# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dc69d0fa-b1e9-5e61-96b9-729019ff4a04
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-01-15
**Language:** de
**Title:** Feuerwehrwesen. Einsatzkosten. Notwendigkeit von ersatzvornahmeweise angeordneten Massnahmen gegen Verunreinigung von Boden und Grundwasser nach Brand. Mehrheit von Verursachern. Verlegung der Einsatzkosten (Kasuistik in komplexem Fall).
**Docket/Reference:** BRGE I Nrn. 0001-0002/2016
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/BRGE_I_0001-0002_2016_713.pdf

## Full Text

BRGE I Nrn. 0001 und 0002/2016 vom 15. Januar 2016 in BEZ 2016 Nr. 23 

Ein  Grossbrand  hatte  eine  Gewerbehalle  mit  Autowerkstätten,  Autos  und 
Pneus zerstört. Der Pikettdienst des Amtes für Abfall, Wasser, Energie und Luft 
(AWEL)  ordnete  im  Rahmen  einer  antizipierten  Ersatzvornahme  verschiedene 
gewässerschutz-  und  umweltschutzrechtliche  Massnahmen  an.  Die  dafür 
entstandenen  Gesamtkosten  im  Betrag  von  Fr.  414'335.05  wurden  mit 
Verfügung des AWEL vom 25. Juni 2015 zu 40 Prozent (Fr. 165'734.05) der C. 
GmbH und zu je 30 Prozent (je Fr. 124'300.50) der I. sowie der A. AG auferlegt. 
Die beiden letztgenannten erhoben Rekurs mit dem Antrag auf Aufhebung  der 
angefochtenen Verfügung. 

Aus den Erwägungen: 

3.1  Auf  dem  19888  m2  grossen  Areal  des  Autogrosshandels  an  der  B.-
Strasse 90 in X befand sich unter anderem eine Holzhalle mit einer Grundfläche 
von  ca.  3500  m2.  In  der  Halle  und  in  Anbauten  waren  verschiedene  Gewerbe 
des  Autohandels  mit  zugehörigen  Werkstätten  und  Büros  sowie  Autogaragen 
untergebracht.  Die  Rekurrentin  2  ist  Eigentümerin  des  Grundstücks,  die 
Rekurrentin  1  ist  Mieterin  des  gesamten  Areals.  Die  C.  GmbH  war  Unter-
mieterin  des  westlichen  Teils  der  Halle  und  einer  im  überdachten  Bereich  an 
der Nordseite (Vorhalle) befindlichen «Werkstattbox». Am 12. September 2013 
brach  in  dieser  Werkstattbox  ein  Feuer  aus,  weil  gemäss  den  polizeilichen 
Ermittlungen  ein  Mitarbeiter  der  C.  GmbH  bei  der  Demontage  eines 
Personenwagens  in  fahrlässiger  Weise  den  Benzintank  entleerte,  indem  er 
Löcher in den Tank  bohrte.  Dabei lief Benzin  über die  Akkubohrmaschine  und 
entzündete sich. In der Folge brannte die Holzhalle vollständig nieder. 

Der  Pikettdienst  des  AWEL  rechnete  unmittelbar  nach  dem  Brand  damit, 
dass beim Brandplatz Schadstoffe in das Grundwasser gelangen und innerhalb 
weniger Tage die überregional bedeutenden Grundwasserfassungen S. I und II 
erreichen  könnten.  Um  dies  zu  verhindern,  wurden  folgende  Massnahmen 
angeordnet:  Wegräumen  der  abgebrannten  Fahrhabe,  insbesondere  Fahr-
zeuge,  Grundwassermonitoring,  Löschwasser  absaugen,  reinigen  und  ent-
sorgen und Analysen. 

3.2  In  der  angefochtenen  Verfügung  werden  die  Haftungsquoten  für  die 

entstandenen Kosten folgendermassen begründet: 

Die  C.  GmbH  (Kostenanteil  40  Prozent)  sei  Verhaltensstörerin,  da  der 
Brand  in  ihrem  Betrieb  ausgebrochen  sei.  Zudem  sei  sie  Zustandsstörerin,  da 
sie  rechtliche  und  tatsächliche  Gewalt  über  die  Sache  (Autowerkstatt)  gehabt 
habe,  die  den  ordnungswidrigen  Zustand  bewirkt  habe.  Das  Verhalten  des 
Angestellten,  welches  nicht  dem  üblichen  Vorgehen  entspreche,  habe 
unmittelbar  die  Brandgefahr  bewirkt.  Als  Doppelstörerin,  insbesondere  als 
schuldhafte  Verhaltensstörerin,  habe  sie  den  grössten  Verursacheranteil  zu 
vertreten und den entsprechenden Kostenanteil zu übernehmen. 

Die Rekurrentin 2 (Kostenanteil 30 Prozent) sei als Verhaltensstörerin und 
in  ihrer  Eigenschaft  als  Grundeigentümerin  auch  als  Zustandsstörerin  zur 

 
 
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Verantwortung  zu  ziehen.  Gemäss  Rapport  der  Kantonspolizei  habe  sich  das 
Feuer  wegen  fehlender  Brandabschnitte  über  die Werkstatt  auf  die  Lagerhalle 
übertragen  können.  Ausserdem  hätte  die  Rekurrentin  2  darauf  hinwirken 
müssen,  dass  die  allgemeinen  Regeln  der  Brandverhütung,  wie  brandschutz-
technisch  einwandfreie  Ordnung,  Freihaltung  von  Flucht-  und  Rettungswegen 
sowie Instruktion und Mängelbehebung, umgesetzt würden. Überdies hätte sie 
dafür  sorgen  müssen,  dass  in  und  um  die  Lagerhalle  die  Fahrzeuge  nicht  in 
solch  engen  Abständen  abgestellt  und  die  Fahrstrassen  nicht  mit  Autos 
überstellt  werden.  Somit  habe  es  die  Rekurrentin  2  in  sorgfaltswidriger  Weise 
unterlassen,  den allgemeinen und  den  organisatorischen  Brandschutz  gemäss 
Brandschutznormen  zu  gewährleisten.  Dies,  namentlich  die  mangelhaften 
für  die  Gefahr  der  Gewässer-
Brandabschnitte,  sei  unmittelbar  kausal 
verschmutzung  gewesen.  Ein  gewisses  Verschulden  könne  der  Rekurrentin  2 
nicht  abgesprochen  werden.  Sie  hafte  ebenfalls  als  Doppelstörerin,  wobei  ihr 
Verursacheranteil hinter denjenigen der C. GmbH zurücktrete. 

Die  Rekurrentin  1  (Kostenanteil  30  Prozent)  sei  ebenfalls  als  Verhaltens-
störerin und in ihrer Eigenschaft als Hauptmieterin auch als Zustandsstörerin zu 
bezeichnen. Kraft des Mietvertrags habe sie rechtliche und tatsächliche Gewalt 
über  sämtliche  Mietobjekte.  Durch  passende  Auswahl  der  Untermieter  und 
entsprechende Klauseln in den Mietverträgen sei sie in der Lage gewesen, die 
untervermieteten  Objekte  in  ordnungsgemässem  Zustand  zu  halten  und  dafür 
zu  sorgen,  dass  sie  nicht  in  einen  polizeiwidrigen  Zustand  geraten.  Insbe-
sondere  habe  sie  es  unterlassen,  dafür  zu  sorgen,  dass  der  organisatorische 
Brandschutz  umgesetzt  werde  und  die  Brandabschnitte  der  Lagerhalle  ihre 
Aufgabe  erfüllen.  Was  für  die  Grundeigentümerin  im  Hinblick  auf  den 
Brandschutz  gelte,  habe  sich  auch  die  Rekurrentin  1  anzurechnen.  Diese  sei 
ebenfalls  als  Doppelstörerin  zu  qualifizieren.  Ihr  Verursacheranteil  sei  gleich 
gross wie derjenige der Rekurrentin 2 und trete hinter denjenigen der C. GmbH 
zurück. 

4.1  Die  Rekurrentin  2  (Grundeigentümerin)  bestreitet  zunächst,  dass  die 
sofortige  Beseitigung  der  abgebrannten  Fahrzeuge  notwendig  und 
verhältnismässig  gewesen  sei.  Es  sei  nicht  erstellt,  dass  von  diesen  eine 
unmittelbare  Gefahr  für  die  Umwelt  ausgegangen  sei.  Zudem  hätte  die  Vor-
instanz der C. GmbH Gelegenheit geben müssen, die abgebrannten Fahrzeuge 
selber  zu  beseitigen.  Dabei  wären  voraussichtlich  deutlich  geringere  Kosten 
entstanden. 

4.2  Die  Vorinstanz  entgegnet,  durch  die  Löscharbeiten  seien  Schadstoffe 
aus Fahrzeugen, Leitungen, Gebinden usw. ausgewaschen worden und in den 
Boden versickert. Um zu verhindern, dass eine Schadstofffahne auf die Grund-
wasserfassungen  zutreibe,  seien  zwei  Schutzbrunnen  unmittelbar im  Abström-
bereich des vom Brand betroffenen Grundstücks erstellt worden. Danach seien 
die  abgebrannten  Fahrzeuge  aus  dem  einzigen  Grund  entfernt  worden,  damit 
die  mit  Schadstoffen  belastete  Erde  im  betreffenden  Bereich  habe  ausge-
baggert  und  entsorgt  werden  können.  Die  Massnahmen  hätten  sehr  rasch 
umgesetzt  werden  müssen,  damit  die  nächsten  Regenfälle  die  Schadstoffe 
nicht  bis ins  Grundwasser auswaschen.  Man  habe  nicht  zuwarten  können,  bis 

 
 
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die C. GmbH in der Lage und willens  gewesen wäre, die Fahrzeuge selbst zu 
entfernen, zumal der Betriebsinhaber unter Schock gestanden habe. 

4.3.1  Gemäss Art.  59 USG  werden  die  Kosten  von  Massnahmen, welche 
die  Behörden  zur  Abwehr  einer  unmittelbar  drohenden  Einwirkung  sowie  zu 
deren  Feststellung  und  Behebung  treffen,  dem  Verursacher  überbunden.  Ein-
wirkungen  sind  u.a.  Gewässerverunreinigungen  oder  andere  Eingriffe  in 
Gewässer sowie Bodenbelastungen (Art. 7 Abs. 1 USG). Art. 54 GSchG enthält 
eine  entsprechende  Bestimmung  zur  Abwehr  drohender  Gefahren  für  die 
Gewässer.  Es  handelt  sich  dabei  um  die  Kostentragung  des  Verursachers  im 
Rahmen einer antizipierten Ersatzvornahme. 

Der in Art. 5 Abs. 2 der Bundesverfassung (BV) verankerte Grundsatz der 
Verhältnismässigkeit  fordert,  dass  die  Verwaltungsmassnahmen  zur  Ver-
wirklichung  des  im  öffentlichen  Interesse  liegenden  Ziels  geeignet  und 
notwendig sind. Ausserdem muss der angestrebte Zweck in einem vernünftigen 
Verhältnis  zu  den  Belastungen  stehen,  die  den  Privaten  auferlegt  werden. 
Soweit  die  Verhältnismässigkeit  der  Ersatzforderung  geprüft  wird,  ist  zu 
beachten, dass die Wahl der zu treffenden Massnahmen unter zeitlichem Druck 
und  ohne  umfassende  Information  erfolgt.  Je  offensichtlicher  die  Gefahr,  je 
grösser  das  Schadenpotenzial  und  je  wertvoller  die  bedrohten  Rechtsgüter, 
desto  summarischer  darf  die  Prüfung  der  von  der  Behörde  zu  ergreifenden 
finanzielle  Überlegungen  den 
Massnahmen  ausfallen. 
Interessen  des  Gesundheits-  und  Umweltschutzes  unterzuordnen.  Ent-
sprechend erfolgt eine gerichtliche Kontrolle nur mit grosser Zurückhaltung. Im 
Ergebnis  führt  dies  dazu,  dass  «nur  offensichtlich  unnötige,  leichtfertig 
gemachte  Aufwendungen»  ausser  Ansatz  fallen  (VGr,  28.  Oktober  2010, 
VB.2010.00438, E. 4.3, mit Hinweisen). 

Im  Zweifel  sind 

4.3.2 Während  die  Vorinstanz  in  der angefochtenen  Verfügung  ausführte, 
von  den  abgebrannten  Fahrzeugen  selbst  sei  angesichts  der  bevorstehenden 
Niederschläge  die  Gefahr  der  Verunreinigung  des  Bodens  bzw.  des 
Untergrundes  und  schliesslich  des  Grundwassers  ausgegangen,  lag  gemäss 
Rekursantwort  der  Grund  für  deren  Beseitigung  allein  darin,  dass  der 
verschmutzte  Boden  unter  den  Fahrzeugen  abgetragen  werden  musste.  Dass 
Letzteres  notwendig  war,  bestreitet  die  Rekurrentin  2  nicht.  Sodann  ist  ohne 
Weiteres  nachvollziehbar,  dass  Niederschläge  zu  einer  Verfrachtung  von 
Schadstoffen  in  das  Grundwasser  hätten  führen  können  und  deshalb  rasches 
Handeln  geboten  war.  Dass  zuvor  die  abgebrannten  Fahrzeuge  weggeräumt 
werden mussten, ist offensichtlich. Somit steht fest, dass diese Massnahme im 
Interesse  des  Gewässerschutzes  geeignet  und  erforderlich  war.  In  Anbetracht 
der  Dringlichkeit,  der  unübersichtlichen  Eigentums-  und  Nutzungsverhältnisse 
auf  dem  Schadensplatz,  des  Ausmasses  des  Ereignisses,  der  verschiedenen 
zu koordinierenden Arbeiten und der zu gewärtigenden Überforderung der vom 
Brand  selbst  schwer  betroffenen  Unternehmer  ist  insbesondere  nicht  zu 
beanstanden,  dass  sich  die  Vorinstanz  mit  Blick  auf  die  unmittelbar  drohende 
Gefahr  dazu  entschloss,  die  Massnahmen  ersatzvornahmeweise  selbst  zu 
veranlassen. Die dafür entstandenen Kosten sind belegt und die Rekurrentin 2 
begründet nicht, weshalb diese geringer ausgefallen wären, hätte die C. GmbH 
die  Fahrzeuge  selber  beseitigt.  Auch  die  C.  GmbH  hätte  zur  Entsorgung  von 

 
 
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wohlgemerkt  ca.  384  Tonnen  Autoschrott  ein  Drittunternehmen  beauftragen 
müssen.  Damit  sind  die  Voraussetzungen  für  die  Kostenüberwälzung  gemäss 
Art. 59 USG und Art. 54 GSchG erfüllt. 

Die  Verhältnismässigkeit  der  weiteren  Massnahmen 

(Grundwasser-
monitoring,  Löschwasser  absaugen,  reinigen  und  entsorgen,  Analysen) 
bestreitet die Rekurrentin 2 nicht. 

5.1 Als Verursacher im Sinne der Bestimmungen von Art. 59 USG und Art. 
54  GSchG  gelten  nach  ständiger  bundesgerichtlicher  Rechtsprechung  die 
Störer  im  polizeirechtlichen  Sinne,  nämlich  die  sog.  Verhaltensstörer  und  die 
sog. Zustandsstörer (BGE 131 II 743, E. 3.1, mit Hinweisen). Verhaltensstörer 
ist,  wer  durch  eigenes  Verhalten  oder  das  unter  seiner  Verantwortung 
erfolgende Verhalten Dritter den Schaden oder die Gefahr verursacht hat (BGE 
114 Ib 44, E. 2c/bb, S. 51, mit Hinweis). Zustandsstörer ist, wer über die Sache, 
die den ordnungswidrigen Zustand bewirkt, rechtliche oder tatsächliche Gewalt 
hat.  Dabei  ist  unerheblich,  wodurch  der  polizeiwidrige  Zustand  der  Sache 
verursacht worden ist; entscheidend ist allein die objektive Tatsache, dass eine 
Störung  vorliegt  und  die  Sache  selbst  unmittelbar  die  Gefahren-  oder 
Schadensquelle  gebildet  hat  (BGE  114  Ib  44,  E.  2c/aa,  mit  Hinweis).  Die 
polizeiliche  Verantwortlichkeit  setzt  weder  beim  Verhaltens-  noch  beim 
Zustandsstörer  Schuldfähigkeit  oder  konkretes  (privat-  oder  strafrechtliches) 
Verschulden voraus (BGr, 27. August 2004, 1A.178/2003, E. 4, mit Hinweisen; 
zum Ganzen s. auch BGr, 29. November 2011, 1C_146/2011, E. 2). 

In einem ersten Schritt ist der Kreis der Verursacher festzulegen. In einem 
zweiten  Schritt  folgt  die  Bestimmung  der  Kostenanteile  der  einzelnen  Verur-
sacher. 

5.2.1  Die  Rekurrentin  2  (Grundeigentümerin)  legt  dar,  sie  habe  das 
Grundstück  erst  wenige  Monate  vor  dem  Brand  erworben.  Allfällige  Pflicht-
verletzungen  ihrer  Rechtsvorgängerin  im  Eigentum  am  Grundstück,  welche 
diese  als  Verhaltensstörerin  qualifizierten,  könnten  ihr  (der  Rekurrentin)  nicht 
zugerechnet  werden.  In  der  kurzen  Zeit  seit  dem  Erwerb  des  Grundstücks  sei 
es  nicht  möglich  gewesen,  Brandabschnitte  in  der  Halle  einbauen  zu  lassen 
oder  andere  Massnahmen  zur  Verhinderung  des  Brandes  zu  ergreifen.  In 
Bezug auf den Brandschutz im organisatorisch-personellen Bereich vermöge ihr 
die  Vorinstanz  keine  Unterlassungen  nachzuweisen.  Ausserdem sei das  Areal 
vollständig  an  die  Rekurrentin  1  vermietet  gewesen,  weshalb  sie  (die 
Rekurrentin  2)  diesbezüglich  keinen  Einfluss  hätte  nehmen  können.  Die  C. 
GmbH  habe  den  Brand  verursacht  und  sei  darum  als  Verhaltensstörerin,  sie 
(die  Rekurrentin  2)  hingegen  einzig  als  reine  Zustandsverursacherin  zu 
qualifizieren,  nicht  aber  als  Verhaltensstörerin.  An  anderer  Stelle  führt  die 
Rekurrentin  2  aus,  ein  Kausalzusammenhang  zwischen  dem  Ausmass  des 
Brandereignisses  und  dem  Fehlen  bzw.  der  Mangelhaftigkeit  von 
Brandabschnitten  sei  nicht  erstellt.  Nach  feuerpolizeilichen  Kontrollen  sei  im 
Übrigen nie beanstandet worden, dass Brandabschnitte fehlen würden oder der 
Brandschutz anderweitig mangelhaft sei. Sodann sei die Gefahr, die zum Brand 
geführt  habe,  nicht  von  den  Gebäuden  ausgegangen,  sondern  von  den 
Fahrzeugen der C. GmbH. 

 
 
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5.2.2  Die  Rekurrentin  1  (Hauptmieterin)  ist  der  Auffassung,  sie  könne 
weder  als  Verhaltensstörerin  noch  als  Zustandsstörerin  haftbar  gemacht 
werden.  Die  ihr  angelasteten  Unterlassungen,  nämlich  für  eine  brandschutz-
technisch  einwandfreie  Ordnung,  die  Freihaltung  von  Flucht-  und  Rettungs-
wegen,  die  Instruktion  und  die  Mängelbehebung  zu  sorgen,  seien  für  die 
Ausbreitung  des  Feuers  nicht  kausal  gewesen.  Weiter  seien  Brandabschnitte 
vorhanden gewesen und bei feuerpolizeilichen Kontrollen – letztmals rund einen 
Monat vor dem Brand – hätten die Gebäude zu keinen Beanstandungen Anlass 
gegeben.  Ohnehin  wäre  das  angebliche  Fehlen  von  Brandabschnitten  nicht 
kausal 
für  die  rasche  Ausbreitung  des  Feuers.  Die  Qualifikation  als 
Verhaltensstörerin sei daher falsch. Sodann hätten nicht das Gebäude, sondern 
die  Bohrmaschine  und  das  in  Brand  geratene  Fahrzeug,  über  die  sie  keine 
Verfügungsgewalt  gehabt  habe,  die  unmittelbare  Gefahrenquelle  dargestellt. 
Deshalb werde sie zu Unrecht als Zustandsstörerin qualifiziert. 

indem  sie 

5.2.3  Die  Vorinstanz  entgegnet  den  Vorbringen  der  Rekurrentin  2,  diese 
selbst,  und  nicht  die  frühere  Grundeigentümerin,  habe  durch  Unterlassen  die 
Verhaltensstörereigenschaft  begründet, 
ihrer  Rechtspflicht  zu 
sicherheits-  und  ordnungswahrendem  Handeln  nicht  ausreichend  nachge-
kommen  sei.  Es  gehe  nicht  nur  um  den  Einbau  von  Brandabschnitten.  Es  sei 
auch  Sache  der  Eigentümer-  und  Nutzerschaft  von  Bauten  und  Anlagen,  in 
Eigenverantwortung  dafür  zu  sorgen,  dass  die  Sicherheit  von  Personen  und 
Sachen  gewährleistet  sei  und  während  des  gesamten  Lebenszyklus  einer 
Baute  oder  Anlage  eine  wirkungsvolle  Qualitätssicherung  im  Brandschutz 
gewährleistet  sei.  Die  Rekurrentin  2  sei  im  Zeitpunkt,  als  die  Brandgefahr 
entstanden  sei,  für  den  Standort  verantwortlich  gewesen  und  hätte  bei 
Befolgung  der  Brandschutzvorschriften  den  Eintritt  der  Gefahr  verhindern 
können.  Auf  dem  Areal  hätten  zahlreiche  Umstände  das  Risiko  einer  Umwelt- 
bzw.  Gewässerbeeinträchtigung  in  sich  getragen  und  einen  zurechenbaren 
Beitrag  zur  Situation  geleistet,  die  zu  einer  unmittelbaren  Brandgefahr  für  die 
Lagerhalle geführt habe. Es gehe bei der Frage der Verhinderung des Brandes 
nicht  nur  um  Brandabschnitte.  Die  Rekurrentin  2  habe  das  Grundstück  mit 
einem  «Abbruchobjekt»  gekauft.  Derartige  Bauten  seien  bekanntlich 
brandgefährdet,  weshalb  die  Rekurrentin  2  den  Brandschutz  im  Rahmen  der 
organisatorischen Brandverhütung hätte wahrnehmen müssen. Zumindest hätte 
sie beispielsweise darauf hinwirken können, dass ihre Mieter die Arbeiten strikt 
nach  Massgabe  der  feuerpolizeilichen  Vorschriften  verrichteten  oder  sie  hätte 
zusätzlich brandverhütende Bauelemente einbauen lassen können. 

Den Ausführungen der Rekurrentin 1 hält die Vorinstanz unter Verweis auf 
die  Akten  entgegen,  der  organisatorische  Brandschutz  sei  ungenügend 
gewesen und die Kantonspolizei gehe von fehlenden Brandabschnitten aus. Als 
Nutzerin  der  infrage  stehenden  Bauten  und  Anlagen  sei  die  Rekurrentin  1 
gemäss  den  Brandschutzvorschriften  dafür  verantwortlich  gewesen,  dass  die 
Einrichtungen  für  den  baulichen,  technischen  und  abwehrenden  Brandschutz 
sowie  die  haustechnischen  Anlagen  bestimmungsgemäss  in  Stand  gehalten 
und  jederzeit  betriebsbereit  seien.  Die  Gefahr  sei  von  der Werkstatt-(Box)  der 
C.  GmbH  ausgegangen,  die  Bohrmaschine  und  das  betreffende  Fahrzeug 
hätten demgegenüber keinen zurechenbaren Beitrag zur Situation geleistet, die 
zu einer unmittelbaren Brandgefahr für die Lagerhalle geführt habe. Letztere sei 

 
 
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nur deshalb in Brand geraten, weil sie gegen die Werkstatt nicht brandgeschützt 
gewesen sei. 

5.3.1  Verhaltensstörer  ist,  wer  durch  eigenes  Verhalten  oder  das  unter 
seiner  Verantwortung  erfolgende  Verhalten  Dritter  den  Schaden  oder  die 
Gefahr verursacht hat. Die natürliche Kausalität reicht für sich allein nicht aus, 
um  die  Verursachereigenschaft  bzw.  eine  Kostenpflicht  zu  begründen.  Zur 
Begrenzung der Kostenpflicht hat die Praxis im Rahmen von Art. 59 USG das 
Erfordernis  der  Unmittelbarkeit  aufgestellt.  Gemäss  bundesgerichtlicher 
Rechtsprechung werden Störer nach Massgabe der Unmittelbarkeitstheorie nur 
dann kostenpflichtig, wenn ihr Handeln oder (rechtswidriges) Unterlassen bzw. 
der  Zustand  einer  unter  ihrer  Gewalt  stehenden  Sache  unmittelbar  kausal  für 
den  Eintritt  der  Gefahrtatsachen  war.  Als  erhebliche  Ursache  kommen  nur 
Umstände in Betracht, die bereits die Gefahrengrenze überschritten haben. Es 
ist  damit  notwendig,  dass  ein  Störer  eine  Ursache  für  eine  Gefahr  oder  den 
Eintritt  eines  Schadens  setzt.  Entfernte  Möglichkeiten  oder  nur  mittelbare 
Ursachen scheiden damit von vornherein aus. Wo genau die Grenze zwischen 
mittelbarer  und  unmittelbarer  Verursachung  verläuft,  lässt  sich  nicht  abstrakt 
festlegen.  Eine  Abgrenzung  ist  durch  ein  wertendes  Urteil  zu  gewinnen.  Der 
Verhaltensstörer  muss  folglich  durch  sein  Verhalten  oder  Unterlassen  den 
polizeiwidrigen  Zustand  in  objektiv  zu  missbilligender  Weise  direkt  bewirkt 
haben (VGr, 15. März 2012, VB.2012.00019, E. 2.3, mit Hinweisen). 

In vielen Fällen führt die dem Privatrecht entliehene Adäquanztheorie zum 
gleichen  Ergebnis  wie  die  Unmittelbarkeitstheorie,  weshalb  Lehre  und 
Rechtsprechung  bei  der  Frage  nach  der  Unmittelbarkeit  oftmals  darauf 
abstellen. Sie kann sich aber auch als nicht sachgerecht erweisen, da sie den 
Kreis  der  Verursacher  im  Sinne  des  Umweltrechts  zu  weit  fasst.  Die 
Adäquanztheorie  erkennt  diejenigen  Bedingungen  eines  Erfolgs  als 
im 
Rechtssinn  kausal  an,  die  nach  dem  gewöhnlichen  Lauf  der  Dinge  und  der 
allgemeinen  Lebenserfahrung  geeignet  sind,  einen  Erfolg  von  der  Art  des 
eingetretenen herbeizuführen. Ausgehend von den tatsächlichen Auswirkungen 
ist retrospektiv  zu beurteilen, ob «der eingetretene Erfolg objektiv  geeignet ist, 
als  Wirkung  einer  bestimmten  Ursache  betrachtet  zu  werden»,  wobei  ein  an 
sich gegebener adäquater Kausalzusammenhang durch das Hinzutreten neuer 
Ursachen unterbrochen werden kann. Mögliche Unterbrechungsgründe gemäss 
der  privatrechtlichen  Adäquanztheorie  sind  Zufall,  höhere  Gewalt  sowie 
Drittverschulden.  Ein  Unterbrechungsgrund  muss  jedenfalls  eine  gewisse 
Intensität  aufweisen,  andernfalls  der  Grund 
lediglich  als  mitwirkende 
Teilursache  zu  betrachten  ist,  die  den  ursprünglichen  Kausalzusammenhang 
bzw. die Unmittelbarkeit bestehen lässt (VB.2012.00019, E. 2.4 mit Hinweisen; 
BGE 132 II 371, E. 3.5; BGE 131 II 743, E. 3.2; BGE 102 Ib 203, E. 3; BGE 116 
II 519, E. 4b). 

5.3.2  Die  von  der  Vorinstanz  angeordneten  Massnahmen  galten  der 
Abwehr  einer  Gefahr  für  das  Gewässer.  Deshalb  ist  zu  präzisieren,  dass  zur 
Beurteilung  der  Unmittelbarkeit  bzw.  der  Adäquanz  der  ursächlichen 
Handlungen bzw. Unterlassungen nicht etwa von der Brandgefahr auszugehen 
ist, sondern von der Gefährdung des Gewässers. Diese wiederum war zweifel-

 
 
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los eine unmittelbare Folge des Grossbrandes, der unbestrittenermassen durch 
das Verhalten eines Mitarbeiters der C. GmbH ausgelöst wurde. 

Die  Vorinstanz  macht  geltend,  es  wäre  nicht  zu  einem  Brand  dieses 
Ausmasses  gekommen,  wenn  die  Rekurrentin  2  in  der  Halle  für  einen 
einwandfreien  baulichen  Brandschutz  gesorgt  hätte,  etwa  was  die  Erstellung 
von Brandabschnitten anbetreffe. Wie es sich damit verhält, kann offen bleiben. 
Damit  Unterlassungen  eine  Kostenpflicht  begründen,  müssen  Handlungen  in 
pflichtwidriger Weise unterlassen worden sein. Ein feuerpolizeiwidriger Zustand 
der  Halle  ist  indes  nicht  erstellt.  Die  Vorinstanz  stützt  sich  einzig  auf  die 
Angaben aus dem Hauptrapport der Kantonspolizei Zürich. Demgemäss konnte 
sich  das  Feuer  von  der  Werkstatt  der  C.  GmbH  «wegen  fehlender  Brand-
abschnitte über die Werkstatt auf die Lagerhalle» übertragen. Diese nicht weiter 
begründete  oder  belegte  Feststellung  bedeutet  zunächst  nicht  mehr  und  nicht 
weniger, als dass keine (tauglichen) Brandabschnitte vorhanden gewesen sein 
sollen.  Auf  eine  Pflichtverletzung  kann  daraus  jedoch  nicht  ohne  Weiteres 
geschlossen  werden.  Die  Halle  wurde  1953/54  gebaut.  Ob  damals  Brand-
abschnitte  vorgeschrieben  waren,  kann  dahingestellt  bleiben.  Bestehende 
Bauten  und  Anlagen  sind  verhältnismässig  an  die  Brandschutzvorschriften 
anzupassen,  wenn  wesentliche  bauliche  oder  betriebliche  Veränderungen, 
Erweiterungen  oder  Nutzungsänderungen  vorgenommen  werden  oder  die 
Gefahr  für  Personen  besonders  gross  ist  (Art.  2  Abs.  2  Brandschutznorm,  s. 
auch § 239 Abs. 1 und § 358 PBG). Daraus erhellt, dass im angeblichen Fehlen 
von  Brandabschnitten  noch  keine  Rechtswidrigkeit  liegen  muss.  Darauf,  dass 
kein feuerpolizeiwidriger Zustand herrschte, deuten folgende Umstände hin: Im 
Rahmen eines Baubewilligungsverfahrens im Jahr 1996 wurde der Brandschutz 
der  Halle  überprüft  und  es  wurden  –  im  vorliegenden  Zusammenhang  nicht 
interessierende – feuerpolizeiliche Auflagen gemacht. Danach erfolgte 1998 die 
Schlussabnahme,  bei  der  einige  Mängel  festgestellt  wurden  (Freihaltung  von 
Notausgängen, Benützung von Deckenstrahlern zur Beheizung, Entlüftung des 
Tankraums),  und  schliesslich  eine  Nachkontrolle  ohne  Beanstandungen.  Eine 
feuerpolizeiliche Routinekontrolle fand zuletzt kurz vor dem Brand am 8. August 
2013  statt.  Moniert  wurde,  dass  die  Feuerwehrzufahrt  teilweise  mit  Autos 
überstellt  sei.  Im  Jahr  2004  wurde  eine  Voruntersuchung  nach  Altlasten-
Verordnung durchgeführt. Dem entsprechenden Bericht ist zu entnehmen, dass 
die Lagerhalle seit etwa 1983 durch zwei Brandschutzwände in drei Hallenteile 
unterteilt sei. Die beschriebene Unterteilung in einen westlichen, einen mittleren 
und  einen  östlichen  Teil  kann  im  Situationsplan  nachvollzogen  werden, 
allerdings  nicht,  ob  es  sich  tatsächlich  um  vorschriftsgemäss  ausgebildete 
Brandabschnitte handelte.  

Nach  dem  Gesagten  ist  nicht  erstellt,  dass  die  Rekurrentin  2  in  pflicht-
widriger Weise bauliche Brandschutzmassnahmen, namentlich die Bildung von 
Brandabschnitten, unterlassen hatte. Auch was andere Brandschutzvorschriften 
anbetrifft  (technischer  und  betrieblicher  Brandschutz)  und  soweit  aus  den 
weitgehend  pauschal  gehaltenen  Hinweisen  der  Vorinstanz  auf  Pflichten  im 
Bereich  des  Brandschutzes  überhaupt  hervorgeht,  inwiefern  tatsächlich  ein 
Missstand  vorlag,  ist  nicht  ersichtlich,  in  welchem  unmittelbar  kausalen 
Zusammenhang  die  angeblichen  Mängel  zur  Gefährdung  des  Gewässers 
gestanden  haben  sollen.  Dies  betrifft  namentlich  die  von  der  Vorinstanz 

 
 
- 8-  

genannte  brandschutztechnische  Ordnung  (etwa  bezüglich  der  in  und  um  die 
Lagerhalle  abgestellten  Fahrzeuge)  und  die  Freihaltung  von  Flucht-  und 
Rettungswegen. Ganz offensichtlich ausser Betracht fällt, dass die Rekurrentin 
2  als  Grundeigentümerin  für  die  organisatorische  Brandverhütung  in  der 
Werkstatt der Untermieterin C. GmbH verantwortlich war, insbesondere was die 
Demontagearbeiten anbetrifft, die zum Ausbruch des Feuers geführt haben. Die 
Betriebsabläufe  und  die  Arbeitsweise  in  der  Werkstatt  lagen  ausserhalb  des 
Einfluss-  und  Verantwortungsbereichs  der  Rekurrentin  2,  zumal  es  sich  beim 
Betrieb  der  Untermieterin  um  eine  bestimmungs-  und  vertragsgemässe 
Nutzung der Werkstatt handelte. 

Somit  ist festzuhalten,  dass die  Rekurrentin 2  nicht  als Verhaltensstörerin 

gelten kann. 

5.3.3 Auch der Rekurrentin 1 kann aus den nämlichen Gründen kein für die 
entstandene  Gefahr  unmittelbar  kausales  Verhalten  zugerechnet  werden.  In 
Bezug auf den baulichen Brandschutz kommt hinzu, dass es der Mieterin nicht 
gestattet  war,  am  Mietobjekt  bauliche  Eingriffe  vorzunehmen.  Dement-
sprechend kann ihr auch nicht vorgeworfen werden, sie hätte im Gebäude z.B. 
Brandabschnitte  bilden  oder  deren  Wirksamkeit  sicherstellen  müssen. 
Ausserdem  sind,  wie  erwähnt,  keine  anderen  feuerpolizeilichen  Missstände 
ersichtlich,  die  im  Sinne  einer  pflichtwidrigen  Unterlassung  als  unmittelbare 
Ursache der fraglichen Gefährdung gelten könnten. Sodann kann offensichtlich 
auch  nicht  gesagt  werden,  die  Rekurrentin  1  habe  bereits  durch  die  Auswahl 
der  C.  GmbH  als  Untermieterin  eine  solche  Ursache  gesetzt.  Im  Weiteren  ist 
der  betriebliche  Brandschutz  im  Betrieb  der  Untermieterin  nicht  Sache  der 
Vermieterin. 

Daraus  ergibt  sich,  dass  auch  die  Rekurrentin  1  nicht  als  Verhaltens-

störerin zu qualifizieren ist. 

5.4  Im  Folgenden  ist  zu  prüfen,  ob  die  Rekurrentinnen  1  und  2  als 

Zustandsstörerinnen dem Kreis der Verursacher zuzurechnen sind.  

Zustandsstörer  ist,  wer  über  die  Sache,  welche  den  ordnungswidrigen 
Zustand  bewirkt,  rechtliche  oder  tatsächliche  Gewalt  hat.  Als  solcher  fällt  in 
erster  Linie  der  Eigentümer,  aber  auch  der  Mieter,  der  Pächter,  der  Verwalter 
und  Beauftragte  in  Betracht.  Anknüpfungspunkt  der  Zustandshaftung  ist  somit 
die  Verfügungsmacht,  die  es  dem  Gewalthaber  ermöglicht,  die  Sache  in 
ordnungsgemässem  Zustand  zu  halten  oder  den  Gefahrenherd  zu  beseitigen. 
Als  Grund  für  die  Verantwortlichkeit  des  Eigentümers  wird  ebenfalls  genannt, 
dass  er  die  Vorteile  seiner  Sache  geniesse  und  daher  auch  die  mit  ihr 
verbundenen  Nachteile  selber  zu  tragen  habe  und  nicht  der  Allgemeinheit 
aufbürden  könne.  Nach  herrschender  Lehre  ist  es  unerheblich,  wodurch  der 
polizeiwidrige  Zustand  der  Sache  verursacht  worden  ist.  Die  Störung  kann 
durch  Dritte,  Naturereignisse,  höhere  Gewalt  und  Zufall  entstanden  sein. 
Entscheidend  ist  allein  die  objektive  Tatsache,  dass  eine  Störung  vorliegt  und 
dass  die  Sache  selbst  unmittelbar  die  Gefahrenquelle  bildet  (BGr,  27.  August 
2004, 1A.178/2003, E. 4; BGE 114 Ib 44, E. 2c aa). Im vorliegenden Fall ging 
die unmittelbare Gefahr für das Gewässer von der Brandstätte nach dem Brand 

 
 
- 9-  

aus,  d.h.  vom  verunreinigten  Grundstück  und  dem  darauf  befindlichen  Brand-
schutt.  Die  eigentliche,  unmittelbare  Gefahrenquelle  ist  somit  die  Brandstätte. 
Ob  mit  Blick  auf  den  Kausalverlauf  des  Ereignisses  auch  die  Halle  vor  ihrer 
Zerstörung als störende Sache zu betrachten ist, kann offen bleiben. 

Als  Grundeigentümerin  war  die  Rekurrentin  2  für  die  Wiederherstellung 
eines  ordnungsgemässen  Zustandes  auf  ihrem  Grundstück  verantwortlich, 
namentlich für die Beseitigung des verunreinigten Bodens. Sie gilt deshalb ohne 
Weiteres als Zustandsstörerin, was sie auch nicht bestreitet. 

Die  Rekurrentin  1  hatte  im  Rahmen  des  Mietvertrags  Verfügungsmacht 
über das Grundstück mit entsprechenden Einwirkungsmöglichkeiten darauf und 
sie nutzte das Grundstück selbst, soweit sie es nicht an Dritte untervermietete. 
Sie  genoss  die  Vorteile  daraus  und  hat  daher  auch  die  damit  verbundenen 
Nachteile selber zu tragen. Auch sie gilt als Zustandsstörerin. 

6.1  Soweit  ist  festzuhalten,  dass  die  C.  GmbH als Verhaltensstörerin  und 

die Rekurrentinnen 1 und 2 als Zustandsstörerinnen zu qualifizieren sind.  

Bei einer Mehrheit von Verursachern sind die Kosten nach den objektiven 
und  subjektiven  Anteilen  an  der  Verursachung  zu  verteilen.  Die  Verursacher 
haften  deshalb  nicht  solidarisch.  Vielmehr  ist  die  Behörde  verpflichtet,  nach 
pflichtgemässem  Ermessen  alle  in  Frage  kommenden  Parteien  sowie  Grösse 
und  Intensität  der  ihnen  zurechenbaren  Schadensursachen  zu  eruieren. 
Dementsprechend  sind  die  Kosten  auf  die  verschiedenen  Verursacher  nach 
analogen  Grundsätzen  zu  verteilen,  wie  sie  für  das  Innenverhältnis  (Regress 
zwischen  mehreren Ersatzpflichtigen) im privaten  Haftpflichtrecht  gelten;  dabei 
dürfte in der Regel der schuldhafte Verhaltensstörer in erster Linie zu belangen 
und der schuldlose Zustandsstörer in letzter Linie heranzuziehen sein (BGE 131 
II  743,  E.  3.1.;  BGE  102  Ib  203,  E.  5b  und  5c;  Trüeb,  Kommentar  zum 
Umweltschutzgesetz,  2.  A.,  Hrsg.  Vereinigung  für  Umweltrecht/Helen  Keller, 
1998, Art. 59 Rz. 46 mit Hinweis auf OFTINGER, Schweiz. Haftpflichtrecht I, 4. 
A.,  S.  348 
zum 
Umweltschutzgesetz, Ergänzungsband zur 2. A., 2011, Art. 2 Rz. 3 ff. und 16).  

ff.;  Alain  Griffel/Heribert  Rausch,  Kommentar 

In einem Fall, der die Kostentragung für die Sanierung von Altlasten betraf 
(Art.  32d  USG),  hielt  das  Bundesgericht  fest,  bei  der  Bemessung  des 
Kostenanteils  könnten  neben  dem  Mass  der  Verantwortung  auch 
Billigkeitsgesichtspunkte,  wie  die  wirtschaftliche 
Interessenlage  und  die 
wirtschaftliche  Zumutbarkeit,  berücksichtigt  werden.  Namentlich  könne  (in 
Anlehnung an Art. 32d Abs. 2 Satz 3 lit. b und c USG) berücksichtigt werden, ob 
der  Standortinhaber,  der  die  Belastung  kannte  oder  kennen  musste,  einen 
wirtschaftlichen  Vorteil  aus  der  Belastung  gezogen  habe  und  ob  ihm  aus  der 
Sanierung ein Vorteil erwachse (BGE 139 II 106, E. 5.5.). 

6.2.1  Die  Rekurrentin  2  führt  aus,  der  Zustandsverursacher  müsse 
praxisgemäss  (höchstens)  10-30  Prozent  der  Kosten  übernehmen,  aber  nur 
dann, wenn nebst der Eigentümerstellung weitere Umstände hinzuträten. Sie ist 
der  Auffassung,  die  C.  GmbH  habe  als  Verhaltensverursacherin  sämtliche 
Kosten  zu  tragen.  Die  Überbindung  von  60  Prozent  der  Kosten  auf  die  nicht 

 
 
- 10-  

primär  verantwortlichen  Zustandsstörer  sei  stossend  und  unverhältnismässig. 
Sie  (die  Rekurrentin  2)  sei  schuldlose,  reine  Zustandsverursacherin.  Seit 
Besitzesantritt  des  Grundstücks  ca.  zwei  Monate  vor  dem  Brand  habe  sie 
keinen  nennenswerten  wirtschaftlichen  Nutzen  aus  dem  Grundstück  gezogen. 
Deshalb habe sie keine Kosten zu tragen.  

6.2.2  Die  Rekurrentin  1  moniert  ebenfalls,  die  Haftungsquoten  seien 
unangemessen.  Sollte  sie  als  Zustandsstörerin  qualifiziert  werden,  sei  ihre 
Haftungsquote auf null, jedenfalls auf maximal 10 Prozent zu reduzieren. Denn 
das Verhalten der C. GmbH sei derart schwerwiegend, dass es unterbrechend 
wirke und die Mitverursachung durch die Rekurrentin 1 nicht mehr relevant sei. 

6.2.3 Die Vorinstanz entgegnet, die Rekurrentin 2 sei nicht unschuldig. Sie 
hätte  bei  Befolgung  der  Brandschutzvorschriften  den  Eintritt  der  Gefahr 
verhindern  können.  Das  Altlastenrecht  könne  zur  Kostenüberwälzung  lediglich 
ergänzend  bemüht  werden  und  würde  einen  Anteil  von  30  Prozent  zulassen. 
Sodann sei der Rekurrentin 2 durch das rasche und fachgerechte Handeln des 
AWEL ein weitaus grösserer Schaden erspart geblieben, indem das schadstoff-
belastete Löschwasser nicht in tiefere Lagen des Grundstücks habe eindringen 
können. Ein Kostenanteil von 30 Prozent sei angemessen und zumutbar. 

Zu  den  Einwänden  der Rekurrentin  1  betreffend  die  Kostenverteilung  hält 

die Vorinstanz lediglich fest, diese sei angemessen und zumutbar. 

6.3  Schuldhafte  Verhaltensverursacherin 

ist  die  C.  GmbH,  deren 
Mitarbeiter  den  Brand  und  damit  die  Gefährdung  des  Gewässers  durch 
fahrlässiges  Handeln  unmittelbar  verursachte.  Überdies  war  sie  als  Eigen-
tümerin  oder  zumindest  Inhaberin  von  150  der  insgesamt  ca.  290  zerstörten 
oder beschädigten Fahrzeuge auch Zustandsstörerin, denn das Verbrennen der 
Fahrzeuge  führte  unmittelbar  zur  gewässergefährdenden  Verschmutzung  des 
Geländes.  Auch  ist  zu  berücksichtigen,  dass  sie  von  der  Entsorgung  ihrer 
ausgebrannten Fahrzeuge profitierte, denn dabei handelte es sich um Abfall im 
Sinne von Art. 7 Abs. 6 USG, den sie ohnehin hätte entsorgen müssen.  

Wie  die  Vorinstanz  im  angefochtenen  Entscheid  zu  Recht  selbst  festhält, 
trägt  sie  den  grössten  Verursacheranteil.  Dementsprechend  hat  sie  auch  den 
Hauptanteil  der  Kosten  zu  tragen,  d.h.  mindestens  60  Prozent.  Damit  erweist 
sich  der  von  der  Vorinstanz  auferlegte  Kostenanteil  von  40  Prozent  von  vorn-
herein  als  unangemessen,  zumal  damit  auf  die  beiden  Rekurrentinnen  als 
Zustandsstörerinnen  der  Hauptanteil  von  insgesamt  60  Prozent  entfällt,  wobei 
ihnen weitgehend dieselben Teilursachen angelastet werden (Versäumnisse im 
Bereich  Brandschutz).  Der  Umstand,  dass  eine  Teilursache  mehreren  Verur-
sachern  zuzurechnen  ist,  kann  indes  nicht  zur  Entlastung  des  Haupt-
verantwortlichen führen. 

Ein  vorschriftswidriger  und  für  den  Brand  ursächlicher  Zustand  der 
Lagerhalle einschliesslich der darin untergebrachten Güter ist nicht erstellt. Die 
beiden  Rekurrentinnen  trifft  daher  kein  Verschulden.  Bei  der  Sanierung 
belasteter  Standorte  (Art.  32d  USG)  wird  in  der  Praxis  für  schuldlose 
Zustandsstörer  von  einer  Kostenbeteiligungsquote  von  10-30  Prozent  ausge-

 
 
- 11-  

für  den  Verursachungsanteil 

gangen. Ein derartiger Kostenanteil ergibt sich bei der Anwendung von Art. 32d 
USG  indes  nicht  bereits  aus  der  Eigentümerstellung  zum  Zeitpunkt  der 
Kostenverteilungsverfügung,  sondern  erscheint  nur  dann  gerechtfertigt,  wenn 
weitere  Umstände  hinzutreten,  z.B.  wenn  die  betroffene  Person  schon  im 
Zeitpunkt  der  Belastung  für  den  Standort  verantwortlich  war  und  diese  daher 
hätte  verhindern  können,  wenn  sie 
ihres 
Rechtsvorgängers haftet (kraft Geschäftsübernahme oder als Erbe) oder durch 
die Belastung und/oder Sanierung einen (nicht unwesentlichen) wirtschaftlichen 
Vorteil  erlangt  hat  oder  erlangen  wird  (vgl.  BGE  139  II  106,  E.  5.1.  und  5.6). 
Unter  analoger  Berücksichtigung  der  «weiteren  Umstände»  erscheint  eine 
Kostenbeteiligung  in  der  Grössenordnung  von  ca.  10-30  Prozent  auch  bei der 
Anwendung von Art. 59 USG bzw. Art. 54 GSchG als angemessen, da sich die 
Aufteilung  der  Sanierungskosten  auf  mehrere  Verursacher  im  Altlastenrecht 
(vgl. Art. 32 d Abs. 2 USG) eng an die bundesgerichtliche Rechtsprechung zur 
Kostenverlegung  bei  antizipierten  Ersatzvornahmen  anlehnt.  Die  Kosten-
verlegung  hat  jedoch  einzelfallbezogen  zu  erfolgen  (Pierre  Tschannen/Martin 
Frick,  Der  Verursacherbegriff  nach  Artikel 32d  USG,  Gutachten  zuhanden  des 
Bundesamtes für Umwelt, Wald  und  Landschaft  [BUWAL]  vom 11.  September 
2002, S. 20 u. 23, http://www.bafu.admin.ch).  

Dementsprechend  muss  sich  die  Rekurrentin  2  –  ohne  dass  ihr  ein 
Verstoss  gegen  Brandschutzvorschriften  vorzuwerfen  ist  –  die  Beschaffenheit 
lassen,  die  eine  rasche  Ausbreitung  des  Feuers 
der  Halle  anrechnen 
offensichtlich  begünstigte,  so  dass  das  Fehlverhalten  des  Mitarbeiters  der  C. 
GmbH  zu  einem  Grossbrand  führen  konnte.  Für  dieses  Risiko  hat  sie 
einzustehen.  Ausserdem  zieht  sie  einen  Nutzen  aus  der  Ersatzvornahme, 
hätten doch der Brandschutt und die Verschmutzungen ohnehin – nicht nur aus 
Gründen  des  Gewässerschutzes  –  beseitigt  werden  müssen.  Daher  erscheint 
es  gerechtfertigt,  dass  sich  auch  die  Rekurrentin  2  als  schuldlose 
Zustandsstörerin an den Kosten beteiligt.  

Das  von  der  Rekurrentin  1  geltend  gemachte  Drittverschulden  der  C. 
GmbH ist zwar bei der Bestimmung des Kostenanteils zu beachten, ändert aber 
nichts  an  ihrer  Qualifikation  als  (schuldlose)  Zustandsstörerin. Wie  erwähnt  ist 
es  unerheblich,  wodurch  der  polizeiwidrige  Zustand  der  Sache  verursacht 
worden  ist.  Entscheidend  ist  allein  die  objektive  Tatsache,  dass  eine  Störung 
vorliegt und dass die Sache selbst unmittelbar die Gefahrenquelle bildet. Ohne 
dass ihr ein Verstoss gegen Brandschutzvorschriften vorzuwerfen ist, muss sich 
auch die Rekurrentin 1 die Beschaffenheit der Halle anrechnen lassen, die eine 
rasche  Ausbreitung  des  Feuers  begünstigte.  Sie  hatte  durch  die 
Untervermietung  grosser  Teile  der  Halle  und  Flächen  darum  herum  einen 
wirtschaftlichen Nutzen aus der Liegenschaft gezogen und hat daher auch den 
damit  verbundenen  Nachteil  zu  tragen.  Aus  diesen  Gründen  muss  auch  die 
Rekurrentin  1  für  einen  Teil  der  Kosten  einstehen.  Der  ihr  objektiv  zuzu-
rechnende Verursacheranteil erscheint geringer als derjenige der Rekurrentin 2. 
Dementsprechend  dürfte  der Rekurrentin  1 ein  geringerer Kostenanteil  als der 
Rekurrentin 2 zu überbinden sein. 

7. Zusammengefasst sind die Rekurse gutzuheissen.  

 
 
- 12-  

Dementsprechend ist die Verfügung des Amtes für Abfall, Wasser, Energie 
und Luft (AWEL) vom 25. Juni 2015 aufzuheben. Die Sache ist zur Festlegung 
der  konkreten  Kostenanteile  im  Sinne  der  vorstehenden  Erwägungen  an  die 
Baudirektion Kanton Zürich zurückzuweisen.  

Da  sich  die  C.  GmbH inzwischen  in  Liquidation  befindet,  ist  zu  vermuten, 
dass der auf sie entfallende Kostenanteil nicht erhältlich sein wird. Diesfalls wird 
die Baudirektion auch darüber zu befinden haben, ob und wie die Ausfallkosten 
auf die belangbaren Störer zu überwälzen sind. Die Überwälzung  des Kosten-
anteils  eines  nicht  belangbaren  Störers,  der  von  der  Allgemeinheit  getragen 
werden müsste, auf die übrigen Verursacher hat das Bundesgericht als zulässig 
erklärt. Eine solche Mehrbelastung der Verursacher finde jedoch ihre Grenze an 
der  Zumutbarkeit.  Insbesondere  gelte  es  zu  berücksichtigen,  ob  ein  grobes 
Drittverschulden  (des  nicht  belangbaren  Störers)  vorliege  oder  der  Schaden 
durch  höhere  Gewalt  eingetreten  sei.  Ausserdem  müsse  die  zusätzliche 
Kostenauflage  für  den  Belasteten  wirtschaftlich  tragbar  sein  (vgl.  BGr,  27. 
August 2004, 1A.178/2003, E.7.).