# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 38ea1300-e04c-59eb-94ac-2597cb82c7b0
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-07
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 07.12.2022 RT220179
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_RT220179_2022-12-07.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: RT220179-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Huizinga, Vorsitzender, Oberrichter  

Dr. M. Kriech und Oberrichterin lic. iur. B. Schärer sowie  

Gerichtsschreiber lic. iur. M. Hochuli 

Urteil vom 7. Dezember 2022 

 

in Sachen 

 

Gemeinde A._____,  
Gesuchstellerin und Beschwerdeführerin 

 

vertreten durch Amt für Jugend und Berufsberatung,  

 

gegen 

 

B._____,  
Gesuchsgegner und Beschwerdegegner 

 

betreffend Rechtsöffnung 
 
Beschwerde gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen  
Verfahren am Bezirksgericht Winterthur vom 26. Oktober 2022 (EB220307-K) 
 

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Erwägungen: 

1.1. Mit Urteil vom 26. Oktober 2022 erteilte die Vorinstanz der Gesuchstellerin 

und Beschwerdeführerin (fortan: Gesuchstellerin) in der gegen den Gesuchsgeg-

ner und Beschwerdegegner (fortan: Gesuchsgegner) angehobenen Betreibung 

Nr. 1 des Betreibungsamtes Oberwinterthur (Zahlungsbefehl vom 3. Juni 2022) 

definitive Rechtsöffnung für Fr. 5'947.60 nebst Zins zu 5% seit dem 3. Juni 2022 

sowie für die Prozesskosten. Im Mehrbetrag (Fr. 16'800.– und Zahlungsbefehls-

kosten) wies sie das Begehren ab (Urk. 11 S. 8 f. = Urk. 14 S. 8 f.). 

1.2. Hiergegen erhob die Gesuchstellerin mit Eingabe vom 4. November 2022 

rechtzeitig (vgl. Art. 321 Abs. 2 ZPO sowie Urk. 12 S. 2) Beschwerde mit folgen-

den Anträgen (Urk. 13 S. 1): 

" 1. Es sei das Urteil des Bezirksgerichts Winterthur vom 26. Oktober 2022 aufzu-
heben. 

 2. Es sei der Beschwerdeführerin in der Betreibung Nr. 1 des Betreibungsamtes 
Oberwinterthur (Zahlungsbefehl vom 3. Juni 2022) definitive Rechtsöffnung 
zu erteilen für den Betrag von CHF 22'747.65 nebst Zins zu 5% seit 3. Juni 
2022. 

 3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Beschwerdegeg-
ners." 

1.3. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 1-12). Da sich die Be-

schwerde – wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird – sogleich als offensichtlich 

unbegründet erweist, erübrigt sich das Einholen einer Beschwerdeantwort 

(Art. 322 Abs. 1 ZPO). 

2.1. Mit der Beschwerde können unrichtige Rechtsanwendung und offensichtlich 

unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 320 ZPO). 

Die beschwerdeführende Partei hat im Einzelnen darzulegen, an welchen Män-

geln (unrichtige Rechtsanwendung, offensichtlich unrichtige Feststellung des 

Sachverhalts) der angefochtene Entscheid ihrer Ansicht nach leidet. Was nicht 

beanstandet wird, braucht von der Rechtsmittelinstanz grundsätzlich nicht geprüft 

zu werden. 

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2.2. Neue Anträge, neue Tatsachenbehauptungen und neue Beweismittel sind 

im Beschwerdeverfahren ausgeschlossen (Art. 326 Abs. 1 ZPO). Was im erstin-

stanzlichen Verfahren nicht behauptet, bestritten oder eingereicht wurde, kann im 

Beschwerdeverfahren nicht mehr nachgeholt werden. Es herrscht grundsätzlich 

ein umfassendes Novenverbot sowohl für echte als auch unechte Noven (BGer 

5A_872/2012 vom 22. Februar 2013, E. 3; BGer 5A_405/2011 vom 27. Septem-

ber 2011, E. 4.5.3 m.w.H.; vgl. aber immerhin auch BGE 139 III 466 E. 3.4 und 

BGer 4A_51/2015 vom 20. April 2015, E. 4.5.1; zum Ganzen ferner ZK ZPO-

Freiburghaus/Afheldt, Art. 326 N 4 f.; Steininger, DIKE-Komm-ZPO, Art. 326 

N 1 ff.). 

