# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** eeadd510-6ee0-5ac3-8853-c9dcda425cd5
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-19
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 19.09.2023 SK 2023 5
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2023-5_2023-09-19.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 23 5

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 19. September 2023 

Besetzung Obergerichtssuppleant Blaser (Präsident i.V.), 
Oberrichter Knecht, Oberrichterin Weingart
Gerichtsschreiberin Hafner

Verfahrensbeteiligte A.________
v.d. Rechtsanwalt Dr. B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

und

C.________

Behörde mit Parteirechten

Gegenstand Widerhandlungen gegen das Tierschutzgesetz

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Oberland (Ein-
zelgericht) vom 8. November 2022 (PEN 22 228)

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Oberland (nachfolgend: Vorinstanz) fällte am 8. Novem-
ber 2022 folgendes Urteil (pag. 179 ff.; Hervorhebungen im Original):

I.

A.________ wird freigesprochen:

von der Anschuldigung der Sachbeschädigung, angeblich begangen in der Zeit vom 29. Dezem-
ber 2021 bis am 3. Januar 2022 in D.________

unter Ausrichtung einer Entschädigung an A.________ von CHF 2'800.20 für die angemessene 
Ausübung seiner Verfahrensrechte,

unter Auferlegung der anteilmässigen Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren der 
Staatsanwaltschaft von CHF 300.00, Gebühren des Gerichts von 600.00, insgesamt bestimmt auf 
CHF 900.00, an den Kanton Bern.

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um CHF 200.00. Die reduzier-
ten Verfahrenskosten betragen damit CHF 700.00.

II.

A.________ wird schuldig erklärt:

der Tierquälerei, mehrfach begangen in der Zeit vom 29. Dezember 2021 bis am 3. Januar 2022 in 
D.________

und in Anwendung der Artikel
Art. 34 f., 42 ff., 47 StGB
Art. 426 ff. StPO
Art. 3a und b, 4 Abs. 2, 26 Abs. 1b TSchG
Art. 16 Abs. 2 c, 212 b TSchV

verurteilt:

1. Zu einer Geldstrafe von 36 Tagessätzen zu CHF 30.00, ausmachend total CHF 1'080.00.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.

2. Zu einer Verbindungsbusse von CHF 270.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nicht-
bezahlung wird auf 9 Tage festgesetzt.

3. Zu den auf den Schuldspruch entfallenden Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Ge-
bühren der Staatsanwaltschaft von CHF 500.00, Gebühren des Gerichts von 1'200.00, insge-
samt bestimmt auf CHF 1'700.00.

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um CHF 600.00. Die re-
duzierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 1'100.00.

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III.

Weiter wird verfügt:

1. Die Forderungen des Straf- und Zivilklägers E.________ werden abgewiesen. Für die Beurtei-
lung der Zivilklage werden keine separaten Kosten ausgewiesen.

2. [Eröffnungsformel]

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete A.________ (nachfolgend: Beschuldigter), privat ver-
treten durch Rechtsanwalt B.________, am 9. November 2022 Berufung an (pag. 
183). Mit Verfügung vom 6. Januar 2023 wurde den Parteien die schriftliche Ur-
teilsbegründung zugestellt, die am 9. Januar 2023 beim Beschuldigten einging 
(pag. 210 und pag. 215). Die fristgerechte Berufungserklärung des Beschuldigten 
datiert vom 30. Januar 2023 (pag. 220 ff.). Der Beschuldigte teilte mit, er fechte das 
Urteil der Vorinstanz nur teilweise an und zwar in Bezug auf den Schuldspruch so-
wie die Verurteilung zu einer Geldstrafe, einer Verbindungsbusse und zum Tragen 
der Verfahrenskosten.

Sowohl das C.________ als auch die Generalstaatsanwaltschaft verzichteten auf 
die Teilnahme am oberinstanzlichen Verfahren (pag. 231 ff.). Der – zu diesem Zeit-
punkt noch am Verfahren beteiligte – Straf- und Zivilkläger E.________ liess sich 
nicht vernehmen.

3. Verfahrensleitende Verfügungen

Mit Verfügung vom 7. März 2023 wurde festgestellt, dass Ziff. I des erstinstanzli-
chen Urteils in Rechtskraft erwachsen sei und der Straf- und Zivilkläger somit im 
oberinstanzlichen Verfahren keine Parteistellung mehr habe. Er wurde aus dem 
Verfahren entlassen (pag. 236).

Zugleich wurde den Parteien die Durchführung eines schriftlichen Verfahrens in 
Aussicht gestellt. Mit Schreiben vom 28. März 2023 bat der Beschuldigte um die 
Durchführung eines mündlichen Verfahrens (pag. 238).

4. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Vom Amtes wegen wurden ein aktueller Strafregisterauszug und ein aktueller Leu-
mundsbericht inkl. Bericht über die wirtschaftlichen Verhältnisse betreffend den Be-
schuldigten eingeholt (pag. 246 ff.). An der Berufungsverhandlung wurde der Be-
schuldigte erneut befragt (pag. 256 ff.).

5. Anträge des Beschuldigten

Die Verteidigung beantragte, der Beschuldigte sei vom Vorwurf der Sachbeschädi-
gung und mehrfachen Tierquälerei gemäss Urteil des Regionalgerichts Oberland 
vom 8. November 2022 freizusprechen und die Kosten des Verfahrens seien auf 
die Staatskasse zu nehmen. Dem Beschuldigten sei für die Kosten seiner anwaltli-
chen Vertretung eine angemessene Parteientschädigung zuzusprechen (pag. 268).

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6. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das erstinstanzliche Urteil wurde in Bezug auf den Schuldspruch sowie die Verur-
teilung zu einer Geldstrafe, einer Verbindungsbusse und zum Tragen der Verfah-
renskosten angefochten. Diese Punkte sind durch die Kammer zu überprüfen. Der 
Freispruch, die daraus folgende teilweise Kostenauferlage an den Kanton Bern und 
Entschädigung an den Beschuldigten sowie die Abweisung der Zivilforderungen 
wurden nicht angefochten und sind somit in Rechtskraft erwachsen.

Die Kammer verfügt bei der Überprüfung der angefochtenen Punkte über volle Ko-
gnition (Art. 398 Abs. 2 der Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; 
SR 312.0]). Da die Berufung ausschliesslich durch den Beschuldigten erhoben 
wurde, darf die Kammer das erstinstanzliche Urteil nicht zu seinem Nachteil abän-
dern. Sie ist an das Verschlechterungsverbot gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO gebun-
den.

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

7. Theoretische Grundlagen der Beweiswürdigung

Die Ausführungen der Vorinstanz zu den theoretischen Grundlagen der Beweis-
würdigung sind zutreffend. Darauf kann vollumfänglich verwiesen werden 
(pag. 191 ff., S. 4 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

8. Angeklagter Sachverhalt

Dem Beschuldigten wird im Strafbefehl vom 5. Juli 2022 vorgeworfen, in der Zeit 
vom 29. Dezember 2021 bis 3. Januar 2022 in D.________, mutwillig mehrere sei-
ner Katzen sowie auch eine Katze des Geschädigten [E.________] erschossen zu 
haben (pag. 71).

Dieser Sachverhalt wurde als mehrfache Tierquälerei sowie in Bezug auf die Katze 
von E.________ als Sachbeschädigung angeklagt. Vom Vorwurf der Sachbeschä-
digung wurde der Beschuldigte rechtskräftig freigesprochen, dieser Teil des Sach-
verhalts muss nicht mehr beurteilt werden.

9. Bestrittener und unbestrittener Sachverhalt

Der Beschuldigte ist geständig, in der fraglichen Zeit zwischen dem 29. Dezem-
ber 2021 und dem 3. Januar 2022 sieben Katzen auf seinem Bauernhof getötet zu 
haben. Er stellt sich jedoch auf den Standpunkt, die Tötung sei «fachgerecht», mit-
hin nicht mutwillig erfolgt (pag. 119 Z. 14 ff.). Zu überprüfen sind demnach die Um-
stände, unter denen der Beschuldigte die Katzen getötet hat, so insbesondere das 
Vorgehen und seine Beweggründe.

10. Beweismittel

Die Vorinstanz hat die Beweismittel zutreffend aufgezählt und deren Inhalt korrekt 
zusammengefasst. Darauf wird verwiesen (pag. 194 ff., S. 7 ff. der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung). Der Beschuldigte hat in der oberinstanzlichen Einver-

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nahme zur Sache weitgehend die Aussage verweigert. Allfällige relevante Aussa-
gen werden nachfolgend direkt in der Beweiswürdigung wiedergegeben.

11. Beweiswürdigung

11.1 Tötungsvorgang

Der Beschuldigte verweigerte zur Frage, wie er die sieben Katzen getötet habe, 
konsequent die Aussage.

