# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b5c30466-b984-5435-9bc1-e61453f33058
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-02-07
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 1. Kammer 07.02.2023 U 2021 91
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_001_U-2021-91_2023-02-07.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

U 21 91

1. Kammer 

Vorsitz Audétat

RichterInnen von Salis und Meisser

Aktuar ad hoc Gacinovic

URTEIL

vom 7. Februar 2023

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____, c/o B._____,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Raffaele De Vecchi,

Beschwerdeführer

gegen

Departement für Infrastruktur, Energie und Mobilität Graubünden,

Beschwerdegegner

betreffend Zugang zu amtlichen Dokumenten

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I. Sachverhalt:

1. Im Zuge der Aufarbeitung des "Baukartellskandals", schloss das Departe-

ment für Infrastruktur und Mobilität des Kantons Graubünden (DIEM) Ver-

gleichsvereinbarungen mit diversen Bauunternehmen ab. A._____, Re-

daktor beim B._____ ersuchte die Herausgabe dieser Vergleichsvereinba-

rungen. Da dieses Gesuch abgelehnt wurde, erhob A._____ am 21. Au-

gust 2020 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubün-

den. 

2. Wie aus dem Urteil U 20 86 des Verwaltungsgerichts des Kantons 

Graubünden vom 23. März 2021 hervorgeht, wurde die Beschwerde teil-

weise gutgeheissen. Basierend auf dem Öffentlichkeitsgesetz für den Kan-

ton Graubünden kannte das Verwaltungsgericht an, dass öffentliche und 

insbesondere private Interessen an der Einschränkung der Herausgabe 

vorhanden sind. Gleichzeitig sah das Verwaltungsgericht ein Interesse der 

Bevölkerung an der Herausgabe der Vergleichsvereinbarungen, welches 

hoch zu gewichten ist. Eine generelle Verweigerung der Herausgabe sei 

deshalb nicht verhältnismässig. Um die öffentlichen wie auch privaten In-

teressen hinreichend zu schützen, erweise sich eine Aufschiebung bis 

zum Abschluss aller konnexer Gerichtsverfahren und eine Schwärzung 

der Umsatzzahlen als angemessene Lösung. 

3. Am 7. Juni 2021 wandte sich A._____ erneut an das DIEM, und beantragte 

mit Verweis auf das Urteil des Verwaltungsgerichts, dass die Vergleichs-

vereinbarungen ihm zugänglich gemacht werden sollen. Das DIEM ver-

fügte am 22. Oktober 2021, dass die Herausgabe der Vergleichsvereinba-

rungen auf nach Abschluss sämtlicher konnexer Verfahren aufgeschoben, 

die Umsatzzahlen geschwärzt und nur ungefähre Werte zu den Ver-

gleichszahlungen angegeben werden. Es führte aus, dass eine Heraus-

gabe der Vergleichsvereinbarungen unmittelbare Auswirkungen auf den 

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Ausgang noch laufender Gerichtsverfahren haben würde und mittels 

Schwärzung der Umsatzzahlen und ungefähren Angaben der Vergleichs-

zahlungen sichergestellt werden könne, dass den öffentlichen und priva-

ten Interessen, insbesondere der Unternehmen, Rechnung getragen 

werde. 

4. Gegen diese Verfügung erhob A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer) 

am 22. November 2021 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kan-

tons Graubünden. Er beantragte darin den Zugang zu den Vergleichsver-

einbarungen wobei jene Passagen, die Geschäftsgeheimnisse der betrof-

fenen Bauunternehmen beinhalten, geschwärzt seien. Dies alles unter 

Kosten- und Entschädigungsfolgen, zuzüglich gesetzlichen Mehrwertzu-

schlag, zu Lasten des Kantons Graubünden. Er machte darin eine unrich-

tige Rechtsanwendung des KGÖ und eine unrichtige Auslegung des un-

bestimmten Rechtsbegriffs der überwiegenden privaten Interessen durch 

das DIEM geltend. Es seien keine unmittelbaren Auswirkungen auf noch 

hängige Verfahren erkennbar, da die Vergleichsvereinbarungen bereits in 

den Akten der WEKO seien und die Anfechtung der WEKO-Verfügungen 

wesensfremd zu Schadensersatz- und den weiteren Bestimmungen der 

Vereinbarungen sein müssen. 

5. Zusätzlich stellte der Beschwerdeführer den Verfahrensantrag, das DIEM 

habe dem Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden die verfahrens-

gegenständlichen Vergleichsvereinbarungen zur Einsicht zu unterbreiten. 

Das rechtliche Gehör, so der Beschwerdeführer, könne nur durch die Ein-

sicht in die Vergleichsvereinbarungen gewährt werden.

6. Mit Vernehmlassung vom 11. Januar 2022 hielt das DIEM an seinem Ent-

scheid fest und beantragte, dass die Beschwerde unter gesetzlicher Kos-

tenfolge abzuweisen sei. Dabei vertiefte es die Argumentation bezüglich 

unmittelbaren Auswirkungen auf konnexe Verfahren durch die Heraus-

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gabe der Vergleichsvereinbarungen. Zudem sah es aktuell kein dringli-

ches Interesse an der Herausgabe, da die Öffentlichkeit bereits breit infor-

miert wurde. 

7. Mit Replik vom 24. Januar 2022 widersprach der Beschwerdeführer einer 

unmittelbaren Folge in konnexen Verfahren für die Unternehmen durch die 

Herausgabe der Vergleichsvereinbarungen. Weiter bemängelte er, dass 

dem DIEM der Abschluss konnexer Verfahren gar nicht angezeigt werde. 

Schliesslich betrachtete der Beschwerdeführer sein Gesuch nicht als Auf-

wärmen der Thematik, sondern als schlichten Weiterzug.

8. Das DIEM vertiefte in seiner Duplik vom 28. Februar 2022 die bereits in 

der Vernehmlassung vorgebrachten Argumente und ging auf die Punkte 

des Beschwerdeführers ein.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften sowie 

auf die eingereichten Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den nach-

stehenden Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt ist die Verfügung des DIEMs vom 22. Oktober 2021, 

mit dem das Begehren des Beschwerdeführers abgewiesen wurde. Art. 13 

Abs. 1 des Öffentlichkeitsgesetzes für den Kanton Graubünden (KGÖ; BR 

171.000) verweist für den Rechtsschutz auf das Verwaltungsrechtspflege-

gesetz für den Kanton Graubünden (VRG; BR 370.100). Gemäss Art. 49 

Abs. 1 lit. c VRG kann gegen Entscheide von kantonalen Departementen 

Beschwerde ans Verwaltungsgericht erhoben werden, sofern diese nicht 

nach kantonalem oder nach eidgenössischem Recht endgültig sind oder 

bei einer anderen Instanz angefochten werden können. Zur Beschwerde 

legitimiert ist, wer durch den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein 

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schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung hat (Art. 

50 Abs. 1 VRG). Der vorliegende Entscheid des DIEMs ist weder endgül-

tig, noch kann er bei einer anderen Instanz angefochten werden. Zudem 

ist der Beschwerdeführer als Adressat der Verfügung berührt und verfügt 

über ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung. Auf die überdies 

form- und fristgerecht erhobene Beschwerde ist daher einzutreten (vgl. 

Art. 52 Abs. 1 VRG).  

2. Zum Verfahrensantrag kann gesagt werden, dass der Zugang zu den Ver-

gleichsvereinbarungen sicherlich helfen würde, einen detaillierteren Über-

blick über die genauen Vereinbarungen zu erhalten. Gegen den Verfah-

rensantrag spricht jedoch, dass auch vor dem Verwaltungsgericht des 

Kantons Graubünden Beschwerden im Zusammenhang mit dem "Baukar-

tellskandal" hängig sind. Es kann somit nicht ausgeschlossen werden, 

dass durch die Kenntnis der Vergleichsvereinbarungen die richterliche Un-

abhängigkeit in den hängigen Verfahren beeinflusst wird. Aus diesen 

Gründen wird der Verfahrensantrag abgelehnt. 

3.1. Das DIEM rechtfertig den Aufschub des Zugangs zu den amtlichen Doku-

menten durch noch hängige Verfahren vor dem Verwaltungs- und Bundes-

verwaltungsgericht und einer unmittelbaren Auswirkung auf den Ausgang 

der Verfahren. Die Dokumente sollen erst nach Abschluss sämtlicher kon-

nexer Verfahren herausgegeben werden. 

3.2. Gemäss Art. 8 Abs. 1 KGÖ wird der Zugang zu amtlichen Dokumenten 

eingeschränkt, aufgeschoben oder verweigert, falls überwiegende öffent-

liche oder private Interessen entgegenstehen. In Art. 8 Abs. 3 lit. a - c KGÖ 

werden einige Beispiele für private Interessen aufgeführt, jedoch ist die 

Liste nicht abschliessend (vgl. Botschaft der Regierung an den Grossen 

Rat, Heft Nr. 11/2015 - 2016 [Botschaft KGÖ], S. 743). Durchaus denkbar 

ist, dass durch die Herausgabe von amtlichen Dokumenten, in laufenden 

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oder absehbaren Verhandlungen, überwiegende private Interessen ver-

letzt werden. Die Regierung schreibt analog dazu, dass keine Verhand-

lung wirkungsvoll geführt werden könne, wenn eine Partei gezwungen 

werden kann, die Karten offen zu legen bevor das Ergebnis feststeht (vgl. 

Botschaft KGÖ, a.a.O., S. 744). 

3.3.1. Der Kanton schloss mit diversen Unternehmen eine Vergleichsvereinba-

rung. Ein Vergleich stellt einen Vertrag dar, mit dem ein Streit oder eine 

Ungewissheit über ein Rechtsverhältnis mit gegenseitigen Zugeständnis-

sen beigelegt wird (vgl. BGE 105 II 273 E. 3 a.). Welche Zugeständnisse 

genau getätigt wurden, ist nicht öffentlich bekannt. Es liegt aber in der Na-

tur der Sache, dass die Unternehmen auch gewisse gesetzeswidrige 

Handlungen anerkannt haben. Mit dem Vergleich sollte unter anderem ein 

langwieriges und kostenintensives Verfahren umgangen werden, welches 

so oder anders Schadensersatzzahlungen an den Kanton und die Ge-

meinden festlegen würde. 

3.3.2. Dabei handelt es sich um den doppelten Ansatz, wie ihn die WEKO be-

zeichnet, zur Bekämpfung von Kartellrechtsverstössen. Bei schweren Ver-

stössen soll die WEKO auf Verwaltungsweg mittels Geldbussen sanktio-

nieren, die Geschädigten jedoch den Schadensersatz auf Zivilrechtsweg 

erhalten (vgl. Jahresbericht 2019 der Wettbewerbskommission [WEKO], 

5.2.1). Zwar handelt es sich um zwei unterschiedliche Rechtsverfahren, 

jedoch basieren sie auf demselben Sachverhalt. 

3.3.3. Dadurch, dass die Vergleichsvereinbarungen auf demselben Sachverhalt 

wie die Verfügungen der WEKO basieren, müssen zwangsläufig auch Ver-

einbarungen und Zugeständnisse in der Vergleichsvereinbarung enthalten 

sein, die relevant für die verwaltungsrechtlichen Verfahren der WEKO 

sind.

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3.4.1. Dass Unternehmen die Verfügungen der WEKO an das Bundesverwal-

tungsgericht weitergezogen haben, steht fest. So schreibt die WEKO, dass 

unter anderem sieben Beschwerden zum Entscheid "Strassenbau" und 

eine Beschwerde betreffend "Engadin II" beim Bundesverwaltungsgericht 

eingereicht worden sind (vgl. Jahresbericht WEKO 2019, a.a.O., 3.1.1). 

3.4.2. Als unwahrscheinlich erscheint, dass die Beschwerden lediglich Punkte 

betreffen, die keine Berührungspunkte mit den Vergleichsvereinbarungen 

haben. Konkret kann zur Veranschaulichung gesagt werden, dass die 

D._____ AG (vgl. N._____.) und die E._____ AG (vgl. O._____) im WEKO-

Verfahren den kartellrechtsrelevanten Sachverhalt insgesamt bzw. ihre 

Beteiligung an kartellrechtwidrigen Verhaltensweisen bestritten, aber mit 

dem Kanton eine Vergleichsvereinbarung abgeschlossen haben (vgl. 

P._____). Zu drei anderen Beispielen kann gesagt werden, dass keine 

Konnexität zu den Vergleichsvereinbarungen bestand. Diese Beschwer-

den betreffen Fragen zu der Unternehmenskontinuität, Massnahmen der 

WEKO, sowie zur Berechnung der fünfjährigen Verwirkungsfrist (vgl. Jah-

resbericht 2021 der Wettbewerbskommission [WEKO], 2.2). 

3.5. Der Beschwerdeführer als Journalist erwägt mit den herausgegebene Do-

kumenten eine Reportage resp. einen Artikel zu verfassen und dadurch 

die Dokumente der breiten Bevölkerung zugänglich zu machen. Dass ein 

solcher Bericht auch von den Richterinnen und Richtern des Bundesver-

waltungsgerichts wahrgenommen würde, ist anzunehmen. Die Richterin-

nen und Richter würden dadurch Zugang zu Informationen und Zuge-

ständnissen erhalten, welche in der Vergleichsvereinbarung sind. 

3.6.1. Es bleibt die Frage, welche Informationen das Bundesverwaltungsgericht 

zum aktuellen Zeitpunkt bereits besitzt. Im Falle, dass das Bundesverwal-

tungsgericht bereits Einsicht in alle Vergleichsvereinbarungen hat, kann 

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nicht von einer unmittelbaren Auswirkung auf den Ausgang der Verfahren 

gesprochen werden.

3.6.2. Dazu schreibt die WEKO, dass ihr die Vergleichsvereinbarungen vorliegen 

(vgl. Verfügung WEKO, Bauleistungen Graubünden, a.a.O., Rz. 600). 

Nicht klar ist jedoch, ob und wie weit die Informationen an die nächste 

Instanz weitergegeben wurden. Pauschal kann nicht davon ausgegangen 

werden, dass die nächste Instanz Zugang zu allen Vergleichsvereinbarun-

gen hat und dadurch auch Zugang zu allen Zugeständnissen. Mit Sicher-

heit kann nur gesagt werden, dass die WEKO die Vergleichsvereinbarun-

gen im Zusammenhang mit der Sanktionsreduktion infolge Schadener-

satzzahlungen in ihren Entscheid miteinfliessen liess (vgl. Jahresbericht 

WEKO 2019, a.a.O., 5.2.3). Es ist somit nicht davon auszugehen, dass 

das Bundesverwaltungsgericht einen vollumfänglichen Zugang zu allen 

Vergleichsvereinbarungen hat. Ein konkretes privates Interesse, welches 

der Herausgabe der Vergleichsvereinbarungen entgegensteht, ist somit 

vorhanden, da den Richterinnen und Richtern neue Informationen zum 

Fall zugänglich gemacht werden würden. 

3.7. Unbekannt ist jedoch, wie viele Verfahren konkret noch hängig sind. Eben-

falls unbekannt ist die Dauer, bis alle Verfahren abgeschlossen sind. So 

schreibt die WEKO, dass in den Verfahren Engadin I, II, III, IV, U, Q sowie 

Strassenbau (Bauleistungen Graubünden), je ein Teil der Parteien Be-

schwerde beim Bundesverwaltungsgericht eingelegt haben (vgl. Jahres-

bericht 2021 der Wettbewerbskommission [WEKO], 3.1.1). Weiter ist dazu 

bekannt, dass im Fall Strassenbau (Bauleistungen Graubünden) zu drei 

von sieben Beschwerden ein Urteil gefällt worden ist (vgl. Jahresbericht 

WEKO 2021, a.a.O., 2.2). Die WEKO rechnete mit weiteren Entscheiden 

des Bundesverwaltungsgerichts im Jahr 2022 (vgl. Jahresbericht WEKO 

2021, a.a.O., 3.1.1). Ein klarer Überblick über alle hängigen Verfahren und 

die Ermittlung des Verfahrensabschlusses, ist nur mit erheblichem Auf-

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wand möglich. Miteinbezogen werden muss, dass auch ein Entscheid des 

Bundesverwaltungsgerichts nicht endgültig ist, sondern dieser noch an 

das Bundesgericht weitergezogen werden kann (vgl. Art. 82 lit. a Bundes-

gesetz über das Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz; BGG: SR 

173.110]). Damit würde sich möglicherweise die Herausgabe um weitere 

Jahre verzögern. So ist bereits jetzt bekannt, dass ein Urteil des Bundes-

verwaltungsgerichts an das Bundesgericht weitergezogen wurde (vgl. Jah-

resbericht WEKO 2021, a.a.O., 2.2). Fraglich ist auch, wie der Abschluss 

aller Verfahren in Erfahrung gebracht werden soll. Entscheide des Bun-

desverwaltungsgerichts werden zwar öffentlich publiziert (vgl. Art. 5 Abs. 

