# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6998b2f2-ff96-57f7-838b-b45a9d9e598f
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2007-03-30
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 30.03.2007 S 2007 4
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2007-4_2007-03-30.pdf

## Full Text

S 07 4

2. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 30. März 2007

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend IV-Rente

1. a) Der heute 58-jährige … (geb. 16.10.1949) ist verheiratet und arbeitete zuletzt 

(bis Febr. 2002) als Hilfsarbeiter im Strassenbau. Aufgrund anhaltender 

Rücken- und Atemprobleme stellte er im Januar 2003 bei der IV-Stelle 

Graubünden ein Gesuch um Ausrichtung von Leistungen der 

Invalidenversicherung (IV). In der Verfügung vom 13.02.2004 hielt die IV-

Stelle zunächst fest, dass der ermittelte Invaliditätsgrad (IV-Grad) unter 40% 

liege und er deshalb keinen Anspruch auf eine IV-Rente habe. Eine dagegen 

erhobene Einsprache des Versicherten hiess die IV-Stelle mit Entscheid vom 

28.09.2004 in dem Sinne gut, als sie ihm neu einen IV-Grad von 55% (ab 

01.02.2003) und damit eine halbe IV-Rente zusprach; basierend auf einem 

mutmasslichen Einkommen ohne Behinderung 2004 (Valideneinkommen) 

von Fr. 57'860.-- sowie einer Verdienstmöglichkeit trotz Behinderung 

(Invalideneinkommen) von Fr. 26'012.-- bei einer ärztlich attestierten 

Restarbeitsfähigkeit von 50% in einer adäquaten Ersatztätigkeit. Mit 

Verfügung vom 17.12.2004 hielt sie an jenem Entscheid fest.

b) Mit Verfügung vom 16.11.2005 lehnte die IV-Stelle (Vorinstanz) aber ein 

Gesuch um Erhöhung der IV-Rente vom 21. Juni 2005 – gestützt auf mehrere 

seit Dezember 2004 neu erstellte Arztberichte (vgl. dazu vor allem die 

Befunde und Atteste des Pneumatologen Dr. … vom 17./20.01.2005, des 

Kantonsspitalarztes [KSC] Dr. … vom 17.03.2005, des Hausarztes Dr. … vom 

19.06. und 03.10.2005, des Rheumatologen Dr. … vom 26.05. und 

31.08.2005 und der IV-Stellenärztin Dr. … vom 22.08. und 08.11.2005) – mit 

der Begründung ab, dass seither keine rentenrelevante Verschlechterung des 

Gesundheitszustands beim Versicherten mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sei. Eine hiergegen erhobene Einsprache 

wies die Vorinstanz – nach Einholung eines weiteren Arztberichts bei Dr. … 

am 08.03.2006 (Bestätigung: 50% arbeitsfähig in leidenangepasster 

Ersatztätigkeit; IV-Grad 55% laut Einkommensvergleich: Bei einem 

Valideneinkommen von Fr. 58'968.-- und einem Invalideneinkommen von Fr. 

26'536.-- resultiere ein Verlust von Fr. 32'432.--) - mit Entscheid vom 

24.11.2006 ab.

2. Dagegen liess der Einsprecher am 04.01.2007 frist- und formgerecht 

Beschwerde beim kantonalen Verwaltungsgericht erheben, mit den Begehren 

um kostenfällige Aufhebung des angefochtenen Entscheids vom Nov. 2006 

und Zusprechung einer Dreiviertels- oder gar einer ganzen IV-Rente; evtl. um 

Sistierung des Verfahrens und Rückweisung der Angelegenheit an die 

Vorinstanz zu weiteren umfassenden Abklärungen (Einholung MEDAS-

Gutachten) und zu neuem Entscheid an sie. Überdies wurde die Gewährung 

der unentgeltlichen Rechtspflege mit Rechtsanwalt … als Beistand beantragt. 

