# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ea597597-d623-533c-b22c-d138e0b337c4
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-07-31
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 31.07.2023 D-2782/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2782-2021_2023-07-31.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-2782/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 1 .  J u l i  2 0 2 3  

Besetzung 
 Einzelrichterin Nina Spälti Giannakitsas, 

mit Zustimmung von Richter David R. Wenger; 

Gerichtsschreiber Linus Sonderegger. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,   

vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung (Mehrfachgesuch);  

Verfügung des SEM vom 6. Mai 2021 / N (…). 

 

 

 

D-2782/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am 30. Januar 2018 erstmals in der Schweiz 

um Asyl nach. Er begründete dieses Gesuch damit, dass er aufgrund sei-

ner Verbindungen zu den Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) verfolgt 

werde.  

B.  

Mit Verfügung vom 12. Juni 2018 stellte das SEM fest, dass der Beschwer-

deführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt, lehnte sein Asylgesuch ab 

und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an.  

Auf eine gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde trat das Bundes-

verwaltungsgericht mit Urteil D-4099/2018 vom 12. September 2018 nicht 

ein. 

C.  

Mit Mehrfachgesuch vom 12. November 2018 gelangte der Beschwerde-

führer erneut ans SEM. Dabei machte er im Wesentlichen geltend, auf-

grund der aktuellen politischen Entwicklungen in Sri Lanka gefährdet zu 

sein.  

Mit Verfügung vom 15. April 2019 lehnte das SEM das Mehrfachgesuch ab 

und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an.  

Eine gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde wies das Bundesver-

waltungsgericht mit Urteil D-2508/2019 vom 26. November 2019 ab. 

D.  

Mit Mehrfachgesuch vom 8. Januar 2020 gelangte der Beschwerdeführer 

erneut ans SEM und machte im Wesentlichen geltend, aufgrund aktueller 

politischer Entwicklungen in Sri Lanka gefährdet zu sein, was sich auch 

daran zeige, dass sich sri-lankische Beamte bei seiner Mutter nach ihm 

erkundigt hätten.  

Mit Verfügung vom 17. März 2020 trat das SEM auf dieses Mehrfachge-

such nicht ein und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den 

Vollzug an.  

Das Bundesverwaltungsgericht wies eine gegen diese Verfügung erho-

bene Beschwerde mit Urteil D-1834/2020 vom 22. Mai 2020 ab. 

D-2782/2021 

Seite 3 

E.  

Mit einer als neues Asylgesuch bezeichneten Eingabe gelangte der Be-

schwerdeführer am 15. April 2021 abermals ans SEM. Darin machte er im 

Wesentlichen geltend, dass sich die Menschenrechtslage in Sri Lanka seit 

dem Urteil D-1834/2020 vom 22. Mai 2020 fundamental verschlechtert 

habe. Darüber hinaus sei er exilpolitisch aktiv und gegen ihn sei in der Hei-

mat am 18. Februar 2019 ein Haftbefehl erlassen worden. Er ersuchte das 

SEM, ihn erneut anzuhören und beantragte den Ausstand des Sektions-

chefs B._______.  

F.  

Mit Verfügung vom 6. Mai 2021 (Eröffnung am 14. Mai 2021) trat das SEM 

mangels Zuständigkeit auf die Vorbringen betreffend den Haftbefehl nicht 

ein, stellte im Übrigen fest, dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingsei-

genschaft nicht erfüllt und lehnte das Mehrfachgesuch ab. Gleichzeitig 

wies es den Beschwerdeführer aus der Schweiz weg und ordnete den Voll-

zug an. Der Antrag auf erneute Anhörung wie auch derjenige um Ausstand 

des Sektionschefs wurden abgelehnt und eine Gebühr von Fr. 900.– erho-

ben. 

G.  

Diese Verfügung focht der Beschwerdeführer mit Eingabe seines Rechts-

vertreters vom 14. Juni 2021 beim Bundesverwaltungsgericht an. Er bean-

tragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Rückweisung 

der Sache an die Vorinstanz. Eventualiter sei die Flüchtlingseigenschaft 

des Beschwerdeführers festzustellen und ihm Asyl zu gewähren. Subeven-

tualiter seien die Dispositivziffern fünf und sechs aufzuheben und eine vor-

läufige Aufnahme anzuordnen. Es sei umgehend der Spruchkörper mitzu-

teilen und zu bestätigen, ob dieser zufällig ausgewählt worden sei. Andern-

falls seien die Kriterien bekannt zu geben, nach welchen die Gerichtsper-

sonen ausgewählt worden seien. Es sei Einsicht in die Datei der Software 

des Gerichts zu gewähren, mit welcher die Auswahl des Spruchkörpers er-

folgt sei. Das Verfahren sei zu sistieren, bis das Eidgenössische Justiz- und 

Polizeidepartement (EJPD) über die Beschwerde gegen den Ausstand des 

Sektionschefs entschieden habe. 

H.  

Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am 

15. Juli 2021 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 6 AsylG [SR 

142.31]). 

D-2782/2021 

Seite 4 

I.  

Mit Zwischenverfügung vom 29. Juni 2021 teilte das Bundesverwaltungs-

gericht dem Beschwerdeführer den Spruchkörper mit und forderte ihn zur 

Bezahlung eines Kostenvorschusses auf.  

J.  

Am 14. Juli 2021 ersuchte der Beschwerdeführer um Gewährung der un-

entgeltlichen Prozessführung sowie um Mitteilung, ob manuell in das 

Spruchkörpergenerierungssystem eingegriffen worden sei. 

K.  

Mit Zwischenverfügung vom 22. Juli 2021 wies das Gericht den Antrag auf 

Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 

VwVG wegen Aussichtslosigkeit der Beschwerdebegehren ab und setzte 

dem Beschwerdeführer eine Nachfrist zur Leistung des Kostenvorschus-

ses.  

L.  

Mit Eingabe vom 2. August 2021 teilte der Beschwerdeführer dem Gericht 

mit, dass er die für die Feststellung der Aussichtslosigkeit aufgeführten 

Gründe für aktenwidrig erachte. Gleichzeitig ersuchte er um eine Bestäti-

gung des Gerichts, dass die Instruktionsrichterin das Mehrfachgesuch, die 

angefochtene Verfügung sowie die Beschwerdeschrift tatsächlich gelesen 

habe. Sein Sistierungsbegehren passte er dahingehend an, dass das Ver-

fahren nicht nur bis zum Entscheid des EJPD, sondern bis zum rechtskräf-

tigen Abschluss des Ausstandverfahrens zu sistieren sei. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche 

D-2782/2021 

Seite 5 

Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb 

das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der Be-

schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 6 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Schliesslich 

wurde der Kostenvorschuss fristgerecht geleistet. Auf die Beschwerde ist 

einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt wird, handelt es sich um ein solches Rechtsmittel, weshalb 

das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

4.   

Hinsichtlich der Spruchkörperbildung kann dem Beschwerdeführer ergän-

zend mitgeteilt werden, dass die Bildung des Spruchkörpers mit Hilfe eines 

EDV-basierten Zuteilungssystems erfolgt ist und keine manuellen Ergän-

zungen notwendig waren. Für die Spruchkörperbildung ist das Abteilungs-

präsidium zuständig. 

Die Dokumente betreffend die Spruchkörperbildung unterstehen der Akten-

einsicht nicht (vgl. Urteil D-3946/2020 des Bundesverwaltungsgerichts vom 

21. April 2022 E. 4.5.4 [zur Publikation vorgesehen]). Der entsprechende 

Antrag auf Einsicht in das «Dokument mit der Spruchkörperbildung» res-

pektive in die Datei der Software ist daher abzuweisen. 

 

D-2782/2021 

Seite 6 

5.  

Zum Sistierungsbegehren ist zu bemerken, dass das Ausstandsverfahren 

betreffend den Sektionschef des SEM mit Urteil des Bundesverwaltungs-

gerichts E-3613/2021 vom 23. Mai 2023 rechtskräftig abgeschlossen 

wurde. 

6.   

6.1 In der Beschwerde werden formelle Rügen erhoben. Diese sind vorab 

zu beurteilen, da sie allenfalls geeignet wären, eine Kassation der vor-

instanzlichen Verfügung zu bewirken. 

6.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, das SEM habe die zentralen 

Elemente seines Mehrfachgesuchs, namentlich die Relevanz des exilpoli-

tischen Wirkens sowie die veränderte Situation im Heimatland, nicht im An-

satz respektive falsch gewürdigt und die angefochtene Verfügung unzu-

reichend begründet. 

6.3 Vorliegend ist weder auf eine Verletzung des rechtlichen Gehörs (vgl. 

BVGE 2015/10 E. 3.3, BVGE 2016/9 E. 5.1) noch auf eine unrichtige oder 

unvollständige Sachverhaltsfeststellung (vgl. BVGE 2016/2 E. 4.3) zu 

schliessen. 

6.4 Das SEM ist der Begründungspflicht hinreichend nachgekommen, in-

dem dargelegt wurde, weshalb es die Flüchtlingseigenschaft des Be-

schwerdeführers bei der aktuellen Lage verneint und eine Rückkehr für zu-

lässig, zumutbar und möglich erachtet. Dabei wurde auch der Bericht der 

UNO vom 9. Februar 2021 in die Erwägungen einbezogen. Allein der Um-

stand, dass die Vorinstanz in ihrer Länderpraxis zu Sri Lanka einer anderen 

Linie folgt als vom Beschwerdeführer vertreten und sie aus sachlichen 

Gründen zu einer anderen Würdigung der Vorbringen gelangt, stellt weder 

eine Verletzung der Begründungspflicht noch eine ungenügende Sachver-

haltsfeststellung dar. Vielmehr handelt es sich dabei um eine Frage der 

materiellen Beurteilung. 

6.5 Die formellen Rügen erweisen sich insgesamt als unbegründet, wes-

halb keine Veranlassung besteht, die Verfügung deswegen aufzuheben 

und die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen. Das entsprechende 

Rechtsbegehren ist abzuweisen.  

6.6 Der Beweisantrag auf erneute Anhörung ist abzuweisen, da der Sach-

verhalt liquid ist. Ebenfalls abzuweisen ist der Antrag, das SEM zu einer 

D-2782/2021 

Seite 7 

erneuten Würdigung der vom Beschwerdeführer eingereichten Dokumen-

ten anzuhalten.  

7.  

Beim Vorbringen, gegen den Beschwerdeführer sei am 18. Februar 2019 

ein Haftbefehl erlassen worden, unter gleichzeitiger Einreichung eines ent-

sprechenden Dokuments, handelt es sich – wie die Vorinstanz zu Recht 

ausführte – um einen potenziellen Revisionsgrund der somit revisions-

weise geltend zu machen wäre, zumal im Zeitpunkt der Entstehung des 

entsprechenden Beweismittels das erste Mehrfachgesuch hängig war, das 

materiell durch das Gericht geprüft wurde. Das Nichteintreten in diesem 

Punkt ist somit rechtmässig. Eine Beachtung des entsprechenden Beweis-

mittels durch das SEM ist unter diesen Umständen ausgeschlossen, wes-

halb der Beschwerdeführer auch mit dem Einwand, der Haftbefehl hätte im 

Rahmen einer Gesamtbeurteilung Beachtung finden müssen, nicht durch-

zudringen vermag.  

8.  

8.1 Im Rahmen eines Mehrfachgesuchs gemäss Art. 111c AsylG sind  

Sachumstände materiell zu beurteilen, die nach Abschluss des vorange-

gangenen Verfahrens neu entstanden sind (vgl. BVGE 2014/39 E. 4.6). Die 

asylsuchende Person macht dabei geltend, es liege ein nachträglich ver-

änderter Sachverhalt vor, der flüchtlingsrechtlich respektive asylrechtlich 

relevant sei. 

8.2 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

9.  

9.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat im Referenzurteil E-1866/2015 vom 

15. Juli 2016 festgestellt, dass Angehörige der tamilischen Ethnie bei einer 

Rückkehr nach Sri Lanka nicht generell einer ernstzunehmenden Gefahr 

von Verhaftung und Folter ausgesetzt sind. Vielmehr ist anhand bestimmter 

Risikofaktoren eine individuelle Prüfung vorzunehmen.  

D-2782/2021 

Seite 8 

9.2 Der Beschwerdeführer macht in seinem neuen Asylgesuch im Wesent-

lichen geltend, dass diesen Risikofaktoren aufgrund aktueller Entwicklun-

gen, insbesondere im Zusammenhang mit der Anti-Terror-Gesetzgebung 

(Prevention of Terrorism Act – PTA) eine erhöhte Geltung zukommen 

müsse respektive die Schwelle für die Annahme einer Gefährdung zu sen-

ken sei und der Beschwerdeführer wegen seines Profils vor dem Hinter-

grund der veränderten Lage asylrelevant gefährdet sei. 

9.3 Dieses Vorbringen ist unbegründet. Die Lageeinschätzung im Refe-

renzurteil E-1866/2015 ist vielmehr auch im Lichte aktueller Entwicklungen 

in Sri Lanka weiterhin gültig (vgl. etwa Urteil des BVGer E-3403/2021 vom 

8. Mai 2023 E. 11.2). Der Beschwerdeführer vermochte nicht konkret dar-

zutun, inwiefern die Erweiterung des PTA für ihn eine massgebliche Ver-

schärfung des Verfolgungsrisikos darstellen sollte. Wie bereits rechtskräftig 

festgestellt, vermochte er keine Vorverfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG 

glaubhaft darzutun. Zudem lassen die nunmehr vorgetragenen nachträgli-

chen Entwicklungen nicht darauf schliessen, dass ihm der im PTA vorge-

sehene Haftgrund der "extremistischen Gesinnung" zur Last gelegt werden 

könnte. Die Ausführungen bezüglich der veränderten Sicherheits- und 

Menschenrechtslage in Sri Lanka sowie die eingereichten Länderberichte 

weisen keinen konkreten persönlichen Bezug zum Beschwerdeführer auf. 

9.4 Zur neu geltend gemachten exilpolitischen Tätigkeit, die sich – soweit 

aus den Akten ersichtlich – auf die Tätigkeit an einer Kundgebung in (…) 

am (…) 2021 beschränkt, ergibt sich offensichtlich keine hinreichende Ex-

ponierung, die zu einer asylrelevanten Gefährdung führen könnte. 

9.5 Zusammenfassend hat der Beschwerdeführer nichts vorgebracht, was 

geeignet wäre, seine Flüchtlingseigenschaft nachzuweisen oder zumindest 

glaubhaft zu machen. Die Vorinstanz hat sein Asylgesuch zu Recht abge-

lehnt. 

10.  

10.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

10.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf 

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Seite 9 

Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu 

Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

11.  

11.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

11.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz – namentlich Art. 3 EMRK – einer Weiterreise der Ausländerin 

oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat ent-

gegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). 

Gemäss aktueller Praxis geht das Bundesverwaltungsgericht unter Be-

rücksichtigung der Rechtsprechung des EGMR davon aus, dass aus der 

Schweiz zurückkehrenden Tamilen nicht in genereller Weise eine un-

menschliche Behandlung droht. Eine Risikoeinschätzung müsse im Einzel-

fall vorgenommen werden (vgl. Referenzurteil des Bundesverwaltungsge-

richts E-3471/2021 vom 15. Dezember 2022 E. 10.2.4). Aus den Akten er-

geben sich keine entsprechenden Anhaltspunkte. Der Vollzug der Wegwei-

sung ist zulässig. 

11.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und  

medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefähr-

dung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläu-

fige Aufnahme zu gewähren. 

11.4 Der Vollzug der Wegweisung wurde letztmals mit Urteil D-1834/2020 

vom 22. Mai 2020 für zumutbar befunden. Das SEM hat vorliegend richtig 

festgestellt, dass auf individueller Ebene keine neuen Tatsachen erkennbar 

sind, die an dieser Feststellung etwas zu ändern vermöchten. 

D-2782/2021 

Seite 10 

Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als 

zumutbar. 

11.5 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

11.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

12.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

13.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerde-

führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und praxisgemäss auf insge-

samt Fr. 1'500.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 

2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-

gericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der einbezahlte Kostenvorschuss von 

Fr. 1‘500.– ist zur Begleichung der Verfahrenskosten zu verwenden. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-2782/2021 

Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 1'500.– werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. Dieser Betrag wird dem einbezahlten Kostenvorschuss entnommen. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Nina Spälti Giannakitsas Linus Sonderegger 

 

 

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