRP; 

Art. 145 in Verbindung mit Art. 140 Abs. 1 und 2 DBG).   

 

Auf die Beschwerden ist einzutreten. 

3.  

Umstritten ist die Höhe des Einkommens des Beschwerdeführers aus seiner selbständigen 

Erwerbstätigkeit als Fahrlehrer.  

3.1.  

Die Vorinstanz erwog im angefochtenen Entscheid, es bestünden verschiedene Angaben 

über den Ertrag aus selbständiger Erwerbstätigkeit. Es treffe zwar zu, dass der Beschwer-

deführer lediglich eine einfache Buchhaltung führen müsse, den eingereichten Unterlagen 

fehle es jedoch an einer chronologisch geordneten, vollständigen und mit Belegen verse-

henen Aufstellung über Einnahmen wie beispielsweise Rechnungen für die Fahr- und VKU 

(Verkehrskundeunterricht)-Stunden oder entsprechende Quittungen bei Barzahlung durch 

die Fahrschüler. Die auf den jahresübergreifenden Abrechnungsblättern pro Fahrschüler 

enthaltenen, teilweise unleserlichen Vermerke seien in keiner Weise in der Buchhaltung 

erfasst. Es obliege nicht dem Gericht, in den Akten nach möglichen geschäftlichen 

 

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4/10 

Zusammenhängen zu suchen. Die Grundsätze einer ordnungsgemässen Buchhaltung 

seien nicht eingehalten. Die Veranlagungsbehörde sei daher gehalten gewesen, die Auf-

schriebe der abgehaltenen Fahrstunden auszuwerten, was gesamthaft einen Ertrag von 

CHF 154'077 ergeben habe. Daraus resultiere bei einer Jahresarbeitszeit im Vollpensum 

mit 2'184 Stunden ein Bruttostundenlohn von CHF 70.55. Tatsächlich verlange der Be-

schwerdeführer von den Fahrschülern zwischen CHF 75 und 90 pro Fahrstunde. Die Be-

rechnung der Veranlagungsbehörde sei daher nicht zu beanstanden.  

3.2.  

Der Beschwerdeführer hält dem entgegen, die Aufrechnung von rund CHF 10'000 sei nicht 

gerechtfertigt und willkürlich. Die geforderten Unterlagen seien lückenlos eingereicht wor-

den. Zudem habe er beim Steuerkommissär persönlich vorgesprochen und diese erklärt. 

Nunmehr reiche er eine weitere Excel-Zusammenstellung ein, aufgeteilt nach Fahrschülern, 

VKU und fixen Einnahmen. Bei den grau hinterlegten Beträgen handle es sich um Fahr-

stunden, die ein Fahrlehrerkollege während Corona und dem WEF (World Economic Fo-

rum) für ihn geleistet habe, wobei dieser die Entschädigungen dafür selbst vereinnahmt 

habe. Aus der Tabelle sei ersichtlich, dass er – der Beschwerdeführer – im Jahr 2020 auf-

grund eines Additionsfehlers sogar CHF 617.50 zu viel deklariert habe. Die Einnahmen 

seien von ihm vollständig, korrekt und nach bestem Wissen und Gewissen deklariert wor-

den.  

4.  

4.1.  

Nach Art. 16 Abs. 1 DBG und Art. 29 Abs. 1 StG unterliegen alle wiederkehrenden und 

einmaligen Einkünfte der Einkommenssteuer. Steuerbar sind gemäss Art. 18 Abs. 1 DBG 

und Art. 31 Abs. 1 StG insbesondere alle Einkünfte aus einem Handels-, Industrie-, Ge-

werbe-, Land- und Forstwirtschaftsbetrieb, aus einem freien Beruf sowie aus jeder anderen 

selbständigen Erwerbstätigkeit. Bei selbständiger Erwerbstätigkeit werden die geschäfts- 

oder berufsmässig begründeten Kosten abgezogen (Art. 27 Abs. 1 DBG und Art. 40 Abs. 1 

StG).  

4.2.  

Selbständigerwerbende, die nach Art. 957 des Schweizerischen Obligationenrechts 

(SR 220, OR) nicht zur Führung von Geschäftsbüchern verpflichtet sind, haben ihren Steu-

ererklärungen die in Art. 125 Abs. 2 DBG bzw. Art. 169 Abs. 2 lit. b StG genannten Aufstel-

lungen beizulegen, nämlich Aufstellungen über Aktiven und Passiven bzw. über die Vermö-

genslage, über Einnahmen und Ausgaben sowie über Privatentnahmen und Privateinlagen. 

