# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 35b0ec00-f0eb-59cb-8b53-2055ebbf2a25
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-11-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.11.2011 A-7817/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-7817-2010_2011-11-24.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung I
A­7817/2010

U r t e i l   v om   2 4 .   No v embe r   2 0 1 1

Besetzung Richter Daniel Riedo (Vorsitz),
Richter Pascal Mollard, Richter Markus Metz,   
Gerichtsschreiberin Claudia Zulauf.

Parteien X._______, …,  
Beschwerdeführer, 

gegen

Oberzolldirektion (OZD), 
Hauptabteilung Recht und Abgaben, 
Monbijoustrasse 40, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Zoll (Bewilligung zur Nutzung eines unverzollten und 
unversteuerten Fahrzeugs).

A­7817/2010

Seite 2

Sachverhalt:

A. 
Am 24. November 2008 erteilte die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV), 
Zollstelle  Kreuzlingen­Autobahn,  X._______  eine  Bewilligung  (Formular 
15.30)  zur  Verwendung  eines  unverzollten  Firmenfahrzeugs  […].  Als 
Arbeitgeber  wurde  in  der  bis  am  24. November  2009  befristeten 
Bewilligung die "Kanzlei Dr. X._______" in […] aufgeführt. 

Gleichtags unterzeichnete X._______ eine "Verwendungsverpflichtung für 
Firmenfahrzeuge  (Formular  15.31)",  worin  er  sich  verpflichtete,  das 
genannte Fahrzeug lediglich wie folgt zu verwenden: 

– Fahrten im Zollausland; 

– Fahrten  im  Auftrag  des  Arbeitgebers  zwischen  dem  Arbeitsort  im 
Zollausland und dem Wohnort im Zollgebiet;

– Fahrten  zum  eigenen  Gebrauch  zwischen  dem  Arbeitsort  im 
Zollausland und dem Wohnort im Zollgebiet;

– Gelegentliche  Fahrten  im  Auftrag  des  Arbeitsgebers  zwischen  dem 
Wohnort  und  dem  Arbeitsort  im  Zollgebiet  und  anschliessender 
Rückreise ins Zollausland.

B. 
Am  29.  Oktober  2009  teilte  die  Oberzolldirektion  (OZD)  den 
Zollkreisdirektionen  mit,  dass  im  Sinn  des  Gesetzgebers  die 
Erleichterungen nach Art. 35 Zollverordnung vom 1. November 2006 (ZV, 
SR  631.01)  lediglich  für  angestellte  Personen  vorgesehen  seien.  Somit 
dürfe nur diesen, nicht aber den  Inhabern von Geschäften, Firmen usw. 
eine  Bewilligung  Formular  15.30  für  Firmenwagen  ausgestellt  werden. 
Bereits ausgestellte Bewilligungen müssten nicht zurückgezogen, dürften 
jedoch nicht mehr erneuert werden. Die Zollstellen und Grenzübergänge 
seien darüber entsprechend zu informieren. 

C. 
Nachdem  X._______  vom  Zollinspektorat  Kreuzlingen­Autobahn  mit 
Schreiben  vom  10. März  2010  darauf  hingewiesen  wurde,  dass  die 
vorgenannte  Zollbewilligung  (Formular  15.30)  zwischenzeitlich  verfallen 
sei, beantragte er am 12. März 2010 die Erneuerung dieser Bewilligung. 
Die  Zollstelle  Kreuzlingen­Autobahn  lehnte  den  Antrag  jedoch  aufgrund 

A­7817/2010

Seite 3

der Weisung vom 29. Oktober 2009 (vgl. Bst. B hiervor) ab. Stattdessen 
erteilte  sie X._______ einen  "Vormerkschein  für Strassenfahrzeuge und 
Schiffe",  gemäss  welchem  jener  angewiesen  wurde,  das  in  Rede 
stehende Fahrzeug bis zum 16. April 2010 auszuführen.

D. 
Die Zollkreisdirektion Schaffhausen wies das in der Folge von X._______ 
am  17. März  2010  erneut  gestellte  Gesuch  um  Erneuerung  der 
Bewilligung Formular 15.30 mit Verfügung vom 30. März 2010 ebenfalls 
ab. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, es dürfe gemäss Art. 
35 Abs. 2 Bst. a ZV in casu keine Bewilligung mehr erteilt werden, da kein 
Angestelltenverhältnis vorläge. 

E. 
Gegen  diese  Verfügung  erhob  X._______  mit  Schreiben  vom  23. April 
2010 Beschwerde bei der OZD.  In erster Linie machte er dabei geltend, 
beim  fraglichen  Fahrzeug  handle  es  sich  um  ein  solches  seines 
Arbeitgebers,  sodass  die  Voraussetzungen  zur  Erteilung  der  verlangten 
Bewilligung  erfüllt  seien.  Aus  Gründen  des  Vertrauensschutzes  sei  es 
sodann "unakzeptabel, eine Verwaltungspraxis zu ändern, bevor sich der 
Bürger  darauf  einstellen"  könne.  Schliesslich  widerspreche  die 
Verfahrensweise der Zollbehörden den zwischen der EU und der Schweiz 
vereinbarten Prinzipien der Freizügigkeit und der Niederlassungsfreiheit. 

F. 
Die  OZD  wies  die  Beschwerde  vom  23.  April  2010  mit 
Beschwerdeentscheid  vom  11. Oktober  2010  ab  und  hielt  fest,  die 
Bewilligung Formular 15.30 werde nicht erneuert. Zur Begründung führte 
sie  im Wesentlichen aus, dem Beschwerdeführer sei es nicht gelungen, 
nachzuweisen,  dass  er  ein  Angestellter  der  in  Rede  stehenden 
Partnergesellschaft  Y._______  sei.  Er  verfüge  zwar  formell  über  einen 
Anstellungs­  oder Arbeitsvertrag,  aufgrund  der  persönlichen Haftung  für 
die Verbindlichkeiten der Partnergesellschaft, der Gewinnbeteiligung und 
des Umstandes, dass der  "Arbeitgeber" keine Sozialleistungen erbringe, 
sei er jedoch "kein gewöhnlicher Angestellter". 

G. 
G.a Mit Eingabe vom 2. November 2010 erhebt X._______ (nachfolgend 
Beschwerdeführer)  gegen  den  Beschwerdeentscheid  der  OZD  vom 
11. Oktober  2010  Beschwerde  ans  Bundesverwaltungsgericht  und 
beantragt,  "die  angefochtene  Verfügung  der  Zollkreisdirektion 

A­7817/2010

Seite 4

Schaffhausen vom 30. März 2010  in Gestalt des Beschwerdeentscheids 
der  Eidgenössischen  Zollverwaltung  EZV  –  Oberzolldirektion  –  vom 
11. Oktober  2010"  sei  (unter  Kosten­  und  Entschädigungsfolgen) 
aufzuheben und die Bewilligung Formular 15.30 bis zum 15. April 2011 zu 
erneuern. 

G.b  Der  Beschwerdeführer  macht  dabei  im  Wesentlichen  dreierlei 
geltend:

Er  sei  deutscher  Staatsangehöriger  und  habe  seinen  Wohnsitz  in  der 
Schweiz.  Von  der  in  Deutschland  ansässigen  Partnergesellschaft 
Y._______  werde  ihm  aufgrund  eines  Anstellungsvertrages  das  zur 
Diskussion  stehende  Firmenfahrzeug  […]  für  Dienstfahrten  sowie  für 
Fahrten  zwischen  seinem Schweizer Wohnsitz  und  der  Dienststelle  zur 
Verfügung  gestellt;  das  Fahrzeug  werde  aber  auch  von  den  anderen 
Partnern  benutzt.  Insgesamt  seien  alle  Voraussetzungen  zur  Erteilung 
der Bewilligung Formular 15.30 gemäss Art. 35 Abs. 2 Bst. a ZV erfüllt. 
Insbesondere  sei  auch  das  umstrittene  Kriterium,  wonach  der 
Beschwerdeführer  ein  Angestellter  der  Partnergesellschaft  Y._______ 
sein müsse, gegeben. Der Begriff "Angestellter" sei mangels Definition in 
der  Zollgesetzgebung  nach  deutschem  Recht  zu  definieren.  Das 
schweizerische Recht diene  in diesem Fall  lediglich dazu, das deutsche 
Recht  zu  verstehen,  da  es  sich  vorliegend  um  eine  deutsche 
Partnergesellschaft  handle.  Die  Partnergesellschaft  Y._______  sei  eine 
juristische  Person  nach  dem  Partnerschaftsgesetz  der  Bundesrepublik 
Deutschland.  Es  handle  sich  dabei  um  eine  spezielle  Rechtsform  für 
Freiberufler,  die  eine  eigene  Rechtspersönlichkeit  aufweise,  das  heisse 
Eigentum  erwerben,  schuldrechtliche  Verpflichtungen  eingehen  und  am 
Wirtschaftsverkehr  in gleicher Weise wie  jede andere  juristische Person 
teilnehmen  könne.  Entsprechend  seien  die  Partnergesellschaft  und  die 
Partner  zwei  unterschiedliche  Rechtssubjekte.  Die  Partnergesellschaft 
Y._______  bezwecke,  den  jeweiligen  Partnern  die  sachlichen  und 
personellen  Ressourcen  zur  Verfügung  zu  stellen,  die  für  ihre  Tätigkeit 
erforderlich  seien.  Demzufolge  miete  sie  Büroräumlichkeiten,  stelle 
Fahrzeuge zur Verfügung und beschäftige die Mitarbeiter. Arbeitgeberin 
und  Halterin  des  fraglichen  Firmenfahrzeugs  und  Berechtigte  aus  dem 
Leasingvertrag sei deshalb ausschliesslich die Partnergesellschaft, nicht 
aber die Partner. Die Vorinstanz verkenne, dass nach deutschem Recht 
der  Beschwerdeführer  gleichzeitig  Angestellter  und  Gesellschafter  der 
Partnergesellschaft  sein  könne  und  diese  beiden  Funktionen  getrennt 
voneinander  zu  betrachten  seien.  Aufgrund  des  Anstellungsvertrages 

A­7817/2010

Seite 5

werde  auch  klar,  dass  der  Beschwerdeführer  das  streitbetroffene 
Fahrzeug  nur  aufgrund  seines Anstellungsverhältnisses  benutzen  dürfe; 
lediglich aufgrund seiner Eigenschaft als Partner sei er dazu nicht befugt. 
Im  Übrigen  verfüge  er  noch  über  ein  weiteres  Fahrzeug  –  ein 
Geschäftsfahrzeug der Z._______ AG –, das in der Schweiz zugelassen 
sei  und  von  ihm  jederzeit  privat  genutzt  werden  könne.  "Die  von  der 
Verwaltung  neuerdings  praktizierte  einengende  Interpretation  des 
Arbeitgeberbegriffs" sei weder dem Merkblatt noch dem Gesetzeswortlaut 
zu entnehmen und stütze sich entsprechend auf keine Rechtsgrundlage.

Weiter  rügt  der  Beschwerdeführer  die  Verletzung  des 
Vertrauensschutzprinzips. Ab  Inkrafttreten der neuen Zollverordnung am 
1. November 2006 bis zur  internen Weisung vom 29. Oktober 2009, das 
heisse  über  einen  Zeitraum  von  nahezu  drei  Jahren,  sei  die 
Verwaltungspraxis  im Sinn des Beschwerdeführers gehandhabt worden. 
Das Fahrzeug sei, da man auf die Verwaltungspraxis vertraut habe und 
keine  Anzeichen  für  eine  plötzliche  Änderung  dieser  Handhabung 
vorlagen,  lediglich  in  Form  eines  Leasingvertrags  und  nicht  käuflich 
erworben worden. Da es bekanntlich unmöglich sei, ein Leasingfahrzeug 
zu exportieren, würde es  ihm durch die neue Praxis  verunmöglicht,  das 
Fahrzeug  weiterhin  als  Dienstfahrzeug  zu  benutzen.  Aus  dem 
Vertrauensschutzprinzip  ergebe  sich  daher,  dass  ihm  die  beantragte 
Bewilligung mindestens bis zum Ablauf des Leasingvertrages zu erteilen 
sei. 

Schliesslich macht  der Beschwerdeführer  geltend,  der Gesetzeswortlaut 
von Art. 35 ZV sowie dessen Handhabung durch die Verwaltung verletze 
das  Abkommen  vom  21.  Juni  1999  zwischen  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  einerseits  und  der  Europäischen  Gemeinschaft  und 
ihren  Mitgliedstaaten  andererseits  über  die  Freizügigkeit 
(Freizügigkeitsabkommen,  FZA,  SR  0.142.112.681).  Werde  ihm  die 
Benutzung  des  Dienstfahrzeugs  untersagt,  würde  dadurch  das  Prinzip 
der Freizügigkeit und der Niederlassungsfreiheit verletzt. 

H. 
In  ihrer  Vernehmlassung  vom  20. Januar  2011  schliesst  die  OZD  auf 
kostenfällige  Abweisung  der  Beschwerde  und  hält  an  den  Erwägungen 
des Beschwerdeentscheids vom 11. Oktober 2010 fest. 

I. 
Mit  Schreiben  vom  9. Februar  2011  reicht  der  Beschwerdeführer 

A­7817/2010

Seite 6

unaufgefordert  eine  weitere  Stellungnahme  ein  und  erläutert  erneut 
seinen Standpunkt. 

J. 
Daraufhin  dupliziert  die  OZD mit  Eingabe  vom  15. März  2011  und  hält 
weiterhin  an  ihrem Antrag  auf  kostenfällige Abweisung  der Beschwerde 
fest. 

K. 
Mit  Schreiben  vom  31. März  2011  nimmt  der  Beschwerdeführer  erneut 
unaufgefordert Stellung. 

L. 
Auf die weiteren Vorbringen der Parteien wird, soweit entscheidrelevant, 
in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Entscheide der OZD können gemäss Art. 31  in Verbindung mit Art. 
33  Bst.  d  des  Bundesgesetzes  vom  17.  Juni  2005  über  das 
Bundesverwaltungsgericht (Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG, SR 173.32) 
beim  Bundesverwaltungsgericht  angefochten  werden.  Das  Verfahren 
richtet  sich  nach  den  Vorschriften  des  Bundesgesetzes  vom  20. 
Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021), 
soweit  das  VGG  nichts  anderes  bestimmt  (Art.  37  VGG,  Art.  2  Abs.  4 
VwVG). 

Gemäss  Art.  48  Abs.  1  Bst.  c  VwVG  ist  lediglich  zur  Beschwerde 
berechtigt,  wer  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  der  Aufhebung  oder 
Änderung  der  angefochtenen  Verfügung  hat.  Weil  dieses  Interesse 
aktuell sein muss, ist es im Allgemeinen nur schutzwürdig, wenn es nicht 
bloss bei Einreichung der Beschwerde, sondern auch noch  im Zeitpunkt 
der Urteilsfällung besteht (aktuelles Rechtsschutzinteresse; vgl. BGE 137 
I  23  E. 1.3.1,  BGE  123  II  286  E. 4,  BGE  111  Ib  58  E.  2a;  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts A­1671/2006 vom 21. Juni 2007 S. 3; ANDRÉ 
MOSER/MICHAEL  BEUSCH/LORENZ  KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht,  Basel  2008,  Rz.  2.70).  Ausnahmsweise 
verzichtet  das  Gericht  auf  das  Erfordernis  des  aktuellen  praktischen 
Interesses,  falls  sich  die  aufgeworfenen  Fragen  unter  gleichen  oder 

A­7817/2010

Seite 7

ähnlichen  Umständen  jederzeit  wieder  stellen  können,  eine  rechtzeitige 
Überprüfung  im  Einzelfall  kaum  je möglich  wäre  und  die  Beantwortung 
wegen  deren  grundsätzlicher  Bedeutung  im  öffentlichen  Interesse  liegt 
(BGE  135  II  430  E. 2.2,  BGE  135  I  79  E.  1.1,  BGE  131  II  361  E. 1.2; 
Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­8104/2007  vom  12. Juni  2008 
E. 2.4,  A­1671/2006  vom  21.  Juni  2007  S. 3; 
MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 2.72). 

Der  Beschwerdeführer  verlangt  vorliegend  die  Aufhebung  der 
"angefochtenen  Verfügung"  und  gleichzeitig  die  Erneuerung  der 
Bewilligung Formular 15.30 bis zum 15. April 2011 (vgl. Bst. Ga).  Infolge 
Zeitablaufs  kann  diesbezüglich  nicht  mehr  von  einem  aktuellen 
Rechtsschutzinteresse  gesprochen werden.  Da  jedoch  eine  rechtzeitige 
Überprüfung der Nichterteilung einer solchen Bewilligung Formular 15.30 
kaum  je  möglich  wäre  und  auch  die  übrigen  obgenannten 
Voraussetzungen  gegeben  sind,  ist  die  Beschwerde  trotzdem  zu 
behandeln.

Auf die  im Übrigen  form­ und  fristgerecht eingereichte Beschwerde  ist – 
unter Vorbehalt von E. 1.4 nachfolgend – einzutreten.

1.2. Für die vorliegend  inhaltlich zur Diskussion stehende Frage, ob die 
vom  Beschwerdeführer  am  12. März  2010  beantragte  Bewilligung 
(Formular  15.30)  zu  Recht  nicht  erteilt  bzw.  erneuert  wurde,  ist 
unbestrittenermassen das Zollgesetz vom 18. März 2005 (ZG, SR 631.0) 
sowie die dazugehörige ZV, welche am 1. Mai 2007 in Kraft getreten sind, 
anwendbar.

1.3.  Das  Bundesverwaltungsgericht  kann  den  angefochtenen 
Beschwerdeentscheid  grundsätzlich  in  vollem  Umfang  überprüfen.  Der 
Beschwerdeführer  kann neben der Verletzung von Bundesrecht  (Art. 49 
Bst. a VwVG) und der unrichtigen oder unvollständigen Feststellung des 
rechtserheblichen Sachverhalts (Art. 49 Bst. b VwVG) auch die Rüge der 
Unangemessenheit  erheben  (Art.  49  Bst.  c  VwVG;  vgl. 
MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER,  a.a.O.,  Rz.  2.149;  ULRICH  HÄFELIN/GEORG 
MÜLLER/FELIX  UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungsrecht,  6.  Aufl., 
Zürich/St. Gallen 2010, Rz. 1758 ff.).

1.4. Anfechtungsobjekt  im Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht 
bildet einzig der vorinstanzliche Entscheid  (MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, 
a.a.O.,  Rz.  2.7).  Im  vorliegenden  Verfahren  ist  somit  lediglich  der 

https://expert.bger.ch/php/expert/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2011&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=BGE+131+II+366&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F135-I-79%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page79
https://expert.bger.ch/php/expert/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2011&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=BGE+131+II+366&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F135-I-79%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page79
https://expert.bger.ch/php/expert/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2011&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=BGE+131+II+366&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F135-I-79%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page79
https://expert.bger.ch/php/expert/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2011&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=BGE+131+II+366&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F135-I-79%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page79
https://expert.bger.ch/php/expert/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2011&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=BGE+131+II+366&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F135-I-79%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page79
https://expert.bger.ch/php/expert/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2011&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=BGE+131+II+366&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F135-I-79%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page79
https://expert.bger.ch/php/expert/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2011&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=BGE+131+II+366&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F135-I-79%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page79

A­7817/2010

Seite 8

Beschwerdeentscheid  vom  11. Oktober  2010  Anfechtungsobjekt,  nicht 
aber  der  Entscheid  der  Zollkreisdirektion  Schaffhausen  vom  30.  März 
2010.  Soweit  der  Beschwerdeführer  die  Aufhebung  der  Verfügung  der 
Zollkreisdirektion  Schaffhausen  vom  30.  März  2010  verlangt,  ist 
demzufolge auf die Beschwerde nicht einzutreten. 

