# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 84baf2f4-e59a-5f87-9a1d-8a617e122592
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** SB250030-O1
**Docket/Reference:** SB250030-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/SB250030-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Geschäfts-Nr.: SB250030-O/U/cwo

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. B. Gut, Präsident, die Ersatzoberrichterinnen 

lic. iur. P. Tschudi und lic. iur. C. Jost sowie der Gerichtsschreiber

MLaw J. Stegmann

Urteil vom 7. Juli 2025

in Sachen

A._____,

Beschuldigter und Berufungskläger

verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____

gegen

Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis,

Anklägerin und Berufungsbeklagte

betreffend fahrlässige Körperverletzung

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Horgen, Einzelgericht,

vom 18. Juli 2024 (GG240013)

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Anklage:

Die  Anklageschrift  der  Staatsanwaltschaft  Limmattal/Albis  vom  9. April  2024  ist 

diesem Urteil beigeheftet (Urk. 15).

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 26 S. 30 ff.)

"Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte ist schuldig der fahrlässigen Körperverletzung im Sinne von Art. 125 

Abs. 1 StGB.

2.

3.

4.

5.

6.

7.

8.

Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu Fr. 50.00.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.

Die Zivilansprüche der Privatklägerin werden auf den Zivilweg verwiesen.

Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

1'800.00 ; die weiteren Kosten betragen:

1'700.00   Gebühr für das Vorverfahren.

Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, so reduziert sich die 

Entscheidgebühr um einen Drittel. Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.

Die Kosten gemäss vorstehender Ziffer werden dem Beschuldigten auferlegt.

[Mitteilungen]

[Rechtsmittel]"

Berufungsanträge:

a)

Der Verteidigung des Beschuldigten:

(Urk. 39; vgl. auch Urk. 28 S. 1)

1.

Es  seien  die  Dispositivziffern  1  bis  3  sowie  6  des  Urteils  des 

Bezirksgerichts Horgen vom 18. Juli 2024 aufzuheben und es sei 

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der  Berufungskläger  vom  Vorwurf  der  fahrlässigen  Körperverlet-

zung freizusprechen.

2.

Eventualiter seien die Dispositivziffern 1 bis 3 sowie 6 des Urteils 

des Bezirksgerichts Horgen vom 18. Juli 2024 aufzuheben und die 

Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.

3.

Unter  Kosten-  und  Entschädigungsfolgen  des  erst-  und  zweitin-

stanzlichen Verfahrens (zuzüglich gesetzlicher MWST) zu Lasten 

des Staates.

b)

Der Staatsanwaltschaft:

(Urk. 32)

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

c)

Der Privatklägerin:

Verzicht auf Anträge.

Erwägungen:

I. Prozessverlauf

1.

Zum  Verfahrensgang  bis  zum  vorinstanzlichen  Urteil  kann  zwecks  Vermei-

dung unnötiger Wiederholungen auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz 

im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 26 S. 4; Art. 82 Abs. 4 StPO).

2.

Der Beschuldigte wurde mit Urteil des Bezirksgerichtes Horgen vom 18. Juli 

2024  im  Sinne  des  eingangs  wiedergegebenen  Dispositivs  schuldig  gesprochen 

und bestraft (Urk. 24 bzw. Urk. 26). Das Urteil wurde den Parteien am 18. Juli 2024 

mündlich  sowie  schriftlich  im  Dispositiv  eröffnet  (Prot. I  S. 17  f.;  Urk. 20).  Der 

Beschuldigte  hat  im  Anschluss  an  die  Urteilseröffnung  mündlich  die  Berufung 

angemeldet (Prot. I S. 17 und Urk. 22; Art. 399 Abs. 1 StPO). Das begründete Urteil 

(Urk. 24 = Urk. 26) wurde den Parteien am 7. bzw. 8. bzw. 13. Januar 2025 zuge-

stellt  (Urk. 25/1-3),  woraufhin  die  Verteidigung  des  Beschuldigten  am  27. Januar 

2025  seine  Berufungserklärung  einreichte  (Urk.  28).  Innert  der  angesetzten  Frist 

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(Urk. 30)  verzichtete  die  Staatsanwaltschaft  auf  eine  Anschlussberufung  und 

beantragte die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils sowie die Dispensation von 

der Teilnahme an der Berufungsverhandlung (Urk. 32; Art. 399 Abs. 3 StPO). Die 

Privatklägerschaft liess sich nicht vernehmen.

3.

Am 7. Juli 2025 fand die Berufungsverhandlung in Anwesenheit des Beschul-

digten statt (Prot. II S. 4 ff.). Vorfragen waren keine zu entscheiden und – abge-

sehen von der Einvernahme des Beschuldigten (Prot. II S. 5; Urk. 38) – auch keine 

Beweise abzunehmen. Das Urteil erging im Anschluss an die Berufungsverhand-

lung.

II. Prozessuales

In der Berufungsschrift ist anzugeben, welche Abänderungen des erstinstanzlichen 

Urteils  verlangt  werden  (Art. 399  Abs. 3  lit. b  StPO).  Der  Beschuldigte  ficht  das 

vorinstanzliche Urteil bezüglich der Dispositivziffern 1 bis 3 sowie 6 an (Urk. 28). 

Nicht angefochten sind somit die Dispositivziffern 4 (Verweis der Zivilansprüche der 

Privatklägerin  auf  den  Zivilweg)  und  5  (Kostenfestsetzung).  Es  ist  somit  festzu-

stellen, dass das Urteil des Bezirksgerichts Horgen vom 18. Juli 2024 diesbezüglich 

in Rechtskraft erwachsen ist.

III. Sachverhalt

1.

Vorbemerkungen

1.1.

Im vorliegenden zweitinstanzlichen Urteil wird – um unnötige Wiederholungen 

zu vermeiden – in Bezug auf die tatsächliche und rechtliche Würdigung ergänzend 

an  den  entsprechenden  Stellen  auf  die  vorinstanzlichen  Erwägungen  verwiesen 

(vgl. Art. 82 Abs. 4 StPO). Zudem ist darauf hinzuweisen, dass sich die urteilende 

Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und jedes 

einzelne  Vorbringen  ausdrücklich  widerlegen  muss.  Vielmehr  wird  dem  Gericht 

zugestanden,  sich  auf  die  seiner  Auffassung  nach  wesentlichen  und  mass-

geblichen Vorbringen der Parteien zu beschränken (vgl. dazu Urteile des Bundes-

gerichts  1P.378/2002  vom  9.  September  2002,  E.  5.1;  6B_600/2012  vom 

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26.2.2013, E. 3.2; BGE 136 I 229, E. 5.2; BGE 133 I 277, E. 3.1; BGE 129 I 232, 

E.  3.2;  BGE 126  I  97,  E.  2b  mit  Hinweisen).  Folgerichtig  wird  sich  auch  die 

Berufungsinstanz  nur  mit  denjenigen  Einwänden  auseinandersetzen,  welche  die 

relevanten  Anklagesachverhalte  betreffen  und  für  die  rechtliche  Beurteilung 

wesentlich sind.

