# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ef5ee1b6-db4d-5705-8586-39cd06e86c87
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-06-03
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 03.06.2020 RR.2020.74
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_RR-2020-74_2020-06-03.pdf

## Full Text

Entscheid vom 3. Juni 2020 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 
Roy Garré, Vorsitz, 
Cornelia Cova und Stephan Blättler,     
Gerichtsschreiberin Inga Leonova  

   
 
Parteien 

  
A. BV LLC, vertreten durch Rechtsanwalt Pierluigi 
Pasi,  
 

Beschwerdeführerin 
 

 gegen 
   

BUNDESAMT FÜR JUSTIZ, Zentralstelle USA,  
 

Beschwerdegegner 
 
 

Gegenstand  Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an die 
Vereinigten Staaten von Amerika 
 
Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: RR.2020.74 
 
 
 
 

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Sachverhalt: 
 

A. Die amerikanischen Behörden führen umfangreiche Ermittlungen gegen di-
verse Personen, die mit der Gesellschaft B. SA und/oder ihren Tochterge-
sellschaften und ihr verbundenen Unternehmen in Verbindung stehen. Sie 
werden verdächtigt, Bestechungszahlungen unter anderem an Amtsträger 
bei der Gesellschaft C. SA geleistet und Geldwäsche betrieben zu haben. 
In diesem Zusammenhang ersuchten die amerikanischen Behörden die 
Schweiz am 2. Mai 2017, ergänzt am 13. Oktober 2017 und 18. April 2018, 
um Rechtshilfe.  
 
 

B. Derzeit führen die amerikanischen Behörden ein Strafverfahren unter ande-
rem gegen D. und E., den ehemaligen Geschäftsführer der B. SA für Vene-
zuela, wegen des Verdachts der Bestechung und Geldwäscherei. Mit er-
gänzendem Rechtshilfeersuchen vom 8. April 2019 gelangte das US-
Justizministerium an die Schweiz und ersuchte unter anderem um Heraus-
gabe von Unterlagen zu den Konten Nr. 1 bei der Bank F., Nrn. 2 und 3 bei 
der Bank G. sowie Nr. 4 bei der Bank H., die auf die A. BV LLC lauten, je-
doch von D. oder/und E. kontrolliert werden. Im Ersuchen vom 8. April 2019 
wird zusammenfassend ausgeführt, dass E. im Rahmen des Bestechungs- 
und Geldwäschereikomplotts der B. SA Bestechungsgelder an D. weiterge-
leitet habe, welche D. anschliessend unter anderem auf Schweizer Konten 
transferiert habe. Einige dieser Gelder habe D. für den Kauf von Immobilien 
in den USA verwendet. Zudem habe E. von D. Provisionen (sog. Kickback 
payments) über Schweizer Konten erhalten, die von E. allein oder zusam-
men mit D. verwaltet worden seien. Auch diese Provisionsgelder seien 
möglicherweise für Immobilienkäufe in den USA verwendet worden 
(act. 1.7).  
 
 

C. Mit Eintretensverfügung vom 5. Juni 2019 entsprach die Zentralstelle USA 
des Bundesamtes für Justiz (nachfolgend «BJ») dem amerikanischen Er-
suchen. Da die Bundesanwaltschaft (nachfolgend «BA») gegen D. bereits 
seit dem 24. Februar 2017 ein Strafverfahren führte (act. 1.4), betraute das 
BJ die BA mit der Ausführung des Ersuchens vom 8. April 2019 und forder-
te die BA auf, ihr die von der ersuchenden Behörde angeforderten Bankun-
terlagen einzureichen (act. 1.6). Die Unterlagen zu den auf die A. BV LLC 
lautenden Konten Nrn. 1 und 5 bei der Bank F, Nr. 2 bei der Bank G. und 
Nr. 4 bei der Bank I. (ehemals Bank H.) reichte die BA dem BJ am 26. Juli 
2019 ein. 
 
 

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D. Das BJ teilte dem Rechtsvertreter der A. BV LLC, Rechtsanwalt Pierluigi 
Pasi (nachfolgend «RA Pasi»), am 23. Oktober 2019 mit, dass es in Erwä-
gung ziehe, die Unterlagen zu den auf sie lautenden Konten bei den Ban-
ken F., G. und H. an die ersuchende Behörde herauszugeben (act. 1.8).  
 