Somit trifft auch diese Steuerpflichtigen eine Aufzeichnungspflicht. Unter Aufstellungen sind 

 

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chronologisch geführte Aufschriebe der steuerpflichtigen Person über Geschäftsvorfälle zu 

verstehen, welche zeitnah, d.h. zeitlich unmittelbar nach ihrer Verwirklichung und damit ak-

tuell festgehalten werden. Die Anforderungen an die Aufzeichnungspflicht richten sich nach 

dem Verhältnismässigkeitsgebot, nach der Art und dem Umfang der selbständigen Er-

werbstätigkeit. Es sind jedenfalls jene Aufzeichnungen vorzunehmen, die zunächst eine 

korrekte Deklaration des Einkommens aus selbständiger Erwerbstätigkeit und des Ge-

schäftsvermögens möglich machen und sodann die allseitige Überprüfung durch die Steu-

erbehörden erlauben. Die Aufzeichnungen über Einnahmen und Ausgaben müssen fortlau-

fend lückenlos und wahrheitsgetreu vorgenommen werden. In der Regel sind auch Namen 

und Wohnorte der Leistenden und Empfänger anzugeben. Bei bargeldintensiven Betrieben 

ist zeitnah, d.h. je nach Intensität des Bargeldverkehrs täglich, wöchentlich oder monatlich, 

ein Aufschrieb vorzunehmen (RICHNER/FREI/KAUFMANN/ROHNER, Handkommentar zum 

DBG, 4. Aufl. 2023., N 166 ff. zu Art. 18 DBG).  

4.3.  

Gemäss Art. 130 Abs. 2 DBG und Art. 177 StG nimmt die Veranlagungsbehörde die Ver-

anlagung nach pflichtgemässem Ermessen vor, wenn Steuerfaktoren oder Steuersubstrat 

mangels zuverlässiger Unterlagen nicht einwandfrei ermittelt werden können oder der Steu-

erpflichtige seine Verfahrenspflichten trotz Mahnung nicht erfüllt hat. Die Aufforderung bzw. 

die Mahnung müssen die Androhung der Veranlagung nach Ermessen und den Hinweis 

auf die Rechtsnachteile (Erfordernis des Nachweises der offensichtlichen Unrichtigkeit im 

Einspracheverfahren) enthalten (RICHNER/FREI/KAUFMANN/ROHNER, a.a.O., N 48 zu 

Art. 130 DBG). Anlass für eine Ermessensveranlagung bildet in beiden Fällen eine nicht zu 

beseitigende Ungewissheit im Sachverhalt, welche es der Steuerbehörde verunmöglicht, 

die Steuerfaktoren oder Teile davon einwandfrei zu ermitteln, d.h. gestützt auf eine beweis-

mässige Abklärung des Sachverhalts (BGer 2C_404/2019 vom 29. Januar 2020 E. 2.2). 

Dieser Untersuchungsnotstand der Veranlagungsbehörde besteht in der Unmöglichkeit, die 

für die Steuerveranlagung rechtserheblichen Tatsachen durch Feststellung des «wahren» 

Sachverhalts, also durch Beweis unter Würdigung von Beweismitteln und Einbezug der 

Regeln über die objektive Beweislast, zu ermitteln. Der Untersuchungsnotstand tritt erst 

dann ein, wenn die Veranlagungsbehörde alle Untersuchungsmittel eingesetzt und die steu-

erpflichtige Person zur Mitwirkung angehalten hat, der rechtserhebliche Sachverhalt aber 

dennoch ungewiss geblieben ist. Stellt sich trotz Verfahrenspflichtverletzung hingegen kein 

behördlicher Untersuchungsnotstand ein, namentlich, weil die Veranlagungsbehörde an-

derweitig an die erforderlichen Unterlagen gelangt ist oder die allgemeine Beweislastregel 

der steuerpflichtigen Person den Nachweis auferlegt, verbietet sich die Vornahme einer 

Ermessensveranlagung (FENNERS/LOOSER, Besonderheiten bei der Anfechtung der Ermes-

sensveranlagung, AJP 2013, S. 34 f.).  

 

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6/10 

5.  

5.1.  

