# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 45499cfe-6cea-5b81-ae3f-8964f045383c
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-03-31
**Language:** de
**Title:** Der Anspruch auf eine Invalidenrente der Unfallversicherung wurde zu Recht verneint.
**Docket/Reference:** UV.2019.00050
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2019.00050.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2019.00050
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Fankhauser
Ersatzrichterin Bänninger Schäppi
Gerichtsschreiber Hübscher
Urteil
vom
3
1.
März 2020
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Hermann Rüegg
Joweid
Zentrum 1, Postfach 670, 8630 Rüti ZH
gegen
Suva
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1967,
bezog in einer
am 10. Dezember 2014 eröffneten Rahmenfrist
Taggelder der Arbeitslosenversicherung
und war dadurch
bei der Suva gegen die Folgen von Unfällen versichert (
Urk.
11/1
). Am 1
3.
Februar 2016 rutschte er beim Wandern aus, knickte mit dem rechten Knie nach innen und stürzte (
Urk. 11/1
). Er begab sich am 1
6.
Februar 2016
für eine Untersuchung
in die
Y.___
in
Z.___
.
Alsdann erfolgte a
m 1
7. Februar 2016
in der A.___
eine MR-Untersuchung des rechte
n
Knie
s
(
Urk.
11/5).
Dr.
med.
B.___
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin
,
Y.___
,
diagnostizierte
einen Kniegelenkserguss rechts, einen Zustand nach Dis
torsion des rechten Knies sowie einen Verdacht auf eine alte
Patellafraktur
und attestierte dem Versicherten ab dem 1
6.
Februar 2016
eine 100%ige Arbeitsunfä
higkeit
(
Urk.
11/5
). Die Suva erbrachte Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen (
Urk.
11/2,
Urk.
11/4
). In der Folge
führte
Dr.
med.
C.___
, Orthopädische Chirurgie FMH,
am
1
6.
Juni 2016 eine Kniegelenksarthroskopie rechts mit medi
aler und lateraler
Meniskektomie
und Knochenres
ektion am
Patellao
b
erpol
durch
(
Urk.
11/45 S. 3-4
). A
m 2
2.
Juli 2016 untersuchte
Suva-Kreisarzt
Dr.
med.
D.___
, Facharzt für Chirurgie, den Versicherten.
Dr.
D.___
gelangte in sei
ner Beurteilung zum Schluss,
dass der Versicherte
voraussichtlich
ab dem
1.
Sep
tember 2016 in einer den Unfallfolgen angepassten Tätigkeit
wieder zu 100
%
arbeitsfähig
sein
werde
(
Urk.
11/44 S. 4-5
). Gestützt
darauf
stellte die Suva
ihre Taggeldleistungen
mit Schreiben vom
4.
August
2016
per 3
1.
August 2016
ein
(
Urk.
11/61
).
Die Eidgenössische Invalidenversicherung gewährte
X.___
am
7.
September 2016
Frühinterventionsmassnahmen
in Form eines Ausbil
dungskurses
(Urk. 11/101)
.
In der Folge
absolvierte
er
vom 1
5.
September bis 2
4.
November 2016 erfolgreich den Kurs
«Personalberater/-ve
rmittler»
(Urk. 11/101,
Urk.
11/105
).
Alsdann hielt d
er Kreisarzt i
n seiner Stellungnahme vom 15. Dezember 2016 fest, dass der medizinische Endzustand erreicht sei
und k
eine unfallbedingte Integritäts
einbusse vorliegen würde
(
Urk.
11/108, Urk. 11/110
). Hernach stellte die Suva die Heilbehandlungsleistungen am 2
9.
De
zember 2016 per
sofort ein und schloss den Schadenfall ab (
Urk.
11/114
). Mit Verfügung vom
2.
Februar 201
7
verneinte
sie
einen Anspruch des Versicherten auf eine Invalidenrente und
eine
Integritätsentschädigung (
Urk.
11/128
). Die da
gegen vom Versicherten am
6.
März
2017 erhobene Einsprache (
Urk.
11/133
)
wies die Suva mit
Einspracheentscheid
vom 2
2.
Januar 2019 ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X.___
am 2
2.
Februar 2019 Beschwerde und
bean
-
t
ragte
, in Aufhebung des angefochtenen
Einspracheentscheids
vom 2
2.
Januar 2019 sei ihm eine seiner Erwerbsunfähigkeit von 45
%
entsprechende Invaliden
-
rente zuzusprechen. Eventualiter sei die Angelegenheit an die Beschwerde
-
geg
nerin zur Prüfung des versicherten Verdienstes sowie des tatsächlichen Validen- und Invalideneinkommens zurückzuweisen
. In verfahrensrechtlicher Hinsicht er
suchte er um Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters in der Person von Rechtsanwalt Hermann Rüegg, Rüti
ZH
(
Urk.
1 S. 1).
Mit Beschwerdeantwort vom 2
9.
März 2019 beantragte die Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde (
Urk.
10, unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
11/1-158),
was dem Beschwerdeführer am
1.
April 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
12).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Invalidenrente der Beschwerdegegnerin hat.
2.
2.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebro
chen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Über
gangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
13. Februar 2016
ereignet
(Urk. 11/1)
, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegen
den Fall Anwendung finden und in
dieser Fassung zitiert werden.
2
.2
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allg
emeinen Teil des Sozialversiche
rungs
rechts, ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des In
validitätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
2
.
3
Die Leistungspflicht eines Unfall
versicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausal
zusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des na
türlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
den
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Stö
rung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm ob
liegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Mög
lichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
an
spruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
2
.
4
2
.
4
.1
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adä
quate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Er
folg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
2
.
4
.2
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
2
.
5
2
.
5
.1
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
men
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2
.
5
.2
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuver
lässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erheb
liche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zu
kommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gutachterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
3.
I
m Bericht zur kreisärztlichen Untersuchung vom 2
2.
Juli 2016 stellte
Dr.
D.___
die Diagnose Stolperunfall am 1
3.
Februar 2016 mit medialer Meniskusverletzung und lateraler Meniskusvorderhornläsion rechtes Knie sowie Status nach
trans
arth
roskop
is
cher
Revision (
Urk.
11/44
S. 4
).
Zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers hielt
Dr.
D.___
fest, dass im Zeit
punkt der kreisärztlichen Untersuchung vom 2
2.
Juli 2016 noch kein
e
Arbeitsfä
higkeit bestanden habe. Als Maurer werde auch kein
e Arbeitsfähigkeit mehr er
reichbar sein
(
Urk.
11/44 S. 4)
. Auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt bestehe vo
raussichtlich ab
1.
September 2016 eine volle Arbeitsfähigkeit mit folgendem Zu
mutbarkeitsprofil: Leicht
e bis mittelschwere Tätigkeiten
ohne das Besteigen von Leitern und Gerüsten, ohne das repetitive Gehen auf unebenem Gelände, ohne das Tragen von Lasten auf unebenem Gelände, selten auf ebenem Gelände, nicht über 10 kg für kurze Strecken (10
-20 m)
,
ohne kniende, hockende und kauernde Arbeiten, sind vollzeitig zumutbar
(
Urk.
11/44 S. 4-5).
4.
4.1
Bei der Prüfung der Frage, ob der Beschwerdeführer allenfalls Anspruch auf eine Invalidenrente der Beschwerdegegnerin hat, ist
somit
zunächst festzuhalten, dass gemäss
Dr.
D.___
dem Beschwerdeführer aufgrund der Folgen des Unfalls vom 1
3.
Februar 2016 seine bisherige Tätigkeit als Maurer nicht mehr zumutbar ist. Hingegen
ist der Beschwerdeführer in einer Verweisungstätigkeit
laut
Dr.
D.___
zu 100
%
arbeitsfähig. Der
Bericht
von
Dr.
D.___
zur
kreisärztlichen Unter
su
chung vom 22. Juli
2016
(Urk. 11/
4
4) erfüllt die von der Rechtsprechung an den Beweiswert von ärztlichen Berichten gestellten Anforderungen (vgl. E.
2
.
5
vor
stehend), weshalb mit der Beschwerdegegnerin darauf abzustellen ist, zumal der Beschwerdeführer mit der Beschwerde keine Einwendungen mehr gegen diese medizinische Beurteilung erhob.
4.2
Zu prüfen ist
weiter
, wie sich dies in
erwerblicher Hinsicht auswirkt und ob der Beschwerdeführer ab
1.
September 2016 Anspruch auf eine Invalidenrente der Beschwerdegegnerin hat.
4.2.1
Hinsichtlich der Ermittlung des
Valideneinkommens
ist massgebend, was die ver
sicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
ohne die Folgen des Unfalls
tat
sächlich ver
dient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teue
rung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft,
da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätig
keit ohne Gesund
heitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hin
weis; Urteil des Bundesgerichts 8C_117/2011 vom 1
9.
August 2011 E. 5.1.1 mit Hinweis). Beim so ermittelten
Valideneinkommen
handelt es sich um einen hy
pothetischen Wert, den es auf
grund der Fakten aus der Ver
gangen
heit und der nach dem Unfall über
wiegend wahrscheinlichen Weiterentwicklung so genau als möglich zu schätzen gilt (Urteil des Bundesgerichts 8C_400/2009 vom 2
5.
Januar 2010 E. 3.2.2).
4.2.2
Der
Beschwerdeführer lässt vorbringen
, dass er im Zeitpunkt des Unfallereignisses vom 13. Februar 2016 arbeitslos gewesen sei. Er habe jedoch bei seiner letzten Arbeitgeberin als Baukranführer im November 2015 einen
Validenlohn
von Fr. 6'699.1
5
erzielt.
Werde dies auf ein Jahr umgerechne
t, so ergebe sich ein Jah
resein
kommen von Fr. 80'389.80 (Fr. 6'699.15 x 12). Ohne den Unfall vom 13. Februar 2016 wäre der Beschwerdeführer
wieder
als Kranführer tätig gewe
sen. Dies ergebe sich auch daraus, dass der Beschwerde
führer eine Ausbildung zum Kran
führer Ka
tegorie B begonnen habe, welche er
aber wegen des Unfalls vom 13. Februar 2016 nicht habe abschliessen können (Urk. 1 S. 3).
Dazu ist fest
zuhalten, dass der Beschwerdeführer g
emäss den Angaben in seinem Lebenslauf und dem beigelegten Zeu
gnis
in der ehemaligen DDR eine Ausbildung zum Bau
fach
arbeiter mit Spezialisierung auf Maurerarbeiten
absolviert
hatte
(
Urk.
11/99 S. 21 f.,
Urk.
11/103 S. 10).
Er hatte
später in Deutschland verschiedene Tätigkei
ten als Bauarbeiter inne und
war
im Restaurantbetrieb seiner Familie
tätig
(
Urk.
11/103
S. 6-8). Nach seiner Einreise in die Schweiz im Jahr 2006 (Urk. 11/33 S. 1) arbeitete er als temporär angestellter Bauarbeiter und bezog
zwischenzeitlich
Arbeitslosentschädigung
(
Urk. 11/81,
Urk.
11/103 S. 1-5)
. Die
Eidg
. Invalidenversicherung
übernahm
am 1
1.
Juli 2014
die Kosten für den Grundkurs
und die
Schlussprüfung
für die Erlangung des Ausweises «Kranführer Kategorie B» (
Urk.
11/50 S. 7-8). Nachdem der Beschwerdeführer den Grundkurs am 22./
2
3.
Mai 2015
absolviert hatte, wurde ihm ein bis 2
4.
Mai 2016 gültig gewesener Lernfahrausweis ausgestellt
(
Urk.
11/50 S. 4-6). Nach seinen Angaben arbeitete der Beschwerdeführer danach von Juni 2015 bis Januar 2016 temporär für zwei verschiedene Unternehmen als Kranführer (
Urk.
11/103 S. 2).
Entsprechende Einsatzzeiten sind allerdings im Lernfahrausweis nicht vermerkt, so dass es nicht als überwiegend wahrscheinlich erscheint, dass der Beschwerde
führer
nach Beendigung seiner Arbeitslosigkeit die Prüfung auch absolviert und ans
chliessend tatsächlich als Kran
führer gearbeitet hätte.
4.2.3
Mit Blick auf die jährlichen Einkünfte, die der Beschwerdeführer seit der Auf
nahme einer Arbeitstätigkeit in der Schweiz seit 2008 erzielt hat (Urk. 11/81), erscheint das von der Beschwerdegegnerin gewährte
Valideneinkommen
in Höhe von
Fr.
68'409.— noch als grosszügig bemessen, hat der Beschwerdeführer doch ein
Jahreseinkommen in dieser Höhe -
auch unter Einbezug der in jedem Jahr bezog
enen Arbeitslosenentschädigung -
nie erreicht.
4.2.4
Beim hypothetischen Invalideneinkommen ging die Beschwerdegegnerin vom
Lohn für Hilfsarbeiter gemäss den lohnstatischen Angaben des Bundesamtes für Statistik
(BFS)
und dabei
von dem in der
Lohnstrukturerhebungen (LSE)
2016 (Tabelle TA1, Total)
des Bundesamtes für Statistik (BFS)
für Arbeitnehmer des
Kompetenzniveaus 1
(
einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art
) im Privaten Sektor angegebenen Bruttomonatslohn von Fr.
5'340
.-- aus (Lohn, über dem beziehungsweise unter dem sich 50 % aller Lo
hnangaben befinden [so
ge
nannter Zentralwert], unter
anteilsmässiger
Berücksichtigung des 13. Monats
lohnes und standardisiert auf 40 Wochen
-
stunden). Unter Berücksichtigung der
betriebsüblichen wöchent
lichen Arbeitszeit
im Jahr 20
1
6
von
41.7
Stunden
(vgl. die Tabelle
T 03.02.03
.
01.
04.01
: Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsab
teilungen
des BFS)
resultiert
er dabei
ein Einkommen von Fr.
66‘803.40
(Pensum 100 %).
4.2.5
Der Beschwerdeführer stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt, dass das
Invalideneinkommen dem Verdienst, welchen er nach erfolgter Eingliederung durch die
Eidg
. Inv
alidenversicherung als Personal
berater erziele
(Fr. 3'700.-- x 12)
entspreche
n
müsse
(Urk. 1 S. 3).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts
gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalide
n
einkommen, wenn die versicherte Person
nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus
übt, bei der - kumulativ -
besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeits
-
fähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn
erscheint
(BGE 139 V 592 E. 2.3;
135 V 297 E.
5.2; 129 V 472 E. 4.2.1; 126 V 75 E. 3b/
aa
). Der Beschwerdeführer verweist
einzig
auf die Lohnabrechnung November 2017
einer Gesellschaft
,
die Vermitt
lung und Verleihung von
Persona
l bezweckte (
Urk.
3/6; über die Gesellschaft wurde
mit Wirkung ab dem
5.
Februar 2020 der Konkurs eröffnet
, vgl. den Inter
net-Handelsregisterauszug
)
. Bei einer solchen temporären Anstellung kann nicht von stabilen Arbeitsverhältnissen im Sinne
der
bundes-gerichtlichen Rechtspre
c
hung gesprochen werden.
Der Beschwerdeführer kann a
us diesem
Vorbringen somit nichts zu seinen Gunsten ableiten.
Im Sinne eines Eventualstandpunktes bringt der Beschwerdeführer sodann vor
, dass, wenn auf die LSE abgestellt würde, ein Abzug von 20
%
vom Tabellenlohn vorzunehmen wäre.
Er begründet dies damit, dass
er
nur noch leichte bis mittel
schwere Tätigkeiten mit einigen Einschränkungen ausüben
könne
. Zudem sei er bereits 52jährig und habe auf dem Arbeitsmarkt
überdies
d
en Nachteil, kein Schweizer zu sein, sondern aus der ehemaligen DDR zu stammen (Urk. 1 S. 3). Dem ist zu entgeg
n
en, dass der Beschwerdeführer bezüglich der ihm noch mög
lichen Tätigkeiten auf das Zumutbarkeitsprofil
von
Dr.
D.___
verweist (vgl.
Urk.
1 S. 3,
Urk.
2 S. 6).
Dass de
m Beschwerdeführer nur noch leichte bis mittel
schwere Tätigkeiten (zu 100 %) zumutbar sind
, ist indes kein Grund für einen leidensbedingten Abzug, zumal der T
abellenlohn im von der Beschwerdegegnerin
zugrunde gelegten Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteile
des Bundesgerichts
8C_82/2019 vom 1
9.
September 2019 E. 6.3.2 und 9C_284/2018 vom 1
7.
Juli 2018 E. 2.2.1).
Daran ändert auch der Umstand nichts, dass d
er Beschwerdeführer nur noch für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten «
mit
einigen Einschränkungen» (ohne das Besteigen von Leitern und Gerüsten, ohne das repetitive Gehen auf unebenem Gelände, ohne das Tragen von Lasten auf unebenem Gelände, selten auf ebenem Gelände, nicht über 10 kg für kurze Strecken, ohne
kniende
, hockende und kauernde Ar
beiten, vgl. E. 3) arbeitsfähig ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_447/2019 vom
8.
Oktober 2019 E. 4.3.2).
Zu
den übrigen Vorbringen
des Beschwerdeführers
ist festzuha
lten, dass
die ihm noch in einem 100%-Pensum zumutbaren
Hilfsarbeiten
auf dem massgebenden ausgeglichenen Stellenmarkt altersunabhängig nachge
fragt werden
(Urteil des Bundesgerichts
8C_403/201
7 vom 2
5.
August 2017 E.
4.4.1). Eine Benachteiligung von ehemaligen Bürgern der DDR auf dem Schweizer Arbeitsmarkt ist
sodann
weder
allgemein
bekannt noch vom Be
schwerdef
ührer glaubhaft gemacht worden. Ein Abzug vom Tabellenlohn unter einem anderen Titel ist nicht ersichtlich. Das hypothetische Invalideneinkommen
beträgt demnach Fr. 66‘803.40.
4.
3
Damit hat es mit der
Invalid
itätsbemessung der Beschwerdegegnerin sein Bewen
den.
5.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.
6.
Weil die Voraussetzungen
(§ 16 Abs.
2 des Gesetzes über das Sozialversiche
rungsgericht
,
GSVGer
) erfüllt sind
(vgl. Urk. 8,
Urk.
9/1-4
), ist dem Ge
such des Beschwerdeführers vom 2
2.
Februar 2019
um Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters
in der Person von Rechtsanwalt H
ermann Rüegg, Rüti ZH
, zu entsprechen.
Der Beschwerdeführer wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
Rechtsanwalt Rüegg machte von der Möglichkeit zur Einreichung einer Honorar-note (vgl. Dispositiv-Ziffer 2 der Verfügung vom 1. April 2019, Urk. 12) kein
en Gebrauch. Seine Entschädigung ist nach pflichtgemässem Ermessen auf Fr.
1'200.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) festzusetzen.
Das Gericht
beschliesst:
In Bewilligung des Gesuchs vom 2
2.
Februar 2019 wir
d
dem Beschwerdeführer Rechts
anwalt Hermann Rüegg, Rüti ZH, als unentgeltlicher Rechtsvertreter
für das vorliegende Verfahren
bestellt,
und
erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Der unentgeltliche Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, Rechtsanwalt Hermann Rüegg, Rüti ZH,
wird mit
Fr.
1’200
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) aus der Gerichts
kasse entschädigt.
Der Beschwerdeführer wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Hermann Rüegg
-
Suva
-
Bundesamt für Gesundheit
sowie an:
-
Gerichtskasse
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundesge
setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizu
legen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
HurstHübscher