# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0387e4b0-e603-595a-902b-36e3c9790ea2
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-03-13
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 13.03.2024 ZK1 2023 74
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2023-74_2024-03-13.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Urteil vom 13. März 2024

(Mit Urteil 5A_278/2024 vom 13. Februar 2025 hat das Bundesgericht die gegen 
dieses Urteil erhobene Beschwerde abgewiesen, soweit darauf eingetreten wur-
de.)

Referenz ZK1 23 72 / ZK1 23 74

Instanz I. Zivilkammer 

Besetzung Richter, Vorsitzende
Cavegn und Moses
Nyfeler, Aktuarin

Parteien A._____
Berufungsklägerin, Berufungsbeklagte und Anschlussberufungs-
klägerin
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Pius Fryberg
Quaderstrasse 8, Postfach 250, 7001 Chur 

gegen

B._____
Berufungsbeklagter, Berufungskläger und Anschlussberufungsbe-
klagter
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Diego Quinter
Vasarauls 11, 7084 Brienz/Brinzauls GR 

Gegenstand Nebenfolgen der Ehescheidung

Anfechtungsobj. Entscheid des Regionalgerichts Plessur vom 15.12.2022, mitge-
teilt am 28.04.2023 (Proz. Nr. 115-2020-43)

Mitteilung 19. März 2024

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Sachverhalt

A. A._____, geboren am _____ 1966 (nachfolgend: Ehefrau), und B._____, 
geboren am _____ 1964 (nachfolgend: Ehemann), heirateten am _____ 1988 in 
C._____. Aus dieser Ehe sind die gemeinsamen, inzwischen volljährigen Kinder 
D._____, geboren am _____ 1997, und E._____, geboren am _____ 1999, her-
vorgegangen. Seit dem 1. Oktober 2017 leben die Parteien getrennt.

B. Am 21. August 2020 reichte der Ehemann beim Regionalgericht Plessur die 
Scheidungsklage ein. Anlässlich der Einigungsverhandlung vom 20. Oktober 2020 
konnte zwischen den Parteien keine Einigung erzielt werden. Nach Durchführung 
des Schriftenwechsels sowie einer Instruktionsverhandlung fand am 22. Novem-
ber 2022 die Hauptverhandlung statt.

C. Mit Entscheid vom 15. Dezember 2022, mitgeteilt am 28. April 2023 
(Proz. Nr. 115-2020-43), erkannte das Regionalgericht Plessur wie folgt:

1. Die am _____ 1988 vor dem Zivilstandsamt C._____ geschlossene 
Ehe von B._____ und A._____ wird geschieden.

2. a) B._____ wird verpflichtet, ab Rechtskraft des vorliegenden Ent-
scheids bis zu seinem Eintritt in das ordentliche AHV-Alter einen mo-
natlich und monatlich im Voraus zu bezahlenden Beitrag von CHF 
2'464.00 an den Unterhalt von A._____ zu leisten.

b) Der Unterhaltsbeitrag an A._____ basiert auf dem Landesindex der 
Konsumentenpreise des Bundesamtes für Statistik, Stand Ende Ok-
tober 2022 von 104.6 Punkten (Basis Dezember 2020 = 100 Punkte). 
Er ist jährlich auf den 1. Januar, erstmals auf den 1. Januar 2024, 
dem Stand des Indexes per Ende November des Vorjahres wie folgt 
anzupassen:

neuer UB = alter UB x neuer Index

alter Index
Weist B._____ nach, dass sich sein Einkommen nicht im Umfang der 
Teuerung erhöht hat, werden die Unterhaltsbeiträge nur proportional 
zur tatsächlichen Einkommenssteigerung angepasst. Bei unveränder-
tem Einkommen entfällt eine Anpassung.

3. a) Das hälftige Miteigentum von B._____ und A._____ an der 7.5-
Zimmer-Wohnung Nr. _____, 4. OG, _____ mitsamt dazugehören-
dem Aussenparkplatz und Einstellplatz in der Tiefgarage an der 
_____/, C._____, wird wie folgt aufgehoben:

b) Durch eine einvernehmliche Veräusserung der Liegenschaft 7.5-
Zimmer-Wohnung Nr. __, 4. OG, _____ mitsamt dazugehörendem 
Aussenparkplatz und Einstellplatz in der Tiefgarage an der _____, 
C._____, unter Mitwirkung der Parteien.

c) Für den Fall, dass eine einvernehmliche Veräusserung der genann-
ten Liegenschaft nicht innert einem Jahr ab Rechtskraft des vorlie-
genden Urteils erfolgt sein sollte, wird das Miteigentum ersatzweise 

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durch eine öffentliche Versteigerung der Liegenschaft 7.5-Zimmer-
Wohnung Nr. __, 4. OG, _____ mitsamt dazugehörendem Aussen-
parkplatz und Einstellplatz in der Tiefgarage an der _____, C._____, 
aufgehoben. Diesfalls wird das Betreibungs- und Konkursamt Plessur 
mit der Durchführung der öffentlichen Versteigerung beauftragt.

d) Der Erlös aus dem Verkauf wird in jedem Fall wie folgt verwendet:

- Bezahlung der Verkaufskosten wie Grundbuchamt, Notariatskos-
ten, Handänderungs- und allfällige Grundstücksgewinnsteuern, 
Maklerprovision, allfällige Versteigerungskosten;

- Rückzahlung der Grundpfandschuld unter Abzug der Säule 3a bei 
der F._____ (Versicherungsvertrag G._____);

- Bezahlung der Eigengutsforderung von A._____ in Höhe von CHF 
35'000.00 an A._____;

- Bezahlung der ausstehenden Unterhaltszahlungen von B._____ in 
Höhe von CHF 43'820.00 (für den Zeitraum bis und mit November 
2022) an A._____;

- Hälftige Teilung des Resterlöses zwischen den Parteien;

4. Die H._____, wird angewiesen, zu Lasten des Kontos von B._____ 
(I._____) den Betrag von CHF 94'509.70 auf das Konto von A._____ 
(AHV-Nr._____) bei der J._____, zu überweisen.

5. Die Erziehungsgutschriften der AHV werden den Parteien hälftig gut-
geschrieben.

6. a) Die Gerichtskosten betragen CHF 8'000.00 für den begründeten Ent-
scheid. Sie gehen hälftig zu Lasten von B._____ und A._____.

b) Die Gerichtskosten werden mit dem von B._____ geleisteten Vor-
schuss von CHF 5'500.00 verrechnet. Der Fehlbetrag von CHF 
2'500.00 ist von A._____ nachzuzahlen. A._____ hat B._____ dane-
ben den auf sie entfallenden Anteil an den Gerichtskosten in Höhe 
von CHF 1'500.00 zu ersetzen.

c) Jede Partei trägt ihre Parteikosten selbst.

7. [Rechtsmittelbelehrungen]

8. [Mitteilung]

D. Gegen diesen Entscheid erhob die Ehefrau mit Eingabe vom 30. Mai 2023 
Berufung beim Kantonsgericht von Graubünden, wobei sie folgende Rechtsbegeh-
ren stellte (ZK1 23 72):

1. In Abänderung von Ziff. 5 des Dispositivs des angefochtenen Urteils 
seien die Erziehungsgutschriften der AHV der Klägerin gutzuschrei-
ben.

2. Kosten- und Entschädigungsfolge.

E. Der Ehemann erhob am 31. Mai 2023 ebenfalls Berufung gegen den erstin-
stanzlichen Entscheid und stellte folgende Rechtsbegehren (ZK1 23 74):

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1. Aufhebung der Dispositivziffer 2. a) und b) im angefochtenen Ent-
scheid.

2. Aufhebung der Dispositivziffer 3 d). Neu sei diese wie folgt zu formulie-
ren bzw. zu ergänzen (Punkt 3, kursiv und unterstrichen):

Der Erlös aus dem Verkauf wird in jedem Fall wie folgt verwendet:

• Bezahlung der Verkaufskosten wie Grundbuchamt, Notariatskosten, 
Handänderungs- und allfällige Grundstücksgewinnsteuern, Makler-
provision, allfällige Versteigerungskosten;

• Rückzahlung der Grundpfandschuld unter Abzug der Säule 3a bei 
der F._____ (Versicherungsvertrag G._____);

• Bezahlung der aus der Auflösung der Säule 3a F._____ (Versiche-
rungsvertrag G._____) beim Berufungskläger anfallenden Steuern;

• Bezahlung der Eigengutsforderung von A._____ in Höhe von CHF 
35'000.00 an A._____;

• Bezahlung der ausstehenden Unterhaltszahlungen von B._____ in 
Höhe von CHF 43'820.00 (für den Zeitraum bis und mit November 
2022) an A._____;

• Hälftige Teilung des Resterlöses zwischen den Parteien;

3. Unter gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädi-
gungsfolge zzgl. gesetzlichen Mehrwertsteuer zu Lasten der Beru-
fungsbeklagten.

F. Mit Berufungsantwort vom 12. Juni 2023 (ZK1 23 72) beantragte der Ehe-
mann beim Kantonsgericht von Graubünden was folgt:

1. Abweisung der Berufung vom 30. Mai 2023.

2. Verfahrensantrag: Die beiden Verfahren in Sachen der Parteien unter 
den Nummern ZK1 23 72 und ZK1 23 74 seien zu vereinen.

3. Unter gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädi-
gungsfolge zzgl. gesetzlichen Mehrwertsteuer zu Lasten der Beru-
fungsklägerin.

G. Die Ehefrau stellte mit ihrer Berufungsantwort und Anschlussberufung vom 
3. Juli 2023 (ZK1 23 74) die folgenden Anträge:

A Zur Berufung des Klägers

1. Die Berufung sei abzuweisen.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.

B Zur Berufung der Frau A._____

Diese sei gutzuheissen, und zwar unter Kosten- und Entschädigungs-
folge zu Lasten des Herrn B._____.

C Zur Anschlussberufung

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1. In Abänderung von Ziff. 2a des Dispositivs des angefochtenen Urteils 
des Regionalgerichtes Plessur vom 15.12.2022, mitgeteilt am 
28.04.2023 sei B._____ zu verpflichten, an den Unterhalt von A._____ 
einen monatlichen im Voraus zu bezahlenden Beitrag in Höhe von 
CHF 4'060.00 zu bezahlen.

2. Ziff. 3 des angefochtenen Urteils sei wie folgt abzuändern, resp. zu er-
gänzen. Vom Erlös aus dem Verkauf seien nicht nur die im Urteil auf-
geführten Positionen in Abzug zu bringen, sondern zusätzlich, die von 
der beklagten Anschlussberufungsklägerin bezahlten:

- Hypothekarzinsen und Nebenkosten für den Zeitraum vom 
31.03.2022 bis zur Übertragung der Eigentums-Wohnung an den 
Käufer, in Höhe von CHF 16'692.00.

- Nicht nur die ausstehenden Unterhaltszahlungen von B._____ für 
den Zeitraum bis und mit November 2022, sondern die ausstehen-
den Unterhaltszahlungen bis zur Rechtskraft des Scheidungsurteils 
aus dem Erlös zu bezahlen.

Ein allfälliger Restbetrag sei hälftig zwischen den Parteien aufzutei-
len, resp. sofern kein Erlös resultiert, sei der Beklagte und An-
schlussberufungsbeklagte zu verpflichten, die Differenz der Beru-
fungsklägerin zu bezahlen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Anschlussberu-
fungsbeklagten.

H. Die Replik und Anschlussberufungsantwort des Ehemannes datiert vom 
14. August 2023 (ZK1 23 74). Darin stellte er folgende Anträge:

1. Berufung: unverändert wie gemäss Berufung vom 31. Mai 2023.

2. Abweisung der Anschlussberufung.

3. Unter gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädi-
gungsfolge zzgl. gesetzlichen Mehrwertsteuer zu Lasten der Beru-
fungsbeklagten und Anschlussberufungsklägerin.

I. Mit Eingabe vom 18. September 2023 zog der Ehemann den Antrag Ziffer 2 
seiner Berufung vom 31. Mai 2023 zurück (ZK1 23 74).

J. Die Duplik der Ehefrau mit unveränderten Rechtsbegehren datiert vom 
30. Oktober 2023 (ZK1 23 74).

K. Mit Eingabe vom 20. November 2023 respektive vom 22. November 2023 
brachten die Parteien verschiedene Bemerkungen zu den Verfahren an.

L. Die vorinstanzlichen Verfahrensakten (Proz. Nr. 115-2020-43) sind beige-
zogen. Die Akten der verschiedenen Berufungsverfahren werden, wo nötig, jeweils 
mit der letzten Zahl der Verfahrensnummer in eckiger Klammer zitiert.

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Erwägungen

1. Prozessuales

1.1. Die Berufungen richten sich gegen ein erstinstanzliches Scheidungsurteil 
(Art. 308 Abs. 1 lit. a ZPO). Sie wurden form- und fristgerecht erhoben 
(Art. 311 ZPO; Art. 7 Abs. 1 EGzZPO [BR 320.100]; act. A.1 [72]; act. A.1 [74]; 
act. B.1 [74]). Dasselbe gilt für die Anschlussberufung (Art. 313 Abs. 1 
i.V.m. Art. 312 Abs. 2 ZPO; act. A.2 [74]). Die Berufungen, welche rein vermö-
gensrechtliche Streitigkeiten betreffen, unterliegen dem Streitwerterfordernis 
gemäss Art. 308 Abs. 2 ZPO. Die Berufung des Ehemannes (act. A.1 [74]) erfüllt 
dieses ohne Weiteres. Auch die Berufung der Ehefrau betreffend Anrechnung der 
Erziehungsgutschriften der AHV (act. A.1 [72]) erreicht einen Streitwert von über 
CHF 10'000.00, zumal die Erziehungsgutschrift pro Erziehungsjahr der dreifachen 
jährlichen Minimalrente im Zeitpunkt der Entstehung des Rentenanspruchs ent-
spricht, wobei die Summe der Erziehungsgutschriften durch die Beitragsdauer ge-
teilt und dann zum durchschnittlichen Erwerbseinkommen addiert wird 
(vgl. Art. 29sexies Abs. 2 i.V.m. Art. 34 AHVG [831.10]; Merkblatt AHV/IV 1.07 be-
tr. Erziehungsgutschriften v. 1.1.2016, abrufbar unter: https://www.ahv-
iv.ch/p/1.07.d [zuletzt besucht am 23.2.2024]; vgl. ferner https://www.ahv-
iv.ch/de/News-Infos/post/betreuungs-und-erziehungsgutschriften [zuletzt besucht 
am 23.2.2024]). Die übrigen Eintretensvoraussetzungen geben zu keinen Bemer-
kungen Anlass. Auf die Berufungen und die Anschlussberufung ist somit – unter 
dem Vorbehalt rechtsgenügender Begründung (vgl. E. 2.2) – einzutreten. Deren 
Beurteilung fällt in die Zuständigkeit der erkennenden Kammer (Art. 6 Abs. 1 
lit. a KGV [BR 173.100]).

1.2. Die beiden Verfahren ZK1 23 72 und ZK1 23 74 werden in Anwendung 
von Art. 125 lit. c ZPO vereinigt und in einem einzigen Urteil behandelt. Die Kon-
nexität der beiden Verfahren ist zu bejahen, handelt es sich doch um Berufungen 
gegen denselben Entscheid des Regionalgerichts Plessur.

1.3. Die Berufung hemmt den Eintritt der Rechtskraft und die Vollstreckbarkeit 
des angefochtenen Entscheids nur im Umfang der Anträge (Art. 315 Abs. 1 ZPO). 
Die vorliegenden Berufungen und die Anschlussberufung richten sich formell ge-
gen die vorinstanzliche Regelung des nachehelichen Unterhalts (Dispositivziff. 2), 
die (gesamte) güterrechtliche Regelung (Dispositivziff. 3) und die hälftige Anrech-
nung der Erziehungsgutschriften der AHV (Dispositivziff. 5); faktisch bzw. bei rich-
tiger Auslegung richtet sich die Anschlussberufung der Ehefrau – ebenso wie der 
(zwischenzeitlich zurückgezogene) Berufungsantrag des Ehemannes (vgl. dazu 

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sogleich E. 1.4) – wohl nur gegen die Dispositivziffer 3 lit. d des angefochtenen 
Entscheids. Im Übrigen blieb der vorinstanzliche Entscheid unangefochten. Dem-
nach ist der Entscheid in Bezug auf den Scheidungspunkt (Dispositivziff. 1) und 
die Regelung der beruflichen Vorsorge (Dispositivziff. 4) bereits in Rechtskraft er-
wachsen (vgl. auch act. D.6 f.), faktisch auch bezüglich der Dispositivziffer 3 lit. a 
bis c. Auch der Kostenpunkt (Dispositivziff. 6) wird nicht selbständig angefochten. 
Eine Anpassung desselben wird von den Parteien nur für den Fall der Gutheis-
sung der Berufung bzw. der Anschlussberufung beantragt (act. A.1 [72]; 
act. A.1 f. [74]).

1.4. Mit seiner Berufung verlangte der Ehemann zunächst noch die Aufhe-
bung und Neuformulierung bzw. Ergänzung der Dispositivziffer 3 lit. d dahinge-
hend, dass der Erlös aus dem Verkauf der Liegenschaft der Ehegatten vor der 
hälftigen Teilung des Resterlöses zwischen den Parteien unter anderem dazu 
verwendet werden solle, die aus der Auflösung einer bestimmten Säule 3a bei ihm 
anfallenden Steuern zu bezahlen (act. A.1, Antrag Ziff. 2 [74]). Mit Eingabe vom 
18. September 2023 zog der Ehemann – unter Bezugnahme auf eine Bestätigung 
der F._____ betreffend eine Säule 3a-Auszahlung und eine entsprechende Gut-
schriftsanzeige der K._____ vom September 2023 (act. B.12 f. [74]) – seine Beru-
fung in Bezug auf den genannten Antrag zurück (act. A.4 [74]). Gleich wie ein Kla-
gerückzug führt auch der Rückzug einer Berufung als Entscheidsurrogat zur un-
mittelbaren Beendigung des Prozesses (vgl. Art. 241 Abs. 2 ZPO). Das Gesetz 
schreibt in Art. 241 Abs. 3 ZPO zwingend vor, dass das Gericht das Verfahren 
zwecks Feststellung der Prozesserledigung abschreibt. Die Abschreibungsverfü-
gung ist – mit Ausnahme des Kostenentscheids – indessen rein deklaratorischer 
Natur (KGer GR ZK1 22 94 v. 26.9.2022 E. 6.2; vgl. Julia Gschwend/Daniel Steck, 
in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivilpro-
zessordnung, 3. Aufl., Basel 2017, N 16 zu Art. 241 ZPO). Da der Rückzug vorlie-
gend auf eines von mehreren Berufungsbegehren beschränkt ist, handelt es sich 
um einen Teilrückzug (zur Zulässigkeit des Teilrückzugs siehe Gschwend/Steck, 
a.a.O., N 29 zu Art. 241 ZPO). Entsprechend erfolgt auch eine teilweise Abschrei-
bung des Berufungsverfahrens.

2. Kognition, Begründungsobliegenheit, Verfahrensmaximen und Noven-
recht

2.1. Mit der Berufung als vollkommenem Rechtsmittel kann gemäss 
Art. 310 ZPO die unrichtige Rechtsanwendung, die unrichtige Sachverhaltsfest-
stellung und – über den Wortlaut hinaus – die Unangemessenheit geltend ge-
macht werden. Das Berufungsgericht kann die gerügten Mängel des vorinstanzli-

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chen Entscheids frei und unbeschränkt überprüfen (Peter Reetz/Stefanie Theiler, 
in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizeri-
schen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Aufl., Zürich 2016, N 6 zu Art. 310 ZPO).

2.2. Nach Art. 311 Abs. 1 ZPO ist eine Berufung zu begründen. Aus der Be-
gründung muss hervorgehen, welche Punkte des erstinstanzlichen Entscheids 
angefochten werden, weshalb der erstinstanzliche Entscheid in den angefochte-
nen Punkten unrichtig sein soll und wie stattdessen zu entscheiden ist. Der blosse 
Verweis auf bereits vor erster Instanz erhobene Rügen oder allgemeine Kritik am 
erstinstanzlichen Entscheid genügen nicht. Die kritisierten Ausführungen und die 
Beilagen, auf welche sich die Kritik stützt, müssen genau bezeichnet werden. 
Fehlt eine Begründung vollständig, wird lediglich auf die Vorakten verwiesen oder 
ist die Begründung in anderer Hinsicht ungenügend, ist auf die Berufung nicht ein-
zutreten (BGE 138 III 374 = Pra 2013 Nr. 4 E. 4.3; Reetz/Theiler, a.a.O., N 36 ff. 
zu Art. 311 ZPO; vgl. BGer 5A_141/2014 v. 28.4.2014 E. 2.4).

2.3. Vorliegend sind die Anrechnung der Erziehungsgutschriften der AHV, der 
nacheheliche Unterhalt sowie eine güterrechtliche Frage strittig. Für die beiden 
letztgenannten Fragen gilt gemäss Art. 277 Abs. 1 ZPO der Verhandlungs-
grundsatz. Dieser besagt, dass die Parteien dem Gericht die Tatsachen, auf wel-
che sie ihre Begehren stützen, darzulegen und die Beweismittel anzugeben haben 
(vgl. Art. 55 Abs. 1 ZPO). Unter Geltung der Verhandlungsmaxime darf das Ge-
richt sein Urteil nur auf Tatsachen gründen, die von den Parteien im Prozess vor-
gebracht worden sind; was die Parteien nicht vorbringen, darf grundsätzlich nicht 
berücksichtigt werden (BGer 4A_304/2018 v. 23.10.2018 E. 3.2 m.w.H.). Zudem 
wird das Verfahren hinsichtlich dieser Punkte von der Dispositionsmaxime be-
herrscht, da es sich dabei um vermögensrechtliche Nebenfolgen der Scheidung 
handelt (Ivo Schwander, in: Gehri/Jent-Sørensen/Sarbach [Hrsg.], ZPO Kommen-
tar, 2. Aufl., Zürich 2015, N 2 zu Art. 277 ZPO). Danach darf einer Partei weder 
mehr noch anderes zugesprochen werden, als sie verlangt, und nicht weniger, als 
die Gegenpartei anerkannt hat (Art. 58 Abs. 1 ZPO). Die Anrechnung von AHV-
Erziehungsgutschriften erfolgt namentlich in Abhängigkeit der elterlichen Sorge 
und der Betreuungsanteile; bei geschiedenen Eltern befindet das Gericht bei je-
dem Entscheid über die Zuteilung des Sorgerechts oder der Obhut sowie bei jeder 
Regelung der Betreuungsanteile von Amtes wegen über die Anrechnung der Er-
ziehungsgutschriften (vgl. dazu nachfolgend E. 3.1). Entsprechend finden hier der 
uneingeschränkte Untersuchungsgrundsatz und die Offizialmaxime (Art. 296 Abs. 
1 u. Abs. 3 ZPO) Anwendung. Danach erforscht das Gericht den Sachverhalt von 

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Amtes wegen und entscheidet es ohne Bindung an die Parteianträge (a.A. aller-
dings ohne eigentliche Begründung OGer ZH LC200008 v. 13.10.2020 E. II.1.4).

2.4. Das Novenrecht richtet sich im Berufungsverfahren grundsätzlich nach 
Art. 317 Abs. 1 ZPO. Nach dieser Bestimmung werden neue Tatsachen und Be-
weismittel nur noch berücksichtigt, wenn sie ohne Verzug vorgebracht werden und 
trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konn-
ten. Praxisgemäss ist zwischen echten und unechten Noven zu unterscheiden 
(vgl. hierzu die Legaldefinition in Art. 229 Abs. 1 ZPO). Echte Noven sind Tatsa-
chen und Beweismittel, die (erst) nach dem Ende der Hauptverhandlung des erst-
instanzlichen Verfahrens entstanden oder gefunden worden sind. Sie sind im Be-
rufungsverfahren grundsätzlich immer zulässig, wenn sie ohne Verzug nach ihrer 
Entdeckung vorgebracht werden. Unechte Noven sind Tatsachen und Beweismit-
tel, die bereits bei Ende der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vorhanden wa-
ren. Ihre Zulassung wird im Berufungsverfahren weitergehend insofern einge-
schränkt, als sie ausgeschlossen sind, wenn sie bei Beachtung zumutbarer Sorg-
falt bereits im erstinstanzlichen Verfahren hätten vorgebracht werden können. Die 
Voraussetzungen der Berücksichtigung jedes neuen Vorbringens und jedes neuen 
Beweismittels hat diejenige Partei zu beweisen, welche sich auf das betreffende 
Novum beruft (BGE 143 III 42 E. 4.1; Karl Spühler, in: Spühler/Tenchio/Infan-
ger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. Aufl., Ba-
sel 2017, N 5 ff. zu Art. 317 ZPO; je m.w.H.). Die Zulässigkeit von im vorliegenden 
Verfahren eingebrachten Noven wird jeweils im konkreten Sachzusammenhang 
geprüft.

3. Anrechnung der Erziehungsgutschriften der AHV

3.1. Rechtliche Grundlagen

Nach dem AHVG versicherten Personen wird für diejenigen Jahre eine Erzie-
hungsgutschrift angerechnet, in welchen ihnen die elterliche Sorge für Kinder zu-
steht, die das 16. Altersjahr noch nicht erreicht haben (Art. 29sexies Abs. 1 AHVG). 
Bei den Erziehungsgutschriften handelt es sich um fiktives Einkommen, das erst 
bei der späteren Rentenberechnung berücksichtigt wird. Anknüpfungspunkt für 
den Anspruch auf Erziehungsgutschriften bildet stets die elterliche Sorge. Bei ver-
heirateten Eltern werden die Erziehungsgutschriften während der Kalenderjahre 
der Ehe (zwingend) hälftig geteilt, sofern beide Ehegatten in der Schweiz versi-
chert sind (Art. 29sexies Abs. 3 AHVG). Was die Aufteilung bei geschiedenen Eltern 
anbelangt, so befindet das Gericht bei jedem Entscheid über die gemeinsame el-
terliche Sorge, die Zuteilung der Obhut oder die Betreuungsanteile von Amtes we-

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gen gleichzeitig auch über die Anrechnung der Erziehungsgutschriften, und zwar 
in Abhängigkeit der durch die Eltern erbrachten Betreuungsleistung für die ge-
meinsamen Kinder. Betreut ein Elternteil die Kinder zum überwiegenden Teil, 
rechnet das Gericht diesem Elternteil die ganze Erziehungsgutschrift an; betreuen 
beide Eltern die Kinder zu gleichen Teilen, erfolgt eine hälftige Aufteilung. Die El-
tern können grundsätzlich eine abweichende Vereinbarung treffen. Solange die 
Anrechnung der Erziehungsgutschriften nicht geregelt ist, wird die ganze Erzie-
hungsgutschrift der Mutter angerechnet (Art. 52fbis AHVV [SR 831.101]; OGer ZH 
LC200008 v. 13.10.2020 E. II.1.4; Thomas Ackermann, Fragen der ersten Säule 
und der Ergänzungsleistungen bei Scheidung und Trennung, in: AJP 11/2016, 
S. 1462 f.; vgl. zum Ganzen Merkblatt AHV/IV 1.07 betr. Erziehungsgutschriften 
v. 1.1.2016, abrufbar unter: https://www.ahv-iv.ch/p/1.07.d [zuletzt besucht am 
23.2.2024]).

3.2. Vorinstanzlicher Entscheid

Die Vorinstanz schrieb den Parteien die Erziehungsgutschriften der AHV je hälftig 
gut (act. B.1, Dispositivziff. 5). Begründend führte sie aus, es sei unbestritten, dass 
die Ehefrau die gemeinsamen Kinder überwiegend betreut habe, weshalb ihr die 
vollständigen Erziehungsgutschriften anzurechnen wären. Die Ehefrau habe es 
indes unterlassen, einen entsprechenden Antrag zu stellen, weshalb die Erzie-
hungsgutschriften, dem Antrag des Ehemannes entsprechend, je hälftig gutge-
schrieben würden (act. B.1, E. 10.2).

3.3. Rüge der Ehefrau

3.3.1. Die Ehefrau macht geltend, gemäss Gesetz respektive Verordnung seien 
die Erziehungsgutschriften der AHV gänzlich ihr anzurechnen. Die Argumentation 
der Vorinstanz widerspreche dem Gesetz, konkret Art. 52fbis Abs. 6 AHVV. Ge-
stützt auf diese Bestimmung sei die Ehefrau als Mutter nicht verpflichtet gewesen, 
einen Antrag betreffend die Erziehungsgutschriften zu stellen. Der Ehemann habe 
auch nicht begründet, weshalb im konkreten Fall trotz der gesetzlichen Bestim-
mung die Erziehungsgutschriften beiden Eltern je hälftig anzurechnen seien (act. 
A.1, III.B.2 [72]).

3.3.2. Der Ehemann bringt dagegen im Wesentlichen vor, im Gegensatz zur 
(anwaltlich vertretenen) Ehefrau habe er unter dem Aspekt der Aufteilung der Er-
ziehungsgutschriften gemäss Art. 52fbis Abs. 1 AHVV einen konkreten Antrag, 
nämlich auf hälftige Aufteilung unter den Parteien, stellen lassen. Die Parteien hät-
ten sich die Kinderbetreuung aufgeteilt; die Ehefrau habe nicht beweisen können, 

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dass sie sich wie behauptet alleine um diese gekümmert habe. Eine Eruierung der 
konkreten Betreuungsanteile der Parteien sei der Vorinstanz mangels diesbezügli-
cher Äusserungen der Ehefrau nicht möglich gewesen. Die Vorinstanz habe folg-
lich nicht anders entscheiden können, als die Erziehungsgutschriften je hälftig auf-
zuteilen. Zudem verfüge die Ehefrau trotz der Kinderbetreuungsaufgaben über 
eine mindestens gleich hohe Altersvorsorge wie er. Dazu komme, dass die ge-
nannte Verordnungsbestimmung erst per 1. Januar 2015, mithin ungefähr zwei 
Jahre vor der Volljährigkeit des jüngsten Kindes der Parteien, in Kraft gesetzt wor-
den sei, weshalb vor diesem Zeitpunkt ohnehin die hälftige Aufteilung stattgefun-
den hätte (act. A.2, III.4 ff. [72]).

3.4. Beurteilung der Rüge der Ehefrau durch die Berufungsinstanz

Die Rüge der Ehefrau verfängt nicht. Die beiden Kinder der Parteien hatten im 
Zeitpunkt der Ehescheidung das 16. Altersjahr bzw. die "Erziehungsjahre" schon 
überschritten respektive waren bereits bei der Trennung der Parteien im Oktober 
2017 volljährig. Damit erübrigte es sich, im Urteil der Vorinstanz für die Zeit nach 
der Scheidung eine Regelung über die Zuweisung von Erziehungsgutschriften 
vorzusehen (vgl. OGer ZH LC200008 v. 13.10.2020 E. II.1.4). Da die Parteien 
nach dem Gesagten während der Erziehungsjahre verheiratet waren, entspricht 
die Regelung der Vorinstanz den (zwingenden) gesetzlichen Bestimmungen für 
die Dauer der Ehe. Die vorinstanzliche Begründung ist insoweit unbeachtlich, als 
dem Umstand, dass die Ehefrau vor der Vorinstanz unbestrittenermassen keinen 
Antrag auf vollumfängliche Zuweisung der Erziehungsgutschriften gestellt hatte, 
keine Relevanz zukommt. Am Gesagten ändert auch der Verweis der Ehefrau auf 
Art. 52fbis Abs. 6 AHVV nichts. Diese Bestimmung bezieht sich – wie vorstehend 
aufgezeigt – auf Elternpaare, bei denen das Scheidungsgericht noch über die Kin-
derbelange bzw. über die Anrechnung von Erziehungsgutschriften für Kinder, die 
das 16. Altersjahr noch nicht erreicht haben, befinden muss. Zusammenfassend 
stellt sich die Frage der Anrechnung von Erziehungsgutschriften der AHV vorlie-
gend nicht. Dem Antrag der Ehefrau kann folglich nicht stattgegeben werden. Ob-
schon vorliegend nach dem Gesagten keine Regelung der Zuweisung von Erzie-
hungsgutschriften erforderlich war, kann die vorinstanzliche Anordnung belassen 
werden, zumal sie letztlich der gesetzlichen Regelung (während der Erziehungs-
jahre und der Dauer der Ehe) entspricht.

12 / 52

4. Nachehelicher Unterhalt

4.1. Rechtliche Grundlagen

4.1.1. Ist es einem Ehegatten nicht zuzumuten, dass er für den ihm gebühren-
den Unterhalt unter Einschluss einer angemessenen Altersvorsorge selbst auf-
kommt, so hat ihm der andere Ehegatte nach Art. 125 Abs. 1 ZGB einen ange-
messenen Beitrag zu leisten. Für den Entscheid, ob ein Beitrag zu leisten ist und 
gegebenenfalls in welcher Höhe und für welche Dauer, sind die in Art. 125 
Abs. 2 ZGB genannten Kriterien entscheidend. Ausgangspunkt bildet dabei die 
Frage, ob die Ehe lebensprägend war oder nicht. Bei lebensprägenden Ehen ist 
das Vertrauen in den Fortbestand der Ehe bzw. in den Weiterbestand der bisheri-
gen, frei vereinbarten Aufgabenteilung objektiv schutzwürdig und Art. 125 
Abs. 1 ZGB gibt deshalb bei genügenden Mitteln und unter Vorbehalt der Eigen-
versorgungskapazität Anspruch auf Fortführung des zuletzt gelebten gemeinsa-
men Standards bzw. bei zufolge scheidungsbedingter Mehrkosten ungenügenden 
Mitteln Anspruch auf beidseits gleiche Lebenshaltung. Kann dagegen nicht von 
einem schutzwürdigen Vertrauen auf Fortführung der Ehe ausgegangen werden, 
ist für den nachehelichen Unterhalt am vorehelichen Stand anzuknüpfen und der 
berechtigte Ehegatte so zu stellen, wie wenn die Ehe nicht geschlossen worden 
wäre (BGE 148 III 161 E. 4.1; 147 III 249 E. 3.4.1; BGer 5A_868/2021 
v. 21.6.2022 E. 3.1). Wie das Bundesgericht betont, kommt dem Umstand, ob eine 
lebensprägende oder eine nicht lebensprägende Ehe vorliegt, indes nicht die 
Funktion eines "Kippschalters" zu. Die bisher für das Vorliegen von Lebensprä-
gung sprechenden Vermutungen (namentlich das Vorhandensein gemeinsamer 
Kinder der Ehegatten oder eine Ehedauer von über zehn Jahren) sind zu relativie-
ren und haben keine absolute Geltung. Der nacheheliche Unterhalt ist vielmehr 
am ergebnisoffenen Katalog der Kriterien von Art. 125 Abs. 2 ZGB auszurichten. 
Als lebensprägend ist eine Ehe jedenfalls dann einzustufen, wenn ein Ehegatte 
aufgrund eines gemeinsamen Lebensplans seine ökonomische Selbständigkeit 
zugunsten der Haushaltsbesorgung und Kinderbetreuung aufgegeben hat und es 
ihm nach langjähriger Ehe nicht mehr möglich ist, an seiner früheren beruflichen 
Stellung anzuknüpfen oder einer anderen Erwerbstätigkeit nachzugehen, welche 
ähnlichen ökonomischen Erfolg verspricht, während der andere Ehegatte sich an-
gesichts der ehelichen Aufgabenteilung auf sein berufliches Fortkommen konzen-
trieren konnte (BGE 148 III 161 E. 4.2; 147 III 308 E. 5.2 ff.; 147 III 249 E. 3.4.3).

4.1.2. Bei einer lebensprägenden Ehe ist der Unterhaltsanspruch in drei Schrit-
ten zu prüfen. Vorab ist der gebührende Unterhalt zu bestimmen, wofür die mass-
gebenden Lebensverhältnisse der Parteien festzustellen sind. Der gebührende 

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Unterhalt bemisst sich an dem in der Ehe zuletzt gemeinsam gelebten Standard. 
Auf dessen Fortführung haben bei genügenden Mitteln beide Teile Anspruch; 
gleichzeitig bildet der betreffende Standard aber auch die Obergrenze des ge-
bührenden Unterhalts. In einem zweiten Schritt ist zu prüfen, inwiefern die Ehegat-
ten diesen Unterhalt je selbst finanzieren können. Der Vorrang der Eigenversor-
gung ergibt sich direkt aus dem Wortlaut von Art. 125 Abs. 1 ZGB. Ist sie einem 
Ehegatten vorübergehend oder dauerhaft nicht möglich bzw. zumutbar, sodass er 
auf Unterhaltsleistungen des anderen angewiesen ist, muss in einem dritten 
Schritt dessen Leistungsfähigkeit ermittelt und ein angemessener Unterhaltsbei-
trag festgesetzt werden; dieser beruht auf dem Prinzip der nachehelichen Solida-
rität (BGE 147 III 308 E. 4; 141 III 465 E. 3.1; 140 III 485 E. 3.3; 
BGer 5A_496/2019 v. 2.6.2021 E. 4.3.1 f.; 5A_524/2020 v. 2.8.2021 E. 4.6.1).

4.1.3. Bezugspunkt des gebührenden Unterhalts ist demnach grundsätzlich die 
von den Ehegatten gemeinsam gelebte Lebenshaltung unter Berücksichtigung der 
scheidungsbedingten Mehrkosten. Bei Berechnung des nachehelichen Unterhalts 
anhand der zweistufigen Methode – welche gemäss neuer bundesgerichtlicher 
Rechtsprechung grundsätzlich im gesamten Unterhaltsbereich Anwendung fin-
det – folgt hieraus, dass für die Ermittlung eines (allfälligen) Überschusses dasje-
nige Einkommen heranzuziehen ist, über das die Ehegatten während des Zu-
sammenlebens verfügten. Es ist der aus diesem Einkommen resultierende Über-
schuss, der die zuletzt gelebte Lebenshaltung der Parteien abbildet. Dem zuletzt 
gemeinsam gelebten ehelichen Standard kommt dergestalt die Funktion der Be-
grenzung des Unterhalts zu. Für die Bestimmung dieses Standards ist eine allfälli-
ge Sparquote zu beachten, weil diesfalls die Lebenshaltung der Ehegatten von 
ihrer potentiellen Leistungsfähigkeit abweicht. Von einer Sparquote ist auszuge-
hen, wenn die Eheleute das laufende Haushaltseinkommen zur Aufrechterhaltung 
des zuletzt gemeinsam gelebten Lebensstandards nicht gänzlich verbrauchten. 
Der Ehegatte, der sich auf eine Sparquote beruft, trägt für diese die Behauptungs- 
und Beweislast (Art. 8 ZGB). Ist eine Sparquote festgestellt und wird diese nicht 
durch trennungsbedingte Mehrkosten aufgebraucht, bleiben die entsprechenden 
Mittel bei der Unterhaltsbemessung unberücksichtigt. Der nach diesen Grundsät-
zen ermittelte Überschuss ist hälftig zwischen den Ehegatten zu teilen 
(BGE 147 III 293 E. 4.4; 140 III 485 E. 3.3; BGer 5A_144/2023 v. 26.5.2023 
E. 4.3.2; vgl. BGE 147 III 265 E. 7.3).

4.1.4. Zur Bestimmung der Leistungsfähigkeit der beiden Ehegatten ist deren 
Einkommen im Sinne der ihnen zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel fest-
zustellen. In die Einkommensermittlung einzubeziehen sind sämtliche Erwerbsein-

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kommen, Vermögenserträge und Vorsorgeleistungen (BGE 147 III 265 E. 7.1). Bei 
unselbständig Erwerbstätigen besteht das massgebliche Einkommen im Wesentli-
chen aus dem monatlichen Nettolohn (inklusive anteilsmässiger Anrechnung des 
13. Monatslohns, Bonus und Gewinnbeteiligung) gemäss Lohnausweis (OGer ZH 
LY210018 v. 20.12.2021 E. 3.2.4; Andrea Büchler/Zeno Raveane, in: Fank-
hauser [Hrsg.], FamKomm Scheidung, Band I: ZGB, 4. Aufl., Bern 2022, N 27 zu 
Art. 125 ZGB). Als Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit – der (ange-
stellte) Allein- oder Mehrheitseigentümer einer juristischen Person ist bei der Er-
mittlung des Einkommens ebenfalls wie ein selbständig Erwerbender zu behan-
deln – gilt der erzielte Reingewinn. Weil bei selbständiger Erwerbstätigkeit die fi-
nanzielle Verflechtung zwischen Unternehmerhaushalt und Unternehmung gross 
und intensiv ist und der Gewinnausweis sich relativ leicht beeinflussen lässt, kann 
sich die Bestimmung der Leistungskraft eines Selbständigerwerbenden als äus-
serst schwierig erweisen. Um ein einigermassen zuverlässiges Resultat zu errei-
chen und namentlich um Einkommensschwankungen Rechnung zu tragen, ist auf 
das Durchschnittsnettoeinkommen mehrerer – in der Regel der letzten drei – Jah-
re abzustellen. Auffällige (das heisst besonders gute oder besonders schlechte) 
Abschlüsse können unter Umständen ausser Betracht bleiben. Nur bei stetig sin-
kenden oder steigenden Erträgen gilt der Gewinn des letzten Jahres als massge-
bendes Einkommen (BGE 143 III 617 E. 5.1; BGer 5A_565/2022 v. 27.4.2023 
E. 3.1.1.1; 5A_1048/2021 v. 11.10.2022 E. 4.2; 5A_621/2021 v. 20.4.2022 
E. 3.2.3; Büchler/Raveane, a.a.O., N 27a zu Art. 125 ZGB).

4.1.5. Bei der Festsetzung des in Geld geschuldeten Unterhaltsbeitrages ist 
hinsichtlich der Beurteilung der Eigenversorgungskapazität des Unterhalt bean-
spruchenden Ehegatten grundsätzlich von dessen tatsächlich erzieltem Einkom-
men auszugehen, aber ein höheres hypothetisches Einkommen anzurechnen, 
wenn die (Wieder-)Eingliederung in den Erwerbsprozess bzw. die Ausdehnung 
einer bestehenden Erwerbstätigkeit (unter Berücksichtigung des Umstands, dass 
der potentiell anspruchsberechtigte Ehegatte angesichts des Vorrangs der Eigen-
versorgung zur vollen Ausschöpfung seiner Erwerbskraft angehalten wird) zumut-
bar und die Erzielung des hypothetisch anzurechnenden Einkommens tatsächlich 
möglich ist. Dabei handelt es sich um zwei Voraussetzungen, die kumulativ erfüllt 
sein müssen (BGE 147 III 249 E. 3.4.4; BGer 5A_7/2021 v. 2.9.2021 E. 4.2; Büch-
ler/Raveane, a.a.O., N 22 zu Art. 125 ZGB; je m.w.H.). Die für die Anrechnung 
eines hypothetischen Einkommens erforderlichen Voraussetzungen der tatsächli-
chen Möglichkeit und der Zumutbarkeit greifen ineinander und können nicht unter 
allen Titeln klar auseinandergehalten werden, zumal den Kriterien für die Beurtei-
lung der tatsächlichen Möglichkeit (dazu sogleich) stets ein Aspekt der Zumutbar-

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keit inhärent ist und es zumindest gedanklich um einen iterativen Prozess geht. 
Eine an sich mögliche Erwerbstätigkeit kann unzumutbar und umgekehrt eine an 
sich zumutbare Erwerbstätigkeit tatsächlich nicht möglich sein. Massgebend ist 
letztlich das Ergebnis des iterativen Prozesses. Damit ein hypothetisches Ein-
kommen angerechnet werden kann, muss eine als tatsächlich möglich erachtete 
Erwerbstätigkeit auch zumutbar sein (BGer 5A_7/2021 v. 2.9.2021 E. 4.4; 
5A_1049/2019 v. 25.8.2021 E. 5). Massgeblich ist eine konkrete Prüfung anhand 
Kriterien wie namentlich Alter, Gesundheit, sprachliche Kenntnisse, bisherige und 
künftige Aus- und Weiterbildungen, bisherige Tätigkeiten, persönliche und geo-
graphische Flexibilität sowie Lage auf dem Arbeitsmarkt. Mithin ist generell auf die 
konkreten Chancen abzustellen, in einem bestimmten Bereich – welcher nicht 
zwingend dem früheren Tätigkeitsfeld entsprechen muss – einer Erwerbstätigkeit 
nachzugehen. Dass das Lebensalter oft ein entscheidender Faktor bei der Beurtei-
lung der tatsächlichen Möglichkeit ist, einer Erwerbsarbeit nachzugehen, ist ge-
richtsnotorisch. Hingegen kommt dem Alter nicht (mehr) eine von allen übrigen 
Faktoren losgelöste abstrakte Bedeutung im Sinne einer Vermutung für oder ge-
gen die Zumutbarkeit einer Erwerbsarbeit zu. Mit Bezug auf das hypothetische 
Einkommen ist Rechtsfrage, welche Tätigkeit aufzunehmen als zumutbar er-
scheint. Tatfrage bildet hingegen, ob die als zumutbar erkannte Tätigkeit möglich 
und das angenommene Einkommen effektiv erzielbar ist (BGE 147 III 308 E. 5.6 
u. 6; 147 III 249 E. 3.4.4; BGer 5A_7/2021 v. 2.9.2021 E. 4.2). Geht es um die 
(erstmalige) Festsetzung des Unterhalts, obliegt es grundsätzlich der unterhalts-
fordernden Partei, zu beweisen, wie gross ihre wirtschaftliche Leistungskraft (Ei-
genversorgungskapazität) ist. Stellt diese Partei in Abrede, ein (strittiges) hypothe-
tisches Einkommen tatsächlich erzielen zu können, trifft demnach sie die entspre-
chende Beweisführungslast (BGer 5A_7/2021 v. 2.9.2021 E. 4.3; 5A_1049/2019 
v. 25.8.2021 E. 4.4; je m.w.H.).

4.2. Lebensprägung

4.2.1. Vorinstanzlicher Entscheid

Die Vorinstanz bezeichnete die Ehe der Parteien als lebensprägend. Begründend 
führte sie im Wesentlichen aus, auch vor dem Hintergrund der jüngeren Recht-
sprechung sei die Ehe der Parteien, die etwa 29 Jahre gedauert habe und welcher 
zwei Kinder entsprungen seien, als langjährige Versorgerehe bzw. mehrjährige 
Zuverdienerehe zu qualifizieren. So sei die Ehefrau (unbestrittenermassen) 
während mindestens zehn Jahren nicht erwerbstätig gewesen und habe sie an-
schliessend während rund sechs Jahren einzig eine Teilzeiterwerbstätigkeit aus-
geübt. Bereits dies lege eine massgebliche berufliche Einbusse nahe. Zudem ha-

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be die Ehefrau sich in dieser Zeit der (intensiveren) Betreuung der Kinder gewid-
met, was der akzeptierten Rollenverteilung bzw. dem gemeinsamen Lebensplan 
entsprochen habe. Angesichts dessen sei seitens der Ehefrau von einem bereits 
eingetretenen karrieretechnischen Nachteil auszugehen. Daran vermöge auch 
nichts zu ändern, dass die Ehefrau Englisch und Italienisch spreche und einen 
Kurs zur Pflegehelferin absolviert habe, zumal sich alleine darauf keine erfolgrei-
che berufliche Laufbahn aufbauen lasse. Die berufliche Erfahrung der Ehefrau als 
Verwaltungsassistentin zeige zwar, dass sie sich im Arbeitsalltag bewähren kön-
ne. Dieser beruflichen Tätigkeit könne mit Blick auf die gesamte Karriere der Ehe-
frau aber nur eine reduzierte Bedeutung zugemessen werden, da es sich dabei 
um eine unterstützende Funktion im kaufmännischen Bereich handle, welcher die 
Ehefrau lediglich im Teilzeitpensum nachgehe. Die Ehefrau könne die bereits erlit-
tenen karrieretechnischen Nachteile durch die genannten Umstände nicht 
vollständig kompensieren. Sie habe durch die langjährige Betreuung der gemein-
samen Kinder und die Haushaltsführung nicht mehr behebbare berufliche Einbus-
sen erlitten und werde nicht mehr dasselbe Verdienstniveau erreichen können wie 
ohne die Übernahme dieser Aufgaben (act. B.1, E. 2.3 f.).

4.2.2. Rüge des Ehemannes

4.2.2.1. Der Ehemann bestreitet das Vorliegen einer lebensprägenden Ehe. Von 
einem ehebedingten karrieretechnischen Nachteil seitens der Ehefrau sei schon 
deshalb nicht auszugehen, weil diese keine eigene Berufskarriere geplant bzw. nie 
Ausführungen zu einer solchen gemacht habe. Die Vorinstanz verfalle in Willkür, 
wenn sie der Ehefrau eine irgendwie geartete Berufskarriere zuschreibe und da-
von ausgehe, diese sei durch die Ehe negativ beeinflusst worden. Die Ehefrau sei 
seit 2011 beim L._____ tätig, wobei sie sich für diesen Weg entschieden habe. 
Zudem sei aktenkundig, dass er trotz primärer Kinderbetreuung durch die Ehefrau 
(an welcher auch er sich rege beteiligt habe) dafür gesorgt habe, dass sie extern 
arbeiten und sich beruflich habe weiterbilden können. Die Ehefrau verfüge aus-
serdem über Diplome in Italienisch und Englisch und damit, entgegen der Vorin-
stanz, über ausgewiesene Fachtitel, welche insbesondere in dieser Kombination 
und in diesen Breitengraden nicht häufig getragen würden. Auch wenn die Ausbil-
dung zur Pflegehelferin SRK vor ungefähr 15 Jahren absolviert worden sei, könne 
diese insbesondere angesichts des dringenden Personalnotstands in dieser Bran-
che nicht ganz ausgeblendet werden. Die Weiterbildung zur Übersetzerin 
Deutsch/Italienisch habe die Ehefrau aus eigenen Stücken abgebrochen. Zusam-
menfassend sei ein allfälliger (bestrittener) ehebedingter karrieretechnischer 
Nachteil ganz alleine durch die Ehefrau zu vertreten, welche sich dank seiner Un-

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terstützung ohne Weiteres eine bessere Basis für spätere Arbeitseinsätze hätte 
schaffen können. Indem sie die von ihm finanzierten Weiterbildungen eigenständig 
abgebrochen habe, habe sie es alleine zu vertreten, dass sie nicht in bessere 
Verdienstsphären vorzudringen vermöge. Die entsprechenden Konsequenzen 
dürften auf keinen Fall ihm auferlegt werden (act. A.1, III.9 f. u. III.13 [74]).

4.2.2.2. Die Ehefrau betont dagegen, dass es sich um eine lebensprägende Ehe 
handle. Entgegen dem Ehemann habe sie in ihren Rechtsschriften nachgewiesen, 
dass es ihr unmöglich gewesen sei, die Ausbildung zur Erwachsenenmatura zu 
vollenden, da sich der Ehemann geweigert habe, die Kinder an den Abenden zu 
betreuen. Es sei aufgezeigt worden, dass beide Kinder medizinische Betreuung 
benötigt hätten. Demgegenüber seien dem Ehemann während der Ehe sämtliche 
Türen offen gestanden und habe er sich, wie sich aus den Akten ergebe, weiter-
bilden können (act. A.2, II.B.1 ad 10 f. u. ad 13 [74]).

4.2.2.3. In seiner Replik führt der Ehemann aus, dass er sich der Kinderbetreu-
ung angenommen habe, damit die Ehefrau sich beruflich habe weiterbilden kön-
nen bzw. um ihr mehr Freiraum einzuräumen. Vor allem an den Wochenenden sei 
primär er mit den Kindern wandern gegangen oder habe er mit ihnen Ausflüge 
gemacht. Seine Unterstützung ihrer Berufstätigkeit beim M._____ sei aktenkundig 
(act. A.3, III.3 ad 10 f. [74]).

4.2.2.4. Die Ehefrau dupliziert, die Behauptung, wonach der Ehemann sich der 
Kinderbetreuung angenommen habe, damit sie sich beruflich habe weiterbilden 
können, treffe nicht zu. Damit der Ehemann sich auf die N._____ habe vorbereiten 
können, sei sie meistens alleine mit den Kindern zum Wohnwagen gefahren. Dort 
hätten sie jeweils die Sommerferien verbracht, wobei der Ehemann lediglich für 
zwei Wochen nachgekommen sei. Die Wanderausflüge habe die Familie, wenn 
überhaupt, gemeinsam gemacht. Für eine sehr kurze Zeit sei der Ehemann mit 
dem Sohn D._____ zum Fischen gefahren. Was die Aufgabe ihrer Stelle bei der 
F._____ anbelange, so sei zwischen den Ehegatten vereinbart worden, dass sie 
sich um die Kinder kümmern werde, da diese noch sehr klein gewesen seien. Sie 
hätten im gegenseitigen Einvernehmen die klassische Rollenverteilung gelebt (act. 
A.5, II.B ad 10 f. [74]).

4.2.3. Beurteilung der Rüge des Ehemannes durch die Berufungsinstanz

4.2.3.1. Die Parteien heirateten im Jahr 1988 und trennten sich im Jahr 2017, 
womit die gelebte Ehedauer 29 Jahre beträgt. Aus der Ehe sind zwei gemeinsame 
Kinder hervorgegangen. Gemäss der unbeanstandeten Sachverhaltsfeststellung 

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der Vorinstanz war die Ehefrau während mindestens zehn Jahren nicht erwerbs-
tätig und übte sie danach einzig eine Teilzeiterwerbstätigkeit aus, während der 
Ehemann (ebenfalls unbestrittenermassen) stets im Vollzeitpensum erwerbstätig 
war. Damit ist von einer klassischen Rollenteilung zwischen den Ehegatten aus-
zugehen, indem der Ehemann einer Erwerbstätigkeit nachging und die Ehefrau 
mehrheitlich für die Kinder und den Haushalt sorgte. Die Ehe zwischen den Par-
teien ist demnach mit der Vorinstanz als lebensprägend zu qualifizieren. Daran 
ändert auch die in der jüngeren bundesgerichtlichen Rechtsprechung erfolgte Prä-
zisierung bzw. Relativierung bezüglich der Qualifikation lebensprägender Ehen 
nichts. Ziel besagter Rechtsprechungsänderung war nämlich im Wesentlichen die 
Betonung des Umstands, dass der Unterteilung in lebensprägende und nicht le-
bensprägende Ehen nicht die Funktion eines "Kippschalters" zukommen dürfe 
bzw. entsprechende Richtlinien nicht schematisch gehandhabt werden sollten, 
sondern jeweils auf die Besonderheiten des konkreten Einzelfalles abzustellen sei 
(vgl. BGE 147 III 249 E. 3.4.2 f.). Bei der vorliegenden Konstellation ist jedoch so-
wohl unter der alten als auch der neuen Rechtsprechung ohne Frage von einer 
lebensprägenden Ehe auszugehen. Auf die Lebensprägung wird in casu nicht ein-
zig deshalb geschlossen, weil Kinder aus der Ehe hervorgegangen sind oder die-
se mehr als zehn Jahre dauerte. Vielmehr ergibt sich bei einer Gesamtbetrachtung 
der gesamten konkreten Umstände – namentlich der langen Ehedauer von 
29 Jahren, der Hauptbetreuung der zwei Kinder (mit unbestrittenermassen erhöh-
tem Betreuungsbedarf) und der Haushaltsbesorgung durch die Ehefrau, welche 
während mindestens zehn Jahren überhaupt nicht und während rund sechs Jah-
ren teilzeitlich erwerbstätig war, dies bei gleichzeitiger Arbeitstätigkeit im Vollzeit-
pensum und Aufbau einer Berufskarriere seitens des Ehemannes –, dass die Ehe-
frau ihre ökonomische Selbständigkeit entsprechend der gemeinsamen Vereinba-
rung bzw. Aufgabenteilung zumindest erheblich eingeschränkt hat, während der 
Ehemann sich auf sein berufliches Fortkommen konzentrieren konnte.

4.2.3.2. Die durch den Ehemann gegen die Annahme einer lebensprägenden 
Ehe vorgebrachten Einwände verfangen nicht. Der behauptete Umstand, dass er 
sich in einem gewissen Umfang an der Kinderbetreuung beteiligt und an den Wo-
chenenden (ebenfalls) Zeit mit den Kindern verbracht habe, vermag selbst bei Zu-
treffen dieser Behauptung nichts daran zu ändern, dass die Betreuungsarbeit 
grossmehrheitlich durch die Ehefrau geleistet wurde. Die Qualifikation einer Ehe 
als lebensprägend setzt nicht voraus, dass die Kinderbetreuung ausschliesslich 
durch einen Ehegatten wahrgenommen wird, sondern beruht nach dem Gesagten 
auf einer Gesamtwürdigung sämtlicher Umstände im Einzelfall. Auch aus der er-
wähnten abgebrochenen Weiterbildung der Ehefrau zur Übersetzerin Deutsch/Ita-

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lienisch sowie der aufgegebenen Stelle bei der F._____ vermag der Ehemann 
nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. So ist bereits umstritten bzw. steht nicht fest, 
ob die Ehefrau diese aus eigenen Stücken oder basierend auf einer gemeinsamen 
Entscheidung der Ehegatten (mit Blick auf die Kinderbetreuung) aufgab. Aber 
selbst wenn der Abbruch nicht auf einem gemeinsamen Beschluss beruht haben 
sollte, bleibt die Tatsache bestehen, dass die Ehefrau während der Dauer der Ehe 
aus Gründen, die in erster Linie in der Aufgabenteilung der Ehegatten zu verorten 
sind, auf die Verfolgung einer eigenen beruflichen Karriere und damit auf die wirt-
schaftliche Selbständigkeit verzichtete. Auch die Sprachkenntnisse der Ehefrau 
sowie die absolvierte Ausbildung zur Pflegehelferin fallen nicht derart ins Gewicht, 
dass sie diesen karrieretechnischen Nachteil aufzuheben bzw. massgeblich zu 
vermindern vermöchten. Schliesslich gehen die Ausführungen des Ehemannes, 
wonach die Ehefrau unabhängig von der Ehe keine Berufskarriere geplant habe, 
an der Sache vorbei. Fakt ist, dass die gelebte Rollenverteilung dem gemeinsa-
men Entscheid der Ehegatten betreffend die Gestaltung ihres Ehelebens ent-
sprach. Zusammengefasst sind die ausführlichen und sorgfältigen Erwägungen 
der Vorinstanz als zutreffend zu bezeichnen. Der Ehemann kann diesen nichts 
Stichhaltiges entgegenhalten. Demnach ist vorliegend aufgrund der konkreten 
Umstände von einem berechtigten, schutzwürdigen Vertrauen der Ehefrau auf 
Fortführung der (lebensprägenden) Ehe auszugehen, weshalb ihr – bei genügen-
den Mitteln und unter Vorbehalt ihrer Eigenversorgungskapazität – Anspruch auf 
Fortführung des zuletzt gelebten gemeinsamen Standards der Ehegatten zu-
kommt.

4.3. Ehelicher Standard

4.3.1. Vorinstanzlicher Entscheid

Die Vorinstanz führte aus, der zuletzt während der Ehe gelebte Standard sei in 
Anwendung der zweistufigen Methode zu berechnen. Keine der Parteien habe 
sich explizit zu diesem geäussert; der Ehemann habe indes eine Unterhaltsbe-
rechnung per 23. Februar 2018 ins Recht gelegt, die Teil der von den Parteien 
abgeschlossenen Trennungsvereinbarung vom 30. März 2018 bilde. Da diese Be-
rechnung rund fünf Monate nach der Trennung erstellt worden sei, könne willkür-
frei angenommen werden, dass die darin enthaltenen Aufwendungen den zuletzt 
während der Ehe gelebten Standard abbildeten. Angesichts der damaligen finan-
ziellen Verhältnisse sei auf das familienrechtliche Existenzminimum abzustellen. 
Bezüglich der zuvor für den (damals noch nicht wirtschaftlich selbständigen) Sohn 
D._____ aufgewandten, freiwerdenden Mittel gelte die Vermutung, dass diese für 
die Parteien verwendet worden wären, weshalb sie nicht der Sparquote angerech-

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net würden, sondern gleichermassen auf die Parteien zu verteilen seien. Der 
Trennungsvereinbarung könnten Einzahlungen in die Säule 3a entnommen wer-
den. Es dürfe angenommen werden, dass solche Einlagen auch während der Ehe 
geleistet worden seien und die Parteien demnach im Betrag von CHF 1'290.00 
über eine Sparquote verfügt hätten. Diese sei bei Berechnung des zuletzt gelebten 
ehelichen Standards vor der Überschussverteilung abzuziehen. Auf Grundlage 
des zuletzt während der Ehe gelebten Standards habe die Ehefrau Anspruch auf 
eine Beteiligung am Überschuss bis zum Betrag von maximal CHF 3'247.50 
(act. B.1, E. 6).

4.3.2. Rügen des Ehemannes

4.3.2.1. Der Ehemann rügt, die Vorinstanz habe zu Unrecht von Amtes wegen 
auf die Berechnung in der Trennungsvereinbarung abgestellt bzw. hätte den zu-
letzt gelebten ehelichen Standard nicht basierend darauf ermitteln dürfen. Die be-
sagte Vereinbarung sei ungefähr ein halbes Jahr nach der Trennung erstellt wor-
den und könne den ehelichen Standard schon deshalb nicht reflektieren. Zum an-
deren sei die anwaltlich vertretene, nachehelichen Unterhalt reklamierende Ehe-
frau der sie treffenden Behauptungs-, Substantiierungs- und Beweispflicht nicht 
nachgekommen, zumal sie kein Wort über den massgeblichen Standard verloren 
habe. Den sich daraus ergebenden Beweismangel habe nicht er, sondern die 
Ehefrau zu tragen. Durch die Zugrundelegung der Mediationsberechnung habe die 
Vorinstanz die Verhandlungsmaxime verletzt. Daran ändere nichts, dass er selbst 
die nämliche Berechnung ins Recht gelegt habe, da er dies ausschliesslich im 
Hinblick auf sein vorsorgliches Massnahmegesuch (dessen Akten zum Hauptver-
fahren gezogen worden seien) getan habe. Der von den Parteien während der 
Ehe gelebte Standard sei damit vorliegend nicht bekannt (act. A.1, III.9 
u. III.13 [74]).

4.3.2.2. Die Ehefrau führt aus, der während der Ehe gelebte Standard ergebe 
sich aus der Trennungsvereinbarung. Weshalb auf diese nicht abgestellt werden 
könne, weil sie ungefähr ein halbes Jahr nach der Trennung erstellt worden sei, 
werde nicht weiter begründet. Der während der Ehe gelebte Standard sei zudem 
nur dann von Bedeutung, wenn sich nach der anwendbaren zweistufigen Methode 
auch unter Berücksichtigung der trennungsbedingten Mehrkosten ein höherer Be-
trag ergebe, als ihr während der Ehe zugestanden sei. Dies sei hier klar nicht der 
Fall und sei auch nie behauptet worden. Während der Ehe hätten die Ehegatten 
das gesamte Einkommen für den Unterhalt aufgebracht und somit einen relativ 
hohen Standard gehabt, wie auch die güterrechtliche Auseinandersetzung zeige. 
Zudem hätte eine allfällige, vorliegend klarerweise nicht bestehende Sparquote 

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durch den Ehemann nachgewiesen werden müssen (act. A.2, II.B.1 ad 9 
u. ad 13 [74]).

4.3.2.3. In seiner Replik bringt der Ehemann vor, die Ehegatten hätten sich eine 
grosse und teure Wohnung in C._____ und einen Wohnwagen gekauft sowie ihre 
Säulen 3a möglichst ausgeschöpft. Es habe somit sehr wohl eine Sparquote be-
standen (act. A.3, III.3 ad 9 [74]).

4.3.2.4. Die Ehefrau bestreitet in ihrer Duplik die Bildung von Ersparnissen durch 
die Ehegatten. Sie hätten vielmehr nicht einmal kleinere Rechnungsbeträge be-
zahlen können. Der Wohnwagen sei mit einem Erbvorbezug bezahlt worden und 
die Wohnung, welche sie nur dank einem Zuschuss ihrer Eltern hätten kaufen 
können, sei renovierungsbedürftig gewesen (act. A.5, II.B ad 9 u. ad 11 [74]).

4.3.3. Beurteilung der Rügen des Ehemannes durch die Berufungsinstanz

4.3.3.1. Was den ersten Einwand des Ehemannes anbelangt, wonach die Ver-
einbarung ungefähr ein halbes Jahr nach der Trennung erstellt worden sei und 
deshalb den ehelichen Standard nicht reflektieren könne, so genügt dieser den 
Begründungsanforderungen (vgl. E. 2.2) nicht. Wie die Vorinstanz zu Recht aus-
führte, datiert die der Trennungsvereinbarung zugrundeliegende Unterhaltsbe-
rechnung lediglich fünf Monate nach der Trennung der Ehegatten, mithin genü-
gend nahe am Trennungszeitpunkt. Der Ehemann legt – abgesehen von seinem 
Hinweis auf die erwähnte Zeitdifferenz – nicht dar, inwiefern die Vorinstanz sich zu 
Unrecht auf die besagte Berechnung gestützt bzw. daraus unzulässigerweise be-
stimmte inhaltliche Angaben übernommen habe. Eine solch allgemein gehaltene 
Kritik am erstinstanzlichen Entscheid, mit welcher der Ehemann nicht aufzeigt, 
inwiefern der Entscheid der Vorinstanz konkret unrichtig gewesen sein soll, genügt 
den Anforderungen von Art. 311 Abs. 1 ZPO nicht. Es ist ausserdem darauf hin-
zuweisen, dass die Vorinstanz zwecks Feststellung des während der Ehe gelebten 
Standards zu Recht nicht sämtliche in der genannten Unterhaltsberechnung ent-
haltenen Positionen eins zu eins übernahm, sondern die erforderlichen Anpassun-
gen (insbesondere beim Grundbetrag und bei den Wohnkosten) vornahm, um den 
Lebensstandard vor der Trennung zu ermitteln. Die Vorinstanz ging sodann auch 
bezüglich der Berücksichtigung der durch die Erlangung der wirtschaftlichen 
Selbständigkeit des Kindes D._____ freigewordenen Mittel korrekt vor, indem sie 
diese zum Überschuss der Ehegatten hinzurechnete. Mit alledem setzt sich der 
Ehemann nicht auseinander. Nur am Rande ist darauf hinzuweisen, dass der 
Ehemann zu Recht nicht geltend macht, dass vorliegend aufgrund der Länge der 
Trennungszeit von der Anknüpfung an den gemeinsamen ehelichen Lebensstan-

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dard hätte abgewichen werden und stattdessen der Lebensstandard der Ehefrau 
während dieser Trennungszeit zugrunde gelegt werden sollen 
(vgl. BGE 137 III 102 E. 4.2.1.1; 132 III 598 E. 9.3; 130 III 537 E. 2; 
BGer 5A_956/2015 v. 7.9.2016 E. 3.3).

4.3.3.2. Die zweite Rüge des Ehemannes greift sodann zu kurz. Dass vorliegend 
die zweistufige Methode zur Anwendung kommt, ist unstrittig. Bei (wie hier) le-
bensprägender Ehe ist für die Bemessung des gebührenden Unterhalts nach dem 
Gesagten grundsätzlich der zuletzt erreichte, gemeinsam gelebte Lebensstandard 
massgebend, welcher gleichzeitig die Obergrenze des gebührenden Unterhalts 
darstellt; eine allfällige Sparquote reduziert den ehelichen Überschussanteil. Vor 
diesem Hintergrund ist vorliegend keine Verletzung der Verhandlungsmaxime 
durch die Vorinstanz auszumachen. Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtspre-
chung braucht bei der zweistufigen Methode mit Überschussverteilung (anders als 
bei der einstufigen Methode) nicht über Einzelheiten des früheren Lebensstan-
dards gestritten zu werden. Hier greift als Grundsatz vielmehr die Prämisse, dass 
die vorhandenen Mittel zur Bestreitung des Lebensunterhaltes verwendet worden 
sind; dies gilt so lange, als nicht eine Sparquote nachgewiesen werden kann. Eine 
kontinuierliche Sparquote und die daran errechnete ungefähre Höhe der bisheri-
gen gemeinsamen Lebenshaltungskosten lassen sich denn in der Regel auch ein-
facher nachweisen als die Lebensführung selbst. Der bei der zweistufigen Metho-
de dem Unterhaltsverpflichteten obliegende Nachweis der Begrenzung ist mit an-
deren Worten meist leichter zu führen als der bei der einstufigen Methode vom 
Unterhaltsberechtigten zu erbringende positive Nachweis (vgl. BGE 147 III 293 
E. 4.4 m.w.H.). Entsprechend ist auch vorliegend – unabhängig von entsprechen-
den Vorbringen der Ehefrau – im Grundsatz davon auszugehen, dass die vorhan-
denen Mittel der Ehegatten während der Dauer der Ehe für den laufenden Le-
bensunterhalt verwendet wurden. Daraus folgt letztlich in der Konsequenz, dass, 
wenn der zuletzt gemeinsam gelebte Standard nicht mehr zuverlässig ermittelt 
werden kann respektive keine Sparquote (durch den Ehemann) nachgewiesen ist, 
der aktuelle Überschuss einfach hälftig geteilt wird. Unter diesen Umständen ist im 
Abstellen auf die sich in den Akten befindliche Unterhaltsberechnung per 23. Fe-
bruar 2018 zwecks Ermittlung des Bedarfs während der Ehe und folglich des ver-
bleibenden Überschusses (vor Berücksichtigung einer allfälligen Sparquote) keine 
Verletzung des Verhandlungsgrundsatzes zu erblicken. Die Vorinstanz ging vor-
liegend einzig von den getätigten Einzahlungen in die Säule 3a als Sparquote aus, 
was vom Ehemann in der Berufung nicht beanstandet wird. Seine in späteren Ein-
gaben bzw. in der Replik erfolgten Ausführungen betreffend die Sparquote sind als 
verspätet zu erachten, weshalb darauf nicht weiter einzugehen ist. Entsprechend 

23 / 52

ist an dem von der Vorinstanz korrekt ermittelten ehelichen Standard festzuhalten 
und von dem von ihr errechneten Überschuss während der Ehe von insgesamt 
CHF 6'495.00 bzw. vom hälftigen Überschussanteil der Ehefrau von CHF 3'247.50 
auszugehen. Unter diesen Umständen ist über die Zulässigkeit des mit der Duplik 
der Ehefrau in diesem Zusammenhang eingereichten Novums (act. C.4 [74]) nicht 
zu befinden.

4.4. Einkommen des Ehemannes

4.4.1. Vorinstanzlicher Entscheid

Die Vorinstanz stellte zunächst auf das Durchschnittseinkommen der Jahre 2020 
bis 2022 von gerundet CHF 12'525.00, vornehmlich aus der O._____ sowie aus 
dem P._____, ab; die Einzelfirma des Ehemannes liess sie unberücksichtigt, da 
diese gemäss den unbestrittenen Ausführungen des Ehemannes nur etwa kost-
endeckend sei. Sie rechnete dem Ehemann im Ergebnis aber lediglich ein monat-
liches Nettoeinkommen von CHF 11'000.00 an und führte dazu aus, es sei zu 
berücksichtigen, dass dieser mit seiner selbständigen Tätigkeit ein unternehmeri-
sches Risiko trage und gleichzeitig unter gewissen medizinischen Beeinträchti-
gungen leide. Angesichts dessen erscheine es nicht sachgerecht, zu verlangen, 
dass der Ehemann seine Leistungsfähigkeit in absoluter Art und Weise auszu-
schöpfen und einen Sondereinsatz zu erbringen versuche, zumal damit (langfris-
tig) die Gefahr geschaffen würde, dass seine medizinischen Beeinträchtigungen 
weiterbestünden oder sich sogar verstärkten, was sich wiederum negativ auf seine 
selbständige Tätigkeit auswirken könnte (act. B.1, E. 4.4).

4.4.2. Rügen des Ehemannes

4.4.2.1. Der Ehemann bemängelt, die Vorinstanz habe die Tatsache ausser Acht 
gelassen, dass er bedingt durch Corona und seine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit 
weniger verdiene als früher. Unter anderem wegen der viel zu hohen Unterhalts-
pflicht gegenüber der Ehefrau habe sich sein Gesundheitszustand verschlechtert, 
was zu einer Reduktion seiner Arbeitsfähigkeit und als Folge zu einer massiven 
Verschlechterung seiner wirtschaftlichen Situation geführt habe. Er befinde sich 
seit September 2022 wegen den durch die Scheidung und das Gerichtsverfahren 
verursachten gesundheitlichen Folgen in ärztlicher Behandlung, ihm sei von seiner 
Krankenversicherung eine Care Managerin zur Seite gestellt worden und er neh-
me seit November 2022 psychologische Unterstützung in Anspruch. Er sei seit 
November 2022 bis und mit Mai 2023 zu unterschiedlichen Graden teilweise ar-
beitsunfähig geschrieben gewesen; dies sei eine neue, für die Beurteilung des 

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nachehelichen Unterhalts zu berücksichtigende Tatsache. Schon deshalb dürfe 
nicht einfach auf die letzten drei Jahre abgestellt werden. Massgebend seien die 
Zwischenabschlüsse per 30. September 2022. Allerdings habe die Vorinstanz den 
Zwischenabschluss der O._____ falsch interpretiert, indem sie Brutto- und Netto-
beträge vermischt bzw. miteinander verwechselt habe. Korrekterweise ergebe sich 
ein Bruttolohn von rund CHF 11'400.00 pro Monat, was auch mit den eingereich-
ten Lohnabrechnungen übereinstimme. Nach Vornahme eines Abzugs von 12.3% 
für Sozialversicherungen etc. resultiere ein Lohn von rund CHF 10'000.00. Dieser 
sei wegen gesundheitlicher Faktoren um mindestens 10% auf maximal 
CHF 9'000.00 zu reduzieren. Unter Berücksichtigung der Absenzen infolge der 
belegten Arbeitsunfähigkeit und der Tatsache, dass er sich im Zeitraum vom 1. 
Januar bis zum 30. September 2022 aufgrund der wirtschaftlichen Situation effek-
tiv weniger als ca. CHF 42'500.00 ausbezahlt habe, dürften ihm maximal 
CHF 7'000.00 netto pro Monat angerechnet werden (act. A.1, III.6 ff. u. III.12 f. 
[74]).

4.4.2.2. Die Ehefrau bestreitet, dass sich die wirtschaftliche Situation des Ehe-
mannes massiv verschlechtert haben solle; auf jeden Fall fehlten die Beweise. Die 
Ausführungen zu den durch die Scheidung und das Gerichtsverfahren verursach-
ten gesundheitlichen Folgen, der ärztlichen Behandlung, der Begleitung durch die 
Care Managerin sowie der psychologischen Unterstützung seien neu bzw. im erst-
instanzlichen Verfahren nicht vorgebracht worden und würden bestritten. Ebenfalls 
bestritten würden die Behauptungen betreffend Arbeitsunfähigkeit. Der eingereich-
te Arztbericht datiere von nach der vorinstanzlichen Hauptverhandlung und sie 
habe dazu nie Stellung nehmen können. Die Zwischenabschlüsse per 30. Sep-
tember 2022 seien alles andere als aussagekräftig; diese seien alleine zu Pro-
zesszwecken erstellt worden. Für einen Selbständigerwerbenden sei es möglich 
und legitim, gewisse Rechnungen zurückzubehalten und diese erst zu einem 
späteren Zeitpunkt zu stellen. Darauf dürfe aber bei der Berechnung der Unter-
haltsbeiträge nicht abgestellt werden. Vielmehr sei ein längerer Jahresdurchschnitt 
zu nehmen (act. A.2, II.B.1 ad 6 ff. u. ad 12 [74]).

4.4.2.3. In seiner Replik bringt der Ehemann vor, seine durch die Ehefrau bestrit-
tenen Behauptungen in der Berufung seien nicht neu. Da die Ehefrau sich in ihrer 
Eingabe nicht zum ärztlichen Attest geäussert habe, hätten die darin gemachten 
Ausführungen als unbestritten zu gelten. Es werde bestritten, dass der Zwischen-
abschluss zu Prozesszwecken erstellt worden sei. Zudem sei diese Behauptung 
neu. Aus den echte Nova darstellenden Jahresabschlüssen per 31. Dezem-
ber 2022 resultiere, dass sich der Abwärtstrend fortsetze. Auch im ersten Halb-

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jahr 2023 sehe das Bild gemäss den Zwischenabschlüssen per 30. Juni 2023 
nicht besser aus, was unter anderem dadurch bedingt sei, dass er bis Ende 
Mai 2023 teilarbeitsunfähig geschrieben gewesen sei und immer noch nicht seine 
volle Arbeitsleistung erbringen könne (act. A.3, III.3 ad 6 ff. u. ad 12 [74]).

4.4.2.4. Die Ehefrau hält in der Duplik im Wesentlichen fest, Zwischenabschlüsse 
von wenigen Monaten seien nicht geeignet, das Einkommen festzulegen. Es kön-
ne nicht nur auf den Abschluss eines Jahres abgestellt werden. Der Aussteller der 
Arztzeugnisse sei ein allgemeiner Mediziner und kein Fachspezialist, der zudem 
seit Jahren mit dem Ehemann gut bekannt oder gar befreundet sei. Es sei nicht 
ihre Aufgabe, zu den Arztzeugnissen Stellung zu nehmen. Vielmehr wäre es am 
Ehemann gewesen, nachzuweisen, welche Auswirkungen die Arbeitsunfähigkeit 
auf sein Einkommen habe, und zwar insbesondere für die Zukunft (act. A.5, 
II.B ad 6/7 f. u. ad 12 [74]).

4.4.3. Beurteilung der Rügen des Ehemannes durch die Berufungsinstanz

4.4.3.1. Sofern der Ehemann geltend macht, aufgrund der Corona-Pandemie, der 
Verschlechterung seines Gesundheitszustands, der Reduktion seiner Arbeits-
fähigkeit und der Verschlechterung seiner wirtschaftlichen Situation sei nicht auf 
den Durchschnitt der letzten drei Jahre, sondern (einzig) auf die Zwischenab-
schlüsse per 30. September 2022 abzustellen, kann ihm nicht gefolgt werden. So 
erwähnt er in seiner Berufung einzig einmal pauschal, dass er aufgrund der Coro-
na-Pandemie weniger verdiene als früher. Weitere Ausführungen hierzu und ins-
besondere eine Auseinandersetzung mit den vorinstanzlichen Erwägungen fehlen 
vollständig. Damit genügt seine Rüge in dieser Hinsicht den Begründungsanforde-
rungen (vgl. E. 2.2) nicht. Dies gilt umso mehr, als dass die Vorinstanz nach dem 
Gesagten auf die Jahre 2020 bis 2022 abstellte und mithin die Jahre, in welchen 
die (finanziellen) Auswirkungen der Corona-Pandemie am stärksten ausfielen, be-
reits im errechneten Durchschnitt enthalten sind. Weshalb mit längerfristigen, über 
die berücksichtigten Auswirkungen hinausgehenden negativen Folgen zu rechnen 
wäre, wird durch den Ehemann in seiner Berufung nicht dargetan. Aber auch die 
(rechtsgenüglich) behauptete Verschlechterung seines Gesundheitszustands und 
(damit verbunden) seiner wirtschaftlichen Situation (vgl. dazu nachfolgend 
E. 4.4.3.1) führt nicht dazu, dass sein Einkommen einzig auf der Grundlage eines 
Zwischenabschlusses zu bestimmen wäre. So wird bei selbständiger Arbeitstätig-
keit nach dem Gesagten in der Regel auf den Durchschnitt der letzten drei Jahre 
abgestellt und nur bei stetig sinkenden oder steigenden Erträgen ausnahmsweise 
lediglich das Einkommen des letzten Jahres berücksichtigt. Ein solcher Ausnah-
mefall ist vorliegend nicht gegeben kann doch keine eindeutige (stark und kontinu-

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ierlich) sinkende Tendenz ausgemacht werden, derer durch das Abstellen auf le-
diglich den letzten Zwischenabschluss Rechnung zu tragen wäre. Eine allfällige 
(allgemeine) Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage der Gesellschaft, wie sie 
durch den Ehemann geltend gemacht wird, stellt keinen Grund dafür dar, sein Ein-
kommen ausnahmsweise basierend auf einem einzelnen Abschluss anstatt auf 
einem Dreijahresdurchschnitt zu bestimmen. Entsprechend rechtfertigt sich vorlie-
gend, der Vorinstanz folgend auf das Durchschnittseinkommen der letzten drei 
Jahre vor der Scheidung, mithin der Jahre 2020 bis 2022, abzustellen.

4.4.3.2. Was die Rüge des Ehemannes anbelangt, die Vorinstanz habe Brutto- 
und Nettobeträge vermischt bzw. miteinander verwechselt, so ist diese als zutref-
fend zu bezeichnen. Bei dem im Zwischenabschluss der O._____ per 30. Sep-
tember 2022 (RG act. II.8.61) auf dem Konto 5000 verbuchten Lohnaufwand von 
CHF 152'100.00 dürfte es sich in der Tat um den Brutto- und nicht den Nettoauf-
wand handeln. So wird in der Abschlussrechnung einer GmbH auf dem Konto 
5000 in aller Regel die Bruttosumme des angefallenen Lohnaufwands verbucht. 
Dass es sich beim ausgewiesenen Lohnaufwand um den Bruttoaufwand handelt, 
lässt sich in casu auch daraus ableiten, dass die in den Konti 5700 ff. aufgeführten 
Beträge die (zusätzlich geleisteten) Arbeitgeberbeiträge darstellen dürften. Unter 
Abzug des Bruttolohnes des angestellten Q._____ von CHF 49'500.00 sowie nach 
Vornahme der durch den Ehemann geltend gemachten, ausgewiesenen Lohnab-
züge im Umfang von rund 12.3% des Bruttolohnes (vgl. RG act. II.5.29), welche 
durch die Ehefrau nicht beanstandet werden, resultiert – mit dem Ehemann – im 
Jahr 2022 ein Nettoeinkommen des Ehemannes für 9 Monate von gerundet 
CHF 90'000.00 bzw. von monatlich rund CHF 10'000.00.

4.4.3.3. Der Ehemann stellt sich ferner auf den Standpunkt, insbesondere wegen 
gesundheitlicher Faktoren und aufgrund seiner eingeschränkten Arbeitsfähigkeit 
sei ihm nicht das ausgewiesene monatliche Nettoeinkommen von CHF 10'000.00, 
sondern ein Betrag von maximal CHF 7'000.00 netto anzurechnen. Damit verlangt 
er eine Reduktion von CHF 3'000.00 bzw. von 30% gegenüber dem im Jahr 2022 
tatsächlich erzielten Einkommen. Gemäss den vorstehenden Ausführungen hatte 
die Vorinstanz dem Ehemann einen pauschalen Abzug von monatlich rund 
CHF 1'500.00 bzw. rund 12% auf das von ihr errechnete durchschnittliche Mo-
natseinkommen von gerundet CHF 12'500.00 gewährt. Gegen die durch die Vor-
instanz gewährte Reduktion wehrt sich die Ehefrau in ihrer Anschlussberufung, 
worauf nachstehend (vgl. sogleich E. 4.4.4) einzugehen ist. Weshalb ein noch 
höherer Abzug als von der Vorinstanz zugestanden vorzunehmen wäre, wird 
durch den Ehemann nicht dargetan. Allein die belegte teilweise Arbeitsunfähigkeit 

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des Ehemannes rechtfertigt jedenfalls keinen entsprechenden Abzug, wie sogleich 
zu zeigen sein wird.

4.4.3.4. Der Ehemann reichte einen Arztbericht vom 4. März 2023 sowie ein Ar-
beitsunfähigkeitszeugnis vom 8. Mai 2023 von Dr. R._____ ein (act. B.4 [74]). Die-
se Beweismittel sind erst nach dem Ende der erstinstanzlichen Hauptverhandlung 
entstanden und wurden mit der Berufung und damit ohne Verzug nach ihrer Ent-
stehung eingereicht, weshalb sie zu berücksichtigen sind. Der Umstand, dass die 
Ehefrau dazu nicht bereits vor erster Instanz Stellung nehmen konnte, führt nicht 
dazu, dass diese unbeachtlich wären, ansonsten im Berufungsverfahren über-
haupt keine Noven zulässig wären. Die genannten Belege zeigen zwar auf, dass 
von November 2022 bis und mit Mai 2023 offenbar immer wieder Phasen teilwei-
ser Arbeitsunfähigkeit mit unterschiedlichen Graden aufgrund mittelschwerer An-
passungsstörungen bzw. Krankheit bestanden. Damit ist aber nicht nachgewiesen, 
dass und insbesondere in welchem Umfang die künftige Arbeitsfähigkeit des 
Ehemannes aufgrund gesundheitlicher Beschwerden beeinträchtigt wäre. Die von 
Dr. R._____ im März 2023 erstellte Prognose, wonach mit einer Wiederaufnahme 
der Berufstätigkeit durch den Ehemann gerechnet werden könne sowie versuchs-
weise ab Mai 2023 wieder eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit angezeigt sei, 
spricht denn grundsätzlich auch dafür, dass es sich eher um eine temporäre als 
um eine dauerhafte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit handeln dürfte. Dies gilt 
insbesondere unter Berücksichtigung der im Arztbericht und durch den Ehemann 
selbst angegebenen Gründe für die teilweise Arbeitsunfähigkeit. So wird im Arzt-
bericht unter dem Titel Anamnese ausgeführt, es bestehe seit längerer Zeit eine 
familiäre belastende Problematik mit schliesslich auch Auswirkungen auf das Be-
rufsleben und demzufolge auch finanzieller Problematik, und wird weiter ange-
merkt, dass die Teilarbeitsunfähigkeit durch eine mittelschwere Depression wegen 
sehr schwieriger familiärer Verhältnisse verursacht worden sei; der Ehemann 
selbst erwähnt in der Berufung, dass er sich wegen den durch die Scheidung und 
das Gerichtsverfahren verursachten gesundheitlichen Folgen in ärztlicher Behand-
lung befinde. Diesbezüglich gilt es zu betonen, dass die Scheidung (samt Neben-
folgen) respektive das entsprechende Gerichtsverfahren in absehbarer Zeit abge-
schlossen sein wird, womit die davon verursachte Belastung wegfallen und sich 
der Gesundheitszustand des Ehemannes (weiter) verbessern dürfte. Der Ehe-
mann führt nicht aus, inwiefern er dennoch nachhaltig gesundheitlich beeinträch-
tigt sein sollte und zwar dergestalt, dass sich dies auf seine Arbeitsfähigkeit aus-
wirken würde. Was im Übrigen die ebenfalls mit der Berufung eingereichte Voll-
macht für das SWICA Care Management (act. B.3 [74]) betrifft, so datiert diese 
vom 9. September 2022 und damit vor der erstinstanzlichen Hauptverhandlung. 

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Sie wurde mithin verspätet eingereicht, weshalb nicht weiter darauf einzugehen 
ist. Zusammengefasst rechtfertigt es sich jedenfalls nicht, eine höhere als die vor-
instanzlich gewährte Reduktion des Einkommens des Ehemannes vorzunehmen.

4.4.3.5. Was schliesslich die in Zusammenhang mit der Einkommensberechnung 
vorgebrachte Rüge des Ehemannes anbelangt, die Vorinstanz habe zu Unrecht 
seine Schuldensituation ausgeblendet (act. A.1, III.12 [74]), so ist darauf nachfol-
gend im Rahmen der Bestimmung des Bedarfs des Ehemannes einzugehen 
(vgl. E. 4.6.3). Für seine Einkommensberechnung vermag der Ehemann daraus 
nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. In der Berufung fehlen denn auch konkrete 
Äusserungen hierzu bzw. wird nicht ausgeführt, inwiefern aufgrund der bestehen-
den Schulden von einem tieferen Einkommen seitens des Ehemannes auszuge-
hen wäre. Seine in diesem Zusammenhang stehenden Vorbringen in der Replik 
und Anschlussberufungsantwort dienen einzig der Verteidigung gegen eine Er-
höhung seines Einkommens (vgl. nachstehend E. 4.4.4.2).

4.4.4. Rügen der Ehefrau

4.4.4.1. Die Ehefrau macht in ihrer Anschlussberufung geltend, die Vorinstanz sei 
zu Unrecht von den Durchschnittsjahren 2020 bis 2022 ausgegangen. Da die Ein-
nahmen im Jahr 2021 gemäss dem Ehemann tief ausgefallen seien und die 
Scheidungsklage im Jahr 2020 anhängig gemacht worden sei, sei stattdessen 
(theoretisch) auf das durchschnittliche monatliche Nettoeinkommen der Jahre 
2018 bis 2020 in Höhe von CHF 15'472.00 abzustellen. Sie sei aber mit dem im 
Entscheid betreffend Abänderung vorsorglicher Massnahmen angenommenen 
Nettoeinkommen von CHF 14'491.00 einverstanden. Der Argumentation der Vor-
instanz bezüglich der vorgenommenen Reduktion des Einkommens des Eheman-
nes könne nicht gefolgt werden. Jeder Selbständigerwerbende trage ein unter-
nehmerisches Risiko, ohne dass dieses beim Einkommen Berücksichtigung finden 
könne. Dass sich die medizinische Beeinträchtigung auf das Einkommen des 
Ehemannes auswirke, sei nicht nachgewiesen worden. Die bei den Akten liegen-
den Zeugnisse bestätigten eine gewisse Arbeitsunfähigkeit, nicht aber eine Aus-
wirkung auf sein Einkommen. Der Ehemann bezahle ferner zumindest einen Teil 
der privaten Wohnkosten und die Autospesen über das Geschäft. Würde auf den 
Zwischenabschluss abgestellt, müssten diese Aufwandspositionen korrigiert wer-
den (act. A.2, II.B.B.2 [74]).

4.4.4.2. Der Ehemann hält dem entgegen, dass sein zu berücksichtigendes Net-
toeinkommen maximal CHF 7'000.00 und nicht CHF 14'500.00 betrage. Dies auch 
deshalb, weil die Vorinstanz Bruttozahlen mit Nettozahlen verwechselt habe. Beim 

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Zwischenabschluss per 30. September 2022 handle es sich um einen geprüften 
Abschluss, welcher sich mit dem geprüften Jahresabschluss 2022 decke. Die Zu-
spitzung seiner Schuldensituation plausibilisiere den Fakt, dass er nicht mehr als 
einen Bruchteil seines damaligen Einkommens verdiene (act. A.3, III.4 ad 2 [74]).

4.4.5. Beurteilung der Rügen der Ehefrau durch die Berufungsinstanz

4.4.5.1. Die Ehefrau stellt sich auf den Standpunkt, dass für die Feststellung des 
der Unterhaltsberechnung zugrunde zu legenden durchschnittlichen Einkommens 
des Ehemannes auf die Jahre 2018 bis 2020 anstatt auf die Jahre 2020 bis 2022 
abzustellen sei, was sie im Wesentlichen damit begründet, dass die Scheidungs-
klage im Jahr 2020 eingereicht wurde. Zwar mag zutreffen, dass das durchschnitt-
liche Einkommen regelmässig basierend auf den drei Jahren vor der Einreichung 
des verfahrenseinleitenden Begehrens bzw. der Klage ermittelt wird. Dieser Um-
stand lässt sich dadurch erklären, dass es sich dabei insbesondere bei Fällen, bei 
welchen zeitnah ein Urteil gefällt werden kann, meist auch um die aktuellsten ver-
fügbaren Zahlen handeln dürfte. In casu liegen jedoch aktuelle Einkommensnach-
weise vor, weshalb die Ehefrau allein aus dem vorgebrachten Argument nichts für 
sich abzuleiten vermag. Weitere Einwände gegen die gewählte Durchschnittsperi-
ode bringt sie nicht vor, weshalb mit der Vorinstanz auf den Durchschnitt der Jahre 
2020 bis 2022 abzustellen ist.

4.4.5.2. Wie bereits erwähnt, nahm die Vorinstanz eine Reduktion von monatlich 
rund CHF 1'500.00, entsprechend jährlich rund CHF 18'000.00, zwecks Berück-
sichtigung gewisser medizinischer Beeinträchtigungen seitens des Ehemannes 
sowie aufgrund des durch diesen zu tragenden unternehmerischen Risikos vor, 
wobei sich den Erwägungen nicht entnehmen lässt, welcher Anteil des Abzugs auf 
welchen Reduktionsgrund entfällt. Mit der Ehefrau ist festzuhalten, dass das Ar-
gument, wonach dem mit der Selbständigkeit des Ehemannes verbundenen un-
ternehmerischen Risiko durch eine Reduktion des anzurechnenden Einkommens 
Rechnung zu tragen sei, nicht nachvollziehbar ist. Schwankungen beim Einkom-
men von Selbständigerwerbenden werden nach dem Gesagten dadurch (hinrei-
chend und angemessen) berücksichtigt, dass bei der Einkommensermittlung von 
einem Durchschnittswert ausgegangen wird. Eine darüber hinausgehende 
Berücksichtigung eines unternehmerischen Risikos dürfte hingegen in der Regel 
und auch in casu nicht zweckmässig sein, was vorliegend umso mehr gilt, als dass 
kein ausserordentliches bzw. besonders hohes unternehmerisches Risiko seitens 
des Ehemannes bzw. dessen Gesellschaften nachgewiesen wurde. Sodann wur-
de auch nicht ansatzweise ausgeführt, wie ein gegebenenfalls erhöhtes Risiko zu 

30 / 52

quantifizieren wäre respektive welche konkrete Einkommensreduktion aus wel-
chen Gründen vorzunehmen wäre.

4.4.5.3. Ferner ist der Ehefrau darin zuzustimmen, dass auch das Argument der 
Vorinstanz, wonach dem Ehemann unter anderem deshalb nicht das volle ausge-
wiesene Einkommen anzurechnen sei, weil dieser ansonsten seine Leistungs-
fähigkeit in absoluter Art und Weise ausschöpfen und einen Sondereinsatz erbrin-
gen müsse, wodurch langfristig die Gefahr des Weiterbestehens oder gar der Ver-
schlimmerung seiner medizinischen Beeinträchtigungen mit möglichen negativen 
Auswirkungen auf seine selbständige Tätigkeit bestehe, nicht verfängt. So ist be-
reits nicht erkennbar, inwiefern der Ehemann aufgrund der vollständigen Anrech-
nung des tatsächlich erzielten Einkommens bzw. durch die Weiterführung seiner 
Erwerbstätigkeit im bisherigen Rahmen einen Sondereinsatz erbringen müsste, 
handelt es sich bei Letzterer doch um die durch ihn frei gewählte, effektiv aus-
geübte Tätigkeit. Sodann erhellt nicht, gestützt auf welche Nachweise die Vorin-
stanz von einer Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit des Ehemannes – und zwar 
auch nach Abschluss des mit Sicherheit belastenden Scheidungsverfahrens hin-
aus – ausging. In den vorinstanzlichen Akten findet sich einzig ein Behandlungs-
bericht von Dr. S._____ vom 15. Oktober 2020 bezüglich eines geplanten Eingriffs 
im Nasenbereich (Exzision Tumor linke Nasenseite) sowie betreffend Behandlung 
eines Ekzems am linken Sprunggelenk mit einer Salbe (vgl. RG act. II.5.25), in 
welchem von einer (längerfristigen) eingeschränkten Arbeitsfähigkeit nicht die Re-
de ist. Auf die im Berufungsverfahren eingereichten ärztlichen Belege wurde be-
reits vorstehend eingegangen (vgl. E. 4.4.3.4); diesen lassen sich nach dem Ge-
sagten ebenfalls keine Hinweise auf eine andauernde bzw. künftige Arbeitsun-
fähigkeit entnehmen. Noch weniger ist nachvollziehbar, wie die gesundheitlichen 
Beeinträchtigungen quantifiziert wurden. Darüber hinaus ist auch nicht ersichtlich, 
inwiefern die Weiterführung der bisher ausgeübten Erwerbstätigkeit die (soweit 
erkennbar nicht mit der Arbeitstätigkeit in einem Zusammenhang stehenden) me-
dizinischen Beschwerden des Ehemannes derart verstärken sollte, dass mit einer 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu rechnen wäre. Insgesamt rechtfertigen die 
durch den Ehemann nachgewiesenen medizinischen Beeinträchtigungen und die 
belegte temporäre Arbeitsunfähigkeit keine Reduktion des anrechenbaren Ein-
kommens des Ehemannes.

4.4.5.4. Die Ehefrau bezeichnet ferner erneut den Zwischenabschluss der 
O._____ per 30. September 2022 als zu wenig aussagekräftig bzw. führt aus, 
dass bei Berücksichtigung dieses Abschlusses die Aufwandspositionen Mietkos-
ten und Autospesen korrigiert werden müssten. Die gemachten Ausführungen 

31 / 52

bleiben dabei aber zu pauschal. Namentlich äussert die Ehefrau sich nicht dazu, in 
welchem Umfang die genannten Positionen konkret zu kürzen seien. Demnach ist 
der genannte Zwischenabschluss, welchem sich gemäss den obigen Ausführun-
gen (vgl. E. 4.4.3.2) für das Jahr 2022 ein Nettoeinkommen des Ehemannes von 
monatlich rund CHF 10'000.00 entnehmen lässt, bei der Feststellung des durch-
schnittlichen Erwerbseinkommens des Ehemannes zu beachten, wobei auf die 
Vornahme der durch die Ehefrau geforderten Korrekturen betreffend Mietkosten 
und Autospesen zu verzichten ist.

4.4.6. Noven betreffend Einkommen des Ehemannes

Auf die Zulässigkeit der mit der Berufung eingereichten Noven betreffend das Ein-
kommen des Ehemannes (act. B.3 f. [74]) wurde vorstehend bereits eingegangen 
(vgl. E. 4.4.3.4). Damit ist an dieser Stelle noch über die mit der Replik und An-
schlussberufungsantwort vom 14. August 2023 eingereichten diesbezüglichen No-
ven (act. A.3; act. B.5-B.8 [74]) zu befinden. Der Jahresabschluss der O._____ per 
31. Dezember 2022 (act. B.5 [74]) datiert vom 21. März 2023 und damit jedenfalls 
vor der Berufungseinreichung vom 31. Mai 2023. Dessen Einreichung ist demnach 
als verspätet anzusehen und der Abschluss folglich nicht zu berücksichtigen, zu-
mal in der genannten Eingabe keine Erläuterungen dazu erfolgen, weshalb dieser 
dennoch ein rechtzeitiges bzw. zulässiges Novum darstellen sollte. Dasselbe dürf-
te betreffend den Jahresabschluss des P._____ per 31. Dezember 2022 (act. B.7 
[74]), auf dem kein Erstellungsdatum vermerkt ist, gelten. Der vom 10. Au-
gust 2023 datierende Zwischenabschluss der O._____ per 30. Juni 2023 
(act. B.6 [74]) wurde hingegen rechtzeitig eingereicht, womit dieser ein zulässiges 
Novum darstellt. Inhaltlich ist zu diesem Zwischenabschluss zu sagen, dass sich 
daraus mit dem Ehemann eine (nochmals) schlechtere Einkommenslage ergibt als 
noch im Jahr 2022 (vgl. RG act. II.8.61), zumal der ausgewiesene Lohnaufwand 
im Verhältnis gesunken ist. Dieser Umstand überrascht angesichts der belegten 
teilweisen Arbeitsunfähigkeit des Ehemannes in der ersten Hälfte des Jahres 2023 
allerdings auch nicht weiter. Diesbezüglich ist auf die vorstehenden Erwägungen 
zu verweisen (vgl. E. 4.4.3.3 f. u. 4.4.5.3). Auch der (undatierte) Zwischenab-
schluss des P._____ per 30. Juni 2023 (act. B.8 [74]) dürfte ein rechtzeitig einge-
reichtes, zulässiges Novum darstellen. Ob die Abschlüsse des P._____ rechtzeitig 
eingereicht wurden, ist letztlich aber ohnehin nicht relevant, da die Vorinstanz das 
P._____ des Ehemannes bei der Bestimmung dessen Einkommens unberücksich-
tigt liess, zumal dieses unbestrittenermassen nur etwa kostendeckend betrieben 
wird. Da auch vor der Berufungsinstanz keine (zulässigen) neuen Behauptungen 

32 / 52

diesbezüglich seitens der Ehefrau erfolgten, ist auch vorliegend das Einkommen 
des Ehemannes ohne Berücksichtigung des Schweizer Büros festzustellen.

4.4.7. Fazit betreffend Einkommen des Ehemannes

Zusammenfassend ist mit der Vorinstanz auf den Durchschnitt der Jahre 2020 
bis 2022 abzustellen, wobei das Einkommen im Jahr 2022 basierend auf dem 
Zwischenabschluss der O._____ per 30. September 2022 zu errechnen ist. Be-
züglich der Jahre 2020 und 2021 ergeben sich keine Bemerkungen bzw. Ände-
rungen zum vorinstanzlichen Urteil. In Bezug auf den genannten Zwischenab-
schluss hat gemäss den vorstehenden Ausführungen insofern eine Korrektur ge-
genüber der vorinstanzlichen Berechnung zu erfolgen, als dass für das Jahr 2022 
mit einem monatlichen Nettoeinkommen von rund CHF 10'000.00 anstatt von 
CHF 12'150.00 zu rechnen ist. Daraus ergibt sich für die Jahre 2020 bis 2022 ein 
durchschnittliches monatliches Nettoeinkommen von rund CHF 11'800.00. Entge-
gen der Vorinstanz ist dieses Einkommen vollumfänglich zu berücksichtigen bzw. 
hat keine Reduktion wegen medizinischer Beeinträchtigungen oder aufgrund eines 
unternehmerischen Risikos zu erfolgen. Damit ist von einem relevanten monatli-
chen Nettoeinkommen des Ehemannes von CHF 11'800.00 auszugehen. Es ist 
darauf hinzuweisen, dass der Ehemann, sollte er künftig ein erheblich tieferes als 
das bisherige, ihm vorliegend angerechnete Einkommen erzielen, immer noch die 
Abänderung des Unterhaltsbeitrages gemäss Art. 129 Abs. 1 ZGB verlangen kann

4.5. Einkommen der Ehefrau

4.5.1. Vorinstanzlicher Entscheid

Die Vorinstanz ging bei der Berechnung des Einkommens der Ehefrau von einem 
monatlichen Nettoeinkommen (inklusive anteiligem 13. Monatslohn) von gerundet 
CHF 3'800.00 für ein 70%-Pensum in der L._____ aus. Dieses Einkommen rech-
nete sie – im Sinne eines hypothetischen Einkommens – auf ein Pensum von 
100% hoch und führte diesbezüglich zusammengefasst aus, dass das Alter der 
Ehefrau einer Ausdehnung ihrer Erwerbstätigkeit nicht entgegenstehe und diese 
weder bewiesen habe, dass eine Ausdehnung ihrer Arbeitstätigkeit durch gesund-
heitliche Probleme verhindert werde, noch, dass ihr eine ergänzende Erwerbs-
tätigkeit bei einem anderen Arbeitgeber nicht möglich sei. Entsprechend sei ihr ein 
monatliches Nettoeinkommen (inklusive anteiligem 13. Monatslohn) von gerundet 
CHF 5'400.00 für ein 100%-Pensum anzurechnen (act. B.1, E. 5.3).

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4.5.2. Rüge des Ehemannes

4.5.2.1. Der Ehemann führt in Bezug auf das Einkommen der Ehefrau im We-
sentlichen aus, dass bei einer Extrapolation des im Lohnausweis 2019 ausgewie-
senen monatlichen Nettoeinkommens von CHF 4'092.00 auf ein ihr zumutbares 
100%-Pensum ein monatliches Nettoeinkommen von mindestens CHF 5'845.00 
(auf der Basis des Jahres 2019; heute wohl eher CHF 6'000.00) resultiere. Mit 
diesem Nettolohn vermöge die Ehefrau ihren eigenen Bedarf ohne Weiteres selbst 
zu finanzieren (act. A.1, III.10 f. u. III.13 [74]).

4.5.2.2. Die Ehefrau bestreitet die Ausführungen des Ehemannes zu ihrem Ein-
kommen (act. A.2, II.B.1 ad 10 [74]).

4.5.3. Beurteilung der Rüge des Ehemannes durch die Berufungsinstanz

Wie vom Ehemann korrekt ausgeführt wurde, handelt es sich beim Lohnausweis 
des Jahres 2019 (RG act. III.4.28) um den aktuellsten in den Akten liegenden 
Lohnausweis der Ehefrau; daneben liegen noch ihre Lohnabrechnungen für die 
Monate Januar bis Mai 2020 (RG act. III.1.10) vor. Die Vorinstanz stützte sich für 
die Ermittlung des monatlichen Nettoeinkommens (inklusive Anteil am 13. Monats-
lohn) auf die genannten Lohnabrechnungen, welche einen monatlichen Nettolohn 
von CHF 3'513.75 (ohne Anteil am 13. Monatslohn) ausweisen. Der Ehemann 
macht dagegen geltend, es sei auf den Lohnausweis 2019 abzustellen. In diesem 
wird ein Nettojahreslohn von CHF 49'112.00 (inklusive 13. Monatslohn und 
CHF 500.00 Leistungsprämie) ausgewiesen. Dies entspricht einem monatlichen 
Nettoeinkommen von rund CHF 4'093.00 (inklusive Anteil am 13. Monatslohn und 
an der Leistungsprämie) bzw. von CHF 4'051.00 (inklusive Anteil am 13. Monats-
lohn, exklusive Anteil an der Leistungsprämie). Die Ehefrau äussert sich im Beru-
fungsverfahren nicht konkret zu den Ausführungen des Ehemannes, sondern be-
streitet diese lediglich pauschal. Sie bringt mithin nicht vor, dass und weshalb zur 
Bestimmung ihres Einkommens für ein 70%-Pensum auf die Lohnabrechnungen 
aus dem Jahr 2020 anstatt auf den Lohnausweis 2019 abzustellen wäre. Bei die-
ser Ausgangslage ist mit dem Ehemann die Berechnung des Einkommens der 
Ehefrau für ein 70%-Pensum grundsätzlich auf Basis des Lohnausweises 2019 
vorzunehmen. Dabei ist jedoch ein monatliches Nettoeinkommen von 
CHF 4'051.00 zugrundezulegen, zumal die Leistungsprämie nicht jedes Jahr anfal-
len dürfte und demnach nicht zu berücksichtigen ist. Bei Hochrechnung auf ein 
100%-Pensum ergäbe sich ein monatliches Nettoeinkommen von rund 
CHF 5'787.00. Eine entsprechende schematische Erhöhung des anzurechnenden 
Lohnes ist vorliegend allerdings nicht angezeigt bzw. der Ehefrau nicht zumutbar, 

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worauf nachfolgend noch einzugehen sein wird (vgl. E. 4.5.5.4). Mit Blick auf das 
aktuelle Einkommen der Ehefrau für ein 70%-Pensum bleibt noch zu bemerken, 
dass beim L._____ mit zunehmendem Dienstalter grundsätzlich gewisse Lohn-
steigerungen erfolgen (vgl. RG act. III.1.8; RG act. III.1.10). Es ist demnach nicht 
auszuschliessen, dass der aktuelle Nettolohn der Ehefrau für ein 70%-Pensum 
höher ausfällt als noch gemäss Lohnausweis 2019. Im Berufungsverfahren wur-
den jedoch keine Editionsanträge betreffend aktuellere Einkommensnachweise 
der Ehefrau gestellt, weshalb von einem monatlichen Nettoeinkommen der Ehe-
frau von CHF 4'051.00 für das bisherige Arbeitspensum auszugehen ist.

4.5.4. Rüge der Ehefrau

4.5.4.1. Die Ehefrau bringt vor, entgegen der Vorinstanz fänden Personen im Al-
ter von 57 Jahren auf dem Arbeitsmarkt kaum eine Anstellung. Es sei ihr unmög-
lich, eine Anstellung im 100%-Pensum zu finden. Sie habe nachgewiesen, dass 
sie ihr Pensum beim L._____ nicht erhöhen könne und es sei mit Sicherheit ohne 
Erfolg, diese Anstellung zu kündigen und eine neue zu suchen. Sie könne aber 
auch nicht an einem anderen Ort eine 30%-Anstellung annehmen, da sie beim 
L._____ flexibel sein müsse; wenn jemand wegen Krankheit oder Ferien ausfalle, 
müsse sie in dieser Zeit zu 100% arbeiten und könne somit keine Nebenbeschäf-
tigungen ausüben. Deshalb sei von einem monatlichen Nettoeinkommen in Höhe 
von CHF 3'825.00 auszugehen (act. A.2, II.B.B.3 [74]).

4.5.4.2. Der Ehemann bestreitet die Ausführungen der Ehefrau und macht gel-
tend, diese habe gemäss ihrer eigenen Aussage nicht einmal versucht, eine ande-
re Stelle zu finden. Sie dürfe natürlich an ihrer 70%-Stelle beim L._____ festhal-
ten. Ihr müsse aber dennoch ein hypothetisches Einkommen auf der Basis eines 
100%-Pensums angerechnet werden (act. A.3, III.5 ad 3 [74]).

4.5.5. Beurteilung der Rüge der Ehefrau durch die Berufungsinstanz

4.5.5.1. Den ausführlichen und sorgfältigen Erwägungen der Vorinstanz (act. B.1, 
E. 5.3) ist grundsätzlich zuzustimmen. Ergänzend bzw. wiederholend ist darauf 
hinzuweisen, dass das Alter der Ehefrau von mittlerweile 58 Jahren die Suche 
nach einer neuen Arbeitsstelle wohl in der Tat erheblich erschweren dürfte. In die-
sem Zusammenhang ist allerdings auch zu berücksichtigen, dass die Trennung 
der Ehegatten im Oktober 2017 erfolgte und der Ehemann die Scheidungsklage 
am 21. August 2020 einreichte, wobei die Ehefrau bereits damals in einem 70%-
Pensum in der heutigen Stellung tätig war. Der Entscheid der Vorinstanz betref-
fend vorsorgliche Massnahmen vom 24. März 2021 ging zwar weiterhin von einem 

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70%-Pensum der Ehefrau und einem entsprechenden Einkommen aus, wie sie 
bereits der einvernehmlichen (aussergerichtlichen) Trennungsvereinbarung vom 
30. März 2018 zugrunde lagen (vgl. RG act. II.1.2 f.). Im Zeitpunkt, in welchem der 
Entscheid betreffend vorsorgliche Massnahmen erging, war das Scheidungsver-
fahren jedoch bereits im Gange und mit einer Wiederaufnahme des gemeinsamen 
Haushaltes war nicht mehr zu rechnen. Demnach war eine Verpflichtung zur Er-
höhung ihres Arbeitspensums für die Ehefrau in diesem Zeitpunkt bereits abseh-
bar. Unter dem Aspekt der Eigenversorgungskapazität werden ausserdem in Ver-
fahren wie dem vorliegenden, welche den nachehelichen Unterhalt betreffen, 
strengere Anforderungen an den unterhaltsbeanspruchenden Ehegatten gestellt 
als in solchen, welche die Festsetzung des ehelichen Unterhalts zum Gegenstand 
haben. Zu berücksichtigen ist ferner, dass die Ehefrau gemäss ihren eigenen Aus-
sagen situativ bzw. bei Bedarf bis zu 100% arbeitet. Auch wenn sie die über ihr 
normales Arbeitspensum hinaus geleisteten Stunden später kompensieren kann, 
zeigt dies auf, dass sie grundsätzlich eine Tätigkeit im 100%-Pensum zu erbringen 
vermag. Sodann handelt es sich bei der Tätigkeit als Verwaltungsassistentin nicht 
um eine körperliche Arbeit, welche altersbedingt nicht in einem 100%-Pensum 
ausgeübt werden könnte (vgl. für ein Gegenbeispiel KGer GR ZK1 19 156 
v. 16.2.2022 E. 4.3.7). Eine Vollzeit-Arbeitstätigkeit der Ehefrau in ihrem ange-
stammten Bereich, namentlich als Verwaltungsassistentin, oder in einer vergleich-
baren Branche, erscheint aufgrund ihrer Arbeitserfahrung und trotz ihres fortge-
schrittenen Alters denn auch durchaus als möglich. Gegenteiliges wird auch von 
der Ehefrau nicht geltend gemacht.

4.5.5.2. Die Ehefrau erbrachte weder vor der Vorinstanz noch (sofern noven-
rechtlich überhaupt noch zulässig) vor dem Berufungsgericht den Nachweis aktu-
eller gesundheitlicher Beeinträchtigungen, welche der Ausweitung ihrer Arbeits-
tätigkeit entgegenstehen würden. An dieser Stelle ist darauf hinzuweisen, dass die 
Ehefrau im vorinstanzlichen Verfahren offenbar insbesondere eine psychische 
Belastung in Zusammenhang mit der familiären Situation bzw. der Trennung gel-
tend gemacht hatte (vgl. act. B.1, E. 5.1.3 u. 5.3.2). Selbst wenn die Ehefrau sich 
vor der Berufungsinstanz erneut darauf berufen hätte, wäre deswegen aber nicht 
von einer künftigen reduzierten Arbeitsfähigkeit auszugehen gewesen. Dies gilt 
umso mehr, als die mit der Trennungssituation verbundene psychische Belastung 
in Zukunft und insbesondere nach dem (absehbaren) Abschluss des Scheidungs-
verfahrens abnehmen dürfte (vgl. bereits E. 4.4.3.4). Die Vorinstanz hat damit zu 
Recht festgehalten, dass die Ehefrau den Nachweis für gesundheitliche Beein-
trächtigungen, welche ihre Arbeitsfähigkeit (in einem erhöhten Pensum von 100%) 

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relevant beeinflussen würden, nicht erbracht hat. Die Ehefrau verzichtete im Beru-
fungsverfahren nach dem Gesagten aber ohnehin auf eine entsprechende Rüge.

4.5.5.3. Sodann wies die Ehefrau weder vor der Vorinstanz noch vor dem Beru-
fungsgericht konkrete Suchbemühungen für ein höheres respektive ein zusätzli-
ches Anstellungspensum nach (vgl. auch RG act. VII.3, S. 8), sondern beschränk-
te sie sich auf die pauschale Behauptung, es sei ihr unmöglich, eine Anstellung in 
einem 100%-Pensum zu finden. Der bereits vor Vorinstanz und erneut im Beru-
fungsverfahren (als zulässiges echtes Novum) beigebrachte Beweis, dass eine 
Erhöhung des Pensums beim Q._____ selbst nicht möglich ist (act. C.5 [74]; RG 
act. III.1.9), genügt in dieser Hinsicht nicht. Was ferner das Argument der Ehefrau 
anbelangt, wonach eine Erhöhung des Arbeitspensums dadurch ausgeschlossen 
werde, dass sie manchmal einspringen und dann zu 100% arbeiten müsse, so 
greift dieses zu kurz. Namentlich hat die Ehefrau keine vertragliche Verpflichtung 
hierzu nachgewiesen, weshalb davon ausgegangen werden kann, dass sie bisher 
jeweils kulanzhalber eingesprungen ist, weil ihr dies aufgrund ihres 70%-Pensums 
möglich war. Dieser Umstand stellt jedoch keinen Grund dafür dar, die Zumutbar-
keit und Möglichkeit einer zusätzlichen Teilzeitanstellung im Umfang von 30% zu 
verneinen, sollte die Ehefrau ihre bisherige Stelle nicht aufgeben wollen (vgl. dazu 
sogleich E. 4.5.5.4). Soweit ersichtlich scheint es sich bei der aktuellen Stelle der 
Ehefrau sodann um eine solche mit grundsätzlich regelmässigen Arbeitszeiten zu 
handeln, was ebenfalls zur Vereinbarkeit mit einer weiteren Teilzeitstelle beiträgt 
(vgl. für ein Gegenbeispiel KGer GR ZK1 19 156 v. 16.2.2022 E. 4.3.7).

4.5.5.4. Gemäss den bisherigen Ausführungen erscheint eine Arbeit im Vollzeit-
pensum für die Ehefrau grundsätzlich als möglich und zumutbar. Ein solches Pen-
sum kann im Prinzip durch Ergänzung ihrer aktuellen 70%-Stelle mit einer weite-
ren Teilzeitstelle (eine Aufstockung beim L._____ ist nachgewiesenermassen 
ausgeschlossen) oder durch Kündigung dieser Stelle und Beginn einer neuen 
Stelle im 100%-Pensum erreicht werden. Dabei gilt es aber zu beachten, dass der 
Ehefrau die Kündigung ihrer (langjährigen) Stelle beim L._____ wohl insbesondere 
unter Berücksichtigung ihres Alters nicht ohne Weiteres zugemutet werden kann. 
Zumutbar ist hingegen die Aufnahme einer zusätzlichen Teilzeittätigkeit. Hier gilt 
es jedoch zu berücksichtigen, dass zwei Teilzeitstellen in aller Regel bzw. notori-
scherweise weniger hoch entlöhnt werden als eine einzelne 100%-Stelle. Dazu 
kommt, dass das Absolvieren von zwei Teilzeitpensen auch anstrengender sein 
dürfte als eine Vollzeitstelle. Diesen Umständen kann vorliegend dadurch hinrei-
chend Rechnung getragen werden, dass mit der Vorinstanz für ein Vollzeitpensum 
von einem Lohn von CHF 5'400.00 (inklusive Anteil am 13. Monatslohn) ausge-

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gangen wird. Gemäss den obigen Ausführungen ergäbe sich bei einer schemati-
schen Hochrechnung ein Einkommen von rund CHF 5'800.00 und ist zudem nicht 
auszuschliessen, dass die Ehefrau aktuell in ihrem 70%-Pensum mehr verdient 
als noch im Jahr 2019. Mit der Berücksichtigung eines (hypothetischen) monatli-
chen Nettoeinkommens von CHF 5'400.00 kann aber gewährleistet werden, dass 
die Erzielung des angerechneten Lohns der Ehefrau auch tatsächlich möglich und 
zumutbar ist. Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass die Ehefrau sich zwar ge-
gen die Berücksichtigung eines hypothetischen Einkommens per se wehrt, jedoch 
nichts gegen die konkrete Höhe des angerechneten fiktiven Einkommens vorge-
bracht hat.

4.5.6. Fazit betreffend Einkommen der Ehefrau

Zusammenfassend ist der Ehefrau unter Berücksichtigung der konkreten Umstän-
de und trotz ihres Alters ein Vollzeitpensum möglich und zumutbar. Mit der Vor-
instanz ist das erzielbare bzw. anzurechnende monatliche Nettoeinkommen der 
Ehefrau für ein 100%-Pensum mit CHF 5'400.00 (inklusive Anteil am 13. Monats-
lohn) zu beziffern.

4.6. Bedarf des Ehemannes

4.6.1. Vorinstanzlicher Entscheid

Die Vorinstanz errechnete einen Bedarf des Ehemannes von insgesamt 
CHF 5'428.00. Dabei berücksichtigte sie unter anderem Wohnkosten von 
CHF 1'350.00 und Fahrzeugkosten von CHF 560.00 (act. B.1, E. 7).

4.6.2. Rüge des Ehemannes

Der Ehemann rügt, die Vorinstanz habe seine Schuldensituation gänzlich ausge-
blendet. Insgesamt habe er im Herbst 2022 Schulden von CHF 108'926.00 ge-
habt, was eine Zunahme der Schuldenlast innert zweier Jahre um CHF 55'000.00 
bedeute. Heute seien seine Schulden noch höher (act. A.1, III.12 i.f. [74]).

4.6.3. Beurteilung der Rüge des Ehemannes durch die Berufungsinstanz

Schuldabzahlungen können nur unter bestimmten Voraussetzungen im Bedarf 
berücksichtigt werden, zumal der nacheheliche Unterhalt der privaten Schuldentil-
gung vorgeht (vgl. BGE 127 III 289 E. 2a/bb; BGer 5A_79/2013 v. 17.4.2013 
E. 3.2; Urs Gloor/Annette Spycher, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kom-
mentar, Zivilgesetzbuch I, 7. Aufl., Basel 2022, N 36a zu Art. 125; je m.w.H.). In 
seiner Berufung äussert der Ehemann sich einzig zu seiner Schuldensituation an 

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sich bzw. zur Höhe und Entwicklung seiner Schulden. Hingegen macht er keine 
Ausführungen dazu, ob bzw. in welcher Höhe er aktuell tatsächlich Abzahlungen 
leistet, geschweige denn erbringt er den Nachweis dafür. Ferner äussert der Ehe-
mann sich mit keinem Wort dazu, weshalb die durch ihn allfällig geleisteten 
Schuldabzahlungen in seinem Bedarf zu berücksichtigen wären bzw. inwiefern die 
eingangs angetönten Voraussetzungen vorliegend gegeben sein sollen. Ebenfalls 
unerwähnt bleibt, welchen konkreten Betrag er für die Schuldabzahlung in seinem 
Bedarf berücksichtigt wissen will. Sodann fehlt jeglicher Hinweis darauf, dass und 
gegebenenfalls wo er vor der Vorinstanz rechtzeitig entsprechende Tatsachenbe-
hauptungen aufgestellt und diese belegt hätte; es ist (unter Geltung der Verhand-
lungsmaxime) nicht Aufgabe der Berufungsinstanz, dergleichen aus den vor-
instanzlichen Akten herauszusuchen. Eine Anpassung des dem Ehemann vor-
instanzlich angerechneten Bedarfs mit Blick auf dessen Schuldensituation ist da-
mit bereits aus formellen Gründen nicht angezeigt bzw. möglich. Darüber hinaus 
ist am Rande an die Erwägungen im Entscheid betreffend vorsorgliche Massnah-
men vom 24. März 2021 zu erinnern. Damals wurden die Schuldzinsen eines Pri-
vatkredits und eines Darlehens, welche beide nach der Trennung begründet wor-
den waren, unter Verweis auf die oben erwähnte Rechtsprechung nicht im Bedarf 
des Ehemannes angerechnet. Inwieweit sich die Situation für die heute bestehen-
den Schulden anders verhalten würde, hat der Ehemann nicht erläutert. Somit wä-
re seine (unzureichend begründete) Rüge auch materiell abzuweisen.

4.6.4. Rüge der Ehefrau

4.6.4.1. Die Ehefrau macht – im Kontext der Ermittlung des Einkommens des 
Ehemannes als Se