# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e04623fa-8bfb-5d02-a094-ea77cdeed3b7
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-11-29
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht 29.11.2017 810 17 50
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_003_810-17-50_2017-11-29.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und 

Verwaltungsrecht 

 

vom 29. November 2017 (810 17 50) 

____________________________________________________________________ 

 

 

 

Ausländerrecht 

 

 

Widerruf der Niederlassungsbewilligung / Straffälligkeit 

 

 
Besetzung Vorsitzender Niklaus Ruckstuhl, Kantonsrichter Christian Haidlauf, 

Markus Clausen, Claude Jeanneret, Kantonsrichterin Helena Hess, 
Gerichtsschreiberin Elena Diolaiutti 
 
 

Beteiligte A.____ Beschwerdeführer, vertreten durch Dr. Nicolas Roulet, Advokat 
  

 
gegen 
 
 

 Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft, 4410 Liestal,  
Beschwerdegegner 
 

  
  
Betreff Widerruf der Niederlassungsbewilligung  

(RRB Nr. 255 vom 21. Februar 2017) 
 
 
 
A. Der kosovarische Staatsangehörige A.____, am XX.XX.1991 in der Schweiz geboren, 
wuchs in B.____ (im Kanton Basel-Landschaft) auf und ist in Besitz der Niederlassungsbewilli-
gung. Er besuchte in B.____ die Primar- und Realschule. Die Lehre als Büroassistent brach er 
nach einem Jahr ab. Anschliessend war er temporär als Hilfsarbeiter tätig, führte zeitweilig ein 
eigenes Kleidergeschäft und versuchte sich als Rapmusiker. Von September 2014 bis Dezem-
ber 2016 arbeitete er in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis zu einem 100 % Pensum als Fah-

Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

rer bei der C.____ AG, welche gemäss Zwischenzeugnis vom 11. Dezember 2015 eine Subun-
ternehmerin der D.____ AG ist. Gemäss den anlässlich der heutigen Parteiverhandlung ge-
machten Aussagen von A.____ arbeitete er von Januar 2017 bis September 2017 im Trans-
portunternehmen E.____. Anschliessend übernahmen seinen Aussagen zufolge er und F.____ 
als Gesellschafter das Transportunternehmen E.____ und gründeten das Transportunterneh-
men G.____ GmbH, wo A.____ seitdem arbeitet.  
 
B. A.____ wurde im Zeitraum von 2001 bis 2007 mehrmals verurteilt (zwei Mal wegen 
Diebstahls, einmal wegen Verletzung der Verkehrsregeln, einmal wegen mehrfacher einfacher 
Körperverletzung und Sachbeschädigung und einmal wegen einfacher Körperverletzung). Mit 
Urteil vom 18. Juni 2010 erklärte ihn das Strafgericht Basel-Stadt der Freiheitsberaubung und 
Entführung, der mehrfachen einfachen Körperverletzung, des Raufhandels, der mehrfachen 
Drohung, der versuchten Nötigung, der Beschimpfung, des Hausfriedensbruchs und der Wider-
handlung gegen das Waffengesetz schuldig und verurteilte ihn zu 18 Monaten bedingter Frei-
heitsstrafe unter Auferlegung einer Probezeit von 5 Jahren sowie zu einer bedingten Geldstrafe 
von 15 Tagessätzen und einer Busse von Fr. 300.--. Der gegen A.____ am 16. Oktober 2007 
von der Jugendanwaltschaft wegen einfacher Körperverletzung bedingt ausgesprochene Frei-
heitsentzug von 3 Monaten wurde vollziehbar erklärt.  
 
C. Aufgrund der strafrechtlichen Verurteilungen verwarnte das Amt für Migration des Kan-
tons Basel-Landschaft (AfM) A.____ mit Schreiben vom 10. März 2011 und machte ihn darauf 
aufmerksam, dass eine Verurteilung zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe zum Widerruf seiner 
Niederlassungsbewilligung führen könne und von ihm erwartet werde, dass er sich künftig an 
die hiesigen Gesetze halte.  
 
Mit Urteil vom 4. Juni 2014 sprach das Strafgericht Basel-Stadt A.____ wegen verschiedener 
Betäubungsmitteldelikte, insbesondere wegen gewerbs- und bandenmässigen Handels mit Ma-
rihuana, und verschiedener Verkehrsdelikte, unter anderem wegen mehrfacher grober Verlet-
zung der Verkehrsregeln, schuldig und verurteilte ihn zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 
2 ¼ Jahren sowie zu einer Busse von Fr. 400.--. Die am 18. Juni 2010 ausgesprochene Frei-
heitsstrafe und Geldstrafe wurden vollziehbar erklärt. Mit Urteil vom 15./17. Dezember 2015 
bestätigte das Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt die mit Urteil des Strafgerichts vom 
4. Juni 2014 ausgesprochene Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von 2 ¼ Jahre und zu einer 
Busse von Fr. 400.--. In Abänderung des Urteils des Strafgerichts entschied es jedoch, dass 
aufgrund der unterdessen eingetretenen besonders günstigen Umstände davon 15 Monate mit 
bedingtem Strafvollzug zu verbüssen seien unter Auferlegung einer Probezeit von 3 Jahren. 
Des Weiteren erklärte das Appellationsgericht die am 18. Juni 2010 vom Strafgericht Basel-
Stadt gegen A.____ bedingt ausgesprochene Freiheitsstrafe von 18 Monaten sowie die Geld-
strafe nicht vollziehbar.  
 
D. Nachdem das AfM A.____ mit Schreiben vom 15. April 2016 das rechtliche Gehör ge-
währt hatte, machte dieser in seiner Stellungnahme vom 24. April 2016 geltend, dass die 
Schweiz seine Heimat sei, er seit November 2014 bei der D.____ AG als Zusteller von Paketen 
arbeite, der Grossteil seiner Familie, worunter seine Eltern und seine beiden Schwestern, in der 

Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Schweiz wohnen würden sowie in Kosovo lediglich ein Onkel mit seiner Familie lebe, zu diesem 
aber kein Kontakt mehr bestehe. Eine Ausreise in den Kosovo wäre für ihn ein Albtraum.  
 
Mit Strafbefehl vom 26. Juli 2016 wurde A.____ aufgrund eines sich am 12. März 2014 ereigne-
ten Vorfalls wegen versuchter Nötigung zu einer bedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen von 
Fr. 90.-- sowie zu einer Busse von Fr. 500.-- verurteilt. Auf den Widerruf der mit Urteil des Straf-
gerichts Basel-Stadt vom 18. Juni 2010 bedingt ausgesprochenen Freiheitsstrafe von 18. Mona-
ten wurde noch einmal verzichtet. Der Beschuldigte wurde letztmalig verwarnt.  
 
E. Das AfM widerrief aufgrund der strafrechtlichen Verurteilungen mit Verfügung vom 
13. September 2016 die Niederlassungsbewilligung von A.____ und wies ihn spätestens per 
13. Oktober 2016 resp. bis zur (bedingten) Entlassung aus dem Strafvollzug aus der Schweiz 
weg.  
 
F. Gegen diese Verfügung erhob A.____, nachfolgend immer vertreten durch Dr. Nicolas 
Roulet, Advokat, mit Eingabe vom 22. September 2016 Beschwerde beim Regierungsrat des 
Kantons Basel-Landschaft (Regierungsrat) und beantragte die Aufhebung der angefochtenen 
Verfügung, die Feststellung, dass er weiterhin über eine Niederlassungsbewilligung für den 
Kanton Basel-Landschaft verfüge, und das Absehen von einer Wegweisung. Eventualiter sei 
die Angelegenheit im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen; alles unter o/e-
Kostenfolge.  
 
