# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5f420b80-547e-53e7-8c05-7ace3375ca1e
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2004-09-30
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 30.09.2004 S 2004 88
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2004-88_2004-09-30.pdf

## Full Text

S 04 88

2. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 30. September 2004

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend IV-Rente

1. …, geboren 1952, ist bosnischer Staatsangehöriger und verfügt seit 1985 

über eine Aufenthaltsbewilligung B. Seit 1989 ist er in … angemeldet, wo er 

zusammen mit seiner Frau und dem jüngsten Sohn lebt. Er war vorwiegend 

als Bauarbeiter tätig, zuletzt bei der … AG in …, dazwischen arbeitete er als 

Portier im Hotel … in …. Gemäss seinem letzten Arbeitgeber war … seit 17. 

April 2002 krankgeschrieben. Am 9. Dezember 2002 meldete er sich zum 

Bezug von IV-Leistungen an.

2. a) Vom 23. bis 30. April 2002 weilte der Versicherte im Spital ... Es wurden 

unklare thoracale Rückenschmerzen, chronische Bronchitis und eine 

Hauterkrankung diagnostiziert.

b) Vom 20. November bis am 9. Dezember 2002 war er in der …  (TSH) 

hospitalisiert. Es wurden folgende Diagnosen gestellt: Somatoforme 

Schmerz- und Funktionsstörung (chronisches panvertebrales 

Schmerzsyndrom; vegetative Dysfunktionen, kardial, intestinal), eine 

mittelgradig depressive Episode und chronische Bronchitis.

c) Der Hausarzt Dr. med. … attestierte dem Versicherten in seinem Bericht vom 

3. März 2003 eine verminderte Leistungsfähigkeit als Bauarbeiter von ca. 

50%. Eine Verbesserung am bisherigen Arbeitsplatz könne wahrscheinlich 

nicht erreicht werden. Er befürchte, dass der Versicherte in keiner anderen 

Tätigkeit eingegliedert werden könne.

d) Die IV-Stelle veranlasste daraufhin eine Abklärung des Versicherten in der 

TSH vom 21. bis 25. Juli 2003. Es wurden folgende Diagnosen gestellt: 

Anhaltend somatoforme Schmerzstörung unter ursächlicher und/oder 

aufrechterhaltender Mitbeteiligung psychosozialer Belastungsfaktoren 

(Betroffensein durch Krieg, Veränderung der Lebensumstände, subjektive 

Überlastung am Arbeitsplatz), Angst und depressive Störung gemischt, sowie 

ein chronisches therapieresistentes panvertebrales Schmerzsyndrom. Die 

chronische Schmerzsymptomatik mache eine Ausübung des bisherigen 

Berufes als Hilfsarbeiter auf dem Bau unmöglich. Seit 17. April 2002 sei er zu 

100% arbeitsunfähig. Denkbar sei eine 50%-ige Tätigkeit mit leichtester 

körperlicher Belastung (wechselnde Körperpositionen, keine einseitigen 

repetitiven Tätigkeiten). Die Wiedereingliederung müsse aber als absolut 

unrealistisch eingestuft werden, da die Arbeitsunfähigkeit seit über einem Jahr 

bestehe und der Versicherte über schlechte Deutschkenntnisse verfüge.

e) Im Abklärungsbericht über die beruflichen Eingliederungsmöglichkeiten vom 

17. Oktober 2003 wurde festgestellt, dass eine aktive Vermittlung auf dem 

ersten Arbeitsmarkt unrealistisch sei.

3. Am 23. Dezember 2003 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass die 

Ausrichtung einer IV-Rente ab 1. April 2003, basierend auf einem 

Invaliditätsgrad von 58%, beschlossen worden sei. Das zumutbare 

Erwerbseinkommen pro Jahr ohne Behinderung betrage Fr. 53'102.--. Als 

Invalider könnte er in einer geeigneten Tätigkeit zu 50% einen Verdienst von 

Fr. 21'998.-- erzielen. Dies ergebe eine Erwerbseinbusse von Fr. 31'104.--. 

Mit Verfügung vom 5. April 2004 wurde ihm eine halbe Rente zugesprochen. 

