# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1818603c-d09e-51f8-8987-57ba2c65e0d4
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-07-02
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Fürsorgerechtliche Kammer 02.07.2021 F 2021 26
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_003_F-2021-26_2021-07-02.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

FÜRSORGERECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: lic. iur. Gisela Bedognetti-Roth, Vorsitz 
lic. iur. Jacqueline Iten-Staub und Ersatzrichterin lic. iur. Judith Fischer
Gerichtsschreiberin: MLaw Jeannine Suter

U R T E I L  vom 2. Juli 2021 [rechtskräftig]

in Sachen

A.________, zzt. Klinik Meissenberg AG, 6300 Zug
Beschwerdeführerin

gegen

Klinik Meissenberg AG, Meisenbergstrasse 17, 6300 Zug
Beschwerdegegnerin 

betreffend

Fürsorgerische Unterbringung

F 2021 26

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Urteil F 2021 26 

A. A.________, Jahrgang 1964, wurde am 18. Juni 2021 von Notfallärztin 
B.________, Baar, mit fürsorgerischer Unterbringung (FU) in die Klinik Meissenberg ein-
gewiesen.

B. Gegen diese Einweisung beschwerte sich A.________ mit Schreiben vom 24. Juni 
2021 (Poststempel 25. Juni 2021; Eingang auf der Gerichtskanzlei am 28. Juni 2021) beim 
Verwaltungsgericht und erklärte, dass sie aus der Klinik entlassen werden möchte. Sie sei 
"geistlich und körperlich" gesund. 

C. Am 2. Juli 2021 wurde die Beschwerdeführerin von der fürsorgerechtlichen Kam-
mer des Verwaltungsgerichts in den Räumen der Klinik Meissenberg angehört. An dieser 
Verhandlung nahmen seitens der Klinik Dr. med. C.________ und zu Beginn der 
Anhörung Assistenzarzt med. pract. D.________ sowie als gerichtlicher Gutachter 
Dr. med. E.________ teil, der sein Gutachten im Anschluss an die Anhörung mündlich 
erstattete. Die Verhandlung wurde anschliessend zur Beratung unterbrochen und danach 
wurde der Urteilsspruch eröffnet und mündlich kurz begründet. 

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1. Gegen eine ärztlich angeordnete Unterbringung kann die betroffene oder eine ihr 
nahestehende Person innert zehn Tagen seit Mitteilung des Entscheids schriftlich das Ge-
richt anrufen (Art. 439 Abs. 1 Ziff. 1 und 2 ZGB). Zuständiges Gericht für die Beurteilung 
von Beschwerden in den Fällen von Art. 439 ZGB ist gemäss § 58 Abs. 1 lit. b des Einfüh-
rungsgesetzes zum ZGB (EG ZGB; BGS 211.1) das Verwaltungsgericht. Örtlich zuständig 
ist das Verwaltungsgericht, wenn die angefochtene Massnahme auf dem Hoheitsgebiet 
des Kantons Zug angeordnet worden ist (s. dazu BGE 146 III 377). Die Beschwerdeführe-
rin ist von einer in Baar – mithin im Hoheitsgebiet des Kantons Zug – tätigen Ärztin einge-
wiesen worden, sodass die örtliche und sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts 
gegeben und die fristgerecht eingereichte und den minimalen formellen Anforderungen ge-
nügende Beschwerde (Art. 439 Abs. 3 i.V.m. Art. 450e Abs. 1 ZGB) zu prüfen ist. 

2. Eine Person, die an einer psychischen Störung oder an geistiger Behinderung lei-
det oder schwer verwahrlost ist, darf in einer geeigneten Einrichtung untergebracht wer-

