# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dad73a46-3e5e-541b-aba8-64e9e37b9c5d
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-03-07
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 07.03.2016 UV 2014/56
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2014-56_2016-03-07.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2014/56

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 07.03.2016

Entscheiddatum: 07.03.2016

Entscheid Versicherungsgericht, 07.03.2016
Art. 4 ATSG, Art. 6 UVG: Verneinung der Unfallkausalität verschiedener 
Gesundheitsschäden im Bereich der linken Hand (Finger und Handgelenk) 
mit Blick auf Unfallmechanismus, echtzeitliche Unfalldiagnosen und 
zeitlichen Ablauf (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 7. März 2016, UV 2014/56).Entscheid vom 7. März 2016 

Besetzung

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichter 

Joachim Huber, Versicherungsrichterin Marie-Theres Rüegg Haltinner; 

Gerichtsschreiber Markus Jakob

Geschäftsnr.

UV 2014/56

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

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Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.       

A.a      A.___ (nachfolgend: Versicherter) war als Arbeitsloser bei der Schweizerischen 

Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: Suva) gegen Unfälle versichert, als die 

Arbeitslosenkasse B.___ dieser am 21. September 2011 einen Motorradunfall des 

Versicherten vom 9. September 2011 mit beidseitigen Finger- und Knieprellungen und 

einer Thoraxprellung meldete (Suva-act. 1; Schaden-Nr. 14.60293.11.8). Die 

Erstbehandlung fand am 10. September 2011 im Spital C.___ statt, deren Ärzte nach 

einer klinischen Untersuchung sowie Röntgenuntersuchungen des Thorax und der 

rechten Hand die Diagnose Kontusion der Hand rechts, Dig I - IV, und der Flanke links 

sowie multiple Schürfwunden nach Töffunfall am 9. September 2011. Die rechte Hand 

wurde konservativ mit einer ruhigstellenden Schiene sowie entzündungshemmenden 

und analgetischen Medikamenten behandelt und der Versicherte konnte gleichentags 

bei Attestierung einer 100%-igen Arbeitsunfähigkeit vom 10. bis 12. September 2011 in 

die hausärztliche Kontrolle entlassen werden (Suva-act. 6). Die erste hausärztliche 

Untersuchung fand am 12. September 2011 bei Dr. med. D.___, Facharzt für 

Allgemeinmedizin, Chirotherapie, Amtsarzt, statt, der weiterhin eine 100%-ige 

Arbeitsunfähigkeit bescheinigte (Suva-act. 2, 8). Die Suva erbrachte für den Unfall vom 

9. September 2011 die gesetzlichen Leistungen (Heilkosten- und Taggeldleistungen; 

Suva-act. 16 f., 20). Am 17. Oktober 2011 nahm der Versicherte seine 

Zwischenverdiensttätigkeit wieder auf (Suva-act. 9, 12, 35).

A.b     In der Folge orientierte Dr. D.___ auf jeweiliges Ersuchen der Suva über den 

Heilungsverlauf des Versicherten (Ärztlicher Zwischenbericht vom 19. Januar 2012 

[Suva-act. 23]; Kurzer Zwischenbericht vom 4. Mai 2012 [Suva-act. 28]; Bericht vom 

14. November 2012 [Suva-act. 32]; Ärztlicher Zwischenbericht vom 3. Januar 2013 

[Suva-act. 35]; Ärztlicher Zwischenbericht vom 17. Februar 2013 [Suva-act. 39]). 

Therapeutisch hatte Dr. D.___ dem Versicherten - auch auf Empfehlung des Suva-

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Kreisarztes Dr. med. E.___ - am 21. August 2012 eine erste Ergotherapieserie verordnet 

(Suva-act. 27, 30, 32, 34). Am 12. Oktober und 14. November 2012 hatte er weitere 

Behandlungsserien verordnet. Am 19. Februar 2013 stellte Dr. D.___ schliesslich die 

vierte Verordnung für eine Ergotherapie aus (Suva-act. 36 f., 41).

A.c      Am 13. Oktober 2012 war dem Versicherten ein weiterer Unfall widerfahren, bei 

dem er von einer Leiter auf die linke Schulter gestürzt war, wobei er sich reflexartig mit 

der linken Hand abgestützt (Suva-act. 32, 91, 106) und eine AC-Luxation Grad II links 

erlitten hatte (Suva-act. 76; vgl. auch Suva-act. 91). Laut Schadenmeldung UVG vom 

24. Oktober 2012 hatte er die Arbeit ab 15. Oktober 2012 ausgesetzt (Suva-act. 106; 

Schaden-Nr. 15.51822.12.1). Das Datum der Wiederaufnahme der Arbeit lässt sich den 

Akten nicht entnehmen.

A.d     Vom 18. bis 19. und vom 22. bis 24. April 2013 attestierte Dr. D.___ dem 

Versicherten eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 46).

A.e      Nachdem der Versicherte bereits am 10. März 2013 gegenüber der Suva 

verneint hatte, dass die ärztliche/therapeutische Behandlung in Bezug auf den Unfall 

vom 9. September 2011 abgeschlossen sei (Suva-act. 42), bestätigte er am 1. Juli 

2013, dass weitere Behandlungen stattfänden (Suva-act. 52).

