# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 87b04104-25b5-50b2-b923-681375b4d0d0
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-09-26
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 26.09.2017 SB160371
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB160371_2017-09-26.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB160371-O/U/jv 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. S. Volken, Präsident, Oberrichterin lic. iur. 

L. Chitvanni und Ersatzoberrichterin lic. iur. N. Kaiser Job sowie  

Gerichtsschreiber lic. iur. R. Bretscher 

 
Urteil vom 26. September 2017 

 
in Sachen 

 
A._____,  

Beschuldigter und I. Berufungskläger 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich,  

vertreten durch Leitende Staatsanwältin lic. iur. S. Leu 

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

sowie 

 

1. B._____,   
2. C._____,  

Privatkläger sowie Anschlussberufungskläger 

1, 2  vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ 

betreffend  

mehrfache qualifizierte Veruntreuung etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung,  

vom 4. Juli 2016 (DG150270) 

-   2   - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich vom 23. Sep-

tember 2015 ist diesem Urteil und Beschluss beigeheftet (Urk. 1/012000). 
 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 86 S. 133 ff.) 

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

- der mehrfachen qualifizierten Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 
Abs. 2 in Verbindung mit Ziff. 2 StGB; 

- der mehrfachen Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 Abs. 2 
StGB; 

- der gewerbsmässigen unbefugten Entgegennahme von Publikums-
einlagen im Sinne von Art. 46 Abs. 1 lit. a BankG in Verbindung mit 
Art. 6 BankV. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 5 ½ Jahren Freiheitsstrafe, wovon bis und mit 

heute 953 Tage durch Haft sowie durch vorzeitigen Strafantritt erstanden sind. 

3. Auf die Zivilforderungen der nachfolgenden Privatkläger wird nicht eingetreten: 

- Privatklägerin 6, Erbengemeinschaft D1._____ 

- Privatkläger 7, D2._____ 

- Privatklägerin 8, D3._____ 

- Privatkläger 17, D4._____ 

- Privatkläger 20, D5._____ 
- Privatkläger 29, D6._____ 

- Privatklägerin 30, D7._____. 

4. Die folgenden Privatkläger werden mit ihrem Schadenersatzbegehren vollumfäng-

lich auf den Zivilweg verwiesen: 

- Privatkläger 1, D8._____ 

- Privatklägerin 2, D9._____ 

- Privatkläger 4, D10._____ 
- Privatklägerin 5, D11._____ 

- Privatkläger 9, D12._____ 

-   3   - 

- Privatklägerin 11, D13._____ 

- Privatklägerin 13, D14._____ 

- Privatkläger 14, D15._____ 

- Privatklägerin 16, D16._____ 

- Privatklägerin 18, D17._____ 

- Privatkläger 19, D18._____ 

- Privatklägerin 21, D19._____ 
- Privatkläger 22 und 23, D20._____ und D21._____ 

- Privatkläger 24 und 25, C._____ und B._____ 

- Privatkläger 26, D22._____ 

- Privatkläger 27, D24._____ 

- Privatklägerin 28, D25._____ AG 

- Privatklägerin 31, D26._____ 

- Privatklägerin 32, D27._____. 

5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, den folgenden Privatklägern Schadenersatz im 

genannten Betrag zu zahlen: 

- Privatkläger 3, D28._____ 

 EUR 200'000 zzgl. Zins von 5% per 26. Juni 2013 

- Privatklägerin 10, D29._____ 

 EUR 18'300 zzgl. Zins von 5% per 1. Juli 2013 

- Privatkläger 12, D30._____ 
 CHF 120'000 zzgl. Zins von 5% per 17. April 2009 

- Privatkläger 15, D31._____ 

 CHF 100'000 (ohne Zins) 

- Privatkläger 34, D32._____ 

 EUR 39'450 zzgl. Zins von 5% per 1. Januar 2013. 

6. Die Genugtuungsbegehren der folgenden Privatkläger werden abgewiesen: 

- Privatklägerin 2, D9._____ 

- Privatkläger 3, D28._____ 

- Privatklägerin 5, D11._____ 

- Privatkläger 9, D12._____ 
- Privatkläger 12, D30._____ 

- Privatklägerin 13, D14._____ 

- Privatkläger 14, D15._____ 

- Privatklägerin 21, D19._____. 

-   4   - 

7. Auf die Begehren der Privatkläger 4 resp. 28 sowie 21, 22, 23, 24 und 25 um Abtre-

tung ihrer Forderung an den Staat wird nicht eingetreten. 

8. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich vom 25. Juni 2014 

beschlagnahmte Barschaft von CHF 85'000, CHF 11'200 und EUR 1'500 wird zur 

Deckung der Verfahrenskosten verwendet. 

9. Die mit Verfügungen der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich vom 19. Juni 

2015 beschlagnahmten Unterlagen und Kundendossiers (act. 610008 HD Nr. 2/1-4 

sowie act. 610014 ff. HD Nr. 1 ff. [inkl. HD Nr. 123, 137 und 138, Kreditkarten und 

Autoschlüssel]) werden dem Beschuldigten innert einer Frist von drei Monaten nach 

Eintritt der Rechtskraft auf erstes Verlangen von der Lagebehörde herausgegeben. 

Nach unbenutztem Ablauf der Frist werden die Unterlagen der Lagerbehörde zur 

Vernichtung überlassen. 

10. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich vom 19. Juni 2015 

beschlagnahmten zwei Computer (HP Pavillon und Medion, act. 610008 HD Nr. 

2/5-6) werden von der Lagerbehörde nach Eintritt der Rechtskraft verwertet. Ein all-

fälliger Erlös wird nach Abzug der Verwertungskosten zur Deckung der Verfahrens-

kosten verwendet. 

11. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich vom 19. Juni 2015 

beschlagnahmten 2 Uhren OMEGA Seamaster und TAG HEUER Carrera 

(act. 610011 HD Nr. 121, 122), werden von der Lagerbehörde nach Eintritt der 

Rechtskraft verwertet. Ein allfälliger Erlös wird nach Abzug der Verwertungskosten 

zur Deckung der Verfahrenskosten verwendet. 

12. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich vom 19. Juni 2015 

beschlagnahmten 2 Mobiltelefone Nokia und Samsung, 4 iPhones, 1 iPad und 

4 Computer "PC Tower" (act. 610018 f. HD Nr. 124, 125, 126-129, 150 sowie  

158-161 ) werden von der zuständigen Lagerbehörde nach Eintritt der Rechtskraft 

verwertet. Ein allfälliger Erlös wird nach Abzug der Verwertungskosten zur Deckung 

der Verfahrenskosten verwendet. 

13. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich vom 19. Juni 2015 

beschlagnahmte Geldzählmaschine und Geldlampe (act. 610019 HD Nr. 162 und 

163) werden dem Beschuldigten innert einer Frist von drei Monaten nach Eintritt 

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der Rechtskraft auf erstes Verlangen von der Lagebehörde herausgegeben. Nach 

unbenutztem Ablauf der Frist werden die Gegenstände der Lagerbehörde zur gut-

dünkenden Verwendung überlassen. 

14. Die mit Verfügungen der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich vom 24. Juni 

2015 beschlagnahmten Unterlagen (v.a. Bundesordner beschriftet mit Kunden-

namen, act. 610022 ff. HD Nr. 3/1-63 sowie act. 610027 f. HD Nr. 4/1-21, 4/23-24 

und 4/26-27) sowie ein USB-Stick (act. 610031 HD Nr. 1/2) werden dem Beschul-

digten innert einer Frist von drei Monaten nach Eintritt der Rechtskraft auf erstes 

Verlangen von der Lagebehörde herausgegeben. Nach unbenutztem Ablauf der 

Frist werden die Unterlagen der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen. 

15. Die mit Verfügungen der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich vom 24. Juni 

2015 beschlagnahmten Gegenstände I-Mac (act. 610024 HD Nr. 3/64), Desktop 

(act. 610028 HD Nr. 4/22), Festplatte Western Digital (act. 610028 HD Nr. 4/25) 

sowie ein Laptop Compaq Mini (act. 610031 HD Nr. 1/1) werden von der Lagerbe-

hörde nach Eintritt der Rechtskraft verwertet. Ein allfälliger Erlös wird nach Abzug 

der Verwertungskosten zur Deckung der Verfahrenskosten verwendet. 

16. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf: 
 
Fr. 15'000.00  die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 30'000.00   Kosten Untersuchung 

Fr. 29'223.25   Auslagen Untersuchung 

Fr. 96'903.30   amtliche Verteidigung  

Fr. 65'820.45   amtliche Verteidigung, 2 Akontozahlungen (total) 

 Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten. 

17. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen 

diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. 

18. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden – soweit nicht durch Vermögens-

werte gemäss den vorstehenden Dispositivziffern 8, 10, 11, 12 und 15 gedeckt – 

auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss 

Art. 135 Abs. 4 StPO.  

-   6   - 

19. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten 

(unter Berücksichtigung der bereits erhaltenen Akontozahlungen von 

CHF 38'419.75 und CHF 27'400.70) mit CHF 96'903.30 (inkl. Mehrwertsteuer) aus 

der Gerichtskasse entschädigt. 

20. Die Entschädigungsbegehren der Privatkläger 4 resp. 28 sowie 22, 23, 24 und 25 

werden abgewiesen. 

21. (Mitteilungen)  

22. (Rechtmittel)"  

Berufungsanträge: 
(Prot. II S. 9 ff.) 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 87 S. 3; Urk. 151 S. 3 f.) 

 1. Soweit überhaupt auf die Anklage eingetreten werden kann, sei der 

Beschuldigte von den Vorwürfen der mehrfachen qualifizierten Verun-

treuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 in Verbindung mit Ziff. 2 StGB so-

wie der mehrfachen ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von 

Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 und 3 StGB von Schuld und Strafe freizuspre-

chen. 

 2. Der Beschuldigte sei wegen mehrfacher Urkundenfälschung im Sinne 

von Art. 251 Ziff. 1 Abs. 2 StGB und gewerbsmässiger unbefugter Ent-

gegennahme von Publikumseinlagen im Sinne von Art. 46 Abs. 1 

Buchst. a BankG in Verbindung mit Art. 6 BankV mit einer Freiheits-

strafe von höchstens 18 Monaten zu bestrafen. 

 3. Es sei festzustellen, dass sich der Beschuldigte seit dem 25. November 

2013 bis zum 23. Juli 2017 (d.h. während 1'338 Tagen) ununter-

brochen in Untersuchungshaft bzw. Sicherheitshaft bzw. im vorzeitigen 

Strafvollzug befand und er damit seine Strafe bereits verbüsst hat. We-

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gen des übermässigen Freiheitsentzugs sei der Beschuldigte ange-

messen zu entschädigen. 

 4. Die Schadenersatzklagen der Privatkläger D28._____, D29._____, 

D30._____, D31._____ und D32._____ seien vollumfänglich abzuwei-

sen. Eventuell seien diese Schadenersatzklagen auf den Zivilweg zu 

verweisen. 

 5. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft III des Kantons 

Zürich vom 19. Juni 2015 und 24. Juni 2015 beschlagnahmten Gegen-

stände seien dem Beschuldigten auf erstes Verlangen herauszugeben: 

Computer HP Pavillon und Medion, Uhren Omega Seamaster und TAG 

Heuer Carrera, Mobiltelefon Nokia, Samsung, 4 iPhones, 1 iPad und 

4 Computer PC Tower, I-Mac, Desktop, Festplatte Western Digital und 

Laptop Compaq Mini. 

 6. Die Anschlussberufung der Privatkläger C._____ und B._____ sei ab-

zuweisen. 

 7. Soweit die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, 

einschliesslich derjenigen der amtlichen Verteidigung, nicht durch die 

einzuziehenden Barmittel gedeckt werden können, seien die Kosten 

auf die Staatskasse zu nehmen. 

b) Der Vertreterin der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich: 

 (Prot. II S. 14) 

 Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

c) Der Vertreterin der Privatkläger B._____ und C._____: 

 (Urk. 105 S. 2; Urk. 153 S. 1) 

 1. Das vorinstanzliche Urteil sei bezüglich Schuldspruch und Straf-

zumessung zu bestätigen. 

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 2. Ziffer 4 des Urteilsdispositivs sei abzuändern und der Beschuldigte sei 

zu verpflichten, den Geschädigten C._____ und B._____ (Privatkläger 

24 und 25) den Betrag von € 381'731.60 zuzüglich Zins zu 5% seit 

01.05.2013 zu bezahlen.  

 3. Ziffer 8 des Urteilsdispositivs sei insofern abzuändern, als dass den 

Privatstrafklägern C._____ und B._____ die beschlagnahmte Barschaft 

und Vermögenswerte – eventualiter verhältnismässig, sofern auch an-

dere Gläubiger betroffen sind – zuzusprechen sind. 

 4. Ziffer 7 des Urteilsdispositivs sei insofern abzuändern, als dass auf die 

Abtretung der Forderung der Privatstrafkläger C._____ und B._____ im 

zugesprochenen Teil der Barschaft einzutreten sei. 

 5. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Beschul-

digten, respektive des Staates. 

 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang 

1. Vorverfahren und erstinstanzliches Verfahren 

Hierzu kann vollumfänglich auf die Ausführungen unter Ziffer I.1. im angefochte-

nen Urteil verwiesen werden (Urk. 86 S. 7 ff.).  

2. Urteil der Vorinstanz 

Mit vorstehend im Dispositiv wiedergegebenem Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 

9. Abteilung, vom 4. Juli 2016 wurde der Beschuldigte der mehrfachen qualifizier-

ten Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB in Verbindung mit 

Ziff. 2 StGB, der mehrfachen Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 

Abs. 2 StGB sowie der gewerbsmässigen unbefugten Entgegennahme von Publi-

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kumseinlagen im Sinne von Art. 46 Abs. 1 lit. a BankG in Verbindung mit Art. 6 

BankV schuldig gesprochen und mit einer Freiheitsstrafe von 5 ½ Jahren bestraft. 

Auf die Zivilforderungen von sieben Privatklägern wurde nicht eingetreten. 21 Pri-

vatkläger wurden mit ihren Schadenersatzbegehren auf den Weg des Zivil-

prozesses verwiesen. Der Beschuldigte wurde verpflichtet, fünf Privatklägern 

Schadenersatz in dem von ihnen verlangten Betrag zu bezahlen. Die von insge-

samt acht Privatklägern gestellten Genugtuungsbegehren wurden abgewiesen. 

Auf den von sieben Privatklägern gestellten Antrag um Abtretung ihrer Zivilforde-

rung an den Staat, den diese im Hinblick auf die Verwendung der einzuziehenden 

Vermögenswerte des Beschuldigten zu ihren Gunsten gestellt hatten, wurde nicht 

eingetreten. 