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Urteil F 2021 26 

den, wenn die nötige Behandlung oder Betreuung nicht anders erfolgen kann (Art. 426 
Abs. 1 ZGB in der seit 1. Januar 2013 geltenden Fassung). Die Belastung und der Schutz 
von Angehörigen und Dritten sind zu berücksichtigen (Art. 426 Abs. 2 ZGB). Die betroffene 
Person wird entlassen, sobald die Voraussetzungen für die Unterbringung nicht mehr er-
füllt sind; über die Entlassung entscheidet die Einrichtung (Art. 426 Abs. 3 und Art. 429 
Abs. 3 ZGB). Die ärztliche Unterbringung fällt spätestens nach sechs Wochen dahin, so-
fern nicht ein vollstreckbarer Unterbringungsentscheid der Erwachsenenschutzbehörde 
vorliegt (Art. 429 Abs. 2 ZGB i.V.m. § 51 Abs. 3 EG ZGB). Hat die betroffene Person ge-
gen eine fürsorgerische Unterbringung Beschwerde erhoben, hört sie die gerichtliche Be-
schwerdeinstanz in der Regel als Kollegium an (Art. 450e Abs. 4 Satz 1 ZGB). Die Be-
schwerdeinstanz entscheidet in der Regel innert fünf Arbeitstagen seit Eingang der Be-
schwerde (Art. 450e Abs. 5 ZGB). Bei psychischen Störungen muss zudem gestützt auf 
das Gutachten einer sachverständigen Person entschieden werden (Art. 450e Abs. 3 
ZGB) 

2.1 Das Gesetz nennt als Voraussetzung für eine fürsorgerische Unterbringung das 
Vorliegen eines Schwächezustandes, der eine Behandlung oder Betreuung notwendig 
macht, die nicht anders als durch den Entzug der Freiheit erbracht werden kann. Die Vor-
aussetzungen bedingen sich gegenseitig und sind nur in ihrem Zusammenhang verständ-
lich. Der Schwächezustand allein vermag eine FU nie zu rechtfertigen, sondern immer nur 
zusammen mit der Notwendigkeit einer Behandlung oder Betreuung. Schliesslich werden 
die Voraussetzungen auch mit Blick auf die Rechtsfolge weiter eingeschränkt. Die frei-
heitsbeschränkende Unterbringung ist selbst bei Vorliegen der genannten Voraussetzun-
gen nur gesetzeskonform, wenn der Zweck nicht mit einer milderen Massnahme erreicht 
werden kann. Insofern gilt das Verhältnismässigkeitsprinzip. Zudem muss die Unterbrin-
gung für den angestrebten Zweck tauglich sein. Die Zulässigkeit der fürsorgerischen Un-
terbringung lässt sich deshalb immer nur mit Bezug auf die Einweisung in eine bestimmte 
Einrichtung beurteilen; insofern stellt der Begriff der geeigneten Einrichtung eine weitere 
Einschränkung dar (Geiser/Etzensberger, Basler Kommentar Erwachsenenschutz, 
Art. 426 N 7). Ziel der fürsorgerischen Unterbringung ist es, die betroffene Person in die 
Selbständigkeit zu führen, ihre Eigenverantwortung zu stärken und ein menschenwürdiges 
Dasein zu ermöglichen. Lässt sich der Schwächezustand beseitigen oder mindestens ab-
schwächen, ist mit der fürsorgerischen Unterbringung dafür zu sorgen, dass die betroffene 
Person wieder aus der Einrichtung entlassen werden und ihr Leben nach ihren eigenen 
Vorstellungen, Neigungen und Fähigkeiten selber gestalten und organisieren kann (Gei-
ser/Etzensberger, a.a.O., vor Art. 426-439 N 14). Die FU dient in jedem Fall dem Schutz 

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der betroffenen Person. Voraussetzung ist deshalb immer, dass der Betroffene eines be-
sonderen Schutzes bedarf, der eben nur mit einer Freiheitsentziehung erbracht werden 
kann; diese muss die persönliche Fürsorge sicherstellen (Geiser/Etzensberger, a.a.O., 
Art. 426 N 8). Schliesslich gilt für die FU der Grundsatz der Verhältnismässigkeit; sie stellt 
einen schweren Eingriff in die persönliche Freiheit der betroffenen Person dar und ist des-
halb nur zulässig, wenn keine leichteren Massnahmen der betroffenen Person einen genü-
genden Schutz gewähren, mit dieser Massnahme hingegen ein solcher voraussichtlich er-
reicht werden kann. Als verhältnismässig erscheint eine FU nur, wenn mit ihr das ange-
strebte Ziel – in erster Linie die Wiedererlangung der Selbständigkeit und der Eigenverant-
wortung – überhaupt erreicht werden kann. Die Vor- und Nachteile, welche eine FU der 
betroffenen Person bringt, sind gegeneinander abzuwägen. Interessen der Umgebung und 
der Öffentlichkeit haben insoweit zurückzutreten. Die Belastung für die Umgebung ist nur 
mitzuberücksichtigen (Geiser/Etzensberger, a.a.O., Art. 426 N 22 ff.).

2.2 Eine fürsorgerische Unterbringung oder Zurückbehaltung ist nur dann zulässig, 
wenn bei der betroffenen Person einer der in Art. 426 Abs. 1 ZGB aufgeführten Schwäche-
zustände vorliegt. Zudem muss wegen dieses Schwächezustands ein Fürsorgebedarf hin-
sichtlich Behandlung und/oder Betreuung bestehen, was anhand der konkreten Gefahr für 
die Gesundheit oder das Leben der betroffenen Person bzw. von Dritten, die besteht, 
wenn die Behandlung der psychischen Störung bzw. die Betreuung unterbleibt, zu beurtei-
len ist. Danach ist in rechtlicher Hinsicht zu beurteilen, ob und wenn ja warum eine Be-
handlung einer festgestellten geistigen Störung bzw. eine Betreuung "nötig" ist (vgl. Urteil 
des Bundesgerichts vom 17. April 2013, 5A_254/2013 Erw. 2.2).

3. Zunächst ist zu prüfen, ob bei der Beschwerdeführerin ein Schwächezustand im 
Sinne von Art. 426 Abs. 1 ZGB vorliegt. 

3.1 Den Akten – insbesondere auch den Akten der früheren Verfahren F 2010 7, 
F  2010 16, F 2011 25 und F 2015 47 – lässt sich entnehmen, dass sich bei der Beschwer-
deführerin bereits vor vielen Jahren psychische Probleme mit Halluzinationen und schwer-
wiegenden Wahn- und Verfolgungsideen zu manifestieren begannen. In den seinerzeit 
eingeholten Gutachten von med. pract. F.________ vom 23. Februar 2010 (F 2010 7) und 
von Dr. med. G.________ vom 1. Juli 2015 (F 2015 47) wurde übereinstimmend eine 
paranoide Schizophrenie (ICD-10 F20.0) diagnostiziert. In den letzten Jahren kam es zu 
zahlreichen, teils zwangsweisen Klinikaufenthalten. Seit einigen Jahren ist sie in der 
Institution H.________ untergebracht. Die letzte Hospitalisation gegen den Willen der 

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Beschwerdeführerin fand vom 6. bis 25. Mai 2021 in der Klinik Meissenberg statt, 
nachdem sie offenbar im März 2021 die Medikamente abgesetzt hatte und im Wohnheim 
H.________ im Gruppensetting nicht mehr tragbar und von Dr. med. I.________ per FU 
eingewiesen worden war. 

3.2 Am 18. Juni 2021 wurde die Beschwerdeführerin von B.________, Assistenz-
ärztin, wegen Fremdgefährdung zur Behandlung in die Klinik Meissenberg eingewiesen. 
Grund sei ein tätlicher Angriff – Faustschläge – der Patientin auf Betreuungspersonal des 
H.________ am 15. und am 18. Juni 2021. Die Patientin sei nicht krankheitseinsichtig. Im 
Gespräch sei sie florid psychotisch, spreche mit "Stimme", sei sprunghaft, vorbeiredend, 
perseverierend, inkohärent und mit Gedankenabreissen. Sie sei als nicht urteilsfähig 
einzuschätzen.    

3.3 An der Anhörung vom 2. Juli 2021 erklärte Dr. med. C.________, dass die Klinik 
nach wie vor von einer paranoiden Schizophrenie ausgehe. Es gebe auch Hinweise auf 
Halluzinationen. Der gerichtliche Gutachter Dr. med. E.________ bestätigte die Diagnose 
einer chronischen paranoiden Schizophrenie (ICD-10 F20.0) und das Vorliegen von 
Halluzinationen, mit denen sich die Beschwerdeführerin offenbar aber arrangiert habe. 

3.4  Gestützt auf die Vorgeschichte und die ärztlichen bzw. gutachterlichen Angaben 
steht fest, dass die Beschwerdeführerin an einer schweren psychischen Störung in Form 
einer chronischen paranoiden Schizophrenie (ICD-10 F20.0) leidet. Es gibt auch klare Hin-
weise auf Halluzinationen, nachdem sich die Beschwerdeführerin zu Beginn der Anhörung 
erkundigte, ob man die nur von ihr wahrgenommene Stimme ebenfalls höre. Mit dem Vor-
liegen eines Schwächezustands ist die erste Voraussetzung für eine fürsorgerische Unter-
bringung in einer Einrichtung erfüllt. 

