# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1412456d-f665-5211-ac71-fe6ea9a4930a
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-06-04
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Strafkammer 04.06.2015 SK2 2014 45
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_005_SK2-2014-45_2015-06-04.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 04. Juni 2015 Schriftlich mitgeteilt am:
SK2 14 45 15. Juni 2015

Beschluss
II. Strafkammer

Vorsitz Hubert
RichterInnen Pritzi und Schnyder
Aktuarin Thöny

In der strafrechtlichen Beschwerde

der X . _ _ _ _ _ A G , Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. 
Patrik Wagner, Rosenhügelweg 6, 7270 Davos Platz, 

gegen

die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 23. Juli 2014, 
mitgeteilt am 28. Juli 2014, in Sachen der Beschwerdeführerin gegen Y._____, 
Beschwerdegegner, 

betreffend Veruntreuung,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. Am 21. Januar 2013 liess die X._____AG mit Sitz in O.1_____, vertreten 
durch A._____, bei der Staatsanwaltschaft Graubünden Strafanzeige gegen 
Y._____ wegen Veruntreuung gemäss Art. 138 Ziff. 1 StGB erstatten. Der Anzeige 
lag der Vorwurf zugrunde, der Untersuchungsbericht der Treuhandfirma B._____ 
vom 10. August 2010 sowie vom 22. Oktober 2010 habe ergeben, dass Y._____ 
während seiner Anstellung als Betriebsleiter der X._____AG von April bis Juli 
2010 Einnahmen von insgesamt Fr. 10'810.75 nicht abgerechnet habe. Er habe 
beispielsweise eine Restaurantrechnung gegen Quittung einkassiert, dieses Geld 
jedoch weder im Kassabuch der Arbeitgeberin, noch mittels anderer Belege als 
bezahlte Rechnung deklariert. In der Folge habe er weiteres vereinnahmtes Geld 
ohne Berichterstattung, ohne Eintrag im Kassabuch und ohne Erstellen eines Be-
leges beim Arbeitgeber zu sich privat nach Hause genommen. Dieser Umstand 
widerspreche nicht nur der allgemeinen Treuepflicht eines Arbeitnehmers gegenü-
ber dem Arbeitgeber, sondern sei auch von strafrechtlicher Bedeutung. In der Fol-
ge konstituierte sich die X._____AG, vertreten durch A._____, als Straf- und Zivil-
klägerin und erklärte, ihre Forderungen bis spätestens im Parteivortrag vor Gericht 
zu beziffern.

B. Nachdem die Staatsanwaltschaft der Kantonspolizei Graubünden gestützt 
auf Art. 309 Abs. 2 StPO den Auftrag zur ergänzenden Ermittlung des Sachver-
halts erteilt und diese in der Folge verschiedene polizeiliche Einvernahmen durch-
geführt hatte, eröffnete die Staatsanwaltschaft mit Verfügung vom 12. August 
2013 eine Strafuntersuchung gegen Y._____ wegen Veruntreuung gemäss Art. 
138 Ziff. 1 StGB. 

C. Es folgten weitere Ermittlungshandlungen bzw. Einvernahmen seitens der 
Staatsanwaltschaft. Y._____ bestätigte dabei sowohl anlässlich der polizeilichen 
wie auch der staatsanwaltlichen Einvernahmen, den durch Aufladen von Clubkar-
ten erhaltenen Bargeldbetrag von Fr. 900.-- sowie den von der C._____ erhalte-
nen Geldbetrag von Fr. 3'705.20 nicht gebucht und nicht mehr nachvollziehbar 
verwendet zu haben. Ebenso gestand er ein, Tageseinnahmen aus dem Golfre-
staurant von Fr. 6'171.50 zu sich nach Hause genommen zu haben. Gemäss ei-
genen Aussagen habe er nach Rücksprache mit seiner Anwältin diesen Geldbe-
trag aufgrund des ausstehenden Lohnguthabens für den Juli 2010 als Akontozah-
lung einbehalten beziehungsweise diesen Betrag mit dem Salär vom Monat Juli 
verrechnen wollen. Ferner habe er A._____ per E-Mail darauf hingewiesen, er ge-
he davon aus, dass zwischenzeitlich die in seinem Büro aufbewahrten Tagesein-

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nahmen der letzten drei oder vier Tage vor seinem Austreten aufgefunden und 
diese Gelder auf die Bank gebracht worden seien. 

D. Mit Verfügung vom 23. Juli 2014 stellte die Staatsanwaltschaft Graubünden 
das Strafverfahren gegen Y._____ ein. Die Verfahrenskosten wurden dem Kanton 
überbunden und es wurde keine Entschädigung zugesprochen. Zur Begründung 
führte die Staatsanwaltschaft aus, Y._____ habe sich fremde Gelder angeeignet, 
indem er Tageseinnahmen sowie weitere fragliche Bareingänge, welche er weder 
ins Kassabuch eingetragen, noch offenbar dem Betrieb zugeführt habe, zurückbe-
halten habe, um seine Lohnforderungen bezahlt zu machen. Dadurch habe er den 
objektiven Tatbestand der Veruntreuung gemäss Art. 138 Ziff. 1 StGB erfüllt. Sub-
jektiv könne der Nachweis, dass er sich durch die Aneignung des festgestellten 
Kassafehlbetrages von total Fr. 10'810.75 vorsätzlich unrechtmässig habe berei-
chern wollen, jedoch nicht erbracht werden. 

E. Gegen diese Einstellungsverfügung vom 23. Juli 2014, mitgeteilt am 28. Juli 
2014, liess die X._____AG am 8. August 2014 beim Kantonsgericht von Graubün-
den Beschwerde einreichen, wobei sie das folgende Rechtsbegehren stellte:

"1. Es sei die angefochtene Einstellungsverfügung aufzuheben und die 
Staatsanwaltschaft Graubünden sei anzuweisen, Anklage gegen den 
Beschuldigten Y._____ zu erheben.

2. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 8.0% 
MWSt."

