# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0d7604af-817f-5171-94a8-a7e5e8cee48c
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-11-03
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 03.11.2014 IV 2012/283
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2012-283_2014-11-03.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2012/283

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 08.06.2020

Entscheiddatum: 03.11.2014

Entscheid Versicherungsgericht, 03.11.2014
Art. 43 Abs. 1 ATSG. Rückweisung der Sache zur Vornahme weiterer 
medizinischer Abklärungen. Kein stabiler Gesundheitszustand im 
Verfügungszeitpunkt bezüglich des Prostata-Karzinoms. Keine 
rechtsgenügliche Arbeitsfähigkeitsschätzung in Bezug auf den psychischen 
Gesundheitszustand und in Bezug auf die Auswirkungen des Medikamenten- 
und Alkoholkonsums (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 3. November 2014, IV 2012/283).

Entscheid Versicherungsgericht, 03.11.2014

Vizepräsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und

Karin Huber-Studerus; Gerichtsschreiberin Lea Locher

Entscheid vom 3. November 2014

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Rente

Sachverhalt:

A.    

A.a  A.___, meldete sich im Februar 2010 bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen zum 

Bezug von IV-Leistungen an (Berufliche Integration/Rente, IV-act. 1). Er gab an, von 

1968 bis 1972 eine Lehre als Heizungsmonteur absolviert zu haben. Von ca. 1989 bis 

August 2009 habe er als selbständiger Fugenabdichter gearbeitet. Sein 

Bruttoeinkommen habe ca. Fr. 7'000.-- betragen. Starke Rückenprobleme (seit Geburt) 

und ein Krebsleiden (Prostata und Blase, seit Mai 2009) schränkten ihn in seiner 

Arbeitsfähigkeit ein.

A.b  Das Gemeindesteueramt B.___ teilte der IV-Stelle am 2. März 2010 mit, dass der 

Versicherte im Jahr 2006 Fr. 36'000.--, im Jahr 2007 Fr. 28'000.-- und im Jahr 2008 

Fr. 36'000.-- als Erwerbseinkommen versteuert habe (Ermessenseinschätzung; IV-

act. 5). Gemäss dem IK-Auszug hatte der Versicherte letztmals im Jahr 2001 Beiträge 

aus selbständiger Erwerbstätigkeit einbezahlt (IV-act. 6).

A.c  Der Hausarzt Dr. med. C.___, Facharzt für Allgemeine Medizin FMH, berichtete am 

28. April 2010 (IV-act. 9), dass der Versicherte seit dem 15. Mai 2009 an einem lokal 

ausgedehnten Prostatakarzinom leide. Gemäss einem beigelegten Konsultationsbericht 

des Spitals D.___ vom 18. Februar 2010 (IV-act. 9 - 4 f.) waren am 24. August 2009 

eine radikale Cystoprostatektomie durchgeführt und ein Ileum-Conduit eingelegt 

worden (Operationsberichte: IV-act. 9 - 8 ff.). Es dürfe weiterhin von einem tumorfreien 

Zustand ausgegangen werden. Anlässlich der Untersuchung am 16. Februar 2010 habe 

der Versicherte angegeben, leistungsfähig zu sein. Er komme gut mit dem Conduit 

zurecht.

A.d  Dr. med. E.___, Oberarzt Urologie des Spitals D.___, berichtete am 2. August 2010 

(IV-act. 19), dass dem Versicherten aufgrund des Prostatakarzinoms seine bisherige 

Tätigkeit nicht mehr zumutbar sei. Das Prostatakarzinom schränke ihn auch in allen 

anderen Tätigkeiten deutlich ein. Der Versicherte dürfe keine hockenden und knienden 

Tätigkeiten mehr ausüben und keine Lasten über 5 kg tragen. Wegen des Conduits sei 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

ein Abknicken in Bauchhöhe (Bücken/Knien) zu vermeiden (Abflussstörung). Eine 

ganztägige Tätigkeit würde zu Beschwerden führen. Bei vermehrter Bewegung könne 

sich der Urinbeutel lösen. Die Arbeitsfähigkeit sei auch in zeitlicher Hinsicht 

eingeschränkt. In einer leichten Tätigkeit mit wechselnder Belastung (Sitzen, Stehen, 

Gehen) sei der Versicherte noch zu 50 % arbeitsfähig.

A.e  Am 8. September 2010 teilte der Versicherte der IV-Stelle mit (IV-act. 21), dass er 

wegen der gesundheitlichen Probleme seit ca. dem Jahr 2003 nur noch so viel 

gearbeitet habe, wie er habe arbeiten können und er zum Überleben gebraucht habe. 

Seither habe er auch keine Buchhaltung mehr gemacht. Deshalb könne er nur 

ungefähre Einkommenszahlen nennen.

A.f   Anlässlich eines Assessmentgesprächs am 3. Dezember 2010 (IV-act. 37) schil­

derte der Versicherte, dass ihm vorwiegend der Rücken Schmerzen bereite. Diese 

Schmerzen strahlten bis in die Beine aus. Bei langem Sitzen habe er wegen der 

Prostata Krämpfe. Dies habe er mehrmals täglich, wobei die Krämpfe jeweils 30 Minu­

ten andauerten. Seine selbständige Tätigkeit habe er wegen der Rückenbeschwerden 

aufgeben müssen. Er wünsche sich von der IV Unterstützung bei der Stellensuche.

A.g  In seinem Bericht vom 28. Februar 2011 gab der Hausarzt die folgenden 

Diagnosen an (IV-act. 28): Chronische Rückenschmerzen (Verdacht auf engen 

Spinalkanal; ausgeprägte erosive Osteochondrose im Segment L2/L5, aktivierte 

Spondylarthrosen im MRI vom 14. Februar 2011; Tramadol-Abhängigkeit), COPD 

(mittelschwere Obstruktion; Nikotinabusus), Arteriosklerose der Aorta abdominalis, 

Verdacht auf chronische Rotatorentendinitis rechts und Status nach C2-Abusus. Der 

Versicherte befinde sich ‒ primär wegen des C2-Abusus, aktuell auch wegen der 

Tumorkrankheit ‒ in psychiatrischer Behandlung. Der Versicherte habe ihm gegenüber 

angegeben, dass es ihm seit der Tumorentfernung schlechter gehe. Trotz der 

Medikamente leide er unter zunehmenden Schmerzen. Das Aufstehen und Anziehen 

sei eine Qual. Er könne kaum zwei bis drei Stunden am Stück sitzen. Laufen könne er ‒

mit Pausen ‒ maximal eine Stunde lang. Stehen könne er nur 30 Minuten am Stück. 

Daneben leide er an Atemnot und Kurzatmigkeit bei Anstrengung sowie unter 

Schmerzen im Bereich der rechten Schulter. Der Hausarzt kam zum Schluss, dass 

angesichts der Rückenschmerzen und der konkomitierenden internistischen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Begleitkrankheiten von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit 

auszugehen sei.

A.h  Am 22. September 2011 berichtete Dr. med. F.___, Fachärztin für Psychiatrie und 

Psychotherapie (IV-act. 31), dass der Versicherte an einer rezidivierenden, 

mittelgradigen depressiven Störung gelitten habe. Die Behandlung sei Ende Mai 2011 

abgeschlossen worden. Zu diesem Zeitpunkt sei es ihm den Umständen entsprechend 

gut gegangen; er habe mit den Folgeerscheinungen des Krebses umgehen können. Der 

Versicherte sei seit Ende Mai 2011 aus psychiatrischer Sicht voll arbeitsfähig.

A.i   Der Hausarzt berichtete am 16. September 2011 (IV-act. 32), dass der Versicherte 

anlässlich der letzten Untersuchung am 15. September 2011 ‒ allerdings unter einer 

ausgedehnten Therapie mit Morphin ‒ guten Mutes und zufrieden mit seiner Situation 

gewesen sei. Der Nichterfolg der Rhizotomie habe ihn aber ein bisschen enttäuscht. 

Dem Bericht lagen zwei weitere medizinische Berichte bei. Die Neurochirurgie des 

Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) hatte am 1. September 2011 (IV-act. 32 - 2 f.) 

berichtet, der Versicherte leide an einem lumbospondylogenen Schmerzsyndrom. Nach 

einer erfolgreichen Facetteninfiltration im Segment L2/3 habe er eine Kryorhizotomie 

zwischen L1 und L4 beidseits erhalten. Diese habe seine Beschwerden jedoch nicht 

gelindert. Das Angebot einer nochmaligen Infiltration für die Gelenke L1/2 bis L3/4 

habe er zuerst mit seinem Hausarzt besprechen wollen. Eine operative Sanierung 

würde aufgrund der derzeitigen Erkenntnisse wahrscheinlich wenig 

Beschwerdelinderung verschaffen. Die Urologie des Spitals D.___ hatte am 5. 

September 2011 berichtet (IV-act. 32 - 4 f.), dass der Versicherte neu zusätzlich an 

einer Niereninsuffizienz leide. Anlässlich der Tumor-Nachsorge am 2. September 2011 

habe er erklärt, weiterhin beschwerdefrei zu sein und sich leistungsfähig zu fühlen. Es 

bestehe keine Indikation zur weiteren Diagnostik oder Therapie. Die Nachsorgen 

würden weiterhin vierteljährlich durchgeführt.

A.j   Am 27. September 2011 berichtete der Hausarzt (IV-act. 34), dass sich der Ge­

sundheitszustand verbessert habe. Er gab die folgenden neuen Diagnosen an: Leichte 

Mitralinsuffizienz bei kleinem Prolaps des posterioren Segels, Verdacht auf arterielle 

Hypertonie und lumbospondylogenes Schmerzsyndrom. Die Arbeitsfähigkeit habe sich 

nicht verändert. Der Versicherte sei nur unter hochdosierten Morphinen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

beschwerdefrei. Schwere körperliche Arbeit sei ihm momentan nicht zumutbar. Eine 

kardiologische Untersuchung habe keine Leistungseinschränkung gezeigt (vgl. Bericht 

des Kantonsspitals Glarus vom 21. März 2011, IV-act. 34 - 3 ff.). Am 10. November 

2011 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass gemäss ihren Abklärungen zurzeit 

keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien (IV-act. 43).

A.k  Im Auftrag der IV-Stelle begutachtete die MEDAS Ostschweiz den Versicherten 

am 19. Dezember 2012 orthopädisch/internistisch und psychiatrisch (Gutachten vom 

27. Januar 2012, IV-act. 45). Als Diagnosen mit Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 

gaben die Gutachter die folgenden an: Lumbovertebrales Schmerzsyndrom bei aus­

geprägten degenerativen Veränderungen ohne radikuläre Symptomatik, Status nach 

radikaler Zystoprotatektomie und Anlage eines Ileum-Conduits am 24. August 2009 

und COPD mit mittelschwerer Obstruktion bei jahrelangem Nikotinabusus. Als 

Diagnosen ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit gaben sie die 

folgenden an: Alkoholabusus (DD: Alkoholabhängigkeitssyndrom), Status nach 

depressiver Anpassungsstörung, Arteriosklerose der Aorta abdominalis mit leichter 

Mitralinsuffizienz, anamnestisch arterielle Hypertonie (DD: Weisskittel-Hypertonie), 

Rotatorenmanschettentendinitis rechts (anamnestisch Januar 2011, aktuell 

symptomfrei), anamnestisch Alkoholabusus, Status nach diagnostischer Laparoskopie 

und laparoskopischer Dünndarmrevision bei abdominaler Stichverletzung mit 

Verletzung des Peritoneums parietale im Rahmen eines Suizidversuches im Oktober 

2005. Anlässlich der Begutachtung gab der Versicherte an, nach der Lehre fünf Jahre 

lang als Heizungsmonteur gearbeitet zu haben. Wegen Rückenschmerzen habe er 

danach zunächst als Lagerist in einer Schuhfabrik und später als Verkäufer gearbeitet. 

1991 habe er sich mit einem Verfugungsgeschäft selbständig gemacht. Sein aktueller 

Tagesablauf sehe wie folgt aus: Er stehe um ca. 6 Uhr auf und gehe mit den vier 

Hunden spazieren. Anschliessend frühstücke er und gehe dann nochmals eine längere 

Zeit mit den Hunden spazieren. Danach müsse er abliegen und sich ein wenig erholen. 

Anschliessend bereite er das Mittagessen vor. Nachmittags gehe er mit der Freundin 

einkaufen. Im Sommer erledige er Gartenarbeiten. Etwa gegen 22 Uhr gehe er ins Bett. 

Früher habe er ein Alkoholproblem gehabt. Dieses bestehe momentan nicht mehr. Er 

trinke ungefähr zwei bis drei Gläser Bier pro Woche. Die Beschwerden im Bereich des 

Bauches stünden gegenüber den Rückenschmerzen eher im Hintergrund. Er habe 

nahezu ständig Kreuzschmerzen, die manchmal auch in die Beine ausstrahlten. Er 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

könne sich deshalb kaum bücken oder Lasten heben. Der psychiatrische Gutachter 

konnte keine psychiatrischen Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit stellen. 

Der Versicherte habe berichtet, dass es ihm heute gut gehe. Seit der Krebserkrankung 

lebe er anders, bewusster. Er habe wieder Freude am Leben. "Nur" der Rücken sei sein 

Problem. Der Versicherte habe eine starke Abwehrtendenz sowie einen ausgeprägten 

Wunsch, sich positiv darzustellen. Das Alkoholproblem bagatellisiere er deutlich. 

Aufgrund des massiv erhöhten CDT-Wertes, einem Langzeitparameter bezüglich 

Alkoholkonsum, müsse von einem Alkoholabusus ausgegangen werden, wobei es gut 

möglich sei, dass eine Abhängigkeit bestehe. Die Auswirkungen des Alkohols seien 

schwierig zu beurteilen; sie könnten mittelfristig zu einem Problem werden. 