4. Zu prüfen ist im Weiteren, ob die bei der Beschwerdeführerin bestehende psychi-
sche Störung eine Behandlung und/oder eine Betreuung nötig macht, was unter anderem 
anhand des Fremd- und/oder Selbstgefährdungspotentials zu beurteilen ist.

4.1 Bei der Beurteilung der Selbstgefährdung stellt sich einerseits die Frage nach 
einer allfälligen Suizidgefahr. Andererseits ist auch danach zu fragen, ob die Gesundheits-
schädigung bedrohliche Ausmasse annimmt, ob Anzeichen für ein Fortschreiten der Er-
krankung bestehen, ob der Betroffene daran ist, in seiner Lebensgestaltung, seinem Ver-
halten in seiner Umgebung, seiner persönlichen Hygiene und seiner Gesamtverfassung in 

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einen Zustand von Selbstdestruktion zu geraten, der der Menschenwürde nicht mehr ent-
spricht (vgl. hierzu R. Furger, Unterbringung Jugendlicher und Erwachsener im Sinne der 
FFE aus psychiatrischer Sicht, ZVW 38, 41 ff.).

4.1.1 Klinikarzt Dr. C.________ verneinte das Vorliegen einer Suizidalität im Klinikrah-
men. Im Falle einer baldigen Entlassung könne je nach Situation durchaus Suizidalität ein-
treten. Aus der Vorgeschichte gebe es keine primären Suizidabsichten, höchstens im Rah-
men von selbstgefährdendem Verhalten. Im Falle einer baldigen Entlassung bestehe bei 
der Beschwerdeführerin eine Selbstgefährdung im weiteren Sinne von Verschlechterung 
des Krankheitsbildes, Mangelernährung und mangelnder Hygiene. Im Vordergrund stehe 
auch der soziale Rückzug und eine fehlende soziale Integration im alltäglichen Leben; sie 
isoliere sich selbst.   

4.1.2 Der gerichtliche Gutachter Dr. E.________ führte aus, dass seiner Ansicht nach 
im Klinikrahmen keine Suizidalität bestehe; auch aus der Vorgeschichte seien keine suizi-
dalen Vorfälle bekannt. Im Falle einer baldigen Entlassung sei die Suizidalität allerdings 
schwer beurteilbar. Die Suizidalität sei bei dieser Krankheit grundsätzlich erhöht und je 
nach Gesundheitszustand und Wahnentwicklung unberechenbar. Das Hauptproblem der 
Beschwerdeführerin sei allerdings die Selbstgefährdung in einem weiteren Sinne. Aktuell 
sei sie in einem qualifizierten paranoiden Zustand; es könne so bleiben oder aber auch je-
derzeit noch akuter werden. Sie werde dann auch schnell laut und fange an, italienisch zu 
sprechen, werde dann zweifellos sozial auffallen und sich unmöglich machen. Es drohe ihr 
auch die Obdachlosigkeit, da sie keinen praktikablen Aufenthaltsort habe und sie offenbar 
auch nicht Zugang zu finanziellen Mitteln habe, um – wie geplant – nach Zürich umzuzie-
hen, sich einen Hotelaufenthalt oder gar eine Mietwohnung organisieren zu können. Sie 
werde dann sehr schnell mit Notfallinstitutionen in Kontakt kommen. Aus der Vorgeschich-
te sei auch eine Mangelernährung mit Untergewicht bekannt, vermutlich aus wahnhaften 
Gründen und Vergiftungsängsten. Dies sei zwar aktuell nicht der Fall, könne sich aber 
schnell wieder ändern. Schliesslich bestehe bei ihr ein erheblicher Leidensdruck, da sie 
sich vom Umfeld nicht akzeptiert und verstanden fühle.

