# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 10d72e37-23c4-505e-944d-3f9a0708c6e1
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-03-13
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 13.03.2013 IV 2011/140
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2011-140_2013-03-13.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2011/140

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 13.03.2013

Entscheiddatum: 13.03.2013

Entscheid Versicherungsgericht, 13.03.2013
Art. 28 IVG. Beweiskraft ABI-Gutachten. Abweisung des Rentengesuchs bei 
einem Invaliditätsgrad von 37,1% (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St.Gallen vom 13. März 2013, IV 2011/140).

Präsident Martin Rutishauser, Versicherungsrichterin Miriam Lendfers, 

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiberin Della Batliner

 

Entscheid vom 13. März 2013

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Speck, St. Gallerstrasse 29, 

9032 Engelburg,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

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Sachverhalt:

A.     

A.a   A.___ (nachfolgend: Versicherter) meldete sich im Mai 2003 aufgrund der Folgen 

einer bei der Suva versicherten Handverletzung vom 14. Mai 1998 zum Leistungsbezug 

bei der Invalidenversicherung an (IV-act. 1, 7). Zuvor hatte er von Mai 2001 bis 

November 2002 bei der Z.___ AG, gearbeitet (IV-act. 17). Im Nachgang zu einem 

stationären Aufenthalt vom 29. Januar bis 5. März 2003 führte die Rehaklinik Bellikon 

im Austrittsbericht vom 17. März 2003 aus, nach Stanzmaschinenverletzung mit offener 

Zwei-Etagen-Fraktur Metakarpale II links, diaphysär intraartikulär CMC II, bestünden 

Schmerzen im Handgelenk, im Bereich der Stellungskorrektur, zervikal sowie im 

Bereich der Schulter links, ein Flexionsdefizit des Dig. II im MP-Gelenk sowie ein 

Flexions-Extensionsdefizit im Handgelenk und eine Kraftminderung der linken Hand. 

Die Arbeitsfähigkeit in einer leichten Tätigkeit betrage ab 10. März 2003 mindestens 

50% (IV-act. 15-3/179). Dr. med. B.___, Orthopädie am Rosenberg, St. Gallen, 

bescheinigte im Bericht vom 13. Juni 2003 die Diagnose eines Zustands nach 

osteotendocutaner Verletzung der Mittelhand links im Mai 1998. Der Versicherte sei 

aktuell (in einer leichten handwerklichen Tätigkeit) etwa 50% eingeschränkt (IV-act. 12; 

vgl. auch IV-act. 13-2/179 und 30).

A.b   Mit Verfügung vom 5. November 2003 eröffnete die Suva dem Versicherten, es 

werde ihm ab November 2003 eine Rente gestützt auf eine Erwerbsunfähigkeit von 

17% ausgerichtet. Hinsichtlich der zuletzt ausgeübten Tätigkeit sei eine mindestens 

50%-ige Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen. Eine körperlich leichte Tätigkeit ohne Heben 

und Tragen von Lasten über 5kg sei hingegen ganztags zumutbar. Auf dem 

allgemeinen ausgeglichenen Arbeitsmarkt könne er ein Einkommen von Fr. 47'389.-- 

erzielen. Der Vergleich mit dem Valideneinkommen von Fr. 56'875.-- ergebe die 

Erwerbseinbusse von 17% (IV-act. 26). Diese Verfügung wurde mit 

Einspracheentscheid vom 19. Februar 2004 bestätigt (act. G 5.2). Dieser Entscheid 

erwuchs in Rechtskraft (IV-act. 37). Am 14. Januar 2010 bestätigte die Suva den 

unveränderten Rentenanspruch (act. G 5.2).

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A.c   Nach Durchführung von medizinischen Abklärungen (vgl. unter anderem IV-

act. 43, 47, 62, 65, 81, 86) stellte die IV-Stelle des Kantons St. Gallen dem 

Rechtsvertreter des Versicherten, Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Speck, Engelburg, mit 

Vorbescheid vom 22. Mai 2008 die Ablehnung eines Rentenanspruchs in Aussicht. 

Ausgehend von einer Arbeitsunfähigkeit von 20% errechnete die IV-Stelle einen 

Invaliditätsgrad von 18% (IV-act. 93, 99). Gleichentags stellte die IV-Stelle die 

Ablehnung des Kostengutsprachegesuchs für Berufsberatung in Aussicht (IV-act. 94). 

Am 31. Juli 2008 verfügte die IV-Stelle im Sinn der Vorbescheide (IV-act. 98). Die am 

15. September 2008 gegen die Rentenabweisung erhobene Beschwerde (IV-act. 101) 

wurde mit Entscheid des st. gallischen Versicherungsgerichts vom 8. Juni 2010 

teilweise gutgeheissen und die Sache zur weiteren Abklärung und zur neuen Verfügung 

an die IV-Stelle zurückgewiesen (IV-act. 111; IV 2008/407).

A.d   Die IV-Stelle nahm weitere Abklärungen vor und leitete eine Begutachtung des 

Versicherten beim Aerztlichen Begutachtungsinstitut GmbH, Basel, (ABI) in die Wege 

(IV-act. 119).

B.     