Erwähnenswert sei auch der erhebliche Schmerzmittelkonsum. Dr. F.___ habe die 

Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung gestellt, die Ende Mai 2011 

remittiert gewesen sei. Aufgrund des Verlaufs habe es sich wahrscheinlich um eine 

Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion gehandelt, die auf das 

Rückenleiden sowie auf die Krebserkrankung zurückzuführen sei. Aktuell sei der 

Versicherte aus psychiatrischer Sicht weder in der bisherigen noch in einer adaptierten 

Tätigkeit wesentlich in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Der psychiatrische 

Gutachter empfahl eine Suchttherapie. Aus orthopädischer Sicht bestehe eine 

schmerzhafte Einschränkung der Inklinationsfähigkeit der LWS. Aus urologischer Sicht 

bestehe eine Beeinträchtigung durch das Ileum-Conduit, da der Versicherte den Beutel 

regelmässig wechseln müsse. Auch ausschliesslich sitzende, stehende oder gehende 

Tätigkeiten seien wegen des Ileum-Conduits ausgeschlossen. Aufgrund des COPD 

sollte er keine Tätigkeiten mit Belastung der Atemluft (Staubexplosion etc.) ausüben. 

Aus orthopädischer Sicht sei der Versicherte seit Anfang 2009 in der Tätigkeit als 

Fugenabdichter sowie in gleichermassen körperlich belastenden Tätigkeiten nicht mehr 

arbeitsfähig. Aus polydisziplinärer Sicht seien ihm leichte körperliche Tätigkeiten 

zuzumuten. Die maximale Hebelast sollte 5 kg nicht überschreiten. In einer adaptierten 

Tätigkeit sei der Versicherte spätestens ab dem Begutachtungszeitpunkt in einem 

Vollpensum zu 20 % arbeitsunfähig. Die verminderte Leistungsfähigkeit sei durch die 

Notwendigkeit vermehrter Pausen bedingt.

A.l   Der RAD-Arzt Dr. G.___ stellte am 29. Februar 2012 fest (IV-act. 47), das Gut­

achten sei sorgfältig erstellt worden und es sei umfassend und nachvollziehbar.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

A.m Am 7. Mai 2012 informierte der Versicherte die Eingliederungsverantwortliche 

darüber, dass er sich überhaupt nicht in der Lage fühle, einer Arbeit nachzugehen (IV-

act. 51). Mit einer Mitteilung vom 9. Mai 2012 wurde das Begehren um berufliche 

Massnahmen abgewiesen (IV-act. 53).

B.    

B.a  Mit Vorbescheid vom 24. Mai 2012 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass 

die Abweisung seines Rentengesuchs vorgesehen sei (IV-act. 56). Die Abklärungen 

hätten ergeben, dass er in seiner bisherigen Tätigkeit als Fugenabdichter und in allen 

anderen körperlich belastenden Tätigkeiten seit Anfang 2009 zu 100 % arbeitsunfähig 

sei. In einer leidensangepassten Tätigkeit sei seine Leistungsfähigkeit bei Ausübung 

eines vollen Pensums aufgrund der vermehrten Pausen zu 20 % vermindert. Bei einem 

Valideneinkommen von Fr. 59'979.-- und einem Invalideneinkommen von Fr. 47'983.-- 

resultiere ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von 20 %.

B.b  Gegen diesen Vorbescheid liess der Versicherte durch seinen Hausarzt einen 

Einwand erheben (IV-act. 59). Der Hausarzt brachte vor, dass das Valideneinkommen 

zu tief eingestuft und die Arbeitsfähigkeit zu hoch angesetzt worden sei. Die Gutachter 

hätten die momentan sehr hohe Schmerzmedikation fahrlässig, unprofessionell und 

fast vorsätzlich bagatellisiert. Der Versicherte sei schwerst morphinabhängig. Das 

psychiatrische Gutachten sei deshalb nicht repräsentativ. Auch die 

Alkoholabhängigkeit sei bagatellisiert worden. Die Gutachter hätten den Versicherten 

als verdrängenden Patienten, welcher sich völlig unbeeindruckt von seinem schweren 

Zustand als gesund bezeichne, dargestellt. Sie hätten nicht berücksichtigt, dass die 

Wesensveränderung durch die hohe Schmerzmedikation und den Alkoholabusus 

bedingt sein könnte. Der Versicherte sei aufgrund seiner multiplen Leiden maximal zu 

50 % arbeitsfähig. Wegen der Schmerzmedikation und der Alkoholkrankheit sei seine 

Leistungsfähigkeit ‒ physisch wie auch intellektuell ‒ um mindestens 50 % vermindert. 

Der Versicherte sei folglich aus medizinisch-theoretischer Sicht maximal zu 25 % 

arbeitsfähig. Der Hausarzt legte dem Einwand eine Aufstellung des Einkommens des 

Versicherten der letzten Jahre bei (IV-act. 59 - 3). Gemäss diesem Beleg soll der 

Versicherte im Jahr 2006 Fr. 75'676.70, im Jahr 2007 Fr. 114'652.60, im Jahr 2008 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fr. 117'094.45, im Jahr 2009 Fr. 65'904.20 und im Jahr 2010 Fr. 1'928.45 verdient 

haben.

B.c  Mit Verfügung vom 3. Juli 2012 (IV-act. 60) wies die IV-Stelle das Rentenbegehren 

aus den im Vorbescheid genannten Gründen ab. Zum Einwand nahm sie 

zusammengefasst wie folgt Stellung: Bei der Bestimmung des Valideneinkommens 

habe sie wegen des unregelmässigen Einkommens auf einen Tabellenlohn abgestellt 

(LSE, privater Sektor, Anforderungsniveau 4, Männer, Hilfsarbeiter). Das MEDAS-

Gutachten sei umfassend und nachvollziehbar, weshalb auf dieses abgestellt werden 

könne.

C.   

C.a  Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) 

am 13. August 2012 Beschwerde (act. G 1). Er beantragte eine Invalidenrente. Zur 

Begründung führte er an, dass er neben den bekannten gesundheitlichen 

Beeinträchtigungen unter einem sozialen Rückzug leide. Durch den Verlust der 

Arbeitstätigkeit habe er die geschäftlichen wie auch die privaten Kontakte verloren. Als 

er sich vor zweieinhalb Jahren erstmals zum Bezug von Sozialhilfe habe anmelden 

müssen, habe er unter Antriebsmangel gelitten und sich minderwertig und lästig 

gefühlt. Er funktioniere nur noch wegen der Medikamente. Meistens sitze er zu Hause 

mit seiner Partnerin und den Hunden herum, es sei ihm alles gleichgültig. Seit der 

Karzinom-Entfernung habe er auch kein Sexualleben mehr. Er habe im Internet nach 

einer adaptierten Tätigkeit gesucht, jedoch keine finden können. Er würde sich gerne 

zu einem Grafik- oder Web-Designer oder Drehbuchautor umschulen lassen. Am 9. Juli 

2012 sei er vom Spital D.___ zu einer ausserplanmässigen Untersuchung aufgeboten 

worden. Beim Termin am 20. Juli 2012 sei ihm mitgeteilt worden, dass sich die Werte in 

den letzten drei Monaten um über die Hälfte verschlechtert hätten. Man habe ihm 

gesagt, dass er sich einer Chemotherapie werde unterziehen müssen. Er habe Angst, 

fühle sich leer und stehe unter Stress.

C.b  Anfang September 2012 liess der Beschwerdeführer telefonisch ein Gesuch um 

unentgeltliche Rechtspflege im Beschwerdeverfahren stellen (vgl. act. G 3). Die vom 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Gericht hierzu eingeforderten Unterlagen reichte er am 20. September 2012 ein (act. G 

4).

C.c  Die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) beantragte am 24. Oktober 2012 

die Abweisung der Beschwerde (act. G 6). Die Stellungnahme des Hausarztes zum 

Vorbescheid vermöge das MEDAS-Gutachten nicht in Zweifel zu ziehen. Sowohl die 

Alkoholproblematik wie auch der Schmerzmittelkonsum seien darin gewürdigt worden.

C.d  Am 7. November 2012 bewilligte das Versicherungsgericht das Gesuch um 

unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten) für das 

Beschwerdeverfahren (act. G 7).

C.e  Mit Replik vom 5. Dezember 2012 (act. G 9) erklärte der Beschwerdeführer, dass 

der Krebs wie erwartet wieder ausgebrochen sei. Seit dem 18. Oktober 2012 mache er 

eine Hormontherapie. Die Nebenwirkungen seien schwer zu ertragen. Dem beigelegten 

Aufklärungsprotokoll der Klinik für Radio-Onkologie des KSSG vom 29. August 2012 

(act. G 9.1) war zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer an Prostata-Krebs leide. Je 

nach MRI-Befund werde er sich entweder einer Hormontherapie oder einer Bestrahlung 

unterziehen müssen.

C.f   Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (vgl. act. G 12).

Erwägungen:

1.     

1.1   Mit der angefochtenen Verfügung vom 3. Juli 2012 hat die Beschwerdegegnerin 

einen Rentenanspruch des Beschwerdeführers verneint. Das Gesuch um berufliche 

Massnahmen war bereits mit Mitteilung vom 9. Mai 2012 abgewiesen worden. Vor­

liegend ist somit lediglich zu prüfen, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Inva­

lidenrente hat.

1.2   Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die 

ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht 

durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder ver­

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

bessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu 

mindestens 40 Prozent invalid sind (Art. 28 Abs. 1 IVG). Invalidität ist gemäss Art. 8 

Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 

teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung 

der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach 

zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 

der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG).

1.3   Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist der Invaliditätsgrad 

grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung 

gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu 

erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst 

genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden; sie können aber auch nach 

Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände geschätzt werden (AHI 1998 S. 119).

2.     

2.1   Die Arbeitsfähigkeit ist gestützt auf den Gesundheitszustand der versicherten 

Person im Zeitpunkt des Verfügungserlasses zu ermitteln. Die Arbeitsfähigkeit wird 

somit immer gestützt auf eine Prognose, wie sich der Sachverhalt nach 

Verfügungserlass entwickeln wird, geschätzt. Eine solche Prognose kann nur gestellt 

werden, wenn der Gesundheitszustand im Verfügungszeitpunkt stabil ist. Die 

Rentenverfügung datiert vom 3. Juli 2012. Am 9. Juli 2012 ist der Beschwerdeführer 

vom Spital D.___ zu einer ausserplanmässigen Untersuchung aufgeboten worden. Am 

20. Juli 2012 ist ihm mitgeteilt worden, dass sich seine (PSA-) Werte drastisch 

verschlechtert hätten und er sich einer Chemotherapie werde unterziehen müssen. Im 

August 2012 hat sich der Verdacht, dass der Krebs zurückgekehrt ist, bestätigt. Aus 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

den Akten geht somit hervor, dass die Krebserkrankung spätestens sechs Tage nach 

der Verfügungseröffnung entdeckt worden ist. Daraus kann geschlossen werden, dass 

die PSA-Werte mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bereits im Verfügungszeitpunkt 

erhöht gewesen sind und der Beschwerdeführer somit bereits zu diesem Zeitpunkt 

wieder an Prostatakrebs erkrankt ist. Von einem stabilen Gesundheitszustand kann nur 

ausgegangen werden, wenn zumindest für eine längere Zeit keine namhafte 

arbeitsfähigkeitsrelevante Veränderung des Gesundheitszustandes zu erwarten ist. 

Davon kann bei einer versicherten Person, die ein Tumorrezidiv erlitten hat, 

offensichtlich nicht ausgegangen werden. Vielmehr ist in naher Zukunft eine 

arbeitsfähigkeitsrelevante Verschlechterung des Gesundheitszustandes zu erwarten. 

Der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers ist im Verfügungszeitpunkt somit in 

Bezug auf das Prostata-Karzinom nicht stabil gewesen. Zum Verfügungszeitpunkt ist 

folglich keine plausible längerfristige Prognose betreffend die Arbeitsfähigkeit möglich 

gewesen. Die Beschwerdegegnerin hat demnach eine neue medizinische 

Arbeitsfähigkeitseinschätzung einzuholen, sobald sich der Gesundheitszustand des 

Beschwerdeführers stabilisiert hat.

2.2   Der Beschwerdeführer liess durch seinen Hausarzt geltend machen, dass er auf­

grund seiner multiplen Leiden in einer adaptierten Tätigkeit zu 50 % arbeitsunfähig sei. 

Die MEDAS-Gutachter hätten die sehr hohe Schmerzmedikation mit Morphin 

fahrlässig, unprofessionell und fast vorsätzlich bagatellisiert. Auch die 

Alkoholabhängigkeit hätten sie bagatellisiert. Die Leistungsfähigkeit des 

Beschwerdeführers sei aufgrund der Suchterkrankungen ‒ physisch wie auch 

intellektuell ‒ zu mindestens 50 % vermindert. Er sei somit auch in einer adaptierten 

Tätigkeit nur noch zu 25 % arbeitsfähig. Der Hausarzt des Beschwerdeführers hat 

harsche Kritik am MEDAS-Gutachten geübt. Die Beschwerdegegnerin hat hierzu 

lediglich ‒ und erst in der Beschwerdeantwort ‒ erwidert, dass die Vorwürfe des 

Hausarztes keine Zweifel am Gutachten zu wecken vermöchten und dass sowohl die 

Alkoholproblematik als auch der Schmerzmittelkonsum von den Gutachtern gewürdigt 

worden seien. Die Vorwürfe des Hausarztes sind medizinischer Natur. Aus der Sicht 

eines medizinischen Laien erscheinen sie nicht als offensichtlich unbegründet. So 

haben sich die Gutachter einerseits nur sehr knapp zu den Suchterkrankungen 

geäussert. Andererseits sind ihre Angaben nicht eindeutig: So haben sie erklärt, dass 

der erhebliche Schmerzmittelkonsum zwar "erwähnenswert" sei, aber keinen Einfluss 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

auf die Arbeitsfähigkeit habe. Die Auswirkungen des Alkohols seien schwer zu 

beurteilen und könnten "mittelfristig" zu einem Problem werden. "Offenbar" sei sie 

momentan zumindest hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit nicht relevant. Die Be­

schwerdegegnerin hätte die MEDAS-Gutachter daher mit den Vorwürfen des Haus­

arztes konfrontieren und sie zu einer Stellungnahme dazu auffordern oder allenfalls 

weitere medizinische Abklärungen anordnen müssen. Indem sie dies unterlassen hat, 

hat sie gegen den Untersuchungsgrundsatz nach Art. 43 Abs. 1 ATSG verstossen.

2.3   Der Hausarzt hat im Februar 2011 darauf hingewiesen, dass sich der 

Beschwerdeführer in psychiatrischer Behandlung befinde. Den Akten liegt denn auch 

ein Bericht der Psychiaterin Dr. F.___ bei. Diesem Bericht ist zu entnehmen, dass der 

Beschwerdeführer an einer rezidivierenden, mittelgradigen depressiven Störung 

gelitten haben soll, die seit Ende Mai 2011 remittiert sei. Aus den Akten geht nicht 

hervor, wann die psychiatrische Behandlung begonnen hat. Auch hat Dr. F.___ nicht 

angegeben, ob der Beschwerdeführer zwischenzeitlich aus psychischen Gründen in 

seiner Tätigkeit als Fugenabdichter wie auch in einer adaptierten Tätigkeit ganz oder 

teilweise arbeitsunfähig gewesen ist. Der psychiatrische Gutachter ist ‒ lediglich 

gestützt auf den knappen Bericht von Dr. F.___ sowie seine eigenen 

Untersuchungsergebnisse ‒ zum Schluss gekommen, dass es sich aufgrund des 

Verlaufs wahrscheinlich nicht um eine depressive Störung, sondern um eine 

Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion gehandelt habe. Der 

psychiatrische Gutachter hat den Beschwerdeführer erst eineinhalb Jahre nach 

Abklingen der depressiven Störung untersucht. Eine rückwirkende Einschätzung 

insbesondere des psychischen Gesundheitszustandes einer Person gestaltet sich sehr 

schwierig bis unmöglich. So hat der Gutachter denn auch erklärt, dass es sich 

"wahrscheinlich" um eine Anpassungsstörung gehandelt habe. Im 

Sozialversicherungsverfahren gilt der Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit; eine blosse Wahrscheinlichkeit reicht nicht aus, um einen 

Sachverhalt zu beweisen. Die Beschwerdegegnerin hat somit auch gegen ihre 

Untersuchungspflicht verstossen, indem sie von der behandelnden Psychiaterin keinen 

detaillierten Bericht über die psychiatrischen Diagnosen, die Arbeitsfähigkeit aus 

psychiatrischer Sicht (in der angestammten sowie in einer adaptierten Tätigkeit) und 

über den Beginn und die Gründe einer allfälligen Arbeitsunfähigkeit eingefordert hat.

3.     

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Im Sinne eines obiter dictum wird noch auf den Einkommensvergleich eingegangen. 

Die Beschwerdegegnerin hat für die Bemessung des Valideneinkommens auf den 

durchschnittlichen Lohn eines Hilfsarbeiters gemäss der Lohnstrukturerhebung des 

Bundesamtes für Statistik (LSE) abgestellt. Sie hat dies damit begründet, dass der 

Beschwerdeführer in den letzten Jahren kein regelmässiges Einkommen erzielt habe. 

Es ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer ohne die gesundheitlichen 

Beeinträchtigungen weiterhin als selbständiger Fugenabdichter tätig gewesen wäre. 

Der Hausarzt hat im Vorbescheidverfahren geltend gemacht, dass der 

Beschwerdeführer als selbständiger Fugenabdichter im Jahr 2006 Fr. 75'676.70, im 

Jahr 2007 Fr. 114'652.60, im Jahr 2008 Fr. 117'094.45, im Jahr 2009 Fr. 65'904.20 und 

im Jahr 2010 Fr. 1'928.45 verdient habe. Der Beschwerdeführer hat diese 

Einkommensangaben nicht belegt, weshalb es ihnen an der notwendigen Beweiskraft 

fehlt. Im Anmeldeformular hat er angegeben, von ca. 1989 bis August 2009 selbständig 

erwerbstätig gewesen zu sein. Gemäss dem IK-Auszug hat er allerdings letztmals im 

Jahr 2001 Beiträge aus selbständiger Tätigkeit einbezahlt, weshalb auch der IK-Auszug 

nicht zur Bemessung des Valideneinkommens herangezogen werden kann. Gegenüber 

der Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführer erklärt, dass er seit dem Jahr 2003 

aufgrund gesundheitlicher Probleme nur noch so viel gearbeitet habe, wie er habe 

arbeiten können und er zum Überleben gebraucht habe. Seither habe er auch keine 

Buchhaltung mehr gemacht. Deshalb könne er nur ungefähre Einkommenszahlen 

nennen. Es sind folglich auch keine Buchhaltungsunterlagen vorhanden, die für die 

Bestimmung des Valideneinkommens hätten hinzugezogen werden können. Entgegen 

der Auffassung der Beschwerdegegnerin ist für die Bemessung des 

Valideneinkommens nicht auf den durchschnittlichen Lohn eines Hilfsarbeiters 

abzustellen. Vielmehr hätte ‒ wohl anhand eines betriebsökonomischen Gutachtens ‒

ermittelt werden müssen, was der Beschwerdeführer im Jahr 2010 (frühestmöglicher 

Rentenbeginn 1. August 2010) als selbständiger Fugenabdichter ohne die 

gesundheitlichen Beeinträchtigungen hätte verdienen können. Hätte das 

Valideneinkommen auf diese Weise nicht rechtsgenüglich ermittelt werden können, 

hätte sie als Valideneinkommen den durchschnittlichen Lohn eines unselbständig 

erwerbenden Fugenabdichters im Jahr 2010 heranziehen müssen. Beim 

Invalideneinkommen hat die Beschwerdegegnerin auf den durchschnittlichen Lohn 

eines Hilfsarbeiters abgestellt (Tabellenlohn für den privaten Sektor, 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Anforderungsniveau 4, Männer, Hilfsarbeiter). Dies ist aus den folgenden Überlegungen 

korrekt: Beim erlernten Beruf des Heizungsmonteurs handelt es sich wie beim zuletzt 

ausgeübten Beruf des Fugenabdichters um eine körperlich belastende Tätigkeit, deren 

Ausübung dem Beschwerdeführer nicht mehr zugemutet werden kann. Hinzu kommt, 

dass eine Umschulung einerseits aufgrund des fortgeschrittenen Alters des 

Beschwerdeführers (im Verfügungszeitpunkt 60-jährig) sowie aufgrund des Umstandes, 

dass er sich subjektiv nicht arbeitsfähig fühlt (vgl. IV-act. 45 - 15, IV-act. 51 - 1), nicht 

zielführend wäre. Allerdings ist nicht, wie dies die Beschwerdegegnerin getan hat, auf 

den Tabellenlohn des Jahres 2008, sondern auf jenen des Jahres 2010 abzustellen. Der 

Ausgangswert für die Ermittlung des Invalideneinkommens beträgt somit Fr. 61'164.--. 

Schliesslich hat es die Beschwerdegegnerin unterlassen, einen angemessenen 

Tabellenlohnabzug vorzunehmen.

4.     

4.1   Demnach ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen und die Sache ist zur Vor­

nahme weiterer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Diese wird 

einerseits bei den MEDAS-Gutachtern eine Stellungnahme zum Einwand des Haus­

arztes betreffend den Medikamenten- und Alkoholkonsum einholen oder aber weitere 

medizinische Abklärungen in Auftrag geben müssen. Andererseits wird sie von der 

behandelnden Psychiaterin einen detaillierten Bericht einverlangen müssen. Sodann 

wird die Beschwerdegegnerin die Arbeitsfähigkeit hinsichtlich des Tumorrezidivs 

abklären lassen müssen, sobald sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers 

stabilisiert hat. Erst danach wird sie über den Rentenanspruch neu verfügen können.

4.2   Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- er­

scheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Aus­

gang des Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdegegnerin 

aufzuerlegen. Die Bewilligung der unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den 

Gerichtskosten) wird damit obsolet. Da sich der Beschwerdeführer im 

Beschwerdeverfahren nicht von einem Rechtsanwalt bzw. einer Rechtsanwältin hat 

vertreten lassen, hat er keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.

bis 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.      In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 

3. Juli 2012 aufgehoben und die Sache wird zur Vornahme ergänzender Abklärungen 

und zur neuen Verfügung im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin

zurückgewiesen.

2.      Der Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 03.11.2014
	Art. 43 Abs. 1 ATSG. Rückweisung der Sache zur Vornahme weiterer medizinischer Abklärungen. Kein stabiler Gesundheitszustand im Verfügungszeitpunkt bezüglich des Prostata-Karzinoms. Keine rechtsgenügliche Arbeitsfähigkeitsschätzung in Bezug auf den psychischen Gesundheitszustand und in Bezug auf die Auswirkungen des Medikamenten- und Alkoholkonsums (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 3. November 2014, IV 2012/283).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T09:32:44+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen