# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a5ef951e-67c6-53d5-b163-e24ddabfd292
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2003-05-14
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Strafkammer 14.05.2003 BK 2003 10
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_005_BK-2003-10_2003-05-14.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
  Tribunale cantonale dei Grigioni
  Dretgira chantunala dal Grischun

Ref.: Chur, 14. Mai 2003 Schriftlich mitgeteilt am: 
BK 03 10

(Eine gegen diese Entscheidung erhobene staatsrechtliche Beschwerde 
wurde vom Bundesgericht mit Urteil vom 20. November 2003 gutgeheis-
sen.)

Entscheid
Beschwerdekammer

Vizepräsident Bochsler, Kantonsrichter Heinz-Bommer und Rehli, Aktuarin Duff 
Walser.

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In der strafrechtlichen Beschwerde

des C., Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. et oec. Pius Fry-
berg, Postfach 731, Vazerolgasse 2, 7002 Chur,

gegen

die Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 2. Juli 2002, mitgeteilt 
am 2. Juli 2002, in Sachen gegen den Beschwerdeführer,

betreffend Entschädigung gemäss Art. 161 StPO,

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hat sich ergeben:

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A. Am 6. November 2000 reichte die AHV-Ausgleichskasse der Sozialver-
sicherungsanstalt des Kantons Graubünden Strafanzeige gegen X. ein wegen 
Zweckentfremdung von Arbeitnehmerbeiträgen gemäss Art. 87 Abs. 3 AHVG. 
Gestützt auf diese Strafanzeige eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubünden mit 
Verfügung vom 19. April 2001 eine Strafuntersuchung gegen X. wegen Wider-
handlung gegen das AHV-Gesetz. Diese wurde am 1. März 2002 auf C. ausge-
dehnt, der von April 1996 bis ungefähr im Frühling 1997 zusammen mit X. Ge-
sellschafter in der einfachen Gesellschaft „X. Z-Pub“ war.

B. Mit Verfügung vom 22. Mai 2002, mitgeteilt am 27. Mai 2002, stellte die 
Staatsanwaltschaft Graubünden die Strafuntersuchung gegen C. wegen Wider-
handlung gegen das AHV-Gesetz ein. Zur Begründung wurde im Wesentlichen 
ausgeführt, dass C. weder von der AHV-Ausgleichskasse ordentlich zur Weiter-
leitung der Arbeitnehmerbeiträge gemahnt noch auf andere Weise darauf auf-
merksam gemacht worden sei. Damit fehle es an der objektiven Strafbarkeitsbe-
dingung der ordnungsgemässen Durchführung eines Mahnverfahrens, weshalb 
das Strafverfahren gegen C. einzustellen sei.

C. Am 26. Juni 2002 machte C. beim Untersuchungsrichteramt Chur ge-
stützt auf Art. 161 Abs. 1 StPO eine durch den Staat auszurichtende Entschädi-
gung für anwaltliche Bemühungen in der Höhe von Fr. 2'211.-- geltend. Mit Ver-
fügung vom 2. Juli 2002 lehnte das Untersuchungsrichteramt Chur das Entschä-
digungsbegehren ab. Zur Begründung wurde ausgeführt, der Beizug eines Ver-
teidigers sei aufgrund der Schwierigkeiten des Falles nicht gerechtfertigt gewe-
sen und die Übernahme der Verteidigungskosten durch den Staat daher nicht 
begründet.

D. Dagegen liess C. am 17. Juli 2002 Beschwerde an die Beschwerde-
kammer des Kantonsgerichtes von Graubünden erheben. Er beantragte:

„1. Die angefochtene Verfügung sei aufzuheben.

2. C. sei zu Lasten des Kantons Graubünden eine Entschädigung in 
Höhe von Fr. 2'211. -- zuzusprechen.

Eventualiter sei die Angelegenheit an das Untersuchungsrichteramt 
Chur zurückzuweisen, damit dieses die Entschädigung im Sinne von 
Art. 161 StPO festsetze.