G. Der Regierungsrat wies die Beschwerde mit Beschluss Nr. 255 vom 21. Februar 2016 
(recte 2017) ab und verfügte, dass A.____ die Schweiz bis spätestens 30 Tage nach Rechts-
kraft des Beschlusses bzw. unmittelbar nach der Entlassung aus der Halbgefangenschaft zu 
verlassen habe. Im Wesentlichen anerkannte der Regierungsrat, dass A.____ gestützt auf den 
kombinierten Schutzbereich des Privat- und Familienlebens nach Art. 8 Ziff. 1 der Konvention 
zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK) vom 4. November 1950 grund-
sätzlich einen Anspruch auf einen Aufenthalt in der Schweiz habe. Durch die längerfristige Frei-
heitsstrafe liege ein Widerrufsgrund gemäss Art. 63 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die 
Ausländerinnen und Ausländer (AuG) vom 16. Dezember 2005 i.V.m. Art. 62 Abs. b erster Satz-
teil AuG und Art. 63 Abs. 2 AuG vor. Vor allem aufgrund der Tatsache, dass sich A.____ weder 
durch strafrechtliche noch durch ausländerrechtliche Warnungen von seinem rechtswidrigen 
Verhalten habe abhalten lassen, sei der Regierungsrat jedoch nicht gewillt, dem Beschwerde-
führer die Niederlassungsbewilligung ermessensweise zu belassen. Die ausländerrechtliche 
Massnahme sei überdies angemessen und verhältnismässig und es liege kein Härtefall vor. Im 
Übrigen seien – entgegen der vom Beschwerdeführer vertretenen Meinung – vorliegendenfalls 
die neuen Bestimmungen des Schweizerischen Strafgesetzbuchs (StGB) vom 21. Dezember 
1937 (Art. 66a ff. StGB) sowie Art. 63 Abs. 3 AuG, mit welchen Art. 121 der Bundesverfassung 
der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 (“Ausschaffungsinitiative“) 
umgesetzt worden sei, nicht anwendbar.  
 
H. Gegen diesen Beschluss erhob A.____ mit Eingabe vom 21. Februar 2016 beim Kan-
tonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), Beschwerde und 

Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

wiederholte die vor dem Regierungsrat gestellten Rechtsbegehren. In der Beschwerdebegrün-
dung vom 26. April 2017 machte er im Wesentlichen geltend, dass seine Familienangehörigen 
in der Schweiz leben würden, er den Kosovo lediglich von kurzen Aufenthalten kenne und er 
über ein ausgezeichnetes Arbeitszeugnis verfüge. Des Weiteren rufe der Verkauf und Transport 
von Marihuana im Vergleich zu beispielsweise Heroin und Kokain eine weit weniger bedeuten-
de Gefährdung der Gesundheit der Einzelnen hervor, welche eine Gefährdung, wie sie beim 
Konsum von Tabakerzeugnissen und Alkohol bestehe, nicht überschreite. Vom Verhalten des 
Beschwerdeführers gehe keine besondere Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung 
aus. Ein allfälliges Gewaltpotential werde nicht belegt. Die privaten Interessen des Beschwerde-
führers am Verbleib in der Schweiz seien höher zu gewichten als die öffentlichen Interessen an 
der Fernhaltung des Beschwerdeführers aus der Schweiz. Der Widerruf der Niederlassungsbe-
willigung sei unverhältnismässig und damit aufzuheben.  
 
I. Der Regierungsrat beantragte in seiner Vernehmlassung vom 31. Mai 2017 die kosten-
fällige Abweisung der Beschwerde. Er führte unter anderem aus, dass der Beschwerdeführer 
sehr wohl über ein soziales Netzwerk im Kosovo verfüge. Er sei in der Vergangenheit regel-
mässig in den Kosovo gereist, um Rap-Videos zu drehen. Er sei ausserdem mit einer Kosovarin 
verheiratet gewesen. Nun habe er gemäss Aktennotiz des AfM vom 20. April 2017 erneut im 
Kosovo geheiratet und sei dort offenbar sogar Vater geworden.  
 
J. Mit Verfügung vom 7. Juni 2017 überwies das Gerichtspräsidium den Fall der Kammer 
zur Beurteilung im Rahmen einer Parteiverhandlung.  
 
Am 29. Juni 2017 reichte der Regierungsrat beim Kantonsgericht die Mutationsmeldung der 
Gemeinde B.____ vom 7. Juni 2017 ein, gemäss welcher der Beschwerdeführer am 27. März 
2017 die albanische Staatsangehörige H.____ mit Wohnsitz in Albanien geehelicht hat, sowie 
den “Vollzugsauftrag Strafen und Massnahmen für: I.____ Stationärer Vollzug“ vom 27. Juni 
2017, laut welchem der Beschwerdeführer am 10. Juli 2017 seinen Strafvollzug in Halbgefan-
genschaft im I.____ antreten werden könne und dieser am 8. Juli 2018 beendet sein werde. Mit 
Verfügung des Amtes für Justizvollzugs des Kantons Basel-Stadt vom 2. Februar 2017 war dem 
Beschwerdeführer die Strafverbüssung in der Form der Halbgefangenschaft ab 10. Juli 2017 im 
Vollzugszentrum I.____ bewilligt worden.  
 
K. An der heutigen Parteiverhandlung nehmen der Beschwerdeführer und sein Rechtsver-
treter sowie J.____ als Vertreter des Regierungsrates teil. Der Beschwerdeführer reicht einen 
Handelsregisterauszug des Kantons Basel-Landschaft über die Gründung der G.____ GmbH 
ein, dessen Gesellschafter F.____ und der Beschwerdeführer sind, sowie einen Bericht des 
Vollzugszentrums I.____ vom 27. November 2017 und der Beschwerdegegner einen Auszug 
aus dem Schweizerischen Strafregister vom 28. November 2017 sowie einen Betreibungsregis-
terauszug vom 28. November 2017. In der Beschwerdebegründung und der Vernehmlassung 
des Beschwerdegegners wird ein Telefonat zwischen der Basler Staatsanwaltschaft und dem 
AfM erwähnt, dessen Inhalt eine wahrscheinliche Einstellung eines Strafverfahrens gegen den 
Beschwerdeführer wegen Handels mit Marihuana war (Akte Nr. 865 des AfM). Der Vertreter des 
Regierungsrats erklärt, der zuständige Staatsanwalt des Kantons Basel-Stadt habe ihm kurz vor 

Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

der heutigen Verhandlung mitgeteilt, dass das Verfahren allenfalls wegen ungenügender objek-
tiver Anhaltspunkte eingestellt werde.  
 
Die Parteien halten an ihren Anträgen fest. Auf die Ausführungen der Parteien wird – soweit 
erforderlich – in den Urteilserwägungen eingegangen. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g: 
 
1. Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozess-
ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügungen und Entscheide des Regie-
rungsrats die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Kantonsgericht zulässig. Demnach ist 
das Kantonsgericht zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde örtlich und sachlich zustän-
dig. Der Beschwerdeführer ist vom angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdi-
ges Interesse an dessen Aufhebung. Auch die weiteren formellen Voraussetzungen sind erfüllt, 
so dass auf die Beschwerde einzutreten ist. 
 
2. Bei der Beurteilung der vorliegenden verwaltungsgerichtlichen Beschwerde ist die 
Kognition des Kantonsgerichts gemäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO darauf beschränkt, den 
angefochtenen Entscheid hinsichtlich allfälliger Rechtsverletzungen zu überprüfen bzw. zu prü-
fen, ob der Beschwerdegegner ein allfälliges Ermessen rechtsfehlerhaft ausgeübt hat. Im Wei-
teren kann beurteilt werden, ob dieser den Sachverhalt unrichtig oder unvollständig festgestellt 
hat. Die Überprüfung der Angemessenheit dagegen ist dem Kantonsgericht verwehrt (§ 45 
Abs. 1 lit. c VPO e contrario).  
 
