# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c0984e5c-1d25-59a3-8e16-61535dc34cc0
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-10-15
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 15.10.2008 B-7897/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-7897-2007_2008-10-15.pdf

## Full Text

Abtei lung II
B-7897/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 5 .  O k t o b e r  2 0 0 8

Richter Frank Seethaler (Vorsitz), Richter Hans-
Jacob Heitz, Richter Jean-Luc Baechler, 
Gerichtsschreiber Michael Barnikol.

A._______, 
vertreten durch Prof. Dr. iur. Tomas Poledna, 
Mühlebachstrasse 32, Postfach 769, 8024 Zürich,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Gesundheit (BAG), Geschäftsstelle 
MEBEKO, Ressort Ausbildung, 
Schwarzenburgstrasse 161, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Anerkennung einer medizinischen Weiterbildung.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

B-7897/2007

Sachverhalt:

A. A._______ (Beschwerdeführer) erwarb im Jahr 1981 das allgemei-
ne Arztdiplom in Polen. Daraufhin schloss er  die polnische Facharz-
tausbildung der ersten Stufe für  Gynäkologen erfolgreich ab und er-
warb das "Dyplom Pierwszego Stopnia Specjalizacji" (Diplom nach Ab-
schluss der ersten Stufe der Ausbildung zum Facharzt), welches ihn in 
Polen zum Führen des Titels "lekarz po o nik-ginekolog" (Facharzt fürł ż  
Geburtshilfe und Gynäkologie) berechtigt. Von 1984 bis 1986 arbeitete 
der Beschwerdeführer im Regionalspital Chojnice, Polen, in der Gynä-
kologie.  Danach  zog  er  aus  politischen  Gründen  aus  Polen  in  die 
Schweiz. Dort war er im Jahr 1988 im Bezirksspital Aarberg als Volon-
tär in der Chirurgie und ab 1989 als Assistenzarzt in der Gynäkologie 
im Regionalspital Burgdorf tätig. Seitdem arbeitete er zunächst als As-
sistenzarzt, später als Oberarzt und Chefarzt-Stellvertreter in der gy-
näkologischen Abteilung verschiedener Spitäler. Im Jahr 2000 erwarb 
er die schweizerische Staatsbürgerschaft und am 4. Mai 2004 den Ti-
tel  "Doktor  der Medizin"  an der Universität  Bern. Mit  Verfügung vom 
2. Juni 2006  anerkannte  der  leitende  Ausschuss  für  eidgenössische 
Medizinalprüfungen  das  polnische  allgemeine  Arztdiplom  des  Be-
schwerdeführers.

B. Mit Gesuch vom 20. Oktober 2005 beantragte der Beschwerdefüh-
rer  beim Weiterbildungsausschuss für  medizinische  Berufe,  Bundes-
amt für Gesundheit, Sektion Gesundheitsberufe (Vorinstanz), die Aner-
kennung  seines  polnischen  Weiterbildungstitels  der  ersten  Stufe  für 
Geburtshilfe  und Gynäkologie. Mit  Verfügung vom 2. April 2007  wies 
die  Vorinstanz  das  Gesuch  des  Beschwerdeführers  ab. Zur  Begrün-
dung  führte  sie  an,  das  vom Beschwerdeführer  in  Polen  erworbene 
Facharztdiplom (Ausbildung zum Facharzt für Geburtshilfe und Gynä-
kologie 1. Stufe) stelle keinen anerkennungsfähigen Weiterbildungstitel 
dar. Nur diejenigen ausländischen Weiterbildungstitel seien anzuerken-
nen,  die  auf  Grund eines  Vertrages über  die  gegenseitige  Anerken-
nung mit dem betreffenden Staat als gleichwertig gelten. Indessen ent-
spreche das Facharztdiplom des Beschwerdeführers nicht den Anfor-
derungen der insofern einschlägigen EU-Richtlinie 93/16/EWG (zitiert 
in E. 2.1) in Verbindung mit  dem Abkommen vom 21. Juni 1999 zwi-
schen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen 
Union und ihren Mitgliedstaaten über die Freizügigkeit (Freizügigkeits-
abkommen, FZA, zitiert  in E. 2.1). Deshalb sei  die Anerkennung des 
Diploms  ausgeschlossen,  allenfalls  könnten  im  Herkunftsland  absol-

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vierte  Weiterbildungsperioden  an  eine  schweizerische  Weiterbildung 
angerechnet werden.

C. Hiergegen  erhebt  der  Beschwerdeführer  am  15. Mai 2007  Be-
schwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht.  Er  beantragt,  den  Ent-
scheid der Vorinstanz vom 2. April 2007 aufzuheben und den von ihm 
in Polen erworbenen Facharzttitel für Geburtshilfe und Gynäkologie als 
gleichwertig mit einem eidgenössischen Facharzttitel für Gynäkologie 
und Geburtshilfe anzuerkennen. Zur Begründung macht er geltend, er 
habe mit der in Polen abgelegten Facharztprüfung den erforderlichen 
Befähigungsausweis im Sinne der EU-Richtlinie erbracht. Bereits wäh-
rend der in Polen absolvierten Ausbildung zum Facharzt habe er ein 
umfangreiches  Grundlagenwissen  und  beachtliche  praktische  Fähig-
keiten erworben. Ferner sei zu berücksichtigen, dass ihn das in Polen 
erworbene Diplom berechtige, den Titel "Facharzt für Geburtshilfe und 
Gynäkologie" zu führen. Der Beschwerdeführer räumt ein, dass er nur 
den ersten Teil einer zweistufigen Facharztausbildung absolviert habe. 
Auch sei nicht ausgeschlossen, dass dieser Teil nicht den Anforderun-
gen  der  geltenden  EU-Richtlinie  entspreche.  Zu  berücksichtigen  sei 
aber, dass es zum vollständigen Erwerb des Weiterbildungstitels einzig 
noch der Absolvierung einer praktischen Tätigkeit bedurft hätte. Die er-
forderliche Berufspraxis habe er indessen gesammelt, indem er rund 
20 Jahre lang in der Schweiz grösstenteils als Facharzt für Gynäkolo-
gie tätig gewesen sei. Es dürfe ihm nicht zum Nachteil gereichen, dass 
er die praktische Erfahrung in der Schweiz und nicht in Polen erwor-
ben habe. Deshalb sei es überspitzt formalistisch, wenn ihm die Vorin-
stanz  die  Anerkennung des Diploms mit  dem Argument  versage,  es 
fehle ein formeller Weiterbildungstitel im Sinne der EU-Richtlinie.

D. Mit  Vernehmlassung  vom  12. Juni 2007  beantragt  die  Vorinstanz 
die Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerde enthalte keine neuen 
Begründungselemente gegenüber dem Gesuch. Dehalb halte sie (die 
Vorinstanz)  an  ihrem  Entscheid  vom  2. April 2007  und  an  dessen 
Begründung vollumfänglich fest.

E. Mit  Instruktionsverfügung vom 27. März 2008  lud  das  Bundesver-
waltungsgericht die Verfahrensbeteiligten ein, sich zur Frage einer all-
fälligen Anrechenbarkeit der in der Schweiz erworbenen Berufserfah-
rung des Beschwerdeführers vernehmen zu lassen bzw. sich zur Frage 
zu äussern, ob die in der Schweiz erfolgte praktische Tätigkeit des Be-
schwerdeführers in qualitativer und zeitlicher Hinsicht den einschlägi-

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gen Vorschriften genügen würde. Weiter erbat es von den Verfahrens-
beteiligten ergänzende Auskünfte über den vom Beschwerdeführer in 
Polen nicht absolvierten zweiten fachärztlichen Ausbildungs- und Prü-
fungsteil.

F. Mit Eingabe vom 28. April bzw. 27. Mai 2008 kamen die Vorinstanz 
und  der  Beschwerdeführer  diesem  Ersuchen  nach.  Ihre  Eingaben 
wurden auch der jeweiligen Gegenseite zur Kenntnis gebracht.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. Der Entscheid  der  Vorinstanz  vom 2. April  2007 stellt  eine  Verfü-
gung  im  Sinne  von  Art. 5  Abs. 1  Bst. c  des  Bundesgesetzes  vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 
172.021) dar. Verfügungen der Vorinstanz unterliegen der Beschwerde 
an das Bundesverwaltungsgericht  (Art. 5  Abs. 1 VwVG sowie Art. 31 
und  33  Bst. d  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005 
[VGG, SR 173.32]). Der Beschwerdeführer ist als Adressat der ange-
fochtenen Verfügung durch diese berührt und hat daher ein schutzwür-
diges Interesse an ihrer Aufhebung (Art. 48 Abs. 1 Bst. a bis c VwVG). 
Er ist somit zur Beschwerdeführung legitimiert. Die Eingabefrist sowie 
die Anforderungen an Form und Inhalt der Beschwerdeschrift sind ge-
wahrt (Art. 50 und 52 Abs. 1 VwVG), der Kostenvorschuss wurde frist-
gemäss  bezahlt  und  die  übrigen  Sachurteilsvoraussetzungen  liegen 
vor. Auf die Beschwerde ist demnach einzutreten.

2.
Die  rechtlichen  Vorschriften,  welche  die  Anerkennung  von Diplomen 
für Medizinalberufe regeln, haben sich in den letzten Jahren in mehrfa-
cher Hinsicht geändert.

2.1 Im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung am 20. Oktober 2005 richte-
te sich die Anerkennung von ausländischen Diplomen und sonstigen 
Befähigungsnachweisen  als  eidgenössische  Facharzttitel  nach  den 
Vorschriften:

- des  Abkommens vom 21. Juni 1999  über  die  Freizügigkeit  zwi-
schen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  einerseits  und 
der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten ande-
rerseits (nachfolgend: FZA, SR 0.142.112.681), 

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- des  Bundesgesetzes  vom  19. Dezember 1877  betreffend  die 
Freizügigkeit  des  Medizinalpersonals  in  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft (FMPG, BS 4 291; AS 2000 1891 Ziff. III  1, 
2002 701 Ziff. I 3, 2006 2197 Anhang Ziff. 88),

- der  Richtlinie  93/16/EWG des  Rates  vom 5. April 1993  zur  Er-
leichterung der Freizügigkeit für Ärzte und zur gegenseitigen An-
erkennung ihrer Diplome, Prüfungszeugnisse und sonstigen Be-
fähigungsnachweise (Im Folgenden: Richtlinie 93/16/EWG).

2.2 Am 1. September 2007 trat ein neues Bundesgesetz über die uni-
versitären  Medizinalberufe  (Medizinalberufegesetz,  MedBG,  SR 
811.11) in Kraft, welches das FMPG ablöste. Daher stellt sich die Fra-
ge, ob auf den vorliegenden Fall das FMPG oder bereits das MedBG 
anzuwenden ist. 

Die Beurteilung der Frage, welches Recht bei einer Rechtsänderung 
Anwendung findet, richtet sich nach dem Grundsatz, dass diejenigen 
materiellen Rechtssätze massgebend sind,  die bei der Erfüllung des 
rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes 
Geltung haben, wogegen neue verfahrensrechtliche Regeln grundsätz-
lich sofort zur Anwendung gelangen (RENÉ A. RHINOW / BEAT KRÄHENMANN, 
Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, Basel und Frankfurt a. M. 
1990, Nr. 15 B I, S. 44; BGE 126 III 431 E. 2a, 2b, 119 Ib 103 E. 5). Et-
was anderes gilt nur dann, wenn eine davon abweichende übergangs-
rechtliche  Regelung  besteht  (BGE 107  Ib  133  E. 2b).  Vorliegend  ist 
eine  solche  Regelung  nicht  ersichtlich  und  der  rechtlich  relevante 
Sachverhalt spielte sich vor dem 1. September 2007 ab. Somit ist die 
materielle Frage, ob das polnische Facharztdiplom des Beschwerde-
führers anzuerkennen ist, auf der Grundlage des FMPG zu prüfen.

Freilich  verhält  es  sich  so,  dass  die  im  vorliegenden  Fall  entschei-
dungsrelevanten Vorschriften des Art. 10 Abs. 1 und 2 FMPG mit den 
entsprechenden Vorschriften des MedBG (Art. 21 Abs. 1 und 2) iden-
tisch sind und die Rechtsänderung deshalb in materiellrechtlicher Hin-
sicht auf die Beurteilung des vorliegenden Falles keinen Einfluss hat.

Die für den vorliegenden Rechtsstreit relevanten Verfahrensfragen sind 
hingegen, wie eingangs erwähnt, nach den Vorschriften des MedBG zu 
beurteilen. Insofern ist vor allem zu berücksichtigen, dass nunmehr die 
Medizinalberufekommission (MEBEKO) für die Anerkennung von aus-

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ländischen Weiterbildungstiteln zuständig ist (Art. 21 Abs. 3 MedBG). 
Sie  übernimmt  diese  Aufgabe  von  der  Vorinstanz,  die  nach  altem 
Recht hierfür zuständig war (Art. 10 Abs. 1 des FMPG).

2.3 Im Oktober 2007 sind zahlreiche EU-Richtlinien, welche die Aner-
kennung  von  Diplomen  regelten,  darunter  auch  die  Richtlinie 
93/16/EWG  aufgehoben  und  in  einer  einzigen  neuen  Richtlinie 
2005/36/EG zusammengefasst worden. Diese Richtlinie ist jedoch vor-
liegend nicht anwendbar, weil die Schweiz sie nicht übernommen hat.

3. Gemäss Art. 10 Abs. 2 FMPG sind den eidgenössischen Weiterbil-
dungstiteln  jene  ausländischen  Weiterbildungstitel  gleichgestellt,  die 
von der zuständigen schweizerischen Behörde anerkannt werden. Die 
Anerkennung ausländischer Weiterbildungstitel setzt voraus, dass sie 
auf  Grund  eines  Vertrages  über  die  gegenseitige  Anerkennung  mit 
dem ausstellenden Staat als gleichwertig gelten und dass deren Inha-
berin  oder  Inhaber  eine  Landessprache  beherrscht  (Art. 10  Abs. 1 
FMPG bzw. Art. 21 Abs. 1 MedBG). 

3.1 Das FZA,  welches  eine  vertragliche  Vereinbarung  im  Sinne  von 
Art. 10  Abs. 1  des  nach  dem eingangs  Gesagten  hier  anwendbaren 
FMPG darstellt,  regelt  die  Anerkennung  von  Medizinaldiplomen  und 
Weiterbildungstiteln  aus  EU-Staaten  durch  Verweis  auf  die  entspre-
chenden  EU-Richtlinien  -  für  Arztdiplome  auf  die  Richtlinie  93/16/ 
EWG. Da Polen seit  dem 1. Mai 2004 Mitglied der EU und seit  dem 
1. April 2006 auch dem FZA angeschlossen ist, sind im vorliegenden 
Verfahren, in welchem über die Anerkennung eines polnischen Fach-
arztdiploms zu befinden ist, die Vorschriften der Richtlinie 93/16/EWG 
anwendbar  (vgl.  Art. 1  und  Anhang III  Ziff. 4  des  Protokolls  vom 
26. Oktober 2004 zum Abkommen zwischen der Schweizerischen Eid-
genossenschaft  einerseits  und  der  Europäischen  Gemeinschaft  und 
ihren  Mitgliedstaaten  andererseits  über  die  Freizügigkeit  im Hinblick 
auf die Aufnahme der Tschechischen Republik, der Republik Estland, 
der Republik Zypern, der Republik Lettland, der Republik Litauen, der 
Republik Ungarn, der Republik Malta, der Republik Polen, der Repub-
lik Slowenien und der Slowakischen Republik als Vertragsparteien in-
folge ihres Beitritts zur Europäischen Union [im Folgenden: Protokoll 
zum FZA, AS 2006 995]).

3.2 Die Richtlinie 93/16/EWG schreibt  vor, dass bestimmte, in ihrem 
Anhang ausdrücklich  genannte fachärztliche Diplome, Prüfungszeug-

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nisse und sonstige  Befähigungsnachweise eines  Mitgliedstaates von 
anderen  Mitgliedsstaaten  bzw. der  Schweiz  anerkannt  werden,  und 
dass ihnen die gleiche Wirkung in Bezug auf die Aufnahme und Aus-
übung der Tätigkeiten einer Fachärztin bzw. eines Facharztes verlie-
hen werden muss wie  den eigenstaatlichen Ausweisen (Art. 4  f. der 
Richtlinie 93/16/EWG).

