# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7dc04f4c-77bf-5f85-9b8b-92af58e83beb
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-09-10
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 10.09.2018 200 2018 515
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2018-515_2018-09-10.pdf

## Full Text

200 18 515 UV
SCI/IMD/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 10. September 2018

Verwaltungsrichter Schwegler, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiber Imhasly

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

Suva
Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 6. Juni 2018

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2018, UV/18/515, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1975 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
war über ihre Arbeitgeberin bei der Schweizerischen Unfallversicherungs-
anstalt (Suva bzw. Beschwerdegegnerin) obligatorisch unfallversichert, als 
sie sich gemäss Bagatellunfall-Meldung vom 16. Oktober 2017 bzw. Scha-
denmeldung UVG vom 19. Oktober 2017 am 26.  September 2017 eine 
Verdrehung/Verstauchung des Rückens zuzog (Akten der Suva, Antwort-
beilage [AB] 1, 4). Mit Verfügung vom 26. Januar 2018 (AB 23) verneinte 
die Suva ihre Leistungspflicht mit der Begründung, die geklagten Be-
schwerden seien weder auf einen Unfall noch auf eine unfallähnliche Kör-
perschädigung zurückzuführen. Die dagegen erhobene Einsprache (AB 25, 
40) wies sie mit Einspracheentscheid vom 6. Juni 2018 (AB 42) ab.

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, mit Eingabe vom 9. Juli 2018 Beschwerde. Sie beantragt die 
Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids und die Erbringung 
der gesetzlichen Leistungen im Zusammenhang mit dem "Unfallereignis 
vom 26. September 2017" durch die Beschwerdegegnerin.

Mit Beschwerdeantwort vom 17. August 2018 schliesst die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2018, UV/18/515, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 6. Juni 
2018 (AB 42). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdefüh-
rerin auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). Sie beurteilen 
offensichtlich begründete oder offensichtlich unbegründete Fälle in Zweier-
besetzung (Art. 56 Abs. 3 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2018, UV/18/515, Seite 4

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 UVG).

2.2 Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung 
eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die 
eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge-
sundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.2.1 Mit dem Kriterium der Plötzlichkeit wird ein zeitlicher Rahmen ge-
steckt. Die schädigende Einwirkung muss zwar nicht auf einen blossen 
Augenblick beschränkt sein, jedoch innerhalb eines relativ kurzen, ab-
grenzbaren Zeitraums erfolgen. Die Einwirkung muss plötzlich eingesetzt 
haben und eine einmalige gewesen sein (BGE 140 V 220 E. 5.1 S. 223).

2.2.2 Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er – nach einem objek-
tiven Massstab – nicht mehr im Rahmen dessen liegt, was für den jeweili-
gen Lebensbereich alltäglich und üblich ist. Das Merkmal des Ungewöhnli-
chen macht den alltäglichen Vorgang zum einmaligen Vorfall. Einwirkun-
gen, die aus alltäglichen Vorgängen resultieren, taugen in aller Regel nicht 
als Ursache einer Gesundheitsschädigung. Liegt der Grund somit allein im 
Innern des Körpers, ist Krankheit gegeben. Daran ändert die blosse Auslö-
sung des Gesundheitsschadens durch einen äusseren Faktor nichts; Unfall 
setzt vielmehr begrifflich voraus, dass das exogene Element so ungewöhn-
lich ist, dass eine endogene Verursachung ausser Betracht fällt (BGE 134 
V 72 E. 4.1 S. 76 und E. 4.1.1 S. 77). Das Begriffsmerkmal der Ungewöhn-
lichkeit bezieht sich nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern 
nur auf diesen selber. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit 
ist insoweit, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwarte-
te Folgen nach sich zog. Ausschlaggebend ist also, dass sich der äussere 
Faktor vom Normalmass an Umwelteinwirkungen auf den menschlichen 
Körper abhebt. Ungewöhnliche Auswirkungen allein begründen keine Un-
gewöhnlichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.3.1 S. 79).

2.2.3 Das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors kann auch in 
einer unkoordinierten Bewegung bestehen. Bei Körperbewegungen gilt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2018, UV/18/515, Seite 5

dabei der Grundsatz, dass das Erfordernis der äusseren Einwirkung ledig-
lich dann erfüllt ist, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den 
natürlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam "programmwidrig" 
beeinflusst hat. Bei einer solchen unkoordinierten Bewegung ist der unge-
wöhnliche äussere Faktor zu bejahen; denn der äussere Faktor – Verände-
rung zwischen Körper und Aussenwelt – ist wegen der erwähnten Pro-
grammwidrigkeit zugleich ein ungewöhnlicher Faktor (BGE 130 V 117 
E. 2.1 S. 118; SVR 2011 UV Nr. 11 S. 40 E. 5.2). Dies trifft beispielsweise 
dann zu, wenn die versicherte Person stolpert, ausgleitet oder an einem 
Gegenstand anstösst oder wenn sie, um ein Ausgleiten zu verhindern, eine 
reflexartige Abwehrhaltung ausführt oder auszuführen versucht (RKUV 
2004 U 502 S. 183 E. 4.1, 1999 U 345 S. 422 E. 2b).

Gerät ein Bewegungsablauf behinderungsbedingt ausser Kontrolle und 
mündet dieser programmwidrig in einer unkoordinierten Bewegung, welche 
zur schädigenden Einwirkung führt, so ist die Ungewöhnlichkeit des äusse-
ren Faktors zu bejahen (SVR 2009 UV Nr. 33 S. 117 E. 5.2).

2.3 Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG erbringt die Versicherung ihre Leistun-
gen auch bei folgenden Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend 
auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind: Knochenbrüche 
(lit. a), Verrenkungen von Gelenken (lit. b), Meniskusrisse (lit. c), Muskelris-
se (lit. d), Muskelzerrungen (lit. e), Sehnenrisse (lit. f), Bandläsionen (lit. g), 
Trommelfellverletzungen (lit. h).

3.

3.1 Der Geschehensablauf bezüglich des Ereignisses vom 26. Septem-
ber 2017 ist zwischen den Parteien unbestritten. Gemäss Bagatellunfall-
Meldung vom 16. Oktober 2017 bzw. Schadenmeldung UVG vom 19.  Ok-
tober 2017 sei der Beschwerdeführerin beim Betreten des Büroraumes ein 
Arbeitskollege entgegen gekommen. Sie hätten sich zu spät gesehen und 
wären fast zusammengestossen. Sie habe eine unglückliche Rückwärts-
bewegung mit dem Oberkörper gemacht und sogleich einen starken verti-
kalen Schmerz im Rücken gespürt. Im Verlaufe des Vormittags sei der 
Schmerz immer schlimmer geworden, weshalb sie nach Hause gegangen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2018, UV/18/515, Seite 6

sei (AB 1 und 4 jeweils S. 2). Diese Darstellung bestätigte die Beschwerde-
führerin im Fragebogen vom 23. Oktober 2017 (AB 9).

Während die Beschwerdegegnerin dem Ereignis vom 26. September 2017 
den Unfallcharakter mangels aussergewöhnlichen äusseren Faktors ab-
sprach (AB 42 S. 5 Ziff. 3.2), sieht die Beschwerdeführerin dieses Begriffs-
element dadurch als erfüllt an, als das plötzliche und unerwartete Erschei-
nen eines Arbeitskollegen den programmmässigen Bewegungsablauf er-
heblich gestört habe. Das Erschrecken über das unerwartete Auftauchen 
des Mitarbeiters gekoppelt mit der reflexartigen Rückwärtsbewegung habe 
zu einer unkoordinierten Bewegung des Oberkörpers geführt, was die Ver-
letzung (Rückensyndrom mit Schmerzausstrahlung [vgl. AB 15]) verursacht 
habe (Beschwerde S. 5).

3.2 Bei dem von der Beschwerdeführerin beschriebenen reflexartigen 
Vorgang handelt es sich um einen vergleichbaren Geschehensablauf, wie 
ihn das Bundesgericht im Urteil vom 13. Juni 2018, 8C_742/2017, zu beur-
teilen hatte, mit dem einzigen Unterschied, dass dort anders als hier eine 
Drehbewegung und nicht eine Rückwärtsbewegung mit dem Oberkörper 
ausgeführt worden war. Das Bundesgericht verneinte das Vorliegen eines 
ungewöhnlichen äusseren Faktors und führte aus, die Bewegung habe sich 
auf das Abdrehen des Rumpfs beschränkt. Eine vom Körper nicht mehr 
ohne weiteres beherrschbare Vielzahl von verschiedenen, ineinander grei-
fenden Bewegungsabläufen, wie sie etwa bei einem (unerwarteten) Fehltritt 
ausgelöst werden können, lasse sich hingegen nicht ausmachen. Auch sei 
nicht davon auszugehen, dass damit die sich aus der Anatomie des Rump-
fes und der Wirbelsäule ergebende, als Widerstand wahrnehmbare Beweg-
lichkeitsgrenze absichtlich oder unwillkürlich zu überschreiten versucht 
worden sei. Der Rumpf sei nicht anders bewegt worden, als dies etwa auch 
im Rahmen einer körperlichen Ertüchtigung der Fall gewesen wäre. Zwar 
sei der Vorgang als solcher unwillkürlich ausgelöst worden. Er habe sich 
indessen in kontrollierbaren Bahnen bewegt und könne insoweit nicht als 
programmwidrig bezeichnet werden. Ebenso wenig rechtfertige es sich, 
einer solchen Aktivität generell ein erhebliches Gefährdungspotential zuzu-
sprechen (E. 6). Diese Ausführungen – denen nichts anzufügen bleibt –
treffen vollumfänglich auch auf den hier zu beurteilenden Fall zu. Dies ins-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2018, UV/18/515, Seite 7

besondere wenn berücksichtigt wird, dass die Beschwerdeführerin bei ihrer 
Reflexreaktion, ohne dass sie das Gleichgewicht verloren hätte oder auch 
nur zu stürzen drohte, mit einer reinen Rückwärtsbewegung noch mehr als 
dort innerhalb der ordentlichen anatomischen Grenzen blieb. Dementspre-
chend ist vorliegend denn auch nicht anders zu entscheiden; das Ereignis 
vom 26. September 2017 erfüllt den Unfallbegriff gemäss Art. 4 ATSG 
nicht.

3.3 Der behandelnde Chiropraktiker Dr. C.________ diagnostizierte im 
Arztzeugnis UVG vom 15. November 2017 (AB 15) ein Rückensyndrom mit 
Schmerzausstrahlung. Andere Diagnosen finden sich in den Akten nicht 
und von der Beschwerdeführerin wird nicht behauptet, das Ereignis vom 
26. September 2017 hätte zu anderen Verletzungen geführt. Damit fehlt es 
an einer in Art. 6 Abs. 2 UVG aufgeführten Körperschädigung (vgl. E. 2.3 
hiervor) und der Beschwerdeführerin stehen auch unter diesem Titel keine 
Leistungen der Beschwerdegegnerin zu.

3.4 Nach dem Dargelegten hat die Beschwerdegegnerin ihre Leis-
tungspflicht zu Recht verneint. Die gegen den Einspracheentscheid vom 
6. Juni 2018 (AB 42) erhobene Beschwerde erweist sich als offensichtlich 
unbegründet und ist abzuweisen.

4.

4.1 Verfahrenskosten sind keine zu erheben (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. 
Art. 61 lit. a ATSG).

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht gemäss Art. 1 Abs. 1 
UVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG (Umkehrschluss) kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Sept. 2018, UV/18/515, Seite 8

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä-
digung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- Suva 
- Bundesamt für Gesundheit 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.