# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 65c6a901-4e25-5157-b4c8-060a2b4c7d03
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-11-15
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 15.11.2016 R 2016 41
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2016-41_2016-11-15.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

R 16 41

5. Kammer 

Vorsitz Meisser
RichterIn Audétat, Moser

Aktuarin Baumann-Maissen

URTEIL

vom 15. November 2016

in der Streitsache

Stockwerkeigentümergemeinschaft A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Gian Reto Zinsli,

Beschwerdeführerin

gegen 

Gemeinde X._____,

Beschwerdegegnerin

betreffend Baugesuch

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1. Die Parzelle Nr. 2944, eingetragen im Grundbuch der Gemeinde X._____, 

gehört der Stockwerkeigentümergemeinschaft A._____ (nachfolgend: 

Stockwerkeigentümerschaft). Im 2014 beantragte diese bei der Gemeinde 

X._____, die bestehenden Holzfensterläden zu ersetzen. Am 9. April 

2014 bewilligte die Gemeinde X._____ das fragliche Bauvorhaben im 

Meldeverfahren unter Bedingungen und Auflagen. Dabei verpflichtete sie 

die Bauherrschaft insbesondere, Holzfensterläden zu montieren und der 

zuständigen Behörde vor der Ausführung bzw. Bestellung Material- und 

Farbmuster zur Genehmigung vorzulegen.

2. Am 15./17. Dezember 2014 ersuchte die Stockwerkeigentümerschaft die 

Gemeinde X._____ im Sinne einer Projektänderung um die Bewilligung 

des Ersatzes der derzeitigen Holzfensterläden durch Fensterläden aus 

Metall. Am 22. Dezember 2014 teilte die Gemeinde X._____ der Stock-

werkeigentümergemeinschaft mit, diese Projektänderung zurückweisen 

zu müssen. Am 15. Januar 2015 beantragte die Stockwerkeigentümer-

schaft bei der Gemeinde X._____ daraufhin den Erlass einer anfechtba-

ren Verfügung. Die Gemeinde X._____ holte in der Folge bei der Denk-

malpflege Graubünden eine Stellungnahme ein. Mit Beschluss vom 

3. März 2015 lehnte der Gemeinderat die beantragte Projektänderung an-

schliessend im Sinne der Erwägungen ab. In der Begründung erwog er im 

Wesentlichen, das in Frage stehende Mehrfamilienhaus liege am 

B._____-platz in unmittelbarer Nachbarschaft zum B._____-gebäude 

(Neues Gebäu), das schützenswert sei. In der Umgebung schützenswer-

ter Bauten seien gemäss Art. 77 des Baugesetzes der Gemeinde 

X._____ Bauten und Anlagen im Hinblick auf eine gute Gesamtwirkung 

besonders sorgfältig zu gestalten. Im Schutzbereich des Dorfkerns lasse 

die Baukommission aus diesem Grunde praxisgemäss nur Fensterläden 

aus Holz zu. Damit setze sie den Standpunkt der Denkmalpflege konse-

quent um. Die begehrte Projektänderung könne deshalb nicht bewilligt 

werden.

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3. Dagegen erhob die Stockwerkeigentümergemeinschaft (nachfolgend: 

Beschwerdeführerin) am 23. April 2015 Beschwerde beim Verwaltungsge-

richt des Kantons Graubünden (R 15 40). Darin beantragte sie, den Be-

schluss des Gemeinderates vom 3. März 2015 aufzuheben und die be-

gehrte Projektänderung zu genehmigen. Die Beschwerdeführerin sei im 

vorliegenden Verfahren aktivlegitimiert und prozessführungsbefugt, da die 

Fensterläden als Teil der Fassade zum gemeinschaftlichen Teil des 

Stockwerkeigentums gehörten. In materieller Hinsicht führte sie haupt-

sächlich aus, die Bauordnung der Gemeinde X._____ enthalte keine Re-

gelung, die es erlaube, der Beschwerdeführerin vorzuschreiben, anstelle 

der begehrten lackierten Aluminiumfensterläden Holzfensterläden zu 

montieren. Die massgeblichen Bestimmungen sprächen von "gestalten". 

Es gehe also um die Form und die Grösse der Fensterläden, nicht um de-

ren Materialisierung. Lackierte Aluminiumfensterläden passten zur 

Baustruktur bzw. Bautypologie des Dorfkernes, soweit dies überhaupt er-

forderlich sei. Dabei sei zu beachten, dass die streitbetroffene Baute kein 

historisches, sondern ein neuzeitliches Gebäude sei. Allenfalls bei histori-

schen Bauwerken mache es Sinn, die Montage von Holzfensterläden zu 

verlangen, weil Holzfensterläden für den historischen Charakter dieser 

Bauten typisch seien. In X._____ herrsche aber offenbar keine solche 

Auffassung vor. Aluminiumfensterläden befänden sich im Dorfkern vor-

wiegend an historischen Bauten. Demzufolge könne Holz noch viel weni-

ger bei neuzeitlichen Bauten verlangt werden, seien doch Aluminiumfens-

terläden für neuzeitliche Bauten fast typischer als Holzfensterläden. Im 

Übrigen seien Aluminiumfensterläden rund 25 % günstiger als Holzfens-

terläden. Ausserdem seien sie witterungsbeständig und formstabil, farb-

echt und langlebig. Sie verfügten über eine Lebensdauer von 50 Jahren 

und mehr. Holzfensterläden müssten dagegen erstmals nach zehn Jahren 

abgenommen, geschliffen und neu lackiert werden. Diese Prozedur sei 

alsdann alle fünf Jahre zu wiederholen. Der Unterhalt von Holzfensterlä-

den sei folglich deutlich kostspieliger als jener von Aluminiumfensterlä-

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den. Die Beschwerdeführerin habe deshalb ein erhebliches finanzielles 

Interesse an der Montage von Aluminiumfensterläden.

4. Die Gemeinde X._____ (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) ersuchte das 

Verwaltungsgericht in der Vernehmlassung vom 3. Juni 2015 um Abwei-

sung der Beschwerde. In formeller Hinsicht machte sie zunächst geltend, 

es fehlten ein Prozessführungsbeschluss der Beschwerdeführerin und ei-

ne schriftliche Anwaltsvollmacht. Die begehrten Fensterläden in Metall 

genügten den gesetzlichen Anforderungen nicht, weswegen die Be-

schwerdegegnerin die Bewilligung dafür zu Recht verweigert habe. Die 

Ästhetikbestimmungen der Beschwerdegegnerin seien in Bezug auf den 

Dorfkern strenger als Art. 73 Abs. 1 des Raumplanungsgesetzes für den 

Kanton Graubünden. Gemäss Art. 41 Abs. 3 des Baugesetzes der Ge-

meinde X._____ sei die historische Eigenart und bauliche Einheit der des 

Dorfkernes zu bewahren. Ausserdem seien die Vorschriften des generel-

len Gestaltungsplanes zu beachten. Dieser bezeichne den Dorfkern als 

Bereich generell geschützter Baustruktur und Bausubstanz. Gemäss 

Art. 78 Abs. 2 des Baugesetzes der Gemeinde X._____ seien sodann un-

ter anderem Renovationen hinsichtlich Lage, Stellung, Gliederung, Grös-

se und Gestalt an die bestehende Baustruktur oder Typologie der Bauten 

anzupassen. Sie hätten sich harmonisch in die Umgebung einzufügen 

und dürften die wesentlichen Merkmale des Dorf- und Strassenbildes 

nicht beeinträchtigen. Diese Bestimmungen stellten hohe Anforderungen 

an die bauliche Gestaltung und erlaubten es der Beschwerdegegnerin, 

die Montage von Holzfensterläden zu verlangen. Soweit die Beschwerde-

führerin vorbringe, im Dorfkern existierten etliche Gebäude mit Alumini-

umfensterläden, sei festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin nur in 

zwei Fällen die Montage von Aluminiumfensterläden bewilligt habe. In den 

übrigen Fällen seien solche ohne Kenntnis der zuständigen Baubehörde 

montiert worden. Weswegen die beiden erwähnten Ausnahmen gewährt 

worden seien, sei heute nicht mehr nachvollziehbar. Bei den angeführten 

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Beispielen handle es sich aber um wenige Einzelfälle, welche die ent-

sprechende Praxis der Beschwerdegegnerin nicht in Frage stellten. Im 

Übrigen bestehe kein Anspruch auf Gleichbehandlung im Unrecht.

5. In der Replik vom 16. Juni 2015 hielt die Beschwerdegegnerin an ihren 

Anträgen fest und setzte sich mit der Argumentation der Beschwerdegeg-

nerin auseinander. Ausserdem reichte sie den Prozessführungsbeschluss 

und die Vollmacht der Stockwerkeigentümergemeinschaft ein. Die Be-

schwerdegegnerin nahm dazu in der Duplik vom 30. Juni 2015 unter Er-

neuerung ihrer Anträge Stellung. Die eingereichte Prozessführungsbefug-

nis genüge den gesetzlichen Anforderungen nicht. Die Ansetzung einer 

weiteren gerichtlichen Nachfrist zur Mangelbehebung sei nicht mehr statt-

haft. Deshalb sei auf die vorliegende Beschwerde nicht einzutreten. Am 

13. August 2015 reichte die dazu vom Gericht am 10. Juli 2015 aufgefor-

derte Beschwerdeführerin die monierten Vollmachten sowie den Zirkular-

beschluss der Stockwerkeigentümergemeinschaft nach. Eine Stellung-

nahme der Beschwerdegegnerin zu diesen Unterlagen ging beim Gericht 

nicht ein.

6. Am 1. Oktober 2015 führte das Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden einen Augenschein durch, an welchem auf Seiten der Be-

schwerdeführerin C._____, D._____ sowie deren Verwalter, die E._____ 

Immobilien, sowie Rechtsanwalt lic. iur. Gian Reto Zinsli anwesend wa-

ren. Die Beschwerdegegnerin wurde durch ihren Rechtskonsulenten, 

Rechtsanwalt lic. iur. Patrick Benz, sowie den Leiter des Hochbauamts 

vertreten. Im Weiteren nahm Denkmalpfleger F._____ am Augenschein 

teil. Die Anwesenden hatten Gelegenheit, sich vor dem streitbetroffenen 

Mehrfamilienhaus und im Zuge des anschliessendes Rundgangs durch 

den Dorfkern zu den aufgeworfenen Fragen zu äussern, wovon allseits 

Gebrauch gemacht wurde. Nach Abschluss des Augenscheines reichte 

der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin beim Sekretariat des Verwal-

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tungsgerichts seine Honorarnote ein. Die Beschwerdegegnerin nahm da-

zu keine Stellung.

7. Mit Urteil R 15 40 vom 12. November 2015 hiess das Verwaltungsgericht 

die Beschwerde vom 23. April 2015 gut, hob den Beschluss des Gemein-

derates vom 3. März 2015 auf und bewilligte das Projektänderungsge-

such der Beschwerdeführerin unter der Auflage, dass die einzubauenden 

Aluminiumfensterläden dem bisherigen Lamellenbild und Farbton ent-

sprächen. Die zum Einbau bestimmten Material- und Farbmuster seien 

der zuständigen Behörde vor der Ausführung zur Genehmigung vorzule-

gen. Der gegen dieses Urteil erhobenen Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten gab das Bundesgericht im Urteil 

1C_646/2015 vom 8. Juni 2016 statt, hob das angefochtene Urteil auf und 

wies die Sache zu neuer Beurteilung im Sinne der Erwägungen an das 

Verwaltungsgericht zurück. Zur Begründung führte es aus, die Vorinstanz 

habe am 1. Oktober 2015 einen Augenschein durchgeführt und sei ihrer 

Protokollierungspflicht nachgekommen. Das Protokoll, welches verschie-

dene für den Entscheid erhebliche Sachverhaltsfeststellungen enthalte, 

datiere vom 6. Oktober 2015. Es sei den Parteien jedoch vor der Ent-

scheidfällung am 12. November 2015 nicht zur Stellungnahme zugestellt 

worden. Dies verletze den Anspruch der Parteien auf Mitwirkung am Be-

weisverfahren. Eine Heilung dieser Gehörsverletzung im bundesgerichtli-

chen Verfahren komme nicht in Frage, da die Sachverhaltsfeststellung 

betroffen sei, welche das Bundesgericht nicht mit freier Kognition beurtei-

len könne. Das angefochtene Urteil sei deshalb aufzuheben. 

8. Nach Erhalt des bundesgerichtlichen Urteils 1C_646/2015 vom 8. Juni 

2016 stellte das Verwaltungsgericht den Verfahrensparteien das Augen-

scheinprotokoll vom 6. Oktober 2015 zu. Die Beschwerdeführerin nahm 

dazu mit Schreiben vom 12. August 2016 Stellung. Darin hielt sie fest, im 

Augenscheinprotokoll seien nicht alle Örtlichkeiten aufgeführt worden, die 

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am Augenschein abgeschritten worden seien. Es könnte deshalb den 

Eindruck vermitteln, es sei ein kleinerer Bereich des Dorfkernes in Au-

genschein genommen worden als in Tat und Wahrheit. Das Augen-

scheinprotokoll vom 6. Oktober 2015 sei deshalb dahingehend zu berich-

tigen, als dass neben den darin genannten Örtlichkeiten Abstecher in die 

G._____-strasse sowie die H._____-gasse stattgefunden hätten und die 

ganze I._____-gasse begangen worden sei. Die Beschwerdegegnerin er-

achtete das Augenscheinprotokoll vom 6. Oktober 2015 in ihrer Stellung-

nahme vom 16. August 2016 ihrerseits als unvollständig und beantragte, 

den Grundbuchplan vom 30. November 2015 mit Darstellung der Materi-

alisierung der Fensterläden im Dorfkern in das Augenscheinprotokoll auf-

zunehmen. Eventuell sei ein zweiter Augenschein durchzuführen, an wel-

chem sämtliche im Grundbuchplan vom 30. November 2015 bezeichne-

ten Gebäude besichtigt würden und die Materialisierung der dortigen 

Fensterläden protokolliert würde. 

9. Mit Verfügung vom 25. August 2016 wies der Instruktionsrichter das Be-

richtigungsgesuch der Beschwerdegegnerin ab, da der Grundbuchplan 

vom 30. November 2015 anlässlich des Augenscheins vom 1. Oktober 

2015 nicht eingereicht worden sei und deshalb nicht Bestandteil des Au-

genscheinprotokolls sein könne. Als zum Beweis rechtserheblicher Tatsa-

chen taugliches Beweismittel werde der fragliche Übersichtsplan indessen 

als Beilage Nr. 5 der Beschwerdegegnerin zu den Akten genommen und 

der Gegenpartei zugestellt. Damit dürfte der Eventualantrag der Gemein-

de X._____, es sei ein zweiter Augenschein durchzuführen, an welchem 

sämtliche im Grundbuchplan vom 30. November 2015 bezeichneten Ge-

bäude vom Verwaltungsgericht zu besichtigen und die Materialisierung 

der Fensterläden zu protokollieren, hinfällig geworden sein. In derselben 

Verfügung hiess der Instruktionsrichter sodann das Gesuch der Be-

schwerdeführerin vom 12. August 2016 gut und ergänzte das Augen-

scheinprotokoll vom 6. Oktober 2015 antragsgemäss. Das dergestalt be-

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richtigte Augenscheinprotokoll wurde den Parteien samt der Stellung-

nahme der Gegenpartei mit der Verfügung vom 25. August 2016 zuge-

stellt. 

10. In der Folge äusserte sich die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 

30. August 2016 zu den Ausführungen der Beschwerdegegnerin in der 

Stellungnahme vom 16. August 2016. Die Beschwerdegegnerin setzte 

sich mit diesen Vorbringen im Schreiben vom 12. September 2016 unter 

Erneuerung ihrer Anträge auseinander.

Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensparteien sowie die einge-

reichten Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Er-

wägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Die Beschwerdeführerin erhob beim Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden am 23. April 2015 Beschwerde gegen den Beschluss des 

Gemeinderates X._____ vom 3. März 2015 (R 15 40). Solche in Anwen-

dung von Verwaltungsrecht ergangene, individuell konkrete Entscheide, 

die bei keiner kantonalen Instanz angefochten werden können und weder 

nach eidgenössischem noch nach kantonalem Recht endgültig sind, kön-

nen gemäss Art. 49 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungs-

rechtspflege (VRG, BR 370.100) beim Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden angefochten werden. Die Beurteilung der vorliegenden Be-

schwerde fällt demzufolge in die Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts 

des Kantons Graubünden. Dies wird denn auch von keiner Verfahrens-

partei in Abrede gestellt.

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b) Die Beschwerdegegnerin bestreitet jedoch die Partei- und Prozessfähig-

keit der Beschwerdeführerin. Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerde-

verfahren ist nur als Partei zuzulassen, wer partei- und prozessfähig ist, 

vom angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interes-

se an dessen gerichtlicher Überprüfung hat (Art. 50 VRG). Einer Stock-

werkeigentümergemeinschaft kommt im Rahmen der ihr obliegenden 

Verwaltungsaufgaben Parteifähigkeit zu. In diesem Bereich kann sie unter 

ihrem Namen klagen und betreiben sowie beklagt und betrieben werden 

(Art. 712l Abs. 2 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [ZGB; SR 210]), 

wobei sie den Prozess durch ihren Verwalter oder einen von ihr zu die-

sem Zweck gewählten Vertreter führen lassen kann. Für die Vertretung 

der Stockwerkeigentümergemeinschaft bedarf der Verwalter, von summa-

rischen Streitigkeiten abgesehen, einer besonderen Bevollmächtigung 

durch die Stockwerkeigentümergemeinschaft (Art. 712t Abs. 2 ZGB). 

c) Streitgegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens ist, ob die Be-

schwerdeführerin berechtigt ist, an dem Mehrfamilienhaus, A._____ Alu-

miniumfensterläden zu montieren. Fensterläden sind ein weithin sichtba-

res Gestaltungselement einer Gebäudefassade. Sie sind für die Gestalt 

sowie das Aussehen eines Gebäudes prägend. Gemäss Art. 712b Abs. 2 

ZGB können derartige Bauelemente nicht zu Sonderrecht ausgeschieden 

werden. Sie unterliegen der gemeinschaftlichen Nutzung und Verwaltung, 

die von der Stockwerkeigentümergemeinschaft wahrzunehmen ist. Die 

mit dieser Aufgabe verbundenen Rechte und Pflichten hat die Stockwerk-

eigentümergemeinschaft geltend zu machen und zu diesem Zweck gege-

benenfalls auch ein Beschwerdeverfahren gegen einen abschlägigen 

Baubewilligungsentscheid einzuleiten. Demnach erweist sich die Be-

schwerdeführerin im vorliegenden Beschwerdeverfahren als parteifähig. 

Bezüglich ihrer Prozessfähigkeit ist in tatsächlicher Hinsicht erstellt, dass 

die Beschwerdeführerin aus den Grundstückseigentümern, C._____ und 

K._____, den Erben von L._____, vertreten durch M._____, N._____ und 

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O._____, P._____, vertreten durch D._____, und D._____ selbst besteht. 

Alle diese Personen haben in einem Zirkulationsbeschluss beschlossen, 

den abschlägigen Beschluss des Gemeinderates vom 3. März 2015 mit 

Beschwerde beim Verwaltungsgericht anzufechten und sich dabei durch 

den Verwalter der Stockwerkeigentümergemeinschaft, E._____ Immobili-

en, vertreten zu lassen. Die Einzelunternehmung E._____ Immobilien hat 

ihrerseits Rechtsanwalt lic. iur. Gian Reto Zinsli mit der Interessenwah-

rung beauftragt. Die diese Rechtsverhältnisse belegenden Unterlagen hat 

die Beschwerdegegnerin auf entsprechende Aufforderung hin mit der Du-

plik vom 16. Juni 2015 sowie dem Schreiben vom 30. Juni 2015 einge-

reicht. Damit ist ausgewiesen, dass die Beschwerdeführerin vorliegend 

prozessfähig ist und Rechtsanwalt lic. iur. Gian Reto Zinsli rechtsgültig 

bevollmächtigt hat. Dass sie als formelle und materielle Adressatin des 

angefochtenen Beschlusses von diesem, soweit darin ihr Projektände-

rungsgesuch abgewiesen wurde, berührt ist, steht ausser Frage. Demzu-

folge ist die Beschwerdelegitimation der Beschwerdeführerin zu bejahen. 

Auf die zudem frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist damit 

einzutreten (vgl. Art. 52 VRG). 

2. a) In beweisrechtlicher Hinsicht ist zunächst streitig, ob das Verwaltungsge-

richt seiner Untersuchungspflicht (Art. 51 Abs. 3 VRG i.V.m. Art. 11 VRG) 

nachgekommen ist und den rechtserheblichen Sacherhalt hinreichend 

abgeklärt hat. Das Verwaltungsgericht hat die von den Verfahrensparteien 

mit Eingaben vom 23. April 2015, 3. Juni 2015 und 16. Juni 2015 einge-

reichten Beweismittel entgegengenommen und am 1. Oktober 2015 einen 

Augenschein durchgeführt, den es protokollierte. Die Verfahrensparteien 

äusserten sich alsdann am 12. August 2016 sowie 16. August 2016 zum 

Augenscheinprotokoll und verlangten dessen Berichtigung. Mit Verfügung 

vom 25. August 2016 gab der Instruktionsrichter dem Berichtigungsantrag 

der Beschwerdeführerin statt und ergänzte das Augenscheinprotokoll vom 

6. Oktober 2015 dahingehend, als darin antragsgemäss festgehalten 

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wurde, dass neben den im Augenscheinprotokoll aufgeführten Örtlichkei-

ten Abstecher in die G._____-strasse und die H._____-gasse stattgefun-

den hätten und die ganze I._____-gasse begangen worden sei (vgl. be-

richtigtes Augenscheinprotokoll). Dagegen lehnte es der Instruktionsrich-

ter ab, den von der Beschwerdegegnerin eingereichten Grundbuchplan 

vom 30. November 2015 mit der Darstellung der Materialisierung der 

Fensterläden im Dorfkern in das Augenscheinprotokoll aufzunehmen. Als 

zum Beweis rechtserheblicher Tatsachen taugliches Beweismittel nahm 

er den fraglichen Grundbuchplan indessen als Beilage Nr. 5 der Be-

schwerdegegnerin zu den Akten und stellte diesen der Gegenpartei zu. 

b) Die Beschwerdegegnerin ist der Meinung, das Gericht habe mit diesen 

Anordnungen den rechtserheblichen Sachverhalt unzureichend ermittelt 

und dadurch gegen Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizeri-

schen Eigenossenschaft (BV; SR 101) sowie Art. 11 VRG verstossen. 