Die Vorinstanz ordnete die Verwertung verschiedener beschlagnahmter Gegen-

stände (Uhren, Computer, Mobiltelefone Nokia und Samsung, iPhones, iPad etc.) 

zur Kostendeckung an. Die in der Untersuchung beschlagnahmte Barschaft zog 

sie ebenfalls zur Kostendeckung heran. Bezüglich weiterer Gegenstände (Urkun-

den, Geldzählmaschine, Schlüssel etc.) ordnete sie die Herausgabe an den Be-

schuldigten nach Eintritt der Rechtskraft an. Die von sechs Privatklägern gestell-

ten Anträge um Entschädigung im Strafverfahren wies sie ab (Urk. 86 S. 133 ff.). 

3. Berufungsverfahren 

3.1. Das vorinstanzliche Urteil wurde schriftlich im Dispositiv eröffnet (Urk. 68). 

Mit Eingabe vom 7. Juli 2016 meldete der Beschuldigte durch seinen amtlichen 

Verteidiger rechtzeitig Berufung an (Urk. 71). Der Privatkläger 34, D32._____, 

liess am 18. Juli 2016 ebenfalls rechtzeitig Berufung anmelden (Urk. 73; 

Urk. 74/27). 

3.2. Das begründete Urteil wurde dem amtlichen Verteidiger und dem Vertreter 

des Privatklägers D32._____ je am 21. Juli 2016 zugestellt (Urk. 81/2 und 81/28). 

Sowohl die Berufungserklärung des Beschuldigten (Urk. 87) als auch des Privat-

klägers D32._____ (Urk. 89) wurden innert der 20-tägigen Frist von Art. 399 

Abs. 1 StPO und damit rechtzeitig erstattet. 

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3.3. Mit Präsidialverfügung vom 23. September 2016 wurde der Staatsanwalt-

schaft und den Privatklägern 1-34 Frist angesetzt, um zu erklären, ob mit Bezug 

auf die Berufung des Beschuldigten Anschlussberufung erhoben oder begründet 

ein Nichteintreten beantragt werde. Dem Beschuldigten, der Staatsanwaltschaft 

und den Privatklägern 1-33 wurde sodann Frist angesetzt, um zu erklären, ob mit 

Bezug auf die Berufung des Privatklägers D32._____ (Privatkläger 34) An-

schlussberufung erhoben oder ob begründet ein Nichteintreten auf dessen Beru-

fung beantragt werde (Urk. 99). 

3.4. Mit Eingabe vom 13. Oktober 2016 liessen die Privatkläger C._____ und 

B._____ Anschlussberufung erheben (Urk. 105). Die Privatklägerin D27._____ 

teilte mit Schreiben vom 5. Oktober 2016 sinngemäss ihren Verzicht sowie den 

Verzicht ihrer Tochter auf Anschlussberufung mit (Urk. 103). Der Beschuldigte 

liess ebenfalls auf Anschlussberufung verzichten, hielt jedoch ausdrücklich an 

seinen eigenen Berufungsanträgen fest (Urk. 107). Die Staatsanwaltschaft sowie 

die übrigen Privatkläger liessen sich innert Frist nicht vernehmen. 

3.5. Mit Präsidialverfügung vom 23. September 2016 war dem Privatkläger 34; 

D32._____, Frist zur Leistung einer Prozesskaution von einstweilen Fr. 5'000.– 

angesetzt worden (Urk. 99). Nachdem dieser die Prozesskaution auch innert er-

streckter Frist nicht geleistet hatte, wurde mit Beschluss vom 8. November 2016 

auf die Berufung von D32._____ nicht eingetreten (Urk. 109). 

3.6. Am 16. Juni 2017 liess der Beschuldigte ein Haftentlassungsgesuch stellen 

(Urk. 116). Mit Präsidialverfügung vom 5. Juli 2017 wurde er auf den 23. Juli 2017 

aus dem vorzeitigen Strafvollzug entlassen (Urk. 127). Am 19. Juli 2017 wurde 

zur Berufungsverhandlung auf den 25. September 2017 vorgeladen (Urk. 130-

132).  

3.7. Mit Eingabe vom 22. September 2017 liess der Privatkläger D32._____ 

durch seine am 5. Juli 2017 neu mandatierte Rechtsvertreterin Berufungsanträge 

stellen (Urk. 147; Urk. 140-142). 

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3.8. Zur Berufungsverhandlung vom 25. September 2017 erschienen der Be-

schuldigte in Begleitung seines amtlichen Verteidigers, die Vertreterin der Ankla-

gebehörde in Begleitung des Wirtschaftsprüfers E._____ sowie die Vertreterin der 

Privatkläger C._____ und B._____ (Prot. II S. 9). Sie stellten die eingangs geführ-

ten Anträge. Beweisanträge wurden keine gestellt (Prot. II S. 12). 

3.9. Das Urteil erging am 26. September 2017 und wurde den Parteien schrift-

lich eröffnet (Urk. 156). 

II. Umfang der Berufung 

1. Der Beschuldigte hat seine Berufung gemäss Art. 399 Abs. 2 und 3 StPO 

beschränkt und ficht den Schuldspruch wegen mehrfacher qualifizierter Ver-

untreuung (Dispositiv Ziff. 1 Alinea 1), die Sanktion (Dispositiv Ziff. 2), seine Ver-

pflichtung zur Leistung von Schadenersatz an die fünf Privatkläger (Dispositiv 

Ziff. 5.), die Verwertung der beschlagnahmten Gegenstände zur Kostendeckung 

(zwei Uhren, neun Computer, zwei Mobiltelefone Nokia und Samsung, 

vier iPhones, ein iPad und eine Festplatte; Dispositiv Ziff. 10, 11, 12 und 15) so-

wie die Kostenauflage an ihn (Dispositiv Ziff. 17) an.  

Die Privatkläger C._____ und B._____ fechten mit ihrer Berufung Dispositivziffer 

8 an (Verwendung der beschlagnahmten Barschaft zur Deckung der Verfahrens-

kosten) sowie teilweise – soweit sie betroffen sind – die Dispositivziffern 4 (Ver-

weisung der Schadenersatzbegehren auf den Zivilweg), 7 (Nichteintreten auf die 

Begehren der Privatkläger um Abtretung ihrer Forderung an den Staat) und 20 

(Abweisung der Entschädigungsbegehren der Privatkläger). Als mitangefochten 

haben zudem die Dispositivziffern 10-12, 15 und 18 zu gelten, da die Privatkläger 

B._____C._____ die Zusprechung der beschlagnahmten Barschaft und des Ver-

wertungserlöses der einzuziehenden Gegenstände an sich beantragen (Urk. 153 

S. 1), was deren gleichzeitige Verwendung zur Deckung der Verfahrenskosten 

sowie der Kosten der amtlichen Verteidigung ausschliesst. 

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2. Gemäss Art. 402 in Verbindung mit Art. 437 StPO hat die Berufung im Um-

fang der Anfechtung aufschiebende Wirkung, und es wird die Rechtskraft des an-

gefochtenen Urteils dementsprechend gehemmt. Nachdem die Dispositivziffern 1 

Alinea 2 und 3 (Schuldsprüche wegen mehrfacher Urkundenfälschung und ge-

werbsmässiger unbefugter Entgegennahme von Publikumseinlagen), Dispositiv-

ziffer 3 (Nichteintreten auf die Zivilforderungen von sieben Privatklägern), Disposi-

tivziffer 4 (Verweisung der Schadenersatzbegehren der Privatkläger 1, 2, 4, 5, 9, 

11, 13, 14, 16, 18, 19, 21, 22, 23, 26, 27, 28, 31 und 32 auf den Zivilweg), Dis-

positivziffer 6 (Abweisung der Genugtuungsbegehren von acht Privatklägern), 

Dispositivziffer 9 (Herausgabe der beschlagnahmten Unterlagen und Kunden-

dossiers, Kreditkarten und Autoschlüssel), Dispositivziffer 13 (Herausgabe der 

beschlagnahmten Geldzählmaschine und Geldlampe), Dispositivziffer 14 (Heraus-

gabe der beschlagnahmten Unterlagen sowie ein USB-Stick), Dispositivziffer 16 

(Kostenfestsetzung), Dispositivziffer 18 (Kosten amtliche Verteidigung), Disposi-

tivziffer 19 (Entschädigung amtliche Verteidigung) und Dispositivziffer 20 (Abwei-

sung Entschädigungsbegehren von vier Privatklägern) nicht angefochten worden 

sind, ist mittels Beschlusses vorab festzustellen, dass das vorinstanzliche Urteil in 

diesem Umfang in Rechtskraft erwachsen ist. 

3. Beizufügen bleibt, dass die mit Eingabe vom 22. September 2017 gestell-

ten Anträge des Privatklägers 34, D32._____, nicht massgebend sind, nachdem 

auf seine Berufung zufolge nicht geleisteter Prozesskaution bereits mit Beschluss 

vom 8. November 2016 nicht eingetreten wurde. Weiterungen erübrigen sich. 

III. Aktenanlage 

Für die Aktenanlage kann auf das Dokument der Staatsanwaltschaft III des Kan-

tons Zürich "Übersicht über die Aktenanlage" (Urk. 1/10000), das 78-seitige Ak-

tenverzeichnis mit polizeilicher Sicherstellungsliste sowie auf die diesbezüglichen 

Ausführungen der Vorinstanz (Urk. 86 S. 17) verwiesen werden. Die Akten sind 

von der Untersuchungsbehörde in Beweis- und Verfahrensakten gegliedert wor-

den, wobei nur die letzteren eine zitierfähige seitengenaue Nummerierung auf-

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weisen. Die Beweisakten sind lediglich mit übergeordneten Ordnungsnummern 

versehen, die Aufschluss über den Ort ihrer Sicherstellung geben. Allerdings be-

finden sich die wesentlichen Beweisakten auch als nummerierte Kopie in den Ver-

fahrensakten. Zudem hat die Verteidigung mit ihrer Eingabe vom 6. Juni 2016 

mehrere Ordner mit Kopien aus Beweisakten eingereicht, die sich nun ebenfalls in 

nummerierter Fassung bei den Verfahrensakten befinden (Urk. 53/1-41). 

IV. Prozessuales und prozessuale Rügen 

1. Anwendbares Recht 

Die dem Beschuldigten unter dem Titel mehrfache qualifizierte Veruntreuung zur 

Last gelegten Handlungen erstrecken sich über einen Zeitraum von Juli 2003 bis 

November 2013. Am 1. Januar 2007 trat der revidierte Allgemeine Teil des Straf-

gesetzbuches in Kraft. Auf das anwendbare Recht ist im Rahmen der rechtlichen 

Würdigung und Strafzumessung näher einzugehen (hinten Ziff. VII.). 

2. Anklageprinzip 

2.1. Die Verteidigung rügte vor Vorinstanz eine Verletzung des Anklageprinzips. 

Sie machte geltend, die Anklägerin bleibe allzu vage und pauschal, wenn diese 

behaupte, der Beschuldigte und seine Kunden seien übereingekommen, dass er 

"einen Teil" der als Darlehen zur Verfügung gestellten Geldsumme an der Börse 

investiere und "den anderen Teil" nicht antaste. Man wisse nicht, wie nach dem 

Standpunkt der Anklägerin der Beschuldigte die zur Verfügung gestellte Geld-

summe hätte aufteilen müssen und wie gross der Teil des Geldes gewesen sein 

solle, den der Beschuldigte an der Börse hätte investieren sollen. Es könne damit 

nicht beurteilt werden, inwieweit dieser seinen diesbezüglichen Pflichten – wenn 

sie denn bestanden hätten – nachgekommen sei oder nicht. Ebenso zu pauschal 

und unbestimmt sei die weitere Behauptung der Anklägerin, der Beschuldigte sei 

mit seinen Kunden übereingekommen, diese bei Realisierung eines durch ihn an 

der Börse erwirtschafteten Gewinns zu beteiligen. Durch die Nennung einer Ge-

winnbeteiligungshöhe von ungefähren 20% pro Jahr führe die Anklägerin bloss 

einen einzigen quantitativen Faktor an; dieser helfe für die Berechnung oder auch 

-   14   - 

nur Schätzung der angeblichen Gewinnbeteiligung der Kunden nicht weiter, da 

unklar sei, worauf sich die rund 20% pro Jahr beziehen würden, beispielsweise 

nur auf dem Nettovermögenszuwachs, und ob diese nur auf dem im Handel ein-

gesetzten Teil der Geldsumme zu berechnen gewesen seien. Schliesslich genüge 

es auch nicht, wenn die Anklägerin jeweils formelhaft wiederkehrend behaupte, 

der Beschuldigte und der jeweilige Privatkläger hätten sich über die Gewinnbetei-

ligung und die Aufteilung des Geldes im Rahmen einer mündlichen Vereinbarung 

geeinigt, welche jeweils "an einem nicht näher bestimmten Tag und einem nicht 

näher bestimmten Ort" getroffen geworden sei (Urk. 63/1 S. 31 ff.). In der Beru-

fung wiederholt die Verteidigung diese Vorbringen zwar nicht. Sie scheint aber 

nach wie vor von einer Verletzung des Anklageprinzips auszugehen, beantragt sie 

doch im Zusammenhang mit dem Vorwurf der mehrfachen qualifizierten Verun-

treuung – wie schon vor Vorinstanz – ein Nichteintreten auf die Anklage (Urk. 151 

S. 3). 

2.2. Nach dem in Art. 9 Abs. 1 StPO festgeschriebenen Anklagegrundsatz be-

stimmt die Anklageschrift den Gegenstand des Gerichtsverfahrens. Dem Akkusa-

tionsprinzip kommt insoweit eine Umgrenzungsfunktion zu (s. auch Art. 29 Abs. 2 

und Art. 32 Abs. 2 BV; Art. 6 Ziff. 1 u. Ziff. 3 lit. a und b EMRK; statt vieler BGer, 

6B_985/2016, Urteil vom 27. Februar 2017, E. 2.1, m.H.). Die Anklage hat die der 

beschuldigten Person zur Last gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt so präzise 

zu umschreiben, dass die Vorwürfe in objektiver und subjektiver Hinsicht genü-

gend konkretisiert sind (vgl. Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO). Zugleich bezweckt das 

Anklageprinzip den Schutz der Verteidigungsrechte der beschuldigten Person und 

garantiert den Anspruch auf rechtliches Gehör (Informationsfunktion; BGE 140 IV 

188 E. 1.3; 133 IV 235 E. 6.2 f.; 126 I 19 E. 2a; je m.H.). Diese muss aus der An-

klage ersehen können, was ihr konkret vorgeworfen wird, damit sie ihre Verteidi-

gungsrechte angemessen ausüben kann. Dies bedingt eine zureichende Um-

schreibung der Tat. Entscheidend ist, dass die beschuldigte Person genau weiss, 

welcher konkreter Handlungen sie beschuldigt und wie ihr Verhalten rechtlich 

qualifiziert wird, so dass sie sich in ihrer Verteidigung richtig vorbereiten kann 

(BGer, 6B_492/2015, Urteil vom 2. Dezember 2015, E. 2.2, m.H.; nicht publ. in 

BGE 141 IV 437). 

-   15   - 

Kernstück der Anklageschrift bildet die Darstellung der dem Beschuldigen zur 

Last gelegten Tat. Die Darstellung des tatsächlichen Vorgangs ist auf den gesetz-

lichen Tatbestand auszurichten, der nach Auffassung der Anklage als erfüllt zu 

betrachten ist, d.h. es ist anzugeben, welche einzelnen Vorgänge und Sachver-

halte den einzelnen Merkmalen des Straftatbestandes entsprechen. Ungenauig-

keiten sind solange nicht von entscheidender Bedeutung, als für die beschuldigte 

Person keine Zweifel darüber bestehen, welches Verhalten ihr angelastet wird 

(BGer, 6B_985/2016, Urteil vom 27. Februar 2017, E. 2.1, m.H.; 6B_100/2014, 

Urteil vom 18. Dezember 2014, E. 2.3.1, m.H.). An die Anklageschrift dürfen keine 

überspitzt formalistischen Anforderungen gestellt werden (vgl. BGer, 

6B_966/2009, Urteil vom 25. März 2010, E. 3.3). 

2.3. Die Anklageschrift umfasst – ohne Anhänge – 101 Seiten. Der hier interes-

sierende Vorwurf der mehrfachen qualifizierten Veruntreuung findet sich im 1. Teil 

der Anklage auf den Seiten 3-81. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten 

zusammengefasst vor, als berufsmässiger Vermögensverwalter von 2003 bis 

2013 ihm anvertraute Kundengelder im Umfang von über CHF 8 Mio. veruntreut 

zu haben. Zum Zwecke der Geldaufnahme habe der Beschuldigte mit seinen 

Kunden schriftliche Darlehensverträge abgeschlossen. Nachdem er seinen Kun-

den sein Tradingsystem erläutert habe, sei er mit ihnen mündlich übereinge-

kommen, einen Teil der zur Verfügung gestellten Geldsumme an der Börse zu in-

vestieren und sie bei Realisierung eines Börsengewinns zu beteiligen; gleichzeitig 

habe er sich verpflichtet, den anderen Teil der Gelder nicht anzutasten. Die Höhe 

der mündlich vereinbarten Gewinnbeteiligung habe – je nach Kunde – um die 

20 % variiert und den schriftlich vereinbarten Darlehenszins eingeschlossen; dar-

über hinausgehende Gewinne seien ausschliesslich dem Beschuldigten zuge-

standen. In keinem einzigen Fall habe der Beschuldigte die entgegengenomme-

nen Gelder ausschliesslich so verwendet, wie es vereinbart gewesen sei. Statt-

dessen habe er die Gelder eigenmächtig vertrags- und vereinbarungswidrig in 

zweckwidriger Weise für Rückzahlungen an andere Kunden und für eigene Be-

dürfnisse verwendet, ohne dabei je ersatzfähig gewesen zu sein. Dadurch habe 

er sich einen unrechtmässigen Vermögensvorteil zukommen lassen und die Kun-

den geschädigt (Anklage S. 4-7). 

-   16   - 

2.4. Die Anklageschrift genügt in jeder Hinsicht den sich aus der Umgrenzungs- 

und Informationsfunktion ergebenden Anforderungen. Der der Anklage zugrunde 

gelegte Sachverhalt ist in der Anklageschrift konkret umschrieben und klar umris-

sen. Sämtliche Sachverhaltselemente, die für eine Subsumtion unter den Verun-

treuungstatbestand i.S. von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 und Ziff. 2 StGB erforderlich 

sind, sind in der Anklageschrift rechtsgenügend enthalten. Dies trifft nicht nur auf 

die Umschreibung des jeweiligen Tatobjekts (die anvertrauten Vermögenswerte), 

sondern auch auf die tatbestandsmässigen Handlungen, das heisst die unrecht-

mässige Verwendung im eigenen Nutzen zu. Auch die weiteren Elemente (feh-

lende Ersatzfähigkeit, Stellung des Beschuldigten als berufsmässiger Vermö-

gensverwalter und Vermögensschaden [als ungeschriebenes Tatbestandsmerk-

mal]) werden hinreichend umschrieben. Ebenso sind die erhobenen Vorwürfe im 

subjektiven Bereich rechtsgenügend konkretisiert. 

Richtig ist zwar, dass die Anklage im Quantitativ nicht aufschlüsselt, welcher Teil 

des Geldes der Kunden an der Börse hätte investiert und welcher Teil nicht hätte 

angetastet werden sollen. Wie bereits die Vorinstanz erkannt hat, ist dies für den 

hier erhobenen Veruntreuungsvorwurf aber nicht entscheidend, da die Anklage-

behörde von einem Vermögensverwaltungsverhältnis und damit von einer Wert-

erhaltungspflicht mit Bezug auf die gesamten dem Beschuldigten zur Verfügung 

gestellten Gelder ausgeht. Dem Beschuldigten wird nicht etwa vorgeworfen, die 

jeweilige Darlehenssumme im falschen prozentualen Verhältnis an der Börse in-

vestiert zu haben, vielmehr wird ihm zur Last gelegt, die ihm anvertrauten Gelder 

unrechtmässig, d.h. zweck- und vertragswidrig für Rückzahlungen an andere 

Kunden und für eigene Bedürfnisse verwendet zu haben, ohne jederzeit Ersatz 

bereit zu halten. Diese unrechtmässigen Verwendungen hat die Staatsanwalt-

schaft in der Anklageschrift und den Anhängen im Detail dargelegt. Der Beschul-

digte konnte damit ohne Weiteres erkennen, welche Vorwürfe gegen ihn erhoben 

werden, so dass er in der Lage war, seine Verteidigungsrechte angemessen aus-

zuüben, was auch ausführlich geschah (s. Urk. 63/1-2; Urk. 153). Eine Verletzung 

des Anklageprinzips liegt nicht vor. 

-   17   - 

Gleiches gilt, soweit die Verteidigung moniert, in der Anklage hätte die Berech-

nungsgrundlage für die vereinbarte Gewinnbeteiligung dargelegt werden müssen. 

Dies zu wissen wäre allenfalls dann von Bedeutung, wenn dem Beschuldigten 

vorgeworfen würde, mit den investierten Geldern entgegen der vertraglichen Ver-

einbarung keinen Gewinn erzielt oder die ihm anvertrauten Vermögenswerte 

durch riskante und insoweit vertragswidrige Börsengeschäfte verloren zu haben. 

Hier geht es aber wie gesehen um den Vorwurf, der Beschuldigte habe die ihm 

anvertrauten Vermögenswerte zweck- und vertragswidrig für eigene Zwecke ver-

braucht. Die genauen Berechnungsfaktoren für die vereinbarte Gewinnbeteiligung 

sind daher für die Wahrung des Anklageprinzips irrelevant. 

Soweit die Verteidigung schliesslich bemängelt, es genüge nicht, wenn die Ankla-

gebehörde formelhaft wiederkehrend behaupte, der Beschuldigte und der jewei-

lige Privatkläger hätten die mündliche Vereinbarung über die Gewinnbeteiligung 

und die Aufteilung des Geldes an einem nicht näher bestimmten Tag und einem 

nicht näher bestimmten Ort geschlossen, vermag sie ebenfalls keine Verletzung 

des Anklageprinzips darzutun. Aus der Anklage ergibt sich, dass die mündliche 

Vereinbarung jeweils getroffen wurde, bevor die Privatkläger dem Beschuldigten 

die Vermögenswerte anvertrauten bzw. mit ihm erstmals einen schriftlichen Dar-

lehensvertrag schlossen. Wann letzteres der Fall war, legt die Anklage bezüglich 

sämtlicher Kunden detailliert dar. Die Umgrenzungs- und Informationsfunktion ist 

damit hinreichend gewahrt; (noch) genauere Angaben sind entbehrlich. 

2.5. Mit der Vorinstanz ist deshalb festzuhalten, dass die Verteidigung das An-

klageprinzip in Bezug auf Nebenschauplätze rügt, die für den zentralen Anklage-

vorwurf nicht relevant sind. 

V. Sachverhalt 

1. Vorbemerkungen 

1.1. Der dem Beschuldigten von der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich 

hinsichtlich des Vorwurfs der mehrfachen qualifizierten Veruntreuung, eventualiter 

der mehrfachen ungetreuen Geschäftsbesorgung zur Last gelegte Sachverhalt 

-   18   - 

ergibt sich aus der Anklageschrift vom 23. September 2015 (Urk. 1/012000) sowie 

den 26 Anhängen, welche im schwarzen A3-Ordner der Verfahrensakten zu fin-

den sind. Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung korrigierte die An-

klagebehörde den Anklagesachverhalt hinsichtlich vereinzelter Transaktionen: Ei-

nige der vom Beschuldigten vorgenommenen Überweisungen seien ihm als 

pflichtwidrige Verwendungen angelastet worden, obwohl es sich dabei um Rück-

zahlungen an Kunden aus deren eigenen Einzahlungen gehandelt habe (Urk. 60 

Rz. 86 ff.).  

1.2. Die Korrektur betrifft zehn Rückzahlungen an D14._____ (Privatklägerin 

13) im Jahre 2006 im Gesamtbetrag von CHF 30'690.50 (Anklage Rz. 126 und 

Rz. 127), sieben Rückzahlungen an D20._____ und D21._____ (Privatkläger 22 

und 23) in den Jahren 2008/2009 im Gesamtbetrag von USD 10'550.47 (Anklage 

Rz. 205 und 206), sechs Rückzahlungen an D20._____ und D33._____ in den 

Jahren 2008 bis 2013 im Gesamtbetrag von EUR 153'958.83 (Anklage Rz. 207 

und 208) sowie drei Rückzahlungen am 5. November 2008 an D27._____ (Privat-

klägerin 32) im Gesamtbetrag von EUR 2'018 (Anklage Rz. 215 und 216). Ge-

messen am eingeklagten Deliktsbetrag von über CHF 8 Mio. handelt es sich da-

bei um geringfügige Anpassungen des Anklagesachverhalts, die – zumal zu 

Gunsten des Beschuldigen – ohne weiteres zulässig sind. Zu recht hat die Vertei-

digung gegen dieses Vorgehen keine Einwände erhoben. 

2. Allgemeiner Standpunkt des Beschuldigten 

2.1. Der Beschuldigte anerkennt, mit den in der Anklageschrift genannten Per-

sonen (von der Anklägerin als Kunden bezeichnet) die dort aufgeführten schriftli-

chen Darlehensverträge geschlossen zu haben (Urk. 63/1 Rz. 13; Urk. 151 Rz. 7). 

Er anerkennt auch, an den jeweiligen Daten die aufgeführten Geldbeträge von 

diesen Personen erhalten zu haben (beispielhaft Urk. 63/2 Rz. 320). Zwischen 

dem 16. Juli 2003 und dem 20. November 2013 erhielt er so Gelder in der Ge-

samthöhe von CHF 3'785'047.49, USD 64'500 und EUR 6'203'105.49. Grundsätz-

lich anerkennt er auch, mit den in der Anklage genannten Personen ergänzende 

mündliche Vereinbarungen getroffen zu haben, er stellt jedoch den Inhalt der 

mündlichen Vereinbarungen teilweise abweichend zum Anklagesachverhalt dar. 

-   19   - 

Dabei ist namentlich sein Verteidiger der Ansicht, der Beschuldigte habe mit den 

Geschädigten nicht Gewinnanteilsvereinbarungen, sondern (unzulässige) Zinses-

zinsabreden getroffen (Urk. 151 Rz. 9, 18 ff.). Weiter bestreitet er jegliche Zweck-

bindung der empfangenen Darlehen, und er bestreitet auch, dass ihn insoweit ei-

ne ständige Werterhaltungspflicht traf (Urk. 63/1 Rz. 175 ff., 230, 239; Urk. 151 

Rz. 56 ff.). Vor diesem Hintergrund stellt er die in den Anhängen zur Anklage-

schrift aufgeführten Transaktionen dem Grundsatz nach nicht in Abrede, hält sie 

aber für strafrechtlich irrelevant. Darüber hinaus wendete er zumindest noch vor 

Vorinstanz ein, zufolge Vermischung von Geldern verschiedenster Herkunft sei 

nicht nachgewiesen, dass mit den einzelnen Darlehensbeträgen genau die von 

der Anklägerin beanstandeten Transaktionen finanziert worden seien (statt vieler 

Urk. 63/2 Rz. 331 f.). Entsprechend bestritt er insoweit auch eine Vereitelung der 

obligatorischen Ansprüche der Darlehensgeber. Im Weiteren bestreitet er, im an-

klagerelevanten Zeitraum nicht ersatzfähig gewesen zu sein. Namentlich zeigen 

seiner Meinung nach die Rückzahlungen an die einzelnen Darlehensgeber, dass 

er ersatzbereit und -fähig war (statt vieler Urk. 63/1 Rz. 295 ff.; Urk. 151 

Rz. 86 ff.). Zudem ist er der Ansicht, dass der Schaden der einzelnen Darlehens-

geber aufgrund von Bezügen seiner Kunden resp. Rückzahlungen an diese ge-

ringer sei als der in der Anklage behauptete Schaden (beispielhaft Urk. 63/2 

Rz. 443). 

2.2. In wesentlichen Teilen ist der Beschuldigte somit nicht geständig. Nachfol-

gend ist daher der eingeklagte Sachverhalt zu erstellen. 

Vorweg ist festzuhalten, dass sich die Vorinstanz ausführlich mit den vorhan-

denen Beweisen auseinandergesetzt und diese sorgfältig und überzeugend ge-

würdigt hat. Soweit nachfolgend nicht eine abweichende Ansicht vertreten wird, 

kann daher – um unnötige Wiederholungen zu vermeiden – auf die zutreffenden 

Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO, Urk. 86 

S. 22-71). Dies gilt auch dort, wo nicht explizit ein Verweis auf das erstinstanz-

liche Urteil erfolgt. 

Weiter ist darauf hinzuweisen, dass der Beschuldigte bei allen Geschädigten im 

vorliegenden Strafverfahren nach dem gleichen Muster vorging. Davon geht auch 

-   20   - 

die Verteidigung aus, wie sich aus ihren Ausführungen sowohl vor Vorinstanz 

(Urk. 63/1 Rz. 56) als auch in der Berufung (Urk. 151 Rz. 69-71) ergibt. Insbeson-

dere greift auch die Verteidigung beispielhaft das Verhältnis zu einem Geschädig-

ten auf, um alsdann auf sämtliche andere Geschädigte zu schliessen (Urk. 151 

Rz. 25 und 69). Es ist deshalb nicht erforderlich, auf die Tathandlungen zum 

Nachteil jedes Geschädigten einzeln einzugehen, da die Fälle in tatsächlicher 

Hinsicht gleichgelagert sind und die Vorgehensweise des Beschuldigten nahezu 

identisch war (BGer, 6B_466/2008, Urteil vom 15. Dezember 2008, E. 3.3; 

BGE 119 IV 284, 286, E. 5.a). 

3. Geschäftsherr und Treugeber, selbständiger Vermögensverwalter 

3.1. Gemäss 1. Teil, lit. A, Ziff. 2 der Anklage standen die einzelnen Kunden 

zum Beschuldigten in einem Auftragsverhältnis, das die Vermögensverwaltung 

zum Inhalt hatte. Der einzelne Kunde sei damit Treugeber des Beschuldigten ge-

wesen, der Beschuldigte Geschäftsherr (Urk. 1/012000 S. 3, Absatz 4 [versehent-

lich ebenfalls mit Rz. 6 bezeichnet]). Dieser sei zur selbständigen, unkontrollierten 

Verfügung über die ihm von den Kunden anvertrauten Vermögenswerte befugt 

gewesen, wobei seine Aufgabe nach Massgabe der schriftlichen und mündlichen 

Vereinbarungen mit den Kunden zu erfolgen gehabt habe (Urk. 1/012000 S. 3  

unten/4 oben [Rz. 7]). 

3.2. In der Sache ist unbestritten und durch die im In- und Ausland in grosser 

Zahl edierten und sichergestellten Unterlagen auch belegt, dass der Beschuldigte 

von den Geschädigten bzw. den in der Anklage genannten Personen die in der 

Anklage aufgeführten Vermögenswerte erhielt, wobei ihm die jeweiligen Geld-

summen entweder auf ein von ihm bezeichnetes Konto überwiesen oder aber die 

Vermögenswerte in bar übergeben wurden. Damit ist jedoch noch nicht gesagt, 

dass es sich um ein Vermögensverwaltungsverhältnis handelte und der Be-

schuldigte insoweit selbständiger Vermögensverwalter hinsichtlich der ihm über-

gebenen Vermögenswerte war. Dies hängt ersichtlich von den vertraglichen Ver-

einbarungen zwischen dem Beschuldigten und den Privatklägern ab. 

-   21   - 

Die geschlossenen schriftlichen Darlehensverträge enthalten im Wesentlichen die 

Verpflichtung des Darlehensgebers, dem Beschuldigten die vereinbarte Geld-

summe zu einem bestimmten Datum auszuzahlen. Der Beschuldigte verpflichtete 

sich zur Bezahlung eines Darlehenszinses von 2%, 3% oder 4% und zur Rück-

zahlung des Darlehens zum vereinbarten Termin, wobei die Möglichkeit zur ein-

vernehmlichen Vertragsverlängerung vorbehalten wurde. Zudem enthalten die 

Verträge überwiegend eine Rechtswahlklausel zugunsten des Schweizerischen 

Rechts. Entscheidend für die Frage eines Vermögensverwaltungsverhältnisses ist 

deshalb in erster Linie der Inhalt der mündlichen Abreden, welche den oder die 

schriftlichen Verträge ergänzten. Dies folgt indirekt auch aus Rz. 10 der Anklage, 

welche den schriftlichen Darlehensvertrag erst zusammen mit der mündlichen Ab-

rede über die Gewinnbeteiligung als Vermögensverwaltungsverhältnis in Form ei-

nes partiarischen Darlehens qualifiziert (s. dazu Ziff. 4.6.). 

4. Die ergänzenden mündlichen Abreden  

4.1. Was die ergänzenden mündlichen Abreden betrifft, wirft die Anklagebehör-

de dem Beschuldigten vor, er sei mit seinen Kunden, nachdem er ihnen jeweils 

sein angewandtes Trading-System erläutert habe, übereingekommen, einen Teil 

der als Darlehen zur Verfügung gestellten Geldsumme an der Börse zu investie-

ren und den anderen Teil nicht anzutasten. Mündlich habe er mit den Kunden 

vereinbart, diese bei Realisierung eines durch ihn an der Börse durch das Verfol-

gen kurzfristiger Anlagestrategien erwirtschafteten Gewinns zu beteiligen. Die 

vom Tradingerfolg abhängige maximal erreichbare Höhe der Gewinnbeteiligung 

habe um die 20% variiert und sei mit den verschiedenen Kunden jeweils konkret 

vereinbart worden, habe aber stets den im schriftlichen Vertragsteil angegebenen 

Jahreszinssatz miteingeschlossen. Ein Gewinn über die maximale Gewinnbe-

teiligung hinaus habe vereinbarungsgemäss vollumfänglich dem Beschuldigten 

zugestanden (Rz. 9 der Anklage). 

4.2. Die Verteidigung stellt sich auch berufungsweise auf den Standpunkt, der 

Beschuldigte habe mit den Geschädigten schlichte Darlehensverträge ge-

schlossen. Es habe keine Abreden des Inhalts gegeben, wonach eine bestimmte 

Gewinnbeteiligung in Abhängigkeit seines Handelserfolgs gestanden sei; vielmehr 

-   22   - 

seien mündlich Zinseszinsen vereinbart worden. Die Darlehen seien deshalb nicht 

zweckgebunden gewesen, weshalb er auch keiner ständigen Werterhaltungs-

pflicht unterstanden sei (Urk. 151 Rz. 13 ff.). 

4.3. Bereits in der Hafteinvernahme vom 26. November 2013, als der Beschul-

digte u.a. mit den Strafanzeigen der Privatkläger B._____ und C._____ sowie 

Dr. D10._____ konfrontiert wurde, bejahte er die Frage, ob er den genannten 

Personen gesagt habe, wie er deren Gelder investieren würde: Er habe ihnen 

sein Tradingkonzept vorgestellt und erklärt. Auf die weitere Frage der Staats-

anwaltschaft, ob er ihnen gesagt habe, dass er eine gute Rendite erwirtschaften 

könnte, erklärte er, ja, er habe ihnen gesagt, was er erreichen könnte in einem 

Jahr. Der Beschuldigte räumte auch ein, dass er den betreffenden Personen sag-

te, dass er durch geschicktes Geldmanagement eine gute Rendite für deren vor-

handenes Privatvermögen erwirtschaften könnte, genauer gesagt durch sein  

Tradingkonzept (Urk. 1/140024). In der Einvernahme vom 3. Juni 2014 gab er zu, 

dass zu den schriftlichen Darlehensverträgen jeweils die weitere mündliche Ab-

sprache hinzutrat, den Profit nach bestem Wissen und Möglichkeiten zu maximie-

ren bis maximal insgesamt 20% pro Jahr, das heisst einschliesslich der 3% (oder 

2%) - 4% Zins gemäss den schriftlichen Verträgen. Das besondere an dem Ar-

rangement sei gewesen, dass sämtliche Verlustrisiken zu seinen Lasten genom-

men und keinerlei Gebühren für den Vertragspartner "Kunden" festgeschrieben 

bzw. in Rechnung gestellt worden seien (Urk. 1/141102). Auf die Frage, ob er sei-

nen Kunden oder einem Teil davon mündlich und/oder schriftlich zusätzliche Ge-

winne für das für diese durch ihn zu verwaltende Vermögen in Aussicht gestellt 

habe, erklärte er, ja, das sei die Abmachung mit allen gewesen (Urk. 1/141112; 

vgl. auch Urk. 1/141126 ff.). Der Beschuldigte bestätigte weiter, dass er den Kun-

den mündlich einen jährlichen Gewinn bis zu 20% – in Einzelfällen auch mehr als 

20% – in Aussicht stellte (Urk. 1/141713). Dabei war es ihm zwar wichtig zu be-

tonen, dass er lediglich von der Möglichkeit gesprochen habe, 20% zu erzielen 

(Urk. 1/140220; 1/140251; 1/140255). Aber auch die Staatsanwaltschaft wirft dem 

Beschuldigten nicht vor, seinen Kunden mündlich einen Gewinn von 20% p.a. zu-

gesichert zu haben, sondern geht in Übereinstimmung mit den Aussagen des Be-

-   23   - 

schuldigten davon aus, die Gewinnbeteiligung sei in Abhängigkeit vom konkreten 

Handelserfolg vereinbart gewesen. 

Der Beschuldigte empfing seine Kunden in seinen Räumlichkeiten und führte 

ihnen am sog. Handels-Desk live vor, wie sich mit seiner Methode Gewinne erzie-

len liessen (Urk. 1/140035; 1/140036; 1/140245; 1/140220; 1/141714; 1/142505). 

Auch hier erklärte der Beschuldigte z.T. einschränkend, es habe sich nicht um ei-

ne eigentliche Demonstration gehandelt, sondern die Kunden hätten ihn besucht 

und sich am Handels-Desk dazu gesetzt, um zu sehen, was er mache (so 

Urk. 1/142505); er räumte aber ein, dabei sehr bemüht gewesen zu sein, den 

Leuten zu erklären, worum es im Detail gehe (Urk. 1/142505) und dass die Besu-

che "in jedem bekannten Fall" dazu geführt hätten, dass Wochen oder Monate 

später die Leute auf ihn zugekommen seien und ihn gebeten hätten, ob er "das" 

nicht auch für sie tun könne (Urk. 1/140707). 

Die Privatklägerin D19._____ erklärte, sie habe den ganz grossen Teil ihres Ver-

mögens beim Beschuldigten angelegt. Es sei darum gegangen, aus ihrem Ver-

mögen mehr zu machen, indem der Beschuldigte erfolgreich handle. Sie habe mit 

ihm vereinbart, dass er mit ihrem Geld oder mit Teilen davon handle und ihr von 

seinen Gewinnen "eben diesen Anteil von 20%" zurückgebe. Auf die Frage nach 

den mit dem Beschuldigten getätigten Geschäften gab sie an, das Geschäft sei 

das von ihr zuvor erwähnte System gewesen. Sie überweise ihm Geld, das in ei-

nem Darlehensvertrag festgehalten worden sei, und er schreibe ihr die Gewinne 

zu gute. Das sei von Anfang an dieses System gewesen, und das sei auch bis 

zum Schluss so gewesen (Urk. 1/160005 ff.). D19._____ beschrieb auch, wie ihr 

der Beschuldigte verschiedene Male seine Anlagestrategie demonstrierte: Sie sei 

bei ihm in Zürich an der …strasse gewesen, dort sei er mit sehr beeindruckender 

Infrastruktur eingerichtet gewesen. Diese vielen Rechner und Schirme habe er 

auch im F._____ [Liegenschaft] gehabt, wo sie auch verschiedene Male gewesen 

sei, z.B. mit ihren Eltern an einem Geburtstag 2009. Sie hätten x Fotos, welche 

auf diese erfolgreiche Tätigkeit hinweisen würden. Ebenfalls habe er sich in 

G._____ eingerichtet und einen beeindruckenden Tradingarbeitsplatz gehabt 

(Urk. 1/160058). Die von D19._____ erwähnten und von ihr als Papierausdrucke 

-   24   - 

eingereichten Fotografien untermalen ihre Schilderung eindrücklich 

(Urk. 1/160314 und 1/160316 f.). 

Der Privatkläger D31._____, der dem Beschuldigten am 20. November 2013 

CHF 100'000.– in bar übergab, gab an, den Beschuldigten rund eine Woche zu-

vor getroffen zu haben, um eine grössere Investition zu tätigen, d.h. in Form eines 

Darlehensvertrages eine grössere Summe auszuhändigen, mit welcher der Be-

schuldigte im Tradinggeschäft Geld oder einen Gewinn erwirtschaften könne. Der 

Beschuldigte habe ihm seine Systematik, wie er im Bereich mit Futures arbeite, 

auf Papier erklärt. Auch D31._____ konnte dem Beschuldigten während des Ken-

nenlerngesprächs live bei dessen Börsengeschäftstätigkeit an den Computern 

zusehen. D31._____ bezifferte die konkrete Gewinnanteilsvereinbarung mit dem 

Beschuldigten zwar mit 12%, sprach aber ebenfalls davon, der Beschuldigte habe 

zur Performance erklärt, er könne mit seinem System hochgerechnet mindestens 

24% erwirtschaften, wobei alles über 12% der Verdienst für seine [des Beschul-

digten] Arbeit sei (Urk. 1/160410, 1/160425, 1/160431). 

Übereinstimmend schilderten auch andere Geschädigte, zusätzlich zu den schrift-

lichen Darlehensverträgen mit dem Beschuldigten mündliche Abreden mit dem 

Inhalt getroffen zu haben, dass der Beschuldigte mit dem Geld nach dem von ihm 

als bewährt und sicher angepriesenen System handeln und die Privatkläger an 

den erzielten Gewinnen beteiligen sollte, wobei die über die maximale Ge-

winnbeteiligung erzielten Gewinne dem Beschuldigten hätten zustehen sollen 

(Dr. D10._____/D25._____ AG [Urk. 1/161006 f., 1/161009 ff.]; D20._____ 

[Urk. 1/161104 ff.]; D15._____, [Urk. 1/161205 ff.], D5._____ [Urk. 1/161405 ff.]; 

D28._____ [Urk. 1/161505 ff.] und D30._____ [Urk. 1/160510 ff.]. Gleichermassen 

berichteten sie vom beeindruckenden Handelsplatz bzw. den riesigen Monitoren 

und Handelsdesks, den bzw. die sich der Beschuldigte in seinen Räumlichkeiten 

oder den Räumlichkeiten der von ihm beherrschten Firmen eingerichtet hatte 

(Dr. D10._____/D25._____ AG [Urk. 1/161010]; D28._____ [Urk. 1/161518]), und 

dass ihnen der Beschuldigte seine Anlagestrategie bzw. Handelstätigkeit am Mo-

nitor bzw. "Handels-Desk" z.T. mehrfach, gelegentlich auch in Anwesenheit von 

-   25   - 

weiteren Kunden demonstrierte (D20._____ [Urk. 1/161113]; D15._____ [Urk. 

1/161208 und 1/161216]; D5._____ [Urk. 1/161405]; D28._____ [Urk. 1/161518]). 

Für die mündliche Abrede, die Kunden am Gewinn der mit den zur Verfügung  

gestellten Geldern vorgenommenen Handelstätigkeit zu beteiligen, sprechen da-

rüber hinaus die sog. Posten- resp. Verbindlichkeitsausweise, welche der Be-

schuldigte den Privatklägern mehr oder weniger periodisch, meist monatlich oder 

dreimonatlich, zukommen liess. Diese, auch in Rz. 11 der Anklage erwähnten 

Auszüge lehnen sich in Gestaltung, Aufbau und Inhalt ersichtlich an Kontoauszü-

ge einer Bank an. Rechts oben findet sich der professionell gestaltete Schriftzug 

des Beschuldigten, teilweise auch der Schriftzug einer der von ihm beherrschten 

Firmen (was später, nachdem die Geschädigten dies beanstandet hatten, vom 

Beschuldigten geändert wurde). Unter der Bezeichnung postenausweis oder 

verbindlichkeitenausweis links oben stehen die Angaben des betreffenden 

Kunden, einschliesslich einer diesem zugewiesenen Referenz- und Kontonum-

mer. Der Kunde wird unter Mandant oder Mandat aufgeführt. Nebst der jewei-

ligen Abrechnungsperiode (von - bis), der Laufnummer des Auszugs, der Seiten-

anzahl, dem Auszugintervall und der Währung folgt gut sichtbar rechts, etwas 

oberhalb der Mitte, die Position alter kontostand. Es schliessen sich mehre-

re Spalten mit Informationen zu den Buchungen in der relevanten Abrechnungs-

periode an (datum, buchungsinformationen, belastungen, gutschrif-

ten kontostand). Beispielsweise steht unter den Buchungsinformationen  

Gutschrift Nr. 106  

von A._____  

Gewinn & Verlust Nr. 91 / OKT 2012  

Darunter findet sich fettgedruckt das Total der Einzahlungen, das Total der Aus-

zahlungen, ein total profit & lost sowie der neue Kontostand. Dabei ergibt die   

Addition des alten Kontostands und der in der aktuellen Abrechnungsperiode ver-

buchten Gutschriften den neuen Kontostand. Es folgt – ebenfalls in offensicht-

licher Anlehnung an Bankauszüge – die Rubrik mitteilungen mit dem weiteren 

Hinweis ohne ihren gegenbericht innert 30 tagen erklären sie sich 

mit den buchungen und dem saldo einverstanden. 

-   26   - 

Der Beschuldigte bestreitet grundsätzlich nicht, seinen Kunden regelmässig die 

erwähnten Verbindlichkeitsausweise (durch ihn bzw. seine Angestellte H._____) 

ausgestellt zu haben; er selbst stellte sich aber in der Untersuchung auf den 

Standpunkt, bei den Gewinn- und Verlustbuchungen habe es sich um blosse 

Zielmarken gehandelt, um Ziele, die er beim Trading für sich gesetzt habe; er ha-

be damit die Möglichkeit aufzeigen wollen, was erreicht werden könnte. Auch un-

ter dem ausgewiesenen neuen Kontostand sei stets theoretisches Kapital zu ver-

stehen gewesen, so dass der Kunde nicht wirklich über ein Guthaben im Umfang 

des ausgewiesenen Kontostandes verfügt habe. Das habe er mit den Kunden 

mündlich besprochen (Urk. 1/140523 f.; 1/140213, 1/140261 ff., 1/142507 und 

1/142509, 1/142215). Sein Verteidiger erblickt in den Verbindlichkeitsausweisen 

zudem den Beleg für die geltend gemachten mündlichen Zinseszinsabreden 

(Urk. 151 Rz. 27 ff.). Die Vorinstanz hat das vom Beschuldigten vorgetragene 

Verständnis mit zutreffender Begründung verworfen (Urk. 86 S. 41 ff.; Art. 82 

Abs. 4 StPO). Die Posten- bzw. Verbindlichkeitsausweise, die gezielt und ersicht-

lich wie Bankauszüge gestaltet und formuliert sind, lassen mit keinem Wort darauf 

schliessen, dass es bei den verbuchten Gewinnen lediglich um Zielmarken, mithin 

um unverbindliche Wunschvorstellungen betreffend die Performance und beim 

neuen Kontostand um bloss hypothetisches Wunschkapital gegangen sei. Zu 

recht hat schon die Staatsanwaltschaft anlässlich der erstinstanzlichen Hauptver-

handlung darauf hingewiesen, dass sie keine einzige Bank kenne, die ihren Kun-

den Wunschzinsen ausweise, die gar nicht erwirtschaftet worden seien (Urk. 60 

S. 22). Dem ist uneingeschränkt zuzustimmen. Der Erklärungsversuch des Be-

schuldigten, er habe den Begriff Zielmarke nicht in die Software einfügen können, 

weil die Logik des Computerprogramms nur Gutschriften oder Belastungen ge-

kannt habe (Urk. 1/142509), überzeugt schon deshalb nicht, weil der Beschuldigte 

fiktive Performancezahlen auch gänzlich hätte weglassen können. Und wenn 

selbst dies nicht möglich gewesen wäre, hätte er bei den Mitteilungen am Ende 

seiner Posten- bzw. Verbindlichkeitsausweise die Kunden darauf hinweisen kön-

nen, dass es sich bei den Gewinnbuchungen, dem Total profit & lost und dem 

neuen Kontostand lediglich um wünschbare Werte handle. Der Beschuldigte nutz-

te die Rubrik Mitteilungen nämlich durchaus, um die Geschädigten über wesentli-

-   27   - 

che Punkte der Kundenbeziehung zu orientieren. So findet sich etwa der Hinweis, 

dass auf Grund der massiven Veränderung der Wechselkurse zwischen 

EUR/CHF der G&V (Gewinn und Verlust) nach unten angepasst worden sei (z.B. 

Urk. 1/160293) oder dass die derzeitige Situation an den Finanzmärkten ihn 

["uns"] veranlasst habe, das Risikoprofil anzupassen, wodurch es zu Veränderun-

gen im P&L [= profit & lost, Anmerkung des Gerichts] kommen könne (z.B. 

Urk. 1/161044). Ohnehin ist nicht einzusehen, weshalb der Beschuldigte den Pri-

vatklägern regelmässig Posten- und Verbindlichkeitsausweise hätte zukommen 

lassen, wenn es lediglich um das Aufzeigen der theoretischen Gewinnmöglichkei-

ten gegangen wäre. Diese waren den Privatklägern aufgrund ihrer mündlichen 

Vereinbarung mit dem Beschuldigten hinlänglich bekannt und hätten den Kunden 

nicht beständig mitgeteilt werden müssen, insbesondere nicht nach Abrech-

nungsperioden, in denen die Kunden weder neue Einzahlungen noch Bezüge tä-

tigten. Wenn es sich bei den genannten Beträgen lediglich um Zielmarken und 

theoretische Werte gehandelt hätte, vermag weiter nicht einzuleuchten, weshalb 

der auf einem Posten- oder Verbindlichkeitsausweis aufgeführte neue Kontostand 

auf dem nächstfolgenden Ausweis als alter Kontostand ausgewiesen wurde. Und 

schon gar nicht erklärt sich, weshalb der Beschuldigte im Falle der Erneuerung 

der Darlehensverträge jeweils als Darlehenssumme den sich aus der Summe der 

Ein- und Auszahlungen und der gutgeschriebenen Gewinne errechneten Betrag 

aufführte und sich entsprechend verpflichtete, nebst der ursprünglichen Dar-

lehenssumme auch die gutgeschriebenen Gewinne zu schulden (s. z.B. 

Urk. 1/020112). Zur Vermeidung von Missverständnissen ist in diesem Zusam-

menhang darauf hinzuweisen, dass die Anklagebehörde zu den dem Beschuldig-

ten anvertrauten Vermögenswerten nur die effektiv geleisteten Einzahlungen der 

Geschädigten und nicht die die gutgeschriebenen Gewinne enthaltenden Dar-

lehenssummen im Fall der erneuerten Darlehensverträgen zählt (Rz. 29 der An-

klage; s. beispielhaft Rz. 32 ff. der Anklage). Dass schliesslich auch die Um-

benennung der Postenausweise in Verbindlichkeitsausweise nicht geeignet war, 

den Kunden aufzuzeigen, dass lediglich theoretische Gewinnmöglichkeiten ge-

meint waren, wie der Beschuldigte im Vorverfahren weismachen wollte, sondern 

-   28   - 

im Gegenteil noch verlässlicher, "verbindlicher", wirkte, bedarf keiner weiteren Er-

läuterung. 

Es ist denn auch nicht weiter erstaunlich, dass kein einziger Geschädigter das 

Verständnis des Beschuldigten zu den Posten- und Verbindlichkeitsausweisen 

bestätigte. Alle einvernommenen Geschädigten gingen klar davon aus, dass es 

sich bei Gewinn und Verlust bzw. profit & lost um effektive Gewinne handelte, die 

der Beschuldigte entsprechend der mündlichen Abmachung mit ihrem Geld er-

wirtschaftet und ihnen gutgeschrieben hatte (statt vieler Urk. 1/160006 

[D19._____]). Sie gingen auch davon aus, dass der auf den Ausweisen aufgeführ-

te neue Kontostand ihnen tatsächlich zur Verfügung stand und es sich dabei um 

ihr Geld, um ihren Kontostand handelte (Urk. 1/161120 f. [Dr. D20._____]; 

1/160020 ff. [D19._____]; 1/161208 ff. [D15._____]; 1/161514 [D28._____]; 

1/160521 f. [D30._____]; 1/161413 [D5._____]; 1/161015 [Dr. D10._____]). Zwar 

schien einzelnen Geschädigten bewusst zu sein, dass der Beschuldigte die Gel-

der seiner Kunden jeweils zusammenlegte ("poolte") und P&L insoweit eine rech-

nerische Gewinngutschrift darstellte (z.B. Urk. 1/161010 [Dr. D10._____]). Aber 

auch für diese Geschädigten war klar, dass der in den Verbindlichkeitsausweisen 

unter "Neuer Kontostand" aufgeführte Betrag ihr Geld bzw. ihr Kontostand war 

(Urk. 1/161015). Ohnehin dachten sie, der effektive vom Beschuldigten erzielte 

Gewinn sei noch höher (Urk. 1/161027 [Dr. D10._____]). Übereinstimmend ver-

neinten die Geschädigten auch, den Begriff Zielmarken je vom Beschuldigten ge-

hört zu haben, wobei nicht zuletzt die Reaktion der Geschädigten, wenn sie mit 

dem vom Beschuldigten genannten Wort konfrontiert wurden, die Glaubhaftigkeit 

ihrer diesbezüglichen Aussagen unterstreicht. So gab etwa die Privatklägerin 

D14._____ an, der Begriff Zielmarke sage ihr gar nichts, sie verstehe nur Bahn-

hof. D5._____ erklärte, von Zielmarke sei nie die Rede gewesen, das höre er heu-

te zum ersten Mal (Urk. 1/161413). Im gleichen Sinne äusserte sich die – mit dem 

Privatkläger D5._____ übrigens weder verwandte noch verheiratete – D19._____ 

("Diese Aussage sagt mir nichts. Dazu habe ich noch nie etwas gehört" 

[Urk. 1/160023)], ebenso D15._____ ("Das ist mir neu, dass es ein Ziel sein soll" 

[Urk. 1/161212). Und der Geschädigte Dr. D20._____ führte, als ihm der Stand-

punkt des Beschuldigten zu den Verbindlichkeitsausweisen vorgehalten wurde, 

-   29   - 

sichtlich überrascht aus: "Nein, niemals, das ist völlig abwegig. Das war über Jah-

re hinweg niemals unser gemeinsames ganz klares Verständnis. Die Zielmarke 

war eine Rendite zwischen 1% bis 2% die mir zustehen würde, aber der Betrag, 

der monatlich unter Gutschriften eingetragen war, war der tatsächliche Gewinn, 

der mir auf meinem Konto gutgeschrieben wird" [Urk. 1/161122]). Wie die Ge-

schädigten die ausgestellten Verbindlichkeitsausweise verstanden, zeigt sich 

exemplarisch an der Antwort von Dr. D10._____: "Ich definiere Verbindlichkeit als 

eine indiskutable ... Das ist für mich ein unwiderrufbares Versprechen, das ent-

spricht einem Vertrag. Für mich ist eine Verbindlichkeit eine Verpflichtung" 

(Urk. 1/161016). Und der Privatkläger D28._____ brachte es mit den folgenden 

Worten auf den Punkt: Aus Kundensicht mache es keinen Sinn, lediglich Zielmar-

ken zu kommunizieren. Das könne er (D28._____) sich ja selber ausrechnen 

(Urk. 1/161515). Die Erklärung des Beschuldigten zum Verständnis der Posten- 

bzw. Verbindlichkeitsausweise ist daher mit der Vorinstanz als Schutzbehauptung 

zu werten. 

4.4. Vor dem geschilderten Hintergrund ist erstellt, dass der Beschuldigte mit 

den Geschädigten überein kam, die ihm im Rahmen der schriftlichen Darlehens-

verträge zur Verfügung gestellten Vermögenswerte an der Börse zu investieren, 

mithin anzulegen. Die Geschädigten gingen beim Vertragsschluss mit dem Be-

schuldigten ausnahmslos davon aus, dass dieser ihre Gelder nach dem ihnen als 

erfolgreich und sicher präsentierten Tradingsystem handeln würde. Davon durften 

sie unter den gegebenen Umständen – den eloquenten mündlichen Erläute-

rungen des Beschuldigten zu seinem System, den Demonstrationen am be-

eindruckend ausstaffierten Handels-Desk und nicht zuletzt aufgrund der ihnen  

periodisch übermittelten Verbindlichkeitsausweise, welche den (vermeintlichen) 

Tradingerfolg dokumentierten – auch ausgehen (s. Ziff. 4.3. vorstehend). Selbst 

der Beschuldigte musste einräumen, dass die Kunden wohl davon ausgegangen 

seien, dass ihr Geld täglich gehandelt werde (Urk. 1/141708). Dies stimmt auch 

mit den Aussagen der Privatkläger in der Untersuchung überein. Auf die Frage, 

wie seiner Ansicht nach der Beschuldigte das ihm zur Verwaltung gegebene Geld 

hätte verwenden sollen, erklärte Dr. D10._____, das Versprechen des Beschul-

digten sei es gewesen, er werde das Geld investieren und vermehren mit einer 

-   30   - 

todsicheren und gewinnbringenden Strategie, die durch die privaten Vermögens-

werte des Beschuldigten abgesichert gewesen sei, wobei der Beschuldigte das 

Geld auch so hätte verwenden sollen (Urk. 1/161011). Im gleichen Sinne äusser-

ten sich die anderen Privatkläger. Dr. D20._____ gab an, der Beschuldigte habe 

erklärt, mit dem ihm als Darlehen übergebenen Kapital als Daytrader zu arbeiten 

und so für den Kunden eine zusätzliche Rendite erarbeiten zu können 

(Urk. 1/161104). Es sei das (gemeinsame) Verständnis gewesen, dass der ge-

samte, dem Beschuldigten überwiesene Betrag zur Erwirtschaftung der in Aus-

sicht gestellten Rendite verwendet werde (Urk. 1/161111), wobei auch Dr. 

D20._____ das vom Beschuldigten als sicher und erfolgreich präsentierte Han-

delsmodell (mit Puts und Calls auf Bundesschatzbriefe) beschrieb 

(Urk. 1/161112 f.). D15._____ schilderte, der Beschuldigte habe ihm erklärt, dass 

er das ihm von D15._____ überwiesene Geld in seinem (des Beschuldigten) Na-

men an der Börse in deutsche Staatsanleihen investiere (Urk. 1/161216 f.; 

1/161207). Der Beschuldigte hätte das Geld demgemäss in deutsche Staatsanlei-

hen investieren sollen. Er (D15._____) sei davon ausgegangen, dass der Be-

schuldigte das Geld nur an der Börse in deutsche Staatsanleihen investiere. 

Wenn man in das Büro des Beschuldigten komme mit mehreren Angestellten, die 

jemandem zeigen, was mit D15._____s Geld und mit dem Geld anderer Kunden 

gemacht werde, dann sei es immer nur um Handel an der Börse gegangen (Urk. 

1/161216 f.; 1/161207). Auch D5._____ bestätigte, dass der Beschuldigte das 

Geld hätte anlegen müssen und abgemacht gewesen sei, dass der Beschuldigte 

an der Börse in Deutsche Bundesanleihen mitinvestiere bzw. mitspekuliere 

(Urk. 1/161411). Initial habe es das Treffen beim Beschuldigten an der …strasse 

gegeben, wo dieser ihm das Daytrading als solches vorgestellt habe, mit der Mög-

lichkeit, einen Privatkreditvertrag mit ihm abzuschliessen, um Gelder bei ihm an-

zulegen (Urk. 1/161407, s. auch 1/161410). D28._____ erklärte, der Beschuldigte 

habe ihm angeboten, mit dem als Privatdarlehen gegebenen Betrag sozusagen 

für ihn, D28._____, zu traden (Urk. 1/161505). Der Beschuldigte habe vorgege-

ben, mit dem Geld zu handeln und ihm eine jährliche Rendite von 3% schriftlich 

und eine monatliche Rendite von 1.8% mündlich zugesagt. Der Beschuldigte ha-

be suggeriert, dass er mit dem privaten Darlehen handle; nach seinem, 

-   31   - 

D28._____s, subjektiven Empfinden sei dies eine Geldanlage gewesen. Der Be-

schuldigte habe vermittelt, dass dieses Geld einzig der Anlage diene, damit Ge-

winne zu erwirtschaften, und er, D28._____, sei davon ausgegangen, dass der 

Beschuldigte die ihm vermittelte Anlagestrategie auf dieses Geld anwende 

(Urk. 1/161510 f.). Auch D30._____ ging davon aus, dass der Beschuldigte mit 

dem Geld an der Börse handelte, und zwar gemäss dem von diesem als erfolg-

reich und sicher präsentierten System. Anlässlich eines Mittagessens habe der 

Beschuldigte ihm sein Trading-System erläutert. Der Beschuldigte habe ganz klar 

zu verstehen gegeben, mit seinem (D30._____s) Geld zu arbeiten, so dass es für 

ihn, D30._____, einen deutlichen Gewinn abwerfe (Urk. 1/160506 f.). Das Geld 

sei dafür bestimmt gewesen, dass der Beschuldigte damit arbeite 

(Urk. 1/160524). Gemäss dem Geschädigten D31._____ war ebenfalls vorgese-

hen, dass der Beschuldigte den diesem übergebenen Bargeldbetrag von 

CHF 100'000.– für Trading-Geschäfte einsetze, sprich Börsengeschäfte 

(Urk. 1/160409). Der Beschuldigte, so D31._____, habe ihm sein funktionierendes 

System erklärt und dass er damit erfolgreich seit fünfzehn Jahren arbeite. Der Be-

schuldigte habe ihm erzählt, dass er das Geld je hälftig auf ein UBS- und ein CS-

Konto einzahlen würde und dann einen Mitarbeiter von ihm anweisen werde, das 

Geld von den Konten zu holen und dieses dann in den entsprechenden Futures 

und Fonds zu investieren, so dass D31._____ bereits im Folgemonat mit einer 

ersten Gewinnabrechnung rechnen könnte. In den monatlichen Abrechnungen 

würde D31._____ sehen, wie die Investition performen würde und was für ein 

Gewinn ausgeschüttet würde (Urk. 1/160416 f.). Dementsprechend verneinten die 

Geschädigten auch entschieden, dass der Beschuldigte die Darlehensbeträge für 

persönliche Bedürfnisse oder geschäftliche Auslagen hätte verwenden dürfen 

(z.B. Urk. 1/161111 [Dr. D20._____]; 1/160524 [D30._____]; 1/161031 [Dr. 

D10._____]; 1/161419 [D5._____]; 1/161218 [D15._____]; 1/160059 f. 

[D19._____]). Illustrativ ist in diesem Zusammenhang die Aussage von  

D28._____ (Urk. 1/161511): "Das ist nie besprochen und auch nie so gemeint 

gewesen. Ich würde dies als Veruntreuung meines Geldes empfinden." 

4.5. Angesichts dieser klaren Beweislage ist ohne weiteres von einer Zweck-

bindung hinsichtlich der dem Beschuldigten überwiesenen bzw. übergebenen 

-   32   - 

Gelder auszugehen, auch wenn sich die schriftlichen Darlehensverträge zum 

Verwendungszweck ausschweigen. Zu recht ist bereits die Vorinstanz zu diesem 

Schluss gelangt und hat den gegenteiligen Standpunkt des Beschuldigten ver-

worfen (Urk. 86 S. 33-39; Art. 82 Abs. 4 StPO). Soweit der Beschuldigte in der 

Berufung weiterhin darauf beharrt, die Darlehen seien zweckungebunden gewährt 

worden, lässt er den vorstehend dargelegten Kontext des ganzen Vertrags-

abschlusses ausser acht. Der Beschuldigte vermittelte von sich das Bild eines er-

folgreichen Börsenhändlers, wie etliche Geschädigte unabhängig voneinander  

berichteten (z.B. Urk. 1/160060 [D19._____]; 1/161012 [Dr. D10._____]; 1/160805 

[H._____]). Dazu passt, wie er sich und seine Tätigkeit in seiner Selbstanzeige 

vom 10. Oktober 2013 an die FINMA darstellte: "Herr A._____ lernte die Handel-

stätigkeit in Deutschland. Im Jahr 2001 erwarb er die Zulassung als Wertpapier-

händler an der deutschen Börse. Er kam 2002 als Privatier in die Schweiz und 

beschäftigte sich mit seiner privaten Vermögensverwaltung. Die Vermögensver-

waltung war derart erfolgreich, dass Verwandte und enge Freunde Herrn A._____ 

anfragten, ob sie sich daran beteiligen können. Herr A._____ nahm Gelder dieser 

Personen als Darlehen an und verwaltete sie zusammen mit seinem eigenen 

Vermögen. Hier begann er eine Buchhaltung zu führen, um über die Gelder der 

Verwandten und Freunde abrechnen zu können. Durch reine Weiterempfehlung 

zufriedener Kunden kamen neue Kunden dazu, welche in der gleichen Weise be-

treut wurden" (Urk. 1/020111; s. dazu auch Urk. 1/140047 ["alles, was da drin 

steht, habe ich angegeben"]). Und noch im Schreiben seines Verteidigers vom 

30. Mai 2014 an die Staatsanwaltschaft schrieb er von den "erstaunlichen Gewin-

nen", die er habe realisieren können und von seinen "geradezu zauberhaften Fä-

higkeiten", die ihm Beobachter attestiert hätten (Urk. 1/03104 f.). Entgegen der 

Verteidigung (Urk. 63/1 Rz. 184 ff.) war die Verwendung der Gelder der Geschä-

digten für den Handel an der Börse somit nicht nur Motiv für den Vertragsschluss, 

sondern Vertragsinhalt. Durch die Zustellung der periodischen Posten- bzw. Ver-

bindlichkeitsausweise, welche die (vermeintlich) erfolgreichen Vermögensanlagen 

dokumentierten, bestätigte der Beschuldigte die Geschädigten sodann in ihrer 

Annahme, dass er die ihm übergebenen Gelder auch tatsächlich entsprechend 

der mündlichen Vereinbarung für den Handel an der Börse einsetzte. Auch aus 

-   33   - 

verschiedenen, bei den Akten resp. in den Kundendossiers liegenden E-Mails 

ergibt sich, dass die Geschädigten während ihrer vertraglichen Beziehung mit 

dem Beschuldigten stets davon ausgingen, dass dieser mit ihrem Geld entspre-

chend den mündlichen Abmachungen an der Börse handelte. Das Gleiche gilt für 

die persönlichen und/oder telefonischen Kontakte zwischen den Geschädigten 

und dem Beschuldigten während der vertraglichen Laufzeit der Darlehen. Die Ge-

schädigten erkundigten sich wiederholt, z.T. sogar täglich, nach dem Verlauf des 

Börsenhandels (Urk. 1/161210 [D15._____]; Urk. 1/161125 [Dr. D20._____]). 

Auch dies zeigt, was Vertragsinhalt war, nämlich dass der Beschuldigte die ihm 

von den Geschädigten auf der Grundlage der schriftlichen Darlehensverträge 

übertragenen und überwiesenen Gelder für den Handel an der Börse einzusetzen 

hatte. Wie bereits vorstehend erwähnt, musste der Beschuldigte einräumen, die 

Kunden seien "wohl doch" davon ausgegangen, dass ihr Geld täglich gehandelt 

werde (Urk. 1/141708). Und er gab auch zu, im späteren Verlauf der Kundenbe-

ziehungen in Gesprächen mitbekommen zu haben, dass seine Kunden von einer 

Zweckbindung der Darlehen ausgingen (Urk. 1/141704). Dabei mag zutreffen, 

dass der Beschuldigte sich nie ausdrücklich damit einverstanden erklärte, dass er 

die ihm im Rahmen der Darlehensverträge zur Verfügung gestellten Kredite aus-

schliesslich für den Handel an der Börse verwende. Dies ist aber irrelevant, da 

von entsprechenden stillschweigenden Willensäusserungen auszugehen ist 

(Art. 1 Abs. 1 und 2 OR).  

Der Verteidiger hat vor Vorinstanz eingewendet, einige der Kunden des Beschul-

digten hätten mit der von diesem im Jahre 2009 gegründeten und beherrschten 

I._____ AG ("I._____") eigentliche Vermögensverwaltungsverträge und gerade 

keine schriftlichen Darlehensverträge abgeschlossen. Es mag auch zutreffen, 

dass der Beschuldigte seinen Kunden über die I._____ eine Alternative zu seinem 

privaten Geschäftsmodell anbieten wollte und anbot (so die Verteidigung in 

Urk. 63/1 Rz. 83 ff.; s. auch Urk. 1/161410 [D5._____]; Urk. 1/161505 

[D28._____]). Dies ändert jedoch nichts daran, dass der Beschuldigte weiterhin, 

zuletzt noch am 11. November 2013, einen Monat nach seiner Selbstanzeige an 

die FINMA und 14 Tage vor seiner Verhaftung, Verträge nach seinem bisherigen 

Muster abschloss, d.h. schriftliche Darlehensverträge mit den beschriebenen 

-   34   - 

mündlichen Zusatzvereinbarungen. Abschluss und Ausgestaltung der Verträge 

der I._____ AG mit deren Kunden sind insoweit ohne Belang. 

4.6. Einzugehen ist auf die Frage, ob der Beschuldigte mit den Geschädigten 

vereinbarte, sie in Abhängigkeit von der Performance am Börsengewinn zu betei-

ligen, oder ob er ihnen lediglich die Gutschrift von Zinseszinsen in Aussicht stellte, 

wie die Verteidigung auch berufungsweise behauptet. Die Vorinstanz und mit ihr 

die Staatsanwaltschaft haben die Ansicht der Verteidigung mit dem Hinweis ver-

worfen, dass es sich dabei um eine völlig neue Sachverhaltsdarstellung handle, 

die in der Untersuchung kein einziges Mal zur Sprache gekommen sei. Weder der 

Beschuldigte noch die Kunden hätten in der Untersuchung jemals erwähnt, dass 

sie den Erhalt von Zinseszinsen vereinbart hätten, sondern es sei beidseits stets 

von einer Beteiligung an erwirtschafteten Gewinnen die Rede gewesen (Urk. 86 

S. 33). Auch der Wortlaut in den Verbindlichkeitsausweisen "Profit" (and Loss) 

laufe klar auf das Verständnis der dort aufgeführten Beträge als Gewinnbetei-

ligung hinaus (Urk. 86 S. 43).  

Wie vorstehend dargelegt, hatte der Beschuldigte auf Grund der vertraglichen 

Vereinbarung die von den Geschädigten auf der Grundlage der schriftlichen Dar-

lehensverträge entgegengenommenen Gelder für den Handel an der Börse ein-

zusetzen. Aus den zahlreichen, insoweit übereinstimmenden Äusserungen der 

Geschädigten geht auch hervor, dass der Beschuldigte ihnen versprach, sie am 

Erfolg der mit den zur Verfügung gestellten Geldern vorgenommenen Handelstä-

tigkeit zu beteiligen, und zwar – inklusive des schriftlich vereinbarten Darlehens-

zinses – bis zu einem prozentualen Maximum, wobei letzteres um die 20% variier-

te und von der konkreten Abmachung mit dem jeweiligen Geschädigten abhing. 

Der darüber hinausgehende, an der Börse erwirtschaftete Gewinn stand aus-

schliesslich dem Beschuldigten zu. Die maximal erreichbare Höhe der Gewinn-

beteiligung bemass sich somit in Prozenten der dem Beschuldigten zur Anlage 

übergebenen Vermögenswerte. Aus diesem Grunde sprachen die Geschädigten 

teilweise auch von Zinsen, die ihnen der Beschuldigte in Aussicht gestellt habe 

resp. verwendeten die Begriffe Gewinn und Zinsen synonym. Stets ging es aber 

-   35   - 

um eine Beteiligung der Geschädigten am Börsengewinn, welchen der Beschul-

digte mit den ihm gewährten Darlehen erzielte resp. erzielen würde.  

Beim partiarischen Darlehen wird die vom Borger zu bezahlende Vergütung an 

gewissen Erfolgsfaktoren gemessen, wobei sich die Erfolgsfaktoren aus der Ver-

wendung der vom Darleiher zur Verfügung gestellten Geldsumme oder vertret-

baren Sachen durch den bestimmungsgemässen Einsatz seitens des Borgers  

ergeben. Der Darleiher partizipiert somit anteilmässig am Erfolg eines vom Borger 

verfolgten Geschäfts (BK-WEBER, Vorbemerkungen zu Art. 312 - 318 OR N 37). 

Die sowohl von der Anklagebehörde als auch von der Vorinstanz vorgenommene 

Qualifikation als partiarisches Darlehen erweist sich daher im Ergebnis als zu-

treffend. Dass der Beschuldigte und die Geschädigten keine Verlustbeteiligung 

vereinbarten und auch aus den Akten nicht hervorgeht, dass die Geschädigten 

Börsenverluste tragen mussten, steht dem nicht entgegen. Denn die Verlustbe-

teiligung des Darleihers bildet gerade kein massgebliches Kriterium für die Quali-

fikation als partiarisches Darlehen (BK-WEBER, Vorbemerkungen zu Art. 312 - 318 

OR N 38). Vor dem Hintergrund der obigen Vereinbarung und den periodisch zu-

gestellten Posten- bzw. Verbindlichkeitsausweisen erklärt sich auch, weshalb die 

Geschädigten den Beschuldigten nicht aufforderten, seine Börsenabrechnungen 

vorzulegen, um gestützt darauf ihre Beteiligung am Handelsergebnis errechnen 

zu können. Da ein prozentualer Maximalbetrag vereinbart war, der den Posten- 

bzw. Verbindlichkeitsausweisen nach zu schliessen auch grosso modo erreicht 

wurde, bestand für die Geschädigten entgegen der Verteidigung gerade kein An-

lass, vom Beschuldigten detaillierte Rechenschaft über den Gang des Tradings zu 

verlangen. Gemäss den Posten- und Verbindlichkeitsausweisen entwickelten sich 

ihre Guthaben offensichtlich – und genau wie vom Beschuldigten vorausgesagt – 

entsprechend seiner bewährten und erfolgreichen Methode. Aus Sicht der Ge-

schädigten gab es von daher auch keinen Grund, über die korrekte Berechnung 

der Erfolgsbeteiligung zu diskutieren, zu korrespondieren oder womöglich zu strei-

ten. Dass sich in den Akten keine diesbezüglichen Hinweise finden, erstaunt da-

her entgegen der Ansicht der Verteidigung (Urk. 63/1 Rz. 212) nicht. Abgesehen 

davon gaben die Geschädigten z.T. durchaus an, sie hätten beim Beschuldigten 

jeweils nachgefragt, wie das zu verstehen sei, wenn sich in den Ausweisen etwas 

-   36   - 

verändert habe und sie dies nicht hätten nachvollziehen können (so bspw. 

Urk. 1/160022 [D19._____]). 

Einzuräumen ist, dass der Beschuldigte in den erwähnten Ausweisen die ver-

buchten Gewinne zum Kapital schlug und die zeitlich nachfolgenden Gewinnbu-

chungen jeweils auf dem höheren Betrag errechnete. Darin könnte in der Tat eine 

Art Zinseszins erblickt werden. Es ist auch nicht ganz richtig, wenn die Vorinstanz 

und mit ihr die Staatsanwaltschaft festhalten, von Zinseszinsen sei im ganzen 

Verfahren nie die Rede gewesen (Urk. 86 S. 33). Zur konkreten Gewinnanteilver-

einbarung erklärte nämlich D19._____, der Beschuldigte habe ihr am Anfang er-

klärt, dass sie diese 20% plus Zinseszins erhalte (Urk. 1/160021; Hervorhebung 

nicht im Original). Ebenfalls erwähnte sie, der Kontostand, der auf dem Verbind-

lichkeitsausweis rechts unten dokumentiert sei, zeige, was der Beschuldigte ihr an 

Zinsen oder Gutschriften pro Monat erteile inkl. dem Zinseszins (Urk. 1/160022; 

Hervorhebung nicht im Original). Einzelne Geschädigte bezeichneten die Verbu-

chungen in den Verbindlichkeitsausweisen somit als Zinseszinsen. Ausgerechnet 

der Beschuldigte selbst sprach allerdings nie von Zinseszinsen, ja, er griff die ent-

sprechende Aussage der Geschädigten nicht einmal auf, sondern meinte bloss, 

daran könne er sich nicht erinnern (Urk. 1/140261). Selbst vor Vorinstanz und an 

der Berufungsverhandlung nahm er die Gelegenheit nicht wahr, Näheres zu den 

angeblichen Zinseszinsabreden zu schildern; vielmehr verweigerte er beide Male 

Aussagen zur Sache. Entsprechend überzeugt die von der Verteidigung vorgetra-

gene Sachverhaltsdarstellung, es seien Zinseszinsen verabredet gewesen, nicht. 

Der Verteidiger macht grundsätzlich zu recht geltend, dass Zinseszinsen zu ei-

nem starken Anschwellen der Schuld des Borgers führen. Aus diesem Grunde 

enthält Art. 314 Abs. 3 OR das Verbot, auf Zinsen einen Zins zu erheben (auch 

Anatozismusverbot genannt). Diesem Verbot kommt jedoch nicht absolute Gel-

tung zu, namentlich gilt es nicht in Kontokorrentverhältnissen oder ähnlichen Ge-

schäftsformen. Zudem sind nachträgliche Zinseszinsabreden für bereits fällige 

Zinsen zulässig, wobei eine solche Vereinbarung auch stillschweigend geschlos-

sen werden kann (s. näher BK-WEBER, Art. 314 OR N 30 ff.). Ob einer dieser Fäl-

le hier zutrifft, ist nicht weiter zu vertiefen. Selbst wenn von der vorgängigen oder 

-   37   - 

nachträglichen Verabredung von Zinseszinsen auszugehen wäre, führt eine unzu-

lässige Zinseszinsabrede zivilrechtlich nicht zur Ungültigkeit des gesamten Ver-

trages, sondern in aller Regel bloss zur Ungültigkeit der entsprechenden Abrede 

(Art. 20 Abs. 2 OR). Darüber hinaus erscheint die Berufung des Beschuldigten auf 

Art. 314 Abs. 3 OR geradezu rechtsmissbräuchlich, beruhte doch diese Art der 

Verbuchung einzig und allein auf seiner Idee resp. Umsetzung auf besagten Aus-

weisen. Und bereits an dieser Stelle sei angemerkt, dass aus strafrechtlicher 

Sicht auch ein nichtiger Vertrag nichts daran ändert, dass die im Vertrauen auf die 

vereinbarte Verwendung übergebenen Vermögenswerte als anvertraut gelten und 

der Treuhänder mit solchen Geldern gerade nicht nach Belieben verfahren darf 

(BGer, 6B_1046, Urteil vom 28. April 2016, Erw. 1.4.; s. auch BGE 86 IV 160, 

166; 92 IV 174; 133 IV 21, E. 6.2).  

Gleiches gilt, soweit sich die Verteidigung auf den Standpunkt stellt, Zinsvereinba-

rungen von mehr als 18% - 20% seien generell sittenwidrig und daher nichtig. 

Rechtsfolge einer allenfalls sittenwidrigen Zinsvereinbarung ist nicht die Nichtig-

keit des gesamten Vertrages, sondern es erfolgt in aller Regel die Reduktion des 

Zinses auf das erlaubte Mass (Art. 20 Abs. 2 OR; BK-WEBER, Art. 313 OR N 37). 

Strafrechtlich ist die Höhe des Zinses jedenfalls ohne Belang, zumal die Anklage-

behörde wie bereits erwähnt als anvertraute Vermögenswerte nur die effektiv ge-

leisteten Darlehensbeträge betrachtet. 

Es war der Beschuldigte, der den Geschädigten die Darlehensverträge unterbrei-

tete und sie als Teil, als rechtlichen Rahmen bzw. Unterbau seines Anlagemodells 

darstellte (Urk. 1/161509 [D28._____]: "Herr A._____ hat sie als Darlehensverträge beti-

telt und mir dies als sein Ansatz vorgestellt"; Urk. 1/161404 [D5._____]: "Das vertragliche 

Modell was A._____ mir angeboten hatte, war ein privater Kreditvertrag" sowie 

Urk. 1/161410 [D5._____]: "Er hat auch immer in den Initialen Gesprächen die Darle-

hensverträge als Grundmodell seiner Vermögensverwaltung vorgestellt. [..] A._____ hat 

uns zuerst sein Trading-Modell vorgestellt. Dann gezeigt, dass er Vermögen für seine 

Kunden verwaltet und er hat uns für seine Vermögensverwaltung diesen Darlehens-

vertrag angeboten"; Urk. 1/161104 [Dr. D20._____]: "Herr A._____ hat die Möglichkeit 

thematisiert, in Analogie zum Darlehensvertrag mit der Familie J._____ einen solchen 

Darlehensvertrag mit mir auch abzuschliessen"; Urk. 1/161013 [Dr. D10._____] usw.). 

-   38   - 

Dabei überzeugte der Beschuldigte die Geschädigten davon, dass der schriftliche 

Darlehensvertrag die korrekte Grundlage für ihre Geldanlage bei ihm war und 

dass es sich dabei um ein rechtlich zulässiges und durch einen Rechtsanwalt 

überdies geprüftes Modell handelte (Urk. 1/160511 f. [D30._____]: "Ja, das Darlehen, 

das war das rechtliche Vehikel, wie das abgewickelt wird. Er erläuterte mir sinngemäss, 

er hätte ja keine Banklizenz und er dürfte nur mit Geld arbeiten, das ihm zur Verfügung 

gestellt wird. Darum würde er das mit Darlehen machen. Wie bereits gesagt hat er das 

unterstrichen, er hatte das mit einem Rechtsanwalt geprüft, das wäre so rechtens. Es wä-

re also nichts Anrüchiges oder Unerlaubtes. Ganz nach dem Prinzip, wir leihen ihm Geld, 

er arbeitet damit und er würde uns dafür einen entsprechenden Gewinn oder Zins ge-

ben."; s. auch Urk. 1/160005 [D19._____]: "korrekte und legale Möglichkeit"). Es war 

auch der Beschuldigte, der den Geschädigten gekonnt sein sicheres und erfolg-

reiches Trading-System erläuterte, die Höhe der maximalen Gewinnbeteiligung 

festsetzte und auf den von ihm erstellten Posten- bzw. Verbindlichkeitsausweisen 

stetig die (angeblich) erzielten Gewinne verbuchte, obwohl diese gemäss der 

mündlichen Vereinbarung nur in Abhängigkeit vom Handelserfolg geschuldet ge-

wesen wären. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Aussage des 

Geschädigten D30._____ auf die Frage, weshalb er und der Beschuldigte die 

vereinbarten Werte (d.h. die mündlich vereinbarten Gewinnanteile) nicht schriftlich 

im Vertrag fixiert hätten: "Wenn ich mich richtig erinnern kann, hat er (d.h. der Be-

schuldigte) gesagt, man könne das vertraglich nicht fixieren, weil es sonst ein 

Wucherzins wäre. Aber er wäre da ja frei mehr auszubezahlen oder gutzuschrei-

ben. Einfach im Vertrag müsse da ein rechtlich korrekter Zins festgelegt werden. 

Das war für mich einleuchtend und er bestätigte dies ja auch mit seinen Auszü-

gen" (Urk. 1/160510 f.). Der Beschuldigte stellte den Geschädigten somit im vol-

len Bewusstsein die hohen Beteiligungen am Börsengewinn in Aussicht. Umso 

weniger kann er sich nun nachträglich auf die Sittenwidrigkeit seines eigenen Ver-

tragskonstrukts berufen. Auf die Ausführungen der Verteidigung zur Rechtslage 

nach deutschem Recht braucht nicht näher eingegangen zu werden, weil der Be-

schuldigte die grosse Mehrheit seiner Verträge dem schweizerischen Recht un-

terstellte (s. statt vieler Urk. 1/161531). Im Übrigen ist die Rechtslage in Deutsch-

land vergleichbar mit derjenigen in der Schweiz (s. § 248 BGB; § 355 Abs. 1 

HGB). 

-   39   - 

4.7. Die Vorinstanz hat überzeugend begründet, dass der Beschuldigte den 

Geschädigten in Aussicht stellte, mit seinem Tradingsystem hohe Renditen bei 

sehr geringem Verlustrisiko zu erzielen. Darauf kann vorweg verwiesen werden, 

und daran ändern auch die Vorbringen der Verteidigung in der Berufung (Urk. 151 

Rz. 74 ff.) nichts. Dem Beschuldigten gelang es, seine potentiellen Kunden davon 

zu überzeugen, dass er eine äusserst erfolgreiche und dennoch sichere Handels-

strategie verfolgte. So erklärte etwa Dr. D10._____, das Versprechen des Be-

schuldigten sei es gewesen, er werde das Geld investieren und vermehren mit  

einer todsicheren und gewinnbringenden Strategie, die durch seine privaten Ver-

mögenswerte abgesichert sei (Urk. 1/161011). Dr. D20._____ erzählte, der Be-

schuldigte habe ihm erklärt, dass er den täglichen Verlauf der Bundesschatzbriefe 

verfolge und jeweils mit sehr begrenzten Beträgen Put- oder Call-Aufträge abge-

be, so dass man sowohl von steigenden als auch von fallenden Kursen dieses 

Wertpapiers profitieren könne. Er (D20._____) habe das auch selbst beobachtet, 

dass der Beschuldigte das so gemacht habe (Urk. 1/161113). Der Beschuldigte 

habe immer gesagt, seine Methode sei die Tasse unter dem Wasserfall, dass  

er mit kleinen Beträgen eine konstante Rendite erwirtschaften könne 

(Urk. 1/161120). Dass der Beschuldigte sein System so präsentierte, ergibt sich 

auch aus den weiteren Akten. So schrieb er beispielsweise in einer E-Mail vom 

24. Juli 2006 unter Bezugnahme auf erzielte Tagesgewinne an die Privatklägerin 

D19._____, dass "Kleinvieh auch Dreck (Kohle) mach[e]" (s. Kundendossier 

D19._____). D30._____ führte aus, der Beschuldigte habe "mit diesen  Bundes-

anleihen klar gemacht, dass es praktisch null Risiko habe und trotz dieses cleve-

ren Systems und diesem kurzfristigen trading einen Gewinn abwerfe. [...] Das ha-

be auf ihn einen seriösen Eindruck gemacht, "diese Bundesanleihen der Deut-

schen Regierung" (Urk. 1/160512). Die Bundesanleihen, mit denen (oder entspre-

chenden Derivaten) der Beschuldigte vorgab zu handeln (und teilweise auch han-

delte), wurden auch von weiteren Geschädigten erwähnt (Urk. 1/161216 f. und 

1/161207 [D15._____]: "Deutsche Staatsanleihen"; Urk. 1/161411 [D5._____]: 

"Deutsche Bundesanleihe"). 

Der Verteidigung ist darin zuzustimmen, dass der Börsenhandel und im Besonde-

ren der Handel mit strukturierten Produkten aufgrund der mit ihnen verbundenen 

-   40   - 

Hebelwirkung erhebliche Verlustrisiken beinhaltet. Der Beschuldigte stellte die 

vorhandenen Risiken den Geschädigten gegenüber aber gezielt als von ihm ge-

rade dank seines cleveren Systems unbedeutend und beherrschbar dar. Vor die-

sem Hintergrund sind auch die von der Verteidigung neu eingereichten Unter-

lagen zum vom Beschuldigten betriebenen Daytrading und den dieser Handelstä-

tigkeit eigentümlichen Margin Calls unerheblich. Es trifft zu, dass der Beschuldigte 

Verluste erwirtschaftete. Gerade diese wies er aber in den Verbindlichkeitsaus-

weisen nie aus. Im Übrigen erklärte der Beschuldigte in der Untersuchung sogar, 

als er darauf angesprochen wurde, dass er den Geschädigten die Möglichkeit er-

öffnet hatte, einen monatlichen Gewinn von 2% zu erzielen, dies sei seine Er-

kenntnis gewesen, und er (d.h. der Beschuldigte) habe fest daran geglaubt 

(Urk. 1/140232). 

Glaubhaft und übereinstimmend schilderten die Geschädigten sodann, dass der 

Beschuldigte die Sicherheit ihrer Investitionen nicht nur mit seinem speziellen 

Tradingsystem, sondern gerade auch mit der Absicherung durch die privaten  

Darlehensverträge bzw. mit seiner persönlichen Haftung als Darlehensnehmer  

vor dem Hintergrund seines beachtlichen Privatvermögens begründete 

(Urk. 1/161012 f. [Dr. D10._____]; 1/161108, 1/161111 ff., 1/161125 [Dr. 

D20._____]). Von den Geschädigten konkret auf Sicherheiten angesprochen, 

verwies der Beschuldigte z.T. auch auf "all die zufriedenen langjährigen Mitinves-

toren" (Urk. 1/161012 [Dr. D10._____]) und auf die Möglichkeit seiner Kunden, 

stets, auch während der Laufzeit der Darlehensverträge auf ihr Geld zuzugreifen. 

Teilweise führte er seine langjährige und erfolgreiche Tätigkeit mit seinem Han-

delssystem ins Feld und dass er "schliesslich einen Namen in dieser Branche ha-

be und sich da keine krummen Dinger und keine Fauxpas erlauben" könne 

(Urk. 1/160416 [D31._____]; notabene in einem Zeitpunkt, als die FINMA sowie 

verschiedene Privatkläger bereits Strafanzeige erstattet hatten). Zu recht hat die 

Vorinstanz konstatiert, für die Geschädigten sei der Sicherheitsaspekt der Anlage 

entscheidend gewesen, und die Geschädigten hätten keinesfalls in eine hochspe-

kulative Anlage eingewilligt und davon auch nicht ausgehen müssen (Urk. 86 

S. 29). Entgegen der Verteidigung kann sich der Beschuldigte auch nicht dadurch 

entlasten, die Geschädigten immer auf die Risiken seiner Tätigkeit hingewiesen 

-   41   - 

zu haben. Denn er beschränkte das eigentliche Verlustrisiko bei seiner Anlage-

strategie auf theoretische Szenarien wie Tod, Konkurs oder Flucht (er könne ja 

"todsterbenskrank" werden oder auf eine Insel flüchten, Urk. 1/142407, 1/142506 

und 1/142512), was zusätzlich vertrauensbildend wirken sollte. Auch darauf ha-

ben bereits die Vorderrichter zutreffend hingewiesen (Urk. 86 S. 28, 31). 

Wenn die Verteidigung in diesem Zusammenhang rügt, die vorinstanzlichen Er-

wägungen würden schon deshalb nicht überzeugen, weil der Konkurs des Be-

schuldigten in Anbetracht der hohen Zinsen gerade keine nur theoretische Mög-

lichkeit dargestellt habe, übersieht sie, dass der Beschuldigte, wie schon erwähnt, 

durch den Verweis auf sein beträchtliches Privatvermögen auch ein solches Kon-

kursszenario als unwahrscheinlich darstellte. Darüber hinaus schloss er Lebens-

versicherungen ab, um einige Geschädigte gegen sein – statistisch ohnehin ge-

ringes – Sterberisiko speziell abzusichern (s. z.B. Urk. 1/160059). 

Bei dieser Sachlage verfängt der Einwand der Verteidigung nicht, dass die – zu-

meist gut ausgebildeten – Geschädigten bewusst hochriskante Geschäfte mit ihm 

getätigt hätten und somit unmöglich an das Märchen der sicheren Anlagen hätten 

glauben können (Urk. 151 Rz. 74 ff.; s. auch Prot. II S. 20 f.). Es kann auch mit-

nichten davon gesprochen werden, dass die Geschädigten in ein anrüchiges 

Schneeballsystem einwilligten. Und schon gar nicht können die Geschädigten als 

eigentliche Motoren des vom Beschuldigten betriebenen Schneeballsystems be-

zeichnet werden, wie dies die Verteidigung vor Vorinstanz tat (Urk. 63/1 Rz. 81 

und Rz. 251). In der Berufung werden die Geschädigten zwar nicht mehr aus-

drücklich Motoren des Schneeballsystems genannt, sondern es wird ausgeführt, 

dass die Geschädigten eine "sehr aktive Rolle" bei der Akquisition neuer Geld-

geber eingenommen hätten, wodurch das Geschäftsmodell des Beschuldigten mit 

der Zeit ein Eigenleben entwickelt habe. In der Sache geht es aber immer noch 

darum, die Privatkläger als geldgierige Anleger darzustellen und ihnen zumindest 

die Mitverantwortung an den Verlusten in Millionenhöhe zu geben. Davon kann 

selbstverständlich keine Rede sein. Wohl ist richtig, dass einige Privatkläger ihren 

Freunden, Verwandten oder Bekannten von ihren (vermeintlich) erfolgreichen An-

lagen beim Beschuldigten erzählten oder sie mit dem Beschuldigten bekannt 

-   42   - 

machten. Es mag auch zutreffen, dass diese Freunde, Verwandte, Bekannte dem 

Beschuldigten später ihrerseits weitere Personen vermittelten. Alle Kunden hatte 

der Beschuldigte aber persönlich von seiner äusserst erfolgreichen und dennoch 

sicheren Handelsstrategie überzeugt. Durch die periodische Zustellung der Pos-

ten- oder Verbindlichkeitsausweise, welche die vorhergesagten Gewinne stetig 

auswiesen, aber auch durch vielseitige Kontakte mit dem Beschuldigten während 

der Laufzeit sahen sich die Geschädigten in ihrer von diesem geschickt aufgebau-

ten und aufrecht erhaltenen Erwartung der erfolgreichen und sicheren Anlage be-

stätigt. Berichteten sie daraufhin Personen aus ihrem nahen Umfeld von ihrer 

(vermeintlich) gewinnbringenden Investition beim Beschuldigten, war es selbstre-

dend nicht ihre Absicht, ihre Freunde/Verwandten/Bekannten einem naturgemäss 

instabilen Schneeballsystem zuzuführen, um dank deren frisch eingebrachtem 

Kapital ihre eigenen Forderungen zu sichern. Im Übrigen wurde beim Vertrags-

schluss z.T. sogar ausdrücklich das Gespräch darauf gebracht. Der Geschädigte 

D5._____ erklärte, der Beschuldigte habe beim initialen Gespräch das Thema 

Schneeballsystem explizit angesprochen "und dass das eben nicht der Fall wäre 

bei ihm". Dadurch, dass er nur mit einem gewissen Puffer trade, blieben die Anla-

gegelder erhalten, und er setze sich eine Stopp-Marke, ab der er eben aufhöre zu 

traden, um nicht die Bestandesgelder anzugreifen (Urk. 1/161419 f.). Auch 

D19._____ gab an, der Beschuldigte habe sich sehr differenziert über solche Sys-

teme (sc. Schneeballsystem) ausgelassen im Sinne von eben, es sei illegal, damit 

habe er gar nichts zu tun. Sein Erfolg sei ganz allein seinem Können, seiner Cle-

verness und seiner Geschäftstüchtigkeit zuzuschreiben (Urk. 1/160060). Im Wei-

teren kann auch hier auf die bezirksgerichtlichen Ausführungen verwiesen werden 

(Urk. 86 S. 30 f., 36 ff.). 

Wie bereits vorstehend in anderem Zusammenhang erwähnt, hält die Anklage-

schrift fest, der Beschuldigte sei mit den Geschädigten übereingekommen, ledig-

lich einen Teil der Darlehen an der Börse zu investieren und er hätte sich gleich-

zeitig verpflichtet, den anderen Teil nicht anzutasten. Die Anklagebehörde stützt 

dies offensichtlich auf verschiedene Aussagen von Geschädigten, wonach der 

Beschuldigte ihnen erklärt habe, nur mit Teilen und nicht mit dem gesamten Geld 

zu handeln, so dass es sich um eine sichere Anlageform handle; es würde immer 

-   43   - 

eine Reserve und Liquidität bestehen (Urk. 1/161111; 1/160007 ff., 1/160417). Die 

Verteidigung hat dagegen vor Vorinstanz eingewendet, eine solche Aufteilung der 

Vermögenswerte mache gar keinen Sinn. Warum hätten die Geschädigten dem 

Beschuldigten überhaupt Darlehen gewähren sollen, wenn er die Gelder dann 

teilweise doch nicht hätte antasten sollen? Hätten die Geschädigten eine derarti-

ge Aufteilung gewollt, hätten sie dem Beschuldigten im Ergebnis einfach tiefere 

Darlehen gewährt. Die Verteidigung hat weiter Überlegungen zur Finanzierungs- 

und zur Handelsseite der Geschäftstätigkeit des Beschuldigten angestellt und be-

tont, bei allfälligen Äusserungen des Beschuldigten gegenüber den Geschädigten, 

nicht das gesamte, ihm für den Handel zur Verfügung stehende Kapital auf einmal 

einzusetzen, sei es stets um die Risikominimierung im Handel und damit um die 

Handelsseite gegangen. Die tatsächlich geschlossenen Vereinbarungen zwischen 

dem Beschuldigten und seinen Kunden hätten aber ausschliesslich die Finanzie-

rungsseite des Geschäfts betroffen (Urk. 63/1 Rz. 191 ff.). Die Vorinstanz hat er-

wogen, eine Vereinbarung, wonach ein Teil investiert und ein anderer Teil un-

angetastet bleiben sollte, lasse sich in dem Sinne nicht erstellen; zu welchen 

(prozentualen) Teilen auch immer der Beschuldigte das anvertraute Kapital nun 

handeln resp. verwalten sollte, sei aber gar nicht der ausschlaggebende Punkt; 

entscheidend sei für die Kunden letztlich gewesen, dass sie stets davon hätten 

ausgehen dürfen, dass ihre Einlage sicher angelegt gewesen sei und hätte erhal-

ten bleiben sollen. Das ist ohne weiteres zutreffend. Gemäss den vertraglichen 

Vereinbarungen war der Beschuldigte verpflichtet, die ihm gewährten Darlehen 

ausschliesslich für den Handel an der Börse einzusetzen. Die Vereinbarung betraf 

damit gerade auch die Handelsseite. Setzte der Beschuldigte entsprechend den 

Grundsätzen sorgfältiger Vermögensverwaltung nicht das gesamte ihm zur Ver-

fügung stehende Kapital auf einmal ein, versteht sich von selbst, dass er diesen 

anderen, zwecks Minimierung der Anlagerisiken nicht angetasteten Teil der Dar-

lehen erst recht nicht für private Zwecke verbrauchen durfte. 

Mit der Anklagebehörde und Vorinstanz ist deshalb eine Werterhaltungspflicht der 

zweckgebundenen Darlehen zu bejahen. Die Darlehen waren ausschliesslich   

dafür bestimmt, vom Beschuldigten gemäss seinem sicheren und erfolgreichen 

Tradingkonzept an der Börse investiert zu werden. Der Beschuldigte hatte die 

-   44   - 

Geschädigten davon überzeugt, dass es sich um eine erfolgreiche und sichere 

Vermögensanlage handelte. Aus diesem Grunde vertrauten sie dem Be-

schuldigten ihre Vermögenswerte an. Zwischen dem Beschuldigten und den Ge-

schädigten bestand damit ein Vertrauensverhältnis, was nach der Recht-

sprechung für die Begründung der Werterhaltungspflicht genügt (BGer, 

6B_42/2011, Urteil vom 30. August 2011, E. 1.3; BGE 133 IV 21, 28, E. 6.2, m.H.; 

s. auch BGer, 6B_1340/2015, Urteil vom 17. März 2017, E. 9.2). Dem Beschuldig-

ten war zudem bewusst, dass die Geschädigten erwarteten, jederzeit oder innert 

kurzer Frist auf ihr Geld zugreifen zu können, hatte er sich doch ihnen gegenüber 

in diesem Sinne geäussert (Urk. 1/141117; 1/140708; 1/140806). Der Beschuldig-

te war daher nicht nur gehalten, die ihm zu diesem Zweck übergebenen bzw. 

überwiesenen Gelder bestimmungsgemäss zu verwenden, sondern sie in ihrem 

Wert zu erhalten (BGer, 6B_42/2011, Urteil vom 30. August 2011, E. 1.4). Keiner 

der Geschädigten hätte dem Beschuldigten ein Darlehen gewährt, wenn sie ge-

wusst hätten, dass dieser ihre Vermögenswerte zur Finanzierung seines Lebens-

unterhalts oder zur Auszahlung anderer Gläubiger verwendet hätte. Das ist offen-

sichtlich und ergibt sich denn auch aus zahlreichen Aussagen der Geschädigten 

(s. beispielhaft Urk. 1/160060 [D19._____]; 1/161031 f. [Dr. D10._____]; 1/161218 

[D15._____]; 1/160432 [D31._____]). 

Aus all dem folgt, dass die einzelnen Geschädigten zum Beschuldigten in einem 

Auftragsverhältnis standen, das die Vermögensverwaltung zum Inhalt hatte. Da 

der Beschuldigte über die ihm übergebenen oder überwiesenen Vermögenswerte 

faktisch alleine verfügen konnte, war er zudem selbständiger Vermögensverwalter 

im Sinne von Rz. 7 der Anklage.  

5. Mittelverwendung und Pflichtverletzung, fehlende Ersatzfähigkeit 

5.1. Die Anklagebehörde wirft dem Beschuldigten in Rz. 16-24 der Anklage zu-

sammengefasst vor, die Gelder in keinem einzigen Fall ausschliesslich so ver-

wendet zu haben, wie es den Kunden versprochen worden sei. Statt die Gelder 

vereinbarungsgemäss mit bester Sorgfalt im Sinne der Kunden anzulegen, habe 

er damit im Gesamtbetrag von über CHF 8 Mio. private und geschäftliche Auf-

wendungen getätigt und Rückzahlungen an andere Kunden bestritten. Ohne  

-   45   - 

nennenswerte Planmässigkeit und in einem System von über 40 Konten in ver-

schiedenen Währungen habe er die eingegangenen Darlehensbeträge eigen-

mächtig, zweck- und pflichtwidrig immer dort verwendet, wo er sie gerade benötigt 

habe. Im anklagerelevanten Zeitraum habe der Beschuldigte zu keinem Zeitpunkt 

Übersichten über die entgegengenommenen Kundengelder geführt und keine 

Gewähr für eine vertragsgemässe Verwendung geboten. Er sei zu keinem  

Zeitpunkt fähig oder willens gewesen, den Kunden jederzeit Bargeld oder andere 

liquide Vermögenswerte aus eigenen Beständen im Umfang der Zweckentfrem-

dungen zur Verfügung zu halten. Die zweck- und pflichtwidrigen Verwendungen 

finden sich in lit. B der Anklageschrift sowie – detailliert – in den Anhängen der 

Anklageschrift. Zu beachten sind die aufgeführten von der Anklägerin anlässlich 

der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vorgebrachten geringfügigen Korrekturen 

(Ziff. V./1. vorstehend). 

5.2. Wie bereits erwähnt, sind die einzelnen Transaktionen als solche aner-

kannt und ergeben sich auch aus den edierten Kontoauszügen. Vor Vorinstanz 

hat die Verteidigung geltend gemacht, zufolge Vermischung von Geldern ver-

schiedenster Herkunft sei nicht nachgewiesen, dass mit den einzelnen Darle-

hensbeträgen genau die von der Anklägerin beanstandeten Transaktionen finan-

ziert worden seien. 

Zu diesem Einwand hat die Vorinstanz beispielhaft auf die von D30._____ am 

17. April 2009 getätigte Einzahlung von CHF 100'000.– auf das CHF-Privatkonto 

Nr. 1 des Beschuldigten bei der Raiffeisenbank … [Ort] verwiesen. Alsdann hat 

sie aufgezeigt