A.f       Am 25. Juli 2013 konsultierte der Versicherte wegen Handbeschwerden links Dr. 

med. F.___, Klinik G.___ AG, der nach einer klinischen und radiologischen 

Untersuchung des Handgelenks und der Finger ein Karpaltunnelsyndrom links, einen 

Status nach radialer Seitenbandruptur am MP-Gelenk V links, eine posttraumatische 

Tendovaginitis stenosans des IV. Fingers links und eine beginnende IP-

Gelenksarthrose des Daumens links, wahrscheinlich ebenfalls posttraumatisch, 

diagnostizierte. Im Untersuchungsbericht vom 30. Juli 2013 hielt er fest, dass zur 

Behandlung eine Karpaltunneloperation und eine radiale Seitenbandrekonstruktion am 

Kleinfinger sowie eine Ringbandspaltung am IV. Finger in Frage komme. Vor der 

Durchführung einer Seitenbandrekonstruktion am MP-Gelenk V werde versucht, mittels 

geeigneter Handtherapie eine bessere muskuläre Kompensation der chronischen 

Abspreizhaltung zu erzielen (Suva-act. 55).

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A.g     Am 6. und 27. November 2013 nahm der Suva-Kreisarzt Dr. med. H.___, 

Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH, zur Frage Stellung, ob die 

aktuellen Beschwerden im Bereich der linken Hand mit Karpaltunnelsyndrom links, 

Status nach radialer Seitenbandruptur am MP-Gelenk V links, posttraumatischer 

Tendovaginitis stenosans des IV. Fingers links sowie beginnender IP-Gelenksarthrose 

des Daumens links mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 9. 

September 2011 zurückzuführen seien (Suva-act. 62, 66). Nach einer weiteren 

Stellungnahme von Dr. H.___ vom 2. Dezember 2013 (Suva-act. 67) erfolgten 

zusätzliche Abklärungen durch die Suva bei Dr. D.___. Es wurde ihm die Frage gestellt, 

wann er den Versicherten das erste Mal wegen der linken Hand gesehen und welche 

Diagnose er gestellt habe. Ausserdem wurde er ersucht, die angeblich gemachten 

Röntgenbilder und Befunde der linken Hand zuzustellen (Suva-act. 70 f., 74). Nachdem 

Dr. D.___ in einem Schreiben vom 12. Januar 2014 auf die Fragen der Suva 

eingegangen und die erbetenen Röntgenbilder eingereicht hatte (Suva-act. 76), nahm 

Dr. H.___ am 23. Januar bzw. 13. Februar 2014 dazu Stellung (Suva-act. 77, 79).

A.h     Inzwischen hatte Dr. F.___ dem Versicherten am 2. Januar 2014, wie bereits am 

24. Juli 2013, eine Ergotherapieverordnung mit der Diagnose „Instabilität des radialen 

Seitenbandes am MP-Gelenk V links“ ausgestellt (Suva-act. 58, 73).

A.i       Gestützt auf die Beurteilungen von Dr. H.___ teilte die Suva dem Versicherten 

mit Schreiben vom 21. Februar 2014 mit, dass zwischen den, wegen 

Fingerbeschwerden links ab Juli 2013 erfolgten Behandlungen und dem Unfallereignis 

vom 9. September 2011 kein sicherer oder mindestens überwiegend wahrscheinlicher 

Kausalzusammenhang gegeben sei. Die Suva werde demzufolge per 1. Juli 2013 keine 

Heilbehandlungskosten wegen der Finger links übernehmen (Suva-act. 81).

A.j       Am 27. Februar 2014 wurde der Versicherte auf Zuweisung von Dr. F.___ mit 

Verdacht auf ein Karpaltunnelsyndrom links und ein Sulcus-ulnaris-Syndrom links Dr. 

med. I.___, Neurologie FMH, zur neurologischen Diagnostik und Mitbeurteilung 

vorgestellt (Suva-act. 108).

A.k      Nachdem der Versicherte und dessen Krankenversicherer (CSS Kranken-

Versicherungs AG; nachfolgend: CSS) mit Schreiben vom 20. März bzw. 6. Mai 2014 

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(Suva-act. 82, 95) eingewendet hatten, dass die Fingerbeschwerden links ihrer Ansicht 

nach auf den Unfall vom 9. September 2011 zurückzuführen seien, bestätigte die Suva 

mit Verfügung vom 19. Mai 2014 ihre Leistungsablehnung per 1. Juli 2013 (Suva-act. 

100). Der Versicherte hatte seinem Schreiben eine von Dr. F.___ auf dessen damaligem 

Bericht vom 30. Juli 2013 (vgl. Suva-act. 55) geschriebene Stellungnahme zur 

Unfallkausalität beigelegt (Suva-act. 82).

B.       

Die am 10. und 12. Juni 2014 gegen diese Verfügung vom Versicherten und der CSS 

erhobenen Einsprachen (Suva-act. 102, 104) wies die Suva mit Einspracheentscheid 

vom 26. Juni 2014 ab (Suva-act. 120).

C.         

C.a      Gegen diesen Einspracheentscheid erhob der Versicherte (nachfolgend: 

Beschwerdeführer) mit Eingabe vom 14. Juli 2014 Beschwerde und beantragte 

sinngemäss, der Entscheid sei aufzuheben und es seien für seine linksseitigen 

Beschwerden an den Fingern und am Handgelenk die gesetzlichen Leistungen zu 

erbringen (act. G 1). Mit der Beschwerde reichte der Beschwerdeführer einen Bericht 

von Dr. F.___, signiert von Dr. med. J.___, vom 9. Juli 2014 zuhanden des 

Krankenversicherers ein (act. G 1.2).

C.b     In der Beschwerdeantwort vom 2. September 2014 beantragte die Suva 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde (act. G 5).

C.c      Mit Replik vom 8. November 2014 (act. G 9) und Duplik vom 11. Dezember 2014 

(act. G 11) erneuerten die Parteien ihre Anträge.

C.d     Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften und die Ausführungen in 

den medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen.

Erwägungen

1.        

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1.1      Der Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung setzt zunächst einen Unfall 

im Sinne von Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) voraus. Als solcher gilt eine plötzliche, 

nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors 

auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder 

geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Als weitere Voraussetzung der 

Leistungspflicht des Unfallversicherers ist sodann die natürliche und adäquate 

Kausalität zwischen dem Unfall und der festgestellten Gesundheitsschädigung verlangt 

(vgl. Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]; 

BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz 

über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 53 ff.). Für die 

Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher Kausalzusammenhänge im 

Bereich der Medizin ist das Gericht bisweilen auf Angaben ärztlicher Experten 

angewiesen. Die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber 

eine Rechtsfrage, die vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis entwickelten 

Regeln zu beurteilen ist (BGE 129 V 181 E. 3.1, 123 III 110, 112 V 30; PVG 1984 Nr. 82, 

174). Bei physischen Unfallfolgen hat indessen die Adäquanz gegenüber dem 

natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 118 V 

291 f. E. 3a). Ob ein natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist, beurteilt sich nach 

dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit; die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die 

Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen).

1.2      Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht 

für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch 

die beklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in 

der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 

des Experten oder der Expertin begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert 

eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels 

noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als 

Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 232 E. 5.1, BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweis). Den 

Berichten versicherungsinterner Ärzte oder Ärztinnen kann rechtsprechungsgemäss 

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gleichfalls Beweiswert beigemessen werden, sofern sie schlüssig erscheinen, 

nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien 

gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (RKUV 1991 Nr. U 133 S. 312 f. E. 1b). Auch 

ärztliche Beurteilungen aufgrund der Akten, wie sie vorliegend von Kreisarzt Dr. H.___ 

erstellt wurden, sind nicht an sich unzuverlässig, wenn die Akten ein vollständiges Bild 

über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben und diese Daten 

unbestritten sind. Voraussetzung ist ein lückenloser Untersuchungsbefund, damit der 

Experte oder die Expertin imstande sind, sich aufgrund der vorhandenen Unterlagen 

ein lückenloses Bild zu verschaffen (PVG 1996, 265 E. 3b; RKUV 1988 Nr. U 56 S. 371).

2.       

Am 9. September 2011 erlitt der Beschwerdeführer unbestrittenermassen einen Unfall 

im Sinn von Art. 4 ATSG, indem er mit dem Motorrad stürzte und sich dabei 

Kontusionsverletzungen der Finger Dig I - IV der rechten Hand zuzog, welche 

zwischenzeitlich offensichtlich abgeheilt sind und bezüglich deren im vorliegenden 

Beschwerdeverfahren keine Unfallrestfolgen geltend gemacht werden. Der 

Beschwerdeführer gibt jedoch an, er habe sich beim fraglichen Motorradunfall nicht nur 

an der rechten, sondern auch an der linken Hand verletzt und leide unter 

fortdauernden, behandlungsbedürftigen Beschwerden am Kleinfinger, Ringfinger und 

Daumen sowie am Handgelenk links, für welche ihm ein Anspruch auf 

Versicherungsleistungen der Beschwerdegegnerin zustünde. Streitig und zu prüfen ist 

mithin im Folgenden, ob die vom Beschwerdeführer geklagten 

Hand(gelenks)beschwerden links zu Lasten der Unfallversicherung gehen, bzw. ob 

zwischen dem Unfallereignis vom 9. September 2011 und den genannten 

Beschwerden ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Nicht Gegenstand des 

vorliegenden Beschwerdeverfahrens bilden allfällige Gesundheitsschäden, die auf den 

Unfall bzw. Sturz von der Leiter vom 13. Oktober 2012 mit Verletzung der linken 

Schulter zurückzuführen sind.

3.          

3.1      Für die Annahme unfallkausaler somatischer Restfolgen wird im Regelfall eine 

strukturelle Läsion bzw. eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als objektivierbares 

Korrelat verlangt.

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3.1.1  Der Beschwerdeführer konsultierte am 25. Juli 2013 Dr. F.___, der im 

Untersuchungsbericht vom 30. Juli 2013 ein Karpaltunnelsyndrom links, einen Status 

nach radialer Seitenbandruptur am MP-Gelenk V links, eine posttraumatische 

Tendovaginitis stenosans des IV. Fingers links sowie eine posttraumatische IP-

Gelenksarthrose des Daumens links, wahrscheinlich ebenfalls posttraumatisch, 

diagnostizierte (Suva-act. 55). Mit der elektroneurographischen Untersuchung durch 

Dr. I.___ vom 27. Februar 2014 konnte das leichte Karpaltunnelsyndrom links betont 

gesichert werden. Für eine wegen geschilderter ulnar betonter Parästhesien fragliche 

Ulnarisläsion konnte jedoch weder in der klinischen neurologischen Untersuchung 

noch in der Elektroneurographie ein sicherer Befund gefunden werden (Suva-act. 108). 

Für das Karpaltunnelsyndrom links, die radiale Seitenbandruptur am MP-Gelenks V 

links sowie die Tendovaginitis stenosans des IV. Fingers waren für Dr. F.___ operative 

Behandlungen (Karpaltunneloperation, radiale Seitenbandrekonstruktion am 

Kleinfinger, Ringbandspaltung am IV. Finger) in Frage gekommen, doch hatte er sich 

dazu entschieden, die Instabilität des Seitenbandes zunächst mit Ergotherapie 

behandeln zu lassen (Suva-act. 55, 58). Auch Dr. I.___ erklärte eine 

Karpaltunneloperation als sicher möglich (Suva-act. 108). Am 25. Juni 2014 konsultierte 

der Beschwerdeführer erneut Dr. F.___, der im entsprechenden Untersuchungsbericht 

vom 9. Juli 2014 zusätzlich zu seinen am 25. bzw. 30. Juli 2013 gestellten Diagnosen, 

unter anderem gestützt auf eine Röntgenuntersuchung des linken Handgelenks, die 

Diagnosen SL-Instabilität und Sulcus-ulnaris-Reizsyndrom anführte. Der 

Beschwerdeführer gehe aufgrund der SL-Instabilität weiterhin in die Ergotherapie (act. 

G 1.2).

3.1.2  Bei sämtlichen, vorgenannten Gesundheitsschäden handelt es sich eindeutig um 

organische Substrate bzw. strukturelle Gesundheitsschäden, welche Beschwerden, 

insbesondere Schmerzen, Sensibilitätsstörungen und Bewegungseinschränkungen, zu 

verursachen vermögen (vgl. dazu Alfred M. Debrunner, Orthopädie, Orthopädische 

Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2002, S. 579 ff., 751 f., 764, 766 ff.; Roche Lexikon Medizin, 5. 

Aufl. München 2003, S. 134, 441, 978, 1057 unter „Kubitaltunnelsyndrom“; 

Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch 2014, 266. Aufl. Berlin 2014, S. 175 f., 1071, 

2091; Leitlinien der Orthopädie, Hrsg. von der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie 

und Orthopädische Chirurgie und dem Berufsverband der Ärzte für Orthopädie, 2. 

erweiterte Aufl. Köln 2002, S. 93 f.). Während es sich bei einer Seitenbandruptur an 

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einem MP-Gelenk sowohl um einen Befund im Rahmen eines degenerativen 

Prozesses, aber auch um eine primär unfallkausal auftretende gesundheitliche Störung 

handeln kann, stellen die Gesundheitsschäden Karpaltunnelsyndrom, Tendovaginitis 

stenosans, Arthrose, Bandinstabilität sowie Sulcus-ulnaris-Syndrom grundsätzlich 

krankheitsbedingte Leiden bzw. degenerative Veränderungen dar, die als unfallkausale 

Gesundheitsschäden höchstens sekundär, d.h. als (Spät-)Folge oder 

Begleiterscheinung einer primären Verletzung, beispielsweise einer Fraktur, Ruptur 

oder Luxation, auftreten (vgl. dazu Debrunner, a.a.O., S. 580 f., 635 ff., 693 f., 741, 747, 

752, 764; Roche Lexikon Medizin, a.a.O., S. 134, 441, 978, 1623, 1781; Pschyrembel, 

a.a.O., S. 172, 229 f., 488, 1056, 2005, 2026; Leitlinien der Orthopädie, a.a.O., S. 93). 

Nachfolgend ist damit zu entscheiden, von welcher Kausalität (Krankheits- oder 

Unfallkausalität) mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

auszugehen ist.

3.2      Massgebende Ausgangspunkte für traumatische Folgeschäden oder 

Begleiterscheinungen bzw. die Ursächlichkeit einer Gesundheitsschädigung bilden der 

Unfallmechanismus zusammen mit den unmittelbar nach dem Unfall gestellten 

Unfalldiagnosen und erhobenen Befunden sowie der zeitliche Ablauf. Dies in dem 

Sinne, als es offensichtlich erscheint, dass in der Regel nur ein vom Unfall betroffener 

Körperteil eine Verletzung mit nachfolgenden Beschwerden zeitigen kann und im 

Regelfall erlittene Verletzungen zu Schmerzen führen und unmittelbar im Anschluss an 

den Unfall oder zumindest unfallnah auch wahrgenommen und im Rahmen einer 

ärztlichen Untersuchung beschrieben werden.

3.3       

3.3.1  Die Ärzte des Spitals C.___ erhoben einen Tag nach dem Unfall vom 9. 

September 2011, d.h. am 10. September 2011, als Befund eine Schwellung der rechten 

Hand, Dig I – IV sowie palmar und plantar, unterzogen einzig die rechte Hand einer 

röntgenologischen Untersuchung und diagnostizierten schliesslich eine Kontusion der 

rechten Hand, Dig I – IV. Auch die Heilbehandlung (Ruhigstellung mittels Schiene) 

erfolgte lediglich in Bezug auf die rechte Hand (Suva-act. 6). In der Schadenmeldung 

UVG vom 21. September 2011 wurde sodann ein Wegrutschen in einer Linkskurve und 

eine beidseitige Fingerprellung beschrieben (Suva-act. 1). In seinem ersten ärztlichen 

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Zwischenbericht vom 19. Januar 2012 diagnostizierte der nachbehandelnde Hausarzt 

Dr. D.___ nun einen Motorradunfall mit Kontusion der linken Hand und vermerkte, dass 

der Beschwerdeführer noch unter Schmerzen in den Fingergelenken D1/D2/D4 mit 

Schwellung und Bewegungseinschränkung leide (Suva-act. 24). Am 4. Mai 2012 

berichtete Dr. D.___ ohne Angabe der betroffenen Hand, dass der Beschwerdeführer 

an der letzten Untersuchung vom 27. April 2012 weiterhin unverändert eine Steifigkeit 

der betroffenen Finger beklagt habe (Suva-act. 28). Auch in der von Dr. D.___ am 21. 