Dagegen erhob der Versicherte am 27. April 2004 Einsprache, welche von der 

IV-Stelle mit Entscheid vom 19. Mai 2004 abgewiesen wurde.

4. a) Dagegen erhob der Versicherte mit Schreiben vom 16. Juni 2004 Beschwerde 

ans Verwaltungsgericht, welche er nach Aufforderung des Instruktionsrichters 

mit Schreiben vom 25. Juni 2004 verbesserte. Er beantragt sinngemäss die 

Aufhebung des Einspracheentscheides und die Neuberechnung seiner 

gesundheitlich bedingten Erwerbsunfähigkeit aufgrund seines jetzigen 

Gesundheitszustandes. Dieser lasse eine 50%-ige Tätigkeit nicht zu, auch 

wenn die Arbeit körperlich leicht und der Arbeitsplatz entsprechend angepasst 

sei. Er lege ein aktuelles Zeugnis seines Hausarztes bei. Wenn dies nicht 

genüge, sei allenfalls ein neutrales Gutachten durchzuführen.

b) Im diesem Zeugnis vom 25. Juni 2004 schreibt Dr. med. …, dass sich der 

Gesundheitszustand seines Patienten seit Anfang des Jahres deutlich 

verschlechtert habe. An eine Erwerbstätigkeit sei nicht zu denken. Vor kurzem 

habe man sogar eine Einweisung ins Spital erwogen. Möglicherweise sei 

aufgrund des jetzigen Zustandes ein Kurzgutachten notwendig.

5. In ihrer Vernehmlassung beantragt die IV-Stelle die Abweisung der 

Beschwerde. Es könne davon ausgegangen werden, dass der Versicherte bei 

Gesundheit immer noch als angelernte Arbeitskraft (Saisonnier) im 

Baugewerbe tätig wäre. Das Valideneinkommen sei aufgrund von Erfahrungs- 

und Durchschnittswerten zu berechnen. Unter Berücksichtigung der jüngsten 

Lohnstrukturerhebung könne ein gegenüber der Verfügung vom 5. April 2004 

korrigiertes Valideneinkommen von Fr. 60'734.59 für das Jahr 2003 ermittelt 

werden. Die Diskrepanz zum ursprünglichen Betrag komme daher, dass man 

mit 12 und nicht mit 10 Monaten rechne und auf Erfahrungs- und 

Durchschnittswerte zurückgreife, nicht auf den Stundenlohn beim letzten 

Arbeitgeber. Zur Festsetzung des Invalideneinkommens könne auf die 

polydisziplinäre medizinische Begutachtung der TSH abgestellt werden. 

Diese attestiere dem Versicherten in einer geeigneten Tätigkeit eine 50%-ige 

Arbeitsfähigkeit. Daran vermöge das beigelegte Arztzeugnis nichts zu ändern, 

da es in medizinischer Hinsicht keine neuen Erkenntnisse liefere. Auf weitere 

Abklärungen könne verzichtet werden. Schlechte Deutschkenntnisse und die 

Arbeitsmarktsituation seien invaliditätsfremde Faktoren. Mit einer geeigneten 

Tätigkeit könne der Versicherte gemäss Tabellenlohn ein Gehalt von jährlich 

Fr. 28'903.09 erzielen. Da er eine adaptierte Tätigkeit ausüben könne, ohne 

dass ein Arbeitgeber weitere nennenswerte Einschränkungen des 

Leistungsvermögens hinzunehmen hätte, sei ein Leidensabzug von 10% 

gerechtfertigt. Daraus resultiere ein korrigiertes Invalideneinkommen für das 

Jahr 2003 von Fr. 26'012.78 und ein Invaliditätsgrad von 57.17%. Die 

Diskrepanz zum früher berechneten Invalideneinkommen ergebe sich aus der 

Berücksichtigung von 12 anstatt nur 10 Monaten.

6. Der Beschwerdeführer verzichtete auf die Einreichung einer Replik. Auf die 

weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften wird soweit 

erforderlich in den Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Anfechtungsobjekt ist der Einspracheentscheid der IV-Stelle vom 19. Mai 

2004. Streitig und zu prüfen ist, ob der Versicherte mit Wirkung ab 1. April 

2003 Anspruch auf eine halbe oder auf eine höhere IV-Rente hat.

b) Für die Beurteilung der sich stellenden Frage massgebend ist der zum 

Zeitpunkt des Erlasses des Einspracheentscheids am 19. Mai 2004 

verwirklichte Sachverhalt (Kieser, ATSG-Kommentar, Art. 52 Rz. 25; RKUV 

2001 Nr. U 419 S. 102 Erw. 2). Nicht anwendbar sind im vorliegenden Fall 

jedoch die mit der 4. IV-Revision auf den 1. Januar 2004 in Kraft getretenen 

Bestimmungen, weil in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen 

Rechtssätze massgebend sind, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen 

führenden Tatbestandes Geltung haben (vgl. EVG-Urteil vom 30. Juli 2004, I 

82/04; BGE 129 V 4 Erw. 1.2, 127 V 467 Erw. 1).

2. Nach Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; 

SR 831.20) i. V. m. Art 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) gilt als Invalidität die durch 

einen körperlichen oder geistigen Gesundheitsschaden als Folge von 

Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall verursachte, voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit. Nach Art. 28 Abs. 

1 aIVG hat der Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn er 

mindestens zu 66 2/3 %, auf eine halbe Rente, wenn er mindestens zu 50 % 

oder auf eine Viertelsrente, wenn er mindestens zu 40% invalid ist. Für die 

Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss Art. 16 ATSG das 

Erwerbseinkommen, das der Versicherte nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihm 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte 

(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das er 

erzielen könnte, wenn er nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). 

Der Invaliditätsgrad stellt demnach keinen medizinisch-theoretischen Begriff 

dar, massgebend sind vielmehr wirtschaftliche Kriterien (vgl. Locher, 

Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 3. Aufl., Bern 2003, S. 247).

3. a) Ausgangspunkt für die richterliche Beurteilung bilden die ärztlichen Befunde, 

welche Auskunft geben über Gesundheitszustand und verbleibende 

Arbeitsfähigkeit des Versicherten. Hinsichtlich des Beweiswertes eines 

Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange 

umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge 

und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die 

Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (vgl. SVR 1998 IV Nr. 1 

Erw. 3c; BGE 125 V 352 Erw. 3a, 122 V 60 Erw. 1c).

b) Zur Beurteilung des Gesundheitszustandes und der damit einhergehenden 

Restarbeitsfähigkeit des Versicherten stellte die Vorinstanz in ihrem 

Einspracheentscheid insbesondere auf das Gutachten der TSH vom 15. 

September 2003 ab. Dieses attestiert dem Versicherten für eine Tätigkeit mit 

leichtester körperlicher Belastung eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit. Es müsse 

sich dabei um eine Arbeit ohne einseitige repetitive Abläufe handeln, welche 

zudem einen häufigen Wechsel der Körperposition ermögliche. Bezüglich 

seiner bisherigen Tätigkeit als Bauarbeiter sei er zu 100% arbeitsunfähig. Der 

Hausarzt des Versicherten hatte in seinem Arztbericht vom 3. März 2003 die 

Leistungsfähigkeit als Bauarbeiter als sicher vermindert um ca. 50% 

bezeichnet. Weiter schreibt er, dass der Versicherte in einer leichteren Arbeit 

theoretisch einige Stunden pro Tag arbeiten könnte. Aus diesen Berichten 

folgt, dass die Festsetzung der Arbeitsfähigkeit des Versicherten durch die 

Vorinstanz bei 50% für eine Tätigkeit mit leichtester körperlicher Belastung 

nicht beanstandet werden kann. Insbesondere beim polydisziplinären 

medizinischen Gutachten der TSH handelt es sich um einen umfassenden 

Bericht, dessen Schlussfolgerungen schlüssig, nachvollziehbar und 

widerspruchsfrei erscheinen. Das Gutachten erfolgte in Kenntnis der Vorakten 

und nach mehreren persönlichen Untersuchungen des Versicherten. Auf das 

Ergebnis dieser Begutachtung kann also ohne weiteres abgestellt werden. 