1.5.  Um  den  Sinngehalt  einer  Bestimmung  zu  ermitteln,  ist  diese 
auszulegen.  Ausgangspunkt  jeder  Auslegung  bildet  der  Wortlaut  der 
Bestimmung.  Ist  der  Text  nicht  ganz  klar  und  sind  verschiedene 
Interpretationen  möglich,  so  muss  nach  der  wahren  Tragweite  der 
Bestimmung  gesucht  werden,  wobei  alle  Auslegungselemente  zu 
berücksichtigen sind (Methodenpluralismus). Dabei kommt es namentlich 
auf  den  Zweck  der  Regelung,  die  dem  Text  zugrunde  liegenden 
Wertungen  sowie  auf  den  Sinnzusammenhang  an,  in  dem  die  Norm 
steht. Die Gesetzesmaterialien sind zwar nicht unmittelbar entscheidend, 
dienen  aber  als  Hilfsmittel,  den  Sinn  der  Norm  zu  erkennen.  Vom 
Wortlaut darf abgewichen werden, wenn triftige Gründe für die Annahme 
bestehen,  dass  dieser  nicht  den wahren Sinn  der Regelung wiedergibt. 
Solche  Gründe  können  sich  aus  der  Entstehungsgeschichte,  aus  Sinn 
und  Zweck  der  Norm  oder  aus  ihrem  Zusammenhang  mit  anderen 
Gesetzesbestimmungen ergeben. Sind mehrere Auslegungen möglich, ist 
jene  zu  wählen,  die  den  verfassungsrechtlichen  Vorgaben  am  besten 
entspricht.  Eine  verfassungskonforme  Auslegung  findet  dabei  im  klaren 
Wortlaut und Sinn einer Gesetzesbestimmung ihre Schranken (BGE 136 
II  149  E.  3,  BGE  136  III  373  E.  2.3;  Urteil  des  Bundesgerichts 
1C_156/2011 vom 15. Juli 2011 E. 3.5.1).

2. 
2.1.  Jede  Einfuhr  von  Waren,  die  über  die  schweizerische  Zollgrenze 
befördert  werden,  unterliegt  grundsätzlich  der  Zollpflicht  (Art.  7  ZG). 
Waren, die eingeführt werden, müssen nach Tarif verzollt werden (Art. 1 
Abs.  1  des  Zolltarifgesetzes  vom  9.  Oktober  1986  [ZTG,  SR  632.10]). 
Solche Gegenstände unterliegen zudem grundsätzlich der Einfuhrsteuer 
(Art. 50 ff.  des  Bundesgesetzes  vom  12.  Juni  2009  über  die 
Mehrwertsteuer [MWSTG; SR 641.20]). 

2.2.  Vorbehalten  bleiben  Abweichungen  wie  Zollbefreiungen  und 
­erleichterungen  sowie  Steuerbefreiungen,  die  sich  aus  Staatsverträgen 
oder  besonderen  Bestimmungen  von  Gesetzen  oder  Verordnungen 
ergeben  (Art.  1  Abs.  2  ZTG,  Art.  53  MWSTG;  vgl.  auch  Urteile  des 

A­7817/2010

Seite 9

Bundesverwaltungsgerichts A­2925/2010 vom 25. November 2010 E. 2.1, 
A­1673/2006 vom 20. September 2007 E. 2.1). 

2.3. 
2.3.1. Auf dem Gebiet der vorübergehenden Verwendung  ist  im Bereich 
der  völkerrechtlichen  Regelungen  insbesondere  das  in  Istanbul 
abgeschlossene Übereinkommen über die vorübergehende Verwendung 
vom  26.  Juni  1990,  das  für  die  Schweiz  am  11.  August  1995  in  Kraft 
getreten  ist,  zu  beachten  (SR  0.631.24,  im  Folgenden  "Istanbuler 
Abkommen"; vgl. HEINZ SCHREIER in: Martin Kocher/Diego Calvadetscher 
[Hrsg.], Stämpflis Handkommentar Zollgesetz, Bern 2009, Art. 9 N 3). 

Die  Bestimmungen  des  Istanbuler  Abkommens  können  von  den 
Verwaltungsbehörden  im  Wesentlichen  direkt  angewendet  werden  und 
die  Betroffenen  können  sich  unmittelbar  darauf  berufen  (vgl.  Entscheid 
der  Eidgenössischen  Zollrekurskommission  [ZRK]  vom  7. Oktober  2002 
[ZRK 2001­024], veröffentlicht in Verwaltungspraxis der Bundesbehörden 
[VPB]  67.42  E. 6b;  Botschaft  betreffend  das  zollrechtliche 
Übereinkommen  über  die  vorübergehende  Verwendung  vom 
13. Dezember  1993,  BBl  1994  II  12 f.).  Gemäss  Art.  17  des  Istanbuler 
Abkommens setzt dieses aber lediglich Mindesterleichterungen fest, über 
welche die Vertragsparteien auch hinausgehen können. Umgekehrt räumt 
Art. 29 des  Istanbuler Abkommens den Vertragsparteien die Möglichkeit 
ein,  Vorbehalte  zu  den  in  den  Anlagen  enthaltenen  Bestimmungen  zu 
machen  (vgl.  auch  REMO  ARPAGAUS,  Zollrecht,  in: 
Koller/Müller/Tanquerel/Zimmerli  [Hrsg.],  Schweizerisches 
Bundesverwaltungsrecht, 2. Auflage, Basel 2007, Rz. 300).

2.3.2. Gemäss Art. 1 Bst. a und Art. 2 des Istanbuler Abkommens dürfen 
bestimmte Waren – u.a. Beförderungsmittel – frei von Eingangsabgaben 
für  einen  bestimmten  Zweck  vorübergehend  in  ein  Zollgebiet  verbracht 
werden (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 2A.230/2006 vom 9. Oktober 
2006 E. 4.1). Als Beförderungsmittel im Sinn des Abkommens gelten u.a. 
"Strassenkraftfahrzeuge"  (Art.  1  Bst.  a  der  Anlage  C  zum  Istanbuler 
Abkommen).  Für  die  zoll­  und  steuerfreie  Einfuhr  eines  solchen 
Fahrzeugs  für die vorübergehende Verwendung zum eigenen Gebrauch 
ist  nach  Art. 5  Bst.  b  der  Anlage  C  zum  Istanbuler  Abkommen 
erforderlich,  dass  (1)  das  Fahrzeug  in  einem  anderen  Gebiet  als 
demjenigen  der  Schweiz  zugelassen  (immatrikuliert)  ist  und  (2)  die 
Zulassung  auf  den  Namen  einer  Person,  die  ebenfalls  ihren  Sitz  oder 
Wohnsitz  ausserhalb  des Gebiets  der  Schweiz  hat,  erfolgte.  Zudem  (3) 

A­7817/2010

Seite 10

muss das Fahrzeug von Personen eingeführt und verwendet werden, die 
in  diesem  Gebiet  (d.h.  ausserhalb  der  Schweiz)  Wohnsitz  haben.  Das 
geht  aus  dem  französischen  Originaltext  deutlicher  hervor  als  aus  der 
deutschen  und  italienischen  Fassung  (vgl.  auch  Urteil  des 
Bundesgerichts 2A.514/2001 vom 29. Juli 2002 E. 2.1).

2.4. Gemäss  Art.  35  Abs.  2  Bst.  a  ZV  kann  die  Zollverwaltung  sodann 
Personen  mit  Wohnsitz  im  Zollgebiet  die  vorübergehende  Verwendung 
eines  ausländischen  Beförderungsmittels  für  den  eigenen  Gebrauch 
bewilligen,  wenn  diese  bei  einer  Person  mit  Sitz  oder  Wohnsitz 
ausserhalb des Zollgebiets angestellt  sind und das  ihnen zur Verfügung 
gestellte  ausländische  Beförderungsmittel  ausschliesslich  für 
grenzüberschreitende  Beförderungen  im  dienstlichen  Auftrag  und  für 
solche  zwischen  Wohnort  und  ausländischem  Arbeitsort  benützen.  Die 
erforderliche  Bewilligung  zur  vorübergehenden  Verwendung  eines 
ausländischen Beförderungsmittels zum eigenen Gebrauch im Zollgebiet 
muss  bei  der  ersten  Einfuhr  oder  beim  Erwerb  im  Inland  bei  der 
Zollverwaltung beantragt werden (Art. 164 Abs. 2 ZV). Gemäss Art. 164 
Abs. 3.  ZV  kann  die  Zollverwaltung  Bewilligungen  nach  Art.  35  Abs.  2 
Bst. a ZV sodann erneuern.

Indem Art. 35 Abs. 2 Bst. a ZV auch eine Zollbefreiung für Personen mit 
Wohnsitz  innerhalb  der  Schweiz  vorsieht,  geht  diese  Bestimmung  über 
die  im  Istanbuler  Abkommen  festgesetzten  Mindesterleichterungen 
hinaus,  wonach  bezüglich  der  vorübergehenden  Verwendung  von 
Beförderungsmitteln  zum  eigenen  Gebrauch  die  Abgabebefreiung 
lediglich  für  den  Fall  vorgesehen  ist,  dass  das  Fahrzeug  von Personen 
eingeführt  und  verwendet  wird,  die  ausserhalb  der  Schweiz  Wohnsitz 
haben  (vgl.  oben  E. 2.3.2).  Diese  in  der  ZV  vorgesehene  zusätzliche 
Zollerleichterung  ist  zulässig  und  mit  dem  Istanbuler  Abkommen 
vereinbar (vgl. dazu E. 2.3.1). An der Rechtmässigkeit von Art. 35 Abs. 2 
Bst.  a  ZV  ändert  nichts,  wenn  diese  Bestimmung  die  zusätzliche 
Erleichterung  (Wohnsitz  innerhalb  der  Schweiz)  insofern  wiederum 
einschränkt,  als  nur  Personen  betroffen  sind,  die  angestellt  sind.  Denn 
auch mit dieser Einschränkung auf "Angestelltenverhältnisse" geht Art. 35 
Abs. 2 Bst. a ZV mit Bezug auf das Mass der Erleichterung immer noch 
weiter  als  das  Abkommen,  welches  –  wie  gesehen  –  für  die  fraglichen 
Beförderungsmittel  keinerlei  Abgabeerleichterung  vorsieht  für  Personen 
mit  Sitz  im  Inland.  Der  Beschwerdeführer  macht  denn  auch  zu  Recht 
nicht geltend, Art. 35 Abs. 2 Bst. a ZV sei mit dem Istanbuler Abkommen 
nicht vereinbar. 

A­7817/2010

Seite 11

Art. 35 ZV stützt sich sodann auf Art. 9 ZG, welcher dem Bundesrat auf 
dem  Gebiet  der  vorübergehenden  Verwendung  von  Waren  –  unter 
Vorbehalt der internationalen Regelungen (vgl. dazu insbesondere E. 2.3 
hiervor) – eine umfassende Regelungskompetenz über die teilweise oder 
vollständige Abgabebefreiung  erteilt  (vgl. HEINZ SCHREIER,  a.a.O., Art.  9 
N 6 ff.). 

3. 
3.1.  Vorliegend  ist  in  erster  Linie  zu  klären,  ob  die  Zollverwaltung  zu 
Recht  davon  ausging,  die  erforderlichen  Voraussetzungen  gemäss  Art. 
35 Abs. 2 Bst. a ZV für die Erteilung der in Rede stehenden Bewilligung 
seien  nicht  erfüllt.  Die  Zollverwaltung  stellt  sich  dabei  insbesondere  auf 
den Standpunkt, das Kriterium, wonach der Beschwerdeführer "bei einer 
Person mit Sitz oder Wohnsitz ausserhalb des Zollgebiets angestellt" sein 
müsse, sei nicht gegeben. Während dies der Beschwerdeführer in seiner 
Beschwerde  vom  2. November  2010  ausgiebig  behauptet  (vgl.  Bst. G), 
führt  er  in  seiner  Replik  vom  9. Februar  2011  dazu  lediglich  aus,  dass 
zumindest  "im  Sinne  des  deutschen  Arbeitsrechts"  keine 
Arbeitnehmereigenschaft vorliege. 

3.2. 
3.2.1.  Nach  dem  allgemeinen  Sprachgebrauch  ist  eine  "angestellte 
Person"  jemand,  der  in  einem  vertraglichen  Arbeitsverhältnis  mit 
monatlicher  Gehaltszahlung  steht  (vgl.  Duden,  Deutsches 
Universalwörterbuch,  4. Aufl.,  Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich  2001, 
S. 134 f.), mithin eine Arbeitnehmerin, Beschäftigte, Gehaltsempfängerin 
(vgl.  Duden,  Das  Synonymwörterbuch,  4. Aufl., 
Mannheim/Leipzig/Wien/Zürich 2006, S. 78). Im Gegensatz dazu können 
somit  gemäss  dem  klaren  Wortlaut  der  Bestimmung  Arbeitgeber  und 
selbständig Erwerbende nicht unter den Begriff des Angestellten fallen.

3.2.2.  Dieses  Begriffsverständnis  nach  dem  klaren  Wortlaut  entspricht 
sodann jenem, das sich aus den Bestimmungen anderer eidgenössischer 
Gesetze ergibt (systematisches Auslegungselement): 

3.2.2.1 Gemäss Art. 10 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil 
des Sozialversicherungsrechts  vom 6. Oktober  2000  (ATSG, SR 830.1) 
gelten  als  Arbeitnehmerinnen  und  Arbeitnehmer  Personen,  die  in 
unselbstständiger Stellung Arbeit  leisten und dafür massgebenden Lohn 
nach  dem  jeweiligen  Einzelgesetz  beziehen.  Rechtsprechungsgemäss 
(konkret  ging  es  jeweils  um  die Qualifikation  eines Arbeitnehmers  nach 

A­7817/2010

Seite 12

dem  Bundesgesetz  vom  20. März  1981  über  die  Unfallversicherung 
[UVG, SR 832.20]) ist demnach als Arbeitnehmer zu bezeichnen, wer um 
des  Erwerbes  oder  der  Ausbildung  willen  für  einen  Arbeitgeber,  mehr 
oder weniger untergeordnet, dauernd oder vorübergehend tätig  ist, ohne 
hierbei  ein  eigenes  wirtschaftliches  Risiko  tragen  zu  müssen.  Die 
Arbeitnehmereigenschaft  sei  jeweils  unter  Würdigung  der  gesamten 
Umstände  des  Einzelfalles  zu  beurteilen.  Schliesslich  sei  zu  beachten, 
dass sich die Frage nach der Arbeitnehmereigenschaft regelmässig nach 
der  äusseren  Erscheinungsform  wirtschaftlicher  Sachverhalte  und  nicht 
nach  allfällig  davon  abweichenden  internen  Vereinbarungen  der 
Beteiligten  beurteile  (vgl.  Urteile  des Bundesgerichts  8C_303/2010  vom 
23.  Juni  2010  E. 2,  8C_752/2009  vom  7.  Januar  2010  E. 3,  je  mit 
Hinweisen).

3.2.2.2  Eine  gleichartige  Umschreibung  ergibt  sich  sodann  aus  dem 
Bundesgesetz  betreffend  die  Ergänzung  des  Schweizerischen 
Zivilgesetzbuches  (Fünfter  Teil:  Obligationenrecht)  vom  30. März  1911 
(OR,  SR  220).  Demnach  weist  ein  Arbeitsvertrag  im Wesentlichen  vier 
Merkmale auf: Es ist Arbeit gegen Entgelt in einem Dauerschuldverhältnis 
geschuldet, die  in einer  fremden Arbeitsorganisation und damit  in einem 
Unterordnungsverhältnis  geleistet  wird.  Notwendige  Voraussetzung  für 
das  Vorliegen  eines  Arbeitsverhältnisses  ist  die  Subordination  des 
Arbeitnehmers. Darunter wird die rechtliche Unterordnung in persönlicher, 
betrieblicher  und  wirtschaftlicher  Hinsicht  verstanden.  Entscheidend  ist, 
dass  der  Arbeitnehmer  in  eine  fremde  Arbeitsorganisation  eingegliedert 
ist und damit von bestimmten Vorgesetzten Weisungen erhält (vgl. Urteile 
des  Bundesgerichts  4A_553/2008  vom  9. Februar  2009  E. 4  f., 
4C.276/2006 vom 25. Januar 2007 E. 4 und E. 4.3, mit Hinweisen). 

3.2.2.3  Die  Frage,  wer  als  selbständig  Erwerbender  gilt  und  wer 
unselbständig  tätig und damit Angestellter  ist,  ist  ferner etwa auch  im 
Mehrwertsteuerrecht  von  zentraler  Bedeutung  (vgl.  Art.  10 MWSTG). 
Die Rechtsprechung hat diesbezüglich Indizien benannt, welche für die 
selbständige  Ausübung  einer  Tätigkeit  sprechen.  Es  sind  dies 
insbesondere  das  Handeln  und  Auftreten  in  eigenem  Namen 
gegenüber  Dritten,  das  Tragen  des  unternehmerischen  Risikos 
(Gewinn  und  Verlust),  die  Wahlfreiheit,  eine  Aufgabe  anzunehmen 
oder  nicht  und  diese  selbständig  organisieren  zu  können.  Daneben 
können  die  Beschäftigung  von  Personal,  die  Vornahme  erheblicher 
Investitionen,  eigene  Geschäftsräumlichkeiten,  verschiedene  und 
wechselnde  Auftraggeber  sowie  die  betriebswirtschaftliche  und 

A­7817/2010

Seite 13

arbeitsorganisatorische  Unabhängigkeit  eine  Rolle  spielen  (vgl.  Urteil 
des Bundesverwaltungsgerichts A­4011/2010 vom 18. Januar 2011 E. 
2.2.1, mit zahlreichen Hinweisen).

Die mehrwertsteuerliche Qualifikation  von Vorgängen  hat  nicht  in  erster 
Linie  aus  einer  zivil­,  sprich  vertragsrechtlichen  Sicht,  sondern  nach 
wirtschaftlichen,  tatsächlichen  Kriterien  zu  erfolgen  (Urteil  des 
Bundesgerichts  2A.304/2003  vom  14.  November  2003  E.  3.6.1,  mit 
Hinweisen;  BVGE  2007/23  E.  2.3.2;  Urteile  des 
Bundesverwaltungsgerichts  A­5747/2008  vom  17. März  2011  E. 2.5, 
A­4011/2010  vom  18.  Januar  2011  E. 2.4,  A­5460/2008  vom  12. Mai 
2010  E. 2.4).  Nicht  entscheidend  ist  deshalb  grundsätzlich,  wie  die 
Parteien  ihr  Vertragsverhältnis  ausgestalten  (Urteil  des  Bundesgerichts 
2A.47/2006  vom  6.  Juli  2006  E.  3.2;  Urteile  des 
Bundesverwaltungsgerichts  A­5747/2008  vom  17. März  2011  E. 2.5, 
A­5460/2008  vom  12. Mai  2010  E. 2.4,  A­156/2007  vom  20. April  2009 
E. 2.2.3).

3.2.2.4  Im  Wesentlichen  ergibt  sich  aus  diesem  systematischen 
Auslegungselement,  dass  eine  angestellte  Person  eine  Arbeitnehmerin 
und  damit  eine  Person  ist,  die  einer  unselbständigen  Erwerbstätigkeit 
nachgeht. Ausschlaggebend  ist, dass sie dem Arbeitgeber Arbeit gegen 
Entgelt  leistet  und  sich  dabei  in  persönlicher,  betrieblicher  und 
wirtschaftlicher  Hinsicht  ihrem  Arbeitgeber  unterordnet  und  von  ihren 
Vorgesetzten Weisungen erhält. Damit führt die systematische Auslegung 
zum gleichen Ergebnis wie die grammatikalische.

3.2.3. Der Sinn und Zweck der Befreiung von der allgemeinen Zollpflicht 
gemäss  Art.  35  Abs.  2  Bst  a  ZV  besteht  darin,  Arbeitnehmern 
grenzüberschreitende  Beförderungen  im  dienstlichen  Auftrag  ihres 
ausländischen Arbeitgebers  zu  ermöglichen  bzw.  zu  erleichtern  und  sie 
dadurch  gegenüber  Arbeitnehmern,  die  im  Inland  tätigt  sind,  nicht  zu 
benachteiligen.  Da  demgegenüber  selbständig  Erwerbende  ihren 
Arbeitsort  frei  wählen  können,  ist  bei  diesen  eine  so  begründete 
Erleichterung  nicht  notwendig.  Für  die  enge  Begrenzung  der 
Ausnahmebestimmung  spricht  sodann,  dass  eine  Kontrolle  über  die 
tatsächliche  Verwendung  solcher  Fahrzeuge  (vgl.  Bst. A)  praktisch 
gesehen  eher  schwierig  sein  dürfte.  Durch  die  Beschränkung  auf 
Angestellte  kann  vor  allem  verhindert  werden,  dass  selbständig 
Erwerbende,  bei  welchen  eine  klare  Trennung  zwischen  Privat­  und 
Firmengebrauch  naturgemäss  kaum  möglich  wäre  und  auch  eine 

A­7817/2010

Seite 14

indirekte  Überwachung  der  Verwendung  der  Fahrzeuge  durch  den 
Arbeitgeber  fehlt  (anders  als  beim  Angestellten),  ihre  Fahrzeuge  in 
missbräuchlicher Weise zollbefreit in die Schweiz einführen könnten. 

Auch  die  teleologische  Auslegung  bestätigt  damit  das  bisherige 
Auslegungsergebnis  bzw.  rechtfertigt  jedenfalls  kein  Abweichen  vom 
klaren Wortlaut der Bestimmung. 

3.2.4.  Den  Materialien  ist  bezüglich  der  Entstehungsgeschichte  von 
Art. 35 Abs. 2 Bst a ZV nichts zu entnehmen. Folglich kann sich daraus 
auch  kein  Widerspruch  zum  Wortlaut  ergeben.  Insgesamt  ergibt  sich 
somit,  dass  sämtliche  Auslegungselemente  im Einklang mit  dem  klaren 
Wortlaut der Norm stehen. 

3.3.  Eine  Partnerschaft  ist  gemäss  dem  deutschen  "Gesetz  über 
Partnerschaftsgesellschaften  Angehöriger  Freier  Berufe" 
(Partnerschaftsgesellschaftsgesetz,  PartGG)  eine  Gesellschaft,  in  der 
sich  Angehörige  Freier  Berufe  zur  Ausübung  ihrer  Berufe 
zusammenschließen.  Die  Partnergesellschaft  übt  kein  Handelsgewerbe 
aus und ihre Angehörigen können nur natürliche Personen sein (§ 1 Abs. 
1  PartGG).  Der  Name  der  Partnerschaft  muss  den  Namen mindestens 
eines Partners, den Zusatz "und Partner" oder "Partnerschaft" sowie die 
Berufsbezeichnungen  aller  in  der  Partnerschaft  vertretenen  Berufe 
enthalten  (§  2  Abs.  1  PartGG).  Die  Partnerschaft  basiert  auf  dem 
Partnerschaftsvertrag  und  bedarf  einer  Anmeldung  im  sog. 
Partnerschaftsregister (§ 3 und § 4 PartGG). Sie kann unter ihrem Namen 
Rechte erwerben und Verbindlichkeiten eingehen, Eigentum und andere 
dingliche  Rechte  an  Grundstücken  erwerben,  vor  Gericht  klagen  und 
verklagt  werden  (§  7  Abs.  2  PartGG  i.V.m.  Art.  124  Abs.  1  des 
Handelsgesetzbuches  [HGB]).  Für  Verbindlichkeiten  der  Partnerschaft 
haften  den  Gläubigern  neben  dem  Vermögen  der  Partnerschaft  die 
Partner als Gesamtschuldner (§ 8 Abs. 1 PartGG).

3.4. 
3.4.1.  Der  Beschwerdeführer  ist  unbestrittenermassen  Partner  der 
Y._______  Partnergesellschaft.  Um  zu  belegen,  dass  er  aber  ebenfalls 
Angestellter dieser Partnergesellschaft  ist,  reichte der Beschwerdeführer 
einen  "Anstellungsvertrag"  vom 15. Januar  2009  ins Recht. Aus diesem 
geht im Wesentlichen hervor, dass sich der Beschwerdeführer verpflichte, 
seine Arbeitskraft der Partnergesellschaft zur Verfügung zu stellen und er 
für  seine  Tätigkeit  eine  Vergütung  von  monatlich  brutto  EUR  6'000.– 

A­7817/2010

Seite 15

erhalte.  Die  Gewinnansprüche  des  Beschwerdeführers  als  Partner  der 
Partnergesellschaft  blieben  von  diesem  Anstellungsvertrag  unberührt. 
Gemäss Ziffer  7  des Anstellungsvertrages  stelle  die Partnergesellschaft 
dem  Beschwerdeführer  die  erforderlichen  Arbeitsräume  sowie  die 
gesamte Infrastruktur der Kanzlei zur Verfügung. Darüber hinaus erhalte 
er  "ein  Geschäftsfahrzeug  zur  Mitbenutzung,  welches  er  im  Regelfall 
nutzen"  könne.  Er  sei  unter  Vorbehalt  entgegenstehender  dienstlicher 
Bedürfnisse  berechtigt,  das  Fahrzeug  auch  privat  und  insbesondere  für 
Fahrten nach Hause zu nutzen. 

3.4.2.  Ob  der  behauptete  "Anstellungsvertrag"  überhaupt  rechtsgültig 
zustande  kam,  kann  hier  offen  bleiben.  Denn  faktisch  –  aufgrund  der 
massgebenden  wirtschaftlichen  Realität,  welche  auch  im  Zollrecht  zu 
beachten  ist,  und  der  äusseren  Erscheinungsform  (vgl.  E. 3.2.2.3  und 
E. 3.2.2.1)  –  handelt  es  sich  beim  Beschwerdeführer  nicht  um  eine 
"angestellte  Person"  im  Sinn  von  Art.  35  Abs.  2  Bst.  a  ZV.  Dazu  fehlt 
insbesondere  die  persönliche,  betriebliche  und  wirtschaftliche 
Unterordnung  des  Beschwerdeführers  unter  die  Partnergesellschaft 
(vgl. E. 3.2.2.4  ff.). Es kann weder davon gesprochen werden, dass sich 
der  Beschwerdeführer  rechtswesentlich  in  eine  fremde 
Arbeitsorganisation  eingliedern  muss  noch  dass  er  von  seinem 
Arbeitgeber,  das  heisst  faktisch  unter  anderem  von  sich  selbst, 
Weisungen  erhält.  Vielmehr  ist  davon  auszugehen,  dass  er  in  der 
Organisation seiner Tätigkeit und  in den Entscheiden weitestgehend  frei 
ist.  Zudem  tritt  er  gegen aussen  selbständig  als Partner  der Y._______ 
Partnergesellschaft auf,  ist am Gewinn beteiligt und haftet grundsätzlich 
persönlich  für  die  Verbindlichkeiten  der  Partnerschaft;  mit  anderen 
Worten trägt er ein eigenes wirtschaftliches Risiko. Selbst wenn also von 
der  vom  Beschwerdeführer  in  seiner  Beschwerde  behaupteten 
Doppelfunktion  ausgegangen  würde,  ergibt  sich  aufgrund  des  eben 
Ausgeführten,  dass  die  Rolle  des  Beschwerdeführers  als  Partner 
vorliegend klar im Vordergrund steht. Entsprechend würde es Art. 35 Abs. 
2  Bst.  a  ZV  zuwiderlaufen,  wenn  einzig  aufgrund  von  vertraglichen 
Teilaspekten  –  wenn  sie  denn  überhaupt  gültig  sind  –  ein 
Angestelltenverhältnis  des  Beschwerdeführers  bejaht  würde  (vgl. 
E. 3.2.2.1,  E. 3.2.2.3  und  E. 3.2.3).  Demzufolge  kann  auch  nicht 
entscheidend  sein,  dass  dem  Beschwerdeführer  gemäss  seiner 
Behauptung,  das  Fahrzeug  lediglich  aufgrund  seiner  Funktion  als 
Angestellter und nicht aufgrund des Umstandes, dass er Partner  ist, zur 
Verfügung steht. 

A­7817/2010

Seite 16

3.5. Das Erfordernis des Anstellungsverhältnisses  ist damit  in Bezug auf 
den Beschwerdeführer nicht erfüllt. Demzufolge fehlt es  für die Erteilung 
einer Bewilligung zur vorübergehenden abgabefreien Verwendung eines 
ausländischen Beförderungsmittels zum eigenen Gebrauch im Zollgebiet 
bereits an einer zu erfüllenden Voraussetzung. Demzufolge kann auf die 
Prüfung  der  übrigen  Voraussetzungen  verzichtet  werden  und  es  ist 
festzuhalten, dass die Zollverwaltung die Bewilligung gestützt auf Art. 35 
Abs. 2 Bst. a ZV zu Recht verweigert hat. 

4. 
4.1.  Der  Beschwerdeführer  beruft  sich  ferner  auf  das 
Vertrauensschutzprinzip  und  macht  geltend,  ab  Inkrafttreten  der  neuen 
Zollverordnung  am  1.  November  2006  bis  zur  internen  Weisung  vom 
29. Oktober  2009,  das  heisse  über  einen  Zeitraum  von  nahezu  drei 
Jahren,  sei  die  Verwaltungspraxis  im  Sinn  des  Beschwerdeführers 
gehandhabt  worden.  Bereits  vor  dem  hier  streitgegenständlichen 
Fahrzeug  sei  er  über  Jahre  hinweg  ein  geleastes  Dienstfahrzeug 
gefahren, für das ihm jedes Mal die beantragte Bewilligung erteilt worden 
sei. Das  vorliegend  zur Diskussion  stehende Fahrzeug  sei,  da man auf 
die  Verwaltungspraxis  vertraut  habe  und  keine  Anzeichen  für  eine 
plötzliche Änderung dieser Handhabung vorlagen, lediglich in Form eines 
Leasingvertrags und nicht  käuflich erworben worden. Da es bekanntlich 
unmöglich sei, ein Leasingfahrzeug zu exportieren, würde  ihm durch die 
neue Praxis verunmöglicht, das Fahrzeug weiterhin als Dienstfahrzeug zu 
benutzen.  Damit  habe  er  eine  Disposition  getroffen,  die  nicht  ohne 
Schaden  wieder  rückgängig  gemacht  werden  könne.  Aus  dem 
Vertrauensschutzprinzip  ergebe  sich  daher,  dass  ihm  die  beantragte 
Bewilligung mindestens bis zum Ablauf des Leasingvertrages zu erteilen 
sei.

4.2. 
4.2.1.  Jede  Person  hat  Anspruch  darauf,  von  den  staatlichen  Organen 
ohne Willkür und nach Treu und Glauben behandelt zu werden (Art. 9 der 
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 
1999 [BV, SR 101]). Nach dem Grundsatz des Vertrauensschutzes haben 
die  Privaten  Anspruch  darauf,  in  ihrem  berechtigten  Vertrauen  in 
behördliche  Zusicherungen  oder  in  anderes,  bestimmte  Erwartungen 
begründendes  Verhalten  der  Behörden  geschützt  zu  werden 
(HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 627).

A­7817/2010

Seite 17

4.2.2. Für die erfolgreiche Geltendmachung des Vertrauensschutzprinzips 
bedarf  es  zunächst  eines  Anknüpfungspunktes;  es  muss  eine 
Vertrauensgrundlage  vorhanden  sein.  Darunter  ist  das  Verhalten  eines 
staatlichen  Organes  zu  verstehen,  das  bei  den  betroffenen  Privaten 
bestimmte  Erwartungen  auslöst  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
A­2925/2011 vom 25. November 2010 E. 4.2.2, mit Hinweisen).

4.2.3.  Nebst  einer  Vertrauensgrundlage  müssen  verschiedene  weitere 
Voraussetzungen kumulativ erfüllt sein, damit sich der Private mit Erfolg 
auf das Vertrauensschutzprinzip berufen kann. Vorausgesetzt wird, dass 
diejenige Person, die sich auf Vertrauensschutz beruft, berechtigterweise 
auf  diese  Grundlage  vertrauen  durfte  und  gestützt  darauf  nachteilige 
Dispositionen getroffen hat, die sie nicht mehr  rückgängig machen kann 
(vgl. BGE 131 II 627 E. 6.1, BGE 129 I 161 E. 4.1, BGE 127 I 31 E. 3a; 
Urteile des Bundesgerichts 2C_217/2010 vom 16. August 2010 E. 4.2.1, 
2C_693/2009 vom 4. Mai 2010 E. 2.1; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., 
Rz.  655  ff.;  BEATRICE WEBER­DÜRLER,  Vertrauensschutz  im  öffentlichen 
Recht, Basel/Frankfurt a.M. 1983, S. 90  ff.). Zwischen dem Vertrauen  in 
das  Verhalten  einer  staatlichen  Behörde  und  der  vom  Betroffenen 
getätigten  Disposition  muss  also  ein  Kausalzusammenhang  bestehen. 
Ein solcher fehlt, wenn anzunehmen ist, dass die Disposition auch ohne 
ein  Vertrauen  begründendes  behördliches  Verhalten  bzw.  bei  Kenntnis 
der  Mangelhaftigkeit  der  Vertrauensbasis  vorgenommen  worden  wäre 
(Urteil  des  Bundesgerichts  2C_453/2009  vom  3. Februar  2010  E. 5; 
HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN,  a.a.O.,  N.  664).  Schliesslich  scheitert  die 
Berufung auf Treu und Glauben dann, wenn ihr überwiegende öffentliche 
Interessen gegenüberstehen (vgl. BGE 131 II 627 E. 6.1, BGE 129 I 161 
E. 4.1,  BGE  127  I  31  E.  3a;  Urteile  des  Bundesgerichts  2C_217/2010 
vom  16. August  2010  E. 4.2.1,  2C_693/2009  vom  4. Mai  2010  E. 2.1; 
HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN,  a.a.O.,  Rz.  655  ff.;  WEBER­DÜRLER,  a.a.O., 
S. 90 ff.).

4.2.4. Als Folge der Bedeutung des Legalitätsprinzips im Abgaberecht ist 
der  Vertrauensschutz  in  diesem  Bereich  zudem  praxisgemäss  nur  mit 
Zurückhaltung  zu gewähren  (BGE 131  II  627 E.  6.1). Eine  vom Gesetz 
abweichende Behandlung  eines Abgabepflichtigen  kann  nur  in  Betracht 
fallen,  wenn  die  Voraussetzungen  des  Vertrauensschutzes  klar  und 
eindeutig  erfüllt  sind  (so  schon  BGE  118  Ib  312  E.  3b;  Urteile  des 
Bundesgerichts 2C_123/2010 vom 5. Mai 2010 E. 4, 2C_728/2009 vom 
15. März 2010 E. 3.2).

https://expert.bger.ch/php/expert/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2011&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=BGE+129+I+161&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F127-I-31%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page31
https://expert.bger.ch/php/expert/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2011&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=BGE+129+I+161&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F127-I-31%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page31
https://expert.bger.ch/php/expert/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2011&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=BGE+129+I+161&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F127-I-31%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page31
https://expert.bger.ch/php/expert/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2011&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=BGE+129+I+161&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F127-I-31%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page31
https://expert.bger.ch/php/expert/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2011&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=BGE+129+I+161&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F127-I-31%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page31
https://expert.bger.ch/php/expert/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2011&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=BGE+129+I+161&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F127-I-31%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page31
https://expert.bger.ch/php/expert/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2011&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=BGE+129+I+161&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F127-I-31%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page31
https://expert.bger.ch/php/expert/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2011&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=BGE+129+I+161&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F127-I-31%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page31
https://expert.bger.ch/php/expert/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2011&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=BGE+129+I+161&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F127-I-31%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page31
https://expert.bger.ch/php/expert/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2011&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=BGE+129+I+161&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F127-I-31%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page31
https://expert.bger.ch/php/expert/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2011&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=BGE+129+I+161&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F127-I-31%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page31
https://expert.bger.ch/php/expert/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2011&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=BGE+129+I+161&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F127-I-31%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page31
https://expert.bger.ch/php/expert/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2011&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=BGE+129+I+161&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F127-I-31%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page31
https://expert.bger.ch/php/expert/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2011&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=BGE+129+I+161&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F127-I-31%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page31

A­7817/2010

Seite 18

4.3. 
4.3.1. Einer eingelebten Praxis kommt erhebliches Gewicht zu. Allerdings 
ist es den Behörden und den Gerichten nicht verwehrt, eine bisher geübte 
Praxis  zu ändern bzw. muss eine Praxisänderung sogar erfolgen, wenn 
Behörden  und  Gerichte  zur  Einsicht  gelangen,  das  Recht  sei  bisher 
unrichtig  angewendet worden oder  eine  andere Rechtsanwendung oder 
Ermessensbetätigung  entspräche  dem  Sinn  des  Gesetzes  oder 
veränderten  Verhältnissen  besser.  Eine  Änderung  der  Praxis  lässt  sich 
jedoch  regelmässig  nur  begründen,  wenn  die  neue  Lösung  besserer 
Erkenntnis  der  ratio  legis,  veränderten  äusseren  Verhältnissen  oder 
gewandelter  Rechtsanschauung  entspricht;  andernfalls  ist  die  bisherige 
Praxis  beizubehalten  (BGE  135  I  79  E. 3,  BGE  132  III  770  E. 4).  Eine 
Praxisänderung  muss  sich  deshalb  auf  ernsthafte  sachliche  Gründe 
stützen können, die – vor allem aus Gründen der Rechtssicherheit – um 
so gewichtiger sein müssen, je länger die als nicht mehr richtig erkannte 
bisherige Praxis befolgt wurde (BGE 127 I 49 E. 3c, BGE 126 I 122 E. 5). 
Eine zulässige neue Praxis ist grundsätzlich sofort und in allen hängigen 
Verfahren anzuwenden.  Im Einzelfall  kann dieser Regel der Schutz  von 
Treu  und  Glauben  entgegenstehen.  Von  Bedeutung  sind  in  diesem 
Zusammenhang  vor  allem  Grundsatzentscheide,  deren  Ziel  es  unter 
anderem  ist,  in  einer  umstrittenen  Frage  Sicherheit  und  Gewissheit  zu 
schaffen.  Der  Vertrauensschutz  hat  sich  dabei  insbesondere  bei 
verfahrensrechtlichen  Änderungen  im  Bereich  der  Frist­  und 
Formvorschriften  sowie  bei  der  Zulässigkeit  von  Rechtsmitteln 
durchgesetzt;  dies  falls  darf  die  neue  Praxis  nicht  ohne  vorgängige 
Ankündigung Anwendung finden (vgl. BGE 132 II 153 E. 5.1, BGE 122 I 
57 E. 3c/bb; Urteil des Bundesgerichts 2C_421/2007 vom 21. Dezember 
2007  E. 3.1;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­4785/2007  vom 
23. Februar  2010 E. 2.3; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN,  a.a.O., Rz.  638  ff.). 
Im  Bereich  des  materiellen  Rechts  bestehen  allerdings  zum  Teil 
Bedenken,  Vertrauensschutz  ohne  individuell­konkrete  Grundlage  wie 
etwa  einer  Auskunft  oder  Zusicherung  einer  Behörde,  sondern  allein 
gestützt  auf  das  allgemeine  Vertrauen  in  den  Bestand  einer 
Verwaltungspraxis  zu  gewähren  (zum  Ganzen  und  mit  weiteren 
Hinweisen  vgl.  BETTINA  BÄRTSCHI,  Die  Voraussetzungen  für 
Praxisänderungen  im  Steuerrecht,  in:  Michael  Beusch/ISIS  [Hrsg.], 
Steuerrecht  2008,  Best  of  zsis),  Zürich/Basel/Genf  2008,  S. 85 ff., 
insbesondere S.95 ff.). 

4.3.2.  Rechtssetzungsakte  stellen  in  der  Regel  keine 
Vertrauensgrundlage dar. Das Prinzip des Vertrauensschutzes steht einer 

A­7817/2010

Seite 19

Änderung  des  geltenden  Rechts  grundsätzlich  nicht  entgegen.  Die 
Privaten  können  nicht  ohne  Weiteres  auf  den  Fortbestand  eines 
geltenden  Rechts  vertrauen,  sondern  müssen  mit  dessen  Revision 
rechnen.  Die  Gewährung  des  Vertrauensschutzes  kommt  höchstens 
dann  in  Betracht,  wenn  die  Privaten  durch  eine  unvorhersehbare 
Rechtsänderung  in  schwer  wiegender  Weise  in  ihren  gestützt  auf  die 
bisherige gesetzliche Regelung getätigten Dispositionen getroffen werden 
und  keine  Möglichkeit  der  Anpassung  an  die  neue  Rechtslage  haben. 
Hier  ergibt  sich  aus  dem  Prinzip  des  Vertrauensschutzes  unter 
Umständen  ein  Anspruch  auf  eine  angemessene  Übergangsregelung 
(HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN,  a.a.O.,  Rz.  641  f.,  mit  zahlreichen 
Hinweisen).

4.3.3.  Die  vorübergehende  Duldung  eines  rechtswidrigen  Zustandes 
hindert die Behörde grundsätzlich nicht an der späteren Behebung dieses 
Zustandes. Nur in Ausnahmefällen wird durch die behördliche Untätigkeit 
eine  Vertrauensgrundlage  geschaffen,  die  der  Wiederherstellung  der 
Rechtmässigkeit ganz oder teilweise entgegensteht; namentlich wenn die 
Behörden den rechtswidrigen Zustand zuvor über Jahre hinweg geduldet 
hatten,  obschon  ihnen  die Gesetzwidrigkeit  bekannt  war  oder  sie  diese 
bei Anwendung der gebotenen Sorgfalt hätten kennen müssen (vgl. BGE 
107  Ia  121  E.  1c;  Urteile  des  Bundesgerichts  1C_176/2009  vom  28. 
Januar  2010 E.  2.2,  1A.19/2001  vom  22.  August  2001,  veröffentlicht  in 
Schweizerisches Zentralblatt  für Staats­ und Verwaltungsrecht  [ZBl]  103 
[2002]  582  E.  4b;  HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN,  a.a.O.,  Rz.  652;  WEBER­
DÜRLER, a.a.O., S. 231 f.).

4.4. 
4.4.1.  Art.  35  Abs.  2  Bst. a  ZV  hält  neu  ausdrücklich  fest,  dass  die 
vorübergehende  Verwendung  eines  ausländischen  Beförderungsmittels 
für den eigenen Gebrauch lediglich dann bewilligt wird, wenn die Person, 
welche eine solche Bewilligung verlangt,  "bei einer Person mit Sitz oder 
Wohnsitz  ausserhalb  des  Zollgebiets  angestellt"  ist.  Obwohl  sich  diese 
Rechtslage  bereits  seit  dem  Inkrafttreten  der  Zollverordnung  am  1. Mai 
2007  so  präsentiert,  wurde  dies  von  der  fraglichen  Zollstelle  bis  zu  der 
internen Weisung  vom  29. Oktober  2009  offenbar  nicht  so  gehandhabt 
und  sie  erteilte  dem  Beschwerdeführer  am  24. November  2008  erneut 
eine solche Bewilligung, obgleich er die erforderlichen Voraussetzungen 
nicht erfüllte (vgl. E. 3.5). 

A­7817/2010

Seite 20

4.4.2. Die Änderung der Praxis der Zollbehörden basiert ursprünglich auf 
einer Gesetzesänderung. Einer solchen Änderung des geltenden Rechts 
steht  das  Prinzip  des  Vertrauensschutzes  grundsätzlich  nicht  entgegen 
(vgl.  E. 4.3.2).  Insofern  ist  von  vornherein  irrelevant,  wenn  dem 
Beschwerdeführer  –  wie  er  behauptet  –  unter  dem  alten  Zollrecht  in 
Bezug auf ein anderes Dienstfahrzeug über Jahre hinweg die beantragte 
Bewilligung erteilt wurde. 

4.4.3. Die vorliegende Änderung bzw. Neuerung in der Zollordnung wurde 
von der Zollbehörde – wie soeben erläutert – offenbar nicht von Beginn 
weg korrekt umgesetzt. Aus dem Umstand, dass die Zollverwaltung  ihre 
Praxis  fortan  aber  den  gesetzlichen  Vorschriften  anpasste,  kann  der 
Beschwerdeführer  nichts  zu  seinen  Gunsten  ableiten.  Von  einer 
jahrelangen Duldung  des  rechtswidrigen  Zustandes,  die  gegebenenfalls 
zur Gewährung  des  Vertrauensschutzes  führen würde,  kann  vorliegend 
nicht die Rede sein (vgl. E. 4.3.3, vgl. auch E. 4.4.4 hiernach).

4.4.4.  In  casu  sind  sämtliche  Voraussetzungen  für  eine  zulässige 
Praxisänderung  erfüllt  (vgl.  E. 4.3.1):  Art.  35  Abs.  2  Bst.  a  ZV  wurde 
vorerst  offenbar  falsch,  das  heisst  entgegen  der  darin  ausdrücklich 
enthaltenen Vorschriften angewandt. Die Anpassung der Praxis beruhte 
entsprechend  auf  der  Erkenntnis  der  ratio  legis  der  genannten  Norm. 
Auch kann, da die entsprechende Norm erst im Mai 2007 in Kraft getreten 
ist, nicht von einer  langjährigen Praxis gesprochen werden. Damit stützt 
sich  die  Praxisänderung  auf  ernsthafte  und  sachliche  Gründe  und  das 
Interesse an der richtigen Rechtsanwendung überwiegt gegenüber jenem 
an der Rechtssicherheit. Die Änderung erfolgte zudem in grundsätzlicher 
Weise. 

Bezüglich  des  zu  beachtenden  Grundsatzes  von  Treu  und  Glauben  ist 
sodann  in  erster  Linie  fraglich,  ob  im  Bereich  des  materiellen  Rechts 
Vertrauensschutz  ohne  individuell­konkrete Grundlage – welche  in  casu 
unbestrittenermassen  nicht  vorliegt  –  und  allein  gestützt  auf  das 
allgemeine Vertrauen in den Bestand einer Verwaltungspraxis überhaupt 
gewährt  werden  kann  (vgl.  E. 4.3.1).  Die  Zollbehörde  fällte  im 
Zusammenhang  mit  der  Erteilung  der  Bewilligung  zudem  keinen 
Grundsatzentscheid, dessen Ziel es gewesen wäre, in einer umstrittenen 
Frage Sicherheit und Gewissheit zu schaffen. Vielmehr handhabte sie die 
Bewilligungserteilung über eine Zeitspanne von rund zweieinhalb Jahren 
offenbar  schlichtweg  falsch.  Es  ist  somit  keine  Grundlage  ersichtlich, 
woraus  der  Beschwerdeführer  schliessen  durfte,  die  in  Rede  stehende 

A­7817/2010

Seite 21

Bewilligung  werde  ihm  Jahr  für  Jahr  einfach  wieder  erteilt.  Schliesslich 
bleibt  zu  erwähnen,  dass  auf  der  Bewilligung  ausdrücklich  festgehalten 
wird,  dass  diese  jederzeit  widerrufen  werden  könne  und  die 
Zollverwaltung von dieser Möglichkeit lediglich keinen Gebrauch machte. 
Vielmehr setzte sie dem Beschwerdeführer, nachdem dessen Bewilligung 
am  24.  November  2009  verfiel,  Frist  bis  zum  16. April  2010  um  das 
Fahrzeug definitiv aus dem Zollgebiet auszuführen. Entsprechend wurde 
dem Beschwerdeführer sogar genügend Zeit eingeräumt, um sich auf die 
neue Situation einzustellen. 

Da  es  bereits  an  einer  Vertrauensgrundlage  mangelt,  kann  auf  die 
Prüfung  der  weiteren  Voraussetzungen  des  Vertrauensschutzes 
verzichtet  werden.  Irrelevant  bleibt  damit  insbesondere  die  vom 
Beschwerdeführer  geltend  gemachte  nachteilige  Disposition,  das  heisst 
der  Abschluss  des  Leasingvertrages.  Das  Verhalten  der  Zollbehörden 
stellt keinen Verstoss gegen den Grundsatz von Treu und Glauben dar. 

5. 
5.1. 
Ferner macht  der  Beschwerdeführer  geltend,  der  Gesetzeswortlaut  von 
Art. 35 ZV sowie dessen Handhabung durch die Verwaltung verletze das 
Freizügigkeitsabkommen. Werde ihm die Benutzung des Dienstfahrzeugs 
untersagt, würde dies einen entscheidenden Eingriff  in seine, durch das 
Abkommen  garantierte  berufliche  und  private  Mobilität  darstellen  und 
dadurch  das  Prinzip  der  Freizügigkeit  verletzt.  Grundvoraussetzung  der 
aufgeführten  Mobilität  sei  nun  mal,  dass  er  "hierzu  seinen 
Personenwagen  benutzen"  könne.  Es  sei  mit  dem  Zweck  des 
obgenannten  Abkommens  nicht  vereinbar,  dass  ihm  aufgrund  seines 
Wohnsitzes in der Schweiz die Benutzung seines Dienstfahrzeugs in der 
Schweiz untersagt werde. Selbständig Erwerbenden werde es durch die 
neue Praxis  unangemessen  erschwert,  von  der  vertraglich  vereinbarten 
Freizügigkeit Gebrauch  zu machen  und  sie würden  dadurch  gegenüber 
Angestellten benachteiligt. Weiter würde durch die neue Praxis auch das 
Prinzip  der  Niederlassungsfreiheit  verletzt,  da  er  bei  Nichterteilung  der 
Bewilligung mit dem Dienstfahrzeug weder das Zweigbüro in […] noch die 
von  ihm betreute Firma  in  […] noch die Kanzlei  in  […] anfahren könne. 
Für seine Tätigkeit im Bereich der grenzüberschreitenden, internationalen 
Rechtsberatung sei es aber notwendig, dass Termine auf beiden Seiten 
der Grenze wahrgenommen werden  könnten.  Lediglich  aufgrund  seines 
Wohnsitzes  in  der Schweiz  sei  es  ihm nun nicht mehr  erlaubt, mit  dem 
fraglichen  Firmenfahrzeug  Geschäftsfahrten  in  der  Schweiz 

A­7817/2010

Seite 22

durchzuführen.  Würde  er  in  Deutschland  wohnen,  wäre  es  dagegen 
unproblematisch,  den  Wagen  sowohl  in  Deutschland  als  auch  in  der 
Schweiz  zu  benutzen.  Ausschlaggebend  sei  jedoch  die  Tatsache,  dass 
der Dienstwagen  von  einer  in Deutschland  ansässigen Gesellschaft  zur 
Verfügung  gestellt  werde  und  es  für  den  Benutzer  keinen  Unterschied 
machen dürfe, ob er seinen Wohnsitz in Deutschland oder in der Schweiz 
habe.  Durch  die  neue  Verfahrensweise  der  Zollbehörden  werde  die 
grenzüberschreitende Berufsausübung verkompliziert und verteuert, da er 
so zwei unterschiedliche Geschäftsfahrzeuge, eines für Deutschland und 
eines für die Schweiz, nutzen müsse. 

5.2. Das Freizügigkeitsabkommen ist am 1. Juni 2002 in Kraft getreten. In 
Art.  1  FZA  werden  die  Ziele  des  Abkommens  festgelegt.  Demnach 
beinhaltet  die  Freizügigkeit  das  Recht,  in  das  Hoheitsgebiet  des 
Aufnahmestaats  einzureisen,  sich  darin  überall  aufzuhalten  und  eine 
Arbeitsstelle  anzunehmen,  sich  dort  als  selbständig  Erwerbstätiger 
niederzulassen und eventuell in der Schweiz oder einem EU­Mitgliedstaat 
zu  verbleiben. Das Recht  auf Einreise und dauerhaften Aufenthalt  steht 
auch Personen zu, die keine Erwerbstätigkeit ausüben. Ausserdem sieht 
das  Abkommen  eine  Liberalisierung  der  von  natürlichen  Personen 
erbrachten  kurzzeitigen  Dienstleistungen  vor.  Bei  der  Ausübung  dieser 
Rechte  ist stets der Grundsatz der Nichtdiskriminierung (vgl. Art. 2 FZA) 
zu  beachten,  der  den  Staatsangehörigen  der  Schweiz  und  der 
Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaft das Recht gewährleistet, 
in  der  Anwendung  des Abkommens  nicht  schlechter  gestellt  zu werden 
als  die  Angehörigen  des  Staates,  der  das  Abkommen  handhabt  (vgl. 
DIETER  W.  GROSSEN/CLAIRE  DE  COULON,  in: 
Thürer/Weber/Kellerhals/Portmann  [Hrsg.],  Bilaterale  Verträge  I  &  II 
Schweiz­EU, Zürich 2007 S. 139; ferner: Yvo Hangartner, Der Grundsatz 
der  Nichtdiskriminierung  wegen  der  Staatsangehörigkeit  im 
Freizügigkeitsabkommen  der  Schweiz  mit  der  Europäischen 
Gemeinschaft, Aktuelle Juristische Praxis [AJP] 2003 S. 260). 

5.3.  Der  Beschwerdeführer  verkennt  bei  seiner  –  grundsätzlich  sehr 
allgemein gehaltenen – Rüge in erster Linie, dass ihm – entgegen seinen 
Ausführungen  –  die  Benutzung  des  in  Rede  stehenden  Fahrzeugs  in 
keiner Weise untersagt wird. Es wurde ihm lediglich nicht mehr bewilligt, 
dieses Fahrzeug weiterhin unverzollt und unversteuert in der Schweiz zu 
verwenden.  Es  blieb  dem  Beschwerdeführer  jedoch  unbenommen,  das 
Fahrzeug (allenfalls nach vorzeitiger Auflösung des Leasingvertrages) zu 
verzollen  und  zu  versteuern  und  danach  weiterhin  in  der  Schweiz  zu 

A­7817/2010

Seite 23

benutzen. Wie die Vorinstanz  in  zutreffender Weise ausführt,  regelt  das 
Freizügigkeitsabkommen  grundsätzlich  die  Personen­  und  nicht  die 
Güterfreizügigkeit. Der Beschwerdeführer kann sich demnach nicht unter 
Berufung  auf  das  Freizügigkeitsabkommen  der  allgemein  geltenden 
Zollpflicht  (vgl.  E. 2.1)  entziehen.  Art.  35  Abs.  2  Bst.  a  ZV  verhindert 
weder,  dass der Beschwerdeführer  in  der Schweiz bzw.  in Deutschland 
einer  Erwerbstätigkeit  nachgehen,  noch  dass  er  sich  in  der  Schweiz 
niederlassen kann. Ebenso wenig kann davon gesprochen werden, dass 
dadurch  seine  durch  Art.  8  Anhang I  FZA  garantierte  berufliche  oder 
geographische Mobilität im "Hoheitsgebiet des Aufnahmestaates" verletzt 
würde. Die Probleme, die sich allenfalls aus dem Umstand ergaben, dass 
es sich beim streitbetroffenen Fahrzeug um ein Leasingobjekt gehandelt 
hatte  (der  Leasingvertrag  endete  gemäss  den  Ausführungen  des 
Beschwerdeführers  am  16. April  2011),  vermögen  ebenfalls  keine 
Verletzung des Freizügigkeitsabkommens zu begründen. Der Abschluss 
des  Leasingvertrages  war  eine  freie  privatrechtliche  Entscheidung  des 
Beschwerdeführers bzw. der Y._______ Partnergesellschaft, die nicht  in 
den  Schutzbereich  des  Freizügigkeitsabkommens  fallen  kann. 
Schliesslich  bleibt  zu  erwähnen,  dass  die  in  Rede  stehenden 
Zollvorschriften unabhängig von der Staatsangehörigkeit gleichermassen 
auch  für  einen  Schweizer  Staatsangehörigen  gelten  würden  und  damit 
die  vom  Freizügigkeitsabkommen  bezweckte  Nichtdiskriminierung 
ohnehin gewahrt bleibt. Die rechtliche Gleichstellung von selbständig und 
unselbständig  Erwerbstätigen  gehört  dagegen  nicht  zum  Schutzbereich 
des Freizügigkeitsabkommens. Insgesamt ist vorliegend keine Verletzung 
des Freizügigkeitsabkommens ersichtlich. 

6. 
6.1.  Schliesslich  macht  der  Beschwerdeführer  –  im  Wesentlichen 
unsubstantiiert  –  geltend,  die  unterschiedliche  Behandlung  von 
angestellten und selbständigen Anwälten sei willkürlich, unbegründet und 
verstosse  gegen  den Gleichheitsgrundsatz.  Die Merkmale  "selbständig" 
und "unselbständig" seien für Fragen des Güterverkehrs überhaupt nicht 
relevant. 

6.2. Ein  Erlass  verstösst  gegen  das Willkürverbot  (Art.  9  BV),  wenn  er 
sich  nicht  auf  ernsthafte  sachliche Gründe  stützen  lässt  oder  sinn­  und 
zwecklos ist. Er verletzt das Gebot der Rechtsgleichheit (Art. 8 BV), wenn 
er rechtliche Unterscheidungen trifft, für die ein vernünftiger Grund in den 
zu  regelnden  Verhältnissen  nicht  ersichtlich  ist,  oder  Unterscheidungen 
unterlässt,  die  sich  aufgrund  der  Verhältnisse  aufdrängen.  Das 

A­7817/2010

Seite 24

Rechtsgleichheitsgebot  ist  insbesondere  verletzt,  wenn  Gleiches  nicht 
nach  Massgabe  seiner  Gleichheit  gleich  oder  Ungleiches  nicht  nach 
Massgabe  seiner  Ungleichheit  ungleich  behandelt  wird.  Allerdings  kann 
eine Regelung, die Gleiches ungleich oder Ungleiches gleich behandelt, 
dann  zulässig  sein,  wenn  die  Gleich­  oder  Ungleichbehandlung 
notwendig ist, um das Ziel der Regelung zu erreichen, und die Bedeutung 
des Ziels die Gleich­ oder Ungleichbehandlung rechtfertigt (vgl. BGE 136 
II 120 E. 3.3.2; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 497).

6.3.  Wie  bereits  ausgeführt,  geht  die  von  Art.  35  Abs.  2  Bst.  a  ZV 
gewährte  Ausnahme  von  der  allgemeinen  Zollpflicht  –  selbst  mit  den 
darin enthaltenen Einschränkungen – über die vom Istanbuler Abkommen 
garantierten  Erleichterungen  hinaus  (vgl.  E. 2.4).  Wird  also  die 
Abgabebefreiung  lediglich  angestellten  Personen  gewährt,  kann – 
solange sämtliche Angestellten diesbezüglich gleich behandelt werden – 
nicht  von  einer  Rechtsungleichheit  gesprochen  werden.  So  müssen 
selbständig  Erwerbende  –  wie  alle  anderen  Personen  auch,  die  nicht 
explizit  unter  eine  der Ausnahmebestimmungen  fallen  – Fahrzeuge,  die 
sie  in  die  Schweiz  einführen,  entsprechend  den  gesetzlichen 
Bestimmungen  verzollen  und  versteuern.  Die  vom  Verordnungsgeber 
getroffene  Unterscheidung  zwischen  Angestellten  und  selbständig 
Erwerbenden beruht  dabei  auf  ernsthaften,  sachlichen und  vernünftigen 
Gründen  (vgl.  dazu  vorn  E. 3.2.3).  Art.  35  Abs.  2  Bst.  a  ZV  verstösst 
demzufolge weder  gegen  das Willkürverbot  noch  gegen  den Grundsatz 
der Rechtsgleichheit. 

7. 
Insgesamt  ergibt  sich,  dass  die  Zollverwaltung  unter  keinem  Titel 
gehalten war, dem Beschwerdeführer die verlangte Bewilligung Formular 
15.30  erneut  zu  erteilen  und  die  OZD  die  Beschwerde  in  ihrem 
Beschwerdeentscheid vom 11. Oktober 2010 zu Recht abgewiesen hatte. 
Damit  erübrigt  es  sich  auch,  auf  das  Begehren  um  Erneuerung  der 
Bewilligung Formular 15.30 bis zum 15. April 2011 näher einzugehen.

8. 
Ausgangsgemäss  ist  die  Beschwerde  abzuweisen,  soweit  darauf 
einzutreten ist. Die Verfahrenskosten im Betrag von Fr. 3'000.– sind dem 
Beschwerdeführer  aufzuerlegen  und  mit  dem  von  ihm  geleisteten 
Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 
Eine  Parteientschädigung  an  den  Beschwerdeführer  ist  nicht 
zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG a contrario).

A­7817/2010

Seite 25

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  3'000.–  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 3'000.– verrechnet.

3. 
Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen.

4. 
Dieses Urteil geht an:

– den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
– die Vorinstanz (Ref­Nr. _______; Gerichtsurkunde)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Daniel Riedo Claudia Zulauf

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen 
Angelegenheiten  geführt  werden  (Art. 82  ff.,  90  ff.  und  100  des 
Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR  173.110]).  Die 
Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, 
deren Begründung mit Angabe der Beweismittel  und die Unterschrift  zu 
enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit 
sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG).

A­7817/2010

Seite 26

Versand: