# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1d6c6157-a1b0-535d-97ec-5901be458eee
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-08-12
**Language:** de
**Title:** Kein invalidisierender Gesundheitsschaden ausgewiesen. Abweisung.
**Docket/Reference:** IV.2014.00531
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2014.00531.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2014.00531
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichter Bachofner
Ersatzrichterin Lienhard
Gerichtsschreiberin Schucan
Urteil
vom
12. August 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren
1960
,
nichterwerbstätig (vgl.
Urk.
11/2
Ziff.
5.4-5
,
Urk.
11/11
), meldete sich am 24. September 2013 unter Hinweis auf seit dem 19. August 2011 bestehende psychische Beschwerden
bei der Invalidenversi
cherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
11/2
Ziff.
6.2-3
). Die
Sozialversiche
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinisch
e und erwerb
liche Situation ab und verneinte nach ergangenem Vorbescheid (
Urk.
11/17
)
mit Verfügung vom 4. März 2014 einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenver
sicherung (
Urk.
11/
18
=
Urk.
2).
2.
Der Versicherte erhob am 3. April 2014 direkt bei der IV-Stelle
Beschwerde g
e
gen die Verfügung vom 4. März 2014
(
Urk.
2) und beantragte
sinngemäss
, diese sei aufzuheben
(
Urk.
1/1-2,
Urk.
3-
6
,
Urk.
7,
Urk.
8/1-3
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
25. Juni 2014
(
Urk.
10
) die Abweisung der Beschwerde.
Dies wurde dem Beschwerdeführer am 24. Juli 2014 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
12
).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht
als Folgen eines psychischen Ge
sundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkun
gen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätig
keit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychischen Beein
trächti
gung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versicherten Person so
zial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Zur Annahme der Invalidität nach Art. 8 ATSG ist – auch bei psychischen Erkran
kungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosozi
ale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor
handen sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren her
-
rühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Be
funde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven
Verstimmungszu
ständen
klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die
Ar
beits
- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentli
chen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294
E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigentli
chen Beeinträchtigung der psychischen Integrität führen, indem sie einen ver
selbständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner – unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend aus
wirken (Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 28. Juni 2012 E. 3.2 mit Hinweisen).
1.4
Alkoholismus (wie auch Drogensucht und Medikamentenabhängigkeit) begrün
det für sich allein keine Invalidität im Sinne des Gesetzes. Vielmehr wird er
in
validenversicherungsrechtlich
erst relevant, wenn er eine Krankheit oder einen Unfall bewirkt hat, in deren Folge ein körperlicher, geistiger oder psychischer, die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigender Gesundheitsschaden eingetreten ist, oder wenn er selber Folge eines körperlichen, geistigen oder psychischen
Ge
sundheitsschadens
ist, dem Krankheitswert zukommt (Urteil des Bundesgerichts 8C_694/2008 vom 5. März 2009 E. 2). Dabei ist das ganze für die Alkoholsucht massgebende Ursachen- und Folgespektrum in eine Gesamtwürdigung einzube
ziehen, was impliziert, dass einer allfälligen Wechselwirkung zwischen
Sucht
mittelabhängigkeit
und psychischer Begleiterkrankung Rechnung zu tragen ist (Urteile des Bundesgerichts I 758/01 vom 5. November 2002 E. 3.2, und
I 390/01 vom 19. Juni 2002 E. 2b). Was die krankheitsbedingten Ursachen der Alkoholsucht betrifft, ist für die invalidenversicherungsrechtliche Relevanz der Abhängigkeit erforderlich, dass dem Alkoholismus eine ausreichend schwere und ihrer Natur nach für die Entwicklung einer Suchtkrankheit geeignete