 

E. Mit Verfügung vom 14. November 2019 hob die BA die im Strafverfahren 
angeordnete Beschlagnahme des auf die A. BV LLC lautenden Kontos 
Nr. 1 bei der Bank F. auf (act. 1.12). Am 6. Dezember 2019 stellte die BA 
das gegen D. geführte Strafverfahren wegen des Verdachts der Geldwä-
scherei ein (act. 1.11). 
 
 

F. Mit Schreiben vom 16. Dezember 2019 ersuchte die A. BV LLC das BJ, ihr 
Einsicht in das amerikanische Ersuchen vom 2. Mai 2017 sowie dessen 
Ergänzungen vom 13. Oktober 2017 und 18. April 2018 zu gewähren und 
die Frist zur Einreichung einer Stellungnahme zu erstrecken (Verfahrensak-
ten BJ, Schreiben RA Pasi vom 16. Dezember 2019). Das BJ teilte der 
A. BV LLC mit Schreiben vom 19. Dezember 2019 mit, dass ihr sämtliche 
entscheidrelevanten Akten bereits zugestellt worden seien und dass die im 
Ersuchen vom 8. April 2019 erwähnten Rechtshilfeersuchen sie nicht be-
treffen würden und verweigerte ihr die Einsicht in diese (Verfahrensakten 
BJ, Schreiben BJ vom 19. Dezember 2019). Am 20. Dezember 2019 er-
suchte die A. BV LLC erneut um Einsicht in die früheren Rechtshilfeersu-
chen (Verfahrensakten BJ, Schreiben RA Pasi vom 20. Dezember 2019). 
Das BJ bekräftigte in seinem Schreiben vom 7. Januar 2020 an die A. BV 
LLC, dass die früheren Ersuchen sie nicht betreffen würden und dass es 
sich beim Ersuchen vom 8. April 2019 um ein Einzelersuchen handle. 
Zwecks eines besseren Verständnisses der amerikanischen Ermittlungen 
legte das BJ seinem Schreiben vom 7. Januar 2020 das amerikanische Er-
suchen vom 2. Mai 2017 in teilweise geschwärzter Version bei (Verfahren-
sakten BJ, Schreiben BJ vom 7. Januar 2020). Auf Gesuch von A. BV LLC 
hin verlängerte das BJ die Frist zur Einreichung einer Stellungnahme bis 
zum 20. Januar 2020 (Verfahrensakten BJ, Schreiben BJ vom 9. Januar 
2020). 
 
 

G. Am 20. Januar 2020 verweigerte die A. BV LLC gegenüber dem BJ ihre 
Zustimmung zur vereinfachten Ausführung des Ersuchens gemäss Art. 12a 
BG-RVUS und nahm zur beabsichtigten Herausgabe der Bankunterlagen 
Stellung (act. 1.20). 
 

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H. Mit Schlussverfügung vom 31. Januar 2020 verfügte das BJ die Herausga-

be der Unterlagen zu den auf die A. BV LLC lautenden Konten bei den 
Banken F., G. und H. an die ersuchende Behörde (act. 1.2).  
 
 

I. Dagegen liess die A. BV LLC am 4. März 2020 bei der Beschwerdekammer 
des Bundesstrafgerichts Beschwerde erheben. Sie beantragt die kostenfäl-
lige Aufhebung der Schlussverfügung vom 31. Januar 2020 (act. 1). 

 
 
J. Mit Schreiben vom 7. Mai 2020 teilte das BJ dem Gericht mit, dass es auf 

die Einreichung einer begründeten Beschwerdeantwort verzichte und die 
kostenfällige Abweisung der Beschwerde beantrage (act. 10). Das Schrei-
ben des BJ wurde der A. BV LLC am darauffolgenden Tag zur Kenntnis 
gebracht (act. 11).   
 
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, so-
weit erforderlich, in den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen Bezug ge-
nommen.  
 
 
 
Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 
 

1.  
1.1 Für die Rechtshilfe zwischen den USA und der Schweiz sind primär der 

Staatsvertrag vom 25. Mai 1973 zwischen der Schweizerischen Eidgenos-
senschaft und den Vereinigten Staaten von Amerika über gegenseitige 
Rechtshilfe in Strafsachen (RVUS; SR 0.351.933.6) sowie das Bundesge-
setz vom 3. Oktober 1975 zu diesem Staatsvertrag (BG-RVUS; SR 351.93) 
massgebend. 
 