3. Unter Kosten- und  Entschädigungsfolge.“

E. Die Staatsanwaltschaft Graubünden beantragte mit Vernehmlassung 
vom 30. Juli 2002 die kostenfällige Abweisung der Beschwerde. Sie führte aus, 

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eine Verteidigung sei gar nicht notwendig gewesen. Zudem machte sie neu gel-
tend, das Verhalten von C. sei leichtfertig gewesen, da er zumindest den Ein-
druck einer strafbaren Handlung erweckt und damit die Untersuchung veranlasst 
habe. Der Beschwerdeführer habe im Übrigen auch keinen zu entschädigenden 
Nachteil erlitten.

F. Mit Entscheid vom 21. August 2002, mitgeteilt am 27. November 2002, 
erkannte die Beschwerdekammer:

„1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 700.-- gehen zu Las-
ten des Beschwerdeführers.

3. (Mitteilung).“

Zur Begründung wurde ausgeführt, C. habe die Untersuchung durch 
leichtfertiges Verhalten verursacht. Die Entschädigung gemäss Art. 161 Abs. 1 
StPO sei demzufolge zu verweigern. 

G. Dagegen liess C. am 27. Dezember 2002 staatsrechtliche Beschwerde 
an das Bundesgericht erheben mit dem Antrag, den angefochtenen Entscheid 
unter Kosten- und Entschädigungsfolge aufzuheben. 

H. Mit Urteil vom 20. Februar 2003 erkannte die I. Öffentlichrechtliche Ab-
teilung des Bundesgerichts:

„1. Die staatsrechtliche Beschwerde wird gutgeheissen, und der Ent-
scheid des Kantonsgerichts von Graubünden, Beschwerdekammer, 
vom 21. August 2002 wird aufgehoben.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Der Kanton Graubünden hat den Beschwerdeführer für das bundes-
gerichtliche Verfahren mit Fr. 800.-- zu entschädigen.

4. (Mitteilung).“

Das Untersuchungsrichteramt Chur habe den Entschädigungsanspruch 
des Beschwerdeführers mit der Begründung abgewiesen, dass eine anwaltliche 
Verteidigung nicht notwendig sei. Dem Beschwerdeführer sei erstmals in der Ver-
nehmlassung der Staatsanwaltschaft vom 30. Juli 2002 leichtfertiges Verhalten 
vorgeworfen worden. Die  Beschwerdekammer habe ihren Entscheid auf  diese 
neuen Vorbringen abgestützt, ohne C. zuvor Gelegenheit gegeben zu haben, 
sich gegen das Vorgebrachte zu wehren. Damit habe sie den Anspruch des Be-
schwerdeführers auf Gewährung des rechtlichen Gehörs verletzt. 

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I. Gestützt auf das Urteil des Bundesgerichts räumte das Kantonsgerichts-
präsidium C. am 10. März 2003 Gelegenheit ein, zur Vernehmlassung der Staats-
anwaltschaft Graubünden vom 30. Juli 2000 Stellung zu nehmen. In seiner Stel-
lungnahme vom 16. April 2002 blieb C. bei seinem Begehren um Zusprechung 
einer Entschädigung von Fr. 2'211.-- gemäss Beschwerde vom 17. Juli 2002. Er 
begründete dies im Wesentlichen damit, dass er gegen keine Rechtsnormen ver-
stossen habe, da er für die Weiterleitung der Arbeitnehmerbeiträge an die AHV-
Ausgleichskasse nicht zuständig gewesen sei. Die Entschädigung könne ihm 
deshalb nicht mit der Begründung verweigert werden, er habe durch leichtfertiges 
Verhalten die Untersuchung veranlasst. Überdies sei auch der Beizug eines 
Rechtsanwaltes gerechtfertigt gewesen.

