# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5474873d-87ef-521b-9553-196ded0c8573
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-06-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.06.2008 C-1142/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-1142-2006_2008-06-19.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-1142/2006

{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 9 .  J u n i  2 0 0 8

Richter Andreas Trommer (Vorsitz), 
Richterin Elena Avenati-Carpani, 
Richter Bernard Vaudan, 
Gerichtsschreiber Philipp Mäder.

S._______,
Beschwerdeführer,
vertreten durch lic. iur. Thomas Tribolet, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichtigerklärung erleichterte Einbürgerung.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-1142/2006

Sachverhalt:

A.
Der aus dem Kosovo stammende Beschwerdeführer (geb. 1969)  ge-
langte Ende Mai 1993 in die Schweiz und ersuchte hier um Asyl. Das 
zuständige Bundesamt lehnte das Asylgesuch in einer Verfügung vom 
31. Januar 1994 ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz an. 
Zur  Ausreise wurde Frist  angesetzt  bis  zum 15. März 1994. Der  Be-
schwerdeführer  focht  diese  Verfügung  nicht  an,  kam aber  auch  der 
Ausreiseverpflichtung nicht  nach. Am 29. Juli  1994 heiratete  er  eine 
Schweizer Bürgerin (geb. 1965) und erhielt in der Folge eine Aufent-
haltsbewilligung.

B.
Am 11. Juni 1998 stellte der Beschwerdeführer ein Gesuch um erleich-
terte Einbürgerung gestützt auf Art. 27 des Bürgerrechtsgesetzes vom 
29. September 1952 (BüG, SR 141.0). 

Zu Handen des Einbürgerungsverfahrens unterzeichneten die Eheleu-
te am 12. Februar 1999 eine gemeinsame Erklärung, wonach sie bei-
de  in  einer  tatsächlichen,  ungetrennten,  stabilen  ehelichen  Gemein-
schaft an derselben Adresse zusammenlebten und weder Trennungs- 
noch Scheidungsabsichten hätten. Gleichzeitig nahmen sie zur Kennt-
nis,  dass  die  erleichterte  Einbürgerung  nicht  möglich  sei,  wenn  vor 
oder  während des Einbürgerungsverfahrens einer  der  Ehegatten die 
Trennung oder Scheidung beantragt habe oder keine tatsächliche ehe-
liche Gemeinschaft mehr bestehe. Ebenso bestätigten sie ihre Kennt-
nisnahme davon, dass die Verheimlichung solcher Umstände gemäss 
Art. 41 BüG zur Nichtigerklärung der Einbürgerung führen könne. 

In  der  Folge wurde der  Beschwerdeführer  am 23. Februar  1999 ge-
stützt  auf  Art. 27  BüG erleichtert  eingebürgert,  und er  erwarb nebst 
dem Schweizer Bürgerrecht das kantonale Bürgerrecht von Bern und 
das Gemeindebürgerrecht von B._______. 

C.
Am 27. Mai 1999 reichten die Eheleute beim zuständigen Zivilgericht 
gemeinsam einen Scheidungsantrag ein und am 27. August 1999 wur-
de die Ehe geschieden. 

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D.
Am 3. Dezember 1999 verheiratete sich der Beschwerdeführer mit ei-
ner Landsfrau (geb. 1972). Fünf Tage später, am 8. Dezember 1999, 
gebar diese ein gemeinsames Kind. 

E.
Auch die  geschiedene Ehefrau des  Beschwerdeführers heiratete  am 
30. Mai 2000 in Bern erneut, diesmal einen Bürger aus Montenegro.

F.
In  einem Schreiben vom 17. Juli  2003 teilte  die Vorinstanz dem Be-
schwerdeführer mit, sie erwäge die Einbürgerung gestützt auf Art. 41 
Abs. 1 BüG nichtig zu erklären. Es bestehe Grund zur Annahme, dass 
er sich die erleichterte Einbürgerung erschlichen habe. Indizien dafür 
seien  die  Zeugung  eines  ausserehelichen  Kindes  unmittelbar  nach 
Gewährung der Einbürgerung, die Scheidung von der schweizerischen 
Ehefrau  sechs  Monate  später  und  die  rasche  Wiederverheiratung, 
diesmal mit einer Frau aus seinem Kulturkreis, der Kindsmutter. Dem 
Beschwerdeführer wurde Gelegenheit  zur  Stellungnahme eingeräumt 
und  er  wurde  gebeten,  sein  Einverständnis  zum  Beizug  der  Schei-
dungsakten zu erteilen.

G.
Der Beschwerdeführer  nahm in  einer  Eingabe vom 13. August  2003 
wie folgt Stellung: Er habe seine heutige Gattin während der Ehe mit 
der Schweizer Bürgerin nur zweimal getroffen und sei von ihr erst kurz 
nach der Scheidung über die Schwangerschaft informiert worden. Die 
Scheidung sei vor allem auf Wunsch seiner damaligen Ehefrau einge-
reicht worden, nicht aufgrund seiner Bekanntschaft mit der nachmali-
gen Ehefrau. 

H.
In einem Schreiben vom 3. September 2003 wies die Vorinstanz den 
Beschwerdeführer darauf hin, dass er sich noch nicht zu den Gründen 
geäussert  habe,  die  zur  Scheidung  nur  gerade  sechs  Monate  nach 
seiner Einbürgerung geführt hatten. 

I.
Mit einer Eingabe an die Vorinstanz vom 3. Oktober 2003 liess der in-
zwischen  anwaltlich  vertretene  Beschwerdeführer  beantragen,  das 
Verfahren betreffend Nichtigerklärung der  erleichterten  Einbürgerung 
sei einzustellen. Der Eindruck, den die Vorinstanz aus den Umständen 

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und Geschehnisabläufen gewonnen habe, sei falsch. Die Ehe sei aus 
gegenseitiger Liebe eingegangen worden. Davon zeuge auch die nach 
der Scheidung noch vorhandene freundschaftliche Verbundenheit un-
tereinander. Die Ehe sei  auch völlig  normal verlaufen. So hätten sie 
beispielsweise einen gemeinsamen Freundeskreis  gepflegt  und Feri-
enreisen unternommen. Wie in jeder Beziehung habe es aber nicht nur 
gute, sondern auch schlechte Zeiten gegeben. Bei der Ehegattin seien 
es traumatisierende Erlebnisse in ihrer Kindheit gewesen, die die Be-
ziehung belastet  hätten. Bei  ihm selbst sei  es die Kriegssituation im 
Kosovo  und  die  Angst  um  seine  Angehörigen  gewesen,  die  grosse 
Sorgen verursacht hätten. Beide Ehegatten hätten unter ihren Proble-
men  gelitten,  und  die  Beziehung  sei  dadurch  immer  stärker  unter 
Druck geraten. Aber auch in den schwierigen Phasen der Ehe hätten 
sie zusammengestanden und sich gegenseitig gestützt, so gut sie ge-
konnt hätten. Die gemeinsame Erklärung vom 12. Februar 1999 habe 
uneingeschränkt der Wahrheit entsprochen. Im Frühjahr 1999 habe es 
dennoch eine Phase gegeben, in der sich die Beziehung in einer Krise 
befunden habe. Zu jener Zeit habe er an einem Fest in der Nähe von 
Zürich eine Frau aus seiner Heimat kennen gelernt. Kurze Zeit später 
habe er diese Frau ein zweites Mal getroffen, wobei es zu Intimitäten 
gekommen sei. Nach der zweiten Begegnung habe er den Kontakt vor-
erst nicht weitergeführt. Er habe seine Ehe aufrecht erhalten und nicht 
durch eine Drittbeziehung aufs Spiel setzen wollen. Trotz aller Versu-
che, die Ehe zu retten, habe sich aber „im Laufe der Zeit“ abgezeich-
net,  dass  sich  die  Partner  auseinander  gelebt  hätten. So hätten  sie 
sich  „im  Sommer  1999“  im  gemeinsamen  Einvernehmen  zur  Schei-
dung entschlossen. Bis zum Zeitpunkt der Scheidung hätten sie noch 
zusammen gewohnt. „Zu dieser Zeit“ habe er erfahren, dass seine Be-
kannte bei jenem einmaligen Verkehr schwanger geworden sei. 

Der Stellungnahme beigelegt wurden u.a. diverse Fotos, eine Liste von 
Verwandten und Bekannten und eine schriftliche Stellungnahme einer 
Schwester  der  damaligen  Ehefrau.  Am 20. Oktober  2003  wurde  ein 
kurzer Bericht der Hausärztin des Beschwerdeführers, ihres Zeichens 
Fachärztin für innere Medizin in Biel, vom 14. Juli 2003 nachgereicht, 
in dem diese bestätigt, den Beschwerdeführer in den Jahren 1995 bis 
1998  wiederholt  wegen  körperlichen  und  psychischen  Beschwerden 
behandelt zu haben. Der Patient sei bei seinen Konsultationen von sei-
ner Ehefrau liebevoll begleitet und umsorgt worden. Im Folgenden be-
stätigte die Ärztin,  dass es „nach längeren Eheschwierigkeiten,  kurz 
vor der offiziellen Trennung“ zu einer Beziehung mit einer Asylbewer-

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berin und dadurch zu einer ungewollten Schwangerschaft gekommen 
sei. 

J.
Am 1. Oktober 2003 richtete die geschiedene Ehefrau ein Schreiben 
an die Vorinstanz, in welchem sie sich zu den Umständen ihres Ken-
nenlernens,  ihrer  beruflichen  Tätigkeit,  den  beidseitig  aufgetretenen 
persönlichen  Problemen  und  zur  Qualität  der  ehelichen  Beziehung 
äusserte. Sie habe in ihrer Kindheit  physische und psychische Miss-
handlungen in Form sexuellen Missbrauchs erleiden müssen. Bei ihrer 
beruflichen Tätigkeit als Mitarbeiterin in einem Flüchtlingszentrum sei 
sie mit „Unmenschlichem“ konfrontiert  worden, was ihr eigenes Trau-
ma wieder in den Vordergrund gerückt habe. Sie habe deshalb schon 
bald nach ihrer Heirat psychologische Hilfe in Anspruch nehmen müs-
sen. Die  Therapie  habe vieles  in  ihr  ausgelöst,  mit  dem sie  und ihr 
Ehemann nicht hätten umgehen können. Trotzdem hätten sie zusam-
mengehalten. Der  Beschwerdeführer  habe sich stets  bemüht,  sie  zu 
verstehen und zu stützen. Als er ihr eröffnet habe, dass er eine andere 
Frau  kennen  gelernt  habe,  habe  sie  ihm  dies  nach  seiner 
„Langzeitabstinenz“  nicht  verübeln können. Weiter  berichtete sie,  sie 
habe sich ein knappes halbes Jahr nach ihrer Scheidung erneut in ei-
nen ausländischen Mann verliebt und diesen geheiratet.

K.
Nach  Einsichtnahme  in  die  Akten  des  Scheidungsverfahrens  veran-
lasste  die  Vorinstanz  beim  Zivilstands-  und  Bürgerrechtsdienst  des 
Kantons Bern eine Befragung der geschiedenen Ehefrau. Diese Befra-
gung,  bei  welcher  die geschiedene Ehefrau die  Sachverhaltsdarstel-
lung des Beschwerdeführers im Wesentlichen stützte und ansonsten 
auf ihre schriftliche Stellungnahme vom 1. Oktober 2003 verwies, wur-
de  am  10. November  2003  durch  die  Kantonspolizei  Bern  durchge-
führt. Das dabei erstellte Protokoll  wurde dem Beschwerdeführer an-
schliessend zur Kenntnis gebracht. 

L.
Nach einem Wechsel in der Rechtsvertretung nahm der Beschwerde-
führer  mit  Eingabe vom 18. Februar 2004 Stellung zum Befragungs-
protokoll und äusserte sich abschliessend zur Sache. Dabei brachte er 
vor, die gemeinsam mit seiner damaligen Ehefrau unterzeichnete Er-
klärung  könne ihm nicht  vorgehalten  werden. Mit  dieser  sei  -  ihrem 
Wortlaut entsprechend - lediglich bestätigt worden, dass die Ehe tat-

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sächlich gelebt werde und nicht bloss formell bestehe. Demgegenüber 
sei die Frage, ob es im Eheleben Auseinandersetzungen und Proble-
me gebe, nicht Gegenstand der Erklärung gewesen. Dies wäre im Üb-
rigen auch nicht zulässig, weil damit in die Privat- und Intimsphäre der 
Betroffenen  eingegriffen  würde.  Die  Ehegatten  hätten  in  dem  Zeit-
punkt, in dem sie ihre Erklärung abgaben, tatsächlich zusammen ge-
lebt  und keine Scheidungs-  oder  Trennungsabsichten gehegt. Es sei 
zwar unbestritten, dass in der Ehe „gewisse Schwierigkeiten“ bestan-
den. Angesichts  der  schweren Zeit,  die  beide „zu diesem Zeitpunkt“ 
durchgemacht  hätten,  könne  dies  auch  nicht  verwundern.  Dennoch 
hätten  sie  bei  Abgabe  ihrer  Erklärung  nicht  daran  gedacht,  sich  zu 
trennen. Dass es dann doch zur Scheidung kam, habe „mit verschie-
denen Faktoren“  zusammengehängt. Die  Therapien,  namentlich  jene 
der Ehefrau, hätten sie zur Einsicht gebracht, dass sie doch nicht zu-
sammen passten. Das ergebe sich auf glaubhafte Weise aus dem At-
test der Hausärztin vom 14. Juli 2003 aber auch aus dem persönlichen 
Schreiben  der  geschiedenen  Ehefrau  an  die  Vorinstanz  vom 
1. Oktober 2003. Wenn die Vorinstanz ihm den intimen Kontakt mit ei-
ner andern Frau einige Wochen nach Unterzeichnung der gemeinsa-
men Erklärung vorhalte, so scheine sie sich eher an moralischen statt 
an  rechtlichen  Überlegungen  zu  orientieren.  Die  damit  verbundene 
Wertung sei zudem nicht mehr zeitgemäss. Eine eheliche Beziehung 
könne durchaus auch dann intakt sein, wenn sich die Ehegatten in se-
xueller  Hinsicht  nicht  immer  treu  seien.  Beim  Entscheid  über  den 
nachträglichen Entzug des Bürgerrechts seien vorliegend die Interes-
sen der Betroffenen (also seine eigenen, aber auch diejenigen seiner 
Ehefrau und der beiden gemeinsamen Kinder)  an einem Erhalt  ihrer 
Schweizerischen Staatsbürgerschaft  höher  zu  gewichten als  die  be-
hördlich geäusserten Zweifel, die im Übrigen nicht über Behauptungen 
hinausgingen.

M.
Am 11. Februar 2004 erteilte der Zivilstands- und Bürgerrechtsdienst 
des Kantons Bern die Zustimmung zur Nichtigerklärung der erleichter-
ten Einbürgerung.

N.
Mit  Verfügung  vom 20. Februar  2004  erklärte  die  Vorinstanz  die  er-
leichterte Einbürgerung für nichtig. Zur Begründung wurde ausgeführt, 
die  Umstände  des  Eheschlusses  mit  der  Schweizer  Bürgerin,  die 
schon kurz nach der Einbürgerung beantragte Scheidung und die an-

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schliessende erneute Heirat - dazu noch mit der Mutter eines gemein-
samen  während  der  ersten  Ehe  gezeugten  Kindes  -  legten  den 
Schluss nahe, dass es dem Beschwerdeführer bei der Ehe um zweck-
fremde  Motive,  vorab  um  die  Sicherung  des  Aufenthaltsrechts  und 
später  um Erreichung  der  erleichterten  Einbürgerung  gegangen  sei. 
Davon,  dass  die  Zerrüttung  erst  nach  der  Einbürgerung  entstanden 
wäre, könne nicht ausgegangen werden. Vielmehr spreche alles dafür, 
dass die Probleme, an denen die Ehe letztlich scheiterte, bereits seit 
längerer Zeit bestanden hätten. 

O.
Mit Rechtsmitteleingabe vom 22. März 2004 beantragte der Beschwer-
deführer  beim  Eidgenössischen  Justiz-  und  Polizeidepartement 
(EJPD) als der  damals zuständigen Rechtsmittelinstanz,  die von der 
Vorinstanz verfügte Nichtigerklärung sei aufzuheben. Zur Begründung 
werden  im  Wesentlichen  die  bereits  mit  der  Stellungnahme  vom 
18. Februar 2004 erhobenen Einwände erneuert und ergänzt. Die Vor-
instanz habe ihren Entscheid offensichtlich aus sachfremden Gründen 
getroffen -  insbesondere deshalb, weil  auch der jetzige Gatte seiner 
damaligen Ehefrau einen Antrag auf erleichterte Einbürgerung gestellt 
habe.  In  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  rügte  der  Beschwerdeführer 
eine Verletzung des rechtlichen Gehörs, weil ihm die Einverständniser-
klärung  des  kantonalen  Zivilstands-  und  Bürgerrechtsdienstes  erst 
nach Erlass der angefochtenen Verfügung zugestellt worden sei.

P.
Die Vorinstanz schloss in ihrer Vernehmlassung vom 13. April 2004 auf 
Abweisung der Beschwerde. Der Beschwerdeführer liess in einer Rep-
lik  vom  28. April  2004  an  seinen  Begehren  und  deren  Begründung 
festhalten.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 
Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden ge-
gen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von 
einer der in Art. 33 VGG aufgeführten Behörden erlassen wurden. Da-

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runter fallen gemäss Art. 51 Abs. 1 BüG Verfügungen des BFM betref-
fend  Nichtigerklärung  einer  erleichterten  Einbürgerung  nach  Art. 41 
Abs. 1 BüG.

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht  hat  die  bei  Inkrafttreten des  Ver-
waltungsgerichtsgesetzes am 1. Januar 2007 bei Eidgenössischen Re-
kurs-  oder  Schiedskommissionen  oder  bei  Beschwerdediensten  der 
Departemente  hängigen  Rechtsmittel  übernommen. Für  die  Beurtei-
lung gilt das neue Verfahrensrecht (Art. 53 VGG). Gemäss Art. 37 VGG 
richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  nach 
dem VwVG, sofern das Verwaltungsgerichtsgesetz nichts anderes be-
stimmt. 

1.3 Als Verfügungsadressat ist der Beschwerdeführer durch die ange-
fochtene Verfügung besonders berührt und er hat ein schutzwürdiges 
Interesse an deren Aufhebung (vgl. Art. 48 VwVG). Auf die frist-  und 
formgerecht  eingereichte  Beschwerde  ist  daher  einzutreten  (vgl. 
Art. 50 und Art. 52 VwVG).

2.
2.1 Der  Beschwerdeführer  rügt  in  formeller  Hinsicht  eine  Verletzung 
seines Anspruchs auf  rechtliches Gehör, weil  die  Vorinstanz ihm die 
Zustimmung des Heimatkantons zur Nichtigerklärung der erleichterten 
Einbürgerung erst nach Erlass der angefochtenen Verfügung habe zu-
kommen lassen. 

2.2 Diese Zustimmung des Heimatkantons ist formelle Voraussetzung 
für die Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung, bindet die Vor-
instanz aber nur in negativer Hinsicht, wenn sie verweigert  wird. Der 
Heimatkanton  muss  seine  Zustimmung  nicht  begründen;  der  Zivil-
stands- und Bürgerrechtsdienst des Kantons Bern hat dies denn auch 
nicht  getan. Dem Beschwerdeführer  ist  keinerlei  Nachteil  daraus er-
wachsen,  dass  er  die  Zustimmungserklärung  nicht  vorher  einsehen 
konnte. Er hat  sich zur Zustimmung im Übrigen auch nicht  materiell 
geäussert.  Ohnehin  wäre  eine  Verletzung  des  Gehörsanspruchs  als 
mittlerweile geheilt zu betrachten, nachdem der Beschwerdeführer im 
nun  durchgeführten  Rechtsmittelverfahren,  welches  eine  Prüfung  im 
gleichen  Umfang  wie  die  Vorinstanz  erlaubt,  hatte  Stellung  nehmen 
können (vgl. u.a. BGE 129 I 129 E. 2.2.3 S. 135 und 122 II 274 E. 6 
S. 285). 

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3.
3.1 Gemäss  Art. 27  Abs. 1  BüG kann  eine ausländische  Person er-
leichtert  eingebürgert  werden,  wenn sie insgesamt fünf  Jahre in  der 
Schweiz gewohnt hat, seit einem Jahr hier wohnt und seit drei Jahren 
in ehelicher Gemeinschaft mit dem Schweizer Bürger lebt. Nach dem 
Wortlaut und Wortsinn der Bestimmung müssen sämtliche Vorausset-
zungen sowohl im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung als auch anläss-
lich der Einbürgerungsverfügung erfüllt sein. Fehlt es im Zeitpunkt des 
Einbürgerungsentscheids an der ehelichen Gemeinschaft, darf die er-
leichterte Einbürgerung nicht ausgesprochen werden (BGE 132 ll 113 
E. 3.2 S. 115; 130 II 482 E. 2 S. 484; 129 II 401 E. 2.2 S. 403; 128 II 97 
E. 3a S. 99).

3.2 In seiner inhaltlichen Auslegung unterscheidet sich der Begriff der 
"ehelichen  Gemeinschaft"  im  Sinne  des  Bürgerrechtsgesetzes  von 
demjenigen des Schweizerischen Zivilgesetzbuches vom 10. Septem-
ber 1907 (ZGB; SR 210), wie er beispielsweise in Art. 159 ZGB ver-
wendet wird. Er verlangt über die formelle Ehe hinaus den Bestand ei-
ner  tatsächlichen  Lebensgemeinschaft.  Eine  solche  kann  nur  bejaht 
werden,  wenn  der  beidseitige,  auf  Zukunft  gerichtete  Wille  zu  einer 
stabilen  ehelichen  Gemeinschaft  intakt  ist.  Der  Gesetzgeber  wollte 
dem ausländischen Ehegatten eines Schweizer Bürgers die erleichter-
te  Einbürgerung  ermöglichen,  um  die  Einheit  des  Bürgerrechts  der 
Ehegatten im Hinblick auf ihre gemeinsame Zukunft  zu fördern (Bot-
schaft  zur  Änderung  des  Bürgerrechtsgesetzes  [Gleichstellung  von 
Mann  und  Frau,  Bürgerrecht  der  Ehegatten  in  national  gemischten 
Ehen, Anpassung von weiteren Bestimmungen an die Rechtsentwick-
lung] vom 26. August 1987, BBl 1987 III  293 ff.,  S. 310). Ein Hinweis 
auf  den fehlenden  Willen  der  Ehegatten,  die  eheliche Gemeinschaft 
aufrecht zu erhalten, kann der Umstand sein, dass nur kurze Zeit nach 
der Einbürgerung das Scheidungsverfahren eingeleitet wird (BGE 130 
ll 482 E. 2 S. 483 f.; 128 ll 97 E. 3a S. 98 f.).

4.
4.1 Gemäss Art. 41 Abs. 1 BüG kann die Einbürgerung vom Bundes-
amt mit Zustimmung der Behörde des Heimatkantons innert fünf Jah-
ren nichtig erklärt werden, wenn sie durch falsche Angaben oder Ver-
heimlichung erheblicher Tatsachen erschlichen, d.h. mit einem unlaute-
ren oder  täuschenden Verhalten  erwirkt  worden ist. Arglist  im Sinne 
des  strafrechtlichen  Betrugstatbestandes  wird  nicht  verlangt.  Es  ge-
nügt,  wenn der Betroffene bewusst  falsche Angaben macht  bzw. die 

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Behörde bewusst in einem falschen Glauben lässt und so den Vorwurf 
auf sich zieht, es unterlassen zu haben, über eine erhebliche Tatsache 
zu informieren (BGE 132 II 113 E. 3.1 S. 114 f.; 130 II 482 E. 2 S. 484; 
128 II 97 E. 3.a S. 99, je mit Hinweisen). Weiss der Betroffene, dass 
die Voraussetzungen für  die  erleichterte  Einbürgerung auch im Zeit-
punkt der Verfügung vorliegen müssen, so muss er die Behörden un-
aufgefordert über eine nachträgliche Änderung der Verhältnisse orien-
tieren, von der er weiss oder wissen muss, dass sich einer Einbürge-
rung entgegensteht. Die Pflicht  dazu ergibt  sich aus dem Grundsatz 
von Treu und Glauben und aus der verfahrensrechtlichen Mitwirkungs-
pflicht  gemäss  Art. 13  Abs. 1  Bst. a  VwVG.  Die  Behörde  darf  sich 
ihrerseits  darauf  verlassen,  dass die vormals erteilten Auskünfte bei 
passivem Verhalten des Gesuchstellers nach wie vor Aktualität haben 
(BGE 132 II 113 E. 3.2 S. 115 f.).

4.2 Die  formellen  Voraussetzungen  des  Art. 41  Abs. 1  BüG für  eine 
Nichtigerklärung sind vorliegend erfüllt: Der Kanton Bern als Heimat-
kanton hat die Zustimmung zur Nichtigerklärung der erleichterten Ein-
bürgerung erteilt und die Nichtigerklärung ist seitens der zuständigen 
Instanz innert der gesetzlichen Frist von fünf Jahren ergangen.

4.3 Nachfolgend bleibt zu prüfen, ob die materiellen Voraussetzungen 
für eine Nichtigerklärung gegeben sind; d.h. ob der Beschwerdeführer 
seine Einbürgerung erschlichen hat.

5.
5.1 Im  Verfahren  betreffend  Widerruf  der  erleichterten  Einbürgerung 
gilt, wie in der Bundesverwaltungsrechtspflege allgemein, der Untersu-
chungsgrundsatz  (Art. 12  VwVG)  und  der  Grundsatz  der  freien  Be-
weiswürdigung (Art. 19 VwVG i.V.m. Art. 40 des Bundesgesetzes vom 
4. Dezember 1947 über den Bundeszivilprozess [BZP, SR 273]). Frei 
ist die Beweiswürdigung vor allem darin, dass sie nicht an bestimmte 
starre Beweisregeln gebunden ist,  die  dem Richter  genau vorschrei-
ben, wie ein gültiger Beweis zu Stande kommt und welchen Beweis-
wert die einzelnen Beweismittel im Verhältnis zueinander haben (FRITZ 
GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl. Bern 1983, S. 278 f.; zu 
den  Beweismitteln:  BGE 130  II  169  E. 2.3.2 ff.  S. 172 ff.).  Wenn ein 
Entscheid - wie im vorliegenden Fall - zum Nachteil des Betroffenen in 
seine Rechte eingreift, liegt die Beweislast bei der Behörde. 

5.2 Bei der Nichtigerklärung einer erleichterten Einbürgerung ist  von 
der  Verwaltung  zu  untersuchen,  ob  die  Ehe  im  massgeblichen  Zeit-

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punkt  der  Gesuchseinreichung und der Einbürgerung tatsächlich ge-
lebt wurde (BGE 130 II 169 E. 2.3.1 S. 172). Im Wesentlichen geht es 
dabei um innere Vorgänge, die der Verwaltung oft  nicht bekannt und 
schwierig zu beweisen sind. Sie kann sich daher veranlasst sehen, von 
bekannten  Tatsachen  (Vermutungsbasis)  auf  unbekannte  (Vermu-
tungsfolge) zu schliessen. Solche tatsächliche Vermutungen (auch als 
natürliche Vermutungen oder  'praesumptio hominis'  bezeichnet)  kön-
nen sich in allen Bereichen der Rechtsanwendung ergeben, nament-
lich auch im öffentlichen Recht. Es handelt sich dabei um Wahrschein-
lichkeitsfolgerungen, die auf Grund der Lebenserfahrung gezogen wer-
den (BGE 130 II 482 E. 3.2 S. 485 f. mit Hinweisen).

5.3 Als Problem der Beweiswürdigung berührt die tatsächliche Vermu-
tung weder die Beweislast noch die das Verwaltungsverfahren beherr-
schende Untersuchungsmaxime. Letztere gebietet zwar, dass die Ver-
waltung auch nach entlastenden,  das heisst  die Vermutung erschüt-
ternden Elementen sucht. Bei Konstellationen im Zusammenhang mit 
der erleichterten Einbürgerung liegt es aber in der Natur der Sache, 
dass solche entlastenden Elemente der Verwaltung oft nicht bekannt 
sein dürften und nur der Betroffene darüber Bescheid wissen kann. Es 
ist daher an ihm (zumal er dazu nicht nur aufgrund seiner verfahrens-
rechtlichen Mitwirkungspflicht verpflichtet ist, sondern daran auch ein 
erhebliches  Eigeninteresse  haben  muss),  die  Vermutung  durch  den 
Gegenbeweis  bzw. durch  erhebliche  Zweifel  umzustürzen,  indem  er 
Gründe bzw. Sachumstände aufzeigt,  die es als überzeugend (nach-
vollziehbar) erscheinen lassen, dass eine angeblich noch wenige Mo-
nate  zuvor  bestandene  tatsächliche,  ungetrennte,  eheliche  Gemein-
schaft in der Zwischenzeit dergestalt in die Brüche gegangen ist, dass 
es zur Scheidung kam (BGE 130 II 482 E. 3.2, S. 485 ff. mit weiteren 
Hinweisen  und  Quellenangaben; anstelle  vieler  vgl.  auch  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts C-1163/2006 vom 4. April 2008).

6.
Die Vorinstanz vertritt den Standpunkt, dass sowohl im Zeitpunkt der 
abgegebenen  Erklärung zur  Qualität  der  Ehe  als  auch im Zeitpunkt 
des Entscheides über die erleichterte Einbürgerung beim Beschwerde-
führer und seiner damaligen Ehefrau kein auf die Zukunft gerichteter 
uneingeschränkter Ehewille mehr habe bestehen können. Die Ehe sei 
an  schon  seit  langem  bestehenden  Problemen  gescheitert  und  der 
Entfremdungsprozess  der  Ehegatten sei  bei  der  Unterzeichnung be-
sagter Erklärung für beide erkennbar schon sehr weit  fortgeschritten 

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gewesen. Der Beschwerdeführer habe durch das Verschweigen dieser 
Umstände den unzutreffenden Anschein erweckt, die Ehe sei nach wie 
vor stabil. 

6.1 Aus  den  Akten  ergeben  sich  folgende  Auffälligkeiten:  Der  Be-
schwerdeführer hatte im Mai 1993 in der Schweiz ein Asylgesuch ge-
stellt,  welches  von  der  zuständigen  Behörde  mit  Verfügung  vom 
31. Januar  1994 abgewiesen wurde. Gleichzeitig  wurde die Wegwei-
sung aus der Schweiz angeordnet und dem Beschwerdeführer zur frei-
willigen Ausreise Frist bis zum 15. März 1994 angesetzt. Er reiste aber 
nicht aus, sondern heiratete am 29. Juli 1994 eine Schweizer Bürgerin. 
Am 11. Juni 1998, d.h. unmittelbar nach Erfüllung der zeitlichen Vor-
aussetzungen des Art. 27  Abs. 1  BüG,  stellte  der  Beschwerdeführer 
ein  Gesuch  um  Erteilung  der  erleichterten  Einbürgerung  und  am 
12. Februar 1999 unterzeichnete er zusammen mit seiner schweizeri-
schen Ehefrau die Erklärung, wonach sie in einer stabilen ehelichen 
Gemeinschaft  lebten und sich  bewusst  seien,  dass  eine erleichterte 
Einbürgerung nicht möglich sei, wenn während des Einbürgerungsver-
fahrens einer der Ehegatten die Trennung oder Scheidung beantrage 
oder keine tatsächliche eheliche Gemeinschaft mehr bestehe. Mit Ver-
fügung vom 23. Februar 1999 wurde der Beschwerdeführer erleichtert 
eingebürgert. Am 27. Mai 1999 und damit nur gerade gut drei Monate 
später reichten die Ehegatten einen gemeinsamen Scheidungsantrag 
ein und nach weiteren drei Monaten, am 27. August 1999, wurde die 
Ehe geschieden. Am 3. Dezember 1999 heiratete der Beschwerdefüh-
rer eine Frau aus seinem Kulturkreis, mit der er vermutungsweise zwi-
schen Anfang und Mitte März 1999, also noch während der Ehe mit 
der Schweizer Bürgerin und unmittelbar nach Abschluss des Einbürge-
rungsverfahrens ein Kind gezeugt hatte. Die geschiedene Ehefrau ging 
ihrerseits am 30. Mai 2000 eine neue Ehe ein.

6.2 Allein  schon  diese  äusseren  Umstände,  insbesondere  die  Zeu-
gung  eines  ausserehelichen  Kindes  und  die  Einreichung  eines  ge-
meinsamen  Scheidungsbegehrens  gerade  drei  Monate  nach  Erhalt 
des Bürgerrechts begründen eine tatsächliche Vermutung dafür, dass 
im Zeitpunkt der erleichterten Einbürgerung bzw. der persönlichen Er-
klärung des Ehepaares beiderseits keine intakte, gelebte eheliche Be-
ziehung  und  damit  auch  kein  echter  Wille  mehr  bestanden  haben 
kann, die Ehe tatsächlich aufrecht zu erhalten (zur tatsächlichen Ver-
mutung vgl. oben Ziff. 5.1  bis  5.3).  Im  Zusammenhang mit  dem ge-
meinsamen Scheidungsgegehren gilt zu berücksichtigen, dass ein sol-

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ches (insbesondere im Falle einer Zerrüttung) nicht als spontaner, zeit-
lich isolierter Akt betrachtet werden kann, sondern vielmehr letzte Kon-
sequenz einer längeren Phase bildet, in der ernsthafte Probleme ent-
stehen, als solche erkannt werden, Lösungen gesucht und nicht gefun-
den werden, und in der schliesslich alle Nebenpunkte einer Auflösung 
der ehelichen Gemeinschaft gemeinsam geregelt werden müssen.

6.3
6.3.1 Weder  der  Beschwerdeführer  noch  die  von  ihm  geschiedene 
Ehefrau bestreiten, dass ihre Ehe schon früh ernsthaften Belastungen 
ausgesetzt war. Sie machen allerdings geltend, die Ursachen für diese 
Belastungen hätten nicht in der ehelichen Beziehung, sondern in den 
persönlichen  Prädispositionen  gelegen  und  sie  hätten  als  Ehepaar 
trotz dieser Probleme zusammengehalten. Die Krise, die den Ehewil-
len zerstört habe, sei erst nach der Einbürgerung eingetreten. 

6.3.2 So  gab  die  geschiedene  Ehefrau  bei  ihrer  Befragung  vom 
10. November 2003 zu Protokoll, die Ehe sei bis rund ein halbes Jahr 
vor der Scheidung gut verlaufen (Antwort auf Frage 6). Ab diesem Zeit-
punkt seien in der Ehe Schwierigkeiten aufgetreten (Antwort auf Frage 
7). Erstmals von Trennung und Scheidung sei anfangs Mai  1999 die 
Rede gewesen (Antwort auf Frage 16). Man könne nicht sagen, dass 
sich zwischen der Einbürgerung des Beschwerdeführers und der Ein-
reichung des Scheidungsbegehrens etwas Unvorhersehbares ereignet 
hätte, das den Ehewillen abrupt  und unwiederbringlich zerstört  hätte 
(Antwort  auf Frage 22). Dass ihr Ehemann ein aussereheliches Kind 
gezeugt hatte, habe er ihr erst kurz vor der Scheidung gesagt (Antwort 
auf Frage 29). Im Übrigen verwies die geschiedene Ehefrau bei ihrer 
Einvernahme in pauschaler  Form auf  den Inhalt  ihres Briefes an die 
Vorinstanz vom 1. Oktober 2003. In diesem Schreiben hatte sie festge-
halten, es seien rückblickend „Langzeitgründe“ gewesen, die „schluss-
endlich“ zum Scheitern der Ehe geführt hätten. Durch ihren berufsbe-
dingten  Kontakt  zu  bosnischen  Flüchtlingen  sei  ein  Kindheitstrauma 
wieder aufgebrochen und sie habe deshalb „parallel“  zu der „damals 
noch frischen ersten Ehe“ psychologische Unterstützung gesucht. Das 
Erlebte mache das ganze Leben öfters unerträglich; so komme es vor, 
dass sie sich gegenüber Dritten „unerträglich verhalte“. Die Inhalte der 
Therapie hätten bei ihr unter anderem zu einer „nachhaltigen, absolu-
ten sexuellen Lustlosigkeit“ geführt. Weder sie noch ihr Ehemann hät-
ten mit  all  dem,  was die Therapie  bei  ihr  ausgelöst  habe,  umgehen 
können. Trotzdem hätten sie zusammengehalten. Der Beschwerdefüh-

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rer  habe sich stets  bemüht,  sie zu verstehen und zu stützen. In der 
Folge habe sie auch ihre Stelle in der Flüchtlingsbetreuung gekündigt. 
Als  der  Beschwerdeführer  sie  über  seine  neue  Bekanntschaft  infor-
miert  habe,  habe sie ihm dies nach seiner „Langzeitabstinenz“ nicht 
verübeln können. Er sei immer zu ihr gestanden, auch als es ihr „aus-
gesprochen schlecht“ gegangen sei und sie teilweise eher funktioniert 
als gelebt habe. So habe sich „gegen Ende“ der Ehe aus der gegen-
seitigen  Liebe  eine  „gute,  echte  Freundschaft“  entwickelt.  Von  der 
ausserehelichen Vaterschaft habe sie „kurz nach der Einsendung des 
Gesuchs“ (gemeint ist offensichtlich der Scheidungsantrag) erfahren.

6.3.3 Der Beschwerdeführer seinerseits hielt in seiner Stellungnahme 
vom 3. Oktober 2003 immerhin fest, sie hätten unter ihren Problemen 
gelitten und die Ehe sei dadurch immer stärker unter Druck geraten. 
Aber auch in den schwierigen Phasen seien sie zusammengestanden 
und hätten sich gegenseitig gestützt, so gut sie dies gekonnt hätten. 
Im Frühling 1999 habe es dennoch eine Phase gegeben, in der sich 
die Beziehung in einer Krise befunden habe. Zu jener Zeit habe er bei 
einem Fest seine spätere Ehefrau kennen gelernt. Zwar habe er diese 
Verbindung nach einem zweiten Zusammenkommen wieder aufgege-
ben,  dennoch habe sich  „im Laufe  der  Zeit“  abgezeichnet,  dass  sie 
sich „trotz aller Versuche, die Ehe zu retten“, „endgültig auseinander-
gelebt“ hätten.

6.3.4 Nebst  dem  bereits  erörterten  zeitlichen  Faktor  lässt  auch  die 
Wortwahl  in  gewissen  Schilderungen  der  Betroffenen  ohne  weiteres 
erkennen,  dass  die  Prozesse,  die  schliesslich  zur  Aufgabe  der  Ehe 
führten, sich nicht innerhalb von drei Monaten abgespielt haben kön-
nen.  Diese  Annahme  wird  gestützt  vom  Attest  der  Hausärztin  vom 
14. Juli  2003.  Darin  wird  festgehalten,  es  sei  „nach  längeren  Ehe-
schwierigkeiten, kurz vor der offiziellen Trennung“ zur Fremdbeziehung 
gekommen. Schliesslich hielten die Ehegatten auch in ihrer Eheschei-
dungskonvention vom 27. Mai 1999 fest, sie hätten „seit längerer Zeit 
mit einer äusserst belastenden Lebenssituation fertig werden müssen“ 
und  könnten  sich  deshalb  gegenseitig  nicht  mehr  unterstützen.  Sie 
hätten  sich  beide  „über  einen  längeren  Zeitraum  bemüht“,  die  Ehe 
trotz den „erwähnten Erschwernissen“ weiter zu führen, und seien ge-
meinsam zum Schluss gekommen, sich scheiden zu lassen. Aus dem 
Parteiverhör  der  klagenden  Ehefrau  ist  Folgendes  protokolliert:  „Der 
gemeinsame Haushalt wurde vor 3 Monaten, d.h. Ende Mai 1999 auf-
gehoben. [...] Mit meinem Mann habe ich noch unregelmässigen Kon-

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takt. Wir telefonieren uns ab und zu. Ich habe von früher her Probleme 
und  bin  deshalb  in  therapeutischer  Behandlung.  Mein  Mann  bekam 
Probleme wegen seinen  Eltern  im Heimatland. Wir  hatten  beide mit 
Depressionen zu kämpfen und konnten uns gegenseitig  nichts  mehr 
geben. Die ersten Probleme begannen 1996. Ich hatte meine Proble-
me schon  immer. Die  Krise  begann  jedoch  1996/1997. Wir  suchten 
stets  eine  Lösung zu finden  und sprachen  viel  zusammen. Seit  der 
Trennung kam es zu keiner Annäherung mehr zwischen uns. Unsere 
Liebe ist irgendwie erloschen. Obwohl wir uns beide noch gut verste-
hen,  können wir  die  Ehe  nicht  weiterführen.“  Der  Beschwerdeführer 
bestätigte anschliessend die Richtigkeit dieser Aussagen. 

6.3.5 Im Zusammenhang mit seinem ausserehelichen Verhältnis wen-
det der Beschwerdeführer ein, die Vorinstanz lasse sich von überhol-
ten Moralvorstellungen leiten. Damit kann jedoch nicht ernsthaft in Fra-
ge gestellt werden, dass solche Umstände selbst nach einem permis-
siv-liberalen Massstab westeuropäischer Prägung den gängigen Vor-
stellungen über Ausgestaltung und Tragweite einer intakten ehelichen 
Lebensgemeinschaft widersprechen. Der Beschwerdeführer kann sich 
umso weniger auf die angeblich überholten Moralvorstellungen beru-
fen,  als  er  selbst  und  seine  heutige  Ehefrau  einem Kulturkreis  ent-
stammen, der den Umgang der Geschlechter miteinander wesentlich 
strengeren Normen unterwirft. Im Übrigen wurde das aussereheliche 
Verhältnis von der Vorinstanz nur als eines von mehreren Indizien für 
die Tatsachenvermutung herangezogen. 

6.3.6 Die  tatsächliche  Vermutung,  wonach  im  entscheidenden  Zeit-
raum keine intakte, auf Zukunft ausgerichtete Ehe mehr bestanden ha-
ben kann, lässt sich auch mit dem sonstigen eingereichten Beweisma-
terial nicht ernsthaft in Frage stellen. Die eingereichten Fotos sind - so-
weit  sie  überhaupt  Rückschlüsse auf  ihren Entstehungszeitpunkt  zu-
lassen - auf den Beginn bzw. einen frühen Zeitraum der Ehe zurückzu-
führen. Im am 1. Oktober  2003 datierten  Schreiben einer  Schwester 
der geschiedenen Ehefrau lässt sich diese einleitend lobend über gute 
Charaktereigenschaften  des  Beschwerdeführers  und  eine  von  den 
Ehegatten gelebte partnerschaftliche Rollenteilung aus, um abschlies-
send festzuhalten,  sie  wisse aus langen und intensiven Gesprächen 
mit  den Ehegatten,  dass  diese sich  sehr  darum bemüht  hätten,  die 
Ehe zu retten, als Probleme in der Beziehung aufgetaucht seien. Den 
Schritt  zur Scheidung hätten sich beide nicht leicht gemacht und sie 
hätten  unter  der  Trennung  gelitten,  die  letztlich  doch  unvermeidlich 

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geworden sei. Das Schreiben ist insofern nicht aufschlussreich, als es 
keine Angaben zur zeitlichen Einordnung der Entwicklungsschritte ent-
hält. Die vom Beschwerdeführer als  Auskunftspersonen anerbotenen 
sonstigen  Verwandten  und  Bekannten  wären  möglicherweise  in  der 
Lage gewesen, sich zum Auftreten des Ehepaares in der Öffentlichkeit, 
nicht  aber  zu  den  hier  interessierenden  inneren  Vorgängen  zu  äus-
sern.

6.3.7 Dem Beschwerdeführer ist  es somit  nicht  gelungen, die gegen 
ihn sprechende tatsächliche Vermutung in Frage zu stellen, dass zum 
Zeitpunkt der gemeinsamen Erklärung vom 12. Februar 1999 und der 
erleichterten  Einbürgerung  am  23. Februar  1999  zwischen  ihm  und 
seiner damaligen Ehefrau keine stabile und auf Zukunft ausgerichtete 
ehelichen  Gemeinschaft  mehr  bestand.  Dementsprechend  gilt  das 
Fehlen einer solchen Beziehung zum massgeblichen Zeitpunkt als er-
stellt.

7.
Die  Nichtigerklärung  der  Einbürgerung  gemäss  Art. 41  Abs. 1  BüG 
setzt - wie bereits erwähnt - voraus, dass diese "erschlichen" worden 
ist. (vgl. dazu oben Ziff. 4.1).

7.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, mit der von ihm unterzeich-
neten Erklärung habe er - ihrem Wortlaut entsprechend - nur bestätigt, 
dass die Ehe tatsächlich gelebt werde und nicht bloss formell bestehe. 
Die Frage, ob es im Eheleben Auseinandersetzungen und Probleme 
gebe, sei nicht Gegenstand des fraglichen Erklärungstextes gewesen. 
Der Einwand geht jedoch ins Leere, nachdem sich aus den vorstehen-
den  Erwägungen  ergibt,  dass  eine  tatsächlich  gelebte  Ehe  im  ent-
scheidenden Zeitraum gerade nicht bestand. Im Übrigen verkennt der 
Beschwerdeführer  die  Tragweite  seiner  Mitwirkungspflicht.  Der  Ge-
suchsteller ist nach dem bereits Gesagten gehalten, die Behörden von 
sich aus über Tatsachen zu informieren, von denen er weiss oder wis-
sen muss, dass sie für den Einbürgerungsentscheid massgebend sind 
(vgl. oben Ziff. 4.1). Die Pflicht zur umfassenden Information trifft den 
Gesuchsteller im Einbürgerungsverfahren selbst dann, wenn sich die 
Auskünfte  zu  seinem  Nachteil  auswirken  könnten  (BGE  132  II  113 
E. 3.2 S. 115). Dass die vom Beschwerdeführer eingestandenen Prob-
leme zum Kreis  solcher  entscheidswesentlichen  Tatsachen  gehören, 
kann vernünftigerweise nicht in Frage gestellt werden.

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7.2 Eventualiter wendet der Beschwerdeführer ein,  es habe von ihm 
nicht erwartet werden können, dass er seine ehelichen Probleme ge-
genüber der Einbürgerungsbehörde offen lege. Solches würde unzu-
lässig in seine durch Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schwei-
zerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR  101)  ge-
schützte Privatsphäre eingreifen und seine Persönlichkeitsrechte ver-
letzen. Dieser Ansicht kann nicht gefolgt werden. Der Beschwerdefüh-
rer übersieht, dass Art. 49a BüG das Bundesamt ermächtigt, zur Erfül-
lung  seiner  gesetzlichen  Aufgaben  auch  besonders  schützenswerte 
Daten zu bearbeiten. Es bedarf keiner Erläuterung, dass die Abklärung 
der Tatbestandsvoraussetzungen einer erleichterten Einbürgerung sich 
als  zentraler  Teil  der  gesetzlichen  Aufgaben  des  Bundesamtes  dar-
stellt. Schon aus diesem Grund war die Vorinstanz berechtigt, Fragen 
zum Zustand der Ehe zu stellen, und der Beschwerdeführer verpflich-
tet, wahrheitsgemäss und vollständig Auskunft zu erteilen.

7.3 Indem der  Beschwerdeführer somit  eine Erklärung zum Zustand 
der Ehe abgab, die den Tatsachen nicht entsprach, und die Vorinstanz 
auch ansonsten nicht informierte, hat er die erleichterte Einbürgerung 
im Sinne von Art. 41 Abs. 1 BüG erschlichen.

8.
Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene 
Verfügung rechtmässig ist  (Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist daher 
abzuweisen. 

9.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwer-
deführer die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Diese 
sind auf Fr. 800.- festzusetzen (Art. 1, Art. 2 und Art. 3 Bst. b des Reg-
lements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 
vor dem Bundesverwaltungsgericht [SR 173.320.2]). 

(Dispositiv S. 18)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 800.- werden dem Beschwerdeführer auf-
erlegt. Sie werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 800.- 
verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (gegen Empfangsbestätigung; Akten K 305 540 re-

tour)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Andreas Trommer Philipp Mäder

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-rechtli-
chen Angelegenheiten geführt  werden (Art. 82 ff.,  90 ff. und 100 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 
Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begeh-
ren,  deren Begründung mit  Angabe der  Beweismittel  und die Unter-
schrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 
sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizu-
legen (vgl. Art. 42 BGG).

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