1.2. Die  Vorinstanz  hat  sich  ausführlich  mit  den  Aussagen  des  Beschuldigten 

sowie der Privatklägerin befasst, so dass darauf zur Vermeidung unnötiger Wieder-

holungen  vollumfänglich  verwiesen  werden  kann  (Urk. 26  S. 8  ff.;  Art. 82  Abs. 4 

StPO). Mit der Verteidigung (Urk. 28 S. 5 f.) ist festzuhalten, dass die Angaben der 

Auskunftsperson  B._____  aus  dem  Polizeirapport  vom  25. August  2023  (Urk. 1 

S. 4) nicht gegen den Beschuldigten verwendet werden dürfen, da keine formelle 

Einvernahme mit der Möglichkeit einer direkten Konfrontation stattfand.

1.3. Der Grundsatz "in dubio pro reo" verlangt einerseits weder absolute Gewiss-

heit für einen Schuldspruch noch bedeutet er andererseits, dass jeder Zweifel zu 

einem  Freispruch  führen  muss.  Ein  Freispruch  resultiert  nur  bei  erheblichen  und 

nicht zu unterdrückenden Zweifel, die sich nach objektiver Sachlage aufdrängen. 

Dabei  ist  es  Aufgabe  des  Richters,  seinem  Gewissen  verpflichtet  in  objektiver 

Würdigung des gesamten Beweisergebnisses zu prüfen, ob er von einem bestimm-

ten Sachverhalt überzeugt ist und an sich mögliche Zweifel an dessen Richtigkeit 

zu überwinden vermag (Art. 10 StPO; BGE 124 IV 86 E. 2a). Es liegt in der Natur 

der Sache, dass mit menschlichen Erkenntnismitteln keine absolute Sicherheit in 

der  Beweisführung  erreicht  werden  kann;  daher  muss  es  genügen,  dass  das 

Beweisergebnis über jeden vernünftigen Zweifel erhaben ist. Lässt sich ein Sach-

verhalt nicht mit letzter Gewissheit feststellen, was schon im Wesen menschlichen 

Erkenntnisvermögens liegt, so hindert dies den Richter nicht, willkürfrei subjektiv 

mit Gewissheit davon überzeugt zu sein.

2.

Ausgangslage

2.1. Dem Beschuldigten wird zusammengefasst vorgeworfen, dass er mit seinem 

Personenwagen  "Mercedes-Benz"  am  17. Juni  2023  gegen  14.25  Uhr  mit  einer 

Geschwindigkeit  von  ca.  120  km/h  auf  dem  Normalstreifen  der  Autobahn  A3  in 

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Thalwil in Richtung Zürich gefahren sei. Kurz vor Autobahnkilometer 111.900 sei er 

auf die Überholspur gewechselt, um eine vor ihm langsamer fahrende Fahrzeug-

kolonne  zu  überholen.  Dabei  habe  er  aufgrund  mangelnder  Aufmerksamkeit  zu 

spät bemerkt, dass sich vor ihm auf der Fahrbahn eine Absperrbake befand. Diese 

wurde möglicherweise vom Strassenunterhaltsdienst verloren oder bei der Mittel-

leitplanke  deponiert  und  geriet  aus  unbekannten  Gründen  auf  die  Fahrbahn 

(Urk. 155).  Um  die  Absperrbake  nicht  zu  überfahren,  habe  er  seinen  Personen-

wagen  nach  rechts  gelenkt  und  dabei  aufgrund  mangelndem  Schulterblick  den 

Personenwagen  der  Privatklägerin,  welcher  sich  zu  diesem  Zeitpunkt  auf  dem 

Normalstreifen befunden habe, übersehen und sei seitlich mit dessen linken Fahr-

zeugheck kollidiert. Aufgrund der Kollision habe die Privatklägerin eine Distorsion 

der  Hals-,  Brust-  und  Lendenwirbelsäule,  eine  Kopfprellung  sowie  Prellungen  im 

Thorax-  und  Bauchbereich  erlitten.  Aufgrund  dieser  Verletzungen  sei  die  Privat-

klägerin in der Folge vom 17. Juni 2023 bis zum 10. Juli 2024 (recte: 2023) zu 100 

% und vom 11. Juli 2024 (recte: 2023) bis zum 14. Juli 2023 zu 50 % arbeitsunfähig 

gewesen. Dieser Geschehensablauf (mangelnde Aufmerksamkeit – unvorsichtiger 

Spurwechsel – Kollision – Verstauchungen und Prellungen/Arbeitsunfähigkeit) sei 

für den Beschuldigten in groben Zügen vorhersehbar gewesen und hätte von ihm 

bei genügender Aufmerksamkeit mit einer zweckmässigen Reaktion auf die mög-

liche Gefahrensituation (Bremsen) verhindert werden können.

2.2. Die Vorinstanz kam zum Schluss, dass der angeklagte Sachverhalt erstellt ist. 

Insbesondere seien die Verletzungen sowie die Arbeitsunfähigkeit der Privatkläge-

rin sowie die Kollision als deren Ursache erstellt (Urk. 26 S. 16 f.). Bei der Absperr-

bake handle es sich um einen Gegenstand (bzw. um ein Hindernis), welcher von 

Weitem gut sichtbar gewesen sei. Da der Beschuldigte die Absperrbake jedoch erst 

zu einem Zeitpunkt erkannt habe, in welchem er nicht mehr in der Lage gewesen 

sei,  rechtzeitig  zu  reagieren,  sei  erwiesen,  dass  der  Beschuldigte  das  Hindernis 

mangels gehöriger Aufmerksamkeit zu spät wahrgenommen habe. Es lägen auch 

keine  Umstände  vor,  welche  es  dem  Beschuldigten  verunmöglicht  hätten,  die 

Absperrbake  frühzeitig  zu  erkennen.  Zudem  dürfe  ein  Fahrzeugführer  nur  so 

schnell fahren, dass er innerhalb der überblickbaren Strecke anhalten könne. Die 

Sorgfaltswidrigkeit  sei  daher  gegeben.  Der  tatbestandsmässige  Erfolg  hätte  bei 

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pflichtgemässen  Verhalten  vermieden  werden  können.  Mangelnde  Aufmerksam-

keit bzw. nicht angepasste Geschwindigkeit sei nach dem gewöhnlichen Lauf der 

Dinge  und  den  Erfahrungen  des  Lebens  dazu  geeignet,  ein  Hindernis  auf  der 

Strasse zu spät zu erkennen und nicht adäquat zu reagieren. Dass daraufhin ein 

plötzlicher Spurenwechsel als Ausweichmanöver vorgenommen werde und es da-

durch zur Kollision mit einem sich auf dieser Fahrbahn bewegenden Personenwa-

gen komme, sei adäquat kausal. Das gelte vorliegend insbesondere deshalb, weil 

der Beschuldigte sich in diesem Moment in einem Überholmanöver befunden habe 

und damit umso mehr mit Fahrzeugen auf dem Normalstreifen habe rechnen müs-

sen (Urk. 26 S. 18 ff.). Es liege auch kein rechtfertigender Notstand vor. Das Ab-

bremsen wäre das zu wählende mildere Mittel gewesen und hätte die Privatklägerin 

nicht gefährdet. Die vorgebrachte Gefahr hätte somit anders bzw. angemessener 

abgewendet werden können, weshalb die Subsidiarität als Voraussetzung der Not-

standshandlung nicht gewahrt worden sei (Urk. 26 S. 22 f.).

2.3. Der  Beschuldigte  stellte  sich  anlässlich  der  Berufungsverhandlung  auf  den 

Standpunkt,  dass  diejenige  Person,  welche  die  Absperrbake  verloren  habe,  den 

Unfall verursacht habe. Er habe ausweichen müssen, da es um sein Leben gegan-

gen  sei.  Das  Anhalten  auf  Sichtweite  sei  in  der  Situation  praktisch  unmöglich 

gewesen. Dadurch, dass er hinter einer Autokolonne gewesen sei, habe er beim 

besten  Willen  nichts  sehen  können.  Er  habe  der  Bake  ein  wenig  ausweichen 

wollen, dann habe er gemerkt, dass er zu nahe an das Auto herankomme, worauf-

hin er das Auto weggezogen habe. In diesem Moment sei sein Auto gestiegen und 

es habe ihn praktisch gedreht. Beim Drehen habe er dann scheinbar die Privatklä-

gerin erwischt. Auf dem Foto sehe es – der Schaden am Auto der Privatklägerin – 

wie  ein  kleiner  Blechschaden  aus,  von  welchem  man  ja  niemals  ein  Schleuder-

trauma erleiden könne (Urk. 38 S. 1 ff.).

2.4. Die  Verteidigung  macht  in  ihrer  Berufungserklärung  sowie  anlässlich  der 

Berufungsverhandlung  zusammengefasst  geltend,  dass  die  Vorinstanz  die 

Verurteilung des Beschuldigten mit einer Reihe von unfundierten und spekulativen 

Ausführungen  begründe.  Die  Köperverletzung  und  die  Arbeitsunfähigkeit  der 

Privatklägerin seien nicht rechtsgenügend bewiesen; die angeblichen Verletzungen 

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würden lediglich auf den subjektiven Angaben der Privatklägerin beruhen. Es seien 

keinerlei  äusserlich  sichtbare  oder  objektiv  messbare  Verletzungen  festgestellt 

worden.  Die  Privatklägerin  habe  denn  auch  nach  dem  Unfall  über  keinerlei 

Schmerzen  geklagt  und  sei  selbständig  ins  Spital  gefahren.  Weiter  würden  die 

angeblichen Verletzungen auch nicht zum Unfallbild passen, nämlich einem ledig-

lich leichten Touchieren des Fahrzeugs hinten links. Der Erfolg sei dem Beschul-

digten auch nicht zurechenbar. Er habe aufgrund der vor ihm fahrenden Fahrzeuge 

und seiner Position auf der Normalspur die Absperrbake erst erkennen können, als 

er sich auf der Überholspur befunden habe. Nachdem er erkannt habe, dass diese 

auf  der  Fahrbahn  lag,  seien  ihm  nur  wenige  Sekunden  Zeit  geblieben,  um  zu 

reagieren.  Es  gehe  nicht  an,  dass  die  Vorinstanz  auf  rein  mathematische 

Überlegungen abstelle, die auf unbelegten Grundlagen beruhen würden. In dubio 

pro reo sei davon auszugehen, dass der Beschuldigte sich nur wenige Sekunden 

auf dem Überholstreifen befunden habe. Folglich sei es ihm trotz pflichtgemässem 

Verhalten nicht möglich gewesen, die Absperrbake frühzeitig zu erkennen. Erstellt 

sei  auch  nicht,  dass  der  Beschuldigte  die  Privatklägerin  beim  Ausweichmanöver 

nach  links  gestreift  habe,  sondern  die  Kollision  sei  erst  erfolgt,  nachdem  der 

Beschuldigte  bereits  ins  Schleudern  geraten  sei.  Es  könnte  daher  keine  pflicht-

widrige Unsorgfalt, keine Kausalität zwischen dem Handeln des Beschuldigten und 

der angeblichen Verletzungen der Privatklägerin und auch keine Körperverletzung 

der Privatklägerin bewiesen werden (Urk. 28 S. 3 und S. 5 ff.; Urk. 39 und 40/1-5; 

Prot. II. S. 6).

3. Würdigung

3.1. Verletzungen der Privatklägerin

Entgegen den Ausführungen der Verteidigung (vgl. u.a. Urk. 39 S. 9 f.) sind die in 

der Anklageschrift umschriebenen Verletzungen der Privatklägerin (Distorsion der 

Hals-,  Brust-  und  Lendenwirbelsäule,  Kopfprellung  sowie  Prellungen  im  Thorax- 

und Bauchbereich, Arbeitsunfähigkeit zu 100 % vom 17. Juni 2023 bis zum 10. Juli 

2023 und zu 50 % vom 11. Juli 2023 bis zum 14. Juli 2023; Urk. 15 S. 2) nachge-

wiesen.  Die  Diagnosen  Distorsion  der  Hals-,  Brust-  und  Lendenwirbelsäule, 

Kopfprellung  sowie  Schmerzen  im  Thorax-  und  Bauchbereich  gehen  aus  dem 

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ambulanter  Notfallbericht  des  Seespitals  Horgen  vom  17. Juni  2023  (Urk. 5/1) 

hervor. Solchen Verletzungen sind keine äusseren (Verletzungs-)Merkmale imma-

nent,  weshalb  ein  Fehlen  von  solchen  nicht  gegen  das  Vorliegen  der  ärztlichen 

Befunde spricht. Entgegen den Ausführungen der Verteidigung äusserte die Privat-

klägerin schon gegenüber der Polizei am Unfallort, Schmerzen zu empfinden. Dies 

zwar  nicht  gleich  zu  Beginn  der  Unfallaufnahme  sondern  erst  in  deren  Verlauf. 

Zunächst äusserte sie, dass sie keine Schmerzen habe, gab indes später an, nun 

Schmerzen  beim  Atmen  und  im  Rücken  zu  verspüren  (Urk. 1  S. 4).  Notorischer-

weise  hemmt  das  bei  einem  Unfall  ausgeschüttete  Adrenalin  zunächst  das 

Schmerzempfinden,  weshalb  Schmerzen  erst  später,  nach  einem  Absenken  des 

Adrenalinspiegels,  wahrgenommen  werden.  Auch  anlässlich  der  staatsanwalt-

schaftlichen Einvernahme vom 21. März 2024 sagte die Privatklägerin aus, dass 

sie Schmerzen am Rücken und Hals gehabt habe und in der Folge unter Schmer-

zen  und  Schwindel  litt.  Sie  bestätigte  anlässlich  dieser  Einvernahme,  bei  der 

Unfallaufnahme zunächst gesagt zu haben, dass es ihr gut gehe und erst in der 

Folge gespürt habe, wie die Schmerzen gekommen seien (Urk. 4 F/A 14 f., 55 ff. 

und 66 ff.). Auch dass sie selbständig mit dem Auto ins Seespital Horgen fuhr, ist 

– entgegen der Verteidigung – kein Hinweis darauf, dass die Privatklägerin keine 

Schmerzen hatte. Im Gegenteil macht ein Vorstellen im Notfall eines Spitals gerade 

dann Sinn, wenn man nach einem – doch relativ schweren Unfall – Schmerzen und 

Beschwerden verspürt. Die Privatklägerin stellte sich auch unverzüglich beim Not-

fall des Seespital Horgen vor. Des Weiteren gilt darauf hinzuweisen, dass für die 

Frage,  ob  die  Privatklägerin  beim  Verkehrsunfall  eine  einfache  Körperverletzung 

erlitten  hat,  irrelevant  ist,  wie  schwer  die  Kollision  tatsächlich  war.  Entscheidend 

sind einzig deren dokumentierten Folgen. Dass die hier zu beurteilende Kollision 

grundsätzlich geeignet war, die von der Privatklägerin beschriebenen Verletzungen 

zu  verursachen,  kann  hingegen  nicht  ernsthaft  bezweifelt  werden.  Die  Privat-

klägerin begab sich unmittelbar nach der Kollision in den Seespital Horgen, berich-

tete  von  ihren  Schmerzen,  welche  ohne  Weiteres  mit  dem  vorherigen  Unfall-

hergang in Einklang zu bringen sind, und dies führte sodann zur vorstehend darge-

legten  Diagnose  des  Seespitals  Horgen.  Den  Aussagen  der  Privatklägerin  sind 

keine Übertreibungs- und/oder Falschbelastungstendenzen zu entnehmen. Daher 

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bestehen keine unüberwindbaren Zweifel daran, dass die Ursache der Verletzun-

gen  der  Privatklägerin  die  Kollision  mit  dem  Personenwagen  des  Beschuldigten 

war.  Ausgewiesen  ist  auch  die  daraus  resultierende  Arbeitsunfähigkeit  (Urk. 5/1 

und Urk. 5/2). Überdies ist festzustellen, dass die von der Privatklägerin aufgrund 

des Unfalls erlittenen Verletzungen bzw. Folgen davon von ihrer Intensität her über 

eine  bloss  vorübergehende,  geringfügige  Störung  des  Wohlbefindens  deutlich 

hinausgehen  und  daher  eine  einfache  Körperverletzung  darstellen  (vgl.  zum 

Ganzen auch Urteil des Bundesgerichts 6B_447/2021 vom 16. Juli 2021 E. 4.2.2).

3.2. Kollision

Gemäss Anklageschrift habe der auf der Überholspur fahrende Beschuldigte, um 

eine Absperrbake nicht zu überfahren, seinen Personenwagen nach rechts gelenkt 

und  sei  seitlich  mit  dem  linken  Fahrzeugheck  des  sich  auf  dem  Normalstreifen 

befindlichen Personenwagen der Privatklägerin kollidiert (Urk. 15).

3.2.1. Die Verteidigung sieht den Rückstoss des Aufpralls mit der Leitplanke als 

Unfallursache; die Kollision sei erst erfolgt, als der Beschuldigte bereits ins Schleu-

dern geraten sei. Entsprechend habe sich der Unfall nicht wie in der Anklageschrift 

dargestellt ereignet (Urk. 28 S. 8 f.; Urk. 39 S. 7 ff.). 

Die Vorinstanz hat sich einlässlich mit dieser Thematik befasst (Urk. 26 S. 12 ff.), 

worauf – mit Ausnahme der (kurzen) Erwägung, welche die im Polizeirapport fest-

gehaltenen  Aussage  der  Auskunftsperson  wiedergibt  –  verwiesen  werden  kann 

(Art. 82  Abs. 4  StPO).  Da  die  Anklageschrift  kein  Schleudern  erwähnt  und  auch 

nicht einen konkreten Ablauf wiedergibt, kommt es im Rahmen der Sachverhalts-

erstellung nur darauf an, ob erwiesen ist, dass der Beschuldigte von der Überhol-

spur  aufgrund  des  Ausweichens  auf  die  rechte  Seite  lenkte  und  mit  dem  linken 

Fahrzeugheck  der  Privatklägerin  kollidierte.  Dieser  äussere  Umstand  ist  vom 

Beschuldigten unbestrittenermassen eingeräumt, nämlich dass er beim Versuch, 

der Absperrbake auszuweichen, sein Fahrzeug nach rechts gelenkt habe und es 

im Verlaufe des gesamten Geschehens zu einer Kollision mit dem Fahrzeug der 

Privatklägerin kam (Urk. 1 S. 3; Urk. 3/1 S. 1 ff.; Urk. 3/2 F/A 9 f.; Prot. I S. 8). Dass 

die  Kollision  mit  dem  hinteren  linken  Fahrzeugheck  des  Personenwagens  der 

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Privatklägerin  erfolgte,  geht  aus  dem  entsprechenden  Sachschadenfoto  hervor 

(Urk. 2 Foto 4); ebenso nachgewiesen ist, dass es zu einer Kollision des Fahrzeugs 

des Beschuldigten mit der Mittelleitplanke kam (Urk. 2 Foto 1-3 und 5). Aufgrund 

des gedanklich möglichen Unfallhergangs macht nur ein Kollidieren mit dem Fahr-

zeug  der  Privatklägerin  vor  der  Kollision  mit  der  Mittelleitplanke  Sinn.  Denn  bei 

einem  Zusammenprall  mit  der  Mittelleitplanke  geht  viel  kinetische  Energie  und 

damit  Geschwindigkeit  verloren  (vgl.  auch  die  Verteidigung,  welche  von  einer 

enorm  verminderter  Geschwindigkeit  spricht,  Urk. 18  Rz. 20).  Durch  diesen 

Geschwindigkeitsverlust  hätte  der  Personenwagen  des  Beschuldigten  mit  dem-

jenigen der Privatklägerin – welcher sich ja in gerader Linie weiter bewegte – gar 

nicht mehr kollidieren können. Zudem sagte die Privatklägerin aus, dass sie den 

Personenwagen  des  Beschuldigten  bis  zur  Kollision  nicht  wahrgenommen  habe 

und es auf einmal von hinten gekrachte habe. Sie habe plötzlichen einen starken 

Schub von hinten links gespürt und sei seitlich geschoben worden. Sie habe dann 

im  linken  Seitenspiegel  gesehen,  wie  das  Fahrzeug  hinter  ihr  ins  Schleudern 

gekommen sei bzw. sich gedreht habe (Urk. 1 S. 4; Urk. 4 F/A 24 ff.). Die Privat-

klägerin erwähnte ausserdem, dass sich vor ihr kein anderes Fahrzeug in der Nähe 

befunden habe (Urk. 4 F/A 20 ). Auf die teilweise widersprüchlichen Aussagen des 

Beschuldigten ist die Vorinstanz eingehend eingegangen und hat diese richtiger-

weise als unglaubhaft gewertet (Urk. 26 S. 12 ff.). Insbesondere gab der Beschul-

digte erst im Verlaufe der Untersuchung zu Protokoll, dass die Kollision mit dem 

Fahrzeug  der  Privatklägerin  nach  dem  Schleudern  und  dem  Kollidieren  mit  der 

Mittelleitplanke erfolgt sei. Auf der Unfallstelle gab er indes gegenüber der Polizei 

an, dass die Kollision mit der Privatklägerin nach dem Ausweichmanöver stattge-

funden habe, er danach nach links gelenkt und eine Vollbremsung gemacht habe 

und es dann zur Kollision mit der Mittelleitplanke gekommen sei (vgl. Urk. 1 S. 3 f.). 

Zu  den  Aussagen  der  Privatklägerin  macht  er  geltend,  dass  diese  absichtlich 

unrichtige  Angaben  mache,  da  sie  Geld  wolle  (u.a.  Urk.  3/3  F/A  11  f.:  "Darum 

glaube ich ihr nicht. Das Trauma, das erzählen alle, die Geld wollen […]"; Urk. 3/3 

F/A 17: "[…] Da ist Geld der wahre Faktor, um Geld zu kassieren." ; Prot. I S. 8: 

"Auf dem Polizeifoto ist zu sehen, dass ich die Privatklägerin erst getroffen habe, 

als  sich  mein  Auto  drehte  und  schon  fast  stand.  Die  Privatklägerin  kann  also 

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unmöglich  ein  Schleudertrauma  erlitten  haben.";  vgl.  auch  Urk. 38  S. 1  ff.).  Der 

Grund  für  die  geänderte  Darstellung  des  Beschuldigten  (Kollision  mit  der  Privat-

klägerin erst nach der Kollision mit der Mittelleitplanke) liegt offensichtlich daran, 

dass  er  durch  diesen  Unfallhergang  nur  ein  leichtes  Touchieren  mit  dem  linken 

hinteren Kotflügel ableitet, welches nicht geeignet gewesen sei, die Verletzungen 

der Privatklägerin zu bewirken (vgl. u.a. Urk. 18 Rz. 23; Urk. 28 Rz. 34).

3.2.2. Zum Einwand der Verteidigung, dass entgegen der Vorinstanz nicht erstellt 

werden könne, dass der Berufungskläger bereits eine längere Zeit, mithin mindes-

tens  21  Sekunden  vor  der  Kollision,  auf  der  Überholspur  gefahren  sei  und  nach 

dem  Grundsatz  in  dubio  pro  reo  davon  auszugehen  sei,  das  er  sich  nur  wenige 

Sekunden auf dem Überholstreifen befunden habe (Urk. 28 S. 6 ff.), ist zunächst 

festzuhalten, dass die Anklageschrift keine Angaben zur Dauer des Beschuldigten 

auf der Überholspur enthält, sondern dem Beschuldigten lediglich vorwirft, dass er 

aufgrund  mangelnder  Aufmerksamkeit  die  Absperrbake  nicht  wahrgenommen 

habe. Nur diese Frage ist im Rahmen der Sachverhaltserstellung zu klären. Ob der 

Erfolg dem Beschuldigten zurechenbar ist oder nicht – was die Verteidigung aus 

ihren Ausführungen ableitet (Urk. 28 Rz. 10 und 13; vgl. auch Urk. 39) – ist eine 

Frage der rechtlichen Würdigung.

Die  Vorinstanz  hat  sich  –  wohl  aufgrund  der  Einwendungen  der  Verteidigung  – 

dennoch  ausführlich  im  Rahmen  der  Sachverhaltserstellung  mit  der  Frage  der 

Länge der Fahrzeit des Beschuldigten auf der Überholspur bis zur Wahrnehmung 

der Absperrbake befasst und kam zum Schluss, dass bei einer üblichen Verkehrs-

situation – wie sie damals geherrscht habe – und im Lichte der bundesgerichtlichen 

"Zwei-Sekunden"-Regel ohne vernünftige Restzweifel davon auszugehen sei, dass 

sich der Beschuldigte zu dem Zeitpunkt, als er sich in der unmittelbaren Nähe der 

Privatklägerin  befunden  und  die  Absperrbake  wahrgenommen  habe,  bereits 

längere Zeit auf dem Überholstreifen befunden haben müsse (Urk. 26 S. 9 ff.). Die 

in der Anklage dem Beschuldigten vorgeworfene mangelnde Aufmerksamkeit er-

gibt sich aber bereits aus den konkreten Umständen, welche im Zeitpunkt des Fah-

rens auf der Autobahn im relevanten Zeitraum herrschten sowie den gesetzlichen 

automobilistischen Pflichten. Gemäss Art. 32 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 4 

- 13 -

Abs. 1 VRV darf ein Fahrzeugführer nämlich nur so schnell fahren, dass er inner-

halb der überblickbaren Strecke anhalten kann. Dies gilt auch für die Autobahn (vgl. 

ein  nachts  auf  der  Autobahn  liegender  Betrunkener;  Urteil  des  Bundesgerichts 

6B_1023/2010  vom  3.  März  2021,  E.  2  f.).  Um  dies  zu  gewährleisten,  ist  der 

Umgebung und dem Verkehr diejenige Aufmerksamkeit zu schenken, die sich nach 

den gesamten konkreten Umständen, namentlich der Verkehrsdichte, den örtlichen 

Verhältnissen, der Tageszeit, der Sicht und den voraussehbaren Gefahrenquellen 

ergibt und der Lenker hat sein Fahrzeug ständig so zu beherrschen, dass er seinen 

Vorsichtspflichten nachkommen kann. Er muss jederzeit in der Lage sein, auf die 

jeweils erforderliche Weise auf das Fahrzeug einzuwirken und auf jede Gefahr ohne 

Zeitverlust zweckmässig zu reagieren (Art. 31 Abs. 1 SVG; Art. 3 VRV; BGE 122 

IV 225, E. 2b; 120 IV 63, E. 2a mit Hinweisen; BGE 127 II 302, E. 3c). Das Gesagte 

gilt selbstredend auch bei einem Überholvorgang.

Eine  mangelnde  Aufmerksamkeit  wäre  nur  dann  zu  verneinen,  wenn  äussere 

Umstände zu berücksichtigen wären, welche den Lenker unverschuldeterweise von 

der  geforderten  Aufmerksamkeit  abgehalten  hätten  (z.B.  ein  verkehrswidriges 

Verhalten eines anderen Verkehrsteilnehmers, plötzlich herabfallende Steine etc.). 

Vorliegend herrschte schönes Wetter und die Lichtverhältnisse waren gut (Urk. 1 

S. 5).  Die  Sicht  des  Beschuldigten  war  gemäss  eigenen  Aussagen  nicht  einge-

schränkt  und  es  blendete  ihn  nichts  (Urk. 3/2  F/A  40  f.).  Eine  Absperrbake  ist 

rot/weiss gestreift und daher gut sichtbar. Der Beschuldigte macht als Grund, die 

Absperrbake  nicht  genügend  früh  gesehen  zu  haben,  einzig  geltend,  dass  sein 

Blickwinkel aufgrund der kurvenförmigen Strasse, der vor ihm liegenden Fahrzeug-

kolonne  sowie  der  Tieferlegung  seines  Fahrzeugs  eingeschränkt  gewesen  sei 

(Urk. 3/2  F/A 9;  Urk. 3/3  F/A 40;  Prot. I  S. 8).  Diese  Tatsachen  qualifizieren  nicht 

als  äussere  Umstände,  welche  es  dem  Beschuldigten  verunmöglicht  hätten,  die 

angemessene Aufmerksamkeit walten zu lassen. Und wenn der Beschuldigte – wie 

er geltend macht – nur zwei Sekunden Zeit gehabt hätte, um zu reagieren (Prot. I 

S. 7 ff.; vgl. auch Urk. 3/1 F/A 12; Urk. 3/2 F/A 31 f., 67, 79; Urk. 3/3 F/A 42), was 

wie die Vorinstanz richtigerweise festgestellt hatte, unglaubhaft ist, so hätte er die 

mangelnde Aufmerksamkeit durch sein Fahrverhalten selber verursacht, indem er 

nämlich  seine  Fahrweise  den  Verhältnissen  nicht  angepasst  hatte,  um  eine 

- 14 -

genügend  lange  Reaktionszeit  zu  gewährleisten.  Gefühle  wie  z.B.  Ungeduld 

können Auslöser einer Unachtsamkeit sein. Der Beschuldigte sagte hierzu selber 

aus, dass er überholen wollte, da die anderen Fahrzeuge seiner Ansicht nach zu 

langsam  fuhren  (Urk. 3/1  F/A 16;  Urk. 3/2  F/A 9:  "Ich  fragte  mich,  weshalb  diese 

Fahrzeuge auf der Autobahn nicht 120 km/h fahren."; vgl. auch Urk. 38 S. 2: "Ich 

fragte  mich  dann,  weshalb  ich  auf  der  Autobahn  nicht  120 km/h,  sondern  nur 

100 km/h fahren sollte.").

Es  ist  daher  erstellt,  dass  der  Beschuldigte  im  relevanten  Zeitraum  nicht  die 

notwendige Aufmerksamkeit walten liess. Ebenso – dies ist unbestritten – verge-

wisserte er sich in der Folge nicht durch Blicke in den Rück- bzw. Seitenspiegel 

sowie Schulterblick, ob er beim Spurwechsel andere Verkehrsteilnehmer gefährdet.

IV. Rechtliche Würdigung

1.

Die  Vorinstanz  würdigte  den  Sachverhalt  gemäss  Dossier 1  als  fahrlässige 

Körperverletzung im Sinne von Art. 125 Abs. 1 StGB (Urk. 26 S. 17 ff.; S. 22). Die 

Verteidigung macht geltend, dass "in dubio pro reo" davon auszugehen sei, dass 

der Beschuldigte sich nur wenige Sekunden auf der Überholspur befunden habe, 

weshalb  ihm  der  tatbestandsmässige  Erfolg  nicht  angerechnet  werden  könne 

(Urk. 28 Rz.10 ff.; Urk. 39).

2.

Die  Vorinstanz  hat  die  rechtlichen  Grundlagen  der  fahrlässigen  Körper-

verletzung  im  Sinne  von  Art. 125  Abs. 1  StGB  korrekt  wiedergegeben,  worauf 

vollumfänglich verwiesen werden kann (Urk. 26 S. 17 ff., Art. 82 Abs. 4 StPO).

3.

Die  pflichtwidrige  Unvorsichtigkeit  ergibt  sich  aus  der  Verletzung  der  Sorg-

faltspflichten  des  Beschuldigten  als  Verkehrsteilnehmer  aufgrund  der  massge-

blichen Gesetzesartikel (vgl. hierzu BGE 130 IV 7 E. 3.3. und BGE 127 IV 34 E. 2), 

nämlich aus Art. 31 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 3 VRV sowie Art. 32 Abs. 2 

SVG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 VRV. Indem der Beschuldigte die notwendige 

Aufmerksamkeit  nicht  aufgewendet  hat,  diese  insbesondere  nicht  den  konkreten 

Umständen anpasste und daher auch nicht sicherstellte, dass er auf auftretende 

Umstände zweckmässig reagieren konnte und nur so schnell fuhr, dass er inner-

- 15 -

halb der überblickbaren Strecke anhalten konnte, nahm er die auf der Fahrbahn 

liegende Absperrbake nicht rechtzeitig wahr und konnte darauf nicht angemessen 

reagieren.  Diese  Pflichten  des  Automobilisten  wurden  durch  das  Bundesgericht 

mehrfach  bestätigt  (vgl.  u.a.  BGE 122  IV  225;  BGE 127  II  302,  E. 3;  Urteil  des 

Bundesgerichts  6B_1023/2010  vom  3. März  2021,  E. 2  f.).  Bei  einem  pflichtge-

mässen  Verhalten  hätte  der  tatbestandsmässige  Erfolg,  nämlich  der  Unfall  und 

damit  die  Körperverletzung  der  Privatklägerin,  vermieden  werden  können.  Der 

eingetretene  Geschehensablauf  und  in  der  Folge  auch  der  eingetretene  Erfolg 

waren für den Beschuldigten zumindest in groben Zügen vorhersehbar. Das pflicht-

widrige Verhalten kann nicht weggedacht werden, ohne dass auch der eingetretene 

Erfolg entfällt (vgl. BGE 135 IV 56, E. 3.1.2; Urteil des Obergerichts des Kantons 

Zürich SB170362 vom 21. Dezember 2017, E. 1.1.2.1). Nach dem gewöhnlichen 

Lauf der Dinge und den Erfahrungen des Lebens ist eine mangelnde Aufmerksam-

keit geeignet, ein Hindernis auf der Strasse zu spät zu erkennen und darauf in der 

Folge  nicht  angemessen  reagieren  zu  können.  Auch  dass  es  dadurch  zu  einem 

Ausweichmanöver sowie zur Kollision mit einem andern Personenwagen oder auch 

der  Leitplanke  kommt,  ist  vorhersehbar  und  adäquat  zum  vorgeworfenen 

Verhalten. Es liegen keine aussergewöhnlichen Umstände vor, mit denen schlecht-

hin  nicht  gerechnet  werden  musste  und  die  derart  schwer  wiegen,  dass  sie  als 

wahrscheinlichste und unmittelbarste Ursache des Erfolgs erscheinen und so alle 

anderen  mitverursachenden  Faktoren  –  namentlich  das  Verhalten  des 

Beschuldigten – in den Hintergrund drängen (BGE 135 IV 56, E. 2.1 f. m.H.; Urteil 

des Bundesgerichts 6B_606/2017 vom 13. November 2017, E. 2.2). Als solch aus-

sergewöhnliche Umstände qualifizieren selbstredend nicht die vom Beschuldigten 

geltend  gemachten  Einwendungen,  nämlich  dass  sein  Blickwinkel  aufgrund  der 

kurvenförmigen  Strasse  sowie  der  Tieferlegung  seines  Fahrzeugs  eingeschränkt 

gewesen sei (Urk. 3/2 F/A 9; Urk. 3/3 F/A 40; Prot. I S. 8; vgl. auch Urk. 38).

4.

Der Schulspruch der Vorinstanz ist aus diesen Gründen zu bestätigen. Den 

Rechtfertigungsgrund des Notstandes im Sinne von Art. 17 StGB machte die Ver-

teidigung vor der Berufungsinstanz nicht mehr geltend. Dass die Voraussetzungen 

dafür nicht vorliegen, hat die Vorinstanz zutreffend ausgeführt. Auf diese Erwägun-

gen kann vollumfänglich verwiesen werden (Urk. 26 S. 22 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

- 16 -

Der Beschuldigte ist daher der fahrlässigen Körperverletzung im Sinne von Art. 125 

Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen.

V. Strafe

1.

Die Vorinstanz fällte eine Geldstrafe von zehn Tagessätzen zu Fr. 50.– aus. 

Der  Strafrahmen  für  die  fahrlässige  Körperverletzung  beträgt  Geldstrafe  oder 

Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren (Art. 125 Abs. 1 StGB). Die maximale Höhe der 

Geldstrafe beträgt 180 Tagessätze (Art. 34 StGB). Gründe, die für ein Verlassen 

des ordentlichen Strafrahmens sprechen würden, liegen keine vor.

2.

Die Verteidigung verzichtete anlässlich der Berufungsverhandlung – vor dem 

Hintergrund  des  beantragten  Freispruchs  des  Beschuldigten  –  darauf,  sich  zur 

(vorinstanzlichen) Strafzumessung zu äussern (vgl. Urk. 39; Prot. II S. 6).

3.

Das Gericht bemisst die Strafe nach dem Verschulden des Täters. Darüber 

hinaus  berücksichtigt  es  das  Vorleben  und  die  persönlichen  Verhältnisse  des 

Täters sowie die Wirkung der Strafe auf dessen Leben (Art. 47 Abs. 1 StGB).

4.

Die  Vorinstanz  hat  die  objektiven  und  subjektiven  Tatkomponente  korrekt 

wiedergegeben und gewürdigt (Urk. 26 S. 24 f.), worauf vollumfänglich verwiesen 

werden kann (Art. 82 Abs. 4 StPO). Zusammenfassend und ergänzend kann fest-

gehalten werden, dass es glücklicherweise trotz der Schwere des Unfalls aufgrund 

der hohen gefahrenen Geschwindigkeiten nur zu einer leichten Verletzung (Distor-

sion des Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule, Kopfprellung sowie Prellungen im 

Thorax- und Bauchbereich; Urk. 5/1) der Privatklägerin kam, welche ausgeheilt sind 

(Urk. 4 F/A 61). Auch die Arbeitsunfähigkeit dauerte nicht sehr lange (vom 17. Juni 

2023 bis zum 10. Juli 2023 zu 100 % sowie vom 11. Juli 2023 bis zum 14. Juli 2023 

zu 50 %; Urk. 5/2; Urk. 6/6). Der Beschuldigte hat die Absperrbake mangels gehö-

riger Aufmerksamkeit zu spät wahrgenommen, allenfalls aufgrund einer Ungeduld. 

Als Folge davon kam es – da der Beschuldigte sich nicht mit Blicken in die Spiegel 

bzw. Schulterblick vergewisserte, dass der Raum frei ist – zum Ausweichen und 

der Kollision mit dem Personenwagen der Privatklägerin. In objektiver Hinsicht sind 

daher sowohl die Tatschwere als auch die Tatfolgen als leicht einzustufen und das 

- 17 -

Verschulden  dementsprechend  als 

leicht  zu  qualifizieren.  Das  subjektive 

Verschulden  ist  ebenfalls  als  leicht  zu  werten,  handelte  der  Beschuldigte  doch 

fahrlässig  und  geriet  durch  seine  mangelnde  Aufmerksamkeit  und  den  daraus 

resultierenden Folgen zudem selber in Gefahr.

5.

Bei der Täterkomponente ist festzuhalten, dass der Beschuldigte geschieden 

ist, alleine lebt und keine Kinder hat. Obwohl er pensioniert ist, arbeitete er teilweise 

noch als Zahntechniker. Vor der Pensionierung war er zudem beim C._____ tätig 

und arbeitete 6 Jahre als Zugbegleiter. Der Beschuldige bezieht eine monatliche 

Rente von Fr. 2'000.–; das Wohnen kostet Fr. 1'000.–. Gemäss eigenen Aussagen 

verfügt er über wenig Vermögen und hat über Fr. 20'000.– Schulden, unter ande-

rem für Steuern, ausserdem da er "ein paar Unfälle mit Totalschaden" gebaut habe 

sowie aus dem vorliegenden Verfahren (neues Auto, Anwaltskosten). Er bezeich-

net sich als eine "relativ gerade" Person, welche sich nichts gefallen lasse. Es sei 

so, dass Zahnärzte die Zahntechniker für blöd halten würden. Da sage er sich: "So 

nicht mit mir." Unterstützungspflichten hat er keine (Urk. 3/3 F/A 27 ff.; Urk. 43/1; 

Prot. I  S. 5).  Anlässlich  der  Berufungsverhandlung  erklärte  der  Beschuldigte  zu-

dem, dass er an drei Tagen pro Woche als Zahntechniker für einen Zahnarzt arbeite 

und damit pro Jahr – zusätzlich zur AHV – Fr. 30'000.– verdiene (Urk. 38 S. 1 und 

4 f.). Aus diesen Umständen ergeben sich keine strafzumessungsrelevanten Fak-

toren.

Der Beschuldigte ist nicht vorbestraft (Urk. 8/1 und Urk. 27) und es liegt auch keine 

administrative  Massnahme  vor  (Urk. 8/3).  Diese  Umstände  sind  strafneutral  zu 

werten.

6.

Bezüglich  des  Nachtatverhaltens  ist  festzuhalten,  dass  er  keine  Reue  oder 

Einsicht  zeigt  und  eine  Reflexion  seines  eigenen  Verhaltens  nicht  stattfindet.  So 

sieht er die Schuld am Unfall einzig bei der Person, welche für das Verlieren der 

Absperrbake verantwortlich sei. Symptome habe die Privatklägerin in Wirklichkeit 

keine gehabt, es gehe ihr ausschliesslich ums Geld (Prot. I S. 8 ff.: u.a. "Weil sie 

Geld dran verdienen will. Sonst hätte sie nicht die CHF 5'000.– Genugtuung gefor-

dert. Das macht kein normaler Mensch. Das Strafverfahren wurde erst eingeleitet, 

weil sie das wollte."; vgl. auch Urk. 38).

- 18 -

7.

Ausgehend von diesen Umständen sowie den finanziellen Verhältnissen des 

Beschuldigten  erweist  sich  die  von  der  Vorinstanz  festgesetzte  Geldstrafe  von 

10 Tagessätzen zu Fr. 50.– als zu milde, eine Erhöhung kommt indes aufgrund des 

Verschlechterungsverbots nicht in Frage. Die Strafe ist bedingt auszusprechen und 

die  Probezeit  auf  zwei  Jahren  anzusetzen  (Art. 42  Abs. 1  StGB;  Art. 44  Abs. 1 

StGB).

VI. Kosten

1.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist die Kostenauflage (Dispositivziffer 6) 

des vorinstanzlichen Urteils zu bestätigen.

2.

Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'600.– zu veran-

schlagen. Die Kosten des Berufungsverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 Satz 1 StPO). Der Beschuldigte 

unterliegt mit seiner Berufung vollumfänglich, weshalb ihm die Kosten aufzuerlegen 

sind. Bei diesem Verfahrensausgang ist der Beschuldigte sodann auch nicht – wie 

von der Verteidigung beantragt (Urk. 39 S. 2 und 12 f.; vgl. auch Urk. 40/4-5) – für 

die ihm entstandenen Kosten der Verteidigung zu entschädigen.

- 19 -

Es wird beschlossen:

1.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Horgen vom 18. Juli 

2024 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:

"Es wird erkannt:

1.-3.

[…]

4.

5.

6.

7.

8.

Die Zivilansprüche der Privatklägerin werden auf den Zivilweg verwiesen.

Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

1'800.00 ; die weiteren Kosten betragen:

1'700.00   Gebühr für das Vorverfahren.

Wird  auf  eine  schriftliche  Begründung  des  Urteils  verzichtet,  so  reduziert  sich  die 

Entscheidgebühr um einen Drittel. Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.

[…]

[Mitteilungen]

[Rechtsmittel]"

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.

Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der fahrlässigen Körperverletzung im 

Sinne von Art. 125 Abs. 1 StGB.

2.

Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu 

Fr. 50.–.

3.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt.

4.

5.

Die erstinstanzliche Kostenauflage (Ziff. 6) wird bestätigt.

Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'600.–.

- 20 -

6.

Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt.

7. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an







die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten 
(übergeben)

die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis (versandt)

die Privatklägerin D._____ (versandt)

(Eine begründete Urteilsausfertigung gemäss Art. 84 Abs. 4 StPO wird 
der Privatklägerin nur zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach 
Erhalt des Dispositivs verlangt.)

sowie in vollständiger Ausfertigung an





die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten

die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung 

allfälliger Rechtsmittel an









die Vorinstanz

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A

das Migrationsamt des Kantons Zürich

das Strassenverkehrsamt des Kantons Zürich, Abteilung 
Administrativmassnahmen, Richterliche Fahrverbote, 8090 Zürich 
(PIN: ...).

8. Gegen  diesen  Entscheid  kann  bundesrechtliche  Beschwerde  in  Straf-

sachen erhoben werden.

Die  Beschwerde  ist  innert  30 Tagen,  von  der  Zustellung  der  vollständigen, 

begründeten  Ausfertigung  an  gerechnet,  bei  der  gemäss  Art.  35  und  35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 Lau-

sanne  14)  in  der  in  Art.  42  des  Bundesgerichtsgesetzes  vorgeschriebenen 

Weise schriftlich einzureichen.

- 21 -

Die  Beschwerdelegitimation  und  die  weiteren  Beschwerdevoraussetzungen 

richten  sich  nach  den  massgeblichen  Bestimmungen  des  Bundesgerichts-

gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 7. Juli 2025

Der Präsident:

Der Gerichtsschreiber:

lic. iur. B. Gut

MLaw J. Stegmann

Zur Beachtung:

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam ge-

macht:

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vor-

erst nicht bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss er/sie 

die Geldstrafe definitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte Freiheits-

strafe.

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden (Art. 46 

Abs. 1 bzw. Abs. 4 StGB),

-

-

wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht,

wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.