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**Case Identifier:** 7b1ec99c-da37-5308-87a7-1495e9f25b06
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-03-05
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 05.03.2024 100 2022 181
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2022-181_2024-03-05.pdf

## Full Text

100.2022.181/187U
HAM/BIM/CHS

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 5. März 2024

Verwaltungsrichterin Arn De Rosa, Abteilungspräsidentin
Verwaltungsrichter Häusler, Verwaltungsrichter Stohner
Gerichtsschreiberin Bickel

100.2022.181
A.________
vertreten durch Rechtsanwältin ...
Beschwerdeführende

gegen

B.________
Beschwerdegegner

und

Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern
Rechtsamt, Reiterstrasse 11, 3011 Bern

sowie

Einwohnergemeinde Sigriswil
Baubewilligungsbehörde, Kreuzstrasse 1, 3655 Sigriswil

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 05.03.2024, Nrn. 100.2022.181/187U, 
Seite 2

betreffend Baubewilligung; Blendwirkung einer Photovoltaikanlage 
(Entscheid der Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern vom 
23. Mai 2022; BVD 110/2020/70)

100.2022.187
B.________
Beschwerdeführer

gegen

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin …
Beschwerdegegnerschaft

und

Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern
Rechtsamt, Reiterstrasse 11, 3013 Bern

sowie

Einwohnergemeinde Sigriswil
Baubewilligungsbehörde, Kreuzstrasse 1, 3655 Sigriswil

betreffend Baubewilligung; Verlegung von Gutachterkosten (Entscheid 
der Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern vom 23. Mai 2022; 
BVD 110/2020/70)
Prozessgeschichte:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 05.03.2024, Nrn. 100.2022.181/187U, 
Seite 3

A.

B.________ ist Eigentümer der Parzellen Sigriswil Gbbl. Nrn. 1___ und 2___, 
die im Ortsbilderhaltungsgebiet liegen. Darauf befinden sich zwei Wohnhäuser 
(X.________weg 1___ und 2___), die entlang der Parzellengrenze 
zusammengebaut sind. Am 23. August 2017 reichte B.________ für den 
Umbau und die Sanierung der beiden Wohnhäuser bei der 
Einwohnergemeinde (EG) Sigriswil ein Baugesuch ein. Dieses beinhaltete 
auch den Neubau einer Photovoltaikanlage auf dem östlich ausgerichteten 
Dach des Wohnhauses am X.________weg 1___. Gegen das Bauvorhaben 
erhoben A.________ am 15. Oktober 2017 Einsprache. Die 
Photovoltaikanlage liess B.________ noch vor Abschluss des 
Baubewilligungsverfahrens im Oktober 2017 installieren, wohl weil er davon 
ausging, sie sei nicht bewilligungspflichtig. Mit Entscheid vom 27. Februar 
2018 erteilte die EG Sigriswil für das Vorhaben die Baubewilligung. Dagegen 
erhoben A.________ am 7. April 2018 Beschwerde bei der Bau-, Verkehrs- 
und Energiedirektion (BVE; heute: Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons 
Bern [BVD]). Diese führte am 22. Juni 2018 im Beisein der Parteien sowie 
eines Vertreters des Amts für Berner Wirtschaft (beco; heute in der 
Zuständigkeit des Amts für Umwelt und Energie des Kantons Bern [AUE]) 
einen Augenschein durch. Mit Entscheid vom 27. Dezember 2018 
(BVE 110/2018/54) hiess sie die Beschwerde insoweit gut, als sie die 
Baubewilligung unter anderem betreffend die Photovoltaikanlage aufhob und 
die Sache zur Fortsetzung des Baubewilligungsverfahrens an die EG Sigriswil 
zurückwies. Auf die von B.________ gegen den Entscheid der BVE erhobene 
Beschwerde vom 29. Januar 2019 trat das Verwaltungsgericht mit Urteil vom 
18. Februar 2019 nicht ein, da die Beschwerde verspätet eingereicht worden 
war (VGE 2019/47).

Mit Verfügung vom 23. Oktober 2019 nahm die EG Sigriswil das Verfahren 
wieder an die Hand. Gleichzeitig kündigte sie an, ein Blendgutachten einholen 
zu wollen und gab den Parteien Gelegenheit, sich zum weiteren Vorgehen zu 
äussern. B.________ reichte daraufhin mit Eingabe vom 22. November 2019 
bei der Gemeinde eine Reflexionsberechnung der C.________AG ein. Mit 
Bauentscheid vom 25. März 2020 erteilte die EG Sigriswil für das Erstellen der 
Photovoltaikanlage erneut die Baubewilligung.

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B.

Gegen diesen Entscheid reichten A.________ am 4. Mai 2020 eine 
Beschwerde bei der BVD ein. Die BVD holte in der Folge zu den Reflexions-
wirkungen der Photovoltaikanlage ein Gutachten ein. Mit Entscheid vom 
23. Mai 2022 wies sie die Beschwerde ab, soweit sie darauf eintrat. Die redu-
zierten Verfahrenskosten von Fr. 1'650.-- auferlegte sie A.________, während 
sie die Kosten für das Gutachten von Fr. 5'492.70 B.________ auferlegte.

C.

Gegen den Entscheid der BVD haben A.________ (Verfahren 100.2022.181) 
und B.________ am 17. Juni 2022 (Verfahren 100.2022.187) je 
Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben. A.________ beantragen, der 
angefochtene Entscheid sei aufzuheben und dem Bauvorhaben sei der 
Bauabschlag zu erteilen; eventuell sei die Sache zur neuen Beurteilung an die 
Vorinstanz zurückzuweisen. Im Übrigen sei der angefochtene Entscheid im 
Kostenpunkt zu korrigieren, selbst wenn ihre Beschwerde abgewiesen werde. 
B.________ beantragt, die Kosten für das Gutachten seien entweder 
vollständig A.________ oder zu gleichen Teilen diesen und der EG Sigriswil 
aufzuerlegen.

Mit Beschwerdeantwort vom 29. Juli 2022 beantragen A.________ auf die 
Beschwerde von B.________ sei nicht einzutreten; eventuell sei die 
Beschwerde abzuweisen. Die BVD schliesst mit Vernehmlassungen vom 
14. Juli 2022 in beiden Verfahren auf Abweisung der Beschwerde. Die 
EG Sigriswil hat sich mit Stellungnahmen vom 18. Juli 2022 zu beiden 
Beschwerden geäussert, ohne Anträge zu stellen. Mit Eingabe vom 22. Au-
gust 2022 hat die BVD im Verfahren 100.2022.187 zu den Ausführungen der 
Gemeinde bezüglich Auferlegung der Gutachterkosten Stellung genommen. 
B.________ hat sich nicht zur Beschwerde von A.________ vernehmen 
lassen. Mit Verfügung vom 10. November 2022 hat der Instruktionsrichter die 
beiden Beschwerdeverfahren vereinigt.

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Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte 
kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes 
vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 
zuständig. Sowohl die Beschwerdeführenden im Verfahren 100.2022.181 (im 
Folgenden: Beschwerdeführende) wie auch der Beschwerdeführer im Verfah-
ren 100.2022.187 (im Folgenden: Beschwerdeführer im Verfahren 
100.2022.187 oder Beschwerdegegner) haben am vorinstanzlichen Verfahren 
teilgenommen, sind als Gesamteigentümerin und Gesamteigentümer der 
Nachbarparzelle Sigriswil Gbbl. Nr. 3___ bzw. als Baugesuchsteller durch den 
angefochtenen Entscheid besonders berührt und haben ein schutzwürdiges 
Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG; vgl. 
auch Art. 40 Abs. 5 i.V.m. Abs. 2 des Baugesetzes vom 9. Juni 1985 [BauG; 
BSG 721.0]). Die Beschwerdeführenden beantragen die (vollständige) Aufhe-
bung des angefochtenen Entscheids. Inwiefern das teilweise Nichteintreten 
der BVD rechtsfehlerhaft sein soll, begründen sie aber nicht. In diesem Punkt 
ist auf die Beschwerde im Verfahren 100.2022.181 nicht einzutreten. Im Übri-
gen sind die Bestimmungen über Form und Frist eingehalten (Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 VRPG). Entgegen dem sinngemässen Vorbringen der Be-
schwerdeführenden genügt die Beschwerde im Verfahren 100.2022.187 
(ohne weiteres) den Begründungsanforderungen. Auf die Beschwerden ist 
einzutreten. 

1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG). 

Verfahren 100.2022.181 (E. 2-9)

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2.

2.1 Die hier strittige Photovoltaikanlage ist auf dem Ostdach des Wohn-
hauses auf der Parzelle Nr. 1___ (X.________weg 1___) installiert. Das 
Baugrundstück ist südlich des X.________weg gelegen (vgl. Geoportal des 
Kantons Bern, Basiskarte [Grafik 1], einsehbar unter: 
<www.geo.apps.be.ch>).

Grafik 1

2.2 Bei der Photovoltaikanlage handelt es sich um zwei gleich grosse 
Anlagefelder mit je 10 Solarmodulen und einer Fläche von je 17 m2. Die ein-
zelnen Module sind im Hochformat montiert. Ein Anlagefeld (A11) ist im 
oberen Dachteil in der Nähe der südlichen seitlichen Dachkante und des 
Dachfirsts, das zweite Anlagefeld (A12) im mittleren Dachteil in der Nähe der 
nördlichen seitlichen Dachkante platziert. Die Längsseiten der beiden recht-
eckigen Anlagefelder verlaufen parallel zum Dachfirst und zur Dachtraufe. 
Neben den Anlagefeldern befindet sich nördlich bzw. südlich je ein Dach-
flächenfenster. Zudem befinden sich in der Dachmitte unterhalb des Anlage-
feldes (A11) und oberhalb des Anlagefeldes (A12) ein schmales Kaminrohr 

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sowie ein kurzes schmales Lüftungsrohr. Der untere Teil des Daches ist nicht 
mit Solarmodulen belegt (Plan «Dachaufsicht» vom 31.10.2017, Vorakten 
Gemeinde 3E, Bewilligte Pläne nach Faszikel 10 [Grafik 2]; Fotos Nrn. 2, 3, 7, 
10 und 14 zum Augenschein vom 22.6.2018, Akten BVE 3B pag. 56 ff.; ange-
fochtener Entscheid E. 5b und 9d).

