# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2dc2238b-a929-51f9-bd8d-51e665f08e25
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** SB240345-O1
**Docket/Reference:** SB240345-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/SB240345-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB240345-O/U/sm

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. Bertschi, Präsident, Oberrichter lic. iur. Castro-

villi und Oberrichter Dr. iur. Rauber sowie Gerichtsschreiberin MLaw 

Zogg

Urteil vom 10. Juni 2025

in Sachen

A._____, 

Beschuldigter, Berufungskläger und Anschlussberufungsbeklagter

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____

gegen

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, 

Anklägerin und Berufungsbeklagte

sowie

1.

B._____, 

Privatklägerin

2.

C._____, 

Privatklägerin und Anschlussberufungsklägerin

1 unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y1._____

2 unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y2._____

betreffend versuchte sexuelle Nötigung etc. und Widerruf

-   2   -

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, II. Abteilung, vom 

21. November 2023 (DG230024)

-   3   -

Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 8. Juni 2023 

ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. D1/18).

Urteil der Vorinstanz:

1.

Der Beschuldigte hat sich wie folgt schuldig gemacht:













versuchte sexuelle Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB in Ver-
bindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB (5. Oktober 2017)

Körperverletzung im Sinne von Art. 123 StGB (29. Januar 2022)

Vergehen gegen Art. 19 Abs. 1 BetmG (26. Juli 2018)

Fahren in fahrunfähigem Zustand im Sinne von Art. 91 Abs. 2 SVG 
(14. Oktober 2017)

mehrfaches Fahren ohne Berechtigung im Sinne von Art. 95 Abs. 1 
SVG (7. September 2017 und 14. Oktober 2017, 0456 / 0745)

mehrfache Tätlichkeit im Sinne von Art. 126 StGB (16. November 2021 
und 22. Januar 2022)

2.

Das Verfahren wird in folgenden Punkten eingestellt:





mehrfache Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB 
(23. Mai 2021 und 17. Juli 2021) 

Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB (zweite Maihälfte 2021)

3.

Auf den Widerruf der mit Urteil des Obergerichts des Kantons Zürichs vom 

18. März 2019 gewährten bedingte Strafe wird verzichtet und der Beschul-

digte entsprechend verwarnt. 

4.

Der Beschuldigte wird in teilweisem Zusatz zum Urteil des Obergerichts des 

Kantons Zürichs vom 18. März 2019 mit einer Freiheitsstrafe von 17 Mona-

ten sowie mit einer Busse von Fr. 1'000.– bestraft.

Die erstandene Haft (3 Tage) wird an die Freiheitsstrafe angerechnet.

5.

a) Die Freiheitsstrafe ist zu vollziehen. 

b) Die Busse ist zu bezahlen. 

-   4   -

Wird die Busse schuldhaft nicht bezahlt, tritt an deren Stelle eine Ersatzfrei-

heitsstrafe von 10 Tagen. 

6.

a) Der Beschuldigte wird in Anwendung von Art. 66a StGB für 7 Jahre des 

Landes verwiesen.

b) Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Infor-

mationssystem angeordnet.

7.

Die am 26. Juli 2018 sichergestellte Barschaft von Fr. 40.– wird zur Deckung 

der Verfahrenskosten eingezogen.

8.

Die folgenden, am 26. Juli 2018 sichergestellten Gegenstände werden zur 

Vernichtung eingezogen: 





Feinwaage (Lagernummer SO174-2018)

Mobiltelefon der Marke Samsung.

9.

Die unter den Lagernummern SO1717-2018 und SO1718-2018 aufbewahr-

ten Betäubungsmittel werden zur Vernichtung eingezogen.

10. a) Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin B._____ eine Ge-

nugtuung von Fr. 2'000.– zu bezahlen. Das Schadenersatzbegehren wird 

auf den Zivilweg verwiesen.

b) Der Beschuldigt wird verpflichtet, der Privatklägerin C._____ eine Genug-

tuung von Fr. 1'000.– zu bezahlen. Das Schadenersatzbegehren wird auf 

den Zivilweg verwiesen.

11. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

6'000.– ; die weiteren Auslagen betragen:

2'100.–   Gebühr für die Strafuntersuchung

1'741.95   Auslagen Untersuchungsamt Gossau (D3)

280.–

  Auslagen FOR (D7 [Anteilmässig mit D._____; separates Ver-

fahren])

20'200.–   amtl. Verteidigungskosten (inkl. MwSt)

Fr.

Fr.

Fr.

-   5   -

Fr.

Fr.

6'100.–   Rechtsvertretung B._____ (RAin Y1._____; inkl. MwSt) 

10'700.–   Rechtsvertretung C._____ (RAin Y2._____; inkl. MwSt)

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.

12. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem 

Beschuldigten im Umfang von 7/8 auferlegt und im Restbetrag auf die Ge-

richtskasse genommen; davon ausgenommen sind die Kosten der amtlichen 

Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft, wel-

che im Umfang von 1/8 definitiv und im Umfang von 7/8 einstweilen und un-

ter dem Vorbehalt von Art. 135 Abs. 4 StPO von der Gerichtskasse über-

nommen werden.

Berufungsanträge

a)

Der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten:
(Berufungskläger und Anschlussberufungsbeklagter)

(Urk. 85)

" 1. Freispruch vom Vorwurf der versuchten sexuellen Nötigung zum Nach-

teil von B._____.

2. Freispruch vom Vorwurf der einfachen Körperverletzung/Tätlichkeit 

zum Nachteil von C._____.

3. Bestrafung mit einer milden teilweisen Zusatzstrafe zum Urteil des 

Obergerichts des Kantons Zürich, I. Strafkammer, vom 18. März 2019 
unter Anrechnung der erstandenen Haft sowie Gewährung des beding-
ten Strafvollzugs.

4. Umgangnahme von einer Landesverweisung.

5. Ausgangsgemässe Kotenregelung und Übernahme der Kosten für die 

amtliche Verteidigung auf die Staatskasse.

6. Abweisung der Zivilforderungen der Privatklägerinnen 1 und 2 sowie 

Abweisung der Anschlussberufung der Privatklägerin 2."

-   6   -

b)

Der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland:
(Anklägerin)

(Urk. 66) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

c)

Der unentgeltlichen Vertreterin der Privatklägerin 1 (B._____):

(Urk. 79) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

d)

Der unentgeltlichen Vertreterin der Privatklägerin 2 (C._____):
(Anschlussberufungsklägerin)

(Urk. 84)

" 1. Dispositiv Ziff. 2 des Urteils des Bezirksgerichts Bülach vom 21. No-

vember 2023 sei aufzuheben.

2. Der Beschuldigte sei zusätzlich zu Dispositiv Ziff. 1 des Urteils des Be-
zirksgerichts Bülach vom 21. November 2023 der folgenden Tatbe-
stände schuldig zu sprechen:

- versuchte schwere Körperverletzung (23. Mai 2021)

- einfache Körperverletzung (17. Juli 2021)

- Drohung (zweite Maihälfte 2021).

3. Die Anträge des Beschuldigten in Bezug auf C._____ (Abweisung Ge-
nugtuung und Freispruch in Bezug auf einfache Körperverletzung vom 
29. Januar 2021 [recte: 2022]) seien abzuweisen. 

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWST) gemäss Aus-

gang des Verfahrens."

-   7   -

Erwägungen:

I. Verfahrensgang

1.

Gegen das eingangs wiedergegebene Urteil der II. Abteilung des Bezirks-

gerichtes Bülach vom 21. November 2023 (Urk. 59) meldete der Beschuldigte mit 

Eingabe vom 22. November 2023 (Datum Poststempel) rechtzeitig Berufung an 

(Urk. 53). Nach Erhalt der schriftlichen Urteilsbegründung, die der Beschuldigten-

seite am 8. Juli 2024 zugestellt wurde (Urk. 58), reichte die Verteidigung am 

26. Juli 2024 (Datum Poststempel) fristgerecht die Berufungserklärung nach 

(Urk. 62). Die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland hat auf Anschlussberufung 

ausdrücklich verzichtet (Urk. 66), während die Privatklägerin 2 (C._____) mit elek-

tronischer Eingabe vom 27. August 2024 (Datum Incamail-Abgabequittung) An-

schlussberufung erhob und gleichzeitig um Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege sowie Bestellung ihrer Vertreterin als unentgeltliche Rechtsbeistän-

din ersuchen liess (Urk. 68). Die Privatklägerin 1 (B._____) ersuchte um Bestäti-

gung des vorinstanzlichen Entscheids (vgl. Urk. 79). 

2.

Mit Präsidialverfügung vom 12. September 2024 wurde der Privatkläge-

rin 2 die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt und antragsgemäss eine unentgeltli-

che Rechtsvertretung bestellt (Urk. 71). Mit Eingabe vom 5. November 2024 er-

suchte die Privatklägerin 1 ebenfalls um Bewilligung der unentgeltlichen Rechts-

pflege und Bestellung der unentgeltlichen Rechtsvertretung für das Berufungsver-

fahren (Urk. 74), welchem Ersuchen mit Präsidialverfügung vom 13. November 

2024 stattgegeben wurde (Urk. 77).

3.

Sodann wurde auf den 10. Juni 2025 zur mündlichen Berufungsverhand-

lung vorgeladen (Urk. 73), wobei die Staatsanwaltschaft von der Teilnahme dis-

pensiert wurde (Urk. 66). An der Berufungsverhandlung erschienen der Beschul-

digte in Begleitung seines amtlichen Verteidigers, die unentgeltliche Rechtsvertre-

terin der Privatklägerin 2 sowie die Privatklägerin 1, welche im Zuschauerraum 

Platz nahm und sich nicht aktiv an der Verhandlung beteiligte (Prot. II S. 6 ff.).

-   8   -

II. Prozessuales

1.

Das angefochtene Urteil des Bezirksgerichtes Bülach erging am 21. No-

vember 2023 (Urk. 59). Das Berufungsverfahren richtet sich somit nach den bis 

zum 31. Dezember 2023 geltenden Bestimmungen der Strafprozessordnung 

(Art. 453 Abs. 1 StPO). Die auf den 1. Januar 2024 in Kraft getretene StPO-Revi-

sion hat hingegen keine Auswirkungen auf den vorliegenden Entscheid.

2.1.1. Was den Umfang des Berufungsverfahrens anbelangt, forderte der Be-

schuldigte gemäss Berufungserklärung vom 26. Juli 2024 einen Freispruch von 

den Vorwürfen der versuchten sexuellen Nötigung sowie der Körperverletzung 

(Vorfall vom 29. Januar 2022), daraus folgend verlangte er sodann eine milde Be-

strafung, ein Absehen von der Landesverweisung, eine vollumfängliche Abwei-

sung der Zivilforderungen der Privatklägerinnen 1 und 2 sowie die Neuverlegung 

der Verfahrenskosten (Urk. 62). Anlässlich der Berufungsverhandlung vom 

10. Juni 2025 beantragte die Verteidigung in Abweichung und Erweiterung der 

Berufungserklärung hingegen einen zusätzlichen Freispruch vom Vorwurf der 

mehrfachen Tätlichkeit zum Nachteil der Privatklägerin 2 (C._____) (Urk. 85). Der 

explizite Wortlaut der Berufungserklärung ("Freispruch von Schuld und Strafe vom 

Vorwurf […] der einfachen Körperverletzung zum Nachteil von C._____ […]") 

(Urk. 62 S. 2) lässt allerdings keinen Spielraum für die von der Verteidigung ange-

führte Argumentation, dass die betreffende Dispositivziffer 1 in der Berufungser-

klärung erwähnt sei und somit sämtliche Schuldsprüche angefochten seien 

(Prot. II S. 38, 41), zumal sie die Schuldsprüche betreffend Widerhandlung gegen 

das Betäubungsmittelgesetz, Fahren in fahrunfähigem Zustand sowie mehrfaches 

Fahren ohne Berechtigung, welche ebenfalls unter Dispositivziffer 1 des vorin-

stanzlichen Urteils ausgesprochen wurden, nicht als angefochten verstanden ha-

ben wollte. Die Verteidigung ist mithin auf die in ihrer Berufungserklärung vorge-

nommene unmissverständliche Einschränkung des Umfangs ihrer Berufung zu 

behaften. 

2.1.2. Die Privatklägerin 2 fordert sodann in ihrer Anschlussappellation die (zu-

sätzliche) Verurteilung des Beschuldigten wegen versuchter schwerer Körperver-

-   9   -

letzung (Vorfall vom 23. Mai 2021), wegen einfacher Körperverletzung (Vorfall 

vom 17. Juli 2021) sowie wegen Drohung (Vorfall in der zweiten Maihälfte 2021) 

(Urk. 84). 

2.2.

Obschon hinsichtlich des Widerrufs einer Strafe keine expliziten vom vor-

instanzlichen Entscheid abweichenden Anträge gestellt werden, gilt angesichts 

des engen Sachzusammenhangs mit der angefochtenen Sanktionsregelung auch 

dieser Punkt als von der Berufung umfasst (vgl. BSK StPO II-BÄHLER, Art. 399 

N 13 f.). 

2.3.

In Rechtskraft erwachsen ist das vorinstanzliche Urteil folglich einzig hin-

sichtlich Dispositivziffer 1 teilweise (soweit es die Schuldsprüche betreffend Wi-

derhandlung gegen Art. 19 Abs. 1 BetmG [26. Juli 2018], Fahren in fahrunfähigem 

Zustand im Sinne Art. 91 Abs. 2 SVG [14. Oktober 2017], mehrfaches Fahren 

ohne Berechtigung im Sinne von Art. 95 Abs. 1 SVG [7. September 2017 bis 

14. Oktober 2017] und mehrfache Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 StGB 

[16. November 2021 – recte: 15. November 2021 – und 22. Januar 2022] betrifft) 

sowie hinsichtlich der Dispositivziffern 7 bis 9 (Entscheide über die sichergestellte 

Barschaft, Gegenstände und Betäubungsmittel) und 11 (Kostenfestsetzung), was 

vorab mittels Beschluss festzustellen ist (Art. 402 StPO in Verbindung mit Art. 437 

StPO). In allen übrigen Punkten steht der erstinstanzliche Entscheid hingegen im 

Rahmen des Berufungsverfahrens zur Disposition. 

3.1.

Bereits im erstinstanzlichen Verfahren liess die Privatklägerin 2 (C._____) 

geltend machen, dass die zu beurteilenden gegen sie gerichteten Übergriffe des 

Beschuldigten vom 23. Mai 2021 und 17. Juli 2021 sowie die Drohung in der zwei-

ten Maihälfte 2021 als Offizial- statt als Antragsdelikte zu qualifizieren seien 

(Urk. 46 S. 2; Urk. 68 S. 2; Urk. 84 S. 2 ff.). Dies begründete sie damit, dass es 

sich nebst dem Umstand, dass sie damals zusammen mit dem Beschuldigten 

eine Lebensgemeinschaft im Sinne von Art. 123 Ziff. 2 Abs. 6 StGB und Art. 180 

Abs. 2 lit. b StGB geführt habe, in Bezug auf den Vorfall vom 23. Mai 2021 zudem 

ohnehin um eine versuchte schwere Körperverletzung im Sinne von Art. 122 

StGB handle, welche unabhängig von der Beurteilung der (damaligen) Beziehung 

-   10   -

zwischen Täter und Opfer ein Offizialdelikt darstelle (Urk. 46 [Vorbemerkungen 

"Offizialdelikt"] S. 5; Urk. 68 S. 2; Urk. 84 S. 2 ff., 13 ff.).

3.2.1. Die Vorinstanz hat die Rechtsprechung des Bundesgerichtes zur Qualifi-

kation einer Lebensgemeinschaft im Sinne von Art. 123 Ziff. 2 Abs. 6 StGB und 

Art. 180 Abs. 2 lit. b StGB wie auch die Schilderungen der Parteien zur gelebten 

Beziehung korrekt wiedergegeben (Urk. 59 S. 7 ff.), worauf in Anwendung von 

Art. 82 Abs. 4 StPO vorab verwiesen werden kann. Zu unterstreichen ist an dieser 

Stelle insbesondere, dass gemäss den vom Bundesgericht aufgestellten Anforde-

rungen an eine Lebensgemeinschaft entscheidend ist, dass Täter und Opfer auf 

unbestimmte Zeit einen gemeinsamen Haushalt führen und (kumulativ) die Ge-

meinschaft auf eine lebenslange oder zumindest langwährende Partnerschaft 

ausgerichtet sein muss, d.h. ein stabiles, eheähnliches Konkubinat vorliegt 

(Urteile des Bundesgerichtes 6B_621/2024 vom 27. November 2024 E. 2.1.3 f.; 

6B_670/2023 vom 4. Oktober 2023 E. 4.1 f.). 

3.2.2. Die Vorinstanz ist zu Recht zum Schluss gekommen, dass es sich bei der 

Beziehung, die der Beschuldigte und die Privatklägerin 2 zum Zeitpunkt der vor-

genannten Vorgänge führten, nicht um eine Lebensgemeinschaft handelt, die 

dazu führt, dass für die Tatvorwürfe der einfachen Körperverletzung und der Dro-

hung vom Erfordernis des Strafantrags abgesehen werden könnte (Urk. 59 S. 9). 

So fällt ins Gewicht, dass die Privatklägerin 2 zwar unbestrittenermassen ab April 

2021 für einen gewissen Zeitraum, konkret rund 7 Wochen lang, beim Beschuldig-

ten unterkam, nachdem sie sich seinetwegen mit ihrer Familie zerstritten hatte, 

bis sie dann Ende Mai 2021 zwecks Klinikaufenthalts zur Behandlung ihrer Can-

nabisabhängigkeit wieder aus seiner Wohnung auszog (Urk. D1/2/6 F/A 8 ff.; 

Urk. D9/5/1 F/A 5; Urk. D9/5/2 F/A 14 ff.; Prot. I S. 28 ff.; Prot. II S. 30). Wenn 

man indessen beachtet, dass die Privatklägerin 2, wie sie es selbst schilderte 

(Urk. D9/5/2 F/A 21 ff.), nach ihrer Entlassung aus der Klinik ca. Ende Juni 2021 

nicht etwa wieder beim Beschuldigten, sondern bei ihrer Grossmutter einzog, wo 

sie während der gesamten Zeit auch offiziell gemeldet war, erweckt dies zwangs-

läufig den Eindruck, dass es sich beim zwischenzeitlichen Einzug beim Beschul-

digten um eine bloss kurzzeitige, vorübergehende Lösung gehandelt haben muss, 

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wäre sie ansonsten doch nach ihrem Klinikaufenthalt wieder zu ihm zurückge-

kehrt. Aufschlussreich ist dabei ihre Erklärung, wonach sie sich aufgrund des 

Drucks ihrer Familie dazu entschieden hätten, die Beziehung nach ihrer Entlas-

sung aus der Klinik heimlich fortzusetzen (Urk. D9/5/2 F/A 23), bestand dieser fa-

miliäre Druck doch auch bereits zuvor, als sie aus der Wohnung ihrer Eltern aus- 

und beim Beschuldigten einzog, weshalb die Drucksituation gerade nicht dafür 

spricht, dass sie damals eine langfristige Haushaltsgemeinschaft mit ihm einge-

hen wollte. Kommt hinzu, dass die Privatklägerin 2, selbst als sie im Juli 2021 

während einer 2-wöchigen Ferienabwesenheit ihrer Grossmutter erneut beim Be-

schuldigten weilte, schliesslich doch wieder zu ihrer Grossmutter zurückkehrte 

(Urk. D9/5/1 F/A 5). Auch wenn die Privatklägerin 2 ausführt, dass der längerfris-

tige Plan darin bestand, eines Tages zusammenzuleben und irgendwann eine Fa-

milie zu gründen (Urk. D9/5/2 F/A 24), vermag dies deshalb an der Tatsache, 

dass sie letztlich nur kurzzeitig beim Beschuldigten unterkam und die Gesamtum-

stände auf eine bloss vorübergehende Wohngemeinschaft hindeuten, nichts zu 

ändern. Gleich verhält es sich mit den von der Privatklägervertreterin angeführten 

Sprachnachrichten des Beschuldigten (Urk. 84 S. 5), welche offenbaren, dass bei-

derseits Vorstellungen bezüglich des künftigen Zusammenlebens bestanden. Je-

doch richten sich diese auf die Zukunft und tragen gerade nichts zur Beurteilung 

der tatsächlichen Gegebenheiten und des Bestehens einer stabilen, eheähnlichen 

Lebensgemeinschaft im vorliegend relevanten Zeitpunkt bei. Jedenfalls reicht ein 

effektives, bloss rund 7-wöchiges Zusammenleben nicht aus, um das Erfordernis 

eines auf unbestimmte Zeit gemeinsam geführten Haushalts im Sinne der vorer-

wähnten Rechtsprechung zu erfüllen, zumal sich wie erörtert auch aus den objek-

tiven Umständen nicht ergibt, dass das langfristige Führen eines gemeinsamen 

Haushalts zum damaligen Zeitpunkt bereits geplant gewesen wäre. Schliesslich 

ist der Privatklägerschaft Recht zu geben, dass der wirtschaftlichen Komponente 

bei der Beurteilung, ob eine Lebensgemeinschaft vorliegt, eher untergeordnete 

Bedeutung zukommt, wobei die Privatklägervertretung in diesem Punkt die vorin-

stanzliche Feststellung, dass es zwischen dem Beschuldigten und der Privatklä-

gerin 2 tatsächlich keine finanzielle Abhängigkeiten gegeben hat, ausdrücklich an-

erkennt (Urk. 84 S. 11 f.). Entsprechend scheitert die Qualifikation einer Lebens-

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gemeinschaft im Sinne von Art. 123 Ziff. 2 Abs. 6 StGB bzw. Art. 180 Abs. 2 lit. b 

StGB bereits an der Voraussetzung der Führung eines gemeinsamen Haushalts.

3.3.1. Was den Vorfall vom 23. Mai 2021 anbelangt, so macht die Privatkläge-

rin 2 ferner geltend, dass insbesondere das mehrfache Schlagen ihres Kopfes ge-

gen die Wand lebensgefährlich sein könne, womit der Beschuldigte eine schwere 

Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB zumindest in Kauf genommen habe 

(Urk. 46 S. 5; Urk. 84 S. 13  ff.). Unter dem betreffenden Anklagepunkt wird dem 

Beschuldigten vorgeworfen, der Privatklägerin 2 diverse Schläge mit der offenen 

Hand sowie mit seinen Fäusten ins Gesicht und insbesondere in die Augen ver-

setzt sowie ihren Kopf bzw. ihre Haare ergriffen und ihren Kopf mehrfach gegen 

die Wand geschlagen zu haben, wodurch sie sich Hämatome um beide Augen, 

eine Beule an der rechten Seite des Kopfes, Schwellungen an der Lippe und der 

Wange, eine innenseitig aufgeplatzte Lippe sowie Hämatome am Hals zugezogen 

habe (Urk. D1/18 S. 5 f.). 

3.3.2. Gemäss gefestigter Rechtsprechung des Bundesgerichtes hängt die 

rechtliche Qualifikation von Körperverletzungen als Folge von Faustschlägen oder 

Tritten von den konkreten Tatumständen ab, wobei insbesondere die Heftigkeit 

des Schlages und die Verfassung des Opfers massgeblich sind. Eine (versuchte) 

schwere Körperverletzung wurde insbesondere bei wiederholten Faustschlägen, 

bei einem heftigen Schlag ins Gesicht von körperlich beeinträchtigten bzw. in ih-

rem Reaktionsvermögen eingeschränkten Opfern sowie beim (sich verwirklichten) 

Risiko eines unkontrollierten Sturzes auf den Boden angenommen (Urteil des 

Bundesgerichtes 6B_321/2023 vom 16. Juni 2023 E. 3.2.5 m.w.H.). Wie bei 

Faustschlägen ins Gesicht, welche je nach Wucht durchaus lebensgefährliche 

Verletzungen verursachen können, erscheint es auch bei einem horizontalen 

Schlagen des Kopfes gegen eine Wand, welches je nach Intensität mehr oder we-

niger schwerwiegende Verletzungen verursachen kann, angezeigt, für dessen 

Qualifikation ebenfalls die erwähnten, vom Bundesgericht aufgestellten Kriterien 

für Faustschläge und Tritte heranzuziehen. So ist auch ein solches Schlagen ent-

gegen der Auffassung der Privatklägerin 2 (Urk. 46 S. 5; Urk. 68 S. 2; Urk. 84 

S. 13) nicht per se unter den qualifizierten Tatbestand der (versuchten) schweren 

-   13   -

Körperverletzung zu subsumieren. Zwar ist festzuhalten, dass es sich bei einer 

Wand um eine harte Oberfläche handelt, auf die der Kopf aufprallt. Anders aber 

als etwa bei einem vertikalen Schlagen von oben herab auf einen Betonboden, 

bei dem schneller erheblich grössere Kräfte ausgelöst werden können, variiert ein 

horizontales Schlagen gegen die Wand in Bezug auf das Verletzungspotenzial 

stark mit der effektiven Wucht, mit welcher diese Handlung vorgenommen wird, 

weshalb den konkreten Tatumständen eine bedeutende Rolle zukommt.

3.3.3. Vorbehaltlich der Vorwurf lasse sich erstellen, stehen mehrfache Faust-

schläge ins Gesicht der Privatklägerin 2 zur Beurteilung, wobei sich dem Anklage-

text selbst nichts zur Heftigkeit der Schläge oder der Verfassung der Privatkläge-

rin 2 entnehmen lässt. Aus den Ausführungen der Privatklägerin 2 erhellt immer-

hin, dass der Beschuldigte und sie am Abend vor dem Vorfall MDMA, Cannabis 

und etwas Alkohol konsumiert hätten (Urk. D9/5/2 F/A 50, 66 ff.). Dass die Privat-

klägerin 2 hierdurch körperlich beeinträchtigt oder in ihrer Reaktionsfähigkeit ein-

geschränkt gewesen wäre, kann daraus jedoch nicht abgeleitet werden, zumal sie 

selbst angegeben hat, im Bett noch mit dem Beschuldigten herumgealbert zu ha-

ben (Urk. D9/5/2 F/A 50), woraus zu schliessen ist, dass sie nicht etwa im Schlaf 

oder im Vollrausch von den Schlägen überrascht worden wäre. Zur Intensität der 

Schläge kann den Schilderungen der Privatklägerin 2 zwar entnommen werden, 

dass sie bei den noch im Bett erfolgten Faustschlägen "wie einen Blitz" vor ihren 

Augen gesehen habe, weshalb sie sich ins Badezimmer begeben habe, um zu 

sehen, was es damit auf sich hat (Urk. D9/5/2 F/A 50). Weitere Hinweise auf die 

Kraft der Schläge liegen indessen nicht vor. Ebenso verhält es sich mit den übri-

gen im Raum stehenden Faustschlägen sowie den Schlägen des Kopfes der Pri-

vatklägerin 2 gegen die Wand im Badezimmer, in Bezug auf deren Heftigkeit die 

Privatklägerin 2 keinerlei Angaben machte (Urk. D9/5/2 F/A 50 ff.). So führte sie 

hierzu lediglich aus, dass der Beschuldigte ihr ins Badezimmer gefolgt sei, wo er 

ihr weitere Fäuste ins Gesicht gegeben sowie sie an den Haaren gepackt und ih-

ren Kopf geführt habe, um diesen mehrfach gegen die Wand zu schlagen bzw. zu 

stossen (Urk. D9/5/2 F/A 50 f.). Diesen privatklägerischen Schilderungen mangelt 

es nicht nur an Angaben zur Intensität der Schläge, sondern auch an Hinweisen 

darauf, aus welcher Entfernung der Beschuldigte ihren Kopf gegen die Wand ge-

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schlagen hat. Zudem war die Privatklägerin 2 ihren eigenen Angaben zufolge 

auch weiterhin in der Lage, ihn zu beleidigen (Urk. D9/5/2 F/A 50), womit Be-

wusstseinseintrübungen, die durch die Schläge bewirkt worden wären, auszusch-

liessen sind. Schliesslich lässt sich auch anhand des von der Privatklägerin 2 wie-

dergegebenen und im Übrigen auch bildlich dokumentierten Verletzungsbildes 

(Hämatome um beide Augen, Beule an der rechten Seite des Kopfes, Schwellun-

gen an Lippe und Wange, eine innenseitig aufgeplatzte Lippe sowie Hämatome 

am Hals) nichts Sachdienliches ableiten, handelt es sich doch hierbei durchwegs 

um Läsionen, die keine allzu grosse Einwirkung erfordern. Hingegen ist im Um-

stand, dass die Privatklägerin 2 gemäss ihren Aussagen bei den Faustschlägen 

im Bett eine Art Blitzen vor den Augen wahrgenommen habe, ein Indiz zu erken-

nen, das darauf hindeuten könnte, dass bei ihr aufgrund der erlittenen Schläge 

des Beschuldigten kurzfristig Sehstörungen aufgetreten sind. Jedoch darf dabei 

nicht unbeachtet bleiben, dass sich die Privatklägerin 2 zu diesem Zeitpunkt nicht 

auf hartem Untergrund, sondern im Bett befand, wobei die Matratze eine dämp-

fende Wirkung auf die Wucht der Schläge gehabt haben dürfte und damit auch 

kein Risiko für einen unkontrollierten Sturz bestand. Insofern bestand also keine 

erhöhte Verletzungsgefahr. Abgesehen von den eher spärlichen Ausführungen 

der Privatklägerin 2 entbehrt die Aktenlage folglich jeglicher Anhaltspunkte, an-

hand welcher ein verlässlicher Schluss auf die Intensität der Schläge geschweige 

denn auf die subjektiven Momente auf Seiten des Beschuldigten, welcher im Übri-

gen beteuert, die Privatklägerin 2 lediglich mit der flachen Hand geschlagen zu 

haben (Urk. D1/2/6 F/A 8; Urk. D1/2/7 F/A 8), gezogen werden könnte. Folglich 

können höchstens Mutmassungen über die Heftigkeit der Schläge und eine allfäl-

lig damit einhergehende Inkaufnahme einer lebensgefährlichen Verletzung ange-

stellt werden. Vor diesem Hintergrund wäre in Nachachtung des in dubio pro reo-

Grundsatzes aber ohnehin von dem für den Beschuldigten günstigeren Sachver-

halt auszugehen, wonach die Schläge keine besondere Heftigkeit aufgewiesen 

hätten, weshalb das Vorliegen des qualifizierten Tatbestands der schweren Kör-

perverletzung von vornherein zu verneinen wäre. Kommt hinzu, dass einer Verur-

teilung wegen schwerer Körperverletzung ohnehin bereits das Anklageprinzip im 

-   15   -

Sinne von Art. 9 StPO entgegenstehen würde, wie es auch von der Verteidigung 

zutreffend geltend gemacht wurde (Prot. II S. 39).

3.4.

Nach dem Gesagten stellen die Anklagevorwürfe betreffend mehrfache 

einfache Körperverletzung vom 23. Mai 2021 und 17. Juli 2021 sowie betreffend 

Drohung in der zweiten Maihälfte 2021 Antragsdelikte dar. Dass für den genann-

ten Zeitraum (Mai bis Juli 2021) kein gültiger Strafantrag vorliegt, wurde sodann 

bereits von der Vorinstanz zutreffend festgestellt (Urk. 59 S. 9 f.). Entsprechend 

ist die diesbezüglich ergangene Einstellung des Verfahrens nach Art. 329 Abs. 1 

lit. b StPO zu bestätigen.

4.

Darüber hinaus wurden im Rahmen des Berufungsverfahrens von keiner 

Seite Vorfragen aufgeworfen oder Beweisanträge gestellt. Demgemäss erweist 

sich die Sache als spruchreif, wobei bereits an dieser Stelle darauf hinzuweisen 

ist, dass sich die urteilende Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich 

auseinandersetzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss. 

Vielmehr kann sich das Berufungsgericht auf die für seinen Entscheid wesentli-

chen Gesichtspunkte beschränken (BGE 147 IV 409 E. 5.3.4; 146 IV 297 E. 2.2.7; 

141 IV 249 E. 1.3.1 m.w.H.; Urteile des Bundesgerichtes 7B_611/2024 vom 

13. November 2024 E. 4.2.2; 6B_1135/2022 vom 21. September 2023 E. 3.2.3).

III. Sachverhalt und rechtliche Würdigung

Versuchte sexuelle Nötigung (5./6. Oktober 2017)

Soweit im Berufungsverfahren relevant, wird dem Beschuldigten vorge-

A.

1.

worfen, sich der versuchten sexuellen Nötigung schuldig gemacht zu haben, in-

dem er in der Nacht vom 5. auf den 6. Oktober 2017 ca. zwischen 22:30 Uhr und 

02:00 Uhr das Zimmer einer Wohnung an der E._____-strasse 1 in F._____, in 

welchem sich lediglich die nackte und nur mit einer Bettdecke bedeckte Privatklä-

gerin 1 (B._____) befand, betreten und hinter sich die Zimmertür mit dem Schlüs-

sel verschlossen habe, worauf er die Privatklägerin 1 während ungefähr 15 bis 20 

Minuten nicht aus dem Zimmer gelassen habe, obschon sie ihn wiederholt aufge-

fordert habe, sie hinauszulassen und die Tür zu öffnen. Eventualiter soll er die 

-   16   -

Zimmertür nicht mit einem Schlüssel verschlossen haben, sondern diese lediglich 

ins Schloss gezogen und dabei die Privatklägerin 1 durch seine Position zwischen 

ihr und der Tür und durch sein einschüchterndes Verhalten daran gehindert ha-

ben, das Zimmer zu verlassen. Ferner soll der Beschuldigte der Privatklägerin 1 

während der Dauer, in welchem er sich alleine mit ihr im Zimmer befunden und 

sie am Verlassen des Zimmers gehindert habe, die Decke bis unter die Brüste 

weggezogen und sie verbal bedrängt haben, indem er ihr u.a. gesagt habe, dass 

er schon immer mal etwas mit einer dünnen Frau haben wollte und sie nicht so 

schwierig tun solle (Urk. D1/18 S. 3 f.).

2.

Wie die Vorinstanz zutreffend feststellte (Urk. 59 S. 13 f.), anerkennt der 

Beschuldigte, sich in der besagten Nacht vorübergehend alleine mit der lediglich 

mit einer Bettdecke bedeckten Privatklägerin 1 in dem Zimmer befunden zu ha-

ben. Zudem räumt er ein, möglicherweise dumme "Machosprüche" ausgespro-

chen zu haben und der Privatklägerin 1 die Bettdecke heruntergezogen bzw. dies 

versucht zu haben, wobei er geltend macht, angetrunken gewesen zu sein. Er an-

erkennt zudem, dass es zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen der Pri-

vatklägerin 1 und ihm gekommen ist, was er damit begründet, dass sie ihn grund-

los der Vergewaltigung beschuldigt habe, was ihn wütend gemacht habe, da er 

sehr empfindlich auf solche Vorwürfe reagiere. Hingegen bestreitet der Beschul-

digte, das Zimmer mit einem Schlüssel verschlossen, die Privatklägerin 1 am Ver-

lassen des Zimmers gehindert, ihr gegenüber eine sexuelle Motivation gehabt und 

sie mit den in der Anklage wiedergegebenen Worten verbal bedrängt zu haben 

(Urk. D1/2/1 F/A 3; Urk.  D1/2/3 F/A 3 ff.; Urk. D1/2/4 F/A 70 ff.; Urk. D1/2/5 

F/A 4 ff.; Prot. I S. 12 ff.; Prot. II S. 25 ff.).

3.1.

