# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d9e620cd-a61c-5670-ae82-28bf6c5b3f61
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-08-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.08.2011 E-7523/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-7523-2010_2011-08-30.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung V
E­7523/2010

U r t e i l   v om   3 0 .   Augus t   2 0 1 1

Besetzung Einzelrichter Kurt Gysi,
mit Zustimmung von Richterin Jenny de Coulon Scuntaro;  
Gerichtsschreiber Christoph Berger.

Parteien A._______, geboren am (…),
Eritrea,  
vertreten durch Caritas Schweiz, (…),
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Flüchtlingseigenschaft;
Verfügung des BFM vom 20. September 2010 / N (…).

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  das  BFM mit  Verfügung  vom  20.  September  2010  feststellte,  der 
Beschwerdeführer  erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht  und  sein 
Asylgesuch  vom  24.  Dezember  2008  ablehnte  sowie  die  Wegweisung 
aus der Schweiz anordnete,

dass  das BFM  jedoch  verfügte,  die Wegweisung werde  zur  Zeit wegen 
Unzulässigkeit  nicht  vollzogen  und  zu  Gunsten  einer  vorläufigen 
Aufnahme aufgeschoben,

dass  der  Beschwerdeführer  durch  seine  Rechtsvertretung  mit  Eingabe 
vom 21. Oktober 2010 die Aufhebung der Ziffern 1 und 2 (des Dispositivs) 
der  vorinstanzlichen  Verfügung,  die  Feststellung  der 
Flüchtlingseigenschaft und die Gewährung von Asyl beantragte,

dass  er  in  prozessualer  Hinsicht  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege ersuchte,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Verfügung  vom  3.  November 
2010  ausführte,  aufgrund  der  von  der  Vorinstanz  aufgeführten 
Ungereimtheiten  in  den  Aussagen  müsse  an  der  Glaubwürdigkeit  des 
Beschwerdeführers stark gezweifelt werden, das Gesuch um Gewährung 
der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  des 
Verwaltungsverfahrensgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  [VwVG,  SR 
172.021]) abwies und einen Kostenvorschuss  im Betrage von Fr. 600.­­ 
einforderte,

dass der Kostenvorschuss innert Frist geleistet wurde,

dass die Vorinstanz mit Verfügung des Bundesverwaltungsgerichts  vom 
26.  November  2010  gestützt  auf  Art.  57  VwVG  eingeladen wurde,  sich 
innert Frist zur Beschwerde vernehmen zu lassen,

dass  das  BFM  mit  Vernehmlassung  vom  13.  Dezember  2010  die 
Abweisung der Beschwerde beantragte, 

dass  dem  Beschwerdeführer  mit  Verfügung  des 
Bundesverwaltungsgerichts  vom  17.  Dezember  2010  Gelegenheit 
eingeräumt wurde, zur Vernehmlassung des BFM Stellung zu nehmen,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  23.  Dezember  2010  zur 
Vernehmlassung des BFM Stellung nahm,

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und erwägt,

dass das Bundesverwaltungsgericht  im Bereich des Asyls  in der Regel ­ 
so  auch  vorliegend  ­  endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen 
(Art. 5  VwVG)  des  BFM  entscheidet  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom     
26.  Juni  1998  [AsylG;  SR  142.31]  i.V.m.  Art. 31­33  des 
Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32] sowie 
Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005 
[BGG, SR 173.110]),

dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist   
(Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  zu 
Recht eingetreten wurde (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 105 AsylG i.V.m. 
Art. 37 VGG und Art. 52 VwVG),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über offensichtlich begründete oder unbegründete Beschwerden  in 
einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters 
oder einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und 
der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist  (Art. 111a 
Abs. 2 AsylG),

dass  es  sich  vorliegend  bezüglich  der  Frage  der  Voraussetzungen  der 
Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft zum Zeitpunkt der Ausreise aus 
Eritrea  und  der  Frage  der  Gewährung  von  Asyl  um  eine  offensichtlich 
unbegründete Beschwerde handelt,

dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl  gewährt  (Art. 2 Abs. 1 
AsylG), wobei als Flüchtlinge Personen gelten, die  in  ihrem Heimatstaat 
oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG),

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dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft 
gemacht werden muss (Art. 7 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft glaubhaft gemacht ist, wenn die Behörde 
ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben 
hält,

dass  die  Erwägungen  des  BFM  in  der  angefochtenen  Verfügung  vom   
20.  September  2010  den  vom  Beschwerdeführer  vorgebrachten 
Sachverhalt zu den Gründen, die ihn zum Verlassen seines Heimatlandes 
bewogen  hätten,  in  seinen  entscheidwesentlichen  Aspekten  in 
ausgewogener  und  überzeugender  Form  beurteilen  und  somit  zu 
bestätigen sind,

dass  das  BFM  in  der  angefochtenen  Verfügung  offenkundig  zu  Recht 
zum  Schluss  gelangte,  die  entsprechenden  Ausführungen  des 
Beschwerdeführers würden den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit im 
Sinne von Art. 7 AsylG nicht standhalten,

dass  das  BFM  insbesondere  zutreffend  erwog,  er  habe  sich  bezüglich 
des  geltend  gemachten  Sachverhaltes  zu  wesentlichen  Aspekten  in 
erhebliche Widersprüche verstrickt und seine Vorbringen könnten in ihrer 
Gesamtheit nicht geglaubt werden,

dass  auf  die  diesbezüglichen  zu  bestätigenden  Erwägungen  in  der 
angefochtenen Verfügung verwiesen werden kann,

dass die Versuche in der Rechtsmitteleingabe, das Aussageverhalten des 
Beschwerdeführers  durch  Interpretationen  und  Erläuterungen 
verschiedener  Protokollstellen  als  nur  vermeintlich  widersprüchlich 
darzustellen, in entscheidwesentlicher Hinsicht untauglich erscheinen,

dass  auch  das  Vorbringen  in  der  Beschwerde,  die  vorgeworfenen 
Widersprüche  hätten  sich  aus  einer Gesprächssituation  ergeben,  in  der 
der  Beschwerdeführer  durch  seine  angeschlagene  Gesundheit 
beeinträchtigt gewesen sei, nicht stichhaltig ist,

dass  sich  aufgrund  der  Aktenlage  keine  hinreichenden  Anhaltspunkte 
ergeben,  wonach  der  Beschwerdeführer  aus  gesundheitlicher  Sicht  in 
seiner  Fähigkeit,  vernunftgemäss  selbst  Erlebtes  kohärent  und 
nachvollziehbar zu schildern, massgeblich eingeschränkt gewesen wäre,

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dass  daran  die  Ausführungen  des  Beschwerdeführers  in  der 
Stellungnahme vom 23. Dezember 2010 nichts Wesentliches ändern,

dass  das  BFM  zu  Recht  zum  Schluss  gelangte,  der  Beschwerdeführer 
erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft  im  Zeitpunkt  seiner  Ausreise  aus 
seinem  Heimatland  nicht,  weshalb  das  Bundesamt  das  Asylgesuch  zu 
Recht abgelehnt hat,

dass  die  Entgegnungen  auf  Beschwerdeebene  aufgrund  der  Aktenlage 
keine andere Beurteilung zulassen,

dass  demgegenüber  aufgrund  der  Aktenlage  die  Voraussetzungen  der 
Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft infolge Erfüllung von subjektiven 
Nachfluchtgründen  offenkundig  als  erfüllt  zu  erachten  sind  und  sich  die 
Beschwerde, wenn auch nicht  ausdrücklich beantragt,  diesbezüglich als 
offensichtlich begründet herausstellt,

dass  der  Beschwerdeführer  geltend  machte,  er  habe  das  Heimatland 
illegal verlassen,

dass deshalb  zu prüfen  ist,  ob er  durch eine  illegale Ausreise aus dem 
Heimatstaat bei einer Rückkehr nach Eritrea – mithin  infolge subjektiver 
Nachfluchtgründe  –  begründeterweise  befürchten  müsste,  ernsthaften 
Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt zu sein,

dass das BFM in der angefochtenen Verfügung davon ausgeht, dass der 
Beschwerdeführer sein Heimatland nicht legal verlassen hat,

dass  als  subjektive  Nachfluchtgründe  insbesondere  illegales  Verlassen 
des  Heimatlandes  (sogenannte  Republikflucht),  Einreichung  eines 
Asylgesuches  im  Ausland  oder  aus  der  Sicht  der  heimatstaatlichen 
Behörden  unerwünschte  exilpolitische  Betätigung  gelten,  wenn  sie  die 
Gefahr einer zukünftigen Verfolgung begründen,

dass Personen mit  subjektiven Nachfluchtgründen  zwar  gemäss Art.  54 
AsylG kein Asyl erhalten,  jedoch als Flüchtlinge vorläufig aufgenommen 
werden  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission  [EMARK]  2006  Nr.  1  S.  10,  mit  weiteren 
Hinweisen),

dass  durch  Republikflucht  zum  Flüchtling  wird,  wer  sich  aufgrund  der 
unerlaubten  Ausreise  mit  Sanktionen  seines  Heimatstaates  konfrontiert 
sieht,  die  bezüglich  ihrer  Intensität  und  der  politischen  Motivation  des 

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Staates  ernsthafte  Nachteile  gemäss  Art.  3  AsylG  darstellen  (vgl. 
Entscheide  des  Schweizerischen  Bundesverwaltungsgerichts  [BVGE] 
2009/29,  Urteil  D­3892/2008  vom  6.  April  2010  und Urteil  D­4299/2008 
vom 22. Februar 2011),

dass  aufgrund  der  Akten  davon  auszugehen  ist,  dass  der 
Beschwerdeführer  den  Heimatstaat  ohne  behördliches  Ausreisevisum 
und somit illegal verlassen hat,

dass  das  BFM  in  der  angefochtenen  Verfügung  diese  Umstände  nicht 
unter  dem  Gesichtspunkt  von  Art.  3  AsylG,  sondern  lediglich  unter 
demjenigen  von  Art.  3  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum 
Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR   0.101) 
berücksichtigt und nur die vorläufige Aufnahme wegen Unzulässigkeit des 
Vollzuges  der  Wegweisung  angeordnet,  nicht  aber  die 
Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers festgestellt hat,

dass  damit  das  BFM  die  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  (vgl. 
Urteil D­3892/2008 vom 6. April 2010) verkennt, 

dass  der  Beschwerdeführer  angesichts  seiner  illegalen  Ausreise  aus 
Eritrea  begründete  Furcht  haben  muss,  bei  einer  Rückkehr  ins 
Heimatland Nachteilen  im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt zu werden 
und  demnach  die  Anforderungen  für  die  Zuerkennung  der 
Flüchtlingseigenschaft erfüllt,

dass  dem  Beschwerdeführer  gestützt  auf  Art.  54  AsylG  kein  Asyl  zu 
gewähren ist,

dass zusammenfassend  festzuhalten  ist,  dass der Beschwerdeführer  im 
Zeitpunkt  der  Ausreise  offensichtlich  keiner  asylrelevanten  Gefährdung 
ausgesetzt  war  und  die  Flüchtlingseigenschaft  lediglich  aufgrund 
subjektiver Nachfluchtgründe erfüllt,

dass  das  BFM  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  zu  Recht 
abgelehnt hat,

dass,  wenn  das  Bundesamt  das  Asylgesuch  ablehnt  oder  darauf  nicht 
eintritt,  in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und den Vollzug 
anordnet,

dass  es  dabei  den  Grundsatz  der  Einheit  der  Familie  (Art.  44  Abs.  1 
AsylG) berücksichtigt,

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dass, wenn der Vollzug  der Wegweisung nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder nicht möglich ist, das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 
den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von 
Ausländern  regelt  (Art.  44  Abs.  2  AsylG;  Art.  83  Abs.  1  des 
Bundesgesetzes  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass  der  Beschwerdeführer  weder  über  eine  ausländerrechtliche 
Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer 
solchen  verfügt  und  die  Wegweisung  demnach  zu  Recht  angeordnet 
wurde     (BVGE 2009/50 E. 9 S. 733),

dass  sich  weitere  Ausführungen  zur  Frage  der  Durchführbarkeit  des 
Vollzuges  erübrigen,  da  der  Beschwerdeführer  vorläufig  aufgenommen 
wurde,

dass  sich  aus  diesen  Erwägungen  ergibt,  dass  die  angefochtene 
Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  soweit  sie  die  Frage  der 
Flüchtlingseigenschaft betrifft,

dass die Beschwerde demnach gutzuheissen ist, soweit die Feststellung 
der Flüchtlingseigenschaft beantragt wird,

dass  sie  demgegenüber  abzuweisen  ist,  soweit  die  Asylgewährung 
beantragt wird,

dass  beim  vorliegenden  Ausgang  des  Beschwerdeverfahrens  dem 
Beschwerdeführer  praxisgemäss  die  um  die  Hälfte  ermässigten 
Verfahrenskosten  im  Betrage  von  Fr.  300.­­  aufzuerlegen  sind  (Art.  16 
Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 5 sowie Art. 2 und 3 des Reglements vom 
21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]), 

dass  diese  durch  den  im  Betrage  von  Fr.  600.­­  geleisteten 
Kostenvorschuss  gedeckt  sind  und  der  überschüssige  Betrag  von  Fr. 
300.­­ dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten ist,

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens von einem hälftigen Obsiegen 
des  Beschwerdeführers  auszugehen  ist  (Art.  63  Abs.  1  und  5  VwVG,    
Art. 1­3 VGKE),

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dass  obsiegende  und  teilweise  obsiegende  Parteien  Anspruch  auf  eine 
Parteientschädigung  für  die  ihnen  erwachsenen  notwendigen  Kosten 
haben (Art. 64 Abs. 1 VwVG, Art. 7 Abs. 1 und 4 VGKE),

dass  die  Rechtsvertretung  des  Beschwerdeführers  keine  Kostennote 
eingereicht hat, vorliegend der notwendige Vertretungsaufwand aufgrund 
der  Akten  hinreichend  zuverlässig  abgeschätzt  werden  kann,  weshalb 
das Gericht die Entschädigung aufgrund der Akten festzusetzten hat (Art. 
14 Abs. 2 VGKE),

dass  in Anwendung  von Art.  8,  9,  10  und  11 VGKE die Entschädigung 
pauschal  auf  Fr.  1200.­  (inkl.  Auslagen  und  MWST)  festzusetzen  und 
ausgehend von einem hälftigen Obsiegen auf Fr. 600.­­ zu reduzieren ist, 

dass  das  BFM  anzuweisen  ist,  dem  Beschwerdeführer  den  Betrag  von 
insgesamt Fr. 600.­­ als Parteientschädigung auszurichten. 

(Dispositiv nächste Seite)

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Seite 9

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die  Beschwerde  wird  gutgeheissen,  soweit  sie  die  Frage  der 
Flüchtlingseigenschaft betrifft; im Übrigen wird sie abgewiesen.

2. 
Die Verfügung des BFM vom 20. September 2010 wird teilweise – soweit 
die Dispositiv­Ziffer 1 betreffend – aufgehoben und das Bundesamt wird 
angewiesen, den Beschwerdeführer als Flüchtling anzuerkennen.

3.  .
Dem  Beschwerdeführer  werden  die  hälftigen  Verfahrenskosten  im 
Betrage  von  Fr.  300.­­  auferlegt.  Diese  sind  durch  den  im  Betrage  von            
Fr.  600.­­  geleisteten  Kostenvorschuss  gedeckt.  Der  überschüssige 
Betrag von Fr. 300.­­ wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet.

4. 
Das  BFM  hat  dem  Beschwerdeführer  eine  Parteientschädigung  im 
Betrage von Fr. 600.­ (inkl. Auslagen und MWST) auszurichten.

5. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Kurt Gysi Christoph Berger

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