# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7cf3143a-7587-5e62-94c1-3cdf00a5b1ad
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-10-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.10.2025 A-7188/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-7188-2023_2025-10-29.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung I 

A-7188/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 9 .  O k t o b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richter Keita Mutombo (Vorsitz), 

Richterin Annie Rochat Pauchard, Richterin Iris Widmer, 

Gerichtsschreiberin Anna Strässle. 
 

 
 

Parteien 
 A._______ AG, 

(…), 

vertreten durch 

Simone Gasser, Rechtsanwältin, 

(…), 

Beschwerdeführerin, 

  
 

 
gegen 

 
 

Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV, 

Hauptabteilung Mehrwertsteuer, 

Schwarztorstrasse 50, 3003 Bern, 

Vorinstanz, 

  
 

 
 

Gegenstand 
 Mehrwertsteuer; Verjährung, Umsatz- und Vorsteuer- 

korrektur (Steuerperioden 2013 bis 2018). 

 

 

 

A-7188/2023 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die A._______ AG (ehemals B._______ AG; nachfolgend: Steuerpflich-

tige) mit Sitz in (…) ist seit dem (Datum) im Register der mehrwertsteuer-

pflichtigen Personen bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung (nachfol-

gend: ESTV) eingetragen. Laut Handelsregistereintrag bezweckt sie im 

Wesentlichen das Führen von Gastronomiebetrieben (…). Diesen wesent-

lichen Zweck ergänzte die Steuerpflichtige während der massgeblichen 

Steuerperioden (sogleich: Sachverhalt Bst. B) mit dem Handel von Fahr-

zeugen und entsprechendem Zubehör (Statutenänderung vom 22. Juni 

2018). Die Steuerpflichtige rechnete die Mehrwertsteuer mittels der effek-

tiven Methode sowie nach vereinnahmten Entgelten ab. 

B.  

B.a Mit Schreiben vom 20. Juni 2019 kündigte die ESTV der Steuerpflich-

tigen eine Mehrwertsteuerkontrolle für die Steuerperioden 2013 bis 2018 

(Zeit vom 1. Januar 2013 bis 31. Dezember 2018) an, legte dazu den 

Durchführungsort, welcher auf Nachfrage der Steuerpflichtigen zwischen-

zeitlich geändert wurde, sowie den Zeitraum vom 21. Oktober 2019 bis 

1. November 2019 fest. Die ESTV forderte die Steuerpflichtige gleichzeitig 

zur Bereitstellung von im Schreiben näher aufgeführten Unterlagen und zur 

vorgängigen Zustellung der Buchhaltung in elektronischer Form auf. Da die 

bei der Steuerpflichtigen per 21. Oktober 2019 angesetzte mehrtägige 

Mehrwertsteuerkontrolle nicht wie geplant stattfinden konnte, wurde diese 

nach weiterer Korrespondenz ab dem 24. Oktober 2019 in den Räumlich-

keiten des (Ort) fortgesetzt. Am 16. Juni 2021 erliess die ESTV zwei Ein-

schätzungsmitteilungen (EM). Dabei setzte die ESTV für die Steuerperio-

den 2013 bis 2017 (Zeit vom 1. Januar 2013 bis 31. Dezember 2017) die 

Steuerkorrektur zu ihren Gunsten auf rund Fr. 28'933.-- 

(EM Nr. X._______) und für die Steuerperiode 2018 (Zeit vom 1. Januar 

2018 bis 31. Dezember 2018) auf rund Fr. 34’102.-- fest 

(EM Nr. Y._______), jeweils zuzüglich Verzugszins seit dem 31. Dezember 

2016 (mittlerer Verfall). 

B.b Mit als «Einsprache» bezeichnetem Schreiben vom 13. Oktober 2021 

bestritt die im Rubrum genannte Rechtsvertreterin namens und im Auftrag 

der Steuerpflichtigen bei der ESTV die Rechtmässigkeit der beiden EM und 

stellte der ESTV eine detaillierte Begründung der Bestreitung bis Ende No-

vember 2021 in Aussicht. Für die in Frage stehenden Steuerjahre erhob 

sie des Weiteren teilweise die Einrede der Verjährung. Daraufhin gewährte 

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Seite 3 

die ESTV der Rechtsvertreterin mit Schreiben vom 5. November 2021 eine 

einmalige Frist bis am 19. November 2021, innert welcher sie die angekün-

digte Begründung unter Beilage der vollständigen Nachweise nachreichen 

könne. Die Rechtsvertreterin reichte mit Eingabe vom 17. November 2021 

unter anderem die Begründung hinsichtlich der Steuerpflichtigen nach. 

B.c Mit Verfügung vom 8. Juni 2023 setzte die ESTV die Mehrwert-

steuer(nach)forderung für die Steuerperioden 2013 bis 2018 (Zeit vom 

1. Januar 2013 bis 31. Dezember 2018) auf insgesamt Fr. 61'338.-- zuzüg-

lich Verzugszins von 4 % (0 % vom 20. März 2020 bis 31. Dezember 2020) 

ab dem 31. Dezember 2016 (mittlerer Verfall) fest und forderte diesen Be-

trag von der Steuerpflichtigen nach. 

B.d Mit Schreiben vom 10. Juli 2023 erhob die Steuerpflichtige Einsprache 

gegen die Verfügung vom 8. Juni 2023 und beantragte, es sei festzustel-

len, dass die Mehrwertsteuer(nach)forderung für das Jahr 2013 in Höhe 

von Fr. 10'591.-- verjährt sei (Ziff. 1) und die Verfügung sei im Übrigen auf-

zuheben sowie die Mehrwertsteuer(nach)forderung für die Steuerperioden 

2014 bis 2018 sei im Sinne der nachfolgenden Begründung neu festzuset-

zen (Ziff. 2). Mit Schreiben vom 14. August 2023 setzte die ESTV der Steu-

erpflichtigen eine kurze Nachfrist zur Einreichung (bzw. Benennung) allfäl-

liger Beweismittel zur Begründung ihrer Einsprache. Dieser Aufforderung 

kam die Steuerpflichtige mit Schreiben vom 19. August 2023 nach. 

B.e Mit Einspracheentscheid vom 16. November 2023 hiess die ESTV die 

Einsprache vom 10. Juli 2023 teilweise gut (Ziff. 1) und setzte die Mehr-

wertsteuer(nach)forderung gegenüber der Steuerpflichtigen für die Steuer-

perioden 2013 bis 2018 (Zeit vom 1. Januar 2013 bis 31. Dezember 2018) 

auf Fr. 60'690.-- fest (Ziff. 2). Mangels Bestreitung seien Mehrwert-

steuer(nach)forderungen für die Steuerperioden 2014 bis 2018 im Umfang 

von insgesamt Fr. 13'883.95 in Rechtskraft erwachsen (Ziff. 3), welche die 

Steuerpflichtige schulde und zuzüglich Verzugszins von 4 % (0 % vom 

20. März 2020 bis 31. Dezember 2020) ab dem 31. Dezember 2016 zu be-

zahlen habe (Ziff. 4). Weiter schulde die Steuerpflichtige für die streitbe-

troffenen Steuerperioden Mehrwertsteuer(nach)forderungen in Höhe von 

Fr. 46'806.05 zuzüglich Verzugszins von 4 % (0 % vom 20. März 2020 bis 

31. Dezember 2020) ab dem 31. Dezember 2016 und habe diese zu be-

zahlen (Ziff. 5). Die ESTV stellte sich im Wesentlichen auf den Standpunkt, 

die Steuerpflichtige habe diverse betriebliche Vermögenswerte im Zusam-

menhang mit der Aufgabe des Hotel- und Restaurationsbetriebs im Hotel 

Restaurant C._______ (inkl. Seniorenresidenz) per 31. Mai 2018 

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Seite 4 

nachweislich zumindest faktisch an ihre Schwestergesellschaft namens 

D._______ AG im Sinne einer Veräusserung übertragen und folglich eine 

steuerbare Leistung nach Art. 18 Abs. 1 des Mehrwertsteuergesetzes vom 

12. Juni 2009 (MWSTG, SR 641.20) erbracht. Ausserdem seien im Zeit-

punkt der Übertragung der Vermögenswerte die Voraussetzungen für die 

Anwendung des Meldeverfahrens gemäss Art. 38 Abs. 1 MWSTG nicht er-

füllt gewesen. Sie (die ESTV) habe bei der Übertragung der Vermögens-

werte eine Schätzung des Drittpreises vorgenommen. Was die von ihr vor-

genommenen Steuerkorrekturen im Zusammenhang mit den als «Werbe-

aufwand» verbuchten und geltend gemachten Vorsteuern unter dem Titel 

«Protel Maison» bzw. «Umsatz Maison» angehe, lege die Steuerpflichtige 

nunmehr selbst dar, dass den von ihr hinsichtlich der Gegenbuchungen zu 

den «Maison-Umsätzen» geltend gemachten Vorsteuern keine Eingangs-

leistungen zu Grunde liegen. Die Voraussetzungen zum Abzug einer Vor-

steuer seien daher nicht erfüllt. Sie (die ESTV) habe jedoch die Umsatz-

steuer zu Gunsten der Steuerpflichtigen korrigiert. 

C.  

C.a Mit Beschwerde vom 22. Dezember 2023 gelangt die Steuerpflichtige 

(nachfolgend: Beschwerdeführerin) an das Bundesverwaltungsgericht und 

beantragt, der Einspracheentscheid vom 16. November 2023 sei aufzuhe-

ben (Ziff. 1), es sei festzustellen, dass die Mehrwertsteuer(nach)forderung 

für die Steuerperiode 2013 in Höhe von Fr. 10'591.-- absolut verjährt sei 

(Ziff. 2) und die Steuerkorrektur für die Steuerperiode 2018 in Höhe von 

Fr. 33'080.05 sei aufzuheben (Ziff. 3). Eventualiter zu Ziffer 3 sei die Steu-

erkorrektur für die Steuerperiode 2018 in Höhe von Fr. 33'080.05 aufzuhe-

ben und die Steuerforderung sei auf einer Bemessungsgrundlage von ma-

ximal Fr. 222'841.22 [Betrag nach «Abschreibungen» in Höhe von 

Fr. 206'769.50; Anmerkung des Gerichts] neu festzulegen (Ziff. 4). Zudem 

seien die Steuerkorrekturen (zu ihren Lasten) aus den sog. «Maison-Um-

sätzen» in den Steuerperioden 2014 bis 2018 aufzuheben (Ziff. 5); alles 

unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Die Beschwerdeführerin bringt zu-

sammengefasst vor, es habe keine mehrwertsteuerlich relevante Übertra-

gung von Vermögenswerten an ihre Schwestergesellschaft namens 

D._______ AG stattgefunden. Erst im Jahr 2022 sei die Vermögensüber-

tragung zivilrechtlich vollzogen und entsprechend verbucht worden. Hin-

sichtlich ihres Eventualstandpunktes führt sie (die Beschwerdeführerin) 

aus, dass kein Raum für eine «ermessensweise Festlegung der Bemes-

sungsgrundlage» bestanden habe. Die Bemessungsgrundlage der ESTV 

sei willkürlich festgelegt worden. Die von einer Vorsteuerkorrektur betroffe-

nen «Maison-Umsätze» seien «mehrwertsteuertechnisch» korrekt 

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verbucht und gegenüber der ESTV abgerechnet worden. Die diesbezügli-

che «Aufrechnung» der ESTV sei nicht nachvollziehbar und willkürlich. 

C.b Mit nachträglicher Eingabe vom 10. Januar 2024 zur Beschwerde 

reicht die Beschwerdeführerin dem Bundesverwaltungsgericht eine Bu-

chungsliste der «Maison-Umsätze» für die streitbetroffenen Jahre nach. 

C.c Die ESTV (nachfolgend auch: Vorinstanz) beantragt in ihrer Vernehm-

lassung vom 16. Februar 2024 die teilweise Gutheissung der Beschwerde 

bezüglich der Steuerperiode 2013 aufgrund des Eintritts der absoluten 

Festsetzungsverjährung; im Übrigen sei die Beschwerde unter Kostenfolge 

zulasten der Beschwerdeführerin abzuweisen. Der Beginn des Verzugszin-

ses (Steuerperioden 2014 bis 2018) sei neu ab dem 30. April 2017 (mittle-

rer Verfall) festzulegen. Sie wiederholt zusammengefasst, eine Lieferung 

verlange nach Gesetzeswortlaut nicht zwingend die Einräumung des zivil-

rechtlichen Eigentums; die wirtschaftliche Verfügungsmacht über den Ge-

genstand reiche aus. Da keine Verträge, Rechnungsbelege oder andere 

massgebliche Buchungsbelege hinsichtlich der relevanten Buchungsvor-

gänge zur Übertragung der Vermögenswerte vorlägen, habe sie (die 

ESTV) hinsichtlich deren Bemessung eine Schätzung nach pflichtgemäs-

sem Ermessen vorgenommen und den Marktwert annäherungsweise er-

mittelt. Bezüglich der «Maison-Umsätze» entgegnet die Vorinstanz, dass 

aus der Begründung der Beschwerdeführerin ebenfalls ersichtlich werde, 

dass diese kein Entgelt für erbrachte steuerbare Leistungen vereinnahmt 

habe. Daher habe sie (die ESTV) eine Korrektur der Umsatzsteuer zu 

Gunsten der Beschwerdeführerin geprüft und nach pflichtgemässem Er-

messen geschätzt. Teilweise habe die Beschwerdeführerin jedoch Leistun-

gen zu Unrecht als «Maison-Umsätze» bezeichnet, für welche eine zusätz-

liche, umsatzmindernde Korrektur ausgeschlossen worden sei. 

Auf die weiteren Vorbringen der Verfahrensbeteiligten und die Akten wird – 

soweit dies für den Entscheid wesentlich ist – im Rahmen der folgenden 

Erwägungen eingegangen. 

  

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Seite 6 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gemäss Art. 31 des Verwal-

tungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) Beschwer-

den gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes 

vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), sofern keine Ausnahme 

nach Art. 32 VGG gegeben ist. Eine solche liegt hier nicht vor. Der ange-

fochtene Einspracheentscheid vom 16. November 2023 stellt eine Verfü-

gung im Sinne von Art. 5 VwVG dar. Die Vorinstanz ist eine Behörde im 

Sinne von Art. 33 VGG. Das Bundesverwaltungsgericht ist demnach für die 

Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Das Verfahren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach dem VwVG, soweit das 

VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG; Art. 81 Abs. 1 MWSTG). 

1.2 Die Beschwerdeführerin ist Adressatin des angefochtenen Einsprache-

entscheids und von diesem betroffen. Sie ist damit zur Beschwerdeerhe-

bung berechtigt (Art. 48 Abs. 1 VwVG). 

1.3  

1.3.1 Anfechtungsobjekt im Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht 

bildet einzig der vorinstanzliche Entscheid (vorliegend der Einspracheent-

scheid vom 16. November 2023). Das Anfechtungsobjekt bildet den Rah-

men, welcher den möglichen Umfang des Streitgegenstandes begrenzt 

(vgl. BGE 142 I 155 E. 4.4.2, 136 II 457 E. 4.2, 133 II 35 E. 2). 

1.3.2 Die Beschwerdeführerin hat schon im Verfahren vor der Vorinstanz 

Steuerkorrekturen und damit verbundene Steuernachforderungen der Vor- 

instanz für Kurtaxen, Personalverpflegung, ungerechtfertigte Vorsteuerab-

züge diverser Aufwandkonten, zu viel deklarierter Vorsteuern, Buchfüh-

rungs- und Beratungsaufwand, Vorsteuerkorrekturen infolge gemischter 

Verwendung der Verwaltungsinfrastruktur im Betrag von insgesamt rund 

Fr. 13'883.-- für die Steuerperioden 2014 bis 2018 nicht bestritten 

(Fr. 888.90 [2014], Fr. 4'142.75 [2015], Fr. 1'424.25 [2016], Fr. 6'538.15 

[2017], Fr. 889.90 [2018]). 