Die Beschwerdeführerin macht insbesondere geltend, der Beschuldigte habe of-
fensichtlich mit Wissen und Willen, somit mit Vorsatz gehandelt. Er habe von der 
Unrechtmässigkeit seiner Handlung gewusst beziehungsweise habe zumindest 
die Aneignung des Geldes zu seinen Gunsten in Kauf genommen. Er habe ge-
wusst, was er tue und er habe ihm nicht gehörendes Geld beiseiteschaffen wollen. 
Er habe die Nichtablieferung der Einnahmen an die Arbeitgeberin gewollt. 

F. Mit Schreiben vom 19. August 2014 beantragte die Staatsanwaltschaft 
Graubünden unter Hinweis auf die angefochtene Verfügung und die Akten die kos-
tenfällige Abweisung der Beschwerde.

G. Y._____ beantragte mit Schreiben vom 14. September 2014 innert erstreck-
ter Frist ebenfalls mit Verweis auf die Verfahrensakten die Abweisung der Be-
schwerde. Er bestreite den Vorwurf der Veruntreuung sowohl in subjektiver wie 
auch in objektiver Hinsicht vollumfänglich.

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Auf die Begründung der Anträge und die Ausführungen in der angefochtenen Ein-
stellungsverfügung wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen 
eingegangen.

II. Erwägungen

1.a) Gegen Einstellungsverfügungen der Staatsanwaltschaft kann innert zehn 
Tagen schriftlich und begründet Beschwerde geführt werden (Art. 322 Abs. 2 in 
Verbindung mit Art. 393 Abs. 1 lit. a sowie Art. 396 Abs. 1 der Schweizerischen 
Strafprozessordnung [StPO; SR 312.0]). Beschwerdeinstanz ist das Kantonsge-
richt von Graubünden (Art. 22 des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen 
Strafprozessordnung [EGzStPO; BR 350.100]). Die am 8. August 2014 eingereich-
te Beschwerde erweist sich als fristgerecht und entspricht im Übrigen auch den an 
sie gestellten Formerfordernissen.

b) Zur Beschwerdeführung legitimiert ist jede Partei, die ein rechtlich ge-
schütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Ent-
scheids hat (Art. 382 Abs. 1 StPO). Partei im Sinne von Art. 104 StPO ist unter 
anderem die Privatklägerschaft. Als solche gilt nach Art. 118 Abs. 1 StPO die ge-
schädigte Person, die ausdrücklich erklärt, sich am Strafverfahren als Straf- oder 
Zivilkläger beteiligen zu wollen. Der Strafantrag ist dieser Erklärung gleichgestellt 
(Art. 118 Abs. 2 StPO). Art. 115 StPO bestimmt sodann, dass als geschädigte 
Person die Person gilt, welche durch die Straftat in ihren Rechten unmittelbar ver-
letzt worden ist (Abs. 1). Die zur Stellung eines Strafantrags berechtigte Person 
gilt in jedem Fall als geschädigte Person (Abs. 2). Im konkreten Fall liess die Be-
schwerdeführerin als Geschädigte am 21. Januar 2013 gegen Y._____ eine Straf-
anzeige einreichen und konstituierte sich am 14. Februar 2014 als Privatklägerin 
im Straf- wie auch im Zivilpunkt, womit sie zur Beschwerdeführung legitimiert ist.

2. Mit der Beschwerde können gemäss Art. 393 Abs. 2 StPO Rechtsverlet-
zungen, einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, Rechts-
verweigerung und Rechtsverzögerung (lit. a), die unvollständige oder unrichtige 
Feststellung des Sachverhalts (lit. b) sowie die Unangemessenheit (lit. c) gerügt 
werden. Die Beschwerde stellt somit ein umfassendes ordentliches Rechtsmittel 
dar. Die Rechtsmittelinstanz verfügt über eine volle Kognition und kann die ange-
fochtene Verfügung vollständig in allen Rechts- und Tatfragen überprüfen (vgl. 
Jeremy Stephenson/Gilbert Thiriet, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler 

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Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Auflage, Basel 2014, N 15 
zu Art. 393 StPO).

3. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Verfügung der Staats-
anwaltschaft Graubünden vom 23. Juli 2014, mit welcher die gegen Y._____ we-
gen Veruntreuung gemäss Art. 138 Ziff. 1 StGB geführte Strafuntersuchung ein-
gestellt wurde. Der Beschwerdeführer verlangt deren Aufhebung sowie die Anwei-
sung der Staatsanwaltschaft, Anklage gegen den Beschuldigten Y._____ zu erhe-
ben.

a) Gemäss Art. 308 Abs. 1 StPO besteht der Zweck der Untersuchung darin, 
den Sachverhalt in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht so weit abzuklären, dass 
das Vorverfahren abgeschlossen werden kann. Bei der Verfolgung dieses Zwecks 
steht der Staatsanwaltschaft ein gewisser Ermessensspielraum zu. Insbesondere 
hat sie diejenigen Vorkehrungen zu treffen, die zur Klärung des Falles Wesentli-
ches beizutragen vermögen. Sie ist aber nicht verpflichtet, alle erdenklichen Er-
mittlungshandlungen vorzunehmen. Nach Beendigung des Untersuchungsverfah-
rens entscheidet die Staatsanwaltschaft, ob ein Strafbefehl zu erlassen, Anklage 
zu erheben oder das Verfahren einzustellen sei (Art. 318 StPO). Eine vollständige 
oder teilweise Einstellung erfolgt nach Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO, wenn sich ein 
Tatverdacht nicht in einem Mass erhärten lässt, das eine Anklage rechtfertigt. Eine 
Anklage ist in der Regel nur dann zu erheben, wenn genügend Anhaltspunkte vor-
liegen, welche es rechtfertigen, das Verfahren weiterzuführen, und die Staatsan-
waltschaft die Tatbeteiligung sowie eine Strafe bzw. Massnahme im Zeitpunkt der 
Anklageerhebung für wahrscheinlich hält. Erscheint eine Verurteilung wahrschein-
licher als ein Freispruch, ist Anklage zu erheben. Falls sich die Wahrscheinlichkeit 
eines Freispruchs und einer Verurteilung in etwa die Waage halten, drängt sich in 
der Regel nach dem Grundsatz „in dubio pro duriore“ ebenfalls eine Anklageerhe-
bung auf. Keine Anklage ist zu erheben, wenn mit Sicherheit oder grosser Wahr-
scheinlichkeit mit einem Freispruch zu rechnen ist. Des Weiteren hat eine Einstel-
lung nach Art. 319 Abs. 1 StPO zu ergehen, wenn kein Straftatbestand erfüllt ist 
(lit. b), Rechtfertigungsgründe bzw. Schuldausschlussgründe einen Straftatbe-
stand unanwendbar machen (lit. c), Prozessvoraussetzungen definitiv nicht erfüllt 
werden können bzw. Prozesshindernisse aufgetreten sind (lit. d) oder nach ge-
setzlicher Vorschrift auf eine Strafverfolgung oder Bestrafung verzichtet werden 
kann (lit. e). Sinn und Zweck des Art. 319 StPO ist es, die beschuldigte Person vor 
Anklagen zu schützen, die mit einiger Sicherheit zu Freisprüchen führen müssten. 
Da die Staatsanwaltschaft nicht dazu berufen ist, über Recht und Unrecht zu rich-
ten, darf sie jedoch nicht allzu rasch, gestützt auf eigene Bedenken, zu einer Ein-