B.a   Gestützt auf das ABI-Gutachten vom 17. Januar 2011 (IV-act. 124) stellte die IV-

Stelle mit Vorbescheid vom 31. Januar 2011 die Abweisung des Rentengesuchs in 

Aussicht (IV-act. 129). Ausgehend von einer Arbeitsunfähigkeit von 30% ermittelte die 

IV-Stelle einen Invaliditätsgrad von 31% (IV-act. 126).

B.b   Der dagegen erhobene Einwand vom 1. März 2011 (IV-act. 132) wurde mit 

Verfügung vom 16. März 2011 abgewiesen (IV-act. 134).

C.     

C.a   Mit Eingabe vom 12. April 2011 liess der Versicherte durch seinen Rechtsvertreter 

Beschwerde erheben mit den Anträgen, die angefochtene Verfügung vom 16. März 

2011 sei aufzuheben und es sei ihm mit Wirkung ab Dezember 2003 eine IV-Rente von 

mindestens 25% zuzusprechen; es sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege und 

Rechtsverbeiständung zu bewilligen und Rechtsanwalt Speck als Rechtsbeistand zu 

benennen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G 1). Zur Begründung führte 

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sein Rechtsvertreter insbesondere an, beim Einkommensvergleich rechtfertige sich ein 

Leidensabzug von 25%, da der Beschwerdeführer seit dem Unfall am 14. Mai 1998 

(abgesehen von Arbeitsversuchen vom 16. Januar bis 28. März 1999 und vom 15. Mai 

2001 bis 27. Mai 2002) nicht mehr erwerbstätig gewesen sei, eine 

Aufenthaltsbewilligung B habe und bei einer vollschichtigen Tätigkeit nur 70% Leistung 

erbringe. Als Staatsangehöriger von Serbien und Montenegro erhalte der 

Beschwerdeführer ohne Rente zudem keine Verlängerung seiner 

Aufenthaltsbewilligung. Es resultiere eine Erwerbseinbusse von deutlich über 40%, was 

dem Beschwerdeführer Anspruch auf eine Viertelsrente gebe.

C.b   Mit Beschwerdeantwort vom 17. Mai 2011 schloss die Beschwerdegegnerin auf 

Abweisung der Beschwerde (act. G 5). Zur Begründung brachte sie im Wesentlichen 

vor, beim Beschwerdeführer liege eine Aggravation der präsentierten Symptomatik vor. 

Dem ABI-Gutachten komme volle Beweiskraft zu und auch die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung im somatischen Bereich sei schlüssig. Die psychiatrisch 

festgesetzte Arbeitsfähigkeit von lediglich 70% stehe nicht im Einklang mit der 

Rechtsprechung des Bundesgerichts, wonach von einer vollen Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers aus psychischen Gründen auszugehen sei. Nach Parallelisierung 

betrage das Valideneinkommen Fr. 54'131.--. Da der Beschwerdeführer auch 

körperlich mittelschwere Tätigkeiten ausüben könne, sei kein Leidensabzug 

vorzunehmen. Die invaliditätsfremden Faktoren wie Ausländerstatus oder 

Teilzeittätigkeit seien mit der Parallelisierung bereits berücksichtigt worden, weshalb 

sich kein weiterer Abzug rechtfertige. Daraus resultiere kein Invaliditätsgrad. Selbst die 

Berücksichtigung einer Arbeitsunfähigkeit von 30% ergäbe lediglich einen nicht 

rentenbegründenden Invaliditätsgrad von 26%.

C.c   Mit Schreiben vom 20. Mai 2011 bewilligte die zuständige Abteilungspräsidentin 

die unentgeltliche Rechtspflege (act. G 7).

C.d   Wegen unbenutzten Ablaufs der Frist zur Einreichung einer Replik wurde der 

Schriftenwechsel am 12. Juli 2011 abgeschlossen (act. G 8).

 

Erwägungen:

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1.      

Am 1. Januar 2008 traten die anlässlich der 5. IV-Revision vorgenommenen 

Änderungen und am 1. Januar 2012 die im Zug des ersten Massnahmenpakets der 

6. Revision revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung über die Invalidenversicherung 

(IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft. In zeitlicher Hinsicht gilt der 

übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zugrunde zu 

legen sind, die bei Erlass des angefochtenen Entscheids beziehungsweise im Zeitpunkt 

gegolten haben, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt 

verwirklichte (vgl. BGE 130 V 445; 127 V 466 E. 1; 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). 

Die Beschwerdegegnerin hat die angefochtene Verfügung am 16. März 2011 (IV-

act. 134) und damit vor Inkrafttreten der IV-Revision 6a erlassen. Daher ist der 

vorliegend zu beurteilende Rentenanspruch für die Zeit bis zum 31. Dezember 2007 

aufgrund der vor der 5. IV-Revision gültigen Rechtslage und ab diesem Zeitpunkt unter 

Berücksichtigung der Normen dieser Revision zu prüfen, wogegen die Neuerungen 

gemäss IV-Revision 6a nicht zur Anwendung gelangen. Sofern nicht ausdrücklich 

anders erwähnt, werden nachfolgend die seit 1. Januar 2008 gültigen Bestimmungen 

des ATSG und IVG wiedergegeben.

2.      

2.1    Zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin den Anspruch des Beschwerdeführers 

auf Rentenleistungen zu Recht verneint hat.

