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**Case Identifier:** 8cce6c2b-305d-530a-b9ba-beeb96dc04b5
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-16
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Zivilkammern 16.12.2022 ZVE.2022.27
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_001_ZVE-2022-27_2022-12-16.pdf

## Full Text

Obergericht 

Zivilgericht, 2. Kammer 

 

 

ZVE.2022.27 
(VZ.2018.18)  

 

 

Urteil vom 16. Dezember 2022 
 

 

Besetzung  Oberrichter Six, Präsident 

Oberrichterin Vasvary 

Oberrichter Egloff 

Gerichtsschreiberin M. Stierli 

 

 
   

Klägerin   A._____, 

[…] 

vertreten durch Rechtsanwalt Peter Krepper, 

[…] 

 

 
   

Beklagte   Booking.com BV, 

[…] 

vertreten durch Rechtsanwalt Rafael Brägger, 

[…] 

 

 

 
 

Gegenstand  Forderung 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

 

 
   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Die Klägerin buchte über die Internetplattform der Beklagten die Ferienvilla 

L. in Miami für einen Ferienaufenthalt ihrer Familie und der befreundeten 

Familie C.. Da sie den Bezug der Ferienvilla sowohl am Tag der Ankunft 

als auch nach einer weiteren Besichtigung am Folgetag als unzumutbar 

erachteten, bezogen sie für ihren Aufenthalt in Miami ein Hotel. 

 

1.2. 

Die Klägerin erhob am 4. Dezember 2018 beim Bezirksgericht Laufenburg 

Klage gegen die Beklagte (Booking.com BV) sowie die Booking.com 

(Schweiz) AG und beantragte: 

 
1. 
Die Beklagten seien in solidarischer Haftung zu verpflichten, der Klägerin zu bezahlen: 
 
1.1 CHF 20'768.20 (Rückerstattung Mietzins für die Villa L.) 

1.2 CHF 1'541.25 (vermögenswert-vernichtete Urlaubstage) 

1.1 und 1.2 zuzüglich Verzugszinsen von 5% ab dem 17.8.2018 

2. 
eventualiter sei die Klageforderung Ziffer 1.1 hiervor in US-$ 20'840 zu erstatten, ebenso 
zuzüglich Verzugszinsen von 5% seit dem 17.8.2018;  
 
unter Kosten und Entschädigungsfolgen inkl. CHF 300 Schlichtungsverfahren zulasten der 
dafür solidarisch haftbar zu erklärenden Beklagten. 

 

1.3. 

Mit Klageantwort vom 29. April 2019 beantragten die Beklagten die 

vollumfängliche Abweisung der Klage unter Kosten- und Entschädigungs-

folgen zu Lasten der Klägerin. 

 

1.4. 

Mit Replik vom 24. Juni 2019 und Duplik vom 30. September 2019 hielten 

die Parteien an ihren Anträgen fest. 

 

1.5. 

Am 23. Juni 2020 wurde eine Instruktionsverhandlung zur Frage des 

anwendbaren Rechts, zur Passivlegitimation der Booking.com (Schweiz) 

AG, zum Ablauf des Beweisverfahrens sowie zur Führung von Vergleichs-

gesprächen durchgeführt. 

 

1.6. 

Am 9. Mai 2021 wurde die Zeugin E. und am 16. Juni 2021 der Zeuge F. 

rechtshilfeweise befragt. 

 - 3 - 

 

 

 

 

1.7. 

Am 22. November 2021 fand die Hauptverhandlung vor der Präsidentin des 

Bezirksgerichts Laufenburg mit Befragung der Zeugen G., A.C., B.C. und 

H. sowie der Parteien (I. für die Beklagte, Dr. J. für die Booking.com 

(Schweiz) AG) statt. 

 

1.8. 

Mit Verfügung vom 29. November 2021 wurde eine schriftliche Auskunft bei 

der M. AG eingeholt. Diese wurde am 22. Dezember 2021 erstattet. 

 

1.9. 

Mit Urteil vom 17. März 2022 erkannte die Präsidentin des Bezirksgerichts 

Laufenburg: 

 

1.  
Die Klage gegen die Beklagte 1 [Booking.com (Schweiz) AG] wird mangels 
Passivlegitimation abgewiesen. 
 
2. 
Die Beklagte 2 [Beklagte] wird verpflichtet, der Klägerin US $ 20'840.00 zzgl. Zins zu 5 % 
seit 17. August 2018 zu bezahlen. 
 
3. 
Soweit mehr oder anderes verlangt wird, wird die Klage der Klägerin abgewiesen. 
 
4. 
Die Beklagte 2 hat der Klägerin die Hälfte der Pauschale für das friedensrichterliche 
Schlichtungsverfahren von Fr. 300.00, d.h. Fr. 150.00, zu ersetzen. 
 
5. 
Die Gerichtskosten bestehen aus: 

a) der Entscheidgebühr von Fr.  3'830.00 
b) den Kosten der Beweisführung von  Fr.  129.60 
c) den Kosten für die Übersetzung von  Fr.  2'452.63 
d) den Kosten für die Vertretung des Kindes von  Fr.  0.00 

Total Fr.  6'412.23 
 
Die Gerichtskosten werden der Klägerin und der Beklagten 2 je zur Hälfte, d.h. mit 
Fr. 3'206.10 bzw. Fr. 3'06.13 auferlegt. Sie werden mit dem Vorschuss der Klägerin von 
Fr. 2'600.00 verrechnet. Die Klägerin und die Beklagte 2 haben dem Gericht Fr. 606.10 
bzw. Fr. 3'206.13 nachzuzahlen. 

  

 - 4 - 

 

 

 

 
6. 
6.1. 
Die Klägerin hat der Beklagten 1 eine richterlich festgesetzte Parteientschädigung von 
Fr. 1'593.10 (inkl. Mehrwertsteuer von Fr. 113.90) zu bezahlen. 
 
6.2. 
Die Beklagte 2 hat der Klägerin eine richterlich festgesetzte Parteientschädigung von 
Fr. 5'265.50 (inkl. Mehrwertsteuer von Fr. 376.45) zu bezahlen. 
 
6.3. 
Im Übrigen hat die Klägerin ihre eigenen Parteikosten selber zu tragen. 
 
6.4. 
Die Beklagte 2 hat ihre eigenen Parteikosten selber zu tragen. 

 

2. 

2.1. 

Die Beklagte erhob am 2. Mai 2022 Berufung gegen das ihr am 18. März 

2022 zugestellte begründete Urteil und beantragte, es sei Ziff. 2 des Urteils 

der Präsidentin des Bezirksgerichts Laufenburg vom 17. März 2022 aufzu-

heben und die Klage in Bezug auf die Beklagte vollumfänglich abzuweisen, 

eventualiter sei die Sache zur neuen Beurteilung und Entscheidung unter 

Bindung an die Erwägungen des Obergerichts zurückzuweisen. Weiter 

seien die Kosten- und Entschädigungsfolgen des vorinstanzlichen 

Verfahrens gemäss Ziff. 4, Ziff. 5, Ziff. 6.2 und Ziff. 6.4 des angefochtenen 

Entscheids vollumfänglich zu Lasten der Klägerin festzusetzen, unter 

Kosten- und Entschädigungsfolgen des Berufungsverfahrens zu Lasten der 

Klägerin. 

 

2.2. 

Mit Berufungsantwort vom 15. Juni 2022 beantragte die Klägerin, die 

Berufung sei abzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu 

Lasten der Beklagten. Zudem erhob sie Anschlussberufung und bean-

tragte, Ziff. 6.2 des Urteils der Präsidentin des Bezirksgerichts Laufenburg 

vom 17. März 2022 sei dahingehend abzuändern, dass die Beklagte dazu 

verpflichtet wird, der Klägerin eine angemessene höhere Parteientschädi-

gung, mindestens jedoch den Betrag von Fr. 19'988.50 zu bezahlen, unter 

Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beklagten. 

 

2.3. 

Mit Anschlussberufungsantwort und Stellungnahme zur Berufungsantwort 

vom 19. August 2022 beantragte die Beklagte die Abweisung der An-

schlussberufung der Klägerin, soweit darauf einzutreten sei.  

 

2.4. 

Am 5. September 2022 reichte die Klägerin eine freigestellte Stellung-

nahme ein. 

  

 - 5 - 

 

 

 

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Die Vorinstanz hat die Klage betreffend die Rückerstattung des Mietzinses 

für die Villa L. im Umfang von US $ 20'840.00 gegenüber der Beklagten 

gutgeheissen. Sie erwog, die Beklagte sei als (Quasi)-Veranstalterin einer 

Pauschalreise zu betrachten, weshalb das Pauschalreisegesetz (PauRG) 

analog anzuwenden sei. Sie bejahte in Anwendung von Art. 13 PauRG das 

Vorliegen eines qualifizierten Reisemangels und ein Kündigungsrecht der 

Klägerin am 18. Juli 2018 mit Wirkung ex nunc. Zudem sei der Mietpreis für 

die Ferientage vom 17. und 18. Juli 2018 im Umfang von 100% zu mindern 

(vorinstanzliches Urteil E. 7 f.). 

 

2. 

Zwischen den Parteien ist unbestritten, dass die Klägerin am 7. Februar 

2018 über die Beklagte die « […] Villa L. […] » in Miami für die Zeit vom 

17. bis 27. Juli 2018 zu einem Preis von USD 18'000.00 gebucht hat 

(Klagebegründung Rz. 8; Klageantwort Rz. 77). 

 

3. 

3.1. 

Strittig ist zunächst, was für ein Rechtsverhältnis zwischen den Parteien 

zustande gekommen ist und damit einhergehend aus welchem Rechts-

grund ein Anspruch der Klägerin gegenüber der Beklagten zu prüfen ist. 

 

Die Beklagte stellt sich auf den Standpunkt, sie stelle ausschliesslich die 

Online-Plattform zur Verfügung bzw. agiere als Vermittlerin (Klageantwort 

Rz. 23 ff.), wohingegen die Klägerin die Auffassung vertritt, die Beklagte 

könne als Reiseveranstalterin bzw. «Mikro Tour Operator» gesehen 

werden und erwecke den Eindruck, selbst (Zwischen-)Vermieterin der 

Ferienvilla zu sein (Klagebegründung Rz. 16). 

 

3.2. 

Die Beklagte wendet sich mit Berufung gegen die analoge Anwendung des 

PauRG sowie die Qualifikation als (Quasi-)Veranstalterin einer Pauschal-

reise. Sie habe von der Klägerin kein Entgelt erhalten und habe nur eine 

Dienstleistung vermittelt. Die Klägerin habe die Allgemeinen Geschäfts-

bedingungen (AGB) der Beklagten gültig übernommen. Aus diesen ergebe 

sich, dass bei Buchungen über ihre Website der Anbieter der Unterkunft 

der Vertragspartner des Kunden sei (Berufung Ziff. III.1; Ziff. IV.1; Ziff. IV.2). 

 

3.3. 

Als Pauschalreise gilt gemäss Art. 1 Abs. 1 PauRG die im Voraus 

festgelegte Verbindung von mindestens zwei wesentlichen touristischen 

 - 6 - 

 

 

 

Dienstleistungen (Beförderung; Unterbringung; andere touristische Dienst-

leistung, die nicht Nebenleistung von Beförderung oder Unterbringung ist 

und einen beträchtlichen Teil der Gesamtleistung ausmacht), wenn diese 

Verbindung zu einem Gesamtpreis angeboten wird und länger als 24 

Stunden dauert oder eine Übernachtung einschliesst. 

 

Als touristische Dienstleistung gilt nur das, was der Reisende während 

seiner Reise erhält, weshalb beispielsweise die Tätigkeit des Mäklers nicht 

darunter fällt. Der Pauschalreisevertrag zeichnet sich durch die Tätigkeit 

des Veranstalters aus, der ein Produkt entwirft, Leistungen kombiniert und 

diese als Ganzes vermarktet. Das PauRG ist hingegen nicht anwendbar, 

wenn der Reisende seine Reise selbst organisiert und dafür die verschiede-

nen notwendigen Verträge abschliesst. Betrifft der Vertrag nicht den 

Verkauf einer ganz oder teilweise organisierten Reise, sondern nur die 

entgeltliche Gebrauchsüberlassung einer Sache, handelt es sich nicht um 

eine Pauschalreise (BGE 139 III 217 E. 2.1.3 f.).  

 

Es ist unbestritten, dass die Klägerin lediglich die Unterbringung in der Villa 

L. über die Beklagte gebucht hat (Klagebegründung Rz. 8 und 13; 

Klageantwort Rz. 77 und 86). Damit liegt nur eine einzelne touristische 

Dienstleistung vor und es handelt sich nicht um eine Pauschalreise im 

Sinne des PauRG. Das PauRG findet deshalb keine Anwendung auf den 

vorliegenden Sachverhalt und die Beklagte ist keine Veranstalterin einer 

Pauschalreise. 

 

3.4. 

Gemäss der vor Inkrafttreten des PauRG ergangenen bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung in BGE 115 II 474 finden auf das gewerbsmässige 

Ferienwohnungsgeschäft die zum Reisevertrag entwickelten Grundsätze 

Anwendung (E. 2a). Daraus kann entgegen der Vorinstanz (vorinstanzli-

ches Urteil E. 7.2) und einzelnen Lehrmeinungen (WIEDE, Reiserecht, 

2014, Rz. 604 ff.; HANGARTNER, Das neue Bundesgesetz über Pauschalrei-

sen, 1997, S. 17; vgl. ROBERTO, in: Basler Kommentar Obligationenrecht I, 

7. Aufl. 2020, N.  6 zu Art. 1 PauRG) allerdings nicht geschlossen werden, 

dass – nachdem die früheren Grundsätze des Reiseveranstaltungsvertrags 

jetzt im PauRG geregelt sind – bei der Zurverfügungstellung einer 

Ferienwohnung die Bestimmungen des PauRG analog anwendbar sind. 

Der zum Reisevertrag entwickelte Grundsatz, den das Bundesgericht in 

diesem Entscheid auf das gewerbsmässige Ferienwohnungsgeschäft 

anwendete, betraf die Unterscheidung zwischen Vermittler und 

Veranstalter bzw. Vermieter. Das Bundesgericht erwog, dass sich die 

Haftung des gewerbsmässigen Anbieters von Ferienwohnungen – wie 

beim Reisevertrag – unterschiedlich gestalte, je nachdem ob der Anbieter 

bloss als Vermittler oder weitergehend als Veranstalter zu betrachten sei. 

Im ersten Fall habe er nur für die Sorgfalt in der Geschäftsbesorgung nach 

Massgabe des Auftragsrechtes einzustehen, im zweiten zusätzlich für den 

 - 7 - 

 

 

 

Eintritt des Veranstaltungserfolges. Ob das eine oder andere zutreffe, sei 

aus Sicht des Kunden zu beurteilen (BGE 115 II 474 E. 2a). Den 

geschuldeten Veranstaltungserfolg beurteilte das Bundesgericht jedoch 

nicht nach dem – vor Inkrafttreten des PauRG – auf den eigentlichen 

Reiseveranstaltungsvertrag anwendbaren Werkvertragsrecht, sondern 

nach Mietrecht, weil der Vertrag einzig die Benützung einer Sache und kein 

vielfältiges Leistungsbündel wie beim eigentlichen Reiseveranstaltungs-

vertrag betraf (BGE 115 II 474 E. 2c). Es grenzte damit die Vermietung 

einer Ferienwohnung klar vom eigentlichen Reiseveranstaltungsvertrag, 

der heute im PauRG geregelt ist, ab und unterstellte die Verträge 

ausdrücklich nicht demselben Recht. Aus dem Entscheid ist folglich nicht 

der Schluss zu ziehen, dass das PauRG analog auf das gewerbsmässige 

Ferienwohnungsgeschäft anzuwenden ist, sondern, dass die Abgrenzung 

zwischen Vermittler und Veranstalter bzw. Vermieter bei Gebrauchs-

überlassung einer Sache nach vertrauenstheoretischen Gesichtspunkten 

aus der Sicht des Kunden vorzunehmen ist. Entscheidend ist damit, wen 

die Klägerin nach den gesamten Umständen in Bezug auf die Miete der 

Ferienvilla als ihren Vertragspartner ansehen durfte und musste. 

 

3.5. 

3.5.1. 

Entgegen der Vorinstanz (vgl. vorinstanzliches Urteil E. 6.2.2 und E. 7.3 

S. 25) kann folglich nicht offenbleiben, ob die Allgemeinen Geschäfts-

bedingungen der Beklagten zwischen den Parteien gültig vereinbart 

worden sind. 

 

Allgemeine Geschäftsbedingungen haben von sich heraus keine Geltung 

zwischen den Parteien. Sie gelten nur und soweit, als die Parteien sie für 

ihren Vertrag ausdrücklich oder konkludent übernommen haben. Die 

Allgemeinen Geschäftsbedingungen können nur dann vom Konsens 

erfasst sein, wenn die zustimmende Partei bei Vertragsschluss zumindest 

die Möglichkeit hatte, von ihrem Inhalt in einer zumutbaren Weise Kenntnis 

zu nehmen (BGE 148 III 57 E. 2.1 und 2.1.2). Da die Beklagte sich auf die 

Geltung ihrer AGB beruft, trägt sie die Beweislast dafür, dass die Klägerin 

die AGB übernommen hat und diese damit Vertragsbestandteil geworden 

sind (vgl. Art. 8 ZGB). 

 

Nach Art. 150 Abs. 1 ZPO müssen nur diejenigen Behauptungen bewiesen 

werden, die ausdrücklich bestritten werden. Bestreitungen sind so konkret 

zu halten, dass sich bestimmen lässt, welche einzelnen Behauptungen 

damit bestritten werden. Die Bestreitung muss ihrem Zweck entsprechend 

so konkret sein, dass die Gegenpartei weiss, welche einzelne Tatsachen-

behauptung sie beweisen muss (vgl. Art. 222 Abs. 2 ZPO). Der Grad der 

Substantiierung einer Behauptung beeinflusst insofern den erforderlichen 

Grad an Substantiierung einer Bestreitung: Je detaillierter einzelne Tatsa-

chen eines gesamten Sachverhalts behauptet werden, desto konkreter 

 - 8 - 

 

 

 

muss die Gegenpartei erklären, welche dieser einzelnen Tatsachen sie 

bestreitet. Eine pauschale Bestreitung reicht nicht aus (BGE 147 III 440 

E. 5.3; 141 III 433 E. 2.6). 

 

3.5.2. 