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stellung schreiten. In Zweifelsfällen beweismässiger oder rechtlicher Natur soll 
tendenziell Anklage erhoben werden. Der Grundsatz "in dubio pro reo" nach 
Art. 10 Abs. 3 StPO spielt hier nicht (vgl. zum Ganzen: Niklaus Schmid, Handbuch 
des schweiz. Strafprozessrechts, Zürich/St. Gallen 2009, N. 1247 ff.; Niklaus 
Schmid, StPO Praxiskommentar, Zürich/St. Gallen 2009, N. 1 ff. zu Art. 319; Na-
than Landshut in: Donatsch/Hansjakob/Lieber, Kommentar zur StPO, Zürich 2010, 
N. 1 f. zu Art. 308; N. 1 ff. zu Art. 319 N 1 ff.).

b) Im Folgenden ist zu prüfen, ob hinreichende Anhaltspunkte gegeben sind, 
die einen Schuldspruch gegen Y._____ wegen Veruntreuung als wahrscheinlich 
erscheinen lassen. Ist dies zu verneinen und sind auch keine weiteren Beweismit-
tel ersichtlich, welche das Beweisergebnis in die gegenteilige Richtung beeinflus-
sen könnten, ist die angefochtene Einstellungsverfügung vom 23. Juli 2014 zu 
Recht ergangen.

4. Die Staatsanwaltschaft begründete die angefochtene Einstellungsverfügung 
damit, dass zwar der objektive Tatbestand der Veruntreuung gemäss Art. 138 Ziff. 
1 StGB erfüllt sei, nicht jedoch der subjektive Tatbestand. Es sei erstellt, dass sich 
Y._____ fremde Gelder angeeignet habe, indem er Tageseinnahmen sowie weite-
re Bareingänge, welche er weder im Kassabuch eintrug noch dem Betrieb zuführ-
te, zurückbehalten habe. Er habe sowohl anlässlich seiner polizeilichen als auch 
der staatsanwaltschaftlichen Einvernahmen bestätigt, den durch Aufladen von 
Clubkarten erhaltenen Bargeldbetrag von Fr. 900.-- sowie den von der C._____ 
erhaltenen Geldbetrag von Fr. 3'705.20 nicht gebucht und nicht mehr nachvoll-
ziehbar verwendet zu haben. Ebenso habe er eingestanden, Tageseinnahmen 
aus dem Golfrestaurant von Fr. 6'171.50 zu sich nach Hause genommen zu ha-
ben. Y._____ bestreitet zwar in seiner Stellungnahme vom 14. September 2014 
den Vorwurf der Veruntreuung auch in objektiver Hinsicht, legt jedoch nicht dar, 
weshalb die Darstellung der Staatsanwaltschaft nicht zutreffend sein soll. Es ist 
daher fraglich, ob er damit seiner Begründungspflicht nachkommt. Dies schliesst 
indessen nicht aus, dass die Beschwerdeinstanz nebst dem subjektiven Tatbe-
stand und dabei insbesondere der Frage, ob es beim Beschuldigten zum Zeitpunkt 
der Aneignung der Gelder an einer Bereicherungsabsicht fehlte, infolge der um-
fassenden Kognition (Art. 393 Abs. 2 StPO) auch das Vorliegen der objektiven 
Tatbestandselemente prüft, zumal sie in ihrem Entscheid nicht an die Begründun-
gen der Parteien gebunden ist (Art. 391 Abs. 1 lit. a StPO). 

5. Der Tatbestand der Veruntreuung setzt subjektiv neben dem Vorsatz die 
Absicht des Täters voraus, sich oder einen andern unrechtmässig zu bereichern. 

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An der Absicht unrechtmässiger Bereicherung kann es in gewissen Konstellatio-
nen fehlen, wenn der Beschuldigte ersatzbereit, das heisst zum Ersatz fähig und 
gewillt ist. Wer eine anvertraute Sache dem Berechtigten jederzeit zur Verfügung 
zu halten hat, bereichert sich unrechtmässig, wenn er sie zu seinem Nutzen ver-
wendet, ohne fähig und gewillt zu sein, sie jederzeit sofort zu ersetzen. Ist der 
Täter in einem solchen Fall fähig und gewillt, die Sache zu einem späteren Zeit-
punkt zu ersetzen, dann beabsichtigt er eine vorübergehende Bereicherung, was 
zur Bestrafung genügt (BGE 133 IV 21 E. 6.1.2 mit Hinweis auf BGE 118 IV 27 
E. 3.a). Ersatzbereitschaft kann insbesondere auch in der Verrechnung mit eige-
nen Forderungen gegenüber dem Treugeber bestehen. Eine Verrechnungser-
klärung ist dabei nicht erforderlich. Das Fehlen einer solchen ist zwar oft ein wich-
tiges Indiz dafür, dass es an der Ersatzbereitschaft fehlte und der Täter in der Ab-
sicht unrechtmässiger Bereicherung handelte, doch kommt es auf die Verrech-
nungserklärung nicht entscheidend an. Nach der Rechtsprechung handelt der 
Täter nicht in der Absicht der unrechtmässigen Bereicherung, wenn er sich eine 
Sache aneignet oder einen Vermögenswert unrechtmässig verwendet, um sich für 
eine tatsächliche oder vermeintliche Forderung bezahlt zu machen (vgl. Urteil des 
Bundesgerichts 6B_596/2009 vom 27. Mai 2010, E. 4.3.3).

6. Die Staatsanwaltschaft begründet das Fehlen einer Bereicherungsabsicht 
mit dem Verrechnungswillen und damit der Ersatzbereitschaft des Beschuldigten. 
Dieser habe bereits mit E-Mail vom 9. August 2010, demnach schon vor Kenntnis 
des ersten Untersuchungsberichts der Treuhandfirma B._____ vom 10. August 
2010, erklärt, dass die nach Hause genommenen Tageseinnahmen aus dem Re-
staurantbetrieb, welche der Hälfte seines ausstehenden Juli-Lohnes entsprächen, 
zurückbehalten beziehungsweise verrechnet würden. Er habe damit und auch mit 
den weiteren fraglichen Geldpositionen versucht, einen Teil der ihm seiner Mei-
nung nach zustehenden Geldforderungen zu decken. Am 9. August 2010 sei denn 
auch der noch nicht überwiesene Juli-Lohn zumindest pro rata temporis geschul-
det gewesen. Ob und in welcher Höhe die geltend gemachte Forderung aus Ar-
beitsvertrag von Fr. 57'000.-- tatsächlich geschuldet sei und ob sowie in welcher 
Höhe Y._____ diesen Betrag mit Gegenforderungen verrechnen könne, werde das 
Zivilgericht zu entscheiden haben. Gerade durch die Geltendmachung der Ver-
rechnung mit eigenen Forderungen bestehe auch die Ersatzbereitschaft. Ent-
scheidend sei dabei nicht, ob die verrechnete Forderung dem Täter überhaupt 
zustehe oder ob die Verrechnung zulässig gewesen sei, sondern einzig, ob der 
Täter der Überzeugung gewesen sei, sie stehe ihm zu. Zudem verfüge der Be-
schuldigte bei der UBS-Bank seit Jahren über eine gedeckte Kontokorrent-Limite 

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von Fr. 65'000.--, wobei in der fraglichen Zeitspanne diese Limite nie überschritten 
worden sei beziehungsweise das in Frage stehende Kassamanko jederzeit hätte 
vergütet werden können. Die Strafuntersuchung sei daher einzustellen. Dagegen 
wendet der Beschwerdeführer ein, dieser Standpunkt sei schon allein aus der zeit-
lichen Abfolge der Vorfälle nicht haltbar. Y._____ habe bereits im Mai und Juni 
2010, also vor der ordentlichen Kündigung per 30. Juni, vor seiner Freistellung 
vom 26. Juli und vor seiner fristlosen Entlassung am 12. August 2010, mehrmals 
Gelder des Betriebs entwendet. Gerade im Mai und Juni 2010 hätte sein Lohn 
nicht in Gefahr gestanden, auch habe er als Betriebsleiter der X._____AG und der 
D._____AG keine Befürchtungen haben müssen, dass sein Lohn nicht fristgerecht 
bezahlt werde.

a) Aus den Akten geht hervor, dass Y._____ per 1. März 2010 als Betriebslei-
ter der X._____AG und der D._____AG eingestellt wurde (vgl. act. 3.6). Der Ar-
beitsvertrag wurde sodann seitens des Arbeitgebers am 30. Juni 2010 unter Ein-
haltung einer sechsmonatigen Kündigungsfrist auf den 31. Dezember 2010 
gekündigt (vgl. act. 3.41). Am 26. Juli 2010 wurde Y._____ mit sofortiger Wirkung 
von seiner Tätigkeit als Betriebsleiter freigestellt (vgl. act. 3.43). Gleichzeitig wurde 
er verpflichtet, alle übernommen Schlüssel, alle Dokumente, alle PC-Unterlagen 
sowie alle weiteren Unterlagen sofort an F._____ zu übergeben und seinen Ar-
beitsort zu verlassen. Des Weiteren wurde ihm ein Betretungsverbot für die ge-
samte Infrastruktur sowohl der X._____AG und des Golf Clubs D._____ wie auch 
für die D._____AG auferlegt (act. 3.43). Am 12. August 2010 (vgl. act. 3.8) erfolgte 
schliesslich die fristlose Kündigung durch den Arbeitgeber. 

b) Aufgrund von Unregelmässigkeiten in der Buchhaltung gab die X._____AG 
bei der B._____ Treuhand eine Prüfung des Kassaverkehrs der Monate April bis 
Juli 2010 in Auftrag. Anlässlich dieser Prüfung sollte festgestellt werden, ob der 
Kassaverkehr, das heisst die bar bezahlten Unkosten im Bereich Restauration, 
korrekt abgewickelt und keine Geld-Fehlbeträge zu verzeichnen waren. Der Prü-
fungsbericht vom 10. August 2010 (act. 3.9) ergab einen Kassafehlbetrag von ins-
gesamt Fr. 10'810.75.--. Dabei wurde insbesondere festgestellt, dass die bar be-
zahlten Aufladungen zweier Clubkarten in Höhe von total Fr. 900.-- nicht ins Kas-
sabuch eingetragen worden waren. Des Weiteren wurden Einnahmen aus der La-
dies-Sektion in Höhe von Fr. 3'702.50, für welche eine entsprechende Quittung 
vorlag, ebenfalls nicht verbucht. Der restliche Fehlbetrag wurde vermutungsweise 
auf nicht abgerechnete Privatbezüge (Konsumationen) von Y._____ zurückge-
führt. Später stellte sich heraus, dass Y._____ noch Tageseinnahmen aus dem 