2.2    Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 

teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG) und kann Folge von 

Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit 

ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen 

Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung 

verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in 

Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie 

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körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinn von Art. 4 Abs. 1 IVG in 

Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen 

Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant 

gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei 

Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, 

abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 

bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer 

Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychischen 

Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur 

soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die 

Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versicherten Person sozial-

praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).

2.3    Nach Art. 28 Abs. 2 des IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, 

wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so 

besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 

40% auf eine Viertelsrente.

2.4    Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung gestellt haben. Nach dem 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung haben Versicherungsträger und 

Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 

Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des 

Beweiswerts eines ärztlichen Gutachtens ist entscheidend, ob es für die Beantwortung 

der gestellten Fragen umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der 

untersuchten Person auseinandersetzt, was vor allem bei psychischen 

Fehlentwicklungen nötig ist, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung 

mit den Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der 

medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet und ob die 

Schlussfolgerungen des medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass 

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die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann (vgl. BGE 125 V 351 

E. 3a, 122 V 157 E. 1c, je mit Hinweisen).

3.      

3.1    Zu klären ist vorweg die Frage, ob die medizinische Aktenlage eine 

rechtsgenügliche Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erlaubt. 

Für die Bemessung des Invaliditätsgrads hat sich die Beschwerdegegnerin auf das 

ABI-Gutachten vom 17. Januar 2011 (IV-act. 124) abgestützt und im 

Vorbescheidverfahren (IV-act. 129, 134) eine Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit 

von 70% berücksichtigt.

3.2    Im psychosomatischen Konsilium der Rehaklinik Bellikon vom 28. Februar 2003 

(IV-act. 13-10/179f.) wurde als Schlussfolgerung festgehalten, es sei von einer 

posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) auszugehen, wenngleich von aussen 

gesehen das Unfallereignis (vom 14. Mai 1998) die für diese Diagnose geforderte 

Dramatik und Eindrücklichkeit vermissen lasse. Erfahrungsgemäss würden Unfälle mit 

durch Maschinen verursachten Handverletzungen dennoch häufig diese Symptomatik 

auslösen. Zwar habe sich die intrusive Symptomatik seither stark zurückgebildet, trete 

aber in Zeiten grösserer psychischer Belastung noch vermehrt wieder in den 

Vordergrund. Aktuell stehe allerdings die ursprünglich aus der PTBS hervorgegangene 

Affektstörung im Vordergrund. Diese sei einerseits durch eine resigniert-entnervt und 

enttäuscht wirkende Grundstimmung, anderseits durch innere Unruhe, Nervosität und 

ein Gedankenkreisen geprägt. Sie sei heute nicht nur erlebnisreaktiven Ursprungs, 

sondern auch als Reaktion auf den bisherigen missglückten beruflichen 

Rehabilitationsverlauf zu verstehen. Insgesamt wirke der Patient mit seiner gesamten 

persönlichen Situation überfordert, habe bis anhin keine geeigneten Mittel gefunden, 

seine Reaktionen und Absichten gemäss der vielschichtigen äusseren sozialen 

Problematik etwas ordnen zu können und laufe erhebliche Gefahr, in einem 

chronifizierten Schmerzsyndrom hängen zu bleiben.

3.3    Im Bericht vom 20. August 2004 bestätigte der Hausarzt Dr. med. C.___, St. 

Gallen, eine vollständige Arbeitsunfähigkeit ab 5. August 2003 bis auf weiteres und 

diagnostizierte persistierende Schmerzen handbetont der oberen linken Extremität mit 

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Ausweitung auf den Schultergürtel, eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung und 

eine mittelgradige bis schwere depressive Verstimmung ohne psychotische Symptome 

(IV-act. 42-1/17).

3.4    Im Gutachten vom 10. Februar 2005 bestätigte Dr. med. D.___, Klinik Gais, das 

Vorliegen einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig schwere Episode 

ohne psychotische Symptome, einhergehend mit einer anhaltenden somatoformen 

Schmerzstörung bei prämorbid vorbestehender posttraumatischer Belastungsstörung. 

Seit September 2002 sei der Beschwerdeführer aus rein psychiatrischer Sicht 100% 

arbeitsunfähig für jegliche Tätigkeit. Trotz der seit der letzten Untersuchung vom März 

2004 eingetretenen leichten Verbesserung des psychischen Zustands sei die 

Arbeitsfähigkeit weiterhin nicht gegeben. Der Beschwerdeführer benötige eine 

stationäre psychiatrische Behandlung und anschliessend eine ambulante sozial-

psychiatrische Therapie (IV-act. 47). Diesem Behandlungsvorschlag schloss sich der 

RAD an (IV-act. 48).

3.5    Im Nachgang zu den ambulanten Indikationsgesprächen betreffend stationäre 

Psychotherapie vom 28. Juli 2005 und 15. August 2005 bestätigte Dr. med. E.___, 

Psychiatrische Klinik Wil, im Bericht vom 20. Januar 2006 (IV-act. 62), dass der 

Beschwerdeführer an einem mittelschweren depressiven Syndrom bei anhaltender 

somatoformer Schmerzstörung leide. Da sich der Beschwerdeführer nicht vorstellen 

konnte, sich auch nur vorübergehend von den Kindern zu trennen, wurde von der 

indizierten stationären Psychotherapie Umgang genommen.

3.6    Dr. med. F.___, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, St. Gallen, berichtete als 

behandelnder Arzt am 19. Januar 2007 (IV-act. 74), es hätten seit März 2006 

regelmässig Konsultationen stattgefunden. Es bestehe eine bleibende Einschränkung 

von 100% in der letzten Tätigkeit.

3.7    Eine polydisziplinäre medizinische Abklärung im Medizinischen Zentrum 

Römerhof (MZR), Zürich, ergab gemäss Gutachten vom 5. Mai 2008 (IV-act. 86) als 

Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine mässiggradige Rest-

Funktionseinschränkung des linken Handgelenks und im Grundgelenk Dig. II sowie eine 

rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leicht- bis mittelgradige Episode. Als 

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Diagnose ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurde unter anderem eine anhaltende 

somatoforme Schmerzstörung angeführt. Der Beschwerdeführer sei aus rein 

rheumatologisch-orthopädischer Sicht für eine repetitiv beidhändig zu erbringende 

mittelschwere bis schwere körperliche Arbeit nicht mehr geeignet (100% 

arbeitsunfähig). In angepasster Tätigkeit bestehe rheumatologisch-orthopädisch keine 

Einschränkung. Aus psychiatrischer Sicht sei derzeit sowohl für die zuletzt ausgeübten 

Tätigkeiten wie auch für jegliche Verweistätigkeiten eine 20%-ige Arbeitsunfähigkeit mit 

optionaler Verbesserung des Gesundheitszustands nach Optimierung entsprechender 

Therapieoptionen zu bescheinigen. Die rheumatologisch-orthopädische Einschränkung 

beginne, abgesehen von den behandlungsbedingten Arbeitsunfähigkeiten, ab dem 

Unfallzeitpunkt (14. Mai 1998). Der Beginn der arbeitsrelevanten psychischen 

Problematik lasse sich mit dem Datum der psychiatrischen Abklärung vom 8. März 

2004 (Dr. D.___) festlegen. In einer angepassten Tätigkeit, die keine obligate 

Beidhändigkeit erfordere und keine repetitiven Belastungen der linken Hand beinhalte, 

bestehe aus polydisziplinärer Sicht eine 80%-ige Restarbeitsfähigkeit. Die Kriterien zur 

Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung seien erfüllt. Unter 

Einbezug der Foerster-Kriterien lasse sich jedoch keine schwerwiegende 

psychiatrische Komorbidität (Persönlichkeitsstörung, Suchtproblematik, hirnorganische 

Beeinträchtigung) eruieren. Auch ein vollständiger Verlust der sozialen Integration 

(sozialer Rückzug, Verlust persönlicher Interessen) lasse sich nicht erkennen. 

Anderseits ergäben sich Hinweise auf unbefriedigende Behandlungsergebnisse sowie 

Anzeichen einer missglückten Konfliktbewältigung. Unter Berücksichtigung der 

weitestgehend nicht erfüllten Foerster-Kriterien sei eine Auswirkung der anhaltenden 

somatoformen Schmerzstörung auf die Arbeitsfähigkeit mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit nicht anzunehmen. Die Überwindung der geschilderten 

Schmerzsymptome sei zumutbar.

3.8    Im ABI-Gutachten vom 17. Januar 2011 wurden als Diagnosen mit Einfluss auf 

die Arbeitsfähigkeit chronische Kopf-Nacken-Arm-Handschmerzen der adominanten 

linken Seite ohne radikuläre Symptomatik, eine rezidivierende depressive Störung, 

aktuell leichte bis mittelgradige Episode, sowie eine anhaltende somatoforme 

Schmerzstörung aufgeführt (IV-act. 124-26/29). Aufgrund der Schmerzsymptomatik 

seien dem Beschwerdeführer sämtliche körperlich schweren und mittelschweren 

Tätigkeiten aus orthopädischer Sicht seit dem Unfallereignis vom 14. Mai 1998 nicht 

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mehr zumutbar. Hingegen bestehe für körperlich leichte Tätigkeiten unter 

Wechselbelastung aus orthopädischer Sicht eine zeitlich und leistungsmässig 

uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit, sofern das Heben und Tragen von Lasten über 5kg 

mit der linken Hand vermieden werden könne. Aus internistischer Sicht könnten keine 

Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden. Für die Diskrepanz 

zwischen dem Ausmass der subjektiv geklagten Beschwerden und den 

objektivierbaren Befunden verantwortlich sei eine anhaltende somatoforme 

Schmerzstörung. Ausserdem könne aus psychiatrischer Sicht eine aktuell leicht- bis 

mittelgradige Episode einer rezidivierenden depressiven Störung diagnostiziert werden. 

Beide Störungen hätten Krankheitswert und führten aufgrund der psychiatrischen 

Komorbidität zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten von 

30%, welche seit mindestens Dezember 2004 bestehe. Auch wenn der 

Beschwerdeführer deprimiert und psychisch vermindert belastet sei, bestünden keine 

Hinweise für das Vorliegen einer schweren depressiven Störung. Es zeige sich kein 

ausgeprägter sozialer Rückzug und anamnestisch liessen sich auch keine Hinweise für 

einen therapeutisch nicht mehr angehbaren, innerseelischen Verlauf einer 

missglückten, psychischen aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer 

Krankheitsgewinn) finden. Daher könne es dem Beschwerdeführer aus 

gesamtmedizinischer Sicht zugemutet werden, trotz der geklagten Beschwerden die 

nötige Willensanstrengung aufzubringen, mit einer 70%-igen Arbeits- und 

Leistungsfähigkeit (ganztags verwertbar) einer körperlich leichten, wechselbelastenden 

Tätigkeit nachzugehen.

3.9    Ein im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholtes Gutachten von externen 

oder internen Spezialärzten, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Unter­

suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung 

der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, besitzt bei der Beweiswürdigung 

volle Beweiskraft, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der 

Expertise sprechen (BGE 125 V 351 ff. E. 3b/bb und 3b/ee). Das gilt auch vorliegend 

für das ABI-Gutachten.

4.      

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4.1    Aufgrund der Aktenlage steht fest und wird auch von den Parteien nicht 

bestritten, dass dem Beschwerdeführer aufgrund seiner Handverletzung vom 14. Mai 

1998 aus orthopädischer Sicht sämtliche körperlich schweren und mittelschweren 

Tätigkeiten nicht zumutbar sind, für körperlich leichte Tätigkeiten unter 

Wechselbelastung jedoch eine zeitlich und leistungsmässig uneingeschränkte 

Arbeitsfähigkeit besteht, sofern das Heben und Tragen von Lasten über 5kg mit der 

linken Hand vermieden werden kann. Davon gingen bereits die Suva im 

Einspracheentscheid vom 19. Februar 2004 und das st. gallische Versicherungsgericht 

mit Entscheid vom 8. Juni 2010 (IV 2008/407) aus (act. G 5.2; IV-act. 26, 111). Zu 

prüfen ist jedoch, inwiefern der beim Beschwerdeführer vorliegende psychische 

Gesundheitsschaden eine Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG) zur Folge hat. in der 

Beschwerdeantwort vertritt die Beschwerdegegnerin neu den Standpunkt, dass die 

psychiatrisch festgesetzte Arbeitsfähigkeit von 70% nicht im Einklang mit der 

Rechtsprechung des Bundesgerichts stehe. Nach dieser sei psychisch bedingt von 

einer vollen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auszugehen.

4.2    Rechtsprechungsgemäss können somatoforme Schmerzzustände oder 

Schmerzverarbeitungsstörungen unter gewissen Umständen eine Arbeitsunfähigkeit 

verursachen. Sie fallen unter die Kategorie der psychischen Leiden, für die 

grundsätzlich ein psychiatrisches Gutachten erforderlich ist, wenn es darum geht, über 

die durch sie bewirkte Arbeitsunfähigkeit zu befinden (BGE 130 V 352 E. 2.2.2 mit 

Hinweisen). Wie jede andere psychische Beeinträchtigung begründet indessen auch 

eine diagnostizierte anhaltende somatoforme Schmerzstörung als solche noch keine 

Invalidität. Vielmehr besteht die Vermutung, dass die somatoforme Schmerzstörung 

oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind. 

Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant 

behindern, können den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil 

die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen 

notwendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet 

sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung 

einer psychischen Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer. 

Massgebend sein können auch weitere Faktoren, wie chronische körperliche 

Begleiterkrankungen, ein mehrjähriger, chronifizierter Verlauf einer an sich 

missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer 

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Krankheitsgewinn; "Flucht in die Krankheit") oder das Scheitern einer konsequent 

durchgeführten ambulanten oder stationären Behandlung (auch mit unterschiedlichem 

therapeutischem Ansatz) trotz kooperativer Haltung der versicherten Person. Je mehr 

diese Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die entsprechenden Befunde 

darstellen, desto eher sind - ausnahmsweise - die Voraussetzungen für eine zumutbare 

Willensanstrengung zu verneinen (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweis).

4.3    Hinsichtlich der für diese sogenannten Foerster-Kriterien relevanten Elemente ist 

dem ABI-Gutachten zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer deprimiert und 

vermindert psychisch belastbar sei. Der Tagnachtrhythmus sei gestört und der 

Beschwerdeführer habe keine festen Schlafzeiten mehr, schlafe aber täglich zwischen 

vier und sechs Stunden. Hinweise für Konzentrationsstörungen hätten nicht gefunden 

werden können. Er habe keine Zukunftsperspektiven, der Selbstwert sei vermindert 

und er sei resigniert. Einen Lebensverleider oder Suizidgedanken habe er verneint. Er 

lebe alleine in einer Drei-Zimmerwohnung und versorge den Haushalt selbstständig. 

Hinweise für eine schwere depressive Störung fehlten. Der Beschwerdeführer zeige 

einen leichten sozialen Rückzug, habe aber eine gute Beziehung zu seinen beiden 

Söhnen, von denen er regelmässig besucht werde, und ein- bis zweimal pro Woche 

treffe er sich mit seiner Schwester, welche in Gossau lebe und die er mit dem Auto 

besuche. Schwere, lebensgeschichtliche Belastungen liessen sich nicht finden und es 

fänden sich auch keine Hinweise auf einen therapeutisch nicht mehr angehbaren, 

innerseelischen Verlauf einer missglückten, psychisch aber entlastenden 

Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn). Aus der Zusammenfassung der 

