# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b7adef43-2004-5ac1-a2a6-74e26032bac9
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-07-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.07.2023 F-1326/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-1326-2022_2023-07-17.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-1326/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 7 .  J u l i  2 0 2 3  

Besetzung 
 Richter Basil Cupa (Vorsitz), 

Richter Yannick Antoniazza-Hafner, 

Richter Daniele Cattaneo, 

Gerichtsschreiberin Nathalie Schmidlin. 
 

 
 

Parteien 
 A._______,  

Beschwerdeführer,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Einreiseverbot; 

Verfügung des SEM vom 18. Februar 2022. 

 

 

 

F-1326/2022 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer (geb. 1978, italienischer Staatsangehöriger) reiste 

am 12. Januar 2017 in die Schweiz ein und erhielt am 27. Juli 2017 eine 

Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA.  

B.  

Bis zum Jahr 2021 ergingen gegen den Beschwerdeführer folgende Verur-

teilungen: 

− Strafbefehl der Staatsanwaltschaft B._______ vom 12. April 2018: 

Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu Fr. 40.– (bedingt vollziehbar) und 

Busse von Fr. 300.– wegen Hausfriedensbruchs und geringfügigen 

Diebstahls; 

− Strafbefehl der Staatanwaltschaft C._______ vom 22. August 2018: 

Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu Fr. 40.– (bedingt vollziehbar) und 

Busse von Fr. 600.– wegen mehrfachen teilweise versuchten Dieb-

stahls, Sachbeschädigung (mehrfache Begehung), Hausfriedens-

bruchs (mehrfache Begehung) und Widerhandlung gegen das Per-

sonenbeförderungsgesetz vom 20. März 2009 (PBG, SR 745.1); 

− Strafbefehl des Ministère public D._______ vom 29. Oktober 2018: 

Freiheitsstrafe von 10 Tagen wegen Diebstahls; 

− Strafbefehl der Staatsanwaltschaft B._______ vom 13. Februar 

2020: Freiheitsstrafe von 50 Tagen und Busse von Fr. 600.– wegen 

Diebstahls, mehrfach versuchten Diebstahls, Hausfriedensbruchs, 

Missachtung der Ein- und Ausgrenzung gemäss Ausländer- und In-

tegrationsgesetz vom 16. Dezember 2005 (AIG, SR 142.20) und 

Widerhandlung gegen das PBG;  

− Strafbefehl mit Vereinigungsverfügung der E._______ vom 4. März 

2021: Freiheitsstrafe von 60 Tagen und Busse von Fr. 500.– wegen 

geringfügigen Erschleichens einer Leistung, Beschimpfung (mehr-

fache Begehung), Gewalt und Drohungen gegen Behörden und Be-

amte sowie Übertretung des Bundesgesetzes zum Schutz vor Pas-

sivrauchen vom 3. Oktober 2008 (PaRG, SR 818.31); 

F-1326/2022 

Seite 3 

− Strafbefehl des Untersuchungsrichteramtes F._______ vom 

22. Juni 2021: Freiheitsstrafe von 30 Tagen und Busse von 

Fr.  300.– wegen Tätlichkeiten und Hausfriedensbruchs; 

− Strafbefehl der Staatsanwaltschaft G._______ vom 16. Juli 2021: 

Busse von Fr. 100.– wegen Widerhandlung gegen das PBG. 

C.  

Am 14. November 2021 gewährte die Kantonspolizei H._______ dem Be-

schwerdeführer das rechtliche Gehör zur allfälligen Anordnung von Entfer-

nungs- und Fernhaltemassnahmen.  

D.  

Mit Strafbefehl vom 15. November 2021 verurteilte die Staatsanwaltschaft 

I._______ den Beschwerdeführer zu einer Freiheitsstrafe von 120 Tagen 

wegen Diebstahls und Missachtung der Ein- und Ausgrenzung gemäss 

AIG. 

E.  

Die Staatsanwaltschaft des Kantons J._______ sprach den Beschwerde-

führer mit Strafbefehlen vom 24. November 2021 und 1. Februar 2022 we-

gen Verletzung der An- und Abmeldepflicht gemäss AIG und mehrfacher 

Übertretung des Bundesgesetzes über die Betäubungsmittel und die psy-

chotropen Stoffe vom 3. Oktober 1951 (BetmG, SR 812.121) schuldig und 

verurteilte ihn je zu einer Busse von Fr. 100.–. 

F.  

Mit Verfügung vom 18. Februar 2022 wies das Migrationsamt des Kantons 

H._______ den Beschwerdeführer aus der Schweiz weg.  

G.  

Gleichentags erliess die Vorinstanz gegenüber dem Beschwerdeführer ein 

zweijähriges Einreiseverbot für die Schweiz und das Fürstentum Liechten-

stein, gültig vom 21. März 2022 bis 20. März 2024. Einer allfälligen Be-

schwerde entzog sie die aufschiebende Wirkung. 

H.  

Mit Eingabe vom 19. März 2022 erhob der Beschwerdeführer beim Bun-

desverwaltungsgericht Beschwerde und beantragte sinngemäss die Auf-

hebung der angefochtenen Verfügung. 

F-1326/2022 

Seite 4 

I.  

Mit Strafbefehl vom 12. April 2022 verurteilte die Staatsanwaltschaft 

K._______ den Beschwerdeführer zu einer Busse von Fr. 400.– wegen Wi-

derhandlung gegen das PBG. 

J.  

Am 25. April 2022 ersuchte der Beschwerdeführer sinngemäss um Wieder-

herstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde.  

K.  

Die Staatsanwaltschaft L._______ sprach den Beschwerdeführer mit Straf-

befehl vom 27. April 2022 der unrechtmässigen Aneignung und des illega-

len Aufenthalts schuldig und verurteilte ihn zu einer bedingten Freiheits-

strafe von 20 Tagen. 

L.  

Mit Vernehmlassung vom 2. Mai 2022 beantragte die Vorinstanz die Be-

schwerdeabweisung. 

M.  

Mit Zwischenverfügung vom 10. Mai 2022 wies das Bundesverwaltungs-

gericht das Gesuch um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung 

der Beschwerde ab.  

N.  

In der ergänzenden Vernehmlassung vom 28. März 2023 beantragte die 

Vorinstanz erneut die Beschwerdeabweisung. Der Beschwerdeführer liess 

sich nicht weiter zur Sache vernehmen.  

O.  

Aus organisatorischen Gründen wurde im Frühjahr 2023 anstelle der bis-

herigen Instruktionsrichterin der vorsitzende Richter im Spruchkörper auf-

genommen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Verfügungen des SEM, die ein Einreiseverbot nach Art. 67 AIG zum 

Gegenstand haben, unterliegen der Beschwerde an das Bundesverwal-

tungsgericht (Art. 112 Abs. 1 AIG i.V.m. Art. 31 ff. VGG). 

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Seite 5 

1.2 Das Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet 

sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt 

(Art. 37 VGG). 

1.3 Der Beschwerdeführer ist als Adressat der angefochtenen Verfügung 

zur Erhebung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die 

im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten 

(Art. 50 Abs. 1 und 52 Abs. 1 VwVG). 

2.  

Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 

von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-

messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-

lichen Sachverhaltes und, im Falle von Bundesbehörden, die Unangemes-

senheit gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht 

wendet im Beschwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an 

und ist nicht an die Begründung der Begehren gebunden (Art. 62 

Abs. 4 VwVG). Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage im Entscheid-

zeitpunkt (BVGE 2014/1 E. 2). 

3.  

3.1 Der Beschwerdeführer rügt sinngemäss eine Verletzung des rechtli-

chen Gehörs, da er – abgesehen anlässlich einer Verhaftung – keine Mög-

lichkeit gehabt habe, persönlich gegen die erhobenen Vorwürfe Stellung zu 

nehmen. 

3.2 Die Kantonspolizei H._______ gewährte dem Beschwerdeführer an-

lässlich einer Einvernahme am 14. November 2021 das rechtliche Gehör 

zu einer allfälligen Anordnung einer Fernhaltemassnahme. Der Beschwer-

deführer verzichtete dabei auf sein Äusserungsrecht. Damit wurde dem 

Recht auf vorgängige Anhörung (Art. 30 Abs. 1 VwVG) genüge getan. Eine 

Verletzung des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV) liegt nicht vor.  

4.  

Der Beschwerdeführer ist Staatsangehöriger Italiens und damit einer Ver-

tragspartei des Abkommens über die Freizügigkeit vom 21. Juni 1999 zwi-

schen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europä-

ischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits (Freizügig-

keitsabkommen, FZA, SR 0.142.112.681). Gemäss Art. 2 Abs. 2 AIG ist das 

ordentliche Ausländerrecht – bestehend aus dem AIG und seinen Ausfüh-

rungsverordnungen – nur soweit anwendbar, als das FZA keine abweich-

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Seite 6 

enden Bestimmungen enthält oder die Bestimmungen des ordentlichen 

Ausländerrechts günstiger sind.  

5.  

Die Vorinstanz kann nach Art. 67 Abs. 2 Bst. a AIG (in der hier anwendba-

ren, bis am 21. November 2022 gültig gewesenen Fassung vom 

18. Juni 2010 [AS 2010 5925]) Einreiseverbote gegenüber Ausländerinnen 

und Ausländern verfügen, die gegen die öffentliche Sicherheit und Ord-

nung in der Schweiz oder im Ausland verstossen haben oder diese gefähr-

den. Ein Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung liegt ins-

besondere vor bei einer Missachtung von gesetzlichen Vorschriften oder 

behördlichen Verfügungen (Art. 77a Abs. 1 Bst. a der Verordnung vom 

24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit [VZAE, 

SR 142.201]). Eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung 

ist gegeben, wenn konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass der Auf-

enthalt der betroffenen Person in der Schweiz mit erheblicher Wahrschein-

lichkeit zu einer Nichtbeachtung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung 

führt (Art. 77a Abs. 2 VZAE). Das Einreiseverbot wird (grundsätzlich) für 

eine Dauer von höchstens fünf Jahren verfügt (Art. 67 Abs. 3 AIG).  

6.  

6.1 Im Anwendungsbereich des Freizügigkeitsabkommens stellt ein Einrei-

severbot nach Art. 67 AIG eine Massnahme dar, welche die Ausübung ver-

traglich zugesicherter Rechte auf Freizügigkeit – hier des Rechts auf Ein-

reise (Art. 3 FZA i.V.m. Art. 1 Abs. 1 Anhang I FZA) – einschränkt. Solche 

Massnahmen sind gemäss Art. 5 Abs. 1 Anhang I FZA nur zulässig, wenn 

sie aus Gründen der öffentlichen Ordnung, Sicherheit und Gesundheit ge-

rechtfertigt sind (Ordre-Public-Vorbehalt). Die Konkretisierung des Ordre-

Public-Vorbehalts erfolgt durch die drei Richtlinien 64/221/EWG 

(ABl. Nr. L 56/850 vom 4.4.1964), 72/194/EWG (ABl. Nr. L 121/32 vom 

26.5.1972) und 75/35/EWG (ABl. Nr. L 14/14 vom 20.1.1975) in ihrer Fas-

sung zum Zeitpunkt der Unterzeichnung des Freizügigkeitsabkommens 

(Art. 16 Abs. 1 FZA i.V.m. Art. 5 Abs. 2 Anhang I FZA) und die vor diesem 

Zeitpunkt bestandene, einschlägige Rechtsprechung des Gerichtshofs der 

Europäischen Gemeinschaft (EuGH; Art. 16 Abs. 2 FZA). In diesem Sinne 

schränkt das Freizügigkeitsabkommen die Befugnisse nationaler Behör-

den bei der Handhabung ausländerrechtlicher Massnahmen wie des Ein-

reiseverbots ein. 

6.2 Art. 5 Abs. 1 Anhang I FZA setzt ausser der Störung der öffentlichen 

Ordnung und Sicherheit eine tatsächliche und hinreichend schwere Ge-

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fährdung voraus, die ein Grundinteresse der Gesellschaft berührt. Eine 

strafrechtliche Verurteilung darf dabei nur insofern zum Anlass einer Fern-

haltemassnahme genommen werden, als die ihr zugrundeliegenden Um-

stände ein persönliches Verhalten erkennen lassen, das eine gegenwärtige 

Gefährdung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit darstellt (Art. 3 Abs. 1 

und 2 der Richtlinie 64/221/EWG). Art. 5 Anhang I FZA steht damit Mass-

nahmen entgegen, die (allein) aus generalpräventiven Gründen verfügt 

werden. Es ist deshalb jeweils zu prüfen, ob im Einzelfall eine relevante, 

fortdauernde Rückfallgefahr besteht. Die Bejahung einer solchen setzt 

nicht voraus, dass die betroffene Person mit an Sicherheit grenzender 

Wahrscheinlichkeit wieder delinquieren wird. Ebenso wenig kann für die 

Verneinung einer Rückfallgefahr verlangt werden, dass überhaupt kein 

Restrisiko mehr besteht. Vielmehr kommt es auf die Prognose des künfti-

gen Wohlverhaltens an, ob der Ausländer in Zukunft die öffentliche Sicher-

heit und Ordnung stören wird. Je schwerer die befürchtete beziehungs-

weise vernünftigerweise absehbare Verletzung wichtiger Rechtsgüter 

wiegt, umso weniger ist die Möglichkeit eines Rückfalls freizügigkeitsrecht-

lich hinzunehmen (BGE 145 IV 364 E. 3.5.2; 139 II 121 E. 5.3). 

7.  

7.1 Aktenkundig ist, dass der Beschwerdeführer in der Schweiz wiederholt 

straffällig wurde (siehe Bst. B., D., E., I. und K. hiervor). Des Weiteren ver-

übte er auch im Ausland zahlreiche Straftaten. Diesbezüglich lässt sich 

dem (…) Strafregisterauszug vom 1. Juni 2022 entnehmen, dass er von 

2002 bis 2020 in M._______, N._______, O._______ und P._______ ins-

gesamt 16 Verurteilungen erwirkt hat. Mit seiner wiederholten Straffälligkeit 

hat er zweifellos gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung verstossen. 

Die Voraussetzungen zur Verhängung einer Fernhaltemassnahme nach 

Art. 67 Abs. 2 Bst. a AIG sind somit erfüllt. 

7.2 Hinsichtlich der Frage, ob vom Beschwerdeführer eine nach dem FZA 

vorausgesetzte Rückfallgefahr (siehe E. 6.2 hiervor) ausgeht, ist zu beach-

ten, dass er bereits als junger Erwachsener straffällig wurde. Später delin-

quierte er in regelmässigen Abständen weiter und erwirkte unter anderem 

Verurteilungen wegen vorsätzlicher Körperverletzung, Diebstahl, Hausfrie-

densbruch und Drohungen. Die meisten der durch ihn begangenen Straf-

taten richteten sich zwar gegen das Vermögen. Er beging aber auch Delikte 

gegen Leib und Leben (Körperverletzung und Tätlichkeit) und gegen die 

Freiheit (Drohungen) und liess sich weder durch hängige Strafverfahren 

noch Verurteilungen von weiterer Delinquenz abhalten. Sein Verhalten 

über viele Jahre hinweg lässt auf eine nicht zu unterschätzende kriminelle 

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Seite 8 

Energie schliessen und zeugt von einer erheblichen Geringschätzung ge-

genüber der Rechtsordnung. Des Weiteren lassen die Versuche der Recht-

fertigung seiner Taten anlässlich der polizeilichen Einvernahmen (indem er 

ausführt, er sei zum Tatzeitpunkt stark alkoholisiert gewesen oder seine 

Mittäter beschuldigt) auf eine mangelnde Einsicht in das begangene Un-

recht schliessen. Folglich ist das im Rahmen des FZA geforderte Rückfall-

risiko zu bejahen. 

7.3 Insgesamt berechtigt die wiederholte Delinquenz des Beschwerdefüh-

rers zur Annahme, dass von ihm eine gegenwärtige, tatsächliche und hin-

reichend schwere Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung aus-

geht, weshalb die Verhängung eines Einreiseverbots nach Art. 5 Abs. 1 An-

hang I FZA grundsätzlich gerechtfertigt ist. 

8.  

8.1 Zu prüfen bleibt die Verhältnismässigkeit der Fernhaltemassnahme. 

Sowohl in Anwendung des FZA als auch von Art. 5 Abs. 2 BV und 

Art. 96 AIG muss die im konkreten Einzelfall vorgenommene Abwägung 

der öffentlichen und privaten Interessen die Fernhaltemassnahme als den 

Umständen angemessen erscheinen. Dabei sind neben der Schwere des 

Verschuldens auch die persönliche Situation des Ausländers, sein Integra-

tionsgrad, die Dauer seines Aufenthalts in der Schweiz sowie die Nachteile, 

die er und seine Familie bei Anwendung der strittigen Massnahme erleiden 

müssten, zu berücksichtigen (BGE 139 II 121 E. 6.5.1). 

8.2 Vom Beschwerdeführer geht bei einer Gesamtbetrachtung seines 

strafrechtlichen Leumunds eine hinreichend schwere Gefährdung der 

öffentlichen Sicherheit und Ordnung aus (siehe E. 7 hiervor). Das 

öffentliche Interesse an seiner Fernhaltung ist als erheblich einzustufen.  

8.3 Als privates Interesse am Aufenthalt in der Schweiz führt der Beschwer-

deführer an, er habe eine Zusicherung für eine Anstellung in einem Res-

taurant im Kanton J._______. Einen entsprechenden Nachweis vermochte 

er jedoch nicht beizubringen. Soweit ersichtlich hat er keine besonderen 

Verbindungen zur Schweiz. Vor diesem Hintergrund wiegt sein privates In-

teresse, ungehindert in die Schweiz einreisen zu können, gering. 

8.4 Die Dauer des gegen den Beschwerdeführer erlassenen zweijährigen 

Einreiseverbots ist nach Abwägung der sich gegenüberstehenden Interes-

sen und unter Berücksichtigung der Praxis in ähnlich gelagerten Fällen ver-

hältnismässig (vgl. bspw. Urteile des BVGer F-5081/2021 vom 31. Oktober 

2022 [2-jähriges FZA-Einreiseverbot wegen Erschleichung eines Aufent-

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Seite 9 

haltstitels und SVG-Delikten, u.a. grobe Verletzung von Verkehrsregeln]; 

F-2683/2020 vom 5. Juli 2021 [13-monatiges FZA-Einreiseverbot wegen 

Diebstahls, Fahrens eines Motorfahrzeugs in alkoholisiertem Zustand, ge-

setzeswidriger Verwendung von Kreditkarten und Drohung im Ausland so-

wie zwei polizeilichen Interventionen ohne strafrechtliche Konsequenzen 

in der Schweiz]). 

9.  

Folglich ist die angefochtene Verfügung von Bundesrechts wegen (Art. 49 

VwVG) nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

10.  

Angesichts des Verfahrensausgangs sind die Kosten in der Höhe von 

Fr.  1’000.– dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 

Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über 

die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]). Sie sind durch den geleisteten Kostenvorschuss 

gedeckt. 

 

(Dispositiv: nachfolgende Seite) 

  

F-1326/2022 

Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 1'000.–  werden dem Beschwerdeführer 

auferlegt. Sie sind durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss 

gedeckt.  

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer und die Vorinstanz. 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Basil Cupa Nathalie Schmidlin 

 

  

F-1326/2022 

Seite 11 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Frist ist 

gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim 

Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen 

Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Ver-

tretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift ist in 

einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung 

mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der ange-

fochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerde-

führende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

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