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**Case Identifier:** 9228c84c-0bb3-55f0-bd5c-79faf4d09e9c
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-02-26
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Zivilkammern 26.02.2024 ZSU.2023.180
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_001_ZSU-2023-180_2024-02-26.pdf

## Full Text

Obergericht 

Zivilgericht, 5. Kammer 

 

ZSU.2023.180  
(SF.2022.101)  

Art. 12 

 

Entscheid vom 26. Februar 2024 
 

 

Besetzung  Oberrichter Holliger, Präsident  

Oberrichter Lindner  

Oberrichterin Merkofer 

Gerichtsschreiberin Donauer         

 

 
   

Klägerin   A._____, 

[…] 

vertreten durch lic. iur. Christoph Suter, Rechtsanwalt, 

[…]    

 

     
   

Beklagter   B._____, 

[…] 

vertreten durch lic. iur. Peter Fäs, Rechtsanwalt, 

[…]    

   

 

 
 

Gegenstand  Summarisches Verfahren betreffend Eheschutz 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die Klägerin (geb. tt.mm. 1992) und der Beklagte (geb. tt.mm. 1985) heira-

teten am 12. Februar 2021. Sie sind die Eltern der Tochter C._____ 

(geb. tt.mm. 2021). Den gemeinsamen Haushalt haben sie am 26. Oktober 

2022 aufgehoben. 

 

2. 

2.1. 

Mit Eheschutzbegehren vom 1. Dezember 2022 stellte die Klägerin beim 

Bezirksgericht Lenzburg, Präsidium des Familiengerichts, u.a. folgende 

Anträge: 

 

" […]  
 

3. 
Die gemeinsame Tochter C._____, tt.mm. 2021, sei der elterlichen Obhut 
der Klägerin zu unterstellen. 
 
4. 
Der Beklagte sei berechtigt zu erklären, C._____ jeden zweiten Sonntag 
auf eigene Kosten von 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr mit sich auf Besuch zu 
nehmen. 
 
5. 
Der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin mit Wirkung ab 1. November 
2022 an deren wie den Unterhalt von C._____ monatlich vorschüssig bis 
31. März 2023 CHF 2'280.00/Monat, ab 1. April 2023 CHF 2'930.00/Monat 
zu bezahlen, die der Klägerin wie folgt vorschlagsweise zuzusprechen und 
damit aufzuteilen sind: 
 
- CHF 2'2880.00 / Monat (inkl. Betreuungsunterhalt) ab 1. November 

2022 bis 31. März 2023 an den Unterhalt von C._____ 
- CHF 2'930.00 / Monat (inkl. Betreuungsunterhalt) ab 1. April 2023 an 

den Unterhalt von C._____ 
- CHF 0.00 / Monat für die Klägerin persönlich 

 
dies je zuzüglich der Kinderzulagen, sofern sie der Beklagte bezieht. 

 
[…] " 

 

2.2. 

Mit Stellungnahme vom 12. Januar 2023 stellte der Beklagte u.a. folgende 

Anträge: 

 

" […]  
 

3. 
Die gemeinsame Tochter C._____, geb. tt.mm. 2021, sei unter die alter-
nierende Obhut der Eltern zu stellen. 
 

 - 3 - 

 

 

4. 
Der zivilrechtliche Wohnsitz von C._____ sei an der Adresse der Mutter 
festzulegen. 
 
5. 
Es seien folgende Zeiten festzuhalten, an denen C._____ vom Gesuchs-
gegner betreut wird: 
 

a) Jedes erste, zweite, dritte und allenfalls fünfte Wochenende des Mo-
nats von Freitagabend 17.30 Uhr bis Sonntagabend 17:30 Uhr. 

b) Zusätzlich jeden Mittwoch von 17.00 Uhr bis 20.00 Uhr. Ab dem 
2. Lebensjahr von C._____ jeden Mittwoch von 17.00 Uhr bis Don-
nerstagmorgen. 

c) Vier Wochen während den Ferien des Gesuchsgegners, davon min-
destens zwei Wochen am Stück. 

 
Die Ehegatten seien berechtigt zu erklären, im gegenseitigen Einverneh-
men und unter Berücksichtigung des Arbeitsplanes der Ehefrau sowie des 
Alters und der Interessen von C._____ abweichende Betreuungszeiten zu 
vereinbaren. 
 
[…] 
 
7. 
Der Gesuchsteller sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin mit Wirkung ab 
1. November 2022 monatlich vorschüssig Fr. 475.00 an den Unterhalt von 
C._____ zu bezahlen. 
 
Der Gesuchgegner sei zu verpflichten, die Kinderzulagen für C._____ ab 
1. November 2022 an die Gesuchstellerin weiterzuleiten, sofern er diese 
bezieht. 
 
8. 
Es sei festzustellen, dass sich die Parteien gegenseitig keinen nacheheli-
chen Unterhalt schulden. 
 
9. 
Es sei festzustellen, dass bereits vom Gesuchsgegner geleistete Unter-
haltsbeiträge an die obgenannte Unterhaltsschuld angerechnet werden 
können.  
 
[…] "  

 

2.3. 

Am 1. Juni 2023 fand eine Verhandlung vor dem Präsidium des Bezirksge-

richts Lenzburg statt, anlässlich derer der Beklagte seine mit Stellung-

nahme vom 12. Januar 2023 gestellten Anträge dahingehend ergänzte, 

dass die Klägerin unter Strafandrohung nach Art. 292 StGB zu verpflichten 

sei, das anzuordnende "Kontakt- bzw. Besuchsrecht" einzuhalten. Anläss-

lich der Verhandlung  wurden die Parteien befragt. Ebenso nahmen die 

Parteien zu den vorgebrachten Noven Stellung und hielten ihre Abschluss-

plädoyers. 

 

 - 4 - 

 

 

2.4. 

Mit Entscheid vom 1. Juni 2023 erkannte das Gerichtspräsidium Lenzburg 

u.a.: 

 

" […]  
 

3. 
Das Kind C._____, geb. tt.mm. 2021, wird für die Dauer der Trennung un-
ter die Obhut der Gesuchstellerin gestellt. 
 
4. 
4.1. 
Der Gesuchgegner ist berechtigt, das Kind auf eigene Kosten jeden ersten, 
zweiten, dritten und allenfalls fünften Sonntag eines jeden Monats von 
10:00 Uhr bis 17:00 Uhr, zu sich auf Besuch zu nehmen.  
 
Ein weitergehendes Besuchs- und Ferienrecht nach Absprache unter den 
Parteien bleibt vorbehalten. 
 
4.2. 
Für den Fall der Widerhandlung gegen die Ziff. 4.1 des vorliegenden Ent-
scheids wird der Gesuchstellerin die Bestrafung nach Art. 292 StGB an-
gedroht.  
 
Art. 292 StGB – Ungehorsam gegen amtliche Verfügungen – lautet wie 
folgt: 
 

Wer der von einer zuständigen Behörde oder einem zuständigen Beamten 
unter Hinweis auf die Strafdrohung dieses Artikels an ihn erlassenen Verfü-
gung nicht Folge leistet, wird mit Busse bestraft. 

 
5. 
5.1. 
Der Gesuchgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin an den Unterhalt 
des Kindes C._____ mit Wirkung ab 1. November 2022 monatlich im Vo-
raus und zuzüglich allfällig bezogener Kinderzulagen folgende Unterhalts-
beiträge zu bezahlen: 
 
Ab 01.11.2022: 
- C._____:  CHF 1'969.00 (davon Betreuungsunterhalt 

von CHF 1'507.00) 
 
Ab 01.10.2023: 
- C._____:  CHF 2'632.00 (davon Betreuungsunterhalt 

von CHF 2'070.00) 
 
5.2. 
Es wird festgestellt, dass der Gesuchgegner an den Unterhalt von C._____ 
bereits CHF 5'600.00 (jeweils CHF 1'400.00 inkl. Kinderzulagen 
(CHF 200.00) für die Monate Januar, Februar, März und April 2023) be-
zahlt hat und er wird berechtigt erklärt, diese an die Unterhaltszahlungen 
anzurechnen. 
 
[…] " 

 

 - 5 - 

 

 

3. 

3.1. 

Der Beklagte erhob fristgerecht am 4. August 2023 Berufung gegen den 

ihm in begründeter Fassung am 25. Juli 2023 zugestellten Entscheid und 

beantragte: 

 

" 1. 
Die Ziffern 3, 4 und 5 des Entscheids des Familiengerichts Lenzburg vom 
1.  Juni 2023 seien aufzuheben und folgendermassen zu ersetzen: 
 
a) Neu Ziff. 3: 
Die gemeinsame Tochter C._____, geb. tt.mm. 2021, wird ab 1. Septem-
ber 2023 für die Dauer der Trennung unter die alternierende Obhut der 
Eltern gestellt.  
 
Der zivilrechtliche Wohnsitz von C._____ wird an der Adresse der Mutter 
festgelegt. 
 
b) Neu Ziff. 4: 
4.1 
Es wird festgehalten, dass der Gesuchsgegner die Tochter C._____ ab 1. 
September 2023 jede Woche von Freitagabend 18.00 Uhr bis Montag-
abend 18.00 Uhr betreut. 
 
Zusätzlich betreut der Gesuchsgegner D._____ während vier Wochen in 
den Ferien (mindestens zwei Wochen am Stück). 
 
Eventualiter Neu Ziff. 4.1: 
 
Es wird festgehalten, dass der Gesuchsgegner die Tochter C._____ wie 
folgt betreut: 
 

a) Jedes erste, zweite, dritte und allenfalls fünfte Wochenende des Mo-
nats von Freitagabend 17.30 Uhr bis Sonntagabend 18.00 Uhr. 

b) Zusätzlich jeden Mittwoch von 17.00 bis 20.00 Uhr. Ab dem 2. Ge-
burtstag von C._____ jeden Mittwoch von 17.00 Uhr bis Donners-
tagmorgen 08.00 Uhr. 

c) Vier Wochen während den Ferien des Gesuchsgegners, davon min-
destens 2 Wochen am Stück. 

 
4.2 
Für den Fall der Widerhandlung gegen die Ziff. 4.1 des vorliegenden Ent-
scheids wird der Gesuchstellerin die Bestrafung nach Art. 292 StGB ange-
droht.  
 
Art. 292 StGB – Ungehorsam gegen amtliche Verfügungen – lautet wie 
folgt: 
 

Wer der [von einer] zuständigen Behörde oder einem zuständigen Beamten 
unter Hinweis auf die Strafdrohung dieses Artikels an ihn erlassenen Verfü-
gung nicht Folge leistet, wird mit Busse bestraft. 

 
c) Neu Ziff. 5: 
5.1 
Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin an den Unterhalt 
des Kindes C._____ mit Wirkung ab 1. November 2022 monatlich im 

 - 6 - 

 

 

Voraus zuzüglich allfällig bezogener Kinderzulagen folgende Unterhalts-
beiträge zu bezahlen: 
 
Phase 1: Ab 1. November 2022 bis 31. August 2023: 
 

- Fr. 684.00 
- Es ist kein Betreuungsunterhalt geschuldet 

 
Phase 2: Ab 1. September 2023 bis 31. Oktober 2023 
 

- Fr. 13.00 
- Es ist kein Betreuungsunterhalt geschuldet 

 
Phase 3: ab 1. November 2023 

- Fr. 444.00 
- Es ist kein Betreuungsunterhalt geschuldet 

 
Eventuell 5.1 
Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin an den Unterhalt 
des Kindes C._____ mit Wirkung ab 1. November 2022 monatlich im Vo-
raus zuzüglich allfällig bezogener Kinderzulagen folgende Unterhaltsbei-
träge zu bezahlen: 
 
Phase 1: Ab 1. November 2022 bis 31. August 2023: 
 

- Fr. 684.00 
- Es ist kein Betreuungsunterhalt geschuldet 

 
Phase 2: Ab 1. September 2023 bis 31. Oktober 2023 
 

- Fr. 83.00 
- Es ist kein Betreuungsunterhalt geschuldet 

 
Phase 3: ab 1. November 2023 
 

- Fr. 442.00 
- Es ist kein Betreuungsunterhalt geschuldet 

 
5.2 
Es wird festgestellt, dass der Gesuchsgegner an den Unterhalt von 
C._____ bereits Fr. 14'094.89 (Stand 31.07.2023) bezahlt hat und er wird 
berechtigt, diesen Betrag an die Unterhaltszahlungen anzurechnen. 
 
2. 
Dem Berufungskläger/Gesuchsgegner sei für das Berufungsverfahren die 
unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und der unterzeichnete Rechts-
anwalt sei als unentgeltlicher Rechtsvertreter des Berufungsklägers/Ge-
suchsgegners einzusetzen, sofern dem Berufungskläger/Gesuchsgegner 
vom Eheschutzgericht kein Prozesskostenvorschuss zulasten der Beru-
fungsbeklagten/Gesuchstellerin zugesprochen wird. 
 
3. 
Unter Kosten und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Berufungsbeklag-
ten/Gesuchstellerin. " 

 

 - 7 - 

 

 

3.2. 

Mit Berufungsantwort vom 28. August 2023 beantragte die Klägerin die 

kostenfällige Abweisung der Berufung.  

 

3.3. 

Mit Eingaben vom 19. und 27. Oktober 2023 reichte der Beklagte weitere 

Unterlagen ein. 

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

1.1. 

Gegen den angefochtenen Entscheid ist als Rechtsmittel die Berufung ge-

geben (Art. 308 Abs. 1 lit. b ZPO). Mit Berufung können beim Obergericht 

als Rechtsmittelinstanz (§ 10 lit. c EG ZPO) die unrichtige Rechtsanwen-

dung und die unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht 

werden (Art. 310 ZPO). Die Berufung ist schriftlich und begründet einzu-

reichen (Art. 311 Abs. 1 ZPO). In der Berufungsbegründung (Art. 311 

Abs. 1 ZPO) hat sich der Berufungskläger mit der Begründung im erstin-

stanzlichen Entscheid im Einzelnen und sachbezogen auseinander zu set-

zen (REETZ/THEILER, in: Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessord-

nung, 3. Aufl. 2016, N. 36 zu Art. 311 ZPO). Mit blossen Wiederholungen 

der eigenen Vorbringen vor erster Instanz, die von dieser bereits abgehan-

delt wurden, wird dem Begründungserfordernis nicht Genüge getan (HUN-

GERBÜHLER/BUCHER, in: DIKE-Kommentar ZPO, 2. Aufl. 2016, N. 27 ff. zu 

Art. 311 ZPO). Die Beanstandungen am angefochtenen Entscheid haben 

die Parteien innert der Berufungs- bzw. Berufungsantwortfrist vollständig 

vorzutragen; ein allfälliger zweiter Schriftenwechsel oder die Ausübung des 

Replikrechts dienen nicht dazu, die bisherige Kritik zu vervollständigen oder 

gar neue vorzutragen. Die Rechtsmittelinstanz ist sodann nicht gehalten, 

von sich aus alle sich stellenden tatsächlichen und rechtlichen Fragen zu 

untersuchen, wenn die Parteien diese in oberer Instanz nicht mehr vortra-

gen. Das Obergericht beschränkt sich – abgesehen von offensichtlichen 

Mängeln – grundsätzlich auf die Beurteilung der in der Berufung und der 

Antwort auf diese gegen das erstinstanzliche Urteil erhobenen Beanstan-

dungen (BGE 142 III 413 E. 2.2.4). Im Bereich der Kinderbelange gilt die 

Erforschungsmaxime (Art. 296 Abs. 1 ZPO) und der Richter ist nicht an die 

Parteianträge gebunden (Offizialmaxime, Art. 296 Abs. 3 ZPO). Die Unter-

suchungs- resp. Erforschungsmaxime befreien die Parteien sodann weder 

von ihrer Behauptungs- und Substantiierungslast noch von ihrer Mitwir-

kungspflicht, d.h. es liegt auch in diesem Fall an ihnen, die erforderlichen 

tatsächlichen Grundlagen für die geltend gemachten Ansprüche darzutun 

und die Beweise für die vorgebrachten Tatsachen vorzulegen resp. zu be-

antragen (BGE 140 III 485 E. 3.3; Urteile des Bundesgerichts 5A_855/2017 

vom 11. April 2018 E. 4.3.2 und 5A_485/2012 vom 11. September 2012 

 - 8 - 

 

 

E. 5). Verweigert eine Partei die Mitwirkung, kann sich dies zu ihrem Nach-

teil auswirken. Bleiben prozessrelevante Tatsachen beweislos, unterliegt 

diejenige Partei welche die Beweislast trägt (vgl. GEHRI, in: Schweizerische 

Zivilprozessordnung, Basler Kommentar, 3. Aufl. 2017, N. 17 zu Art. 55 

ZPO). 

 

1.2. 

Die Einschränkung, dass im Berufungsverfahren das Vorbringen neuer Tat-

sachen und Beweismittel nur im Rahmen von Art. 317 Abs.1 ZPO möglich 

ist (BGE 138 III 625 E. 2.2), gilt bei Kinderbelangen nicht (BGE 144 III 349 

E. 4.2.1).  

 

1.3. 

Der Sachverhalt ist glaubhaft zu machen (Urteil des Bundesgerichts 

5A_239/2017 vom 14. September 2017 E. 2.3), was mehr als Behaupten 

bedeutet (BGE 120 II 398). Glaubhaft gemacht ist eine Tatsache, wenn für 

deren Vorhandensein gewisse Elemente sprechen, selbst wenn das Ge-

richt mit der Möglichkeit rechnet, dass sie sich nicht verwirklicht haben 

könnte, und wenn es der anderen Partei im Rahmen des ihr aufgrund von 

Art. 8 ZGB zustehenden Gegenbeweises nicht gelingt, Indizien geltend zu 

machen, welche die Glaubhaftigkeit der vorgebrachten Behauptungen er-

schüttern (vgl. HASENBÖHLER, Das Beweisrecht der ZPO, Zürich 2015, 

N.0.4, 2.6, 3.47 und 5.63). 

 

2. 

Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bilden die Obhut über die 

gemeinsame Tochter (Dispositiv-Ziffer 3), das Besuchsrecht (Dispositiv-Zif-

fer 4), die Festsetzung der Unterhaltsbeiträge an die gemeinsame Tochter 

(Dispositiv-Ziffer 5.1) sowie die Anrechnung bereits geleisteter Zahlungen 

an die Kinderunterhaltsbeiträge (Dispositiv-Ziffer 5.2). 

 

3. 

3.1. 

Die Vorinstanz stellte die Tochter C._____ unter die Obhut der Klägerin 

(Dispositiv-Ziffer 3). Zur Begründung führte sie aus (angefochtener Ent-

scheid E. 4.3), das vom Beklagten mit Rechtsbegehren Ziff. 5 seiner Stel-

lungnahme vom 12. Januar 2023 angebotene Mass der Betreuung von 

C._____ entspreche nicht ansatzweise einem Umfang, welcher als alter-

nierende Obhut angesehen werden könne. Der angebotene Umfang ent-

spreche mehr oder weniger einem gerichtsüblichen Kontakt- und Besuchs-

recht. Der Beklagte habe sich auch nicht wirklich vorstellen können, dass 

er das Kind tatsächlich mehr betreuen könne und habe an der Hauptver-

handlung zu Protokoll gegeben, dass er C._____ nur mehr betreuen werde, 

wenn es sein müsse. Erst auf mehrfaches Nachfragen habe der Beklagte 

gesagt, dass er eventuell auf ein 80 % Pensum reduzieren könne oder halt 

mal frei nehmen würde. Der Beklagte habe angegeben, dass er C._____ 

 - 9 - 

 

 

vielleicht mal ab Freitagabend oder schon ab Freitagmittag betreuen 

könne, mehr aber auch nicht. Auch gehe aus den Aussagen beider Par-

teien hervor, dass bis zur Trennung die Klägerin die Hauptbetreuungsper-

son gewesen sei, nicht zuletzt, weil der Beklagte in einem 100 % Arbeits-

pensum um das Einkommen der Familie besorgt gewesen sei. Weiter 

könne angefügt werden, dass der Beklagte mit Verfügung vom 25. Januar 

2023 das Recht erhalten habe, C._____ jeden Mittwochabend von 17:00 

Uhr bis 19:30 Uhr zu sich auf Besuch zu nehmen. Diesen Antrag habe der 

Beklagte stellen lassen im Wissen darum, dass er jeweils am Mittwoch-

abend Training habe und er dort gerne teilnehmen wolle und auch [teilge-

nommen] habe. Die Fahrzeit zwischen Q._____ und R._____ betrage je-

weils mindestens 30 Minuten und wenn der Beklagte C._____ pünktlich um 

19:30 Uhr wieder bei der Klägerin zurückgegeben habe, habe er aufgrund 

der Zeitverhältnisse praktisch unmöglich pünktlich im Training sein können. 

Indes könne dem Beklagten nicht vorgeworfen werden, dass er während 

der gemeinsamen Zeit mit C._____ seine Eltern oder seine Schwester be-

sucht habe. Daran sei nichts auszusetzen und damit könne die Erziehungs-

fähigkeit des Beklagten nicht per se substantiiert angezweifelt werden. 

Selbst wenn man davon ausgehe, dass der Beklagte mit einem Kleinkind 

überfordert gewesen sei, könne ihm zu Gute gehalten werden, dass er sich 

zumindest in ein soziales Umfeld begeben habe, wo man ihn habe unter-

stützen können. Jedoch sei festzuhalten, dass C._____ erst rund einein-

halb Jahre alt sei und in diesem Alter dem Kriterium der Stabilität zu einer 

Bezugsperson eine wichtige Rolle zukomme. Es scheine angemessen und 

zum Wohl von C._____ angezeigt, dass die Klägerin als Hauptbezugsper-

son in der Vergangenheit sowie der Gegenwart die alleinige Obhut über 

C._____ ausübe. Dies nicht zuletzt, da der Beklagte aufgrund seines 100 % 

Arbeitspensums nicht in der Lage sei und faktisch nicht habe glaubhaft ma-

chen können und auch nicht willens geschienen habe, mehr Betreuungs-

anteile zu übernehmen, sodass von einer alternierenden Obhut gespro-

chen werden könne.  

 

3.2. 

3.2.1. 

Der Beklagte bringt hinsichtlich der von ihm beantragten alternierenden Ob-

hut mit Berufung vor (Berufung Ziff. 2.1 ff.), seine Aussagen im vorinstanz-

lichen Verfahren seien richtig zu stellen und im Gesamtkontext zu würdi-

gen. Er habe sich leicht angegriffen gefühlt, als er wohl etwas zu emotional 

geantwortet habe. Er habe inhaltlich ausgeführt, dass er bereit und auch in 

der Lage sei, sein Arbeitspensum auf 80 % zu reduzieren, um C._____ per-

sönlich betreuen zu können. Bis zum 1. Juni 2023 (Zeitpunkt der erstin-

stanzlichen Hauptverhandlung) wäre es sinnwidrig und mindestens ethisch 

fragwürdig gewesen, wenn der Beklagte sein Arbeitspensum bereits vor-

gängig reduziert hätte, nur um zu beweisen, dass er gewillt und in der Lage 

sei, das Kind im Rahmen der alternierenden Obhut zu betreuen. Es gelte 

in Erinnerung zu rufen, dass die Klägerin den Kontakt zwischen Vater und 

 - 10 - 

 

 

Tochter trotz superprovisorisch richterlich angeordnetem Kontaktrecht voll-

ständig verweigert habe. Die Klägerin habe den Kontakt im Umfang ihrer 

selbst gestellten Anträge vor Vorinstanz verweigert. Auch nach Zustellung 

des erstinstanzlichen Entscheids habe die Klägerin mehrere Wochen den 

Kontakt vollständig verweigert. Erst gegen Ende Juli 2023 sei dem Beklag-

ten der Kontakt zu seiner Tochter im richterlich erteilten Umfang gewährt 

worden. Das heisse im Zeitpunkt der Berufung zwei Mal. Die Arbeitgeberin 

des Beklagten habe schriftlich bestätigt, dass der Beklagte berechtigt sei, 

ab 1. September 2023 sein Arbeitspensum auf 80 % zu reduzieren. Der 

Beklagte sei bereit dazu. Nach Rücksprache mit seiner Arbeitgeberin sei 

es von Vorteil, wenn der Beklagte jeweils am Montag nicht arbeite. So 

könne der Beklagte C._____ während drei Tagen am Stück persönlich be-

treuen. Selbstverständlich könne vom Beklagten nicht verlangt werden, 

dass er vorsorglich bzw. vor dem Berufungsentscheid sein Arbeitspensum 

reduziere. Dies würde ihn finanziell ruinieren, da die Unterhaltslast bleibe.  

 

3.2.2. 

Die Klägerin hält entgegen (Berufungsantwort S. 4 ff.), der Beklagte bringe 

einzig wie schon vor Vorinstanz vor, er könne sein Erwerbspensum auf 

80 % reduzieren und so C._____ an seinem freien Tag betreuen. Mit den 

Überlegungen und Begründungen der Vorinstanz in den Erwägungen 4.2 

und 4.3 des angefochtenen Entscheids setze er sich allerdings nicht aus-

einander. Er führe nicht aus, inwieweit die vorinstanzliche Überlegung 

rechtswidrig sei. Gemäss Art. 298 Abs. 2ter ZGB stehe einem Elternteil kein 

Anspruch auf die alternierende Obhut zu. Das Scheidungsgericht oder der 

Eheschutzrichter sei gemäss dieser gesetzlichen Bestimmung einzig ge-

halten bzw. verpflichtet, die Möglichkeit einer alternierenden Obhut zu prü-

fen. Diese Prüfung habe die Vorinstanz in den Erwägungen 4.2 und 4.3 

seines Entscheids umfassend vorgenommen. Die alternierende Obhut 

könne nur dann ernsthaft geprüft werden, wenn dies auch die örtlichen Be-

gebenheiten zuliessen und die Parteien als Eltern schon vor deren Tren-

nung die Betreuungsaufgaben einigermassen ausgewogen wahrgenom-

men hätten. Die Klägerin wohne in Q._____, der Beklagte in R._____. Eine 

Wegdistanz von 20 Kilometern zwischen den Wohnorten stehe der alter-

nierenden Obhut und so dem steten Hin und Her der Tochter offensichtlich 

entgegen. Die vom Gesetzgeber geforderte Überprüfung bezwecke nicht 

die vom Beklagten offensichtlich einzig beabsichtigte finanzielle Entlastung 

in seinen Unterhaltsbeitragspflichten. Gerade deshalb sei zu prüfen und zu 

beurteilen, wie die Kindseltern bis zur Trennung die Kinder betreut hätten, 

so ob sie bereits zuvor ausgewogen in der Betreuung gewesen seien oder 

ob ein [Elternteil] während des Zusammenlebens kaum oder wenig Betreu-

ungspflichten wahrgenommen habe, so einzig die finanziellen Überlegun-

gen und so neu intensivere Betreuung eines Kindes vorschlage. Der Be-

klagte habe sich im ersten Lebensjahr der Tochter nie intensiv um diese 

gekümmert; dies ohnehin nicht unter der Woche, da er voll erwerbstätig sei. 

Demgegenüber habe die Klägerin ihr Erwerbspensum bereits Monate vor 

 - 11 - 

 

 

der Trennung reduziert. Seit der Trennung der Parteien habe sich der Be-

klagte nicht um eine intensivere Betreuung von C._____ bemüht. Gegen-

teilig habe der Beklagte an der Verhandlung vom 1. Juni 2023 vor der Vor-

instanz angegeben, dass er sich eine ausgewogene Betreuung einzig vor-

stellen könne, "wenn es sein müsse". C._____ sei erst etwas mehr als ein-

einhalb Jahre alt. Dem Kriterium der Stabilität sei gemäss bundesgerichtli-

cher Rechtsprechung gewichtige Bedeutung beizumessen bzw. das wäh-

rend des ehelichen Zusammenlebens gewählte Betreuungsmodell solle 

auch nach der Trennung beibehalten werden.  

 

3.3. 

Bei gemeinsamer elterlicher Sorge muss auf Begehren eines Elternteils 

oder des Kindes hin der mit dieser Frage befasste Richter prüfen, ob eine 

alternierende Obhut möglich und mit dem Wohl des Kindes vereinbar ist 

(Art. 298 Abs. 2ter ZGB; BGE 142 III 612 E. 4.2 mit Hinweis). Die Obhut 

nach Art. 298 Abs. 2 ZGB umfasst die Befugnis zur täglichen Betreuung 

des minderjährigen Kindes und damit das Recht, mit ihm in häuslicher Ge-

meinschaft zu leben und die Rechte und Pflichten im Zusammenhang mit 

seiner Pflege und laufenden Erziehung auszuüben (SCHWENZER/COTTIER, 

in: Schweizerisches Zivilgesetzbuch I, Basler Kommentar, 7. Aufl. 2022, 

N. 4 zu Art. 298 ZGB; BGE 142 II 612 E. 4.1). Anders als dies bei der ge-

meinsamen elterlichen Sorge der Fall ist (Art. 296 Abs. 2, 298 Abs. 1, 298b 

Abs. 2 ZGB), handelt es sich bei der alternierenden Obhut nicht um den 

vom Gesetz vorgegebenen Regelfall (Urteil des Bundesgerichts 

5A_800/2022 vom 28. März 2023 E. 5.4.2).  

 

Das Bundesgericht hat sich in seiner jüngeren Praxis eingehend mit der 

Frage befasst, nach welchen Kriterien zu entscheiden ist, ob die alternie-

rende Obhut angeordnet werden kann (BGE 142 III 617 E. 3.2.3 und 142 

III 612 E. 4). Danach kommt die alternierende Obhut grundsätzlich nur in 

Frage, wenn beide Eltern erziehungsfähig sind. Weiter erfordert die alter-

nierende Obhut organisatorische Massnahmen und gegenseitige Informa-

tion. Insofern setzt die praktische Umsetzung der alternierenden Obhut 

bzw. Betreuung voraus, dass die Eltern fähig und bereit sind, in den Kin-

derbelangen miteinander zu kommunizieren und zu kooperieren. Allein aus 

dem Umstand, dass ein Elternteil sich einer Regelung mit geteilter Betreu-

ung widersetzt, kann nicht ohne weiteres geschlossen werden, die nötige 

Kooperation sei nicht gewährleistet. Weiter kommt es auf die geografische 

Situation an, namentlich die Distanz zwischen den Wohnungen der beiden 

Eltern. Bedeutsam ist auch die Kindeswohlwirksamkeit der Stabilität, wie 

sie mit einer Weiterführung der bisherigen Regelung einhergeht. In diesem 

Sinne ist eine alternierende Obhut umso eher angezeigt, wenn die Eltern 

das Kind schon vor ihrer Trennung abwechselnd betreut haben. Andere 

Kriterien sind das Alter des Kindes, seine Beziehungen zu (tatsächlichen 

oder faktischen) Geschwistern und seine Einbettung in das weitere soziale 

Umfeld. Die Möglichkeit der Eltern, das Kind persönlich zu betreuen, spielt 

 - 12 - 

 

 

hauptsächlich dann eine Rolle, wenn spezifische Bedürfnisse des Kindes 

eine persönliche Betreuung notwendig erscheinen lassen oder wenn ein 

Elternteil selbst in den Randzeiten (morgens, abends und an den Wochen-

enden) nicht bzw. kaum zur Verfügung steht; ansonsten ist von der Gleich-

wertigkeit von Eigen- und Fremdbetreuung auszugehen. Die weiteren Be-

urteilungskriterien sind oft voneinander abhängig; ihre jeweilige Bedeut-

samkeit richtet sich nach den konkreten Umständen. So spielt das Kriterium 

der Stabilität bei Säuglingen und Kleinkindern eine wichtige Rolle. Geht es 

hingegen um Jugendliche, kommt der Zugehörigkeit zu einem sozialen Um-

feld grosse Bedeutung zu. Die Kooperationsfähigkeit der Eltern wiederum 

verdient besondere Beachtung, wenn das Kind schulpflichtig ist oder die 

Entfernung zwischen den Wohnorten der Eltern ein Mehr an Organisation 

erfordert (Urteil des Bundesgerichts 5A_312/2019 vom 17. Oktober 2019 

E. 2.1.2). Sind die Voraussetzungen für eine alternierende Obhut gegeben, 

haben beide Eltern grundsätzlich gleichermassen Anspruch darauf, sich an 

der Betreuung des Kindes zu beteiligen. Dies gilt auch dann, wenn ein El-

ternteil in der Vergangenheit zu hundert Prozent erwerbstätig war, sich aber 

in Zukunft durch Reduktion seines Arbeitspensums an der Betreuung des 

Kindes beteiligen möchte. Abzustellen ist darauf, in welchem Ausmass ein 

Elternteil in Zukunft für die Kinderbetreuung verfügbar sein wird (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts  5A_888/2016 vom 20. April 2018 E. 3.3.2).  

 

3.4. 

3.4.1. 

Der Beklagte beantragte vor Vorinstanz die alternierende Obhut, wobei er 

die Betreuung der gemeinsamen Tochter an jedem ersten, zweiten und al-

lenfalls fünften Wochenende von Freitagabend, 17.30 Uhr, bis Sonntag-

abend, 17.30 Uhr, sowie an jedem Mittwochabend von 17.00 Uhr bis 

20.00 Uhr (ab dem 2. Lebensjahr der Tochter von Mittwochabend 

17.00 Uhr bis Donnerstagmorgen) und während vier Wochen Ferien pro 

Jahr geltend machte. Im Berufungsverfahren hielt der Beklagte an der be-

antragten alternierenden Obhut fest und beantragte neu eine Betreuung 

von C._____ seinerseits jede Woche von Freitagabend, 18.00 Uhr, bis 

Montagabend, 18.00 Uhr, sowie während vier Wochen Ferien pro Jahr. Ob 

es sich bei den Berufungsanträgen des Beklagten (wie von der Klägerin 

vorgebracht) um unzulässige neue Anträge oder allenfalls um eine Klage-

änderung handelt, kann offenbleiben, da der Antrag des Beklagten ohnehin 

aus nachfolgenden Gründen abzuweisen ist. 

 

3.4.2. 

Die Erziehungsfähigkeit beider Parteien kann nicht ernstlich in Zweifel ge-

zogen werden. Ebenso wird nicht bezweifelt, dass der Beklagte die Betreu-

ung – sei dies selbst oder allenfalls mit Hilfe von Verwandten und Freunden 

– übernehmen könnte. Auch steht eine alternierende Obhut nicht bereits 

dann per se ausser Frage, wenn die Kommunikation der Eltern konfliktbe-

haftet ist, zumal allein aus dem Umstand, dass ein Elternteil sich einer 

 - 13 - 

 

 

Regelung mit geteilter Betreuung widersetzt, nicht auf fehlende Kooperati-

onsfähigkeit geschlossen werden kann (vgl. E. 3.3 oben). Um die Nichtan-

ordnung einer alternierenden Obhut rechtfertigen zu können, muss der El-

ternkonflikt vielmehr einen gewissen Schweregrad erreichen (BÜCH-

LER/CLAUSEN, in: Fankhauser/Schwenzer [Hrsg.], FamKomm Scheidung, 

Band I: ZGB, 4. Aufl. 2022, N. 9b f. zu Art. 298 ZGB, m.w.H.). Eine alter-

nierende Obhut fällt indessen dort ausser Betracht, wo die Eltern aufgrund 

der zwischen ihnen bestehenden Feindseligkeiten auch hinsichtlich ande-

rer Kinderbelange nicht zusammenarbeiten können, mit der Folge, dass sie 

ihr Kind im Szenario einer alternierenden Obhut dem gravierenden Eltern-

konflikt in einer Weise aussetzen würden, die seinen Interessen offensicht-

lich zuwiderläuft (BGE 142 III 612 E. 4.3). Dass eine derart empfindlich ge-

störte Beziehung zwischen den Parteien bestünde, ist nicht ersichtlich, zu-

mal die organisatorischen Massnahmen in Anbetracht des Kleinkindalters 

von C._____ sich noch als überschaubar erweisen sollten. Die Vorinstanz 

hat eine alternierende Obhut dementsprechend auch nicht mangels Erzie-

hungs- oder Kooperationsfähigkeit der Eltern verneint, sondern die Zutei-

lung von C._____ unter die alleinige Obhut der Klägerin mit dem Kriterium 

der Stabilität (der Beklagte habe sich im ersten Lebensjahr nie intensiv um 

seine Tochter gekümmert und sich auch nach der Trennung nie um eine 

intensivere Betreuung bemüht) und dem Umstand, dass der Beklagte gar 

nicht willens erscheine, mehr Betreuungsanteile zu übernehmen, begrün-

det (vgl. E 3.1 oben). 

 

Wie die Klägerin korrekt ausführt, setzt sich der Beklagte in seiner Berufung 

mit der vorinstanzlichen Begründung zur Obhutszuteilung nicht substanti-

iert auseinander. Der Beklagte bringt lediglich – wie bereits vor Vorinstanz 

– vor, dass er sein Arbeitspensum auf 80 % reduzieren könne, um C._____ 

mehr zu betreuen. Auf die Ausführungen der Vorinstanz zum Kriterium der 

Stabilität geht der Beklagte mit keinem Wort ein. Auch mit der vorinstanzli-

chen Erwägung, wonach der Beklagte gestützt auf die durchgeführte Par-

teibefragung gar nicht willens erscheine, mehr Betreuungsanteile zu über-

nehmen, setzt sich der Beklagte nicht in substantiierter Art und Weise aus-

einander. Bezüglich der Obhutsfrage fehlt es seitens des Beklagten somit 

an der nötigen Auseinandersetzung mit der Begründung im angefochtenen 

Entscheid (vgl. E. 1.1 hiervor). Entsprechend hat es bezüglich der Obhuts-

zuteilung von Vorherein beim angefochtenen Entscheid sein Bewenden.  

 

Ohnehin ist die vorinstanzliche Begründung der Unterstellung von C._____ 

unter die alleinige Obhut der Klägerin nicht zu beanstanden. Der vorliegend 

zu fällende Obhutsentscheid betrifft ein Kleinkind, das einer besonders in-

tensiven Pflege und Betreuung bedarf. Wie die Vorinstanz zu Recht aus-

führt, kommt daher den Kriterien der Stabilität und Kontinuität des bisher 

von den Parteien gelebten Betreuungsmodelles sowie der Möglichkeit der 

persönlichen Betreuung eine grosse Bedeutung zu. Im Vordergrund steht 

die bisherige Lebensweise, die das Kind möglichst weiterführen können 

 - 14 - 

 

 

soll. Die Ausführung im angefochtenen Entscheid, wonach die Klägerin bis 

anhin Hauptbezugsperson für C._____ gewesen ist, wird vom Beklagten 

mit keinem Wort in Frage gestellt. Unbestrittenermassen wurde das vom 

Beklagten beantragte Betreuungsmodell bis anhin auch nie gelebt. Vor 

dem Hintergrund, dass Kleinkinder ohnehin mannigfach anfallende Ent-

wicklungsaufgaben zu bewältigen haben, könnte ein Wechsel der bisheri-

gen Hauptbezugsperson in einer Überforderung münden, was nicht im 

Kindswohl liegt. Die Vorinstanz hat den Bezug von der anlässlich des an-

gefochtenen Entscheids rund eineinhalb Jahre alten C._____ zu ihrer bis-

herigen Hauptbetreuungsperson (der Klägerin) im Sinne der Stabilität bzw. 

Kontinuität der familiären Verhältnisse daher zu Recht als auschlaggeben-

des Element für die Zuteilung unter die alleinige Obhut der Klägerin be-

trachtet. Der vom Beklagten ins Feld geführte Umstand, wonach er seine 

Arbeitstätigkeit reduzieren und C._____ mehr betreuen könne, vermag 

nichts daran zu ändern, dass es im Kindswohlinteresse von C._____ liegt, 

wenn diese – insbesondere in Anbetracht ihres Kleinkindalters – wie bis 

anhin zu Hauptsache von der Klägerin und somit ihrer bisherigen Hauptbe-

zugsperson betreut wird. Darüber hinaus ist bei der Frage der Obhutszu-

teilung von Kleinkindern auch die Bereitschaft der Eltern zu berücksichti-

gen, sich persönlich um die Kinder zu kümmern und sich mit ihnen zu be-

schäftigen (vgl. BGE 142 II 612 E. 4.3). Mit der Vorinstanz bleibt diesbe-

züglich zumindest zweifelhaft, dass der Beklagte tatsächlich bereit wäre, 

sich zukünftig mehr als bis anhin persönlich um seine Tochter zu kümmern. 

So beantwortete er anlässlich der vorinstanzlichen Verhandlung die Frage, 

ob er sich vorstellen könne, ungefähr zu 50 % oder ein bisschen weniger 

die Betreuung von C._____ abzudecken, lediglich mit "wenn es sein muss". 

Auf die Rückfrage der Gerichtspräsidentin, ob er es sich somit nicht vor-

stellen könne, schwieg der Beklagte bloss (act. 78). Inwiefern diese Aussa-

gen des Beklagten anders als – wie von der Vorinstanz interpretiert – man-

gelnde Bereitschaft zu mehr persönlicher Betreuung von C._____ verstan-

den werden könnte, ist nicht ersichtlich. Jedenfalls mag nichts daran zu 

ändern, dass der Beklagte seine hiervor zitierten Antworten gemäss Aus-

führungen in seiner Berufung in wohl etwas zu emotionalem Zustand von 

sich gab.  

 

Nach Gesagtem und unter Berücksichtigung des Umstands, dass der Be-

klagte die alleinige Obhut über C._____ nicht beantragt hat, ist zusammen-

fassend nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz von einer alternieren-

den Obhut absah und C._____ unter die alleinige Obhut der Klägerin 

stellte.  

 

4. 

4.1. 

Die Vorinstanz berechtigte den Beklagten, seine Tochter jeden ersten, 

zweiten, dritten und allenfalls fünften Sonntag eines jeden Monats von 

10:00 Uhr bis 17:00 Uhr zu betreuen. Zur Begründung führte sie aus 

 - 15 - 

 

 

(angefochtener Entscheid E. 5.3), der Beklagte habe seine Tochter gegen 

Ende März 2023 das letzte Mal gesehen. Es sei der Klägerin insofern zu-

zustimmen, dass der Beklagte C._____ fremd erscheine und deshalb 

weine, was jedoch darauf zurückzuführen sei, dass die Klägerin das Kind 

vom Beklagen zu entfremden versuche. Aufgrund der tatsächlichen Ent-

fremdung von C._____ zu ihrem Vater erscheine es angezeigt, einen Kon-

takt zwischen den beiden wieder behutsam aufzubauen und zu vertiefen. 

Das Beziehungsverhältnis solle wieder stetig aufgebaut werden. Es er-

scheine unter Betrachtung des Alters von C._____ und der beruflichen Be-

lastung des Beklagten angemessen, wenn C._____ jeden ersten, zweiten, 

dritten und allenfalls fünften Sonntag vom Beklagten betreut werde. 

 

4.2. 

4.2.1. 

Der Beklagte beantragt ein Besuchsrecht an jedem ersten, zweiten, dritten 

und allenfalls fünften Wochenende des Monats von Freitagabend, 

17.30 Uhr, bis Sonntagabend, 18.00 Uhr, sowie von jedem Mittwochabend, 

17.00 Uhr, bis Donnerstagmorgen, 8.00 Uhr, und während vier Wochen Fe-

rien pro Jahr. Der regelmässige Kontakt zum nicht betreuenden Elternteil 

sei für Kleinkinder besonders wichtig, da Kleinkinder im "Hier und Jetzt" 

lebten. Selbst die Vorinstanz zitiere, dass insbesondere bei Kleinkindern 

häufige Besuchsintervalle ideal seien. Trotz der anderslautenden Erwä-

gung habe die Vorinstanz den [während des erstinstanzlichen Verfahrens 

vorerst noch superprovisorisch angeordneten {vgl. act. 40}] zusätzlichen 

Besuchsabend am Mittwochabend [von 17.00 Uhr bis 19.30 Uhr 

{vgl. act. 40}) gestrichen. Der Beklagte sei stets bereit und in der Lage ge-

wesen, den Besuch am Mittwochabend wahrzunehmen. Es könne ihm 

nicht angelastet werden, dass er das Fussballtraining besucht habe, wenn 

ihm der Kontakt zur Tochter von der Klägerin verweigert worden sei. Die 

berufliche Belastung des Beklagten spreche auch nicht gegen den zusätz-

lichen Besuchsabend am Mittwochabend. Es herrsche wohl Einigkeit, dass 

der persönliche Kontakt bei einem Kleinkind nicht durch Möglichkeiten der 

Videotelefonie oder Telefonie ersetzt werden könne. Ein Kind unter sieben 

Jahren sei nicht in der Lage, ein längeres Telefonat zu führen (Berufung 

S. 8). 

 

4.2.2. 

Die Beklagte liess sich mit Berufungsantwort nicht zum vom Kläger bean-

tragten Besuchsrecht vernehmen.  

 

4.3. 

Eltern, denen die elterliche Sorge oder Obhut nicht zusteht, und das min-

derjährige Kind haben gegenseitig Anspruch auf angemessenen persönli-

chen Verkehr (Art. 273 Abs. 1 ZGB). Es ist anerkannt, dass die Beziehung 

eines Kindes zu beiden Elternteilen sehr wichtig ist und bei der Identitäts-

findung des Kindes eine entscheidende Rolle spielen kann (BGE 130 

 - 16 - 

 

 

III 585 E. 2.2.2; Urteil des Bundesgerichts 5A_716/2010 vom 23. Februar 

2011 E. 4). Bei der Ausgestaltung des Besuchsrechts bildet das Kindes-

wohl die oberste Richtschnur (BGE 131 III 209 E. 5 mit Hinweisen; Urteil 

des Bundesgerichts 5A_654/2019 vom 14. Mai 2020 E. 3.1). Allfällige Inte-

ressen der Eltern haben zurückzustehen (BGE 130 III 585 E. 2.1). Bei der 

Regelung der Häufigkeit und der Dauer der Besuchskontakte ist in erster 

Linie auf das Alter des Kindes abzustellen. Die Bedürfnisse des Kleinkindes 

entsprechen nicht denjenigen eines Jugendlichen (BÜCHLER, in: Fankhau-

ser/Schwenzer [Hrsg.], FamKomm Scheidung, Band I: ZGB, 4. Aufl. 2022, 

N. 28 zu Art. 273 ZGB). Den Bedürfnissen von kleinen Kindern entsprechen 

in der Regel kurze Kontakte, ohne Übernachtungen, in kleinen Abständen 

(Urteil des Bundesgerichts 5A_654/2019 vom 14. Mai 2020 E. 3.1 m.H.a. 

BGE 142 III 481 E. 2.8). Aufgrund des kindlichen Zeitempfindens sollten in 

diesem Lebensalter einerseits die Trennungszeiten von der Hauptbezugs-

person nicht allzu lang sein und andererseits die Besuche nicht länger als 

vierzehn Tage auseinander liegen (Urteile des Bundesgerichts 

5A_654/2019 vom 14. Mai 2020 E. 3.1 und 5A_968/2016 vom 14. Juni 

2017 E. 5.1). Von Bedeutung ist auch die bisherige Bindung an den ande-

ren Elternteil, die Häufigkeit der bisherigen Kontakte, die Entfernung und 

Erreichbarkeit der Wohnungen der Eltern sowie die Beziehung der Eltern 

untereinander (SCHWENZER/COTTIER, a.a.O., N. 13 zu Art. 273 ZGB).  

 

4.4. 

Es ist nicht ersichtlich, dass der Beklagte bisher eine überdurchschnittlich 

enge und vertraute Beziehung zu seiner Tochter gepflegt hat. Hauptbe-

zugsperson von C._____ war und ist die Klägerin (vgl. E. 3.4.2 hiervor). Es 

besteht daher kein Anlass, im vorliegenden Fall von dem den Bedürfnissen 

eines Kleinkindes im Regelfall am besten entsprechenden Besuchsrecht in 

kürzeren Intervallen, doch ohne Übernachtung abzuweichen. Das vom Be-

klagten in der Berufung beantragte Ferienrecht, das eine mehrtägige Tren-

nung von der Klägerin, der Hauptbezugsperson von C._____, zur Folge 

hätte, fällt damit von vornherein ausser Betracht. Ebenso das beantragte 

Besuchsrecht mit Übernachtungen. Das von der Vorinstanz angeordnete 

Besuchsrecht von sieben Stunden an jedem ersten, zweiten, dritten und 

allenfalls fünften Sonntag pro Monat scheint dagegen mittlerweile zu funk-

tionieren (vgl. Berufung S. 7). Gegenteiliges wird jedenfalls nicht vorge-

bracht. Gründe, die einer Ausdehnung dieses Kontaktrechts auf zusätzlich 

drei Stunden jeweils am Mittwoch von 17.00 Uhr bis 20.00 Uhr entgegen-

stehen, werden von der Klägerin nicht geltend gemacht und sind auch nicht 

ersichtlich, zumal dies in Anbetracht der Distanz der Wohnorte beider Par-

teien für C._____ noch als zumutbar erscheint. Damit spricht nichts dage-

gen, den Beklagten zu berechtigen, C._____ zusätzlich zum von der Vo-

rinstanz eingeräumten Besuchsrecht an jedem Mittwochabend von 

17.00 Uhr bis 20.00 Uhr zu sich auf Besuch zu nehmen. 

 

 - 17 - 

 

 

5. 

5.1. 

Die Vorinstanz bestimmte die Unterhaltsbeiträge für das Kind und die Klä-

gerin nach der Methode der Existenzminima mit Überschussverteilung. Da-

bei werden die vorhandenen Ressourcen (effektive oder hypothetische Ein-

kommen) auf die beteiligten Familienmitglieder dahingehend verteilt, dass 

in einer bestimmten Reihenfolge (Barunterhalt, Betreuungsunterhalt der 

Kinder, ehelicher und nachehelicher Unterhalt, Volljährigenunterhalt) das 

betreibungsrechtliche bzw. bei genügend Mitteln das sog. familienrechtli-

che Existenzminimum (zu welchem typischerweise u.a. die Steuern, den 

finanziellen Verhältnissen entsprechende statt am betreibungsrechtlichen 

Existenzminimum orientierte Wohnkosten und allenfalls eine angemessene 

Schuldentilgung gehören) der Beteiligten gedeckt und alsdann ein verblei-

bender Überschuss nach der konkreten Situation ermessensweise verteilt 

wird. Der Überschuss wird grundsätzlich zwischen den Eltern und den min-

derjährigen Kindern nach "grossen und kleinen Köpfen" verteilt (BGE 147 

III 265 E. 7.1 bis 7.3). Im Mankofall ist dem Unterhaltsschuldner das betrei-

bungsrechtliche Existenzminimum zu belassen (BGE 135 III 66). 

 

5.2. 

5.2.1. 

Bei der Berechnung der Unterhaltsbeiträge wurde von zwei Phasen ausge-

gangen: Phase 1 von 1. November 2022 bis 30. September 2023 und 

Phase 2 ab 1. Oktober 2023 (Kündigung Mietwohnung Beklagter).  

 

5.2.2. 

Zunächst ermittelte die Vorinstanz die Einkommen der Parteien (E. 6.6). 

Bei der Klägerin resultiere ein Einkommen von Fr. 850.00, beim Beklagten 

ein solches von Fr. 6'000.00. Der Tochter rechnete die Vorinstanz die Kin-

derzulage von Fr. 200.00 als Einkommen an. 

 

5.2.3. 

Weiter wurden die betreibungsrechtlichen Existenzminima festgestellt 

(E. 6.7.1 bis E. 6.7.3).  

 

Beim Beklagten resultierte für die erste Phase ein solches von Fr. 3'737.00 

(Grundbetrag: Fr. 1'200.00; Wohnkosten: Fr. 1'910.00; KVG-Prämie: 

Fr. 316.00: auswärtige Verpflegung: Fr. 220.00; Arbeitsweg: Fr. 91.00) und 

für die zweite Phase von Fr. 3'177.00 (neu: Wohnkosten: Fr. 1'350.00). 

 

Bei der Klägerin resultierte in der ersten Phase ein solches von Fr. 2'272.00 

(Grundbetrag: Fr. 1'100.00; Wohnkosten: Fr. 750.00 abzgl. Wohnkosten-

anteil Tochter Fr. 150.00; KVG-Prämie: Fr. 382.00; auswärtige Verpfle-

gung: Fr. 22.00; Arbeitsweg: Fr. 168.00) und in der zweiten Phase von 

Fr. 2'872.00 (neu: Grundbetrag: Fr. 1'200.00; Wohnkosten: Fr. 1'350.00 

abzgl. Wohnkostenanteil Tochter Fr. 250.00). 

 - 18 - 

 

 

Bei C._____ resultierte in der ersten Phase ein solches von Fr. 642.00 

(Grundbetrag: Fr. 400.00; Wohnkostenanteil: Fr. 150.00; KVG-Prämie: 

Fr. 92.00) und in der zweiten Phase von Fr. 742.00 (neu: Wohnkostenan-

teil: Fr. 250.00). 

 

5.2.4. 

Die Vorinstanz erweiterte den gebührenden Unterhalt auf das familien-

rechtliche Existenzminimum, wobei sie bei der Klägerin Steuern in der 

Höhe von Fr. 85.00 (Phase 1) bzw. Fr. 48.00 (Phase 2) und beim Beklagten 

Steuern von Fr. 295.00 (Phase 1) bzw. Fr. 191.00 (Phase 2) anrechnete. 

Für C._____ wurde in beiden Phasen ein Steueranteil von Fr. 20.00 be-

rücksichtigt. Ein Überschuss verblieb gemäss Vorinstanz nach dem Aus-

scheiden der Steuern nicht (angefochtener Entscheid E. 6.7.5 f.). 

 

5.2.5. 

In der ersten Phase ergab sich gemäss Vorinstanz bei der Klägerin ein 

Manko von Fr. 1'507.00 und bei C._____ ein Manko von Fr. 442.00, womit 

ein Unterhaltsbeitrag für C._____ von Fr. 1'969.00 (davon Fr. 1'507.00 Be-

treuungsunterhalt) resultierte (angefochtener Entscheid E. 6.7.6). 

 

In der zweiten Phase ergab sich gemäss Vorinstanz bei der Klägerin ein 

Manko von Fr. 2'070.00 und bei C._____ ein Manko von Fr. 542.00, womit 

ein Unterhaltsbeitrag von Fr. 2'632.00 (davon Fr. 2'070.00 Betreuungsun-

terhalt) resultierte (angefochtener Entscheid E. 6.7.6). 

 

5.3. 

Der Beklagte verlangt in seiner Berufung (Antrag Ziffer 1/c) die Bildung ei-

ner dritten Unterhaltsphase sowie die Herabsetzung des zugesprochenen 

Unterhaltsbeitrags für die Tochter C._____ in sämtlichen Phasen.  

 

5.4. 

Auf die Ausführungen des Beklagten betreffend Bildung einer im Vergleich 

zum angefochtenen Entscheid neuen dritten Unterhaltsphase (Berufung 

Ziff. 3.1) infolge der ab 1. September 2023 geltend gemachten Erhöhung 

des Arbeitspensum der Klägerin und des daraus resultierenden behaupte-

ten höheren Einkommens und der höheren Steuerlast sowie die höheren 

Berufsauslagen der Klägerin (Berufung Ziff. 3.2 und 3.4) ist nicht näher ein-

zugehen, da diese behauptete neue Phase seitens des Beklagten von der 

Anordnung der alternierenden Obhut abhängig gemacht wird und es ge-

mäss vorliegendem Entscheid bei der Unterstellung von Tochter C._____ 

unter die alleinige Obhut der Klägerin bleibt (vgl. E. 3 hiervor). Das den 

Parteien und Tochter C._____ von der Vorinstanz angerechnete Einkom-

men (Klägerin: Fr. 850.00; Beklagter: Fr. 6'000.00; D._____: Fr. 200.00) 

wird ansonsten nicht beanstandet, weshalb es dabei sein Bewenden hat. 

Gleich verhält es sich mit der vom Beklagten behaupteten Anrechnung ei-

nes höheres Wohnkostenanteils für Tochter C._____ in seinem Bedarf, 

 - 19 - 

 

 

welche ebenso lediglich für den Fall der Zuteilung der alternierenden Obhut 

geltend gemacht wurde. Da die übrigen vom Beklagten beanstandeten Be-

darfspositionen der Parteien (bei der Klägerin: KVG-Prämie sowie Wohn- 

und Arbeitswegkosten [vgl. E. 5.5 hernach]; beim Beklagten: Höhe der 

Steuerlast sowie der Arbeitsweg- und Wohnkosten [vgl. E. 5.6 hernach]) 

indessen Auswirkungen auf die Höhe des Unterhaltsbeitrags haben kön-

nen, sind diese nachfolgend zu prüfen. 

 

5.5. 

5.5.1. 

5.5.1.1. 

Die Vorinstanz hat der Klägerin in der Phase 1 (bis September 2023) Wohn-

kosten in der Höhe von Fr. 750.00 (exkl. Wohnkostenanteil C._____ von 

Fr. 150.00) und in der 2. Phase (ab Oktober 2023) von Fr. 1'350.00 ange-

rechnet. Die bei ihren Eltern wohnhafte Klägerin habe keine effektiven Miet-

kosten ausgewiesen. Es liege aber in der Natur der Sache, dass Wohnen 

mit Nutzung der gesamten Infrastruktur (Wasser/Strom) nicht gratis sei. 

Dass die Eltern der Klägerin ihr diese Wohnkosten nicht effektiv in Rech-

nung stellten, sei reine Kulanz und stelle klarerweise eine Zuwendung Drit-

ter dar, von der der Beklagte nicht zu profitieren habe. Da die Klägerin an-

gegeben habe, ihrem Vater Fr. 900.00 zu zahlen, womit auch noch Nah-

rungsmittel gekauft würden, was bereits mit dem Grundbetrag abgedeckt 

sei, sei ermessensweise ein Abzug von Fr. 150.00 zu machen. Damit re-

sultierten Wohnkosten von Fr. 750.00 (angefochtener Entscheid 

E. 6.7.2.2.2).  

 

5.5.1.2. 

Der Beklagte beanstandet die von der Vorinstanz bei der Klägerin berück-

sichtigten Wohnkosten von Fr. 750.00 bis Ende Oktober 2023. Die Wohn-

kosten seien bis zum Auszug der Klägerin zu hoch. Davon ausgehend, 

dass die Klägerin ihren Eltern für sich und C._____ tatsächlich Fr. 900.00 

pro Monat bezahlen müsse, liege der Wohnkostenanteil deutlich tiefer als 

die angenommenen Fr. 750.00. Ansonsten betrage der Anteil für Nah-

rungsmittel etc. lediglich Fr. 150.00 für zwei Personen. Richtigerweise be-

trage der Anteil für Nahrungsmittel etc. für beide Personen mindestens 

Fr. 400.00. Damit blieben Wohnkosten von Fr. 500.00. Der Wohnkosten-

anteil von C._____ betrage Fr. 150.00 (Berufung Ziff. 3.4). 

 

5.5.1.3. 

Die Vorinstanz hat festgehalten, dass gemäss Rechtsprechung und herr-

schender Lehre freiwillige Leistungen Dritter, die dem Willen des Zuwen-

denden nach einzig dem Empfänger zugutekommen sollen, diesem nicht 

als Einkommen angerechnet werden. Andernfalls kämen sie indirekt einer 

anderen Person zu als derjenigen, für die sie tatsächlich bestimmt sind 

(BGE 128 III 161 E. 2c/aa; BÜCHLER/RAVEANE, in: FamKommentar Schei-

dung, Band I, 4. Aufl., Bern 2022, N. 36 zu Art. 125 ZGB). Dasselbe muss 

 - 20 - 

 

 

gelten, wenn eine Partei durch Leistungen Dritter von bestimmten Ausga-

ben entlastet wird. Mit dieser zutreffenden Begründung hat sich der Be-

klagte in seiner Berufung mit keinem Wort auseinandergesetzt, weshalb er 

mit seiner Beanstandung, der Klägerin seien nur die effektiv anfallenden 

Wohnkosten anzurechnen, nicht zu hören ist. Inwiefern die von der Vor-

instanz der Klägerin angerechneten Wohnkosten von Fr. 750.00 und 

Fr. 1'350.00 nicht angemessen sein sollten, wird vom Beklagten sodann 

nicht substantiiert vorgebracht. Entsprechend bleibt es bei den von der    

Vorinstanz der Klägerin angerechneten Wohnkosten in sämtlichen Phasen.  

 

5.5.2. 

5.5.2.1. 

Die Vorinstanz hat der Klägerin die Krankenkassenprämienkosten nach 

KVG in der Höhe von Fr. 382.00 in allen Phasen angerechnet (angefochte-

ner Entscheid E. 6.7.2.3). Der Beklagte bringt vor, beim Einkommen der 

Klägerin stünde ihr die volle individuelle Prämienverbilligung zu. Es hätte 

an ihr gelegen, diese zu beantragen. Falls sie dies unterlassen habe, gehe 

dies zu ihren Lasten. Die Klägerin habe sich auszuweisen. Der Prämien-

verbilligungsabzug betrage in der erstem Phase Fr. 382.00 und in der zwei-

ten Phase noch Fr. 191.00 (Berufung Ziff. 3.4). 

 

5.5.2.2. 

Wie der Beklagte die Höhe der von ihm geltend gemachten Prämienverbil-

ligung berechnet hat, lässt sich aus seiner Begründung nicht schliessen. 

Der Anspruch auf eine solche Verbilligung ist auch nicht offensichtlich, zu-

mal bei der Prämienverbilligungsberechnung auch die vom Beklagten an 

die Klägerin zu entrichtenden Unterhaltsbeiträge zu berücksichtigen wären. 

Es bleibt daher bei den von der Vorinstanz im Bedarf der Klägerin berück-

sichtigten Krankenkassenprämien.  

 

5.5.3. 

5.5.3.1. 

Die Vorinstanz rechnete der Klägerin Fr. 168.00 pro Monat für die Benüt-

zung des Autos zur Zurücklegung ihres Arbeitswegs an (angefochtener 

Entscheid E. 6.7.2.4). Das Auto habe Kompetenzcharakter, da die Klägerin 

nur sehr unregelmässig und zu verschiedenen Tageszeiten arbeiten könne 

und zusätzlich ein kleines Kind betreue. Zudem spare die Klägerin mit dem 

Auto rund eine Stunde Fahrtzeit pro Weg. 

 

5.5.3.2. 

Der Beklagte bringt  dagegen vor (Berufung Ziff. 3.4), die Erwägung der 

Vorinstanz, wonach dem Auto der Klägerin Kompetenzcharakter zukom-

men solle, sei nicht nachvollziehbar. Die Klägerin mache nirgends geltend, 

weshalb sie für die Kindsbetreuung ein Auto benötige. Auch bei unregel-

mässiger Arbeitstätigkeit sei es der Klägerin zumutbar, den Arbeitsweg 

nach S._____ mit dem öffentlichen Verkehr zu bestreiten. Die Reisezeit 

 - 21 - 

 

 

liege unter einer Stunde. Vom Bahnhof her seien es 10 Minuten Fussweg 

und je nach Zeit fahre auch ein Bus. Gemäss www.sbb.ch bestehe um 

23:11 Uhr noch eine Verbindung nach Q._____. Sollte die Klägerin ab Aus-

zug wieder in die Region R._____ ziehen, würde der Arbeitsweg zudem 

kürzer und günstiger. 

 

5.5.3.3. 

Die Klägerin hält entgegen (Berufungsantwort S. 10), es sei ihr nicht mög-

lich, ihren Arbeitsweg vernünftig mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu-

rückzulegen. Sie sei auf die Benutzung eines Fahrzeugs angewiesen. Dies 

auch deshalb, weil sie ein Kleinkind betreue und sie so gegebenenfalls auf 

rasche Fahrten zwischen Arbeitsort und Wohnort bei Problemen mit 

C._____ angewiesen sei. Stundenlanges Zugfahren stünde zudem in kei-

ner vernünftigen Relation zu den wenigen Arbeitsstunden der Klägerin.  

 

5.5.3.4. 

Gemäss Ziff. II.4 der obergerichtlichen Richtlinien für die Berechnung des 

betreibungsrechtlichen Existenzminimums (Notbedarf) nach Art. 93 SchKG 

(SchKG-Richtlinien; KKS.2005.7) sind im Notbedarf mit Bezug auf Fahrten 

zum Arbeitsplatz die Autokosten zu berücksichtigen, wenn ein Ehegatte 

wegen des Arbeitswegs, der Arbeitszeit oder andern speziellen Umständen 

auf ein Fahrzeug angewiesen ist. Die Klägerin legt glaubhaft und unbestrit-

tenermassen dar, dass ihre Arbeitsschichten in der Regel um 06:30 Uhr 

beginnen (act. 75). Öffentliche Verkehrsmittel stehen ihr in diesen frühen 

Morgenstunden nicht zur Verfügung (vgl. www.sbb.ch). Entsprechend ist 

die Klägerin auf die Benützung ihres Autos angewiesen. Damit ist nicht zu 

beanstanden, dass die Vorinstanz bei der Klägerin für die Zurücklegung 

ihres Arbeitsweges die Kosten für die Nutzung ihres Fahrzeugs eingesetzt 

hat. Die Höhe der Fahrtkosten wird vom Beklagten nicht weiter bean-

standet, womit es bei den eingesetzten Fr. 168.00 sein Bewenden hat. 

 

5.5.4. 

Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Vorinstanz das Existenzmini-

mum der Klägerin korrekt festgestellt hat. 

 

5.6. 

5.6.1. 

5.6.1.1. 

Die Vorinstanz hat dem Beklagten Arbeitswegkosten  von Fr. 91.00 für ein 

SBB-Monatsabonnement angerechnet (angefochtener Entscheid 

E. 6.7.1.4). Der Beklagte benötige für die Strecke mit dem öffentlichen Ver-

kehr jeweils nur 31 Minuten. Indes habe der Beklagte auch nicht glaubhaft 

machen können, dass er das Auto für seine Arbeit benötige. Er habe ange-

geben, er erhalte ein Geschäftsfahrzeug, welches er für seine Arbeitsauf-

träge nutzen könne. Dass er dieses Geschäftsfahrzeug ab und zu nach 

http://www.sbb.ch/

 - 22 - 

 

 

Hause nehmen und so zusätzliche Kosten einsparen könne, sei vorliegend 

nicht relevant.   

 

5.6.1.2. 

Der Beklagte bringt vor, die ihm angerechneten Arbeitswegkosten seien zu 

tief. Gemäss Arbeitsvertrag liege der Arbeitsort in T._____. Würde der Be-

klagte den öffentlichen Verkehr für den Arbeitsweg nutzen, so hätte er zwi-

schen 45 Minuten und einer Stunde pro Weg, davon 16 – 20 Minuten Fuss-

weg. Nutze der Beklagte sein Auto, so dauere der Arbeitsweg rund 20 Mi-

nuten. Dies ergebe pro Arbeitstag eine Ersparnis von einer Stunde. Zudem 

biete die Benützung des Autos die Möglichkeit, dass der Beklagte die Toch-

ter unmittelbar im Anschluss an die Arbeit abholen könne (Berufung S. 14 

f.). 

 

5.6.1.3. 

Die Klägerin entgegnet (Berufungsantwort S. 11), der Beklagte sei anläss-

lich der vorinstanzlichen Verhandlung nicht bereit gewesen, seinen Arbeits-

ort zu bezeichnen, weil er – so jedenfalls die Vermutung der Klägerin – der 

Geheimhaltung unterliegende Betriebsräumlichkeiten […] betreue. Ent-

sprechend habe der Beklagte angegeben, "im ganzen Kanton" zu arbeiten. 

Folglich könnten beim Beklagten einzig die von der Vorinstanz angerech-

neten Arbeitswegkosten in der Höhe von Fr. 91.00 angerechnet werden.  

 

5.6.1.4. 

Im Arbeitsvertrag des Beklagten ist als Arbeitsort T._____ verurkundet 

(Beilage 3 zur Stellungnahme des Beklagten vom 12. Januar 2023). An-

lässlich der vorinstanzlichen Verhandlung gab der Beklagte indessen an, 

seine Stelle jeweils in U._____ anzutreten (act. 80). Tagsüber könne er ein 

Geschäftsfahrzeug benützen, zumal er im ganzen Kanton arbeite (act. 80). 

In der Steuererklärung 2022 (Berufungsbeilage 5) hat der Beklagte eben-

falls U._____ als Arbeitsort angegeben. Gestützt auf die Angaben des Be-

klagten ist somit davon auszugehen, dass er seine Arbeit jeweils – entge-

gen dem anderslautenden Arbeitsort gemäss Arbeitsvertrag – in U._____ 

in Angriff nimmt und ab dort jeweils ein Geschäftsauto benutzen kann. Der 

Arbeitsweg des Beklagten von R._____ nach U._____ beträgt mit den öf-

fentlichen Verkehrsmitteln ca. 30 Minuten, wobei dem Beklagten halbstünd-

lich eine entsprechende Verbindung zur Verfügung steht (vgl. www.sbb.ch). 

Unter Berücksichtigung der vom Beklagten geltend gemachten zusätzli-

chen Dauer für den Fussweg zu den jeweiligen Haltestellen der öffentlichen 

Verkehrsmitteln von bis zu 20 Minuten dauert der Arbeitsweg des Beklag-

ten somit maximal 50 Minuten pro Weg. Vor diesem Hintergrund ist nicht 

ersichtlich, inwiefern dem Beklagten die Zurücklegung des Arbeitswegs mit 

den öffentlichen Verkehrsmittel nicht zumutbar sein soll. Die Zeitersparnis 

für den Beklagten, welche bei Benutzung eines Autos im Vergleich zum 

öffentlichen Verkehr erfolgen würde, reicht für die Bejahung der Kompe-

tenzqualität des Autos (vgl. E. 5.5.3.4 hiervor) jedenfalls nicht aus. Damit 

 - 23 - 

 

 

sind die von der Vorinstanz eingesetzten Fr. 91.00 für das Abonnement der 

öffentlichen Verkehrsmittel nicht zu beanstanden. 

 

5.6.2. 

5.6.2.1. 

In der ersten Phase (bis Ende September 2023) hat die Vorinstanz dem 

Beklagten Wohnkosten für die von ihm nach der Trennung vorerst weiterhin 

bewohnte ehemalige eheliche Wohnung von Fr. 1'910.00 (inkl. Kosten für 

zwei Parkplätze) angerechnet. Für die 2. Phase (ab Oktober 2023) ging die 

Vorinstanz davon aus, dass der Beklagte die eheliche Wohnung auf den 

nächstmöglichen Termin kündigen müsse (wobei sie von einer Kündi-

gungsfrist von drei Monaten ausging) und berücksichtigte (hypothetische) 

Wohnkosten für eine neue Mietwohnung von noch Fr. 1'350.00 (angefoch-

tener Entscheid E. 6.5 und 6.7.1.2). 

 

5.6.2.2. 

Mit Berufung bringt der Beklagte vor (Berufung, S. 9), ihm seien erst ab 

November 2023 reduzierte Wohnkosten von Fr. 1'350.00 anzurechnen, da 

die eheliche Wohnung lediglich unter Einhaltung einer viermonatigen Kün-

digungsfrist und somit frühestens per Ende Oktober 2023 habe gekündet 

werden können. Mit Eingabe vom 19. Oktober 2023 liess er sodann mittei-

len, dass er per 1. November 2023 eine neue Mietwohnung für monatliche 

Gesamtkosten von Fr. 1'400.00 gefunden habe.  

 

5.6.2.3. 

Die Klägerin hält dagegen (Berufungsantwort S. 12 f.), der Beklagte habe 

anlässlich der vorinstanzlichen Verhandlung ausgesagt, dass er infolge ge-

kündigter zwei Parkplätze ab 1. September 2023 nur noch Fr. 1'640.00 be-

zahlen müsse. Diese Wohnkostenminderung für den Monat September 

2023 sei von der Vorinstanz nicht berücksichtigt worden. Den Mietvertrag 

[der ehelichen Wohnung] habe der Beklagte nicht eingereicht. Der mit Be-

rufungsbeilage 3 eingereichte "Zettel" habe keinen erkennbaren Bezug 

zum Beklagten, womit diesem der Nachweis, dass gerade bei ihm eine 

ausserordentliche Kündigungsfrist von vier Monaten geltend solle, nicht ge-

linge.  

 

5.6.2.4. 

Soweit der Beklagte geltend macht, bei seiner Bedarfsberechnung seien 

erst ab November 2023 – anstatt wie von der Vorinstanz bereits ab Oktober 

2023 berücksichtigt –  reduzierte Wohnkosten anzurechnen, ist er damit 

nicht zu hören. Mit der Klägerin ist festzuhalten, dass der vom Beklagten 

mit Berufungsbeilage 3 eingereichte Ausschnitt eines Mietvertrags keinerlei 

Bezug zum Mietverhältnis über die ehemalige eheliche Wohnung der Par-

teien hat. Der Beklagte vermag somit nicht glaubhaft darzulegen, dass er 

die ehemalige eheliche Wohnung tatsächlich nicht hätte innert der im Kan-

ton Aargau praxisüblichen Kündigungsfrist von drei Monaten (anstatt wie 

 - 24 - 

 

 

von ihm behauptet von vier Monaten) kündigen können, obwohl ihm die 

Möglichkeit zum Nachweis mittels Einreichung des (gesamten) Mietver-

trags ohne weiteres möglich gewesen wäre und er von der Vorinstanz so-

gar dazu aufgefordert wurde (act. 79 unten). Mit der vorinstanzlichen Erwä-

gung, wonach ihm das Finden einer Mietwohnung für einen Mietzins von 

Fr. 1'350.00 ab Oktober 2023 zumutbar gewesen wäre, setzt sich der Be-

klagte sodann mit keinem Wort auseinander. Soweit der Beklagte mit Ein-

reichung seines neuen Mietvertrags mit Eingabe vom 19. Oktober 2023 die 

Anrechnung eines Mietzins von Fr. 1'400.00 ab November 2023 verlangt, 

ist er damit mangels genügender Auseinandersetzung mit dem angefoch-

tenen Entscheid nicht zu hören (vgl. E. 1.1 hiervor).  

 

Die Klägerin hält richtig fest, dass die Vorinstanz bei der Unterhaltsberech-

nung die für den Monat September 2023 infolge Kündigung zweier Park-

plätze von Fr. 1'910.00 auf Fr. 1'640.00 (act. 80; so auch Berufung S. 14) 

reduzierten Mietkosten für die ehemalige eheliche Wohnung nicht berück-

sichtigt hat. In Anbetracht des Umstandes, dass es sich dabei lediglich um 

eine Reduktion der dem Bedarf des Beklagten angerechneten Mietzinskos-

ten von Fr. 270.00 (Fr. 1'910.00 – Fr. 1'640.00) handelt, was zu einem 

Überschuss in gleicher Höhe führen würde (vgl. angefochtener Entscheid 

E. 6.7.5.1), an welchem der Beklagte auch partizipieren würde (vgl. E. 5.1 

hiervor), erscheint die vorinstanzliche Wohnkostenreduktion einzig und al-

lein für den Monat September 2023 im Lichte der bei Unterhaltsberechnun-

gen immanenten Scheingenauigkeiten und des weiten richterlichen Ermes-

sens in Unterhaltssachen (vgl. BGE 134 III 577 E. 4) als angemessen und 

ist somit nicht zu beanstanden.  

 

5.6.3. 

5.6.3.1. 

Die Vorinstanz hat dem Beklagten (geschätzte) Steuerlasten für die 

Phase 1 in der Höhe von Fr. 295.00 und für Phase 2 in der Höhe von 

Fr. 191.00 angerechnet (angefochtener Entscheid E. 6.7.5.1).  

 

5.6.3.2. 

Der Beklagte bringt dagegen vor, er habe sein Einkommen zu versteuern, 

wobei die zu leistenden Unterhaltsbeiträge abzugsfähig seien. In der Steu-

ererklärung 2022 weise der Beklagte ein steuerbares Einkommen von rund 

Fr. 52'000.00 aus. Im Jahr 2023 seien die Pensumsreduktion ab 1. Sep-

tember 2023 und die zu leistenden Unterhaltsbeiträge zu berücksichtigen. 

Es sei davon auszugehen, dass die Beiträge des Beklagten in die 3. Säule 

weniger hoch ausfallen würden als noch im Jahr 2022. Das für 2023 steu-

erbare Einkommen werde auf Fr. 42'000.00 geschätzt (Berufung S. 15). 

 

 - 25 - 

 

 

5.6.3.3. 

Auf die Ausführungen zur Pensumsreduktion des Beklagten ist mangels 

Anordnung der alternierenden Obhut von Vorherein nicht näher einzuge-

hen (vgl. E. 5.4 hiervor).  

 

In den eherechtlichen Summarverfahren kann nicht verlangt werden, dass 

das Gericht – wie die Steuerbehörden – eine exakte Berechnung der zu 

bezahlenden Steuern vornimmt. Beim Einbezug der Steuern kann nämlich 

ohnehin nur vom mutmasslichen Resultat der Unterhaltsberechnung aus-

gegangen werden, was eine genaue Berechnung von vornherein aus-

schliesst (vgl. BRÄM/HASENBÖHLER, Zürcher Kommentar, Zürich 1998, 

N 118A, II.12. zu Art. 163 ZGB). Zudem werden die Steuern für jede Steu-

erperiode, bei der es sich um das Kalenderjahr handelt (vgl. § 58 Abs. 1 

und 2 StG AG), und nicht für einzelne unterhaltsrechtlich gebildete Zeitpe-

rioden festgesetzt und erhoben. 

 

Es ergeben sich folgende approximative Steuerberechnungen für den Be-

klagten: 

 

Auszugehen ist in der ersten Phase von einem steuerbaren Einkommen 

von gerundet Fr. 36'450.00 (Nettoerwerbseinkommen: Fr. 72'000.00 [vgl. 

das von der Vorinstanz festgehaltene und unbeanstandet gebliebene mo-

natliche Nettoeinkommen von Fr. 6'000.00; vgl. E. 5.2.2 hiervor] – Berufs-

kostenpauschale: Fr. 2'150.00 [vgl. Steuererklärung 2022 in Berufungsbei-

lage 5; 3 % von Fr. 72'000.00 gemäss § 35 Abs. 1 StG i.V.m § 12 StV i.V.m. 

Anhang 1 zur Berufskostenverordnung, SR 642.118.1] – Verpflegungskos-

ten: Fr. 3'200.00 [§ 35 Abs. 1 lit. b StG] – Fahrkosten: rund Fr. 3'000.00 

[vgl. Steuerklärung 2022 in Berufungsbeilage 5; 9.5km * 2 * Fr. 0.70 * 220; 

§ 35 Abs. 1 lit. a StG] – Beitrag Säule 3a: Fr. 0.00 [aufgrund der trennungs-

bedingten Mehrkosten ist in Anbetracht der knappen finanziellen Verhält-

nisse nicht davon auszugehen, dass {wie noch im Jahr 2022} seit der Tren-

nung entsprechende Sparbeiträge geäufnet werden können] – Versiche-

rungsabzug: Fr. 3'200.00 [§ 40 Abs. 1 lit. g Ziff. 2 StG] – Unterhaltsbeiträge 

von rund Fr. 24'000.00). Gemäss Steuerrechner des Kantons Aargau 

(Steuerjahr 2023; Tarif A; kein steuerbares Vermögen) ergibt sich ein mo-

natlicher Steuerbetrag von gerundet Fr. 280.00 (Fr. 3'332.00 / Jahr), wel-

cher nur im geringen Umfang von der vorinstanzlichen berücksichtigten 

Steuerlast von Fr. 295.00 abweicht. In Anbetracht ihres weiten Ermessen 

bei Unterhaltsfragen (BGE 134 III 577 E. 4) sowie dem Umstand, dass 

Steuerlasten in Unterhaltsfragen ohnehin nie exakt berechnet werden kön-

nen, ist die von der Vorinstanz berücksichtigte Steuerlast daher nicht zu 

beanstanden.  

 

In der zweiten Phase ist von einem steuerbaren Einkommen von gerundet 

Fr. 30'450.00 (neu: Unterhaltsbeiträge von rund Fr. 30'000.00 anstatt 

Fr. 24'000.00) auszugehen. Gemäss Steuerrechner des Kantons Aargau 

 - 26 - 

 

 

(Steuerjahr 2023; Tarif A; kein steuerbares Vermögen) ergibt sich ein mo-

natlicher Steuerbetrag von Fr. 197.50 (Fr. 2'370.00 / Jahr), welcher eben-

falls nur sehr gering von der vorinstanzlichen berücksichtigten Steuerlast 

von Fr. 191.00 abweicht. Folglich ist auch die von der Vorinstanz für die 

zweite Phase berücksichtigte Steuerlast des Beklagten nicht zu beanstan-

den. 

 

5.6.4. 

Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Vorinstanz auch das Exis-

tenzminimum des Beklagten korrekt festgestellt hat. 

 

5.7. 

Die Unterhaltsberechnung der Vorinstanz ist nach Gesagtem insgesamt 

nicht zu beanstanden und die Berufung des Beklagten ist auch in diesem 

Punkt abzuweisen. 

 

6. 

6.1. 

6.1.1. 

Die Vorinstanz stellte fest, dass der Beklagte der Klägerin an den Unterhalt 

von Tochter C._____ bereits Zahlungen von Fr. 5'600.00 (inkl. Kinderzula-

gen) für die Monate Januar bis und mit April 2023 bezahlt habe und er be-

rechtigt sei, diese an die Unterhaltszahlungen [recte: Unterhaltsverpflich-

tungen] anzurechnen (angefochtener Entscheid Dispositiv-Ziff. 5.2). Zur 

Begründung verwies die Vorinstanz auf  eine Aussage der Klägerin anläss-

lich der vorinstanzlichen Verhandlung, wonach diese seit Januar 2023 mo-

natlich Fr. 1'200.00 zzgl. Kinderzulagen erhalte (angefochtener Entscheid 

E. 6.8; act. 9).  

 

6.1.2. 

Der Beklagte beantragt mit seiner Berufung, es sei festzustellen, dass er 

an den Unterhalt von C._____ bis 31. Juli 2023 Unterhaltszahlungen im 

Umfang von total Fr. 14'094.89 bezahlt habe und er zu berechtigen sei, 

diesen Betrag an die Unterhaltszahlungen [recte: Unterhaltsverpflichtun-

gen] anzurechnen. Nebst den von der Vorinstanz berücksichtigten Unter-

haltszahlungen von Fr. 5'600.00 für die Monate Januar bis April 2023 habe 

er im Mai und Juni 2023 je zusätzlich Fr. 1'400.00 bezahlt. Dazu kämen 

Unterhaltszahlungen für die Monate Juli und August 2023 von je 

Fr. 2'169.00. Zudem habe er Ende Oktober 2022 und Ende November 2022 

die Krankenkassenprämien von C._____ und der Klägerin in der Höhe von 

je Fr. 501.00 sowie seit der Trennung insgesamt Natelabokosten der Klä-

gerin in der Höhe Fr. 354.89 bezahlt (Berufung S. 19 f.). 

 

6.1.3. 

Die Klägerin anerkennt vom Beklagten geleistete Unterhaltszahlungen bis 

Ende Juli 2023 in der Höhe von total Fr. 10'938.00, wobei es sich um die 

 - 27 - 

 

 

von der Vorinstanz für Januar bis April 2023 festgehaltenen Zahlungen von 

Fr. 5'600.00 handelt sowie um Zahlungen von Fr. 1'400.00 per 26. Mai 2023 

und von je Fr. 1'969.00 vom 27. Juni 2023 und 27. Juli 2023. Darüber hin-

aus gehende Zahlungen werden von der Klägerin bestritten. Sie bringt vor, 

die vom Beklagen neu eingebrachten Unterlagen seien unzulässig. Die Te-

lefonrechnungen habe der Beklage nicht bezahlt. Selbst wenn der Beklagte 

diese Rechnungen bezahlt hätte, wären diese gleichwohl nicht anrechen-

bar, weil beim Bedarf der Klägerin und/oder C._____ von der Vorinstanz 

keine Telefon- oder Kommunikationskosten berücksichtigt worden seien 

(Berufungsantwort S. 14 f.).  

 

6.2. 

Gemäss Lehre und der Rechtsprechung des Bundesgerichts sind bei einer 

rückwirkenden Verpflichtung zur Leistung von Unterhaltsbeiträgen schon 

erbrachte Unterhaltsleistungen in Abzug zu bringen (HAUSHEER/REUSSER/ 

GEISER, in: Berner Kommentar, 1999, N. 23 zu Art. 173 ZGB; ISEN-

RING/KESSLER, in: BSK-ZGB I, N. 11 zu Art. 173 ZGB; BRÄM/HASENBÖHLER, 

in: Zürcher Kommentar, 1998, N. 150 zu Art. 163 ZGB; BGE 135 III 315). 

Den Unterhaltschuldner trifft die Beweislast für bereits erbrachte Leistun-

gen.  

 

6.3. 

Mit den vom Beklagten mit Berufung neu eingereichten Kontoauszügen 

und Rechnungen (Berufsbeilagen 10 f.) soll die Bezahlung von Kinderun-

terhaltsbeiträgen nachgewiesen werden. Im Bereich der Kinderbelage gilt 

die Erforschungsmaxime, weshalb die besagten Belege entgegen der An-

sicht der Klägerin im vorliegenden Berufungsverfahren berücksichtigt wer-

den dürfen (vgl. E. 1.2 oben).  

 

Der Beklagte legt mittels den eingereichten Kontoauszügen (Berufungsbei-

lage 10) glaubhaft dar, für die Zeit zwischen November 2022 (unbestritten 

gebliebener Beginn der Unterhaltspflicht) und Juli 2023 folgende bereits di-

rekt an die Klägerin bezahlte Unterhaltsbeiträge geleistet zu haben: 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Valuta Betrag in Fr.  

23.12.2022 1'400.00 

30.01.2023 1'400.00 

28.02.2023 1'400.00 

28.03.2023 1'400.00 

26.04.2023 1'400.00 

26.05.2023 1'400.00 

26.06.2023 1'910.00 

26.07.2023 1'910.00 

Total  12'220.00 

 - 28 - 

 

 

Ebenso weist der Beklagte mittels entsprechenden Rechnungen (Beru-

fungsbeilage 11) und Kontoauszügen (Berufungsbeilage 10) für die Zeit 

zwischen November 2022 und Juli 2023 nach, folgende Mobiltelefonabon-

nementkosten der Klägerin bezahlt zu haben: 

 

Valuta 
Betrag in Fr. 
(gerundet)   

Rechnungs-
datum 

28.12.2022 40.00 01.12.2022 

31.01.2023 40.00 01.01.2023 

06.03.2023 40.00 01.02.2023 

29.03.2023 40.00 01.03.2023 

28.04.2023 40.00 01.04.2023 

30.05.2023 40.00 01.05.2023 

27.06.2023 41.20 01.06.2023 

27.07.2023 34.90 01.07.2023 

Total  316.10   

 

Wie die Klägerin richtig ausführt, wurde von der Vorinstanz weder ihrem 

Bedarf noch dem Bedarf der Tochter C._____ bei der Berechnung des Kin-

derunterhalts eine Kommunikationspauschale angerechnet. Nachdem eine 

solche Anrechnung entfiel, lässt dies aber einzig den Schluss zu, dass die 

Klägerin ihre Kommunikationskosten aus ihrem Grundbetrag zu bezahlen 

hat (vgl. auch Ziff. I SchKG-Richtlinien). Der Grundbetrag der Klägerin wie-

derum wurde bei der Berechnung des Betreuungsunterhalt von Tochter 

C._____ berücksichtigt. Der vom Beklagten an die Klägerin zu leistende 

Kinderunterhalt stellt sodann grösstenteils Betreuungsunterhalt dar und es 

bestand bei der Unterhaltsberechnung nach Berücksichtigung der Steuer-

lasten keinen zu verteilenden Überschuss mehr (angefochtener Entscheid 

Dispositiv-Ziff. 5.1 und E. 6.7.5.1). Entsprechend hätte eine Reduktion des 

Grundbetrags auch zu reduzierten Kinderunterhaltsbeiträgen geführt. 

Nachdem die Klägerin nun nicht behauptet, sie habe das Mobiltelefonabon-

nement, wofür der Beklagte die Kosten nachweislich bezahlt hat, nach der 

Trennung nicht weiterhin benutzt und sie auch nicht geltend macht, die Be-

zahlung dieser Kosten sei nicht in ihrem Sinn gewesen, rechtfertigt es sich, 

die oben aufgeführten Zahlungen der Mobiltelefonabonnementkosten als 

bereits geleistete Unterhaltszahlungen zu berücksichtigen.  

 

Nicht zu berücksichtigen sind indessen die vom Beklagten mit Berufung 

behaupteten Zahlungen für die Mobiltelefonabonnementrechnung vom 

30. November 2022 sowie die behaupteten Zahlungen der Krankenkassen-

prämien von C._____ und der Klägerin in den Monaten Oktober und No-

vember 2022. Diese behaupteten Zahlungen wurden nicht belegt und somit 

nicht glaubhaft dargetan, zumal der Beklagte entgegen seinen anderslau-

tenden Ausführungen in der Berufung (S. 20) keinerlei Kontoauszüge bzw. 

Zahlungsbelege aus den Monaten Oktober und November 2022 einge-

reicht hat.  

 - 29 - 

 

 

 

Insgesamt sind dem Beklagten für die Zeit von November 2022 bis und mit 

Juli 2023 bereits getätigte Zahlungen von Fr. 12'536.10 (Fr. 12'220.00 + 

Fr. 316.10) anzurechnen.  

 

7. 

7.1. 

Die Prozesskosten werden der unterliegenden Partei auferlegt (Art. 106 

Abs. 1 ZPO). Bei Nichteintreten und bei Klagerückzug gilt die klagende Par-

tei als unterliegend. Hat keine Partei vollständig obsiegt, so werden die Pro-

zesskosten nach dem Ausgang des Verfahrens verteilt (Art. 106 Abs. 2 

ZPO).  

 

7.2. 

Der Beklagte unterliegt mit seiner Berufung bezüglich der ganz überwie-

gend im Vordergrund stehenden Fragen der Obhutszuteilung sowie der Un-

terhaltsbeiträge. Er obsiegt einzig zu einem gewissen Teil mit seinem Even-

tualantrag um Erweiterung des Besuchsrechts sowie der Anrechnung der 

bereits von ihm erbrachten Unterhaltsleistungen.  

 

7.3. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist die obergerichtliche Spruchgebühr 

von Fr. 2'000.00 zu fünf Sechsteln mit Fr. 1'665.00 dem Beklagten und zu 

einem Sechstel mit Fr. 335.00 der Klägerin aufzuerlegen.  

 

7.4. 

Der Beklagte ist zudem zu verpflichten, der Klägerin zwei Drittel ihrer Par-

teikosten zu bezahlen. Diese werden ausgehend von einer Grundentschä-

digung für ein durchschnittliches Eheschutzverfahren von Fr. 3'350.00 (§ 3 

Abs. 1 lit. b und d sowie Abs. 2 AnwT), unter Berücksichtigung eines Ab-

zugs von 20 % für die entfallene Verhandlung und des Rechtsmittelabzugs 

von 25 % (§ 6 Abs. 2 und § 8 AnwT) einerseits sowie einer Auslagenpau-

schale von 3 % (§ 13 Abs. 1 AnwT) und der Mehrwertsteuer von 7.7% (im 

Jahr 2023 geltender Ansatz, da die Anwaltsleistungen ganz überwiegend 

in jenem Jahr erbracht wurden) andererseits auf (gerundet) Fr. 2'230.00 

(= Fr. 3'350.00 x 0.8 x 0.75 x 1.03 x 1.077) festgesetzt. 

 

8. 

8.1. 

Der Beklagte beantragt die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 

für das Berufungsverfahren (Antrag Ziffer 2). Gleichzeitig hat er bei der Vor-

instanz ein Gesuch um Leistung eines Prozesskostenvorschusses durch 

die Klägerin eingereicht. 

 

 - 30 - 

 

 

8.2. 

Reicht ein Gesuchsteller zusammen mit dem Gesuch um unentgeltliche 

Rechtspflege ein solches um Prozesskostenvorschuss ein, hat der Richter 

das Rechtspflegeverfahren zu sistieren, bis über die Vorschusspflicht ent-

schieden ist (WUFFLI/FUHRER, Handbuch unentgeltliche Rechtspflege im Zi-

vilprozess, 2019, N. 172). Diese Konstellation liegt hier vor, so dass das 

Verfahren betreffend das Gesuch des Beklagten um unentgeltliche Rechts-

pflege zu sistieren ist. 

 

 
   

Das Obergericht beschliesst: 

 

1. 

Das Verfahren bezüglich des Gesuchs des Beklagten um unentgeltliche 

Rechtspflege für das vorliegende Berufungsverfahren wird sistiert bis zur 

Rechtskraft des Entscheids des Gerichtspräsidiums Lenzburg betreffend 

das Gesuch des Beklagten um Prozesskostenvorschuss vom 4. August 

2023. 

 

2. 

Das Gerichtspräsidium Lenzburg wird ersucht, das Obergericht über diesen 

Entscheid in Kenntnis zu setzen. 

 

 
   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. 

1.1. 

In teilweiser Gutheissung der Berufung wird der Entscheid der Präsidentin 

des Bezirksgerichts Lenzburg vom 1. Juni 2023 in den Dispositiv-Ziffern 4.1 

und 5.2 aufgehoben und durch folgende Bestimmungen ersetzt: 

 

" 4.1 
Der Gesuchsgegner ist berechtigt, Tochter C._____ auf eigene Kosten je-
den ersten, zweiten, dritten und allenfalls fünften Sonntag eines jeden Mo-
nats von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr und jeden Mittwoch von 17.00 Uhr bis 
20.00 Uhr zu sich auf Besuch zu nehmen.  
 
Ein weitergehendes Besuchs- und Ferienrecht nach Absprache unter den 
Parteien bleibt vorbehalten.  
 
[…] 
 
5.2 
Es wird festgestellt, dass der Gesuchsgegner an den Unterhalt von Toch-
ter C._____ bereits Fr. 12'536.10 für die Monate November 2022 bis und 
mit Juli 2023 bezahlt hat und er wird berechtigt erklärt, diese Zahlungen an 
die Unterhaltsverpflichtung gemäss Ziff. 5.1 hiervor anzurechnen." 

 

 - 31 - 

 

 

1.2. 

Im Übrigen wird die Berufung abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.  

 

2. 

Die obergerichtliche Entscheidgebühr von Fr. 2'000.00 wird zu fünf Sechs-

teln, mit Fr. 1'665.00, dem Beklagten und zu einem Sechstel, mit 

Fr. 335.00, der Klägerin auferlegt. 

 

3. 

Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin zwei Drittel der richterlich auf 

Fr. 2'230.00 festgesetzten zweitinstanzlichen Parteikosten (inkl. Auslagen 

und Mehrwertsteuer), somit Fr. 1'486.65, zu bezahlen.  

 

 
 

   

Zustellung an: 

[…] 
 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Zivilsachen (Art. 72 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen, kann innert 30 Tagen, von der schrift-

lichen Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Be-

schwerde an das Schweizerische Bundesgericht erhoben werden. In vermögensrechtlichen 

Angelegenheiten ist die Beschwerde nur zulässig, wenn der Streitwert in arbeits- und miet-

rechtlichen Fällen mindestens Fr. 15'000.00 bzw. in allen übrigen Fällen mindestens 

Fr. 30'000.00 beträgt, es sei denn, es stelle sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Be-

deutung oder es handle sich um einen Entscheid des Konkurs- und Nachlassrichters (Art. 44 

Abs. 1, Art. 72, Art. 74, Art. 90, Art. 100 Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-

gericht einzureichen (Art. 42 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Ist eine Beschwerde 

nur unter der Voraussetzung zulässig, dass sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Be-

deutung stellt, ist auszuführen, warum diese Voraussetzung erfüllt ist. Die Urkunden, auf die 

sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in den Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

Der Streitwert des kantonalen Verfahrens übersteigt Fr. 30'000.00. 

 

  

 - 32 - 

 

 

 
    

Aarau, 26. Februar 2024 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Zivilgericht, 5. Kammer 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Holliger Donauer