# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a8d0bf2f-0be2-5632-8266-a681468858ab
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-03-05
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 05.03.2015 100 2014 123
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2014-123_2015-03-05.pdf

## Full Text

Eine gegen dieses Urteil erhobene Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten hat das Bundesgericht am 10. Februar 2016 abgewiesen 
(BGer 2C_333/2015).

100.2014.123U
MUT/KUN/SRE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 5. März 2015

Verwaltungsrichterin Herzog, präsidierendes Mitglied
Verwaltungsrichter Häberli und Müller
Gerichtsschreiberin Kummler

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt …
Beschwerdeführer

gegen

Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern
Kramgasse 20, 3011 Bern

sowie

Einwohnergemeinde Bern
Einwohnerdienste, Migration und Fremdenpolizei, Predigergasse 5, Postfach, 
3000 Bern 7

betreffend Widerruf der Niederlassungsbewilligung und Wegweisung infolge 
Straffälligkeit (Entscheid der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern vom 
31. März 2014; BD 031/13)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 05.03.2015, Nr. 100.2014.123U, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der am … 1976 geborene A.________, Staatsbürger von Kosovo, reiste am 26. Juli 
1995 in die Schweiz ein und stellte erfolglos ein Asylgesuch. Am 24. Juli 1996 heiratete 
er in Bern die Schweizerin B.________ und erhielt gestützt auf die Ehe eine 
Aufenthaltsbewilligung; am 19. Juli 2001 wurde ihm die Niederlassungsbewilligung 
erteilt. Nachdem A.________ bereits früher strafrechtlich in Erscheinung getreten war, 
wurde er am 11. Januar 2012 wegen gewerbsmässigen Betrugs unter anderem 
gegenüber der IV-Stelle des Kantons Bern, des Versuchs dazu sowie Widerhandlung 
gegen das Bundesgesetz über die Alters- und Hinterlassenenversicherung zu einer 
bedingten Freiheitsstrafe von 15 Monaten und einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen à 
Fr. 80.-- verurteilt. Am 14. Januar 2013 widerrief die Einwohnergemeinde (EG) Bern, 
Einwohnerdienste, Migration und Fremdenpolizei (EMF), die 
Niederlassungsbewilligung von A.________ und wies diesen unter Ansetzung einer 
Ausreisefrist aus der Schweiz weg.

B.

Gegen diese Verfügung erhob A.________ am 13. Februar 2013 Beschwerde bei der 
Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern (POM). Mit Entscheid vom 31. März 
2014 wies die POM das Rechtsmittel ab und setzte A.________ eine Anreisefrist bis 
zum 9. Mai 2014 an.

C.

Hiergegen hat A.________ am 1. Mai 2014 Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben 
mit den folgenden Anträgen: 

«1. Der Entscheid der Vorinstanz vom 31. März 2014 sei aufzuheben und die Sache 
sei an die Beschwerdegegnerin, eventuell an die Vorinstanz, zurückzuweisen mit 
der Weisung, den Beschwerdeführer und dessen Ehefrau unter Wahrung der 
Parteirechte zu Protokoll zu befragen, alsdann neu zu verfügen und die Kosten- 
und Entschädigungsfolgen (betreffend das erste vorinstanzliche Verfahren) neu 
zu regeln. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 05.03.2015, Nr. 100.2014.123U, Seite 3

2. Eventualiter: Der Entscheid der Vorinstanz vom 31. März 2014 sei aufzuheben 
und die Sache sei zur Neuregelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen 
betreffend das vorinstanzliche Verfahren an die Vorinstanz zurückzuweisen.»

Die EG Bern und die POM beantragen mit Beschwerdeantwort vom 26. Mai 2014 bzw. 
Vernehmlassung vom 2. Juni 2014 die Abweisung der Beschwerde. 

Am 15. Dezember 2014 hat A.________ eine weitere Eingabe und Unterlagen 
eingereicht. 

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte kantonale 
Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 
über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) zuständig. Der 
Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen, ist durch den 
angefochtenen Entscheid besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an 
dessen Aufhebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG). Auf die form- und 
fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 

1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 VRPG).

2.

Umstritten sind der Widerruf der Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers 
und dessen Wegweisung aus der Schweiz.

2.1 Die Niederlassungsbewilligung wird unbefristet und ohne Bedingungen erteilt 
(Art. 34 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG; SR 142.20]). Sie kann widerrufen werden, wenn die Ausländerin 
oder der Ausländer zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe, d.h. zu einer solchen von 

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mehr als einem Jahr, verurteilt worden ist, wobei mehrere unterjährige Strafen nicht 
kumuliert werden dürfen und es keine Rolle spielt, ob die Sanktion (teil-)bedingt oder 
unbedingt ausgesprochen wurde (Art. 63 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 62 Bst. B AuG; 
BGE 139 I 31 E. 2.1). Vorausgesetzt ist, dass das Strafurteil in Rechtskraft erwachsen 
ist (BVR 2013 S. 543 E. 3.1). Der Bewilligungswiderruf ist in diesem Fall auch möglich, 
wenn die ausländische Person sich länger als 15 Jahre in der Schweiz aufgehalten hat 
(Art. 63 Abs. 2 AuG).

2.2 Mit Urteil vom 11. Januar 2012 verurteilte das Regionalgericht Bern-Mittelland 
den Beschwerdeführer rechtskräftig zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 15 Monaten 
(vgl. hinten E. 3.2.1). Damit hat dieser den Widerrufsgrund der längerfristigen 
Freiheitsstrafe gesetzt, wobei – wie bereits im Verfahren vor der POM (E. 3b) – 
offenbleiben kann, ob zusätzlich auch der Widerrufsgrund gemäss Art. 63 Abs. 1 Bst. b 
AuG erfüllt ist. Das Vorliegen eines Widerrufsgrunds anerkennt der Beschwerdeführer 
selber ausdrücklich (vgl. Beschwerde S. 10). Hingegen erachtet er die 
Entfernungsmassnahme als unverhältnismässig. – Der Widerruf einer 
Niederlassungsbewilligung ist nur zulässig, wenn er aufgrund der im Einzelfall 
vorzunehmenden Interessenabwägung als verhältnismässig erscheint (Art. 5 Abs. 2 
der Bundesverfassung [BV; SR 101] und Art. 96 AuG). Im Rahmen dieser Prüfung sind 
die öffentlichen Interessen an der Entfernungsmassnahme aus Gründen der 
öffentlichen Sicherheit und Ordnung gegen die privaten Interessen der betroffenen 
Person am weiteren Verbleib in der Schweiz abzuwägen. Zu berücksichtigen ist die 
Gesamtheit der rechtswesentlichen Umstände im Einzelfall, namentlich die Schwere 
des Verschuldens, das Verhalten gegenüber der öffentlichen Ordnung und Sicherheit 
im Allgemeinen, die Rückfallgefahr, die Dauer der bisherigen Anwesenheit bzw. die 
Integration sowie die der betroffenen Person und ihrer Familie oder anderen Angehöri-
gen drohenden Nachteile (vgl. BGE 135 II 377 E. 4.3 und 4.5, 110 E. 2.1; BVR 2013 S. 
543 E. 4.1, 2011 S. 289 E. 5.1, 2008 S. 193 E. 2.2 und 5.1). Wird durch die 
Entfernungsmassnahme die weitere Pflege familiärer Beziehungen im Sinn von Art. 8 
Ziff. 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK; SR 01.01) bzw. des 
inhaltlich deckungsgleichen Art. 13 Abs. 1 BV beeinträchtigt, bilden Grundlage dieser 
Interessenabwägung Art. 8 Ziff. 2 EMRK und Art. 36 BV (vgl. BGE 139 I 145 E. 2.2 und 
2.4, 31 E. 2.3.1, 16 E. 2.2.2 mit Hinweisen auf die Rechtsprechung des Europäischen 
Gerichtshofs für Menschenrechte [EGMR], 137 I 247 E. 4.1, 135 I 143 E. 1.3.1 und 2.1, 
134 II 1 E. 2.2, 10 E. 4.1 [Pra 97/2008 Nr. 87]). 

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3. 

Hinsichtlich des öffentlichen Interesses am Widerruf der Niederlassungsbewilligung 
ergibt sich was folgt: 

3.1 Das Verschulden, welches die betroffene Person mit der längerfristigen 
Freiheitsstrafe auf sich geladen hat, ist Ausgangspunkt der Beurteilung des öffentlichen 
Interesses. Seine Schwere bemisst sich regelmässig nach der Höhe der vom 
Strafgericht verhängten Strafe (BGE 134 II 10 E. 4.2 [Pra 97/2008 Nr. 87], 129 II 215 
E. 3.1). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung sprechen Freiheitsstrafen ab 
24 Monaten für ein schweres Verschulden, da diese Fälle bereits als so gravierend 
eingestuft werden, dass der vollständige Aufschub der Strafe nicht mehr in Frage 
kommt und mindestens ein Teil zwingend vollzogen werden muss. Auch aus fremden-
polizeilicher Sicht bedeutet eine Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von mehr als 
24 Monaten in jedem Fall einen sehr schwerwiegenden Verstoss gegen die 
schweizerische Rechtsordnung, wobei diese «Zweijahresregel» allerdings keine feste 
Grenze vorgibt (vgl. BGE 139 I 145 E. 2.3 und 3.4, 135 II 377 E. 4.4, zur vorliegend 
infolge nicht mehr kurzer Aufenthaltsdauer zwar nicht anwendbaren sog. «Reneja-
Praxis»; in Bezug auf die Beurteilung des Verschuldens sind die Erwägungen dennoch 
massgeblich). 

3.2 Zum Verschulden des Beschwerdeführers ergibt sich was folgt: 

3.2.1 Der Beschwerdeführer wurde am 11. Januar 2012 wegen gewerbsmässigen 
Betrugs gegenüber der IV-Stelle des Kantons Bern und der BVG-Stiftung C.________ 
AG, teilweisen Versuchs dazu (je begangen von Januar 2000 bis 31.3.2010) sowie 
Widerhandlung gegen das Bundesgesetz vom 20. Dezember 1946 über die Alters- und 
Hinterlassenenversicherung (AHVG; SR 831.10; begangen von 2005 bis 2008) bei 
einer Probezeit von zwei Jahren zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 15 Monaten 
und einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen à Fr. 80.-- verurteilt (vgl. Beilage 52 zur 
Beschwerde vom 13.2.2013 [Akten POM]; Akten EG Bern pag. 193 ff.; Anklageschrift 
der Staatsanwaltschaft des Kantons Bern vom 20.9.2011 [Akten POM, Dossier 
Strafakten pag. 302; nachfolgend «Anklageschrift»] S. 1 f.). Gemäss der Anklageschrift 
der Staatsanwaltschaft, die hinsichtlich der Straftatbestände, Sanktionen und weiteren 
Verfügungen vom Regionalgericht Bern-Mittelland auf Antrag des Beschwerdeführers 

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im abgekürzten Verfahren zum Urteil erhoben wurde (vgl. Art. 358 ff. der Schweizeri-
schen Strafprozessordnung vom 5. Oktober 2007 [StPO; SR 312.0]), täuschte dieser 
nach einem 1998 erlittenen Arbeitsunfall bei offiziellen medizinischen Untersuchungen 
und arbeitsmarktlich-medizinischen Abklärungen wiederholt gravierende 
gesundheitliche Beeinträchtigungen und Beschwerden vor, so dass die 
begutachtenden Fachpersonen zu Unrecht eine dauerhafte volle Arbeitsunfähigkeit 
attestierten. Gestützt darauf wurde ihm von der IV-Stelle am 3. Juli 2007 rückwirkend 
ab 1. Februar 2005 eine volle Invalidenrente von rund Fr. 2'200.-- pro Monat und von 
der C.________ AG rückwirkend ab 1. Februar 2002 eine solche von jährlich über 
Fr.18'000.-- zugesprochen (vgl. Akten EG Bern pag. 267; Strafanzeige der IV-Stelle 
vom 2.3.2009 [Akten POM, Dossier Strafakten pag. 5; nachfolgend «Strafanzeige»] 
S. 1). Damit gab sich der Beschwerdeführer nicht zufrieden, sondern verlangte auf dem 
Beschwerdeweg die rückwirkende Ausrichtung der von der IV-Stelle zugesprochenen 
Rente bereits ab 1. Juli 2000 sowie eine Zusatzrente für die Ehefrau; die in diesem 
Zusammenhang von der IV-Stelle getroffenen weiteren Abklärungen – unter anderem 
eine «Beweissicherung vor Ort», bei welcher der Beschwerdeführer auch ausserhalb 
der offiziellen Termine beobachtet wurde – führten schliesslich zur Aufdeckung des 
Betrugs und zur Einstellung der Renten per Ende Februar 2010 (IV-Stelle) bzw. 
31. März 2010 (C.________ AG; vgl. Strafanzeige S. 3 ff.; Anklageschrift S. 1 f.). Die 
vom Beschwerdeführer missbräuchlich bezogenen Sozialversicherungsleistungen 
belaufen sich auf Fr. 134'922.-- (IV-Stelle) und Fr. 150'025.40 (C.________ AG); 
hinsichtlich des versuchten Betrugs beträgt der Deliktsbetrag Fr. 123'760.-- (vgl. 
Anklageschrift S. 2). Darüber hinaus ging der Beschwerdeführer – trotz geltend 
gemachter Arbeitsunfähigkeit und teilweise bereits laufendem Renten-Bezug – 
zwischen 2005 und 2008 einer Erwerbstätigkeit als Unterakkordant nach, bei der er 
insgesamt ein Einkommen von mindestens Fr. 17'000.-- erzielte; dieses verschwieg er 
gegenüber der Ausgleichskasse und entzog sich damit der AHV-Beitragspflicht (vgl. 
Anklageschrift vom 20.9.2011 S. 2). 

3.2.2 Dem Beschwerdeführer ist zwar insoweit beizupflichten (vgl. Beschwerde 
S. 13 f.), als das verhängte Strafmass von 15 Monaten Freiheitsstrafe die gemäss 
Reneja-Praxis massgebliche Grenze von 24 Monaten nicht erreicht, ab welcher in 
jedem Fall – unabhängig von der jeweiligen Deliktsart – von einem sehr 
schwerwiegenden Verstoss gegen die Schweizerische Rechtsordnung auszugehen ist 
(vgl. E. 3.1 hiervor); zudem hat der Beschwerdeführer kein Gewalt-, Sexual- oder 
Betäubungsmitteldelikt begangen, welches nach der Rechtsprechung für sich allein 

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besonders schwer wiegen würde (vgl. BGE 125 II 521 E. 4a/aa; BGer 2C_733/2012 
vom 24.1.2013, E. 7.2; BVR 2013 S. 543 E. 4.2.3 a.E.). Der missbräuchliche Bezug 
von Sozialversicherungsleistungen, wie ihn der Beschwerdeführer begangen hat, 
gehört indes zu den Anlasstaten gemäss Art. 121 Abs. 3 Bst. b BV (in Kraft seit 
28.11.2010), die automatisch zum Verlust sämtlicher Rechtsansprüche auf Aufenthalt 
in der Schweiz führen sollen. Auch wenn diese Bestimmung nicht unmittelbar 
anwendbar ist, ist der darin enthaltenen, klaren verfassungsrechtlichen Wertung im 
Rahmen der Interessenabwägung nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK bzw. der Anwendung von 
Art. 96 AuG insoweit Rechnung zu tragen, als dies zu keinem Widerspruch zu überge-
ordnetem Recht bzw. zu Konflikten mit dem Beurteilungsspielraum führt, den der 
Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) den einzelnen 
Konventionsstaaten bei der Umsetzung ihrer Migrations- und Ausländerpolitik im 
Rahmen des Rechts auf Schutz des Privat- und Familienlebens belässt (BGE 139 I 31 
E. 2.3.2; BGer 2C_514/2014 vom 8.12.2014, E. 2.2, 2C_551/2013 vom 24.2.2014, 
E. 2.3, 2C_844/2013 vom 6.3.2014, E. 5.6). Überdies ist dem Beschwerdeführer mit 
der POM (vgl. E. 5a/bb) der sehr hohe Deliktsbetrag von insgesamt über Fr. 400'000.-- 
sowie die lange zeitliche Dauer des strafbaren Handelns von mehr als zehn Jahre 
anzulasten; namentlich die Planmässigkeit und Unverfrorenheit seines Vorgehens 
gegenüber seinem Gastland lassen –  wie die Vorinstanz zutreffend gewürdigt hat – 
auf eine beträchtliche kriminelle Energie schliessen. Weiter fällt zu seinen Ungunsten 
ins Gewicht, dass der Beschwerdeführer nicht von sich aus von seinem deliktischen 
Handeln abgelassen hat, sondern vielmehr bis zur Aufdeckung der Tat nach der Art 
eines Gewerbes missbräuchlich Sozialversicherungsleistungen bezogen hat. Darüber 
hinaus versuchte er sogar eine noch höhere Rente sowie einen früheren Rentenbeginn 
zu erwirken. Schliesslich zeigte sich der Beschwerdeführer entgegen seinem 
Vorbringen (vgl. Beschwerde S. 13) auch im Strafverfahren keineswegs kooperativ und 
einsichtig, hat er doch die ihm zur Last gelegten Taten anfangs trotz klarer Beweislage 
konsequent abgestritten (vgl. Akten EG Bern, pag. 186-192); erst nach kurzer 
Unterredung mit seinem Verteidiger auf dessen Wunsch hin hat er diese zugegeben 
(vgl. Akten EG Bern pag. 179-186.; vgl. auch Strafanzeige S. 2 ff.). Wie die Vorinstanz 
zutreffend gewürdigt hat, wiegt sein Verschulden damit allein schon vor diesem 
Hintergrund schwer. 

3.2.3 Hinzu kommen weitere Straftaten: Nachdem der Beschwerdeführer bereits kurz 
nach seiner Einreise in die Schweiz am 7. April 1997 wegen geringfügigen Diebstahls 
(begangen am 30.1.1997) zu einer Busse von Fr. 150.-- verurteilt worden war (vgl. 

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Akten EG Bern pag. 109), erfolgte am 17. Dezember 2001 eine Verurteilung wegen 
Verletzung der Verkehrsregeln, Zulassung von Personen und Fahrzeugen zum 
Strassenverkehr und falscher Anschuldigung (je begangen am 29.11.2001) zu einer 
bedingten Gefängnisstrafe von 10 Tagen, bei einer Probezeit von zwei Jahren, und 
einer Busse von Fr. 600.--; am 8. Januar 2004 erging überdies eine Verurteilung 
wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln (begangen am 21.6.2003) zu einer 
bedingten Gefängnisstrafe von 35 Tagen, bei einer Probezeit von drei Jahren, und 
einer Busse von Fr. 1'000.-- (Strafregisterauszug vom 10.3.2010 [Akten POM, Dossier 
Strafakten pag. 262]). Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (vgl. 
Beschwerde S. 12 und 16) hat die POM zu Recht auch diese weiteren strafrechtlichen 
Verurteilungen in die Beurteilung des öffentlichen Interesses an der Ent-
fernungsmassnahme miteinbezogen (vgl. E. 5a/bb), auch wenn sie für sich genommen 
keinen Widerrufsgrund setzen würden und teilweise auch bereits längere Zeit 
zurückliegen. Insbesondere die vom Beschwerdeführer begangene grobe 
Verkehrsregelverletzung durch Überschreiten der signalisierten Höchstgeschwindigkeit 
von 80 km/h auf der Autobahn um durchschnittlich 60 km/h auf einer Messstrecke von 
1'387 km (vgl. Anzeige vom 25.6.2003 [Akten POM, Dossier Strafakten pag. 164]) ist 
keinesfalls zu bagatellisieren; eine solch massive Geschwindigkeitsüberschreitung, mit 
der der Beschwerdeführer eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer 
hervorgerufen oder in Kauf genommen hat, wird seit dem 1. Januar 2013 mit einer 
Freiheitsstrafe von mindestens einem und bis zu vier Jahren bestraft (vgl. Art. 90 
Abs. 3 und 4 Bst. c des Strassenverkehrsgesetzes vom 19. Dezember 1958 [SVG; 
SR 741.01]). Das ohnehin bereits bedeutende öffentliche Interesse an der strittigen 
Massnahme (vgl. E. 3.2.2 hiervor) erhält insoweit zusätzliches Gewicht. Mit der POM 
ist damit insgesamt von einem erheblichen Verschulden des Beschwerdeführers aus-
zugehen. 

3.3 Zu berücksichtigen ist sodann das Verhalten gegenüber der öffentlichen 
Ordnung und Sicherheit im Allgemeinen. Bei Personen, die mehrfach oder sogar 
regelmässig delinquiert haben, besteht aufgrund ihrer Einsichtslosigkeit ein erhebliches 
sicherheitspolizeiliches Interesse, sie aus der Schweiz wegzuweisen. Wiederholte oder 
gar notorische Delinquenz zeigt in besonderer Weise, dass sich die betreffende Person 
von Strafurteilen nicht hat beeindrucken lassen, und führt zum Schluss, dass sie nicht 
willens oder fähig ist, sich an die hiesige Rechtsordnung zu halten (BGE 137 II 297 
E.  3.3; BVR 2013 S. 543 E. 4.3 mit weiteren Hinweisen). – Der Beschwerdeführer hat 
bereits mit den der Verurteilung vom 11. Januar 2012 zugrunde liegenden Straftaten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 05.03.2015, Nr. 100.2014.123U, Seite 9

mehrfach gegen die schweizerische Rechtsordnung verstossen. Der während Jahren 
nach der Art eines Gewerbes begangene Sozialversicherungsbetrug wiegt, wie die 
POM richtig erkannt hat (vgl. E. 5b), auch aus ordnungs- und sicherheitspolizeilichen 
Gründen besonders schwer. Hinzu kommen drei weitere Verurteilungen wegen insge-
samt fünf unterschiedlichen Delikten (vgl. E. 3.2.3 hiervor). Auch wenn die Straftaten 
teilweise bereits längere Zeit zurückliegen, ist damit eine Mehrfachdelinquenz 
gegeben, welche die POM richtigerweise zu Ungunsten des Beschwerdeführers 
gewürdigt hat. Sein wiederholtes, sich teilweise über Jahre hinziehende strafbare 
Verhalten zeigt, dass er über eine längere Zeitspanne nicht gewillt oder fähig war, die 
hiesige Rechtsordnung zu respektieren, und lässt auf eine gewisse Uneinsichtigkeit 
schliessen. Dem Beschwerdeführer ist mit der Vorinstanz besonders anzulasten, dass 
er sich von den in den Jahren 1997, 2001 und 2004 ausgesprochenen Verurteilungen 
nicht hat beeindrucken lassen; er hat ihm Gegenteil seine Delinquenz durch die über 
mehrere Jahre hinweg begangenen, besonders schwer wiegenden Betrugsdelikte noch 
erheblich gesteigert. Ebenfalls fällt negativ ins Gewicht, dass er auch während 
laufender Probezeit delinquiert hat. Der am 17. Dezember 2001 bedingt 
ausgesprochene Vollzug der 10-tägigen Freiheitsstrafe musste deshalb am 8. Januar 
2004 widerrufen werden (vgl. Strafregisterauszug vom 10.3.2010 [Akten POM, Dossier 
Strafakten pag. 262]). Ausserdem war der Beschwerdeführer während der mit Urteil 
vom 8. Januar 2004 angesetzten Probezeit in eine Schlägerei mit drei Landsleuten in 
einem Restaurant verwickelt, bei welcher er erwiesenermassen den ersten Schlag 
ausgeführt hat. Das gegen ihn eingeleitete Strafverfahren wegen einfacher 
Körperverletzung, Tätlichkeit und Beschimpfung sowie wegen Beteiligung an einem 
Raufhandel, eventuell Angriffs, wurde später aufgehoben, nachdem er sich verpflichtet 
hatte, die gesamten Gerichtskosten sowie Fr. 700.-- an die Anwaltskosten eines Mitbe-
teiligten zu bezahlen (vgl. Akten EG Bern pag. 75 und 82 ff.). Im Übrigen legte der 
Beschwerdeführer, wie die POM zutreffend festhält, bereits als Asylbewerber den 
Behörden gegenüber ein unehrliches Verhalten an den Tag, gab er sich doch als 
schriftenlos aus; bei einer Grenzkontrolle kamen aber Ausweispapiere zum Vorschein 
(vgl. Akten EG Bern pag. 35). Anders als der Beschwerdeführer offenbar meint, ist 
unter diesen Umständen der Schluss der POM, sein Verhalten gegenüber der 
öffentlichen Ordnung verleihe dem sicherheitspolizeilichen Interesse am Widerruf der 
Niederlassungsbewilligung zusätzliches Gewicht, nicht zu beanstanden. Dem Be-
schwerdeführer kann abgesehen davon auch nicht darin gefolgt werden, seine 
Straftaten dürften nicht «mehrfach» gewichtet werden (vgl. Beschwerde S.  11  f.); es 