1.2 Soweit dieser Staatsvertrag und das BG-RVUS bestimmte Fragen nicht 
abschliessend regeln, gelangen das Bundesgesetz über internationale 
Rechtshilfe in Strafsachen vom 20. März 1981 (Rechtshilfegesetz, IRSG; 
SR 351.1) und die dazugehörige Verordnung vom 24. Februar 1982 
(Rechtshilfeverordnung, IRSV; SR 351.11) zur Anwendung (Art. 36a BG-
RVUS und Art. 1 Abs. 1 lit. b IRSG). Das innerstaatliche Recht gelangt 
nach dem Günstigkeitsprinzip auch dann zur Anwendung, wenn dieses ge-
ringere Anforderungen an die Rechtshilfe stellt (vgl. Art. 38 Abs. 1 RVUS; 
BGE 145 IV 294 E. 2.1 S. 297; 142 IV 250 E. 3; 140 IV 123 E. 2 S. 126). 

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Vorbehalten bleibt die Wahrung der Menschenrechte (BGE 145 IV 294 E. 
2.1 S. 297; 123 II 595 E. 7c S. 617; TPF 2016 65 E. 1.2).  
 
Auf Beschwerdeverfahren sind zudem die Bestimmungen des Bundesge-
setzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (Verwal-
tungsverfahrensgesetz, VwVG; SR 172.021) anwendbar (Art. 7 Abs. 1 BG-
RVUS, Art. 39 Abs. 2 lit. b i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. a Ziff. 4 StBOG). 
 

1.3 Die Schlussverfügung der Zentralstelle USA des BJ unterliegt zusammen 
mit den vorangehenden Zwischenverfügungen der Beschwerde an die Be-
schwerdekammer des Bundesstrafgerichts (Art. 17 Abs. 1 BG-RVUS). Die 
entsprechende Beschwerdefrist beträgt 30 Tage ab der schriftlichen Mittei-
lung der Verfügung (Art. 17c BG-RVUS). Zur Beschwerdeführung ist be-
rechtigt, wer persönlich und direkt von einer Rechtshilfemassnahme betrof-
fen ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Ände-
rung hat (Art. 17a BG-RVUS). Als persönlich und direkt betroffen gilt na-
mentlich der Kontoinhaber bei der Erhebung von Informationen hinsichtlich 
des auf ihn lautenden Kontos (BGE 137 IV 134 E. 5.2.1 S. 138; 130 II 162 
E. 1.3 S. 165; 128 II 211 E. 2.3-2.5; 124 II 180 E. 1b; 118 Ib 547 E. 1d; 
TPF 2011 131 E. 2.2). 
 

1.4 Die Beschwerdeführerin ist Inhaberin der von der Schlussverfügung be-
troffenen Bankkonten und damit zur Anfechtung der entsprechenden 
Rechtshilfemassnahmen legitimiert. Auf ihre form- und fristgerecht einge-
reichte Beschwerde ist einzutreten. 

 
 
2.  
2.1 Die Beschwerdeführerin rügt zunächst die Darstellung des amerikanischen 

Ersuchens und bringt im Wesentlichen vor, es genüge den Anforderungen 
von Art. 29 RVUS und Art. 10 Abs. 1 BG-RVUS nicht (act. 1, S. 6 f.). 

 
2.2 Art. 29 Ziff. 1 RVUS umschreibt den notwendigen Inhalt des Ersuchens. 

Dieses muss Gegenstand und Art der Untersuchung sowie eine Beschrei-
bung der wesentlichen behaupteten oder festzustellenden Handlungen 
enthalten (lit. a) und den Hauptgrund für die Erforderlichkeit der gewünsch-
ten Beweise oder Auskünfte nennen (lit. b). Die Darstellung des Sachver-
halts muss ausreichen, um den schweizerischen Behörden ein Urteil dar-
über zu erlauben, ob die den Betroffenen vorgeworfenen Handlungen nach 
den Rechten beider Staaten strafbar sind, ob die fraglichen Handlungen 
nicht zu denjenigen gehören, für die Rechtshilfe nicht gewährt wird (politi-
sche oder fiskalische Delikte) und ob, insbesondere bei Eingriffen in die 

http://links.weblaw.ch/BGE-123-II-595
http://links.weblaw.ch/TPF_2016_65
http://links.weblaw.ch/BGE-130-II-162
http://links.weblaw.ch/BGE-128-II-211
http://links.weblaw.ch/BGE-124-II-180
http://links.weblaw.ch/BGE-118-IB-547
http://links.weblaw.ch/TPF_2011_131

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Rechte Dritter, der Grundsatz der Verhältnismässigkeit nicht verletzt wird. 
Art. 1 Ziff. 2 RVUS, der den begründeten Verdacht einer strafbaren Hand-
lung verlangt, bedeutet nur, dass die Verdachtsumstände in ausreichender 
Form dargelegt sein müssen, um das Rechtshilfeverfahren von einer blos-
sen – unzulässigen – Beweisausforschung aufs Geratewohl hin abzugren-
zen; dagegen werden keine Beweise verlangt. Tat- und Schuldfragen sind 
nicht vom Rechtshilferichter, sondern durch den ausländischen Sachrichter 
zu beurteilen. Die schweizerischen Rechtshilfebehörden sind an die Sach-
darstellung des Ersuchens gebunden, soweit diese nicht offensichtliche 
Fehler, Lücken oder Widersprüche enthält (vgl. zum Ganzen Urteil des 
Bundesgerichts 1A.9/2006 vom 24. Februar 2006 E. 3.1; Entscheid des 
Bundesstrafgerichts RR.2016.74 vom 16. Februar 2017 E. 5.2 und E. 5.3; 
je m.w.H.).  

 
2.3 Dem Rechtshilfeersuchen vom 8. April 2019 lässt sich im Wesentlichen fol-

gender Sachverhalt entnehmen (act. 1.7): 
 
Die Empfänger und Zahler von Bestechungsgeldern von der B. SA hätten 
ausgeklügelte Geldwäschereihandlungen betrieben, um die Korruptions-
zahlungen zu verschleiern. Dies oftmals mit Hilfe von professionellen 
Geldwäschern und anderen Personen. Im Rahmen dieser Praktiken hätten 
die B. SA und seine Mittler oftmals mehrere, auf den gleichen Namen lau-
tende Konten bei verschiedenen Finanzinstituten eröffnet, um die Geldwä-
scherei zu unterstützen und das Risiko von Compliance-Anfragen zu sen-
ken. D. habe sich im Jahr 2006 an E. gewendet und E. habe sein Angebot 
angenommen, zwischen der B. SA und der Unternehmung J. zu vermitteln. 
Die Unternehmung J. sei der venezolanische Betreiber des Projekts K., für 
welches die B. SA einen Vertrag erhalten habe. In der Folge habe die 
B. SA ca. zwischen 2006 und 2009 über Konten seiner Abteilung für struk-
turierte Arbeitsabläufe («DSO») Zahlungen an D. vorgenommen. Die ame-
rikanischen Behörden gehen davon aus, dass D. einen Teil dieser Gelder 
an venezolanische Regierungsbeamte weitergeleitet habe, damit diese im 
Zusammenhang mit dem Projekt K. zugunsten der B. SA handelten. Den 
amerikanischen Behörden würden zudem Beweise vorliegen, dass D. zwi-
schen 2009 und 2016 unter anderem von den von der DSO genutzten Kon-
ten Gelder erhalten habe, und dass diese Zahlungen direkt oder indirekt 
auf von D. kontrollierte Konten in der Schweiz erfolgt seien. Weiter hätten 
die Ermittlungen ergeben, dass zwischen 2010 und 2016 ungefähr 
USD 180 Mio. von einem Bankkonto unter dem Namen Konsortium L. bei 
der Bank M. in Panama auf das Konto Nr. 5 bei der Bank F. überwiesen 
worden seien. Das Konto Nr. 5 laute auf die Beschwerdeführerin, die eben-
falls von D. kontrolliert werde. Beim Konsortium L. handle es sich um ein 

http://links.weblaw.ch/1A.9/2006
http://links.weblaw.ch/BSTGER-RR.2016.74

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Konsortium zwischen der B. SA und weiteren zwei Rechtsträgern. Zwi-
schen 2010 und 2018 seien vom Konto Nr. 5 der Beschwerdeführerin un-
gefähr USD 54 Mio. auf diverse von D. kontrollierten Bankkonten in der 
Schweiz überwiesen worden. Des Weiteren hätten die Ermittlungen erge-
ben, dass D. zwischen 2009 und 2015 Gelder von der B. SA auf Schweizer 
Konten überwiesen habe, die unter seinem Namen und demjenigen von E. 
geführt worden seien, und dass es sich bei diesen Zahlungen um Provisio-
nen im Zusammenhang mit dem Bestechungskomplott von der B. SA han-
deln könnte. Zu diesen Konten würden unter anderem die auf die Be-
schwerdeführerin lautenden Konten Nrn. 1, 2, 3 und 4 bei den Banken F., 
G. und H. gehören. Schliesslich hätten die amerikanischen Behörden Be-
weise dafür, dass Gelder aus den im Ersuchen genannten Konten zum 
Kauf von Immobilien in der Gegend von Miami, Florida, und Boston, Mas-
sachusetts, zugunsten von D. und/oder E. verwendet worden seien. 
 

2.4 Der Sachverhalt beschreibt im erforderlichen Umfang den Gegenstand und 
legt die Art der Untersuchung sowie den Verdacht der Bestechung und 
Geldwäschereihandlungen in ausreichender Form dar. Die Sachverhalts-
darstellung enthält weder offensichtliche Fehler, Lücken noch Widersprü-
che. Demgemäss ist der im Ersuchen vom 8. April 2019 dargestellte Sach-
verhalt für den Rechtshilferichter bindend und den nachfolgenden Erwä-
gungen zugrunde zu legen. Dass dem Ersuchen die darin erwähnten Be-
weise für die den Beschuldigten gemachten Vorwürfe nicht beigelegt wur-
den, ändert an dieser Schlussfolgerung nichts. Das Einreichen von Be-
weismitteln schreibt das RVUS nicht vor (vgl. Art. 29 RVUS). 
 

2.5 Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin lässt sich gestützt auf die 
Darstellung im Ersuchen auch die doppelte Strafbarkeit beurteilen. Na-
mentlich geht aus dem Ersuchen ausreichend hervor, dass D. zwischen 
den Unternehmungen J. und B. SA vermittelt und von E. Gelder erhalten 
habe. Diese habe D. unter anderem an venezolanische Regierungsmitglie-
der weitergeleitet, damit sie zugunsten der B. SA entschieden. Als Vortat 
der Geldwäscherei nahm der Beschwerdegegner gestützt auf die Angaben 
im Ersuchen richtigerweise den Tatbestand der Bestechung an, der im Üb-
rigen in der Liste zum RVUS aufgeführt wird (Ziff. 22). Nicht zu bemängeln 
ist, dass die ersuchende Behörde die Bestechungshandlungen als Vortat 
nur allgemein umschreibt. Im Rechtshilfeverkehr ist dies nicht unüblich, 
zumal über die Vortat oftmals (noch) keine genaueren Kenntnisse vorlie-
gen. Im Bereich der Geldwäscherei ist es als ausreichend zu erachten, 
wenn das Rechtshilfeersuchen verdächtige, geldwäschereitypische Hand-
lungen schildert (BGE 130 II 329 E. 5.1; 129 II 97 E. 3; ENGLER, Basler 
Kommentar, Internationales Strafrecht, 2015, Art. 28 IRSG N. 21). Die D. 

http://links.weblaw.ch/BGE-129-II-97

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und E. vorgeworfenen Handlungen, namentlich der Transfer von Gelder ins 
Ausland, die mutmasslich aus Bestechungshandlungen stammen oder 
Provisionen für die Leistung von Bestechungsgeldern darstellen, können 
prima facie als Geldwäschereihandlungen i.S.v. Art. 305bis StGB qualifiziert 
werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_416/2019 vom 4. Juli 2019 
E. 4). Daran vermag auch der Umstand nichts zu ändern, dass die BA das 
in der Schweiz gegen D. eröffnete Verfahren am 6. Dezember 2019 einge-
stellt hat. Im Gegensatz zum nationalen Strafverfahren wird im Rechtshilfe-
verfahren nur eine prima facie Beurteilung des hinreichenden Tatverdachts 
vorgenommen und die Rechtshilfebehörde stützt sich hauptsächlich auf die 
Ausführungen der ersuchenden Behörde. 
 

2.6 In diesem Zusammenhang sei der Vollständigkeit halber angemerkt, dass 
die Sachverhalte, Straftaten und Zielpersonen der amerikanischen Ermitt-
lungen, die im Ersuchen vom 2. Mai 2017 und dessen Ergänzungen er-
wähnt wurden, in das Ersuchen vom 8. April 2019 Eingang fanden (act. 1.7, 
S. 2 f.). Gegenstand des vorliegenden Rechtshilfeersuchens bildet nur das 
ergänzende Ersuchen vom 8. April 2019, mit welchem unter anderem um 
Herausgabe von Bankunterlagen zu den auf die Beschwerdeführerin lau-
tenden Konten ersucht wurde. Mithin hatte der Beschwerdegegner lediglich 
das Ersuchen vom 8. April 2019 zu beurteilen, das hierzu alle nötigen Ele-
mente enthält und ohne Weiteres unabhängig von den früheren Ersuchen 
beurteilt werden kann. In diesem Sinne teilte der Beschwerdegegner der 
Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 19. Dezember 2019 und 7. Januar 
2020 mit, dass er für seinen Entscheid lediglich das Ersuchen vom 8. April 
2019 beachte (Verfahrensakten, Schreiben BJ vom 19. Dezember 2019 
und 7. Januar 2020). Dementsprechend ist auch nicht zu bemängeln, dass 
der Beschwerdegegner der Beschwerdeführerin das Ersuchen vom 2. Mai 
2017 nicht sogleich, sondern erst auf Anfrage und in teilweise geschwärzter 
Form zustellte. Eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör ist 
unter diesen Umständen nicht auszumachen.  

 
3.  
3.1 Des Weiteren macht die Beschwerdeführerin eine Verletzung von Art. 3 

lit. b RVUS geltend und bringt vor, dass das gegen D. eröffnete Strafverfah-
ren wegen derselben Vorwürfe von der BA am 6. Dezember 2019 einge-
stellt worden sei (act. 1, S. 7 ff.).  

 
3.2  
3.2.1 Gemäss Art. 3 Ziff. 1 lit. b RVUS kann die Rechtshilfe verweigert werden, 

soweit das Ersuchen sich auf die Strafverfolgung einer anderen, als einer 
unter Art. 6 Abs. 2 RVUS fallenden Person bezieht und Handlungen betrifft, 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?highlight_docid=aza%3A%2F%2Faza://04-07-2019-6B_416-2019&lang=de&zoom=&type=show_document

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aufgrund derer sie im ersuchten Staat wegen einer im Wesentlichen ent-
sprechenden Straftat rechtskräftig freigesprochen oder verurteilt wurde, 
und eine allfällig verhängte Sanktion noch vollzogen wird oder bereits voll-
zogen ist. 

3.2.2 Der Grundsatz «ne bis in idem» ergibt sich aus Art. 4 des Protokolls Nr. 7 
zur EMRK vom 22. November 1984 (SR 0.101.07), wonach niemand we-
gen einer strafbaren Handlung, wegen der er bereits nach dem Gesetz 
oder dem Strafverfahrensrecht eines Staates rechtskräftig verurteilt oder 
freigesprochen worden ist, in einem Strafverfahren desselben Staates er-
neut vor Gericht gestellt oder bestraft werden darf (Abs. 1). Er ergibt sich 
auch aus Art. 14 Abs. 7 des Internationalen Paktes vom 16. Dezember 
1966 über bürgerliche und politische Rechte (UNO-Pakt II; SR 0.103.2), 
wonach niemand wegen einer strafbaren Handlung, wegen der er bereits 
nach dem Gesetz und dem Strafverfahrensrecht des jeweiligen Landes 
rechtskräftig verurteilt oder freigesprochen worden ist, erneut verfolgt oder 
bestraft werden darf. Er gilt nach der Praxis des Bundesgerichtes ausser-
dem als Grundsatz des Bundesstrafrechts (vgl. Art. 11 Abs. 1 StPO) und 
lässt sich direkt aus der Bundesverfassung ableiten. Sodann wird gemäss 
Art. 5 Abs. 1 lit. a Ziff. 1 IRSG einem Rechtshilfeersuchen nicht entspro-
chen, wenn der Richter den Verfolgten in der Schweiz oder im Tatortstaat 
freigesprochen oder wenn er das Verfahren aus materiellrechtlichen Grün-
den eingestellt hat (vgl. zum Ganzen BGE 128 II 355 E. 5.2 m.w.H.). 

3.2.3 Entscheiden über den Verzicht auf Strafverfolgung (Einstellung, Nichtan-
handnahme), welche eine Wiederaufnahme des Verfahrens für den Fall 
des Auftauchens neuer Beweise oder Tatsachen nicht ausschliessen, 
kommt gemäss ständiger Rechtsprechung im Rechtshilfeverkehr keine 
Sperrwirkung im Sinne des Grundsatzes «ne bis in idem» zu (BGE 110 Ib 
385 E. 2b; TPF 2010 91 E. 2.2 und 2.3; vgl. zuletzt u.a. Entscheid des 
Bundesstrafgerichts RR.2016.252 vom 27. Januar 2017 E. 6.6.3 m.w.H.).  

3.2.4 Auf das Prinzip «ne bis in idem» berufen kann sich nur, wer daran ein 
schutzwürdiges Interesse hat (vgl. Art. 80h lit. b IRSG). Daran fehlt es, 
wenn die betroffene Person nicht zumindest in einem schweizerischen 
Strafverfahren beschuldigt war (Urteile des Bundesgerichts 1C_534/2015 
vom 22. Oktober 2015 E. 1.2; 1A.5/2007 vom 25. Januar 2008 E. 2.4 und 
E. 3.5; Entscheide des Bundesstrafgerichts RR.2016.74 vom 16. Februar 
2017 E. 6.3; RR.2012.120 vom 14. März 2013 E. 4.2). 

3.3 Die Beschwerdeführerin war im von der BA geführten Strafverfahren, das 
mit Verfügung vom 6. Dezember 2019 eingestellt wurde, nicht Beschuldig-
te. Dieses betraf lediglich D. (act.1.11). Damit fehlt es am schützenswerten 

http://links.weblaw.ch/BGE-128-II-355
http://links.weblaw.ch/BGE-110-IB-385
http://links.weblaw.ch/BGE-110-IB-385
http://links.weblaw.ch/TPF_2010_91
http://links.weblaw.ch/BSTGER-RR.2016.252
http://links.weblaw.ch/1C_534/2015
http://links.weblaw.ch/1A.5/2007
http://links.weblaw.ch/BSTGER-RR.2016.74
http://links.weblaw.ch/BSTGER-RR.2012.120

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Interesse der Beschwerdeführerin, sich auf den Grundsatz «ne bis in idem» 
zu berufen. Daran vermag auch der allfällige Umstand nichts zu ändern, 
dass D. bei ihr Organstellung hat. Selbst wenn die Beschwerdeführerin da-
zu legitimiert wäre, kommt der Einstellungsverfügung in Bezug auf D. im 
Rechtshilfeverfahren keine Sperrwirkung zu (vgl. Art. 323 StPO). Der ange-
fochtene Entscheid ist diesbezüglich nicht zu beanstanden und die Be-
schwerde erweist sich auch in diesem Punkt als unbegründet. Entspre-
chend kann auf den Beizug der Verfahrensakten des eingestellten Strafver-
fahrens gegen D. verzichtet werden.  
 

3.4 Andere Hindernisse, welche der zu gewährenden Rechtshilfe entgegen-
stünden, werden weder geltend gemacht noch sind solche ersichtlich. 
 
 

4. Nach dem Gesagten ist die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen.  
 
 

5. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten der Be-
schwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Gerichtsgebühr 
ist auf insgesamt Fr. 5'000.-- festzusetzen (vgl. Art. 63 Abs. 5 VwVG i.V.m. 
Art. 73 StBOG sowie Art. 5 und 8 Abs. 3 lit. a des Reglements des Bun-
desstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Ent-
schädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]), unter 
Anrechnung des geleisteten Kostenvorschusses in gleicher Höhe. 
 
 

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 
 
1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 
 
2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 5‘000.-- wird der Beschwerdeführerin auferlegt, 

unter Anrechnung des geleisteten Kostenvorschusses in gleicher Höhe. 
 
 

Bellinzona, 3. Juni 2020 

 
Im Namen der Beschwerdekammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Zustellung an 
 
- Rechtsanwalt Pierluigi Pasi 
- Bundesamt für Justiz, Zentralstelle USA 
 
 
 
Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn 
Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde einge-
reicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG). 
 

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die Be-
schwerde nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von 
Gegenständen oder Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem Ge-
heimbereich betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 
BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme be-
stehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im Aus-
land schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).