Der Beschwerdeführer arbeitet als selbständiger Fahrlehrer. Zusammen mit der Steuerer-

klärung 2020 reichte er eine rudimentäre Aufstellung über seine selbständige Erwerbstätig-

keit ein (act. 8/7-I.ah). Darin wies er Einnahmen von CHF 144'627.50, Ausgaben von 

38’611.35 und einen Gewinn von CHF 106'016.15 aus. Die Veranlagungsbehörde fügte ein 

Dokument mit der Bezeichnung «Fahrstunden Abrechnung 2020 z.G. A.__» als steueramt-

liche Meldung zu den Steuerakten des Beschwerdeführers hinzu, wonach der Beschwer-

deführer im Jahr 2020 Fahrstunden und VKU-Kurse für einen anderen Fahrlehrer namens 

B.__, X.__, erteilt und dabei inkl. Entschädigung für Benzin und Diesel CHF 110'652.10 

erhalten habe (act. 8/-I.ac). Mit E-Mail vom 27. April 2022 forderte der Beschwerdegegner 

den Steuerpflichtigen auf, Kontoblätter einzureichen (act. 8/7-I.aa). Der Beschwerdeführer 

kam der Aufforderung nicht nach, worauf die steuerbaren Einkünfte «nach Ermessen» auf 

CHF 130'000 festlegt wurden (act. 8/7-I.v). Mangels ordnungsgemässer Aufforderung mit 

Verweis auf die gesetzlichen Bestimmungen und Androhung der Ermessensveranlagung 

waren die formellen Voraussetzungen dafür indessen nicht gegeben (vgl. E. 4.3 hiervor). 

Folgerichtig trat der Beschwerdegegner daraufhin ohne Weiteres – namentlich, ohne den 

Nachweis der offensichtlichen Unrichtigkeit zu verlangen – auf die vom Beschwerdeführer 

erhobenen Einsprachen ein. Im Einspracheverfahren wurde der Beschwerdeführer zweimal 

aufgefordert, die detaillierten Namen der jeweiligen Kunden (Fahrstunden und VKU) anzu-

geben, erneut ohne Androhung der Ermessensveranlagung (act. 8/7-I.o und I.n). Anschlies-

send reichte der Beschwerdeführer Fahrstundenblätter pro Fahrschüler ein, ohne jedoch 

deren Namen zu nennen (act. 8/7-I.m). Gestützt auf diese Unterlagen ermittelte der Be-

schwerdegegner in der Folge die Einkünfte aus selbständiger Erwerbstätigkeit und nahm 

die Veranlagungen vor.   

 

Entgegen der Auffassung des Beschwerdegegners in der vorinstanzlichen Vernehmlas-

sung (act. 8/6) handelte es bei den Veranlagungen gemäss den Einsprache-Entscheiden 

damit nicht um Ermessensveranlagungen. Anzumerken ist, dass für Ermessensveranla-

gungen nach damaligem Aktenstand durchaus Raum bestanden hätte, zumal der Be-

schwerdeführer nicht die von Gesetzes wegen erforderlichen Aufstellungen zur selbständi-

gen Erwerbstätigkeit eingereicht hatte (vgl. zuvor E. 4.2) und seine Unterlagen den Anfor-

derungen an eine vereinfachte Buchführung nicht zu genügen vermochten: Die Geschäfts-

vorfälle (Einnahmen und Ausgaben) hätten jeweils zeitnah und fortlaufend festgehalten und 

nicht erst im Nachhinein nach Abschluss des Geschäftsjahres aufgelistet werden müssen. 

Hinsichtlich der Bareinnahmen hätten Aufschriebe in einer Form erwartet werden dürfen, 

die eine zuverlässige Erfassung und Kontrolle der Bareinnahmen erlauben, was vorliegend 

nicht der Fall war. Zudem unterliess es der Beschwerdeführer trotz entsprechender 

 

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7/10 

Aufforderung der Veranlagungsbehörde, die Namen der Fahrschüler zwecks Überprüfung 

der Einnahmen zu nennen. Für die Veranlagung künftiger Steuerjahre ist darauf hinzuwei-

sen, dass solch unvollständige Unterlagen Ermessensveranlagungen zur Folge haben kön-

nen (mit allen Konsequenzen hinsichtlich des Rechtsschutzes).  

5.2.  

