# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 53047c15-2dff-5161-960a-c9bdc21eeddd
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-03-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.03.2014 D-1191/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1191-2014_2014-03-12.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-1191/2014 

 

 

  U r t e i l  v o m  1 2 .  M ä r z  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Einzelrichterin Contessina Theis, 

mit Zustimmung von Richter William Waeber;  

Gerichtsschreiberin Eva Hostettler. 

   Parteien 
 

A._______, geboren (…), 

Eritrea,   

vertreten durch Christian Hoffs, HEKS Rechtsberatungsstelle 

für Asylsuchende SG/AI/AR,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM),  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung;  

Verfügung des BFM vom 27. Februar 2014 / N (…). 

 

 

D-1191/2014 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest  

dass der sich damals alleine im Sudan aufhaltende, minderjährige Be-

schwerdeführer – handelnd durch seinen Rechtsvertreter – am 25. No-

vember 2011 um Einreise in die Schweiz zwecks Asylgewährung ersuch-

te,  

dass das BFM dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 24. Februar 

2012 die Einreise zwecks Durchführung des Asylverfahrens in der 

Schweiz bewilligte,  

dass der Beschwerdeführer am 24. August 2012 in die Schweiz einreiste,  

dass er am 4. September 2012 summarisch befragt und am 24. Februar 

2014 einlässlich zu seinen Asylgründen durch das BFM angehört wurde,  

dass er dabei im Wesentlichen ausführte, er habe seinen Heimatstaat in 

der zweiten Hälfte des Jahres 2011 illegal verlassen, da er Zuhause die 

Vaterrolle – sein Vater sei im Militärdienst und deshalb selten da gewesen 

– habe übernehmen müssen, was eine sehr grosse Belastung dargestellt 

habe; auch habe er Angst vor den Soldaten gehabt, welche die 14- oder 

15-Jährigen einfach mitgenommen hätten,  

dass er im Sudan von Rashaidas gefangen genommen und nur gegen 

Bezahlung von Lösegeld wieder freigekommen sei, er danach nach 

B._______ und später ins C._______ Lager gebracht worden sei,  

dass das BFM mit Verfügung vom 27. Februar 2014 – eröffnet am 28. Fe-

bruar 2014 – in Anwendung von Art. 31a Abs. 3 des Asylgesetzes vom 

26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat, die 

Wegweisung aus der Schweiz anordnete und feststellte, der Vollzug der 

Wegweisung sei nicht zulässig, da dem Beschwerdeführer mit beachtli-

cher Wahrscheinlichkeit eine durch Art. 3 der Konvention vom 4. Novem-

ber 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, 

SR 0.101) verbotene Strafe oder Behandlung drohe,  

dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, der Beschwer-

deführer habe seinen Heimatstaat verlassen, weil es für ihn schwierig 

gewesen sei, gleichzeitig die Schule zu besuchen und seine Mutter zu 

unterstützen, ohne irgendwelche Probleme mit den eritreischen Behörden 

geltend zu machen, weshalb vorliegend gar kein Asylgesuch im Sinne 

von Art. 18 AsylG vorliege,  

D-1191/2014 

Seite 3 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 7. März 2014 gegen diesen 

Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und dabei 

beantragte, die vorinstanzliche Verfügung sei vollumfänglich aufzuheben 

und die Sache zur ordentlichen Begründung an das BFM zurückzuwei-

sen, wobei das BFM anzuweisen sei, auf das vorliegende Asylgesuch 

einzutreten,  

dass in verfahrensrechtlicher Hinsicht um Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Verwaltungsverfahrensge-

setzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) und Art. 110a 

Abs. 1a und Abs. 3 AsylG ersucht wurde und daher auf die Erhebung ei-

nes Kostenvorschusses zu verzichten und der Rechtsvertreter als amtli-

cher Beistand zu bestellen sei,  

dass die vorinstanzlichen Akten am 11. März 2014 beim Bundesverwal-

tungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 1 AsylG), 

 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 

über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entschei-

det, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor 

welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG, 

i.V.m. Art. 31–33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

[VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 

17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),  

dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht 

vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist 

(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

D-1191/2014 

Seite 4 

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass über offensichtlich begründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise 

einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG), und es 

sich vorliegend, wie nachstehend aufgezeigt, um eine solche handelt, 

weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist 

(Art. 111a Abs. 2 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf die Durchführung 

eines Schriftenwechsels verzichtet wurde,  

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 

das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu über-

prüfen, die Beurteilungskompetenz der Beschwerdeinstanz grundsätzlich 

auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylge-

such nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2011/9 E. 5 S. 116 m.w.H.), 

dass sich demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichteintre-

tensentscheid als unrechtmässig erachtet – einer selbstständigen mate-

riellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sa-

che zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. BVGE 

2007/8 E. 2.1 S. 73 m.w.H.), 

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mate-

riell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle 

Kognition zukommt, 

dass das BFM gestützt auf Art. 31a Abs. 3 AsylG auf ein Asylgesuch nicht 

eintritt, welches die Voraussetzungen von Art. 18 AsylG nicht erfüllt, was 

namentlich dann erfüllt ist, wenn das Gesuch ausschliesslich aus wirt-

schaftlichen oder medizinischen Gründen gestellt wurde, 

dass jede Äusserung, mit der eine Person zu erkennen gibt, dass sie die 

Schweiz um Schutz vor Verfolgung nachsucht, als ein Asylgesuch im Sin-

ne von Art. 18 AsylG gilt,  

dass diesbezüglich in der angefochtenen Verfügung ausgeführt wird, der 

Beschwerdeführer habe erklärt, seinen Heimatstaat verlassen zu haben, 

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Seite 5 

weil es schwierig für ihn gewesen sei, gleichzeitig die Schule zu besu-

chen und die Mutter zu unterstützen, und er keine Probleme mit den erit-

reischen Behörden oder Drittpersonen zu gewärtigen gehabt habe, wes-

halb kein Asylgesuch im Sinne von Art. 18 AsylG vorliege,  

dass sich das Gericht dieser Einschätzung nicht anschliessen kann,  

dass der Verfolgungsbegriff im Sinne von Art. 18 AsylG weit auszulegen 

ist und sich nicht nur auf Vorkommnisse beschränkt, die zur Anerkennung 

als Flüchtling führen können, sondern sich auch auf mögliche Wegwei-

sungshindernisse bezieht, also insbesondere auch auf erlittene oder dro-

hende schwere Menschenrechtsverletzungen (vgl. Handbuch zum Asyl- 

und Wegweisungsverfahren, Schweizerische Flüchtlingshilfe SFH [Hrsg.], 

Bern/Stuttgart/Wien 2009, S. 59),  

dass sich die Vorinstanz selbst widerspricht, wenn einerseits auf das 

Asylgesuch nicht eingetreten wird, andererseits in der angefochtenen 

Verfügung festgestellt wird, der Beschwerdeführer sei wegen Unzulässig-

keit des Wegweisungsvollzugs vorläufig aufzunehmen, 

dass aus den vorliegenden Akten – insbesondere aus seinen Aussagen 

aber auch aus dem Umstand, dass es sich bei ihm um einen eritreischen 

Staatsangehörigen handelt, welcher illegal ausgereist ist – zudem klar 

hervorgeht, dass der Beschwerdeführer in der Schweiz um Schutz vor 

Verfolgung nachsucht und demnach offensichtlich von einem Asylgesuch 

im Sinne von Art. 18 AsylG auszugehen ist, mithin aus den Akten erhellt, 

dass das BFM selbst davon ausgegangen ist, der Beschwerdeführer er-

suche um solchen Schutz, ansonsten sein Gesuch um Einreisebewilli-

gung im Rahmen eines Asylgesuches aus dem Ausland nicht zu bewilli-

gen gewesen wäre,  

dass sich aufgrund der klaren Aktenlage weitere Ausführungen erübrigen, 

die angefochtene Verfügung vom 27. Februar 2014 Bundesrecht verletzt, 

deshalb aufzuheben und das BFM anzuweisen ist, auf das vorliegende 

Asylgesuch einzutreten,  

dass in diesem Zusammenhang auch die Eingaben des Cousins des Be-

schwerdeführers betreffend Einbezug in dessen Flüchtlingseigenschaft zu 

berücksichtigen sein dürften,  

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Seite 6 

dass mit Ergehen des vorliegenden Direktentscheids, das Gesuch um 

Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandlos ge-

worden ist,  

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens gemäss Art. 63 Abs. 1 und 2 

VwVG keine Kosten aufzuerlegen sind, weshalb das Gesuch um Gewäh-

rung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG 

und Art. 110a Abs. 1 Bst. a AsylG gegenstandslos geworden ist,  

dass dem vertretenen Beschwerdeführer angesichts seines Obsiegens in 

Anwendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-

desverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine Entschädigung für die 

ihm notwendigerweise erwachsenen Parteikosten zuzusprechen ist, 

dass die notwendigen Parteikosten mangels eingereichter Kostennote 

aufgrund der Akten zu bestimmen sind (Art. 14 Abs. 2 VGKE), 

dass der notwendige Aufwand gestützt auf die in Betracht zu ziehenden 

Bemessungsfaktoren (Art. 7 ff. VGKE) auf insgesamt Fr. (…) (inkl. Ausla-

gen und MWSt) geschätzt wird,  

dass die von der Vorinstanz auszurichtende Parteientschädigung dem-

nach von Amtes wegen auf insgesamt Fr. (…) festgesetzt wird. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-1191/2014 

Seite 7 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.  

Die vorinstanzliche Verfügung wird aufgehoben und die Sache zur Neu-

beurteilung im Sinne der Erwägungen zurückgewiesen.  

3.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne 

von Art. 65 Abs. 1 VwVG und um Verzicht auf die Erhebung eines Kos-

tenvorschusses wird als gegenstandslos geworden abgeschrieben.  

4.  

Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 110a 

Abs. 1 Bst. a AsylG wird als gegenstandslos geworden abgeschrieben. 

5.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

6.  

Das BFM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von Fr. (…) 

(inkl. Auslagen und MWSt) auszurichten. 

7.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Contessina Theis Eva Hostettler 

 

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