# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6ee1ef67-8a25-5360-bfae-8f71112a3883
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-03-08
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 08.03.2016 110 2015 33
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2015-33_2016-03-08.pdf

## Full Text

ENTSCHEID
DER

BAU-, VERKEHRS- UND ENERGIEDIREKTION 

Das Verwaltungsgericht hat eine gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde 

abgewiesen (VGE 2016/93 vom 12.12.2016). Das Bundesgericht hat die Beschwerde 

gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts abgewiesen (BGE 1C_48/2017 vom 

22.12.2017).

RA Nr. 110/2015/33 Bern, 8. März 2016

in der Beschwerdesache zwischen

Herrn A.________
Beschwerdeführer 1

Frau B.________
Beschwerdeführerin 2

alle vertreten durch Herrn Rechtsanwalt C.________

und

Regierungsstatthalteramt Interlaken-Oberhasli, Schloss 1, Postfach 276, 3800 
Interlaken

Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Grindelwald, Gemeindeverwaltung, 
Spillstattstrasse 2, Postfach 104, 3818 Grindelwald

Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR), Nydeggasse 11/13, 3011 Bern

betreffend die Verfügung des Regierungsstatthalteramts Interlaken-Oberhasli vom 
4. Februar 2015 (bbew 46/2014; Sanierung und Umbau des Gebäudes "D.________")

2

I. Sachverhalt

1. Der Beschwerdeführer 1 ist Eigentümer des Grundstücks Grindelwald 

Grundbuchblatt Nr. E.________ (D.________) in der Landwirtschaftszone. Darauf 

befand sich ein traditionelles Weidhaus. Der Beschwerdeführer 1 wollte das Gebäude 

ursprünglich abbrechen und durch einen Neubau ersetzen. Nach mehreren 

Voranfragen mit negativem Ergebnis erkundigte er sich beim Amt für Gemeinden und 

Raumordnung (AGR), wie ein allfälliger Umbau mit Wohnraumerweiterung beurteilt 

würde. Anlässlich einer Begehung vom 19. August 2008 stellte das AGR fest, dass der 

Wohnteil eine Bruttogeschossfläche (BGF) von circa 42 m2 aufweise. Es hielt deshalb 

fest, gemäss ständiger Praxis dürfe die Wohnfläche bei einer Erhaltung des Gebäudes 

und ohne Volumenerweiterung um 60 Prozent erweitert werden. Am 8. April 2009 

reichte der Beschwerdeführer 1 bei der Gemeinde Grindelwald ein Baugesuch ein für 

die Sanierung und den Umbau des Gebäudes "D.________". Im Gesuch wurde 

angegeben, das bestehende Gebäude weise eine 2-Zimmer-Wohnung mit einer BGF 

von 42.0 m2 auf. Geplant war, die Wohnnutzung um 25.6 m2 auf insgesamt 67.6 m2 zu 

erweitern.1 Bestehende Nebennutzflächen (NNF) wurden keine ausgewiesen, neu 

geplant waren 36 m2 NNF.2 Mit Verfügung vom 3. Juni 2009 erteilte das Amt für 

Gemeinden und Raumordnung (AGR) die Ausnahmebewilligung nach Art. 24d Abs. 1 

RPG3, da es aufgrund der Aktenlage davon ausging, dass die Wohnung im 

massgeblichen Zeitpunkt von 1972 noch landwirtschaftlich genutzt worden war. Die 

Gemeinde erteilte die Baubewilligung am 23. Juni 2009. Gemäss den massgebenden, 

am 8. Juni 2009 abgestempelten Plänen, wurde die Erweiterung der Wohnnutzung auf 

eine BGF von circa 68 m2, je ein Abstellraum im Erd- und Obergeschoss sowie ein 

Untergeschoss unter dem Wohnteil mit einem kleinen Keller und einem Technikraum 

(circa 22 m2) sowie einem Fundationsraum bewilligt, jedoch keine vollständige 

Unterkellerung des ganzen Gebäudes. 

Am 21. Juli 2010 stellte die Gemeinde fest, dass in Überschreitung der Baubewilligung 

eine vollständige Erneuerung der Tragkonstruktion vorgenommen wurde. Deshalb 

verfügte sie am 22. Juli 2010 einen Baustopp und verlangte ein 

Projektänderungsgesuch. Anlässlich einer Begehung vom 27. Juli 2010, an der auch 

1 Vgl. Vorakten Gemeinde Grindelwald "Umbau D.________ I" 1856/2009, Formular 1.0 Baugesuch (pag. 
1.11) und Flächennachweise (p. 2.0)
2 Formular BaB Bauen ausserhalb der Bauzone, Vorakten Gemeinde Grindelwald "Umbau D.________ I" 
1856/2009, pag. 4.0 f.
3 Bundesgesetz vom 22. Juni 1979 über die Raumplanung (Raumplanungsgesetz, RPG; SR 700)

3

ein Vertreter des AGR teilnahm, wurde das weitere Vorgehen besprochen. Gestützt 

darauf reichten die Beschwerdeführenden am 29. Juli 2010 ein 

Projektänderungsgesuch ein.4 Dieses bestand aus Projektplänen, in denen mit 

Grünstift die Konstruktion eingezeichnet wurde5 sowie einem Detailplan6, dem die 

einzelnen Elemente der Konstruktion entnommen werden konnten. Weil die 

Beschwerdeführenden glaubhaft darstellen konnten, dass der Wohnteil des 

Weidhauses schon vor 1972 nicht mehr landwirtschaftlich genutzt wurde, stimmte das 

AGR der Projektänderung zu. Es erteilte mit Verfügung vom 16. August 2010 die 

Ausnahmebewilligung neu nach Art. 24c RPG mit der Auflage, dass der Ökonomieteil 

nicht so ausgestaltet werden dürfe, dass eine Wohnnutzung möglich werde, und dass 

das Zweckentfremdungsverbot im Grundbuch anzumerken sei. Am 17. August 2010 

hob die Gemeinde Grindelwald die Baueinstellungsverfügung auf und bewilligte die 

Projektänderung ("Totalersatz der Tragkonstruktion aufgrund der schlechten 

Bausubstanz; Ausnahmebewilligung neu nach Art. 24c RPG") unter anderem mit 

folgenden Auflagen:

«- Ein Ausbau des Ökonomieteils (Stall und Heubühne und Garage mit 
darüberlegendem Luftraum) ist untersagt. In diesem Bereich darf nur gegenüber 
dem Wohnteil eine Wärmedämmung angebracht werden.

- Der Ökonomieteil (Stall und Heubühne) darf nicht zu Wohnzwecken genutzt werden. 
Dieses Zweckentfremdungsverbot wird im Grundbuch eingetragen.

- Im Untergeschoss/Fundation, dürfen die Lufträume ausserhalb des Keller- und 
Technikraums nicht zu Lagerräumen umgenutzt werden. Dieses 
Zweckentfremdungsverbot wird im Grundbuch eingetragen.»

Die Verfügungen erwuchsen unangefochten in Rechtskraft. Die Gemeinde nahm die 

Grundbuchanmeldung im September 2010 vor. 

2. Die Bauarbeiten wurden im Jahr 2011 abgeschlossen. Auf dem Formular 

"Selbstdeklaration Baukontrolle 2" vom 29. Februar 20127 bestätigte der 

Beschwerdeführer 1, dass das Bauvorhaben teilweise nicht nach Bewilligung 

ausgeführt worden war und dass die Nebenbestimmungen teilweise nicht eingehalten 

4 Vgl. Vorakten Gemeinde Grindelwald "Umbau D.________ II" 1856/2009, pag. 54
5 Die von der Gemeinde abgestempelten Originalpläne fehlen in den Vorakten; ungestempelte Kopien der 
Pläne sind in den Vorakten Gemeinde Grindelwald "Umbau D.________, Projektänderung" 2016/2014, 
pag. 78.5 ff.
6 Ausführungsplan der F.________ AG, Vorakten Gemeinde Grindelwald "Umbau D.________ I" 
1856/2009, Register 5
7 Vorakten Gemeinde Grindelwald "Umbau D.________ II" 1856/2009, pag. 26

4

waren. Zur Begründung der Abweichungen führte er aus, im Baubewilligungsverfahren 

sei die Praxis der Gemeinde in Sachen BGF-Berechnung für Weidhäuser nicht 

berücksichtigt worden. Entsprechend seien Modifikationen notwendig geworden. 

Zudem hielt er fest, das Objekt sei im Beisein eines Gemeinderats abgenommen 

worden. Am 26. März 2012 führte der Vize-Gemeindepräsident eine Bauabnahme 

durch. Dabei wurde festgestellt, dass das Gebäude gemäss den bewilligten Plänen 

ausgeführt worden war.8 Am 16. April 2012 fand eine weitere Gebäudeabnahme statt. 

Dabei wurde festgestellt, dass die äusseren Abmessungen den Plänen entsprechen. 

Im Gebäudeinneren wurden hingegen verschiedene Änderungen gegenüber den 

bewilligten Plänen festgestellt. Der Beschwerdeführer 1 begründete dies näher. Der 

Vize-Gemeindepräsident vertrat die Auffassung, dass die Änderungen akzeptiert 

werden könnten. Er forderte den Beschwerdeführer 1 auf, korrigierte Pläne 

einzureichen.9 

Am 28. März 2012 erkundete sich der Bauverwalter beim AGR, ob beim Gebäude 

D.________ die Löschung des Zweckentfremdungsverbots möglich sei. Das AGR 

antwortete, dies sei nicht möglich. Ebenso sei an der Auflage festzuhalten, wonach im 

Untergeschoss die Lufträume ausserhalb des Keller- und Technikraums nicht zu 

Lagerräumen umgenutzt werden dürften.10 Gestützt auf eine Vereinbarung mit den 

Beschwerdeführenden erteilte der Gemeinderat am 15. Mai 2012 dennoch die 

Einwilligung zur Löschung für das ihm auf Grindelwald Grundbuchblatt Nr. E.________ 

zustehende Zweckentfremdungsverbot.11 Nachdem das AGR Kenntnis von der 

Löschung erhalten hatte, lud es die Gemeinde und das Regierungsstatthalteramt zu 

einer Besprechung ein. In der Folge kündigte das Regierungsstatthalteramt im Februar 

2013 an, dass es im D.________ eine Bauabnahme durchführen werde. Diese 

Abnahme fand am 13. September 2013 im Beisein des AGR statt. Dabei wurde 

festgestellt, dass die ursprüngliche Baubewilligung vom 23. Juni 2010 und die 

Projektänderungsbewilligung vom 17. August 2010 in verschiedener Hinsicht nicht 

eingehalten wurden. Insbesondere war entgegen der Baubewilligung die mit einem 

Zweckentfremdungsverbot belegte Garage ebenfalls zu Wohnraum umgebaut worden, 

8 Bestätigung von G.________ vom 4. April 2012 betreffend Bauabnahme D.________, Vorakten 
Gemeinde Grindelwald "Umbau D.________ II" 1856/2009, pag. 23
9 Vgl. Aktennotiz/Protokoll der Gebäudeabnahme vom 16. April 2012, bei der Gemeinde eingegangen am 
10. September 2013, Vorakten Gemeinde Grindelwald "Umbau D.________ II" 1856/2009, pag. 18 ff.
10 E-Mail-Wechsel zwischen dem Abteilungsleiter Hochbau und dem AGR, Vorakten Gemeinde 
Grindelwald "Umbau D.________ II" 1856/2009, pag. 24 f.
11 Löschungsbewilligung, Vorakten Gemeinde Grindelwald "Umbau D.________ II" 1856/2009, pag. 21

5

so dass das Wohnzimmer im Erdgeschoss anstelle der bewilligten 7.50 m eine Länge 

von 9.90 m aufweist. Weiter wurde im Erdgeschoss ein nicht bewilligter Erker 

eingebaut. Der Wohnraum im Obergeschoss wurde analog zum Erdgeschoss 

ebenfalls länger als bewilligt gebaut. Im Erdgeschoss und im Obergeschoss hatte es 

zusätzliche Fenster. Der bewilligte kleine Keller wurde doppelt so gross gebaut, wie 

bewilligt und der Fundationsraum wurde als Weinkeller genutzt. Am 30. Dezember 

2013 erliess das Regierungsstatthalteramt eine Wiederherstellungsverfügung und 

verpflichtete die Beschwerdeführenden, in Bezug auf die gravierendsten 

Überschreitungen der Baubewilligung den rechtmässigen Zustand wiederherzustellen.

3. Am 20. Februar 2014 reichten die Beschwerdeführenden ein nachträgliches Bau- 

und Ausnahmegesuch ein. Mit Verfügung vom 22. Mai 2014 verweigerte das AGR die 

beantragte Ausnahmebewilligung. Es begründete seinen Entscheid damit, dass das 

bereits ausgeführte Projekt den Rahmen einer teilweisen Änderung deutlich sprenge 

(Umgang, Erscheinung, Nutzungsmöglichkeit). Insbesondere würden durch die bereits 

ausgeführten Erweiterungen der Nutzungsflächen die Rahmenbedingungen von Art. 

24c RPG mehr als deutlich überschreiten. Die nutzbaren Flächen seien im Vergleich 

zu der vor 2009 landwirtschaftsfremd genutzten Fläche (BGF 42 m2, NNF circa 18 m2) 

um mehr als 400 Prozent erweitert worden. Die BGF betrage gemäss Berechnung des 

Regierungsstatthalteramts neu 115 m2, gemäss Berechnung des AGR sogar 120 m2, 

die NNF circa 165 m2. Die Unterkellerung sei nicht bewilligt worden. Eine allenfalls 

notwendige Stabilisierung des Gebäudes hätte auch in anderer Form erreicht werden 

können. 

Mit Gesamtbauentscheid vom 4. Februar 2015 erteilte das Regierungsstatthalteramt 

den Bauabschlag für die bereits ausgeführten Bauarbeiten. Es verpflichtete die 

Beschwerdeführenden, in folgenden Bereichen den rechtmässigen Zustand 

wiederherzustellen:

«- Der Wohnraum im Erdgeschoss und im Obergeschoss darf jeweils maximal 7.50 m 
lang sein. Die übrige Fläche, die in den bewilligten Plänen als Garage bzw. 
Heubühne bezeichnet wird, ist abzutrennen und darf nicht zu Wohnzwecken genutzt 
werden.

- Der Abstellraum im Erdgeschoss West (ehemaliger Stall) darf nicht zu 
Wohnzwecken genutzt werden. Das Zweckentfremdungsverbot gilt weiterhin.

- Das Obergeschoss West (ehemalige Heudiele) darf nicht zu Wohnzwecken genutzt 
werden. Das Zweckentfremdungsverbot gilt weiterhin.

6

- Die Fenster im Erdgeschoss zur Garage und im Obergeschoss auf der Südseite sind 
jeweils durch ein Tor zu ersetzen.

- Der Lagerraum im Keller ist zu verschliessen, damit er nicht genutzt werden kann, 
d.h. der Keller ist in geeigneter Art und Weise aufzufüllen (z.B. mit Styropor), die Tür 
zu entfernen und zuzumauern. Für den Zugang zu allfälligen Installationen darf eine 
Service-Öffnung bestehen bleiben.»

Die Vorinstanz begründete den Bauabschlag damit, dass das AGR die 

Ausnahmebewilligung nach Art. 24 RPG verweigert habe und dieser Entscheid für die 

Baubewilligungsbehörde bindend sei. Ungeachtet der Verfügung des AGR liege 

gestützt auf die Akten und den Augenschein vor Ort auch aus Sicht der Vorinstanz ein 

krasser Fall einer Überschreitung einer Baubewilligung vor, der den Rahmen einer 

massvollen Erweiterung einer altrechtlichen Baute sowohl in Bezug auf die zulässige 

Erweiterung der Wohnnutzfläche als auch generell in Bezug auf das Kriterium der 

Identität der Baute bei weitem sprenge.

4. Gegen die Verfügung des AGR sowie gegen den Gesamtbauentscheid des 

Regierungsstatthalteramts reichten die Beschwerdeführenden am 9. März 2015 

(Postaufgabe) Beschwerden bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons 

Bern (BVE) ein. Sie stellten folgende Rechtsbegehren:

«1. Der Gesamtentscheid des Regierungsstatthalteramts Interlaken-Oberhasli vom 
4. Februar 2015 und die Verfügung des Amtes für Gemeinden und Raumordnung 
vom 22. Mai 2014 betreffend Ausnahmebewilligung nach Art. 24c RPG für das 
Bauen ausserhalb der Bauzone seien aufzuheben.

2. Den Beschwerdeführenden sei die beantragte Bewilligung und 
Ausnahmebewilligung mindestens für die Erweiterung der Wohnfläche im 
Erdgeschoss und im Obergeschoss, für die Änderung der Fassaden und Fenster auf 
der Südseite des Gebäudes sowie für den Fundationsraum im Untergeschoss zu 
erteilen.

3. Von den verfügten Wiederherstellungsmassnahmen betreffend den Wohnraum im 
Erdgeschoss und im Obergeschoss, betreffend die Fassaden und Fenster auf der 
Südseite des Gebäudes und betreffend den Fundationsraum im Untergeschoss 
sowie von der Einreichung einer Strafanzeige sei abzusehen.»

Zur Begründung führen sie aus, die angefochtenen Entscheide würden auf einer 

unrichtigen und unvollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts 

sowie auf einer fehlerhaften Anwendung der massgeblichen Bauvorschriften beruhen. 

Sie rügen insbesondere, die vorbestehende BGF sei unrichtig festgestellt worden, weil 

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die Kinderschlafkammer im Obergeschoss über der Küche nicht berücksichtigt worden 

sei. Die vorbestehende BGF betrage 58 m2. Bei einer erlaubten Erweiterung von 60 

Prozent resultiere eine zulässige BGF von 93 m2. Dies entspreche gemäss den 

Berechnungen der Beschwerdeführenden ungefähr der tatsächlich realisierten 

Hauptnutzfläche (HNF). Der Fundationsraum sei gemäss Bewilligung vom 17. August 

2010 zulässig. Es könnten deshalb keine derart einschneidenden 

Wiederherstellungsmassnahmen verfügt werden. Zudem würden die 

Beschwerdeführenden beabsichtigen, diesen Raum für die Unterbringung der Batterie- 

und Elektroanlagen der geplanten Fotovoltaikanlage zu nutzen. Die vergrösserte 

Fensterfläche auf der Südseite stelle die Identität des Gebäudes nicht in Frage, 

sondern führe zu einer ästhetischen Aufwertung und sei mit Blick auf die 

wohnhygienischen Verhältnisse unerlässlich. Die Wohnraumerweiterung im Erd- und 

Obergeschoss sei (weitgehend) bewilligungsfähig. Die Rückbaupflichten im 

Wohnbereich und bei der Fassadengestaltung seien unverhältnismässig 

einschneidend. Die Beschwerdeführenden dürften sich auf den Vertrauensschutz 

berufen. Die Pflicht, den Fundationsraum aufzufüllen und zu verschliessen sei 

unverhältnismässig und sachwidrig.

5. In seiner Stellungnahme vom 8. April 2015 beantragt das AGR die Abweisung 

der Beschwerde. Es verweist auf seinen Entscheid vom 22. Mai 2014.

In ihrer Stellungnahme vom 8. April 2014 beantragt die Vorinstanz die Abweisung der 

Beschwerde. Sie verzichtet auf eine detaillierte Vernehmlassung und verweist auf 

ihren Gesamtentscheid. Zudem informiert sie über die in dieser Angelegenheit hängige 

aufsichtsrechtliche Untersuchung gegen die Gemeinde.

In ihrer Stellungnahme vom 10. April 2015 beantragt die Gemeinde die Abweisung der 

Beschwerde. Sie weist unter anderem darauf hin, dass die Beschwerdeführenden im 

Baugesuch vom 15. April 2009 eine bestehende BGF von 42.00 m2 deklariert hätten. 

Von einem Kinderzimmer im Obergeschoss sei während des gesamten 

Baubewilligungsverfahrens nie die Rede gewesen. Die Beschwerdeführenden seien 

deshalb auf der ursprünglich geschaffenen Entscheidbasis zu behaften. 

8

6. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet12, gab den 

Beteiligten Gelegenheit, Schlussbemerkungen zum Verfahren einzureichen. Die 

Beschwerdeführenden stellten daraufhin den Antrag, das Beschwerdeverfahren sei zu 

sistieren, bis über das bei der Gemeinde hängige Baugesuch für die Erstellung einer 

Fotovoltaikanlage mit Windrad beim Gebäude "D.________" entschieden sei. Mit 

Verfügung vom 10. August 2015 wies das Rechtsamt das Sistierungsgesuch ab und 

gab den Beschwerdeführenden erneut Gelegenheit zur Einreichung von 

Schlussbemerkungen. Statt Schlussbemerkungen einzureichen, beantragten die 

Beschwerdeführenden, die Fotovoltaikanlage mit Windrad sei im Rahmen des 

Beschwerdeverfahrens zu prüfen. Das AGR orientierte das Rechtsamt darüber, dass 

es das Verfahren betreffend Bau einer Fotovoltaikanlage mit Windrad bis zum 

rechtskräftigen Entscheid im vorliegenden Beschwerdeverfahren sistiert habe. Am 11. 

November 2015 reichten die Beschwerdeführenden weitere Unterlagen ein. Die 

Vorinstanz und die Gemeinde nahmen dazu Stellung. Mit Eingabe vom 29. Januar 

2016 machten die Beschwerdeführenden von ihrem Replikrecht Gebrauch.

7. Auf die Rechtsschriften und Vorakten wird, soweit für den Entscheid wesentlich, 

in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Sachurteilsvoraussetzungen

a) Der Entscheid des Regierungsstatthalters von Interlaken-Oberhasli ist ein 

Gesamtentscheid im Sinne von Art. 9 Abs. 1 KoG13, die Verfügung des AGR eine 

weitere Verfügung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 Bst. b KoG. Diese sind gestützt auf 

Art. 11 Abs. 1 KoG in Verbindung mit Art. 5 Abs. 1 KoG mit Beschwerde nach Art. 40 

Abs. 1 und 49 Abs. 1 BauG14 bei der BVE anfechtbar. Diese ist somit zur Beurteilung 

der Beschwerde zuständig.

12 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, 
Verkehrs- und Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191)
13 Koordinationsgesetz vom 21. März 1994 (KoG; BSG 724.1)
14 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721)

9

b) Die Beschwerdeführenden waren am vorinstanzlichen Verfahren beteiligt. Da die 

Vorinstanzen die Bewilligungen nicht erteilt und die Wiederherstellung des 

rechtmässigen Zustands angeordnet haben, sind die Beschwerdeführenden durch die 

angefochtenen Verfügungen besonders berührt und haben ein schutzwürdiges 

Interesse an der Aufhebung oder Änderung der angefochtenen Verfügungen (Art. 65 

Abs. 1 VRPG15).

c) Die Beschwerde ist innert der Rechtsmittelfrist eingereicht worden (Art. 40 Abs. 1 

und Art. 49 Abs. 1 BauG). Sie enthält einen Antrag und eine Begründung (Art. 32 Abs. 

2 VRPG). Die BVE tritt daher grundsätzlich auf die Beschwerde ein.

d) Die Beschwerde ist nur im Rahmen des Streitgegenstands zulässig. Dieser wird 

durch den Gegenstand des angefochtenen Entscheids und durch die Parteibegehren 

bestimmt, wobei der angefochtene Entscheid den möglichen Streitgegenstand 

begrenzt.16 Angefochten werden kann die Verfügungsformel nur insoweit, als sie 

verbindliche Anordnungen enthält. Gegen Dispositivteile ohne rechtliche Auswirkungen 

steht hingegen kein Rechtsmittel offen.17 Keine verbindliche oder anfechtbare 

Regelung eines Rechtsverhältnisses erfolgt insbesondere mit dem Entscheid, 

Strafanzeige zu erstatten oder die Akten der strafrichterlichen Behörde zu übermitteln. 

Solche Anordnungen sind somit nicht anfechtbar.18 Soweit die Beschwerdeführenden 

verlangen, dass von einer Strafanzeige abzusehen sei, kann deshalb nicht auf die 

Beschwerde eingetreten werden. 

e) Die Beschwerdeführenden beantragen, es seien Parteibefragungen 

durchzuführen. Dieser Beweisantrag ist abzuweisen, weil sich der für den vorliegenden 

Entscheid rechtlich relevante Sachverhalt mit hinreichender Klarheit aus den Akten 

ergibt und nicht ersichtlich ist, inwiefern die Abnahme weiterer Beweise zusätzliche 

entscheidwesentliche Erkenntnisse liefern könnte.

15 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21)
16 BGE 133 II 181 E.3.3
17 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 52 N. 12
18 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 49 N. 31

10

2. Rechtliches Gehör

a) Die Beschwerdeführenden machen geltend, sie hätten in ihrem Begleitschreiben 

zum Baugesuch vom 20. Februar 2014, in ihrer Stellungnahme vom 22. September 

2014 und in ihren Schlussbemerkungen vom 23. Januar 2015 begründet und belegt, 

dass die bestehende Wohnfläche, der umstrittene Fundationsraum im Keller sowie die 

Fassadengestaltung samt Befensterung bewilligt werden könnten. Das AGR sei weder 

in seiner Verfügung vom 22. Mai 2014 noch in seinem Kurzbericht vom 18. November 

2014 auf die Berechnungen und die neuen Unterlagen eingegangen, sondern habe 

sich ausschliesslich auf die Angaben in der Wiederherstellungsverfügung gestützt. 

Dieses Vorgehen sei mit der behördlichen Prüfungspflicht nicht vereinbar. Eine weitere 

Gehörsverletzung bestehe darin, dass das Regierungsstatthalteramt die im Dezember 

2014 nachgereichte Fotodokumentation19 nicht dem AGR zur Beurteilung vorgelegt 

habe, obwohl diese rechtlich relevant sei. Sie zeigten, dass das Obergeschoss im 

Bereich der alten Kinderschlafkammer isoliert gewesen sei und damit als 

vorbestehende BGF angerechnet werden könne. 

b) Der Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 21 ff. VRPG gibt den Parteien das 

Recht, sich zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die 

Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der 

Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum 

Beweisergebnis zu äussern. Er verlangt von der Behörde, dass sie die Vorbringen der 

Betroffenen "tatsächlich hört, ernsthaft prüft und in ihrer Entscheidfindung angemessen 

berücksichtigt."20 Nach Art. 52 Abs. 1 Bst. b VRPG muss eine Verfügung eine 

Begründung enthalten. Eine Begründung muss so abgefasst sein, dass die 

Betroffenen die Verfügung sachgerecht anfechten können. Es müssen wenigstens 

kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen 

und auf die sich ihr Entscheid stützt. Die Behörde muss jedoch nicht auf jedes 

Argument der Parteien eingehen; es genügt, wenn sie sich mit den wesentlichen 

Gesichtspunkten auseinandergesetzt hat.21

19 Vgl. Akten Regierungsstatthalteramt, pag. 84
20 BGE 136 I 184 E. 2.2.1, mit weiteren Hinweisen
21 BVR 2013 S. 443 E. 3.1.1; Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, 
Art. 52 N. 5

11

c) Das AGR hat in seiner Verfügung vom 22. Mai 2015 ausgeführt, warum die 

Ausnahmebewilligung nach Art. 24c RPG für die über die ursprüngliche Bewilligung 

hinausgehende Sanierung und Erweiterung des Gebäudes "D.________" nicht 

nachträglich erteilt werden kann. Diese sprengt gemäss seiner Beurteilung den 

Rahmen einer teilweisen Änderung bezüglich Umfang, Erscheinung und 

Nutzungsmöglichkeiten deutlich. Dass es sich für diese Beurteilung unter anderem auf 

die ursprüngliche Bewilligung aber auch auf Berechnungen aus dem 

Wiederherstellungsverfahren gestützt hat, ist nicht zu beanstanden, bilden doch diese 

Unterlagen Bestandteil der für die Beurteilung massgeblichen Akten. Zudem hat das 

AGR die aktuell vorhandene BGF selber berechnet und festgehalten, dass diese 

mindestens 120 m2 betrage. Es hat in seiner Verfügung auch ausgeführt, warum es die 

neuen Flächenberechnungen der Beschwerdeführenden nicht für massgebend 

erachtet und es hat darauf hingewiesen, dass es die Unterkellerung in der heutigen 

Form nicht bewilligt habe. Es ist somit hinreichend auf die neuen Berechnungen und 

Unterlagen eingegangen. Allein der Umstand, dass das AGR nicht zum gleichen 

Schluss kam wie die Beschwerdeführenden und die realisierte Wohnfläche, den 

Fundationsraum im Keller sowie die Fassadengestaltung samt Befensterung als nicht 

bewilligungsfähig beurteilte, stellt keine Verletzung der Prüfungspflicht dar.

d) Die Vorinstanz hat den massgeblichen Sachverhalt detailliert abgeklärt. Sie hat 

die erforderlichen Amts- und Fachberichte eingeholt, einen Augenschein durchgeführt 

und auf Wunsch der Beschwerdeführenden an einer informellen Besprechung 

teilgenommen. Die Beschwerdeführenden konnten mehrmals Stellung zu den 

Beweismitteln nehmen. Thema war insbesondere, ob der als Kinderschlafzimmer 

bezeichnete Raum oberhalb der Küche als Wohnfläche anrechenbar sei oder nicht. 

