# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 262341f9-9a21-5ef5-8d67-6b4f3a8de838
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-08-27
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 27.08.2020 UV 2018/69
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_UV-2018-69_2020-08-27.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2018/69

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 08.12.2020

Entscheiddatum: 27.08.2020

Entscheid Versicherungsgericht, 27.08.2020
Art. 18, 24 f. UVG. Volle Arbeitsfähigkeit adaptiert. Kein Rentenanspruch, 
kein Anspruch auf eine höhere Integritätsentschädigung als zugesprochen. 
Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 27. August 2020, UV 2018/69).

Entscheid vom 27. August 2020

Besetzung

Präsidentin Miriam Lendfers, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider und 

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiberin Annina Janett

Geschäftsnr.

UV 2018/69

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Fürsprecher lic. iur. Daniel Küng, Anwaltskanzlei St. Jakob, 

St. Jakob Strasse 37, 9000 St. Gallen,

gegen

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Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Invalidenrente / Integritätsentschädigung

Sachverhalt

A.  

A.___ war seit dem Jahr 2001 als Reinigungsfachmann bei der B.___ tätig und 

dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) obligatorisch gegen 

die Folgen von Unfällen versichert. Am 4. August 2015 zog er sich bei der Reinigung 

einer Maschine eine Schnittverletzung an den Fingern der rechten Hand zu (Suva-act. 

2). Der Versicherte wurde gleichentags im Kantonsspital St. Gallen (KSSG) vorstellig, 

wo er am 5. August 2015 bei der Diagnose tangenitale Schnittverletzung D4 und D5 

der rechten Hand mit Beugesehnenläsion FD-Sehne Zone 1 D4 und 100%iger 

Durchtrennung N8 und A8 operiert wurde (Austrittsbericht vom 7. August 2015, Suva-

act. 7; vgl. auch Suva-act. 3, 8). Bei postoperativ unkompliziertem Verlauf wurde dem 

Versicherten eine ergotherapeutische Behandlung verordnet (Suva-act. 9-3, 13 ff., 25, 

39). Er war bis am 22. November 2015 zu 100% und ab dem 23. November 2015 zu 

50% arbeitsunfähig (vgl. Suva-act. 10 f., 18, 32). Die Suva erbrachte die gesetzlichen 

Leistungen (Heilkosten- und Taggeldleistungen; Suva-act. 4 ff.).

A.a. 

Im Verlaufsbericht vom 31. Dezember 2015 attestierten die Ärzte des KSSG dem 

Versicherten ab Januar 2016 eine 80%ige Arbeitsfähigkeit (Suva-act. 42). Am 18. 

Januar 2016 teilte der Versicherte der Suva telefonisch mit, dass er seine 

Arbeitstätigkeit aufgrund von starken Schmerzen wieder habe auf 50% reduzieren 

müssen (Suva-act. 46). Am 4. Februar 2016 berichteten die Ärzte der Klinik für Hand-, 

Plastische- und Wiederherstellungschirurgie des KSSG, dass der Versicherte aus 

handchirurgischer Sicht zu 100% arbeitsfähig wäre, dies ihm aber aufgrund der von 

A.b. 

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ihm berichteten diffusen Schmerzen nicht möglich sei. Die Ergotherapie habe der 

Versicherte abgebrochen (Suva-act. 52).

Am 22. Februar 2016 wurde der Versicherte von Dr. med. C.___, Facharzt für 

Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, kreisärztlich 

untersucht. Der Kreisarzt hielt fest, dass klinisch Hinweise auf ein beginnendes CRPS 

mit persistierender Einschränkung der Fingerbeweglichkeit bei nicht nachvollziehbaren 

Beschwerden an der rechten Hand vorlägen. Er empfahl die Vereinbarung eines 

Behandlungstermins in der Klinik D.___. Bis zur Vorlage des entsprechenden 

Behandlungsberichts bezeichnete er die "bisherige 50%ige Arbeitsfähigkeit" als 

ausgewiesen (Suva-act. 59).

A.c. 

Am 29. März 2016 fand in der Rheumatologie der Klinik D.___ eine konsiliarische 

Untersuchung des Versicherten statt. Diese ergab die Diagnose eines neuropathischen 

Schmerzbilds D4 rechts, differentialdiagnostisch CRPS, in partieller Remission. Dem 

Versicherten wurde eine Arbeitsunfähigkeit von weiterhin 50% attestiert (Suva-act. 68). 

Im April und Mai 2016 fanden erneut Nachkontrollen im KSSG statt und es wurde eine 

Vorstellung im Schmerzzentrum des KSSG veranlasst (vgl. IV-act. 75, 79).

A.d. 

Anlässlich der von der Suva veranlassten handchirurgischen Untersuchung vom 

22. August 2016 wurde dem Versicherten eine posttraumatische 

Bewegungseinschränkung der rechten Hand mit neuropathischem Schmerzbild 

diagnostiziert und eine neurologische Abklärung empfohlen (Bericht von Dr. med. E.___ 

vom 24. August 2016, Suva-act. 96). Diese ergab keine klinischen Anhaltspunkte für ein 

Neurom und keine konkreten Hinweise für ein CRPS. Die Sensibilitätsstörungen und 

die Berührungsüberempfindlichkeit/Allodynie am rechten Ringfinger wurden jedoch 

durch die Verletzung des Interdigitalnervs N8 als gut erklärt bezeichnet (Bericht von 

Dr. med. F.___ vom 31. Oktober 2016, Suva-act. 102). Im Rahmen der Abklärungen im 

Schmerzzentrum des KSSG fand in der Klinik für Psychosomatik ein psychologisches 

Assessment statt, anlässlich welchem die Ärzte eine mittelgradige depressive Episode 

(ICD-10 F32.1) diagnostizierten (Berichte vom 18. November und 14. Dezember 2016, 

Suva-act. 109, 117).

A.e. 

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Im Februar 2017 wurde der Versicherte wegen der persistierenden Beschwerden in 

der rechten Hand sowie einer unfallunabhängigen Epicondylitis humeri radialis des 

linken Ellbogens erneut von Dr. E.___ untersucht. Mit Bericht vom 22. Februar 2017 

bestätigte dieser das Vorliegen einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit und empfahl unter 

Hinweis auf die festgefahrene Situation die Vorstellung beim Suva-Kreisarzt (Suva-act. 

123). Der Hausarzt attestierte dem Versicherten ab Ende März 2017 eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit (vgl. Suva-act. 126 f.).

A.f. 

Am 3. Mai 2017 fand die kreisärztliche Abschlussuntersuchung statt. Kreisarzt Dr. 

med. G.___, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 

Bewegungsapparates, diagnostizierte ein unfallabhängiges, residuelles, aber 

weitgehend regredientes CRPS mit verbleibender residueller 

Funktionsbeeinträchtigung der rechten Hand mit Bewegungseinschränkung der 

Fingergrund-, Fingermittel- und Fingerendgelenke des Ring- und Kleinfingers rechts, 

Sensibilitätsstörungen und neuropathischem Schmerzsyndrom des Ringfingers rechts 

und mittelgradigem Kraftverlust der Hand bei Faustschluss nach kombinierter Sehnen-, 

Gefäss und Nervenverletzung des Ring- und Kleinfingers der rechten Hand am 4. 

August 2015. Unfallunabhängig bestehe insbesondere eine distale 

Bizepssehnentendinitis linker Unterarm. Dr. G.___ hielt fest, dass bei weitgehend 

stationärem Verlauf über die vorangegangenen Monate mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit von keiner namhaften Besserung der unfallbedingten 

Gesundheitsstörungen ausgegangen werden könne. Die ab Ende März 2017 attestierte 

volle Arbeitsunfähigkeit beziehe sich weitgehend auf die distale Bizepssehnentendinitis 

des linken Unterarms, die sich unfallunabhängig in den Monaten zuvor entwickelt habe 

(Bericht vom 4. Mai 2017, Suva-act. 135). Dr. G.___ schätzte den Integritätsschaden 

auf 7.5% (Suva-act. 136).

A.g. 

Vom 3. bis 28. Juli 2017 war der Versicherte in integrativer tagesklinischer 

Behandlung in der Klinik H.___. Die behandelnden Ärzte berichteten, dass beim 

Versicherten eine Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion (ICD-10 F 43.21) sowie 

ein chronisches Schmerzsyndrom (ICD-10 R52.1) bestünden. Bei Austritt habe 

insgesamt von einer leichten Rückbildung der depressiven Symptomatik sowie von 

einer leichten Verbesserung des psychophysischen Gesamtzustandes ausgegangen 

A.h. 

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werden können (IV-Fremd-act. 52; vgl. auch den Bericht vom 5. Juli 2017, IV-Fremd-

act. 48).

Mit Schreiben vom 30. August 2017 teilte die Suva dem Versicherten mit, dass sie 

die Heilkosten- und Taggeldleistungen per 30. Juni 2017 einstellen werde. Die seit 

Ende März 2017 bestehende volle Arbeitsunfähigkeit sei vorwiegend auf unfallfremde 

Faktoren zurückzuführen. Entgegenkommenderweise werde auf die Rückforderung der 

bisher erbrachten Taggeldleistungen auf der Basis einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit 

verzichtet (Suva-act. 147).

A.i. 

Im Dezember 2017 und Januar 2018 wurde der Versicherte im Auftrag der IV-Stelle 

des Kantons St. Gallen, bei welcher er sich bereits im Dezember 2015 zum Bezug von 

IV-Leistungen angemeldet hatte (IV-Fremd-act. 1), durch das Medizinische Zentrum 

Römerhof (MZR) polydisziplinär (chirurgisch-internistisch, orthopädisch, neurologisch, 

neuropsychologisch und psychiatrisch) begutachtet (Gutachten vom 28. März 2018, IV-

Fremd-act. 72). Die Gutachter berichteten, beim Versicherten bestehe mit Auswirkung 

auf die Arbeitsfähigkeit ein neuropathisches Schmerzsyndrom D4 bei Status nach 

Schnittverletzung D4 und D5 am 4. August 2015 mit Beugedefizit der Finger der 

rechten Hand. Dieser Diagnose massen sie Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu. 

Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beständen u.a. eine distal symmetrische axonale 

sensible Polyneuropathie, eine längere depressive Reaktion im Rahmen einer 

Anpassungsstörung (ICD-10 F 43.21) sowie eine chronische Schmerzstörung mit 

somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41). Der Versicherte sei in der 

zuletzt ausgeübten Erwerbstätigkeit als Reinigungskraft seit November 2015 zu 50% 

arbeitsfähig. In einer dem Leiden optimal angepassten, leichten bis mittelschweren 

Tätigkeit ohne belastende feinmotorische Arbeiten für die rechte Hand bestehe aus 

interdisziplinärer Sicht eine uneingeschränkte 100%ige Arbeitsfähigkeit (IV-Fremd-act. 

72-82 ff.).

A.j. 

Am 24. Januar 2018 löste die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis per 30. April 

2018 auf (Suva-act. 167).

A.k. 

Mit Verfügung vom 31. Januar 2018 sprach die Suva dem Versicherten eine 

Integritätsentschädigung basierend auf einer Integritätseinbusse von 7.5% zu. Einen 

A.l. 

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B.  

Rentenanspruch verneinte sie (Suva-act. 160). Mit Einspracheentscheid vom 21. 

August 2018 wies die Suva die gegen diese Verfügung erhobene Einsprache (Suva-act. 

168, 172) ab (Suva-act. 175).

Die IV-Stelle verfügte am 18. September 2018 die Abweisung des Rentengesuchs 

(Suva-act. 177 = IV-Fremd-act. 93). Dagegen liess der Versicherte am 15. Oktober 

2018 Beschwerde am Versicherungsgericht erheben (Verfahren IV 2018/344, IV-Fremd-

act. G 1).

A.m. 

Gegen den Einspracheentscheid vom 21. August 2018 liess der Versicherte am 

20. September 2018 durch seinen Rechtsvertreter Beschwerde erheben mit folgenden 

Anträgen: 1. Der Einspracheentscheid sei aufzuheben, soweit eine weitergehende 

Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin verneint werde; 2. Es seien dem 

Beschwerdeführer die gesetzlichen Leistungen, das heisse eine ganze Invalidenrente 

ab spätestens dem 1. Juli 2017 und eine Integritätsentschädigung auf der Basis von 

mindestens 50%, zuzusprechen und zu entrichten; 3. Eventualiter sei der 

Einspracheentscheid aufzuheben und es seien weitere Abklärungen zu veranlassen; 

dem Beschwerdeführer seien sodann mindestens die Leistungen gemäss Ziff. 2 

zuzusprechen und zu entrichten. Zudem ersuchte der Rechtsvertreter um Gewährung 

der unentgeltliche Rechtsverbeiständung (act. G 1).

B.a. 

Am 25. September 2018 bewilligte das Gericht die unentgeltliche Rechtspflege für 

das Verfahren vor dem Versicherungsgericht (act. G 2).

B.b. 

Mit Beschwerdeantwort vom 25. Oktober 2018 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 4).

B.c. 

Mit Replik vom 25. Februar 2019 hielt der Rechtsvertreter an den 

Beschwerdeanträgen fest (act. G 14). Daraufhin wurde der Schriftenwechsel am 28. 

Februar 2019 abgeschlossen (vgl. act. G 15).

B.d. 

Mit Entscheid vom 3. Juli 2020 wies das Versicherungsgericht die gegen die IV-

Verfügung vom 18. September 2018 erhobene Beschwerde ab (IV 2018/344). Das 

B.e. 

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Erwägungen

1.  

Versicherungsgericht zog die Akten des IV-Verfahrens zum vorliegenden Verfahren bei 

(act. G 16, zitiert als IV-Fremd-act.).

Zwischen den Parteien ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine 

Invalidenrente sowie auf eine Integritätsentschädigung streitig.

1.1. 

Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über 

die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die 

Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der 

Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 werden 

Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, 

nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend steht ein Unfall aus dem Jahr 2015 zur 

Debatte, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung 

finden.

1.2. 

Nach Art. 6 Abs. 1 UVG werden Leistungen der Unfallversicherung bei 

Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz 

nichts anderes bestimmt. Ist die versicherte Person infolge des Unfalls zu mindestens 

10% invalid (Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts, ATSG; SR 830.1), hat sie gemäss Art. 18 Abs. 1 UVG 

Anspruch auf eine Invalidenrente. Die versicherte Person hat zudem Anspruch auf eine 

angemessene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde 

erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet 

(Art. 24 Abs. 1 UVG).

1.3. 

Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der Unfallversicherung bildet die 

Kausalität. Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht demnach nur für 

Gesundheitsschäden, die natürlich und adäquat kausal mit einem versicherten Ereignis 

zusammenhängen (Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 53 ff.).

1.4. 

Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln 

sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

1.5. 

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2.  

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten.

Zu prüfen ist, ob im Zeitpunkt der Leistungseinstellung unfallkausale Restfolgen 

vorhanden waren. Die Beschwerdegegnerin stellte die Heilkosten- und 

Taggeldleistungen per 30. Juni 2017 ein (Schreiben vom 30. August 2017, Suva-act. 

147). Dies wurde vom Beschwerdeführer weder im damaligen Zeitpunkt gerügt noch 

hat er die Einstellung im vorliegenden Verfahren bestritten. Der Beschwerdeführer hat 

beschwerdeweise denn auch keine vorübergehenden Leistungen mehr beantragt.

2.1. 

Wie das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen im Entscheid IV 2018/344 

dargelegt hat, ist gestützt auf das von der Invalidenversicherung veranlasste, 

polydisziplinäre (chirurgisch-internistische, orthopädische, neurologische, 

neuropsychologische und psychiatrische) MZR-Gutachten vom 28. März 2018 (IV-

Fremd-act. 72) mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der 

Beschwerdeführer in einer angepassten leichten bis mittelschweren Tätigkeit ohne 

belastende feinmotorische Arbeiten der rechten Hand zu 100% arbeitsfähig ist (E. 2 

des Entscheides, IV-Fremd-act. 72-92). Die gutachterliche Arbeitsfähigkeitsschätzung 

stimmt denn auch im Wesentlichen mit der kreisärztlichen Abschlussbeurteilung vom 4. 

Mai 2017 überein. Darin hielt Kreisarzt Dr. G.___ fest, dass der Beschwerdeführer für 

leichte bis gelegentlich mittelschwere körperliche Tätigkeiten ohne feinmotorische 

Anforderungen, ohne grösseren oder wiederholten Krafteinsatz der rechten Hand, ohne 

Vibrationen oder Schläge in Bezug auf die rechte Hand, ohne Hitze- oder 

Kälteexposition, ohne Arbeiten mit Maschinen mit Gefahrenpotentialen sowie ohne 

repetitive Tätigkeiten auf Leitern, Gerüsten oder sonstigen absturzgefährdeten Stellen 

vollschichtig eingesetzt werden könne (Suva-act. 135).

2.2. 

Der Beschwerdeführer bringt vor, dass die distale Bizepssehnentendinitis am 

linken Unterarm ebenfalls auf den Unfall zurückzuführen sei (act. G 1 S. 8). Dieses war 

bereits anlässlich der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung im Mai 2017 als 

unfallunabhängig erachtet worden (Suva-act. 135) und sich den vorliegenden Akten 

auch keine überzeugende gegenteilige Beurteilung in Bezug auf die Unfallkausalität der 

Beschwerden im linken Arm entnehmen lässt. Schliesslich wurde im Dezember 2017/

Januar 2018 anlässlich der MZR-Begutachtung eine vollständige Ausheilung der 

Ansatztendinopathie und Peritendinopathie des linken Ellbogens festgestellt. Darüber 

hinaus hielten die Gutachter fest, dass die angegebenen Beschwerden der linken Hand 

2.3. 

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3.  

bei vollkommen regelrechten klinischen und radiologischen Untersuchungsbefunden 

überhaupt nicht nachvollziehbar seien (IV-Fremd-act. 72-87 f.).

Soweit der Beschwerdeführer in der Beschwerdeschrift unfallkausale psychische 

Beschwerden geltend macht (act. G 1 S. 8), ist festzuhalten, dass die MZR-Gutachter 

die depressive Symptomatik als leichtgradig ausgeprägt erachteten und dem 

Beschwerdeführer aus rein psychiatrischer Sicht eine 100%ige Arbeitsfähigkeit 

attestierten. Auch in retrospektiver Hinsicht bezeichneten die Gutachter den Einfluss 

der psychiatrischen Diagnosen auf die Arbeitsfähigkeit aufgrund der teils fehlenden 

Behandlung bzw. der nicht plausiblen Arbeitsfähigkeitsschätzung durch die Behandler 

als nicht nachvollziehbar (IV-Fremd-act. 72-89 f.).

2.4. 

Zusammenfassend ist mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

erstellt, dass der Beschwerdeführer in einer adaptierten Tätigkeit über eine volle 

Arbeitsfähigkeit verfügt. Da von weiteren Sachverhaltsabklärungen keine wesentlichen 

neuen Erkenntnisse zu erwarten sind, ist entgegen dem Eventualantrag des 

Beschwerdeführers (act. G 1, Ziff. 3 der Anträge) in antizipierter Beweiswürdigung 

darauf zu verzichten. Dies umso mehr, als grundsätzlich auch vom Beschwerdeführer 

unbestritten geblieben ist, dass in einer seinem Leiden angepassten Tätigkeit eine 

100%ige Arbeitsfähigkeit besteht.

2.5. 

Ausgehend von einer Arbeitsfähigkeit von 100% in einer adaptierten Tätigkeit ist 

der Invaliditätsgrad zu ermitteln.

3.1. 

Der Beschwerdeführer macht geltend, dass er seine Restarbeitsfähigkeit auf dem 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht mehr verwerten könne. Er habe während der 

ganzen Dauer seiner Erwerbstätigkeit Arbeiten ausgeführt, zu welchen er aktuell 

gesundheitlich nicht mehr in der Lage sei. Für die allenfalls noch in Frage kommenden 

höchst qualifizierten, intellektuell anspruchsvollen Tätigkeiten habe er weder die 

Fähigkeiten noch die Voraussetzungen und werde sie auch nie haben. Zudem sei er im 

Zeitpunkt des Einspracheentscheids bereits über 50 Jahre alt gewesen sei (act. G 1 S. 

7 f.). Wie das Versicherungsgericht im Entscheid IV 2018/344 festgehalten hat, vermag 

an der Massgeblichkeit des theoretisch ausgeglichenen Arbeitsmarktes (Art. 16 ATSG) 

auch der Umstand nichts zu ändern, dass es für die versicherte Person im Einzelfall 

schwierig oder gar unmöglich ist, im tatsächlichen Arbeitsmarkt eine entsprechende 

Stelle zu finden. Das Versicherungsgericht hat ausführlich dargelegt, dass es zudem 

grundsätzlich ein Problem der Arbeitslosigkeit und nicht der Invalidität ist, wenn eine 

versicherte Person zufolge ihres Alters keine ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigung 

3.2. 

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4.  

angepasste Arbeit mehr findet, und dass entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers 

sein Alter (Jahrgang 1962) die Verwertbarkeit seiner Restarbeitsfähigkeit nicht ohne 

Weiteres ausschliesst (vgl. zum Ganzen IV 2018/344 E. 3.1.2 und 3.1.3 mit Verweisen 

auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung). Im massgebenden Zeitpunkt des 

Einspracheentscheids vom 21. August 2018 war der Beschwerdeführer rund 56 Jahre 

alt, womit er eine noch relativ lange Aktivitätsdauer vor sich hatte. Zudem ist der 

Beschwerdeführer in medizinischer Hinsicht in einer adaptierten Tätigkeit voll 

arbeitsfähig und der ausgeglichene Arbeitsmarkt bietet auch unter Berücksichtigung 

des aufgestellten Zumutbarkeitsprofils (vgl. vorstehende E. 2) ein hinreichend grosses 

Angebot an Betätigungsmöglichkeiten. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 

ist davon auszugehen, dass der ausgeglichene Arbeitsmarkt gar für funktionell 

Einarmige ein hinreichend grosses Angebot an realistischen Arbeitsgelegenheiten 

bietet (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 9. März 2015, 9C_842/2014 E. 3.2 mit 

Hinweisen). Die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ist 

folglich zu bejahen.

Die Beschwerdegegnerin hat im Einspracheentscheid vom 21. August 2018 bei der 

Vornahme des Einkommensvergleichs hinsichtlich des Valideneinkommens den bei der 

B.___ erzielten Verdienst herangezogen (vgl. Suva-act. 155, IV-Fremd-act. 9, 13) und 

das Invalideneinkommen anhand der DAP-Zahlen errechnet. Dies ist grundsätzlich 

nicht zu beanstanden. Doch selbst wenn aufgrund der Vorbehalte des 

Beschwerdeführers bezüglich der DAP-Profile das Invalideneinkommen basierend auf 

den Lohnstrukturerhebungen des Bundesamtes für Statistik (LSE) bestimmt würde, 

ergäbe sich, wie die Beschwerdegegnerin überzeugend darlegt und worauf zu 

verweisen ist (Suva-act. 175 S. 10), ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von 

unter 10%. Mit der Beschwerdegegnerin ist somit sowohl bei Abstellen auf die DAP-

Zahlen als auch unter Anwendung der Lohnstrukturerhebungen des Bundesamtes für 

Statistik (LSE) und unter Berücksichtigung eines 10%igen Tabellenlohnabzugs (BGE 

129 V 481 E. 4.2.3) von einem nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrad von unter 

10% auszugehen (DAP rund 3%, LSE rund 6%; vgl. Suva-act. 175 S. 10). Die 

Beschwerdegegnerin hat den Rentenanspruch des Beschwerdeführers somit zu Recht 

verneint.

3.3. 

Schliesslich ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine 

Integritätsentschädigung zu beurteilen. Die Beschwerdegegnerin sprach ihm eine 

solche basierend auf einem Integritätsschaden von 7.5% zu (Suva-act. 136).

4.1. 

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5.  

Die Integritätsentschädigung wird gemäss Art. 25 Abs. 1 UVG entsprechend der 

Schwere des Integritätsschadens abgestuft. Bei gleichem medizinischem Befund ist 

der Integritätsschaden für alle Versicherten gleich; er wird abstrakt und egalitär 

bemessen. Spezielle Behinderungen der betroffenen Person bleiben dabei 

unberücksichtigt (BGE 124 V 35 E. 3c, 113 V 221 E: 4b). Die Bemessung des 

Integritätsschadens hängt somit nicht von den besonderen Umständen des Einzelfalls 

ab; es geht vielmehr um die medizinisch-theoretische Ermittlung der Beeinträchtigung 

der körperlichen und/oder geistigen Integrität, wobei subjektive Faktoren ausser Acht 

zu lassen sind (BGE 115 V 147 E. 1). Nach Art. 36 Abs. 2 UVV wird die 

Integritätsentschädigung gemäss den Richtlinien des Anhangs 3 zur UVV bemessen. 

Dieser Anhang enthält eine als gesetzmässig und nicht abschliessend anerkannte 

Skala. Die medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der 

bundesrätlichen Skala zusätzliche Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form 

(sogenannte Feinraster) erarbeitet. Diese Tabellen enthalten Richtwerte, mit denen die 

Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet werden soll; sie sind mit dem 

Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 32 E. 1c mit Hinweis).

4.2. 

Suva-Kreisarzt Dr. G.___ schätzte den Integritätsschaden am 4. Mai 2017 auf 

7.5%. Er hielt fest, dass die posttraumatische Funktionsbeeinträchtigung der rechten 

Hand mit kombinierten Sensibilitätsstörungen, neuropathischem Schmerzsyndrom und 

Kraftverlust der rechten Hand analog einer partiellen distalen Ulnarisläsion bewertet 

werde (Suva-act. 136). Da eine vollständige distale Ulnarislähmung nach der Suva-

Tabelle 1 (Integritätsschaden bei Funktionsstörungen an den oberen Extremitäten) mit 

einer Integritätsentschädigung von 10% abgegolten wird und beim Beschwerdeführer 

keine vollständige Funktionseinbusse der rechten Hand vorliegt, erscheint die 

kreisärztliche Einschätzung als nachvollziehbar. In den Akten findet sich darüber hinaus 

weder eine anderslautende medizinische Einschätzung noch liegen Anhaltspunkte vor, 

die Zweifel an der kreisärztlichen Beurteilung des Integritätsschadens zu begründen 

vermöchten. Die medizinischen Schlussfolgerungen sind auch durch die Ausführungen 

des Beschwerdeführers nicht in Frage zu stellen (act. G 1 S. 8), zumal die Beschwerden 

des linken Unterarms sowie die psychischen Beschwerden auch bei der Bemessung 

der Integritätsentschädigung nicht zu berücksichtigen sind (vgl. vorstehende E. 2.3 und 

2.4). Die von der Beschwerdegegnerin zugesprochene Integritätsentschädigung von 

7.5% ist nicht zu beanstanden.

4.3. 

Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist der angefochtene Einspracheentscheid 

nicht zu beanstanden und die Beschwerde ist abzuweisen.

5.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 12/12

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St.Galler Gerichte

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.

Der Staat entschädigt den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers zufolge 

unentgeltlicher Rechtsverbeiständung mit Fr. 2'400.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer).

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).5.2. 

Zufolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung (act. G 2) hat der 

Staat für die Kosten der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers aufzukommen. Der 

Rechtsanwalt hat keine Honorarnote eingereicht. Angesichts dessen, dass er nur eine 

kurze Replik einreichte, die der Beschwerdegegnerin keinen Anlass für eine Duplik gab, 

sowie aufgrund des Umstandes, dass der Rechtsvertreter durch das bereits von ihm 

geführte Einspracheverfahren sowie das Verfahren IV 2018/344 schon über 

Sachverhalts- bzw. Aktenkenntnis verfügte, erscheint mit Blick auf vergleichbare Fälle 

eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'000.-- angemessen. Diese ist um einen 

Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70). Somit hat der 

Staat den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers pauschal mit Fr. 2'400.-- (inklusive 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen. Wenn es die wirtschaftlichen 

Verhältnisse des Beschwerdeführers gestatten, kann er zur Nachzahlung der vom Staat 

entschädigten Parteikosten verpflichtet werden (Art. 123 der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272]) in Verbindung mit Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes 

über die Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).

5.3. 

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	Entscheid Versicherungsgericht, 27.08.2020
	Art. 18, 24 f. UVG. Volle Arbeitsfähigkeit adaptiert. Kein Rentenanspruch, kein Anspruch auf eine höhere Integritätsentschädigung als zugesprochen. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 27. August 2020, UV 2018/69).

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