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Golfrestaurant in Höhe von Fr. 6'171.50 zu sich nach Hause genommen hatte. 
Nachfolgend ist auf die einzelnen Vorgänge gesondert einzugehen.

ba) Aus dem Anhang zum Prüfungsbericht vom 10. August 2010 (act. 3.9) geht 
hervor, dass die Aufladung der Clubkarten im Wert von zusammen Fr. 900.-- am 
21. und am 29. April 2010 erfolgt sind. Diese Zahlungseingänge sind im Kassa-
buch nicht erfasst und demzufolge nicht als Einnahmen verbucht worden. Den-
noch verneinte die Staatsanwaltschaft das Vorliegen einer Bereicherungsabsicht, 
da Y._____ mit dieser Geldposition wohl einen Teil der ihm seiner Meinung nach 
zustehenden Geldforderung aus dem noch offenen Juli-Lohn habe decken wollen. 
Dies habe er denn auch bereits mit E-Mail vom 9. August 2010 (act. 4.7), somit 
noch vor Eingang des Prüfungsberichts so kommuniziert. Diese Begründung er-
scheint jedoch nicht nachvollziehbar. Zum einen bezog sich Y._____ in der besag-
ten E-Mail lediglich auf das sich noch bei ihm zu Hause befindliche Bargeld aus 
den Tageseinnahmen des Restaurants. Zum anderen steht aufgrund der Aussa-
gen von Y._____ (vgl. act. 4.1 Frage 31 und 32; act. 4.8 Frage 9) fest, dass die 
entsprechende Buchung spätestens bis Ende April 2010 hätte erfolgen müssen, 
zumal die Buchhaltung jeweils am Ende des Monats nachgeführt und abgestimmt 
worden sei. Zu jenem Zeitpunkt war die Lohnforderung, mit welcher der Betrag 
hätte verrechnet werden sollen, noch nicht einmal entstanden. Ausserdem befand 
sich Y._____ damals noch in einem ungekündigten Vertragsverhältnis und hatte - 
wie die Beschwerdeführerin zutreffend ausführt - keine Veranlassung zur Befürch-
tung, die Arbeitgeberin könnte ihrer Lohnzahlungspflicht inskünftig nicht nach-
kommen. Insofern kann in diesem Zusammenhang entgegen den Ausführungen in 
der angefochtenen Einstellungsverfügung nicht von einer Ersatzbereitschaft infol-
ge Verrechnungsabsicht ausgegangen werden. Allerdings kann dessen ungeach-
tet auch nicht ohne weiteres eine Bereicherungsabsicht des Beschuldigten ange-
nommen werden. Y._____ selbst liess zu diesem Vorwurf mit Schreiben vom 14. 
Oktober 2010 (act. 4.3 S. 3) ausführen, dass die aufgeführten Buchungen von ihm 
tatsächlich nicht vorgenommen worden seien. Dies deshalb, weil ihm anfänglich 
das Wissen gefehlt habe, dass die Aufladungen der Clubkarten über das Kassa-
buch laufen würden. Er habe zunächst angenommen, dass diese Buchungen aus-
serhalb des Kassabuchs vorgenommen würden. Aus diesem Grund habe er den 
entsprechenden Zahlungseingang separat am 3. Mai 2010 auf das Bankkonto 
einbezahlt. Ausserdem habe er ein Hilfsblatt erstellt, auf welchem die Bareinlagen 
für die Clubkarten jeweils mit Namen des Einzahlenden eingetragen worden seien. 
Die Einzahlungen seien somit nicht verheimlicht worden. Das Vorgehen sei mit 
E._____ beschlossen worden. Auch in seiner Einvernahme vom 11. September 

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2013 (act. 4.9 Frage 13) wies er darauf hin, dass es sich um einen technischen 
Fehler gehandelt habe. Es sei ihm nicht bewusst gewesen, dass er diese Beträge 
hätte buchen müssen. Die Buchhalterin E._____ ihrerseits führte anlässlich der 
Zeugeneinvernahme vom 30. Januar 2014 (act. 4.11) aus, dass es während des 
Anstellungsverhältnisses von Y._____ generell sehr viele Differenzen in der Kas-
saführung gegeben habe. Vor seiner Anstellung habe es nie derart viele Differen-
zen gegeben. Es seien relativ viele Stornos durchgeführt worden. Nach den mög-
lichen Unterlagen, die sie von ihm erhalten habe, habe sie die Kassabuchführung 
kontrolliert. Beispielsweise habe sie die Kassabelege des Monats Mai 2010 mittels 
einer Excel-Tabelle den Tageseinnahmen, welche im Kassabuch eingetragen ge-
wesen waren, gegenübergestellt. Allein dieser Monat habe ein Manko von Fr. 
950.-- aufgewiesen. Soweit sie sich erinnern könne, habe Y._____ jeweils am En-
de des Monats das Kassabuch nachgeführt und die Buchhaltung abgestimmt. Ha-
be es Differenzen gegeben, habe Y._____ diese mit einer Liste aufgezeigt. Das 
Kassabuch sei "immer farbiger" geführt worden. Anhand dieser Aussagen sowie 
den eigenen Angaben von Y._____ zeigt sich, dass der Beschuldigte das Kassa-
buch sicherlich nicht mit der notwendigen Sorgfalt geführt hatte. Anscheinend gab 
es immer wieder Fehlbeträge aufgrund unterbliebener Buchungen. Dies allein 
reicht jedoch nicht aus, um dem Beschuldigten eine Bereicherungsabsicht nach-
zuweisen. Zwar resultiert aus dem Prüfungsbericht der B._____ Treuhand ein 
Fehlbetrag, der in seiner Höhe insgesamt in etwa mit den vorgeworfenen Unter-
schlagungen übereinstimmt, jedoch lassen sich die genauen Geldflüsse nicht 
mehr nachvollziehen. Insofern ist bereits fraglich, ob bezüglich dieses Sachver-
halts der objektive Tatbestand erfüllt ist. Aber auch wenn auf die Darstellung der 
Geschädigten abgestellt und davon ausgegangen wird, dass Y._____ den zur 
Diskussion stehenden Betrag an sich genommen hat, muss von einer Ersatzbe-
reitschaft ausgegangen werden. Die Buchhalterin E._____ bestätigte im Rahmen 
ihrer Zeugeneinvernahme vom 30. Januar 2014 (act. 4.11 Frage 33) auf Ergän-
zungsfrage von Y._____ hin, nachträglich davon erfahren zu haben, dass dieser 
die Einzahlung mit einem Hilfsblatt belegt haben soll. Dies lässt darauf schliessen, 
dass Y._____ gewillt war, den entsprechenden Geldbetrag korrekt zu verbuchen. 
Ausserdem hat die Staatsanwaltschaft in der angefochtenen Einstellungsverfü-
gung darauf hingewiesen, dass Y._____ seit Jahren bei der _____bank über eine 
gedeckte Kontokorrent-Limite von Fr. 65'000.-- verfügte, wobei in der fraglichen 
Zeitspanne diese Limite nie überschritten worden sei. Das bedeute, dass der Be-
schuldigte das in Frage stehende Kassamanko jederzeit hätte vergüten können. 
War Y._____ demzufolge im fraglichen Zeitraum sowohl fähig wie auch gewillt, 
den Betrag zurückzuerstatten, mangelte es ihm bereits aus diesem Grund an der 

