# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** acc78384-9099-56ab-8920-4429cdd0890d
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-11-20
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 20.11.2014 LE140020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LE140020_2014-11-20.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: LE140020-O/U.doc 

 

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. L. Hunziker Schnider, Vorsitzende, Oberrichterin 

Dr. M. Schaffitz und Oberrichter Dr. M. Kriech sowie Gerichtsschrei-

berin lic. iur. R. Blesi Keller 

Beschluss und Urteil vom 20. November 2014 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Kläger, Erstberufungskläger und Zweitberufungsbeklagter 

 

vertreten durch Rechtsanwältin X._____ 

 

gegen 

 

B._____,  
Beklagte, Erstberufungsbeklagte und Zweitberufungsklägerin 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____ 

 

betreffend Eheschutz 
 
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren 
am Bezirksgericht Andelfingen vom 2. April 2014 (EE120032-B) 

- 2 - 

Rechtsbegehren des Klägers (Urk. 28 S. 1f.): 

"1. Es sei festzustellen, dass die Parteien zum Getrenntleben berech-
tigt sind. 

2. Die Kinder C._____, geboren am tt.mm.2004, und D._____, gebo-
ren am tt.mm.2006, seien für die Dauer des Getrenntlebens unter 
die Obhut des Klägers zu stellen. 

3. Die Parteien einigen sich über das Besuchsrecht zwischen der Mut-
ter und den Kindern im gemeinsamen Einvernehmen. 
Kommt keine Einigung zustande, so gilt folgendes: 
Die Beklagte sei für berechtigt zu erklären, die Kinder C._____, ge-
boren am tt.mm.2004, und D._____, geboren am tt.mm.2006, jedes 
zweite Wochenende von Freitag, 18 Uhr, bis Sonntag, 18 Uhr, so-
wie jede Woche von Donnerstag Abend, 18 Uhr, bis Freitag Abend, 
18 Uhr, auf eigene Kosten zu sich zu nehmen. 
Des Weiteren sei die Beklagte für berechtigt zu erklären, die Kinder 
während vier Wochen in den Schulferien auf eigene Kosten zu sich 
oder mit sich in die Ferien zu nehmen. 
Die Beklagte hat die Ausübung des Ferienbesuchsrechts dem Klä-
ger rechtzeitig, mindestens drei Monate im Voraus, mitzuteilen, wo-
bei sie auf die dann schon bekannten Ferienpläne des Klägers 
Rücksicht zu nehmen hat. 

4. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger ab 17. November 2012 
monatliche, im Voraus zahlbare Unterhaltsbeiträge von insgesamt 
Fr. 3'721.50 zuzüglich vertraglicher und/oder gesetzlicher Kinderzu-
lagen zu bezahlen. Der Unterhalt ist fällig jeweils im Voraus, spätes-
tens zum Ersten eines jeden Monats. Bereits auf den Unterhalt ge-
leistete Zahlungen sind anzurechnen. 

5. Die eheliche Liegenschaft an der E._____-Strasse … in F._____ 
wird der Beklagten zur alleinigen Nutzung zugewiesen. Die Beklag-
te trägt sämtliche gewöhnlichen Kosten der ehelichen Liegenschaft 
alleine. 

6. Der Unterhaltsbeitrag gemäss der vorstehenden Ziffern 4 und 5 ba-
siert auf einem Stand des Landesindexes für Konsumentenpreise 
zum Zeitpunkt der Rechtskraft der Ehescheidung (Basisindex 100 
im Dezember 2010). Die Unterhaltsbeiträge sind auf den 1. Januar 
proportional dem Indexstand im vorangehenden November, erst-
mals per 1. Januar 2014, anzupassen. Der neue Unterhaltsbeitrag 
ist mit folgender Formel zu berechnen: 

 
 

- 3 - 

Ursprünglicher Unterhaltsbeitrag x neuer Indexstand 

Indexstand Rechtskraft Ehescheidung 
 

7. Mit Wirkung per 10. Dezember 2012 sei die Gütertrennung anzu-
ordnen. 

8. Alles unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungspflicht." 
 

Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren  
am Bezirksgericht Andelfingen vom 2. April 2014 (Urk. 63): 

"1. Es wird festgehalten, dass die Parteien seit dem 17. November 2012 

getrennt leben.  

2. Die Obhut über die Kinder C._____, geboren am tt.mm.2004, und 

D._____, geboren am tt.mm.2006, wird bei beiden Parteien gemein-

sam belassen. 

3. Die Parteien einigen sich untereinander und nach Absprache mit den 

Kindern über die Betreuung und die Ferien. 

 Für den Fall, dass sich die Parteien nicht direkt und nach Absprache 

mit den Kindern über die Betreuung einigen können, betreut grundsätz-

lich der Kläger die Kinder. Die Beklagte betreut sie von Mittwoch Abend 

bis Samstag Abend einer jeden Woche, zudem alle 14 Tage sonntäg-

lich. Ausserdem kann die Beklagte, die Kinder während der Schulferien 

für 6.5 Wochen pro Jahr auf eigene Kosten mit sich in die Ferien [zu] 

nehmen. Die Parteien sind verpflichtet, die Ferien mindestens drei Mo-

nate im Voraus anzumelden bzw. gegenseitig abzusprechen. 

4. Es wird davon Vormerk genommen, dass der Kläger bis auf Weiteres 

in der ehelichen Liegenschaft wohnt.  

5. Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger an den Unterhalt und die Er-

ziehung der Kinder einen monatlichen Unterhaltsbeitrag in der Höhe 

von je Fr. 600.–, inklusive vertraglicher und/oder gesetzlicher Kinderzu-

- 4 - 

lagen, zu bezahlen; zahlbar monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten 

eines jeden Monats, rückwirkend ab 1. März 2013. Soweit die Beklagte 

die Beiträge bereits bezahlt hat, ist sie zur Verrechnung berechtigt. 

6. Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger für sich persönlich Unter-

haltsbeiträge in der Höhe von Fr. 1'184.– zu bezahlen; zahlbar monat-

lich im Voraus, jeweils auf den Ersten eines jeden Monats, rückwirkend 

ab 1. März 2013. Soweit die Beklagte die Beiträge bereits bezahlt hat, 

ist sie zur Verrechnung berechtigt. 

7. Es wird die Gütertrennung mit Wirkung ab 10. Dezember 2012 ange-

ordnet.  

8. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf Fr. 2'100.–.  

9. Die Kosten werden zu einem Drittel dem Kläger und zu zwei Dritteln 

der Beklagten auferlegt. 

10. Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger eine reduzierte Parteient-

schädigung in der Höhe von Fr. 2'000.– (zuzüglich 8 % Mehrwertsteu-

er) zu bezahlen. 

11. [Mitteilungssatz]  

12. [Rechtsmittelbelehrung]" 

 
 

Berufungsanträge: 

des Klägers, Erstberufungsklägers und Zweitberufungsbeklagten: 
 
in der Erstberufungsbegründung (Urk. 62 S. 2): 

"1. Ziff. 3 des angefochtenen Urteils des Bezirksgerichts Andelfingen 
vom 02. April 2014, EE120032-B, womit die Betreuung der Kinder 
dahingehend geregelt wird, dass die Beklagte/Berufungsbeklagte 
die Kinder von Mittwochabend bis Samstagabend einer jeden 
Woche, zudem alle 14 Tage sonntäglich, betreut, sei aufzuheben. 

- 5 - 

2. Die Parteien einigen sich über die Betreuung der Kinder im ge-
meinsamen Einvernehmen.  

 Kommt keine Einigung zu Stande, so betreut die Beklag-
te/Berufungsbeklagte die Kinder C._____, geb. am tt.mm.2004 
und D._____, geb. am tt.mm.2006, jede Woche von Mittwoch-
abend, 17.30 Uhr bis Freitagabend, 17.30 Uhr, sowie jedes 2. 
Wochenende von Freitagabend, 17.30 Uhr bis Sonntagabend, 
17.30 Uhr.  

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beklag-
ten/Berufungsbeklagten." 

 
in der Zweitberufungsantwort (Urk. 69/70 S. 2): 

"Die Berufung sei abzuweisen, unter Kosten- und Entschädi-
gungsfolgen (zzgl. 8 % MwSt) zulasten der Berufungsklägerin. 
Höchstvorsorglich stellt der Berufungsbeklagte folgende Anträge: 
 1. Die Kinder C._____, geb. am tt.mm.2004 und D._____, geb. 

am tt.mm.2006 seien für die Dauer des Getrenntlebens unter 
die Obhut des Berufungsbeklagten zu stellen.  

 2. Die Parteien einigen sich über das Besuchsrecht zwischen der 
Mutter und den Kindern im gemeinsamen Einvernehmen. 

  Kommt keine Einigung zu Stande, so gilt folgendes: 
  Die Mutter sei für berechtigt zu erklären, die Kinder C._____, 

geb. am tt.mm.2004 und D._____, geb. am tt.mm.2006 jedes 
2. Wochenende von Freitag, 17.30 Uhr - Sonntag, 17.30 Uhr, 
sowie jede Woche von Mittwochabend 17.30 Uhr - Freitag-
abend, 17.30 Uhr auf eigene Kosten zu sich zu nehmen. 

  Desweiteren sei die Mutter für berechtigt zu erklären, die Kin-
der während der Hälfte der Schulferien, auf eigene Kosten zu 
sich oder mit sich in die Ferien zu nehmen. 

  Die Mutter hat die Ausübung des Ferienbesuchsrechts dem 
Vater rechtzeitig, mindestens 3 Monate im Voraus, mitzuteilen, 
wobei sie auf die dann schon bekannten Ferienpläne des Klä-
gers Rücksicht zu nehmen hat.  

 3. Die Berufungsklägerin sei zu verpflichten, dem Berufungsbe-
klagten für die weitere Dauer des Getrenntlebens monatliche, 
im Voraus zahlbare Unterhaltsbeiträge von insgesamt mindes-
tens Fr. 2'384.00 (hiervon je Fr. 600.00 für die Kinder und 
Fr. 1'184.00 für den Berufungsbeklagten persönlich) zuzüglich 
der Hälfte der vertraglichen und/oder gesetzlichen Kinderzula-
gen zu bezahlen. Der Unterhalt ist fällig jeweils im Voraus spä-
testes zum 1. eines jeden Monats.  

- 6 - 

 4. Die eheliche Liegenschaft, E._____-Str. … in F._____ sei dem 
Berufungsbeklagten samt Mobiliar zur alleinigen und aus-
schliesslichen Nutzung zuzuweisen. 

- Alles unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungspflicht." 
 

 
der Beklagten, Erstberufungsbeklagten und Zweitberufungsklägerin: 
 
in der Zweitberufungsbegründung (Urk. 69/62 S. 2f.): 

"1. Das Urteil des Bezirksgerichts Andelfingen vom 02. April 2014 sei 
aufzuheben und die Sache zur Durchführung einer ordentlichen 
Verhandlung an die Vorinstanz zurück zu weisen. 

2. Eventualiter sei das angefochtene Urteil des Bezirksgerichts An-
delfingen in Dispo. Ziff. 2, 3, 4, 5, 6, 9 und 10 aufzuheben und 
durch folgende Fassung zu ersetzen: 

 Dispo. Ziff. 2: 
 Es seien die Kinder C._____, geb. tt.mm.2004, und D._____, geb. 

tt.mm.2006, für die Dauer des Getrenntlebens unter die Obhut der 
Berufungsklägerin zu stellen. 

 Dispo. Ziff. 3: 
 Es sei das Besuchs- und Ferienbesuchsrecht des Berufungsbe-

klagten gegenüber seinen Kindern angemessen zu regeln. 
 Dispo. Ziff. 4: 
 Es sei die eheliche Wohnung, für die Dauer des Getrenntlebens 

der Berufungsklägerin zur alleinigen Nutzung zuzuweisen. 
 Dispo. Ziff. 5: 
 Es sei der Berufungsbeklagte zu verpflichten[,] der Berufungsklä-

gerin an den Unterhalt und die Erziehung der Kinder einen ange-
messenen monatlichen Unterhaltsbeitrag in der Höhe von min-
destens je CHF 700.– zzgl. allfällige gesetzliche oder vertragliche 
Kinderzulagen zu bezahlen und zwar monatlich im Voraus auf 
den Ersten eines jeden Monats, erstmals ab 01. März 2013 für die 
Dauer des Getrenntlebens. 

 Dispo. Ziff. 6: 
 Es sei festzustellen, dass kein ehelicher Unterhalt geschuldet ist. 
 Dispo. Ziff. 9: 
 Es seien die Kosten für das erstinstanzliche Verfahren auf die Ge-

richtskasse zu nehmen und die Kosten für das Berufungsverfah-
ren dem Berufungsbeklagten aufzuerlegen. 

 

- 7 - 

 Dispo. Ziff. 10: 
 Es seien die Parteikosten für das erstinstanzliche Verfahren wett-

zuschlagen und es sei der Berufungsbeklagte zu verpflichten der 
Berufungsklägerin für das Berufungsverfahren eine angemessene 
Prozessentschädigung zu bezahlen. 

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Beru-
fungsbeklagten." 
 

in der Erstberufungsantwort (Urk. 68 S. 2f.): 
"1. Die Berufung von A._____ vom 17. April 2014 sei vollumfänglich 

abzuweisen. 
2. [ … ]  
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Beru-
fungsklägers." 

 
 

Erwägungen: 

I. 

 1. Die Parteien sind verheiratet. Sie haben zwei gemeinsame Kinder:  

C._____, geboren am tt.mm.2004, und D._____, geboren am tt.mm.2006. Im No-

vember 2012 trennten sich die Parteien und der Kläger, Erstberufungskläger und 

Zweitberufungsbeklagte (fortan Kläger) machte vor Vorinstanz ein Eheschutzver-

fahren anhängig. Mit Urteil vom 2. April 2014 hielt die Vorinstanz das Getrenntle-

ben der Parteien seit dem 17. November 2012 fest und regelte die damit verbun-

denen Nebenfolgen. So wurde unter anderem die Obhut über die Söhne bei bei-

den Parteien gemeinsam belassen (Urk. 63 S. 21f., Dispositivziffer 2). Für den 

Fall, dass sich die Parteien nicht direkt und nach Absprache mit den Kindern über 

die Betreuung einigen könnten, wurde festgesetzt, dass grundsätzlich der Kläger 

die Kinder betreut. Die Beklagte, Erstberufungsbeklagte und Zweitberufungsklä-

gerin (fortan Beklagte) betreue sie jeweils von Mittwochabend bis Samstagabend 

einer jeden Woche, zudem alle 14 Tage sonntäglich. Sodann wurde das Ferien-

besuchsrecht geregelt (Dispositivziffer 3). Es wurde davon Vormerk genommen, 

- 8 - 

dass der Kläger bis auf Weiteres in der ehelichen Liegenschaft wohnt (Dispositiv-

ziffer 4). Weiter wurde die Beklagte verpflichtet, dem Kläger rückwirkend ab dem 

1. März 2013 monatliche Kinderunterhaltsbeiträge von je Fr. 600.–, inklusive ver-

traglicher und/oder gesetzlicher Kinderzulagen, sowie für sich persönlich Unter-

haltsbeiträge von Fr. 1'184.– zu bezahlen (Dispositivziffern 5 und 6).  

 2. Sowohl der Kläger als auch die Beklagte haben gegen das vorinstanzliche 

Urteil fristgerecht Berufung erhoben. Die Verfahren wurden mit Beschluss der 

Kammer vom 19. August 2014 vereinigt (Urk. 70). Es folgten weitere Eingaben 

der Parteien sowie von involvierten Behörden, welche jeweils den Parteien zur 

Stellung- und/oder Kenntnisnahme zugestellt wurden (Prot. S. 12; Urk. 75, 76/1-4, 

77, 78/1-2, 81-85, 93). So ging insbesondere am 25. August 2014 eine "Gefähr-

dungsmeldung Kindesschutz" vom 17. Juli 2014 des Abteilungsleiters der Ju-

gend- und Familienberatung …, G._____ (Urk. 72 und 73), sowie am 25. Sep-

tember 2014 eine Gefährdungsmeldung vom 19. September 2014 der Schulleite-

rin der Primarschule F._____, H._____, ein (Urk. 88 und 89).  

 3. Der Kläger beantragt mit der Zweitberufungsantwort im Hauptantrag die 

Abweisung der Zweitberufung. Hernach stellt er "höchstvorsorglich" die eingangs 

angeführten Anträge (Urk. 69/70 S. 2). Sinngemäss erhebt der Kläger damit eine 

Anschlussberufung. Im Eheschutzverfahren, als summarischem Verfahren, ist ei-

ne Anschlussberufung unzulässig (Art. 315 Abs. 2 ZPO), weshalb auf die diesbe-

züglichen Anträge des Klägers nicht einzutreten ist.  

 4. Mit Eingabe vom 3. September 2014 stellte die Beklagte ein "Gesuch um 

Abänderung der erstinstanzlichen Eheschutzmassnahmen" (Urk. 81 S. 2). Ehe-

schutzmassnahmen sind vorsorgliche Massnahmen. Eine Berufung gegen sie hat 

keine aufschiebende Wirkung (Art. 315 Abs. 4 lit. b ZPO). Damit ist ein Ehe-

schutzentscheid trotz Erhebung einer Berufung grundsätzlich vollstreckbar. Da je-

doch die Berufung ein ordentliches Rechtsmittel ist, hemmt sie den Eintritt der 

formellen Rechtskraft des angefochtenen Entscheids (Sterchi, in: Berner Kom-

mentar ZPO, Band II, Art. 315 N 1), weshalb, solange die Berufung anhängig ist, 

betreffend die nicht rechtskräftigen Dispositivziffern kein Abänderungsbegehren 

angehoben werden kann. Auf die Anträge der Beklagten, es sei die Obhut über 

- 9 - 

die Kinder für die Dauer des Getrenntlebens ihr zuzuteilen und der Kläger habe 

ihr ab dem 1. September 2014 für die Dauer des Getrenntlebens je Kind Fr. 700.– 

Unterhalt zu bezahlen, ist daher nicht einzutreten (Urk. 81 S. 2, Rechtsbegehren 

Ziffern 1 und 2). Bei Rechtsbegehren Ziffer 3, es sei für C._____ und D._____ ei-

ne Erziehungsbeistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB zu errich-

ten, handelt es sich um den Antrag auf Erlass einer Kindesschutzmassnahme. 

Auf den Antrag wird nachfolgend eingegangen. C._____ und D._____ wurden am 

17. September 2014 angehört (vgl. Urk. 81 Rechtsbegehren Ziffer 4; Urk. 71 und 

86). Die Begehren Ziffern 5 und 6 (es sei ein Gutachten über die Situation, insbe-

sondere den Entwicklungsstand der Kinder C._____ und D._____ einzuholen, 

weiter sei ein Kurzbericht über das Verhalten der Kinder bei den behandelnden 

Therapeuten sowie den Schulen einzuholen und es sei ein Abklärungsgutachten 

über die Erziehungsfähigkeit des Klägers zu erstellen) sind prozessualer Natur. 

Die Anträge werden nachfolgend, an gegebener Stelle, behandelt.  

 5. Im Berufungsverfahren können neue Tatsachen nur noch berücksichtigt 

werden, wenn diese ohne Verzug vorgebracht wurden und wenn sie trotz zumut-

barer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten 

(Art. 317 Abs. 1 ZPO). Art. 317 Abs. 1 ZPO ist auch in den Verfahren, die der Un-

tersuchungsmaxime unterstehen, zu beachten (BGE 138 III 626 E. 2.2.). Dies gilt 

auch bei Verfahren in Kinderbelangen, in denen gemäss Art. 296 Abs. 1 ZPO der 

Sachverhalt von Amtes wegen zu erforschen ist. Unechte Noven, die bei zumut-

barer Sorgfalt bereits vor erster Instanz hätten geltend gemacht werden können, 

können daher grundsätzlich nicht mehr vorgebracht werden, es sei denn, eine 

Partei rüge, die Vorinstanz habe eine bestimmte Tatsache in Verletzung der Un-

tersuchungsmaxime nicht beachtet (F. Hohl, Procédure civile, Tome II, Deuxième 

Edition, Rz. 2414 f.). Solche unechten Noven sind im Sinne von Art. 317 Abs. 1 

lit. a ZPO ohne Verzug, d.h. mit der Berufungsbegründung bzw. der Berufungs-

antwort vorzubringen. Nach Berufungsbegründung und -antwort können nur noch 

echte Noven vorgebracht werden, und zwar längstens bis zum Beginn der  

Urteilsberatung. Dies gilt auch für Verfahren, die - wie vorliegend - der Untersu-

chungsmaxime unterstehen (BGE 138 III 788 Erw. 4.2; F. Hohl, a.a.O., Rz 1172). 

- 10 - 

 6. Auf die Ausführungen der Parteien wird nachfolgend nur soweit notwendig 

eingegangen.  

 

II. 

 1. Die Beklagte beantragt im Hauptstandpunkt die Aufhebung des angefoch-

tenen Entscheids und die Rückweisung der "Sache zur Durchführung einer  

ordentlichen Verhandlung" an die Vorinstanz (Urk. 68/62 S. 2, Rechtsbegehren 

Ziffer 1). Sie macht im Wesentlichen eine Verletzung des rechtlichen Gehörs gel-

tend, da die Vorinstanz weder einen Schriftenwechsel durchgeführt noch den Par-

teien Gelegenheit zum Plädieren (inklusive Gelegenheit zu Replik und Duplik) ge-

boten habe (Urk. 69/62 S. 4). Gemäss Kläger konnten die Parteien spätestens in 

der mündlichen Verhandlung vom 11. April 2013 plädieren. Ein zweiter Vortag sei 

im Eheschutzverfahren nicht zwingend vorgesehen (Urk. 69/70 S. 3 und 5).  

 2. Der Kläger machte das vorliegende Eheschutzbegehren am 16. Novem-

ber 2012 bei der Vorinstanz anhängig. Er ersuchte um Regelung der Folgen des 

Getrenntlebens und die superprovisorische Festsetzung von angemessenen Un-

terhaltsbeiträgen (Urk. 1 S. 1). Das Standardgesuch des Klägers enthält eine 

Kurzbegründung (Urk. 1 S. 2). Der Kläger war damals noch nicht anwaltlich ver-

treten. In der Folge wurden die Parteien auf den 10. Dezember 2012 zur "mündli-

chen Verhandlung" vorgeladen (Urk. 6 S. 2). Die Vorladung vom 27. November 

2012 hält unter "Wichtige Hinweise" in Ziffer 2 unter anderem fest, dass in der 

Verhandlung zunächst die gesuchstellende Partei und anschliessend die Gegen-

partei ihren Standpunkt begründen würden. Seien die Parteien anwaltlich vertre-

ten, würden die Parteien überdies persönlich befragt (mit Verweis auf Art. 56 

ZPO). Da es sich um ein summarisches Verfahren handle, entscheide das Ge-

richt, ob weitere Vorträge zugelassen würden und wenn ja, in welchem Umfang 

(mit Verweis auf Art. 53 ZPO). Das Ziel der Verhandlung bestehe darin, zwischen 

den Parteien eine Einigung herbeizuführen. Weiter wurden die Parteien unter Zif-

fer 3 aufgefordert, vor der Verhandlung diverse Unterlagen zur Belegung ihrer 

- 11 - 

Einkommens- und Vermögensverhältnisse sowie zu ihren Lebenshaltungskosten 

einzureichen.  

Anlässlich der Verhandlung vom 10. Dezember 2012, zu welcher beide Parteien 

noch ohne Rechtsvertreter erschienen ("Anhörung der Parteien [teilweise auf Be-

fragen]:"; Prot. Vi S. 3ff.), besprach der Vorderrichter mit den Parteien die relevan-

ten Themen wie Obhutszuteilung, Betreuung der Kinder, Finanzen et cetera. Die 

Parteien gaben zu Protokoll, wie die Trennungsfolgen ihrer Ansicht nach geregelt 

werden sollten. In einzelnen Punkten konnte eine Einigung zwischen den Parteien 

erzielt werden (z.B. betreffend den von der Beklagten zu leistenden Unterhalt von 

Fr. 2'500.– [Prot. Vi. S. 9]). In der Folge unterbreitete die Vorinstanz den Parteien 

am 18. Dezember 2012 einen "Vereinbarungsvorschlag", welcher das Getrenntle-

ben und die gesamten Nebenfolgen regeln sollte (Urk. 11; Urk. 12). Der Kläger 

unterzeichnete die Vereinbarung am 28. Januar 2013 (Urk. 17). Bereits am 

17. Januar 2013 hatte die Vorinstanz die Parteien zu einer "2. Eheschutzverhand-

lung" auf den 7. Februar 2013 vorgeladen. In der Vorladung wurde unter "Wichti-

ge Hinweise", Ziffer 2, wiederum das vorab bereits Erwähnte festgehalten (Urk. 15 

S. 2). Die Parteien waren auch anlässlich der Verhandlung vom 7. Februar 2013 

noch nicht anwaltlich vertreten (Prot. Vi S. 11). Die Parteien machten Ausführun-

gen zu ihrer momentanen Situation, so insbesondere zur damals aktuellen Tatsa-

che, dass der Kläger mit den Kindern aus der ehelichen Liegenschaft ausziehen 

wolle und in F._____ auf der Suche nach einer Wohnung sei. Für diesen Fall be-

antragte die Beklagte die Obhut über die Kinder (Prot. Vi S. 11f.).  

Mit Schreiben vom 21. Februar 2013 orientierte Fürsprecher lic. iur. Y1._____ die 

Vorinstanz darüber, dass die Beklagte ihn mit der Wahrung ihrer Interessen be-

auftragt habe, und ersuchte um Orientierung über den Stand des Verfahrens (Urk. 

18). In der Folge wurden die Parteien mit Verfügung vom 22. Februar 2013 einge-

laden, bis zum 15. März 2013 Stellung zum weiteren Vorgehen zu beziehen, ins-

besondere zur Frage, ob das Eheschutz- in ein Scheidungsverfahren umgewan-

delt werden solle (Urk. 20). Der Kläger hielt am Eheschutzverfahren fest (Urk. 21), 

während die Beklagte mit einer Umwandlung des Verfahrens einverstanden ge-

wesen wäre (Urk. 22). Mit Verfügung vom 19. März 2013 entschied die  

- 12 - 

Vorinstanz einerseits, dass das Eheschutzverfahren fortgesetzt werde (Urk. 23 

S. 2, Dispositivziffer 1), sowie andererseits, dass die Parteien demnächst zu einer 

Gerichtsverhandlung mit Parteivorträgen und persönlicher Befragung vorgeladen 

würden (Dispositivziffer 2). Die Vorladung erging am 21. März 2013. Die Parteien 

wurden auf den 11. April 2013 zur "mündlichen Verhandlung" vorgeladen. Unter 

"Wichtige Hinweise" wurde abermals das vorangehend bereits Erwähnte festge-

halten (vgl. Ziffer 2). In Ziffer 3 der Vorladung wurden die Parteien erneut aufge-

fordert, Unterlagen betreffend ihre Einkommens- und Vermögensverhältnisse so-

wie zu ihren Lebenshaltungskosten einzureichen (Urk. 24 S. 2f.). Mit Eingabe vom 

27. März 2013 gab Rechtsanwältin lic. iur. X._____ bekannt, dass sie nunmehr 

den Kläger vertrete (Urk. 26). Anlässlich der Verhandlung vom 11. April 2013 

stellte Rechtsanwältin lic. iur. X._____ namens des Klägers die eingangs ange-

führten Anträge und begründete diese (Prot. Vi S. 14f.; Urk. 28 S. 1ff.). Fürspre-

cher lic. iur. Y._____ beantragte in der "Klageantwort" namens der Beklagten die 

Abweisung der klägerischen Rechtsbegehren Nr. 2, 3, 4 und 7. Sodann stellte er 

folgende Rechtsbegehren (Prot. Vi S. 15): 

"1. Es sei festzustellen, dass die Parteien seit dem 17. November 2012 ge-
trennt leben. 

2. Die beiden Kinder D._____, geboren am tt.mm.2006, und C._____, ge-
boren am tt.mm.2004, sind unter die Obhut der Beklagten zu stellen.  

3. Der Kläger sei gerichtlich aufzufordern, das eheliche Domizil an der 
E._____-Strasse … in F._____ bis spätestens 31. Mai 2013 zu verlas-
sen".  

Der Rechtsvertreter der Beklagten begründete die Anträge (Prot. Vi S. 16ff.). Wei-

ter stellte er diverse Beweisanträge zu den finanziellen Verhältnissen des Klägers 

(Abschlussbilanzen und Geschäftsagenden der Jahre 2010 bis 2012; aktuelle 

Kundenliste) und beantragte die Einholung eines Gutachtes zur Frage der Ob-

hutszuteilung (Prot. Vi S. 17). Im weiteren Verlauf der Verhandlung wurden die 

Parteien befragt. Hernach machten die beiden Anwälte weitere Ausführungen zur 

Notwendigkeit eines Gutachtens sowie zu den Einkommensverhältnissen des 

Klägers (Vi Prot. S. 18ff.). Beklagtischerseits wurde angeführt, es seien gegensei-

tig keine persönlichen Unterhaltsbeiträge geschuldet. In Bezug auf die Kinder 

müsse hingegen "eine Ausgleichszahlung" erfolgen (Prot. Vi S. 25). Im Anschluss 

an die Verhandlung schlossen die Parteien eine Vereinbarung über vorsorgliche 

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Massnahmen (Prot. Vi S. 27). Sie vereinbarten unter anderem "einen Unterhalts-

beitrag der Beklagten für den Kläger und die Kinder mit Wirkung ab 1. März 2013" 

von Fr. 2'300.– (inkl. die Hälfte der Kinderzulagen; Urk. 32 Ziffer 1). Weiter einig-

ten sie sich über die Betreuung der Kinder (Ziffer 4). Sodann erklärte sich der 

Kläger bereit, diverse Geschäftsunterlagen zu den Akten zu geben (Ziffer 5).  

Die Unterlagen (Kundenliste 2009 bis 2011; Ordner "Rechnung" 2009 bis 2011) 

gingen am 17. April 2013 beim Gericht ein und wurden mit Verfügung vom 

10. Mai 2013 der Beklagten zur freigestellten Vernehmlassung zugestellt (Urk. 

34). Mit Eingabe vom 16. Juli 2013 nahm die Beklagte Stellung. Sie stellte diverse 

Beweisanträge, so die Edition von Kontoauszügen eines Kontos bei der Zürcher 

Kantonalbank sowie die Einvernahme diverser Zeugen (Urk. 38 S. 1f.). Die Ein-

gabe vom 16. Juli 2013 wurde dem Kläger zur freigestellten Stellungnahme zuge-

stellt (Urk. 40). Mit Eingabe vom 9. September 2013 nahm der Kläger Stellung 

(Urk. 43) und reichte neue Unterlagen ein (Urk. 44/1-3).  

Mit Schreiben vom 4. Dezember 2013 wandte sich der Vorderrichter an die Par-

teivertreter. Er hielt im Wesentlichen fest, das Eheschutzverfahren sei nun seit 

mehr als einem Jahr hängig. Es seien bis anhin drei Verhandlungen durchgeführt 

worden. Die Parteistandpunkte hätten sich verhärtet. Das Verfahren müsse zu ei-

nem baldigen Abschluss kommen. Hinsichtlich der Einkommen der Parteien wür-

den keine weiteren Beweiserhebungen vorgenommen. Weiter ersuchte das Ge-

richt die Parteien darum, mitzuteilen, ob sie es "vorziehen" würden, wenn das Ge-

richt sie zu einer Vergleichsverhandlung (mit vorgängiger Zustellung eines ge-

richtlichen Vergleichsvorschlags) einlade (Urk. 50, Ziffer 1) oder "ohne weitere 

Schritte" sein Urteil fälle (Ziffer 2). Mit Eingabe vom 12. Dezember 2013 monierte 

die Beklagte vorab, dass sie die Stellungnahme des Klägers vom 9. September 

2013 erst am 15. November 2013 erhalten habe. Sie ersuchte das Gericht (mit 

Verweis auf den Untersuchungsgrundsatz), die weiteren Beweiserhebungen von 

Amtes wegen durchzuführen und sprach sich für die Variante Ziffer 1 betreffend 

des weiteren Vorgehens aus (Urk. 51). Der Kläger wollte, dass das Gericht ohne 

weitere Schritte ein Urteil fällt (Urk. 52 S. 2).  

- 14 - 

In der Folge lud die Vorinstanz mit Vorladung vom 16. Januar 2014 auf den 

20. Februar 2014 zu einer Vergleichsverhandlung vor. Sie hielt in der Vorladung 

unter anderem fest, das Ziel der Verhandlung bestehe darin, zwischen den Par-

teien eine Einigung herbeizuführen. Dazu würden die Parteien vorerst nicht zu 

Parteivorträgen zugelassen, sondern es würden sogleich Vergleichsgespräche 

geführt. Weiter wurden die Parteien unter "Wichtige Hinweise", Ziffer 2, erneut 

aufgefordert, dem Gericht vorab zur Verhandlung Unterlagen zur Belegung ihrer 

Einkommens- und Vermögensverhältnisse, die Steuererklärungen sowie die Le-

benshaltungskosten einzureichen (Urk. 53).  

Anlässlich der Vergleichsverhandlung vom 20. Februar 2014 reichte der Kläger 

diverse neue Unterlagen ein (Prot. Vi. S. 29; Urk. 55/1-9). Die Beklagte wurde 

aufgefordert, ebenfalls aktuelle Unterlagen einzureichen (Prot. Vi S. 29). Mit Ver-

fügung vom 17. März 2014 wurde der Beklagten Frist angesetzt, um zu den Un-

terlagen des Klägers Stellung zu nehmen (Urk. 56 S. 2, Dispositivziffer 1). Gleich-

zeitig wurde ihr Frist angesetzt, um Urkunden einzureichen, welche als Beweis-

mittel dienen könnten (Urk. 56 S. 2, Dispositivziffer 2). In der Folge hielt die Be-

klagte unter anderem an den in der Eingabe vom 16. Juli 2013 gestellten Beweis-

anträgen, obwohl diese mit Schreiben vom 4. Dezember 2013 bereits abgewiesen 

worden seien, fest, verzichtete aber auf die Einreichung weiterer Beweismittel. 

Weiter wies sie darauf hin, bis anhin sei ihrerseits nicht auf eine mündliche Stel-

lungnahme zum gesamten Beweisergebnis verzichtet worden (Urk. 58 S. 1f.).  

Am 2. April 2014 fällte die Vorinstanz den angefochtenen Entscheid (Urk. 60).  

 3.1. Im Eheschutzverfahren führt das Gericht eine mündliche Verhandlung 
durch. Es kann nur darauf verzichten werden, wenn der Sachverhalt aufgrund der 

Eingaben der Parteien klar oder unbestritten ist (Art. 273 Abs. 1 ZPO). Die Partei-

en müssen grundsätzlich persönlich erscheinen (Art. 273 Abs. 2 ZPO). Sind An-

ordnungen hinsichtlich eines Kindes zu treffen, erfordert zudem Art. 297 Abs. 1 

ZPO die persönliche Anhörung der Eltern. Vorliegend musste somit grundsätzlich 

eine mündliche Verhandlung mit persönlicher Anhörung der Parteien durchgeführt 

werden. In welchem Stadium des Verfahrens diese Verhandlung stattfinden soll, 

wird vom Gesetz hingegen nicht geregelt (KUKO ZPO-van de Graaf, Art. 273 

- 15 - 

N 2). Sodann ist die Strukturierung der Verhandlung dem Gericht überlassen (An-

nette Spycher, in: Berner Kommentar ZPO, Band II, Art. 273 N 4). So geben we-

der die Bestimmungen zum summarischen Verfahren noch jene für die Mass-

nahmen zum Schutz der ehelichen Gemeinschaft Vorgaben zum Ablauf des Ver-

fahrens. Herangezogen werden können jedoch die Bestimmungen über die 

Durchführung der Hauptverhandlung im ordentlichen Verfahren, wobei angesichts 

der summarischen Natur des Eheschutzverfahrens die Parteivorträge zu reduzie-

ren sind (KUKO ZPO-van de Graaf, Art. 273 N 4 mit Verweis auf BGer 

4A_273/2012). Sodann versucht das Gericht, zwischen den Parteien eine Eini-

gung herbeizuführen (Art. 273 Abs. 3 ZPO).  

 3.2. Anlässlich der Gerichtstermine vom 10. Dezember 2012 und 7. Februar 
2013 waren die Parteien noch nicht anwaltlich vertreten. Entgegen den Ausfüh-

rungen der Beklagten in der Berufung fanden hingegen, wie aus den vorange-

hend zitierten Vorladungen sowie dem erstinstanzlichen Protokoll hervorgeht, be-

reits damals Gerichtsverhandlungen und nicht "informelle Eheschutzverhandlun-

gen" (Urk. 69/62 S. 4) statt. So wurden in der Verhandlung vom 10. Dezember 

2012 vom Vorderrichter die Anträge der Parteien erfragt und sowohl der Kläger 

als auch die Beklagte begründeten diese. Zwar fand dies mehr in einem wechsel-

seitigen Gespräch als in einer dahingehend strukturierten Verhandlung statt, wo 

der das Gesuch stellende Kläger vorab seine Anträge zur Trennung und zu sämt-

lichen zu regelnden Nebenfolgen gestellt und hernach begründet und die Beklag-

te im Anschluss daran ihrerseits hierzu Stellung genommen und eigene Anträge 

gestellt und begründet hätte. Anlässlich der Verhandlung vom 7. Februar 2013 

wurden teils zur ersten Verhandlung abweichende Anträge gestellt und begrün-

det. Auch hierbei handelte es sich nicht um eine "informelle Eheschutzverhand-

lung". Daran ändert nichts, dass (selbst bei unvertretenen Personen) eine struktu-

riertere Vorgehensweise des Vorderrichters wohl hilfreich und wünschenswert 

gewesen wäre. Es wurde denn explizit protokolliert: "Es werden weiter Einigungs-

gespräche geführt. Eine Einigung kommt nicht zustande." (Prot. Vi S. 13). Somit 

fand zuerst die eigentliche Verhandlung statt und hernach wurden Einigungsge-

spräche geführt, welche entgegen der Ansicht der Beklagten, so auch in den wei-

teren Verhandlungen, gerade nicht protokolliert wurden (Urk. 69/62 S. 5). Anläss-

- 16 - 

lich der dritten anberaumten Verhandlung waren die Parteien dann beide anwalt-

lich vertreten. Der zuständige Richter liess die Parteien in diesem Verfahrenssta-

dium nochmals mit "Klagebegründung" und "Klageantwort" plädieren, obwohl dies 

zu diesem Zeitpunkt (ausser mit Bezug auf das Vorbringen von Noven) nicht mehr 

notwendig gewesen wäre. Die Parteien hatten somit mehrfach die Möglichkeit, ih-

ren Standpunkt dem Gericht vorzutragen (zu plädieren). Ein zweiter Vortrag im 

Sinne von Replik und Duplik ist im Eheschutzverfahren nicht zwingend vorgese-

hen. Daran ändert nichts, dass in der Vorladung zur Verhandlung vom 

20. Februar 2014 festgehalten wurde, die Parteien würden vorerst nicht zu Partei-

vorträgen zugelassen. Aufgrund des vorangehend geschilderten Verfahrensver-

laufs war für den damaligen Vertreter der Beklagten erkennbar, dass nunmehr nur 

noch Vergleichsgespräche geführt würden und keine Parteivorträge mehr vorge-

sehen waren, ausser allfällige Äusserungen zu Noven, insbesondere zu den neu 

einzureichenden Unterlagen. Diese Stellungnahme wurde in der Folge jedoch 

schriftlich eingeholt (Urk. 56); dies wohl deshalb, weil die Beklagte keine Unterla-

gen zur Verhandlung mitbrachte (Prot. Vi S. 29). Die Vorinstanz ist damit entge-

gen den Ausführungen der Beklagten (Urk. 69/62 S. 5) nach Treu und Glauben 

nicht dabei zu behaften, dass ihr suggeriert worden sei, nach gescheiterter Ver-

gleichsverhandlung wären Replik und Duplik oder gar erste Parteivorträge zu er-

statten. Die Beklagte hat denn anlässlich der Verhandlung auch kein Replikrecht 

eingefordert und sich vielmehr auf den Standpunkt gestellt, es müssten keine 

neuen Unterlagen mehr eingereicht werden, da das Beweisverfahren bereits ab-

geschlossen sei (Urk. 58). Der Beklagten wurde vor Vorinstanz Gelegenheit ge-

geben, sich zu allen Behauptungen und Unterlagen des Klägers zu äussern. Sie 

hatte genügend Gelegenheiten, ihre eigenen Anträge zu stellen und zu begrün-

den. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs respektive ein Verfahrensfehler liegt 

nicht vor. Die Berufung der Beklagte ist in diesem Punkt unbegründet.  

 4. Weiter rügt die Beklagte eine Verletzung der Untersuchungsmaxime, da 

die Vorinstanz betreffend die Frage der Verletzung des Kindeswohls durch den 

Kläger mittels Gewaltanwendung keine Beweismassnahmen ergriffen habe (Urk. 

69/62 S. 5). Ob die Maxime verletzt wurde, kann offen bleiben. Wie nachfolgend 

aufgezeigt wird, erfordert es die Situation von C._____ und D._____, dass bezüg-

- 17 - 

lich der Kinderbelange Entscheide gefällt werden. Eine Rückweisung des Verfah-

rens zufolge der Verletzung der Untersuchungsmaxime steht ausser Frage. Viel-

mehr sind die Abklärungen, soweit notwendig, im vorliegenden Berufungsverfah-

ren vorzunehmen.  

 5.1. Sodann wendet die Beklagte ein, die Vorinstanz habe auf die Umset-

zung der von ihr mit Eingabe vom 16. Juli 2013 gestellten Beweisanträge (Edition 

von Kontoauszügen sowie die Einvernahme diverser Zeugen) verzichtet. Mit der 

Einvernahme der Zeugen hätte ein Zusatzeinkommen des Klägers nachgewiesen 

werden können, so die Beklagte. Im Eheschutzverfahren gelte im Sinne von 

Art. 272 ZPO der Untersuchungsgrundsatz, wonach sämtliche Beweismittel zu-

lässig seien. Die von ihr beantragten Beweise hätten ohne erhebliche zeitliche 

Verzögerung umgesetzt werden können. Die Vorinstanz habe ihr die Stellung-

nahme der Gegenpartei zu den Beweisanträgen erst am 15. November 2013 er-

öffnet. Diese unnötige Rechtsverzögerung rechtfertige die Abweisung der Be-

weisanträge aus zeitlicher Hinsicht nicht mehr, sondern führe zu einem klaren 

Verstoss gegen Treu und Glauben im Geschäftsverkehr und den Grundsatz des 

"fair trials" (Urk. 69/62 S. 6).  

 5.2. Die in Art. 254 Abs. 1 ZPO genannten Einschränkungen hinsichtlich der 

Beweismittel, dass der Beweis durch Urkunden zu erbringen ist, gelten aufgrund 

der vorliegend zumindest mit Bezug auf die Regelung der Kinderbelange herr-

schenden Untersuchungsmaxime nicht (vgl. Art. 254 Abs. 2 lit. c ZPO). Hingegen 

ist das Summarverfahren auf Schnelligkeit bedacht. Es sollen daher im Allgemei-

nen nur liquide Beweise zugelassen werden. Die Zulassung von Zeugenbeweisen 

liegt im Ermessen des Gerichts (vgl. hierzu Andreas Güngerich, in: Berner Kom-

mentar ZPO, Band II, Art. 254 N 4). 

 5.3. Die Vorinstanz verzichtete auf die Einvernahme der Zeugen, da sie die 

Behauptungen des Klägers betreffend die Höhe seines Einkommens durch die im 

Recht liegenden Urkunden sowie die Gerichtsnotorietät als glaubhaft ansah (Urk. 

63 S. 14f.). Sie nahm damit eine antizipierte Beweiswürdigung vor. Dieses Vorge-

hen ist grundsätzlich zulässig. Ob es im vorliegenden Verfahren rechtens war, ist 

nachfolgend zu beurteilen. Entgegen der Ansicht der Beklagten lässt sich hinge-

- 18 - 

gen aus einer allfälligen zeitlichen Verzögerung kein Recht auf die Abnahme des 

Beweises herleiten. Der Beklagten wurde sodann Gelegenheit gegeben, zu allen 

vom Kläger im vorinstanzlichen Verfahren eingereichten Urkunden Stellung neh-

men. Zeugen wurden keine befragt, weshalb, entgegen der Ansicht der Beklag-

ten, kein Anlass für eine "mündliche Stellungnahme zum Beweisergebnis" (Urk. 

69/62 S. 5) bestand (vgl. hierzu Güngerich, a.a.O., Art. 252 N 8f. und Art. 256 

N 3). 

 6. Mit den vorliegenden Berufungen nicht angefochten werden die Disposi-

tivziffern 1, 7 und 8 (Festhalten des Getrenntlebens, Anordnung der Gütertren-

nung sowie die Festsetzung der Entscheidgebühr) des vorinstanzlichen Urteils 

(Urk. 63 S. 21). Die Rechtskraft dieser Dispositivziffern ist vorzumerken. Da es 

sich um Eheschutzmassnahmen handelt, trat die Rechtskraft mit der Eröffnung 

des vorinstanzlichen Entscheids ein.  

 

III. 

A) Zuteilung der Obhut/Betreuungs- bzw. Besuchszeiten 

 1.1. Die Vorinstanz hat die Obhut über die Kinder C._____ und D._____ bei 

beiden Parteien gemeinsam belassen. Weiter erkannte sie, dass sich die Parteien 

untereinander und nach Absprache mit den Kindern über die Betreuung und die 

Ferien einigen würden. Für den Fall, dass dies nicht möglich sei, betreue grund-

sätzlich der Kläger die Kinder. Die Beklagte betreue sie von Mittwochabend bis 

Samstagabend einer jeden Woche, zudem alle 14 Tage sonntäglich. Sodann 

wurde das Ferienbesuchsrecht geregelt (Urk. 63 S. 21, Dispositivziffern 2 und 3). 

 1.2. Die Beklagte beantragt im Eventualstandpunkt der Zweitberufung, die 

Kinder seien für die Dauer des Getrenntlebens unter ihre alleinige Obhut zu stel-

len. Das Besuchs- und Ferienbesuchsrecht des Klägers sei angemessen zu re-

geln (Urk. 69/62 S. 2). Der Kläger seinerseits beanstandet in der Erstberufung die 

Festlegung der gemeinsamen Obhut nicht, verlangt aber die Aufhebung von Dis-

- 19 - 

positivziffer 3 des vorinstanzlichen Urteils. An dessen Stelle sei zu entscheiden, 

dass sich die Parteien über die Betreuung der Kinder im gemeinsamen Einver-

nehmen einigten. Komme keine Einigung zu Stande, so betreue die Beklagte die 

Kinder jede Woche am Mittwochabend, 17.30 Uhr bis Freitagabend, 17.30 Uhr, 

sowie jedes zweite Wochenende von Freitagabend, 17.30 Uhr bis Sonntagabend, 

17.30 Uhr (Urk. 62 S. 2). In der Zweitberufungsantwort führte er auf den Eventu-

alantrag der Beklagten hin an, falls die Obhut nur einem Elternteil zuzuweisen sei, 

dann ihm als Hauptbetreuungsperson (Urk. 69/70 S. 5).  

 2.1. Die Beklagte bringt vorab vor, eine gemeinsame Obhut, wie von der  

Vorinstanz ausgesprochen, sei mangels Zustimmung ihrerseits nicht möglich 

(Urk. 69/62 S. 6).  

 2.2. Die gemeinsame Obhut mit geregelten Betreuungszeiten war in einem 

Eheschutzverfahren unter altem Recht möglich. Vorausgesetzt wurde jedoch re-

gelmässig die Zustimmung beider Eltern. Seit dem 1. Juli 2014 gilt die gemeinsa-

me elterliche Sorge auch bei einer Scheidung als Regelfall. Das neue Recht ge-

langt sofort mit seinem Inkrafttreten auch in bereits hängigen Verfahren zur An-

wendung (Art. 1 Abs. 3 SchlT ZGB). Eine geteilte/alternierende Obhut ist gemäss 

Lehre möglich. Sie kann auch gegen den Willen einer Partei angeordnet werden, 

wenn sie dem Kindeswohl dient (Meyer, Gemeinsame elterliche Sorge nach neu-

em Recht - Regelungsmöglichkeiten in der Praxis?, Vortrag an einer Tagung zum 

Scheidungsrecht des Europainstitutes der Universität Zürich vom 15. Mai 2014, 

S. 9). Damit erübrigen sich Ausführungen zur Rechtmässigkeit der von der Vor-

instanz getroffenen Regelung.  

 3. Der Begriff der Obhut hat mit dem neuen Recht eine reduzierte Bedeu-

tung erhalten. Er schliesst das Aufenthaltsbestimmungsrecht nicht mehr mit ein. 

Dieses ist nun Teil der elterlichen Sorge, welche vorliegend bei beiden Eltern ver-

bleibt. Unter Obhut zu verstehen ist neu nur noch die faktische Betreuung des 

Kindes in Hausgemeinschaft (früher: sog. faktische Obhut), d.h. die Befugnis, mit 

dem minderjährigen Kind in häuslicher Gemeinschaft zu leben, die tägliche Be-

treuung des Kindes und die Ausübung der Rechte und Pflichten betreffend die all-

tägliche Pflege und Erziehung (Büchler/Maranta, Das neue Recht der elterlichen 

- 20 - 

Sorge - Unter besonderer Berücksichtigung der Aufgaben der Kindes- und Er-

wachsenenschutzbehörde, in: Jusletter vom 11. August 2014, S. 5). Zur Beurtei-

lung, wann eine geteilte/alternierende Obhut angezeigt ist, sind quantitative und 

qualitative Kriterien massgeblich (Gloor/Schweighauser, Die Reform des Rechts 

der elterlichen Sorge - eine Würdigung aus praktischer Sicht, FamPra.ch 2014, 

S. 1 und 10). Es wird dafür plädiert, es sei davon auszugehen, dass die entschei-

dende Frage sei, ob im Hinblick auf das Kindeswohl beiden Eltern die Rechte 

gemäss Art. 301 Abs. 1bis ZGB zukommen sollen oder nicht (Meyer, a.a.O., 9). 

Es fragt sich, ob diese Ansicht mit dem Wortlaut von Art. 301 Abs. 1bis ZGB ver-

einbar ist, welcher wie folgt lautet: "Der Elternteil, der das Kind betreut, kann allein 

entscheiden, wenn (1.) die Angelegenheit alltäglich oder dringlich ist; (2.) der an-

dere Elternteil nicht mit vernünftigem Aufwand zu erreichen ist." Der Begriff der 

"Betreuung" ist weiter gefasst als der Begriff der "faktischen Obhut". Nach dem 

Wortlaut der Bestimmung ist mithin ein gemeinsamer Haushalt zwischen einem 

Elternteil und dem Kind für die Alleinentscheidungsbefugnis nicht Voraussetzung. 

Entsprechend vertritt ein Teil der Lehre die Meinung, das Alleinentscheidungs-

recht stehe – in den gesetzlichen Grenzen – beiden Inhabern der elterlichen Sor-

ge zu (so auch der Bericht des Bundesamtes für Justiz zur Inkraftsetzung der Re-

vision der elterlichen Sorge, S. 12). Diese Auffassung ist abzulehnen. Die Ent-

scheidkompetenzen müssen möglichst mit der faktischen Verantwortung für das 

Kind beziehungsweise mit dessen Lebenswirklichkeit im Einklang stehen. Folglich 

soll Inhaber des Alleinentscheidungsrechts nach Art. 301 Abs. 1bis ZGB nur der-

jenige Elternteil sein, der mit dem Kind in häuslicher Gemeinschaft lebt, dem also 

die (allenfalls geteilte) Obhut zukommt (Büchler/Maranta, a.a.O., 17; 

Gloor/Schweighauser, a.a.O., S. 1 und 13f.; so auch Botschaft, S. 9106). Damit 

eine geteilte/alternierende Obhut angeordnet werden kann, ist zusätzlich zur Tat-

sache, dass das Alleinentscheidungsrecht eben beiden Elternteilen zustehen soll, 

erforderlich, dass beide Elternteile das Kind in zeitlich grösserem Ausmass als 

beim üblichen Wochenendbesuchsrecht betreuen (Meyer, a.a.O., S. 9), damit von 

einer häuslichen Gemeinschaft zwischen dem Kind und dem Elternteil ausgegan-

gen werden kann (vgl. Büchler/Maranta, a.a.O., S. 6). Sodann kommt die Anord-

nung wohl nur in Frage, wenn das Verhältnis der Eltern nicht derart konflikthaft ist, 

- 21 - 

dass erwartet werden kann, die Eltern würden sich auch längerfristig über Alltags-

fragen einigen können (Meyer, a.a.O., S. 9).  

Zur Beantwortung der Frage, ob die Voraussetzungen gegeben sind, dass beide 

Elternteile die Befugnisse von Art. 301 Abs.1 bis ZGB inne haben sollen, ist auch 

deren Erziehungsfähigkeit zu prüfen. Ist diese bei beiden Elternteilen gegeben 

und werden die Kinder ungefähr je zur Hälfte von ihnen betreut und leben damit in 

häuslicher Gemeinschaft mit beiden Elternteilen, sind die weiteren bis anhin vom 

Bundesgericht zur Zuteilung der elterlichen Sorge bzw. Obhut herangezogenen 

Kriterien nur noch von untergeordneter Bedeutung. Falls diese Kriterien nicht er-

füllt werden, ist zur Beantwortung der Frage, wem die alleinige Obhut zuzuteilen 

ist, weiterhin die bisherige bundesgerichtliche Rechtsprechung heranzuziehen. 

Nebst der Erziehungsfähigkeit und Betreuungsmöglichkeit kann insbesondere die 

Stabilität der örtlichen und familiären Verhältnisse ausschlaggebend sein. 

Schliesslich ist dem Wunsch des Kindes Rechnung zu tragen, soweit dies tunlich 

ist. Weitere Gesichtspunkte sind die Bereitschaft eines Elternteils, die Beziehung 

zum anderen Elternteil zuzulassen und zu unterstützen (sogenannte Bindungsto-

leranz), und die Qualität der persönlichen Beziehung der Eltern zum Kind (vgl. 

hierzu Büchler/Maranta, a.a.O., S. 10).  

 4.1. Der Kläger ist selbständiger Hufschmied. Der Umfang seines Arbeits-

pensums ist umstritten. Die Beklagte arbeitet in einem 80% Pensum (vier Tage 

pro Woche) beim Schweizer Zoll. Beide Parteien wohnen in F._____. Der Kläger 

blieb in der vormals ehelichen Liegenschaft. Die Beklagte bezog Mitte November 

2012 rund 100 Meter davon entfernt eine Wohnung.  

 4.2. D._____ und C._____ wurden am Freitag stets von der Beklagten be-

treut. Bis zum jeweiligen Kindergarteneintritt besuchten die Knaben an zwei Ta-

gen die Woche eine Kinderkrippe in …. Die restlichen zwei Tage wurden sie vom 

Kläger betreut. Dem Kläger standen damit grundsätzlich drei Tage pro Woche zur 

Verfügung, um seiner Arbeit nachzugehen, an zwei Tagen betreute er die Kinder. 

Ab dem Eintritt von C._____ in den Kindergarten im Jahre 2009 - D._____ ging 

damals noch an zwei Tagen in der Woche in die Krippe (vgl. die entsprechenden 

Rechnungen in Urk. 80/1+2) - war der Kläger zusätzlich an zwei Tagen jeweils ab 

- 22 - 

dem Mittag zu Hause, kochte das Mittagessen und betreute (im Jahre 2009 noch 

C._____ allein) die Kinder. Umstritten, aber nicht weiter von Relevanz ist, ob der 

Kläger neben der Kinderbetreuung noch den Haushalt erledigte (Urk. 77 S. 2; Urk. 

94 S. 2). Der Kläger arbeitete somit nur noch am Freitag den ganzen Tag. Es 

standen ihm noch ein ganzer und zwei Halbtage zur Verfügung, um seiner Arbeit 

nachzugehen. Der Kläger arbeitete zudem, wobei die Regelmässigkeit umstritten 

ist, zeitweise an den Samstagen (Urk. 77 S. 3; Urk. 68 S. 3). Aufgrund dieser Ge-

gebenheiten erscheint es nicht glaubhaft, dass beim unbestrittenen Arbeitspen-

sum der Beklagten von 80%, verteilt auf vier Tage, der Kläger zusammen mit sei-

nen Teilnahmen an nationalen und internationalen Hufschmied-Wettbewerben vor 

der Trennung der Parteien weit über 100% gearbeitet haben soll (Urk. 68 S. 3; 

Urk. 77 S. 3). Vielmehr ist glaubhaft, dass der Kläger während des Zusammenle-

bens reduziert arbeitete und einen erheblichen Anteil der Kinderbetreuung geleis-

tet hat. Daran ändert die Tatsache, dass gelegentlich die Mutter des Klägers Be-

treuungsaufgaben übernahm, nichts (Urk. 68 S. 3).  

 4.3. Nach der Trennung im November 2012 wurden die Kinder von Montag 

bis Mittwochabend vom Kläger betreut. Am Donnerstag und Freitag betreute die 

Beklagte die Kinder, wobei diese am Donnerstag den Mittagstisch besuchten 

(Urk. 62 S. 3; Urk. 68 S. 4). Umstritten blieb die Betreuung an den Samstagen. 

Anlässlich der Verhandlung vom 11. April 2013 schlossen die Parteien eine Ver-

einbarung über vorsorgliche Massnahmen. Sie kamen unter anderem überein, 

dass für den Fall des Fehlens einer Einigung die Beklagte berechtigt sei, die Kin-

der von Mittwochabend bis Samstagabend einer jeden Woche und zudem alle 14 

Tage sonntäglich zu betreuen (Urk. 32 Ziffer 4). Gemäss den Ausführungen des 

Klägers in der Berufung stimmte er dieser Regelung nur im Rahmen von vorsorg-

lichen Massnahmen zu, weil die Beklagte versichert habe, bei vorgängiger Offen-

legung der Pläne in ein ganzes Betreuungswochenende einzuwilligen (Urk. 62 

S. 3f.). Gestützt auf diese Regelung erliess die Vorinstanz in der Folge ihr Urteil. 

Die Regelung im angefochtenen Urteil erfolgte somit auf der Basis, dass das von 

der Vorinstanz angeordnete Pendelmodell bereits seit einiger Zeit praktiziert wor-

den war und soweit ersichtlich auch funktionierte. 

- 23 - 

 4.4. Zwischenzeitlich haben sich die Verhältnisse geändert. C._____ lebt 

seit dem 21. Juni 2014 nicht mehr beim Kläger und hat diesen, abgesehen von 

wenigen Ausnahmen, auch nicht mehr besucht (Urk. 73; Urk. 81 S. 3f.; Urk. 83 

S. 2). D._____ wohnt nach wie vor die Hälfte der Woche beim Vater. 

 5.1. Die Beklagte zweifelt die Erziehungsfähigkeit des Klägers an. Ihre Be-
hauptung, der Kläger sei mit der Betreuung der Kinder weitgehend überfordert 

(Urk. 68 S. 5), substanziiert sie hingegen nicht weiter. Ausführungen wie, dass der 

Kläger kaum in der Lage sei, einen ganzen Tag am Wochenende oder eine ganze 

Woche Schulferien sinnvoll und kindesgemäss zu organisieren, vermögen der 

notwendigen Substanziierungspflicht nicht zu genügen. Die Anhörung von 

D._____ ergab denn auch ein anderes Bild. Der Kläger unternimmt etwas mit den 

beiden Knaben (respektive heute nur noch mit D._____). Er setzt Grenzen und 

nimmt damit seine Erziehungsaufgaben wahr. Er kümmert sich um die leiblichen 

Bedürfnisse der Kinder (Urk. 86 S. 2). Anzeichen dafür, dass der Kläger seinen 

Erziehungsaufgaben nicht (mehr) gewachsen wäre, ergeben sich weder aus der 

Gefährdungsmeldung der Jugend- und Familienberatung … noch jener der Schu-

le F._____ (Urk. 73 S. 2; Urk. 89 S. 2). Für die Erziehungsfähigkeit des Klägers 

spricht sodann, dass er sich bei Bedarf die notwendige externe Unterstützung 

holt. Ab Frühling 2014 wurde für ihn bei der Jugend- und Familienberatung … ei-

ne Erziehungsberatung realisiert (Urk. 73 S. 2).  

Weiter bringt die Beklagte vor, der Kläger habe gegenüber C._____ wiederholt 

Gewalt angewendet (Urk. 81 S. 3f.). Am 21. Juni 2014 brachte die Beklagte 

C._____ nach einen angeblichem Vorfall von häuslicher Gewalt in die Kinderklinik 

Winterthur und erstattete Anzeige gegen den Kläger. Der Kläger bestreitet die ge-

gen ihn erhobenen Vorwürfe. Er habe seinem Sohn gegenüber nie Gewalt ange-

wendet. Er sei derjenige Elternteil, der mehr Regeln setze und darauf achte, dass 

sie eingehalten würden; dies führe natürlich zu Konflikten zwischen Vater und 

Sohn, besonders dann, wenn die Eltern sich nicht einig seien. C._____ renne in 

solchen Situationen vom Haus des Klägers auf die andere Strassenseite zur 

Wohnung der Beklagten und beklage sich (Urk. 73 S. 2; Urk. 83 S. 2f.). Gemäss 

Gefährdungsmeldung der Jugend- und Familienberatung … ist aufgrund der mit 

- 24 - 

den Parteien und den Kindern geführten Gespräche nicht eindeutig eruierbar, ob 

tatsächlich tätliche Übergriffe vom Kläger auf C._____ stattgefunden haben oder 

ob die ganze Szenerie im Zusammenhang mit dem Loyalitätskonflikt der Kinder 

gesehen werden müsse (Urk. 73 S. 2). Die Gefährdungsmeldung der Schule 

F._____ hält fest, da sie eine kleine Schule seien, hätten sie in der Zwischenzeit 

herausgefunden, dass C._____s Beobachtungen und Wahrnehmungen oft nicht 

dem tatsächlichen Geschehen entsprechen würden. Bei unterschiedlichen Leuten 

erzähle er das gleiche Erlebnis ganz gegensätzlich (Urk. 89 S. 2). D._____ hat 

nichts von den angeblichen Gewaltanwendungen gegenüber C._____ mitbekom-

men. Er spricht in der Anhörung davon, dass C._____ das "Gefühl" habe, der 

Kläger habe ihn zwei Mal geschlagen (Urk. 86 S. 2). Es spricht somit Einiges da-

für, dass die angeblichen Gewaltanwendungen des Klägers gegenüber C._____ 

real (zumindest) nicht im behaupteten Ausmass stattgefunden haben. So führt 

denn in der Stellungnahme vom 24. Oktober 2014 auch die Beklagte an, C._____ 

leide sehr unter der Trennungssituation der Eltern und dem derzeitigen Verhältnis 

zu seinem Vater; dies habe ihn traurig und gegenüber seinen Mitschülern ver-

schlossen gemacht. In der Folge habe er sich ein Verhalten angeeignet, welches 

geeignet sei, die Parteien noch weiter gegeneinander auszuspielen, indem er un-

bewusst oder teilweise auch bewusst Gegebenheiten und Situationen jeweils un-

terschiedlich beschreibe und darstelle. Diese Tatsache sei ihr bekannt. Sie versu-

che gegenwärtig und auch in der Zukunft, diese Problematik zu berücksichtigen 

und mit C._____ daran zu arbeiten (Urk. 94 S. 1f.). Gewaltanwendungen gegen-

über D._____ werden nicht behauptet und sind aus den Akten nicht ersichtlich.  

Zusammenfassend ist damit die Erziehungsfähigkeit des Klägers mit Bezug auf 

C._____ und D._____ als gegeben zu betrachten. Von dieser Beurteilung ist auch 

in Kenntnis davon, dass der Kläger zumindest seit April 2013 regelmässig bei ei-

nem Psychologen in Behandlung ist und Medikamente zur Beruhigung bekam, 

nicht abzuweichen (Prot. Vi S. 14 und 18; Urk. 28 S. 5). Im Eheschutzverfahren 

geht es in erster Linie darum, möglichst rasch eine optimale Situation für die Kin-

der zu schaffen. Langwierige Abklärungen, etwa durch kinderpsychologische oder 

kinderpsychiatrische Gutachten, sollten dabei auch im Streitfall nicht die Regel 

sein, sondern nur angeordnet werden, wenn besondere Umstände vorliegen, auf-

- 25 - 

grund welcher das Gericht an die Grenze seiner Beurteilungsfähigkeit stösst, wo-

bei dem Gericht diesbezüglich ein gewisses Ermessen zukommt. Diese Grenzen 

sind vorliegend nicht erreicht, weshalb der Antrag der Beklagten, es sei ein Abklä-

rungsgutachten über die Erziehungsfähigkeit des Klägers in Auftrag zu geben 

(Urk. 81 S. 2 Antrag 6), zumindest im Rahmen des Eheschutzverfahrens abzu-

weisen ist. Allfällig verbleibenden Bedenken bezüglich der behaupteten Gewalt-

anwendungen des Klägers wird dadurch Rechnung getragen, dass für C._____ 

vorerst ein begleitetes Besuchsrecht angeordnet wird (vgl. S. 29f. E. 6.3.1.f.).  

 5.2. Der Kläger beantragt die Miteinbeziehung der Beklagten in eine Begut-

achtung. Er bestreitet die Erziehungsfähigkeit der Beklagten. Der Kläger macht im 

Wesentlichen geltend, seit C._____ nur noch bei der Beklagten lebe, werde auch 

D._____ zunehmend in den Konflikt einbezogen. Er komme nicht mehr rechtzeitig 

zu ihm, wenn er sich bei der Beklagten aufhalte. Die Besuchszeiten würden ver-

mehrt einseitig angepasst bzw. verlängert. Lehne ein Elternteil den anderen ab 

aus Gründen, die in der Beziehung der Eltern untereinander liegen würden, und 

fehle aus diesem Grund die Unterstützung der Kinder im Kontakt zum anderen El-

ternteil, könne hierin ein Indiz für eine mangelnde Erziehungsfähigkeit gesehen 

werden (Urk. 85 S. 2).  

Insbesondere C._____ befindet sich offensichtlich in einem schwerwiegenden  

Loyalitätskonflikt. Es ist ihm zur Zeit nicht erlaubt, beide Eltern lieb zu haben. 

Gemäss der Gefährdungsmeldung der Schule F._____ verliert C._____ zuneh-

mend die Orientierung und den Halt. Dies zeige sich in einem unangemessenen 

Verhalten gegenüber Lehrpersonen und Erwachsenen, denen er auf Augenhöhe 

zu begegnen versuche (Urk. 89 S. 2). Dieses Verhalten scheint dadurch gefördert 

zu werden, dass (insbesondere) die Beklagte C._____ als Partner "auf Augenhö-

he" missbraucht, indem sie ihn in den zwischen den Parteien herrschenden Kon-

flikt miteinbezieht. So hält die Gefährdungsmeldung der Schule fest, C._____ er-

halte von seinen Eltern Informationen, die ihn eigentlich nichts angehen würden, 

und setze sich damit auseinander und suche Lösungen, z.B. über finanzielle Fra-

gen (Urk. 89 S. 2). Dies deckt sich auch mit dem Eindruck des Gerichtes aus der 

Anhörung von C._____. Diese Informationen stammen derzeit, da C._____ zum 

- 26 - 

Vater keinen Kontakt pflegt, wohl überwiegend von der Mutter. Ein solches Ver-

halten geht nicht an. C._____ hat ein Anrecht darauf, auch nach der Trennung 

seiner Eltern Kind zu sein. Er darf nicht als Ersatzpartner missbraucht werden. Es 

zeugt daher von einer eingeschränkten Erziehungsfähigkeit der Beklagten, wenn 

sie nicht zwischen dem Konflikt mit dem Kläger und ihrer Rolle als Mutter diffe-

renzieren kann. Sie hat C._____ in der Kontaktaufnahme zum Kläger zu unter-

stützen und nicht mit ihm ihre Probleme, welche sie mit dem Kläger hat, zu be-

sprechen. Hingegen scheint auch die Einholung eines Gutachtens zur Frage der 

Erziehungsfähigkeit der Beklagten im Rahmen des vorliegenden Eheschutzver-

fahrens nicht notwendig. Es kann auf die vorangehenden Ausführungen verwie-

sen werden. Denn trotz der erwähnten Problematik erscheint die Erziehungsfä-

higkeit der Beklagten nicht derart eingeschränkt, dass sie ihren Pflichten als Mut-

ter nicht mehr nachkommen könnte.  

 5.3. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Erziehungsfä-

higkeit (unter Berücksichtigung der vorangehend angeführten Einschränkungen) 

bei beiden Parteien als noch gegeben anzusehen ist. Da sich C._____ derzeit nur 

bei der Beklagten aufhält, den Kläger nicht sehen will und seine Betreuung an den 

Tagen, an welchen die Beklagte arbeitet, soweit ersichtlich sicher gestellt ist, ist 

die Obhut über C._____ für die Dauer des Getrenntlebens der Beklagten zuzu-

weisen.  

D._____ lebt derzeit noch immer die Hälfte der Woche beim Kläger. Soweit mög-

lich, fühlt er sich nach wie vor wohl mit dem gelebten Pendelmodell. Er hat das 

Bedürfnis und den Wunsch, mit beiden Eltern gleich viel Zeit zu verbringen (Urk. 

86 S. 2). Der Beklagten zuzustimmen ist, dass Kinder in schwierigen und belas-

tenden Trennungssituation der Eltern wenn möglich nicht noch zusätzlich als Ge-

schwister getrennt werden sollten (Urk. 81 S. 4). Wenn aber bei Geschwistern un-

terschiedliche Bedürfnisse sowie verschiedene emotionale Bindungen und Wün-

sche bestehen, dürfen sie in die Obhut je eines Elternteils gegeben werden. Das 

Bundesrecht steht einer derartigen Obhutszuteilung nicht entgegen (FamKomm 

Scheidung-Büchler/Wirz, Art. 133 ZGB N 4). Aus den Akten (Urk 73 S. 2 und 89 

S. 2), insbesondere der Anhörung von D._____ (Urk. 86 S. 2f.), ergibt sich, dass 

- 27 - 

die beiden Brüder durch den Konflikt der Eltern vermehrt in einem Spannungsver-

hältnis untereinander stehen. Etwas anderes ist bei den vorliegenden Verhältnis-

sen nicht zu erwarten. Die Knaben, insbesondere C._____, haben Probleme in 

der Schule und zu Hause. Sie stehen in einem Loyalitätskonflikt zwischen den El-

tern. C._____ hat sich offensichtlich auf die Seite der Mutter geschlagen. Er will 

den Bruder auf seine Seite ziehen oder wie die Schule F._____ es in ihrer Ge-

fährdungsmeldung umschreibt: "D._____ darf weiter zum Vater (und scheint von 

C._____ dafür bestraft zu werden)" (Urk. 89 S. 2). Dieser verhängnisvolle Kreis-

lauf soll nicht dadurch unterstützt werden, dass D._____ den Kläger nur noch an 

den Wochenenden besuchen darf, anstatt von ihm die Hälfte der Woche betreut 

zu werden. Eine solide Bindung von D._____ zu seinem Vater ist für seine Ent-

wicklung wichtig. Vielmehr gilt es C._____ darin zu unterstützen, dass er wieder 

den Kontakt zum Kläger aufnimmt. Ausserdem wohnen die Parteien nur 100 Me-

ter auseinander. Somit können sich die Knaben auch in der ersten Hälfte der Wo-

che, wenn D._____ beim Kläger wohnt, problemlos sehen, wenn ihnen danach 

zumute ist. Die Parteien stehen in einem Trennungskonflikt. Sie streiten um die 

Obhutszuteilung über die Kinder, dennoch sind den Akten keine Anzeichen dafür 

zu entnehmen, dass sie nicht mehr fähig wären, sich in den die Kinder betreffen-

den Alltagsfragen zu einigen. Die Obhut über D._____ ist daher für die Dauer des 

Getrenntlebens bei beiden Parteien zu belassen.  

 6.1. Wird die Obhut einem Elternteil zugeteilt, ist der persönliche Verkehr 

des nicht obhutsberechtigten Elternteils festzusetzen (Art. 273 ff. ZGB). Bleibt da-

gegen die Obhut alternierend bei beiden Elternteilen, wird die konkrete Regelung 

der Betreuung durch "Betreuungsanteile" festgesetzt (Art. 298 Abs. 2 und 

Art. 298d Abs. 2 ZGB). Vorliegend sind somit für D._____ Betreuungsanteile und 

für C._____ ein Besuchsrecht für den Kläger festzusetzen.  

 6.2.1. Die Vorinstanz verfügte für D._____ und C._____ die nachfolgenden 

Betreuungszeiten: Die Parteien würden sich untereinander und nach Absprache 

mit den Kindern über die Betreuung und die Ferien einigen. Für den Fall, dass 

sich die Parteien nicht direkt und nach Absprache mit den Kindern über die Be-

treuung einigen könnten, betreue grundsätzlich der Kläger die Kinder. Die Beklag-

- 28 - 

te betreue sie von Mittwochabend bis Samstagabend einer jeden Woche, zudem 

alle 14 Tage sonntäglich. Ausserdem könne die Beklagte die Kinder während der 

Schulferien für 6.5 Wochen pro Jahr auf eigene Kosten mit sich in die Ferien 

nehmen (Urk. 63 S. 21, Dispositivziffer 3). Eine Einigung zwischen den Parteien 

ist offensichtlich nicht möglich. Der Kläger beantragt eine dahingehende Abände-

rung der Betreuungszeiten, dass er jedes zweite Wochenende D._____ auch am 

Samstag, und damit ein ganzes Wochenende, betreuen kann (Urk. 62 S. 2). 

 6.2.2. D._____ verbringt jede Woche die Zeit von Sonntagabend bis Mitt-

wochabend beim Kläger, sodann jede zweite Woche den Sonntag. Von Mittwoch-

abend bis Samstagabend sowie jeden zweiten Sonntag ist er bei der Beklagten. 

Dieses Pendelmodell wird von den Parteien und D._____ bereits eine Weile so 

gelebt. D._____ fühlt sich in diesem Modell, soweit ersichtlich und für ihn auf-

grund der weiteren äusseren Umstände derzeit überhaupt möglich, noch immer 

wohl. Er ist sowohl mit der Mutter als auch dem Vater gerne zusammen (Urk. 86 

S. 2). Die grundlegende Erziehungsfähigkeit des Klägers mit Bezug auf D._____ 

wurde vorangehend bejaht. Aus den Ausführungen von D._____ ergibt sich so-

dann, dass der Kläger, entgegen der Ansicht der Beklagten (Urk. 68 S. 4f.), 

durchaus in der Lange erscheint, ein ganzes Wochenende sinnvoll, kindsgerecht 

und aktiv mit D._____ zu gestalten (Urk. 86 S. 2). Etwas anderes kann auch den 

Gefährdungsmeldungen nicht entnommen werden. Es entspricht sodann, entge-

gen der Ansicht der Beklagten (Urk. 68 S. 4), dem Wunsch von D._____, ein gan-

zes Wochenende mit dem Kläger verbringen zu dürfen (Urk. 86 S. 3). Der Kläger 

und D._____ haben Anspruch darauf, auch gemeinsame Wochenenden, welche 

erfahrungsgemäss weniger mit der Erledigung von Hausaufgaben belastet und 

frei von schulischen Verpflichtungen sind, zu verbringen. Es erscheint daher ge-

rechtfertigt, die Betreuungszeiten für D._____ derart festzusetzen, dass er alle 

zwei Wochen ein ganzes Wochenende mit dem Kläger verbringen kann. Sodann 

sind, wie vom Kläger beantragt, bei der momentanen konfliktgeladenen Situation 

genaue Übergabezeiten festzusetzen. Damit erscheint es angemessen, dass die 

Beklagte D._____ von Mittwochabend, 18.00 Uhr, bis Freitagabend, 18.00 Uhr, 

und jede zweite Woche von Freitagabend, 18.00 Uhr, bis Sonntagabend, 18.00 

Uhr, betreut. Der Kläger betreut D._____ jede Woche von Sonntagabend, 18.00 

- 29 - 

Uhr, bis Mittwochabend, 18.00 Uhr, und jedes zweite Wochenende von Freitag-

abend, 18.00 Uhr, bis Sonntagabend, 18.00 Uhr. Ausserdem ist unbestritten, dass 

die Beklagte D._____ während der Hälfte der Schulferien, mithin für 6.5 Wochen 

pro Jahr auf eigene Kosten mit sich in die Ferien nimmt. Die Parteien sind ver-

pflichtet, die Ferien mindestens drei Monate im Voraus anzumelden bzw. abzu-

sprechen.  

 6.3.1. C._____ wünscht derzeit keinen Kontakt zum Vater. Das Recht auf 
persönlichen Verkehr dient dem Aufbau und der Pflege der inneren Verbunden-

heit zwischen Eltern und dem unmündigen Kind (FamKomm Scheidung-

Büchler/Wirz, Art. 273 ZGB N 2). Für die Identitätsfindung des Kindes ist eine Be-

ziehung zu beiden Elternteilen äusserst wichtig. Die Festlegung des Besuchs-

rechts muss sich am Einzelfall orientieren. Oberste Richtschnur ist das Kindes-

wohl. Bei einem strittigen Besuchsrecht ist zwischen den Belastungen, die dieses 

mit sich bringt, und den Vorteilen für das Kind abzuwägen (Büchler/Wirz, a.a.O., 

Art. 273 ZGB N 21). Auf den Willen des Kindes ist Rücksicht zu nehmen. Wenn-

gleich bei ablehnender Haltung der Kinder kein gerichtsübliches Besuchsrecht 

anzuordnen ist, kann ihnen in der Regel die Anordnung eines minimalen Be-

suchsrechts angesichts der schicksalshaften Eltern-Kind-Beziehung zugemutet 

werden. Jedenfalls darf nach der Praxis des Bundesgerichtes das Besuchsrecht 

nicht allein vom Willen des Kindes abhängen. Das Wohl des Kindes ist nämlich 

nicht nur aus seiner subjektiven Sicht mit Blick auf sein momentanes Befinden zu 

beurteilen, sondern auch objektiv und mit Blick auf seine künftige Entwicklung 

(Büchler/Wirz, a.a.O., Art. 273 ZGB N 28, jeweils mit Hinweisen auf die einschlä-

gige Rechtsprechung des Bundesgerichtes). 

Wird das Wohl des Kindes durch den persönlichen Verkehr gefährdet, üben die 

Eltern ihn pflichtwidrig aus, haben sie sich nicht ernsthaft um das Kind gekümmert 

oder liegen andere wichtige Gründe vor, so kann ihnen das Recht auf persönli-

chen Verkehr entzogen werden (Art. 274 Abs. 2 ZGB). Der gänzliche Entzug ist 

ultima ratio, wenn es keine andere Möglichkeit mehr gibt, das Kindeswohl zu wah-

ren. Dies ist dann zu bejahen, wenn bereits der beschränkte Kontakt zum nicht 

sorgeberechtigten Elternteil das Kind in seiner ungestörten körperlichen, seeli-

- 30 - 

schen oder sittlichen Entfaltung gefährdet. Sonst verbieten das Persönlichkeits-

recht des nicht sorgeberechtigten Elternteils, der Grundsatz der Verhältnismäs-

sigkeit sowie Sinn und Zweck des Besuchsrechts dessen gänzliche Unterbindung. 

Es müssen konkrete Vorfälle und Umstände vorgebracht werden können, welche 

dem Kindeswohl abträglich waren und sind (Büchler/Wirz, a.a.O., Art. 274 ZGB 

N 5 und 8f., mit Hinweisen). Ein begleitetes Besuchsrecht ist - unter anderem - 

angezeigt, wenn es nach einem fehlenden Kontakt darum geht, die Beziehung 

zwischen dem Kind und einem Elternteil wieder aufzubauen beziehungsweise an-

zubahnen.  

 6.3.2. Die grundsätzliche Erziehungsfähigkeit des Klägers ist gegeben. Es 

ist ein Besuchsrecht anzuordnen. Gerichtsüblich wäre gestützt auf die Tatsache, 

dass der Kläger C._____ bis zum Zerwürfnis im Juni 2014 in einem erheblichen 

Umfang betreut hat, ein Besuchsrecht von mindestens jedem zweiten Wochenen-

de von Freitagabend bis Sonntagabend. Hingegen kann aufgrund der derzeitigen 

Aktenlage nicht vollends ausgeschlossen werden, dass tatsächlich - und nicht nur 

in der Vorstellung von C._____ - eine (übermässige) Gewaltanwendung durch 

den Kläger stattgefunden hat. Sodann weigert sich C._____ derzeit, den Kläger 

zu sehen. Es geht daher im jetzigen Zeitpunkt vor allem darum, zwischen 

C._____ und dem Kläger wiederum eine Vertrauensbasis herzustellen, auf wel-

cher ein (unbeschwerter) Kontakt möglich ist. Entsprechend ist vorerst ein beglei-

tetes Besuchsrecht anzuordnen. Im Sinne des Kindeswohls angezeigt erscheint 

die Festsetzung eines Besuchsrechts von zwei ganzen Sonntagen pro Monat. 

Das begleitete Besuchsrecht ist bis Ende April 2015 zu beschränken; dies sollte 

C._____ und dem Kläger genügend Zeit geben, um wieder eine gemeinsame Ba-

sis zu finden. Hernach ist das Besuchsrecht auf jedes zweite Wochenende von 

Freitagabend, 18.00 Uhr, bis Sonntagabend, 18.00 Uhr, auszudehnen. Sodann ist 

ab diesem Zeitpunkt für C._____ ein Ferienbesuchsrecht festzulegen, welches im 

Rahmen des Eheschutzverfahrens auf vier Wochen festzusetzen ist. Die Beklagte 

wird darauf hingewiesen, dass sie verpflichtet ist, den persönlichen Verkehr zwi-

schen dem Kläger und C._____ zu fördern und das Kind auf die Kontaktpflege 

positiv vorzubereiten, d.h. es zu motivieren (Art. 274 Abs. 1 ZGB).  

 

- 31 - 

B) Kindesschutzmassnahmen 

 1. Die Jugend- und Familienberatung …, mit welcher die Parteien seit De-

zember 2012 in einem freiwilligen Beratungskontakt stehen, empfiehlt in ihrer Ge-

fährdungsmeldung die Errichtung einer Erziehungsbeistandschaft gemäss 

Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB mit dem Auftrag zur Installierung einer sozialpädagogi-

schen Familienbegleitung (Urk. 73 S. 2). Dieselbe Empfehlung äussert die Schule 

F._____ (Urk. 89 S. 3). Der Kläger ist mit der Anordnung einer Erziehungsbei-

standschaft und der Errichtung einer Familienbegleitung einverstanden (Urk. 83 

S. 3). Die Beklagte stellt sich nicht gegen die Errichtung einer Erziehungsbei-

standschaft (Urk. 81 S. 5). Zur Anordnung einer Familienbegleitung äussert sie 

sich nicht konkret.  

 2. Ist das Wohl des Kindes gefährdet und sorgen die Eltern nicht von sich 

aus für Abhilfe oder sind sie dazu ausserstande, so sind die geeigneten Mass-

nahmen zum Schutz des Kindes zu erlassen (Art. 307 Abs. 1 ZGB). Erfordern es 

die Verhältnisse, so ernennt die Kindesschutzbehörde dem Kind einen Beistand, 

der die Eltern in ihrer Sorge um das Kind mit Rat und Tat unterstützt (Art. 308 

Abs. 1 ZGB). Sie kann dem Beistand besondere Befugnisse übertragen, insbe-

sondere die Überwachung des persönlichen Verkehrs (Art. 308 Abs. 2 ZGB). Eine 

Besuchsrechtsbeistandschaft ist anzuordnen, wo erhebliche, das Kindeswohl ge-

fährdende Auseinandersetzungen im Umfeld des Besuchsrechts zu befürchten 

sind. Der Beistand hat im Rahmen der gerichtlich verbindlich festgelegten Be-

suchsrechtsordnung die für einen reibungslosen Verlauf der einzelnen Besuche 

nötigen Modalitäten so festzusetzen, dass Spannungen abgebaut, negative Be-

einflussungen vermieden und die Beteiligten bei Problemen beraten werden (BSK 

ZGB-Breitschmid, Art. 308 N 14). Sozialpädagogische Familienbegleitung ist der 

vorübergehende Teilzeiteinsatz einer pädagogischen Fachperson in einer Familie, 

die sich in einer belastenden Situationen befindet. Die Unterstützung erfolgt im 

Lebensraum der Familie. 

 3. Die Parteien stimmen darin überein, dass C._____ und D._____ an der 

Trennungssituation leiden. C._____ befindet sich in einen schweren Loyalitäts-

konflikt. D._____ scheint sich derzeit zwischen den Fronten noch etwas wohler zu 

- 32 - 

fühlen und die Sache differenzierter zu betrachten. Gemäss der Schule F._____ 

reagiert D._____ aber immer etwas "verzögerter" auf die Gegebenheiten (Urk. 89 

S. 3). Die Entwicklungssituation beider Knaben ist stark belastet und gefährdet. 

Auf die von der Beklagten beantragte Einholung eines Berichts bei den Schulen 

der Kinder (Urk. 81 S. 2) kann jedoch zufolge des Eingangs der Gefährdungsmel-

dung der Schule F._____ verzichtet werden. Ebenso auf die Einholung von Kurz-

berichten der die Kinder behandelnden Kinderpsychologen I._____ (C._____) und 

J._____ (D._____). Die Jugend- und Familienberatung … empfiehlt sodann, um 

besser einschätzen zu können, wie es sich mit dem Misshandlungsverdacht ver-

halte, was C._____s spezielle Bedürfnisse seien, wie die Obhut und das Be-

suchsrecht im Zusammenhang mit dem anstehenden Scheidungsprozess sinnvoll 

geregelt werden und wie die unbelastete Beziehungsgestaltung der beiden Kna-

ben zu ihren Eltern unterstützt werden könnte, die Einholung eines "zeitnahen lö-

sungs- und prozessorientierten" Gutachtens (Urk. 73 S. 2). Die Beklagte hat diese 

Empfehlung aufgenommen und ihrerseits den Antrag gestellt, es sei beim kinder- 

und jugendpsychologischen Dienst des Kantons Zürich ein Gutachten über die Si-

tuation, insbesondere den Entwicklungsstand der Kinder C._____ und D._____ 

einzuholen (Urk. 81 S. 2). Das Gericht verfügt aufgrund der vorliegenden Akten, 

insbesondere der beiden Gefährdungsmeldungen, über genügend Kenntnis von 

der derzeitigen Situation der Kinder, um im Rahmen des Eheschutzmassverfah-

rens die Obhut zuzuteilen, die Betreuungsanteile bzw. das Besuchsrecht zu re-

geln (vgl. die vorangehenden Erwägungen) sowie Massnahmen zur Stabilisierung 

der Situation einzuleiten. Derzeit erheischt es das Kindeswohl nicht, ein Gutach-

ten einzuholen. Vielmehr soll der Familie die notwendige Unterstützung gegeben 

und versucht werden, mit diesen Massnahmen möglichst bald eine Beruhigung 

und Stabilisierung der momentanen Situation herbeizuführen. Die Kinder sollen 

nicht zusätzlich den Strapazen einer Begutachtung ausgesetzt und die Anordnung 

geeigneter Unterstützungsmassnahmen dadurch hinausgeschoben werden. Die 

Parteien stehen seit Dezember 2012 in einem freiwilligen Beratungskontakt zu der 

Jugend- und Familienberatung …. Nach dem Vorfall vom 21. Juni 2014 führte die 

zuständige Person, Frau K._____, mit den Eltern ein Elterngespräch und machte 

einen Vorschlag betreffend Elterncoaching und für eine sozialpädagogische Fami-

- 33 - 

lienbegleitung. Die Beklagte lehnte die Massnahmen in der Folge ab (Urk. 73 

S. 2). Auch die Schule hält fest, dass dutzende Gespräche stattgefunden hätten 

und immer wieder Lösungen abgemacht worden seien, welche kurze Zeit später 

vor allem von der Beklagten nicht eingehalten worden seien (Urk. 89 S. 2). Offen-

sichtlich sind die Parteien derzeit nicht in der Lage, sich die notwendige Hilfe auf 

freiwilliger Basis selber zu holen. Entsprechend ist für beide Kinder eine Erzie-

hungsbeistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB zu errichten. Dem 

Beistand soll insbesondere die Aufgabe zukommen, sowohl für den Kläger als 

auch die Beklagte eine sozialpädagogische Familienbegleitung verbindlich zu in-

stallieren. Weiter soll der Beistand das Besuchs- bzw. Betreuungssystem regeln 

und unterstützen. Die zuständige Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde wird 

aufgefordert, eine Person als Beistand zu ernennen, welche wenn immer möglich 

alle diese Aufgaben persönlich ausüben kann, so dass die Parteien die jeweiligen 

zuständigen Personen nicht gegeneinander ausspielen können. Weiter hat der 

Beistand dafür besorgt zu sein, dass sowohl C._____ als auch D._____ weiterhin 

in Behandlung bei den Kinderpsychologen I._____ und J._____ bleiben. Insbe-

sondere für C._____ ist es derzeit von grosser Wichtigkeit, dass er eine An-

sprechperson ausserhalb der Familie besitzt.  

 

C) Wohnsitz 

 1. Der Wohnsitz des Kindes befindet sich beim obhutsberechtigten Elternteil 

(Art. 25 Abs. 1 ZGB). Bleibt die Obhut alternierend bei beiden Elternteilen, ist ex-

plizit zu erwähnen, wo das Kind seinen Wohnsitz hat (Gloor/Schweighauser, 

a.a.O., S. 8). Der Wohnsitz bestimmt sich nach dem Aufenthaltsort (Art. 25 Abs. 1 

ZGB, zweiter Teil), das heisst, demjenigen Ort, zu dem das Kind die engsten Be-

ziehungen aufweist, beispielsweise am Ort der Einschulung.  

 2. Der Wohnsitz von C._____ befindet sich bei der Beklagten in F._____. Da 

die Parteien beide in F._____ leben, wo die Kinder auch eingeschult sind, er-

scheint es angemessen, dass auch D._____ seinen Wohnsitz, wie C._____, bei 

der Beklagten hat.  

- 34 - 

D) Zuteilung der ehelichen Liegenschaft 

 1. Die Vorinstanz hat vorgemerkt, dass der Kläger bis auf Weiteres in der 

(vormals) ehelichen Liegenschaft wohnt (Urk. 63 S. 12 und 21). Mit der Beklagten 

ist davon auszugehen, dass die abschliessenden übereinstimmenden Anträge der 

Parteien vor Vorinstanz dahin gingen, dass die Nutzung der Liegenschaft für die 

Dauer des Getrenntlebens der Beklagten zuzuweisen sei (Prot. Vi S. 15; Urk. 28 

S. 2, Rechtsbegehren Ziffer 5; Urk. 69/62 S. 6; Urk. 69/70 S. 6). Mit der blossen 

Vormerknahme, dass der Kläger weiterhin in der Liegenschaft wohne, hat die  

Vorinstanz den Antrag nicht entscheiden. Hingegen rechtfertigt dies keine Rück-

weisung des Verfahrens.  

 2. Ausserhalb der von Art. 296 Abs. 3 ZGB erfassten Kinderbelange darf das 

Gericht nicht von Amtes wegen von Anträgen der Parteien abweichen; wie schon 

bis anhin untersteht das Eheschutzverfahren (mit der erwähnten Ausnahme) der 

Dispositionsmaxime (Urteil 5A_750/2010 des Bundesgerichts vom tt.mm.2011, 

E. 2.1). Hingegen rechtfertigt es sich, die Frage der Wohnungszuteilung vorlie-

gend der Offizialmaxime zuzuweisen. Für die Aussprechung der alternieren-

den/geteilten Obhut für D._____ ist entscheidend, dass die bisherigen örtlichen 

Gegebenheiten, auf welchen das Pendelmodell der Parteien basierte, beibehalten 

werden. Gleiches gilt für den angestrebten Wiederaufbau des Kontakts von 

C._____ zum Vater. Die Beklagte bringt nichts vor, weshalb ihr die vormals eheli-

che Liegenschaft nunmehr, da sie seit rund zwei Jahren in einer anderen Woh-

nung wohnt, in welcher sie Zimmer für die Knaben eingerichtet hat, mehr dient als 

dem Kläger, welchem sie ermöglicht, den Anteil an der Betreuung von D._____ 

wahrzunehmen und möglichst wieder eine Beziehung zu C._____, mit einer etwa-

igen Ausdehnung der Betreuung, aufzubauen. Sodann ist zu beachten, dass die 

derzeitige Wohnsituation der Parteien den Knaben eine gewisse Stabilität gibt. Es 

spricht gegen das Kindeswohl, wenn der Kläger nunmehr gezwungen würde, 

wegzuziehen und dadurch auch dieses Gefüge umgestossen würde. Entspre-

chend ist die Liegenschaft an der E._____-Strasse … in F._____ für die Dauer 

des Getrenntlebens dem Kläger zur alleinigen Nutzung zuzuweisen.  

 

- 35 - 

E) Unterhalt 

 1.1. Die Vorinstanz verpflichtete die Beklagte zur Bezahlung von monatli-

chen Kinderunterhaltsbeiträgen von je Fr. 600.–, inklusive vertraglicher und/oder 

gesetzlicher Kinderzulagen, und persönlichen monatlichen Unterhaltsbeiträgen 

von Fr. 1'184.– an den Kläger; beide rückwirkend ab dem 1. März 2013 (Disposi-

tivziffern 5 und 6). Mit der Berufung verlangt die Beklagte nunmehr rückwirkend 

ab dem 1. März 2013 Kinderunterhaltsbeiträge von (mindestens) Fr. 700.– je 

Kind, zuzüglich allfällige gesetzliche oder vertragliche Kinderzulagen. Ferner sei 

festzustellen, dass kein ehelicher Unterhalt geschuldet sei (Urk. 69/62 S. 2f., 

Rechtsbegehren Ziffern 5 und 6).  

 1.2. Die Vorinstanz ging von einem "zumutbaren" monatlichen Nettoein-

kommen des Klägers von Fr. 3'000.– aus (Urk. 63 S. 13ff.). Das Nettoeinkommen 

der Beklagten setzte sie auf Fr. 8'143.– (inklusive Kinderzulagen) fest (Urk. 63 

S. 15). Den Bedarf des Klägers legte die Vorinstanz auf Fr. 3'844.– und jenen der 

Beklagten auf Fr. 4'219.– fest, wobei bei beiden Parteien je ein Grundbetrag für 

ein Kind von Fr. 400.– einberechnet wurde (Urk. 63 S. 15ff.). Ausgehend von ei-

nem Gesamteinkommen der Parteien von Fr. 11'143.– und einem Gesamtbedarf 

von Fr. 8'063.– resultierte ein Freibetrag von Fr. 3'080.–, welchen die Vorinstanz 

hälftig aufteilte. Es ergab sich ein Unterhaltsanspruch des Klägers und der Kinder 

von total Fr. 2'384.– (Fr. 3'844.– plus Fr. 1'540.– abzüglich Fr. 3'000.–). Den Be-

trag sprach die Vorinstanz im Umfang von je Fr. 600.– den Kindern (inklusive ver-

traglicher oder gesetzlicher Kinderzulagen) und Fr. 1'184.– dem Kläger zu 

(Urk. 63 S. 18f.).  

 2.1. Wie bereits erwähnt, ist der Kläger selbständiger Hufschmied. Die  

Vorinstanz ging bei der Berechnung des klägerischen Einkommens von einem 

Arbeitspensum von rund 50% aus. Sie rechnete dem Kläger ein Einkommen von 

netto Fr. 3'000.– pro Monat an (Urk. 63 S. 14f.). Die Beklagte bestreitet in der Be-

rufung, "dass der [Kläger] als Hausmann kein höheres Arbeitsvolumen bewältigen 

könne" (Urk. 69/62 S. 9). Diese Behauptung ist neu und verspätet. Sodann er-

scheint nicht glaubhaft, dass der Kläger während des Zusammenlebens der Par-

teien ein 100% Pensum absolvierte. Vielmehr ist, wie bereits dargelegt, davon 

- 36 - 

auszugehen, dass der Kläger in einem reduzierten Arbeitspensum arbeitete und 

einen erheblichen Anteil der Kinderbetreuung leistete (vgl. S. 21f. E. 4.2.). Die 

Beklagte hat während des Zusammenlebens immer ein prozentual höheres Ar-

beitspensum als der Kläger absolviert. Heute betreut der Kläger zwar nur noch 

während der Hälfte der Woche D._____, es ist jedoch nicht ersichtlich, dass der 

Wegfall der Betreuung von C._____ ihm zeitlich erheblich mehr Freiraum zur Er-

ledigung seiner Arbeit gegeben hätte. Sodann ist bei den vorliegenden guten fi-

nanziellen Verhältnissen das während der Ehe gelebte Rollenverhältnis im Rah-

men des Eheschutzes nicht umzustossen. Mithin ist auch weiterhin, zumindest im 

Rahmen des Eheschutzes, von einer Arbeitstätigkeit des Klägers von rund 50% 

auszugehen.  

 2.2. Die Vorinstanz rechnete dem Kläger bei einem Pensum von rund 50% 

ein Einkommen von netto Fr. 3'000.– pro Monat an (Urk. 63 S. 14f.). Die Beklagte 

berief sich bereits vor Vorinstanz darauf, der Kläger lasse einen Grossteil seiner 

Einnahmen aus den Hufschmiedarbeiten nicht in die Geschäftsbuchhaltung ein-

fliessen. Sie ging davon aus, dass der vom Kläger realisierte Unternehmenserfolg 

sich in einem durchschnittlichen Geschäftsjahr ohne Spezialanschaffungen und 

unter Berücksichtigung der nicht in der Buchhaltung abgerechneten Aufträge auf 

mindestens Fr. 60'000.– und damit Fr. 5'000.– pro Monat belaufen dürfte (Urk. 38 

S. 7). Zur Belegung des angeblichen "Schwarzeinkommens" berief sich die Be-

klagte unter anderem auf mehrere Zeugen. Diese wurden von der Vorinstanz 

nicht einvernommen. Gemäss Vorinstanz erübrigte sich ein Beweisverfahren (Urk. 

63 S. 15).  

 2.3.1. Bei der Ermittlung des Einkommens eines Selbständigerwerbenden ist 

grundsätzlich auf das Durchschnittsnettoeinkommen mehrerer - in der Regel der 

letzten drei - Jahre abzustellen. Ferner können auffällige, d.h. besonders gute  

oder besonders schlechte Abschlüsse unter Umständen ausser Betracht bleiben. 

Nur bei stetig sinkenden oder steigenden Erträgen gilt der Gewinn des letzten 

Jahres als massgebendes Einkommen, korrigiert insbesondere durch die Auf-

rechnung von ausserordentlichen Abschreibungen, unbegründeten Rückstellun-

gen und Privatbezügen (Entscheid des Bundesgerichts 5P.342/2001 vom 20. De-

- 37 - 

zember 2001, mit Verweis auf u.a. Bräm, Zürcher Kommentar, 1998, N 73 ff. zu 

Art. 163 ZGB). 

 2.3.2. Die Parteien versteuerten für die Unternehmung des Klägers im Jahre 

2009 einen Gewinn von Fr. 42'970.– respektive (gerundet) Fr. 3'580.– pro Monat 

(vgl. Urk. 29/6 und Urk. 80/1; Einnahmen gemäss Zusammenstellung 

Fr. 109'234.– [Fr. 63'434.– Schlosserei und Fr. 45'800.– Hufbeschlag] abzüglich 

Aufwendungen von Fr. 66'264.–). Im Jahre 2010 wurde ein Gewinn von 

Fr. 34'622.– respektive (gerundet) Fr. 2'885.– pro Monat versteuert (vgl. Urk. 30 

und Urk. 80/2; Einnahmen gemäss Zusammenstellung Fr. 92'278.80 

[Fr. 41'503.80 Schlosserei und Fr. 50'775.– Hufbeschlag] abzüglich Aufwendun-

gen von Fr. 57'657.–). Im Jahre 2011 versteuerten die Parteien einen Gewinn von 

Fr. 24'185.– respektive (gerundet) Fr. 2'015.– pro Monat (vgl. Urk. 31 und Urk. 

80/3; Einnahmen gemäss Zusammenstellung Fr. 96'452.70 [Fr. 45'132.70 

Schlosserei und Fr. 51'320.– Hufbeschlag] abzüglich Aufwendungen von 

Fr. 72'268.40 [Fr. 78'149.45 abzüglich Neuanschaffungen von Fr. 14'256.– sowie 

Benzin privat von Fr. 336.05 zuzüglich Fr. 8'711.– Abschreibungen]). Im Jahre 

2012 versteuerte der Kläger einen Gewinn von Fr. 25'304.– respektive (gerundet) 

Fr. 2'108.– pro Monat (vgl. Urk. 80/4; Einnahmen gemäss Zusammenstellung 

Fr. 89'332.05 [Fr. 45'477.05 Schlosserei und Fr. 43'855.– Hufbeschlag] abzüglich 

Aufwendungen von Fr. 64'028.30 [Fr. 61'292.30 abzüglich Neuanschaffungen von 

Fr. 5'291.– zuzüglich Fr. 8'027.– Abschreibungen]). Gemäss Betriebsrechnung 

erzielte der Kläger im Jahre 2013 Einnahmen von total Fr. 94'014.85 (Schlosserei 

Fr. 39'022.80, Hufbeschlag Fr. 50'845.– und Fr. 4'147.05 Rückzahlung SVA; Urk. 

80/5). Die Aufwendungen beliefen sich auf Fr. 67'698.– (Fr. 65'334.30 abzüglich 

Neuanschaffungen Fr. 2'488.15 sowie Essen Fr. 2'068.20 zuzüglich Fr. 6'920.– 

Abschreibungen). Es ist damit von einem ausgewiesenen Gewinn von (rund) 

Fr. 26'316.– respektive (gerundet) Fr. 2'193.– pro Monat auszugehen (vgl. Urk. 

80/5; unter Heranziehung der vom Buchhalter des Klägers gewählten Berech-

nungsmethode).  

- 38 - 

 2.3.3. Die Parteien (respektive ab dem Jahre 2012) der Kläger wiesen für 

die Unternehmung des Klägers damit die nachfolgenden steuerrelevanten monat-

lichen Gewinne aus: 

2009 Fr. 3'580.– 
2010 Fr. 2'885.– 
2011 Fr. 2'015.– 
2012 Fr. 2'108.– 
2013 Fr. 2'193.– 

Der Gewinneinbruch im Jahre 2010 gegenüber dem Jahr 2009 ist damit glaubhaft 

zu erklären, dass bis im Sommer 2009 sowohl D._____ als auch C._____ noch 

an zwei Tagen die Kinderkrippe besuchten. Dem Kläger standen somit inklusive 

des Freitags, an welchem die Beklagte die Kinder betreute, bis zum Schuleintritt 

von C._____ im Sommer 2009 noch drei volle Arbeitstage zur Verfügung. Ab dem 

Sommer 2009 besuchte C._____ den Kindergarten und ging nicht mehr in die 

Krippe. Dem Kläger stand somit nur noch der Freitag als voller Arbeitstag zur Ver-

fügung. Weiter konnte er an zwei weiteren Halbtagen, während der Kindergarten-

zeiten, seiner Arbeit nachgehen. Es ist nachvollziehbar, dass mit der Einschrän-

kung der Arbeitszeiten des Klägers ein Gewinnrückgang verbunden war. Entspre-

chend ist das Jahr 2009 nicht für die Berechnung des durchschnittlichen Einkom-

mens des Klägers heranzuziehen.  

Der Eintritt von D._____ im Jahre 2010 in den Kindergarten hätte hingegen nicht 

zu einem zusätzlichen Gewinnrückgang führen sollen, da sich die Arbeitszeiten 

des Klägers nicht änderten. Hingegen erwarben die Parteien im Jahre 2011 die 

Liegenschaft in F._____. Der Kläger erledigte in der Folge einige Arbeiten am 

Haus (Prot. Vi. S. 8). Sodann tätigte er eine grössere Neuanschaffung für sein 

Geschäft (Urk. 80/3; Kauf eines Toyota Landcruiser für Fr. 11'500.–). Es erscheint 

daher glaubhaft, dass der Gewinn auch im Jahre 2011 weiter einbrach. Hingegen 

handelt es sich dabei zufolge des aus den am Eigenheim getätigten Arbeiten re-

sultierenden Gewinnrückgangs nicht um einen durchschnittlichen Unternehmens-

erfolg, auf den abgestellt werden könnte. Gleich verhält es sich mit dem Ab-

schluss für das Jahr 2012. Die Parteien trennten sich erst gegen Ende des Jah-

res, folglich waren die Arbeitszeiten des Klägers noch dieselben wie für den Ab-

schluss 2010. Es sind keine Gründe dafür ersichtlich, wieso der Einbruch im Jah-

- 39 - 

re 2011 nicht nur vorübergehender Natur hätte sein sollen. So macht der Kläger 

nicht geltend, auch im Jahre 2012 noch erhebliche Arbeiten am Haus erledigt zu 

haben. Grössere Neuanschaffungen tätigte er nicht. Er hätte somit ohne weiteres 

auf das Gewinnniveau des Jahres 2010 von (rund) Fr. 2'900.– zurückkehren kön-

nen.  

Im November 2012 trennten sich die Parteien. Der Kläger führt in diesem Zu-

sammenhang glaubhaft aus, dass er zufolge der Trennung und der damit verbun-

denen familiären Situation bis im Frühjahr 2013 in seiner Arbeitsfähigkeit einge-

schränkt war (Prot. Vi S. 18). Diese Situation reduzierte den Gewinn im Jahre 

2013. Andererseits gilt es zu beachten, dass der Kläger nach der Trennung die 

Kinder jeweils von Montag bis Mittwoch betreute. Ihm standen somit der ganze 

Donnerstag sowie Freitag zur Erledigung seiner Arbeit zur Verfügung. Im Weite-

ren konnte er von Montag bis Mittwoch, ausgenommen in den Ferien, zumindest 

an den Vormittagen seiner Arbeit nachgehen. Grundsätzlich hatte der Kläger da-

mit mehr Zeit zur Erledigung seiner Arbeit zur Verfügung als im Jahre 2010.  

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass nicht erklärbar ist, wieso der Gewinn 

des Klägers auf dem tiefen Niveau von 2011 stagnierte. Entsprechend kann nicht 

auf die in den Jahren 2011 bis 2013 ausgewiesenen Gewinne abgestellt werden. 

Vielmehr erscheint ein Gewinn, wie er im Jahre 2010 erwirtschaftet wurde, mithin 

Fr. 2'900.– netto pro Monat, als realisierbar und damit angemessen. Die Unter-

haltsbeiträge sind unbestrittenermassen ab dem 1. März 2013 geschuldet. Da der 

Kläger weder eine Tätigkeit neu aufzunehmen noch eine Tätigkeit, welche er be-

reits inne hat, auszuweiten hat, sondern vielmehr die angestammte Arbeit im sel-

ben Ausmass wie bis anhin weiterführen muss respektive hätte weiterführen müs-

sen, spricht nichts dagegen, ihm rückwirkend für das Jahr 2013 einen Unterneh-

mensgewinn von Fr. 2'900.– pro Monat anzurechnen (vgl. hierzu Urteil des Bun-

desgerichtes 5A_692/2012 vom 21. Januar 2013, E. 4.3.).  

 2.4.1. Die Beklagte beruft sich auch in der Berufung darauf, der Kläger lasse 

einen Teil der Einnahmen aus den Hufschmiedarbeiten nicht in die Buchhaltung 

einfliessen. Unbeanstandet ist somit die Verbuchung der Arbeiten und Erträge 

aus der Schlosserei.  

- 40 - 

 2.4.2. Der Kläger gab vor Vorinstanz zu, bis im Jahre 2012 in geringem Um-

fang Bareinnahmen ohne Verbuchung verbraucht zu haben. So habe die Beklagte 

immer gewusst, wenn er einen Auftrag in Deutschland abgewickelt habe und da-

für mit Euro bezahlt worden sei. Sie habe dann jeweils das Geld von ihm "heraus-

verlangt" und sei damit in Deutschland einkaufen gegangen (Urk. 43 S. 2 und 5). 

Der Kläger anerkannte, dass er Einnahmen der Kunden L._____, M._____, 

N._____, O._____ und P._____ im Umfang von mindestens Fr. 700.– nicht ver-

buchte (Urk. 43 S. 4). Sodann ergibt sich aus dem Kontoauszug eines Kontos des 

Klägers bei der Zürcher Kantonalbank, dass insbesondere im Jahre 2012 doch 

erhebliche Gelder auf dieses Konto eingingen (Urk. 44/1). Aufgrund der Höhe der 

einzelnen Beträge erscheint glaubhaft, dass es sich dabei um Zahlungen für Huf-

beschlagsarbeiten handelt. Diese Tatsache wird vom Kläger denn auch nicht in 

Abrede gestellt. Die Beträge finden sich weder unter den Eingangsdaten noch in 

den Monaten vorher in der Zusammenstellung Hufbeschlag in den Geschäftsun-

terlagen 2012 (vgl. Urk. 80/4). Sie fehlen somit in der Buchhaltung und wurden, 

wie die vorab anerkannten Bareinnahmen, nicht korrekt verbucht. Dass Gelder 

von diesem Konto abgehoben wurden, ändert entgegen der Ansicht des Klägers 

nichts daran, dass die Einnahmen zur Berechnung des vom Kläger erzielten Ge-

winns von Relevanz sind (Urk. 43 S. 3).  

Damit ist glaubhaft bzw. teilweise anerkannt, dass der Kläger, wie von der Beklag-

ten behauptet, zumindest bis ins Jahr 2012 einen Anteil seiner Einkünfte aus dem 

Hufbeschlag nicht richtig in der Buchhaltung verbuchte. Damit sanken einerseits 

die Einnahmen, andererseits wurden für die angeführten Einnahmen keine Auf-

wendungen verbucht; beide Vorgänge hatten Auswirkungen auf den ausgewiesen 

Gewinn. Hingegen ginge es im Rahmen des Eheschutzverfahrens zu weit, nebst 

den vom Kläger zugegebenermassen unterlassenen Verbuchungen von einigen 

Kunden, weitere von der Beklagten als Zeugen bezeichnete Kunden zu befragen, 

zumal der Kläger die Beschlagung des Pferdes von L._____, zu dessen Befra-

gung der Zeuge Q._____ angerufen wurde (Urk. 38 S. 2 und 4), eingesteht. Im 

Weiteren führt der Kläger glaubhaft aus, er beschlage in den Stallungen des 

R._____ ein Pferd, welches S._____ gehöre. S._____ bezahle in Schweizer 

Franken. Quittungen, welche auf S._____ ausgestellt wurden, finden sich in den 

- 41 - 

Geschäftsunterlagen (Urk. 43 S. 2; Urk. 80/3). Sodann kann die Mutter des ver-

storbenen T._____, dessen Kundenstamm der Kläger grossmehrheitlich über-

nommen haben soll (Urk. 38 S. 3), wohl etwas über den Kundenstamm ihres 

Sohnes im Jahre 2004 aussagen, jedoch kaum darüber, welche Personen der 

Kläger noch heute zu seinen Kunden zählt. Die Vorinstanz durfte somit, ohne die 

Untersuchungsmaxime zu verletzen, auf die Einvernahme der von der Beklagten 

benannten Zeugen verzichten.  

 2.4.3. Ab dem Jahre 2013 will der Kläger nun alle Einnahmen korrekt ver-

bucht haben. Diese Behauptung ist nicht glaubhaft. Aus den Geschäftsunterlagen 

des Jahres 2013 wird ersichtlich, dass der Kläger nach wie vor, wie in den Jahren 

2010 bis 2012 (vgl. Urk. 80/2-4), für die Mehrheit der als "Einnahmen Hufbe-

schlag" ausgewiesenen Arbeiten keine Quittungen ausgestellt hat, wenn er die 

Gelder "bar" entgegen nahm. Die ausgestellten Quittungen werden nicht fortlau-

fend nummeriert, weshalb nicht überprüft werden kann, ob sämtliche Quittungen 

verbucht werden. Suspekt erscheint sodann, dass der Kläger erwiesenermassen 

Kunden in Deutschland hat und nicht geltend macht, sämtliche Kunden würden in 

Schweizer Franken bezahlen. Dennoch erscheinen in seiner Buchhaltung keine 

Beträge in Euro (Urk. 80/5). Entsprechend ist dem Kläger zusätzlich zum vorab 

ausgewiesenen Gewinn ein monatliches Einkommen aus "nicht verbuchten Ein-

nahmen" anzurechnen. Vor Vorinstanz liess der Kläger sich bis und mit 2012 ei-

nen Betrag von Fr. 500.– anrechnen (Urk. 43 S. 5). Hierauf ist abzustellen. Es ist 

von einem monatlichen Nettoeinkommen des Klägers von Fr. 3'400.– auszugehen 

(Fr. 2'900.– plus Fr. 500.–).  

 3. Die Beklagte arbeitet in einem 80% Pensum bei der Eidgenössischen 

Zollverwaltung in der Zolldirektion …. Aufgrund des von der Beklagten zu leisten-

den Pikett-, Nacht- sowie Sonntagsdienstes variiert ihr monatliches Nettoeinkom-

men leicht. Die Beklagte erhält einen 13. Monatslohn (Urk. 29/1a-f). Sie erzielte 

im Jahre 2012 ein Nettoeinkommen inklusive Kinderzulagen von Fr. 98'719.– res-

pektive Fr. 8'226.60 pro Monat (Urk. 29/2) sowie im Jahre 2013 von Fr. 97'850.– 

respektive Fr. 8'154.20 pro Monat (Urk. 76/4). Es ist von einem monatlichen Ein-

kommen der Beklagten von durchschnittlich Fr. 8'200.– pro Monat auszugehen. 

- 42 - 

Darin enthalten sind die monatlichen Kinderzulagen von Fr. 365.35 für C._____ 

und Fr. 235.90 für D._____, mithin total Fr. 601.25. Das monatliche Nettoein-

kommen ohne Kinderzulagen beläuft sich damit auf (gerundet) Fr. 7'600.–. 

 4.1. Die Vorinstanz hat den Bedarf der Beklagten inklusive der Kosten für 

C._____ und D._____ wie folgt berechnet (Urk. 63 S. 15ff.): 

Grundbetrag Fr. 1'350.– 
Grundbetrag Kinder Fr. 400.– 
Wohnkosten, inkl. Nebenkosten Fr. 1'410.– 
Krankenkasse Fr. 405.– 
Telefon/Internet Fr. 120.– 
Radio-/TV-Gebühren Fr. 39.– 
Hausratversicherung Fr. 35.– 
Fahrkosten Fr. 300.– 
Auswärtige Verpflegung Fr. 160.– 
Total Fr. 4'219.– 
 

 4.2. Umstritten ist vorab die Aufteilung der Grundbeträge für die Kinder. Die 

Beklagte rechnet neu in ihren Bedarf die Beträge für beide Kinder von total 

Fr. 800.– ein (Urk. 69/62 S. 7f.). Die Grundbeträge betragen gemäss den Richtli-

nien für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums des 

Obergerichtes des Kantons Zürich vom 16. September 2009 (fortan Kreisschrei-

ben) Fr. 400.– je Kind bis zum 10. Altersjahr und hernach Fr. 600.– (II. Ziffer 4). 

Bis zum 21. Juni 2014 verbrachte auch C._____ noch die Hälfte der Woche beim 

Kläger. Es erscheint damit, wie von der Vorinstanz vorgenommen, angezeigt, bis 

und mit Juni 2014 im Bedarf beider Parteien je einen Grundbetrag von Fr. 400.– 

zu berücksichtigen. Ab dem 1. Juli 2014 ist der Grundbetrag von C._____ bei der 

Beklagten zu berücksichtigen, da er ab diesem Zeitpunkt nur noch bei ihr lebte 

und ihr inskünftig die Obhut zugeteilt wird. Zu beachten ist, dass C._____ am 

tt.mm.2014 zehn Jahre alt geworden ist, weshalb für ihn ab 1. November 2014 

Fr. 600.– einzuberechnen sind. Betreffend den Grundbetrag von D._____ er-

scheint es aufgrund der beibehaltenen geteilten Obhut und der rund hälftigen Auf-

teilung der Betreuungszeiten angemessen, bei beiden Parteien ab dem 1. Juli 

2014 je die Hälfte des Grundbetrages, damit Fr. 200.– zu berücksichtigen. Damit 

ist im Bedarf der Beklagten vom 1. März 2013 bis und mit Juni 2014 ein Betrag 

von Fr. 400.– für beide Kinder einzuberechnen. Ab dem 1. Juli 2014 bis und mit 

- 43 - 

Oktober 2014 ist ein Betrag von Fr. 600.– zu berücksichtigen (Fr. 400.– für 

C._____ und Fr. 200.– für D._____). Ab dem 1. November 2014 ist für die weitere 

Dauer des Zusammenlebens ein Betrag von Fr. 800.– (Fr. 600.– für C._____ und 

Fr. 200.– für D._____) festzusetzen.  

 4.3. Gemäss unbestritten gebliebenen Behauptungen vor Vorinstanz (vgl. 

Prot. Vi S. 29) kam der Kläger bis anhin für die Krankenkasse von beiden Kindern 

von total (gerundet) Fr. 217.– (Fr. 102.75 für C._____ und Fr. 114.45 für D._____ 

auf; Urk. 55/8) auf. Die Beklagte macht nicht geltend, dass sich hieran etwas ge-

ändert hätte. Entsprechend sind die Kosten der Krankenkasse für die Kinder wei-

terhin, wie von der Vorinstanz festgehalten, im Bedarf des Klägers zu belassen. 

Er hat diese auch weiterhin zu bezahlen. 

 4.4. Die Beklagte verlangt mit der Berufung eine Erhöhung der Fahrkosten 

von Fr. 300.– auf Fr. 400.–. Sie begründet in der Zweitberufungsbegründung die 

Erhöhung damit, dass sie zeitweise im Pikettdienst arbeite. Für diese Arbeitsbe-

reitschaft sei sie zwingend auf ein Fahrzeug angewiesen. Sie wohne rund 12 Ki-

lometer von ihrem ordentlichen Arbeitsort entfernt und müsse die Strecke mehr-

mals am Tag zurücklegen. Da die Einsätze im gesamten Einsatzgebiet, d.h. Kan-

ton Schaffhausen, Thurgau, Zürich und Aargau, stattfinden könnten, verlängere 

sich der Arbeitsweg entsprechend. Dieser unregelmässige und häufige Fahr-

zeuggebrauch sei beruflich bedingt und rechtfertige damit die erhöhten Kosten 

von Fr. 400.– (Urk. 69/62 S. 8).  

Die Beklagte hat vor Vorinstanz die ihr unter diesem Titel vom Kläger zugestan-

den Fr. 300.– nicht bestritten. Die nunmehrigen Ausführungen in der Berufung 

sind verspätet. Sie hätten problemlos bereits vor Vorinstanz vorgebracht werden 

können. Sie sind nicht mehr zu beachten. Die behaupteten Auslagen werden 

denn auch nicht belegt. Sie sind nicht glaubhaft. Sodann führte die Beklagte in ih-

rer Eingabe vom 3. September 2014 aus, sie sei im Frühling gezwungen gewe-

sen, das Fahrzeug aus finanziellen Gründen zu verkaufen (Urk. 81 S. 5). Die 

Fahrkosten sind bei Fr. 300.– zu belassen.  

- 44 - 

 4.5. Die Vorinstanz sprach der Beklagten bei einem 80% Arbeitspensum 

verteilt auf vier Tage Fr. 160.– und damit Fr. 10.– pro Tag für auswärtige Verpfle-

gung zu (Urk. 63 S. 17). Die Beklagte behauptet in der Berufung nunmehr erhöhte 

Auslagen von Fr. 240.–; dies mit "analoger" Begründung wie für die erhöhten 

Fahrkosten (Urk. 69/62 S. 8). Es kann auf die vorangehenden Ausführungen ver-

wiesen werden. Die Behauptungen sind verspätet und damit nicht mehr zu beach-

ten. Sodann sind die erhöhten Auslagen nicht belegt. Der Betrag für auswärtige 

Verpflegung ist bei Fr. 160.– zu belassen.  

 4.6. Damit ist seitens der Beklagten (inklusive der Kinder) von folgendem 

Bedarf auszugehen:  

1. März 2013 bis und mit Juni 2014 Fr. 4'219.– 

1. Juli 2014 bis und mit Oktober 2014 Fr. 4'419.– 

1. November 2014 für die weitere Dauer des Getrenntlebens Fr. 4'619.– 

 5.1. Den Bedarf des Klägers inklusive der Kosten für C._____ und D._____ 

hat die Vorinstanz wie folgt beziffert (Urk. 63 S. 15ff.):  

Grundbetrag Fr. 1'350.– 
Grundbetrag Kinder Fr. 400.– 
Wohnkosten, inkl. Nebenkosten Fr. 1'280.– 
Krankenkasse Fr. 403.– 
Krankenkasse Kinder Fr. 217.– 
Telefon/Internet Fr. 120.– 
Radio-/TV-Gebühren Fr. 39.– 
Hausratversicherung Fr. 35.– 
Total Fr. 3'844.– 
 

 5.2. Die Beklagte setzt für den Kläger nur noch einen Grundbetrag von 

Fr. 1'200.– ein (Urk. 69/62 S. 8). Gemäss Kreisschreiben beträgt der Grundbetrag 

für einen alleinerziehenden Schuldner ohne Haushaltgemeinschaft mit einer er-

wachsenen Person Fr. 1'350.– (II. Ziffer 2.2.), für einen alleinstehenden Schuldner 

ohne Haushaltsgemeinschaft Fr. 1'200.– (II. Ziffer 1.2.). Bis zum 21. Juni 2014 

verbrachte auch C._____ noch die Hälfte der Woche beim Kläger. Zu Recht ging 

die Vorinstanz bei beiden Parteien von einem Grundbetrag von Fr. 1'350.– aus. 

Hernach lebte nur noch D._____ die Hälfte der Woche beim Kläger. Doch ist die-

- 45 - 

ser nach wie vor zumindest die Hälfte der Woche als alleinerziehende Person in 

Haushaltgemeinschaft mit einer nicht erwachsenen Person zu betrachten. So-

dann wird er, wenn das Besuchsrecht von C._____ reaktiviert ist, für die Kosten 

der Besuche von C._____ aufzukommen haben.  

 5.3. Aufgrund der je hälftigen Betreuung der Kinder hat die Vorinstanz bei 

beiden Parteien je einen Grundbetrag Kind eingesetzt. Diesbezüglich kann auf die 

vorangehenden Ausführungen verwiesen werden (vgl. S. 42f. E. 4.2.). Ab dem 

1. März 2013 bis und mit Juni 2014 ist bei beiden Parteien je Fr. 400.– einzuset-

zen. Hernach sind beim Kläger nur noch Fr. 200.– für die hälftige Betreuung von 

D._____ gerechtfertigt.  

 5.4. Der Kläger hat die Krankenkassenprämien für die Ki