Gesamtbeurteilung geht zudem hervor, dass aufgrund der psychiatrischen 

Komorbidität die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit um 30% eingeschränkt 

sei. Dass Anhaltspunkte für einen mehrjährigen, chronifizierten Krankheitsverlauf mit 

weitgehend unveränderter Symptomatik ohne länger dauernde Rückbildung 

bestanden, wurde bereits im Entscheid des st. gallischen Versicherungsgerichts vom 

8. Juni 2010 festgestellt (IV 2008/407 E. 3.3). Die ambulante psychiatrische Behandlung 

sei adäquat und die ausgeprägte subjektive Krankheitsüberzeugung habe nur bedingt 

Krankheitswert und könne durch eine psychiatrische Therapie kaum wesentlich 

beeinflusst werden. Eine Empfehlung für weitere medizinische oder berufliche 

Massnahmen wurde nicht abgegeben.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/18

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4.4    Depressive Stimmungslagen sind nach der Rechtsprechung in der Regel 

(reaktive) Begleiterscheinungen einer somatoformen Schmerzstörung bzw. einer der 

zum selben Formenkreis gehörenden Somatisierungsstörung. Als solche können sie 

keine selbstständige, vom Schmerzsyndrom losgelöste psychische Komorbidität 

darstellen (vgl. BGE 130 V 352 E. 3.3.1; Urteile des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des 

Bundesgerichts] vom 30. Januar 2007, I 944/05, 2.2, und vom 22. Januar 2007, 

I 290/06, E. 2). Es kann aber auch sein, dass sie sich aufgrund ihres Schweregrads von 

einer somatoformen Störung bzw. der Somatisierungsstörung unterscheiden lassen 

(Urteil des EVG vom 20. April 2004, I 805/04, E. 5.2.1). Es stellt sich vorliegend damit 

die Frage, inwiefern konkret eine unabhängig von der gutachterlich vermerkten 

somatoformen Schmerzstörung bestehende Depression zu bejahen ist.

4.5    Beim Beschwerdeführer wurden im psychiatrischen Teilgutachten des ABI neben 

einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung auch eine rezidivierende depressive 

Störung, aktuell leichte bis mittelgradige Episode, als arbeitsfähigkeitsrelevante 

Diagnose festgestellt und unter Berücksichtigung des Krankheitswerts beider 

Störungen eine 70%-ige Arbeitsfähigkeit attestiert. Die Diagnose einer 

posttraumatischen Belastungsstörung könne nicht mehr bestätigt werden. Der RAD 

bestätigte diese Arbeitsfähigkeitseinschätzung und befand diese Beurteilung auch 

hinsichtlich der im MZR-Gutachten vom 5. Mai 2008 bescheinigten Arbeitsfähigkeit von 

80% als plausibel (IV-act. 125). Die erfahrenen Gutachter des ABI haben dem 

Umstand, dass eine objektiv zumutbare Willensanstrengung zur Überwindung der 

Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung unterstellt werden muss, in korrekter und gebührender 

Weise Rechnung getragen. Die Vermutung der aus der Schadenminderungspflicht 

fliessenden Überwindbarkeit einer somatoformen Schmerzstörung kann nicht so weit 

führen, dass nur die Möglichkeit besteht, entweder von einer vollen Arbeitsfähigkeit 

oder - im Fall des Umstossens dieser Vermutung - von einer vollen Arbeitsunfähigkeit 

auszugehen. Vielmehr hat der medizinische Sachverständige das Ausmass an 

zumutbarer Willensanstrengung und zu überwindender 

Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung im konkreten Einzelfall zu ermitteln (Noah Birkhäuser/

Andreas Brunner, Somatoforme Schmerzstörung - Gedanken zur Rechtsprechung und 

deren Folgen für die Praxis, insbesondere mit Blick auf die Rentenrevision, BJM 2007, 

S. 185; vgl. auch Entscheide des st. gallischen Versicherungsgerichts vom 30. August 

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2012, IV 2010/131, E. 5.2, vom 9. November 2010, IV 2010/122, E. 1.3.3 [bestätigt 

durch Urteil des Bundesgerichts vom 25. Februar 2011, 8C_958/2010 und 

8C_1039/2010, insbesondere E. 6.2.2.2], vom 27. Januar 2010, IV 2008/331, E. 5.2, 

und vom 10. Dezember 2009, IV 2008/223, E. 1.3). Da der Beschwerdeführer im 

vorliegenden Fall an einer Kombination aus Depression und somatoformer 

Schmerzstörung leidet und sein chronischer Schmerzzustand zumindest teilweise auch 

eine somatische Ursache hat, erscheint es plausibel und wird auch vom RAD-Arzt 

bestätigt, dass der Beschwerdeführer seine Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung nur 

teilweise – nämlich in Höhe von 70% – durch eine objektiv zumutbare 

Willensanstrengung überwinden kann. Die Nichtberücksichtigung der retrospektiv 

vorhanden gewesenen psychosozialen Belastungssituation des Beschwerdeführers 

(Scheidung, zeitweise alleinige Betreuung der beiden Söhne und zweimaliger Verlust 

der Arbeitsstelle) führte dazu, dass der psychiatrische ABI-Gutachter entgegen den 

ärztlichen Beurteilungen von Dr. D.___ (IV-act. 47), Dr. E.___ (IV-act. 62) und Dr. F.___ 

(IV-act. 74) auch rückwirkend keine schwere depressive Störung diagnostiziert hat. 

Weil es ausschliesslich Aufgabe der medizinischen Fachpersonen ist, sich – in Kenntnis 

der und unter Auseinandersetzung mit den massgebenden juristischen Kriterien – zur 

Arbeitsfähigkeit zu äussern, besteht mangels entsprechender Sachkenntnisse weder 

bei Verwaltung noch vor Gericht Raum für eine "juristische Korrektur", weshalb die von 

der Beschwerdegegnerin im Beschwerdeverfahren postulierte volle Arbeitsfähigkeit 

nicht haltbar ist (vgl. zu dieser Thematik auch die Urteile des st. gallischen 

Versicherungsgerichts vom 7. Dezember 2010, IV 2009/52, E. 4.4 [bestätigt durch den 

Bundesgerichtsentscheid vom 30. März 2011, 9C_1041/2010, E. 5.1], und vom 

9. November 2010, IV 2010/122, E. 1.3.3 [bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 

vom 25. Februar 2011, 8C_958/2010 und 8C_1039/2010] sowie das Urteil des 

Bundesgerichts vom 17. Januar 2013, 8C_680/2012, E. 4).

4.6    Das ABI-Gutachten ist überzeugend und beruht auf eigenständigen 

interdisziplinären Abklärungen in den Bereichen Innere Medizin/Allgemeinmedizin, 

Psychiatrie/Psychotherapie und Orthopädie. Die Expertise wurde in Kenntnis der 

Vorakten und unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden des 

Beschwerdeführers erstellt, weshalb es auch umfassend ist. Da behandelnde Ärzte 

erfahrungsgemäss dazu neigen, die oft (allzu) pessimistische Selbsteinschätzung ihrer 

Patienten zu übernehmen und eine seit längerer Zeit bestehende, schwere depressive 

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Episode auch retrospektiv glaubhaft und mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

ausgeschlossen wurde (vgl. IV-act. 124-17/29), besteht kein Anlass, das ABI-

Gutachten aufgrund der Beurteilung von Dr. D.___ (IV-act. 47), Dr. E.___ (IV-act. 62) 

und Dr. F.___ (IV-act. 74) in Zweifel zu ziehen. Die Gutachter des ABI haben in 

nachvollziehbarer Weise dargelegt, weshalb sie aufgrund der erhobenen Befunde von 

einer 30%-igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychischen Gründen 

ausgingen. Darauf ist abzustellen. Nach dieser Arbeitsfähigkeitsschätzung besteht 

aufgrund der psychiatrischen Komorbidität für leichte, adaptierte Tätigkeiten eine 

vollschichtig realisierbare Arbeitsfähigkeit von 70%, was nichts anderes heisst, als 

dass es dem Beschwerdeführer angesichts der psychischen 

Gesundheitsbeeinträchtigungen möglich wäre, seine Schmerzen soweit zu überwinden, 

dass eine Arbeitsleistung von 70% bei vollschichtiger Präsenz am Arbeitsplatz 

verrichtet werden kann.

5.      

5.1    Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird 

gemäss Art. 16 ATSG durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das 

Einkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei 

ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in 

Beziehung gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, 

wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).

5.2    Beim Einkommensvergleich ist in zeitlicher Hinsicht auf die Verhältnisse bei 

(allfälligem) Beginn des Rentenanspruchs abzustellen; zudem müssen eventuelle 

Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung 

berücksichtigt werden (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Auflage 2009, N. 7 zu Art. 16, 

mit Hinweis auf BGE 129 V 223). Der frühestmögliche Beginn einer allfälligen Rente ist 

im Dezember 2005 anzusiedeln, da die psychiatrische Arbeitsunfähigkeit von 30% 

gemäss ABI-Gutachten seit Dezember 2004 besteht und die Anmeldung bereits im Mai 

2003 erfolgte. Der Einkommensvergleich hat somit auf Grundlage der 

Einkommenszahlen im Jahr 2005 zu erfolgen. Die Beschwerdegegnerin hat in ihrer 

Verfügung vom 16. März 2011 auf ein Valideneinkommen von Fr. 59'803.-- abgestellt. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/18

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Dabei ging sie in Übereinstimmung mit dem Einspracheentscheid der Suva vom 

19. Februar 2004 vom (höheren) Einkommen des Beschwerdeführers von Fr. 56'875.-- 

aus, das er im Jahr 2003 generiert hatte. Dass die Beschwerdegegnerin nun im 

Beschwerdeverfahren auf das gemäss Anhang 2 der IV-Ausgabe der Informationsstelle 

AHV/IV für das Jahr 2001 errechnete durchschnittliche Einkommen über Fr. 56'883.-- 

von Männern in der Qualifikationsstufe 4 abstellen will, rechtfertigt sich nicht, da das 

Valideneinkommen so konkret wie möglich zu bestimmen ist. Der von der Suva 

festgelegte Betrag kann als realistisch betrachtet werden und eine Veranlassung, 

davon abzuweichen, besteht nicht (BGE 126 V 288 E. 4b). Nach Anpassung an die 

Nominallohnentwicklung bis im Jahr 2005 (2004: 0.9%, 2005: 0.9%) resultiert ein 

Valideneinkommen von Fr. 57'903.35.

5.3    Bei der Bemessung des Invalideneinkommens ist auf die Schweizerischen 

Lohnstrukturerhebung (LSE) 2004, Anhang Tabelle TA1, abzustellen, wonach sich das 

Durchschnittseinkommen der Hilfsarbeiter auf Fr. 4'588.-- belief. Bei Berücksichtigung 

der Teuerung im Jahr 2005 (0.9%) ergibt dies Fr. 4'629.29, umgerechnet auf den 

schweizerischen Durchschnitt von 41,6 Wochenarbeitsstunden Fr. 4'814.46 bzw. 

Fr. 57'773.56. Eine Parallelisierung kann vorliegend unterbleiben, da der Unterschied 

zwischen den Vergleichseinkommen weniger als 5% beträgt. Bei einem 

Arbeitsfähigkeitsgrad von 70% resultiert hieraus ein Jahreseinkommen von Fr. 

40'441.50.

5.4    Die Aufenthaltskategorie des Beschwerdeführers rechtfertigt lediglich einen 

Abzug vom Tabellenlohn, wenn gemäss Anhang Tabelle TA12 der LSE (monatlicher 

Bruttolohn, SchweizerInnen und AusländerInnen) ein statistisch unterdurchschnittlicher 

Lohn ausgewiesen ist. Massgebend ist das Verhältnis der jeweiligen 

Aufenthaltskategorie zum allgemeinen durchschnittlichen Lohnniveau und nicht das 

Verhältnis zu den von Schweizerinnen und Schweizern durchschnittlich erzielten Löhne 

(Urteil des EVG vom 3. November 2006, I 215/06, E. 4.2.3.2). Bei einem Aufenthalter 

der Kategorie B wird der Durchschnittslohn mit Fr. 4'189.-- beziffert, was unter dem 

Durchschnittseinkommen eines Hilfsarbeiters in Höhe von Fr. 4'588.-- liegt und daher 

einen Abzug vom Tabellenlohn rechtfertigt. Selbst wenn unter zusätzlicher 

Berücksichtigung der Tatsache, dass die statistischen Tabellen der LSE grösstenteils 

auf Löhnen gesunder Arbeitskräfte beruhen und der Beschwerdeführer im Vergleich zu 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/18

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solchen nur leidensangepasste Tätigkeiten ausüben kann und eher keine Überstunden 

zu leisten vermag, ein Abzug vom Tabellenlohn gewährt werden würde, wäre dieser 

insgesamt höchstens mit 10% zu bemessen. Dass der Beschwerdeführer trotz 

ganztägiger Präsenz lediglich zu 70% leistungsfähig ist, wird vom Bundesgericht als 

Abzugsgrund verneint (vgl. dazu Philipp Geertsen, Der Tabellenlohnabzug, Die 

Bereinigung der LSE-Tabellenlöhne zur Ermittlung des Invalideneinkommens, in: Ueli 

Kieser und Miriam Lendfers [Hrsg.], Jahrbuch zum Sozialversicherungsrecht [JaSo] 

2012, Zürich/St. Gallen 2012, S. 148 ff. mit Hinweis; vgl. aber auch Urteil des 

Bundesgerichts vom 4. April 2012, 8C_20/2012, E. 3.2 mit Hinweisen). Nach einem 

Abzug von 10% ergibt sich somit ein Invalideneinkommen von Fr. 36'397.35.

5.5    Bei der Gegenüberstellung des Valideneinkommens (Fr. 57'903.35) und des 

Invalideneinkommens (Fr. 36'397.35) resultiert ein nicht rentenbegründender 

Invaliditätsgrad von 37,1%.

6.      

6.1    Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.

6.2    Dem Beschwerdeführer wurde die unentgeltliche Rechtspflege am 20. Mai 2011 

bewilligt (act. G 7). Wenn seine wirtschaftlichen Verhältnisse es gestatten, kann er 

jedoch zur Nachzahlung verpflichtet werden (Art. 123 der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).

6.3    Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

als angemessen. Dem unterliegenden Beschwerdeführer ist die Gerichtsgebühr in der 

Höhe von Fr. 600.-- aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist er von der 

Bezahlung zu befreien.

6.4    Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der 

Rechtsvertretung des Beschwerdeführers. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/18

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Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen 

(Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor 

Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b Honorarordnung für Rechtsanwälte und 

Rechtsagenten (HonO; sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. In der 

vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit erscheint unter Berücksichtigung, dass der 

unentgeltliche Rechtsbeistand auf die Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels 

verzichtet hat, eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'000.-- angemessen. Diese 

ist um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, [AnwG; sGS 

963.70]). Somit entschädigt der Staat den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers 

pauschal mit Fr. 2'400.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.       Der Beschwerdeführer wird zufolge unentgeltlicher Rechtspflege von der 

Bezahlung der Gerichtsgebühr in Höhe von Fr. 600.-- befreit.

3.       Der Staat entschädigt den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers zufolge 

unentgeltlicher Rechtsverbeiständung mit Fr. 2'400.-- (einschliesslich Barauslagen und 

Mehrwertsteuer).

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	Entscheid Versicherungsgericht, 13.03.2013
	Art. 28 IVG. Beweiskraft ABI-Gutachten. Abweisung des Rentengesuchs bei einem Invaliditätsgrad von 37,1% (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St.Gallen vom 13. März 2013, IV 2011/140).

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		2025-07-19T10:53:37+0200
	"9001 St.Gallen"
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