# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ba66da64-acec-5f4d-acfb-8ece6351b245
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-03-21
**Language:** de
**Title:** Aargau Spezialverwaltungsgericht Steuern 21.03.2024 3-RV.2022.110
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_SVWG_002_3-RV-2022-110_2024-03-21.pdf

## Full Text

Spezialverwaltungsgericht 

Steuern 

 

3-RV.2022.110       
P 53 
 

 

 

 

Urteil vom 21. März 2024 
 
 

 
 

Besetzung  Präsident Heuscher  

Richterin Sramek  

Richter Biondo  

Gerichtsschreiberin Betsche 

 

 
 

   

Rekurrent 1  A._____  

 

Rekurrentin 2  B._____  

 

beide vertreten durch Lerch Treuhand AG, Gstaadmattstrasse 5, 

4452 Itingen   

   

 

 
 
 

Gegenstand  Einspracheentscheid der Steuerkommission F._____ 

vom 30. Mai 2022 

betreffend Kantons- und Gemeindesteuern 2018 

 

  

 - 2 - 

 

 

 
   

Das Gericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Mit Verfügung vom 19. Februar 2021 wurden A._____ und B._____ von der 

Steuerkommission F._____ für das Jahr 2018 zu einem steuerbaren 

Einkommen von CHF 873'700.00, zu einem Beteiligungsertrag von 

CHF 100'000.00  (satzbestimmendes Einkommen CHF 981'800.00) und zu 

einem steuerbaren Vermögen von CHF 5'812'000.00 (satzbestimmendes 

Vermögen CHF 6'106'000.00) veranlagt. Dabei wurden unter anderem 

CHF 117'600.00 als unzulässige Sofortabschreibung eines Traktors zum 

Einkommen hinzugerechnet. 

 

2. 

Gegen die Verfügung vom 19. Februar 2021 liessen A._____ und B._____ 

mit Schreiben vom 17. März 2021 Einsprache erheben. Sie stellten unter 

anderem den Antrag, die Aufrechnung der Abschreibung Traktor von 

CHF 117'600.00 sei aufzuheben. 

 

3. 

3.1. 

Mit Schreiben vom 14. Februar 2022 erstatteten das Kantonale Steueramt 

(KStA), Sektion natürliche Personen, und mit Schreiben vom 21. Februar 

2022 der leitende Landwirtschaftsexperte (LE) des KStA Berichte zur Ein-

sprache an die Steuerkommission F._____. Der LE KStA beantragte mit 

seinem Bericht eine reformatio in peius. 

 

3.2. 

A._____ und B._____ liessen mit Schreiben vom 18. März 2022 dazu 

Stellung nehmen. 

 

4. 

Mit Entscheid vom 30. Mai 2022 wies die Steuerkommission F._____ die 

Einsprache ab und erhöhte das steuerbare Einkommen um CHF 13'780.00 

auf CHF 887'480.00 und das steuerbare Vermögen um CHF 703'780.00 

auf CHF 6'515'780.00 (reformatio in peius). 

 

5. 

Den Einspracheentscheid vom 30. Mai 2022 (Zustellung am 27. Juni 2022) 

haben A._____ und B._____ mit Rekurs vom 29. August 2022 

(Postaufgabe am gleichen Tag) an das Spezialverwaltungsgericht, 

Abteilung Steuern, weiterziehen lassen. Sie stellen folgende Anträge: 

 

"1. In der Steuerveranlagung 2018 sei auf die Aufrechnung der Abschrei-
bung auf dem Traktor im Betrage von CHF 117'600 beim selbständigen 
Erwerbseinkommen zu verzichten. 

 - 3 - 

 

 

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge." 

 

Auf die Begründung wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen einge-

gangen. 

 

6. 

Das Gemeindesteueramt F._____ und das Kantonale Steueramt (KStA) 

beantragen die Abweisung des Rekurses. 

 

7. 

A._____ und B._____ liessen eine Replik erstatten. 

 

 

 

  

 - 4 - 

 

 

 
   

Das Gericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Der vorliegende Rekurs betrifft die Kantons- und Gemeindesteuern 2018. 

Massgebend für die Beurteilung sind das Steuergesetz vom 15. Dezember 

1998 (StG) und die Verordnung zum Steuergesetz vom 11. September 

2000 (StGV). 

 

2. 

Im Rekursverfahren ist nur noch die Aufrechnung der Sofortabschreibung 

des Traktors strittig. Die noch im Einspracheverfahren beanstandeten Auf-

rechnungen in Bezug auf die 2. Säule wurden mit Rekurs nicht (mehr) an-

gefochten. Somit ist nachfolgend ausschliesslich auf die Sofortabschrei-

bung einzugehen. 

 

3. 

3.1. 

Die Rekurrenten deklarierten mit der Steuererklärung einerseits Einkom-

men aus unselbständiger Erwerbstätigkeit und anderseits Einkommen aus 

Landwirtschaft und damit aus selbständiger Erwerbstätigkeit. Das der Re-

kurrent Einkommen aus Landwirtschaft erzielt und über Geschäftsvermö-

gen verfügt ist unbestritten. 

 

3.2. 

Im Dezember 2018 wurde dem Rekurrenten durch die C._____ AG ein 

Traktor (G) ausgeliefert (Kaufpreis: CHF 147'000.00 inkl. MWSt; vgl. 

Rechnung der C._____ AG vom tt.mm.2018). Der Kaufpreis war sofort 

fällig.  

 

Der Traktor wurde in der Buchhaltung 2018 mit dem Kaufpreis von 

CHF 147'000.00 aktiviert. Per 31. Dezember 2018 wurde sodann eine So-

fortabschreibung von CHF 117'600.00 (80 % des Buchwertes) vorgenom-

men. Der Buchwert per 31. Dezember 2018 betrug dementsprechend noch 

CHF 29'400.00. 

 

3.3. 

3.3.1. 

Die Steuerkommission F._____ ging im Veranlagungsverfahren davon aus, 

dass der Traktor überwiegend privat genutzt werde und dementsprechend 

nach der Präponderanzmethode dem Privatvermögen zuzuordnen sei. 

Folglich anerkannte sie die Sofortabschreibung von CHF 117'600.00 nicht 

und rechnete diese als "unzulässige Abschreibung Privatvermögen" (vgl. 

Veranlagungsdetails vom 19. Februar 2021) zum Einkommen aus selb-

ständiger Erwerbstätigkeit hinzu. 

 

 - 5 - 

 

 

3.3.2. 

Im Einspracheverfahren erstattete der LE KStA einen Bericht. Es wurde 

festgehalten, dass die Rekurrenten die Geschäftsmässigkeit des Traktors 

nicht nachgewiesen hätten. Gemäss eingereichter Buchhaltung seien nur 

noch Erträge aus Liegenschaften erzielt worden. Eine operative, selbstän-

dige Erwerbstätigkeit nicht mehr vorgelegen. Der Traktor diene nicht der 

selbständigen Erwerbstätigkeit. Es lägen nur Erträge aus Vermietung vor. 

Der Traktor sei daher zu Recht dem Privatvermögen zugewiesen worden.  

 

3.4. 

Im Einspracheentscheid verwies die Steuerkommission F._____ auf den 

Bericht des LE KStA. Weiter hielt sie in allgemeiner Weise fest, eine steuer-

pflichtige Person könne nicht frei wählen, ob sie selbständig oder unselb-

ständig erwerbend sei. 

 

3.5. 

Im Einspracheverfahren und mit Rekurs liessen die Rekurrenten geltend 

machen, es liege keine überwiegende private Nutzung des Traktors vor. 

Ein Traktor dieser Grösse sei weder für Einkäufe noch für Ausflüge geeig-

net. Ebenfalls sei er kein Liebhaberobjekt. Die Anschaffung des Traktors 

sei ausschliesslich zur geschäftlichen Nutzung erfolgt. Da verschiedene 

umliegende Betriebe Bedarf für einen solchen Traktor gehabt hätten, die 

Investitionen aber nicht hätten tätigen wollen oder können, sei der Traktor 

angeschafft worden.  

 

Weiter wurde geltend gemacht, der Rekurrent sei auch im Jahr 2018 un-

verändert Eigentümer eines Landwirtschaftsbetriebes gewesen, welcher 

sich im Geschäftsvermögen befinde. Teile der Liegenschaften seien seit 

2013 an den Sohn und die [...] an die D._____ AG verpachtet. Zudem seien 

Räumlichkeiten an Dritte vermietet worden. Weiter generiere der Rekurrent 

Erträge aus [...]. All diese Tätigkeiten seien Bestandteil der vom Rekur-

renten geführten Buchhaltung. Die Gewinne seien als Einkünfte aus selb-

ständiger Erwerbstätigkeit deklariert und veranlagt worden. Da der Rekur-

rent seine selbständige Erwerbstätigkeit nie aufgebeben habe, liege kein 

vergleichbarer Sachverhalt vor, wie er dem vom LE KStA zitierten Bundes-

gerichtentscheid vom 1. Mai 2020 (2C_332/2019) zu Grunde liege.  

 

Mit dem Kauf des Traktors im Jahr 2018 habe der Rekurrent ein zusätzli-

ches Geschäftsfeld erschlossen. Der Traktor werde zu marktgerechten 

Konditionen an verschiedene Betriebe vermietet. Im Wesentlichen komme 

der Traktor bei der D._____ AG und im Betrieb des Sohnes, daneben aber 

auch bei mindestens einem weiteren Betrieb jeweils gegen Entgelt zum 

Einsatz. Die damit generierten Einnahmen (2019: CHF 12'500.00; 

2020: CHF 16'400.00) seien als Betriebserträge verbucht worden.  

 

 - 6 - 

 

 

Der Rekurrent erfülle die Kriterien einer selbständigen Erwerbstätigkeit. Er 

habe Kapital und Arbeit in einer frei gewählten Organisation eingesetzt. Da-

mit habe er 2019 und 2020 mit der Vermietung des Traktors Umsätze er-

zielt, welche deutlich über den Kosten gelegen hätten. Generell richte der 

Rekurrent alle seine geschäftlichen Tätigkeiten immer auf eine Gewinner-

zielung aus. Auch der 2018 angeschaffte Traktor gehöre zum Geschäfts-

vermögen. Bereits 1998 sei ein Traktor gekauft worden, welcher nicht auf 

dem eigenen Betrieb eingesetzt, sondern zu 100 % an einen Drittbetrieb 

vermietet worden sei. Damit sei für den Betrieb ausschliesslich durch Miet-

erträge ein zusätzlicher Gewinn entstanden, welcher als Einkommen aus 

selbständiger Erwerbstätigkeit erfasst worden sei. Auch jener Traktor habe 

zum Geschäftsvermögen gehört. 

 

Der Traktor sei nach einer längeren Evaluation und der Bestellung im Juni 

2018 erst im Dezember 2018 ausgeliefert und eingelöst worden. Die 

Fremdnutzung sei bereits im Anschaffungsjahr erfolgt. Da im Kanton Aar-

gau Sofortabschreibungen nur im Anschaffungsjahr möglich seien, sei es 

unumgänglich gewesen, die Abschreibungen im Jahr 2018 vorzunehmen. 

 

3.5.1. 

Im Vernehmlassungsverfahren führte der LE KStA aus, dass gemäss Buch-

haltung 2019 und 2020 die Vermietung des Traktors ausschliesslich inner-

halb der Familie (an Sohn E._____ und an die eigene Firma D._____ AG) 

erfolgt sei. Lediglich einmal sei 2019 eine Vermietung an eine Drittperson 

für CHF 100.00 verbucht worden. Ansonsten seien nur Erträge aus der Lie-

genschaft (Vermietung, Verpachtung, [...]) ausgewiesen. Dass diese 

Erträge als selbständiges Erwerbseinkommen ausgewiesen worden seien, 

habe sich aus dem Umstand ergeben, dass die Liegenschaft im 

Geschäftsvermögen und nicht im Privatvermögen geführt worden sei. Es 

wurde daran festgehalten, dass der Sachverhalt dem vom Bundesgericht 

mit Urteil vom 1. Mai 2020 (2C_332/2019) beurteilten Sachverhalt 

entspreche.  

 

Eine eigentliche betriebliche Tätigkeit werde nicht geführt. Der Traktor 

werde zu keiner selbständigen Erwerbstätigkeit genutzt. Es habe lediglich 

eine Vermietung vorgelegen. Ein Einsatz von Arbeit und ein Auftreten ge-

gen aussen sei nicht erkennbar. Die Tätigkeit sei vergleichbar mit einer 

Wohnungsvermietung, welche als solche nicht als selbständige Erwerbstä-

tigkeit qualifiziere. Die Aufnahme des Traktors in die Buchhaltung vermöge 

für sich alleine die Zuteilung zum Geschäftsvermögen nicht zu bewirken. 

Die Zuordnung erfolge aufgrund der Präponderanzmethode. Da die Rekur-

renten selber keine Arbeiten mit dem Traktor ausgeübt hätten und nur Er-

träge aus Vermietung vorlägen, ergebe sich eine 100 %-ige private Nut-

zung. Nach der für die Beurteilung massgeblichen Präponderanzmethode 

gehöre der Traktor zum Privatvermögen der Rekurrenten. 

 

 - 7 - 

 

 

Ob eine Gewinnabsicht vorliege, werde sich in den kommenden Jahren 

zeigen. Jedenfalls habe die angebliche Erwerbstätigkeit aus der Vermie-

tung eines Traktors im Jahr 2018 mit einem Verlust von CHF 117'600.00 

gestartet. Rechne man diesen auf einen Zeitraum von 7 Jahren um, müss-

ten pro Jahr mindestens Mieterträge von CHF 16'800.00 eingehen. Dabei 

seien die laufenden Kosten wie insbesondere Versicherung und Reparatu-

ren, welche im Jahr 2019 CHF 3'157.00 und im Jahr 2020 CHF 4'759.00 

betragen, hätten, noch nicht berücksichtigt. Die Umsätze der Jahre 2019 

mit CHF 9'700.00 und 2020 mit CHF 16'400.00 hätten jedenfalls noch unter 

der Gewinnschwelle gelegen. Ein Zusammenhang mit den Abschreibun-

gen auf einem bis 2013 verwendeten Traktor sei nicht erkennbar. 

 

3.5.2. 

Die Rekurrenten machten mit der Replik geltend, von der Vorinstanz werde 

nicht beachtet, dass der gut ausgestattete Traktor mit einer bescheidenen 

Auslastung auch nach 7 Jahren einen Marktwert von mindestens 50 % der 

Anschaffungskosten habe. Damit liege die rechnerische Gewinnschwelle 

wesentlich tiefer als vom LE KStA angeführt. Im Geschäftsjahr 2021 sei ein 

Ertrag von CHF 18'800.00 erzielt worden und es seien Kosten von lediglich 

CHF 2'777.00 angefallen. Der Gewinn durch die Traktorvermietung habe 

im Jahr 2021 demnach CHF 16'023.00 betragen. 

 

4. 

4.1. 

Gemäss § 36 Abs. 2 lit. a StG werden bei selbständiger Erwerbstätigkeit 

unter anderem die ausgewiesenen Abschreibungen auf dem Geschäftsver-

mögen zum Abzug zugelassen. Die Abschreibungen sollen den effektiv ein-

getretenen, periodengerecht abgegrenzten Wertverminderungen entspre-

chen. Die Feststellung der wirklichen Entwertung eines Vermögensobjek-

tes bereitet jedoch oft erhebliche Schwierigkeiten. Die Veranlagungsbe-

hörde ist normalerweise nicht in der Lage, das Ausmass der effektiven Ent-

wertung jedes einzelnen Aktivums zu überprüfen. Das zulässige Mass der 

Abschreibung ist daher durch Schätzung zu ermitteln. In der Praxis wird 

diesbezüglich regelmässig auf die von der Eidgenössischen Steuerverwal-

tung in den einschlägigen Merkblättern publizierten Abschreibungssätze 

abgestellt. Dies garantiert eine Berechnung der Abschreibungen in den ein-

zelnen Branchen nach einheitlichen Sätzen. In diesem Sinn wird die ge-

schäftsmässige Begründetheit der Abschreibungen regelmässig aufgrund 

pauschaler Abschreibungssätze beurteilt. Der Steuerpflichtige kann zwar 

auch vom System der Abschreibungssätze abweichen, wenn er glaubhaft 

machen kann, dies entspreche seiner Unternehmung besser und er damit 

die geschäftsmässige Begründetheit belegt. Hat er sich jedoch für eine Ab-

schreibungsmethode entschieden, so muss er sich dabei behaften lassen. 

Ein Methodenwechsel ist nur zulässig, wenn er aus triftigen innerbetriebli-

chen Gründen erfolgt. Ein einmal gewähltes Abschreibungsverfahren muss 

in diesem Sinn in der Regel dauernd beibehalten werden und es darf keine 

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steuerplanerisch bedingten Änderungen erfahren (vgl. AGVE 1996 S. 222; 

VGE vom 21. Oktober 2009 [WBE.2009.4]). 

 

4.2. 

Auf beweglichen Gegenständen des Anlagevermögens kann die Differenz 

zwischen dem Anlagewert und dem Endwert sofort abgeschrieben werden. 

Endwert ist der Wert, den der abzuschreibende Gegenstand in dem Zeit-

punkt haben wird, in welchem er aus dem Betrieb ausscheidet. Er beträgt 

in der Regel 20 % des Anlagewertes (§ 20 Abs. 1 StGV; vgl. auch AGVE 

2001 S. 409 [mit Hinweisen]). Gegenstände, für welche die Sofortabschrei-

bung beansprucht wird, sind auf einem separaten Konto zu verbuchen, das 

den Anlagewert und Endwert jedes einzelnen Postens im Detail ausweist. 

Den Steuerbehörden ist nebst der Bilanz eine Abschreibungstabelle zur 

Verfügung zu stellen. Steuerpflichtige, welche diese buchmässigen Anfor-

derungen nicht erfüllen, können die Sofortabschreibung nicht geltend ma-

chen (§ 20 Abs. 2 StGV). Die Sofortabschreibung kann ausserdem nicht 

beansprucht werden, sofern auf den fraglichen Gegenständen bereits nach 

den Normalsätzen abgeschrieben wurde (§ 20 Abs. 3 StGV). 

 

5. 

5.1. 

Eine Abschreibung, und damit auch eine Sofortabschreibung im Sinne von 

§ 20 StGV, ist nur auf Geschäftsvermögen zulässig. Es ist daher vorab die 

Vermögensqualifikation des Traktors (G) zu prüfen. 

 

5.2. 

5.2.1. 

Als Geschäftsvermögen gelten alle Vermögenswerte, die ganz oder vor-

wiegend der selbständigen Erwerbstätigkeit dienen (§ 27 Abs. 2 Satz 3 

StG). Gemischt genutzte Wirtschaftsgüter sind nach der sogenannten Prä-

ponderanzmethode entweder voll dem Geschäfts- oder voll dem Privatver-

mögen zuzurechnen. 

 

5.2.2. 

Ob ein Wertgegenstand dem Privat- oder dem Geschäftsvermögen zuzu-

ordnen ist, entscheidet sich aufgrund einer Würdigung aller in Betracht 

kommenden tatsächlichen Umstände. Ausschlaggebendes Zuteilungskrite-

rium ist dabei, wie sich aus der zitierten gesetzlichen Begriffsumschreibung 

ergibt, die aktuelle technisch-wirtschaftliche Funktion des fraglichen Ver-

mögensgegenstands. Massgebend ist also in erster Linie, ob der Gegen-

stand tatsächlich dem Geschäft dient (vgl. BGE 133 II 420, Erw. 3.2 und 

3.3; BGE 120 Ia 349,  Erw. 4c/aa; Bundesgerichtsurteile vom 24. August 

2017 [2C_1037/2016], Erw. 4.2, vom 25. April 2017 [2C_41/2016 und 

2C_42/2016] und vom 27. November 2013 [2C_515/2013], Erw. 2.1). Ob 

ein Vermögensgegenstand aufgrund seiner technisch-wirtschaftlichen 

Funktion der selbständigen Erwerbstätigkeit dient, bestimmt sich nach dem 

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Willen der steuerpflichtigen Person. Diese widmet Vermögensgegenstände 

– etwa durch Sacheinlage, Investition oder Eigenproduktion – geschäftli-

chen Zwecken, indem sie sie zu Produktionsfaktoren in der geschäftlichen 

Leistungserstellung macht. In diesem Sinne ist jedes Geschäftsvermögen 

gewillkürt. Diese Widmung ist ein subjektiver Vorgang. Für die Beantwor-

tung der Zuteilungsfrage kann aber nicht auf einzelne, beliebige Willenser-

klärungen der steuerpflichtigen Person abgestellt werden. Massgebend 

sind nicht deren bloss formelle Äusserungen über die Zuteilung eines Ver-

mögensgegenstandes zum Geschäfts- oder zum Privatvermögen, sondern 

deren (effektiver) Wille hinsichtlich des tatsächlichen Dienens dieser Ver-

mögensgegenstände zu geschäftlichen Zwecken. Das blosse Wollen bzw. 

hiezu den Steuerbehörden abgegebene Erklärungen genügen nicht. Viel-

mehr muss der Widmungswille in den tatsächlichen Verhältnissen zum 

Ausdruck gebracht, d.h. effektiv verwirklicht worden sein. Massgebend ist 

somit eine objektivierte Willenserklärung (vgl. Martin Arnold, Geschäfts- 

und Privatvermögen im schweizerischen Einkommenssteuerrecht, in: ASA 

75, S. 280 f.).   

 

5.2.3. 

Die subjektive Widmung der Vermögenswerte durch den Geschäftsinhaber 

als Geschäftsvermögen äussert sich vor allem in der buchmässigen Erfas-

sung. Die Aufnahme eines Vermögenswertes in die Bilanz stellt nach der 

bundesgerichtlichen Praxis ein gewichtiges Indiz dafür dar, dass dieser 

zum Geschäftsvermögen gehört, sofern er nicht ausdrücklich als Privatver-

mögen gekennzeichnet und der damit zusammenhängende Aufwand und 

Ertrag nicht konsequent über das Privatkonto gebucht wird. Die buchmäs-

sige Behandlung stellt ein Indiz für die Zuteilung dar, welches nur schwer 

zu widerlegen ist. Wenn die Verbuchung aber nicht im Einklang mit den 

tatsächlichen Verhältnissen erfolgt, geht die Indizwirkung der Bilanzierung 

von Geschäftsvermögen verloren (vgl. Kommentar zum schweizerischen 

Steuerrecht, Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, 4. Auflage, Ba-

sel 2022, Art. 18 DBG N 44 ff.). Ein Gegenstand stellt aufgrund seiner tech-

nisch-wirtschaftlichen Funktion auch dann Geschäftsvermögen dar, wenn 

er nicht in die Buchhaltung aufgenommen worden ist. Zu berücksichtigen 

ist also nicht nur die formelle Aufnahme (oder Nichtaufnahme) in die Bilanz, 

sondern die konkrete buchhalterische Behandlung insgesamt, so u.a. auch 

etwa die Vornahme von Abschreibungen oder die Verbuchungsweise von 

einschlägigen Aufwands- und Ertragspositionen. Von Bedeutung kann 

ebenfalls die Qualität der Buchführung der steuerpflichtigen Person sein 

(Bundesgerichtsurteile vom 25. April 2017 [2C_41/2017, 2C_42/2017], 

Erw. 5.2 und 5.3, und vom 9. Dezember 2016 [2C_308/2016, 2C_309/ 

2016], Erw. 3.4 mit weiteren Hinweisen). 

 

5.2.4. 

Wo das Gesetz es nicht anders bestimmt, gilt im Steuerverfahren in ent-

sprechender Anwendung des in Art. 8 ZGB niedergelegten Grundsatzes, 

 - 10 - 

 

 

dass derjenige das Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu bewei-

sen hat, der aus ihr Rechte ableitet. Die Veranlagungsbehörde trägt dem-

zufolge die Beweislast für Tatsachen, welche die Steuerschuld begründen 

oder erhöhen, der Steuerpflichtige für Tatsachen, welche die Steuerschuld 

aufheben oder mindern (vgl. BGE 140 II 248, 133 II 153; Urteil des Bun-

desgerichts vom 15. September 2014 [2C_112/2014]; VGE vom 30. März 

2011 [WBE.2011.2], VGE vom 27. Januar 2010 [WBE.2009.268]; Kom-

mentar zum Aargauer Steuergesetz, 5. Auflage, Muri-Bern 2023, § 174 StG 

N 28).  

 

5.2.5. 

Gemäss § 174 StG müssen die von der steuerpflichtigen Person angebo-

tenen Beweise abgenommen werden, soweit sie geeignet sind, die für die 

Veranlagung erheblichen Tatsachen festzustellen. Dabei sind die Beweise 

durch die Behörde zu würdigen. Im aargauischen Steuerrecht gilt allgemein 

der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Ob Beweismittel glaubwürdig 

sind, obliegt der freien Würdigung durch die entscheidenden Behörden. Ist 

der absolute Beweis nicht möglich, ist in Würdigung der gesamthaften Ver-

hältnisse gestützt auf Lebenserfahrung zu entscheiden. Freie Beweiswür-

digung ist nicht Willkür (vgl. Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, 

a.a.O., § 174 StG N 27, mit Hinweisen). 

 

5.3. 

5.3.1. 

Der Rekurrent führt für seine selbständige Erwerbstätigkeit eine eigene 

Buchhaltung. Es liegt somit eine Trennung des Privatvermögens und des 

Geschäftsvermögens vor. Der Traktor wurde im Anschaffungsjahr 2018 in 

der Buchhaltung aktiviert. Damit hat der Rekurrent grundsätzlich bekundet, 

den Traktor einer selbständigen Erwerbstätigkeit dienstbar zu machen. Die 

buchhalterische Behandlung des Traktors spricht damit klar für Geschäfts-

vermögen. Die Aufnahme eines Vermögenwertes in die Bilanz stellt ein ge-

wichtiges Indiz dafür dar, dass dieser zum Geschäftsvermögen gehört, so-

fern dieser nicht ausdrücklich als Privatvermögen gekennzeichnet und der 

damit zusammenhängende Aufwand und Ertrag nicht konsequent über das 

Privatkonto gebucht wird.  

 

Die Aufnahme in die Buchhaltung allein vermag jedoch nicht die Zuteilung 

eines Vermögenswertes zum Geschäftsvermögen bewirken. Für die defini-

tive Zuteilung eines Vermögenswertes zum Geschäftsvermögen oder zum 

Privatvermögen ist auf die aktuelle technisch-wirtschaftliche Funktion eines 

Wirtschaftsgutes abzustellen. Massgebend ist in erster Linie, ob der Ge-

genstand tatsächlich der Erzielung von Gewinn in der selbständigen Er-

werbstätigkeit dient. 

 

 - 11 - 

 

 

5.3.2. 

Gemäss den eingereichten Buchhaltungen wurden mit der Traktorvermie-

tung 2019 CHF 9'700.00, 2020 CHF 16'400.00 und 2021 CHF 18'800.00 

an Erträgen generiert. Dem standen Aufwände von CHF 4'687.50 (2020) 

und CHF 2'777.20 (2021) gegenüber (Der Aufwand für das Geschäftsjahr 

2019 lässt sich den Akten nicht entnehmen; gemäss den Angaben des LE 

KStA betrug der Aufwand für Versicherungen und  Reparaturen im Jahr 

2019 CHF 3'157.00). Insgesamt resultierten daraus Ertragsüberschüsse 

von CHF 11'712.50 (2020) und CHF 16'022.80 (2021). Der Vorinstanz ist 

sodann zuzustimmen, dass die Traktorvermietung im Jahr 2018 mit einem 

Verlust von CHF 117'600.00 (Sofortabschreibung) startete.  

 

Zwar beschränkt sich die Möglichkeit zur Verlustverrechnung auf die Ver-

luste aus den sieben der Steuerperiode vorangegangen Geschäftsjahre, 

soweit diese  bei der Berechnung des steuerbaren Einkommens dieser 

Jahre noch nicht berücksichtigt werden konnten (§ 39 Abs. 1 StG). Auf der 

anderen Seite lässt diese Betrachtung die wohl regelmässig längere "Le-

bensdauer" des Traktors und dessen Restwert nach sieben Jahren – in 

Beachtung der mit dem Fahrzeug verrichteten Arbeiten – ausser Acht. Wei-

ter ist dazu festzuhalten, dass jede Investition stets ein gewisses Verlustri-

siko mit sich bringt. Ob die vom Rekurrenten getätigte Investition sich ge-

lohnt hat oder nicht, wird sich erst in einigen Jahren zeigen. Unabhängig 

davon ist jedoch bereits jetzt aus den eingereichten Buchhaltungen ersicht-

lich, dass mit der Traktorvermietung ein Gewinn erzielt werden kann. Dar-

aus ist die Gewinneignung abzuleiten.  

 

5.3.3. 

Entgegen der Auffassung der Vorinstanz, kann der vorliegende Sachver-

halt nicht mit dem vom Bundegericht mit Urteil vom 1. Mai 2020 [2C_332/ 

2019] beurteilten Sachverhalt verglichen werden. Das Bundesgericht hatte 

in seinem Entscheid darüber zu befinden, ob die teilweise Verpachtung und 

teilweise Veräusserung eines Geschäftsvermögens als definitive Aufgabe 

der selbstständigen Erwerbstätigkeit zu würdigen ist. Vorliegend ist unbe-

stritten, dass die liegenschaftlichen Werte der Rekurrenten zum Geschäfts-

vermögen gehören. Sodann war vom Bundesgericht nicht die Zugehörig-

keit eines Alternativgutes zum Geschäfts- oder Privatvermögen zu beurtei-

len. 

 

Weiter wird der Traktor auch für den Gartenunterhalt im Landwirtschafts-

betrieb gebraucht. Es ist sodann kein Einsatz des Traktors für private Zwe-

cke ersichtlich. Das spricht nach der Präponderanzmethode der tatsächlich 

überwiegenden bzw. ausschliesslichen geschäftlichen Nutzung entspre-

chend für Geschäftsvermögen. 

 

 - 12 - 

 

 

5.4. 

Insgesamt ist festzuhalten, dass der Traktor überwiegend bzw. aus-

schliesslich einer selbständigen Erwerbstätigkeit des Rekurrenten dient. 

Der Traktor ist daher zum Geschäftsvermögen des Rekurrenten zu rech-

nen. Die vorgenommene Sofortabschreibung von CHF 117'600.00 ent-

spricht den Voraussetzungen von § 20 StGV. Sie ist daher geschäftsmäs-

sig begründet. Die Aufrechnung der Abschreibung von CHF 117'600.00 ist 

zu streichen. 

 

6. 

Die Vorinstanz hat den Traktor G mit einem Vermögenssteuerwert von 

CHF 102'900.00 erfasst. Sie hat dabei die Grundsätze für den "Steuerwert 

Personenwagen mit 1. Inverkehrsetzung 2018" angewandt. (Veran-

lagungsdetails vom 19. Februar 2021). Der Buchwert in Berücksichtigung 

der Sofortabschreibung beträgt CHF 29'400.00. Das satzbestimmende 

Vermögen ist dementsprechend um CHF 73'500.00 zu reduzieren. 

 

7. 

Im Ergebnis erweist sich der Rekurs als begründet. Der Rekurs ist gutzu-

heissen. Das satzbestimmende Einkommen reduziert sich von 

CHF 981'895.00 um CHF 117'600.00 auf CHF 864'295.00. Das satzbestim-

mende Vermögen reduziert sich von CHF 6'810'612.00 um CHF 73'500.00 

auf CHF 6'737'112.00. 

 

8. 

Die Steuerkommission F._____ wird angewiesen, eine neue 

Steuerausscheidung vorzunehmen. 

 

9. 

9.1. 

Bei diese Verfahrensausgang sind die Kosten des Rekursverfahrens auf 

die Staatskasse zu nehmen (§ 189 Abs. 1 StG). 

 

9.2. 

Sodann ist den Rekurrenten für die Vertretung im Rekursverfahren eine 

Parteientschädigung auszurichten (§ 189 Abs. 2 StG). Die Kostennote der 

Vertreterin beläuft sich auf CHF 3'043.75 (inkl. MWSt). Da lediglich der im 

Rekursverfahren durch die Vertretung entstandene Aufwand geltend ge-

macht werden kann, ist die Kostennote zu kürzen.  

 

Mit der eingereichten Kostennote werden unter dem Titel "Rekapitulation 

Leistungsgruppe" Kosten für "Einsprache/Rekurs/Vollmacht/Steuerver-

handlung" geltend gemacht. Wie ausgeführt sind Aufwendungen  aus dem 

(unentgeltlichen) Veranlagungs- und Einspracheverfahren nicht zu ent-

schädigen. Dementsprechend ist die geltend gemachte Entschädigung um 

die geschätzten Aufwendungen für die "Einsprache/Steuerverhandlung" 

 - 13 - 

 

 

(im Rekursverfahren wurde keine Verhandlung durchgeführt) herabzuset-

zen. Es wird eine Entschädigung von CHF 1'620.00 (12 Std. à CHF 135.00; 

inkl. MWSt und Auslagen) ausgerichtet.  

 

 

  

 - 14 - 

 

 

 
   

Das Gericht erkennt: 

 

1. 

In Gutheissung des Rekurses werden das satzbestimmende Einkommen 

auf CHF 864'295.00 (davon CHF 100'000.00 Beteiligungsertrag) und das 

satzbestimmende Vermögen auf CHF 6'737'112.00 festgesetzt. 

 

2. 

Die Steuerkommission F._____ wird angewiesen, eine neue 

Steuerausscheidung vorzunehmen. 

 

3. 

Die Kosten des Rekursverfahrens werden auf die Staatskasse genommen. 

 

4. 

Es wird eine Parteientschädigung von CHF 1'620.00 (inkl. MWSt) ausge-

richtet. 

 

 
 

   

Zustellung an: 

die Vertreterin der Rekurrenten (2) 

das Kantonale Steueramt  

das Gemeindesteueramt F._____ 

 

 

 
 

   

Rechtsmittelbelehrung  

 

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Be-

schwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Aargau angefochten 

werden. Die Beschwerde ist in doppelter Ausfertigung beim Spezialver-

waltungsgericht, Obere Vorstadt 37, 5001 Aarau, einzureichen. Die 

Frist steht still vom 7. Tag vor bis und mit dem 7. Tag nach Ostern, vom 

15. Juli bis und mit 15. August und vom 18. Dezember bis und mit dem 

2. Januar. Die unterzeichnete Beschwerdeschrift muss einen Antrag, wie 

der Entscheid zu ändern sei, sowie eine Begründung enthalten. Der ange-

fochtene Entscheid und als Beweismittel angerufene Urkunden sind beizu-

legen (§§ 28 und 43 f. des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 

4. Dezember 2007 [VRPG] in Verbindung mit Art. 145 Abs. 1 der Schwei-

zerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 [ZPO]; §§ 187, 

196 und 198 des Steuergesetzes vom 15. Dezember 1998 [StG]). 

  

 - 15 - 

 

 

 

 
   

Aarau, 21. März 2024 

 

Spezialverwaltungsgericht 

Steuern 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Heuscher Betsche