Zur Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, dass es für ihn 

unerfindlich sei, wieso die Vorinstanz nur von einer geringfügigen 

Veränderung des Gesundheitszustands ausgehe, obwohl objektiv festgestellt 

worden sei, dass er seit 2002 bloss noch über eine um 30% verminderte 

Leistungsfähigkeit verfüge. Die Vorinstanz habe die einzelnen Arztberichte 

teils falsch und teils zu wenig präzise gewürdigt, weshalb unbedingt noch 

weitere umfangreiche Abklärungen (inkl. kardiologischer Expertise wegen 

Herzgefässleiden) über den aktuellen Gesundheitszustand und die 

wirtschaftliche Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit (laut Hausarzt Dr. … 

noch 25%) zu treffen seien; zumal verschiedene medizinische Fachgebiete 

zur Beurteilung stünden und Überlagerungen nicht ausgeschlossen werden 

könnten. Selbst der Spezialist Dr. … habe im letzten Bericht vom März 2006 

festgehalten, dass der Versicherte lediglich noch 2 Stunden pro Tag unter 

sehr eingeschränkten Bedingungen arbeiten könnte, was faktisch einem 

Arbeitspensum von 23% entspreche. Das mutmassliche Invalideneinkommen 

hätte somit aber ebenfalls bloss noch Fr. 12'206.-- betragen, was 

umgerechnet allein wegen des Lungenleidens bereits einen IV-Grad von 

79.3% und somit Anspruch auf eine ganze IV-Rente ergeben hätte. Zum 

Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege wurde auf die 

finanzielle Bedürftigkeit des Versicherten hingewiesen, wonach er und seine 

Ehefrau (seit 2002 – Erwerbsaufgabe Mann) unter dem Existenzminimum 

lebten.

3. In der Vernehmlassung beantragte die Vorinstanz die Abweisung der 

Beschwerde. Den Einwänden des Beschwerdeführers hielt sie hauptsächlich 

entgegen, dass die konsultierten Fachärzte im Resultat überstimmend zur 

Ansicht gelangt seien, dass dem Versicherten in einer leidensangepassten 

Ersatztätigkeit stets noch eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit attestiert werden 

dürfe. Von kardialer Seite sei hinreichend erstellt, dass sich seit 2001 keine 

signifikante Änderung gezeigt habe. Die interstitielle Pneumopathie 

(Kurzatmigkeit) sei lungenfunktionell sowie im CT des Thorax gegenüber 

2002 stationär. Die seither im Vergleich aber deutlich reduzierte körperliche 

Leistungsfähigkeit von 30% müsse zur Hauptsache auf die muskuläre 

Dekonditionierung (Trainings- und Bewegungsmangel), den persistierenden 

beachtlichen Nikotinabusus (Raucherlunge) und die schlechte soziale 

Situation (seit 2002 arbeitslos; fortgeschrittenes Alter [58-jährig]; Sprach-

/Integrationsprobleme) zurückgeführt werden und sei darum klar IV-fremd.

Diese Feststellungen entsprächen auch dem Attest von Dr. … [KSC] vom 

17.03.2005, worin von einer derartigen Leistungseinbusse die Rede sei, 

während die konsultierten Fachärzte Dres. … weiterhin auf eine 

Restarbeitsfähigkeit von 50% erkannt hätten. Einzig der Hausarzt Dr. … habe 

– trotz unveränderter Diagnosen/Krankheitsbilder – lediglich noch auf eine 

Restarbeitsfähigkeit von 25% geschlossen, was angesichts der dafür 

berücksichtigten klar IV-fremden Zusatzleiden jedoch nicht statthaft gewesen 

sei und daher beweisrechtlich die übrigen Arztatteste weder zu erschüttern 

noch gar zu widerlegen vermocht hätte. Im Übrigen sei der Versicherte nur 

um einen Drittel eingeschränkt, weshalb er problemlos zu 50% in einer 

behinderungsgeeigneten Ersatztätigkeit arbeiten könnte. Die Verweigerung 

der strittigen Rentenerhöhung sei deshalb zu Recht erfolgt.

4. a) In der Replik bekräftigte der Beschwerdeführer noch einmal seine Anträge 

und Argumente für eine Rentenerhöhung infolge beträchtlich verminderter 

Leistungsfähigkeit seit 2001/02. Dafür seien aber nicht IV-fremde Gründe, 

sondern die Gesamtheit der geklagten Leiden verantwortlich. Sollte dieser 

Meinung nicht gefolgt werden, müsste er mindestens noch polydisziplinär 

untersucht und seine Restarbeitsfähigkeit umfassend abgeklärt werden.  

b) Am 16.02.2007 verzichtete die IV-Stelle auf die Einreichung einer Duplik.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Am 1. Januar 2007 ist das neue Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege 

(VRG; BR 370.100) in Kraft getreten, welches das bisherige 

Verwaltungsgerichtsgesetz (VGG; BR 370.100) und die bisherige 

grossrätliche Verordnung über das Verfahren in 

Sozialversicherungsstreitsachen (VVS; BR 542.300) abgelöst hat. 

Übergangsrechtlich bestimmt Art. 85 Abs. 2 VRG, dass sich die 

Weiterziehbarkeit und das Rechtsmittelverfahren nach neuem Recht richten, 

wenn bei dessen In-Kraft-Treten die Rechtsmittelfrist noch nicht abgelaufen 

ist. Umgekehrt gilt noch das bisherige Recht, falls die Rechtsmittelfrist vor 

dem 1. Januar 2007 bereits abgelaufen ist. Im konkreten Fall hat die 30-tägige 

Beschwerdefrist gegen den angefochtenen Einspracheentscheid vom 

24.11.2006 erst im Jahre 2007 geendet, weshalb hier neues Recht zur 

Anwendung kommt. 

2. a) Als Invalidität gilt die durch einen körperlichen oder geistigen 

Gesundheitsschaden verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere 

Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechtes [ATSG; SR 830.1] und Art. 

4 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Bei 

Nichterwerbstätigen wird die Unmöglichkeit, sich im bisherigen 

Aufgabenbereich zu betätigen, der Erwerbsunfähigkeit gleichgesetzt (Art. 5 

Abs. 1 IVG). Bei erwerbstätigen Versicherten erfolgt die Ermittlung der 

Invalidität in der Regel nach der Methode des Einkommensvergleiches (Art. 

16 ATSG, Art. 28 Abs. 2 IVG). Bei dieser Methode wird das gegenwärtig trotz 

Behinderung noch zumutbare Erwerbseinkommen mit jenem ohne 

Behinderung verglichen, wobei die daraus resultierende Differenz in 

Prozenten den IV-Grad ergibt. Bei Nichterwerbstätigen wird dafür der 

Betätigungsvergleich laut spezifischer Methode (Art. 8 Abs. 3 ATSG i.V.m. 

Art. 27 der Verordnung zum IVG [IVV; SR 831.201]; BGE 130 V 98 E. 3.1, 104 

V 136 E. 2a; BGE vom 22.04.2003 [I 620/02] E. 1-2) angewandt. Ist eine 

Versicherte mindestens 40% invalid, so hat sie Anspruch auf eine 

Viertelsrente, bei mindestens 50% auf eine halbe Rente, bei mindestens 60% 

auf eine Dreiviertelsrente und ab 70% auf eine ganze IV-Rente (Art. 28 Abs. 

1 IVG). Für die Festsetzung des IV-Grads kommt es primär auf die 

wirtschaftliche Erwerbsunfähigkeit und nicht auf die medizinische 

Arbeitsunfähigkeit an (PVG 2005 Nr. 11, 1982 Nr. 80; BGE 132 V 395 E. 2.1). 

Ohne zuverlässige und beweistaugliche Bestimmung der graduellen 

Arbeitsfähigkeit durch die Ärzte (als Beurteilungsgrundlage) ist eine seriöse 

Ermittlung der Erwerbsunfähigkeit (IV-Grad) aber zum voraus gar nicht 

möglich (BGE 125 V 261 E. 4, 122 V 160 f. E. 1c, 115 V 134 E. 2).

b) Zur allfälligen Änderung bzw. Erhöhung einer bereits gewährten IV-Rente 

schreibt Art. 17 ATSG im Besonderen noch was folgt vor: Ändert sich der 

Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die IV-Rente von 

Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, 

herabgesetzt oder aufgehoben (Abs. 1). Auch jede andere formell 

rechtskräftig zugesprochene Dauerleistung wird von Amtes wegen oder auf 

Gesuch hin erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben, falls sich der ihr zu 

Grunde liegende Sachverhalt nachträglich erheblich verändert hat (Abs. 2).   

c) Strittig und zu prüfen ist konkret eine allfällige Erhöhung des IV-Grads ab 

November 2005 geblieben, wobei sich die Parteien sowohl bezüglich der 

medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit (Gesundheitszustand) als auch 

des wirtschaftlich noch daraus resultierenden Invalideneinkommens 

(Verdienstmöglichkeit trotz Behinderungen) bis zuletzt uneins geblieben sind. 

Folgende ärztlichen Befunde, Facharzt-, Spitalarzt- und Hausarztberichte 

sowie weitere Abklärungen und Auskünfte sind dazu aktenkundig und für die 

Entscheidfindung von Bedeutung: 

 Aus dem Attest vom 17.01.2005 des Pneumologen Dr. … geht hervor, dass 
die bekannte interstitielle Pneumopathie sowie koronare Herzkrankheit 
(Status nach Vorderwandinfarkt 2/01) in letzter Zeit vermehrt 
Atembeschwerden und eine reduzierte körperliche Leistungsfähigkeit beim 
Patienten verursacht habe, wobei er seit Febr. 2002 nicht mehr arbeite. 
Radiologisch und lungenfunktionell sei die Kurzatmigkeit seit Sommer 2002 
stationär. Im Zusatzbericht vom 20.01.2005 fügte der gleiche 
Lungenspezialist – nebst der Herzgefässerkrankung sowie Kurzatmigkeit – 
noch die Diagnosen Nikotinabusus (immer noch täglich 1 Päckchen 
Zigaretten), Hypercholesterinämie (Blutarmut) und Diabetes mellitus II 
(Zuckerkrank; Übergewicht) hinzu, wobei es dem Patienten derzeit wieder 
schlechter gehe, was indes vor allem auf seine schlechte soziale 
Lebenssituation und nicht etwa auf den seit 2002 unveränderten 
Gesundheitszustand zurückzuführen sei.

 Im Bericht vom 17.03.2005 des KSC-Kardiologen Dr. … wurde 
festgehalten, dass der Patient subjektiv über Schlaflosigkeit und rasche 
Ermüdung klage. Objektiv sei die körperliche Leistungsfähigkeit gegenüber 
der Voruntersuchung von 2002 um fast 1/3 (in den letzten zwei Jahren also 
um 30%) gesunken. Hinweise für eine belastungsabhängige 
Myokardischämie (Muskelherzschwäche) habe er klinisch aber nicht finden 
können. Wahrscheinlich sei der Rückgang der Leistungsfähigkeit einerseits 
auf einen Trainingsmangel (Fehlen regelmässiger körperlicher Aktivitäten) 
und andererseits auf die Kurzatmigkeit zurückzuführen.  

 Im Bericht vom 26.05.2005 diagnostizierte der Rheumatologe Dr. … dem 
Versicherten ein Lumbovertebralsyndrom (Rückenschmerzen wegen 
muskulären Ungleichgewichts infolge Beinlängendifferenz), weshalb 
therapeutisch eine Schuheinlage (Erhöhung 0.7 cm rechts) verordnet 
werde. Für eine rückenbelastende Tätigkeit im Strassenbau schätzte er 
den Versicherten als zu 100% arbeitsunfähig ein. Für eine weniger 
rückenbelastende leichte bis mittelschwere Tätigkeit in Wechselbelastung 
bestehe aus rheumatologischer Sicht aber noch eine 50%-ige 
Arbeitsfähigkeit. Mit Attest vom 31.08.2005 bestätigte Dr. … diese 
Angaben nochmals. 

 Im Bericht vom 19.06.2005 des Hausarztes Dr. …, Facharzt für Allgemeine 
Medizin, ist von einer deutlichen Verschlechterung des 
Gesundheitszustands des Versicherten seit Dez. 2003 die Rede. Nebst 
den Hinweisen auf die Berichte der Spezialisten (Dres. …) habe ein MIBI-
Szinti vom 19.05.2005 zudem eine inferiore Ischämie 
(Organdurchblutungsstörung) gezeigt, welche das Anstrengungssyndrom 
(rasche Ermüdung) erklären könnte. Die Koronarangiographie vom 
14.06.2005 habe indes seit 2001 unveränderte Verhältnisse der 
Herzgefässerkrankung ergeben. Im Bericht vom 03.10.2005 führte der 
Hausarzt dazu noch aus, dass er den Patienten höchstens noch halbtags 
in Tätigkeiten mit leichter körperlicher Belastung für einsetzbar erachte. Zur 
Arbeitsfähigkeit hielt er fest, dass er ihn in adaptierter Ersatztätigkeit noch 

zu 25% in Teilzeit mit reduzierter Leistung einstufe, was eine 
Rentenerhöhung rechtfertige. 

 In der Notiz vom 22.08.2005 hielt die IV-Stellenärztin Dr. … fest, dass eine 
Verschlechterung des Gesundheitszustands seit Febr. 2003 zumindest 
glaubhaft gemacht worden sei und daher noch weitere Abklärungen 
getroffen werden müssten. Im Abschlussbericht (Case Rapport RAD 
Ostschweiz) vom 08.11.2005 führte die IV-Stellenärztin indes noch was 
folgt aus: Aus IV-ärztlicher Sicht sei effektiv keine Verschlechterung des 
Gesundheitszustands ausgewiesen; vielmehr hätten dem Versicherten 
beide Spezialisten (Dres. …) noch eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit in einer 
adaptierten Tätigkeit attestiert, worauf hier abzustellen sei (Seite 4).

 Im letzten Bericht vom 08.03.2006 kam der erneut befragte Pneumologe 
(Lungenspezialist) Dr. … zum Schluss, dass die pulmonalen und kardialen 
Leiden (Atem-/Herzleiden) zusammen mit der muskulären 
Dekonditionierung (Trainings-/Bewegungsmangel) im Resultat zu einer 
eingeschränkten körperlichen Leistungsfähigkeit führten. Hinzu käme noch 
das chronische Lumbovertebralsyndrom, wobei der Rheumatologe Dr. … 
die Arbeitsfähigkeit für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten auf 50% 
geschätzt habe. Alle diagnostizierten Krankheiten (Koronare 
Zweigefässerkrankung; Kurzatmigkeit, Refluxkrankheit; Persistierender 
Nikotinabusus; Dyslipidämie; Diabetes mellitus II; Chronisches 
Lumbovertebralsyndrom; Induratio Penis plastica; Familienanamnese: 
Vater und Bruder je Herzinfarkt um das 40. Altersjahr) führten dazu, dass 
der Versicherte höchstens noch zwei Stunden pro Tag eine leichte 
körperliche Tätigkeit ohne Staub-, Russ- oder Dampfexpositionen 
verrichten könnte. Die Tätigkeit sollte in einem geschlossenen Raum 
ausgeübt werden können, wo er nicht Witterungseinflüssen ausgesetzt sei. 
Er brauche für seine Arbeiten sicher längere Pausen als üblich. Das Heben 
und Tragen von Lasten, häufiges Bücken, Arbeiten auf Leitern/Gerüsten, 
ebenso an einem Fliessband sollten vermieden werden. Angesichts der 
diversen Krankheiten müsste der Arbeitsweg kurz sein. Es sei nicht mit 
einer Besserung zu rechnen, wobei vor allem der anhaltende 
Nikotinabusus prognostisch schlecht sei. Weitere Abklärungen hielt Dr. … 
derzeit nicht für nötig, weil die bereits vorhandenen Arztberichte alle 
Fachgebiete abdeckten und schlüssig seien.

d) In Würdigung der soeben erwähnten Facharzt- und Hausarztberichte ist das 

Gericht zur Überzeugung gelangt, dass es keine triftigen Gründe gibt, um 

nicht von einer medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit von 50% in einer 

leidensangepassten Ersatztätigkeit (leichte bis mittelschwere Tätigkeiten 

ohne Staub-/Russexpositionen) auszugehen. Die Fachberichte der beiden 

Spezialisten (Dres. …) halten dazu klar fest, dass der Gesundheitszustand 

des Beschwerdeführers seit Sommer 2002 stationär geblieben sei und die 

seither neu festgestellte Leistungseinbusse um 30% mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit gerade nicht auf die längst bekannten Atem-, Rücken- und 

Herzprobleme zurückzuführen sei, sondern zur Hauptsache eben durch die 

muskuläre Dekonditionierung (Trainings- und Bewegungsmangel), die 

pulmonale Erkrankung (Verschärfung des Lungenleidens bzw. der 

Kurzatmigkeit wegen Nikotinabusus) und insbesondere die schlechte 

psychosoziale Lebenssituation (fortgeschrittenes Alter mit 58 Jahren; Sprach-

/Integrationsprobleme; arbeitslos ab 2002) verursacht worden seien. Diese 

Zusatzleiden müssen deshalb ohne Zweifel als IV-fremde Belastungsfaktoren 

gewertet werden, zumal der Beschwerdeführer durch regelmässiges Körper- 

und Bewegungstraining (Bekämpfung des Übergewichts; Stärkung des 

Selbstwertgefühls) als auch durch die Aufgabe des Rauchens (Regeneration 

der Lungenflügel; Verbesserung der Kurzatmigkeit) offensichtlich 

massgeblich selbst dazu hätte beitragen können, dass die besagte 

Leistungseinbusse von 30% beseitigt bzw. wieder behoben werden könnte. 

Die mangelnde Selbstdisziplin des Versicherten zur aktiven Steigerung und 

Verbesserung seines Allgemeinzustands kann bestimmt nicht zu Lasten der 

Invalidenversicherung (IV) gehen, trifft jeden Versicherten – im Rahmen des 

Zumutbaren – doch stets noch eine eigene Schadenminderungspflicht, die 

vom Versicherten hier augenfällig nicht hinreichend wahrgenommen wurde, 

was er nun selbst zu verantworten hat. Daran ändert auch die Tatsache nichts, 

dass sich der Lungenspezialist Dr. … – entgegen der Darstellung der IV-

Stellenärztin Dr. … – niemals in Prozenten zur Restarbeitsfähigkeit des 

Versicherten äusserte, sondern dazu bloss einerseits die Schätzung von Dr. 