1 Informationsreglement für das Bundesverwaltungsgericht [SR 

173.320.4]), aber dadurch, dass ungewiss ist, wie viele Verfahren noch 

hängig sind, kann nur das Bundesverwaltungsgericht oder die WEKO aus 

eigenem Wissen bekanntgeben, dass sämtliche Verfahren abgeschlossen 

sind. Zu einer solchen Bekanntgabe sind jedoch weder das Bundesver-

waltungsgericht noch die WEKO verpflichtet.

3.8. In Bezug auf das Interesse der Bevölkerung an der Herausgabe der Do-

kumente kann auf das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons 

Graubünden U 20 86 vom 23. März 2021 E. 4.5 verwiesen werden, wel-

ches immer noch unverändert besteht und somit als hoch zu gewichten 

ist. Dabei ist anzumerken, dass dem Interesse der Bevölkerung mit Blick 

auf die Kontrolle des staatlichen Handelns (vgl. Art. 1 Abs. 2 KGÖ) 

grundsätzlich ein Interesse an einer raschen Aufarbeitung besteht. Nur da-

durch ist es möglich, die nötigen Anpassungen vorzunehmen und mögli-

che Fehler mit Einbezug der Bevölkerung zu reflektieren. 

3.9.1. Durch die Vielzahl ungewisser Faktoren erscheint es nicht verhältnismäs-

sig, dass die Herausgabe erst mit Abschluss aller hängiger Verfahren er-

folgt, da dies die Herausgabe auf einen unbestimmten Zeitpunkt heraus-

schieben würde. Dennoch muss beachtet werden, dass das DIEM als 

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Behörde einen Ermessensspielraum besitzt, welcher durch das Gericht zu 

achten ist. Als verhältnismässig erscheint, dass die zeitliche Komponente 

eingeschränkt wird und ein klarer Zeitpunkt der Herausgabe definiert wird. 

So kann ein Aufschub nur bis zum Abschluss des erstinstanzlichen Ge-

richtsverfahrens i.V.m. der WEKO-Untersuchung vor Bundesverwaltungs-

gericht gerechtfertigt werden. Ein Aufschub über das erstinstanzliche Ur-

teil vor Bundesverwaltungsgericht kann nicht mehr als verhältnismässig 

betrachtet werden.

3.9.2. Nach Art. 56 Abs. 3 VRG kann das Verwaltungsgericht Entscheide, die es 

aufhebt, selbst neu entscheiden oder zu neuem Entscheid zurückweisen. 

Aus prozessökonomischen Gründen rechtfertigt sich, dass die Verfügung 

des DIEM durch das Gericht abgeändert wird.

4. Die Beschwerde ist folglich teilweise gutzuheissen. Der letzte Absatz der 

Verfügung vom 22. Oktober 2021 wird wie folgt ersetzt: "Gestützt auf die 

vorstehenden Erwägungen ist abschliessend festzuhalten, dass die Ver-

gleichsvereinbarung innert 20 Tagen nach Mitteilung des/r erstinstanzli-

chen Urteils/en in den Verfahren vor Bundesverwaltungsgericht in ge-

schwärzter Form dem Gesuchsteller ausgehändigt werden". Im Übrigen 

ist die Beschwerde abzuweisen.

5.1. Art. 15 Abs. 2 KGÖ bestimmt, dass gerichtliche Rechtsschutzverfahren für 

den Zugang zu amtlichen Dokumenten kostenpflichtig sind und verweist 

dafür auf die Gebührenregelung des VRG. Demnach sind die Kosten des 

Rechtsmittel- und Klageverfahrens i.S.v. Art. 75 Abs. 1 VRG in der Regel 

durch die unterliegende Partei zu tragen (Art. 73 Abs. 1 VRG). Zudem wird 

die unterliegende Partei in der Regel verpflichtet, der obsiegenden Partei 

die durch den Rechtsstreit entstandenen notwendigen Kosten zu ersetzen 

(Art. 78 Abs. 1 VRG).

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5.2. Bei diesem Ausgang des Verfahrens rechtfertigt es sich, die Gerichtskos-

ten den Parteien je zur Hälfte aufzuerlegen. Die Staatsgebühr wird im Rah-

men von Art. 75 Abs. 2 VRG auf CHF 1'500.-- festgelegt.

5.3.1. Die Praxis des Verwaltungsgerichts geht gestützt auf die Verordnung über 

die Bemessung des Honorars der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte 

(Honorarverordnung [HV; BR 310.250]) dahin, dass bei Einreichen einer 

Honorarvereinbarung der geltend gemachte Stundenansatz übernommen 

wird, sofern er den Ansatz von CHF 270.-- nicht überschreitet. Ist Letzteres 

der Fall, wird er auf CHF 270.-- herabgesetzt. Wird keine Honorarverein-

barung eingereicht, beträgt der Stundenansatz höchstens CHF 240.-- (vgl. 

Urteile des Verwaltungsgerichts R 18 17 vom 18. September 2019 E.9.2.1; 

U 16 92 vom 25. Oktober 2017 E.13b; S 17 15 vom 27. September 2017 

E.7b).

5.3.2. Die vom Rechtsvertreter des Beschwerdeführers eingereichte Honorar-

note weist einen Aufwand von 18 Stunden und 35 Minuten à CHF 300.-- 

zuzüglich einer Spesenpauschale von 3 % sowie 7.7 % MWST aus. Den 

Aufwand von 18 Stunden 35 Minuten erachtet das Gericht als angemes-

sen. Angesichts der oben genannten Praxis ist die Honorarnote allerdings 

anzupassen, da der Stundenansatz CHF 270.-- überschreitet. Daher ge-

langt nicht ein Stundenansatz von CHF 300.--, sondern ein solcher von 

CHF 270.-- zur Anwendung. Der bereinigte Aufwand beträgt damit 

CHF 5'566.-- und setzt sich aus einem Zeitaufwand von CHF 5'017.50 (18 

Stunden 35 Minuten à CHF 270.--) zuzüglich einer Spesenpauschale von 

3 % (CHF 150.55) sowie 7.7 % MWST (CHF 397.95) zusammen. Dieser 

Aufwand ist dem Beschwerdeführer durch das DIEM gemäss Ausgang 

des Verfahrens zur Hälfte zu erstatten. Dem Beschwerdeführer wird damit 

eine Parteientschädigung von CHF 2'783.-- zugesprochen. Dem DIEM 

steht gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG hingegen keine Parteientschädigung zu, 

da es in seinem amtlichen Wirkungskreis tätig wurde.

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III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Der letzte Absatz der ange-

fochtenen Verfügung vom 22. Oktober 2021 wird wie folgt ersetzt: "Ge-

stützt auf die vorstehenden Erwägungen ist abschliessend festzuhalten, 

dass die Vergleichsvereinbarung innert 20 Tagen nach Mitteilung des/r 

erstinstanzlichen Urteils/en in den Verfahren vor Bundesverwaltungsge-

richt in geschwärzter Form dem Gesuchsteller ausgehändigt werden". Im 

Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend aus

- einer Staatsgebühr von CHF 1'500.--

- und den Kanzleiauslagen von CHF 266.--

zusammen CHF 1'766.--

gehen je zur Hälfte zulasten von A._____ und des Departements für Infra-

struktur, Energie und Mobilität Graubünden.

3. Das Departement für Infrastruktur, Energie und Mobilität Graubünden hat 

A._____ mit CHF 2'783.-- aussergerichtlich zu entschädigen.

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilung]
[Mit Urteil 1C_149/2023 vom 8. November 2024 hat das Bundesgericht die gegen die-

sen Entscheid erhobene Beschwerde teilweise gutgeheissen, den vorliegenden Ent-

scheid aufgehoben und die Sache zur Neubeurteilung an dieses Gericht zurückgewie-

sen.]