Das neue Zeugnis des Hausarztes vom 25. Juni 2004 vermag daran nichts zu 

ändern, denn es ist bezüglich der vorliegend zu beantwortenden Fragen nicht 

aussagekräftig und in diesem Verfahren zudem nicht zu beachten.

c) Der Versicherte beantragt die Vornahme einer weiteren neutralen 

Begutachtung, da sich sein Gesundheitszustand inzwischen verschlechtert 

habe. Es liegt im pflichtgemässen Ermessen des Rechtsanwenders, darüber 

zu befinden, mit welchen Mitteln der Sachverhalt abzuklären ist. Das Gericht 

hat alle Beweismittel objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen 

Rechtsanspruches gestatten oder ob die Abnahme weiterer Beweismittel 

vonnöten ist (vgl. BGE 122 V 160; RKUV 1991 312 Erw. 1b). Vorliegend kann 

von der Erstellung eines weiteren Gutachtens abgesehen werden, da von ihm 

keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind. Die von der TSH gestellten 

Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sind unwidersprochen und 

stehen in Übereinstimmung mit den vom Hausarzt diagnostizierten 

Beschwerdeursachen. Auch aus dem neuen Arztzeugnis des Hausarztes 

ergeben sich keine Anhaltspunkte dafür, dass auf die Schlussfolgerungen der 

TSH nicht mehr abgestellt werden könnte. Die relevanten Fragen wurden 

durch die vorhandenen Unterlagen widerspruchsfrei beantwortet und es sind 

von medizinischer Seite keine Unklarheiten vorhanden. Somit besteht keine 

Veranlassung, ein weiteres Gutachten erstellen zu lassen.

d) Der Versicherte macht geltend, aufgrund seiner schlechten 

Deutschkenntnisse und der Arbeitsmarktsituation sei eine 

Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess unrealistisch. Bei den genannten 

Gründen handelt es sich um invaliditätsfremde Faktoren, welche - entgegen 

der Ansicht des Versicherten - den Invaliditätsgrad nicht beeinflussen können. 

Die IV hat nicht dafür einzustehen, wenn ein Versicherter infolge seines Alters, 

wegen mangelnder Ausbildung oder Verständigungsschwierigkeiten keine 

entsprechende Arbeit findet, da diese Schwierigkeit nicht invaliditätsbedingt 

ist. Zwar erlangen diese Faktoren bei der Frage Bedeutung, welche Arbeit 

einem Versicherten in einem konkreten Fall noch zumutbar ist, doch sind 

solche Aspekte keine zusätzlichen Umstände, welche das Ausmass der 

Invalidität beeinflussen würden, wenn sie das Finden einer Stelle und damit 

die Verwertung der verbliebenen Restarbeitsfähigkeit erschweren oder gar 

verunmöglichen (vgl. BGE 107 V 21; AHI 1999, S. 238, Erw. 1; Locher, a.a.O., 

S. 249). Somit ist festzuhalten, dass die Festlegung der Arbeitsfähigkeit des 

Versicherten bei 50% insgesamt nicht zu beanstanden ist.

4. Da sich der Invaliditätsgrad aus einer Gegenüberstellung von Validen- und 

Invalideneinkommen ergibt, ist als nächstes zu prüfen, ob diese von der 

Vorinstanz korrekt berechnet wurden.

a) Bei der Bemessung des Valideneinkommens darf nicht einfach auf den zuletzt 

tatsächlich erzielten Verdienst abgestellt werden, sondern es ist jenes 

Einkommen massgebend, das der Versicherte hätte erzielen können, wenn 

er nicht invalid geworden wäre (BGE 104 V 136). Wenn möglich ist das 

Valideneinkommen nach den konkreten Verhältnissen zu bestimmen, etwa 

durch Abklärungen im angestammten Betrieb. Nur wenn aussagekräftige 

konkrete Anhaltspunkte fehlen, ist auf statistische Angaben zurückzugreifen.

b) Der Versicherte arbeitete in den vergangenen Jahren bei verschiedenen 

Arbeitgebern im Baugewerbe als angelernte Arbeitskraft (Saisonnier). Einige 

Monate war er zudem als Portier tätig. Zuletzt arbeitete er vom 15. April 2001 

bis 17. April 2002 als Kranführer bei der … AG. Dabei handelte es sich um 

einen Saisonvertrag, der bis Ende der Bausaison (ca. Anfang November 

2002) abgeschlossen war. Die IV-Stelle berechnete das Valideneinkommen 

für das Jahr 2003 im angefochtenen Einspracheentscheid gemäss Verdienst 

beim letzten Arbeitgeber bezüglich 10 Monaten, woraus ein Betrag resultierte 

von Fr. 53'102.10 (bzw. für 12 Monate: Fr. 63'722.50). In ihrer 

Vernehmlassung korrigierte sie diese Berechnung und stützte sich neu auf 

Erfahrungs- und Durchschnittswerte, berechnet auf 12 Monate, woraus ein 

Betrag von Fr. 60'734.59 resultierte.

c) Die IV-Stelle begründet ihre korrigierte Berechnungsweise damit, dass das 

Berufsleben des Versicherten wenig konstant verlaufen sei und deshalb 

aussagekräftige konkrete Anhaltspunkte für die Ermittlung des 

Valideneinkommens fehlen würden. Folglich müsse auf Erfahrungs- und 

Durchschnittswerte zurückgegriffen werden. Dieser Ansicht kann nicht gefolgt 

werden. Der Versicherte war immerhin sei April 2001 bei … als Kranführer 

tätig. Diese Stelle war zwar wie im Baugewerbe üblich saisonal befristet, es 

kann aber davon ausgegangen werden, dass der Versicherte dort auch in der 

folgenden Bausaison hätte arbeiten können, wenn er nicht arbeitsunfähig 

geworden wäre. Damit sind aussagekräftige konkrete Anhaltspunkte 

vorhanden, die die Ermittlung des Valideneinkommens ermöglichen. Es ist 

nicht notwendig, in diesem Fall auf statistische Angaben zurückzugreifen. Es 

ist folglich vom ursprünglich berechneten Valideneinkommen von jährlich Fr. 

63'722.50 (auf 12 Monate gerechnet) auszugehen.

5. a) Bei der Ermittlung des Invalideneinkommens kann nicht einfach darauf 

abgestellt werden, was die versicherte Person tatsächlich verdient, sondern 

es ist das objektiv und subjektiv zumutbare Erwerbseinkommen zu 

berücksichtigen. Dabei sind die Erwerbmöglichkeiten bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage einzubeziehen. Übt eine Person keine Erwerbstätigkeit aus, 

obschon ihr dies invaliditätsbedingt zumutbar wäre, oder schöpft sie die 

zumutbare Arbeitskraft nicht voll aus, wird nach der Praxis für die Festsetzung 

des Invalideneinkommens auf die Zahlen in der Lohnstrukturerhebung (LSE) 

des Bundesamtes für Statistik abgestellt (vgl. BGE 124 V 321 ff., 126 V 75 ff.; 

Locher, a.a.O., S. 249).

b) Wie erörtert, ist davon auszugehen, dass der Versicherte bezüglich einer 

behinderungsgeeigneten Tätigkeit zu 50% arbeitsfähig ist. Die wirtschaftliche 

Verwertbarkeit einer solchen zumutbaren Tätigkeit auf einem ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt kann ebenfalls bejaht werden. Da der Versicherte momentan 

keine Erwerbstätigkeit ausübt, kann zur Ermittlung des erzielbaren 

Verdienstes auf die LSE abgestellt werden. Gemäss LSE 2002 beträgt der 

monatliche Bruttolohn aller Wirtschaftszweige (Zentralwert) für einfache und 

repetitive Tätigkeiten Fr. 4'557.--. Auf der Basis einer Arbeitszeit von 41.7 

Wochenstunden und einer Lohnentwicklung von 1.4% im Jahr 2003 ergibt 

dies für den Versicherten einen möglichen Jahresverdienst von Fr. 28'903.09. 

Diese Berechnung der IV-Stelle ist korrekt und nicht zu beanstanden. Die 

Abweichung zur früheren Berechnung ergibt sich daraus, dass seit November 

2003 auf die LSE 2002 zurückgegriffen werden kann und aus einer von 1.3% 

auf 1.4% korrigierten Lohnteuerung für das Jahr 2003.

6. a) Vom ermittelten Tabellenlohn hat die Vorinstanz einen Leidensabzug von 

10% vorgenommen. Um bei der Festsetzung des Invalideneinkommens den 

persönlichen Umständen des Einzelfalls (leidensbedingte Einschränkung, 

Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad) 

Rechnung zu tragen, können gemäss Rechtsprechung die Tabellenwerte um 

insgesamt höchstens 25% gekürzt werden. Der Einfluss dieser Merkmale auf 

das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu 

schätzen. In diesem Zusammenhang hat die Verwaltung und – im 

Beschwerdefall – das Gericht das verfassungsrechtliche Gebot der 

Begründungspflicht gemäss Art. 8 Abs. 1 BV zu beachten. Es soll verhindert 

werden, dass sich die Behörde von unsachlichen Motiven leiten lässt, und 

dem Betroffenen ermöglichen, die Verfügung gegebenenfalls sachgerecht 

anzufechten. Dieser muss sich über die Tragweite des Entscheides ein Bild 

machen können. In diesem Sinn müssen wenigstens kurz die Überlegungen 

genannt werden, von denen die Behörde sich hat leiten lassen und auf welche 

sich ihre Verfügung stützt. Die Verwaltung hat kurz zu begründen, warum sie 

einen Abzug vom Tabellenlohn gewährt, insbesondere welche Merkmale sie 

bei ihrer gesamthaften Schätzung berücksichtigt. (vgl. BGE 126 V 75 ff.; 

Locher, a.a.O., S. 249).

b) Die IV-Stelle hat sich im Einspracheentscheid und in der Vernehmlassung nur 

äusserst knapp zum vorgenommenen Leidensabzug von 10% geäussert. Im 

Einspracheentscheid steht lediglich, der Abzug werde gewährt, da der 

Versicherte nur noch leichteste Arbeit verrichten könne. In der 

Vernehmlassung wird ausgeführt, dass der Abzug wegen des verminderten 

Beschäftigungsgrades in Betracht falle, hingegen habe ein Arbeitgeber bei 

adaptierter Tätigkeit des Versicherten keine weiteren nennenswerten 

gesundheitlich bedingten Einschränkungen des Leistungsvermögens zu 

gewärtigen, weshalb ein Leidensabzug von 10% gerechtfertigt sei. Diese 

rudimentäre Begründung vermag dem verfassungsrechtlichen Gebot der 

Begründungspflicht nicht zu genügen. Zu den Merkmalen Alter, Dienstjahre 

und Nationalität/Aufenthaltskategorie macht die Vorinstanz keinerlei 

Erwägungen. Angesichts der Tatsache, dass sowohl der Hausarzt als auch 

die TSH und der Arbeitsvermittler eine Wiedereingliederung des Versicherten 

für absolut unrealistisch halten, erscheint der Leidensabzug doch eher tief 

angesetzt. Der Einbezug der weiteren genannten Elemente könnte 

möglicherweise zu einer Erhöhung des Abzuges führen. Die Vorinstanz hat 

dies unter Einbezug aller relevanten Kriterien zu prüfen und das Ergebnis der 

Schätzung entsprechend zu begründen. Folglich ist die Beschwerde 

gutzuheissen und der angefochtene Einspracheentscheid ist aufzuheben. Die 

Sache ist zur Neubeurteilung und genügenden Begründung des 

Leidensabzuges an die Vorinstanz zurückzuweisen. Das Valideneinkommen 

ist entsprechend der ursprünglichen Berechnung im Einspracheentscheid 

festzulegen.

7. Gerichtskosten werden keine erhoben, weil das Verfahren vor dem 

kantonalen Versicherungsgericht nach Art. 61 lit. a des ATSG – ausser bei 

leichtsinniger und mutwilliger Prozessführung – grundsätzlich kostenlos ist.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, der angefochtene Entscheid und die 

zugrunde liegende Verfügung werden aufgehoben. Die Sache ist zur 

Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.