August 2012 ausgestellten Ergotherapieverordnung ist ohne Seitenangabe die 

Diagnose eines Zustands nach Daumendistorsion bei Motorradunfall vermerkt (Suva-

act. 34). Die Ergotherapieverordnung vom 14. November 2012 stellte Dr. D.___ auf die 

Diagnose Trauma der Finger D1 und D3 linke Hand aus, jedoch unter Angabe der 

Unfall-Nummer des Unfalls vom 13. Oktober 2012 (Suva-act. 37). Im ärztlichen 

Zwischenbericht vom 3. Januar 2013 stellte er wieder die Diagnose Zustand nach 

Motorradunfall mit Kontusion rechte Hand (Suva-act. 35). Die Ergotherapieverordnung 

von Dr. D.___ vom 19. Februar 2013 nennt sodann die Diagnose Zustand nach 

Motorradunfall mit Verletzungen der Finger, dies jedoch wie schon teils zuvor ohne 

Seitenangabe (Suva-act. 41). Der Bericht von Dr. F.___ über die Untersuchung vom 25. 

Juli 2013 beinhaltete schliesslich unbestrittenermassen Beschwerden, Befunde und 

Diagnosen im Bereich der linken Hand bzw. des linken Handgelenks, deren 

Unfallkausalität es hier zu beurteilen gilt (vgl. Suva-act. 55; vgl. dazu Erwägung 3.1).

3.3.2  Dr. H.___ folgert in seiner Beurteilung vom 6. November 2013 aus dem in 

Erwägung 3.3.1 dargelegten Sachverhalt, dass erstmals Dr. F.___ in seinem Bericht 

vom 30. Juli 2013 über die Konsultation vom 25. Juli 2013 über Probleme an der linken 

Hand berichtet habe (Suva-act. 62). Die Beschwerdegegnerin stützt ihre 

Leistungsablehnung ab 1. Juli 2013 insbesondere auf diese kreisärztliche 

Schlussfolgerung und erklärt, der Beschwerdeführer habe sich erst ab Juli 2013 wegen 

Beschwerden an der linken Hand in Behandlung begeben. Damit verneint sie eine 

Beteiligung der linken Hand am Unfall vom 9. September 2011, was bei einer 

Latenzzeit von beinahe zwei Jahren begründet erscheinen würde. Wie die 

Beschwerdegegnerin jedoch in einem Schreiben vom 11. Dezember 2013 (Suva-act. 

70) richtig erkannt hat, erwähnen vor der Untersuchung von Dr. F.___ vom 25. Juli 2013 

verfasste medizinische Akten in Bezug auf den Motorradunfall vom 9. September 2011 

auch die linke Hand; so der ärztliche Zwischenbericht von Dr. D.___ vom 19. Januar 

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2012, bei welchem sich der Beschwerdeführer bereits ab 12. September 2011 in 

Behandlung befand (Suva-act. 8, 24). Dr. H.___ hielt in seiner Beurteilung vom 27. 

November 2013 eine Seitenverwechslung für möglich (vgl. Suva-act. 67), weshalb die 

Beschwerdegegnerin Dr. D.___ mit Schreiben vom 11. Dezember 2013 die Frage 

stellte, wann er den Beschwerdeführer erstmals wegen Beschwerden an der linken 

Hand gesehen und welche Diagnose er gestellt habe (Suva-act. 70). Am 12. Januar 

2014 antwortete Dr. D.___, dass im Bericht des Spitals C.___ nicht alle Verletzungen 

aufgezählt worden seien, die sich der Beschwerdeführer zugezogen habe. Die linke 

Hand habe immer im Hintergrund gestanden, weil die andere Seite viel mehr 

geschmerzt habe. Vor allem der Daumen rechts habe den Beschwerdeführer am 

meisten gestört. Als am 23. Dezember 2011 die Schmerzen in der rechten Hand immer 

mehr in den Vordergrund getreten seien, habe er diese näher untersucht und 

festgestellt, dass die Dig 1, 2 und 4 noch immer geschwollen und schmerzhaft 

gewesen seien, vor allem Dig 2 im Mittelgelenk. Der Beschwerdeführer sei nicht der 

Typ, der bei jedem Schmerz gleich zum Doktor renne. Er sei dann am 14. Februar 2012 

wieder gekommen und habe sich noch immer über die Finger links beschwert, worauf 

er eine Röntgenaufnahme erstellt habe und im Mittelgelenk eine Aufhellung habe 

erkennen können (Suva-act. 76). Die Auslegung der Darstellung von Dr. D.___ durch Dr. 

H.___ in seiner Stellungnahme vom 23. Januar 2014 (Suva-act. 77) - die Untersuchung 

am 23. Dezember 2011 sowie die Befunde bezüglich der Finger Dig 1, 2 und 4 

(Schwellung und Schmerzen) hätten sich auf die rechte Hand bezogen, da Dr. D.___ ja 

angebe, dass er die rechte Hand untersucht habe - erscheint ausgehend von diesem 

Wortlaut nachvollziehbar und schlüssig. Ebenfalls einleuchtend ist die diesbezügliche 

Schlussfolgerung, dass Dr. D.___ damit an der linken Hand entweder nichts Relevantes 

gefunden oder diese nicht untersucht habe. Unklarheit in die Schlussfolgerungen von 

Dr. H.___ bringt jedoch die Formulierung von Dr. D.___ in demselben Satz „immer mehr 

in den Vordergrund getreten“ und parallel der Umstand, dass an der rechten Hand vor 

allem der Daumen gestört, die Untersuchung vom 23. Dezember 2011 jedoch die Dig 

1, 2 und 4 zum Inhalt hatte. Stand die linke Hand zu Beginn im Hintergrund und die 

rechte Hand damit im Vordergrund, ist nicht ohne weiteres nachvollziehbar, weshalb 

nachfolgend die rechte Hand wiederum immer mehr als in den Vordergrund getreten 

bezeichnet wird. Der weitere Satz von Dr. D.___ betreffend die Konsultation vom 14. 

Februar 2012 „beschwerte sich noch immer über die Finger links“ erhöht diese 

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Unklarheit und lässt insgesamt die Frage berechtigt erscheinen, ob nicht eine 

Seitenverwechslung vorliegt. Eine im Verlauf veränderte Gewichtung von rechts nach 

links hinsichtlich Schmerzhaftigkeit könnte in die vorgenannten Formulierungen ohne 

weiteres hinein interpretiert werden. Die Erstbehandlung im Spital C.___ am 10. 

September 2011 beinhaltete zwar unbestrittenermassen nur die rechte Hand, doch ist 

es grundsätzlich denkbar, dass eine zu Beginn schwerer wiegende Verletzung 

hinsichtlich Empfinden und damit vielleicht auch hinsichtlich ärztlicher Untersuchung 

und Behandlung Priorität hatte.

3.3.3  Angesichts des Gesagten ist zusammenfassend festzuhalten, dass sich die 

Aktenlage bezüglich der Frage, ob die linke Hand am Unfall vom 9. September 2011 

ebenfalls beteiligt war bzw. wann die linke Hand des Beschwerdeführers erstmals 

untersucht und behandelt worden ist, nicht ohne weiteres unzweifelhaft darstellt. 

Insbesondere auch das Schreiben von Dr. D.___ vom 12. Januar 2014 bringt dazu 

keine vollständige Klarheit. Bereits der Unfallmechanismus (Wegrutschen mit dem 

Motorradvorderrad in einer Linkskurve) lässt vorab auf eine Beteiligung der linken 

Körperhälfte schliessen. Es kann zudem nicht ausgeschlossen werden, dass sich im 

weiteren Verlauf des Sturzes Einwirkungen auf die linke Körperseite ergeben haben. So 

beschrieb der Beschwerdeführer am 10. September 2011 gegenüber den Ärzten des 

Spitals C.___ ein mehrfaches Drehen mit dem Motorrad (Suva-act. 6) und am 25. 

Oktober 2013 gegenüber der Beschwerdegegnerin, er sei (auch) durch einen 

Weidezaun geflogen (Suva-act. 60).

3.4      Selbst wenn nach dem Gesagten von einer unfallnahen 

Behandlungsbedürftigkeit im Bereich der linken Hand ausgegangen würde, könnte - 

wie nachstehend zu zeigen sein wird - der Beweis einer überwiegend wahrscheinlichen 

Unfallkausalität der von Dr. F.___ dort diagnostizierten Gesundheitsschäden bezogen 

auf den Motorradunfall nicht als erbracht gelten.

3.4.1  Wie in Erwägung 3.1 dargelegt, diagnostizierte Dr. F.___ beim Beschwerdeführer 

in erster Linie Gesundheitsschädigungen, die höchstens sekundär unfallbedingt 

auftreten können. Insofern stellte Dr. H.___ in seinen Beurteilungen die in diesem 

Zusammenhang massgebliche Frage nach initial erlittenen Verletzungen im Bereich der 

linken Hand, die zu traumatischen Begleit- oder Spätfolgen führen können. Er kommt 

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zum überzeugenden Schluss, dass in den echtzeitlichen Akten keine Verletzungen an 

der linken Hand nach dem Motorradunfall dokumentiert seien, die zu den von Dr. F.___ 

festgehaltenen Gesundheitsschäden hätten führen können.

3.4.2  Die Ärzte des Spitals C.___ diagnostizierten beim Beschwerdeführer 

Kontusionsverletzungen (Suva-act. 6). Die Kontusionsdiagnose bezeichnet eine 

stumpfe Krafteinwirkung auf einen Körperteil, wodurch es zur Verletzung von 

Weichteilgewebe und nicht auch von strukturellen Anteilen des Bewegungsapparates 

wie Knochen, Muskeln, Bänder und Sehnen kommt (vgl. Alfred M. Debrunner, a.a.O., 

S. 412; http://www.lexikon-orthopaedie.com/cont_pdf_0/to020930.pdf, abgerufen am 

28. Januar 2016). Kontusionsverletzungen - wie vorliegend offensichtlich auch 

diejenigen im Bereich der Hand rechts Dig I – IV und der Flanke links - heilen im 

Regelfall innert einer bestimmten Zeit folgenlos ab. Die Verletzungsschwere und 

Verletzungsart an der rechten Hand zusammen mit der Aussage von Dr. D.___, die linke 

Seite habe zunächst schmerzmässig im Hintergrund gestanden, ist bereits als 

massgebendes Indiz dafür zu werten, dass der Beschwerdeführer beim Motorradunfall 

an der linken Hand keine strukturelle Verletzung erlitten hat. Die von Dr. D.___ 

dargestellte Situation (vgl. auch Suva-act. 63) wäre dann denkbar, wenn zwischen der 

Verletzung rechts gegenüber derjenigen links ein bedeutsamer Unterschied hinsichtlich 

Schweregrad bestünde. Angesichts der vom Beschwerdeführer am 9. September 2011 

erlittenen (blossen) Kontusionsverletzung rechts und deren Heilungsverlaufs ist dies 

jedoch nicht anzunehmen.

3.4.3  Ein Hinweis auf eine strukturelle Verletzung der linken Hand findet sich erstmals 

im Bericht von Dr. F.___ vom 30. Juli 2013. Dieser notierte, man habe erst später 

herausgefunden, dass der Beschwerdeführer den linken Daumen und den linken 

Ringfinger gebrochen habe (Suva-act. 55). Dr. D.___ hielt im Schreiben vom 12. Januar 

2014 fest, dass er infolge der am 14. Februar 2012 immer noch vorgebrachten Klagen 

über die Finger links eine Röntgenaufnahme erstellt habe, worauf im Mittelgelenk eine 

Aufhellung zu erkennen gewesen sei (Suva-act. 76). Dr. H.___ sichtete am 13. Februar 

2014 die Röntgenaufnahmen von Dr. D.___, vermochte jedoch darauf - abgesehen 

davon, dass er keine beginnende IP-Arthrose des Daumens links feststellen konnte - 

keine neuen Aspekte hinsichtlich Vorliegens struktureller Unfallläsionen zu erkennen 

(Suva-act. 79). Nachdem Dr. F.___ in seinem Bericht vom 30. Juli 2013 festgehalten 

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hat, dass man von den erwähnten Frakturen nichts mehr sehe und Dr. D.___ nicht 

explizit von einer Fraktur, sondern nur von einer Aufhellung spricht, erscheint die 

Schlussfolgerung von Dr. H.___, es fehle ein Beleg für eine unfallbedingte Verletzung im 

Bereich der linken Hand, einleuchtend. Hinzu kommt, dass Dr. D.___ nicht angab, in 

welchem Finger er eine Aufhellung im Mittelgelenk erkannte. Diese könnte also 

höchstens als primäre Unfallläsion für die Tendovaginitis stenosans des 4. Fingers in 

Betracht gezogen werden. Die Tendovaginitis stenosans wird jedoch laut medizinischer 

Literatur im Regelfall durch Überbelastung bzw. ungewohnt intensive Belastung 

hervorgerufen (vgl. Alfred M. Debrunner, a.a.O., S. 168 f.; Pschyrembel, a.a.O., S. 2091; 

Roche Lexikon Medizin, a.a.O., S. 1801). Im Übrigen vermag die alleinige Vermutung, 

die Aufhellung könnte einen Frakturnachweis darstellen, als überwiegend 

wahrscheinlicher Nachweis für eine Unfallkausalität bzw. für eine strukturelle Läsion mit 

nachfolgender Tendovaginitis stenosans des 4. Fingers nicht zu genügen. Bezüglich 

des linken Kleinfingers (Dig V) diagnostizierte Dr. F.___ sowieso keine Fraktur, sondern 

eine Seitenbandruptur. Bis zu deren erster Erkennung und überhaupt bis zu einer 

ersten Erwähnung des Kleinfingers sind - unabhängig von der in den medizinischen 

Akten jeweils als betroffen bezeichneten Hand (links oder rechts) - beinahe zwei Jahre 

vergangen. Beim linken Daumen ist das IP-Gelenk von einer Arthrose betroffen. Eine 

strukturelle Läsion des IP-Gelenks wird jedoch in den medizinischen Akten nicht 

erwähnt. Zusammenfassend ist mithin festzuhalten, dass insgesamt nicht 

nachvollzogen werden kann, woraus Dr. F.___ die Unfallkausalität der 

Daumenproblematik, der Tendovaginitis stenosans Dig IV und der radialen 

Seitenbandruptur des MP-Gelenks V ableitet (vgl. dazu Suva-act. 82). Erkennbar 

basiert seine Schlussfolgerung letztlich nur auf dem Umstand, dass die von ihm 

diagnostizierten strukturellen Gesundheitsschäden nach dem Unfall vom 9. September 

2011 erhoben worden sind. Diese Tatsache vermag jedoch für sich nach herrschender 

Lehre und konstanter Rechtsprechung keinen Beweis für eine Unfallkausalität zu 

erbringen, da der zeitliche Aspekt allein keine wissenschaftlich genügende Erklärung 

liefert. Andernfalls würde man sich mit dem blossen Anschein des Beweises bzw. mit 

der blossen Möglichkeit begnügen und davon ausgehen, dass eine gesundheitliche 

Schädigung schon dann durch den Unfall verursacht sei, wenn sie nach diesem auftrat 

(Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55; BGE 119 V 341 E. 2b/bb; Urteil des Bundesgerichts 

vom 22. Juni 2010, 8C_178/2010, E. 4.1).

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3.4.4  Hinsichtlich des Karpaltunnelsyndroms links sowie des Sulcus-ulnaris-Syndroms 

links erachtet Dr. F.___ eine Unfallkausalität als diskutabel (Suva-act. 82). Mit dieser 

Formulierung macht er selber deutlich, dass eine Unfallkausalität nur als mögliche 

Variante einzubeziehen ist. Den Anforderungen des im Sozialversicherungsrecht 

geltenden Beweisgrads der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ist damit nicht Genüge 

getan. Nachdem die genannten Gesundheitsstörungen grundsätzlich 

krankheitsbedingte Leiden darstellen (vgl. Erwägung 3.1) und in den Akten echtzeitlich, 

aber auch im Verlauf, radiologisch keine strukturelle Läsion des Handgelenks 

dokumentiert ist, besteht kein massgebender Grund, gerade im vorliegenden Fall von 

traumatisch (sekundär) bedingten Gesundheitsschäden auszugehen. Indem Dr. F.___ 

festhält, dass eine chronische SL-Band-Instabilität ein Karpaltunnelsyndrom auslösen 

könne, formuliert er zudem eine schlüssige, rein krankheitsbedingte Kausalkette. Der 

Zusatz „chronisch“ zementiert das Gesagte. Der Begriff „chronisch“ steht dem Begriff 

„traumatisch“ entgegen. Während letzterer einen akut aufgetretenen Zustand 

beschreibt, bedeutet chronisch „langsam sich entwickelnd, langsam 

verlaufend“ (Pschyrembel, a.a.O., S. 390, 2150; Roche Lexikon Medizin, a.a.O., S. 334). 

In der auf seinem Bericht vom 30. Juli 2013 notierten Stellungnahme (Suva-act. 82) 

erklärt Dr. F.___ zwar, dass die scapho-lunäre Bandruptur im linken Handgelenk 

„zweifellos unfallbedingt“ sei. Nachdem die fragliche Bandruptur offensichtlich in 

Verbindung mit der SL-Instabilität steht, wäre darin grundsätzlich eine traumatische 

Kausalkette zu sehen. Hinsichtlich einer solchen erachtet es Dr. F.___ jedoch als 

fraglich, ob die Bandruptur durch den Unfall vom 9. September 2011 oder denjenigen 

vom 13. Oktober 2012 verursacht wurde. Betreffend den Unfall vom 13. Oktober 2012 

führte der Beschwerdeführer aus, dass er auf die linke Schulter gestürzt sei und sich 

reflexartig mit der linken Hand abgestützt habe (vgl. Suva-act. 91, 106), womit 

zumindest ein Indiz für eine Verursachung der Bandruptur durch den Unfall vom 13. 

Oktober 2012 besteht. Damit übereinstimmend fällt auf, dass in dem mit der 

Stellungnahme betreffend Unfallkausalität versehenen Bericht von Dr. F.___ vom 30. 

Juli 2013 (Suva-act. 82) gegenüber seinem ersten Bericht desselben Datums (Suva-act. 

55) neu der Sturz von der Leiter im Oktober 2012 (aufgefangen mit der Hand und 

Schlüsselbein gebrochen sowie Supraspinatussehne gerissen) eingefügt ist. 

Abgesehen davon, dass eine solche nachträgliche Änderung eines ursprünglichen 

Berichts den Beweiswert der Stellungnahme zur Unfallkausalität grundsätzlich in Frage 

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stellt, ist sie gleichzeitig als weiterer Anhaltspunkt dafür zu werten, dass die Verletzung 

der linken Hand eher auf den Sturz von der Leiter zurückzuführen ist. Im besten Fall ist 

mithin von verschiedenen gleichgestellten Kausalitäts-Varianten auszugehen, wodurch 

eine Kausalität zwischen der Bandruptur und dem hier streitigen Unfall vom 9. 

September 2011 nicht überwiegend wahrscheinlich nachgewiesen ist. Die Indizien 

lassen im Übrigen eine Verursachung der Bandruptur durch den Unfall vom 13. 

Oktober 2012 wahrscheinlicher erscheinen.

3.5         Aufgrund des Gesagten ist festzuhalten, dass die in der Erwägung 3.2 

genannten und von Dr. H.___ diskutierten Kausalitätskriterien - echtzeitliche 

Unfalldiagnosen und zeitlicher Ablauf - überwiegend wahrscheinlich gegen eine 

Beteiligung der linken Hand am Unfall vom 9. September 2011 sprechen. Selbst wenn 

von einer solchen ausgegangen würde, wäre der schlüssigen und überzeugenden 

Beurteilung von Dr. H.___ zu folgen, dass keine massgebenden Hinweise für eine beim 

fraglichen Unfall erfolgte strukturelle Verletzung der linken Hand vorliegen, welche die 

von Dr. F.___ in seinen Berichten vom 30. Juli 2013 (Suva-act. 55) und vom 9. Juli 2014 

(act. G 1.2) diagnostizierten und behandelten Gesundheitsschäden im Bereich der 

linken Hand (Finger und Handgelenk) hätten verursachen können. Die linke Hand des 

Beschwerdeführers ist angesichts der von

Dr. F.___ gestellten Diagnosen umfassend geschädigt und hätte bei einer 

traumatischen Verursachung verschiedenartige strukturelle Verletzungen zur Folge 

haben müssen, die zumindest teilweise unfallnah hätten ärztlich erkannt und vom 

Beschwerdeführer wahrgenommen werden müssen. Stattdessen erklärte Dr. D.___, wie 

bereits erwähnt, dass die linke Hand zunächst im Hintergrund gestanden habe. Die 

Beschwerdegegnerin hat damit ihre Leistungspflicht bezüglich Heilbehandlungen an 

der linken Hand ab 1. Juli 2013 zu Recht abgelehnt.

4.        

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten 

sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

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1.     

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.     

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 07.03.2016
	Art. 4 ATSG, Art. 6 UVG: Verneinung der Unfallkausalität verschiedener Gesundheitsschäden im Bereich der linken Hand (Finger und Handgelenk) mit Blick auf Unfallmechanismus, echtzeitliche Unfalldiagnosen und zeitlichen Ablauf (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 7. März 2016, UV 2014/56).Entscheid vom 7. März 2016 

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