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**Case Identifier:** 1c741815-da1b-587c-9289-33b023e5890c
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-09-07
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 07.09.2016 UV 2014/61
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2014-61_2016-09-07.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2014/61

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 07.09.2016

Entscheiddatum: 07.09.2016

Entscheid Versicherungsgericht, 07.09.2016
Art. 9 Abs. 1 UVG. Verneinung einer Berufskrankheit. Abweisung der 
Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 
vom 7. September 2016,UV 2014/61).Bestätigt durch Urteil des 
Bundesgerichts 8C_698/2016.Entscheid vom 7. September 2016

Besetzung                                                                      

Vizepräsidentin Miriam Lendfers, Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati 

Schneider und Lisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiberin Katja Meili          

Geschäftsnr.                                                                                                                  

UV 2014/61         

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwältin Denise Wüst, MLaw, c/o Schwager

Mätzler Schneider Rechtsanwälte, Poststrasse 23, 9001 St. Gallen,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

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Beschwerdegegnerin,

vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Sabine Baumann Wey, Brack & Partner AG, 

Werftestrasse 2, 6005 Luzern,

Gegenstand                                                                   

Versicherungsleistungen (Berufskrankheit)

Sachverhalt

A.   

A.a  A.___ war seit 1. Februar 2005 als Anlage-/Maschinenführer bei der B.___ AG 

(nachfolgend: Arbeitgeberin) tätig und dadurch bei der Schweizerischen 

Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten 

obligatorisch versichert. Dr. med. C.___, Facharzt FMH für Hals-Nasen-

Ohrenkrankheiten, diagnostizierte am 17. Juni 2009 einen lärmbedingten Tinnitus mit 

leichter Hochtonsenke (UV-act. 4). Am 3. September 2009 meldete die Arbeitgeberin 

der Suva, der Versicherte leide seit ca. 6 Monaten unter einem Pfeifen in den Ohren 

(UV-act. 1).

A.b  Gestützt auf eine technische Beurteilung der beruflichen Lärmbelastung des Ver-

sicherten im Zeitraum von 1991 bis 2009 durch den Bereich Physik der Suva vom 12. 

Oktober 2009 (UV-act. 7) und eine dazu abgegebene Stellungnahme von Dr. med. 

D.___, Facharzt für Ohren-, Nasen- und Halskrankheiten, Abteilung Arbeitsmedizin der 

Suva, vom 14. Dezember 2009 (UV-act. 8) verneinte die Suva mit Schreiben vom 7. 

Januar 2010 (UV-act. 10) das Vorliegen einer berufsbedingten Hörschädigung durch 

Arbeiten im Lärm und lehnte die Erbringung von Versicherungsleistungen ab. Aufgrund 

einer Stellungnahme des Beschwerdeführers vom 24. Januar 2010 (UV-act. 13) liess 

die Suva am 12. April 2010 eine weitere technische Beurteilung der beruflichen 

Lärmbelastung im Zeitraum von 1991 bis 2010 durch ihren Bereich Physik durchführen. 

Diese ergab erneut, dass die Lärmbelastung Lex während der gesamten Berufstätigkeit 

des Versicherten unter 85 dB(A) gelegen habe (UV-act. 20). Dr. D.___ stellte daraufhin 

fest, das Vorliegen einer Berufslärmschwerhörigkeit sei auszuschliessen (UV-act. 21). 

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Entsprechend lehnte die Suva mit Verfügung vom 26. April 2010 ihre Leistungspflicht 

formell ab (UV-act. 22).

B.   

B.a  Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte am 21. Mai 2010 vorsorglich 

Einsprache (UV-act. 23). Mit Eingabe vom 16. Juli 2010 begründete er, früher sei er 

einem durch zusätzliche, ungeschützte Düsen verursachten, stärkeren Lärm ausgesetzt 

gewesen. Es sei nicht ersichtlich, ob dieser Sachverhalt in die technische Beurteilung 

vom 12. April 2010 Eingang gefunden habe. Er ersuchte insbesondere um Eröffnung 

der in der technischen Beurteilung vom 12. April 2010 zitierten Schallmessprotokolle 

sowie des Besprechungsprotokolls mit dem Sicherheitsbeauftragten der Arbeitgeberin 

vom 7. April 2010 (UV-act. 31). Nachdem die Suva dem Versicherten die 

Schallmessprotokolle hatte zukommen lassen (UV-act. 32), führte dieser am 31. August 

2010 (UV-act. 34) aus, der Draht-Extruder sei durch eine erhebliche Staubentwicklung 

aufgefallen, weshalb man Abblasdüsen montiert habe. Diese in einer Startphase extrem 

lauten Abblasdüsen seien nach einer Intervention von Arbeitnehmerseite saniert 

worden. Den Ursprung der Hörbeschwerden lokalisiere er in der Zeit, in der die 

Abblasdüsen in unsaniertem Zustand tätig gewesen seien. Eine Messung der 

Spitzenbelastung durch diese Abblasdüsen habe nicht stattgefunden. Ohne diese 

müsse davon ausgegangen werden, dass die dem lärmgewohnten Versicherten als 

ausserordentlich aufgefallene Belastung sich über dem Grenzwert befunden habe.

B.b  Dr. C.___ stellte am 22. September 2010 fest, eine Kausalität zwischen der 

Hörstörung im Hochtonbereich und der Arbeit in lärmigem Umfeld sei sehr 

wahrscheinlich (UV-act. 39-5). Dr. med. E.___, Facharzt für allgemeine Medizin FMH, 

ging gleichentags ebenfalls von durch Lärm am Arbeitsplatz entstandenen Schäden, 

mithin einer Berufskrankheit, aus (UV-act. 39-6). Im März 2011 führte die Suva eine 

Messung bei der Arbeitgeberin am Extruder KO30 und KO31 im Gebäude 57 mit 

offenen und gekapselten Abblasdüsen sowie maximalem Druck durch und kam in 

ihrem fachlichen Bericht zum Schluss, der Versicherte sei im schlimmsten Fall während 

zwei Jahren einer Lärmbelastung von LEX von 85 dB(A) ausgesetzt gewesen (UV-act. 

