# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b55294bf-92d0-5c8f-96c7-0b69bb9fed03
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-05-08
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 08.05.2015 200 2014 484
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-484_2015-05-08.pdf

## Full Text

200 14 484 IV
FUR/GET/BEH/JAA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 8. Mai 2015

Verwaltungsrichterin Fuhrer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiber Germann

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 8. April 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2015, IV/14/484, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1962 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich im August 1998 unter Hinweis auf Beschwerden im Nacken, 
in der rechten Rückenpartie und im rechten Arm bei der Eidgenössischen 
Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV-Stelle 
Bern [IVB bzw. Beschwerdegegnerin], [act. II], Vorakten 46). Die IVB tätigte 
erwerbliche Abklärungen und holte diverse ärztliche Unterlagen ein, insbe-
sondere ein polydisziplinäres Gutachten der MEDAS C.________ (MEDAS; 
act. II 4). Nachdem die IVB das erwähnte Gutachten zu den Akten genom-
men hatte und durch ihren Abklärungsdienst einen Abklärungsbericht 
Haushalt erstellen liess (act. II 5), wies sie mit unangefochten gebliebener 
Verfügung vom 21. April 2000 (act. II 10) das Leistungsgesuch bei einem 
nach Massgabe der gemischten Methode (Erwerb: 30%; Haushalt: 70%) 
ermittelten Invaliditätsgrad von 22% ab.

Am 13. Februar 2012 (act. II 16) meldete sich die Versicherte unter Hinweis 
auf eine gesundheitliche Beeinträchtigung im zweimal operierten (act. 19.3 
S. 3 ff.) linken Handgelenk erneut bei der IV zum Leistungsbezug an. Die 
IVB tätigte erwerbliche Abklärungen und zog medizinische Berichte bei. Auf 
Empfehlung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD; act. II 26) gab die 
IVB eine Begutachtung bei Dr. med. D.________, Facharzt für Orthopädi-
sche Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates sowie Hand-
chirurgie FMH, in Auftrag (act. II 40), welche jedoch nicht erfolgte. Statt-
dessen erstellte er zuhanden der IVB lediglich einen Bericht (act. II 45) und 
fungierte fortan als behandelnder Arzt, wobei er die Versicherte am 19. Fe-
bruar 2013 an der linken Hand operierte (act. II 59 S. 14). Nachdem die IVB 
bei med. pract. E.________, Fachärztin für Physikalische Medizin und Re-
habilitation FMH, RAD, einen ärztlichen Bericht (act. II 61) eingeholt hatte, 
stellte sie mit Vorbescheid vom 18. Februar 2014 (act. II 62) die Abweisung 
des Leistungsbegehrens mit der Begründung in Aussicht, dass keine Dia-
gnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestehe. Dagegen erhob die 
Versicherte Einwand (act. II 63), woraufhin die IVB am 8. April 2014 (act. II 
65) wie im Vorbescheid in Aussicht gestellt verfügte. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2015, IV/14/484, Seite 3

B.

Gegen die Verfügung vom 8. April 2014 liess die Versicherte, vertreten 
durch Rechtsanwalt B.________, mit Eingabe vom 22. Mai 2014 Be-
schwerde erheben und folgende Rechtsbegehren stellen:

"1. Die Verfügung der IV-Stelle Kanton Bern vom 8. April 2014 sei auf-
zuheben.

2. Die Beschwerdegegnerin sei zu verurteilen, der Beschwerdeführe-
rin die gesetzlichen Leistungen (namentlich berufliche Massnahmen, eventuell 
Invalidenrente), zu erbringen.

Eventuell: Die Akten seien an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, da-
mit sie nach erfolgten zusätzlichen Abklärungen über den Leistungsanspruch 
der Beschwerdeführerin neu verfüge.

3. Es sei der Beschwerdeführerin für das vorliegende Verfahren das 
Recht zur unentgeltlichen Rechtspflege, unter Beiordnung des Unterzeich-
nenden als amtlicher Anwalt, zu erteilen.

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen"

In der Begründung lässt die Beschwerdeführerin im Wesentlichen vorbrin-
gen, die im Bericht von Dr. med. D.________ vom 29. November 2013 (act. 
II 59 S. 1) angegebene Arbeitsunfähigkeit von 0% sei ein Irrtum, denn 
gemäss Bericht vom 27. November 2013 (act. II 59 S. 4), bestätigt durch 
den Bericht vom 20. Mai 2014 (Akten der Beschwerdeführerin, [act. I], 3), 
bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 0%, was auch der Hausarzt, Dr. med. 
F.________, praktischer Arzt FMH, im Bericht vom 12. Mai 2014 (act. I 4) 
bestätige. Im Weiteren sei der Fall ungenügend abgeklärt worden, weshalb 
zwecks Bestimmung der Erwerbsunfähigkeit und der Evaluierung allfälliger 
Umschulungsmöglichkeiten ein medizinisch-arbeitsmarktliches Gutachten 
notwendig sei. Schliesslich seien die Voraussetzungen für die unentgeltli-
che Rechtspflege erfüllt.

Mit Beschwerdeantwort vom 25. Juni 2014 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolge zu Lasten der Be-
schwerdeführerin. In der Begründung verweist sie auf die neu eingereichte 
Stellungnahme von Dr. med. G.________, Facharzt für Orthopädische 
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, RAD, vom 
5. Juni 2014. Der Beschwerdeführerin sei die angestammte Tätigkeit ohne 
Einschränkung zumutbar, weshalb das Leistungsbegehren mangels invali-
disierenden Gesundheitsschadens zu Recht abgewiesen worden sei.

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Mit prozessleitender Verfügung vom 3. Februar 2015 gab die Instruktions-
richterin der Beschwerdeführerin Gelegenheit zur Stellungnahme zum Be-
richt von Dr. med. G.________ vom 5. Juni 2014.

Mit Schreiben vom 16. März 2015 hält die Beschwerdeführerin an der Be-
schwerde fest. Auf den Bericht von Dr. med. G.________ könne nicht ab-
gestellt werden, was sich aus dem Bericht von Dr. med. D.________ vom 
11. März 2015 (act. I 10) ergebe. Im Wesentlichen seien die Nerven-
schmerzen das Hauptproblem und diese würden auch ohne Belastung eine 
100%ige Arbeitsunfähigkeit begründen.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

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1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 8. April 2014 (act. II 
65). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf 
Leistungen der IV.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Vier-
telsrente.

2.3

2.3.1 Tritt die Verwaltung auf eine Neuanmeldung ein, so hat sie die Sa-
che materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versi-
cherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades 
auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei 
einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (SVR 2011 IV 
Nr. 2 S. 8 E. 3.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der 
früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so 

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weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prü-
fen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine rentenbe-
gründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Be-
schwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Ge-
richt (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

2.3.2 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 134 V 131 E. 3 S. 132). Die 
Invalidenrente ist deshalb nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung 
des Gesundheitszustandes revidierbar, sondern auch dann, wenn sich die 
erwerblichen Auswirkungen (oder die Auswirkungen auf die Betätigung im 
üblichen Aufgabenbereich) des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszu-
standes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 S. 349, 117 V 
198 E. 3b S. 199; AHI 1997 S. 288 E. 2b).

2.3.3 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Leis-
tungsanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 117 V 198 E. 4b S. 200; SVR 2011 IV 
Nr. 37 S. 109 E. 1.1).

2.3.4 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

2.4 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 

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ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Die Verwaltung ist auf die Neuanmeldung eingetreten, weshalb die 
Eintretensfrage praxisgemäss nicht zu überprüfen ist (BGE 109 V 108 
E. 2b S. 114). Zu prüfen ist vorab, ob seit der Verfügung vom 21. April 2000 
eine Veränderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist. Mass-
gebende Vergleichszeitpunkte bilden die Verfügung vom 21. April 2000 
(act. II 10), mit der ein Leistungs- bzw. Rentenanspruch bei einem Invali-
ditätsgrad von 22% rechtskräftig verneint wurde, und die nunmehr ange-
fochtene Verfügung vom 8. April 2014 (vgl. E. 2.3.4 vorne). 

3.2 In der Verfügung vom 21. April 2000 (act. II 10) wurde ein Leis-
tungsanspruch abgewiesen. Im der Verfügung im Wesentlichen zugrunde-
liegenden MEDAS-Gutachten (act. II 4) vom 20. Dezember 1999 hielten die 
Gutachter folgende Diagnosen fest (S. 27):

"4.1 Hauptdiagnose (mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit)

- Dissoziative Störung, gemischt (= psychosomatische Krankheit im Sinne einer 
Konversionsstörung)

- Histrionische Persönlichkeitsstörung 

4.2 Nebendiagnose (ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit)

- Periarthropathia humero-scapularis calcarea rechts

- Leichte Beinverkürzung rechts

- Leichte rechtskonvexe lumbalskoliotische Fehlhaltung

- Leichtgradige fibulo-talare Bandinsuffizienz links

- Myofasziales Triggerpointsyndrom des Musculus trapezius rechts mit referred 
pain

- Schädlicher Gebrauch von Tabak

- Status nach Verkehrsunfall am 1.12.1995

- Status nach Ganglion-Exstirpation rechts"

Die Gutachter hielten fest, somatische Befunde mit invalidisierendem Cha-
rakter, welche die Arbeitsfähigkeit als … bzw. als Hausfrau einschränkten, 

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seien keine erkannt worden (S. 27 f.). Ferner liege die Hauptproblematik 
"auf dem psychosomatischen und psychiatrischen Sektor". Es liege eine 
dissoziative Störung vor, welche Ursache multipler Beschwerden und 
Schmerzen sei. Grundlage sei eine histrionisch strukturierte Persönlichkeit. 
Diese psychosomatische und psychiatrische Störung schränke die Arbeits-
fähigkeit um 40% ein (S. 28).

Demnach lagen im Zeitpunkt der Verfügung vom 21. April 2000 (act. II 10) 
keine Handgelenksbeschwerden links vor, weshalb insofern eine Verände-
rung des Gesundheitszustandes erstellt ist. Somit ist der Leistungsan-
spruch umfassend zu prüfen (vgl. E. 2.3.3 vorne).

3.3 Die medizinische Aktenlage präsentiert sich im Wesentlichen wie 
folgt:

3.3.1 Dr. med. D.________ hielt im Bericht vom 24. Oktober 2012 (act. II 
45) in diagnostischer Hinsicht fest, es bestehe ein Status nach Ganglion-
Exzision vom September 2011 ulnocarpal sowie ein Status nach Nervenre-
vision vom November 2011 bei Verletzung des Ramus dorsalis des Nervus 
ulnaris links (act. II 19.3 S. 3 ff.). Es beständen neuralgiforme Schmerzen 
im Narbenbereich bei Verletzung des Ramus dorsalis des Nervus ulnaris.

3.3.2 Am … (act. II 59 S. 14) führte Dr. med. D.________ eine Handge-
lenks-Arthroskopie mit Débridement des TFCC, eine Ulnaverkürzungs-
Osteotomie sowie eine Neurolyse des Ramus dorsalis des Nervus ulnaris 
durch. Mit Verlaufsbericht vom 20. März 2013 sowie vom 22. Mai 2013 (act. 
II 53; 55) hielt er fest, subjektiv bestehe ein relativ guter Verlauf. Die Be-
schwerdeführerin habe weniger Schmerzen als präoperativ; es bestehe 
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Bei Belastung klage sie jedoch nach wie 
vor über Schmerzen ulnocarpal mit Ausstrahlung nach proximal (act. II 55). 

Mit Bericht vom 14. August 2013 (act. II 59 S. 10) hielt Dr. med. 
D.________ fest, es beständen weiterhin Irritationen über dem Implantat im 
Bereich der distalen Ulna sowie Schmerzen im Bereich des Ramus dorsalis 
des Nervus ulnaris links. Dabei habe die Beschwerdeführerin deutlich we-
niger Schmerzen als präoperativ, jedoch bestehe nach wie vor eine 
100%ige Arbeitsunfähigkeit. Gegenwärtig beständen Gefühlsstörungen am 
Zeigefinger und Mittelfinger, weniger ausgeprägt am Daumen, dies insbe-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2015, IV/14/484, Seite 9

sondere nachts. Währenddessen fielen ihr Gegenstände aus den Händen 
und feinmotorische Tätigkeiten seien kaum mehr möglich.

3.3.3 In der Folge wies Dr. med. D.________ die Beschwerdeführerin 
Dr. med. H.________ zur neurologischen Abklärung zu. Mit Bericht vom 
23. August 2013 (act. II 59 S. 6) hielt Dr. med. H.________, Facharzt für 
Neurologie FMH, fest, insgesamt belegten die elektroneurographischen 
Befunde eine mässiggradige Schädigung des Nervus medianus links im 
Gebiete des Karpaltunnels; die Klinik sei mit diesem Befund aber nicht be-
friedigend erklärbar. Die vielfältigen Beschwerden der Beschwerdeführerin 
am Arm und an der Hand links seien nicht typisch für ein Karpaltunnelsyn-
drom und es würden sich auch keine Anhaltspunkte für eine anderweitige 
neurologische Erkrankung ergeben. So seien die Missempfindungen nicht 
erklärbar.

3.3.4 Im Bericht vom 27. November 2013 (act. II 59 S. 4 f.) hielt Dr. med. 
D.________ im Wesentlichen fest, insgesamt gehe es der Beschwerdefüh-
rerin 9 Monate nach Neurom-Resektion sowie Ulnaverkürzungsosteotomie 
"im Vergleich zu präoperativ" deutlich besser. Die Beschwerdeführerin ha-
be nach eigenen Angaben vor der Operation erhebliche Schmerzen ge-
habt, welche nun regredient seien. Störend sei für sie weiterhin die Über-
empfindlichkeit im Bereich der Neurom-Resektion ulnar am Handgelenk, 
und gelegentlich beständen leichte Irritationen über dem Implantat. Im Wei-
teren bestehe eine Gefühlsstörung im Bereich der Ulnaris innervierten Fin-
ger und es sei ihr oft nicht möglich, Gegenstände in der Hand zu halten. 
Das Heben schwerer Lasten sei nicht möglich und es bestehe eine 
100%ige Arbeitsunfähigkeit als …. Im Weiteren sei die Narbe reizlos. Es 
bestehe eine deutliche Hyperpathie im Narbenbereich in der Gegend der 
Neurom-Resektion sowie leichte Irritationen über dem Implantat an der 
Ulna. Die Handgelenksbeweglichkeit betrage für Flexion und Extension 60-
0-60� sowie für die Gegenseite 70-0-70�. Die Pro- sowie Supination sei 
frei und es bestehe eine gute Langfinger- und Daumenbeweglichkeit. Das 
Handgelenk sei stabil. Es bestehe ebenfalls ein stabiles distales Radioul-
nargelenk. Radiologisch sei die Osteotomie konsolidiert. Die Stellungsver-
hältnisse sowie die Länge der Ulna seien korrekt. Die Arbeitsfähigkeit be-
trage aktuell 0% und das Heben von Lasten über 5kg sei nicht sinnvoll. 

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Hingegen sei eine leichte Tätigkeit mit einer Belastung von weniger als 5kg 
während 8 Stunden täglich zumutbar. Die Sitz-, Geh- und Stehdauer sei 
nicht eingeschränkt.

Mit Bericht vom 29. November 2013 (act. II 59 S. 1 f.) zuhanden der Be-
schwerdegegnerin hielt Dr. med. D.________ fest, der Gesundheitszustand 
habe sich verbessert und es seien keine neuen medizinischen Befunde 
hinzugetreten. Die gesundheitlich begründete Arbeitsunfähigkeit betrage 
0%. Eine ergänzende medizinische Abklärung sei nicht angezeigt.

3.3.5 Mit Bericht vom 29. Januar 2014 (act. II 61) hielt med. pract. 
E.________ fest, nach Rücksprache mit Dr. med. G.________ beständen 9 
Monate postoperativ in der Tätigkeit als … keine Einschränkungen mehr.

3.3.6 Dr. med. D.________ hielt im Bericht vom 26. Februar 2014 (act. II 
66) fest, die Beschwerden seien in etwa unverändert. Die Beschwerdefüh-
rerin beklage weiterhin eine Überempfindlichkeit dorsoulnar am Handge-
lenk im Bereich der Nervenläsion. Zunehmend störend seien aber auch 
Irritationen über dem Implantat. Drehbewegungen, insbesondere im Be-
reich des distalen Vorderarmes, seien schmerzhaft. In befundmässiger 
Hinsicht sei die Narbe reizlos, die Pro- sowie Supination seien frei. Die 
Kraft sei noch vermindert; im Übrigen sei die Osteotomie radiologisch 
vollständig konsolidiert. Die Beschwerden könnten durch eine Metallentfer-
nung vermindert werden.

3.3.7 Im Bericht vom 12. Mai 2014 (act. I 4) hielt Dr. med. F.________ 
zuhanden des Rechtsvertreters im Wesentlichen fest, die Beschwerdefüh-
rerin sei seit dem 19. August 2012 in seiner Behandlung und seit diesem 
Zeitpunkt für alle manuellen Arbeiten zu 100% arbeitsunfähig; insbesonde-
re seien Tätigkeiten mit Heben auch von leichten Lasten sowie repetitive 
Tätigkeiten unzumutbar.

3.3.8 Mit zuhanden des Rechtsvertreters verfasster Stellungnahme vom 
20. Mai 2014 (act. I 3) hielt Dr. med. D.________ insbesondere fest, in dem 
dem Bericht vom 27. November 2013 (act. II 59 S. 4) beigelegten IV-
Fragebogen (act. II 59 S. 1) sei fälschlicherweise die Arbeitsunfähigkeit mit 
0% statt mit 100% beziffert worden.

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3.3.9 Mit im Gerichtsverfahren aufgelegter Stellungnahme vom 5. Juni 
2014 (in den Gerichtsakten) hielt Dr. med. G.________ fest, wie Dr. med. 
D.________ im Bericht vom 27. November 2013 (act. II 59 S. 4) festgestellt 
habe, sei das Heben von schweren Lasten von mehr als 5kg nicht sinnvoll; 
eine leichte Tätigkeit mit einer Belastung von weniger als 5kg sei während 
8 Stunden pro Tag zumutbar; ferner seien die Sitz-, Geh- und Stehdauer 
nicht eingeschränkt. Im Weiteren müsse die Beschwerdeführerin gemäss 
"Fragebogen Arbeitgeber" vom 7. März 2012 (act. II 25 S. 7) bei ihrer Ar-
beitstätigkeit als … nur selten (1-5% oder bis ca. eine ½ Stunde) leichte 
Gewichte zwischen 0-10 kg heben oder tragen. Somit ergebe sich eine 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit als … von „allenfalls 5%“ und die von 
Dr. med. D.________ attestierte Arbeitsunfähigkeit von 100% könne folg-
lich nicht nachvollzogen werden. Ferner könne zur unverzüglichen Verbes-
serung der Beschwerden umgehend die Osteosynthesematerialentfernung 
und gegebenfalls eine nochmalige Revision des Ramus dorsalis Nervus 
ulnaris erfolgen. Ein solcher Eingriff könne der Beschwerdeführerin zuge-
mutet werden.

3.3.10 In der im Rahmen der Replik dem Gericht eingereichten Stellung-
nahme vom 11. März 2015 (act. I 10) zuhanden des Rechtsvertreters hielt 
Dr. med. D.________ fest, er habe am 27. November 2013 (act. II 59 S. 
4 f.) eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit als … festgehalten. Die Beschwerden 
seien zu diesem Zeitpunkt vor allem durch ein Neurom des Ramus superfi-
zialis des Nervus ulnaris und weniger durch die TFCC Läsion, respektive 
der Ulnaverkürzungs-Osteotomie bedingt gewesen. Bei Neurombeschwer-
den bestünden selbst ohne Belastung massive Schmerzen und dadurch 
resultiere eine Arbeitsunfähigkeit von 100%. Im Weiteren klage die Be-
schwerdeführerin gegenwärtig trotz der Metallentfernung sowie erneuter 
Neurolyse des Ramus superfizialis des Nervus ulnaris über erhebliche 
Schmerzen, insbesondere im Nervenbereich. Gleichwohl seien die 
Schmerzen am TFCC sowie an der distalen Elle durch die Operationen 
besser geworden. Die Neuromschmerzen allerdings seien noch vorhanden.

3.4

3.4.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2015, IV/14/484, Seite 12

unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a). 

3.4.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.4.3 Der RAD steht den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen 
Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Er setzt die für 
die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funktionelle 
Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit 
oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben (Entscheid des Bundesge-
richts [BGer] vom 3. Oktober 2014, 8C_197/2014, E. 4.1). Nicht zwingend 
erforderlich ist, dass die versicherte Person untersucht wird. Nach Art. 49 
Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung vom 17. Januar 
1961 (IVV; SR 831.201) führt der RAD für die Beurteilung der 
medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs nur "bei Bedarf" 
selber ärztliche Untersuchungen durch. In den übrigen Fällen stützt er 
seine Beurteilung auf die vorhandenen ärztlichen Unterlagen ab. Das 
Absehen von eigenen Untersuchungen ist somit nicht an sich ein Grund, 
um einen RAD-Bericht in Frage zu stellen. Dies gilt insbesondere, wenn es 
im Wesentlichen um die Beurteilung eines feststehenden medizinischen 
Sachverhalts geht und die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2015, IV/14/484, Seite 13

Person in den Hintergrund rückt (Entscheid des BGer vom 25. März 2011, 
9C_58/2011, E. 2.2).

3.5 Die verfügbaren medizinischen Akten erlauben eine zuverlässige 
Beurteilung des Gesundheitszustandes und der dadurch bedingten Arbeits- 
bzw. Erwerbsunfähigkeit. Insbesondere erfüllt der Bericht von Dr. med. 
G.________ vom 5. Juni 2014 (in den Gerichtsakten) die beweismässigen 
Anforderungen an medizinische Berichte, nachdem er seine Einschätzung 
auf einen feststehenden medizinischen Sachverhalt abstützen konnte (vgl. 
E. 3.4.3). Was die Beschwerdeführerin dagegen vorbringt, dringt nicht 
durch: 

3.5.1 Soweit sie geltend macht, die Beschwerdegegnerin habe sich 
offenbar durch den Verlaufsbericht von Dr. med. D.________ vom 29. 
November 2013 (act. II 59 S. 1), worin dieser eine Arbeitsunfähigkeit von 
0% festhielt, in die "Irre führen" lassen, übersieht sie einerseits, dass med. 
pract. E.________ bereits im Bericht vom 29. Januar 2014 (act. II 61) 9 
Monate postoperativ keine Leistungseinschränkungen als … mehr 
attestierte. Anderseits hat Dr. med. D.________ im Bericht vom 
27. November 2013 (act. II 59 S. 4) eine leichte Tätigkeit mit einer 
Belastung von weniger als 5kg in einem ganztägigen Pensum als zumutbar 
beurteilt, welche Einschätzung Dr. med. G.________ in seiner 
Stellungnahme vom 5. Juni 2014 (in den Gerichtsakten) sowie unter 
Bezugnahme auf das Anforderungsprofil der letzten Tätigkeit (act. II 25 S. 
7) ausdrücklich bestätigte.

3.5.2 Die Beschwerdeführerin macht in der Stellungnahme vom 16. März 
2015 weiter geltend, auf den Bericht von Dr. med. G.________ vom 5. Juni 
2014 (in den Gerichtsakten) könne nicht abgestellt werden. Dies ergebe 
sich klar aus dem Bericht von Dr. med. D.________ vom 11. März 2015 
(act. I 10). 

Dr. med. D.________ setzt sich in der Stellungnahme vom 11. März 2015 
(act. I 10) indessen nicht mit den Überlegungen und Schlussfolgerungen 
des RAD-Arztes auseinander, sondern stellt diesem lediglich seine 
Einschätzung gegenüber, wonach bei der Beschwerdeführerin aufgrund 
von Nervenschmerzen eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe. Zu 

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beachten ist jedoch, dass Dr. med. H.________ in seinem Bericht vom 
23. August 2013 (act. II 59 S. 6) die vielfältigen Beschwerden am Arm und 
an der Hand links als nicht typisch für ein Karpaltunnelsyndrom 
bezeichnete und im Weiteren festhielt, dass er die Missempfindungen der 
Beschwerdeführerin nicht erklären könne. Soweit Dr. med. D.________ 
"aktuelle" Beschwerden erwähnt, ist zudem zu berücksichtigen, dass einzig 
der Zeitraum bis zum Erlass der Verfügung vom 8. April 2014 (act. II 65) 
Gegenstand der richterlichen Beurteilung bildet.

Sodann postulierte Dr. med. D.________ – in Abweichung von seinem 
früheren Attest – eine gänzliche Arbeitsunfähigkeit in sämtlichen 
Tätigkeiten erst nach der Mitteilung der Beschwerdegegnerin vom 18. 
Februar 2014 (act. II 62), wonach das Leistungsbegehren abgewiesen 
werde. Insofern ist der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass 
Hausärzte und behandelnde Ärzte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche 
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten 
aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 353).

Schliesslich ist mit Bezug auf den Bericht von Dr. med. F.________ vom 
12. Mai 2015 (act. I 4) festzustellen, dass dieser Arzt pauschal und ohne 
nähere Begründung eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit postuliert, weshalb 
seiner Einschätzung nicht gefolgt werden kann, umso weniger, als er keine 
medizinischen Aspekte benennt, die von Dr. med. G.________ allenfalls 
unberücksichtigt blieben.

3.5.3 Demnach erweist sich der rechtserhebliche Sachverhalt gestützt auf 
die Stellungnahme von Dr. med. G.________ vom 5. Juni 2014 als hinrei-
chend abgeklärt und der eventuell beantragten weiteren Abklärung bedarf 
es nicht.

3.6 Gestützt auf die Stellungnahme von Dr. med. G.________ vom 
5. Juni 2014 (in den Gerichtsakten) ist somit erstellt, dass jegliche manuelle 
Tätigkeit bis zu einem Gewicht von 5kg – und damit auch die angestammte 
Tätigkeit als … (act. II 25 S. 7) – in einem ganztägigen Pensum mit höchs-
tens 5%iger Einschränkung zumutbar ist. Demnach ist ein leistungsbe-
gründender Gesundheitsschaden zu verneinen. Nachdem die Beschwerde-
führerin sich für nicht eingliederbar hält (vgl. act. II 63 S. 1), wurde im Er-

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gebnis auch der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen (Stellenvermitt-
lung) zu Recht verneint. Sollte die Beschwerdeführerin sich dereinst auch 
subjektiv eingliederungsbereit zeigen, steht es ihr frei, sich zwecks Stellen-
vermittlung bei der IV-Stelle zu melden. 

Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist 
abzuweisen.

4.

4.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-
gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1). 

Die Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin ist aufgrund der dokumentierten 
finanziellen Verhältnisse ausgewiesen (act. I 5 ff.). Im Weiteren ist die Be-
schwerde nicht als aussichtslos zu qualifizieren, weshalb die Vorausset-
zungen für die Erteilung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege vorlie-
gend erfüllt sind. Das entsprechende Gesuch der Beschwerdeführerin ist 
somit gutzuheissen und es ist ihr Rechtsanwalt B.________ als amtlicher 
Anwalt beizuordnen.

4.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Im vorliegenden Fall werden die Verfahrenskosten auf Fr. 700.-- festgesetzt 
und der unterliegenden Beschwerdeführerin auferlegt. Aufgrund der ge-
währten unentgeltlichen Rechtspflege (vgl. E. 4.1 hiervor) wird die Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2015, IV/14/484, Seite 16

schwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss 
Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 
(ZPO; SR 272) –  vorläufig von der Zahlungspflicht befreit (Art. 113 VRPG).

4.3 Infolge Unterliegens hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch 
auf Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Um-
kehrschluss]).

4.3.1 Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 
2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwäl-
tinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem 
gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der 
Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung 
des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer (MWSt.) werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen 
für die Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach 
den gleichen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 und der 
Übergangsbestimmung Ziff. 2 KAG i.V.m. Art. 1 der Verordnung über die 
Entschädigung der amtlichen Anwältinnen und Anwälte vom 20. Oktober 
2010 (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stundenansatz Fr. 200.--.

4.3.2 Mit Schreiben vom 16. März 2015 macht Rechtsanwalt B.________ 
einen Aufwand von Fr. 4‘375.-- (17½ Stunden à Fr. 250.--), Auslagen von 
Fr. 155.20 sowie die MWSt. von Fr. 362.40 geltend. 

Der in Rechnung gestellte Aufwand von Fr. 4‘375.-- ist übersetzt: Weder 
sind die zu konsultierenden Akten umfangreich noch wirft der Fall komplexe 
Sachverhalts- und Rechtsfragen auf. Ferner erfolgte im vorliegenden Be-
schwerdeverfahren nebst der (sieben Seiten umfassenden) Beschwerde 
inkl. dem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege einzig eine kurze Stel-
lungnahme. In Anbetracht dessen erscheint ein Aufwand von insgesamt 12 
Stunden als angemessen. 

Ausgehend vom veranschlagten Stundenansatz von Fr. 250.-- resultiert ein 
tarifmässiger Parteikostenersatz von insgesamt Fr. 3‘407.60 (Honorar: 
Fr. 3‘000.--; Auslagen: Fr. 155.20; MWSt. [auf Fr. 3‘155.20]: Fr. 252.40). 
Davon ist Rechtsanwalt B.________ nach Eintritt der Rechtskraft des vor-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2015, IV/14/484, Seite 17

liegenden Urteils aus der Gerichtskasse ein amtliches Honorar von 
Fr. 2‘400.-- (12 Stunden x Fr. 200.--) zuzüglich Auslagen von Fr. 155.20 
und MWSt. von Fr. 204.40 (8% von Fr. 2‘555.20), insgesamt somit eine 
Entschädigung von Fr. 2‘759.60, auszurichten. Vorbehalten bleibt die Nach-
zahlungspflicht der Beschwerdeführerin gegenüber dem Kanton Bern ent-
sprechend den Voraussetzungen von Art. 123 ZPO.

4.4 Die obsiegende Beschwerdegegnerin hat als Sozialversicherungs-
trägerin nach allgemeinem sozialversicherungsrechtlichem Prozessgrund-
satz keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (vgl. BGE 128 V 124 
E. 5b S. 133).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von 
Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt wird gutgeheissen. 

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege wird 
die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Der tarifmässige Parteikostenersatz des amtlichen Anwalts wird in die-
sem Verfahren auf Fr. 3‘407.60 (inkl. Auslagen und MWSt.) festge-
setzt. Davon wird Rechtsanwalt B.________ nach Eintritt der Rechts-
kraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 2‘759.60 festge-

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setzte Entschädigung (inkl. Auslagen und MWSt.) vergütet. Vorbehal-
ten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

6. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Die Kammerpräsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-

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fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.