Auf die weitere Begründung der Rechtsbegehren des Beschwerdeführers 
sowie auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid wird, soweit erforderlich, 
im folgenden eingegangen. 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung :

1. a) Wird der Angeschuldigte freigesprochen, wird das gegen ihn geführte 
Verfahren eingestellt oder erweist sich eine ihm gegenüber durchgeführte 
Zwangsmassnahme als ungerechtfertigt, so ist ihm auf sein Begehren eine durch 
den Staat auszurichtende Entschädigung (Schadenersatz, Genugtuung) für 
Nachteile zuzusprechen, die er durch Untersuchungsmassnahmen erlitten hat. 
Die Entschädigung kann verweigert oder herabgesetzt werden, wenn er durch 
verwerfliches oder leichtfertiges Verhalten die Untersuchung veranlasst oder er-
schwert hat (Art. 161 Abs. 1 StPO). Ein Entschädigungsanspruch setzt voraus, 
dass das ungerechtfertigte Handeln der Strafverfolgungsbehörden zu einem 
spürbaren Nachteil geführt hat. Auch Verteidigungskosten können zu den Nach-
teilen gehören. Voraussetzung für einen Entschädigungsanspruch hiefür ist aller-
dings, dass der Beizug eines Rechtsanwaltes nach der Sachlage gerechtfertigt 
und dessen Bemühungen angemessen waren (Padrutt, Kommentar zur Strafpro-
zessordnung des Kantons Graubündens, 2. Aufl., Chur 1996, S. 413 - 415). 

b) Aufgrund der Unschuldsvermutung von Art. 6 Ziff. 2 EMRK kann eine 
Entschädigung im Sinne von Art. 161 Abs. 1 StPO nur dann wegen leichtfertigem 
und verwerflichem Verhalten verweigert werden, wenn jemand in zivilrechtlich 

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vorwerfbarer Weise im Sinne von Art. 41 ff. OR gegen eine geschriebene oder 
ungeschriebene Verhaltensnorm klar verstossen und dadurch das Strafverfahren 
veranlasst (prozessuales Verschulden im weiteren Sinne) oder dessen Durch-
führung erschwert (prozessuales Verschulden im engeren Sinne) hat (vgl. PKG 
1995 Nr. 30 mit weiteren Hinweisen). Im Zusammenhang mit den Fällen in denen 
ein prozessuales Verschulden im weiteren Sinn zur Last gelegt wird, hat das Bun-
desgericht festgehalten, es sei mit Art. 6 Ziff. 2 EMRK und Art. 4 aBV vereinbar, 
die Kostenauflage (beziehungsweise die Verweigerung der Entschädigung) mit 
einem fehlerhaften Verhalten des Angeschuldigten zu begründen, das sich sach-
lich mit dem Vorwurf decke, der Gegenstand der strafrechtlichen Anschuldigung 
gebildet habe, wobei die rechtlichen Voraussetzungen für eine Verurteilung nach 
dem entsprechenden Straftatbestand gefehlt hätten (BGE 109 Ia 164 f. E. 4b).

2. Am 5. April 1996 gründete C. zusammen mit X. und Y. die einfache 
Gesellschaft „X. Z-Pub“. Es ist unbestritten, dass in der Zeit von Frühjahr 1996 
bis Frühjahr 1997 AHV-Beiträge, welche vom Lohn der Angestellten im „X. Z-
Pub“ abgezogen wurden, nicht an die Ausgleichskasse weitergeleitet worden 
sind. Es liegt also ein klarer Verstoss gegen Art. 87 Abs. 3 AHVG vor. Die Ableh-
nung des Entschädigungsbegehrens von C. wegen eines zivilrechtlich vorwerf-
baren Verstosses gegen die erwähnte Bestimmung setzt allerdings voraus, dass 
die Weiterleitung der abgezogenen AHV-Arbeitnehmerbeiträge innerhalb der 
Zeitspanne, in der die Beiträge nicht weitergeleitet wurden, in seiner Zuständig-
keit lag. Ob dies der Fall war, gilt es im folgenden zu prüfen

a) Fest steht zunächst, dass C. während des fraglichen Zeitraums von 
Frühling 1996 bis Frühling 1997 zeichnungsberechtigter Gesellschafter der ein-
fachen Gesellschaft  „X. Z-Pub“ war (vgl. act. 6.6). Gemäss Art. 6 Ziff. 2 des von 
C. unterzeichneten Gesellschaftsvertrags war dieser für die administrativen Auf-
gaben, das Personal- und Lohnwesen, den Einkauf und die Zahlungen zuständig 
(vgl. act. 6.6, S. 3). Anlässlich der untersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 
19. März 2002 bestritt der Beschwerdeführer zwar, dass dem so gewesen sei 
(vgl. act. 5.19, S. 3, 5). Diese Aussage widerspricht allerdings nicht nur dem Ge-
sellschaftsvertrag, sondern auch den übereinstimmenden Angaben von X. sowie 
der übrigen Aktenlage. X. gab sowohl gegenüber der Kantonspolizei als auch vor 
dem Untersuchungsrichter einhellig zu Protokoll, dass C. innerhalb des fraglichen 
Zeitraums bis zur Übernahme durch die Einzelfirma „X. A.“ für den administrati-
ven Bereich, das Lohnwesen und die Bezahlung der Rechnungen zuständig ge-
wesen sei (vgl. act. 5.2, S. 2, 3; 5.17, S. 2, 3, 4). Entsprechend erklärte er ge-

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genüber dem Konkursamt, dass C. etwa ein Jahr lang die Buchhaltung geführt 
habe, bevor er sie zirka im März 1997 übernommen habe (vgl. act. 3.4, Ziff. 19). 
Anlässlich der untersuchungsrichterlichen Einvernahme bestätigte er zudem, 
dass die Geschäftskorrespondenz in dieser Zeit ausschliesslich dem Hotel B., 
also C. zugestellt worden sei (vgl. act. 5.17, S. 4). Auch aus den Akten ergibt sich 
deutlich, dass C. in der massgeblichen Zeitspanne Arbeitsverträge unterzeichnet 
hat (vgl. act. 6.44; 5.19, S. 3) und die Geschäftskorrespondenz grundsätzlich ihm 
ins Hotel B. zugestellt wurde beziehungsweise über diese Adresse lief (vgl. act. 
6.2; 6.3; 6.5; 6.36-6.38). Aufgrund der ihm bei der Einvernahme vorgehaltenen 
Unterlagen musste C. schliesslich auch selbst einräumen, dass er für das Lohn-
wesen zuständig gewesen sein müsse und dass die Korrespondenz ihm zuge-
stellt wurde (vgl. act. 5.19, S. 4). Dabei erweist sich der Einwand des Beschwer-
deführers, wonach entgegen den ursprünglichen Abmachungen im Gesell-
schaftsvertrag X. am 1. Januar 1997 die Buchhaltung übernommen habe, als 
unbehelflich. Der Beschwerdeführer beruft sich diesbezüglich auf einen Aussage 
von X. in einem Brief an C. vom 13. Juni 1997 (vgl. act. 6.12, S. 2). Dieser stehen 
indes nicht bloss die polizeilichen und untersuchungsrichterlichen Einvernahmen 
sowie die Befragung vor Konkursamt gegenüber, anlässlich derer X. stets über-
einstimmend bestätigte, dass er die Buchhaltung, die Lohnabrechnungen und die 
Weiterleitung der Sozialabzüge erst etwa ab Frühjahr 97 beziehungsweise ab 
Übergang des Pubs in die Einzelfirma „X. A.“ übernommen und geführt habe (vgl. 
act. 5.2, S. 2, 3; 5.4, Ziff. 19; 5.17, S. 2, 3, 4). Auch aus dem provisorischen 
Finanzbericht vom 7. August 1997 geht hervor, dass X. die Buchhaltung erst ab 
Mai/Juni 1997 geführt hat (vgl. roter Ordner, provisorischer Abschlussbericht). 
Selbst wenn man davon ausginge, dass X. die Buchhaltung bereits am 1. Januar 
1997 übernommen hat, wäre dem Einwand des Beschwerdeführers entgegenzu-
halten, dass die AHV-Beiträge bereits ab Frühjahr 1996, mithin als die Zustän-
digkeit für die Buchhaltung noch bei C. lag, nicht weitergeleitet wurden. 

b) War C. nach dem Gesagten für die administrativen Belange, das Lohn-
wesen, die Lohnbuchhaltung und die Zahlungen zuständig, so ist davon auszu-
gehen, dass auch die Weiterleitung der AHV-Beiträge an die Ausgleichskasse in 
seinen Zuständigkeitsbereich gehörte. Dies wird trotz des beharrlichen Abstrei-
tens des Beschwerdeführers anlässlich der untersuchungsrichterlichen Befra-
gung (vgl. act. 5.19, S. 5, 6) denn auch aufgrund der vorliegenden Akten 
bestätigt. X. versicherte gegenüber dem Untersuchungsrichter, dass C. in der 
fraglichen Zeit  für die Weiterleitung der sozialversicherungsrechtlichen Abzüge 
zuständig gewesen sei (act. 5.17, S. 4). Dafür spricht unter anderem auch der an 

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den Beschwerdeführer gerichtete Brief vom 13. Juni 1997 (act. 5.3), worin X. klar 
ausführt, dass C. bis zum 31. Dezember 1996 alleine  für die Abrechnung der 
Sozialabgaben verantwortlich war und diesem vorwirft, dass er aufgrund der An-
nahme, dass die AHV-Beiträge weitgehend bezahlt worden seien, überinvestiert 
habe. Ebenso weist das Schreiben vom 21. Juli 1997 (act. 6.10), worin sich X. 
bei C. nach den AHV-Beiträgen aus dem Jahre 1996 erkundigt, klar darauf hin, 
dass der Beschwerdeführer für deren Weiterleitung zuständig war.  

c) Der Beschwerdeführer wendet ein, die Sozialleistungen für die Ange-
stellten im „X. Z-Pub“ seien seit der Eröffnung des Pubs am 12. April 1996 über 
die Einzelfirma „X. A.“ abgerechnet worden. Aus diesem Grunde könne dem Be-
schwerdeführer auch nicht vorgeworfen werden, er hätte dafür besorgt sein müs-
sen, dass die abgezogenen AHV-Beiträge an die Ausgleichskasse weitergeleitet 
würden. Dies wird jedoch durch die Regelung im Gesellschaftsvertrag klar wider-
legt. Danach hatte, wie erwähnt, C. die administrativen Aufgaben für das Perso-
nal- und Lohnwesen sowie die Zahlungen zu erbringen. Demgegenüber war die 
„X. A.“ für ganz andere Aufgaben im Zusammenhang mit dem Betriebsablauf im 
Pub wie beispielsweise die Führung des Lokals, die Kontrolle der Kassen etc. 
zuständig (vgl. act. 6.6, Ziff. 6.1). Dies deckt sich auch mit den Angaben von X. 
gegenüber dem Untersuchungsrichter, wonach bis etwa Frühjahr 1997 C. für den 
administrativen Teil des Pubs zuständig war, währenddem der „X. A.“ die eigent-
liche Führung des Lokals, die Mitarbeiterrekrutierung, die Organisation von 
Events, der Einkauf etc. oblag (vgl. act. 5.17, S. 2). Entgegen der Auffassung des 
Beschwerdeführers kann auch aus den von der Ausgleichskasse mit der Straf-
anzeige eingereichten Akten nichts anderes abgeleitet werden, zumal die Ange-
stellten des „X. Z-Pub“, solange die einfache Gesellschaft noch bestand, der Aus-
gleichskasse gar noch nicht gemeldet waren. Erst bei Auflösung der einfachen 
Gesellschaft und Übernahme des Lokals durch die Einzelfirma im Herbst 1997 
(vgl. act. 6.20) wurden diese von X. respektive durch die „X. A.“ der Ausgleichs-
kasse rückwirkend auf den Eröffnungszeitpunkt des Pubs (April 1996) nachge-
meldet (vgl. act. 5.1, S. 3, 4; 5.2, S. 1, 2, 3; 5.17, S. 2; 4.5-4.8). Es ist daher 
einleuchtend, dass die AHV-Ausgleichskasse die Abrechnungen dann auch ent-
sprechend über die „X. A.“ und nicht über die einfache Gesellschaft beziehungs-
weise dessen ehemals für die Weiterleitung der Sozialversicherungsabzüge zu-
ständigen Gesellschafter C. abwickelte. Nicht zuletzt wird die Zuständigkeit des 
Beschwerdeführers zur Weiterleitung der AHV-Beiträge auch durch sein Aussa-
geverhalten anlässlich der untersuchungsrichterlichen Einvernahme untermau-
ert, welches sich dadurch auszeichnet, dass er die in diesem Zusammenhang 

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gegen ihn erhobenen Vorwürfe zunächst kategorisch abstritt, bevor er sich dann 
unter Vorhalt von durch Akten belegten Tatsachen durchwegs darauf berief, sich 
nicht mehr an die Geschehnisse erinnern zu können (vgl. act. 5.19). Selbst wenn 
die Abrechnungen über die Einzelfirma „X. A.“ abgewickelt worden wären, würde 
dies im Übrigen nichts daran ändern, dass dafür die einfache Gesellschaft „X. Z-
Pub“ und damit der für diese Aufgabe zuständige Gesellschafter, also C. verant-
wortlich war.

d) Nach dem Gesagten ist demnach davon auszugehen, dass die Weiter-
leitung der AHV-Beiträge an die Ausgleichskasse innerhalb des Zeitraums, in 
dem die Beiträge nicht weitergeleitet wurden, in der Zuständigkeit und Verant-
wortung von C. lag. Indem er die Beiträge nicht pflichtgemäss weiterleitete, hat 
er daher in zivilrechtlich vorwerfbarer Weise gegen eine geschriebene Norm, 
nämlich gegen Art. 87 Abs. 3 AHVG verstossen. Hierbei gilt es zu berücksichti-
gen, dass die rechtlichen Voraussetzungen für eine Verurteilung nach dem ent-
sprechenden Straftatbestand fehlen, da der Beschwerdeführer nicht ordentlich 
gemahnt wurde. Die Voraussetzung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwi-
schen dem Verhalten des Beschwerdeführers und der Einleitung des Strafver-
fahrens ist offensichtlich gegeben. Schliesslich leitete die Staatsanwaltschaft 
Graubünden die Untersuchung gegen C. nicht einfach grundlos ein. Vielmehr er-
folgte die Einleitung des Strafverfahrens eben gerade deshalb, weil die AHV-Bei-
träge nicht pflichtgemäss an die Ausgleichskasse weitergeleitet worden waren. 
Der Beschwerdeführer hat folglich durch sein fehlerhaftes und leichtfertiges Ver-
haltens im Sinne eines prozessualen Verschuldens Anlass zur Eröffnung des 
Strafverfahrens gegeben. Eine Entschädigung gemäss Art. 161 Abs. 1 StPO ist 
daher zu verweigern. 

3. Erweisen sich die Rügen von C. demnach als unbegründet und muss 
die Beschwerde abgewiesen werden, so gehen die Kosten des Beschwerdever-
fahrens zu Lasten des Beschwerdeführers (Art. 160 Abs. 1 StPO).

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer :

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 700.-- gehen zu Lasten des 
Beschwerdeführers.

3. Mitteilung an:

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Für die Beschwerdekammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Vizepräsident Die Aktuarin