# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6f98c09a-23ff-5b76-8ffe-6f3da0944565
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-07-15
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 15.07.2020 200 2020 243
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-243_2020-07-15.pdf

## Full Text

200 20 243 IV
SCI/ISD/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 15. Juli 2020

Verwaltungsrichter Schwegler, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Jakob, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiber Isliker

A.________
vertreten durch B.________, Rechtsdienst, Rechtsanwalt C.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 18. Februar 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Juli 2020, IV/20/243, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1962 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin), 
zuletzt als ungelernte … in einem Teilzeitpensum tätig, meldete sich im 
März 2018 unter Hinweis auf eine Borreliose sowie ein „psychisches Lei-
den“ bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbe-
zug an (Akten der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerdegegnerin], act. II 1). 
Die IVB sprach der Versicherten Integrationsmassnahmen zu (act. II 43, 
54), welche sie mit Mitteilung vom 15. August 2019 (act. II 77) abschloss, 
und tätigte Abklärungen, namentlich holte sie ein polydisziplinäres Gutach-
ten bei der D.________ (nachfolgend: MEDAS) vom 12. Juli 2019 (act. II 
75.2 [Konsensbeurteilung], 75.3-75.8) sowie einen Abklärungsbericht 
Haushalt/Erwerb vom 28. November 2019 (act. II 78) ein. Gestützt darauf 
verneinte die IVB nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (vgl. act. II 
79, 83, 87) mit Verfügung vom 18. Februar 2020 (act. II 88) einen Renten-
anspruch.

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
C.________ von B.________, mit Eingabe vom 20. März 2020 Beschwerde 
und beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 18. Fe-
bruar 2020 sowie die Zusprache einer Invalidenrente. Daneben stellte sie 
ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von Rechts-
anwalt C.________ als amtlicher Anwalt.

Mit Eingabe vom 1. April 2020 hielt die Beschwerdeführerin fest, dass sie 
über keine Rechtsschutzversicherung verfüge.

Mit Beschwerdeantwort vom 30. April 2020 schloss die Beschwerdegegne-
rin auf Abweisung der Beschwerde.

Mit prozessleitender Verfügung vom 12. Mai 2020 wurde das Amt für Ar-
beitslosenversicherung (nachfolgend: AVA) um Einreichung der vollständi-

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gen Akten der Regionalen Arbeitsvermittlung und der zuständigen Arbeits-
losenkasse betreffend die Beschwerdeführerin ersucht. Zudem wurde die 
Beschwerdeführerin aufgefordert, die Lohnabrechnungen mindestens des 
Jahres 2016 einzureichen.

Am 15. Mai 2020 gingen beim Verwaltungsgericht die Arbeitslosenversi-
cherungsakten des AVA ein (act. III), welche der Vertreter der Beschwerde-
führerin seinerseits bereits am 6. April 2020 direkt eingesehen hatte (act. III 
pag. 5).

Mit Eingabe vom 2. Juni 2020 reichte die Beschwerdeführerin u.a. ver-
schiedene Lohnabrechnungen bzw. -ausweise ein (Sammelbeilage act. IA 
[unpaginiert]).

Mit prozessleitender Verfügung vom 4. Juni 2020 wurde den Parteien der 
Akten- und Eingabeeingang angezeigt sowie der Rechtsvertreter der Be-
schwerdeführerin um Einreichung einer Kostennote ersucht.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 

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die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 18. Februar 2020 
(act. II 88). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-

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lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens nach 
Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs 
nach Art. 29 Abs. 1 ATSG.

2.3

2.3.1 Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil 
erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der 
Ehegattin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG 
festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die 
Invalidität für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermit-
telt (Art. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätig-
keit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der 
Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und 
der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. gemischte Me-
thode; BGE 144 I 21 E. 2.1 S. 23, 142 V 290 E. 4 S. 293).

2.3.2 Die gemischte Methode bezweckt eine möglichst wirklichkeitsge-
rechte Bemessung des Invaliditätsgrades. Entscheidend ist nicht, welches 
Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall 
zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch, 
d.h. ohne Gesundheitsschaden, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, 
erwerbstätig wäre (BGE 133 V 504 E. 3.3 S. 508). Der Anteil der Erwerbs-
tätigkeit bestimmt sich nach dem zeitlichen Umfang der von der versicher-
ten Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ausgeübten Beschäfti-
gung im Verhältnis zu der im betreffenden Beruf üblichen (Normal-)
Arbeitszeit (BGE 131 V 51 E. 5.1.1 S. 53, 125 V 146 E. 2b S. 149). Im 

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Rahmen der gemischten Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) sind Erwerbstätig-
keit und nichterwerblicher Aufgabenbereich grundsätzlich in dem Sinne 
komplementär, als was nicht Erwerbstätigkeit ist, unter die Besorgung des 
Haushaltes fällt. Mit anderen Worten geben die beiden Bereiche zusam-
men im Regelfall einen Wert von 100 %. Der Haushaltsanteil darf somit 
nicht in Abhängigkeit vom Umfang der im Aufgabenbereich anfallenden 
Arbeiten festgesetzt werden. Auch ist nicht entscheidend, wie viel Zeit sich 
die versicherte Person für die Haushaltsarbeiten nimmt. Dass die Haus-
haltsgrösse kein massgebendes Kriterium ist, trifft auch auf die aussch-
liesslich im Haushalt tätigen Versicherten zu, deren Aufgabenbereich 
rechtsprechungsgemäss in jedem Fall mit 100 % zu veranschlagen ist 
(BGE 141 V 15 E. 4.5 S. 22).

2.3.3 Bei Teilerwerbstätigen, die sich zusätzlich im Aufgabenbereich nach 
Art. 7 Abs. 2 IVG betätigen, werden für die Bestimmung des Invaliditäts-
grads der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invali-
ditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich summiert 
(Art. 27bis Abs. 2 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invaliden-
versicherung [IVV; SR 831.201]). Die Berechnung des Invaliditätsgrads in 
Bezug auf die Erwerbstätigkeit richtet sich nach Art. 16 ATSG. Das Er-
werbseinkommen, das die versicherte Person durch die Teilerwerbstätig-
keit erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, wird dabei auf 
ein Vollpensum hochgerechnet. Die prozentuale Erwerbseinbusse wird 
schliesslich anhand des Beschäftigungsgrads, den die Person hätte, wenn 
sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet (Art. 27bis Abs. 3 IVV). Für die 
Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im Aufga-
benbereich wird der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der 
Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die versi-
cherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Er wird anhand des 
Anteils des Aufgabenbereichs gewichtet (Art. 27bis Abs. 4 IVV).

3.

3.1 Die angefochtene Verfügung vom 18. Februar 2020 (act. II 88) 
stützt sich in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf das polydisziplinä-

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re MEDAS-Gutachten der Dres. med. E.________, Facharzt für Neurolo-
gie, F.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, G.________, 
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und Dipl.-Psych. H.________, 
Fachpsychologin für Neuropsychologie, vom 12. Juli 2019 (act. II 75.2 
[Konsensbeurteilung], 75.3-75.8). Dem Gutachten sind als Diagnosen mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine leichte bis mittelgradig schwere 
kognitive Störung bei anamnestisch perinataler Asphyxie/Hirnschädigung 
und Neuroborreliose (antibiotisch behandelt bis 5. Dezember 2017), eine 
rezidivierende depressive Störung gegenwärtig remittiert unter medika-
mentöser Behandlung und psychiatrischer Begleitung (ICD-10: F33.1) und 
der Verdacht auf eine Post-Treatment Lyme-Disease mit leichten bis mittel-
schweren neurokognitiven Einschränkungen und einer Fatigue-
Symptomatik (ICD-10: F07.9 nach A69.2) zu entnehmen. Als Diagnose 
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurde eine Intelligenzleistung am 
Rande der Norm (ICD-10: F74.0) festgehalten (act. II 75.2/5 Ziff. 4.2). 

In der angestammten Tätigkeit als … in einem … bestehe seit November 
2017 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (act. II 75.2/6 f. Ziff. 4.7). Eine 
leidensangepasste Tätigkeit sollte einfach und leicht erlernbar sein, mehr 
vorgegebenen und repetitiven Abläufen folgen, ohne eigenverantwortliche 
Entscheidungen erbracht werden können, nicht mit Zeitdruck oder beson-
deren Gefährdungen verbunden sowie ohne die Notwendigkeit einer stän-
digen Überwachungsfunktion sein. Ebenso sollten Tätigkeiten mit höherem 
Kommunikationsbedarf nicht zugemutet werden. In einer solchen ange-
passten Tätigkeit bestehe ab November 2017 bei einer vollschichtigen Prä-
senz eine Leistungsminderung von 40 % wegen einer Verminderung der 
Arbeitsabläufe und vermehrten Ruhepausen, entsprechend einer Arbeits-
fähigkeit von 60 %. Eine Minderung der sozialen Kompetenz oder Integrati-
onsfähigkeit bestehe dabei nicht (act. II 75.2/7 Ziff. 4.8). 

3.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-

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schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 
2019 IV Nr. 40 S. 128 E. 3, 2018 IV Nr. 27 S. 87 E. 4.2.2).

3.3 Das MEDAS-Gutachten vom 12. Juli 2019 (act. II 75.2) erfüllt die 
von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert eines me-
dizinischen Gutachtens gestellten Anforderungen, weshalb ihm volle Be-
weiskraft zukommt (vgl. E. 3.2 hiervor). Die darin enthaltenen Ausführun-
gen und Feststellungen beruhen auf eingehenden fachärztlichen Abklärun-
gen und sind in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) sowie unter Berück-
sichtigung der geklagten Einschränkungen getroffen worden. Gestützt dar-
auf haben die Gutachter die medizinischen Zusammenhänge einleuchtend 
und die daraus gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand 
sowie zur medizinisch-theoretisch zumutbaren Arbeitsfähigkeit nachvoll-
ziehbar begründet dargestellt. Die Ergebnisse der neuropsychologischen 
Untersuchung (act. II 75.7) wurden sodann vom psychiatrischen Gutachter 
im Rahmen einer ganzheitlichen versicherungsmedizinischen Beurteilung 
gewürdigt (vgl. act. II 75.5/5 ff.). Ferner setzte sich der psychiatrische Gut-
achter nachvollziehbar und schlüssig begründet mit den sog. Standardindi-
katoren gemäss BGE 141 V 281 auseinander (vgl. act. II 75.5/8 ff.; siehe 
ferner act. II 75.2/5 ff.), weshalb auch in dieser Hinsicht die gutachterliche 
Folgenabschätzung nicht anzuzweifeln ist. Die Beschwerdegegnerin hat 
damit zu Recht auf das MEDAS-Gutachten abgestellt, was von der Be-
schwerdeführerin auch nicht bestritten wird (vgl. Beschwerde S. 7). 

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Gestützt auf das beweiskräftige MEDAS-Gutachten vom 12. Juli 2019 
(act. II 75.2) ist die Beschwerdeführerin ab November 2017 in der vormals 
ausgeübten Tätigkeit als … in einem … nicht mehr arbeitsfähig. In einer 
leidensangepassten Tätigkeit besteht demgegenüber bei ganztägiger Prä-
senz und einer Leistungsminderung von 40 % eine Arbeitsfähigkeit von 
60 % (vgl. act. II 75.2/6 f. Ziff. 4.7 f.). 

3.4 Entgegen der von der Beschwerdeführerin vertretenen Auffassung 
(Beschwerde, S. 5 f. Ziff. 7) beschränkt die gutachterlich attestierte Arbeits-
fähigkeit sie nicht auf geschützte Arbeitsplätze, zumal das gutachterliche 
Belastungsprofil – in Kenntnis der durchgeführten beruflichen Massnahmen 
(vgl. act. II 75.6/8 f.) und insbesondere auch unter Berücksichtigung der 
bestehenden sprachlichen Auffälligkeiten (vgl. act. II 75.2/7 Ziff. 4.8, 75.5/4 
Ziff. 4.2) – keine derartigen Einschränkungen formulierte. Unter diesen 
Umständen bietet das Gutachten keine Grundlage für die Annahme einer 
ausnahmsweisen Unzumutbarkeit der Realisierung der Restarbeitsfähigkeit 
auf dem hier massgeblichen ausgeglichenen Arbeitsmarkt. Dieser umfasst 
auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, 
bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten 
des Arbeitgebers rechnen können. Zudem ist auch darauf hinzuweisen, 
dass nach höchstrichterlicher Rechtsprechung an die Konkretisierung von 
Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten keine übermässigen Anfor-
derungen zu stellen sind (BGE 138 V 457 E. 3.1 S. 459; SVR 2019 IV Nr. 
21 S. 66 E. 4.2). Die hiervon abweichende Einschätzung der Eingliede-
rungsfachperson der Beschwerdegegnerin (vgl. dazu Protokoll [in den Ge-
richtsakten] S. 6 f.) vermag daran nichts zu ändern, da sie sich nicht auf 
den hypothetischen ausgeglichenen, sondern den konkreten Arbeitsmarkt 
bezog. Die Beurteilung der zumutbaren Tätigkeit bzw. Arbeitsleistung ist 
hingegen nach Massgabe der objektivierbaren gesundheitlichen Ein-
schränkungen von Ärzten vorzunehmen und nicht durch die Eingliede-
rungsfachleute auf der Grundlage der von ihnen beobachteten subjektiven 
Arbeitsleistung (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 22. Oktober 
2019, 8C_370/2019, E. 3). Die Beschwerdegegnerin ging daher zu Recht 
von der Verwertbarkeit der medizinisch-theoretischen Restarbeitsfähigkeit 
aus.

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4.

4.1 Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom 
18. Februar 2020 (act. II 88) gestützt auf die Beurteilung im Abklärungsbe-
richt Haushalt/Erwerb vom 28. November 2019 (act. II 78) sowie die Stel-
lungnahme des Bereichs Abklärungen vom 14. Februar 2020 (act. II 87) 
von der Anwendung der gemischten Methode (vgl. E. 2.3.3 hiervor) und 
einem Status von 85 % Erwerbstätigkeit (80 % Haupterwerbstätigkeit und 
5 % …) sowie 15 % Aufgabenbereich aus. Die Beschwerdeführerin macht 
demgegenüber geltend, dass sie im Gesundheitsfall als Vollerwerbstätige 
beschäftigt wäre, namentlich aus finanziellen Gründen. Dabei wäre sie 
gemäss ihrer Darstellung zu mindestens 90 % ausserhäuslich und zu 5 % 
in der … tätig (Beschwerde, S. 4 Ziff. 3).

Erstellt und zwischen den Parteien unbestritten ist, dass die Beschwerde-
führerin in einem 5 %-Pensum in der ... tätig war respektive nach wie vor ist 
(act. II 78/4; Beschwerde, S. 4 Ziff. 3). Zu klären bleibt einzig der prozentu-
ale Erwerbsanteil der Hauptbeschäftigung, das heisst der vormaligen Be-
schäftigung als ….

4.2 Die letzte Arbeitsstelle der Beschwerdeführerin bei der J.________ 
GmbH in einem 60 %-Pensum (25.2 / 42 x 100 [act. II 22/2 Ziff. 2.3]) dauer-
te lediglich vom 8. September bis 2. Oktober 2017 und wurde von der Ar-
beitgeberin gekündigt, weil die praktischen Fähigkeiten der Beschwerde-
führerin für die Stelle nicht gereicht hätten (act. II 22/1 Ziff. 2.1). Entspre-
chend lässt sich hieraus nichts auf das durchschnittliche Erwerbspensum 
der Hauptbeschäftigung vor Eintritt des Gesundheitsschadens ableiten. 

Ein Arbeitgeberbericht betreffend die vorherige langjährige Anstellung als 
… im I.________ in … (vgl. act. II 14/2) existiert nicht. Dieses Arbeitsver-
hältnis wurde von der Arbeitgeberin infolge Betriebsaufgabe per 31. Januar 
2017 gekündigt (vgl. act. III pag. 196). Gegenüber den behandelnden Ärz-
ten gab die Beschwerdeführerin nach Einreichung der IV-Anmeldung an, 
das Arbeitspensum habe 80-100 % betragen (vgl. act. II 26/6 Ziff. 3.2, 30/4 
Ziff. 3.2). Im Rahmen der Begutachtung gab die Beschwerdeführerin an, 
sie habe immer in der … in einem Pensum von 90-100 % gearbeitet (act. II 
75.4/3 Ziff. 3.2.6). Damit übereinstimmend erklärte die Beschwerdeführerin 

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anlässlich der Abklärung an Ort und Stelle, sie würde ohne gesundheitliche 
Einschränkung zwischen 80 % und 100 % arbeiten bzw. dies aus finanziel-
len Gründen müssen (act. II 78/4 Ziff. 3.3). Soweit die Beschwerdeführerin 
daraus einen Status als zu 100% Erwerbstätige ableiten will, kann ihr nicht 
gefolgt werden. Auch unter Berücksichtigung der von der Beschwerdefüh-
rerin angeführten (vgl. Beschwerde, S. 4 Ziff. 3) jedoch nicht absolut gel-
tenden Beweismaxime der sog. „Aussage der ersten Stunde“ (vgl. dazu 
BGE 143 V 168 E. 5.2.2 S. 174, 121 V 45 E. 2a S. 47) ist zunächst festzu-
halten, dass selbst diese nach der IV-Anmeldung gemachten Angaben 
nicht eine vollschichte Erwerbstätigkeit implizieren. Aus den amtlichen Ak-
ten der Arbeitslosenversicherung (act. III) ergibt sich vielmehr, dass die 
Beschwerdeführerin in der eigenhändig ausgefüllten und unterzeichneten 
Anmeldung zur Arbeitsvermittlung vom 23. Dezember 2016 und damit vor 
Eintritt des Gesundheitsschadens (vgl. E. 3.3 hiervor) einen Wunschbe-
schäftigungsgrad von 80 % angegeben hatte, während sie das Pensum der 
letzten Arbeitsstelle mit 90-100 % bezifferte (act. III pag. 198 f.). Ein derar-
tiges zeitliches Pensum hat die Beschwerdeführerin indessen in der letzten 
langjährigen Anstellung entgegen ihrer Annahme nicht ausgeübt, wie aus 
den bei der Arbeitslosenkasse vorhandenen, lückenlosen Lohnabrechnun-
gen der Jahre 2015 und 2016 hervorgeht. Darin wurden Arbeitsstunden in 
sehr unterschiedlichem Ausmass je Monat angegeben, wobei die ausge-
wiesenen rund 1'616.5 Jahresstunden pro 2016 (vgl. act. III pag. 172-183) 
gemessen an einem betrieblichen Vollzeitpensum mit 1'974 Jahresstunden 
(42 Wochenstunden x 47 Arbeitswochen [vgl. act. III pag. 170 Ziff. 5 mit 
Verweis auf Art. 15 und 17 des allgemeinverbindlichen Landes-
Gesamtarbeitsvertrags des Gastgewerbes {nachfolgend: L-GAV}; abrufbar: 
<https://l-gav.ch>) einem Erwerbspensum von knapp 82 % (1'616.5 / 1'974 
x 100) entsprechen. Nicht entscheidend ist dabei, dass die Beschwerdefüh-
rerin in einzelnen Monaten mehr als ein 80 %-Pensum absolvierte (vgl. 
Beschwerde, S. 4 Ziff. 3; vgl. auch act. II 87/3). Die Statusfestlegung durch 
die Abklärungsperson der Beschwerdegegnerin ist damit nicht zu bean-
standen, weshalb nicht in das Ermessen der fachlich kompetenten Ab-
klärungsperson einzugreifen ist (vgl. BGE 140 V 543 E. 3.2.1 S. 547, 130 V 
61 E. 6.2 S. 63; SVR 2018 IV Nr. 69 S. 224 E. 3.2).

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Folglich ist ein Erwerbspensum von 80 % in der Haupterwerbstätigkeit er-
stellt respektive unter Hinzurechnung der mit einem 5 %-Pensum bewerte-
ten … gesamthaft von einem Status von 85 % Erwerbstätigkeit auszuge-
hen. Der hierzu komplementäre Aufgabenbereich ist folglich auf 15 % fest-
zulegen (vgl. E. 2.3.2 hiervor) und die Invaliditätsbemessung anhand der 
gemischten Methode (vgl. E. 2.3. hiervor) vorzunehmen.

5.

5.1 Zunächst sind die Auswirkungen des Gesundheitsschadens im er-
werblichen Bereich zu prüfen. Dabei sind die Einschränkungen nach der 
allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs zu bestimmen (vgl. 
E. 2.3.3 hiervor).

Die Anmeldung zum Bezug von IV-Leistungen erfolgte im März 2018 
(act. II 1), womit unter Berücksichtigung der sechsmonatigen Karenzfrist 
gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG ein Rentenanspruch erst ab September 2018 
bestehen kann, mithin nach der Einführung des neuen Berechnungsmo-
dells für die Invaliditätsbemessung Teilerwerbstätiger mit Aufgabenbereich 
per 1. Januar 2018 (AS 2017 7581; siehe auch IV-Rundschreiben Nr. 372 
des Bundesamtes für Sozialversicherungen [BSV] vom 9. Januar 2018). 
Zufolge der ab November 2017 aufgehobenen Arbeitsfähigkeit in der ange-
stammten Tätigkeit als … in einem … (act. II 75.2/6 f. Ziff. 4.7) liegt der 
frühestmögliche Rentenbeginn nach Ablauf des Wartejahres (Art. 28 Abs. 1 
lit. b IVG) am 1. November 2018. Auf diesen Zeitpunkt ist der Einkom-
mensvergleich durchzuführen.

5.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1). Nicht massgebend ist, was 
sie bestenfalls verdienen könnte (BGE 135 V 58 E. 3.1 S. 59, 131 V 51 
E. 5.1.2 S. 53).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Juli 2020, IV/20/243, Seite 13

Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitli-
che Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinreichend genau 
beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte gemäss Tabellenlohn 
nach den vom Bundesamt für Statistik (BfS) herausgegebenen Lohnstruk-
turerhebungen (LSE) abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Inva-
liditätsbemessung nur unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im 
Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren 
abgestellt werden (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110; Entscheid des Eidgenös-
sischen Versicherungsgerichts [EVG; heute: BGer] vom 30. Oktober 2002, 
I 517/02, E. 1.2).

5.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss LSE herangezogen wer-
den (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2019 IV Nr. 28 S. 88 E. 5.1.3). 
Wird auf Tabellenlöhne abgestellt, sind grundsätzlich immer die im Zeit-
punkt des angefochtenen Verwaltungsaktes aktuellsten statistischen Daten 
zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 2.3 S. 297; Entscheid des BGer vom 
27. November 2019, 8C_64/2019, E. 6.2.1). Da den Tabellenlöhnen gene-
rell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu Grunde liegt, ist eine Um-
rechnung auf eine betriebsübliche durchschnittliche Wochenarbeitszeit er-
forderlich (BGE 126 V 75 E. 3b bb S. 76).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Juli 2020, IV/20/243, Seite 14

schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 
297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 
E. 3.3). Zu beachten ist, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medi-
zinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen 
nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen 
und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen 
dürfen (SVR 2018 IV Nr. 45 S. 145 E. 2.2).

5.2

5.2.1 Hinsichtlich des Valideneinkommens ist festzustellen, dass die Be-
schwerdeführerin ihre vormalige, langjährige Stelle als … im I.________ in 
… infolge Betriebsaufgabe und damit aus invaliditätsfremden Gründen per 
31. Januar 2017 verloren hat (vgl. act. II 14/2; act. III pag. 196) und eine 
spätere Stelle bei der J.________ GmbH mangels hinreichenden prakti-
schen Fähigkeiten bereits in der Probezeit von der Arbeitgeberin per 2. Ok-
tober 2017 gekündigt wurde (act. II 22/1 Ziff. 2.1). Damit bestand zum Zeit-
punkt des Eintritts des Gesundheitsschadens keine Beschäftigung (vgl. 
act. II 78/3 f. Ziff. 3.2 f.), weshalb das Valideneinkommen gestützt auf die 
LSE-Tabellenlöhne im Bereich … zu ermitteln ist (vgl. E. 5.1.1 hiervor). 
Massgebend ist dabei die LSE 2016, weil die TA1 der LSE 2018 erst am 
21. April 2020 veröffentlicht wurde und damit zwar grundsätzlich aktueller 
wäre, jedoch im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung (18. Februar 
2020) folglich noch nicht bekannt war und deshalb gemäss höchstrichterli-
cher Rechtsprechung trotz freier Kognition auch vom kantonalen Gericht 
unberücksichtigt zu bleiben hat (vgl. BGE 143 V 295 E. 4.1.2 und 4.1.3 S. 
299 f.; Entscheid des BGer vom 18. Dezember 2019, 8C_534/2019, E. 
4.4). Dies ist zwischen den Parteien – mit Ausnahme das massgebenden 
Kompetenzniveaus – zu Recht unbestritten (vgl. act. II 78/6 Ziff. 5.2, 87/3; 
Beschwerde, S. 4 Ziff. 4). 

Die Beschwerdeführerin verfügt über einen Schulabschluss auf der vorma-
ligen (tiefsten) Sekundarstufe C. Eine Berufsausbildung absolvierte sie 
nicht, sondern arbeitete ungelernt praktisch ausschliesslich als … (vgl. 
act. II 1/5 Ziff. 5.2 f.; 13/1, 14/2). Den Akten sind keine in dieser Zeit absol-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Juli 2020, IV/20/243, Seite 15

vierten Aus- oder Weiterbildungen zu entnehmen. Mit Blick auf die geltend 
gemachte langjährige Berufserfahrung (Beschwerde, S. 4 f. Ziff. 4) besteht 
zwar die Möglichkeit, dass eine versicherte Person ohne (qualifizierte) Be-
rufsausbildung, aber mit in langjähriger praktischer Tätigkeit erworbenem 
handwerklichen Geschick grundsätzlich in einem höheren Kompetenzni-
veau eingestuft werden kann. Allerdings hat das Bundesgericht hierzu wie-
derholt festgehalten, dass eine mehrjährige Berufserfahrung zwar nicht 
ausser Acht zu lassen sei, heutzutage indessen in den meisten Berufsspar-
ten ein Abschluss oder zumindest (formalisierte) Aus- und Weiterbildungen 
verlangt würden, deren Fehlen wiederum gegen eine höhere Einstufung 
spreche (Entscheid des BGer vom 21. Dezember 2016, 8C_728/2016, 
E. 3.3 mit Hinweisen). Alleine gestützt auf die mehrjährige Berufserfahrung 
rechtfertigt sich daher eine Einstufung der ungelernten Beschwerdeführerin 
in das Kompetenzniveau 2 nicht, sondern es ist praxisgemäss das allge-
meine Kompetenzniveau 1 heranzuziehen (vgl. auch MEYER/REICHMUTH, 
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bun-
desgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 3. Aufl. 2014, Art. 28a 
N. 58). Es trifft zwar zu, dass die Beschwerdeführerin im Jahr 2016 aus der 
…-Tätigkeit in einem rund 80 %-Pensum ein Einkommen von Fr. 43'504.-- 
erzielte, was höher ist als die massgebenden Mindestlöhne für unqualifi-
zierte Mitarbeiter gemäss Art. 10 L-GAV und eher im Bereich des lohnsta-
tistischen Kompetenzniveaus 2, entsprechend Fr. 42'708.-- (Fr. 4'197.-- 
[BfS, LSE 2016, Monatlicher Bruttolohn {Zentralwert} nach Wirtschafts-
zweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, privater Sektor, 
TA1_tirage_skill_level, Ziff. 55-56 Gastgewerbe/Beherbergung 
u. Gastronomie, Kompetenzniveau 2, Frauen] x 12 / 40 x 42.4 [BfS, Be-
triebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen {NOGA 2008}, in 
Stunden pro Woche, Ziff. 55-56 Gastgewerbe/Beherbergung und Gastro-
nomie, 2016] x 0.8) lag. Hierbei ist indessen zu beachten, dass es sich um 
ein langjähriges Arbeitsverhältnis handelte, weshalb das höhere Einkom-
men mitunter auf diesen Umstand zurückzuführen ist. Diese Anstellung 
verlor sie aus invaliditätsfremden Gründen. Die Annahme der Beschwerde-
gegnerin, dass die Beschwerdeführerin auf dem Arbeitsmarkt aufgrund 
ihres Fähigkeitsprofils nicht mehr an das entsprechende vormalige Ein-
kommen hätte anknüpfen können, wird auch dadurch unterstützt, dass sie 
nach Beendigung der langjährigen Beschäftigung als … ihre spätere An-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Juli 2020, IV/20/243, Seite 16

stellung als … mangels hinreichenden praktischen Fähigkeiten in der Pro-
bezeit wieder verlor (act. II 22/1 Ziff. 2.1; act. III pag. 78). Die Beschwerde-
führerin verfügt demnach trotz der vorhandenen Berufserfahrung nicht über 
die erforderlichen besonderen praktischen Fähigkeiten, welche die Einstu-
fung in einem höheren Kompetenzniveau zu rechtfertigen vermöchten. Für 
die lohnstatistische Ermittlung des Valideneinkommens in der Hauptbe-
schäftigung ist folglich auf das Kompetenzniveau 1 abzustellen.

Nachdem die Beschwerdeführerin unbestrittenermassen (vgl. E. 4.1 hier-
vor; act. II 78/4; Beschwerde, S. 4 Ziff. 3) die Beschäftigung in der … in 
einem 5 %-Pensum weiterhin ausübt und hierfür den langjährigen Brutto-
lohn von Fr. 4'126.-- (vgl. Lohnausweis pro 2018 in Sammelbeilage act. IA) 
erhält, sind für das Valideneinkommen der 80%ige Erwerbsanteil in der … 
und das für die … erzielte Erwerbseinkommen zu addieren und anschlies-
send dieses in einem 85 %-Erwerbspensum (vgl. E. 4.2 in fine) erzielte 
Einkommen auf ein Vollzeitpensum hochzurechnen (vgl. Art. 27bis Abs. 3 
lit. a IVV; siehe ferner SVR 2018 UV Nr. 12 S. 40 E. 4.5; Entscheid des 
BGer vom 3. Juli 3008, 9C_45/2008, E. 4.2). Für den Erwerbsanteil in der 
… ergibt sich gestützt auf das massgebende monatliche Bruttoeinkommen 
von Fr. 3'900.-- (BfS, LSE 2016, Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach 
Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, privater Sektor, 
TA1_tirage_skill_level, Ziff. 55-56 Gastgewerbe/Beherbergung und Gastro-
nomie, Kompetenzniveau 1, Frauen), unter Berücksichtigung der betriebs-
üblichen Normalarbeitszeit von 42.4 Stunden (BfS, Betriebsübliche Arbeits-
zeit nach Wirtschaftsabteilungen [NOGA 2008], in Stunden pro Woche, 
Ziff. 55-56 Gastgewerbe/Beherbergung und Gastronomie, 2018) und inde-
xiert auf das Jahr 2018 (BfS, T1.2.15 Nominallohnindex, Frauen 2016-
2018, Ziff. 55-56 Beherbergung und Gastronomie: 100.9 [2016], 101.7 
[2018]) in einem 80 %-Pensum ein Einkommen von Fr. 40'001.-- 
(Fr. 3'900.-- x 12 / 40.0 x 42.4 / 100.9 x 101.7 x 0.80). Unter Einbezug des 
…-Einkommens von Fr. 4'126.-- resultiert ein Gesamteinkommen von 
Fr. 44'127.-- in einem Erwerbspensum von 85 %. Hochgerechnet auf ein 
Vollpensum (vgl. E. 2.3.3 hiervor) resultiert ein Valideneinkommen von 
Fr. 51'914.-- (Fr. 44'127.-- / 85 x 100).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Juli 2020, IV/20/243, Seite 17

5.2.2 Da die Beschwerdeführerin – mit Ausnahme der … – keiner ausser-
häuslichen Erwerbstätigkeit mehr nachgeht (vgl. act. II 78/3 f. Ziff. 3.2), ist 
das Invalideneinkommen praxisgemäss gestützt auf die LSE-Tabellenlöhne 
zu ermitteln, zumal – wie bereits erwähnt (vgl. E. 3.4 hiervor) – keine Be-
schränkung der Restarbeitsfähigkeit auf geschützte Arbeitsplätze besteht. 
Ausgehend vom gutachterlichen Zumutbarkeitsprofil (vgl. act. II 75.2/7 
Ziff. 4.8) ist auf den praxisgemäss anwendbaren Totalwert der allgemeinen 
LSE-Tabelle TA1 für Frauen (Entscheide des BGer vom 13. Juni 2018, 
8C_212/2018, E. 4.4.1, und vom 4. April 2018, 8C_684/2017, E. 5.3) im 
Kompetenzniveau 1 abzustellen, entsprechend monatlich Fr. 4'363.-- brutto 
(BfS, LSE 2016, Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschafts-
zweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, privater Sektor, 
TA1_tirage_skill_level, Kompetenzniveau 1, Frauen, Total). Unter Berück-
sichtigung der wöchentlichen Normalarbeitszeit von 41.7 Stunden (BfS, 
Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Total, 2018) und 
der Indexierung auf das Jahr 2018 (BfS, T1.2.15 Nominallohnindex, Frauen 
2016-2018, Total: 100.8 [2016], 101.7 [2018]) sowie angepasst an die me-
dizinisch-theoretisch zumutbare Arbeitsfähigkeit von 60 % (vgl. E. 3.4 hier-
vor) ergibt sich ein Invalideneinkommen von Fr. 33’041.-- (Fr. 4'363.-- x 12 
/ 40.0 x 41.7 / 100.8 x 101.7 x 0.6). Hierbei kann offenbleiben, ob der Lohn 
für die von der Beschwerdeführerin (zumindest teilweise) nach wie vor 
ausgeübte … (vgl. act. II 78/4 Ziff. 3.2) beim Invalideneinkommen miteinzu-
beziehen wäre, denn der entsprechende Lohn von Fr. 4'126.-- für das 5 %-
Pensum liegt im Vergleich deutlich höher als das LSE-Einkommen und 
würde daher höchstens zu einer Erhöhung des Invalideneinkommens und 
damit einem geringeren IV-Grad führen. 

Die Beschwerdegegnerin gewährte einen Abzug vom Tabellenlohn von 
10 % (act. II 78/6 Ziff. 5.2) mit der Begründung, damit werde dem Umstand 
Rechnung getragen, dass die Beschwerdeführerin keine eigenverantwortli-
chen Entscheidungen treffen und keine Arbeiten ausführen könne, die mit 
Zeitdruck verbunden seien (act. II 87/5). Ob dieser Abzug gerechtfertigt ist, 
kann insoweit offenbleiben, als ihm keine anspruchsentscheidende Bedeu-
tung zukommt und für einen geltend gemachten höheren behinderungs- 
bzw. leidensbedingten Abzug kein Raum bleibt. Einerseits wurde den Ein-
schränkungen mit der um 40 % verminderten Leistungsfähigkeit im Rah-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Juli 2020, IV/20/243, Seite 18

men des gutachterlichen Zumutbarkeitsprofils (vgl. E. 3.1 hiervor; act. II 
75.2/7 Ziff. 4.8) hinreichend Rechnung getragen und andererseits sind kei-
ne weiteren Faktoren ersichtlich, die zu einer (zusätzlichen) Einkommens-
einbusse führen könnten. Insbesondere ist gemäss bundesgerichtlicher 
Rechtsprechung bei teilzeitlich tätigen Frauen unter dem Titel Beschäfti-
gungsgrad kein leidensbedingter Abzug vorzunehmen (Entscheid des BGer 
vom 11. Juli 2019, 8C_210/2019, E. 7.2), was vorliegend umso mehr zu 
gelten hat, weil die Beschwerdeführerin grundsätzlich vollzeitlich arbeits-
fähig und gesundheitlich bedingt lediglich reduziert leistungsfähig ist (Ent-
scheid des BGer vom 30. September 2019, 8C_219/2019, E. 5.2) und sich 
das zumutbare 60 %-Pensum im Vergleich zu einem Vollzeitpensum nicht 
lohnmindernd auswirkt (vgl. BfS, Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach 
Beschäftigungsgrad, beruflicher Stellung und Geschlecht, T18, Privater und 
öffentlicher Sektor, Frauen, ohne Kaderfunktion). Weitere Umstände, na-
mentlich Alter oder Dienstjahre, sind schliesslich nicht zu beachten, da sie 
als invaliditätsfremde Gesichtspunkte auch bei der Festsetzung des – 
ebenfalls statistisch erhobenen – Valideneinkommens zu berücksichtigen 
wären (Entscheid des BGer vom 19. Januar 2009, 8C_42/2008, E. 5). Da-
mit hat es im besten Fall zu Gunsten der Beschwerdeführerin mit dem von 
der Beschwerdegegnerin gewährten Abzug von 10 % sein Bewenden. Das 
Invalideneinkommen ist in der Folge auf Fr. 29'736.-- (Fr. 33’041.-- x 0.9) 
festzulegen.

5.2.3 Aus der Gegenüberstellung der Vergleichseinkommen resultiert per 
1. November 2018 (vgl. E. 5.1 hiervor) eine Einkommenseinbusse von 
Fr. 22’178.-- (Fr. 51'914.-- ./. Fr. 29'736.--), entsprechend einer erwerbli-
chen Einschränkung von 42.72 % (Fr. 21’896.-- / Fr. 51’914.-- x 100). Unter 
Berücksichtigung der Gewichtung der prozentualen Erwerbseinbusse an-
hand des Beschäftigungsgrades im Gesundheitsfall (Art. 27bis Abs. 3 lit. b 
IVV) beträgt der gewichtete erwerbliche Invaliditätsgrad 36.31 % (42.72 % 
x 0.85 [Erwerbspensum bzw. Status]).

6.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Juli 2020, IV/20/243, Seite 19

Im Folgenden sind die Einschränkungen im Bereich Haushalt zu prüfen 
(vgl. E. 2.3.2 f. hiervor).

6.1 Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts sind verschiedene 
Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer 
qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und räumli-
chen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge-
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Anga-
ben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Mei-
nungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext 
schliesslich muss plausibel begründet und bezüglich der einzelnen Ein-
schränkungen angemessen detailliert sein und in Übereinstimmung mit den 
an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Ab-
klärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift in das Ermessen der 
die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein-
schätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die 
fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist 
als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 140 V 543 E. 3.2.1 
S. 547, 130 V 61 E. 6.2 S. 63; SVR 2018 IV Nr. 69 S. 224 E. 3.2).

6.2 Der Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 28. November 2019 
(act. II 78) erfüllt die voranstehend dargelegten Anforderungen der Recht-
sprechung (E. 6.1) und überzeugt. Die Feststellungen der fachkundigen 
Abklärungsperson basieren auf eigenen, vor Ort und in Anwesenheit der 
Beschwerdeführerin durchgeführten Erhebungen (act. II 78/2) und erfolgten 
in Kenntnis sowie unter Berücksichtigung der im MEDAS-Gutachten vom 
12. Juli 2019 (act. II 75.2) beschriebenen gesundheitsbedingten Einschrän-
kungen respektive des Zumutbarkeitsprofils (act. II 75.2/7 Ziff. 4.8). Der 
Abklärungsbericht ist zudem hinsichtlich der Gewichtung der Tätigkeitsbe-
reiche ausreichend detailliert und den Einschränkungen sowie Angaben der 
Beschwerdeführerin wurde angemessen Rechnung getragen. Damit be-
steht insgesamt kein Anlass, in das Ermessen der Abklärungsperson ein-
zugreifen. Folglich ist die Beschwerdeführerin im Bereich Haushalt zu 
4.1 % eingeschränkt (act. II 78/10 Ziff. 7.2 „Gesamttotal“), was – ausge-
hend von einem Status von 15 % Aufgabenbereich (vgl. E. 4.2 in fine hier-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Juli 2020, IV/20/243, Seite 20

vor) – einer gewichteten Einschränkung von rund 0.62 % (4.1 % x 0.15 
[Status]) entspricht.

7.

Zusammenfassend ergibt sich in Anwendung der gemischten Methode (vgl. 
E. 2.3 hiervor), bei einem Status von 85 % Erwerb und 15 % Aufgabenbe-
reich (vgl. E. 4.2 hiervor), unter Berücksichtigung einer erwerblichen Ein-
schränkung von 36.31 % (vgl. E. 5.2.3 hiervor) und einer Einschränkung im 
Aufgabenbereich von 0.62 % (vgl. E. 6.2 hiervor) per November 2018 ein 
rentenausschliessender (Art. 28 Abs. 2 IVG) Invaliditätsgrad von rund 37 % 
(36.93 %; zur Rundungspraxis vgl. BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123). 
Dementsprechend verneinte die Beschwerdegegnerin mit der angefochte-
nen Verfügung vom 18. Februar 2020 (act. II 88) den Rentenanspruch zu 
Recht. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.

8.

8.1 Die Beschwerdeführerin beantragt die Bewilligung der unentgeltli-
chen Rechtspflege, unter Beiordnung von Rechtsanwalt C.________ als 
amtlicher Anwalt (Beschwerde, S. 2 Rechtsbegehren Ziff. 3).

8.2 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-
gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1).

8.3 Die prozessuale Bedürftigkeit ist aufgrund der gemachten Angaben 
sowie der eingereichten Unterlagen (Akten der Beschwerdeführerin 
[act. I] 2) erstellt. Namentlich geht daraus hervor, dass die Beschwerdefüh-
rerin über keine (Gesundheits-)Rechtsschutzversicherung ihrer Kranken-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Juli 2020, IV/20/243, Seite 21

kasse verfügt und gemäss der schriftlichen Bestätigung des Sozialdienstes 
K.________ vom 17. März 2020 von der Sozialhilfe unterstützt wird. Die 
Beschwerde ist sodann nicht als von vornherein aussichtslos zu qualifizie-
ren und für das Verfahren erscheint der Beizug einer anwaltlichen Vertre-
tung angezeigt. Demnach ist antragsgemäss für das vorliegende Verfahren 
die unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung von Rechtsanwalt 
C.________ als amtlicher Anwalt zu bewilligen.

9.

9.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens 
hat die unterliegende Beschwerdeführerin die Verfahrenskosten, gerichtlich 
bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Aufgrund der 
gewährten unentgeltlichen Rechtspflege (vgl. E. 8.3 hiervor) wird sie – un-
ter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 der Schweizeri-
schen Zivilprozessordnung (ZPO; SR 272) – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit (Art. 113 VRPG).

9.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht gemäss Art. 1 Abs. 1 
IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG (Umkehrschluss) kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung.

9.3 Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 
2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwäl-
tinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem 
gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der 
Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung 
des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei-
chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Juli 2020, IV/20/243, Seite 22

Art. 1 der Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschädigung der 
amtlichen Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stun-
denansatz Fr. 200.--.

Gemäss der Praxis des Verwaltungsgerichts wird der Stundenansatz amtli-
cher Anwältinnen und Anwälte gemeinnützig tätiger Rechtsberatungsstellen 
unter Beachtung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (BGE 135 I 1 
E. 7.3 S. 3; SVR 2010 IV Nr. 3 S. 6 E. 5.4) auf Fr.130.-- festgesetzt. Dieser 
allgemeingültige pauschalisierte Stundenansatz wird im konkreten Fall mit 
dem gebotenen Aufwand multipliziert (vgl. Rundschreiben der Sozialversi-
cherungsrechtlichen Abteilung und der Abteilung für französischsprachige 
Geschäfte des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dezember 
2009, abrufbar unter www.justice.be.ch).

Das Honorar des amtlichen Anwaltes ist gestützt auf die insgesamt ange-
messene Honorarnote vom 9. Juni 2020 auf Fr. 1'254.70 (inkl. Auslagen 
und MWSt.) festzusetzen und nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils 
aus der Gerichtskasse zu vergüten. Vorbehalten bleibt die Nachzahlungs-
pflicht gemäss Art. 123 ZPO.

10.

Abschliessend ist festzuhalten, dass Anhaltspunkte dafür bestehen, dass 
die Beitragsabrechnung des Erwerbseinkommens für die … bzw. die Gut-
schreibung im Individuellen Konto der Beschwerdeführerin nicht ordnungs-
gemäss erfolgt sein könnte. Im IK-Auszug (act. II 10/4) wurde für das be-
sagte Beitragsjahr 2016 ein Einkommen von Fr. 3'600.-- ausgewiesen. 
Hierbei handelt es sich indessen um das Nettoeinkommen, während das 
Bruttoeinkommen gemäss dem Lohnausweis 2016 (act. III pag. 162) 
Fr. 4'131.-- betragen hat. Für die Jahre 2017 bis 2019 (Sammelbeilage 
act. IA) wird in den gerichtlich erhobenen Unterlagen jeweils ebenfalls ein 
Nettolohn von Fr. 3'600.-- bzw. ein rund Fr. 500.-- höherer Bruttolohn an-
gegeben, wobei mangels entsprechender Aktualität des bei den Akten be-
findlichen IK-Auszugs eine allfällige Abweichung bei der Beitragsabrech-
nung und ungenügende Gutschreibung im IK der Beschwerdeführerin nicht 
beurteilt werden kann. Diesbezüglich sind die massgebenden Aktenstücke 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Juli 2020, IV/20/243, Seite 23

der Ausgleichskasse des Kantons Bern (AKB) zuzustellen, damit diese die 
in ihre Zuständigkeit fallenden Abklärungen vornehmen kann. 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von 
Rechtsanwalt C.________ als amtlicher Anwalt wird gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Der Parteikostenersatz des amtlichen Anwalts wird in diesem Verfah-
ren auf Fr. 1'254.70 (inkl. Auslagen und MWSt.) festgesetzt und 
Rechtsanwalt C.________ nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils 
aus der Gerichtskasse vergütet. Vorbehalten bleibt die Nachzahlungs-
pflicht nach Art. 123 ZPO.

6. Die Lohnabrechnungen für das Jahr 2016 (act. III pag. 162) sowie für 
die Jahre 2017 bis 2019 (Auszüge aus Sammelbeilage act. IA) gehen 
im Sinne der E. 10 an die Ausgleichskasse des Kantons Bern.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Juli 2020, IV/20/243, Seite 24

7. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Mitteilung an:
- Ausgleichskasse des Kantons Bern (im Auszug: E. 10, Dispositiv-

Ziffer 6 und dort erwähnte Beilagen)

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.