# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d72a2cbf-87ef-57e9-9049-cd2cd73830a9
**Source:** Schaffhausen (SH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2003-01-10
**Language:** de
**Title:** Schaffhausen Obergericht 10.01.2003 40/2002/6
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SH_OG/SH_OG_001_40-2002-6_2003-01-10.pdf

## Full Text

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Art. 132 Abs. 2 und Art. 218 Abs. 2 ZGB; Art. 297, Art. 354 Ziff. 5 und 

Art. 364 Abs. 2 ZPO. Kantonales Rechtsmittel bei Sicherstellung künf-

tiger Unterhaltsbeiträge und güterrechtlicher Beteiligungsforderungen 

(Entscheid des Obergerichts Nr. 40/2002/6 vom 10. Januar 2003 i.S. B.). 

 

 Gegen erstinstanzliche Verfügungen betreffend Sicherstellung künftiger 

Unterhaltsbeiträge und güterrechtlicher Beteiligungsforderungen ist der Re-

kurs zulässig. 

 

Aus den Erwägungen: 

 

 1.–  Gemäss Art. 354 Ziff. 5 der Zivilprozessordnung für den Kanton 

Schaffhausen vom 3. September 1951 (ZPO, SHR 273.100) ist der Rekurs 

zulässig gegen Verfügungen im summarischen Verfahren; davon ausgenom-

men sind jedoch unter anderem Verfügungen, mit denen über vorsorgliche 

Massnahmen vor Anhängigmachung eines Rechtsstreites entschieden wurde, 

sowie Verfügungen über Eheschutzmassnahmen (Art. 354 Ziff. 5 lit. c und d 

ZPO). Nach Art. 364 Abs. 2 ZPO steht gegen Verfügungen, mit denen über 

vorsorgliche Massnahmen entschieden wurde, die Nichtigkeitsbeschwerde 

offen. 

 Angefochten ist im vorliegenden Fall die von der Einzelrichterin verfügte 

Sicherstellung künftiger Unterhaltsbeiträge und einer güterrechtlichen Betei-

ligungsforderung nach Art. 132 Abs. 2 und Art. 218 Abs. 2 des Schweize-

rischen Zivilgesetzbuchs vom 10. Dezember 1907 (ZGB, SR 220). Derartige 

Verfügungen ergehen im summarischen Verfahren (Art. 291 Abs. 2 ZPO). Es 

stellt sich daher die Frage, ob sie gemäss Art. 354 Ziff. 5 ZPO durch Rekurs 

anfechtbar sind. Die Einzelrichterin verneint dies aufgrund der zitierten Vor-

schriften von Art. 354 Ziff. 5 lit. c und d und Art. 364 Abs. 2 ZPO sowie un-

ter Hinweis auf die Zielrichtung der Revision der Zivilprozessordnung vom 

21. August 1995. Der Rekurrent ist hingegen der Auffassung, die streitigen 

Sicherstellungen fielen unter keinen der in Art. 354 Ziff. 5 ZPO umschriebe-

nen Ausschlussgründe, weshalb der Rekurs zulässig sei.  

 Bei der Sicherstellung geht es um die Sicherung der Erfüllung (Peter 

Breitschmid, Basler Kommentar, 2. A., Basel/Genf/München 2002, Art. 292 

ZGB N. 2, S. 1558). Die Sicherstellung bildet – wie die Anweisung an die 

Schuldner – Teil der Vollstreckungssicherung nachehelicher periodischer Un-

terhaltsleistungen (vgl. Breitschmid, Art. 131/132 ZGB N. 2, S. 821) oder gü-

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terrechtlicher Forderungen. Dementsprechend ist Art. 132 ZGB den Bestim-

mungen des Scheidungsrechts über die Vollstreckung zugeordnet (vgl. den 

Randtitel "IV. Vollstreckung" zu Art. 131 ff. ZGB). Demnach geht es um ein 

Befehlsverfahren i.S.v. Art. 297 Ziff. 1 ZPO zur "Vollstreckung von Ansprü-

chen". Im Unterschied zu vorsorglichen Massnahmen dient die Sicherstellung 

künftiger Unterhaltsbeiträge (Art. 132 Abs. 2 ZGB) weder der Erhaltung des 

bestehenden Zustandes vor Anhängigmachung eines Rechtsstreites (Art. 297 

Ziff. 2 ZPO) noch dem vorläufigen Rechtsschutz während des ordentlichen 

Prozesses (vgl. Vogel/Spühler, Grundriss des Zivilprozessrechts, 7. A., Bern 

2001, 12. Kapitel N. 190, S. 348). Voraussetzung für ihre Anordnung ist ein 

vollstreckbarer Anspruch der berechtigten Person (Sutter/Freiburghaus, 

Kommentar zum neuen Scheidungsrecht, Zürich 1999, Art. 132 ZGB N. 26, 

S. 369). Die Gläubigerin hat somit ihre Forderung nicht noch in einem Zivil-

prozess geltend zu machen. Was die Sicherstellung güterrechtlicher Ansprü-

che (Art. 218 Abs. 2 ZGB) anbetrifft, so besteht sie, "sofern es die Umstände 

rechtfertigen" (vgl. Heinz Hausheer, Basler Kommentar, 2. A., Basel/ 

Genf/München 2002, Art. 218 ZGB N. 15, S. 1207). Eine Qualifikation als 

vorsorgliche Massnahme ist gleichfalls auszuschliessen. Die Sicherstellungen 

nach Art. 132 und Art. 218 ZGB fallen damit nicht unter Art. 354 Ziff. 5 lit. c 

und d ZPO.  

 Bei der Revision der Zivilprozessordnung vom 21. August 1995 ging es 

darum, durch Straffung der prozessualen Vorschriften die Justiz zu entlasten 

und die Prozesse entsprechend zu beschleunigen. Dieses Ziel der damaligen 

Gesetzesrevision kann jedoch eine Auslegung der massgebenden Vorschriften 

gegen den klaren Gesetzeswortlaut nicht rechtfertigen (BGE 126 III 54 E. 2d 

mit Hinweisen; OGE vom 8. September 2000 i.S. N., E. 1b aa, Amtsbericht 

2000, S. 84; nicht veröffentlichtes Urteil des Bundesgerichts Nr. 4P.275/2000 

vom 31. Januar 2001 i.S. N., E. 3, S. 4 ff.).  

 Der Rekurs ist demnach gegen erstinstanzliche Verfügungen, mit denen 

eine Sicherstellung nach Art. 132 Abs. 2 oder Art. 218 Abs. 2 ZGB angeord-

net wurde, aufgrund von Art. 354 Ziff. 5 ZPO zulässig.