# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 61155076-6676-5764-a281-2de5d9429821
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-09-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.09.2009 A-3705/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-3705-2007_2009-09-29.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-3705/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 9 .  S e p t e m b e r  2 0 0 9

Richter Thomas Stadelmann (Vorsitz), Pascal Mollard, 
André Moser, 
Gerichtsschreiber Keita Mutombo.

Zollagentur X._______ AG, ...,
Beschwerdeführerin,

gegen

Oberzolldirektion (OZD),
Sektion Mehrwertsteuer, Monbijoustrasse 40, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Erlass der Steuer auf der Einfuhr von 
Pferdesportartikeln.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-3705/2007

Sachverhalt:

A.
Mit Antrag der Zollagentur X._______ AG, ..., veranlagten die Zollstel-
len Thayngen-Strasse und Basel/Weil-Autobahn zwei Sendungen Pfer-
desportartikel  für  die  Y._______  AG,  ...,  zur  Einfuhr.  Sie  erhoben 
folgende Mehrwertsteuerbeträge:

MWST-Ausweis Nr. Ausstelldatum Steuerbetrag

...26 05.5./08.5.2006 531.05

...22 18.7./20.7.2006 1'182.90

Total: 1'713.95

B.
Mit  Schreiben  vom  12. Dezember  2006  ersuchte  die  Zollagentur 
X._______  AG  die  Oberzolldirektion  (OZD)  um  Erlass  der 
Einfuhrsteuer.  Als  Begründung  führte  sie  an,  dass  sie  die  Steuer 
bisher  nicht  an  die Y._______ AG weiter  belasten konnte,  und dass 
über diese der Konkurs eröffnet wurde (act. 5/1-10).

Am 23. April 2007 reichte die Zollagentur X._______ AG bei der OZD 
den  durch  das  zuständige  Konkursamt  ausgestellten  Verlustschein 
vom  11. April  2007  in  der  Höhe  von  Fr. 1'966.--  (entspricht  dem 
Gesamt-Steuerbetrag  zuzüglich  diverser  Registratur-  und 
Abfertigungskosten) infolge Konkurs nach.

C.
Mit Verfügung vom 14. Mai 2007 erliess die OZD die auf der Einfuhr 
vom 5. Mai 2005 erhobene Steuer von Fr. 531.05 ganz und diejenige 
auf der Einfuhr vom 18. Juli 2007 erhobene Steuer von Fr. 1'182.90 zu 
zwei Dritteln, d.h. im Umfang von Fr. 788.60.

Den nur teilweisen Erlass der Einfuhrsteuer begründete die OZD da-
mit,  dass  die  Zollagentur  X._______  AG  bei  der  Beurteilung  der 
Kreditwürdigkeit  ihrer  Auftraggeberin  nicht  mit  der  nötigen  Sorgfalt 
vorgegangen sei. Zudem habe sie bei  der Einfuhr vom 18. Juli  2007 
darauf verzichtet, sich mit einem Kostenvorschuss oder auf andere Art 
und  Weise  gegen  die  Möglichkeit  eines  Verlustes  finanziell 
abzusichern.

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Dementsprechend wurde der Zollagentur X._______ AG (lediglich) der 
Betrag von (insgesamt) Fr. 1'319.65 gutgeschrieben.

D.
Gegen  diese  Verfügung  erhob  die  Zollagentur  X._______  AG 
(Beschwerdeführerin)  mit  Eingabe  vom  29. Mai  2007  Beschwerde 
beim Bundesverwaltungsgericht. Darin erklärte sie sich "mit der [bloss] 
teilweisen  Rückerstattung  der  Mehrwertsteuer  nicht  einverstanden" 
und  beantragte  sinngemäss  den  vollumfänglichen  Erlass  der 
Einfuhrsteuer. In  ihrer  Vernehmlassung  vom 9. August  2007  schloss 
die OZD ihrerseits auf kostenfällige Abweisung der Beschwerde.

Auf die Begründungen in den Eingaben der Parteien wird – soweit ent-
scheidwesentlich – im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen einge-
gangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gemäss Art. 31 des Bun-
desgesetzes  vom 17. Juni  2005  über  das  Bundesverwaltungsgericht 
(Verwaltungsgerichtsgesetz,  VGG,  SR 173.32)  Beschwerden  gegen 
Verfügungen  nach  Art. 5  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021),  sofern 
keine Ausnahme nach Art. 32 VGG gegeben ist. Eine solche liegt nicht 
vor, und die Vorinstanz ist eine Behörde im Sinn von Art. 33 VGG. Das 
Bundesverwaltungsgericht ist daher für die Beurteilung der vorliegen-
den Beschwerde zuständig. Soweit das VGG nichts anderes bestimmt, 
richtet  sich  gemäss dessen Art. 37  das  Verfahren nach dem VwVG. 
Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.

1.2 Am 1. Mai 2007 sind das Zollgesetz vom 18. März 2005 (ZG, SR 
631.0)  sowie  die  dazugehörige  Verordnung  vom  1. November  2006 
(ZV, SR 631.01)  in  Kraft  getreten. Die  neue Zollgesetzgebung hatte 
namentlich auch sprachliche Änderungen in Art. 84 des Mehrwertsteu-
ergesetzes vom 2. September 1999 (MWSTG, SR 641.20) zur Folge 
(vgl. Fassung vom 18. März 2005, in Kraft seit 1. Mai 2007). Die dem 
Erlassgesuch zugrunde liegenden Einfuhren erfolgten im Mai und Juli 
2006 (s. oben Bst. A). Damit sind in Bezug auf den vorliegend einzig 
bestrittenen (lediglich)  teilweisen Erlass der  Einfuhrsteuer (noch) die 

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einschlägigen Vorschriften des MWSTG in der Fassung vom 2. Sep-
tember 1999 (AS 2000 1300) anwendbar. 

1.3 Das  Bundesverwaltungsgericht  kann  den  angefochtenen  Ent-
scheid grundsätzlich in  vollem Umfang überprüfen. Die Beschwerde-
führerin  kann neben  der  Verletzung von Bundesrecht  (Art. 49  Bst. a 
VwVG)  und  der  unrichtigen  oder  unvollständigen  Feststellung  des 
rechtserheblichen Sachverhalts (Art. 49 Bst. b VwVG) auch die Rüge 
der  Unangemessenheit  erheben  (Art. 49  Bst. c  VwVG;  vgl.  ANDRÉ 
MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem Bun-
desverwaltungsgericht, Basel 2008, Rz. 2.149).

2.
2.1 Die Steuer auf  der Einfuhr von Gegenständen kann gestützt auf 
Art. 84 MWSTG (in der besagten Fassung; E. 1.2)  – abgesehen von 
den hier  offensichtlich nicht  zutreffenden Fällen von Abs. 1 Bst. a,  b 
und c – ganz oder teilweise erlassen werden, wenn der mit der Verzol-
lung Beauftragte (z.B. der Spediteur) die Steuer wegen Zahlungsunfä-
higkeit des Importeurs nicht weiterbelasten kann und der Importeur im 
Zeitpunkt  der  Verzollung  bei  der  Eidgenössischen  Steuerverwaltung 
(ESTV) im Register der steuerpflichtigen Personen eingetragenen war. 
Von  der  Zahlungsunfähigkeit  des  Importeurs  ist  dann  auszugehen, 
wenn  die  Forderung  des  Beauftragten  ernsthaft  gefährdet  erscheint 
(vgl. Abs. 1 Bst. d MWSTG).

2.2 Gemäss Art. 72  MWSTG gilt  für  die  Steuer  auf  der  Einfuhr  von 
Gegenständen die Zollgesetzgebung, soweit die einschlägigen Bestim-
mungen unter dem dritten Titel der Mehrwertsteuergesetzgebung (d.h. 
Art. 73 bis 84 MWSTG) nichts anderes anordnen. Steuerpflichtig sind 
die Zollzahlungspflichtigen (Art. 75 Abs. 1 MWSTG i.V.m. Art. 9 und 13 
des  Zollgesetzes  vom  1. Oktober  1925  [aZG,  BS 6  465  und 
nachträgliche Änderungen]). Als solche gelten namentlich der Waren-
führer (Frachtführer, Spediteur etc.) und der Importeur (vgl. Urteil des 
Bundesverwaltungsgerichts  A-1728/2006  vom  17. Dezember  2007 
E. 2.1.1; PETER SPINNLER, Die Steuer auf den Einfuhren von Gegenstän-
den, in: Archiv für Schweizerisches Abgaberecht [ASA] 69 S. 570). Die 
nach Art. 13 Abs. 1 aZG in fine vorgesehene Solidarhaftung der Zoll-
zahlungspflichtigen ist für den gewerbsmässigen Zolldeklaranten auf-
gehoben, wenn der Importeur zum Vorsteuerabzug berechtigt ist, der 
Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV)  für  die  Steuerbeträge Sicher-
heit geleistet hat, die Steuer von der EZV in Rechnung gestellt erhält 

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und dem gewerbsmässigen Zolldeklaranten einen Auftrag zur direkten 
Stellvertretung erteilt hat, wobei die EZV vom Deklaranten den Nach-
weis für seine Vertretungsbefugnis verlangen kann (Art. 75 Abs. 2 und 
3 MWSTG).

3.
3.1 Im vorliegenden Fall ist zwischen den Parteien unbestritten, dass 
die Beschwerdeführerin  die auf  den Einfuhren vom 5. Mai  2006 und 
18. Juli  2006  entrichtete  Einfuhrsteuer  von  Fr. 1'713.95  wegen  kon-
kursbedingter Zahlungsunfähigkeit der (damals) im Register der ESTV 
registrierten Importeurin, Y._______ AG, nicht weiter belasten konnte. 
Unbestritten  ist  ferner,  dass  die  Voraussetzungen  gemäss  Art. 75 
Abs. 2 MWSTG zur Aufhebung der Solidarhaftung (nach Art. 13 aZG) 
für die Beschwerdeführerin nicht erfüllt sind.

Die OZD stellt sich hingegen auf den Standpunkt, dass der Gesetzge-
ber ihr für den Entscheid über den Erlass der Einfuhrsteuer ein (gewis-
ses)  Ermessen  eingeräumt  habe.  Dadurch  komme  zum  Ausdruck, 
dass der Gesetzgeber nicht alle Einfuhrsteuerbeträge, welche dem Im-
porteur nicht weiter belastet werden können, ungeachtet der Umstän-
de,  unter  denen  die  Ausstände  zustande  gekommen  seien,  vollum-
fänglich  erlassen  wolle.  Eine  solche  undifferenzierte  Haltung  wäre 
nach Ansicht der OZD nicht nur vom Grundgedanken des Erlasses her 
unvertretbar.  Sie  würde  im  Ergebnis  zu  einer  rechtsungleichen  Be-
handlung  der  Wirtschaftsakteure  führen.  Melde  (namentlich)  die  mit 
der Verzollung Beauftragte – ohne sich gegen die Möglichkeit eines fi-
nanziellen  Verlustes  abzusichern  –  weiterhin  für  ihre  Auftraggeberin 
(Importeurin)  Gegenstände zur  Einfuhr  an,  obwohl  diese  ihr  die  vor 
zwei Monaten oder früher festgesetzte Einfuhrsteuer immer noch nicht 
beglichen habe, nehme sie in eigener Verantwortung ein unternehme-
risches Risiko auf sich. Die Folgen eines solchen Vorgehens zu heilen, 
könne (jedoch) nicht Sache des Erlasses der Einfuhrsteuer sein. Denn 
damit hätte nach Ansicht der OZD die mit der Verzollung Beauftragte 
die Folgen ihres Unterlassens nicht zu verantworten. Zudem hätte sie 
gegenüber ihrer Konkurrenz, welche strengere Massstäbe an die Boni-
tät  ihrer  Kunden bzw. beim Inkasso anlege (Vorauszahlung,  Barzah-
lung, Verzicht auf Ausführung des Auftrags), einen Vorteil erlangt, was 
mit dem Gebot der Gleichbehandlung kaum vereinbar wäre.

3.2 Die Eidgenössische Zollrekurskommission (ZRK) hatte sich in ih-
rem Entscheid  vom 7. Juni  2002  (veröffentlicht  in  Verwaltungspraxis 

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der Bundesbehörden [VPB] 67.24 E. 2) bereits mit der Auslegung des 
mit  Art. 84 Abs. 1 Bst. d MWSTG (inhaltlich im Wesentlichen) identi-
schen Art. 76 Abs. 1 Bst. d der Verordnung vom 22. Juni 1994 über die 
Mehrwertsteuer (MWSTV, AS 1994 1464) befasst und war dabei zu fol-
gendem Resultat gelangt:

3.2.1 Sinn und Zweck dieser Bestimmung sei eine gewisse Milderung 
des mit der Bezahlung der Einfuhrsteuer im Auftrag eines Importeurs 
verbundenen  unternehmerischen  Risikos.  Dabei  sei  jedoch  auf  eine 
möglichst  rechtsgleiche  Behandlung  der  betroffenen  Spediteure  zu 
achten, damit nicht jener, der beim Inkasso Vorsicht walten lasse (z.B. 
indem er Vorauszahlung oder Barzahlung verlange bzw. auf die Aus-
führung des Auftrags allenfalls verzichte), gegenüber jenen Mitbewer-
bern benachteiligt werde, die darauf vertrauten, dass sie die nicht wei-
terbelastbaren Steuern auf dem Weg des Erlasses wieder geltend ma-
chen könnten.

3.2.2 Die Einfuhrsteuer sei somit nach Art. 76 Abs. 1 Bst. d MWSTV 
(bzw. Art. 84  Abs. 1 Bst. d  MWSTG) nicht  unbesehen vollumfänglich 
zu  erstatten,  sondern  könne  ganz  oder  teilweise  erlassen  werden, 
wenn ein entsprechender Sachverhalt  vorliege. Die OZD als für  Ent-
scheidungen über den Steuererlass zuständige Instanz (Art. 76 Abs. 2 
MWSTV bzw. Art. 84 Abs. 2 MWSTG) habe den Erlassentscheid nach 
pflichtgemässem Ermessen vorzunehmen. Dabei habe sie sich insbe-
sondere  an  das  Rechtsgleichheitsgebot,  das  Verhältnismässigkeits-
prinzip sowie an die Pflicht zur Wahrung der öffentlichen Interessen zu 
halten.

3.2.3 Die "Kann-Formulierung" in Art. 76 Abs. 1 Bst. d MWSTV deute 
darauf hin – so die ZRK in ihrem vorerwähnten Entscheid –, dass der 
Verordnungsgeber den Erlass der wegen Zahlungsunfähigkeit von Im-
porteuren nicht  weiterbelastbaren Steuer  in  das Ermessen der  OZD 
habe stellen wollen. So erhalte die Behörde einen Spielraum für den 
Entscheid im Einzelfall,  bei  dem neben den oben erwähnten Verfas-
sungsprinzipien  immer  auch  Sinn  und  Zweck  der  gesetzlichen  Ord-
nung zu beachten seien. In diesem Sinn habe es der Bundesrat ferner 
offenbar nicht für gerechtfertigt  gehalten, den Beauftragten (z.B. den 
Spediteur) das ganze Delkredererisiko tragen zu lassen für eine Steu-
er,  die  grundsätzlich nicht  er,  sondern  der  steuerpflichtige Importeur 
schulde (Entscheid der ZRK, a.a.O., unter Verweis auf den Kommentar 
des  Eidgenössischen  Finanzdepartements  [EFD]  zur  MWSTV,  ad 

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Art. 76 Abs. 1; ferner STEPHAN KUHN/PETER SPINNLER, Mehrwertsteuer, Er-
gänzungsband, Muri/Bern 1994, S. 61).

3.3 Den vorstehenden Ausführungen der ZRK zu Art. 76 Abs. 1 Bst. d 
MWSTV (vgl. soeben E. 3.2.1 bis 3.2.3) kann sich das Bundesverwal-
tungsgericht in sinngemässer Übertragung auf den weitgehend identi-
schen Art. 84 Abs. 1 Bst. d MWSTG grundsätzlich anschliessen (vgl. 
dazu  auch  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1682/2006  vom 
19. März 2007). Präzisierend gilt es jedoch zu beachten, dass die für 
eine bestimmte Einfuhr Zollzahlungspflichtigen die dafür geschuldeten 
Abgaben (einschliesslich der Steuer auf Einfuhren) in aller Regel soli-
darisch  schulden.  Diese  Solidarhaftung  –  welche  vorliegend  jedoch 
nicht  streitig  ist  (E. 3.1)  – wird wie erwähnt  nur unter  den in  Art. 75 
Abs. 2 MWSTG genannten Voraussetzungen (ausnahmsweise) aufge-
hoben (vgl. oben E. 2.2).

3.4 Gemäss ihrer Praxis erlässt die OZD die wegen Zahlungsunfähig-
keit des Importeurs nicht weiter belastbare Einfuhrsteuer nur zu zwei 
Dritteln, wenn die mit dieser Steuer belasteten Gegenstände mehr als 
zwei Monate (sechzig Tage) nach Festsetzung der erstmals nicht wei-
ter belastbaren Einfuhrsteuer (Datum des Zoll-/MWST-Ausweises) zur 
Verzollung angemeldet worden sind. Diese ständige Verwaltungspraxis 
gelte selbst dann, wenn die mit der Verzollung Beauftragte eine Zahl-
frist von einem Monat festgelegt oder die Einfuhrsteuer erst einen Mo-
nat  nach  der  Festsetzung  oder  sogar  später  in  Rechnung  gestellt 
habe. Denn auch damit gehe diese ein unternehmerisches Risiko ein. 
Mit diesem Vorgehen gewährleiste sie – so die OZD – im Rahmen des 
pflichtgemässen Ermessens die Gleichbehandlung der Gesuchstellen-
den unter angemessener Berücksichtigung der unterschiedlichen Inte-
ressen des Fiskus und der mit der Verzollung Beauftragten.

4.
4.1 Bei ihrem lediglich teilweisen Erlass der Einfuhrsteuer ist die OZD 
von  folgendem,  grundsätzlich  unbestritten  gebliebenen  Sachverhalt 
ausgegangen:

Die Beschwerdeführerin habe der Y._______ AG (Importeurin) für die 
beiden eingangs erwähnten Steuerbelastungen (vgl. oben Bst. A) eine 
Zahlfrist von zehn Tagen gesetzt (act. 5/2-3). Die erste Sendung habe 
sie  am  5. Mai  2006  zur  Einfuhr  angemeldet,  infolgedessen  die  ge-
schuldete  Einfuhrsteuer  am  8. Mai  2006  festgesetzt  worden  sei 
(act. 5/7).  Die  Beschwerdeführerin  habe  der  Y._______  AG die  Ein-

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fuhrsteuer und die Kosten für ihre Dienstleistungen am 18. Mai 2006 in 
Rechnung gestellt (act. 5/2). Obschon die Rechnung der Beschwerde-
führerin für die Einfuhr vom 5. Mai 2006 noch nicht beglichen gewesen 
war, habe sie der Y._______ AG am 18. Juli 2006 die Einfuhrsteuer im 
Betrag von Fr. 1'182.90 bevorschusst (act. 5/8). Die Einfuhrsteuer der 
ersten Einfuhr sei zu diesem Zeitpunkt 71 Tage zuvor festgesetzt wor-
den,  und auch das in der Rechnung der Beschwerdeführerin  aufge-
führte Zahlziel sei mehr als anderthalb Monate verstrichen gewesen. 
Trotzdem habe diese darauf verzichtet, die Möglichkeit eines Verlustes 
durch Kostenvorschuss, Barzahlung bei der Aushändigung der Gegen-
stände oder auf andere Weise auszuschalten. Die Beschwerdeführerin 
sei damit ein unternehmerisches Risiko eingegangen, das sie allein zu 
verantworten habe. Deswegen sei gemäss der erwähnten Verwaltungs-
praxis (E. 3.4) die erhobene Einfuhrsteuer (für die zweite hier fragliche 
Sendung;  s.  oben  Bst. A)  nur  zu  zwei  Dritteln  (d.h.  im  Umfang  von 
Fr. 788.60) erlassen worden.

4.2 Die Beschwerdeführerin  macht  gegen die Kürzung des Erlasses 
der Einfuhrsteuer folgende Einwände geltend:

4.2.1 Die  Begründung  der  OZD,  wonach  bei  unbezahlter  Rechnung 
(namentlich hinsichtlich der Einfuhr vom 5. Mai 2006) keine weiteren 
Verzollungen mehr vorgenommen werden dürfe, lasse sich nicht in die 
Praxis umsetzen. Erstens sei es nicht möglich, wegen eines einzelnen 
Empfängers,  der  noch eine zwei  Monate alte  Rechnung offen habe, 
den ganzen Lastwagen (LKW) an der Grenze stehen zu lassen. Zwei-
tens sei der Vorwurf der Wettbewerbsbevorteilung nicht gegeben, zu-
mal es einen "enormen" Aufwand bedinge, die MWST-Quittungen zu-
rückzuhalten und erst nach Bezahlung der Rechnung an den Kunden 
zuzustellen.  Selbstverständlich  werde  dies  bei  Neukunden  oder  bei 
schlechten  Zahlern  so  gehandhabt;  aber  es  sei  unmöglich,  dies  bei 
allen  Verzollungen  zu  machen.  Hierfür  müsste  –  so  die  Beschwer-
deführerin  –  eine  "100%  Arbeitskraft"  eingestellt  werden,  die  ca. 
Fr. 100'000.-- im Jahr kosten würde.

Mit dieser Argumentation verkennt die Beschwerdeführerin ganz allge-
mein ihre Stellung als Zollzahlungs- und damit (auch) Steuerpflichtige 
in Bezug auf die hier fraglichen Einfuhren bzw. die dafür geschuldeten 
Abgaben. Denn als  solche haftet  sie  zusammen mit  der  Importeurin 
(bzw. mit den übrigen sich aus Art. 9 und 13 aZG ergebenden Zollzah-
lungspflichtigen) grundsätzlich solidarisch für die geschuldeten Abga-

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ben (vgl. oben E. 2.2). Daraus folgt, dass es (auch) in ihre Verantwort-
lichkeit fällt, ob die bei der Anmeldung von Einfuhren geschuldeten Ab-
gaben (darunter insbesondere auch die Einfuhrsteuer) beglichen wer-
den können oder nicht. Dabei liegt es selbstverständlich im Interesse 
der  Beschwerdeführerin,  bei  der  Bevorschussung  von  geschuldeten 
Abgabebeträgen die Zahlungsfähigkeit bzw. Kreditwürdigkeit (Bonität) 
ihrer  Auftraggeberin  (Importeurin)  durch  geeignete  Massnahmen  si-
cherzustellen bzw. abzuklären. Tut sie dies nicht, nimmt sie ein unter-
nehmerisches Risiko in Kauf, das sie selbst zu verantworten hat.

Mit  der  OZD ist  der  Beschwerdeführerin  insbesondere  entgegen  zu 
halten,  dass  es  entgegen  ihrer  Behauptung  weder  nötig  gewesen 
wäre, den LKW an der Grenze stehen zu lassen noch die betreffende 
Sendung  dort  auszuladen.  Um  das  Delkredererisiko  herabzusetzen, 
hätten – wie nachstehend zu zeigen sein wird (E. 4.2.2, 2. Absatz) – 
auch weniger einschneidende Inkassomassnahmen ausgereicht.

