# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 72335fe7-b4cf-57de-910d-eb4f0b94f121
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-11-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.11.2010 C-7093/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-7093-2008_2010-11-24.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-7093/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 4 .  N o v e m b e r  2 0 1 0

Richterin Franziska Schneider (Vorsitz), 
Richter Francesco Parrino, Richter Vito Valenti, 
Gerichtsschreiberin Susanne Genner.

X._______,
Beschwerdeführerin,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
Vorinstanz.

Invalidenrente.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-7093/2008

Sachverhalt:

A.
Die am (...) 1968 geborene Beschwerdeführerin deutscher Nationalität 
arbeitete vom 1. Oktober 1998 bis Ende November 2007 als Hausan-
gestellte  in  der  Schweiz  (vgl. Fragebogen für  Arbeitgebende vom 5. 
Dezember 2007 [Dokument 16 S. 2-7]). Sie war in V._______ wohnhaft 
und verfügte über eine Grenzgängerbewilligung für die Schweiz (vgl.  
Dokument 9 S. 11). Ab dem 12. Mai 2007 war die Beschwerdeführerin 
krank  geschrieben  (vgl.  Fragebogen  für  Arbeitgebende  vom  5. 
Dezember  2007  [Dokument  16  S.  2-7]  S.  2).  Das  Arbeitsverhältnis 
wurde  Ende November  2007  durch  die  Arbeitgeberin  aufgelöst  (vgl. 
Kündigungsschreiben vom 26. November 2007 [Dokument 16 S. 8]). 

B.
Mit  Gesuch  vom  12.  Juli  2007  (Dokument  3),  eingegangen  beim 
deutschen Versicherungsträger  am 21. September  2007 und bei  der 
Vorinstanz am 4. Oktober 2007, sowie Anmeldung zum Bezug von IV-
Leistungen für Erwachsene vom 31. Oktober 2007 (Dokument 9 S. 1-
8), eingegangen bei der IV-Stelle Basel-Stadt am 8. November 2007, 
beantragte die Beschwerdeführerin die Zusprechung einer  Invaliden-
rente. 

C.
Die IV-Stelle Basel-Stadt zog im Wesentlichen folgende Unterlagen zu 
den Akten:

• Ausführlicher  Ärztlicher  Bericht  (E 213) vom 15. August 2007 zu Handen 
der Deutschen Rentenversicherung, unterzeichnet von Dr. med. P._______, 
Sozialmedizin, am 17. August 2007 (Dokument 4), 

• Bericht  von  Dr.  med.  H._______,  Allgemeinmedizin,  vom  11.  Dezember 
2006 (Dokument 11 S. 2),

• Attest  von Dr. med. H._______ vom 11. August 2007 (Dokument 11 S. 1 
und 3),

• Fragebogen für Arbeitgebende vom 5. Dezember 2007 (Dokument 16 S. 2-
7),

• Entlassbericht Klinikum W._______ vom 18. Juni 2007, unterzeichnet von 
den Dres. med. R._______, C._______ und K._______ (Dokument 18 S. 2-
3),

• Bericht von Dr. med. O._______, Fachärztin für Chirurgie, vom 26. Mai 2004 
(Dokument 20 S. 4),

• Bericht  von  Dr.  med.  J._______,  Fachärztin  für  Allgemeinmedizin,  vom 
11. Dezember 2006 (Dokument 20 S. 2-3),

• Antwortschreiben von Dr. med. H._______ vom 11. Februar 2008 an die IV-
Stelle Basel-Stadt (Dokument 20 S. 1).

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D.
Mit  Schreiben vom 26. Februar 2008 (Dokument 21) beauftragte die 
IV-Stelle Basel-Stadt die Medizinische Poliklinik des Universitätsspitals 
U._______  (MUP),  eine  medizinische  Abklärung  durchzuführen  und 
ein Gutachten zu erstellen.

Am 10. Juli 2008 erstattete die MUP das Gutachten, unterzeichnet von 
Prof.  B._______,  Facharzt  Innere  Medizin,  Dr.  A._______  und  Dr. 
D._______  (Dokument  26  S. 1-6),  mit  folgenden  integrierenden  Be-
standteilen: 

• Teilgutachten von Dr. F._______, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie, 
vom 9. Juni 2008 (Dokument 26 S. 7-12),

• Laborberichte zu Handen von Dr. D._______ (Dokument 26 S. 13-21),
• Recto-Protoskopiebericht  vom  15.  April  2008  zu  Handen  von  Dr. 

D._______,  unterzeichnet  von  PD  Dr.  M._______  und  Dr.  L._______ 
(Dokument 26 S. 22-23).

E.
Mit Vorbescheid vom 25. Juli  2008 (Dokument 27) teilte die IV-Stelle 
Basel-Stadt  der  Beschwerdeführerin  mit,  es  bestehe  kein  Renten-
anspruch,  da  der  Invaliditätsgrad  unter  40  %  liege.  Das  Leistungs-
begehren werde daher abgewiesen.

F.
Mit  Schreiben  vom 27.  August  2008  (Dokument  32)  erhob  die  Be-
schwerdeführerin  gegen  die  in  Aussicht  gestellte  Abweisung  des 
Leistungsbegehrens Einwand.

Der Hausarzt der Beschwerdeführerin, Dr. med. H._______, reichte im 
Sinn einer Stellungnahme zum Vorbescheid ein Attest vom 21. August 
2008 (Dokument 34 S. 1) sowie einen Bericht von Dr. med. I._______, 
Facharzt  für  Chirurgie  und  Proktologie,  vom  19.  August  2008 
(Dokument 34 S. 2-3) ein.

G.  
Mit Verfügung vom 9. Oktober 2008 (Dokument 36) wies die IV-Stelle 
für Versicherte im Ausland (Vorinstanz) das Leistungsbegehren ab mit 
der  Begründung,  aufgrund  des Invaliditätsgrades von 31  % bestehe 
kein Rentenanspruch. 

H.
Gegen  die  Verfügung  vom 9.  Oktober  2008  erhob  die  Beschwerde-
führerin  mit  Eingabe  vom  4.  November  2008,  der  deutschen  Post 

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übergeben  am  7. November  2008,  Beschwerde  beim  Bundesver-
waltungsgericht  mit  den  sinngemässen  Anträgen,  die  angefochtene 
Verfügung sei aufzuheben und die Sache sei erneut  abzuklären. Zur 
Begründung  machte  sie  im  Wesentlichen  geltend,  sie  habe  ihre 
gesundheitliche Situation anlässlich der Untersuchung durch die Gut-
achter aus Scham nicht realistisch dargestellt. 

I.
Mit  Vernehmlassung  vom  29.  Dezember  2008  beantragte  die  Vor-
instanz die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie 
auf  die  Stellungnahme  der  IV-Stelle  Basel-Stadt  vom  1.  Dezember 
2008.

J.
Der mit Zwischenverfügung vom 8. Januar 2009 einverlangte Kosten-
vorschuss von Fr. 400.- wurde am 4. Februar 2009 bezahlt.

K.
Nachdem die Beschwerdeführerin stillschweigend auf die Einreichung 
einer  Replik  verzichtet  hatte,  wurde  der  Schriftenwechsel  mit  Ver-
fügung vom 9. März 2009 geschlossen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
Das  Bundesverwaltungsgericht  prüft  von  Amtes  wegen,  ob  die 
Prozessvoraussetzungen  vorliegen  und  auf  eine  Beschwerde  einzu-
treten ist (BVGE 2007/6 E. 1 mit Hinweisen).

1.1 Anfechtungsgegenstand bildet  die Verfügung der Vorinstanz vom 
9.  Oktober  2008  (Dokument  36).  Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungs-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das 
Bundesverwaltungsgericht  unter  Vorbehalt  der  in  Art.  32  VGG  ge-
nannten Ausnahmen Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des 
Bundesgesetzes  vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsver-
fahren (VwVG, SR 172.021), welche von Vorinstanzen gemäss Art. 33 
VGG erlassen wurden. 

Der  angefochtene  Entscheid  ist  als  Verfügung  im  Sinn  von  Art.  5 
Abs. 1 Bst. c VwVG zu qualifizieren, und eine Ausnahme im Sinn von 
Art. 32 VGG liegt nicht vor. Die IV-Stelle für Versicherte im Ausland ist 
eine Vorinstanz im Sinn von Art. 33 Bst. d VGG. Gemäss Art. 69 Abs. 1 

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Bst. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenver-
sicherung  (IVG,  SR  831.20)  sind  die  Verfügungen  der  IV-Stelle  für 
Versicherte  im  Ausland  direkt  beim  Bundesverwaltungsgericht  an-
fechtbar. Dieses  ist  somit  für  die  Behandlung  der  vorliegenden  Be-
schwerde zuständig.

1.2 Die Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teil-
genommen. Sie ist durch die angefochtene Verfügung besonders be-
rührt und hat an deren Aufhebung oder Änderung ein schutzwürdiges 
Interesse im Sinn von Art. 59 ATSG. Sie ist  daher zur Beschwerde-
führung legitimiert.

1.3 Die  angefochtene  Verfügung  trägt  das  Datum  vom  9.  Oktober 
2008. Die am 7. November 2008 der deutschen Post übergebene Be-
schwerde  wurde  somit  fristgemäss  eingereicht  im  Sinn  von  Art.  60 
Abs. 1 ATSG. Der Kostenvorschuss wurde innert  der gesetzten Frist 
bezahlt, und auch die Formerfordernisse gemäss Art. 52 Abs. 1 VwVG 
sind erfüllt, so dass auf die Beschwerde einzutreten ist.

2.
Streitig und zu prüfen ist im Folgenden, ob die Vorinstanz das Gesuch 
der  Beschwerdeführerin  um  Zusprechung  einer  Invalidenrente  zu 
Recht abgewiesen hat. 

2.1 Mit  der  Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht  kann ge-
rügt  werden, die angefochtene Verfügung verletze Bundesrecht  (ein-
schliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens), beruhe 
auf  einer  unrichtigen  oder  unvollständigen  Feststellung  des  rechts-
erheblichen Sachverhalts oder sei unangemessen (Art. 49 VwVG). 

2.2 Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  gemäss  dem  Grundsatz  der 
Rechtsanwendung  von  Amtes  wegen  nicht  an  die  Begründung  der 
Begehren der Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Es kann die 
Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen 
gutheissen oder den angefochtenen Entscheid im Ergebnis mit  einer 
Begründung  bestätigen,  die  von  jener  der  Vorinstanz  abweicht  (vgl. 
FRITZ GYGI,  Bundesverwaltungsrechtspflege,  2.  Aufl.,  Bern  1983, 
S. 212). 

3.
Nach  der  Rechtsprechung  des  Schweizerischen  Bundesgerichts  ist 
der  rechtserhebliche  Sachverhalt im  Beschwerdeverfahren  vor  dem 

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Sozialversicherungsgericht  nach  den  tatsächlichen  Verhältnissen  zur 
Zeit  des  Erlasses der  angefochtenen Verfügung  zu beurteilen  (BGE 
129 V 1 E. 1.2 mit Hinweisen, vgl. auch THOMAS LOCHER, Grundriss des 
Sozialversicherungsrechts,  3.  Aufl.,  Bern  2003,  S.  489  Rz.  20). 
Vorliegend bildet somit das Datum der Verfügung vom 9. Oktober 2008 
die zeitliche Grenze der gerichtlichen Überprüfung.

4.
Im Folgenden ist  darzulegen, welche Rechtsnormen im vorliegenden 
Verfahren zur Anwendung gelangen.

4.1 Nach  den  allgemeinen  intertemporalrechtlichen  Regeln  sind  in 
verfahrensrechtlicher  Hinsicht  in  der  Regel  diejenigen  Rechtssätze 
massgebend, welche im Zeitpunkt der Beschwerdebeurteilung Geltung 
haben (BGE 130 V 1 E. 3.2), unter Vorbehalt der spezialgesetzlichen 
Übergangsbestimmungen. 

Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundesver-
waltungsgericht nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes be-
stimmt. Das VwVG findet  aufgrund von Art. 3  Bst. dbis VwVG jedoch 
keine  Anwendung  in  Sozialversicherungssachen,  soweit  das  ATSG 
anwendbar ist. Nach Art. 2 ATSG sind die Bestimmungen des ATSG 
auf die bundesgesetzlich geregelten Sozialversicherungen anwendbar, 
wenn  und  soweit  die  einzelnen  Sozialversicherungsgesetze  es  vor-
sehen. Gemäss Art. 1 Abs. 1 IVG sind die Bestimmungen des ATSG 
auf  die  Invalidenversicherung  (Art.  1a-26bis und  28-70)  anwendbar, 
soweit  das  IVG nicht  ausdrücklich  eine Abweichung vom ATSG vor-
sieht.

4.2 In  materiellrechtlicher  Hinsicht  sind  grundsätzlich  diejenigen 
Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen 
führenden Sachverhalts Geltung haben (BGE 130 V 329 E. 2.3).

4.2.1 Die  Beschwerdeführerin  ist  Staatsangehörige  eines  Mitglied-
staates der Europäischen Gemeinschaft, so dass vorliegend das Ab-
kommen  vom  21.  Juni  1999  zwischen  der  Schweizerischen  Eid-
genossenschaft  einerseits  und  der  Europäischen  Gemeinschaft 
andererseits  über  die  Freizügigkeit  (Freizügigkeitsabkommen,  nach-
folgend FZA, SR 0.142.112.681, in Kraft seit 1. Juni 2002) anwendbar 
ist (Art. 80a IVG in der Fassung gemäss Art. 2 Ziff. 7 des Bundesrats-
beschlusses  vom  17.  Dezember  2004  über  die  Genehmigung  und 
Umsetzung  des  Protokolls  über  die  Ausdehnung des  Freizügigkeits-

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abkommens  auf  die  neuen  EG-Mitgliedstaaten  zwischen  der 
Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der EG und ihren 
Mitgliedstaaten  andererseits  sowie  über  die  Genehmigung  der 
Revision der flankierenden Massnahmen zur Personenfreizügigkeit, in 
Kraft  seit  1.  April  2006,  AS  2006  979  994).  Das  Freizügigkeits-
abkommen  setzt  die  verschiedenen  bis  dahin  geltenden  bilateralen 
Abkommen  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und 
den einzelnen  Mitgliedstaaten  der  Europäischen  Gemeinschaft  inso-
weit aus, als darin derselbe Sachbereich geregelt wird (Art. 20 FZA). 
Gemäss Art. 8 Bst. a FZA werden die Systeme der sozialen Sicherheit 
koordiniert,  um  insbesondere  die  Gleichbehandlung  aller  Mitglieder 
der Vertragsstaaten zu gewährleisten.

4.2.2 Der Anspruch auf eine Invalidenrente richtet sich nach den Be-
stimmungen  des  IVG und  der  zugehörigen  Verordnung  über  die  In-
validenversicherung  vom 17.  Januar  1961  (IVV,  SR  831.201)  sowie 
denjenigen  des  ATSG  und  der  zugehörigen  Verordnung  vom  11. 
September 2002 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts  (ATSV, SR 830.11). Am 1. Januar  2008 sind die  Änderungen 
des IVG und des ATSG vom 6. Oktober 2006 sowie der IVV vom 28. 
September 2007 (5. IV-Revision, AS 2007 5129 bzw. AS 2007 5155) in 
Kraft  getreten.  Ein  allfälliger  Leistungsanspruch  ist  für  die  Zeit  vor 
einem Rechtswechsel  aufgrund  der  bisherigen  und  ab  diesem Zeit -
punkt  nach  den  neuen  Bestimmungen zu  prüfen  (BGE 130  V  445). 
Demgemäss  sind  im vorliegenden  Fall  bis  zum 31. Dezember  2007 
das IVG und das ATSG in der Fassung vom 21. März 2003 und die IVV 
in der Fassung vom 21. Mai 2003 (4. IV-Revision, AS 2003 3837 bzw. 
AS 2003 3859, in Kraft vom 1. Januar 2004 bis 31. Dezember 2007) 
anwendbar. Soweit  sich  der  Rentenanspruch auf  die  Zeit  nach  dem 
1. Januar 2008 bezieht, sind die Bestimmungen der erwähnten Erlasse 
in der aktuellen Fassung anwendbar. 

