# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 69c4b8b3-c252-5c2d-9c3f-2150d23c0762
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-05
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 05.05.2020 IV 2018/61
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2018-61_2020-05-05.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2018/61

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 01.09.2020

Entscheiddatum: 05.05.2020

Entscheid Versicherungsgericht, 05.05.2020
Art. 7, 8 und 43 ATSG, Art. 28 IVG. Würdigung eines polydisziplinären 
Gutachtens. Rückweisung zur Abklärung der Statusfrage, der 
Validenkarriere sowie zu weiteren medizinischen Abklärungen und zur 
anschliessenden Neuverfügung. Verwertbarkeit von Videoaufnahmen der 
Beschwerdeführerin aus der Observation des Ehemannes bejaht (Entscheid 
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 5. Mai 2020, IV 
2018/61).

Entscheid vom 5. Mai 2020

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin Huber-

Studerus; Gerichtsschreiberin Viviane Kull

Geschäftsnr.

IV 2018/61

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwältin Karin Herzog, M.A. HSG in Law, Amparo Anwälte und 

Notare, Neugasse 26, Postfach 148, 9001 St. Gallen,

gegen

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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich im September 2014 wegen einer metabolischen Myopathie, 

einer Depression und Muskelschmerzen zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung (IV) an (IV-act. 1). Sie gab an, im Heimatland eine Ausbildung zur 

Dentalassistentin absolviert zu haben. Derzeit arbeite sie in der Wäscherei bei der 

B.___ in einem Pensum von 80% und bei der C.___ – sie wasche dort ebenfalls die 

Wäsche – zu 10%. Am 17. März 2014 hatten Fachärzte des K.___ berichtet (IV-act. 4), 

aufgrund des Verdachts auf eine metabolische Myopathie bei klinisch chronischer 

Erschöpfbarkeit und Müdigkeit sei eine Muskelbiopsie durchgeführt worden. Der 

Verdacht habe sich bestätigt. Bei Fehlen bzw. einem Mangel des Enzyms 

Myophosphorylase sei die rasche Bereitstellung von Energie durch die Glykolyse für 

die Skelett-Muskulatur nicht möglich. Erst die später einsetzende Beta-Oxidation der 

Fettsäuren sorge für die Bereitstellung von Energiesubstraten für den Muskel. 

Diagnostisch sei noch eine genetische Testung notwendig. Der Hausarzt der 

Versicherten, Dr. med. D.___, Allgemeine Medizin FMH, hatte für den Zeitraum vom 

5. August 2014 bis zum 10. August 2014 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit und vom 

11. August 2014 bis zum 30. September 2014 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert 

(IV-act. 2). Am 20. August 2014 hatte eine Verlaufskontrolle im K.___ stattgefunden. Die 

Fachärzte hatten am 22. August 2014 die folgenden Diagnosen mitgeteilt (IV-act. 3): 

Glykogenose Typ V (McArdle-Erkrankung, ED Juni 2014), chronische Migräne ohne 

Aura und rezidivierende Depressionen. Sie hatten ausgeführt, die Versicherte habe 

berichtet, sie arbeite zurzeit zu 50%, da sie den Eindruck habe, ein Fuss sei leicht 

geschwollen. In der genetischen Testung habe der Nachweis einer Mutation im PYCM-

A.a. 

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Gen, die für die Glykogenose Typ V (McArdle-Erkrankung) typisch sei, erbracht werden 

können. Der klinisch und bioptisch gesicherte Verdacht einer metabolischen Myopathie 

habe damit bestätigt werden können. Die Erkrankung könne nur symptomatisch und 

nicht kausal behandelt werden. Zusätzlich hätten chronifizierte Kopfschmerzen, die a.e. 

(wohl: am ehesten) durch eine chronische Form der Migräne zu erklären seien und 

durch einen Übergebrauch an Schmerzmitteln getriggert würden, bestanden. Des 

Weiteren sei die Versicherte nach in der Vergangenheit erlittenen psychischen 

Traumata aufgrund der Diagnose einer Depression in psychiatrischer Behandlung und 

unter antidepressiver Medikation gewesen. Die Versicherte habe auch über 

Ganzkörperschmerzen, die möglicherweise im Rahmen einer sekundären 

"Fibromyalgie" zu erklären seien, geklagt. Durch die Myopathie alleine seien diese nur 

schwerlich zu erklären. Die Fachärzte erachteten eine IV-Anmeldung als problematisch, 

da die Versicherte gerne arbeiten wolle, der Ehemann bereits berentet sei und 

wahrscheinlich eine Verbesserung von zumindest einiger der beschriebenen Symptome 

erreicht werden könne.

In einem Arbeitgeberbericht teilte eine Mitarbeiterin der B.___ am 17. September 

2014 mit (IV-act. 8), die Versicherte sei seit dem 1. April 2013 in einem 80%-Pensum 

tätig. Der AHV-pflichtige Jahreslohn betrage seit dem 1. November 2011 Fr. 42‘920.80 

(inklusive 13. Monatslohn). Die Arbeit der Versicherten in der Wäscherei sei insofern 

körperlich streng, als sie fast immer im Stehen und Gehen gemacht werden müsse.

A.b. 

Dr. D.___ teilte am 27. September 2014 mit (IV-act. 14), die Versicherte leide an 

einer depressiven Entwicklung, an einer chronischen Migräne und an einer Myopathie 

(Glykogenose Typ V, McArdle-Erkrankung, mit sekundärer Fibromyalgie und 

depressiver Entwicklung). Leichte bis mittelschwere Arbeiten in Wechselbelastung von 

bis zu vier Stunden pro Tag seien der Versicherten zumutbar. Er attestierte eine 

50%ige Arbeitsunfähigkeit seit dem 11. August 2014. Die RAD-Ärztin Dr. med. E.___ 

notierte am 10. Oktober 2014 (IV-act. 24), aufgrund der Diagnosen sei dauerhaft nicht 

mit einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf über 50% zu rechnen. Dies gelte für die 

angestammte Tätigkeit in der Wäscherei und für adaptierte Tätigkeiten. Am 2. Februar 

2015 berichtete Dr. D.___ (IV-act. 22-2), der Gesundheitszustand der Versicherten sei 

stationär. Die Versicherte sei vom 8. Oktober 2014 bis zum 29. Oktober 2014 in der 

Klinik L.___ hospitalisiert gewesen. Der Aufenthalt in der Klinik L.___ habe ihr zwar 

A.c. 

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sichtlich wohl getan, der Effekt sei jedoch nicht für lange Zeit bestehen geblieben. 

Noch immer klage sie über eine chronische Schwäche und eine Belastungsintoleranz. 

Des Weiteren habe sie die klassischen "Depressiv-Symptome" wie innere Unruhe, 

Nervosität, Aggressivität und Konzentrationsstörungen beschrieben. Aufgrund der 

Belastungsintoleranz und der chronischen Müdigkeit sei sie nicht mehr in der Lage, ein 

volles Arbeitspensum zu verrichten. An der Arbeitsstelle bei der B.___ sei sie bestens 

integriert; die Leistung sei um 50% vermindert. Dr. D.___ legte den Austrittsbericht der 

Klinik L.___ vom 4. November 2014 bei. Darin hatten die Fachärzte die folgenden 

Diagnosen angegeben (IV-act. 22-4 ff.): Glukogenose Typ V (McArdle-Erkrankung, ED 

06/2014), chronische Migräne ohne Aura, rezidivierende Depressionen, chronisches 

cervicocephales Syndrom und sekundäre Fibromyalgie. Sie hatten vom 8. Oktober 

2014 bis zum 2. November 2014 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Zudem 

hatten sie festgehalten, ab dem 3. November 2014 sei der Versicherten eine 50%ige 

wechselbelastende Arbeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit zumutbar; Arbeiten über 

Kopf sollten vermieden werden.

Dr. med. F.___, Facharzt für Neurologie, berichtete am 3. Februar 2015 (IV-

act. 27), er betreue die Versicherte seit August 2013 neuro-psychiatrisch. Bekanntlich 

sei ein Neurologe in der Lage, psychiatrische Patienten zu betreuen. Die Versicherte 

leide seit langem an einer mindestens mittelgradigen Depression. Man könne auch von 

einer posttraumatischen Belastungsstörung ausgehen. Sie sei in ihrem Heimatland in 

einer politischen Organisation aktiv gewesen. Sie sei verfolgt und verhaftet worden, 

eineinhalb Jahre im Gefängnis gewesen und psychisch und physisch gefoltert worden. 

Ausserdem habe sie eine schlechte Kindheit gehabt; der Vater sei gewalttätig gewesen. 

Auch der Ehemann leide an einer ausgeprägten posttraumatischen Belastungsstörung. 

Er sei ebenfalls politisch aktiv und im Gefängnis gewesen. Die Versicherte habe zudem 

starke Kopfschmerzanfälle und vor kurzem sei eine metabolische Myopathie 

festgestellt worden. Sie sei stets extrem müde und sie ermüde rasch. Die 

Arbeitsfähigkeit betrage höchstens 50%.

A.d. 

Am 11. März 2015 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit (IV-act. 34), das 

Begehren um berufliche Massnahmen werde abgewiesen.

A.e. 

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Am 6. und 7. August 2015 wurde die Versicherte auf Veranlassung der 

Krankentaggeldversicherung durch das Zentrum für Arbeitsmedizin, Ergonomie und 

Hygiene AG (AEH) untersucht (Fremdakten-act. 1). Die Sachverständigen führten eine 

funktionsorientierte medizinische Abklärung, welche unter anderem eine angepasste 

Form der Evaluation der arbeitsbezogenen funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) 

beinhaltete, durch. Zusätzlich wurde die Versicherte am 12. August 2015 psychiatrisch 

durch Dr. med. G.___ untersucht. Im Gutachten vom 7. September 2015 gaben die 

Sachverständigen folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit an: 

Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit 

somatischen Symptomen (ICD-10 F33.11), und Glykogenose Typ V (McArdle-

Erkrankung, ED 06/2014). Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

nannten sie: Chronische Migräne ohne Aura (Attackenfrequenz: etwa drei Mal pro 

Monat), chronisches zervikozephales Syndrom und sekundäre Fibromyalgie. Die 

Sachverständigen hielten fest, objektiv bestehe eine starke psychische Belastung in 

der Anamnese und im täglichen Leben mit dem erkrankten Ehemann. Diese Belastung 

wirke sich als Tendomyopathie der Kaumuskulatur mit Kiefergelenksdysfunktion und 

als muskuläre Dysbalancen mit Verspannungen im Schulter- und Nackenbereich aus. 

Zusätzlich bestünden Migräneattacken. Dies alles werde noch verstärkt und überlagert 

durch die genetische Aberration. Als Folge habe sich der psychische Zustand 

somatisiert und als sekundäre Fibromyalgie entwickelt. Bei der EFL habe die 

Versicherte eine fragliche Leistungsbereitschaft und eine schlechte Konsistenz gezeigt. 

Bei Kraft- und Überkopfarbeitstests habe sie sich wegen einer zunehmenden 

Schmerzsymptomatik schnell selbst limitiert. Am zweiten Tag habe sich eine 

angeschwollene Schulterhebemuskulatur gezeigt. Die Versicherte scheine sehr 

empfindlich zu sein; sie habe jede einzelne Veränderung, besonders in den Händen, 

beschrieben. Vordergründig seien die psychischen und nicht die körperlichen 

Probleme. In der angestammten Tätigkeit bestehe aus rheumatologisch-orthopädischer 

Sicht eine 75%ige Arbeitsfähigkeit. Aus psychiatrischer Sicht liege die Arbeitsfähigkeit 

bei 50%. Aus interdisziplinärer Sicht sei damit eine Arbeitsunfähigkeit von 50% 

begründet. Die angestammte Tätigkeit in der Wäscherei sei dem Gesundheitszustand 

der Versicherten gut angepasst. Jede andere adäquate Tätigkeit sei der Versicherten 

zu 50% zumutbar.

A.f. 

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Die Versicherte gab am 17. November 2015 im Fragebogen betreffend 

Erwerbstätigkeit / Haushalt an (IV-act. 38), sie arbeite zurzeit 20 Stunden pro Woche. 

Die Frage, in welchem Pensum sie ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig 

wäre und was die Gründe hierfür seien, liess sie offen.

A.g. 

Dr. F.___ berichtete am 23. November 2015 (IV-act. 40), aus somatisch-

neurologischer Sicht könne man bei der Versicherten im Rahmen einer 

Routineuntersuchung keine objektiven Befunde erheben. Bei den im Bericht vom 

3. Februar 2015 aufgeführten psychischen Beschwerden handle es sich um objektive 

psychische Symptome. Die Versicherte könne täglich nicht mehr als drei bis vier 

Stunden arbeiten, dies vor allem wegen der metabolischen Myopathie, welche zu 

Müdigkeit und rascher Ermüdbarkeit führe.

A.h. 

Am 13. Mai 2016 berichtete Dr. D.___ (IV-act. 52), der Gesundheitszustand der 

Versicherten sei stationär. Die Versicherte sei vom 30. März 2016 bis zum 14. April 

2016 auf der psychosomatischen Abteilung der Klinik H.___ hospitalisiert gewesen. Sie 

betreibe weiterhin Fitness. Dr. D.___ legte den Kurzaustrittsbericht der Klinik H.___ vom 

15. April 2016 bei. Darin hatten die Fachärzte im Wesentlichen folgende Diagnosen 

angegeben (IV-act. 52): Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige 

Episode (F33.1), Verdacht auf posttraumatische Belastungsstörung (F43.1), 

metabolische Myopathie (Glykogenose Typ V, McArdle-Erkrankung, ED 06/2014), 

sekundäre Fibromyalgie, chronisches cervicocephales Syndrom, chronische Migräne 

ohne Aura und Durchschlafstörung. Sie hatten ausgeführt, angesichts der kurzen 

Aufenthaltsdauer habe eine höchstens ansatzweise Stabilisierung des 

Gesamtbefindens erzielt werden können. Die Versicherte habe eine Rückkehr von 

Antrieb und Motivation, eine Verbesserung des Schlafs und einen körperlichen Aufbau 

beschrieben. Die Fachärzte hatten während des Aufenthalts und bis zum 1. Mai 2016 

eine 100%ige und vom 2. Mai 2016 bis zum 15. Mai 2016 eine 60%ige 

Arbeitsunfähigkeit attestiert.

A.i. 

Am 6. Juni 2016 teilte Dr. F.___ mit (IV-act. 54), objektiv veränderte Befunde lägen 

nicht vor. Die Versicherte fühle sich subjektiv aber schlechter als vor zwei Monaten. Sie 

sei stets müde und ermüde rasch, vor allem wegen der metabolischen Myopathie. Die 

bisherige Tätigkeit sei ihr zu zweieinhalb bis dreieinhalb Stunden pro Tag an fünf Tagen 

A.j. 

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pro Woche zumutbar. Die Leistung sei um 30 – 40% vermindert. Sie könne nicht 

ganztags in einer reduzierten Leistung arbeiten, da sie für sich selber drei bis vier 

Stunden täglich zur Erholung nach der Arbeitstätigkeit benötige. Sie sei für alle in Frage 

kommenden Tätigkeiten zu 50% arbeitsfähig.

Eine Mitarbeiterin der B.___ teilte am 8. Juli 2016 mit (IV-act. 57, 58), das 

Arbeitspensum der Versicherten betrage ab August 2016 40%. Trotz der grossen 

Arbeitsbereitschaft sei die Versicherte mit diesem Pensum an der obersten Grenze.

A.k. 

Der RAD-Arzt Dr. med. I.___ empfahl am 20. Oktober 2016 eine polydisziplinäre 

Begutachtung (IV-act. 66). Er hielt im Wesentlichen fest, die Angaben von Dr. F.___ 

betreffend das zeitliche Leistungsvermögen der Versicherten seien widersprüchlich. 

Am 10. November 2016 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit (IV-act. 61), zur Klärung 

der Leistungsansprüche sei eine polydisziplinäre Untersuchung notwendig. Am 

2. Dezember 2016 hielt ein Mitarbeiter der IV-Stelle fest (IV-act. 65), diese habe eine 

vertiefte Prüfung des Falles für angebracht gehalten. Bei dieser Prüfung sei erkannt 

worden, dass der Ehemann der Versicherten im Rahmen eines 

Rentenrevisionsverfahrens an mehreren Tagen im November und Dezember 2014 und 

an einem Tag im Dezember 2015 überwacht worden sei. Anlässlich weniger 

Situationen sei die Versicherte miterfasst worden. Um den Gutachtern eine möglichst 

korrekte und objektive Einschätzung des Gesundheitszustands zu ermöglichen, seien 

die betreffenden Sequenzen aus der Überwachung des Ehemannes der Versicherten 

herausgeschnitten worden. Die Aufnahmen hätten gezeigt, dass bei der Versicherten 

zu keiner Zeit Einschränkungen hätten beobachtet werden können.

A.l. 

Am 6. und 7. Februar 2017 wurde die Versicherte durch die Ärztliche 

Begutachtungsinstitut GmbH (ABI) polydisziplinär (internistisch, psychiatrisch, 

rheumatologisch und neurologisch) untersucht. Im Gutachten vom 3. April 2017 gaben 

die Gutachter folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit an (IV-

act. 72-25): Chronisches zervikoskapuläres Schmerzsyndrom (IDC-10 M53.0) und 

metabolische Myopathie (Glukogenose Typ IV [recte: Typ V], McArdle-Erkrankung, 

ICD-10 G71.9). Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten die 

Gutachter: Leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0), anhaltende somatoforme 

Schmerzstörung (ICD-10 F45.4, anamnestisch Verdacht auf Fibromyalgie-Syndrom, 

A.m. 

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ICD-10 M79.0), Migräne ohne Aura, Adipositas und unklare Leberwerterhöhung. Der 

internistische Gutachter hielt fest (IV-act. 72-7 f.), die Versicherte habe vor allem 

Migräne- und Muskelschmerzen angegeben. Bei Anstrengungen werde sie rasch 

müde. Im klinischen Status habe er eine Adipositas festgestellt. Die übrigen Befunde 

seien unauffällig gewesen. Bei den Laboruntersuchungen sei eine mässige Erhöhung 

fast aller Leberwerte aufgefallen. Die Ursache sei unklar gewesen. Eine Erklärung für 

die von der Versicherten angegebenen Beschwerden habe sich daraus nicht ergeben. 

Aus allgemeininternistischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt gewesen. 

Aufgrund der Anamnese und der Untersuchungsbefunde hätten sich auch keine 

Hinweise für eine frühere, länger andauernde Arbeitsunfähigkeit ergeben. Der 

psychiatrische Gutachter führte aus (IV-act. 72-10 ff.), die Versicherte habe traurig 

gewirkt und die affektive Modulation sei zum depressiven Pol gerichtet gewesen. Die 

Versicherte habe eine erhöhte Ermüdbarkeit und Schlafstörungen sowie Ängste in 

Bezug auf das Autofahren auf der Autobahn angegeben. Gemäss ihren eigenen 

Angaben habe sie wegen Konzentrationsstörungen schon drei Autounfälle gehabt. Als 

Hauptbeschwerde habe sie diffuse, ausgeweitete Schmerzen im Bewegungsapparat 

angegeben. Diagnostisch habe eine leichte depressive Episode, gekennzeichnet durch 

depressive Verstimmungen, eine erhöhte Ermüdbarkeit, Schlafstörungen und negative 

Zukunftsperspektiven bezüglich der gesundheitlichen und beruflichen Situation, 

bestanden. Des Weiteren habe eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung, 

gekennzeichnet durch ausgeweitete, diffuse Schmerzen im Bewegungsapparat, die 

deutlich ausgeprägt seien bei emotionalen, vor allem lebensgeschichtlichen 

Belastungen, bestanden. Die Versicherte sei gemäss ihren eigenen Angaben in ihrem 

Heimatland inhaftiert, geschlagen und sogar vergewaltigt worden, nachdem sie bereits 

durch ihren Vater häusliche Gewalt erlebt habe. Der Ehemann beziehe eine IV-Rente 

und die finanzielle Situation sei angespannt. Im Untersuchungsgespräch habe kein 

aggravatorisches Verhalten bestanden. Die Versicherte verfüge über Ressourcen mit 

Berufserfahrung. Sie habe auch eine Familie gegründet und zwei Kinder grossgezogen. 

Soziale Kontakte pflege sie nach wie vor, wenn auch nicht mehr viele. Die Versicherte 

habe angegeben, mit dem Auto kurze Strecken fahren zu können, was gegen das 

Vorliegen von deutlichen Konzentrationsstörungen spreche. Eine Diagnose mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit habe nicht erhoben werden können. Als Diagnosen 

ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien eine leichte depressive Episode (ICD-10 

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F32.0) und eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) festzustellen 

gewesen. Die Arbeitsfähigkeit sei nicht eingeschränkt gewesen. Möglich sei, dass die 

Depression im Verlauf punktuell, aber nicht gemittelt stärker ausgeprägt gewesen sei. 

Im Vorgutachten des AEH habe der psychiatrische Gutachter wegen einer 

mittelgradigen depressiven Störung eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit angegeben. Bei 

der EFL seien aber Inkonsistenzen und eine Selbstlimitierung festgestellt worden. Bei 

einer Überwachung des Ehemannes sei ebenfalls beobachtet worden, dass die 

Versicherte recht aktiv gewesen sei. Der behandelnde Psychiater Dr. F.___ habe aber 

weiterhin eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bei einer mittelgradigen Depression und einer 

posttraumatischen Belastungsstörung angegeben. Auch in der Klinik H.___ seien die 

Diagnosen einer posttraumatischen Belastungsstörung und einer rezidivierenden 

depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, aufgeführt worden. In der 

Klinik L.___ seien eine rezidivierende Depression und eine Fibromyalgie festgehalten 

worden. Bei der rheumatologischen Diagnose einer Fibromyalgie handle es sich um die 

psychiatrische Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung. Die Diagnose einer 

posttraumatischen Belastungsstörung habe nicht gestellt werden können, da die 

diagnostischen Kriterien nach ICD-10 nicht hinreichend erfüllt gewesen seien. Es 

hätten zwar schwere traumatische Erlebnisse in der Heimat bestanden. Deutliche 

Erinnerungen, die sich aufdrängten, so als ob das traumatische Ereignis unmittelbar 

stattfinde, hätten aber gefehlt, ebenso ein emotionaler Rückzug mit einer Abstufung 

der Umgebung gegenüber oder Phasen von Erregtheit. Die Depression sei leicht 

ausgeprägt gewesen, was auch mit den täglichen Aktivitäten, die der Versicherten 

möglich seien, vereinbar gewesen sei. Ein rezidivierender Verlauf der Depression mit 

deutlichen Phasen von Verschlechterung, Verbesserung und symptomfreien Intervallen 

sei nicht erwiesen gewesen. Die Versicherte habe zudem einen kontinuierlichen Verlauf 

angegeben. Der rheumatologische Gutachter gab an (IV-act. 72-18 ff.), im Vordergrund 

der beklagten Beschwerden hätten eine anhaltende starke Müdigkeit und eine 

Leistungsintoleranz gestanden. Die Beschwerdeführerin habe berichtet, diese 

Müdigkeit sei auch ohne berufliche Tätigkeiten vorhanden. Spezifische Beschwerden, 

vor allem im Nackenschultergürtel, träten insbesondere bei repetitiven Tätigkeiten wie 

beispielsweise beim zweistündigen, ununterbrochenen Bügeln auf. Bei der 

Versicherten habe eine leichte Haltungsinsuffizienz bestanden. Die als intermittierend, 

vor allem belastungsabhängig beklagten Nackenschultergürtelbeschwerden im Sinne 

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eines zervikoskapulären Schmerzsyndroms hätten auf der Basis einer muskulären 

Dekonditionierung erklärt werden können. In der Anamnese sei imponierend gewesen, 

dass die Versicherte seit Jahrzehnten über ausgedehnte Ganzkörperschmerzen geklagt 

und immer wieder über eine ausgeprägte Müdigkeit, eine Leistungsintoleranz, einen 

teilweise nicht erholsamen Schlaf und Konzentrationsstörungen berichtet habe. Die 

Fibromyalgie-Kriterien seien damit erfüllt gewesen. Diskutiert werden könne, ob eine 

sekundäre Fibromyalgie im Rahmen der metabolischen Myopathie hätte diagnostiziert 

werden können. Eine relevante eigenständige Pathologie am Bewegungsapparat habe 

hingegen nicht festgestellt werden können. In der Begutachtung durch das AEH hätten 

sich bei der Durchführung der EFL eine fragliche Leistungsbereitschaft, eine deutliche 

Selbstlimitierung und eine schlechte Konsistenz gezeigt. Diesbezüglich sei von einem 

inkonsistenten Verhalten der Versicherten auszugehen. Eine relevante anamnestische 

Inkonsistenz habe bei der Aussage der Versicherten, die Fachärzte des K.___ hätten ihr 

damals mitgeteilt, sie würden eine 100%ige IV-Berentung vorschlagen, aber sie (die 

Versicherte) habe dies nicht gewollt, da sie zumindest in einem 50%igen 

Arbeitspensum habe weiterarbeiten wollen, bestanden. Dazu sei festzuhalten, dass die 

Fachärzte des K.___ im betreffenden Bericht eine IV-Anmeldung für problematisch 

erachtet hätten. Abschliessend könne postuliert werden, dass sich die beklagten 

Leiden nicht konsistent in allen Lebensbereichen ausgewirkt hätten. Als Diagnose mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit habe ein chronisches zervikoskapuläres 

Schmerzsyndrom bestanden. Keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit habe die 

Diagnose eines anamnestischen Verdachts auf ein Fibromyalgie-Syndrom gehabt. Aus 

rheumatologischer Sicht sei eine 80%ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit in der 

angestammten Tätigkeit als Wäschereimitarbeiterin zu attestieren gewesen, wobei eine 

um 20% reduzierte Leistungsfähigkeit bereits berücksichtigt worden sei. Die 

Arbeitsposition müsse regelmässig gewechselt werden können. Das Heben und Tragen 

von Lasten bis zur Taillenhöhe sei auf maximal 15 Kilogramm und von Taille bis zum 

Kopf auf maximal zehn Kilogramm zu limitieren. Überkopfarbeiten seien nur 

intermittierend durchzuführen. Keinerlei Einschränkungen hätten für manuell 

verarbeitende Tätigkeiten in mehrheitlicher Schulterneutralstellung bestanden. 

Ebensowenig hätten Einbussen in Bezug auf die Gehfähigkeit in der Ebene bestanden. 

Die Einschätzungen im Rahmen des Gutachtens des AEH hätten weitgehend bestätigt 

werden können. Damals sei aus rheumatologischer Sicht eine 75%ige Arbeits- und 

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Leistungsfähigkeit postuliert worden. Weitere Inkonsistenzen hätten unter 

Berücksichtigung des Berichts der IV-Stelle vom 2. Dezember 2016 vorgelegen, 

wonach keine spezifischen physischen Einschränkungen im Alltag der Versicherten 

hätten beobachtet werden können. Der neurologische Gutachter berichtete (IV-

act. 72-23 f.), die Versicherte habe an einem generalisierten Schmerzsyndrom und an 

chronischen Kopfschmerzen gelitten, wobei es sich im Wesentlichen um chronische 

Spannungskopfschmerzen gehandelt habe. Daneben sei es zu migräneartigen 

Exazerbationen gekommen. In der Untersuchung habe die Versicherte hinsichtlich der 

Migräne keine Angaben zur Attackenfrequenz machen können. Im Gutachten des AEH 

sei von einer Attackenfrequenz von drei pro Monat gesprochen worden. Somit habe 

davon ausgegangen werden können, dass die Migräne in Bezug auf die funktionelle 

Beeinträchtigung nicht den wesentlichen Faktor dargestellt habe. Im Weiteren sei im 

Jahr 2014 der Nachweis einer metabolischen Myopathie erbracht worden. Diese 

äussere sich üblicherweise in einer Belastungsintoleranz, indem es bei stärkerer 

körperlicher Belastung zum Auftreten einer Schwäche komme, welche teilweise mit 

Schmerzen und krampfartigen Muskelkontraktionen verbunden seien. Typischerweise 

träten diese Beschwerden jedoch bei stärkerer körperlicher Belastung und nicht bereits 

beim Tragen einer Tasche auf. Das generalisierte Schmerzsyndrom (Ruheschmerz) sei 

atypisch für die vorliegende Muskelerkrankung. Der Versicherten sei es möglich 

gewesen, regelmässig ein Fitnesstraining durchzuführen. Obwohl die 

Muskelerkrankung bereits in der Jugend vorhanden gewesen sei, sei es bisher zu 

keiner höhergradigen funktionellen Einschränkung gekommen. Somit dürfte ein 

Mischbild zwischen einer unspezifischen generalisierten Schmerzsymptomatik 

(Fibromyalgie-Syndrom) und gewissen Einschränkungen aufgrund der 

Muskelerkrankung vorgelegen haben. Im Weiteren habe sich die Versicherte über 

Schlafstörungen beklagt. Aufgrund der anamnestischen Angaben hätten sich Hinweise 

auf eine eingeschränkte Schlafhygiene ergeben. Hinweise auf eine somatische Ursache 

hätten nicht bestanden. Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit alleine aufgrund der 

Muskelerkrankung sei schwierig einzustufen gewesen, weil es sich um eine 

überlappende Symptomatik mit einem unspezifischen Schmerzsyndrom gehandelt 

habe. Da bei der Muskelerkrankung von einer gewissen Belastungsintoleranz habe 

ausgegangen werden können, seien Einschränkungen in der aktuellen Tätigkeit, bei 

welcher es sich um eine leichte bis mittelschwere körperliche Tätigkeit handle, 

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nachvollziehbar gewesen. In der aktuellen Tätigkeit als Wäschereimitarbeiterin habe 

eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 60% bestanden. In einer besser angepassten 

Tätigkeit mit lediglich leichter körperlicher Belastung, welche vorwiegend im Sitzen 

ausgeübt werde und nicht vorwiegend repetitive Körperbewegungen umfasse, habe 

eine Arbeits- und Leitungsfähigkeit von 80% bestanden. Diese 

Arbeitsfähigkeitsschätzung gelte seit der Diagnosestellung der Myopathie im Juni 2014. 

Dr. F.___ habe im Bericht vom 23. November 2015 festgehalten, die Muskelerkrankung 

habe zu einer relativ starken Einschränkung der Arbeitsfähigkeit geführt; die Versicherte 

habe pro Tag nicht mehr als drei bis vier Stunden arbeiten können. Diese relativ 

hochgradige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sei aber aus neurologischer Sicht nicht 

nachvollziehbar gewesen. Insbesondere sei die von Dr. F.___ erwähnte Müdigkeit kein 

typisches Symptom der McArdle-Erkrankung. In der Konsensbeurteilung gaben die 

Sachverständigen an (IV-act. 72-26), die Versicherte sei in der angestammten Tätigkeit 

in der Wäscherei wie auch in anderen, körperlich leichten bis mittelschweren 

Tätigkeiten zu 60% arbeits- und leistungsfähig gewesen. Eine angepasste, körperlich 

leichte, wechselbelastende Tätigkeit ohne repetitive Körperbewegungen sei mit einer 

80%igen Arbeits- und Leistungsfähigkeit möglich gewesen. Die Arbeitsfähigkeit habe in 

einem ganztägigen Pensum mit etwas vermehrten Pausen verwertet werden können. 

Diese Arbeitsfähigkeitsschätzung gelte seit der Diagnosestellung der Myopathie im Juni 

2014. Möglich sei, dass kurzzeitig eine höhere Arbeitsunfähigkeit durch eine depressive 

Phase bestanden habe. Eine längere depressive Episode mit höherer 

Arbeitsunfähigkeit habe aber nicht bestätigt werden können. Aufgrund der somatischen 

Befunde sei die Arbeitsfähigkeit in Bezug auf die Haushaltsarbeiten nicht wesentlich 

eingeschränkt gewesen. Die schweren Arbeiten hätten individuell angepasst mit 

Pausen verrichtet werden können.

Der RAD-Arzt Dr. I.___ notierte am 24. Mai 2017 (IV-act. 73), die psychiatrische 

Befunderhebung im Gutachten des ABI sei heikel, da die Haupt- und Nebensymptome 

einer depressiven Episode nach ICD-10 nicht vollständig dokumentiert worden seien. 

Angaben zu einem allfälligen Interessenverlust, zu Freudlosigkeit, zu Selbstwertgefühl/ 

Selbstvertrauen, zu Gefühlen von Schuld/Wertlosigkeit, zur Antriebslage und zum 

Appetit fehlten. Der psychiatrische Gutachter habe angenommen, der Umstand, dass 

die Versicherte Auto fahre, schliesse Konzentrationsstörungen aus. Die Versicherte 

A.n. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/28

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habe allerdings über multiple Autounfälle infolge von Konzentrationsstörungen 

berichtet. Dennoch sei auf das Gutachtenergebnis abzustellen.

Mit einem Vorbescheid vom 29. Mai 2017 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit 

(IV-act. 75), sie sehe vor, das Begehren um eine Rente abzuweisen. Zur Begründung 

gab sie an, sie gehe von der Qualifikation vor der IV-Anmeldung aus, also 90% 

Erwerbstätigkeit und 10% Haushaltstätigkeit. In der angestammten Tätigkeit in der 

Wäscherei bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 60% und in leidensadaptierten Tätigkeiten 

eine Arbeitsfähigkeit von 80%. Im Haushalt liege unter Berücksichtigung der 

Schadenminderungspflicht der im selben Haushalt wohnenden Personen kein 

anrechenbarer Behinderungsgrad vor. Das Valideneinkommen von Fr. 47‘965.-- 

entspreche dem letzten Jahreslohn vor der IV-Anmeldung, aufgerechnet auf das Jahr 

2014. Das zumutbarerweise erzielbare Invalideneinkommen von Fr. 43‘034.-- 

entspreche dem um 20% reduzierten Zentralwert des Einkommens für eine 

Hilfsarbeiterin gemäss der Lohnstrukturerhebung des Bundesamts für Statistik für das 

Jahr 2014. Bei einer Erwerbseinbusse von Fr. 4'931.-- betrage der IV-Grad im 

Erwerbsbereich damit 10%. Die Einschränkung im Haushalt betrage 0%. Nach der 

gemischten Methode ergebe dies einen IV-Grad von 9%. Die Versicherte erhob am 

2. Juni 2017 dagegen einen Einwand (IV-act. 76). Sie beantragte die Zusprache einer 

halben Rente. Zur Begründung machte sie im Wesentlichen geltend, die eingereichten 

Arztberichte belegten, dass sie an gesundheitlichen Beeinträchtigungen leide. Der im 

Vorbescheid festgehaltene IV-Grad von 10% sei daher unzutreffend. Als neue Berichte 

reichte sie einen Kurzbericht der B.___ von Ende Mai 2017 (IV-act. 77) sowie den 

(ausführlichen) Austrittsbericht der Klinik H.___ vom 27. Mai 2016 betreffend den 

stationären Aufenthalt vom 30. März 2016 bis zum 14. April 2016 ein (IV-act. 78). Die 

Fachärzte hatten darin im Wesentlichen dieselben Diagnosen wie im 

Kurzaustrittsbericht vom 13. April 2016 angegeben. Statt einen Verdacht auf eine 

posttraumatische Belastungsstörung hatten sie eine posttraumatische 

Belastungsstörung diagnostiziert. Sie hatten notiert, die Versicherte habe beim Eintritt 

subjektive Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen und deutliche 

Gedächtnisstörungen angegeben, welche im Gespräch aber nicht aufgefallen seien. 

Zudem habe sie von Flashbacks und wiederkehrenden Intrusionen berichtet. Hinweise 

auf Befürchtungen, Zwänge, Wahn, Sinnestäuschungen oder Ich-Störungen hätten 

A.o. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/28

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nicht bestanden. Im Affekt habe die Versicherte depressiv niedergestimmt und 

weinerlich gewirkt. Sie habe Suizidgedanken bejaht, sich jedoch glaubhaft von 

Suizidabsichten distanziert. Beim Austritt sei die Versicherte im Affekt traurig und 

niedergestimmt gewesen. Der Antrieb sei leicht gebessert gewesen. Unverändert seien 

Schlafstörungen und eine hohe Tagesmüdigkeit vorhanden gewesen. Ebenso hätten 

nach wie vor Konzentrationsstörungen und eine hohe Vergesslichkeit bestanden. Die 

Versicherte habe zudem von Albträumen und Ängsten im sozialen Kontext und von 

einem ständigen "auf der Hut sein" (Hyperarousal), welche als Symptome der 

Traumafolgestörung gewertet werden könnten, berichtet. Am 8. September 2017 

machte die Versicherte ergänzend geltend (IV-act. 86), das Gutachten des ABI sei nicht 

verwertbar, da sich die Gutachter mehrfach auf die Observationsaufnahmen, die im 

Rahmen des IV-Verfahrens ihres Ehemannes (Ehemann der Versicherten) erstellt 

worden seien, bezogen hätten. Diese Aufnahmen seien rechtswidrig erlangt worden. 

Zudem habe es an einem Anfangsverdacht gefehlt. Des Weiteren sei das Gutachten 

des ABI hinsichtlich der psychiatrischen Beurteilung nicht nachvollziehbar. Sämtliche 

anderen Ärzte hätten mindestens eine rezidivierende depressive Störung mittelgradiger 

Episode diagnostiziert. Auch der RAD habe festgehalten, die psychiatrische 

Befunderhebung sei heikel. Es sei höchstens von einer 50%igen Restarbeitsfähigkeit 

auszugehen. Da die angestammte Tätigkeit auch adaptiert und sie weiterhin zu 50% 

arbeitstätig sei, sei als Invalideneinkommen das tatsächlich erzielte Einkommen 

heranzuziehen.

Mit einer Verfügung vom 4. Januar 2018 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren ab 

(IV-act. 89). Zu den Einwänden gegen den Vorbescheid hielt sie fest, betreffend die 

Verwertbarkeit der Ausschnitte aus der Observation des Ehemannes der Versicherten 

sei festzuhalten, dass es als normaler Lebensumstand angesehen werden müsse, dass 

die Versicherte teilweise ebenfalls aufgenommen worden sei. Der RAD habe zu den 

Einwänden Stellung genommen und sei zum Schluss gekommen, dass an der 

gutachterlichen Einschätzung festzuhalten sei (zur Stellungnahme des RAD-Arztes 

Dr. I.___ vom 30. November 2017 vgl. IV-act. 88).

A.p. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/28

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B.  

Die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) erhob am 7. Februar 2018 eine 

Beschwerde (act. G 1). Sie beantragte die Aufhebung der Verfügung vom 4. Januar 

2018 und die Zusprache der gesetzlichen Leistungen. Eventualiter sei die 

Angelegenheit zur Durchführung von weiteren Abklärungen an die IV-Stelle 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) zurückzuweisen. Ergänzend zu den Einwänden im 

Vorbescheidverfahren machte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen geltend, im 

Vordergrund stünden die psychiatrischen Erkrankungen – Depression und 

posttraumatische Belastungsstörung – und die Glykogenose Typ V (McArdle-

Erkrankung). Die McArdle-Erkrankung verursache insbesondere eine 

Belastungsintoleranz, Muskelschmerzen, Muskelkrämpfe und eine chronische Fatigue. 

Das Hauptproblem liege in der starken Ermüdung und Erschöpfung. Die Müdigkeit 

beeinträchtige sie mehr als die Schmerzen. Sie habe dies den Gutachtern auch 

mehrfach mitgeteilt. Neben der McArdle-Erkrankung hätten auch die psychischen 

Erkrankungen Auswirkungen auf die Belastbarkeit und die Energie. Hinzu kämen noch 

die Muskelschmerzen. Es sei deshalb nicht nachvollziehbar, dass sie in ihrer 

Arbeitsfähigkeit nur zu 20% eingeschränkt sein solle. Auch die Beurteilung des 

psychiatrischen Gutachters sei nicht nachvollziehbar. Übereinstimmend mit den 

behandelnden Ärzten sei von einer rezidivierenden depressiven Störung mittleren 

Grades auszugehen. Zudem hätten die Klinik H.___ und Dr. F.___ eine 

posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert. Die Observationsaufnahmen seien 

nicht verwertbar. Sollten diese dennoch verwendet werden dürfen, sei zu beachten, 

dass die Aufnahmen einzig zeigten, wie sie mit ihrem Ehemann einkaufen gegangen sei 

und einmal das Hallenbad aufgesucht habe. Sie habe nie geltend gemacht, dass sie 

keinen Aktivitäten mehr nachgehen könne. Entsprechend sei sie auch noch zu 50% 

erwerbstätig – 40% bei der B.___ und 10% bei der C.___. Mit Ausnahme der Gutachter 

hätten alle involvierten Ärzte eine Arbeitsfähigkeit von 50% attestiert. Bevor das 

Gutachten vorgelegen habe, sei auch der RAD dieser Ansicht gewesen. Es sei deshalb 

von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen.

B.a. 

Die Beschwerdegegnerin beantragte die Abweisung der Beschwerde (act. G 4). 

Zur Begründung führte sie im Wesentlichen an, das Gutachten des ABI sei 

beweiskräftig, weil auf es trotz der Lücken im psychiatrischen Teilgutachten insgesamt 

B.b. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/28

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abgestellt werden könne. Die Beschwerdeführerin habe zudem keine konkreten Gründe 

geliefert, um die Zuverlässigkeit des Gutachtens in Zweifel zu ziehen. In Bezug auf die 

Frage, ob das Observationsmaterial aus dem IV-Verfahren des Ehemannes der 

Beschwerdeführerin verwendet werden könne, sei massgebend, ob Zufallsfunde 

verwertbar seien. Es sei als normaler Lebensumstand zu verstehen, dass die 

Beschwerdeführerin als Ehefrau der Zielperson auch von den 

Überwachungsmassnahmen erfasst werden könne. Des Weiteren seien sämtliche von 

der bundesgerichtlichen Rechtsprechung geforderten Elemente betreffend die 

Verwertbarkeit von Observationsmaterial – das Bestehen eines Anfangsverdachts, das 

Aufnehmen von unbeeinflussten Handlungen des Versicherten im öffentlichen Raum 

und keine systematische oder ständige Überwachung – erfüllt gewesen. Ein 

Anfangsverdacht habe vorgelegen, weil die Beschwerdeführerin in der Begutachtung 

durch das AEH im Rahmen der Durchführung der EFL erhebliche Inkonsistenzen, eine 

fragliche Leistungsbereitschaft und eine undifferenzierte Schmerzbeschreibung zur 

Schau gestellt habe. Die Prüfung der Standardindikatoren gemäss BGE 141 V 281 

habe ergeben, dass die Schwere und das Ausmass des Krankheitsgeschehens als 

nicht gravierend bezeichnet werden könnten. Der Anspruch auf eine IV-Rente sei damit 

zu Recht verneint worden.

Die Beschwerdeführerin machte in ihrer Replik vom 21. August 2018 im 

Wesentlichen ergänzend geltend (act. G 11), sie sei vom 12. Juni 2018 bis zum 9. Juli 

2018 erneut in der Klinik H.___ hospitalisiert gewesen. Seit dem Austritt befinde sie 

sich in Behandlung im J.___. Aufgrund der kurzen Behandlungsdauer habe noch kein 

Bericht erstellt werden können. Die Ärzte der Klinik H.___ hätten neben den bekannten 

somatischen Erkrankungen sowohl eine rezidivierende depressive Störung, 

gegenwärtig mittelgradige Episode, als auch eine posttraumatische Belastungsstörung 

diagnostiziert. Aufgrund dieser Beurteilung hätten sie bis zum 9. Juli 2018 eine volle 

Arbeitsunfähigkeit attestiert und einen anschliessenden stufenweisen Einstieg mit einer 

40%igen Arbeitsfähigkeit empfohlen. Die von der Beschwerdegegnerin vorgebrachten 

Inkonsistenzen hätten keine Relevanz. Die Inkonsistenzen seien vom 

rheumatologischen Gutachter festgestellt worden. Die Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit bestehe aber vor allem aufgrund der psychischen Probleme. 

Insbesondere könne aufgrund dieser angeblichen Inkonsistenzen kein 

B.c. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/28

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Erwägungen

1.

Die Beschwerdegegnerin hat mit der angefochtenen Verfügung vom 4. Januar 2018 

einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin bei einem IV-Grad von 9% verneint. 

Strittig ist somit, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Invalidenrente hat.

2.  

Anfangsverdacht, welcher die Verwendung der Observationen zuliesse, begründet 

werden. Die von der Beschwerdegegnerin geltend gemachten, wahrheitswidrigen 

Angaben basierten auf einer einzigen Aussage, nämlich dass sie erwähnt haben solle, 

die Fachärzte des K.___ hätten eine volle IV-Berentung empfohlen; im Bericht hätten 

die Fachärzte aber davon abgeraten. Was die Fachärzte genau gesagt hätten, sei 

unklar. Es sei ohne weiteres möglich, dass es zu einem Missverständnis gekommen 

sei. Einzig aus diesem Grund Inkonsistenzen in Bezug auf den Gesundheitszustand zu 

begründen, sei nicht haltbar. Die Beschwerdeführerin legte den Austrittsbericht der 

Klinik H.___ vom 7. August 2018 bei (act. G 11.1). Die Fachärzte hatten darin die von 

der Beschwerdeführerin genannten Diagnosen angegeben. In Bezug auf die 

Arbeitsfähigkeit hatten sie für die Zeit nach dem 9. Juli 2018 einen stufenweisen 

Einstieg bei einer 40%igen Arbeitsfähigkeit mit einer sukzessiven und 

belastungsangepassten Erhöhung empfohlen. Sie hatten ausgeführt, die 

Beschwerdeführerin sei im Zustand einer rezidivierenden depressiven Störung, 

gegenwärtig mittelgradige Episode, in die Klinik eingetreten. Im Verlauf habe eine 

Stabilisierung des psychischen Zustandsbildes erzielt werden können. Die erzielten 

Fortschritte seien aber noch fragil und die Beschwerdeführerin sei weiterhin reduziert 

belastbar gewesen.

Die Beschwerdegegnerin machte in der Duplik ergänzend geltend (act. G 13), die 

Rügen der Beschwerdeführerin verfingen nicht. Sie habe bislang keine konkreten 

Indizien vorgebracht, die gegen die Zuverlässigkeit des Gutachtens sprechen würden.

B.d. 

Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die 

ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht 

durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten 

2.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/28

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3.

Vorab ist zu prüfen, ob die Bemessung des Invaliditätsgrades der Beschwerdeführerin 

anhand eines reinen Einkommensvergleichs (Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG) 

oder anhand der sog. gemischten Methode mit einer Teilerwerbstätigkeit und einer 

Tätigkeit im Aufgabenbereich (Art. 28a Abs. 3 IVG i.V.m Art. 27  IVV) zu erfolgen hat. 

Die Beschwerdegegnerin hat in der Verfügung vom 4. Januar 2018 die sog. gemischte 

Methode angewandt. Sie hat dies damit begründet, dass die Beschwerdegegnerin bis 

zum Zeitpunkt der IV-Anmeldung zu 90% erwerbstätig und zu 10% im Haushalt tätig 

gewesen sei. Sie hat damit an den status quo angeknüpft. Zu klären wäre aber 

gewesen, wie hoch die Erwerbsquote der Beschwerdeführerin ohne gesundheitliche 

Beeinträchtigung gewesen wäre, ob sie also zu 90% erwerbstätig oder aber 

oderverbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses 

Jahres zu mindestens 40% invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende 

oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG, SR 

830.1). Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, 

geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 

und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten 

auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich 

durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen, 

das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares 

Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, 

wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Bei nicht erwerbstätigen 

Versicherten, die im Aufgabenbereich tätig sind und denen die Aufnahme einer 

Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, wird für die Bemessung der Invalidität 

in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, 

sich im Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28a Abs. 2 IVG; sog. Betätigungsvergleich). 

Bei Versicherten, die teilweise erwerbstätig und teilweise im Aufgabenbereich tätig 

sind, wird der Invaliditätsgrad für beide Bereiche nach der jeweiligen Methode 

berechnet; die Teilinvaliditätsgrade werden nach den Anteilen der Bereiche "gewichtet" 

und dann addiert (sog. gemischte Methode; Art. 28a Abs. 3 IVG).

2.2. 

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/28

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vollerwerbstätig gewesen wäre. Die Beschwerdeführerin leidet an der McArdle-

Erkrankung. Diese ist genetisch bedingt (vgl. IV-act. 3), was bedeutet, dass die 

Beschwerdeführerin seit der Geburt an dieser Krankheit leidet. Damit besteht die 

Möglichkeit, dass sie bereits vor der IV-Anmeldung als Folge der 

Gesundheitsbeeinträchtigung nur zu 90% einer Erwerbstätigkeit nachgegangen sein 

könnte. Im Fragebogen betreffend Erwerbstätigkeit / Haushalt hat die 

Beschwerdeführerin die entsprechende Frage unbeantwortet gelassen. Die 

Beschwerdegegnerin ist dem nicht weiter nachgegangen, womit sie ihre 

Untersuchungspflicht (Art. 43 Abs. 1 ATSG) verletzt hat. Die Angelegenheit ist deshalb 

zur Klärung der Statusfrage an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

4.

Die Beschwerdegegnerin ist beim Einkommensvergleich zur Ermittlung des 

Invaliditätsgrades im Erwerbsteil davon ausgegangen, dass die Tätigkeit der 

Beschwerdeführerin in der Wäscherei als Validenkarriere zu qualifizieren sei. Die 

Beschwerdeführerin hat in ihrem Heimatland jedoch eine Ausbildung zur 

Dentalassistentin absolviert. Damit besteht die Möglichkeit, dass sie in der Schweiz als 

Dentalassistentin hätte tätig sein können, womit diese Erwerbstätigkeit als 

Validenkarriere in Frage käme. Die Beschwerdegegnerin hat deshalb – wohl unter 

Beizug ihrer Berufsberatung – zu klären, ob die Beschwerdeführerin in der Schweiz 

eine Tätigkeit als Dentalassistentin hätte ausüben können. Die Angelegenheit ist 

deshalb auch zur weiteren Abklärung des für die Wahl der Validenkarriere 

massgebenden Sachverhalts an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

5.  

Um das zumutbare Invalideneinkommen ermitteln zu können, muss der 

verbliebene Arbeitsfähigkeitsgrad der Beschwerdeführerin mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststehen. Die Beschwerdegegnerin hat dazu die 

ABI GmbH mit der Erstellung eines polydisziplinären Gutachtens (internistisch, 

psychiatrisch, rheumatologisch und neurologisch) beauftragt. Im Gutachten vom 

3. April 2017 ist ausgeführt worden, die Beschwerdeführerin sei in der angestammten 

Tätigkeit in der Wäscherei wie auch in anderen, körperlich leichten bis mittelschweren 

Tätigkeiten zu 60% arbeits- und leistungsfähig. Eine angepasste, körperlich leichte und 

wechselbelastende Tätigkeit ohne repetitive Körperbewegungen sei mit 80%iger 

Arbeits- und Leistungsfähigkeit möglich. Diese Arbeitsfähigkeit könne in einem 

ganztägigen Pensum mit etwas vermehrten Pausen verwertet werden. Diese 

Einschätzung gelte seit der Diagnosestellung der Myopathie im Juni 2014. Möglich sei, 

5.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/28

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dass kurzzeitig eine höhere Arbeitsunfähigkeit durch eine depressive Phase bestanden 

habe. Eine längere depressive Episode mit höherer Arbeitsunfähigkeit könne aber nicht 

bestätigt werden. Aufgrund der somatischen Befunde habe sich bei den 

Haushaltsarbeiten keine wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ergeben. Die 

schweren Arbeiten im Haushalt könnten nämlich individuell angepasst mit Pausen 

verrichtet werden. Strittig und im Folgenden zu prüfen ist, ob dem Gutachten voller 

Beweiswert zukommt, ob es also die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin mit dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit belegt.

Ein Gutachten hat vollen Beweiswert, wenn es für die streitigen Belange 

umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden 

berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der 

Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen Situation 

einleuchtet und wenn die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (BGE 125 V 

352, E. 3a). Notwendig ist zudem, dass der psychiatrische Gutachter die vom 

Bundesgericht in Bezug auf anhaltende somatoforme Schmerzstörungen und 

vergleichbare psychosomatische Leiden aufgestellten und später auf alle psychischen 

Erkrankungen, insbesondere auf leichte bis mittelschwere depressive Störungen, 

anwendbar erklärten Standardindikatoren berücksichtigt hat (vgl. BGE 141 V 281; 143 

V 409 und 143 V 418).

5.2. 

Die Beschwerdeführerin leidet an der McArdle-Erkrankung (Glykogenose Typ V, IV-

act. 3). Die McArdle-Erkrankung zählt zu den seltenen Krankheiten (orphan disease) 

und wird durch eine Mutation des PYGM-Gens verursacht (IV-act. 3). Den Patienten 

fehlt das Enzym Myophosphorylase oder sie leiden an einem Mangel daran, womit eine 

rasche Bereitstellung von Energie durch die Glykolyse für die Skelett-Muskulatur nicht 

möglich ist (IV-act. 4). Die Beschwerdeführerin hat mehrfach angegeben, sie leide – 

nebst weiteren Beschwerden wie Muskel-, Gelenk- und Kopfschmerzen sowie 

Durchschlafstörungen – an einer chronischen Erschöpfbarkeit und an Müdigkeit (vgl. 

beispielsweise IV-act. 3, 4, 22-7, 27, 40-7). Sie hat dies auch den Gutachtern der ABI 

GmbH gegenüber kommuniziert (IV-act. 72-7, 72-8, 72-16, 72-24). Der neurologische 

Gutachter hat festgehalten (IV-act. 72-24), bei der vorliegenden Muskelerkrankung 

könne von einer gewissen Belastungsintoleranz ausgegangen werden. Im Rahmen der 

Würdigung des Berichts von Dr. F.___ vom 23. November 2015 (Dr. F.___ hatte 

angegeben, die Beschwerdeführerin könne täglich nicht mehr als drei bis vier Stunden 

arbeiten, dies vor allem wegen der metabolischen Myopathie, welche zu Müdigkeit und 

zur raschen Ermüdbarkeit führe) hat er zudem ausgeführt, die von Dr. F.___ erwähnte 

Müdigkeit sei kein typisches Symptom der McArdle-Erkrankung. Im Übrigen hat er sich 

5.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/28

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vorwiegend mit den Schmerzen der Beschwerdeführerin auseinandergesetzt und 

festgehalten, dass ein Mischbild zwischen einer unspezifischen generalisierten 

Schmerzsymptomatik (Fibromyalgie-Syndrom) und gewissen Einschränkungen 

aufgrund der Muskelerkrankung vorliege. Auch der rheumatologische Gutachter hat 

sich primär mit den Schmerzen der Beschwerdeführerin befasst. Er hat aufgrund einer 

leichten Haltungsinsuffizienz bei einer muskulären Dekonditionierung ein chronisches 

zervikoskapuläres Schmerzsyndrom diagnostiziert. Des Weiteren hat er festgehalten, 

unter Berücksichtigung der angegebenen Ganzkörperschmerzen, der Müdigkeit, der 

Leistungsintoleranz, des zum Teil nicht erholsamen Schlafs und der 

Konzentrationsstörungen seien die Fibromyalgie-Kriterien erfüllt. Diskutiert werden 

könne, ob eine sekundäre Fibromyalgie im Rahmen der metabolischen Myopathie 

diagnostiziert werden könne. Gestützt darauf hat er einen Verdacht auf ein 

Fibromyalgie-Syndrom diagnostiziert (differentialdiagnostisch sekundäre Fibromyalgie 

im Rahmen der metabolischen Myopathie). Er hat damit offengelassen, ob die von der 

Beschwerdeführerin beklagte Müdigkeit ein Symptom der McArdle-Erkrankung ist und 

zu einer objektivierbaren Einschränkung des funktionellen Leistungsvermögens geführt 

hat. Dem Bericht der Fachärzte des K.___ vom 17. März 2014 ist demgegenüber zu 

entnehmen (IV-act. 4), dass die Muskelbiopsie zur Klärung des Verdachts auf eine 

metabolische Myopathie bei klinisch chronischer Erschöpfbarkeit und Müdigkeit 

durchgeführt worden ist. Dies lässt darauf schliessen, dass die Müdigkeit zu den 

Symptomen der McArdle-Erkrankung zählt. Des Weiteren hat die Beschwerdeführerin 

einen Fachartikel von Dr. Monika Weingartz eingereicht. Dr. Weingartz hat darin 

festgehalten, charakteristisch für die McArdle-Erkrankung seien eine rasche 

Ermüdbarkeit und eine Belastungsintoleranz. Zu den typischen Symptomen zählten 

unter anderem eine chronische Fatigue (Dr. Monika Weingartz, Morbus McArdle – eine 

selten erkannte Krankheit, Ars Medici 18/2016, S. 806 ff., act. G 1.1.5). Schliesslich ist 

auf die auf dem Portal www.orpha.net (Portal für seltene Krankheiten und orphan 

drugs) publizierten Informationen zu verweisen, wonach eine Fatigue zu den 

gelegentlich auftretenden klinischen Symptomen der Glykogenose Typ V, also der 

McArdle-Erkrankung, zählt (https://www.orpha.net/consor/cgi-bin/

Disease_HPOTerms.php?lng=DE&data_id= 

17&Typ=Pat&diseaseType=Pat&from=rightMenu, zuletzt besucht am 26. März 2020). 

Aus der Sicht eines medizinischen Laien könnten die Angaben des neurologischen und 

des rheumatologischen Gutachters unter Umständen unzutreffend gewesen sein, da 

die Müdigkeit bei gewissen Patienten offenbar ein Symptom der McArdle-Erkrankung 

ist. Damit besteht die Möglichkeit, dass die von der Beschwerdeführerin beklagte 

Müdigkeit auf die McArdle-Erkrankung zurückzuführen ist. Zu prüfen wäre also 

gewesen, ob die Müdigkeit im konkreten Einzelfall, das heisst in Bezug auf die 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 22/28

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Beschwerdeführerin, eine objektivierbare Symptomatik der McArdle-Erkrankung ist und 

ob diese einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin hat. Da es sich 

bei der McArdle-Erkrankung um eine seltene Erkrankung handelt, die spezifisches 

Fachwissen über diese Krankheit erfordert, hätten die Gutachter des ABI deshalb wohl 

eine medizinische Fachperson beiziehen müssen, die über dieses Fachwissen verfügt 

hätte. Das Gutachten der ABI GmbH weist somit aus der Sicht eines medizinischen 

Laien eine Lücke auf, da ein wesentlicher Teil des medizinischen Sachverhalts nicht 

abgeklärt worden ist. Das Gutachten der ABI GmbH ist also für die streitigen Belange 

nicht umfassend. Damit kann das Gutachten mit der darin angegebenen 

Arbeitsfähigkeitsschätzung keinen ausreichenden Beweiswert haben. Die Sache ist 

deshalb – nebst der Abklärung der Statusfrage und der Validenkarriere – auch zur 

ergänzenden Abklärung in somatischer Hinsicht an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen. Nach der Auffassung des Bundesgerichts ist die Rückweisung an die 

Beschwerdegegnerin in diesem Fall zulässig (vgl. BGE 137 V 264, E. 4.4.1.4, wonach 

eine Sache zurückgewiesen werden kann, wenn nur eine Ergänzung des Gutachtens 

nötig ist), zumal es nicht sinnvoll wäre, ein Gerichtsgutachten einzuholen und 

anschliessend die Sache zur weiteren Abklärung des nicht-medizinischen Sachverhalts 

an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

Der psychiatrische Gutachter hat eine leichte depressive Episode und eine 

anhaltende somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert. Wie der RAD-Arzt Dr. I.___ zu 

Recht festgehalten hat (IV-act. 73), hat der psychiatrische Gutachter die Haupt- und 

Nebensymptome einer depressiven Episode nach ICD-10 nicht vollständig 

dokumentiert. Es fehlen Angaben zu einem allfälligen Interessenverlust, zu 

Freudlosigkeit, zu Selbstwertgefühl/Selbstvertrauen, zu Gefühlen von Schuld/

Wertlosigkeit, zur Antriebslage und zum Appetit. Die Beschwerdegegnerin hätte 

deshalb beim psychiatrischen Gutachter eine ergänzende Stellungnahme einholen 

müssen. Warum der RAD-Arzt Dr. I.___ zur Auffassung gelangt ist, dass im Ergebnis 

dennoch auf das psychiatrische Teilgutachten abgestellt werden könne, hat er nicht 

begründet. Hinzu kommt, dass es für den psychiatrischen Gutachter angesichts der im 

neurologischen und im rheumatologischen Teilgutachten bestehenden Lücken kaum 

möglich gewesen sein dürfte abzuschätzen, ob die von der Beschwerdeführerin 

geklagten Beschwerden somatisch oder psychisch bedingt waren. Damit vermag seine 

Beurteilung nicht zu überzeugen. Auch diesbezüglich wird die Beschwerdegegnerin 

eine Gutachtensergänzung einholen müssen. Sie wird auch einen Bericht des J.___ 

einholen, das die Beschwerdeführerin vom 12. Juni bis zum 9. Juli 2018 behandelt hat 

(act. G 11). Möglicherweise ergeben sich daraus neue Erkenntnisse in Bezug auf die 

5.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 23/28

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vom psychiatrischen Gutachter mit einer kurzen Begründung verneinte Diagnose einer 

posttraumatischen Belastungsstörung.

Das rheumatologische und das psychiatrische Teilgutachten vermögen, wie 

nachfolgend aufgezeigt wird, auch aus weiteren Gründen nicht zu überzeugen.

5.5. 

Der rheumatologische Gutachter hat eine Inkonsistenz in Bezug auf eine Angabe 

der Beschwerdeführerin festgestellt. Er hat ausgeführt, die Beschwerdeführerin habe 

im Rahmen der Untersuchung gesagt, die Fachärzte des K.___ hätten ihr damals 

mitgeteilt, sie würden eine 100%ige IV-Berentung vorschlagen. Sie habe dies aber 

nicht gewollt, da sie zumindest in einem 50%igen Arbeitspensum habe weiterarbeiten 

wollen. Im Bericht des K.___ vom 22. August 2014 hätten die Fachärzte eine IV-

Anmeldung aber für problematisch erachtet. Der rheumatologische Gutachter hat 

festgehalten, dies weise auf eine Verdeutlichungstendenz hin. Was die Fachärzte der 

Beschwerdeführerin damals tatsächlich mitgeteilt haben, kann nicht mehr rekonstruiert 

werden. Möglicherweise hat ein Missverständnis vorgelegen. Aus diesem Widerspruch 

allein kann deshalb nicht auf ein Verdeutlichungsverhalten der Beschwerdeführerin 

geschlossen werden.

5.5.1. 

Der rheumatologische Gutachter hat des Weiteren aus den im Rahmen der 

Observation des Ehemannes der Beschwerdeführerin entstandenen Videoaufnahmen 

auf eine weitere Inkonsistenz geschlossen. Die Beschwerdeführerin ist auf einigen 

Videosequenzen in Alltagssituationen zu sehen: Beim Einsteigen in das und beim 

Aussteigen aus dem Auto als Beifahrerin, beim Gehen auf der Strasse, beim Einkaufen 

– die Einkäufe trägt der Ehemann zum Auto – und beim Tragen von drei kleinen 

Einkaufssäcken. Der rheumatologische Gutachter hat festgehalten, zu keinem 

Zeitpunkt hätten bei der Beschwerdeführerin spezifische physische Einschränkungen 

beobachtet werden können. Insgesamt sei von erheblichen Diskrepanzen in Bezug auf 

die von der Beschwerdeführerin subjektiv beklagten Einschränkungen bei den 

Alltagsverrichtungen auszugehen. Inwiefern hier zusätzlich von einer klaren 

bewusstseinsnahen Schmerzausweitung respektive einem Verdeutlichungsverhalten 

gesprochen werden müsse, sei nicht abschliessend festzustellen. Auch der 

psychiatrische Gutachter hat die Videoaufnahmen erwähnt und notiert, die 

Beschwerdeführerin sei recht aktiv gewesen. Zunächst ist zu klären, ob die 

Videosequenzen verwertbar sind. Diese sind nämlich im Rahmen einer Observation des 

Ehemannes der Beschwerdeführerin entstanden und damit als Zufallsfunde zu 

qualifizieren. Zufallsfunde, die rechtmässig auf dem ordentlichen Weg der 

Sachverhaltsermittlung hätten beschafft werden können, sind ohne Einschränkungen 

5.5.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 24/28

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verwertbar. Soweit eine rechtmässige Beschaffung nicht möglich war, ist im Rahmen 

einer Abwägung zwischen dem privaten Interesse an einem ordnungsgemässen 

Verfahren und dem öffentlichen Interesse an der Wahrheitsfindung über die 

Verwertbarkeit zu entscheiden (Patrick Krauskopf/Katrin Emmenegger/Fabio Babey, in: 

Bernhard Waldmann/ Philippe Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar zum 

Verwaltungsverfahrensgesetz [VwVG], 2. Aufl., Zürich 2016, N 203 ff. zu Art. 12). Im 

Zeitpunkt der Erstellung der Videosequenzen im November und Dezember 2014 hat für 

die Durchführung von verdeckten Observationen zur Verhinderung oder Aufdeckung 

von Missbräuchen beim Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung keine 

ausreichende gesetzliche Grundlage bestanden (vgl. BGE 143 I 384, E. 4). Die 

Aufnahmen sind somit unabhängig davon, dass sich die Observation nicht auf die 

Beschwerdeführerin bezogen hat, widerrechtlich erlangt worden. Eine rechtmässige 

Beschaffung dieses Beweismittels ist gar nicht möglich gewesen. Nach der Auffassung 

des Bundesgerichts sind Beweismittel, die im Rahmen einer rechtswidrig angeordneten 

Observation im öffentlich frei einsehbaren Raum gewonnen wurden, gestützt auf eine 

Abwägung zwischen privaten und öffentlichen Interessen verwertbar (BGE 143 I 384 ff., 

E. 5.1.1; Urteil des Bundesgerichts vom 3. Februar 2020, 8C_770/2019, E. 5.2). Dies 

gilt unabhängig von der Frage, ob die Observation objektiv geboten war oder nicht 

(Urteile des Bundesgerichts vom 16. Dezember 2019, 9C_308/2019, E. 2.1, und vom 

8. Februar 2019, 9C_561/2018 und 9C_631/2018, E. 5.2.2). Vorliegend ist die 

Beschwerdeführerin in einem Zeitraum von rund fünf Wochen an fünf Tagen während 

jeweils 15 Minuten bis zu acht Stunden bei Aktivitäten, die ausschliesslich im öffentlich 

frei einsehbaren Raum stattgefunden haben, (mit)beobachtet worden. Videosequenzen 

sind an drei Tagen angefertigt worden. Die Überwachung ist damit kurzzeitig und nicht 

systematisch erfolgt. Das Verhalten der Beschwerdeführerin ist von der 

Abklärungsperson nicht beeinflusst worden. Das öffentliche Interesse an der 

Verhinderung von Versicherungsmissbrauch überwiegt daher das private Interesse der 

Beschwerdeführerin am Recht auf Schutz der Privatsphäre. Die Interessenabwägung 

zur Beantwortung der Frage, ob die Videosequenzen als Zufallsfunde verwertbar sind – 

Abwägung des privaten Interesses an einem ordnungsgemässen Verfahren gegen das 

öffentliche Interesse an der Wahrheitsfindung – ist vorliegend identisch mit jener 

betreffend die Verwertbarkeit von widerrechtlich erlangten Observationsergebnissen. 

Die Videosequenzen (und der Abklärungsbericht der Beschwerdegegnerin vom 

2. Dezember 2016) sind damit verwertbar. Die Beschwerdeführerin hat geltend 

gemacht, mangels Anfangsverdacht hätte bei ihr keine Observation durchgeführt 

werden dürfen. Dementsprechend dürften die Videosequenzen, welche sie 

zufälligerweise zeigten, nicht verwendet werden. Ob gegen die Beschwerdeführerin ein 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 25/28

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Anfangsverdacht bestanden hätte, der eine (gegen sie direkt gerichtete) Observation 

gerechtfertigt hätte, ist irrelevant, denn Zufallsfunde sind definitionsgemäss auf einen 

Zufall und nicht auf einen entsprechenden, sich auf einen Anfangsverdacht stützenden 

Beweisbeschluss zurückzuführen. Deshalb kann das Kriterium des Anfangsverdachts 

hier keine Bedeutung haben. Massgebend ist in diesem Zusammenhang vielmehr, dass 

die Verwertbarkeit von widerrechtlich erlangten Observationsergebnissen nach der 

Auffassung des Bundesgerichts ausschliesslich gestützt auf eine Interessenabwägung 

zu beurteilen und deshalb im vorliegenden Fall zu bejahen ist. Zu prüfen bleibt, ob die 

Videosequenzen Beobachtungen zeigen, die zu den Angaben der Beschwerdeführerin 

in Widerspruch stehen. Dies ist nicht der Fall: Die Videosequenzen zeigen die 

Beschwerdeführerin beim Einsteigen in das und beim Aussteigen aus dem Auto als 

Beifahrerin, beim Gehen auf der Strasse, beim Einkaufen und beim Tragen von drei 

kleinen Einkaufssäcken. Die Beschwerdeführerin hat im Rahmen der gutachterlichen 

Untersuchung beispielsweise angegeben, sie fahre nicht immer selber mit dem Auto 

(IV-act. 72-10), verrichte Einkäufe (IV-act. 72-14), trage den Wäschekorb in den Keller 

und wieder hoch, wenn auch nicht mit schwerer Wäsche (IV-act. 72-14), spaziere nach 

der Arbeit eine Dreiviertelstunde nach Hause (IV-act. 72-16) und habe bei der Arbeit in 

der Wäscherei vor allem bei nicht-wechselbelastenden Tätigkeiten Beschwerden. Aus 

der Sicht eines medizinischen Laien ist deshalb nicht nachvollziehbar, wie der 

rheumatologische und der psychiatrische Gutachter aus diesen Videosequenzen auf 

Inkonsistenzen haben schliessen respektive sich in ihrer Beurteilung von diesen 

Aufnahmen haben leiten lassen können. Ihre Beurteilungen sind daher auch aus 

diesem Grund nicht überzeugend.

Die Beschwerdeführerin hat geltend gemacht, für die Arbeitsfähigkeitsschätzung 

sei auf die Berichte der behandelnden Ärzte abzustellen. Mit Ausnahme der Gutachter 

des ABI hätten alle involvierten Ärzte eine 50%ige Arbeitsfähigkeit attestiert. Die 

Berichte der behandelnden Ärzte vermögen die verbleibende Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin aber nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit zu belegen: Zum einen fehlt in den psychiatrischen Berichten – aus 

nachvollziehbaren Gründen, dienen diese doch einem therapeutischen Zweck – eine 

Auseinandersetzung mit den nach der Auffassung des Bundesgerichts anwendbaren 

Standardindikatoren. Zum anderen ist der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, 

dass die behandelnden Ärzte aufgrund ihrer auftragsrechtlichen Vertrauensstellung im 

Zweifel eher zugunsten ihrer Patienten auszusagen pflegen und dazu neigen, die 

pessimistischen Beschwerdeschilderungen ihrer Patienten als objektiv ausgewiesen zu 

qualifizieren (vgl. etwa BGE 125 V 353, E. 3b.cc).

5.6. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 26/28

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6.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Sache zur Abklärung der Statusfrage und 

der Validenkarriere sowie zur ergänzenden Abklärung der verbleibenden 

Arbeitsfähigkeit an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist. Für die Zeit vor dem 

Juni 2014 fehlt im Übrigen eine Arbeitsfähigkeitsschätzung vollständig. Da sich die 

Beschwerdeführerin im September 2014 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung angemeldet, die sechsmonatige Frist gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG 

also am 1. März 2015 abgelaufen ist, ist es relevant, ob das Wartejahr (vgl. Art. 28a 

Abs. 1 lit. b IVG) zu diesem Zeitpunkt erfüllt gewesen ist.

7.

Demnach ist die angefochtene Verfügung vom 4. Januar 2018 aufzuheben und die 

Sache ist zur Durchführung weiterer bzw. ergänzender Abklärungen und zur 

anschliessenden neuen Verfügung im Sinne der Erwägungen an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

8.  

Die Beschwerdeführerin hat geltend gemacht, als Invalideneinkommen sei das 

tatsächlich erzielte Einkommen heranzuziehen, da die angestammte Tätigkeit in der 

Wäscherei auch eine adaptierte Tätigkeit darstelle und da sie – entsprechend der 

50%igen Restarbeitsfähigkeit – weiterhin zu 50% arbeitstätig sei (40% bei der B.___ 

und 10% bei der C.___). Dazu ist festzuhalten, dass eine real ausgeübte Tätigkeit nur 

dann als Invalidenkarriere zu qualifizieren ist, wenn – kumulativ – der verbliebene 

Arbeitsfähigkeitsgrad voll ausgeschöpft wird, die Tätigkeit der Berufsausbildung 

entspricht und diese angemessen entlöhnt wird. Ist eine Tätigkeit als Hilfsarbeiterin 

zumutbar, muss das konkret erzielte Einkommen also mindestens gleich hoch wie der 

Zentralwert des Einkommens für eine Hilfsarbeiterin gemäss der Lohnstrukturerhebung 

des Bundesamts für Statistik sein. Ob diese Voraussetzungen vorliegend erfüllt sind, 

wird von der Beschwerdegegnerin nach der Durchführung der notwendigen 

ergänzenden Abklärungen zu beurteilen sein.

5.7. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in 

der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Praxisgemäss ist die 

Rückweisung an die Verwaltung zur weiteren Abklärung als volles Obsiegen der 

8.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 27/28

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Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 4. Januar 2018 

aufgehoben und die Sache wird zur weiteren Abklärung und zur anschliessenden 

Neuverfügung im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.

Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen; der 

Beschwerdeführerin zu werten (vgl. BGE 132 V 235, E. 6.1). Dementsprechend ist die 

Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. 

Der in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss wird der Beschwerdeführerin 

zurückerstattet.

Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Auch hier gilt, dass eine Rückweisung zur 

weiteren Abklärung als volles Obsiegen der Beschwerdeführerin zu betrachten ist. Die 

Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht 

auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des 

Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das 

Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (sGS 

963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Die Rechtsvertreterin der 

Beschwerdeführerin hat eine Honorarnote im Betrag von Fr. 3‘785.85 (inklusive 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) eingereicht. Sie hat geltend gemacht, aufgrund der 

seltenen Krankheit der Beschwerdeführerin sei der Aufwand im Vergleich zu einem 

durchschnittlichen Rentenfall leicht höher gewesen. Des Weiteren hat sie beantragt, 

zusätzlich zum geltend gemachten Honorar sei in Anwendung von Art. 29 der 

Honorarordnung die Mehrwertsteuer zu entschädigen. Tatsächlich belegen die 

Verfahrensakten aber nur einen durchschnittlichen Vertretungsaufwand für ein 

Beschwerdeverfahren betreffend eine Invalidenrente. Die eingereichte Honorarnote 

erweist sich daher als leicht übersetzt. Praxisgemäss spricht das Versicherungsgericht 

in Fällen wie dem vorliegenden eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- zu, 

mit der auch die Mehrwertsteuer abgegolten ist. Aus Gleichbehandlungsgründen ist die 

von der Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin zu leistende 

Parteientschädigung deshalb auf Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) festzusetzen.

8.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 28/28

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geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin 

zurückerstattet.

3.  

Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von 

Fr. 3'500.-- zu bezahlen.

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	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 05.05.2020
	Art. 7, 8 und 43 ATSG, Art. 28 IVG. Würdigung eines polydisziplinären Gutachtens. Rückweisung zur Abklärung der Statusfrage, der Validenkarriere sowie zu weiteren medizinischen Abklärungen und zur anschliessenden Neuverfügung. Verwertbarkeit von Videoaufnahmen der Beschwerdeführerin aus der Observation des Ehemannes bejaht (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 5. Mai 2020, IV 2018/61).

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		2025-07-19T03:57:08+0200
	"9001 St.Gallen"
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