# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4ae70d07-2d85-56ab-ba43-64ef4b7ac97f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-04-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.04.2008 C-525/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-525-2006_2008-04-24.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-525/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 4 .  A p r i l  2 0 0 8

Richter Andreas Trommer (Vorsitz), 
Richterin Elena Avenati-Carpani, 
Richter Antonio Imoberdorf (Kammerpräsident), 
Gerichtsschreiber Julius Longauer.

A._______,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Advokatin Margrit Wenger,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 
3003 Bern
Vorinstanz.

Verweigerung der Zustimmung (und Wegweisung).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-525/2006

Sachverhalt:

A.
Die Beschwerdeführerin (geb. 1965) ist thailändische Staatsangehöri-
ge. Im April  2001 reiste sie in die Schweiz und heiratete am 1. Juni 
2001  einen  Schweizer  Bürger. Gestützt  auf  die  Bestimmungen  über 
den Familiennachzug erhielt sie im Kanton Basel-Landschaft eine Auf-
enthaltsbewilligung, die letztmals mit Wirkung bis 31. Mai 2006 verlän-
gert  wurde. Im November 2003 trennte sie sich von ihrem Ehemann, 
lebte kurze Zeit  in einem Frauenhaus und bezog im Dezember 2003 
eine  eigene  Wohnung.  Die  Ehe  der  Beschwerdeführerin  wurde  am 
7. Juli  2004  gerichtlich  getrennt,  und  die  Scheidung  erfolgte  am 
24. April 2006.

B.
Am 12. Mai 2006 unterbreitete die Migrationsbehörde des Kantons Ba-
sel-Landschaft der Vorinstanz ihr Gesuch um Zustimmung zur weiteren 
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung nach Auflösung der ehelichen 
Gemeinschaft.

C.
Die  Vorinstanz  teilte  der  Beschwerdeführerin  am 27.  Juni  2006  mit, 
dass erwogen werde, die Zustimmung zur Verlängerung der kantona-
len Aufenthaltsbewilligung zu verweigern, und gab ihr Gelegenheit zur 
Stellungnahme.  Mit  Schreiben  vom  13.  Juli  2006  machte  die  Be-
schwerdeführerin vom Recht auf Stellungnahme Gebrauch.

D.
Mit Verfügung vom 10. August 2006 verweigerte die Vorinstanz die Zu-
stimmung zur Verlängerung der kantonalen Aufenthaltsbewilligung und 
wies die Beschwerdeführerin  unter  Ansetzung einer  Ausreisefrist  bis 
zum 30. November 2006 aus der Schweiz weg. Zur Begründung führte 
sie im Wesentlichen aus, der ursprüngliche, privilegierte Zulassungs-
grund  sei  weggefallen,  und  eine  besondere  Härte,  die  unter  diesen 
Umständen eine Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung rechtfertigen 
würde, liege nicht vor.

E.
Die  Beschwerdeführerin  gelangte  mit  Eingabe  vom  14.  September 
2006 an das Eidgenössische Justiz-  und Polizeidepartement (EJPD) 
und beantragte  die  Aufhebung der  vorgenannten Verfügung  und die 

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Erteilung  der  Zustimmung  zur  Verlängerung  der  kantonalen  Aufent-
haltsbewilligung.

F.
Die Vorinstanz beantragte in  ihrer  Vernehmlassung vom 25. Oktober 
2006 die Abweisung der Beschwerde.

G.
Auf den weiteren Akteninhalt  wird, soweit rechtserheblich, in den Er-
wägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Verfügungen des BFM betr. Zustimmung zu einer kantonalen Auf-
enthaltsbewilligung und Wegweisung aus der Schweiz unterliegen der 
Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht (Art. 31, Art. 32 sowie 
Art.  33  Bst.  d  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005 
[VGG, SR 173.32]).

1.2 Zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des Verwaltungsgerichtsgesetzes 
beim EJPD bereits hängige Rechtsmittelverfahren vorliegenden Inhalts 
werden vom Bundesverwaltungsgericht übernommen. Die Beurteilung 
erfolgt  nach  neuem  Verfahrensrecht  (Art.  53  Abs.  2  VGG).  Gemäss 
Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsge-
richt nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das Ver-
waltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021),  soweit  das  Verwaltungsge-
richtsgesetz nichts anderes bestimmt (vgl. auch Art. 2 Abs. 4 VwVG).

1.3 Die Beschwerdeführerin ist als Adressatin der angefochtenen Ver-
fügung  zur  Beschwerde  legitimiert,  und  ihr  Rechtsmittel  wurde  frist- 
und  formgerecht  eingereicht  (48  ff.  VwVG).  Auf  die  Beschwerde  ist 
deshalb einzutreten.

2.
2.1 Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verlet-
zung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch 
des  Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des 
rechtserheblichen Sachverhaltes und – soweit nicht eine kantonale Be-
hörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit ge-
rügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im 
Beschwerdeverfahren das  Bundesrecht  von Amtes wegen an. Es  ist 

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gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht 
gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den gel-
tend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. Massgebend ist 
grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. E. 
1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten Urteils 2A.451/2002 
vom 28. März 2003).

2.2 Am 1. Januar  2008 traten das neue Bundesgesetz vom 16. De-
zember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG,  SR 
142.20) und seine Ausführungsverordnungen in Kraft - unter anderem 
die Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt und 
Erwerbstätigkeit  (VZAE, SR 142.201). Die materielle  Beurteilung der 
vorliegenden Streitsache richtet sich gemäss Art. 126 Abs. 1 AuG noch 
nach  dem  alten  Recht  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
C-3912/2007 vom 14. Februar 2008 E. 2 mit Hinweisen). Einschlägig 
sind das Bundesgesetz vom 26. März 1931 über Aufenthalt und Nie-
derlassung der Ausländer (aANAG, BS 1 121, zum vollständigen Quel-
lennachweis vgl. Ziff. I  des Anhangs zum AuG), die Verordnung vom 
20. April  1983  über  das  Zustimmungsverfahren  im  Ausländerrecht 
(nachfolgend: alt Zustimmungsverordnung, AS 1983 535, zum vollstän-
digen Quellennachweis vgl. Art. 91 Ziff. 2 VZAE) und die Verordnung 
vom 6. Oktober 1986 über die Begrenzung der Zahl der Ausländer (alt 
Begrenzungsverordnung,  aBVO,  AS  1986  1791,  zum  vollständigen 
Quellennachweis vgl. Art. 91 Ziff. 5 VZAE).

3.
Die  Erteilung  und  Verlängerung  von  Aufenthaltsbewilligungen  fällt 
grundsätzlich in die Zuständigkeit der Kantone. Vorbehalten bleibt die 
Zustimmung des BFM, wenn das Ausländerrecht eine solche für not-
wendig erklärt (Art. 18 aANAG). Gemäss Artikel 1 Absatz 1 alt Zustim-
mungsverordnung  ist  die  Zustimmung  erforderlich,  wenn  bestimmte 
Gruppen von Ausländern im Interesse der Koordination der Praxis auf 
Weisungsebene  der  Zustimmungspflicht  unterstellt  werden  (Bst.  a), 
wenn der Ausländer keine gültigen und anerkannten heimatlichen Aus-
weispapiere besitzt und in der Schweiz weder als Flüchtling noch als 
Staatenloser anerkannt ist (Bst. b) oder wenn das BFM die Unterbrei-
tung zur Zustimmung im Einzelfall verlangt (Bst. c). Über die Erteilung 
oder Verweigerung der Zustimmung entscheidet das BFM im Rahmen 
der gesetzlichen Vorschriften und der Verträge mit dem Ausland nach 
pflichtgemässem Ermessen (Art. 4 aANAG). Eine Bindung an die kan-
tonale Beurteilung besteht nicht. Das Gesagte gilt selbst dann, wenn 

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auf kantonaler Ebene ein Gericht auf Erteilung oder Verlängerung der 
Aufenthaltsbewilligung erkannt hat (vgl. grundlegend BGE 127 II 49 E. 
3  S. 51  ff;  ferner  Entscheid  des  EJPD vom 15. April  2005 E. 12 in: 
Verwaltungspraxis der Bundesbehörden [VPB] 69.76).

4.
Vorliegend geht es um die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung ei-
ner  thailändischen  Staatsangehörigen  nach  ihrer  Scheidung  von  ei-
nem Schweizer Bürger. Die Zustimmungsbedürftigkeit des kantonalen 
Verlängerungsentscheids ergibt sich deshalb aus Art. 1 Abs. 1 Bst. a 
alt Zustimmungsverordnung in Verbindung mit den Weisungen und Er-
läuterungen des BFM vom Mai 2006 über Einreise, Aufenthalt und Ar-
beitsmarkt (aANAG-Weisungen), welche in Ziff. 132.4 Bst. e vorsehen, 
dass  die  Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung  eines  Ausländers 
oder einer Ausländerin nach Scheidung vom schweizerischen Ehegat-
ten oder nach dessen Tod dem BFM zur Zustimmung zu unterbreiten 
ist, falls der Ausländer oder die Ausländerin nicht aus einem Mitglied-
staat der EFTA oder der EG stammt. Der Entscheid über die Zustim-
mung liegt im pflichtgemässen Ermessen der Behörde, denn die Ehe 
ist geschieden worden, bevor der Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 
7 Abs. 1 Satz 2 aANAG ein vom Bestand der Ehe unabhängiger An-
spruch auf Verlängerung ihrer Aufenthaltsbewilligung erwachsen konn-
te (vgl. BGE 130 II 49 E. 3.2.3 S. 54 f., 128 II 145 E. 1.1.4 und 1.1.5 S. 
149 f. mit Hinweisen), und eine andere Anspruchsgrundlage des Lan-
des- und Völkerrechts besteht nicht.

5.
Der Begriff  der  „pflichtgemässen Ermessensausübung“  impliziert  die 
Beachtung rechtlicher Schranken bei  der Ausfüllung der Ermessens-
spielräume. Vorliegend  steht  der  Grundsatz  der  Verhältnismässigkeit 
von  Verwaltungsakten  im  Vordergrund.  Unter  diesem  Gesichtspunkt 
der  Verhältnismässigkeit  ist  eine  wertende  Abwägung  vorzunehmen 
zwischen dem (nachfolgend zu erörternden) öffentlichen Interesse an 
der Verweigerung der Zustimmung einerseits und den durch die Ver-
weigerung beeinträchtigten privaten Interessen des Betroffenen ande-
rerseits (vgl. statt vieler  ULRICH HÄFELIN /  GEORG MÜLLER /  FELIX UHLMANN, 
Allgemeines  Verwaltungsrecht,  5. Aufl.,  Zürich  und  St.  Gallen  2006, 
S.127 f.).

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6.
6.1 Die Schweiz verfolgt zur Verwirklichung der in Art. 1 aBVO formu-
lierten migrationspolitischen Ziele eine restriktive Linie gegenüber er-
werbstätigen ausländischen Personen aus dem Nicht-EU/EFTA-Raum 
(in  der  Folge:  Drittstaatsangehörige).  Diese  Politik  findet  ihren  Aus-
druck  insbesondere  in  den  strengen  regulatorischen  Zulassungsbe-
schränkungen der alten Begrenzungsverordnung, denen erwerbstätige 
Drittstaatsangehörige  namentlich  in  Gestalt  hoher  Anforderungen an 
die berufliche Qualifikation (Art. 8 aBVO) und der Höchstzahlen (Art. 
12 aBVO) unterworfen sind. Das erhebliche Gewicht des öffentlichen 
Interesses an der Durchsetzung der restriktiven Einwanderungspolitik 
gegenüber  Drittstaatsangehörigen zeigt  sich daran,  dass humanitäre 
Gründe in diesem rechtlichen Zusammenhang erst Bedeutung erlan-
gen, wenn die Betroffenheit des Einzelnen die Grenze zum schwerwie-
genden persönlichen Härtefall im Sinne von Art. 13 Bst. f aBVO über-
schreitet. Nach der Auflösung der Ehe, die sie von restriktiven qualitati-
ven und quantitativen Zulassungsvoraussetzungen der Begrenzungs-
verordnung ausnehmen, muss die ausländische Person dieses öffentli-
che  Interesse  grundsätzlich  wieder  gegen  sich  gelten  lassen  (auch 
wenn sie nach Massgabe von Art. 12 Abs. 2 aBVO den Höchstzahlen 
der  Begrenzungsverordnung  nach  wie  vor  nicht  untersteht).  Es  ist 
deshalb ein vergleichsweise strenger Massstab angebracht, wenn es 
zu beurteilen gilt, ob nach Wegfall des Privilegierungsgrundes private 
Interessen  bestehen,  denen  gegenüber  das  öffentliche  Interesse  an 
der Durchsetzung der restriktiven Migrationspolitik zurückzustehen hat. 
Dementsprechend  geht  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  der 
Vorinstanz  davon aus,  dass  die  Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilli-
gung nach Auflösung der Ehe in erster Linie ein Instrument zur Ver-
meidung von Härtefällen darstellt (vgl. Urteil des Bundesverwaltungs-
gerichts C-4302/2007 vom 20. Dezember 2007 E. 4.1 mit Hinweisen; 
ferner Ziff. 654 aANAG-Weisungen).

6.2 Bei der Prüfung der Frage, ob die auf dem Spiele stehenden priva-
ten Interessen eine Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung rechtferti-
gen, ist zu untersuchen, inwieweit es der ausländischen Person in per-
sönlicher,  wirtschaftlicher  und  sozialer  Hinsicht  zugemutet  werden 
kann,  den Aufenthalt  in  der Schweiz aufzugeben, in ihre Heimat zu-
rückzukehren und dort zu leben. Zu diesem Zweck ist ihre zukünftige 
Situation im Ausland den persönlichen Verhältnissen in  der  Schweiz 
gegenüberzustellen. Darüber  ist  nach  Massgabe  der  gesamten  Um-
stände  des  Einzelfalles  zu  befinden.  Dazu  gehören  allgemeine,  von 

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der Ehe unabhängige Elemente, wie die Dauer des Aufenthaltes in der 
Schweiz, der Grad der sozialen und wirtschaftlichen Integration in die 
hiesigen Verhältnisse, das Alter und der gesundheitliche Zustand, so-
weit  Kinder  vorhanden  sind,  deren  Alter  und  schulische  Integration, 
aber auch die Unterkunft  und die Reintegrationsmöglichkeiten in der 
Heimat,  ferner ehespezifische Elemente, wie die Dauer der Ehe und 
die Umstände, die zu deren Auflösung geführt haben. Steht fest, dass 
der  ausländischen  Person  eine  Weiterführung  der  ehelichen  Bezie-
hung nicht länger zugemutet werden konnte, namentlich weil sie Opfer 
von Misshandlungen geworden war, so ist dies besonders zu berück-
sichtigen (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-4302/2007 vom 
20. Dezember 2007 E. 4.2 mit Hinweisen; ferner Ziff. 654 aANAG-Wei-
sungen).

6.3 Die  notwendige  Schwere  der  Betroffenheit  in  den  persönlichen 
Verhältnissen ist mit Blick auf die Regelung des Art. 7 Abs. 1 Satz 2 
aANAG zu beurteilen, der ausländischen Ehegatten eines Schweizer-
bürgers nach fünf Jahren Ehe auf schweizerischem Territorium einen 
vom weiteren Bestand der Ehe unabhängigen Anspruch auf Aufenthalt 
vermittelt. Vor dem Erreichen dieser zeitlichen Grenze kommt es ent-
scheidend darauf an, welche Bedeutung den ehespezifischen Elemen-
ten im konkreten Einzelfall zukommt, das heisst der Dauer der eheli-
chen Gemeinschaft auf schweizerischem Territorium, der Existenz ge-
meinsamer Kinder, den Umständen der Auflösung der ehelichen Ge-
meinschaft und – im letzteren Zusammenhang – allfälligen Gewalter-
fahrungen in der Ehe. Je mehr diese Elemente ins Gewicht fallen, um 
so eher wird man von einer hinreichend schweren Betroffenheit ausge-
hen können. Umgekehrt  rechtfertigt  sich ein um so strengerer Mass-
stab, als sich die Härtesituation nicht gerade aus den oben genannten 
ehespezifischen Elementen ableiten lässt (vgl. Urteil  des Bundesver-
waltungsgerichts  C-1872/2007 vom 20. September  2007  E. 4.3; vgl. 
dazu auch Urteil des Bundesgerichts 2A.212/2004 vom 10. Dezember 
2004 E. 4.4; ferner Entscheid des Eidgenössischen Justiz- und Polizei-
departements vom 15. April 2005, E. 15.2, in: VPB 69.76, im Zusam-
menhang mit  der Auflösung der Ehe durch Tod des schweizerischen 
Ehegatten; vgl. dazu die abgestufte Regelung in Art. 50 AuG).

7.
7.1 Die  kinderlos  gebliebene  Ehe  der  Beschwerdeführerin  hatte  bis 
zur Scheidung am 24. April 2006 vier Jahre und zehn Monate Bestand. 
Tatsächlich  wurde  die  eheliche  Lebensgemeinschaft  im  November 

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2003 aufgegeben, d.h. nach einer Ehedauer von zwei Jahren und fünf 
Monaten. Dazu ergibt sich aus den Akten, dass die Beschwerdeführe-
rin  Opfer  häuslicher  Gewalt  ihres  offenbar  alkoholabhängigen  Ehe-
mannes wurde und im November 2003 Zuflucht im Frauenheim Weg-
warte in Basel suchen musste, bevor sie im Dezember 2003 mit Unter-
stützung des Frauenheims eine eigene Wohnung bezog. Die Gewaltsi-
tuation,  die zur Aufgabe der ehelichen Gemeinschaft  führte, und die 
Dauer der ehelichen Gemeinschaft rechtfertigen es, an das Vorliegen 
eines Härtefalls keine besonders hohen Anforderungen zu stellen (vgl. 
im  Gegensatz  dazu  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts 
C-497/2006 vom 21. April 2008 E. 7.1, C-4302/2007 vom 20. Dezem-
ber 2007 E. 5.1 und C-563/2006 vom 28. November 2007 E. 6.2).

7.2 Die  Beschwerdeführerin  lebt  seit  sieben Jahren in  der  Schweiz. 
Kurz nach ihrer Einreise im Jahr 2001 nahm sie eine Erwerbstätigkeit 
auf, zunächst in einem Pflegeheim, später in einer Wäscherei, in der 
sie  heute  noch als  geschätzte  Mitarbeiterin  beschäftigt  ist. Sie  ist  – 
ohne jemals wirtschaftliche Sozialhilfe beansprucht zu haben – nicht 
nur stets für den eigenen Lebensunterhalt aufgekommen. Nach eige-
ner  unwidersprochener  Darstellung  hat  sie  darüber  hinaus  während 
der Zeit der Trennung Unterhaltszahlungen an ihren arbeitslosen Ehe-
mann  geleistet  und  ihre  betagte  Mutter  in  Thailand  unterstützt.  Die 
sprachliche Integration der Beschwerdeführerin ist – soweit erkennbar 
– gut, und was die soziale Integration anbetrifft, so ist nichts Nachteili-
ges bekannt. Aus den Akten geht hervor, dass die Beschwerdeführerin 
einen Lebenspartner  hat,  mit  dem sie zusammenwohnt  (Stand Sep-
tember 2006), und dass eine erwachsene Tochter seit 2004 mit Aufent-
haltsbewilligung in der Schweiz lebt. Alles in allem kann mangels an-
derer Anhaltpunkte davon ausgegangen werden, dass sich die soziale 
Integration der Beschwerdeführerin  im Rahmen dessen bewegt,  was 
nach einem siebenjährigen Aufenthalt normalerweise erwartet werden 
kann.

7.3 Zwar sind keine besonderen Gründe ersichtlich, die eine Wieder-
eingliederung der  Beschwerdeführerin  in  ihrem Heimatland ernsthaft 
beeinträchtigen könnten. Dort hat sie 36 Jahre ihres Lebens verbracht, 
sodass nach wie vor von einer Verwurzelung im heimatlichen Umfeld 
ausgegangen  werden  kann,  dort  ging  sie  einer  Erwerbstätigkeit  als 
Kindergärtnerin nach und dort lebt nach wie vor ein grosser Teil ihrer 
Verwandtschaft. Andererseits wäre eine Wiedereingliederung der Be-
schwerdeführerin, vor allem in wirtschaftlicher Hinsicht, sicherlich mit 

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manchen  Schwierigkeiten  verbunden.  Aus  subjektiver  Sicht  müssen 
sie für die Beschwerdeführerin umso schwerer wiegen, als sie sich als 
direkte Folge schuldlos gescheiterter Lebenspläne darstellen. Solche 
Umstände sind zwar für sich allein nicht entscheidend; im Rahmen ei-
ner Gesamtschau sind sie in einer Konstellation wie der vorliegenden 
dennoch zu berücksichtigen. 

7.4 Auf der Grundlage des milderen Beurteilungsmassstabes, den es 
vorliegend anzuwenden gilt (vgl. oben Ziff. 7.1), und unter Berücksich-
tigung der gesamten Umstände kommt das Bundesverwaltungsgericht 
zum Schluss, dass eine Nichterneuerung der Aufenthaltsbewilligung in 
rechtserheblicher  Weise  in  die  persönlichen  Verhältnisse  der  Be-
schwerdeführerin eingreift. Das öffentliche Interesse an der Durchset-
zung  der  restriktiven  Migrationspolitik  –  Personen  aus  dem  Nicht-
EFTA/EU-Raum betreffend – muss unter den gegebenen Umständen 
gegenüber dem Interesse der  Beschwerdeführerin  an einer weiteren 
ausländerrechtlichen  Regelung  ihres  Aufenthaltes  zurückstehen.  In-
dem die Vorinstanz dem öffentlichen Interesse grösseres Gesicht bei-
gemessen und gestützt darauf die Zustimmung zur Verlängerung der 
Aufenthaltsbewilligung verweigert hat, erweist sich ihre Anordnung als 
unverhältnismässig. 

8.
Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene 
Verfügung Bundesrecht verletzt (Art. 49 Bst. a VwVG). Die Beschwerde 
ist  deshalb  gutzuheissen,  die  angefochtene  Verfügung  aufzuheben, 
und der Verlängerung der kantonalen Aufenthaltsbewilligung ist die Zu-
stimmung zu erteilen.

9.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind der Beschwerdeführerin kei-
ne Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG), und es ist ihr 
gestützt auf Art. 64 VwVG i.V.m. Art. 7 ff. des Reglements vom 11. De-
zember 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-
verwaltungsgericht  (VGKE,  SR 173.320.2)  zu  Lasten  der  Vorinstanz 
eine angemessene Parteientschädigung auszurichten.

10.
Das vorliegende Urteil  ist  endgültig  (Art. 83 Bst. c  Ziff. 2  und 4 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen.

2.
Die angefochtene Verfügung wird  aufgehoben und der  Verlängerung 
der  Aufenthaltsbewilligung  durch  den  Kanton  Basel-Landschaft  wird 
die Zustimmung erteilt.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der am 18. Oktober 2006 
entrichtete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird zurückerstattet.

4.
Die Vorinstanz hat die Beschwerdeführerin für das Verfahren vor dem 
Bundesverwaltungsgericht  mit  Fr. 1'500.--  (inkl. MwSt.)  zu entschädi-
gen.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin
- die Vorinstanz zum Vollzug
- das Amt für Migration des Kantons Basel-Landschaft

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Antonio Imoberdorf Julius Longauer

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