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Absicht einer unrechtmässigen Bereicherung. Die Einstellung durch die Staatsan-
waltschaft erfolgte in diesem Punkt - wenn auch die fehlende Bereicherungsab-
sicht anders zu begründen ist - zu Recht. 

bb) Eine weitere Unstimmigkeit besteht bezüglich einem von Y._____ zwar ein-
gezogenen, aber ebenfalls nicht verbuchten Betrag in Höhe von Fr. 3'702.50 aus 
der Ladies-Sektion. Gemäss Prüfungsbericht der B._____ Treuhand (act. 3.9) 
wurde der Zahlungseingang am 8. Juni 2010 schriftlich von Y._____ quittiert. Der 
entsprechende Geldeingang wurde jedoch in der Kassa nicht registriert. Auch 
diesbezüglich gilt es zunächst anzumerken, dass sich das Fehlen einer Bereiche-
rungsabsicht nicht mit einem Verrechnungswillen des Beschuldigten begründen 
lässt. Dies weil sich die bereits erwähnte E-Mail des Beschuldigten vom E-Mail 
vom 9. August 2010 (act. 4.7) nicht auf diesen Vorfall bezog und weil auch diese 
Buchung bereits vor Erhalt des Kündigungsschreibens hätte erfolgt sein müssen 
und eine verrechenbare Gegenforderung zu diesem Zeitpunkt offensichtlich noch 
nicht bestanden hatte. Y._____ liess zum Vorwurf mit Schreiben an seinen Arbeit-
geber vom 10. Oktober 2010 (act. 4.3) ausführen, dass er die entsprechende 
Rechnung geschrieben und auch verbucht habe. Ein paar Tage später sei die 
Rechnung von der C._____ bar bezahlt worden. Fakt sei, dass diese Barzahlung 
im Kassabuch tatsächlich nicht eingetragen worden sei. Er habe zu diesem Zeit-
punkt mit den Restaurant-Geldern die Putzfrau (Clubangestellte, ca. Fr. 3'300.--), 
den Küchengehilfen (Fr. 3'000.--) und einen Koch (Fr. 3'000.--) bar bezahlt, da 
diese ihren Mai-Lohn von der Buchhaltung fälschlicherweise nicht erhalten hätten. 
Möglicherweise sei ihm dadurch die nötige Übersicht verloren gegangen und das 
Manko nicht sofort aufgefallen. Sicher sei, dass die von ihm quittierte Rechnung 
bei den Buchhaltungsbelegen oder den Debitoren abgelegt worden sei, denn nur 
so habe der fehlende Kassabucheintrag überhaupt bemerkt werden können. Somit 
sei auch klar, dass die Transaktion nicht verheimlicht oder verschleiert worden sei. 
Auch anlässlich der staatsanwaltlichen Befragung vom 11. September 2013 (act. 
4.9 Fragen 9-12) führte er diesbezüglich aus, er habe den Abgang dieses Geldes 
selbst nach einem Monat nicht mehr nachvollziehen können. Es seien aber zu 
dieser Zeit verschiedene ausstehende Löhne zu begleichen gewesen. Diese Löh-
ne seien mit Geldern aus dem Barbestand über Akontozahlungen beglichen wor-
den. Die Buchhalterin E._____ hielt demgegenüber in einer schriftlichen Stellung-
nahme vom 17. April 2013 (act. 3.16) fest, dass die Köchin einen Teil ihres Mai-
Lohns in Form von fünf Akontozahlungen in Gesamthöhe von Fr. 3'736.60 aus der 
Golfkasse (und damit nicht aus der Kasse des Restaurants) bar ausbezahlt erhal-
ten habe. Was die anderen beiden Angestellten betreffe, so sei beiden am 16. Ju-

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ni 2010 je Fr. 3'000.-- als Akontozahlung aus der Kasse des Golfrestaurants be-
zahlt worden, jedoch sei an jenem Tag ohne den fehlbaren Betrag der Rechnung 
der Ladies-Sektion genügend Bargeld vorhanden gewesen. Anlässlich ihrer Zeu-
geneinvernahme vom 30. Januar 2014 (act. 4.11 Frage 20) gab sie auf eine ent-
sprechende Frage hin zu Protokoll, dass der eingenommene Geldbetrag von Fr. 
3'702.50 nicht einfach zu den Tageseinnahmen aus dem Restaurantbetrieb gelegt 
worden sein könne, da er ansonsten nachher nicht gefehlt hätte. Sie nehme viel-
mehr an, dass die damalige Konsumation wohl als Debitor ausgegangen sei, je-
doch nie als Debitorenzahlung eingegangen sei. Auch bei dieser Position lässt 
sich im Nachhinein nicht mehr nachweisen, wohin der nicht verbuchte Barbetrag 
geflossen ist, weshalb bereits fraglich ist, ob der objektive Tatbestand der Verun-
treuung erfüllt ist. Jedenfalls ist aber auch unter der Annahme, dass Y._____ den 
Barbetrag ungerechtfertigterweise an sich genommen hat, von einer Ersatzbereit-
schaft auszugehen. Dass er gewillt gewesen war, den Betrag ordnungsgemäss zu 
verbuchen, zeigt sich bereits daran, dass er den den entsprechenden Rechnungs-
beleg in den Geschäftsunterlagen aufbewahrt hatte. Dies wird denn auch von 
E._____ bestätigt. Auf die Ergänzungsfrage von Y._____ anlässlich der Einver-
nahme vom 30. Januar 2014, ob sie Kenntnis davon gehabt habe, dass die Quit-
tung der C._____ wie auch die Clubkarten-Zusammenstellung im Betrag von Fr. 
900.-- nach seiner Freistellung auf seinem Bürotisch gefunden worden seien, er-
klärte sie, dies nachträglich erfahren zu haben (act. 4.11 Frage 33). Es muss folg-
lich davon ausgegangen werden, dass Y._____ den entsprechenden Beleg nicht 
verschwinden lassen wollte, sondern dieser vielmehr im Durcheinander, das in 
seinem Büro herrschte, unterging. Wie bereits in der vorstehenden Erwägung 
ausgeführt wurde, verfügte Y._____ zudem nachweislich über die notwendigen 
finanziellen Mittel, um den Geldbetrag ersetzen zu können. Aus diesen Gründen 
ist auch in diesem Punkt eine Bereicherungsabsicht zu verneinen. Weitere Be-
weismittel, welche das Beweisergebnis in die eine oder andere Richtung führen 
könnten, sind nicht ersichtlich, weshalb auch in diesem Punkt zu Recht eine Ein-
stellung der Strafuntersuchung ergangen ist. 

bc) Bleiben schliesslich noch die Tageseinnahmen aus dem Golfrestaurant in 
Höhe von Fr. 6'171.50. Nach seiner Freistellung räumte Y._____ mit E-Mail an 
den Arbeitgeber vom 9. August 2010 (act. 4.7) erstmalig ein, dass er noch im Be-
sitz von Bargeld aus dem Restaurant sei. Da er davon ausgehen müsse, dass er 
mit den ausstehenden Lohnzahlungen hingehalten werde, habe er nach Rück-
sprache mit seinem Anwalt das bei ihm vorhandene Bargeld als Akontozahlung 
einbehalten. Die Höhe des von ihm zurückbehaltenen Betrags belaufe sich auf ca. 

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die Hälfte seines Salärs vom Monat Juli und um diese Summe könne die ausste-
hende Lohnzahlung reduziert werden. In seinem Schreiben vom 14. Oktober 2010 
(act. 4.3) liess er nochmals darauf hinweisen, dass er von sich aus mitgeteilt habe, 
noch Bargeldbestände der Unternehmung bei sich aufbewahrt zu haben und zwar 
bevor er von der Beauftragung der B._____ Treuhand Kenntnis gehabt habe. An-
lässlich der polizeilichen Einvernahme vom 24. April 2013 (act. 4.5) führte er 
zunächst auf entsprechende Frage hin aus, er habe Geld nach Hause genommen, 
wenn es der Betrieb erfordert habe. Dies hätten aber auch andere Mitarbeiter ge-
macht. Auch am Tag seiner Freistellung habe er noch Bargeld in seinem Besitz 
gehabt. Er sei aber derart schockiert gewesen, dass er nicht mehr daran gedacht 
habe. Unmittelbar nach der Freistellung sei er dann vier Tage lang im Tessin un-
tergetaucht. Er habe seinem Arbeitgeber erst am 9. August 2010 mitgeteilt, dass 
er noch Bargeld zu Hause habe, nachdem ihm endgültig klar geworden sei, dass 
keine ordentliche Übergabe mehr möglich sei. Zu einem späteren Zeitpunkt in der 
Befragung (vgl. act. 4.8) präzisierte er seine Aussagen dahingehend, dass er 
manchmal Bargeld nach Hause genommen habe, um diese am nächsten Morgen 
bei der Bank einzubezahlen. Am Tag der Freistellung sei er bereits vor der Ban-
keröffnung im Büro gewesen. Aus diesem Grund habe er den Betrag ausnahms-
weise nicht einbezahlt. Als dann keine ordentliche Übergabe stattgefunden habe, 
habe er dem Hauptaktionär A._____ den Bargeldbestand von zu Hause aus mit-
geteilt. Er habe von sich aus angeboten, den bei ihm liegenden Betrag seinen 
Lohnforderungen abziehen zu lassen. Mit seiner Annahme, keine Lohnzahlungen 
zu erhalten, habe er auch richtig gelegen, weil sein Juli-Lohn am 9. August 2010 
immer noch nicht bezahlt gewesen sei. Das Geld sei in seinem persönlichen Tre-
sor, getrennt von seinem persönlichen Geld aufbewahrt gewesen. Die Betriebslei-
terin für das D._____ und Sekretärin des Verwaltungsrats, F._____, welche ge-
genüber Y._____ weisungsberechtigt war, führte am 30. Januar 2014 als Zeugin 
aus (act. 4.10), es habe eine Weisung gegeben, wonach das Geld nach Tagesab-
schluss sobald als möglich habe abgegeben und einbezahlt werden müssen, 
während die Gelder aus dem Golfbetrieb dem dortigen Sekretariat hätten abgege-
ben werden müssen. In der Folge habe dann ein Mitarbeiter des Sekretariats die 
Gelder umgehend auf der Bank einbezahlt. Auf entsprechende Frage hin erklärte 
sie, nicht mitbekommen zu haben, dass Y._____ beziehungsweise andere Mitar-
beiter nach Arbeitsschluss die Tageseinnahmen aus dem Betrieb mit nach Hause 
nahmen, um diese Gelder am nächsten Tag vor der erneuten Arbeitsaufnahme 
einzubezahlen. Es habe insgesamt drei Karten speziell für den Nachttresor der 
_____bank gehabt, damit die Mitarbeiter auch nach Schalterschluss die Einzah-
lungen hätten tätigen können. Meistens sei der Nachttresor für die Einzahlungen 

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benutzt worden. Die Buchhalterin E._____ sagte als Zeugin aus (act. 4.11), für die 
Tageseinnahmen aus dem Restaurant und dem Golfbetrieb sei speziell ein Tresor 
angeschafft worden. Sie habe davon gewusst, dass Y._____ respektive andere 
Mitarbeiter nach Arbeitsschluss die Tageseinnahmen aus dem Betrieb mit nach 
Hause genommen und am nächsten Tag vor Arbeitsaufnahme bei der Bank ein-
bezahlt hätten. Sie habe die entsprechenden Bankbelege der Bareinzahlung je-
weils via Kassabuch erhalten. Auch habe sie gewusst, dass die Tageseinnahmen 
bei Arbeitsende via Nachttresor bei der Bank einbezahlt worden seien, weil im 
Kassabuch jeweils die für solche Einzahlungen typischen Plastikstreifen als Bele-
ge gewesen seien. War somit zumindest in der Buchhaltungsabteilung bekannt, 
dass sowohl Y._____ wie auch andere Mitarbeiter regelmässig Geschäftsgelder 
mit nach Hause genommen hatten, um diese sodann am nächsten Tag bei der 
Bank einzubezahlen, und wurde dagegen nie interveniert, kann dem Beschuldig-
ten allein aus dem Umstand, dass er am Tag vor seiner Freistellung die Tagesein-
nahmen mit nach Hause nahm, keine Bereicherungsabsicht unterstellt werden. 
Eine solche kommt daher frühestens ab dem nächsten Tag in Betracht, als er die 
Beträge nicht bei der Bank einzahlte. Da er an jenem Tag jedoch freigestellt wurde 
und glaubhaft darlegt, dass er aus diesem Grund nicht mehr an die Überweisung 
des Geldes gedacht habe, ist eine Bereicherungsabsicht auch für diesen Zeitraum 
zu verneinen. Noch bevor der Arbeitgeber das Manko bemerkte, informierte der 
Beschuldigte diesen mit E-Mail vom 9. August 2010 (act. 4.7) über die unterlasse-
ne Überweisung und erklärte, die zurückbehaltenen Beträge mit seiner noch 
ausstehenden Lohnforderung verrechnen zu wollen. Damit signalisierte er seine 
Ersatzbereitschaft, was gemäss der vorstehend dargelegten Lehre und Recht-
sprechung eine Bereicherungsabsicht ausschliesst. Insofern ist der Begründung 
der Staatsanwaltschaft zu folgen und das Vorliegen des subjektiven Tatbestands 
der Veruntreuung auch in diesem Punkt zu verneinen. 

c) Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass sich aus den vorliegenden 
Akten nicht genügend Anhaltspunkte dafür ergeben, dass im konkreten Fall insbe-
sondere der subjektive Tatbestand der Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 
StGB erfüllt ist. Namentlich kann angesichts des vorliegenden Beweisergebnisses 
nicht davon ausgegangen werden, dass sich Y._____ Geschäftsgelder in der Ab-
sicht, sich daran unrechtmässig zu bereichern, angeeignet hatte. Vielmehr er-
scheint es naheliegend, dass seine ungenügende Sorgfalt in der Buchführung und 
der Geldaufbewahrung ursächlich für die festgestellten Fehlbeträge war. Dies 
zeigt sich insbesondere auch daran, dass nach der Freistellung in seinem Büro 
Couverts mit weiteren Tageseinnahmen aufgefunden wurden, welche zwar mit 

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dem Vornamen der entsprechenden Serviceangestellten, dem Einnahmedatum 
und dem Frankenbetrag beschriftet, aber nicht ordnungsgemäss aufbewahrt wa-
ren (vgl. act. 4.2 Fragen 12-13). Auch der Umstand, dass im Falle der unterlasse-
nen Verbuchung der Einnahmen aus der Ladies-Sektion die entsprechende quit-
tierte Rechnung auf dem Schreibtisch des Beschuldigten aufgefunden wurde (vgl. 
act. 4.2 Frage 2), spricht gegen eine Bereicherungsabsicht. Weitere Beweismittel, 
welche die gegen Y._____ erhobenen Vorwürfe erhärten könnten, sind nicht er-
sichtlich. Auch gibt es nicht ausreichend Anhaltspunkte dafür, dass Y._____ mit 
seinem Verhalten andere Tatbestände erfüllt haben könnte. Im Falle einer Ankla-
geerhebung müsste daher unter den gegebenen Umständen mit einem Freispruch 
gerechnet werden. Die Einstellung der Strafuntersuchung erfolgte daher aus trifti-
gen Gründen und ist nicht zu beanstanden. Demzufolge ist die Beschwerde der 
X._____AG abzuweisen.

7. Bei diesem Ausgang sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens dem Be-
schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Gestützt auf den geltenden 
Gebührenrahmen von Fr. 1'000.-- bis Fr. 5'000.-- (Art. 8 der Verordnung über die 
Gerichtsgebühren im Strafverfahren [VGS; BR 350.210]) erscheint vorliegend eine 
Gebühr von Fr. 2‘000.-- als angemessen. Auf die Zusprechung einer Entschädi-
gung im Sinne von Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO an den nicht anwaltlich vertretenen 
Beschwerdegegner wird aufgrund des lediglich geringfügigen Aufwands verzichtet. 

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 2‘000.-- gehen zu Lasten 
der Beschwerdeführerin.

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 ff. BGG Beschwerde in 
Strafsachen an das Bundesgericht geführt werden. Die Beschwerde ist dem 
Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, schriftlich innert 30 
Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. 
BGG.

4. Mitteilung an: