# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8992f2a4-f651-5e64-b45d-44c117129a8a
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-11-02
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 02.11.2018 200 2017 524
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-524_2018-11-02.pdf

## Full Text

200 17 524 IV
KNB/FRN/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 2. November 2018

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Fuhrer, Verwaltungsrichter Scheidegger
Gerichtsschreiberin Franzen

A.________
vertreten durch Fürsprecher B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 6. Juni 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2018, IV/17/524, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1963 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich im Januar 2013 unter Hinweis auf einen Unfall (u.a. inkom-
plette Tetraparese bzw. Tetraplegie) bei der Eidgenössischen Invalidenver-
sicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV, Antwortbeilage [AB] 
1). Die IV-Stellte Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) nahm erwerbliche 
und medizinische Abklärungen vor. Insbesondere zog sie die Akten des 
zuständigen Unfallversicherers (C.________) bei (AB 15.1) und sprach 
bauliche Änderungen in der Wohnung sowie eine Treppe mit Handlauf zu 
(AB 25 f.). Zudem gewährte sie ein Aufbautraining bei der D.________ vom 
1. März bis 31. Mai 2014 (AB 34) und eine entsprechende Verlängerung 
um drei Monate (AB 38). Mit Mitteilung vom 6. November 2014 schloss sie 
die berufliche Eingliederung ab (AB 41). Am 1. März 2017 wurde der Versi-
cherte von einer Fachärztin für Neurologie des Regionalen Ärztlichen 
Dienstes (RAD) untersucht (AB 55; vgl. ärztlicher Bericht vom 2. März 2017 
[AB 54]). Mit Vorbescheid vom 6. März 2017 stellte die IVB die Zusprache 
einer halben IV-Rente bei einem Invaliditätsgrad (IV-Grad) von 53% ab 
dem 1. Dezember 2013 in Aussicht (AB 56). Hiergegen erhob der Versi-
cherte Einwand (AB 57). Am 6. Juni 2017 verfügte die IVB dem Vorbe-
scheid entsprechend (AB 60). 

B.

Die C.________ sprach dem Versicherten mit Verfügung vom 18. Januar 
2017 eine IV-Rente der Unfallversicherung bei einem IV-Grad von 100% ab 
dem 1. November 2016 sowie eine Integritätsentschädigung von 
Fr. 100‘800.—bei einer Integritätseinbusse von 80% zu (AB 47). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2018, IV/17/524, Seite 3

C.

Am 6. Juli 2017 erhob der Versicherte, vertreten durch Fürsprecher 
B.________, Beschwerde gegen die Verfügung der IVB vom 6. Juni 2017 
(AB 60) und stellte die folgenden Anträge:

1. Die Verfügung der IV-Stelle Bern vom 6. Juni 2017 sei aufzuheben.
2. Dem Beschwerdeführer sei eine ganze, eventualiter eine Dreivier-

telsrente der Eidgenössischen Invalidenversicherung mit Leistungs-
beginn 1. Dezember 2013 zuzusprechen.

3. Subeventualiter seien die Akten an die Beschwerdegegnerin zurück-
zuweisen zur Vornahme sachverhaltlicher, insbesondere medizi-
nisch-beruflicher Abklärungen

- Unter Kosten- und Entschädigungsfolge - 

Mit Beschwerdeantwort vom 31. August 2017 beantragte die Beschwerde-
gegnerin auf die Beschwerde sei nicht einzutreten, eventualiter sei die Be-
schwerde abzuweisen. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Soweit die Beschwerdegegnerin das Vorliegen eines schutzwürdigen Inter-
esses verneint und damit die Beschwerdelegitimation des Beschwerdefüh-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2018, IV/17/524, Seite 4

rers bestreitet (Beschwerdeantwort S. 2), ist darauf hinzuweisen, dass die 
Invaliditätsschätzung des Unfallversicherers gegenüber der Invalidenversi-
cherung keine Bindungswirkung entfaltet (BGE 133 V 549 E. 6.4 S. 555; 
SVR 2017 IV Nr. 58 S. 183 E. 7.3). Der Beschwerdeführer hat Anspruch 
auf eine korrekte Berechnung seines IV-Grades im Rahmen der Invaliden-
versicherung. Er ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträgen 
nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt und hat 
ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er zur Be-
schwerde befugt ist (Art. 59 ATSG).

Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Be-
stimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 
81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über 
die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf 
die Beschwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 6. Juni 2017 (AB 60). 
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine IV-
Rente. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2018, IV/17/524, Seite 5

2.2 Der Invaliditätsbegriff in der Invalidenversicherung stimmt mit 
demjenigen in der obligatorischen Unfallversicherung und in der Militärver-
sicherung grundsätzlich überein, weshalb die Schätzung der Invalidität, 
auch wenn sie für jeden Versicherungszweig grundsätzlich selbstständig 
vorzunehmen ist, mit Bezug auf den gleichen Gesundheitsschaden im Re-
gelfall zum selben Ergebnis führen muss (BGE 129 V 222 E. 4.2 S. 223, 
127 V 129 E. 4d S. 135). Die Einheitlichkeit des Invaliditätsbegriffs entbin-
det die verschiedenen Sozialversicherungsträger nicht davon, die Invali-
ditätsbemessung in jedem einzelnen Fall selbstständig vorzunehmen. Kei-
nesfalls dürfen sie sich ohne weitere eigene Prüfung mit der blossen Über-
nahme des von einem anderen Versicherer festgelegten Invaliditätsgrades 
begnügen (BGE 133 V 549 E. 6.1 S. 553). 

Die Invaliditätsschätzung des Unfallversicherers entfaltet gegenüber der 
Invalidenversicherung keine Bindungswirkung. Die IV-Stelle ist daher nicht 
zur Einsprache gegen die Verfügung und zur Beschwerde gegen den Ein-
spracheentscheid des Unfallversicherers über den Rentenanspruch als 
solchen oder den Invaliditätsgrad legitimiert (BGE 133 V 549 E. 6.4 S. 555; 
SVR 2017 IV Nr. 58 S. 183 E. 7.3).

2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente. 

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-
züglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weite-
ren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2018, IV/17/524, Seite 6

2.5 Für die Bestimmung des IV-Grades wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG). 

3.

3.1 In medizinischer Hinsicht lässt sich den Akten im Wesentlichen Fol-
gendes entnehmen:

3.1.1 Im Austrittsbericht des Spitals E.________ AG vom 6. Dezember 
2012 (AB 15.1 S. 39 ff.) diagnostizierten die Ärzte unter anderem eine 
traumatische inkomplette Tetraparese, ein intermittierend hyperaktives De-
lir, einen chronischen Alkoholüberkonsum, eine passagere prärenale Nie-
reninsuffizienz sowie eine unklare Verdickung der Dünndarmwand (S. 39). 
Der Beschwerdeführer sei am 3. Dezember 2012 von der Ambulanz auf 
den chirurgischen Notfall gebracht worden. Die Partnerin habe ihn in 
Bauchlage am Boden liegend vorgefunden. Er sei im alkoholisierten Zu-
stand frontal gegen eine Wand gestürzt. Der Blutalkoholspiegel habe vier 
Stunden nach dem Eintritt bei 1.48 Promille gelegen. Das CT habe ein prä-
vertebrales Hämatom im Bereich C3/C4 sowie einen knöchernen Ausriss 
der Vorderkante von HWK 3 gezeigt. Bei persistierenden Sensibilitätss-
törungen beider Arme und Hände sowie motorischem Defizit beider Arme 
und Hände und des rechten Beines und Fusses sei ein MRI veranlasst 
worden. Hier habe sich das prävertebrale Weichteilödem ventral der HWS 
C2 bis C5 bestätigt. Bei vorbestehender Diskushernie C3/4 mit Spinalka-
nalstenose (wahrscheinlich posttraumatisch bedingt) sei es zudem zu ei-
nem diskreten Retroglissement von C3 gegenüber C4 gekommen. Jedoch 
habe sich eine Reizung des Myelons bzw. der Nervenwurzeln im Bereich 
von C3-C7 gezeigt. Der Beschwerdeführer sei zur neurologischen Rehabili-
tation in das Zentrum F.________ nach ... verlegt worden (S. 40). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2018, IV/17/524, Seite 7

3.1.2 Im am 4. März 2013 bei der Beschwerdegegnerin eingegangen Be-
richt des Zentrums F.________ (AB 12 S. 2 ff.) wurden insbesondere eine 
sensomotorisch inkomplette Tetraplegie sub C4 (AIS D) nach Sturz am 3. 
Dezember 2012 sowie eine autonome Dysfunktion mit Herz/Kreislauf-, Bla-
sen-, Darm- und Sexualfunktionsstörung diagnostiziert (S. 2). Der Be-
schwerdeführer zeige eine gewisse Erholungstendenz im Bereich der unte-
ren Extremitäten und könne mit Assistenz einige Schritte auf ebenem 
Gelände zurücklegen. Im Bereich der oberen Extremitäten persistiere eine 
hochgradige Parese der rechten Hand sowie der distalen Armmuskulatur. 
Es bestehe eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit bis auf weiteres (S. 3). 

3.1.3 Am 8. Juli 2013 fand eine kreisärztliche Untersuchung der 
C.________ statt. Im Bericht vom 10. Juli 2013 (AB 27) stellte Dr. med. 
G.________, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie 
des Bewegungsapparates, folgende Diagnosen: 

Unfallkausal:

o Sturz am 2. Dezember 2012 mit discoligamentärer Läsion HWK3/4
- Traumatische inkomplette Tetraplegie mit neurogener Blasenfunk-

tionsstörung
- Stationärer Rehabilitation im … vom 6. Dezember 2012 bis 

24. April 2013
- Schultersteife rechts
- Verdacht auf CRPS rechte Hand

Nicht unfallkausal:

o Breitspektralverminderte Leistungsfähigkeit

Die Kreisärztin führte aus, der Beschwerdeführer habe die Rehabilitation 
als Fussgänger verlassen können. Das hyperaktive Delir sei differentialdia-
gnostisch als Steroidpsychose diskutiert worden, da er in den gut vier Mo-
naten Rehabilitation offenbar keinen Alkohol konsumiert habe. In der neu-
ropsychologischen Testung seien breitspektral verminderte mentale Leis-
tungsfähigkeiten bei Verdacht auf Alkoholkonsum diagnostiziert worden. 
Die Fahreignung sei aus neuropsychologischer Sicht als nicht gegeben 
erachtet worden. Aktuell werde der Beschwerdeführer mit Ergotherapie und 
Physiotherapie behandelt. In der aktuellen Untersuchung lägen im Bereiche 
der Hand Zeichen eines CRPS vor (vermehrte Behaarung, vermehrtes Na-
gelwachstum sowie veränderte Trophik der Hand). Im Bereiche der rechten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2018, IV/17/524, Seite 8

Schulter liege eine deutliche Steifigkeit vor. Im Bereich der rechten Hand 
liege eine massive Bewegungseinschränkung vor. Diese werde ebenfalls 
mit Ergotherapie, Physiotherapie und DMSO-Salbe korrekt therapiert (S. 8). 
Prognostisch gehe sie davon aus, dass sich die Schultersteifigkeit rechts 
noch deutlich verbessern werde. Im Bereiche der Hand sei die Prognose 
jedoch verhalten. Die Bewegungseinschränkungen seien sehr stark. Es sei 
davon auszugehen, dass eine wesentliche Einschränkung in der Funktion 
der rechten dominanten Hand bestehen bleiben werde. Ob eine effektive 
Arbeitsleistung erwirkt werden könne, werde die Zukunft zeigen (S. 8). 

3.1.4 Am 25. September 2014 wurde der Beschwerdeführer erneut 
kreisärztlich untersucht. Im entsprechenden Bericht desselben Datums 
(AB 40) stellte Dr. med. H.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Me-
dizin, die folgenden Diagnosen (S. 9):

Unfallkausal:

o Sensomotorische inkomplette Tetraplegie sub C4 (AIS D) nach Sturz am 
3. Dezember 2012

- prävertebrales Hämatom/Weichteilödem Höhe HWK 2 bis 5, vor-
derer Wirbelkantenabriss HWK 3

- autonome Dysfunktion mit Herzkreislauf-, Blasen-, Darm- und Se-
xualfunktionsstörungen

- CRPS Typ II Hand rechts

Nicht unfallkausal:

o Breitspektral verminderte mentale Leistungsfähigkeit mit attentionalen, 
mnestischen und exekutiven Dysfunktionen

Der Beschwerdeführer berichte über eher progrediente Beschwerden in 
den rechten Langfingern bei Belastung. Tagsüber trage er eine Handge-
lenksschiene, ausser beim Arbeiten, nachts trage er eine spezielle Nacht-
schiene. Analgetika würden keine eingenommen. Zudem berichte er über 
belastungsabhängige Schmerzen im rechten Oberschenkel lateral und in 
der linken Ferse. Die Blasen- und Darmfunktionen sowie auch die Sexual-
funktion würden anamnestisch als normal bezeichnet. Er arbeite zu 80% 
(bezogen auf die Präsenzzeit) bei der D.________, wo er … verrichte. Die 
Tätigkeit, die er zum Zeitpunkt des Unfalles bei D.________ gemacht habe, 
sei nicht mehr möglich (S. 9). Sie erwarte keine wesentliche Besserung des 
aktuellen Gesundheitszustandes durch weitere Behandlungen. Der Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2018, IV/17/524, Seite 9