Mit den Urteilen des BGer 2C_563/2022 vom 31. Oktober 2022 E. 1.2 und 

2C_392/2022 vom 15. November 2022 E. 3.6 ff. wurde die seitens des 

Bundesverwaltungsgerichts angestossene Rechtsprechung (vgl. Urteil des 

BVGer A-4848/2021 vom 1. April 2022 E. 5.2) insoweit fortentwickelt, als 

dass die Steuerforderung nicht bloss bei teilweiser schriftlicher Anerken-

nung oder teilweiser vorbehaltloser Bezahlung einer EM teilweise in 

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Seite 7 

Rechtskraft erwächst (Art. 43 Abs. 1 Bst. b MWSTG). Vielmehr erwachsen 

nach der genannten Rechtsprechung auch Verfügungen, Einspracheent-

scheide oder Urteile im Sinne von Art. 43 Abs. 1 Bst. a MWSTG – insoweit 

sie nicht oder nicht mehr bestritten sind – partiell in Rechtskraft und bewir-

ken damit die partielle Rechtskraft der ihnen zugrundeliegenden Steuerfor-

derung (vgl. auch: Urteil des BGer 8C_281/2022 vom 24. Oktober 2022 

E. 4.1). In diesem Sinne ist festzuhalten, dass der angefochtene Entscheid 

im oben bezifferten Umfang (d.h. in Höhe von Fr. 13'883.--) auch im vorlie-

genden Beschwerdeverfahren nicht Streitgegenstand bilden kann. Soweit 

die Beschwerdeführerin diesbezüglich in ihrer Beschwerde die Aufhebung 

des angefochtenen Einspracheentscheids beantragt (vgl. Ziff. 1 der 

Rechtsbegehren; Sachverhalt Bst. C.a), ist darauf nicht einzutreten. 

1.4  

1.4.1 Die Beschwerdeführerin stellt unter anderem das Begehren, es sei 

festzustellen, dass die Mehrwertsteuer(nach)forderung für die Steuerperi-

ode 2013 in Höhe von Fr. 10'591.-- absolut verjährt sei (Ziff. 2; Sachverhalt 

Bst. C.a). 

1.4.2 Gemäss Art. 25 Abs. 1 VwVG kann die in der Sache zuständige Be-

hörde über den Bestand, den Nichtbestand oder den Umfang öffentlich-

rechtlicher Rechte oder Pflichten auf Begehren oder von Amtes wegen eine 

Feststellungsverfügung treffen. Einem derartigen Begehren ist nur zu ent-

sprechen, wenn die Beschwerdeführerin hierfür ein schutzwürdiges Inte-

resse nachweist (Art. 25 Abs. 2 VwVG). Dabei gilt es zu beachten, dass 

der Anspruch auf Erlass einer Feststellungsverfügung subsidiär gegenüber 

Leistungs- oder Gestaltungsverfügungen ist (statt vieler: BGE 144 V 138 

E. 4.2, 137 II 199 E. 6.5; BVGE 2010/12 E. 2.3; Urteil des BVGer 

A-2686/2020 vom 15. Februar 2022 E. 1.4.2 mit weiterem Hinweis). 

1.4.3 Vorliegend hat die Beschwerdeführerin bereits den Antrag auf Aufhe-

bung des Einspracheentscheids vom 16. November 2023 gestellt; unter 

anderem mit der Begründung, die Aufrechnung sei unbegründet. Wie nach-

folgend noch gezeigt wird (E. 3.1), ist für die Steuerforderung unter ande-

rem in Bezug auf die Steuerperiode 2013 die absolute Festsetzungsver-

jährung eingetreten und die Beschwerde diesbezüglich gutzuheissen. So-

mit geht das Feststellungsbegehren im rechtsgestaltenden Aufhebungsbe-

gehren der Beschwerdeführerin auf und hat damit keine selbständige Be-

deutung. Der Beschwerdeführerin fehlt insofern ein schutzwürdiges Inte-

resse an der Behandlung ihres Feststellungsbegehrens, weshalb darauf 

nicht einzutreten ist. 

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Seite 8 

1.5 Auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde 

(Art. 50 Abs. 1 i.V.m. Art. 22a Abs. 1 Bst. c VwVG und Art. 52 Abs. 1 

VwVG) ist – unter Vorbehalt des in den Erwägungen 1.3.2 und 1.4 Ausge-

führten – einzutreten. 

1.6 Das Bundesverwaltungsgericht kann den angefochtenen Entscheid in 

vollem Umfang überprüfen. Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungs-

gericht können die Verletzung von Bundesrecht – einschliesslich Über-

schreitung oder Missbrauch des Ermessens (Art. 49 Bst. a VwVG) – die 

unrichtige bzw. unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sach-

verhalts (Art. 49 Bst. b VwVG) und die Unangemessenheit der vorinstanz-

lichen Verfügung (Art. 49 Bst. c VwVG) gerügt werden. 

1.7  

1.7.1 Die für die Entscheidfindung (Rechtsanwendung) vorzunehmende 

Tatsachenfeststellung setzt voraus, dass die Sachlage korrekt und voll-

ständig ermittelt wurde. Das Verwaltungsverfahren und die Verwaltungs-

rechtspflege werden deshalb grundsätzlich von der Untersuchungsmaxime 

beherrscht (Art. 12 VwVG, der im Mehrwertsteuerrecht trotz der Ausnahme 

in Art. 2 Abs. 1 VwVG anwendbar ist [Art. 81 Abs. 1 MWSTG]). Demnach 

muss die entscheidende Behörde den Sachverhalt von sich aus abklären. 

Sie trägt die Beweisführungslast (sog. subjektive oder formelle Beweis-

last). Der Untersuchungsgrundsatz wird im Mehrwertsteuerverfahren indes 

dadurch relativiert, dass der steuerpflichtigen Person spezialgesetzlich sta-

tuierte Mitwirkungspflichten auferlegt werden (Art. 13 VwVG i.V.m. Art. 81 

Abs. 1 MWSTG; BVGE 2009/60 E. 2.1.2). Dazu zählt namentlich das im 

Mehrwertsteuerrecht geltende (modifizierte) Selbstveranlagungsprinzip 

(vgl. Art. 66 Abs. 1 und 3, Art. 68 Abs. 1, Art. 71 Abs. 1 und Art. 72 

MWSTG; BGE 140 II 202 E. 5.4; Urteile des BGer 2C_998/2021 vom 

12. Mai 2022 E. 7.1, 2C_443/2020 vom 8. Oktober 2020 E. 3.2.3; Urteile 

des BVGer A-4282/2021 vom 24. August 2022 E. 1.6.2 f. und E. 2.1.1, 

A-4569/2020 vom 4. Juli 2022 E. 1.3.1). 

1.7.2 Im Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht gilt der Grundsatz 

der freien Beweiswürdigung (Art. 81 Abs. 3 MWSTG; BGE 130 II 482 

E. 3.2). Die Beweiswürdigung endet mit dem richterlichen Entscheid dar-

über, ob eine rechtserhebliche Tatsache als erwiesen zu gelten hat oder 

nicht. Der Beweis ist geleistet, wenn das Gericht gestützt auf die freie Be-

weiswürdigung zur Überzeugung gelangt ist, dass sich der rechtserhebli-

che Sachumstand verwirklicht hat. Gelangt das Gericht nicht zu diesem 

Ergebnis, kommen die Beweislastregeln zur Anwendung. Dabei ist – in 

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Seite 9 

analoger Anwendung von Art. 8 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches 

vom 10. Dezember 1907 (ZGB, SR 210) – im Fall der Beweislosigkeit zu-

ungunsten jener Partei zu urteilen, welche die Beweislast trägt. Im Steuer-

recht gilt betreffend die Beweislast der Grundsatz, dass die Behörde die 

Beweislast für Tatsachen trägt, welche die Steuerpflicht begründen oder 

die Steuerforderung erhöhen; demgegenüber ist die steuerpflichtige Per-

son für die steueraufhebenden und -mindernden Tatsachen beweisbelastet 

(statt vieler: BGE 147 II 338 E. 3.2, 140 II 248 E. 3.5; Urteil des BGer 

2C_353/2013 vom 23. Oktober 2013 E. 3.3; Urteil des BVGer A-5578/2017 

vom 3. Mai 2018 E. 1.4.2). 

1.8 Verwaltungsverordnungen (wie MWST-Infos, MWST-Branchen-Infos, 

Merkblätter, Richtlinien, Kreisschreiben etc.) sind für die Justizbehörden 

nicht verbindlich (vgl. MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER/KAYSER, Prozessieren 

vor dem Bundesverwaltungsgericht, 3. Aufl. 2022, Rz. 2.173). Die Gerichte 

sollen Verwaltungsverordnungen bei ihrem Entscheid allerdings mitberück-

sichtigen, sofern diese eine dem Einzelfall angepasste und gerecht wer-

dende Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen zulassen 

(BGE 141 III 401 E. 4.2.2, 123 II 16 E. 7; BVGE 2010/33 E. 3.3.1). 

2.  

Der vorliegende Fall betrifft die Steuerperioden 2013 bis 2018. Somit findet 

in casu in materieller Hinsicht das am 1. Januar 2010 in Kraft getretene 

MWSTG (mitsamt der zugehörigen Mehrwertsteuerverordnung vom 

27. November 2009 [MWSTV, SR 641.201]) Anwendung. Massgebend 

sind die in den zu beurteilenden Steuerperioden geltenden Fassungen des 

MWSTG und der MWSTV, inklusive der per 1. Januar 2018 in Kraft getre-

tenen Teilrevision des MWSTG (Änderung vom 30. September 2016; 

AS 2017 3575), soweit diese vorliegend massgebend ist. Rechtsprechung, 

welche sich noch auf das vorrevidierte MWSTG bzw. das Mehrwertsteuer-

gesetz vom 2. September 1999 (aMWSTG, AS 2000 1300) bezieht, wird 

zitiert, soweit sie auch für die hier anwendbaren Fassungen des MWSTG 

und der MWSTV massgeblich ist. 

2.1 Der Bund erhebt eine allgemeine Verbrauchssteuer nach dem System 

der Nettoallphasensteuer (auch als Allphasensteuer mit Vorsteuerabzug 

bzw. Mehrwertsteuer bezeichnet; Art. 1 Abs. 1 MWSTG; Art. 130 der Bun-

desverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 

1999 [SR 101; nachfolgend: BV]). Sie bezweckt die Besteuerung des nicht 

unternehmerischen Endverbrauchs im Inland (Art. 1 Abs. 1 MWSTG). Die 

Steuer wird unter anderem auf den im Inland von steuerpflichtigen 

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Seite 10 

Personen gegen Entgelt erbrachten Leistungen erhoben (Inlandsteuer; vgl. 

Art. 1 Abs. 2 Bst. a MWSTG). 

2.2  

2.2.1 Der Mehrwertsteuer im Inland unterliegen die im Inland durch steuer-

pflichtige Personen gegen Entgelt erbrachten Leistungen; sie sind steuer-

bar, soweit das MWSTG keine Ausnahme vorsieht (Steuerobjekt, Art. 18 

Abs. 1 MWSTG; vgl. auch: Art. 1 Abs. 2 Bst. a MWSTG). 

2.2.2 Die Leistung umfasst als Oberbegriff sowohl Lieferungen (vgl. Art. 3 

Bst. d MWSTG) als auch Dienstleistungen (vgl. Art. 3 Bst. e MWSTG). Da-

mit überhaupt eine steuerbare Leistung vorliegt, muss sie im Austausch mit 

einem Entgelt erfolgen (sogleich: E. 2.2.3). Besteht zwischen Leistungser-

bringer und -empfänger kein Austauschverhältnis, ist die Tätigkeit mehr-

wertsteuerlich irrelevant und fällt nicht in den Geltungsbereich der Mehr-

wertsteuer (statt vieler: BGE 132 II 353 E. 4.3 mit Hinweisen; ausführlich: 

Urteil des BVGer A-4898/2018 vom 26. Juni 2019 E. 2.2.2 mit weiteren Hin-

weisen). 

2.2.3 Die Beurteilung, ob ein Leistungsverhältnis besteht, hat in erster Linie 

nach wirtschaftlichen, tatsächlichen Kriterien zu erfolgen (sog. «wirtschaft-

liche Betrachtungsweise»). Die zivil- bzw. vertragsrechtliche Sicht ist nicht 

entscheidend, hat aber immerhin Indizwirkung (DIEGO CLAVADETSCHER, in: 

Zweifel/Beusch/Glauser/Robinson [Hrsg.], Kommentar zum Schweizeri-

schen Steuerrecht, Bundesgesetz über die Mehrwertsteuer, 2. Aufl. 2025 

[nachfolgend: MWSTG Kommentar 2025], Art. 18 N 14 f.). Für die An-

nahme eines Leistungsverhältnisses ist damit nicht von Bedeutung, ob die 

Leistung oder das Entgelt (oder beide) mit oder ohne rechtliche (vertragli-

che) Verpflichtung erbracht werden. Vielmehr genügt eine wirtschaftliche 

Verknüpfung zwischen Leistung und Entgelt, wobei diese (zumindest) aus 

Sicht des Leistungsempfängers bejaht werden können muss (Urteile des 

BVGer A-4155/2021 vom 31. Mai 2022 E. 2.2.1, A-553/2021 vom 8. Feb-

ruar 2022 E. 2.5, A-3677/2016 vom 6. August 2018 E. 3.2.2 f., 

A-6831/2013 vom 8. Juli 2015 E. 3.1.5 f.; vgl. CLAVADETSCHER, MWSTG 

Kommentar 2025, Art. 18 N 16 f. mit weiteren Hinweisen). Auch die buch-

halterische Erfassung von Leistungen kann nach konstanter Rechtspre-

chung lediglich ein Indiz für eine mehrwertsteuerrechtliche Qualifikation 

sein, vermag jedoch die wirtschaftliche Realität nicht zu ändern (Urteile des 

BVGer A-2244/2020 vom 13. Januar 2022 E. 2.4, A-3437/2015 vom 2. Mai 

2016 E. 2.2.2, A-2464/2015 vom 11. November 2015 E. 2.2.3 mit Hinweis). 

A-7188/2023 

Seite 11 

2.3 Als Lieferung gilt insbesondere das Verschaffen der Befähigung, im ei-

genen Namen über einen Gegenstand wirtschaftlich zu verfügen (vgl. Art. 3 

Bst. d Ziff. 1 MWSTG). Dieser Grundtatbestand der Lieferung bedingt so-

mit eine Verschaffung der wirtschaftlichen Verfügungsmacht (vgl. Urteil des 

BGer 2C_660/2020 vom 8. November 2021 E. 4.2.1). Die Übertragung des 

zivilrechtlichen Eigentums ist zwar der Hauptanwendungsfall einer solchen 

Lieferung, aber dennoch nicht zwingend erforderlich und unter Umständen 

auch nicht genügend. Der Empfänger muss nicht als Eigentümer, sondern 

wie ein Eigentümer wirtschaftlich über den Gegenstand verfügen können. 

Dies ist der Fall, wenn er den Gegenstand brauchen oder verbrauchen, 

verändern, belasten und veräussern kann. Er muss Substanz, Wert und 

Ertrag des Gegenstands zugewendet erhalten. Wesentlich ist, dass der 

Empfänger die Verfügungsmacht durch eine entsprechende Zuwendung 

des leistenden Unternehmers – welcher seinerseits über die wirtschaftliche 

Verfügungsmacht verfügen muss – empfängt (vgl. Urteile des BGer 

2C_492/2020 vom 25. Februar 2022 E. 5.3, 2A.51/2005 vom 19. Mai 2006 

E. 3; Urteile des BVGer A-2668/2019 vom 6. April 2021 E. 2.2.3 mit weite-

rem Hinweis, A-545/2012 vom 14. Februar 2013 E. 3.5.1; ausführlich dazu 

auch: CLAVADETSCHER, MWSTG Kommentar 2025, Art. 3 N 61 ff.; FELIX 

GEIGER, in: Geiger/Schluckebier [Hrsg.], MWSTG Kommentar, 2. Aufl. 

2019 [nachfolgend: MWSTG Kommentar 2019], Art. 3 N 22). 

Ebenfalls als Lieferung gilt das Abliefern eines Gegenstandes, an dem Ar-

beiten besorgt worden sind (sog. Bearbeitungslieferung entsprechend 

Art. 3 Bst. d Ziff. 2 MWSTG) sowie das Überlassen eines Gegenstandes 

zum Gebrauch oder zur Nutzung (Art. 3 Bst. d Ziff. 3 MWSTG). Als Dienst-

leistung gilt jede Leistung, die nicht als Lieferung qualifiziert werden kann 

(Art. 3 Bst. e MWSTG). 

2.4  

2.4.1 Die Steuer wird vom tatsächlich empfangenen Entgelt berechnet 

(Art. 24 Abs. 1 MWSTG). Als Entgelt gilt der Vermögenswert, welchen der 

Empfänger oder an seiner Stelle eine Drittperson für den Erhalt einer Leis-

tung aufwendet (Art. 3 Bst. f MWSTG). 

2.4.2 Der Grundsatz gemäss Absatz 1 wird durch Art. 24 Abs. 2 MWSTG 

eingeschränkt. Danach gilt im Fall einer Lieferung oder Dienstleistung an 

eine eng verbundene Person (E. 2.4.3) als Entgelt der Wert, der unter un-

abhängigen Dritten vereinbart würde (vgl. auch: Art. 26 MWSTV). Diese 

Bestimmung entspricht dem im Steuerrecht bekannten Grundsatz des 

Drittvergleichs (sog. «dealing at arm's length»; vgl. BGE 142 II 488 E. 3.5.2; 

A-7188/2023 

Seite 12 

Urteile des BVGer A-3493/2023 vom 27. Februar 2024 E. 2.2.2, 

A-4155/2021 vom 31. Mai 2022 E. 2.4.2, A-2490/2020 vom 18. November 

2020 E. 2.2.2, A-5556/2019 vom 28. Mai 2020 E. 2.3.2, A-2137/2018 vom 

15. Januar 2020 E. 3; GEIGER, MWSTG Kommentar 2019, Art. 24 N 12). 

2.4.3 Gemäss Art. 3 Bst. h MWSTG (in der bis zum 31. Dezember 2017 

geltenden Fassung [AS 2009 5203]) gelten als eng verbundene Personen 

die Inhaber und Inhaberinnen von massgebenden Beteiligungen an einem 

Unternehmen oder ihnen nahe stehende Personen. Eine massgebende 

Beteiligung liegt vor, wenn die Schwellenwerte im Sinne von Art. 69 des 

Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer 

(DBG, SR 642.11) überschritten werden oder eine entsprechende Beteili-

gung an einer Personengesellschaft vorliegt (vgl. Urteil des 

BGer 2C_403/2022 vom 12. Dezember 2022 E. 5.4.1; Urteil des BVGer 

A-4190/2020 und A-4195/2020 vom 15. Dezember 2021 E. 3.2.3.2). Als 

eng verbundene Personen gelten nach Art. 3 Bst. h Ziff. 1 MWSTG in der 

ab dem 1. Januar 2018 geltenden Fassung (AS 2017 3575) Inhaber und 

Inhaberinnen von mindestens 20 % des Stamm- oder Grundkapitals eines 

Unternehmens oder von einer entsprechenden Beteiligung an einer Perso-

nengesellschaft oder ihnen nahestehende Personen. Als nahe stehende 

Personen gelten etwa verwandtschaftlich verbundene natürliche Personen 

(Familienmitglieder und Verwandte), aber auch Schwestergesellschaften 

oder Grossmuttergesellschaften. Von Schwestergesellschaften ist die 

Rede, wenn zwei Unternehmen vom gleichen Beteiligungsinhaber (meist 

eine Muttergesellschaft) beherrscht werden (CLAVADETSCHER, MWSTG 

Kommentar 2025, Art. 3 N 156, 158 und 179). 

2.4.4 Die Anwendbarkeit dieses Drittvergleichs bedingt eine Leistung zu ei-

nem Vorzugspreis, also zu einem Entgelt, welches nicht mit dem Preis 

übereinstimmt, den ein unabhängiger Dritter zu bezahlen hätte (sog. «Dritt-

preis»; vgl. Urteile des BVGer A-3493/2023 vom 27. Februar 2024 E. 2.2.4, 

A-2304/2019 vom 20. April 2020 E. 2.2.4.3, A-3734/2011 vom 9. Januar 

2013 E. 2.3.2). Im Weiteren muss es sich beim Empfänger der Leistung 

um eine eng verbundene Person im Sinne von Art. 3 Bst. h MWSTG 

(E. 2.4.3) handeln (Urteil des BVGer A-4190/2020 und A-4195/2020 vom 

15. Dezember 2021 E. 3.2.3). 

2.4.5 Rechtsfolge einer solchen Leistung zu einem Vorzugspreis an eine 

eng verbundene Person ist, dass für die Bemessung der Mehrwertsteuer 

eine besondere (fiktive) Bemessungsgrundlage herangezogen wird. Die 

Leistung wird auf den Wert korrigiert, der unter unabhängigen Dritten 

A-7188/2023 

Seite 13 

vereinbart würde. Massgebend ist der Drittpreis, das heisst der Preis, den 

ein Dritter der gleichen Abnehmerkategorie «auf dem Markt» (Marktwert) 

üblicherweise für dieselbe Leistung zu bezahlen hätte (vgl. Urteil des BGer 

2C_778/2008 vom 8. April 2009 E. 3.1; zum Ganzen auch: Urteile des 

BVGer A-3493/2023 vom 27. Februar 2024 E. 2.2.5, A-2490/2020 vom 

18. November 2020 E. 2.2.4, A-2137/2018 vom 15. Januar 2020 E. 3). Die-

ser Drittpreis ist in den meisten Fällen kein exakter Wert, sondern kann nur 

annäherungsweise bestimmt werden (Urteil des BVGer A-2137/2018 vom 

15. Januar 2020 E. 3 mit weiteren Hinweisen). 

2.4.6 Die ESTV hat zur Ermittlung des Drittpreises grundsätzlich eine 

Schätzung des Werts durchzuführen und sich dabei an die im Zusammen-

hang mit der Ermessenseinschätzung von Art. 79 Abs. 1 MWSTG entwi-

ckelten Prinzipien und Kriterien zu halten (nachfolgend: E. 2.7 und E. 2.8). 

Dies gilt insbesondere für die Rechte und Pflichten der ESTV bei einer Ver-

anlagung, für die Möglichkeit der steuerpflichtigen Person, die Veranlagung 

anzufechten, sowie für die Zurückhaltung, die das Bundesverwaltungsge-

richt bei der Überprüfung der Richtigkeit der Veranlagung an den Tag legt 

(statt vieler: Urteil des BVGer A-2490/2020 vom 18. November 2020 

E. 2.2.5 [bestätigt durch Urteil des BGer 2C_27/2021 vom 5. Oktober 

2021]). Letzteres bedeutet namentlich, dass das Bundesverwaltungsge-

richt grundsätzlich nur dann sein eigenes Ermessen an die Stelle desjeni-

gen der Vorinstanz setzt, wenn dieser bei der Schätzung erhebliche Er-

messensfehler unterlaufen sind. Aus den bei der Ermessenseinschätzung 

geltenden Grundsätzen ist ferner abzuleiten, dass die ESTV für das Vorlie-

gen der Voraussetzungen einer Schätzung des Drittpreises nach der allge-

meinen Beweislastregel beweisbelastet ist (vgl. E. 1.7.2). Sind die Voraus-

setzungen für eine Schätzung des Werts erfüllt («erste Stufe»), und er-

scheint die vorinstanzliche Schätzung nicht bereits im Rahmen der durch 

das Bundesverwaltungsgericht mit der gebotenen Zurückhaltung vorzu-

nehmenden Prüfung als pflichtwidrig («zweite Stufe»), obliegt es in Umkehr 

der allgemeinen Beweislast dem Steuerpflichtigen, den Nachweis für die 

Unrichtigkeit der Schätzung zu erbringen («dritte Stufe»; vgl. hierzu Urteile 

des BVGer A-3493/2023 vom 27. Februar 2024 E. 2.2.5, A-5317/2020 vom 

23. Juni 2022 E. 2.2.5, A-4878/2020 12. April 2022 E. 2.3.4, A-4190/2020 

und A-4195/2020 vom 15. Dezember 2021 E. 3.2.4, ausführlich: Urteil des 

BVGer A-2496/2020 vom 18. November 2020 E. 2.3.3 ff.). 

2.5 Die steuerpflichtige Person kann im Rahmen ihrer unternehmerischen 

Tätigkeit, unter Vorbehalt der Art. 29 und 33 MWSTG, die in Art. 28 Abs. 1 

MWSTG genannten Vorsteuern abziehen (Art. 28 Abs. 1 MWSTG). Der 

A-7188/2023 

Seite 14 

Abzug der Vorsteuer ist nur zulässig, wenn sie nachweist, dass sie die Vor-

steuer tatsächlich bezahlt hat (Art. 28 Abs. 3 MWSTG in der ab 1. Januar 

2018 geltenden Fassung [bis zum 31. Dezember 2017: Art. 28 Abs. 4 

MWSTG; AS 2017 3575]). Art. 28 MWSTG stellt somit einzig darauf ab, 

dass die Vorsteuern im Rahmen der unternehmerischen Tätigkeit anfallen 

(statt vieler: Urteile des BVGer A-3360/2024 vom 11. Dezember 2024 

E. 2.7.1, A-5711/2022 vom 1. Februar 2024 E. 2.8.4, je mit weiteren Hin-

weisen). 

2.6  

2.6.1 Die Veranlagung und Entrichtung der Inlandsteuer erfolgt – wie be-

reits erwähnt (E. 1.7.1) – nach dem Selbstveranlagungsprinzip. Die steu-

erpflichtige Person stellt dabei eigenständig fest, ob sie die Voraussetzun-

gen der subjektiven Steuerpflicht (Art. 10 und 66 MWSTG) erfüllt, ermittelt 

die Steuerforderung selber (Art. 71 MWSTG; vgl. E. 2.10.1) und begleicht 

diese innerhalb von 60 Tagen nach Ablauf der Abrechnungsperiode 

(Art. 86 Abs. 1 MWSTG). Das Selbstveranlagungsprinzip bedeutet somit, 

dass der Leistungserbringer selbst für die Feststellung der Mehrwertsteu-

erpflicht bzw. -forderung verantwortlich ist (vgl. BGE 140 II 202 E. 5.4; Ur-

teile des BVGer A-1418/2018 vom 24. April 2019 E. 2.2, A-2788/2018 vom 

27. September 2018 E. 2.6; nichts daran ändert, dass neuere deutschspra-

chige Bundesgerichtsentscheide von «modifizierter Selbstveranlagung» 

sprechen [BGE 144 I 340 E. 2.2.1 mit Hinweisen]; vgl. bereits: E. 1.7.1). 

2.6.2 Zu den Pflichten der mehrwertsteuerpflichtigen Person gehört insbe-

sondere auch die Buchführungspflicht. Der Mehrwertsteuerpflichtige hat 

seine Geschäftsbücher und Aufzeichnungen nach den handelsrechtlichen 

Grundsätzen zu führen (Art. 70 Abs. 1 MWSTG). Die Buchführung, welche 

die Grundlage der Rechnungslegung bildet, ist das lückenlose und plan-

mässige Aufzeichnen sämtlicher Geschäftsvorfälle einer Unternehmung 

auf der Grundlage von Belegen. Sie schlägt sich in den Geschäftsbüchern 

und den zugehörigen Aufzeichnungen nieder (Art. 957a des Obligationen-

rechts vom 30. März 1911 [SR 220; nachfolgend: OR]; statt vieler: Urteile 

des BVGer A-4282/2021 vom 24. August 2022 E. 2.1.2, A-1336/2020 vom 

12. Oktober 2021 E. 3.4.2 [bestätigt durch Urteil des BGer 2C_933/2021 

vom 23. September 2022], je mit weiterem Hinweis). 

2.6.3 Die ESTV kann ausnahmsweise über die handelsrechtlichen Grund-

sätze hinausgehende Aufzeichnungspflichten erlassen, wenn dies für die 

ordnungsgemässe Erhebung der Mehrwertsteuer unerlässlich ist (Art. 70 

Abs. 1 MWSTG). Von dieser Befugnis hat sie unter anderem im Rahmen 

A-7188/2023 

Seite 15 

des Erlasses der MWST-Info 16 «Buchführung und Rechnungsstellung» 

(nachfolgend: MI 16) Gebrauch gemacht. Diese enthält genaue Angaben 

dazu, wie eine derartige Buchführung auszugestalten ist (MI 16, Ziff. 1.1 

ff.). Alle Geschäftsvorfälle müssen chronologisch fortlaufend aufgezeichnet 

werden, wobei dies zeitnah, das heisst zeitlich unmittelbar nach ihrer Ver-

wirklichung – und damit aktuell – zu geschehen hat. Essentiell ist die so-

genannte «Prüfspur», welche die formelle Dokumentation sicherstellt 

(MI 16, Ziff. 1.5). Darunter zu verstehen ist die Verfolgung der Geschäfts-

vorfälle sowohl vom Einzelbeleg über die Buchhaltung bis zur Mehrwert-

steuerabrechnung als auch in umgekehrter Richtung. Diese «Prüfspur» 

muss – auch stichprobeweise – ohne Zeitverlust jederzeit gewährleistet 

sein (BGE 140 II 495 E. 3.4.4; zum Ganzen: Urteile des BVGer 

A-2316/2021 vom 14. März 2023 E. 2.2.3, A-4282/2021 vom 24. August 

2022 E. 2.1.2, A-6521/2019 vom 29. Juli 2020 E. 2.2.2 mit Hinweisen). 

2.6.4 Gemäss Art. 78 Abs. 1 MWSTG kann die ESTV bei steuerpflichtigen 

Personen Kontrollen durchführen, soweit dies zur Abklärung des Sachver-

halts erforderlich ist. Zu diesem Zweck haben diese Personen der ESTV 

den Zugang zu ihrer Buchhaltung sowie zu den dazugehörigen Belegen zu 

gewähren. Dazu gehören namentlich jene Unterlagen, die gestützt auf 

Art. 70 MWSTG zu führen und aufzubewahren sind (vgl. E. 2.6.2 f.). Dazu 

zählen etwa Bilanzen, Erfolgsrechnungen, die Haupt- und Hilfsbuchhaltun-

gen, Kunden- und Lieferantenrechnungen, Bank- und Kassabelege, Wa-

reninventare, Lohnbücher und Unterlagen für die Erstellung der Mehrwert-

steuerabrechnungen (vgl. BEATRICE BLUM, MWSTG Kommentar 2019, 

Art. 78 N 21; zum Ganzen: Urteile des BVGer A-2316/2021 vom 14. März 

2023 E. 2.2.4, A-4282/2021 vom 24. August 2022 E. 2.1.4). 

2.7  

2.7.1 Liegen keine oder nur unvollständige Aufzeichnungen vor (Verstoss 

gegen die formellen Buchführungsvorschriften) oder stimmen die ausge-

wiesenen Ergebnisse mit dem wirklichen Sachverhalt offensichtlich nicht 

überein (Verstoss gegen die materiellen Buchführungsregeln), so schätzt 

die ESTV die Steuerforderung nach pflichtgemässem Ermessen ein 

(Art. 79 Abs. 1 MWSTG). Da bei der effektiven Abrechnungsmethode die 

Steuerforderung der Differenz zwischen geschuldeter Steuer und Vorsteu-

erguthaben entspricht (nachfolgend: E. 2.9), hat die ESTV nicht bloss die 

Steuerschuld, sondern grundsätzlich auch die Vorsteuern zu schätzen 

(BLUM, MWSTG Kommentar 2019, Art. 79 N 19). Die Festsetzung der 

Steuerforderung erfolgt mit einer EM (Art. 79 Abs. 2 MWSTG). 

