# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 623d9615-17a5-5888-92a5-099b02a8ab01
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-08-25
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Vergabekammer 25.08.2025 V 2024 67
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_004_V-2024-67_2025-08-25.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

VERWALTUNGSRECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: MLaw Patrick Trütsch, Vorsitz
lic. iur. Adrian Willimann und MLaw Stefan Bernbeck
Gerichtsschreiberin: MLaw Miriam Habegger-Schneider 

U R T E I L vom 25. August 2025
gemäss § 29 der Geschäftsordnung

in Sachen

A.________, Adresse dem Gericht bekannt,
Beschwerdeführerin
vertreten durch RA MLaw Lukas Rast, Advocentral Advokaturen, Zähringer-
strasse 51, 8001 Zürich

gegen

Regierungsrat des Kantons Zug, Regierungsgebäude, 6301 Zug, 
Beschwerdegegner 

betreffend

Ausländerrecht
(Widerruf der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA)

V 2024 67

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Urteil V 2024 67

A.
A.a Die B.________ Staatsangehörige A.________, geb. 2001, heiratete am 
C.________ 2021 in B.________ D.________, welcher sowohl B.________ als auch 
E.________ Staatsangehöriger ist. A.________ reiste am 1. Oktober 2022 im Rahmen 
des Familiennachzugs in die Schweiz ein und erhielt in der Folge eine Aufenthaltsbewilli-
gung EU/EFTA mit einer Gültigkeit bis am 30. April 2024 (AFM-act. 66 S. 154, 100 S. 24). 
Am 22. Januar 2023 kam es zu einer ehelichen Auseinandersetzung. In der Folge trat 
A.________ am 23. Januar 2023 in die Herberge für Frauen Zug (Frauenhaus) ein, wor-
aufhin das Amt für Migration des Kantons Zug eine ausländerrechtliche Sachverhaltsab-
klärung einleitete (AFM-act. 66 S. 154, 100 S. 27 f.). Seit der ehelichen Auseinanderset-
zung leben die Ehegatten getrennt. D.________ reichte am 6. Februar 2023 eine Schei-
dungsklage in B.________ ein (AFM-act. 80) und die Beschwerdeführerin reichte am 
8. März 2023 ein Eheschutzgesuch in der Schweiz ein (BF-act. 6). Am 24. März 2023 
meldete sich D.________ bei der Einwohnerkontrolle F.________ aus der Schweiz ab und 
reiste nach B.________ zurück (AFM-act. 96).

A.b Mit Verfügung vom 10. August 2023 hat das AFM die Aufenthaltsbewilligung 
EU/EFTA von A.________ widerrufen und sie angewiesen, innert 60 Tagen nach Eintritt 
der Rechtskraft der Verfügung die Schweiz zu verlassen (AFM-act. 66), wogegen die Be-
troffene mit Eingabe vom 1. September 2023 Verwaltungsbeschwerde an den Regierungs-
rat des Kantons Zug erhob (AFM-act. 57). Dieser wies die Verwaltungsbeschwerde mit 
Beschluss vom 4. Juni 2024 ab (AFM-act. 4).

B. Gegen diesen Entscheid liess A.________ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 
8. Juli 2024 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Zug erheben und stellte 
folgende Anträge (act. 1):

"1. Der angefochtene Beschluss der Vorinstanz vom 4. Juni 2024 sei aufzuheben.

2. Der Beschwerdeführerin sei die Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA zu erteilen.

3. Eventualiter sei beim SEM der Antrag auf vorläufige Aufnahme aufgrund Unzumutbarkeit der 

Wegweisung zu stellen.

4. Die Entschädigung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung bzw. die Parteientschädigung 

im Verwaltungsbeschwerdeverfahren sei auf CHF 4'626.– festzusetzen.

5. Der Beschwerdeführerin sei für das vorliegende Verfahren die unentgeltliche Rechtspflege 

und -verbeiständung zu gewähren und es sei ihr im Unterzeichnenden einen unentgeltlichen 

Rechtsbeistand zu bestellen.

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Urteil V 2024 67

6. Die Beschwerdeführerin sei persönlich zu befragen.

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge."

C. Mit Verfügung des Verwaltungsgerichts des Kantons Zug vom 10. Juli 2024 wurde 
der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Prozessführung sowie die unentgeltliche 
Rechtsverbeiständung in der Person von RA MLaw Lukas Rast gewährt (act. 2).

D. Mit Eingabe vom 19. August 2024 reichte der Beschwerdegegner seine Vernehm-
lassung ein und beantragte die Abweisung der Beschwerde (act. 4).

E. Die Beschwerdeführerin machte am 22. August 2024 eine Noveneingabe (act. 6), 
zu dieser nahm der Beschwerdegegner am 9. September 2024 Stellung (act. 9).

F. Mit Eingabe vom 23. September 2024 reichte die Beschwerdeführerin ihre Stel-
lungnahme zur Vernehmlassung (Replik; act. 12) ein sowie am 3. Oktober 2024 die Hono-
rarnote des Rechtsvertreters in der Höhe von Fr. 4'843.17 (act. 14). Der Beschwerdegeg-
ner verzichtete mit Schreiben vom 14. Oktober 2024 auf eine Duplik (act. 15).

G. Mit Schreiben vom 5. November 2024 sowie vom 27. November 2024 machte die 
Beschwerdeführerin zwei weitere Noveneingaben (act. 17 und 19). Ebenso erfolgten am 
11. April 2025 und 29. April 2025 weitere Eingaben ihrerseits (act. 23 und 25). Sämtliche 
Eingaben wurden dem Beschwerdegegner jeweils zur Kenntnis gebracht. Dieser verzich-
tete mit Schreiben vom 8. Mai 2025 wiederum auf eine Stellungnahme (act. 27).

H. Mit Eingabe vom 23. Mai 2025 machte die Beschwerdeführerin weitere Noven gel-
tend (act. 28). In der Folge stellte das Verwaltungsgericht am 28. Mai 2025 bei der Zuger 
Polizei ein Editionsbegehren (act. 29), welches mit Schreiben der Zuger Polizei vom 
17. Juni 2025 beantwortet wurde (act. 34). Darüber wurden die Parteien in Kenntnis ge-
setzt (act. 35).

Auf ihr Ersuchen hin erhielt die Beschwerdeführerin eine Frist zur Stellungnahme (act. 36), 
wovon sie mit Eingabe vom 23. Juli 2025 Gebrauch machte (act. 37). Die Eingabe wurde 
dem Beschwerdegegner zur Kenntnis gebracht (act. 38).

I. Auf die Vorbringen der Parteien sowie auf die eingereichten Akten wird, soweit er-
forderlich, im Rahmen der nachstehenden Erwägungen eingegangen.

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Urteil V 2024 67

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1.
1.1 Gemäss § 61 Abs. 1 Ziff. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes (VRG; 
BGS 162.1) ist gegen Verwaltungsentscheide des Regierungsrats die Beschwerde an das 
Verwaltungsgericht zulässig, soweit die Gesetzgebung den Weiterzug nicht ausnahms-
weise ausschliesst. Ein solcher Ausschluss liegt hier nicht vor. Die Beschwerdeführerin hat 
am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen, ist durch den angefochtenen Entscheid des 
Regierungsrats besonders berührt, hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhe-
bung oder Änderung und ist daher im Sinne von § 62 VRG zur Beschwerde berechtigt. Die 
Verwaltungsgerichtsbeschwerde wurde fristgerecht eingereicht und entspricht den übrigen 
formellen Anforderungen, weshalb sie zu prüfen ist.

1.2 Gemäss § 63 VRG können im Rahmen der Verwaltungsgerichtsbeschwerde nur 
Rechtsverletzungen und unrichtige oder ungenügende Feststellungen des Sachverhalts 
gerügt werden (§ 63 Abs. 1 und 2 VRG). Als Rechtsverletzungen gelten unter anderem: 
die Nichtanwendung und die unrichtige Anwendung eines Rechtssatzes, die unrichtige 
rechtliche Beurteilung einer Tatsache und der Missbrauch oder die Überschreitung des 
Ermessens (§ 63 Abs. 1 Ziff. 1–3 VRG).

1.3 Die Beurteilung erfolgt auf dem Zirkulationsweg gemäss § 29 der Geschäftsord-
nung des Verwaltungsgerichts (GO VG; BGS 162.11).

2.
2.1 Der Beschwerdegegner begründet seinen Beschluss vom 4. Juni 2024 damit, 
dass die Beschwerdeführerin anlässlich der Erstattung der Strafanzeige am 17. März 2023 
zu Protokoll gegeben habe, dass sie am 22. Januar 2023 von D.________ mit dem Ellbo-
gen in den Bauch geschlagen und verbal mit dem Tod bedroht worden sei. Hingegen habe 
sie am Folgetag nach ihrem Eintritt in die Herberge für Frauen sowie anlässlich der 
Schwangerschaftskontrolle im Spital F.________ am 24. Januar 2023 angegeben, dass 
sie von D.________ am 22. Januar 2023 am Bauch gefasst und gestossen worden, je-
doch nicht geschlagen worden oder irgendwo angestossen sei. Bei der ärztlichen Kontrolle 
seien keine körperlichen Verletzungen objektivierbar gewesen und die Schwangerschafts-
kontrolle sei unauffällig geblieben. Es sei zwar glaubhaft, dass D.________ körperliche 
Gewalt gegen den Bauch der Beschwerdeführerin gerichtet habe, aufgrund der ärztlichen 