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ist ohne weiteres erlaubt, die begangenen Delikte unter verschiedenen Aspekten zu 
berücksichtigen. 

3.4 Mit Blick auf die Zukunft ist des Weiteren die Rückfallgefahr zu beurteilen: 

3.4.1 Aus fremdenpolizeilicher Sicht ist das Risiko eines Rückfalls umso weniger 
hinzunehmen, je schwerer die Tat wiegt, welche die ausländische Person verübt hat. 
Bei schweren Straftaten muss, angesichts der von diesen Delikten ausgehenden 
potentiellen Gefahr für die Gesellschaft, ausländerrechtlich selbst ein relativ geringes 
Rückfallrisiko nicht hingenommen werden (BGE 139 I 16 E. 2.2.1 und 31 E. 2.3.2, 137 
II 233 E. 5.2.2). Da Art. 5 Anhang I des Abkommens vom 21. Juni 1999 zwischen der 
Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft 
und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit (FZA; SR 0.142.112.681) 
hier nicht Anwendung findet, bildet zudem das Vorliegen einer gegenwärtigen Gefahr 
nicht Voraussetzung einer Entfernungsmassnahme. Vielmehr dürfen auch 
generalpräventive Überlegungen mitberücksichtigt werden (vgl. zum Ganzen BVR 
2013 S. 543 E. 4.4.1, 2011 S. 289 E. 5.3.1 mit Hinweisen; aus der neueren 
Rechtsprechung etwa BGer 2C_856/2012 vom 25.3.2013, E. 6.9). Der konkreten 
Prognose über das Wohlverhalten (und somit der Rückfallgefahr) sowie dem 
Resozialisierungsgedanken des Strafrechts ist zwar im Rahmen der umfassenden 
fremdenpolizeilichen Interessenabwägung ebenfalls Rechnung zu tragen; die beiden 
Umstände geben aber nicht den Ausschlag (BGE 136 II 5 E. 4.2, 134 II 10 E. 4.3 [Pra 
97/2008 Nr. 87], 130 II 176 E. 4.2, 129 II 215 E. 3.2, 125 II 105 E. 2c mit Hinweisen). 

3.4.2 Der Beschwerdeführer hat sich zwischen 2000 und 2010 schwerer 
Betrugsdelikte schuldig gemacht (vgl. E. 3.2.1 f. hiervor); hinzu kommen mehrere 
weitere Straftaten (vgl. E. 3.2.3 hiervor). Wie dargelegt lässt sich aus dem 
wiederholten, teilweise während mehrerer Jahre ausgeübten deliktischen Verhalten 
schliessen, dass es dem Beschwerdeführer schwer fällt, sich an die hiesige 
Rechtsordnung zu halten (vgl. E. 3.3 hiervor); angesichts seiner kriminellen 
Vergangenheit ist denn auch eine gewisse Rückfallgefahr nicht von der Hand zu 
weisen. Wohl ist grundsätzlich positiv zu werten, dass der Beschwerdeführer seit der 
Einstellung der Invalidenrenten soweit aktenkundig nicht mehr straffällig geworden ist 
(vgl. Beschwerde S. 4 f.). Entgegen seiner Auffassung ist dieses Wohlverhalten aber, 
wie die POM zutreffend festgehalten hat (E. 5c), vor dem Hintergrund der erst vor 
kurzem abgelaufenen Probezeit sowie des drohenden ausländerrechtlichen 
Bewilligungswiderrufs zu relativieren. Klagloses Verhalten wird in der Probezeit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 05.03.2015, Nr. 100.2014.123U, Seite 11

allgemein erwartet und erlaubt kaum Rückschlüsse auf die Bewährung nach Ablauf 
dieser Zeitspanne (vgl. BGE 134 II 10 E. 4.3 [Pra 97/2008 Nr. 87]; BGer 2C_586/2013 
vom 3.12.2013, E. 3.2.1). Es ist damit auch der seit Begehen der schweren 
Vermögensdelikte vergangene Zeitraum nicht wesentlich zu seinen Gunsten zu 
berücksichtigen; ebenso vermag ihm nicht zu helfen, dass er seit August 2011 wieder 
regelmässig einer Erwerbstätigkeit nachgeht und damit wirtschaftlich auf eigenen 
Füssen steht (vgl. hinten E. 4.3). Die POM weist im Übrigen insoweit zu Recht darauf 
hin, dass angesichts der heutigen Vollzeiterwerbstätigkeit seine während Jahren 
vorgetäuschte Arbeitsunfähigkeit noch verwerflicher erscheint. Ausserdem ist er bereits 
vor Beginn seiner Betrugsdelinquenz einer regelmässigen Erwerbstätigkeit 
nachgegangen (vgl. hinten E. 4.3), was ihn aber nicht von seiner erheblichen 
Straffälligkeit abhalten konnte. Bei der vorliegenden Ausgangslage führt zudem zu 
keinem anderen Ergebnis, dass dem Beschwerdeführer vom Strafgericht eine günstige 
Legalprognose gestellt worden ist (vgl. Beschwerde S. 16). Er verkennt, dass auslän-
derrechtlich ein strengerer Beurteilungsmassstab anzulegen ist als im Strafverfahren. 
Die POM hält es damit zu Recht für nicht ausgeschlossen, dass er namentlich wieder 
(schwere) Vermögensdelikte begeht. Dies scheint im Übrigen der Beschwerdeführer 
selber ähnlich zu sehen, bezeichnet er die Rückfallgefahr doch als «inexistent oder 
niedrig» (vgl. Beschwerde S. 16). Doch auch ein niedriges Risiko erneuter 
Straffälligkeit ist angesichts der Art und Schwere der begangenen Delikte (vgl. 
E. 3.2.2 f. hiervor) nicht hinzunehmen, selbst wenn vorliegend keine Gewalt-, Sexual- 
oder erhebliche Betäubungsmitteldelikte zur Diskussion stehen. Abgesehen davon 
dürfen, wie erwähnt, auch generalpräventive Überlegungen mitberücksichtigt werden 
(vgl. E. 3.4.1 hiervor). 

3.5 Die POM ist damit zu Recht aufgrund des erheblichen Verschuldens, der 
mehrfachen und über einen langen Zeitraum begangenen Delinquenz sowie der nicht 
auszuschliessenden Rückfallgefahr von einem gewichtigen öffentlichen Interesse am 
Widerruf der Niederlassungsbewilligung und der damit verbundenen Wegweisung des 
Beschwerdeführers aus der Schweiz ausgegangen. 

4. 

Hinsichtlich der privaten Interessen, welche der Entfernungsmassnahme 
entgegenstehen können, sind die Dauer der Anwesenheit und die Integration in der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 05.03.2015, Nr. 100.2014.123U, Seite 12

Schweiz sowie die dem Beschwerdeführer und seiner Familie drohenden Nachteile zu 
berücksichtigen. 

4.1 Je länger eine ausländische Person in der Schweiz anwesend war, desto 
strengere Anforderungen sind grundsätzlich an die Anordnung eines Widerrufs der 
Niederlassungsbewilligung zu stellen. Die Aufenthaltsdauer ist insofern zu relativieren, 
als die Jahre, welche die ausländische Person in der Illegalität, im Strafvollzug oder 
aufgrund einer vorläufigen Duldung verbracht hat, für die Interessenabwägung nicht 
ausschlaggebend sein können (BGE 137 II 1 E. 4.3, 134 II 10 E. 4.3 [Pra 97/2008 
Nr. 87]). Zu berücksichtigen ist auch, in welchem Alter die ausländische Person in die 
Schweiz eingereist ist. Selbst bei einer ausländischen Person, die bereits hier geboren 
wurde und ihr ganzes bisheriges Leben in der Schweiz verbracht hat (Ausländerin oder 
Ausländer der «zweiten Generation»), ist der Widerruf der Niederlassungsbewilligung 
nach der Rechtsprechung nicht ausgeschlossen. Erst recht gilt dies für ausländische 
Personen, die erst als Kind, Jugendliche oder – wie der Beschwerdeführer – gar als 
Erwachsene in die Schweiz gelangt sind. So ist bei schweren Straftaten und umso 
mehr bei Rückfall bzw. wiederholter Delinquenz ein wesentliches öffentliches Interesse 
am Widerruf der Niederlassungsbewilligung gegeben (BGE 135 II 110 E. 2.1, 
125 II 521 E. 2b; BGer 2C_1257/2012 vom 18.4.2013, E. 4.2, 2C_267/2013 vom 
6.5.2013, E. 2.1; VGE 2011/170 vom 3.1.2012 [bestätigt durch BGer 2C_135/2012 
vom 29.10.2012], E. 5.1, auch zum Folgenden). Der Widerruf der Nieder-
lassungsbewilligung ist auch nach längerem Aufenthalt in der Schweiz eher zulässig, 
wenn die ausländische Person in der Schweiz nicht integriert ist (BGer 2A.119/2001 
vom 15.10.2001, E. 2b; zum Ganzen BVR 2013 S. 543 E. 5.1; VGE 2013/214 vom 
29.4.2014 [bestätigt durch BGer 2C_540/2014 vom 10.6.2014], E. 5.1). 

4.2 Der heute 38-jährige Beschwerdeführer gelangte im Alter von knapp 19 Jahren 
in die Schweiz und ersuchte erfolglos um Asyl. Gestützt auf den Eheschluss mit einer 
Schweizerin am 24. Juli 1996 erhielt er eine Aufenthaltsbewilligung. Er ist damit kein 
Ausländer der «zweiten Generation»; die prägenden Abschnitte seiner Kindheit und 
Adoleszenz verbrachte er in Kosovo, wo er auch die obligatorische Schulzeit sowie drei 
Jahre Mittelschule durchlief (vgl. Akten EG Bern pag. 256 f.). Die POM hat den 
anrechenbaren Aufenthalt sodann zu Recht um die Zeit reduziert, welche der Be-
schwerdeführer als (abgewiesener) Asylbewerber (vgl. Akten EG Bern pag. 110) sowie 
im Strafvollzug verbracht hat oder kraft aufschiebender Wirkung der gegen den 
Widerruf der Niederlassungsbewilligung ergriffenen Rechtsmittel hier verbringt. Es ist 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 05.03.2015, Nr. 100.2014.123U, Seite 13

der Vorinstanz aber darin zu folgen, dass die Aufenthaltsdauer relativ lang ausfällt (vgl. 
E. 6a). 

4.3 Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers hat die POM eine 
erfolgreiche Eingliederung in die hiesigen Verhältnisse zu Recht verneint (E. 6a und b): 

4.3.1 Der über keine Berufsausbildung verfügende Beschwerdeführer ging ab Mai 
1997 einer Vollzeiterwerbstätigkeit als Hilfsdachdecker nach; ausserdem übte er 1998 
eine Nebenbeschäftigung als Reinigungskraft aus (vgl. Akten EG Bern pag 256 f., 18, 
23 und 28 f.; vgl. auch Leumundsbericht vom 21.8.2003 in Akten POM, Dossier 
Strafakten pag. 166 ff.] S. 2). Nach einem Arbeitsunfall im Jahr 1998 wurde ihm für die 
Zeit von 1. Juli 1999 bis am 30. Juni 2000 eine (von vornherein befristete) volle 
Invalidenrente ausgerichtet (Strafanzeige S. 1). Von 1. Dezember 2004 bis 31. Juli 
2007 bezog er Sozialhilfe (vgl. Akten EG Bern pag. 178); anschliessend wurden ihm, 
wie erwähnt, rückwirkend auf den 1. Februar 2005 bzw. 1. Februar 2002 die 
ertrogenen Invalidenrenten zugesprochen (vgl. vorne E. 3.2.1). Nach deren Einstellung 
im Jahr 2010 bezog er von 1. April 2011 bis 31. August 2011 wiederum Sozialhilfe (vgl. 
Akten EG Bern pag. 178; vgl. auch pag. 215). Im Betreibungsregister Bern-Mittelland 
ist er per 27. November 2013 mit acht Betreibungen im Gesamtbetrag von 
Fr. 412'163.55 und 19 offenen Verlustscheinen in der Höhe von insgesamt 
Fr. 447'672.05 registriert, wobei nur ein Teil dieser Schulden aus der Rückforderung 
der widerrechtlich ausgerichteten Sozialversicherungsleistungen resultiert (vgl. Beilage 
53 zur Beschwerde vom 13.2.1013 [Akten POM]; vgl. auch Akten EG Bern pag. 261). 
Auch wenn der Beschwerdeführer seit August 2011 wieder erwerbstätig ist (vgl. Akten 
EG Bern pag. 147 f.; auch etwa pag. 141 f.) und mit einem dabei erzielten monatlichen 
Nettoeinkommen von rund Fr. 5'000.-- (vgl. Beschwerde S. 18, auch zum Folgenden) 
finanziell auf eigenen Füssen steht, kann – auch gemessen an der langen 
Aufenthaltsdauer – von einer gelungenen Integration in beruflich-wirtschaftlicher 
Hinsicht keine Rede sein. Dass zuletzt keine neuen Betreibungen gegen ihn eingeleitet 
wurden und er im Rahmen seiner Möglichkeiten seine Schulden zurückbezahlt (vgl. 
Beschwerdebeilagen [BB] 3 und 4 [bei act. 6A]), ändert hieran ebenso wenig wie die 
ihm ausgestellten guten Arbeitszeugnisse sowie der Umstand, dass er angeblich auch 
seinen finanziellen Verpflichtungen aus dem Strafprozess nachgekommen ist und 
offenbar die Rechnungen jeweils pünktlich bezahlt. Im Übrigen erfolgen die 
Anstellungen des Beschwerdeführers seit April 2012 (mit kurzen Unterbrüchen) über 
ein Personalvermittlungsbüro auf Stundenlohnbasis (vgl. Beilagen 49 und 39-48 zur 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 05.03.2015, Nr. 100.2014.123U, Seite 14

Beschwerde vom 13.2.2013 [Akten POM]). Die heutige Erwerbstätigkeit kann damit 
nicht als gefestigt gelten, hängt doch das Ausmass der Beschäftigung im Wesentlichen 
von der Auftragslage der Einsatzunternehmen ab (vgl. auch Beilage 50 zur 
Beschwerde vom 13.2.2013 [Akten POM]). Dass in der Baubranche unbefristete 
Arbeitsverträge generell selten seien und der Beschwerdeführer mangels 
Berufsausbildung keine andere Tätigkeit ausüben könne (vgl. Beschwerde S. 18), 
vermag ihm insoweit nicht zu helfen.   

4.3.2 In sozialer Hinsicht bestreitet der Beschwerdeführer zwar die Feststellungen der 
POM, wonach bis auf eine Nachbarin und einen einzigen Kollegen, welcher im 
Zusammenhang mit seinem Sozialversicherungsbetrug eine zweifelhafte Rolle gespielt 
habe, keine gefestigten sozialen Kontakte und Freundschaften mit Schweizer 
Bürgerinnen und Bürgern erkennbar seien (E. 6a), und weist darauf hin, dass die POM 
hierzu weitere Abklärungen hätte treffen müssen (vgl. Beschwerde S. 22). Er äussert 
sich aber auch vor Verwaltungsgericht zu seiner gesellschaftlichen-sozialen Situation 
nicht näher; allein der Hinweis auf die familiäre Beziehung zu seinen Schwiegereltern 
ist insoweit ohne wesentliche Bedeutung. Entgegen seiner Auffassung ist unter diesen 
Umständen nicht zu beanstanden, dass die POM auf keine gelungene soziale 
Integration geschlossen hat. Es wäre im Rahmen seiner Mitwirkungspflicht an ihm 
selber gewesen, den in dieser Hinsicht relevanten Sachverhalt darzulegen (vgl. hinten 
E. 4.4.2). Soweit der Beschwerdeführer auch im verwaltungsgerichtlichen Verfahren 
den Beweisantrag auf entsprechende Abklärungen stellt, wird dieser abgewiesen. Im 
Übrigen gab er im Juni 2011 gegenüber der Staatsanwaltschaft zu Protokoll, dass er 
(hier in der Schweiz) über keine Freunde verfüge (vgl. Akten EG Bern pag. 187). Die 
Vorinstanz führt schliesslich zutreffend an, dass auch die mehrfache, teilweise 
erhebliche Delinquenz des Beschwerdeführers wesentlich gegen eine erfolgreiche 
Integration spricht, stellt doch die Respektierung der rechtsstaatlichen Ordnung ein 
wichtiger Aspekt jeglicher Integration dar (vgl. Art. 4 Bst. a der Verordnung vom 
24. Oktober 2007 über die Integration von Ausländerinnen und Ausländer [VIntA; 
SR 142.205]). Dass der Beschwerdeführer über gute Deutschkenntnisse verfügen soll 
(vgl. Beschwerde S. 18), erscheint angesichts des Umstands, dass er anlässlich der 
Hauptverhandlung vor dem Regionalgericht Bern-Mittelland im Januar 2012 einen 
Übersetzer benötigte (vgl. Akten EG Bern pag. 196; vgl. auch pag. 191 f.), mehr als 
zweifelhaft. Wie es sich damit verhält, kann aber letztlich offenbleiben. Denn der 
Beschwerdeführer könnte unter den gegebenen Umständen selbst aus guten 
Sprachkenntnissen nichts Wesentliches zu seinen Gunsten ableiten, zumal solche 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 05.03.2015, Nr. 100.2014.123U, Seite 15

angesichts der mehrjährigen Aufenthaltsdauer sowie der Einreise in noch jungem Alter 
ohne weiteres erwartet werden dürften. 

4.4 Zu würdigen sind weiter die dem Beschwerdeführer und seinen Angehörigen 
durch die Entfernungsmassnahme drohenden Nachteile: 

4.4.1 Was die Rückkehr nach Kosovo anbelangt, hat die POM zunächst zutreffend 
erwogen, dass der Beschwerdeführer seine gesamte Kindheit und den grössten Teil 
der Jugend dort verbracht hat (vgl. vorne E. 4.2). Es ist davon auszugehen, dass die 
Bindung zu seinem Heimatland nach wie vor eng ist und der Beschwerdeführer mit den 
sprachlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Gepflogenheiten vertraut ist, zumal er 
anerkanntermassen von der Schweiz aus regelmässig Ferien in der Heimat verbracht 
hat (vgl. etwa Akten EG Bern pag. 181, 234, 272, 290 und 297). Es leben (mindestens) 
die Eltern sowie zwei Brüder des Beschwerdeführers in Kosovo (Beschwerde S. 22, 
auch zum Folgenden; vgl. auch Strafanzeige S. 12). Selbst wenn die Eltern und einer 
dieser Brüder gesundheitlich angeschlagen sein sollen, besteht mit ihnen ein familiäres 
Beziehungsnetz, an welches der Beschwerdeführer anknüpfen kann. Entgegen dessen 
Auffassung hat die POM keine Veranlassung gehabt, auf die gesundheitliche Situation 
der Familienmitglieder einzugehen. Es sind auch in beruflicher oder wirtschaftlicher 
Hinsicht keine unüberwindbare Hindernisse für eine Wiedereingliederung im 
Heimatland ersichtlich: Der Beschwerdeführer ist – wie gesehen – in der Lage, einer 
Vollzeiterwerbstätigkeit als Dachdecker nachzugehen (vgl. vorne E. 4.3). Als 
arbeitsfähiger Mann Ende dreissig, der die Landessprache spricht und in Kosovo acht 
Jahre Grund- sowie drei Jahre Mittelschule absolviert hat (vgl. vorne E. 4.2), kann er 
dort einer Arbeit nachgehen. Die in der Schweiz gewonnenen beruflichen Kenntnisse 
und Erfahrungen dürften ihm die Wiedereingliederung im Heimatland zusätzlich 
erleichtern. 

4.4.2 Soweit der Beschwerdeführer schliesslich geltend macht (vgl. Beschwerde 
S. 22 ff.), die Rückkehr sei ihm aus gesundheitlichen Gründen nicht zumutbar, ist 
Folgendes festzuhalten: Wohl ergab ein am 9. November 2004 durchgeführtes 
Schädel-MRI einen «Befund vereinbar mit einer demyelinisierenden Erkrankung [z.B. 
Multiple Sklerose]» (vgl. Bericht des Inselspitals vom 21.3.2005 [Beilage 10 zur 
Beschwerde vom 13.2.2013; Akten POM]). Wie die POM richtig gewürdigt hat 
(E. 6c/bb), handelt es sich hierbei aber lediglich um eine Verdachtsprognose; eine 
eigentliche Krankheitsdiagnose lässt sich daraus nicht ableiten. Nichts anderes ergibt 
sich aus den seither durchgeführten medizinischen Untersuchungen: So wird im 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 05.03.2015, Nr. 100.2014.123U, Seite 16