Ge
sundheitsstörung
zugrunde liegt, welche zumindest eine erhebliche Teilursache der Alkoholsucht darstellt (Urteil des Bundesgerichts I 192/02 vom 23. Oktober 2002 E. 1.2.2 mit Hinweis); es genügt nicht, wenn es sich nur um eine ganz untergeordnete Teilursache handelt (nicht veröffentlichtes Urteil des Bundesge
richts I 130/93 vom 29. August 1994). Mit dem Erfordernis des Krankheitswerts einer allfälligen verursachenden psychischen Krankheit wird verlangt, dass diese die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit einschränkt (BGE 99 V 28 E. 2; Urteil des Bundesgerichts I 940/05 vom 10. März 2006 E. 2.2; erwähntes Urteil
I 758/01 E. 3.1). Wenn der erforderliche Kausalzusammenhang zwischen Alko
holsucht und krankheitswertigem psychischem Gesundheitsschaden besteht, sind für die Frage der noch zumutbaren Erwerbstätigkeit die psychischen und die suchtbedingten Beeinträchtigungen gesamthaft zu berücksichtigen. Um diese Frage beantworten zu können, sind Verwaltung und Gericht auf möglichst detaillierte medizinische Auskünfte über die Verhältnisse zur Zeit der Entste
hung der Alkoholsucht auf der einen und der allfälligen psychiatrischen Komorbidität auf der andern Seite sowie über den allfälligen ursächlichen Zu
sammenhang zwischen den beiden Aspekten angewiesen (vgl. zur Bedeutung medizinischer Auskünfte zur Bestimmung der Invalidität BGE 115 V 133 E. 2; BGE 124 V 265 E. 3c mit Hinweis, 99 V 28 E. 2; SVR 2001 IV Nr. 3 S. 7 E. 2b; AHI 2002 S. 30 E. 2a, 2001 S. 228 f. E. 2b mit Hinweisen; Urteile des Bundes
gerichts I 169/06 vom 8. August 2006 E. 2.2 und 4.2 mit Hinweisen und 8C_672/2010 vom 27. September 2010 E. 2).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre leistungsanspruchsverneinende Verfü
gung (
Urk.
2) damit, die ärztlich attestierte Arbeitsunfähigkeit möge zwar ge
rechtfertigt sein, sie sei jedoch nicht als invalidisierend zu werten. Die Arbeits
unfähigkeit aufgrund einer mittelgradigen depressiven Episode sei aus
invali
denversicherungsrechtlicher
Sicht überwindbar. Die Beschwerden seien behan
delbar und die Arbeitsfähigkeit nicht dauerhaft beziehungsweise längerfristig eingeschränkt (S. 1).
Die psychischen Einschränkungen beruhten überwiegend auf invaliditätsfremden psychosozialen Belastungsfaktoren (
Urk.
10).
2.2
Dagegen machte der Beschwerdefüh
rer in seiner Beschwerde (
Urk.
7
) geltend, er sei damit nicht einverstanden. Er habe grosse gesundheitliche Probleme psy
chischer Natur
,
und er wäre sofort bereit
,
mit einem Arzt der
Beschwerdegegne
rin
zu reden.
3.
3.
1
Dr.
med.
Y.___
, Oberarzt des
Z.___
,
Privatklinik für Psychiatrie und Psychotherapie,
stellte in seinem Bericht vom 4. November 2013 (
Urk.
11/9) folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leicht (ICD-10 F33.0)
-
Störung durch Alkoholabhängigkeitssyndrom (ICD-10 F10.2), gegenwär
tig abstinent (ICD-10 F10.20)
Dr.
Y.___
führte aus, der Beschwerdeführer sei seit Januar 2012 bei ihm in Behandlung und die letzte Kontrolle sei am 13. Juni 2013 erfolgt (
Ziff.
1.2).
Am
Z.___
hätten vom 16. November bis 25. Dezember 2011 und vom 21. Oktober bis 15. November 2012 stationäre Aufenthalte stattgefunden (
Ziff.
1.3).
Während der beiden stationären Aufenthalte habe in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit jeweils eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden.
Während der übri
gen Zeit der Behandlung habe die Arbeitsfähigkeit zwischen 50 und 100
%
ge
schwankt. Das genaue Ausmass sei schwer zu beurteilen, da der Beschwerde
führer im beschriebenen Zeitraum niemals berufstätig gewesen und somit schwer zu sagen sei, ob die volle Arbeitsbelastbarkeit trotz der psychischen Symptomatik gegeben wäre. Die Symptomatik selbst bedinge nicht unbedingt eine dauerhafte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Auf längere Sicht sollte
die Arbeitsfähigkeit vollständi
g wieder
herstellbar sein. Ein Arbeitsversuch müsste hierbei zeigen, ob gegenwärtig mit einer 100%igen oder eher eine 50%igen Ar
beitsfähigkeit oder von einer Situation dazwischen au
sgegangen werden könne. Es wäre
sinnvoll, mit einer 50%igen Tätigkeit zu beginnen und dann im Verlauf zu schauen, ob eine Steigerung möglich sei (S. 1).
Dr.
Y.___
führte aus, v
ereinzelt habe es
insbesondere im Zusammenhang mit dem Prozess bezüglich des Unfalltodes der Tochter und der Krebserkrankung der ersten Ehefrau auch stärkere depressive Einbrüche mit kurzzeitiger vollständiger Arbeitsunfähigkeit gegeben
(
Ziff.
1.6). Es bestehe eine Verminderung der
An
passungs
-, Belastungs- und Einstellungsfähigkeit. Problematisch wäre eine Ar
beit in Nachtschichten, welche im Beruf als Taxichauffeur ja nicht untypisch seien, da dies in Bezug auf die depressive Symptomatik aufrechterhalten
d
wir
ken würde. Die bisherige Tätigkeit sei
wahrscheinlich zunächst einmal im Rah
men von 50
%
möglich, wobei keine Nach
t
schichten erfolgen sollten (
Ziff.
1.7).
Der Beschwerdefüh
rer sei gebürtiger
A.___
und
in jungen Jahren zunächst nach
B.___
ausgewandert, wo er studiert und mit seiner ersten Ehefrau eine Familie gegründet habe. Aus dieser Ehe seien zwei Töchter hervorgegan
gen, von denen die eine im Jahr 2011 im Alter von 23 Jahren bei einem Auto
unfall in
C.___
ums Leben gekommen sei. Es sei später zu einer zweiten Ehe mit einer Schweizerin gekommen
,
und der Beschwerdeführer sei in der Schweiz wohnhaft geworden, wo er zunächst meist als Taxifahrer gearbeitet habe. Aktu
ell sei er seit mehreren Jahren nicht mehr berufstätig und lebe in einer kleinen Mietwohnung von Sozialgeldern. Die fina
nzielle Situation sei äusserst k
napp
. Seit 2011 habe er wieder stärkeren Kontakt zu der in
B.___
lebenden ersten Ehefrau, die an einer Krebserkrankung leide
,
und zu deren überlebender Tochter. Seit
mindestens 2007 (damals Diagnose einer Pankreatitis) beste
he ein massiver Alkoholabusus
, und es sei seither
zu einer massiven Desintegration,
zum Verlust der Stelle als Taxichauffeur und zur Auflösung der zweiten Ehe ge
kommen. Im Jahr
2011
sei ein massiver depressiver Einbruch nach dem Unfall
tod seiner Tochter in
B.___
und die erstmalige stationäre Behandlung erfolgt.
Seither
sei der Beschwerdeführer durchgehend in ambulanter psychi
atrisch-
psychotherapeutischer Behandlung gewesen
,
und im Oktober/November 2012 sei es nochmals zu einem knapp vierwöchigen Klinikaufenthalt bei akuter Belastung im Zusammenhang mit dem Prozess gegen den Lenker des Unfallwa
gens der Tochter gekommen.
Der
Unfalltod der Tochter, die Krebserkrankung der ersten Ehefrau und die schwierige sozi
o
ökonomische Situation hier in der Schweiz stellten chronische Belastungsfaktor für den Patienten dar.
Zur Prognose führte
Dr.
Y.___
aus, e
ine
Depression sei grundsätzlich als gut behandelbare Erkrankung anzusehen. Erschwerend komme beim Beschwerde
führer zunächst die
komorbide
Alkoholproblematik hinzu, die
er
in letzter Zeit jedoch recht gut im Griff
habe
, da dies
nicht zuletzt
die Vorrausetzung
dafür
sei,
um
wieder
den
alten Beruf als Taxichauffeur
aufnehmen
zu
könne
n
.
Bedeutender für die Prognose seien aktuell die chr
onischen Belastungsfaktoren im S
inne des
frühen Unfalltodes der Tochter, der prognostisch eher ungünstig einzuschätzenden Krebserkrankung der ersten Ehefrau in
C.___
und der sehr schwierigen sozioökonomischen Situation für den Beschwerdeführer hier in der Schweiz. Somit bleibe der weitere Verlauf abzuwarten. Der Erfo
lg oder Misser
folg der Versuche, sich wieder in den freien Arbeitsmarkt in der Schweiz einzu
gliedern, dürfte für die weitere Prognose eine kapitale Rolle spielen (
Ziff.
1.4).
3.2
Dr.
med.
D.___
, Facharzt für Allgemeine Medizin,
E.___
, führte in seinem am 1
7.
Dezember 2013 bei der Beschwerdegegnerin eingegan
genen Bericht (
Urk.
11/10/5) aus, der Patient habe sich lediglich im Mai, Juni 2013 im Rahmen einer Pneumonie in seiner Behandlung befunden. Wegen chronisch erhöhter Leukozyten sei eine Weiterbehandlung durch den Hausarzt erfolgt.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin ging gestützt auf den Bericht des behandelnden Psychia
ters
Dr.
Y.___
vom November 2013 (vorstehe
nd E. 3.1
) davon aus, dass kein invalidisierender
psychischer
Ges
undheitsschaden ausgewiesen sei und die psychische Einschränkung vorwiegend auf psychosozialen
Belastungs
faktoren
beruhe (vorstehend E. 2.1).
4.2
Dr.
Y.___
konnte sich bei diagnostizierter
gegenwärtig leichte
r
rezidivierender depressiver Störung (ICD-10 F.33)
und einer Störung durch ein
Alkoholabhän
gigkeitssyndrom
, gegenwärtig abstinent (ICD-10 F.20)
, mangels tatsächlich aus
geübter Erwerbstätigkeit
seit Behandlungsbeginn
nicht exakt zur Arbeitsfähig
keit des Beschwerdeführers
äussern.
Dr.
Y.___
führte jedoch aus, dass die Symptomatik selbst nicht unbedingt zu einer dauerhaften Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit führe und erachtete die Arbeitsfähigkeit
grundsätzlich
für
voll
ständig
wiederherstellbar, verwies jedoch auch auf die massive psychosoziale Belastungssituation.
Auf die schlüssige und nachvollziehbare fachärztlich
e
Einschätzung von
Dr.
Y.___
kann abgestellt werden.
So hat auch
das Bundesgericht wiederholt festgestellt, dass leichte bis höchstens mittelschwere psychische Störungen aus dem depressiven Formenkreis grundsätzlich als therapeutisch
angehbar
(vgl. etwa Urteil 9C_266/2012 vom 2
9.
August 2012 E. 4.3.2 und Ur
teil 9C_302/2012 vom 1
3.
August 2012
E. 4.3.2)
und somit als nicht invalidisierend gelten
.
Ebenfalls nachvollziehbar ist, dass es im Zusammenhang mit den von
Dr.
Y.___
beschriebenen
psychosozialen
Belastungssituationen zu vorüberge
henden Arbeitsunfähigkeiten
auch im Rahmen der stationären Aufenthalt
e
ge
kommen war. Ein aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht relevantes eigen
ständiges psychisches Leiden (vgl. vorstehend E. 1.3) ist jedoch zu verneinen und geht auch aus den a
nderweitigen Akten nicht hervor.
A
uch das von
Dr.
Y.___
aufgeführte Abhängigkeitssyndrom von Alkohol
und die damit zu
sammenhängende Problematik
bei der Ausübung einer allfälligen Tätigkeit
als Taxichauffeur
stellen
grundsätzlich keinen invalidisierenden
Gesundheitssch
a
den
dar (vgl. vorstehend E. 1.
4
).
Genauso wenig ist eine relevante somatische Problematik ausgewiesen (vgl. vorstehend E. 3.2)
.
4.3
Aufgrund des Gesagten lässt sich dem Bericht des
behandelnden Psychiaters
Dr.
Y.___
vom November 2013
kein
invalidenversicherungsrechtlic
h relevan
ter Gesundheitsschaden
entnehmen
,
und auch ein somatischer
Gesundheits
schaden
ist nicht ausgewiesen
.
Demnach e
rweist sich die Verfügung vom
4.
März 2014
als rechtens, w
as zur Abweisung der Beschwerde
führt.
5.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
5
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden
Be
schwerdeführer aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
500
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
dem
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
gestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
X.___
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur
kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
MosimannSchucan