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**Case Identifier:** b429dcae-5ece-5489-a412-dedae6e35e0e
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-02-01
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 01.02.2023 VBE.2022.300
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2022-300_2023-02-01.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

2. Kammer 

 

 

VBE.2022.300 / ms / BR 

Art. 12 

 

Urteil vom 1. Februar 2023 
 

 

Besetzung  Oberrichterin Peterhans, Präsidentin  

Oberrichterin Gössi  

Oberrichter Kathriner 

Gerichtsschreiber Schweizer          

 

 
   

Beschwerde- 

führer  

 A._____   

vertreten durch lic. iur. Markus Zimmermann, Rechtsanwalt,  

Stadtturmstrasse 10, Postfach, 5401 Baden    

     

 
   

Beschwerde-

gegnerin  

 Suva, Rechtsabteilung, Fluhmattstrasse 1, Postfach, 6002 Luzern   

     

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend UVG 

(Einspracheentscheid vom 28. Juli 2022) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Dem 1964 geborenen Beschwerdeführer wurde durch die Beschwerdegeg-

nerin mit Verfügung vom 11. September 2009 respektive Einspracheent-

scheid vom 28. März 2011 der Folgen eines Unfalls vom 29. Juni 2007 we-

gen eine Invalidenrente aufgrund eines Invaliditätsgrads von 24 % mit Wir-

kung ab 1. August 2009 und eine Integritätsentschädigung basierend auf 

einer Integritätseinbusse von 15 % zugesprochen. 

 

1.2. 

Die in der Folge von der Beschwerdegegnerin initiierten Revisionsverfah-

ren ergaben keine Veränderungen des Rentenanspruchs des Beschwer-

deführers. 

 

1.3. 

Im Rahmen der im Mai 2021 von Amtes wegen angehobenen Revision 

nahm die Beschwerdegegnerin eine Abklärung der erwerblichen Situation 

vor. Mit Verfügung vom 14. Juli 2021 hob die Beschwerdegegnerin die bis-

herige Invalidenrente des Beschwerdeführers per 1. Juli 2021 auf. Die da-

gegen erhobene Einsprache wies sie mit Einspracheentscheid vom 28. Juli 

2022 ab. 

 

2. 

2.1. 

Gegen den Einspracheentscheid vom 28. Juli 2022 erhob der Beschwer-

deführer mit Eingabe vom 23. August 2022 fristgerecht Beschwerde und 

stellte folgende Rechtsbegehren: 

 

"1. Der Einsprache-Entscheid vom 28. Juli 2022 sei vollumfänglich aufzu-
heben und dem Beschwerdeführer sei weiterhin eine Invalidenrente in 
der bisherigen Höhe auszurichten. 

2. Eventualiter sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zur ordnungs-
gemässen Abklärung des Sachverhalts und zu weiteren Sachverhalts-
abklärungen zurückzuweisen. 

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerde-
gegnerin." 

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 20. September 2022 beantragte die Beschwer-

degegnerin die Abweisung der Beschwerde. 

 

  

 - 3 - 

 

 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die Invalidenrente des 

Beschwerdeführers mit Einspracheentscheid vom 28. Juli 2022 (Vernehm-

lassungsbeilage [VB] 227) zu Recht revisionsweise per 1. Juli 2021 aufge-

hoben hat. 

 

2. 

2.1. 

Soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, werden die Versicherungs-

leistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten 

gewährt (Art. 6 Abs. 1 UVG). Ist der Versicherte infolge des Unfalles zu 

mindestens 10 % invalid (Art. 8 ATSG), so hat er Anspruch auf eine Invali-

denrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades 

wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der 

unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliede-

rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-

kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Art. 16 ATSG). 

 

2.2. 

Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Renten-

bezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch 

hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben 

(Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Än-

derung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invalidi-

tätsgrad und damit den Anspruch zu beeinflussen. Rechtsprechungsge-

mäss ist die Invalidenrente nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung 

des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die 

erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheits-

zustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 S. 349 f. mit 

Hinweis; RUMO-JUNGO/HOLZER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 

4. Aufl. 2012, S. 152 ff. mit Hinweis unter anderem auf BGE 119 V 475 

E. 1b/aa S. 478). Bei den prozentgenauen Renten der Unfallversicherung 

(nach UVG) wird Erheblichkeit einer Änderung angenommen, wenn sich 

der Invaliditätsgrad um 5 Prozentpunkte ändert (BGE 140 V 85 E. 4.3 

S. 87; 133 V 545 E. 6.2 S. 547). Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund 

vor, ist der Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfas-

send ("allseitig") zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen 

besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11 mit Hinweisen und E. 6.1 S. 13). 

 - 4 - 

 

 

 

 

2.3. 

Zeitlichen Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Än-

derung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige 

Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit 

rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchfüh-

rung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung 

in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht 

(BGE 133 V 108 E. 5 S. 110 ff.; 130 V 71 E. 3 S. 73 ff.; vgl. auch BGE 134 

V 131 E. 3 S. 132 f.).  

 

2.4. 

Die massgebenden Vergleichszeitpunkte werden zum einen durch die ren-

tenzusprechende Verfügung vom 11. September 2009 (VB 134) respektive 

den Einspracheentscheid vom 28. März 2011 (VB 170) und zum anderen 

durch den angefochtenen Einspracheentscheid vom 28. Juli 2022 (VB 227) 

definiert, was zwischen den Parteien unumstritten ist. Ebenfalls zwischen 

den Parteien ausweislich der Akten zu Recht unumstritten ist das Vorliegen 

einer wesentlichen Tatsachenänderung im Sinne des Art. 17 ATSG durch 

die Aufnahme der Tätigkeit bei der B. durch den Beschwerdeführer. Die 

Beschwerdegegnerin war damit berechtigt, auf die Invalidenrente des Be-

schwerdeführers zurückzukommen und eine umfassende Überprüfung von 

dessen Rentenanspruch – ohne Bindung an frühere Beurteilungen – vor-

zunehmen (vgl. E. 2.2. hiervor). 

 

3. 

3.1. 

3.1.1. 

Gemäss Einspracheentscheid vom 28. Juli 2022 legte die Beschwerdegeg-

nerin das Valideneinkommen gestützt auf die Angaben der Arbeitgeberin 

des Beschwerdeführers, der "C.", vom 13. Dezember 2016 unter Anpas-

sung der Nominallohnentwicklung bis 2021 auf Fr. 75'519.00 fest. Weiter 

stellte sie fest, selbst wenn zu Gunsten des Beschwerdeführers (auch ab 

2017) jährlich von einer monatlichen Lohnerhöhung von Fr. 50.00 anstelle 

der Nominallohnentwicklung auszugehen wäre, ergäbe sich lediglich ein 

Valideneinkommen von Fr. 77'400.00, was am fehlenden Rentenanspruch 

nichts ändern würde. Zur Bemessung des Invalideneinkommens stellte sie 

auf das effektiv erzielte Einkommen bei der B. ab. Gestützt auf ein Validen-

einkommen von Fr. 77'400.00 und ein Invalideneinkommen von 

Fr. 74'802.00 errechnete die Beschwerdegegnerin einen rentenausschlies-

senden Invaliditätsgrad von 3 % (VB 227 S. 4 ff.). 

 

3.1.2. 

Bezüglich der Bemessung des Invalideneinkommens hat die Beschwerde-

gegnerin ausweislich der Akten zu Recht auf das konkret erzielte Einkom-

 - 5 - 

 

 

 

men bei der B. in der Höhe von Fr. 74'802.00 abgestellt, was vom Be-

schwerdeführer auch nicht beanstandet wird. Er rügt (zum Rügeprinzip: 

BGE 119 V 347 E. 1a S. 349 f. mit Hinweis auf BGE 110 V 48 E. 4a 

S. 53; UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, N. 87 zu Art. 61 

ATSG) einzig die Bemessung des Valideneinkommens und bringt vor, es 

sei davon auszugehen, dass er "mit einer jährlichen Lohnerhöhung in Höhe 

von CHF 50.00" habe rechnen können. Weiter macht er geltend, die AHV-

pflichtigen Zulagen seien nicht nur beim Invalideneinkommen, sondern 

auch beim Valideneinkommen zu berücksichtigen. Es seien Spesen ab ei-

ner Entfernung von sieben Kilometern ab Q. in Aussicht gestellt worden 

und als Entschädigung für besondere Leistungen habe die Möglichkeit ei-

ner Gratifikation bestanden, welche damals monatlich Fr. 460.00 betragen 

habe (vgl. Beschwerde S. 10 ff.). 

 

3.2. 

3.2.1. 

Gemäss Art. 16 ATSG wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität 

und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein-

gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegli-

chener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Bezie-

hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie 

nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). 

  

3.2.2. 

Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist rechtsprechungsgemäss 

entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des Beginns eines 

allfälligen Rentenanspruchs nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde (BGE 131 V 

51 E. 5.1.2 S. 53; 128 V 174; Urteil des Bundesgerichts 9C_488/2008 vom 

5. September 2008 E. 6.4). Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 

nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-

passten Verdienst angeknüpft, da erfahrungsgemäss die bisherige Tätig-

keit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen von 

diesem Erfahrungssatz müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit er-

stellt sein (BGE 135 V 58 E. 3.1 S. 59; vgl. auch BGE 135 V 297 E. 5.1 

S. 300 f.; 134 V 322 E. 4.1 S. 325 f.; 129 V 222 E. 4.3.1 S. 224). 

 

Bei der Ermittlung des hypothetischen Valideneinkommens ist nur relevant, 

was zum massgebenden Lohn gemäss AHVG zu zählen ist (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 8C_811/2010 vom 14. März 2011 E. 4.1 mit Hinweis). 

Nach Art. 5 Abs. 2 AHVG gilt als massgebender Lohn jedes Entgelt für in 

unselbständiger Stellung auf bestimmte oder unbestimmte Zeit geleistete 

Arbeit. Der massgebende Lohn umfasst auch Teuerungs- und andere 

Lohnzulagen, Provisionen, Gratifikationen, Naturalleistungen, Ferien- und 

 - 6 - 

 

 

 

Feiertagsentschädigungen und ähnliche Bezüge, ferner Trinkgelder, soweit 

diese einen wesentlichen Bestandteil des Arbeitsentgeltes darstellen. 

 

3.3. 

3.3.1. 

Ausweislich der Akten war der Beschwerdeführer vor dem Unfall zuletzt bei 

der C. als Chauffeur angestellt, wobei er gemäss Arbeitsvertrag einen Mo-

natslohn von Fr. 5'500.00 verdiente (VB 18). Gemäss der letzten Lohnab-

rechnung von Mai 2007 (und damit unmittelbar vor dem Unfallereignis) er-

zielte der Beschwerdeführer ein Gehalt von Fr. 5'650.00 (VB 128 S. 2). Auf 

Nachfrage der Beschwerdegegnerin teilte die C. am 30. Januar 2009 so-

dann mit, der Verdienst zwischen dem 1. Juni 2006 und dem 31. Mai 2007 

habe Fr. 65'750.00 betragen und es sei eine Gratifikation von Fr. 1'000.00 

ausgerichtet worden (vgl. VB 92 S. 1). 

 

Im Rahmen des 2015 eingeleiteten Revisionsverfahrens ersuchte die Be-

schwerdegegnerin die D. um Angaben zur "theoretische[n] Lohnentwick-

lung 2010 - 2017" (vgl. VB 193), welche diese mit Schreiben vom 13. De-

zember 2016 mitteilte. Die D. gab hierbei jeweils eine jährliche Lohnsteige-

rung von Fr. 50.00 pro Monat an (vgl. VB 194). 

 

3.3.2. 

Entgegen dem Beschwerdeführer (vgl. Beschwerde S. 11) wurde das im 

"persönlichen Lohnkonto 2006 und 2007" aufgeführte "Gratifikations-An-

recht" (vgl. VB 92 S. 3 f.) gemäss Angaben der damaligen Arbeitgeberin 

nicht ausbezahlt (vgl. VB 129), was auch mit den unter "Auszahlung" ver-

merkten Beträgen (vgl. VB 92 S. 3 f.) sowie der Lohnabrechnung 

(vgl. VB 128 S. 2) übereinstimmt. So entsprach der unter "Gratifikations-

Anrecht" vermerkte Betrag denn auch einem anteiligen 13. Monatslohn, 

welcher jedoch bereits im Monatslohn "integriert" gewesen war (VB 129; 

vgl. auch VB 18). Im Lohnkonto 2006 wurde lediglich eine einmalige Grati-

fikation von Fr. 1'000.00 verzeichnet (vgl. VB 92 S. 4). Zudem wurde im Ar-

beitsvertrag festgehalten, eine "zusätzliche Gratifikation" sei freiwillig und 

werde "nach Arbeitseinsatz, unfallfreiem Fahren und dem Geschäftsgang 

beurteilt" (vgl. VB 18). Über die C. wurde jedoch im März 2009 der Konkurs 

eröffnet und diese wurde am 15. Juli 2011 aus dem Handelsregister ge-

löscht (vgl. www.zefix.ch; zuletzt besucht am 18. Dezember 2022). Da sich 

die damalige Arbeitgeberin folglich offensichtlich in einer wirtschaftlich 

misslichen Lage befand und auch kein Rechtsanspruch auf eine Gratif ika-

tion im Sinne von Art. 322d Abs. 1 OR bestand, konnte der Beschwerde-

führer nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit mit 

einer weiteren Ausrichtung einer Gratifikation rechnen. 

 

Betreffend die Gratifikation macht der Beschwerdeführer zudem eine Ver-

letzung des Untersuchungsgrundsatzes geltend, wonach die Beschwerde-

gegnerin bei der damaligen Arbeitgeberin, der C., weitere Abklärungen 

 - 7 - 

 

 

 

hätte tätigen müssen (vgl. Beschwerde S. 11). Diese existiert – wie darge-

legt – jedoch gar nicht mehr. Bei der von der Beschwerdegegnerin bezüg-

lich der theoretischen Lohnentwicklung im Jahre 2016 angefragten D. (vgl. 

VB 191; 192; 193; 194) war der Beschwerdeführer sodann gar nie ange-

stellt.  

Ohnehin war auch die D. bereits am 22. Januar 2015 aus dem Handelsre-

gister gelöscht worden (vgl. www.zefix.ch; zuletzt besucht am 18. Dezem-

ber 2022), womit unklar ist, worauf die Lohnangaben vom 13. Dezember 

2016 (vgl. VB 194) – und damit rund ein Jahr nach Löschung – überhaupt 

beruhten. Die D. hatte zudem einen anderen Gesellschaftszweck als die 

C.: Statt Gütertransporte sowie den Betrieb einer Reparaturwerkstätte 

führte die D. nämlich Kranarbeiten, Muldenservice und Aushubarbeiten aus 

(vgl. www.zefix.ch; zuletzt besucht am 18. Dezember 2022). Demzufolge 

ist nicht erstellt, dass die angegebene Lohnentwicklung auch für die vom 

Beschwerdeführer im Unfallzeitpunkt ausgeübte Tätigkeit als Chauffeur zu-

trifft. Entgegen der Beschwerdegegnerin (vgl. VB 227 S. 12) wäre damit 

nicht auf Lohnangaben vom 13. Dezember 2016, sondern auf den vor dem 

Unfall von Juni 2007 zuletzt erzielten Jahreslohn von Fr. 67'800.00 

(Fr. 5'650.00 x 12; vgl. VB 92 S. 3; 128 S. 3; 129) abzustellen. Nach dem 

Gesagten ist nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit (vgl. E. 3.3.2. hiervor) erstellt, dass der Beschwerde-

führer mit einer jährlichen Lohnerhöhung von Fr. 50.00 pro Monat oder ei-

ner zusätzlichen Gratifikation hätte rechnen können.  

 

Bezüglich der vom Beschwerdeführer erwähnten Spesen geht aus dem Ar-

beitsvertrag einzig hervor, dass pro Mittagessen Spesen in Höhe von 

Fr. 7.00 "ab 7 km Entfernung von Q." vergütet worden waren (vgl. VB 18). 

Von Juli 2006 bis Juni 2007 wurden Entschädigungen für das Mittagessen 

in Höhe von gesamthaft Fr. 1'001.00 ausgerichtet (vgl. VB 92 S. 3 f.). Ob 

diese Abgeltung für Verpflegungskosten massgeblichen Lohn darstellt (vgl. 

E. 3.3.2. hiervor), braucht jedoch nicht weiter geprüft zu werden, denn 

selbst im Falle der Berücksichtigung der Spesen als Bestandteil des Vali-

deneinkommens würde kein Rentenanspruch mehr bestehen, wie nachfol-

gend aufzuzeigen ist. 

 

Unter Berücksichtigung der Spesen sowie der Nominallohnentwicklung der 

Jahre 2007 bis 2021 (vgl. Nominallohnindex Männer, 2002-2010, Ab-

schnitt I, Verkehr und Nachrichtenübermittlung, Tabelle T1.1.93 sowie No-

minallohnindex Männer, 2011-2021, Wirtschaftszweig H, Verkehr und La-

gerei, Tabelle T1.1.10) würde sich ein Valideneinkommen von 

Fr. 74'430.31 ([Fr. 67'800.00 + Fr. 1'001.00] x 119.9/114.6 x 1.034) ergeben. 

Bei Gegenüberstellung der Vergleichseinkommen resultiert somit ein ren-

tenausschliessender (vgl. Art. 18 Abs. 1 UVG in der bis 31. Dezember 2016 

gültig gewesenen und vorliegend massgebenden Fassung [vgl. Abs. 1 der 

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Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015]) Invali-

ditätsgrad von 0 %, da das Invalideneinkommen (Fr. 74'802.00) das Vali-

deneinkommen (Fr. 74'430.31) übersteigt.  

 

Schliesslich weist die Beschwerdegegnerin zu Recht darauf hin, dass zur 

Ermittlung des Valideneinkommens auf die Tabellenlöhne abzustellen wäre 

(vgl. Vernehmlassung S. 3). So ging die ehemalige Arbeitgeberin bereits 

im März 2009 in Konkurs (vgl. www.zefix.ch; zuletzt besucht am 18. De-

zember 2022), womit bereits zum Zeitpunkt der Rentenzusprache per 

1. August 2009 (vgl. VB 134) feststand, dass der Beschwerdeführer auch 

ohne seinen Gesundheitsschaden nicht mehr dort erwerbstätig wäre. Somit 

sind rechtsprechungsgemäss die Zentralwerte der Lohnstrukturerhebung 

(LSE) des Bundesamtes für Statistik heranzuziehen (vgl. statt vieler Urteil 

des Bundesgerichts 8C_314/2019 vom 10. September 2019 E. 6.1 mit Hin-

weisen). Bei einem monatlichen Bruttolohn als Chauffeur von Fr. 5'469.00 

(LSE 2018, Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen, 

Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor, TA1_tirage_skill_level, 

Verkehr und Lagerei Ziff. 49-52, Kompetenzniveau 2, Männer) angepasst 

an die betriebsübliche Arbeitszeit (BfS, Betriebsübliche Arbeitszeit nach 

Wirtschaftsabteilungen, in Stunden pro Woche; 2004-2020, 49, 2020=42.7 

h) sowie die Lohnentwicklung von 2018 bis 2020 von 103.3/102.6 (vgl. Tabelle 

T1.1.10, Nominallohnindex, Männer, 2011-2020, Ziff. 49-53, Verkehr und 

Lagerei) ergibt sich ein Valideneinkommen von Fr. 70'536.00 

(Fr. 5'469.00 x 42.7/40 x 
103.3/102.6 x 12). Da dieses ebenfalls tiefer als das In-

valideneinkommen ist, besteht kein Rentenanspruch mehr. Der Ein-

spracheentscheid vom 28. Juli 2022 erweist sich somit als rechtens. 

 

4. 

4.1. 

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde abzuweisen. 

 

4.2. 

Das Verfahren ist kostenlos (Art. 61 lit. fbis ATSG). 

 

4.3. 

Dem Beschwerdeführer steht nach dem Ausgang des Verfahrens (Art. 61 

lit. g ATSG) und der Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer Stellung als So-

zialversicherungsträgerin (BGE 126 V 143 E. 4 S. 149 ff.) kein Anspruch 

auf Parteientschädigung zu.  

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

 - 9 - 

 

 

 

2. 

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 

3. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

 

 
 

   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 1. Februar 2023 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

2. Kammer 

Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Peterhans Schweizer