3.3 Die Voraussetzungen für die Anerkennung von Diplomen, die vor 
der  Verbindlichkeit  der  Richtlinie  93/16/EWG  für  den  betreffenden 
Staat erworben wurden, sind in deren Art. 9 festgelegt. Danach sind 
auch Diplome jener Mitgliedstaaten, die am 1. Mai 2004 der EU beige-
treten sind, zu anerkennen, wenn sie den Abschluss einer Ausbildung 
belegen,  die  vor  dem  1. Mai 2004  begonnen  wurde  –  selbst  dann, 
wenn  diese  Ausbildung  nicht  allen  Mindestanforderungen  nach  den 
Vorschriften der Richtlinie 93/16/EWG genügt. Entscheidwesentlich ist 
somit,  dass  die  fragliche  Ausbildung  abgeschlossen  wurde  bezie-
hungsweise,  dass  die  vom  Mitgliedstaat  vorgesehene(n)  Abschluss-
prüfung(en) erfolgreich abgelegt wurde(n). In Bezug auf die Diplome, 
Zeugnisse und sonstigen Befähigungsnachweise des Facharztes kann 
der Aufnahmestaat  verlangen,  dass ihnen eine von den zuständigen 
Behörden oder Stellen des Heimat- oder Herkunftsstaates ausgestellte 
Bescheinigung darüber beigefügt  wird,  wonach die betreffende fach-
ärztliche  Tätigkeit  während  eines  in  Art. 9  Abs. 2  der  Richtlinie 
93/16/EWG näher bestimmten Zeitraums ausgeübt wurde.

3.4 Als  Diplome,  Prüfungszeugnisse und sonstige  Befähigungsnach-
weise des Facharztes im Sinne der Richtlinie 93/16/EWG gelten dieje-
nigen Nachweise, die von den in Anhang B der Richtlinie genannten 
zuständigen Behörden oder Stellen ausgestellt sind und die bezüglich 
der  betreffenden  fachärztlichen  Weiterbildung  den  Befähigungsnach-
weisen  entsprechen,  die  in  Anhang  C der  Richtlinie  hinsichtlich  der 
Mitgliedstaaten, in denen es diese fachärztliche Weiterbildung gibt, je-
weils aufgeführt sind (Art. 5 der Richtlinie 93/16/EWG).

4. Mit der Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die un-
richtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sach-
verhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49 VwVG).

4.1 Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz habe es zu Unrecht ab-
gelehnt, sein in Polen erworbenes Diplom als gleichwertig mit einem 
schweizerischen Facharzttitel für Gynäkologie und Geburtshilfe anzu-
erkennen. Insbesondere habe sie zu Unrecht seine langjährige Fach-

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arzttätigkeit in der Schweiz unberücksichtigt gelassen. Es könne nicht 
darauf  ankommen,  ob  die  gemäss  Art. 9  Abs. 2  der  Richtlinie 
93/16/EWG nachgewiesene tatsächliche Ausübung der Facharzttätig-
keit im Aufnahmestaat und nicht im Herkunftsstaat erfolgt sei. 

4.2 Die Anerkennung des vom Beschwerdeführer in Polen erworbenen 
Diploms  setzt  zuallererst  voraus,  dass  dieses  Diplom  einen  Befähi-
gungsnachweis  darstellt,  der  den  Bestimmungen  der  Richtlinie 
93/16/EWG entspricht. Der Beschwerdeführer scheint hiervon auszu-
gehen,  währenddem die  Vorinstanz  die  gegenteilige  Auffassung ver-
tritt.

4.3 Anerkennungsfähige Befähigungsnachweise im Sinne der Richtli-
nie 93/16/EWG sind Nachweise, die von den in Anhang B der Richtli-
nie genannten zuständigen Behörden ausgestellt wurden und die be-
züglich der fachärztlichen Weiterbildung den Befähigungsnachweisen 
entsprechen, die in Anhang C der Richtlinie aufgeführt sind (vgl. Art. 5 
der Richtlinie 93/16/EWG). Zudem verlangt der klare Wortlaut des hier 
anzuwendenden Art. 9 Abs. 2 der Richtlinie 93/16/EWG, dass nur sol-
che Diplome des Facharztes anerkannt werden können, die "eine Aus-
bildung abschliessen". Somit müsste es sich bei dem Diplom des Be-
schwerdeführers um einen Nachweis handeln, der erst verliehen wird, 
nachdem  die  Ausbildung  zum  Facharzt  vollständig  absolviert  bezie-
hungsweise sämtliche  vom Mitgliedstaat  vorgesehene Abschlussprü-
fungen erfolgreich abgelegt wurden (vgl. vorne E. 3.3).

4.4 Zu prüfen ist,  ob das Diplom des Beschwerdeführers diese Vor-
aussetzung erfüllt. Das hier in Rede stehende Facharztdiplom trägt ge-
mäss  beglaubigter  Übersetzung  die  Bezeichnung  "Diplom  nach  Ab-
schluss  der  ersten Stufe der  Ausbildung zum Facharzt",  was darauf 
hindeutet, dass der Beschwerdeführer einen weiteren, zweiten Ausbil-
dungsteil hätte absolvieren müssen, um die Ausbildung zum Facharzt 
in Polen zu beenden. Zudem ergibt sich aus den vom Beschwerdefüh-
rer  eingereichten beglaubigten Übersetzungen des polnischen Fach-
arztdiploms und des Ausbildungsprogramms (Abschnitt D, S. 6), dass 
das Diplom zur Tätigkeit als Spital- oder Klinikarzt und als Arzt in einer 
gynäkologisch-geburtshilflichen Fachberatungsstelle  für  Frauen,  nicht 
hingegen zu einer selbständigen Ausübung der Facharzttätigkeit befä-
higt. Schliesslich ist auch die Erklärung des polnischen Supreme Medi-
cal Council vom 5. Oktober 2006 zu berücksichtigen, wonach die vom 
Beschwerdeführer absolvierte Spezialisierung in Polen nur als ein Teil 

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der Facharztausbildung angesehen werde und der Beschwerdeführer 
eine weitere Prüfung hätte ablegen müssen, um die Ausbildung zum 
Facharzt  erfolgreich  abzuschliessen.  Alle  diese  Umstände  sprechen 
somit dagegen, dass der Beschwerdeführer einen anerkennungsfähi-
gen Befähigungsnachweis im Sinne der Richtlinie 93/16/EWG erwor-
ben hat.

4.5 Was der  Beschwerdeführer  hiergegen vorbringt,  vermag demge-
genüber  nicht  zu  überzeugen  und  entkräftet  insbesondere  nicht  die 
glaubhafte Darlegung der polnischen Fachbehörde, dass er seine Aus-
bildung in Polen  nicht abgeschlossen hatte. Vielmehr erachtet es das 
Bundesverwaltungsgericht  mit  der Vorinstanz als  erwiesen,  dass der 
Beschwerdeführer keinen Befähigungsnachweis im Sinne der Richtli-
nie 93/16/EWG vorweisen kann und bereits aus diesem Grund keinen 
Anspruch auf Anerkennung der Gleichwertigkeit des in Polen erworbe-
nen Diploms hat. Deshalb muss -  entgegen der Auffassung des Be-
schwerdeführers  -  auch nicht  weiter  untersucht  werden,  wie  die  Be-
rufspraxis, die der Beschwerdeführer nachweislich in der Schweiz er-
worben hat, allenfalls einzuordnen wäre. Im Übrigen hat die Vorinstanz 
in der angefochtenen Verfügung ausdrücklich auf die Möglichkeit einer 
Anrechnung seiner Weiterbildung und seiner Berufserfahrung beim Er-
werb eines eidgenössischen Facharzttitels hingewiesen. Verfahrensge-
genstand ist  indessen nicht  der Erwerb eines eidgenössischen, son-
dern  die  Anerkennung  eines  ausländischen  Facharzttitels,  weshalb 
sich weitere Ausführungen hierzu erübrigen.

4.6 Die  Beschwerde  erweist  sich  daher  insgesamt  als  unbegründet 
und ist abzuweisen.

5. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dem unterliegenden Be-
schwerdeführer  die  Verfahrenskosten  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1 
VwVG). Diese sind  mit  dem vom Beschwerdeführer  geleisteten Kos-
tenvorschuss  zu  verrechnen.  Dem unterliegenden  Beschwerdeführer 
ist  keine  Parteientschädigung  zuzusprechen  (Art. 64  Abs. 1  VwVG, 
Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 
und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht,  VGKE, 
SR 173.320.2).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von Fr. 1'000.-  werden  dem Beschwerdeführer 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 1'000.- verrechnet. 

3. Dem Beschwerdeführer wird keine Parteientschädigung zugespro-
chen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. (...); Gerichtsurkunde)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Frank Seethaler Michael Barnikol

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-rechtli-
chen Angelegenheiten geführt  werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 
Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begeh-
ren,  deren Begründung mit  Angabe der  Beweismittel  und die Unter-
schrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 
sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (vgl. 
Art. 42 BGG).

Versand: 23. Oktober 2008

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