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**Case Identifier:** 452235aa-dbfc-5247-b9a0-5436b6097768
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-04-26
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Sozialversicherungsrechtliche Kammer 26.04.2021 S 2020 51
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_001_S-2020-51_2021-04-26.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: lic. iur. Adrian Willimann, Vorsitz
lic. iur. Jacqueline Iten-Staub und Dr. iur. Matthias Suter
Gerichtsschreiber: MLaw Patrick Trütsch

U R T E I L  vom 26. April 2021 
gemäss § 29 der Geschäftsordnung

in Sachen

A.________
Beschwerdeführer
vertreten durch RA lic. iur. B.________,

gegen

Suva, Versicherungsleistungen, Fluhmattstrasse 1, Postfach, 6002 
Beschwerdegegnerin 

betreffend

Unfallversicherung
(Leistungen)

S 2020 51

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Urteil S 2020 51

A. Der 1981 geborene A.________ war seit dem 14. März 2018 bei der C.________ 
AG als Bauarbeiter angestellt und in dieser Eigenschaft obligatorisch bei der 
Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen von Berufs- und 
Nichtberufsunfällen versichert. Am 8. August 2018 erlitt er bei der Arbeit auf einer 
Baustelle in D.________ einen Unfall. Während er Schalungselemente an die Ketten eines 
Krans montieren wollte, schlug ein Blitz in jenen Kran ein (Suva-act. 1). Die Suva 
anerkannte ihre Leistungspflicht und gewährte in der Folge Heilbehandlung und entrichtete 
ein Taggeld. Nach erfolgten erwerblichen und medizinischen Abklärungen, insbesondere 
den Stellungnahmen der beiden Kreisärzte Dr. med. E.________, Facharzt für Neurologie, 
vom 16. Januar 2019 (Suva-act. 58) und Dr. med. F.________, Arbeitsärztin ORL, vom 
25. Januar sowie 4. Juli 2019 (Suva-act. 66 und 93), verfügte die Suva am 22. Oktober 
2019 die Einstellung der Versicherungsleistungen per 30. November 2019 und schloss 
den Fall folgenlos ab (Suva-act. 106). Die hiergegen erhobene Einsprache wies die 
Unfallversicherung mit Entscheid vom 30. März 2020 ab (Suva-act. 137).

B. Beschwerdeweise liess A.________ beantragen, der Einspracheentscheid vom 
30. März 2020 sei aufzuheben und ihm seien die gesetzlichen Leistungen aus UVG 
auszurichten (insbesondere Wiederaufnahme Taggeldleistungen und Übernahme 
Heilbehandlungskosten, eventualiter Rente und Integritätsentschädigung). Eventualiter sei 
die vorliegende Angelegenheit bis zum Eingang des polydisziplinären Gutachtens der 
Invalidenversicherung zu sistieren oder die Suva im Sinne einer vorsorglichen Massnahme 
anzuweisen, sich an der durch die Invalidenversicherung veranlassten medizinischen 
Begutachtung zu beteiligen, dies unter Weiterausrichtung der bisherigen Leistungen 
(Taggelder, Heilbehandlung). Subeventualiter sei er polydisziplinär zu begutachten 
(act. 1). 

C. Auf Aufforderung des Gerichts hin (act. 2) äusserte sich die Suva zunächst einzig 
zum zweiten Antrag. Sie erklärte, weitere Abklärungen seien nicht angezeigt, weshalb sich 
eine Beteiligung ihrerseits an der durch die Invalidenversicherung in Auftrag gegebenen 
polydisziplinären Expertise wie auch eine Sistierung des Verfahrens erübrige (act. 3).

D. Vernehmlassend schloss die Suva sodann auf Abweisung der Beschwerde 
(act. 5).

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Urteil S 2020 51

E. Mit Verfügung vom 22. Juni 2020 wurde das 
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren bis zur Erstattung des von der 
Invalidenversicherung in Auftrag gegebenen Gutachtens sistiert (act. 6).
F. Am 26. Oktober 2020 erhielt das Gericht das polydisziplinäre Gutachten der 
medexperts AG vom 18. August 2020 samt Ergänzung vom 24. September 2020 und den 
Stellungnahmen des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 21. und 24. August 2020 
sowie vom 1. und 28. September 2020 von der IV-Stelle Zug zugestellt (act. 8).

G. Das Gericht hob am 27. Oktober 2020 die Sistierung auf und setzte den Parteien 
eine Frist zur Stellungnahme an (act. 9).

H. Der Beschwerdeführer nahm am 12. November 2020 Stellung (act. 10). Die Suva 
verzichtete darauf und verwies auf die Beschwerdeantwort (act. 11).

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1.
1.1 Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung eines Falles grundsätzlich 
auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses des angefochtenen Entscheids (in casu 30. März 
2020) eingetretenen Sachverhalt ab (vgl. auch BGE 121 V 362 E. 1b). Dabei sind in 
zeitlicher Hinsicht diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der Verwirklichung des zu 
Rechtsfolgen führenden Sachverhalts in Geltung standen (BGE 130 V 445 E. 1.2.1). 

1.2 Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 bzw. am 9. November 2016 
verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die 
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung 
(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Entsprechend den allgemeinen übergangsrechtlichen 
Regeln sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des 
UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 
ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, 
nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten 
Übergangsbestimmungen). Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am 8. August 2018 

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Urteil S 2020 51

ereignet, weshalb die ab 1. Januar 2017 gültigen Normen auf den vorliegenden Fall 
Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.

1.3 Am 1. Januar 2021 sind die am 21. Juni 2019 verabschiedeten geänderten Bestim-
mungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. Art. 83 ATSG sieht vor, dass für im Zeitpunkt des 
Inkrafttretens der Änderung vom 21. Juni 2019 beim erstinstanzlichen Gericht hängige 
Beschwerden das bisherige Recht gilt. Die hier zu beurteilende Beschwerde wurde am 
1. Mai 2020 der Post übergeben, weshalb die bis 31. Dezember 2020 gültig gewesenen 
Normen des ATSG auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung 
zitiert werden.

2. Das Verwaltungsgericht beurteilt als einzige kantonale Instanz Beschwerden aus 
dem Bereich der Sozialversicherung (Art. 57 ATSG i.V.m. § 77 Abs. 1 des 
Verwaltungsrechtspflegegesetzes [VRG, BGS 162.1]). Örtlich zuständig ist das 
Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit der 
Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat (Art. 58 Abs. 1 ATSG). Der Beschwerdeführer 
hat Wohnsitz in G.________. Damit ist das Verwaltungsgericht des Kantons Zug in 
Anwendung von § 4 Abs. 1 lit. b der kantonalen Vollziehungsverordnung zum 
Bundesgesetz über die Unfallversicherung (BGS 842.5) örtlich und sachlich zuständig. Die 
Beschwerdegegnerin erliess den vorliegend angefochtenen Einspracheentscheid am 
30. März 2020. Dieser ging dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers am darauf 
folgenden Tag zu. Die Beschwerdeschrift wurde am 1. Mai 2020 der Post übergeben und 
ging am 4. Mai 2020 beim Verwaltungsgericht ein. Die Beschwerde gilt folglich als binnen 
der 30-tägigen Frist nach Art. 60 Abs. 1 ATSG i.V.m. Art. 1 Abs. 1 der Verordnung über 
den Stillstand der Fristen in Zivil- und Verwaltungsverfahren zur Aufrechterhaltung der 
Justiz im Zusammenhang mit dem Coronavirus (COVID-19, SR 173.110.4) rechtzeitig 
eingereicht. Die Beschwerdeschrift entspricht sodann den formellen Anforderungen an 
eine Beschwerde und der Beschwerdeführer ist von der Verfügung des Unfallversicherers 
und damit als direkt Betroffener zur Beschwerde legitimiert. Somit ist die Beschwerde vom 
Gericht zu prüfen. Die Beurteilung erfolgt auf dem Zirkulationsweg gemäss § 29 der 
Geschäftsordnung des Verwaltungsgerichtes (GO VG; BGS 162.11).

3. Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer weiterhin Anspruch auf 
Leistungen der Unfallversicherung hat oder ob die Suva diese zu Recht per 30. November 
2019 eingestellt hat.

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3.1 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt nebst dem 
Vorliegen eines Unfalls (Art. 4 ATSG) oder einer unfallähnlichen Körperschädigung (Art. 6 
Abs. 2 UVG) zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen 
Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. 
Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne 
deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der 
gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. 
Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen 
Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare 
Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis 
zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der 
versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht 
werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 142 
V 435 E. 1).

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein 
natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung bzw. 
im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach 
dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden 
Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt 
für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1).

3.2 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass 
zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater 
Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als 
adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der 
Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von 
der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das 
Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2).

3.3 Hervorzuheben ist, dass die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus 
dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers im 
Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen praktisch keine Rolle spielt, da sich 
hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE 138 V 248 E. 4). 
Anders verhält es sich bei natürlich unfallkausalen, aber organisch nicht objektiv 

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ausgewiesenen Beschwerden. Hier bedarf es einer besonderen Adäquanzbeurteilung. 
Dabei ist vom augenfälligen Geschehensablauf auszugehen, wobei zwischen banalen 
bzw. leichten Unfällen einerseits, schweren Unfällen andererseits und schliesslich dem 
dazwischen liegenden mittleren Bereich unterschieden wird. Zudem sind je nachdem 
weitere unfallbezogene Kriterien einzubeziehen (BGE 140 V 356 E. 3.2; 134 V 109 E. 2.1). 
Hat die versicherte Person beim Unfall eine Verletzung erlitten, welche die Anwendung der 
Schleudertrauma-Rechtsprechung rechtfertigt, so sind die durch BGE 134 V 109 E. 10 
präzisierten Kriterien massgebend. Ist diese Rechtsprechung nicht anwendbar, so sind 
grundsätzlich die Adäquanzkriterien, die für psychische Fehlentwicklungen nach einem 
Unfall entwickelt wurden (BGE 115 V 133 E. 6c/aa), anzuwenden (BGE 134 V 109 E. 2.1; 
vgl. zum Ganzen auch: BGE 138 V 248 E. 4; BGer 8C_123/2018 vom 18. September 
2018 E. 3.2).

3.4 Die Rechtsprechung umschreibt den Begriff der organisch objektiv ausgewiesenen 
Unfallfolge – als Differenzierungsmerkmal für das Erfordernis einer Adäquanzprüfung – 
wie folgt: Objektivierbar sind Untersuchungsergebnisse, die reproduzierbar und von der 
Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten unabhängig sind. Würde auf 
Ergebnisse klinischer Untersuchungen abgestellt, so würde fast in allen Fällen ein 
organisches Substrat namhaft gemacht, das eine Adäquanzprüfung als nicht erforderlich 
erscheinen liesse. Auch aus dem Vorliegen von Schmerzen kann noch nicht auf organisch 
(hinreichend) nachweisbare Unfallfolgen geschlossen werden, weil sich die Feststellung 
von Schmerzen einer wissenschaftlichen Beweisführung entzieht. Von organisch objektiv 
ausgewiesenen Unfallfolgen kann somit erst dann gesprochen werden, wenn die 
erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden Abklärungen bestätigt wurden und die 
hierbei angewendeten Untersuchungsmethoden wissenschaftlich anerkannt sind. Ob eine 
organisch objektiv ausgewiesene Unfallfolge vorliegt, beurteilt sich nach dem im 
Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
(BGer 8C_123/2018 vom 18. September 2018 E. 4.1.1).

3.5 Ist eine versicherte Person infolge des Unfalles mindestens zu 10 % invalid, so hat 
sie gemäss Art. 18 Abs. 1 UVG Anspruch auf eine Invalidenrente. Zur Bestimmung des 
Invaliditätsgrades wird gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte 
Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger 
Eingliederungsmassnahmen durch eine zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. 

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Valideneinkommen; BGE 139 V 592 E. 2.2, BGer 8C_720/2017 vom 12. März 2018 
E. 3.1).

3.6 Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistungsansprüche bedarf es 
verlässlicher medizinischer Entscheidsgrundlagen. Wie die einzelnen Beweismittel zu 
würdigen sind, ist in BGE 125 V 351 E. 3 festgelegt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines 
Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend 
ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der 
Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 
134 V 231 E. 5.1, vgl. auch BGE 135 V 465 E. 4.4).

4. Der medizinische Sachverhalt präsentiert sich wie folgt:

4.1 Die medizinische Erstversorgung nach Blitzeinschlag ohne sichtbare Eintrittspforte 
fand im Spital H.________ statt. Die Ärzte diagnostizierten ein Barotrauma links. Die 
bildgebenden Abklärungen (CT [Computertomographie] des Schädels und der 
Halswirbelsäule [HWS] sowie Röntgenbild des linken Oberarms/Ellenbogens, beider 
oberen Sprunggelenke [OSG] sowie beider Füsse) ergaben keine muskuloskelettalen 
Folgeprobleme. Ein durchgeführtes Elektrokardiogramm (EKG) zeigte keine 
Rhythmusstörung. Der Laborbefund bestätigte Normwerte für Troponin und Creatinkinase 
(CK). Bereits einen Tag nach der Einlieferung konnte der Beschwerdeführer am 9. August 
2018 entlassen werden (Bericht vom 28. August 2018 [Suva-act. 25]). 

4.2 Vom 13. bis 27. August 2018 war der Versicherte im Spital I.________ 
hospitalisiert. Im Austrittsbericht vom 17. August 2018 (Suva-act. 19) gaben die 
behandelnden Ärzte folgende Diagnosen an:

1. Neurologische und psychische Veränderung nach Blitzeinschlag am 8. August 2018
- Hospitalisierung im Spital G.________ vom 8. bis 9. August 2018 mit unauffälligem Verlauf
- Verdacht auf posttraumatische Anpassungsstörung
- Klinisch: Wortfindungsstörung, Bradykinesie, Sensibilitätsminderung der oberen (OE) und 

unteren (UE) Extremitäten links, distale Kraftminderung OE und UE beidseits, distal betonte 
Myalgien

- CT Schädel/HWS vom 8. August 2018: Keine intrakranielle Blutung, keine Frakturen
- Elektroenzephalogramm (EEG) vom 14. August 2018: Keine klar epileptogenen Potentiale
- MRI (Magnetic Resonance Imaging) vom 17. August 2018: In der Untersuchung des 

Neurokraniums kein Nachweis einer Diffusionsrestriktion. Normale Weite der inneren und 
äusseren Liquorräume. Mittelständiges Ventrikelsystem. Keine Suszeptibilitätsartefakte in 

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der T2 Wichtung. In der FLAIR (fluid attenuated inversion recovery)-Wichtung winzige Gliose 
im Centrum semiovale rechts.

- MRI der Wirbelsäule vom 17. August 2018: In der TIRM (Turbo-Inversion Recovery-
Magnitude)-Wichtung keine ödematösen Veränderungen der Wirbelkörper oder der 
paravertebralen Weichteile. Normale Weite des Spinalkanals. Keine umschriebenen 
ödematösen Veränderungen des Myelons.

2. Intermittierende Miktionsstörungen
- Differentialdiagnostisch neurogen, psychogen
- Spontanmiktion intermittierend erschwert, Restharn 330 ml

3. Barotrauma Trommelfell links nach Blitzeinschlag am 8. August 2018
4. Klaustrophobie
5. Interdigitale und plantare Mykose beider Füsse
6. Lumbovertebralsyndrom

- Klinik: Lumbal ziehender Schmerz bei Belastung, paravertebraler Hartspann
- Röntgen der Lendenwirbelsäule (LWS) vom 16. August 2018: Erhaltene Höhe der 

Wirbelkörper und Zwischenwirbelräume. Keine abgrenzbare Fraktur.

Zur Diagnose Ziff. 1 ergänzten die Ärzte, sie hätten, da weder intrazerebral noch im 
Bereich der Wirbelsäule ein Korrelat für die Beschwerde habe gefunden werden können, 
die gesamte Symptomatik am ehesten im Rahmen von Nervenschädigungen durch den 
stattgehabten Blitzeinschlag, möglicherweise auch mit zusätzlicher psychogener 
Überlagerung im Sinne einer posttraumatischen Anpassungsstörung gewertet. Zur 
Diagnose Ziff. 2 führten sie zudem aus, der digitale rektale Untersuch habe keine 
Auffälligkeiten ergeben. Eine Myelonkompression habe im MRI der Wirbelsäule nicht 
nachgewiesen werden können. Die Ätiologie der Beschwerden bleibe somit aktuell unklar, 
möglicherweise auch im Rahmen der Stressreaktion. 

4.3 Zur Rehabilitation befand sich der Versicherte vom 27. August bis 13. Dezember 
2018 in der Klinik J.________ Dem Austrittsbericht vom 27. Dezember 2018 (Suva-
act. 51) können folgende (zusätzliche) Diagnosen entnommen werden, wobei die vom 
Spital I.________ übernommenen nicht genannt werden:

A1 Organische depressive Störung (ICD-10 F06.32), differentialdiagnostisch schwere 
depressive Episode (ICD-10 F32.2)

A2 Aktuell Suizidgefährdung
A3 Verdacht auf posttraumatische Belastungsstörung (PTBS; ICD-10 F43.1)

B. Unfall vom 8. August 2018: Von einem Blitz getroffen worden
B1 Neurologische und psychische Veränderungen posttraumatisch

- (…)
- 11. September 2018: Neuropsychologische Beurteilung Klinik J.________: Mittelschwere 

neuropsychologische Störung mit kognitiven Einschränkungen
- 18. Oktober 2018: Neurologisches Konsil: Kein Anhalt für das Vorliegen eines radikulären 

Ausfallsyndroms im Bereich der Arme oder der Beine. Ausgeprägte Paresen sind nicht 
nachweisbar. Die unvollständigen elektroneurografischen Befunde im Bereich des Nervus 
medianus rechts waren normal.

(…)
(…).

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Die Ärzte der Klinik J.________ ergänzten, im MRI des OSG vom 6. September 2018 
habe sich medial über dem OSG ein Weichteilödem gezeigt, aber ohne Osteonekrose, 
Bandläsion oder Knorpeldefekt. In den konventionellen Röntgenaufnahmen des Abdomen 
leer liegend vom 31. Oktober 2018 sei keine freie Luft und keine Spiegel dargestellt 
gewesen. Im Bereich des Kolons bestand eine Koprostase. Am 11. September 2018 
erfolgte eine neuropsychologische Konsiliaruntersuchung durch lic. phil. K.________ 
(Suva-act. 51 S. 12–17), welche eine mittelschwere neuropsychologische Störung mit 
kognitiven Einschränkungen (insbesondere attentionale Verlangsamung und Defizite in 
exekutiven und mnestischen Teilbereichen ) sowie affektiven und Verhaltensauffälligkeiten 
(reduzierter Antrieb, allgemeine Verlangsamung, erhöhte Tagesmüdigkeit) ätiologisch 
infolge einer Schädigung des Gehirns (ICD-10 F07.8) sowie im Rahmen der depressiven 
und psychotraumatologischen Symptomatik ergab. Ein leichter Einfluss der geringen 
Schulbildung auf die gezeigten kognitiven Leistungen könne nicht ausgeschlossen 
werden. Aktuell sei die Funktionsfähigkeit aufgrund der bestehenden kognitiven 
Einschränkungen sowie der psychischen Symptomatik deutlich eingeschränkt. Die 
anlässlich der neurologischen Konsiliaruntersuchung von Dr. med. L.________, Fachärztin 
Neurologie vom 25. September 2018 (vgl. Suva-act. 51 S. 24–25) durchgeführte 
elektroneurographische Untersuchung musste wegen Stromintoleranz abgebrochen 
werden. Klinisch neurologisch habe es keinen Anhalt für das Vorliegen eines radikulären 
Ausfallsyndroms im Bereich der Arme oder der Beine gegeben. Da die Befunde extrem 
wechselhaft seien und eine elektromyographische Untersuchung abgelehnt worden sei, 
sei eine belastbare neurologische Aussage erschwert. Ausgeprägte Paresen seien nicht 
nachweisbar. Die unvollständigen elektroneurographischen Befunde im Bereich des 
Nervus medianus rechts seien normal gewesen.

Der somatischen Beurteilung kann entnommen werden, dass im Verlauf inzwischen ein 
sicheres Gangbild an Gehhilfen habe erreicht werden können. Der Patient könne 
allerdings den rechten Fuss schmerzbedingt nicht belasten, weil dieser zu Schwellungen 
nach Belastung neige. Das Gehtempo und Bewegungen seien weiterhin verlangsamt. 
Während der Therapien habe er weiterhin wechselhafte Leistungen gezeigt. Er habe 
schlechtere und bessere Tage mit jeweils entsprechender Leistungsfähigkeit gehabt. Der 
Versicherte habe mittlerweile mithilfe der eigenständigen Nutzung von Handyapplikationen 
mit dem ÖV alleine nach Hause fahren können. Erschwerend kämen ein PTBS und eine 
psycho-soziale Belastungssituation hinzu. Bei massiv depressiver Stimmungslage und 
Schlafstörungen habe eine psychopharmakologische Medikation begonnen werden 
müssen. Unklare abdominale Beschwerden seien radiologisch und im Rahmen eines 

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internistischen Konsils im Spital M.________ abgeklärt worden. Es habe sich eine 
Neigung zur Koprostase gezeigt (Suva-act. 51 S. 4).

Während der Rehabilitation erfolgte zudem eine psychosomatische Abklärung durch lic. 
phil. N.________. Es habe ein vorgealterter Mann im Rollstuhl, welcher stark verlangsamt, 
leidend und depressiv gewesen sei, imponiert. Symptomatisch seien 
Wortfindungsstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, reduzierter Antrieb, 
Freudlosigkeit, erhöhte Ermüdbarkeit sowie Appetitlosigkeit dazugekommen. Im Verlauf 
der Gespräche hätten Insuffizienzgefühle, eine negative und pessimistische 
Zukunftsperspektive sowie Suizidgedanken entnommen werden können. Wegen letzterem 
sei er in eine psychiatrische Klinik eingewiesen worden. Der Versicherte sei stark 
schmerzfokussiert (Kopf-, Bauch/Magen- und Fussschmerzen) gewesen. Nach dem Unfall 
scheine der Patient auch psychotraumatologische Symptome entwickelt zu haben 
(Vermeidungsverhalten, Flashbacks). Auf der Ressourcenebene habe sich kaum etwas 
finden lassen, was die Resilienz stärken könnte. Anamnestisch scheine der Versicherte 
sich für seine Familie geopfert zu haben. Die Selbstfürsorge und die Beachtung eigener 
Bedürfnisse seien vernachlässigt worden. Es sei von prämorbiden stark akzentuierten 
Persönlichkeitszügen auszugehen (am ehesten anankastisch). Aktuell sei die oben 
genannte depressive Symptomatik unter einer schweren depressiven Episode mit 
kognitiven Einschränkungen einzuordnen, ätiologisch infolge einer Schädigung des 
Gehirns (differentialdiagnostisch schwere depressive Episode). Eine depressive 
Symptomatik vor dem Unfall habe fremdanamnestisch ausgeschlossen werden können. 
Hinzu komme eine PTBS (Suva-act. 51 S. 4 f.).

Das Ausmass der demonstrierten und physischen Einschränkungen lasse sich mit den 
objektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung und bildgebenden 
Abklärungen sowie den Diagnosen aus somatischer Sicht nur zum Teil erklären. Allerdings 
lägen insgesamt nur wenige Berichte über mögliche Symptome von überlebenden 
Blitzschlagsopfern vor, so dass die Symptomatik schwer fassbar sei. Insgesamt sei 
auffällig, dass viele Symptome durch verminderte Nervenfunktionen bedingt zu sein 
schienen (z.B. zu Beginn verlängerte QTc-Zeit im EKG, verminderte Darmmotilität mit 
Koprostase [Suva-act. 51 S. 5]). 

4.4 Der Kreisarzt Dr. E.________ nahm am 16. Januar 2019 eine neurologische 
Beurteilung vor. Er erklärte, echtzeitlich habe der Versicherte keine äusseren 
Verletzungen und keine neurologischen Störungen aufgewiesen. Im Laufe der nächsten 

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Tage und Wochen habe sich ein als neurologisch imponierendes Krankheitsbild 
entwickelt, welches syndromatisch und neuroanatomisch nicht einzuordnen sei. Die 
Bildgebung des Zentralnervensystems habe kein Korrelat für die Beschwerden gezeigt. 
Somit fehle auch die organische Grundlage für die beschriebenen neuropsychologischen 
Störungen. Es seien keine strukturellen Läsionen als Ursache der Beschwerden 
objektiviert. Die geklagten somatischen (neurologischen) Beschwerden seien 
syndromatisch und neuroanatomisch nicht einzuordnen. Einzig die echtzeitlich 
ausgewiesene Hörstörung erscheine unfallkausal zu sein. Aus neurologischer Sicht sei 
von weiteren Behandlungsmassnahmen keine namhafte Besserung mehr zu erwarten. 
Auch mit einer Integritätsentschädigung sei aus neurologischer Sicht nicht zu rechnen 
(Suva-act. 58). 

4.5 Am 25. Januar 2019 nahm die Kreisärztin Dr. F.________ ein erstes Mal Stellung. 
Sie erklärte, für eine konkrete Stellungnahme benötige sie den originalen Konsiliarbericht 
vom 9. August 2018 der ORL-Klinik, um den initialen otologischen Befund zu erfahren. Ein 
Bericht von der geplanten Kontrolluntersuchung vom 16. August 2018 liege nicht im 
Dossier vor. Möglicherweise sei infolge der Verlegung ins Spital I.________ diese 
Untersuchung untergegangen. Falls sie dennoch stattgefunden habe, sei dieser Bericht 
einzuholen. Auch die subjektiven Beschwerden des Versicherten aus ORL-fachärztlicher 
Sicht seien nicht dokumentiert, sodass ein detaillierter Untersuchungsbericht von Nöten 
sei. Ob eine Integritätsentschädigung geschuldet sei, könne ohne Berichte aktuell nicht 
beurteilt werden und es sei üblicherweise auch erst zwei Jahre nach dem Unfall zu 
taxieren, da noch mit Veränderungen gerechnet werden könne. Der Versicherte solle sich 
im Spital H.________ bei einem ORL-Facharzt zur klinischen Kontrolle mit neuen 
Audiometrieergebnissen vorstellen. Dort sollte beurteilt werden, ob eine 
Hörgeräteanpassung erforderlich und sinnvoll sei (Suva-act. 66).

4.6 Mit Datum vom 24. Mai 2019 berichtete Dr. med. O.________, FMH 
Otorhinolaryngologie, über die gleichentags durchgeführte Untersuchung. Er konstatierte 
eine leichtgradige pancochleäre Innenohrschwerhörigkeit beidseits. Der Hörverlust 
betrage rechts 12 % und links 15 %. Eine Indikation zur Hörgeräteanpassung oder für eine 
sonstige Behandlung im Sinne einer Medikation oder Operation sei nicht gegeben (Suva-
act. 84).

4.7 Die Kreisärztin Dr. F.________ gab am 4. Juli 2019 eine weitere Einschätzung ab. 
Sie gab an, der originale Konsiliarbericht vom 9. August 2018 der ORL-Klinik und der 

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ORL-fachärztliche Bericht vom 16. August 2018 lägen ihr nicht vor, lediglich jener von 
Dr. O.________ vom 24. Mai 2019. Im Vergleich zum audiometrischen Vorbefund vom 
9. August 2018 zeige sich eine deutliche Besserung der Hörschwelle. Eine 
Schallleitungsschwerhörigkeit lasse sich nicht mehr nachweisen. Eine 
Hörgeräteversorgung sei bei einer leichtgradigen pantonalen Schwerhörigkeit beidseits 
nicht indiziert. Es sei möglich, dass sich das Gehör noch weiter erhole. Eine 
Integritätsentschädigung sei nicht geschuldet (Suva-act. 93).

4.8 Gemäss Austrittsbericht über die stationäre Behandlung vom 5. März bis 18. Juni 
2019 der Klinik P.________ vom 18. Juli 2019 bestanden beim Beschwerdeführer 
folgende psychiatrischen Diagnosen: Schwere depressive Episode ohne psychotische 
Symptome (ICD-10 F32.2), chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen 
Faktoren (ICD-10 F45.4). Somatischerseits konstatierten die Ärzte einen Status nach 
Blitzschlagunfall im August 2018 mit Hörminderung links durch Barotrauma, 
Kopfschmerzen, Lumbovertebralsyndrom, Schmerzen rechte Fusssohle beim Auftreten, 
Mitktions- und Defäkationsproblemen sowie einen Status nach interdigitaler Mykose 2018. 
Der Versicherte habe zwar an allen angebotenen Therapien teilgenommen, wobei er sich 
dem Behandlungsteam recht zurückhaltend, eher distanziert, verschlossen, wenig 
mitteilungsbedürftig und offen bis teilweise wenig transparent und kooperativ präsentiert 
habe. Einerseits möge dies auf die mangelnden Sprachkompetenzen zurückzuführen sein. 
Andererseits habe er sich auch in den zahlreichen Therapieeinheiten, bei denen eine 
spanischsprechende Übersetzerin hinzugezogen worden sei, in derselben Manier gezeigt. 
Das Behandlungsteam habe auch festgestellt, dass der Patient bis kurz vor seinem 
Austritt wenige Bemühungen gezeigt habe, verstanden zu werden (bspw. durch die 
Anwendung einer Übersetzungsapplikation des Smartphones). Dies habe den Aufbau 
einer vertrauensvollen therapeutischen Beziehung deutlich erschwert. Im Umgang mit den 
Mitpatienten sei hingegen im Verlaufe seiner Hospitalisation eine zunehmende Offenheit 
zu beobachten gewesen. Seine erfolgreichen Integrationsversuche, die körperlichen 
Aktivitäten und das Entdecken von Begabungen und die dadurch erlebte Ablenkung hätten 
sich positiv auf seine Befindlichkeit ausgewirkt. Der kognitiv-verhaltenstherapeutisch 
orientierten Psychotherapie seien in Anbetracht der Sprachbarriere enge Grenzen 
gesteckt gewesen. Daher sei bei fast jeder Therapieeinheit eine Übersetzungsperson per 
Telefon hinzugezogen worden. Ob-schon der Versicherte bereits im Vorfeld zahlreiche 
psychoedukative Inhalte vermittelt erhalten habe, scheine bei ihm das Konzept der 
Psychosomatik sowie die Mechanismen des chronischen Schmerzes kognitiv noch nicht 
durchgedrungen zu sein. Er habe konsequent die Meinung vertreten, sein Leiden habe 

13

Urteil S 2020 51

diagnostisch noch nicht vollständig erfasst werden können bzw. man habe noch nicht 
herausgefunden, was mit seinem Körper nicht mehr stimme. Das Bestreben sei darin 
bestanden, nochmals in das Thema Psychoedukation zu investieren. Doch der Versicherte 
scheine darauf wenig anzusprechen, wie auf das Erlernen von Strategien im Umgang mit 
Schmerz und Schmerzakzeptanz. Auch auf den Gedanken, trotz Missbefindlichkeiten, 
Schmerzen und Erinnerungen an den Unfallhergang aktiv am Leben teilzunehmen, 
scheine sich der Patient nicht recht einlassen zu wollen. Hingegen scheine die Frage 
zentral zu sein, weshalb ihm so viel Unglück widerfahren sei, obwohl er stets ein 
ordentliches, gutes Leben geführt habe. Hinzugekommen sei, dass er im Verlaufe des 
Aufenthalts die für ihn unerwartete Kündigung seiner Arbeitsstelle erhalten habe. Das 
habe eine tiefe Sinnkrise ausgelöst und er habe darauf mit grosser Verzweiflung, 
Unverständnis, Perspektivenlosigkeit und Rückzugsverhalten reagiert. Diese Umstände 
hätten den Aufbau realistischer Zukunftspläne schwierig gemacht. Psychisch habe er sich 
stetig stark belastet und in Sorge um seine private, berufliche und gesundheitliche Zukunft 
präsentiert. Auch sei an dem Punkt sehr deutlich das ausgeprägte Ungleichgewicht 
zwischen Belastungsfaktoren und Ressourcen sichtbar geworden. Der Versicherte habe 
Interesse bekundet, im Rahmen der Psychotherapie über aktuelle Alltagsthemen zu reden. 
Er habe regelmässig Administratives in die Stunde mitgebracht, mit dessen Erledigung er 
aus Sprach- und Verständnisgründen offensichtlich komplett überfordert gewesen sei, was 
ihn ausserordentlich belastet habe. Er habe sich einsichtig geäussert, dass er keine 
Kenntnisse unseres Sozialsystems habe und diesbezüglich weiterhin auf Unterstützung 
angewiesen sei. Diese Einschätzung entspreche der Wahrnehmung des 
Behandlungsteams voll und ganz und sei bereits früh in die angebahnte Austrittsplanung 
miteingeflossen. Weil der Versicherte in verschiedenen Bereichen grossen 
Unterstützungsbedarf aufweise und er weder sozial gut integriert noch auf andere 
verlässliche Ressourcen zurückgreifen könne, habe sich die Austrittsplanung 
herausfordernd gestaltet. Das Unterstützungsangebot der Wohngemeinde habe dem 
Schwächezustand des Patienten zu wenig entsprochen. Die Errichtung einer 
Beistandschaft durch die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) sei nicht 
angezeigt gewesen, da der Versicherte Unterstützung durch eine Person aus der 
Gewerkschaft Q.________ erhalte. Diese Person werde sich weiterhin um ihn kümmern. 
Auf pharmakologischer Ebene sei vom Pflegeteam regelmässig festgestellt worden, dass 
der Versicherte einer medikamentösen Behandlung eher abgeneigt gegenüber getreten 
sei bzw. teilweise die verordnete Pharmazie nicht eingenommen habe. Er habe gegen 
Ende der Rehabilitation bekundet, seit einiger Zeit unter Libidoverlust und 
Potenzproblemen zu leiden, für deren Ursache er die pharmakologische Behandlung 

14

Urteil S 2020 51

vermutet habe. Er habe allerdings bei einem eigenverantwortlichen Auslassversuch 
schnell festgestellt, dass sein Befinden, insbesondere die Schmerzzustände sich drastisch 
verschlechtert hätten, weshalb er die Medikamentation wie verordnet wieder einzunehmen 
begonnen habe. Der Patient habe die Klinik in einem leicht gebesserten Allgemeinzustand 
verlassen. Auf der psychischen Seite blieben äussere wie innere Belastungsfaktoren 
weitgehend bestehen. Während des stationären Aufenthalts und weiter bis zum 14. Juli 
2019 bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Es sei mit weiterer Arbeitsunfähigkeit zu 
rechnen (Suva-act. 95).

4.9 Laut ärztlichem Zwischenbericht von Dr. med. R.________, FMH Innere Medizin, 
vom 12. August 2019 bestehe eine schwere depressive Episode und eine chronische 
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren sowie einen Status nach 
Blitzschlagunfall. Die Psyche habe sich leicht verbessert (Suva-act. 99).

4.10 Dem Ergotherapiebericht vom 14. Oktober 2019 ist zu entnehmen, dass beim 
Beschwerdeführer eine deutliche Reduktion der kognitiven Belastbarkeit (Konzentration, 
Aufmerksamkeit, Gedächtnis, verlangsamte Handlungsplanung) vorliege. Ferner 
bestünden Kopfschmerzen und Schmerzen an der rechten Fusssohle beim Auftreten. Er 
nehme kooperativ an den Therapiesitzungen teil. Für eine weitere Integration auf dem 
Arbeitsmarkt sei die Fortführung der Ergotherapie indiziert (Suva-act. 103).

4.11 Mit Schreiben vom 29. November 2019 orientierte lic. phil. S.________, 
Fachpsychologin für Psychotherapie FSP, über den Behandlungsverlauf. Als Diagnosen 
führte sie eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F32.2) 
und eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) auf. Letztere habe sich nun 
erhärtet. Wenn der Patient unter Schlafstörungen oder Kopfschmerzen leide, erlebe er den 
Blitzschlagunfall mehrfach wie in einem Film. Insbesondere die Erinnerung an das 
Erwachen aus der Bewusstlosigkeit nach dem Unfall mit Lähmungserscheinungen in den 
Beinen und der Unfähigkeit sich zu bewegen, würden ihn stark belasten und stellten 
Flashbacks dar. Erschwerend komme hinzu, dass er während des Unfalls immer wieder 
die Bilder seines Vaters vor sich gehabt habe, der die Beine habe amputieren müssen, mit 
der Befürchtung, dass er nun ein ähnliches Schicksal erleide. Nebst kognitiven 
Einschränkungen und einer weiterhin bestehenden Verlangsamung im Denken bringe der 
Versicherte immer wieder Termine durcheinander und habe Mühe mit einer guten 
Selbstorganisation. Diesbezüglich werde auf die Diagnose der Klinik J.________ 
verwiesen: Erhöhte Tagesmüdigkeit ätiologischer Folge einer Schädigung des Gehirns 

15

Urteil S 2020 51

(ICD-10 F07.8). Im Erstgespräch sei aufgefallen, dass der Patient kaum in der Lage 
gewesen sei, einfache neuropsychologische Tests erfolgreich zu lösen. Trotz anhaltender 
suizidaler Gedanken könne er sich immer wieder glaubhaft davon distanzieren und 
komme, soweit dies seine Selbstorganisation erlaube, regelmässig zu 
psychotherapeutischen Gesprächen. Sein Gangbild sei weiterhin beeinträchtigt. Der 
Patient komme am Stock gehend. Sein rechter Fuss sei angeschwollen. Nach einer 
anfänglichen Verzögerung habe eine Spanisch sprechende Mitarbeiterin der 
Psychiatriespitex gefunden werden können, welche den Patienten wöchentlich ein bis zwei 
Mal besuche. Es sei sehr anspruchsvoll, den Patienten ambulant ausreichend zu 
behandeln. Der Versicherte habe mit der Person von der Psychiatriespitex das Zentrum 
T.________ besucht, da man bemüht sei, ihn baldmöglichst in eine regelmässige 
Tagesstruktur zu überführen. Dort könne er aufgrund der Sprachschwierigkeiten leider 
nicht beginnen. Der baldige Beginn eines Arbeitstrainings mit wenigen Stunden in einer 
anderen Institution sei unbedingt angezeigt. Im Bericht der Klinik P.________ sei darauf 
hingewiesen worden, der Versicherte habe vermehrt Freude an kreativen Tätigkeiten 
gezeigt und das Arbeiten in der Gruppe als Ressource erlebt. Es sei aktuell unklar, wie der 
Aufbau einer Tagesstruktur aussehen könnte. Idealerweise wäre der Beginn an einem 
geschützten Arbeitsplatz auf dem zweiten Arbeitsmarkt der U.________ stundenweise 
mehrmals pro Woche sehr zu empfehlen. Es müsse sich im Alltag zeigen, ob der Patient 
in der Lage sei, eine solche Struktur auch aufrecht zu erhalten. Bisher habe er von der 
wöchentlichen Ergotherapie im Spital I.________ gut profitieren können. Hinzu kämen die 
starken wiederkehrenden Kopfschmerzen, deren Herkunft noch unklar sei. Der 
baldmöglichste Beginn einer Tagesstruktur und die Koordination mit der 
Invalidenversicherung sei unbedingt angezeigt, auch um einer Somatisierungsstörung 
(ICD-10 F45.0) entgegen zu wirken. Der Versicherte habe zudem berichtet, dass er den 
Aufenthalt in der Klinik J.________, insbesondere die neuropsychologischen 
Untersuchungen mit Nervenleitgeschwindigkeit als sehr belastend bis hin zu 
retraumatisierend empfunden habe, da diese mit Stromschlägen durchgeführt worden 
seien. Dies sei aufgrund des Blitzschlagunfalles gut nachvollziehbar (Suva-act. 127).

4.12 Gemäss polydisziplinärem Gutachten (Rheumatologie, Neurologie, Allgemeine 
Innere Medizin, Neuropsychologie, Psychiatrie und Psychotherapie) der medexperts AG 
vom 18. August 2020 bestehen beim Beschwerdeführer folgende Diagnosen mit 
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (IV-act. 1 S. 7):

- Schwere organische depressive Störung (ICD-10 F06.3)

16

Urteil S 2020 51

- Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
- Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS; ICD-10 F43.1).

Als weitere Gesundheitsschäden, indessen ohne Einfluss auf die Leistungsfähigkeit 
wurden konstatiert:

- Chronische Migräne ohne Aura (ICD-10 G43.1)
- Unfall mit Blitzschlag am 8. August 2018 (ICD-10 T75.0)

- Klinisch-neurologisch: keine höhergradigen Paresen, kein organisches Korrelat für beklagte 
Beschwerden (allgemeines Schwächegefühl, Gefühlsstörungen, Schmerzen)

- Chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.86) am ehesten bei chronischer 
Fehlbelastung
- Tendenziell Flachrücken
- Muskuläre Dysbalancen
- Keine ödematösen Veränderungen der Wirbelkörper oder der paravertebralen Weichteile, 

normale Weite des Spinalkanals, keine umschriebenen ödematösen Veränderungen des 
Myelons (MRI Wirbelsäule vom 17. August 2019)

- Erhaltene Höhe der Wirbelkörper und Zwischenwirbelräume, keine abgrenzbare Fraktur 
(Röntgen LWS vom 16. August 2018)

- Aktuelle Bildgebung unauffällig (Röntgen LWS ap./seitlich vom 1. Juli 2020)
- Zustand nach Blitzschlag (8. August 2018)

- Verdacht auf Gastritis (ICD-10 K29.7)
- Leichtgradige pancochleäre Innenohrschwerhörigkeit beidseits (ICD-10 H90.3)
- Intermittierende Miktionsstörungen, differentialdiagnostisch: neurogen, psychogen (ICD-10 

R39.1).

Gestützt auf diese Diagnosen attestierten die Sachverständigen sowohl in der bisherigen 
Tätigkeit wie auch in angepasster Tätigkeit eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Diese 
begründeten sie mit der schweren depressiven Symptomatik. Aus rheumatologischer Sicht 
bescheinigten sie aufgrund des chronischen lumbovertebralen Schmerzsyndroms eine 
Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit bezüglich körperlich schwerer Arbeiten. 
Aus allgemein-internistischer und neurologischer Sicht bestehen keine 
Funktionseinbussen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (IV-act. 1 S. 9).

4.13 RAD-Arzt Dr. med. V.________, FMH Allgemeine Innere Medizin, nahm am 
21. August 2020 zur Expertise Stellung. Er führte aus, die psychiatrische Teilgutachterin 
begründe die vollständige Arbeitsunfähigkeit mit einer schweren organischen depressiven 
Störung, deren organisches Korrelat fraglich sei, einer chronischen Schmerzstörung mit 
somatischen und psychischen Faktoren und einer PTBS, während sie sich nicht 
hinlänglich mit den als nicht valide einzustufenden, neuropsychologischen 
Testergebnissen und den übrigen Diskrepanzen auseinandergesetzt habe, sondern dies 
schlicht im Kontext der affektiven Problematik erkläre. Er empfahl deshalb die Vorlage des 
Dossiers zur Prüfung an den psychiatrischen RAD-Arzt (IV-act. 2).

17

Urteil S 2020 51

4.14 Der psychiatrische RAD-Arzt W.________, Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie, führte am 24. August 2020 aus, die Schlussfolgerungen der Expertin 
seien fachlich nicht zu beanstanden, insbesondere könne eine testpsychologische 
Antwortverzerrung damit durchaus als störungsbedingt nachvollzogen werden. Da es hier 
um eine aus RAD-fallführender internistischer Sicht nicht oder schlecht nachvollziehbare 
gutachterliche Beurteilung gehe, sei zu empfehlen, die im Raum stehenden Fragen, die an 
der Glaubwürdigkeit zweifeln liessen, der Gutachterin direkt zu stellen (IV-act. 3).

4.15 Am 24. September 2020 nahm die psychiatrische Fachärztin Dr. med. univ. 
X.________, Fachärztin Psychiatrie und Psychotherapie, Stellung. Sie gab unter Verweis 
auf Punkt 6.1 ihres Gutachtens an, es habe im Rahmen der psychiatrischen Exploration 
eine schwere depressive Episode festgestellt werden können. Ätiologisch sei diese, wie 
auch im Austrittsbericht der Klinik J.________ im 2018 diagnostiziert, als Folge des 
Blitzunfalles vom 8. August 2018 anzusehen – im Sinne einer organischen depressiven 
Störung, welche gemäss Studienlage (im Gutachten detailliert ausgeführt) als häufige 
Folge nach einem schweren Blitzschlag angenommen werde. Im Rahmen des 
Blitzunfalles würden verschiedene Energieübertragungen auf den Menschen beschrieben. 
Folgen nach einem Blitzschlag, insbesondere psychische und neurologische, würden in 
der Literatur vielfach beschrieben. Die zugrunde liegende Pathophysiologie sei nicht 
gänzlich geklärt. Oftmals finde sich bei peripherer Kontaktverletzung keine strukturellen 
Auffälligkeiten in der Bildgebung. In der Literatur würden unter anderem mögliche 
elektrochemische Veränderungen im Gehirn als Folge des Blitzschlags diskutiert. Gemäss 
Unfallprotokoll sei der Versicherte beim Eintreffen der Hilfskräfte auf dem Boden in stabiler 
Seitenlage liegend angetroffen worden. Er sei nur bedingt ansprechbar gewesen. Zum 
Zeitpunkt des Unfalls habe er Schalungselemente an den Kran angehängt. Der Blitz habe 
in den Kran eingeschlagen. Gemäss Beobachtungen eines Arbeitskollegen müsse der 
Blitz nach dem Einschlag entlang des Lastenseils des Krans bis hinunter zu den 
Schalungselementen zu sehen gewesen sein. Nach dem Einschlag habe er den 
Versicherten auf den Schalungselementen liegen gesehen. Eine sichtbare Eintrittspforte 
sei im Rahmen der Erstversorgung nicht festzustellen gewesen. Nach der Versorgung im 
Akutspital sei er zu stationären Rehabilitation in die Klinik J.________ verlegt worden. Dort 
sei von psychiatrischer Seite eine organische schwere depressive Störung mit akuter 
Suizidalität und eine PTBS festgestellt worden. Nicht alle Blitzopfer wiesen äusserliche 
sichtbare Läsionen auf. Unumstritten sei jedoch, dass der Beschwerdeführer von einem 
Blitz getroffen worden sei, was von Arbeitskollegen auch entsprechend beobachtet und 
dokumentiert worden sei. Das Spektrum möglicher Folgen nach einem Blitzschlag sei 

18

Urteil S 2020 51

gross. Von psychischer Seite träten häufig Depressionen auf, weiter Ermüdung, kognitive 
Störungen und posttraumatische Belastungsstörungen. Blitzunfälle seien im Gegensatz zu 
anderen Hochspannungsunfällen durch eine extrem hohe Stromstärke und eine sehr 
kurze Expositionsdauer charakterisiert. Das Schädigungsproblem seien also elektrische 
Energie, hohe Temperatur und/oder die explosive Kraft der Druckwelle. Das 
Nervensystem erweise sich als besonders anfällig gegenüber Blitzschäden. Aber auch 
psychische Folgen nach Blitzunfall seien häufig. Eine andere Erklärung für die Ätiologie 
der vorliegenden schweren depressiven Episode gebe es nicht. Anamnestisch gebe es 
keinen Hinweis auf das Vorliegen depressiver Symptome vor dem Blitzschlagunfall (IV-
act. 6 S. 1 f.).

4.16 Abschliessend führte Dr. V.________ am 28. September 2020 aus, eine objektive 
Schädigung des Gehirns/Nervensystems und/oder eine nachweisliche Funktionsstörung 
desselben lasse sich dem Antwortschreiben der psychiatrischen Teilgutachterin nicht 
entnehmen. Ebenso fänden sich keine Hinweise oder Anhaltspunkte auf eine andere die 
Symptomatik hinlänglich erklärende körperliche Krankheit, weshalb aus allgemein 
internistischer und versicherungspsychiatrischer Sicht die Diagnose einer organischen 
depressiven Störung nicht ausgewiesen sei (IV-act. 7). 

5. Zunächst stellt sich die Frage, ob der Fallabschluss verfrüht erfolgt ist.

5.1 Nach konstanter Rechtsprechung zu Art. 19 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer 
– sofern allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen 
sind – die Heilbehandlung und das Taggeld nur solange zu gewähren, als von der 
Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des 
Gesundheitszustandes erwartet werden kann. Trifft dies nicht mehr zu, ist der Fall unter 
Einstellung der vorübergehenden Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung des Anspruchs auf 
eine Invalidenrente und auf eine Integritätsentschädigung abzuschliessen (BGE 134 V 109 
E. 4.1). Ob eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes noch möglich ist, 
bestimmt sich namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder 
Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Dabei 
verdeutlicht die Verwendung des Begriffes "namhaft" durch den Gesetzgeber, dass die 
durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen muss. 
Unbedeutende Verbesserungen genügen nicht (BGE 134 V 109 E. 4.3).

19

Urteil S 2020 51

Die Adäquanzprüfung ist bei Anwendung der Praxis gemäss BGE 115 V 133 in jenem 
Zeitpunkt vorzunehmen, in dem von der Fortsetzung der auf die somatischen Leiden 
gerichteten ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes 
mehr erwartet werden kann (BGE 134 V 109 E. 6.1). Folglich muss die Unfallversicherung 
zur Bestimmung des Zeitpunktes des Fallabschlusses über die somatischen Beschwerden 
im Bild sein. Aber auch bei der – unter Ausschluss psychischer Aspekte vorzunehmenden 
– konkreten Prüfung der Adäquanzkriterien, so insbesondere bei der Prüfung der Dauer 
und des Umfangs der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit, ist die Unfallversicherung auf 
eine schlüssige und vollständige medizinische Aktenlage zu den somatischen Unfallfolgen 
angewiesen (zum Ganzen: BGer 8C_210/2018 vom 17. Juli 2018 E. 3.2.3.1).

Sind die Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung noch nicht 
abgeschlossen, so hindert dies den Fallabschluss nicht. Wird der Entscheid der 
Invalidenversicherung über die (berufliche) Eingliederung erst später gefällt, kann dies 
vielmehr Anlass für eine das Taggeld ablösende Übergangsrente nach Art. 19 Abs. 3 UVG 
i.V.m. Art. 30 UVV bilden. Die Übergangsrente ist (vorläufiges) Surrogat der allenfalls 
folgenden (definitiven) Invalidenrente nach Art. 18 ff. UVG. Beim Entscheid über die 
Übergangsrente ist der Unfallversicherer, nicht anders als beim Entscheid über die 
definitive Invalidenrente, im Lichte von BGE 134 V 109 gehalten, auch die Adäquanzfrage 
zu prüfen (BGer 8C_304/2008 vom 1. April 2009 E. 3.1.2).

5.2
5.2.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, es könne nach Blitzunfällen typischerweise 
zu Folgebeeinträchtigungen wie etwa kognitiven Einschränkungen kommen. Dies wird in 
der Literatur tatsächlich beschrieben. Blitzopfer weisen oftmals neurologische Schäden 
auf. In neurologischer Hinsicht stehen Bewusstseinsstörungen im Vordergrund, die 
zwischen Desorientiertheit mit retrograder Amnesie und Bewusstlosigkeit variieren 
können. Derartige Bewusstseinsstörungen sind entweder zerebral oder kardial bedingt. 
Die neurologischen Ausfälle betreffen sowohl die Hirnnerven als auch das übrige 
periphere Nervensystem. Schädigungen der Hirnnerven können sich zum Beispiel in 
optischen und/oder akustischen Störungen, Paresen der mimischen Muskulatur, Aphonien 
und/oder Schluckstörungen äussern. Bei der Beteiligung des peripheren Nervensystems 
werden neben motorischen, sensorischen und vegetativen auch reflektorische Störungen 
beschrieben, wobei die Beschwerden in den meisten Fällen innerhalb der ersten Stunden 
nach dem Blitz-unfall nachlassen. Es werden aber auch Kasuistiken berichtet, bei denen 
die Symptomatik erst nach Tagen oder Wochen auftritt. Motorische Störungen können sich 

20

Urteil S 2020 51

in Paresen und Paralysen, sensorische in Par-, Hyp- und Anästhesien sowie Schmerzen 
äussern; dabei wird als dominierende Schmerzqualität ein Brennen genannt. Als 
vegetative Störungen können Zyanose, Hyperhidrose, Hypertension, Harnblasenatonie 
und/oder Fehlfunktionen der Darmmotalität auftreten. Bei den reflektorischen Störungen 
werden Hyper-, Hypo- und Areflexie beschrieben. In psychischer Hinsicht können bei 
Erwachsenen Depressionen auftreten, die mitunter über Monate persistieren. Hysterisches 
Verhalten wird als Ausdruck extremer Ängste und Emotionen sowohl bei Leichtverletzten 
als auch bei Zeugen eines Blitzunfalls beobachtet. Als weitere mögliche psychische 
Folgen werden Ermüdung, kognitive Störungen, Fotophobien und posttraumatische 
Belastungsstörungen beschrieben (Zack/Rothschild/Wegener, Blitzunfall – 
Energieübertragungsmechanismen und medizinische Folgen, in: Deutsches Ärzteblatt, Jg. 
104, Heft 51–52, A3547 f.). Allerdings liegen weder für die kognitiven Beeinträchtigungen 
noch für die Kopfschmerzen oder die Schmerzen an der rechten Fusssohle ein 
objektivierbares Substrat vor.

5.2.2 Aus den Akten erhellt, dass für die vom Beschwerdeführer geklagten 
Beschwerden, abgesehen vom Barotrauma, kein somatisches Korrelat eruiert werden 
konnte. Bereits im Spital H.________ wurde er bildgebend abgeklärt. Sowohl das CT des 
Schädels wie auch die Röntgenaufnahmen des linken Oberarms/Ellenbogens, beider OSG 
und Füsse waren unauffällig. Ebenfalls konnte eine Herzrhythmusstörung ausgeschlossen 
werden (vgl. Suva-act. 25 S. 1). Ebenso wenig ein organisches Substrat brachten die 
medizinischen Erhebungen durch das Spital I.________ hervor. Es wurden insbesondere 
ein MRI des Schädels und der Wirbelsäule angefertigt, beide mit normalem Befund. 
Ebenfalls ergab ein durchgeführtes EEG keine klar epileptogenen Potentiale. Neurologisch 
wurde ein unauffälliger Hirnnervenstatus erhoben. Ein Infektfokus konnte ausgeschlossen 
werden und die durchgeführte Blutentnahme zeigte keine Erhöhung der CK, sondern 
normwertige Entzündungsparameter und ein normwertiges Blutbild (Suva-act. 19 S. 2). 
Die im Rahmen der neurologischen Konsiliaruntersuchung an der Klinik J.________ 
durchgeführte elektroneurographische Untersuchung musste zwar wegen der 
Stromintoleranz abgebrochen werden. Klinisch neurologisch gab es indessen kein Anhalt 
für ein radikuläres Ausfallsyndrom im Bereich der Arme oder Beine. Ausgeprägte Paresen 
sind nicht nachweisbar. Die unvollständigen elektroneurografischen Befunde im Bereich 
des Nervus medianus rechts waren normal (Suva-act. 51 S. 4 und 25). Angesichts dieser 
Aktenlage folgerte der neurologische Kreisarzt nachvollziehbar, dass der 
Beschwerdeführer echtzeitlich keine äusseren Verletzungen und keine neurologischen 
Störungen aufwies. Erst im Laufe der nächsten Tage und Wochen entwickelte sich ein als 

21

Urteil S 2020 51

neurologisch imponierendes Krankheitsbild, welches indessen syndromatisch und 
neuroanatomisch nicht einzuordnen ist. Die Bildgebung des Zentralnervensystems zeigte 
kein Korrelat für die Beschwerden, weshalb es an einer organischen Grundlage fehlt 
(Suva-act. 58 S. 4 in fine).

5.2.3 Der Beschwerdeführer vertritt gestützt auf das Gutachten der medexperts AG vom 
18. August 2020 die Auffassung, aufgrund der organischen psychischen Störung liege ein 
organisches Leiden vor, weshalb sich eine Adäquanzprüfung erübrige (act. 10 S 2). Dem 
kann nicht gefolgt werden.

Es trifft zwar zu, dass diese Diagnose von der psychiatrischen Sachverständigen 
konstatiert wurde. Indessen liegt dafür nach wie vor kein organisches Substrat vor. 
Lediglich die Diagnosestellung bzw. der Name reicht hierfür nicht aus. Der 
rheumatologische Experte konnte keine relevanten pathologischen oder klinischen 
Befunde erheben. Die ergänzend angefertigten konventionellen Röntgenaufnahmen der 
LWS vom 1. Juli 2020 zeigten keine Auffälligkeiten (IV-act. 1 S. 19). Auch der Neurologe 
vermochte trotz mehrerer Abklärungen (MRI Neurokranium und Wirbelsäule, 
Elektroenzephalographie [EEG], Elektromyographie [EMG] mit Abbruch bei fehlender 
Kooperation) kein organisches Korrelat für die Symptomatik zu finden (IV-act. 1 S. 28). Die 
psychiatrische Teilgutachterin konnte zwar eine schwere depressive Symptomatik 
feststellen. Den Gesundheitsschaden nach ICD-10 F06.3 benannte sie allerdings nur 
aufgrund der Ätiologie als organisch, weil dieser nach dem Blitzunfall eingetreten sei. Sie 
führte zudem hierzu eine Studienlage von M. Cherington auf, wonach eine organische 
depressive Störung als häufige Folge nach einem schweren Blitzschlag angenommen 
werde. Folgen nach einem Blitzschlag, insbesondere psychische und neurologische, 
würden in der Literatur vielfach beschrieben (vgl. IV-act. 1 S. 47 und IV-act. 6 S. 1). 
Gleichzeitig hält sie aber auch fest, die zugrunde liegende Pathophysiologie sei nicht 
gänzlich geklärt. Oftmals fänden sich bei peripherer Kontaktverletzung keine strukturellen 
Auffälligkeiten in der Bildgebung. In der Literatur würden unter anderem mögliche 
elektrochemische Veränderungen im Gehirn als Folge des Blitzschlags diskutiert (IV-act. 6 
S. 1). Auch im hier zu beurteilenden Fall konnte keinerlei strukturelle Läsion am Gehirn 
gefunden werden. Selbst der neurologische Sachverständige konnte kein organisches 
Korrelat vorfinden. Die psychiatrische Gutachterin bezieht sich somit einzig auf 
Literaturangaben, die indessen wissenschaftlich noch nicht haben verifiziert werden 
können. Dies reicht allerdings nicht aus, denn gefordert ist, dass die Befunde mittels 
bildgebenden oder apparativen Abklärungen bestätigt werden können, was vorliegend 

22

Urteil S 2020 51

nicht der Fall ist (anders etwa in BGer 8C_247/2014 vom 2. Mai 2014 E. 4.1). Folglich ist 
beim Beschwerdeführer diesbezüglich von nicht organisch ausgewiesenen Unfallfolgen 
auszugehen.

5.2.4 Was das erlittene Barotrauma anbelangt, schlussfolgerte die Kreisärztin Dr. 
F.________ unter Verweis auf den Bericht von Dr. O.________ vom 24. Mai 2019, dass 
lediglich eine beidseitige leichtgradige pancochleäre Innenohrschwerhörigkeit bestehe, 
welche indessen keiner Hörgeräteversorgung bedarf. Eine Schalleitungsschwerhörigkeit 
lasse sich nicht mehr nachweisen (Suva-act. 84 und 93). Dem polydisziplinären Gutachten 
können sodann keine weiteren somatischen Diagnosen entnommen werden, welche sich 
leistungsmindernd auswirkten. Die vollständige Einschränkung der Leistungsfähigkeit 
basiert einzig auf den psychiatrisch konstatierten Gesundheitsschäden.

5.3 Damit ist erstellt, dass eine namhafte Besserung der physischen Unfallfolgen nicht 
mehr zu erwarten ist, weshalb der Fallabschluss nicht verfrüht erfolgt ist.

6. Bei der Beurteilung der Adäquanz von Unfallfolgeschäden, für die ein natürlicher 
Kausalzusammenhang medizinisch zwar angenommen wird, jedoch nicht oder nicht 
hinreichend organisch nachweisbar ist (vgl. BGE 123 V 98 E. 3b), ist demgegenüber 
zunächst abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein Schleudertrauma der 
HWS, eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung oder ein Schädel-Hirntrauma 
erlitten hat. Ist dies der Fall, muss beurteilt werden, ob die zum typischen Beschwerdebild 
einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen, wie diffuse Kopfschmerzen, 
Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, 
Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw., 
vorliegen (vgl. dazu BGE 134 V 109 E. 6.2.1). Trifft dies zu, gelangt die Rechtsprechung 
gemäss HWS-Praxis zur Anwendung (sog. Schleudertrauma-Praxis); andernfalls erfolgt 
die Beurteilung der Adäquanz nach der Psycho-Praxis gemäss BGE 115 V 133. Bei 
psychischen Fehlentwicklungen nach Unfall werden diese Adäquanzkriterien unter 
Ausschluss psychischer Aspekte geprüft (BGE 140 V 356 E. 3.2).

Da der Beschwerdeführer vorliegend weder ein Schleudertrauma der HWS noch eine dem 
Schleudertrauma äquivalente Verletzung oder ein Schädel-Hirntraum erlitten hat, ist der 
adäquate Kausalzusammenhang zwischen den organisch nicht nachweisbaren 
Beeinträchtigungen und dem Unfallereignis vom 8. August 2018 nach der Psycho-Praxis 
zu prüfen.

23

Urteil S 2020 51

6.1 Nach der Rechtsprechung zu den psychischen Unfallfolgen ist für die Bejahung 
des adäquaten Kausalzusammenhangs im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die 
Entstehung der psychischen Fehlentwicklung eine massgebende Bedeutung zukommt. 
Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder ernsthaft ins 
Gewicht fällt. Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, 
wobei ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf eine Einteilung von banalen bzw. 
leichten, mittleren und schweren Unfällen vorzunehmen ist (BGE 115 V 133 E. 6).

Während bei leichten Unfällen der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und 
psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel ohne weiteres verneint werden kann, ist 
er bei schweren Unfällen regelmässig zu bejahen. Der mittlere Bereich umfasst jene 
Unfälle, welche weder der ersten noch der zweiten Gruppe zugeordnet werden können. 
Gemäss Rechtsprechung lässt sich hier die Frage, ob zwischen Unfall und psychisch 
bedingter Erwerbsunfähigkeit ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht 
aufgrund des Unfalls allein schlüssig beantworten. Das Bundesgericht zieht daher weitere, 
objektiv erfassbare Umstände, die unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen 
oder als direkte bzw. indirekte Folge davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung mit ein. 
Solche unfallbezogenen Umstände dienen als Beurteilungskriterium, weil sie ihrerseits 
nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet 
sind, in Verbindung mit dem Unfall zu einer psychisch bedingten Erwerbsunfähigkeit zu 
führen oder diese zu verstärken. Als wichtigste Kriterien gelten:

- besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des 
Unfalls;

- die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre 
erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;

- ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
- körperliche Dauerschmerzen;
- ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
- schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
- Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit.

Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist jedoch nicht in 
jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurteilung des 
adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen Unfall und psychisch bedingter 

24

Urteil S 2020 51

Erwerbsunfähigkeit neben dem Unfall allenfalls ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft 
einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren 
Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall 
zu qualifizieren ist. Andererseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges 
Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist. Kommt keinem 
Kriterium ein besonderes bzw. ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere 
unfallbezogene Kriterien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall 
ist. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem 
Grenzbereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu 
berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, damit die 
Adäquanz bejaht werden kann. Diese Würdigung des Unfalls zusammen mit den 
objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz. Damit entfällt die 
Notwendigkeit, nach anderen Ursachen zu forschen, die möglicherweise die psychisch 
bedingte Erwerbsunfähigkeit mitbegünstigt haben könnten. Bei psychischen 
Fehlentwicklungen nach einem Unfall werden diese Adäquanzkriterien unter Ausschluss 
psychischer Aspekte geprüft (zum Ganzen: BGE 115 V 133 E. 6). 

6.2 Es gilt zunächst, den streitbetroffenen Unfall – ausgehend vom augenfälligen 
Geschehensablauf (vgl. BGer 8C_129/2009 vom 15. September 2009 E. 5.2.1) – nach 
seiner Schwere zu gewichten.

6.2.1 Laut Schadenmeldung vom 10. August 2018 sei es durch das schlechte Wetter 
am Morgen zu einem Blitzeinschlag in einen Kran auf der Baustelle gekommen. Der 
Beschwerdeführer habe in diesem Moment die Ketten des Krans in der Hand gehalten, da 
er Elemente habe anhängen wollen, weshalb der Blitzeinschlag auch ihn erwischt habe 
(Suva-act. 1 S. 2). Dem Polizeirapport vom 9. November 2018 ist zu entnehmen, dass 
gemäss Aussage eines Arbeitskollegen der Beschwerdeführer ca. um 6.45 Uhr bei 
aufziehendem Regen die Mannschaftsbaracke auf der Baustelle verlassen habe, um 
Schalungselemente an den Kran zu hängen. Die Schalungselemente seien aufeinander 
gestapelt gewesen (Höhe ca. 2,2 m), weshalb der Versicherte auf diesen Stapel gestiegen 
sei und die Nylongurte am Haken des Krans eingehängt habe. Genau in diesem Moment, 
als der Beschwerdeführer die nassen Nylongurte noch in den Händen gehalten habe, sei 
ein Blitz in den Kran eingeschlagen. Ein weiterer Arbeitskollege gab zu Protokoll, er habe 
den Blitzeinschlag von seinem Arbeitsplatz im Nebengebäude aus beobachten können. 
Der Blitz sei nach dem Einschlag entlang des Lastseils des Krans bis hinunter zu den 
Schalungselementen zu sehen gewesen. Nach dem Einschlag habe er einen Arbeiter auf 

25

Urteil S 2020 51

den Schalungselementen liegen sehen. Gemäss Angaben der ausgerückten Polizisten 
war der Beschwerdeführer in der Mannschaftsbaracke auf dem Boden in stabiler 
Seitenlage anzutreffen. Er sei zu diesem Zeitpunkt nur bedingt ansprechbar gewesen. 
Äussere Verletzungen hätten nicht festgestellt werden können (Suva-act. 45 S. 5). Auch 
die Ärzte des Spitals H.________ konnten keine Eintrittspforte des Blitzes in den Körper 
feststellen (Suva-act. 25 S. 1).

6.2.2 Während die Suva von einem mittelschweren Unfall im mittleren Bereich ausgeht 
(vgl. Suva-act. 137 E. 4.2), stellt sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt, es liege – 
sollte vorliegend nicht gar die allgemeine Adäquanzformel analog wie bei 
Schreckereignissen anwendbar sein – ein schwerer Unfall, mindestens aber ein 
mittelschwerer im Grenzbereich zu den schweren Unfällen vor (act. 1 Ziff. 22–24).

6.2.3 Rechtsprechung und Lehre haben schreckbedingte plötzliche Einflüsse auf die 
Psyche seit jeher als Einwirkung auf den menschlichen Körper (im Sinne des geltenden 
Unfallbegriffes) anerkannt und für ihre unfallversicherungsrechtliche Behandlung 
besondere Regeln entwickelt. Danach setzt die Annahme eines Unfalles voraus, dass es 
sich um ein aussergewöhnliches Schreckereignis, verbunden mit einem entsprechenden 
psychischen Schock, handelt; die seelische Einwirkung muss durch einen gewaltsamen, in 
der unmittelbaren Gegenwart des Versicherten sich abspielenden Vorfall ausgelöst 
werden und in ihrer überraschenden Heftigkeit geeignet sein, auch bei einem gesunden 
Menschen durch Störung des seelischen Gleichgewichts typische Angst- und 
Schreckwirkungen (wie Lähmungen, Herzschlag etc.) hervorzurufen (BGer 8C_609/2018 
vom 5. Dezember 2018 E. 2.2). Typische Schreckereignisse sind Brand- oder 
Erdbebenkatastrophe, ein Eisenbahn- oder Flugzeugunglück, eine schwere Autokollision, 
ein Brückeneinsturz, ein Bombenabwurf, ein verbrecherischer Überfall oder eine sonstige 
plötzliche Todesgefahr (Rumo-Jungo/Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. 2012, S. 46 
f.). Die Adäquanz zwischen einem Schreckereignis ohne körperliche Verletzungen und 
den nachfolgend aufgetretenen psychischen Störungen ist nach der allgemeinen Formel 
(gewöhnlicher Lauf der Dinge und allgemeine Lebenserfahrung) zu beurteilen. Diese 
Rechtsprechung trägt der Tatsache Rechnung, dass bei Schreckereignissen – anders als 
im Rahmen üblicher Unfälle – die psychische Stresssituation im Vordergrund steht, 
wogegen dem somatischen Geschehen keine (entscheidende) Bedeutung beigemessen 
werden kann. Aus diesem Grund ist die (analoge) Anwendung der in BGE 115 V 133 
entwickelten Adäquanzkriterien ebenso ungeeignet wie diejenige der so genannten 

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Urteil S 2020 51

Schleudertrauma-Praxis (BGE 134 V 109). Nicht anders verhält es sich, wenn die 
versicherte Person zwar körperlich verletzt wird, die somatischen Beeinträchtigungen 
indessen lediglich von untergeordneter Bedeutung sind und im Vergleich zum erlittenen 
psychischen Stress in den Hintergrund treten. Denn auch in solchen Fällen kommt dem 
somatischen Geschehen keine wesentliche Bedeutung zu. Mithin hat die Beurteilung der 
Adäquanz zwischen Schreckereignissen, bei welchen die versicherte Person zwar (auch) 
körperliche Beeinträchtigungen davonträgt, letztere aber nicht entscheidend ins Gewicht 
fallen, und psychischen Schäden nach der allgemeinen Adäquanzformel zu erfolgen 
(BGer 8C_298/2016 vom 30. November 2016 E. 4.3).

Angesichts der dargelegten Rechtsprechung ist der Blitzschlagunfall des 
Beschwerdeführers nicht den eigentlichen bzw. "reinen" Schreckereignissen zuzuordnen. 
Wie erwähnt, steht bei solchen die psychische Stresssituation im Vordergrund. Bei 
Schreckereignissen ist die schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren 
Faktors nicht physischer, sondern psychischer Natur. Mit anderen Worten wird eine 
versicherte Person lediglich Zeuge eines solchen Geschehens und grundsätzlich dadurch 
nicht in somatischer Hinsicht geschädigt.

Daneben stellt sich aber auch die Frage, wie bei Ereignissen zu verfahren ist, bei denen 
die versicherte Person auch körperliche Beeinträchtigungen davonträgt. In solchen Fällen, 
wenn die versicherte Person zwar körperlich verletzt wird, die somatischen 
Beeinträchtigungen indessen lediglich von untergeordneter Bedeutung sind und im 
Vergleich zum erlittenen psychischen Stress in den Hintergrund treten, wird die Adäquanz 
nach der allgemeinen Formel geprüft. Denn auch in solchen Fällen kommt dem 
somatischen Geschehen keine wesentliche Bedeutung zu (BGer U 548/06 vom 
20. September 2007 E. 2.4). Der Beschwerdeführer erlitt ein Barotrauma und daneben 
zahlreiche nicht objektivierbare Beeinträchtigungen wie kognitive Einschränkungen und 
psychische Leiden. Doch auch diesfalls ist der Blitzschlagunfall des Versicherten nicht als 
Schreckereignis zu werten, obschon eine gewisse Eindrücklichkeit nicht abzusprechen ist. 
Nach wie vor bedarf es aber eines aussergewöhnlichen Schreckereignisses, verbunden 
mit einem entsprechenden psychischen Schock. Vorliegend wurde der Beschwerdeführer 
indessen nicht direkt vom Blitz getroffen, sondern es kam zu einem sogenannten "contact 
strike". Der Blitz schlug oben in den Kran ein und gelangte über das Lastenseil, welches 
der Versicherte am Ende berührte, zum Boden hin. Ein Teil der Energie floss zweifelsohne 
durch ihn hindurch. Allerdings ist angesichts des Verletzungsbildes – insbesondere fehlten 
Stromein- und austrittsmarken, er litt nicht an Herzrhythmusstörungen und war beim 

27

Urteil S 2020 51

Eintreffen der Rettungskräfte bedingt ansprechbar – davon auszugehen, dass er nur einen 
sehr geringen Teil abbekam und die Hauptentladung über die Schalungselemente erfolgte. 
Deshalb ist es gerechtfertigt, den hier zu beurteilenden Unfall wie einen (Stark-
)Stromunfall zu behandeln und nicht wie ein Schreckereignis.

6.2.4 In seinem Urteil 8C_584/2010 vom 11. März 2011 hat das Bundesgericht ein 
Ereignis, bei welchem die versicherte Person auf einer Leiter stehend eine Dachrinne 
reinigte, welche unter Strom stand (230 Volt Spannung), und anschliessend bewusstlos 
aus rund drei Metern auf den Boden fiel, insgesamt als mittelschwer im Grenzbereich zu 
den schweren Unfällen eingestuft. Es hielt fest, zum bereits für sich allein als mittelschwer 
zu qualifizierenden Stromunfall mit Bewusstlosigkeit oder zumindest Benommenheit und 
Muskelkrämpfen hätten sich aufgrund des Verlusts der Kontrolle über den eigenen Körper 
beim Leitersturz auf den Betonboden nochmals zusätzliche Kräfte entwickelt, weshalb das 
Unfallereignis insgesamt als mittelschwer im Grenzbereich zu den schweren Unfällen zu 
qualifizieren sei (E. 4.2.4 des vorgenannten Urteils). Im Urteil 8C_362/2011 vom 30. Juni 
2011 bestätigte das Bundesgericht diese Rechtsprechung. Der dort zu beurteilende Fall 
betraf einen Versicherten, welcher beim Anfassen eines Stromkabels bzw. des Backofens 
mit beiden Händen einen Stromschlag erlitt (420 Volt Spannung) und nach hinten 
gestossen wurde, wobei ihm schwarz wurde vor Augen. Er verlor kurz das Bewusstsein 
und fiel zu Boden. Weder klebte er an der Stromquelle fest noch bildeten sich Stromein- 
oder austrittsmarken. Den Unfall ordnete es als mittelschwer im mittleren Bereich ein 
(E. 3.2 des soeben genannten Urteils). Dieselbe Einordnung machte das damalige 
Eidgenössische Versicherungsgericht (EVG) in seinem Urteil U 166 vom 15. Februar 1993 
(RKUV 1993 Nr. U 166 S. 92 E. 2b). Das Sozialversicherungsgericht Zürich ordnete in 
seinem Urteil UV.2009.00185 vom 22. November 2010 ein Ereignis, bei welchem die 
versicherte Person bei Reinigungsarbeiten einen Stromschlag erlitt und zu Boden stürzte, 
wobei sie sich keine schwerwiegenden somatischen Verletzungen zuzog, als mittelschwer 
im Grenzbereich zu den leichten Unfällen ein (E. 5.6). In einem weiteren Urteil kam das 
Sozialversicherungsgericht Zürich zu demselben Ergebnis, als ein Versicherter beim 
Ausmitteln von Stromleitungen einen Niederspannungsunfall mit 552 Volt 
Gleichstromschlag erlitt und sich vor seinem Gesicht ein Lichtbogen entwickelte. Er blieb 
weder an der Stromquelle festkleben noch erlitt er Stromein- oder austrittsmarken. Er 
stürzte in der Folge auch nicht (SVGer ZH UV.2017.00100 vom 15. Juni 2018 E. 6.4).

Da der Beschwerdeführer vorliegend weder am Lastenseil festklebte noch Stromeintritts- 
oder austrittsmarken feststellbar waren noch ein zusätzlicher Sturz gegeben war und er 

28

Urteil S 2020 51

indessen nur kurz bewusstlos war, ist das hier zu beurteilende Ereignis als mittelschwer im 
mittleren Bereich einzuordnen. Demzufolge kann der adäquate Kausalzusammenhang 
bejaht werden, wenn mindestens drei der massgeblichen Kriterien bzw. eines davon in 
ausgeprägter Weise erfüllt ist (BGer 8C_147/2017 vom 2. August 2017 E. 5.1).

6.3
6.3.1 Der Berücksichtigung des Kriteriums der besonders dramatischen 
Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls liegt der Gedanke 
zugrunde, dass solche Umstände geeignet sind, bei der betroffenen Person während des 
Unfallgeschehens oder nachher psychische Abläufe in Bewegung zu setzen, die an den 
nachfolgenden psychischen Fehlentwicklungen mitbeteiligt sein können. Dabei sind 
objektive Massstäbe anzuwenden. Nicht was im einzelnen Betroffenen beim Unfall 
psychisch vorgeht – sofern sich dies überhaupt zuverlässig feststellen liesse – soll 
entscheidend sein, sondern die objektive Eignung solcher Begleitumstände, bei 
Betroffenen psychische Vorgänge der genannten Art auszulösen. Zu beachten ist zudem, 
dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit eigen ist 
(BGer 8C_179/2012 vom 8. November 2012 E. 5.2.2, mit weiteren Hinweisen).

Eine besondere Eindrücklichkeit wurde bejaht bei einem Lastwagenfahrer, dessen 
Fahrzeug durch Berührung einer Fahrleitung der SBB unter Strom geriet, der Versicherte 
jedoch selbst keinen Stromschlag erlitt, da der Lastwagen nach den Regeln der Physik als 
"Faradayscher Käfig" wirkte, der Lastwagen durch die entstandene Druckwelle erheblich 
beschädigt wurde und Fensterscheiben des SBB-Gebäudes zerbarsten. Ebenso bejaht 
wurde das Kriterium bei einem Stromunfall, bei dem eine Person beim Reinigen der 
Regenrinne eines Bauernhofs, welche unter Strom stand, wegen der Muskelverkrampfung 
der rechten Hand die Umklammerung der Regenrinne nicht mehr hatte lösen können. Als 
der Hofbesitzer den Strom schliesslich ausschaltete, stürzte die Person – inzwischen 
bewusstlos geworden – zusammen mit einer Metallleiter unkontrolliert aus rund drei 
Metern auf den Betonboden und blieb dort verletzt liegen (BGer 8C_89/2012 vom 10. Mai 
2012 E. 6.2.2).

Dem vorliegend zu beurteilenden Unfall kann auch bei objektiver Betrachtungsweise eine 
gewisse Eindrücklichkeit nicht abgesprochen werden. Ein Blitzeinschlag zusammen mit 
dem entsprechenden Knall erscheint durchaus so eindrücklich wie ein Stromunfall. Das 
Kriterium kann daher als erfüllt erachtet werden, wenn auch nicht in besonders 
ausgeprägter Weise.

29

Urteil S 2020 51

6.3.2 Das Bundesgericht hat verschiedentlich erkannt, dass Stromunfälle 
erfahrungsgemäss geeignet sind, zu psychischen Leiden zu führen, weshalb das Kriterium 
der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzungen in solchen Fällen gegeben 
sei (BGer 8C_179/2012 vom 8. November 2012 E. 5.2.3). Dies kann bei einem Blitzunfall, 
wie dem vorliegenden, auch Geltung beanspruchen. Aufgrund des in Erwägung 6.2.4 und 
6.3.1 hiervor Dargelegten ist dieses Kriterium indessen nicht in ausgeprägter Weise erfüllt. 

6.3.3 Das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der physisch bedingten ärztlichen 
Behandlung ist nicht allein nach einem zeitlichen Massstab zu beurteilen. Von Bedeutung 
sind auch Art und Intensität der Behandlung sowie der Umstand, inwieweit noch eine 
Besserung des Gesundheitszustandes zu erwarten ist. Gesamthaft betrachtet wird eine 
länger dauernde, kontinuierliche und zielgerichtete Behandlung somatisch begründbarer 
Beschwerden vorausgesetzt. Dabei reichen ärztliche Verlaufskontrollen, medikamentöse 
Therapie sowie Physiotherapie nicht aus (BGE 140 V 356 E. 5.6.2; BGer 8C_344/2013 
vom 10. Oktober 2013 E. 10).

Wie bereits unter Erwägung 6 dargelegt, gilt es nur die physischen Unfallfolgen zu 
berücksichtigen. Der Beschwerdeführer hat einzig ein Barotrauma erlitten, welches 
objektivierbar war. Weitere somatische Verletzungen konnten durch die bildgebenden 
Untersuchungen nicht gefunden werden (vgl. E. 5.2 hiervor). Die beidseitige pantonale 
Schwerhörigkeit mit einem Hörverlust von 12 % auf der rechten und 15 % auf der linken 
Seite führt zu keiner Hörgeräteversorgung. Insbesondere konnte eine 
Schallleitungsschwerhörigkeit nicht mehr nachgewiesen werden. Zu dieser Beurteilung 
gelangte Dr. O.________ bereits am 24. Mai 2019, mithin knapp zehn Monate nach dem 
Unfallereignis (vgl. E. 4.6 hiervor). Gemäss der Kreisärztin ist es gar möglich, dass sich 
das Gehör noch weiter verbessert. Ausweislich der Akten musste sich der Versicherte 
diesbezüglich keinen intensiven Behandlungen unterziehen. Die stationären Aufenthalte in 
den Rehakliniken wie auch in der Psychiatrie sind den weiteren, organisch nicht 
nachweisbaren Beschwerden geschuldet, welche es auszublenden gilt. Angesichts 
dessen kann die Erfüllung dieses Kriteriums nicht bejaht werden.

6.3.4 Bezüglich des Kriteriums der körperlichen Dauerschmerzen ist massgebend, ob 
über den gesamten Zeitraum andauernde Beschwerden vorlagen (BGer 8C_53/2019 vom 
9. Mai 2019 E. 5.3). Diese körperlichen Schmerzen müssen auf organisch nachweisbare, 
unfallkausale Befunde zurückgehen. Psychische Beschwerden können selbst dann nicht 

30

Urteil S 2020 51

in die Beurteilung der Adäquanz einbezogen werden, wenn sie körperlich imponieren (vgl. 
BGer 8C_933/2014 vom 22. April 2015 E. 3.2.2.3).

In Bezug auf das Barotrauma klagte der Beschwerdeführer nicht über Schmerzen. Bei der 
Aufnahme ins Spital I.________ berichtete er über bewegungsabhängige Schmerzen an 
Händen, Handgelenken, Füssen und Achillessehnen sowie über Müdigkeit (Suva-act. 19 
S. 4). Anlässlich des Aufenthalts in der Klinik J.________ berichtete der Beschwerdeführer 
über Schmerzen in beiden Beinen, links im Bereich des Oberschenkels, rechts im Bereich 
des gesamten Fusses, vor allem bei Belastung. Er beklagte sich auch über ein 
Druckgefühl im rechten Fuss sowie über einen Krampf im Bereich der Fusssohle unter 
Belastung. Die anfänglich aufgetretenen Rückenschmerzen seien nicht mehr vorhanden, 
auch die ausstrahlenden Schmerzen vom Rücken in die Beine (Suva-act. 51 S. 25). Auch 
bei Eintritt in die Klinik P.________ schilderte er starke Schmerzen an der Fusssohle 
rechts sowie Kopf- und Magenschmerzen. LWS-Schmerzen mit Ausstrahlung ins rechte 
Bein waren nicht vorhanden. Das Barotrauma gab er als gebessert an (Suva-act. 95 S. 8 
f.). Hierbei sind einzig die Folgen des Barotraumas zu berücksichtigen, da lediglich dafür 
ein organisches Korrelat vorhanden ist. Die weiteren geklagten Schmerzen sind somatisch 
nicht erklärbar, mithin psychosomatisch und haben somit unbeachtlich zu bleiben. 
Demnach ist die Bejahung auch dieses Kriteriums zu verneinen.

6.3.5 Anhaltspunkte für das Vorliegen einer ärztlichen Fehlbehandlung liegen keine vor 
und werden denn auch nicht geltend gemacht. Weiterungen hierzu erübrigen sich. Das 
Kriterium ist nicht erfüllt.

6.3.6 Aus der blossen Dauer der ärztlichen Behandlung und der geklagten 
Beschwerden darf nicht schon auf einen schwierigen Heilungsverlauf und erhebliche 
Komplikationen geschlossen werden. Es bedarf dazu besonderer Gründe, welche die 
Genesung beeinträchtigt oder verzögert haben. Der Umstand, dass trotz verschiedener 
Therapien keine Beschwerdefreiheit erreicht werden kann, genügt allein nicht (BGer 
8C_803/2017 vom 14. Juni 2018 E. 3.6). Gleiches gilt für die Einnahme vieler 
Medikamente und die Durchführung verschiedener Therapien (BGer 8C_252/2007 vom 
16. Mai 2008 E. 7.6).

Hierbei ist, wie schon unter Erwägung 6.3.4 vorstehend dargelegt, lediglich das 
Barotrauma einzubeziehen. Diesbezüglich sind keinerlei Komplikationen oder ein 
schwieriger Heilungsverlauf zu erblicken. Das Kriterium ist nicht erfüllt.

31

Urteil S 2020 51

6.3.7 Beim Kriterium des Grades und der Dauer der Arbeitsunfähigkeit sind nur jene 
Zeiten zu berücksichtigen, während der die versicherte Person aufgrund einer rein 
physischen Betrachtungsweise arbeitsunfähig war (vgl. BGer 8C_362/2014 vom 25. Juni 
2014 E. 4.2.7)

Durch das Barotrauma wurde der Beschwerdeführer nicht erheblich in seiner 
Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Bereits neun Monate nach dem Unfallereignis stand fest, 
dass er zwar auf beiden Seiten einen leichten Hörverlust hinnehmen muss, indessen eine 
Hörgeräteversorgung nicht indiziert ist. Eine Schallleitungsschwerhörigkeit konnte 
ausgeschlossen werden (vgl. E. 4.6 und 4.7 hiervor). Damit ist auch dieses Kriterium nicht 
gegeben.

6.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass von den zu prüfenden Adäquanzkriterien 
lediglich deren zwei erfüllt sind, namentlich die besonders dramatischen Begleitumstände 
oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls sowie die Schwere oder besondere Art der 
erlittenen somatischen Verletzungen, beide indessen nicht in ausgeprägter Weise. 
Infolgedessen ist der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 
8. August 2018 und den psychischen Beschwerden zu verneinen.

7. Nach dem Gesagten steht fest, dass die Suva den adäquaten 
Kausalzusammenhang zwischen den geltend gemachten psychischen Beschwerden und 
dem Unfallereignis vom 8. August 2018 zu Recht verneint hat und die Leistungseinstellung 
per 30. November 2019 nicht zu beanstanden ist. Damit erweist sich die 
Verwaltungsgerichtsbeschwerde als unbegründet und ist abzuweisen.

8. Das Verfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht ist kostenlos und eine 
Parteientschädigung ist dem Beschwerdeführer – bei vollständigem Unterliegen – nicht 
zuzusprechen (vgl. Art. 61 lit. a und lit. g ATSG). Dem obsiegenden Sozialversicherer ist in 
Übereinstimmung mit Art. 61 lit. g ATSG – welcher nur für die obsiegende Beschwerde 
führende Partei eine Entschädigung vorsieht – ebenfalls keine Parteientschädigung 
zuzusprechen.

32

Urteil S 2020 51

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Luzern Beschwerde in öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten eingereicht werden.

5. Mitteilung an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (im Doppel), an die 
Suva, Schweizerische Unfallversicherungsanstalt, Luzern, sowie an das 
Bundesamt für Gesundheit, Bern.

Zug, 26. April 2021

Im Namen der
SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHEN KAMMER
Der Vorsitzende

Der Gerichtsschreiber

versandt am