3.1. Eine ausländische Person ist zur Anwesenheit in der Schweiz nur berechtigt, wenn sie 
eine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung besitzt oder wenn sie keiner solchen bedarf 
(Art. 10 und 11 AuG; vgl. auch Art. 2 AuG). Die zuständige kantonale Behörde entscheidet ge-
mäss den Art. 18 ff. und 27 ff. AuG – im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften und Verträge mit 
dem Ausland – nach freiem Ermessen über die Zulassung zu einem Aufenthalt mit oder ohne 
Erwerbstätigkeit. Einen Rechtsanspruch auf die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung hat die 
ausländische Person somit grundsätzlich nicht, es sei denn, das AuG oder völkerrechtliche 
Verpflichtungen sehen dies vor (BGE 133 I 189; MARC SPESCHA, in: Spescha/Thür/Zünd/Bolzli/
Hruschka [Hrsg.], Kommentar Migrationsrecht, 4. Auflage, Zürich 2015, Rz 1 ff. zu Art. 3 AuG 
und Rz 1 ff. zu Art. 96 AuG). Gemäss Art. 3 Abs. 2 AuG wird Ausländerinnen und Ausländern 
der Aufenthalt in der Schweiz bewilligt, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen, humanitäre 
Gründe oder die Vereinigung der Familie es erfordern.  
 
3.2. Zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und dem Kosovo besteht kein 
Staatsvertrag, der dem Beschwerdeführer einen Anspruch auf Anwesenheit in der Schweiz ge-
währen würde. Es sind entsprechend die Bestimmungen des AuG, vorbehältlich anderer völker-
rechtlicher Verträge, anwendbar. 
 

Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

3.3. Gemäss Art. 34 Abs. 1 AuG verleiht die Niederlassungsbewilligung ihrem Inhaber 
grundsätzlich einen zeitlich unbefristeten und unbedingten Anspruch auf Anwesenheit in der 
Schweiz. Es ist somit von einem grundsätzlichen gesetzlichen Anspruch des Beschwerdefüh-
rers auf Aufenthalt in der Schweiz auszugehen. 
 
3.4. Des Weiteren können ausländische Staatsangehörige in besonderen Fällen einen An-
spruch auf Aufenthalt oder Verbleib in einem andern Staat aus dem in Art. 8 Ziff. 1 EMRK sowie 
dem inhaltlich gleichwertigen Art. 13 Abs. 1 BV geschützten Recht auf Achtung des Privat- und 
Familienlebens ableiten, wenn eine staatliche Entfernungsmassnahme zur Trennung von Fami-
lienmitgliedern führt (vgl. ANDREAS ZÜND/THOMAS HUGI YAR, Aufenthaltsbeendende Massnah-
men im schweizerischen Ausländerrecht, insbesondere unter dem Aspekt des Privat- und Fami-
lienlebens, Europäische Grundrechte-Zeitschrift [EuGRZ] 2013, S. 10 ff.; BGE 135 I 153 E. 2.1). 
Diese Garantien können somit dann verletzt sein, wenn einer ausländischen Person, deren 
Familienangehörige in der Schweiz weilen, die Anwesenheit untersagt und damit das gemein-
same Familienleben vereitelt wird. Gemäss ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung 
müssen die sich hierzulande aufhaltenden Angehörigen über ein gefestigtes Anwesenheitsrecht 
verfügen. Dies ist insbesondere der Fall, wenn sie das Schweizer Bürgerrecht oder eine Nieder-
lassungsbewilligung besitzen oder über eine Aufenthaltsbewilligung verfügen, die ihrerseits auf 
einem gefestigten Rechtsanspruch beruht. Zudem müssen diese Personen zur Kernfamilie 
(Ehegatte oder im gleichen Haushalt lebende, minderjährige Kinder) gehören und es muss eine 
enge, tatsächliche und intakte Beziehung zu ihnen bestehen (vgl. BGE 135 I 143 E. 1.3.1; BGE 
130 II 281 E. 3.1; BGE 127 II 60 E. 1d/aa). Indessen gehen der Europäische Gerichtshof für 
Menschenrechte (EGMR) und das Bundesgericht in ihrer Rechtsprechung in Fällen von aufent-
haltsbeendenden Massnahmen erwachsener Ausländer der zweiten Generation von einem 
kombinierten Schutzbereich von Privat- und Familienleben aus (BGE 130 II 281 E. 3.2.2; BGE 
129 II 193 E. 5.4; Urteil des Bundesgerichts 2C_480/2013 vom 24. Oktober 2013 E. 4.4.1; Urteil 
des EGMR M.P.E.V. et al. gegen die Schweiz [3910/2013] vom 8. Juli 2014 § 32; Urteil des 
EGMR Maslov gegen Österreich [1638/03] vom 23. Juni 2008 § 63). Dabei wird nicht verlangt, 
dass notwendigerweise die Bedingungen für einen allein aus dem Schutz des Privatlebens ab-
geleiteten Bewilligungsanspruch (überdurchschnittliche, besondere Integration) vorliegen müss-
ten (vgl. BGE 130 II 281 E. 3.2.2; Urteil des Bundesgerichts 2C_451/2009 vom 7. Dezember 
2009 E. 2.2). Nach der Rechtsprechung fallen die sozialen Bindungen eines Ausländers im 
Aufenthaltsstaat und zur Gemeinschaft, in der er lebt – insbesondere wenn er im Aufenthalts-
staat geboren wurde –, in den Schutzbereich des Privatlebens. Unabhängig vom Bestehen ei-
nes Familienlebens wird deshalb bei im Aufenthaltsstaat geborenen und aufgewachsenen (er-
wachsenen) Ausländerinnen und Ausländern der zweiten Generation insbesondere dann ein 
Anspruch aus der kombinierten Garantie des Privat- und Familienlebens angenommen, wenn 
eine aufenthaltsbeendende Massnahme die Trennung von den hier lebenden Eltern und Ge-
schwistern bedeutet (vgl. z.B. Urteil des Bundesgerichts 2C_445/2014 vom 2. Dezember 2014 
E. 2.3; 2C_1193/2013 vom 27. Mai 2014 E. 2.2; 2C_551/2013 vom 24. Februar 2014 E. 2.4; 
Urteil des EGMR Emre gegen die Schweiz [42034/04] vom 23. Juni 2008 § 60; Urteil des 
EGMR Üner gegen die Niederlande [46410/99] vom 18. Oktober 2006 § 59; MARTIN 
BERTSCHI/THOMAS GÄCHTER, Der Anwesenheitsanspruch aufgrund der Garantie des Privat- und 
Familienlebens, Schweizerisches Zentralblatt für Staats- und Verwaltungsrecht [ZBl] 2003, 

Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

S. 231; Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], 
vom 4. März 2015 [810 14 305] E. 3.4 ff.) 
 
3.5. Der Beschwerdeführer ist ein Ausländer der zweiten Generation. Er ist in der Schweiz 
geboren und hat hier sein ganzes Leben verbracht. Seine Eltern und seine beiden Schwestern 
sowie weitere Verwandte leben in der Schweiz. Der Beschwerdeführer hat damit – was vom 
Regierungsrat auch anerkannt wird – auch einen Anspruch auf Aufenthalt in der Schweiz aus 
der kombinierten Garantie des Privat- und Familienlebens (siehe Regierungsratsbeschluss 
E. 3.c.).  
 
4.1. Indes gelten weder der gesetzliche Anspruch auf Aufenthalt nach Art. 34 Abs. 1 AuG 
noch der grundrechtliche Anspruch auf Privat- und Familienleben absolut. Der Widerruf der 
Niederlassungsbewilligung ist selbst dann möglich, wenn die ausländische Person in der 
Schweiz geboren wurde und ihr ganzes bisheriges Leben hier zugebracht hat (BGE 139 I 31 
E. 2.3.1; BGE 139 I 16 E. 2.2.1). 
 