57). Dr. med.

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F___, Facharzt FMH für Ohren-, Nasen- und Halskrankheiten, Abteilung Arbeitsmedizin 

Suva, beurteilte, es sei äusserst unwahrscheinlich, dass eine derartige 

Berufslärmexposition die ausschliessliche oder vorwiegende Ursache für die 

diagnostizierte Hörstörung darstelle. Demnach liege keine Berufskrankheit vor (UV-act. 

58). Der Versicherte brachte darauf vor, er habe bei der Messung der Lärmbelastung 

nicht anwesend sein können, nur bei der anschliessenden Besprechung des Berichts 

sei er dabei gewesen (UV-act. 61).

B.c  Mit Entscheid vom 3. Mai 2011 (UV-act. 62) verfügte die Suva die Abweisung der 

Einsprache. Dagegen erhob der Versicherte Beschwerde und beantragte die 

Aufhebung des Entscheids sowie die Rückweisung der Sache an die Suva zur 

formgerechten Durchführung des Beweisverfahrens, namentlich zur Gewährung des 

rechtlichen Gehörs, und anschliessender Neuentscheidung, eventualiter die Zusprache 

der dem Versicherten zustehenden gesetzlichen Leistungen der Unfallversicherung 

(UV-act. 69).

B.d  Mit Entscheid vom 5. Januar 2012 wies das Versicherungsgericht St.Gallen die 

Beschwerde ab. Es begründete, es sei auf die im März 2011 vorgenommene 

Lärmmessung abzustellen. Somit sei von einer Lärmbelastung von 85dB(A) 

auszugehen und die Gehörschädigung des Beschwerdeführers könne mangels 

entsprechender Lärmeinwirkung nicht mindestens vorwiegend beim Arbeiten im Lärm 

entstanden sein. Folglich bestehe keine Leistungspflicht seitens der Suva (UV-act. 85). 

Das Bundesgericht hiess die dagegen erhobene Beschwerde (vgl. UV-act. 87) mit 

Entscheid vom 26. Juli 2012 gut. Es wies die Sache an die Suva zurück, damit diese 

unter Gewährung der Mitwirkungsrechte des Versicherten die Lärmmessung durch 

einen externen Sachverständigen durchführen lasse und über den Leistungsanspruch 

neu verfüge (UV-act. 101).

B.e  Die Suva informierte die Arbeitgeberin am 4. Oktober 2012 telefonisch über die 

erneut notwendige Messung, worauf diese bestätigte, die im fraglichen Zeitpunkt 

bestandene Situation könne nochmals hergestellt werden (UV-act. 109). Mit Schreiben 

vom 25. Oktober 2012 schlug die Suva dem Versicherten einen externen 

Sachverständigen vor (UV-act. 113). Der Versicherte schlug seinerseits andere 

Sachverständige vor und beantragte den Beizug diverser interner Dokumente der 

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Arbeitgeberin sowie eine Abklärung bezüglich ototoxischer Stoffe am Arbeitsplatz (UV-

act. 114). Gestützt darauf wurde am 1. März 2013 in den Gebäuden der Arbeitgeberin 

eine Arbeitsanamnese bezüglich ototoxischer Substanzen und Lärmexposition 

erhoben. Dabei wurden veränderte Arbeitsbedingungen im Bereich der Extruderlinien 

angetroffen. Die Suva stellte weder Arbeitsstoffe mit bekanntem ototoxischem 

Potential noch Hinweise auf Expositionen zu anderen potentiell 

gesundheitsgefährdenden Arbeitsstoffen in relevantem Ausmass fest (UV-act. 122). 

Nach einem Betriebsbesuch am 7. Mai 2013 bestätigte G___, Suva Bereich Chemie, es 

gebe keinen Hinweis auf die Exposition gegenüber ototoxischen Substanzen und 

Substanzgruppen am Arbeitsplatz (UV-act. 135). Auf telefonische Mitteilung der Suva 

vom 15. und 17. Mai 2013, wonach die angeordnete Lärmmessung nun durchgeführt 

werden könne, teilte die Arbeitgeberin mit, das Gebäude 57 befinde sich im Umbau, 

was nicht gestoppt werden könne. Die fraglichen Produkte würden schon länger nicht 

mehr produziert. Die Situation habe bereits für die Messung vom März 2011 

wiederhergestellt werden müssen, jetzt sei dies jedoch nicht mehr möglich (UV-act. 

136, UV-act. 138). Die Suva teilte dem Versicherten darauf mit, die vom Bundesgericht 

auferlegten erneuten Messungen könnten nicht mehr durchgeführt werden (UV-act. 

142).

B.f  Dr. med. H.___, Fachärztin für Hals-Nasen-Ohren-Krankheiten, attestierte am 6. 

März 2013 einen chronisch-dekompensierten Tinnitus aurium beidseits Grad 3-4 mit 

reaktiver Depression und Hyperakusis bei geringgradiger lärmtraumatischer 

Hochtonperzeptionsstörung beidseits (UV-act. 120). Dr. med. I.___, Oberarzt am 

Psychiatrie-Zentrum J.___, diagnostizierte am 8. Juli 2013 eine leichte depressive 

Episode (ICD-10: F32.0), eine Agoraphobie mit Panikstörung (ICD-10: F40.01) sowie 

einen Tinnitus aurium (ICD-10: H93.1). Aufgrund der depressiven Symptomatik, 

insbesondere der Agoraphobie, bestehe derzeit eine 100% Arbeitsunfähigkeit des 

Versicherten in seinem angestammten Beruf. Sollte sich die Angst und die depressive 

Symptomatik in Zukunft bessern, wovon derzeit auszugehen sei, so könnte sich beim 

Versicherten wieder eine Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt, zunächst 

in einem reduzierten Umfang von 30-50%, einstellen (UV-act. 176-9 f.).

B.g  Bei einer Betriebsbesichtigung im Juli 2013, bei der u.a. der Versicherte sowie 

Vertreter der Suva und der Arbeitgeberin teilnahmen, stellte sich heraus, dass die 

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Maschine K030 seit Dezember 2010 ausser Betrieb, danach als Ersatzteillager für 

andere Maschinen verwendet und zum Besichtigungszeitpunkt absolut 

funktionsuntauglich war (UV-act. 148). Am 4. März 2014 verfügte die Suva, sie könne 

keine Versicherungsleistungen erbringen. Die leistungsbegründenden Voraussetzungen 

für eine Berufskrankheit könnten nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

nachgewiesen werden (UV-act. 177). 

B.h  Der Versicherte erhob am 8. April 2014 Einsprache gegen die Verfügung vom 4. 

März 2014 und beantragte deren Aufhebung sowie die Zusprache der ihm zustehenden 

gesetzlichen Leistungen mit Wirkung ab wann rechtens. Er brachte vor, die von der 

Suva durchgeführten Messungen seien mangelhaft und die vom Bundesgericht 

angeordneten neuen Lärmmessungen seien nie durchgeführt worden. Die Gründe, die 

neue Messungen verunmöglicht hätten, seien von der Suva (und zudem von der 

Arbeitgeberin) zu vertreten. Die Verletzung der Pflicht zur Erstellung eines den 

rechtlichen Ansprüchen genügenden Messprotokolls habe unter Berücksichtigung der 

gesamten Umstände zwingend die Umkehr der Beweislast zur Folge (UV-act. 180). Mit 

Entscheid vom 2. Juli 2014 wies die Suva die Einsprache ab (UV-act. 185). 

C.  

C.a Gegen den Einspracheentscheid vom 2. Juli 2014 richtet sich die vorliegende 

Beschwerde vom 26. August 2014 (act. G 1). Der Beschwerdeführer beantragt darin 

dessen Aufhebung sowie die Zusprache von gesetzlichen Leistungen der 

Unfallversicherung mit Wirkung ab wann rechtens, insbesondere Heilungskosten, 

Hilfsmittel, Umschulung, Taggeld bzw. Rente und Integritätsentschädigung; unter 

Kosten- und Entschädigungsfolge. Er brachte im Wesentlichen vor, die am 22. März 

2011 durchgeführten Messungen seien unter Verletzung seiner Mitwirkungsrechte 

erstellt worden. Neue Messungen, wie sie vom Bundesgericht verlangt worden seien, 

habe die Beschwerdegegnerin nie durchgeführt. Die Beschwerdegegnerin habe es 

offensichtlich versäumt, (materiell und formell) mängelfreie Messprotokolle zu erstellen 

und den Sachverhalt ordentlich zu ermitteln. Vor diesem Hintergrund könne daher nicht 

auf Beweislosigkeit erkannt werden. Unter Berücksichtigung der gesamten Umstände 

habe die Pflichtverletzung der Beschwerdegegnerin zwingend die Umkehr der 

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Beweislast zur Folge und dem Beschwerdeführer seien daher die ihm zustehenden 

Leistungen zu entrichten.

C.b Mit Beschwerdeantwort vom 28. November 2014 beantragt die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 7). Sie führt im 

Wesentlichen aus, sie sei ihrer Verpflichtung, für die Umsetzungen der 

bundesgerichtlichen Anordnung besorgt zu sein, vollumfänglich nachgekommen und 

sei daher nicht verantwortlich dafür, dass die vom Bundesgericht angeordnete 

Lärmmessung nicht wiederholbar gewesen sei. Die Nichtdurchführbarkeit der 

Messwiederholung habe keine Beweislosigkeit zur Folge und führe nicht zur Umkehr 

der Beweislast. Es sei äusserst unwahrscheinlich, dass die Berufslärmexposition die 

ausschliessliche oder vorwiegende Ursache der Hörstörung darstelle, weshalb sich die 

Beschwerde als unbegründet erweise.

C.c Mit Replik vom 13. Januar 2015 (act. G 9) bzw. Duplik vom 10. Februar 2015 (act. 

G 11) hielten die Parteien an ihren Anträgen fest.

Erwägungen

1.   

Streitig ist vorliegend, ob der nach Lage der Akten bestehende Tinnitus aurium des 

Beschwerdeführers eine Berufskrankheit darstellt und somit eine Leistungspflicht der 

Beschwerdegegnerin auslöst.

1.1  Nach Art. 9 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 

832.20) gelten Krankheiten, die bei der beruflichen Tätigkeit ausschliesslich oder 

vorwiegend durch schädigende Stoffe oder bestimmte Arbeiten verursacht worden 

sind, als Berufskrankheiten. Rechtsprechungsgemäss liegt eine "vorwiegende" 

Verursachung von Krankheiten durch schädigende Stoffe oder bestimmte Arbeiten 

dann vor, wenn diese mehr wiegen als alle andern mitbeteiligten Ursachen, mithin im 

gesamten Ursachenspektrum mehr als 50% ausmachen (BGE 119 V 200 E. 2a; Urteil 

des Bundesgerichts vom 7. September 2011, 8C_465/2011, E. 7.1). Eine 

"ausschliessliche" Verursachung liegt vor, wenn der ursächliche Anteil der 

schädigenden Stoffe oder bestimmten Arbeiten an der Berufskrankheit praktisch 100% 

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beträgt (BGE 119 V 201 E. 2a mit Hinweis). Der Bundesrat erstellt laut Art. 9 Abs. 1 

Satz 2 UVG die Liste dieser Stoffe und Arbeiten sowie der arbeitsbedingten 

Erkrankungen. Gestützt auf diese Delegationsnorm und Art. 14 der Verordnung über 

die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) hat er in Ziff. 1 des Anhangs 1 zur UVV 

abschliessend die schädigenden Stoffe (Listenstoffe) aufgeführt und in Ziff. 2 des 

Anhangs 1 zur UVV ebenfalls abschliessend die Krankheiten (Listenkrankheiten), die 

mit bestimmten Arbeiten korrespondieren, aufgezählt. 

1.2  Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. 

Danach hat die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von Amtes wegen für 

die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. 

Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den 

Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 122 V 158 E. 1a, BGE 121 V 210 E. 6c). Der 

Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinn einer Beweisführungslast 

begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsrecht tragen mithin die Parteien in der 

Regel eine Beweislast nur insofern, als im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu 

Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt 

Rechte ableiten wollte; bei einer leistungsaufhebenden Tatfrage liegt die Beweislast 

somit beim Unfallversicherer, bei einer leistungsbegründenden Tatfrage bei der 

versicherten Person. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als 

unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes auf Grund einer 

Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit 

für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen). Im 

Sozialversicherungsrecht gilt grundsätzlich der Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit. Die Versicherungsträger haben dabei alle Beweismittel, 

unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu 

entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des 

streitigen Anspruchs gestatten. Dass allenfalls bestimmte Beweismittel nicht (mehr) 

erhoben werden können, ändert an der Massgeblichkeit des Regelbeweisgrads nichts 

(UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. Bern/St.Gallen/Zürich 2015, Art. 43 Rz 46 

ff.).

1.3  Gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung (BV; SR 101) haben die Parteien 

Anspruch auf rechtliches Gehör (vgl. Art. 42 des Bundesgesetzes über den 

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Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die Verletzung des 

Gehörsanspruchs führt ungeachtet der Erfolgsaussichten in der Sache selbst zur 

Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Die sozialversicherungsrechtliche 

Rechtsprechung lässt eine Heilung einer nicht besonders schwerwiegenden 

Gehörsverletzung ausnahmsweise zu, wenn die betroffene Person die Möglichkeit 

erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie 

auch die Rechtslage frei überprüfen kann (UELI KIESER, a.a.O., Art. 42 Rz 13 und 15).

2.   

Vorerst zu klären ist die Frage der Unmöglichkeit der vom Bundesgericht mit Entscheid 

vom 26. Juli 2012 angeordneten Lärmmessung durch einen externen Sachverständigen 

(vgl. UV-act. 101).

2.1  Der Beschwerdeführer bringt vor, die am 22. März 2011 durchgeführten 

Messungen seien unter Verletzung seiner Mitwirkungsrechte erstellt worden und damit 

weder verwertbar, noch beweisbildend. Er sei überzeugt und es bestünden 

verschiedene Hinweise dafür, dass die Werte nicht korrekt ermittelt worden seien, 

insbesondere seien lediglich zwei der vier Extruderanlagen gemessen worden. Neue 

Messungen, wie sie vom Bundesgericht angeordnet worden seien, habe die 

Beschwerdegegnerin nie durchgeführt. Beim Augenschein vom 1. März 2013 seien 

sowohl die Wände als auch die Maschinen bei der Arbeitgeberin noch vorhanden 

gewesen. Es sei daher davon auszugehen, dass die Messung zu jenem Zeitpunkt noch 

durchführbar gewesen wäre. Zusammengefasst habe es die Beschwerdegegnerin 

offensichtlich versäumt, (materiell und formell) mängelfreie Messprotokolle zu erstellen 

und den Sachverhalt ordentlich zu ermitteln. Dennoch weise die Beschwerdegegnerin 

den Leistungsanspruch des Beschwerdeführers mit der Begründung ab, dass gemäss 

ihren Abklärungen die leistungsbegründenden Voraussetzungen für eine 

Berufskrankheit nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit hätten nachgewiesen 

werden können und infolge Beweislosigkeit eine Berufskrankheit zu verneinen sei. 

Dieses Ergebnis sei insbesondere auch vor dem Hintergrund falsch, dass sämtliche 

Beteiligte bereits seit langer Zeit in das Verfahren involviert und über die 

durchzuführenden Messungen informiert gewesen seien. Wenn es die 

Beschwerdegegnerin offensichtlich unterlasse bzw. versäume, auch nur ein 

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Messprotokoll zu erstellen, das inhaltlich und formell den rechtlichen Ansprüchen 

genüge, könne dies nicht dem Beschwerdeführer zum Nachteil gereichen. Vor diesem 

Hintergrund könne daher nicht auf Beweislosigkeit erkannt werden, die Konsequenzen 

des fehlerhaften Vorgehens der Beschwerdegegnerin seien durch diese zu tragen. 

Unter Berücksichtigung der gesamten Umstände habe die Pflichtverletzung der 

Beschwerdegegnerin zwingend die Umkehr der Beweislast zur Folge und dem 

Beschwerdeführer seien daher die ihm zustehenden Leistungen zu entrichten (act. G 1 

und G 9).

2.2  Die Beschwerdegegnerin führt hingegen aus, sie sei nicht dafür verantwortlich, 

dass die vom Bundesgericht angeordnete Wiederholung der Lärmmessung vom 22. 

März 2011 nicht habe erfolgen können. Sie habe keinen Anlass gehabt, an der klaren 

Zusicherung der Arbeitgeberin vom 4. Oktober 2012, wonach die Situation von damals 

nochmals hergestellt werden könne, zu zweifeln. Eine Besichtigung der Räume der 

Arbeitgeberin und eine Besprechung mit dieser hätten ergeben, dass sich die Situation, 

wie sie anlässlich der Lärmmessung vom 22. März 2011 bestanden habe, nicht 

wiederherstellen lasse. Die Anordnung im Rückweisungsurteil des Bundesgerichts sei 

offenbar von Beginn weg gar nicht umsetzbar gewesen, was sich jedoch erst im 

Nachhinein herausgestellt habe. Nicht die Umbauarbeiten, sondern die bereits lange 

zuvor erfolgte Einstellung der entsprechenden Produktion habe die Messwiederholung 

verunmöglicht. Die Beschwerdegegnerin habe beabsichtigt, einen externen 

Sachverständigen beizuziehen, sobald die vom Bundesgericht angeordnete 

Lärmmessung hätte stattfinden können. Die Nichtdurchführbarkeit der 

Messwiederholung führe nicht zur Umkehr der Beweislast. Jedenfalls habe sie keine 

Beweislosigkeit zur Folge (act. G 7 und G 11).

2.3  Gemäss Bericht über die bei der Arbeitgeberin stattgefundene Besichtigung vom 

9. Juli 2013 war die Produktionsmaschine K030 ausser Betrieb und die Holzwände, 

welche die vier Produktionsmaschinen umgeben hatten, praktisch vollständig 

abgebaut. Die Vertreter der Arbeitgeberin hätten mitgeteilt, mit der Anlage K030 sei 

noch bis Dezember 2010 produziert worden, anschliessend sei die Maschine stillgelegt 

worden. Für die Lärmmessung im März 2011 sei es noch möglich gewesen, die 

Maschine nochmals in Betrieb zu nehmen. Danach sei die Maschine wieder stillgelegt 

und als Ersatzteillager für die anderen drei alten Anlagen benutzt worden. Derzeit sei 

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die Anlage K030 absolut funktionsuntauglich und könne nicht einmal mehr gestartet 

werden. Ein Rückbau sei nicht mehr möglich. Ausserdem müsse berücksichtigt 

werden, dass auf den anderen drei noch laufenden Maschinen ein anderes Produkt 

verarbeitet werde. Die lärmverursachenden Abblasdüsen würden nicht mehr verwendet 

und seien ebenfalls abgebaut. Da die exakte Produktionssituation nicht mehr 

hergestellt werden könne, spiele der spätere Abbau der Holzwände eine sekundäre 

Rolle (UV-act. 148). Der Beschwerdeführer, welcher an der Besichtigung teilnahm, 

bestritt die Feststellungen im Bericht vom 9. Juli 2013 grundsätzlich nicht (vgl. UV-act. 

151). Er brachte lediglich vor, seiner Ansicht nach wäre eine Inbetriebnahme der Anlage 

K030 mit entsprechendem Aufwand durchaus möglich. Eine Begründung für diese 

Ansicht ist den Akten nicht zu entnehmen und die Aussage erfolgte nach einem 

äusserlichen Augenschein, welcher es dem Beschwerdeführer nicht ermöglichte, den 

Zustand der Anlage fundiert zu beurteilen. Somit kann auf den unter Gewährung der 

Mitwirkungsrechte erstellten Bericht abgestellt werden. Es ist demnach davon 

auszugehen, dass die Anlage K030 schon kurz nach der ersten Messung vom März 

2011 nicht mehr funktionstüchtig war und die fraglichen Produkte seit Dezember 2010 

nicht mehr produziert werden. Folglich war die Situation, wie sie zum Zeitpunkt des 

erstmaligen Auftretens der Hörstörungen des Beschwerdeführers bestand, bereits 

beim Urteil des Bundesgerichts vom 26. Juli 2012 (vgl. UV-act. 101) nicht mehr 

wiederherstellbar. Daran ändert auch nichts, dass die Arbeitgeberin gemäss 

Telefonnotiz am 4. Oktober 2012 die mögliche Wiederherstellung der Situation 

bestätigte (vgl. UV-act. 109) und anlässlich der Arbeitsanamnese vom 1. März 2013 

offenbar über die bevorstehende erneute Lärmmessung gesprochen wurde (vgl. UV-

act. 122, UV-act. 151-3). Im Gegenteil ist dem Bericht vom 1. März 2013 zu 

entnehmen, dass an den Arbeitsplätzen Veränderungen an den Extruderlinien erfolgt, 

die Anlage K030 stillgelegt und die zusätzlichen Abblasdüsen abgebaut worden seien, 

da in diesem Bereich PEEK nicht mehr verwendet werde (UV-act. 122-5).

2.4  Da von einer bereits beim Urteil des Bundesgerichts vom 26. Juli 2012 

bestehenden Unmöglichkeit einer erneuten Lärmmessung ausgegangen wird, 

erübrigen sich weitere Erwägungen zu den Vorbringen des Beschwerdeführers, 

wonach die Beschwerdegegnerin die Arbeitgeberin nach der bundesgerichtlichen 

Anordnung nicht (schriftlich) darauf hingewiesen hätte, dass weitere Messungen nötig 

seien und die damalige Situation wiederherstellbar bleiben müsse. Wie die 

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Beschwerdegegnerin richtig vorbringt (vgl. act. G 11), hätten entsprechende Hinweise 

und insbesondere auch ein Abbruch des Umbaus des Gebäudes 57 nicht zur 

Wiederherstellbarkeit der fraglichen Arbeitssituation geführt. Ebenso hätte eine frühere 

Mitteilung seitens der Arbeitgeberin über die (doch) nicht durchführbare 

Wiederherstellung der Situation die angeordnete Messung nicht ermöglicht. Vor Erlass 

des Bundesgerichtsurteils vom 26. Juli 2012 mussten zudem weder die 

Beschwerdegegnerin noch die Arbeitgeberin mit einer erneut nötigen Lärmmessung 

rechnen und damit auch nicht vorsorglich die Wiederherstellbarkeit sicherstellen. Dies 

auch zumal das hiesige Versicherungsgericht mit Entscheid vom 5. Januar 2012 

ausführte, auf die Lärmmessungen vom 22. März 2011 könne abgestellt werden, eine 

Verletzung des rechtlichen Gehörs sei zu verneinen (UV-act. 85-10 und 85-16).

2.5  Es ist somit festzuhalten, dass die vom Bundesgericht angeordnete Messung 

durch einen externen Sachverständigen damals (26. Juli 2012) nicht möglich war. Das 

darauffolgende Verhalten der Parteien und der Arbeitgeberin ist folglich unbeachtlich.

3.   

Nach dem Gesagten ist gestützt auf die vorhandenen Akten zu prüfen, ob beim 

Beschwerdeführer von einer Listenkrankheit i.S.v. Art. 9 Abs. 1 UVG i.V.m. Ziff. 2 des 

Anhangs 1 zur UVV, konkret einer erheblichen Schädigung des Gehörs durch Arbeiten 

im Lärm, auszugehen ist. Während der Beschwerdeführer die Ansicht vertritt, der 

Tinnitus aurium sei durch die Arbeit im Lärm bedingt, erachtet die Beschwerdegegnerin 

die Berufslärmexposition als ausschliessliche oder vorwiegende Ursache der 

Hörstörung als äusserst unwahrscheinlich.

3.1  Vorerst zu bemerken ist, dass verschiedene Fragen bezüglich der 

Entstehungsmechanismen von Tinnitus von der medizinischen Wissenschaft bislang 

nicht verlässlich beantwortet werden konnten. Gemäss der  überwiegenden 

medizinischen Lehre handelt es sich beim Tinnitus nicht um ein eigenständiges 

Krankheitsbild, sondern primär um ein Symptom. Dieses ist wiederum gekennzeichnet 

durch eine Vielzahl möglicher Ursachen (vgl. BGE 138 V 248, E. 5.8.2 mit weiteren 

Hinweisen). Beim Tinnitus handelt es sich um abnorme Signale in den neuralen 

Elementen des Hörsystems, welches das Innenohr, die Hörnerven sowie die 

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Hörbahnen und –zentren des Gehirns umfasst. Wo genau diese abnormen Signale 

entstehen, weiss man noch nicht. Praktisch jede Innenohrschädigung kann mit Tinnitus 

verbunden sein. Bleibender Tinnitus kommt beispielswiese vor bei Lärmschäden, nach 

Hörsturz (dort manchmal auch Schwindel), bei Altersschwerhörigkeit, nach gewissen 

ohrschädigenden Medikamenten, bei Otosklerose oder gutartigen Tumoren der Hör- 

bzw. Gleichgewichtsnerven. Auch Störungen im Bewegungsapparat können Tinnitus 

verstärken oder gar auslösen  (BERNHARD KELLERHALS, Grundprobleme der 

Tinnitus-Hilfe aus medizinischer Sicht, S. 1 und 3 f., abrufbar unter http://

www.laermorama.ch/m4_ohrenschuetzen/pdf/Grundprobleme_Tinnitushilfe.pdf; 

besucht am 31. August 2016). Neben Lärm sind somit vielfältige andere Auslöser für 

einen Tinnitus aurium denkbar.

3.2  Das hiesige Versicherungsgericht stützte sich bei seinem Entscheid vom 5. Januar 

2012 bei der Verneinung einer Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin massgeblich 

auf die Lärmmessungen vom 22. März 2011 (vgl. UV-act. 85). Das Bundesgericht 

befand sodann, der Anspruch auf rechtliches Gehör des Beschwerdeführers sei verletzt 

worden, da er nicht unmittelbar vor Ort an der eigentlichen Beweiserhebung in 

Anwesenheit des Arbeitshygieniker und der Vorgesetzten habe teilnehmen können, 

womit ihm die Mitwirkungsrechte an der Ermittlung feststellungsbedürftiger Tatsachen 

verwehrt worden seien. Die Beschwerdegegnerin habe die Lärmmessung unter 

Gewährung der Mitwirkungsrechte durch einen externen Sachverständigen vornehmen 

zu lassen (vgl. UV-act. 101). Die in Abwesenheit des Beschwerdeführers 

durchgeführten Erhebungen vom 22. März 2011 sind daher nicht beweisbildend.

3.3  Der im September 2008 bei der Arbeitgeberin durchgeführten Lärmmessung lässt 

sich für den Maschinenführer Extruder im Gebäude 57 ein Wert Lex von 80 dB(A) 

entnehmen (UV-act. 32-16). Der Beschwerdeführer wendete dagegen ein, die Messung 

berücksichtige nicht, dass er bei Beginn seiner Hörstörungen Anfang 2009 (vgl. UV-act. 

4) durch die ungedämmten Abblasdüsen stärkerem Lärm ausgesetzt gewesen sei (UV-

act. 34). Ob dies tatsächlich nicht berücksichtigt wurde, lässt sich den Akten nicht 

entnehmen. Das Messprotokoll vom November 2003 (UV-act. 32-17 ff.) gibt für den 

Maschinenführer Extrusion im Bau 57 ebenfalls einen Wert Lex von 80 dB(A) an. Dabei 

ist jedoch zu beachten, dass die Arbeitsplatzsituation nicht derjenigen entsprach, wie 

sie zum Zeitpunkt des angegebenen Beginns der Hörbeschwerden war. Gleiches gilt 

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für die Lärmmessungen vom Mai 1998 (UV-act. 32-2 ff.). Ob bei den Messprotokollen 

von 1998 und 2003 die Lärmexposition berücksichtigt wurde und wie hoch sie allenfalls 

bewertet wurde, lässt sich den Akten nicht entnehmen (vgl. zur Festlegung der 

Lärmexposition und des Wertes Lex dB(A) UV-act. 32-13 und UV-act. 57). Aus diesen 

Lärmmessungen sowie der darauf basierenden technischen Beurteilung vom 1. April 

2010 (vgl. UV-act. 20) lässt sich somit keine exakte Lärmbelastung festlegen.

3.4  Die auf Antrag des Beschwerdeführers (vgl. UV-act. 114) erhobene 

Arbeitsanamnese bezüglich Exposition zu ototoxischen Substanzen ergab, dass keine 

Arbeitsstoffe mit bekanntem ototoxischen Potenzial im Einsatz waren und keine 

Hinweise auf Expositionen zu anderen potentiell gesundheitsgefährdenden 

Arbeitsstoffen in relevantem Ausmass bestehen (UV-act. 122). Dr. med. Dr. sc. nat. 

K.___, Facharzt für Rechtsmedizin FMH, verantwortlicher Arzt für Toxikologie der Suva, 

beurteilte am 2. April 2013, es könne nicht von einer verstärkt gehörschädigenden 

Interaktion mit Lärm ausgegangen werden. Substanzen, welche auch ohne 

Anwesenheit von Lärm eine erwiesene ototoxische Wirkung zeigten, seien im 

Besuchsrapport (vgl. UV-act. 122) nicht aufgeführt (UV-act. 127). Auch G___, Bereich 

Chemie der Suva, stellte fest, die Überprüfung in den Bauten 57 und 61 habe keinen 

Hinweis auf die Exposition gegenüber ototoxischen Substanzen und Substanzgruppen 

ergeben (UV-act. 135). Diese Ausführungen sind überzeugend, nachvollziehbar und 

werden auch vom Beschwerdeführer nicht bestritten.

3.5  In den Akten finden sich unterschiedliche ärztliche Beurteilungen, welche 

nachfolgend zu würdigen sind.

3.5.1      Dr. C.___ diagnostizierte am 17. September 2009 einen wahrscheinlich 

lärmbedingten Tinnitus mit leichter Hochtonsenke. Es liege eine C5-Senke vor, welche 

als lärmbedingt angeschaut werden müsse. Bei seiner Diagnose stützte er sich 

vorwiegend auf die Aussagen des Beschwerdeführers (UV-act. 4). Am 22. September 

2010 diagnostizierte er sodann einen möglicherweise lärmindizierten (richtig wohl: 

lärminduzierten) Tinnitus. Der Beschwerdeführer leide seit seiner Arbeit mit lärmigen 

Maschinen trotz adäquatem Hörschutz unter einem Tinnitus sowie unter einer 

Hörstörung im Hochtonbereich. Eine Kausalität sei sehr wahrscheinlich, wobei “über 

das Ausmass des Lärms von unserer Seite aussage gemacht werden können“ (UV-act. 

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39-5). Da jegliche weitere Erklärung fehlt, dürfte sich hier wohl ein Schreibfehler 

eingeschlichen haben und Dr. C.___ dürfte gemeint haben, von seiner Seite her könne 

über das Ausmass des Lärms keine Aussage gemacht werden. Wie Dr. F___ im 

Übrigen nachvollziehbar vorbringt (vgl. UV-act. 47), sind die Angaben in diesem Bericht 

widersprüchlich. So schätzt Dr. C.___ den Tinnitus einerseits als möglicherweise 

lärminduziert ein, führt dann aber aus, eine Kausalität sei sehr wahrscheinlich und 

beurteilt somit im selben Schreiben die Kausalität mit zwei unterschiedlichen 

Wahrscheinlichkeitsgraden. Hausarzt Dr. E.___ stellte am 26. September 2009, mithin 

kurz nach Erhalt des Berichts von Dr. C.___ (vgl. UV-act. 4), fest, der Beschwerdeführer 

habe am Arbeitsplatz einen chronischen Lärmschaden erlitten (UV-act. 6). Am 22. 

September 2010 bestätigte Dr. E.___, offensichtlich gestützt auf den gleichentags 

erstellten Bericht von Dr. C.___ (vgl. UV-act. 39-5), er sehe den Tinnitus als 

Berufskrankheit an. Er und Dr. C.___ seien nach wie vor der Meinung, dass diese 

Schäden durch den Lärm am Arbeitsplatz entstanden seien. Dies sei ohne Präjudiz als 

Berufskrankheit anzusehen (UV-act. 39-6). Wie von Dr. F___ ausgeführt (vgl. UV-act. 

47) und von Dr. C.___ sinngemäss erwähnt (vgl. UV-act. 39-5), sind Dr. C.___ und Dr. 

E.___ nicht in der Lage, über das Ausmass des Lärms bei der Arbeitgeberin eine 

Angabe zu machen, da entsprechende Lärmmessungen nicht vorliegen, mithin also 

nicht erwiesen ist, ob eine gehörgefährdende Lärmbelastung bestanden hat.

3.5.2      Dr. H.___ diagnostizierte im März 2013 einen chronisch-dekompensierten 

Tinnitus auris beidseits Grad 3-4 mit reaktiver Depression und Hyperakusis bei 

geringgradig lärmtraumatischer Hochtonperzeptionsstörung beidseits. Der 

Beschwerdeführer habe nach jahrelanger Lärmarbeit seit 2009 einen bilateralen 

hochfrequenten Tinnitus bemerkt. Grundlage sei die lärmtraumatische Hochtonsenke 

bei 4 und 6 kHz (UV-act. 120-4). Bei der Nennung von Lärm als Ursache der 

diagnostizierten Hochtonsenke stützt sie sich soweit ersichtlich ausschliesslich auf die 

Aussagen des Beschwerdeführers. Den weiteren aktenkundigen Berichten von Dr. 

H.___ vom Mai 2013, Juli 2013, März 2014 und August 2014 sind abgesehen von der 

gleichbleibenden Diagnose der geringgradig lärmtraumatischen 

Hochtonperzeptionsstörung keine Ausführungen zu allfälligen Ursachen der Hörstörung 

zu entnehmen (UV-act. 134, UV-act. 149, UV-act. 179, UV-act. 188).

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3.5.3      Dr. med. L.___, Praktische Ärztin, welche den Beschwerdeführer seit 2014 

hausärztlich betreut, stützte sich bei ihrem Arztzeugnis vom 28. Januar 2014 bei ihrer 

Einschätzung, wonach der Tinnitus durch Lärmexposition am Arbeitsplatz 

hervorgerufen worden sei, ausdrücklich auf die Akten (UV-act. 176). Ihrer Beurteilung, 

welche sie kurz nach Beginn der ärztlichen Betreuung des Beschwerdeführers 

verfasste, ist somit vorliegend keine eigenständige Bedeutung beizumessen. Für die zu 

beurteilende Frage der Berufskrankheit nicht ausschlaggebend sind auch die Angaben 

von Dr. I.___, welcher den Beschwerdeführer vorwiegend aus psychiatrischer Sicht 

beurteilte (UV-act. 176-9 f.).

3.5.4      Die erwähnten Ärzte stützten ihre Einschätzung bezüglich der Ursache der 

Hörstörung soweit erkennbar ausschliesslich auf die Angaben des Beschwerdeführers. 

Die Berichte geben keinen Hinweis auf entsprechende eigene 

Untersuchungsergebnisse oder eine Auseinandersetzung mit den Akten der 

Beschwerdegegnerin (abgesehen vom Schreiben von Dr. E.___ vom 16. März 2011, 

vgl. UV-act. 59). Es lässt sich aus den Aussagen der Ärzte kein qualifizierter 

Kausalzusammenhang zwischen der Tätigkeit des Beschwerdeführers bei der 

Arbeitgeberin und der Hörstörung ableiten.

3.6  Schliesslich sind auch keine lärmbedingten Beschwerden oder Klagen anderer 

Mitarbeiter der Arbeitgeberin aktenkundig. Es liegt wohl eine durch zwei ehemalige 

Mitarbeiter der Arbeitgeberin unterzeichnete Bestätigung des Arbeitsablaufes bei der 

Arbeitgeberin im Recht. Dieser ist bezüglich Lärm jedoch nur zu entnehmen, dass es 

neben der Extrudersteuerung und den Extrudern viel zu laut gewesen sei (UV-act. 

166-18 f.). Diese subjektive Lärmempfindung begründeten sie nicht und brachten auch 

keine allfällig durch die Lärmbelastung entstandenen Probleme vor.

3.7  Da die beim Beginn der Hörstörung des Beschwerdeführers bestandene 

Arbeitsplatzsituation nicht wiederhergestellt werden kann, sind weitere Abklärungen 

bezüglich der Lärmbelastung nicht möglich. Insbesondere ist der vom 

Beschwerdeführer im Vorverfahren mehrfach vorgebrachte (vgl. UV-act. 114, UV-act. 

160) und in der Beschwerde sinngemäss wiederholte Antrag auf Edition der 

Werkstattrapporte, Tagesrapporte und Diames-Protokolle der Arbeitgeberin für die 

Jahre 2007 bis 2009 (act. G 1) abzulehnen. Der Beschwerdeführer bringt vor, diese 

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Unterlagen könnten Hinweise auf die Expositionszeit in der Nähe der Abblasdüsen 

sowie den Zeitpunkt des Anbringens und Dämmens der Abblasdüsen geben. Wie der 

Beschwerdeführer in seiner Replik (act. G 9) selbst jedoch zutreffend ausführt, ist die 

Festlegung der Expositionszeit aufgrund der nicht verwertbaren Messergebnisse 

vorliegend irrelevant.

3.8  Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Hörstörung des Beschwerdeführers 

nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausschliesslich oder 

vorwiegend durch schädigende Stoffe oder bestimmte Arbeiten verursacht wurde. 

Damit sind die Voraussetzungen für eine Qualifizierung der Hörstörung als 

Berufskrankheit i.S.v. Art. 9 Abs. 1 UVG nicht erfüllt. Dem Beschwerdeführer stehen 

mithin für die gemeldeten Hörbeschwerden mangels Vorliegens einer Berufskrankheit 

keine Versicherungsleistungen zu.

3.9  Selbst wenn man, wie von den Parteien teilweise vorgebracht (vgl. UV-act. 177, 

UV-act. 185-8, act. G1, act. G9), von einer Beweislosigkeit ausginge, käme es nicht zu 

einer Umkehr der Beweislast, weil die Unmöglichkeit der bundesgerichtlich 

angeordneten Lärmmessung nicht durch das Verhalten der Beschwerdegegnerin 

verursacht wurde. Der Beschwerdeführer hätte die Beweislast zu tragen, da er aus dem 

unbewiesen gebliebenen Sachverhalt einen Leistungsanspruch ableiten wollte.

4.   

4.1  Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.

4.2  Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

4.3  Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.   

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/18

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Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.   

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.   

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 07.09.2016
	Art. 9 Abs. 1 UVG. Verneinung einer Berufskrankheit. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 7. September 2016,UV 2014/61).Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 8C_698/2016.Entscheid vom 7. September 2016

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