# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 92dcc094-7027-5172-97f4-12d3aee7af88
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-01-10
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Zivilkammern 10.01.2012 ZK 2011 330
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_001_ZK-2011-330_2012-01-10.pdf

## Full Text

ZK 11 330, publiziert  März 2012

Entscheid der 2. Zivilkammer des Obergerichts des Kantons Bern

vom 10. Januar 2012

Besetzung

Oberrichter Bähler (Referent), Oberrichterin Apolloni Meier und Oberrichter Messer
Gerichtsschreiber Sarbach

Verfahrensbeteiligte

A.,
vertreten durch Fürsprecher X.
Beklagte/Berufungsklägerin

gegen

B. AG,
vertreten durch Rechtsanwalt Y.
Klägerin/Berufungsbeklagte

Gegenstand

Werkvertrag Immobilie

Berufung gegen den Entscheid des Regionalgerichts Emmental-Oberaargau vom 25. Januar 
2011

Regeste:
 Art. 33 Abs. 2 OR, Art. 33 Abs. 3 OR. Auslegung einer Vollmacht im Einzelfall. 

Stillschweigende Vollmachtskundgabe.
 Mit dem Auftrag des Architekten ist stillschweigend eine Vollmacht verbunden, deren 

Umfang von dem zu besorgenden Geschäft abhängt, wobei Handelsübung, 
Gewohnheiten und bekannte Verhältnisse die genauere Umgrenzung ergeben. Die 
Vollmacht des Architekten gilt deshalb grundsätzlich, d.h. vorbehältlich anderslautender 
Vereinbarung im Einzelfall, als Gattungsvollmacht.

 Die Vollmachtskundgabe kann auch stillschweigend oder sogar durch passives Verhalten 
(Dulden, Unterlassen) erfolgen, sofern zusätzliche vom "Vertretenen" gesetzte Umstände 
vorliegen, die den Dritten berechtigen, auf eine Vollmacht zu schliessen. Massgebend für 
den Bestand und den Umfang der Kundgabe ist das Vertrauensprinzip.

 Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung zum kaufmännischen Verkehr begründet 
Art. 33 Abs. 3 OR eine Verkehrsschutzregelung des Inhalts, dass nach Massgabe des 

Vertrauensschutzes der Vertretene und nicht der Geschäftsgegner das Risiko fehlender 
Vollmacht trägt. Dieselben Überlegungen sind auch im Baugeschäft anzuwenden.

Redaktionelle Vorbemerkungen:
Die Berufungsklägerin A. realisierte eine Wohnüberbauung. Dazu zog sie den Architekten C. 
bei. Noch vor bzw. während dem Bau verkaufte sie die Wohnungen des Zweifamilienhauses 
an die Käufer D. und E. Beide Kaufverträge enthalten eine Klausel (Ziff. 16), wonach 
individuelle und zusätzliche Ausbauwünsche sowie allfällige Abweichungen gegenüber dem 
Bau- und Wohnungsbeschrieb der Verkäuferschaft oder deren Vertreter schriftlich 
bekanntzugeben und von dieser schriftlich zu bestätigen sind. Bestandteil der Kaufverträge 
bilden Baubeschriebe, welche vorsehen, dass in der Wohnung im Obergeschoss für Dusche, 
WC und Sauna und in der Wohnung im Untergeschoss für Duschen und WC Keramikplatten 
verwendet werden.

Der Kostenvoranschlag der Wohnüberbauung enthält Glas-Arbeiten, die gesamthaft mit 
CHF 28'900.00 budgetiert sind. Die Berufungsbeklagte B. AG führte auf Bestellungen von 
Architekt C. hin diverse Glas-Arbeiten aus. Sie erbrachte Arbeiten im Rahmen der 
Baubeschriebe, aber auch Arbeiten in Abweichung oder zusätzlich zu den Baubeschrieben. 
Sämtlicher Geschäftsverkehr der Berufungsbeklagten B. AG lief mit Architekt C. ab; mit der 
Berufungsklägerin A. hatte sie keinen direkten Kontakt. Für ihre Glas-Arbeiten stellte die 
Berufungsbeklagte B. AG Rechnungen von insgesamt CHF 69'934.95. Damit wurde der 
Kostenvoranschlag massiv überschritten. Die Berufungsklägerin A. bezahlte insgesamt 
CHF 41'827.95. Umstritten vor Obergericht war schliesslich noch ein Betrag von 
CHF 21'106.85, der auf Rechnungen für folgende Leistungen basierte: Wand- und 
Möbelverkleidung des Bades im Untergeschoss, Wandverkleidung von Sauna, WC und 
Dusche im Obergeschoss, Spiegel und Wandverkleidung von WC und Dusche im 
Obergeschoss und ein Treppengeländer (Rechnungen gemäss Klagebeilage [nachfolgend: 
KB] 20-23). Die Kammer erachtete es in tatsächlicher Hinsicht als erstellt, dass der Architekt 
C. diese Leistungen im Namen der Berufungsklägerin A. bestellt hatte.

Auszug aus den Erwägungen:

I. Prozessgeschichte

(...)

II. Formelles

(...)

III. Sachverhalt und Beweiswürdigung

(...)

IV. Rechtliches

1. In rechtlicher Hinsicht stellt sich als Erstes die Frage, ob die Berufungsklägerin durch 
diese Bestellung von Architekt C. verpflichtet worden ist, weil sie ihn als ihren Vertreter 
dazu bevollmächtigt hat.

1.1. Ein Vertreter kann mit rechtserheblicher Wirkung für den Vertretenen handeln, 
sofern das Rechtsgeschäft nicht vertretungsfeindlich ist, der Vertreter urteilsfähig ist, 
er in fremdem Namen handelt und Vertretungsmacht innehat. In der Folge wirkt das 
Rechtsgeschäft unmittelbar für und gegen den Vertretenen. Die Vertretungsmacht 
kann sich aus Rechtsgeschäft (Vollmacht) oder Gesetz ergeben (vgl. SCHWENZER, 
OR AT, 5. A., Bern 2009, N. 41.01 ff.).

Vorliegend hatte die Berufungsklägerin Architekt C. bei der Realisierung der 
Wohnüberbauung beigezogen und ihn als ihren Vertreter eingesetzt (vgl. E. III./1. 
vorne). Von den genannten Voraussetzungen der Stellvertretung ist allein fraglich, 
ob Architekt C. zum Abschluss der Werkverträge, die zu den Rechnungen gemäss 
KB 20-23 führten, bevollmächtigt war.

1.2. Ist die Vollmacht durch Rechtsgeschäft eingeräumt, so beurteilt sich ihr Umfang 
nach dessen Inhalt (vgl. Art. 33 Abs. 2 OR). Der Vertretene kann die Vollmacht 
örtlich, zeitlich oder sachlich einschränken. Eine Spezialvollmacht liegt vor, wenn 
dem Vertreter Vollmacht für ein einzelnes Geschäft erteilt wird. Eine 
Gattungsvollmacht liegt vor, wenn dem Vertreter Vollmacht für Geschäfte 
bestimmter Gattung erteilt wird. Eine Generalvollmacht liegt vor, wenn dem Vertreter 
Vollmacht für alle Geschäfte wirtschaftlicher Natur erteilt wird, die ein bestimmtes 
Vermögen betreffen (vgl. ZÄCH, Berner Komm. VI/1/2/2, Bern 1990, Art. 33 
N. 91 ff.).

Massgeblich für die Auslegung einer Vollmacht im Einzelfall ist das 
Vertrauensprinzip. Zu fragen ist demnach, wie eine vernünftige Person aus Sicht 
des Vertreters die Vollmacht nach Treu und Glauben verstehen durfte und musste 
(BSK OR I-WATTER, 5. A., Basel 2011, Art. 32 N. 17 und 22). Daneben können 
folgende besonderen Gesichtspunkte von Bedeutung sein: die Interessen des 
Vollmachtgebers, der Zweck der Vollmacht, das Grundverhältnis, eine allfällige 
Vollmachtsurkunde (vgl. ZÄCH, a.a.O., Art. 33 N. 114).

1.3. Das Grundverhältnis zwischen Bauherr und Architekt ist als Auftrag im Sinne von 
Art. 394 ff. OR zu qualifizieren. In diesem Auftrag ist auch die Ermächtigung zu den 
Rechtshandlungen enthalten, die zu dessen Ausführung gehören (vgl. Art. 396 
Abs. 2 OR). Mit dem Auftrag ist also stillschweigend auch eine Vollmacht 
verbunden, deren Umfang von dem zu besorgenden Geschäft abhängt, wobei 
Handelsübung, Gewohnheiten und bekannte Verhältnisse die genauere 
Umgrenzung ergeben (vgl. SCHWAGER, Der Architekt als Vertreter des Bauherrn, 
Baurecht 1980 S. 19 ff. [nachfolgend: SCHWAGER, Vertreter], S. 22). Die Vollmacht 
des Architekten gilt deshalb grundsätzlich, d.h. vorbehältlich anderslautender 
Vereinbarung im Einzelfall, als Gattungsvollmacht (vgl. ZÄCH, a.a.O., Art. 33 N. 94).

SCHWAGER führt dazu im Einzelnen Folgendes aus: Normalerweise wird ein 
Architekt als Fachmann für die Planung und Projektierung sowie für die Leitung und 
Überwachung der Bauausführung durch die Unternehmer beigezogen. Handlungen, 

welche direkt finanzielle Verpflichtungen begründen, behält sich der Bauherr im 
Normalfall selbst vor (vgl. SCHWAGER, Die Vollmacht des Architekten, in: 
Gauch/Tercier (Hrsg.), Das Architektenrecht, 3. A., Freiburg 1995, S. 254 ff. 
[nachfolgend: SCHWAGER, Vollmacht], Rz. 807). Die Vergabe von Bauleistungen an 
Unternehmer gehört somit grundsätzlich nicht zum Aufgabenbereich des 
Architekten. Der Architekt hat wohl die Unterlagen für den Kostenvoranschlag 
auszuarbeiten und soll auch als Berater des Bauherrn die Offerten der Unternehmer 
prüfen. Er ist auch ermächtigt, mit den Unternehmern Verhandlungen im Hinblick 
auf den Vertragsabschluss zu führen, und fertigt dann die Vertragsurkunden aus. 
Der Vertragsabschluss selbst bleibt jedoch dem Bauherrn vorbehalten. Dies gilt 
nicht etwa bloss für den internen Entscheid, wem die Bauarbeiten zur Ausführung 
zu übertragen seien: Vielmehr gibt auch der Bauherr selbst gegenüber dem 
Unternehmer die Vertragserklärung (Offerte oder Annahme einer Offerte) ab. Ohne 
ausdrückliche Vollmacht ist deshalb der Architekt nicht ermächtigt, namens des 
Bauherrn mit den Unternehmern Werkverträge abzuschliessen. Dies gilt selbst für 
die Vergabe von so genannten Zusatzarbeiten. Als solche gelten Erweiterungen der 
übertragenen Bauleistungen, denen nicht wegfallende Leistungen aus dem 
ursprünglichen Auftrag gegenüberstehen (z.B. zusätzlicher Einbau einer Dusche 
nebst dem bereits früher vorgesehenen Bad), wird doch damit ebenso eine neue 
Leistungspflicht begründet. Wie für den ursprünglichen (Haupt-)Auftrag steht der 
Vertragsabschluss auch hier ohne ausdrückliche Ermächtigung allein dem Bauherrn 
zu (SCHWAGER, Der Umfang der Architektenvollmacht, Baurecht 1990 S. 36 ff. 
[nachfolgend: SCHWAGER, Umfang], S. 37). Einzig im Rahmen von Planänderungen 
ist der Architekt zur Vergabe von Bauleistungen befugt. Als Planänderungen gelten 
Änderungen des Inhalts der Leistungspflicht des Unternehmers, indem an die Stelle 
einer im ursprünglichen Vertrag vereinbarten Leistung eine andere Leistung tritt. Zu 
den Planänderungen gehören auch Änderungen im Ausführungsstandard. Führen 
Planänderungen aber zu recht beträchtlichen Mehrkosten, haben sie mehr den 
Charakter von zusätzlichen Arbeiten, deren Bestellung die Vollmacht des 
Architekten nicht umfasst (vgl. SCHWAGER, Umfang, S. 38).

ZÄCH erklärt, dass die verkehrsübliche Vollmacht des Architekten positiv etwa auch 
die Vergabe von kleineren Bauleistungen umfasst, wenn der zu vergebende Auftrag 
geringfügig ist. Von der verkehrsüblichen Architektenvollmacht eher nicht gedeckt ist 
der Abschluss von relativ bedeutsamen Verträgen und das Erteilen von 
Zusatzaufträgen (vgl. ZÄCH, a.a.O., Art. 33 N. 94 mit weiteren Nachweisen).

1.4. Der Umfang (inkl. allfälliger Beschränkung) der Vollmacht ist von jener Partei zu 
beweisen, die sich darauf beruft (vgl. BSK OR I-WATTER, a.a.O., Art. 33 N. 36).

1.5. Vorliegend wurde das Verhältnis zwischen der Berufungsklägerin als Bauherrin und 
Architekt C. als Vertreter offenbar nicht explizit geregelt, jedenfalls sind weder eine 
Vollmachtsurkunde noch eine schriftliche Vereinbarung ihres Auftrags aktenkundig. 
Auszugehen ist deshalb davon, dass Architekt C von der Berufungsklägerin mit 
einer verkehrsüblichen Gattungsvollmacht ausgestattet worden ist. Zu bestimmen ist 
nun, wie diese Vollmacht verstanden werden durfte und musste.

Die Interessen der Berufungsklägerin als Vollmachtgeberin sind mit dem 
vorhandenen Kostenvoranschlag und den Baubeschrieben, die Bestandteil der 
beiden Kaufverträge zwischen der Berufungsklägerin und den Käufern sind, erstellt: 

Sie wollte die Wohnüberbauung im Rahmen der vorgesehenen Ausstattung und der 
budgetierten Kosten realisieren. Ihr war somit daran gelegen, diese Vorgaben 
einzuhalten. Architekt C. hat sie zum Zweck beigezogen, die Überbauung in ihrem 
Interesse zu realisieren. Die Verhältnisse, insbesondere der Kostenvoranschlag und 
die Baubeschriebe, waren ihm bekannt. Die Leistungen, welche er im Namen der 
Berufungsklägerin bestellt hat und welche zu den Rechnungen gemäss KB 20-23 
führten, können aber weder mit den Baubeschrieben, noch mit dem von der 
Berufungsklägerin genehmigten Kostenvoranschlag in Übereinstimmung gebracht 
werden. Es handelte sich vielmehr um Arbeiten, welche den Kostenvoranschlag 
massiv überschritten (Kostenvoranschlag: CHF 28'900.00; Rechnungen der 
Berufungsbeklagten insgesamt: CHF 69'934.95 [je exklusive Mehrwertsteuer]) und 
Änderungen des Baumaterials beinhalteten: Statt Keramikplatten wurde vielerorts 
Glas verwendet. Die Bestellung dieser Arbeiten steht damit im Widerspruch zu den 
Interessen der Berufungsklägerin und dem Zweck, zu welchem sie Architekt C. 
beigezogen hat. Die Arbeiten haben auch direkt finanzielle Verpflichtungen in nicht 
geringer Höhe zur Folge gehabt. Architekt C. durfte nach Treu und Glauben nicht 
davon ausgehen, dass die Berufungsklägerin ihn ermächtigt hatte, ohne 
Rücksprache mit ihr solche Leistungen zu bestellen und dabei das Risiko auf sich 
nahm, dass die entsprechenden Kosten an ihr hängen blieben und nicht der 
Käuferschaft überwälzt werden konnten. Wie die fraglichen Arbeiten im Einzelnen 
zu qualifizieren sind – ob als kleinere Bauleistungen, Zusatzarbeiten oder 
Planänderungen – kann deswegen offen bleiben.

Die umstrittenen Arbeiten wurden also nicht im Auftrag der Berufungsklägerin 
bestellt, weswegen davon auszugehen ist, dass sie auf Wunsch der beiden Käufer 
erfolgten. Die für solche Änderungen in den Kaufverträgen vorgesehene Regelung 
(je Ziff. 16) wurde aber nicht befolgt: Die Änderungen wurden weder durch die 
Käufer schriftlich bekanntgegeben noch durch die Berufungsklägerin oder ihren 
Vertreter schriftlich bestätigt. Auch eine ausdrückliche Genehmigung der Arbeiten 
durch die Berufungsklägerin ist, wie erwähnt, nicht vorhanden; die 
Berufungsklägerin wusste nicht einmal um den Beizug der Berufungsbeklagten (vgl. 
S. 44 Z. 32 f.). Die Berufungsklägerin hat zwar einige Rechnungen der 
Berufungsbeklagten bezahlt. Dabei handelte es sich aber entweder um Rechnungen 
für Leistungen, die im Kostenvoranschlag enthalten waren (vgl. S. 22) oder aber um 
punktuelle, nachträgliche Genehmigungen von anderen Änderungen, die hier nicht 
Verfahrensgegenstand sind.

Es ist deshalb – entgegen der Annahme der Vorinstanz – davon auszugehen, dass 
Architekt C. für die Bestellung dieser Leistungen keine Vollmacht der 
Berufungsklägerin hatte.

Im Übrigen wäre es Aufgabe der Berufungsbeklagten gewesen, eine weitergehende 
Vollmacht von Architekt C. nachzuweisen. Dieser Beweis ist ihr nicht gelungen.

1.6. Die Berufungsklägerin wurde folglich durch die Bestellung der umstrittenen 
Leistungen durch Architekt C. nicht aufgrund einer ihm erteilten Vollmacht 
verpflichtet.

2. Zu prüfen ist in einem zweiten Schritt, ob die Berufungsklägerin durch die Bestellung der 
umstrittenen Leistungen durch Architekt C. verpflichtet wurde, weil sie Dritten eine 
entsprechende Vollmacht mitgeteilt hat.

2.1. Handelt der Vertreter in fremdem Namen, hat der Vertretene die Vollmacht gegen 
aussen kundgegeben und ist der Dritte berechtigterweise gutgläubig, wird der Dritte 
geschützt: Der Vertretene wird ebenso unmittelbar verpflichtet, wie wenn eine 
Vollmacht (im kundgegebenen Umfang) vorgelegen hätte. In der Sache geht es 
dabei darum, den Geschäftsherrn aufgrund des Vertrauensprinzips aus einem 
Verhalten zu behaften, das nicht seinem inneren Willen entspricht (vgl. SCHWENZER, 
a.a.O., N. 42.29 ff.).

Vorliegend ist zu prüfen, ob die Berufungsklägerin der Berufungsbeklagten eine 
Vollmacht von Architekt C. mitgeteilt hat und ob die Berufungsbeklagte 
berechtigterweise gutgläubig handelte.

2.2. Die Vollmachtskundgabe ist eine blosse Wissensmitteilung; sie bedarf keiner 
bestimmten Form und kann somit auch stillschweigend erfolgen, ja sogar ohne 
Erklärungsbewusstsein, falls dem Vertretenen die Bedeutung seiner Handlung hätte 
bewusst sein müssen. Passives Verhalten (Dulden, Unterlassen) kann aber nur als 
Kundgabe gelten, wenn zusätzliche vom "Vertretenen" gesetzte Umstände 
vorliegen, die den Dritten berechtigen, auf eine Vollmacht zu schliessen (vgl. BSK 
OR I-WATTER, a.a.O., Art. 33 N. 31 mit weiteren Nachweisen).

Wird die Ermächtigung vom Vollmachtgeber einem Dritten mitgeteilt, so beurteilt 
sich ihr Umfang diesem gegenüber nach Massgabe der erfolgten Kundgebung 
(Art. 33 Abs. 3 OR). Massgebend für den Bestand und den Umfang der Kundgabe 
ist das Vertrauensprinzip (vgl. BSK OR I-WATTER, a.a.O., Art. 33 N. 31).

Auf Seiten des Dritten ist die Kenntnisnahme der Vollmachtskundgabe vor 
Vertragsschluss nötig. Weiter verlangt ist sein guter Glaube. Dieser wird 
grundsätzlich vermutet (vgl. Art. 3 Abs. 1 ZGB). Dem "Vertretenen" steht aber der 
Nachweis offen, dass der Dritte nicht mit dem gehörigen Mass an Aufmerksamkeit 
gehandelt habe. Zerstört wird der gute Glaube v.a. dann, wenn der Dritte erkannte 
oder hätte erkennen sollen, dass das abgeschlossene Geschäft den Interessen des 
"Vertretenen" widerspricht. Eine generelle Erkundungspflicht besteht aber nicht 
(BSK OR I-WATTER, a.a.O., Art. 33 N. 35).

2.3. Das Bundesgericht hat sich bislang v.a. im Bereich des kaufmännischen Verkehrs 
zur Mitteilung einer Bevollmächtigung gegenüber Dritten geäussert. Es hat dabei in 
grundsätzlicher Hinsicht festgehalten, dass die Bindung des ungewollt Vertretenen 
aufgrund einer Anscheins- oder Duldungsvollmacht auf dem Vertrauensprinzip 
beruht. Der Erklärende ist im rechtsgeschäftlichen Bereich demzufolge nicht 
gebunden, weil er einen bestimmt gearteten inneren Willen hatte, sondern weil er 
ein Verhalten an den Tag gelegt hat, aus dem die Gegenseite in guten Treuen auf 
einen bestimmten Willen schliessen durfte. Das bedeutet im Vertretungsrecht, dass 
der Vertretene auf einer Äusserung zu behaften ist, wenn der gutgläubige Dritte, 
dem gegenüber der Vertreter ohne Vollmacht handelt, sie in guten Treuen als 
Vollmachtskundgabe verstehen durfte und darauf vertraute. Wer auf einen 
Rechtsschein vertraut, darf nach Treu und Glauben verlangen, dass dieses 
Vertrauen demjenigen gegenüber geschützt wird, der den Rechtsschein 

hervorgerufen oder mitveranlasst und damit zu vertreten hat (BGE 120 II 197 E. 2a 
S. 199 mit weiteren Hinweisen; vgl. auch BGE 131 III 511 E. 3.2 S. 518).

Für die Frage, ob eine Bevollmächtigung Dritten gegenüber kundgetan wurde, hat 
das Bundesgericht erklärt, dass entscheidend allein ist, ob das tatsächliche 
Verhalten des Vertretenen nach Treu und Glauben auf einen Mitteilungswillen 
schliessen lässt. Dieses Verhalten kann in einem positiven Tun bestehen, indessen 
auch in einem passiven Verhalten, einem bewussten oder normativ zurechenbaren 
Unterlassen oder Dulden. Hat der Vertretene dabei Kenntnis vom Auftreten des 
Vertreters, schreitet aber dagegen nicht ein, wird ihm eine externe 
Duldungsvollmacht unterstellt. Kennt er das Verhalten des Vertreters nicht, könnte 
er es aber bei pflichtgemässer Aufmerksamkeit kennen und verhindern, liegt eine 
externe Anscheinsvollmacht vor (BGE 120 II 197 E. 2b/bb S. 200 f., bestätigt im 
Urteil des Bundesgerichts 4C.293/2006 vom 17. November 2006, E. 2.1.2). Bei 
passivem Verhalten bedarf es somit zusätzlich hinreichender, objektiver Umstände, 
aus denen der Dritte auf die Bevollmächtigung des Vertreters zum Abschluss des in 
Frage stehenden Geschäfts schliessen darf (BGE 120 II 197 E. 3b S. 203).

Im Sinne einer wertenden Risikoverteilung hat das Bundesgericht angemerkt, dass 
Art. 33 Abs. 3 OR richtig verstanden eine Verkehrsschutzregelung des Inhalts 
begründet, dass nach Massgabe des Vertrauensschutzes der Vertretene und nicht 
der Geschäftsgegner das Risiko fehlender Vollmacht trägt. Im Vordergrund steht 
nicht das Verschulden des Erklärenden, sondern die Gefährdung des auf den 
Vollmachtswillen gerichteten Vertrauens des Dritten (BGE 120 II 197 E. 2b/bb 
S. 202).

2.4. Die Lehre hat sich bislang kaum zur Frage der Anscheinsvollmacht von Architekten 
geäussert. SCHWAGER ist der Ansicht, dass im Verhältnis Bauherr – Architekt – 
Unternehmer allein die Tatsache des Beizugs eines Architekten noch nicht genügt, 
um eine generelle Anscheinsvollmacht des Architekten zum Handeln im Namen des 
Bauherrn zu begründen. Auch die Bezeichnung des Architekten im Werkvertrag mit 
dem Unternehmer als "Vertreter des Bauherrn" stellt noch keine Kundgabe von 
Vertretungsmacht dar; eine solche Kundgabe müsste sich auf einen bestimmten 
Umfang der Vertretungsmacht beziehen, was bei dieser bloss generellen 
Bezeichnung gerade nicht zutrifft. Insbesondere kann dies nicht genügen für die 
Annahme einer Ermächtigung des Architekten zur Vergabe von Bauleistungen an 
Unternehmer. Selbst die Tatsache, dass der Architekt namens des Bauherrn mit 
den Unternehmern Verhandlungen über den künftigen Vertragsschluss führt, 
begründet noch keine Anscheinsvollmacht für den Vertragsschluss selbst. Hatte der 
Architekt allerdings in einer früheren Phase der Bauverwirklichung oder gegenüber 
anderen Unternehmern Zusatzarbeiten entgegengenommen und honoriert, kann 
dies für die Vergabe solcher Zusatzarbeiten in späteren Fällen eine 
Anscheinsvollmacht begründen (SCHWAGER, Vertreter, S. 25; SCHWAGER, 
Vollmacht, Rz. 823 und 841). Die Bezahlung einer vom Architekten akzeptierten 
Schlussrechnung bedeutet wiederum nicht ohne Weiteres die Anerkennung der 
Verbindlichkeit der Beurteilung durch den Architekten (SCHWAGER, Vollmacht, 
Rz. 824).

2.5. Vorliegend hat die Berufungsklägerin nicht in aktiver Weise eine Vollmacht von 
Architekt C. gegenüber der Berufungsbeklagten kundgetan. Zu prüfen ist folglich, ob 
sie dies auf passive Art getan hat.

Keine solche Mitteilung ist jedenfalls allein darin zu erblicken, dass die 
Berufungsklägerin C. als Architekten zur Realisierung der Wohnüberbauung 
beigezogen und als ihren Vertreter eingesetzt hat.

Zu beachten ist aber auch das weitere Verhalten der Berufungsklägerin. Die 
Baustelle der Wohnüberbauung (...) liegt in (...) im Kanton Graubünden; die 
Berufungsklägerin wohnt in (...) im Kanton Bern. Auf der Baustelle vor Ort anwesend 
war stets Architekt C., der sein Büro in (...) im Kanton Graubünden führt. Die 
Berufungsklägerin selbst befand sich offenbar nur ein einziges Mal auf der 
Baustelle, überdies zu einem Zeitpunkt, in welchem keine Vertretung der 
Berufungsbeklagten sich dort aufhielt. Zwischen der Berufungsklägerin und der 
Berufungsbeklagten gab es deshalb keinen direkten Kontakt. Sämtlicher 
Geschäftsverkehr lief über Architekt C.; er war die einzige Ansprechperson für die 
Berufungsbeklagte während der ganzen Bauphase. Die Berufungsklägerin ist der 
Berufungsbeklagten denn auch das erste Mal anlässlich der Hauptverhandlung vor 
der Vorinstanz begegnet (vgl. S. 43 Z. 19 f.). Architekt C. trat im Namen der 
Berufungsklägerin auf und schloss auch mehrfach Werkverträge ab. Die 
Berufungsklägerin hat das Auftreten von Architekt C. gegenüber der 
Berufungsbeklagten und von ihm abgeschlossene Verträge mehrfach gebilligt und 
die Rechnungen bezahlt. Die Berufungsklägerin selbst sagte anlässlich der 
Hauptverhandlung aus, sie habe Architekt C. "blind vertraut" (S. 44 Z. 33). Offenbar 
hatte die Berufungsklägerin sich keine funktionierenden Kontrollmechanismen 
eingerichtet; sie liess Architekt C. freie Hand. Nach Ansicht des Gerichts hat die 
Berufungsklägerin mit ihrem Verhalten gegenüber der Berufungsbeklagten eine 
umfassende Bevollmächtigung von Architekt C kundgetan.

Zu bedenken ist schliesslich auch, wie die Risikotragung in unklaren Baustrukturen 
geregelt werden soll. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zum 
kaufmännischen Verkehr will Art. 33 Abs. 3 OR den Geschäftspartner schützen, und 
das Risiko soll insofern der "Vertretene" tragen. Dieselben Überlegungen sind auch 
im Baugeschäft anzuwenden.

Nach dem Gesagten ist deshalb davon auszugehen, dass die Berufungsklägerin 
sich in einer Art passiv verhielt, aus der die Berufungsbeklagte schliessen durfte, 
Architekt C. sei zur Bestellung der umstrittenen Leistungen bevollmächtigt. Es wäre 
der Berufungsklägerin jederzeit offen gestanden, einzuschreiten und eine 
anderslautende Mitteilung zu machen, z.B. sich den Vertragsschluss explizit 
vorzubehalten. Sie hat das bis am Schluss nicht getan (vgl. S. 45 Z. 1 und KB 27) – 
sie wäre aber nach Treu und Glauben dazu verpflichtet gewesen.

Schliesslich gibt es keine Anzeichen, an der Gutgläubigkeit der Berufungsbeklagten 
zu zweifeln; insbesondere hatte sie auch keine Kenntnis der Baubeschriebe in den 
Kaufverträgen mit den Käufern D. und E. und konnte daher die Abweichungen nicht 
erkennen (vgl. S. 12 Z. 15).

2.6. Die Berufungsklägerin wurde folglich durch die Bestellung der umstrittenen 
Leistungen durch Architekt C. verpflichtet, weil sie mit ihrem Verhalten gegenüber 
der Berufungsbeklagten dessen Bevollmächtigung kundgetan hat.

3. Die Berufungsklägerin wurde daher von der Vorinstanz zu Recht verurteilt, die 
Rechnungen gemäss KB 20-23 zu bezahlen. Für den Verzugszins und die Erteilung der 
definitiven Rechtsöffnung kann ohne Weiteres auf die vorinstanzlichen Erwägungen 
verwiesen werden.

4. Die Berufung ist folglich abzuweisen.

V. Kosten

(...)

Hinweis:
Der Entscheid ist rechtskräftig.