schwerdeführer könne die rechte Hand nur noch zum Gegenhalten einset-
zen. Weder das Heben/Tragen von Lasten, noch feinmotorische Tätigkei-
ten seien mit der rechten Hand durchführbar. Leichte, wechselbelastende 
Arbeit mit einer Gehstrecke von maximal 15 Minuten am Stück, möglichst 
nicht auf unebenem Boden, seien zu 80% (in Bezug auf zeitliche Präsenz) 
zumutbar. Arbeiten auf Leitern oder Gerüsten sowie regelmässiges Trep-
pensteigen seien nicht zumutbar. Bei der D.________ sei der Beschwerde-
führer optimal integriert (S. 10). 

3.1.5 Dr. med. I.________, Fachärztin für Neurologie, von der 
C.________ Versicherungsmedizin, führte in der vom Beschwerdeführer im 
Beschwerdeverfahren eingereichten Stellungnahme vom 18. März 2015 
(Beschwerdebeilage [BB] 6) aus, Dr. med. H.________ sei zur Feststellung 
gekommen, dass aufgrund der Unfallfolgen eine maximale zeitliche Prä-
senz von 80% in der aktuell angepassten Tätigkeit zumutbar sei (AB 40). 
Dies sei aus neurologischer Sicht nachvollziehbar. Im Weiteren sei auf-
grund der Folgen des Unfalls festzustellen, dass in dieser Präsenzzeit kei-
ne 100%ige Leistungsfähigkeit erreichbar sein werde. Die jetzt beschriebe-
ne 25%ige Leistungsfähigkeit erscheine mit der Schwere der Unfallfolgen 
begründet. 

3.1.6 In der versicherungsmedizinischen neurologischen Beurteilung der 
C.________ vom 2. Januar 2017 (AB 50 S. 2 f.) führte Dr. med. I.________ 
aus, aus neurologischer Sicht könne ergänzt werden, dass Tätigkeiten mit 
erhöhter Unfallgefahr, mit Verantwortung für Menschen oder Maschinen 
und unter Zeitdruck ebenfalls nicht zumutbar seien. Aufgrund zunehmender 
Schmerzen bei Belastung der rechten Hand seien zudem in der Präsenz-
zeit zwei zusätzliche Pausen à 15 Minuten zu ermöglichen (S. 2). Aufgrund 
der unfallbedingten Funktionseinschränkung erschienen unabhängig von 
den unfallfremden vorbestehenden neuropsychologischen Auffälligkeiten 
die Eingliederungsmöglichkeiten in den ersten Arbeitsmarkt sehr gering 
(S. 3). 

3.1.7 Am 1. März 2017 erfolgte eine neurologische Untersuchung durch 
den RAD. Im Bericht vom 2. März 2017 (AB 54) diagnostizierte Dr. med. 
J.________, Fachärztin für Neurologie, mit Auswirkungen auf die Arbeits-
fähigkeit eine sensomotorische inkomplette Tetraparese sub C4 (arm- und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2018, IV/17/524, Seite 10

rechtsbetont) mit erheblicher funktioneller Störung der rechten Hand und 
leichter Gangstörung und ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine 
verminderte kognitive Leistungsfähigkeit (angeboren und bei Zustand nach 
chronischem Alkoholabusus). Sie führte aus, die Gebrauchsfähigkeit der 
rechten Hand sei bleibend erheblich eingeschränkt. Zwischenzeitlich sei die 
Diagnose eines CRPS diskutiert worden, welches aktuell entsprechend der 
gültigen Diagnosekriterien sicher nicht vorliege (S. 6). Die Schmerzsym-
ptomatik sei völlig in den Hintergrund getreten und der Beschwerdeführer 
sei sehr gut an die bestehende Störung adaptiert und komme im Alltag 
recht gut damit zurecht. Es würden keine Schmerzmedikamente einge-
nommen. Die auffälligen kognitiven Einbussen seien schon länger beste-
hend. Unter Berücksichtigung der Schulausbildung (Primarschule und Be-
such Kleinklasse) sei von einem sehr niedrigen Ausgangsniveau auszuge-
hen. Der übermässige Alkoholkonsum habe sicherlich zusätzlich zu weite-
ren Beeinträchtigungen beigetragen (S. 7). 

Zur Arbeitsfähigkeit führte die RAD-Ärztin aus, in einer angepassten Tätig-
keit sei der Beschwerdeführer in der Lage, leichte Tätigkeiten hauptsäch-
lich im Sitzen auszuüben. Tätigkeiten mit längerem Stehen und Gehen 
(> 15 Minuten am Stück) müssten vermieden werden. Mit der rechten Hand 
könnten leichte Gegenstände kurzzeitig getragen werden (max. 3 kg). An-
sonsten könne die Hand nur zum Gegenhalten eingesetzt werden. Das 
Heben und Tragen von Lasten sei rechts nicht möglich. Er könne mit Dau-
men und Zeigfinger einen Stift einklemmen und sei in der Lage, z.B. zu 
unterschreiben. Auf Grund der sensiblen Defizite seien ansonsten keine 
feinmotorischen Arbeiten möglich (S. 7). Arbeiten mit Absturzgefahr, z.B. 
auf Leitern und Gerüsten, seien wegen der bestehenden leichten 
Gangstörung und der fehlenden Abstützfunktion der rechten Hand nicht 
möglich. Er sei wegen der Störung der Hand nicht in der Lage, einen PKW 
zu führen. Allerdings wäre das Führen eines PKW mit Automatikgetriebe 
möglich. Wegen der kognitiven Störungen seien nur einfache repetitive 
Tätigkeiten, die keine hohe Konzentration, Aufmerksamkeit und Umstell-
fähigkeit voraussetzen, möglich. Von einer gestörten Frustrationstoleranz 
sei auszugehen, sodass eine Überforderung des Beschwerdeführers zu 
vermeiden sei. Tätigkeiten mit Steuerungs- und Leitungsaufgaben seien 
nicht möglich. Eine angepasste Tätigkeit könne sechs Stunden an fünf Ta-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2018, IV/17/524, Seite 11

gen pro Woche mit einer Leistungsfähigkeit von 80% ausgeübt werden. In 
seiner bisherigen Tätigkeit als … sei er seit dem Unfall vom Dezember 
2012 nicht mehr einsetzbar. Diese Tätigkeit setze die Gebrauchsfähigkeit 
beider Hände voraus. Das Zumutbarkeitsprofil gelte ab Dezember 2013 
unverändert (S. 8). 

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352). 

Sofern RAD-Untersuchungsberichte den Anforderungen an ein ärztliches 
Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352) genügen, auch hinsichtlich der 
erforderlichen ärztlichen Qualifikationen, haben sie einen vergleichbaren 
Beweiswert wie ein anderes Gutachten (SVR 2017 IV Nr. 13 S. 31 E. 3, 
2009 IV Nr. 53 S. 165 E. 3.3.2). Soll allerdings ein Versicherungsfall ohne 
Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die 
Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Insbesondere sind die 
von der versicherten Person aufgelegten Berichte der behandelnden Ärz-
tinnen und Ärzte mitzuberücksichtigen. Wird die Schlüssigkeit der Feststel-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2018, IV/17/524, Seite 12

lungen der versicherungsinternen Fachpersonen durch einen nachvollzieh-
baren Bericht eines behandelnden Arztes in Zweifel gezogen, so genügt 
der pauschale Hinweis auf dessen auftragsrechtliche Stellung (BGE 125 V 
351 E. 3a cc S. 353) nicht, um solche Zweifel auszuräumen. Vielmehr wird 
das Gericht entweder ein Gerichtsgutachten anzuordnen oder die Sache an 
den Versicherungsträger zurückzuweisen haben, damit dieser im Verfahren 
nach Art. 44 ATSG eine Begutachtung veranlasst (BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 
65, 135 V 465 E. 4.4 - 4.6 S. 469).

3.3

3.3.1 Der Bericht der RAD-Neurologin Dr. med. J.________ vom 2. März 
2017 (AB 54) erfüllt die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an 
ärztliche Berichte gestellten Anforderungen (vgl. E. 3.2 hiervor) und erbringt 
vollen Beweis. Dieser beruht auf einer sorgfältigen Auseinandersetzung mit 
den medizinischen Vorakten und ist überzeugend sowie nachvollziehbar 
begründet. Die RAD-Ärztin hat eine ausführliche und detaillierte Beurteilung 
vorgenommen, verfügt über einen Facharzttitel als Neurologin und hat 
überdies eine eigene Untersuchung durchgeführt. Eine entsprechende 
fachärztliche Untersuchung durch die C.________ fand nicht statt. Die 
Neurologin der C.________ stellte bei ihrer Einschätzung (AB 50) auf die 
Beurteilung einer Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin ab (AB 40) ab. 

3.3.2 Die RAD-Ärztin geht übereinstimmend mit den Versicherungsärzten 
der C.________ davon aus, dass die Gebrauchsfähigkeit der rechten Hand 
in Folge des Unfalles vom 3. Dezember 2012 bleibend erheblich einge-
schränkt ist und lediglich zum Gegenhalten eingesetzt werden kann (AB 54 
S. 7; 27 S. 8; 40 S. 10; 50 S. 2). In seiner bisherigen Tätigkeit als ... besteht 
deshalb seit dem Unfall vom Dezember 2012 keine Arbeitsfähigkeit mehr 
(AB 54 S. 8). 

Entgegen dem Vorbringen des Beschwerdeführers (Beschwerde S. 9) wird 
von der RAD-Ärztin detailliert beschrieben, wie eine angepasste Tätigkeit 
konkret aussehen sollte: Der Beschwerdeführer ist in der Lage, leichte 
Tätigkeiten hauptsächlich im Sitzen auszuüben. Tätigkeiten mit längerem 
Stehen und Gehen (> 15 Minuten am Stück) müssen vermieden werden. 
Mit der rechten Hand können leichte Gegenstände kurzzeitig getragen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2018, IV/17/524, Seite 13

werden (max. 3 kg). Ansonsten kann die Hand nur zum Gegenhalten ein-
gesetzt werden. Das Heben und Tragen von Lasten ist rechts nicht mög-
lich. Feinmotorischen Arbeiten sind nicht möglich (S. 7). Arbeiten mit Ab-
sturzgefahr, z.B. auf Leitern und Gerüsten, sind wegen der bestehenden 
leichten Gangstörung und der fehlenden Abstützfunktion der rechten Hand 
nicht möglich. Nur das Führen eines PKW mit Automatikgetriebe ist mög-
lich. Wegen der kognitiven Störungen sind nur einfache repetitive Tätigkei-
ten, die keine hohe Konzentration, Aufmerksamkeit und Umstellfähigkeit 
voraussetzen, möglich. Zudem ist von einer gestörten Frustrationstoleranz 
auszugehen, sodass eine Überforderung des Beschwerdeführers zu ver-
meiden ist. Schliesslich sind Tätigkeiten mit Steuerungs- und Leitungsauf-
gaben nicht möglich (AB 54 S. 7 f.). Dass eine solche Verweistätigkeit 
während sechs Stunden an fünf Tagen pro Woche mit einer Leistungs-
fähigkeit von 80% ausgeübt werden kann (AB 54 S. 8), überzeugt. Auf die-
ses von der RAD-Ärztin formulierte Zumutbarkeitsprofil ist abzustellen. 

3.3.3 Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (Beschwer-
de S. 11) bedarf es keines begründeten Ausnahmefalles, um von der 
rechtskräftig abgeschlossenen Invaliditätsbeurteilung durch die Unfallversi-
cherung abzuweichen. Mit BGE 131 V 362 und 133 V 549 hat das Bundes-
gericht die bereits vorher abgeschwächte Bindungswirkung (vgl. BGE 131 
V 120) der Invaliditätsschätzung der Unfallversicherung für die Invaliden-
versicherung preisgegeben (ULRICH MEYER; MARCO REICHMUTH, Bundes-
gesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 3. Aufl., 2014, Art. 4 N. 119 f.; 
vgl. E. 2.2 hiervor). Nachdem die Beschwerdegegnerin – im Unterschied 
zur C.________, bei der (wie erwähnt) keine neurologische Untersuchung 
stattfand – eine eigene neurologische Untersuchung vorgenommen (AB 54) 
und die weiteren spezialärztlichen Berichte mitberücksichtigt hat, durfte sie 
von der Einschätzung der C.________ abweichen. Dies umso mehr, als die 
RAD-Neurologin auch überzeugend darlegt, dass und weshalb die von Sei-
ten der Ärztin geäusserte Verdachtsdiagnose eines CRPS sicher nicht vor-
liege (AB 54 S. 6). Im Übrigen sei die von der Ärztin festgestellte Schmerz-
symptomatik völlig in den Hintergrund getreten (AB 54 S. 7).  

