# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d3653726-79a0-518e-9150-5d2267bbcc68
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-09-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.09.2010 C-6512/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-6512-2009_2010-09-07.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-6512/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  7 .  S e p t e m b e r  2 0 1 0

Richter Michael Peterli (Vorsitz), 
Richter Johannes Frölicher, 
Richter Beat Weber, 
Gerichtsschreiberin Lucie Schafroth.

A._______, 
Beschwerdeführerin,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 
1211 Genf 2,
Vorinstanz.

Invalidenrente.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-6512/2009

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass  die  IV-Stelle  für  Versicherte  im  Ausland  IVSTA  (nachfolgend: 
IVSTA) mit Verfügung vom 2. Dezember 2008 das Leistungsbegehren 
von A._______ vom 4. März 2008 abgewiesen hat, da keine Invalidität 
vorliege, die einen Rentenanspruch zu begründen vermöge (act. 30),

dass  A._______  am  23. Dezember  2008  beim  österreichischen 
Versicherungsträger  erneut  ein  Gesuch  um Gewährung  einer  Rente 
der schweizerischen Invalidenversicherung (IV) einreichte (act. 31),

dass  Dr. med.  B._______  des  IV-ärztlichen  Dienstes  mit  Stellung-
nahme vom 15. Juli 2009 ausführte, der neu eingereichte Arztbericht 
bestätige  lediglich  das  bereits  im  Verfahren  betreffend  erstem 
Leistungsbegehren bekannte Krankheitsbild,  weshalb nicht  von einer 
erheblichen  Änderung  des  Gesundheitszustandes  ausgegangen 
werden könne (act. 36),

dass die IVSTA A._______ mit Vorbescheid vom 22. Juli 2009 mitteilte, 
sie  wäre  nicht  in  der  Lage,  das  neue  Gesuch  zu  prüfen,  da  nicht 
glaubhaft  gemacht  worden sei,  dass  sich  der  Grad der  Invalidität  in 
einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert habe (act. 37),

dass die IVSTA mit Verfügung vom 23. September 2009 A._______ mit 
der bereits im Vorbescheid vorgebrachten Begründung mitteilte, sie sei 
nicht in der Lage, das neue Gesuch zu prüfen (act. 39),

dass  A._______  (nachfolgend:  Beschwerdeführerin)  gegen  diese 
Verfügung  mit  Eingabe  vom  13. Oktober  2009  Beschwerde  beim 
Bundesverwaltungsgericht  erhob und sinngemäss die Aufhebung der 
Verfügung sowie die Gewährung einer Invalidenrente beantragte,

dass die IVSTA mit Vernehmlassung vom 15. Februar 2010 ausführte, 
aus  dem  neu  eingereichten  ärztlichen  Bericht  ergäben  sich  keine 
neuen Sachverhaltselemente, die nicht bereits im Rahmen des ersten, 
rechtskräftig abgewiesenen Leistungsgesuches durch den Regionalen 
Ärztlichen Dienst (RAD) Rhone begutachtet  und als nicht  arbeitsein-
schränkend  eingeschätzt  worden  seien;  dementsprechend  sei  die 
IVSTA nicht  gehalten gewesen,  weitere Abklärungen zu veranlassen 
und habe das erneute Leistungsbegehren daher durch einen Nichtein-
tretensentscheid erledigen dürfen,

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C-6512/2009

dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 31 des Verwaltungs-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) in Verbindung 
mit Art. 69 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die  Invalidenversicherung  (IVG,  SR 831.20)  zur  Beurteilung  von Be-
schwerden gegen Verfügungen von Vorinstanzen gemäss Art. 33 VGG 
zuständig ist,

dass  die  IVSTA eine  Vorinstanz  gemäss  Art.  33  lit.  d  VGG ist  und 
vorliegend keine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vorliegt,

dass der Beschwerdeführer im Sinne von Art. 59 des Bundesgesetzes 
vom 6. Oktober 2000  über  den  Allgemeinen  Teil  des  Sozialversiche-
rungsrechts (ATSG, SR 830.1) beschwerdelegitimiert ist,

dass die Beschwerde frist- und formgerecht (Art. 60 ATSG und Art. 52 
VwVG) erfolgte, weshalb darauf einzutreten ist, 

dass  die  Beschwerdeführerin  das  neue  Leistungsbegehren  vom 
23. Dezember  2008  noch  während  der  Rechtsmittelfrist  der  ersten 
leistungsabweisenden Verfügung vom 2. Dezember 2008 beim öster-
reichischen Versicherungsträger  eingereicht  hat  und zur Begründung 
die gleichen Gesundheitsbeeinträchtigungen wie bereits im Verfahren 
betreffend erstem Leistungsbegehren vorbrachte (act. 26, 34 und 36), 

dass das neue Leistungsbegehren vom 23. Dezember 2008 somit als 
Beschwerde gegen die Verfügung vom 2. Dezember  2008 zu qualifi-
zieren ist,

dass die Behandlung der Sache, die Gegenstand der mit Beschwerde 
angefochtenen Verfügung bildet, mit Einreichung der Beschwerde auf 
die Beschwerdeinstanz übergeht (Art. 54 VwVG; sog. Devolutiveffekt), 
weshalb  die  Vorinstanz die  Befugnis  verliert,  sich  mit  der  Sache  zu 
befassen  (vgl. HANSJÖRG SEILER,  in:  Praxiskommentar  VwVG,  Wald-
mann/Weissenberger (Hrsg.), Zürich 2009, Art. 54 N 3),

dass  die  IVSTA die  Eingabe  vom 23. Dezember  2008 daher  an das 
Bundesverwaltungsgericht  als  zuständige  Beschwerdeinstanz  hätte 
weiterleiten müssen (Art. 30 ATSG),

dass sich die Nichteintretensverfügung vom 23. September 2009 dem-
nach als fehlerhaft erweist, 

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C-6512/2009

dass die Beschwerde somit gutzuheissen und die angefochtene Verfü-
gung vom 23. September 2009 aufzuheben ist, 

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  die  Eingabe  vom 23. Dezember 
2008 als Beschwerde entgegenzunehmen und ein neues Instruktions-
verfahren zu eröffnen hat, 

dass bei  diesem Ausgang des Verfahrens keine Verfahrenskosten zu 
erheben sind (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG), 

dass  demnach das  Gesuch der  Beschwerdeführerin  um Gewährung 
der  unentgeltlichen  Rechtspflege  als  gegenstandslos  abzuschreiben 
ist,

dass der obsiegenden Beschwerdeführerin, welche sich nicht anwalt-
lich  vertreten  liess  und  der  auch  sonst  keine  notwendigen  und  ver-
hältnismässig hohen Kosten entstanden sind, für das Beschwerdever-
fahren vor dem Bundesverwaltungsgericht somit keine Parteientschä-
digung zuzusprechen ist (Art. 64 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 7 
Abs. 1 und 4 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 
und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 
173.320.2]).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen und die angefochtene Verfügung 
vom 23. September 2009 wird aufgehoben.

2.
Das Bundesverwaltungsgericht nimmt die Eingabe vom 23. Dezember 
2008 als Beschwerde gegen die leistungsabweisende Verfügung vom 
2. Dezember  2008  entgegen  und  eröffnet  diesbezüglich  ein  neues 
Instruktionsverfahren (C-6386/2010).

3.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben und es wird keine Partei-
entschädigung zugesprochen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Einschreiben mit Rückschein)
- die Vorinstanz 
- das Bundesamt für Sozialversicherungen

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Michael Peterli Lucie Schafroth

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern,  Beschwerde  in 
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. 
und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni  2005 [BGG, SR 
173.110]). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit  
Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der 
angefochtene  Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  die 
beschwerdeführende  Partei  in  Händen  hat,  beizulegen  (vgl.  Art.  42 
BGG).

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