# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 100c2ee4-dae9-5cfb-8453-76bb03ce9a5b
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-21
**Language:** de
**Title:** Aargau Spezialverwaltungsgericht Steuern 21.09.2023 3-BB.2021.9
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_SVWG_002_3-BB-2021-9_2023-09-21.pdf

## Full Text

Spezialverwaltungsgericht 

Steuern 

 

3-BB.2021.9       
P 141 
 

 

 

 

Urteil vom 21. September 2023 
 
 

 
 

Besetzung  Präsident Heuscher  

Richter Loser  

Richterin Sramek  

Gerichtsschreiberin Schaffner          

 

 
 

   

Beschwerde-

führerin  

 A._____ GmbH  

 

vertreten durch Frohsinn Treuhand GmbH, Grosse Kirchgasse 4, 

5507 Mellingen    

   

 

 
 
 

Gegenstand  Einspracheentscheid des Steueramtes des Kantons Aargau, 

Sektion juristische Personen, vom 20. April 2021 

betreffend Direkte Bundessteuer 2017 

 

  

 - 2 - 

 

 

 
   

Das Gericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Mit Verfügung vom 5. Februar 2021 wurde die B._____ GmbH (am 

tt.mm.2021 in A._____ GmbH umfirmiert; nachfolgend A._____ GmbH) 

vom Kantonalen Steueramt (KStA), Sektion juristische Personen (JP), für 

die direkte Bundessteuer 2017 zu einem steuerbaren Reingewinn von 

CHF 92'397.00 veranlagt. Dabei wurden als "Gewinnausschüttungen und 

gleichgestellte Leistungen an Gesellschafter oder Genossenschafter oder 

ihnen nahestehende Personen, soweit diese Leistungen auf Kosten des 

Geschäftsergebnisses ausgerichtet wurden" ein "PA Fahrzeug (…BMW 

X5, Renault Megan, Land Rover)" von CHF 8'000.00 sowie CHF 70'000.00 

für "Nicht ordnungsmässig geführte Buchhaltung [kein Kassabuch, trotz 

vielen Barzahlungen] Aufrechnung nach pflichtgemässem Ermessen" 

(gemäss Einschätzungsvorschlag vom 11. November 2020) zum 

deklarierten Reingewinn von CHF 14'397.00 hinzugerechnet. 

 

2. 

Gegen die Verfügung vom 5. Februar 2021 liess die A._____ GmbH mit 

Schreiben vom 2. März 2021 Einsprache einreichen und beantragte die 

Korrektur der Veranlagungsverfügung. 

 

3. 

Mit Entscheid vom 20. April 2021 hiess das KStA JP die Einsprache teil-

weise gut. Es wurde ein zusätzlicher Steueraufwand von CHF 13'000.00 

kapitalbildend berücksichtigt. Der steuerbare Reingewinn wurde auf 

CHF 79'397.00 herabgesetzt. 

 

4. 

Den Einspracheentscheid vom 20. April 2021 (Zustellung am 21. April 

2021) liess die A._____ GmbH mit Beschwerde vom 17. Mai 2021 

(Postaufgabe gleichentags) an das Spezialverwaltungsgericht, Abteilung 

Steuern, weiterziehen mit dem Antrag: 

 

Korrektur des Einspracheentscheides betreffend direkte Bundessteuer 
2017. Zusätzlich sei eine Provision von CHF 25'000.00 zu akzeptieren. 

 

Auf die Begründung wird, soweit für den Entscheid erforderlich, in den Er-

wägungen eingegangen. 

 

5. 

Das KStA JP beantragt die kostenfällige Abweisung der Beschwerde. 

 

6. 

Die A._____ GmbH hat eine Replik erstattet. 

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7. 

Das Spezialverwaltungsgericht hat die Akten der Verfahren 3-RV.2021.80 

betreffend Kantons- und Gemeindesteuern 2016, 3-RV.2021.81 betreffend 

Kantons- und Gemeindesteuern 2017 und 3-BB.2021.8 betreffend direkte 

Bundessteuer 2016, alle in Sachen der A._____ GmbH, beigezogen. 

 

 

 

  

 - 4 - 

 

 

 
   

Das Gericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Die vorliegende Beschwerde betrifft die direkte Bundessteuer 2017. Mass-

gebend für die Beurteilung ist das Bundesgesetz über die direkte Bundes-

steuer vom 14. Dezember 1990 (DBG). 

 

2. 

2.1. 

Gemäss Rubrum des Beschwerdeschreibens vom 17. Mai 2021 wurden 

die Einspracheentscheide betreffend direkte Bundessteuern 2015, 2016 

und 2017 angefochten. Beantragt wird eine "Korrektur der Einsprache-Ent-

scheide der direkten Bundessteuer für die Jahre 2015, 2016 und 2017 (…)". 

In der Beschwerde werden jedoch nur materielle Ausführungen zu den di-

rekten Bundessteuern 2016 und 2017 gemacht. In der Begründung wird 

weiter zur direkten Bundesteuer 2015 ausgeführt: "Für das Jahr 2015 wur-

den keine Buchungen oder Belege explizit erwähnt, deshalb können wir 

hier auch keine Korrekturen oder Belege nachreichen. Der Einsprache-Ent-

scheid muss deshalb im Jahr 2015 akzeptiert werden". 

 

2.2. 

Mit dem vorliegenden Entscheid wird im Verfahren 3-BB.2001.9 der Ein-

spracheentscheid betreffend direkte Bundessteuer 2017 geprüft. Im Ver-

fahren 3-BB.2021.8 wird sodann auf den Einspracheentscheid betreffend 

direkte Bundessteuer 2016 eingegangen. Hingegen ist der Einspracheent-

scheid betreffend direkte Bundessteuer 2015 aufgrund der Formulierung, 

dieser müsse akzeptiert werden, nicht Gegenstand eines Beschwerdever-

fahrens. 

 

3. 

3.1. 

3.1.1. 

Die am 29. September 2018 unterzeichnete Steuererklärung 2017 mit ei-

nem deklarierten Gewinn von CHF 14'397.00 gemäss beigelegter Jahres-

rechnung ging dem KStA JP am 10. Oktober 2018 zu.  

 

3.1.2.  

Am 29. November 2018 führte der Revisor des KStA JP im Veranlagungs-

verfahren bei der Beschwerdeführerin eine Bücherrevision durch. Aus den 

Notizen des Revisors ergeben sich Anmerkungen zum "PA Fz", zur Ord-

nungsmässigkeit ("fehlende Kasse" und "div. Geldleistungen"), und "Pen-

denzen". Die "Pendenzen" stimmen mit den im angefochtenen Einsprache-

entscheid erwähnten Auflagen überein. Danach hatte die "Buchhaltungs-

stelle zu bearbeitende Pendenzen", nämlich die Einreichung der Debitoren-

rechnungen, der Einsatzpläne der Mitarbeiter, des Fahrzeugbestandes, der 

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Bankauszüge sämtlicher privater Bankkonti sowie der fehlenden Auszüge 

des G._____-Kontos.  

 

Eine schriftliche Aufforderung oder Mahnung zur Einreichung von Unterla-

gen lässt sich den Vorakten des KStA JP nicht entnehmen. 

 

3.1.3. 

Am 12. April 2019 fand ein Telefongespräch zwischen dem Revisor des 

KStA JP und der damaligen Vertreterin statt (vgl. Aktennotiz vom 12. April 

2019). Die damalige Vertreterin teilte mit, dass eine Besprechung ge-

wünscht werde. Der Revisor des KStA JP erwiderte, dass eine Bespre-

chung ohne die vorgängige Einreichung der Debitorenfakturen 2015 - 2017 

und Auszügen der privaten Bankkonti 2015 - 2017 nichts bringe. "Ansons-

ten bin ich im Blindflug" (Aktennotiz des Revisors des KStA JP vom 12. Ap-

ril 2019). 

 

Weitere mündliche oder schriftliche Kontakte lassen sich den Akten bis zum 

11. November 2020 nicht entnehmen. 

 

3.1.4. 

Mit Schreiben vom 11. November 2020 wurden der Beschwerdeführerin 

Einschätzungsvorschläge zugestellt mit dem Hinweis, dass daraus die Ab-

weichungen zur Selbstdeklaration ersichtlich seien. Gemäss Einschät-

zungsvorschlag 2017 wurden als "Gewinnausschüttungen und gleichge-

stellte Leistungen an Gesellschafter oder Genossenschafter oder ihnen na-

hestehende Personen, soweit diese Leistungen auf Kosten des Geschäfts-

ergebnisses ausgerichtet wurden" ein "PA Fahrzeug (…BMW X5, Renault 

Megan, Land Rover)" von CHF 8'000.00 sowie CHF 70'000.00 für "Nicht 

ordnungsmässig geführte Buchhaltung [kein Kassabuch, trotz vielen Bar-

zahlungen] Aufrechnung nach pflichtgemässem Ermessen" zum deklarier-

ten steuerbaren Gewinn von CHF 14'397.00 hinzugerechnet. 

 

Im Schreiben vom 11. November 2020 wurde ausgeführt, sofern innert 

20 Tagen kein Gegenbericht eingehe, werde angenommen, dass die Be-

schwerdeführerin mit den ermittelten Faktoren einverstanden sei. Eine Re-

aktion der Beschwerdeführerin erfolgte nicht. 

 

3.2. 

Mit Verfügung vom 5. Februar 2021 wurde die Beschwerdeführerin dem 

Einschätzungsvorschlag entsprechend mit einem steuerbaren Gewinn von 

CHF 92'397.00 veranlagt. Die Veranlagungsverfügung selbst trägt keinen 

Hinweis auf eine Ermessensveranlagung. 

 

Der Rechtsmittelbelehrung lässt sich dagegen entnehmen, dass nach 

pflichtgemässem Ermessen veranlagte Steuerpflichtige innert Einsprache-

frist die offensichtliche Unrichtigkeit der Veranlagung nachzuweisen und zu 

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begründen haben. Andernfalls werde auf die Einsprache ohne Ansetzung 

einer Nachfrist nicht eingetreten. 

 

3.3. 

3.3.1. 

Mit E-Mail vom 2. März 2021 erklärte die neue Vertreterin, sie habe festge-

stellt, dass in den Jahren 2016 und 2017 jeweils CHF 78'000.00 aufgerech-

net worden seien. Es werde geprüft, ob eine Einsprache erhoben werden 

solle. Sie ersuchte den Revisor des KStA JP um Rückruf. Ausweislich der 

Akten erfolgte kein Rückruf. 

 

3.3.2. 

Mit der Einsprache vom 2. März 2021 wurde pauschal die Korrektur der 

Veranlagungsverfügung betreffend die direkte Bundessteuer 2017 ver-

langt. Zur Begründung wurde ausgeführt, die Erhöhung des Gewinnes um 

CHF 78'000.00 sei willkürlich. Weiter wurde erklärt: "Nach Rücksprache mit 

C._____ (er ist zur Zeit ferienhalber abwesend) werden wir ihm die ge-

wünschten Unterlagen und Auskünfte gerne zustellen".  

 

Ausser der Vollmacht der neuen Vertreterin wurden keine Unterlagen ein-

gereicht. 

 

3.3.3. 

Mit E-Mails vom 12. und 19. März 2021 kontaktierte die Vertreterin erneut 

den Revisor des KStA JP und ersuchte um Erläuterung, weshalb in den 

Jahren 2015 - 2017 jeweils CHF 78'000.00 aufgerechnet worden seien. Am 

22. März 2021 fand ein Telefongespräch zwischen der Vertreterin und dem 

Revisor des KStA JP statt (Aktennotiz des Revisors des KStA JP vom 

22. März 2021). Mit Schreiben vom 29. März 2021 wurden der Vertreterin 

wie besprochen die Veranlagungsvorschläge mit der Möglichkeit, in den 

nächsten 15 Tagen dem KStA JP "Weiterungen zu Ihrer Einsprache" zu-

kommen zu lassen, zugestellt. 

 

3.3.4. 

Mit E-Mail vom 30. März 2021 nahm die Vertreterin zum Veranlagungsvor-

schlag Stellung. Dabei wurde ausgeführt, es sei möglich, die Kasse für die 

Jahre 2015 - 2017 nachzuführen. Der ehemalige Treuhänder habe die Bar-

zahlungen und den Barverkehr über das Kontokorrentkonto 2120 verbucht. 

Es sei in der Branche unmöglich, bei einem Umsatz von CHF 400'000.00 

einen Gewinn von 20 % des Umsatzes zu erzielen. Es wurde vorgeschla-

gen, die Gewinnaufrechnung auf CHF 10'000.00 zu beschränken. Der Pri-

vatanteil Fahrzeuge könne gemäss Veranlagungsvorschlag berücksichtigt 

werden. 

 

 - 7 - 

 

 

3.3.5. 

Im Einspracheentscheid wurde zur Aufrechnung von CHF 70'000.00 aus-

geführt, diese sei nach pflichtgemässem Ermessen erfolgt. An der Bücher-

revision sei festgestellt worden, dass kein Kassabuch geführt worden sei, 

obwohl sehr viele Barquittungen vorhanden seien. Der Barverkehr sei aus-

schliesslich über das Privatkonto 2120 Privatbezüge/-einlagen gebucht 

worden. Im Geschäftsjahr 2017 seien so auf dem Konto 2120 gesamthaft 

rund CHF 310'000.00 eingelegt und rund CHF 355'000.00 entnommen 

worden. Beim Umsatz seien fünf Positionen mit CHF 43'480.00 über das 

Kontokorrent Anteilscheininhaber mutmasslich in bar getätigt worden. Es 

sei von einem bargeldintensiven Betrieb auszugehen, weshalb eine Kasse 

zu führen gewesen wäre. Die Steuerfaktoren seien deshalb nach Ermessen 

festzusetzen. Auf dem Konto 3000 Materialaufwand seien diverse Positio-

nen nur aufgrund eines Zahlungsbeleges ohne entsprechenden Kredito-

renbeleg gebucht worden. Das gleiche gelte auf für die Buchung auf dem 

Konto 3800 Fremdarbeiten, wo per 23. Oktober 2017 CHF 25'000.00 als 

Provision D._____ (recte: D._____) verbucht worden seien. Auf dem Beleg 

sei "Provision für Arbeiten, was ist das?" notiert worden. 

 

Da im Jahr 2017 rund 10 % des Umsatzes sowie weit mehr als die Hälfte 

aller Aufwendungen über das Konto 2120 Privatbezüge/-einlagen mut-

masslich bar abgewickelt worden und damit weder die Aufwand- noch die 

Ertragsseite mutmasslich vollständig seien, sei eine zuverlässige Schät-

zung äusserst schwierig. Die ermessensweise Aufrechnung von 

CHF 70'000.00 wurde weiterhin als angemessen erachtet.  

 

Zusätzlich wurde für die mit der Aufrechnung verbundene Steuerbelastung 

ein Steueraufwand von CHF 13'000.00 kapitalbildend berücksichtigt. 

 

3.4. 

3.4.1. 

Mit E-Mail vom 28. April 2021 wurde von der Vertreterin der Beleg über die 

Provisionszahlung im Jahr 2017 über CHF 25'000.00 (Rechnung der 

E._____ AG vom 10. Oktober 2017) eingereicht. Dieser sei bei den 

Buchhaltungsunterlagen 2017 abgelegt gewesen. Mit E-Mail vom 30. April 

2021 wies das KStA JP darauf hin, dass der Beleg anlässlich der Revision 

nicht vorhanden gewesen sei. Diese könnten daher nicht mehr 

berücksichtigt werden. 

 

3.4.2. 

Mit Beschwerde wird die Gewinnaufrechnung von CHF 78'000.00 insge-

samt als willkürlich bezeichnet. Es seien keine nicht verbuchten Einnahmen 

gefunden worden. Bemängelt werde vom KStA JP allgemein die Art, wie 

der frühere Treuhänder die Geschäftsfälle verbucht habe. Es wurde ein zu-

sätzlicher Betrag von CHF 25'000.00 als Provisionsaufwand geltend ge-

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macht, wobei die bereits im Einspracheentscheid akzeptierten Steuerab-

grenzungen beizubehalten seien. Zur Begründung wurde ausgeführt, der 

Beleg zur Buchung der Provision D._____ per 23. Oktober 2017 über 

CHF 25'000.00 sei bereits in der Buchhaltung, wenn auch als Rechnung 

der E._____ AG, enthalten gewesen. Die Buchung als Aufwand sei daher 

zu Recht erfolgt.  

 

3.4.3. 

In der Vernehmlassung wurde vom KStA daran festgehalten, die Ermes-

sensveranlagung sei aufgrund des fehlenden Kassabuches erfolgt. Auf-

grund der Vielzahl von bar getätigten Bewegungen sowie deren Höhe sei 

trotz Vorliegens eines Handwerkbetriebes von einem bargeldintensiven 

Betrieb auszugehen. Die Bartransaktionen seien, anstatt diese korrekt über 

ein Kassakonto zu buchen, einfachheitshalber über das private Kontokor-

rent verbucht worden. Das Kassakonto sei mit dem Privatkonto vermischt 

worden. Auf dem "Konto 2120 Privatbezüge/-einlagen" seien Einlagen von 

rund CHF 330'000.00 und Entnahmen von rund CHF 355'000.00 festge-

stellt worden. Diese deckten die getätigten Barbewegungen ab. 

 

Es seien weder Gründe ersichtlich, von der Veranlagung nach pflichtge-

mässem Ermessen abzuweichen, noch könnten Fremdarbeiten steuerlich 

nochmals zum Abzug zugelassen werden. Der neu eingereichte Beleg sei 

anlässlich der Buchprüfung vor Ort nicht vorhanden oder auffindbar gewe-

sen. 

 

Die Schätzung der Aufrechnung von CHF 70'000.00 beziehe sich auf die 

mangelhafte Buchhaltung als Ganzes. Die Provisionszahlung als einzelne 

Position sei erwähnt worden, um die äusserst grosse Ungewissheit besser 

zu veranschaulichen. Sie könne jedoch nicht isoliert betrachtet als Redu-

zierungsgrund herangezogen werden. 

 

Vorliegend sei auch nicht klar, ob und wie sich die vorgebrachte Provisi-

onszahlung auf der Ertragsseite ausgewirkt habe. Auf dem Konto 6000 Ho-

norarertrag seien drei Zahlungseingänge grösser als CHF 25'000.00 ver-

bucht worden (CHF 30'000.00 F._____; CHF 75'000.00 und 

CHF 50'000.00 von E._____ AG). 

 

3.4.4. 

Mit E-Mail und Schreiben vom 30. August 2021 wurden ein neu erstellter 

Jahresabschluss 2017 vom 29. August 2021, Bankauszüge 2017 (I._____-

Konto), ein Auszug aus der Vernehmlassung des KStA, Lohnausweise 

2017, die Rechnung der E._____ AG vom 10. Oktober 2017, Kontoauszüge 

zu einer doppelten Erfassung von Honorarertrag sowie "Kontoauszüge 

2016 und 2017 der seinerzeit eingereichten Buchhaltung (Abschluss mit 

Kontoauszügen)" eingereicht. Mit der nochmals erstellten Jahresrechnung, 

der Verbuchung der Bancomat-Bezüge in die Kasse und der Ausbuchung 

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der Zahlungen ("am Bankschalter mit Poststempel quittiert") werde der 

Nachweis für die getätigten Einlagen erbracht. Die Beschwerdeführerin 

habe im Jahr 2017 über E-Banking verfügt und bereits mehrere Zahlungen 

darüber ausgeführt.  

 

Im Jahr 2017 werde neu ein um CHF 15'000.00 geringerer Ertrag ausge-

wiesen, da die ehemalige Treuhandstelle einen Ertrag in diesem Umfang 

doppelt erfasst habe. Die Provision von CHF 25'000.00 sei für die Auftrags-

vermittlung von zwei Doppeleinfamilienhäusern in U bezahlt worden, Das 

Auftragsvolumen habe CHF 168'000.00 betragen. 

 

Da im Jahr 2016 die Aufwände für die AHV, die Suva und die Pensions-

kasse nicht verbucht worden seien, seien die Aufwände in der Buchhaltung 

2017 für beide Jahre enthalten. Die Zahlungen seien auch im Jahr 2017 

ausgeführt worden.  

 

Zusammenfassend seien Abgrenzungen nicht vorgenommen, Privatanteile 

nicht verbucht und Barbezüge über das Kontokorrentkonto anstatt das 

Konto Kasse verbucht worden. Die Aufrechnung eines Gewinnes von 

CHF 70'000.00 sei dennoch nicht angebracht. 

 

4. 

4.1. 

4.1.1. 

Nach Art. 130 Abs. 1 DBG prüft die Steuerbehörde die Steuererklärung und 

nimmt die erforderlichen Untersuchungen vor. Hat die steuerpflichtige Per-

son trotz Mahnung ihre Verfahrenspflichten nicht erfüllt oder können die 

Steuerfaktoren mangels zuverlässiger Unterlagen nicht einwandfrei ermit-

telt werden, wird die Veranlagung nach pflichtgemässem Ermessen vorge-

nommen. Dabei können insbesondere Erfahrungszahlen oder Vermögens-

entwicklung der steuerpflichtigen Person berücksichtigt werden (Art. 130 

Abs. 2 DBG). So ist etwa bei einer juristischen Person eine Ermessensver-

anlagung vorzunehmen, wenn keine Steuererklärung eingereicht wurde 

oder die Buchhaltung nicht ordnungsgemäss geführt wurde.  

 

4.1.2. 

Ob eine Buchhaltung oder steuerliche Aufzeichnungen ordnungsgemäss 

sind, beurteilt sich nach den obligationen- bzw. steuerrechtlichen Vorschrif-

ten und den allgemein anerkannten kaufmännischen Grundsätzen (vgl. 

Art. 957 ff. OR). Die Buchhaltung ist formell ordnungsgemäss, wenn die 

nach Art und Umfang des Geschäfts notwendigen Bücher (Grundbücher, 

Hilfsbücher, Inventarbücher, Hauptbuch) klar und übersichtlich geführt wer-

den. Sie ist materiell ordnungsgemäss, wenn sie vollständig und wahr ist, 

d.h. alle Geschäftsvorfälle, Vermögenswerte und Verbindlichkeiten mit ih-

ren handelsrechtskonformen Werten wiedergibt (E. Höhn/R. Waldburger, 

Steuerrecht, 9. Auflage, Bern 2002, § 46 N 12 f.; M. Neuhaus/C. Schärer, 

 - 10 - 

 

 

in: Basler Kommentar zum schweizerischen Privatrecht, Obligationenrecht 

II, 5. Auflage, Basel 2016, Art. 957a N 14 ff.). Wenn buchmässige Aufzeich-

nungen fehlen oder mangelhaft sind, ist die Steuerbehörde zur Vornahme 

einer Ermessensveranlagung berechtigt. Einzelne Mängel genügen zwar 

nicht, um einer Buchhaltung die Glaubwürdigkeit und Brauchbarkeit abzu-

sprechen. Bei groben Verstössen oder einer Häufung von Fehlern verliert 

die Buchhaltung jedoch ihre Beweiskraft (zum Ganzen: VGE vom 17. Au-

gust 2011 [WBE.2010.360] sowie VGE vom 7. April 2008 [WBE.2007.287], 

bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts vom 28. November 2008 

[2C_657/2008]). 

 

4.1.3. 

Die vollständige Aufzeichnung der Einnahmen und Ausgaben erfordert vor 

allem die korrekte Führung eines Kassabuches. Dieses muss detailliert und 

chronologisch nachgeführt werden. Der Saldo ist regelmässig zu ermitteln 

und mit dem tatsächlichen Kassenbestand zu vergleichen, wobei allfällige 

Differenzen sofort zu verbuchen sind. Nach der Rechtsprechung des aar-

gauischen Verwaltungsgerichts kommt dem Kassabuch insbesondere bei 

bargeldintensivem Geschäftsverkehr eine grosse Bedeutung für die Beur-

teilung zu, ob eine ordnungsgemässe Buchführung gegeben ist. 

 

Der Beweiswert eines Kassabuchs wird insbesondere reduziert durch nicht 

chronologische Eintragungen, Nachtragsbuchungen, Eintrag von runden 

Beträgen oder Sammelposten sowie bei Fehlen von Buchungsunterlagen, 

wie Quittungen, Kassenstreifen, Rechnungsdoppel etc. (zum Ganzen: 

VGE vom 7. April 2008 [WBE.2007.287], bestätigt durch Urteil des Bundes-

gerichts vom 28. November 2008 [2C_657/2008]; vgl. auch StR 2007 

S. 44). 

 

4.1.4. 

Wird der Veranlagungsbehörde ein mangelhaftes Kassabuch vorgelegt, 

das nicht beweiskräftig ist für die Richtigkeit des erfassten Bargeldverkehrs, 

so führt dies infolge Unzuverlässigkeit der Aufzeichnungen und mangels 

Kontrollmöglichkeit zur Ablehnung der gesamten Buchhaltung als Grund-

lage für die Veranlagung (vgl. VGE vom 23. November 2018 [WBE.2018. 

329]; Urteil des Bundesgerichts vom 28. November 2008 [2C_657/2008]). 

 

4.1.5. 

Gemäss der Rechtsprechung des aargauischen Verwaltungsgerichtes ist 

die steuerpflichtige Person (auch) bei einer Ermessensveranlagung wegen 

ungewissen Sachverhalts grundsätzlich vorgängig aufzufordern, die Unge-

wissheit zu beseitigen. Diese Aufforderung ist gegebenenfalls zu mahnen. 

Unterbleiben können Aufforderung und Mahnung grundsätzlich nur dann, 

wenn die steuerpflichtige Person den Sachverhalt der Natur der Sache 

nach nicht mehr klären kann (VGE vom 21. Oktober 2009 [WBE.2009.111] 

= AGVE 2009 S. 129; vgl. auch VGE vom 15. Juli 2009 [WBE.2009.101]).  

 - 11 - 

 

 

4.2. 

Die Beschwerdeführerin führte zweifellos kein Kassenbuch. Das zeigt sich 

insbesondere auch darin, dass erst mit der Eingabe im Beschwerdeverfah-

ren vom 30. August 2021 das Konto Kasse erstellt bzw. dieses in Abwei-

chung vom mit der Steuererklärung 2017 eingereichten Abschluss erstmals 

ausgewiesen wurde. Die Beschwerdeführerin anerkennt damit implizit, 

dass auch ein Kassenbuch zu führen gewesen wäre. Bereits deshalb be-

stand im Zeitpunkt der Veranlagung ein Untersuchungsnotstand, was das 

KStA JP – ohne Mahnung – zur Vornahme einer Ermessensveranlagung 

berechtigte.  

 

Hinzu kommen die von der Beschwerdeführerin als notwendig erachteten 

(mangels Rückstellungen wohl periodenfremden) Nachverbuchungen von 

Sozialversicherungsabgaben aus dem Jahr 2016 und die geltend ge-

machte doppelte Verbuchung eines Ertrages, welche die mit der Steuerer-

klärung 2017 eingereichte Buchhaltung ebenso als nicht ordnungsgemäss 

erscheinen lassen. 

 

5. 

5.1. 

5.1.1. 

Gegen Veranlagungen kann Einsprache erhoben werden (Art. 132 Abs. 1 

DBG). Ist die Veranlagung nach pflichtgemässem Ermessen erfolgt, kann 

sie der Steuerpflichtige nur wegen offensichtlicher Unrichtigkeit anfechten. 

Die Einsprache ist zu begründen (Art. 132 Abs. 3 DBG). Nachweis und Be-

gründung obliegen dabei der steuerpflichtigen Person und sind bereits im 

Einspracheverfahren anzutreten (Bundesgerichtsurteil vom 29. Januar 

2020 [2C_404/2019], Erw. 2.3., 2. Juli 2008 [2C_620/2007] und vom 

29. April 2009 [2C_579/2008] = StE 2009 B 95.1 Nr. 14 = StR 2009 S. 659 

= ZStP 2009 S. 247; AGVE 2005 S. 125 f.; VGE vom 23. Januar 2008 

[WBE.2007.342]). Neben der Begründung muss die Einsprache gegen eine 

Ermessensveranlagung allfällige Beweismittel nennen (Art. 132 Abs. 3 

DBG; vgl. dazu ausführlich Bundesgerichtsurteil vom 29. April 2009 

[2C_579/2008] = StE 2009 B 95.1 Nr. 14 = StR 2009 S. 659 = ZStP 2009 

S. 247; Bundesgerichtsurteil vom 4. Juli 2005 [2A.72/2004] = StR 2005 

S. 973), wobei das Gesetz nur ein Beweisangebot verlangt (Bundesge-

richtsurteil vom 22. November 2011 [2C_504/2010] = StR 2012 S. 1435). 

Die Begründung ist bei Einsprachen gegen eine Ermessensveranlagung 

Gültigkeitserfordernis. Das Fehlen einer sachbezogenen Begründung stellt 

einen nach Ablauf der Einsprachefrist nicht mehr verbesserungswürdigen 

Mangel dar (Kommentar zum schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz 

über die direkte Bundessteuer, 4. Auflage, Basel 2022, Art. 132 DBG N 34, 

mit Hinweisen auf die Rechtsprechung). 

 

 - 12 - 

 

 

5.1.2. 

Die offensichtliche Unrichtigkeit der Ermessensveranlagung kann der Steu-

erpflichtige auf zwei Arten nachweisen: Er kann den wirklichen Sachverhalt 

darlegen und beweisen; in diesem Fall können die Steuerfaktoren einwand-

frei ermittelt werden und es tritt eine normale Veranlagung an die Stelle der 

Ermessensveranlagung. Falls der wirkliche Sachverhalt nicht nachgewie-

sen werden kann, kann der Steuerpflichtige stattdessen nachweisen, dass 

die ermessensweise Schätzung unter Beachtung des Ermessensspiel-

raums offensichtlich zu hoch ausgefallen und damit unhaltbar ist (Kommen-

tar zum schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz über die direkte Bun-

dessteuer, a.a.O., Art. 132 DBG N 39). 

 

5.2. 

5.2.1. 

Die Beschwerdeführerin reichte mit der Einsprache keinerlei Unterlagen 

ein. Damit wurde der Nachweis der Unrichtigkeit der Veranlagung nicht an-

getreten und dementsprechend diese auch nicht nachgewiesen. Dessen 

ungeachtet trat das KStA JP auf die Einsprache ein, indem es der Be-

schwerdeführerin nochmals die Möglichkeit zu einer Stellungnahme zum 

Veranlagungsvorschlag 2017 gab. Die Beschwerdeführerin liess mit E-Mail 

vom 30. März 2021 jedoch nur in allgemeiner Weise Stellung nehmen. Es 

wurde lediglich ausgeführt, eine Gewinnmarge von 20 % lasse sich im 

Holzbau nicht erzielen.  

 

5.2.2. 

Ist das Kassenbuch nicht ordnungsgemäss geführt, ist die Buchhaltung ins-

gesamt abzulehnen mit der Folge, dass der Nachweis der Unrichtigkeit der 

Veranlagung gescheitert ist und an der Ermessensveranlagung festzuhal-

ten ist.  

 

5.2.3. 

Abschliessend ist die Höhe des nach Ermessen festgesetzten Gewinnes 

zu prüfen. 

 

6. 

6.1. 

Bezüglich der Höhe der ermessensweisen Aufrechnung ist einerseits die 

Aufrechnungsgrundlage zu prüfen. Andererseits ist zu klären, inwieweit die 

erst nach dem Einspracheentscheid eingereichten Unterlagen der Be-

schwerdeführerin berücksichtigt werden können. 

 

6.2. 

Eine Ermessensveranlagung hat pflichtgemäss zu sein (Art. 130 Abs. 2 

DBG). Der steuerlich massgebende Sachverhalt ist so weit wie möglich ab-

zuklären und die Verhältnisse des Einzelfalls sind zu würdigen. Ziel der Er-

messensveranlagung ist eine Veranlagung, die der Wirklichkeit möglichst 

 - 13 - 

 

 

nahekommt. Wegen der Unsicherheiten über die tatsächlichen Verhält-

nisse verbleibt der Veranlagungsbehörde allerdings regelmässig ein erheb-

licher Ermessensspielraum, wobei der Ermessensspielraum für die Veran-

lagungsbehörde umso höher ist, je grösser die Ungewissheit über die tat-

sächlichen Verhältnisse ist. Bei der Ermessensbetätigung darf die Veran-

lagungsbehörde eher zu hoch gehen, um zu vermeiden, dass derjenige 

Steuerpflichtige, welcher für die Überprüfbarkeit seiner steuerlichen Ver-

hältnisse Sorge getragen hat, höhere Steuern bezahlen muss als derjenige, 

bei welchem eine Nachprüfung unmöglich ist (Kommentar zum schweize-

rischen Steuerrecht, Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, a.a.O., 

Art. 130 DBG N 47 f.). 

 

6.3. 

Die Beschwerdeführerin hat zahlreiche und erhebliche Bargeldtransaktio-

nen vorgenommen. Es ist von einem bargeldintensiven Betrieb auszuge-

hen, sodass die Führung eines Kassenbuches unabdingbar war. Wie im 

Einspracheentscheid zu Recht ausgeführt wurde, wurden rund 10 % des 

Umsatzes sowie deutlich mehr als die Hälfte der Aufwendungen bar über 

das Konto 2120 Privatbezüge/-einlagen anstatt über ein Konto Kasse ab-

gewickelt.  

 

Mit der Eingabe vom 30. August 2021 wurde das Konto Kasse erst im Be-

schwerdeverfahren neu erstellt. Dieses zeigt bei einem Soll von 

CHF 214'860.30 und einem Haben von CHF 212'511.15 einen Saldo von 

CHF 2'349.15. Insgesamt wird mit dem nacherstellten Abschluss (Fassung 

vom 29. August 2021) ein Reingewinn von CHF 2'675.84 ausgewiesen. Es 

ist zu prüfen, inwieweit auf diesen Abschluss und die weiteren im Be-

schwerdeverfahren eingereichten Unterlagen abgestellt werden darf bzw. 

muss. 

 

7. 

7.1. 

Im Gegensatz zum Verfahren betreffend Kantons- und Gemeindesteuern 

kennt das DBG keinen Beweismittelausschluss. Vielmehr hat die Veranla-

gungsbehörde die gleichen Befugnisse und Pflichten wie im Veranlagungs-

verfahren (Art. 134 Abs. 1 DBG). Sie entscheidet gestützt auf die Untersu-

chung über die Einsprache (Art. 135 Abs.1 DBG). 

 

7.2. 

Nach dem Gesagten sind die mit der Replik eingereichten Unterlagen im 

vorliegenden Verfahren – ausschliesslich – bei der Prüfung der Frage, ob 

die Ermessenveranlagung in der Höhe angemessen/pflichtgemäss ist, zu 

berücksichtigen. Ob die Veranlagung zu Recht nach Ermessen vorgenom-

men wurde, ist aber nicht mehr in Frage zu stellen (vgl. insbesondere 

Erw. 4.2.), zumal im Veranlagungsverfahren auf den mit der Steuererklä-

rung 2017 eingereichten Abschluss abzustellen war (welcher im Übrigen 

 - 14 - 

 

 

im Vergleich mit dem nacherstellten Abschluss eine deutliche Abweichung 

beim Gewinn zeigt).  

 

Nicht berücksichtigt werden können "anonyme Denunzierungen" insbeson-

dere dann nicht, wenn diese in Verletzung des rechtlichen Gehörs der steu-

erpflichtigen Person – wie vorliegend – nie zur Stellungnahme vorgelegt 

wurden. 

 

7.3. 

Die Vorinstanz hat zu Recht ausgeführt, dass die Schätzung des Gewinnes 

unter den gegebenen Umständen schwierig sei, zumal nicht auf die Buch-

haltung abgestellt werden konnte. Das gilt unverändert auch im Beschwer-

deverfahren, in dem die Beschwerdeführerin erstmals einen Reingewinn 

von CHF 2'675.84 statt der mit der Steuererklärung 2017 deklarierten 

CHF 14'397.00 behauptet. 

 

Hingegen zeigen insbesondere das gestützt auf die bereits im Veranla-

gungsverfahren bekannten Bankauszüge und die Aufwand- und Ertragsbe-

lege nacherstellte Konto Kasse mit einem Saldo von CHF 2'349.15 und 

auch die belegte Provisionszahlung von CHF 25'000.00, dass die Aufrech-

nung von CHF 70'000.00 deutlich zu hoch und damit nicht pflichtgemäss 

ist.  

 

Dementsprechend ist die ermessensweise Aufrechnung auf 

CHF 15'000.00 zu reduzieren. Zu korrigieren ist auch die vom KStA JP zu-

sätzlich gewährte kapitalbildende Steuerrückstellung. Diese ist auf 

CHF 1'500.00 festzusetzen. 

 

8. 

Die Beschwerde ist demgemäss teilweise gutzuheissen. Der steuerbare 

Reingewinn reduziert sich von CHF 79'397.00 um CHF 43'500.00 

(CHF 13'000.00 [Steuerrückstellung auf Aufrechnung alt] abzüglich 

CHF 55'000.00 [Reduktion ermessensweise Aufrechnung] abzüglich 

CHF 1'500.00 [Steuerrückstellung auf Aufrechnung neu]) auf 

CHF 35'897.00. 

 

9. 

9.1. 

Die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens werden der unterliegen-

den Partei auferlegt. Wird die Beschwerde teilweise gutgeheissen, so wer-

den die Verfahrenskosten anteilsmässig aufgeteilt (Art. 144 Abs. 1 DBG). 

Der obsiegenden Beschwerdeführerin werden die Kosten ganz oder teil-

weise auferlegt, wenn sie bei pflichtgemässem Verhalten schon im Veran-

lagungs- oder Einspracheverfahren zu ihrem Recht gekommen wäre 

(Art. 144 Abs. 2 DBG). 

 

 - 15 - 

 

 

9.2. 

Die Beschwerdeführerin obsiegt mit ihrem gestellten Antrag teilweise. Al-

lerdings wurden mit der Replik im Beschwerdeverfahren erstmals Unterla-

gen eingereicht, welche die ermessensweise Aufrechnung als nicht pflicht-

gemäss erscheinen lassen. Dieselben Unterlagen hätten bereits mit der 

Einsprache eingereicht werden können. Damit hat die Beschwerdeführerin 

das vorliegende Beschwerdeverfahren durch ihr eigenes Verhalten vor der 

Vorinstanz verursacht. Demzufolge rechtfertigt es sich, der Beschwerde-

führerin die Kosten des Beschwerdeverfahrens vollumfänglich aufzuerle-

gen. Parteikostenersatz fällt damit ausser Betracht. 

 

 

 

 

  

 - 16 - 

 

 

 
    

Das Gericht erkennt: 

 

1. 

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der steuerbare Reingewinn 

auf CHF 35'897.00 festgesetzt. 

 

2. 

Die Beschwerdeführerin hat die Kosten des Beschwerdeverfahrens, beste-

hend aus einer Staatsgebühr von CHF 400.00, der Kanzleigebühr von 

CHF 220.00 und den Auslagen von CHF 100.00, insgesamt CHF 720.00, 

zu bezahlen.  

 

3. 

Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 

 

 

   

Zustellung an: 

die Vertreterin der Beschwerdeführerin (2)  

das Kantonale Steueramt 

das Gemeindesteueramt Q._____ 

die Eidg. Steuerverwaltung, Hauptabteilung direkte Bundessteuer 

 

 

 
 

   

Rechtsmittelbelehrung  

 

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Be-

schwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Aargau angefochten 

werden. Die Beschwerde ist in doppelter Ausfertigung beim Spezialver-

waltungsgericht, Laurenzenvorstadt 9, 5001 Aarau, einzureichen. Die 

unterzeichnete Beschwerdeschrift muss einen Antrag, wie der Entscheid 

zu ändern sei, sowie eine Begründung enthalten. Der angefochtene Ent-

scheid und als Beweismittel angerufene Urkunden sind beizulegen (§§ 28 

und 43 f. des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 4. Dezem-

ber 2007 [VRPG]). 

 

  

 - 17 - 

 

 

 

 
   

Aarau, 21. September 2023 

 

Spezialverwaltungsgericht 

Steuern 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Heuscher Schaffner