4.1.3 Eine Selbstgefährdung im Sinne von akuter und erheblicher Suizidalität steht bei 
der Beschwerdeführerin aus ärztlicher Sicht im Klinikrahmen nicht im Vordergrund, wäh-
rend sie im Falle einer baldigen Entlassung bei diesem Krankheitsbild unberechenbar, je-
denfalls aber deutlich erhöht sein wird. Die Selbstgefährdung in einem weiteren Sinne ist 
demgegenüber im Falle einer sofortigen Entlassung erheblich und unmittelbar drohend. 

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Der Beschwerdeführerin droht eine weitere Verschlechterung des Krankheitsbildes. So-
dann ist auch Obdachlosigkeit zu befürchten, da sie nicht in der Lage sein wird, ein Hotel-
zimmer und später eine Wohnung zu organisieren, die sie nicht finanzieren kann, nach-
dem ihr immer noch ansehnliches Vermögen von der Beiständin verwaltet wird. Sowohl im 
Hotel wie auch beim Versuch, eine Wohnung anzumieten, wird die Beschwerdeführerin in 
ihrem aktuellen Zustand sehr schnell sozial auffallen. Es ist – wie in der Vorgeschichte 
bereits vorgekommen – auch damit zu rechnen, dass sie auf sich allein gestellt als Folge 
von paranoiden Vergiftungsideen Flüssigkeits- und Nahrungsaufnahme vernachlässigen 
dürfte, was zu gravierenden Mangelschäden führen könnte. Durch ihr auffälliges Verhalten 
wird sie zudem als kranke Frau wahrgenommen und stigmatisiert. Die Selbstgefährdung 
insbesondere in einem weiteren Sinne ist folglich im Falle einer baldigen Entlassung als 
akut und unmittelbar drohend zu beurteilen.

4.2 Bei der Beurteilung der Fremdgefährdung geht es nicht nur um die Gefahr für Leib 
und Leben von Drittpersonen, sondern ebenso sehr auch um elementare Gefährdungen 
des Wohlbefindens und der seelischen Gesundheit anderer. Neben der eigentlichen 
Fremdgefährdung ist auch die Drittgefährdung im Sinne der Belastung der Umgebung 
durch den Betroffenen mitzuberücksichtigen, auch wenn eine solche Belastung für sich 
allein nicht für eine Einweisung oder eine Rückbehaltung ausreichen kann (Spirig, Zürcher 
Kommentar, N 336 ff. zu altArt. 397a ZGB). Die fürsorgerische Unterbringung dient dem 
Schutz der betroffenen Person, nicht ihrer Umgebung; entsprechend ist die Fremdgefähr-
dung weder eine Unterbringungsvoraussetzung noch für eine Unterbringung ausreichend 
(Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 41 zu Art. 426 ZGB mit Hinweisen). Das geltende Recht 
hält im Gegensatz zum früheren ausdrücklich fest, dass nicht nur die Belastung, sondern 
auch der Schutz Angehöriger und Dritter zu berücksichtigen ist (Geiser/Etzensberger, 
a.a.O., N 42 zu Art. 426 ZGB).

4.2.1 Nach den Angaben von Dr. C.________ ist es in der Klinik nicht zu fremdaggressi-
ven Vorfällen gekommen. Allerdings habe die Beschwerdeführerin im H.________ 
mehrmals Pflegepersonen körperlich angegangen und geschlagen. Die Belastung für ihr 
privates Umfeld könne nicht beurteilt werden, da man mit der Tochter bisher keinen 
Kontakt gehabt habe und sie auch nicht erreichbar sei. Zudem habe die Beschwerde-
führerin die Klinik gegenüber der Tochter auch nicht von der ärztlichen Schweigepflicht 
entbunden.

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4.2.2 Gutachter Dr. E.________ sieht im Klinikrahmen eher keine Fremdgefährdung mit 
fremdaggressivem, tätlichem Verhalten. Allerdings seien bei paranoider Verarbeitung ver-
bale Konflikte möglich. Bei einer Rückkehr ins H.________ sei wieder von gleichen 
Vorfällen auszugehen, wie sie zur Klinikeinweisung geführt hätten. Auch die Belastung für 
Mitbewohner und Pflegepersonal sei bei einer Rückkehr hoch, da das H.________ in ihr 
Zwangssystem miteinbezogen sei. Da ihre Lebens- und Handlungsvorgehensweisen 
weitgehend irrational, nicht kontrollierbar und auch nicht in dem Sinne an die sozialen 
Regeln und Normen gebunden seien, sei die Belastung im H.________ ganz sicher gross. 

4.2.3 In Berücksichtigung der Vorgeschichte und auch der ärztlichen Angaben liegt bei 
der Beschwerdeführerin im Falle einer baldigen Entlassung in die alten Verhältnisse, wo 
sie von allen Seiten Angriffe und Verfolgung vermutet, durchaus eine Fremdgefährdung 
mit Handgreiflichkeiten und Tätlichkeiten vor, wie sie zur Klinikeinweisung geführt haben. 
Daneben ist auch die Belastung für das soziale Umfeld, d.h. die Mitbewohner und das 
Pflegepersonal, als erheblich zu bezeichnen, insbesondere dann, wenn man berücksich-
tigt, dass das H.________ eine sehr hohe Toleranz gegenüber seinen psychisch schwer 
beeinträchtigten Bewohnern aufweist. Die Tochter J.________, die in früheren Zeiten in 
das Wahngefüge der Beschwerdeführerin eingebunden und integriert war, hat sich 
offenbar positiv entwickelt, lebt nun ihr eigenes Leben und hat – soweit ersichtlich – eine 
gewisse Distanz zur Mutter aufbauen können, weshalb die Belastung für die Tochter wohl 
nicht mehr direkt besteht.   

4.3 Zusammenfassend lässt sich damit festhalten, dass das bei der Beschwerdeführe-
rin bestehende Selbstgefährdungspotential vor allem in einem weiteren Sinne von einer 
Verschlechterung des Krankheitsbildes und einer Verwahrlosung als schwerwiegend und 
unmittelbar drohend zu qualifizieren ist und auch ein Fremdgefährdungspotential im Sinne 
von fremdaggressivem Verhalten und einer unzumutbaren Belastung der Umgebung im 
Falle einer baldigen Entlassung besteht. 

5. Unter dem Aspekt der Verhältnismässigkeit ist schliesslich zu prüfen, ob der Be-
schwerdeführerin die nötige persönliche Fürsorge im Zusammenhang mit ihrer Erkrankung 
auch anders als im Rahmen eines stationären Klinikaufenthalts erwiesen werden könnte, 
beispielsweise durch eine ambulante Psychotherapie bzw. eine ambulante Abgabe von 
Medikamenten und eine betreute Unterbringungsform. Bei der Beurteilung dieser Frage 
sind die folgenden Kriterien in die Entscheidung miteinzubeziehen: Krankheitseinsicht, Be-
reitschaft, in eine medizinische Behandlung einzuwilligen, soziale Begleitumstände (Woh-

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nung, Arbeit, Beziehungsnetz) und die Folgen einer sofortigen Entlassung in medizinischer 
und sozialer Hinsicht. Diese Kriterien sind gegeneinander abzuwägen. Ob die fürsorgeri-
sche Unterbringung aufrecht erhalten bleiben soll, beurteilt sich anhand der Lage der be-
troffenen Person im Zeitpunkt des jeweiligen Entscheides.

5.1 Nach übereinstimmender Ansicht von Klinikarzt und Gutachter weist die Be-
schwerdeführerin keinerlei Krankheitseinsicht und damit auch keine Behandlungsbereit-
schaft auf. Die Beschwerdeführerin selber hat erklärt, dass sie nicht krank sei und deshalb 
auch keine Medikamente benötige. Sie sei nicht bereit, Medikamente einzunehmen, da 
diese bei ihr Halluzinationen auslösen würden. Von einer echten Krankheitseinsicht und 
einer belastbaren Behandlungsbereitschaft kann bei dieser Sachlage nicht die Rede sein.

5.2 Die sozialen Begleitumstände sind derzeit nicht günstig. Die 57 Jahre alte Be-
schwerdeführerin ist seit langem geschieden und lebt im H.________, einem Wohnhaus 
für Menschen mit psychischer Beeinträchtigung. Allerdings beabsichtigt sie nach eigenen 
Angaben, nicht mehr ins H.________ zurückzukehren, da dort alle geistig gestört und 
gegen sie seien. Nach einer Entlassung aus der Klinik will sie vielmehr ihre Sachen im 
H.________ holen, mit dem Taxi nach Zürich fahren, vorübergehend in ein Hotel ziehen 
und von dort aus eine Wohnung suchen, obwohl sie nicht über die finanziellen Mittel 
verfügt. Sie ist IV-Rentnerin und hat eine Beiständin, mit der die Beschwerdeführerin 
offenbar zufrieden ist und die sich um alle finanziellen und administrativen Aufgaben, so 
auch um das aktuell noch vorhandene, ehemals deutlich höhere Vermögen kümmert. Ihre 
Tochter J.________, die sie in früheren Jahren in ihr Wahnsystem integriert hatte, hat sich 
mittlerweile von der Mutter offenbar abzugrenzen vermocht; soweit bekannt lebt und 
arbeitet sie in Zürich und hat ihr eigenes Leben. Die betagten Eltern der 
Beschwerdeführerin leben im Tessin; der Kontakt zu ihnen beschränkt sich auf 
gelegentliche Telefonate. Die Beschwerdeführerin hat keinen Partner und von ihrem 
geschiedenen Ehemann weiss sie nicht einmal, wo er aktuell wohnt. Eine professionelle 
Begleitung hatte sie durch den Psychiater Dr. I.________; die Therapie bei ihm will die 
Beschwerdeführerin allerdings nach eigenem Bekunden nicht mehr weiterführen. Das 
bestehende, äusserst bescheidene soziale Netz hat die aktuelle Krisensituation nicht 
verhindern können und ist damit für eine ambulante Betreuung der Beschwerdeführerin 
auch nicht tragfähig genug.

5.3 Klinikarzt Dr. C.________ erachtet eine weitergehende stationäre Behandlung und 
Betreuung als notwendig. Während dieses Aufenthalts solle versucht werden, die Be-

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schwerdeführerin von einer medikamentösen Behandlung zu überzeugen. Sollte sich die 
Situation verschlechtern, werde auch an eine Zwangsmedikation gedacht. Falls die Be-
schwerdeführerin sofort austreten könnte, würde sie wohl umgehend ihre Sachen im 
H.________ holen und nach Zürich in ein Hotel einziehen, obwohl ihr dafür die nötigen 
finanziellen Mittel fehlten. Dort würde sie zweifellos schnell auffällig und es sei damit zu 
rechnen, dass ein Arzt beigezogen und sie wieder eingewiesen würde. 

5.4 Nach Ansicht von Gutachter Dr. E.________ ist ein weiterer stationärer Aufenthalt 
grundsätzlich notwendig. Solange sie jedoch keine Behandlung zulasse, könnte sie auch 
ausserhalb der Klinik leben. Sie müsse aber einen Platz haben, wo sie leben könne, und 
einen solchen habe sie zurzeit nirgends. Ohne Medikamente sei ein Leben in einer eige-
nen Wohnung nicht möglich. Die Klinik sei daher der am wenigsten ungeeignete Aufent-
haltsort. Die Behandlung einer paranoiden Schizophrenie bestehe primär aus einer neuro-
leptischen Medikation. Mit einer Depotspritze alle 14 Tage über drei Jahre habe es im 
H.________ von aussen gesehen funktioniert. Die Beschwerdeführerin sei mit dem 
Medikament Risperidon aber offenbar nicht glücklich gewesen, da es nach ihrem 
Empfinden Halluzinationen verursacht habe. Es treffe zu, dass sich zumindest die Qualität 
der Wahrnehmung durch dieses Medikament, bei dem Nebenwirkungen bekannt seien, 
verändere. Die Selbstwahrnehmung werde natürlich durch Neuroleptika massiv verändert 
und das würden viele Patienten als unangenehm oder als manipulativ beschreiben. Es 
wäre in diesem Fall auch denkbar, versuchsweise ein anderes Präparat einzusetzen. 
Grundsätzlich benötige die Beschwerdeführerin aber Medikamente und es sei auch zu 
berücksichtigen, dass die Zeit, die in so einem psychotischen Zustand verbracht werde, 
ein negativer Prognosefaktor sei. Je länger der psychotische Zustand andaure, desto 
schwerer behandelbar werde er und umso schwerer sei es, den Patienten aus der 
Psychose zurückzuholen. Schliesslich sei auch nicht zu unterschätzen, dass mit der Dauer 
der Psychose Sekundär- und Persönlichkeitsveränderungen – wie etwa Differenzierung 
der Persönlichkeit, eine negative Symptomatik im Sinne von Kontaktarmut, Gefühlsverlust, 
Verlust der Fähigkeit mit der Umwelt zu interagieren – stattfinden würden, die irreversibel 
seien. Wenn die Beschwerdeführerin sofort aus der Klinik entlassen würde, werde sie 
spätestens dann auffallen, wenn sie Rechnungen bezahlen müsste. Mit einer erneuten 
Einweisung sei jedenfalls innert weniger Tage zu rechnen.     

5.5 Eine Zurückbehaltung gegen den Willen des Betroffenen ist – wie erwähnt – nur 
dann zulässig und verhältnismässig, wenn ihm die nötige persönliche Fürsorge nicht an-
derweitig erwiesen werden kann. Die Beschwerdeführerin leidet seit vielen Jahren an einer 

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schwerwiegenden psychischen Erkrankung und damit an einem Schwächezustand im Sin-
ne des Gesetzes. Sie weist zudem ein erhebliches und unmittelbar drohendes Selbst- und 
auch Fremdgefährdungspotential auf und ist daher auch in besonderem Masse schutzbe-
dürftig. Sie ist nicht krankheitseinsichtig und auch nicht behandlungsbereit. Würde sie in 
ihrem aktuellen Zustand aus der Klinik entlassen, wäre sie mit der Situation völlig überfor-
dert. Sie will nicht ins H.________ zurück sondern in eine eigene Wohnung und 
selbständig leben, wozu sie jedoch ohne Medikamente offensichtlich nicht in der Lage ist. 
Erst wenn sie bereit ist, wieder Medikamente, vorzugsweise in Depotform, zu akzeptieren, 
wie sie dies in der Vergangenheit über Jahre getan hat, kann ein Klinikaustritt in Betracht 
gezogen werden. Ziel der Unterbringung in der Klinik muss es denn auch sein, die 
Compliance der Beschwerdeführerin wieder zu erreichen, was zwar schwer, nicht aber 
unmöglich sein dürfte. Danach ist die Entlassung in das H.________ oder eine andere 
geeignete Einrichtung sorgfältig zu planen und zu organisieren. Derzeit ist eine stationäre 
Betreuung und Behandlung indessen notwendig. Eine weitere Zurückbehaltung in der Kli-
nik für einige wenige Wochen erscheint angesichts des Gefährdungspotentials als 
verhältnismässig, wenn man die Folgen einer sofortigen Entlassung im aktuellen Zustand 
bedenkt. Die Einweisung in die Klinik, die im Sinne von Art. 426 Abs. 1 ZGB eine geeigne-
te Einrichtung für die Beschwerdeführerin ist, ist zu Recht erfolgt und die weitere Zurück-
behaltung erweist sich wegen der zu befürchtenden gravierenden Folgen einer sofortigen 
Entlassung insgesamt als notwendig und auch verhältnismässig. Die Beschwerde erweist 
sich mithin als unbegründet und muss abgewiesen werden. 

5.6 Die ärztliche Unterbringung ist grundsätzlich bis insgesamt maximal sechs Wo-
chen gültig. In dieser Zeit bleibt die Klinik für eine allfällige Entlassung zuständig (Art. 429 
Abs. 1 und 3 ZGB; § 51 Abs. 3 EG ZGB). Muss die Unterbringung über sechs Wochen 
hinaus weitergeführt werden, hat die Klinik rechtzeitig, d.h. spätestens acht Tage vor Ab-
lauf der sechswöchigen Frist, die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde zu informieren 
und einen behördlichen Entscheid über die Fortführung der Unterbringung zu beantragen 
(§ 53 EG ZGB). 

6. Das Verfahren ist kostenlos (§ 57 Abs. 2 EG ZGB), weshalb vorliegend keine Ge-
richtskosten zu erheben sind. Bei diesem Verfahrensausgang ist der ohnehin nicht anwalt-
lich vertretenen Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung nicht zuzusprechen.

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Lausanne Beschwerde in Zivilsachen 
eingereicht werden.

5. Mitteilung an die Beschwerdeführerin (mit ausführlicher Rechtsmittelbelehrung) 
und an die ärztliche Leitung der Klinik Meissenberg AG.

Zug, 2. Juli 2021

Im Namen der
FÜRSORGERECHTLICHEN KAMMER
Die Vorsitzende

Die Gerichtsschreiberin

versandt am