Der Steuerpflichtige reichte im Einspracheverfahren monatliche Abrechnungen von erteil-

ten Fahrstunden und VKU-Kursen (act. 8/7-I.r), Abrechnungslisten pro (anonymem) Fahr-

schüler (mit Ansätzen zwischen CHF 65 und CHF 90 pro Fahrstunde; act. 8/7-I.m) sowie 

eine Zusammenstellung der für B.__ erteilten Fahrstunden und VKU-Kurse (insgesamt CHF 

101'920 [ohne den Auslagenersatz für Benzin und Diesel], CHF 40 pro Fahrstunde und 

CHF 100 pro VKU-Kurs) ein (act. 8/7-I.m). Der Beschwerdegegner errechnete anhand die-

ser Unterlagen Einnahmen von CHF 154'077.10 im Jahr 2020 (act. 8/7-I.l). Die Differenz zu 

den deklarierten Einnahmen von CHF 144'627.50 betrug damit noch CHF 9'449.60 bzw. 

das Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit gemäss Einsprache-Entscheid 

CHF 115'466 (act. 8/7-I.j). Im Verfahren vor Verwaltungsgericht reichte der Beschwerde-

führer eine Zusammenstellung mit sämtlichen in seinem Namen im Jahr 2020 erteilten 

Fahrstunden gemäss den Abrechnungsblättern der 29 Fahrschüler sowie mit den für B.__ 

erteilten Fahrstunden ein (act. 3.2). 

5.3.   

Die Berechnung der Einnahmen des Beschwerdegegners stellt auf die Abrechnungslisten 

pro Fahrschüler und die Fahrstundenabrechnung der für B.__ erteilten Fahrstunden und 

VKU-Kurse ab. Bei letzterer wurden dabei die Entschädigungen von B.__ inkl. Benzin und 

Diesel eingerechnet (CHF 110'652.10, act. 8/7-I.ac). Dieser Auslagenersatz für Benzin und 

Diesel in der Höhe von CHF 8'732.10 zählt jedoch nicht zu den steuerbaren Einkünften, 

zumal er in der Aufwandposition «URE Fahrzeug» (Unterhalt und Reparatur Fahrzeug), die 

gemäss Aufstellung über die selbständige Erwerbstätigkeit CHF 9'937.35 beträgt und nebst 

dem Fahrzeugunterhalt auch die Auslagen für Benzin und Diesel der vom Beschwerdefüh-

rer im eigenen Namen erteilten Fahrstunden beinhaltet, offensichtlich nicht enthalten sein 

kann (act. 8/7-I.ah). Ohne die Entschädigung für Benzin und Diesel betragen die Einnah-

men gemäss Aufstellung des Beschwerdegegners CHF 145'345 und damit nur noch CHF 

817 mehr als die vom Beschwerdeführer deklarierten Einnahmen von CHF 144.627.50, die 

sich auf die monatlichen Fahrstundenabrechnungen beziehen (act. 8/7-I.a). Berücksichtigt 

man noch den Verschrieb bei der Erfassung eines VKU-Kurses in den monatlichen Fahr-

stundenabrechnungen am 8. Januar 2020 (CHF 482.50 statt CHF 100), reduziert sich das 

vom Beschwerdeführer deklarierte Einkommen auf CHF 144'292 und die Differenz damit 

auf noch CHF 435. 

 

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8/10 

Eine eigene Überprüfung der vorhandenen Unterlagen durch das Gericht ergibt Folgendes: 

Aus den 520 Fahrlektionen der 29 Fahrschüler des Beschwerdeführers resultierten im Jahr 

2020 Einnahmen von CHF 42'430 (act. 8/7-I.m). Hinzu kamen 2'198 Fahrstunden à CHF 40 

(CHF 87'920) sowie 148 VKU-Kurse à CHF 100 (CHF 14'800), die der Beschwerdeführer 

im Auftrag von B.__ leistete (act. 8/7-I.m). Vom 20. bis 24. Januar 2020 war der Beschwer-

deführer sodann am WEF in Davos tätig, wofür er CHF 2'250 vereinnahmte (CHF 450 pro 

Tag). Die in jenen Tagen wie auch an einigen wenigen anderen Tagen Mitte März, Ende 

Juni und Anfang Juli 2020 geleisteten Fahrstunden und VKU-Kurse erteilte er zufolge Ab-

wesenheit nicht selbst. Dies vermerkte er jeweils in den Abrechnungsblättern der Fahrschü-

ler (mit Zusätzen wie «B.__» oder «Corona»). Die entsprechenden Entgelte (insgesamt 

CHF 2’790 für Fahrstunden und CHF 700 für VKU-Kurse; act. 3.2: grau hinterlegte Positio-

nen in den Spalten «PE B.__» und «VKU» vom 20. bis 24. Januar, 17. März, 22. bis 30. 

Juni und 3. Juli 2020) sind daher in Abzug zu bringen. Sie sind folgerichtig in den monatli-

chen Fahrstundenabrechnungen nicht enthalten (act. 8/7-I.r). Somit resultieren Einnahmen 

von insgesamt CHF 143’910 (CHF 42'430 zuzüglich CHF 87'920, CHF 14'800 und CHF 

2'250, abzüglich CHF 3’490) und damit unwesentlich weniger als die deklarierten CHF 

144'627.50.  

5.4.  

Zusammenfassend ist somit für das Jahr 2020 auf die vom Beschwerdeführer deklarierten 

Einnahmen aus der selbständigen Erwerbstätigkeit in der Höhe von CHF 144'627.50 und 

den daraus nach Abzug des unbestrittenen Aufwands von CHF 38'611.35 resultierenden 

Gewinn von CHF 106'016.15 abzustellen. Die Beschwerden sind somit gutzuheissen, und 

die Ziff. 1 und 2 des angefochtenen Entscheids der Vorinstanz vom 4. Juli 2024 sind aufzu-

heben. Der Beschwerdeführer ist für die Kantons- und Gemeindesteuern 2020 mit einem 

steuerbaren Einkommen von CHF 134’700 und einem steuerbaren Vermögen von unver-

ändert CHF 296'000 zu veranlagen. Für die direkte Bundessteuer 2020 ist er mit einem 

steuerbaren Einkommen von CHF 136'200 zu veranlagen.  

6.  

6.1.  

Dem Verfahrensausgang entsprechend wären die amtlichen Kosten der Beschwerdever-

fahren dem Beschwerdegegner aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP; Art. 144 Abs. 1 und 145 

Abs. 2 DBG). Da die Unterlagen zur Verifizierung der Einnahmen aus selbständiger Er-

werbstätigkeit und damit für eine Gutheissung von Rekurs und Beschwerde im vorinstanz-

lichen Verfahren jedoch bereits vorhanden waren und der Beschwerdeführer das verwal-

tungsgerichtliche Verfahren insofern nicht verursacht hat, rechtfertigt es sich ausnahme-

weise, umständehalber auf die Erhebung amtlicher Kosten für das Verfahren vor 

 

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9/10 

Verwaltungsgericht zu verzichten (Art. 97 VRP). Dem Beschwerdeführer sind die von ihm 

geleisteten Kostenvorschüsse von insgesamt CHF 2'000 zurückzuerstatten. 

6.2.  

Die amtlichen Kosten des vorinstanzlichen Rekurs- und Beschwerdeverfahrens von je 

CHF 800 (Ziff. 3 und 4 des angefochtenen Entscheids) gehen indessen trotz Gutheissung 

der Beschwerden zu Lasten des Beschwerdeführers. Die im Einspracheverfahren vom Be-

schwerdeführer eingereichten Unterlagen blieben zumindest interpretationsbedürftig und 

die zweimalige Nachfrage des Steuerkommissärs betreffend Klärung der Differenz von 

CHF 9'449.60 blieb unbeantwortet (act. 7/8-I.j und I.k). Erst im vorinstanzlichen Rekurs- und 

Beschwerdeverfahren lag eine übersichtliche Excel-Auswertung vor. Gestützt auf das in 

Art. 95 Abs. 2 VRP verankerte Verursacherprinzip, wonach ein Beteiligter jene Kosten zu 

übernehmen hat, die durch nachträgliches Vorbringen von Beweismitteln entstehen, deren 

rechtzeitige Geltendmachung ihm möglich gewesen wäre, rechtfertigt sich daher die Kos-

tenauflage an den Beschwerdeführer.  

 

  

 

B 2024/156, B 2024/157 

 

10/10 

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht zu Recht: 

1.  

Die Beschwerdeverfahren B 2024/156 und B 2024/157 werden vereinigt. 

2.  

Die Beschwerde betreffend die Kantons- und Gemeindesteuer 2020 wird gutgeheissen, und 

Ziff. 1 des angefochtenen Entscheids vom 4. Juli 2024 wird aufgehoben.  

Der Beschwerdeführer wird für die Kantons- und Gemeindesteuern 2020 mit einem steuer-

baren Einkommen von 134'700 und einem steuerbaren Vermögen von CHF 296'000 ver-

anlagt.  

3.  

Die Beschwerde betreffend die direkte Bundessteuer 2020 wird gutgeheissen, und Ziff. 2 

des angefochtenen Entscheids vom 4. Juli 2024 wird aufgehoben.  

Der Beschwerdeführer wird für direkte Bundessteuer 2020 mit einem steuerbaren Einkom-

men von CHF 136’200 veranlagt.  

4.  

Es werden keine amtlichen Kosten erhoben. Dem Beschwerdeführer werden die von ihm 

geleisteten Kostenvorschüsse von CHF 2'000 zurückerstattet. 

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		2026-01-28T04:44:45+0100
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