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Kontrolle zwei Tage nach der Auseinandersetzung scheine eine Gewaltausübung von 
grösserer Intensität jedoch unwahrscheinlich. Es sei daher von einer einmaligen Tätlichkeit 
auszugehen, weshalb kein nachehelicher Härtefall im Sinn von Art. 50 AIG vorliege. Be-
züglich der von der Beschwerdeführerin geltend gemachten psychischen Gewalt während 
der Ehedauer in B.________ wies der Beschwerdegegner darauf hin, dass sich die vorge-
brachten Vorfälle vor der Einreise in die Schweiz und vor der Erteilung der Aufenthaltsbe-
willigung EU/EFTA ereignet hätten. In Bezug auf die Ehesituation in der Schweiz würden 
die Indizien dagegensprechen, dass D.________ die Beschwerdeführerin andauernd rele-
vant in ihrer Persönlichkeit verletzt habe. Für die geltend gemachte wirtschaftliche und 
psychische Gewalt erbringe die Beschwerdeführerin keine Nachweise. Auf eine systemati-
sche und konstante psychische Oppression in einem Schweregrad, dass daraus ein nach-
ehelicher Härtefall abzuleiten wäre, könne auch vor dem Hintergrund, dass die Ehege-
meinschaft in der Schweiz weniger als drei Monate gedauert habe, nicht geschlossen 
werden. Bezüglich der geltend gemachten Gefährdung der sozialen Wiedereingliederung 
in B.________ führt der Beschwerdegegner aus, dass eine solche aufgrund der befürchte-
ten Ächtung als geschiedene Frau in einem patriarchalischen Gesellschaftssystem noch 
nicht gegeben sei, da es auch in B.________ zu Trennungen komme. Weiter führte der 
Beschwerdegegner aus, auch wenn es zutreffen sollte, dass D.________ unter einem fik-
tiven Profil Nacktfotos von der Beschwerdeführerin im Internet veröffentlicht habe, sei nicht 
nachvollziehbar und hinreichend begründet, weshalb die Beschwerdeführerin bei einer 
Rückkehr sexuelle Übergriffe befürchten müsste. Des Weiteren führt der Beschwerdegeg-
ner aus, dass die Beschwerdeführerin im von ihr eingereichten Video-Interview nicht na-
mentlich genannt werde. Ferner fehle es an Belegen dafür, dass die Beschwerdeführerin 
in B.________ durch D.________ oder dessen Familie an Leib und Leben gefährdet wäre. 
D.________ habe nach der Trennung seinerseits bedrohliche Nachrichten von der Familie 
der Beschwerdeführerin erhalten. Diese Textnachrichten würden eher darauf hinweisen, 
dass die Beschwerdeführerin bei einer Rückkehr nach B.________ auf den Rückhalt von 
Familienmitgliedern zählen könne. 

2.2 Die Beschwerdeführerin macht in ihrer Beschwerde vom 8. Juli 2024 geltend, dass 
D.________ sie mit dem Tod bedroht und ihr einen heftigen Ellbogenschlag sowie Faust-
schläge gegen den schwangeren Bauch versetzt habe, weshalb nicht bloss eine einmalige 
Tätlichkeit vorliege. Vielmehr sei vor dem Hintergrund der zeitgleich geäusserten Bedro-
hung mit dem Tod von einer versuchten schweren Körperverletzung, eventualiter versuch-
ten einfachen Körperverletzung, sowie einer versuchten Nötigung, eventualiter Drohung 
auszugehen. Weiter führt die Beschwerdeführerin aus, dass sie vor ihrer Einreise in die 

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Schweiz, als sie bei den Eltern von D.________ in B.________ gelebt habe, sowohl von 
den Eltern als auch von D.________ psychische und körperliche Gewalt erlebt habe. Des 
Weiteren führt die Beschwerdeführerin aus, dass sie auch in der Schweiz durch 
D.________ psychische Gewalt erlebt habe. So habe sie den Deutschkurs auf Druck von 
D.________ abbrechen müssen und sei eng von diesem kontrolliert worden. Ferner sei sie 
von D.________ wirtschaftlicher Gewalt ausgesetzt gewesen, da sie während der Ehe 
über kein eigenes Bankkonto verfügt habe. Zudem bringt die Beschwerdeführerin vor, 
dass sie bereits erledigte Hausarbeiten habe wiederholen müssen und D.________ ihr 
dabei zugeschaut habe. Auch habe sie nicht kochen dürfen, was sie wollte, weil sonst die 
ganze Wohnung riechen würde. D.________ habe sie als verrückt sowie als eine Zigeune-
rin und als Hure bezeichnet. Schliesslich führt die Beschwerdeführerin aus, dass aufgrund 
der Veröffentlichung von intimen Bildern unter einem fiktiven Profil im Internet sowie auf-
grund des Video-Interviews von D.________ mit einem B.________ Onlinemagazin, worin 
dieser unter anderem behaupte, dass das Kind nicht von ihm sei, ihre sowie die soziale 
Wiedereingliederung ihres Sohnes in B.________ stark gefährdet sei. Nach dem Video-
Interview im März 2024 habe der Vater sie verstossen und den übrigen Familienmitglie-
dern den Kontakt mit ihr verboten, weshalb sie bei einer Rückkehr nach B.________ nicht 
auf den Rückhalt der Familie zählen könne. Da D.________ sie durch eine Verleum-
dungskampagne als Hure erfolgreich von ihrer Familie isoliert und gesellschaftlich ge-
brandmarkt habe, drohe ihr in B.________ soziale Herabwürdigung und Diskriminierung 
sowie physische, psychische und sexualisierte Gewalt von D.________ sowie von dessen 
Familienangehörigen und weiteren Personen. Auch sei eine physische Vergeltungsaktion 
durch D.________ wahrscheinlich, weshalb sie bei einer Rückkehr an Leib und Leben be-
droht sei. Bei einer Rückkehr nach B.________ drohe ihr zudem Armut und soziale Isola-
tion. Abschliessend wirft die Beschwerdeführerin dem Beschwerdegegner vor, ihr rechtli-
ches Gehör verletzt, das Ermessen unterschritten und die Entschädigung mit Fr. 1'440.– 
zu tief angesetzt zu haben, da dieser sie vor Erlass des Entscheids nicht dazu aufgefor-
dert habe, die Kosten der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung darzulegen.

3.
3.1 Das Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integrati-
on (Ausländer- und Integrationsgesetz, AIG; SR 142.20) hat nur insoweit Geltung, als das 
Abkommen zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäi-
schen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit (Freizü-
gigkeitsabkommen, FZA; SR 0.142.112.681) keine abweichenden Bestimmungen oder 

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das AIG für die betroffene Person eine vorteilhaftere Regelung enthält (vgl. Art. 2 
Abs. 2 AIG).

3.2 Gestützt auf Art. 7 lit. d und e FZA i.V.m. Art. 3 Abs. 1 und 2 lit. a Anhang I FZA 
haben die Ehegatten von EU-Staatsangehörigen mit Aufenthaltsrecht in der Schweiz 
grundsätzlich einen (abgeleiteten) Aufenthaltsanspruch, solange die Ehe formell fortdau-
ert. Dieses Recht steht unter dem Vorbehalt des Rechtsmissbrauchs. Fehlt der Wille zur 
Gemeinschaft und dient das formelle Eheband ausschliesslich (noch) dazu, die ausländer-
rechtlichen Zulassungsvorschriften zu umgehen, fällt der Anspruch dahin (BGE 144 II 1 
E. 3.1; BGer 2C_924/2021 vom 16. März 2022 E. 4.1).

3.3 Die eheliche Gemeinschaft zwischen der Beschwerdeführerin und D.________ 
wurde im Januar 2023 definitiv aufgegeben (AFM-act. 100 S. 37–38 und 96 S. 46). Dem-
entsprechend ist die Voraussetzung für die ursprüngliche Erteilung der Aufenthaltsbewilli-
gung EU/EFTA gestützt auf Art. 7 lit. d und e FZA i.V.m. Art. 3 Abs. 1 und 2 lit. a Anhang I 
FZA entfallen, weshalb der Widerruf der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA gestützt auf 
Art. 23 Abs. 1 der Verordnung über den freien Personenverkehr (VFP; SR 142.203) i.V.m. 
Art. 62 Abs. 1 lit. d AIG geprüft werden durfte. Der Umstand, dass sich D.________ per 
24. März 2023 aus der Schweiz abgemeldet hat und aus der Schweiz ausgereist ist, wel-
cher automatisch das Erlöschen seiner Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA zur Folge hatte, 
steht vorliegend einem Anspruch der Beschwerdeführerin aus Art. 50 AIG – der nachehe-
liche Aufenthalt ist im FZA nicht geregelt, weshalb die Bestimmungen des AIG zur Anwen-
dung gelangen (vgl. Art. 2 Abs. 2 AIG) – nicht entgegen. Denn der Wille zur Weiterführung 
der Ehe war bei D.________ bereits vor seiner Abmeldung definitiv erloschen (vgl. 
BGE 139 II 393 E. 2.1; BGer 2C_63/2023 vom 15. November 2023 E. 4.2).

4.
4.1 Per 1. Januar 2025 ist eine revidierte Fassung von Art. 50 AIG in Kraft getreten, 
welche grundsätzlich auch die Regelung des Aufenthalts nach häuslicher Gewalt betrifft 
(Änderung vom 14. Juni 2024; vgl. AS 2024 713 ff.; Einleitungssatz von Art. 50 Abs. 1 so-
wie Art. 50 Abs. 2 AIG). Gemäss der diesbezüglichen Übergangsbestimmung von 
Art. 126g AIG ist auf Gesuche nach Art. 50 AIG, welche vor Inkrafttreten dieser Änderung 
vom 14. Juni 2024 eingereicht wurden, das neue Recht anwendbar (vgl. 
BGer 2C_545/2024 vom 15. April 2025 E. 3)

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Folglich kommt vorliegend, auch wenn der nacheheliche Härtefall im Rahmen des erstin-
stanzlichen Verfahrens und damit vor Inkrafttreten der revidierten Bestimmung geltend 
gemacht wurde, dennoch Art. 50 AIG in der seit dem 1. Januar 2025 geltenden Fassung 
zur Anwendung.

4.2 Nach der Auflösung der Ehe oder der Familiengemeinschaft haben die Ehegatten 
und die Kinder Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung nach 
Art. 42, 43 oder 44 oder auf Anordnung der vorläufigen Aufnahme nach Art. 85c Abs. 1, 
wenn die Ehegemeinschaft mindestens drei Jahre bestanden hat und die Integrationskrite-
rien nach Art. 58a AIG erfüllt sind (vgl. Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG) oder, wenn wichtige per-
sönliche Gründe einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen (vgl. Art. 50 
Abs. 1 lit. b AIG).

