# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bb6b7cb3-ddcf-52c8-b4f4-552b0da02dcc
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-04-16
**Language:** de
**Title:** Glarus Obergericht 16.04.2021 OG.2020.00016 (OGS.2021.139)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_OG_001_OG-2020-00016_2021-04-16.html

## Full Text

Kanton Glarus

  
	
   

  
	
  Obergericht

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil
  vom 16. April 2021

  
	
   

  
	
  Verfahren OG.2020.00016

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  A.______

  
	
   
  Beschuldigter und Berufungskläger

  
	
   

  
	
   

  
	
  verteidigt durch
  Rechtsanwalt B.______ 

  

  

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Staats- und Jugendanwaltschaft des Kantons Glarus

  
	
   

  
	
    Anklägerin
  und Berufungsbeklagte

  
	
   

  
	
   

  
	
  vertreten durch die
  Staatsanwältin 

    

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
  Fahren
  in fahrunfähigem Zustand etc.

  
	
   

  
	
   

  
	
  Anträge des Beschuldigten und Berufungsklägers (gemäss Berufungserklärung vom
  3. März 2020 [act. 25 S. 2] sowie gestellt an der
  Berufungsverhandlung vom 6. November 2020 [act. 34 S. 2
  und act. 37 S. 1]):

  
	
  	
    1.

    	
    Es seien die Dispositivziffern 1, 2, 3, 5 und
    6 des Urteils der Strafgerichtskommission des Kantonsgerichts Glarus vom
    19. Februar 2020 im Verfahren SG.2019.00047 aufzuheben.

    
	
    2.

    	
    Es sei der Berufungskläger in allen Punkten von
    Schuld und Strafe freizusprechen.

    
	
    3.

    	
    Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu
    Lasten des Staates.

    

  

  
	
  Anträge der Anklägerin
  und Berufungsbeklagten (gestellt anlässlich der Berufungsverhandlung vom 6. November 2020 [act. 34
  S. 2]):

  
	
  	
    1.

    	
    Es sei die Berufung vom 3. März 2020
    abzuweisen und es sei das Urteil der Strafgerichtskommission des
    Kantonsgerichts Glarus vom 19. Februar 2020 im Verfahren
    SG.2019.00047 in allen Punkten zu bestätigen.

    
	
    2.

    	
    Unter Kostenfolge zulasten des Beschuldigten.

    

  ____________________

  
	
   

  
	
  Das Gericht zieht in
  Betracht:

  
	
   

  
	
  I. Sachverhalt und Prozessgeschichte

  
	
  1. Am
  Samstagabend, 16. Dezember 2017, konkret um 17.46 Uhr, ging
  bei der Kantonspolizei Glarus die Meldung ein, wonach ein Land Rover [...] in
  [...] (Gemeinde Glarus) beim Wegfahren ein dort geparktes Fahrzeug [...]
  beschädigt habe; der Lenker des Land Rovers sei danach, ohne sich um den
  Schaden zu kümmern, davongefahren. Der Unfall wurde vom Besitzer des
  beschädigten Fahrzeugs [...] gemeldet, nachdem dieser von seinem Nachbarn
  [...], welcher den Unfall beobachtet hatte, darüber informiert worden war.
  Aufgrund dieser Meldung rückte die Kantonspolizei an die genannte Örtlichkeit
  aus. Vor Ort konnte die Kantonspolizei aufgrund des am Boden liegenden
  Schneematsches vom mutmasslichen Tatfahrzeug bzw. Täter Reifenspuren resp.
  Schuhsohlenabdrücke auf der Fahrerseite fotografieren (act. 2/8.1.01
  S. 5 oben, act. 2/8.1.08 S. 6 Frage 42; act. 2/8.1.03).
  Die anschliessend durchgeführten Abklärungen der Polizei ergaben, dass das
  unfallverursachende Fahrzeug [...] auf die X.______ AG eingelöst war, deren
  Inhaber A.______ war. Am Wohnort von A.______ in [...] (Gemeinde Glarus) traf
  die Polizei diesen um ca. 18.15 Uhr nicht an, konnte aber durch das
  Garagentor das Fahrzeug mit dem Kennzeichen [...] erkennen
  (act. 2/8.1.01 S. 5 f. und act. 2/8.1.03). A.______ wurde
  von den Polizeifunktionären sodann um ca. 18.30 Uhr im
  naheliegenden [...] angetroffen; vor ihm auf dem Tisch standen ein Glas Bier
  und eine Flasche Bier (act. 2/8.1.01 S. 5 f.). Der bei
  A.______ um 18.45 Uhr durchgeführte Atemalkoholtest fiel mit einem Wert
  von 0.74 mg/l positiv aus (act. 2/8.1.02 S. 2). A.______ sagte
  zu den Polizisten, dass er nicht von [...] nach [...] gefahren sei; er sei
  von einer anderen Person gefahren worden (act. 2/8.1.08
  S. 3 ff. Fragen 8, 74). Der bei A.______ später um 20.48 Uhr
  im Kantonsspital Glarus durchgeführte Blutalkoholtest ergab zum Tatzeitpunkt
  – unter Berücksichtigung des Nachtrunks – einen Wert von mindestens
  1.65 Gewichtspromille (act. 2/11.1.08).

  
	
   

  
	
  2. Die
  Staats- und Jugendanwaltschaft des Kantons Glarus (nachfolgend
  «Staatsanwaltschaft») gelangte nach Beendigung der Untersuchung zum Schluss,
  dass niemand anders als A.______ (nachfolgend «Beschuldigter») das Fahrzeug
  zum Tatzeitpunkt gelenkt haben konnte und erliess am 15. März 2018
  gegen ihn einen Strafbefehl wegen Fahrens in fahrunfähigem Zustand
  (Art. 91 Abs. 2 lit. a SVG i.V.m. Art. 31 Abs. 2 SVG,
  Art. 2 Abs. 1 VRV und Art. 2 der Verordnung der
  Bundesversammlung über Blutalkoholgrenzwerte im Strassenverkehr,
  SR 741.13), versuchter Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der
  Fahrunfähigkeit (Art. 91a Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 22
  Abs. 1 StGB) sowie Verletzung der Verkehrsregeln durch Nichtbeherrschen
  des Fahrzeuges infolge mangelnder Aufmerksamkeit (Art. 90 Abs. 1
  SVG i.V.m. Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 3 Abs. 1 VRV) und
  pflichtwidrigen Verhaltens bei einem Unfall (Art. 92 Abs. 1 SVG
  i.V.m. Art. 51 Abs. 3 SVG; siehe zum Ganzen act. 3). Nachdem
  der Beschuldigte am 21. März 2018 fristgerecht Einsprache gegen den
  Strafbefehl erhoben hatte (act. 2/14.1.03), hielt die Staatsanwaltschaft
  an diesem fest (act. 2/15.1.01) und überwies die Strafsache samt den Verfahrensakten
  am 8. April 2019 dem Kantonsgericht Glarus zur weiteren Behandlung
  (act. 1, act. 2).

  
	
   

  
	
  3. Mit
  Urteil vom 19. Februar 2020 sprach die Strafgerichtskommission des
  Kantonsgerichts Glarus den Beschuldigten im Sinne der Anklage schuldig und
  verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu je
  CHF 400.— (bedingt, Probezeit 3 Jahre) und zu einer Busse von
  CHF 6'800.—; die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nichtbezahlung
  der Busse wurde auf 17 Tage festgesetzt (act. 22 S. 15 Disp.
  Ziff. 1-2).

  
	
   

  
	
  4. Gegen
  dieses Urteil erhob der Beschuldigte am 3. März 2020 Berufung beim
  Obergericht des Kantons Glarus mit dem Antrag auf Freispruch von Schuld und
  Strafe (act. 25 S. 2, act. 34 S. 2, act. 37
  S. 1). Die Staatsanwaltschaft schliesst auf kostenfällige Abweisung der
  Berufung und vollumfängliche Bestätigung des angefochtenen Entscheids
  (act. 34 S. 2).

  
	
   

  
	
  5. Die
  Berufungsverhandlung fand am 6. November 2020 statt (act. 31,
  act. 34-37). Am 16. April 2021 fällte das Obergericht seinen
  Entscheid (act. 45). Der Entscheid wird schriftlich eröffnet, nachdem
  die Parteien auf eine mündliche Urteilseröffnung ausdrücklich verzichtet
  haben (Art. 84 Abs. 3 StPO, act. 34 S. 11).

  
	
   

  
	
  II. Formelle Erwägungen

  
	
  1. Das
  Urteil der Strafgerichtskommission vom 19. Februar 2020
  (act. 22) ist der Berufung zugänglich (Art. 398 Abs. 1 StPO).
  Auf die Berufung ist einzutreten, wobei das Obergericht ein neues Urteil
  fällt (Art. 408 StPO). 

  
	
   

  
	
  2. Nach
  Art. 398 Abs. 3 StPO können mit der Berufung Rechtsverletzungen,
  einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens,
  Rechtsverweigerungen und Rechtsverzögerungen (lit. a), die
  unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts (lit. b)
  sowie Unangemessenheit (lit. c) gerügt werden. Vorliegend wirft der
  Beschuldigte in seiner Berufung der Vorinstanz eine unrichtige
  Sachverhaltsfeststellung vor, sei nämlich die Vorinstanz unzutreffend davon
  aus­gegangen, dass er der fehlbare Lenker gewesen sei (act. 37 i.V.m.
  act. 34).

  
	
   

  
	
  III. Sachverhalt 

  
	
  1. Anklagevorwurf

  
	
  Die
  Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten vor (act. 3
  S. 1 f.), am 16. Dezember 2017, ca. 17.45 Uhr,
  den Personenwagen mit den Kennzeichen [...], welcher in [...] (Gemeinde
  Glarus) auf der Strasse [...] geparkt war, in alkoholisiertem Zustand
  (Blutalkoholkonzentration mind. 1.65 Gewichtspromille) gelenkt zu haben.
  Dabei habe der Beschuldigte beim Ausparken eine Kollision mit einem geparkten
  Fahrzeug (Kennzeichen ...) verursacht, wobei dessen Kühlergrill eingedrückt
  worden sei. Obwohl er die Kollision bemerkt habe, sei der Beschuldigte von
  der Unfallstelle weggefahren ohne den Halter des beschädigten Personenwagens
  oder die Polizei zu informieren. Danach sei er an seinen Wohnort [...]
  gefahren, habe dort sein Fahrzeug geparkt und sei anschliessend ins [...]
  gegangen, wo er bis zum Eintreffen der Polizeifunktionäre eine halbe Flasche
  Adler Bier (Inhalt 58 cl) getrunken habe. Indem der Beschuldigte sich
  von der Unfallstelle entfernt und nach der Kollision ein halbes Bier
  konsumiert habe, habe er versucht, eine Überprüfung seiner Fahrunfähigkeit
  durch die Polizei zu verunmöglichen, obwohl er – insbesondere aufgrund seines
  vorgängigen Alkoholkonsums – mit der Durchführung eines Alkoholtests habe
  rechnen müssen. Die Polizei habe den Beschuldigten gleichentags um
  ca. 18.30 Uhr im [...] antreffen und die Fahrunfähigkeit
  feststellen können. Die Rückrechnung des Blutalkoholwerts habe gemäss
  ärztlichem Bericht zur Blutalkoholanalyse vom 28. Februar 2018
  unter Berücksichtigung des Nachtrunks zum Zeitpunkt der Kollision sowie der
  Fahrt von [...] nach [...] einen Wert von 1.65 Gewichtspromille ergeben.
  

  
	
   

  
	
  2. Standpunkt
  des Beschuldigten im Berufungsverfahren 

  
	
  Der
  Verteidiger des Beschuldigten rügt vor Obergericht die vorinstanzliche
  Sachverhaltsfeststellung (Art. 398 Abs. 3 lit. b StPO) und
  bringt stark zusammengefasst das Folgende vor: Entgegen der Vorinstanz handle
  es sich bei den Sachdarstellungen des Beschuldigten nicht um aus der Luft
  gegriffene Schutzbehauptungen, sondern um eine klare widerspruchsfreie
  Darstellung des Sachverhalts, die er von Beginn weg so dargelegt habe. So
  habe er bereits am Tatabend gegenüber der Polizei, wie auch im
  Telefongespräch mit der Staatsanwältin, geltend gemacht, dass er nicht
  gefahren sei. Etwas Anderes vermöge die Staatsanwaltschaft nicht zu beweisen;
  es lägen keine diesbezüglichen Beweise vor (act. 37 i.V.m.
  act. 34).

  
	
   

  
	
  3. Standpunkt
  der Staatsanwaltschaft im Berufungsverfahren 

  
	
  Die Staatsanwaltschaft führt
  vor Obergericht zusammengefasst aus, die vorliegenden Indizien (u.a.
  1.65 Gewichtspromille zum Tatzeitpunkt, Vorstrafe wegen Fahrens in
  fahrunfähigem Zustand und damit Kenntnis der Folgen einer solchen Tat,
  Nachtrunk, Verzögerung der Blutentnahme) sowie die unglaubhaften Aussagen und
  das Aussageverhalten des Beschuldigten würden zum Schluss führen, dass dieser
  in fahrunfähigem Zustand von [...] nach [...] gefahren sei (act. 34
  S. 5 ff.).

  
	
   

  
	
  4. Beweisgrundsätze

  
	
  4.1. Jede
  Person gilt bis zu ihrer rechtskräftigen Verurteilung als unschuldig
  (Art. 10 Abs. 1 StPO). Nach Art. 10 Abs. 2 StPO würdigt das
  Gericht die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten Verfahren gewonnenen
  Überzeugung. Bestehen unüber­windliche Zweifel an der Erfüllung der
  tatsächlichen Voraussetzungen der angeklag­ten Tat, so geht das Gericht von
  der für die beschuldigte Person günstigeren Sach­lage aus (in dubio pro
  reo; Art. 10 Abs. 3 StPO).

  
	
   

  
	
  4.2. Liegen für einen eingeklagten Sachverhalt keine
  direkten Beweise vor, ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts auch ein
  indirekter Beweis zulässig. Beim Indizienbeweis wird aus bestimmten
  Tatsachen, die nicht unmittelbar rechtserheblich, aber bewiesen sind
  (Indizien), auf die zu beweisende, unmittelbar rechtserhebliche Tatsache
  geschlossen. Eine Mehrzahl von Indizien, welche für sich alleine nur mit
  einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf die Täterschaft oder die Tat hinweisen
  und einzeln betrachtet die Möglichkeit des Andersseins offenlassen, können
  einen Anfangsverdacht verstärken und in ihrer Gesamtheit ein Bild erzeugen,
  das bei objektiver Betrachtung keine Zweifel bestehen lässt, dass sich der
  Sachverhalt so verwirklicht hat. Der Indizienbeweis ist dem direkten Beweis
  gleichwertig. Der Grundsatz «in dubio pro reo» findet auf das einzelne Indiz
  keine Anwendung (BGer 6B_605/2016 Urteil vom 15. September 2016,
  E. 2.8 und BGer 6B_678/2013 Urteil vom 3. Februar 2014,
  E. 3.3, je m.w.H.)

  
	
   

  
	
  5. Beweiswürdigung

  
	
  5.1. Vorliegend ist unstrittig
  und aufgrund der im Recht liegenden Beweismittel erstellt, dass sich der
  Beschuldigte zum Tatzeitpunkt (16. Dezember 2017,
  ca. 17.45 Uhr) am Unfallort [...] aufhielt, dass sein Fahrzeug (Land Rover, Kennzeichen [...]) zum besagten
  Zeitpunkt am Unfallort geparkt war und dass der Beschuldigte mit seinem
  Fahrzeug von dort aus an seinen Wohnort in [...] gelangte (vgl.
  act. 2/8.1.08 S. 2 ff. Fragen 2, 5 f., 27 f., 31-34,
  36; act. 2/8.1.07 S. 2 f. Fragen 2, 4-6, 11;
  act. 2/10.1.02 S. 3 Fragen 5-7, 10; act. 2/8.1.05
  S. 2 Fragen 1, 4-5; act. 2/10.1.01 S. 2 f.
  Fragen 1-3). Der Beschuldigte bestreitet zudem nicht direkt, dass sein
  Fahrzeug den vorliegend interessierenden Unfall verursachte; er gab lediglich
  an, davon nichts mitbekommen zu haben, da er hinten gesessen sei
  (act. 2/8.1.08 S. 5 f. Fragen 37-40). Zudem streitet er
  nicht ab, dass er zum Tatzeitpunkt unter Alkoholeinfluss stand (ein Glas Wein
  und mehrere Kaffee Grappas; vgl. act. 2/8.1.08
  S. 2 ff. Fragen 3, 56-61, 64-66; act. 2/8.1.07
  S. 3 Fragen 9 f., 13; act. 2/10.1.02 S. 3
  Fragen 8-9). Schliesslich ist unstrittig und erstellt, dass der
  Beschuldigte nach der Fahrt von [...] nach [...] im [...] ein halbes Bier
  getrunken hat (act. 8.1.08 S. 7 Frage 50,53-4; act. 2/8.1.06
  S. 2 Fragen 1-3). Der Beschuldigte
  wendet sich jedoch gegen die vorinstanzliche Feststellung, wonach er den
  besagten Personenwagen zum Tatzeitpunkt gelenkt haben soll; so sei zur
  Tatzeit nicht er, sondern eine von ihm nicht näher bestimmte Drittperson von
  [...] nach [...] gefahren (act. 2/8.1.08 S. 3 ff.
  Fragen 4-7, 74). 

  
	
   

  
	
  5.2. Bereits die Vorinstanz hat im angefochtenen
  Entscheid aus insgesamt zutref­fenden Überlegungen die Täterschaft des
  Beschuldigten bejaht. Es kann daher bereits an dieser Stelle in Anwendung von
  Art. 82 Abs. 4 StPO integral auf die entspre­chenden Erwägungen
  verwiesen werden (act. 22 S. 7 ff. E. II.6). 

  
	
   

  
	
  5.3. Aus
  den Akten geht in chronologischer Abfolge das Folgende hervor: 

  
	
  5.3.1. Am
  Samstagmittag, 16. Dezember 2017, fand im Restaurant [...] das
  Weihnachtsessen bzw. das Abschiedsessen des Beschuldigten (von) der X.______
  AG, deren Inhaber er war, statt; der Beschuldigte trank dort ein Glas Wein
  (act. 2/8.1.08 S. 2 ff. Fragen 2, 15, 59-61;
  act. 2/8.1.07 S. 3 Fragen 9 f.; act. 2/10.1.02
  S. 2 f. Frage 1). Zwischen 15.00 und 16.00 Uhr fuhr der
  Beschuldigte zusammen mit seinem Sohn zu dessen Wohnort nach [...]
  (act. 2/8.1.08 S. 4 Frage 19) und trank dort in der Küche mehrere
  Kaffee Grappas; sein Fahrzeug parkte der Beschuldigte am späteren Unfallort,
  d.h. am linken Strassenrand in [...]; act. 2/8.1.01 S. 2,
  act. 2/8.1.08 S. 2 ff. Fragen 2 f.,19, 32-34 und 58;
  act. 2/8.1.07 S. 3 Fragen 11-13). Später verliess der Beschuldigte
  das Haus seines Sohnes, da er laut eigenen Angaben aus dessen Küchenfenster
  gesehen habe, wie eine von ihm nicht näher bestimmte Drittperson, welche ihn
  danach angeblich von [...] nach [...] gefahren haben soll, auf der
  Beifahrerseite in sein Fahrzeug eingestiegen sei. Der Beschuldigte begab sich
  dann zu seinem im […] geparkten Fahrzeug und stieg gemäss eigenen Aussagen
  zunächst auf der Fahrerseite ein. Nach einem kurzen Gespräch mit der sich im
  Fahrzeug befindenden Drittperson sei er dann über die Mitte nach hinten
  geklettert; dann seien sie nach [...] abgefahren (act. 2/8.1.08
  S. 3 Fragen 4-6). Der vorliegend interessierende Unfall ereignete
  sich um ca. 17.45 Uhr (Meldung des Besitzers des beschädigten
  Fahrzeugs, [...], bei der Polizei um 17.46 Uhr, vgl. act. 2/8.1.01
  S. 5 oben); es war dunkel (act. 2/8.1.01 S. 1). Die nach der
  Meldung des Geschädigten durchgeführten Abklärungen der Polizei ergaben, dass
  das unfallverursachende Fahrzeug [...] auf die X.______ AG, deren Inhaber der
  Beschuldigte war, eingelöst war. Am Wohnort des Beschuldigten in [...], traf
  die Polizei den Beschuldigten um ca. 18.15 Uhr nicht an, konnte
  aber durch das Garagentor das Fahrzeug mit dem Kennzeichen [...] und frische
  zum besagten Fahrzeug führende sowie zu jenen am Unfallort passende
  Reifenspuren erkennen (act. 2/8.1.01 S. 6 und act. 2/8.1.03).
  Der Beschuldigte wurde von den Polizeifunktionären sodann um
  ca. 18.30 Uhr im naheliegenden [...] in [...] vor einer Flasche
  Bier sowie einem Glas Bier angetroffen und von diesen gebeten mit nach
  draussen zu kommen. Der beim Beschuldigten um 18.45 Uhr durchgeführte
  Atemalkoholtest fiel mit einem Wert von 0.74 mg/l positiv aus
  (act. 2/8.1.02 S. 2). Der Beschuldigte zeigte den beiden
  Polizeifunktionären nach durchgeführtem Alkoholtest sein in der Garage
  geparktes Fahrzeug (act. 2/8.1.01 S. 6). Der Beschuldigte habe den
  beiden Polizisten auf dem Weg vom [...] zur Garage gemäss eigenen Aussagen
  gesagt, dass er nicht von [...] nach [...] gefahren sei; er sei von einer
  anderen Person gefahren worden (act. 2/8.1.08 S. 9 Frage 74). 

  
	
   

  
	
  5.3.2. Nach diesem Gang vom [...] zur Garage begleitete der
  Beschuldigte die Polizisten auf das Polizeikommando in Glarus
  (act. 2/8.1.01 S. 6). Gemäss dem später auf dem Polizeikommando
  ausgefüllten Fahrunfähigkeitsprotokoll verweigerte der Beschuldigte nicht nur
  jegliche Aussagen, sondern auch die Unterzeichnung des Protokolls (vgl.
  act. 2/8.1.02 S. 3 und 4). Während des Ausfüllens dieses Protokolls
  trank der Beschuldigte mehrmals mehrere Minuten lang (teilweise ungefragt)
  Wasser ab dem Hahn und «räusperte» sich dabei. Während des Trinkens und
  «Räusperns» wurde der Beschuldigte mehrfach von den Polizisten
  aufgefordert, mit ins Einvernahmezimmer zu kommen, um das Protokoll fertig
  auszufüllen. Der Beschuldigte wollte sodann mit der Staatsanwaltschaft
  telefonieren, was ihm gewährt wurde (act. 2/8.1.01 S. 6). Gemäss
  Angaben der Polizisten habe der Beschuldigten ihre mehrfachen Aufforderungen,
  sie ins Kantonsspital Glarus zu begleiten, gekonnt ignoriert und permanent
  fordernde Fragen gestellt; dies obschon ihm die Anordnung der Blutentnahme
  durch die Staatsanwaltschaft bekannt gewesen sei. Anschliessend fuhren die
  Polizeifunktionäre mit ihm ins Kantonsspital für eine Blutentnahme. Als die
  Krankenpflegerin dem Beschuldigten im Spital Blut entnehmen wollte, musste
  dieser zunächst auf die Toilette. Als er von der Toilette zurückkam,
  verlangte der Beschuldigte abermals, mit der Staatsanwaltschaft zu
  telefonieren, bevor eine Blutentnahme gemacht werde. In diesem Gespräch
  erwähnte er gegenüber der Staatsanwaltschaft, dass er von jemandem gefahren
  worden sei, dessen Namen er jedoch nicht nennen wolle. Nach diesem Gespräch
  konnte die Blutentnahme um 20.48 Uhr durchgeführt werden
  (act. 2/8.1.01 S. 6 f., act. 2/8.1.02 S. 5). In seiner später um 21.39 Uhr durchgeführten
  polizeilichen Einvernahme machte der Beschuldigte keine Angaben zur Sache
  (vgl. act. 2/8.1.04). Gemäss dem ärztlichen Bericht des Instituts für
  Rechtsmedizin vom 28. Februar 2018 ergab die beim Beschuldigten
  durchgeführte Blutalkoholanalyse eine rückgerechnete Blutalkoholkonzentration
  von minimal 1.83 Gewichtspromille. Der vom Beschuldigten im [...]
  eingenommene Nachtrunk (ein halbes Bier) führte vorliegend zu einem
  Maximalwert von 0.18 Gewichtspromille. Entsprechend lag die
  rückgerechnete Blutalkoholkonzentration des Beschuldigten zum Unfallzeitpunkt
  (16. Dezember 2017, ca. 17.45 Uhr) sowie der Fahrt von
  [...] nach [...] – unter Berücksichtigung des Nachtrunks – bei mindestens
  1.65 Gewichtspromille (1.83 minus 0.18; siehe zum Ganzen
  act. 2/11.1.08). 

  
	
   

  
	
  5.4. Da vorliegend direkte
  Beweise für die Täterschaft des Beschuldigten fehlen, ist eine Würdigung der
  Indizien und insbesondere der Aussagen bzw. des Aussageverhaltens des
  Beschuldigten vorzunehmen. Wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird, erscheinen
  die Aussagen des Beschuldigten betreffend die zur Tatzeit angeblich
  gefahrene, nicht näher bestimmte Drittperson sowie die Tatumstände wenig
  glaubhaft und sind als Schutzbehauptungen zu werten. 

  
	
   

  
	
  5.5. Zunächst einmal erscheint die Aussage des
  Beschuldigten, wonach er am besagten Abend zunächst auf der Fahrerseite
  seines im [...] in [...] geparkten Fahrzeugs eingestiegen und danach nach
  hinten auf den Rücksitz geklettert sein will, wobei die Drittperson alsdann
  von der Beifahrer- auf die Fahrerseite gewechselt sei (vgl.
  act. 2/8.1.08 S. 3 Frage 4), wenig überzeugend. Entgegen den
  Ausführungen des Verteidigers ist solch ein Verhalten trotz den geräumigeren
  Platzverhältnissen im Land Rover [...] und dem gemäss dem Beschuldigten zur
  Tatzeit herrschenden «Schneegestöber» (vgl. act. 2/8.1.08
  S. 11 Frage 88) wenig nachvollziehbar. So erscheint es lebensfremd,
  dass eine 90-95 kg schwere (vgl. act. 36 S. 4 Frage 10), damals
  61-jährige und stark alkoholisierte Person (rückgerechnet
  Alkoholkonzentration von mind. 1.65 Gewichtspromille, act. 2/11.1.08) im
  Fahrzeuginnern über die Mittelkonsole nach hinten geklettert sein soll und
  alsdann auch noch die Drittperson im Autoinneren von der Beifahrer- auf die
  Fahrerseite wechselte. Aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung ist davon
  auszugehen, dass ein solcher «Wechsel» nicht ohne Not im Fahrzeuginnern
  vollzogen wird. Zumal zu beachten ist, dass entgegen den Ausführungen des
  Beschuldigten (zumindest kurz nach dem Unfallzeitpunkt) kein wie von ihm
  angegebenes regelrechtes «Schneegestöber» herrschte (vgl. die kurz
  nach dem Tatzeitpunkt [ca. 17.45 Uhr] erstellten Fotoaufnahmen am Unfallort,
  act. 2/8.1.03 S. 1 und 2 i.V.m. act. 2/8.1.01 S. 2 und
  5). Somit lag der Grund für diesen angeblichen «Wechsel» im Fahrzeuginnern
  sehr wahrscheinlich nicht in der schlechten Witterung. Vielmehr erwecken die
  Ausführungen des Beschuldigten vorliegend den Anschein, dass dieser
  versuchte, seine Aussage mit seinem am Tatort auf der Fahrerseite gefundenen
  Schuhsolenprofil (vgl. act. 2/8.1.08 S. 6 Frage 42;
  act. 2/8.1.03) in Einklang zu bringen. So passen die Schuhabdrücke am
  Tatort auf der Fahrerseite unbestritten zum Schuhsolenprofil des
  Beschuldigten und konnten auf dieser Fahrzeugseite keine weiteren
  Schuhabdrücke festgestellt werden und wurde dies vom Beschuldigten auch nicht
  geltend gemacht (vgl. act. 2/8.1.08 S. 6 Frage 42;
  act. 2/8.1.03). Die wenig glaubhaften Aussagen des Beschuldigten
  betreffend den «Wechsel» im Fahrzeuginnern erscheinen unter diesem
  Blickwinkel als Schutzbehauptungen. Aufgrund seiner am Tatort gefunden
  Schuhabdrücke auf der Fahrerseite, war der Beschuldigte dazu veranlasst,
  dahingehend auszusagen, dass die Drittperson, welche gefahren sein soll,
  zunächst auf der Beifahrer- und er auf der Fahrerseite eingestiegen sei und
  hernach ein Platzwechsel innerhalb des Fahrzeugs stattgefunden habe. Solch
  ein Wechsel ist jedoch aufgrund der obigen Ausführungen nicht glaubhaft. Vielmehr liegt aufgrund der nicht glaubhaften
  Darstellung des Beschuldigten bezüglich dieses «Wechsels» ein starkes Indiz
  für seine Lenkerschaft zum Tatzeitpunkt vor; sodann sprechen zahlreiche
  weitere Indizien dafür, dass der Beschuldigte der Lenker war (siehe
  nachfolgend E. III.5.6 ff.).

  
	
   

  
	
  5.6. So erscheint es fraglich, ob der Beschuldigte, wie
  von ihm angegeben, aus dem Küchenfenster des Sohnes, d.h. aus einer Distanz
  von ca. 50 Metern, bei Dunkelheit und dem von ihm angegeben angeblichen «Schneegestöber»
  erkennen konnte, wie die von ihm nicht weiter benannte Drittperson auf der
  Beifahrerseite in sein angeblich offenstehendes Fahrzeug gestiegen ist (vgl.
  act. 2/8.1.08 S. 4 Fragen 20 und 28 und S. 11 Frage 88);
  hätte doch der Beschuldigte exakt in diesem Moment, als diese Person
  eingestiegen ist, aus dem Fenster schauen müssen. Es scheint ungewöhnlich und
  lebensfremd, wenn der Beschuldigte beim gemütlichen Beisammensein mit seinem
  Sohn andauernd aus dem Fenster geschaut haben will. Dies hätte er aber tun
  müssen, um den Einstieg der Drittperson nicht zu verpassen; zumal der
  Beschuldigte auch nicht angab, er sei von dieser Person vorab per SMS oder
  sonstwie kontaktiert und darüber informiert worden, dass diese sich jetzt
  dann beim/im Fahrzeug befinden werde. Zudem ist zu bedenken, dass selbst der
  Zeuge C.______, welcher den Unfall aus einer geringen Entfernung (ca. 5
  Meter; vgl. act. 2/10.1.01 S. 3 Fragen 7 f.) beobachtet
  hatte, aufgrund der Dunkelheit nicht erkennen konnte, wer sich zum
  Tatzeitpunkt im Fahrzeuginneren befand (act. 2/10.1.01 S. 2 f.
  Fragen 1, 4-7); umso mehr ist davon auszugehen, dass auch der
  Beschuldigte bei Dunkelheit und aus einer Distanz von 50 Metern nicht
  erkennen konnte, wie die Drittperson in sein Fahrzeug stieg bzw. sich bereits
  darin befand. Schliesslich steht auch die Aussage des Verteidigers anlässlich
  der Berufungsverhandlung (vgl. act. 37 S. 7 Rz. 8), wonach der
  Beschuldigte sein Fahrzeug nicht abgeschlossen haben will und somit die
  Drittperson ungehindert auf der Beifahrerseite einsteigen konnte, der allgemeinen
  Lebenserfahrung entgegen; zumal sich der Beschuldigte anlässlich seiner
  polizeilichen Einvernahme nicht dahingehend geäussert hat
  (vgl. act. 2/8.1.08). Es ist davon auszugehen, dass ein
  Fahrzeughalter bzw. -lenker sein geparktes Fahrzeug grundsätzlich abschliesst. Aus alldem ergibt sich, dass die Darstellung des
  Beschuldigten, wonach eine Drittperson in sein angeblich unverschlossenes
  Fahrzeug eingestiegen sei und er dies aus dem Küchenfenster seines Sohnes bei
  Dunkelheit und aus einer Entfernung von 50 Metern (bei von ihm
  angegebenen «Schneegestöber») gesehen haben will, auf tönernen Füssen steht.

  
	
   

  
	
  5.7. Zudem fällt auf, dass
  der Beschuldigte insgesamt fünf Mal zur Sache befragt wurde
  (act. 2/8.1.04, act. 2/8.1.08, act. 2/10.1.03, act. 14,
  act. 36) und sich nur einmal und zwar anlässlich der polizeilichen
  Einvernahme vom 23. Januar 2018 im Beisein seines Verteidigers
  inhaltlich zum vorgeworfenen Sachverhalt äusserte (act. 2/8.1.08). Es
  ist zwar sein gutes Recht als Beschuldigter, Aussagen zu verweigern, jedoch
  darf das Gericht ein solches Aussageverhalten würdigen. Das vom Beschuldigten
  an den Tag gelegte Aussageverhalten legt zumindest einen gewissen Verdacht
  nahe, dass dieser seine einzig am 23. Januar 2018 gemachten
  Aussagen nicht durch spätere allenfalls dazu widersprüchliche Aussagen
  gefährden wollte. Betreffend das
  Aussageverhalten des Beschuldigten fällt weiter das Folgende auf: Aus dem
  oben erwähnten chronologischen Ablauf (vgl. E. III.5.3) geht
  hervor, dass der Beschuldigte bereits am Tattag, d.h. am
  16. Dezember 2017, kurz vor der Blutentnahme im Spital um
  20.48 Uhr gegenüber der Staatsanwaltschaft aussagte, er sei zum
  Tatzeitpunkt nicht gefahren. Die Aussage des Beschuldigten, wonach er dies
  der Polizei bereits auf dem Weg vom [...] zu seiner Garage gesagt habe,
  findet sich im Polizeirapport nicht (vgl. act. 2/8.1.01,
  act. 2/8.1.08 S. 9 Frage 74). Es ist aber vorliegend davon
  auszugehen, dass er dies tatsächlich getan hat. So leuchtete es denn auch
  ein, dass der Beschuldigte sich aufgrund des kurz vor dem Gang zur Garage
  durchgeführten Atemalkoholtests (18.45 Uhr) und dem ihm dabei bekannt
  gegebenen hohen Wert von 0.74 mg/l (act. 2/8.1.02 S. 2) dazu veranlasst sah,
  etwas betreffend seine von der Polizei geltend gemachte Lenkerschaft zum
  Tatzeitpunkt zu sagen. Dass der Beschuldigte die Aussage, wonach er zum
  Tatzeitpunkt nicht selber gefahren sei, erstmals in einem Zeitpunkt machte,
  in welchem der hohe Atemalkoholwert bekannt war (gem. Art. 2 lit. b
  der Verordnung der Bundesversammlung über Alkoholgrenzwerte im
  Strassenverkehr handelt es sich beim vorliegenden Wert um eine qualifizierte
  Alkoholkonzentration; bereits ab 0.4 mg/l liegt qualifizierte
  Alkoholkonzentration vor), darf und muss vorliegend gewürdigt werden. Der
  Beschuldigte hatte nach dem durchgeführten Atemalkoholtest und des
  dabei festgestellten hohen Wertes allen Grund dazu, seine Lenkerschaft zum
  Tatzeitpunkt abzustreiten; seine Fahrunfähigkeit konnte er aufgrund des
  Atemalkoholtests sodann nicht leugnen. Weiter ist zu berücksichtigen, dass er
  als beschuldigte Person nicht zur Wahrheit verpflichtet war und er sich
  aufgrund seiner Vorstrafe (ebenfalls Fahren in fahrunfähigem Zustand;
  act. 2/1.1.01) der Folgen einer solchen Tat (auch der
  administrativrechtlichen) bewusst sein musste und somit einen gewissen Anreiz
  hatte, seine Lenkerschaft abzustreiten. Unter diesen Umständen und im Lichte
  der vorliegenden Indizienlage (vgl. oben E. III.5.5 ff.) ist
  die Aussage des Beschuldigten, wonach er nicht gefahren sein will, als
  Schutzbehauptung zu werten.

  
	
   

  
	
  5.8. Ein
  weiteres Indiz für die Täterschaft des Beschuldigten besteht darin, dass sich
  der Beschuldigte auch in der Vergangenheit bereits einmal unter
  Alkoholeinfluss (auch hier mit einer qualifizierten Blutalkoholkonzentration,
  1.57 mg) hinters Steuer setzte und ihm deshalb der Führerausweis
  entzogen wurde; was den Beschuldigten jedoch nicht davon abhielt, sich vier
  Tage später trotz Ausweisentzug wieder hinters Steuer zu setzen (vgl.
  act. 2/1.1.01). Dieses Verhalten des Beschuldigten zeigt, dass er es
  bereits in der Vergangenheit mit den strassenverkehrsrechtlichen Regeln nicht
  so genau genommen hat. Es ist demnach nicht abwegig, dass sich der
  Beschuldigte auch mit Bezug auf den vorliegend interessierenden Vorfall
  erneut nicht an das Strassenverkehrsgesetz hielt und abermals unter
  Alkoholeinfluss ein Fahrzeug führte. Aufgrund seiner Vorstrafe wusste der
  Beschuldigte, welche Folgen ihm bei Fahren unter Alkoholeinfluss drohen
  würden, weshalb er nach erfolgtem Atemalkoholtest allen Grund dazu hatte,
  seine Lenkerschaft zu bestreiten (vgl. dazu oben E. III.5.7); zudem
  war er als beschuldigte Person nicht zur Wahrheit verpflichtet. Weiter ist zu
  berücksichtigen, dass gemäss dem ärztlichen Bericht zur Blutalkoholanalyse
  vom 28. Februar 2018 «bei der Höhe der rückgerechneten/chemisch
  bestimmten Blutalkoholkonzentration [des Beschuldigten] […] der medizinisch begründete
  Verdacht auf einen chronischen Alkoholüberkonsum [besteht]»
  (act. 2/11.1.08 S. 2 oben). Das Vorliegen eines Verdachts auf
  chronischen Alkoholüberkonsum zusammen mit der Vorstrafe des Beschuldigten
  wegen Fahrens in fahrunfähigem Zustand spricht mit einer gewissen
  Wahrscheinlichkeit dafür, dass der Beschuldigte den Land Rover [...] zum
  Tatzeitpunkt trotz Alkoholeinfluss lenkte.

  
	
   

  
	
  5.9. Zudem
  ist auch das Verhalten des Beschuldigten auf dem Polizeikommando Glarus bzw.
  im Kantonsspital Glarus ein gewisses Indiz dafür, dass er zum Tatzeitpunkt
  selber hinter dem Steuer sass. So ist zunächst zu bedenken, dass die
  Blutentnahme vorliegend aufgrund des Verhaltens des Beschuldigten
  (mehrmaliges, mehrminütiges und teilweise ungefragtes Wassertrinken,
  Toilettengang, mehrmalige Telefonate mit der Staatsanwaltschaft, vgl. dazu
  oben E. III.5.3.2)
  erst zwei Stunden nach dem Atemlufttest durchgeführt werden konnte (Atemlufttest
  um 18.45 Uhr, Blutentnahme um 20.48 Uhr, act. 2/8.1.02
  S. 2 und 5), wobei für das vorgängig zur Blutentnahme auszufüllende
  Fahrunfähigkeitsprotokolls bei «normalem Verlauf der Dinge» ungefähr
  45 Minuten vonnöten gewesen wären (act. 2/8.1.01 S. 7 oben).
  Auch wenn aus den einzelnen Umständen (Wassertrinken, Toilettengang,
  Telefonate) isoliert betrachtet noch nichts betreffend die Täterschaft des
  Beschuldigten geschlossen werden kann, ergibt sich im Rahmen einer
  Gesamtbetrachtung das Bild eines Beschuldigten der versucht, die Zeit bis zur
  Blutentnahme hinauszuzögern. Solch ein Verhalten ist insbesondere dann
  nachvollziehbar, wenn der Beschuldigte eben selber gefahren ist, wenn er um
  seinen hohen Alkoholwert wusste und durch Verzögerungen versuchte, sich den
  Alkoholabbau im Blut zunutze zu machen. Es leuchtet nicht ein, weshalb der
  Beschuldigte die Blutentnahme hinauszuzögern versuchte, wenn er tatsächlich
  nicht gefahren sein sollte. Daran ändert auch der Umstand, dass der
  Beschuldigte bereits nach dem Atemlufttest in [...] angab, nicht gefahren zu
  sein, nichts; zumal dies im Lichte der obigen Ausführungen als
  Schutzbehauptung zu qualifizieren ist (vgl. oben E. III.5.7).

  
	
   

  
	
  5.10. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung kann die
  Haltereigenschaft bei einem Strassenverkehrsdelikt, das von einem nicht
  eindeutig identifizierbaren Fahrzeuglenker begangen worden ist, ein Indiz für
  die Täterschaft sein. So kann das Gericht im Rahmen der Beweiswürdigung ohne
  Verletzung der Unschuldsvermutung zum Schluss gelangen, der Halter eines
  Fahrzeugs habe das Fahrzeug selber gelenkt, wenn dieser die Tat bestreitet
  und sich über den möglichen Lenker ausschweigt (vgl. BGer 6B_243/2018 Urteil
  vom 6. Juli 2018, E. 1.4.2 m.w.H.). Vorliegend war die
  X.______ AG zum Tatzeitpunkt als Halter des Land Rovers [...] eingetragen
  (vgl. act. 2/8.1.01 S. 4); der Beschuldigte war im fraglichen
  Zeitpunkt der Inhaber der X.______ AG (act. 2/8.1.01 S. 6 oben).
  Den Aussagen des Beschuldigten und seines Sohnes ist zu entnehmen, dass der
  besagte Land Rover das (private) Fahrzeug des Beschuldigten ist und dass er
  dessen häufigster Lenker ist (vgl. act. 2/8.1.07 S. 2 Frage 2;
  act. 2/8.1.08 S. 4 f. Fragen 22-26, 33 [«mein Auto»];
  act. 2/10.1.02 S. 6 Frage 6 [«mit seinem privaten Auto A.N. der
  Land Rover»] und 10). Somit ist erstellt, dass der Beschuldigte der
  (faktische) Halter dieses Fahrzeugs ist. Dies stellt aufgrund der wenig
  glaubhaften Aussagen des Beschuldigten, wonach angeblich eine nicht näher
  bestimmte Drittperson gefahren sein soll, ein weiteres Indiz für seine
  Lenkerschaft zum Tatzeitpunkt dar. Schliesslich spricht auch der Umstand,
  dass der Beschuldigte die angebliche Drittperson nicht näher benennen will,
  mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit dafür, dass es sich hierbei um eine
  Schutzbehauptung desselben handelt. Es steht dem Beschuldigten zwar frei, von
  seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch zu machen, jedoch ist es im Lichte
  der vorliegenden Umstände (vgl. oben E. III.5.4 ff.)
  höchst zweifelhaft, ob es diese Drittperson wirklich gegeben hat. Daran
  vermag auch die Aussage von D.______, wonach eine Kollegin namens «XX» den
  Beschuldigten ab und zu fahre, nichts zu ändern, zumal D.______ angab, der
  Beschuldigte habe keinen eigenen Chauffeur (vgl. act. 2/10.1.02 S. 3
  Frage 11). Es ist auch zu beachten, dass der Beschuldigte gerade ein
  Interesse daran gehabt hätte, diese Drittperson zu benennen; diese soll – im
  Gegensatz zum Beschuldigten – ja gerade nicht unter Alkoholeinfluss gefahren
  sein (vgl. act. 34 S. 10 oben), weshalb ihr auch eine deutlich
  mildere Sanktion als dem Beschuldigten gedroht hätte. 

  
	
   

  
	
  5.11. Der
  vom Verteidiger vor Obergericht vorgebrachte Umstand, wonach die Drittperson
  die Garage des Beschuldigten durch die Gartentüre verlassen und über den
  Gartenweg zum Wohnhaus des Beschuldigten gegangen sein soll, weshalb vor der Garage
  nur Schuhabdrücke des Beschuldigten gefunden worden seien (vgl. act. 37
  S. 5 f. Rz. 7), ändert sodann nichts daran, dass aufgrund der
  oben erwähnten Gründe davon auszugehen ist, dass der Beschuldigte mit hoher
  Wahrscheinlichkeit das besagte Fahrzeug zum Tatzeitpunkt lenkte. Sodann ist
  zumindest fraglich, ob sich der Beschuldigte, nachdem er von einer ihm
  angeblich nahestehenden Drittperson nach Hause gefahren worden ist, einfach
  so ins [...] begeben hätte, während die Drittperson angeblich in sein Wohnhaus
  gegangen ist; insbesondere auch da der Beschuldigte angab, er sei
  alleinstehend und lebe alleine (act. 36 S. 5 Frage 11). 

  
	
   

  
	
  5.12. Sodann sind auch die Ausführungen des Beschuldigten,
  wonach er vom Unfall selber nichts mitbekommen haben will, da er hinten
  gesessen sei, nicht glaubhaft. So ist aufgrund der obigen Ausführungen davon
  auszugehen, dass er nicht hinten sass, sondern vielmehr der Lenker des
  besagten Fahrzeugs war. Weiter ist zu bedenken, dass der beschädigte Audi
  gemäss den Aussagen des Augenzeugen C.______ beim Zusammenstoss leicht wippte
  (act. 2/8.1.05 S. 2 Frage 3; act. 2/10.1.01 S. 4
  Frage 12). Unter diesen Umständen erscheint es wenig glaubhaft, dass der
  Beschuldigte vom Zusammenstoss nichts mitbekommen haben will; zumal dieses
  Wippen sogar vom ca. 5 Meter entfernten Augenzeuge (vgl.
  act. 2/10.1.01 S. 3 Fragen 7 f.) beobachtet wurde und ein
  Fahrzeuglenker beim Ausparken das vor sich befindliche Fahrzeug stets im
  Blickwinkel hat, eben gerade um einen Zusammenstoss zu verhindern. Zudem ist
  aufgrund der im Recht liegenden Fotodokumentation (act. 2/8.1.03)
  erstellt, dass der Beschuldigte auch nicht davon ausgegangen sein konnte, er
  sei statt in den Audi in eine Schneemade gefahren. So ist im Fotobogen zu
  erkennen, dass sich rechtsseitig (in Fahrtrichtung des Land Rovers) keine
  Schneemaden befanden (act. 2/8.1.03 S. 1); der Land Rover und der
  beschädigte Audi standen «Nase an Nase» (der Audi mit der Front Richtung
  Schilt/Osten und der Land Rover mit der Front Richtung Glärnisch/Westen),
  sodass der Lenker des Land Rovers nach rechts einschlagen musste, um aus dem
  Parkfeld zu gelangen (vgl. act. 2/8.1.07 S. 3 Frage 3;
  act. 2/8.1.08 S. 5 Frage 32 f.; act. 2/10.1.01 S. 3
  Frage 3). Folglich musste dem Beschuldigten bewusst gewesen sein, dass
  der spürbare Widerstand, aufgrund dessen er gemäss Aussagen des Augenzeugen
  auch nochmals zurücksetzen musste bevor er die Parklücke verlassen konnte
  (vgl. act. 2/8.1.05 S. 2 Frage 3; act. 2/10.1.01
  S. 2 f. Frage 1), nicht von einer Schneemade, sondern von dem sich
  vor ihm befindenden Audi herrühren musste.

  
	
   

  
	
  5.13. Zusammenfassend
  kann festgehalten werden, dass bei einer objektiven Betrachtung des vom
  Beschuldigten dargestellten Sachverhalts erhebliche Zweifel bestehen, dass
  sich dieser wie von ihm geschildert abgespielt hat. Die Aussagen des
  Beschuldigten wirken mit Bezug auf die obigen Ausführungen und
  Ungereimtheiten in keiner Weise glaubhaft. Aus alldem folgt in
  Übereinstimmung mit der Anklage (act. 3) sowie dem angefochtenen
  Entscheid (act. 22 S. 7 ff. E. II.6), dass mit an Sicherheit
  grenzender Wahrschein­lichkeit der Beschuldigte den Land Rover [...] lenkte,
  als dieses Fahrzeug am 16. Dezember 2017, um ca. 17.45 Uhr, in
  [...] auf der Strasse [...] beim Wegfahren einen dort geparkten Personenwagen
  (Audi [...]) beschädigte. Weiter ist erstellt, dass der Beschuldigte
  anschliessend – ohne Benachrichtigung des Geschädigten oder der Polizei – zu
  seinem Wohnort in [...], fuhr; dies alles in fahrunfähigem Zustand
  (rückgerechnete Alkoholkonzentration unter Berücksichtigung des Nachtrunks
  von 1.65 Gewichtspromille). Sodann ist erstellt, dass der Beschuldigte sich
  nach dieser Fahrt ins [...] in [...] begab und dort ca. ein halbes Bier
  konsumierte. Indem der Verteidiger vor Oberge­richt beargwöhnte, das
  vorinstanzliche Urteil sei nicht gestützt auf Indizien, sondern aus dem
  Bauch heraus gefällt worden (act. 34 S. 10 unten), so gründet diese
  Einschätzung auf einer nachgerade offensichtlichen Verkennung einer hier
  klaren Indizienlage.

  
	
   

  
	
  IV. Schuldpunkt – rechtliche Würdigung

  
	
  1. Die Vorinstanz
  beurteile in Übereinstimmung mit der Anklage (act. 3) die dem
  Beschuldigten vorgeworfenen Sachverhalte als Fahren in fahrunfähigem Zustand
  (i.S.v. Art. 91 Abs. 2 lit. a SVG i.V.m. Art. 31
  Abs. 2 SVG, Art. 2 Abs. 1 VRV und Art. 2 der Verordnung der
  Bundesversammlung über Alkoholgrenzwerte im Strassenverkehr), versuchte
  Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit (i.S.v.
  Art. 91a Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB) sowie
  Verletzung der Verkehrsregeln durch Nichtbeherrschen des Fahrzeugs infolge
  mangelnder Aufmerksamkeit (i.S.v. Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m.
  Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 3 Abs. 1 VRV) und
  pflichtwidriges Verhalten bei einem Unfall (i.S.v. Art. 92 Abs. 1
  SVG i.V.m. Art. 51 Abs. 3 SVG; siehe zum Ganzen act. 22 S.
  9 ff. E. III und S. 15 Disp. Ziff. 1).

  
	
   

  
	
  2.  

  
	
  2.1. Im
  Berufungsverfahren bringt der Verteidiger keine konkreten Einwendungen gegen
  die von der Vorinstanz vorgenommene zutreffende rechtliche Würdigung vor; er
  führt einzig aus, da der Beschuldigte nicht selber gefahren sei, könne auch
  kein Schuldspruch im Sinne der Vorinstanz erfolgen. Gemäss den obigen
  Ausführungen ist jedoch erstellt, dass der Beschuldigte mit einer
  qualifizierten Blutalkoholkonzentration von 1.65 Gewichtspromille zur Tatzeit
  den besagten Land Rover lenkte, dabei beim Ausparken einen Audi am Kühlgrill
  beschädigte, ohne den Geschädigten oder die Polizei zu benachrichtigen nach
  Hause fuhr und anschliessend im [...] ein halbes Bier trank. Unter diesen
  Umständen kann in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO auf die
  zutreffenden rechtlichen Ausführungen im erstinstanzlichen Entscheid
  verwiesen werden (vgl. act. 22 S. 9 ff. E. III). Es sind sodann
  auch keine Schuldausschliessungs- oder Rechtfertigungsgründe ersichtlich; so
  liegt denn bei einer Blutalkoholkonzentration von unter zwei Gewichtspromille
  in der Regel auch keine Beeinträchtigung der Schuldfähigkeit vor (vgl. BGE
  122 IV 49, E. 1.b). Aufgrund alldem ist der
  erstinstanzlich ergangene Schuldspruch in allen Teilen zu bestätigen
  (act. 22 S. 15 Disp. Ziff. 1).

  
	
   

  
	
  2.2. Betreffend die (versuchte) Vereitelung von
  Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit (i.S.v. Art. 91a
  Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB) bleibt der
  Vollständigkeit halber noch Folgendes anzufügen: Einzig gestützt auf die zum
  Tatzeitpunkt vorliegenden winterlichen Verhältnissen musste der Beschuldigte
  im Nachgang zum Unfall noch nicht «sehr wahrscheinlich» mit Massnahmen zur
  Feststellung seiner Fahrunfähigkeit im Sinne von Art. 91a Abs. 1
  SVG rechnen. Jedoch hätte die Polizei beim Beschuldigten aufgrund seines
  vorgängig zur Tat erfolgten und eingestandenen Alkoholkonsums (ein Glas Wein
  und mehrere Grappas) und seines damit zusammenhängenden wahrnehmbaren
  Mundalkoholgeruchs (vgl. dazu auch act. 2/8.1.02 S. 4: «Beobachtungen
  bei der Person: Alkoholgeruch») zweifelsfrei eine Massnahme zur
  Feststellung seiner Fahrunfähigkeit angeordnet; dies musste dem Beschuldigten
  bewusst gewesen sein, zumal er eine Vorstrafe wegen Fahrens in fahrunfähigem
  Zustand aufweist (act. 2/1.1.01). Kommt hinzu, dass die Polizei
  mittlerweile auch bei Bagatellunfällen systematisch Atemalkoholproben
  anzuordnen pflegt (Weissenberger,
  Kommentar Strassenverkehrsgesetz und Ordnungsbussengesetz, 2. Aufl.,
  Zürich/St. Gallen 2015, N 6 zu Art. 91a SVG), wobei
  Fahrzeugfüh­rer ohnehin unbesehen kontrolliert werden können (Art. 55
  Abs. 1 SVG) und inso­fern auch der völlig Nüchterne damit rechnen muss
  (siehe dazu BGE 142 IV 324, E. 1.1.3 und BGer 6B_415/2015 Urteil vom
  19. August 2015, E. 1.2). 

  
	
  Bei objektiver Betrachtung
  hätte die Polizei erst recht eine Massnahme zur Klärung der Fahrunfähigkeit
  angeordnet, falls der Beschuldigte nach seiner Ankunft daheim eine
  Unfallmeldung erstattet hätte. Denn dann hätte speziell der Umstand, dass der
  Beschuldigte nicht unmittelbar nach der Kollision anhielt, zusätz­liche
  Zweifel an seiner Fahrfähigkeit ausgelöst und hätte dies die Polizei zu
  näheren Abklärungen bewo­gen; auch darüber war sich der Beschuldigte
  vollkommen im Klaren. Damit ergibt sich zusammenfassend, dass der
  Beschuldigte durch sein gesamtes Verhalten nach der Kollision beim Ausparken
  (weiterfahren, ohne anzuhalten; keine Meldung an die Polizei spätestens nach
  seiner Ankunft daheim; Nachtrunk im [...]) wissentlich und willentlich
  versucht hat, mögli­che polizeiliche Abklärungen hinsichtlich seiner
  Fahrfähigkeit zu verhindern bzw. zu vereiteln. Dadurch hat er in
  Übereinstimmung mit den vorinstanzlichen Erwägungen (act. 22
  S. 10 f. E. III.3) in objektiver und subjektiver Hinsicht den
  Tatbestand der versuchten Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der
  Fahrunfähigkeit (i.S.v. Art. 91a Abs. 1 SVG) erfüllt.

  
	
   

  
	
  V. Strafzumessung und Vollzug

  
	
  1. Vorinstanzliches
  Urteil und Parteivorbringen

  
	
  Die Vorinstanz verurteilte
  den Beschuldigten zu einer bedingten Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu je
  CHF 400.—, bei einer Probezeit von drei Jahren, sowie zu einer Busse von
  CHF 6'800.— (CHF 6'400.— Verbindungsbusse und CHF 400.—
  Übertretungsbusse), welche bei Nichtbezahlung in eine unbedingt vollziehbare
  Ersatzfreiheitsstrafe von 17 Tagen umzuwandeln sei (act. 22 S. 12
  ff. E. V und S. 15 Disp. Ziff. 2). Die Staatsanwaltschaft hat
  keine Anschlussberufung erhoben, womit das Obergericht nach oben an das
  vorinstanzliche Strafmass gebunden ist (Art. 391 Abs. 2 StPO). Der
  Verteidiger des Beschuldigten verlangt vor Obergericht einen Freispruch von
  Schuld und Strafe (act. 37 S. 1, act. 25 S. 2), hat an der
  Berufungsverhandlung jedoch gegenüber der erstinstanzlichen Strafzumessung
  keinerlei konkrete Einwendungen vorgebracht (vgl. act. 37 i.V.m.
  act. 34). 

  
	
   

  
	
  2. Grundsätze
  der Strafzumessung und Strafrahmen

  
	
  2.1. Innerhalb
  des Strafrahmens bemisst das Gericht die Strafe nach dem Verschulden des
  Täters, wobei es dessen Vorleben und persönliche Verhältnisse sowie die
  Wirkung der Strafe auf sein Leben berücksichtigt (Art. 47 Abs. 1
  StGB). Das Verschulden bestimmt sich nach der Schwere der Verletzung oder
  Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, der Verwerflichkeit des Handelns, den
  Beweggründen und Zielen des Täters sowie dem Grad, zu dem der Täter nach den
  inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder
  Verletzung zu vermeiden (Art. 47 Abs. 2 StGB). Der Begriff des
  Verschuldens muss sich jedenfalls auf den gesamten Unrechts- und Schuldgehalt
  der konkreten Straftat beziehen. Zu unterscheiden ist zwischen der Tat- und
  der Täterkomponente (Heimgartner,
  in Donatsch et al. [Hrsg.], Orell Füssli Kommentar, Schweizerisches
  Strafgesetzbuch, 20. Aufl., Zürich 2018, N 6 ff. zu Art. 47 StGB;
  BGE 141 IV 61, E. 6.1.1 = Pra 104 [2015] Nr. 68).

  
	
   

  
	
  2.2. Die
  vorliegenden Delikte des Fahrens in fahrunfähigem Zustand sowie der
  Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit werden beide
  mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe geahndet (Art. 91
  Abs. 2 lit. a SVG und Art. 91a Abs. 1 SVG). Es handelt
  sich hierbei um Vergehen nach Art. 10 Abs. 3 StGB. Bei mehreren
  Delikten mit gleichartigen Strafen hat das Gericht den Täter zur Strafe der
  schwersten Tat zu verurteilen und diese anschliessend angemessen zu erhöhen
  (Art. 49 Abs. 1 Satz 1 StGB; vgl. dazu auch E. V.3.3
  nachstehend). Wie nachfolgend zu zeigen sein wird, sind für die beiden
  vorliegend zu beurteilenden SVG-Vergehen konkret gleichartige Strafen
  (nämlich Geldstrafen) auszufällen, weshalb eine Gesamtstrafe nach
  Art. 49 Abs. 1 StGB zu bilden ist. Im vorliegend zu beurteilenden
  Fall wiegt bei einer summarischen Betrachtung das Fahren in fahrunfähigem
  Zustand wesentlich schwerer als die versuchte Vereitelung von Massnahmen zur
  Feststellung der Fahrunfähigkeit. Es ist daher bei der nachfolgenden
  Strafzumessung das Fahren in fahrunfähigem Zustand als Hauptdelikt zu
  behandeln, während die versuchte Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung
  der Fahrunfähigkeit als Nebendelikt gilt (vgl. zum Ganzen E. V.3 nachstehend).

  
	
   

  
	
  2.3. Bei
  den übrigen Delikten (Verletzung der Verkehrsregeln durch Nichtbeherrschen
  des Fahrzeuges infolge mangelnder Aufmerksamkeit und pflichtwidriges
  Verhalten bei einem Unfall) handelt es sich um Übertretungen, welche mit
  Busse geahndet werden (Art. 90 Abs. 1 SVG und Art. 92
  Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 103 StGB). Bei einer Busse handelt es sich
  im Verhältnis zu der eben genannten Geldstrafe (für die beiden Vergehen)
  nicht um eine gleichartige Strafe, weshalb mit Bezug auf die vorliegend
  auszusprechende Busse und Geldstrafe keine Gesamtstrafenbildung im Sinne von
  Art. 49 Abs. 1 StGB vorzunehmen ist. Jedoch ist im Verhältnis der
  beiden Übertretungen zueinander vorliegend eine Gesamtstrafe zu bilden (vgl.
  E. V.4
  nachstehend).

  
	
   

  
	
  3. Konkrete Strafzumessung betreffend die beiden SVG-Vergehen

  
	
  3.1. Fahren in fahrunfähigem Zustand (Hauptdelikt)

  
	
  3.1.1.
  Art. 91 SVG schützt primär
  das Rechtsgut der Verkehrssicherheit. Die
  Pönalisierung des Fahrens in fahrunfähigem Zustand dient dem Schutz der Verkehrsordnung
  als solche. Sekundär, d.h. mittelbar,
  werden Leib und Leben der übrigen Strassenbenützer sowie deren Eigentum
  geschützt. Demgemäss wird nicht
  vorausgesetzt, dass die Verkehrssicherheit oder andere Verkehrsteilnehmer
  durch inkriminierte Fahrten von fahrunfähigen Personen konkret gefährdet
  werden. Ebenso wenig ist erforderlich,
  dass die inkriminierte Fahrt eine abstrakte Gefährdung darstellt, welche die
  Gefahr einer konkreten Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer in sich birgt. Für eine abstrakte Gefährdung reicht es
  nach allgemeinen Grundsätzen aus, wenn durch ein Verhalten in der Regel die
  Möglichkeit einer Rechtsgutverletzung herbeigeführt wird (Fahrni/Heimgartner, in:
  Niggli/Probst/Waldmann [Hrsg.], Basler Kommentar, Strassenverkehrsgesetz,
  Basel 2014, N 6 zu Art. 91 SVG m.w.H.). 

  
	
   

  
	
  3.1.2. Die
  Vorinstanz hat die von ihr zu Recht als relevant erkannten
  Strafzumessungskriterien geprüft sowie insgesamt korrekt gewürdigt; sie hat
  das Verschulden des Beschuldigten als schwer eingestuft. Der Verteidiger hat
  an der Berufungsverhandlung gegenüber der erstinstanzlichen Strafzumessung
  keinerlei Einwendungen vorgebracht (vgl. act. 37 i.V.m. act. 34). Es kann daher gestützt auf Art. 82 Abs. 4
  StPO in Ergänzung zum nachfolgend Ausgeführten auf die entsprechenden vorinstanzlichen
  Erwägungen verwiesen werden (vgl. dazu act. 22 S. 13 E. V.3). 

  
	
   

  
	
  3.1.3. Der
  Beschuldigte fuhr am 16. Dezember 2017, ca. 17.45 Uhr,
  mit seinem Personenwagen vom [...] zu seinem Wohnort in [...]. Mit Bezug auf
  die objektive Tatschwere ist zu bedenken, dass der Beschuldigte zum
  Tatzeitpunkt eine Blutalkoholkonzentration von mindestens
  1.65 Gewichtspromille aufwies, wobei bereits ab einem Wert von
  0.8 Gewichtspromille eine qualifizierte Blutalkoholkonzentration
  vorliegt (vgl. Art. 2 lit. a der Verordnung der Bundesversammlung
  über Alkoholgrenzwerte im Strassenverkehr). Bei einer derart hohen
  Blutalkoholkonzentration wird die Verkehrssicherheit erheblich gefährdet und
  es liegt eine sehr naheliegende Gefahr eines schweren Unfalls mit erheblichen
  Folgen auch für andere Verkehrsteilnehmer vor (vgl. auch oben E. V.3.1.1). Der
  Beschuldigte fuhr dabei eine Strecke von ca. vier Kilometer, wofür er je
  nach Verkehrsverhältnissen ca. sieben bis zehn Minuten brauchte (vgl. Google
  Maps, gerichtsnotorisch). Auch wenn es sich hierbei nicht um eine sehr lange
  Fahrt handelt, ist das Gefährdungspotential dennoch sehr hoch, insbesondere
  wenn man bedenkt, dass der Beschuldigte um ca. 17.45 Uhr durch
  dicht besiedeltes Wohngebiet fuhr. Unter Berücksichtigung aller denkbaren
  unter den Tatbestand von Art. 91 SVG fallenden Verhaltensweisen wiegt
  das Verschulden des Beschuldigten nicht mehr leicht. Die vorliegende Straftat
  fällt noch in den Anwendungsbereich der Geldstrafe (vgl. dazu auch E. V.3.1.7
  nachstehend); innerhalb des Strafrahmens einer Geldstrafe, d.h. mindestens
  drei und höchstens 180 Tagessätze (vgl. Art. 34 Abs. 1 StGB) liegt das
  objektive Verschulden des Beschuldigten im mittleren Bereich.

  
	
   

  
	
  3.1.4. Diese
  Einschätzung wird durch die subjektive Tatschwere nicht relativiert
  (Art. 47 Abs. 1 StGB). Vielmehr ist verschuldenserhöhend zu
  berücksichtigen, dass es für den Beschuldigten ein Leichtes gewesen wäre,
  sich für die Fahrt von [...] nach [...] bspw. ein Taxi zu nehmen. Es gab
  keine sachlichen Gründe, weshalb der Beschuldigte stattdessen mit seinem
  Fahrzeug selber hätte fahren müssen. 

  
	
   

  
	
  3.1.5. Das Gesamtverschulden ist unter Berücksichtigung
  sämtlicher objektiver und subjektiver Tatumstände innerhalb des Strafrahmens
  der Geldstrafe als noch im mittleren Bereich liegend zu werten. Bei dieser
  Ausgangslage erscheint für das Fahren in fahrunfähigem Zustand eine
  hypothetische Einsatzstrafe von 90 Tageseinheiten angemessen. 

  
	
   

  
	
  3.1.6. Straferhöhend fällt ins Gewicht, dass der
  Beschuldigte eine hier einschlägige Vorstrafe wegen Fahrens in fahrunfähigem
  Zustand (qualifizierte Blutalkoholkonzentration von 1.57 mg) aus dem
  Jahr 2013 aufweist (vgl. act. 2/1.1.01). Weist ein Täter Vorstrafen auf, wird dies grundsätzlich straferhöhend
  gewichtet (BGE 136 IV 1, E. 2.6.2). Vorliegend ist ersichtlich,
  dass sich der Beschuldigte von dieser Vorstrafe nicht beirren lies und sich
  auch im Jahr 2017 – nach Ablauf der Probezeit – wieder unter Alkoholeinfluss
  hinters Steuer setzte; zumal er bereits im Jahr 2013 Gleichgültigkeit
  gegenüber den strassenverkehrsrechtlichen Regeln an den Tag legte, indem er
  bereits vier Tage nach erfolgtem Fahren in fahrunfähigem Zustand und trotz
  Ausweisentzug erneut ein Fahrzeug lenkte (vgl. act. 2/1.1.01). Die hier
  einschlägige Vorstrafe wegen Fahrens in fahrunfähigem Zustand ist vorliegend
  straferhöhend zu gewichten. Die Straffreiheit bzw. das Wohlverhalten
  seit der Tat resp. während des hängigen Verfahrens ist jedoch neutral zu
  werten (BGer 6B_683/2012 Urteil vom 15. Juli 2013, E. 3.7. m.w.H.).
  Strafminderungsgründe sind vorliegend keine ersichtlich.

  
	
   

  
	
  3.1.7. Bei gesamthafter
  Würdigung aller strafzumessungsrelevanter Faktoren erscheint es angemessen,
  die aufgrund der Tatkomponente für das Fahren in fahrunfähigem Zustand
  festgelegte Einsatzstrafe von 90 Tageseinheiten (vgl. vorne E. V.3.1.5) aufgrund
  der Täterkomponente (Vorstrafe, vgl. vorne E. V.3.1.6) auf
  110 Tageseinheiten zu erhöhen. Dieses Strafmass erlaubt die Ausfällung
  einer Geldstrafe (Art. 34 Abs. 1 StGB). Bei der Wahl der
  Sanktionsart ist als wichtigstes Kriterium die Zweckmässigkeit einer
  bestimmten Sanktion, ihre Auswirkung auf den Täter und sein soziales Umfeld
  sowie ihre präventive Effizienz zu berücksichtigen (BGE 134 IV 97,
  E. 4.2). Im vorliegenden Fall ist eine Geldstrafe die angemessene und
  zweckmässige Sanktion. Damit ist für das Fahren in fahrunfähigem Zustand von
  einer Geldstrafe von 110 Tagessätzen als hypothetische Einsatzstrafe
  auszugehen. 

  
	
   

  
	
  3.2. Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der
  Fahrunfähigkeit (Nebendelikt)

  
	
  3.2.1. Das von Art. 91a SVG (Vereitelung von Massnahmen zur
  Feststellung der Fahrunfähigkeit) geschützte Rechtsgut ist letztlich die
  Rechtspflege; geschützt wird die Durchsetzung von Art. 91 SVG (Fahren in
  fahrunfähigem Zustand). Lediglich «mittel-mittelbar» dient Art. 91a SVG
  sodann der Verkehrssicherheit (Riedo,
  in: Niggli/Probst/Waldmann [Hrsg.], Basler Kommentar, Strassenverkehrsgesetz,
  Basel 2014, N 15 f. zu Art. 91a SVG).

  
	
   

  
	
  3.2.2. Zur
  objektiven Tatschwere ist das Folgende festzuhalten: Der Beschuldigte
  touchierte am 16. Dezember 2017, um ca. 17.45 Uhr, in
  alkoholisiertem Zustand beim Ausparken in [...] ein sich vor ihm befindliches
  (ebenfalls geparktes) Fahrzeug (Audi [...]); dabei entstand beim geparkten
  Audi ein Sachschaden von CHF 1'000.—, das Fahrzeug des Beschuldigten
  blieb, soweit ersichtlich, unbeschädigt (act. 2/8.1.01 S. 1 und
  act. 2/8.1.03). Nachdem der Beschuldigte aufgrund des Zusammenstosses
  nicht weiterfahren konnte, setzte er zurück und fuhr anschliessend – ohne den
  Halter des beschädigten Fahrzeugs oder die Polizei zu benachrichtigen – zu
  seinem Wohnort in [...], parkte sein Fahrzeug in der Garage und begab sich
  ins naheliegende [...], wo er bis zum Eintreffen der Polizei um
  ca. 18.30 Uhr ca. ein halbes Bier konsumierte (act. 2/8.1.01
  S. 5). Der danach um 18.45 Uhr durchgeführte Atemalkoholtest ergab
  einen Wert von 0.74 mg/l (act. 2/8.1.02 S. 2). Unter
  Berücksichtigung aller denkbaren unter den Tatbestand von Art. 91a SVG
  fallender Delikte ist das soeben aufgezeigte Verhalten des Beschuldigten
  verschuldensmässig noch im unteren Bereich des Strafrahmens (Freiheitsstrafe
  bis zu drei Jahren oder Geldstrafe; Art. 91a Abs. 1 SVG)
  anzusiedeln. Aufgrund der gesamten Umstände ist von einem leichten objektiven
  Tatverschulden auszugehen. 

  
	
   

  
	
  3.2.3. Diese
  Einschätzung wird durch die subjektive Tatschwere nicht relativiert.
  (Art. 47 Abs. 1 StGB). In subjektiver Hinsicht ist auf die
  (eventual)vorsätzliche Tatbegehung hinzuweisen. Zwar können die zur Tatzeit
  vorliegenden winterlichen Verhältnisse nicht per se eine hohe
  Wahrscheinlichkeit der Anordnung einer Blutprobe begründen. Jedoch musste dem
  Beschuldigten namentlich wegen seines im Vorgang zur Tat erfolgten
  Alkoholkonsums (ein Glas Wein und mehrere Kaffee Grappas) und seines damit
  zusammenhängenden, ausser Frage stehenden merklichen Mundalkoholgeruchs (vgl.
  dazu auch act. 2/8.1.02 S. 4; vgl. dazu oben E. IV.2.2) sowie
  seiner einschlägigen Vorstrafe klar sein, dass die Polizei, bei deren
  Verständigung, eine Atemalkoholkontrolle durchgeführt hätte. Durch das
  Verlassen der Unfallstelle ohne Benachrichtigung der Polizei bzw. des
  Geschädigten sowie den Nachtrunk wollte der Beschuldigte die Massnahmen zur
  Feststellung der Fahrunfähigkeit vereiteln oder nahm dies zumindest in Kauf.

  
	
   

  
	
  3.2.4. Das Gesamtverschulden ist unter Berücksichtigung
  sämtlicher objektiver und subjektiver Tatumstände innerhalb des Strafrahmens
  (Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe; Art. 91a
  Abs. 1 SVG) als im unteren Bereich liegend zu werten. Bei dieser
  Ausgangslage erscheint für die versuchte Vereitelung von Massnahmen zur
  Feststellung der Fahrunfähigkeit eine hypothetische Einsatzstrafe von 30
  Tageseinheiten angemessen. Wie nachfolgend zu zeigen sein wird, kommt
  vorliegend nur eine Geldstrafe in Betracht (vgl. E. V.3.2.6
  nachstehend).

  
	
   

  
	
  3.2.5. Strafmindernd
  ist zu berücksichtigen, dass vorliegend ein vollendeter Versuch vorliegt
  (vgl. BGE 121 IV 49, E. 1 und BGE 146 IV 88, E. 1.6.1); trotz des
  Nachtrunks konnte die Fahrunfähigkeit vorliegend noch schlüssig festgestellt
  werden. Die Strafe ist vorliegend aufgrund des vollendeten Versuchs jedoch
  nur leicht zu reduzieren. Dass der Alkoholblutwert zum Tatzeitpunkt trotz
  Nachtrunk noch festgestellt werden konnte, ist der heutigen technischen
  Möglichkeit zur (rechnerischen) Bestimmung der Blutalkoholkonzentration und
  nicht dem Verhalten des Beschuldigten zuzuschreiben.

  
	
   

  
	
  3.2.6. Bei gesamthafter Würdigung aller
  strafzumessungsrelevanter Faktoren erscheint es angemessen, die aufgrund der
  Tatkomponente für die versuchte Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung
  der Fahrunfähigkeit festgelegte Einsatzstrafe von 30 Tageseinheiten
  (vgl. vorne E. V.3.2.4)
  aufgrund der nur versuchten Tatbegehung auf 20 Tageseinheiten zu reduzieren.
  Dieses Strafmass erlaubt noch die Ausfällung einer Geldstrafe (Art. 34
  Abs. 1 StGB). Im vorliegenden Fall ist eine Geldstrafe die angemessene
  und zweckmässige Sanktion (vgl. auch oben E. V.3.1.7), weshalb
  für die versuchte Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der
  Fahrunfähigkeit eine Einzelstrafe von 20 Tagessätzen Geldstrafe
  festzusetzten ist.

  
	
   

  
	
  3.3. Festlegung der Gesamtstrafe

  
	
  3.3.1. Nachdem
  für die beiden vorliegend zu beurteilenden Vergehen die jeweiligen
  Einzelstrafen ermittelt wurden, sind diese jetzt zu einer Gesamtstrafe
  zusammenzuführen. Nach der gesetzlich vorgesehenen Methode (Art. 49
  Abs. 1 Satz 1 StGB) ist bei der Bildung einer Gesamtstrafe von der
  Einsatzstrafe für das schwerste Delikt auszugehen und diese anschliessend im
  Rahmen einer Gesamtwürdigung angemessen zu erhöhen. Konkret bedeutet dies,
  dass die Einzelstrafen sich nicht eins zu eins in der Gesamtstrafe niederschlagen;
  eine Kumulation der Einzelstrafen ist nicht erlaubt, sondern es gilt das
  sogenannte Asperationsprinzip; auf keinen Fall darf die Gesamtstrafe die
  Summe der Einzelstrafen erreichen (BGE 144 IV 217, E. 3.5.2; siehe auch Mathys, Leitfaden Strafzumessung, 2. Aufl.,
  Basel 2019, N 496). Vielmehr hat das Gericht die erforderliche
  Gesamtstrafenzumessung unter spezieller Gewichtung von Zahl und Schwere der
  Einzeltaten und ihres Verhältnisses zueinander sowie unter Einbezug einer
  zusammenfassenden Würdigung der Person des Täters festzusetzen. Dabei sind
  namentlich das Verhältnis der einzelnen Taten untereinander, ihr
  Zusammenhang, ihre grössere oder geringere Selbständigkeit sowie die
  Gleichheit oder Verschiedenheit der verletzten Rechtsgüter und Begehensweisen
  zu berücksichtigen. Der Gesamtschuldbeitrag des einzelnen Delikts wird dabei
  geringer zu veranschlagen sein, wenn die Delikte zeitlich, sachlich und
  situativ in einem engen Zusammenhang stehen (BGer 6B_466/2013 Urteil vom
  25. Juli 2013, E. 2.3.4; siehe auch Mathys, a.a.O., N 500).

  
	
   

  
	
  3.3.2. Die
  vom Beschuldigten versuchte Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der
  Fahrunfähigkeit (Nebendelikt) richtet sich lediglich «mittel-mittelbar» gegen
  das gleiche geschützte Rechtsgut wie dasjenige des Hauptdelikts (Fahren in
  fahrunfähigem Zustand), nämlich die Verkehrssicherheit; in erster Linie ist
  Art. 91a SVG jedoch als Rechtspflegedelikt zu verstehen, geschützt wird
  die Durchsetzung von Art. 91 SVG (vgl. dazu auch oben E. V.3.1.1 und
  E. V.3.2.1). Das
  Nebendelikt hängt somit in gewisser Weise mit dem Hauptdelikt zusammen bzw.
  schützt es die Durchsetzung desselben. Vor diesem Hintergrund ist die
  provisorische Gesamtstrafe für das Haupt- und das Nebendelikt bei
  120 Tagessätzen Geldstrafe anzusetzen.

  
	
   

  
	
  3.3.3. Die soeben ermittelte provisorische Gesamtstrafe
  kann aufgrund von Umständen, die mit der Tatbegehung direkt nichts zu tun
  haben, herabgesetzt oder erhöht werden. Es geht um Faktoren, die beim Täter
  liegen und geeignet sind, ihn im Hinblick auf die Höhe der Strafe zu belasten
  oder zu entlasten; die sogenannten Täterkomponenten (sieh dazu Mathys, a.a.O., N 311). In den
  vorstehenden Erwägungen wurde bei der Strafzumessung zum Hauptdelikt bereits
  eine Täterkomponente berücksichtigt (Vorstrafe; vgl. E. V.3.1.6 oben).
  Weitere sowohl für das Haupt- und Nebendelikt für die Strafzumessung zu beachtende
  Täterkomponenten sind vorliegend nicht ersichtlich und werden vom
  Beschuldigten auch nicht geltend gemacht. Weder aus den persönlichen
  Verhältnissen noch aus seinem Nachtatverhalten ergeben sich straferhöhende
  oder -reduzierende Umstände.

  
	
   

  
	
  3.3.4. Als Ergebnis der vorstehenden Erwägungen zur
  Strafzumessung (E. V.3.1.1 –
  E. V.3.3.3) ist
  die Gesamtstrafe für das Fahren in fahrunfähigem Zustand und die versuchte
  Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit schliesslich
  auf 120 Tagessätze Geldstrafe festzusetzen.

  
	
   

  
	
  3.3.5. Das Gericht bestimmt die Höhe des Tagessatzes nach
  den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt
  des Urteils, namentlich nach Einkommen und Vermögen, Lebensaufwand,
  allfälligen Familien- und Unterstützungspflichten sowie nach dem
  Existenzminimum (Art. 34 Abs. 2 StGB). Aufgrund der vorliegend
  verfügbaren Einkünfte (siehe act. 42/1) und der vom Beschuldigten
  anlässlich der Berufungsverhandlung gemachten Ausführungen zu seinen
  finanziellen Verhältnissen (act. 36 S. 4 f.) erscheint die
  vorinstanzliche Tagessatzhöhe von CHF 400.— angemessen (vgl. act. 22
  S. 13 E. V.3); zumal der Beschuldigte vor Obergericht diesbezüglich
  keine Einwendungen vorbringt (vgl. act. 37 und act. 34).

  
	
   

  
	
  3.3.6. Aufgrund
  der obigen Ausführungen ist bezüglich Fahrens in fahrunfähigem Zustand und
  versuchter Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit
  die Gesamtstrafe auf eine Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je
  CHF 400.— (entsprechend CHF 48'000.—) festzusetzen. 

  
	
   

  
	
  3.4. Vollzug

  
	
  3.4.1. Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe oder einer
  Freiheitsstrafe von höchstens zwei Jahren in der Regel auf, wenn eine
  unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung
  weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB).

  
	
   

  
	
  3.4.2. Aufgrund der obigen Ausführungen und der Vorinstanz folgend
  ist dem Beschuldigten für die Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je CHF 400.— (entsprechend
  CHF 48’000.—) der bedingte Strafvollzug
  zu gewähren. Schiebt das Gericht den Vollzug einer Strafe ganz oder
  teilweise auf, so bestimmt es dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis
  fünf Jahren (Art. 44 Abs. 1 StGB). Die Dauer der Probezeit ist
  dabei nach den Umständen des Einzelfalls insbesondere nach der Persönlichkeit
  und des Charakters des Verurteilten sowie der Gefahr seiner Rückfälligkeit zu
  bemessen (BGE 95 IV 121, E. 1). Vorliegend ist in Übereinstimmung mit
  der Vorinstanz (act. 22 S. 13 E. V.3) die Probezeit auf drei
  Jahre festzusetzen; zumal der Beschuldigte vor Obergericht diesbezüglich
  keine Einwände vorbrachte (act. 34 i.V.m. act. 37).

  
	
   

  
	
  3.5. Verbindungsbusse

  
	
  3.5.1. Zu
  prüfen bleibt, ob die bedingte Geldstrafe vorliegend in Anwendung von
  Art. 42 Abs. 4 StGB mit einer Busse zu verbinden ist; wie dies die
  Vorinstanz tat (vgl. act. 22 S. 13 f. E. V.4).

  
	
   

  
	
  3.5.2. Eine Verbindungsbusse kommt v.a.
  dann in Betracht, wenn das Gericht dem Täter den bedingten Vollzug einer
  Geld- oder Freiheitsstrafe gewähren möchte, ihm aber dennoch in gewissen
  Fällen mit der Auferlegung einer zu bezahlenden Busse einen spürbaren
  Denkzettel verabreichen möchte, um ihm den Ernst der Lage vor Augen führen zu
  können. Die Verbindungsbusse soll aber nicht etwa zu einer Straferhöhung
  führen oder eine zusätzliche Strafe ermöglichen. Sie erlaubt lediglich
  innerhalb der schuldangemessenen Strafe eine täter- und
  tatangemessene Sanktion, wobei die an sich verwirkte Freiheits-/Geldstrafe
  und die damit verbundene Busse in ihrer Summe schuldangemessen sein müssen
  (BGE 135 IV 188, E. 3.3; BGE 146 IV 145, E. 2.2, je m.w.H.). Um dem
  akzessorischen Charakter der Verbindungsstrafe gerecht zu werden, ist gemäss
  bundesgerichtlicher Rechtsprechung die Obergrenze grundsätzlich auf einen
  Fünftel beziehungsweise 20 % der konkret auszufällenden Strafe
  festzusetzen (BGE 135 IV 188, E. 3.4.4; BGE 146 IV 145, E. 2.2, je
  m.w.H.).

  
	
   

  
	
  3.5.3. Aufgrund
  der zu beurteilenden Taten und im Rahmen einer Gesamtbetrachtung rechtfertigt
  es sich vorliegend den Beschuldigten mit einer Verbindungsbusse (i.S.v.
  Art. 42 Abs. 4 StGB) zu bestrafen und das eher geringe
  Drohpotential der bedingten Strafen durch das Aussprechen einer Busse zu
  erhöhen. Unter Beachtung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (E. V.3.5.2 vorstehend) ist die
  vorstehend erwähnte Geldstrafe von 120 Tagessätzen (vgl. oben E. V.3.3.4) mit einer Busse von
  CHF 6’400.— (entspricht 16 Tagessätzen zu je CHF 400.—; zur
  Tagessatzhöhe vgl. E. V.3.3.5 vorsehend) zu
  verbinden.
  Der Beschuldigte hat im Berufungsverfahren keine Einwendungen gegen die
  vorinstanzlich ebenfalls in dieser Höhe ausgefällten Verbindungsbusse
  vorgebracht (vgl. act. 37 i.V.m. act. 34; act. 22
  S. 13 f. E. V.4).

  
	
   

  
	
  3.5.4. Da
  die Strafe in ihrer Gesamtheit schuldangemessen zu sein hat und demzufolge
  ein Teil der Sanktion mit der akzessorischen Busse abzugelten ist (vgl. oben
  E. V.3.5.2),
  rechtfertigt es sich, die Geldstrafe in einem der Bussenhöhe gleichkommenden
  Umfang zu reduzieren. Demzufolge ist die mit Bezug auf das Fahren in
  fahrunfähigem Zustand sowie die versuchte Vereitelung von Massnahmen zur
  Feststellung der Fahrunfähigkeit oben festgelegte Gesamtstrafe von 120
  Tagessätzen Geldstrafe (vgl. oben E. V.3.3.4) um
  16 Tageseinheiten (entspricht der Bussenhöhe von CHF 6'400.— [16 x
  CHF 400.—]; vgl. oben E. V.3.5.3) zu
  reduzieren. 

  
	
  Der Beschuldigte wäre
  demzufolge betreffend das Fahren in fahrunfähigem Zustand sowie die versuchte
  Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit mit einer
  Geldstrafe von 104 Tagessätzen (120 minus 16) zu je CHF 400.— sowie
  einer Busse von CHF 6’400.— zu bestrafen; jedoch muss es aufgrund des Verbotes der «reformatio in peius» (vgl. Art. 391 Abs. 2 StPO) diesbezüglich mit dem vorinstanzlichen Entscheid,
  d.h. Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu je CHF 400.— sowie Busse von
  CHF 6'400.— (act. 22 S. 15 Disp. Ziff. 2), sein Bewenden
  haben. 

  
	
   

  
	
  3.6. Fazit

  
	
  Zusammenfassend kann
  festgehalten werden, dass der Beschuldigte vorliegend wegen Fahrens in
  fahrunfähigem Zustand (i.S.v. Art. 91 Abs. 2 lit. a SVG i.V.m.
  Art. 31 Abs. 2 SVG, Art. 2 Abs. 1 VRV und Art. 2 der
  Verordnung der Bundesversammlung über Blutalkoholgrenzwerte im
  Strassenverkehr) und wegen versuchter Vereitelung von Massnahmen zur
  Feststellung der Fahrunfähigkeit (i.S.v. Art. 91a Abs. 1 SVG i.V.m.
  Art. 22 Abs. 1 StGB) mit einer bedingten Geldstrafe von
  80 Tagessätzen zu je CHF 400.—, bei einer Probezeit von drei
  Jahren, sowie einer vom Beschuldigten zu bezahlenden (Verbindungs-)Busse von
  CHF 6'400.— (Art. 105 Abs. 1 StGB) zu bestrafen ist. Für den Fall, dass der Beschuldigte diese Busse
  schuldhaft nicht bezahlt, ist eine Ersatzfreiheitsstrafe festzulegen
  (Art. 42 Abs. 4 StGB i.V.m. Art. 106 Abs. 2 StGB). Als
  Umrechnungsschlüssel für die Bemes­sung der Ersatzfreiheitsstrafe ist die
  Höhe des Tagessatzes einer parallel ausgefäll­ten Geldstrafe heranzuziehen,
  indem die Busse durch den betreffenden Tagessatz zu dividieren ist
  (BGE 134 IV 60, E. 7.3.3). Somit ist vorliegend die
  Ersatzfreiheitsstrafe auf 16 Tage festzusetzen (6'400 : 400).

  
	
   

  
	
  4. Konkrete Strafzumessung
  betreffend die beiden SVG-Übertretungen 

  
	
  4.1. Die
  beiden vorliegend zu beurteilenden Übertretungen (Verletzung der
  Verkehrsregeln durch Nichtbeherrschen des Fahrzeugs infolge mangelnder
  Aufmerksamkeit und pflichtwidriges Verhalten bei einem Unfall) wiegen beide
  etwa gleich schwer und hängen miteinander zusammen. So hat der Beschuldigte
  beim Ausparken aufgrund Nichtbeherrschen des Fahrzeugs infolge mangelnder
  Aufmerksamkeit beim ebenfalls in [...] geparkten Audi Kennzeichen [...] einen
  Sachschaden von CHF 1'000.— (vgl. act. 2/8.1.01 S. 1)
  verursacht. Wie bereits erwähnt (vgl. oben E. III.5.12), muss
  er den Zusammenstoss bemerkt haben (vgl. oben E. III.5.12).
  Dennoch ist er ohne den entstandenen Schaden dem Geschädigten bzw. der
  Polizei zu melden nach Hause gefahren; hierzu wäre er aber gemäss
  Art. 51 Abs. 3 SVG verpflichtet gewesen wäre. 

  
	
   

  
	
  4.2. Betreffend
  beide Übertretungen liegt das Verschulden noch leicht. Straferhöhende bzw.
  -mindernde Faktoren sind keine ersichtlich. Unter den vorliegenden Umständen
  wäre für jede Übertretung einzeln je eine Busse von CHF 300.—
  angemessen. Aufgrund des Asperationsprinzips (Art. 49 Abs. 1 StGB)
  ist vorliegend jedoch als Gesamtstrafe eine Busse von CHF 400.— für die
  beiden vorliegenden Übertretungen auszusprechen. Der Beschuldigte hat im
  Berufungsverfahren keine konkreten Einwendungen gegen die vorinstanzlich
  ebenfalls in dieser Höhe ausgefällten Übertretungsbusse vorgebracht (vgl.
  act. 37 i.V.m. act. 34; act. 22
  S. 13 f. E. V.4). Für
  den Fall, dass der Beschuldigte diese Busse schuldhaft nicht bezahlt, ist
  eine Ersatzfreiheitsstrafe festzulegen (Art. 42 Abs. 4 StGB i.V.m.
  Art. 106 Abs. 2 StGB). Als Umrechnungsschlüssel für die Bemes­sung
  der Ersatzfreiheitsstrafe ist die Höhe des Tagessatzes einer parallel
  ausgefäll­ten Geldstrafe heranzuziehen, indem die Busse durch den
  betreffenden Tagessatz zu dividieren ist (BGE 134 IV 60, E. 7.3.3).
  Somit ist vorliegend die Ersatzfreiheitsstrafe auf einen Tag
  festzusetzen (400 : 400).

  
	
   

  
	
  5. Gesamtfazit
  Strafzumessung

  
	
  Der Beschuldigte ist wegen
  Fahrens in fahrunfähigem Zustand (i.S.v. Art. 91 Abs. 2 lit. a
  SVG i.V.m Art. 31 Abs. 2 SVG und Art. 2 der Verordnung der
  Bundesversammlung über Blutalkoholgrenzwerte im Strassenverkehr), versuchter
  Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit (i.S.v.
  Art. 91a Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB) sowie
  Verletzung der Verkehrsregeln durch Nichtbeherrschen des Fahrzeugs infolge
  mangelnder Aufmerksamkeit (i.S.v. Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m.
  Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 3 Abs. 1 VRV) und pflichtwidrigen
  Verhaltens bei einem Unfall (i.S.v. Art. 92 Abs. 1 SVG i.V.m.
  Art. 51 Abs. 3 SVG) mit einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu je
  CHF 400.— (entsprechend CHF 32'000.—), bedingt aufgeschoben bei
  einer Probezeit von drei Jahren (vgl. oben E. V.3.6), sowie
  einer Busse von CHF 6'800.— (Verbindungsbusse von CHF 6'400.— [vgl.
  oben E. V.3.5] plus
  Übertretungsbusse von CHF 400.— [vgl. oben E. V.4]), welche bei
  schuldhafter Nichtbezahlung in eine unbedingt vollziehbare
  Ersatzfreiheitsstrafe von 17 Tagen umzuwandeln ist (6'800 : 400), zu
  bestrafen.

  
	
   

  
	
  VI. Beschlagnahmte Gegenstände

  
	
  In Übereinstimmung mit der
  Vorinstanz ist festzuhalten, dass Art. 69 StGB vorliegend nicht
  einschlägig ist, weshalb die beim Beschuldigten beschlagnahmte Jeanshose
  (act. 2/5.1.01, Lagernummer SN 284/17, Pos. 1) diesem herauszugeben ist.

  
	
   

  
	
  VII. Zusammenfassung und Kosten- und Entschädigungsfolgen

  
	
  1. Als
  Ergebnis des obergerichtlichen Verfahrens ist festzuhalten, dass die Berufung
  des Beschuldigten vollumfänglich abzuweisen ist.

  
	
   

  
	
  2. In
  formaler Hinsicht fällt das Obergericht ein neues Urteil, welches das
  erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 StPO). 

  
	
   

  
	
  3. Die
  Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf CHF 3'000.—
  festzusetzen (Art. 6 und Art. 8 Abs. 1 lit. b
  Ziff. 2 der Zivil- und Strafprozesskostenverordnung; GS III A/5).
  Die betreffende Gebühr ist beim vorliegenden Ausgang des Berufungsverfahrens
  dem Beschuldigten aufzuerlegen und von ihm zu beziehen (Art. 428
  Abs. 1 StPO).

  
	
   

  
	
  4. Da das
  Obergericht als Rechtsmittelinstanz vorliegend einen neuen Entscheid fällt,
  ist auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung zu befinden
  (Art. 428 Abs. 3 StPO). Es ist kein Grund ersichtlich, welcher eine
  Änderung des vorinstanzlichen Kostenspruchs nahelegen würde, zumal auch die
  Parteien hiergegen keine konkreten Einwendungen vorgebracht haben. Die
  entsprechende Kostenregelung (act. 22 S. 15 Disp. Ziff. 3 und
  5-6) ist daher zu bestätigen, wobei im nachfolgenden Dispositiv unter Ziffer
  6 die Gerichtsgebühr beider Instanzen (Vorinstanz CHF 2'600.—;
  Obergericht: CHF 3'000.—) als Gesamtbetrag festgehalten wird. 

  
	
   

  
	
  5. Ausgangsgemäss werden keine Parteientschädigungen
  zugesprochen.

  
	
  ____________________

  
	
   

  
	
  Das Gericht erkennt:

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    A.______
    ist schuldig

    	 

	
     

    	
    des
    Fahrens in fahrunfähigem Zustand im Sinne von Art. 91 Abs. 2
    lit. a SVG i.V.m. Art. 31 Abs. 2 SVG, Art. 2
    Abs. 1 VRV und Art. 2 der Verordnung der Bundesversammlung über
    Blutalkoholgrenzwerte im Strassenverkehr;

    	 

	
     

    	
    der
    versuchten Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit
    im Sinne von Art. 91a Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 22 Abs. 1
    StGB;

    	 

	
     

    	
    der
    Verletzung der Verkehrsregeln durch Nichtbeherrschen des Fahrzeuges infolge
    mangelnder Aufmerksamkeit im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m.
    Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 3 Abs. 1 VRV; sowie

    	 

	
     

    	
    des pflichtwidrigen Verhaltens bei einem Unfall im
    Sinne von Art. 92 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 51 Abs. 3 SVG.

    	 

	
     

    	
     

    	 

	
    2.

    	
    A.______ wird bestraft mit einer Gelstrafe von
    80 Tagessätzen zu je CHF 400.— und einer Busse von CHF 6'800.—.

    	 

	
     

    	
     

    	 

	
    3.

    	
    Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und
    die Probezeit wird auf drei Jahre festgesetzt. 

    	 

	
     

    	
     

    	 

	
    4.

    	
    Die Busse von CHF 6'800.— ist zu bezahlen.
    Bezahlt A.______ die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine
    Ersatzfreiheitsstrafe von 17 Tagen.

    	 

	
     

    	
     

    	 

	
    5.

    	
    Der folgende bei A.______ beschlagnahmte
    Gegenstand wird diesem herausgegeben:

    	 

	
     

    	
    - 1 Jeanshose (act. 2/5.1.01, Pos. 1).

    	 

	
     

    	
     

    	 

	
    6.

    	
    Die Gerichtsgebühr für das erstinstanzliche
    Verfahren SG.2019.00047 und das vorliegende Berufungsverfahren wird auf insgesamt
    CHF 5'600.— festgesetzt.

    	 

	
     

    	
    Die
    weiteren Kosten der Untersuchung betragen:

    	 

	 
	
    CHF

    	
    700.—

    	
    Untersuchungsgebühr (act. 3
    S. 3 oben);

    
	 
	
    CHF

    	
    589.20

    	
    Auslagen in der Untersuchung
    (act. 3 S. 3, act. 2/17.1.01-03).

    
						

  

  
	
  	
    7.

    	
    Die Kosten gemäss Ziffer 6 hiervor werden
    vollumfänglich A.______ auferlegt und von ihm bezogen.

    
	
     

    	
     

    
	
    8.

    	
    Es werden weder für das vorinstanzliche Verfahren
    SG.2019.00047 noch für das vorliegende Berufungsverfahren
    Parteientschädigungen zugesprochen.

    
	
     

    	
     

    
	
    9.

    	
    Schriftliche Mitteilung an:

    
	
     

    	
    [...]