# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3e8cc8d0-a0a3-5516-ac39-49e1887d8529
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-08-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.08.2010 D-7300/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-7300-2009_2010-08-20.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-7300/2009/dcl
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 0 .  A u g u s t  2 0 1 0

Richter Bendicht Tellenbach (Vorsitz), Richter Robert 
Galliker, Richter Gérard Scherrer,
Gerichtsschreiber Daniel Merkli.

A._______
Äthiopien,
vertreten durch lic. iur. LL.M. Susanne Sadri, 
Asylhilfe Bern, (...),
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 13. November 2009 / N_______

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-7300/2009

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  die  Beschwerdeführerin  am  9.  Juni  2009  im  B._______  ein 
Asylgesuch  stellte,  wobei  sie  vom  BFM  zur  Einreichung 
rechtsgenüglicher  Identitätsdokumente  innert  48 Stun-den 
aufgefordert wurde,

dass  die  Beschwerdeführerin  im  Rahmen  der  Erstbefragung  vom 
19. Juni 2009, erneut auf die Notwendigkeit der Einreichung rechtsge-
nüglicher Identitätsdokumente hingewiesen, angab, da nie beantragt, 
keine Identitätspapiere zu besitzen (vgl. BFM-Protokoll A5, S. 3),

dass sie hinsichtlich ihres Reiseweges geltend machte, sie sei mit ei -
nem gefälschten Pass von C._______ nach Rom geflogen, indessen 
wisse sie nicht, auf welche Person und Nationalität dieser ausgestellt  
gewesen sei (vgl. A1, S. 5), 

dass  sie  im Rahmen der  Erstbefragung vom 19. Juni  2009 und der 
einlässlichen Anhörung vom 17. Juli 2009 zur Begründung ihres Asyl-
gesuches im Wesentlichen angab, nach dem Verschwinden ihres für 
die Partei D._______ tätigen Ehemannes sei sie von der äthiopischen 
Polizei aufgesucht und inhaftiert worden,

dass das BFM mit - am 17. November 2009 eröffneter - Verfügung vom 
13. November 2009 in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 
des  Asylgesetzes  vom  26.  Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  auf  das 
Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht  eintrat,  deren Wegweisung 
aus  der  Schweiz  anordnete  und  den  Vollzug  als  zulässig,  zumutbar 
und möglich erachtete,

dass  der  damalige  Rechtsvertreter  mit  Eingabe  vom 23.  November 
2009 an das Bundesverwaltungsgericht  unter  Einreichung eines Be-
stätigungsschreibens  vom  10.  November  2009  und  eines  ärztlichen 
Berichts  vom  18.  November  2009  des  E._______  gegen  diesen 
Entscheid Beschwerde erhob und dabei in verfahrensrechtlicher Hin-
sicht  unter  anderem um Verzicht  auf  das  Erheben  eines  Kostenvor-
schusses  und  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im 
Sinne  von  Art. 65  Abs. 1  und  2  des  Bundesgesetzes  vom 
20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021) ersuchte,

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dass  der  zuständige  Instruktionsrichter  mit  Zwischenverfügung  vom 
30. November  2009 das Gesuch um Gewährung der  unentgeltlichen 
Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG guthiess und auf die 
Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtete,

dass er  das weitere Gesuch um unentgeltliche Verbeiständung nach 
Art. 65 Abs. 2 VwVG mangels Notwendigkeit abwies,

dass die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung vom 18. Dezember 2009 
hinsichtlich  des  eingereichten  ärztlichen  Zeugnisses  des 
E._______vom 18. November 2009 unter anderem festhielt, die darin 
diagnostizierte  Urogenitaltuberkulose sei  grundsätzlich  auch im Her-
kunftsstaat der Beschwerdeführerin behandelbar,

dass in der Replik vom 29. Dezember 2009 darauf hingewiesen wurde, 
die medikamentöse Behandlung der Urogenitaltuberkulose sei frühes-
tens in sechs Monaten abgeschlossen und bedinge engmaschige me-
dizinische Kontrollen,

dass  eine  derartige  medizinische  Versorgung  in  Äthiopien  nicht  ge-
währleistet  sei,  weshalb  sich  die  behandelnde  Ärztin  gegen  einen 
Wegweisungsvollzug ausgesprochen habe,

dass  schliesslich  eine  operative  Entfernung  der  linken  Niere  aus-
stehend sei, was die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung nicht berück-
sichtigt habe,

dass mit Eingabe vom 25. Februar 2010 ein ärztliches Zeugnis der be-
handelnden Ärztin vom 18. Februar 2010 eingereicht wurde, worin fest-
gehalten wird, die narbig veränderte Niere sei höchst anfällig für Infek-
tionen und müsse daher nach ausreichend langer tuberkulostatischer 
Therapie, das heisst bis frühestens im April 2010 operativ entfernt wer-
den, 

dass die - am 25. Mai 2010 neu mandatierte - Rechtsvertreterin mit 
Eingabe vom 1. Juli 2010 ein weiteres ärztliches Zeugnis vom 1. Juni 
2010 einreichte,  woraus ersichtlich  ist,  dass  die  linke Niere  der  Be-
schwerdeführerin  am  30.  April  2010  operativ  entfernt  und  die 
tuberkulostatische Therapie am 12. Mai 2010 abgeschlossen wurde,

dass die  Beschwerdeführerin  aus infektiologischer  Sicht  als  von der 
Nierentuberkulose geheilt gelte,

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dass  die  Einnierigkeit  in  Westeuropa  kein  relevant  gesundheitliches 
Risiko darstelle, es jedoch nicht ausgeschlossen werden könne, dass 
unter  den deutlich  schlechteren  hygienischen  Verhältnissen  mit  sub-
optimaler medizinischer Betreuung im Herkunftsland der Beschwerde-
führerin das gesundheitliche Risiko durch die Einnierigkeit erhöht sei,

dass in der Eingabe vom 1. Juli 2010 im Weiteren ein Mitgliederaus-
weis der Kirche E._______, lautend auf den Namen der Beschwerde-
führerin, und ein Mitgliederausweis der Partei D._______, lautend auf 
den  Namen  der  Beschwerdeführerin,  beide  im  Original,  eingereicht 
wurden, 

dass  mit  Eingabe  vom  6.  Juli  die  ehemalige  Rechtsvertreterin  ihr 
Mandat niederlegte, 

und zieht in Erwägung:

dass das Bundesverwaltungsgericht  auf  dem Gebiet  des  Asyls  end-
gültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM 
entscheidet  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 31  -  33  des  Verwaltungs-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d 
Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [BGG, 
SR 173.110]),

dass  die  Beschwerdeführerin  durch  die  angefochtene  Verfügung  be-
sonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 
Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist-  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten  ist  (Art. 108  Abs. 2  AsylG;  Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 37 
VGG und Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass die vorliegend zu beurteilende Beschwerde sich gegen eine Ver-
fügung richtet, laut deren Dispositiv das BFM auf das Asylgesuch der 

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Beschwerdeführerin nicht  eingetreten ist  (Ziffer 1 des Verfügungsdis-
positivs),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das BFM der Form nach ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründet-
heit hin zu überprüfen (Art. 32-35 AsylG), die Beurteilungskompetenz 
der Beschwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob 
die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass dementsprechend die Beschwerdeinstanz, sofern sie das Nicht-
eintreten auf  das  Asylgesuch als  unrechtmässig  erachtet,  sich  einer 
selbständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Nichtein-
tretensverfügung aufhebt und die Sache zu neuer Entscheidung an die 
Vorinstanz  zurückweist  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. 
S. 240 f.),

dass die  Anwendung des Nichteintretensgrundes von Art. 32 Abs. 2 
Bst. a und Abs. 3 AsylG in einem Verfahren geschieht, in welchem über 
das  Bestehen  beziehungsweise  Nichtbestehen  der  Flüchtlingseigen-
schaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, soweit dies im Rah-
men einer summarischen Prüfung möglich ist (vgl. BVGE 2007/8 insb. 
E. 5.6.5 S. 90 f.),

dass  dementsprechend  in  einem  diesbezüglichen  Beschwerdever-
fahren ungeachtet der vorzunehmenden Überprüfung eines förmlichen 
Nichteintretensentscheides  auch  die  Flüchtlingseigenschaft  Prozess-
gegenstand ist (vgl. a.a. O. E. 2.1 S. 73),

dass  in  der  Frage der  Wegweisung und deren  Vollzugs die  Beurtei-
lungszuständigkeit  des  Bundesverwaltungsgerichts  nicht  beschränkt 
ist, weil das BFM sich diesbezüglich gemäss Art. 44 AsylG in Verbin-
dung mit Art. 83 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über 
die  Ausländerinnen  und Ausländer  (AuG,  SR 142.20)  auch materiell 
zur Sache zu äussern hatte,

dass  nach  Art.  32  Abs.  2  Bst.  a  AsylG  auf  Asylgesuche  nicht  ein-
getreten wird, wenn Asylsuchende den Behörden nicht innerhalb von 
48 Stunden  nach  Einreichung  des  Gesuchs  Reise-  oder  Identitäts-
papiere abgeben,

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dass diese Bestimmung keine Anwendung findet, wenn Asylgesuchs-
teller  glaubhaft  machen  können,  dass  sie  dazu  aus  entschuldbaren 
Gründen nicht in der Lage sind oder auf Grund der Anhörung sowie 
gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flüchtlingseigenschaft festgestellt 
wird  oder  zusätzliche  Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlings-
eigenschaft  oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses  nötig  sind 
(vgl. Art. 32 Abs. 3 AsylG),

dass auf ein Asylgesuch nicht einzutreten ist, wenn bereits auf Grund 
einer summarischen Prüfung festgestellt werden kann, dass die asyl -
suchende Person die Flüchtlingseigenschaft offensichtlich nicht erfüllt 
(vgl. BVGE 2007/8 E 5.6.4),

dass sich dabei die Offensichtlichkeit der fehlenden Flüchtlingseigen-
schaft  aus der Unglaubhaftigkeit  der Vorbringen, genauso aber auch 
aus der fehlenden Asylrelevanz ergeben kann (vgl. a.a. O. E. 5.6.5),

dass,  kann  auf  Grund  einer  summarischen  Prüfung  nicht  ab-
schliessend  festgestellt  werden,  ob  die  asylsuchende  Person  offen-
sichtlich  nicht  Flüchtling  ist,  auf  das  Asylgesuch zwecks weiterer  im 
ordentlichen Verfahren vorzunehmender Abklärungen - sowohl bezüg-
lich Sachverhalts- als auch Rechtsfragen - einzutreten ist (vgl. a.a. O. 
E.5.6.6),

dass sich aus Art. 8 Abs. 1 Bst. d AsylG die Pflicht ergibt, bei der Ein-
reise in die Schweiz nicht vorhandene Dokumente, wie beispielsweise 
Reise- und Identitätspapiere, innerhalb einer angemessenen Frist  zu 
beschaffen, soweit dies zumutbar erscheint (vgl. BVGE 2010/2 E. 5.2),

dass das BFM mit Verfügung vom 13. November 2009 auf das Asylge-
such der Beschwerdeführerin nicht eintrat mit der Begründung, diese 
habe ohne entschuldbare Gründe keine Identitätspapiere eingereicht,

dass  die  -  anlässlich  der  Erstbefragung  vom 19. Juni  2009  -  abge-
gebene  Erklärung  der  Beschwerdeführerin,  da  nie  beantragt,  keine 
Identitätspapiere zu besitzen (vgl. A5, S. 3), nicht zu überzeugen ver-
möge, sei doch davon auszugehen, dass die heute fast dreissigjährige 
Beschwerdeführerin über ein entsprechendes Dokument verfüge, das 
sie als äthiopische Staatsangehörige ausweise, 

dass  die  weitere  Aussage  der  Beschwerdeführerin  hinsichtlich  ihres 
Reiseweges, sie sei mit einem gefälschten Pass von B._______ nach 

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Rom  geflogen,  indessen  wisse  sie  nicht,  auf  welche  Person  und 
Nationalität dieser ausgestellt gewesen sei (vgl. A1, S. 5), als reali täts-
fremd und substanzlos einzustufen sei, 

dass das BFM somit im Ergebnis davon ausging, die Beschwerdefüh-
rerin habe den Asylbehörden, obwohl dazu in der Lage, bewusst keine 
Identitätsdokumente eingereicht,  um durch die  unterlassene Offenle-
gung ihrer Identität eine allfällige Rückführung zu erschweren,

dass  die  Vorinstanz  im  Weiteren  feststellte,  die  Asylvorbringen  der 
Beschwerdeführerin,  nach  dem  Verschwinden  ihres  für  die  Partei 
D.________ tätigen Ehemannes sei  sie von der  äthiopischen Polizei 
aufgesucht  und  inhaftiert  worden,  erwiesen  sich  als  auf  den  ersten 
Blick nicht glaubhaft,

dass  die  Beschwerdeführerin  nämlich  nicht  stimmig  habe  angeben 
können,  warum  und  seit  wann  der  Ehemann  für  die  Partei 
D._______tätig gewesen, wann dieser verschwunden und sie von der 
äthiopischen Polizei aufgesucht worden sei (vgl. A5, S. 4 und 5; A9, S. 
5 und 7),

dass im übrigen ihre Angaben zur Dauer ihres Gefängnisaufenthaltes 
widersprüchlich ausgefallen seien, habe sie doch abweichend von der 
Angabe anlässlich der Erstbefragung, die Polizei habe sie jeweils drei, 
vier  oder  fünf  Tage festgehalten (vgl. A1,  S. 5),  im Rahmen der  An-
hörung  geltend  gemacht,  für  einen  Tag oder  zwei  Nächte  inhaftiert  
gewesen zu sein (vgl. A9, S. 6),

dass daher die Beschwerdeführerin die Flüchtlingseigenschaft gemäss 
Art. 3 und 7 AsylG nicht erfülle und im Übrigen aufgrund der Aktenlage 
zusätzliche  Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft 
oder eines Wegweisungsvollzugshindernisses nicht erforderlich seien, 

dass  in  der  Beschwerde  hinsichtlich  der  von  der  Vorinstanz  festge-
stellten  Unglaubhaftigkeitselemente  geltend  gemacht  wurde,  die  Be-
schwerdeführerin habe sehr wohl angeben können, seit wann ihr Ehe-
mann politisch aktiv gewesen und unbekannten Aufenthalts sei, habe 
sie doch an beiden Anhörungen jeweils zu Protokoll gegeben, es seien 
fünf Jahre (vgl. A5, S. 5 und A9, S. 5),

dass sie unterschiedlich lang festgehalten worden sei, von einer Nacht 
bis mehrere Tage, 

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dass die Vorinstanz es versäumt habe, Nachforschungen hinsichtlich 
des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin vorzunehmen, 

dass  das  Bundesamt  zu  Recht  zum  Schluss  gelangt  ist,  die  Be-
schwerdeführerin  mache  keine  entschuldbaren  Gründe  für  das  ver-
säumte Einreichen von Identitätsdokumenten geltend, 

dass hierzu auf die zutreffenden Erwägungen des Bundesamtes ver-
wiesen werden kann, 

dass  an  dieser  Einschätzung  die  pauschale  Behauptung  in  der  Be-
schwerde, in Äthiopien hätten nahezu alle Äthiopier keine Identitätspa-
piere, nichts zu ändern vermag, 

dass die Beschwerdeführerin bis zum heutigen Zeitpunkt lediglich eine 
Mitgliedskarte  der  Kirche  C.______  in  Äthiopien  und  damit  keine 
rechtsgenüglichen  Identitätspapiere  (vgl.  BVGE  2007/7)  eingereicht 
hat, 

dass im Weiteren die Angaben der Beschwerdeführerin zu ihren Asyl-
vorbringen,  wie von der Vorinstanz zutreffend festgehalten,  teils  auf-
fallend unbestimmt, teils widersprüchlich ausgefallen sind, 

dass entgegen der Behauptung in der Beschwerde die Beschwerde-
führerin  unter  anderem  nicht  in  der  Lage  war,  hinreichend  sub-
stanziierte  Angaben zu den politischen Aktivitäten ihres  Ehemannes 
und dessen Verschwinden zu machen, 

dass sie nämlich anlässlich der Anhörung diesbezüglich widersprüchli-
che Angaben machte, indem sie sowohl den Zeitpunkt der Aufnahme 
der politischen Tätigkeit ihres Ehemannes als auch denjenigen seines 
Verschwindens mit 'vor fünf Jahren' bezeichnete und erst auf Nachfra-
ge präzisierte, er sei vor fünf Jahren verschwunden, von seiner politi-
schen Aktivität könne sie jedoch nichts sagen (vgl. A9, S. 5)

dass im Weiteren der Erklärungsversuch in der Beschwerde, wonach 
die Beschwerdeführerin unterschiedlich lang festgehalten worden sei, 
von einer Nacht bis mehrere Tage, nichts daran ändert, dass die Be-
schwerdeführerin  diesbezüglich  widersprüchliche  Angaben  machte, 
indem sie abweichend von der Angabe anlässlich der Erstbefragung, 
die Polizei habe sie jeweils drei, vier oder fünf Tage festgehalten (vgl.  

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A1,  S. 5),  im Rahmen der  Anhörung  geltend machte,  für  einen  Tag 
oder zwei Nächte inhaftiert gewesen zu sein (vgl. A9, S. 6),

dass die Vorinstanz somit zu Recht feststellte, die Beschwerdeführerin 
erfülle offensichtlich die Flüchtlingseigenschaft nicht, 

dass in der Beschwerde im Weiteren geltend gemacht wurde, die Vor-
instanz  habe  es  in  Verletzung  des  Untersuchungsgrundsatzes  ver-
säumt, den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin näher abzu-
klären,

dass  aus  den  vorinstanzlichen  Akten  ersichtlich  ist,  dass  die  Be-
schwerdeführerin -  abgesehen von Zahnschmerzen - weder  im Rah-
men der  Anhörung vom 17. Juli  2009 noch zu einem späteren Zeit-
punkt,  obwohl  seit  September  2009  in  Behandlung,  gesundheit liche 
Schwierigkeiten  geltend  machte,  weshalb  es  für  das  BFM  grund-
sätzlich  keine Anhaltspunkte  für  die  Notwendigkeit  allfälliger  diesbe-
züglicher Abklärungen gab,

dass indessen die Frage, ob für  die Vorinstanz eine zwingende Not-
wendigkeit  bestand,  von sich aus medizinische Abklärungen vorneh-
men zu lassen,  hinsichtlich der Frage, ob das BFM zu Recht auf das 
Asylgesuch nicht eingetreten ist, ohnehin offengelassen werden kann,

dass  nämlich  in  diesem  Zusammenhang  darauf  hinzuweisen,  dass 
medizinische  Abklärungen  die  Frage  der  Zumutbarkeit  des  Wegwei-
sungsvollzugs  betreffen,  welche  unter  dem  Blickwinkel  von  Art.  32 
Abs. 3 Bst. c AsylG nicht relevant sind,

dass im Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 8. Dezember 2009 
(BVGE 2009/50)  festgehalten  wurde,  der  Begriff  der  „Wegweisungs-
vollzugshindernisse“  von  Art.  32  Abs.  3  Bst.  c  AsylG  umfasse  aus-
schliesslich diejenigen Hindernisse, die sich auf  die Zulässigkeit  des 
Vollzugs (Art. 83 Abs. 3 AuG) auswirken können,

dass dies zur  Folge hat,  dass  die  Notwendigkeit  zusätzlicher  Abklä-
rungen zur  Feststellung eines Wegweisungsvollzugshindernisses ge-
mäss Art. 83 Abs. 2 oder Abs. 4 AuG (Möglichkeit  beziehungsweise 
Zumutbarkeit  des  Vollzugs)  nicht  zum Eintreten  auf  das  Asylgesuch 
einer, wie vorliegend, aus unentschuldigten Gründen papierlosen Per-
son führt (vgl. a.a.o. E. 5-8),

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dass zusammenfassend  festzustellen  ist,  dass  die  Einschätzung der 
Vorinstanz,  wonach  die  Beschwerdeführerin  keine  entschuldbaren 
Gründe für das versäumte Einreichen von Identitätsdokumenten habe 
angeben  können,  die  Flüchtlingseigenschaft  gemäss  Art. 3  und  7 
AsylG nicht  erfülle und zusätzliche Abklärungen zur Feststellung der 
Flüchtlingseigenschaft  oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses 
gemäss Art.  32  Abs. 3  Bst. c  AsylG nicht  erforderlich  seien,  zu  be-
stätigen ist,

dass das BFM somit zu Recht gestützt auf Art.  32 Abs. 2 Bst. a i.V.m. 
Art. 32 Abs. 3 AsylG auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht 
eingetreten ist, 

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat  (Art. 44  Abs. 1 AsylG),  vorliegend der  Kanton keine Aufenthalts-
bewilligung  erteilt  hat  und  zudem kein  Anspruch auf  Erteilung einer 
solchen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Weg-
weisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und zu 
bestätigen ist,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern 
regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumut-
bar oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG),

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss ständiger  Praxis  des Bundesverwaltungsgerichts  und seiner 
Vorgängerorganisation,  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission 
(ARK), der gleiche Beweisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft 
gilt, dass heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis mög-
lich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl.  WALTER 
STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser,  Ausländerrecht, 
2. Auflage, Basel 2009, Rz. 11.148),

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrecht-
liche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 

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einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es der Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes-
halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet,

dass  überdies  keine  Anhaltspunkte  für  eine  menschenrechtswidrige 
Behandlung  im  Sinne  von  Art.  3  der  Konvention  vom  4. November 
1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, 
SR 0.101) ersichtlich sind, die im Heimat- oder Herkunftsstaat droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und  medizi-
nischer Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass  unter  Berücksichtigung  der  politischen,  sicherheitstechnischen 
und  wirtschaftlichen  Verhältnisse  in  Äthiopien  keine  Anhaltspunkte 
dafür ersichtlich sind, dass die Beschwerdeführenden bei einer Rück-
führung in ihren Heimatstaat heute einer konkreten Gefährdung aus-
gesetzt wäre,

dass hingegen das Vorliegen von individuellen Gründen, welche ge-
gen  die  Zumutbarkeit  einer  Rückkehr  nach  Äthiopien  sprechen 
würden, näherer Prüfung bedarf,

dass in  diesem Zusammenhang nochmals festzuhalten ist,  dass die 
Beschwerdeführerin  -  abgesehen  von  Zahnschmerzen  -  weder  im 
Rahmen  der  Anhörung  vom 17.  Juli  2009  noch  zu  einem späteren 
Zeitpunkt,  obwohl seit  September 2009 in Behandlung,  gesundheitli-
che Schwierigkeiten geltend machte, weshalb es für das BFM grund-
sätzlich keine Anhaltspunkte für  die  Notwendigkeit  allfälliger  diesbe-
züglicher Abklärungen gab,

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dass die mit  der Beschwerdeschrift  geltend gemachten gesundheit li-
chen Schwierigkeiten der Beschwerdeführerin, an Urogenitaltuberku-
lose zu leiden und sich deswegen in medizinischer Behandlung zu be-
finden,  vom BFM in seiner Vernehmlassung entsprechend gewürdigt 
wurde und die Beschwerdeführerin im Weiteren auf Beschwerdeebene 
Gelegenheit erhielt, durch Einreichung weiterer ärztlicher Berichte den 
Verlauf der entsprechenden Therapie näher zu substanziieren,

dass somit ein vollständig festgestellter Sachverhalt vorliegt,

dass im ärztlichen Zeugnis der behandelnden Ärztin vom 1. Juni 2010 
festgehalten  wurde,  dass  die  narbig  veränderte  linke  Niere  der  Be-
schwerdeführerin am 30. April 2010 operativ entfernt und die  tuberku-
lostatische Therapie am 12. Mai 2010 abgeschlossen worden sei,

dass  die  Beschwerdeführerin  aus infektiologischer  Sicht  als  von der 
Nierentuberkuklose geheilt gelte,

dass  die  Einnierigkeit  in  Westeuropa  kein  relevant  gesundheitliches 
Risiko darstelle, es jedoch nicht ausgeschlossen werden könne, dass 
unter den deutlich schlechteren hygienischen Verhältnissen mit  sub-
optimaler medizinischer Betreuung im Herkunftsland der Beschwerde-
führerin das gesundheitliche Risiko durch die Einnierigkeit erhöht sei,

dass in Würdigung des ärztlichen Zeugnisses vom 1. Juni 2010 fest -
zuhalten  ist,  dass  nach  abgeschlossener  Therapie  der  Urogenital-
tuberkulose  auch  in  Berücksichtigung  der  Tatsache,  dass  die  Be-
schwerdeführerin  nur noch über  eine Niere verfügt,  keine konkreten 
Anhaltspunkte  darauf  bestehen,  die  Beschwerdeführerin  würde  bei 
einer  Rückkehr  einer  konkreten  Gefährdung  im  Sinne  von  Art.  83 
Abs. 4 AuG ausgesetzt werden, 

dass es sich im Weiteren bei der Beschwerdeführerin um eine junge 
Frau handelt,  die  nach  eigenen  Angaben im Heimatstaat  in  Gestalt 
ihrer Geschwister über ein Beziehungsnetz verfügt (vgl. A1, S.3; A9, 
S. 3),

dass  nach  dem  Gesagten  nicht  zu  erwarten  ist,  die  Beschwerde-
führerin würde bei einer Rückkehr in ihr Heimatland in eine existenz-
bedrohende Situation  geraten,  weshalb der  Vollzug der  Wegweisung 
im heutigen Zeitpunkt insgesamt als zumutbar zu erachten ist,

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dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  der  Beschwerdeführerin  in  den 
Heimatstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse be-
stehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es ihr obliegt,  bei der Beschaffung 
gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG),

dass der vom BFM verfügte Vollzug der Wegweisung demnach zu be-
stätigen ist,

dass es der Beschwerdeführerin somit nicht gelungen ist darzutun, in -
wiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den rechts-
erheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder un-
angemessen  ist  (Art. 106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde  abzu-
weisen ist,

dass, da die Beschwerdeführerin mit ihrer Beschwerde vollumfänglich 
unterlegen  ist,  ihr  grundsätzlich  die  Verfahrenskosten  aufzuerlegen 
wären (Art. 63 Abs. 1 VwVG),

dass indessen  mit  Zwischenverfügung  vom 30. November  2009  das 
Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von 
Art. 65 Abs. 1 VwVG gutgeheissen wurde, weshalb auf die Erhebung 
von Verfahrenskosten zu verzichten ist.

(Dispositiv nächste Seite)

 

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin (Einschreiben; Beila-
gen: 2 Mitgliederausweise)

- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt,  mit  den  Akten  Ref.-Nr.N_______ 
(per Kurier; in Kopie)

- (....)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Bendicht Tellenbach Daniel Merkli

Versand:

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