5.
Anspruch  auf  eine  Rente  haben  gemäss  Art.  28  Abs.  1  IVG  Ver-
sicherte,  die  ihre  Erwerbsfähigkeit  oder  die  Fähigkeit,  sich  im  Auf-
gabenbereich  zu  betätigen,  nicht  durch  zumutbare  Eingliederungs-
massnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (Bst. 
a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnitt -
lich mindestens 40 % arbeitsunfähig im Sinn von Art. 6 ATSG gewesen 
sind (Bst. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % in-
valid im Sinn von Art. 8 ATSG sind (Bst. c). 

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5.1 Gemäss Art. 6 ATSG ist Arbeitsunfähigkeit  die durch eine Beein-
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 
bedingte,  volle  oder  teilweise  Unfähigkeit,  im  bisherigen  Beruf  oder 
Aufgabenbereich  zumutbare  Arbeit  zu leisten; bei  langer  Dauer  wird 
auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgaben-
bereich berücksichtigt. 

5.2 Der  Begriff  "Invalidität"  ist  nicht  nach  medizinischen  Kriterien 
definiert,  sondern  nach  der  Unfähigkeit,  Erwerbseinkommen  zu  er-
zielen (BGE 110 V 273 E. 4a, BGE 102 V 165) oder sich im bisherigen 
Aufgabenbereich zu betätigen. Nach Art. 8 Abs. 1 ATSG ist  Invalidität 
die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 
teilweise Erwerbsunfähigkeit. Art. 7 Abs. 1 ATSG definiert Erwerbsun-
fähigkeit  als  durch Beeinträchtigung der körperlichen,  geistigen oder 
psychischen  Gesundheit  verursachten  und  nach  zumutbarer  Be-
handlung  und  Eingliederung  verbleibenden  ganzen  oder  teilweisen 
Verlust  der  Erwerbsmöglichkeiten  auf  dem  in  Betracht  kommenden 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt. Nach dem seit  dem 1. Januar 2008 in 
Kraft stehenden Art. 7 Abs. 2 ATSG sind für die Beurteilung des Vor-
liegens  einer  Erwerbsunfähigkeit  ausschliesslich  die  Folgen  der 
gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen; eine Erwerbs-
unfähigkeit  liegt  zudem nur  vor,  wenn sie  aus  objektiver  Sicht  nicht 
überwindbar ist.

Der Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarkts ist ein theoretischer und 
abstrakter  Begriff,  welcher  dazu  dient,  den  Leistungsbereich  der  In-
validenversicherung  von  jenem  der  Arbeitslosenversicherung  abzu-
grenzen.  Der  Begriff  umschliesst  einerseits  ein  bestimmtes  Gleich-
gewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach Stellen; 
anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt,  der von seiner Struktur 
her  einen  Fächer  verschiedenartiger  Stellen  offen  hält.  Nach  diesen 
Gesichtspunkten  bestimmt  sich  im Einzelfall,  ob  die  invalide  Person 
die Möglichkeit  hat,  ihre restliche Erwerbsfähigkeit  zu verwerten und 
ob  sie  ein  rentenausschliessendes  Einkommen  zu  erzielen  vermag 
oder nicht  (BGE 110 V 273 E. 4b; ZAK 1991 S. 320 E. 3b). Daraus 
folgt,  dass für die Invaliditätsbemessung nicht darauf abzustellen ist,  
ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen 
vermittelt  werden  kann,  sondern  einzig  darauf,  ob  sie  die  ihr  ver-
bliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die ver-
fügbaren  Arbeitsplätze  dem  Angebot  an  Arbeitskräften  entsprechen 
würden  (AHI  1998  S.  291  E.  3b).  Von  einer  Arbeitsgelegenheit  im 

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Sinne  von  Art.  16  ATSG  kann  aber  dort  nicht  mehr  gesprochen 
werden,  wo die zumutbare Tätigkeit  nur  in  so  eingeschränkter  Form 
möglich ist, dass sie der allgemeine Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt 
oder  dass  sie  nur  unter  nicht  realistischem Entgegenkommen eines 
durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre (SVR 2009/1 IV Nr. 8 S. 
17 E. 3c, SVR 1996 IV Nr. 70 S. 204 E. 3c, ZAK 1989 S. 322 E. 4).

5.2.1 Gemäss Art. 8 Abs. 3 ATSG gelten Volljährige, die vor der Be-
einträchtigung  ihrer  körperlichen,  geistigen  oder  psychischen 
Gesundheit nicht erwerbstätig waren und denen eine Erwerbstätigkeit 
nicht  zugemutet  werden  kann,  als  invalid,  wenn  eine  Unmöglichkeit  
vorliegt, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen; Art. 7 Abs. 2 
ATSG ist sinngemäss anwendbar. 

5.2.2 Die  Statusfrage  wird  nach  dem hypothetischen  Willen  der  be-
treffenden  Person  und  unter  Berücksichtigung  der  konkreten  Um-
stände  beantwortet  (BGE  133  V  504  E.  3.3;  UELI KIESER,  ATSG-
Kommentar, 2. Aufl., Zürich Basel Genf 2009, Art. 8 Rz. 25). Die Be-
schwerdeführerin  war  bis  zum  Eintritt  des  Gesundheitsschadens  in 
einem Pensum von 30 Wochenstunden als Hausangestellte tätig (vgl. 
Fragebogen für Arbeitgebende vom 5. Dezember 2007 [Dokument 16 
S. 2-7] S. 3). Aufgrund dieses Wochenpensums hat die Vorinstanz den 
Beschäftigungsgrad der Beschwerdeführerin mit 72 % beziffert und die 
verbleibenden  28 %  der  Beschäftigung  im  Haushalt  zugeordnet. 
Demzufolge  ist  die  Beschwerdeführerin  als  teilerwerbstätig  einzu-
stufen. 

