# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6b3edae0-51a1-570b-a5e9-38a6f7a912d7
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2007-05-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.05.2007 B-2174/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-2174-2006_2007-05-24.pdf

## Full Text

Abtei lung II
B-2174/2006

{ T  0 / 2 }

Urteil vom 24. Mai 2007

Mitwirkung: Richterin Maria Amgwerd (vorsitzende Richterin), Richter 
Bernard Maitre (Abteilungspräsident), Richterin Vera 
Marantelli; Gerichtsschreiberin Barbara Aebi

G._______, 
Beschwerdeführer

gegen

Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT), Effingerstrasse 27, 
3003 Bern,

Vorinstanz

betreffend
Anerkennung eines Diploms.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

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Sachverhalt:

A. G._______,  schweizerischer  Staatsangehöriger,  stellte  am 21. November 
2005  beim  Bundesamt  für  Berufsbildung  und  Technologie  (Bundesamt) 
das Gesuch, sein Meistertitel im Augenoptikerhandwerk (ausgestellt am 7. 
Juni 2005 von der Handwerkskammer Kassel) sei als gleichwertig mit dem 
eidgenössischen  Diplom als  Augenoptiker  anzuerkennen.  Den  Gesuchs-
beilagen ist zu entnehmen, dass G._______ am Institut für Berufsbildung 
(IfB) in Karlsruhe, einer staatlich anerkannten privaten Fachschule für Au-
genoptik und Optometrie, von Januar bis April 2005 die Meisterschule ab-
solviert und am 7. Juni 2005 die Meisterprüfung im Augenoptikerhandwerk 
bestanden hatte. Zuvor hatte G._______ von Oktober 2001 bis September 
2003 am zweijährigen Lehrgang der Schweizerischen Höheren Fachschule 
für Augenoptik in Olten teilgenommen.

Mit Verfügung vom 13. März 2006 entschied das Bundesamt, die Meister-
prüfung  werde  der  Höheren  Fachprüfung  gleichgestellt  unter  der  Bedin-
gung,  dass G._______ als  Ausgleichsmassnahme entweder  a.  eine Eig-
nungsprüfung im Fach Allgemeine Optik & Instrumente ablege oder b. ei-
nen einjährigen Anpassungslehrgang in  der Schweiz unter  der Anleitung 
eines diplomierten Augenoptikers absolviere und das Fach Allgemeine Op-
tik & Instrumente an der Höheren Fachschule für Augenoptik in Olten be-
suche.  Zur Begründung hielt  das Bundesamt fest,  die Schweiz habe mit 
dem Freizügigkeitsabkommen das System der Europäischen Union (EU) 
zur gegenseitigen Anerkennung von Diplomen in ihren Mitgliedstaaten an-
genommen und wende zur Beurteilung der Gleichwertigkeit bei reglemen-
tierten  Berufen die  europäischen  Richtlinien  an.  Diese Richtlinien  sähen 
vor, dass der Aufnahmestaat einem EU/EFTA-Bürger den Zugang zu sei-
nem Arbeitsmarkt nicht verweigern könne, wenn der Gesuchsteller in sei-
nem Heimatland für die Ausübung seines Berufes qualifiziert sei. Bestün-
den indessen Unterschiede bezüglich der Dauer und dem Inhalt der Aus-
bildung, könne der Aufnahmestaat vom Gesuchsteller Ausgleichsmassnah-
men verlangen.  Die Tätigkeit  als Augenoptiker  sei  in  der Schweiz  regle-
mentiert.  Die  Ausbildung  zur  Vorbereitung  auf  die  Höhere  Fachprüfung 
(HFP) zum diplomierten Augenoptiker daure zwei Jahre. In den wichtigsten 
Fächern Augenoptik (Pathologie,  Anatomie,  Physiologie, Pharmakologie), 
Optik und Kontaktlinsenanpassung vermittle die Schule über 1500 Lektio-
nen. Gesamthaft umfasse der Lehrplan der Schule 2750 Lektionen. Bei der 
HFP mit  den Fallfächern  Pathologie,  Refraktionsbestimmung,  Kontaktlin-
sen und Allgemeine Optik dienten optometrische/physikalische Grundlagen 
als  Qualifikationsbasis.  In  den  handwerklichen  Meisterprüfungen  in 
Deutschland liege das Schwergewicht  bei  der  Meisterprüfungsarbeit  und 
der Arbeitsprobe, die auch Teile der Refraktion und Kontaktlinsen-Abgabe 
beinhalte. Das im Rahmen der HFP geprüfte Fallfach Pathologie werde bei 
der  Meisterprüfung "nur"  als  Teilbereich  im Fach Augenoptik  geprüft.  Im 
Vergleich zu den schweizerischen Fallfächern Kontaktlinsen und Refrakti-
onsbestimmung fehlten in Deutschland wichtige Teilbereiche wie die äu-

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ssere und innere Inspektion des Auges, die ihrerseits fundierte Kenntnisse 
in Pathologie voraussetzten. Die Pathologie und die Inspektion des Auges 
erlangten in  der Schweiz  vor  allem vor  dem Hintergrund der kantonalen 
Berufsausübungsvorschriften  elementare  Bedeutung,  sei  doch  der  diplo-
mierte Augenoptiker verpflichtet,  bei Erkennen oder Verdacht auf Augen-
krankheiten einen Kunden dem Facharzt zuzuweisen. Das schweizerische 
Fallfach Allgemeine Optik & Instrumente werde in Deutschland nur sehr ru-
dimentär  geprüft.  Das  schweizerische  Reglement  betrachte  dieses  Fach 
als unabdingbares Grundlagenfach zum Verständnis der Berufsausübung 
und zur Lehrlingsinstruktion. Aus diesen Gründen seien die Höhere Fach-
prüfung in der Schweiz  und die Meisterprüfung in Deutschland inhaltlich 
nicht vergleichbar und somit nicht gleichwertig. Nach Auskunft der Europä-
ischen Kommission könnten erfolgreich absolvierte Teilprüfungen im Auf-
nahmestaat bei der Beurteilung berücksichtigt werden. Da er an der Höhe-
ren Fachprüfung 2003 das Fach Pathologie bestanden habe, müsse er für 
dieses Fach keine Ausgleichsmassnahmen absolvieren.

B. Gegen diese Verfügung erhob G._______ (Beschwerdeführer) am 3. April 
2006 Beschwerde bei  der Rekurskommission EVD. Er beantragt  sinnge-
mäss, der vorinstanzliche Entscheid sei aufzuheben und sein Meistertitel 
im Augenoptikerhandwerk sei anzuerkennen. Zur Begründung führt er aus, 
er erachte die neue Diplomanerkennungspraxis  als ungerechtfertigte Be-
rufseinschränkung. Er habe von Oktober 2001 bis September 2003 an der 
Höheren Fachschule für Augenoptik in Olten den 26. Lehrgang absolviert. 
Die  Höhere  Fachprüfung  für  Augenoptiker  habe  er  im Jahr  2003  knapp 
nicht  bestanden.  Aus  verschiedenen  Gründen  habe  er  sich  dazu  ent-
schlossen, die Meisterprüfung im Augenoptikerhandwerk in Kassel abzule-
gen. Auf Grund der Rücksprachen beim Bundesamt (durch den Rektor des 
Institutes  für  Berufsbildung  in  Karlsruhe)  und  der  damaligen  Praxis  des 
Bundesamtes habe er angenommen, dass sein Meistertitel dem eidgenös-
sischen  Diplom gleichgestellt  werde.  Weder  von  Verbandsorganen  noch 
vom Bundesamt habe er erfahren, dass deutsche Meisterbriefe im Augen-
optikerhandwerk  wegen  dem  Freizügigkeitsabkommen  nicht  mehr  aner-
kannt würden. Bevor er die negative Verfügung des Bundesamtes erhalten 
habe, habe er den Kanton Zürich um eine Berufsausübungsbewilligung er-
sucht. Dieses Gesuch sei aber mit Verweis auf die fehlende und notwendi-
ge Diplomanerkennung durch das Bundesamt abgewiesen worden. Da er 
lediglich  für  den  Kanton  Bern  eine  Berufsausübungsbewilligung  besitze 
und in keinem anderen Kanton mehr eine solche erhalten werde, fühle er 
sich  beruflich  sehr  stark  eingeschränkt.  Sein  vorbereiteter  Start  in  die 
Selbstständigkeit  als  Augenoptiker  in  der  näheren  Umgebung  seines 
Wohnortes in X._______ bleibe ihm verwehrt.  Er  sei  gezwungen, täglich 
einen Arbeitsweg von vier Stunden nach Y._______ auf sich zu nehmen, 
um weiterhin als Optikermeister arbeiten zu können. Vor dem Inkrafttreten 
des Freizügigkeitsabkommens habe in Bezug auf die Diplomanerkennung 
keine  Rechtsgrundlage  existiert.  Gleichwohl  hätten  die  Behörden  eine 
sinnvolle  Bewilligungspraxis  angewandt.  Das  Freizügigkeitsabkommen 
regle  nur  die  Anerkennung für  Gesuchsteller,  welche sowohl  die  Ausbil-

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dung als auch die Prüfung im Ausland absolviert hätten. Schweizer Bürger, 
die wie er die Ausbildung an der Höheren Fachschule in Olten absolviert 
hätten, würden von diesem Abkommen nicht erfasst, weshalb diesbezüg-
lich eine Rechtsgrundlage fehle. Daher verstehe er nicht, weshalb sein Ge-
such nicht ebenfalls nach der vorgängigen Praxis beurteilt werde. Im Wei-
teren beurteile das Bundesamt heute dieselbe Ausbildung anders als vor 
Inkrafttreten der Richtlinien, obschon sich am Inhalt der Ausbildung über-
haupt nichts geändert habe. Er verstehe nicht, weshalb ihm das Bundes-
amt den Zugang zum Heimarbeitsmarkt verweigere, obschon er ohne jegli-
che Beanstandungen und mit sehr guter Praxisqualifikation den Augenopti-
kermeisterberuf in der Schweiz ausübe. Im Übrigen enthalte das Freizügig-
keitsabkommen keine Übergangsbestimmung für  Betroffene,  welche  ihre 
Ausbildung schon in Angriff  genommen hätten. Er frage sich, ob er nach 
dem vom Bundesamt vorgeschlagenen Anpassungslehrgang wiederum mit 
neuen  Bestimmungen,  welche  eine  Anerkennung  versagten,  konfrontiert 
werde.

C. Mit Vernehmlassung vom 14. Juni 2006 beantragt das Bundesamt die Ab-
weisung der Beschwerde. Zur Begründung bringt es vor, der Beschwerde-
führer habe vier Semester an der Höheren Fachschule für Augenoptik in 
Olten  besucht.  An  der  Schlussprüfung  habe  er  im  Fach  Pathologie  die 
Note 4.0 und im Fach Allgemeine Optik & Instrumente die Note 3.7 erwor-
ben, weshalb er nur in letzterem Fach Ausgleichsmassnahmen absolvieren 
müsse. Weiter hält es fest, am 1. Dezember 1937 hätten die Regierungen 
der Schweiz und Deutschland ein Abkommen zur Gleichstellung deutscher 
und  schweizerischer  handwerklicher  Prüfungen  unterzeichnet.  Wahr-
scheinlich sei dieses Abkommen von den deutschen und schweizerischen 
Behörden gelegentlich angewandt worden. Es sei jedoch weder ratifiziert 
noch  in  der  systematischen  Sammlung  des  Bundesrechts  publiziert  und 
daher  in keiner  Weise rechtskräftig.  Mit  dem Inkrafttreten des Freizügig-
keitsabkommens (FZA) am 1. Juni 2002 habe sich die Anerkennung aus-
ländischer Diplome in der Schweiz grundlegend geändert. Die Umsetzung 
der bilateralen Abkommen habe eine gewisse Zeit gedauert. Bei der Aner-
kennung von Ausbildungen deutscher Optiker  würden die Schweizer Be-
hörden nun Anhang III des Freizügigkeitsabkommens anwenden. Aufgrund 
der wortgetreuen Auslegung des Abkommens von 1937 seien Ausbildun-
gen anerkannt worden, die nicht den Anforderungen der Schweizer Ausbil-
dungen entsprächen. Dies widerspreche ganz offensichtlich den in Anhang 
III FZA aufgenommenen Richtlinien.

Das Bundesamt sei nur für die Anerkennung der Ausbildung zuständig; die 
Ausübung des Berufs falle in den Zuständigkeitsbereich der Kantone. Da-
her komme es vor, dass die Bedingungen zur Berufsausübung in den ver-
schiedenen Kantonen variieren könnten.

Eine Verwaltungspraxis stelle keine rechtliche Regelung dar und Privatper-
sonen könnten keine Rechte daraus ableiten. Der Rechtsgleichheitsgrund-
satz könne nicht zur Folge haben, dass die Verwaltung immer an ihrer Pra-
xis festhalten müsse. Dies gelte vor allem dann, wenn eine Änderung der 
Praxis wie im vorliegenden Fall auf eine Gesetzesänderung zurückzufüh-

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ren sei.  Eine Praxisänderung  müsse sofort  für  alle  Fälle  gelten  und nur 
vorgängig angekündigt werden, wenn sie die Rechte der Bürgerinnen und 
Bürger  auf  unwiderrufliche  Weise  beeinträchtige.  Das  sei  hier  nicht  der 
Fall,  da ein Diplom nach einer nicht einmal einen halben Tag dauernden 
Prüfung anerkannt werden könne.

Gemäss den europäischen Richtlinien zur Anerkennung von Diplomen sei-
en die  wichtigsten Kriterien  für  die Prüfung eines  Anerkennungsgesuchs 
Dauer und Inhalt der Ausbildungen. Der Entscheid des Bundesamtes, der 
auf einem Vergleich der Ausbildungen beruhe, entspreche dem in den eu-
ropäischen  Richtlinien  vorgesehenen  System.  In  der  Schweiz  werde  ein 
Grossteil  der  Berufsausbildungen in Form von Prüfungen mit  fakultativer 
Ausbildung durchgeführt. Die erlangten Titel (Fachausweise und Diplome) 
ermöglichten den Zugang zu Berufen mit grosser Verantwortung und ho-
hem  Wissensstand.  Trotzdem  würden  diese  in  der  EU nicht  anerkannt, 
weil ihre Inhaber sich nicht auf eine Ausbildungsdauer im Sinne der Richtli-
nien berufen könnten. In Anbetracht dessen sei die Schweiz nicht bereit, 
über die Anforderungen der europäischen Richtlinien  hinauszugehen.  Im 
vorliegenden Fall sei nicht die Ausbildungsdauer das massgebliche Kriteri-
um, sondern es gehe hauptsächlich um den Unterrichtsinhalt. Da die euro-
päischen Richtlinien  aber auf den Kriterien Ausbildungsdauer und -inhalt 
aufbauten,  müsse man sich auf einen Ausbildungsweg beziehen, um die 
Ausbildung des Beschwerdeführers mit derjenigen in der Schweiz zu ver-
gleichen.  Die  Ausbildung  an  der  Schule  in  Olten  erlaube  einen  gültigen 
Vergleich, weil sie den Erwerb der durch die Prüfungsordnung der höheren 
Fachprüfung vom 12. Juni 1991 geforderten Kenntnisse ermögliche.

Die Ausbildung des Beschwerdeführers sei  vom Schweizer Optikverband 
geprüft worden. Aus dessen Gutachten gehe hervor, dass die beiden Fä-
cher, für die Ausgleichsmassnahmen gefordert würden, in Deutschland zu 
oberflächlich behandelt würden. Entgegen dem Standpunkt des Beschwer-
deführers sei es nicht möglich, sich bei einer derart unterschiedlichen Aus-
bildungsdauer  den gleichen Stoff  anzueignen.  Im Rahmen dieser  beiden 
Fächer würden Inhalte vermittelt, die zur Berufsausübung unerlässlich sei-
en. Eine zuwandernde Person könne nach Belieben eine Eignungsprüfung 
oder ein Anpassungspraktikum absolvieren. Das Bundesamt habe darauf 
verzichtet, im Fach Rechtskunde Ausgleichsmassnahmen zu fordern, denn 
es gehe davon aus, dass es sich dabei nicht um Kenntnisse handle, die für 
die  Berufsausbildung  unerlässlich  seien.  Schliesslich  werde  dem  Be-
schwerdeführer der Zugang zum Markt nicht verwehrt, weshalb entgegen 
der  Auffassung  des  Beschwerdeführers  keine  Verletzung  des  Freizügig-
keitsabkommens gegeben sei.

D. Am 2. Juli 2006 reichte der Beschwerdeführer eine Stellungnahme sowie 
Kopien seiner vier Semsterzeugnisse der Höheren Fachschule für Augen-
optik in Olten ein. Er hält fest, laut einer (Mail-) Auskunft des Bundesamtes 
seien für die Beurteilung der Ausgleichsmassnahmen die Semesternoten 
der  Höheren Fachschule  für  Augenoptik  in Olten massgebend und nicht 
die Diplomabschlussprüfung. Er müsste keinen Anpassungslehrgang mehr 
absolvieren,  denn die Noten im 2.  und 3. Semester  als auch der Durch-

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schnitt  der Noten sämtlicher Semester seien genügend. Im Weiteren be-
gründe das Bundesamt in seiner Vernehmlassung nicht, weshalb eine Pra-
xisänderung  der  Anerkennungsverfahren  notwendig  geworden  sei.  Das 
Bundesamt mache geltend, eine Praxisänderung sei zwingend auf die Ge-
setzesänderung zurückzuführen.  Nach seiner  Auffassung sei  dies indes-
sen nicht zwingend, da die Anordnung von Ausgleichsmassnahmen im Er-
messen der ausführenden Behörde liege. Er habe den Eindruck, dass die 
neue Rechtsgrundlage des Freizügigkeitsabkommens benutzt  werde,  um 
unliebsame,  ausländische  Berufsqualifikationen  abzuwehren.  Vermutlich 
weise die Praxisänderung politische Dimensionen zwischen der  Schweiz 
und den Vertragsländern auf.

Am 15. August 2006 nahm das Bundesamt dazu Stellung. Es könne sich 
nicht vorstellen, dass eine Mitarbeiterin des Bundesamtes die Auskunft er-
teilt  habe,  dass  für  die  Beurteilung  der  Ausgleichsmassnahmen  die  Se-
mesternoten der Höheren Fachschule in Olten und nicht die Noten der Ab-
schlussprüfung massgebend seien. Die Höhere Fachschule in Olten führe 
jedes Semester interne Prüfungen durch. Die erzielten Noten seien einzig 
für die persönliche Kontrolle bestimmt und würden im Prüfungsreglement 
nicht erwähnt.  Die Eignungsprüfung basiere auf den Semesterprüfungen. 
Obschon die Teilnehmenden einer Eignungsprüfung faktisch ebenfalls eine 
Semesterprüfung ablegten, würden die Eignungsprüfung und die Semes-
terprüfung  verschieden  beurteilt.  Da  der  Beschwerdeführer  die  offizielle 
Schlussprüfung  nicht  erfolgreich  abgelegt  habe,  könne  er  sich  nicht  auf 
den Besuch der Schule in Olten berufen. Im Weiteren ermögliche das Frei-
zügigkeitsabkommen jedem Staat, das Niveau seiner angebotenen Ausbil-
dung selber zu bestimmen. Im Übrigen wäre die vom Bundesamt vorge-
nommene  Praxisänderung  nur  dann  unverhältnismässig,  wenn  es  keine 
Ausgleichsmassnahmen vorgesehen hätte.

Am 21. August 2006 reichte der Beschwerdeführer das Notenblatt der Hö-
heren Fachprüfung vom September 2003 sowie ein E-Mail des Bundesam-
tes vom 28. Juni 2006 ein, in welchem eine Mitarbeiterin des Bundesamtes 
dem Beschwerdeführer  bestätigte,  dass für den Anpassungslehrgang die 
Semesternoten der Höheren Fachschule in Olten massgebend seien.

E. Am 28. August 2006 fand am Sitz der Rekurskommission EVD eine öffent-
liche Verhandlung im Sinne der Europäischen Menschenrechtskonvention 
statt.  Dabei  hatten der  Beschwerdeführer  und  das  Bundesamt  Gelegen-
heit, ihren Standpunkt nochmals einlässlich darzulegen. 

Am  31.  August  2006  äusserte  sich  das  Bundesamt  zur  Bewertung  des 
Lehrgangs und reichte unter anderem die an der Verhandlung erwähnten 
Weisungen betreffend die Durchführung der Eignungsprüfung ein.

Am 7. September 2006 gab die Rekurskommission EVD dem Beschwerde-
führer Gelegenheit, sich zu diesen und weiteren Eingaben des Bundesam-
tes zu äussern. Der Beschwerdeführer liess sich dazu mit Schreiben vom 
18. September 2006 vernehmen und reichte verschiedene Dokumente ein. 
Diese  Stellungnahme  inklusive  Beilagen  wurde  dem  Bundesamt  am 
27. September 2006 zur Kenntnis gebracht.

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Per 1. Januar 2007 überwies die Rekurskommission EVD die Verfahrens-
akten  an  das  neu  geschaffene  Bundesverwaltungsgericht.  Dieses  über-
nahm das Verfahren mit Verfügung vom 18. Januar 2007.

F. Am 23. Februar 2007 stellte das Bundesverwaltungsgericht dem Schwei-
zer Optikverband (SOV) mehrere Fragen im Zusammenhang mit dem vom 
Bundesamt alternativ verfügten Anpassungslehrgang. Der Schweizer Op-
tikverband beantwortete am 5. März 2007 die an ihn gerichteten Fragen.

Auf  die  vorstehend  genannten  und weiteren  Vorbringen  wird,  soweit  sie 
rechtserheblich sind, in den Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. Ob die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind und ob auf eine Beschwerde 
einzutreten ist, prüft das Bundesverwaltungsgericht von Amtes wegen und 
mit  freier  Kognition  (vgl.  BGE 130 II  65 E.  1;  ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, 
Verwaltungsverfahren  und  Verwaltungsrechtspflege  des  Bundes,  Zürich 
1998, Rz. 410). 

Der Entscheid des Bundesamtes vom 13. März 2006 stellt eine Verfügung 
im Sinne des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwal-
tungsverfahren dar (VwVG, SR 172.021; Art. 5 Abs. 1 Bst. c). Diese Verfü-
gung war bisher bei der Rekurskommission EVD angefochten, welche vor 
dem  Inkrafttreten  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005 
(VGG, SR 173.32) am 1. Januar 2007 (vgl. AS 2006 1069) zur Beurteilung 
der Streitsache sachlich und funktionell zuständig war (vgl. Art. 61 Abs. 1 
Bst. c Ziff. 1 BBG œ[zitiert in E. 2], AS 2003 4557; aufgehoben gemäss An-
hang Ziff. 35 zum VGG, AS 2006 2248).

Das  Bundesverwaltungsgericht,  welches  gemäss  Art.  31  VGG  als  Be-
schwerdeinstanz Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG be-
urteilt,  ist nach Art. 53 Absatz 2 VGG (i.V.m. Art. 33 Bst. d VGG) für die 
Behandlung der vorliegenden Streitsache zuständig, zumal keine Ausnah-
me nach Art. 32 VGG greift. 

Soweit vorliegend das Abkommen über die Personenfreizügigkeit (zitiert in 
E. 3)  zur  Anwendung gelangt,  hat  dieses keine Änderungen auf  die hier 
dargestellte (innerstaatliche) Ordnung des Rechtsschutzes zur Folge (vgl. 
STEPHAN BREITENMOSER/MICHAEL ISLER, Der Rechtsschutz im Personenfreizügig-
keitsabkommen zwischen der Schweiz und der EG sowie den EU-Mitglied-
staaten,  Aktuelle  Juristische  Praxis  [AJP]  2002  S. 1003  ff.,  insbes. 
S. 1018).

Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor dem Bundesamt teilgenom-
men und ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt. Er hat 
zudem ein als schutzwürdig anzuerkennendes Interesse an deren Aufhe-
bung  oder  Änderung,  weshalb  er  zur  Beschwerdeführung  legitimiert  ist 
(Art. 48 Abs. 1 VwVG). 

Die  Eingabefrist  sowie  die  Anforderungen  an  Form  und  Inhalt  der  Be-
schwerdeschrift  sind gewahrt (Art. 50 und 52 Abs. 1 VwVG), der Kosten-

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vorschuss wurde fristgemäss bezahlt (Art. 63 Abs. 4 VwVG) und die übri-
gen Sachurteilsvoraussetzungen liegen vor (Art. 44 ff. VwVG). 

Auf die Beschwerde ist daher einzutreten.

2. Nach Art. 2 des Berufsbildungsgesetzes  vom 13.  Dezember  2002 (BBG, 
SR 412.10) regelt dieses Gesetz sämtliche Berufsbereiche ausserhalb der 
Hochschulen, so unter anderem die berufliche Grundbildung, einschliess-
lich  der  Berufsmaturität;  die  höhere  Berufsbildung;  die  berufsorientierte 
Weiterbildung und die Qualifikationsverfahren, Ausweise und Titel (Art.  2 
Abs. 1 Bst. a - d BBG).

Art. 68 Abs. 1 BBG überträgt dem Bundesrat die Regelung der Anerken-
nung ausländischer Diplome und Ausweise der Berufsbildung im Geltungs-
bereich  des  Berufsbildungsgesetzes.  Zur  Förderung  der  internationalen 
Zusammenarbeit und Mobilität in der Berufsbildung kann der Bundesrat in 
eigener Zuständigkeit internationale Vereinbarungen abschliessen (Art. 68 
Abs.  2  BBG).  Der  Bundesrat  erlässt  die  Ausführungsbestimmungen,  wo 
das Gesetz die Zuständigkeit nicht anders regelt (Art. 65 Abs. 1 BBG). Mit 
dem Erlass der Berufsbildungsverordnung vom 19. November 2003 (BBV, 
SR 412.101) hat der Bundesrat diesen Auftrag erfüllt und in Art. 69 Folgen-
des bestimmt:
1 Das Bundesamt anerkennt ausländische Diplome und Ausweise, wenn diese: 

a) im Herkunftsland staatlich ausgestellt oder staatlich anerkannt sind; und 

b) einem schweizerischen Ausweis oder Titel gleichwertig sind.
2 Einem schweizerischen Diplom oder Ausweis gleichwertig ist ein ausländisches

  Diplom oder ein ausländischer Ausweis dann, wenn:

a) die gleiche Bildungsstufe gegeben ist;

b) die Bildungsdauer äquivalent ist;

c) die Inhalte vergleichbar sind; und

d) der  Bildungsgang  neben  theoretischen  auch  praktische  Qualifikationen 
umfasst. 

3 Antragsberechtigt ist, wer in der Schweiz Wohnsitz hat oder als Grenzgängerin

  oder Grenzgänger tätig ist.
4 Völkerrechtliche Verträge bleiben vorbehalten.

Wird die Ausübung einer Berufstätigkeit  durch Rechtsvorschriften an den 
Besitz  eines bestimmten Diploms oder Ausweises gebunden und verfügt 
die Gesuchstellerin oder der Gesuchsteller über ein ausländisches Diplom 
oder einen ausländischen Ausweis, der in der Schweiz nicht als gleichwer-
tig anerkannt ist, so sorgt das Bundesamt in Zusammenarbeit mit den Kan-
tonen oder mit Organisationen der Arbeitswelt für Ausgleichsmassnahmen, 
mit  denen  die  verlangten  Qualifikationen  erreicht  werden  können.  Aus-
gleichsmassnahmen  bestehen  in  ergänzenden  Eignungsprüfungen,  An-
passungslehrgängen  oder  anderen  Qualifikationsverfahren  (vgl.  Art. 70 
Abs. 1 und 3 BBV).

3. Am  1.  Juni  2002  trat  das  Abkommen  vom  21. Juni 1999  zwischen  der 

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Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Ge-
meinschaft  und  ihren  Mitgliedstaaten  andererseits  über  die  Freizügigkeit 
(Freizügigkeitsabkommen,  FZA,  SR 0.142.112.681)  in  Kraft.  Nach Art.  1 
Bst. a Freizügigkeitsabkommen hat dieses zum Ziel, den Staatsangehöri-
gen der Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaft und der Schweiz 
ein Recht auf Einreise, Aufenthalt, Zugang zu einer unselbstständigen Er-
werbstätigkeit und Niederlassung als Selbstständiger sowie das Recht auf 
Verbleib im Hoheitsgebiet der Vertragsparteien einzuräumen. Der Grund-
satz der Nichtdiskriminierung (vgl. Art. 2 FZA) gewährleistet den Staatsan-
gehörigen der Schweiz und der Mitgliedstaaten der Europäischen Gemein-
schaft das Recht, in der Anwendung des Abkommens nicht schlechter ge-
stellt  zu  werden  als  die  Angehörigen  des  Staates,  der  das  Abkommen 
handhabt (YVO HANGARTNER, Der Grundsatz der Nichtdiskriminierung wegen 
der Staatsangehörigkeit  im Freizügigkeitsabkommen der Schweiz mit  der 
Europäischen Gemeinschaft, AJP 2003 S. 257 ff., dort S. 260). In diesem 
Zusammenhang  bestimmt  Art. 9  Freizügigkeitsabkommen,  dass  die  Ver-
tragsparteien gemäss Anhang III  die  erforderlichen Massnahmen treffen, 
um den Staatsangehörigen der Mitgliedstaaten der Europäischen Gemein-
schaft und der Schweiz den Zugang zu unselbstständigen und selbststän-
digen Erwerbstätigkeiten und deren Ausübung sowie die Erbringung von 
Dienstleistungen zu erleichtern.

Anhang III  trägt  die Bezeichnung "Gegenseitige Anerkennung beruflicher 
Qualifikationen (Diplome,  Prüfungszeugnisse und sonstiger  Befähigungs-
nachweise)". Nach dessen Bestimmungen wenden die Vertragsparteien im 
Bereich der gegenseitigen Anerkennung beruflicher Befähigungsnachwei-
se  untereinander  die  gemeinschaftlichen  Rechtsakte,  auf  die  Bezug  ge-
nommen wird, in der zum Zeitpunkt der Unterzeichnung des Abkommens 
geltenden Fassung einschliesslich der in Abschnitt A dieses Anhangs ge-
nannten Änderungen oder  gleichwertige  Vorschriften  an (vgl.  hierzu  und 
zum Ganzen: Botschaft vom 23. Juni 1999 zur Genehmigung der sektoriel-
len  Abkommen zwischen der  Schweiz  und der  EG,  Botschaft,  BBl  1999 
6128,  insbes.  S.  6155  und  S.  6347  ff.;  Urteil  des  Bundesgerichts 
2A.331/2002 vom 24. Januar 2003 E. 6.1 mit Hinweis auf:  RUDOLF NATSCH, 
Gegenseitige  Anerkennung beruflicher  Qualifikationen,  in:  Bilaterale  Ver-
träge Schweiz - EG, Zürich 2002, S. 195 ff., insbes. S. 204; MAX WILD, Die 
Anerkennung von Diplomen im Rahmen des Abkommens über die Freizü-
gigkeit  der Personen, in: Bilaterale Abkommen Schweiz - EU, Basel etc. 
2001, S. 383 ff., insbes. S. 403; Bundesamt für Berufsbildung und Techno-
logie, Bericht über die Anerkennung ausländischer Diplome in der Schweiz 
und die Anerkennung schweizerischer Diplome im Ausland:  Regelungen, 
bestehende Praktiken und Handlungsbedarf, Bern 2001, S. 4 f., im Folgen-
den: Bericht 2001).

Hinsichtlich  der  Anerkennung  der  beruflichen Qualifikationen erfasst  das 
bilaterale Personenfreizügigkeitsabkommen nur die im Aufnahmestaat reg-
lementierten beruflichen Tätigkeiten. Alle nicht reglementierten Berufe ste-
hen der freien Ausübung offen. Für sie ist die Anerkennung nach dem Per-
sonenfreizügigkeitsabkommen ohne Bedeutung.  Ist  ein Beruf  im Aufnah-

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mestaat nicht reglementiert, bedarf es somit keiner Prüfung der Gleichwer-
tigkeit des Diploms und eine Arbeitsbewilligung genügt (vgl. NATSCH, a.a.O., 
S. 205;  WILD, a.a.O., S. 386 f.;  HILDEGARD SCHNEIDER, Die Anerkennung von 
Diplomen in der Europäischen Gemeinschaft, Antwerpen-Apeldoorn 1995, 
S. 177).

Als reglementierte berufliche Tätigkeit gilt eine berufliche Tätigkeit, bei der 
die Aufnahme oder Ausübung oder eine der Arten ihrer Ausübung in einem 
Mitgliedstaat direkt oder indirekt durch Rechts- oder Verwaltungsvorschrif-
ten an den Besitz eines Ausbildungs- oder Befähigungsnachweises (bzw. 
Diploms) gebunden ist. Dazu gehört insbesondere die Ausübung einer be-
ruflichen Tätigkeit in Verbindung mit der Führung eines Titels, der nur von 
Personen geführt werden darf, die einen Ausbildungs- oder Befähigungs-
nachweis  (bzw.  ein  Diplom)  besitzen,  die  in  einschlägigen  Rechts-  und 
Verwaltungsvorschriften festgelegt sind; sowie die Ausübung einer berufli-
chen Tätigkeit im Gesundheitswesen, wenn die Vergütung dieser Tätigkeit 
und/oder  eine  diesbezügliche  Erstattung  durch  das  einzelstaatliche  Sys-
tem der sozialen Sicherheit an den Besitz eines Ausbildungs- oder Befähi-
gungsnachweises (bzw. Diploms) gebunden ist (Art. 1 Bst. f der Richtlinie 
92/51/EWG bzw.  Art.  1  Bst.  d  der  Richtlinie  89/48/EWG,  beide zitiert  in 
E. 3.2).  Berufsverbände  oder  -organisationen,  die  ihren  Mitgliedstaaten 
derartige Titel  ausstellen und von den Behörden anerkannt  werden, kön-
nen sich nicht auf ihre private Natur berufen, um sich der Anwendung der 
mit dieser Richtlinie vorgesehenen Regelung zu entziehen (Vorspann der 
Richtlinie 89/48/EWG).

Das Bundesamt hat eine Liste der reglementierten Berufe in der Schweiz 
herausgegeben (abrufbar unter www.bbt.admin.ch [Themen/Internationale 
Diplomanerkennung/EU-Diplomanerkennung/Liste der reglementierten Be-
rufe]). Der Beruf des Augenoptikers ist in dieser Liste erfasst (N. 1.04). So-
mit ist das Freizügigkeitsabkommen zur Prüfung der Gleichwertigkeit des 
Meistertitels im Augenoptikerhandwerk grundsätzlich anwendbar.

3.1 Der  Beschwerdeführer  arbeitet  momentan  als  Augenoptiker  im  Kanton 
Bern. In diesem besitzt er auch eine Berufsausübungsbewilligung, welche 
ihn auf Grund seines deutschen Meisterprüfungszeugnisses zum Verkauf 
von  Brillen  und  anderen  Sehhilfen  nach  ärztlicher  Verordnung,  zu 
Refraktionsbestimmungen und Kontaktlinsenanpassungen berechtigt. 

Der Kanton Bern regelt die Tätigkeit zur selbstständigen Berufsausübung 
als  Augenoptiker  in  der  Gesundheitsverordnung  vom  24.  Oktober  2001 
(GesV, Belex 811.111). Augenoptikerinnen und Augenoptiker, die ihre Tä-
tigkeit  in  eigener  fachlicher  Verantwortung  ausüben,  benötigen  eine Be-
rufsausübungsbewilligung des Kantonsarztamtes (vgl. Art. 2 Bst. k i.V.m. 
Art. 11 Bst. h GesV). Augenoptikerinnen und Augenoptiker sind berechtigt, 
Brillen,  Kontaktlinsen  und  andere  Sehhilfen  nach  ärztlicher  Verordnung 
oder auf Grund optometrischer Messungen, die von einer dazu berechtig-
ten Person vorgenommen worden sind, anzufertigen, anzupassen und ab-
zugeben sowie die für  die Anpassung,  das Tragen und das Pflegen von 
Kontaktlinsen üblichen Heilmittel abzugeben (Art. 33 Abs. 1 Bst. a und b 

11

GesV).  Refraktionsbestimmungen  und  Anpassungen  von  Kontaktlinsen 
dürfen  nur  von  Augenoptikerinnen  und  Augenoptikern  durchgeführt  wer-
den,  die  im Besitz  eines  eidgenössischen  Diploms über  die  bestandene 
höhere Fachprüfung für Augenoptikerinnen und Augenoptiker sind (Art. 34 
Abs. 1 i.V.m. Art. 36 Abs. 2 Bst. b GesV).

Der Beschwerdeführer möchte sich in Zukunft  in der näheren Umgebung 
seines Wohnortes in X._______ selbstständig machen. 

Der Kanton Zürich regelt die Tätigkeit zur selbstständigen Berufsausübung 
als Augenoptiker in der Verordnung vom 8. Januar 1992 über die Berufe 
der  Gesundheitspflege  (ZH-Lex  811.31).  Zur  selbstständigen  Berufsaus-
übung ist  eine Bewilligung der  Gesundheitsdirektion  erforderlich;  die  un-
selbstständige Berufsausübung bedarf keiner Bewilligung (vgl. § 9 i.V.m. § 
8 Bst. h und § 35 Abs. 1 der Verordnung). Augenoptiker sind berechtigt, 
Korrektionsbestimmungen  vorzunehmen  und  Kontaktlinsen  anzupassen 
und abzugeben (§ 33 der Verordnung).  Die Bewilligung zur selbstständi-
gen  Berufsausübung  als  Augenoptiker  wird  Inhabern  eines  eidgenössi-
schen oder eidgenössisch anerkannten ausländischen Diploms erteilt (§ 34 
der Verordnung).

Damit steht fest,  dass die selbstständige Ausübung des Augenoptikerbe-
rufs in beiden Kantonen im Sinne der Richtlinie 92/51/EWG reglementiert 
ist. 

3.2 Das europäische Recht unterscheidet  spezielle und allgemeine Anerken-
nungsrichtlinien. Erstere beruhen auf dem Prinzip der vorgängigen Harmo-
nisierung der Ausbildung, letztere auf dem Prinzip des gegenseitigen Ver-
trauens  in  die  Ausbildung  der  anderen  Mitgliedstaaten  (vgl.  Botschaft, 
a.a.O., S. 6347 f.). Sieben sektorielle Richtlinien wurden nach dem System 
der Harmonisierung gestaltet und ermöglichen damit sechs medizinischen 
und paramedizinischen Berufen (Arzt, Zahnarzt, Tierarzt, Apotheker, Pfle-
gepersonal in allgemeiner Pflege, Hebamme) sowie Architekten die auto-
matische  Anerkennung  (vgl.  WILD,  a.a.O.,  S.  396  f.;  SCHNEIDER,  a.a.O., 
S. 167).

Die allgemeine Anerkennungsregelung, welche nicht für bestimmte berufli-
che Tätigkeiten  gilt,  setzt  sich  aus  der  Richtlinie  89/48/EWG des  Rates 
vom 21. Dezember 1988 über eine allgemeine Regelung zur Anerkennung 
der  Hochschuldiplome,  die  eine  mindestens  dreijährige  Berufausbildung 
abschliessen (ABl. 1989 L 019 S. 16; im Folgenden: Richtlinie 89/48/EWG) 
sowie aus der  Richtlinie  92/51/EWG des Rates vom 18. Juni  1992 über 
eine  zweite  allgemeine  Regelung  zur  Anerkennung  beruflicher  Befähi-
gungsnachweise in Ergänzung zur Richtlinie 89/48/EWG (ABl. L 209 S. 25; 
im Folgenden: Richtlinie 92/51/EWG) zusammen.

3.3 Die  beiden  allgemeinen  Richtlinien  89/48/EWG  und  92/51/EWG  stützen 
sich auf die Art. 49, Art. 57 Abs. 1 und Art. 66 des Vertrages zur Gründung 
der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und bezwecken, dass Angehö-
rige der Mitgliedstaaten als Selbstständige oder abhängig Beschäftigte ih-
ren  Beruf  auch  in  einem  anderen  Mitgliedstaat  ausüben  können  als  in 

12

demjenigen,  in  dem sie ihre  beruflichen  Qualifikationen  erworben haben 
(vgl. einleitende Bemerkungen der Richtlinien 89/48/EWG und 92/51/EWG, 
1. Abs.).

Von der Richtlinie 89/48/EWG erfasst werden Studienabschlüsse nach ei-
nem Studium von mindestens drei Jahren (vgl. Art. 1 Bst. a 2. Gedanken-
strich  der  Richtlinie  89/48/EWG;  SCHNEIDER,  a.a.O.,  S.  239;  WILD,  a.a.O., 
S. 399). Die Richtlinie 92/51/EWG bezieht  sich auf die Sekundarschulbil-
dung sowie die kurzen postsekundären Studiengänge von mindestens ei-
nem Jahr und alle im Anhang C der Richtlinie aufgeführten Studiengänge 
(vgl. E. 9 der Richtlinie 92/51/EWG und Art. 1 der Richtlinie 92/51/EWG; 
SCHNEIDER, a.a.O.,  S. 239; Bundesamt für Berufsbildung und Technologie, 
Bericht 2001, a.a.O., S. 28 f.).

Der Beschwerdeführer hat 1997 in der Schweiz das Fähigkeitszeugnis als 
Augenoptiker erworben. Er hat in Deutschland (Herkunftsstaat) eine Aus-
bildung zum Meister im Augenoptikerhandwerk absolviert. 

Sowohl  der  Meistertitel  im  Augenoptikerhandwerk  in  Deutschland  (Her-
kunftsstaat) wie auch das Diplom des Augenoptikers in der Schweiz (Auf-
nahmestaat)  sind  Berufsabschlüsse  im  postsekundären  Bereich,  deren 
Ausbildungen weniger als drei Jahre dauern (vgl. § 49 des Gesetzes der 
Bundesrepublik  Deutschland  vom 17.  September  1953 zur Ordnung des 
Handwerks  [konsolidierte  Fassung;  BGBI  I  1953,  1411;  im  Folgenden: 
HwO]  und  §  2  der  Verordnung  der  Bundesrepublik  Deutschland  vom 
4. März 1997 über die Berufsausbildung zum Augenoptiker/zur Augenopti-
kerin [im Folgenden: AugOptAusbV 1997]  sowie Art.  23 und Art.  10 des 
Reglements vom 12. Juni 1991 über die Durchführung der Höheren Fach-
prüfung im Augenoptikerberuf  [Prüfungsreglement]).  Die berufliche Tätig-
keit des Augenoptikers wird zudem weder von einer sektoriellen Richtlinie 
noch von einer in Anhang A der Richtlinie 92/51/EWG aufgeführten Richtli-
nie erfasst (vgl. Art. 2 Abs. 2 der Richtlinie 92/51/EWG). Daher ist für den 
Beruf des Augenoptikers die Richtlinie 92/51/EWG anwendbar.

3.4 Der Beschwerdeführer ist Schweizer Bürger und hat in Deutschland eine 
postsekundäre Ausbildung absolviert,  welche er in der Schweiz anerken-
nen lassen will.

Nach  Art.  2  Abs.  1  der  Richtlinie  92/51/EWG erstreckt  sich  der  Anwen-
dungsbereich dieser Richtlinie auf alle Angehörigen eines Mitgliedstaates, 
die als  Selbstständige oder abhängig  Beschäftigte einen reglementierten 
Beruf  in  einem Aufnahmestaat  ausüben  wollen.  Nach dem Wortlaut  von 
Art. 2 Abs. 1 ist nicht klar, ob sich die Richtlinie auch auf Inländer bezieht, 
welche eine im Ausland getätigte Ausbildung anerkennen lassen wollen. 
Für die Auslegung der Begriffe des Gemeinschaftsrechts ist die Rechtspre-
chung  des  Gerichtshofes  der  Europäischen  Gemeinschaften  (EuGH)  bis 
zum Zeitpunkt vor der Unterzeichnung des Abkommens zu berücksichtigen 
(Art.  16  Abs.  2  FZA  "acquis  communautaire"  auf  dem  Stand  vom 
21. Juni 1999; BREITENMOSER/ISLER, a.a.O., S. 1011). Der Gerichtshof der Eu-
ropäischen Gemeinschaften hat in Vorabentscheidungen erkannt, dass die 
Freizügigkeit  der  Arbeitnehmer  und  das  Niederlassungsrecht  im  System 

13

der Gemeinschaft grundlegende Freiheiten darstellten, "die nicht voll ver-
wirklicht  wären,  wenn  die  Mitgliedstaaten  die  Anwendung  des  Gemein-
schaftsrechts  denjenigen  ihrer  Staatsangehörigen  versagen  dürften,  die 
von den im Gemeinschaftsrecht vorgesehenen Erleichterungen Gebrauch 
gemacht und dank dieser Erleichterung berufliche Qualifikationen in einem 
anderen Mitgliedstaat als demjenigen erworben haben, dessen Staatsan-
gehörigkeit sie besitzen" (vgl. Urteil vom 31. März 1993 in der Rechtssa-
che C-19/92, Kraus, Sammlung der Rechtsprechung [Slg.], I-1663, Rand-
nr. 16 und Urteil vom 6. Oktober 1981 in der Rechtssache 246/80, Broek-
meulen, Slg., 2311, Randnrn. 18 ff.; vgl. SCHNEIDER, a.a.O., S. 260; JACQUES 
PERTEK, Une dynamique de la reconnaissance des diplômes à des fins pro-
fessionelles  et  à des fins  académiques:  réalisations  et  nouvelles réflexi-
ons,  in:  La reconnaissance des  qualifications  dans un espace européen 
des formations et des professions, Bruxelles 1998, S. 189 f.;  e contrario 
hat  das  Bundesgericht  festgehalten,  dass  das  Freizügigkeitsabkommen 
Schweizer Bürgern ohne grenzüberschreitenden Anknüpfungspunkt keine 
Rechte  einräumt  und deren Rechtsstellung  sich  grundsätzlich  nach dem 
Landesrecht richtet, vgl. BGE 130 I 26 E. 1.2.3 und BGE 129 II 249 E. 4.3 
und 5.1).

3.5 Wird der Zugang zu einem reglementierten Beruf oder dessen Ausübung 
im Aufnahmestaat von dem Besitz eines Diploms im Sinne der Richtlinie 
92/51/EWG oder  der  Richtlinie  89/48/EWG abhängig  gemacht,  kann der 
Aufnahmestaat einem Angehörigen eines Mitgliedstaates, der im Besitz ei-
nes Diploms im Sinne dieser  Richtlinien  ist,  grundsätzlich  nicht  den Zu-
gang oder die Ausübung eines reglementierten Berufes wegen mangelnder 
Qualifikation verweigern, wenn dieses Diplom Zugangs- oder Ausübungs-
voraussetzung für den entsprechenden Beruf im Herkunftsstaat ist (Art. 3 
Bst. a der Richtlinie 92/51/EWG). 

Als Diplome im Sinne der Richtlinie 92/51/EWG gelten Ausbildungsnach-
weise, die in einem Mitgliedstaat von einer nach dessen Rechts- und Ver-
waltungsvorschriften  bestimmten  zuständigen  Stelle  ausgestellt  werden, 
und aus denen hervorgeht, dass der Diplominhaber erfolgreich einen nicht 
in Art. 1 Bst. a der Richtlinie 89/48/EWG genannten postsekundären Aus-
bildungsgang von mindestens einem Jahr oder eine Teilzeitausbildung von 
entsprechender Dauer oder einen der in Anhang C ausgeführten Ausbil-
dungsgänge absolviert hat (Art. 1 Bst. a 1. Gedankenstrich und 2. Gedan-
kenstrich Ziff. i der Richtlinie 92/51/EWG).

Die Schweizerischen Höheren Fachprüfungen für Augenoptiker fallen unter 
Anhang C der Richtlinie  92/51/EWG (vgl.  dazu Bundesamt für  Berufsbil-
dung und Technologie, Bericht 2001, a.a.O., S. 28 f.).

Der  Meistertitel  des  Beschwerdeführers  ist  von  der  Handwerkskammer 
Kassel ausgestellt  worden. Hierbei handelt  es sich um eine Körperschaft 
des öffentlichen Rechts, welche zur Vertretung der Interessen des Hand-
werks errichtet worden ist (vgl. § 90 Abs. 1 HwO). Der Meistertitel des Be-
schwerdeführers  ist  daher  von  einer  zuständigen  Stelle  ausgestellt  wor-
den.  Der deutsche Augenoptikermeister  ist  in Anhang C Nummer 2 (Bil-

14

dungs- und Ausbildungsgänge zum "Meister" für die nicht unter die Richtli-
nien des Anhangs A fallenden handwerklichen Tätigkeiten) der Richtlinie 
92/51/EWG aufgeführt.  Beim Meistertitel  in  Deutschland (Herkunftsstaat) 
handelt  es  sich  somit  ebenfalls  um  ein  Diplom  im  Sinne  der  Richtlinie 
92/51/EWG.

Das Augenoptikerhandwerk in Deutschland stellt ein zulassungspflichtiges 
Handwerk  dar.  Die  Ausbildungsbezeichnung  Meister/Meisterin  in  Verbin-
dung mit  einem zulassungspflichtigen Handwerk darf  nur führen,  wer für 
dieses  zulassungspflichtige  Handwerk  die  Meisterprüfung  bestanden  hat 
(vgl. § 1 i.V.m. Anlage A Nr. 33 HwO sowie § 51 HwO). Insofern ist dieser 
Beruf auch in Deutschland reglementiert  (vgl.  auch den Leitfaden für die 
allgemeine Regelung zur Anerkennung der beruflichen Befähigungsnach-
weise der Europäischen Kommission, Anhang 1). Der Meistertitel berech-
tigt zur selbstständigen Berufsausübung und zur Lehrlingsausbildung (vgl. 
§ 45 Abs. 2 HwO).

Grundsätzlich kann die Schweiz daher dem Beschwerdeführer den Zugang 
oder die Ausübung des reglementierten Berufes nicht wegen mangelnder 
Qualifikation verweigern.

3.6 Hingegen hat der Aufnahmestaat das Recht, Ausbildung und Berufserfah-
rung mit seinen Anforderungen zu vergleichen und eine Anerkennung der 
Diplome als gleichwertig abzulehnen, wenn die Ausbildung des Antragstel-
lers sich in Bezug auf Dauer, Inhalt oder die Tätigkeitsbereiche wesentlich 
unterscheidet.  Die  Kompensation  unterschiedlicher  Ausbildungsdauer 
kann  durch  den  Nachweis  von  Berufserfahrung  erbracht  werden  (Art.  4 
Abs.  1 Bst.  a der Richtlinie  92/51/EWG).  Im Falle  von unterschiedlichen 
Ausbildungsinhalten darf der Aufnahmestaat vom Antragsteller verlangen, 
dass er einen Anpassungslehrgang absolviert oder eine Eignungsprüfung 
ablegt  (Art.  4  Abs.  1  Bst.  b  der  Richtlinie  92/51/EWG;  NATSCH,  a.a.O., 
S. 206 f., WILD, a.a.O., S. 400). Macht der Aufnahmestaat bei unterschiedli-
chem Ausbildungsinhalt von der Möglichkeit eines Anpassungsinstrumen-
tes Gebrauch, so muss er dem Antragsteller die Wahl zwischen dem An-
passungslehrgang und der Eignungsprüfung lassen (Art.  4  Bst.  b Unter-
abs. 3 der Richtlinie 92/51/EWG; SCHNEIDER, a.a.O., S. 257; JACQUES PERTEK, 
L'Europe des diplômes et des professions, Bruxelles 1994, S. 81). Der Auf-
nahmestaat darf die Anpassungsinstrumente des Art. 4 Abs. 1 Bst. a und b 
nicht  kumulativ  anwenden  (Art.  4  Abs.  2  der  Richtlinie  92/51/EWG; 
SCHNEIDER, a.a.O., S. 198;  PERTEK, L'Europe des diplômes et des professi-
ons, a.a.O., S. 80).

3.7 Das Bundesamt hat im vorliegenden Verfahren zu Recht erkannt, dass der 
Beschwerdeführer die Anforderungen an die Ausbildungsdauer (diese be-
trägt in der Schweiz mindestens 8 Jahre, vgl. Art. 10 Prüfungsreglement) 
erfüllt.

Hingegen  stellte  das  Bundesamt  in  der  angefochtenen  Verfügung  vom 
13. März 2006 fest, dass die Meisterprüfung in Deutschland mit der Höhe-
ren Fachprüfung inhaltlich nicht vergleichbar und somit nicht gleichwertig 
sei. Die Meisterprüfung werde der Höheren Fachprüfung gleichgestellt un-

15

ter der Bedingung, dass der Beschwerdeführer als Ausgleichsmassnahme 
entweder a. eine Eignungsprüfung im Fach Allgemeine Optik & Instrumen-
te ablege oder b.  einen einjährigen Anpassungslehrgang in der Schweiz 
unter der Anleitung eines diplomierten Augenoptikers absolviere und das 
Fach Allgemeine Optik & Instrumente an der Höheren Fachschule für Au-
genoptik in Olten besuche.

Insofern macht das Bundesamt in der angefochtenen Verfügung von Art. 4 
Abs. 1 Bst. b der Richtlinie 92/51/EWG Gebrauch, wonach der Aufnahme-
staat im Falle von unterschiedlichem Inhalt der Ausbildung als Kompensa-
tion  von  der  Gesuchstellerin  einen  Anpassungslehrgang  oder  eine  Eig-
nungsprüfung verlangen kann.

Die Frage, ob sich die Meisterprüfung im Augenoptikerhandwerk inhaltlich 
wesentlich von der Höheren Fachprüfung des Augenoptikers unterscheidet 
und das Bundesamt als Voraussetzung für  die Anerkennung der Gleich-
wertigkeit deutscher Meistertitel zu Recht eine Ausgleichsmassnahme ver-
langt,  kann  hier  offen  gelassen  werden,  da die  Beschwerde  aus  andern 
Gründen gutzuheissen ist.

4. Der Beschwerdeführer bringt vor, er habe von Oktober 2001 bis Septem-
ber 2003 am zweijährigen Lehrgang der Schweizerischen Höheren Fach-
schule  für  Augenoptik  in  Olten teilgenommen.  Seine Semesterzeugnisse 
belegten,  dass die Noten im Fach Allgemeine Optik & Instrumente im 2. 
und 3. Semester und der Durchschnitt der Noten sämtlicher Semester ge-
nügend gewesen seien, weshalb er keinen Anpassungslehrgang mehr ab-
solvieren müsse. Damit macht er sinngemäss geltend, der vom Bundesamt 
verlangte Anpassungslehrgang sei nicht verhältnismässig.

4.1 Nach der Richtlinie 92/51/EWG erkennt der einen Beruf reglementierende 
Mitgliedstaat die in einem anderen Mitgliedstaat erworbenen Befähigungs-
nachweise an und gestattet  deren Inhabern in  seinem Hoheitsgebiet  die 
Ausübung  ihrer  Tätigkeit  unter  den für  Inländer  geltenden Bedingungen. 
Es gilt der in Art. 3 der Richtlinie 92/51/EWG niedergelegte Grundsatz des 
gegenseitigen  Vertrauens in  die  Qualität  der  in  einem anderen  Mitglied-
staat absolvierten Ausbildung und der gegenseitigen Anerkennung von Di-
plomen. Hierzu bilden die Anpassungsinstrumente des Art. 4 die Ausnah-
me und  sind  dementsprechend  restriktiv  anzuwenden  (SCHNEIDER,  a.a.O., 
S. 200). Führt jedoch ein Vergleich mit den im innerstaatlichen Recht vor-
geschriebenen Kenntnissen und Fähigkeiten zur Feststellung, dass erheb-
liche  Unterschiede  zwischen  der  vorgeschriebenen  und  der  erworbenen 
Ausbildung bestehen und deren Kenntnis eine wesentliche Voraussetzung 
für eine Ausübung des Berufs im Aufnahmestaat ist, so bietet der Aufnah-
memitgliedstaat dem Antragsteller die Möglichkeit nachzuweisen, dass er 
die fehlenden Kenntnisse und Fähigkeiten erworben hat. Er muss dem An-
tragsteller  die  Wahl  zwischen  dem  Anpassungslehrgang  und  der  Eig-
nungsprüfung  lassen  (vgl.  einleitende  Bemerkungen  der  Richtlinie 
92/51/EWG). Als "Anpassungslehrgang" gilt die Ausübung eines reglemen-
tierten Berufs,  die in dem Aufnahmestaat  unter  der Verantwortung eines 
qualifizierten Berufsangehörigen erfolgt und gegebenenfalls mit einer Zu-

16

satzausbildung einhergeht. Der Lehrgang ist Gegenstand einer Bewertung. 
Die Einzelheiten des Anpassungslehrgangs und seine Bewertung werden 
von  den  zuständigen  Behörden  des  Aufnahmestaates  festgelegt  (Art.  1 
Bst.  i  der  Richtlinie  92/51/EWG).  Als  "Eignungsprüfung"  gilt  eine  aus-
schliesslich die beruflichen Kenntnisse des Antragstellers betreffende und 
von den zuständigen Stellen des Aufnahmestaats durchgeführte Prüfung, 
mit der die Fähigkeit des Antragstellers, in diesem Mitgliedstaat einen reg-
lementierten Beruf  auszuüben, beurteilt  werden soll.  Die Modalitäten der 
Eignungsprüfung werden von den zuständigen Behörden des Aufnahme-
staates festgelegt (Art. 1 Bst. j der Richtlinie 92/51/EWG). 

Nach dem Wortlaut von Art. 4 Abs. 1 Bst. b der Richtlinie 92/51/EWG ("Ar-
tikel 3 hindert den Aufnahmestaat nicht daran, vom Antragsteller ebenfalls 
zu verlangen,  dass er einen höchstens dreijährigen Anpassungslehrgang 
absolviert  oder  eine Eignungsprüfung ablegt....")  kommt der  zuständigen 
Behörde,  dem Bundesamt,  beim Entscheid,  ob eine Ausgleichsmassnah-
me verlangt werden soll,  ein Entschliessungsermessen zu. Dem Bundes-
amt wird durch das Ermessen ein Spielraum für den Entscheid im Einzel-
fall eingeräumt. Dies bedeutet aber nicht, dass es in seiner Entscheidung 
völlig frei ist. Es hat innerhalb seines Entscheidungsspielraums unter Be-
rücksichtigung der Rechtsgrundsätze der Ermessensausübung, die zweck-
mässigste Lösung zu treffen. Das Bundesamt ist dabei an die Verfassung 
gebunden und hat insbesondere das Verhältnismässigkeitsprinzip zu befol-
gen (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 441; VPB 66.22 E. 3.5.2 mit Hin-
weisen). 

4.2 Der  Grundsatz  der  Verhältnismässigkeit  stellt  kein  verfassungsmässiges 
Recht, sondern bloss einen verfassungsmässigen Grundsatz dar. Das ver-
fassungsmässige Gebot der Verhältnismässigkeit umfasst nach Praxis und 
Lehre drei Elemente, die kumulativ beachtet werden müssen. Es verlangt, 
dass staatliche Hoheitsakte für das Erreichen eines im übergeordneten öf-
fentlichen Interesse liegenden Ziels geeignet,  notwendig und für den Be-
troffenen zumutbar sind (BGE 131 I 91 E. 3.3, BGE 128 I 92 E. 2b, BGE 
128 II  292 E. 5.1, BGE 126 I  112 E. 5b, je mit  Hinweisen;  RENÉ RHINOW, 
Grundzüge  des  Schweizerischen  Verfassungsrechts,  Basel  etc.  2003, 
Rz. 1135  f.; JEAN-FRANCOIS AUBERT/PASCAL MAHON,  Petit  commentaire  de  la 
Constitution  fédérale  de  la  Confédération  suisse  du  18  avril  1999, 
Zurich/Bâle/Genève  2003,  Art.  5  Rz.  12  f.  und  Art.  36  Rz.  15  f.; 
HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 581). 

Ungeeignet  ist  eine  Massnahme dann,  wenn sie am Ziel  vorbeischiesst, 
d.h. keinerlei Wirkungen im Hinblick auf den angestrebten Zweck entfaltet. 
Zu  prüfen  ist  also  die  Zwecktauglichkeit  einer  Massnahme  (HÄFELIN/ 
MÜLLER/UHLMANN,  a.a.O.,  Rz.  587,  mit  Hinweisen;  RHINOW/  KRÄHENMANN, 
a.a.O., Nr. 58 IVa, S. 180; BGE 130 I 140 E. 5.3.6).

Das staatliche Handeln muss ferner erforderlich sein, das heisst es muss 
grundsätzlich notwendig sein. Als erforderlich erweist sich eine staatliche 
Handlung,  wenn kein weniger  einschneidendes  Mittel  zur  Verwirklichung 
des öffentlichen Interesses zur Wahl steht (zweckkonformer mildester Ein-

17

griff). Verboten ist ein das unabdingbar Notwendige übertreffendes Vorge-
hen. Die Massname darf in sachlicher, räumlicher, zeitlicher und personel-
ler Hinsicht nicht über das Notwendige hinausgehen (RENÉ RHINOW, a.a.O., 
Rz.  1136;  AUBERT/MAHON,  a.a.O.,  Art.  36  Rz.  16;  YVO HANGARTNER in:  Die 
Schweizerische  Bundesverfassung:  Kommentar/  hrsg.  von  BERNHARD 
EHRENZELLLER ...  [et  al.],  Zürich  etc.  2002,  hiernach:  Kommentar,  Art.  5 
Rz. 33 f.; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 591).

Schliesslich muss die Verwaltungsmassnahme auch zumutbar sein. Sie ist 
nur gerechtfertigt, wenn sie ein vernünftiges Verhältnis zwischen dem an-
gestrebten Ziel und dem Eingriff, den sie für den betroffenen Privaten be-
wirkt, wahrt (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 614; YVO HANGARTNER, Kom-
mentar, a.a.O., Art. 36 Rz. 24; AUBERT/MAHON, a.a.O., Art. 36 Rz. 16).

4.3 Im angefochtenen Entscheid hat das Bundesamt in einem Fach (Allgemei-
ne Optik & Instrumente) Ausgleichsmassnahmen verlangt. Mit den alterna-
tiv  verfügten  Ausgleichsmassnahmen  (einjähriger  Anpassungslehrgang 
oder Eignungsprüfung)  bezweckt  das  Bundesamt,  dass  sich  der  Be-
schwerdeführer  die  ihm  -  nach  Meinung  des  Bundesamtes  -  fehlenden 
Kenntnisse im Fach Allgemeine Optik & Instrumente aneignen beziehungs-
weise direkt den Nachweis genügender Kenntnisse in diesem Fach durch 
Ablegen einer Prüfung erbringen kann. 

In den Berufen des Gesundheitswesens - wie Augenoptiker - besteht in der 
Tat ein erhebliches öffentliches Interesse daran, dass nur fähige Leute tä-
tig sind, handelt es sich doch gerade bei der Gesundheit um ein Rechts-
gut, das des gewerbepolizeilichen Schutzes in hohem Masse bedarf (vgl. 
BGE 125 I 322 E. 3d, BGE 125 I 335 E. 3b, BGE 112 Ia 322 E. 4c mit Hin-
weisen).  Ausser  Frage  steht,  dass  die  vorliegend  verfügten  Ausgleichs-
massnahmen geeignet  sind,  nachzuweisen,  dass der Inhaber  eines aus-
ländischen Diploms über die nötigen Kenntnisse verfügt,  die zur  Berufs-
ausübung  als  Augenoptiker  unerlässlich  sind.  In  diesem Sinne kann die 
Zwecktauglichkeit der verlangten Ausgleichsmassnahmen bejaht werden.

Der  vom  Bundesamt  alternativ  verfügte  einjährige  Anpassungslehrgang 
besteht  einerseits  aus  einer  obligatorischen  Ausbildung  an  der  Höheren 
Fachschule für Augenoptik in Olten im Fach Allgemeine Optik & Instrumen-
te und andererseits aus einem Praktikum unter Anleitung eines diplomier-
ten Augenoptikers.

Der Schweizerische Optikverband (SOV) führt die Höheren Fachprüfungen 
für Augenoptiker durch und bietet mit der Höheren Fachschule für Augen-
optik einen zweijährigen (fakultativen) Ausbildungsgang an. Das Bundes-
amt hat in der angefochtenen Verfügung den Schweizer Optikverband mit 
der  Durchführung  der  angeordneten  Ausgleichsmassnahmen  beauftragt. 
Auf Grund der Stellungnahme des Schweizer Optikverbandes vom 5. März 
2007 ergibt sich bezüglich der Ausgestaltung des Anpassungslehrganges 
Folgendes: 

Die Absolventen des einjährigen Anpassungslehrgangs besuchen den or-
dentlichen Unterricht an dem auch die Absolventen des (2-jährigen) Voll-
zeitstudiums  der  Höheren  Fachschule  für  Augenoptik  teilnehmen.  Der 

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Lehrgang  beinhaltet  den  Besuch  des  3. und  4.  Semesters  der  Höheren 
Fachschule in Olten. Es gelten inhaltlich die gleichen Anforderungen wie 
bei den Absolventen der schweizerischen Ausbildung, identisch sind auch 
die Lehrmittel und die Dozenten. Die Bewertung des Ausbildungslehrgan-
ges  erfolgt  im  Rahmen  der  ordentlichen  Semesterprüfungen  (vgl.  auch 
"Merkblatt  Ausgleichsmassnahmen im Bereich Optik"  des BBT vom Sep-
tember 2006. [Bereits zuvor, am 28. März 2006 und am 28. Juni 2006 hat-
te das Bundesamt per e-mail gegenüber dem Beschwerdeführer bestätigt, 
dass  für  die  Bewertung  des  Anpassungslehrganges  die  Semesternoten 
massgebend seien, und dass ihm das Bundesamt eine Gleichwertigkeits-
bestätigung  ausstellen  werde,  sobald  er  die  Semesterprüfungen  erfolg-
reich bestanden habe]). Die Semesterprüfungen bestehen jeweils aus zwei 
schriftlichen Einzelprüfungen, und die erforderliche Schlussbewertung pro 
Ausbildungsfach bildet der Durchschnitt aller vier Einzelprüfungen. Einzig 
der Bewertungsraster weicht von demjenigen der normalen Prüfungen der 
Schule ab. Bei der Bewertung werden die vom BBT verfügten Bewertungs-
kriterien der Eignungsprüfung auch für den Anpassungslehrgang übernom-
men,  indem die  Anforderungen  für  ein  "genügend"  50 % der  möglichen 
Punktzahl (gegenüber 60 % bei den regulären Kursteilnehmern) betragen. 
Im weitern weist  der Schweizer Optikverband darauf  hin,  dass der Lehr-
gang vom Arbeitgeber in Form eines Arbeitszeugnisses als erfüllt bestätigt 
werden müsse. Diese Forderung betreffe den Schweizer Optikverband als 
Kursanbieter nicht und sei durch den Arbeitgeber vorzunehmen.

4.4 Der Beschwerdeführer  nahm von Oktober  2001 bis  September  2003 am 
Vollzeitstudium der Schweizerischen Höheren Fachschule für Augenoptik 
in Olten teil  (vgl.  Semesterzeugnisse 2002/2003).  Das Fach "Allgemeine 
Optik  & Instrumente",  für  welches das  Bundesamt in  der  angefochtenen 
Verfügung  Ausgleichsmassnahmen verlangt,  wurde  in  allen  vier  Semes-
tern unterrichtet und geprüft. In diesem Fach erhielt der Beschwerdeführer 
im 1. Semester die Note 5.0, im 2. Semester die Note 4.5, im 3. Semester 
die Note 4.5 und im 4. Semester die Note 3.5. Damit hat die Beschwerde-
führer in diesem Fach (nach dem strengeren Bewertungsmasstab der re-
gulären  Kursteilnehmer)  einen  genügenden  Notendurchschnitt  von  4.0 
(Noten 4.5 und 3.5) erzielt.

Nach Auskunft des Schweizer Optikverbandes endet der letzte ordentliche 
Lehrgang  der  Schweizerischen  Höheren  Fachschule  für  Augenoptik  im 
September 2007. Das Reglement für Höhere Fachprüfungen im Augenopti-
kerberuf  von  1991  werde  voraussichtlich  im  Jahr  2011  aufgehoben.  Ab 
2010 würden durch die Fachhochschule Nordwestschweiz die ersten Ba-
chelor-Ausweise  in  Optometrie  abgegeben  (vgl.  Stellungnahme  des 
Schweizer Optikverbandes vom 5. März 2007 S. 2). Solange das aktuelle 
Reglement der Höheren Fachprüfung in Kraft sei, seien auch die entspre-
chenden Ausgleichsmassnahmen sichergestellt.

Da nach Angaben des SOV beim Anpassungslehrgang inhaltlich die glei-
chen Anforderungen an die Absolventen der Höheren Fachschule gestellt 
werden und feststeht, dass sich die Anforderungen seit 1991 (Inkrafttreten 
des Prüfungsreglements)  nicht  geändert  haben,  Dozenten und Lehrmittel 

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die gleichen sind wie im ordentlichen Unterricht, ist daraus zu schliessen, 
dass der Beschwerdeführer einen identischen Lehrgang an der Schule in 
Olten bereits 2003 mit genügenden Noten im Fach "Allgemeine Optik & In-
strumente" abgeschlossen und er damit den Nachweis der nötigen Kennt-
nisse im entsprechenden Fach erbracht hat. Daher erweist sich im konkre-
ten Fall die vom Bundesamt verlangte einjährige Ausbildung (gleichen In-
haltes)  an der  Höheren Fachschule  für  Augenoptik  als  nicht  erforderlich 
und damit unzulässig.

4.5 Das  Bundesamt  führte  im  angefochtenen  Entscheid  aus,  dass  in  der 
Schweiz das Fach Allgemeine Optik und Instrumente nach dem Prüfungs-
reglement unabdingbares Grundlagenfach zum Verständnis der Berufsaus-
übung und Lehrlingsinstruktion sei, was in Deutschland nicht der Fall sei. 
Diese Lücken seien zu schliessen.  Daher ordnete das Bundesamt nebst 
dem Besuch des Faches "Allgemeine Optik und Instrumente" an der Höhe-
ren  Fachschule  für  Augenoptik  in  Olten  an,  dass  der  einjährige  Anpas-
sungslehrgang in der Schweiz unter der Anleitung eines diplomierten Au-
genoptikers zu erfolgen habe und mit Bestätigung des Begleiters nachge-
wiesen werden müsse. Im Merkblatt des BBT wird hiezu festgehalten, dass 
der Lehrgang vom Arbeitgeber in Form eines Arbeitszeugnisses als erfüllt 
bestätigt werden müsse. Das BBT empfehle, die Absolventen eines Prakti-
kums wie ausgebildete Personen anzusehen, die ihre Ausbildung gemäss 
Verfügung vervollständigen.  Die Bezahlung solle  sich grundsätzlich nach 
den Ansätzen eines Augenoptikers richten (vgl. Merkblatt S. 3). 

Der  Beschwerdeführer  verfügt  seit  Abschluss  der  Lehre  1997  über  eine 
langjährige Berufserfahrung als Augenoptiker, was die beigelegten Arbeits-
zeugnisse bestätigen. Dem Arbeitszeugnis der "B._______" in Z._______ 
vom 30.  April  2000  ist  zu  entnehmen,  dass  der  Beschwerdeführer  vom 
1. November 1997 bis 30. April 2000 in diesem Unternehmen als Augen-
optiker  tätig  war und unter  anderem für die selbstständige Durchführung 
von Brillenglasbestimmungen sowie für die Lehrlingsführung und -ausbil-
dung zuständig war. Der Vorgesetzte führte in seinem Arbeitszeugnis aus, 
dass  der  Beschwerdeführer  über  eine  beneidenswerte  Fachkompetenz 
verfüge, sehr zuverlässig sei und grosses Verantwortungsbewusstsein zei-
ge.  Im Zwischenzeugnis  der  "W._______  AG" in  Y._______  vom 1. Juli 
2004  bescheinigt  der  Geschäftsführer,  dass  der  Beschwerdeführer  seit 
dem 2. Mai 2000 zu 100% (zwischen Oktober 2001 und September 2003 
habe er die Höhere Fachschule für Augenoptik absolviert  und habe wäh-
rend dieser Zeit jeden Samstag und während der Ferienzeit gearbeitet) in 
diesem Unternehmen als Augenoptiker tätig ist und zu seinen Hauptaufga-
ben unter anderen auch das Anpassen von Kontaktlinsen, die Refraktion, 
die Betreuung der Lehrlinge im 3. und 4. Lehrjahr sowie Führungsaufga-
ben (als stellvertretender Coach Verkaufsteam) gehören. Sein unermüdli-
cher Einsatz im Team und sein persönliches Engagement für alle Aufga-
ben, die er erledige, verdienten das Prädikat wertvoll.

Somit  kann  das  vom Bundesamt  im Rahmen des Anpassungslehrgangs 
verlangte einjährige Praktikum unter Anleitung eines diplomierten Augen-
optikers als erfüllt betrachtet werden. 

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Auf Grund der guten Qualifikation durch den Arbeitgeber ist davon auszu-
gehen, dass der Beschwerdeführer in seiner beruflichen Tätigkeit über die 
notwendigen Fähigkeiten und Kenntnisse eines Augenoptikers verfügt und 
sich auch über die erforderlichen Kenntnisse im Fach "Allgemeine Optik & 
Instrumente" ausgewiesen hat. 

5. Zusammenfassend ergibt sich, dass der Beschwerdeführer auf Grund sei-
ner (höheren) Ausbildung in der Schweiz sowie der übrigen beruflichen Tä-
tigkeit über genügende Kenntnisse im Fach Allgemeine Optik & Instrumen-
te verfügt  und die Anforderungen an den vom Bundesamt angeordneten 
einjährigen Anpassungslehrgang (Schulbesuch und Praktikum) bereits im 
Zeitpunkt  des  angefochtenen Entscheides  erfüllt  waren.  Das Bundesamt 
hat  zu  Unrecht  die  vom  Beschwerdeführer  -  nebst  der  Ausbildung  in 
Deutschland - erworbenen Kenntnisse in seinem Entscheid nicht berück-
sichtigt. Da Ausgleichsmassnahmen (Anpassungslehrgang oder Eignungs-
prüfung) alternativ zu verfügen sind und der Beschwerdeführer die Anfor-
derungen an den einjährigen Anpassungslehrgang erfüllt, erweist sich die 
Anordnung von Ausgleichsmassnahmen als nicht nötig und damit unver-
hältnismässig.  Die Voraussetzungen für  die Anerkennung der Gleichwer-
tigkeit  des Meistertitels sind im konkreten Fall  gegeben. Dies führt  dazu, 
dass  die  angefochtenen  Ausgleichsmassnahmen  ersatzlos  aufzuheben 
sind. 

6. Die  Beschwerde  ist  gutzuheissen  und  die  Verfügung  des  Bundesamtes 
vom 13. März 2006 aufzuheben. Es wird festgestellt, dass der am 7. Juni 
2005 in Deutschland verliehene Meistertitel im Augenoptikerhandwerk mit 
dem eidgenössischen Diplom als Augenoptiker gleichwertig ist. Das Bun-
desamt  wird  angewiesen,  dem Beschwerdeführer  eine Gleichwertigkeits-
bestätigung auszustellen.

7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist der Beschwerdeführer obsiegende 
Partei.  Die  Verfahrenskosten  sind  in  der  Regel  von  der  unterliegenden 
Partei zu tragen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG). Keine Verfahrenskosten wer-
den Vorinstanzen auferlegt (vgl. Art. 63 Abs. 2 VwVG). Der vom Beschwer-
deführer  am 19.  April  2006  geleistete  Kostenvorschuss  von Fr. 900.-  ist 
ihm zurückzuerstatten.

8. Die Beschwerdeinstanz kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei 
von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr erwach-
sene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zusprechen (Art.  64 
Abs. 1 VwVG). Der Beschwerdeführer war im vorliegenden Verfahren nicht 
vertreten, und auch sonst sind ihm keine anrechenbaren Kosten in diesem 
Sinn entstanden. Daher ist keine Parteientschädigung zuzusprechen.

9. Gegen diesen Beschwerdeentscheid kann innert 30 Tagen beim Eidgenös-
sischen Bundesgericht Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenhei-
ten  eingereicht  werden  (Art.  82  Bst.  a  und  Art.  86  Abs.  1  Bst.  a  i.V.m. 
Art. 100  Abs.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110, in Kraft seit 1. Januar 2007, AS 2006 1205]).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die Verfügung des Bundesamtes 
für Berufsbildung und Technologie vom 13. März 2006 aufgehoben.

Es wird festgestellt,  dass der am 7. Juni 2005 in Deutschland verliehene 
Meistertitel im Augenoptikerhandwerk mit dem eidgenössischen Diplom als 
Augenoptiker gleichwertig ist. Das Bundesamt wird angewiesen, dem Be-
schwerdeführer eine Gleichwertigkeitsbestätigung auszustellen.

2. Es  werden  keine  Verfahrenskosten  auferlegt.  Der  Kostenvorschuss  von 
Fr. 900.- wird dem Beschwerdeführer aus der Gerichtskasse zurückerstat-
tet, sobald dieses Urteil in Rechtskraft erwachsen ist.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Dieses Urteil wird eröffnet: 

- dem Beschwerdeführer (mit Gerichtsurkunde)

- der Vorinstanz (Ref-Nr. 353/han/7468) (mit Gerichtsurkunde) 

- dem Eidgenössischen  Volkswirtschaftsdepartement  (mit  Gerichtsurkun-
de)

Der Abteilungspräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Bernard Maitre Barbara Aebi

Rechtsmittelbelehrung
Dieses  Urteil  kann  innert  dreissig  Tagen  seit  Eröffnung  beim  Schweizerischen 
Bundesgericht in Lausanne angefochten werden. 

Versand am: 30. Mai 2007