Das AGR hatte in seiner Verfügung vom 22. Mai 2014 ausgeführt, dass das ehemalige 

"Gliger" im Obergeschoss mangels genügender Raumhöhe und genügender 

Befensterung nicht als ursprünglich bestehende BGF angerechnet werden könne. Die 

Beschwerdeführenden begründeten in ihrem Schreiben vom 22. September 2014 ihre 

abweichende Auffassung. In seiner Stellungnahme vom 18. Oktober 2014 zu den 

Ausführungen der Beschwerdeführenden hielt das AGR an seiner ablehnenden 

Verfügung vollumfänglich fest. Die Vorinstanz hat in ihrem Entscheid eingehend 

begründet, warum sie auf eine weitere Stellungnahme des AGR zu den 

nachgereichten Beweismitteln (insbesondere Fotodokumentation und schriftliche 

Erklärung des ehemaligen Bauverwalters) verzichtet bzw. warum sie diese ungeachtet 

12

ihrer Beweiskraft als untauglich erachtet hat, das AGR zu einer anderen rechtlichen 

Beurteilung zu veranlassen. Bei dieser Ausgangslage stellt es eine zulässige 

antizipierte Beweiswürdigung dar, auf eine erneute Stellungnahme des AGR zu 

verzichten, da davon kein massgeblicher weiterer Erkenntnisgewinn erwartet werden 

musste. Insbesondere durfte die Vorinstanz ohne weitere Abklärungen gestützt auf 

den willkürfrei erstellten Sachverhalt davon ausgehen, dass der Umstand, dass der 

fragliche Raum als Kinderschlafkammer genutzt und isoliert worden war, keinen 

Einfluss auf die Beurteilung hat, ob dieser als ursprünglich bestehende BGF 

angerechnet werden kann. Sie hat deshalb zu Recht auf eine nochmalige Beurteilung 

des AGR verzichtet. 

e) Zusammenfassend steht fest, dass die Vorinstanz und das AGR das Vorhaben 

und die Unterlagen der Beschwerdeführenden sorgfältig und ernsthaft geprüft haben. 

Ihre Entscheide sind eingehend begründet und setzten sich mit sämtlichen 

wesentlichen Vorbringen der Beschwerdeführenden auseinander. Eine Verletzung des 

Anspruchs der Beschwerdeführenden auf rechtliches Gehör liegt nicht vor. 

3. Fundationsraum

a) Es ist im Grundsatz nicht bestritten, dass das Gebäude "D.________" in 

Überschreitung der Baubewilligung vom 23. Juni 2009 und der 

Projektänderungsbewilligung vom 17. August 2010 ausgebaut wurde. Die 

Beschwerdeführenden machen einzig geltend, der Fundationsraum sei bewilligt 

worden. Bereits im Rahmen des ersten Bewilligungsverfahrens, spätestens jedoch bei 

der Erteilung der Projektänderungsbewilligung sei klar gewesen, dass das gesamte 

Gebäude unterkellert werde. Dies sei anlässlich der Begehung vom 27. Juli 2010 

eingehend erörtert worden. Im Protokoll stehe ausdrücklich, dass die Fundation bereits 

in einer frühen Phase mit dem Vertreter des AGR besprochen worden sei und dass die 

vorliegende Situation toleriert werde. Zudem sei bereits aus dem Fundationskonzept 

vom 14. Oktober 2009 und den zugehörigen Plänen ersichtlich, dass ein vollständiges 

Untergeschoss erforderlich sei und dass der Fundationsraum eine Höhe von circa 2.30 

m sowie ein Streifenfundament aufweisen werde. Mit der Bewilligung vom 17. August 

2010 sei die Zulässigkeit des bestehenden Fundationsraums ausdrücklich bestätigt 

13

worden, mit der Auflage, dass dieser nicht als Lagerraum genutzt werden dürfe. Es 

gehe deshalb nicht an, dass der Raum nun als nicht bewilligt beurteilt werde.

b) Grundsätzlich gilt, dass Bauarbeiten, die nicht aus der Baubewilligung oder den 

genehmigten Plänen hervorgehen, nicht bewilligt worden sind. Es ist Sache der 

Bauherrschaft, diese Vermutung zu zerstören. Die Beweislast für das Vorhandensein 

einer Baubewilligung liegt somit bei ihr. Bei Unklarheiten zwischen dem Text der 

Baubewilligung und den bewilligten Plänen kommt Letzteren der Vorrang zu. 

Entscheidend kann auch das Baugesuch sein, indem eine darin enthaltene Angabe als 

genehmigt gilt, wenn die Baubewilligung oder die Pläne nichts Abweichendes 

festlegen.22 Gemäss den von der Gemeinde am 8. Juni 2009 abgestempelten Plänen, 

die der Baubewilligung vom 23. Juni 2009 zugrunde liegen, wurde keine vollständige 

Unterkellerung des Gebäudes bewilligt. Bewilligt wurde lediglich ein Kellergeschoss 

unter dem Wohnteil mit einem Keller und einem Technikraum sowie einem 

Fundationsraum. Im Bereich des Ökonomieteils ist demgegenüber weder eine 

Unterkellerung noch eine Fundation bewilligt. 

c) Den Vorakten der Gemeinde lässt sich entnehmen, dass im Nachgang der 

Bewilligung die Erstellung eines Kastenfundaments und dessen teilweise Auffüllung 

mit Erde oder einem anderen Füllmaterial ein Thema war.23 Anlässlich der Begehung 

vom 27. Juli 2010 hielt der Bauverwalter dazu fest, die heute vorhandene Fundation 

werde toleriert, obschon eine weitreichende Lösung erfolgt sei.24 Mit Schreiben vom 

29. Juli 2010 reichten die Beschwerdeführenden unter anderem die ursprünglich 

bewilligten Projektpläne (bzw. eine Kopie davon) ein, in denen mit grünem Leuchtstift 

die Konstruktion eingezeichnet wurde.25 Sie erläuterten die Anpassungen und hielten 

ausdrücklich fest, eine eigentliche Projektänderung habe nicht stattgefunden. Weder 

dem Schreiben noch den Plänen26 lässt sich entnehmen, dass eine Bewilligung der 

Unterkellerung oder des Fundationsraums beantragt wurde. 

22 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, 
Art. 46 N. 9b Bst. c, mit weiteren Hinweisen
23 Vgl. Vorakten Gemeinde Grindelwald "Umbau D.________ II" 1856/2009, insbesondere Gesprächsnotiz 
der Bauverwaltung vom 21. September 2009 (p. 60), Schreiben des Beschwerdeführers vom 20. April 
2010 (p. 58 ff.) und Protokoll vom 30. Juli 2010 der Begehung vom 27. Juli 2010 (p. 52 f.)
24 Vgl. Vorakten Gemeinde Grindelwald "Umbau D.________ II" 1856/2009, Protokoll vom 30. Juli 2010 
der Begehung vom 27. Juli 2010, p. 52.1
25 Vgl. Schreiben vom 29. Juli 2010, Vorakten Gemeinde Grindelwald "Umbau D.________ II" 1856/2009, 
pag. 54 sowie Telefonnotiz des Gemeindepräsidenten vom 12. August 2010, Vorakten Gemeinde 
Grindelwald "Umbau D.________ II" 1856/2009, pag. 44 f.
26 Vgl. ungestempelte Kopien der Pläne, Vorakten Gemeinde Grindelwald "Umbau D.________, 
Projektänderung" 2016/2014, pag. 78.5 ff.

14

d) Die am 17. August 2010 bewilligte Projektänderung umfasst (einzig) den 

Totalersatz der Tragkonstruktion aufgrund der schlechten Bausubstanz und die neue 

Ausnahmebewilligung nach Art. 24c RPG (statt Art. 24d RPG). Die vollständige 

Unterkellerung bzw. der Fundationsraum wird bei der Umschreibung der 

Projektänderung nicht erwähnt. Aus der Auflage, wonach im Untergeschoss/Fundation 

die Lufträume ausserhalb des Keller- und Technikraumes nicht zu Lagerräumen 

umgenutzt werden dürfen, lässt sich lediglich schliessen, dass bezüglich 

Untergeschoss und Fundationsraum auf die Wiederherstellung des rechtmässigen 

Zustands verzichtet wurde. Hingegen umfasst die Projektänderungsbewilligung vom 

17. August 2010 keine Bewilligung für die Erweiterung des Untergeschosses bzw. des 

Fundationsraumes auf das ganze Gebäude. Die Vorinstanz ist somit zu Recht zum 

Schluss gelangt, dass insoweit keine Baubewilligung vorliegt.

4. Nachträgliches Baugesuch und Projektänderung

a) Die Beschwerdeführenden reichten am 20. Februar 2014 ein nachträgliches 

Baugesuch für das tatsächlich Ausgeführte ein. Während des Beschwerdeverfahrens 

reichten sie bei der Gemeinde ein neues Baugesuch für die Erstellung einer 

Fotovoltaikanlage mit Windrad ein. Sie beabsichtigen, die gesamte Technik der beiden 

Anlagen im ohne Bewilligung erstellten Fundationsraum im Untergeschoss 

unterzubringen. Ursprünglich planten sie eine rund 60 m vom Hauptgebäude entfernte, 

freistehende Fotovoltaikanlage mit 100 m2 Kollektorfläche. Aufgrund einer negativen 

Stellungnahme des AGR änderten sie ihr Projekt. Dieses sieht vor, dass das gegen 

Süden gerichtete Hauptdach und das nach Westen orientierte Vordach mit Solarpanels 

eingedeckt werden. Zusätzlich soll eine kleine freistehende Anlage rund 20 m neben 

dem Gebäude erstellt werden. Die Beschwerdeführenden machen geltend, ihnen 

würde offensichtlich ein bedeutender Schaden entstehen, wenn sie den 

Fundationsraum gemäss Wiederherstellungsverfügung zunächst auffüllen und 

verschliessen müssten, diese Arbeiten aber nach erteilter Bewilligung für die 

Fotovoltaikanlage wieder rückgängig machen dürften. Da die Solarpanels das ganze 

Süddach beanspruchten, würden keine Dachflächenfenster für die Belichtung des 

Obergeschosses mehr zur Verfügung stehen. Damit die rechtlichen Vorgaben über die 

Belichtung von Wohnräumen erfüllt werden könnten, sei es unerlässlich, dass das 

Fenster auf der Südseite des Gebäudes im Obergeschoss bestehen bleibe und nicht 

15

durch ein Tor ersetzt werden müsse. Dies sei im Übrigen auch aus ästhetischen 

Gründen sinnvoll. Zwei strittige Wiederherstellungsmassnahmen würden somit vom 

Ausgang des Bewilligungsverfahrens abhängen. Es dränge sich deshalb auf, das 

Beschwerdeverfahren zu sistieren. Das Rechtsamt der BVE hat das Sistierungsgesuch 

mit Verfügung vom 10. August 2015 abgewiesen. Die Beschwerdeführenden 

beantragen deshalb mit Eingabe vom 1. September 2015, die Projektänderung sei im 

Rahmen des Beschwerdeverfahrens zu prüfen. 

b) Wird ein Bauvorhaben ohne Baubewilligung oder in Überschreitung einer 

Baubewilligung ausgeführt oder werden bei der Ausführung eines bewilligten 

Vorhabens Vorschriften missachtet, setzt die Baupolizeibehörde der jeweiligen 

Grundeigentümerschaft eine angemessene Frist zur Wiederherstellung des 

rechtmässigen Zustands unter Androhung der Ersatzvornahme (Art. 46 Abs. 1 und 2 

BauG). Die Wiederherstellungsverfügung wird aufgeschoben, wenn die oder der 

Pflichtige innert 30 Tagen seit ihrer Eröffnung ein Gesuch um nachträgliche 

Baubewilligung einreicht (Art. 46 Abs. 2 Bst b BauG). Im nachträglichen 

Baubewilligungsverfahren ist gegebenenfalls zu prüfen, ob das Bauvorhaben 

wenigstens teilweise bewilligt werden kann (Art. 46 Abs. 2 Bst. c BauG). Bei 

vollständiger oder teilweiser Bewilligung des Bauvorhabens fällt die 

Wiederherstellungsverfügung im entsprechenden Umfang dahin (Art. 46 Abs. 2 Bst. d 

BauG). Im Fall des Bauabschlags entscheidet die Baubewilligungsbehörde zugleich 

darüber, ob und inwieweit der rechtmässige Zustand wiederherzustellen ist; sie setzt 

dafür gegebenenfalls eine neue Frist (Art. 46 Abs. 2 Bst. e BauG).

c) Im nachträglichen Baubewilligungsverfahren ist somit zu prüfen, ob und inwiefern 

das ausgeführte Bauvorhaben den massgeblichen öffentlichen Bauvorschriften 

entspricht und ganz oder teilweise bewilligt werden kann. Ist es als Ganzes nicht 

bewilligungsfähig, sind die Behörden verpflichtet, von Amtes wegen zu prüfen, ob 

wenigstens ein Teil des Bauvorhabens bewilligt werden kann. Die Bauherrschaft hat im 

Rahmen des nachträglichen Baugesuchs- und Wiederherstellungsverfahren die 

Möglichkeit, ihre Vorstellungen über die allfällig anzuordnenden 

Wiederherstellungsmassnahmen einzubringen. Allfällige Eventualanträge sind auch in 

oberen Instanzen noch entgegenzunehmen. Diese Abweichung vom normalen 

Projektänderungsverfahren rechtfertigt sich, weil das Bauvorhaben bereits ausgeführt 

16

ist.27 Nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts ergibt sich aus Art. 46 Abs. 2 

Bst. c BauG somit die Möglichkeit, auch noch vor dem Verwaltungsgericht eine 

Baubewilligung zu beantragen, die weniger weit als das ursprüngliche Gesuch geht. 

Der Sinn dieser vom Grundsatz abweichenden Regelung liegt darin, dass es unsinnig 

wäre, für ein bereits ausgeführtes Vorhaben den vollständigen Bauabschlag zu 

verfügen, im Wiederherstellungsverfahren jedoch bloss einen Teil der ausgeführten 

Bauarbeiten rückgängig machen zu lassen mit der Begründung, ein vollständiges 

Entfernen der umstrittenen Bauteile wäre unverhältnismässig, da für diese jederzeit ein 

neues Baugesuch gestellt werden könnte, das ohne Weiteres bewilligungsfähig wäre. 

Zudem würde in diesem Fall die formelle Rechtswidrigkeit der belassenen und an sich 

bewilligungsfähigen Bauteile zu Unrecht weiterbestehen bleiben. Einer materiellen 

Beurteilung von Eventualbegehren steht deshalb nichts entgegen.28 

d) Sofern die Aussicht besteht, dass der baurechtswidrige Zustand durch 

Änderungen materiell baurechtskonform gestaltet werden kann, steht es der 

Bauherrschaft offen, im Rahmen des nachträglichen Baubewilligungsverfahrens ein 

entsprechend abgeändertes Baugesuch einzureichen oder einen Eventualantrag zu 

stellen. Beim fraglichen Gesuch handelt es sich jedoch inhaltlich nicht um eine solche 

Projektänderung oder einen Eventualantrag, der das nachträgliche Baugesuch direkt 

betrifft. Die Beschwerdeführenden beantragen nicht die teilweise Bewilligung oder eine 

untergeordnete Änderung des bereits Gebauten, sondern sie stellen ein neues 

Baugesuch für den Bau einer Fotovoltaikanlage mit Windrad. Sie haben es deshalb zu 

Recht bei der Gemeinde eingereicht. Solange das Baubewilligungsverfahren dort 

rechtshängig ist, ist es einer anderen Behörde grundsätzlich untersagt, sich mit der 

Angelegenheit zu befassen.29 Die BVE kann sich deshalb bereits aus diesem Grund 

nicht mit dem neuen Baugesuch befassen. Allein der Umstand, dass das vorliegende 

Beschwerdeverfahren einen Einfluss auf die Beurteilung der Bewilligungsfähigkeit 

haben könnte, hat nicht zur Folge, dass die BVE das neue Baugesuch als erste 

Instanz beurteilen kann. Die Beschwerdeführenden räumen im Übrigen selber ein, 

dass die Absicht, eine Fotovoltaikanlage zu realisieren, nicht neu ist. Ähnlich wie bei 

einem verspätet eingereichten nachträglichen Baugesuch kann die Rechtsmittelinstanz 

in solchen Fällen die Bewilligungsfähigkeit allenfalls summarisch prüfen und das 

27 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, 
Art. 46 N. 14, mit weiteren Hinweisen
28 VGE 19636 vom 28. Februar 1996 E. 4 b, 19167 vom 16. Januar 1995 E. 2b, 
29 Markus Müller, Bernische Verwaltungsrechtspflege, Bern 2011, S. 53

17

Ergebnis bei der Beurteilung der Verhältnismässigkeit der Wiederherstellung 

berücksichtigen.30

5. Bewilligungsfähigkeit des Bauvorhabens

a) Das nachträgliche Baubewilligungsverfahren wird wie ein gewöhnliches 

Verfahren eingeleitet und durchgeführt (Art. 32 ff. BauG). Zu klären ist, ob für die in 

Überschreitung der Bewilligung ausgeführten Teile nachträglich im Rahmen der 

Besitzstandsgarantie eine Ausnahme gewährt werden kann (Art. 24c RPG). Dass 

andere Ausnahmetatbestände vorliegen würden, wird nicht geltend gemacht und ist 

auch nicht ersichtlich. Nachträgliche Baugesuche sind grundsätzlich nach dem zur Zeit 

der (unbewilligten) Ausführung des Bauvorhabens anwendbaren Recht zu beurteilen. 

Späteres Recht ist nur anzuwenden, wenn es für die Bauherrschaft günstiger ist oder 

wenn die Bauherrschaft das Baubewilligungserfordernis in der Absicht missachtet hat, 

dem späteren strengeren Recht zuvorzukommen.31 Am 1. November 2012 sind die 

neuen Absätze 2-5 von Art. 24c RPG32 und die dazugehörigen, neu formulierten 

Verordnungsbestimmungen von Art. 41 und 42 RPV33 in Kraft getreten. Diese Revision 

bezweckt, den Anwendungsbereich von Art. 24c RPG auf alle nichtlandwirtschaftlich 

genutzten Wohnbauten mit angebauten Ökonomieteilen auszudehnen, ohne dabei die 

übrigen Voraussetzungen für eine Ausnahmebewilligung zu erleichtern.34 Nach der 

alten und neuen Fassung von Art. 42 Abs. 1 RPV sind Änderungen an Bauten und 

Anlagen zulässig, wenn die Identität der Baute oder Anlage einschliesslich ihrer 

Umgebung in den wesentlichen Zügen gewahrt bleibt. Art. 42 Abs. 3 RPV regelt 

weiterhin mit messbaren Kriterien die äusserste Grenze von Erweiterungen 

ausschliesslich innerhalb (Bst. a) bzw. teilweise oder ganz ausserhalb (Bst. b) des 

bestehenden Gebäudevolumens. 

b) Aus den Akten ergibt sich zwar nicht eindeutig, wann das Gebäude 

"D.________" ausgebaut wurde; da die Arbeiten aber nach Angaben der 

30 Vgl. dazu Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, 
Bern 2013, Art. 46 N. 15a
31 BGE 123 II 248 E. 3a/bb, 104 1b 301 E. 5c; BVR 1997 S. 23 E. 2; Aldo Zaugg/Peter Ludwig, 
Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 46 N. 14a
32 Vgl. Änderung vom 23. Dezember 2011; AS 2012 S. 5535
33 Vgl. Änderung vom 10. Oktober 2012; AS 2012 S. 5537
34 Vgl. Bericht der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie des Nationalrats vom 22.8.2011 
zur Standesinitiative Bauen ausserhalb der Bauzone, in BBI 2011 S. 7083 ff.; vgl. auch BGer 
1C_187/2011 vom 15.3.2012, in ZBI 2012 S. 610 E. 3.3

18

Beschwerdeführenden im Jahr 2011 abgeschlossen wurden und die Selbstdeklaration 

Baukontrolle 2 vom 29. Februar 2012 datiert ist, beurteilt sich die nachträgliche 

Ausnahmebewilligung grundsätzlich nach den bis zum 31. Oktober 2012 gültig 

gewesenen alten Fassungen von Art. 24c Abs. 2 RPG (nachfolgend: aArt. 24c Abs. 2 

RPG35) und Art. 41 und 42 RPV (nachfolgend aArt. 41 und 42 RPV36). Da der Wohnteil 

gemäss den Angaben der Beschwerdeführenden im Projektänderungsverfahren vor 

1972 nicht mehr landwirtschaftlich genutzt wurde, fiel er bereits vor dem 1. November 

2012 in den Anwendungsbereich von Art. 24c RPG; das neue Recht ist insoweit nicht 

vorteilhafter. Es besteht auch kein Unterschied bei den zulässigen Maximalwerten für 

Erweiterungen. Die Berechnungsweise für den Flächenvergleich führen nach altem 

und neuem Recht zum gleichen Ergebnis. Demnach ist altes Recht anwendbar.

c) Die Beschwerdeführenden machen geltend, die angefochtenen Verfügungen 

basierten auf einem unrichtig festgestellten Sachverhalt. Das AGR sei von einer 

altrechtlich bestehenden BGF von 42 m2 ausgegangen, weshalb es eine Erweiterung 

der BGF auf über 68 m2 hinaus als nicht bewilligungsfähig erachtet habe. Das AGR 

lasse ausser Acht, dass sich im Obergeschoss über der Küche eine 

Kinderschlafkammer befunden habe, die entsprechend der jahrzehntelangen Usanz 

der Gemeinde sowie gemäss den Vorgaben von aArt. 93 Abs. 2 BauV37 anrechenbar 

sei. Die Beschwerdeführenden hätten dazu Bestätigungen der früheren Mieter und des 

ehemaligen Bauverwalters eingereicht. Zudem hätten sie im vorinstanzlichen 

Verfahren eine Fotoaufnahme vorgelegt, die zeige, dass das Dach und die Wände im 

Bereich der ehemaligen Kinderschlafkammer isoliert und mit Täfer versehen waren. 

Das AGR und das Regierungsstatthalteramt hätten eine Anrechnung dieser Fläche mit 

dem Hinweis auf die ungenügenden wohnhygienischen Verhältnisse abgelehnt. In 

alten Weidhäusern seien die neurechtlichen wohnhygienischen Vorschriften kaum 

eingehalten worden. Bei solchen alten Gebäuden seien insbesondere die 

Fensterflächen relativ klein und die Raumhöhen gering. Für die Frage der 

Anrechenbarkeit von altrechtlich bestehenden BGF könne deshalb nicht auf die im 

Jahr 1985 erlassenen Vorschriften über die Wohnhygiene abgestellt werden. 

Massgebend müssten viel mehr die vorbestehenden tatsächlichen 

Nutzungsverhältnisse sowie die lokalen Usanzen sein. Im Rahmen des ersten 

Baubewilligungsverfahrens habe keine Veranlassung bestanden, die 

35 AS 2000 S. 2042
36 AS 2000 S. 2042, AS 2007 S. 3641
37 Bauverordnung vom 6. März 1985 (BauV; BSG 721.1) 

19

Kinderschlafkammer im Obergeschoss zu thematisieren, da die Berücksichtigung der 

betreffenden Fläche für die Bewilligung nicht erforderlich gewesen sei. Wenn das AGR 

diese Fläche nicht anrechnen wolle, so stehe dies in klarem Widerspruch zu anderen 

Fällen, in welchen solche Räume als vorbestehende BGF berücksichtigt worden seien. 

Beim Weidhaus "D.________" sei von einer vorbestehenden BGF von 58 m2 

auszugehen. Werde diese Fläche um 60 Prozent erweitert, resultiere eine neu 

zulässige Fläche von 93 m2. Gemäss den Flächenberechnungen der 

Beschwerdeführenden entspreche dies ungefähr der tatsächlich realisierten HNF. Die 

abweichenden und uneinheitlichen Angaben des Regierungsstatthalteramts und des 

AGR seien nicht nachvollziehbar. Selbst wenn man auf diese Zahlen abstellen würde, 

wäre die Erweiterung der Wohnfläche mindestens teilweise bewilligungsfähig.

d) Bestimmungsgemäss nutzbare Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzone, 

die nicht mehr zonenkonform sind, werden in ihrem Bestand grundsätzlich geschützt 

(aArt. 24c Abs. 1 RPG). Solche Bauten können mit Bewilligung der zuständigen 

Behörde erneuert, teilweise geändert, massvoll erweitert oder wiederaufgebaut 

werden, sofern sie rechtmässig erstellt oder geändert worden sind. In jedem Fall bleibt 

die Vereinbarkeit mit den wichtigen Anliegen der Raumplanung vorbehalten (aArt. 24c 

Abs. 2 RPG). Änderungen sind zulässig, wenn die Identität der Baute oder Anlage 

einschliesslich ihrer Umgebung in den wesentlichen Zügen gewahrt bleibt. 

Verbesserungen gestalterischer Art sind zulässig (aArt. 42 Abs. 1 RPV). 

Massgeblicher Vergleichszustand für die Beurteilung der Identität ist der Zustand, in 

dem sich die Baute oder Anlage im Zeitpunkt der Erlass- oder Planänderung befand 

(aArt. 42 Abs. 2 RPV). Ob die Identität der Baute oder Anlage im Wesentlichen 

gewahrt bleibt, ist unter Würdigung der gesamten Umstände zu beurteilen. Es gelten 

zudem quantitative Grenzen (aArt. 42 Abs. 3 RPV). Werden diese überschritten, gilt 

die Identität der Baute als nicht gewahrt und die Bewilligung ist in jedem Fall ohne 

weitere Prüfung zu verweigern. Die quantitativen Grenzen müssen hinsichtlich zweier 

Messgrössen eingehalten werden, der anrechenbaren Bruttogeschossfläche (aBGF) 

und der Bruttonebenfläche (BNF). Bei Erweiterungen innerhalb des bestehenden 

Gebäudevolumens ist nur die aBGF massgebend. Bei Erweiterungen ausserhalb des 

bestehenden Gebäudevolumens sind demgegenüber die aBGF und die BNF zu 

berücksichtigen. Bei Erweiterungen innerhalb des bestehenden Gebäudevolumens 

darf die aBGF um nicht mehr als 60 Prozent zunehmen (aArt. 42 Abs. 3 Bst. a RPV). 

Wird eine Erweiterung teilweise oder ganz ausserhalb des bestehenden Volumens 

20

vorgenommen, darf die gesamte Erweiterung sowohl bezüglich der aBGF als auch der 

Gesamtfläche, das heisst der Summe von aBGF und BNF, weder 30 Prozent noch 100 

m2 überschreiten; dabei werden Erweiterungen innerhalb des bestehenden 

Gebäudevolumens nur zur Hälfte angerechnet (aArt. 42 Abs. 3 Bst. b RPV).

e) Da weder das Gesetz noch die Verordnung die Berechnungsweise näher 

ausführten, hat das Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) bereits im Jahr 2001 eine 

Vollzugshilfe38 erstellt. Diese hat zwar nicht Charakter einer Rechtsnorm, sie stellt aber 

eine sachgerechte Konkretisierung dar, auf die die Rechtsprechung bei der Auslegung 

von Art. 42 RPV regelmässig Bezug nimmt.39 Danach können kantonale Regelungen 

zur Definition der aBGF, wie sie beispielsweise aArt. 93 Abs. 2 BauV enthielt,40 

grundsätzlich zur Anwendung kommen. Davon geht auch das AGR aus.41 Als aBGF 

gilt die Summe aller Geschossflächen einschliesslich der Mauer- und 

Wandquerschnitte, die dauerhaft für das Wohnen und Arbeiten genutzt werden 

können. Dazu zählen auch die zur Erschliessung der entsprechenden Wohn- und 

Arbeitsräume dienenden Verkehrsflächen (Flure, Korridore, Eingangshallen; Treppen 

und Rampen; Aufzugsschächte). Nicht angerechnet werden Nebenflächen wie zu 

Wohnungen gehörende Keller-, Estrich- und Trockenräume, Waschküchen, 

Abstellräume, Fahrzeugeinstellräume, Schutzräume und Kehrichträume, 

Funktionsflächen wie Räume für Haustechnikanlagen, Motorenräume für Aufzugs- und 

Förderanlagen, Heizungs- und Tankräume.42 

f) Die allgemeine Mitwirkungspflicht von Art. 12 VRPG gilt auch im 

Baubewilligungsverfahren. Ein Baugesuch hat das Bauvorhaben in allen für die 

Beurteilung wesentlichen Punkten zu beschreiben. Lage, Einordnung, Gestaltung und 

Konstruktion sind zudem im Situationsplan und den Projektplänen darzustellen. 