5.2.3 Bei  teilzeitlich  erwerbstätigen  Personen  kommt  die  gemischte 
Methode der Invaliditätsbemessung nach Art. 28a Abs. 3 IVG zur An-
wendung. Demgemäss wird  bei  versicherten Personen,  die  nur  zum 
Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten 
mitarbeiten,  für  diesen  Teil  die  Invalidität  nach  Art.  16  ATSG (Ein-
kommensvergleich) festgelegt; waren sie daneben auch im Aufgaben-
bereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit  nach Art. 28a 
Abs. 2 IVG (Betätigungsvergleich) festgelegt. 

Gemäss Art. 16 ATSG wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades 
das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt  der 
Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und 
allfälliger  Eingliederungsmassnahmen  durch  eine  ihr  zumutbare 
Tätigkeit  bei  ausgeglichener  Atrbeitsmarktlage  erzielen  könnte (In-
valideneinkommen),  in  Beziehung  gesetzt  zum  Erwerbseinkommen, 

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das  sie  erzielen  könnte,  wenn  sie  nicht  invalid  geworden  wäre 
(Valideneinkommen).

Gemäss  Art.  28a Abs.  2  IVG  wird  bei  nicht  erwerbstätigen  Ver-
sicherten, die im Aufgabenbereich tätig sind und denen die Aufnahme 
einer  Erwerbstätigkeit  nicht  zugemutet  werden  kann,  für  die  Be-
messung der Invalidität  in  Abweichung von Art. 16 ATSG darauf  ab-
gestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich 
zu betätigen. 

5.3 Anspruch auf  eine ganze Rente besteht  bei  einem Grad der  In-
validität  von  mindestens  70 %,  auf  eine  Dreiviertelsrente  bei  einem 
solchen von mindestens 60 %, auf eine halbe Rente bei einem solchen 
von  mindestens  50 % und  auf  eine  Viertelsrente  bei  einem solchen 
von mindestens 40 % (bis zum 31. Dezember 2007: Art. 28 Abs. 1 IVG; 
ab 1. Januar 2008: Art. 28 Abs. 2 IVG).

Beträgt  der  Invaliditätsgrad  weniger  als  50 %,  werden  die  ent-
sprechenden  Renten  nur  an  Versicherte  ausgerichtet,  die  ihren 
Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz 
haben  (bis  31.  Dezember  2007:  Art.  28  Abs. 1 ter IVG; ab  1.  Januar 
2008: Art. 29 Abs. 4 IVG). Eine Ausnahme von diesem Prinzip gilt seit 
dem 1. Juni  2002 für  Schweizer  Bürgerinnen und  Bürger  sowie  An-
gehörige  von  Mitgliedstaaten  der  Europäischen  Union,  welche  An-
spruch auf Viertelsrenten haben, wenn sie in einem Mitgliedstaat der 
Europäischen Union Wohnsitz haben. Nach der Rechtsprechung des 
Schweizerischen Bundesgerichts stellt Art. 28 Abs. 1 ter IVG (in der bis 
am 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Fassung) bzw. Art. 29 Abs. 4 
IVG nicht eine blosse Auszahlungsvorschrift, sondern eine besondere 
Anspruchsvoraussetzung dar (BGE 121 V 264 E. 6c).

5.4 Zu bemerken bleibt,  dass  aufgrund des im gesamten Sozialver-
sicherungsrecht  geltenden  Grundsatzes  der  Schadenminderungs-
pflicht  eine in  ihrem bisherigen Tätigkeitsbereich  dauernd arbeitsun-
fähige versicherte Person gehalten ist, innert nützlicher Frist Arbeit in 
einem  anderen  Berufs-  oder  Erwerbszweig  zu  suchen  und  anzu-
nehmen, soweit sie möglich und zumutbar erscheint (BGE 113 V 22 E. 
4a, 111 V 235 E. 2a). Deshalb ist es am behandelnden Arzt bzw. am 
Vertrauensarzt  einer  IV-Stelle  zu  entscheiden,  in  welchem Ausmass 
eine  versicherte  Person  ihre  verbliebene  Arbeitsfähigkeit  bei  zumut-
barer  Tätigkeit  und  zumutbarem  Einsatz  auf  dem  ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt  verwerten kann. Diese sogenannte Verweisungstätigkeit 

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hat  sich  die  versicherte  Person  anrechnen  zu  lassen  (leidens-
angepasste Verweisungstätigkeit; ZAK 1986 S. 204 f.),  wobei  es un-
erheblich ist, ob sie ihre Restarbeitsfähigkeit tatsächlich verwertet oder 
nicht.

Die im Haushalt tätigen Personen haben aufgrund der ihnen obliegen-
den  Schadenminderungspflicht  rechtsprechungsgemäss  Verhaltens-
weisen zu entwickeln,  welche die Auswirkungen der Behinderung im 
Bereich  des  Haushalts  reduzieren  und  ihnen  eine  möglichst  voll -
ständige  und  unabhängige  Erledigung  der  Haushaltarbeiten  ermög-
lichen. Kann die versicherte Person wegen ihrer Behinderung gewisse 
Haushaltarbeiten nur noch mühsam und mit viel höherem Zeitaufwand 
erledigen, so muss sie in erster Linie ihre Arbeit einteilen und in üb-
lichem  Umfang  die  Mithilfe  von  Familienangehörigen  in  Anspruch 
nehmen. Ein invaliditätsbedingter Ausfall  darf bei im Haushalt tätigen 
Personen nur insoweit angenommen werden, als die Aufgaben, welche 
nicht  mehr  erfüllt  werden  können,  durch  Drittpersonen  gegen  Ent-
löhnung  oder  durch  Angehörige  verrichtet  werden,  denen  dadurch 
nachgewiesenermassen eine Erwerbseinbusse oder doch eine unver-
hältnismässige  Belastung  entsteht.  Die  im  Rahmen  der  Invaliditäts-
bemessung bei einer im Haushalt tätigen Person zu berücksichtigende 
Mithilfe  von  Familienangehörigen  geht  daher  weiter  als  die  ohne 
Gesundheitsschädigung  üblicherweise  zu  erwartende  Unterstützung. 
Geht  es  um  die  Mitarbeit  von  Familienangehörigen,  ist  danach  zu 
fragen,  wie  sich  eine  vernünftige  Familiengemeinschaft  einrichten 
würde, wenn keine Versicherungsleistungen zu erwarten wären (BGE 
133 V 504 E. 4.2).

6.
Im Folgenden ist  zu prüfen,  ob der von der Vorinstanz ermittelte  In-
validitätsgrad von 31 % korrekt ist.

6.1 Die  Vorinstanz  hat  bezogen  auf  den  erwerblichen  Bereich  die 
Arbeitsfähigkeit  der  Beschwerdeführerin  auf  100  %  in  leidens-
angepassten Verweisungstätigkeiten festgesetzt. Sie begründet dies in 
ihrer  Vernehmlassung  vom  29.  Dezember  2008  einerseits  mit  den 
Schlussfolgerungen  des  psychiatrischen  Teilgutachtens  von  Dr. 
F._______  vom 9.  Juni  2008,  andererseits  mit  denjenigen  des  Gut-
achtens der MUP vom 10. Juli 2008. 

6.2 Dr. F._______ stellt  in seinem psychiatrischen Teilgutachten vom 
9. Juni 2008 (Dokument 26 S. 7-12) folgende Diagnosen:

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• Verdacht  auf  Persönlichkeitsstörung  mit  unreifen und  emotional  labilen 
Zügen (ICD-10 F60.8),

• Status nach akut-polymorph-psychotischer Störung (ICD-10 F23.0),
• Zeitweiser Cannabisabusus (ICD-10 F12.1),
• Status nach multiplem Substanzengebrauch (ICD-10 F19.20).

Die Explorandin sei ausserordentlich schwierig zu beurteilen, da ihre 
Angaben teilweise schwierig nachzuvollziehen seien. Bereits als Kind 
habe sie Alkohol zu konsumieren begonnen, später auch Drogen. Eine 
Ausbildung habe sie nicht absolviert. Seit 1998 arbeite sie als Haus-
angestellte in einem Heim für ledige Frauen, welches streng katholisch 
geführt werde. Seit der Geburt ihrer Tochter im Jahr 1991 leide sie an 
einem Rectumprolaps, welcher sie in den letzten Jahren immer stärker 
beeinträchtige. Sie  sei  überzeugt,  aufgrund  dieser  Erkrankung  nicht 
mehr  in  der  freien  Wirtschaft  tätig  sein  zu  können,  wobei  aufgrund 
ihrer  Ausführungen anzunehmen sei,  dass sie teilweise Mühe habe, 
sich in die Gesellschaft einzufügen. Ein regelmässiger Drogenkonsum 
scheine nicht vorhanden zu sein bzw. stehe nicht im Vordergrund. Am 
ehesten  sei  von  einer  Persönlichkeitsstörung  mit  einer  labilen  Ich-
Struktur  auszugehen.  Nachdem  die  Eplorandin  sich  von  der 
psychotischen  Dekompensation  wieder  erholt  habe,  sei  ihr  die  Auf-
nahme einer Tätigkeit in der freien Wirtschaft aus psychiatrischer Sicht 
durchaus möglich. Daher könne grundsätzlich keine Arbeitsunfähigkeit 
attestiert  werden. Für Tätigkeiten mit wechselndem Publikumskontakt 
dürfte die Explorandin allerdings weniger geeignet sein. Zu empfehlen 
sei  eine  klar  strukturierte  Tätigkeit  ohne  viele  Wechsel,  da  die 
Explorandin  sich  schnell  verzettle  und  den  Überblick  verliere. Tätig-
keiten mit länger dauerndem Zeitdruck seien ungünstig. Eine ähnliche 
Tätigkeit  wie  die  bisherige  sollte  aus  psychiatrischer  Sicht  weiterhin 
möglich sein.

6.2.1 Die  Ausführungen  von  Dr.  F._______  erscheinen  differenziert 
und  nachvollziehbar.  Auch  die  Beschwerdeführerin  macht  nicht 
geltend, sie sei in psychischer Hinsicht eingeschränkt; im vorinstanz-
lichen Verfahren hatte sie allerdings ein Attest  ihres Hausarztes ein-
gereicht,  in dem die chronifizierte Opiateabhängigkeit  in den Vorder-
grund gerückt wird (vgl. Attest von Dr. med. H._______ vom 21. August 
2008  [Dokument  34  S.  1]).  Beeinträchtigungen,  welche  durch  die 
Drogensucht bedingt sind, stellen invaliditätsfremde Faktoren dar und 
reduzieren die Arbeitsfähigkeit nicht. Auch die übrigen diagnostizierten 
leichten psychischen Störungen sind nicht invalidisierend; sie müssen 
jedoch  bei  der  Wahl  der  zumutbaren Verweisungstätigkeiten  berück-
sichtigt werden. Die Einschätzung von Dr. F._______, wonach die Be-

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schwerdeführerin  aus  psychiatrischer  Sicht  voll  arbeitsfähig  ist,  ist 
nicht zu beanstanden. 

6.3 Im Gutachten der MUP vom 10. Juli  2008 (Dokument 26 S. 1-6) 
wird als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit genannt: 

• Ausgeprägter Rectumprolaps 15 cm, ED 1996:
– Mit Sphinkterdefekt der vorderen Zirkumferenz und Inkontinenz.

Als Diagnosen ohne Auswirkung auf  die Arbeitsfähigkeit  werden ge-
nannt:

• Verdacht  auf  Persönlichkeitsstörung  mit  unreifen und  emotional  labilen 
Zügen: 
– Status nach akut-polymorph-psychotischer Störung,
– Status nach multiplem Substanzengebrauch, aktuell Buprenorphin sub-

stituiert,
– Zeitweiser Cannabisabusus.

• Chronische Hepatitis C
– Keine Hepatopathie,
– Viruslast < 15 IU/ml.

• Status nach Hepatitis B-Infektion.

Die Gutachter Prof. B._______, Dr. A._______ und Dr. D._______ er-
wähnen  in  Ziff.  7.1  des  Gutachtens  der  MUP  vom  10.  Juli  2008 
(Dokument  26  S.  1-6),  die  Patientin  sei  durch  ihren  ausgeprägten 
Analprolaps mit  Inkontinenz in ihrem täglichen Leben deutlich beein-
trächtigt. Das Gehen sei für sie langsam und mit Pausen möglich; beim 
Sitzen  habe  sie  keine  Probleme. Sie  müsse  täglich  drei  Mal  für  30 
Minuten die Toilette aufsuchen. Zur Behebung der Inkontinenz komme 
nur  mehr  eine  operative  Therapie  in  Frage,  jedoch  mit  unsicherem 
Ausgang. Die  Patientin  habe  sich  trotz  ausführlicher  Diskussion  der 
operativen Optionen mit den Gastroenterologen gegen jeglichen Ein-
griff  ausgesprochen. Mittelschwere und schwere Tätigkeiten seien ihr 
daher  mit  Sicherheit  nicht  zumutbar.  Die  Haushaltstätigkeiten  beim 
Verein Y._______ in U._______ seien aufgrund der genannten Beein-
trächtigungen nicht mehr möglich; demgemäss bestehe keine Arbeits-
fähigkeit im angestammten Beruf.

Für  leichte  körperliche  Tätigkeiten  ohne  Heben  von  Lasten  mit  der 
Möglichkeit,  Pausen einzulegen,  sei  die  Patientin  zu  100 % arbeits-
fähig. Aufgrund  der  vermuteten Persönlichkeitsstörung  mit  emotional 
labilen Zügen und des Status nach akut psychotischer Störung sollten 

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die Tätigkeiten klar strukturiert sein. Zudem sei die Belastbarkeit unter 
Stress  sicherlich  reduziert,  weshalb  Tätigkeiten  mit  Zeitdruck  un-
günstig seien.

Der im Ausführlichen Ärztlichen Bericht (E 213) vom 15. August 2007 
zu  Handen  der  deutschen  Rentenversicherung  (Dokument  4)  ge-
äusserten Einschätzung von Dr. med. P._______, wonach der Patientin 
keine quantitative Leistungseinschränkung zu attestieren sei, könnten 
sich die Gutachter nur teilweise anschliessen. Sie würden diese Auf-
fassung insofern teilen, als die Arbeitstätigkeit der Beschwerdeführerin 
nicht mit einer Gefährdung der Restgesundheit verbunden sei. Jedoch 
sei  aus  hygienischer  Sicht  eine  volle  Arbeitsfähigkeit  sowohl  für  die 
Patientin  als  auch  für  die  Umgebung  nicht  mehr  zumutbar. Nur  bei 
einer  erfolgreichen  Sanierung  des  Analprolapses  wäre  wieder  eine 
volle Arbeitsfähigkeit gegeben.

6.3.1 Die  Gutachter  attestieren  der  Beschwerdeführerin  aus 
somatischer Sicht somit eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit in ihrer bis-
herigen  Tätigkeit  als  Hausangestellte.  Sie  begründen  dies  mit 
hygienischen Aspekten, welche die Arbeit in einem fremden Haushalt 
unzumutbar erscheinen lassen. In einer leichten Tätigkeit ohne Heben 
und Tragen von Lasten,  ohne Publikumskontakt,  ohne Zeitdruck und 
mit der Möglichkeit von Pausen sei die Beschwerdeführerin jedoch voll 
arbeitsfähig. Diese Einschätzung ist  angesichts der einlässlichen Be-
gründung der begutachtenden Ärzte nachvollziehbar, insbesondere mit 
Blick  auf  die  Tatsache,  dass  die  leidensbedingten  Einschränkungen 
von der  Vorinstanz  im Rahmen eines  grosszügigen  Abzugs  vom In-
valideneinkommen berücksichtigt worden sind (vgl. E. 6.5).

6.4 Als  Zwischenergebnis  kann  festgehalten  werden,  dass  die  Vor-
instanz  zu  Recht  auf  die  Stellungnahme  des  Regionalen  Ärztlichen 
Dienstes  (RAD)  vom 27.  Juli  2008  (vgl.  Protokoll  per  1.  Dezember 
2008  der  IV-Stelle  Basel-Stadt  S.  3)  abgestellt  hat,  welcher  die  im 
Teilgutachten von Dr. F._______ vom 9. Juni 2008 (Dokument 26 S. 7-
12) und im Gutachten der MUP vom 10. Juli 2008 (Dokument 26 S. 1-
6) geäusserten Einschätzungen übernimmt. 

6.5 Dem  in  die  Verfügung  vom  9.  Oktober  2008  (Dokument  36) 
integrierten  Einkommensvergleich  legte  die  Vorinstanz  als  Invaliden-
einkommen den Durchschnittslohn für eine weibliche Hilfskaft im Jahr 
2007  gemäss  der  schweizerischen  Lohnstrukturerhebung  zugrunde. 
Aufgrund der leidensbedingten Einschränkungen, namentlich der von 

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den  Gutachtern  erwähnten  Schwierigkeiten  beim  Gehen,  der 
hygienischen  Probleme  sowie  der  Notwendigkeit,  den  Prolaps  teil-
weise während der Arbeitszeit zu versorgen, gewährte die Vorinstanz 
den rechtsprechungsgemäss maximalen leidensbedingten Abzug von 
25 % vom Invalideneinkommen (vgl. BGE 129 V 472 E. 4.2.3 mit Hin-
weisen).  In  Anbetracht  der  somatischen  Behinderungen,  der 
psychischen  Probleme  und  der  durchgemachten  Drogensucht  er-
scheint  dieser  Abzug  angemessen.  Der  Einkommensvergleich  ist 
demnach korrekt durchgeführt worden, so dass die errechnete Lohn-
einbusse von 43 % zu bestätigen ist.

6.6 Bezogen auf die Tätigkeit im privaten Haushalt hat die Vorinstanz 
die Einschränkung der Beschwerdeführerin mit  0 % angegeben. Den 
Verzicht auf die Durchführung einer Haushaltsabklärung begründet die 
Vorinstanz mit dem Argument, das Resultat einer entsprechenden Ab-
klärung würde keinen entscheidenden Einfluss auf das nachfolgende 
Ergebnis nehmen (vgl. Verfügung vom 9. Oktober 2008 [Dokument 36]. 

6.6.1 Nach  der  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  erfolgt  die  In-
validitätsbemessung nichterwerbstätiger Personen im Regelfall  durch 
eine  Abklärung vor  Ort,  deren Inhalt  sich  nach den Weisungen  des 
BSV richtet (vgl. BGE 130 V 97 E. 3.3.1; zu den Anforderungen an die 
Feststellung der funktionellen Einschränkung im Aufgabenbereich vgl.  
Urteil des BGer I 733/06 vom 16. Juli 2007 E. 4.2). Dieses Erfordernis 
muss grundsätzlich auch im Rahmen der gemischten Methode gelten 
(vgl. Art. 28a Abs. 3 IVG). Die Haushaltsabklärung sowie der Frage-
bogen  für  die  im  Haushalt  tätigen  versicherten  Personen  bilden 
sodann die  Grundlagen für  die ärztlichen Stellungnahmen (vgl. BGE 
130 V 97 E. 3.3.3). 

6.6.2 Die  Beschwerdeführerin  lebte  im  Zeitpunkt  der  Begutachtung 
allein in  einer  Dreizimmerwohnung,  nachdem ihre damals 16-jährige 
Tochter 2007 zum ehemaligen Lebenspartner der Beschwerdeführerin, 
welcher nicht der Vater der Tochter ist, gezogen war. Die Beschwerde-
führerin hatte somit bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung, so-
weit aus den Akten ersichtlich ist, lediglich einen Einpersonenhaushalt  
zu besorgen. Die Einschränkung in Bezug auf die Tätigkeit im Haus-
halt erscheint daher gering. Aufgrund des Anteils der Beschäftigung im 
Haushalt von 28 % (vgl. E. 5.2.2) würde selbst eine Einschränkung von 
20 % bis 25 %, was vorliegend eher zu hoch erscheint, nicht zu einem 
rentenbegründenden  Invaliditätsgrad  führen.  In  antizipierter  Beweis-

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würdigung  kann  daher  vorliegend  vom  Erfordernis  einer  Haushalts-
abklärung abgesehen werden. 

6.7 Aus  den  vorstehenden  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  der  im 
Rahmen der gemischten Methode ermittelte Invaliditätsgrad von 31 % 
zu bestätigen ist.

7.
Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  sich  die  Beschwerde  als 
unbegründet erweist und daher abzuweisen ist.

8.
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  der  unterliegenden  Be-
schwerdeführerin die Kosten zu auferlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Sie 
sind mit dem am 4. Februar 2009 einbezahlten Kostenvorschuss von 
Fr. 400.- zu verrechnen. 

Der unterliegenden Beschwerdeführerin ist keine Parteientschädigung 
zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario). 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 400.-  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt.  Sie  sind  durch  den  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 400.- gedeckt.

3.
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Einschreiben mit Rückschein)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. [...]; Einschreiben)
- das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben)

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

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Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Franziska Schneider Susanne Genner

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern,  Beschwerde  in 
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. 
und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni  2005 [BGG, SR 
173.110]). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit  
Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten. Der  an-
gefochtene  Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  die  be-
schwerdeführende  Partei  in  Händen  hat,  beizulegen  (vgl.  Art.  42 
BGG).

Versand: 

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