A-7188/2023 

Seite 16 

2.7.2 Art. 79 MWSTG unterscheidet nach dem Ausgeführten zwei vonei-

nander unabhängige Konstellationen, welche zu einer Ermessenseinschät-

zung führen: 

Zum einen ist eine Ermessenseinschätzung bei ungenügenden Aufzeich-

nungen vorzunehmen (Konstellation 1). Eine Schätzung hat damit insbe-

sondere auch dann zu erfolgen, wenn – bei feststehender Steuerpflicht – 

die Verstösse gegen die formellen Buchhaltungsvorschriften als derart gra-

vierend zu qualifizieren sind, dass sie die materielle Richtigkeit der Buch-

haltungsergebnisse in Frage stellen (vgl. Urteil des BGer 2C_265/2018 

vom 19. August 2019 E. 4.3; Urteile des BVGer A-4282/2021 vom 24. Au-

gust 2022 E. 2.2.1, A-2496/2020 vom 18. November 2020 E. 2.3.3 mit Hin-

weisen). Zum anderen kann selbst eine formell einwandfreie Buchführung 

die Durchführung einer Schätzung erfordern, wenn die ausgewiesenen Er-

gebnisse mit dem wirklichen Sachverhalt offensichtlich nicht übereinstim-

men (Konstellation 2; vgl. Urteil des BGer 2C_1077/2012, 2C_1078/2012 

vom 24. Mai 2014 E. 2.2 mit Hinweisen). 

2.8  

2.8.1 Sind die Voraussetzungen für eine Ermessenstaxation erfüllt, ist die 

ESTV nicht nur berechtigt, sondern verpflichtet, eine solche nach pflichtge-

mässem Ermessen vorzunehmen. Die ESTV hat dabei alle Umstände zu 

beachten, von denen sie Kenntnis hat. Wohl hat die Steuerbehörde eine 

vorsichtige Schätzung anzustellen, doch ist sie nicht verpflichtet, im Zwei-

felsfall die für die steuerpflichtige Person günstigste Annahme zu treffen. 

Die Verletzung von Verfahrenspflichten darf sich nicht lohnen. Fälle, in de-

nen die Steuerpflichtigen ihre Mitwirkungspflichten nicht wahrnehmen bzw. 

keine, unvollständige oder ungenügende Aufzeichnungen über ihre Um-

sätze (bzw. hinsichtlich der Feststellung oder Überprüfung der Steuer-

pflicht) führen, dürfen keine Steuerausfälle zur Folge haben (Urteil des 

BGer 2C_885/2019 vom 5. März 2020 E. 6.1; statt vieler: Urteile des 

BVGer A-2316/2021 vom 14. März 2023 E. 2.4.1, A-4282/2021 vom 

24. August 2022 E. 2.2.2, A-2589/2020 vom 3. Mai 2021 E. 2.5.2 mit Hin-

weisen). 

2.8.2 Hat die ESTV eine Schätzung nach pflichtgemässem Ermessen vor-

zunehmen, hat sie dabei diejenige Schätzungsmethode zu wählen, die den 

individuellen Verhältnissen im Betrieb der steuerpflichtigen Person soweit 

als möglich Rechnung trägt, auf plausiblen Annahmen beruht und deren 

Ergebnis der wirklichen Situation möglichst nahekommt. In Betracht kom-

men Schätzungsmethoden, die auf eine Ergänzung oder Rekonstruktion 

A-7188/2023 

Seite 17 

der ungenügenden Buchhaltung hinauslaufen, aber auch Umsatzschät-

zungen aufgrund unbestrittener Teil-Rechnungsergebnisse in Verbindung 

mit Erfahrungssätzen. Die brauchbaren Teile der Buchhaltung und allen-

falls vorhandene Belege sind soweit als möglich bei der Schätzung zu be-

rücksichtigen. Sie können durchaus als Basiswerte der Ermessensein-

schätzung fungieren (zum Ganzen statt vieler: Urteile des BVGer 

A-2316/2021 vom 14. März 2023 E. 2.4.2, A-1336/2020 vom 12. Oktober 

2021 E. 3.5.3, A-7088/2016 vom 11. Dezember 2017 E. 2.5.2, je mit weite-

ren Hinweisen). 

2.8.3 Das Bundesverwaltungsgericht überprüft das Vorliegen der Voraus-

setzungen für die Vornahme einer Ermessenstaxation – als Rechtsfrage – 

uneingeschränkt (vgl. E. 1.6). Als ausserhalb der Verwaltungsorganisation 

und Behördenhierarchie stehendes, von der richterlichen Unabhängigkeit 

bestimmtes Verwaltungsgericht auferlegt es sich trotz des möglichen Rü-

gegrundes der Unangemessenheit bei der Überprüfung von zulässiger-

weise erfolgten Ermessensveranlagungen jedoch eine gewisse Zurückhal-

tung und reduziert dergestalt seine Prüfungsdichte. Grundsätzlich setzt 

das Bundesverwaltungsgericht nur dann sein eigenes Ermessen an die 

Stelle desjenigen der Vorinstanz, wenn dieser bei der Schätzung erhebli-

che Ermessensfehler unterlaufen sind (statt vieler: Urteile des BGer 

2C_27/2021 vom 5. Oktober 2021 E. 3.1.3, 2C_950/2015 vom 11. März 

2016 E. 4.5, 2C_1077/2012 und 2C_1078/2012 vom 24. Mai 2014 E. 2.5; 

Urteil des BVGer A-4282/2021 vom 24. August 2022 E. 2.2.4). Diese Pra-

xis wurde vom Bundesgericht unlängst explizit bestätigt (BGE 151 II 289 

E. 3.4.5; vgl. hierzu auch: Urteil des BVGer A-2713/2024 vom 14. August 

2025 E. 2.8.1). 

2.8.4 Für das Vorliegen der Voraussetzungen einer Ermessenseinschät-

zung ist nach der vorn genannten Beweislastregel (vgl. E. 1.7.2) die ESTV 

beweisbelastet. Sind die Voraussetzungen einer Ermessenseinschätzung 

erfüllt («erste Stufe») und erscheint die vorinstanzliche Schätzung nicht be-

reits im Rahmen der durch das Bundesverwaltungsgericht mit der gebote-

nen Zurückhaltung (E. 2.8.3) vorzunehmenden Prüfung als pflichtwidrig 

(«zweite Stufe»), obliegt es – in Umkehr der allgemeinen Beweislast – der 

steuerpflichtigen Person, den Nachweis für die Unrichtigkeit der Schätzung 

zu erbringen («dritte Stufe»; vgl. anstelle vieler: Urteil des BVGer 

A-2315/2021 vom 14. März 2023 E. 2.5.2 [bestätigt durch Urteil des BGer 

9C_306/2023 vom 19. Dezember 2023]). Weil das Ergebnis der Ermes-

sensveranlagung selbst auf einer Schätzung beruht, kann sich die steuer-

pflichtige Person gegen eine zulässigerweise durchgeführte 

A-7188/2023 

Seite 18 

Ermessenseinschätzung nicht mit allgemeiner Kritik zur Wehr setzen. Viel-

mehr hat sie darzulegen, dass die von der ESTV vorgenommene Schät-

zung offensichtlich unrichtig ist; dabei hat sie auch den Beweis für ihre vor-

gebrachten Behauptungen zu erbringen (statt vieler: Urteil des BGer 

2C_27/2021 vom 5. Oktober 2021 E. 3.1.4; Urteile des BVGer 

A-4282/2021 vom 24. August 2022 E. 2.2.5, A-7088/2016 vom 11. Dezem-

ber 2017 E. 2.6.3, je mit weiteren Hinweisen). Gelingt es der steuerpflich-

tigen Person nicht zu beweisen, dass das Ergebnis der Ermessensein-

schätzung klarerweise nicht mit den tatsächlichen Gegebenheiten überein-

stimmt, hat sie die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen und es bleibt bei 

der bisherigen Schätzung (statt vieler: Urteil des BVGer A-2315/2021 vom 

14. März 2023 E. 2.5.2 mit Hinweisen [bestätigt durch Urteil des BGer 

9C_306/2023 vom 19. Dezember 2023]). 

2.9 Die Steuer wird je Steuerperiode erhoben. Als Steuerperiode gilt das 

Kalenderjahr (Art. 34 Abs. 1 und 2 MWSTG). Innerhalb der Steuerperiode 

erfolgt die Abrechnung (nachfolgend: E. 2.10) der Steuer in der Regel vier-

teljährlich (Art. 35 Abs. 1 Bst. a MWSTG). Bei Anwendung der effektiven 

Abrechnungsmethode berechnet sich die Steuerforderung nach der Diffe-

renz zwischen der geschuldeten Inlandsteuer, der Bezugsteuer sowie der 

im Verlagerungsverfahren deklarierten Einfuhrsteuer und dem Vorsteuer-

guthaben der entsprechenden Abrechnungsperiode (Art. 36 Abs. 2 

MWSTG). Im Falle der Abrechnung nach vereinnahmten Entgelten ent-

steht der Anspruch auf Vorsteuerabzug im Zeitpunkt der Bezahlung. Die 

Umsatzsteuerschuld entsteht mit der Vereinnahmung des Entgelts (Art. 40 

Abs. 2 MWSTG). 

2.10  

2.10.1 Gemäss Art. 71 Abs. 1 MWSTG hat die steuerpflichtige Person ge-

genüber der ESTV innert 60 Tagen nach Ablauf der Abrechnungsperiode 

unaufgefordert in der vorgeschriebenen Form über die Steuerforderung ab-

zurechnen. Stellt die steuerpflichtige Person im Rahmen der Erstellung ih-

res Jahresabschlusses Mängel in ihren Steuerabrechnungen fest, so muss 

sie diese spätestens in der Abrechnung über jene Abrechnungsperiode 

korrigieren, in die der 180. Tag seit Ende des betreffenden Geschäftsjahres 

fällt (Art. 72 Abs. 1 MWSTG). In diesem Zusammenhang sind insbeson-

dere auch die deklarierten Umsätze und Vorsteuerabzüge jährlich mit der 

Buchhaltung abzustimmen und hierfür geeignete Unterlagen zu erstellen 

(vgl. Art. 72 Abs. 1 MWSTG i.V.m. Art. 128 Abs. 2 und 3 MWSTV). 

A-7188/2023 

Seite 19 

2.10.2 Mit der Erstellung des Jahresabschlusses hat die steuerpflichtige 

Person die Buchhaltung zu überprüfen. Teil dieser Überprüfung ist die Kon-

trolle der gesetzeskonformen Abrechnung der Mehrwertsteuer. Der Ge-

setzgeber verlangt dabei – wie soeben gezeigt – die Erstellung einer Mehr-

wertsteuerabrechnung für die Steuerperiode, eine Umsatzabstimmung und 

gegebenenfalls eine Vorsteuerabstimmung sowie weitere Unterlagen. 

Diese Kontrollarbeiten werden als sog. Finalisierung bezeichnet. Allfällige 

hierbei festgestellte Mängel sind innerhalb eines halben Jahres zu korrigie-

ren (vgl. Art. 72 Abs. 1 MWSTG; Urteile des BVGer A-2373/2017 vom 

30. August 2017 E. 3.7, A-5523/2015 vom 31. August 2016 E. 4.2.2 mit 

weiteren Hinweisen; BLUM, MWSTG Kommentar 2019, Art. 72 N 8 ff.). Laut 

Art. 72 Abs. 2 MWSTG ist die steuerpflichtige Person verpflichtet, erkannte 

Mängel in Abrechnungen über zurückliegende Steuerperioden nachträg-

lich zu korrigieren, soweit die Steuerforderungen dieser Steuerperioden 

nicht in Rechtskraft erwachsen oder verjährt sind. Hierbei haben nachträg-

liche Korrekturen der Abrechnungen in der von der ESTV vorgeschriebe-

nen Form zu erfolgen (Art. 72 Abs. 3 MWSTG; vgl. auch: MWST-Info 15 

«Abrechnung und Steuerentrichtung», Ziff. 7). 

2.11  

2.11.1 Übersteigt die auf dem Veräusserungspreis zum gesetzlichen Satz 

berechnete Steuer Fr. 10'000.-- oder erfolgt die Veräusserung an eine eng 

verbundene Person, so hat die steuerpflichtige Person ihre Abrechnungs- 

und Steuerentrichtungspflicht in den folgenden Fällen durch Meldung zu 

erfüllen: bei Umstrukturierungen nach Art. 19 oder 61 DBG (Art. 38 Abs. 1 

Bst. a MWSTG in der ab 1. Januar 2018 geltenden Fassung [AS 2017 

3575]) und bei anderen Übertragungen eines Gesamt- oder eines Teilver-

mögens auf eine andere steuerpflichtige Person im Rahmen einer Grün-

dung, einer Liquidation, einer Umstrukturierung, einer Geschäftsveräusse-

rung oder eines im Fusionsgesetz vom 3. Oktober 2003 (FusG, 

SR 221.301) geregelten Rechtsgeschäfts (Art. 38 Abs. 1 Bst. b MWSTG in 

der ab 1. Januar 2018 geltenden Fassung). Hier erfüllt die steuerpflichtige 

Person ihre Abrechnungs- und Steuerentrichtungspflicht demnach mit der 

Meldung des steuerbaren Umsatzes. Damit entfällt für sie die Pflicht zur 

Entrichtung der Steuer. Dies stellt einen Einbruch in das System der Net-

toallphasensteuer mit Vorsteuerabzug (E. 2.1) dar und muss – angesichts 

des Umstandes, dass Steuern in der Regel einen Fiskalzweck aufweisen 

– eine auf die gesetzlich vorgesehenen Fälle beschränkte Ausnahme blei-

ben (MICHAEL BEUSCH, MWSTG Kommentar 2019, Art. 38 N 2 f.; vgl. auch: 

ANNE TISSOT BENEDETTO, MWSTG Kommentar 2025, Art. 38 N 2 f.; vgl. 

zum aMWSTG auch: Urteil des BVGer A-2703/2020 vom 12. Mai 2021 

A-7188/2023 

Seite 20 

E. 3.3.4.3 mit weiteren Hinweisen). Zweck des mehrwertsteuerrechtlichen 

Meldeverfahrens ist die Vereinfachung der Unternehmensreorganisation 

sowie das Vermeiden unnötiger Liquiditätsabflüsse (vgl. zum aMWSTG: 

Urteil des BVGer A-6642/2008 vom 8. November 2010 E. 3.3.1; BEUSCH, 

MWSTG Kommentar 2019, Art. 38 N 4 mit weiteren Hinweisen; TISSOT BE-

NEDETTO, MWSTG Kommentar 2025, Art. 38 N 3; ferner: Botschaft vom 

25. Juni 2008 zur Vereinfachung der Mehrwertsteuer, BBl 2008 6885, 

6998). Dem Sicherungszweck wird Genüge getan und die Verhaftung des 

Steuersubstrates wird dadurch sichergestellt, dass «durch die Anwendung 

des Meldeverfahrens […] der Erwerber oder die Erwerberin für die übertra-

genen Vermögenswerte die Bemessungsgrundlage und den zum Vorsteu-

erabzug berechtigenden Verwendungsgrad des Veräusserers oder der 

Veräusserin [übernimmt]» (Art. 38 Abs. 4 MWSTG). Obwohl das Meldever-

fahren eine Ausnahme vom System der Nettoallphasensteuer mit Vorsteu-

erabzug darstellt, ist der Grundsatz der Neutralität der Mehrwertsteuer ge-

währleistet, da diese Ausnahme von der Besteuerung (bzw. die Meldung 

anstatt der Abrechnungs- und Steuerentrichtungspflicht) zwischen Mehr-

wertsteuerpflichtigen «assujettis TVA» erfolgt (sogleich: E. 2.11.2) und 

keine versteckte Steuer verursacht (vgl. TISSOT BENEDETTO, MWSTG 

Kommentar 2025, Art. 38 N 5 mit weiterem Hinweis). 

2.11.2 Für die Zulässigkeit einer Meldung müssen laut Gesetzes- und Ver-

ordnungsbestimmungen kumulativ vier Voraussetzungen erfüllt sein (vgl. 

ausführlich: BEUSCH, MWSTG Kommentar 2019, Art. 38 N 6; TISSOT BENE-

DETTO, MWSTG Kommentar 2025, Art. 38 N 7). Als erste Voraussetzung 

muss die Steuerpflicht (gemäss Art. 10 MWSTG bzw. bei Verzicht auf die 

Befreiung nach Art. 11 MWSTG) aller Beteiligten gegeben sein. Zwar wird 

die Steuerpflicht lediglich in Art. 38 Abs. 1 Bst. b MWSTG ausdrücklich er-

wähnt. Für die Fälle gemäss Art. 38 Abs. 1 Bst. a MWSTG ergibt sich dies 

schon aus der bereits in Erwägung 2.11.1 erwähnten Konzeption des Mel-

deverfahrens (BEUSCH, MWSTG Kommentar 2019, Art. 38 N 7; vgl. TISSOT 

BENEDETTO, MWSTG Kommentar 2025, Art. 38 N 11 f.). Wie gesehen wird 

der Sicherungszweck dadurch gewahrt, dass der Erwerber oder die Erwer-

berin laut Art. 38 Abs. 4 MWSTG für die übertragenen Vermögenswerte die 

Bemessungsgrundlage und den zum Vorsteuerabzug berechtigenden Ver-

wendungsgrad des Veräusserers oder der Veräusserin übernimmt. Dies 

macht nur Sinn, wenn es sich bei dem Erwerber oder der Erwerberin selber 

um eine steuerpflichtige Person handelt. Hierfür spricht auch, dass gemäss 

Art. 102 MWSTV das Meldeverfahren auch dann anzuwenden ist, wenn 

der Erwerber oder die Erwerberin erst im Zusammenhang mit der 

A-7188/2023 

Seite 21 

Übertragung des Gesamt- oder Teilvermögens steuerpflichtig wird (vgl. 

auch: MWST-Info 11 «Meldeverfahren» [nachfolgend: MI 11], Ziff. 2). 

Als zweite Voraussetzung gilt die Steuerbarkeit der Übertragung («Ver-

äusserung») bzw. dass es sich bei den zu veräussernden Vermögenswer-

ten um steuerbare Leistungen handelt. Bei der dritten Voraussetzung 

(«Umfang der Entgeltlichkeit») ist nach der Gesetzessystematik zu prüfen, 

ob die auf dem Veräusserungspreis zum gesetzlichen Satz (Art. 25 

MWSTG) berechnete Steuer Fr. 10'000.-- übersteigt oder – alternativ – die 

Veräusserung an eine eng verbundene Person (Art. 3 Bst. h MWSTG, 

E. 2.4.3) erfolgt (BEUSCH, MWSTG Kommentar 2019, Art. 38 N 8 f.; vgl. 

auch: TISSOT BENEDETTO, MWSTG Kommentar 2025, Art. 38 N 8 ff. [insb. 

N 8, N 22-24]). Bei der vierten Voraussetzung («Umstrukturierung») wird 

auf die Art der Transaktion abgestellt. Die steuerbaren Leistungen müssen 

– wie gezeigt (E. 2.11.1) – entweder im Rahmen einer Umstrukturierung 

nach Art. 19 oder 61 DBG oder – alternativ – anlässlich einer anderen 

Übertragung eines Gesamt- oder Teilvermögens im Rahmen einer Grün-

dung, einer Liquidation, einer Umstrukturierung, einer Geschäftsveräusse-

rung oder eines anderen im FusG vorgesehenen Rechtsgeschäfts erfolgt 

sein (BEUSCH, MWSTG Kommentar 2019, Art. 38 N 10; vgl. auch: TISSOT 

BENEDETTO, MWSTG Kommentar 2025, Art. 38 N 15 ff.). Als Teilvermögen 

gilt jede kleinste für sich lebensfähige Einheit eines Unternehmens 

(Art. 101 MWSTV). Als Indizien für das Vorliegen eines Teilvermögens kön-

nen nach der publizierten Praxis der ESTV für sich alleine oder in Verbin-

dung miteinander immerhin gelten, dass die veräusserte Einheit eines Un-

ternehmens Leistungen auf dem Markt oder an eng verbundene Unterneh-

men erbringt, über Personal verfügt und der Personalaufwand in einem 

sachgerechten Verhältnis zum Ertrag steht (MI 11, Ziff. 3.3). 

2.12 Im Gastgewerbe werden aus verschiedensten Gründen Personen 

gratis verpflegt. Diese kostenlosen Verpflegungen (Gratisleistungen) wer-

den als sogenannte Maisonbuchungen erfolgsneutral erfasst und sind ge-

mäss publizierten Praxis der ESTV (MWST-Branchen-Info 08 «Hotel- und 

Gastgewerbe» [nachfolgend: MBI 08], Ziff. 2.2.4) wie folgt zu behandeln: 

• Bei Geschenken, die nicht im Rahmen einer gastgewerblichen Leistung abge-

geben werden (z.B. Flasche Wein aus dem Weinkeller), handelt es sich um 

unentgeltliche Zuwendungen. Bis zum Betrag von Fr. 500.-- pro Empfänger 

und Jahr hat dies keine steuerlichen Konsequenzen. Übersteigt der Wert je-

doch Fr. 500.--, muss der unternehmerische Grund für die unentgeltliche Zu-

wendung nachgewiesen werden. Wird dieser Betrag überschritten und liegt 

A-7188/2023 

Seite 22 

kein unternehmerischer Grund vor, ist auf dem ganzen Betrag die Vorsteuer-

korrektur vorzunehmen (Eigenverbrauch nach Art. 31 Abs. 2 Bst. c MWSTG). 

• Die Gratisverpflegung von Mitarbeitern von Lieferanten ist im unternehmeri-

schen Bereich anzusiedeln und hat keine steuerlichen Konsequenzen. 

• Werden bei Gruppenreisen Reiseleiter und Buschauffeure unentgeltlich ver-

pflegt, sind diese Leistungen einem Naturalrabatt gleichgestellt. Auch die Gra-

tisverpflegung von Stammgästen gilt als Naturalrabatt. Dies hat keine steuer-

lichen Konsequenzen. 

• Bei kostenlosen Probeessen (z.B. für eine Hochzeit) sowie Gratisverpflegung 

von Mitarbeitern von Reisebüros, Fluggesellschaften handelt es sich um Wa-

renmuster zu Zwecken des Unternehmens. Dies hat keine steuerlichen Kon-

sequenzen. 

2.13 Gemäss Art. 9 BV hat jede Person Anspruch darauf, von den staatli-

chen Organen ohne Willkür behandelt zu werden. Nach ständiger Recht-

sprechung des Bundesgerichts liegt Willkür in der Rechtsanwendung vor, 

wenn der angefochtene Entscheid offensichtlich unhaltbar ist, mit der tat-

sächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen 

unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise 

dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft. Das Bundesgericht und damit 

auch das Bundesverwaltungsgericht hebt einen Entscheid jedoch nur auf, 

wenn nicht bloss die Begründung, sondern auch das Ergebnis unhaltbar 

ist. Dass eine andere Lösung ebenfalls als vertretbar oder gar zutreffender 

erscheint, genügt nicht (BGE 144 II 281 E. 3.6.2, 138 I 305 E. 4.3 mit Hin-

weis). 

3.  

3.1  

3.1.1 Die Verjährung der Mehrwertsteuerforderung ist von Amtes wegen zu 

prüfen (BGE 142 II 182 E. 3.2.1, 138 II 169 E. 3.2, 133 II 366 E. 3.3). Art. 42 

Abs. 6 MWSTG sieht eine absolute Festsetzungsverjährung von zehn Jah-

ren nach Ablauf der Steuerperiode vor, in welcher die Steuerforderung ent-

standen ist. Es kann folglich ab dem 1. Januar 2025 für die Steuerperiode 

2014 keine zusätzliche Mehrwertsteuer mehr erhoben werden (vgl. für ver-

gleichbare Konstellationen: Urteil des BGer 2C_1021/2020 vom 28. Juli 

2021 E. 4.1; Urteil des BVGer A-3493/2023 vom 27. Februar 2024 

E. 3.1.1). 

3.1.2 Aufgrund der zwischenzeitlich eingetretenen absoluten Verjährung 

des Rechts zur Festsetzung der Steuerforderung in Bezug auf die 

A-7188/2023 

Seite 23 

Steuerperioden 2013 und 2014 ist die Beschwerde im Umfang der die 

Steuerperioden 2013 und 2014 betreffenden, noch nicht in Rechtskraft er-

wachsenen (vgl. E. 1.3.2) bzw. noch bestrittenen Steuernachforderung, 

das heisst im Umfang von Fr. 12'569.-- (Steuernachforderung 2013 von 

Fr. 10'591.-- und Steuernachforderung 2014 von Fr. 2'867.-- abzüglich 

rund Fr. 889.--) gutzuheissen. 

3.2 Vorliegend ist somit noch strittig und zu prüfen, ob die ESTV in der 

Steuerperiode 2018 zu Recht von einer steuerbaren Übertragung von be-

trieblichen Vermögenswerten (Warenvorräte, Kleininventar, Maschi-

nen/Mobiliar, EDV/Software, Whirlpool) der Beschwerdeführerin an ihre 

Schwestergesellschaft namens D._______ AG ausgegangen ist und auf 

die geschätzte Bemessungsgrundlage laut Gesamtbuchwert vor Abschrei-

bung abgestellt hat (E. 4.1-4.4). Hierbei gilt auch zu klären, ob das obliga-

torische Meldeverfahren anzuwenden ist (E. 4.5). Sodann ist auf die Frage 

einzugehen, ob die Vorinstanz für die noch zu beurteilenden Steuerperio-

den 2015 bis 2018 (vgl. E. 3.1.2) zu Recht die im Zusammenhang mit den 

sog. «Maison-Umsätzen» geltend gemachten Vorsteuern korrigiert und der 

Beschwerdeführerin im Gegenzug die geschuldete Inlandsteuer gutge-

schrieben hat (zum Ganzen: E. 5). 

4.  

4.1  

4.1.1 Hinsichtlich der betrieblichen Vermögenswerte stellt sich die Be-

schwerdeführerin zusammengefasst auf den Standpunkt, es habe keine 

mehrwertsteuerlich relevante Übertragung von Vermögenswerten an ihre 

Schwestergesellschaft namens D._______ AG stattgefunden. Es sei zwar 

ursprünglich vorgesehen gewesen, das «Inventar» zu übertragen. Sie 

habe per 31. Mai 2018 eine diesbezügliche Kontokorrentforderung zulas-

ten ihrer Schwestergesellschaft verbucht, welche ihrerseits die zum Buch-

wert übernommenen Vermögenswerte per 1. Juni 2018 verbucht habe. 

Später habe sich aber herausgestellt, dass die Übertragung der Vermö-

genswerte aus versicherungstechnischen Gründen dazu geführt hätte, 

dass sie als Versicherungsnehmerin der Betriebsversicherung den An-

spruch auf die Versicherungsleistung im Schadensfall verloren hätte. Da-

her sei die rechtlich nicht vollzogenen Vermögensübertragung in den Bü-

chern wieder rückgängig gemacht («storniert») worden. Erst im Jahr 2022 

sei die Vermögensübertragung zivilrechtlich vollzogen und entsprechend 

verbucht worden. Folglich sei die Rechtsauffassung der ESTV willkürlich, 

weil sie (die Beschwerdeführerin) die Übertragung rechtlich nicht wie ur-

sprünglich geplant bzw. erst im Jahr 2022 mittels zivilrechtlicher 

A-7188/2023 

Seite 24 

Eigentumsübertragung vollzogen habe. Der Umstand, dass ihre Schwes-

tergesellschaft ab Sommer 2018 die faktische Verfügungsmacht über die 

Infrastruktur gehabt habe, könne für sich alleine noch keine mehrwertsteu-

errechtlich relevante Transaktion i.S. einer zivilrechtlichen Eigentumsüber-

tragung auslösen. Ausserdem existierten zu den Buchungsvorgängen be-

treffend die Übertragung der Vermögenswerte per 31. Mai 2018 sowie den 

buchhalterisch erfassten Rückbuchungen keine schriftlichen Verträge oder 

Rechnungsbelege. Hinsichtlich ihres Eventualstandpunktes führt die Be-

schwerdeführerin aus, dass kein Raum für eine «ermessensweise Festle-

gung der Bemessungsgrundlage» bestanden habe. Der Übertragungswert 

von Fr. 222'841.22 zzgl. MWST habe dem aktuellen Buchwert nach Ab-

schreibung entsprochen. Die Abschreibungen seien angemessen gewe-

sen. Die Argumentation der ESTV mit dem Drittvergleich verfange somit 

nicht. Die Vermögenswerte wären auch an einen unabhängigen Dritten zu 

diesem Preis veräussert worden. Die durch sie (die Beschwerdeführerin) 

vorgängig zur Vermögensübertragung vorgenommenen Abschreibungen – 

welche weder handels- noch steuerrechtlich zu beanstanden gewesen 

seien – seien durch die ESTV in nicht nachvollziehbarer Weise und ohne 

Begründung nicht berücksichtigt worden. Folglich sei die Bemessungs-

grundlage durch die ESTV willkürlich festgelegt worden. Dass die im Steu-

erjahr 2022 übertragenen Vermögenswerte einen deutlich tieferen Wert 

hätten, als von der ESTV angenommen, zeige auch der Umstand, dass die 

Übertragung zu einem Gesamtpreis von rund Fr. 165'000.-- netto erfolgt 

sei (vgl. Sachverhalt Bst. C.a). 

4.1.2 Die Vorinstanz entgegnet im Wesentlichen, die Beschwerdeführerin 

habe diverse betriebliche Vermögenswerte im Zusammenhang mit der Auf-

gabe des Hotel- und Restaurationsbetriebs im Hotel Restaurant 

C._______ (inkl. Seniorenresidenz) per 31. Mai 2018 nachweislich zumin-

dest faktisch an ihre Schwestergesellschaft namens D._______ AG im 

Sinne einer Veräusserung übertragen und folglich eine steuerbare Leistung 

nach Art. 18 Abs. 1 MWSTG erbracht. Die Beschwerdeführerin habe die 

Übertragung an die Schwestergesellschaft verbucht und von dieser auch 

kein Mietentgelt für die Überlassung der Vermögenswerte zum Gebrauch 

verlangt. Weder die nachgereichten Beweismittel noch die rein buchhalte-

risch erfasste Rückgängigmachung der verbuchten Übertragung der Ver-

mögenswerte würden daran etwas zu ändern vermögen. Ausserdem seien 

im Zeitpunkt der Übertragung der Vermögenswerte die Voraussetzungen 

für die Anwendung des Meldeverfahrens gemäss Art. 38 Abs. 1 MWSTG 

nicht erfüllt gewesen; die Steuer hätte entrichtet werden müssen. Da es 

sich bei der Beschwerdeführerin und deren Schwestergesellschaft um eng 

A-7188/2023 

Seite 25 

verbundene Personen handle, habe sie (die ESTV) bei der Übertragung 

der Vermögenswerte eine Schätzung des Drittpreises vorgenommen, in-

dem sie auf den ausgewiesenen Buchwert der Vermögenswerte (netto; 

d.h. ohne Abschreibungen) abgestellt habe. Die Mehrwertsteuer(nach)for-

derung beruhe entgegen der Beschwerdeführerin nicht auf einer willkürli-

chen Feststellung des Sachverhalts und Beweiswürdigung (vgl. Sachver-

halt Bst. B.e). 

