# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 949e21e2-38f4-50c0-a558-67f5d6cbf5c2
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-01-10
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Strafkammer 10.01.2022 502 2021 180
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_005_502-2021-180_2022-01-10.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 630, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00
tribunalcantonal@fr.ch
www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

502 2021 180

Urteil vom 10. Januar 2022

Strafkammer

Besetzung Präsident: Laurent Schneuwly
Richter: Jérôme Delabays, Sandra Wohlhauser
Gerichtsschreiberin: Corina Göldi 

Parteien A.________, Privatklägerin und Beschwerdeführerin, vertreten 
durch Rechtsanwalt Paul Hofer

gegen

STAATSANWALTSCHAFT, Vorinstanz

und

B.________, Beschuldigte und Beschwerdegegnerin, vertreten 
durch Rechtsanwalt Elio Lopes

Gegenstand Nichtanhandnahme (Art. 310 StPO)

Beschwerde vom 30. August 2021 gegen die Verfügung der Staats-
anwaltschaft vom 19. August 2021

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Sachverhalt

A. Am 25. Juni 2020 kam es zwischen den beiden Nachbarinnen A.________, geb. 1980, und 
B.________, geb. 1974, zu einer verbalen und körperlichen Auseinandersetzung an ihrer 
Grundstücksgrenze. Mehrere Nachbarn bemerkten den Vorfall. B.________ rief in der Folge die 
Polizei, welche sie ins freiburger Spital (HFR Freiburg) schickte. Es wurde bei B.________ ein 
Trauma der Halswirbelsäule und des Kiefers festgestellt (act. 9025). A.________ begab sich am 
frühen Morgen des Folgetags ins Inselspital Bern wegen Nackenschmerzen. Diese wurden auf eine 
muskuläre Ätiologie zurückgeführt. Es wurden zudem mehrere Hämatome am rechten 
Unterschenkel von A.________ fotodokumentiert (act. 2036 ff.). 

Am 26. Juni 2020 reichten B.________ und A.________ gegenseitig Strafantrag ein. A.________ 
beschuldigte B.________ der wiederholten Tätlichkeiten und konstituierte sich als Privatklägerin 
(act. 2025 f.). B.________ warf A.________ einfache Körperverletzung vor und konstituierte sich 
ebenfalls als Privatklägerin (act. 2027 f.). B.________ wurde sogleich als Auskunftsperson 
polizeilich befragt (act. 2013 ff.).

Am 14. Juli 2020 wurde A.________ und am 17. September 2020 B.________ als beschuldigte 
Person polizeilich zu den Geschehnissen vom 25. Juni 2020 einvernommen (act. 2004 ff. und 
act. 2008 ff.). Am 6. August 2020 wurde der Nachbar C.________ und am 24. September 2020 die 
Nachbarin D.________ als Auskunftspersonen zu den Ereignissen befragt (act. 2020 ff. und 
act. 2023 ff.). Am 22. September 2020 wurde A.________ nochmals von der Polizei zur 
Auseinandersetzung vom 25. Juni 2020 angehört (act. 2018 f.). 

B. Mit Strafbefehl vom 19. August 2021 verurteilte die Staatsanwaltschaft A.________ wegen 
einfacher Körperverletzung zu einer bedingten Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je CHF 30.- und 
zu einer Busse von CHF 500.-. Zudem wurde A.________ verpflichtet, eine Entschädigung für die 
B.________ entstandenen, notwendigen Auslagen im Verfahren in der Höhe von CHF 2'870.75 zu 
bezahlen (act. 10'000 ff.). Am 26. August 2021 erhob A.________ dagegen Einsprache (act. 10'006 
ff.). 

Mit Nichtanhandnahmeverfügung vom 19. August 2021 verzichtete die Staatsanwaltschaft auf die 
Eröffnung einer Untersuchung gegen B.________, Kosten zu Lasten des Staates (act. 10'014 ff.).

C. Am 30. August 2021 erhob A.________ gegen die Nichtanhandnahme vom 19. August 2021 
Beschwerde. Sie beantragt, die Verfügung sei aufzuheben und die Staatsanwaltschaft anzuweisen, 
das Strafverfahren gegen B.________ an die Hand zu nehmen. Die Verfahrenskosten seien der 
Staatskasse aufzuerlegen und es sei ihr eine angemessene Entschädigung für ihre Aufwendungen 
im Beschwerdeverfahren zu entrichten. 

Die Staatsanwaltschaft hielt mit Schreiben vom 4. Oktober 2021 fest, dass A.________ neben der 
Beschwerde gegen die Nichtanhandnahme auch frist- und formgerecht Einsprache gegen den 
Strafbefehl vom 19. August 2021 erhoben habe. Die beiden Verfahren würden denselben Sachver-
haltskomplex betreffen. Unter diesen Umständen werde die Sistierung des Beschwerdeverfahrens 
bis zu einem rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens betreffend die Einsprache gegen den Straf-
befehl vom 19. August 2021 beantragt. Eventualiter sei die Beschwerde kostenfällig abzuweisen. 

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B.________ schloss sich dem Antrag der Staatsanwaltschaft mit Schreiben vom 18. Oktober 2021 
an und ersuchte ebenfalls um Sistierung des Beschwerdeverfahrens bis zum Abschluss des 
Einspracheverfahrens. 

A.________ schloss am 15. November 2021 auf Abweisung des Antrags auf Sistierung des 
Beschwerdeverfahrens. Es werde durch die Staatsanwaltschaft nicht dargelegt, weshalb die 
Einspracheerhebung gegen den Strafbefehl automatisch die Sistierung des vorliegenden Beschwer-
deverfahrens zur Folge haben solle. Es seien auch keine entsprechenden Gründe ersichtlich.

Am 10. Dezember 2021 reichte B.________ ihre Stellungnahme zur Beschwerde vom 30. August 
2021 ein. Darin hielt sie fest, dass sie sich gänzlich auf die Würdigung durch das Gericht verlasse. 
Sie bestreite, sich der Tätlichkeit oder Körperverletzung zum Nachteil von A.________ schuldig 
gemacht zu haben. Zudem habe A.________ das Beschwerdeverfahren durch fehlerhaftes 
Verhalten eingeleitet, womit ihr unabhängig des Verfahrensausgangs die Kosten des 
Beschwerdeverfahrens aufzuerlegen seien. B.________ sei für ihre Aufwendungen im 
Beschwerdeverfahrens eine Parteientschädigung von CHF 1'328.55 zuzusprechen, welche 
A.________ aufzuerlegen sei. Rechtsanwalt Elio Lopes legte der Stellungnahme seine Honorarnote 
bei. 

Erwägungen

1.

1.1. Gegen Nichtanhandnahmeverfügungen kann innert 10 Tagen bei der Strafkammer 
Beschwerde geführt werden (Art. 310 Abs. 2 i.V.m. 322 Abs. 2 StPO; Art. 64 Bst. c JG).

Es ist aufgrund der Vorakten nicht ersichtlich, wann die Nichtanhandnahmeverfügung vom 
19. August 2021 der Beschwerdeführerin zugestellt wurde. Die am 30. August 2021 der Post über-
gebene Beschwerdeschrift gilt somit als rechtzeitig eingereicht. 

1.2. Ein Rechtsmittel nach der StPO kann jede Partei ergreifen, die ein rechtlich geschütztes Inte-
resse an der Aufhebung oder Änderung eines Entscheids hat (Art. 382 Abs. 1 StPO). Partei ist auch 
die Privatklägerschaft (Art. 104 Abs. 1 Bst. b StPO). 

Die Beschwerdeführerin macht Tätlichkeiten (wiederholt) geltend und hat am 26. Juni 2020 
ausdrücklich erklärt, sich am Strafverfahren als Privatklägerin zu beteiligen (act. 2025 f.). Sie ist 
somit zur Beschwerde legitimiert.

1.3. Die Beschwerde ist zu begründen (Art. 396 Abs. 1 StPO), was vorliegend der Fall ist. Auf die 
frist- und formgerechte Beschwerde ist somit einzutreten. 

1.4. Mit der Beschwerde können Rechtsverletzungen, die unvollständige oder unrichtige Sach-
verhaltsfeststellung und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 393 Abs. 2 StPO). Die 
Beschwerdeführerin bringt die unvollständige Feststellung des Sachverhalts sowie die Verletzung 
von Art. 310 StPO vor. 

1.5. Die Strafkammer entscheidet ohne Verhandlung (Art. 397 Abs. 1 StPO). Sie verfügt grund-
sätzlich über volle Kognition (Art. 391 Abs. 1 StPO).

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2.

2.1. Nach Art. 309 Abs. 1 Bst. a StPO eröffnet die Staatsanwaltschaft eine Untersuchung, wenn 
sich aus den Informationen und Berichten der Polizei, aus der Strafanzeige oder aus ihren eigenen 
Feststellungen ein hinreichender Tatverdacht ergibt. Sie verzichtet auf die Eröffnung, wenn sie sofort 
eine Nichtanhandnahmeverfügung oder einen Strafbefehl erlässt (Art. 309 Abs. 4 StPO). Die Staats-
anwaltschaft verfügt nach Art. 310 Abs. 1 Bst. a StPO die Nichtanhandnahme, sobald aufgrund der 
Strafanzeige oder des Polizeirapports feststeht, dass die fraglichen Straftatbestände eindeutig nicht 
erfüllt sind. Die Frage, ob ein Strafverfahren über eine Nichtanhandnahme erledigt werden kann, 
beurteilt sich nach dem aus dem Legalitätsprinzip abgeleiteten Grundsatz „in dubio pro duriore“ (Art. 
5 Abs. 1 BV und Art. 2 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 310 Abs. 2, 319 Abs. 1 sowie Art. 324 Abs. 1 StPO). 
Eine Nichtanhandnahme darf nur in sachverhaltsmässig und rechtlich klaren Fällen ergehen. Es 
muss sicher feststehen, dass der Sachverhalt unter keinen Straftatbestand fällt. Der Grundsatz „in 
dubio pro duriore“ ist unter Würdigung der im Einzelfall gegebenen Umstände handzuhaben. Die 
Staatsanwaltschaft und die Beschwerdeinstanz verfügen insoweit über einen gewissen Spielraum. 
Im Zweifelsfall, wenn die Gründe der Nichtanhandnahme nicht mit absoluter Sicherheit gegeben 
sind, muss das Verfahren eröffnet werden. Eine Nichtanhandnahmeverfügung kann auch bei Fehlen 
eines zureichenden Verdachts erlassen werden. Mithin können die fraglichen Tatbestände als 
eindeutig nicht erfüllt erachtet werden, wenn gar nie ein Verdacht hätte geschöpft werden dürfen 
oder der zu Beginn der Strafverfolgung vorhandene Anfangsverdacht sich vollständig entkräftet hat. 
Dies ist beispielsweise der Fall bei einer unglaubhaften Strafanzeige, wenn sich keine deliktsrele-
vanten Anhaltspunkte feststellen liessen oder wenn das Opfer seine belastende Aussage im Laufe 
des Ermittlungsverfahrens glaubhaft widerrief. Die Staatsanwaltschaft eröffnet hingegen eine Unter-
suchung, wenn sich aus den Informationen und Berichten der Polizei, aus der Strafanzeige oder aus 
ihren eigenen Feststellungen ein hinreichender Tatverdacht ergibt (Art. 309 Abs. 1 Bst. a StPO). Die 
zur Eröffnung einer Strafuntersuchung erforderlichen tatsächlichen Hinweise auf eine strafbare 
Handlung müssen erheblich und konkreter Natur sein. Blosse Gerüchte oder Vermutungen genügen 
nicht. Ebenso wenig darf ein Verfahren eingeleitet werden, um Verdacht schöpfen zu können. Der 
Anfangsverdacht soll eine plausible Tatsachengrundlage haben, aus der sich die konkrete Möglich-
keit der Begehung einer Straftat ergibt (u.a. BGE 138 IV 86 E. 4.1 ff.; 137 IV 285 E. 2.2 f.; Urteil 
BGer 6B_830/2013 vom 10. Dezember 2013 E. 1.4; jeweils m.H.).

2.2. In der Nichtanhandnahmeverfügung vom 19. August 2021 hält die Staatsanwaltschaft fest, 
dass gestützt auf die Aussagen der Zeugen erstellt sei, dass die besagte tätliche Auseinanderset-
zung von der Beschwerdeführerin ausging und sich B.________ mit dem Festhalten an der 
Beschwerdeführerin gegen deren Angriff und einen Sturz wehrte. Das Festhalten an Körper, T-Shirt 
oder Haaren könne u.U. den Straftatbestand der Tätlichkeiten zwar erfüllen, jedoch habe 
B.________ damit auf die Schläge der Beschwerdeführerin reagiert und ihr Verhalten sei somit nicht 
rechtswidrig gewesen. In Bezug auf das fotografierte Haarbüschel, könne nicht erstellt werden, ob 
dieses bei diesem Vorfall ausgerissen wurde. Im Arztbericht des Inselspitals werde dahingehend 
keine Feststellung erwähnt. Sofern B.________ die Haare beim Festhalten tatsächlich ausgerissen 
hätte, werde auf die Ausführungen zur Abwehr des Angriffes verwiesen. Betreffend die fotografisch 
festgehaltenen Hämatome am rechten Schienbein der Beschwerdeführerin, habe B.________ 
abgestritten, dafür verantwortlich zu sein. Es könne in der Tat sein, dass diese Hämatome im Zuge 
der Rangelei durch Kontakt der Schienbeine entstanden seien, ohne dass es gezielte oder 
absichtliche Schläge gab. Da sich der Vorfall zudem unmittelbar bei einem Geländer abspielte, 
bestehe ebenfalls die Möglichkeit, dass das Schienbein bei der Auseinandersetzung gegen einen 
Pfosten des Geländers stiess. Von den Zeugen seien ausserdem keine Schläge seitens B.________ 

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mit einem Stein gegen das Schienbein der Beschwerdeführerin beobachtet worden, weshalb für 
diesen Vorwurf der Sachverhalt nicht rechtsgenüglich erstellt werden könne.

2.3. Es bestehen Fotos und Berichte von Verletzungen beider Beteiligten (act. 2036 ff., 2039 ff., 
9025 ff.). Weitere objektive Beweismittel liegen keine vor. Die Aussagen beider Beteiligten und zwei-
er Nachbarn (C.________ und D.________) bilden zurzeit die einzigen subjektiven Beweismittel. 
Diese Aussagen stehen sich teilweise und insbesondere was die Handgreiflichkeiten zwischen 
B.________ und der Beschwerdeführerin betrifft diametral gegenüber. Zu bemerken ist, dass 
C.________ erst dazu kam, als die physische Auseinandersetzung schon im Gang war. D.________ 
beobachtete ihrerseits die Ereignisse vom Küchenfenster aus. 

Die Beschwerdeführerin sagte aus, dass B.________ aufgrund einer verbalen Auseinandersetzung 
aggressiv geworden sei, sie deshalb am Pferdeschwanz gepackt habe und ihr anschliessend den 
Kopf hinuntergedrückt habe. Daraufhin habe auch sie B.________ an den Haaren festgehalten 
(act. 2005 Z. 17 ff.). Diese Aussagen decken sich mit jener von C.________, die beiden Beteiligten 
hätten sich an den Haaren gerissen (act. 2021 Z. 7 f.) und die Haare der Beschwerdeführerin seien 
nach der Auseinandersetzung zerzaust gewesen (act. 2021 Z. 29 f.). Anders schilderten B.________ 
und D.________ die Situation. Übereinstimmend gaben sie an, dass die körperliche 
Auseinandersetzung von der Beschwerdeführerin ausgegangen sei. B.________ sagte aus, dass 
sie mit der Beschwerdeführerin habe reden wollen, diese sie jedoch direkt an den Haaren gepackt 
habe und ihr mehrere Schläge ins Gesicht, den Kopf und den Thorax verpasst habe (act. 2014 Z. 
22 ff.). D.________ erwähnte anlässlich ihrer Einvernahme als Auskunftsperson ebenfalls Schläge 
seitens der Beschwerdeführerin gegenüber B.________ (act. 2024 Z. 15 ff.). Die 
Beschwerdeführerin hingegen gab an, sie habe B.________ am Gesicht weggedrückt, um sich zu 
befreien; sie habe sie nicht geschlagen (act. 2005 Z. 29). Schliesslich äusserte B.________ als 
Einzige, sie sei von der Beschwerdeführerin gewürgt worden (act. 2014 Z. 23) und die 
Beschwerdeführerin habe versucht, ihren Kopf an der Latte des Geländers aufzuschlagen (act. 2014 
Z. 23 ff.).

Die Beschwerdeführerin erwähnte weiter, B.________ habe sie mit einem Stein am Unterschenkel 
geschlagen, wovon sie Hämatome erlitten habe (act. 2005 Z. 24 und act. 2019 Z. 62 f.). B.________ 
hingegen verneinte auf Frage anlässlich ihrer Einvernahme, die Beschwerdeführerin geschlagen zu 
haben. Sie sagte nichts von einem Stein, wurde aber auch nicht mit diesem Vorwurf konfrontiert 
(act. 2010 Z. 45). Auch C.________ wurde nicht betreffend die Aussage der Beschwerdeführerin, 
B.________ hätte sie mit einem Stein geschlagen, einvernommen. D.________ hingegen gab an, 
dass B.________ während der Auseinandersetzung etwas wie einen Schlüsselbund in der Hand 
gehalten habe, aber keinen Stein (act. 2024 Z. 27 ff.). 

B.________ sagte weiter aus, die Beschwerdeführerin habe sie gestossen und hinter ihr sei eine 
Böschung gewesen. Deshalb habe sie sich am T-Shirt und den Haaren der Beschwerdeführerin 
festhalten müssen. Sie habe Angst um ihr Leben gehabt und dies sei die einzige mögliche Position 
gewesen, um zu überleben (act. 2010 Z. 41 ff.). Auf die Frage, ob B.________ die Beschwerde-
führerin geschlagen oder sich gewehrt habe, erklärte D.________, dass B.________ sich irgendwo 
an der Beschwerdeführerin festgehalten habe («Ein paar Meter hinter B.________ geht es den Hang 
hinunter und ein Gedanke war, dass sie hoffentlich nicht hinunterfällt»; act. 2024 Z. 19 ff.). Die 
Beschwerdeführerin hingegen gab an, B.________ habe sie festgehalten und habe einfach nicht 
loslassen wollen. Sie habe nicht mehr gewusst, wie sie loskommen könne und habe B.________ 
dann am Gesicht weggedrückt (act. 2005 Z. 26 ff.). C.________ erwähnte einzig, die beiden 
Beteiligten hätten sich gegenseitig an den Haaren gerissen («Als ich bei B.________ und A.________ 

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war, habe ich […] ihnen (auf Deutsch) gesagt, sie sollen sich loslassen und sie sollen aufhören. Als sie nicht 
reagiert haben, habe ich sie auseinandergestossen. Dann haben sie auch losgelassen, weil sie gemerkt 
haben, dass jemand da ist. Beide waren sehr aber noch sehr in Rage. Was ich gesehen habe, ist, dass die 
Treppe und das Geländer in der Nähe war und ich wollte nicht, dass etwas passiert. Als ich sie 
auseinandergestossen hatte, waren etwa 2-3 Meter dazwischen. Sie haben sich noch weiter angeschrien und 
beleidigt und sobald die eine wieder einen Schritt auf die andere machen wollte, ging ich wieder dazwischen. 
Wenn ich weggegangen wäre, hätten sie sicher weiter gestritten. Und so habe ich gewartet (…)»; act. 2021 
Z. 12 ff.). 

Es liegt zurzeit kein Situationsplan respektive eine Skizze des Tatorts vor. Unklar ist daher nament-
lich, ob sich die Auseinandersetzung am Geländer oder davon entfernt abgespielt hat und somit 
auch, ob die Hämatome am Unterschenkel der Beschwerdeführerin durch das Gerangel am Gelän-
der, bzw. von einem Pfosten herstammen könnten oder nicht. Obschon sie aussagte, die Beschwer-
deführerin habe ihren Kopf am Geländer aufschlagen wollen (act. 2014 Z. 24), gab B.________ an, 
während der körperlichen Auseinandersetzung sei kein Geländer zwischen den beiden Beteiligten 
gewesen (act. 2009 Z. 14 f.). D.________ hingegen erklärte, die Beschwerdeführerin und 
B.________ seien bei dem Streit durch ein Geländer getrennt gewesen (act. 2024a Z. 40). 
C.________ wurde dazu nicht befragt (act. 2004 ff.), erwähnte jedoch, dass das Geländer «in der 
Nähe» war (act. 2021 Z. 18). 

Auch über die Anwesenheit diverser Drittpersonen sind sich die Einvernommenen uneinig. Während 
die Beschwerdeführerin und B.________ übereinstimmend aussagen, E.________ sei während der 
Auseinandersetzung präsent gewesen (act. 2009 Z. 24 und 2006 Z. 31 f.), gibt C.________ an, er 
habe ihn erst am Schluss gesehen, als B.________ wieder ins Haus gegangen sei (act. 2021 Z. 26 
f.). B.________ hielt zudem fest, auch die Nachbarin, F.________, habe die gesamte 
Auseinandersetzung gesehen (act. 2009 Z. 24 f.). Die Beschwerdeführerin erwähnte sodann die 
Anwesenheit der Ehefrau von E.________ (act. 2006 Z. 31 f.), während D.________ angab, die 
Ehefrau von E.________ sei zumindest am Ende der Auseinandersetzung präsent gewesen (act. 
2024a Z. 47 f.). 

2.4 Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass die Aussagen der Anwesenden teilweise 
widersprüchlich und unvollständig sind. Weitere Personen, die die Situation gemäss den obgenann-
ten Aussagen der Anwesenden beobachtet haben könnten, wie F.________ und die Ehegatten 
E.________, wurden bisher nicht befragt. Die Verletzungen beider Beteiligten sind zwar dokumen-
tiert, aber deren Entstehung nicht eindeutig erklär- und nachvollziehbar. Insgesamt ist der Sachver-
halt nicht klar und rechtsgenüglich erstellt, womit nicht offensichtlich ist, wie die Handlungen von 
B.________ zu würdigen sind. Die bisherigen Ermittlungen lassen somit zum jetzigen Zeitpunkt 
keinen endgültigen Ausschluss strafbarer Handlungen seitens B.________ zu, womit die 
Staatsanwaltschaft in Anwendung des Grundsatzes "in dubio pro duriore" keine Nichtanhandnahme 
erlassen durfte. Die Verfügung vom 19. August 2021 ist daher aufzuheben und die Angelegenheit 
zur neuen Entscheidung an die Staatsanwaltschaft zurückzuweisen.

Aufgrund des Ausgangs des Beschwerdeverfahrens wird das Gesuch um Sistierung gegenstands-
los. 

3.

3.1. Nach Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach 
Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Gemäss Art. 417 StPO können die Verfahrenskosten 
und Entschädigungen bei Säumnis oder anderen fehlerhaften Verfahrenshandlungen, ungeachtet 

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des Verfahrensausgangs, der verfahrensbeteiligten Person auferlegt werden, die sie verursacht hat. 
Nach Art. 417 StPO kann die Strafbehörde bei Säumnis und anderen fehlerhaften Verfahrenshand-
lungen namentlich die Verfahrenskosten ungeachtet des Verfahrensausgangs der verfahrensbetei-
ligten Person auferlegen, die sie verursacht hat. Die objektive Verletzung von Verfahrenspflichten 
reicht aus, ein schuldhaftes Verhalten ist nicht erforderlich. Voraussetzung ist jedoch, dass zwischen 
der Verletzung der Verfahrenspflicht und den Verfahrenskosten ein Kausalzusammenhang besteht. 
Nur die adäquat durch die fehlerhafte Verfahrenshandlung verursachten Kosten können unabhängig 
vom Prozessausgang der verfahrensbeteiligten Person, welche sie verursacht hat, auferlegt werden 
(Urteil BGer 6B_738/2015 vom 11. November 2015 E. 1.4.2 m. H.). Zweck dieser Bestimmung ist 
die Garantie eines zügigen und geordneten Verfahrensablaufs (vgl. Urteil BGer 6B_5/2013 vom 
19. Februar 2013 E. 2.4). Art. 417 StPO ist als eine «Kann»-Bestimmung konzipiert. Der Strafbehör-
de steht es daher frei, von einer Kostenauflage an einen fehlerhaft handelnden Verfahrensbeteiligten 
abzusehen, wenn ihr dies als recht und billig erscheint. Wendet sie aber Art. 417 StPO an, hat sie 
der fehlerhaft handelnden Person das rechtliche Gehör zu gewähren. 

In ihrer Stellungnahme vom 10. Dezember 2021 zur Beschwerde verlangt B.________, dass die 
Verfahrenskosten A.________ aufzuerlegen seien, denn diese habe durch fehlerhaftes Verhalten 
das vorliegende Beschwerdeverfahren eingeleitet. So habe die Staatsanwaltschaft A.________ mit 
Schreiben vom 12. Juli 2021 über den Abschluss der Untersuchung und insbesondere über die 
Nichtanhandnahme des Verfahrens gegen B.________ informiert und ihr eine Frist zur Stellung von 
Beweisanträgen eingeräumt. Diese Frist habe A.________ unbenutzt verstreichen lassen. 
B.________ hält fest, dass bei fristgerechter Formulierung der Beweisanträge das vorliegende 
Beschwerdeverfahren vermutlich nicht nötig gewesen wäre. Das Beschwerdeverfahren sei somit 
einzig durch das fehlerhafte Verhalten von A.________ eingeleitet worden, womit die 
Verfahrenskosten und Entschädigungen ungeachtet des Verfahrensausgangs von A.________ zu 
tragen seien. 

Entgegen der Ansicht von B.________ hat A.________ die Frist zur Stellung von Beweisanträgen 
nicht unbenutzt verstreichen lassen. Vielmehr hat sie am 13. Juli 2021 per Mail zum Ausdruck 
gebracht, dass sie weitere Untersuchungshandlungen, insbesondere Einvernahmen wünscht (act. 
9018). Sie hat zudem Fotografien ihres Beins eingereicht. Es liegen somit keine fehlerhaften 
Verfahrenshandlungen, bzw. verspätetes Stellen von Beweisanträgen vor, womit Art. 417 StPO 
nicht zur Anwendung kommt. 

3.2. Vorliegend wird die Beschwerde gutgeheissen, sodass die Verfahrenskosten in Höhe von 
CHF 600.- (Gerichtsgebühr: CHF 500.-; Auslagen: CHF 100.-) in Anwendung von Art. 428 StPO 
dem Staat Freiburg aufzuerlegen sind. Die von der Beschwerdeführerin geleistete Sicherheit im 
Umfang von CHF 600.- ist dieser nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückzuer-
statten.

3.3. Die Beschwerdeführerin als Privatklägerin hätte grundsätzlich Anspruch auf eine Parteient-
schädigung. In ihrer Beschwerdeschrift schliesst sie jedoch einzig auf Ausrichtung einer angemes-
senen Entschädigung für ihre Aufwendungen in diesem Verfahren, ohne diese zu beziffern und zu 
belegen, wie dies Art. 433 Abs. 2 StPO verlangt. Ihr ist somit keine Entschädigung zuzusprechen 
(vgl. Urteil BGer 6B_1345/2016 vom 30. November 2017 E. 7.2).

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Die Kammer erkennt:

I. Die Beschwerde wird gutgeheissen.

Die Nichtanhandnahmeverfügung vom 19. August 2021 wird aufgehoben und die Angelegen-
heit zur neuen Entscheidung an die Staatsanwaltschaft zurückgewiesen.

II. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 600.- (Gerichtsgebühr: CHF 500.-; Auslagen: 
CHF 100.-) werden dem Staat Freiburg auferlegt. Die von A.________ geleistete Sicherheit 
im Umfang von CHF 600.- ist dieser nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils 
zurückzuerstatten.

III. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

IV. Zustellung.

Dieses Urteil kann innert 30 Tagen nach seiner Eröffnung mit Beschwerde in Strafsachen beim 
Bundesgericht angefochten werden. Das Beschwerderecht und die übrigen Zulässigkeitsvorausset-
zungen sind in den Art. 78–81 und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 
2005 (BGG) geregelt. Die begründete Beschwerdeschrift ist beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 
14, einzureichen.

Freiburg, 10. Januar 2022/cgo

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: