# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6d4366e5-e1cf-5903-bcf2-f6cb5fbe848f
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-07-03
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 03.07.2014 200 2014 271
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-271_2014-07-03.pdf

## Full Text

200 14 271 IV
KOJ/ZID/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 3. Juli 2014

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiber Zimmermann

A.________
vertreten durch B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 4. Februar 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Juli 2014, IV/14/271, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Nachdem die 1969 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherte bzw. 
Beschwerdeführerin) im Februar 2011 bei der Invalidenversicherung (IV) 
zur Früherfassung gemeldet worden war (Akten der IV-Stelle Bern [nach-
folgend: IVB bzw. Beschwerdegegnerin], Antwortbeilage [AB] 1), meldete 
sie sich im März 2011 unter Hinweis auf seit einem Sturz im Januar 2010 
auftretende Rücken- und Hüftbeschwerden sowie seit November 2010 be-
stehende psychische Probleme zum Leistungsbezug an (AB 9). Nach Ab-
klärungen medizinischer und erwerblicher Art (AB 13 ff.) veranlasste die 
IVB im Rahmen von Integrationsmassnahmen in der Abklärungsstelle 
C.________ ein Belastbarkeitstraining vom 16. April bis 8. Juli 2012 
(AB 36, 47) und ein Aufbautraining vom 16. Juli bis 7. Oktober 2012 
(AB 46, 52), welches aus gesundheitlichen Gründen per 21. August 2012 
abgebrochen werden musste (AB 54). Auf eine per 26. September 2012 
erfolgte Anmeldung zur Arbeitsvermittlung und zum Bezug von Arbeitslo-
senentschädigung hin verneinte das beco Berner Wirtschaft mit Verfügung 
vom 6. Dezember 2012 die Vermittlungsfähigkeit und Anspruchsberechti-
gung der Versicherten (AB 60/4). Nach weiteren medizinischen Abklärun-
gen (AB 53 ff.) ordnete die IVB ein psychiatrisches/rheumatologisches Gut-
achten an, demgemäss bei der Versicherten die psychosomatische Über-
lagerung der Schmerzen im Rahmen der anhaltenden somatoformen 
Schmerzstörung im Vordergrund steht und die nicht schwergradige psychi-
sche Komorbidität seit Februar 2011 zu einer Einschränkung in der bisher 
ausgeübten Tätigkeit von 40% führt (AB 66.2). Am 19. Juli 2013 erliess die 
IVB einen Vorbescheid, wonach mangels invalidisierenden Gesundheits-
schadens kein Leistungsanspruch bestehe (AB 69). Dagegen erhob die 
Versicherte, vertreten durch die B.________, Einwand (AB 75, 80). Mit Ver-
fügung vom 4. Februar 2014 (AB 83), welche der Rechtsvertreterin der 
Versicherten am 14. Februar 2014 zuging (vgl. AB 85), wies die IVB das 
Leistungsbegehren entsprechend dem Vorbescheid ab.

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B.

Hiergegen erhob die Versicherte, weiterhin vertreten durch die 
B.________, mit Eingabe vom 17. März 2014 Beschwerde, welche sie mit 
Eingabe vom 3. April 2014 aufforderungsgemäss berichtigte. Sie beantragt, 
ihr seien die gesetzlichen Leistungen zu erbringen, eventualiter nach Vor-
nahme weiterer Abklärungen, alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge. 
Zur Begründung lässt sie im Wesentlichen vorbringen, es sei mehrfach 
eine schwere depressive Episode und einmal auch eine kombinierte Per-
sönlichkeitsstörung diagnostiziert worden, was sich invaliditätsbegründend 
auswirke.

Mit Beschwerdeantwort vom 15. April 2014 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde.

Aufforderungsgemäss reichte die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin 
am 8. Mai 2014 ihre Kostennote ein.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-

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cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 4. Februar 2014 (AB 83). Strei-
tig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf Leistungen 
der IV. Zu prüfen ist namentlich, ob ein invalidisierender Gesundheitsscha-
den vorliegt.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). Für die Beurteilung des Vorliegens 
einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitli-
chen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt 

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zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 
Abs. 2 ATSG).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; 
SVR 2007 IV Nr. 47 S. 154 E. 2.4). Entscheidend ist, ob und inwiefern es 
der versicherten Person trotz ihres Leidens sozialpraktisch zumutbar ist, 
die Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehen-
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, und ob dies für die Gesell-
schaft tragbar ist. Dies ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab 
zu prüfen (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 281).

Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens, so auch einer an-
haltenden somatoformen Schmerzstörung, setzt zunächst eine fachärztlich 
(psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich anerkann-
ten Klassifikationssystem voraus (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 282). Wie 
jede andere psychische Beeinträchtigung begründet indes auch eine dia-
gnostizierte anhaltende somatoforme Schmerzstörung als solche noch kei-
ne Invalidität. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass die somatoforme 
Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstren-
gung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewälti-
gung intensiv und konstant behindern, können den Wiedereinstieg in den 
Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann 
nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressour-
cen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Ein-
zelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststel-
lung einer psychischen Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung 
und Dauer. Massgebend sein können auch weitere Faktoren, so: chroni-
sche körperliche Begleiterkrankungen; ein mehrjähriger, chronifizierter 
Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne 

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länger dauernde Rückbildung; ein sozialer Rückzug in allen Belangen des 
Lebens; ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer innersee-
lischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden 
Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn; "Flucht in die Krankheit"); 
das Scheitern einer konsequent durchgeführten ambulanten oder statio-
nären Behandlung (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) 
trotz kooperativer Haltung der versicherten Person. Je mehr dieser Kriteri-
en zutreffen und je ausgeprägter sich die entsprechenden Befunde darstel-
len, desto eher sind – ausnahmsweise – die Voraussetzungen für eine zu-
mutbare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 137 V 64 E. 4.1 S. 67, 136 
V 279 E. 3.2.1 S. 282, 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.3 S. 354). 
Diese für alle Versicherten in gleicher Weise geltende Gerichtspraxis ist 
weder menschenrechtswidrig noch diskriminierend (SVR 2008 IV Nr. 62 
S. 204 E. 4.2) noch basiert sie – mit Blick auf die rechtliche Natur des Krite-
rienkataloges – auf medizinwissenschaftlich unhaltbaren Annahmen 
(SVR 2012 IV Nr. 32 S. 128 E. 2.3 - 2.5).

2.3 Die ärztlichen Stellungnahmen zum psychischen 
Gesundheitszustand und zu dem aus medizinischer Sicht (objektiv) 
vorhandenen Leistungspotential bilden unabdingbare Grundlage für die 
Beurteilung der Rechtsfrage, ob und gegebenenfalls inwieweit einer 
versicherten Person unter Aufbringung allen guten Willens die 
Überwindung ihrer Schmerzen und die Verwertung ihrer verbleibenden 
Arbeitskraft zumutbar ist. Im Rahmen der freien Beweiswürdigung darf sich 
dabei die Verwaltung – und im Streitfall das Gericht – weder über die 
medizinischen Tatsachenfeststellungen hinwegsetzen noch sich die 
ärztlichen Einschätzungen und Schlussfolgerungen zur (Rest-
)Arbeitsfähigkeit unbesehen ihrer konkreten sozialversicherungsrechtlichen 
Relevanz und Tragweite zu eigen machen. Letzteres gilt namentlich dann, 
wenn die begutachtende Fachperson allein aufgrund der Diagnose einer 
anhaltenden somatoformen Schmerzstörung eine Einschränkung der 
Arbeitsfähigkeit attestiert. Die rechtsanwendenden Behörden haben 
diesfalls mit besonderer Sorgfalt zu prüfen, ob die ärztliche Einschätzung 
der Arbeitsunfähigkeit auch invaliditätsfremde Gesichtspunkte 
(insbesondere psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren) mit 
berücksichtigt, welche vom sozialversicherungsrechtlichen Standpunkt aus 

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unbeachtlich sind, und ob die von den Ärzten anerkannte (Teil-)Arbeits-
unfähigkeit auch im Lichte der für eine Unüberwindlichkeit der 
Schmerzsymptomatik massgebenden rechtlichen Kriterien standhält 
(BGE 130 V 352 E. 2.2.5 S. 355; Entscheid des Eidgenössischen Versiche-
rungsgerichts [EVG; heute Bundesgericht {BGer}] vom 15. September 
2004, I 515/03, E. 2.2).

2.4 Psychosoziale und soziokulturelle Faktoren lassen sich oft nicht klar 
vom medizinisch objektivierbaren Leiden trennen. Trotzdem können solche 
äusseren Umstände nicht als gesundheitliche Beeinträchtigungen im Sinne 
des Gesetzes verstanden werden, weil der gesetzliche Invaliditätsbegriff 
selber klar zwischen der versicherten Person als Trägerin des (invalidisie-
renden) Gesundheitsschadens und der durch ihn verursachten Erwerbsun-
fähigkeit unterscheidet. Infolgedessen können psychische Störungen, wel-
che durch soziale Umstände verursacht werden und bei Wegfall der Belas-
tung wieder verschwinden, nicht zur Invalidenrente berechtigen. Zwar kann 
einer fachgerecht diagnostizierten psychischen Krankheit der invalidisie-
rende Charakter nicht mit dem blossen Hinweis auf eine bestehende psy-
chosoziale Belastungssituation abgesprochen werden. Je stärker aber psy-
chosoziale und soziokulturelle Faktoren im Einzelfall in den Vordergrund 
treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss 
eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor-
handen sein (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299; SVR 2012 IV Nr. 52 S. 189 
E. 3.2). Nur wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren 
einen derart verselbstständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten 
oder seine – unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehen-
den – Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegrün-
dend auswirken (SVR 2010 IV Nr. 19 S. 59 E. 5.2). In diesem Sinn werden 
Wechselwirkungen zwischen sich körperlich und psychisch manifestieren-
den Störungen und der sozialen Umwelt berücksichtigt, wenn auch bedeu-
tend weniger stark als nach dem in der Medizin verbreiteten bio-psycho-
sozialen Krankheitsmodell (SVR 2008 IV Nr. 62 S. 204 E. 4.2).