4.2. Gemäss Art. 63 Abs. 1 lit. a AuG in Verbindung mit Art. 62 lit. b AuG kann die Nieder-
lassungsbewilligung widerrufen werden, wenn die Ausländerin oder der Ausländer zu einer län-
gerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt worden ist. Als längerfristig gilt eine Freiheitsstrafe von 
mehr als einem Jahr, wobei mehrere unterjährige Strafen bei der Berechnung nicht kumuliert 
werden dürfen (BGE 137 II 297 E. 2; BGE 135 II 377 E. 4.2). Keine Rolle spielt, ob die Sanktion 
bedingt, teilbedingt oder unbedingt ausgesprochen wurde (Urteil des Bundesgerichts 
2C_515/2009 vom 27. Januar 2010 E. 2.1). Ein Widerruf ist ebenfalls möglich, wenn die aus-
ländische Person in schwerwiegender Weise gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in 
der Schweiz oder im Ausland verstossen oder diese gefährdet hat (Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG). 
Die Praxis geht hiervon aus, wenn sie durch ihr Handeln besonders hochwertige Rechtsgüter 
verletzt oder in Gefahr gebracht hat, sich von strafrechtlichen Massnahmen nicht beeindrucken 
lässt und sich im Rahmen einer Gesamtbetrachtung zeigt, dass sie auch künftig weder gewillt 
noch fähig erscheint, sich an die Rechtsordnung zu halten (BGE 137 II 297 E. 3; Urteil des 
Bundesgerichts 2C_562/2011 vom 21. November 2011 E. 3.2). Aus beiden Gründen kann die 
Niederlassungsbewilligung auch bei Ausländern widerrufen werden, die sich seit mehr als fünf-
zehn Jahren ununterbrochen und ordnungsgemäss in der Schweiz aufhalten (Art. 63 Abs. 2 
AuG). Nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK darf in das durch Ziff. 1 geschützte Rechtsgut eingegriffen wer-
den, soweit der Eingriff gesetzlich vorgesehen ist und eine Massnahme darstellt, die in einer 
demokratischen Gesellschaft für die nationale Sicherheit, die öffentliche Ruhe und Ordnung, 
das wirtschaftliche Wohl des Landes, die Verteidigung der Ordnung und zur Verhinderung von 
strafbaren Handlungen, zum Schutz der Gesellschaft und Moral sowie der Rechte und Freihei-
ten anderer notwendig ist. 
 
4.3. Das Strafgericht Basel-Stadt verurteilte den Beschwerdeführer mit Urteil vom 18. Juni 
2010 zu 18 Monaten bedingter Freiheitsstrafe und mit Urteil vom 4. Juni 2014 zu einer Frei-
heitsstrafe von 2 ¼ Jahren. Das Appellationsgericht Basel-Stadt bestätigte die Verurteilung zu 
einer Freiheitsstrafe von 2 ¼ Jahren mit Urteil vom 15./17. Dezember 2015. Damit hat der Be-
schwerdeführer den Widerrufsgrund gemäss Art. 63 Abs. 1 lit. a AuG in Verbindung mit Art. 62 

Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

lit. b AuG, was vom Beschwerdeführer auch nicht bestritten wird, erfüllt (siehe Ziff. 12 der Be-
schwerdebegründung). 
 
4.4. Das Vorliegen eines Widerrufsgrundes nach Art. 63 AuG führt nicht zwingend zum 
Entzug der Niederlassungsbewilligung. Vielmehr rechtfertigt sich der Widerruf und die damit 
verbundene Wegweisung (vgl. Art. 64 Abs. 1 lit. c AuG) nach Art. 96 Abs. 1 AuG nur dann, 
wenn diese Massnahme im Einzelfall gestützt auf eine umfassende Güterabwägung verhält-
nismässig erscheint. Dabei sind alle Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen und die öf-
fentlichen und privaten Interessen sorgfältig gegeneinander abzuwägen (MARTINA CARONI, in: 
Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer, Bern 
2010, Art. 51 Rz. 3; ANDREAS ZÜND/LADINA ARQUINT HILL, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser 
[Hrsg.], Eine umfassende Darstellung der Rechtsstellung von Ausländerinnen und Ausländern 
in der Schweiz, Basel 2009, Rz. 8.48). Verlangt ist insofern eine Abwägung der sich gegen-
überstehenden privaten Interessen am Belassen der Bewilligung und der öffentlichen Interes-
sen an deren Widerruf, wobei Letztere in dem Sinne überwiegen müssen, dass sich der Eingriff 
als notwendig erweist (vgl. BGE 135 I 143 E. 2.1 mit Hinweisen). Zur Beurteilung der Frage, ob 
dies der Fall ist, sind namentlich die Schwere des Delikts und des Verschuldens des Betroffe-
nen, der seit der Tat vergangene Zeitraum, das Verhalten des Ausländers während diesem, der 
Grad seiner Integration bzw. die Dauer der bisherigen Anwesenheit sowie die ihm und seiner 
Familie drohenden Nachteile zu berücksichtigen (BGE 135 II 377 E. 4.3; Urteil des Bundesge-
richts 2C_1033/2013 vom 4. Juli 2014 E. 4.3). Die Niederlassungsbewilligung eines Ausländers, 
der sich schon seit langer Zeit hier aufhält, soll zwar nur mit besonderer Zurückhaltung widerru-
fen werden, doch ist dies bei wiederholter bzw. schwerer Straffälligkeit selbst dann nicht ausge-
schlossen, wenn er hier geboren ist und sein ganzes bisheriges Leben im Land verbracht hat 
(vgl. z.B. das Urteil des Bundesgerichts 2C_562/2011 vom 21. November 2011 E. 3.3 [Widerruf 
der Niederlassungsbewilligung eines hier geborenen, wiederholt straffällig gewordenen 43-
jährigen Türken]). Bei schweren Straftaten, Rückfall und wiederholter Delinquenz, insbesondere 
bei Gewalt- und Betäubungsmitteldelikten, besteht ein wesentliches öffentliches Interesse, zur 
Aufrechterhaltung der Ordnung bzw. Verhütung von (weiteren) Straftaten die Anwesenheit des 
Ausländers zu beenden (BGE 139 I 31 E. 2.3.1; BGE 137 II 233 nicht publizierte E. 3.1). Was 
das Fernhalteinteresse anbetrifft, so muss gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung bei 
schweren Straftaten – wozu auch gravierende Delikte gegen Leib und Leben gehören – selbst 
ein geringes Restrisiko weiterer Delinquenz nicht in Kauf genommen werden (BGE 139 I 31 
E. 2.3.2; BGE 130 II 176 E. 4.2 - 4.4 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 2C_870/2016 
vom 21. Dezember 2016 E. 6.1.4). In diesem Zusammenhang ist auch auf die Bestimmungen 
von Art. 121 Abs. 3 - 6 BV hinzuweisen. Gemäss diesen Bestimmungen verlieren Ausländerin-
nen und Ausländer unabhängig von ihrem ausländerrechtlichen Status ihr Aufenthaltsrecht so-
wie alle Rechtsansprüche auf Aufenthalt in der Schweiz, wenn sie unter anderem wegen Dro-
genhandels rechtskräftig verurteilt worden sind (Art. 121 Abs. 3 lit. a BV). Zwar sind diese Ver-
fassungsbestimmungen gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht direkt anwend-
bar, das Bundesgericht hat aber festgehalten, der vom Verfassungsgeber zum Ausdruck ge-
brachten Wertung sei insoweit Rechnung zu tragen, als dies zu keinem Widerspruch zu über-
geordnetem Recht bzw. zu keinen Konflikten mit dem Beurteilungsspielraum führe, den der 
EGMR den einzelnen Konventionsstaaten bei der Umsetzung ihrer Migrations- und Ausländer-

Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

politik zugestehe (BGE 139 I 31 E. 2.3.2; BGE 139 I 16 E. 5.3). Gleich wie Art. 96 Abs. 1 AuG 
verlangt auch die EMRK in diesem Zusammenhang eine Abwägung der sich gegenüberstehen-
den privaten Interessen an der Belassung der Niederlassungsbewilligung und den öffentlichen 
Interessen an deren Widerruf. Der EGMR stützt sich bei der Beurteilung der Zulässigkeit auf-
enthaltsbeendender Massnahmen im Rahmen von Art. 8 Ziff. 2 EMRK auf die gleichen Aspekte 
wie die bundesgerichtliche Praxis (ZÜND/HUGI YAR, a.a.O., S. 13; BGE 139 I 31 E. 2.3.3; BGE 
139 I 336 E. 2.2). Daraus folgt, dass eine Massnahme, die sich im Sinne von Art. 96 Abs. 1 
AuG als verhältnismässig erweist, grundsätzlich auch vor Art. 8 EMRK standhält (vgl. Urteil des 
Bundesgerichts 2C_218/2010 vom 27. Juli 2010 E. 4). 
 
4.5. Somit bleibt nachfolgend anhand der dargelegten Rechtslage zu prüfen, ob unter Be-
rücksichtigung der konkreten Umstände des vorliegenden Falles die öffentlichen Interessen am 
Widerruf der Niederlassungsbewilligung die privaten Interessen des Beschwerdeführers an ei-
nem Verbleib in der Schweiz überwiegen. 
 
5.1. Der Beschwerdeführer wurde mit Urteil vom 16. Oktober 2007 von der Jugendanwalt-
schaft Basel-Landschaft wegen einfacher Körperverletzung zu einer bedingt vollziehbaren Frei-
heitsstrafe von 3 Monaten verurteilt.  
 
5.2. Mit Urteil vom 18. Juni 2010 erklärte ihn das Strafgericht Basel-Stadt der Freiheitsbe-
raubung und Entführung, der mehrfachen einfachen Körperverletzung, des Raufhandels, der 
mehrfachen Drohung, der versuchten Nötigung, der Beschimpfung, des Hausfriedensbruchs 
und der Widerhandlung gegen das Waffengesetz schuldig und verurteilte ihn zu 18 Monaten 
bedingter Freiheitsstrafe unter Auferlegung einer Probezeit von 5 Jahren. Zugleich wurde der 
gegen den Beschwerdeführer am 16. Oktober 2007 von der Jugendanwaltschaft wegen einfa-
cher Körperverletzung bedingt ausgesprochene Freiheitsentzug von 3 Monaten vollziehbar er-
klärt. Die diesem Schuldspruch zugrunde liegenden Delikte wurden am 3. Mai 2009 und am 
21. Oktober 2009 begangen. 
 
5.3.1. Mit Urteil vom 4. Juni 2014 sprach das Strafgericht Basel-Stadt A.____ wegen ver-
schiedener Betäubungsmitteldelikte, insbesondere wegen gewerbs- und bandenmässigen Han-
dels mit Marihuana, und verschiedener Verkehrsdelikte, unter anderem wegen mehrfacher gro-
ber Verletzung der Verkehrsregeln, schuldig und verurteilte ihn zu einer unbedingten Freiheits-
strafe von 2 ¼ Jahren. Die am 18. Juni 2010 ausgesprochene Freiheitsstrafe und Geldstrafe 
wurden vollziehbar erklärt. Mit Urteil vom 15./17. Dezember 2015 bestätigte das Appellationsge-
richt des Kantons Basel-Stadt die mit Urteil des Strafgerichts ausgesprochene Verurteilung zu 
einer Freiheitsstrafe von 2 ¼ Jahre. In Abänderung des Urteils des Strafgerichts entschied es 
jedoch, dass aufgrund der unterdessen eingetretenen besonders günstigen Umstände davon 
15 Monate mit bedingtem Strafvollzug zu verbüssen seien unter Auferlegung einer Probezeit 
von 3 Jahren. Des Weiteren erklärte das Appellationsgericht die am 18. Juni 2010 vom Strafge-
richt Basel-Stadt gegen A.____ bedingt ausgesprochene Freiheitsstrafe von 18 Monaten sowie 
die Geldstrafe nicht vollziehbar.  
 

Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

5.3.2. Das Appellationsgericht führte in seinem Urteil aus, der Beschwerdeführer habe die 
dem Schuldspruch zugrunde liegenden Delikte im Zeitraum von Mai 2011 bis Ende März 2012 
begangen. Er sei in der Zeitspanne von November 2011 bis Ende März 2012 während drei Mo-
naten dem Betäubungsmittelhandel nachgegangen und habe in dieser Zeit rund 2.5 kg Mari-
huana abgesetzt und dabei einen Gewinn von rund Fr. 15‘000.-- erzielt. Das Appellationsgericht 
stufte das Verschulden des Beschwerdeführers in Bezug auf die Betäubungsmitteldelikte als 
mittelschwer ein. Weiter führte das Appellationsgericht aus, dass der Handel mit Marihuana im 
Bereich von 2.5 kg innerhalb der qualifizierten Fälle des Betäubungsmittelhandels objektiv eher 
am unteren Rande anzusiedeln sei, gelte doch Marihuana im Vergleich zu anderen Drogen, 
namentlich zu Kokain und Heroin, als weniger gefährlich. Dies werde entlastend berücksichtigt. 
Leicht zu seinen Gunsten sei ebenfalls zu berücksichtigen, dass er im Tatzeitpunkt mit rund 20 
Jahren noch relativ jung und entsprechend unreif gewesen sei. Das bandenmässige Vorgehen 
werde hingegen leicht straferhöhend berücksichtig. Zu Ungunsten des Beschwerdeführers falle 
erheblich ins Gewicht, dass er aus rein finanziellen Motiven – und ohne finanzielle Notlage – 
delinquiert und den Gewinn nach eigenen Angaben für “unnötige Sachen“ einfach “dumm“ aus-
gegeben habe. Selber habe er laut eigenen Angaben lediglich gelegentlich am Wochenende 
Marihuana konsumiert. Dabei habe er sich wohl auch im Schein, den ihm sein Image als 
“Gangster-Rapper“ verschafft habe, gesonnt und das bequeme Leben genossen. Das Appella-
tionsgericht erklärte, straferhöhend zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer während 
der fünfjährigen Probezeit aus dem Urteil des Strafgerichts Basel-Stadt vom 18. Juni 2010 und 
während hängigen Verfahren und am 27. Mai 2011 sogar während der Verbüssung einer Strafe 
der Jugendanwaltschaft Basel-Landschaft vom 16. Oktober 2007 in Form des Electronic Moni-
toring delinquiert habe. Das Verhalten des Beschwerdeführers zeuge von beträchtlicher Hart-
näckigkeit, Unbelehrbarkeit und Dreistigkeit. Auch in Bezug auf die Vergehen gegen das SVG 
stufte das Appellationsgericht das Verschulden des Beschwerdeführers als mittelschwer ein. 
Sein Fahren am 27. Mai 2011 zeuge von beträchtlicher Rücksichtlosigkeit.  
 
5.3.3. Das Appellationsgericht erklärte weiter, die Vorinstanz habe im Sommer 2014 die 
Chancen auf Bewährung angesichts des Eindrucks, den der Beschwerdeführer vor Gericht hin-
terlassen habe, als gering eingestuft. Unterdessen habe der Beschwerdeführer aber eine be-
achtliche Kehrtwende vollzogen. Seit September 2014 sei er als Fahrer bei einem Subunter-
nehmen der D.____ AG beschäftigt. Die Arbeitgeberfirma stelle ihm ein positives Arbeitszeug-
nis aus. An der zweitinstanzlichen Verhandlung habe er sich gereift und einsichtig gezeigt und 
nachvollziehbar erklärt, dass ihm der Einstieg in die Arbeitswelt die Augen geöffnet habe. So 
habe er gelernt, Verantwortung bei der Arbeit zu übernehmen, habe einen ganz neuen Lebens-
rhythmus und Zufriedenheit in der Arbeitswelt gefunden und sich von der Rapmusik gelöst. Die-
se positive Entwicklung des Beschwerdeführers wurde bei der Prüfung der Legalprognose be-
rücksichtigt.  
 