Bericht des Röntgeninstituts … vom 29. Juni 2010 eine «bekannte demyelinisierende 
Erkrankung bzw. Multiple Sklerose» erwähnt sowie eine «typische (wahrscheinlich) 
chronische demyelinisierende Plaque periventrikulär» bestätigt (Akten EG Bern 
pag. 152), und auch in demjenigen vom 12. Mai 2011 von Dr. med. D.________, 
Spezialarzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, wird lediglich auf den im 
November 2004 festgestellten Verdacht Bezug genommen (vgl. Akten EG Bern 
pag. 152 und 150 f.). Gemäss Beurteilung vom 10. November 2008 durch Dr. med. 
E.________, Fachärztin für allgemeine Medizin FMH des Regionalen ärztlichen 
Dienstes der IV-Stelle Bern, ist das Vorliegen einer demeyelinisierenden Erkrankung 
wie die Multiple Sklerose sogar unwahrscheinlich, da der Krankheitsverlauf diesem 
Leiden nicht entspreche; sollte eine solche dennoch vorliegen, haben sich bisher 
jedenfalls keine eindeutigen klinischen Befunde daraus ergeben, d.h. es liegt keine 
Pathologie auf neurologischem Gebiet vor (Strafanzeige S. 10). Entgegen der 
Auffassung des Beschwerdeführers hätte die POM insoweit den Sachverhalt nicht 
weiter abklären müssen, denn es wäre im Rahmen der ihm obliegenden 
Mitwirkungspflicht (Art. 90 AuG; vgl. auch Art. 20 VRPG) an ihm selbst, eine solche 
Krankheit unter Vorlage entsprechender ärztlicher Bestätigungen nachzuweisen. 
Kommt er dieser Obliegenheit nicht nach, ist die Behörde nicht gehalten, weitere 
Abklärungen zu treffen (vgl. BVR 2010 S. 541 E. 4.2.3 mit weiteren Hinweisen). Der 
vor Verwaltungsgericht gestellte Beweisantrag, es sei von Amtes wegen eine 
entsprechende ärztliche Begutachtung anzuordnen, wird abgewiesen (Beschwerde 
S. 23 f.). Ausserdem hat der Beschwerdeführer nach eigenen Angaben heute zwar 
immer wieder Blockaden im Nacken und Lähmungserscheinungen; er habe sich mit 
seinen Schmerzen aber abgefunden und stehe auch nicht in ärztlicher Behandlung 
(vgl. Beschwerde S. 23, auch zum Folgenden). Die vorgebrachten körperlichen 
Beschwerden hindern ihn zudem offensichtlich nicht daran, einer Vollzeittätigkeit als 
Dachdecker nachzugehen (vgl. vorne E. 4.3). Selbst wenn man mit dem 
Beschwerdeführer davon ausginge, dass er an Multipler Sklerose erkrankt sei, 
erscheint sein Gesundheitszustand damit so stabil, dass bei einer Rückkehr in den 
Kosovo nicht mit einer raschen und lebensgefährdenden Beeinträchtigung der 
Gesundheit zu rechnen ist, wie sie für die Unzumutbarkeit der Rückkehr aus 
medizinischen Gründen erforderlich wäre (vgl. BGer 2D_3/2012 vom 2.8.2012, E. 3.5; 
BVGE 2009/2 E. 9.3.2; VGE 2012/414 vom 11.7.2013, E. 5.2.3 [bestätigt durch BGer 
2C_815/2013 vom 26.5.2014]). Dies bestreitet der Beschwerdeführer im Übrigen nicht. 
Dass sich sein Gesundheitszustand, wie geltend gemacht, in Zukunft so drastisch ver-
schlechtern könnte, dass er dringend auf entsprechende ärztliche und medikamentöse 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 05.03.2015, Nr. 100.2014.123U, Seite 17

Behandlung angewiesen sei, kann als rein hypothetischer Sachverhalt nicht 
ausschlaggebend berücksichtigt werden. Inwiefern in Kosovo eine Behandlung der in 
Frage stehenden Krankheit im Rahmen der öffentlichen Gesundheitsversorgung nicht 
möglich wäre oder aber – woraus der Beschwerdeführer von vornherein nichts ableiten 
könnte (vgl. etwa BGE 139 II 393 E. 6) – nicht dem hiesigen Standard entsprechen 
würde, kann damit letztlich offenbleiben; mithin erübrigt sich die Einholung eines 
entsprechenden Berichts (vgl. Beschwerde S. 24), womit auch dieser Beweisantrag 
abgewiesen wird. Es ist aber immerhin darauf hinzuweisen, dass die notwendige 
Behandlung in Kosovo unbestritten auf privater Basis für rund 10'000.-- Euro pro Jahr 
erhältlich wäre (vgl. angefochtener Entscheid, E. 6c/bb mit Hinweis; Beschwerde 
S. 23 f.). Es ist denkbar, dass der Beschwerdeführer gegebenenfalls insoweit von 
seiner Ehefrau in der Schweiz finanzielle Unterstützung erhalten würde. Andere 
Gründe, weshalb die Rückkehr nach Kosovo unzumutbar wäre, sind weder geltend 
gemacht noch ersichtlich. 

4.4.3 In familiärer Hinsicht steht einzig die Beziehung des Beschwerdeführers zu 
seiner Schweizer Ehefrau zur Diskussion; andere familiäre Verhältnisse sind nicht 
näher dargetan (vgl. auch E. 4.3 hiervor; Akten EG Bern pag. 256). – Zu den im Fall 
des Widerrufs der Niederlassungsbewilligung den Eheleuten drohenden Nachteilen ist 
Folgendes festzuhalten: Der POM ist beizupflichten (E. 6d), dass der Schweizer 
Ehefrau eine Ausreise nach Kosovo wohl nicht ohne weiteres zumutbar wäre; die 
Entfernungsmassnahme wäre daher mit einer erheblichen Beeinträchtigung des Ehele-
bens verbunden. Was den Beschwerdeführer selber angeht, hat er sich diese familiäre 
Konsequenz seines Handelns jedoch selber zuzuschreiben, hat ihn doch auch seine 
Verantwortung der Ehefrau gegenüber nicht von wiederholtem deliktischem Verhalten 
abhalten können; selbst eine ausdrückliche Warnung seiner Ehefrau, er solle vom IV-
Betrug absehen, ansonsten er riskiere, die Schweiz verlassen zu müssen (vgl. Akten 
EG Bern pag. 233), liess ihn offensichtlich unbeeindruckt. Sein Interesse, nicht von 
seiner Ehefrau getrennt zu werden, vermag daher von vornherein nicht entscheidend 
zu gewichten. Wie die POM zu Recht anerkannt hat, hätte die Entfernungsmassnahme 
jedoch insbesondere für die Ehefrau weitreichende Folgen. Die Vorinstanz hat dieses 
Interesse allerdings richtigerweise in verschiedener Hinsicht relativiert: Zunächst kann 
das Eheleben in einem gewissen Rahmen auch über die Grenzen hinweg – etwa 
besuchsweise oder mittels der üblichen modernen Kommunikationsmittel – weiterhin 
gepflegt werden (vgl. BVR 2013 S. 543 E. 5.4; VGE 2013/48 vom 5.11.2013, E. 5.3.2). 
Weiter wollte sich die Ehefrau nach ihren Aussagen in den Jahren 2009 und 2010 von 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 05.03.2015, Nr. 100.2014.123U, Seite 18