3.3.4 Der Beschwerdeführer bringt vor, die versicherungsmedizinische 
Beurteilung der C.________ vom 2. Januar 2017 fehle in den Akten der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2018, IV/17/524, Seite 14

Beschwerdegegnerin (Beschwerde S. 10). Dem ist nicht so: Der entspre-
chende Bericht befindet sich in den IV-Akten (AB 50 S. 2 f.) und war auch 
der RAD-Ärztin bekannt (AB 54 S. 2). Die versicherungsmedizinische Stel-
lungnahme der C.________ vom 18. März 2015 (BB 6) ist in den IV-Akten 
tatsächlich nicht zu finden (Beschwerde S. 10). Diese Stellungnahme, in 
der nicht begründet wird, weshalb der Beschwerdeführer in einer ange-
passten Tätigkeit nur noch eine Leistung von 25% erbringen können soll 
(BB 6) ist jedoch nicht plausibel und vermag die überzeugende Einschät-
zung der RAD-Ärztin nicht in Frage zu stellen.  

3.3.5 Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass die fehlende Motivation 
des Beschwerdeführers zu arbeiten (AB 45.3 S. 1; 5 S. 2), aus invaliden-
versicherungsrechtlicher Sicht nicht zu beachten ist. 

3.3.6 Nach dem Dargelegten kann gestützt auf die Beurteilung der RAD-
Ärztin eine angepasste Tätigkeit (vgl. E. 3.3.2 hiervor) während sechs 
Stunden an fünf Tagen pro Woche mit einer Leistungsfähigkeit von 80% 
ausgeübt werden (AB 54 S. 8). 

4.

Es bleibt der IV-Grad mittels Einkommensvergleich zu bestimmten.

4.1

4.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1).  

4.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2018, IV/17/524, Seite 15

ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für 
Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen 
werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297). Es gilt zu berücksichtigen, dass 
gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbei-
tertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und ent-
sprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und 
deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen 
müssen. Diesem Umstand ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rech-
nung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). 
Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, 
hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkre-
ten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Na-
tionalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämt-
licher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem 
Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchs-
tens 25% zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 
S. 327; SVR 2015 IV Nr. 1 S. 1 E. 2.2).

4.2 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 222). Unter 
Berücksichtigung des Wartejahres – der Beschwerdeführer war nach dem 
Unfall vom 3. Dezember 2012 zu 100% arbeitsunfähig – und der Anmel-
dung im Januar 2013 (AB 1) ist der frühest mögliche Rentenbeginn hier in 
Anwendung von Art. 28 Abs. 1 i.V.m. Art. 29 Abs. 1 IVG auf Dezember 
2013 festzusetzen. Auf diesen Zeitpunkt hin ist der Einkommensvergleich 
durchzuführen. 

4.2.1 Die Beschwerdegegnerin hat das Valideneinkommen gestützt auf 
die Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin des Beschwerdeführers, der 
D.________ (AB 5 S. 3), ermittelt und per 2013 auf Fr. 63‘765.— festgelegt 
(AB 5 S. 3), was nicht zu beanstanden ist. Gegenteiliges wird vom Be-
schwerdeführer denn auch nicht geltend gemacht. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2018, IV/17/524, Seite 16

4.2.2 Der Beschwerdeführer ist in einer angepassten Tätigkeit (vgl. 
E. 3.3.2 hiervor) während sechs Stunden an fünf Tagen pro Woche mit 
einer Leistungsfähigkeit von 80% arbeitsfähig (AB 54 S. 8). Das von der 
RAD-Ärztin beschriebene medizinisch-theoretische Zumutbarkeitsprofil ist – 
entgegen der Auffassung in der Beschwerde (S. 9) – umsetzbar resp. ver-
wertbar. Denn das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung zumutbare-
rweise erzielbare Einkommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt zu ermitteln. Dieser theoretische und abstrakte Begriff dient da-
zu, den Leistungsbereich der Invalidenversicherung von jenem der Arbeits-
losenversicherung abzugrenzen. Ein ausgeglichener Arbeitsmarkt ist ge-
kennzeichnet durch ein gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot und 
Nachfrage nach Arbeitskräften und weist einen Fächer verschiedenster 
Tätigkeiten auf und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen 
und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen 
Einsatzes. Er umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- 
und Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entge-
genkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können. Dabei ist nicht 
von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten auszugehen. Es können nur 
Vorkehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten ob-
jektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind. An 
die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind 
jedoch rechtsprechungsgemäss keine übermässigen Anforderungen zu 
stellen (BGE 138 V 457 E. 3.1 S. 459; SVR 2017 IV Nr. 64 S. 201 E. 4.1, 
2008 IV Nr. 62 S. 205 E. 5.1). Von einer Arbeitsgelegenheit im Sinne von 
Art. 16 ATSG kann aber dort nicht mehr gesprochen werden, wo die zu-
mutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der 
ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder dass sie nur unter 
nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitge-
bers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von 
vornherein als ausgeschlossen erscheint (SVR 2017 IV Nr. 64 S. 201 E. 
4.1, 2011 IV Nr. 6 S. 18 E. 4.2.4). Vorliegend wurde das medizinische Zu-
mutbarkeitsprofil nicht derart eingeschränkt formuliert, dass davon ausge-
gangen werden müsste, auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt ständen 
keine entsprechenden Tätigkeiten mehr zur Verfügung. Die Beschwerde-
gegnerin weist zu Recht darauf hin (Beschwerdeantwort S. 4), dass die 
Rechtsprechung wiederholt bestätigt hat, dass auf dem ausgeglichenen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2018, IV/17/524, Seite 17

