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**Case Identifier:** 940369bd-4677-5d6b-bd53-25851cf7f330
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-11-26
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 26.11.2014 200 2014 805
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-805_2014-11-26.pdf

## Full Text

200 14 805 IV
SCJ/BOC/KRK

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 26. November 2014

Verwaltungsrichter Scheidegger, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Matti
Gerichtsschreiberin Bossert

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 15. Juli 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Nov. 2014, IV/14/805, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1951 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherte bzw. Beschwer-
deführerin) ist gelernte … und war seit dem Jahr 2000 bei der C.________ 
als … tätig. Dieses Anstellungsverhältnis wurde von Seiten der Arbeitgebe-
rin per 31. Dezember 2011 aufgelöst, wobei der letzte effektive Arbeitstag 
der 11. März 2011 war. Die Versicherte meldete sich am 21. Juni 2011 un-
ter Hinweis auf psychische Probleme bei der Invalidenversicherung zum 
Leistungsbezug an (Akten der IV-Stelle Bern [nachfolgend: IVB bzw. Be-
schwerdegegnerin], Antwortbeilage [AB] 2, 22). Nachdem die IVB erwerbli-
che und medizinische Informationen eingeholt hatte, gewährte sie eine be-
rufliche Abklärung (D.________-Abklärung vom 2. bis 27. April 2012; AB 
36, 44), ein Arbeitstraining (vom 4. Februar bis 5. Juni 2013; AB 52, 69, 76) 
und Arbeitsvermittlung (AB 72). 

Mit Vorbescheid vom 29. Juli 2013 stellte die IVB der Versicherten die Ver-
neinung eines Rentenanspruchs infolge Fehlens eines invalidisierenden 
Gesundheitsschadens in Aussicht (AB 81), wogegen diese Einwände erhob 
(AB 83, 90). Ein für die Zeit vom 14. Oktober 2013 bis 14. Januar 2014 
geplanter Arbeitsversuch in der E.________ brach die Versicherte per 25. 
Oktober 2013 aus gesundheitlichen Gründen ab (AB 85, 89, 97). 

Auf Empfehlung ihres Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) liess die IVB 
die Versicherte polydisziplinär durch die MEDAS F.________ begutachten 
(Expertise vom 24. April 2014; AB 114.1). Nach durchgeführtem Vorbe-
scheidverfahren verneinte die IVB mit Verfügung vom 15. Juli 2014 den 
Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung, da kein invalidisieren-
der Gesundheitsschaden vorliege (AB 115, 120, 122). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Nov. 2014, IV/14/805, Seite 3

B.

Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin 
B.________, am 2. September 2014 Beschwerde und beantragte, die Be-
schwerdegegnerin sei zu verpflichten, der Beschwerdeführerin rückwirkend 
ab 1. Juni 2012 eine ganze Invalidenrente – eventualiter eine Viertelsrente 
– zuzüglich gesetzlichem Verzugszins auszurichten, unter Kosten- und 
Entschädigungsfolgen. Zur Begründung machte sie hauptsächlich geltend, 
die verschiedenen psychosozialen Belastungen hätten die Depression al-
lenfalls manifest werden lassen oder verfestigt, der alleinige Grund dafür 
seien sie aber nicht. Folglich seien die gutachterlich diagnostizierte mittel-
gradige Depression und die sich daraus ergebende 40 %-ige Arbeitsun-
fähigkeit IV-relevant.

Mit Beschwerdeantwort vom 19. September 2014 beantragte die Be-
schwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-

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cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 15. Juli 2014 (AB 122), mit wel-
cher der Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung zufolge Feh-
lens eines invalidisierenden Gesundheitsschadens abgewiesen worden ist. 
Streitig ist einzig der Anspruch auf eine Invalidenrente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). Für die Beurteilung des Vorliegens 
einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitli-
chen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt 

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zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 
Abs. 2 ATSG).

2.2 Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und da-
mit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkun-
gen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2007 IV Nr. 47 S. 154 E. 2.4). Entscheidend ist, ob und inwiefern es der 
versicherten Person trotz ihres Leidens sozialpraktisch zumutbar ist, die 
Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, und ob dies für die Gesellschaft 
tragbar ist. Dies ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu prü-
fen (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 281).

2.3 Psychosoziale und soziokulturelle Faktoren lassen sich oft nicht klar 
vom medizinisch objektivierbaren Leiden trennen. Trotzdem können solche 
äusseren Umstände nicht als gesundheitliche Beeinträchtigungen im Sinne 
des Gesetzes verstanden werden, weil der gesetzliche Invaliditätsbegriff 
selber klar zwischen der versicherten Person als Trägerin des (invalidisie-
renden) Gesundheitsschadens und der durch ihn verursachten Erwerbsun-
fähigkeit unterscheidet. Infolgedessen können psychische Störungen, wel-
che durch soziale Umstände verursacht werden und bei Wegfall der Belas-
tung wieder verschwinden, nicht zur Invalidenrente berechtigen. Zwar kann 
einer fachgerecht diagnostizierten psychischen Krankheit der invalidisie-
rende Charakter nicht mit dem blossen Hinweis auf eine bestehende psy-
chosoziale Belastungssituation abgesprochen werden. Je stärker aber psy-
chosoziale und soziokulturelle Faktoren im Einzelfall in den Vordergrund 
treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss 
eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor-
handen sein (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299; SVR 2012 IV Nr. 52 S. 189 E. 
3.2). Nur wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren ei-
nen derart verselbstständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder 
seine – unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – 
Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend 

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auswirken (SVR 2010 IV Nr. 19 S. 59 E. 5.2). In diesem Sinn werden 
Wechselwirkungen zwischen sich körperlich und psychisch manifestieren-
den Störungen und der sozialen Umwelt berücksichtigt, wenn auch bedeu-
tend weniger stark als nach dem in der Medizin verbreiteten bio-psycho-
sozialen Krankheitsmodell (SVR 2008 IV Nr. 62 S. 204 E. 4.2).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99). 

2.5 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.

3.1 Die von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebene polydiszi-
plinäre MEDAS-Expertise vom 24. April 2014 (AB 114.1) umfasst Begut-
achtungen in den Fachgebieten Innere Medizin, Pneumologie, Rheumato-
logie, Neurologie und Psychiatrie (AB 114.2 – 114.6). Als Diagnosen aus 
allen untersuchten Fachgebieten wurden die folgenden aufgeführt (AB 
114.1/11):

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Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (letzte Tätigkeit)
 depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode mit somati-

schem Syndrom (ICD-10 F32.11)

Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (letzte Tätigkeit)
 obstruktives Schlafapnoe-Syndrom
 aktuell leichtes lumbovertebrales Syndrom
 anamnestisch Hyperurikämie mit St.n. Gichtarthritis am rechten Fuss 2012
 leichte Arthralgie Handgelenk rechts
 Karpaltunnelsyndrom rechts
 Meralgia paraesthetica rechts
 Adipositas per magna
 arterielle Hypertonie
 Hypothyreose, unter Therapie kompensiert
 Diabetes mellitus Typ 2

Die Gutachter hielten nach durchgeführter Konsensbesprechung fest (AB 
114.1/13), in den verschiedenen somatischen Gutachten (internistisch, 
rheumatologisch, neurologisch und pneumologisch) könne keine Ein-
schränkung der Arbeitsfähigkeit festgestellt werden, hingegen werde die 
bereits in den Akten festgestellte depressive Erkrankung bestätigt, eine 
depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode mit so-
matischem Syndrom. Diese depressive Erkrankung erkläre einen Grossteil 
der subjektiven Beschwerden, vor allem die Ermüdbarkeit und verminderte 
emotionale Belastbarkeit, ebenfalls die somatisch nicht erklärbaren subjek-
tiven Schmerzen des Bewegungsapparates. Die depressive Erkrankung 
schränke die Arbeitsfähigkeit in der Grössenordnung von 40 % ein. Im 
psychiatrischen Teilgutachten vom 21. März 2014 wurde festgehalten (AB 
114.4/6 f; vgl. auch AB 114.1/10), die Beschwerdeführerin leide seit vielen 
Jahren an einer deutlichen Herabsetzung ihrer emotionalen Belastbarkeit. 
Bereits 2006 (vermehrt seit 2009) habe sie eine Müdigkeit entwickelt, wel-
che in den folgenden Jahren eine Progredienz gezeigt habe. Es sei zu 
Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, auch bei der Arbeit, gekommen. 
Sie habe grosse Mühe gehabt, der Tätigkeit als … nachzukommen, habe 
häufiges Einschlafen in monotonen Situationen gezeigt. Bei erst unproble-
matischem Einschlafen in der Nacht hätten sich Durchschlafstörungen ent-
wickelt. Bereits am Morgen sei sie müde gewesen, nicht ausgeruht, mit 
phasenweise auftretenden Kopfschmerzen. Dazu seien niedergedrückte 
Stimmungslage und häufiges trauriges Grübeln gekommen. 2011 sei die 

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Diagnose einer depressiven Störung, damals mittelgradiger Ausprägung, 
festgestellt worden. Da die Vulnerabilität für das Entstehen einer manifes-
ten affektiven Störung sehr erhöht sei, unter Weiterbestehen vor allem von 
psychosozialen Belastungen (Verlust von Arbeitsstelle, schwere familiäre 
Probleme), sei es zu der Entwicklung einer manifesten depressiven Er-
krankung gekommen. Die Beschwerdeführerin pflege wenig soziale Kon-
takte, profitiere von Entspannungs- und Stabilisierungstechniken. Im aktuel-
len psychopathologischen Befund sehe man eine emotional labile, jedoch 
relativ gut zugängliche Frau, die inhaltlich weiterhin auf das Gefühl einer 
Kränkung und Entwertung bei der vorausgegangenen Kündigung fixiert sei. 
Eine depressive Symptomatik mit Krankheitswert liege vor. Defizite zeigten 
sich in einer niedrigen Selbstwirksamkeitserwartung und einem dysfunktio-
nalen Stressbewältigungsverhalten. Ihre Belastbarkeit und Leistungsfähig-
keit seien eingeschränkt. Im Zusammenhang mit den Therapievorschlägen 
wurde im psychiatrischen Teilgutachten festgehalten (AB 114.4/8), da die 
Beschwerdeführerin weiterhin stark unter der Kränkung am letzten Arbeits-
platz leide, was zusammen mit Problemen im familiären Umfeld (Trennung 
von psychisch krankem Ehemann, psychische Erkrankung der 27-jährigen 
Tochter, Versorgung der Eltern) immer wieder zu Stimmungseinbrüchen 
und Krisen mit depressiven Phasen, Hilflosigkeit oder Tendenz zu Selbst-
abwertung führe, sei eine intensive und konsequente Fortsetzung der sup-
portiven psychotherapeutischen Behandlung, insbesondere aufgrund der 
familiären Belastung, sehr empfehlenswert und indiziert.

3.2 Das MEDAS-Gutachten vom 24. April 2014 (AB 114.1 inklusive 
Teilgutachten [AB 114.2 – 114.6]) erfüllt die an den Beweiswert einer medi-
zinischen Expertise gestellten Anforderungen (vgl. E. 2.5 hiervor). Das 
Gutachten beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt die ge-
klagten Beschwerden und wurde in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 
abgegeben, zudem ist es in der Beurteilung der medizinischen 
Zusammenhänge sowie der medizinischen Situation einleuchtend und 
enthält begründete Schlussfolgerungen.

3.3 Vorliegend ist in erster Linie die Frage zu prüfen, ob die im MEDAS-
Gutachten vom 24. April 2014 (AB 114.1) diagnostizierte depressive 
Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom 

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(ICD-10 F32.11), eine von der soziokulturellen und psychosozialen Belas-
tungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbstständigte 
psychische Störung darstellt (vgl. E. 2.3 hiervor) mit der Folge, dass die 
gutachterlich festgestellte Arbeitsunfähigkeit von 40 % auch rechtlich 
berücksichtigt werden kann.

Dagegen ist unbestritten und aufgrund der Akten ausgewiesen, dass die 
somatischen Diagnosen keine ins Gewicht fallenden Auswirkungen auf die 
Arbeitsfähigkeit haben (vgl. insbesondere das MEDAS-Gutachten vom 
24. April 2014 [AB 114.1/13 sowie AB 114.2, 114.3, 114.5, 114.6]).

3.4 Aufgrund der eigenen Angaben der Beschwerdeführerin (vgl. AB 7) 
ist davon auszugehen, dass sie ihre Arbeit im … der C.________ mit einem 
Pensum von 80 % zumindest bis 2010 ohne grössere Probleme versehen 
konnte. Zum anschliessenden Verlauf führte der behandelnde Psychiater 
Dr. med. G.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH 
sowie für Allgemeine Innere Medizin FMH, im Bericht vom 20. September 
2011 aus (AB 12), im Zusammenhang mit dem altersbedingten Wechsel 
des … seien ab Sommer/Herbst 2010 zunehmende psychosoziale Belas-
tungen, ein vermehrtes Arbeitsvolumen und Konflikte mit dem Vorgesetzten 
aufgetreten. Von Dezember 2010 bis Februar 2011 sei die Beschwerdefüh-
rerin dadurch entlastet worden, dass sie die mittlerweile angehäuften Über-
stunden (über drei Monate) habe kompensieren können. Die Wiederauf-
nahme der Arbeit anfangs März habe innerhalb von wenigen Tagen zu ei-
ner psychischen Dekompensation geführt, so dass die Beschwerdeführerin 
seit dem 14. März 2011 zu 100 % arbeitsunfähig sei, dies bei der Diagnose 
einer mittelgradig depressiven Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 
F32.1). Ein beruflicher Wiedereinstieg bei der C.________ sei nicht mehr 
möglich gewesen.

Diese Vorkommnisse am Arbeitsplatz bzw. der Stellenverlust haben die 
Beschwerdeführerin zutiefst verletzt und verunsichert (vgl. AB 12). Dazu 
kommt, dass die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann sich im Jahr 2012 
getrennt haben und die Beschwerdeführerin in der Folge eine eigene Woh-
nung beziehen musste (AB 40), was sie zusätzlich belastet hat. Weiter be-
steht eine schwierige, die Beschwerdeführerin belastende Situation mit 
ihren hochbetagten und teilweise gesundheitlich angeschlagenen Eltern, 

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welche sie Ende April/Anfang Mai 2013 zwecks Unterstützung in … be-
suchte (AB 76/5 f.). Schliesslich fühlt sich die Beschwerdeführerin auch 
aufgrund der Unterstützung und Versorgung der psychisch kranken Tochter 
unter Druck (AB 114.4/1 f.). 

Angesichts dieser erheblichen psychosozialen Belastungsfaktoren, welche 
offensichtlich zum Ausbruch der depressiven Störung geführt haben und 
diese weiterhin mitunterhalten, ist die festgestellte psychische Störung zu 
wenig ausgeprägt vorhanden, um einen verselbstständigten Gesundheits-
schaden im Sinne von BGE 127 V 294 E. 5a S. 299 (vgl. E. 2.3 hiervor) 
annehmen zu können. Daran vermögen die Vorbringen der Beschwerde-
führerin nichts zu ändern. Die Beschwerdeführerin macht geltend (Be-
schwerde S. 5), sie sei schon vor den Problemen am Arbeitsplatz und der 
Auflösung der Ehe psychisch labil gewesen. Bereits Mitte der Neunziger-
jahre hätten Behandlungen beim Psychiater Dr. med. G.________ stattge-
funden; damals sei aber die psychische Erkrankung des Ehemannes im 
Zentrum gestanden. Diesen Ausführungen ist entgegenzuhalten, dass Dr. 
med. G.________ im Bericht vom 20. September 2011 (AB 12) angegeben 
hat, er behandle die Beschwerdeführerin seit dem 14. März 2011 und die 
mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom bestehe seit 
Herbst 2010; weiter zurückliegende psychische Probleme der Beschwerde-
führerin erwähnte er nicht. Soweit solche tatsächlich bestanden haben, 
waren sie bis März 2011 offensichtlich nicht behandlungsbedürftig, so dass 
vor dem Auftreten der psychosozialen Belastungsfaktoren keine ausge-
prägte fachärztlich festgestellte psychische Störung, mithin kein verselbst-
ständigter psychischer Gesundheitsschaden im Sinne der Rechtsprechung, 
vorlag (vgl. E. 2.3 hiervor). Von einem solchen kann – wie bereits erwähnt 
– auch aktuell nicht gesprochen werden, vielmehr wird das Beschwerdebild 
– entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin (Beschwerde S. 5) – 
hauptsächlich durch die psychosozialen Belastungsfaktoren bestimmt. So 
wurde im psychiatrischen Teilgutachten im Zusammenhang mit den Thera-
pievorschlägen ausgeführt (AB 114.4/8), die Beschwerdeführerin leide im-
mer noch stark unter der Kränkung am letzten Arbeitsplatz, was zusammen 
mit den Problemen im familiären Umfeld immer wieder zu Stimmungsein-
brüchen und Krisen mit depressiven Phasen führe. Schliesslich kann die 
Beschwerdeführerin aus dem Entscheid des Bundesgerichts vom 20. Mai 

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2014, 9C_118/2014 (vgl. Beschwerde S. 5 f.), nichts zu ihren Gunsten ab-
leiten, da dort nicht ein mittelschweres depressives Geschehen, sondern 
eine schwere Depression zur Diskussion stand. 

3.5 Folglich ist die Auffassung der Beschwerdegegnerin zutreffend, 
dass die depressive Störung als reaktives Geschehen auf die erwähnten 
besonders belastenden Lebensereignisse einzustufen ist und mithin die 
gutachterlich festgestellte Arbeitsunfähigkeit von 40 % rechtlich nicht 
berücksichtigt werden kann. 

3.6 Da nach den vorstehenden Erwägungen kein invalidisierender Ge-
sundheitsschaden vorliegt, muss entgegen den Ausführungen in der Be-
schwerde (S. 6 f.) nicht geprüft werden, inwiefern das Alter der Beschwer-
deführerin (Jahrgang 1951) eine Verwertung der verbliebenen Arbeitsfähig-
keit allenfalls beeinträchtigt (vgl. BGE 138 V 457 E. 3.1 S. 460 und E. 3.3 
S. 462).

3.7 Mit Blick auf das Ausgeführte ist die angefochtene Verfügung vom 
15. Juli 2014 (AB 122) nicht zu beanstanden, weshalb die Beschwerde 
abzuweisen ist.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

4.2 Bei vorliegendem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf 
eine Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 61 lit. g ATSG).

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Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.