Im Rahmen ihrer Vernehmlassung wiederholt die ESTV zusammengefasst, 

eine Lieferung verlange nach Gesetzeswortlaut nicht zwingend die Einräu-

mung des zivilrechtlichen Eigentums. Wirtschaftliche Verfügungsmacht – 

welche verlangt werde – liege vor, wenn die Empfängerin eines Gegen-

standes wie eine Eigentümerin in ihrem Namen über die Ware verfügen 

könne. Eine solche habe die eng verbundene Schwestergesellschaft über 

die betrieblichen Vermögenswerte gehabt. Die erstmals im Einsprachever-

fahren ins Recht gelegten und erst viel später in den Jahren 2020 bzw. 

2022 datierten Versicherungsunterlagen würden daran nichts zu ändern 

vermögen. Sowohl bei der Übertragung als auch bei der Rückbuchung der 

entsprechenden Vermögenswerte fehlten Verträge, Rechnungsbelege so-

wie andere massgebliche Buchungsbelege. Der durch die Beschwerdefüh-

rerin vorgelegte Auszug des Kontoblatts aus der Buchhaltung vom 1. Ja-

nuar 2022 bis 31. Dezember 2022, woraus die Übertragung der Vermö-

genswerte an die Schwestergesellschaft ersichtlich sei, stimme nicht mit 

den bereits früher eingereichten Abrechnungen im Selbstveranlagungsver-

fahren überein. Für die Steuerperiode 2022 sei damals ein Umsatz von 

Fr. 0.-- deklariert worden und ausserdem lasse die Beschwerdeführerin 

völlig offen, welche konkreten Vermögenswerte diesen Buchungen zu-

grunde liegen würden. Da – wie gezeigt – weder bei der Beschwerdefüh-

rerin noch bei der Schwestergesellschaft Verträge, Rechnungsbelege so-

wie andere massgebliche Buchungsbelege hinsichtlich der relevanten Bu-

chungsvorgänge zur Übertragung der Vermögenswerte per 31. Mai 2018 

sowie den Rückbuchungen per 31. Dezember 2018 vorlägen (und auch 

keinerlei Unterlagen zu konkreter Spezifikation und Bewertung dieser Ver-

mögenswerte), habe sie (die ESTV) hinsichtlich deren Bemessung eine 

Schätzung nach pflichtgemässem Ermessen vorgenommen und den 

Marktwert annäherungsweise ermittelt, indem sie auf den Buchwert der 

Vermögenswerte unmittelbar vor Vornahme der Abschreibungen abgestellt 

habe. Diese Abschreibungen seien nämlich nicht nachgewiesen und durch 

die Beschwerdeführerin selbst widerlegt worden. Aus der handels- und di-

rektsteuerlichen Zulässigkeit bzw. Angemessenheit der Abschreibungen 

könne die Beschwerdeführerin weder etwas zu ihren Gunsten ableiten, 

A-7188/2023 

Seite 26 

noch die offensichtliche Unrichtigkeit der Schätzung nachweisen. Auch aus 

dem Auszug des Kontoblatts aus der Buchhaltung vom 1. Januar 2022 bis 

31. Dezember 2022 könne nicht auf den Marktwert der übertragenen Ver-

mögenswerte geschlossen werden, da – wie festgestellt – nicht klar sei, 

welche konkreten Vermögenswerte diesen Buchungen zugrunde liegen 

würden. Eine willkürliche Rechtsanwendung liege somit nicht vor (vgl. 

Sachverhalt Bst. C.c). 

4.2  

4.2.1 Unbestritten und aus den Akten erstellt ist, dass die Beschwerdefüh-

rerin die Übergabe der vorliegend relevanten betrieblichen Vermögens-

werte wie Warenvorräte, Kleininventar, Maschinen, Mobiliar, EDV/Soft-

ware, Whirlpool (nach Abschreibungen; hierzu: E. 4.3) per 31. Mai 2018 

gegen eine Kontokorrentforderung zu Lasten ihrer Schwestergesellschaft 

verbucht hat. Im Gegenzug hat die Schwestergesellschaft die Übernahme 

der betrieblichen Vermögenswerte (mit entsprechender Vorsteuerbelas-

tung) per 1. Juni 2018 verbucht, wobei sie diese nachträglich per 1. Juni 

2018 mit dem Buchungstext «Inventarübernahme rückgängig» wieder aus-

gebucht hat. Die Beschwerdeführerin ihrerseits verbuchte erst per 31. De-

zember 2018 eine «Rückbuchung Inventarübernahme» inkl. Mehrwert-

steuer (zum Ganzen: Ordner II, Vernehmlassungsbeilage [VB] 4, Konten-

blätter 2018 B._______ AG, Konto 1171 «Vorsteuer a/Invest. + übr. Be-

triebsaufwand», Konto 1143 «KK E._______ AG», Konto 1200 «Warenvor-

räte», Konto 1500 «Kleininventar», Konto 1510 «Maschinen/Mobiliar», 

Konto 1515 «EDV&Software», Konto 1517 «Whirlpool», S. 20, S. 22 und 

S. 29 f.; Ordner II, VB 11, Kontenblätter 2018 D._______ AG, Konto 1200 

«Warenvorräte», Konto 1500 «Kleininventar», Konto 1510 «Maschi-

nen/Mobiliar», Konto 1515 «EDV&Software», Konto 1517 «Whirlpool», 

S. 42 f.). Aus den Akten ergibt sich ausserdem, dass weder die Beschwer-

deführerin noch ihre Schwestergesellschaft hinsichtlich der vorliegend re-

levanten betrieblichen Vermögenswerte ein Mietentgelt zwecks einer allfäl-

ligen Überlassung lediglich zum Gebrauch gezahlt oder verbucht hat; eine 

diesbezügliche Vereinbarung liegt nicht bei den Akten. Ausserdem liegen 

bezüglich beider Gesellschaften keine Verträge, Rechnungs- oder andere 

massgebliche Buchungsbelege hinsichtlich der betrieblichen Vermögens-

werte (sowie der angeblichen Stornierung bzw. Rückabwicklung) in den 

Akten. Dass kein Mietvertrag in den Akten liegt, zeigt in Übereinstimmung 

mit der Vorinstanz, dass wohl eine definitive Übertragung der Vermögens-

werte im Vordergrund stand und keine lediglich vorübergehende. 

A-7188/2023 

Seite 27 

Wie gezeigt (E. 2.3), bedingt der Grundtatbestand der Lieferung eine Ver-

schaffung der wirtschaftlichen Verfügungsmacht über den Gegenstand. 

Die Übertragung des zivilrechtlichen Eigentums als Hauptanwendungsfall 

ist – entgegen der Beschwerdeführerin – nicht zwingend erforderlich. Der 

Empfänger muss nicht als Eigentümer, sondern wie ein Eigentümer wirt-

schaftlich über den Gegenstand verfügen können. Dass eine solche tat-

sächliche Übertragung bzw. Verschaffung der wirtschaftlichen Verfügungs-

macht, welche mehrwertsteuerrechtlich relevant ist, von der Beschwerde-

führerin an ihre Schwestergesellschaft stattgefunden hat, ergibt sich – un-

abhängig von der (späteren) Rückbuchung (vgl. nachfolgend: E. 4.2.6) –

aus den folgenden Umständen: 

4.2.2 Einerseits hat die nach vereinnahmten Entgelten abrechnende Be-

schwerdeführerin, deren Umsatzsteuerschuld mit der Vereinnahmung des 

Entgelts entsteht (vgl. E. 2.9), die Übertragung der Vermögenswerte per 

31. Mai 2018 in ihrer Buchhaltung mit 7.7 % Umsatzsteuer in Höhe von 

total Fr. 17'158.77 verbucht (Ordner II, VB 4, Kontenblätter 2018 

B._______ AG, Konto 2200 «Umsatzsteuer» mit BelegID […], S. 37), was 

darauf schliessen lässt, dass sie selbst von einer faktischen Übertragung 

i.S. einer Veräusserung ausgegangen ist. Andererseits zeigen auch di-

verse Konten in der Buchhaltung der Beschwerdeführerin und der Schwes-

tergesellschaft für das Geschäftsjahr 2018, so insbesondere die operativen 

Ertrags- und Aufwandkonten (inkl. Personal- und Lohnaufwand), dass die 

entsprechenden Aufwendungen und Erträge betreffend den Hotel- und 

Gastronomiebetrieb ab Ende Mai 2018 nicht mehr bei der Beschwerdefüh-

rerin, sondern bei der Schwestergesellschaft verbucht wurden (Ordner II, 

VB 4, Kontenblätter 2018 B._______ AG: vgl. beispielsweise Ertragskon-

ten: Konto 3200 «Ertrag Hotel», Konto 3300 «Umsatz Küche», Konto 3310 

«Umsatz Wein», Konto 3320 «Umsatz Bier» usw. und Aufwandkonten: 

Konto 4200 «Lebensmittel», Konto 4210 «Wein», Konto 4220 «Bier», 

Konto 5400 «Löhne», Konto 5401 «Löhne Aushilfen», Konto 5700 

«AHV/IV/ALV/EO», Konto 5720 «Berufliche Vorsorge» usw.; Ordner II, 

VB 11, Kontenblätter 2018 D._______ AG: vgl. gleichlautende Kontonum-

mern). Hieraus lässt sich schliessen, dass die Schwestergesellschaft die 

entsprechenden Aufwendungen getragen sowie die Erträge erzielt und so-

mit den Betrieb des Hotel Restaurant C._______ (inkl. Seniorenresidenz) 

ab 1. Juni 2018 tatsächlich geführt hat. Sie durfte die entsprechenden Ver-

mögenswerte wie eine Eigentümerin brauchen bzw. verbrauchen und hat 

die Erträge dieser Vermögenswerte zugewendet erhalten. Nur durch die 

Übertragung der wirtschaftlichen Verfügungsmacht (i.S. einer Veräusse-

rung) über die betrieblichen Vermögenswerte (wie Warenvorräte, 

A-7188/2023 

Seite 28 

Kleininventar, Maschinen, Mobiliar, EDV/Software, Whirlpool) von der Be-

schwerdeführerin an die Schwestergesellschaft war Letztere überhaupt in 

der Lage, den Betrieb des Hotels tatsächlich zu führen. 

Da die Schwestergesellschaft ausserdem in ihrer Bilanz während der  

massgeblichen Zeit – ausser den ergänzend selbst beschafften Vermö-

genswerten – weder ein Warenlager (Vorräte) noch die für den Betrieb not-

wendige EDV oder Sachanlagen bilanziert hatte, ist auch deshalb davon 

auszugehen, dass sie die streitbetroffenen Vermögenswerte von der Be-

schwerdeführerin zum tatsächlichen Betrieb des Hotel Restaurant 

C._______ (inkl. Seniorenresidenz) übernommen und die tatsächliche Ver-

fügungsmacht darüber innehatte (Ordner II, VB 10, Jahresabschluss 2018 

inkl. Bericht der Revisionsstelle D._______ AG, S. 2; Ordner II, VB 11, Kon-

tenblätter 2018 D._______ AG, Konto 1200 «Warenvorräte», Konto 1500 

«Kleininventar», Konto 1510 «Maschinen/Mobiliar», Konto 1515 

«EDV&Software», S. 42 f.). 

4.2.3 Für die Verschaffung der wirtschaftlichen Verfügungsmacht über die 

Vermögensgegenstände von der Beschwerdeführerin an ihre Schwester-

gesellschaft spricht auch der Anhang zur Jahresrechnung 2018 der 

Schwestergesellschaft. Darin verkündet die Schwestergesellschaft selbst, 

dass sie Mitte 2018 «den Betrieb der mittlerweile fertiggestellten Senioren-

wohnungen und des erfolgreich sanierten Gasthauses übernommen» habe 

(Ordner II, VB 10, Jahresabschluss 2018 inkl. Bericht der Revisionsstelle 

D._______ AG, S. 7 [Anhang zur Jahresrechnung]). Ausserdem hat die 

Schwestergesellschaft laut Handelsregister per 22. Mai 2018 (Datum des 

Tagesregisters) eine Zweckänderung vorgenommen. Seither bezweckt sie 

zusammengefasst die Beteiligung an Gastronomie- […] betrieben sowie 

das Betreiben von solchen Betrieben (Ordner I, VB 23, Handelsregister-

auszug betreffend D._______ AG vom 8. Mai 2023; vgl. auch aktuellen 

Handelsregisterauszug). 

4.2.4 Darüber hinaus war die Schwestergesellschaft im Zeitpunkt der 

Übertragung der betrieblichen Vermögenswerte per 1. Juni 2018 nicht als 

steuerpflichtige Person bei der ESTV eingetragen. Sie übermittelte erst am 

8. Februar 2019 den Fragebogen zur Abklärung der Mehrwertsteuerpflicht 

an die ESTV. Darin erklärte sie, die unternehmerische Tätigkeit bzw. den 

«Betrieb Hotel/Restaurant C._______ (Ort)» am 1. Juni 2018 aufgenom-

men zu haben und ab diesem Zeitpunkt (und somit rückwirkend) obligato-

risch steuerpflichtig zu sein (Ordner II, VB 12, Anmeldung bei der MWST 

und Fragebogen zur Abklärung der Mehrwertsteuerpflicht, je datierend vom 

A-7188/2023 

Seite 29 

8. Februar 2019 betreffend D._______ AG). Nebstdem änderte auch die 

Beschwerdeführerin laut Handelsregister per 28. Juni 2018 (Datum des Ta-

gesregisters) ihren Zweck. Neu bzw. ergänzend kam dazu, dass sie mit 

Fahrzeugen aller Art bzw. entsprechendem Zubehör Handel treiben könne 

(Ordner I, VB 21, Handelsregisterauszug betreffend B._______ AG vom 

8. August 2023; vgl. auch aktuellen Handelsregisterauszug). Auch hier 

zeigt die Buchhaltung der Beschwerdeführerin, dass sie ab dem 1. Juni 

2018 ihren Ertrag nicht mehr mit dem Hotelbetrieb (hierzu bereits: E. 4.2.2), 

sondern mit dem Handel von Fahrzeugen erwirtschaftete und ihre unter-

nehmerische Tätigkeit somit im Wesentlichen darauf ausgerichtet war 

(Ordner II, VB 4, Kontenblätter 2018 B._______ AG, Konto 3290 «Übriger 

Ertrag», S. 39). Dies alles deutet darauf hin, dass eine tatsächliche Über-

tragung der für den Betrieb des Hotel Restaurant C._______ (inkl. Senio-

renresidenz) benötigten betrieblichen Vermögenswerte von der Beschwer-

deführerin an die Schwestergesellschaft stattgefunden hat. 

4.2.5 Zusammenfassend – und mit Blick auf die wirtschaftliche Betrach-

tungsweise (E. 2.2.3) – hat somit als rechtsgenügend erstellt zu gelten, 

dass die Schwestergesellschaft ab dem 1. Juni 2018 die tatsächliche Ver-

fügungsmacht über die betrieblichen Vermögenswerte innehatte. Somit hat 

die Beschwerdeführerin ihrer Schwestergesellschaft grundsätzlich eine 

steuerbare Leistung gemäss Art. 18 Abs. 1 MWSTG erbracht. 

4.2.6 An diesem Ergebnis nichts zu ändern vermögen die Einwände der 

Beschwerdeführerin. 

Diese führt aus, es sei zwar im Zusammenhang mit der Nachfolge des Ho-

tel- und Restaurationsbetriebs ursprünglich vorgesehen gewesen, das In-

ventar an die Schwestergesellschaft zu übertragen. Später habe sich aber 

herausgestellt, dass die Übertragung der Vermögenswerte aus versiche-

rungstechnischen Gründen dazu geführt hätte, dass sie als Versicherungs-

nehmerin der Betriebsversicherung den Anspruch auf die Versicherungs-

leistung im Schadensfall verloren hätte (vgl. E. 4.1.1). Hierzu reicht die Be-

schwerdeführerin einen auf sie als Versicherungsnehmerin lautenden Aus-

zug der «indexierten Versicherungssummen ab 01.01.2023» vom 13. No-

vember 2022 (Beschwerdebeilage [BB] 3) ein, welcher keine Versiche-

rungssumme ausweist, sowie eine Entschädigungsvereinbarung für den 

«Ertragsausfall infolge COVID-19» (mit Schadendatum vom 16. März 

2020; BB 4) vom 26. Mai 2020. Letztere nennt bei der Schadenaufstellung 

den «Betriebsunterbruch Restaurant» und den «Ausfall Events». In Über-

einstimmung mit der Vorinstanz vermag die Beschwerdeführerin mit den 

A-7188/2023 

Seite 30 

erst viel später (in den Jahren 2020 und 2022) datierten Versicherungsun-

terlagen weder etwas zur versicherungsrechtlichen Situation noch zur zi-

vilrechtlichen Übertragung des Eigentums geschweige denn zur (vorlie-

gend relevanten) wirtschaftlichen Verfügungsmacht über die streitbetroffe-

nen Vermögenswerte in der Steuerperiode 2018 aufzuzeigen. 

Zudem erwidert die Beschwerdeführerin, sie habe die rechtlich nicht voll-

zogene Vermögensübertragung in den Büchern wieder rückgängig ge-

macht («storniert»; vgl. E. 4.1.1). Wie gezeigt (E. 4.2.1), hat die Beschwer-

deführerin erst per 31. Dezember 2018 eine «Rückbuchung Inventarüber-

nahme» inkl. Mehrwertsteuer verbucht. Diese «Rückbuchung Inven-

tarübernahme» fand aber lediglich über die Konten «Kleininventar» und 

«Maschinen/Mobiliar» statt, wobei die Beschwerdeführerin noch diverse 

Korrekturen via Abschreibungskonto auf den ursprünglich betroffenen Kon-

ten verbucht hat (vgl. Ordner II, VB 4, Kontenblätter 2018 B._______ AG, 

Konto 1200 «Warenvorräte», Konto 1500 «Kleininventar», Konto 1510 

«Maschinen/Mobiliar, Konto 1515 «EDV&Software», Konto 1517 «Whirl-

pool», Konto 6900 «Abschreibungen», S. 29 f. und S. 58). Demnach wur-

den – in Übereinstimmung mit der Vorinstanz – die jeweiligen Buchungen 

per 31. Mai 2018 nicht in identischer Weise mittels jeweiligen Stornos am 

31. Dezember 2018 korrigiert. Ausserdem liegen keinerlei Nachweise vor 

und die Beschwerdeführerin behauptet dies denn auch nicht, dass es sich 

hierbei lediglich um einen Fall der Korrektur einer ursprünglich irrtümlichen 

Buchung (vgl. E. 2.10.2) oder z.B. eines unrichtigen Steuerausweises im 

Rahmen einer nicht korrekten Rechnungsstellung gemäss Art. 27 MWSTG 

handelt. Ohnehin kann die buchhalterische Erfassung von Leistungen nach 

konstanter Rechtsprechung lediglich ein Indiz für eine mehrwertsteuerliche 

Qualifikation sein, vermag jedoch die wirtschaftliche Realität (dazu 

E. 4.2.5) nicht zu ändern (vgl. E. 2.2.3). 

Weiter entgegnet die Beschwerdeführerin, es existierten keine schriftlichen 

Verträge oder Rechnungsbelege, welche die ursprüngliche «Transaktion» 

vom Sommer 2018 untermauern würden (vgl. E. 4.1.1). Diese Tatsache ist 

unbestritten. Obwohl die Beschwerdeführerin und ihre Schwestergesell-

schaft die Übertragung der Vermögenswerte und die Rückbuchungen laut 

Kontendetail jeweils gestützt auf unterschiedliche numerisch konkret auf-

geführte Belege und Beleg-ID verbuchten (vgl. Ordner II, VB 4, Kontenblät-

ter 2018 B._______ AG und VB 11, Kontenblätter 2018 D._______ AG), 

konnte die ESTV diese anlässlich der Kontrolle nicht auffinden. Diese wur-

den (bis heute) auch nicht durch die Beschwerdeführerin nachgereicht. Wie 

erwähnt (E. 2.2.3), hat die Beurteilung, ob ein Leistungsverhältnis besteht, 

A-7188/2023 

Seite 31 

in erster Linie nach wirtschaftlichen, tatsächlichen Kriterien zu erfolgen, wo-

bei die zivil- bzw. vertragsrechtliche Sicht nicht entscheidend ist, aber im-

merhin Indizwirkung hat. Im Rahmen einer wirtschaftlichen Betrachtungs-

weise wurde bereits festgestellt, dass die Schwestergesellschaft ab dem 

1. Juni 2018 die tatsächliche Verfügungsmacht über die betrieblichen Ver-

mögenswerte innehatte (E. 4.2.5). Diesfalls vermag die Beschwerdeführe-

rin aus der vertragsrechtlichen Sicht bzw. aus dem Umstand, dass solche 

Verträge gerade nicht vorliegen, nichts für sich abzuleiten. 

Schliesslich moniert die Beschwerdeführerin, sie habe die per 31. Dezem-

ber 2018 buchhalterisch rückgängig gemachte («stornierte») Übertragung 

der Vermögenswerte erst im Jahr 2022 zivilrechtlich vollzogen und entspre-

chend verbucht. Sie stützt sich hierbei auf einen im Rahmen dieses Ver-

fahrens erstmals ins Recht gelegten und erst nachträglich am 18. Dezem-

ber 2023 generierten Auszug des Kontoblatts aus der Buchhaltung vom 

1. Januar 2022 bis 31. Dezember 2022 (BB 5). Daraus ist die (verbuchte) 

Übertragung von nicht näher spezifizierten Vermögenswerten in Höhe von 

Fr. 165'273.90 netto an ihre Schwestergesellschaft ersichtlich. Diesbezüg-

lich ist in Übereinstimmung mit der Vorinstanz festzuhalten, dass der Aus-

zug des Kontoblatts nicht mit den bereits früher eingereichten Abrechnun-

gen im Selbstveranlagungsverfahren übereinstimmt. Für die Steuerperiode 

2022 deklarierte die Beschwerdeführerin damals gegenüber der ESTV 

nämlich einen Umsatz von Fr. 0.-- (Ordner III, VB 6, Mehrwertsteuerab-

rechnungen Steuerperiode 2022 B._______ AG). Zwar ergibt sich gemäss 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung alleine aus dem Umstand, dass ein 

Rechnungsdetail nicht zeitnah, sondern nachträglich erstellt wurde, noch 

kein eingeschränkter Beweiswert. Dieses entbindet nämlich nicht von einer 

detaillierten Beweiswürdigung (vgl. Urteil des BGer 9C_154/2023 vom 

3. Januar 2023 E. 3.4.1). Auch im vorliegend zu beurteilenden Fall ist der 

Auszug des Kontoblatts nachträglich erstellt worden. Die Beschwerdefüh-

rerin hat diesbezüglich indes keine dem Auszug des Kontoblatts zu Grunde 

liegende Buchungsbelege eingereicht und lässt damit offen, um welche 

konkreten Vermögenswerte es sich handelt (vgl. auch zur «Prüfspur»: 

E. 2.6.3). Es bleibt somit unklar, ob der Auszug die streitbetroffenen Ver-

mögensgegenstände betrifft. Folglich vermag der nachträglich eingereichte 

Auszug des Kontoblatts für die Steuerperiode 2022 die behaupteten Tatsa-

chen nicht zweifelsfrei nachzuweisen. 

  

A-7188/2023 

Seite 32 

4.3  

4.3.1 Insgesamt hat die Beschwerdeführerin mit der Übertragung der be-

trieblichen Vermögenswerte per 31. Mai 2018 ihrer Schwestergesellschaft 

eine grundsätzlich steuerbare Leistung gemäss Art. 18 Abs. 1 MWSTG er-

bracht (E. 4.2.5). Bei den beiden Schwestergesellschaften, welche von den 

Mitgliedern der Familie F._______ gehalten wurden, handelt es sich aus-

serdem unbestrittenermassen um eng verbundene Personen (ausführlich: 

E. 2.4.3). Die Beschwerdeführerin hat – wie in Erwägung 4.2.2 gezeigt – 

die Übertragung der Vermögenswerte per 31. Mai 2018 in ihrer Buchhal-

tung mit Umsatzsteuer zwar verbucht, das Entgelt (samt Steuern) dafür 

jedoch von ihrer Schwestergesellschaft nicht einverlangt. Somit hat sie der 

Schwestergesellschaft eine Leistung ohne angemessene Gegenleistung 

und damit im Sinn der Rechtsprechung zu einem Vorzugspreis (vgl. 

E. 2.4.4) erbracht. Rechtsfolge einer solchen Leistung an eine eng verbun-

dene Person ist, dass die Leistung auf den Wert korrigiert wird, der unter 

unabhängigen Dritten vereinbart würde (Drittpreis; vgl. E. 2.4.5). Da – wie 

erwähnt (E. 4.2.1 und E. 4.2.6) – weder durch die Beschwerdeführerin 

noch die Schwestergesellschaft entsprechende Verträge, Rechnungs- 

oder andere massgebende Buchungsbelege hinsichtlich der übertragenen 

Vermögenswerte vorgelegt wurden (und während der Kontrolle auch nicht 

aufzufinden waren), konnten die streitbetroffenen Vermögenswerte durch 

die Vorinstanz folglich nicht näher spezifiziert und bewertet werden. Somit 

sind die Voraussetzungen für eine Schätzung erfüllt («erste Stufe»), wes-

halb die die Vorinstanz nicht nur berechtigt, sondern verpflichtet war, eine 

solche nach pflichtgemässem Ermessen vorzunehmen (E. 2.4.6). 

4.3.2 Da die Voraussetzungen für die Vornahme einer Ermessenseinschät-

zung gegeben sind («erste Stufe»; vgl. E. 2.4.6), ist im Folgenden noch 

strittig und zu prüfen – und zwar mit der gebotenen Zurückhaltung (E. 2.4.6 

und E. 2.8.3) –, ob die Vorinstanz die Ermessensveranlagung pflichtge-

mäss vorgenommen hat («zweite Stufe» [E. 2.4.6], nachfolgend: E. 4.3.3) 

und, falls dies zu bejahen ist, ob es der Beschwerdeführerin gelingt, die 

Unrichtigkeit der vorinstanzlichen Schätzung nachzuweisen (sog. «dritte 

Stufe» [E. 2.4.6], dazu nachfolgend: E. 4.3.4). 

4.3.3 Die Vorinstanz hat für die Ermessenseinschätzung auf den durch die 

Beschwerdeführerin ausgewiesenen Buchwerten der Vermögenswerte per 

30. Mai 2018 unmittelbar vor Vornahme der Abschreibungen (netto; d.h. 

ohne Abschreibungen) abgestellt. Tatsächlich hat die Beschwerdeführerin 

die Notwendigkeit der erst anlässlich der Übertragung der Vermögens-

werte vorgenommenen Abschreibungen selbst widerlegt. Laut den Akten 

A-7188/2023 

Seite 33 

hat sie die per 31. Mai 2018 vorgenommenen Abschreibungen nämlich teil-

weise durch Auflösung wieder rückgängig gemacht bzw. korrigiert (Ordner 

II, VB 4, Kontenblätter 2018 B._______ AG, Konto 6900 «Abschreibun-

gen», S. 58; bereits: E. 4.2.6). Letztlich ist die geschäftsmässige Begrün-

detheit der Abschreibungen der Beschwerdeführerin auch nicht belegt. Der 

durch die Vorinstanz ermittelte Drittpreis erscheint somit als durchaus 

sachgerecht festgesetzt. Hierfür spricht auch, dass die Beschwerdeführe-

rin per 31. Dezember 2017 in ihrer Jahresrechnung die diesbezüglichen 

Buchwerte noch als werthaltig eingestuft hatte (Ordner II, VB 1, Bilanz und 

Erfolgsrechnung 2018 mit Vorjahreszahlen B._______ AG). Ausserdem 

zeigt sich am Beispiel des Konto 1200 «Warenvorräte», dass nach Verbu-

chung der übertragenen Warenvorräte per 31. Mai 2018 ein Negativsaldo 

(Haben-Saldo) auf dem Aktivkonto resultierte. Folglich enthielt – in Über-

einstimmung mit der Vorinstanz – wohl bereits dieser Buchwert der Waren-

vorräte bis vor der tatsächlichen Übertragung noch stille Reserven oder die 

in der Sammelbuchung vom 31. Mai 2018 mitenthaltene «Abschreibung» 

bzw. Wertberichtigung war überschiessend (vgl. Ordner II, VB 4, Konten-

blätter 2018 B._______ AG, Konto 1200 «Warenvorräte», S. 29). 

Nach dem Dargelegten kann das Vorgehen der Vorinstanz bei der Schät-

zung insgesamt nicht als pflichtwidrig qualifiziert werden. Ebenso wenig 

sind Berechnungsfehler erkennbar. 

4.3.4 Die bisherigen Ausführungen ergeben, dass die Vorinstanz zur Vor-

nahme einer Ermessenseinschätzung berechtigt war (E. 4.3.1) und dabei 

pflichtgemäss vorgegangen ist (E. 4.3.3). Unter diesen Umständen ist nun 

auf «dritter Stufe» zu untersuchen, ob es der Beschwerdeführerin gelingt, 

nachzuweisen, dass die Schätzung der Vorinstanz offensichtlich unrichtig 

ist bzw. dass dieser dabei erhebliche Ermessensfehler unterlaufen sind. 

4.3.4.1 Die Beschwerdeführerin macht diesbezüglich lediglich geltend, 

dass die durch sie per 31. Mai 2018 vorgängig zur Vermögensübertragung 

vorgenommenen Abschreibungen weder handels- noch steuerrechtlich zu 

beanstanden gewesen seien und deshalb maximal auf den Buchwert der 

übertragenen Vermögenswerte nach Abschreibung in Höhe von total 

Fr. 222'841.22 (netto) abzustellen sei (vgl. E. 4.1.1). 

Hierzu entgegnet die Vorinstanz, die Begründetheit der Abschreibungen 

sei nicht nachgewiesen und durch die Beschwerdeführerin teilweise selbst 

widerlegt worden. Aus der handels- und direktsteuerlichen Zulässigkeit 

bzw. Angemessenheit der Abschreibungen könne die Beschwerdeführerin 

A-7188/2023 

Seite 34 

weder etwas zu ihren Gunsten ableiten noch die offensichtliche Unrichtig-

keit der Schätzung nachweisen (vgl. E. 4.1.2). 

Wie zuvor in Erwägung 4.3.3 ausgeführt, hat die Beschwerdeführerin die 

Begründetheit der vorgenommenen Abschreibungen teilweise selbst wi-

derlegt, indem sie diese per 31. Mai 2018 teils durch Auflösung wieder 

rückgängig gemacht hat. Andererseits ist mit der Vorinstanz einig zu gehen, 

dass das Argument der Beschwerdeführerin, die Abschreibungen seien 

handelsrechtlich nicht zu beanstanden gewesen, gerade nicht verfängt. 

Handelsrechtlich bzw. nach den Regelungen zur kaufmännischen Buch-

führung und Rechnungslegung des Obligationenrechts sind nämlich zu-

sätzliche Abschreibungen (und Wertberichtigungen) über den nutzungs- 

und altersbedingten Wertverlust bzw. das betriebswirtschaftlich notwen-

dige Mass hinaus unter bestimmten Voraussetzungen durchaus zulässig 

(vgl. z.B. Art. 960a Abs. 4 OR). Inwieweit und auf welcher Grundlage die 

streitbetroffenen Abschreibungen (und Wertberichtigungen) auch steuer-

rechtlich nicht zu beanstanden (bzw. sogar geschäftsmässig begründet) 

gewesen seien, weist die Beschwerdeführerin jedenfalls nicht nach. Letzt-

lich ist vorliegend nicht die Frage der handels- und steuerrechtlichen Zu-

lässigkeit der Abschreibung, sondern der Drittpreis, das heisst der Preis, 

den ein Dritter der gleichen Abnehmerkategorie «auf dem Markt» (Markt-

wert) üblicherweise für dieselbe Leistung zu bezahlen hätte, entscheidend 

(vgl. E. 2.4.5). 

