# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** afc7ff7a-5c7b-553d-9402-cf5680344be0
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-05-10
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 10.05.2017 200 2016 1229
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2016-1229_2017-05-10.pdf

## Full Text

200 16 1229 und
200 16 1230 ALV (2)
KNB/GET/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 10. Mai 2017

Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiber Germann

A.________
Beschwerdeführer

gegen

beco Berner Wirtschaft 
Arbeitsvermittlung, Rechtsdienst, Lagerhausweg 10, 3018 Bern
Beschwerdegegner

betreffend zwei Einspracheentscheide vom 11. November 2016 (ER RD 
945/2016 + 946/2016 und ER RD 1187/2016)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Mai 2017, ALV/16/1229, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der … geborene A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. Beschwerde-
führer) arbeitete seit Februar 2012 als … im „B.________“ (Akten des beco 
Berner Wirtschaft [nachfolgend beco bzw. Beschwerdegegner], Dossier 
Regionales Arbeitsvermittlungszentrum [RAV; act. IID], 22 f.). Mit Schrei-
ben vom 31. August 2015 kündigte der Arbeitgeber den Arbeitsvertrag per 
31. Oktober 2015 (act. IID 6; Akten des beco, Dossier Arbeitslosenkasse, 
[act. IIC], 7). Am 29. Oktober 2015 meldete sich der Versicherte beim RAV 
Bern zur Arbeitsvermittlung an (act. IID 4 f.) und stellte einen Antrag auf 
Arbeitslosenentschädigung ab November 2015 (act. IIC 9 ff.). 

Mit zwei separaten Verfügungen vom 1. Juni 2016 (act. IID 75 f.; 77 ff.) 
stellte das RAV Bern den Versicherten wegen ungenügender Arbeits-
bemühungen für die Monate März 2016 (act. IID 76) und April 2016 (act. 
IID 79) für die Dauer von drei Tagen ab dem 1. April 2016 bzw. von sieben 
Tagen ab 1. Mai 2016 in der Anspruchsberechtigung ein. Mit der Begrün-
dung, der Versicherte habe ein für den 14. Juni 2016, 08:00 Uhr, vereinbar-
tes Beratungsgespräch beim RAV Bern aus unentschuldbarem Grund nicht 
wahrgenommen, stellte das RAV Bern mit Verfügung vom 29. Juni 2016 
(act. IID 105 ff.) den Versicherten ab dem 15. Juni 2016 für weitere sieben 
Tage in der Anspruchsberechtigung ein. Die gegen alle drei Verfügungen 
erhobenen Einsprachen (act. IID 89; 109) wies das beco mit zwei separa-
ten Entscheiden vom 11. November 2016 (ER RD 945+946/2016 [betref-
fend die Verfügungen vom 1. Juni 2016; act. IID 167 ff.]; ER RD 1187/2016 
[betreffend die Verfügung vom 29. Juni 2016; act. IID 181 ff.]) ab. 

B.

Mit zwei vom 10. November 2016 datierenden, ans beco adressierten, dort 
am 12. Dezember 2016 eingegangenen und am selben Tag ans Verwal-
tungsgericht des Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, 
weitergeleiteten Eingaben erhob der Versicherte gegen beide Einspra-

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cheentscheide vom 11. November 2016 Beschwerde. Er beantragt jeweils 
sinngemäss die Aufhebung der angefochtenen Entscheide bzw. der Ein-
stellung in der Anspruchsberechtigung. Mit Bezug auf den Einspracheent-
scheid ER RD 945+946/2016 (Verfahren ALV 200.2016.1229) macht der 
Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, er sei im März und April 2016 
als … tätig gewesen und habe deshalb weder Zeit gehabt noch sei er ver-
pflichtet gewesen, weitere Arbeitsbemühungen zu erbringen. Zudem be-
treue er „zum 40%igen Anteil [seiner] Arbeitswoche“ seinen Sohn. 
Hinsichtlich des Einspracheentscheids ER RD 1187/2016 (Verfahren ALV 
200.2016.1230) macht der Beschwerdeführer insoweit ein Missverständnis 
bezüglich der Terminvereinbarung zwischen ihm und der zuständigen 
„RAV-Beraterin“ geltend, als er von 10:00 Uhr und nicht von 08:00 Uhr 
ausgegangen und es deshalb zum Terminversäumnis gekommen sei. Im 
Übrigen treffe ihn und seine Familie „der Schlag dieser fehlenden Fr. 700.-- 
sehr“, da sie in prekären finanziellen Verhältnissen lebten. 

