# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 82e25673-5649-59ed-9fcb-9e2af8b99b3e
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-09-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.09.2008 C-3967/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-3967-2007_2008-09-08.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-3967/2007

{T 0/2}

U r t e i l  v o m  8 .  S e p t e m b e r  2 0 0 8  

Richterin Ruth Beutler (Vorsitz), Richter Bernard Vaudan, 
Richter Andreas Trommer, 
Gerichtsschreiberin Barbara Kradolfer.

A._______,
vertreten durch Advokat Dr. Nicolas Roulet,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-3967/2007

Sachverhalt:

A.
Der  Beschwerdeführer,  geboren  am  [...]  1970,  stammt  ursprünglich 
aus Nigeria und reiste am 1. März 1996 in die Schweiz ein. Gleichen-
tags  reichte  er  ein  Asylgesuch ein. Nach  seiner  Eheschliessung  mit 
einer im Jahre 1961 geborenen Schweizerin am 20. Mai 1997 erhielt 
er  eine  Aufenthaltsbewilligung  und  zog  das  Asylgesuch  am 22.  Mai 
1997 zurück.

B.
Am 9. Januar 2001 stellte der Beschwerdeführer ein Gesuch um er-
leichterte  Einbürgerung  gemäss  Art.  27  des  Bürgerrechtsgesetzes 
vom 29. September 1952 (BüG, SR 141.0). Im Rahmen des Einbürge-
rungsverfahrens  unterzeichneten  er  und  seine  Ehefrau  am  3.  Juni 
2002 gemeinsam eine Erklärung,  wonach sie  in  einer  tatsächlichen, 
ungetrennten, stabilen ehelichen Gemeinschaft an derselben Adresse 
zusammenlebten und dass weder Trennungs- noch Scheidungsabsich-
ten bestünden. Gleichzeitig nahmen sie unterschriftlich zur Kenntnis, 
"dass die erleichterte Einbürgerung nicht  möglich ist,  wenn vor oder 
während des Einbürgerungsverfahrens einer der Ehegatten die Tren-
nung oder Scheidung beantragt hat oder keine tatsächliche eheliche 
Gemeinschaft  mehr besteht". Ebenfalls bestätigten sie ihre Kenntnis-
nahme davon, dass die Verheimlichung solcher Umstände zur Nichtig-
erklärung der Einbürgerung führen könne. Am 12. Juni 2002 erhielt der 
Gesuchsteller  daraufhin durch erleichterte Einbürgerung gestützt  auf 
Art. 27 BüG das Schweizer Bürgerrecht.

C.
Im Mai 2003 trennten sich die Ehegatten und die Ehe wurde im gegen-
seitigen Einvernehmen am 25. Juli 2003 rechtskräftig geschieden. Am 
18. Februar  2004  heiratete  der  Beschwerdeführer  eine  Nigerianerin, 
mit der er ein gemeinsames Kind hat (geboren am 28. Januar 2003). In 
der  Folge  wurde  ein  Familiennachzugsgesuch  für  die  nigerianische 
Ehefrau und den gemeinsamen Sohn eingereicht.

D.
Diese Vorfälle bewogen das Bundesamt für Zuwanderung, Integration 
und Auswanderung (IMES, heute BFM, nachfolgend: Bundesamt oder 
Vorinstanz)  dazu,  ein  Verfahren  betreffend  Nichtigerklärung  der  er-
leichterten Einbürgerung zu eröffnen. 

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D.a Am 13. August 2004 forderte das Bundesamt den Beschwerdefüh-
rer in diesem Zusammenhang ein erstes Mal auf, binnen Monatsfrist 
zur Frage einer allfälligen Nichtigerklärung, zur Zeugung eines ausser-
ehelichen Kindes während der Ehe mit der schweizerischen Ehefrau, 
zur Scheidung von dieser sowie zur Eheschliessung mit der Nigeriane-
rin Stellung zu nehmen. Mit Schreiben vom 13. bzw. 25. Oktober 2004 
nahm der Rechtsvertreter Stellung. Er machte geltend, sein Mandant 
halte sich drei- bis viermal jährlich in Nigeria auf. Dabei sei es anläss-
lich eines Besuches im April/Mai 2002 zu einem "One-Night-Stand" mit 
der  späteren  nigerianischen  Ehefrau  gekommen,  die  daraufhin 
schwanger geworden sei,  ohne dass der Beschwerdeführer dies ge-
wollt habe. Die Ehe mit der Schweizerin sei zu diesem Zeitpunkt noch 
vollständig intakt  gewesen. Erst  nach der erleichterten Einbürgerung 
sei  es  in  der  Ehe  zu  einer  Krise  gekommen. Im Zentrum habe  der 
Wunsch der  damaligen Ehefrau nach einem gemeinsamen Kind ge-
standen. Der Beschwerdeführer sei dafür (noch) nicht bereit gewesen. 
Eine Schwangerschaft sei am 4. Oktober 2002 durch Abtreibung been-
det worden. Die aufgrund der Krise angestrengte Ehetherapie (vom 17. 
Oktober 2002 bis zum 7. Februar 2003) habe nicht zu einer Wiederver-
einigung  der  Ehegatten  geführt,  sondern  ihnen  erlaubt,  konfliktfrei 
auseinander zu gehen.

D.b Mit Schreiben vom 3. Februar 2006 lud das Bundesamt den Be-
schwerdeführer wiederum zur Stellungnahme ein. Am 30. März 2006 
führte der Rechtsvertreter namens seines Mandanten aus, die Annah-
me des Bundesamtes, die Ehe des Beschwerdeführers sei bereits am 
3. Juni 2002 nicht mehr stabil gewesen, treffe nicht zu. Zudem drückte 
er sein Erstaunen darüber aus, dass die damalige Ehefrau zu dieser 
Frage nicht angehört worden sei. Der Eingabe war ein Schreiben der 
früheren Ehefrau des Beschwerdeführers beigelegt, in dem diese be-
stätigte, dass die Ehe am 3. Juni 2002 noch intakt und stabil gewesen 
sei. Der Wendepunkt der Beziehung sei die Abtreibung am 4. Oktober 
2002 gewesen. 

D.c Am 3. Mai 2006 wurde die geschiedene Ehefrau des Beschwerde-
führers durch den kantonalen Bürgerrechtsdienst Basel-Stadt befragt. 
Das von der Befragung angefertigte Protokoll wurde dem Beschwerde-
führer am 26. Februar 2007 zur Stellungnahme übersandt. Mit Schrei-
ben vom 29. März  2007  liess  sich  der  Rechtsvertreter  dahingehend 
vernehmen, dass die Vorbringen beider Ehegatten betreffend den Zu-
stand der ehelichen Gemeinschaft am 3. Juni 2002 sowie die Gründe, 

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die zur Krise und schlussendlich zur Scheidung geführt hätten, über-
einstimmten. Zum Zeitpunkt der Erklärung am 3. Juni 2002 habe der 
Beschwerdeführer noch nichts von dem Kind in Nigeria gewusst und er 
habe nicht voraussehen können, wie sich die Ehe entwickeln würde. 
Der Beschwerdeführer  habe die Nigerianerin  geheiratet,  weil  er  sich 
vor  allem  für  das  gemeinsame  Kind  verantwortlich  gefühlt  habe. 
Zudem sei seine Familie von derjenigen der Nigerianerin unter Druck 
gesetzt  worden,  da eine Frau mit  einem Kind in Nigeria kaum mehr 
einen Lebenspartner bzw. Ernährer finden könne. 

E.
Am 11. April 2007 erteilte der Kanton Basel-Stadt als zuständiger Hei-
matkanton die Einwilligung gemäss Art. 41 BüG zur Nichtigerklärung 
der erleichterten Einbürgerung des Beschwerdeführers.

F.
Mit Verfügung vom 10. Mai 2007 erklärte das Bundesamt die erleich-
terte  Einbürgerung  des  Beschwerdeführers  für  nichtig.  Zur  Begrün-
dung wurde im Wesentlichen ausgeführt,  dass sich der Beschwerde-
führer ab März 2002 längere Zeit ohne seine damalige Ehefrau in Ni-
geria  aufgehalten  habe.  Während  dieses  Aufenthaltes  habe  er  mit 
seiner späteren nigerianischen Ehefrau das Kind gezeugt, welches am 
28. Januar 2003 geboren worden sei. Diese aussereheliche Beziehung 
noch vor der erleichterten Einbürgerung habe der Beschwerdeführer 
sowohl seiner Frau als auch den Einbürgerungsbehörden verheimlicht. 
Die schriftliche Erklärung, er lebe mit seiner Ehefrau in einer stabilen 
ehelichen Gemeinschaft, habe daher nicht der Wahrheit entsprochen. 
Der Beschwerdeführer habe sich die Einbürgerung durch unwahre An-
gaben erschlichen.

G.
Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer mit Rechtsmittel-
eingabe vom 11. Juni 2007 beim Bundesverwaltungsgericht Beschwer-
de. Er beantragt die vollumfängliche Aufhebung der Verfügung der Vor-
instanz. 

G.a Bezüglich des Sachverhaltes bringt der Rechtsvertreter folgende 
Ergänzung  an:  Die  Schwangerschaft  der  Nigerianerin  sei  vom  Be-
schwerdeführer  weder  geplant  noch  gewollt  gewesen.  Er  habe  zu-
nächst auch nichts davon erfahren. Erst nachdem er von seiner dama-
ligen Ehefrau über deren Schwangerschaft informiert worden sei, habe 
er  von  der  Schwangerschaft  der  Nigerianerin  erfahren.  Aufgrund  all 

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dieser  Umstände  sei  es  zu  einer  ernsthaften  Krise  in  der  Ehe 
gekommen. Es sei  die Ehefrau gewesen, die an der Ehe nicht mehr 
habe festhalten wollen. Nachdem sie im Januar 2003 einen Mann aus 
Togo kennen gelernt  habe, sei  ihr klar geworden, dass sie sich eine 
Zukunft  mit  dem Beschwerdeführer  nicht  mehr  vorstellen  könne. Sie 
habe daraufhin die Trennung/Scheidung vorangetrieben. Im Weiteren 
betont der Rechtsvertreter, der Beschwerdeführer habe die Nigeriane-
rin nur aus Verantwortung gegenüber dem gemeinsamen Kind gehei-
ratet. Sowohl seine Familie als auch diejenige der Frau hätten Druck 
auf ihn ausgeübt.

G.b Ferner  macht  der  Beschwerdeführer  geltend,  die  Schlussfolge-
rung der Vorinstanz sei unzutreffend, wonach die Erklärung der Ehe-
gatten vom 3. Juni 2002 bezüglich der ehelichen Gemeinschaft nicht 
der Wahrheit entsprochen habe. Die Ehegatten hätten zu diesem Zeit-
punkt  in  einer  ungetrennten  und stabilen  Ehe  gelebt. Darüber  seien 
sich die damaligen Ehegatten und auch die Referenzpersonen einig. 
Die Krise sei erst durch die Schwangerschaft der damaligen Ehefrau 
im August  2002 ausgelöst  worden. Zum Zeitpunkt der gemeinsamen 
Erklärung habe der  Beschwerdeführer  noch nichts  von der  Schwan-
gerschaft der Nigerianerin wissen können, da sie mit der Mitteilung bis 
nach der 14. Schwangerschaftswoche gewartet habe, so dass eine Ab-
treibung nicht mehr in Frage gekommen sei. Die Erklärung betreffend 
eheliche Gemeinschaft sei jedoch erfolgt, als die Nigerianerin sich in 
der vierten oder fünften Schwangerschaftswoche befunden habe und 
der  Beschwerdeführer  davon noch nichts  gewusst  haben konnte. Es 
fehle daher an der Grundlage für den Entzug des Schweizer Bürger-
rechtes.

H.
Mit  Vernehmlassung  vom  12.  September  2007  beantragt  die  Vorin-
stanz  die  Abweisung  der  Beschwerde. Aufgrund  der  Tatsache,  dass 
der  Beschwerdeführer  während der  Ehe mit  der  Schweizer Bürgerin 
ein aussereheliches Kind gezeugt habe, sei davon auszugehen, dass 
die eheliche Gemeinschaft bereits zum Zeitpunkt der erleichterten Ein-
bürgerung nicht mehr bestanden habe. Diesen, eine Ehe stark bela-
stenden  Umstand  habe  der  Beschwerdeführer  der  Ehefrau  und  den 
Einbürgerungsbehörden verheimlicht  und somit  eine Stabilität  vorge-
täuscht, welche nicht mehr vorhanden gewesen sei. Wäre dieser Um-
stand  bereits  zum Zeitpunkt  der  erleichterten  Einbürgerung  bekannt 
gewesen,  hätte  dies  zur  Ablehnung  des Gesuches geführt.  Der  Be-

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schwerdeführer  wäre  verpflichtet  gewesen,  unaufgefordert  über  die 
nachträgliche Änderung der Verhältnisse zu informieren. Der Einwand, 
er  habe  zum  Zeitpunkt  der  Erklärung  betreffend  eheliche  Gemein-
schaft nichts von der Schwangerschaft wissen können, sei nicht geeig-
net, die Vermutung umzustossen, dass am 3. Juni 2002 keine tatsäch-
liche Ehe mehr bestanden habe, da ihm bewusst gewesen sei, dass er 
sexuelle Kontakte mit einer anderen Frau gehabt habe. Die Vorinstanz 
weist  die Argumentation des Beschwerdeführers zurück,  wonach die 
Schwangerschaft der schweizerischen Ex-Ehefrau zum Scheitern der 
Ehe geführt habe und es für ihn nicht voraussehbar gewesen sei, dass 
die bis dahin gute Beziehung in die Brüche gehen würde. Zudem spre-
che  die  Fremdbeziehung  der  Ex-Ehefrau,  die  diese im Januar  2003 
eingegangen sei,  ebenfalls  dafür,  dass zum Zeitpunkt  der  Erklärung 
und der Einbürgerung keine tatsächliche und stabile eheliche Gemein-
schaft mehr bestanden habe.

I.
In seiner Replik vom 1. November 2007 hält der Beschwerdeführer an 
seinen Rechtsbegehren und deren Begründung fest.

J.
Auf den weiteren Akteninhalt  wird,  soweit  entscheiderheblich,  in  den 
Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.  
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 
Vorbehalt  der  in  Art.  32  VGG genannten  Ausnahmen  Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezem-
ber 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche 
von einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden. Dar-
unter fallen Verfügungen des Bundesamtes für Migration (BFM), wel-
che  die  Nichtigerklärung  einer  erleichterten  Einbürgerung  betreffen 
(Art. 41 Abs. 1 i.V.m. Art. 27 BüG).

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1.2 Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundes-
verwaltungsgericht nach dem VwVG, soweit das Gesetz nichts ande-
res bestimmt.

1.3 Als  Adressat  der  Verfügung  ist  der  Beschwerdeführer  zur  Be-
schwerde legitimiert.  Auf  die  frist-  und formgerecht  eingereichte  Be-
schwerde ist deshalb einzutreten (Art. 48 ff. VwVG).

2.
Mit  Beschwerde  ans  Bundesverwaltungsgericht  kann  die  Verletzung 
von Bundesrecht, einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhaltes sowie die Unangemessenheit  gerügt  wer-
den, sofern nicht eine kantonale Behörde als Beschwerdeinstanz ver-
fügt hat (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Sach-  und  Rechtslage  zum  Zeitpunkt  seines  Ent-
scheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten Ur-
teils des Bundesgerichts 2A.451/2002 vom 28. März 2003).

3.  
3.1 Gemäss Art. 27 Abs. 1  BüG kann ein Ausländer  nach der  Ehe-
schliessung mit  einem Schweizer Bürger ein Gesuch um erleichterte 
Einbürgerung stellen, wenn er insgesamt fünf Jahre in der Schweiz ge-
wohnt hat, seit einem Jahr hier wohnt und seit drei Jahren in ehelicher 
Gemeinschaft  mit  einem Schweizer Bürger  lebt. Seine Einbürgerung 
setzt zudem gemäss Art. 26 Abs. 1 BüG voraus, dass er in die schwei-
zerischen  Verhältnisse  eingegliedert  ist,  die  schweizerische  Rechts-
ordnung beachtet und die innere oder äussere Sicherheit der Schweiz 
nicht gefährdet. Sämtliche Einbürgerungsvoraussetzungen müssen so-
wohl im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung als auch anlässlich der Ein-
bürgerungsverfügung erfüllt sein. Fehlt es im Zeitpunkt des Einbürge-
rungsentscheids an der ehelichen Gemeinschaft, darf die erleichterte 
Einbürgerung nicht ausgesprochen werden (BGE 129 II 401 E. 2.2 S. 
403 mit Hinweis).

3.2 Der Begriff  der  ehelichen Gemeinschaft  bedeutet  nach der  bun-
desgerichtlichen Rechtsprechung mehr als nur das formelle Bestehen 
einer  Ehe.  Verlangt  wird  vielmehr  die  tatsächliche  Lebensgemein-

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schaft,  getragen  vom beidseitigen  Willen,  die  Ehe  auch  künftig  auf-
recht  zu  erhalten.  Gemäss  konstanter  Praxis  muss  sowohl  im  Zeit-
punkt  der  Gesuchseinreichung als  auch  im Zeitpunkt  des  Einbürge-
rungsentscheides  eine tatsächliche Gemeinschaft  bestehen,  die  Ge-
währ für die Stabilität der Ehe bietet. Mit Art. 27 BüG wollte der Ge-
setzgeber dem ausländischen Ehegatten eines Schweizer Bürgers die 
erleichterte  Einbürgerung  ermöglichen,  um  die  Einheit  des  Bürger-
rechts der Ehegatten im Hinblick auf ihre gemeinsame Zukunft zu för-
dern. Zweifel am Willen der Ehegatten, die eheliche Gemeinschaft auf-
recht  zu  erhalten,  sind  beispielsweise  angebracht,  wenn  kurze  Zeit 
nach  der  erleichterten  Einbürgerung  die  Trennung  erfolgt  oder  die 
Scheidung eingeleitet wird (vgl. BGE 130 II 482 E. 2 S. 484, Urteil des 
Bundesgerichts 5A.2/2006 vom 28. April 2006 E. 2.1).

4.  
4.1 Die Einbürgerung kann mit Zustimmung der Behörde des Heimat-
kantons innert  fünf Jahren für nichtig erklärt  werden, wenn sie durch 
falsche Angaben oder  Verheimlichung  erheblicher  Tatsachen  erschli-
chen worden ist (Art. 41 Abs. 1 BüG). 

4.2 Die formellen Voraussetzungen des Art. 41 Abs. 1 BüG für  eine 
Nichtigerklärung  sind  vorliegend  erfüllt:  Der  Kanton  Basel-Stadt  als 
Heimatkanton  hat  die  Zustimmung  zur  Nichtigerklärung  der  erleich-
terten  Einbürgerung  erteilt  und  die  Nichtigerklärung  ist  seitens  der 
zuständigen Instanz innerhalb der gesetzlichen Frist  von fünf Jahren 
ergangen.

4.3 Nachfolgend bleibt zu prüfen, ob auch die materiellen Vorausset-
zungen der Nichtigerklärung gegeben sind,  d.h. ob der Beschwerde-
führer seine Einbürgerung erschlichen hat. Arglist im Sinne des straf-
rechtlichen Betrugstatbestandes ist nicht erforderlich. Immerhin ist es 
notwendig, dass der Betroffene bewusst falsche Angaben macht bzw. 
die Behörde bewusst in einem falschen Glauben lässt und so den Vor-
wurf auf sich zieht,  es unterlassen zu haben, die Behörde über eine 
erhebliche Tatsache zu informieren (vgl. BGE 130 II 482 E. 2 S. 484 
mit  weiteren Hinweisen). Hat  der Betroffene erklärt,  in einer stabilen 
Ehe zu leben, und weiss er, dass die Voraussetzungen für die erleich-
terte Einbürgerung auch im Zeitpunkt der Verfügung vorliegen müssen, 
so hat er gestützt auf seine Mitwirkungs- bzw. Auskunftspflicht gemäss 
Art. 13 Abs. 1 Bst. a VwVG die Behörde unaufgefordert zu informieren, 
wenn  diese  Voraussetzungen  nicht  mehr  vollständig  vorliegen  (vgl. 

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BGE  132  II  113  E.  3  S.  115  f.).  Massgeblich  sind  in  diesem 
Zusammenhang nicht nur Umstände, nach denen ausdrücklich gefragt 
wurde, sondern auch solche, von denen der Beschwerdeführer wissen 
muss, dass sie für die Frage der Einbürgerung entscheidend sind (vgl. 
Urteil des Bundesgerichts 1C_255/2008 vom 25. Juli 2008 E. 3).

4.4 Besteht aufgrund des Ereignisablaufs die tatsächliche Vermutung, 
die Einbürgerung sei erschlichen worden, obliegt es dem Betroffenen, 
die Vermutung durch den Gegenbeweis bzw. erhebliche Zweifel umzu-
stossen,  indem  er  Gründe  bzw. Sachumstände  aufzeigt,  die  es  als 
überzeugend bzw. nachvollziehbar  erscheinen lassen,  dass  eine an-
geblich  noch  wenige  Monate  zuvor  bestehende  tatsächliche,  unge-
trennte eheliche Gemeinschaft  in  der  Zwischenzeit  dergestallt  in  die 
Brüche gegangen ist, dass es zu Scheidung kam (vgl. BGE 130 II 482 
E. 3.2 S. 486).

5.  
5.1 In der Bundesverwaltungsrechtspflege gilt der Grundsatz der frei-
en Beweiswürdigung (Art. 19 VwVG i.V.m. Art. 40 des Bundesgesetzes 
vom 4. Dezember 1947 über den Bundeszivilprozess [BZP, SR 273]). 
Frei ist die Beweiswürdigung darin, dass sie nicht an bestimmte starre 
Beweisregeln gebunden ist, welche der Behörde genau vorschreiben, 
wie ein gültiger Beweis zu Stande kommt und welchen Beweiswert die 
einzelnen Beweismittel im Verhältnis zueinander haben. Freie Beweis-
würdigung ist  aber nicht  mit  freiem Ermessen zu verwechseln (FRITZ 
GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 278 f.; zu 
den Beweismitteln: BGE 130 II 169 E. 2.3.2 ff.). Für eine belastende 
Verfügung  trägt  die  Verwaltung  die  Beweislast.  Bei  der  Nichtigerklä-
rung einer erleichterten Einbürgerung ist von der Verwaltung zu unter-
suchen,  ob die Ehe im massgeblichen Zeitpunkt  der  Gesuchseinrei-
chung und der Einbürgerung tatsächlich gelebt wurde (BGE 130 II 169 
E. 2.3.1 S. 172). Hierbei geht es im Wesentlichen um innere Vorgänge, 
die der Behörde oft nicht bekannt und schwierig zu beweisen sind. In 
derartigen Situationen ist es zulässig, von bekannten Tatsachen (Ver-
mutungsbasis)  auf  unbekannte  (Vermutungsfolge)  zu  schliessen. 
Solche tatsächlichen Vermutungen können sich in allen Bereichen der 
Rechtsanwendung ergeben, namentlich auch im öffentlichen Recht. Es 
handelt sich dabei um Wahrscheinlichkeitsfolgerungen, die auf Grund 
der Lebenserfahrung gezogen werden (BGE 130 II 482 E. 3.2 S. 485 f. 
mit Hinweisen).

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5.2 Als Problem der Beweiswürdigung berührt die tatsächliche Vermu-
tung weder  die Beweislast  noch die Untersuchungsmaxime. Letztere 
gebietet zwar, dass die Verwaltung auch nach entlastenden,  d.h. die 
Vermutung erschütternden Elementen sucht. Hinsichtlich der Voraus-
setzung  des  intakten  Ehelebens  liegt  es  jedoch  in  der  Natur  der 
Sache, dass solche Elemente der Behörde oft nicht bekannt sein dürf-
ten und nur die Betroffenen darüber Bescheid wissen. Es obliegt daher 
dem erleichtert Eingebürgerten, der nicht nur zur Mitwirkung verpflich-
tet ist (Art. 13 VwVG), sondern angesichts der gegen ihn sprechenden 
tatsächlichen  Vermutung  selber  ein  eminentes  Interesse  hat  bzw. 
haben sollte, die Vermutung durch den Gegenbeweis oder das Vorbrin-
gen erheblicher Zweifel umzustürzen (BGE 130 II 482 E. 3.2 S. 485 f.).

5.3 Die  vorinstanzliche  Tatsachenvermutung  gegen  das  Bestehen 
einer gelebten Ehe zu den massgeblichen Zeitpunkten liesse sich am 
ehesten  widerlegen,  wenn sich  in  der  Phase nach  der  erleichterten 
Einbürgerung  ein  unvorhergesehenes  oder  aussergewöhnliches  Vor-
kommnis zugetragen hätte oder wenn die betroffene Person konkrete 
Anhaltspunkte für die Annahme lieferte, dass die eheliche Beziehung 
aus ihrer  Sicht  zum Zeitpunkt  der  Erklärung sowie der  erleichterten 
Einbürgerung wirklich noch stabil  und auf  eine gemeinsame Zukunft 
ausgerichtet gewesen ist (zum Ganzen vgl. die Urteile des Bundesge-
richts  5A.12/2006  vom  23.  August  2006  E.  2.3,  5A.22/2006  vom 
13. Juli 2006 E. 2.3, 5A.18/2006 vom 28. Juni 2006 E. 3.3, 5A.23/2005 
vom 22. November 2005 E. 5.2 und 5.3 oder 5A.13/2005 vom 6. Sep-
tember 2005 E. 4.2 und 4.3).

6.
Die angefochtene Verfügung geht  davon aus,  dass der Beschwerde-
führer einerseits bereits die Ehe im Hinblick auf einen gesicherten Auf-
enthalt in der Schweiz eingegangen sei und andererseits während des 
Einbürgerungsverfahrens  wesentliche  Tatsachen  verschwiegen  habe, 
welche, wären sie der Behörde bekannt gewesen, zur Ablehnung des 
Gesuches geführt hätten.

6.1 Aufgrund des Akteninhalts steht fest, dass der Beschwerdeführer 
am 1. März 1996 ein Asylgesuch in der Schweiz stellte. Am 6. April 
1996 lernte er eine 8½ Jahre ältere Schweizerin kennen, welche er am 
20. Mai 1997 heiratete. In der Folge erhielt er eine Aufenthaltsbewilli-
gung und zog das Asylgesuch am 22. Mai 1997 zurück. In den folgen-
den Jahren unternahm der Beschwerdeführer mehrmals jährlich Rei-

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sen nach Afrika. Am 9. Januar 2001 stellte er ein Gesuch um erleich-
terte  Einbürgerung,  welches am 12. Juni  2002 gutgeheissen wurde. 
Noch vor der erleichterten Einbürgerung, im April/Mai 2002, hatte der 
Beschwerdeführer eine aussereheliche Beziehung in seinem Heimat-
land, aus der ein Kind hervorging (geboren am 28. Januar 2003). An-
fang 2003 liess die Ehefrau eine Scheidungskonvention ausarbeiten, 
und  im  Mai  2003  verliess  der  Beschwerdeführer  die  eheliche  Woh-
nung. Am 25. Juli  2003 wurde die Ehe rechtskräftig geschieden. Am 
18. Februar 2004 heiratete der Beschwerdeführer die um sieben Jahre 
jüngere Mutter seines Sohnes.

6.2 Der  geschilderte  Sachverhalt  zeigt,  dass  der  Beschwerdeführer 
während des laufenden Einbürgerungsverfahrens eine aussereheliche 
Beziehung mit einer Landsfrau unterhielt und mit ihr – anlässlich eines 
seiner  häufigen  Aufenthalte  in  Afrika  –  noch  vor  der  erleichterten 
Einbürgerung ein Kind zeugte. Nur sieben Monate nach der erleichter-
ten Einbürgerung des Beschwerdeführers war die Ehe derart zerrüttet, 
dass die Ehefrau eine Scheidungskonvention ausarbeiten liess (Janu-
ar/Februar 2003). Vier Monate später folgte die Trennung der Ehegat-
ten (Mai 2003) und weitere zwei Monate später (Juli 2003) die rechts-
kräftige Scheidung. Am 28. Februar 2004 – nur sieben Monate nach 
der  Scheidung  –  heiratete  der  Beschwerdeführer  die  Mutter  seines 
Sohnes und stellte daraufhin am 14. Juli 2004 ein Familiennachzugs-
gesuch für Frau und Kind. Aufgrund dieser zeitlichen Abfolge durfte die 
Vorinstanz ohne Weiteres von der tatsächlichen Vermutung ausgehen, 
dass  die  Ehe  zum Zeitpunkt  der  Erklärung  betreffend  eheliche  Ge-
meinschaft  und der erleichterten Einbürgerung nicht mehr intakt und 
auf  eine  gemeinsame  Zukunft  ausgerichtet  war  und  die  erleichterte 
Einbürgerung somit erschlichen wurde.

7.
Dementsprechend stellt sich die Frage, ob die vom Beschwerdeführer 
vorgebrachten Argumente geeignet  sind,  die eben beschriebene tat-
sächliche Vermutung umzustossen.

8.
Der Beschwerdeführer macht  zunächst  geltend,  die Ehe sei  erst  mit 
der Schwangerschaft  seiner damaligen Ehefrau im August  2002 und 
der  Abtreibung  des  gemeinsamen  Kindes  im  Oktober  2002  in  eine 
Krise geraten. Dies wird von der ehemaligen Ehefrau aus ihrer Sicht 
bestätigt (vgl. Schreiben vom 28. März 2006 sowie Einvernahme vom 

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3. Mai 2006). Aus den Akten geht hervor, dass die Ehefrau sich Kinder 
wünschte. Als  sie  im August  2002 schwanger  wurde,  wollte  der  Be-
schwerdeführer, dass sie das Kind abtreibt. Zur Begründung brachte er 
vor, sie könnten sich ein Kind finanziell nicht leisten, weil er arbeitslos 
sei. 

8.1 Das Argument der angeblich fehlenden Finanzen für den Unterhalt 
eines Kindes vermag aus verschiedenen Gründen nicht  zu überzeu-
gen. Zunächst einmal steht es im Widerspruch zu den Aussagen der 
damaligen  Ehefrau. Diese  wünschte  sich  Kinder  und  versuchte  sich 
deshalb der Abtreibung zu widersetzen. Sie konnte das Argument, sie 
könnten sich ein Kind finanziell  nicht leisten, nicht verstehen und sie 
willigte nur mit Widerwillen in die Abtreibung ein. Weiter führte sie aus, 
sie habe nicht sparen können, da "wir unser Geld nach Nigeria schick-
ten zu seiner Familie, um die Ausbildung seiner vier Schwestern zu fi-
nanzieren. [...] Rückwirkend muss ich sagen, dass er während unserer 
Ehe aus finanzieller Sicht das Maximum aus mir herausholte" (vgl. die 
Befragung der  Ex-Ehefrau vom 3. Mai  2006 S. 3). Zudem reiste der 
Beschwerdeführer jedes Jahr mehrmals nach Nigeria (Befragung der 
Ex-Ehefrau S. 4 sowie Stellungnahme des Beschwerdeführers vom 13. 
Oktober  2004),  was  ebenfalls  einen  grossen  finanziellen  Aufwand 
bedeutete. Aufgrund dessen liegt der Schluss nahe, dass es nicht an 
den finanziellen Mitteln für den Unterhalt des Kindes mit der Schwei-
zerin  fehlte. Vielmehr  ist  davon  auszugehen,  dass  der  Beschwerde-
führer seinen Lebensmittelpunkt nicht bzw. nicht mehr bei der Schwei-
zer Ehefrau hatte. Die Tatsache, dass er just zu dem Zeitpunkt auf die 
Abtreibung des ehelichen Kindes drängte, als er gemäss seinen Vor-
bringen (spätestens) von der Schwangerschaft der Nigerianerin erfuhr, 
deutet ebenfalls darauf hin, dass dem Beschwerdeführer der Wille zu 
einer tatsächlichen Ehegemeinschaft mit der Schweizer Ehefrau fehlte 
und dass von seiner Warte aus die Ehe bereits längere Zeit  vor der 
Schwangerschaft  der  Ehefrau  nicht  mehr  intakt  und  stabil  im  Sinne 
von Art. 27 BüG gewesen war. 

8.2 Im Weiteren bringt der Beschwerdeführer vor, die Nigerianerin nur 
aus  Verantwortung dem Sohn gegenüber  geheiratet  zu  haben. Auch 
hiermit  vermag der  Beschwerdeführer  nicht  zu  überzeugen. Aus der 
diametral entgegengesetzten Haltung des Beschwerdeführers zu den 
beiden  von  ihm  innerhalb  eines  halben  Jahres  gezeugten  Kindern 
sowie den späteren Ereignissen wird deutlich, dass er die Beziehung 
zur Nigerianerin als wichtiger ansah als seine Ehe mit der Schweize-

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rin.  Auch  hierin  ist  ein  Indiz  dafür  zu  sehen,  dass  die  Ehe  mit  der 
Schweizerin bereits seit längerer Zeit vor der Einbürgerung – mindes-
tens  seit  dem Zeitpunkt  der  Zeugung des Kindes in  Nigeria  –  nicht 
mehr stabil und intakt im Sinne von Art. 27 BüG gewesen sein kann. In 
die gleiche Richtung deutet auch die Tatsache, dass der Beschwerde-
führer sich überhaupt auf die Beziehung mit der Nigerianerin eingelas-
sen hat, obwohl er wusste, welche Verpflichtungen er ihr und den bei-
den Familien gegenüber damit eingeht.

8.3 Ein weiteres Indiz für die prekäre Situation in der Ehe stellt die un-
terschiedliche Auffassung von Partnerschaft der beiden Ehegatten dar. 
Gemäss den Angaben der Ehefrau anlässlich der Einvernahme am 3. 
Mai 2006 war sie oft alleine. Einerseits traf der Beschwerdeführer sich 
häufig mit  Kollegen, andererseits unternahm er, wie bereits erwähnt, 
häufig Reisen nach Nigeria,  um sich um seine Familie zu kümmern. 
Auch während eines gemeinsamen Aufenthaltes in Nigeria liess er sei-
ne Ehefrau alleine. Die Ehefrau wohnte bei einer Tante des Beschwer-
deführers, er selbst, angeblich aus Sicherheitsgründen, im Hotel, wel-
ches  von  der  Ehefrau  finanziert  wurde.  Diese  Vorbringen  hat  der 
Beschwerdeführer  nicht  bestritten  (vgl. Stellungnahme vom 29. März 
2007). Wann genau diese gemeinsame Reise stattfand, lässt sich aus 
den Akten nicht  eruieren; die Angaben der Ex-Ehefrau auf  S. 3 und 
S. 5 des Einvernahmeprotokolls vom 3. Mai 2006 sind widersprüchlich. 
Fest  steht  lediglich,  dass  die  Reise  vor  2002  stattgefunden  hat,  so 
dass auch hier ein Indiz vorliegt, dass lange vor der Unterzeichnung 
der Erklärung betreffend eheliche Gemeinschaft am 3. Juni 2002 keine 
stabile Ehegemeinschaft mehr bestand.

8.4 In  ihrer  Verfügung führte  die  Vorinstanz in  Ziffer  4 an,  dass das 
Vorgehen des Beschwerdeführers – Eheschliessung mit einer um 8½ 
Jahre älteren Schweizerin, anschliessend Rückzug des Asylgesuches 
– ein Indiz dafür sei, dass es ihm bei seiner Heirat in erster Linie um 
die Sicherung des Aufenthaltsrechts in der Schweiz gegangen sei. Zu 
dieser Schlussfolgerung nimmt der Beschwerdeführer nicht ausdrück-
lich Stellung. Über die Vorbringen im Asylverfahren wurde wegen des 
Rückzugs nicht entschieden, so dass über die Aussichten des Asylge-
suches nichts bekannt ist. Allerdings fällt  auf, dass der Beschwerde-
führer in den Jahren nach seiner Eheschliessung regelmässig in sein 
Heimatland reiste, in das Land also, aus dem er noch kurze Zeit zuvor 
geflüchtet war. Die Argumentation der Vorinstanz ist damit nicht zu be-
anstanden, wonach die Ehe mit einer Schweizer Bürgerin nicht nur um 

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der  Ehe  willen,  sondern  auch  aus  anderen  Gründen  eingegangen 
wurde. Dieser Schluss drängt sich insbesondere im Kontext des weite-
ren Verlaufs der Ehe auf.

9.
Aus  diesen  Erwägungen  folgt,  dass  es  zahlreiche  Indizien  gibt,  die 
darauf hindeuten, dass die Ehe bereits vor dem eine Ehekrise auslö-
senden Ereignis (Abtreibung) nicht mehr als stabil und intakt angese-
hen werden kann. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass die Be-
hauptung, die Ehe sei erst mit der Abtreibung zerbrochen, in der Wahr-
nehmung der Ehefrau richtig  ist,  da es ebenso entscheidend ist,  ob 
auch auf Seiten des anderen Ehepartners ein auf die Zukunft gerichte-
ter  Ehewille  gegeben  ist  (vgl.  das  Urteil  des  Bundesgerichtes 
5A.11/2003 vom 31. Juli 2003 E. 3.3.1). Zudem hat der Beschwerde-
führer – nur zwei oder drei  Monate nach der erleichterten Einbürge-
rung – bewusst den Bruch mit seiner Ehefrau riskiert, indem er entge-
gen dem Wunsch der Ehefrau nach Kindern und trotz ihres Sträubens 
auf einer Abtreibung bestand.

10.  
10.1 Im Weiteren macht der Beschwerdeführer geltend, er habe zum 
Zeitpunkt der Erklärung betreffend eheliche Gemeinschaft bzw. der er-
leichterten  Einbürgerung  von  der  Schwangerschaft  der  Nigerianerin 
nichts gewusst. Die eheliche Gemeinschaft sei zu diesem Zeitpunkt in-
takt gewesen. In Bezug auf den Zeitpunkt, wann der Beschwerdeführer 
von der Schwangerschaft der Nigerianerin erfahren hat, machte er im 
Laufe des Verfahrens unterschiedliche Angaben: In der Stellungnahme 
vom 30. März 2006 führte er aus, dass er erst nach der Scheidung von 
seiner  Schweizer Ehefrau davon erfahren habe, dass er  einen Sohn 
habe. In der Beschwerdeschrift  hingegen macht er geltend, dass die 
Nigerianerin ihm von der Schwangerschaft erst nach der 14. Schwan-
gerschaftswoche erzählt habe, als eine Abtreibung nicht mehr möglich 
gewesen sei (Ziffer 10). Die Mitteilung habe er bekommen, nachdem 
ihm seine  Schweizer  Ehefrau  gesagt  habe,  dass  sie  schwanger  sei 
(Ziffer  6).  Wann  genau  der  Beschwerdeführer  von  der  Schwanger-
schaft erfahren hat, ist für das vorliegende Verfahren nur insofern rele-
vant,  als davon auszugehen ist,  dass er diese Information erst  nach 
der erleichterten Einbürgerung erhalten hat. Von Bedeutung ist vorlie-
gend jedoch, dass der der Beschwerdeführer diesbezüglich unrichtige 
Angaben gemacht hat.

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10.2 Die Behauptung, die Nigerianerin habe wohlweislich bis nach der 
14. Schwangerschaftswoche – ausgehend von der Geburt am 28. Ja-
nuar 2003 also Ende Juli oder im August 2002 – mit der Mitteilung ge-
wartet, da von diesem Zeitpunkt an eine Abtreibung nicht mehr mög-
lich  gewesen  sei,  muss  als  Schutzbehauptung  angesehen  werden, 
weil in Nigeria die Abtreibung, egal zu welchem Zeitpunkt der Schwan-
gerschaft,  verboten ist,  ausser  die  Handlung sei  notwendig,  um das 
Leben der Frau zu retten (vgl. etwa: United Nations, Consideration of 
reports submitted by States parties under article 18 of the Convention 
on the Elimination of All Forms of Discrimination against Women, Sixth 
periodic report of States parties, Nigeria, datiert vom 5. Oktober 2006, 
Ziffer 12.4.1, S. 81, im Internet auf der Seite www.unhcr.org oder auch: 
ACCORD [Austrian Centre for Country of Origin & Asylum Research 
and Documentation] Anfragebeantwortung vom 6. Juli 2007 im Internet 
zu  finden  unter  www.ecoi.net  > Nigeria,  beide  Seiten  besucht  am 
11. Juni 2008).

10.3 Diese  Erwägungen  zeigen  auf,  dass  der  Beschwerdeführer  im 
vorliegenden  Verfahren  unzutreffende  Angaben  gemacht  hat.  Dieser 
Umstand führt dazu, weiteren Aussagen mit Vorbehalt zu begegnen.

Zu diesen Vorbringen gehört  der Hinweis des Beschwerdeführers, er 
habe (noch) keine Kinder haben wollen, und er habe die Schwanger-
schaft(en) nicht gewollt. Dieser Hinweis kann nur als Ausrede angese-
hen werden, da es nicht zuletzt am Beschwerdeführer selbst gelegen 
hätte,  die  beiden  Schwangerschaften  durch  geeignete  Vorkehren  zu 
verhindern,  insbesondere  jene  ausserhalb  der  Ehe. Auch  hier  muss 
nochmals auf die unterschiedliche Haltung des Beschwerdeführers zu 
den  beiden  von  ihm  gezeugten  Kindern  hingewiesen  werden:  Beim 
ehelichen Kind drängte er auf eine Abtreibung. Hingegen heiratete er 
später  die  Mutter  des  ausserehelichen  Kindes.  Die  Behauptung,  es 
habe sich bei der Beziehung zur Nigerianerin um eine einmalige Be-
gegnung gehandelt, überzeugt deshalb nicht. Zudem passt der weitere 
Verlauf  – Mitteilung der Schwangerschaft,  Eheschliessung auf  Druck 
der  Familien  –  nicht  zu  der  anonymen  Situation  eines  "One-Night-
Stand". Auch aufgrund der zahlreichen Reisen des Beschwerdeführers 
nach Nigeria  in  Verbindung mit  dem erwähnten weiteren Verlauf  der 
Beziehung  zur  Nigerianerin  liegt  der  Schluss  nahe,  dass  der  Be-
schwerdeführer diese bereits seit einiger Zeit kannte und mit ihr eine 
Beziehung unterhielt.

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10.4 Mit dem Eingehen einer ausserehelichen Beziehung hat der Be-
schwerdeführer noch vor der Unterzeichnung der Erklärung betreffend 
eheliche Gemeinschaft und der erleichterten Einbürgerung bewusst in 
einer  Art  gehandelt,  die  nur nachvollziehbar  ist,  wenn davon ausge-
gangen wird,  dass  aus seiner  Sicht  seine Ehe nur  noch formell  be-
stand. Dies umso mehr, als er diese Beziehung in seinem Herkunfts-
land Nigeria eingegangen ist, einem Land, dessen Gesellschaft feste 
moralische  Normen  hat  und  Verstösse  dagegen  streng  ahndet.  Er 
musste sich dabei bewusst sein, dass er gegenüber der Frau grosse 
Verpflichtungen einging, die, wie sich später zeigte, von beiden Famili-
en eingefordert  wurden (vgl. Stellungnahme vom 29. März 2007 S. 2 
sowie Beschwerdeschrift Ziffer 7).

11.
Aus diesen Erwägungen folgt, dass der Beschwerdeführer bereits vor 
der Erklärung betreffend die eheliche Gemeinschaft durch die ausser-
eheliche Beziehung deutlich gemacht hat,  dass bei  ihm der Wille zu 
einer zukunftsgerichteten ehelichen Gemeinschaft mit der Schweizerin 
nicht  (mehr)  vorhanden war. Er hat  durch die aussereheliche Bezie-
hung die Ehe bewusst aufs Spiel gesetzt hat. Diese Tatsache war für 
die Einbürgerungsbehörde von Bedeutung, da, wäre sie bekannt  ge-
wesen, die erleichterte Einbürgerung nicht verfügt worden wäre (vgl. 
die Vernehmlassung der Vorinstanz vom 12. September 2007 S. 2).

12.
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung genügt jedoch allein die 
Tatsache, dass die Voraussetzungen für die erleichterte Einbürgerung 
zum Zeitpunkt der Verfügung nicht gegeben waren, nicht, um die Ein-
bürgerung nichtig zu erklären. Vielmehr muss der Betroffene falsche 
Angaben  gemacht  oder  wichtige  Tatsachen  verheimlicht  haben,  so 
dass er den Vorwurf auf sich zieht, es unterlassen zu haben, die Ein-
bürgerungsbehörde  über  eine  erhebliche  Tatsache  zu  informieren 
(BGE 130 II 482 E. 2 S. 484). Angesichts der Tatsache, dass der Be-
schwerdeführer  weder  der  Einbürgerungsbehörden  noch  seiner 
Schweizer Ehefrau die Beziehung mit  der Nigerianerin offenlegte, ist 
davon auszugehen, dass er sich sehr wohl bewusst war, dass eine sol-
che Handlung in der Schweiz nicht toleriert würde. Indem er die Bezie-
hung und die ihm aufgrund des kulturellen Hintergrundes daraus er-
wachsenen  Verpflichtungen  den  Einbürgerungsbehörden  vorenthielt, 
hat er diese bewusst im falschen Glauben gelassen, die eheliche Ge-
meinschaft sei intakt und stabil. Er muss sich deshalb den Vorwurf ge-

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fallen lassen, es unterlassen zu haben, die Behörde über eine erhebli-
che Tatsache zu informieren.

13.
Zusammenfassend  ist  festzustellen,  dass  der  Beschwerdeführer  die 
von der Vorinstanz gezogenen Schlussfolgerungen nicht zu entkräften 
vermochte. Es ist davon auszugehen, dass er einerseits seine Ehe zu-
mindest teilweise für ein Aufenthaltsrecht in der Schweiz instrumentali-
sierte, und dass andererseits die Stabilität seiner ehelichen Lebensge-
meinschaft  bereits  während  des  Einbürgerungsverfahrens  erheblich 
erschüttert  war und diese Situation nach der erfolgten Einbürgerung 
am 12. Juni 2002 zur Trennung und späteren Scheidung der Eheleute 
führte. Indem er am 3. Juni 2002 die Erklärung, wonach die Ehe stabil 
und intakt sei, unterzeichnete, hat er bewusst unzutreffende Angaben 
gemacht  und sich  somit  die  erleichterte  Einbürgerung im Sinne von 
Art. 41 BüG erschlichen. 

14.
Die vorinstanzliche Verfügung vom 10. Mai 2007 ist somit im Ergebnis 
als rechtmässig und angemessen zu bestätigen (Art. 49 VwVG) und 
die Beschwerde infolgedessen abzuweisen.

15.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-
deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv S. 18)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 900.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Sie werden mit dem am 9. August 2007 geleisteten Kosten-
vorschuss verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
- die  Vorinstanz  (gegen Empfangsbestätigung; Akten Ref-Nr. _____ 

zurück)
- den Kanton Basel-Stadt, Zivilstandsamt (Einschreiben)

Die Instruktionsrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

Ruth Beutler Barbara Kradolfer

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-rechtli-
chen Angelegenheiten geführt  werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 
Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begeh-
ren,  deren Begründung mit  Angabe der  Beweismittel  und die Unter-
schrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 
sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizu-
legen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

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