Die Beklagte behauptete, mit dem Zugriff auf ihre Website 

(www.booking.com) und der Nutzung der Plattform und/oder dem 

Abschluss einer Buchung stimme der Nutzer der Geltung ihrer AGB 

(Klageantwortbeilage [KAB] 1) zu. Die AGB würden den Nutzern der 

Plattform vor der Durchführung der Reservierung bereitgestellt, seien 

jederzeit einsehbar und stünden diesen zum Herunterladen zur Verfügung. 

Bevor der Nutzer die Reservation verbindlich abschliesse, werde er 

informiert, dass er durch die Bestätigung der Reservation ihre AGB sowie 

die AGB des Vermieters akzeptiere und daran gebunden sei. So sei auch 

die Klägerin informiert worden. Die Klägerin habe somit ihre AGB 

spätestens mit dem Abschluss der Buchung gültig übernommen (Klage-

antwort Rz. 21 f.). Zum Beweis offerierte die Beklagte einen Internet-

ausdruck des Verweises auf die AGB während des Buchungsprozesses 

(KAB 4) sowie einen Augenschein auf «www.booking.com» unter der 

Rubrik «AGB». Die Klägerin bestritt, die AGB der Beklagten rechtzeitig vor 

dem Buchen und dem Vertragsabschluss gekannt, verstanden und 

akzeptiert zu haben sowie spätestens mit dem Abschluss der Buchung 

gültig übernommen zu haben (Replik Rz. 14 f.). Damit bestreitet sie die 

substantiierten Behauptungen der Beklagten zum Ablauf des Buchungs-

prozesses auf deren Website, bei dem die AGB mit der Buchung akzeptiert 

würden, nicht hinreichend konkret. Aus ihrer Bestreitung wird nicht klar, ob 

die Klägerin generell den von der Beklagten beschriebenen Buchungsab-

lauf auf deren Website bestreitet oder bestreitet, diesen Buchungsprozess 

durchlaufen zu haben oder ob sie anerkennt, diesen Buchungsprozess 

durchlaufen zu haben, aber bestreitet, die AGB «gekannt, verstanden und 

akzeptiert» zu haben, wobei aus dieser pauschalen Formulierung 

wiederum verschiedenste Möglichkeiten denkbar sind. So könnte damit 

zum Beispiel gemeint sein, dass die Klägerin die AGB der Beklagten 

gekannt und verstanden, aber nicht akzeptiert oder gekannt und akzeptiert, 

aber nicht verstanden hat. Letzteres wäre für die Frage des Einbezugs der 

AGB im Rahmen der Globalübernahme nicht von Bedeutung, womit die 

Beklagte davon hätte ausgehen können, dass ihre Behauptung 

unbestritten geblieben ist. Möglich wäre anhand des Wortlauts der Bestrei-

tung der Klägerin auch, dass sie anerkennt, die AGB vor dem Buchen und 

dem Vertragsabschluss gekannt, verstanden und akzeptiert zu haben und 

einzig bestreitet, dass dies «rechtzeitig» und die Übernahme «gültig» 

gewesen sei, was nicht den Sachverhalt, sondern eine rechtliche Frage 

betreffen und von der Beklagten ebenfalls keinen Beweis erfordern würde. 

Insgesamt war für die Beklagte nicht ersichtlich, ob ihre Tatsachen-

behauptungen überhaupt bestritten sind und welche Tatsachenbehauptun-

gen sie allenfalls zu beweisen hätte. Mangels rechtsgenüglicher 

 - 9 - 

 

 

 

Bestreitung gilt deshalb als unbestritten, dass die AGB auf der Plattform 

der Beklagten vor der Durchführung der Reservierung jederzeit einsehbar 

waren und zum Herunterladen zur Verfügung standen und dass die 

Klägerin, bevor sie die Reservation verbindlich abgeschlossen hat, 

informiert worden ist, dass sie durch die Bestätigung der Reservation die 

AGB der Beklagten sowie des Vermieters akzeptiert. Die AGB der 

Beklagten wurden dadurch zum Bestandteil der Vereinbarung zwischen 

den Parteien. 

 

3.6. 

Die Beklagte stützt sich in Bezug auf die Frage, ob sie als Vermittlerin des 

Mietvertrags oder Vermieterin der Ferienvilla anzusehen sei, insbesondere 

auf Ziff. 1 Abs. 1 ihrer AGB (KAB 1; Klageantwort Rz. 24). Diese lautet wie 

folgt:  

 

1. Umfang und Art unserer Dienstleistungen 
 
Über diese Plattform stellen wir (Booking.com BV und seine Affiliate- (Vertriebs-) Partner) 
eine Online-Plattform zur Verfügung, über die Reiseanbieter, in ihrer professionellen 
Kapazität (d.h. B2B oder B2C), ihre Produkte und Services bewerben, vermarkten, 
verkaufen und/oder zur Bestellung, zum Kauf, zur Reservierung und zur Vermietung 
anbieten können (sofern anwendbar) und über die relevante Besucher dieser Plattform 
eine Bestellung, Reservierung, einen Kauf, oder eine Zahlung (d.h. Reiseservice) 
entdecken, suchen, vergleichen und durchführen können. Mit der Nutzung des 
Reiseservices (z.B. indem Sie eine Buchung über den Reiseanbieter machen), gehen Sie 
ein unmittelbares (rechtlich bindendes) Vertragsverhältnis mit dem Reiseanbieter ein, bei 
dem Sie buchen oder ein Produkt oder einen Service erwerben (sofern anwendbar). Ab 
dem Zeitpunkt Ihrer Reisebuchung wirken wir ausschliesslich als Vermittler zwischen Ihnen 
und dem Reiseanbieter, die dem jeweiligen Reiseanbieter die Angaben zu Ihrer Buchung 
weiterleitet und Ihnen im Auftrag und im Namen des Reiseanbieters eine Bestätigungs-E-
Mail zusendet. Booking.com BV verkauft, vermietet oder bietet keinerlei (Reise-) Produkte 
oder Services an. 

 

Aus den AGB der Beklagten ist damit ersichtlich, dass die Beklagte die auf 

ihrer Plattform angebotenen Produkte und Services nur vermittelt und nicht 

selbst anbietet. Der Kunde schliesst durch die Buchung einen Vertrag mit 

dem Reiseanbieter, worunter gemäss Ziff. 0 Abs. 2 der AGB unter anderem 

der Unterkunftsanbieter zu verstehen ist. Darauf wurde die Klägerin sogar 

speziell aufmerksam gemacht, indem im Buchungsprozess vor der 

Schaltfläche mit dem Text «Buchung abschliessen» neben dem Hinweis 

auf die AGB auch der Hinweis «Sie buchen direkt bei der Unterkunft […] 

Villa L. […]» enthalten war (KAB 4). Die Klägerin behauptete nicht, dass es 

sich um eine ungewöhnliche Klausel handle, und selbst wenn dem so wäre, 

wäre die Klausel aufgrund der Tatsache, dass die Klägerin gesondert 

darauf aufmerksam gemacht worden ist, von der global erklärten 

Zustimmung umfasst (vgl. BGE 148 III 57 E. 2.1.3). Die Klägerin machte 

auch keine anderen Umstände geltend, aus denen sie im Zeitpunkt des 

Vertragsschlusses hätte schliessen können, dass die Beklagte in Bezug 

auf die Miete der Ferienvilla ihre Vertragspartnerin sei (vgl. insbesondere 

 - 10 - 

 

 

 

Klagebegründung Rz. 16, wo einzig Umstände nach Vertragsschluss 

behauptet wurden). Vielmehr führte sie im Zusammenhang mit der 

Bezahlung des Mietzinses nach Ankunft im Mietobjekt aus, dies sei «bei 

solchen Buchungen (Höhe des Betrags, Unsicherheit über die Qualität und 

Verfügbarkeit des Mietobjekts, keine Abgaben zur Vermieter-Partei usw.)» 

für sie conditio sine qua non eines Vertragsabschlusses gewesen (Replik 

Rz. 4), woraus ersichtlich ist, dass ihr zu diesem Zeitpunkt bewusst war, 

dass die Beklagte nicht die Vermieterin der Ferienvilla ist. Dass die Klägerin 

die Identität des Vermieters im Zeitpunkt des Vertragsschlusses nicht 

kannte, schliesst entgegen der Ansicht der Vorinstanz (vorinstanzliches 

Urteil E. 7.3 S. 25) eine blosse Vermittlung durch die Beklagte nicht aus, 

denn ein Handeln der Beklagten für denjenigen, den es angeht, ist 

grundsätzlich zugelassen (BGE 84 II 13 E. 3). Insgesamt ist die Beklagte 

damit als Vermittlerin zu betrachten. Die Haftung der Vermittlerin richtet 

sich nach dem Auftragsrecht (BGE 115 II 474 E. 2a). Sie hat gegenüber 

der Klägerin nicht für Mängel der Mietsache nach Massgabe des Mietrechts 

einzustehen. Zu prüfen ist somit einzig eine auftragsrechtliche Haftung. 

 

4. 

4.1. 

Die Voraussetzungen der auftragsrechtlichen Haftung sind gemäss 

Art. 398 Abs. 1 i.V.m. Art. 97 OR eine Verletzung der vertraglichen 

Pflichten des Beauftragten, insbesondere eine Verletzung seiner Sorgfalts- 

und Treuepflicht (Art. 398 Abs. 2 OR), ein Schaden, ein natürlicher und 

adäquater Kausalzusammenhang zwischen der Vertragsverletzung und 

dem Schaden sowie ein Verschulden. Mit Ausnahme des Verschuldens 

trägt der Auftraggeber die Behauptungs- und Beweislast für diese 

Voraussetzungen (BGE 147 III 463 E. 4.1). 

 

4.2.  

4.2.1. 

Die Klägerin macht einen Schaden durch auftragswidriges Abbuchen des 

Mietzinses von der Kreditkarte ihres Ehemannes vor Ankunft in der Villa 

geltend (Berufungsantwort Rz. 9; Klage Rz. 15.3; Replik Rz. 4.3). 

 

4.2.2. 

Die Vorinstanz erwog, Ausführungen zur Vertragskonformität der 

Zahlungsvorgänge würden sich erübrigen, weil ohnehin kein Zusammen-

hang zur Unzumutbarkeit der Reise aufgrund der Mängel der Villa 

ersichtlich sei. Der volle Betrag wäre bei Ankunft der Klägerin am 17. Juli 

2018 so oder anders geschuldet gewesen. Hätte die Klägerin erst bei 

Ankunft zahlen können und dann aufgrund Unzumutbarkeit die Zahlung 

verweigert, hätte die Veranstalterin für die Bezahlung aktiv werden müssen, 

was in einem Prozess zu vertauschten Parteirollen geführt hätte. 

Vertauschte Parteirollen würden jedoch keinen Schaden darstellen 

(vorinstanzliches Urteil E. 8.3.5.5). 

 - 11 - 

 

 

 

 

4.2.3. 

Die Berufungsinstanz beschränkt sich – abgesehen von offensichtlichen 

Mängeln – darauf, die Beanstandungen zu beurteilen, welche die Parteien 

in ihren schriftlichen Begründungen (Art. 311 Abs. 1 und Art. 312 Abs. 1 

ZPO) gegen das erstinstanzliche Urteil erheben (BGE 142 III 413 E. 2.2.4).  

Möchte die vor Vorinstanz obsiegende Berufungsbeklagte allfällige Fehler 

des vorinstanzlichen Entscheids rügen, unterliegt sie derselben Begrün-

dungspflicht wie die Berufungsklägerin. Sie muss aufzeigen, inwiefern sie 

den angefochtenen Entscheid als fehlerhaft erachtet, was voraussetzt, 

dass sie im Einzelnen die beanstandeten vorinstanzlichen Erwägungen 

bezeichnet, sich mit diesen argumentativ auseinandersetzt und die 

Aktenstücke nennt, auf denen ihre Kritik beruht (vgl. BGE 141 III 569 

E. 2.3.3; BGE 138 III 374 E. 4.3.1). 

 

Die Klägerin rügt, die Vorinstanz sei zu Unrecht davon ausgegangen, dass 

die Vertragskonformität der Zahlungsvorgänge unerheblich sei. Wenn sie 

das Bezahlen des Mietzinses bei der Ankunft im unzumutbaren Mietobjekt 

hätte blockieren können, wäre sie nicht in der Rolle der Klägerin, hätte 

keinen Rappen bezahlt und wäre somit nicht geschädigt (Berufungsantwort 

Rz. 8 f.). Damit wiederholt sie lediglich, was sie bereits im erstinstanzlichen 

Verfahren vorgebracht hatte (Replik Rz. 4.3 und 5), ohne sich mit dem 

Argument der Vorinstanz, dass der gesamte Betrag ohnehin bei Ankunft 

geschuldet gewesen wäre und vertauschte Parteirollen keinen Schaden 

darstellen würden, auseinanderzusetzen. Sie zeigt nicht auf, inwiefern 

diese Begründung fehlerhaft sein soll, weshalb auf ihre Rüge mangels 

rechtsgenüglicher Begründung nicht einzutreten ist. 

 

4.3. 

4.3.1. 

Die Klägerin bringt zudem vor, weil sie den Vermieter des unzumutbaren 

Mietobjekts bis heute nicht kenne, habe die Beklagte ihr faktisch 

verunmöglicht, den bereits bezahlten Mietzins von USD 20'840.00 (auf wo 

nötig gerichtlichem Wege) zurückzuholen (Berufungsantwort Rz. 8 f.). 

 

4.3.2. 

Die Klägerin hat im vorinstanzlichen Verfahren zwar bereits behauptet, die 

Beklagte habe ihr keine bzw. nur eine nutzlose Kontaktangabe des 

Vermieters mitgeteilt (Klagebegründung Rz. 16; Replik Rz. 5.1 f.). Dass ihr 

daraus kausal ein Schaden entstanden sein soll, hat sie im vorinstanzlichen 

Verfahren jedoch nicht behauptet. Es handelt sich um eine neue Tatsache, 

die im Berufungsverfahren nur noch berücksichtigt wird, wenn sie ohne 

Verzug vorgebracht wird und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor 

erster Instanz vorgebracht werden konnte (Art. 317 Abs. 1 ZPO). Es ist 

nicht ersichtlich und wird von der Klägerin auch nicht dargelegt, dass sie 

diese Tatsache nicht bereits vor Vorinstanz hätte vorbringen können, 

 - 12 - 

 

 

 

weshalb die neue Tatsache im Berufungsverfahren unberücksichtigt zu 

bleiben hat. Die Klägerin hat somit keinen Kausalzusammenhang zwischen 

der allfälligen Nichtbekanntgabe des Vermieters und dem geltend 

gemachten Schaden behauptet, weshalb die Voraussetzungen für eine 

Haftung gemäss Art. 398 Abs. 1 i.V.m. Art. 97 OR nicht erfüllt sind. 

 

4.4. 

4.4.1. 

Die Klägerin machte im vorinstanzlichen Verfahren ausserdem geltend, die 

Beklagte halte bei der Auswahl von Vermieter und Mietobjekt unter dem 

Menü «Unser Konzept» ein Ranking- und Bewertungs-System für die 

vermittelten Unterkünfte fest. Am 17. August 2018 sei im Internet keinerlei 

Ranking für die Villa L. gefunden worden. In Anbetracht des Zustands der 

Villa bestünden berechtigte Zweifel daran, dass der Vermieter sorgfältig 

ausgesucht worden sei. Der Eindruck der Sorglosigkeit werde dadurch 

verstärkt, dass bis zum Buchungsdatum am 7. Februar 2018 keinerlei 

Ranking und keine einzige Bewertung des Mietobjekts aufgeschaltet 

waren, dass die Villa trotz des Vorfalls mit der Familie der Klägerin und der 

katastrophalen Bewertung durch die Klägerin weiterhin auf der Plattform 

der Beklagten vermittelt werde und bis Ende Oktober 2018 und im Sommer 

2019 wiederum vollständig ausgebucht sei. Damit sei auch die Kontroll-

pflicht der Beklagten (Abschalten des Angebots nach dem Vorfall, was 

indes erst für einen nächsten Kunden und Schadenfall relevant erschiene) 

verletzt worden. Es sei davon auszugehen, dass die Klägerin bei Einhalten 

der sorgfältigen Auswahl und Kontrolle des Vermieters und Mietobjekts 

bereits durch das «Ranking» und jedenfalls die früheren Bewertungen 

vorgewarnt worden wäre und das Mietobjekt dann nicht gebucht hätte 

(Klagebegründung Rz. 15.1 f.). 

 

4.4.2. 

Die Beklagte bestreitet, eine Qualitätskontrolle, eine Kontrolle oder 

Überarbeitung von Informationen der Gastgeber oder Sicherstellung der 

Gebrauchstauglichkeit der Unterkunft anzubieten und dafür Gewähr zu 

leisten (Klageantwort Rz. 91 f., 52). 

 

4.4.3. 

Von den verschiedenen geltend gemachten Sorgfaltspflichtverletzungen 

behauptet die Klägerin einzig in Bezug auf das fehlende «Ranking» und die 

fehlenden früheren Bewertungen einen Kausalzusammenhang zum 

behaupteten Schaden und damit sämtliche Haftungsvoraussetzungen 

gemäss Art. 398 Abs. 1 i.V.m. Art. 97 OR. Der Klägerin gelingt es jedoch 

nicht zu beweisen, dass die Beklagte verpflichtet war, die Vermieter oder 

die Mietobjekte auf ihrer Plattform zu bewerten und eine Rangliste zu 

führen. Zum Beweis, dass ein Bewertungssystem unter dem Menü «Unser 

Konzept» festgehalten sein soll, verweist die Klägerin auf KB 9a-c, wobei 

bereits fraglich erscheint, ob diese Beweismittel formgerecht angeboten 

 - 13 - 

 

 

 

wurden, da auf mehrere Urkunden im Umfang von insgesamt 11 Seiten 

verwiesen wurde und bei umfangreichen Urkunden die für die 

Beweisführung erforderliche Stelle zu bezeichnen ist (Art. 180 Abs. 2 ZPO). 

Jedenfalls lässt sich eine entsprechende Verpflichtung der Beklagten, die 

Mietobjekte oder Vermieter zu bewerten, in den erwähnten Urkunden nicht 

finden. Der Beauftragte haftet dem Auftraggeber für die getreue und 

sorgfältige Ausführung des ihm übertragenen Geschäfts (Art. 398 Abs. 2 

OR). Gemäss Ziff. 1 Abs. 1 der gültig vereinbarten AGB (vgl. E. 3.5.2) 

besteht die Dienstleistung der Beklagten darin, eine Online-Plattform 

anzubieten, über die Reiseanbieter ihre Produkte und Services anbieten 

und über die die Besucher der Plattform diese beim Reiseanbieter buchen 

können, sowie als Vermittler zwischen dem Gast und dem Reiseanbieter 

zu wirken, der dem Reiseanbieter die Angaben zur Buchung weiterleitet 

und dem Gast im Auftrag und im Namen des Reiseanbieters eine 

Bestätigungs-E-Mail zusendet. Dabei stellt die Plattform der Beklagten 

gemäss Ziff. 1 Abs. 2 der AGB keine Empfehlung oder Bestätigung der 

Qualität, des Serviceniveaus, der Qualifizierung oder der Klassifikation 

(Sterne) eines Reiseanbieters oder seiner Produkte oder Services dar 

(KAB 1). Eine Verpflichtung, die Besucher der Plattform zu beraten und 

darüber hinaus im Rahmen einer Sorgfaltspflicht eine Bewertung und eine 

Rangliste der Mietobjekte und Vermieter zu erstellen, ist nicht erkennbar. 

Die allenfalls fehlende Vornahme einer Bewertung sowie das allenfalls 

fehlende Erstellen einer Rangliste stellen damit keine Sorgfaltspflicht-

verletzung der Beklagten dar. Eine Haftung der Beklagten gemäss Art. 398 

Abs. 1 i.V.m. Art. 97 OR ist folglich auch in diesem Zusammenhang zu 

verneinen. 

 

5. 

Insgesamt haftet die Beklagte der Klägerin somit nicht für den Mietzins der 

Villa L.. Damit erweist sich die Berufung der Beklagten als begründet und 

die Klage der Klägerin ist abzuweisen. 

 

6. 

6.1. 

Trifft die Rechtsmittelinstanz einen neuen Entscheid, so entscheidet sie 

auch über die Prozesskosten des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 318 

Abs. 3 ZPO). Nach Art. 106 Abs. 1 ZPO werden die Prozesskosten (d.h. 

Gerichtskosten und Parteientschädigung; Art. 95 Abs. 1 ZPO) der 

unterliegenden Partei auferlegt. Entsprechend dem Ausgang des 

Berufungsverfahrens unterliegt die Klägerin im vorinstanzlichen Verfahren 

vollumfänglich, weshalb ihr die gesamten vorinstanzlichen Gerichtskosten 

aufzuerlegen sind. Ausgangsgemäss hat sie keinen Anspruch auf Ersatz 

der Kosten für das friedensrichterliche Schlichtungsverfahren. 

 

Die Klägerin hat der Beklagten zudem die Parteikosten zu ersetzen. Die 

Grundentschädigung für die Vertretung und Verbeiständung einer Partei im 

 - 14 - 

 

 

 

ordentlichen oder vereinfachten Verfahren beträgt in vermögensrechtlichen 

Streitsachen bei einem vorinstanzlichen Streitwert von Fr. 22'309.45 

gemäss § 3 Abs. 1 lit. a Ziff. 3 AnwT Fr. 5'196.40 (Fr. 1'850.00 + 15% des 

Streitwerts). Es sind Zuschläge für die Duplik vom 30. September 2019 

(20%), die Eingaben vom 15. Januar 2020, 21. September 2020, 2. De-

zember 2020, 10. Dezember 2020, 4. Oktober 2021 sowie 10. Dezember 

2021 (je 5%) sowie die Teilnahme an der Verhandlung vom 22. November 

2021 (30%) zu gewähren. Die übrigen Eingaben sind zufolge fehlender 

Notwendigkeit nicht zu entschädigen (§ 6 Abs. 3 AnwT). Unter Berück-

sichtigung dieser Zuschläge und des pauschalen Auslagenersatzes von 

3% (§ 13 AnwT) resultiert eine Parteientschädigung von Fr. 9'634.15. Der 

Rechtsvertreter der Beklagten hat sämtliche Eingaben jeweils im Namen 

der Beklagten sowie der Booking.com (Schweiz) AG gemacht (vgl. 

act. 495), weshalb nur die Hälfte der Parteientschädigung auf die Beklagte 

entfällt. Eine Mehrwertsteuer ist im Rahmen der Parteientschädigung nicht 

geschuldet, da die Beklagte für die Anwaltskosten in einem Prozess mit 

ihrer Unternehmertätigkeit voll vorsteuerabzugsberechtigt ist (vgl. UID 

CHE-415.972.701). Die Klägerin hat der Beklagten somit Parteikosten von 

Fr. 4'817.10 zu ersetzen. 

 

Die Klägerin hat ihre eigenen Parteikosten selbst zu tragen, womit ihre 

Anschlussberufung, mit der sie die Zusprechung einer höheren Partei-

entschädigung beantragt, abzuweisen ist.  

 

6.2. 