4.3 Vorliegend ist unbestritten, dass die in der Schweiz gelebte Ehegemeinschaft we-
niger als drei Jahre gedauert hat, womit es bereits an der ersten Anspruchsvoraussetzung 
von Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG fehlt. Ob sich die Beschwerdeführerin in der Schweiz erfolg-
reich integriert hat, muss daher nicht geprüft werden. Es ist einzig zu prüfen, ob das AFM 
zu Recht das Vorliegen eines nachehelichen Härtefalls im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. b 
i.V.m. Abs. 2 AIG verneint und dementsprechend die Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA der 
Beschwerdeführerin widerrufen und diese aus der Schweiz weggewiesen hat.

4.4 Wichtige persönliche Gründe nach Absatz 1 Buchstabe b können namentlich vor-
liegen, wenn: der Ehegatte oder ein Kind Opfer häuslicher Gewalt wurde, wobei die zu-
ständigen Behörden insbesondere die folgenden Hinweise berücksichtigen (Art. 50 Abs. 2 
lit. a AIG): die Anerkennung als Opfer im Sinne von Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes 
über die Hilfe an Opfer von Straftaten (Opferhilfegesetz, OHG; SR 312.5) durch die dafür 
zuständigen Behörden (Abs. 2 lit. a Ziff. 1), die Bestätigung einer notwendigen Betreuung 
oder Schutzgewährung durch eine auf häusliche Gewalt spezialisierte und in der Regel öf-
fentlich finanzierte Fachstelle (Abs. 2 lit. a Ziff. 2), polizeiliche oder richterliche Massnah-
men zum Schutz des Opfers (Abs. 2 lit. a Ziff. 3), Arztberichte oder andere Gutachten 
(Abs. 2 lit. a Ziff. 4), Polizeirapporte und Strafanzeigen (Abs. 2 lit. a Ziff. 5) oder strafrecht-
liche Verurteilungen (Abs. 2 lit. a Ziff. 6), der Ehegatte die Ehe nicht aus freiem Willen ge-
schlossen hat (Art. 50 Abs. 2 lit. b AIG) oder die soziale Wiedereingliederung im Her-
kunftsland stark gefährdet erscheint (Art. 50 Abs. 2 lit. c AIG). Häusliche Gewalt im Sinne 
von Art. 50 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 50 Abs. 2 AIG kann physischer oder psychischer Natur 
sein. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung bedeutet häusliche Gewalt systemati-

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sche Misshandlung mit dem Ziel, Macht und Kontrolle auszuüben, und nicht eine einmali-
ge Ohrfeige oder eine verbale Beschimpfung im Verlauf eines eskalierenden Streits. Auch 
eine einmalige tätliche Auseinandersetzung, in deren Folge die betroffene Person in psy-
chischem Ausnahmezustand und mit mehreren Kratzspuren im Gesicht einen Arzt auf-
sucht, genügt nicht, zumal wenn anschliessend eine Wiederannäherung der Eheleute 
stattfindet. Hingegen kann psychische bzw. sozio-ökonomische Druckausübung wie dau-
erndes Beschimpfen, Erniedrigen, Drohen und Einsperren einen für die Annahme eines 
nachehelichen Härtefalls relevanten Grad an unzulässiger Oppression erreichen. Dies ist 
praxisgemäss der Fall, wenn die psychische Integrität des Opfers bei einer Aufrechterhal-
tung der ehelichen Gemeinschaft schwer beeinträchtigt würde. Nicht jede unglückliche, 
belastende und nicht den eigenen Vorstellungen entsprechende Entwicklung einer Bezie-
hung begründet indessen bereits einen nachehelichen Härtefall und ein weiteres Anwe-
senheitsrecht in der Schweiz. Die anhaltende, erniedrigende Behandlung muss derart 
schwer wiegen, dass von der betroffenen Person bei Berücksichtigung sämtlicher Um-
stände vernünftigerweise nicht erwartet werden kann, dass sie einzig aus bewilligungs-
rechtlichen Gründen die Ehe aufrechterhält und in einer ihre Menschenwürde und Persön-
lichkeit verneinenden Beziehung verharrt. Häusliche Gewalt physischer oder psychischer 
Natur muss somit von einer gewissen Dauer, Konstanz und Intensität sein (BGer 
2C_752/2021 vom 22. November 2021 E. 3.1; 2C_460/2017 vom 23. März 2018 E. 3.2).

4.5 Die ausländische Person trifft bei der Feststellung des Sachverhalts eine weitrei-
chende Mitwirkungspflicht. Sie muss häusliche Gewalt in geeigneter Weise glaubhaft ma-
chen. Als Beweismittel kommen insbesondere die unter Art. 50 Abs. 2 lit. a AIG aufgeführ-
ten Unterlagen in Betracht. Allgemein gehaltene Behauptungen oder Hinweise auf punktu-
elle Spannungen genügen nicht. Wird häusliche Gewalt in Form physischer Gewalt oder 
psychischer Oppression behauptet, muss die Systematik der Misshandlung bzw. deren 
zeitliches Andauern und die daraus entstehende subjektive Belastung objektiv nachvoll-
ziehbar konkretisiert und beweismässig unterlegt werden (vgl. BGer 2C_460/2017 vom 
23. März 2018 E. 3.3).

4.6 Einleitend ist festzuhalten, dass aufgrund der Untersuchungsergebnisse im Spital-
bericht des Spital F.________ vom 24. Januar 2023 (AFM-act. 69 S. 126 f.) bei der Be-
schwerdeführerin keine inneren oder äusseren Verletzungen festgestellt werden konnten, 
welche als einfache oder schwere Körperverletzung zu qualifizieren gewesen wären. 
Ebenso ist festzustellen, dass es zu keiner Fehlgeburt gekommen ist. Wenn nun die Be-
schwerdeführerin geltend macht, dass die angeblichen Schläge von D.________ gegen ih-

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ren Bauch als versuchte schwere oder versuchte einfache Körperverletzung zu qualifizie-
ren seien, ist Folgendes zu berücksichtigen: Wie aus dem Bericht zur Schwangerschafts-
kontrolle des Spital F.________ vom 24. Januar 2023 hervorgeht, gab die Beschwerdefüh-
rerin gegenüber der Hebamme an, anlässlich eines Streits von D.________ am Bauch ge-
fasst und gestossen worden zu sein. Sie sei aber nicht geschlagen worden und auch nir-
gendwo angestossen. Auch gegenüber der behandelnden Ärztin gab die Beschwerdefüh-
rerin an, dass sie anlässlich des Streits von D.________ gestossen worden sei. Dabei ha-
be sie sich aber nicht verletzt und sei auch nirgendwo angestossen. Von der behandeln-
den Ärztin wurde festgehalten, dass keine Verletzungen objektivierbar seien (AFM-act. 69 
S. 123). Anlässlich ihrer Einvernahme durch die Zuger Polizei am 17. März 2023 gab die 
Beschwerdeführerin dann zu Protokoll, dass D.________ sie am 22. Januar 2023 zuerst 
einmal mit dem Ellbogen und danach mit den Händen in den Bauch geschlagen habe (act. 
22 S. 5/11). Vorliegend besteht somit eine erhebliche Diskrepanz zwischen den von der 
Beschwerdeführerin am 24. Januar 2023 und den am 17. März 2023 gemachten Aussa-
gen bezüglich der genauen Art des gegen ihren Bauch ausgeübten körperlichen Über-
griffs, weshalb diese beiden Aussagen auf ihre Glaubwürdigkeit hin zu untersuchen sind. 

Grundsätzlich kommt der ersten zeitnah nach einem Vorfall getätigten Aussage von einem 
von häuslicher Gewalt betroffenen Ehepartner eine höhere Glaubwürdigkeit zu als späte-
ren Aussagen, die mitunter von ausländerrechtlichen Überlegungen beeinflusst sein kön-
nen. So ist denn vorliegend auch zu berücksichtigen, dass das AFM der Beschwerdefüh-
rerin am 23. Januar 2023 ein Schreiben betreffend ausländerrechtlicher Sachverhaltsab-
klärungen im Zusammenhang mit der Trennung zukommen liess und die Beschwerdefüh-
rerin anlässlich ihrer polizeilichen Einvernahme am 17. März 2023 mittlerweile anwaltlich 
vertreten war. Aber auch wenn der Schilderung der Beschwerdeführerin zu folgen wäre 
und von einem Ellbogenschlag gegen den Bauch ausgegangen werden müsste, so wäre 
dessen Intensität nicht im Bereich einer einfachen oder gar schweren Körperverletzung zu 
qualifizieren. Gegen eine Gewaltausübung von grösserer Intensität spricht zunächst der 
Umstand, dass die Beschwerdeführerin im Rahmen der polizeilichen Einvernahme ein-
räumte, nach dem Ellbogenschlag stehen geblieben zu sein (vgl. Frage 39). Würde es sich 
um einen heftig ausgeführten Ellbogenschlag gegen den Bauch der damals schwangeren 
Beschwerdeführerin gehandelt haben, so wäre mindestens ein Zurücktaumeln zu erwarten 
gewesen. Daneben vermögen die weiteren Aussagen der Beschwerdeführerin kein kon-
sistentes Bild der Geschehnisse wiederzugeben. So vermochte sie die Intensität des Ell-
bogenschlages auf einer Skala von 1 bis 10 nicht zu beschreiben, obschon sie laut eige-
nen Angaben starke Schmerzen verspürt habe (act. 22 S. 5/11 f.). Demgegenüber konnte 

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sie, als es davor um die Frage ging, wie stark sie von D.________ während des Streits am 
Arm gepackt worden sei, die Intensität mit 10 beziffern. Und schliesslich erklärte die Be-
schwerdeführerin auf die Frage, ob sie bei den Schlägen gegen den Bauch verletzt wor-
den sei, man habe keine Hämatome gesehen, sie habe aber Schmerzen verspürt (act. 22 
S. 6/11). Diese Angaben sind kaum mit einem geltend gemachten Ellbogenschlag, der 
über eine Tätlichkeit hinausgehen würde, in Einklang zu bringen.

Wenn die Beschwerdeführerin zudem geltend macht, dass der Wortlaut "Ihr Mann hat sie 
am Bauch gefasst und gestossen" im Spitalbericht vom 24. Januar 2023 nicht ihrem exak-
ten Wortlaut entspreche (act. 1 S. 4), so vermag sie daraus nichts zu ihren Gunsten abzu-
leiten. Im Spitalbericht sind sowohl die Aussagen gegenüber der Hebamme als auch ge-
genüber der Ärztin festgehalten, welche sich inhaltlich decken. Es ist denn auch nicht 
nachvollziehbar, weshalb die Aussagen der Beschwerdeführerin nicht korrekt in den Spi-
talbericht aufgenommen worden sein sollen, zumal eine Übersetzung durch eine Mitarbei-
terin der Frauenklinik stattgefunden hat. Sind doch die Hebamme und die behandelnde 
Ärztin für die medizinisch fachgerechte Behandlung geradezu auf die genauen Aussagen 
der Patientin angewiesen, damit eine richtige Diagnose gestellt und die entsprechende 
Untersuchung vorgenommen werden kann. Vor dem Hintergrund der Schwangerschafts-
kontrolle kommt dem Umstand, ob der Beschwerdeführerin gegen den Bauch geschlagen 
oder lediglich mit der Hand gegen den Bauch gestossen wurde, insbesondere im Hinblick 
auf das Vorhandensein von allfälligen inneren Verletzungen und Blutungen, sehr wohl eine 
Bedeutung zu. Darin ist auch der Grund dafür zu erblicken, dass im Spitalbericht gestützt 
auf die Aussage der Beschwerdeführerin explizit vermerkt wurde, dass keine Schläge ge-
gen den Bauch erfolgt seien und sie nirgendwo angestossen sei (AFM-act. 69 S. 123). 
Dem objektiven Bericht des Spital F.________ als Anlaufstelle für alle gesundheitlichen 
Belange kommt inhaltlich betreffend den von der Beschwerdeführerin tatsächlich gemach-
ten Aussagen bezüglich der genauen Art des körperlichen Übergriffs gegen ihren Bauch 
eine erhebliche Aussagekraft zu, weshalb davon ausgegangen werden kann, dass ihr 
Wortlaut betreffend die physische Einwirkung auf ihren Bauch zutreffend wiedergegeben 
wurde. Der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle noch erwähnt, dass, wenn die Be-
schwerdeführerin geltend macht, es sei davon auszugehen, dass im Spitalbericht die Be-
griffe "Ellbogenschlag" und "Ellbogenstoss" als Synonym verwendet worden seien, darauf 
hinzuweisen ist, dass das Wort "Ellbogenstoss" im Spitalbericht gar nicht verwendet wurde 
bzw. von Schlägen ganz allgemein und von Schlägen mit dem Ellbogen insbesondere gar 
nie die Rede ist. Was weiter das Schreiben der Herberge für Frauen vom 7. Juli 2023 
(AFM-act. 70 S. 121–118) betrifft, so ist festzuhalten, dass dieses allein die Schilderungen 

12

Urteil V 2024 67

der Beschwerdeführerin wiedergibt, welche sich überdies nicht mit den Aussagen der Be-
schwerdeführerin vom 24. Januar 2023 gegenüber dem Spital F.________ decken, und 
zudem nicht zeitnah zu den geschilderten Vorfällen verfasst wurde.

4.7 Für die Bestimmung der genauen Art des körperlichen Übergriffs gegen den 
Bauch der Beschwerdeführerin ist den im Spitalbericht des Spital F.________ festgehalte-
nen Aussagen somit eine höhere Glaubwürdigkeit zuzumessen als den Aussagen, welche 
die Beschwerdeführerin anlässlich der polizeilichen Befragung am 17. März 2023 gemacht 
hat. Letztere hat die Beschwerdeführerin wohl auch unter dem Eindruck des ausländer-
rechtlichen Verfahrens getätigt, weshalb sie zurückhaltend zu würdigen sind. Unter 
Berücksichtigung der oben gemachten Ausführungen ist somit davon auszugehen, dass 
es sich beim körperlichen Übergriff gegen den Bauch der Beschwerdeführerin um einen 
einmaligen, mutmasslich leichten Stoss mit der Hand, und nicht um einen heftigen Ellbo-
genschlag oder Faustschläge gegen diesen gehandelt hat, welche mit einer solchen 
Wucht ausgeführt wurden, dass von einer versuchten schweren Körperverletzung oder 
versuchten einfachen Körperverletzung ausgegangen werden könnte. Vielmehr muss 
beim körperlichen Übergriff von einer einmaligen Tätlichkeit ausgegangen werden. Vor 
dem Hintergrund einer einmaligen Tätlichkeit vermöchte auch eine geltend gemachte ein-
malig versuchte Nötigung noch keinen nachehelichen Härtefall zu begründen. Bei dieser 
Ausgangslage erübrigt sich die von der Beschwerdeführerin in ihrer Stellungnahme vom 
23. Juli 2025 (act. 37) bis zum Vorliegen eines Strafbefehls beantragte Sistierung des aus-
länderrechtlichen Verfahrens (vgl. hierzu auch E. 11).

4.8 Was die geltend gemachte häusliche Gewalt in psychischer Hinsicht betrifft, wel-
che von den Schwiegereltern und D.________ in B.________ auf die Beschwerdeführerin 
ausgeübt worden sein soll, ist darauf hinzuweisen, dass gemäss bundesgerichtlicher 
Rechtsprechung für die Berechnung der Dreijahresfrist für die Erteilung oder Verlängerung 
einer Bewilligung gestützt auf Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG unter anderem das Bestehen einer 
dreijährigen Ehegemeinschaft in der Schweiz ausschlaggebend ist (BGE 136 II 113 
E. 3.3.1). In analoger Anwendung kann daraus abgeleitet werden, dass Sachverhalte, 
welche im Hinblick auf einen nachehelichen Härtefall allenfalls relevant sein können, sich 
jedoch während der Ehe im Ausland bzw. vor der Einreise in die Schweiz ereignet haben, 
bei der Beurteilung des nachehelichen Härtefalls nicht zu berücksichtigen sind. Die von 
der Beschwerdeführerin geltend gemachte erlittene häusliche Gewalt in psychischer Hin-
sicht durch die Schwiegereltern und durch D.________ in B.________, für welche ohnehin 
keine verwertbaren Beweise im Recht liegen, vermag somit keinen nachehelichen Härte-

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Urteil V 2024 67

fall zu begründen und ist im Zusammenhang mit der Frage der Systematik der ausgeübten 
häuslichen Gewalt nicht weiter zu berücksichtigen, umso mehr, da das eheliche Zusam-
menleben in der Schweiz sehr kurz war und gerade mal vom 1. Oktober 2022 bis am 
23. Januar 2023 gedauert hat.

4.9 Bezüglich der geltend gemachten in der Schweiz erlittenen psychischen häusli-
chen Gewalt führt die Beschwerdeführerin sinngemäss an, dass sie den Deutschkurs auf-
grund der durch D.________ ausgeübten Zwangskontrolle abgebrochen habe. 

Wie aus den Akten hervorgeht, lebte die Beschwerdeführerin nach ihrer Verlobung am 
13. Juli 2021 bei der Familie von D.________ in B.________ (act. 22 S. 2/11 f.). Dort er-
warb sie im Jahr 2022 ein Sprachzertifikat, welches ihr Deutschkenntnisse auf dem Niveau 
A1 attestiert (AFM-act. 46 S. 219). In der Schweiz besuchte sie dann anschliessend einen 
weiteren Deutschkurs auf dem Niveau A2. Vor dem Hintergrund der regelmässigen 
Geldüberweisungen von D.________ nach B.________ an die Beschwerdeführerin (AFM-
act. 46 S. 240–243), welche der Beschwerdeführerin den Besuch des Deutschkurses in 
B.________ wohl erst ermöglicht haben, und der Bezahlung des Deutschkurses in der 
Schweiz im Hinblick auf das Erlangen eines Sprachzertifikats für das Niveau A2 (AFM-act. 
46 S. 219) erscheint es nicht nachvollziehbar, dass D.________ die Beschwerdeführerin 
zum Abbruch des Deutschkurses in der Schweiz gedrängt bzw. in diesem oder sonst ei-
nem Zusammenhang eine etwaige Zwangskontrolle auf die Beschwerdeführerin ausgeübt 
haben soll. Die diesbezüglich geltenden gemachten Vorfälle, dass die Beschwerdeführerin 
zuhause ihre Aufgaben nicht habe machen können, ihr Telefon von D.________ überprüft 
und sie dermassen unter Druck gesetzt worden sei, dass sie den Deutschkurs abgebro-
chen habe, vermag die Beschwerdeführerin nicht fundiert zu belegen. Der Besuch des 
Deutschkurses in B.________ und in der Schweiz ist klar ein Anhaltspunkt, der dagegen-
spricht, dass D.________ die Beschwerdeführerin – trotz einer teilweise auch patriarcha-
lisch gelebten Beziehung – ständig kontrolliert und dadurch andauernd relevant in ihrer 
Persönlichkeit verletzt hat (vgl. BGer 2C_752/2021 vom 22. November 2021 E. 4.2). 

4.10 Was die in der Beschwerde vom 8. Juli 2024 (vgl. act. 1 Ziffer 10 ff.) angeführten 
Nachrichten von D.________ an die Beschwerdeführerin betrifft, ist festzustellen, dass 
diese aus dem Frühjahr 2023 stammen und somit – wie die Beschwerdeführerin selbst 
einräumt – erst nach der Trennung erfolgt sind. Die Aufgabe der ehelichen Gemeinschaft 
steht daher nicht im Zusammenhang mit diesen von D.________ getätigten Äusserungen 
(vgl. BGer 2C_352/2022 vom 23. November 2022 E. 6.2). Zwar lassen sich anhand der 

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Urteil V 2024 67

Textnachrichten die patriarchalen Strukturen in der Ehe erkennen, jedoch ist aufgrund der 
Textnachrichten in keiner Weise automatisch erstellt, dass die Beschwerdeführerin 
während der Ehe auch tatsächlich psychische Gewalt erlebt hat, wie sie dies geltend 
macht. Wenn die Beschwerdeführerin in ihrer Stellungnahme vom 23. Juli 2025 geltend 
macht, dass D.________ gegen das Kontaktverbot verstossen und sich somit wegen Wi-
derhandlung gegen Art. 292 StGB strafbar gemacht habe (act. 37), womit zusätzlich Bele-
ge im Sinne von Art. 50 Abs. 2 lit. a AIG in Aussicht stünden, so ist ebenfalls darauf hin-
zuweisen, dass eine diesbezüglich allfällige strafrechtlich relevante Handlung bzw. eine 
allfällige Verurteilung von D.________ wegen Widerhandlung gegen Art. 292 StGB erst 
nach der Trennung erfolgt ist. Aber selbst wenn eine solche Verurteilung im Rahmen einer 
Gesamtbetrachtung berücksichtigt würde, vermöchte eine solche noch nicht rückwirkend 
die erforderliche Intensität der Anwendung von psychischer Gewalt glaubhaft zu machen. 
Für die diesbezüglich beantragte Sistierung des ausländerrechtlichen Verfahrens bis zum 
Vorliegen eines (allfälligen) Strafbefehls besteht somit kein Anlass.

4.11 Weiter ist festzustellen, dass allein aus dem Umstand, dass die Beschwerdeführe-
rin über kein eigenes Bankkonto verfügt hat, noch nicht auf eine sozio-ökonomische 
Druckausübung während der Ehe geschlossen werden kann. Vorliegend ist die Be-
schwerdeführerin während der Ehe, welche in der Schweiz nicht einmal vier Monate effek-
tiv gelebt wurde, und während der Schwangerschaft auch gar keiner Erwerbstätigkeit 
nachgegangen und hat dementsprechend auch kein eigenes Einkommen erwirtschaftet, 
das auf ein eigens Konto hätte fliessen können. Was die Ausführungen der Beschwerde-
führerin betrifft, dass sie bereits erledigte Hauarbeiten habe wiederholen müssen und aus 
Geruchsgründen nicht habe kochen dürfen, was sie wollte, so ist darauf hinzuweisen, dass 
diese Vorkommnisse noch nicht schwer genug wiegen, um als psychische Oppression im 
Sinne der Rechtsprechung gelten zu können. Denn nicht jedes Verhalten aufgrund dessen 
sich ein Ehepartner in seinen Vorstellungen über den Partner und dessen Verhalten 
getäuscht sieht, stellt bereits eine relevante Form von häuslicher Gewalt dar (BGer 
2C_293/2017 vom 30. Mai 2017 E. 3.1 und 3.2). Die Beschwerdeführerin konnte denn 
auch – insbesondere bei einer Ehe, welche relativ rasch geschlossen wurde – nicht ohne 
Weiteres davon ausgehen, dass die Ehe problemlos und durchwegs harmonisch verlaufen 
würde. Ohnehin belässt es die Beschwerdeführerin bezüglich der angeblichen Wiederho-
lung von Hausarbeiten bei pauschalen Ausführungen, ohne in diesem Kontext genauere 
Details zu nennen. Des Weiteren wären auch die geltend gemachten Beschimpfungen 
durch D.________ als "Hure" und "Zigeunerin" zwar unschön, allerdings allein nicht aus-
reichend, um sagen zu können, dass dadurch die notwendige Intensität für häusliche Ge-

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Urteil V 2024 67

walt bereits erreicht wurde (BGer 2C_376/2021 vom 9. Dezember 2021 E. 4.4.2). Dass die 
Beschwerdeführerin von ihrem Exmann regelmässig und andauernd beleidigt und be-
schimpft wurde, geht denn auch nicht aus der polizeilichen Einvernahme vom 17. März 
2023 hervor bzw. machte sie dort bezüglich der Häufigkeit keine genauen Angaben 
(act. 22 S. 5/11). 

Die geltend gemachten Vorfälle psychischer Gewalt reichen auch in ihrer Gesamtheit nicht 
aus, um die für das Vorliegen häuslicher Gewalt notwendige Intensität zu erreichen. Denn 
allgemein gehaltene Behauptungen oder Hinweise auf punktuelle Spannungen genügen 
nicht. Vielmehr muss die Systematik der Misshandlung der geltend gemachten häuslichen 
Gewalt bzw. deren zeitliches Andauern objektiv nachvollziehbar konkretisiert und beweis-
mässig unterlegt werden (vgl. BGer 2C_460/2017 vom 23. März 2018 E. 3.3), was der Be-
schwerdeführerin vorliegend aber nicht gelungen ist. Auch ist in diesem Zusammenhang 
zu erwähnen, dass das eheliche Zusammenleben in der Schweiz äusserst kurz gewesen 
(vom 1. Oktober 2022 bis am 23. Januar 2023) und daher fraglich ist, ob bei einer so kurz-
en Ehedauer in der Schweiz ganz allgemein überhaupt bereits systematisch psychische 
Gewalt ausgeübt werden kann. Ohnehin ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin 
und D.________ nach dem Vorfall vom 22. Januar 2023 das eheliche Zusammenleben 
definitiv aufgegeben haben. So erklärte D.________ gegenüber dem AFM am 25. Januar 
2023, dass sein Wille zur Fortführung der Ehe definitiv erloschen sei (AFM-act. 100 S. 37), 
woraufhin er am 6. Februar 2023 eine Scheidungsklage in B.________ einreichte (AFM-
act. 80). Die Beschwerdeführerin reichte sodann am 8. März 2023 ein Eheschutzgesuch in 
der Schweiz ein (BF-act. 6). Die veranlasste Trennung der Ehe durch D.________ kann 
mit Verweis auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung zumindest als weiteres Indiz dafür 
gewertet werden, dass die Beschwerdeführerin nicht in einer objektiv unzumutbaren eheli-
chen Gemeinschaft verblieben ist, weil die Trennung für sie nachhaltige ausländerrechtli-
che Konsequenzen haben würde (BGer 2C_498/2022 vom 22. März 2023 E. 5.4). Es ist 
somit festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin weder die Systematik der psychischen 
Misshandlungen und deren zeitliche Kontinuität noch die daraus entstehende subjektive 
Belastung objektiv nachvollziehbar zu konkretisieren vermochte. 

Wenn die Beschwerdeführerin vorbringt, dass es dem Normzweck von Art. 50 AIG ent-
spreche, dass die Dauer der Ehegemeinschaft keine Rolle spiele, weil ansonsten der von 
häuslicher Gewalt betroffene Ehegatte, solange in einer Ehe verharren müsste, bis die 
zeitlichen Anforderungen an die Bewilligungserteilung erfüllt seien, ist entgegenzuhalten, 
dass vorliegend ab Einreichung der Scheidungsklage von D.________ im Februar 2023 

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Urteil V 2024 67

die Beschwerdeführerin gar nicht mehr in einer objektiv unzumutbaren ehelichen Gemein-
schaft verbleiben konnte bzw. die Beschwerdeführerin mit dem Eheschutzgesuch im März 
2023 kund getan hat, nicht mehr in einer für sie unzumutbaren ehelichen Gemeinschaft 
verbleiben zu wollen, weshalb der kurzen Ehedauer in der Schweiz bei der Beurteilung ei-
nes allfälligen nachehelichen Härtefalls sehr wohl eine Bedeutung zukommt.

4.12 Es ist somit festzustellen, dass die Beschwerdeführerin die häusliche Gewalt sei-
tens D.________ weder in physischer noch in psychischer Hinsicht glaubhaft machen 
konnte, womit das Vorhandensein eines nachehelichen Härtefalls zu verneinen ist. Die 
Vorinstanz hat demnach zu Recht festgestellt, dass die Beschwerdeführerin nicht Opfer 
häuslicher Gewalt geworden ist. 

5. Des Weiteren sieht die Beschwerdeführerin ihre sowie die Wiedereingliederung ih-
res Sohnes im Herkunftsland gefährdet, weil ihr bei einer Rückkehr nach B.________ Dis-
kriminierung sowie physische, psychische und sexualisierte Gewalt drohen würden.

5.1 Betreffend der sozialen Wiedereingliederung ist entscheidend, ob die persönliche, 
berufliche und familiäre Eingliederung der betroffenen ausländischen Person bei einer 
Rückkehr in ihre Heimat als stark gefährdet zu gelten hätte, und nicht, ob ein Leben in der 
Schweiz einfacher wäre und – aus welchen Gründen auch immer – vorgezogen würde. 
Wichtige persönliche Gründe bzw. ein persönlicher, nachehelicher Härtefall setzt aufgrund 
der gesamten Umstände eine erhebliche Intensität der Konsequenzen für das Privat- und 
Familienleben voraus, die mit der Lebenssituation nach dem Dahinfallen der abgeleiteten 
Anwesenheitsberechtigung verbunden sein muss (BGE 139 II 393 E. 6). Hat der Aufent-
halt nur kürzere Zeit gedauert und wurden keine engen Beziehungen zur Schweiz ge-
knüpft, lässt sich ein Anspruch auf weiteren Verbleib nicht begründen, wenn die erneute 
Integration im Herkunftsland keine besonderen Probleme darstellt (BGE 138 II 229 E. 3.1). 
Eine starke Gefährdung der Wiedereingliederung im Heimatland nach Art. 50 Abs. 2 lit. c 
AIG muss dabei praxisgemäss objektiv nachvollziehbar konkretisiert und beweismässig 
unterlegt werden; die befürchtete Beeinträchtigung muss im Einzelfall aufgrund der kon-
kreten Umstände glaubhaft erscheinen. Allgemein gehaltene Hinweise genügen nicht 
(BGer 2C_776/2022 vom 14. November 2023 E. 6.1).

5.2 Vorliegend wurden von der Beschwerdeführerin (undatierte) Screenshots von ver-
schiedenen Fotos (AFM-act. 90 S. 60–80) eingereicht, welche teilweise drei G.________-
Profilen zugeordnet werden können. Aufgrund des Profilfotos kann einzig das Profil mit 

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Urteil V 2024 67

dem Namen H.________ der Beschwerdeführerin zugeordnet werden. Auf diesem Profil 
wurde am 14. April 2023 ebenfalls ein Foto der Eltern der Beschwerdeführerin hochgela-
den (AFM-act. 7 S. 311), wobei zu bemerken ist, dass zu diesem Zeitpunkt auf dem Profil-
bild kein Gesichtsbild der Beschwerdeführerin mehr hochgeladen war. Soweit anhand der 
eingereichten Fotos beurteilt werden kann, handelt es sich bei den jeweiligen Fotos, die 
diesem Profil zugeordnet werden können, jeweils weder um Nacktfotos noch ist auf den 
Fotos das Gesicht der Beschwerdeführerin erkennbar (AFM-act. 90 S. 60, 61, 78 und 79). 
Was die anderen beide Profile betrifft, so lassen sich diese nicht der Beschwerdeführerin 
zuordnen und es lässt sich für externe Dritte auch nicht beurteilen, wer auf den Fotos ab-
gebildet ist. Vor dem Hintergrund, dass alle drei Profile explizit mit dem Namen Hure ver-
sehen wurden und auf einem sogar noch die Eltern der Beschwerdeführerin ersichtlich 
sind, darf doch gesagt werden, dass es für allfällige Profilbesucher – sofern diese anhand 
der Fotos die Beschwerdeführerin überhaupt erkennen können würden – ziemlich klar er-
sichtlich ist, dass es sich bei den drei Profilen um reine Racheprofile handelt, und nicht um 
Profile, die mit der Absicht erstellt wurden, tatsächlich sexuelle Dienstleistungen anzubie-
ten. Denn es ist wohl kaum vorstellbar, dass jemand der sexuelle Dienstleistungen anbie-
ten würde, sich mit seinem Gesicht zu erkennen geben und sogar noch Fotos von seinen 
Eltern zeigen würde. Auch ist G.________ allgemein als Social-Network-Plattform be-
kannt, und nicht als Plattform, auf welcher sexuelle Dienstleistungen angeboten werden. 
Zudem besteht die Möglichkeit, persönlichkeitsverletzende Profile zu melden. Es erscheint 
daher – entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin – nicht objektiv nachvollziehbar, 
dass sie bei einer Rückkehr nach B.________ von Freiern oder anderen Personen etwas 
zu befürchten hätte. Ist doch auch in B.________ das Phänomen des Cyber-Mobbings 
sehr wohl bekannt. Inwiefern die besagten Profile einem grösseren Personenkreis in 
B.________ bekannt sind und die Profile zudem von diesem direkt der Beschwerdeführe-
rin zugeordnet werden konnten, wurde von der Beschwerdeführerin nicht hinreichend 
glaubhaft gemacht; ebensowenig, dass sich aufgrund der Profile mittlerweile tatsächlich 
eine nachweislich konkrete Gefährdung der Beschwerdeführerin bei einer Rückkehr nach 
B.________ ergeben würde. Vorliegend ist auch nicht erstellt, wer für die besagten 
G.________-Profile verantwortlich ist. Aber selbst wenn diese vom D.________ erstellt 
worden wären, lässt sich daraus noch in keiner Weise ableiten, wie die Beschwerdeführe-
rin dies tut, dass sie damit rechnen müsste, dass D.________ oder dessen Familie bzw. 
Verwandtschaft bei einer Rückkehr nach B.________ gegen sie sexualisierte Gewalt aus-
üben würden. 

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Urteil V 2024 67

5.3 Was das Video-Interview betrifft, so schildert dort eine anonym interviewte Person 
zusammengefasst eine in der Schweiz unglücklich gelebte Ehe. Im Video-Interview wird 
weder das Gesicht von D.________ noch das Gesicht der Beschwerdeführerin gezeigt. 
Ebenso wenig deren Namen genannt (AFM-act. 12). Es ist daher unwahrscheinlich, dass 
ein breiteres Publikum in B.________ bzw. im Heimatort der Beschwerdeführerin – abge-
sehen von allenfalls Verwandten und nahen Bekannten – durch das Interview von der ge-
scheiterten Ehe der Beschwerdeführerin erfahren hat. Gibt es doch viele B.________ 
Staatsbürgerinnen, die sich in der Schweiz mit Landsmännern verheiratet bzw. sich wieder 
von diesen geschieden haben. Zu berücksichtigen ist überdies, dass in der Gemeinde 
I.________ rund xx'xxx Einwohner leben, wovon ca. x'xxx (Zählung aus dem Jahr 2011) in 
der gleichnamigen Stadt wohnen. Es ist deshalb kaum anzunehmen, dass die Beschwer-
deführerin auf der Strasse in relevanter Weise erkannt werden würde, insbesondere da 
weder ihr Name genannt wurde noch ihr Bild gezeigt worden ist. Es sind deshalb keine 
Umstände in namhafter Ausprägung ersichtlich, welche eine konkrete Gefährdung der so-
zialen Wiedereingliederung für die Beschwerdeführerin und ihren Sohn ergeben soll. Auch 
die im Video-Interview geäusserten Zweifel an der Vaterschaft vermögen daran nichts zu 
ändern, zumal die Einzelrichterin des Kantonsgerichts Zug mit Entscheid J.________ die 
Klage von D.________ auf Aberkennung der Vaterschaft abgewiesen hat (BF-act. 23).

5.4 Auch sonst ergeben sich aus den Akten keine Anhaltspunkte dafür, dass die Be-
schwerdeführerin und ihr Sohn bei einer Rückkehr nach B.________ durch D.________ 
oder dessen Familie an Leib und Leben gefährdet wäre. Allfällige Drohungen, die darauf 
schliessen liessen, ergeben sich auch nicht aus den Textnachrichten von D.________ an 
die Beschwerdeführerin. Vielmehr ist festzustellen, dass D.________ von der Tante, der 
Mutter, dem Bruder der Beschwerdeführerin sowie einem Freund der Familie Drohungen 
bzw. Todesdrohungen erhalten hat (AFM-act. 46 S. 207–211 sowie S. 216–218).

Auch ist nicht hinreichend dargelegt, dass der Vater der Beschwerdeführerin diese auf-
grund des Video-Interviews, worin der Name der Beschwerdeführerin nicht genannt wur-
de, verstossen und den übrigen Familienmitgliedern den Kontakt mit ihr verboten haben 
soll. Es ist zwar richtig, dass – wie die Beschwerdeführerin geltend macht – ein Negativ-
beweis nicht oder nur schwer zu erbringen sei. Die Beschwerdeführerin hätte aber das 
angebliche Kontaktverbot zumindest anhand von Telefongesprächen oder entsprechen-
den Textnachrichten sowie deren Häufigkeit vor und nach dem vermeintlichen Bruch, be-
legen oder zumindest glaubhaft machen können (BGer 2C_339/2018 vom 16. November 
2018 E. 6.4). Ohnehin scheint es vor dem Hintergrund der durch die Familienmitglieder 

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ausgestossenen Drohungen, der verwandtschaftlichen Verpflichtungen und des kulturell 
sehr hohen Stellenwerts der Familie in B.________ eher unwahrscheinlich, dass sämtliche 
Familienmitglieder den Kontakt zur Beschwerdeführerin abgebrochen haben. Es ist daher 
fraglich, dass die Beschwerdeführerin bei einer Rückkehr nach B.________ nicht mehr auf 
den Rückhalt der Familienmitglieder bzw. zumindest gewisser Familienmitglieder wird 
zählen können. In B.________ hat die Beschwerdeführerin als Verkäuferin gearbeitet. Zu-
dem hat sie in der Schweiz in einem weiteren Berufsfeld Praktikumserfahrungen gesam-
melt und sich weitere Deutschkenntnisse angeeignet. Eine berufliche Wiedereingliederung 
der Beschwerdeführerin in ihrer Heimat erscheint daher nicht stark gefährdet.

5.5 Zusammenfassend ist somit festzustellen, dass die Beschwerdeführerin nicht 
glaubhaft machen konnte, inwiefern sich für sie und ihren Sohn bei einer Rückkehr nach 
B.________ eine tatsächliche und konkrete Gefährdung ergeben würde. Eine reale Be-
drohung wurde nicht glaubhaft nachgewiesen. Es ist somit zu verneinen, dass die soziale 
Wiedereingliederung der Beschwerdeführerin in B.________ stark gefährdet ist. Daran 
vermögen auch die verschiedenen Noveneingaben nichts zu ändern. Auch ist nicht nach-
vollziehbar, weshalb die Beschwerdeführerin in B.________ ihre finanziellen Ansprüche 
gegenüber D.________ nicht geltend machen können soll. D.________ hat zwar in 
B.________ mittels Gerichtsverfahren die Eheauflösung erwirkt (Urteil K.________). Im 
Urteil finden sich aber zahlreiche wahrheitswidrige Angaben. Die Beschwerdeführerin hat 
hierbei die Möglichkeit, das genannte Urteil nicht anzuerkennen und die Eintragung im Zi-
vilstandsregister zu verweigern. Es steht auch nicht ausserhalb des Möglichen, das in 
B.________ ergangene Urteil umzustossen, zumal sie mit der Abweisung der Aberken-
nungsklage betreffend die Vaterschaft (Urteil des Kantonsgerichts Zug J.________ einen 
gewichtigen Beweis für die wahrheitswidrigen Angaben von D.________ hat.

6. Die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA erweist sich auch als 
verhältnismässig (vgl. Art. 96 AIG).

Die heute 24-jährige Beschwerdeführerin ist erst im Alter von 21 Jahren in die Schweiz 
eingereist. Zuvor hat sie ihr ganzes Leben in B.________ verbracht. Die Eltern und Ver-
wandte der Beschwerdeführerin leben nach wie vor in B.________, womit sie dort über ein 
(zumindest sicher teilweises) intaktes Beziehungsnetz verfügt. Wie unter Erwägung 5.4 
bereits erwähnt, verfügt die Beschwerdeführerin über die beruflichen Grundlagen, um sich 
in B.________ eine neue Existenz aufzubauen. Es kann davon ausgegangen werden, 
dass es ihr gelingen wird, mit Hilfe ihres sozialen Umfelds wieder eine Arbeit zu finden, um 

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Urteil V 2024 67

ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Ausserdem ist anzunehmen, dass sie weitere finanzi-
elle Unterstützung durch in B.________ und/oder im Ausland lebende Familienmitglieder 
erhalten wird. Der Beschwerdeführerin ist daher sowohl die wirtschaftliche als auch die 
soziale Wiedereingliederung in ihrem Heimatland durchaus möglich. Aufgrund der kurzen 
Ehe- bzw. Aufenthaltsdauer kann denn auch nicht von einer fortgeschrittenen persönlichen 
Integration und Verwurzelung der Beschwerdeführerin ausgegangen werden. Das eheli-
che Zusammenleben in der Schweiz dauerte gerade mal etwas mehr als drei Monate, die 
restlichen gut zwei Jahre entfielen auf die Rechtsmittelverfahren. Allein aus dem Umstand, 
dass die Beschwerdeführerin eine Lehrstelle in Aussicht hat und sich Deutschkenntnisse 
angeeignet hat (vgl. act. 23 und 28; BF-act. 16), kann sie noch keinen Anspruch auf einen 
weiteren Verbleib in der Schweiz ableiten. In Anbetracht der Tatsache, dass Lehrlingslöh-
ne nicht existenzsichernd sind, ist auf die nächsten Jahre hinaus ein weiterhin andauern-
der Sozialhilfebezug absehbar, weshalb die wirtschaftliche Integration der Beschwerdefüh-
rerin nicht gegeben ist.

7. Es ist somit festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin kein selbstständiges Auf-
enthaltsrecht aus Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG geltend machen kann und keine wichtigen per-
sönlichen Gründe gemäss Art. 50 Abs. 1 lit. b i.V.m. Abs. 2 AIG vorliegen. Mit der Vernei-
nung wichtiger persönlicher Gründe ist vorliegend ebenfalls festzustellen, dass kein 
schwerwiegender persönlicher Härtefall im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG vorliegt. 
Auch erweist sich die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA als verhält-
nismässig. Dementsprechend hat die Vorinstanz die Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA der 
Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 23 Abs. 1 VEP i.V.m. Art. 62 Abs. 1 lit. d AIG zu 
Recht widerrufen.

8. Bezüglich des Eventualantrags der Beschwerdeführerin, dass beim SEM ein An-
trag auf vorläufige Aufnahme aufgrund der Unzumutbarkeit der Wegweisung zu stellen sei, 
ist zu bemerken, dass eine allfällige Gefährdung der sozialen Wiedereingliederung der 
Beschwerdeführerin bzw. die Unzumutbarkeit des Vollzugs vorliegend bereits im Rahmen 
des nachehelichen Härtefalls geprüft und verneint wurde, weshalb dementsprechend auch 
kein Wegweisungsvollzugshindernis wegen einer konkreten Gefährdung im Sinne von 
Art. 83 Abs. 4 AIG für die Beschwerdeführerin und ihren Sohn festgestellt werden kann. 
Aufgrund des Fehlens von Vollzugshindernissen ist daher beim SEM kein Antrag auf vor-
läufige Aufnahme zu stellen.

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Urteil V 2024 67

9. Die Beschwerdeführerin beantragt die persönliche Befragung zu den Härtefall-
gründen.

9.1 Gemäss Art. 29 Abs. 2 BV haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. 
Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst als Mitwirkungsrecht all jene Befugnisse, die 
einem Betroffenen einzuräumen sind, damit er seinen Standpunkt wirksam zur Geltung 
bringen kann. Daraus folgt das Recht auf Einsicht in die Akten, das Recht, sich vor Erlass 
eines in seine Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu äussern, sowie der 
Anspruch auf Abnahme der rechtzeitig und formrichtig angebotenen rechtserheblichen 
Beweismittel. Grundsätzlich besteht kein Anspruch auf mündliche Anhörung. Im Hinblick 
auf die Beweisführung resultiert aus Art. 29 Abs. 2 BV zudem kein genereller Anspruch auf 
eine Beweisabnahme, wenn sich die Behörde aufgrund bereits abgenommener Beweise 
ihre Überzeugung gebildet hat und ohne Willkür in vorweggenommener antizipierter Be-
weiswürdigung annehmen kann, dass ihre Überzeugung durch weitere Beweiserhebung 
nicht geändert würde (sog. antizipierte Beweiswürdigung; BGer 2C_732/2022 vom 2. März 
2023 E. 4.1)

9.2 Was die von der anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerin geltend gemachten 
Härtefallgründe betrifft, so hat die Beschwerdeführerin hierzu anlässlich des vorinstanzli-
chen sowie des vorliegenden Verfahrens ihre Standpunkte bereits ausführlich dargelegt 
und die Möglichkeit wahrgenommen, Unterlagen einzureichen. Damit ergibt sich vorlie-
gend ein umfassendes Bild. Im Rahmen einer persönlichen Befragung durch das Verwal-
tungsgericht ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin lediglich ihre bisher vor-
getragenen Standpunkte – so wie diese bereits in den Akten liegen – wiederholen würde. 
Dort wo Behauptungen strittig sind – wie zum Beispiel beim geltend gemachten angeord-
neten Kontaktabbruch durch den Vater der Beschwerdeführerin – wären für die Glaub-
haftmachung jedoch konkrete Nachweise zu erbringen. Unbelegte wiederholte Behaup-
tungen sind hingegen klar ungenügend. Es ist daher nicht ersichtlich, dass eine persönli-
che Befragung der Beschwerdeführerin zu den Härtefallgründen weitere Erkenntnisse 
bringen würde bzw. an der Überzeugung des Verwaltungsgerichts (vgl. E. 9.1) etwas zu 
ändern vermöchte, weshalb in antizipierter Beweiswürdigung aufgrund der Akten auf eine 
persönliche Anhörung verzichtet werden kann. Gleiches gilt im Übrigen auch, soweit die 
Beschwerdeführerin kritisiert, dass sie vom AFM nicht persönlich angehört worden sei und 
die Behörde nicht einmal das Einvernahmeprotokoll eingesehen hätte (act. 28 S. 2). Wie 
aus der Verfügung des AFM vom 10. August 2023 hervorgeht, wurde unter anderem das 
Einvernahmeprotokoll berücksichtigt. Eine persönliche Anhörung konnte angesichts der 

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Aktenlage ebenso unterbleiben. Es ist denn auch nicht ersichtlich, was sie anlässlich einer 
persönlichen Befragung hätte vorbringen wollen, was sie nicht schon in ihren Eingaben 
dargetan hat. Zudem handelt es sich nur um ihre persönliche Befragung und nicht etwa 
wie im von ihr zitierten Urteil BGer 2C_1024/2019 vom 27. August 2020 um noch weitere 
Beteiligte. Die Beschwerdeführerin hat im Rahmen ihres wahrgenommenen umfassenden 
Äusserungsrechts im Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahrens ihre 
Standpunkte hinreichend dargelegt, weshalb – sollte eine Verletzung des rechtlichen 
Gehörs tatsächlich vorliegen – diese spätestens in den nachfolgenden Verfahren als ge-
heilt zu betrachten wäre.

10. Zusammenfassend ist somit festzustellen, dass sich der Widerruf der Aufenthalts-
bewilligung EU/EFTA als recht- und verhältnismässig erweist. Dementsprechend ist die 
Beschwerde abzuweisen und der Entscheid der Vorinstanz vom 4. Juni 2024 zu bestäti-
gen.

11. Die Beschwerdeführerin beantragt die Sistierung des vorliegenden Verfahrens, 
weil das sistierte Strafverfahren aufgrund der Anwesenheit von D.________ in der 
Schweiz wieder aufgenommen werden könnte. In beweisrechtlicher Hinsicht ist für das 
besagte Strafverfahren das Einvernahmeprotokoll vom 17. März 2023 massgebend 
(act. 22). Wie unter den Ziffern E. 4.6 und 4.7 diesbezüglich bereits ausgeführt, vermag 
die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte erlittene (physische) Gewalt keinen 
nachehelichen Härtefall zu begründen. Die vorliegende Beurteilung des nachehelichen 
Härtefalls setzt somit keinen rechtskräftigen Entscheid im Rahmen eines Strafverfahrens 
voraus. Die strafrechtlichen Vorwürfe der Beschwerdeführerin gegen D.________ können 
daher ohne weiteres im Rahmen des vorliegenden ausländerrechtlichen Verfahrens beur-
teilt werden. Die beantrage Sistierung ist daher abzuweisen. Der Vollständigkeit halber sei 
an dieser Stelle auch darauf hingewiesen, dass vorliegend ohnehin vollkommen ungewiss 
ist, ob D.________ sich tatsächlich (noch) in der Schweiz befindet, weshalb eine allfällige 
Wiederaufnahme des sistierten Strafverfahrens mehr als fraglich ist.

12.
12.1 Die Beschwerdeführerin macht abschliessend geltend, dass sie nicht damit habe 
rechnen müssen, dass die Vorinstanz als nächstes ein Urteil fällen werde. Auch sei sie 
nicht dazu aufgefordert worden, eine Honorarnote einzureichen. Zudem entspreche die 
ermessensweise auf Fr. 1'440.– festgesetzte Parteientschädigung nicht den notwendigen 
Aufwendungen. Damit habe die Vorinstanz ihr rechtliches Gehör verletzt sowie das Er-

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Urteil V 2024 67

messen unterschritten. Die Kosten für die unentgeltliche Rechtsverbeiständung sei auf 
Fr. 4'626.– festzusetzen.

12.2 Kantonale Verwaltungsbehörden und Gerichte sind bei der Bemessung der Par-
teientschädigung von Bundesrechts wegen nicht an die allenfalls geltend gemachten Ho-
noraransprüche gebunden. Der Anspruch auf rechtliches Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 BV 
wird daher grundsätzlich nicht verletzt, wenn auf die Einholung einer Kostennote verzichtet 
wird. Aus Art. 29 Abs. 2 BV wird indes das Recht der Parteien abgeleitet, innert einer 
zehntägigen Frist eine Kostennote für die Rechtsvertretung einzureichen, sobald ohne 
weiteren Aufwand mit dem Abschluss des Verfahrens gerechnet werden kann 
(BGer 1C_688/2023 vom 24. Februar 2025 E. 2.1.2).

12.3 Am 27. Mai 2024 liess die Vorinstanz dem AFM die Eingabe der Beschwerdefüh-
rerin vom 21. Mai 2024 zukommen (AFM-act. 5). Die Beschwerdeführerin musste daher 
nach der Einreichung ihrer Eingabe vom 21. Mai 2024, spätestens aber nach deren Zu-
stellung am 27. Mai 2024 mit dem Erlass des Beschlusses rechnen. Dabei spielt es auch 
keine Rolle, dass das AFM – wie die Beschwerdeführerin geltend macht – sein Replikrecht 
durchaus wahrgenommen habe. Vor dem Hintergrund des rechtlichen Gehörs (vgl. Art. 29 
Abs. 2 BV) hatte die Beschwerdeführerin daher ab diesem Zeitpunkt Anlass, innert zehn 
Tagen eine Honorarnote einzureichen, soweit diese bei der Festlegung der Parteientschä-
digung für die unentgeltliche Rechtsverbeiständung hätte Berücksichtigung finden sollen. 
Sie durfte im Hinblick auf den Anspruch auf rechtliches Gehör indes nicht davon ausge-
hen, von der Vorinstanz vor dem Erlass des Beschlusses am 4. Juni 2024 (versandt am 
6. Juni 2024) zur Einreichung einer Honorarnote aufgefordert zu werden. Die Vorinstanz 
hat den Anspruch auf rechtliches Gehör der Beschwerdeführerin somit nicht verletzt, in-
dem sie die Parteientschädigung für die unentgeltliche Rechtsverbeiständung ohne Einho-
lung einer Honorarnote festlegte.

12.4 Ebenso ist festzuhalten, dass die Vorinstanz bei der Festsetzung bei der Parteien-
tschädigung ihr Ermessen nicht unterschritten hat. Sie hat das Beschwerdeverfahren als 
anspruchsvoll erachtet und die Pauschalentschädigung entsprechend dem in § 2 Abs. 2 lit. 
b i.V.m. § 4 Abs. 4 der Verordnung betreffend Gebühren, Kostenvorschüsse, Parteien-
tschädigungen und Umtriebsentschädigungen in Beschwerdeverfahren vor dem Regie-
rungsrat (KoV RR; BGS 162.41) vorgegebenen Tarifrahmen auf Fr. 1'440.– festgesetzt. In 
Anbetracht des erforderlichen Zeit- und Arbeitsaufwands im Rahmen der Verwaltungsbe-
schwerde vor dem Regierungsrat erscheint die Höhe der Pauschalentschädigung als an-

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gemessen. Ohnehin erfolgt die Festsetzung einer Pauschalentschädigung selbst dann, 
wenn eine Honorarnote eingereicht wird (vgl. § 4 Abs. 3 KoV RR). Gründe, die für eine 
Abweichung der Pauschale sprechen würden, liegen vorliegend nicht vor. Wenn die Be-
schwerdeführerin in diesem Zusammenhang darauf hinweist, dass aufgrund der abwegi-
gen Schlussfolgerungen des AFM ihre elfseitige Stellungnahme vom 14. Juni 2023 erfor-
derlich gewesen sei, so ist diesbezüglich anzumerken, dass dieser geltend gemachte 
Aufwand das erstinstanzliche Verfahren betrifft. Aufwendungen im Rahmen eines erstin-
stanzlichen Verfahrens sind jedoch – unter vorgängiger mit der Einreichung eines Ge-
suchs um unentgeltlichen Rechtspflege – bei der ersten Instanz geltend zu machen, und 
nicht erst nachträglich im Rahmen der unentgeltlichen Rechtspflege im Verwaltungsbe-
schwerdeverfahren vor dem Regierungsrat. Da die Beschwerdeführerin es im erstinstanz-
lichen Verfahren unterlassen hat, ein Gesuch um unentgeltlichen Rechtspflege zu stellen, 
kann sie die in diesem Zusammenhang geltend gemachten Aufwendungen nicht mehr 
nachträglich anführen.

13. Im Beschwerdeverfahren vor dem Verwaltungsgericht trägt die unterliegende Par-
tei die Verfahrenskosten (§ 23 Abs. 1 Ziff. 3 VRG). Unterlegene Partei im Rahmen des 
Beschwerdeverfahrens ist vorliegend die Beschwerdeführerin, weshalb ihr entsprechend 
die Verfahrenskosten aufzuerlegen wären. Vor dem Hintergrund, dass der Beschwerde-
führerin die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist jedoch auf die Erhebung von 
Verfahrenskosten zu verzichten. 

14. Im Rechtsmittelverfahren ist der ganz oder teilweise obsiegenden Partei zulasten 
der unterliegenden Partei eine Parteientschädigung nach Massgabe ihres Obsiegens zu-
zusprechen (§ 28 Abs. 2 VRG). Vorliegend ist die Vorinstanz obsiegende Partei. Da sie 
jedoch in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegt, ist ihr dennoch keine Parteientschädi-
gung zuzusprechen (vgl. § 28 Abs. 2a VRG).

14.1 Der unentgeltliche Rechtsbeistand hat gegenüber der bestellenden Behörde An-
spruch auf eine angemessene Entschädigung, soweit der Aufwand für die Vertretung nicht 
aus einer zugesprochenen Parteientschädigung gedeckt werden kann (§ 27 Abs. 3 VRG). 
Die Parteientschädigung bei einer berufsmässigen Vertretung umfasst eine angemessene 
Entschädigung für das Honorar und die notwendigen Barauslagen, die unmittelbar mit der 
Vertretung im Verfahren zusammenhängen (§ 8 der Verordnung über die Kosten im Ver-
fahren vor dem Verwaltungsgericht [Kosten VO; BGS 162.12]). Das Honorar beträgt 
Fr. 100.– bis Fr. 10'000.– und versteht sich inklusive Mehrwertsteuer und Barauslagen 

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(§ 9 Abs. 1 Kosten VO). Das Honorar (inklusive Mehrwertsteuer und Barauslagen) der un-
entgeltlichen Rechtsverbeiständung wird nach einem Stundenansatz Fr. 220.– berechnet 
(vgl. § 9 Abs. 4 Kosten VO VG).

14.2 Für das Beschwerdeverfahren vor Verwaltungsgericht macht die Beschwerdefüh-
rerin für die unentgeltliche Rechtsverbeiständung bis und mit 3. Oktober 2024 einen 
Zeitaufwand von 19.92 Stunden bei einem Stundenansatz von Fr. 220.– sowie Auslagen 
von Fr. 98.60, zuzüglich Mehrwertsteuer von Fr. 362.90 geltend (act. 14). Alleine für das 
Verfassen der 18-seitigen Beschwerdeschrift (inkl. auszugsweise Aktenstudium, Telefona-
te und Emails) werden 15 Stunden geltend gemacht, was als klar zu hoch erscheint, ins-
besondere vor dem Hintergrund, dass nur der notwendige Aufwand entschädigt werden 
kann und Aktenkenntnis aus dem Vorverfahren besteht. Zu berücksichtigen ist hingegen, 
dass nach Einreichung der Honorarnote weitere Noveneingaben und ein Aktenbeizug (Po-
lizeirapport) erfolgten, welche wiederum Schriftenwechsel auslösten. Der Fall weist jedoch 
höchstens einen mittleren Schwierigkeitsgrad auf. Auch sind die Akten im Beschwerdever-
fahren vor dem Verwaltungsgericht nicht besonders umfangreich. Im Vordergrund stehen 
vorwiegend sich aus den Akten stellende Beweisfragen. Entsprechend rechtfertigt sich ei-
ne ermessensweise festzusetzende Pauschalentschädigung des unentgeltlichen Rechts-
beistandes von Fr. 4'200.– (inkl. MWST und Barauslagen).

15. Zur Rechtsmittelbelehrung des nachstehenden Dispositivs ist Folgendes zu erläu-
tern: Soweit die Beschwerdeführerin in vertretbarer Weise einen Anwesenheitsanspruch 
geltend macht, ist Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. 
des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetzes, BGG; 
SR 173.110) zu erheben (vgl. etwa BGer 2C_545/2024 vom 15. April 2024 E. 1; 
2C_262/2017 vom 16. Februar 2018 E. 1); ansonsten und im Wegweisungspunkt steht die 
subsidiäre Verfassungsbeschwerde gemäss Art. 113 ff. BGG offen (Art. 83 lit. c Ziff. 2 und 
4 BGG). Werden beide Rechtsmittel ergriffen, hat dies in der gleichen Rechtsschrift zu ge-
schehen (Art. 119 Abs. 1 BGG).

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Eine Parteienschädigung wird nicht zugesprochen.

4. Der unentgeltliche Rechtsbeistand der Beschwerdeführerin in der Person von RA 
MLaw Lukas Rast wird zu Lasten der Staatskasse mit Fr. 4'200.– (inkl. MWST und 
Barauslagen) entschädigt.

5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Lausanne Beschwerde im Sinne der Er-
wägungen eingereicht werden.

6. Mitteilung an den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin (im Doppel), an den 
Regierungsrat des Kantons Zug (dreifach), an das Staatssekretariat für Migration, 
Bern, sowie (im Dispositiv, zum Vollzug von dessen Ziffer 4) an die Finanzverwal-
tung des Kantons Zug.

Zug, 25. August 2025

Im Namen der
VERWALTUNGSRECHTLICHEN KAMMER
Der Vorsitzende

Die Gerichtsschreiberin

versandt am