Das Gericht habe sich anlässlich des Augenscheins vom 1. Oktober 2015 

damit zufriedengegeben, lediglich einzelne Strassenabschnitte des Dorf-

kenes zu besichtigen. Das Augenscheinprotokoll und die zugehörige Fo-

todokumentation würden deshalb die tatsächliche Materialisierung der 

Fensterläden im Dorfkern nur unvollständig und nach dem Zufallsprinzip 

wiedergeben. Die fraglichen Unterlagen liessen daher keine zuverlässi-

gen Rückschlüsse auf die Verbreitung von Holzfensterläden im Dorfkern 

zu, indem sie suggerierten, es gebe nur sehr wenige Fensterläden in 

Holzausführung im Dorfkern. Tatsache sei aber, dass Fensterläden aus 

Metall nur einen Bruchteil oder deutlich weniger als 20 % aller montierten 

Fensterläden im Dorfkern ausmachten. Der massgebliche Sachverhalt sei 

folglich mit dem Augenschein vom 1. Oktober 2015 unzureichend ermittelt 

worden. Diese Unterlassung lasse sich beheben, indem der Grundbuch-

plan vom 30. November 2015 als verbindlicher Bestandteil in das Augen-

scheinprotokoll aufgenommen werde. Sollte das Gericht diesem Antrag 

nicht entsprechen, werde die Durchführung eines zweiten Augenscheins 

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beantragt, bei welchem sämtliche im Grundbuchplan vom 30. November 

2015 bezeichneten Gebäude besichtigt würden und die Materialisierung 

der Fensterläden protokolliert würde. 

c) Dagegen wendet die Beschwerdeführerin ein, das Gericht habe den Par-

teien am Augenschein vom 1. Oktober 2015 Gelegenheit geboten, alle 

von ihnen gewünschten Strassenzüge des Dorfkernes abzuschreiten. Die 

Beschwerdegegnerin habe diese Möglichkeit nicht genutzt, weshalb ihr 

heutiger Vorwurf, das Gericht habe den massgeblichen Sachverhalt unzu-

reichend ermittelt, unbegründet sei. Ein zweiter Augenschein sei nicht er-

forderlich. In Bezug auf den Grundbuchplan vom 30. November 2015 sei 

zu beachten, dass nicht nur die im fraglichen Grundbuchplan verzeichne-

ten Häuser mit Aluminiumfensterläden ausgestattet seien. Im Übrigen ge-

be es viele Häuser, die nur bei einzelnen, aber nicht bei allen Fassaden 

oder Fensterreihen Holzfensterläden hätten. Schliesslich sei der mit der 

Stellungnahme vom 16. August 2016 eingereichte Grundbuchplan nicht 

identisch mit jenem, den die Beschwerdegegnerin im bundesgerichtlichen 

Beschwerdeverfahren eingereicht habe. 

d) Die Beschwerdegegnerin reichte den Grundbuchplan vom 30. November 

2015 mit der Darstellung der Materialisierung der Fensterläden im Dorf-

kern anlässlich des Augenscheines vom 1. Oktober 2015 nicht ein und 

stellte damals nicht in Aussicht, einen solchen Grundbuchplan einzubrin-

gen. Da im Augenscheinprotokoll nur Vorkommnisse zu erwähnen sind, 

die sich am Augenschein zugetragen haben, kann der fragliche Grund-

buchplan unter diesen Umständen im Augenscheinprotokoll keine Erwäh-

nung finden. Ebenso ist es ausgeschlossen, diesen zum Bestandteil des 

Augenscheinprotokolls vom 6. Oktober 2015 zu erklären. Dies bedeutet 

freilich nicht, dass der Grundbuchplan vom 30. November 2015 im vorlie-

genden Verfahren unberücksichtigt bleiben muss. Den fraglichen Grund-

buchplan hat der Bauinspektor der Beschwerdegegnerin eigens für das 

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vorliegende Verfahren erstellt. Hierbei handelt es sich folglich um einen 

Amtsbericht im Sinne von Art. 12 Abs. 1 lit. c VRG, der geeignet ist, die 

hier unter anderem strittige Frage nach der Verbreitung von Fensterläden 

im Dorfkern und deren Materialisierung zu beantworten. Daran ändert die 

Tatsache nichts, dass – wie die Beschwerdeführerin zutreffend festhält – 

der im bundesgerichtlichen Beschwerdeverfahren eingereichte Grund-

buchplan insofern von dem im vorliegenden Verfahren eingegangenen 

abweicht, als danach die beiden sich auf der Parzelle Nr. 3202 befinden-

den Gebäude mit Holzfensterläden ausgestattet sind, während nach der 

neueren Version nur ein Gebäude über Fensterläden verfügt (vgl. Bg-

act. 5 und Bg-act. 5 im bundesgerichtlichen Verfahren). Ansonsten stim-

men die fraglichen Grundbuchpläne allerdings überein. Trotz dieser Un-

gereimtheit zweifelt das Gericht nicht daran, dass die Beschwerdegegne-

rin den fraglichen Grundbuchplan unter Aufbietung der gebotenen Sorg-

falt in der Absicht erstellt hat, die Verbreitung von Fensterläden in Dorf-

kern und deren Materialisierung zu dokumentieren. Für den Beweis die-

ses Sachverhalts erweist sich der Grundbuchplan vom 30. November 

2015 als geeignet.

e) Soweit die Beschwerdeführerin die diesbezügliche Beweistauglichkeit des 

fraglichen Grundbuchplans mit der Begründung in Frage stellt, dass nicht 

alle Gebäude, die nach dem Grundbuchplan vom 30. November 2015 mit 

Holzfensterläden ausgestattet sind, durchgängig über Holzfensterläden 

verfügen, ist zuzugestehen, dass diese Beobachtung zutrifft. In der Tat 

gibt es Häuser, die auf dem Grundbuchplan vom 30. November 2015 

grün markiert sind, jedoch nur auf einer Seite mit Holzfensterläden aus-

gestattet sind, während sie auf der hinteren Seite über keine Fensterläden 

verfügen. Solche Nuancen lassen sich in dem Grundbuchplan vom 

30. November 2015, der den Dorfkern im Massstab 1:2000 abbildet, indes 

nicht akkurat wiedergeben. Deshalb ist dem Grundbuchplan vom 30. No-

vember 2015 aber die Beweistauglichkeit nicht abzusprechen, zumal sol-

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chen und anderen besonderen Gegebenheiten im Rahmen der freien 

Beweiswürdigung hinreichend Rechnung getragen werden kann. Als zum 

Beweis rechtserheblicher Tatsachen taugliches Beweismittel ist der von 

der Beschwerdegegnerin eingereichte Grundbuchplan vom 30. November 

2015 folglich entgegenzunehmen und dem vorliegenden Urteil zugrunde 

zu legen. Dieses Vorgehen wird denn auch von der Beschwerdeführerin 

nicht beanstandet.

f) Hingegen erachtet die Beschwerdegegnerin eine solche Vorgehensweise 

als unzureichend und beantragt für diesen Fall die Durchführung eines 

zweiten Augenscheins, an welchem sämtliche im Grundbuchplan vom 30. 

November 2015 bezeichneten Gebäude besichtigt würden und die Mate-

rialisierung der Fensterläden derselben protokolliert würde. Es ist nicht 

ersichtlich, welche neuen Erkenntnisse eine solche Beweisvorkehr erwar-

ten lässt. Ob und inwiefern es möglich ist, Holzfensterläden von solchen 

aus anderen Materialien zu unterscheiden, hat das Verwaltungsgericht 

bereits anlässlich des Augenscheines vom 1. Oktober 2015 untersucht. 

Die Verbreitung der Fensterläden im Dorfkern und deren Materialisierung 

ist durch den Grundbuchplan vom 30. November 2015 dokumentiert, der 

als Amtsbericht zu den Akten genommen wurde und dessen Zuverlässig-

keit nicht in Frage steht. Bei dieser Sachlage ist nicht erkennbar, welchen 

Erkenntnisgewinn ein zweiter Augenschein bieten könnte. In antizipierter 

Beweiswürdigung ist deshalb auf dessen Durchführung zu verzichten und 

der entsprechende Beweisantrag der Beschwerdegegnerin abzuweisen 

(BGE 126 I 15 E.2a/aa, 124 I 208 E.4a, 122 I 53 E.4a). Dass andere Be-

weismittel existieren, die entscheidende Rückschlüsse auf den rechtser-

heblichen Sachverhalt zuliessen und deshalb abzunehmen wären, wurde 

weder geltend gemacht noch ist solches ersichtlich. Damit ist der rechts-

erhebliche Sachverhalt im vorliegenden Fall hinreichend erstellt.

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3. a) Streitig und nachfolgend zu prüfen bleibt, ob die Beschwerdegegnerin das 

Projektänderungsgesuch der Beschwerdeführerin in der Verfügung vom 

3. März 2015 zu Recht abgelehnt hat. Das fragliche Bauvorhaben bezieht 

sich auf ein im Dorfkern gelegenes Mehrfamilienhaus. Der Dorfkern wur-

de im Jahr ____ als Objekt von besonderer Bedeutung in das Inventar der 

schützenswerten Ortsbilder der Schweiz aufgenommen (s. Schreiben von 

Denkmalpfleger F._____ an die Gemeinde X._____; vgl. auch Verord-

nung über das Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der 

Schweiz. Der Dorfkern wird als Gebiet mit "ursprünglicher Substanz" (Ka-

tegorie A) sowie "ursprünglicher Struktur" (Kategorie B) bezeichnet und 

dem höchsten Erhaltungsziel "Erhalt der Substanz" (Kategorie A) zuge-

ordnet. Allerdings wird das streitbetroffene Mehrfamilienhaus selbst nicht 

als schützenswertes Einzelelement eingestuft. Dasselbe gilt für die 

H._____-gasse. Diese alte Hauptachse, die beidseits von besonders re-

präsentativen Gebäuden gesäumt und stellt allerdings einen wichtigen 

Sachverhalt dar, den es zu erhalten gilt.

b) Die sich hieraus ergebenden Planungsempfehlungen hat der Kanton 

Graubünden gestützt auf Art. 17 des Bundesgesetzes über die Raumpla-

nung (RPG; SR 700) i.V.m. Art. 43 des Raumplanungsgesetzes für den 

Kanton Graubünden (KRG; BR 801.100) dahingehend umgesetzt, als er 

die für die Bauordnung zuständigen Gemeinden verpflichtet hat, Sied-

lungsbereiche und Einzelbauten von besonderer künstlerischer, histori-

scher, architektonischer Bedeutung gestützt auf Siedlungsanalysen oder 

auf andere Grundlagen als generell geschützte Siedlungsgebiete und 

Einzelbauten in den Generellen Gestaltungsplan aufzunehmen. Wird kei-

ne solche Schutzzone errichtet, so sind Natur- und Kulturobjekte von be-

sonderer Bedeutung gestützt auf Landschaftsinventare oder gleichwertige 

Grundlagen als geschützte Natur- und Kulturobjekte in den Generellen 

Gestaltungsplan aufzunehmen (Art. 44 Abs. 1 KRG). Die Gemeinde 

X._____ hat entsprechend diesen kantonalen Vorgaben den Dorfkern als 

- 16 -

Bereich mit generell geschützter Baustruktur und Bausubstanz bezeichnet 

(Art. 41 Abs. 3 des Baugesetz der Gemeinde X._____ [BG; LS 611]) und 

eine entsprechende Schutzzone errichtet (Art. 78 Abs. 1 BG). Ausserdem 

hat sie für inventarisierte Bauten in den Art. 75 BG (geschützte und 

schützenswerte Bauten), Art. 76 BG (erhaltenswerte Bauten) sowie 

Art. 77 BG (Umgebung) weitergehende Regelungen erlassen, die über 

die minimalen Vorgaben von Art. 43 KRG hinausgehen.

c) In Bezug auf das streitbetroffene Mehrfamilienhaus geht aus dem gene-

rellen Gestaltungsplan der Gemeinde X._____ hervor, dass dieses in kei-

nem Inventar verzeichnet ist, jedoch in der Schutzzone des Dorfkernes in 

der unmittelbaren Nähe mehrerer schützenswerter bzw. besonders erhal-

tenswerter Gebäude liegt (vgl. Genereller Gestaltungsplan der Gemeinde 

X._____. Das streitige Bauvorhaben hat folglich den besonderen Gestal-

tungsvorschriften von Art. 77 und Art. 78 BG zu genügen. Laut der letzt-

genannten Bestimmung gilt der Dorfkern als Bereich mit generell ge-

schützter Baustruktur und Bausubstanz. Dazu gehören insbesondere 

Dächer, Fassaden, Gassen Plätze, Mauern, Hinterhöfe sowie bedeutende 

Garten und Pflanzen (Art. 78 Abs. 1 BG). Gemäss Art. 78 Abs. 2 BG sind 

Neu-, Um-, Anbauten, Renovationen und Terrainveränderungen hinsicht-

lich Lage, Stellung, Gliederung, Grösse und Gestalt an die bestehende 

Baustruktur und an die Typologie der Bauten anzupassen. Sie haben sich 

harmonisch in die Umgebung einzufügen und dürfen die wesentlichen 

Merkmale des Dorf- und Strassenbildes nicht beeinträchtigen. Die archi-

tektonisch und historisch bedeutende Bausubstanz ist auch im Innern der 

Gebäude zu bewahren. Flachdächer sind im Dorfkern verboten. Für An- 

und Neubauten können Ausnahmen bewilligt werden (Art. 78 Abs. 3 BG). 

Diese Regelungen wird durch Art. 77 BG bezüglich Bauten und Anlagen 

in der Umgebung von geschützten, schützens- sowie erhaltenswerten 

Bauten und Baugruppen dahingehend ergänzt, als diese im Hinblick auf 

eine gute Gesamtwirkung besonders sorgfältig zu gestalten sind.

- 17 -

d) Bei der Auslegung dieser Bestimmungen, die über die Vorgaben des eid-

genössischen und kantonalen Rechts hinausgehen, kommt der Be-

schwerdegegnerin ein relativ erheblicher Beurteilungs- und Ermessens-

spielraum zu. Beruht die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene 

Auslegung auf einer vertretbaren Würdigung der massgebenden Verhält-

nisse, so hat das Gericht sie zu respektieren. Nur wenn die Beschwerde-

gegnerin den ihr zuzugestehenden Handlungsspielraum bei der Ausle-

gung der fraglichen Bestimmungen in unvertretbarer Weise ausgeübt hat, 

darf das Verwaltungsgericht in deren Ermessensausübung eingreifen und 

sein Ermessen an die Stelle desjenigen der Beschwerdegegnerin setzen 

(vgl. statt vieler Urteile des Verwaltungsgerichts R 09 14 vom 23. Juni 

2009, R 06 105 vom 26. April 2007 E.4a).

4. a) Das streitige Bauvorhaben umfasst den Ersatz von 39 Holzfensterläden 

an einem Mehrfamilienhaus durch Aluminiumfensterläden, die mit dem 

bisherigen Lamellenbild übereinstimmen und farblich auf die Tür des ge-

genüberliegenden Gebäudes abgestimmt sind. Die zur Diskussion ste-

henden Aluminiumfensterläden entsprechen somit in Grösse, Gliederung 

und im (ursprünglichen) Farbton den bestehenden Fensterläden. Davon 

weichen sie allerdings insofern ab, als anstelle von Holzfensterläden aus 

Aluminium gefertigte Fensterläden eingebaut werden sollen. Die Be-

schwerdegegnerin erachtet dieses Bauvorhaben nicht als bewilligungs-

fähig, da es der Praxis der Baukommission der Gemeinde X._____, wel-

che gemäss Art. 4 Abs. 1 BG Baugesuche Im Dorfkern beurteile und der 

Baubehörde entsprechend Antrag stelle, entspreche dass im Schutzbe-

reich des Dorfkernes grundsätzlich nur Fenster und Fensterläden aus 

Holz zulässig seien. Damit werde der Standpunkt der Denkmalpflege 

Graubünden konsequent umgesetzt (vgl. Bf-act. 1). Diese Ausführungen 

hat die Beschwerdegegnerin in der Vernehmlassung vom 3. Juni 2015 

dahingehend ergänzt, als Art. 78 BG eine ausreichende gesetzliche 

Grundlage biete, um den Einbau von Holzfensterläden im Dorfkern zu 

- 18 -

verlangen. Gemessen am gewichtigen öffentlichen Interesse an der Er-

haltung eines möglichst intakten Dorfkernbildes erweise sich ein derarti-

ger Eingriff in die Eigentumsfreiheit als verhältnismässig. Der finanzielle 

Mehraufwand für die Holzfensterläden sei im Hinblick auf das damit ver-

folgte Ziel, der Dorfkern in seinem historischen Bild und mit seinen we-

sentlichen Merkmalen zu erhalten, vernachlässigbar (vgl. Vernehmlas-

sung vom 3. Juni 2015 S. 5 f.). 

b) Die für die Beurteilung des streitigen Bauvorhabens massgeblichen 

Art. 77 und Art. 78 BG schreiben eine kubische und architektonische Ge-

staltung vor, welche sicherstellt, dass sowohl für die Baute selbst als auch 

für deren landschaftliche und bauliche Umgebung eine befriedigende Ge-

samtwirkung erzielt wird. Es genügt demzufolge nicht, dass bauliche Ver-

änderungen das Ortsbild im Allgemeinen und die unter Denkmalschutz 

stehenden Objekte im Besonderen nicht beeinträchtigen. Vielmehr müs-

sen sich bauliche Vorkehren harmonisch in die dortige Umgebung einfü-

gen, die nach ihrer Art, Form und Struktur eine mehr oder weniger ge-

schlossene Einheit bildet. Was das im konkreten Fall heisst, hängt vom 

Schutzbedarf des Baudenkmals und seiner Stellung in der Umgebung ab. 

Es kann durchaus bedeuten, dass zonengemässe Nutzungen nicht aus-

geschöpft oder Bauvorhaben wegen besonderer Gestaltungsvorschrift 

trotz Einhaltung der übrigen baurechtlichen Bestimmungen nicht bewilligt 

werden können (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1P.417/2005 vom 6. Ok-

tober 2005 E.3.1; BGE 115 Ia 119; BERNHARD WALDMANN/PETER HÄNNI, 

Raumplanungsgesetz, Bern 2006, Art. 17 N. 48; ALDO ZAUGG/PE-TER 

LUDWIG, Baugesetz des Kantons Bern, Band I, Bern 2007, Art. 10a-10f 

N. 7). Dies gilt insbesondere, wenn ein Bauvorhaben, wie vorliegend mit 

den Fensterläden (vgl. vorstehende Erwägung 1c), wichtige Bauteile und 

Gestaltungselemente eines Gebäudes betrifft, welche das Bild des Hau-

ses für sich und im Kontext mit dessen baulicher Umgebung prägen. Ge-

rade in solchen Fällen ist es denkbar, dass sich aus Art. 77 und Art. 78 

- 19 -

BG Materialisierungsvorschriften ableiten lassen, welche die Verwendung 

eines bestimmten Baustoffes vorschreiben, der – wie ein spezifischer 

Baustil – für eine Zeitepoche typisch sein kann. Entgegen der Auffassung 

der Beschwerdeführerin können die fraglichen Regelungen folglich durch-

aus eine ausreichende Grundlage dafür bieten, Bauherrn von im Dorfkern 

gelegenen Gebäuden, die sich in der Umgebung von schützenswerten 

sowie erhaltenswerten Gebäuden und Anlagen befinden, zu verpflichten, 

Holzfensterläden durch gleichgeartete Holzfensterläden zu ersetzen. 

c) Die Beschwerdegegnerin begründet ihre entsprechende Auffassung in 

erster Linie mit der Haltung des Denkmalschutzes Graubünden. Laut des-

sen Stellungnahme vom 20. Januar 2015 sei die Gemeinde X._____ ein 

Ortsbild von nationaler Bedeutung. Im Besonderen der Bereich des Dorf-

kernes gelte als in höchstem Masse schutzwürdig. Obwohl die Einzelge-

bäude innerhalb des Dorfkernes von unterschiedlicher Qualität seien, gel-

te es das Ensemble als Ganzes zu betrachten. Dies fordere im Besonde-

ren ein hohes Augenmerk auf Massnahmen mit Aussenwirkung, wie Fas-

saden, Dächer, Fenster usw. Die herrschende hohe Qualität der Bausub-

stanz im Dorfkern könne nur aufrechterhalten werden, wenn neue bauli-

che Elemente mit einem hohen Mass an Qualität in Farbe und Materialität 

realisiert würden. Den Massstab gäben die Altbauten vor, welche in 

höchster handwerklicher und materieller Qualität ausgeführt seien. Viele 

neue Materialien, wie Plastik oder Metall, genügten diesen Anforderungen 

nicht und seien darum im Hinblick auf die Dorfkernerhaltung abzulehnen. 

Im vorliegenden Fall sollten Fensterläden aus Holz durch Fensterläden 

aus Metall ersetzt werden. Dies entspreche nicht den genannten 

Grundsätzen. Dazu komme, dass sich das in Frage stehende Mehrfamili-

enhaus direkt am B._____-platz befinde, eine hohe Lagewirkung aufweise 

und darum ein spezielles Augenmerk verdiene. Deshalb seien die Fens-

terläden in Holz zu erhalten und in Holz zu ersetzen. Anlässlich des Au-

genscheines führte F._____ ergänzend aus, aus Sicht des Denkmal-

- 20 -

schutzes seien die höheren Unterhaltskosten von Holzfensterläden im 

Vergleich zu Aluminiumfensterläden nicht entscheidend. Bei Renovati-

onsvorhaben, wie dem vorliegend in Frage stehenden, sei darauf zu ach-

ten, dass der Charakter des Dorfteils durch die baulichen Vorkehren nicht 

verändert werde. Unter diesem Blickwinkel seien Holzfensterläden ge-

genüber Aluminiumfensterläden zu favorisieren, und zwar gerade weil sie 

der Verwitterung unterlägen und sich damit in ihrem Erscheinungsbild 

wandeln würden. Holz sei das historische Baumaterial, welches zur Au-

thentizität des in Frage stehenden Gebäudes und damit des Dorfteils bei-

trüge. Deshalb spreche sich der Denkmalschutz im Dorfkern generell für 

Holzfensterläden aus. Dass in der Vergangenheit bisweilen möglicherwei-

se ein anderer Standpunkt vertreten worden sei, könne er nicht aussch-

liessen. Denn der Denkmalschutz benötige immer etwas Zeit, um sich mit 

neuen Entwicklungen auseinanderzusetzen und dazu eine konsistente 

Position zu entwickeln. Derzeit herrsche in der Denkmalpflege schweiz-

weit die Auffassung vor, dass Holzfensterläden gegenüber Aluminium-

fensterläden zu bevorzugen seien. 

d) Diese Ausführungen der fachkundigen kantonalen Amtsstelle sind in sich 

schlüssig und vermögen in fachlicher Hinsicht grundsätzlich zu überzeu-

gen. Sie tragen jedoch den im Dorfkern bestehenden Verhältnissen nicht 

hinreichend Rechnung. Dort sind nämlich – wie sich aus dem Grund-

buchplan vom 30. November 2015 ergibt (Bg-act. 5) und anlässlich des 

Augenscheines vom 1. Oktober 2015 festgestellt werden konnte – unge-

fähr die Hälfte der Häuser nicht mit Fensterläden ausgestattet. Von jenen 

Häusern, die über Fensterläden verfügen, sind sodann ungefähr 80 % 

aus Holz und 20 % aus Metall gefertigt. Der Anteil von Gebäuden mit 

Holzfensterläden beläuft sich im Dorfkern demnach ungefähr auf 40 %. 

Diese Kennzahl wird – wie die Beschwerdeführerin zutreffend festhält – 

zusätzlich dadurch relativiert, dass einzelne Häuser, die nach dem 

Grundbuchplan vom 30. November 2015 mit Holzfensterläden ausgestat-

- 21 -

tet sind, nicht durchgängig über Holzfensterläden verfügen. Häuser ohne 

Fensterläden befinden sich ausserdem nicht nur an historisch weniger 

wertvollen Plätzen sowie Strassenzügen, sondern auch an historisch be-

sonders bedeutsamen Orten. Dasselbe gilt – wenn auch in geringerem 

Umfang – für Häuser mit Aluminiumfensterläden. Diese sind aber insbe-

sondere auch am B._____- sowie R._____-platz zu finden (vgl. Augen-

scheinprotokoll vom 1. Oktober 2015 und Bf-act. 4). Die von der Be-

schwerdegegnerin nach eigenen Angaben seit Jahren in Anwendung von 

Art. 77 und Art. 78 BG verfolgte Praxis, wonach im Dorfkern Holzfenster-

läden durch Holzfensterläden zu ersetzen sind, widerspiegelt sich im 

Ortsbild des Dorfkernes somit nicht (mehr). 

e) Wenn die Beschwerdegegnerin diesbezüglich vorbringt, den Einbau von 

Aluminiumfensterläden nur in zwei Fällen bewilligt zu haben, mag dies zu-

treffen. Auch sieht sich das Gericht nicht veranlasst, an der Behauptung 

der Beschwerdegegnerin zu zweifeln, dass derzeit mehrere baupolizeili-

che Wiederherstellungsverfahren laufen, mit dem Ziel, Bauherrn zu ver-

pflichten, rechtswidrig montierte Aluminiumfensterläden zu demontieren 

und durch Holzfensterläden zu ersetzen. Die Beschwerdegegnerin hat je-

doch nicht behauptet, gegen sämtliche Bauherrn, deren Gebäude laut 

dem Grundbuchplan vom 30. November 2015 mit Metallfensterläden aus-

gestattet sind, solche Wiederherstellungsverfahren eingeleitet zu haben. 

Im Schreiben vom 12. September 2016 hat sie sodann eingeräumt, mit 

Blick auf den Grundsatz der Verhältnismässigkeit bei abgehängten Fens-

terläden Wiederherstellungsmassnahmen erst dann zu verfügen, wenn 

Umbau-, Erweiterungs- oder Renovationsarbeiten anstünden. In diesen 

Fällen bleibt eine Missachtung der Praxis der Beschwerdegegnerin, wo-

nach im Dorfkern Holzfensterläden zu montieren sind, damit im Ergebnis 

folgenlos, zumal die spätere "Reinstallation" von Holzfensterläden ohne-

hin eine neue Baubewilligung nach dem dannzumal geltenden Recht er-

fordert und der aktuelle Wiederherstellungsanspruch zu diesem Zeitpunkt 

- 22 -

möglicherweise infolge Verjährung nicht mehr durchgesetzt werden könn-

te. Diese Praxis dürfte nach Abzug derjenigen Häuser, die vor dem Auf-

kommen von Fensterläden errichtet wurden und deshalb nicht mit Fens-

terläden auszustatten sind, weniger als die Hälfte der im Dorfkern gelege-

nen Häuser betreffen. Sodann verfügen von den mit Fensterläden ausge-

statteten Häusern knapp 20 % über Metallfensterläden. Angesichts des 

Ausmasses des hierin zum Ausdruck kommenden Vollzugsdefizits kommt 

die Beschwerdegegnerin nicht umhin, ihre Praxis, wonach im Dorfkern 

von Holzfensterläden durch Holzfensterläden zu ersetzen sind, einer 

Überprüfung zu unterziehen und sich die Frage zu stellen, ob es sinnvoll 

ist, auf eine derart strenge Gestaltungsvorschrift zu beharren, die sich in 

der Praxis offenbar nicht durchsetzen lässt. 

f) Dabei ist es ohne Zweifel bei einzelnen denkmalgeschützten Gebäuden, 

die Zeuge einer Epoche oder eines Baustils sind, sinnvoll und richtig, die 

Bauherrschaft, wenn möglich, zu verpflichten, historische Materialien zu 

verwenden. Geht es jedoch um ein ganzes Quartier, so erscheint es sinn-

voll, das Gewicht vor allem auf die Einhaltung der äusseren Erscheinung 

sowie der Bausubstanz insgesamt zu legen und andere Veränderungen 

im Hinblick auf die heutigen Bedürfnisse des Lebens und Wohnens zuzu-

lassen (vgl. ARNOLD MARTI, Kommentar zum Urteil des Bundesgerichts 

1c_398/2011 vom 7. März 2012, in: ZBl 2013 S. 386 ff. S. 388). In Bezug 

auf den in Frage stehenden Einbau von Aluminiumfensterläden fällt bei 

dieser Güterabwägung insbesondere ins Gewicht, dass sich Holzfenster-

läden von hochwertigen Aluminiumfensterläden mit demselben Lamellen-

bild kaum unterscheiden lassen. Erst bei eingehender Betrachtung aus 

kurzer Distanz lassen sich Unterschiede zwischen den beiden Fensterlä-

den erkennen. So hat die Beschwerdegegnerin anlässlich des Augen-

scheines zutreffend darauf hingewiesen, dass bei Holzfensterläden die 

Balken auf der Seite ganz nach unten geführt werden, während bei Alu-

miniumfensterladen in der Eckverbindung eine diagonal verlaufende, gut 

- 23 -

sichtbare Einkerbung besteht. An dieser unterschiedlichen Machart las-

sen sich Holzfensterläden zuverlässig von Aluminiumfensterläden unter-

scheiden. Hierfür muss man sich jedoch dem Gebäude bis auf wenige 

Meter nähern. Dasselbe gilt für die Holstruktur von Holzfensterladen, die 

sich ohnehin nur erkennen lässt, wenn nicht mehrere, übereinanderlie-

gende Farbanstriche bestehen. Hingegen ist der Durchschnittsbürger be-

reits aus geringer Distanz nicht mehr in der Lage, hochwertige Aluminium-

fensterläden von neuwertigen und regelmässig in Stand gesetzten Holz-

fensterläden zu unterscheiden. Die mit einer solchen baulichen Vorkehr 

verbundene Veränderung an der Fassade eines Gebäudes ist daher be-

reits aus geringer Distanz kaum mehr zu erkennen. Die in Art. 77 und 

Art. 78 BG verankerten Gestaltungsvorschriften, die hinsichtlich der Ver-

wendung bestimmter Materialien offen formuliert sind, lassen unter diesen 

Umständen den Ersatz von Holzfensterläden durch hochwertige Alumi-

niumfensterläden mit demselben Lamellenbild grundsätzlich zu.

g) Aus diesen Überlegungen gelangt das Gericht zur Überzeugung, dass die 

Beschwerdegegnerin den ihr zustehenden Ermessensspielraum über-

schritten hat, indem sie darauf beharrt hat, im Dorfkern in Anwendung von 

Art. 77 und Art. 78 BG, abgesehen von besonders gelagerten Einzelfäl-

len, nur den Einbau von Holzfensterläden zu bewilligen. Denn diese Pra-

xis widerspiegelt sich im Ortsbild des Dorfkernes nicht (mehr), wo an etli-

chen Häusern Aluminiumfensterläden montiert sind und viele Häuser 

überhaupt nicht (mehr) über Fensterläden verfügen. Angesichts des 

Ausmasses des hierin sichtbar werdenden Vollzugsdefizits und der Tat-

sache, dass hochwertige Aluminiumfensterläden bereits aus geringer Di-

stanz kaum mehr von Holzfensterläden mit gleichem Lamellenbild unter-

schieden werden können, erscheint die Weigerung der Beschwerdegeg-

nerin ihre bisherige Praxis aufzugeben, schlechterdings nicht mehr ver-

tretbar. Diese Fehlentscheidung ist vom Verwaltungsgericht zu korrigie-

ren, indem es die massgeblichen Gestaltungsvorschriften von Art. 77 und 

- 24 -

Art. 78 BG dahingehend auslegt, dass diese die Montage von hochwerti-

gen Aluminiumfensterläden im Dorfkern gestatten, wenn sich diese bauli-

che Vorkehr harmonisch in die Umgebung einfügt und Gewähr für eine 

gute Gesamtwirkung bietet. 

h) In Bezug auf den vorliegenden Fall bleibt zu prüfen, ob sich das streitbe-

troffene Bauvorhaben ausgehend von dieser Auslegung der massgebli-

chen Gestaltungvorschriften als bewilligungsfähig erweist. In tatsächlicher 

Hinsicht ist diesbezüglich zu beachten, dass sich das vom streitigen Bau-

vorhaben betroffene Mehrfamilienhaus direkt am B._____-platz befindet 

und eine hohe Lagewirkung aufweist (vgl. Stellungnahme des Denkmal-

schutzes Graubünden vom 20. Januar 2015). Die Beschwerdeführerin ist 

freilich bereit, die 39 Holzfensterläden durch hochwertige Aluminiumfens-

terläden zu ersetzen, die dem bisherigen Lamellenbild entsprechen und 

farblich auf die Tür des gegenüberliegenden Gebäudes abgestimmt sind. 

Durch diese bauliche Veränderung wird das ursprüngliche Erscheinungs-

bild der Fassade weitgehend wiederhergestellt. Insoweit davon abgewi-

chen wird, indem Holz- durch Aluminiumfensterläden ersetzt werden, 

lässt sich diese Veränderung bereits aus kurzer Distanz, insbesondere 

auch vom gegenüber liegenden Gebäude aus, nicht mehr erkennen. Das 

streitige Bauvorhaben fügt sich damit harmonisch in die bauliche Umge-

bung ein und ist ausreichend auf die in der näheren Umgebung gelege-

nen schützens- sowie erhaltenswerten Bauten und Anlagen abgestimmt. 

Es erfüllt folglich die Voraussetzungen von Art. 77 und Art. 78 BG. Die 

Beschwerdegegnerin hätte somit dem Baugesuch der Beschwerdeführer 

Nr. 2014-0078/1 stattgeben und dieses unter der Auflage genehmigen 

müssen, dass die Beschwerdeführerin dem bisherigen Lamellenbild und 

(ursprünglichen) Farbton entsprechende Aluminiumfensterläden einbaut. 

Die zum Einbau bestimmten Material- und Farbmuster sind der zuständi-

gen Baubehörde vor der Ausführung zur Genehmigung vorzulegen. Die 

vorliegende Beschwerde erweist sich demnach als begründet, was zur 

- 25 -

Aufhebung des angefochtenen Beschlusses und zur Gutheissung der vor-

liegenden Beschwerde führt.

5. Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdegegnerin als unterlie-

gende Partei die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu tragen (Art. 73 

VRG). Überdies hat sie der Beschwerdeführerin die Aufwendungen zu er-

setzen, die ihr durch das vorliegende Beschwerdeverfahren entstanden 

sind. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin machte in seiner Hono-

rarnote vom 1. Oktober 2015 Aufwendungen von total Fr. 3'210.95, be-

stehend aus einem Honorar von Fr. 2'880.-- (11.9997 h à Fr. 240.--), Bar-

auslagen von Fr. 93.-- und einer Mehrwertsteuer von Fr. 237.50, geltend. 

In der Honorarnote vom 16. September 2016 weist er im Weiteren Kosten 

von Fr. 1'197.70, bestehend aus einem Honorar von Fr. 1'080.-- (4.5 h à 

Fr. 240.--), Barauslagen von Fr. 29.-- und einer Mehrwertsteuer von 

Fr. 88.70, aus. Dieser Aufwand erscheint dem Gericht ohne weiteres an-

gemessen. Dementsprechend wird die Beschwerdegegnerin verpflichtet, 

die Beschwerdeführerin für das vorliegende Beschwerdeverfahren aus-

sergerichtlich mit Fr. 4'408.65 (Fr. 3'210.95 + Fr. 1'197.70), inkl. MWST 

und Barauslagen, zu entschädigen.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, der Beschluss des Gemeinderates 

vom 3. März 2015 aufgehoben und das Baugesuch der Stockwerkei-

gentümergemeinschaft, Nr. 2014-0078/1, Ersatz Fensterläden (einfaches 

Meldeverfahren) bewilligt unter der Auflage, dass die einzubauenden 

Aluminiumfensterläden dem bisherigen Lamellenbild und Farbton ent-

sprechen. Die zum Einbau bestimmten Material- und Farbmuster sind der 

zuständigen Baubehörde vor der Ausführung zur Genehmigung vorzule-

gen.

- 26 -

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 2'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 518.--

zusammen Fr. 2'518.--

gehen zulasten der Gemeinde X._____ und sind innert 30 Tagen seit Zu-

stellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons 

Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. Die Gemeinde X._____ bezahlt der Stockwerkeigentümergemeinschaft 

A._____, eine aussergerichtliche Parteientschädigung im Betrag von 

Fr. 4'408.65, inkl. MWST und Barauslagen.

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]

Die an das Bundesgericht erhobene Beschwerde wurde mit Urteil vom 28. Juni 

2017 abgewiesen (1C_578/2016).