Nachdem die Berufung der Beklagten gutzuheissen und die Anschluss-

berufung der Klägerin abzuweisen ist, unterliegt die Klägerin im 

Berufungsverfahren vollständig und wird auch für das Berufungsverfahren 

kostenpflichtig (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Bei einem zweitinstanzlichen 

Streitwert von Fr. 20'304.50 (USD 20'840.00 umgerechnet per Datum der 

Einreichung der Berufung) ist die obergerichtliche Spruchgebühr auf 

gerundet Fr. 2'500.00 festzusetzen (§ 11 Abs. 1 i.V.m. § 7 Abs. 1 VKD). Sie 

ist mit dem von der Beklagten geleisteten Kostenvorschuss in Höhe von 

Fr. 2'500.00 zu verrechnen, sodass die Klägerin der Beklagten Fr. 2'500.00 

direkt zu ersetzen hat (Art. 111 ZPO). 

 

Die Klägerin ist zudem zu verpflichten, der Beklagten eine Parteientschädi-

gung für das Berufungsverfahren zu bezahlen. Die Grundentschädigung 

beträgt beim oben erwähnten Streitwert gemäss § 3 Abs. 1 lit. a Ziff. 3 

AnwT Fr. 4'895.70. Ausgehend davon ist die Parteientschädigung unter 

Berücksichtigung eines Abzugs von 20% für die entfallene Verhandlung, 

eines Abzugs von 25% im Rechtsmittelverfahren, eines Zuschlags von 20% 

für eine zusätzliche Rechtsschrift sowie pauschalen Auslagen von 3% auf 

Fr. 3'781.90 festzusetzen (§ 6 Abs. 1 und 2, § 8 und § 13 Abs. 1 AnwT). 

Eine Mehrwertsteuer ist im Rahmen der Parteientschädigung nicht 

 - 15 - 

 

 

 

geschuldet, da die Beklagte für die Anwaltskosten in einem Prozess mit 

ihrer Unternehmertätigkeit voll vorsteuerabzugsberechtigt ist. 

 

 
   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. 

In Gutheissung der Berufung der Beklagten werden die Dispositivziffern 2, 

4, 5, 6.2 und 6.4 des Urteils der Präsidentin des Bezirksgerichts Laufenburg 

vom 17. März 2022 aufgehoben und das Dispositiv wie folgt neu gefasst: 

 

1. 
[unverändert] 
 
2. 
Die Klage gegen die Beklagte 2 (Booking.com BV) wird abgewiesen. 
 
3. 
[entfällt] 
 
4. 
Die Klägerin hat die Kosten für das friedensrichterliche Schlichtungsverfahren selbst zu 
tragen. 
 
5. 
Die Gerichtskosten bestehen aus: 

a) der Entscheidgebühr von Fr.  3'830.00 
b) den Kosten der Beweisführung von  Fr.  129.60 
c) den Kosten für die Übersetzung von  Fr.  2'452.63 

Total Fr.  6'412.23 
 
Die Gerichtskosten von Fr. 6'412.23 werden der Klägerin auferlegt. Sie werden mit dem 
Vorschuss der Klägerin von Fr. 2'600.00 verrechnet. Die Klägerin hat dem Gericht 
Fr. 3'812.23 nachzuzahlen. 
 
6. 
6.1. 
[unverändert] 
 
6.2. 
Die Klägerin hat ihre Parteikosten selbst zu tragen. 
 
6.3. 
[entfällt] 
 
6.4. 
Die Klägerin hat der Beklagten 2 (Booking.com BV) eine Parteientschädigung von 
Fr. 4'817.10 zu bezahlen. 

 

2. 

Die Anschlussberufung der Klägerin wird abgewiesen. 

 

 - 16 - 

 

 

 

3. 

Die Gerichtskosten des Berufungsverfahrens von Fr. 2'500.00 werden der 

Klägerin auferlegt und mit dem von der Beklagten geleisteten Kosten-

vorschuss von Fr. 2'500.00 verrechnet, sodass die Klägerin der Beklagten 

Fr. 2'500.00 direkt zu ersetzen hat. 

 

4. 

Die Klägerin wird verpflichtet, der Beklagten für das obergerichtliche 

Verfahren eine Parteientschädigung von Fr. 3'781.90 zu bezahlen. 

 

 
 

   

Zustellung an: 

[…] 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Zivilsachen (Art. 72 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen, kann innert 30 Tagen, von der 

schriftlichen Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die 

Beschwerde an das Schweizerische Bundesgericht erhoben werden. In 

vermögensrechtlichen Angelegenheiten ist die Beschwerde nur zulässig, wenn der 

Streitwert in arbeits- und mietrechtlichen Fällen mindestens Fr. 15'000.00 bzw. in allen 

übrigen Fällen mindestens Fr. 30'000.00 beträgt, es sei denn, es stelle sich eine Rechts-

frage von grundsätzlicher Bedeutung oder es handle sich um einen Entscheid des Konkurs- 

und Nachlassrichters (Art. 44 Abs. 1, Art. 72, Art. 74, Art. 90, Art. 100 Abs. 1 und Art. 112 

Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen 

Bundesgericht einzureichen (Art. 42 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Ist eine Beschwerde 

nur unter der Voraussetzung zulässig, dass sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher 

Bedeutung stellt, ist auszuführen, warum diese Voraussetzung erfüllt ist. Die Urkunden, auf 

die sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in den 

Händen hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

Der Streitwert des kantonalen Verfahrens beträgt Fr. 20'304.50. 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die subsidiäre Verfassungsbeschwerde (Art. 113 ff. BGG)  

 

Gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen, kann innert 30 Tagen, von der 

schriftlichen Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die 

subsidiäre Verfassungsbeschwerde an das Schweizerische Bundesgericht erhoben 

werden, soweit keine Beschwerde nach den Artikeln 72 - 89 BGG zulässig ist (Art. 44 Abs. 

1, Art. 90, Art. 100 Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1, Art. 113, Art. 117 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen 

Bundesgericht einzureichen (Art. 42 BGG). 

 - 17 - 

 

 

 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid verfassungsmässige Rechte (Art. 116 BGG) verletzt. 

Die Urkunden, auf die sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die 

Partei sie in den Händen hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 

BGG). Wird gegen einen Entscheid sowohl ordentliche Beschwerde als auch 

Verfassungsbeschwerde geführt, sind beide Rechtsmittel in der gleichen Rechtsschrift 

einzureichen (Art. 119 Abs. 1 BGG). 

 

 
   

Aarau, 16. Dezember 2022 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Zivilgericht, 2. Kammer 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Six M. Stierli