3. Die Vorinstanz erwog, die Gesuchstellerin stütze ihre Forderungen auf ein 

Eheschutzurteil vom 14. Juli 2017 sowie ein Scheidungsurteil vom 28. Juni 2021, 

gemäss welchen der Gesuchsgegner zur Bezahlung von monatlichen Kinderun-

terhaltsbeiträgen von Fr. 3'000.– bzw. Fr. 1'900.–, je zuzüglich allfällige Kinderzu-

lagen, verpflichtet worden sei. Beide Urteile seien vollstreckbar und gälten somit 

als definitive Rechtsöffnungstitel i.S.v. Art. 80 SchKG. Die Gesuchstellerin habe 

vier Entscheide vorgelegt, gemäss welchen sie die vom Gesuchsgegner zu leis-

tenden Unterhaltsbeiträge im Umfang von insgesamt Fr. 71'944.– bevorschusst 

habe und insoweit in die gegen den Gesuchsgegner bestehenden Ansprüche ein-

getreten sei. Demnach mache die Gesuchstellerin die betriebenen Unterhaltsbei-

träge grundsätzlich zu Recht in eigenem Namen geltend. Unter Abzug diverser 

Zahlungen des Gesuchsgegners im Gesamtbetrag von Fr. 49'196.35 errechne sie 

eine ihr noch zustehende Forderung von Fr. 22'747.65. Der Gesuchsgegner ma-

che geltend, dieser Betrag sei falsch berechnet worden, da die Kinderzulagen 

nicht berücksichtigt worden seien. Aus dem von der Gesuchstellerin vorgelegten 

Kontoauszug gehe hervor, dass der Gesuchsgegner in der Zeit zwischen Mai 

2018 und Juni 2021 Zahlungen in der Höhe von Fr. 65'996.35 geleistet habe (mit 

Verweis auf Urk. 3/4). Die Gesuchstellerin habe sich nicht dazu geäussert, wes-

halb sie die im Kontoauszug aufgeführten (und damit ausgewiesenen) Mehr-

Zahlungen nicht an die nun in Betreibung gesetzten Forderungen angerechnet 

habe. Gemäss § 37 der Verordnung über die Alimentenhilfe sei für die Verwen-

dung der Zahlungen der unterhaltspflichtigen Person folgende Kaskadenordnung 

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vorgesehen: Zunächst würden die Zahlungen für die Bevorschussung der Unter-

haltsbeiträge des laufenden Monats, dann für den nicht bevorschussten Anteil der 

Unterhaltsbeiträge des laufenden Monats, danach für die Rückstände der bevor-

schussten Unterhaltsbeiträge und schliesslich für die nicht bevorschussten Rück-

stände verwendet. Entsprechend seien die ausgewiesenen Zahlungen von total 

Fr. 65'996.35 dem geltend gemachten Betrag von Fr. 71'944.– anzurechnen, wo-

mit eine Forderung von Fr. 5'947.65 resultiere. Im diesen Betrag übersteigenden 

Umfang sei das Rechtsöffnungsgesuch abzuweisen (Urk. 14 S. 2 ff.). 

4. Die Gesuchstellerin rügt, die Familienzulagen seien vom Gesuchsgegner 

seit Aufnahme des Inkassos durch sie monatlich beim Arbeitgeber bezogen und 

jeweils pünktlich an sie überwiesen worden. Diese seien stets klar als Familienzu-

lagen deklariert worden, so auch in der Stellungnahme des Gesuchsgegners im 

vorinstanzlichen Verfahren. Daher habe sie diese Zahlungen auch immer an die 

Familienzulagen angerechnet und das Geld an die Kindsmutter bzw. das Sozial-

amt weitergeleitet. Somit seien diese Zahlungen im Umfang von Fr. 15'200.– nicht 

an die bevorschussten Alimenten anzurechnen, weshalb sich der offene Betrag 

an bevorschussten Alimenten weiterhin auf Fr. 22'747.65 belaufe (Urk. 13 S. 2 f.).  

5. Vor Vorinstanz hatte die Gesuchstellerin in ihrem Gesuch ausgeführt, sie 

habe die Unterhaltsbeiträge im Umfang von Fr. 71'944.– bevorschusst. Der Ge-

suchsgegner habe Zahlungen im Umfang von Fr. 49'196.35 geleistet, so dass die 

ausstehende Schuld Fr. 22'747.65 betrage (Urk. 6 S. 3). Hingegen hatte sie da-

mals noch nicht behauptet, sie habe Zahlungen des Gesuchsgegners – entspre-

chend der bis Ende 2021 noch geltenden Regelung gemäss § 9 Abs. 1 der kanto-

nalen Verordnung über die Alimentenhilfe (LS 852.13) – vorab auf geschuldete 

Kinderzulagen angerechnet. Ebenso wenig hatte sie dargetan, dass die Zahlung 

des Gesuchsgegners vom 30. Juni 2018 in der Höhe von Fr. 1'400.– im Rahmen 

der Betreibung Nr. 2 nicht die ab Mai 2018 bevorschussten Unterhaltsbeiträge be-

traf (vgl. Urk. 6 S. 2 f.). Entsprechend stützt sie ihre Rüge, die Vorinstanz habe zu 

Unrecht von den insgesamt vom Gesuchsgegner geleisteten Zahlungen in der 

Höhe von Fr. 65'996.35 nicht vorab die in diesem Betrag enthaltenen Kinderzula-

gen von Fr. 15'200.– sowie die Betreibungsforderung von Fr. 1'400.– in Abzug 

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gebracht, gänzlich auf neue Tatsachenbehauptungen. Diese können aber auf-

grund des umfassenden Novenverbots im Beschwerdeverfahren (vgl. oben 

Ziff. 2.2) nicht berücksichtigt werden, weshalb sich die darauf gestützten Rügen 

als offensichtlich unbegründet erweisen. Dementsprechend ist die Beschwerde 

abzuweisen. 

6.1. Die Entscheidgebühr für das Beschwerdeverfahren ist in Anwendung von 

Art. 48 i.V.m. Art. 61 Abs. 1 GebV SchKG auf Fr. 500.– festzusetzen. Die Ge-

richtskosten sind ausgangsgemäss der Gesuchstellerin aufzuerlegen (Art. 106 

Abs. 1 ZPO). 

6.2. Für das Beschwerdeverfahren sind keine Parteientschädigungen zuzuspre-

chen, der Gesuchstellerin zufolge ihres Unterliegens (Art. 106 Abs. 1 ZPO), dem 

Gesuchsgegner mangels relevanter Umtriebe (Art. 95 Abs. 3 ZPO). 

Es wird erkannt: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 500.– festgesetzt. 

3. Die Kosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden der Gesuchstellerin 

auferlegt. 

4. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Parteientschädigungen zuge-

sprochen.  

5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an den Gesuchsgegner unter Beilage 

eines Doppels von Urk. 13, sowie an die Vorinstanz, je gegen Empfangs-

schein. 

Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit-

telfrist an die Vorinstanz zurück. 

6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 
30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

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1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. Es handelt sich um eine vermö-
gensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt Fr. 16'800.05. Die Beschwerde an 
das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. Hinsichtlich des Fristenlaufs 
gelten die Art. 44 ff. BGG. 

 
 
Zürich, 7. Dezember 2022 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Zivilkammer 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

lic. iur. M. Hochuli 
 
 
versandt am: 
st 

	Urteil vom 7. Dezember 2022
	Erwägungen:
	Es wird erkannt:
	1. Die Beschwerde wird abgewiesen.
	2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 500.– festgesetzt.
	3. Die Kosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden der Gesuchstellerin auferlegt.
	4. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
	5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an den Gesuchsgegner unter Beilage eines Doppels von Urk. 13, sowie an die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein.
	6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...