# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** af5dd0c7-6e70-5be4-bd67-8cc2d9f4bdc8
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-05-17
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 17.05.2022 U 2022 9
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_U-2022-9_2022-05-17.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

U 22 9

3. Kammer 

Vorsitz Pedretti

RichterIn von Salis und Audétat

Aktuar Ott

URTEIL

vom 17. Mai 2022

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

Gemeinde A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Stefan Metzger,

Beschwerdeführerin

gegen

Kantonales Sozialamt Graubünden,

Beschwerdegegner

betreffend Sozialhilfe

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I. Sachverhalt:

1. B._____ (Jahrgang 2002) wohnte zusammen mit seinem Vater und seiner 

Mutter in A._____, Kanton Graubünden, welche gemeinsam die elterliche 

Sorge ausüben. Mit Entscheid vom 21. Dezember 2015 errichtete die 

Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) C._____ für ihn eine 

Erziehungsbeistandschaft mit besonderen Befugnissen in den Bereichen 

Beschulung und Berufsausbildung. Am 8. März 2016 wurde er im Rahmen 

einer freiwilligen Platzierung in der Schule D._____ in E._____ 

untergebracht, bevor er sich vom 8. September 2016 bis zum 

15. September 2016 im Kinderspital bzw. der Jugendpsychiatrie in 

F._____ aufhielt. B._____ wurde am 30. September 2016 per ärztliche 

fürsorgerische Unterbringung in das Kinder- und Jugendpsychiatrische 

Zentrum Klinik G._____ in H._____, Kanton I._____, eingewiesen. Mit 

Entscheiden der KESB C._____ vom 10. Oktober 2016 und 26. Oktober 

2016 wurde den Eltern von B._____ das Aufenthaltsbestimmungsrecht für 

ihren Sohn entzogen und der weitere Aufenthalt von B._____ in der Klinik 

G._____ behördlich verfügt. Am 29. Januar 2017 wurde er ins Schul- und 

Berufsbildungsheim J._____ in K._____, Kanton L._____, umplatziert, 

bevor die behördliche Unterbringung abgebrochen wurde. 

2. Die Mutter von B._____ zog per 31. Mai 2017 nach M._____, Kanton 

I._____, während der Vater in A._____ wohnhaft blieb. Der Antrag der 

Eheleute im Rahmen der Scheidungsvereinbarung, die elterliche Sorge für 

B._____ bei den Eltern zu belassen, wurde vom Regionalgericht S._____ 

genehmigt. Zudem wurde subsidiär zum Entzug des 

Aufenthaltsbestimmungsrecht die Obhut über B._____ dessen Mutter 

zugesprochen. Die Mutter von B._____ zog per 1. Januar 2019 zurück 

nach A._____.

3. Bereits zuvor wurde B._____ vom 6. Juni 2017 bis zum 10. Dezember 

2017 im Jugendheim N._____ in O._____, Kanton I._____, untergebracht. 

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Direkt anschliessend befand er sich im Rahmen einer behördlichen 

Unterbringung im Jugendheim P._____, Kanton Q._____, welche bis zum 

31. März 2019 dauerte. Seither wohnt er wieder bei seiner Mutter in 

A._____. Mit Entscheid vom 29. April 2019 hob die KESB C._____ den 

Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts per 31. Mai 2019 auf und teilte 

dieses der Mutter von B._____ zu.

4. Die Verbindungsstellen der Kantone I._____ und Q._____ ersuchten das 

kantonale Sozialamt Graubünden als Verbindungsstelle des Kantons 

Graubünden am 15. Juni 2017, 30. November 2017, 18. Dezember 2017 

und 14. Februar 2019 um Kostenübernahmegarantie für die Aufenthalte 

von B._____ in den Jugendheimen N._____ und P._____, wobei sie 

dessen zivilrechtlichen Wohnsitz (im Sinne einer Wohnsitzperpetuierung) 

im Kanton Graubünden, genauer in der Gemeinde A._____, verorteten 

und von deren Finanzierungszuständigkeit ausgingen.

5. Mit Schreiben vom 20. Februar 2018 und 18. Juli 2018 teilte das kantonale 

Sozialamt Graubünden der Gemeinde A._____ mit, dass diese für die 

Übernahme der Unterbringungskosten von B._____ zuständig sei bzw. 

dies aufgrund der im Februar 2018 noch hängigen 

Ehescheidungsverfahren zu erwartenden Zuteilung der gemeinsamen 

elterlichen Sorge naheliegend sei.

6. Mit Schreiben vom 29. März 2019 verweigerte die Gemeinde A._____ 

nach mehrfacher Korrespondenz schliesslich die Übernahme der 

Unterbringungskosten und die Unterzeichnung der 

Kostenübernahmegarantie. Auf die dagegen von der KESB C._____ 

erhobene Beschwerde trat das Verwaltungsgericht mit Urteil vom 

10. November 2020 mangels Aktivlegitimation nicht ein (Verfahren U 19 

52).

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7. Die Regierung des Kantons Graubünden beschloss am 17. Dezember 

2019 die Kosten für die Unterbringung von B._____ in den Jugendheimen 

N._____ und P._____ vom 6. Juni 2017 bis 31. März 2019 im Umfang von 

CHF 361'028.60 zu bevorschussen. Zudem wurde das kantonale 

Sozialamt Graubünden bevollmächtigt, Vereinbarungen mit den 

Einrichtungen zu verfassen und unterzeichnen, welche die 

Bevorschussung bzw. deren Rückzahlung regeln.

8. In der Folge traf das kantonale Sozialamt Graubünden mit dem Amt für 

Soziales des Kantons I._____ und dem Jugendheim N._____ bzw. mit 

dem Departement Bildung, Kultur und Sport des Kantons Q._____ und 

dem Jugendheim P._____ je eine Vereinbarung, in welcher sich die 

Einrichtungen verpflichteten, den bevorschussten Betrag 

zurückzuerstatten, sobald die zuständige Gemeinde die Kosten für die 

Aufenthalte begleiche oder ein Gericht die Zuständigkeit einer Bündner 

Gemeinde verneine.

9. Mit Verfügung vom 24. Januar 2022 verpflichtete das kantonale Sozialamt 

Graubünden die Gemeinde A._____, die Unterbringungskosten der 

Jugendheime N._____ und P._____ für B._____ im Zeitraum vom 6. Juni 

2017 bis 31. März 2019 in der Höhe von insgesamt CHF 361'028.60 zu 

übernehmen und diese den zuständigen Stellen in den Kantonen I._____ 

und Q._____ innert 30 Tagen ab Rechtskraft der Verfügung zu 

überweisen. Dabei ging es davon aus, dass sich der zivilrechtliche 

Wohnsitz von B._____ für die Dauer der Unterbringung im Jugendheim 

N._____ und zumindest für einen Teil der Platzierung im Jugendheim 

P._____ gestützt auf Art. 25 ZGB an seinen Aufenthaltsorten in O._____ 

und P._____ befunden hat. In Berücksichtigung des Urteils des 

Bundesgerichts 8C_285/2017 vom 21. November 2017 (auszugsweise 

publiziert in BGE 143 V 451), wonach es nicht sein dürfe, dass in den 

"übrigen Fällen" gemäss Art. 25 ZGB der Standortkanton einer Einrichtung 

für die Kosten von Kindesschutzmassnahmen aufzukommen habe, stellte 

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es für die Bestimmung der Kostentragung auf den Unterstützungswohnsitz 

nach Art. 7 Abs. 3 lit. c ZUG ab. Diesen verortete es an dem Ort, an 

welchem das minderjährige Kind unmittelbar vor der dauerhaften bzw. auf 

unbestimmte Zeit ausgelegten Fremdplatzierung gemeinsam mit den 

Eltern gelebt hat, was bei B._____ A._____ gewesen sei. Dem Umstand, 

dass gewisse Platzierungen hätten abgebrochen werden müssen, mass 

es kein entscheidendes Gewicht zu. Es gelangte aufgrund der Sachlage 

letztlich zum Schluss, dass die Unterstützungszuständigkeit von B._____ 

beim Kanton Graubünden und innerkantonal bei der Gemeinde A._____ 

liege. Insofern sei diese betreffend die subsidiäre Kostentragung für die 

Unterbringung von B._____ in den Jugendheimen N._____ und P._____ 

zuständig.

10. Dagegen erhob die Gemeinde A._____ (nachfolgend 

Beschwerdeführerin) am 17. Februar 2022 Beschwerde beim 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden und beantragte die 

ersatzlose Aufhebung der Verfügung vom 24. Januar 2022. Eventualiter 

sei diese im Sinne der Erwägungen aufzuheben und zur Neubeurteilung 

an das kantonale Sozialamt zurückzuweisen. In formeller Hinsicht stellte 

sie in Frage, ob der direkte Weiterzug der angefochtenen Verfügung an 

das Verwaltungsgericht offenstehe. Falls dies nicht zutreffe, sei die 

Beschwerde an das zuständige Departement weiterzuleiten. In materieller 

Hinsicht bestritt sie, dass der Unterstützungswohnsitz während der 

Unterbringung von B._____ in A._____ war. Vielmehr habe dieser jeweils 

einen neuen Unterstützungswohnsitz insbesondere in den Kantonen 

I._____ und Q._____ begründet. Zudem brachte sie vor, dass ihr 

Mitwirkungsrecht bzw. das rechtliche Gehör verletzt worden sei, weil sie 

vor den jeweiligen Platzierungen von B._____ nicht angehört worden sei. 

Es könne kaum im Sinne des Verfassungs- und Gesetzgebers sein, dass 

sie weder in Bezug auf die Kosten und den diesen zugrundeliegenden 

Massnahmen noch hinsichtlich des Tarifs und der Abrechnung etwas zu 

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sagen habe. Hier bestünde eine echte Lücke, welche durch richterliche 

Fortbildung zu schliessen sei. Des Weiteren bestritt sie namentlich die 

Zuständigkeit des kantonalen Sozialamts zum Erlass der angefochtenen 

Verfügung, war der Auffassung, dass das Übergangsrecht falsch 

angewendet worden sei, und brachte vor, dass durch die freiwillige 

Bevorschussung die Institutionen nicht noch einmal bezahlt werden 

müssten. 

11. Das kantonale Sozialamt Graubünden (nachfolgend Beschwerdegegner) 

schloss in seiner Vernehmlassung vom 24. März 2022 auf Abweisung der 

Beschwerde, soweit darauf eingetreten werden könne. Den Vorbringen 

der Beschwerdeführerin entgegnete er namentlich, dass die 

Fremdplatzierung von B._____ für den Unterstützungswohnsitz als einzige 

Einheit zu betrachten sei und dieser unmittelbar vor der Massnahme in 

A._____ gewesen sei. Die Beschwerdeführerin sei aufgrund ihrer 

finanziellen Interessen nicht legitimiert, Entscheide der KESB in Frage zu 

stellen. Sie versuche, die nicht vorhandene Mitsprache im KESB-

Verfahren nachzuholen, was unzulässig sei. Der Beschwerdegegner war 

ferner der Ansicht, dass er gestützt auf kantonales Recht zum Erlass der 

angefochtenen Verfügung zuständig sei.

12. Mit Eingabe vom 5. Mai 2022 verzichtete die Beschwerdeführerin auf die 

Einreichung einer Replik.

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien in den Eingaben, die 

angefochtene Verfügung vom 24. Januar 2022 sowie die weiteren Akten 

wird – sofern erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

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1. Im Beschwerdeverfahren vor Verwaltungsgericht müssen die 

Prozessvoraussetzungen – darunter auch die sachliche und funktionelle 

Zuständigkeit – erfüllt sein, damit das Gericht auf eine Beschwerde eintritt, 

die Sache materiell prüft und einen Sachentscheid fällt. Die angerufene 

Behörde prüft von Amtes wegen, ob die Prozessvoraussetzungen 

gegeben sind, was die Rechtssuchenden jedoch nicht entbindet, diese zu 

substanziieren. Die Prozessvoraussetzungen müssen sowohl im 

Zeitpunkt der Beschwerdeeinreichung als auch im Zeitpunkt der 

Entscheidfällung noch gegeben sein. Fehlt es an einer dieser 

Voraussetzungen, führt dies zu einem Nichteintretensentscheid (vgl. 

Urteile des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden [VGU] R 21 54 

vom 22. Februar 2022 E.1, R 21 60 vom 24. November 2021 E.1, R 20 77 

vom 14. September 2021 E.1.1 und U 19 52 vom 10. November 2020 

E.2.1).

2. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung vom 

24. Januar 2022 des Beschwerdegegners, womit die Beschwerdeführerin 

verpflichtet wurde, die Unterbringungskosten des Jugendheims N._____ 

und des Jugendheims P._____ für B._____ zu übernehmen. Gemäss 

Art. 49 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; 

BR 370.100) können Entscheide von Dienststellen der kantonalen 

Verwaltung mit Beschwerde ans Verwaltungsgericht weitergezogen 

werden, soweit das kantonale Recht den direkten Weiterzug vorsieht.

2.1. Zu prüfen ist, ob das Verwaltungsgericht zur Beurteilung der vorliegenden, 

vom kantonalen Sozialamt Graubünden erlassenen Verfügung betreffend 

Kostenübernahme für die Unterbringung von B._____ in den 

Jugendheimen N._____ und P._____ durch die Gemeinde A._____ 

sachlich und funktionell zuständig ist. Hierfür muss das kantonale Recht 

den direkten Weiterzug an das Verwaltungsgericht vorsehen, andernfalls 

vorerst Verwaltungsbeschwerde an das vorgesetzte Departement zu 

erheben ist (vgl. Art. 28 Abs. 1 und 2 VRG).

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2.2. Der Beschwerdegegner erwog in der angefochtenen Verfügung vom 

24. Januar 2022, dass die interkantonale Vereinbarung für soziale 

Einrichtungen (IVSE; BR 546.710) mit Blick auf die Zuständigkeit zur 

Kostentragung zur Anwendung gelange, zumal es sich bei den beiden 

Jugendheimen um ausserkantonale Einrichtungen handle (Erwägung 1 

der besagten Verfügung). In Würdigung der Sachlage kam er letztlich zum 

Schluss, dass die Unterstützungszuständigkeit gemäss 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung und im Sinne des Bundesgesetzes 

über die Zuständigkeit für die Unterstützung Bedürftiger (ZUG; SR 851.1) 

beim Kanton Graubünden und innerkantonal gemäss den kantonalen 

Bestimmungen bei der Gemeinde A._____ liege (Erwägung 6 der 

besagten Verfügung). Die Beschwerdeführerin bestreitet, dass sich der 

(Unterstützungs-)Wohnsitz von B._____ während seiner Unterbringungen 

in A._____ befunden hat. Vielmehr sei jeweils ein neuer 

Unterstützungswohnsitz, namentlich in I._____ und Q._____, begründet 

worden. Die Verfahrensbeteiligten sind sich somit in erster Linie 

hinsichtlich des Unterstützungswohnsitzes von B._____ während seiner 

Unterbringung in den Jugendheimen N._____ und P._____ uneinig. 

2.3. Gemäss Art. 115 der Bundesverfassung der Schweizerischen 

Eidgenossenschaft (BV; SR 101) werden Bedürftige von ihrem 

Wohnkanton unterstützt; der Bund regelt die Ausnahmen und 

Zuständigkeiten. Das ZUG präzisiert in dem durch die Verfassung 

vorgegebenen Rahmen, welcher Kanton für die Fürsorge zuständig ist, 

und es regelt den Ersatz von Unterstützungskosten unter den Kantonen 

(vgl. Art. 1 Abs. 1 und 2 ZUG). Danach obliegt die Unterstützung eines 

Schweizer Bürgers grundsätzlich dem Wohnkanton (Art. 12 Abs. 1 ZUG). 

Der Wohnkanton unterliegt gegenüber dem Aufenthaltskanton einer 

gewissen Ersatzpflicht (vgl. Art. 14 ZUG). Der Bedürftige hat seinen 

Wohnsitz nach diesem Gesetz (Unterstützungswohnsitz) in dem Kanton, 

in dem er sich mit der Absicht des dauernden Verbleibens aufhält; dieser 

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Kanton wird als Wohnkanton bezeichnet (Art. 4 Abs. 1 ZUG). Die im ZUG 

für die Bestimmung der interkantonalen Zuständigkeit geregelten Begriffe 

des Aufenthalts-, Wohn- und Heimatkantons sind solche des 

Bundesrechts (siehe BGE 143 V 451 E.9.2 i.f. und 139 V 433 E.3.1 m.H.). 

Mit der Bestimmung des zuständigen Kantons ist noch nichts über die 

innerkantonale Zuständigkeit gesagt. Die Kantone sind frei, innerhalb ihres 

Gebietes vom ZUG abweichende Zuständigkeiten vorzusehen (siehe 

Urteil des Bundesgerichts 8C_591/2021 vom 19. Januar 2022 E.3.1). 

Insoweit sieht Art. 12 Abs. 3 ZUG vor, dass der Kanton das 

unterstützungspflichtige Gemeinwesen und die zuständige 

Fürsorgebehörde bezeichnet.

2.4. Im innerkantonalen Verhältnis kommen im Kanton Graubünden das 

Gesetz über die Unterstützung Bedürftiger (Kantonales 

Unterstützungsgesetz [UG]; BR 546.250), die weiteren kantonalen 

Bestimmungen wie auch grundsätzlich die Richtlinien der 

Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe für die Ausgestaltung und 

Bemessung der Sozialhilfe (SKOS-Richtlinien; vgl. Art. 1 

Ausführungsbestimmungen zum UG [ABzUG]; BR 546.270) zur 

Anwendung (vgl. BGE 143 V 451 E.8.2; Urteil des Bundesgerichts 

8C_701/2013 vom 14. März 2014 E.3.2; Urteil des Verwaltungsgerichts 

[VGU] U 20 107 vom 13. April 2021 E.3). Gemäss Art. 5 Abs. 1 UG ist 

diejenige politische Gemeinde unterstützungspflichtig, in welcher die 

bedürftige Person ihren Wohnsitz hat. Die Begründung und Aufgabe des 

Wohnsitzes richten sich Kraft des in Art. 6 Abs. 1 UG normierten 

Verweises nach den Grundsätzen, die gemäss ZUG im interkantonalen 

Verhältnis gelten (siehe auch Urteil des Bundesgerichts 8C_79/2010 vom 

24. September 2010 E.5, nicht publ. in BGE 136 V 346). Diese gelten 

damit auch im innerkantonalen Verhältnis, wenn auch als kantonales 

Recht (siehe BGE 143 V 451 E.8.2 und 140 I 320 E.3.3). Für minderjährige 

Kinder gilt bezüglich des Unterstützungswohnsitzes die folgende 

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Spezialregelung gemäss Art. 7 ZUG: Das minderjährige Kind teilt, 

unabhängig von seinem Aufenthaltsort, den Unterstützungswohnsitz der 

Eltern (Abs. 1). Wenn die Eltern keinen gemeinsamen zivilrechtlichen 

Wohnsitz haben, teilt es den Unterstützungswohnsitz jenes Elternteils, bei 

dem es überwiegend wohnt (Abs. 2). Es hat demgegenüber einen eigenen 

Unterstützungswohnsitz am letzten Unterstützungswohnsitz nach den 

Abs. 1 und 2, wenn es dauernd nicht bei den Eltern oder einem Elternteil 

wohnt (Abs. 3 lit. c; vgl. BGE 143 V 451 E.8.4.1 und Urteile des 

Bundesgerichts 8C_833/2019 vom 17. Juni 2020 E.3.2.3 sowie 

8C_701/2013 vom 14. März 2014 E.3.2.2).

2.5. Auch das in den interkantonalen Vereinbarungen, wie vorliegend der 

IVSE, geschaffene Recht gilt als kantonales Recht (siehe BGE 143 V 451 

E.9.3 m.H.). Gemäss der Botschaft vom 8. Juli 2008 zum Beitritt des 

Kantons Graubünden zur interkantonalen Vereinbarung für soziale 

Einrichtungen (siehe Botschaft der Regierung an den Grossen Rat vom 

8. Juli 2008 zum Beitritt des Kantons Graubünden zur interkantonalen 

Vereinbarung für soziale Einrichtungen, Heft Nr. 7/2008-2009 S. 315 ff. 

[nachfolgend Botschaft IVSE]) genauso wie dem Erläuternden Bericht vom 

22. Januar 2008 (nachfolgend IVSE-Bericht, abrufbar unter: 

https://www.gr.ch/DE/institutionen/verwaltung/dvs/ds/Documents/Verneh

mlassungen/Archiv%20Vernehmlassungen/IVSEbericht_de.pdf, zuletzt 

besucht am: 17. Mai 2022) stellte der Umstand, dass es im Kanton 

Graubünden keine hochspezialisierte Institutionen im Bereich Kinder- und 

Jugendheime gab, eine Erwägung für den Beitritt zum Bereich A der IVSE 

dar (vgl. Botschaft IVSE, S. 340 und IVSE-Bericht, S. 21). Der Kanton 

Graubünden ist genauso wie die Kantone I._____ und Q._____ dem hier 

massgebenden Bereich A der IVSE beigetreten (vgl. Art. 2 Abs. 1 Ziffer A 

IVSE i.V.m. Anhänge 3 und 4). Die IVSE bezweckt, die Aufnahme von 

Personen mit besonderen Betreuungs- und Förderungsbedürfnissen in 

geeigneten Einrichtungen ausserhalb ihres Wohnkantons ohne 

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Erschwernisse zu ermöglichen. Gemäss Art. 19 Abs. 1 IVSE sichert der 

Wohnkanton – also der Kanton, in dem die Person, welche die Leistungen 

beansprucht, ihren zivilrechtlichen Wohnsitz hat (Art. 4 lit. d IVSE) – der 

Einrichtung des Standortkantons – also dem Kanton, in dem die 

Einrichtung ihren Standort hat (Art. 4 lit. e IVSE) – mittels einer 

Kostenübernahmegarantie die Leistungsabgeltung zu Gunsten der 

Person für die zu garantierende Periode zu.

2.6. Die IVSE sieht zwar in Art. 35 einen Streitbeilegungsmechanismus vor. 

Dieser beschränkt sich aber gemäss dem Kommentar der Konferenz der 

kantonalen Sozialdirektorinnen und Sozialdirektoren (SODK) zur IVSE auf 

die Streitbeilegung zwischen den Kantonen und den Organen (siehe S. 16 

[nachfolgend Kommentar IVSE], abrufbar unter: https://ch-

sodk.s3.amazonaws.com/media/files/02_15.10.01_Kommentar_zur_IVS

E_dt.pdf, zuletzt besucht am: 17. Mai 2022). Die IVSE regelt denn auch 

im Allgemeinen ausschliesslich das Aussenverhältnis zwischen den 

Kantonen (Botschaft IVSE, S. 319 und IVSE-Bericht, S. 4,), weshalb es 

dem Kanton anheimgestellt ist, wie er sich im Innern organisiert (siehe 

VGU U 21 83 vom 11. Januar 2022 E.4.3.1). Gleichermassen normiert das 

ZUG zwar in seinen Art. 33 und 34 ein Rechtspflegesystem. Diesem 

zugrunde liegen jedoch ebenfalls interkantonale Streitigkeiten, wenn ein 

Kanton mit an ihn gerichtete Kostenersatzansprüche oder 

Richtigstellungsbegehren vom fordernden Kanton nicht einverstanden ist 

(vgl. THOMET, Kommentar zum Bundesgesetz über die Zuständigkeit für 

die Unterstützung Bedürftiger, Zürich 1994, Rz. 302 ff.). Ohnehin sieht 

auch das ZUG – wie bereits dargelegt – gemäss dessen Zweck und 

Geltungsbereich nicht vor, in die interne Zuständigkeitsordnung eines 

Kantons einzugreifen (vgl. THOMET, a.a.O., Rz. 55; Urteil des 

Bundesgerichts 2A.420/1999 vom 2. Mai 2000 E.3a). Der Kanton ist somit 

autonom in der Ausgestaltung der Rechtspflege in Angelegenheiten 

betreffend den Unterstützungswohnsitz. Entsprechend regelt Art. 13 

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Abs. 2 UG, dass das Verwaltungsgericht über sich aus der Anwendung 

des Unterstützungsgesetzes ergebende Streitigkeiten entscheidet. Darauf 

wurde denn auch in der Rechtmittelbelehrung der angefochtenen 

Verfügung vom 24. Januar 2022 hingewiesen (vgl. Dispositivziffer 3). 

Gemäss dieser Bestimmung ist somit die Verfügung einer kantonalen 

Amtsstelle nicht zunächst mit verwaltungsinterner Beschwerde an das 

hierarchisch übergeordnete Departement anzufechten. Gegenteiliges 

lässt sich denn auch genauso wenig den Materialien entnehmen, wie 

etwaige Einschränkungen hinsichtlich der Art der Streitigkeit oder der 

daran beteiligten Personen (vgl. Botschaft der Regierung an den Grossen 

Rat vom 12. Juni 1978 betreffend das Gesetz über die Unterstützung 

Bedürftiger, Nr. 3/1978-1979, S. 207). Vielmehr steht der direkte 

Beschwerdeweg an das Verwaltungsgericht in sämtlichen, sich aus der 

Anwendung des UG ergebenden Streitigkeiten offen. Davon, dass die 

vorliegende Streitigkeit an das Verwaltungsgericht angefochten werden 

kann, ging denn auch die Beschwerdeführerin selbst in ihrem Schreiben 

vom 29. März 2019 aus (Akten des Beschwerdegegners [Bg-act.] C8). 

Insofern ist die sachliche und funktionelle Zuständigkeit des 

Verwaltungsgerichts zu bejahen.

2.7. Die Beschwerde wurde zudem – der Rechtsmittelbelehrung 

entsprechend – frist- und formgerecht erhoben (siehe Art. 38 und Art. 52 

Abs. 1 i.V.m. Art. 7 f. VRG). Die Beschwerdeführerin ist als direkte 

Verfügungsadressatin und als zur Übernahme der angefallenen 

Unterbringungskosten für B._____ Verpflichtete zudem vom 

angefochtenen Entscheid (besonders) berührt und hat ein schutzwürdiges 

Interesse an dessen Aufhebung oder Abänderung (siehe Art. 50 Abs. 1 

VRG). Die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen geben keinen Anlass zu 

Bemerkungen, womit auf die Beschwerde einzutreten ist.

3. Vorliegend bildet Streitgegenstand, ob die Beschwerdeführerin die vom 

Kanton Graubünden bevorschussten Kosten für die Unterbringung von 

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B._____ in den Jugendheimen N._____ in O._____ im Kanton I._____ 

sowie P._____ im Kanton Q._____ während der Dauer vom 6. Juni 2017 

bis zum 31. März 2019 im Umfang von insgesamt CHF 361'028.60 zu 

übernehmen hat.

4. Vorab ist aber zu prüfen, ob der Beschwerdegegner zum Erlass der 

angefochtenen Verfügung überhaupt befugt war.

4.1. Wie in der vorstehenden Erwägungen 2.3 f. dargelegt, ergibt sich aus dem 

Bundesrecht, dass der Kanton das unterstützungspflichtige Gemeinwesen 

und die zuständige Fürsorgebehörde bezeichnet (siehe Art. 12 Abs. 3 

ZUG). Welche Behörde innerkantonal zuständig bzw. entscheidbefugt ist, 

lässt sich daraus jedoch nicht ableiten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

8C_591/2021 vom 19. Januar 2022 E.3.1 und THOMET, a.a.O., Rz. 32 

sowie 179).

4.2. Gemäss Art. 42 Abs. 1 der Verfassung des Kantons Graubünden (KV; 

BR 110.100) plant, bestimmt und koordiniert die Regierung die Ziele und 

Mittel staatlichen Handelns unter Vorbehalt der Befugnisse der 

Stimmberechtigten und des Grossen Rates. Sie vollzieht die Gesetze und 

Verordnungen sowie die Beschlüsse des Grossen Rates (siehe Art. 42 

Abs. 3 KV). Die Regierung steht der kantonalen Verwaltung vor (siehe 

Art. 43 Abs. 1 KV; siehe Urteil des Bundesgerichts 1C_503/2018 vom 

1. April 2020 E.7.4). Zu ihren weiteren Aufgaben gehören namentlich der 

Verkehr mit dem Bund und den anderen Kantonen (siehe Art. 47 Abs. 1 

Ziff. 1 KV) sowie die Aufsicht über öffentlichrechtliche Körperschaften und 

andere Träger öffentlicher Aufgaben des Kantons (siehe Art. 47 Abs. 1 

Ziff. 5 KV). Die Regierung fasst und vertritt ihre Beschlüsse als 

Kollegialbehörde (siehe Art. 38 Abs. 2 KV).

4.3. Gemäss Art. 19 des Regierungs- und Verwaltungsorganisationsgesetzes 

(RVOG; BR 170.300) wirken die Departemente bei der Vorbereitung der 

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Regierungsgeschäfte mit und erfüllen die ihnen durch Gesetz, Verordnung 

oder Beschluss der Regierung zugewiesenen Verwaltungsaufgaben 

(Abs. 1); sie führen und beaufsichtigen die ihnen unterstellten 

Verwaltungseinheiten (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 1C_503/2018 

vom 1. April 2020 E.7.4). Laut Art. 22 Abs. 1 RVOG können die Regierung 

und die Departemente ihnen durch Gesetz oder Verordnung zugewiesene 

Verwaltungsaufgaben generell oder im Einzelfall an die unterstellten 

Verwaltungseinheiten delegieren. Die Delegation von Befugnissen zum 

Erlass von Verwaltungsentscheiden ist nur zulässig, soweit sie durch 

Verordnung erfolgt (siehe Art. 22 Abs. 2 Satz 1 RVOG; vgl. auch HÄNER, 

in: Biaggini/Häner/Saxer/Schott, Fachhandbuch Verwaltungsrecht, 

Zürich/Basel/Genf 2015, Rz. 28.21).

4.4. Der Beschwerdegegner leitet seine Zuständigkeit zum Erlass der 

angefochtenen Verfügung zunächst aus Art. 11 Abs. 1 lit. b IVSE ab. 

Danach sind die Verbindungsstellen zuständig für die Entgegennahme 

und Bearbeitung von Gesuchen um Kostenübernahmegarantie und den 

Entscheid über dieselben. Der Beschwerdegegner als IVSE-

Verbindungsstelle für den Kanton Graubünden (vgl. SODK, Liste der 

[kantonalen] IVSE-Verbindungsstellen, abrufbar unter: https://ch-

sodk.s3.amazonaws.com/media/files/37f4b6fd/592a/4add/8b84/72f75738

fb15/2022.05.16_Adressliste_IVSE-Verbindungsstellen.pdf, zuletzt 

besucht am: 17. Mai 2022) ist dabei der Auffassung, der Entscheid über 

die Kostenübernahmegarantie beinhalte die Verfügungsbefugnis 

gegenüber den Gemeinden, sie zur Kostenüberweisung an die 

entsprechenden Institutionen zu verpflichten. Zwar handelt es sich bei 

Art. 11 Abs. 1 lit. b IVSE um kantonales Recht und sieht der zugehörige 

Kommentar vor, dass Art. 11 IVSE den minimalen Aufgabenkatalog der 

Verbindungsstelle darstellt (vgl. Kommentar IVSE, S. 10). Gegen die 

Annahme, dass dadurch in Abkehr zu den Kraft Bundesgesetz, der 

Kantonsverfassung sowie dem allgemeinen, kantonalen 

- 15 -

Organisationsrecht der Regierung zustehenden Kompetenzen eine 

innerkantonale Zuständigkeitsübertragung an eine kantonale Dienststelle 

zum Erlass von die Gemeinde verpflichtenden Verfügungen zur 

Kostentragung begründet worden sein soll, spricht aber bereits die 

Rechtsnatur der IVSE. Sie regelt – wie bereits in den vorstehenden 

Erwägungen 2.3. ff. aufgezeigt – das Aussenverhältnis zwischen den 

Kantonen und mischt sich nicht in die interne Organisation und 

Zuständigkeitsordnung des Kantons ein (vgl. Kommentar IVSE, S. 3). 

Hinzu kommt, dass in der Botschaft vom 8. Juli 2008 zum Beitritt des 

Kantons Graubünden zur interkantonalen Vereinbarung für soziale 

Einrichtungen der Entscheid der Verbindungsstellen über die (Bearbeitung 

einer) Kostenübernahmegarantie genau so wenig erwähnt wird wie eine 

entsprechende Verfügungsbefugnis im innerkantonalen Bereich oder 

gegenüber Gemeinden. Darin wird lediglich aufgeführt, dass die 

Verbindungsstellen für die Entgegennahme und Bearbeitung von 

Gesuchen und Kostenübernahmegarantien zuständig sind (siehe 

Botschaft IVSE, S. 318). Bezeichnenderweise fehlt denn auch eine 

Überführung einer entsprechenden Entscheidungsbefugnis im weiteren 

kantonalen (Sozialhilfe-)Recht. So regelt Art. 17 Abs. 1 UG nur, dass dem 

kantonalen Soziadienst (wohl recte: Sozialamt [vgl. Anhang 1 Ziff. 2.1 lit. i 

zur Regierungs- und Verwaltungsorganisationsverordnung {RVOV; 

BR 170.310}] oder die kantonalen Sozialdienste [vgl. Art. 11 des Gesetzes 

über die öffentliche Sozialhilfe im Kanton Graubünden {Sozialhilfegesetz; 

BR 546.100}]) der Verkehr mit ausserkantonalen Stellen sowie mit den 

Gemeinden obliegt. Wenn der Beschwerdegegner daraus eine weitere 

Grundlage für eine ihm übertragene Kompetenz zum Erlass einer 

Verfügung erblickt, kann ihm nicht gefolgt werden. Denn unter dem 

Verkehr mit ausserkantonalen Stellen und Gemeinden wird im 

vorliegenden Kontext insbesondere die Abstimmung der Angebote in den 

verschiedenen Geltungsbereichen der IVSE, die Qualitätssicherung oder 

die Abwicklung von Gesuchen um Kostenübernahmegarantie und die 

- 16 -

damit zusammenhängende kantonsinterne Koordination verstanden, wie 

dies auch im hier zu beurteilenden Fall zum Ausdruck kam (vgl. auch 

Schreiben des Departements für Bildung, Kultur und Sport des Kantons 

Q._____ vom 25. Februar 2019 [Bg-act. D3]). Daraus jedoch eine 

Entscheidungsbefugnis abzuleiten, geht auch insoweit fehlt, als sich ein 

Kanton mit der Kostenübernahmegarantie im Aussenverhältnis verbindlich 

verpflichtet, die von der ausserkantonalen Einrichtung gestellten 

Rechnungen zu übernehmen, wenn ein vom Kanton bezeichneter Dritter, 

insbesondere eine Gemeinde, nicht bezahlt (vgl. 2. Interpretationshilfe der 

Schweizerischen Konferenz der Verbindungsstellen IVSE vom 

9. September 2011 betreffend Bezahlungsprobleme beim Inkasso, Ziff. II 

Präzisierung und Erläuterungen zu den Artikeln 19 und 25 IVSE, S. 2, 

abrufbar unter https://ch-

sodk.s3.amazonaws.com/media/files/11_15.10.01_2._Interpretationshilfe

_Art._25_IVSE_dt.pdf, zuletzt besucht am: 17. Mai 2022; vgl. ferner das 

Schreiben des Departements für Bildung, Kultur und Sport des Kantons 

Q._____ vom 15. Juli 2019 [Bg-act. D5]). Insofern geht der Entscheid über 

die Kostenübernahmegarantie auch mit finanziellen Verpflichtungen 

einher. Diese belaufen sich im vorliegenden Fall auf CHF 361'028.60, 

womit sie – auch nur bei analoger Anwendung – den in Art. 44 Abs. 3 der 

Verordnung über den kantonalen Finanzhaushalt (FHV; BR 710.110) 

vorgesehenen ordentlichen Rahmen der an die Dienststellen delegierten 

Ausgabenkompetenzen von CHF 50'000.-- für einmalige Verpflichtungen 

bei Weitem übersteigt (vgl. dazu auch Gesetzgebung zum kantonalen 

Finanzhaushalt mit Erläuterungen und Weisungen vom 1. Januar 2022, 

S. 80, abrufbar unter: 

https://www.gr.ch/DE/publikationen/Verwaltungsverordnungen/FH-

Recht%20mit%20Erl%C3%A4uterungen.pdf, zuletzt besucht am: 17. Mai 

2022, wonach namentlich die Zuständigkeit gemäss Abs. 3 ohne 

anderslautende Bestimmungen für sämtliche Verpflichtungen gilt). 

Entsprechend erfolgte denn auch die Bevorschussung der Kosten für die 

- 17 -

Unterbringung von B._____ in den Jugendheimen N._____ und P._____ 

auf der Grundlage des Beschlusses der Regierung vom 17. Dezember 

2019 (vgl. Bg-act. E7). Bis auf die Bevollmächtigung zum Abschluss von 

Vereinbarungen mit den Einrichtungen, welche die Bevorschussung bzw. 

deren Rückzahlung regelt sowie die Ermächtigung zur Bevorschussung 

der genannten Kosten zulasten des (Sozialhilfe-)Kontos Nr. R._____ 

"Unterstützung von Bündner in Drittkantonen", enthielt er denn auch keine 

weitere Delegation von Verwaltungsaufgaben an den Beschwerdegegner 

(siehe Dispositivziffern 2 und 3 des Regierungsbeschlusses vom 

17. Dezember 2019 [Bg-act. E7]). Genauso wenig lässt sich der von der 

Regierung gestützt auf Art. 22 RVOG erlassenen Verordnung betreffend 

die Übertragung von Befugnissen der Regierung auf die Departemente 

und Dienststellen (BR 170.340) eine Übertragung von Befugnissen zum 

Erlass von Verfügungen an den Beschwerdegegner oder das 

übergeordnete Departement für Volkswirtschaft und Soziales (DVS) im 

Bereich der Kostentragung von Unterbringungskosten entnehmen. Eine 

solche lässt sich vorderhand auch aus der dem DVS gemäss Art. 17 

Abs. 2 UG eingeräumten Weisungsbefugnis gegenüber den kommunalen 

Sozialbehörden nicht ableiten, handelt es sich dabei doch grundsätzlich 

um generell-abstrakte, verhaltenslenkende Anweisungen im Bereich des 

Gesetzesvollzugs zur Vereinheitlichung der Verwaltungspraxis, wie 

namentlich allgemeine Weisungen oder Vollzugshilfen im Sinne von 

Verwaltungsverordnungen (vgl. BGE 148 V 102 E.4.2, 146 I 105 E.4.1, 

128 I 167 E.4.3 und 123 II 16 E.7; Urteile des Bundesgerichts 

2C_194/2021 vom 23. Dezember 2021 E.3.2.1, 8C_272/2021 vom 

17. November 2021 E.3.1.3 und 2C_873/2014 vom 8. November 2015 

E.3.4.1; HÄFELIN/HALLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 

8. Aufl., Zürich/St. Gallen 2020, Rz. 81 ff., 874 ff, 1575 und 1957 sowie 

HÄNER, in: Biaggini/Häner/Saxer/Schott, a.a.O., Rz. 28.19), und nicht um 

Entscheide. Generell-abstrakte Weisungen gegenüber den kommunalen 

Sozialhilfebehörden stellen ein Aufsichtsmittel des Kantons gegenüber 

- 18 -

diesen dar (vgl. HÄFELIN/HALLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 81 ff. und 1957 

sowie HÄNER, in: Biaggini/Häner/Saxer/Schott, a.a.O., Rz. 28.19). 

Gemäss Art. 67 Abs. 1 KV übt die Regierung die Aufsicht über die 

Gemeinden aus. Nach Art. 75 des Gemeindegesetzes des Kantons 

Graubünden (GG; BR 175.050) unterstehen namentlich die Gemeinden 

sowie die Träger der interkommunalen Zusammenarbeit im Sinne von 

Art. 52 GG der kantonalen Aufsicht, die durch die Regierung und die 

Departemente ausgeübt wird (Art. 77 Abs. 1 GG). Die Fachaufsicht richtet 

sich nach den spezialgesetzlichen Regelungen (Art. 77 Abs. 2 GG). 

Neben spezialgesetzlich vorgesehenen Massnahmen umfassen 

aufsichtsrechtliche Massnahmen das Erteilen von Weisungen, die 

Aufhebung widerrechtlicher Beschlüsse von Gemeindeorganen, soweit 

dies unerlässlich ist, sowie das Treffen von Ersatzvornahmen (siehe 

Art. 79 Abs. 1 GG). Eine Weisungskompetenz des Beschwerdegegners 

als kantonale Amtsstelle gegenüber der Beschwerdeführerin hinsichtlich 

deren Verpflichtung zur Übernahme von (ausserkantonalen) 

Unterbringungskosten lässt sich daraus aber auch nicht ohne Weiteres 

ableiten. Schliesslich enthält auch Art. 10 des Sozialhilfegesetzes zu den 

Aufgaben des kantonalen Sozialamts keine entsprechende 

Delegationsnorm. Der Beschwerdegegner ging denn ursprünglich auch 

selbst davon aus, dass er nicht die Kompetenz habe, eine Gemeinde zur 

Übernahme von Unterbringungskosten zu verpflichten, bzw. dieser 

Weisungen zu erteilen (vgl. Schreiben vom 26. Juli 2019 [Bg-act. D6] und 

Schreiben vom 10. April 2019 [Bg-act. C9]). 

4.5. Da es insgesamt an der erforderlichen Übertragung der 

Entscheidungsbefugnis an den Beschwerdegegner bzw. das DVS fehlt, 

hat die Regierung erstinstanzlich über die Frage der Kostentragung für 

Unterbringungskosten zu befinden (vgl. ebenso PVG 1995 Nr. 97 E.2). 

Der Beschwerdegegner war infolge fehlender funktioneller bzw. sachlicher 

Zuständigkeit demnach nicht befugt, die Beschwerdeführerin zur 

- 19 -

Übernahme der Kosten für den Aufenthalt von B._____ in den 

Jugendheimen N._____ und P._____ zu verpflichten, weshalb die 

angefochtene Verfügung vom 24. Januar 2022 in Gutheissung der 

Beschwerde aufzuheben ist.

5. Mit Blick auf die materielle Beurteilung der Streitfrage ist neben dem 

bereits erwähnten BGE 143 V 451 auf das erst kürzlich ergangene Urteil 

des Bundesgerichts 8C_591/2021 vom 19. Januar 2022 hinzuweisen. 

Diesem Verfahren zugrunde lag die Streitfrage, ob die Gemeinde 

Altendorf/SZ, in welche die Mutter (mit alleiniger elterlicher Sorge und 

entzogenem Aufenthaltsbestimmungsrecht) eines in einem 

Sozialpädagogischen Zentrum im Kanton Zürich untergebrachten 

Minderjährigen ihren zivilrechtlichen Wohnsitz vom Kanton Zürich verlegt 

hatte, für bestimmte Platzierungskosten aufkommen muss. Dabei war 

unbestritten, dass sich der Unterstützungswohnsitz des fremdplatzierten 

Minderjährigen hinsichtlich der auf Bedürftigkeit beruhenden 

Leistungspflicht unter den gegebenen Umständen nach Art. 7 Abs. 3 lit. c 

ZUG richtete (mit Hinweis auf BGE 143 V 451 E.9.4 i.f.). Da es um eine 

auf Dauer ausgerichtete Fremdplatzierung ging, blieb die Zürcher 

Gemeinde auch nach dem Wohnsitzwechsel der Mutter nach Altendorf/SZ 

unverändert unterstützungsrechtlich zuständig (E.6.1 des besagten 

Urteils). Sodann präzisierte das Bundesgericht, dass im Unterschied zur 

Sozialhilfe sich die Frage der örtlichen Zuständigkeit bei der IVSE nach 

dem zivilrechtlichen Wohnsitz der betreuten Person richtet (Art. 4 IVSE). 

Dies bedeutet, dass eine ausserkantonale Platzierung dann vorliegt und 

die IVSE anwendbar ist, wenn der zivilrechtliche Wohnsitz des 

minderjährigen Kindes sich nicht im gleichen Kanton befindet wie die 

Einrichtung, in welcher es untergebracht wird (E.6.3 des besagten Urteils; 

vgl. hierzu auch BGE 142 V 271 E.6.2). Dem vorinstanzlichen Entscheid 

des Verwaltungsgerichts des Kantons Schwyz ist dazu zu entnehmen, 

dass der Minderjährige mit dem Umzug seiner Mutter ebenfalls 

- 20 -

zivilrechtlichen Wohnsitz in der Gemeinde Altendorf/SZ erlangte, womit ab 

jenem Zeitpunkt bei unverändertem Aufenthalt in einer stationären 

Einrichtung in Zürich ein interkantonaler Sachverhalt bzw. ein 

Anwendungsfall der IVSE entstanden war. Damit stellte sich – so das 

kantonale Gericht weiter – ab diesem Zeitpunkt die Frage der 

Leistungsabgeltung im Sinne von Art. 19 ff. IVSE, welche nicht von 

Bedürftigkeit abhängig sei (und mithin nicht der Sozialhilfe zugeordnet 

werde), sondern als eigenständige (Mit-)Finanzierungsart 

("Subventionsanteil") normiert sei, um sich im Rahmen der erwähnten 

interkantonalen Vereinbarung Zugang zu ausserkantonalen Einrichtungen 

zu sichern (siehe Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Schwyz III 

2021 37 vom 28. Juni 2021 E.4.4.1 f.). Das Bundesgericht merkte dabei 

mit der Vorinstanz an, der Streit drehe sich nicht (nur) um die 

Leistungspflicht bei Bedürftigkeit, sondern um die 

Finanzierungsmodalitäten, wenn Leistungsbezüger ausserhalb des 

Wohnkantons Schwyz in sozialen Einrichtungen untergebracht seien 

(siehe Urteil 8C_591/2021 vom 19. Januar 2022 E.6.4.2). Dazu hielt es 

fest, das kantonale Gericht verweise zu Recht darauf, dass BGE 143 V 

451 im Vergleich zur hier strittigen Konstellation auf einer anderen 

Ausgangslage basiere. Dies präzisierte es wie folgt: "Das genannte 

Bundesgerichtsurteil lässt entgegen der Auffassung der 

Beschwerdeführerin nicht darauf schliessen, dass die Zuständigkeit in 

Bezug auf die Leistungsabgeltung (im Sinne von Art. 19 ff. IVSE) auch bei 

nicht identischem Unterstützungswohnsitz und zivilrechtlichen Wohnsitz 

stets an den Unterstützungswohnsitz anzuknüpfen sei. 

Leistungsschuldner ist gemäss IVSE vielmehr der zivilrechtliche 

Wohnkanton" (siehe E.6.4.2 des besagten Urteils). Insgesamt kam es 

namentlich zum Schluss, das kantonale Gericht habe – angeknüpft an den 

zivilrechtlichen Wohnsitz des Leistungsbezügers nach Art. 4 lit. d IVSE – 

in Anwendung der kantonalen Rechtsgrundlagen zutreffend erkannt, dass 

die Gemeinde Altendorf/SZ innerhalb des Wohnkantons Schwyz den 

- 21 -

"Subventionsanteil" im Sinne von Art. 20 f. IVSE für die ausserkantonale 

Fremdplatzierung zu tragen habe (siehe E.6.4.3 des besagten Urteils). 

Mithin wird auch für die vorliegende Angelegenheit neben der Festlegung 

des Unterstützungswohnsitzes zu prüfen sein, ab wann von einem 

interkantonalen Sachverhalt auszugehen ist, womit die IVSE anwendbar 

wird und sich die Frage nach der vom (Gemeinwesen des) 

Wohnsitzkantons geschuldeten Leistungsabgeltung im Sinne des 

Subventionsanteils nach Art. 20 f. IVSE stellt, welche von den Beiträgen 

der Unterhaltspflichtigen (sog. BU-Anteil) zu unterscheiden ist (vgl. für 

diese Unterscheidung auch Kommentar IVSE, S. 12 f.), wofür die 

Gemeinde des Unterstützungswohnsitzes zuständig bleibt.

6. Infolge des Ausganges des vorliegenden Verfahrens, gehen die 

Gerichtskosten, bestehend aus einer Staatsgebühr und den 

Kanzleiauslagen (Art. 75 Abs. 1 lit. a und b VRG), gestützt auf Art. 73 

Abs. 1 VRG zu Lasten des Beschwerdegegners. Die Staatsgebühr wird in 

Anwendung von Art. 75 Abs. 2 VRG und in Anbetracht des 

Verfahrensaufwandes auf CHF 1'000.-- festgesetzt.

7. Bund, Kanton und Gemeinden sowie mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben 

betrauten Organisationen wird in der Regel keine Parteientschädigung 

zugesprochen, wenn sie in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegen 

(siehe Art. 78 Abs. 2 VRG). Davon abzuweichen besteht vorliegend kein 

Anlass (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_285/2017 vom 21. November 

2017 E.10, nicht publ. in BGE 143 V 451).

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die Verfügung des kantonalen 

Sozialamtes Graubünden vom 24. Januar 2022 aufgehoben.

2. Die Gerichtskosten, bestehend aus

- 22 -

- einer Staatsgebühr von CHF 1'000.--

- und den Kanzleiauslagen von CHF 428.--

zusammen CHF 1'428.--

gehen zulasten des kantonalen Sozialamtes Graubünden.

3. [Rechtsmittel]

4. [Mitteilungen]