Der im Anklagesachverhalt beschriebene Verdacht, der Beschuldigte habe die Kat-
zen erschossen, geht zurück auf Aussagen der Nachbarn des Beschuldigten, 
E.________ und F.________. Diese beiden Nachbarsparteien vermissten im ange-
klagten Zeitraum eine resp. zwei ihrer Katzen, woraufhin das Ehepaar F.________ 
mit dem Beschuldigten das Gespräch suchte. F.________ wurde am 26. Januar 
2022 bei der Polizei zu diesen Vorgängen resp. diesem Gespräch befragt und gab 
an, der Beschuldigte habe ihm resp. ihm und seiner Frau gegenüber gesagt, er ha-
be die Katzen erschossen (pag. 14 Z. 45 und pag. 15 Z. 62 und Z. 80). An der erst-
instanzlichen Hauptverhandlung gab er auf Frage, ob er wisse, ob die Katzen ent-
sorgt oder getötet worden seien, zunächst an: «Ich möchte niemanden in ein 
schlechtes Licht stellen. Mir fiel einfach auf, dass es einmal ca. 20 Katzen hatte 
und dann wieder weniger. Man kann sich etwa denken, was da passiert ist. Ich 
möchte aber niemanden beschuldigen» (pag. 105 Z. 43 ff.). Der Beschuldigte habe 
ihm nicht direkt gesagt, was mit den Katzen gewesen sei. Man müsse ihn selbst 
fragen, was mit den Katzen passiert sei (pag. 106 Z. 42). Auf Vorhalt seiner frühe-
ren Aussage, wonach der Beschuldigte ihm gesagt habe, er habe die Katzen er-
schossen, gab er dann allerdings an, er könne diese Aussage bestätigen, das 
«werde so sein» (pag. 106 Z. 46).

Die Kammer erachtet die Aussagen von F.________ als glaubhaft. Es ist kein 
Grund ersichtlich, weshalb F.________ so kurz nach den Geschehnissen gegenü-
ber der Polizei ein Gespräch mit dem Beschuldigten hätte wiedergegeben sollen, 
wenn dieses so nicht stattgefunden hätte. Erst recht nicht, weil F.________ in der 
erstinstanzlichen Hauptverhandlung offensichtlich versuchte, die Vorwürfe gegenü-
ber dem Beschuldigten durch zurückhaltende Aussagen zu relativieren (vgl. 
pag. 105 Z. 21, pag. 106 Z. 32 und pag. 107 Z. 35). F.________ war es spürbar 
(und nachvollziehbar) unangenehm, vor Gericht belastende Aussagen gegenüber 
einem Nachbar zu machen (vgl. auch Verbal vom 9. September 2022; pag. 93). 
Gleichzeitig fühlte er sich offenbar der Wahrheit verpflichtet, weshalb er seine 
frühere Aussage auf Vorhalt hin doch bestätigte. Ein weiterer Hinweis für die 
Glaubhaftigkeit der Aussage von F.________ sind die Aussagen des Anzeigeer-
statters E.________. Dieser gab ab, F.________ habe ihn angerufen und ihm und 
seiner Frau mitgeteilt, dass der Beschuldigte ihnen [dem Ehepaar F.________] ge-
genüber geäussert habe, er habe die Katzen erschossen (pag. 7 Z. 53 ff.). Auch 
hier ist nicht ersichtlich, weshalb F.________ E.________ von dieser Aussage er-
zählt haben sollte, wenn der Beschuldigte diese nicht gemacht hätte. Schliesslich 
geht die Kammer davon aus, dass der Beschuldigte in diesem spontanen Ge-
spräch unter Nachbarn nicht wahrheitswidrig angab, er habe die Katzen erschos-
sen.

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Anders als die Vorinstanz erachtet die Kammer gestützt darauf als erstellt, dass der 
Beschuldigte die sieben Katzen erschossen hat. Hingegen ist der Vorinstanz zuzu-
stimmen, dass mangels weiterer Hinweise zum Tötungsvorgang in Anwendung des 
Grundsatzes «in dubio pro reo» davon auszugehen ist, der Beschuldigte habe die 
Katzen gezielt und ohne Verursachung von unnötigen Schmerzen oder Leiden 
getötet und damit in einen «Zustand der Empfindungs- und Wahrnehmungslosig-
keit» versetzt.

11.2 Vorgeschichte und Beweggründe

Der Beschuldigte betreibt seit 2017 als selbständiger Landwirt einen Bauernbetrieb 
in D.________ (pag. 121 Z. 7 ff. und pag. 247). Seine Frau arbeitet ebenfalls auf 
dem Betrieb (pag. 257 Z. 40 f.). Die Familie wohnt im «Stöckli». Zuvor wurde der 
Betrieb von den Eltern des Beschuldigten geführt, die weiterhin im Bauernhaus 
wohnen resp. wohnten – der Vater des Beschuldigten starb im .________ 2021. 
Nach Angaben des Beschuldigten habe er nach dem Tod des Vaters auch die Ver-
antwortung für das Haus übernommen, nachdem er zuvor resp. seit 2017 schon 
Pächter des Bauernhofs gewesen sei (pag. 118 Z. 25 ff. und pag. 121 Z. 7 ff.). 
Oberinstanzlich ergänzte er dazu, bis zu seinem Tod habe sein Vater gesagt, wo 
es auf dem Hof «durchgegangen sei», obwohl er [der Beschuldigte] den Hof bereits 
seit 2017 gepachtet habe (pag. 260 Z. 32 ff.). Angesichts dieser Aussagen muss 
die Darstellung der Verteidigung relativiert werden, wonach der Beschuldigte den 
Betrieb erst ein halbes Jahr vor der Tötung der Katzen übernommen habe. Auch 
wenn sein Vater bis ins Jahr 2021 noch auf dem Hof präsent war und die Katzen 
offenbar duldete und teilweise auch fütterte (siehe sogleich), war der Beschuldigte 
zu diesem Zeitpunkt bereits seit einigen Jahren Pächter und betrieb den Bauernhof 
als selbständiger Landwirt. Damit ging eine gewisse Verantwortung und Entschei-
dungsmacht in Bezug auf die (hygienischen) Zustände auf dem Landwirtschaftsbe-
trieb einher.

Auf dem Bauernhof des Beschuldigten lebten bereits seit mehreren Generationen 
zahlreiche Katzen. Diese wurden von der Nachbarschaft als Problem wahrgenom-
men, weshalb der Beschuldigte und seine Frau nach dem Tod seines Vaters auf 
die Katzen angesprochen wurden (Beschuldigter: pag. 118 Z. 30 und Z. 43 f.; 
F.________: pag. 14 Z. 30 ff. und pag. 105 Z. 24 ff.). Die Kammer erachtet die 
Aussagen der beiden Nachbarn E.________ und F.________ zur Situation der 
Katzen als glaubhaft, so etwa die Beschreibung von F.________: «Das Ganze ist 
eine Altlast und beginnt schon viel früher. Es hängt mit seinem Vater zusammen. 
Mir kam es so vor, als hätte man einen Bauernhof und dazu gehörten halt die Kat-
zen, aber darum kümmern wollte man sich nicht» (pag. 105 Z. 21 ff.). Gestützt auf 
die Aussagen von F.________ erachtet es die Kammer auch als erstellt, dass der 
Vater des Beschuldigten die Tiere teilweise gefüttert hatte (pag. 107 Z. 12 f.).

Gemäss übereinstimmender Aussagen des Beschuldigten und der beiden Nach-
barn intervenierte die Nachbarschaft nach dem Tod des Vaters des Beschuldigten 
und bot dem Beschuldigten teilweise Hilfe an, um die Katzenpopulation in den Griff 
zu bekommen. In der Folge wurden im Sommer 2021 diverse Massnahmen ergrif-
fen, so nahmen mehrere Nachbarn Katzen vom Bauernhof bei sich auf und es gab 
Bemühungen, Katzen einzufangen und mit Unterstützung des Tierschutzvereins zu 

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sterilisieren. Konkret schilderte F.________, sie hätten mit dem Beschuldigten nach 
der Hofübernahme [gemeint: nach dem Tod des Vaters im .________ 2021] das 
Gespräch gesucht, um das Problem mit den Katzen zu unterbinden. Sie hätten ihm 
angeboten, seine Katzen durch die Tierklinik unterbinden/kastrieren zu lassen. Sie 
[das Ehepaar F.________] hätten dann drei Katzen einfangen und kastrieren las-
sen können (pag. 14 Z. 30 ff., pag. 105 Z. 24 ff. und pag. 106 Z. 6 ff.). Die Kosten 
für die Kastration habe die Tierklinik übernommen, da es sich um Bauernkatzen 
gehandelt habe. Die Bauern würden in diesem Fall unterstützt (pag. 106 Z. 19 ff.). 
Das Gespräch zwischen ihnen [Ehepaar F.________] und dem Beschuldigten habe 
ca. im Spätsommer desselben Jahres [2021] stattgefunden (pag. 105 Z. 29). Es 
habe dann eine Zeit lang Fangkisten gegeben. Er glaube, die seien von der Tierkli-
nik gewesen. Aber er wisse es nicht genau (pag. 105 Z. 21 ff.). Die Fangkisten sei-
en ca. im Spätsommer aufgestellt worden. Um die Weihnachtszeit [Anm.: im Delikt-
szeitpunkt] seien sie nicht mehr da gewesen (pag. 107 Z. 41 ff.). Über das Töten 
der Katzen habe man nie gesprochen, nur über das Sterilisieren. Unter der Leitung 
des Vaters habe man die Situation einfach erduldet. Dass es nun im gleichen Trott 
weitergegangen sei, habe das Fass zum Überlaufen gebracht (pag. 106 Z. 35 ff.). 
Er wisse, dass es ganz viele Leute gebe, die Katzen vom Bauernhof aufgenommen 
hätten (pag. 107 Z. 8 f.). Damit übereinstimmend sagte E.________ aus, er und 
seine Frau hätten im Frühling 2020 zwei ganz kleine Katzen bei sich aufgenom-
men. Die Katzen seien wild gewesen (pag. 7 Z. 59 und pag. 114 Z. 27 ff.). Die Fa-
milie F.________ habe drei Katzen vom Beschuldigten übernommen (pag. 8. Z. 
62). Aufgrund der vielen nicht kastrierten Katzen beim Beschuldigten sei es sogar 
schon so weit gekommen, dass durch die Nachbarschaft resp. durch die Nachbarin 
G.________ beim Tierschutz entsprechende Unterlagen erhältlich gemacht und 
dann der Familie des Beschuldigten zur Verfügung gestellt worden seien, um die 
Problematik rund um die Katzen in den Griff zu bekommen (pag. 8 Z. 82 ff. und 
pag. 115 Z. 20 ff.). Der Beschuldigte habe demnach gewusst, dass die Tierschutz-
organisation die Katzen fangen und kastrieren würde (pag. 115 Z. 20 ff.). Das Ka-
strieren habe nicht wirklich funktioniert (pag. 116 Z. 44).

Der Beschuldigte selber hat ausgesagt, er habe rund ein Dutzend wilde Katzen ge-
sehen, die sich auf dem Hof niedergelassen hätten. Das sei aus verschiedenen 
Gründen ein Problem gewesen (pag. 118 Z. 30 ff.). «Ich fand deshalb, dass ich auf 
diesem Betrieb dafür verantwortlich bin, dass das gestoppt wird» (pag. 119 Z. 5 f.). 
Sie hätten versucht, die Katzen einzufangen und zu platzieren und sterilisieren las-
sen. Das sei ihm nicht wirklich gelungen. Er habe sich dann auch überlegt, dass 
das Sterilisieren sein Problem nicht wirklich löse. Die Katzen würden sich zwar 
nicht mehr vermehren, aber die Anzahl werde dennoch nicht kleiner. In einem Tier-
heim platzieren sei auch schwer gewesen, da die Katzen wild gewesen seien und 
auf dem Bauernhof ein freies Leben geführt hätten, das ihnen gefalle. Wenn diese 
nun eingesperrt würden, sei das für ihn ein tierquälerisches Verhalten. Er habe sich 
dann entschlossen, im Einklang mit den rechtlichen Vorschriften diese Katzen zu 
töten (pag. 119 Z. 6 ff.). 2021 seien zwei Katzen, die auch sterilisiert worden seien, 
umplatziert worden. Das sei im Spätsommer 2021 gewesen (pag. 119 Z. 20 und 
pag. 122 Z. 19 ff.). Die anderen Katzen bzw. ihr Einfangen hätten teilweise Nach-
barn übernommen. Er glaube, das sei das Ehepaar F.________ gewesen (pag. 

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122 Z. 23 f.). Sie selbst hätten diese beiden Katzen eingefangen und sterilisieren 
lassen. Dazu, was mit den anderen Katzen gewesen sei, könne er keine Auskunft 
geben (pag. 122 Z. 26 ff.). Die Kontakte betreffend Katzenpopulation habe seine 
Frau gemacht. Sie habe mit dem Tierschutzverein H.________ Kontakt aufge-
nommen. Die restlichen Katzen seien auch durch diesen eingefangen und sterili-
siert worden. Diese würden das Ganze mitfinanzieren. Das habe er nun im Nach-
hinein noch machen lassen (pag. 121 Z. 11 ff.).

Gestützt auf diese Aussagen geht die Kammer davon aus, dass die Katzen bis zum 
Tod des Vaters des Beschuldigten auf dem Bauernhof geduldet und zumindest 
teilweise auch gefüttert wurden, obwohl der Beschuldigte bereits seit 2017 Pächter 
des Landwirtschaftsbetriebs war und damit eine gewisse Verantwortung für die 
(hygienischen) Zustände auf dem Hof trug. Mit Blick auf die vom Beschuldigten gel-
tend gemachten Gefahren für die Menschen, seine Tierhaltung und die Lebensmit-
telproduktion trifft die Argumentation der Verteidigung somit nicht zu, wonach das 
Katzenproblem des Beschuldigten erst ein halbes Jahr vor der Tötung der Katzen, 
nämlich bei der «Vollübernahme des Betriebs», begonnen habe – die entspre-
chenden Probleme bestanden bereits vor dem Tod seines Vaters und in der Zeit, 
als er bereits Pächter des Betriebs war. Dennoch wurden bis dahin nur vereinzelte 
Versuche unternommen, die Katzenpopulation zu kontrollieren (vgl. Übernahme 
zweier Kätzchen durch die Familie E.________ im Frühling 2020 [pag. 114 
Z. 27 ff.]). Auf Initiative der Nachbarschaft hin, begann der Beschuldigte sodann im 
Sommer 2021 systematische Massnahmen zu ergreifen, um der Katzenpopulation 
Herr werden (Sterilisierung, Umplatzierung). Ende Dezember beschloss er, sieben 
der verbliebenen Katzen zu töten.

12. Erstellter Sachverhalt

Damit ist folgender Sachverhalt erstellt: Der Beschuldigte erschoss in der Zeit vom 
29. Dezember 2021 bis 3. Januar 2022 sieben Katzen, um die Katzenpopulation 
auf seinem Bauernhof zu dezimieren. Dabei hat er die Katzen unverzüglich und 
ohne Schmerzen oder Leiden in einen Zustand der Empfindungs- und Wahrneh-
mungslosigkeit versetzt. Die getöteten Katzen lebten bereits seit mehreren Genera-
tionen auf dem Bauernhof des Beschuldigten, wobei der Vater des Beschuldigten 
die Katzen toleriert und zum Teil auch gefüttert hatte. Spätestens mit dem Tod sei-
nes Vaters im .________ 2021 ging auch die Verantwortung für die Katzen auf den 
Beschuldigten über, wobei der Beschuldigte als Pächter bereits seit dem Jahr 2017 
eine gewisse Verantwortung trug für die (hygienischen) Zustände auf dem Land-
wirtschaftsbetrieb.

III. Rechtliche Würdigung

13. Tatbestand der Tierquälerei

Der Tierquälerei macht sich gemäss Art. 26 Abs. 1 Bst. b Tierschutzgesetz 
(TSchG; SR 455) unter anderem strafbar, wer Tiere auf qualvolle Art oder aus 
Mutwillen tötet (vgl. auch Art. 16 Abs. 2 Bst. c der Tierschutzverordnung [TschV; 
SR 455.1]). Für die Ausführungen zum Tatbestand kann vorab auf die Erwägungen 

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der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 21, S. 14 der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung).

In verschiedenen Staaten basieren die nationalen Tierschutzordnungen auf einem 
eigentlichen «Lebenserhaltungsprinzip» für Tiere (sog. Lebensschutz für Tiere). 
Dies ist beispielsweise in Deutschland der Fall, dessen Tierschutzgesetz explizit 
festhält: «Zweck dieses Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen für 
das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Niemand 
darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufü-
gen» (§ 1 des deutschen Tierschutzgesetzes [TierSchG]). Im Tierschutzrecht der 
Schweiz wird kein allgemeiner Lebensschutz bzw. kein «Recht auf Leben» für Tie-
re anerkannt. Bezweckt wird gemäss Art. 1 TSchG vielmehr der Schutz der Tier-
würde einerseits und des Wohlergehens der Tiere andererseits, also sozusagen 
ein «Lebensschutz light». Das tierische Leben als solches soll hingegen de lege la-
ta nicht geschützt werden (KUNZ, Tierrecht der Schweiz, 1. Auf., Basel 2023, § 11, 
Rz. 18/19). Der Grund dafür, dass der Gesetzgeber keinen grundsätzlichen An-
spruch des Tieres auf Leben anerkennt, liegt in den vielfältigen menschlichen Nut-
zungsansprüchen, mit denen die Tötung der Tiere zumindest teilweise untrennbar 
verbunden ist. Nicht der Tod eines Tieres an sich, jedoch die Intention des Han-
delnden oder die Art der Tötung können rechtswidrig sein. Ausdrücklich verboten 
ist die Tiertötung, wenn sie auf qualvolle Weise oder aus Mutwillen erfolgt (Art. 26 
Abs. 1 Bst. b TschG; Beschluss des Obergerichts des Kantons Bern BK 16 525 
vom 17. März 2017 E. 7).

Wie der Begriff des «Mutwillens» auszulegen ist, ergibt sich aus den Materialien 
zum Tierschutzgesetz nicht. Gemäss der von der Vorinstanz zitierten Literatur und 
der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zum früheren Art. 179septies StGB wird un-
ter Mutwillen unüberlegtes, leichtfertiges oder bedenkenloses Handeln verstanden, 
mit dem Ziel, eine momentane Laune zu befriedigen (BGE 121 IV 131 E. 5b). Von 
einer mutwilligen Tötung wird gesprochen, wenn der Täter aus einem verwerflichen 
Beweggrund oder besonders rücksichtslos handelt, beispielsweise aus Trotz, Ge-
meinheit, Gefühl- und Mitleidlosigkeit, Übermut, Gedankenlosigkeit oder aus einer 
momentanen Laune heraus. Aus der tierschutzrechtlichen Praxis ergeben sich wei-
ter Wut auf den Tierhalter, Geringschätzung des Tieres, Bequemlichkeit, Eifer-
sucht, Rache, Frustration oder Freude als Beispiele für Mutwilligkeit (siehe TIR-
Datenbank: BE14/163, BE18/221, SG15/080, AG19/111, ZG15/011, BE11/040, 
GE17/001, FR19/038, SG17/165, BE16/188, AG16/044, TI12/004, ZH08/184b, 
BE19/239). Dies ist etwa der Fall, wenn jemand aus purer Freude auf Tiere 
schiesst oder den Hund oder die Katze des Nachbarn tötet, weil er sich über deren 
Kot im Garten ärgert oder sich aus einem anderen Grund am Tierhalter rächen will. 
KUNZ nennt als weiteres Beispiel das Töten von wildernden Hunden und von streu-
nenden Katzen zwecks Verzehrs von Hunde- oder von Katzenfleisch (KUNZ, a.a.O., 
§ 16 Rz. 85/86). Unter dem Aspekt des Mutwillens ist auch das Töten von Tieren 
aus Aberglaube, Brauchtum oder Tradition, zu Unterhaltungszwecken, für Werbe-, 
Film- oder Fernsehaufnahmen oder als Ausdrucksform von «Kunst» zu prüfen. 
Dasselbe gilt für die Tötung überzähliger Tiere, beispielsweise in Zoos, Zirkussen 
und Tierheimen oder das Eliminieren von für die Zucht nicht verwendbaren Jungtie-
ren (vgl. TIR-Datenbank: LU18/070). Im Gegensatz zur qualvollen Tötung ist das 

https://www.zsg-entscheide.apps.be.ch/tribunapublikation/
https://www.zsg-entscheide.apps.be.ch/tribunapublikation/

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Zufügen von Schmerzen oder Leiden bei der mutwilligen Tötung nicht erforderlich. 
Der Tatbestand kann somit auch im Rahmen der fachgerechten Euthanasie erfüllt 
sein, wenn diese aus einem verwerflichen Motiv erfolgt (vgl. zum Ganzen: KÜNZLI, 
Stellung des Tieres im Strafrecht, im Strafprozessrecht und in der Kriminologie, 
Schriften zum Tier im Recht/Band 20, Zürich/Basel/Genf 2021, S. 53 f. und BOLLI-
GER/RICHNER/RÜTTIMANN/STOHNER, Schweizer Tierschutzstrafrecht in Theorie und 
Praxis, 2. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2019, S. 165 ff.).

Weil für die Subsumtion unter den Begriff des Mutwillens nicht die Art der Tötung, 
sondern das ihr zugrundeliegende Motiv entscheidend ist, weist der Tatbestand 
Parallelen zum Verbot der Tötung ohne vernünftigen Grund im deutschen Recht 
auf (BOLLIGER/RICHNER/RÜTTIMANN/STOHNER, a.a.O., S. 166). Entsprechend wird in 
der Lehre teilweise die Meinung vertreten, die mutwillige Tiertötung sei gekenn-
zeichnet durch das Fehlen eines vernünftigen Grundes für die Tat (vgl. KÜNZLI, 
a.a.O., S. 53 mit Verweis auf GOETSCHEL ANTOINE F., Kommentar zum Eidgenössi-
schen Tierschutzgesetz [aus dem Jahr 1986], N 5 zu Art. 22) bzw. für «Mutwillen» 
kennzeichnend scheine das «Fehlen jedes vernünftigen Grundes für die Tat» (vgl. 
KUNZ, Tierrecht der Schweiz, § 16 Fn. 197 zu Rz. 85, mit diesbezüglichem Verweis 
auf VOGEL-ETIENNE, Der bundesstrafrechtliche Tierschutz, Diss. aus dem Jahr 
1980). Nach geltendem Schweizer Recht ist aber – im Unterschied zur Regelung in 
Deutschland (und auch Österreich), wo für die Tötung von Tieren ein vernünftiger 
Grund verlangt wird und die Tiertötung ohne Rechtfertigung verboten ist – ein ver-
nünftiger Grund für die Tötung nicht verlangt. Die Tötung eines Tieres ist in der 
Schweiz damit grundsätzlich nicht rechtfertigungsbedürftig (vgl. dazu BOLLI-
GER/RICHNER/RÜTTIMANN/STOHNER, a.a.O., S. 67 ff.).

14. Tatbestandsmässigkeit

Der Beschuldigte hat durch Erschiessen sieben Katzen getötet. Damit bewegt er 
sich im Anwendungsbereich von Art. 26 Abs. 1 Bst. b TSchG sowie Art. 16 Abs. 2 
Bst. c TschV, auch wenn das Töten der Tiere per se den Tatbestand noch nicht er-
füllt.

Fraglich ist, ob der Beschuldigten mit seinem Vorgehen den Begriff des «Mutwil-
lens» erfüllt hat. Dies ist nach Ansicht der Kammer aus folgenden Gründen der 
Fall: Entgegen der Ausführungen der Verteidigung handelte es sich bei den getöte-
ten Tieren nicht um wilde Katzen, die sich «rund um den Hof niedergelassen hat-
ten». Vielmehr wurden die Katzen zumindest teilweise vom Vater des Beschuldig-
ten gefüttert und gehörten demnach zu Hof. Der Beschuldigte hat die Katzen Ende 
Dezember 2021/Anfang Januar 2022 getötet, um den Katzenbestand auf seinem 
Bauernhof zu dezimieren. Er reagierte damit auf Reklamationen aus der Nachbar-
schaft im Sommer 2021, welche die Katzen als Plage auffasste. Er handelte dem-
nach nicht aus eigener Initiative und übernahm nicht von sich aus Verantwortung 
für den Katzenbestand, sondern reagierte auf das Einschreiten seiner Nachbarn. 
Dem Beschuldigten wären alternative Handlungsmöglichkeiten zur Verfügung ge-
standen, um die Katzenpopulation auf seinem Bauernhof unter Kontrolle zu brin-
gen, so etwa das systematische Kastrieren der Tiere, woran sich der Tierschutz-
verein sogar finanziell beteiligt hätte. Der Beschuldigte traf vor der Tötung der Tiere 

11

für eine gewisse Zeit solche milderen Massnahmen. Auch dabei ging die Initiative 
aber nicht vom Beschuldigten aus. Die Nachbarn haben ihn auf das Problem ange-
sprochen, die Tiere eingefangen, die Sterilisation veranlasst und Katzen bei sich 
aufgenommen. Die Kontakte betreffend Katzenpopulation machte der Beschuldigte 
ebenfalls nicht selber (pag. 121 Z. 12). Es scheint, als wäre der Beschuldigte in 
dieser ersten Phase primär einverstanden gewesen mit der Initiative anderer – die 
Vorinstanz sprach diesbezüglich zutreffend von «zaghaften Bemühungen» des Be-
schuldigten (pag. 202, S. 15 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Die 
zunächst implementierten Massnahmen (Einfangen, Sterilisieren, Umplatzieren) 
wären denn auch durchaus geeignet gewesen, um die Katzenpopulation auf dem 
Bauernhof zu kontrollieren. Um dieses Ergebnis nachhaltig zu erzielen, wären aber 
intensivere Bemühungen über einen etwas längeren Zeitraum hin notwendig gewe-
sen. Zu diesem Engagement war der Beschuldigte offenbar nicht bereit, obwohl 
von Seiten der Nachbarschaft kein Zeitdruck ausgeübt wurde – diese hatten eine 
Lösung mittels Sterilisierung der Katzen selber angestossen. Stattdessen griff er 
mit der Tötung der Tiere nach nur wenigen Monaten zur einfachsten, schnellsten 
und günstigsten Lösung, um die Katzenpopulation zu dezimieren. Er handelte da-
mit aus Bequemlichkeit, weil ihm der Aufwand, die Katzenpopulation mit milderen 
Mittel zu kontrollieren, zu gross und die erforderliche Zeitdauer zu lang war. Die 
Tötung von Tieren aus Bequemlichkeit erfüllt den Begriff des Mutwillens.

Dies hält einem Vergleich mit der tierschutzrechtlichen Praxis stand. So wurde et-
wa ein Hundehalter wegen Tierquälerei verurteilt, der seinen neun Monate alten 
Hund von einem Metzger (tierschutzkonform) hatte töten lassen, weil er mit der 
Haltung des Tieres überfordert war. Die Tötung war zwar nicht qualvoll erfolgt, der 
Täter hatte jedoch aus einer Trotzreaktion heraus gehandelt, indem er das Tier 
töten liess, obwohl Nachbarn und Tierschutzorganisationen Hilfe und Unterstützung 
bei der Haltung oder allfälligen Umplatzierung des Hundes angeboten hatten (Urteil 
des Regionalgerichts Oberland vom 15. Oktober 2014 [TIR-Datenbank: BE14/163]; 
vgl. BOLLIGER/RICHNER/RÜTTIMANN/STOHNER, a.a.O., S. 168, Fn. 871). Weitere 
Verurteilungen erfolgten wegen der Tötung zweier Katzen, weil sie nicht stubenrein 
waren, wegen der Tötung einer Jagdhündin, die auf der Jagd nicht mehr die ge-
wünschte Leistung erbrachte, oder wegen der Tötung von Hundewelpen, nachdem 
der Hundebestand bereits kurz zuvor dezimiert worden, die Sterilisierung der Hün-
din jedoch unterlassen worden war (Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zofingen-
Kulm ST.2018.199 vom 11. Juli 2019 [TIR-Datenbank: AG19/111], Urteil des Ober-
gerichts des Kantons Zug S 2015 22 vom 24. September 2015 [TIR-Datenbank: 
ZG15/011], Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Sursee vom 4. Juni 2018 [TIR-
Datenbank: LU18/070]).

Der Beschuldigte hat damit den objektiven Tatbestand der Tierquälerei durch mut-
willige Tötung erfüllt. Er hat die Katzen im Wissen um alternative Möglichkeiten wil-
lentlich getötet und damit vorsätzlich gehandelt. Der subjektive Tatbestand des 
Art. 26 Abs. 1 Bst. b TSchG ist damit ebenfalls erfüllt.

12

15. Rechtfertigung und Schuld

15.1 Vorbringen des Beschuldigten

Der Beschuldigte machte oberinstanzlich geltend, er habe den Landwirtschaftsbe-
trieb im .________ 2021 übernommen, nachdem sein Vater am .________ 2021 
verstorben sei. Schon zu Lebzeiten seines Vaters seien viele wilde Katzen ein 
grosses Problem geworden. Wilde Katzen könnten Krankheiten wie etwa die Toxo-
plasmose einschleppen und auch sonst Unrat verunstalten. Er führe ein landwirt-
schaftliches Gewerbe mit Nutzvieh. Als Tierhalter habe er ein legitimes Interesse 
daran, seine Tiere gesund zu halten. Das Einschleppen von Krankheiten der wilden 
Katzen habe eine ernstzunehmende Gefahr dargestellt und vom Beschuldigten 
gelöst werden müssen. Ausserdem baue er Gemüse an. Die wilden Katzen hätten 
das Gemüse mit ihrem Kot verdrecken können. Die Katzen hätten ausserdem und 
bekannterweise eine grosse Auswirkung auf die lokale Fauna. Katzen als Raubtie-
re würden immens viele Singvögel und Reptilien töten. Der Beschuldigte habe die 
Katzen nicht am ersten Tag nach der Hofübernahme getötet. Vielmehr habe er zu-
erst versucht, die erwiesene Notlage mit milderen Mitteln zu lösen. Im Sommer und 
Hebst habe man versucht, Katzen einzufangen und zu platzieren. Das sei akten-
kundig von mässigem Erfolg gekrönt gewesen. Die Sterilisation hätte das Problem 
nicht gelöst, da das Problem in Anbetracht der sanitarischen, hygienischen und ar-
tenschützerischen Herausforderungen nicht noch jahrelang in die Zukunft habe ge-
tragen werden können.

Zumindest sinngemäss beruft sich der Beschuldigte damit auf Notstand.

15.2 Rechtliche Grundlagen

Wer eine mit Strafe bedrohte Tat begeht, um ein eigenes oder das Rechtsgut einer 
anderen Person aus einer unmittelbaren, nicht anders abwendbaren Gefahr zu ret-
ten, handelt rechtmässig, wenn er dadurch höherwertige Interessen wahrt (rechtfer-
tigender Notstand i.S.v. Art. 17 StGB). Wer eine mit Strafe bedrohte Tat begeht, um 
sich oder eine andere Person aus einer unmittelbaren, nicht anders abwendbaren 
Gefahr für Leib, Leben, Freiheit, Ehre, Vermögen oder andere hochwertige Güter 
zu retten, wird milder bestraft, wenn ihm zuzumuten war, das gefährdete Gut preis-
zugeben. War dem Täter nicht zuzumuten, das gefährdete Gut preiszugeben, so 
handelt er nicht schuldhaft (entschuldbarer Notstand i.S.v. Art. 18 StGB).

Die Notstandslage setzt eine unmittelbare Gefahr für ein individuelles Rechtsgut 
voraus. Gleichgültig bleibt, ob die Gefahr für das Rechtsgut von einem Menschen 
oder von einer Naturgewalt ausgeht. Ebenso wie bei der Notwehr kommt nur eine 
Gefahr für strafrechtlich geschützte Rechtsgüter in Betracht. Ob eine Gefahr vor-
liegt, ist (anders als beim «Angriff» der Notwehr) schon begrifflich notwendig Ge-
genstand eines Prognoseurteils, also ex ante zu bestimmen. Massstab der Beurtei-
lung ist das hypothetische ex-ante-Urteil eines verständigen Dritten in der Lage des 
Täters. Unmittelbar ist die Gefahr erst im letzten Zeitpunkt, bevor es zu spät sein 
könnte, sie abzuwehren. Es muss «un danger qui n’est ni passé ni future, c’est-à-
dire un danger actuel mais aussi concret» sein (BGE 122 IV 1 E. 3.a). Notstand ist 
– im Gegensatz zur Notwehr – subsidiär (sog. absolute Subsidiarität; Urteile des 
Bundesgerichts 6B_200/2018 vom 8. August 2018 E. 3.3, 6B_368/2017 vom 

https://app.legalis.ch/legalis/document-view.seam?documentId=gzrf6mrqgaxtembrha
https://app.legalis.ch/legalis/document-view.seam?documentId=gzrf6mzwhaxtembrg4

13

10. August 2017 E. 3.3 und 6B_495/2016 vom 16. Februar 2017 E. 2.2.2.). Die 
Notstandshandlung muss subjektiv vom Willen zur Rettung des Rechtsguts getra-
gen sein (zum Ganzen: TRECHSEL/GETH, in: Praxiskommentar Schweizerisches 
Strafgesetzbuch, 4. Aufl. 2021, N 3 ff. zu Art. 17; NIGGLI/GÖHLICH, in: Basler Kom-
mentar, Strafrecht I, 4. Aufl. 2019, N 6 ff. zu Art. 17).

Mit der Revision des StGB 2002 wurde die Vorschrift, dass die Gefahr nicht selbst 
verschuldet sein darf, auf Kritik der herrschenden Lehre fallengelassen (Botschaft 
zur Änderung des Schweizerischen Strafgesetzbuches und des Militärstrafgesetzes 
sowie zu einem Bundesgesetz über das Jugendstrafrecht vom 21. September 
1998, BBl 1999 2005 f.; NIGGLI/GÖHLICH, a.a.O., N 15 zu Art. 17).

15.3 Erwägungen der Kammer

Wie bereits vor der Vorinstanz brachte der Beschuldigte auch oberinstanzlich di-
verse Gefahren vor, die von der Katzenpopulation ausgegangen sei. Dabei gelang 
es ihm jedoch nicht, die für die Begründung einer Notstandslage notwendige Un-
mittelbarkeit dieser Gefahren aufzuzeigen. Die Situation mit den Katzen bestand 
unbestrittenermassen schon lange und war sowohl beim Beschuldigten wie auch 
bei der Nachbarschaft bekannt. Damit geht einher, dass auch die vom Beschuldig-
ten geltend gemachten Risiken für Mensch und Tier auf dem Landwirtschaftsbe-
trieb bereits seit mehreren Jahren vorhanden waren. Selbst wenn der Vater des 
Beschuldigten bis ins Jahr 2021 noch auf dem Hof präsent war und die Katzen dul-
dete und teilweise auch fütterte, war der Beschuldigte zu diesem Zeitpunkt bereits 
seit mehreren Jahren Pächter und betrieb den Bauernhof als selbständiger Land-
wirt. Damit trug er eine gewisse Verantwortung für die Zustände auf dem Landwirt-
schaftsbetrieb. Wenn die Katzen die Gesundheit der gehaltenen Nutztiere, die Hy-
giene der Lebensmittelproduktion und Population der Singvögel und Reptilien 
tatsächlich akut und im geltend gemachten Umfang bedroht hätten, hätte der Be-
schuldigte in seiner Funktion als Pächter des Bauernbetriebs somit bereits vor dem 
Hinschied seines Vaters Massnahmen ergriffen, ergreifen können und ergreifen 
müssen. Stattdessen ergriff er erstmals im Sommer 2021 auf Initiative und unter 
aktiver Mithilfe der Nachbarschaft namhafte Massnahmen. Vor diesem Hintergrund 
wirkt die geltend gemachte Dringlichkeit, die Katzenpopulation ausgerechnet im 
Tatzeitraum merklich zu dezimieren, vorgeschoben und die Vorbringen, wonach 
sein Vater bis zu seinem Tod gesagt habe, wo es «durchgegangen sei» als Ver-
such, seine eigene Verantwortung und Einflussmöglichkeit als Pächter herunterzu-
spielen. Hätte der Beschuldigte den Bauernbetrieb und damit – in den Worten der 
Verteidigung – seine Existenzgrundlage ernsthaft bedroht gesehen, hätte er sich 
als Pächter des Betriebs trotz der Anwesenheit seines Vaters bereits in der Zeit ab 
2017 um das Problem gekümmert. Dasselbe gilt in Bezug auf die Gefahr für die 
(ungeborenen) Kinder aufgrund des Erregers Toxoplasma gondii: Die Kinder des 
Beschuldigten wurden in den Jahren .________ und .________ geboren, mithin in 
einer Zeit, in der der Beschuldigte bereits als Pächter auf dem Betrieb tätig war. Er 
hätte somit zweifellos etwas gegen die von den Katzen ausgehende Gefahr unter-
nommen, wenn er diese während den Schwangerschaften oder im Kleinkindalter 
seiner Kinder tatsächlich als unmittelbar drohend wahrgenommen hätte. Eine zeitli-
che Dringlichkeit ergibt sich schliesslich auch nicht aus der Intervention aus der 

https://app.legalis.ch/legalis/document-view.seam?documentId=gzrf6nbzguxtembrgy

14

Nachbarschaft. Die involvierten Nachbarn regten selber an, die Tiere kastrieren zu 
lassen, übte demnach keinen Druck aus, die Katzenpopulation durch das Eliminie-
ren von Tieren sofort zu dezimieren. Über das Töten der Katzen wurde nicht ge-
sprochen. Die vom Beschuldigten vorgebrachten Gefahren, die von den Katzen auf 
seinem Bauernhof ausgegangen seien, vermögen damit keine im Tatzeitpunkt un-
mittelbare Notstandslage zu begründen. Nachdem der Beschuldigte bis in den 
Sommer 2021 zugewartet hatte, um wesentliche Massnahmen gegen die zahlrei-
chen Katzen zu ergreifen, war ihm zumutbar, die Situation auch noch auszuhalten, 
bis die weniger raschen, aber milderen Massnahmen Wirkung zeigten.

Damit schliesst sich die Kammer im Ergebnis den Überlegungen der Vorinstanz an, 
welche die Vorbringen des Beschuldigten zum Notstand im Rahmen der Tatbe-
standsmässigkeit diskutiert hat (pag. 202 f., S. 15 f. der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung). Zu präzisieren ist dabei einzig, dass dem Beschuldigten die Berufung 
auf einen Notstand nicht deshalb verwehrt ist, weil er die Situation selbst verschul-
det habe. Der entsprechende Ausschluss ist mit der StGB-Revision 2002 fallen ge-
lassen worden.

15.4 Fazit

Der Beschuldigte kann sich nicht auf einen Notstand berufen, um die Tötung der 
Katzen zu rechtfertigen oder zu entschuldigen. Andere Rechtfertigungs- und/oder 
Schuldausschlussgründe sind weder geltend gemacht worden noch ersichtlich. 
Demzufolge hat sich der Beschuldigte der Tierquälerei, begangen in der Zeit vom 
29. Dezember 2021 bis am 3. Januar 2022 in D.________, schuldig gemacht. Da 
mehrere Tiere durch die Tathandlung betroffen wurden, ist von einer Mehrfachbe-
gehung auszugehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_653/2011 vom 30. Januar 
2012 E. 1.2).

IV. Strafzumessung

16. Allgemeine Grundlagen der Strafzumessung

Die Vorinstanz hat die Grundlagen der Strafzumessung korrekt ausgeführt, darauf 
wird verwiesen (pag. 203 f., S. 16 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

17. Vorgehen und Methodik

Der Beschuldigte hat mehrfach dasselbe Delikt begangen, wobei die einzelnen 
Handlungen pro Tier individualisierbar sind. Obwohl der Beschuldigte dabei jeweils 
denselben Tatbestand erfüllt hat, ist deshalb in einem ersten Schritt nach der kon-
kreten Methode für jede einzelne Tatbegehung eine Strafe zu bestimmen. Danach 
wird mit den Strafen der gleichen Strafart in Anwendung von Art. 49 Abs. 1 StGB 
eine Gesamtstrafe gebildet. Dabei wird die Strafe für das schwerste Delikt als Ein-
satzstrafe bestimmt und diese Strafe nach dem Prinzip der Asperation angemes-
sen erhöht (zum ganzen Vorgehen: BGE 144 IV 217, BGE 144 IV 313).

Es muss davon ausgegangen werden, dass der Beschuldigte beim Töten der ein-
zelnen Katzen jeweils identisch vorging. Es rechtfertigt sich daher, die Strafe für die 
einzelnen Delikte nachfolgend zusammengefasst zu begründen.

15

18. Strafart

Das Gericht bestimmt beim Aussprechen einer Strafe zuerst die Art der Strafe und 
setzt danach das Strafmass fest. Bei der Wahl der Strafart trägt es neben dem 
Verschulden des Täters, der Zweckmässigkeit der Strafe, ihren Auswirkungen auf 
die Täterschaft und auf ihr soziales Umfeld sowie ihrer Wirksamkeit unter dem Ge-
sichtswinkel der Prävention Rechnung (BGE 147 IV 241 = Pra 111 [2022] Nr. 17, 
Urteil des Bundesgerichts 6B_355/2021 vom 22. März 2023 E. 3.3). Die Geldstrafe 
hat als mildere Sanktion grundsätzlich Vorrang gegenüber der Freiheitsstrafe 
(BGE 144 IV 217 E. 3.6). Im Bereich von Strafen bis zu 180 Strafeinheiten kann 
das Gericht unter den Voraussetzungen von Art. 41 StGB statt auf eine Geldstrafe 
auf eine Freiheitsstrafe erkennen.

Tierquälerei wird gemäss Art. 26 Abs. 1 Bst. b TSchG mit Freiheitsstrafe bis zu drei 
Jahren oder Geldstrafe bestraft.

Mit Blick auf das geltende Verschlechterungsverbot ist auch oberinstanzlich auf ei-
ne Geldstrafe zu erkennen. Die Geldstrafe ist vorliegend denn auch die geeignete 
Strafart: Der Beschuldigte war bisher strafrechtlich nicht bekannt und befindet sich 
in geregelten beruflichen, finanziellen und familiären Verhältnissen. Es gibt keinen 
Grund anzunehmen, dass es einer Freiheitsstrafe bedarf, um ihn von der Bege-
hung weiterer Delikte abzuhalten, oder dass eine Geldstrafe nicht vollzogen wer-
den kann. Auch mit Blick auf das Tatverschulden erscheint es vorliegend nicht an-
gezeigt, vom Grundsatz abzuweichen, wonach die Geldstrafe als mildere Sanktion 
Vorrang hat gegenüber der Freiheitsstrafe.

19. Tatverschulden

19.1 Objektive Tatschwere

Der Beschuldigte erschoss die einzelnen Katzen, indem er sie unverzüglich und 
ohne Schmerzen oder Leiden in einen Zustand der Empfindungs- und Wahrneh-
mungslosigkeit versetzte. Innerhalb des Tatbestands (Art. 26 Abs. 1 Bst. b TschG: 
«Tiere auf qualvolle Art oder aus Mutwillen tötet») sind damit deutlich schwerwie-
gendere Rechtsgutsverletzungen denkbar, insbesondere wenn dem Tier vor der 
Tötung Leid zugefügt wird. In der Art und Weise seines Vorgehens ist keine beson-
dere Verwerflichkeit erkennbar, welche das Tatverschulden erhöhen würde.

19.2 Subjektive Tatschwere

Der Beschuldigte hat direkt vorsätzlich gehandelt. Er hat die einzelnen Katzen aus 
Bequemlichkeit erschossen, weil es die schnellste und günstigste Lösung war, um 
die Katzenpopulation auf dem Bauernhof zu dezimieren. Er handelte damit mutwil-
lig, was an sich tatbestandsimmanent ist. Innerhalb der Mutwilligkeit ist sein Ver-
schulden jedoch vergleichsweise leicht zu bewerten.

Wie im Zusammenhang mit dem Notstand ausführlich begründet, war sein Handeln 
vermeidbar: Ihm wären zumutbare, alternative Möglichkeiten zur Verfügung ge-
standen, um die Katzenpopulation zu kontrollieren, die auch von Seiten der Nach-
barschaft unterstützt wurden.

16

19.3 Fazit

Insgesamt bewegt sich das Tatverschulden damit im leichten Bereich. Für die Be-
messung der schuldangemessenen Strafe werden die Referenzsachverhalte der 
Richtlinien für die Strafzumessung des Verbands Bernischer Richterinnen und 
Richter, Staatsanwältinnen und Staatsanwälte vom 17. Juni 2022 vergleichsweise 
herangezogen (nachfolgend: VBRS-Richtlinien). Diesen sehen zwar keinen Refe-
renzsachverhalt vor zu Art. 26 Abs. 1 Bst. b TSchG. Zur Orientierung dienen jedoch 
die empfohlenen Strafhöhen für die Misshandlung eines Tieres (10-
40 Strafeinheiten; VBRS-Richtlinien, S. 54) und für das Aussetzen oder Zurücklas-
sen mit Entledigungsabsicht (60 Strafeinheiten; VBRS-Richtlinien, S. 55).

Mit Blick auf den Strafrahmen, die angesprochenen Empfehlungen der VBRS-
Richtlinien sowie dem vergleichsweise leichten Verschulden erscheint pro Tötung 
jeder Katze eine Strafe von 30 Strafeinheiten angemessen.

20. Gesamtstrafe

20.1 Asperation

Der Beschuldigte wird für jede Tatbegehung mit einer Geldstrafe sanktioniert, wes-
halb mit den einzelnen Strafen eine Gesamtstrafe zu bilden ist. Die Strafe von 
30 Strafeinheiten für die erste Tötung bildet dabei die Einsatzstrafe. Diese Strafe ist 
in Anwendung von Art. 49 Abs. 1 StGB für die weiteren Tatbegehungen angemes-
sen zu erhöhen. Aufgrund des engen Zusammenhangs der Tatbegehungen wird 
ein tiefer Asperationsfaktor von lediglich einem Drittel, ausmachend 10 Strafeinhei-
ten pro weitere Tötung, angewendet. Dies ergibt eine Gesamtstrafe von 90 Stra-
feinheiten (30 Strafeinheiten + [6 x 10 Strafeinheiten]).

20.2 Täterkomponente

Betreffend Täterkomponenten kann die Vorinstanz zitiert werden (pag. 205, S. 18 
der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

Zum Vorleben des Beschuldigten ist festzuhalten, dass er nicht vorbestraft ist (pag. 19). Die persönli-
chen Verhältnisse gestalten sich ansonsten eher unauffällig. Der Beschuldigte ist I.________ (Ausbil-
dung) und führt einen Bauernhof. Er lebt in geordneten Verhältnissen und hat zwei kleine Kinder. Das 
Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sind insgesamt neutral zu werten.

Das Verhalten des Beschuldigten im Strafverfahren und nach der Tat ist grundsätzlich korrekt. Der 
Beschuldigte gibt zwar zu sieben Katzen getötet zu haben und dass dies emotional schwierig gewe-
sen sei. Ein Geständnis ist darin jedoch nicht oder allenfalls nur teilweise zu erblicken, zumal dieser 
Umstand erst von der Verteidigung in der Einsprachebegründung zum Strafbefehl vorgebracht wurde. 
Ein Geständnis kann bei der Beurteilung des Nachtatverhaltens zugunsten des Täters berücksichtigt 
werden, wenn es auf Einsicht in das begangene Unrecht oder auf Reue schliessen lässt oder der 
Täter zur Tataufdeckung über seinen eigenen Tatanteil hinaus beiträgt (vgl. Urteil BGer 6B_687/2016 
vom 12. Juli 2017 E. 1.5.2.). Der Beschuldigte bestreitet die Katzen mutwillig getötet zu haben und 
rechtfertigt sein Handeln mit einer Notlage. Darin ist entsprechend weder ein Geständnis noch Ein-
sicht oder Reue ersichtlich. Die Bestreitung der Tat fällt als straffreie Selbstbegünstigung jedoch auch 
nicht negativ ins Gewicht. Das gesamte Verhalten der Beschuldigten im Strafverfahren wirkt sich neu-
tral aus.

17

Vorliegend sind keine Gründe ersichtlich, welche eine besondere Strafempfindlichkeit und damit mil-
dernde Umstände zu begründen vermögen. 

Im Ergebnis fallen die Täterkomponenten vorliegend neutral aus und sind weder straferhöhend noch -
mildernd zu berücksichtigen.

Im oberinstanzlichen Verfahrens ergaben sich diesbezüglich keine wesentlichen 
neuen Erkenntnisse (pag. 246 ff. und pag. 256 ff.). Die Ausführungen der Vor-
instanz sind weiterhin aktuell und die Täterkomponente wird auch oberinstanzlich 
neutral bewertet.

20.3 Verschlechterungsverbot

Nach dem Gesagten wäre vorliegend eine Geldstrafe von 90 Strafeinheiten ange-
messen. Aufgrund des geltenden Verschlechterungsverbots darf die Strafe jedoch 
nicht über die von der Vorinstanz gesprochenen 45 Strafeinheiten hinausgehen. 
Die Geldstrafe von 45 Strafeinheiten ist damit zu bestätigen.

20.4 Tagessatzhöhe

Der Beschuldigte gab sich zu seinen Einkommensverhältnissen bedeckt. Gemäss 
Erhebungsformular der wirtschaftlichen Verhältnisse vom 25. August 2023 verdiene 
er monatlich und inkl. Anteil 13. Monatslohn CHF 1'142.00, zum Einkommen seiner 
Ehefrau könne er keine genauen Angaben machen (pag. 250). Davon abweichend 
gab er in der Berufungsverhandlung an, er und seine Frau würden sich jährlich je 
CHF 20'000.00 aus J.________ (Unternehmen) auszahlen (pag. 261 Z. 38 ff.). Im 
Vergleich zur Vorinstanz ergeben sich damit zu wenige neue Erkenntnisse, um von 
der festgestellten Tagessatzhöhe von CHF 30.00 abzuweichen.

20.5 Bedingter Vollzug

Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von 
höchstens zwei Jahren in der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe nicht not-
wendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Ver-
gehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB).

Auch bezüglich der Frage des bedingten Vollzugs ist die Kammer an das Ver-
schlechterungsverbot gebunden, weshalb dem Beschuldigten der bedingte Vollzug 
bei einer Probezeit von zwei Jahren zu gewähren ist. Dies ist mit Blick auf die bis-
herige Straffreiheit und die geordneten Lebensverhältnisse des Beschuldigten denn 
auch angezeigt.

20.6 Verbindungsbusse

Gemäss Art. 42 Abs. 4 StGB kann eine bedingte Strafe mit einer Busse nach 
Art. 106 StGB verbunden werden. Mit der Verbindungsstrafe soll die Möglichkeit 
geschaffen werden, im Bereich der Massendelinquenz eine spürbare Sanktion zu 
verhängen (BGE 134 IV 60 E. 7.3.1). Die Bestimmung dient in erster Linie dazu, 
die Schnittstellenproblematik zwischen der Busse (für Übertretungen) und der be-
dingten Geldstrafe (für Vergehen) zu entschärfen (Botschaft zur Änderung des 
Strafgesetzbuches vom 29. Juni 2005, BBl 2005 4689, S. 4699 ff. und S. 4705 ff.). 
Zudem trägt die unbedingte Verbindungsstrafe dazu bei, das unter spezial- und 
generalpräventiven Gesichtspunkten eher geringe Drohpotential der bedingten 

18

Geldstrafe zu erhöhen. Dem Verurteilten soll ein Denkzettel verpasst werden kön-
nen, um ihm (und soweit nötig allen anderen) den Ernst der Lage vor Augen zu 
führen und zugleich zu demonstrieren, was bei Nichtbewährung droht (BOMMER, 
Die Sanktionen im neuen AT StGB – ein Überblick, in: HEER [Hrsg.], Revision des 
Allgemeinen Teils des Strafgesetzbuches, Bern 2007, S. 35). Um dem akzessori-
schen Charakter der Verbindungsstrafe gerecht zu werden, erscheint es sachge-
recht, ihre Obergrenze grundsätzlich auf einen Fünftel beziehungsweise 20% fest-
zulegen. Abweichungen sind im Bereich tiefer Strafen denkbar, um sicherzustellen, 
dass der Verbindungsstrafe nicht eine lediglich symbolische Bedeutung zukommt 
(BGE 135 IV 188 E. 3.4.4). 

Die angesprochene Schnittstellenproblematik zeigt sich auch vorliegend: Indem der 
Beschuldigte mit einer bedingten Geldstrafe belegt wird, wirkt sich die Sanktion 
weniger spürbar aus, als wenn (etwa in Anwendung von Art. 28 TSchG) eine Busse 
ausgesprochen worden wäre. Es ist deshalb angezeigt, gemäss der Vorinstanz und 
im Sinne eines «Denkzettels» von den insgesamt 45 Strafeinheiten neun Strafein-
heiten als Verbindungsbusse auszusprechen.

20.7 Fazit

Der Beschuldigte wird demnach zu einer Geldstrafe von 36 Tagessätzen zu 
CHF 30.00, ausmachend total CHF 1'080.00, verurteilt. Der Vollzug der Geldstrafe 
wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Weiter wird er mit ei-
ner Verbindungsbusse von CHF 270.00 belegt. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei 
schuldhafter Nichtbezahlung wird auf neun Tage festgesetzt.

V. Kosten und Entschädigung

21. Erstinstanzliches Verfahren

Fällt die Rechtsmittelinstanz einen neuen Entscheid, so befindet sie darin auch 
über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 Abs. 3 StPO). 
Gemäss Art. 426 Abs. 1 StPO trägt die beschuldigte Person die erstinstanzlichen 
Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird.

Die Vorinstanz hat die erstinstanzlichen Verfahrenskosten auf CHF 2'600.00 be-
stimmt. Davon hat sie einen Anteil von CHF 900.00 auf den Freispruch wegen 
Sachbeschädigung ausgeschieden und diese Kosten dem Kanton Bern auferlegt. 
Diese Ausscheidung der Verfahrenskosten ist rechtskräftig.

Die auf den Schuldspruch entfallenden Verfahrenskosten von CHF 1'700.00 wur-
den dem Beschuldigten auferlegt (pag. 208, S. 21 der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung.). Nachdem der Beschuldigte auch oberinstanzlich schuldig gesprochen 
wurde, hat er diese Verfahrenskosten zu tragen.

22. Oberinstanzliches Verfahren

Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres 
Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ob eine Partei im Rechtsmit-

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telverfahren als obsiegend oder unterliegend gilt, hängt davon ab, in welchem 
Ausmass ihre vor Berufungsgericht gestellten Anträge gutgeheissen wurden.

Die Verfahrenskosten für das mündliche Berufungsverfahren werden in Anwen-
dung von Art. 5 i.V.m. Art. 24 Abs. 1 Bst. a des Verfahrenskostendekrets (VKD; 
BSG 161.12) auf CHF 2’500.00 bestimmt. Der Beschuldigte beantragte oberin-
stanzlich einen Freispruch und ist somit vollständig unterlegen. In der Folge hat er 
die oberinstanzlichen Verfahrenskosten vollumfänglich zu tragen.

23. Entschädigung

23.1 Erstinstanzliches Verfahren

Die Vorinstanz hat dem Beschuldigten infolge des Freispruchs wegen Sachbe-
schädigung eine Entschädigung von CHF 2'800.20 für die angemessene Ausübung 
seiner Verfahrensrechte ausgerichtet (pag. 208). Diese Entschädigung wurde 
rechtskräftig. Zufolge der oberinstanzlichen Schuldsprüche ist für das erstinstanzli-
che Verfahren keine weitere Entschädigung auszurichten (Art. 429 Abs. 1 StPO).

Die Strafbehörden können ihre Forderungen aus Verfahrenskosten und Entschädi-
gungsansprüche der zahlungspflichtigen Partei aus dem gleichen Strafverfahren 
sowie mit beschlagnahmten Vermögenswerten verrechnen (Art. 442 Abs. 4 StPO). 
Die Entschädigung von CHF 2'800.20 wird demnach vollständig mit der Forderung 
betreffend die erstinstanzlichen Verfahrenskosten und teilweise mit der Forderung 
aus den oberinstanzlichen Verfahrenskosten verrechnet.

23.2 Oberinstanzliches Verfahren

Zufolge des vollständigen Unterliegens des Beschuldigten ist für das oberinstanzli-
che Verfahren keine Parteientschädigung auszusprechen.

20

VI. Dispositiv

Die 2. Strafkammer erkennt:

I.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Regionalgerichts Oberland vom 8. November 2022 
insofern in Rechtskraft erwachsen ist, als

1. A.________ unter Auferlegung der anteilmässigen Verfahrenskosten von CHF 900.00 
an den Kanton Bern sowie unter Ausrichtung einer Entschädigung von CHF 2'800.20 
für die angemessene Ausübung seiner Verfahrensrechte an A.________ von der An-
schuldigung der Sachbeschädigung, angeblich begangen in der Zeit vom 29. De-
zember 2021 bis am 3. Januar 2022 in D.________, freigesprochen wurde.

2. Die Forderungen des Straf- und Zivilklägers E.________ ohne Ausscheidung von 
Kosten für die Beurteilung der Zivilklage abgewiesen wurden.

II.

A.________ wird schuldig erklärt:

der Tierquälerei, mehrfach begangen in der Zeit vom 29. Dezember 2021 bis am 3. Janu-
ar 2022 in D.________

und in Anwendung der Artikel
34, 42 Abs. 1 und 4, 44 Abs. 1, 47, 49 Abs. 1, 106, 333 Abs. 1 StGB
426 Abs. 1, 428 Abs. 1 und 3 StPO
26 Abs. 1 Bst. b TSchG
16 Abs. 2 Bst. c TSchV

verurteilt:

1. Zu einer Geldstrafe von 36 Tagessätzen zu CHF 30.00, ausmachend total 
CHF 1'080.00.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festge-
setzt.

2. Zu einer Verbindungsbusse von CHF 270.00.

Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nichtbezahlung wird auf 9 Tage festgesetzt.

3. Zu den auf den Schuldspruch entfallenden erstinstanzlichen Verfahrenskosten von 
CHF 1'700.00.

4. Zu den oberinstanzlichen Verfahrenskosten von CHF 2'500.00.

21

III.

Die Entschädigung von CHF 2'800.20 gemäss Ziff. I.1 wird in Anwendung von Art. 442 
Abs. 4 StPO vollständig mit der Forderung aus Verfahrenskosten gemäss Ziff. II.3 sowie 
teilweise mit der Forderung aus Verfahrenskosten gemäss Ziff. II.4 verrechnet, so dass 
A.________ noch eine Restanz von CHF 1'399.80 zu bezahlen hat.

IV.

Zu eröffnen:
- dem Beschuldigten/Berufungsführer, v.d. Rechtsanwalt Dr. B.________
- der Generalstaatsanwaltschaft
- dem C.________

Mitzuteilen:
- der Vorinstanz
- der Koordinationsstelle Strafregister (Urteil mit Begründung; nach unbenutztem Ablauf 

der Rechtsmittelfrist bzw. nach Entscheid der Rechtsmittelbehörde)
- dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (Urteil mit Begründung; 

unverzüglich)

Bern, 19. September 2023
(Ausfertigung: 16. Mai 2024)

Im Namen der 2. Strafkammer

Der Präsident i.V.:

Obergerichtssuppleant Blaser
i.V. Oberrichter Knecht

Die Gerichtsschreiberin:

Hafner

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim Bundesge-
richt, Av. du Tribunal fédéral 29, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 
90 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforde-
rungen von Art. 42 BGG entsprechen.