… (50% arbeitsfähig) nicht in Frage stellte und anderseits klar auf einen 

unveränderten Gesundheitszustand seit Mitte 2002 erkannte. Auch in seinem 

letzten Bericht vom März 2006 hielt Dr. … – dieses Mal unter Berücksichtigung 

der selbstverschuldeten Leistungsverminderung um 30% aus IV-fremden 

Faktoren; wonach er dann eben nur noch 2 Stunden pro Tag einsatzfähig sei 

– an sich aber daran fest, dass dem Beschwerdeführer eine auf seine 

ausgewiesenen Gesundheitsleiden Rücksicht nehmende Ersatztätigkeit 

weiterhin möglich und zumutbar sei. Damit konnte im Einklang mit den 

früheren Attesten des Rheumatologen Dr. … und des KSC-Kardiologe Dr. … 

im Gesamtkontext aber letztlich nur eine Restarbeitsfähigkeit von 50% 

gemeint gewesen sein. Soweit der Hausarzt Dr. … (als Einziger) von einer 

beträchtlich tieferen Arbeitsfähigkeit von 25% ausging, vermochte derselbe 

jedoch keine neuen Beschwerdebilder bzw. Diagnosen anzuführen, welche 

seit 2003 wirklich eine solche gravierende Gesundheitsverschlechterung mit 

einer Halbierung der bisher anerkannten Arbeitsfähigkeit als effektiv 

überwiegend wahrscheinlich hätten erscheinen lassen. Die Atteste der 

Spezialisten wurden durch diejenigen des Hausarztes deshalb auch weder 

erschüttert noch widerlegt. An der Gesamtbeurteilung der Vorinstanz 

(Arbeitsfähigkeit 50%) gibt es aus Sicht des Gerichtes daher nichts 

auszusetzen. Weitere Abklärungen (Einholung MEDAS-Gutachten), wie vom 

Beschwerdeführer im Zweifelsfalle verlangt, waren beim dokumentierten, 

zuverlässigen Erkenntnisstand anhand der Spezialistenberichte auf den 

Gebieten (Atmung und Lungenkapazität; Bewegungsmobilität im 

Rückenbereich; Herzgefässbelastung) ebenfalls nicht mehr notwendig, zumal 

sie – wie im Bericht von Dr. … vom März 2006 noch ausdrücklich bestätigt 

wurde – im Moment sowieso keine neuen Befunde (Einbussen) hätten 

erwarten lassen. Mit seinem Eventualbegehren dringt der Beschwerdeführer 

folglich gleichermassen nicht durch.

e) Zur wirtschaftlichen Verwertbarkeit der auf 50% festgelegten Arbeitsfähigkeit 

in einer adaptierten Tätigkeit kann damit aber im Grundsatz auch ohne 

weiteres auf die Berechnungen der Vorinstanz vom 09.11.2005 bzw. eben 

jene im „Case Report“ RAD-Ostschweiz vom 08.11.2005 (Seite 5) verwiesen 

werden, worin das anrechenbare Valideneinkommen (laut den statistischen 

Lohnstrukturerhebungen [LSE] für die Schweiz für 2005) auf Fr. 58'968.-- und 

das noch erzielbare Invalideneinkommen (LSE; Anforderungsprofil 4: für 

Einfache/repetitive Tätigkeiten; bei Arbeitsfähigkeit 50%; abzüglich eines 

separaten Leidensabzugs von 10%) auf Fr. 26'536.-- (½ von Fr. 58’968.-- [Fr. 

29'484.--] minus Fr. 2'948.-- [10%]) beziffert wurden, woraus rechnerisch eine 

Erwerbseinbusse von Fr. 32'432.-- bzw. umgerechnet ein IV-Grad von 55% 

resultierte. Laut Art. 28 Abs. 1 IVG bestand damit aber von Gesetzes wegen 

bloss Anspruch auf eine halbe Rente, womit sich die Beschwerde betreffend 

der nicht gewährten Erhöhung der bisherigen IV-Rente gestützt auf Art. 17 

ATSG im Resultat klar als unbegründet erweist.      

3. a) Der angefochtene Einspracheentscheid ist demnach rechtmässig, was zu 

seiner Bestätigung und zur Abweisung der Beschwerde führt.

b) Laut Art. 69 Abs. 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren seit 01.07.2006 – in 

Abweichung von Art. 61 lit. a ATSG – bei Streitigkeiten um die Bewilligung 

oder Verweigerung (inkl. Erhöhung) von IV-Leistungen vor dem kant. 

Versicherungsgericht kostenpflichtig. Diese Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- 

bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Angesichts des Ausgangs des Verfahrens und der 

Durchführung eines doppelten Schriftenwechsels wären dem unterliegenden 

Beschwerdeführer Kosten von Fr. 500.-- aufzuerlegen. Aufgrund der 

ausgewiesenen Bedürftigkeit laut Art. 76 VRG (vgl. dazu nachfolgend Erw. 

4a) rechtfertigt es sich hier aber gestützt auf Art. 77 Abs. 1 VRG, ihm diese 

Kosten zu erlassen und sie auf die Gerichtskasse zu nehmen, bis sich seine 

Einkommens-/Vermögensverhältnisse gebessert haben und er zur 

Rückerstattung der Kosten (Fr. 500.--) selbst wieder in der Lage ist.

4. a) Nach Art. 76 VRG kann einer Partei, die nicht über die erforderlichen Mittel 

verfügt, auf Antrag die unentgeltliche Prozessführung bewilligt werden, falls 

ihr Rechtsstreit nicht offensichtlich mutwillig oder von vornherein aussichtslos 

ist (Abs. 1). Die Bewilligung befreit von allen behördlichen Kosten und 

Gebühren, wobei die Bestimmungen über die Erstattung (laut Art. 77 VRG) 

ausdrücklich vorbehalten bleiben (Abs. 2). Wo es die Verhältnisse 

rechtfertigen, bestellt die Behörde auf ihre Kosten eine Anwältin oder einen 

Anwalt. Die Entschädigung beträgt 75 Prozent des vom Bündnerischen 

Anwaltsverband empfohlenen Honoraransatzes (Abs. 3). Im Einzelfall ist die 

finanzielle und persönliche Bedürftigkeit des Gesuchstellers hinreichend 

erstellt, ist er doch seit Febr. 2002 arbeitslos und ohne Verdienst (ausser 

halbe IV-Rente ab 01.02.2003). Zur zweiten Voraussetzung der fehlenden 

Aussichtslosigkeit der Beschwerde gilt es hier zu Gunsten des Versicherten 

festzuhalten, dass zumindest die Interpretation der Berichte des 

Lungenspezialisten Dr. … unerlässlich war und deshalb nicht zum vornherein 

gesagt werden kann, die Beschwerde wäre von Anfang völlig aussichtslos und 

verfehlt gewesen. Die Rechtswohltat der unentgeltlichen Rechtspflege wird 

deshalb vorliegend – im Sinne eines Grenzfalles – trotz der inhaltlich 

unmissverständlichen Facharztberichte gewährt.  

b) Zur eingereichten Honorarnote vom 20.02.2007 sei noch klargestellt, dass der 

angeführte Arbeitszeitaufwand (11.50 h) bloss zu einem reduzierten 

Stundenansatz von Fr. 180.-- (d.h. 75% vom normalen Stundenansatz à Fr. 

240.-- laut Honoraransätzen des Bündnerischen Anwaltsverbandes) in 

Rechnung gestellt werden darf und damit die ganze Kostennote noch 

entsprechend anzupassen ist, was gestützt auf Art. 77 Abs. 3 VRG letztlich 

eine aussergerichtliche Entschädigung an den bezeichneten Anwalt und 

Rechtsbeistand von total Fr. 2'314.50 (Fr. 2'151.-- [inkl. Spesen Fr. 81.--] zzgl. 

Fr. 163.50 [7.6% MWST]) ergibt. In diesem korrigierten Umfang wird die 

unentgeltliche Rechtsverbeiständung deshalb vorliegend bewilligt.     

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten von Fr. 500.-- gehen zu Lasten von ... Sie werden gestützt auf Art. 

76 Abs. 1 und 2 VRG unter dem Vorbehalt der Rückerstattung nach Art. 77 

Abs. 1 VRG auf die Gerichtskasse genommen.

3. a) Dem Beschwerdeführer wird gestützt auf Art. 76 Abs. 3 VRG für das 

verwaltungsgerichtliche Verfahren die unentgeltliche Rechtspflege gewährt und 

in der Person von … ein Rechtsbeistand bestellt. 

b) Die Honorarnote vom 20.02.2007 wird im Umfange von Fr. 2'314.50 

genehmigt.

c) Sollten sich die wirtschaftlichen Verhältnisse des Beschwerdeführers 

verbessern, so steht dem Kanton Graubünden gemäss Art. 77 Abs. 1 VRG das 

Rückforderungsrecht zu.