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**Case Identifier:** 9e5932df-447e-5f85-8fd7-af73f9e1b89e
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-12-14
**Language:** de
**Title:** Schwyz Verwaltungsgericht 1. Kammer 14.12.2018 I 2018 92
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_003_I-2018-92_2018-12-14.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
Kammer I

I 2018 92

Entscheid vom 14. Dezember 2018 

Besetzung lic.iur. Gion Tomaschett, Vizepräsident
Dr.med. Bernhard Zumsteg, Richter
Dr.med. Urs Gössi, Richter
MLaw Joëlle Sigrist, Gerichtsschreiberin

Parteien A.________,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr.iur. B.________,

gegen

IV-Stelle Schwyz, Rechtsdienst, Postfach 53, 6431 Schwyz,
Vorinstanz,

Gegenstand Invalidenversicherung (Leistungen)

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Sachverhalt:

A. A.________ (geb. ________1963, verheiratet, zwei erwachsene Kinder) 
meldete sich am 25. Januar 2005 (Posteingang) bei der IV-Stelle wegen Fibro-
myalgie (seit ca. 15 Jahren) zum Leistungsbezug an. Von 1987 bis 2004 arbeite-
te sie in einem Alters- und Pflegeheim als Hilfspflegerin (IV-act. 1). Der Arbeits-
vertrag wurde infolge Arbeitsunfähigkeit in gegenseitigem Einvernehmen auf-
gelöst (IV-act. 7). Mit Verfügung vom 1. April 2005 wies die IV-Stelle (nach Einho-
lung diverser Arztberichte) das Leistungsbegehren ab (IV-act. 10). Eine bei der 
IV-Stelle Schwyz dagegen erhobene Einsprache wurde mit Entscheid vom 24. 
November 2005 abgewiesen (IV-act. 22). Dieser Entscheid wurde mit VGE 1/06 
vom 5. April 2006 bestätigt (IV-act. 36).

B. Am 11. März 2008 (Posteingang) meldete sich A.________ aufgrund einer 
Fibromyalgie, einer psychischen Erkrankung sowie Divertikulitis erneut bei der 
IV-Stelle Schwyz zum Leistungsbezug an (IV-act. 40). Nach weiteren medizini-
schen Abklärungen, insbesondere Einholung eines psychiatrischen Gutachtens 
vom 21. Dezember 2008 (IV-act. 54), teilte die IV-Stelle A.________ mit Vorbe-
scheid vom 22. Januar 2009 mit, dass vorgesehen sei, das Leistungsbegehren 
abzuweisen (IV-act. 57). Dagegen erhob A.________ Einwände (IV-act. 58). Mit 
Verfügung vom 4. März 2009 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab (IV-
act. 60).

C. Mit Bericht vom 10. Januar 2011 meldete Dr.med. C.________ (FMH All-
gemeine Medizin, Sportmedizin) A.________ mit den Diagnosen: Anhaltende 
somatoforme Schmerzstörung seit mittlerweile über 10 Jahren (ICD-10: F45.4), 
Chronische mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F33.1) und Fibromyalgie-
Syndrom bei der IV-Stelle Schwyz erneut zum Leistungsbezug an (IV-act. 61). 
Wie mit Vorbescheid vom 24. Januar 2011 vorab mitgeteilt, wurde mit Verfügung 
vom 9. März 2011 auf das Leistungsbegehren nicht eingetreten, weil nicht glaub-
haft habe dargelegt werden können, dass sich der Gesundheitszustand seit der 
letzten Verfügung verschlechtert habe (IV-act. 64f.).

D. Am 19. Februar 2015 (Posteingang) meldete sich A.________ mit Verweis 
auf einen Arztbericht von Dr.med. C.________ vom 26. Januar 2015 (rezidivie-
rende depressive Störung, gegenwärtig schwer ohne psychotische Symptome 
[ICD-10: F33.2] und anhaltende somatoforme Schmerzstörung [ICD-10: F45.4]) 
erneut bei der IV-Stelle Schwyz zum Leistungsbezug an (IV-act. 68f.).

E. Nach Einholung diverser Arztberichte teilte die IV-Stelle A.________ am 2. 
Mai 2016 mit, dass eine bidisziplinäre Abklärung (Psychiatrie und Orthopädie) 

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notwendig sowie vorgesehen sei, die D.________ (nachfolgend D.________) zu 
beauftragen (IV-act. 90). Mit Schreiben vom 9. Mai 2016 reichte A.________ Zu-
satzfragen für die Gutachterstelle ein (IV-act. 92). Am 18. Mai 2016 wurde der 
D.________ der Auftrag für eine bidisziplinäre Abklärung erteilt (IV-act. 93). Das 
D.________-Gutachten wurde am 28. April 2017 erstattet (IV-act. 97).

F. Nach einer Stellungnahme des Regionalen ärztlichen Dienstes (RAD) vom 
22. Mai 2017 teilte die IV-Stelle A.________ mit Vorbescheid vom 9. August 
2017 mit, es sei vorgesehen das Leistungsbegehren abzuweisen (IV-act. 99). 
Dagegen liess A.________ am 1. September 2017 Einwände erheben (IV-act. 
100). Am 13. November 2017 wurden A.________ die Akten zugestellt mit Frist 
zur Stellungnahme bis 31. Dezember 2017 (IV-act. 103). Mit Verfügung vom 21. 
Dezember 2017 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab (IV-act. 104). Am 
28. Dezember 2017 hat die IV-Stelle die irrtümlich vor Ablauf der verlängerten 
Vorbescheidfrist erlassene Verfügung vom 21. Dezember 2017 zurückgenom-
men und die Vorbescheidfrist einmalig und letztmals bis zum 15. Januar 2018 
verlängert (IV-act. 106). Am 15. Januar 2018 liess A.________ eine Stellung-
nahme sowie weitere Arztberichte einreichen (IV-act. 107). 

G. Nach Stellungnahme des RAD vom 9. April 2018 wurde zu den Einwänden 
von A.________ eine gutachterliche Stellungnahme der D.________ in Auftrag 
gegeben, welche am 28. Mai 2018 erstattet wurde (IV-act. 113). Am 23. August 
2018 erfolgte eine weitere Stellungnahme des RAD (IV-act. 114). Mit Verfügung 
vom 7. September 2018 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab (IV-act. 
116).

H. Dagegen liess A.________ am 4. Oktober 2018 beim Verwaltungsgericht 
des Kantons Schwyz fristgerecht Beschwerde erheben mit folgenden Anträgen:

1. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 7. September 2018 sei aufzuhe-
ben.

2. Es sei der Beschwerdeführerin eine ganze Invalidenrente zuzusprechen.
3. Eventualiter sei die Angelegenheit zur Ergänzung der Beweise und des Sach-

verhaltes sowie zur Neubeurteilung des IV-Anspruches an die Vorinstanz 
zurückzuweisen.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zzgl. MWST zulasten der Beschwer-
degegnerin.

Mit Vernehmlassung vom 25. Oktober 2018 beantragte die IV-Stelle, die Verwal-
tungsgerichtsbeschwerde sei abzuweisen, unter Kostenfolge zu Lasten der Be-
schwerdeführerin.

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Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.1 Nach Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung 
(IVG; SR 831.20) vom 19. Juni 1959 in Verbindung mit Art. 8 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; 
SR 830.1) vom 6. Oktober 2000 gilt als Invalidität die durch einen körperlichen 
oder geistigen Gesundheitsschaden verursachte, voraussichtlich bleibende oder 
längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Gemäss Art. 7 
Abs. 2 ATSG sind für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit 
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksich-
tigen; eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht 
nicht überwindbar ist.

1.2 Die versicherte Person hat nach Art. 28 Abs. 2 IVG
- Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 Prozent, 
- Anspruch auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 Prozent, 
- Anspruch auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 Prozent, 
- und Anspruch auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40 Prozent 

invalid ist. 

1.3 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist 
Art. 16 ATSG massgebend (Art. 28a Abs. 1 Satz 1 IVG). Zur Ermittlung des Inva-
liditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Ein-
tritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und all-
fälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus-
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (= sog. hypothetisches Invaliden-
einkommen), zum Erwerbseinkommen in Beziehung gesetzt, das sie erzielen 
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (= sog. hypothetisches Validenein-
kommen). Die Invalidität ist auf der Grundlage desjenigen Erwerbseinkommens 
zu bemessen, das die versicherte Person durch eine ihr zumutbare Tätigkeit er-
zielen könnte. Nicht entscheidend ist für die Invaliditätsbemessung, ob die ver-
sicherte Person ihre (Rest-)Arbeitsfähigkeit erwerblich verwertet, d.h. von der ihr 
verbliebenen Erwerbsfähigkeit (ganz oder teilweise) Gebrauch macht. Vielmehr 
ist die Invalidität stets auf der Grundlage desjenigen Erwerbseinkommens zu 
bemessen, das die versicherte Person durch eine ihr zumutbare Tätigkeit er-
zielen könnte (vgl. Ulrich Meyer/ Marco Reichmuth, Rechtsprechung des Bundes-
gerichts zum IVG, 3. Aufl. 2014, N 27 zu Art. 28a IVG). 

1.4 Die Verwaltung und im Beschwerdefall der Richter sind bei der Bemessung 
des IV-Grades auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls 
auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe dieser Fach-

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leute ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu 
nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 Erw. 4). Diese ärztlichen Angaben 
dienen als wichtige Grundlage für die juristische Beurteilung der Frage, welche 
Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (vgl. BGE 141 V 
281 Erw. 5.2.1; 140 V 193 Erw. 3.2; 132 V 93 Erw. 4, je mit weiteren Hinweisen).

1.5.1  In der Würdigung der Beweise ist der Sozialversicherungsrichter frei 
(Art. 61 lit. c ATSG). Er hat die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Be-
weisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Er hat alle Be-
weismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und da-
nach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Be-
urteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Für den Beweiswert eines 
Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend 
ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Beurtei-
lung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizini-
schen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten be-
gründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist somit grundsätzlich weder 
die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 
Erw. 5.1). 

1.5.2  In Bezug auf Berichte behandelnder Ärzte darf und soll der Richter der Er-
fahrungstatsache Rechnung tragen, dass allgemein praktizierende Hausärzte wie 
behandelnde Spezialärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Ver-
trauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen, 
weshalb den (unabhängigen) Fachärzten grundsätzlich mehr Gewicht zukommt 
(vgl. BGE 125 V 351 Erw. 3b/cc; BGE 135 V 465 Erw. 4.5; Urteil des Bundes-
gerichts 9C_395/2016 vom 25.8.2016 Erw. 4.1; 9C_11/2016 vom 22.2.2016 
Erw. 4.3.2). Mit Blick auf die Verschiedenheit von Behandlungs- und 
Begutachtungsauftrag kann daher im Streitfall regelmässig nicht auf die Sicht des 
behandelnden (Fach-)Arztes abgestellt werden (vgl. statt vieler: Urteile des 
Bundesgerichts 9C_419/2008 vom 12.3.2008 Erw. 3.3; I 701/05 vom 5.1.2007 
Erw. 2 mit Hinweisen).

1.6 Führen die von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen die Verwal-
tung oder das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, 
ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten 
und es könnten weitere Beweismassnahmen an diesem feststehenden Ergebnis 

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nichts mehr ändern, so ist auf die Abnahme weiterer Beweise zu verzichten (an-
tizipierte Beweiswürdigung; vgl. Ueli Kieser, Das Verwaltungsverfahren in der 
Sozialversicherung, 1999, Rz. 450; BGE 122 II 469 Erw. 4a; Urteil des 
Bundesgerichts 8C_424/2010 vom 19.7.2010 Erw. 3.2.3 mit Verweis auf BGE 
134 I 148 Erw. 5.3).

1.7.1  Eine Neuanmeldung wird - wie auch das Gesuch um Leistungsrevision - 
nur materiell geprüft, wenn die versicherte Person glaubhaft macht, dass sich die 
tatsächlichen Verhältnisse seit der letzten rechtskräftigen Entscheidung in einem 
für den Rentenanspruch erheblichen Mass verändert haben (Art. 87 Abs. 3 in 
Verbindung mit Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung [SR 
831.201; IVV] vom 17.1.1961; BGE 130 V 71 Erw. 2.2 S. 72 mit Hinweisen). 
Gelingt ihr dies nicht, so wird auf das Gesuch nicht eingetreten. Ist die 
anspruchserhebliche Änderung glaubhaft gemacht, ist die Verwaltung 
verpflichtet, auf das neue Leistungsbegehren einzutreten und es in tatsächlicher 
und rechtlicher Hinsicht umfassend zu prüfen (SVR 2014 IV Nr. 33 S. 121, 
8C_746/2013 Erw. 2). Sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem 
Revisionsfall nach Art. 17 ATSG vorzugehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
8C_868/2017 vom 6.6.2018 Erw. 3.1 mit Verweis auf BGE 130 V 71).

1.7.2  Bei einer Neuanmeldung (wie auch bei einer Rentenrevision) ist zeitlicher 
Ausgangspunkt für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des IV-
Grades die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung 
des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, 
Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht (vgl. 
BGE 133 V 108 Regeste).

2. Der Anspruch auf eine Invalidenrente wurde ursprünglich mit einem (da-
mals möglichen) Einspracheentscheid vom 24. November 2005 (welcher vom 
Gericht mit VGE 1/06 vom 5.4.2006 bestätigt wurde) sowie später mit einer Ver-
fügung vom 4. März 2009 verneint (vgl. vorstehend Ingress lit. A und B). Am 9. 
März 2011 wurde auf ein weiteres Leistungsbegehren nicht eingetreten.

2.1 Unter Berücksichtigung sämtlicher sich damals in den Akten befindlichen 
Arztberichte sowie weiterer Abklärungen wurde im Verwaltungsgerichtsentscheid 
1/06 vom 5. April 2006 (Erw. 3.3 und 4.2) insbesondere festgehalten, dass hin-
sichtlich der Schmerzen und Schweregefühle in beiden Armen und Beinen der 
Versicherten die Abklärungen durch die verschiedenen Fachärzte keine Hinweise 
für eine neurologische Affektion oder für eine entzündliche Affektion aus dem 
rheumatischen Formenkreis ergaben (auch keine Anhaltspunkte für eine Schild-
drüsenstoffwechselstörung). Für die generalisierten Muskelschmerzen konnte 

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kein organisches Korrelat objektiviert werden. Obwohl die Versicherte bei ver-
schiedenen Ärzten in Behandlung und Abklärung war, hatten diese Ärzte bis zum 
Erlass des Einspracheentscheides vom 24. November 2005 weder eine Depres-
sion diagnostiziert, noch auf depressive Phasen hingewiesen, noch diesbezüg-
lich Abklärungen durch einen Psychiater angeregt. Vielmehr wurden gemäss 
Arztbericht von Dr.med. C.________ die verordneten Antidepressiva lediglich als 
Zusatzmedikation zur Verstärkung der analgetischen Medikation eingesetzt. 
Schliesslich wurde die vom Neurologen Dr.med. E.________ am 10. August 
2004 differenzialdiagnostisch ermittelte Fibromyalgie, welche gemäss Rechtspre-
chung des Eidgenössischen Versicherungsgerichts einer anhaltenden somato-
formen Schmerzstörung gleichgesetzt werden kann, durch Dr.med. F.________ 
(Rheumatologie FMH) und Dr.med. G.________ (H.________ (Psychiatrie)]) 
bestätigt. Das von Dr.med. G.________ zusätzlich diagnostizierte Vorliegen einer 
mittelgradigen bis schweren depressiven Episode bezog sich auf den Zeitpunkt 
der Erstabklärung vom 3. Februar 2006. Dass bereits früher mittelgradige bis 
schwere depressive Episoden aufgetreten sind, wurde von keinem der konsultier-
ten Ärzte vorgebracht, geschweige denn substantiiert dargelegt. Das Verwal-
tungsgericht hat im konkreten Fall die Erfüllung der damals von der Rechtspre-
chung verlangten Kriterien (Foerster-Kriterien), welche die Schmerzbewältigung 
intensiv und konstant behindern und den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess 
unzumutbar machen können, verneint bzw. als nur in sehr geringer Ausprägung 
vorhanden beurteilt. Deshalb wurde zusammenfassend der auf der diagnostizier-
ten anhaltenden somatoformen Schmerzstörung basierende Ausstieg aus den 
bisherigen Arbeits- und Erwerbstätigkeiten als nicht invalidisierend beurteilt.

2.2 Die Verfügung vom 4. März 2009 berücksichtigte u.a. den Arztbericht vom 
11. April 2008 von Dr.med. G.________, welcher (mit Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit) eine chronische mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F33.1) 
und (ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit) eine anhaltende somatoforme 
Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) diagnostizierte und die Versicherte seit Juli 
2006 als zu 100% arbeitsunfähig beurteilte (IV-act. 44). Die Diagnose und Beur-
teilung der Arbeitsfähigkeit wurde bestätigt durch Dr.med. C.________ mit Arzt-
bericht vom 21. April 2008 (IV-act. 47).

Die Verfügung stützte sich im Ergebnis jedoch massgebend auf das psychiatri-
sche Gutachten von Dr.med. I.________ (Spezialarzt FMH Psychiatrie und Psy-
chotherapie) vom 21. Dezember 2008 ab, welcher insbesondere folgende Dia-
gnosen und Beurteilung festhielt (IV-act. 54-12f./18, Hervorhebungen gemäss 
Original):

4.1 Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit, bestehend seit wann?

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Anhaltende somatoforme Schmerzstörung gemäss ICD-10 F45.4, bestehend 
mit ersten Anfängen seit 1994 und mit einer Verstärkung seit dem Jahr 2004.
Sonstige anhaltende affektive Störung gemäss ICD-10 F34.8, entsprechend ei-
ner leichten bis mittelgradigen depressiven Ausprägung.
4.2 Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit, bestehend seit wann?
Keine.

5. Beurteilung und Prognose
Wie erkennen bei der Versicherten Hinweise für eine anhaltende somatoforme 
Schmerzstörung, welche auch als Fibromyalgie taxiert wurde, ohne dass ich 
gemäss den Beurteilungskriterien von Herrn Dr. med. F.________ aber eine Fi-
bromyalgie als eindeutig erfüllt betrachten kann. Viel eher liegt eine diffuse 
Schmerzausbreitung vor, zusätzlich akzentuiert mit Schwindel. Die Schmerzsym-
ptomatik ist generalisiert und lässt sich in keiner Art und Weise objektivieren. Diese 
somatoforme Schmerzstörung wird nun gemäss den Unterlagen seit dem Jahr 
2006 überlagert von einer depressiven Symptomatik, welche ich als sonstige an-
haltende affektive Störung definiere. Die Kriterien belegen eine leichte bis mittel-
gradige depressive Symptomatik, wobei vor allem im Hamilton-Depressions-Score 
ein mittelgradiger depressiver Befund hervortritt, wobei im Hamilton-Depressions-
Score allerdings die Beurteilung der Arbeitsleistung einen recht hohen Stellenwert 
einnimmt. In klinischer Hinsicht kann ich ausschliesslich eine leichte depressive 
Symptomatik feststellen. Die depressive Symptomatik ist reaktiv auf die somato-
forme Schmerzstörung zu betrachten. Sie ist insbesondere aber auch reaktiv auf 
die derzeitig von der Versicherten als vordergründig geschilderte soziale 
Problematik. Die soziale Problematik umfasst finanzielle Probleme des Ehepaares 
(…), nachdem die Versicherte nicht mehr arbeitstätig ist. Die Einschränkung des 
Lebensstandards, wie von der Versicherten geschildert, stellt ein wesentliches 
Kriterium in sozialer Hinsicht dar, welches wohl auch dazu führt, dass die 
depressive Symptomatik weiter besteht, dass auch die anhaltende somatoforme 
Störung persisiert. Auch die Loslösung des Sohnes, welcher vor einem Jahr 
geheiratet hat, welcher die Familie ebenfalls finanziell unterstützt habe, fällt heute 
ins Gewicht. Der Ehemann verdiene zu wenig, um die Familie durchbringen zu 
können, respektive um den gewohnten Standard erhalten zu können. Es sei in der 
Zwischenzeit zu familiären Konflikten gekommen, indem der Ehemann nur ein 
Minimum rede, indem die Tochter sich offensichtlich etwas widersprüchlich 
zurückzuziehen versuche, aber sich auch an ihre Mutter anlehne. Vor allem vom 
Sohn höre ich deutlich, wie gross die Kritik an der Versicherten von Seiten der 
Familienangehörigen ist. Die soziale Problematik ist derzeitig vordergründig und 
überlagert das Schmerzbild, aber auch das depressive Symptomenbild. Die 
Versicherte neigt zur Regression. Allerdings führe sie im Haushalt Tätigkeiten aus, 
teilt mir ihr Sohn mit, wohingegen sie das Gegenteil behauptet, dass sie gar nichts 
tue. Was trifft nun zu? Es bestehen Zweifel, zu welchen Leistungen die Versicherte 
derzeitig im Haushalt bereit ist. Die Prognose bezüglich der eingetretenen 
Regression mit einer gemäss meiner Einschätzung fehlenden Motivation, wieder in 
ein Berufsleben zurückzukehren, schätze ich als ungünstig ein. Allerdings sind 
vordergründig soziale Faktoren und die fehlende Motivation im Rahmen einer 
Regressionsneigung. Die Krankheitsbilder einer somatoformen Schmerzstörung, 
respektive einer begleitenden depressiven Symptomatik erreichen nicht einen 
dermassen hohen Krankheitswert, dass auf Grund dieser Krankheitsbilder von 
einer dauerhaften 100%-igen oder auch nur 50%-igen Arbeitsunfähigkeit 

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ausgegangen werden könnte. Viel eher ist davon zu reden, dass die 
Arbeitsunfähigkeit, welche auf Grund dieser Erkrankungen resultiert, als gering 
einzuschätzen ist und kaum höher ist als 25%. Eine rentenberechtigende 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ist auf Grund der erwähnten Krankheitsbilder 
nicht zu erkennen, wobei insbesondere die sozialen Faktoren keinen Anspruch auf 
eine Rentenleistung ergeben können.

Des Weiteren hat Dr.med. I.________ festgehalten, dass die Versicherte aus 
psychiatrischer Sicht ihre vergangene Arbeitstätigkeit im Alters- und Pflegeheim 
wieder ausführen könnte, wenn sie dazu auch die Motivation aufbringen würde. 
Zuletzt habe sie ohnehin nur zu 60% oder 70% gearbeitet (IV-act. 54-14/18). Die 
medizinisch begründete Arbeitsunfähigkeit bestehe offensichtlich seit dem 
15. November 2004. Retrospektiv gehe er davon aus, dass die Versicherte be-
reits beim Eintritt ihrer Arbeitsunfähigkeit weitgehend in der Lage gewesen wäre, 
ihre berufliche Tätigkeit weiter auszuüben. Derzeitig könne von einer maximalen 
Arbeitsunfähigkeit von 25% ausgegangen werden, wobei eine höhere Arbeitsun-
fähigkeit sich medizinisch-theoretisch nicht rechtfertigen lasse. Rehabilitations-
massnahmen seien möglich, würden aber an der fehlenden Motivation der Versi-
cherten, welche zu einem solchen Schritt gemäss ihren Auskünften nicht bereit 
sei, scheitern. Ohne Motivation, bei einem Aufrechterhalten der Regression und 
der passiven Erwartungshaltung würden Rehabilitationsmassnahmen nicht 
durchführbar sein (IV-act. 54-15f./18).

Mit Verfügung vom 4. März 2009 hielt die IV-Stelle insbesondere fest, dass die 
Versicherte bereits beim Eintritt der Arbeitsunfähigkeit weitgehend in der Lage 
gewesen wäre, ihre berufliche Tätigkeit weiter auszuüben, und dass von einer 
maximalen Arbeitsunfähigkeit von 25% ausgegangen werden könne. Der Invali-
ditätsgrad (IV-Grad) hätte gemäss IV-Stelle nach der gemischten Methode be-
rechnet werden müssen. Da jedoch von einer Arbeitsunfähigkeit von maximal 
25% ausgegangen wurde, wurde auf eine Abklärung an Ort und Stelle verzichtet 
und das Leistungsbegehren abgewiesen (IV-act. 60).

2.3 Am 2. Januar 2011 diagnostizierte Dr.med. K.________ (AA Medizin) eine 
Fibromyalgie mit Schmerzexazerbation (IV-act. 107-22/35).

Mit Arztbericht vom 10. Januar 2011 diagnostizierte Dr.med. C.________ eine 
anhaltende somatoforme Schmerzstörung seit mittlerweile über 10 Jahren (ICD-
10: F45.4), eine chronische mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F33.1) 
sowie ein Fibromyalgie-Syndrom (IV-act. 61-1/6). Zudem führte er aus, dass sich 
die depressive Episode seit der letzten Überprüfung der Leistungen der Invali-
denversicherung im Jahr 2008 deutlich verstärkt habe. Die Versicherte nehme 
regelmässig psychotherapeutische Behandlungen wahr und Psychopharmaka 
ein. Der operative Versuch einer Quadranten-Resektion (am 17.11.2009 durch 

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Prof. Dr. Dr.med. L.________ [Chirurgie] in R.________, vgl. IV-act. 61-2f./6) zur 
Linderung der somatoformen Schmerzstörung habe keinen Erfolg gebracht. Ak-
tuell finde eine intensive psychotherapeutische Behandlung in der Klinik 
S.________ statt.

Mit Erstbericht vom 3. Januar 2011 diagnostizierte Dr.med. M.________ ein agi-
tiert depressives Zustandsbild im Sinne einer mittelgradigen depressiven Episode 
(ICD-10: F33.1), eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) 
und eine psychosoziale Belastungssituation mit Paarkonflikt und finanziellen 
Schwierigkeiten (IV-act. 61-5/6). In der Beurteilung wurde ausgeführt, dass sich 
das bereits zuvor bestehende chronische depressive Syndrom begleitend zur 
somatoformen Schmerzstörung im Vergleich zum April 2008 akzentuiert und mit 
stärker agitierter Komponente zeige. Als wichtiger Faktor erscheine der zuneh-
mende familiäre Konflikt (IV-act. 61-6/6).

Der RAD-Arzt Dr.med. N.________ (Allgemeinmedizin FMH) hielt mit Stellung-
nahme vom 19. Januar 2011 fest, dass ab Januar 2011 neu die Diagnose einer 
mittelschweren Depression festgehalten werde. Eine über drei Monate anhalten-
de Verschlechterung sei somit nicht ausgewiesen. Der Bericht von Prof. Dr. 
Dr.med. L.________ betreffend operative Behandlung von Fibromyalgie entspre-
che nicht der schulmedizinischen Lehrmeinung und auch keiner traditionell chi-
nesischen Lehrmeinung. Wie zu erwarten habe dieser Eingriff auch keinen Erfolg 
gebracht (IV-act. 62-3/3).

Die IV-Stelle ist sodann mit Verfügung vom 9. März 2011 auf das Leistungsbe-
gehren nicht eingetreten, weil nicht glaubhaft dargelegt werden konnte, dass sich 
der Gesundheitszustand seit der letzten Verfügung verschlechtert hat (IV-act. 
65).

2.4 Seit dieser letzten rechtskräftigen Verfügung der IV-Stelle lässt sich den 
Akten zum Gesundheitszustand der Versicherten was folgt entnehmen:

2.4.1 Die Versicherte war vom 13. Januar 2012 bis 16. Februar 2012 auf Zuwei-
sung ihres Hausarztes Dr.med. C.________ im Rahmen einer psychosozialen 
Dekompensation im häuslichen Umfeld zur Krisenintervention in der Psychiatri-
schen Klinik S.________. Die Diagnose lautete u.a.: Rezidivierende depressive 
Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10: 
F33.2). Anschliessend wurde die Versicherte nach Hause entlassen mit ambu-
lanter Behandlung beim T.________, wo eine Konsultation stattfand (vgl. nach-
folgende Erw. 2.4.3; IV-act. 75-9f./18).

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2.4.2 Mit Arztbericht vom 26. Januar 2015 diagnostizierte Dr.med. C.________ 
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwer ohne psychotische 
Symptome (ICD-10: F33.2) sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung 
(ICD-10: F45.4). Des Weiteren führte er aus, dass es seit dem Jahr 2008 gehäuft 
zur Schmerzexazerbation gekommen sei und die Dauerschmerzmedikation mas-
siv habe gesteigert werden müssen. Ein neuer Behandlungsversuch mit Canna-
bis habe wegen den Nebenwirkungen nach drei Wochen abgebrochen werden 
müssen. Psychisch klage die Versicherte nur noch über sehr starkes Schwitzen 
im Rahmen eines postmenopausalen Syndroms. Die Versicherte sei bei ihren 
Aufenthalten in ihrer Heimat und aktuell auch hier häufig in physiotherapeutischer 
Behandlung. Sie werde von einem Dauerschmerz im muskulären Bereich vor al-
lem im Nacken- und Kopfbereich geplagt. Bei den starken Schmerzattacken liege 
die Versicherte meistens zu Hause kauernd am Boden. Erwähnenswert seien die 
starke Gewichtszunahme von ca. 15 kg und eine darauffolgende Steigung des 
Blutdrucks. Cardio-Pulmonal sei sie gut kompensiert. Es bestünden starke 
Schmerzen beim Untersuchen der typischen Triggerpunkte. Zudem bestehe eine 
volle Arbeitsunfähigkeit aufgrund der invalidisierenden Schmerzen, die sich trotz 
hoher Schmerzmedikation nicht gebessert hätten (IV-act. 69).

2.4.3 Gemäss Arztbericht von Dr.med. M.________ vom 10. März 2015 sei die 
Versicherte in den letzten sieben Jahren zu drei Gesprächen (4.6.2008, 
13.12.2010, 2.3.2012; vgl. IV-act. 75-13ff./18) beim T.________ gewesen. Nach 
März 2012 habe kein Kontakt mit der Versicherten mehr stattgefunden. Bei den 
drei Konsultationen habe sich die Situation seit dem IV-Bericht vom April 2008 
weitgehend unverändert gezeigt. Auch die Diagnosen seien unverändert geblie-
ben. Die Ausprägung der depressiven Symptomatik sei im März 2012 leicht bis 
mittelschwer gewesen. Aus der Sicht des T.________ wäre eine weitere Aktivie-
rung der Versicherten (z.B. über Gruppentherapie oder eine Entspannungsgrup-
pe) sinnvoll gewesen, was die Versicherte abgelehnt habe (IV-act. 72).

2.4.4 Mit Arztbericht vom 28. April 2015 (Posteingang) bestätigte Dr.med. 
O.________ (Allgemeine Innere Medizin FMH; Nachfolger des inzwischen ver-
storbenen Dr.med. C.________) gegenüber der IV-Stelle den Bericht von 
Dr.med. C.________ vom 26. Januar 2015. Er ergänzte zudem, dass die Versi-
cherte bei U.________ (Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH) in 
psychiatrischer Behandlung sei und eine regelmässige Physiotherapie wegen zu 
hoher Kosten und fehlender Unterstützung durch das Sozialamt nicht möglich sei 
(IV-act. 75-1ff./18).

12

2.4.5 Die Versicherte befindet sich seit dem 1. April 2015 in psychiatrischer Be-
handlung bei U.________. Dieser diagnostizierte mit Arztbericht vom 23. Juli 
2015 (letzte Konsultation am 18.5.2015) eine rezidivierende depressive Störung, 
gegenwärtig schwere Episode (ICD-10: F33.2) und eine chronische Schmerz-
störung, mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41), seit ca. 
2000. Die Versicherte berichte über eine seit 15 Jahren bestehende Schmerz-
symptomatik mit depressiver Begleitkomponente. Sie könne kaum noch etwas 
machen, nichts habe geholfen, die Schmerzen seien allgegenwärtig. Ambulante 
und stationäre psychotherapeutische und psychopharmakologische Behand-
lungsversuche seien laut der Versicherten ohne signifikante Wirksamkeit. Sie 
versuche aktiv zu bleiben, eine altersentsprechende Bewältigung der alltäglichen 
Aktivitäten sei jedoch kaum möglich. Gemäss Beurteilung des Arztes würden ei-
ne starke Passivität, wenig Zugang zu einer Psychotherapie und eine chronifi-
zierte Symptomatik rasch deutlich. Die Versicherte sei zu 100% erwerbsunfähig. 
Nach drei Therapiesitzung und Medikamenteneinstellung wurde die Behandlung 
sistiert, weil sich die Versicherte die weitere Behandlung im Rahmen des hohen 
finanziellen Drucks nicht mehr leisten könne. Es sei vereinbart worden, dass sich 
die Versicherte bei einer weiteren Zustandsverschlechterung jederzeit wieder 
anmelden könne. Im Rahmen der Therapieresistenz sei fragwürdig, welche 
Massnahmen noch vertretbar seien, im Zusammenhang mit den Therapiekriteri-
en Zweckmässigkeit, Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit (IV-act. 81).

Mit Verlaufsbericht vom 18. November 2015 führte U.________ aus, dass seit 
seinem letzten Bericht vom 23. Juli 2015 ein weiterhin stationärer/ chronifizierter 
Gesundheitszustand mit hohem Leidensdruck, eine reichlich depressive Psycho-
pathologie und ausgeprägte Schmerzsymptomatik bestehe. Trotz Verneinung ei-
ner Änderung der Diagnose führte er bei der rezidivierenden depressiven 
Störung gegenwärtig eine mittelschwere Episode auf. Es liege weiterhin ein mitt-
lerweile vermutlich chronifiziertes psychisches und somatisches Krankheitsbild 
vor. Bereits mit der Verrichtung der alltäglichen, altersentsprechenden Aktivitäten 
sei die Versicherte überfordert, so dass ihre Tochter und der Ehemann sie inten-
siv unterstützten (Einkaufen, Kochen, Reinigung, Wäsche). Auf die Frage nach 
einem Arbeitsversuch von 20% verfalle die Versicherte rasch in einen agitierten 
Zustand mit Weinen und Zittern. Sie vertrete weiterhin die aktuell unumstössliche 
Auffassung, dass frühere Arbeitgeber, das Schweizer System, sie ausgebeutet 
hätten und für ihren schlechten Gesundheitszustand zuständig seien. Dies zu re-
lativieren gelinge nicht: Ihr sei aus psychiatrischer Sicht empfohlen worden, einen 
Arbeitsversuch anzugehen. Die Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht be-
trage weiterhin 100%. Die Versicherte fahre kaum noch Auto aus Angst Fehler zu 
begehen. Zurzeit finde eine bewältigungsorientiert-supportive Behandlung mit 

13

niedrigfrequenten Sitzungen (ca. eine pro Monat) statt. Zu einer störungsspezifi-
schen Behandlung (ambulantes oder stationäres Schmerzprogramm) bestehe 
kein Zugang (IV-act. 83).

2.4.6 RAD-Arzt Dr.med. univ. Dr.phil. V.________ (FMH Psychia-
trie/Psychotherapie, Dipl. Neuropsychologie, ÖÄK Diplom Facharzt Psychiatrie 
und Neurologie, ÖÄK Diplom Arbeitsmedizin, ÖÄK Diplom Psychotherapeutische 
Medizin, Diplom Psychotherapie) liess dem behandelnden Psychiater 
U.________ am 22. Januar 2016 insbesondere die Fragen unterbreiten, ob bei 
der Versicherten eine therapieresistente Depression vorliege und, wenn ja, wel-
che Möglichkeiten einer guidelinegerechten, evidenzbasierten Diagnostik und 
Behandlung bei vorliegender Therapieresistenz real ausgeschöpft worden seien 
(Guideline z.B. DGPPN-S3-Leitlinie/NVL Unipolare Depression […]; vgl. IV-act. 
84-5/7).

Die Antwort von U.________ vom 25. Februar 2016 lautete zusammengefasst 
wie folgt (IV-act. 87):

Aus meiner Sicht besteht eine ausgeprägte, chronifizierte und therapieresistente 
psychiatrische Problematik bei depressiver Störung und somatoforme Schmerz-
störung.
Die Anwendungsmöglichkeit der Behandlungsausweise aktuell muss relativiert 
werden. Diese sind nicht für chronische Zustände entwickelt worden und wie im 
Guideline aufgeführt (Seite 12) im aktuellen Fall kaum anwendbar:
"Die Entscheidung darüber, ob einer bestimmten Empfehlung gefolgt werden soll, 
muss unter Berücksichtigung der beim individuellen Patienten vorliegenden Gege-
benheiten und der verfügbaren Ressourcen getroffen werden [5, 6]."

Daraufhin hielt Dr.med. univ. Dr.phil. V.________ mit Stellungnahme vom 19. 
April 2016 fest, dass den Angaben zufolge eine Fibromyalgie, Knieschmerzen, 
Depressionen unklaren Schweregrades und kognitive Störungen (Konzentration, 
Merkfähigkeit) im Spiel seien. Daneben scheine es Probleme mit der Motivation 
zu geben, was ein Hinweis auf potenzielle Antwortverzerrungen bei suboptimaler 
Testleistungsmotivation sein könnte. Der medizinische Sachverhalt für eine Stel-
lungnahme zur Arbeitsfähigkeit der versicherten Person sei nicht umfassend ab-
geklärt. Es sei eine bidisziplinäre Abklärung - nämlich ein psychiatrisches Gut-
achten und ein orthopädisches Gutachten - notwendig. Beide Gutachter seien 
gehalten, eine Konsensbeurteilung zur beruflichen Leistungsfähigkeit zu erstellen 
(IV-act. 89-5/5).

2.4.7 Am 28. April 2017 wurde das bidisziplinäre D.________-Gutachten von 
Dr.med. P.________ (Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewe-
gungsapparates FMH, Manuelle Medizin), Med.pract. W.________ (Psychiatrie 
und Psychotherapie FMH, zertif. med. Gutachter SIM) und Prof. Dr.med. 

14

Q.________ (Medizinische Leitung) erstattet. Im Gutachten wurden folgende 
Diagnosen aufgeführt (IV-act. 97-5/59; Hervorhebungen gemäss Original):

1. Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
Keine.
2. Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
Opioid-Fehlgebrauch
Adipositas Grad II
(…)

Im psychiatrischen Teilgutachten wurde insbesondere ausgeführt (IV-act. 97-
51/59):

Insbesondere sind die Achsenkriterien einer namhaften depressiven Störung (tiefe 
Traurigkeit, Antriebsminderung, Freud- und Lustlosigkeit) nicht schlüssig zu erken-
nen, eine depressive Episode ist somit nicht (zumindest nicht mehr) zu diagnosti-
zieren.
Auch ergeben sich keine hinreichenden Anhaltspunkte für eine anhaltende soma-
toforme Schmerzstörung oder eine chronische Schmerzstörung: ein nicht lösbarer 
psychischer Konflikt ist nicht herauszuarbeiten und eine namhafte Schmerzbeein-
trächtigung ist nicht zu erkennen. Die ICD-10 Kriterien sind also nicht erfüllt.

In der gutachterlichen Konsensbeurteilung wurde insbesondere was folgt festge-
halten (IV-act. 97-1ff./59; Hervorhebungen gemäss Original):

Eine die Arbeitsfähigkeit mindernde orthopädische oder psychiatrische Gesund-
heitsstörung ist anhand der hiesigen objektiven Befunde sowie der Aktendaten und 
der veranlassten Zusatzbefunde nicht mit der gebotenen Wahrscheinlichkeit zu at-
testieren. (…)
Insbesondere wurde in der jetzigen psychiatrischen Beurteilung auf die bislang 
nicht erkennbar ausreichend berücksichtigte Suchtmittel-Medikation hingewiesen, 
was die Beurteilung aus Sicht der Gutachter jedoch wesentlich beeinflusst.
Gutachtenfragen
I. Gesundheitsschaden
(…)
4. Berücksichtigung von Ausschlussgründen wie Aggravation und ähnliche 
Erscheinungen sowie deren Ausmass
Für die subjektiv reklamierten diffusen Schmerzen des ganzen Körpers liess sich 
aktenkundig und anhand der hiesigen objektiven Befunde kein ausreichendes bio-
logisch plausibles Korrelat finden. Die spontane Mobilität war nicht konsistent ge-
stört und die Versicherte wirkte nicht konsistent schmerzgeplagt. Auch ergab sich 
aus der psychiatrischen Exploration keine konsistente namhafte Depressivität und 
die diagnostischen Kriterien einer somatoformen Schmerzstörung sind nicht erfüllt 
(siehe psychiatrische Beurteilung).
5. Bei Suchtleiden soll diskutiert werden, ob eine vorangehende Gesund-
heitsstörung mit gravierendem Krankheitswert zum Abhängigkeitssyndrom 
geführt hat
Es besteht ein iatrogener Suchtmittelkonsum mit einem Opioid. Die reklamierte 
Obstipation ist als Folge der Medikation anzusehen, auch die berichteten vegetati-

15

ven Beschwerden lassen sich zumindest ebenso gut als opioid-assoziiert einord-
nen. Sichere manifeste Suchtmerkmale liessen sich nicht herausarbeiten.
6. Hat das Abhängigkeitssyndrom zu einer irreversiblen Gesundheitsstörung 
geführt?
Für irreversible Folgen der Opioid-Medikation besteht (noch) kein Anhalt. Die Me-
dikation sollte jedoch dringlich revidiert werden. Die Mitarbeit der Versicherten ist 
dabei medizinisch gut zumutbar, steht in ihrem Gesundheitsinteresse und darf 
auch als Mass des subjektiven Leidensdrucks verstanden werden.
7. Ausführliche Diskussion des aktuellen Persönlichkeitsbildes und der bio-
grafischen Persönlichkeitsentwicklung
Die Biographie sowie die weitere psychiatrische Exploration ergeben keinen Anhalt 
für eine in Kindheit und Jugend beginnende, psychische und das Verhalten mit er-
heblichen negativen sozialen Folgen störende Auffälligkeit. Anhaltspunkte für eine 
Persönlichkeitsstörung bestehen somit nicht.
8. Detaillierte Angaben betreffend Beeinträchtigung und vorhandener persön-
licher Ressourcen
Die hier erhobenen objektiven Befunde sind mit einer Alltagsselbständigkeit, 
Selbstversorgung, sozialen Interaktionsfähigkeit und Aktivität gut vereinbar und wi-
dersprechen der anamnestisch reklamierten Einschränkung. Die Ressourcen für 
eine Arbeitstätigkeit sind also gegeben.
(…)
IV. Behandlung und Eingliederung
(…)
2. Ausführliche Aussagen zur Kooperation der versicherten Person bei bis-
her erfolgten Therapien
Aus den im Dossier vorhandenen ärztlichen Berichten ergibt sich, dass sich die 
Versicherte während der therapeutischen Massnahmen eher inaktiv verhalten ha-
be. (…)
VI. Arbeitsfähigkeit
1. Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit (inklusive zeitlicher Verlauf)
100% (100% Pensum, 100% Rendement). Retrospektiv wurde vorangehend eine 
höhergradige Depressivität attestiert, was sich aus dem jetzigen Befund jedoch 
nicht mehr ableiten und retrospektiv auch nicht näher zeitlich eingrenzen und 
quantifizieren lässt, die Bewertung der Gutachter gilt also spätestens ex nunc.
2. Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
Die Notwendigkeit einer angepassten Tätigkeit lässt sich aus den hiesigen objekti-
ven Befunden nicht ableiten.

2.4.8 Der RAD-Psychiater X.________ (Facharzt für Psychiatrie / Psychothera-
pie, Praktischer Arzt, zertif. medizinischer Gutachter SIM) erachtete das 
D.________-Gutachten mit Stellungnahme vom 14. Juli 2017 als für die strittigen 
Belange umfassend, auf allseitigen Untersuchungen beruhend, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) erstellt sowie als in der Beurteilung der medizinischen Zu-
sammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtend und die Schlussfol-
gerungen begründet, weshalb auf das Gutachten abgestützt werden könne (IV-
act. 98-9/10).

16

2.4.9 Am 10. Januar 2018 erstatte Dr.med. O.________ auf Anfrage der damali-
gen Rechtsvertreterin der Versicherten eine Stellungnahme zum D.________-
Gutachten. Die Beurteilung lautete insbesondere wie folgt (wobei die Fragen zur 
besseren Lesbarkeit eingefügt wurden; IV-act. 107-6ff./35):

1. Wie lauten Ihre Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bezüglich der 
psychischen Beschwerden von A.________ Bitte begründen Sie diese Diagno-
se(n) anhand der ICD-10-Kriterien.
Ad1 Rezidivierende depressive Episoden seit aktenkundlich 2004 mit somatofor-
mer Schmerzstörung F33.1 aktuell mindestens mittelgradige Episode
Definition: (…)
F45.0
Definition: (…)
Auch eine Fibromyalgie M79.70 wurde von einem Facharzt für Rheumatologie dia-
gnostiziert in den Anfängen der Abklärung, siehe Gutachten Dr. F.________, was 
sich schwer von einer Somatisierungsstörung unterscheiden lässt aber als ge-
meinsamer Nenner häufig mit depressiven Störungen einhergeht.
2. Hat sich der Gesundheitszustand von A.________ seit März 2009 wesentlich 
verschlechtert? Wenn ja, weshalb? Liegen seit diesem Zeitpunkt neue Befunde 
oder Diagnosen vor?
Ad2 Verlauf seit März 2009. Die Diagnose einer rezidivierenden depressiven 
Störung beinhaltet bessere und schlechtere Phasen, welche auch in diesem Zeit-
raum stattgefunden haben und in der Krankengeschichte gut dokumentiert sind. 
Die körperlichen Schmerzen werden von der Patientin/Versicherten als mehr oder 
weniger über die Jahre hinweg gleich beschrieben, wobei es aber zu deutlichen 
Tagesschwankungen kommen soll.
Neue Befunde seit 03/2009 siehe Beilagen, die relevanten sind auch der IV und 
den Gutachtern vorliegend
3. Der psychiatrische Gutachter spricht unserer Versicherungsnehmerin die Dia-
gnose "somatoforme Schmerzstörung" ab, da das Achsenkriterium eines ungelös-
ten seelischen Konflikts nicht vorliege und auch keine namhafte Schmerzbeein-
trächtigung zu erkennen sei. Ist es korrekt, dass diese Diagnose zwingend einen 
"ungelösten seelischen Konflikt" voraussetzt? Falls ja, hat sich der Gutachter über-
haupt mit der Frage auseinandergesetzt, ob A.________ einen solchen Konflikt 
aufweist? Falls nein, bestehen andere Kriterien, deren Vorhandensein für diese 
Diagnose sprechen?
Ad3 Laut ICD-10, siehe oben, braucht es laut Definition keinen 'ungelösten seeli-
schen Konflikt'. Die Kriterien der Diagnosedefinition sind in meinen Augen erfüllt. - 
Siehe oben.
4. Hat sich der psychiatrische Gutachter korrekt und vollständig mit den Diagnose-
kriterien einer depressiven Episode auseinandergesetzt?
Ad4 Das kann ich als nicht Psychiatrie-Spezialist nicht beurteilen. Wie ich die Pati-
entin in der Vergangenheit und in einer aktuellen Konsultation gesehen habe teile 
ich die Meinung der Fachärzte für Psychiatrie (ambulant und stationär), die bis auf 
Dr. W.________ ausnahmslos eine rezidivierende, teils chronische Depression be-
schrieben haben.
(…)

17

5. Ist es schlüssig, dass der psychiatrische Gutachter das Vorliegen der Diagnose-
kriterien der Freudlosigkeit, der Verminderung des Antriebs mit erhöhter Ermüd-
barkeit und der depressiven, gedrückten Stimmung verneint, obwohl A.________ 
ihm gegenüber klar geäussert hat, dass sie müde, erschöpft, traurig, freudlos sei?
Ad5 Der psychiatrische Gutachter scheint die typischen Diagnosekriterien der 
Freudlosigkeit, Antriebsverminderung, erhöhter Ermüdbarkeit und gedrückten 
Stimmung nicht zu werten wenn er nicht die Diagnose einer depressiven Störung 
stellt, obwohl die Patientin dies seit Jahren und aktuell, zumindest mir und den 
vorbehandelnden Psychiatern, glaubhaft äusserte und erfahrene Diagnostiker und 
Therapeuten dies als solches bewerteten.
6. Ist es schlüssig, dass der psychiatrische Gutachter das Vorliegen von Suizidge-
danken/Suizidalität als Zusatzkriterium verneint, obschon A.________ über ihre 
Lebensmüdigkeit berichtet? Müssen Gedanken, nicht mehr leben zu wollen, von 
„wesentlich affektiver Beteiligung" begleitet sein, um als Kriterium einer depressi-
ven Episode zu gelten?
Ad6 Auch die Konsistenz von Äusserungen über Suizidalität sind durch Erfahrung 
zu bewerten - auch hier bin ich der Meinung, dass man das ernst nehmen muss. 
Bisher kenne ich laut Aktenlage keine dokumentierten Zweifel von 
vorbehandelnden Hausärzten oder Psychiatern an derartigen Aussagen bis auf 
das vorliegende Gutachten von Dr. W.________. Auch aktuell gibt die Versicherte 
an zu hoffen, dass sie an einem bösartigen Tumor leide, damit ihr Leben bald 
vorbei sei.
Die Frage nach 'affektiver Beteiligung' traue ich mich nicht zu beantworten.
7. Ist es korrekt, dass unsere Versicherungsnehmerin ihre Beschwerden nicht re-
gelmässig therapieren liess? Falls ja, sind diese Therapieunterbrüche unter ande-
rem auf ihre psychischen Beschwerden zurückzuführen? Falls ja, bitte kurz be-
gründen.
Ad7 Die Versicherungsnehmerin war nicht durchgehend in Behandlung, was 
durchaus mit Resignation hinsichtlich der bescheidenen Therapieerfolge erklärt 
werden kann. Wenn sich ein schwerer Grad einer depressiven Episode einstellte 
oder die Schmerzen exazerbierten hatte sie sich jeweils vorgestellt. Als weiteren 
Grund nennt sie finanzielle Schwierigkeiten, gewisse Therapien und Selbstbehalte 
zu bezahlen. In einigermassen regelmässigen Abständen soll sie laut ihren 
Angaben bei Reisen in ihr Herkunftsland physikalische Therapien in Anspruch 
genommen haben - auch, weil sie ihr gutgetan haben sollen. Als uneingeschränkte 
'Therapietreue' ist die Medikamenteneinnahme der Schmerzmittel zu werten, 
obgleich es sich mit einem Opioid um eine Substanz mit Abhängigkeitspotential 
handelt. Aber auch antidepressive Medikation wurde konsequent in den letzten 
Jahren bezogen (keine Abhängigkeit). Damit kann man lediglich die Äusserung 
tätigen, dass sie nicht regelmässig in psychiatrischer Gesprächstherapie war, was 
man dadurch erklären kann, dass es dazwischen erträgliche Stimmungsphasen 
gab und die mindestens gleichschwer zu betrachtende Schmerzproblematik durch 
solche Sitzungen nicht zu beeinflussen war.
8. Seit wann wird A.________ mit Opioiden therapiert? Wurde sie vor diesem Zeit-
punkt mit anderen oder gar keinen Medikamenten behandelt? Falls ja, waren ihre 
Beschwerden vor dem Opioidkonsum deutlich geringer?
Ad8 A.________ wurde seit Beginn der Diagnosestellung des Schmerzsyndroms 
mit Opioiden behandelt und sollen ihr anamnestisch nach wie vor helfen an einem 
durchschnittlichen Tag die Schmerzen ‚einigermassen zu ertragen'

18

Laut Krankengeschichte wurde von Dr. J.________ am Beginn der psychischen 
Probleme initial das Präparat Citalopram abgegeben, welches anscheinend wegen 
Unverträglichkeit (?) nach kurzer Zeit auf Cipralex, beides oft verschriebene, 
typische Antidepressiva, gewechselt. - Vor der Verschreibung eines Opioids, 
welches erstmalig in leichtester Form (Codein) von Dr. C.________ ein halbes 
Jahr später verschrieben wurde (09/2004). Über das Ausmass der Beschwerden 
vor und nach der Installation einer Opioidtherapie kann ich keine Auskünfte geben.
9. Wie beurteilen Sie den von den Gutachtern „diagnostizierte" Opioid-
Fehlgebrauch? Besteht in der Wissenschaft eine einheitliche Meinung, was die 
Wirksamkeit von Opioiden bei somatoformen Schmerzen betrifft?
Ad9 Den diagnostizierten Opioid-Fehlgebrauch kann man durchaus diskutieren 
und ist meiner Meinung nach in der Tat nicht befriedigend. Laut einem 
Übersichtsartikel von Kissel/Jäger (MEDAS Luzern(!)) im Swiss medical Forum 
2012 wird von einer derartigen Therapie wenn möglich abgeraten, wobei nicht 
ausgeschlossen und die empfohlene Handhabung erläutert - diese Punkte wurden 
im Fall von A.________ ausnahmslos eingehalten. Die Autoren geben auch an, als 
Gutachter es einfacher zu haben als die Haupttherapeuten über längere 
Zeitperioden. Die literarische Datenlage sei relativ dünn. - siehe Beilage
Zudem muss erwähnt werden, dass A.________ eine Besserung durch diese 
Therapie angibt und eine Reduktion anamnestisch erhebliche Mehrschmerzen 
auslöste.
10. Wie beurteilen Sie die Arbeitsfähigkeit unserer Versicherungsnehmerin in ihrer 
angestammten Tätigkeit als Pflegehelferin in einem Alters- und Pflegeheim? Wie-
viel Prozent beträgt eine allfällige Arbeitsunfähigkeit und seit welchem Zeitpunkt 
sowie für welche Dauer?
Ad10 Seit ich die Patientin betreue sehe ich keine Arbeitsfähigkeit. Alleine schon 
wegen der andauernden Schmerzsituation und umso mehr durch die depressiven 
Episoden. Diese Beurteilung möchte ich aber den Fachärzten für Psychiatrie 
überlassen.
11. Wie beurteilen Sie die Arbeitsfähigkeit unserer Versicherungsnehmerin in ihrer 
leidensadaptierten Tätigkeit? Wieviel Prozent beträgt eine allfällige Arbeitsunfähig-
keit und seit welchem Zeitpunkt sowie für welche Dauer? Wie müsste diese aus-
sehen (Bitte Belastungsprofil definieren)?
Ad11 Auch das möchte ich den spezialisierten Kollegen überlassen, da es sich um 
einen schwierigen psychiatrischen Fall handelt.
12. Haben Sie sonstige Anmerkungen zum beiliegenden Gutachten der 
D.________ vom 28. April 2017?
(…) Die Untersuchungen fanden im Sommer 2016 statt und mir ist nicht bekannt, 
was die zeitliche Latenz bedingte.
Zusammenfassend beurteile ich den ersten Teil, die orthopädische Beurteilung, 
als sehr wenig relevant, weil in der Vergangenheit nie von einer orthopädischen 
Erkrankung die Rede war - dementsprechend wurden Normbefunde erhoben. Ich 
sehe diesen Teil als nicht relevant für die Beurteilung eines Rentenanspruchs.
Die Quintessenz des zweiten, psychiatrischen Teils und damit der Gesamtanalyse 
ist, dass A.________ an keiner psychiatrischen Erkrankung leiden soll und 
Symptome vorgetäuscht haben soll. Dagegen lässt sich feststellen, dass 
A.________ beschreibt, dass es tagesabhängig besser Phasen gäbe und auch 
teilweise die antidepressive Medikation angeschlagen hat und die auch unter dem 
aktuellen Wechsel auf eine andere Pille Fortschritte merke.

19

Jahrelange ambulante und stationäre Behandlungen von mehreren, etablierten 
Psychiatern werden als unvollständig und verkürzend eingeschätzt! Darüber soll 
sich jeder sein eigenes Urteil bilden.
Eine behinderungsrelevante Gesundheitsstörung liesse sich nicht hinweisend 
belegen.
Einerseits liegt es an der Natur der oben genannten Diagnosen, dass sie, vor allem 
hinsichtlich der Somatisierungsstörung, schwierig bis nicht zu quantifizieren sind. 
Die Argumentation des psychiatrischen Gutachters scheint mit der Beantwortung 
der oben angeführten Fragen widerlegt.
Bei einer Durchsicht eines medizinischen Gutachtens erlebt man in der Regel 
durch ein Aneinanderreihen an objektiven Befunden ein umfassendes Bild zum 
körperlichen oder seelischen Zustand einer Person.
Bei der Durchsicht des vorliegenden Gutachtens der D.________ kann ich 
derartiges nicht ausreichend erkennen.
Das Verhältnis Subjektivität und Objektivität passt für mich nicht. Beispiele: Zur 
Beurteilung der Gesamtsituation wird quasi einzig der Eindruck dieser erstmaligen 
Konsultation gewertet, während von der ganzen, mehrjährigen Vorgeschichte 
einzig ein einziges Gutachten - das, dass höchstens eine 25%- Rente empfiehlt - 
zitiert wird, was ich als einseitig betrachte.
Zu gewissen Formulierungen:
Das Argument eines fehlenden biologischen plausiblen Korrelats ist keines wenn 
es um eine somatoforme Störung geht - siehe Diagnosekriterien oben.
Dass unter II: Sozialer Kontext angegeben wird, dass soziale Belastungen nicht 
berichtet wurden muss ich mich fast fragen, ob danach gefragt wurde, weil erst 
aktuell die Versicherte von einer enormen Belastung spricht, dass sie und ihr Mann 
einerseits an einem jahrelangen schweren finanziellen Engpass leiden und 
andererseits Spannung im familiären Umfeld vorhanden sind, weil A.________ 
sich ständig aufgrund der Schmerzen in einer depressiven Stimmungslage 
befindet, teilweise den Haushalt nicht bewältigen kann und die grossjährige 
Tochter mithelfen muss.
Dem Opiatfehlgebrauch kann eingeschränkt zugestimmt werden - siehe oben.
Das inaktive Verhalten der Patientin als Argument anzugeben sehe ich einerseits 
nicht umfassend relevant und, wie oben beschrieben, widerlegt. Ähnliches gilt für 
die fehlenden Eingliederungsbemühungen. Kann man das von einer Person 
erwarten, die depressiv ist, schwach und an starken Schmerzen leidet? Auch der 
Punkt mit erhaltener Willensbildung und Einsichtsfähigkeit ist bei diesen Diagnosen 
nicht relevant.
Zusammenfassend beurteile ich das Gutachten der D.________ als deutlich 
unzureichend und hoffe, mit diesem Schreiben einige Unzulänglichkeiten 
ausreichend belegen zu können.

2.4.10 Am 28. Mai 2018 nahmen die D.________-Gutachter zu den Ausführun-
gen von Dr.med. O.________ Stellung (IV-act. 113). Dieser verweise hinsichtlich 
der Einschätzung psychischer Störungen auf eine notwendige psychiatrische 
Beurteilung, referiere jedoch seine langjährige Kenntnis der Versicherten mit ent-
sprechenden Störungsangaben psychischer Störungen und Schmerzangaben. 
Ein eigener Befund werde nicht berichtet. Mit der differenzierten Beurteilung des 
psychiatrischen Gutachtens, insbesondere auch der Diskussion der Aktendaten, 

20

einschliesslich einer der Einschätzung des Gutachters nahekommenden Vorbe-
wertung, setze sich Dr.med. O.________ nicht erkennbar auseinander. Letztlich 
räume er auch einen Opiat-Fehlgebrauch ein, gehe dabei jedoch nicht auf die 
diesbezügliche Diskussion der psychiatrischen Beurteilung ein. Entgegen der 
Einlassung seitens Dr.med. O.________ habe der psychiatrische Gutachter an-
hand seines objektiven Befunds nach AMDP klar begründet, dass eine erhebli-
che depressive Störung nicht mehr angenommen werden könne, bereits im Kapi-
tel Aktendokumente seien zudem die Vorbewertungen breit dargestellt worden. 
Die Achsenkriterien einer somatoformen Schmerzstörung seien - nach der allge-
mein gültigen und praktizierten Definition in der Psychiatrie - ein zugrundeliegen-
der ungelöster seelischer Konflikt sowie ein quälender Schmerz. Im Übrigen be-
urteilten die Gutachter die von Dr.med. O.________ (erneut) eingereichten Arzt-
berichte, wobei sich aus den meisten keine Arbeitsunfähigkeit entnehmen lasse. 
Zudem teilten die Gutachter das von U.________ vorgetragene Argument, dass 
für die Durchführung von Medikamentenspiegelbestimmungen keine Indikation 
bestanden habe, nicht, weil bei einer vermeintlich therapierefraktären Behand-
lungssituation stets die Compliance zu prüfen sei, eben weil eine Medikamenten-
Incompliance als wesentlicher Grund für einen ausbleibenden Therapie-Effekt 
gelte.

2.4.11 Mit Stellungnahme vom 23. August 2018 hielt der RAD-Arzt Dr.med. 
N.________ fest, dass aus psychiatrischer Sicht auf die Stellungnahme von 
D.________ abzustellen sei. Es sei nicht Sache des RAD-Fallarztes, hier weitere 
psychiatrischen Detailerörterungen zu machen. Aus somatischer Sicht sei zu sa-
gen, dass das von der Versicherten reklamierte Ganzkörperschmerzsyndrom das 
führende gesundheitliche Problem sei. Führend für die Beurteilung von solchen 
chronischen Schmerzen sei so oder so der Psychiater (inkl. Indikatorenprüfung). 
Sekundär sei in der Regel ein Somatiker beizuziehen, primär um keine organi-
schen Schäden zu verpassen, welche sich hinter diesen Schmerzen verbergen 
könnten. Welche Spezialdisziplin für den Bewegungsapparat (Orthopädie, 
Rheumatologie, Physikalische Medizin und Rehab) genau gewählt werde, sei 
nicht von grosser Bedeutung. Alle seien möglich, wobei Rheumatologie wohl am 
passendsten wäre. Im vorliegenden Fall genüge aber sicherlich auch der Or-
thopäde. Eigentlich sei die vorliegende Konstellation gar nicht so komplex in der 
Beurteilung wie teils von Therapeuten festgehalten werde. Es gehe um chroni-
sche Schmerzen und folglich sei die Indikatorenprüfung von zentraler Bedeutung 
(IV-act. 114-6/6).

2.5 Zusammenfassend ist somit die Verfügung vom 4. März 2009 die letzte 
rechtskräftige Verfügung, welche auf einer (von der in der Verfügung vom 

21

9.3.2011 einzig geprüften Eintretensfrage zu unterscheidenden, vgl. BGE 133 V 
108 Erw. 5.1 und 5.3.2) materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit 
rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung 
eines Einkommensvergleichs beruht und damit zeitlicher Ausgangspunkt für die 
Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des IV-Grades ist.

3. Soweit die Versicherte rügt, dass eine orthopädische Begutachtung nicht 
notwendig, dafür ein rheumatologisches Gutachten erforderlich gewesen wäre, 
ist der Einwand vorliegend verspätet. Die IV-Stelle hat der Versicherten bereits 
mit Schreiben vom 2. Mai 2016 mitgeteilt, dass eine bidisziplinäre Begutachtung 
in den Teilbereichen Orthopädie und Psychiatrie in Auftrag gegeben wird, und 
welche Gutachter sowie Fragen vorgesehen sind. Die IV-Stelle hat gleichzeitig 
darauf hingewiesen, dass Einwendungen gegen die vorgesehene Fachdisziplin 
innert 10 Tagen schriftlich eingereicht werden können. Bereits damals hätte die 
Versicherte somit ihre Einwände vorbringen müssen. Sie hat jedoch gegen die 
Anordnung der Begutachtung, die gewählte Fachdisziplin und Begutachter nicht 
opponiert, sondern mit Schreiben vom 9. Mai 2016 lediglich Ergänzungsfragen 
gestellt (IV-act. 91f.). Zudem ist davon auszugehen, dass die Gutachterstelle 
darauf hingewiesen hätte, wenn eine rheumatologische Begutachtung 
erforderlich gewesen wäre (BGE 139 V 349 Erw. 3.3).

Des Weiteren hat der RAD-Arzt nachvollziehbar dargelegt, dass für die 
Beurteilung von chronischen Schmerzen der Psychiater führend ist, wobei eine 
somatische Abklärung erforderlich ist, um organische Schäden auszuschliessen, 
welche die Schmerzen verursachen könnten. Dabei sei die Wahl der 
(somatischen) Spezialdisziplin nicht von grosser Bedeutung. Dazu kann auch auf 
die höchstrichterliche Rechtsprechung verwiesen werden, wonach die bezüglich 
der somatoformen Schmerzstörung (welche unter die Kategorie der psychischen 
Leiden fällt) entwickelten Grundsätze analog anzuwenden sind, wenn es darum 
geht, den invalidisierenden Charakter einer Fibromyalgie zu beurteilen. Demnach 
ist ein psychiatrisches Gutachten wichtig, wenn es um die Beurteilung geht, ob 
eine somatoforme Schmerzstörung (und analog eine Fibromyalgie) geeignet ist, 
eine Arbeitsunfähigkeit nach sich zu ziehen (BGE 132 V 65 Erw. 3.1, 4.1 und 4.3, 
übersetzt in: Die Praxis 3/2007 Nr. 38 S. 232ff.). Hinzu kommt, dass die 
Versicherte die Diagnose eines Fibromyalgie-Syndroms als erstellt erachtet und 
organisch nachweisbare Schäden, welche die von der Versicherten geltend 
gemachten Schmerzen verursachen, weder in der Beschwerdeschrift behauptet, 
noch aus den Akten ersichtlich sind. Somit ist im konkreten Fall die somatische 
Beurteilung lediglich zweitrangig (vgl. dazu auch nachfolgende Ausführungen in 
Erw. 4.1ff.). Insoweit ist das vorliegende orthopädische Gutachten, welches auf 

22

allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt 
sowie in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, auch im Ergebnis 
nachvollziehbar und somit nicht zu beanstanden.

4.1 In Würdigung der vorstehend aufgeführten medizinischen Akten ergibt sich, 
dass im Verwaltungsgerichtsentscheid 1/06 vom 5. April 2006, welcher u.a. die 
ärztliche Beurteilung eines Neurologen, Rheumatologen und Psychiaters 
berücksichtigte, grundsätzlich vom Vorliegen einer anhaltenden somatoformen 
Schmerzstörung ausgegangen wurde, wobei auch die differentialdiagnostisch 
ermittelte Fibromyalgie erwähnt wurde. Seither wurde in sämtlichen 
Arztberichten, bis auf das vorliegende D.________-Gutachten, die Diagnose der 
somatoformen Schmerzstörung - oder der Fibromyalgie - jeweils beibehalten, 
wenn auch Dr.med. I.________ in seinem psychiatrischen Gutachten eine Fi-
bromyalgie gemäss den Beurteilungskriterien von Dr.med. F.________ nicht als 
eindeutig erfüllt betrachten konnte, aber ebenfalls von einer somatoformen 
Schmerzstörung ausging. Bis zur Verfügung vom 9. März 2011 ist zudem auch 
keine relevante Veränderung des Gesundheitszustandes der Versicherten 
aktenkundig. Nach der erwähnten Verfügung ist neu eine 
Depressionsproblematik aktenkundig (auf welche nachfolgend in Erw. 4.2.1ff. 
näher eingegangen wird), hinsichtlich der Schmerzen ist aus den Akten jedoch 
nach wie vor grundsätzlich keine Veränderung ersichtlich. Im D.________-
Gutachten wird sodann das Vorliegen einer anhaltenden somatoformen 
Schmerzstörung nicht aufgrund einer Verbesserung des Gesundheitszustandes 
der Versicherten verneint. Vielmehr wird das Vorliegen eines ungelösten 
seelischen Konflikts als Achsenkriterium für die genannte Diagnose verneint. 
Damit wird sinngemäss geltend gemacht, dass eine anhaltende somatoforme 
Schmerzstörung nie vorgelegen hat. Dementsprechend handelt es sich bei 
dieser Beurteilung jedoch lediglich um eine andere (wenn allenfalls auch 
begründete) Beurteilung desselben (bereits mit VGE 1/06 vom 5.4.2006 als 
erstellt erachteten) Sachverhaltes. Zwar wird im D.________-Gutachten die 
Opioid-Abhängigkeit als mögliche Ursache der Schmerzen erwähnt. Aktenkundig 
ist jedoch, dass die Schmerzen der Versicherten bereits vor der Opioid-
Aufnahme (im September 2004), nämlich als die Versicherten noch arbeitstätig 
war, aufgetreten sind. Nachvollziehbar ist jedoch, dass die Opioid-Abhängigkeit 
zu einer Aufrechterhaltung der Schmerzen führen kann. Nach dem Gesagten ist 
in Anbetracht der langjährig bestehenden Schmerzen sowie Diagnosen bei der 
Versicherten zumindest von einer somatisch nicht nachweisbaren 
Schmerzstörung auszugehen, wobei vorliegend offen bleiben kann, ob eine 
anhaltende somatoforme Schmerzstörung oder eine Fibromyalgie vorliegt.

23

Allein aufgrund der unterschiedlichen fachlichen Auffassung des 
Gesundheitszustandes der Versicherten ist vorliegend jedoch nicht davon 
auszugehen, dass die gesamte gutachterliche Beurteilung ihren Beweiswert 
verliert (zumal sich auch die weiteren aktenkundigen medizinischen 
Fachpersonen nicht alle einig sind). Vielmehr sind die weiteren Ausführungen im 
psychiatrischen Gutachten unter Berücksichtigung der Aktenlage zu würdigen.

Fehlt es wie vorliegend bei der gestellten Diagnose bereits an einem Bezug zum 
Schweregrad, so hat eine Beurteilung der Standardindikatoren gemäss 
bundesgerichtlicher Rechtsprechung (BGE 142 V 106 Erw. 4.4 und 141 V 281) 
zu erfolgen, um die schmerzbedingte Beeinträchtigung im Alltag zu beurteilen, 
was auch der Stellungnahme des RAD-Arztes vom 23. August 2018 zu 
entnehmen ist (vgl. dazu nachfolgend Erw. 4.3.1ff.).

4.2.1 Zu prüfen ist jedoch zunächst das Vorliegen eines depressiven Leidens, 
welches die Versicherte geltend macht, während das Vorliegen eines solchen im 
psychiatrischen D.________-Gutachten verneint wird.

4.2.2 Mit Bericht vom 8. Februar 2006 hielt Dr.med. G.________ erstmals eine 
mittelgradige bis schwere depressive Episode fest, wobei er mit Stellungnahme 
vom 27. März 2006 gegenüber dem Verwaltungsgericht festhielt, dass mittels 
einer psychiatrischen Behandlung möglicherweise eine gewisse Besserung 
herbeigeführt werden könnte, und dass die depressive Symptomatik hier eher als 
Begleitproblematik bzw. als "reaktiv" anzusehen sei (IV-act. 31 und 35). Im April 
2008 diagnostizierte derselbe eine chronische mittelgradige depressive Episode, 
wobei er festhielt, dass die Erkrankung inzwischen eigenständig sei. Für ein 
psychotherapeutisches Verfahren verfüge die Versicherte über zu wenig 
Introspektionsfähigkeit. Medikamentös habe eine Stabilisierung auf tiefem Niveau 
erreicht werden können (IV-act. 44). Dr.med. I.________ beurteilte die leichte 
depressive Symptomatik in seinem Gutachten vom 21. Dezember 2008 als 
sonstige anhaltende affektive Störung, wobei die depressive Symptomatik reaktiv 
auf die somatoforme Schmerzstörung sowie auf die von der Versicherten als 
vordergründig geschilderte soziale Problematik (finanzielle Probleme) sei. Es 
hätten zudem (aufgrund von divergierenden Äusserungen der Versicherten und 
ihres Sohnes) Zweifel bestanden, zu welchen Leistungen die Versicherte im 
Haushalt bereit sei. Die Arbeitsunfähigkeit betrage maximal 25% (IV-act. 54-
12f./18).

Dr.med. M.________ berichtete am 3. Januar 2011 (nachdem die Versicherte 
nach 2008 erstmals am 13.12.2010 wieder beim T.________ vorstellig wurde), 
dass sich das bereits zuvor bestehende chronische depressive Syndrom 

24

begleitend zur somatoformen Schmerzstörung im Vergleich zum April 2008 
akzentuiert und mit stärker agitierter Komponente zeige. Es liege eine 
mittelgradige depressive Episode vor. Als wichtiger Faktor erscheine der 
zunehmende familiäre Konflikt (v.a. Paarkonflikt; IV-act. 61-5f./6). Vom 13. 
Januar 2012 bis 16. Februar 2012 war die Versicherte in der Psychiatrischen 
Klinik S.________ bei einer rezidivierenden depressiven Störung gegenwärtig 
schweren Episode ohne psychotische Symptome. Dabei wurden der 
Versicherten eine weiterführende Körpertherapie im Sinne einer Verbesserung 
der Körperwahrnehmung (für Bewegungserfahrung und 
Wahrnehmungsschulung) und keine passiven Therapien empfohlen, weil 
Schonungsphasen die Symptomatik verschlechtern würden. Zudem habe die 
Versicherte noch Mühe, Veränderungen innerhalb ihres häuslichen Umfeldes zu 
initiieren und zuzulassen. Im Verlauf des stationären Aufenthaltes sei insgesamt 
eine Stimmungsaufhellung sowie ein Rückgang der inneren Spannungszustände 
und Nervosität zu beobachten gewesen. In der Austrittsphase sei es erneut zu 
einem subjektiv erlebten Gefühl der Überforderung gekommen (IV-act. 75-
11f./18). Eine Verbesserung des Gesundheitszustandes der Versicherten ist 
auch dem nachfolgenden Bericht des T.________ vom 7. März 2012 zu 
entnehmen. Die Versicherte habe selbst ausgeführt, dass der Klinikaufenthalt 
eine leichte Entspannung hinsichtlich der schwierigen häuslichen Situation 
gebracht habe, dass sie sich etwas ausgeglichener fühle und versuche auch 
Kontakte nach aussen aufzunehmen. Zudem sei die Aufnahme von 
Physiotherapie geplant. Die Ausprägung der depressiven Symptomatik sei leicht 
bis mittelschwer (IV-act. 75-13ff./18). Obwohl weitere Behandlungen empfohlen 
wurden, fanden anschliessend beim T.________ keine Therapien mehr statt. 
Erst ab April 2015 war die Versicherte bei U.________ wieder in Behandlung. 
Dieser hielt am 23. Juli 2015 fest, dass derzeit eine schwere Episode der 
depressiven Störung vorliege. Er stellte zudem eine starke Passivität sowie 
wenig Zugang zu einer Psychotherapie fest. Nach drei durchgeführten 
Therapiesitzungen und einer erneuten Etablierung der Medikation wurde die 
Behandlung beendet (IV-act. 81). Im Arztbericht vom 18. November 2015 hielt 
derselbe Arzt einen stationären Gesundheitszustand fest und diagnostizierte eine 
mittel-schwere Episode der depressiven Störung bei ca. monatlichen Sitzungen 
(IV-act. 83).

4.2.3 Im psychiatrischen D.________-Gutachten wird in der Beurteilung 
festgehalten, dass die Versicherte hinsichtlich ihrer aktuellen Beschwerden eine 
seit Jahren zunehmende psychische Beeinträchtigung in Form einer Müdigkeit, 
Erschöpftheit, Traurigkeit und Ängste bezogen auf eine weitere Zunahme der 
Schmerzen nenne. Auf Befragen würden auch eine Lebensmüdigkeit und 

25

Freudlosigkeit bejaht. Die Versicherte stehe in ambulanter psychiatrischer 
Behandlung und für zwei Monate sei sie in der Klinik S.________ hospitalisiert 
gewesen, ohne Besserung ihres Zustandes. Im Tagesablauf liege sie 
überwiegend im Bett und bevorzuge einen dunklen Raum. Soziale Kontakte 
seien auf die Familie beschränkt. Gemäss Gutachter liessen sich im hiesigen 
AMDP-konform erhobenen psychiatrischen Untersuchungsbefund keine 
namhaften Beeinträchtigungen mit der gebotenen Konsistenz objektivieren. Es 
imponiere eine demonstrativ aggravierende Symptompräsentation. So gebe die 
Versicherte Gedächtnis-, Merkfähigkeits- und Konzentrationsstörungen an, 
diskrepant dazu könne sie jedoch etliche biografische Daten schliesslich doch 
folgerichtig nennen (auch die Erfolgsquote von Fibromyalgieoperationen und den 
Preis der Operation). Weiter präsentiere sie sich gänzlich unfähig zu rechnen. 
Auch demonstriere sie ein inkonstant vorhandenes Zittern einschliesslich einer 
intermittierend zitternden, bebenden Stimme bei dann wieder adäquater Art des 
sprachlichen Ausdrucksverhaltens. Auch in der Gegenübertragung sei keine 
namhafte psychische Beeinträchtigung spürbar. Insbesondere seien die 
Achsenkriterien einer namhaften depressiven Störung (tiefe Traurigkeit, 
Antriebsminderung, Freud- und Lustlosigkeit) nicht schlüssig zu erkennen, weil 
sie nicht von einer demonstrativen Präsentation abgrenzbar seien. Eine 
depressive Episode sei somit nicht (zumindest nicht mehr) zu diagnostizieren. 
Sodann sei die Opioid-Medikation nicht nachvollziehbar. Opiate/Opioide seien 
bekanntermassen suchtinduzierend und mit einem erheblichen weiteren 
psychiatrischen Schadenspotenzial, einschliesslich depressiver Syndrome (als 
Nebenwirkung oder die durch einen Suchtmittelkonsum limitierte Behandelbarkeit 
depressiver Syndrome), behaftet. Eine invalidisierende Gesundheitsstörung 
könne hier unter einer laufenden Fehlmedikation mit einem Opioid-Suchtmittel 
nicht attestiert werden. Zunächst sei eine vollständige Entgiftung und 
Entwöhnung notwendig.

4.2.4 Das D.________-Gutachten ist nachvollziehbar und schlüssig begründet. 
Es beruht auf einer ausführlichen Anamneseerhebung, auch wenn die 
Sozialanamnese dürftig ist hinsichtlich der aktenkundigen psychosozialen 
Aspekte. Es wurde in Kenntnis und in Auseinandersetzung sämtlicher Vorakten 
erstellt und berücksichtigt auch die von der Versicherten geltend gemachten 
Beschwerden.

Entgegen den Vorbringen der Versicherten gegenüber den Gutachtern (sowie 
auch gegenüber ihrem behandelnden Psychiater) ist aus den Akten ersichtlich, 
dass sowohl ambulante als auch stationäre Behandlungen jeweils zu einer 
Verbesserung der depressiven Symptomatik der Versicherten führten. Zunächst 

26

wurde vom T.________ nach der stationären Behandlung in S.________ 
lediglich noch eine leichte bis mittelschwere depressive Episode diagnostiziert. 
Im Jahr 2015 konnte die erneut schwere depressive Symptomatik (welche 
gemäss Akten ohne Behandlung wieder eintrat) bereits nach wenigen 
Behandlungen bei U.________ in eine mittel-schwere Symptomatik verbessert 
werden. Somit ist nachvollziehbar, dass die weitere psychiatrische Behandlung 
(welche gemäss der Versicherten bis zur Begutachtung weiterhin monatlich 
stattfand) mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu einer deutlichen 
Verbesserung des Gesundheitszustandes der Versicherten geführt hat. 
Dementsprechend ist auch nicht zu beanstanden, dass die gleichbleibende 
Beurteilung des Gesundheitszustands durch die Versicherte selbst (wie dargelegt 
entgegen der Aktenlage) es den Gutachtern verunmöglichte die Kernkriterien 
einer namhaften Depression von einer demonstrativen Präsentation abzugrenzen 
(vgl. auch die weiteren psychiatrischen Untersuchungsbefunde nach AMDP im 
psychiatrischen D.________-Gutachten). Auch wenn vorliegend von einer 
rezidivierenden depressiven Störung auszugehen wäre, so weisen die aktuellen 
Untersuchungsbefunde im psychiatrischen D.________-Gutachten nicht auf eine 
schwere depressive Episode hin (im äusseren Erscheinen und Verhalten ist die 
Versicherte freundlich und erscheint psychisch nicht konsistent beeinträchtigt; 
keine Bewusstseins-, Gedächtnis-, Orientierungs-, Konzentrations- und 
Aufmerksamkeitsstörungen; geordnetes Denken; keine Befürchtungen oder 
Ängste; starrer Affekt, keine Hinweise für Schuldgefühle und Insuffizienzerleben; 
Demonstration einer psychomotorischen Verlangsamung und eines Zitterns, 
welches bei Ablenkung und ausserhalb der formalen Untersuchung nicht mehr zu 
beobachten ist; keine Anhaltspunkte für eine akute Suizidalität). 

Nach dem Gesagten ist vorliegend keine konsequente Depressionstherapie 
erfolgt, deren Scheitern das Leiden als resistent ausweist. Vielmehr lässt sich 
den Akten entnehmen, dass eine eingehende Behandlung jeweils zu einer 
Verbesserung des Gesundheitszustandes der Versicherten geführt hat, die 
Versicherte jedoch eine Behandlung vor 2015 nur selten und nach 2015 maximal 
einmal monatlich in Anspruch nahm. Somit kann nicht von einer 
Therapieresistenz ausgegangen werden. Aus den Akten ergibt sich zudem, dass 
vorliegend keine vorbestehende (vor der Schmerzstörung vorliegende) 
depressive Störung erstellt ist. Vielmehr hat sich eine solche (ursprünglich) erst 
aus der Schmerzstörung entwickelt. Hinzu kommt, dass in einzelnen 
Arztberichten auch auf die psychosozialen Belastungen der Versicherten, wie 
finanzielle Schwierigkeiten und (familiäre) Paarkonflikte, hingewiesen wurde. 
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung vermögen solche Faktoren 
medizinisch allenfalls die Diagnose einer mittelschweren Depression, aber 

27

rechtlich keine Invalidität zu begründen (Bundesgerichtsurteil 9C_917/2012 vom 
14.8.2013 Erw. 3.2).

Zusammenfassend ist vorliegend dem nachvollziehbaren D.________-Gutachten 
folgend nicht (mehr) vom Vorliegen einer depressiven Symptomatik auszugehen. 
Selbst wenn vom Vorliegen einer rezidivierenden depressiven Störung 
auszugehen wäre, so bestünde zum einen keine schwere Episode und zum 
anderen wäre eine solche behandelbar, und somit nicht bleibend. Hinzu kommt, 
dass zunächst die Opioid-Fehlmedikation beendet werden müsste, um eine 
selbständige depressive Störung diagnostizieren zu können. Selbst bei Vorliegen 
einer depressiven Störung wäre die Arbeitsunfähigkeit jedoch aufgrund der 
Standardindikatoren zu beurteilen (vgl. nachfolgend Erw. 4.3.1ff.).

4.3.1 Im Urteil 8C_130/2017 vom 30. November 2017 (= BGE 143 V 418) ge-
langte das Bundesgericht zum Ergebnis, dass grundsätzlich sämtliche psychi-
schen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 
zu unterziehen sind. Diese Abklärungen haben regelmässig mit der Rechtsfrage 
zu enden, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der 
nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 
ATSG) schliessen lassen (zit. Urteil 8C_130/2017 Erw. 7.2 in fine = BGE 143 V 
418 Erw. 7.2 in fine). Bei diesem strukturierten Beweisverfahren gilt es, das 
tatsächliche berufliche Leistungsvermögen des Versicherten gesamthaft und er-
gebnisoffen abzuklären. Das Verfahren stellt auf Indikatoren ab, mit deren Hilfe 
ermittelt werden soll, ob bzw. in welchem Umfang eine versicherte Person arbei-
ten kann. Berücksichtigt werden medizinische Befunde, allfällige Therapien und 
deren Wirkung, berufliche Eingliederungsbemühungen, das soziale Umfeld der 
versicherten Person und deren geltend gemachte Einschränkungen im Alltag 
(vgl. zit. BGE 141 V 281 Erw. 4.1.3ff.; siehe auch IV-Rundschreiben Nr. 334 be-
treffend neues Beweisverfahren zur Abklärung psychosomatischer Leiden). Her-
vorzuheben ist dabei, dass die juristische Anspruchsprüfung in jedem Fall Aufga-
be des Rechtsanwenders und insoweit die medizinische Schätzung der Leis-
tungsfähigkeit rechtlich nicht verbindlich ist (vgl. BGE 141 V 281 Erw. 5.2.2). Eine 
Indikatorenprüfung fällt somit auch dann nicht automatisch und unbesehen der 
konkreten Umstände ausser Betracht, wenn nach ärztlicher Beurteilung ein Lei-
den die Arbeitsfähigkeit nicht in relevanter Weise beeinträchtigt (Urteil des Bun-
desgerichts 9C_154/2016 vom 19. Oktober 2016 Erw. 4.1).

4.3.2 Mit den Gutachterfragen wurden die Standardindikatoren im D.________-
Gutachten berücksichtigt und beantwortet, wobei die D.________-Gutachter 
aufgrund ihrer Beurteilung von keiner IV-relevanten Gesundheitsstörung 
ausgingen. Im konkreten Fall ist bei der Kategorie des Gesundheitsschadens zu 

28

berücksichtigen, dass sich die Schwere der Schmerzstörung (vgl. vorstehend 
Erw. 4.1) vorliegend nicht plausibilisieren lässt. Dasselbe gilt für die depressive 
Störung, sofern eine solche vorliegen sollte. Zumindest lässt sich feststellen, 
dass keine schwere depressive Episode vorliegt (vgl. vorstehende Erw. 4.2.4). Im 
Übrigen lässt sich das Vorliegen einer solchen Störung insbesondere aufgrund 
der Opioid-Fehlmedikation, und die Schwere einer allfälligen Störung aufgrund 
des Verhaltens der Versicherten nicht abschliessend beurteilen. Immerhin lassen 
sich den Akten Diskrepanzen zwischen den von der Versicherten geltend 
gemachten Beschwerden, Schwere und Behandlungsresistenz und der 
Anamnese entnehmen. Hinzu kommt, dass die D.________-Gutachter in Bezug 
auf die Schmerzstörung nachvollziehbar dargelegt haben, dass das Vorliegen 
des Achsenkriteriums eines ungelösten seelischen Konflikts bzw. emotionaler 
Konflikte oder psychosozialer Belastungen - denen die Hauptrolle für Beginn, 
Schweregrad, Exazerbation oder Aufrechterhaltung der Schmerzen zukommt - 
fehlt bzw. (bezogen auf die Hauptrolle) fraglich ist, was gegen einen erheblichen 
Schweregrad der Störung spricht. Soweit die Versicherte geltend macht, dass 
eine psychosoziale Belastungsstörung 2011 durch Dr.med. M.________ 
geschildert worden sei, ist zu ergänzen, dass gemäss Schilderungen der 
Versicherten damals die Schmerzsymptomatik unverändert weiter bestanden 
habe. Somit führten die schwierige Paarsituation und die finanziellen 
Schwierigkeiten weder zum Beginn der von der Versicherten mindestens seit 
dem Jahr 2000 geltend gemachten Schmerzen, noch zu deren Exazerbation, 
weshalb die Ausführungen im D.________-Gutachten insoweit nachvollziehbar 
sind. Zudem hat die Versicherte bei der Untersuchung eine gequälte Mimik und 
Gestik demonstriert, welche bei Ablenkung sistierte. Der Tagesablauf der 
Versicherten, wonach sie täglich mehrmals laufen geht und sich auf dem 
Hometrainer bewegt sowie ihre Ferienreisen (bis 2015) nach Y.________ 
sprechen sodann ebenfalls gegen eine schwere Ausprägung der 
Schmerzstörung.

Ein teilweiser Behandlungserfolg konnte unter Mitwirkung der Versicherten 
erreicht aber nicht vertieft werden. Während die Versicherte Therapien in Bezug 
auf ihre depressiven Episoden rasch wieder beendete, ging sie auf 
Behandlungsvorschläge in Bezug auf ihre Schmerzen (abgesehen von einer 
medikamentösen Behandlung, einer fraglichen Operation sowie während des 
Klinikaufenthaltes) gar nicht ein, obwohl ihr beim Klinikaufenthalt auch 
diesbezüglich ein Weg zur Verbesserung aufgezeigt werden konnte. Somit ist 
vorliegend nicht davon auszugehen, dass die psychische(n) Störung(en) der 
Versicherten therapeutisch nicht angehbar ist bzw. sind. Das Vorliegen eines 
Leidensdrucks ist somit ebenfalls fraglich.

29

Obwohl im VGE 1/06 vom 5. April 2006 der Ausstieg aus den bisherigen Arbeits- 
und Erwerbstätigkeiten als nicht invalidisierend beurteilt und ihr mit Gutachten 
von Dr.med. I.________ vom 21. Dezember 2008 mindestens eine 75%-ige 
Arbeitsfähigkeit attestiert wurde, hat die Versicherte keinerlei 
Eingliederungsversuche unternommen, was ebenfalls gegen eine 
invalidisierende Beeinträchtigung spricht.

In Bezug auf eine mögliche psychische Komorbidität verliert eine depressive 
Problematik nicht bereits wegen einer medizinischen Konnexität zum 
Schmerzleiden ihre Bedeutung als potentiell ressourcenhemmender Faktor (vgl. 
Bundesgerichtsurteil 9C_168/2015 vom 13.4.2016 Erw. 4.2). Allerdings ist die 
Versicherte bereits vor der depressiven Symptomatik mangels Motivation keine 
(über die Medikation) weitergehende Behandlung der Schmerzstörung 
angegangen. Die intermittierende Behandlung der depressiven Symptomatik hat 
demgegenüber trotz Schmerzstörung zu einer Verbesserung geführt. Somit ist 
vorliegend nicht von einer negativen Wechselwirkung und auch nicht von einer 
relevanten psychischen Komorbidität auszugehen. Auffällig ist vorliegend zudem, 
dass die Versicherte sich vor einer erneuten IV-Anmeldung (bzw. während des 
vorliegenden IV-Verfahrens) jeweils wieder in kurzzeitige psychiatrische 
Behandlung begeben hat, welche sie jedoch langfristig nicht weiter führte. Soweit 
die Versicherte geltend macht, die Behandlung aus finanziellen Gründen 
abgebrochen zu haben, so ergibt sich daraus erst recht, dass keine 
behandlungsresistente und somit IV-relevante psychische Störung vorliegt.

Aus dem D.________-Gutachten sowie den weiteren Akten ergeben sich keine 
Anhaltspunkte für eine Persönlichkeitsstörung. Die Versicherte weist sodann 
einen geregelten Tagesablauf auf, wobei sie von ihrem Ehemann und ihrer 
Tochter unterstützt wird. Aus den Akten ergibt sich zudem, dass die Versicherte 
nach der stationären Behandlung in der Lage war, soziale Kontakte ausserhalb 
ihrer Familie zu pflegen und mit ihrer Freundin Ausflüge zu unternehmen. 
Gegenüber dem Gutachter Dr.med. I.________ äusserte die Versicherte im Jahr 
2008, dass sie bzw. die Familie in Y.________ ein eigenes Ferienhaus besitze, 
welches sie zwei Mal im Jahr aufsuchen würde. Gemäss D.________-Gutachten 
war die Versicherte 2015 zuletzt in den Ferien. Demnach ist die Versicherte auch 
in der Lage, Ferienreisen zu unternehmen, woraus (zusammen mit dem 
geregelten Tagesablauf) sich ebenfalls persönliche Ressourcen der Versicherten 
ergeben, welche sich positiv auf das Leistungsvermögen auszuwirken vermögen. 
Aus dem D.________-Gutachten ergibt sich zudem, dass die erhobenen 
Befunde mit einer Alltagsselbständigkeit, Selbstversorgung, sozialen 
Interaktionsfähigkeit und Aktivität gut vereinbar sind und anamnestisch 
reklamierten Einschränkungen widersprechen, weshalb die Ressourcen für eine 

30

Arbeitstätigkeit gegeben sind. Zudem ist nach einem Entzug der Opioid-
Fehlmedikation ebenfalls von einer Verbesserung der Ressourcen auszugehen.

Zusammenfassend ist vorliegend weiterhin nicht von einer IV-relevanten Ge-
sundheitsschädigung bzw. nicht von einer rentenrelevanten Verschlechterung 
des Gesundheitszustandes der Versicherten seit dem 4. März 2009 (vgl. vorste-
hende Erw. 2.2) auszugehen, zumal die normativen Rahmenbedingungen eine 
rentenauslösende Gesundheitsschädigung bei psychischen Störungen der hier 
interessierenden Art namentlich erst zulassen, wenn sie schwer und therapeu-
tisch nicht (mehr) angehbar sind, was im konkreten Fall, wie bereits ausgeführt, 
nicht zutrifft. Eine Konsistenzprüfung ist in diesem Fall hinfällig, wobei auch vor-
liegend mit der Nicht-Inanspruchnahme von Therapien auf einen fehlenden Lei-
densdruck geschlossen werden kann (vgl. Bundesgerichtsurteil 9C_168/2015 
vom 13.4.2016 Erw. 4.4).

5. Bei dieser Sachlage erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist 
abzuweisen. Diesem Ergebnis entsprechend werden die Verfahrenskosten der 
Beschwerdeführerin auferlegt. Eine Parteientschädigung fällt ausser Betracht.

31

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten werden auf Fr. 500.-- festgelegt und der Beschwer-
deführerin auferlegt. Sie hat einen Kostenvorschuss von Fr. 500.-- bezahlt, 
sodass die Rechnung ausgeglichen ist.

3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwer-
de* in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, Schwei-
zerhofquai 6, 6004 Luzern, erhoben werden (Art. 42 und 82ff. des Bundes-
gesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110] vom 17.6.2005).

Soweit die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nicht 
zulässig ist, kann in derselben Rechtsschrift subsidiäre Verfassungs-
beschwerde* erhoben und die Verletzung von verfassungsmässigen Rech-
ten gerügt werden (Art. 113ff. BGG).

4. Zustellung an:
- den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin (2/R)
- die Vorinstanz (A)
- und das Bundesamt für Sozialversicherungen, 3003 Bern (A).

Schwyz, 14. Dezember 2018

Im Namen des Verwaltungsgerichts

Der Vizepräsident:

Die Gerichtsschreiberin:

*Anforderungen an die Beschwerdeschrift 
Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru-
mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form 
darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die 
sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 
hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen.

Versand: 8. Januar 2019

Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
Kammer I