# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 17e03e43-d615-57d1-af32-02d2e8e98624
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-02-01
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 01.02.2023 200 2022 112
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2022-112_2023-02-01.pdf

## Full Text

200 22 112 IV
WIS/FRN/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 1. Februar 2023

Verwaltungsrichterin Wiedmer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiberin Franzen

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 18. Januar 2022

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Feb. 2023, IV/22/112, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1966 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich erstmals im August 2013 insbesondere unter Hinweis auf 
Schmerzen an der Wirbelsäule mit Übertragung auf Hüfte und Beine sowie 
eine leichte Arthrose im Hüftgelenk bei der Eidgenössischen Invalidenver-
sicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV, Antwortbeilage [act. 
II] 7). Die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) führte erwerbliche 
und medizinische Erhebungen durch. Insbesondere holte sie bei der Be-
gutachtungsstelle C.________ ein bidisziplinäres Gutachten in den Fach-
bereichen Orthopädie und Psychiatrie ein (Gutachten der Begutachtungs-
stelle C.________ vom 11. September 2017 [act. II 121.1-2]). Ferner liess 
die IVB einen Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb erstellen (act. II 131). Mit 
Verfügung vom 7. August 2018 (act. II 142) sprach sie der Versicherten in 
Anwendung der gemischten Methode (Status: Erwerb 70 %, Haushalt 
30 %) eine Dreiviertelsrente ab 1. Februar 2014, befristet bis 30. April 
2014, eine ganze IV-Rente ab 1. Mai 2014, befristet bis 30. November 
2014, sowie eine ganze IV-Rente ab 1. September 2015, befristet bis 
31. März 2016, zu.  

Auf eine Neuanmeldung vom 1. Oktober 2019 (act. II 160) trat die IVB mit 
Verfügung vom 8. Januar 2020 mangels Glaubhaftmachung einer wesentli-
chen Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse seit der letzten Verfü-
gung nicht ein (act. II 166). 

Am 24. Februar 2020 meldete sich die Versicherte wiederum zum Leis-
tungsbezug an (act. II 171). Die IVB tätigte medizinische und erwerbliche 
Erhebungen. Nachdem der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) eine Labor-
untersuchung durchgeführt hatte (Antwortbeilage [act. IIA] 210, 214), liess 
er ein forensisch-toxikologisches Gutachten erstellen (Expertise vom 1. 
Juni 2021 [act. IIA 218.1]). In der Folge holte die IVB nach Rücksprache mit 
dem RAD (act. IIA 220) bei der Begutachtungsstelle D.________ ein bidis-
ziplinäres Verlaufsgutachten in den Fachbereichen Orthopädie und Psych-
iatrie ein (Expertise vom 5. Oktober 2021 [act. IIA 233.1-5]). Mit Vorbe-

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scheid vom 4. November 2021 (act. IIA 234) stellte die IVB die Abweisung 
des Rentenbegehrens mit der Begründung, dass kein Revisionsgrund er-
stellt sei, in Aussicht. Dagegen erhob die Versicherte am 18. November 
2021 Einwand (act. IIA 240). Nachdem sie von der IVB die Gelegenheit 
erhalten hatte, ihren Einwand nachzubessern (act. IIA 241, 242), wies die-
se das Leistungsbegehren dem Vorbescheid entsprechend mit Verfügung 
vom 18. Januar 2022 ab (act. IIA 243). 

 

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, am 17. Februar 2022 Beschwerde mit folgenden Anträgen:

1. Die Verfügung der IV-Stelle Kanton Bern vom 18. Januar 2022 sei auf-
zuheben.

2. Der Beschwerdeführerin sei rückwirkend ab dem 1. Februar 2020 ge-
stützt auf einen Invaliditätsgrad von 77.5 % fortdauernd und ununter-
brochen eine ganze Invalidenrente (100 %) auszurichten.

3. Eventualiter sei der Beschwerdeführerin rückwirkend ab dem 1. Febru-
ar 2020 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 40.48 % fortdauernd 
und ununterbrochen eine Invalidenrente von 25 % einer ganzen Rente 
auszurichten.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge. 

Mit Beschwerdeantwort vom 18. März 2022 schloss die Beschwerdegegne-
rin auf Abweisung der Beschwerde. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

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(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsgegenstand bildet die Verfügung vom 18. Januar 2022 
(act. IIA 243). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwer-
deführerin. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 In formeller Hinsicht macht die Beschwerdeführerin eine Verletzung 
des rechtlichen Gehörs geltend. Dabei beanstandet sie, die Rentenverwei-
gerung sei erfolgt, ohne auf die geltend gemachten gesundheitlichen Be-
einträchtigungen und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit einzuge-
hen. Eine umfassende und schlüssige interdisziplinäre medizinische Ab-
klärung habe nicht stattgefunden. Die angefochtene Verfügung genüge den 
Anforderungen an einen ausreichend und nachvollziehbar begründeten 
Entscheid nicht (Beschwerde S. 11 Ziff. 14). Des Weiteren bringt sie vor, 
indem die Vorinstanz das Leistungsbegehren ohne Vornahme einer Haus-

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haltsabklärung verweigert habe, habe sie das rechtliche Gehör der Be-
schwerdeführerin verletzt (Beschwerde S. 14 Ziff. 20). 

2.2 Die Parteien haben Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 
der Bundesverfassung [BV; SR 101]). Die Begründungspflicht ist wesentli-
cher Bestandteil des Anspruchs auf rechtliches Gehör im Sinne von Art. 29 
Abs. 2 BV. Sie soll verhindern, dass sich die Behörde von unsachlichen 
Motiven leiten lässt, und den Betroffenen ermöglichen, die Verfügung ge-
gebenenfalls sachgerecht anzufechten. Dies ist nur möglich, wenn sowohl 
die betroffene Person als auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Trag-
weite des Entscheids ein Bild machen können. In diesem Sinne müssen 
wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die 
Behörde hat leiten lassen und auf welche sich ihre Verfügung stützt. Dies 
bedeutet indessen nicht, dass sie sich ausdrücklich mit jeder tatbeständli-
chen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen 
muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Ge-
sichtspunkte beschränken (BGE 136 I 229 E. 5.2 S. 236, 124 V 180 E. 1a 
S. 181; SVR 2020 IV Nr. 57 S. 194 E. 3.1.2).

2.3 Nach der Rechtsprechung kann eine nicht besonders schwerwie-
gende Verletzung des rechtlichen Gehörs als geheilt gelten, wenn die be-
troffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu 
äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüfen 
kann. Die Heilung eines allfälligen Mangels soll aber die Ausnahme bleiben 
(BGE 137 I 195 E. 2.3.2 S. 197, 126 V 130 E. 2b S. 132; SVR 2021 IV Nr. 
43 S. 140 E. 4.4.1, 2020 IV Nr. 57 S. 194 E. 3.3.1). Von einer Rückweisung 
der Sache zur Gewährung des rechtlichen Gehörs an die Verwaltung ist im 
Sinne einer Heilung des Mangels selbst bei einer schwerwiegenden Verlet-
zung des rechtlichen Gehörs abzusehen, wenn und soweit die Rückwei-
sung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzöge-
rungen führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interes-
se der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache 
nicht zu vereinbaren wären (BGE 137 I 195 E. 2.3.2 S. 197; SVR 2021 IV 
Nr. 43 S. 140 E. 4.4.1, 2020 IV Nr. 57 S. 194 E. 3.3.1).

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2.4

2.4.1 Die Beschwerdegegnerin hat in der angefochtenen Verfügung vom 
18. Januar 2022 (act. IIA 243) dargelegt, warum kein Revisionsgrund vor-
liegt. Dabei hat sie sich zulässigerweise auf die wesentlichen Gesichts-
punkte beschränkt (vgl. E. 2.2 hiervor). Der Beschwerdeführerin war es 
denn auch ohne weiteres möglich, gestützt auf die Ausführungen in der 
Verfügung und die zugestellten amtlichen Akten eine ausführlich begründe-
te Beschwerde einzureichen. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs resp. 
der Begründungspflicht ist vorliegend somit nicht erfolgt (vgl. BGE 142 III 
433 E. 4.3.2 S. 436). Doch selbst wenn von einer Gehörsverletzung auszu-
gehen wäre, die indes nicht als schwerwiegend gewertet werden könnte, 
würde diese als geheilt gelten, da die Beschwerdeführerin sich vor dem 
angerufenen Gericht, das sowohl den Sachverhalt wie auch die Rechtslage 
frei überprüfen kann, äussern konnte (vgl. E. 2.2 f. hiervor).

2.4.2 Des Weiteren ist die Beurteilung, ob die erfolgte interdisziplinäre 
medizinische Abklärung der Begutachtungsstelle D.________ umfassend 
und schlüssig ist und insbesondere auch die geklagten Beschwerden 
berücksichtigt bzw. die materielle Einschätzung der Gutachter zutrifft, nicht 
eine Frage des rechtlichen Gehörs, sondern der – unter E. 4 ff. nachfol-
gend vorzunehmenden - materiellen Würdigung. 

2.4.3 Die Beschwerdegegnerin ist gestützt auf das Gutachten der Begut-
achtungsstelle D.________ davon ausgegangen, dass keine Veränderung 
des Gesundheitszustandes eingetreten ist (vgl. E. 4.5 ff. hiernach; act. IIA 
233.1 S. 15, 243 S. 1 f.). Die Vornahme einer Haushaltsabklärung erübrigte 
sich ihrer Meinung nach damit. Ob dies korrekt war, ist ebenfalls materiell 
zu prüfen. Eine Gehörsverletzung ist nicht ausgewiesen. 

3.

3.1 Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV) und weiterer Erlasse (insbesondere des ATSG) 
in Kraft getreten (AS 2021 705).  In zeitlicher Hinsicht sind - vorbehältlich 
besonderer übergangsrechtlicher Regelungen - grundsätzlich diejenigen 

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Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden 
oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 
364 E. 7.1 S. 370, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213). Zwar datiert die angefochte-
ne Verfügung vom 18. Januar 2022 (act. IIA 243), womit sie nach dem In-
krafttreten der IVG-Änderung vom 19. Juni 2020 erging. Indessen liegt der 
frühest mögliche Zeitpunkt der potentiellen Entstehung des Rentenan-
spruchs vor dem 1. Januar 2022, weshalb die Bestimmungen des IVG und 
diejenigen der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversi-
cherung (IVV, SR 831.201) in der bis 31. Dezember 2021 gültigen Fassung 
(fortan: aArt.) massgebend sind, so sieht die IV-Revision denn auch keinen 
speziellen gesetzlichen Revisionsgrund per Januar 2022 vor (vgl. auch Ziff. 
9100 f. des Kreisschreibens über Invalidität und Rente in der Invalidenver-
sicherung [KSIR]; zur Bedeutung von Verwaltungsweisungen vgl. BGE 144 
V 195 E. 4.2 S. 198). 

3.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

3.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine Ren-
te, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines 
Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % 
arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses 
Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). Gemäss aArt. 
28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, wenn die versi-
cherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn 
sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem IV-Grad von mindestens 50 % 
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad von mindes-
tens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente.

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3.4 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (aArt. 17 Abs. 1 ATSG). Wurde eine Rente bereits einmal wegen 
eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird eine neue Anmel-
dung nur geprüft, wenn die Voraussetzung nach Abs. 2 erfüllt ist (Art. 87 
Abs. 3 IVV, vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.5.3 S. 351).

3.4.1 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsge-
such ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewis-
sern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung 
des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass 
der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine 
Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls 
hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, 
um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) 
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 
117 V 198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

3.4.2 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 
ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der 
Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 
E. 2.3 S. 10; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1).

3.4.3 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren - analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG -  

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Feb. 2023, IV/22/112, Seite 9

durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materi-
ellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demje-
nigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 
112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

3.4.4 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1).

3.5 Für die Bestimmung des IV-Grades wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG).

3.6 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 181 E. 2.3). 

3.7 Bei einer Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, 
sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeeinflussende 
Änderung zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung 
drei Monate angedauert hat (Art. 88a Abs. 2 IVV). Dabei ist im Unterschied 
zu dem in Art. 88a Abs. 1 IVV geregelten Tatbestand der Verbesserung der 
Erwerbsfähigkeit nicht verlangt, dass die Änderung, nachdem sie ohne we-

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sentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat, voraussichtlich wei-
terhin andauern muss. Das gesetzliche Erfordernis einer auf Dauer gerich-
teten Änderung ist mit Ablauf der dreimonatigen Wartezeit grundsätzlich 
erfüllt (SVR 2017 IV Nr. 71 S. 220 E. 2.3.1).

4.

4.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung vom 24. Febru-
ar 2020 (act. II 171) eingetreten. Die Eintretensfrage ist deshalb vom Ge-
richt nicht zu beurteilen (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Auf die Neuanmel-
dung vom 1. Oktober 2019 (act. II 160) war die Beschwerdegegnerin nicht 
eingetreten und hat damit auch keine materielle Prüfung des Anspruchs 
vorgenommen, weshalb die entsprechende Verfügung vom 8. Januar 2020 
(act. II 166) in revisionsrechtlicher Hinsicht unbeachtlich ist (BGE 133 V 
108 E. 5.4 S. 114). 

Zu prüfen ist, ob zwischen der Verfügung vom 7. August 2018 (act. II 142) 
und der hier angefochtenen Verfügung vom 18. Januar 2022 (act. IIA 243) 
eine (potentiell) anspruchsbegründende Veränderung der erheblichen Tat-
sachen eingetreten ist (vgl. E. 3.4.1 hiervor).   

4.2 Die Verfügung vom 7. August 2018 (act. II 142) basierte massge-
blich auf dem bidisziplinären Gutachten der Begutachtungsstelle 
C.________ vom 11. September 2017 (act. II 121.1-2). Die Experten stell-
ten nach Untersuchungen in den Bereichen Orthopädie sowie Psychiatrie 
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (act. II 121.1 S. 
43):

Pseudocervicobrachialgie beidseits bei leichter Discusprotrusion C3-7 mit 
leichten Facettengelenksarthrosen und Status nach Dekompression und 
Prothesenimplantation C5/6 und C6/7 im September 2015

Pseudolumboischialgie beidseits bei Status nach Mikrodiscektomie L5/S1 
und Neurolyse S1 links im Februar 2013, Dekompression L4/5 links mit 
Neurolyse L5 links und Re-Dekompression L5/S1 links mit Re-Neurolyse 
S1 links sowie dorsaler Stabilisation L3-S1 im Februar 2014

Coxarthrose beidseits

Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, 
ICD-10: F33.1

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Feb. 2023, IV/22/112, Seite 11

Der psychiatrischer Experte legte zum Befund dar, die Beschwerdeführerin 
wirke in der Stimmung bedrückt, affektiv vermindert mitschwingend bis af-
fektlabil, weinerlich, nicht aufhellbar, psychomotorisch und im Antrieb un-
auffällig. Im Denken wirke sie negativistisch auf ihre körperlichen Be-
schwerden, ihre soziale Situation insbesondere finanzielle Situation einge-
engt und mache sich Sorgen bezüglich der Arbeitslosigkeit ihrer Tochter. 
Es würden bei fehlenden Zukunftsperspektiven Zukunftsängste und Exis-
tenzängste genannt. Die Motivation scheine vermindert und es liessen sich 
nur wenige Interessen erheben. Es würden Schlafstörungen angegeben mit 
subjektiv vermehrter Müdigkeit tagsüber. Zum Untersuchungszeitpunkt 
fänden sich keine Hinweise für vermehrte Müdigkeit oder Erschöpfung (act. 
II 121.1 S. 28). 

Der orthopädische Experte führte aus, das Ausmass der Nackenschmerzen 
sowie der deutlich abnormen Untersuchungsbefunde der Halswirbelsäule 
könne mit der im MRI sichtbaren leichten Diskusprotrusion L3-7 und den 
leichten Facettengelenksarthrosen bei Status nach Dekompression und 
Bandscheibenprothese C5/6 und C6/7 nur ungenügend erklärt werden. Bei 
radiologisch fehlender neuraler Kompression könne auch die Ausstrahlung 
der Schmerzen in sämtliche Finger nicht objektiviert werden. Die Ursache 
der Brustwirbelsäulenschmerzen bleibe bei fast unauffälligem klinischem 
Befund und insbesondere auch altersentsprechendem normalem radiologi-
schem Befund unklar. Auch das Ausmass der Schmerzen in der Lenden-
wirbelsäule sowie der präsentierten pathologischen objektiven Befunde 
derselben könnten mit dem normalen MRI-Befund nach Dekompression 
L4/5 und L5/S1 mit dorsaler Stabilisation L3-S1 nicht erklärt werden. Bei 
radiologisch fehlender neuraler Kompression könne die Ausstrahlung der 
Schmerzen in sämtliche Zehen nicht plausibilisiert werden (act. II 121.1 
S. 10).

Die Experten führten in der bidsziplinären Konsensbeurteilung aus, in der 
angestammten Tätigkeit als … betrage die Arbeitsfähigkeit seit Januar 
2016 gesamthaft bei voller Stundenpräsenz 60 %. Vorangehend habe im 
Rahmen der postoperativen Rehabilitation von September 2015 bis zu die-
sem Zeitpunkt eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Bei Tätigkeiten 
im Haushalt mit freier Zeiteinteilung betrage die Arbeitsfähigkeit ab Januar 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Feb. 2023, IV/22/112, Seite 12

2016 gesamthaft bei voller Stundenpräsenz 80 % und vorangehend habe 
ebenfalls eine dreimonatige 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden im 
Rahmen der postoperativen Rehabilitation. Seit Januar 2016 könnten Ar-
beiten ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne Stressbelastung, ohne 
erforderliche geistige Flexibilität, ohne vermehrte Kundenkontakte und oh-
ne überdurchschnittliche Dauerbelastung sowie körperlich leichte Tätigkei-
ten in temperierten Räumen, abwechslungsweise sitzend und stehend, 
ohne häufige inklinierte, reklinierte und rotierte Körperhaltungen und ohne 
häufiges Gehen, insbesondere auf Treppen und Leitern und ohne Positio-
nen in der Hocke, gesamthaft bei voller Stundenpräsenz zu 70 % zugemu-
tet werden (act. II 121.1 S. 44). 

4.3 Seit Erlass der Verfügung vom 7. August 2018 (act. II 142) präsen-
tiert sich die medizinische Aktenlage wie folgt:  

4.3.1 Der behandelnde Dr. med. E.________, Facharzt für Orthopädische 
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, hielt nach durch-
geführtem MRI der Lendenwirbelsäule (LWS; act. IIA 216 S. 11) im Bericht 
vom 2. Dezember 2019 (act. IIA 216 S. 10) fest, das MRI zeige eine links-
konvexe Lumbalskoliose bei Status nach Stabilisation zwischen L3 und S1. 
Es zeige keine relevanten Veränderungen, auch keine relevanten Steno-
sen. Auf Höhe L5/S1 links zeige sich eine leichte Vernarbung um die Ner-
venwurzel S1, aber ohne Hinweis auf Kompression. Auf Höhe Anschluss-
segmente zeige sich ebenfalls kein Hinweis auf eine grosse Spinalkanals-
tenose. Es zeige sich eine rezessale Stenose rechtsseitig mit ganz kleiner 
Diskushernie L2/3 rechts. Die bis anhin durchgeführten Therapien und 
auch Infiltrationen hätten jeweils keine relevante langfristige Besserung 
gezeigt, so dass er sicherlich mit der Beschwerdeführerin die Situation er-
läutern und allenfalls nochmals weitere Therapieschritte einleiten werde.

4.3.2 Die Ärzte des Spitals F.________ diagnostizierten im Austrittsbe-
richt vom 9. Januar 2020 (act. II 173 S. 4 f.) insbesondere eine leicht dislo-
zierte Patellaquerfraktur rechts. Die Beschwerdeführerin sei am 3. Januar 
2020 im häuslichen Umfeld gestürzt. Am 4. Januar 2020 sei sie operiert 
worden. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Feb. 2023, IV/22/112, Seite 13

4.3.3 Dr. med. E.________ berichtete am 14. Februar 2020 (act. II 173 S. 
2 f.), die Beschwerdeführerin könne wegen den starken Schmerzen, insbe-
sondere in der LWS, nicht lange sitzen oder stehen. Seiner Meinung nach 
sei sie nicht eingliederungsfähig und eine Berentung sei gerechtfertigt. 

4.3.4 Die Dres. med. G.________ und H.________, Fachärzte für Or-
thopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, führ-
ten im Bericht vom 18. Februar 2020 (act. II 173 S. 1) aus, betreffend die 
Patella rechts liege sechs Wochen nach der Operation ein regelrechtes 
Resultat vor. Die Beschwerdeführerin solle das Bein nun frei belasten, es 
bestünden keine Beweglichkeitslimiten mehr. 

4.3.5 Dr. med. I.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, diagnostizierte im Bericht vom 
17. Juli 2020 (act. II 180) einen Status nach Zuggurtungsosteosynthese am 
3. Januar 2020 bei Patellaquerfraktur, aktuell störendes Osteosynthesema-
terial bei geheilter Fraktur und ggf. beginnender sekundärer Retropatella-
rarthrose. Er habe die Beschwerdeführerin am 28. Mai 2020 in seiner 
Sprechstunde untersucht. Sie sei gestört durch die Drähte und wünsche ein 
aktives Vorgehen. Klinisch zeige sich eine vollumfängliche Beweglichkeit 
des Kniegelenkes. Die Fraktur sei geheilt bei unveränderter Zuggurtungs-
lage. 

4.3.6 Im Austrittsbericht vom 23. September 2020 (act. II 190 S. 4 ff.) des 
Spitals F.________ führten die Ärzte aus, am 22. September 2020 sei das 
Metall am rechten Knie entfernt worden. Der Verlauf sei komplikationslos 
gewesen und die postoperative Röntgenkontrolle habe regelrechte ossäre 
Verhältnisse ohne verbleibendes Osteosynthesematerial gezeigt (S. 4). 

4.3.7 Dr. med. J.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie 
und lic. phil. K.________, Fachpsychologin für Psychotherapie FSP, dia-
gnostizierten im Bericht vom 24. Februar 2021 (act. IIA 200) eine mittelgra-
dige depressive Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10: F32.10) bei 
chronischem lumboradikulärem Schmerzsyndrom (S. 5 Ziff. 2.5). Seit Jah-
ren bestehe eine depressive Symptomatik u.a. mit gedrückter Stimmung, 
Gedankenkreisen, Zukunfts- und Existenzängsten, Insuffizienzgefühlen, 
vermindertem Antrieb und passiven Todeswünschen. Daneben bestehe 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Feb. 2023, IV/22/112, Seite 14

eine chronische Schmerzproblematik, wobei die jeweilige Ausprägung der 
Schmerzen die depressive Symptomatik moduliere. Dabei gingen die so-
matischen Schmerzen der depressiven Symptomatik voraus. Infolge der 
aktuell wiederum stärkeren Schmerzen fänden parallel wieder vermehrt 
somatische Untersuchungen statt (S. 4 Ziff. 2.2). Es bestehe in der bisheri-
gen wie auch in einer angepassten Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsunfähig-
keit (S. 8 Ziff. 4.1 f.). 

4.3.8 Am 19. Februar 2021 wurde ein MRI der BWS/LWS durchgeführt 
(act. IIA 216 S. 6 f.). Dr. med. E.________ stellte daraufhin im Bericht vom 
9. März 2021 (act. IIA 216 S. 4 f.) folgende Diagnosen:

1. Lumboradikuläres Schmerzsyndrom mit/bei:
Leichter rezessaler Stenose L2/3 bds.
Status nach Dekompression und Stabilisation L3-S1
Morbus Baastrup

2. Chronisches zervikales Schmerzsyndrom mit/bei:
Status nach ACIF C5/6 und C6/7
Diskushernie zentral C3/4

3. Thorakales Schmerzsyndrom mit/bei:
Foramenstenose Th11/12 rechts

Dr. med. E.________ führte aus, anamnestisch seien die lumbalen 
Schmerzen mit Ausstrahlung über das Gesäss sowie das untere Abdomen 
und Leiste sowie in die Beine bds. sehr stark ausgeprägt. Es zeigten sich 
weiterhin keine motorischen Defizite der unteren Extremität. Die Hüfte sei 
frei beweglich, ohne Schmerzauslösung (S. 4). In der BWS zeige sich eine 
rechtsseitige transforaminale Bandscheibenprotrusion Th11/12 mit konse-
kutiver Neuroforamenstenose. Im Bereich der LWS zeige sich der Zustand 
nach dorsaler Stabilisation L3-S1. Es bestünden leichte rezessale Steno-
sen L2/3 bds. sowie eine geringe Neuroforamenstenose ebenda. Überdies 
sei eine spinale Zyste auf Höhe S2 sichtbar. 

Am 16. März 2021 führte Dr. med. E.________ eine Epiduralinfiltration L2/3 
links durch (act. IIA 216 S. 2). 

4.3.9 Dr. med. L.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
und lic. phil. K.________ führten am 12. April 2021 zu Handen der Be-
schwerdegegnerin aus, seit Jahren werde das Medikament Lexotanil ver-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Feb. 2023, IV/22/112, Seite 15

ordnet. Überdies nehme die Beschwerdeführerin Duloxetin sowie Valdoxan 
ein (act. IIA 208 S. 1 f.). 

4.3.10 Im forensisch-toxikologischen Gutachten der Begutachtungsstelle 
M.________ vom 1. Juni 2021 (act. IIA 218.1) wurde dargelegt, die nach-
gewiesenen Substanzkonzentrationen liessen darauf schliessen, dass re-
gelmässig Tramadol (zentral wirksames Schmerzmittel) sowie mehrmals 
Oxycodon (Analgetikum/Opioid) und mehrmals Bromazepam (Tranquilizer) 
eingenommen worden sei. Es sei kein regelmässiger oder übermässiger 
Alkoholkonsum nachweisbar (S. 5).

4.3.11 Das bidisziplinäre Gutachten der Begutachtungsstelle D.________ 
vom 5. Oktober 2021 (act. IIA 233.1-5) basiert vorallem auf Untersuchun-
gen in den Fachbereichen Orthopädie sowie Psychiatrie. In der interdiszi-
plinären Konsensbeurteilung stellten die Gutachter folgende Diagnosen 
(act. IIA 233.1 S. 7 f.):

Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit:

ICD-10: M35.0
Chronisches zervikozephales Schmerzsyndrom ohne Radikulopathie 
mit/bei:

- Muskulärer Dekonditionierung mit konsekutiver Fehlhaltung, Dysbalan-
ce und Haltungsinsuffizienz

- Einer Rotationseinschränkung nach links und rechts um jeweils 1/3 
- Einer Einschränkung der Seitwärtsneigung nach links und rechts um 

jeweils 1/3 
- radiologisch regelrecht einliegenden Bandscheibenprothesen in den 

Segmenten C5/6 sowie C6/7 ohne jedwede Lockerungs- /Lysezeichen
- Status nach am 4. September 2015 erfolgter Dekompression der Seg-

mente C5/6 und C6/7 mit Implantation einer Bandscheiben-Prothese 
Zero-P

ICD-10: M54.1
Chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom mit intermittierendem 
lumbospondylogenem Schmerzsyndrom ohne Radikulopathie mit/bei:

- muskulärer Dekonditionierung mit konsekutiver Fehlhaltung, Dysbalan-
ce und Haltungsinsuffizienz

- knöchern in regelrechter Stellung konsolidierter Spondylodese von L3 
auf S1 ohne jedwede Lockerungs- /Lysezeichen

- rechtsseitige transforaminale Bandscheibenprotrusion Th 11/12 mit 
konsekutiver Neuroforamenstenose sowie leichte rezessale Stenosen 
L2/3 bds. nebst geringer Neuroforamenstenose und spinaler Zyste auf 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Feb. 2023, IV/22/112, Seite 16

Höhe S2 ohne objektivierbare Neurokompression (MRI 19. Februar 
2021)

- Status nach am 25. Februar 2013 erfolgter Mikrodiskektomie L5/S1 
links mit Neurolyse der S1-Wurzel links

- Status nach am 18. Februar 2014 erfolgter Dekompression L4/5 und 
L5/S1 mit Neurolyse L5 und Re-Neurolyse S1 links nebst transpetikulä-
rer Verschraubung von L3 bis S1

ICD-10: F32.8
Chronifizierte depressive Episode mit mittelgradigem Ausprägungsgrad

ICD-10: F13.1
Iatrogen-induzierter schädlicher low-dose Gebrauch von Benzodiazepinen

Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit:

ICD-10: S82.0
Status nach am 3. Januar 2020 erlittener und mittlerweile knöchern in re-
gelrechter Stellung konsolidierter Patellaquerfraktur; ggw. ohne Beschwer-
devortrag sowie ohne Funktionseinschränkung

ICD-10: Z55
Probleme in Verbindung mit Ausbildung und Beruf

ICD-10: Z50
Probleme in Verbindung mit ökonomischen Verhältnissen 

ICD-10: Z60.2
Schwierigkeiten bei der kulturellen Eingewöhnung (unzureichende 
Deutschkenntnisse)

ICD-10: R52
Chronische Schmerzen bei Störungen des Stütz- und Bewegungsappara-
tes

Im orthopädischen Teilgutachten vom 14. September 2021 (act. IIA 233.2) 
führte Dr. med. N.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, aus, nach der Patellaquerfraktur 
vom 3. Januar 2020 habe sich diese in einer sechs Wochen postoperativ 
erfolgten klinischen und radiologischen Verlaufskontrolle in regelrechter 
Stellung konsolidiert gezeigt mit ab diesem Zeitpunkt möglicher Vollbelas-
tung und Freigabe der Mobilität (S. 63). Von der Beschwerdeführerin wür-
den diesbezüglich keine massgeblich verbliebenen Beschwerden beklagt 
(S. 65). Er gehe mit den von Dr. med. E.________ erhobenen Untersu-
chungsbefunden sowie den hieraus abgeleiteten diagnostischen Feststel-
lungen uneingeschränkt einig. In den einzelnen Testverfahren habe sich 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Feb. 2023, IV/22/112, Seite 17

eine durchgehende Konsistenz der Untersuchungsbefunde gezeigt. Die im 
Jahre 2014 erfolgte Spondylodese von L3 auf S1 erweise sich knöchern in 
regelrechter Stellung konsolidiert. Auch die im Bereich der Halswirbelsäule 
auf Höhe C5/6 sowie C6/7 einliegenden Bandscheibenprothesen erwiesen 
sich regelrecht einliegend ohne jedwede Lockerungs- und Lysezeichen. Es 
habe sich kein Anhalt für eine verbliebene Radikulopathie gezeigt. Das 
Ausmass sowie die Intensität der von der Beschwerdeführerin beklagten 
Schmerzsymptomatik könne daher unter klinischen, radiologischen und 
neurophysiologischen Kriterien nicht objektiviert werden (S. 66). Es sei von 
einem im wesentlichen unveränderten Gesundheitszustand auszugehen. 
Im Hinblick auf das Kniegelenk sei es in der Folge einer am 3. Januar 2020 
erlittenen, operationspflichtigen Patellaquerfraktur zu einer temporären 
Verschlechterung des Gesundheitszustandes gekommen. Die Patella er-
weise sich jedoch in den vorliegenden Röntgenaufnahmen in regelrechter 
Stellung konsolidiert, ohne Ausbildung einer als wesentlich anzusehenden 
Kniescheibenrückflächenarthrose. Aus orthopädisch-chirurgischer Sicht 
ergebe sich durch die Patellaquerfraktur somit eine temporäre Verschlech-
terung des Gesundheitszustandes, welche jedoch mit einer posttraumati-
schen Rehabilitationsphase von längstens sechs Monaten und somit ab 
Anfang Juli 2020 als ausgeheilt anzusehen sei (S. 72). 

Im psychiatrischen Teilgutachten vom 16. September 2021 (act. IIA 233.3) 
legte Dr. med. O.________, Facharzt für Neurologie sowie Psychiatrie und 
Psychotherapie, dar, aus psychiatrischer Sicht habe sich keine wesentliche 
Veränderung des Status ergeben. Es handle sich um eine chronifizierte 
Depression mit Weinerlichkeit, Jammern, anhedonen Beschwerden mit 
Kraftlosigkeit und Erschöpfungsgefühlen, die in ihrem Ausprägungsgrad 
keine wesentliche Veränderung aufweise und als mittelgradig einzustufen 
sei. Als Differenzialdiagnose der Anhedonie sei ein iatrogen-induzierter 
langjähriger low-dose Gebrauch von Benzodiazepinen (Lexotanil) zu be-
nennen. Dieses Benzodiazepin sei nur für den anhaltenden Gebrauch von 
maximal zwei Wochen am Stück zugelassen; es handle sich um keinen 
leitliniengetreuen Einsatz des Psychopharmakons. Es müsse durchaus 
davon ausgegangen werden, dass der fortgesetzte Substanzkonsum des 
Lexotanils Auswirkungen auf die affektive Ebene der Beschwerdeführerin 
habe (S. 27). So sei es auch vornehmlich der negativistische Verarbei-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Feb. 2023, IV/22/112, Seite 18

tungsstil der Beschwerdeführerin, der den depressiven Affekt nebst den 
psychosozialen Belastungsfaktoren begründe. Diese unterhielten das 
Störungsbild in ganz wesentlichem Masse (S. 28). Es liege ein unveränder-
ter psychischer Gesundheitszustand im Vergleich zum Referenzzeitpunkt 
vor (S. 29). Die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch den Vorgutachter 
wurde bestätigt (S. 31). 

Im interdisziplinären Konsens führten die Gutachter aus, im Vergleich zur 
Begutachtung vom 11. September 2017 bestehe im Wesentlichen ein un-
veränderter Gesundheitszustand. Die Einschätzung der verbliebenen Ar-
beitsfähigkeit wurde beibehalten (act. IIA 233.1 S. 13 ff.).

4.3.12 Dr. med. E.________ berichtete am 14. Dezember 2021 (act. IIA 
242), nach wie vor zeige sich ein gemischtes Schmerzbild, wobei alle 
Schmerzpunkte in der klinischen Untersuchung und in der Bildgebung hät-
ten objektiviert werden können. Es zeige sich einerseits ein zervikales, zer-
vikothorakales Schmerzsyndrom bei progredienter Segmentdegeneration 
C3/C4. Daneben zeigten sich eine laterale Diskushernie Th12-L1 rechts 
und Foraminalstenosen Th11/Th12 rechts, welche die thorakolumbalen 
Schmerzen mit Ausstrahlung entlang dem Rippenbogen Th12 bis in den 
Unterbauch gut erklärten. Daneben komme eine rezessale Stenose L2/L3, 
welche ebenfalls zu den Vorbildern von 2017 progredient sei. Die rezessa-
len Stenosen führten zu einer Neurokompression auf Höhe L2/L3 der Ner-
venwurzel L3. Insgesamt könne konstatiert werden, dass seit 2017 doch 
eine erhebliche Verschlechterung sowohl klinisch / radiologisch als auch 
anamnestisch stattgefunden habe (S. 2). 

4.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Feb. 2023, IV/22/112, Seite 19

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352). 

4.5

4.5.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei Erlass der vorliegend an-
gefochtenen Verfügung auf das Verlaufsgutachten der Begutachtungsstelle 
D.________ vom 5. Oktober 2021 (act. IIA 233.1-5). Diese Expertise erfüllt 
die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert eines 
Gutachtens gestellten Anforderungen (vgl. E. 4.4 hiervor), weshalb ihr volle 
Beweiskraft zukommt. Die darin enthaltenen Ausführungen und Feststel-
lungen beruhen auf eingehenden fachärztlichen Abklärungen und sind in 
Kenntnis der Vorakten sowie unter Berücksichtigung der geklagten Ein-
schränkungen getroffen worden. Gestützt darauf haben die Gutachter die 
medizinischen Zusammenhänge einleuchtend und die daraus gezogenen 
Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand sowie zur medizinisch-
theoretisch zumutbaren Arbeitsfähigkeit nachvollziehbar begründet und 
überzeugend dargestellt. Sie setzten sich in den jeweiligen Teilgutachten 
wie auch in der interdisziplinären Einschätzung mit der Frage nach einer 
relevanten Veränderung des Gesundheitszustandes im massgebenden 
Vergleichszeitraum (vgl. E. 4.1 hiervor) auseinander (act. IIA 233.1 S. 15, 
233.2 S. 72, 233.3. S. 31).   

Gemäss Dr. med. O.________ liegt in psychiatrischer Hinsicht ein unver-
änderter Gesundheitszustand vor. Er legte nachvollziehbar und überzeu-
gend dar, dass sich der Psychostatus absolut vergleichbar zum Referenz-
zeitpunkt darstelle (act. IIA 233.3 S. 24, 233.3 S. 17, act. II 121.1 S. 28) 
und diagnostizierte schlüssig eine chronifizierte depressive Episode mittel-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Feb. 2023, IV/22/112, Seite 20

gradiger Ausprägung (ICD-10: F32.8) sowie einen Iatrogen-induzierten 
schädlichen low-dose Gebrauch von Benzodiazepinen (ICD-10: F13.1; die 
Beschwerdeführerin nimmt seit Jahren Lexotanil [Bromazepam] ein [vgl. 
act. IIA 208 S. 1 f., 218.1 S. 5]). Überdies sind gemäss dem psychiatrischen 
Gutachter weiterhin psychosoziale Belastungsfaktoren (schwierige finanzi-
elle Situation, berufliche Perspektivenlosigkeit, Sprachbarriere) vorhanden, 
die das Krankheitsgeschehen ganz wesentlich unterhalten (act. IIA 233.3 
S. 28). 

In orthopädischer Hinsicht ist gemäss Dr. med. N.________ ebenfalls von 
einem im wesentlichen unveränderten Gesundheitszustand auszugehen 
(act. IIA 233.2 S. 72). Die im Jahr 2014 erfolgte Spondylodese von L3 auf 
S1 erweist sich knöchern in regelrechter Stellung konsolidiert. Auch die im 
Bereich der Halswirbelsäule auf Höhe C5/6 sowie C6/7 einliegenden Band-
scheibenprothesen sind regelrecht einliegend. Eine verbliebene Radikulo-
pathie war nicht vorhanden (act. IIA 233.2 S. 69). Die Beschwerdeführerin 
ist nach wie vor in der biomechanischen Funktion ihrer Hals- und Lenden-
wirbelsäule limitiert mit einer daraus erwachsenden Einschränkung der 
Steh- und Gehfähigkeit (act. IIA 233.2 S. 69). Das Ausmass sowie die In-
tensität der von der Beschwerdeführerin beklagten Schmerzsymptomatik 
konnte indessen vom Vorgutachter (act. II 121.1 S. 10) wie auch von Dr. 
med. N.________ unter klinischen, radiologischen und neurophysiologi-
schen Kriterien nicht objektiviert werden (act. IIA 233.2 S. 66). 

Mit Blick auf die Akten überzeugen die Ausführungen der Gutachter, wo-
nach im Vergleich zur Begutachtung vom 11. September 2017 im Wesent-
lichen ein unveränderter Gesundheitszustand besteht und die Arbeitsfähig-
keit in einer angepassten Tätigkeit aus bidisziplinärer Sicht nach wie vor  
70 % beträgt (act. II 121.1 S. 44, act. IIA 233.1 13 ff.).

4.5.2 Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, sowohl Dr. med. 
E.________ als auch Dr. med. J.________ attestierten eine 100%ige Ar-
beitsunfähigkeit, weshalb von einer Verschlechterung auszugehen sei (Be-
schwerde S. 8), kann sie daraus nichts zu ihren Gunsten ableiten.

Der orthopädische Gutachter bestätigte die vom behandelnden Dr. med. 
E.________ erhobenen Untersuchungsbefunde sowie die daraus abgelei-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Feb. 2023, IV/22/112, Seite 21

teten diagnostischen Feststellungen (act. IIA 233.2 S. 66). Soweit sich im 
MRI der BWS/LWS am 19. Februar 2021 eine rechtsseitige transforaminale 
Bandscheibenprotrusion Th 11/12 mit konsekutiver Neuroforamenstenose 
sowie leichte rezessale Stenosen L2/3 bds. nebst geringer Neuroforamens-
tenose zeigten (act. IIA 216 S. 4 f., S. 6 f., 233.1 S. 7), bedeutet eine weite-
re Diagnosestellung nur dann eine revisionsrechtlich relevante gesundheit-
liche Verschlechterung, wenn die veränderten Umstände den Rentenan-
spruch berühren (BGE 141 V 9 E. 5.2 S. 12; SVR 2020 IV Nr. 25 S. 84 E. 
3). Dies ist namentlich dann der Fall, wenn die neu diagnostizierte(n) 
Krankheit(en) oder bereits bisher bestehende aber veränderte Gesund-
heitsschäden sich in qualitativer Hinsicht (Zumutbarkeitsprofil) oder quanti-
tativer Hinsicht (zumutbares Ausmass einer Arbeit in einer angepassten 
Tätigkeit) – im Vergleich zum früher formulierten Beschäftigungsgrad und 
Zumutbarkeitsprofil – wesentlich auswirken. Dr. med. E.________ hat in 
seinem – nach Erlass des Vorbescheids vom 4. November 2021 (act. IIA 
234) – erstellten Bericht vom 14. Dezember 2021 (act. IIA 242 S. 2) zwar 
ausgeführt, dass seit 2017 eine erhebliche Verschlechterung stattgefunden 
habe. Er legte aber nicht näher dar, weshalb (weitere) funktionelle Ein-
schränkungen in Bezug auf die bereits reduzierte 70%ige Arbeitsfähigkeit 
in einer angepassten körperlich leichten Tätigkeit (act. II 121.1 S. 44) be-
stehen sollen. 

Die Dres. med. E.________ und J.________ vermögen in ihren Berichten 
keine Aspekte zu benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt 
oder ungewürdigt geblieben sind (vgl. SVR 2019 UV Nr. 31 S. 117 E. 3, 
2017 IV Nr. 49 S. 148 E. 5.5). Bei den durch sie attestierten höheren Ar-
beitsunfähigkeiten (act. II 173 S. 2 f., act. IIA 200 S. 8 Ziff. 4.2) handelt es 
sich lediglich um eine revisionsrechtlich unerhebliche unterschiedliche Be-
urteilung des im Wesentlichen gleich gebliebenen Gesundheitszustandes 
(BGE 147 V 161 E. 4.2 S. 164, 144 I 103 E. 2.1 S. 105).

4.5.3 Seit der Neuanmeldung vom 24. Februar 2020 (act. II 171) lag auch 
keine vorübergehende höhere Arbeitsunfähigkeit vor, welche einen befris-
teten Rentenanspruch zu begründen vermöchte. Die Patellaquerfraktur 
vom 3. Januar 2020 zeigte sich sechs Wochen postoperativ in regelrechter 
Stellung konsolidiert mit ab diesem Zeitpunkt möglicher Vollbelastung und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Feb. 2023, IV/22/112, Seite 22

Freigabe der Mobilität (act. II 173 S. 1; IIA 233.2 S. 63). Zwar wurde für 
weitere sechs Wochen eine Arbeitsunfähigkeit attestiert. Insgesamt dauerte 
die Arbeitsunfähigkeit aber weniger als drei Monate an (vgl. Art. 88a Abs. 2 
IVV; vgl. E. 3.7 hiervor). Die Beschwerdeführerin fühlte sich in der Folge 
gestört durch die Drähte im Knie, worauf diese im September 2020 entfernt 
wurden. Eine längerdauernde Arbeitsunfähigkeit lag aber auch hier nicht 
vor (act. II 180 S. 2, 190 S. 4 ff.).

4.6 Zusammenfassend ist gestützt auf das beweiskräftige und überzeu-
gende Verlaufsgutachten der Begutachtungsstelle D.________ vom 5. Ok-
tober 2021 (act. IIA 233.1-5) erstellt, dass seit der Verfügung vom 7. Au-
gust 2018 (act. II 142) keine Veränderung des Gesundheitszustandes ein-
getreten ist, welche geeignet ist den Invaliditätsgrad und somit den Ren-
tenanspruch zu beeinflussen. Damit fehlt es an einem medizinischen Neu-
anmeldungsrund. Auch in erwerblicher oder sonstiger tatsächlicher Hinsicht 
ist eine Veränderung weder ersichtlich noch wird eine solche geltend ge-
macht, weshalb auch diesbezüglich kein Neuanmeldungsgrund vorliegt. 
Mangels eines solchen ist eine allseitige Prüfung des Leistungsanspruchs 
nicht statthaft, womit sich die Durchführung eines Einkommensvergleichs 
erübrigt. Bei fehlenden Hinweisen auf eine Statusänderung oder wesentli-
che Veränderung im Haushaltsbereich war im Übrigen auch keine neue 
Haushaltsabklärung angezeigt.

5.

Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 18. Januar 
2022 (act. IIA 243) nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Be-
schwerde abzuweisen. 

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Feb. 2023, IV/22/112, Seite 23

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, sind entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin zur Bezah-
lung aufzuerlegen und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe 
zu entnehmen.

6.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g 
ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen. 

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Die Kammerpräsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.