4.3.4.2 Die Beschwerdeführerin rügt sodann, der Auszug des Kontoblatts 

aus der Buchhaltung vom 1. Januar 2022 bis 31. Dezember 2022 zeige, 

dass die erst im Steuerjahr 2022 übertragenen Vermögenswerte einen 

deutlich tieferen Wert gehabt hätten, als von der Vorinstanz angenommen. 

Die Übertragung der Vermögenswerte sei nämlich lediglich zu einem Ge-

samtpreis von rund Fr. 165'000.-- (netto) erfolgt (vgl. E. 4.1.1). 

In Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist diesbezüglich darauf hinzuwei-

sen, dass dieser Auszug die behaupteten Tatsachen nicht zweifelsfrei 

nachzuweisen vermag. Einerseits ist er nachträglich erstellt und anderer-

seits lässt er offen, um welche konkreten Vermögenswerte es sich handelt 

bzw. ob er die streitbetroffenen Vermögensgegenstände betrifft (bereits 

ausführlich: E. 4.2.6, letzter Absatz). 

4.3.4.3 Schliesslich moniert die Beschwerdeführerin, sie hätte die streitbe-

troffenen Vermögenswerte nach Abschreibung auch an einen 

A-7188/2023 

Seite 35 

unabhängigen Dritten zum Buchwert von total Fr. 222'841.22 (netto) ver-

äussert (vgl. E. 4.1.1). 

Es ist mit der Vorinstanz einig zu gehen, dass es sich hierbei lediglich um 

eine Behauptung der Beschwerdeführerin handelt, da sie aus den vorge-

legten Beweismitteln nichts zu ihren Gunsten abzuleiten vermag. 

4.4 Insgesamt bringt die Beschwerdeführerin weiter nichts vor und auch 

den vorliegenden Aktenstücken ist nichts zu entnehmen, was die Ermes-

senseinschätzungen der Vorinstanz als offensichtlich unrichtig zu qualifi-

zieren vermöchte. Im Ergebnis misslingt der Beschwerdeführerin der 

Nachweis der offensichtlichen Unrichtigkeit der vorinstanzlichen Schät-

zung. Ebenso geht die Beschwerdeführerin fehl, wenn sie eine willkürliche 

Rechtsanwendung der Vorinstanz moniert, weil das Ergebnis weder offen-

sichtlich unhaltbar ist, noch mit der tatsächlichen Situation in klarem Wider-

spruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass 

verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwider-

läuft (E. 2.13). 

4.5 Da es sich bei der Übertragung der betrieblichen Vermögenswerte per 

31. Mai 2018 von der Beschwerdeführerin an die Schwestergesellschaft – 

wie gezeigt (E. 4.2.5) – um eine steuerbare Leistung gemäss Art. 18 Abs. 1 

MWSTG handelt (womit die zweite [steuerbare Veräusserung] und dritte 

Voraussetzung [Veräusserung an eine eng verbundene Person] für die Zu-

lässigkeit des Meldeverfahrens gegeben sind; vgl. ausführlich zu den Vo-

raussetzungen: E. 2.11.2), ist hiernach zu prüfen, ob allenfalls das obliga-

torische Meldeverfahren gemäss Art. 38 Abs. 1 MWSTG von Amtes wegen 

anzuwenden ist. Wie gezeigt (E. 2.11.1), erfüllt im Rahmen des Meldever-

fahrens die steuerpflichtige Person ihre Abrechnungs- und Steuerentrich-

tungspflicht mit der Meldung des steuerbaren Umsatzes, und die Pflicht zur 

Entrichtung der Steuer entfällt für sie. 

4.5.1 Unter anderem wird auf die Art der Transaktion abgestellt (vierte Vo-

raussetzung). Die steuerbaren Leistungen müssen entweder im Rahmen 

einer Umstrukturierung nach Art. 19 oder 61 DBG oder anlässlich einer an-

deren Übertragung eines Gesamt- oder Teilvermögens im Rahmen einer 

Gründung, einer Liquidation, einer Umstrukturierung, einer Geschäftsver-

äusserung oder eines anderen im FusG vorgesehenen Rechtsgeschäfts 

erfolgt sein. Als Teilvermögen gilt jede kleinste für sich lebensfähige Einheit 

eines Unternehmens (ausführlich: E. 2.11.2). Weil, wie erwähnt (E. 4.2.1 

und E. 4.2.6), keine Verträge, Rechnungs- oder andere massgebende 

A-7188/2023 

Seite 36 

Buchungsbelege hinsichtlich der übertragenen Vermögenswerte vorliegen, 

kann die Beschwerdeführerin keine stichhaltigen Nachweise vorlegen, 

dass es sich bei den übertragenen Vermögenswerten um ein Teilvermögen 

i.S.v. Art. 38 Abs. 1 Bst. b MWSTG i.V.m. Art. 101 MWSTV in Form einer 

kleinsten für sich lebensfähigen Einheit eines Unternehmens handelt, in-

dem nebst den für einen minimalen Hotel- und/oder Restaurationsbetrieb 

notwendigen Vermögenswerten insbesondere auch das erforderliche Per-

sonal (inkl. Verträge) mitübertragen worden wäre. Art. 38 Abs. 1 Bst. b 

MWSTG fällt vorliegend somit ausser Betracht. 

4.5.2 Damit bleibt noch zu prüfen, ob es sich um eine Umstrukturierung 

nach Art. 19 oder 61 DBG handelt (Art. 38 Abs. 1 Bst. a MWSTG). In Frage 

käme vorliegend einzig der Umstrukturierungstatbestand der Vermögens-

übertragung im Konzernverhältnis (Art. 61 Abs. 3 DBG). Hieran scheitert 

es vorliegend jedoch bereits – wie schon bei der zuvor geprüften Möglich-

keit für die obligatorische Anwendung des Meldeverfahrens (Art. 38 Abs. 1 

Bst. b MWSTG) – an der Übertragung eines Teilvermögens (vgl. E. 4.5.1). 

Aber selbst bei Annahme einer direktsteuerlich neutralen Übertragung von 

Gegenständen des betrieblichen Anlagevermögens an die Schwesterge-

sellschaft, wäre für die Anwendung des Meldeverfahrens erforderlich, dass 

die Veräusserung zwischen zwei steuerpflichtigen Personen stattgefunden 

hat oder dass die Erwerberin erst im Zusammenhang mit der Übertragung 

steuerpflichtig geworden wäre (zu dieser ersten Voraussetzung für das 

Meldeverfahren vgl. ausführlich: E. 2.11.2). Vorliegend waren aber beide 

der besagten Varianten im Zeitpunkt der Übertragung nicht erfüllt. Die 

Schwestergesellschaft war im massgeblichen Zeitpunkt nämlich offenkun-

dig (noch) nicht im Register der steuerpflichtigen Personen eingetragen. 

Dass sie sich erst mittels (verspäteter) Anmeldung am 8. Februar 2019 als 

rückwirkend per 1. Juni 2018 obligatorisch steuerpflichtig erklärte, zeigt in 

Übereinstimmung mit der Vorinstanz auf, dass sie im Zeitpunkt der Auf-

nahme bzw. Erweiterung ihrer unternehmerischen Tätigkeit per 1. Juni 

2018 nicht sicher war, die Umsatzgrenze der obligatorischen Steuerpflicht 

zu erreichen (Art. 10 Abs. 2 Bst. a MWSTG i.V.m. Art. 9 Abs. 1 MWSTV). 

Gemäss Aktenlage ist hinsichtlich der übertragenen Vermögenswerte je-

denfalls nicht ersichtlich, dass die Schwestergesellschaft aufgrund der 

übernommenen Vermögenswerte obligatorisch steuerpflichtig geworden 

wäre (vgl. E. 2.11.2). 

4.5.3 Insgesamt waren im Zeitpunkt der Übertragung der Vermögenswerte 

die Voraussetzungen für die Anwendung des Meldeverfahrens nach Art. 38 

Abs. 1 MWSTG somit nicht erfüllt. Da laut Art. 38 Abs. 3 MWSTG die 

A-7188/2023 

Seite 37 

Meldungen im Rahmen der ordentlichen Abrechnung (vgl. E. 2.9 und 

E. 2.10.1) vorzunehmen sind, kann sich die Beurteilung, ob das Meldever-

fahren zwischen zwei steuerpflichtigen Personen stattgefunden hat bzw. 

dass die Erwerberin erst im Zusammenhang mit der Übertragung steuer-

pflichtig geworden wäre, in Übereinstimmung mit der Vorinstanz wohl nur 

auf den Zeitpunkt der Übertragung und nicht auf eine rückwirkende Eintra-

gung beziehen. Diese Frage braucht vorliegend aber nicht im Detail geklärt 

zu werden, zumal die Beschwerdeführerin das Meldeverfahren in der am 

1. Februar 2019 – und damit zeitlich vor der rückwirkenden Eintragung der 

Schwestergesellschaft am 8. Februar 2019 – eingereichten Abrechnung für 

das 2. Quartal 2018 (in welche die Übertragung der streitbetroffenen Ver-

mögenswerte fiel), ohnehin nicht mehr hätte anwenden können. 

5.  

5.1 Wie oben angekündigt (E. 3.2), ist im Folgenden nun auf die im Zusam-

menhang mit den sog. «Maison-Umsätzen» umstrittene Vorsteuerkorrektur 

hinsichtlich der Jahre 2015 bis 2018 (1. Januar 2015 bis 31. Mai 2018) nä-

her einzugehen. 

5.1.1 Diesbezüglich moniert die Beschwerdeführerin, sie habe die von ei-

ner Vorsteuerkorrektur betroffenen «Maison-Umsätze» «mehrwertsteuer-

technisch» korrekt verbucht (und gegenüber der ESTV abgerechnet). Bei 

den «Maison-Umsätzen» handle es sich um Konsumationen, welche den 

Gästen als «Akquise» oder aus Kulanz gratis offeriert und nicht in Rech-

nung gestellt würden. Dennoch habe sie (die Beschwerdeführerin) diese 

verbucht und zwecks Neutralisation der ebenfalls verbuchten Umsatz-

steuer einen Abzug einer Vorsteuer zum gesetzlichen Normalsatz im Rah-

men einer als Aufwand vorgenommenen Gegenbuchung («Maison-Bu-

chung») vorgenommen. Sie habe im Einspracheverfahren beispielhafte 

Buchungsbelege eingereicht, die dokumentieren würden, dass die gebuch-

ten «Maison-Umsätze» auch tatsächlich im Umsatztotal enthalten seien. 

Entsprechend sei die «Aufrechnung» der ESTV nicht nachvollziehbar. An-

dere Gastronomiebetriebe würden auch so abrechnen und dies werde von 

der ESTV nicht beanstandet; dies sei willkürlich (vgl. Sachverhalt Bst. C.a). 

In ihrer Eingabe vom 10. Januar 2024 zur Beschwerde (vgl. Sachverhalt 

Bst. C.b) verweist die Beschwerdeführerin darauf, dass die «Maison-Um-

sätze» teilweise «recht hoch» ausgefallen seien, weil im damaligen Zeit-

raum [neues Gebäude] in (Ort) gebaut und eröffnet worden sei und sie im 

Rahmen einer Werbeoffensive «Gutscheine ausgegeben und Spezialakti-

onen angeboten» habe. Die Einlösung dieser Gutscheine und 

A-7188/2023 

Seite 38 

Werbeaktionen seien als «Maison-Umsätze» verbucht worden. Sie (die Be-

schwerdeführerin) reicht eine Buchungsliste «Maison-Umsätze» nach. 

5.1.2 Die Vorinstanz führt aus, was die von ihr (der ESTV) vorgenommenen 

Vorsteuerkorrekturen im Zusammenhang mit den unter anderem als «Wer-

beaufwand» verbuchten und geltend gemachten Vorsteuern angehe, lege 

die Beschwerdeführerin nunmehr selbst dar, dass den von ihr hinsichtlich 

der Gegenbuchungen zu den Maison-Umsätzen geltend gemachten Vor-

steuern keine Eingangsleistungen zu Grunde liegen. Die Voraussetzungen 

zum Abzug einer Vorsteuer seien daher nicht erfüllt. Bei den unter Position 

«30 VR F._______» getippten Leistungsflüssen könne es sich nur um Leis-

tungen handeln, welche an die beiden Verwaltungsräte bzw. Aktionäre 

(oder an mit diesen eng verbundenen Personen) erbracht worden seien 

(und gerade keine «Maison-Umsätze»). Da es sich bei den Konsumationen 

nicht um Gehaltsnebenleistungen gehandelt habe, richte sich die Bemes-

sung nach dem Wert, der unter unabhängigen Dritten vereinbart würde. Da 

es sich bei diesen Leistungen zu Recht um steuerbare Leistungen handle, 

sei eine zusätzliche Korrektur der Umsatzsteuer nicht vorzunehmen. Da 

die Beschwerdeführerin keinerlei Belege oder Aufzeichnungen zu den kon-

kret erbrachten, unentgeltlichen Leistungen vorgelegt habe, sei sie (die 

ESTV) berechtigt und verpflichtet, eine Schätzung der tatsächlich erbrach-

ten «Maison-Umsätze» nach pflichtgemässem Ermessen vorzunehmen 

(vgl. Sachverhalt Bst. B.e). 

In ihrer Vernehmlassung lässt sie diesbezüglich verlauten, dass aus der 

Begründung der Beschwerdeführerin ebenfalls ersichtlich werde, dass 

diese kein Entgelt für erbrachte steuerbare Leistungen vereinnahmt habe. 

Sie (die ESTV) habe daher eine Korrektur der Umsatzsteuer zu Gunsten 

der Beschwerdeführerin geprüft und nach pflichtgemässem Ermessen ge-

schätzt. Teilweise habe die Beschwerdeführerin auch Leistungen zu Un-

recht als «Maison-Umsätze» bezeichnet, für welche eine zusätzliche, um-

satzmindernde Korrektur ausgeschlossen worden sei. Insgesamt vermöge 

die Beschwerdeführerin nicht, die offensichtliche Unrichtigkeit der Schät-

zung aufzuzeigen. Eine willkürliche Rechtsanwendung liege nicht vor (vgl. 

Sachverhalt Bst. C.c). 

5.2  

5.2.1 Aus den Akten ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin in den mas-

sgeblichen Steuerperioden 2015 bis 2018 in verschiedenen Aufwandkon-

ten Aufwendungen mit Vorsteuercode «21u» (oder «30u») unter dem Titel 

«Umsatz», «Umsatz Maison», «Umsatz vr», «Umsatz VR F._______» und 

A-7188/2023 

Seite 39 

«Umsatz VR/Maison» sowie die diesbezügliche Vorsteuer zum gesetzli-

chen Normalsatz verbucht (und geltend gemacht) hat (zum Ganzen: Ord-

ner II, VB 4, Kontenblätter 2018 B._______ AG, Konto 6640 «Reise- und 

Kundenspesen» [S. 57], Konto 1171 «Vorsteuer a/Invest. + übr. Betriebs-

aufwand» [S. 27 f.]; Ordner II, VB 5, Kontenblätter 2017 B._______ AG, 

Konto 6600 «Werbeaufwand» [S. 141], Konto 6640 «Reise- und Kun-

denspesen» [S. 141 f.], Konto 1171 «Vorsteuer a/Invest. + übr. Betriebs-

aufwand» [S. 57-65]; Ordner II, VB 6, Kontenblätter 2016 B._______ AG, 

Konto 6640 «Reise- und Kundenspesen» [S. 149], Konto 6650 «VR-

Konto» [S. 150], Konto 1171 «