Allenfalls erforderliche Unterlagen, wie beispielsweise Berechnungen, sind beizulegen 

38 Bundesamt für Raumentwicklung (ARE), Neues Raumplanungsrecht. Erläuterungen zur 
Raumplanungsverordnung und Empfehlungen für den Vollzug, 2001, Register V, Bewilligungen nach 
Artikel 24c RPG: Änderungen an zonenwidrig gewordenen Bauten und Anlagen (nachfolgend: 
Vollzugshilfe)
39 BGer 1C_559/2010 vom 18.05.2011 E.3.1, 1A.42/2006 vom 6. Juni 2006 E. 3.3, 1A.78/2004 vom 
16.07.2004 E. 3; BGer; VGE 23436 vom 9.03.2009 E. 3.6; Waldmann/Hänni, Handkommentar RPG, 
2006, Art. 24c N. 19
40 Per 1. August 2011 aufgehoben durch Art. 35 der Verordnung vom 25. Mai 2011 über die Begriffe und 
Messweisen im Bauwesen (BMBV; BSG 721.3)
41 Vgl. AGR, Bauen ausserhalb der Bauzonen - Begriffserklärungen und Definitionen, einsehbar unter 
www.jgk.be.ch, Rubriken «Baubewilligungen, Schnellzugriff auf wichtige Themen, Themen für das Bauen 
ausserhalb der Bauzone» 
42 Vgl. Vollzugshilfe S. 9 und Anhang 1 S. 21

http://www.jgk.be.ch

21

(vgl. Art. 10 ff. BewD43).44 So müssen gemäss Formular "BaB Bauen ausserhalb der 

Bauzone" bei Veränderungen der Nutzungsflächen nachvollziehbare 

Flächenberechnungen beigelegt werden. Es ist Sache der Bauherrschaft, vollständige 

und widerspruchsfreie Angaben und Pläne einzureichen.45 

Aufgrund der Feststellungen des AGR anlässlich der Begehung vom 19. August 

200846 sowie den Angaben, die die Beschwerdeführenden im Rahmen der 

Voranfragen47 und des ursprünglichen Baugesuchs48 machten, steht für die BVE fest, 

dass unter dem Titel aBGF lediglich die bestehende 2-Zimmerwohnung angerechnet 

werden kann. Diese beträgt unbestritten 42.00 m2. Es mag sein, dass der Raum über 

der Küche isoliert war und von Mietern als Kinderschlafraum genutzt wurde. Das 

macht ihn jedoch noch nicht zum anrechenbaren Raum. Gemäss den Fotos und den 

bewilligten Plänen handelt es sich dabei um einen Raum mit Dachschräge, der nicht 

als Wohnraum im Sinn von Art. 63 BauV gilt und weder die gemäss Art.  93 Abs. 2 Bst. 

k BauV verlangte Raumhöhe von 1.50 m erreicht noch die gemäss Vollzugshilfe 

verlangte Mindestraumhöhe von 1 m einhält. Dieser Raum kann deshalb, wie das AGR 

zu Recht ausgeführt hat, höchstens als BNF angerechnet werden. Selbst wenn solche 

Flächen gemäss jahrzehntelanger Usanz der Gemeinde an die aBGF angerechnet 

worden wären, würde dies im Ergebnis nichts ändert, da diese Usanz sowohl dem 

kantonalen Recht, das die aBGF in Art. 93 Abs. 2 BauV definiert hat, als auch der 

Vollzugshilfe des Bundes widerspricht. 

g) In den ursprünglichen Baugesuchsunterlagen waren auch keine weiteren BNF 

ausgewiesen. Gemäss den Projektplänen befand sich im Erdgeschoss des 

Ökonomieteils lediglich ein Stall, im Obergeschoss die Heubühne. Bestehende Geräte- 

oder Abstellräume waren keine eingezeichnet. Erst im Rahmen des nachträglichen 

Baubewilligungsverfahrens machen die Beschwerdeführenden neu geltend, dass sich 

im Ökonomieteil anrechenbare BNF befunden hätten. Sie begründen und belegen dies 

43 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 
725.1)
44 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, 
Art. 34 N. 4
45 Vgl. VGE 2011/291 vom 8.06.2012 E. 3.3.3
46 Vgl. Schreiben des AGR vom 25. August 2008 und vom 24. Februar 2009, Akten AGR Geschäft-Nr. 
381 2008 2253
47 Vgl. H.________ GmbH, handschriftliche BGF-Berechnung vom 20. Februar 2009, Akten AGR 
Geschäft-Nr. 381 2008 2253
48 Vgl. dazu Vorakten Gemeinde Grindelwald "Umbau D.________ I" 1856/2009, insbesondere Formular 
Baugesuch (p. 1.11), Flächennachweise (p. 2.0), Formular Bauen ausserhalb der Bauzonen (p. 4.1)

22

jedoch nicht weiter. Aufgrund der Fotos des ursprünglichen Gebäudes49 mag es zwar 

sein, dass sich im Erdgeschoss angrenzend an den Stall ursprünglich ein Abstellraum 

befand. In den umfangreichen Akten findet sich jedoch kein Hinweis darauf, dass die 

fraglichen Räume im Ökonomieteil im massgebenden Zeitpunkt landwirtschaftsfremd 

genutzt wurden. Aktenkundig ist viel mehr, dass der Ökonomieteil zumindest bis 2008 

landwirtschaftlich genutzt wurde.50 Die Vorinstanz und das AGR sind demzufolge zu 

Recht von einer landwirtschaftsfremd genutzten aBGF von 42 m2 und einer 

landwirtschaftsfremd genutzten BNF von circa 18 m2 ausgegangen. Mit der 

ursprünglichen Bewilligung wurde daher das zulässige Mass der Änderung 

ausgeschöpft, wenn nicht gar überschritten: Zum einen wurde seinerzeit das 

Treppenhaus im Obergeschoss bei der BGF-Berechnung nicht angerechnet, zum 

anderen hätte die Berechnung der zulässigen Erweiterung wegen der 

Volumenerweiterungen im Ober- und im Kellergeschoss nach aArt.42 Abs. 3 Bst. b 

RPV erfolgen müssen. Zulässig sind somit bloss die Nutzungen, wie sie den 

bewilligten und von der Gemeinde am 8. Juni 2009 gestempelten Plänen entnommen 

werden können. Darüber hinausgehende Nutzungen können nicht mehr bewilligt 

werden. Dem nachträglichen Baugesuch wurde daher zu Recht der Bauabschlag 

erteilt.

h) Bei diesem Ergebnis erübrigt sich eine vertiefte Auseinandersetzung mit den 

verschiedenen Flächenberechnungen der Vorinstanz, des AGR und der 

Beschwerdeführenden. Es sei lediglich darauf hingewiesen, dass der Flächennachweis 

der Beschwerdeführenden51 nicht die aBGF und die BNF, sondern bloss die HNF und 

die NNF ausweist. Nicht berücksichtigt sind dabei insbesondere die Mauer- und 

Wandquerschnitte sowie die anrechenbare Verkehrsfläche im Erdgeschoss (vgl. aArt. 

93 Abs. 2 Bst. f BauV). 

6. Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands

a) Gemäss Art. 46 Abs. 2 BauG verfügt die Baupolizeibehörde die 

Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes, wenn sie einen unbewilligten und 

49 Vgl. Vorakten Gemeinde Grindelwald "Umbau D.________ I" 1856/2009, pag. 9.6 und 9.8
50 Vgl. Vorakten Gemeinde Grindelwald "Umbau D.________ II" 1856/2009, pag. 43 und 46; Schreiben 
der H.________ GmbH vom 24. Juni 2008, Akten AGR Geschäft-Nr. 381 2008 2253
51 Akten Regierungsstatthalteramt 46/2015, pag. 21

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damit baupolizeiwidrigen Zustand feststellt. Im Falle des Bauabschlags entscheidet die 

Baubewilligungsbehörde zugleich darüber, ob und inwieweit der rechtmässige Zustand 

wiederherzustellen ist (Art. 46 Abs. 2 Bst. e BauG). Da das nachträgliche Baugesuch 

nicht bewilligt werden konnte, hat die Vorinstanz zu Recht zusammen mit dem 

Bauabschlag die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes angeordnet. Die 

Wiederherstellungsverfügung bedeutet eine Eigentumsbeschränkung und setzt daher 

nebst der erwähnten gesetzlichen Grundlage voraus, dass sie im öffentlichen Interesse 

liegt, verhältnismässig ist und nicht Treu und Glauben widerspricht (Art. 47 Abs. 6 

BewD). Ein öffentliches Interesse an der Wiederherstellung des rechtmässigen 

Zustandes ist im Allgemeinen gegeben, da das Interesse an der Einhaltung der 

baurechtlichen Bestimmungen und an der konsequenten Verhinderung von Bauten, 

die der baurechtlichen Ordnung widersprechen, generell gross ist. Besonderes 

Gewicht kommt dem öffentlichen Interesse am konsequenten Vollzug des Bau-, 

Planungs- und Umweltrechts ausserhalb des Baugebiets zu. Das Gebäude 

"D.________" befindet sich in der Landwirtschaftszone. Vorliegend wurde klarerweise 

in Überschreitung der Baubewilligung gebaut und somit die Vorschriften des 

Raumplanungsrechts (Art. 24c RPG) verletzt. Dies widerspricht zwingenden 

öffentlichen Interessen.52

b) Bei gutem Glauben der Bauherrschaft kann die Wiederherstellung unterbleiben, 

wenn nicht gewichtige öffentliche oder private Interessen sie gebieten. Auf den guten 

Glauben kann sich nicht berufen, wer bei der Aufmerksamkeit, wie sie nach den 

Umständen von ihm erwartet werden darf, nicht gutgläubig sein kann. Gutgläubig kann 

eine Bauherrschaft nur dann sein, wenn sie bei zumutbarer Aufmerksamkeit und 

Sorgfalt annehmen durfte, sie sei zur Bauausführung berechtigt. Wer baut, muss sich 

um die Zulässigkeit seines Tuns kümmern. Grundsätzlich gilt, dass Bauarbeiten, die 

nicht aus der Baubewilligung und den genehmigten Plänen hervorgehen, nicht bewilligt 

worden sind.53 Der Beschwerdeführer 1 ist Gesellschafter und Geschäftsführer der 

H.________ GmbH. Diese bezweckt unter anderem die Ausführung von Planungs- 

und Architekturarbeiten für Hoch- und Tiefbauten aller Art. Der Beschwerdeführer 1 ist 

somit Baufachmann. Zudem war er bis 2007 Gemeindepräsident. Er ist somit mit den 

baurechtlichen Bestimmungen sowie dem Baubewilligungs- und Baupolizeiverfahren 

52 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, 
Art. 46 N. 9 f., mit weiteren Hinweisen
53 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, 
Art. 46 N. 9b, mit weiteren Hinweisen

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bestens vertraut. Er wusste oder musste wissen, dass für die vollständige 

Unterkellerung und die Erweiterung des Wohnteils in den ehemaligen Ökonomieteil 

sowie für den Erker und die zusätzlichen Fenster eine zusätzliche Bewilligung 

erforderlich gewesen wäre. Selbst wenn die zuständigen Behörden tatsächlich von 

einer unzutreffenden Grundfläche ausgegangen wären, hätten dies die 

Beschwerdeführenden nicht berechtigt, die Wohnraumerweiterung, die geänderte 

Fassadengestaltung und die Unterkellerung ohne vorgängige Bewilligung 

vorzunehmen. Wie die Vorinstanz zutreffend ausführt, gelten die 

Beschwerdeführenden deshalb als bösgläubig. Das nachträglich erfolgte, so genannte 

"Planaustauschverfahren" sowie die vertragliche Erledigung diverser Angelegenheiten 

mit der Gemeinde vermögen daran nichts zu ändern.

c) Eine Wiederherstellungsmassnahme ist verhältnismässig, wenn sie geeignet ist, 

um das angestrebte Ziel zu erreichen, wenn sie dazu erforderlich ist, d.h. eine weniger 

weit gehende Massnahme nicht ausreichen würde, und wenn sie zumutbar ist, d.h. die 

Belastung für den Pflichtigen in einem vernünftigen Verhältnis zum verfolgten Ziel 

steht. Auch die bösgläubige Bauherrschaft hat Anspruch darauf, dass der Grundsatz 

der Verhältnismässigkeit berücksichtigt wird. Sie muss jedoch in Kauf nehmen, dass 

dem Schutz der Rechtsgleichheit und der baurechtlichen Ordnung erhöhtes Gewicht 

beizumessen und die der Bauherrschaft erwachsenen Nachteile nicht oder nur in 

verringertem Mass zu beachten sind. Wirtschaftliche Interessen haben selbst dann 

kaum Gewicht, wenn die Investitionskosten und Abbruchkosten zusammen sehr hoch 

sind.54

d) Die Beschwerdeführenden machen geltend, selbst im Falle einer Bestätigung 

des Bauabschlages sei eine hinreichende Belichtung im Obergeschoss notwendig und 

deshalb auf die verfügte Massnahme (Entfernung der Fenster auf der Südfassade und 

Einbau von Toren als Ersatz) zu verzichten. Zusätzlich sei das Auffüllen des 

Fundationsraumes unverhältnismässig und sachwidrig, weil dieser Raum so seine 

Funktion nicht mehr erfüllen könnte. Aus dem Fundationskonzept der I.________ 

Ingenieure AG vom 14. Oktober 2010 gehe klar hervor, dass dieser Raum nicht 

aufgefüllt werden darf, sondern jederzeit zugänglich sein müsse. Schliesslich sei zu 

54 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, 
Art. 46 N. 9c

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beachten, dass sie beabsichtigen würden, die voluminösen Elektroanlagen und 

Batterien einer Fotovoltaik-Anlage im Fundationsraum aufzubauen. 

e) Wie die Vorinstanz zutreffend ausführt, besteht im vorliegenden Fall angesichts 

der massiven Überschreitung der Bewilligung und des bösgläubigen Verhaltes der 

Beschwerdeführenden ein sehr grosses öffentliches Interesse an der 

Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands. Die verfügten 

Wiederherstellungsmassnahmen sind erforderlich und geeignet, um den ursprünglich 

bewilligten Zustand und die Identität der Baute zumindest teilweise wiederherzustellen. 

Mildere Mittel oder weniger schwere Eingriffe mit derselben Wirkung sind vorliegend 

nicht ersichtlich. Die Vorinstanz hat unter anderem angeordnet, dass die beiden 

Wohnräume im Erdgeschoss und im Obergeschoss mit baulichen Massnahmen auf 

die bewilligte Länge von jeweils 7.50 m zu reduzieren sind. Angesichts dieser 

Wiederherstellungsmassnahme vermag das umstrittene Fenster auf der Südfassade 

seinen Zweck, das Obergeschoss zu belichten, gar nicht zu erfüllen. Zur hinreichenden 

Belichtung des Schlafzimmers in der bewilligten Grösse genügen die ursprünglich 

geplanten Dachflächenfenster. Zudem ist der Ersatz der beiden Fenster auf der 

Südseite im Erdgeschoss und im Obergeschoss erforderlich zur Wiederherstellung der 

Identität der Baute. Es kann deshalb nicht darauf verzichtet werden. Daran ändert der 

Wunsch der Beschwerdeführenden, das ganze Dach mit einer Fotovoltaikanlage zu 

versehen, nichts. 

f) Das Vorhaben, eine Fotovoltaikanlage mit Windrad zu erstellen, bietet auch 

keinen hinreichenden Grund, auf die Wiederherstellungsmassnahmen im 

"Fundationsraum" zu verzichten. Die Beschwerdeführenden haben den Keller- und 

Technikraum unter dem Wohnteil in etwa doppelt so gross erstellt, als bewilligt. Da die 

Vorinstanz insoweit auf die Wiederherstellung verzichtet hat, ist genügend Raum für 

die elektrotechnischen Einrichtungen vorhanden. Wie aus dem Fundationskonzept der 

I.________ Ingenieure AG vom 14. Oktober 2009 hervorgeht, muss der 

Fundationsraum zwar jederzeit zugänglich sein, damit das Gebäude mit Hilfe von 

Pressen allenfalls neu nivelliert werden kann.55 Ihrer Aktennotiz vom 24. Februar 2010 

kann jedoch entnommen werden, dass der Teil des Fundamentkastens, der nicht als 

Keller genutzt wird, mit einem sehr leichten Füllmaterial aufgefüllt werden kann.56 Die 

55 Vgl. Vorakten Gemeinde Grindelwald "Umbau D.________ II" 1856/2009, p. 58.2 ff.
56 Vgl. Vorakten Gemeinde Grindelwald "Umbau D.________ II" 1856/2009, p. 58.1

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Anordnung, den "Fundationsraum" mit geeigneten Mitteln wie beispielsweise durch 

Auffüllen mit Styropor unbenutzbar zu machen und bis auf einen Service-Zugang zu 

verschliessen, ist daher nicht zu beanstanden. 

g) Zusammenfassend steht fest, dass die von der Vorinstanz angeordneten 

Wiederherstellungsmassnahmen im öffentlichen Interesse liegen, verhältnismässig 

sind und den Grundsatz von Treu und Glauben nicht verletzen. Die Beschwerde ist 

unbegründet.

7. Kosten

a) Die oberinstanzlichen Verfahrenskosten bestehen vorliegend einzig aus einer 

Pauschalgebühr. Zusätzliche Gebühren sind keine angefallen (Art. 103 Abs. 1 VRPG). 

Die Pauschalgebühr wird festgesetzt auf Fr. 2'000.00 (Art. 103 Abs. 2 VRPG in 

Verbindung mit Art. 19 Abs. 1 GebV57). 

Laut Art. 108 Abs. 1 VRPG werden die Verfahrenskosten der unterliegenden Partei 

auferlegt, es sei denn, das prozessuale Verhalten einer Partei gebiete eine andere 

Verlegung oder die besonderen Umstände rechtfertigten, keine Verfahrenskosten zu 

erheben. Die Beschwerdeführenden unterliegen mit ihrer Beschwerde. Sie gelten 

daher als unterliegende Parteien und haben die Kosten des Verfahrens zu tragen.

b) Laut Art. 108 Abs. 3 VRPG hat die unterliegende Partei der Gegenpartei die 

Parteikosten zu ersetzen, sofern nicht deren prozessuales Verhalten oder die 

besonderen Umstände eine andere Teilung oder Wettschlagung gebiete oder die 

Auflage der Parteikosten an das Gemeinwesen als gerechtfertigt erscheint. Die 

Parteikosten umfassen den durch die berufsmässige Parteivertretung anfallenden 

Aufwand (Art. 104 Abs. 1 VRPG). Behörden im Sinne von Art. 2 Abs. 1 Bst. b VRPG 

haben im Beschwerdeverfahren in der Regel keinen Anspruch auf Parteikostenersatz 

(Art. 104 Abs. 4 VRPG). Gründe, von dieser Regel abzuweichen, sind keine ersichtlich. 

Parteikosten sind deshalb keine zu sprechen.

57 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, 
GebV; BSG 154.21)

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III. Entscheid

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 2'000.00 werden den Beschwerdeführenden zur 

Bezahlung auferlegt. Sie haften solidarisch für den gesamten Betrag. 

Eine Zahlungseinladung erfolgt, sobald dieser Entscheid in Rechtskraft 

erwachsen ist.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

IV. Eröffnung

- Herrn Rechtsanwalt C.________, eingeschrieben

- Regierungsstatthalteramt Interlaken-Oberhasli, eingeschrieben

- Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Grindelwald, Gemeindeverwaltung, 

eingeschrieben

- Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR), per Kurier

- Regionale Staatsanwaltschaft Berner Oberland, Scheibenstrasse 11, 3600 Thun, 

zur Kenntnis

BAU-, VERKEHRS- UND 

ENERGIEDIREKTION

Die Direktorin

Barbara Egger-Jenzer

Regierungsrätin