Mit zwei separat eingereichten Beschwerdeantworten vom 21. Februar 
2017 beantragt der Beschwerdegegner jeweils die Abweisung der Be-
schwerden. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 14. März 2017 vereinigte der Instrukti-
onsrichter die Verfahren ALV 200.2016.1229 und ALV 200.2016.1230.   

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtenen Entscheide sind in Anwendung von Sozialver-
sicherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-

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anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist in den vorinstanzlichen Verfahren mit seinen An-
trägen nicht durchgedrungen, durch die angefochtenen Entscheide berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb er zur 
Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gege-
ben (Art. 100 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 25. Juni 1982 über die obli-
gatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung 
[AVIG; SR 837.0] i.V.m. Art. 128 Abs. 2 der Verordnung vom 31. August 
1983 über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolven-
zentschädigung [AVIV; SR 837.02]). Da auch die Bestimmungen über Frist 
(Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 
des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechts-
pflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerden 
einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekte bilden die Einspracheentscheide vom 11. No-
vember 2016 (ER RD 945+946/2016 [act. IID 167 ff.] und ER RD 
1187/2016 [act. IID 181 ff.]). Streitig und zu prüfen ist die Einstellung in der 
Anspruchsberechtigung auf Arbeitslosenentschädigung im Umfang von drei 
und zweimal sieben Tagen.

1.3 Da der Streitwert bei einer Einstelldauer von insgesamt 17 Tagen 
und einem Taggeld von knapp Fr. 94.-- (vgl. Akten des Beschwerdeführers 
betreffend Verfahren ALV 200.2016.1229 [act. I 10]) unter Fr. 20'000.-- 
liegt, fällt die Beurteilung der Beschwerden in die einzelrichterliche Zustän-
digkeit (Art. 57 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft die angefochtenen Entscheide frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Nach Art. 17 Abs. 1 AVIG müssen Versicherte, die Versicherungs-
leistungen beanspruchen wollen, mit Unterstützung des zuständigen Ar-
beitsamtes alles Zumutbare unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu 

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vermeiden oder zu verkürzen. Insbesondere sind sie verpflichtet, Arbeit zu 
suchen, nötigenfalls auch ausserhalb ihres bisherigen Berufs. Sie müssen 
ihre Bemühungen nachweisen können. 

2.1.1 Gemäss Art. 26 Abs. 1 AVIV muss sich die versicherte Person 
gezielt um Arbeit bemühen, in der Regel in Form einer ordentlichen 
Bewerbung. Sie muss den Nachweis der Arbeitsbemühungen für jede 
Kontrollperiode spätestens am fünften Tag des folgenden Monats oder am 
ersten auf diesen Tag folgenden Werktag einreichen. Die 
Arbeitsbemühungen werden nicht mehr berücksichtigt, wenn sie die Frist 
verstreichen lässt und keinen entschuldbaren Grund geltend macht (Abs. 
2). Die zuständige Amtsstelle überprüft die Arbeitsbemühungen der 
versicherten Person monatlich (Abs. 3).