Des Weiteren führte das Appellationsgericht aus, dass der Beschwerdeführer die dem Schuld-
spruch zugrunde liegenden Delikte 3 ½ bis 4 ½ Jahre vor der Urteilsfällung durch das Appellati-
onsgericht und damit mit rund 20 Jahren begangen habe und somit in einem Alter, in dem viele 
junge Erwachsene sich noch in einer Phase der Entwicklung befinden und ihre Identität, ihre 
Rolle als Erwachsene und im Erwerbsleben suchen würden. Diese Altersgruppe habe zwar die 

Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

höchste Kriminalitätsbelastung, die meisten dieser “Frühdelinquenten“ würden später indes 
nicht mehr als Straftäter in Erscheinung treten. Eine solche Suche nach Identität und nach der 
Rolle als Erwachsener sei beim Beschwerdeführer im Tatzeitpunkt augenfällig. Er habe sich 
damals als “(Gangster)rapper“ versucht und ein entsprechendes Leben geführt, welches er 
durch Betäubungsmittelhandel finanziert habe. Er habe sich über Regeln und Vorschriften hin-
weggesetzt. Seinen Traum, als Rapper gross zu werden, habe er mittlerweile aufgegeben und 
sich stattdessen seit über einem Jahr in der Arbeitswelt bewährt und dabei auch Zufriedenheit 
gefunden. Damit sei er der im Urteil des Strafgerichts vom 18. Juni 2010 geäusserten Hoffnung 
nachgekommen, dass “er auf übersteigerte Ich-Phantasien verzichtet und bereit ist, sich im Le-
ben so banale Ziele zu setzen, wie dass er fleissig arbeitet und sein Leben anständig verdient“. 
Auch die überlegten Äusserungen des Beschwerdeführers an der Berufungsverhandlung wür-
den auf eine Reifung und innere Umkehr schliessen. Dass es sich hier nicht um ein blosses 
Lippenbekenntnis handle, erhelle immerhin aus dem ausgezeichneten Arbeitszeugnis des Be-
schwerdeführers, welcher seit über einem Jahr zur vollen Zufriedenheit seines Arbeitgebers 
tätig sei. Bedeutsam sei zudem, dass er sich bei seiner Tätigkeit als Fahrer nun auch im Stras-
senverkehr bewährt habe.  
 
5.3.4. In Bezug auf die vom Appellationsgericht gestellte positive Legalprognose, ist festzu-
halten, dass die Beurteilung der Rückfallgefahr bei der ausländerrechtlichen Interessenabwä-
gung zwar ein gewisses Gewicht hat. Ausserhalb des Geltungsbereichs des Freizügigkeitsab-
kommens kommt diesem Aspekt jedoch nicht vorrangige Bedeutung zu und es muss im Zu-
sammenhang mit Gewaltdelikten selbst ein relativ geringes Restrisiko nicht hingenommen wer-
den (siehe vorne E. 4.4; Urteil des Bundesgerichts 2C_271/2007 vom 12. November 2007 
E. 3.1). Hinzu kommt, dass für Legalprognosen in ausländerrechtlicher Hinsicht wegen des im 
Vordergrund stehenden Interesses der öffentlichen Ordnung und Sicherheit ein strengerer Be-
urteilungsmassstab gilt als im strafrechtlichen Sanktionenrecht (vgl. BGE 137 II 237 E. 5.2.2; 
Urteil des Bundesgerichts 2C_870/2016 vom 21. Dezember 2016 E. 6.1.4). Zudem ist zu be-
rücksichtigen, dass bei der vom Appellationsgericht gestellten positiven Legalprognose der 
Strafbefehl vom 26. Juli 2016 nicht berücksichtigt wurde. 
 
5.4. Mit Strafbefehl vom 26. Juli 2016 wurde der Beschwerdeführer aufgrund eines sich am 
12. März 2014 ereigneten Vorfalls wegen versuchter Nötigung zu einer bedingten Geldstrafe 
von 30 Tagessätzen von Fr. 90.-- sowie zu einer Busse von Fr. 500.-- verurteilt. Auf den Wider-
ruf der mit Urteil des Strafgerichts Basel-Stadt vom 18. Juni 2010 bedingt ausgesprochenen 
Freiheitsstrafe von 18 Monaten wurde noch einmal verzichtet. Der Beschuldigte wurde letztma-
lig verwarnt.  
 
5.5. Aus den obigen Ausführungen ergibt sich, dass der Beschwerdeführer verschiedene 
Rechtsgüter verletzt und dabei auch Delikte gegen Leib und Leben sowie Betäubungsmittelde-
likte verübt hat. Damit besteht ein gewichtiges öffentliches Interesse an der Fernhaltung des 
Beschwerdeführers aus der Schweiz. Die Wegweisung ist hierfür ein geeignetes Mittel.  
 
6.1. Der Beschwerdeführer ist in der Schweiz geboren und aufgewachsen. Er spricht flies-
send Deutsch und hat hier einen Bekanntenkreis. Seine Eltern und seine beiden Schwestern 

Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

sowie weitere Verwandte wohnen in der Schweiz. Er wohnt bei seinen Eltern. Im Kosovo lebt 
ein Onkel des Beschwerdeführers, zu dem er angeblich keinen Kontakt hat. Von seiner ersten 
kosovarischen Ehefrau ist der Beschwerdeführer geschieden. Am 27. März 2017 hat er seine 
zweite Ehefrau, welche albanischer Herkunft ist, geheiratet. Vor ca. 7 Monaten ist der gemein-
same Sohn K.____ auf die Welt gekommen. Die Ehefrau des Beschwerdeführers hat der Par-
teiverhandlung beigewohnt. Nach heutigen Angaben des Beschwerdeführers wohnen seine 
Ehefrau und sein Sohn bei seinen Eltern und halten sich als Touristen in der Schweiz auf. Der 
Beschwerdeführer führt anlässlich der heutigen Verhandlung aus, zu wünschen, gemeinsam mit 
seiner Ehefrau und seinem Sohn in der Schweiz leben zu können. Sowohl die erste Ehefrau als 
auch die jetzige Ehefrau des Beschwerdeführers stammen aus Kosovo bzw. Albanien, zudem 
ist der Beschwerdeführer auch für seine Musik und um seine erste Ehefrau zu treffen, immer 
wieder nach Kosovo gereist. Obwohl der Beschwerdeführer somit sicherlich eine stärkere Bin-
dung zu seinem Heimatland hat, als er behauptet, würde ihn die Rückkehr in seine Heimat in 
persönlicher Hinsicht hart treffen. 
 
Die privaten Interessen des Beschwerdeführers am Verbleib in der Schweiz sind aufgrund der 
Tatsache, dass er hier geboren und aufgewachsen ist sowie seine Eltern, seine beiden 
Schwestern, weitere Verwandte und ein grosser Teil seines Bekanntenkreises in der Schweiz 
leben, sehr hoch.  
 
6.2. Der Beschwerdeführer verfügt über keinen Berufsabschluss und stellt damit auch keine 
gesuchte Fachkraft auf dem Arbeitsmarkt dar. Nach einem Jahr brach er die Berufslehre ab und 
hielt sich mit Gelegenheitsjobs und mit Geld aus illegalen Tätigkeiten über Wasser, führte zeit-
weilig ein eigenes Kleidergeschäft und versuchte sich als Rapmusiker. Vom 1. November 2014 
bis Ende 2016 arbeitete er in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis zu einem 100 % Pensum als 
Fahrer bei der C.____ AG, welche gemäss Zwischenzeugnis vom 11. Dezember 2015 eine 
Subunternehmerin der D.____ AG ist. Die D.____ AG stellte ihm am 11. Dezember 2015 ein 
sehr gutes Arbeitszeugnis aus. Gemäss heutigen Aussagen des Beschwerdeführers hat er bis 
Dezember 2016 dort gearbeitet. Von Januar 2017 bis September 2017 habe er bei der Firma 
E.____ gearbeitet. Gemäss Handelsregisterauszug des Kantons Basel-Landschaft vom 27. Juni 
2017 haben der Beschwerdeführer und F.____ die G.____ AG gegründet. Diese Gesellschaft 
“bezweckt den Betrieb eines Transportgeschäftes sowie die Erbringung von Dienstleistungen in 
Transport und Verteilung von Paketen“. Der Beschwerdeführer erklärt, dass er als Chauffeur 
und als Stellvertreter von F.____ arbeite. Sie hätten 10 Angestellte. Nur die D.____ AG sei ihre 
Auftraggeberin. Sie würden Lieferungen und Abholungen z.B. an bzw. von McDonald‘s und 
Coop machen. Im Moment verdiene er monatlich Fr. 4‘500.--. Er nehme jedoch kein Geld aus 
dem Unternehmen heraus, da zur Zeit viele Rechnungen z.B. von der Suva anfallen würden. 
Ein Chauffeur erziele bei ihnen einen Lohn von Fr. 3‘800.-- brutto zuzüglich Fr. 400.-- Spesen. 
Die Fahrzeuge hätten sie bei Mercedes geleast. Die monatlichen Leasingkosten beliefen sich 
auf monatlich Fr. 13‘000.--. Gemäss Aussagen des Beschwerdeführers arbeitet er dank seiner 
Halbgefangenschaft tagsüber, geht dann nach Feierabend seine Frau und sein Kind besuchen 
und kehrt anschliessend in das Vollzugszentrum I.____ zurück. Er führt aus, sich von 06.00 bis 
20.30 Uhr ausserhalb des Vollzugszentrums I.____ aufhalten zu dürfen. Der Beschwerdeführer 
war nie sozialhilfeabhängig. Gegen ihn wurden gemäss dem vom Beschwerdegegner an der 

Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

heutigen Verhandlung eingereichten Betreibungsregisterauszug im Zeitraum vom 28. Novem-
ber 2007 bis 28. November 2017 15 Betreibungen in der Gesamthöhe von Fr. 11‘455.55 regis-
triert. Die diesen Betreibungen zugrunde liegenden Forderungen wurden jedoch in der Zwi-
schenzeit entweder beglichen (in 12 Fällen) oder es wurde das Betreibungsbegehren zurückge-
zogen (in zwei Fällen). Lediglich in einem Fall wurde die Pfändung (Forderung in der Höhe von 
Fr. 2‘369.65) angekündigt. Verlustscheine sind keine registriert. Aus diesen Ausführungen geht 
hervor, dass der Beschwerdeführer seit Ende November 2014 am Wirtschaftsleben teilnimmt 
und gemäss Betreibungsregisterauszug keine nennenswerten Schulden hat. 
 
6.3. Die öffentlichen Interessen an der Wegweisung liegen in den vom Beschwerdeführer 
begangenen Delikten. Anlässlich der heutigen Verhandlung hat der Beschwerdeführer ausge-
sagt, seit drei Jahren “nichts mehr in der Musikszene zu machen“. Er führt aus, dass er nun die 
Konsequenzen seiner Delikte verstanden habe. Als er die Delikte begangen habe, sei er jung 
gewesen, habe das Leben nicht “wahrgenommen“. Heute würde er anders denken. Ausserdem 
habe er heute viel zu verlieren. Er arbeite seit 4 bis 5 Jahren ernsthaft und habe Verantwortung 
übernommen und er wünsche, seiner Ehefrau und seinem Kind eine Zukunft bieten zu können. 
Der Beschwerdeführer hat anlässlich der heutigen Verhandlung glaubhaft dargetan, dass er 
gewillt ist, seinen Lebensunterhalt auf legale Weise zu erwirtschaften und dies auch in die Tat 
umsetzt. Zudem fällt sein Engagement beim Aufbau der Firma G.____ GmbH, dessen Gesell-
schafter der Beschwerdeführer und F.____ sind, trotz Halbgefangenschaft positiv ins Gewicht. 
Diese positive Entwicklung deckt sich mit den im Appellationsgerichtsurteil gemachten Ausfüh-
rungen, dass der Beschwerdeführer auf seine übersteigerte Ich-Phantasien verzichtet habe und 
bereit sei, sich im Leben so banale Ziele zu setzen, wie zu arbeiten und den Lebensunterhalt 
anständig zu verdienen.  
 
Bezüglich der vom Beschwerdeführer begangenen Straftaten ist festzuhalten, dass der Be-
schwerdeführer die Delikte, welche zu den zwei schwerwiegenden Verurteilungen von 18 Mo-
naten und 2 ¼ Jahren geführt haben, mit rund 18 und rund 20 Jahren begangen hat, in einem 
Alter also, in dem viele junge Erwachsene sich noch in einer Phase der Entwicklung befinden, 
ihre Identität, ihre Rolle als Erwachsene und im Erwerbsleben suchen. Gemäss Appellationsge-
richtsurteil war eine solche Suche nach Identität und nach der Rolle als Erwachsener beim Be-
schwerdeführer im Tatzeitpunkt augenfällig. Dass der Beschwerdeführer gereift ist, seine über-
steigerten Ich-Phantasien abgelegt und für sein Leben Verantwortung übernommen hat, hat der 
Beschwerdeführer auch heute anlässlich der Parteiverhandlung zum Ausdruck gebracht. Der 
Beschwerdeführer hat dann nochmals am 12. März 2014 und damit mit 22 Jahren delinquiert. 
Auch im Zeitpunkt der Begehung dieser Tat war der Beschwerdeführer noch jung und die Tat 
führte, ohne diese zu bagatellisieren, „lediglich“ zu einer bedingten Geldstrafe von 30 Tagessät-
zen und einer Busse von Fr. 500.--. Zudem wurde diese über 1 ¾ Jahre vor dem Urteil des Ap-
pellationsgerichts und sogar vor dem Urteil des Strafgerichts vom 4. Juni 2014 verübt. Diese 
Tat widerspricht somit nicht der Einschätzung des Appellationsgerichts, dass der Beschwerde-
führer seit dem Strafgerichtsurteil gereift sei und als Ziel habe, seinen Lebensunterhalt redlich 
zu verdienen. Auch das Vollzugszentrum I.____, in welchem sich der Beschwerdeführer seit 
dem 10. Juli 2017 in Halbgefangenschaft befindet, führt in seinem Bericht vom 27. November 
2017 aus, dass es scheine, dass der Beschwerdeführer gelernt habe, Verantwortung zu über-

Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

nehmen und motiviert sei, ein regelkonformes Leben zu führen. Der Beschwerdeführer gebe an, 
sich von der Rapperszene vollkommen gelöst zu haben und kein Interesse mehr am Rappen zu 
haben. Der Beschwerdeführer sei im Vollzugszentrum gut angekommen und habe sich in der 
Wohngruppe integriert. Ausgeführt wird auch, dass zwischen dem Beschwerdeführer sowie 
seinen Eltern und seinen beiden Schwestern ein sehr guter Kontakt sowie ein guter Familienzu-
sammenhalt und regelmässiger Austausch bestehe. Des Weiteren ist im Bericht zu lesen, dass 
der Beschwerdeführer monatlich eine Rate in der Höhe von Fr. 200.-- Gerichtskosten begleiche, 
welche aus einer Ursprungssumme von knapp Fr. 20‘000.-- resultieren würden. Seinen Anga-
ben zufolge habe er bereits ca. Fr. 4‘000.-- begleichen können. Der Beschwerdeführer bezahle 
auch den vollen Vollzugskostenbeitrag. Er scheine gereift und selbstständig geworden zu sein. 
Von dem deliktischen Umfeld distanziert, stehe nun seine Selbstständigkeit und seine Familie 
im Vordergrund.  
 
Positiv fällt auch ins Gewicht, dass der Beschwerdeführer, obwohl er in den letzten Jahren auf-
grund seiner Tätigkeit als Chauffeur viel am Strassenverkehr teilgenommen hat und er auch 
wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln verurteilt wurde, sich im Strassenverkehr nichts 
mehr zu Schulden hat kommen lassen. Obwohl dem Wohlverhalten während strafrechtlichen 
Probezeiten bzw. unter Druck eines hängigen ausländerrechtlichen Verfahrens praxisgemäss 
nur untergeordnete Bedeutung zukommt, da in dieser Zeit ein vorbildliches Verhalten erwartet 
wird und keine besondere Leistung darstellt (Urteil des Bundesgerichts 2C_208/2016 vom 
21. Dezember 2016 E. 5.2), fällt dem Wohlverhalten und dem Engagement des Beschwerde-
führers in der Arbeitswelt, wenn auch nur eine untergeordnete, aber dennoch eine Bedeutung 
zu.  
 
6.4. Bei einer Gesamtwürdigung sind die privaten Interessen des Beschwerdeführers am 
Verbleib in der Schweiz höher zu gewichten, als die öffentlichen Interessen am Widerruf der 
Niederlassungsbewilligung und an der Wegweisung. Dabei hat vor allem die Tatsache, dass der 
Beschwerdeführer sein ganzes Leben hier verbracht hat, seine Eltern, seine Schwestern, weite-
re Verwandten und sein Bekanntenkreis hier wohnen, er die Straftaten als junger Erwachsener 
begangen hat, nicht verschuldet und arbeitstätig ist sowie eine positive Entwicklung an den Tag 
gelegt hat, den Ausschlag gegeben. In Anbetracht der gesamten Umstände erweist sich der 
Widerruf der Niederlassungsbewilligung somit nicht als verhältnismässig.  
 
7. Gemäss Art. 96 Abs. 2 AuG können Ausländerinnen und Ausländer unter Androhung 
einer Massnahme verwarnt werden, wenn diese begründet, aber nach den Umständen nicht 
angemessen ist (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 2C_446/2014 vom 5. März 2015 E. 4). Die 
vom Beschwerdeführer begangenen Straftaten richten sich auch gegen die Rechtsgüter “Leib 
und Leben“, sind von einer gewissen Schwere und keinesfalls zu verharmlosen. Die Tatsache, 
dass der Widerruf der Niederlassungsbewilligung als unverhältnismässig qualifiziert wird, liegt 
im vorliegenden Fall darin, dass die privaten Interessen des Beschwerdeführers aufgrund sei-
ner Eigenschaft als Ausländer der zweiten Generation und der Anwesenheit seiner Familie als 
besonders hoch und die öffentlichen Interessen an einer Fernhaltung durch seine nunmehr 
wirtschaftliche Integration und seine positive Entwicklung als geringer gewichtet wurden. In An-
betracht der gesamten Umstände rechtfertigt es sich, anstelle des Widerrufs den Beschwerde-

Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

führer gestützt auf Art. 96 Abs. 2 AuG förmlich zu verwarnen, was hiermit erfolgt. Sollte der Be-
schwerdeführer danach erneut in relevanter Weise straffällig werden oder in relevanter Weise 
gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstossen oder 
diese gefährden oder die innere oder die äussere Sicherheit gefährden und damit das durch 
das Gericht in ihn gesetzte Vertrauen missbrauchen, muss er trotz seiner langen Anwesenheit 
mit dem Widerruf seiner Niederlassungsbewilligung rechnen.  
 
8.1. Es bleibt noch über die Kosten zu entscheiden. Gestützt auf § 20 Abs. 1 VPO in Ver-
bindung mit § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden 
Partei auferlegt. Wobei den Vorinstanzen gemäss § 20 Abs. 3 und 4 VPO nur Verfahrenskosten 
auferlegt werden, wenn sie das Kantonsgericht in Anspruch nehmen. Demzufolge werden keine 
Verfahrenskosten erhoben. Dem Beschwerdeführer ist folglich der bezahlte Kostenvorschuss in 
der Höhe von Fr. 1‘800.-- zurückzuerstatten.  
 
8.2. Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei kann für den Beizug eines Anwalts bzw. 
einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung zu Lasten der Gegenpartei zugespro-
chen werden (§ 21 Abs. 1 VPO). Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers macht in seiner 
Honorarnote vom 6. Juli 2017 für die Zeit vom 20. April 2016 bis zum 3. Juli 2017 und damit für 
die vorinstanzlichen (Zeit vom 20. April 2016 bis 22. Februar 2017) und das kantonsgerichtliche 
Verfahren (Zeit vom 23. Februar 2017 bis zum 3. Juli 2017) einen Aufwand von 11.75 Stunden 
geltend. Auf das kantonsgerichtliche Verfahren entfällt davon ein Zeitaufwand von 5 Stunden 
und 35 Minuten, was nicht zu beanstanden ist. An der heutigen Verhandlung erklärt der Be-
schwerdeführer zwischen dem 3. Juli 2017 und dem heutigen Tag weitere 2 Stunden Aufwand 
gehabt zu haben, was ebenfalls nicht zu beanstanden ist. Für die heutige Verhandlung werden 
dem Rechtsvertreter 2 Stunden dazugerechnet, was zu einem Gesamtaufwand von rund 9.6 
Stunden führt. Der Rechtsvertreter macht für die vorinstanzlichen Verfahren und das kantons-
gerichtliche Verfahren Spesen von gesamthaft Fr. 411.-- geltend, wobei nicht ersichtlich ist, 
welche Spesen zu welchem Zeitpunkt angefallen sind. Das Kantonsgericht nimmt ex aequo et 
bono die folgende Aufteilung bzw. Reduktion der Kosten vor: Die Versandkosten werden von 
Fr. 51.-- auf Fr. 40.-- reduziert, die 214 Kopien à Fr. 1.50 werden hinsichtlich der Anzahl belas-
sen, jedoch auf einen Stückpreis von Fr. 0.50 reduziert, die Kosten für Akteneinsicht in der Hö-
he von Fr. 30.-- werden ganz gestrichen, da davon auszugehen ist, dass diese im Verfahren vor 
dem AfM angefallen sind, die für Telefon/Telefax angeführte Fr. 9.-- werden belassen, so dass 
sich Spesen in der Höhe von Fr. 156.-- (Fr. 40.-- + [214 x Fr. 0.50] + Fr. 9.--) ergeben. Die Vor-
instanz hat dem Beschwerdeführer damit für das kantonsgerichtliche Verfahren eine Parteient-
schädigung in der Höhe von Fr. 2‘242.10 (9.6 Stunden à Fr. 200.-- inkl. Auslagen in der Höhe 
von Fr. 156.--, alles zuzüglich 8.0 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen.  
 
8.3. Auf eine Rückweisung der Angelegenheit zur Neuverlegung der Kosten des vorinstanz-
lichen Verfahrens an den Regierungsrat wird verzichtet, da nicht zu beanstanden ist, dass der 
Regierungsrat im Zeitpunkt der Entscheidfällung die Beschwerde abgewiesen hat, da für das 
Kantonsgericht für die Gutheissung der Beschwerde die vom Beschwerdeführer nach dem Ent-
scheid des Regierungsrates weiterhin an den Tag gelegte positive Entwicklung entscheidend 

Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

war (vgl. die §§ 20a Abs. 2 und 22 Abs. 2 lit. a des Verwaltungsverfahrensgesetzes Basel-
Landschaft vom 13. Juni 1988).  
 
  

Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 
 
://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Regierungsratsbeschluss 

Nr. 0255 vom 21. Februar 2016 (recte 2017) aufgehoben. 
   
 2. Der Beschwerdeführer wird im Sinne der Erwägungen ausländerrecht-

lich verwarnt.  
   
 
 

3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  
Der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1‘800.-- wird dem 
Beschwerdeführer zurückerstattet. 
 

 4. Der Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft hat dem Beschwer-
deführer für das kantonsgerichtliche Verfahren eine Parteientschädi-
gung in der Höhe von Fr. 2‘242.10 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwert-
steuer) zu bezahlen. Im Übrigen werden die Parteikosten wettgeschla-
gen.  

 
 
 
Kantonsrichter 
 
 
 
 

Gerichtsschreiberin