Arbeitsmarkt genügend realistische Betätigungsmöglichkeiten für Personen 
bestehen, die funktionell als Einarmige zu betrachten sind und überdies nur 
noch leichte Arbeit verrichten können (Entscheid des Bundesgerichts 
[BGer] vom 14. Juni 2018, 8C_227/2018, E. 4.2.1; BGer vom 8. Juli 2016, 
8C_37/2016, E. 5.1.2). Daran vermögen die Ausführungen in der Be-
schwerde betreffend die neurologische Einschätzung der C.________ Ver-
sicherungsmedizinerin, wonach die Eingliederungsmöglichkeiten in den 
ersten Arbeitsmarkt sehr gering seien (AB 50 S. 3), nichts zu ändern (vgl. 
auch vorstehend E. 3.3.3 am Schluss). Somit kann nicht auf eine Unver-
wertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit geschlossen werden. 

Da der Beschwerdeführer seine Restarbeitsfähigkeit nicht verwertet, ist das 
Invalideneinkommen gestützt auf die Tabellenlöhne (LSE 2012) zu ermit-
teln (vgl. E. 4.1.2 hiervor). Es ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwer-
degegnerin das Invalideneinkommen gestützt auf den Totalwert des Kom-
petenzniveaus 1 (einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher 
Art) der Tabelle TA1 festgelegt hat. Der massgebliche Bruttolohn für Män-
ner beträgt Fr. 5‘210.--. Auf die betriebsübliche Wochenarbeitszeit von 
41.7 Stunden (Bundesamt für Statistik [BFS], Betriebsübliche Wochenar-
beitszeit nach Wirtschaftsabteilungen [BUA], Total) und das massgebende 
Jahr 2013 aufgerechnet, resultiert daraus ein Einkommen von 
Fr. 65‘689.80 (Fr. 5‘210.-- : 40 x 41.7 x 12 : 101.7 x 102.5 [BFS, Nomi-
nallöhne Männer 2011 – 2017, Tabelle T1.1.10, Total]) im Jahr. Bei einem 
72%-Pensum (6 Stunden pro Tag an 5 Tagen pro Woche) resultiert ein 
Einkommen von Fr. 47‘296.65. Unter Berücksichtigung der Leistungsein-
schränkung von 20% (AB 54 S. 8) und eines innerhalb des Ermessensbe-
reichs der Beschwerdegegnerin liegenden LSE-Abzugs von 20% (AB 60 
S. 5) ergibt dies ein Invalideneinkommen von Fr. 30‘269.85. 

4.2.3 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 63‘765.-- und einem Invali-
deneinkommen von Fr. 30‘269.85 resultiert ein IV-Grad von aufgerundet 
53% (zur Rundung: BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123). Es besteht folg-
lich ab Dezember 2013 ein Anspruch auf eine halbe IV-Rente (vgl. E. 2.3 
hiervor). 

4.3 Nach dem Dargelegten erweist sich die angefochtene Verfügung als 
korrekt, weshalb die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2018, IV/17/524, Seite 18

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festzulegen. 

Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens werden die Verfahrenskosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, dem unterliegenden Beschwerdeführer 
auferlegt (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Sie werden dem in gleicher Höhe geleis-
teten Kostenvorschuss entnommen. 

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.— werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen. 

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Nov. 2018, IV/17/524, Seite 19

4. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Zur Kenntnis:
- C.________ 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.