2.5 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 

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ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

2.5.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

2.5.2 Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen 
Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Unter-
suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der 
Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 
E. 3b bb S. 353; SVR 2009 IV Nr. 50 S. 154 E. 4.3).

3.

In medizinischer Hinsicht ist den Akten im Wesentlichen das Folgende zu 
entnehmen:

3.1 Gemäss Bericht von Prof. Dr. med. D.________, Facharzt für Chir-
urgie sowie Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs-
apparates FMH, vom 20. Oktober 2010 habe sich die Beschwerdeführerin 
am 15. Januar 2010 bei einem Sturz auf das linke Gesäss ein gluteales 

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Hämatom mit einer massiven Druckdolenz, jedoch ohne weitere Auffällig-
keiten zugezogen, welches therapiert worden sei und sich im Laufe der Zeit 
zurückgebildet habe. Trotz chiropraktischer Behandlung habe keine Besse-
rung erzielt werden können und die Physiotherapie habe zu einer 
Schmerzverstärkung geführt. Es zeige sich ein chronisches lumbovertebra-
les Verspannungssyndrom (AB 19/11).

3.2 Vom 16. Februar bis 29. März 2011 war die Beschwerdeführerin auf 
der psychiatrischen Abteilung des Spitals E.________ hospitalisiert 
(AB 26/8).

3.2.1 Anlässlich des Aufnahmegesprächs wurde eine mittelgradige de-
pressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11) bei persistie-
render Schmerzsymptomatik nach Treppensturz im Januar 2010 und psy-
chosozial belastender Situation (pubertierende Tochter und invalider Ehe-
mann) diagnostiziert (AB 19/8 unten). Vor der Einweisung habe sie auf-
drängende Suizidgedanken, Überforderungsgefühle und Sorgen um die 
Zukunft gehabt, wobei die Probleme mit dem Unfall vom 15. Januar 2010 
(vgl. E. 3.1 hiervor) begonnen hätten (AB 19/7).

3.2.2 Im Austrittsbericht vom 15. Mai 2011 wurden die Diagnosen wie 
folgt differenziert: Mittelgradig depressive Episode mit somatischem Syn-
drom (ICD-10 F32.11), anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 
F45.4) nach Treppensturz im Januar 2010 und psychosozial belastender 
Situation (pubertierende Tochter und invalider Ehemann), Probleme in der 
Beziehung zum Ehepartner (ICD-10 Z63.0); in somatischer Hinsicht rege-
nerative LWS-Veränderungen mit Spondylarthrosen auf Höhe LWK 4/5 mit 
rezessalen Engen beidseits (AB 26/8; vgl. auch AB 26/2 Ziff. 1.1). Weiter 
wurde festgehalten, die Beschwerdeführerin habe das Gefühl, dass sie 
nicht gebraucht werde und sich innerlich leer fühle. Sie zweifle an sich, ob 
sie eine gute Ehefrau und Mutter sei. Sie fühle sich von ihrem Ehemann 
sowie von der Tochter ausgenützt und nicht respektiert. Sie möchte mit der 
Hospitalisation erreichen, dass der Alltag wieder so wie früher funktioniere 
und sie weniger traurig sein müsse. Sie möchte wieder arbeiten gehen, 
was nur möglich sei mit weniger Schmerzen und einem psychisch stabile-
ren Zustand. Sie habe grosse Angst vor einer Kündigung und dass sie die 
Arbeit nicht mehr schaffe. Einen zusätzlichen Rückschlag habe sie erfah-

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ren, als sie von der Krankenkasse dahingehend informiert worden sei, die 
Arztrechnungen würden nicht mehr übernommen (AB 26/9 Mitte). Nach-
dem die radiologischen Abklärungen der Schmerzsymptomatik kaum kör-
perliche Korrelate gezeigt hätten und die Kortisoninfiltration nicht den er-
wünschten Erfolg gebracht habe, sei die Beschwerdeführerin anfänglich in 
eine Lethargie gesunken. Mit der unbefriedigenden Schmerzthematik kon-
frontiert, habe sie zunehmend eine Frustration gegenüber ihrem Ehemann, 
der Arbeitssituation und bezüglich fordernden Verhaltens von anderen Pa-
tienten äussern können. Dadurch habe sie sich etwas von der dienenden 
Haltung distanzieren können und sei dadurch weniger stark in die resigna-
tive Abwehrhaltung gedrängt worden (AB 26/9 f.).

3.3 Der Hausarzt Dr. med. F.________, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin FMH, übernahm im Bericht vom 31. März 2011 diese Diagnosen 
(AB 19/2 Ziff. 1.1; vgl. E. 3.1 und 3.2.1 hiervor) und führte zur Arbeitsun-
fähigkeit aus, die Beschwerdeführerin sei vom 15. Januar bis 21. Februar 
2010 100% arbeitsunfähig gewesen, habe dann wieder normal – jedoch mit 
Schmerzen – arbeiten können, und sei in der Folge wieder voll oder teil-
weise arbeitsunfähig gewesen (100% vom 20. August bis 4. September 
2010, 60% vom 5. September bis 17. Oktober 2010, 100% vom 18. Okto-
ber 2010 bis auf Weiteres; AB 19/3 Ziff. 1.4 und 1.6). Mit Schreiben vom 
27. April 2011 ging er von einer Wiederaufnahme der Arbeit ab 2. Mai 2011 
im Umfang von 20% aus (AB 22/2), was schliesslich aber nur bis 17. Mai 
2011 verwirklicht werden konnte (vgl. AB 50/1).

3.4 Gemäss Austrittsbericht des Spitals G.________ vom 28. Oktober 
2011 wurde die Beschwerdeführerin dort vom 13. September bis 15. Okto-
ber 2011 stationär abgeklärt und behandelt. Dabei wurden eine schwere 
depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F32.2) und eine 
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Anteilen 
(ICD-10 F45.41) diagnostiziert. Das Denken sei bei Eintritt formal nicht ge-
stört gewesen und um die Schmerzproblematik und die näheren Zukunfts-
aussichten gekreist; Suizidalität habe sie klar verneint (AB 53/4). Während 
des Spitalaufenthalts hätten Familiengespräche stattgefunden sowie Ein-
zelgespräche mit Mutter und Tochter, die insgesamt sehr entlastend ge-
wirkt hätten (AB 53/6).

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3.5 Im Verlaufsbericht vom 24. Februar 2012 hielt der psychiatrische 
Dienst des Spitals E.________ fest, das Beschwerdebild, der Grad der 
medizinisch begründeten Arbeitsunfähigkeit und die diagnostische Ein-
schätzung hätten sich nicht wesentlich geändert (vgl. E. 3.2.2 hiervor). Die 
Beschwerdeführerin sei seit dem 22. November 2011 in teilstationärer Be-
handlung in der Tagesklinik K.________. Sie berichte weiterhin über aus-
geprägte Rückenschmerzen, Schlafstörungen, depressive Verstimmungen 
mit z.T. Suizidgedanken, Selbstvorwürfen und Insuffizienzgefühlen, Zu-
kunftssorgen und Grübeln. Eine deutliche Verminderung der allgemeinen 
psychophysischen Belastbarkeit und eine erhöhte Erschöpfbarkeit sei zu 
konstatieren (AB 33/1 Ziff. 3). Ein Beschäftigungsversuch an der regulären 
Arbeitsstelle scheine wegen des reduzierten Zustandes und einem bereits 
gescheiterten vorgängigen Versuch im Jahr 2011 (vgl. E. 3.3 hiervor) kon-
traindiziert, jedoch sollte ein Wiedereingliederungsversuch in einer dafür 
spezialisierten Einrichtung möglich sein (AB 33/2 Ziff. 4).

3.6 Ein Belastbarkeitstraining in der Abklärungsstelle C.________ vom 
16. April bis 8. Juli 2012 zeigte eine tiefe Belastbarkeit der Beschwerdefüh-
rerin während der ganzen Massnahme auf. Dabei seien zudem Schwan-
kungen bei der Leistung festzustellen gewesen, welche sich sicherlich auf 
die physische und psychische Befindlichkeit zurückführen liessen. Bei aus-
gewählten Arbeiten durch wechselpositionierte Arbeitshaltung habe sie 
gute Resultate erzielen können. Sie habe verlangsamt gearbeitet, habe 
aber eine gute Qualität gezeigt (Schlussbericht vom 23. Juli 2012; AB 47/3 
Ziff. 6). Der Todesfall der Schwiegereltern anfangs Juni 2012 in … sei ein 
Rückschlag gewesen. Nach einer sechstägigen Absenz sei sie sehr instabil 
wieder in der Abklärungsstelle C.________ eingestiegen. Sie habe das 
Gefühl geäussert, dass alle Fortschritte, welche sie bis dahin gemacht ha-
be, wieder verloren seien. Die Beschwerdeführerin habe auch erwähnt, 
dass ihre physischen Schmerzen durch den Vorfall wieder viel präsenter 
geworden seien. In dieser Zeit habe sie eine erhöhte, aber abgesprochene 
Dosis von Temesta zur Beruhigung eingenommen. Angesprochen auf ihre 
Selbstgefährdung habe sie gemeint, das sei im Moment weniger ein The-
ma, da ihr Mann sie jetzt brauche (AB 47/3 Ziff. 5.2).

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3.7 Ein Aufbautraining in der Abklärungsstelle C.________ ab 16. Juli 
2012 musste per 21. August 2012 abgebrochen werden, da die Beschwer-
deführerin kräftemässig an ihre Grenzen gestossen sei (Schlussbericht 
vom 7. September 2012; AB 52/4). Nach ihrer zweiwöchigen Ferienabwe-
senheit habe sie sehr aufgestellt und kommunikationsfreudig gewirkt, was 
aber nicht lange angehalten habe und zusätzlich sei nach einem Autounfall 
der Tochter eine starke Destabilisierung ihrer gesundheitlichen Situation 
sowie eine vermehrt in sich gekehrte Arbeitsweise aufgetreten (AB 52/2). In 
der Folge sei es der Beschwerdeführerin nur noch an einzelnen Tagen ge-
lungen, die geforderte Präsenzzeit einzuhalten. Sie habe weiterhin und fast 
täglich Hüft- und Rückenbeschwerden sowie vereinzelt Schwindel erwähnt. 
Mit gesteigerter Präsenzzeit seien auch Venenschmerzen (vom Knie ab-
wärts) hinzugekommen und Müdigkeitserscheinungen sowie Erschöpfung 
bei und nach der Arbeit hätten sich intensiviert. Auch Schlafstörungen, teils 
begleitet von Albträumen, seien weiterhin ein Thema gewesen. Gegen En-
de der Massnahme habe sie zunehmend depressiv gewirkt. Die Leistung 
habe entsprechend ihrer Befindlichkeit sehr stark geschwankt (AB 52/3).

3.8 Gemäss Verlaufsbericht des psychiatrischen Dienstes des Spitals 
E.________ vom 3. Oktober 2012 sei die bereits seit 22. November 2010 
installierte ambulante, integriert psychiatrisch-psychotherapeutische Be-
handlung mit Gesprächsterminen in ein- bis zweiwöchentlichen Abständen 
fortgesetzt worden (AB 55/1 Ziff. 4). Der Gesundheitszustand sei stationär 
geblieben (AB 55/1 Ziff. 1), jedoch hätten sich die (psychiatrischen) Dia-
gnosen wie folgt verändert (AB 55/1 Ziff. 2): Kombinierte Persönlichkeitss-
törung mit ängstlich-vermeidenden, histrionischen und emotional instabilen 
Anteilen (ICD-10 F60.0), mittelgradige depressive Episode mit somati-
schem Syndrom (ICD-10 F32.11), chronische Schmerzstörung mit somati-
schen und psychischen Anteilen (ICD-10 F45.41), Agoraphobie mit Panik 
(ICD-10 F40.01) und Sozialphobie (ICD-10 F40.1).

3.9 Im Rahmen eines interdisziplinären (somatisch-rheumatologischen 
und psychiatrischen) Gutachtens vom 5. April 2013 stellten die Gutachter 
Dr. med. H.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, 
und Dr. med. I.________, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabili-

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tation sowie Rheumatologie FMH, auf den psychiatrischen Gesichtspunkt 
ab (AB 66.2/2).

3.9.1 Im psychiatrischen Teilgutachten vom 3. April 2013 wurden eine 
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4), eine mittelgradi-
ge depressive Episode seit Februar 2011 (ICD-10 F32.1) und familiäre 
Schwierigkeiten (Z63) diagnostiziert (AB 67.1/8 Ziff. 4). Nach dem Arbeits-
unfall des Ehemannes im Jahr 2003 mit Invaliditätsfolge habe die Be-
schwerdeführerin in hohem Ausmass ausser Haus arbeiten müssen, um 
die Familie durchzubringen. Sie habe durchgehalten; es fehlten Hinweise 
dafür, dass bei ihr vor Februar 2011 eine psychische Problematik bestan-
den habe. Aus dem von ihr im Januar 2010 erlittenen Treppensturz (ohne 
Frakturen, jedoch mit Kontusionen) habe sich eine hartnäckige Schmerz-
symptomatik entwickelt. Es hätten zwar gewisse degenerative Veränderun-
gen in der LWS festgestellt werden können, doch sei es offensichtlich, dass 
die Beschwerdeführerin die Schmerzen psychosomatisch überlagere: Sie 
sei auf diese fixiert, äussere hypochondrische Befürchtungen und zeige 
eine Schmerzausdehnung. Es falle auf, dass Lebensprobleme zu einer 
Verstärkung der Schmerzen führten. Eine psychische Komorbidität habe 
sich erst mit der Zeit entwickelt. Im Februar 2011 habe die Beschwerdefüh-
rerin wegen einer mittelgradigen depressiven Episode hospitalisiert werden 
müssen. Sie habe im September 2010 ihre Arbeit aufgeben müssen, zu-
dem habe es in der Ehe Schwierigkeiten gegeben und Probleme mit der 
Tochter. Es könne davon ausgegangen werden, dass zuerst eine depressi-
ve Reaktion bestanden habe, die später an Eigendynamik gewonnen habe 
und in eine depressive Episode übergegangen sei. Der Verlauf der De-
pressivität könne in den Akten nachvollzogen werden, in der Regel habe 
eine mittelgradige depressive Episode bestanden. Im Spital G.________ 
sei sogar eine schwere Episode diagnostiziert worden (vgl. E. 3.4 hiervor). 
Allerdings sei diese Beurteilung nur schwer in Übereinstimmung zu bringen 
mit den wenig pathologischen Eintrittsbefunden (keine Suizidalität, keine 
Ich-Störung, keine Wahrnehmungsstörung, herstellbarer affektiver Rap-
port). Die Depressivität sei auf mittelgradigem Niveau geblieben, unter an-
derem weil es erneute Lebensprobleme gegeben habe (Tod der Schwie-
gereltern, Autounfall der Tochter). Die Depression sei zusätzlich durch fi-
nanzielle Schwierigkeiten genährt worden. Eine andere psychische Störung 

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sei nicht nachweisbar. Die Beschwerdeführerin zeige zwar gewisse Anteile 
einer sozialen Phobie (vgl. E. 3.8 hiervor), da sie ungern in ein überfülltes 
Einkaufsgeschäft gehe. Diese Befürchtungen seien aber nicht patholo-
gisch. Ihre Ängste beschränkten sich grossteils in hypochondrischer Art 
und Weise darauf, dass hinter den Schmerzen eine gefährliche körperliche 
Krankheit stecken könnte. Sie seien also bereits in der Diagnose der anhal-
tenden somatoformen Schmerzstörung enthalten. Auch die vom psychiatri-
schen Dienst des Spitals E.________ angeführte Agoraphobie (vgl. E. 3.8 
hiervor) könne nicht verifiziert werden. Es fehle die entsprechende Sym-
ptomatik. Zudem habe die Beschwerdeführerin 2012 eine lange Busreise 
nach … ohne Probleme unternehmen können, was mit einer Agoraphobie 
nicht in Einklang gebracht werden könnte. Die Diagnose einer kombinierten 
Persönlichkeitsstörung (vgl. E. 3.8 hiervor) sei ebenfalls nicht nachvollzieh-
bar. Gemäss den Angaben der ICD-10 entständen Persönlichkeitsstörun-
gen bereits in der Jugend; es sei deshalb nicht möglich, dass angesichts 
der diesbezüglich unauffälligen Befunde bei einer 43-jährigen Person diese 
Störung quasi aus dem Nichts auftreten könne. Es gebe ungünstige krank-
heitsfremde Faktoren wie jahrelange Überforderung, invalider Ehemann, 
mässige Motivation zur beruflichen Wiedereingliederung und familiäre Pro-
bleme. Im Zusammenhang mit der somatoformen Schmerzstörung sei eine 
psychische Komorbidität (mittelschweren Ausmasses seit Februar 2011) zu 
bejahen und die Schmerzproblematik sei progredient und chronifiziert, all 
das aber nicht in einem derartigen Ausmass, dass die Arbeitsfähigkeit zu 
mehr als 40% eingeschränkt sei. Zu dieser Beurteilung führe insbesondere, 
dass die psychische Komorbidität nicht schwergradig sei. Die Beschwerde-
führerin gehe von einem sehr tiefen Ressourcenpotential aus; diese Auf-
fassung sei aus psychiatrischer Sicht nicht nachvollziehbar. Wegen der 
krankheitsfremden Faktoren sei die Prognose nicht sonderlich günstig (AB 
67.1/8 ff. und 67.1/14).

3.9.2 Im rheumatologischen Teilgutachten vom 27. März 2013 wurde ein 
chronisches, therapieresistentes, linksbetontes (thorako-)lumbo-ileosakro-
coccygeales Schmerzsyndrom diagnostiziert. Die objektiven Befunde bei 
der klinischen Untersuchung hätten sich in Grenzen gehalten: Eine relevan-
te Wirbelsäulenpathologie sei nicht erkennbar, Zeichen für ein radikuläres 
Geschehen würden fehlen und die Hände und Finger und die linke Schulter 

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sowie die Kniegelenke seien klinisch unauffällig gewesen. Ursächlich stün-
den extrasomatische Momente sicher deutlich im Vordergrund 
(AB 66.1/11 f.).

4.

4.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, das psychiatrische Gutach-
ten vom 3. April 2013 (AB 67.1) erscheine zu wenig qualifiziert, da nicht nur 
das Spital G.________, sondern auch das Spital J.________ eine schwere 
depressive Episode festgestellt hätten und sich der Gutachter nur sehr kurz 
und äusserst vage zur Depression äussere. Nur sehr schwer nachvollzieh-
bar sei die gutachterliche Aussage, die depressiven Episoden stammten 
aus ihrer Kindheit. Der attestierten kombinierten Persönlichkeitsstörung sei 
im Gutachten keine Beachtung geschenkt worden (Beschwerde, S. 3 
Ziff. 2 f.).

4.2

4.2.1 Das psychiatrische Teilgutachten vom 3. April 2013 (AB 67.1) erfüllt 
die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert eines 
medizinischen Gutachtens gestellten Anforderungen (vgl. E. 2.5.2 hiervor), 
weshalb diesem volle Beweiskraft zukommt (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b bb 
S. 353). Die darin enthaltenen Feststellungen beruhen auf eigenen Ab-
klärungen und sind in Kenntnis der Vorakten sowie unter Berücksichtigung 
der geklagten Beschwerden getroffen worden. Die psychiatrische Diagnose 
einer somatoformen Schmerzstörung mit mittelgradiger depressiver Episo-
de wird schlüssig begründet und durch diverse andere Arztberichte gestützt 
(vgl. E. 3.2.1, 3.2.2, 3.3 und 3.8 hiervor). Der Umstand, dass einmalig 
– und zwar vom Spital G.________ des Spitals J.________ – eine schwere 
depressive Episode (vgl. E. 3.4 hiervor) diagnostiziert wurde, vermag an 
diesen übereinstimmenden Einschätzungen nichts zu ändern. Der Gutach-
ter legt denn auch überzeugend dar, dass aufgrund der wenig pathologi-
schen Eintrittsbefunde die Diagnose einer schweren depressiven Episode 
nicht nachvollzogen werden kann (AB 67.1/10 und 67.1/14; vgl. E. 3.9.1 
hiervor). Klar aktenwidrig ist das Vorbringen der Beschwerdeführerin in der 
Beschwerde, S. 3 Ziff. 3, wonach der Gutachter behaupte, die depressiven 

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Episoden stammten aus ihrer Kindheit; vielmehr fehlen nach Ansicht des 
Gutachters Hinweise dafür, dass bei der Beschwerdeführerin vor Februar 
2011 eine psychische Problematik bestand (AB 67.1/9 oben). Ebenso iso-
liert wie eine schwere depressive Episode stehen die Diagnosen einer 
kombinierten Persönlichkeitsstörung, einer Agoraphobie und einer Sozi-
alphobie (vgl. E. 3.5 hiervor), welche von keinen anderen Ärzten – nament-
lich auch nicht vom Gutachter – bestätigt worden sind. Der psychiatrische 
Gutachter begründet dies plausibel und weist auch auf die bestehende 
psychosoziale Belastungssituation (vgl. E. 2.4 hiervor) hin; diese wird auch 
in anderen Aktenstücken erwähnt (vgl. z.B. E. 3.2.2 und 3.6 hiervor). So-
weit der psychiatrische Dienst des Spitals E.________ im Schreiben vom 
1. Oktober 2013 (AB 80/2) trotzdem an der Diagnose einer kombinierten 
Persönlichkeitsstörung festhält, erfolgt dies ohne weitere Begründung und 
Auseinandersetzung mit den Ausführungen des Gutachters. Auf das psych-
iatrische Teilgutachten vom 3. April 2013 (AB 67.1) ist somit abzustellen.

4.2.2 Auch das rheumatologische Teilgutachten vom 27. März 2013 
(AB 66.1) erfüllt die Anforderungen der Rechtsprechung an Expertisen (vgl. 
E. 2.5.2 hiervor) und erbringt vollen Beweis (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b bb 
S. 353). An diesem Gutachten übt die Beschwerdeführerin denn auch keine 
Kritik. Die beiden Teilgutachten stehen in Übereinstimmung untereinander 
und flossen in die interdisziplinäre Beurteilung (AB 66.2) ein, so dass dar-
auf abgestellt werden kann. Demnach steht die psychosomatische Überla-
gerung der Schmerzen im Rahmen der anhaltenden somatoformen 
Schmerzstörung im Vordergrund. Während somatisch einzig schwere Ar-
beiten nicht mehr zumutbar sind und sich eine weitergehende Einschrän-
kung der Arbeitsfähigkeit nicht begründen lässt, führt gemäss der Auffas-
sung des Gutachters die nicht schwergradige psychische Komorbidität seit 
Februar 2011 zu einer Einschränkung in den bisher ausgeübten beruflichen 
Tätigkeiten von 40% (AB 66.2/1).

4.3 Die nachvollziehbare Diagnosestellung einer anhaltenden somato-
formen Schmerzstörung und einer mittelgradigen depressiven Episode im 
interdisziplinären Gutachten (AB 66.2) bedeutet nicht ohne weiteres, dass 
der aus psychischen Gründen postulierten Einschränkung der Arbeitsfähig-
keit von 40% in den bisher ausgeübten beruflichen Tätigkeiten (vgl. E. 4.2.2 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Juli 2014, IV/14/271, Seite 17

hiervor) aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht gefolgt werden kann 
(vgl. E. 2.2 f. hiervor). Dies gilt es nachfolgend anhand der einschlägigen 
Kriterien (Foerster-Kriterien; vgl. E. 2.2 zweiter Abschnitt hiervor) zu prüfen.

4.3.1 Was die im Vordergrund stehende Feststellung einer psychischen 
Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer anbelangt, 
ist zu beachten, dass mittelgradige depressive Episoden in der Regel keine 
von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare 
andauernde Depression im Sinne eines verselbständigten 
Gesundheitsschadens darstellen, die es der betroffenen Person 
verunmöglichte, die Folgen der Schmerzstörung zu überwinden; leichte bis 
höchstens mittelschwere psychische Störungen aus dem depressiven 
Formenkreis gelten denn auch grundsätzlich als therapeutisch angehbar 
(Entscheid des BGer vom 29. August 2012, 9C_266/2012, E. 4.3.2). Im 
vorliegenden Fall sind keine Anhaltspunkte ersichtlich, die auf etwas Ge-
genteiliges schliessen lassen. Entsprechend hält der psychiatrische Gut-
achter fest, durch die Weiterführung der bisherigen Behandlungen und eine 
optimale medikamentöse Einstellung liessen sich die Beeinträchtigungen 
vermindern (AB 67.1/12 Ziff. 8) und der Beschwerdeführerin sei es zumut-
bar, den Zustand der Dekonditionierung zu überwinden (AB 67.1/13 
Ziff. 12). Die vorliegend zusätzlich festgestellten familiären Schwierigkeiten 
stellen sodann als Z-Diagnose kein bei der Beschwerdegegnerin versicher-
tes Risiko dar. Bei den sogenannten Z-Kodierungen handelt es sich um 
Faktoren, die den Gesundheitszustand lediglich beeinflussen. Die Katego-
rien Z00-Z99 sind für Fälle vorgesehen, in denen Sachverhalte als "Dia-
gnosen" oder "Probleme" angegeben sind, die nicht als Krankheit, Verlet-
zung oder äussere Ursache unter den Kategorien A00-Y89 klassifizierbar 
sind (www.dimdi.de/static/de/klassi/icd-10-
gm/kodesuche/onlinefassungen/htmlgm2014/chapter-xxi.htm). Diese Be-
lastungen fallen als solche nicht unter den Begriff des rechtserheblichen 
Gesundheitsschadens (vgl. Entscheid des BGer vom 4. Mai 2009, 
8C_570/2008, E. 4.2.5; SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43, E. 2.2.2.2). Es besteht 
mithin insgesamt keine relevante psychische Komorbidität.

4.3.2 Auch die weiteren (Foerster-)Kriterien für die Annahme einer aus-
nahmsweise invalidisierenden somatoformen Schmerzstörung sind nicht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Juli 2014, IV/14/271, Seite 18

erfüllt. Was zunächst die chronischen körperlichen Begleiterkrankungen 
anbelangt, müssen solche nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung ein 
erhebliches Ausmass aufweisen, um als relevantes Zusatzkriterium 
Berücksichtigung zu finden (Entscheid des BGer vom 7. Januar 2009, 
8C_348/2008, E. 4.2). Dies trifft vorliegend mangels einer relevanten Wir-
belsäulenpathologie (AB 67.1/11) mit vollumfänglicher Zumutbarkeit körper-
lich leichter bis mittelschwerer Tätigkeiten (vgl. E. 4.2.2 hiervor) nicht zu. 
Darüber hinaus liegt eine Schmerzproblematik vor, für die es an hinlänglich 
objektivierbaren organischen Ursachen fehlt und derentwegen eine 
Schmerzstörung diagnostiziert wurde. Damit entfällt der Aspekt chronischer 
körperlicher Begleiterkrankungen. Gleiches gilt hinsichtlich des mehrjähri-
gen, chronifizierten Krankheitsverlaufs. Ein mehrjähriger, chronifizierter 
Krankheitsverlauf mit weitgehend unveränderter Symptomatik ohne länger 
dauernde Rückbildung lässt sich zwar mit Bezug auf die Schmerzproble-
matik nicht von der Hand weisen; dieser Verlauf ist jedoch für Somatisie-
rungsstörungen diagnosespezifisch und daher nicht ausschlaggebend 
(Entscheid des BGer vom 16. Dezember 2008, 8C_195/2008, E. 7.3). Mit 
Blick auf das psychiatrische Gutachten bleibt weiter festzuhalten, dass die 
soziale Integration nicht verlorengegangen ist (AB 67.1/11) und sich die 
Beeinträchtigungen, wie erwähnt, durch die Weiterführung der bisherigen 
Behandlungen und eine optimale medikamentöse Einstellung vermindern 
lassen (AB 67.1/12 Ziff. 8), wobei es der Beschwerdeführerin zumutbar ist, 
den Zustand der Dekonditionierung zu überwinden (AB 67.1/13 Ziff. 12).

4.3.3 Die im grundsätzlich beweiskräftigen interdisziplinären Gutachten 
(AB 66.2) vorgenommene ärztliche Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit 
(bzw. der Arbeits- und Leistungsfähigkeit) der Beschwerdeführerin kann 
somit aus rechtlicher Sicht nicht übernommen werden. Die mittelgradige 
depressive Episode und die somatoforme Schmerzstörung stellen nach 
dem Dargelegten keine rechtserheblichen (invalidisierenden) Gesundheits-
schäden dar. Die somatisch bedingte Unzumutbarkeit, schwere Arbeiten 
auszuüben (AB 66.1/12 unten), wirkt sich auf die bisherige Tätigkeit höchs-
tens marginal aus und stellt deshalb ebenfalls keinen invalidisierenden Ge-
sundheitsschaden dar. Somit fehlt es vorliegend an einer Grund-
voraussetzung für einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversiche-
rung. Der Sachverhalt ist hinreichend abgeklärt, auf weitere Beweiserhe-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Juli 2014, IV/14/271, Seite 19

bungen ist in antizipierter Beweiswürdigung zu verzichten (vgl. BGE 122 V 
157 E. 1d S. 162).

4.4 Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 4. Februar 2014 
(AB 83), in welcher ein invalidisierender Gesundheitsschaden verneint 
wurde, ist nach dem Ausgeführten nicht zu beanstanden. Damit hat die 
Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf Leistungen der IV. Die dagegen 
erhobene Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist abzuweisen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Im vorliegenden Fall werden die Verfahrenskosten auf Fr. 700.-- festge-
setzt, der unterliegenden Beschwerdeführerin auferlegt und dem geleiste-
ten Kostenvorschuss gleicher Höhe entnommen.

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Juli 2014, IV/14/271, Seite 20

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.