In sachverhaltsmässiger Hinsicht ist demnach zu prüfen, ob sich rechts-

genügend erstellen lässt, dass der Beschuldigte die Zimmertür nach dem Betre-

ten des Zimmers, in welchem sich die unbestrittenermassen unbekleidete und nur 

mit einer Bettdecke zugedeckte Privatklägerin 1 befand, hinter sich mit einem 

Schlüssel verschloss, die Privatklägerin 1 hernach während ca. 15 bis 20 Minuten 

nicht aus dem Zimmer liess, obwohl sie ihn wiederholt dazu aufforderte, er sie 

verbal bedrängte, indem er ihr u.a. sagte, dass er schon immer mal etwas mit ei-

-   17   -

ner dünnen Frau haben wollte und sie nicht so schwierig tun solle, und dass er sie 

durch sein Verhalten zur Duldung oder zum Vollzug einer beischlafsähnlichen 

oder anderen sexuellen Handlung drängen wollte. Hinsichtlich der dabei zu be-

achtenden Beweisgrundsätze kann in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO vorab 

auf die zutreffenden Erwägungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden 

(Urk. 59 S. 12 f.). Des Weiteren ergeben sich die Beweismittel, auf denen der Vor-

wurf basiert, aus der grundsätzlich korrekten Auflistung der Vorinstanz (Urk. 59 

S. 14), welche lediglich um die Aussagen der Zeugen G._____ (Urk. D2/7/4-5) so-

wie H._____ (Urk. D2/7/6) zu ergänzen ist. Darüber hinaus werden im angefoch-

tenen Entscheid insbesondere die Aussagen des Beschuldigten und der Privatklä-

gerin 1 umfassend und ausführlich zusammengefasst (Urk. 59 S. 14 ff.). Wie-

derum um unnötige Wiederholungen zu vermeiden, kann in Anwendung von 

Art. 82 Abs. 4 StPO auch auf diese erstinstanzlichen Erwägungen verwiesen wer-

den. Vorwegzunehmen ist, dass den von der Vorinstanz gezogenen Schlüssen 

zur Sachverhaltserstellung zu folgen ist, weshalb die nachstehenden Erwägungen 

primär als Ergänzung resp. Verdeutlichung der vorinstanzlichen Beweiswürdigung 

zu verstehen sind.

3.2.1. Mit der Vorinstanz ist zunächst festzustellen, dass die Aussagen des Be-

schuldigten zum Anklagevorwurf eher knapp und wenig detailliert ausfielen. So 

führte er im Wesentlichen aus, das Zimmer betreten zu haben, worauf sogleich 

die Anschuldigungen seitens der Privatklägerin 1 folgten, welche ihn wütend 

machten. Dazu, was sie ihm konkret vorgeworfen habe und was dazu geführt ha-

ben soll, dass die Privatklägerin 1 Vorwürfe gegen ihn erhoben hat, konnte er je-

doch – mit Ausnahme seiner Behauptung anlässlich der Hauptverhandlung und 

der heutigen Berufungsverhandlung, wonach sie ihn beschuldigt habe, dass er sie 

vergewaltigen wolle (Prot. I S. 13; Prot. II S. 26) – keinerlei Angaben machen (vgl. 

Urk. D1/2/1 F/A 3 ff.; Urk. D1/2/3 F/A 5 f.; Urk. D1/2/4 F/A 71 ff., 79 ff.; Prot. I 

S. 36 f., 41 f.; Prot. II S. 25 ff.). Ebenso verhält es sich mit den von ihm als mög-

lich erachteten Machosprüchen, die er nicht weiter spezifizieren konnte (Prot. I 

S. 36 f.; Prot. II S. 25 f.). Des Weiteren lassen sich seinen Schilderungen auch ei-

nige, nicht unwesentliche Widersprüchlichkeiten entnehmen. So führte der Be-

schuldigte anlässlich seiner ersten polizeilichen Einvernahme aus, nur einmal das 

-   18   -

Zimmer, in dem sich die Privatklägerin 1 befunden habe, betreten zu haben, wo-

bei I._____, kurz nachdem er (der Beschuldigte) eingetreten sei, das Zimmer ver-

lassen habe und es anschliessend zu den Anschuldigungen seitens der Privatklä-

gerin 1 gekommen sei (Urk. D1/2/1 F/A 3, 42 ff.), während er bei den späteren 

Einvernahmen schilderte, ein erstes Mal kurz im Zimmer gewesen zu sein, als die 

beiden sich noch im Bett befunden hätten, wobei er vergebens nach einem

T-Shirt gesucht und I._____ eine Tube gegeben habe, und dann ein zweites Mal 

das Zimmer betreten zu haben, als I._____ dieses gerade verlassen habe, um er-

neut auf die Suche nach einem T-Shirt oder Hemd zu gehen (Urk. D1/2/3 

F/A 3 ff.; Urk. D1/2/4 F/A 71; Prot. I. S. 40). Darüber hinaus gab der Beschuldigte 

anlässlich der ersten Einvernahme bei der Polizei zum Vorhandensein eines 

Schlüssels für das betreffende Zimmer noch an, nicht zu wissen, ob der Schlüssel 

da gewesen sei, und sich nicht mehr erinnern zu können, ob er die Tür zuge-

macht oder abgesperrt habe (Urk. D1/2/1 F/A 50 f.), während er sich in den späte-

ren Einvernahmen, bei denen das Erinnerungsvermögen erfahrungsgemäss in-

folge der zeitlichen Distanz zum Ereignis abnimmt, plötzlich davon überzeugt 

zeigte, die Tür nicht abgeschlossen zu haben, da es für dieses Zimmer gar keinen 

Schlüssel gebe (Urk. D1/2/3 F/A 6, 15; Urk. D1/2/4 F/A 71, 75; Urk. D1/2/5 F/A 8; 

Prot. I S. 12 ff.; Prot. II S. 25). Diesbezüglich ist jedoch klarzustellen, dass sich die 

Privatklägerin 1 beim anklagegegenständlichen Vorfall nicht im Zimmer von 

G._____, wie vom Beschuldigten angegeben (Urk. D1/2/1 F/A 3; Urk. D1/2/3 

F/A 5), sondern nachweislich in jenem von dessen Mitbewohner H._____ befand. 

Die Grundrissskizze des Beschuldigten (Anhang zu Urk. D1/2/4) deckt sich denn 

auch mit derjenigen der Privatklägerin 1 (Anhang zu Urk. D2/6/1), welche wie-

derum mit den Skizzen der Zeugen G._____ und H._____ übereinstimmen, die 

diese zu H._____' Zimmer angefertigt haben (Anhang zu Urk. D2/7/5; Anhang zu 

Urk. D2/7/6). Zudem gab der Zeuge G._____, der am besagten Abend ebenfalls 

in der Wohnung zugegen war, mehrfach explizit und von sich aus an, dass die 

Privatklägerin 1 und I._____ in H._____' Zimmer gewesen seien (Urk. D2/7/4 

F/A 17, 19 f.). Gemäss den Zeugen G._____ und H._____ gab es für dieses Zim-

mer sodann auch einen Schlüssel (Urk. D2/7/4 F/A 19; Urk. D2/7/6 F/A 19), womit 

die Aussagen des Beschuldigten in dieser Hinsicht durch die übrigen Anwesen-

-   19   -

den widerlegt werden. Sodann stehen der Version des Beschuldigten auch die 

Aussagen von I._____ entgegen, der angab, dass die Zimmertür, als er die Aus-

einandersetzung zwischen dem Beschuldigten und der Privatklägerin 1 bemerkt 

habe und im Zimmer habe nachsehen wollen, verschlossen gewesen sei und sie 

erst auf seine Aufforderung hin vom Beschuldigten geöffnet worden sei 

(Urk. D2/7/1 F/A 19, 67; Urk. D2/7/3 F/A 48). Insgesamt weist die Sachverhalts-

darstellung des Beschuldigten demnach zahlreiche Unstimmigkeiten auf und 

seine Aussagen erscheinen weder gehaltvoll noch stimmen sie in mehreren we-

sentlichen Belangen mit den Zeugendepositionen der übrigen Anwesenden über-

ein.

3.2.2.1. Die Privatklägerin 1, auf deren Aussagen der Vorwurf basiert, vermochte 

den Vorfall demgegenüber eindrücklich und schlüssig darzulegen, was bereits die 

Vorinstanz zutreffend erwog (Urk. 59 S. 20). Nicht nur war sie bei ihren beiden 

Einvernahmen in der Lage, den ganzen Tagesverlauf, sondern auch das eigentli-

che Kerngeschehen jeweils in freier Rede mit einem hohen Detailierungsgrad 

nachvollziehbar und widerspruchsfrei wiederzugeben (Urk. D2/6/1 F/A 14; 

Urk. D2/6/3 F/A 24). So gab sie zum Kerngeschehen konstant an, wie sie nach 

dem (ersten und einvernehmlichen) Geschlechtsverkehr mit I._____ ("I'._____" 

genannt) im Bett geblieben sei, während dieser das Zimmer Richtung Bad verlas-

sen habe, und wie der Beschuldigte hernach das Zimmer betreten, die Zimmertür 

verschlossen und sie verbal zu bedrängen begonnen habe, wobei die Stimmung 

immer aggressiver geworden sei, nachdem sie ihm zu verstehen gegeben habe, 

nicht an ihm interessiert zu sein und das Zimmer verlassen zu wollen (Urk. D2/6/1 

F/A 14 f.; Urk. D2/6/3 F/A 24).

3.2.2.2. Die Glaubhaftigkeit der privatklägerischen Aussagen wird zudem dadurch 

bestärkt, dass sich darin nebst einer Rekonstruktion des Geschehensablaufs 

auch eine Wiedergabe konkreter Gespräche finden lässt – etwa wie der Beschul-

digte, als "I'._____" später wieder hinzugekommen sei, zur Privatklägerin 1 gesagt 

habe, sie solle jetzt bloss nicht sagen, er sei ein Vergewaltiger (Urk. D2/6/1 

F/A 15, 69; vgl. auch D2/6/3 F/A 24), oder wie sie zu ihm gesagt habe, dass sie 

kein Interesse an ihm habe, sondern nur wegen "I'._____" da sei und dass sie es 

-   20   -

nicht lustig finde (Urk. D2/6/1 F/A 15, 57), und ferner, dass er bitte die Tür aufma-

chen solle, wenn es ein Witz sei, und dass alles gut werde, wenn er die Tür auf-

mache, sie es ja immer noch zusammen lustig haben könnten (Urk. D2/6/3 

F/A 24). Zu erwähnen ist sodann im Besonderen der Satz "Ich wollte schon immer 

etwas mit einer dünnen Frau haben", den die Privatklägerin 1 in beiden Einver-

nahmen nahezu wortwörtlich wiedergeben konnte (Urk. D2/6/1 F/A 14, 55; 

Urk. D2/6/3 F/A 24), zeugt diese Aussage doch von einer Originalität, die schwer-

lich erfunden sein kann. 

3.2.2.3. Für die Schilderung von tatsächlich Erlebtem spricht sodann der Um-

stand, dass die Privatklägerin 1 innere Vorgänge wie Gedanken und Gefühlslagen 

plastisch darlegte. So führte sie aus, wie es ihr peinlich und unangenehm gewe-

sen sei, als der Beschuldigte ihr die Bettdecke weggezogen habe und er so ihre 

Brüste habe sehen können (Urk. D2/6/1 F/A 14 f.), oder wie es ihr mulmig zumute 

geworden sei, sie einen Kloss im Hals gehabt habe, als sie bemerkt habe, dass 

die Tür verschlossen sei, und wie sie das Gefühl bekommen habe, dass dies kein 

gutes Ende nähme (Urk. D2/6/1 F/A 15; Urk, D2/6/3 F/A 24). Eindrücklich schil-

derte sie auch, welche Strategien sie angewendet habe, um den immer aggressi-

ver werdenden Beschuldigten zu besänftigen und dazu zu bewegen, sie aus dem 

Zimmer zu lassen, indem sie aus ihren Erfahrungen mit ihrem psychisch kranken 

Vater geschöpft habe. Sie habe daher aufgehört, energisch auf den Beschuldig-

ten einzureden, und stattdessen versucht, auf eine nette Art mit ihm zu sprechen 

und ihn aufzufordern, sie aus dem Zimmer zu lassen, wobei er laut geblieben sei 

und bedrohlich auf sie gewirkt habe. Obschon sie Angst gehabt habe, habe sie 

sich dabei gezwungen, ruhig zu bleiben. Sie habe es deshalb nochmals anders 

versucht und ihn weinerlich gebeten, sie rauszulassen, was jedoch keinen Erfolg 

gezeitigt habe. Nachdem er ihr gesagt habe, sie solle ja nichts Falsches sagen, 

habe es ihr dann aber auch gereicht und sie habe ihn ebenfalls bedrohlich ange-

schrien, dass es jetzt genug sei und er sie rauslassen solle, was er sich denke, 

wer er sei, worauf der Beschuldigte völlig ausgetickt sei und sie angeschrien 

habe, ob sie sagen wolle, dass er ein Vergewaltiger sei. Schliesslich habe sie nur 

noch geschrien "Lass mich raus!" und "Hilfe!", bis irgendwann I._____ an die Tür 

geklopft habe (Urk. D2/6/1 F/A 15; Urk. D2/6/3 F/A 24). 

-   21   -

3.2.2.4. Nachvollziehbar führte die Privatklägerin 1 ferner aus, wie sie bemerkt 

habe, dass die Tür verschlossen gewesen sei. So gab sie im Verlaufe ihrer freien 

Schilderungen zum Geschehensablauf an, dass der Beschuldigte die Tür mit ei-

nem Schlüssel abgeschlossen habe, als er hereingekommen sei, und sie gese-

hen habe, wie er den Schlüssel irgendwie zu sich genommen habe, wobei sie je-

doch nicht mitbekommen habe, wohin er ihn gesteckt habe. Als es ihr unange-

nehm geworden sei, sei sie während des Redens aufgestanden und zur Tür ge-

gangen, wobei sie im Moment, als sie die Türklinke betätigt habe, realisiert habe, 

dass die Tür verschlossen gewesen sei. Da sei ihr in den Sinn gekommen, dass 

sie gehört habe, wie der Beschuldigte die Tür beim Betreten des Zimmers abge-

schlossen habe. Sie sei etwas betrunken gewesen, weshalb sie es am Anfang 

nicht so ganz wahrgenommen habe (Urk. D2/6/1 F/A 15). Dass sie nicht nur visu-

ell, sondern auch durch das Betätigen der Türklinke bemerkt hat, dass die Tür ef-

fektiv verschlossen war, lässt ihre Aussagen umso plausibler erscheinen. Bestärkt 

wird dieser Schluss zudem dadurch, dass sie ihr visuell und haptisch Erlebtes 

auch noch mit ihrer akustischen Wahrnehmung verknüpfen konnte, was ebenfalls 

für die Glaubhaftigkeit ihrer Schilderungen spricht. Gestützt werden ihre Angaben 

zu den Schliessverhältnissen der Tür nicht zuletzt auch von I._____, der wie er-

wähnt zu Protokoll gab, dass die Tür verschlossen gewesen sei, als er eine Dis-

kussion im Zimmer wahrgenommen habe und habe nachsehen wollen, was los 

sei, wobei die Tür erst nach mehrmaliger Aufforderung geöffnet worden sei 

(Urk. D2/7/1 F/A 19, 64 ff.; Urk. D2/7/3 F/A 48 ff.). Entgegen der Verteidigung 

(Urk. 48 S. 6) ist aus dem Umstand, dass der Zeuge I._____ ausführte, dass es 

keinen Schlüssel gehabt habe, als er mit der Privatklägerin 1 im Zimmer war, 

nicht zwangsläufig darauf zu schliessen, dass die Tür nicht durch den Beschuldig-

ten abgeschlossen worden sein könne, blieb der Zeuge doch auch dann bei sei-

nem Standpunkt, wonach die Tür verschlossen war, als er von aussen wieder das 

Zimmer betreten wollte, nachdem er mit dieser Diskrepanz seiner Aussagen kon-

frontiert worden war (Urk. D2/7/1 F/A 64 ff.).

3.2.2.5. Auch zur Dauer des Vorfalls führte die Privatklägerin 1 – im Gegensatz 

zum Beschuldigten, der im Verlaufe des Verfahrens von "nicht mal eine[r] Minute" 

(Urk. D1/2/1 F/A 53), "höchstens 1 bis 3 Minuten" (Urk. D1/2/3 F/A 6), "2 Minuten, 

-   22   -

3 Minuten" (Urk. D1/2/4 F/A 87) bis hin zu "5 Minuten, 6 Minuten, oder weniger" 

(Prot. I S. 12 f.) sprach – konstant aus, dass es insgesamt ca. 15 bis 20 Minuten 

gedauert habe. Zwar mag es sich dabei um einen eher langen Zeitraum handeln, 

jedoch legte sie, wie gesehen, auch bildhaft und ausführlich dar, wie sie mit der 

Zeit schier verzweifelte und verschiedenste Strategien anzuwenden versuchte, 

um den Beschuldigten dazu zu bringen, die Tür wieder zu öffnen, weshalb die an-

gegebene Dauer entgegen der Ansicht der Verteidigung (Urk. 48 S. 6) insgesamt 

als glaubhaft erscheint. Nicht zuletzt erscheint eine solche Zeitspanne auch mit 

den ersten Aussagen von I._____ bei der Polizei vereinbar, sagte dieser doch 

aus, die Privatklägerin 1 vergessen zu haben, nachdem er das Zimmer verlassen 

habe, und sich deshalb den anderen beim Spielen von Videogames angeschlos-

sen habe, was impliziert, dass eine gewisse Zeit verstrichen sein muss, auch 

wenn er seine Ausführungen 2 Jahre später bei der Staatsanwaltschaft dahinge-

hend relativierte, dass er nicht sagen könne, wie lange es effektiv gedauert habe, 

bis es laut geworden sei, er aber nicht glaube, dass 15 bis 20 Minuten vergangen 

seien, dass dies eine lange Zeit wäre und bedeuten würde, dass er auch so lange 

mit den anderen gespielt hätte (Urk. D2/7/1 F/A 19; Urk. D2/7/3 F/A 46, 54, 61). 

3.2.2.6. Schliesslich ist einhergehend mit der Vorinstanz (Urk. 59 S. 20) festzuhal-

ten, dass die Privatklägerin 1 den Beschuldigten auch nicht übermässig belastete, 

sondern noch ausdrücklich betonte, dass er sie nie angefasst habe (Urk. D2/6/3 

F/A 24), was die Authentizität ihrer Aussagen bestärkt. 

3.2.3.

Insgesamt sind die Aussagen der Privatklägerin 1, welche ein eindrückli-

ches Bild der Situation vermitteln, in der sie sich anlässlich des eingeklagten Vor-

falls befand, als anschaulich, lebendig und in sich schlüssig zu bezeichnen, wobei 

gerade auch die inhaltliche Kohärenz ihrer Aussagen herauszustreichen ist. Es 

sind keinerlei Anzeichen erkennbar, welche an der Wahrhaftigkeit ihrer Schilde-

rungen zweifeln liessen. Insbesondere vermögen auch die eher spärlich und aus-

weichend ausgefallenen sowie teils inkonsistenten Ausführungen des Beschuldig-

ten die Authentizität ihrer Aussagen nicht ins Wanken zu bringen, zumal der 

Zeuge I._____ die Schilderungen der Privatklägerin 1 zu den Schliessverhältnis-

sen noch stützte. Entsprechend bestehen keine erheblichen und unüberwindba-

-   23   -

ren Zweifel daran, dass sich das Geschehen, so wie von der Privatklägerin 1 ge-

schildert, abgespielt hat, womit der Anklagesachverhalt ohne Einschränkungen 

als rechtsgenügend erstellt zu erachten ist.

4.1.

Die von der Vorinstanz vorgenommene rechtliche Würdigung des Sach-

verhalts als versuchte sexuelle Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 aStGB (in 

der bis zum 30. Juni 2024 geltenden Fassung) in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 

StGB (Urk. 59 S. 22 ff.) erweist sich als zutreffend, weshalb – um unnötige Wie-

derholungen zu vermeiden – in Anwendung von Art.  82 Abs. 4 StPO vollumfäng-

lich darauf verwiesen werden kann. 

4.2.

So hat der Beschuldigte mit dem weiteren Verharren im zuvor von ihm mit 

dem Schlüssel abgeschlossenen Zimmer und insbesondere dem trotz Aufforde-

rung der Privatklägerin 1 nicht erfolgten Wiederaufschliessen der Tür, nachdem 

für ihn klar wurde, dass die Privatklägerin 1 keinerlei sexuelle Interessen ihm ge-

genüber hegt, für die ihm körperlich unterlegene Privatklägerin 1 zweifellos eine 

Zwangssituation geschaffen, wie dies deren eindrücklich geschilderte Reaktion 

und Gefühlslage, wonach sie einen Kloss im Hals bekam, ihr mulmig zumute war 

und sie verzweifelt auf verschiedenste Art und Weise versuchte, den Beschuldig-

ten von seinem Vorhaben abzubringen und sie rauszulassen, deutlich macht. In-

dem der Beschuldigte die Privatklägerin 1 nicht sofort, nachdem sie ihm zu ver-

stehen gab, keinen sexuellen Kontakt mit ihm zu wünschen, aus dem Zimmer 

liess, sondern die Tür stattdessen weiterhin geschlossen hielt und weiter auf sie 

einwirkte sowie die dadurch hervorgerufene Drucksituation für die Privatkläge-

rin 1, die sich in einer ihr völlig fremden Wohnung einem ihr fremden, überlegenen 

Mann ausgesetzt sah, weiter aufbaute und aufrechterhielt, manifestierte er 

schliesslich seinen Entschluss, gegen ihren Willen sexuelle Handlungen an ihr 

vorzunehmen. Entgegen der Verteidigung (Urk. 48 S. 6; Urk. 85 S. 11) ergibt sich 

aus den konkreten Tatumständen – Herunterziehen der Bettdecke und dadurch 

erfolgtes Entblössen der Brüste der Privatklägerin 1 sowie den Aussagen des Be-

schuldigten, wonach er schon immer etwas mit einer dünnen Frau haben wollte 

und sie nicht so schwierig tun solle, verbunden mit der verschlossenen Zimmertür 

– jedenfalls klar, dass die Privatklägerin 1 einen sexuellen Übergriff zu befürchten 

-   24   -

hatte. Aufgrund ebendieser Umstände bestehen auch keinerlei Zweifel daran, 

dass der Beschuldigte nicht nur auf eine sexuelle Belästigung der Privatklägerin 1 

abzielte, wie es von der Verteidigung insinuiert wird (Urk. 48 S. 7 f.; Urk. 85 

S. 5 f.), sondern er – seinem eigenen (erstellten) Wortlaut zufolge, wonach er 

schon immer etwas mit einer dünnen Frau haben wollte – die Vornahme sexueller 

Handlungen mit ihr im Sinne hatte. Von seinem Vorhaben abbringen liess sich der 

Beschuldigte aber erst durch das Hinzukommen von I._____ und dessen Insistie-

ren, in das Zimmer eingelassen zu werden. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Be-

schuldigte allerdings aus seiner Sicht bereits alles unternommen, um seinen Wil-

len zu verwirklichen. Für das Überschreiten der Schwelle zum strafbaren Versuch 

zu einer sexuellen Nötigung bedarf es denn auch entgegen der Ansicht der Ver-

teidigung (Urk. 85 S. 5) nicht etwa einer bereits begonnenen sexuellen Handlung, 

sondern reicht die Vornahme einer nötigenden Handlung resp. der Beginn der 

Schaffung einer Zwangslage, solange diese eine zeitliche wie auch örtliche Nähe 

zur eigentlichen Tathandlung aufweist (Urteil des Bundesgerichtes 7B_732/2022 

vom 22. Juli 2024 E. 2.2.5 m.w.H.). Da es mithin nur beim Versuch blieb, liegt es 

in der Natur der Sache, dass auch nicht konkreter festgestellt werden kann, auf 

welche sexuelle Handlung es der Beschuldigte effektiv abgesehen hatte, was der 

rechtlichen Beurteilung jedoch auch im Lichte des Anklageprinzips, wie es von der 

Verteidigung geltend gemacht wird (Urk. 48 S. 7; Urk. 85 S. 3 ff.), keinen Abbruch 

tut. Gleiches gilt für den Einwand der Verteidigung, dass es nie zu einem für eine 

sexuelle Nötigung erforderlichen Körperkontakt gekommen ist, ist dies doch eben-

falls darauf zurückzuführen, dass das dem Beschuldigten vorgeworfene Verhalten 

nicht über das Versuchsstadium hinausgegangen ist (Urk. 48 S. 7; Urk. 85 S. 9, 

11 f.). Unter Bezugnahme auf die von der Beschuldigtenseite geltend gemachte 

Verletzung des Anklageprinzips ist ferner anzumerken, dass für den Beschuldig-

ten anhand der Anklageschrift klar gewesen ist, was ihm konkret angelastet wird, 

was auch anhand der eingehenden Auseinandersetzung der Verteidigung mit 

dem anklagegegenständlichen Geschehen ersichtlich ist. Schliesslich ist zum Ein-

wand der Verteidigung, wonach die alternative Darstellung des konkreten Nöti-

gungsmittels in der Anklageschrift gegen das Anklageprinzip verstosse (Urk. 85 

S. 6), festzuhalten, dass die Möglichkeit von Eventualanklagen bzw. das Auffüh-

-   25   -

ren eines Eventualsachverhalts in der Anklageschrift gesetzlich explizit vorgese-

hen ist (Art. 325 Abs. 2 StPO).

5.

Zusammenfassend ist der Beschuldigte auch zweitinstanzlich der ver-

suchten sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 aStGB in Verbindung 

mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen.

B.

1.

Einfache Körperverletzung (29. Januar 2022)

Ferner wird dem Beschuldigten gemäss Anklageschrift vorgeworfen, die 

Privatklägerin 2 (C._____) in der Nacht vom 28. auf den 29. Januar 2022 um ca. 

03:00 Uhr auf das im Zimmer seiner damaligen Wohnung an der J._____-strasse 

2 in Zürich stehende Bett geworfen und ihr während ca. 3 bis 5 Minuten mit einer 

Hand den Mund und die Nase zugehalten zu haben, sodass die Privatklägerin 2 

nicht mehr habe atmen können. Wenn er gemerkt habe, dass die Privatklägerin 2 

keine Luft mehr bekomme, habe er die Hand jeweils kurz weggenommen, worauf 

er den Mund und die Nase nach einem Atemzug aber jeweils sofort wieder zuge-

deckt habe. Die Privatklägerin 2 habe sich dabei ein Hämatom zwischen dem Un-

terkiefer und der Unterlippe, eine oberflächliche offene Wunde auf der Nase sowie 

ein Hämatom am rechten Oberarm zugezogen (Urk. D1/18 S. 6).

2.1.

Der Beschuldigte anerkennt, der Privatklägerin 2 den Mund zugedeckt zu 

haben, bestreitet jedoch, ihre Nase zugehalten und sie am Mund verletzt zu ha-

ben. Konkret führte er aus, mehrmals seine Hand auf ihren Mund gedrückt zu ha-

ben, um die Privatklägerin 2 vom Schreien abzuhalten, da sie so laut gewesen 

sei. Er habe in der Vergangenheit deswegen bereits Probleme mit den Nachbarn 

bekommen (Urk. D1/2/6 F/A 13 f.; Urk. D1/2/7 F/A 7; Prot. I S. 23 ff.; Prot. II 

S. 32 f.). Mit Ausnahme der erwähnten Beteuerungen sind seinen Aussagen mit-

hin lediglich pauschale Bestreitungen zu entnehmen, weshalb zur Erstellung des 

Sachverhalts nachfolgend insbesondere die Aussagen der Privatklägerin 2 und 

die fotografisch dokumentierten, von ihr erlittenen Verletzungen heranzuziehen 

sind.

-   26   -

2.2.1. Die Privatklägerin 2 bettete ihre Aussagen in einen eigentlichen Hand-

lungsablauf ein, indem sie wiederholt ausführte, wie sie zunächst einen normalen 

Abend mit dem Beschuldigten verbracht habe, bei dem man miteinander geges-

sen habe, als sie ihn auf seine Geschlechtskrankheit angesprochen und ihn mit 

der Frage, wo er sich angesteckt habe, konfrontiert habe, was diesem nicht ge-

passt habe und es so schliesslich zum gewaltsamen Übergriff auf sie gekommen 

sei (Urk. D9/5/1 F/A 6; Urk. D9/5/2 F/A 113). Namentlich schilderte die Privatklä-

gerin 2 eindrücklich, wie der Beschuldigte sie im Gesicht am Kiefer gepackt und 

ihren Mund mit seiner Hand zu verschliessen versucht habe, wobei er sie kräftig 

nach hinten auf sein Bett gedrückt habe. Überzeugend sind sodann auch die pri-

vatklägerischen Ausführungen, wonach ihre Luftzufuhr nicht durchgehend abge-

schnitten worden sei, da er immer wieder Pausen von einigen Sekunden einge-

legt habe, wenn er gemerkt habe, dass sie keine Luft mehr bekomme, ehe er wie-

der zugedrückt habe (Urk. D9/5/1 F/A 6; Urk. D9/5/2 F/A 113). Daraus ist ersicht-

lich, dass die Privatklägerin 2 keine übermässige Belastungen an den Tag legte, 

was für die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen spricht. Vor diesem Hintergrund ver-

fängt die Argumentation der Verteidigung nicht, wonach die Privatklägerin 2 unter 

dem Einfluss ihrer Eltern stehe, die den Beschuldigten um jeden Preis loswerden 

wollen (Urk. 48 S. 15; Urk. 85 S. 20). Ausgehend von den glaubhaften Aussagen 

der Privatklägerin 2 ist der eingeklagte Vorfall demnach als grundsätzlich erwie-

sen zu erachten.

2.2.2. Nicht erstellen lässt sich das in der Anklage umschriebene Geschehen le-

diglich insofern, als dem Beschuldigten ein Zudrücken der Nase der Privatkläge-

rin 2 angelastet wird. Denn davon ist in den privatklägerischen Schilderungen – 

mit Ausnahme einer Aussage, wonach der Beschuldigte ihr das Gesicht "von der 

Nase bis zum Kinn" abgedeckt habe (Urk. D9/2 F/A 113), was auch so verstanden 

werden kann, dass seine Hand direkt unter ihrer Nase zu liegen kam – indes 

keine Rede. 

2.2.3. Ungeachtet dessen, dass dem Beschuldigten ein Zudrücken der Nase der 

Privatklägerin 2 nicht nachgewiesen werden kann, erscheint es allerdings nicht 

als abwegig, dass diese im Verlauf des inkriminierten Vorfalls eine Hautabschür-

-   27   -

fung auf der Nase davongetragen hat, führte sie doch eingehend aus, wie sie ver-

sucht habe, sich während des Übergriffs zu wehren, indem sie weitergeschrien, 

auf ihn eingeredet, sich auf den Bauch gedreht und ihn in die Hand zu beissen 

versucht habe (Urk. D9/5/1 F/A 6; Urk. D9/5/2 F/A 113). Dabei muss es zwischen 

dem Beschuldigten und der Privatklägerin 2 unweigerlich zu einem Gerangel ge-

kommen sein, welches die Läsion an deren Nase zu erklären vermag. Entgegen 

der Verteidigung (Urk. 48 S. 14; Urk. 85 S. 18 f.) bestehen sodann keine Zweifel, 

dass auch die übrigen fotografisch dokumentierten Verletzungen der Privatkläge-

rin 2 vom eingeklagten Vorfall stammen. So stimmen die von der Privatklägerin 2 

einen Tag nach dem Vorfall (am 30. Januar 2022) aufgenommenen Fotografien, 

welche eindeutig noch frische Verletzungen aufweisen (Urk. D9/4/1 Foto 3 bis 5), 

mit den wiederum einen Tag später durch die Polizei erfolgten Fotoaufnahmen 

überein (Urk. D9/4/1 Foto 1 und 2). Ebenso wenig kann der Verteidigung gefolgt 

werden, wenn sie geltend macht, auf den Aufnahmen könnte es sich um Verlet-

zungen infolge Ausdrückens eines Hautpickels handeln (Urk. 48 S. 14; Urk. 85 

S. 18), lässt sich doch insbesondere das deutlich erkennbare Hämatom zwischen 

Unterkiefer und Unterlippe der Privatklägerin 2 (Urk. D9/4/1 Foto 3) damit nicht 

vereinbaren. Schliesslich ist der Verteidigung (Urk. 85 S. 19) entgegenzuhalten, 

dass die Fotografien der Polizei zwar Verletzungen dokumentieren, die spiegel-

verkehrt zu denjenigen auf den Aufnahmen der Privatklägerin 2 angeordnet sind, 

was jedoch (wie auch beim Vorfall vom 23. Mai 2021) auf die Kameraeinstellung 

des Mobiltelefons der Privatklägerin 2 zurückzuführen ist, zumal das Verletzungs-

bild im Übrigen identisch ist.

2.3.

Schlussfolgernd ergibt sich, dass die Aussagen der Privatklägerin 2 ins-

gesamt als plausibel, in sich schlüssig und konsistent zu qualifizieren sind, wes-

halb keine Zweifel daran bestehen, dass es in der Nacht vom 28. auf den 29. Ja-

nuar 2022 zu dem von ihr geschilderten Übergriff durch den Beschuldigten kam. 

Ebenso sind die in der Anklageschrift aufgeführten Verletzungsfolgen bei der Pri-

vatklägerin 2 (Hämatom zwischen Unterkiefer und Unterlippe, oberflächliche of-

fene Wunde auf der Nase sowie Hämatom am rechten Oberarm) erwiesen. Dem-

gemäss ist der eingeklagte Sachverhalt – mit Ausnahme davon, dass der Be-

-   28   -

schuldigte der Privatklägerin 2 nicht nur den Mund, sondern auch die Nase zuge-

drückt haben soll – als erstellt zu erachten.

3.

Hinsichtlich der rechtlichen Würdigung hat die Vorinstanz richtig erkannt, 

dass es sich bei dem Zudrücken des Mundes um eine einfache Körperverletzung 

im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB handelt (Urk. 59 S. 29), worauf vorab in An-

wendung von Art.  82 Abs. 4 StGB verwiesen werden kann. Angesichts der aus 

dem Vorfall resultierenden Verletzungen, die u.a. in Hämatomen bestanden, wel-

che noch mehrere Tage nach der Tat bei der Anzeigeerstattung auf dem Polizei-

posten am 31. Januar 2022 ersichtlich waren, ist entgegen der amtlichen Verteidi-

gung (Urk. 48 S. 14; Urk. 85 S. 19) die Schwelle von der blossen Tätlichkeit nach 

Art. 126 StGB zur tatbestandsmässigen einfachen Körperverletzung gemäss 

Art. 123 StGB überschritten (vgl. BGE 119 IV 25 m.w.H.; Urteile des Bundesge-

richtes 6B_822/2020 vom 13. April 2021 E. 3.4; 6B_1217/2018 vom 7. Juni 2019 

E. 9.3), wobei die Tat des Beschuldigten jedoch in der untersten Bandbreite des 

Grundtatbestands der einfachen Körperverletzung anzusiedeln ist. Schliesslich 

bestehen auch in subjektiver Hinsicht keine Zweifel, dass der Beschuldigte Läsio-

nen im Mund-, Nasen- und Kieferbereich der Privatklägerin 2 in Kauf genommen 

hat, als er seine Hand auf den Mund und das Kinn seiner lautstark schreienden, 

sich windenden und wehrenden Widersacherin drückte. Dass der Beschuldigte 

aus Angst vor weiteren Lärmemissionen, verursacht durch die lautstark diskutie-

rende und schreiende Privatklägerin 2, und vor einer daraus resultierenden Kündi-

gung durch die Vermieterschaft keinen anderen Ausweg mehr sah, als der Privat-

klägerin 2 den Mund zuzuhalten, stellt schliesslich entgegen der Auffassung der 

Verteidigung keinen Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgrund dar. Vielmehr 

hat dieser Umstand bei der Strafzumessung entsprechende Berücksichtigung zu 

finden (s. dazu hinten Erw. IV.D.2.2.).

4.

Nach dem Gesagten ist der vorinstanzliche Schuldspruch wegen einfa-

cher Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB zu bestätigen.

-   29   -

C.

Zusammenfassung

Wie sich gezeigt hat, ist der Beschuldigte in Bestätigung des vorinstanzlichen Ur-

teils neben der bereits rechtskräftigen Verurteilung wegen Widerhandlung gegen 

das Betäubungsmittelgesetz, Fahrens in fahrunfähigem Zustand, mehrfachen 

Fahrens ohne Berechtigung und mehrfacher Tätlichkeiten auch der versuchten 

sexueller Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 aStGB in Verbindung mit Art. 22 

Abs. 1 StGB (Vorfall vom 5./6. Oktober 2017) sowie der einfachen Körperverlet-

zung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB (Vorfall vom 29. Januar 2022) schuldig zu 

sprechen.

IV. Strafzumessung / Vollzug / Widerruf

A.

Grundsätze

Mit Blick auf die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. StGB kann vorab 

auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 59 S. 29 ff.). Im Üb-

rigen hat das Bundesgericht diese Grundsätze und die an sie gestellten Begrün-

dungsanforderungen wiederholt dargelegt (statt vieler: BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff. 

m.w.H.). Darauf kann verwiesen werden. Entsprechendes gilt für die Bildung einer 

Gesamtstrafe in Anwendung von Art. 49 Abs. 1 StGB (BGE 144 IV 313 E. 1.1; 

141 IV 61 E. 6.1.2).

B.

Strafart und Methodik der teilweisen retrospektiven Konkurrenz

1.1. Was die Wahl der Sanktionsart anbelangt, ergibt sich aus dem Strafregis-

ter, dass der Beschuldigte mit Urteil des Bezirksgerichtes Uster vom 6. März 2008 

wegen bandenmässigen Diebstahls und weiterer Delikte mit einer Freiheitsstrafe 

von 18 Monaten, deren Vollzug zugunsten einer Massnahme für junge Erwach-

sene aufgeschoben wurde, und einer Busse von Fr. 500.– bestraft wurde. Ferner 

wurde er mit Urteil des Bezirksgerichtes Zürich vom 5. Oktober 2011 wegen Rau-

bes und bandenmässigen Raubes zu einer 3 ½-jährigen Freiheitsstrafe verurteilt, 

unter erneuter Anordnung einer Massnahme für junge Erwachsene. Mit Strafbe-

fehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 12. November 2015 wurde er so-

-   30   -

dann wegen Entwendung eines Fahrzeugs zum Gebrauch und weiterer Strassen-

verkehrsdelikte mit einer unbedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 30.– 

bestraft. Schliesslich sprach ihn die I. Strafkammer des Obergerichtes des Kan-

tons Zürich mit Urteil vom 18. März 2019 des gewerbs- und bandenmässigen 

Diebstahls, des (versuchten) Diebstahls, der mehrfachen Sachbeschädigung, des 

mehrfachen Hausfriedensbruchs, des fahrlässigen Fahrens in fahrunfähigem Zu-

stand, des Fahrens ohne Berechtigung, der Widerhandlung gegen das Waffenge-

setz sowie der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes schuldig 

und verurteilte ihn zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 36 Monaten, wovon 

14 Monate unbedingt und die restlichen 22 Monate bei einer Probezeit von 5 Jah-

ren bedingt ausgesprochen wurden, sowie mit einer unbedingten Geldstrafe von 

90 Tagessätzen zu Fr. 10.– und einer Busse von Fr. 500.– (Urk. 61).

1.2.

Die bisherigen Verurteilungen des Beschuldigten beschlagen zwar nur 

hinsichtlich des mehrfachen Fahrens ohne Berechtigung, des Fahrens in fahrun-

fähigem Zustand sowie der einfachen Körperverletzung gleiche Delikte wie im 

vorliegenden Verfahren. Allerdings liess sich der Beschuldigte auch von der 

jüngst ausgesprochenen längeren und teilweise zum Vollzug gestellten Freiheits-

strafe nicht beeindrucken, sondern beging die einfache Körperverletzung und die 

Tätlichkeiten zum Nachteil der Privatklägerin 2 (C._____) nach der Verbüssung 

des unbedingten Strafteils (Urk. D1/2/6 F/A 32; Urk. D1/2/7 F/A 12). Vor diesem 

Hintergrund ist aus spezialpräventiver Sicht nicht zu erwarten, dass der Beschul-

digte sich, nachdem ihn weder die bisherigen Freiheitsstrafen noch die übrigen 

Sanktionen und Massnahmen von weiterer einschlägiger Delinquenz abzuhalten 

vermochten, nunmehr noch von einer milderen Geldstrafe beeindrucken liesse. 

Entsprechend sind für sämtliche aktuell zu beurteilenden Verbrechen und Verge-

hen, mithin auch für jene, die vor dem Urteil des Obergerichtes des Kantons Zü-

rich vom 18. März 2019 begangen wurden, ausschliesslich Freiheitsstrafen aus-

zufällen. Davon ausgenommen sind einzig die mehrfachen Tätlichkeiten vom 

15. November 2021 und vom 22. Januar 2022, die mit einer für Übertretungen 

zwingenden Busse zu sanktionieren sind.

-   31   -

2.1.

In Anbetracht dessen, dass der Beschuldigte ausser der einfachen Kör-

perverletzung vom 29. Januar 2022 (und der Tätlichkeiten vom 15. November 

2021 und 22. Januar 2022) zum Nachteil der Privatklägerin 2 sämtliche Delikte 

vor der Verurteilung vom 18. März 2019 begangen hat, liegt ein Fall von teilweiser 

retrospektiver Konkurrenz vor. Gemäss Art. 49 Abs. 2 StGB ist der Beschuldigte 

diesfalls so zu stellen, wie wenn sämtliche begangenen Taten gleichzeitig beur-

teilt worden wären. Sofern die Sanktionen gleichartig sind, sind in Anwendung des 

Asperationsprinzips gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB jeweils Zusatzstrafen zur bereits 

rechtskräftigen Grundstrafe zu bilden. Hierbei ist zu unterscheiden, ob die Grund-

strafe oder die neu zu beurteilenden Delikte die schwerste Straftat enthalten. Im 

ersten Fall ist die Grundstrafe aufgrund der Einzelstrafen der neu zu beurteilen-

den Delikte angemessen zu erhöhen. Anschliessend ist von der gebildeten Ge-

samtstrafe die Grundstrafe abzuziehen, was die Zusatzstrafe ergibt. Liegt dage-

gen der Einzel- oder Gesamtstrafe der neu zu beurteilenden Taten die schwerste 

Straftat zugrunde, ist diese um die Grundstrafe angemessen zu erhöhen und die 

infolge Asperation eintretende Reduktion der rechtskräftigen Grundstrafe von der 

Strafe für die neu zu beurteilenden Delikte abzuziehen. Dies ergibt die Zusatz-

strafe (BGE 142 IV 265 E. 2.4.4).

2.2.

In seiner jüngeren Rechtsprechung hat das Bundesgericht entschieden, 

dass die nach der Erstverurteilung begangenen Delikte selbstständig und getrennt 

von denjenigen bis zum Ersturteil zu beurteilen sind. Nach Massgabe dieser 

höchstrichterlichen Praxisänderung hat das Gericht demnach in einem ersten 

Schritt die Sanktion für jene Delikte zu bestimmen, die vor der früheren Verurtei-

lung begangen wurden, wobei es bei gleicher Strafart eine Zusatzstrafe im Sinne 

von Art. 49 Abs. 2 StGB auszuscheiden hat. In einem zweiten Schritt ist sodann 

unabhängig von der bereits ausgeschiedenen Zusatzstrafe die Sanktion für die 

Delikte nach dem Ersturteil festzusetzen. Handelt es sich dabei um dieselbe Straf-

art, sind schliesslich die ermittelten Strafen zusammenzuzählen, was die zu ver-

hängende Gesamtstrafe ergibt (zum Ganzen: BGE 145 IV 1 E. 1). 

2.3.

Nachdem für sämtliche hier zu beurteilenden Verbrechen und Vergehen 

Freiheitsstrafen auszusprechen sind (s. dazu vorn Erw. IV.B.1.2.), ist die Gleichar-

-   32   -

tigkeit mit der Freiheitsstrafe von 36 Monaten gemäss Urteil vom 18. März 2019 

gegeben. Entsprechend ist zunächst hinsichtlich der versuchten sexuellen Nöti-

gung, des mehrfachen Fahrens ohne Berechtigung, des Fahrens in fahrunfähi-

gem Zustand sowie der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz eine 

Zusatzstrafe zur früheren Verurteilung festzulegen. Anschliessend ist für die einfa-

che Körperverletzung vom 29. Januar 2022 eine Einzelstrafe zu bemessen, die 

mit der zuvor ermittelten Zusatzstrafe zusammenzuzählen ist. Insofern ist das me-

thodische Vorgehen der Vorinstanz bei der Strafzumessung zu korrigieren.

C.

1.

Zusatzstrafe für Verbrechen und Vergehen vor dem 18. März 2019

Strafrahmen

Von den aktuell zur Beurteilung stehenden Delikten bildet die versuchte sexuelle 

Nötigung gemäss Art. 189 Abs. 1 aStGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB 

das schwerste Delikt, enthält dieser Tatbestand doch eine Strafandrohung von 

Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu 10 Jahren. Der Verurteilung vom 18. März 

2019 durch das Obergericht des Kantons Zürich liegt jedoch u.a. die Verurteilung 

wegen bandenmässigen Diebstahls zugrunde, der zwar ebenfalls einen Strafrah-

men bis zu 10 Jahren Freiheitsstrafe vorsieht, im Unterschied zur sexuellen Nöti-

gung jedoch auch eine Mindeststrafhöhe von 180 Tagessätzen Geldstrafe kennt 

(Art. 139 Ziff. 1 in Verbindung mit Ziff. 3 Abs. 2 aStGB in der zum Tatzeitpunkt 

[Juli bis Oktober 2015] geltenden Fassung). Ausgangspunkt der Strafzumessung 

bildet demnach die am 18. März 2019 ausgefällte Grundstrafe von 36 Monaten, 

die nachfolgend in Anwendung des Asperationsprinzips um die Strafen für die 

weiteren bis zu diesem Zeitpunkt begangenen Delikte angemessen zu erhöhen 

sein wird.

2.

Tatkomponente versuchte sexuelle Nötigung 

(Dossier 2)

2.1.

Hinsichtlich der Verschuldensbewertung für die versuchte sexuelle Nöti-

gung fällt zunächst die beträchtliche Dauer von 15 Minuten ins Gewicht, während 

der der Beschuldigte die Privatklägerin 1 (B._____) im Zimmer einschloss. Ver-

-   33   -

bunden mit dem Herunterziehen der Decke, der dadurch bewirkten Entblössung 

der nackten Brüste der Privatklägerin 1 sowie der eindeutigen Wortwahl des Be-

schuldigten, wonach er schon immer etwas mit einer dünnen Frau haben wollte 

und sie nicht so schwierig tun soll, bedeutete dies eine massive Bedrängung des 

Opfers. Die so gewählte Vorgehensweise war jedenfalls geeignet, bei der Privat-

klägerin 1 erhebliche Angst und ein Gefühl des Ausgeliefertseins auszulösen. 

Verschuldensmindernd wirkt sich demgegenüber der Umstand aus, dass der Be-

schuldigte gegenüber der Privatklägerin 1 keinerlei Gewalt angewendet hat. Auch 

wenn letztlich im Dunkeln bleibt, welche konkreten sexuellen Handlungen der Be-

schuldigte von der Privatklägerin 1 zu erzwingen gedachte, wiegt das objektive 

Verschulden daher nicht mehr leicht.

2.2.

In subjektiver Hinsicht ist einhergehend mit der Vorinstanz zu berücksich-

tigen, dass der Beschuldigte direktvorsätzlich und aus rein egoistischen Motiven 

handelte (Urk. 59 S. 23), wobei wiederum verschuldensmindernd in Betracht fällt, 

dass er die Tat nicht im Voraus plante, sondern diese sich aus der Situation her-

aus ergab. Sodann ist festzuhalten, dass er sich zwecks der eigenen sexuellen 

Befriedigung über den Willen der Privatklägerin 1 hinwegsetzen wollte, was je-

doch als tatbestandsimmanent zu werten ist. Entsprechend vermag die subjektive 

Tatschwere die objektive nicht zu relativieren. Mit der Vorinstanz erscheint es so-

mit als angemessen, die hypothetische Einsatzstrafe für das vollendete Delikt auf 

12 Monate festzusetzen.

2.3.

Strafmildernd wirkt sich schliesslich der Umstand aus, dass es bei einer 

versuchten Tatbegehung geblieben ist. Hinzuweisen ist jedoch darauf, dass es 

aus dem Grund bei einem Versuch blieb, weil die Privatklägerin 1 sich vehement 

(verbal) dagegen gewehrt hat, bis I._____ hinzukam, der auf Einlass in das Zim-

mer insistierte, welcher Aufforderung der Beschuldigte schliesslich nachkam. Ent-

sprechend erscheint eine Reduktion von 3 Monaten angebracht.

2.4.

Isoliert betrachtet ergibt sich für die Tatkomponente bei der versuchten 

sexuellen Nötigung demnach eine Einsatzstrafe von 9 Monaten. Nachdem dieser 

Vorfall in keinerlei Zusammenhang mit den mit Urteil vom 18. März 2019 bereits 

geahndeten Delikten steht, ist sodann eine merkliche Asperation vorzunehmen. 

-   34   -

Infolgedessen ist die Grundstrafe aufgrund der sexuellen Nötigung um 6 Monate 

auf 42 Monate zu erhöhen.

3.

Tatkomponente mehrfaches Fahren ohne Berechtigung

(Dossiers 3 bis 5)

3.1. Wenn die Vorinstanz hinsichtlich der Fahrten ohne Führerausweis, die der 

Beschuldigte zwischen dem 7. September 2017 und dem 14. Oktober 2017 unter-

nommen hat, auf eine gesonderte Bemessung der Einzeltaten verzichtet hat und 

stattdessen eine gesamthafte Strafbemessung vorgenommen hat (vgl. Urk. 59 

S. 33 f.), ist dies unter dem Blickwinkel der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, 

gemäss welcher als Ausnahme von der konkreten Methode eine einheitliche 

Strafe für eine grössere Zahl von Delikten zusammen ausgesprochen werden 

kann, wenn die Einzeltaten untereinander zeitlich sowie sachlich eng miteinander 

verknüpft sind (Urteile des Bundesgerichtes 6B_141/2021 vom 23. Juni 2021 

E. 1.3.2; 6B_496/2020 vom 11. Januar 2021 E. 3.4.2; 6B_112/2020 vom 7. Okto-

ber 2020 E. 3.2), nicht zu beanstanden. 

3.2. Wie die Vorinstanz zutreffend erwog, fällt vorliegend verschuldensmässig 

ins Gewicht, dass der Beschuldigte die inkriminierten Fahrten unternahm, ob-

schon ihm der Führerausweis mit Verfügung vom 16. Juni 2017 und damit nicht 

lange zuvor entzogen worden war und er sich folglich wiederholt über eine be-

hördliche Anweisung hinwegsetzte. In Bezug auf die beiden Fahrten in den frühen 

Morgenstunden des 14. Oktobers 2017 ist zwar festzuhalten, dass diese derart 

kurz aufeinander erfolgten (im Abstand von weniger als 3 Stunden), weshalb an-

zunehmen ist, dass es sich um dieselbe "Ausfahrt" handelt. Erschwerend kommt 

hingegen hinzu, dass der Beschuldigte das Fahrzeug am 14. Oktober 2017 um 

07:45 Uhr nachweislich unter beträchtlichem Alkohol- und Drogeneinfluss lenkte 

(s. dazu hinten Erw. IV.C.4.), was nicht zuletzt der Grund für den Führerausweis-

entzug bildete (Urk. D4/13/1). Unter dem Blickwinkel der subjektiven Tatschwere 

ist sodann festzuhalten, dass der Beschuldigte direktvorsätzlich handelte. Insge-

samt ist das Verschulden in Bezug auf die drei Fahrten als keinesfalls mehr leicht 

zu qualifizieren, weshalb bei isolierter Betrachtung und unter Berücksichtigung 

des anwendbaren Strafrahmens von bis zu 3 Jahren Freiheitsstrafe eine Straf-

-   35   -

höhe von 6 Monaten als angemessen erschiene. In Anwendung des Asperations-

prinzips ist die Grundstrafe um weitere 4 Monate auf 46 Monate zu erhöhen.

4.

Tatkomponente Fahren in fahrunfähigem Zustand

(Dossier 3)

Mit der Vorinstanz (Urk. 59 S. 34) ist zunächst festzustellen, dass der Beschul-

digte zum Zeitpunkt der Fahrt vom 14. Oktober 2017 um ca. 07:45 Uhr nicht nur 

eine beträchtliche Blutalkoholkonzentration von 1.78 Gewichtspromille aufwies, 

sondern auch unter Betäubungsmitteleinfluss (Kokain und Cannabis) stand, was 

sich verschuldenserschwerend auswirkt. Sodann war der Beschuldigte aufgrund 

seines Alkohol- und Betäubungsmittelkonsums offensichtlich nicht mehr in der 

Lage, das Fahrzeug korrekt zu lenken, verlor er doch auf der Autobahneinfahrt die 

Beherrschung über das Fahrzeug, wodurch er von der Fahrbahn geriet und in ei-

nem Gebüsch bzw. Wäldchen zu liegen kam, nachdem er zwei Leitpfosten tou-

chiert hatte. Es kann somit von Zufall gesprochen werden, dass anlässlich der 

Fahrt des Beschuldigten niemand zu Schaden kam. In subjektiver Hinsicht ist ein-

hergehend mit der Vorinstanz (Urk. 59 S. 34) von direktem Vorsatz auszugehen, 

machte doch auch das Verhalten des Beschuldigten bei der medizinischen Unter-

suchung nicht einmal 1 Stunde nach dem Vorfall deutlich, dass er nicht in der 

Lage war, zu gehen, ohne sich an der Wand abzustützen. Vor diesem Hinter-

grund erweist sich die bei isolierter Betrachtung erstinstanzlich festgesetzte Strafe 

von 3 Monaten (Urk. 59 S. 34) als gerade noch angemessen, wobei die Grunds-

trafe in Anwendung des Asperationsprinzips um 2 Monate auf 48 Monate zu erhö-

hen ist.

5.

Tatkomponente Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 

(Dossier 7)

Verschuldensmässig ist zunächst die relativ geringe Menge Kokain (0.98 g) zu 

berücksichtigen, welche der Beschuldigte am 26. Juli 2018 verkaufte. Sodann fällt 

verschuldensmindernd in Betracht, dass er das Kokain einer polizeilichen Schein-

käuferin anbot, womit es schliesslich nicht effektiv in Umlauf bzw. in die Hände ei-

nes Konsumenten gelangte. Schliesslich ist mit der Vorinstanz (Urk. 59 S. 34 f.) 

-   36   -

festzuhalten, dass der Beschuldigte direktvorsätzlich und aus rein finanziellen Mo-

tiven handelte. Nach dem Gesagten erweist sich die von der Vorinstanz isoliert 

festgesetzte Einsatzstrafe von 1 ½ Monaten wie auch die Erhöhung der Grunds-

trafe um (asperiert) 1 Monat als angemessen. Die Strafhöhe steigt damit auf ins-

gesamt 49 Monate an. 

6.

Täterkomponente

6.1.

Mit Bezug auf die Täterkomponente ist mit der Vorinstanz festzuhalten, 

dass der 37-jährige Beschuldigte in Angola geboren wurde und mit ca. 11 Jahren 

mit seiner Mutter in die Schweiz kam, wo er ab dem Alter von 13 Jahren während 

mehrerer Jahre in verschiedenen Heimen – teilweise auch in Einrichtungen für 

junge Straftäter – untergebracht war. Er besuchte hierzulande ab der 4. Klasse 

bis zum Realschulabschluss die obligatorische Schule, gefolgt vom 10. Schuljahr. 

In beruflicher Hinsicht hat er eine Ausbildung als Mechaniker sowie im Massnah-

menzentrum K._____ eine Schreinerlehre absolviert und zu einem späteren Zeit-

punkt einen Kurs zum Pflegeassistenten besucht. Sodann hat er zwei minderjäh-

rige Söhne, L._____ (17-jährig, geb. am tt.mm.2008) und M._____ (10-jährig, 

geb. am tt.mm.2014) (Urk. D5/4 F/A 24), die bis anhin bei ihren getrennt von ihm 

lebenden Müttern aufwuchsen (Urk. D1/2/2 F/A 3 ff.; Urk. D1/2/5 F/A 37; Urk. 48 

S. 20; Pro. I S. 6 f.; Prot. II S. 9 ff.). Anlässlich der Berufungsverhandlung ergab 

sich zudem, dass M._____, dessen Verhalten nach der Trennung des Beschuldig-

ten von der Kindsmutter auffällig wurde, seit April 2024 bei ihm lebt und per Au-

gust 2025 in N._____ – am Wohnort des Beschuldigten – eingeschult werden soll. 

Er verbringt jede freie Minute mit M._____, dem es nun gut geht und der sich seit 

dem Einzug bei ihm prächtig entwickelt, weshalb nun auch ein Versuch gestartet 

werden kann, M._____, der derzeit noch eine Sonderschule besucht, in die or-

dentliche Schule einzugliedern (Prot. II S. 9 ff., 18, 22 f.). Seinen anderen Sohn, 

L._____, sieht er seinen Angaben in der Berufungsverhandlung zufolge auch wie-

der regelmässig, nachdem ihm dies zuvor von der Kindsmutter verwehrt worden 

war, wobei sich L._____ wünscht, ebenfalls bei ihm bzw. in seiner Nähe zu leben 

(Prot. II S. 16 f.). Auch zu seiner Mutter pflegt der Beschuldigte Kontakt, wobei es 

dieser allerdings aufgrund von drei erlittenen Hirnschlägen nicht gut geht und sie 

-   37   -

inzwischen in einem Pflegeheim untergebracht ist, wo er sie regelmässig mit 

M._____ besucht (Prot. II S. 14). Ferner gab der Beschuldigte an, derzeit nach 

wie vor mit einem 80 %-Pensum als Schreiner zu arbeiten und damit ein monatli-

ches Nettoeinkommen von Fr. 3'600.– zu erzielen, wovon insgesamt Fr. 2'100.– 

für Schuldenabzahlungen abgezogen werden. Nach M._____s Einschulung in 

N._____ will er sich auf die Suche nach einer neuen, ebenfalls in N._____ gelege-

nen Stelle machen (Prot. II S. 10 ff., 22 f.). Wenn der Beschuldigte auch keine 

allzu leichte Kindheit und Jugend gehabt zu haben scheint, ist in seinem Werde-

gang und seinen persönlichen Verhältnissen nichts für die Strafzumessung Rele-

vantes zu erblicken. 

6.2.

Bedeutsam ist hingegen, dass der Beschuldigte bei der Tatbegehung be-

reits eine beträchtliche Vordelinquenz mit drei Vorstrafen aus den Jahren 2008, 

2011 und 2015 aufzuweisen hatte (s. dazu vorn Erw. IV.B.1.1.), was straferhö-

hend zu berücksichtigen ist. Kommt hinzu, dass der Beschuldigte auch während 

des Verfahrens, das zur Verurteilung vom 18. März 2019 durch das Obergericht 

des Kantons Zürich führte, weiter delinquierte. Deswegen erweist sich eine Erhö-

hung um 2 Monate als angemessen.

6.3.

Zum Nachtatverhalten hielt die Vorinstanz zu Recht fest, dass sich der 

Beschuldigte – mit Ausnahme der versuchten sexuellen Nötigung – hinsichtlich al-

ler Tatvorwürfe bereits in einem frühen Stadium der Untersuchung geständig ge-

zeigt hat. Wenngleich es sich dabei um die weniger schwerwiegenden Vorwürfe 

handelt und diese grossmehrheitlich auch ohne sein Geständnis sachverhalts-

mässig zu erstellen gewesen wären, ist dies im Umfang von 4 Monaten strafmin-

dernd zu berücksichtigen, zumal er in Bezug auf die eingestandenen Delikte auch 

Einsicht und Reue zeigte und heute glaubhaft darzulegen vermochte, dass er 

seine Taten zutiefst bereut, ein grundlegender Wandel bei ihm stattgefunden hat 

und er zudem von sich aus sein problematisches Alkohol- und Drogenkonsumver-

halten angegangen ist. Auch bei der heute anwesenden Privatklägerin 1 hat er 

sich noch einmal aufrichtig für sein – soweit von ihm eingestandenes – Verhalten 

entschuldigt.

-   38   -

6.4.

Nach dem Gesagten erfährt die ermittelte Einsatzstrafe von 49 Monaten 

unter dem Blickwinkel der Täterkomponente eine Reduktion von 2 Monaten auf 

47 Monate.

7.

Beschleunigungsgebot

Schliesslich ist gestützt auf Art. 5 StPO dem Beschleunigungsgebot Rechnung zu 

tragen, das im Zusammenhang mit den Delikten vor Ergehen des Urteils vom 

18. März 2019, bezüglich derer die Untersuchung bereits im Jahr 2017 anhand 

genommen wurde, durch die ausserordentlich lange Dauer bis zur Anklageerhe-

bung im Jahr 2023 zweifellos tangiert wurde. Entsprechend rechtfertigt sich unter 

diesem Titel eine Reduktion um 2 Monate.

8.

Fazit

Insgesamt wäre unter Einbezug der Grundstrafe und der heute zu beurteilenden 

Verbrechen und Vergehen eine Gesamtstrafe von 45 Monaten als dem Verschul-

den und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten angemessen. Nach 

Abzug der rechtskräftigen Grundstrafe von 36 Monaten resultiert somit eine Zu-

satzstrafe von 9 Monaten Freiheitsstrafe.

D.

1.

Strafe für Vergehen nach dem 18. März 2019

Strafrahmen

Für die einfache Körperverletzung, welche der Beschuldigte am 29. Januar 2022 

und somit nach der Verurteilung durch das Obergericht des Kantons Zürich vom 

18. März 2019 zum Nachteil der Privatklägerin 2 (C._____) verübt hat, erstreckt 

sich der Strafrahmen von Geldstrafe bis zu 3 Jahren Freiheitsstrafe (Art. 123 

Ziff. 1 StGB). 

2.

Tatkomponente

2.1. Was die objektive Tatschwere betrifft, ist zunächst zu berücksichtigen, 

dass der Beschuldigte "lediglich" seine Hand auf den Mund der Privatklägerin 2 

-   39   -

gedrückt hat. Er hat sie weder geschlagen noch getreten. Zu beachten ist auch, 

dass die Privatklägerin 2 vergleichsweise leichte Verletzungen (Hämatome an 

Kinn und Oberarm sowie leichte Schürfung an der Nase) davontrug. Unter diesen 

Umständen ist das objektive Tatverschulden als gerade noch leicht zu qualifizie-

ren. 

2.2.

Hinsichtlich des subjektiven Verschuldens ist einhergehend mit der Vorin-

stanz sodann festzuhalten, dass der Beschuldigte aus der Situation heraus infolge 

einer verbalen Auseinandersetzung zur Tat schritt, indem er sich provozieren liess 

und aus Angst vor einer Wohnungskündigung keinen anderen Ausweg mehr fand, 

um die lautstark auf ihn einredende, sich wehrende Privatklägerin 2 zum Schwei-

gen zu bringen (Urk. 59 S. 37). Entsprechend handelte er in Bezug auf die ent-

standenen Verletzungen mit Eventualvorsatz. Das Verschulden des Beschuldig-

ten ist folglich unter Einbezug der subjektiven Tatschwere als noch leicht zu be-

zeichnen.

2.3.

Demgemäss ist für die einfache Körperverletzung vom 29. Januar 2022 in 

Abweichung von der Vorinstanz eine Einsatzstrafe von 1 ½ Monaten festzulegen.

3.

Täterkomponente

3.1. Was den Werdegang sowie die persönlichen Verhältnisse anbelangt, 

kann auf die vorstehende Strafzumessung betreffend die Delikte vor der Erstver-

urteilung verwiesen werden (s. dazu vorn Erw. IV.C.6.1.). Diese wirken sich mithin 

auch im vorliegenden Zusammenhang strafzumessungsneutral aus.

3.2.

In Bezug auf das Vorleben fällt in Betracht, dass der Beschuldigte hin-

sichtlich der einfachen Körperverletzung vom 29. Januar 2022 mit der Verurtei-

lung zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 36 Monaten gemäss Urteil vom 

18. März 2019 – nebst den bereits bei der Bemessung der Zusatzstrafe berück-

sichtigten Vorstrafen (s. dazu vorn Erw. IV.C.6.2.) – eine weitere massive, jedoch 

nicht einschlägige Vorstrafe vorweist. Zudem handelte er nicht nur innerhalb der 

5-jährigen Probezeit, die damals für den bedingten Strafteil von 22 Monaten ange-

setzt worden war und am Tag des obergerichtlichen Urteils zu laufen begonnen 

-   40   -

hatte, sondern auch während der laufenden, im Jahr 2017 angehobenen Strafun-

tersuchung für die übrigen Delikte, für die er nunmehr zu verurteilen ist. Diesbe-

züglich erscheint somit eine Erhöhung der Einsatzstrafe um 1 Monat als ange-

zeigt.

3.3.

Hinsichtlich des Nachtatverhaltens ist festzuhalten, dass der Beschuldigte 

zugab, der Privatklägerin 2 den Mund zugedrückt zu haben, wobei er jedoch be-

stritt, sie dabei verletzt zu haben. Auf der anderen Seite zeigte er sich insofern 

einsichtig, als er eingeräumt hat, falsch gehandelt zu haben (Prot. I S. 19). Ent-

sprechend erweist sich dafür eine Reduktion der Einsatzstrafe um ½ Monat als 

angemessen.

3.4.

Bei der Täterkomponente steht eine Erhöhung um 1 Monat einer Reduk-

tion um ½ Monat gegenüber, woraus per Saldo eine Anhebung der Sanktion um 

½ Monat resultiert. Entsprechend ist die Einsatzstrafe für die einfache Körperver-

letzung auf 2 Monate festzulegen.

4.

Fazit

In Abweichung von der vorinstanzlichen Vorgehensweise sind die festgesetzte 

Zusatzstrafe für die vor dem Urteil vom 18. März 2019 begangenen Delikte sowie 

die Einzelstrafe für die danach verübte Tat der jüngsten Rechtsprechung zufolge 

zusammenzuzählen, anstatt das Asperationsprinzip anzuwenden. Dies ergibt eine 

Strafe von insgesamt 11 Monaten (entsprechend 9 Monaten Zusatzstrafe für die 

Delikte vor der Erstverurteilung zzgl. 2 Monate Freiheitsstrafe für die einfache 

Körperverletzung vom 29. Januar 2022). 

E.

1.

Ergebnis Strafzumessung Freiheitsstrafe / Anrechnung Haft

Nach dem Gesagten ist der Beschuldigte in Abweichung vom erstinstanz-

lichen Erkenntnis mit Bezug auf die zu beurteilenden Verbrechen und Vergehen 

mit 11 Monaten Freiheitsstrafe als teilweise Zusatzstrafe zum Urteil des Oberge-

richtes des Kantons Zürich vom 18. März 2019 zu bestrafen. 

-   41   -

2.

In Übereinstimmung mit der Vorinstanz sind sodann gestützt auf Art. 51 

StGB 3 Tage Untersuchungshaft an die Freiheitsstrafe anzurechnen (Urk. 59 

S. 38). 

F.

1.

Busse

Betreffend die separat auszufällende Busse für die mehrfachen Tätlichkei-

ten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB hat die Vorinstanz das Nötige ausgeführt 

(Urk. 59 S. 38). Um Wiederholungen zu vermeiden, kann an dieser Stelle vorab 

auf die entsprechenden Erwägungen im angefochtenen Entscheid verwiesen wer-

den. 

2.

Hinsichtlich des Vorfalls vom 15. November 2021 fällt verschuldensmäs-

sig ins Gewicht, dass der Beschuldigte während rund 1 Minute mit beiden Händen 

den Hals der Privatklägerin 2 würgte. Wenngleich diese keine äusseren Verlet-

zungen davontrug, handelt es sich dabei um einen massiven Eingriff in das Si-

cherheitsgefühl und die psychische Integrität des dem Beschuldigten körperlich 

völlig unterlegenen Opfers. Demgemäss ist die Einsatzbusse für das Würgen vom 

15. November 2021 unter weiterer Berücksichtigung der finanziellen Verhältnisse 

des Beschuldigten (s. dazu vorn Erw. IV.C.6.1.) auf Fr. 700.– festzulegen. 

3.

Für die weitere Tätlichkeit vom 22. Januar 2022, bei der der Beschuldigte 

die Privatklägerin 2 mit beiden Händen an den Schultern nach hinten stiess, wo-

durch diese rückwärts hinfiel, ohne sich dabei zu verletzen, erweist sich aufgrund 

des eher leichteren Tatverschuldens sowie unter Berücksichtigung der finanziel-

len Verhältnisse des Beschuldigten eine Busse von Fr. 500.– als angemessen. In 

Anwendung des Asperationsprinzips drängt sich eine Erhöhung der Einsatzbusse 

um Fr. 300.– auf. Die erstinstanzlich ausgesprochene Busse von Fr. 1'000.– ist 

daher zu bestätigen. 

G.

Vollzug

1.1.

Mit Bezug auf die rechtlichen Grundlagen betreffend die Voraussetzung 

für die Gewährung des bedingten Vollzugs einer Freiheitsstrafe kann grundsätz-

-   42   -

lich auf die korrekten Erwägungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden 

(Urk. 59 S. 39). 

1.2.

Der Vorinstanz kann im Ergebnis gefolgt werden, wenn sie die Freiheits-

strafe unbedingt ausgesprochen hat (Urk. 59 S. 39). Bei vollständiger oder teilwei-

ser retrospektiver Konkurrenz richtet sich die Zulässigkeit der Gewährung des be-

dingten Vollzugs nach konstanter Praxis entgegen den Erwägungen im angefoch-

tenen Entscheid allerdings nicht nach der Höhe der Zusatzstrafe, sondern nach 

der Gesamtstrafdauer, die sich aus der Addition von Grund- und Zusatzstrafe er-

gibt (statt vieler: BSK StGB I-SCHNEIDER/GARRÉ, Art. 42 N 17). In Anbetracht der 

Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten gemäss Urteil des Oberge-

richtes des Kantons Zürich vom 18. März 2019, zu der heute eine Zusatzstrafe 

von 11 Monaten zu bilden ist (s. dazu vorn Erw. IV.E.1.), beträgt die Gesamtstraf-

dauer zusammen mit der neu auszufällenden Sanktion 47 Monate. Dies schliesst 

einen vollen oder auch nur teilweisen Aufschub der Freiheitsstrafe (Art. 42 StGB 

bzw. Art. 43 StGB) von vornherein aus. 

1.3.

Anzumerken ist unter Bezugnahme auf die persönlichen Verhältnisse des 

Beschuldigten und seinen bei ihm lebenden Sohn M._____ sowie unter Berück-

sichtigung seines sich inzwischen positiv entwickelnden Lebenswandels, dass für 

den Vollzug einer Sanktion von bis zu 12 Monaten Freiheitsstrafe – wie dies vor-

liegend angesichts der auszusprechenden 11-monatigen Zusatzstrafe der Fall ist 

– anstelle des (geschlossenen) Normalvollzugs auch alternative Vollzugsformen 

wie etwa die elektronische Überwachung im Sinne von Art. 79b StGB bestehen.

2.

Zutreffend ist schliesslich der vorinstanzliche Hinweis, dass die separate 

Übertretungsbusse von Gesetzes wegen unbedingt auszusprechen ist und dass 

für den Fall der schuldhaften Nichtbezahlung nach Massgabe des praxisgemäs-

sen Umwandlungssatzes von Fr. 100.–/Tag eine Ersatzfreiheitsstrafe von 10 Ta-

gen festzusetzen ist (Urk. 59 S. 38 f.).

-   43   -

H.

Widerruf

Wie erörtert, beging der Beschuldigte die einfache Körperverletzung vom 29. Ja-

nuar 2022 zum Nachteil der Privatklägerin 2 innerhalb der mit Urteil des Oberge-

richtes des Kantons Zürich vom 18. März 2019 für den bedingten Strafteil von 

22 Monaten angesetzten 5-jährigen Probezeit (s. dazu vorn Erw. IV.D.3.2.), wes-

halb in Anwendung von Art. 46 StGB über einen allfälligen Widerruf zu befinden 

ist. Nachdem dieser Punkt einzig vom Beschuldigten angefochten worden ist bzw. 

in Anbetracht dessen, dass die von der Privatklägerin 2 angefochtenen Verfah-

renseinstellungen unverändert zu belassen sind, ist indessen in Bezug auf die Wi-

derrufsregelung das strafprozessuale Verschlechterungsverbot zu berücksichti-

gen. Entsprechend bleibt es bei dem durch die Vorinstanz vorgesehenen Verzicht 

auf einen Widerruf der erwähnten Strafe unter Aussprechen einer Verwarnung 

(Urk. 59 S. 39 f.).

V. Landesverweisung / SIS-Ausschreibung

1.

Die Vorinstanz, welche die rechtlichen Grundlagen der Landesverweisung 

für Straftäter mit ausländischer Staatsangehörigkeit zutreffend wiedergegeben 

hat, hat richtig erkannt, dass der Beschuldigte mit der versuchten sexuellen Nöti-

gung in der Nacht vom 5. auf den 6. Oktober 2017 zum Nachteil der Privatkläge-

rin 1 (B._____) eine Katalogtat verübt hat, die gemäss Art. 66a Abs. 1 lit. h aStGB 

(in der bis zum 30. Juni 2024 geltenden Fassung) zu einer obligatorischen Lan-

desverweisung führt. Dabei erwog die Vorinstanz, dass – ohne die Frage des Vor-

liegens eines schweren persönlichen Härtefalls abschliessend zu beurteilen – das 

öffentliche Interesse an einer Wegweisung aus der Schweiz die privaten Interes-

sen des Beschuldigten an einem Verbleib im Land überwiegt, weshalb sie ihn für 

die Dauer von 7 Jahren des Landes verwies (Urk. 59 S. 40 ff.). Wie nachfolgend 

zu zeigen sein wird, kann diesem Schluss nicht gefolgt werden.

2.

Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist die Härtefallklausel 

restriktiv anzuwenden (BGE 146 IV 105 E. 3.4.2; 144 IV 332 E. 3.3.1). Ein Härte-

fall lässt sich bei einem Eingriff von einer gewissen Tragweite in den Anspruch 

-   44   -

des Ausländers auf das in Art. 13 BV bzw. Art. 8 EMRK gewährleistete Privat- und 

Familienleben annehmen. Unter dem Titel der Achtung des Privatlebens im Sinne 

von Art. 8 Ziff. 1 EMRK genügen selbst eine lange Anwesenheit und die damit 

verbundene normale Integration nicht; erforderlich sind besonders intensive, über 

eine normale Integration hinausgehende private Beziehungen beruflicher oder ge-

sellschaftlicher Natur (Urteile des Bundesgerichtes 6B_43/2024 vom 5. August 

2024 E. 3.3 m.w.H.; 6B_1314/2019 vom 9. März 2020 E. 2.3.6; 6B_1044/2019 

vom 17. Februar 2020 E. 2.5.2). Die Anwendung von starren Altersvorgaben so-

wie die automatische Annahme eines Härtefalls ab einer bestimmten Anwesen-

heitsdauer findet denn auch keine Stütze im Gesetz (BGE 146 IV 105 E. 3.4.4). 

Das durch Art. 13 BV bzw. Art. 8 EMRK geschützte Recht auf Achtung des Famili-

enlebens ist berührt, wenn eine staatliche Entfernungs- oder Fernhaltemass-

nahme eine nahe, echte und tatsächlich gelebte familiäre Beziehung einer in der 

Schweiz gefestigt anwesenheitsberechtigten Person beeinträchtigt, ohne dass es 

dieser ohne weiteres möglich bzw. zumutbar wäre, ihr Familienleben andernorts 

zu pflegen. Zum geschützten Familienkreis gehört in erster Linie die Kernfamilie, 

d.h. die Gemeinschaft der Ehegatten mit ihren minderjährigen Kindern. Andere fa-

miliäre Verhältnisse fallen nur dann in den Schutzbereich von Art. 8 EMRK, sofern 

eine genügend nahe, echte und tatsächlich gelebte Beziehung besteht. Hinweise 

für solche Beziehungen sind das Zusammenleben in einem gemeinsamen Haus-

halt, eine finanzielle Abhängigkeit, speziell enge familiäre Bindungen, regelmäs-

sige Kontakte oder die Übernahme von Verantwortung für eine andere Person 

(Urteil des Bundesgerichtes 6B_177/2020 vom 2. Juli 2020 E. 2.4.3 m.w.H.). Im 

Rahmen der ebenfalls gebotenen Interessenabwägung ist sodann in erster Linie 

zu prüfen, ob die vom Täter verübten Katalogtaten einen Schweregrad erreichen, 

der die Landesverweisung zur Wahrung der inneren Sicherheit als notwendig er-

scheinen lässt (Urteile des Bundesgerichtes 6B_577/2022 vom 18. März 2024 

E. 1.2.4; 6B_542/2023 vom 15. Februar 2023 E. 1.3.3; 6B_643/2023 vom 8. Ja-

nuar 2024 E. 1.5.1).

3.1.1. Die Vorinstanz fasste die für die Beurteilung eines Härtefalls massgeben-

den persönlichen Verhältnisse und das Vorleben des Beschuldigten zutreffend zu-

sammen (Urk. 59 S. 40 f.), worauf, um unnötige Wiederholungen zu vermeiden, 

-   45   -

verwiesen werden kann. Der Beschuldige lebt seit seinem 11. Altersjahr, d.h. seit 

rund 26 Jahren in der Schweiz. Mithin verbrachte er auch die in der Regel lebens-

prägende Adoleszenz hierzulande und ist der deutschen Sprache mächtig, verfügt 

allerdings nach wie vor nur über den vorläufigen Aufenthaltstitel F, was auch auf 

seine Delinquenz in den vergangenen 17 Jahren zurückzuführen sein dürfte 

(Urk. D1/2/2 F/A 3 ff.; Urk. D1/2/5 F/A 37 ff.; Prot. I S. 31 f.). Zu seinem familiären 

Umfeld ist sodann festzuhalten, dass neben einer Tante und einem Onkel seine 

Mutter, zu der er regelmässigen Kontakt hat, welche jedoch aufgrund von Hirn-

schlägen kognitiv nicht mehr in der Lage ist, für sich selbst zu sorgen, und daher 

in einem Pflegeheim unterkommen musste, sowie seine beiden minderjährigen 

Söhne L._____ und M._____ in der Schweiz leben (Urk. D1/2/2 F/A 3 ff.; Urk. 

D1/2/5 F/A 37 ff.; Prot. I S. 33 f.; Prot. II S. 9 ff.). Anders als noch zum Zeitpunkt 

der Hauptverhandlung vor Vorinstanz lebt der 10-jährige M._____ nunmehr seit 

über 1 Jahr beim Beschuldigten. Auch das Verhältnis des Beschuldigten zu sei-

nem 17-jährigen Sohn L._____, der zwar nach wie vor bei seiner Mutter lebt, hat 

sich gebessert, sodass sie nun in regelmässigem Kontakt stehen (Prot. II S. 9 ff., 

16 ff.). Zu seiner beruflichen Situation führte der Beschuldigte aus, neben seiner 

frühen Ausbildung zum Mechaniker und seinem späteren Kurs als Pflegeassistent 

seit längerer Zeit auf seinem erlernten Beruf als Schreiner zu arbeiten. Finanziell 

vermag er sich damit im Wesentlichen selber über Wasser zu halten und hat nur 

während kurzen Zeitabschnitten Sozialhilfe bezogen. Zudem engagierte er sich 

bis zum Einzug von M._____ im lokalen Fussballverein als Assistenztrainer bei ei-

ner Jugendmannschaft, welche Tätigkeit er, sobald es die Situation mit M._____ 

wieder erlaubt, auch in Zukunft verfolgen möchte, wobei er inzwischen die Trai-

nerausbildung abgeschlossen hat und damit vom Assistenztrainer zum Trainer 

aufgestiegen ist (Prot. I S. 43; Prot. II S. 15). Entsprechend ist festzuhalten, dass 

neben dem Umstand, dass die beiden minderjährigen Kinder des Beschuldigten 

hier leben und er die Verantwortung für den jüngeren Sohn übernommen hat, 

seine lange Aufenthaltsdauer einschliesslich des damit verbundenen Aufwach-

sens und Besuchs des Grossteils der Primar- und Sekundarschule sowie das Ab-

solvieren einer Berufsausbildung und die regelmässige Erwerbstätigkeit für eine 

Verwurzelung und Integration in der Schweiz sprechen.

-   46   -

3.1.2. Zu seinem Ursprungsstaat Angola pflegt der Beschuldigte hingegen kaum 

Beziehungen. So gibt er an, über keine Verwandtschaft in seiner Heimat zu verfü-

gen bzw. sie nicht zu kennen. Seinen Angaben zufolge hat er zwar möglicher-

weise bis zu 6 Geschwister, mit denen er jedoch keinen guten Kontakt hat und 

entsprechend auch nicht weiss, wo sie leben (Urk. D1/2/2 F/A 3; Urk. D1/2/5 

F/A 42; Prot. I S. 34; Prot. II S. 18). Insofern bestehen zu Angola also höchstens 

noch lose Bindungen. Wenngleich der Beschuldigte angibt, nicht mehr wie früher 

fliessend Portugiesisch (die offizielle Landessprache Angolas) zu sprechen und 

es kaum noch anzuwenden (Prot. I S. 32; Prot. II S. 18), ist sodann festzuhalten, 

dass er zumindest über Grundkenntnisse verfügt und ein Auffrischen der Sprache 

wohl kein Problem darstellen dürfte. Nachdem er gemäss eigenen Angaben auch 

Spanisch, Französisch und Englisch spricht (Urk. D1/2/5 F/A 44), sind im Ausland 

jedenfalls keine grösseren Verständigungsschwierigkeiten zu erwarten. Unter Be-

rücksichtigung seiner breitgefächerten Sprachkenntnisse und seiner Berufserfah-

rung als Mechaniker, Schreiner und Pflegeassistent (s. dazu vorn Erw. IV.C.6.1.) 

erscheint eine Reintegration in seinem Ursprungsstaat mithin durchaus als mög-

lich. 

3.1.3. Was seine familiären Verhältnisse anbelangt, ist festzuhalten, dass der 

Beschuldigte in der Schweiz zwei minderjährige Söhne hat, wobei der ältere der 

beiden als 17-Jähriger kurz vor der Volljährigkeit steht, sowie eine Mutter, die in-

folge Krankheit inzwischen pflegebedürftig ist. In Abweichung zu den persönlichen 

und familiären Verhältnissen, wie sie sich noch vor Vorinstanz präsentierten, hat 

das Leben des Beschuldigten inzwischen einen grundlegenden Wandel erfahren. 

So hat der Beschuldigte nun trotz seiner äusserst knappen finanziellen Verhält-

nisse die Verantwortung für seinen jüngeren Sohn M._____ übernommen, nach-

dem letzterer seit der Trennung der Kindseltern ein auffälliges Verhalten insbe-

sondere gegenüber seiner Mutter wie auch in der Schule gezeigt hatte. Mithin ist 

der Beschuldigte, der geradezu jede freie Minute mit seinem Sohn verbringt, eine 

wichtige, wenn nicht die wichtigste Bezugsperson für M._____ geworden. So zei-

tigte der Umzug zum Beschuldigten auch bereits Erfolge, indem sich M._____ 

seither gut zu entwickeln scheint, die ihm auf den bevorstehenden Beginn des 

neuen Schuljahrs im August 2025 hin eine Eingliederung in die reguläre Schule 

-   47   -

ermöglichen. Wie erwogen, hat sich auch das Verhältnis zwischen dem Beschul-

digten und seinem älteren Sohn L._____ gebessert, wünscht sich L._____ doch 

ebenfalls beim Beschuldigten bzw. in seiner Nähe wohnen zu können (s. vorn 

Erw. IV.C.6.1.). Entsprechend steht es ausser Frage, dass eine Landesverwei-

sung nicht nur für ihn, sondern auch für die Kinder, allen voran für M._____ eine 

ausserordentlich schwere Härte darstellt. Nachdem der Beschuldigte M._____ 

mittlerweile bei sich aufgenommen hat, ist das Vorliegen von intakten familiären 

Verhältnissen bzw. einer eigentlichen Kernfamilie im Sinne von Art. 8 Ziff. 1 

EMRK bzw. Art 13 BV , welche einem erhöhten Schutz unterliegt und einen be-

sonderen persönlichen Härtefall zu begründen vermag, folglich nunmehr zu beja-

hen. 

3.1.4. Bei dieser Ausgangslage, wonach gerade die lange Anwesenheitsdauer 

in der Schweiz, die umgekehrt losen Bindungen zu Angola, die Pflegebedürftigkeit 

seiner Mutter und die enge Beziehung des Beschuldigten zu seinen beiden in der 

Schweiz lebenden minderjährigen Söhnen – wobei insbesondere die Verantwor-

tungsübernahme für den 10-jährigen M._____ ins Gewicht fällt, für den der Be-

schuldigte eine essenzielle Rolle eingenommen hat und als enge Bezugsperson 

zu qualifizieren ist – für den Beschuldigten sprechen, ist klarerweise vom Vorlie-

gen eines schweren persönlichen Härtefalls im Sinne von Art. 66a Abs. 2 StGB 

auszugehen. 

3.2.

Hinsichtlich der vorzunehmenden Interessenabwägung darf zwar einher-

gehend mit der Vorinstanz (Urk. 59 S. 41) nicht unbeachtet bleiben, dass mit der 

versuchten sexuellen Nötigung ein besonders hochwertiges Rechtsgut – die sexu-

elle Integrität – tangiert wurde (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 6B_856/2023 vom 

8. Januar 2024 E. 3.4), wobei jedoch anzumerken ist, dass sich das Strafmass 

von 11 Monaten Freiheitsstrafe noch in einem tiefen Bereic h bewegt und nicht in 

die "2-Jahres-Regel" fällt, wonach es bei einer strafrechtlichen Verurteilung zu ei-

ner Freiheitsstrafe von 2 Jahren oder mehr ausserordentlicher Umstände bedarf, 

damit die Interessen des Täters am Verbleib in der Schweiz die öffentlichen Fern-

halteinteressen überwiegen (Urteile des Bundesgerichtes 6B_43/2024 vom 5. Au-

gust 2024 E. 4.3; 6B_1248/2023 vom 9. April 2024 E. 3.4; 6B_694/2023 vom 

-   48   -

6. Dezember 2023 E. 3.3.5). Ferner ist der Beschuldigte in der Vergangenheit auf-

grund anderer Straftaten mehrfach in Erscheinung getreten und ist er auch im 

Rahmen des aktuellen Strafverfahrens zu zahlreichen weiteren, teilweise gegen 

die körperliche Integrität gerichteten Delikten zu verurteilen. Damit ist festzuhal-

ten, dass der Beschuldigte seit seinem 19. Altersjahr wiederholt delinquiert und 

gegen die öffentliche Ordnung verstossen sowie diverse Rechtsgüter beeinträch-

tigt hat (u.a. das Vermögen durch gewerbs- und bandenmässige Diebstähle, 

Raubüberfälle und Sachbeschädigungen, aber auch die öffentliche [Verkehrs-]Si-

cherheit durch wiederholten Verstoss gegen die Strassenverkehrsnormen und die 

körperliche Integrität Dritter durch wiederholte Delikte gegen Leib und Leben). 

Demgegenüber ist dem Beschuldigten zugute zu halten, dass er sein Leben in-

zwischen nachweislich in geordnete Bahnen gelenkt, er geradezu einen Sinnes-

wandel durchlaufen, sich zum Positiven entwickelt und seine Prioritäten inzwi-

schen vollständig auf seine Kinder und das Streben danach gesetzt hat, diesen 

ein gutes Vorbild zu sein und ein besseres Leben zu ermöglichen. Vor diesem 

Hintergrund ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Beschuldigte erneut mit der ge-

nannten Anlasstat vergleichbare Delikte begeht, als gering zu bezeichnen, zumal 

er eine Lehre aus dem vorliegenden Verfahren gezogen zu haben scheint, zudem 

echte Reue und Einsicht gezeigt hat sowie glaubhaft darzulegen vermochte, ins-

besondere auch seinen problematischen Alkohol- und Drogenkonsum angegan-

gen zu sein. Entsprechend besteht die berechtigte Erwartung, dass er sich in Zu-

kunft durchaus wohlverhalten wird. Demgemäss überwiegen die rechtlich gewich-

teten privaten Interessen des in der Schweiz aufgewachsenen und sozialisierten 

Beschuldigten am Verbleib im Land die öffentlichen Interessen an seiner Landes-

verweisung klar. 

4.

Schlussfolgernd ergibt sich, dass beim Beschuldigten die Voraussetzun-

gen für ein ausnahmsweises Absehen von einer Landesverweisung nach Mass-

gabe von Art. 66a Abs. 2 StGB erfüllt sind. Demzufolge ist in Abweichung vom 

vorinstanzlichen Erkenntnis von einer Landesverweisung gemäss Art. 66a Abs. 1 

lit. h aStGB abzusehen, womit zwangsläufig auch die vorinstanzlich angeordnete 

Ausschreibung im Schengener Informationssystem (SIS) entfällt.

-   49   -

VI. Zivilforderungen

1.

Die Vorinstanz hat der Privatklägerin 1 (B._____) eine Genugtuung in 

Höhe von Fr. 2'000.– sowie der Privatklägerin 2 (C._____) eine solche von 

Fr. 1'000.– zugesprochen. Zudem hat sie die Schadenersatzforderungen beider 

Privatklägerinnen auf den Zivilweg verwiesen (Urk. 59 S. 43 ff.). Nachdem gegen 

diese Regelung des Zivilpunkts einzig der Beschuldigte unter Antrag auf Abwei-

sung sämtlicher privatklägerischer Adhäsionsbegehren ein Rechtsmittel erhoben 

hat (Urk. 62 S. 2; Urk. 85 S. 1, 29), ist bei der Beurteilung der Zivilforderungen im 

Berufungsverfahren das Verschlechterungsverbot (Art. 391 Abs. 2 StPO) zu be-

achten.

2.

Hinsichtlich der Schadenersatzbegehren ist festzuhalten, dass der Be-

schuldigte in Bezug auf die Privatklägerin 1 der Begehung eines (versuchten) Se-

xualdeliktes und gegenüber der Privatklägerin 2 der einfachen Körperverletzung 

bzw. mehrfacher Tätlichkeiten schuldig zu sprechen ist. Entsprechend wäre das 

Erfordernis der Widerrechtlichkeit in beiden Fällen gegeben und es bleibt in 

Nachachtung des strafprozessualen Verschlechterungsverbots dabei, dass die 

Vorinstanz die beiden Adhäsionsforderungen gestützt auf Art. 126 Abs. 2 lit. b 

StPO wegen Illiquidität auf den Zivilweg verwiesen hat. 

3.1. Was das Genugtuungsbegehren der Privatklägerin 1 anbelangt, ist festzu-

halten, dass sie Opfer eines versuchten Sexualdelikts wurde, wobei sie durch die 

vom Beschuldigten herbeigeführte Zwangslage, als er sie während 15 Minuten im 

Zimmer einschloss, verbal bedrängte und aggressiv auftrat, einen sensiblen Ein-

griff in ihr Sicherheitsgefühl und ihre psychische Integrität erfuhr. Dessen unge-

achtet blieb die Tat im Versuchsstadium stehen, was bedeutet, dass kein effekti-

ver Eingriff in ihre sexuelle Integrität erfolgte. Vor diesem Hintergrund trägt die 

vorinstanzlich veranschlagte Genugtuungssumme von Fr. 2'000.–, wogegen im 

Übrigen von Seiten der Privatklägerin 1 nicht opponiert wird (Urk. 79), der erlitte-

nen immateriellen Unbill angemessen Rechnung und ist zu bestätigen. Indessen 

ist zu konstatieren, dass die Privatklägerin 1 ursprünglich eine Genugtuung von 

Fr. 6'000.– zuzüglich 5 % Zins seit dem 6. Oktober 2017 gefordert hatte (Urk. 43), 

-   50   -

sodass die Vorinstanz ihrem Antrag nur teilweise entsprochen hat. In Ergänzung 

des erstinstanzlichen Urteildispositivs ist daher festzuhalten, dass das Genugtu-

ungsbegehren im Mehrbetrag abzuweisen ist.

3.2.

In Bezug auf die Genugtuungsforderung der Privatklägerin 2 fällt in Be-

tracht, dass sie über einen Zeitraum von rund 2 ½ Monaten wiederholt Opfer von 

gewalttätigen Übergriffen des Beschuldigten wurde. Damit wurde sie über längere 

Zeit nicht nur in ihrer physischen, sondern auch in ihrer psychischen Integrität be-

einträchtigt. Kommt hinzu, dass die Übergriffe im Rahmen der damaligen Paarbe-

ziehung mit dem Beschuldigten stattfanden. Vor diesem Hintergrund erweist sich 

die von der Vorinstanz festgesetzte Genugtuung von Fr. 1'000.– als angemessen, 

zumal diese von Privatklägerseite unangefochten blieb. Allerdings ist zu konstatie-

ren, dass auch in diesem Fall die Genugtuungsforderung der Privatklägerin 2, die 

im Hauptverfahren zusätzlich eine Verzinsung verlangt hatte (vgl. Urk. 46 S. 6), 

von der Vorinstanz nicht vollumfänglich gutgeheissen wurde. Entsprechend ist 

das erstinstanzliche Urteilsdispositiv wiederum dahingehend zu ergänzen, dass 

das Begehren im Mehrbetrag abzuweisen ist. 

VII. Kostenfolgen

1.1.

Angesichts dessen, dass es bei den vorinstanzlichen Schuldsprüchen we-

gen versuchter sexueller Nötigung, einfacher Körperverletzung, Widerhandlung 

gegen das Betäubungsmittelgesetz, Fahrens in fahrunfähigem Zustand, mehrfa-

chen Fahrens ohne Berechtigung sowie mehrfacher Tätlichkeit wie auch bei den 

Einstelllungen des Verfahrens betreffend die Tatvorwürfe der weiteren Körperver-

letzungen und der Drohung bleibt, ist die anteilsmässige Auflage von 7/8 der Ver-

fahrenskosten auf den Beschuldigten, so wie in den Erwägungen des angefochte-

nen Entscheids vorgesehen, nicht zu beanstanden (Urk. 59 S. 45 ff.). Insofern ist 

die Kostenregelung der Vorinstanz mithin zu übernehmen (Art. 426 Abs. 1 StPO), 

wobei es sich unter Berücksichtigung der knappen finanziellen Verhältnisse des 

Beschuldigten und vor dem Hintergrund, ihm das wirtschaftliche Fortkommen so-

wie seine Unterstützungspflichten gegenüber seinen minderjährigen Söhnen nicht 

-   51   -

zusätzlich zu erschweren, als angemessen erweist, den Kostenanteil des Be-

schuldigten in Anwendung von Art. 425 StPO definitiv abzuschreiben. 

1.2.

Im Gegensatz zum unbegründeten Urteil (Urk. 51) und dem dazugehöri-

gen Protokolleintrag (Prot. I S. 53 ff.) ist sodann zu bemerken, dass in Dispositiv-

ziffer 12 der begründeten Ausfertigung des erstinstanzlichen Entscheids aus nicht 

nachvollziehbaren Gründen keine Klausel betreffend den anteilsmässigen Rück-

forderungsvorbehalt hinsichtlich der Kosten der amtlichen Verteidigung und der 

unentgeltlichen Privatklägervertretung enthalten ist (Urk. 59). Demgemäss ist an 

dieser Stelle der Klarheit halber nochmals festzuhalten, dass die bis zum Ab-

schluss des erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens angefallenen Kosten der Offizia-

lverteidigung und der unentgeltlichen Vertretungen der Privatklägerinnen 1 und 2 

(B._____ und C._____) analog zur Kostenauflage unter Berücksichtigung der fi-

nanziellen Verhältnisse des Beschuldigten definitiv auf die Gerichtskasse zu neh-

men sind. 

2.1.

Für das Berufungsverfahren ist die Gebühr auf Fr. 3'600.– zu veranschla-

gen (§ 16 Abs. 1 GebV OG in Verbindung mit § 14 Abs. 1 lit. b GebV OG).

2.2.1. Die Kosten des zweitinstanzlichen Verfahrens haben die Parteien nach 

Massgabe ihres Obsiegens und Unterliegens zu tragen (Art. 428 Abs. 1 StPO). 

Ob bzw. inwieweit eine Partei im Sinne dieser Bestimmung obsiegt oder unter-

liegt, hängt davon ab, in welchem Ausmass ihre vor der zweiten Instanz gestellten 

Anträge gutgeheissen werden (Urteil des Bundesgerichtes 6B_791/2023 vom 

23. August 2023 E. 1.4 m.w.H.). Dies gilt auch, wenn die Privatklägerschaft mit ih-

ren Berufungsbegehren unterliegt (Urteil des Bundesgerichtes 6B_370/2016 vom 

24. März 2017 E. 1.2). 

2.2.2. Der Beschuldigte dringt mit seiner Hauptberufung dahingehend durch, 

dass in Abweichung vom vorinstanzlichen Urteil eine tiefere Strafe auszusprechen 

und von einer Landesverweisung abzusehen ist. Demgegenüber unterliegt die 

Privatklägerin 2 (C._____) mit den Anträgen ihrer Anschlussappellation vollum-

fänglich. Ausgangsgemäss und in Gewichtung der einzelnen Berufungsbegehren 

sind damit die Kosten des zweitinstanzlichen Verfahrens, mit Ausnahme derjeni-

-   52   -

gen der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen Vertretung der Privat-

klägerschaft, zu 3/6 dem Beschuldigten und zu 1/6 der Privatklägerin 2 aufzuerle-

gen sowie im Umfang von 2/6 auf die Gerichtskasse zu nehmen. Zwar ist der 

Kostenanteil der Privatklägerin 2 infolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechts-

pflege einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen (Art. 136 Abs. 2 lit. b StPO). 

Allerdings ist auf Seiten der Privatklägerin 2 die Rückzahlungspflicht vorzubehal-

ten, sobald es ihre wirtschaftlichen Verhältnisse zulassen (Urteil des Bundesge-

richtes 6B_370/2016 vom 16. März 2017 E. 1.2). 

2.3.1. Die amtliche Verteidigung macht für ihre Aufwendungen und Barauslagen 

im Berufungsprozess Fr. 6'068.70 (inkl. Barauslagen und MWST) geltend 

(Urk. 86). Das geforderte Honorar steht im Einklang mit den Ansätzen der An-

waltsgebührenverordnung und erweist sich nach Ergänzung um den Aufwand für 

die Dauer der Berufungsverhandlung und eine Nachbesprechung des Urteils mit 

dem Beschuldigten grundsätzlich als angemessen. Mithin ist der amtliche Vertei-

diger für das zweitinstanzliche Verfahren mit einem Betrag von Fr. 7'600.– aus 

der Gerichtskasse zu entschädigen.

2.3.2. Sodann beansprucht die unentgeltliche Rechtsvertretung der Privatkläge-

rin 1 (B._____) für den Berufungsprozess eine Entschädigung von Fr. 830.10 

(inkl. Barauslagen und MWST) (Urk. 80). Auch in ihrem Fall bewegt sich das gel-

tend gemachte Honorar innerhalb der Bandbreite des anwendbaren Gebührenta-

rifs und ist ausgewiesen. Demzufolge ist die unentgeltliche Privatklägervertreterin 

antragsgemäss aus der Gerichtskasse zu entschädigen. 

2.3.3. Ferner fordert die unentgeltliche Rechtsvertretung der Privatklägerin 2 für 

das Berufungsverfahren eine Entschädigung von Fr. 6'047.55 (inkl. Barauslagen 

und MWST) (Urk. 82). Wiederum erweist sich das geltend gemachte Honorar 

nach Anpassung der tatsächlichen Dauer der Berufungsverhandlung mit den An-

sätzen der Anwaltsgebührenverordnung als angemessen. Entsprechend ist die 

unentgeltliche Privatklägervertreterin in zweiter Instanz mit einem Betrag in Höhe 

von Fr. 6'000.– zu entschädigen.

-   53   -

2.4.1. Analog zur Verteilung der übrigen Berufungskosten ist beim Beschuldig-

ten gestützt auf Art. 135 Abs. 4 aStPO (in der bis zum 31. Dezember 2023 gelten-

den Fassung) hinsichtlich der zweitinstanzlichen Kosten der amtlichen Verteidi-

gung im Umfang von 3/6 und hinsichtlich der Kosten der unentgeltlichen Vertre-

tung der Privatklägerin 1, in Bezug auf welche Anklagevorwürfe er vollständig un-

terliegt, in vollem Umfang ein Nachforderungsvorbehalt anzubringen. Im Restbe-

trag sind die im Appellationsverfahren anfallenden Honorarkosten des Offizialver-

teidigers definitiv auf die Gerichtskasse zu nehmen. 

2.4.2.

In Bezug auf die Kosten der unentgeltlichen Vertretung der Privatkläge-

rin 2 im Berufungsverfahren ist sodann die vollumfängliche Rückzahlungspflicht 

der Privatklägerin 2 vorzubehalten, sobald es ihre wirtschaftlichen Verhältnisse er-

lauben (BGE 143 IV 154 E. 2.3.5). Nicht zur Anwendung kommt hingegen der seit 

dem 1. Januar 2024 geltende Art. 138 Abs. 1bis StPO, der spezifisch für Privatklä-

ger mit Opferstellung eine definitive Befreiung der Auslagen der Rechtsvertretung 

vorsieht, da das vorinstanzliche Urteil vor dem Inkrafttreten der genannten Be-

stimmung gefällt wurde (vgl. Art. 453 Abs. 1 StPO).

Es wird beschlossen:

1.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, II. Abtei-

lung, vom 21. November 2023 bezüglich der Dispositivziffern 1 teilweise 

(Schuldsprüche betreffend Vergehen gegen Art. 19 Abs. 1 BetmG [26. Juli 

2018], Fahren in fahrunfähigem Zustand im Sinne Art. 91 Abs. 2 SVG 

[14. Oktober 2017], mehrfaches Fahren ohne Berechtigung im Sinne von 

Art. 95 Abs. 1 SVG [7. September 2017 bis 14. Oktober 2017] und mehrfa-

che Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 StGB [15. November 2021 und 

22. Januar 2022]) und 7 bis 9 (Entscheide über die sichergestellte Barschaft, 

Gegenstände und Betäubungsmittel) sowie 11 (Kostenfestsetzung) in 

Rechtskraft erwachsen ist.

2.

Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

-   54   -

Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A._____ ist ferner schuldig 





der versuchten sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 aStGB 

in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB (5./6. Oktober 2017) sowie

der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB 

(29. Januar 2022).

2.

Das Verfahren wird bezüglich der Vorwürfe der mehrfachen einfachen Kör-

perverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB (Vorfälle vom 23. Mai 2021 

und 17. Juli 2021) sowie der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB 

(2. Maihälfte 2021) eingestellt.

3.

Der Beschuldigte wird, teilweise als Zusatzstrafe zum Urteil des Obergerich-

tes des Kantons Zürich vom 18. März 2019, bestraft mit 11 Monaten Frei-

heitsstrafe, wovon 3 Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind, sowie 

mit Fr. 1'000.– Busse.

Die Freiheitsstrafe wird vollzogen.

Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 10 Tagen. 

4.

5.

6.

Der Beschuldigte wird bezüglich des mit Urteil des Obergerichtes des Kan-

tons Zürich vom 18. März 2019 bedingt ausgefällten Strafteils von 22 Mona-

ten verwarnt.

7.

Von der Anordnung einer Landesverweisung im Sinne von Art. 66a Abs. 1 

lit. h aStGB wird abgesehen. 

8.

Das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin 1 (B._____) wird auf den Zi-

vilweg verwiesen. 

9.

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 1 (B._____) Fr. 2'000.– 

als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genug-

tuungsbegehren der Privatklägerin 1 abgewiesen.

-   55   -

10. Das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin 2 (C._____) wird auf den Zi-

vilweg verwiesen. 

11. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 2 (C._____) Fr. 1'000.– 

als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genug-

tuungsbegehren der Privatklägerin 2 abgewiesen.

12. Die Kosten des Vorverfahrens und des erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens, 

mit Ausnahme derjenigen der amtlichen Verteidigung und der unentgeltli-

chen Vertretung der Privatklägerinnen 1 und 2, werden zu 7/8 dem Beschul-

digten auferlegt und zu 1/8 auf die Gerichtskasse genommen, wobei der 

Kostenanteil des Beschuldigten definitiv abgeschrieben wird. 

Die Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Privatkläger-

vertretungen für ihre Aufwendungen im Vorverfahren und im erstinstanzli-

chen Gerichtsverfahren werden definitiv auf die Gerichtskasse genommen.

13. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

3'600.– ; die weiteren Kosten betragen:

7'600.–   amtliche Verteidigung (inkl. 7.7 % resp. 8.1 % MWST)

830.10

  unentgeltliche Vertretung der Privatklägerin 1
  (inkl. 8.1 % MWST)

6'000.–

  unentgeltliche Vertretung der Privatklägerin 2
  (inkl. 8.1 % MWST).

14. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme derjenigen der amtli-

chen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin-

nen 1 und 2, werden zu 3/6 dem Beschuldigten und zu 1/6 der Privatkläge-

rin 2 (C._____) auferlegt sowie zu 2/6 auf die Gerichtskasse genommen. 

Der Kostenanteil der Privatklägerin 2 wird zufolge Gewährung der unentgelt-

lichen Rechtspflege einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die Rü-

ckzahlungspflicht der Privatklägerin 2 bezüglich ihres Kostenanteils bleibt 

vorbehalten. 

-   56   -

Die Kosten der amtlichen Verteidigung für ihre Aufwendungen im Berufungs-

verfahren werden auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungs-

pflicht des Beschuldigten bleibt im Umfang von 3/6 vorbehalten.

Die Kosten der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin 1 (B._____) für 

ihre Aufwendungen im Berufungsverfahren werden auf die Gerichtskasse 

genommen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten bleibt in vollem Um-

fang vorbehalten.

Die Kosten der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin 2 (C._____) für 

ihre Aufwendungen im Berufungsverfahren werden auf die Gerichtskasse 

genommen. Die Rückzahlungspflicht der Privatklägerin 2 bleibt in vollem 

Umfang vorbehalten. 

15. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an









die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Be-
schuldigten

die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland

die unentgeltliche Vertretung der Privatklägerin 1 (B._____) im Doppel 
für sich und zuhanden der Privatklägerin 1

die unentgeltliche Vertretung der Privatklägerin 2 (C._____) im Doppel 
für sich und zuhanden der Privatklägerin 2

sowie in vollständiger Ausfertigung an









die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Be-
schuldigten 

die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland 

die unentgeltliche Vertretung der Privatklägerin 1 (B._____) im Doppel 
für sich und zuhanden der Privatklägerin 1

die unentgeltliche Vertretung der Privatklägerin 2 (C._____) im Doppel 
für sich und zuhanden der Privatklägerin 2

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an





die Vorinstanz

den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 
Vollzugsdienste

-   57   -











das Migrationsamt des Kantons Zürich

das Strassenverkehrsamt des Kantons Zürich, Abteilung Administrativ-
massnahmen, Richterliche Fahrverbote, 8090 Zürich

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung 
des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Löschung 
des DNA-Profils 

in die Akten Geschäfts-Nr. SB180210 des Obergerichtes des Kantons 
Zürich hinsichtlich vorstehender Dispositivziffer 6

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A und B.

16. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der I. strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsge-

setzes.

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer

Zürich, 10. Juni 2025

Die Präsidentin:

Die Gerichtsschreiberin:

Oberrichterin lic. iur. Bertschi

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