Grafik 2

2.3 Das Wohnhaus der Beschwerdeführenden auf der Parzelle Sigriswil 
Gbbl. Nr. 3___ am X.________ 3___ liegt nördlich, oberhalb der 
zusammengebauten Wohnhäuser des Beschwerdegegners (vgl. Grafik 1; 
Geoportal des Bundes, Karte [mit Höhenlinien], einsehbar unter 
<www.map.geo.admin.ch>). Es verfügt im Bereich des Unterschosses 
(Eingang, Keller) im Süden über zwei Sitzplätze. Vor dem Erdgeschoss 
befindet sich entlang der Südfassade eine langgezogene Terrasse sowie im 
Osten ein Gartensitzplatz. Im Obergeschoss (Galerie) ist zudem ein Balkon 
vorhanden (vgl. Gutachten vom 20.7.2021, Akten BVD 3A Beilage zu pag. 59 
[im Folgenden: Gutachten], Anhang B: Plan «Südfassade» vom 19.2.1983 
sowie Grundrisse des Erdgeschosses, des Untergeschosses 
«Eingangsgeschoss, Keller» und des Obergeschosses «Galerie» [nicht 

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datiert] des Wohnhauses der Beschwerdeführenden; Fotos Nrn. 1, 4-6 und 8 
zum Augenschein vom 22.6.2018, Akten BVE 3B pag. 56 ff.).

2.4 Vor Verwaltungsgericht ist umstritten, ob die Solarmodule auf dem 
Ostdach des Wohnhauses des Beschwerdegegners am X.________weg 
1___ bei der Nachbarliegenschaft der Beschwerdeführenden übermässige 
Blendwirkungen verursachen und Massnahmen zur Reduktion der 
Lichtreflexionen getroffen werden müssen. Weiter bestreiten die 
Beschwerdeführenden die Ortsbildverträglichkeit der Photovoltaikanlage. Im 
Übrigen bilden der Umbau und die Sanierung der zwei zusammengebauten 
Wohnhäuser am X.________weg 1___ und 3___ nicht Gegenstand des 
Rechtsmittelverfahrens (vgl. angefochtener Entscheid E. 2c). Soweit die 
Beschwerdeführenden rügen, die Platzierung des unteren 
Dachflächenfensters entspreche nicht den bewilligten Plänen (Beschwerde 
S. 11), sind sie auf das Baupolizeiverfahren zu verweisen, das Sache der 
Gemeinde ist (Art. 45 Abs. 1 BauG).

3.

In verfahrensrechtlicher Hinsicht rügen die Beschwerdeführenden zunächst 
eine Verletzung ihres Anspruchs auf rechtliches Gehör.

3.1 Die Vorinstanz sei zu Unrecht davon ausgegangen, dass die 
Gemeinde den Bauentscheid vom 25. März 2020 genügend begründet habe. 
Diese habe sich aber «mit keinem Wort» zur Ortsbildverträglichkeit der Pho-
tovoltaikanlage geäussert. Die Ausführungen der Vorinstanz zur Ortsbildver-
träglichkeit vermöchten diesen Mangel nicht zu heilen. Während des (verwal-
tungsinternen) Beschwerdeverfahrens hätten die Beschwerdeführenden 
keine Möglichkeit gehabt, sich einlässlich zur Ortsbildverträglichkeit zu 
äussern. Eine Auseinandersetzung mit der Begründung sei erst im Rahmen 
der Verwaltungsgerichtsbeschwerde erfolgt (Beschwerde 100.2022.181 
S. 3 f.).

3.2 Der Anspruch auf rechtliches Gehör gemäss Art. 21 ff. VRPG sowie 
Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung (BV; SR 101) und Art. 26 Abs. 2 der Ver-
fassung des Kantons Bern (KV; BSG 101.1) garantiert namentlich das Recht, 

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dass die Behörde die Vorbringen der vom Entscheid in ihrer Rechtsstellung 
Betroffenen tatsächlich hört, prüft und bei der Entscheidfindung berücksichtigt. 
Daraus folgt das Recht der betroffenen Person, sich vor Erlass eines Ent-
scheids zur Sache zu äussern (statt vieler BGE 147 I 433 E. 5.1; BVR 2018 
S. 281 E. 3.1). Das rechtliche Gehör umfasst sodann die Verpflichtung der 
Behörde, ihren Entscheid zu begründen (vgl. auch Art. 52 Abs. 1 Bst. b 
VRPG). Im Allgemeinen muss die Begründung zumindest so abgefasst sein, 
dass die Betroffenen die Verfügung oder den Entscheid gegebenenfalls sach-
gerecht anfechten können. Es müssen wenigstens kurz die Überlegungen 
genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die 
sich ihr Entscheid stützt; wobei sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen 
Punkte beschränken kann (statt vieler BGE 146 II 335 E. 5.1; BVR 2021 
S. 285 E. 3.4.2). Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist formeller Natur. Seine 
Verletzung führt ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der 
Sache grundsätzlich zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids (statt 
vieler BGE 147 I 433 E. 5.1, 142 II 218 E. 2.8.1; BVR 2018 S. 281 E. 3.1). Die 
Praxis lässt jedoch unter gewissen Umständen und im Interesse der Ver-
fahrensökonomie die Heilung einer Gehörsverletzung zu. Vorausgesetzt wird, 
dass der Rechtsmittelinstanz dieselbe Kognition wie der Vorinstanz zusteht 
und der betroffenen Person aus der Heilung kein Nachteil erwächst, d.h. sie 
ihre Rechte im Beschwerdeverfahren vollumfänglich wahrnehmen konnte 
(statt vieler BGE 142 II 218 E. 2.8.1; BVR 2012 S. 28 E. 2.3.5; zum Ganzen 
Michel Daum, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 
2. Aufl. 2020, Art. 21 N. 2, 9, 11, 15 und 28 sowie Art. 52 N. 6 f.).

3.3 Die BVD hat erwogen, die Ausführungen der Gemeinde zur Ortsbild-
verträglichkeit der strittigen Photovoltaikanlage seien zwar knapp gehalten; 
der kurzen Begründung im Bauentscheid mit Verweis auf die kantonalen 
Richtlinien des Regierungsrats vom Januar 2015 für baubewilligungsfreie An-
lagen zur Gewinnung erneuerbarer Energien (im Folgenden: Richtlinien des 
Regierungsrats) könne jedoch sowohl die Grundlage wie auch die Überle-
gungen der Gemeinde entnommen werden, weshalb die Solarmodule – so wie 
sie in den Anlagefeldern angeordnet wurden – aus ästhetischer Sicht bewilli-
gungsfähig seien. Die Beschwerdeführenden seien somit in der Lage gewe-
sen, den Entscheid sachgerecht anzufechten. Die Vorinstanz ist deshalb zum 

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Schluss gekommen, die Gemeinde habe ihre Begründungspflicht diesbe-
züglich nicht verletzt (angefochtener Entscheid E. 4h).

3.4 Der Auffassung der Vorinstanz ist beizupflichten: Nach Art. 415 
Abs. 10 des hier massgebenden Baureglements der EG Sigriswil vom 
5. Dezember 2016 (aGBR; vgl. Art. 36 Abs. 1 BauG) müssen Dachaufbauten 
in Material und optischer Wirkung auf das Dach abgestimmt sein. Für die 
Anordnung von Anlagen zur Energiegewinnung gelten gemäss Hinweis in der 
Kommentarspalte zu dieser Vorschrift die Richtlinien des Regierungsrats (vgl. 
auch hinten E. 6.1 f.). Es ist deshalb nicht zu beanstanden, dass die BVD den 
Verweis der Gemeinde auf die kantonalen Richtlinien im Bauentscheid als 
Begründung für die Ortsbildverträglichkeit der hier strittigen Photovoltaik-
anlage aufgefasst hat. Auch ist mit Blick auf die vorgenannten Anforderungen 
an die Begründungspflicht nicht rechtsfehlerhaft, wenn die Vorinstanz den 
Bauentscheid deshalb als genügend begründet erachtet hat. Im Übrigen hätte 
die BVD eine allfällige Gehörsverletzung heilen dürfen; sie verfügt über die-
selbe Kognition wie die Gemeinde (Art. 66 VRPG) und die Beschwerdeführen-
den konnten sich in der Beschwerde an die Vorinstanz zu den Sachumständen 
äussern. Da die Behörden das Recht von Amtes wegen anzuwenden haben 
und insofern die Offizialmaxime gilt (Art. 20a VRPG), besteht im Allgemeinen 
kein Anspruch, sich zur rechtlichen Beurteilung der Sachfragen noch beson-
ders zu äussern (BVR 2010 S. 157 E. 2.2; Michel Daum, a.a.O., Art. 21 N. 22). 
Die Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs erweist sich damit als unbe-
gründet.

4.

In der Sache machen die Beschwerdeführenden geltend, die hier strittigen 
Solarmodule verursachten auf ihrem Grundstück übermässige Blend-
wirkungen. 

4.1 Für die Beurteilung der umstrittenen Blendwirkungen sind die Umwelt-
schutzvorschriften zu beachten, die unter anderem dazu dienen, Menschen 
gegen schädliche oder lästige Einwirkungen zu schützen (Art. 1 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes vom 7. Oktober 1983 über den Umweltschutz [Umwelt-

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schutzgesetz, USG; SR 814.01]). Als Einwirkungen gelten gemäss Art. 7 
Abs. 1 USG auch Strahlen, die durch den Bau und Betrieb von Anlagen 
erzeugt werden. Dazu gehören optische Strahlen, wie z.B. sichtbares Licht 
(BVR 2006 S. 116 E. 5.5; VGE 2021/204 vom 17.6.2022 E. 3.1, je mit Hin-
weisen). Die von einer Solaranlage ausgehenden Lichtreflexionen sind dem-
nach Einwirkungen im umweltrechtlichen Sinn. Nach Art. 11 Abs. 1 und 2 
USG sind Emissionen in einer ersten Stufe im Rahmen der Vorsorge unab-
hängig von der bestehenden Umweltbelastung an der Quelle so weit zu 
begrenzen, als dies technisch und betrieblich möglich und wirtschaftlich 
tragbar ist (sog. Vorsorgeprinzip). Wenn feststeht oder zu erwarten ist, dass 
die Einwirkungen unter Berücksichtigung der bestehenden Umweltbelastung 
schädlich oder lästig werden, sind die Emissionsbegrenzungen gemäss 
Art. 11 Abs. 3 USG zu verschärfen. Während bei Emissionsbegrenzungen 
nach Abs. 3 bereits feststeht oder zu erwarten ist, dass übermässige Emis-
sionen entstehen, verfolgt das Vorsorgeprinzip den vorbeugenden Schutz vor 
Umweltbelastungen (Ursula Marti, Das Vorsorgeprinzip im Umweltrecht, 2011, 
S. 21).

4.2 Die Beschwerdeführenden bezeichnen die Blendwirkungen durch die 
Photovoltaikanlage des Beschwerdegegners als störend und lästig. An zwei 
Beobachtungspunkten seien die tolerierten Richtwerte überschritten 
(Beschwerde 100.2022.181 S. 5). Damit rügen die Beschwerdeführenden 
sinngemäss, Art. 11 Abs. 3 USG sei verletzt.

4.3 Für die Beurteilung von Lichtimmissionen bestehen weder auf eidge-
nössischer noch auf kantonaler Ebene Grenzwerte. Es ist daher gestützt auf 
Art. 12 Abs. 2 USG im Einzelfall zu beurteilen, ob die Immissionen mit Blick 
auf die Grundsätze in Art 13 ff. USG schädlich oder lästig sind 
(BGE 140 II 214 E. 3.3; BGer 1C_177/2011 vom 9.12.2012, in URP 2012 
S. 315 E. 5.2; BVR 1992 S. 253 E. 6c; VGE 2021/204 vom 17.6.2022 E. 3.2, 
2010/120 vom 8.3.2011 E. 4.3). Die Anforderungen nach Art. 14 USG gelten 
zwar vorab für Luftverunreinigungen, sie sind jedoch auch für die Einwirkung 
von Strahlen anzuwenden, weil sie allgemeine Regeln wiedergeben 
(BGE 124 II 219 E. 7a; BGer 1C_177/2011 vom 9.12.2012, in URP 2012 
S. 315 E. 5.2). Danach gelten Einwirkungen unter anderem dann als schädlich 
oder lästig, wenn sie die Bevölkerung erheblich in ihrem Wohlbefinden stören 

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(Art. 14 Bst. b i.V.m. Art. 13 USG; vgl. auch Art. 15 USG). Bei der Beurteilung 
im Einzelfall ist nicht auf das subjektive Empfinden einzelner Personen abzu-
stellen, sondern eine objektivierte Betrachtung vorzunehmen, unter Berück-
sichtigung auch von Personen mit erhöhter Empfindlichkeit (Art. 13 Abs. 2 
USG; BGE 133 II 292 E. 3.3; BVR 1992 S. 253 E. 6c; VGE 2021/204 vom 
17.6.2022 E. 3.2). Hierfür kann sich die Behörde auf Angaben von Fachleuten 
und -stellen abstützen; als Entscheidungshilfe können auch fachlich genügend 
abgestützte ausländische bzw. private Richtlinien herangezogen werden, 
sofern die Kriterien, auf welchen diese Unterlagen beruhen, mit denjenigen 
des schweizerischen Umweltrechts vereinbar sind (vgl. BGE 133 II 292 E. 3.3; 
BGer 1C_216/2010 vom 28.9.2010 E. 3.2).

4.4 Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung sind Blendungen durch 
reflektiertes Sonnenlicht nach ihrer Intensität und Einwirkungsdauer zu beur-
teilen. Eine Reflexion, die im Frühling und Herbst während je rund zweieinhalb 
Monaten und ca. 20-40 Minuten pro Tag das Mass einer Absolutblendung 
(Leuchtdichte, an die sich das Auge nicht mehr anpassen kann) überstieg, hat 
es dabei nicht als übermässig beurteilt (BGer 1C_177/2011 vom 9.12.2012, in 
URP 2012 S. 315 E. 5.4 f. und VGE 2010/120 vom 8.3.2011 E. 5.6). Der Leit-
faden zum Melde- und Bewilligungsverfahren für Solaranlagen vom Februar 
2021 von EnergieSchweiz, einem Programm des Bundesamts für Energie 
(BFE; im Folgenden: Leitfaden Solaranlagen, einsehbar unter: <www.bfe.ad-
min.ch>, Rubriken «News und Medien/Publikationen»), enthält sodann Richt-
werte zur tolerierten Einwirkungsdauer. Danach werden für Wohnzonen bei 
theoretisch ganzjährig wolkenlosem Himmel und ohne Berücksichtigung der 
Bündelaufweitung durch reflexionsarme Gläser folgende Resultate als tolerier-
bar eingestuft (Leitfaden Solaranlagen S. 31):

- maximal 30 Minuten Blenddauer an beliebig vielen Tagen im Jahr;
- maximal 60 Minuten Blenddauer an maximal 60 Tagen im Jahr;
- maximal 120 Minuten Blenddauer an maximal 20 Tagen im Jahr;
- maximal 50 Stunden Blendung im Jahr.

4.5 Die BVD hat im Beschwerdeverfahren ein Gutachten zu den Reflexi-
onswirkungen eingeholt (vorne Bst. B). Der Gutachter hat auf der Parzelle der 
Beschwerdeführenden insgesamt 10 Beobachtungspunkte definiert und 
untersucht (Gutachten S. 4 Ziff. 3.3). Die Blendungswirkung der Anlagefelder 

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bezüglich der benachbarten Parzelle (X.________ weg 4), die der Gutachter 
ebenfalls in die Untersuchung einbezogen und als unkritisch beurteilt hat, ist 
nicht bestritten und bildet deshalb nicht Verfahrensgegenstand (vgl. auch 
vorne E. 2.4). Der Gutachter beurteilte die Blendungswirkungen bei zwei 
Beobachtungspunkten auf der Parzelle der Beschwerdeführenden mit Blick 
auf die Richtwerte gemäss Leitfaden Solaranlagen (vgl. E. 4.4 hiervor) als 
kritisch (Gutachten S. 6 f. Fazit zu Ziff. 3.3): Am Beobachtungspunkt B114 
(Terrassenplatz rechts [Erdgeschoss]) werde die maximale Blendzeit von 
50 Stunden pro Jahr leicht überschritten (53,2 Stunden). Am Beobachtungs-
punkt B121 (Terrassenplatz links [Galerie]) sei zwar die maximale Blendzeit 
von 50 Stunden im Jahr eingehalten (31,92 Stunden); es könne aber an mehr 
als 60 Tagen im Jahr (75 Tage) eine Blendung über 30 Minuten auftreten. 
Dabei sei die tägliche Überschreitung aber sehr gering (33 Minuten). Die Blen-
dungen an den übrigen Beobachtungspunkten würden allesamt innerhalb der 
tolerierbaren Werte liegen (Gutachten S. 4 ff. Ziff. 3.3). Alle Blendereignisse 
würden im Winter stattfinden, von anfangs November bis anfangs März (Gut-
achten S. 5 f. Ziff. 3.3). In den Berechnungen nicht berücksichtigt seien 
namentlich die Meteorologie sowie der Einsatz von reflexionsarmen Gläsern 
(Gutachten S. 3 Ziff. 1.2 und S. 4 Ziff. 3). Aus dem Gutachten ergibt sich 
weiter, dass die verbauten Solarmodule dem aktuellen Stand der Technik 
bezüglich der Eigenschaft «reflexionsarm» entsprechen würden (Gutachten 
S. 9 Ziff. 4.1).

4.6 Die Beschwerdeführenden stellen zunächst die im Gutachten enthal-
tenen Berechnungsgrundlagen in Frage. Diese würden nicht den tatsäch-
lichen Gegebenheiten entsprechen, weil das Dach uneben sei. Die BVD hat 
dazu ausgeführt, von einem verzogenen oder gar buckligen Dach könne hier 
nicht gesprochen werden. Aus den Baubewilligungsakten ergebe sich, dass 
das Unterdach, die Konterlattung, die Ziegellattung sowie die Dacheindeckung 
(Ziegel) komplett erneuert worden seien. Grössere Unebenheiten in der Dach-
fläche würden nicht bestehen, wie Fotos in den Akten belegen würden. Richtig 
sei zwar, dass die Neigung des Ostdachs im oberen Dachteil steiler sei als 
jene im unteren Dachteil. Dieser Umstand sei im Gutachten jedoch berück-
sichtigt worden (angefochtener Entscheid E. 5c). Was die Beschwerdefüh-
renden dagegen vorbringen, vermag nicht zu überzeugen: Selbst wenn die 
Dachpfetten sowie das Hauptgerüst des Daches alt und nur einzelne Stücke 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 05.03.2024, Nrn. 100.2022.181/187U, 
Seite 14

davon ersetzt worden wären – was die Beschwerdeführenden vorbringen 
(Beschwerde 100.2022.181 S. 5 f.) –, sind dadurch noch keine Unebenheiten 
des Daches dargelegt. Weitere Hinweise für Unebenheiten des Daches sind 
nicht erkennbar. Die Ausführungen der Beschwerdeführenden vermögen 
damit weder die nachvollziehbaren Ausführungen der BVD noch die Schluss-
folgerungen des Gutachters in Frage zu stellen.

4.7 Weiter hat das AUE das Gutachten als vollständig, nachvollziehbar 
und plausibel gewürdigt (Bericht des AUE vom 1. September 2021, Akten 
BVD 3A pag. 66 ff. [im Folgenden: Bericht AUE] S. 1). Es bestätigte die Beur-
teilung des Gutachters, dass die Richtwerte gemäss Leitfaden Solaranlagen 
bei den Beobachtungspunkten B114 und B121 überschritten werden. Die 
Meteorologie (Reduktion der Sonnenscheindauer aufgrund langjähriger 
Wetterdaten vor Ort) sowie der Horizont (Abschattung durch Bepflanzungen 
oder andere Bauten) seien in den Resultaten gemäss Gutachten noch nicht 
enthalten (Bericht AUE S. 1). Eine entsprechende Berücksichtigung würde zu 
einer weiteren Minderung der Blendereignisse bzw. der kumulierten Blend-
dauer von mehr als 50 Prozent pro Jahr führen (Bericht AUE S. 3). Hier müsse 
weiter berücksichtigt werden, dass die Blendereignisse bei der Liegenschaft 
der Beschwerdeführenden hauptsächlich in den Wintermonaten stattfinden 
würden. Im Winter sei in der Regel die Anzahl sonniger Tage wesentlich 
kleiner als während des Rests des Jahres und man halte sich witterungs-
bedingt weniger oft auf Terrassen oder Balkonen auf. Aufgrund des tieferen 
Sonnenstands schütze man sich im Winterhalbjahr bei sonnigem Wetter viel-
fach mit einer Sonnenbrille. Allgemein verfüge die Liegenschaft zwar über 
relativ viele sensible Räume im Innen- und Aussenbereich, die gegen Süden 
ausgerichtet seien. Die Wahrscheinlichkeit sei daher relativ hoch, dass bei 
sonnigem Wetter einige dieser Räume wechselnd und während einer ge-
wissen Zeit Blendeinwirkungen durch die gegenüberliegende Photovoltaik-
anlage ausgesetzt seien. Das AUE erachtete es jedoch als zumutbar und 
verhältnismässig, während der Dauer der Blendeinwirkungen den Standort zu 
wechseln oder die Augen mit einer Sonnenbrille zu schützen. Es hat die von 
der hier strittigen Photovoltaikanlage ausgehenden Blendwirkungen deshalb 
nicht als übermässig beurteilt (Bericht AUE S. 4).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 05.03.2024, Nrn. 100.2022.181/187U, 
Seite 15

4.8 Gestützt auf die Fachmeinungen und im Licht der bundesgerichtlichen 
Rechtsprechung (vorne E. 4.4) ist die BVD zum Schluss gekommen, aufgrund 
der Intensität und Dauer der Blendungen würden keine übermässigen Im-
missionen im Sinne des USG vorliegen (angefochtener Entscheid E. 7h). Sie 
ist – gleich wie das AUE – der Ansicht, die im Gutachten konkret berechneten 
Blendwirkungen seien stark zu relativieren. Anlässlich eines Augenscheins 
habe sie sich im Beisein der Parteien sowie eines Vertreters des AUE ein 
eigenes Bild der Situation bei der Liegenschaft der Beschwerdeführenden 
gemacht. Dabei habe sich herausgestellt, dass sich die Beschwerdeführenden 
nach ihren eigenen Angaben im Aussenbereich hauptsächlich auf der 
Terrasse im Erdgeschoss und nicht auf der Galerie aufhalten würden. Im Be-
reich des Erdgeschosses sei die täglich zulässige Blenddauer von maximal 
30 Minuten bei keinem Beobachtungspunkt überschritten. Weiter habe sie am 
Augenschein festgestellt, dass die Solarmodule in sitzender Position unter 
anderen vom Beobachtungspunkt B114 nur teilweise oder gar nicht einsehbar 
seien. Zudem komme die Blendung nach den Ausführungen des Gutachters 
aus einer ähnlichen Himmelsrichtung wie die Sonnenstrahlung. Die Beschwer-
deführenden hätten ferner die Möglichkeit, den Reflexionen auszuweichen, so 
dass die Nutzung des Aussenbereichs sowie der verschiedenen Räume 
problemlos ohne Blendungen möglich sei (angefochtener Entscheid E. 7f). 

4.9 Das Verwaltungsgericht hat keinen Anlass, von der fachlich abge-
stützten Beurteilung der Vorinstanz abzuweichen: Die Argumente der 
Vorinstanz, warum die im Gutachten berechneten Blenddauern und -zeiten 
aufgrund der konkreten Gegebenheiten vor Ort zu relativieren sind, sind auch 
für das Verwaltungsgericht nachvollziehbar. Die von der Vorinstanz ange-
führten Gegebenheiten werden von den Beschwerdeführenden auch nicht be-
stritten. Sie machen lediglich geltend, die Richtwerte gemäss Leitfaden Solar-
anlagen seien nicht eingehalten, weshalb eine übermässige Einwirkung 
vorliege (Beschwerde 100.2022.181 S. 5). Dabei verkennen sie, dass der Leit-
faden Solaranlagen den Behörden zwar als Entscheidungshilfe dienen kann; 
die Richtwerte sind für die Behörden aber nicht bindend (vorne E. 4.3). Die 
Richtwerte werden bei den Beobachtungspunkten B114 und B121 sodann nur 
leicht überschritten (vgl. vorne E. 4.5): Am Beobachtungspunkt B114 wird 
zwar die maximale Blendzeit von 50 Stunden pro Jahr knapp nicht eingehal-
ten; die Blenddauer liegt aber innerhalb der tolerierten Richtwerte von maximal 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 05.03.2024, Nrn. 100.2022.181/187U, 
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30 Minuten an beliebig vielen Tagen im Jahr bzw. maximal 60 Minuten an 
maximal 60 Tagen im Jahr (Gutachten S. 5 f. Ziff. 3.3). Am Beobachtungs-
punkt B121 wird die maximale Blendzeit von 50 Stunden im Jahr eingehalten; 
es kann dagegen an mehr als 60 Tagen im Jahr (75 Tage) eine Blendung über 
30 Minuten auftreten. Die tägliche Überschreitung von 3 Minuten ist gering. 
Sie ist auch insofern zu relativieren, als gemäss Richtwerten des Leitfadens 
Solaranlagen eine Blenddauer von 60 Minuten an 60 Tagen pro Jahr tolerier-
bar wäre (75x33 = 2475 Minuten; 60x60 = 3600 Minuten). Sodann hat das 
Bundesgericht eine Blenddauer von ca. 20-40 Minuten pro Tag an rund 
75 Tagen nicht als übermässig beurteilt (vorne E. 4.4). Nach dem Gesagten 
ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz die Einwirkungen nicht bereits 
deshalb als übermässig angesehen hat, weil die Richtwerte gemäss Leitfaden 
Solaranlagen an zwei Beobachtungspunkten nicht eingehalten werden. 

4.10 Soweit die Beschwerdeführenden vorbringen, das AUE habe die im 
Gutachten festgehaltenen Blendzeiten und -dauern aufgrund der Bewölkung 
«pauschal um 50 %» reduziert, worauf sich die Vorinstanz zu Unrecht abge-
stützt habe (Beschwerde 100.2022.181 S. 5), ergibt sich Folgendes: Zwar 
erwähnt die Vorinstanz den Einfluss der Meteorologie auf die Blendzeiten und 
-dauern (angefochtener Entscheid E. 6d, 7b, d und g). Sie hat aber gleichzeitig 
klargestellt, dass das Gutachten die «theoretisch» möglichen Blendzeiten und 
-dauern bei ganzjährig wolkenlosem Himmel ohne Bündelaufweitung und 
Einflüsse des Nah- und Fernhorizonts ausgewiesen habe. Diese 
«theoretisch» möglichen Blendzeiten und -dauern seien mit den Richtwerten 
gemäss Leitfaden Solaranlagen zu vergleichen, die von gleichen meteoro-
logischen Umständen ausgehen würden (angefochtener Entscheid E. 7d). Die 
Blendwirkungen hat sie hier aus anderen Gründen nicht als übermässig ein-
gestuft (vorne E. 4.8). Die Rüge der Beschwerdeführenden erweist sich damit 
als unbegründet.

4.11 Dass die Blendungen hinsichtlich der Intensität übermässig seien, wird 
von den Beschwerdeführenden nicht geltend gemacht und ist auch nicht 
erkennbar. Die strukturierte Beschichtung bewirkt, dass das reflektierte 
Sonnenlicht gestreut wird und sich die Intensität der Reflexion bzw. die Leucht-
dichte aufgrund der Auffächerung vermindert (Vollzugshilfe «Empfehlungen 
zur Vermeidung von Lichtemissionen» des Bundesamts für Umwelt [BAFU], 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 05.03.2024, Nrn. 100.2022.181/187U, 
Seite 17

2021, einsehbar unter: <www.bafu.admin.ch>, Rubriken «Themen/Elektro-
smog und Licht/Publikationen und Studien» [im Folgenden: Vollzugshilfe 
BAFU], S. 45). Die Schädlichkeit der Blendwirkungen kann gemäss bundes-
gerichtlicher Rechtsprechung aufgrund der im Vergleich mit dem Sonnenlicht 
geringen Leuchtdichte und den natürlichen Abwehrreflexen des Menschen 
verneint werden (BGer 1C_177/2011 vom 9.2.2012, in URP 2012 S. 315 
E. 5.5).

4.12 Nach dem Gesagten hat die BVD zu Recht übermässige Immissionen 
verneint.

5.

Die Beschwerdeführenden rügen weiter, das umweltrechtliche Vorsorge-
prinzip sei verletzt.

5.1 Die BVD – wie auch die Gemeinde – hätten eine andere Platzierung 
der Solarmodule nur unzureichend bzw. überhaupt nicht abgeklärt. Die 
Vorinstanz äussere sich nur zu einer möglichen Verschiebungsvariante (An-
ordnung zu einem einzigen Feld nahe der Traufe). Dabei verkenne sie, dass 
bei einer Anordnung der Module im unteren Drittel des Dachs die Auswirkun-
gen auf ihre Liegenschaft mit Bepflanzung deutlich verringert werden könnte, 
ohne die Aussicht zu beeinträchtigen (Beschwerde 100.2022.181 S. 7). 

5.2 Auch wenn keine übermässigen Einwirkungen im Sinn von Art. 11 
Abs. 3 USG zu erwarten sind, ist stets im Einzelfall zu prüfen, ob im Rahmen 
der Vorsorge zusätzliche Emissionsbegrenzungen erforderlich sind. Denn das 
Vorsorgeprinzip besagt, dass Emissionen so weit zu begrenzen sind, als dies 
technisch und betrieblich möglich sowie wirtschaftlich tragbar ist (Art. 11 
Abs. 2 USG; vorne E. 4.1). Der Beschwerdegegner hat dem Vorsorgeprinzip 
mit den gewählten Solarmodulen insoweit Rechnung getragen, als diese nach 
dem Stand der Technik reflexionsarm ausgeführt sind (vorne E. 4.5; vgl. auch 
Christoph Jäger, in Praxiskommentar RPG, 2020, Art. 18a N. 20). Gleichwohl 
ist zu prüfen, ob weitere Emissionsbegrenzungen zumutbar wären (vorne 
E. 4.1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 05.03.2024, Nrn. 100.2022.181/187U, 
Seite 18

5.3 Die BVD hat verschiedene Massnahmen in Erwägung gezogen, um 
die Blendwirkung der Anlage weiter zu mindern. Das Pflanzen eines Baumes 
oder einer Hecke beurteilte die BVD, übereinstimmend mit dem AUE, auf-
grund der engen Platzverhältnisse sowie der Lage und Distanz der beiden 
Liegenschaften zueinander nicht als sinnvoll und zielführend (angefochtener 
Entscheid E. 8c f.). Die Verlegung der Solarmodule auf den unteren Teil des 
Ostdachs im Bereich der Traufe schloss die BVD aus, da dies zu längeren 
Blendzeiten bei der Liegenschaft der Beschwerdeführenden – mithin zu einer 
Verschlechterung der Situation – führen würde. Aufgrund der Lage der Dach-
flächenfenster und der technischen Aufbauten (Kaminrohr und Lüftungsrohr, 
vgl. vorne E. 2.2) seien die Verschiebungsmöglichkeiten auf dem Ostdach aus 
technischer Sicht beschränkt und nur mit grossem Aufwand möglich. Ausser 
Betracht falle zudem, die Solarmodule auf die westseitige Dachfläche des 
Wohnhauses am X.________ weg 1___ zu versetzen. Diese Dachfläche sei 
bereits heute mit Solarmodulen belegt (angefochtener Entscheid E. 8d). – 
Nach dem Gesagten hat die Vorinstanz eine andere Platzierung der 
Solarmodule zureichend geprüft. Die Rüge der Beschwerdeführenden in 
diesem Punkt erweist sich als unbegründet. Inwieweit die Gemeinde bereits 
im Baubewilligungsverfahren eine andere Lage oder Anordnung der hier 
strittigen Photovoltaikanlage hätte abklären müssen, braucht hier nicht weiter 
erörtert zu werden. 

5.4 Die Ausführungen der Vorinstanz sind auch inhaltlich nicht zu bean-
standen. Aus dem Gutachten ergibt sich, dass die Verlegung der Solarmodule 
auf den unteren Teil des Ostdachs im Bereich der Traufe tendenziell zu 
längeren Blendzeiten und -dauern führen kann (Gutachten S. 8 Ziff. 3.5.4). 
Dies widerspricht dem Vorsorgeprinzip, das gerade eine weitere (vorsorgliche) 
Begrenzung der Emissionen bezweckt (vorne E. 4.1). Zudem ist nicht auszu-
schliessen, dass die Blendwirkungen durch eine entsprechende Verlegung 
der Solarmodule als schädlich oder lästig einzustufen und deshalb die Emis-
sionsbegrenzungen gemäss Art. 11 Abs. 3 USG zu verschärfen wären. Soweit 
die Beschwerdeführenden vorbringen, sie könnten die Blendwirkungen auf 
ihre Liegenschaft mit einer entsprechenden Bepflanzung deutlich verringern, 
erscheint dies wenig glaubhaft. Die Blendwirkungen haben die Beschwerde-
führenden bis anhin nicht davon abgehalten, die Bepflanzung zurückzu-
schneiden, welche die Sicht auf das untere Anlagefeld verdeckt hatte (vgl. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 05.03.2024, Nrn. 100.2022.181/187U, 
Seite 19

Protokoll des Augenscheins vom 22.6.2018, Akten BVE 3B pag. 41 ff., 44). 
Mit der Vorinstanz ist deshalb festzuhalten, dass eine Verlegung der Solar-
module hier ausser Betracht fällt. Inwiefern die Kosten für die Verlegung der 
Module bei der Interessenabwägung zu berücksichtigen wären, muss deshalb 
nicht weiter geprüft werden (vgl. zur Verhältnismässigkeitsprüfung bei Solar-
anlagen VGE 2021/204 vom 17.6.2022 E. 4.2 und 4.5). Was die von den 
Beschwerdeführenden erwähnten Solarziegel betrifft, so ist weder dargetan 
noch ersichtlich, inwiefern diese bezüglich der Blendwirkungen gegenüber 
den installierten Solarmodulen zu bevorzugen sind.

5.5 Damit ist der Entscheid der Vorinstanz auch insoweit zu bestätigen, als 
sie die Anordnung von Massnahmen zur Reduktion der Lichtreflexionen 
gestützt auf das Vorsorgeprinzip abgelehnt hat.

6.

Die Beschwerdeführenden sind ferner der Ansicht, die Photovoltaikanlage sei 
nicht mit den kommunalen Vorschriften über den Ortsbildschutz vereinbar.

6.1 Bauten, Anlagen, Reklamen, Anschriften und Bemalungen dürfen nach 
Art. 9 BauG Orts- und Strassenbilder nicht beeinträchtigen (Abs. 1 Satz 1). 
Die Gemeinden können nähere Vorschriften erlassen (Abs. 3). Art. 411 aGBR 
bestimmt unter den Randtiteln «Grundsatz» (Abs. 1) und «Beurteilungs-
kriterien» (Abs. 2) – soweit hier interessierend – Folgendes:

1 Bauten und Anlagen sind so zu gestalten, dass zusammen mit ihrer 
Umgebung eine gute Gesamtwirkung entsteht.

2 Bei der Beurteilung der guten Gesamtwirkung sind insbesondere zu 
berücksichtigen:

- die prägenden Elemente und Merkmale des Strassen-, Orts- und 
Landschaftsbildes;

- die bestehende und bei Vorliegen einer entsprechenden Planung 
auch die beabsichtigte Gestaltung der benachbarten Bebauung;

- Standort, Stellung, Form, Proportionen und Dimensionen der Bauten 
und Anlagen;

- die Fassaden- und Dachgestaltung sowie die Materialisierung und 
Farbgebung;

- […].

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 05.03.2024, Nrn. 100.2022.181/187U, 
Seite 20

Für das Ortsbilderhaltungsgebiet legt Art. 511 aGBR fest, dass sich Neu-, An- 
und Umbauten optimal ins Ortsbild einzufügen haben (Abs. 2). Weiter 
bestimmt Art. 415 Abs. 10 aGBR, dass Dachaufbauten in Material und 
optischer Wirkung auf das Dach abgestimmt sein müssen (Satz 1). In der 
Kommentarspalte zu dieser Vorschrift ist folgender Hinweis zu finden:

«Für die Baubewilligungspflicht sowie die Anordnung von Anlagen zur 
Energiegewinnung gelten die ‹Richtlinien – Baubewilligungsfreie Anlagen 
zur Gewinnung erneuerbarer Energien›, Januar 2015. Vgl. Art. 6 Abs. 1 
Bst. f BewD.»

6.2 Die Richtlinien des Regierungsrats betreffen in erster Linie die Abgren-
zung von bewilligungsfreien und bewilligungspflichtigen Anlagen zur Ge-
winnung erneuerbarer Energien (vgl. Ziffer 2.2 und 2.3). Darüber hinaus ent-
halten sie in Ziffer 2.4 Gestaltungshinweise für Solaranlagen. Die Gestaltungs-
hinweise sind eine Arbeitshilfe für die Behörden und die Grund-
eigentümerinnen und Grundeigentümer (Ziff. 1.4 Bst. b). Ihnen soll insbeson-
dere, wenn Solaranlagen an einem K-Objekt nach Baugesetzgebung oder 
Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung erstellt werden sollen, besondere 
Beachtung geschenkt werden (Ziff. 2.4).

6.3 Die kommunalen Bestimmungen gehen über die «ästhetische Ge-
neralklausel» von Art. 9 Abs. 1 BauG hinaus; ihnen kommt selbständige 
Bedeutung zu. Sie enthalten nicht bloss ein allgemeines Beeinträchtigungs-
verbot, sondern ein positives Einordnungs- bzw. Einfügungsgebot und kon-
kretisieren darüber hinaus die ästhetischen Anforderungen in einzelnen 
Bereichen (vgl. Zaugg/Ludwig, Kommentar zum bernischen BauG, Band I, 
5. Aufl. 2020, Art. 9-10 N. 4). Die Begriffe «gute Gesamtwirkung», «optimale 
Einfügung ins Ortsbild» und «Abstimmung in Material und optischer Wirkung» 
stellen unbestimmte kommunale Gesetzesbegriffe dar, bezüglich deren Aus-
legung das Verwaltungsgericht den kommunalen Behörden grundsätzlich 
einen gewissen Beurteilungsspielraum einräumt. Es ist vorab Sache der 
Gemeinde zu bestimmen, wie sie ihre eigenen kommunalen Ästhetikvor-
schriften verstanden haben will. Die «gute Gesamtwirkung» ist gemäss der 
Rechtsprechung weder an geringen noch an besonders hohen architektoni-
schen Qualitäten zu messen, sondern bedeutet bei durchschnittlichen 
örtlichen Gegebenheiten nur, dass das Mittelmass der Umgebung nicht ge-
stört werden darf und sich ein Bauvorhaben an den qualitativ hochwertigeren 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 05.03.2024, Nrn. 100.2022.181/187U, 
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Bauten und Anlagen der Umgebung zu orientieren hat (BVR 2009 S. 328 
E. 5.3, 2006 S. 491 E. 6.3.1 f. je mit Hinweisen; Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 9-
10 N. 4a und 5).

6.4 Sind bei der Installation einer Solaranlage ästhetische Fragen zu be-
urteilen, ist zudem Art. 18a Abs. 4 des Bundesgesetzes vom 22. Juni 1979 
über die Raumplanung (Raumplanungsgesetz, RPG; SR 700) zu beachten 
(BGE 146 II 367 E. 3.1.1; Christoph Jäger, a.a.O., Art. 18a N. 60). Nach 
dieser Bestimmung gehen die Interessen an der Nutzung der Solarenergie auf 
bestehenden oder neuen Bauten den ästhetischen Anliegen grundsätzlich vor. 
Die bundesrechtliche Prioritätenordnung schränkt den Beurteilungsspielraum 
der Baubewilligungsbehörden ein. Zwar kann von der Baugesuchstellerin bzw. 
vom Baugesuchsteller verlangt werden, bei vergleichbarer Nutzung der Solar-
energie die ortsbildverträglichste Option zu wählen. Ästhetisch motivierte Auf-
lagen, welche die Nutzung der Solarenergie einschränken oder das Anlage-
projekt (erheblich) erschweren oder verteuern, bedürfen im Rahmen der 
Interessenabwägung aber einer besonderen Rechtfertigung bzw. Begrün-
dung. Die Verweigerung der Baubewilligung aus ästhetischen Überlegungen 
wird nur ganz ausnahmsweise zulässig sein und muss besonders gut begrün-
det werden (vgl. BGE 146 II 367 E. 3.1.1; Christoph Jäger, a.a.O., Art. 18a 
N. 61 f.). Die Rechtsmittelbehörden wenden die bundesrechtliche Vorschrift 
von Amtes wegen an (Art. 20a Abs. 1 VRPG).

6.5 Die BVD ist zum Schluss gekommen, die Gemeinde habe sich bei der 
ästhetischen Beurteilung der hier strittigen Photovoltaikanlage zu Recht an 
den Gestaltungshinweisen gemäss Richtlinien des Regierungsrats orientiert 
(angefochtener Entscheid E. 9f). Im Einzelnen hat sie zur Ästhetik folgende 
Feststellungen getroffen und Schlüsse gezogen (angefochtener Entscheid 
E. 9h):

«Vorliegend zeigen die Fotos, dass auf dem Ostdach weder L- noch U-
förmige Anlagefelder verbaut worden sind. Die Anlagefelder sind vielmehr 
rechteckig und weisen die gleichen Dimensionen auf, so wie das die kan-
tonalen Richtlinien für Solaranlagen auf Baudenkmälern empfiehlt. In der 
Horizontalen sind die Anlagefelder auf die parallelen Linien der Trauf- und 
Firstkante ausgerichtet, sodass diesbezüglich eine symmetrische und in-
tegrierende Wirkung entsteht. Die gewählte Anordnung lehnt sich somit 
an die Gestaltungsbeispiele der kantonalen Richtlinien an. Dass die zwei 
Anlagefelder nicht direkt an Hauptkanten des Daches anstossen, schadet 
nicht, zumal die kantonalen Richtlinien unter den Beispielen für bewilli-
gungsfreie Anlagen auch Beispiele von Anlagefeldern anführen, die nicht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 05.03.2024, Nrn. 100.2022.181/187U, 
Seite 22

direkt an die Hauptkanten anstossen (vgl. Ziffer 2.2.2 der kantonalen 
Richtlinien). Im vorliegenden Fall fügen sich die Anlagefelder aufgrund 
ihrer Form (Rechtecke) und der Ausrichtung (Parallelität zur Trauf- und 
Firstkante) zu einem ruhigen Gesamtbild zusammen. Mit der Montage der 
Module im Hochformat übernehmen sie überdies die Formsprache des 
langgezogenen Ostdaches. Die Anlagefelder treten so nicht prominent in 
Erscheinung. Obwohl die Anlagefelder nicht direkt an die Hauptkanten 
des Daches stossen, erweist sich das Erscheinungsbild dennoch als ruhig 
und klar. Die gewählte Platzierung der Module wirkt sich sodann nicht stö-
rend auf das gestalterische Erscheinungsbild der Fassaden aus und 
ordnet sich damit auch der Geometrie des Gebäudes einwandfrei unter.»

Ergänzend hat die BVD im angefochtenen Entscheid ausgeführt, sie habe sich 
im Rahmen eines Augenscheins einen eigenen Eindruck von der strittigen 
Photovoltaikanlage verschafft. Die Einsehbarkeit der Anlagefelder sei von ver-
schiedenen Standorten aus geprüft worden. Dabei habe sie feststellen 
können, dass das Ostdach vom öffentlichen Raum aus nur von Standorten im 
Osten und aus weiterer Entfernung von Standorten im Nordosten einsehbar 
sei. Aus der Ferne seien die strittigen Anlagefelder zudem nicht oder nur noch 
punktuell sichtbar gewesen, wie die Fotos zeigen würden. Weiter sei auf den 
Fotos zu sehen, dass sich die zwei Anlagefelder durch die geringe Dimension 
dem Standortgebäude klar unterordnen und nicht störend in Erscheinung 
treten würden (angefochtener Entscheid E. 9i; vgl. Protokoll des Augen-
scheins vom 22.6.2018, Akten BVE 3B pag. 41 ff., 52 ff.; Verzeichnis der 
Fotostandorte des Augenscheins vom 22.6.2018, Akten BVE 3B pag. 66; 
Fotos Nrn. 15-20 zum Augenschein vom 22.6.2018, Akten BVE 3B 
pag. 63 ff.).

6.6 Die vorinstanzlichen Ausführungen zur Ästhetik sind für das Verwal-
tungsgericht nachvollziehbar. Was die Beschwerdeführenden vorbringen 
(Beschwerde 100.2022.181 S. 8 ff.), überzeugt dagegen nicht: Zunächst ist 
nicht ersichtlich, warum die hier strittigen Anlagefelder die Gestaltungs-
hinweise gemäss den Richtlinien des Regierungsrats nicht erfüllen sollen. – 
Die Anlagefelder weisen eine rechteckige Form sowie eine gleich grosse 
Fläche auf. Sie sind grundsätzlich parallel zur Dachfirst- und Dachtraufe sowie 
den seitlichen Dachkanten angeordnet (vgl. Richtlinien des Regierungsrats 
Ziff. 2.4.1; vorne E. 2.2). Dass die Anlagefelder nicht auf der gleichen Höhe 
und symmetrisch zueinander angeordnet sind, schadet nicht, wie die Beispiele 
für baubewilligungsfreie Solaranlagen mit zwei rechteckigen Anlagefeldern 
zeigen (vgl. Richtlinien des Regierungsrats Ziff. 2.2.1 S. 19). Ein zusammen-
hängendes Feld im unteren Drittel des Daches wird in den Gestaltungs-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 05.03.2024, Nrn. 100.2022.181/187U, 
Seite 23

hinweisen zwar empfohlen; die vom Beschwerdegegner gewählte Anordnung 
der Anlagefelder ist dadurch aber nicht ausgeschlossen. Im Übrigen würden 
die Solarmodule im unteren Drittel des Daches vermutlich stärkere Blendwir-
kungen verursachen (vorne E. 5.4), weshalb diese Anordnung hier aus um-
weltrechtlicher Sicht nicht vorzuziehen ist. Schliesslich entsprechen die Solar-
module mit ihren matten und dunklen Farbtönen auch den Gestaltungshin-
weisen zur Farbgebung und zu den Materialien (vgl. Richtlinien des Regie-
rungsrats Ziff. 2.4.2). Die Dachziegelfarbe ist nicht Verfahrensgegenstand und 
deren Ortsbildverträglichkeit hier nicht zu prüfen. Im Übrigen schliessen die 
kantonalen Gestaltungshinweise nicht aus, dass Solarmodule – die dunkel 
ausgestaltet sind, da sie so mehr Sonnenlicht absorbieren und damit auch 
mehr Energie generieren – auf hellen Dachflächen installiert werden. Der dies-
bezügliche Verweis der Beschwerdeführenden auf den Entscheid des Bun-
desgerichts vom 16. November 2016 (1C_26/2016) ist nicht zielführend. Das 
Bundesgericht hatte dort eine Solaranlage auf einem Einfamilienhaus in einer 
Siedlung zu beurteilen, die im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder 
der Schweiz (ISOS) aufgeführt ist; mithin war ein Denkmal von nationaler 
Bedeutung im Sinn von Art. 18a Abs. 3 RPG betroffen (E. 3.2). Nach dieser 
Bestimmung dürfen Solaranlagen auf Kultur- und Naturdenkmälern von 
kantonaler oder nationaler Bedeutung diese nicht wesentlich beeinträchtigen. 
Ein solches Denkmal liegt hier nicht vor (zu den Begriffen: Christoph Jäger, 
a.a.O., Art. 18a N. 44 ff.; vgl. auch Art. 32b der Raumplanungsverordnung 
vom 28. Juni 2000 [RPV; SR 700.1]). 

6.7 Weiter trifft der Einwand der Beschwerdeführenden nicht zu, die 
Vorinstanz habe sich «angemasst», über genügend Fachwissen und Orts-
kenntnisse zu verfügen, um die Ortsbildverträglichkeit ohne Fachbericht oder 
Ausführungen der Gemeinde beurteilen zu können (Beschwer-
de 100.2022.181 S. 9). Die Lage und Beschaffenheit der Anlagefelder ergibt 
sich aus den Akten. Zudem hat sich die BVD anlässlich eines Augenscheins 
im Verfahren BVD 110/2018/18 selbst einen Eindruck über die Situation 
verschafft (vorne E. 6.5). Die BVD verfügte damit über die notwendigen 
Grundlagen, um die Ortsbildverträglichkeit der hier strittigen Photovoltaikan-
lage zu beurteilen. Besonderes Fachwissen war dafür nicht notwendig (vgl. 
hinten E. 7). Dass sie dabei die gebotene Zurückhaltung (vorne E. 6.3) ver-
missen liess, ist nicht ersichtlich und wird von der Gemeinde überdies nicht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 05.03.2024, Nrn. 100.2022.181/187U, 
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geltend gemacht. Die Gemeinde selber hat im Übrigen die Ortsbildverträg-
lichkeit nie in Frage gestellt (vgl. Bauentscheid vom 25.3.2020, Vorakten 
Gemeinde 3E Faszikel 7).

6.8 Die vorinstanzlichen Ausführungen stehen auch nicht im Widerspruch 
zum Entscheid der BVD vom 27. Dezember 2018, wie die Beschwerde-
führenden meinen (Beschwerde 100.2022.181 S. 9): Die BVD wies in diesem 
Entscheid die Sache zur Fortsetzung des Verfahrens an die Gemeinde zurück, 
da die Einwände der Beschwerdeführenden zur Blendwirkung und der Orts-
bildverträglichkeit im Baubewilligungsverfahren nicht geprüft worden waren. 
Insbesondere zur Beurteilung der Blendwirkungen seien «weitere Ab-
klärungen» notwendig. Zu prüfen sei ausserdem, ob die installierten Solar-
module ortsbildverträglich seien. Dass dafür (zwingend) zusätzliche Abklärun-
gen notwendig seien, lässt sich dem Entscheid der BVD nicht entnehmen 
(Entscheid der BVD vom 27.12.2018 E. 4c f.). Die Vorinstanz räumte der 
Gemeinde damit lediglich die Gelegenheit ein, sich zur Vereinbarkeit der Pho-
tovoltaikanlage mit den kommunalen Gestaltungsvorschriften zu äussern (vgl. 
zu den Rückweisungsgründen Ruth Herzog, in Herzog/Daum [Hrsg.], 
Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 72 N. 8). 

6.9 Zusammenfassend ist die Vorinstanz mit Blick auf den Beurteilungs-
spielraum der Gemeinde bei der Auslegung und Anwendung ihrer Ästhetik-
normen zu Recht zum Schluss gekommen, dass das Bauvorhaben mit den 
kommunalen Ortsbildvorschriften vereinbar ist.

7.

Die Beschwerdeführenden sind weiter der Ansicht, die Photovoltaikanlage 
hätte durch die kantonale Kommission zur Pflege der Orts- und Landschafts-
bilder (OLK) beurteilt werden müssen.

7.1 Nach Art. 10 Abs. 2 BauG beurteilt die OLK zuhanden der Baubewilli-
gungsbehörde prägende Bauvorhaben aus Sicht des Ortsbilds- und Land-
schaftsschutzes. Näher und abschliessend geregelt wird der Beizug der OLK 
in Art. 22a Abs. 1 des Dekrets vom 22. März 1994 über das Baubewilligungs-
verfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1). Art. 22a Abs. 1 BewD 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 05.03.2024, Nrn. 100.2022.181/187U, 
Seite 25

knüpft den Beizug der OLK im Baubewilligungsverfahren an drei Voraus-
setzungen: Die OLK ist demnach beizuziehen bei prägenden Bauvorhaben 
(1), gegen die ästhetische Bedenken oder Einwände bestehen, die nicht 
offensichtlich unbegründet sind (2) und die das Ortsbild oder die Landschaft 
beeinträchtigen können, insbesondere in besonders geschützten Gebieten 
(3). Die Voraussetzungen nach Art. 22a Abs. 1 BewD müssen kumulativ erfüllt 
sein. Die OLK beurteilt also im Baubewilligungsverfahren nur Bauvorhaben, 
die «prägend» sind. Damit sind Bauvorhaben gemeint, die am geplanten 
Standort hinsichtlich der vorhandenen Baustruktur oder der umgebenden 
Landschaft von jedermann sofort feststellbar als dominant in Erscheinung 
treten werden. Ist das Bauvorhaben in einem besonderen Schutzgebiet im 
Sinn von Art. 22a Abs. 1 Bst. a-c BewD vorgesehen, kann eine mögliche Be-
einträchtigung des Orts- oder Landschaftsbilds als sehr wahrscheinlich ver-
mutet werden, wenn entsprechende Einwände oder Bedenken bestehen. In 
diesen Fällen wird somit in der Regel davon auszugehen sein, dass ein Bau-
vorhaben «prägend» im Sinn von Art. 10 Abs. 2 BauG ist (zum Ganzen: 
BVR 2021 S. 150 E. 3.5; Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 9-10 N. 9d; Vortrag des 
Regierungsrats zur Änderung des Baugesetzes und des Dekrets über das 
Baubewilligungsverfahren, in Tagblatt des Grossen Rates 2016, Beilage 8 [im 
Folgenden: Vortrag Änderung BauG und BewD], S. 7). 

7.2 Als besondere Schutzgebiete gelten nach Art. 22a Abs. 1 Bst. c BewD 
die Ortsbild- oder Landschaftsschutzgebiete im Sinn von Art. 86 BauG. Nach 
dieser Bestimmung bezeichnen die Gemeinden als Schutzgebiete unter 
anderen Siedlungen oder Siedlungsteile von besonderer Schönheit, Eigenart, 
geschichtlichem oder kulturellem Wert sowie von ökologischer oder gesund-
heitlicher Bedeutung, wie etwa Orts- und Strassenbilder (Abs. 1). Die Gemein-
den legen die dem Schutzzweck dienenden Bau- und Nutzungsbeschrän-
kungen fest (Abs. 2). – Die Parzelle des Beschwerdegegners liegt im Orts-
bilderhaltungsgebiet. Gemäss Art. 511 Abs. 1 aGBR umfassen die Ortsbilder-
haltungsgebiete die das Ortsbild prägenden Siedlungsteile bzw. Baugruppen 
mitsamt ihrer Umgebung. In den Absätzen 2-4 hat die Gemeinde die Bau- und 
Nutzungsbeschränkungen für die Ortsbilderhaltungsgebiete festgelegt. Die 
Vorinstanz scheint davon auszugehen, dass es sich beim Ortsbilderhaltungs-
gebiet um ein Schutzgebiet im Sinn von Art. 86 BauG handelt (angefochtener 
Entscheid E. 9l). Die Gemeinde vertritt in ihrer Stellungnahme vom 18. Juli 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 05.03.2024, Nrn. 100.2022.181/187U, 
Seite 26

2022 Gegenteiliges, ohne dies jedoch weiter zu begründen (Verfah-
ren 100.2022.181 act. 4 bzw. Verfahren 100.2022.187 act. 6 S. 2; vgl. auch 
Art. 512 des Baureglements der EG Sigriswil vom 21. Juni 2023; einsehbar 
unter <www.sigriswil.ch>, Rubriken «Dienstleistungen/Reglemente und 
Downloads»). Selbst wenn es sich beim Ortsbilderhaltungsgebiet um ein 
Schutzgebiet im Sinn von Art. 86 BauG handeln würde, führt dieser Umstand 
alleine aber noch nicht dazu, dass die OLK zwingend beizuziehen ist (E. 7.1 
hiervor) – was bereits die Vorinstanz zutreffend erläutert hat (angefochtener 
Entscheid E. 9l). Dies würde dem gesetzgeberischen Willen widersprechen, 
wonach der Einbezug der OLK auf die für das Orts- und Landschaftsbild 
prägenden Bauvorhaben an exponierter oder gut einsehbarer Lage zu be-
schränken sei (zur Änderung von Art. 10 BauG im Rahmen der Teilrevision 
der Baugesetzgebung vom 9. Juni 2016: BVR 2021 S. 150 E. 3.2 ff.; Vortrag 
Änderung BauG und BewD, S. 7). 

7.3 Die Beschwerdeführenden bringen vor, das Bauvorhaben liege im 
Ortsbilderhaltungsgebiet und stelle mit den «weithin gut sichtbaren, in der Um-
gebung einzigartigen und auffälligen Anlagefeldern» ein prägendes Bauvor-
haben dar (Beschwerde 100.2022.181 S. 8). Die BVD hat erwogen, die zwei 
rechteckigen Anlagefelder würden den kantonalen Gestaltungsvorschriften 
entsprechen. Die Photovoltaikanlage trete aufgrund ihrer Form und Anord-
nung nicht störend in Erscheinung und ordne sich dem Gebäude unter. Ein 
prägendes Bauvorhaben liege nicht vor (angefochtener Entscheid E. 9m). 

7.4 Der Schluss der Vorinstanz ist nicht zu beanstanden: Nach dem 
Gesagten entspricht die Photovoltaikanlage den Gestaltungsvorschriften 
gemäss den Richtlinien des Regierungsrats (vorne E. 6.6). Folglich kann nicht 
von einem in der Umgebung «einzigartigen» und «auffälligen» Bauvorhaben 
gesprochen werden. Die Beschwerdeführenden vermögen zudem nicht auf-
zuzeigen, dass die Photovoltaikanlage – entgegen den vorinstanzlichen Sach-
verhaltsfeststellungen (vorne E. 6.5) – weithin gut sichtbar sein soll. Folglich 
ist die Vorinstanz zu Recht zum Schluss gekommen, dass die OLK im Baube-
willigungsverfahren nicht zu konsultieren war. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 05.03.2024, Nrn. 100.2022.181/187U, 
Seite 27

8.

Zusammenfassend erweist sich die Photovoltaikanlage als mit den einschlä-
gigen gesetzlichen Vorschriften vereinbar. Die Vorinstanz hat den Bau-
entscheid der Gemeinde vom 25. März 2020 deshalb zu Recht bestätigt.

9.

Die Beschwerdeführenden verlangen schliesslich eine Reduktion der 
vorinstanzlichen Verfahrenskosten: Das Verwaltungsgericht auferlegt sich in 
Bezug auf die Bestimmung und Verlegung von Verfahrens- und Parteikosten 
praxisgemäss eine gewisse Zurückhaltung und billigt den vorinstanzlichen 
Behörden in dieser Hinsicht einen grossen Beurteilungs- und Ermessensspiel-
raum zu. Das Gericht greift nur ein, wenn die Behörde ihr Ermessen oder den 
Beurteilungsspielraum rechtsfehlerhaft ausgeübt hat (BVR 2004 S. 133 
E. 1.3; Ruth Herzog, a.a.O., Art. 66 N. 22, Art. 80 N. 19, je mit Hinweisen). 
Dies ist hier zu verneinen. Die Vorinstanz hat auf die Erhebung von einem 
Viertel der Verfahrenskosten verzichtet sowie einen Viertel der Parteikosten 
der Beschwerdeführenden der Gemeinde zur Bezahlung auferlegt. Damit hat 
sie der Verletzung des rechtlichen Gehörs durch die Gemeinde, die zu Unrecht 
auf die Einholung eines Gutachtens verzichtet hatte, angemessen Rechnung 
getragen. Eine (zusätzliche) Verletzung der Begründungspflicht durch die 
Gemeinde bezüglich der Ortsbildverträglichkeit der Photovoltaikanlage liegt 
nicht vor (vorne E. 3). Auch diese Rüge erweist sich damit als unbegründet.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 05.03.2024, Nrn. 100.2022.181/187U, 
Seite 28

Verfahren 100.2022.187

10.

Im Verfahren 100.2022.187 ist der Beschwerdeführer der Ansicht, die 
Vorinstanz habe ihm die Kosten für das Blendgutachten zu Unrecht auferlegt. 

10.1 Er bringt zunächst vor, die Blendwirkungen seien bereits im ersten Be-
schwerdeverfahren (BVE 110/2018/54) umfangreich abgeklärt worden. Nach 
Rückweisung der Sache an die Gemeinde habe er zudem ein «Gutachten der 
C.________AG» eingereicht, wobei dieses zu den gleichen Ergebnissen 
gekommen sei, wie das später von der BVD in Auftrag gegebene Gutachten 
(Beschwerde 100.2022.187 S. 1 f.). Soweit der Beschwerdeführer im Ver-
fahren 100.2022.187 damit geltend macht, dass er die Kosten für das (weiter-
gehende) Gutachten nicht bezahlen müsse, weil dieses nicht notwendig 
gewesen sei, ergibt sich Folgendes: Nach Art. 52 Abs. 1 BewD tragen die 
Gesuchstellenden die amtlichen Kosten des Baubewilligungsverfahrens. 
Dazu gehören auch die Kosten für ein Gutachten, soweit sich dieses im Bau-
bewilligungsverfahren als gerechtfertigt erweist (Art. 51 Abs. 1 und 2 BewD; 
Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 38-39 N. 18 Bst. d; RR 16.11.1977, in BVR 1978 
S. 245 E. 3). Wird der Instruktionsaufwand von den Rechtsmittelbehörden 
geleistet, sind die entsprechenden Kosten dem Gesuchsteller aufzuerlegen 
(BVR 2006 S. 335 [VGE 21598/21602-21604 vom 14.6.2005] nicht publ. 
E. 14.4 [bestätigt durch BGer 1A.214/2005 vom 23.1.2006]; VGE 2016/62 
vom 18.8.2016 E. 4). Gemäss Vollzugshilfe des BAFU ist eine erweiterte 
Beurteilung nötig, wenn eine Blendung auf Immissionsorte nicht von vorn-
herein ausgeschlossen werden kann (S. 43). Im Rahmen der erweiterten 
Beurteilung ist für jeden einzelnen Immissionspunkt (z.B. bestimmtes Zimmer, 
bestimmter Balkon oder Gartensitzplatz) zu berechnen, ob, wann und wie 
lange er von Reflexionen betroffen ist (S. 45). Die Vollzugshilfe des BAFU 
enthält als Praxishilfe bzw. Verwaltungsverordnung keine Rechtsnormen und 
begründet insbesondere keine Rechte oder Pflichten der Privaten. Sie ist aber 
Ausdruck des Wissens und der Erfahrung bewährter Fachstellen. Das Verwal-
tungsgericht berücksichtigt Verwaltungsverordnungen, soweit sie im Einklang 
mit den gesetzlichen Vorgaben stehen und diese auf eine überzeugende und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 05.03.2024, Nrn. 100.2022.181/187U, 
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praktikable Art und Weise konkretisieren (vgl. BVR 2012 S. 121 E. 4.12; 
Ruth Herzog, a.a.O., Art. 80 N. 38, je mit weiteren Hinweisen). – Wie bereits 
die Vorinstanz zutreffend ausgeführt hat (angefochtener Entscheid E. 4e f.), 
können kritische Blendwirkungen hier nicht ausgeschlossen werden und war 
im Baubewilligungsverfahren eine erweiterte Beurteilung notwendig. Die Re-
flexionsberechnung der C.________AG genügt den Anforderungen an eine 
erweiterte Beurteilung nicht. Weder sind konkrete Immissionsorte 
(Beobachtungspunkte) definiert worden, noch liegen genaue Berechnungen 
vor, wie ein lmmissionspunkt von der Blendung betroffen ist. Nach dem 
Gesagten ist die Vorinstanz zutreffend zum Schluss gekommen, dass das 
(weitergehende) Gutachten zu den Reflexionswirkungen bereits im 
Baubewilligungsverfahren hätte eingeholt und vom Beschwerdeführer als 
Bestandteil der Kosten für die Baubewilligung bezahlt werden müssen. 

10.2 Weiter rügt der Beschwerdeführer im Verfahren 100.2022.187 (sinn-
gemäss) die Verletzung des Vertrauensgrundsatzes.

10.2.1 Die BVE habe anlässlich des Augenscheins vom 22. Juni 2018 mitge-
teilt, dass sich die Kosten für ein Gutachten inklusive Fachbericht auf rund 
Fr. 3'500.-- bis Fr. 4'000.-- belaufen und der unterliegenden Partei angelastet 
würden (Beschwerde 100.2022.187 S. 1). Die BVD hat dazu in ihrer Stellung-
nahme vom 22. August 2022 ausgeführt, die Aussage bezüglich der Gutach-
terkosten sei im Beschwerdeverfahren BVE 110/2018/54 erfolgt. Sie basiere 
auf einer mündlichen, provisorischen Schätzung des Vertreters des AUE 
(richtig beco) und vermöge keine Vertrauensgrundlage zu begründen. 
Relevant sei das Kostendach von Fr. 5'500.--, das im Beschwerdeverfahren 
BVD 110/2020/70 für die Erstellung des Reflexionsgutachtens mit prozesslei-
tenden Verfügungen vom 9. Juli 2020 und 9. April 2021 festgelegt worden sei 
(Verfahren 100.2022.187 act. 9).

10.2.2 Der verfassungsmässige Grundsatz von Treu und Glauben (Art. 9 BV 
und Art. 11 Abs. 2 KV) verleiht in der Form des Vertrauensschutzes einen An-
spruch auf Schutz berechtigten Vertrauens in behördliche Zusicherungen oder 
sonstiges, bestimmte Erwartungen begründendes Verhalten, sofern sich 
dieses auf eine konkrete, die betreffende Bürgerin oder den betreffenden 
Bürger berührende Angelegenheit bezieht (statt vieler BGE 148 II 233 
E. 5.5.1; BVR 2015 S. 15 E. 4.1; Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Ver-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 05.03.2024, Nrn. 100.2022.181/187U, 
Seite 30

waltungsrecht, 8. Aufl. 2020, N. 627). Weiter wird vorausgesetzt, dass die aus-
kunftserteilende Behörde hierfür zuständig war oder die betreffende Bürgerin 
bzw. der betreffende Bürger sie aus zureichenden Gründen als zuständig be-
trachten durfte. Bei Privaten genügt es, wenn sie in guten Treuen annehmen 
durften, die Behörde sei zur Erteilung der Auskunft befugt (statt vieler 
BGE 148 II 233 E. 5.5.1; Häfelin/Müller/Uhlmann, a.a.O., Rz. 677). Neben 
dem behördlichen Verhalten als Vertrauensgrundlage setzt Vertrauensschutz 
auch eine Vertrauensbetätigung voraus. In der Regel kann Vertrauensschutz 
nur geltend machen, wer gestützt auf sein Vertrauen eine Disposition getätigt 
hat, die ohne Nachteil nicht wieder rückgängig gemacht werden kann. 
Zwischen Vertrauen und Disposition muss zudem ein Kausalzusammenhang 
gegeben sein. Selbst wenn die Voraussetzungen des Vertrauensschutzes 
erfüllt sind, bleibt die Interessenabwägung im Einzelfall vorbehalten 
(BVR 2015 S. 15 E. 4.1; Häfelin/Müller/Uhlmann, a.a.O., N. 659 und 663 f.; 
Tschannen/Müller/Kern, Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. Aufl. 2022, § 22 
N. 487).

10.2.3 Die am Augenschein gemachten Angaben zur Höhe der Gutachter-
kosten bilden keine Vertrauensgrundlage: Aus dem Protokoll zum Augen-
schein geht hervor, dass es sich dabei lediglich um eine Schätzung handelte 
(«rund Fr. 3'500.-- bis Fr. 4'000.--»), die im Übrigen nicht auf einer vorgängig 
eingeholten Offerte basiert. Damit fehlt es diesbezüglich an der inhaltlichen 
Bestimmtheit der behördlichen Auskunft (vgl. Häfelin/Müller/Uhlmann, a.a.O., 
N. 668). Anders verhält es sich bezüglich der Aussage des verfahrensleiten-
den Mitarbeiters der BVE, die Kosten des Gutachtens würden als Verfahrens-
kosten der unterliegenden Partei angelastet (vgl. Protokoll des Augenscheins 
vom 22.6.2018, Akten BVE 3B pag. 41 ff., 48). Diese Aussage erfolgte vorbe-
haltlos und auf die konkrete Situation bezogen, obwohl bereits zum Zeitpunkt 
des Augenscheins klar war, dass eine erweiterte Beurteilung der Blendwir-
kungen im Baubewilligungsverfahren hätte erfolgen müssen (Protokoll des 
Augenscheins vom 22.6.2018, Akten BVE 3B pag. 41 ff., 47 f.; Entscheid der 
BVE vom 27.12.2018 E. 4c; vorne E. 10.1). Auch durfte der nicht anwaltlich 
vertretene Beschwerdeführer im Verfahren 100.2022.187 in guten Treuen 
annehmen, der verfahrensleitende Mitarbeiter sei als Vertreter der BVE zur 
betreffenden Auskunft befugt; auch wenn der Beschwerdeentscheid letztlich 
vom Direktor zu unterzeichnen war (Art. 4 Abs. 1 der Verordnung vom 18. Ok-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 05.03.2024, Nrn. 100.2022.181/187U, 
Seite 31

tober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau- und Verkehrs-
direktion [Organisationsverordnung BVD, OrV BVD; BSG 152.221.191). Ob 
eine genügende Vertrauensgrundlage besteht, kann aber offenbleiben, da es 
hier an einer Vertrauensbetätigung fehlt (E. 10.2.2 hiervor). Der Beschwerde-
führer im Verfahren 100.2022.187 behauptet nicht, dass er im Vertrauen auf 
die Aussage des Vertreters der BVE zur Kostentragung Dispositionen ge-
troffen hat. Solche sind auch nicht ersichtlich, zumal die hier umstrittene Pho-
tovoltaikanlage zum Zeitpunkt des Augenscheins bereits installiert war, diese 
Blendungen verursachte und deswegen ein Gutachten ohnehin hätte einge-
holt werden müssen (vorne E. 10.1). Die Rüge der Verletzung des Vertrau-
ensgrundsatzes erweist sich deshalb als unbegründet.

10.3 Schliesslich geht auch der Einwand des Beschwerdeführers im Ver-
fahren 100.2022.187 ins Leere, die ihm auferlegten Gutachterkosten seien im 
Vergleich zu den Installationskosten für die Photovoltaikanlage nicht 
verhältnismässig. Als Bauherr trägt er das Risiko, dass zusätzliche Abklä-
rungen zu den Blendwirkungen seiner Solaranlage notwendig sind (Christoph 
Jäger, a.a.O., Art. 18a N. 1). Dass die Entschädigung des Gutachters zu hoch 
sei, macht der Beschwerdeführer im Verfahren 100.2022.187 nicht geltend 
und ist auch nicht erkennbar (vgl. zur Entschädigung von Sachverständigen: 
Michel Daum, a.a.O., Art. 19 N. 104).

10.4 Zusammenfassend ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz die 
Kosten des Gutachtens dem Beschwerdeführer im Verfahren 100.2022.187 
zur Bezahlung auferlegt hat.

11.

11.1 Die Beschwerden erweisen sich nach dem Gesagten als unbegründet 
und sind abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.

11.2 Im Verfahren 100.2022.181 unterliegen die Beschwerdeführenden, 
weshalb sie die Verfahrenskosten zu tragen haben – unter solidarischer Haft-
barkeit (Art. 108 Abs. 1 und Art. 106 VRPG). Ersatzfähige Parteikosten sind 
keine angefallen (Art. 104 Abs. 1 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 05.03.2024, Nrn. 100.2022.181/187U, 
Seite 32

11.3 Im Verfahren 100.2022.187 gilt der Beschwerdeführer als unterlie-
gend. Er hat die Kosten des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Ersatzfähige Parteikosten sind keine angefallen 
(Art. 104 Abs. 1 VRPG).

11.4 Die Kosten sind auch bei vereinigten Verfahren so zu verlegen, wie 
wenn die verschiedenen Eingaben getrennt behandelt worden wären (Michel 
Daum, a.a.O., Art. 17 N. 10). In den beiden Verfahren waren unterschiedliche 
Fragen zu beantworten. Die gemeinsame Behandlung der Beschwerden hat 
sich auf den Bearbeitungsaufwand mithin nicht wesentlich ausgewirkt (vgl. 
dazu allgemein Michel Daum bzw. Ruth Herzog, a.a.O., Art. 17 N. 10 bzw. 
Art. 103 N. 6).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde im Verfahren 100.2022.181 wird abgewiesen, soweit da-
rauf eingetreten wird.

2. Die Beschwerde im Verfahren 100.2022.187 wird abgewiesen.

3. a) Die Kosten des Verfahrens 100.2022.181 vor dem Verwaltungsgericht, 
bestimmt auf eine Pauschalgebühr von Fr. 3'500.--, werden den Be-
schwerdeführenden auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in 
gleicher Höhe entnommen.

b) Die Kosten des Verfahrens 100.2022.187 vor dem Verwaltungsgericht, 
bestimmt auf eine Pauschalgebühr von Fr. 1'000.--, werden dem Be-
schwerdeführer auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

4. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 05.03.2024, Nrn. 100.2022.181/187U, 
Seite 33

5. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführende im Verfahren 100.2022.181 / Beschwerde-

gegnerschaft im Verfahren 100.2022.187
- Beschwerdeführer im Verfahren 100.2022.187 / Beschwerdegegner im 

Verfahren 100.2022.181
- Einwohnergemeinde Sigriswil
- Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern
- Bundesamt für Umwelt 

und mitzuteilen:
- Amt für Umwelt und Energie des Kantons Bern

Die Abteilungspräsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 
Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundes-
gericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.