4.2.2 Die Beschwerdeführerin weist des Weiteren darauf hin, dass sie 
die Zahlungsfrist von zehn Tagen auf allen Rechnungen erwähne. Dies 
obwohl in der Praxis niemand innert dieser Frist bezahle. Eine Rech-
nung müsse jedoch mit einem Zahlungsziel versehen sein. Die heutige 
Zahlungsmoral sei (indes) so schlecht, dass sie mit "Zahlungszielen" 
von  sechzig  Tagen  und  mehr  rechnen  müsse.  Im  vorliegenden  Fall 
habe ihr die Firma Y._______ AG die Zahlung zu einem späteren Zeit-
punkt zugesagt. Nach der dritten Mahnung hätte sie dann die Mittei-
lung erhalten, dass über die Y._______ AG der Konkurs eröffnet wor-
den sei. Die Praxis zeige ihr auch, dass man mit Telefonieren und et-
was Geduld mehr  erreichen könne (z.B. eine  Vereinbarung von Teil-
zahlungen etc.). Leider habe dies im vorliegenden Fall nicht geklappt.

Das  Anbringen  einer  Zahlungsfrist  (von  beispielsweise  zehn  Tagen) 
auf  Rechnungen  macht  nur  dann  Sinn,  wenn  sich  einerseits  der 
Schuldner (hier der Importeur) grundsätzlich auch daran zu halten hat. 
Andererseits müsste das Nichteinhalten von Zahlungsfristen nach er-
folglosen Mahnungen für den säumigen Schuldner Konsequenzen hin-
sichtlich  zukünftiger  Zahlungskonditionen  haben.  Insofern  wäre  die 
laut eigenen Angaben der Beschwerdeführerin festgestellte schlechte 
Zahlungsmoral der betreffenden Importfirmen Grund genug gewesen, 
für die Anmeldung der Wareneinfuhr bzw. bei der Warenauslieferung 
strengere  Inkassomassnahmen  auszubedingen. So  hätte  es  die  Be-
schwerdeführerin auch im vorliegend zu beurteilenden Fall ohne weite-

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res in der Hand gehabt, namentlich die Sendung vom 18. Juli 2006 der 
Y._______ AG beispielsweise nur gegen Barzahlung der Einfuhrsteuer 
und der Verzollungskosten auszuhändigen. Wie erwähnt liegt der Sinn 
und Zweck der Bestimmung über den Steuererlass nicht darin, das mit 
der Bezahlung der Einfuhrsteuer im Auftrag eines Importeurs verbun-
dene unternehmerische Risiko vollständig auf die Zollbehörde zu über-
wälzen. Dies liesse sich weder mit der geforderten rechtsgleichen Be-
handlung der betroffenen Spediteure noch mit der Pflicht der OZD zur 
Wahrung  der  Fiskalinteressen  des  Staates  vereinbaren  (vgl.  oben 
E. 3.2.1 und 3.2.2). 

4.3 Demnach  ist  gegen  den  durch  die  Vorinstanz  vorgenommenen 
Steuererlass (für die Einfuhr vom 18. Juli 2007) zu lediglich zwei Drit-
teln  gemäss ihrer  Verwaltungspraxis  (E. 3.4)  nichts  einzuwenden. Im 
Ergebnis hat die OZD den Erlassentscheid in Beachtung der besagten 
Verfassungsprinzipien  nach  pflichtgemässem  Ermessen  vorgenom-
men. 

5.
Dem Gesagten zufolge ist die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen. 
Die Verfahrenskosten in Höhe von Fr. 200.-- sind der Beschwerdefüh-
rerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und mit dem geleisteten Kos-
tenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen.

6.
Dieser Entscheid kann nicht mit  Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten an das Bundesgericht weitergezogen werden (Art. 83 
Bst. m  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005 [BGG,  SR 
173.110];  vgl.  auch  Urteil  des  Bundesgerichts  2C_49/2007  vom 
3. März 2007 E. 2.1).

(Dispositiv auf nächster Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 200.--  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 200.- verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ...; Einschreiben)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Thomas Stadelmann Keita Mutombo

Versand: 

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