# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cb72cf33-e2b4-523f-befa-efef8b3087a8
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-11-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.11.2008 E-7083/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-7083-2007_2008-11-25.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-7083/2007/ame

{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 5 .  N o v e m b e r  2 0 0 8

Einzelrichterin Therese Kojic, 
mit Zustimmung von Richterin Claudia Cotting-Schalch;
Gerichtsschreiberin Sandra Bodenmann.

A._______,
Kosovo,
_______, 
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 
17. September 2007 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-7083/2007

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass der albanischsstämmige Beschwerdeführer eigenen Angaben zu-
folge im Mai 2007 den Kosovo verliess und am 17. August 2007  in die 
Schweiz einreiste, wo er am 21. August 2007 um Asyl nachsuchte,

dass er anlässlich der Kurzbefragung im Empfangs- und Verfahrens-
zentrum Kreuzlingen vom 24. August 2008 sowie der direkten Anhö-
rung vom 11. September 2007 zur Begründung seines Asylgesuchs im 
Wesentlichen geltend machte, er sei anfangs 2007 gemeinsam mit sei-
ner Freundin von unbekannten maskierten Männern überfallen und da-
bei  misshandelt  worden,  worauf  er  sein  Heimatland  verlassen  und 
nach Italien gereist sei,

dass er in Italien versucht habe, ein Asylgesuch einzureichen, wobei 
dieses nicht entgegengenommen, er zur Ausreise aufgefordert worden 
und in der Folge am 22. Februar 2007 in den Kosovo zurückgekehrt 
sei,

dass dort maskierte Männer sein Elternhaus geplündert und nach dem 
Beschwerdeführer gefragt hätten,  welcher sich zur fraglichen Zeit  im 
Keller versteckt habe,

dass der Beschwerdeführer, ohne den anfangs 2007 erlittenen Über-
griff  oder  den  Überfall  seines  Elternhauses bei  den Polizeibehörden 
anzuzeigen, den Kosovo wieder verlassen habe, 

dass  der  Beschwerdeführer  im vorinstanzlichen  Verfahren eine  von 
der UNMIK (United Nations Interim Administration im Kosovo) ausge-
stellte Identitätskarte deponierte,

dass das BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers mit Verfügung 
vom 17. September 2007 – eröffnet am 19. September 2007 – ablehn-
te und die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,

dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, die KFOR 
(Kosovo Force) und die internationale Polizei der UNMIK seien in Zu-
sammenarbeit mit dem KPS (Kosovo Police Service) in der Lage, die 
Bevölkerung im Kosovo zu schützen; die vom Beschwerdeführer dar-
gelegten Übergrifffe würden von den heimatlichen Behörden als Straf-
taten verfolgt; da der Beschwerdeführer sich nie um den Schutz der 

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staatlichen  Behörden  gekümmert  habe,  könne  den  Behörden  keine 
ausgebliebene  Schutzgewährung  vorgeworfen  werden;  der  Wegwei-
sungsvollzug in den Kosovo sei als zulässig, zumutbar und möglich zu 
betrachten, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 18. Oktober 2007 (Post-
stempel) gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerde  erhob  und  dabei  beantragte,  die  BFM-Verfügung  vom 
17. September  2007  sei  aufzuheben  und  ihm  „zumindest  für  eine 
bestimmte Zeit Asyl zu gewähren“,

dass er zur Begründung ausführte, das BFM habe zutreffenderweise 
festgestellt,  dass seine  Vorbringen keine Asylrelevanz im Sinne von 
Art. 3 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) entfal-
ten würden, er jedoch noch eine Weile („drei bis vier Monate“) in der 
Schweiz verweilen wolle,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Instruktionsverfügung  vom 
23. Oktober  2007  festhielt,  dass  sich  die  Beschwerde  einzig  gegen 
den  Wegweisungsvollzugspunkt  richtet,  wobei  der  Beschwerdeführer 
gleichzeitig  aufgefordert  wurde,  einen  Kostenvorschuss  in  der  Höhe 
von Fr. 600.-- zu leisten,

dass  der  Beschwerdeführer  diesen  Kostenvorschuss  fristgerecht  am 
6. November 2007  geleistet hat,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  ent-
scheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-34 des Verwaltungsgerichtsge-
setzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung berührt 
ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei-
se  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legiti-
miert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 50 und 52 VwVG),

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dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass sich die Beschwerde, wie bereits in der Zwischenverfügung vom 
23. Oktober 2007 festgestellt wurde, lediglich gegen den von der Vorin-
stanz  angeordneten  Wegweisungsvollzug  richtet,  weshalb  die  Verfü-
gung vom 17. September 2007, soweit sie die Frage der Flüchtlingsei-
genschaft,  der  Asylgewährung  und  die  Anordnung  der  Wegweisung 
betrifft, in Rechtskraft erwachsen ist,

dass im vorliegenden Verfahren daher einzig  zu prüfen bleibt, ob all-
fällige Wegweisungsvollzugshindernisse im Sinne von Art. 83 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer (AuG, SR 142.20) bestehen, 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend,  wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 

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28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist,  da  dem Beschwerdeführer,  wie  er  in  seiner  Rechtsmitteleingabe 
selbst einräumt, keine asylrechtlich erhebliche Gefährdung im Heimat-
land droht, weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flücht-
lingsrechtlichen  Non-Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren  keine 
Anwendung findet und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechts-
widrige  Behandlung  ersichtlich  sind,  die  im Heimat-  oder  Herkunfts-
staat droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass weder die allgemeine Lage im Kosovo noch individuelle Gründe 
auf eine konkrete Gefährdung im Falle einer Rückkehr schliessen las-
sen, 

dass  der  albanischstämmige  Beschwerdeführer  insbesondere  keiner 
gefährdeten ethnischen Minderheit im Kosovo angehört, 

dass er aus dem im Süden Kosovos gelegenen B._______ stammt, wo 
er seit seiner Geburt auf dem Bauernhof seiner Eltern  gelebt hat,

dass der Beschwerdeführer in B._______ nach wie vor über ein tragfä-
higes familiäres Beziehungsnetz (Eltern, drei Geschwister) verfügt, 

dass der Vollzug der Wegweisung daher zumutbar ist,

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Hei-
matstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse beste-
hen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt,  bei 
der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (Art. 8  Abs. 4 
AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

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dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, 

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG),

dass diese Kosten mit dem am 6. November 2007 geleisteten Kosten-
vorschuss vollständig gedeckt und mit diesem zu verrechnen sind. 

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Diese Kosten sind mit dem am 6. November 2007 geleiste-
ten Kostenvorschuss gedeckt und werden mit diesem verrechnet. 

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-

ten Ref.-Nr. N _______ (per Kurier; in Kopie)
- (Kanton; in Kopie)

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

Therese Kojic Sandra Bodenmann

Versand:

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