2.1.2 In quantitativer Hinsicht werden in der Praxis durchschnittlich zehn 
bis zwölf Stellenbewerbungen pro Monat in der Regel als genügend erach-
tet (BGE 139 V 524 E. 2.1.4 S. 528). Dabei ist allerdings nicht schematisch 
auf eine rein quantitative Grenze abzustellen. Vielmehr ist die Qualität des 
Vorgehens der versicherten Person mit Blick auf die konkreten Umstände 
zu prüfen, wobei mitunter eine gezielte Arbeitssuche und gut dargestellte 
Bewerbungen besser sind als zahlreiche Arbeitsbemühungen (Entscheid 
des Bundesgerichts [BGer] vom 28. Juni 2010, 8C_589/2009, E. 3.2).

2.2 Nach Art. 17 Abs. 3 lit. b AVIG ist die versicherte Person sodann 
u.a. verpflichtet, an Beratungsgesprächen teilzunehmen. Die zuständige 
Amtsstelle legt die Termine für die Beratungs- und Kontrollgespräche für 
jeden Versicherten fest (Art. 21 Abs. 2 AVIV) und führt diese mit jeder 
versicherten Person in angemessenen Zeitabständen, jedoch mindestens 
alle zwei Monate, durch. Dabei werden die Vermittlungsfähigkeit und die 
Vermittlungsbereitschaft überprüft (Art. 22 Abs. 2 AVIV). 

2.3 Nach Art. 30 Abs. 1 AVIG ist der Versicherte in der 
Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn er sich persönlich nicht 
genügend um zumutbare Arbeit bemüht (lit. c) oder die Kontrollvorschriften 
oder die Weisungen der zuständigen Amtsstelle nicht befolgt (lit. d). Die 
Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens (Art. 
30 Abs. 3 Satz 3 AVIG) und beträgt 1 bis 15 Tage bei leichtem, 16 bis 30 

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Tage bei mittelschwerem und 31 bis 60 Tage bei schwerem Verschulden 
(Art. 45 Abs. 3 lit. a - c AVIV). Wird die versicherte Person wiederholt in der 
Anspruchsberechtigung eingestellt, so wird die Einstellungsdauer 
angemessen verlängert. Für die Verlängerung werden die Einstellungen 
der letzten zwei Jahre berücksichtigt (Art. 45 Abs. 5 AVIV).

3.

3.1 Zu prüfen ist zunächst die Rechtmässigkeit der Einstellung in der 
Anspruchsberechtigung von drei Tagen für den Monat März 2016 bzw. von 
sieben Tagen für den Monat April 2016. Der Beschwerdegegner hat die 
Sanktionen mit ungenügenden Arbeitsbemühungen in den entsprechenden 
Kontrollperioden begründet. 

3.1.1 Gemäss den am 24. März bzw. 6. Mai 2016 dem RAV Bern wei-
tergeleiteten Listen „Nachweis der persönlichen Arbeitsbemühungen“ für 
die Monate März und April 2016 hat der Beschwerdeführer jeweils eine 
Arbeitsbemühung pro Monat getätigt (act. IID 60; 70). Dies erweist sich in 
quantitativer Hinsicht als klar ungenügend: Zunächst steht fest, dass mit 
den angegebenen Stellenbewerbungen die zwischen der RAV-Beraterin 
und dem Beschwerdeführer vereinbarte, bereits wesentlich unter dem 
rechtsprechungsgemässen Zielwert von zehn bis zwölf Bewerbungen pro 
Monat liegende (vgl. E. 2.1.2 vorne) Anzahl von sechs Arbeitsbemühungen 
(act. IID 120) deutlich unterschritten wurde. Zudem betraf die (einzige) Be-
werbung für den Monat März die C.________, wo der Beschwerdeführer ab 
dem 16. März 2016 – im Sinne eines Zwischenverdienstes – bis zur vorzei-
tigen Kündigung des (bis September 2016 befristeten) Vertragsverhältnis-
ses per 3. Mai 2016 als … angestellt war (act. IID 88; act. IIC 66 ff.). Wenn 
der Beschwerdeführer diesbezüglich vorbringt, er habe aufgrund dieser 
Zwischenverdienstlösung weder die Verpflichtung noch die Zeit gehabt, 
weitere Arbeitsbemühungen zu erbringen, so kann darin weder ein Recht-
fertigungs- noch ein Exkulpationsgrund erblickt werden. Denn der Be-
schwerdeführer verkennt, dass auch eine versicherte Person mit einer 
(selbst vollzeitlich ausgeübten) Zwischenverdiensttätigkeit weiterhin als 
arbeitslos gilt (Art. 24 Abs. 1 AVIG) und er deshalb auf Grund der im 

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Sozialversicherungsrecht generell geltenden Schadenminderungspflicht 
grundsätzlich gehalten ist, weiterhin quantitativ und qualitativ ausreichende 
Arbeitsbemühungen nachzuweisen (Entscheid des BGer vom 5. März 
2007, C 293/06, E. 3.1.3). Davon abzurücken besteht auch vorliegend kein 
Anlass, meldete sich der Beschwerdeführer doch erst am 12. August 2016 
vom RAV ab (act. IID 123) und geht aus den Unterlagen weder hervor noch 
wird geltend gemacht, dass der Beschwerdeführer während der 
Vertragsdauer explizit von seiner Pflicht, Arbeitsbemühungen 
nachzuweisen, entbunden worden wäre. Zudem war der Arbeitsvertrag mit 
den C.________ – wie bereits erwähnt – zum vornherein bis September 
2016 befristet (act. IID 88), weshalb der Beschwerdeführer mit Blick auf 
diese unmissverständliche schriftliche Vereinbarung unter dem Aspekt der 
auch eine bloss drohende Arbeitslosigkeit beschlagenden 
Schadenminderungspflicht gehalten war, sich weiterhin in genügendem 
Masse um eine feste Anstellung zu bemühen, selbst wenn ihm mündlich 
eine Festanstellung in Aussicht gestellt worden sein sollte (vgl. act. II 89). 
Schliesslich verfängt auch der Einwand der fehlenden zeitlichen 
Ressourcen nicht, geht doch aus den Bescheinigungen über den 
Zwischenverdienst hervor, dass der Beschwerdeführer im Monat März 
lediglich an den Tagen 24, 26, 27 und 30 (act. IIC 66) und im April an den 
Tagen 1, 2, 5, 10-13, 18-20 und 23 gearbeitet hat (act. IIC 69). Nichts 
Anderes folgt aus den vom Beschwerdeführer im Beschwerdeverfahren 
eingereichten Dienstplänen und der Arbeitsbestätigung der C.________ 
(vgl. act. I 4 f. - ALV 200.2016.1229). In Letzterer wird denn auch bestätigt, 
dass der Beschwerdeführer für den April zwar „zu zirka 100% eingeplant“ 
war, jedoch witterungsbedingt nicht entsprechend eingesetzt werden 
konnte. Wie der Beschwerdegegner in seiner Beschwerdeant-wort 
betreffend das Verfahren ALV 200.2016.1229 insoweit zutreffend ausführt, 
verblieb dem Beschwerdeführer mit Blick auf die effektiven Arbeitszeiten 
damit sowohl vor dem Antritt des Zwischenverdienstes – dieser erfolgte 
erst am 16. März 2016 – als auch während Ausübung desselben, selbst 
unter Berücksichtigung der Elternpflichten, in beiden Monaten genügend 
Zeit für die weitere Suche nach einer unbefristeten Festanstellung. 

3.1.2 Erfolgte der Verzicht auf die Vornahme und Einreichung einer 
hinreichenden Anzahl von Stellenbewerbungen in den Monaten März und 

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April 2016 dem Dargelegten zufolge somit unrechtmässig und ohne 
entschuldbaren Grund, bleibt abschliessend die Angemessenheit der ver-
fügten Sanktion von drei bzw. sieben Einstelltagen zu prüfen.

Die verfügte Einstelldauer von drei Tagen betreffend die Kontrollperiode 
März 2016 liegt im unteren, jene von sieben Tagen betreffend die Kontroll-
periode April 2016 im mittleren Bereich des leichten Verschuldens (Art. 45 
Abs. 3 lit. a AVIV). Unter Berücksichtigung des – allein für die Verwaltung – 
verbindlichen „Einstellrasters“ (vgl. Teil D72, Ziff. 1.C/1 und 2 der AVIG-
Praxis ALE [in der ab Januar 2016 gültigen Fassung]), welches für erstmals 
respektive zweitmals ungenügende Arbeitsbemühungen eine Sanktion von 
drei bis vier bzw. von fünf bis neun Einstelltagen vorsieht, ist die verfügte 
Sanktion in Anbetracht der gesamten und in E. 3.1.1 hiervor dargelegten 
objektiven und subjektiven Umstände (vgl. BGE 141 V 365 E. 4.1 S. 369) 
nicht zu beanstanden. Es ist kein Grund ersichtlich, der ein Eingreifen in 
das Ermessen der Verwaltung rechtfertigen würde. 

3.1.3 Nach dem Dargelegten lässt sich die Einstellung von drei bzw. 
sieben Tagen in der Anspruchsberechtigung weder vom Grundsatz noch 
von der Höhe her beanstanden. Die Beschwerde erweist sich somit als 
unbegründet und ist abzuweisen.

3.2 Zu prüfen ist weiter die Rechtmässigkeit der Einstellung in der An-
spruchsberechtigung von sieben Tagen ab dem 15. Juni 2016 wegen Ver-
säumnis eines Beratungsgesprächs beim RAV Bern. 

3.2.1 In tatsächlicher Hinsicht steht zunächst fest und ist unbestritten, 
dass der Beschwerdeführer dem mittels Schreiben vom 26. April 2016 (act. 
IID 67) auf den 14. Juni 2016, 08:00 Uhr, anberaumten Beratungsgespräch 
beim RAV fernblieb. Damit steht auch ausser Frage, dass der Beschwerde-
führer grundsätzlich gegen Art. 17 Abs. 3 lit. b AVIG (vgl. E. 2.2 vorne) ver-
stossen hat. 

Zu prüfen bleibt demnach, ob das Fernbleiben vom Beratungsgespräch in 
entschuldbarer Weise erfolgte. Dies ist zu verneinen: Zunächst fällt ins 
Gewicht, dass der Beschwerdeführer aufgrund eines bereits am 17. März 
2016 (act. IID 49; 56) erfolgten Terminversäumnisses – es handelte sich 
ebenfalls um ein Beratungsgespräch beim RAV – verwarnt und darauf hin-

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gewiesen wurde, dass ein weiteres Terminversäumnis Einstelltage zur Fol-
ge haben könne (act. IID 62). Mit Blick auf diese Vorgeschichte hätte der 
Beschwerdeführer der Einhaltung von Terminen künftig besondere Beach-
tung schenken müssen. Soweit er deshalb hinsichtlich des vorliegend 
streitgegenständlichen Beratungstermins nun ins Feld führt, der telefonisch 
vereinbarte Termin habe nicht mit dem schriftlich bestätigten Termin 
übereingestimmt, wobei er es unterlassen habe, Letzteren noch einmal zu 
kontrollieren, vermag er sich damit nicht zu entschuldigen: Denn selbst 
wenn der Beschwerdeführer – allenfalls irrtümlich – davon ausging, dass 
telefonisch von 10:00 und nicht 08:00 Uhr die Rede war, so wäre es doch 
seine Pflicht gewesen, die schriftlich erfolgte Einladung vom 26. April 2016 
zu kontrollieren und allenfalls eine – im Rahmen von Art. 25 AVIV 
grundsätzlich mögliche – Terminverschiebung zu verlangen. Denn wie der 
Beschwerdegegner in der das Verfahren ALV 200.2016.1230 betreffenden 
Beschwerdeantwort insoweit zutreffend ausführt, ist vom Beschwerdeführer 
zu verlangen, sich so zu organisieren, dass er den von der zuständigen 
Amtsstelle festgesetzten Terminen Folge leisten kann. Der Umstand, dass 
der Beschwerdeführer den Termin vom 14. Juni 2016 vergessen bzw. ver-
passt hat, stellt demnach eine im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG sank-
tionsbegründende Nachlässigkeit dar.

3.2.2 Die vom Beschwerdegegner verfügte Sanktion von sieben Einstell-
tagen liegt im mittleren Bereich des leichten Verschuldens (Art. 45 Abs. 3 
lit. a AVIV) und erweist sich mit Blick auf die gesamten Umstände als an-
gemessen. Ein triftiger Grund, welcher eine abweichende Ermessensausü-
bung gebietet, ist nicht ersichtlich. 

Soweit der Beschwerdeführer sinngemäss geltend macht, er habe das 
Fernbleiben vom Termin „nicht ausgenutzt oder für einen Zweck miss-
braucht“, so ist darauf hinzuweisen, dass das zu sanktionierende Verhalten 
im Arbeitslosenversicherungsrecht nicht auf Vorsatz beschränkt ist (Art. 1 
Abs. 2 AVIG in Verbindung mit Art. 21 Abs. 1 ATSG). Vielmehr ist die Ein-
stellung in der Anspruchsberechtigung ausdrücklich „nach dem Grad des 
Verschuldens“ zu bemessen (Art. 30 Abs. 3 AVIG). Eine Absicht, das Ver-
schulden bei leichter Fahrlässigkeit von jeglicher Sanktion auszunehmen, 
ist im Unterschied zu anderen Sozialversicherungszweigen nicht erkenn-

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bar. Es widerspräche daher dem AVIG, wenn die leichte Fahrlässigkeit als 
eine der Formen des Verschuldens ausgeklammert würde (BGE 124 V 225 
E. 4d S. 232; ARV 2007 S. 212 E. 3.2). Schliesslich sind auch die vom Be-
schwerdeführer ins Feld geführten prekären finanziellen Verhältnisse (vgl. 
Akten des Beschwerdeführers betreffend Verfahren ALV 200.2016.1230 
[act. I 2 ff.]) sanktionsrechtlich nicht ausschlaggebend: Einerseits richtet 
sich die Dauer der Einstellung – wie eben dargelegt – allein nach dem Grad 
des Verschuldens (vgl. BGE 113 V 154). Andererseits gilt es zu berücksich-
tigen, dass der Beschwerdegegner mit der verfügten Einstelldauer von sie-
ben Tagen – trotz bereits zweimaligen Fernbleibens von anberaumten 
Beratungsterminen und trotz wiederholter Einstellung in der Anspruchsbe-
rechtigung (Art. 45 Abs. 5 AVIV) – unter dem vorliegend möglichen Sankti-
onsrahmen blieb, sieht der „Einstellraster“ des SECO doch allein für ein 
zweitmaliges Terminversäumnis einen Sanktionsrahmen von 9-15 Einstell-
tagen vor (vgl. Teil D72, Ziff. 3.A/1 und 2 der AVIG-Praxis ALE [in der ab 
Januar 2016 gültigen Fassung]). 

3.2.3 Die Beschwerde erweist sich somit auch insoweit als unbegründet 
und ist abzuweisen. 

3.3 Zusammenfassend ergingen die angefochtenen Entscheide zu 
Recht und die dagegen erhobenen Beschwerden sind abzuweisen.

4.

4.1 Verfahrenskosten sind in Anwendung von Art. 1 Abs. 1 AVIG 
i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG keine zu erheben.

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf 
eine Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. 
Art. 61 lit. g ATSG).

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Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerden werden abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä-
digung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- A.________
- beco Berner Wirtschaft, Arbeitsvermittlung 
- Staatssekretariat für Wirtschaft - seco

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.