ihrem Ehemann scheiden lassen; die Liebe für diesen sei einfach weg und sie habe 
emotional schon länger mit ihm abgeschlossen. Sie habe auch Angst vor ihm, 
nachdem er ihr seit Jahren unter anderem mit dem Tod drohe, falls sie ihn verrate; am 
liebsten wäre es ihr, wenn er nicht mehr in die Schweiz kommen und sie ihn nicht mehr 
sehen würde (vgl. Akten EG Bern pag. 287, 291, 294 und 296). Selbst wenn die Ehe 
heute wieder intakt sein soll (vgl. Beschwerde S. 20), hat sich die Ehefrau, anders als 
der Beschwerdeführer meint (vgl. Beschwerde S. 7), diese Aussagen entgegenhalten 
zu lassen. Ausserdem wurde anlässlich einer Domizilkontrolle im Oktober 2012 
festgestellt, dass die Eheleute in getrennten Betten schlafen; die Ehefrau gab bei 
dieser Gelegenheit zu erkennen, dass sie nicht mehr mit ihrem Ehemann zusammen 
sei und nur noch aus finanziellen Gründen mit ihm in der gleichen Wohnung leben 
würde (vgl. Akten EG Bern pag. 214). Inwiefern die Bedeutung der Ehe auch insoweit 
in Frage gestellt wird oder aber – wie geltend gemacht (vgl. Schreiben der Ehefrau 
vom 9.10.2012 [Akten EG Bern pag. 222]) – andere Gründe als Eheprobleme für das 
Schlafen in getrennten Betten bestehen bzw. die Aussage der Ehefrau aus «Angst und 
psychischer Angeschlagenheit» erfolgt ist, kann letztlich dahingestellt bleiben. Die 
Ehedauer von 18 ½ Jahren ist schliesslich zwar als relativ lang zu bezeichnen; die Ehe 
ist indes – wenn auch ungewollt (Beschwerde S. 4 und 20) – kinderlos geblieben. 
Weitere familiäre Beziehungen zur Schweiz sind daher mit ihr nicht verbunden. Der 
Beschwerdeführer kann auch nichts Wesentliches zu seinen Gunsten daraus ableiten, 
dass die Ehefrau beim Eheschluss noch nicht um seine Straffälligkeit gewusst hatte 
(vgl. Beschwerde S. 7 und 20 f.). Ein solches Wissen wäre zwar zu Ungunsten des 
Beschwerdeführers zu berücksichtigen; entsprechende Unwissenheit vermag aber der 
Ehe für sich allein nicht ein stärkeres Gewicht zu verleihen. Der Ehe kommt zudem 
nicht automatisch eine erhöhte Bedeutung zu, nur weil die «Zweijahresgrenze» der 
verhängten Freiheitsstrafe gemäss Reneja-Praxis nicht erreicht ist (vgl. Beschwerde. 
S. 20); wie dargelegt ist vorliegend unabhängig vom Erreichen dieser Schwelle von 
einem schweren Verschulden auszugehen (vgl. vorne E. 4.1 und 4.2.2). Die POM 
brauchte sich damit entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers nicht 
ausdrücklich zu diesem Punkt zu äussern. Auch wenn die Bedeutung der Ehe 
demnach in verschiedener Hinsicht zu relativieren ist, ist immerhin anzuerkennen, dass 
diese insgesamt ein nicht unerhebliches privates Interesse an einem Verbleib des Be-
schwerdeführers in der Schweiz begründet.

4.5 Insgesamt sind die privaten Interessen am Verbleib des Beschwerdeführers in 
der Schweiz aufgrund der vergleichsweisen langen Aufenthaltsdauer sowie der auf 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 05.03.2015, Nr. 100.2014.123U, Seite 19

dem Spiel stehenden ehelichen Beziehung von gewissem Gewicht. Demgegenüber 
kommt der wirtschaftlichen und sozialen Integration des Beschwerdeführers in der 
Schweiz keine nennenswerte Bedeutung zu und es stehen auch der Rückkehr und 
Wiedereingliederung in sein Heimatland keine wesentlichen Hindernisse entgegen. 

5.

Die Abwägung der massgeblichen öffentlichen und privaten Interessen ergibt 
Folgendes: Der Beschwerdeführer hat durch wiederholtes Vorspielen eines falschen 
Gesundheitszustands bei offiziellen Begutachtungen und Untersuchungen in den 
Jahren 2000 bis 2010 bewirkt, dass ihm von 2005 bis 2010 (IV-Stelle) bzw. 2002 bis 
2010 (C.________ AG) unrechtmässig volle Invalidenrenten ausgerichtet wurden. 
Darüber hinaus verlangte er von der IV-Stelle eine noch höhere Rente sowie einen 
früheren Rentenbeginn; ausserdem war er – bei vorgetäuschter Arbeitsunfähigkeit und 
teilweise bereits laufendem Rentenbezug – erwerbstätig, ohne das Einkommen der 
Ausgleichskasse offenzulegen. Er wurde deswegen nebst einer Geldstrafe zu einer 
bedingten Freiheitsstrafe von 15 Monaten verurteilt, was bereits ein erhebliches 
Verschulden zum Ausdruck bringt. Zusätzlich fällt ausländerrechtlich die 
Planmässigkeit und Unverfrorenheit des Vorgehens gegenüber seinem Gastland ins 
Gewicht; insgesamt hat der Beschwerdeführer mit seiner schwerwiegenden 
Straffälligkeit eine erhebliche kriminelle Energie manifestiert. Hinzu kommen insgesamt 
fünf weitere Delikte, welche der Beschwerdeführer von 1997 bis 2004 teils während 
laufender Probezeit begangen hat; namentlich die zuletzt begangene schwere 
Verkehrsregelverletzung wiegt ebenfalls schwer. Es kann sodann eine Rückfallgefahr 
nicht ausgeschlossen werden, was angesichts der schweren Delinquenz nicht 
hingenommen werden muss. Es besteht damit ein gewichtiges öffentliches Interesse 
an der strittigen Massnahme. Die Interessen am Verbleib des Beschwerdeführers in 
der Schweiz haben dagegen zurückzustehen: Zwar fällt seine Aufenthaltsdauer relativ 
lang aus; dessen ungeachtet hat er sich nicht integrieren können. Es ist dem 
Beschwerdeführer sodann die Rückkehr nach Kosovo zumutbar: Ins Gewicht fällt hier, 
dass er in seinem Heimatland aufgewachsen ist, mit den dortigen sprachlichen, kultu-
rellen und gesellschaftlichen Gepflogenheiten nach wie vor vertraut ist und mit seinen 
Eltern und zwei Brüdern enge Verwandte dort leben. Es spricht ausserdem nichts 
dagegen, dass er in Kosovo beruflich Fuss fassen kann, und in gesundheitlicher 
Hinsicht ist – sofern solche Aspekte in seinem Fall überhaupt eine Rolle spielen – mit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 05.03.2015, Nr. 100.2014.123U, Seite 20

der Rückkehr ins Heimatland keine rasche und lebensgefährdende Verschlechterung 
des Gesundheitszustands verbunden. Mit Blick auf die Beziehung zu seiner Schweizer 
Ehefrau sind mit der Entfernungsmassnahme zwar erhebliche Einschränkungen 
verbunden. Diese sind aufgrund der gravierenden Straffälligkeit des Beschwerdefüh-
rers aber hinzunehmen. Insoweit ist namentlich von Bedeutung, dass ihn auch seine 
Ehe nicht davon abhalten konnte, wiederholt und in schwerer Weise gegen die 
Rechtsordnung zu verstossen. Ausserdem kann dieser Kontakt in einem gewissen 
Rahmen selbst vom Ausland her aufrechterhalten werden. Die 
Entfernungsmassnahme erweist sich somit auch im Licht von Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 
Abs. 1 BV als verhältnismässig. 

6. 

Die Beschwerde ist damit als unbegründet abzuweisen. Es erübrigt sich bei diesem 
Ergebnis die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur Durchführung eines 
Parteiverhörs sowie einer Einvernahme der Ehefrau als Zeugin (vgl. Hauptbegehren; 
vorne Bst. C); der Sachverhalt ergibt sich wie gesehen hinreichend aus den Akten und 
die rechtliche Beurteilung hängt ausserdem nicht entscheidend vom persönlichen 
Eindruck ab (vgl. Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 
1997, Art. 21 N. 6). Die POM hat damit auch keine Gehörsverletzung begangen (vgl. 
Beschwerde S. 9). Soweit der Beschwerdeführer die entsprechenden Beweisanträge 
auch vor Verwaltungsgericht stellt (vgl. Beschwerde S. 5 und 22), werden diese 
abgewiesen. 

Da die von der Vorinstanz angesetzte Ausreisefrist abgelaufen ist, ist praxisgemäss 
eine neue festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der Beschwerdeführer kostenpflichtig und 
hat keinen Anspruch auf Parteikostenersatz (Art. 8 Abs. 1 und 3 VRPG). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 05.03.2015, Nr. 100.2014.123U, Seite 21

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. Dem Beschwerdeführer wird eine Ausreisefrist 
angesetzt auf den 22. April 2015.

2. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf eine 
Pauschalgebühr von Fr. 2'500.--, werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen. 

4. Zu eröffnen:
- Dem Beschwerdeführer
- der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern 
- der Einwohnergemeinde Bern 
- dem Staatssekretariat für Migration 

Das präsidierende Mitglied: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 
gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das 
Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.