# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 411464bd-bd78-54f8-a2b4-895b9cea0213
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-03-23
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 23.03.2015 BVGE 2015/50
**Docket/Reference:** BVGE-2015-50
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGE_001_BVGE-2015-50_2015-03-23

## Full Text

Mehrwertsteuer | 
Mehrwertsteuer. Erlass von Bezugsteuern (2010 und 2011).
Art.&#160;92 Abs.&#160;1 Bst.&#160;a und b MWSTG.
1.&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;
Unwissenheit betreffend das Gesetz beziehungsweise rechtliche Bestimmungen allein, kann nicht
als entschuldbarer Grund im Sinne von Art.&#160;92 Abs.&#160;1 Bst.&#160;a MWSTG gelten. Gemäss
dieser Bestimmung reicht es denn auch nicht aus, dass sich die steuer­pflichtige Person betreffend
ihre Steuerpflicht (z.B. aus Unwis­senheit) «&#160;im Irrtum&#160;» befand. Vielmehr muss
dieser Irrtum im konkreten Fall aus einem entschuldbaren Grund entstanden sein (E.&#160;2.7.1 und 3.4).
2.&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;
Für die Beurteilung, ob ein Form- oder Abwicklungsfehler im Sinne von Art.&#160;92 Abs.&#160;1
Bst.&#160;b MWSTG vorliegt, ist zu beachten, dass solche Fehler jeweils untrennbar an eine zugrunde liegende
Willensbildung gebunden sind: Zunächst muss ein auf etwas Be­stimmtes gerichteter Wille vorhanden
sein, wobei die Umsetzung dieses Willens an einem Formfehler oder einem Fehler in der Abwicklung scheitern
kann. Hingegen können die Umstände, welche zum jeweiligen Willen geführt haben, nicht
selbst Form- oder Abwicklungsfehler sein (E.&#160;2.7.2 und 3.3).

2016-11-10T13:49:23Z