# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5cff48cf-1aef-58ee-bd5e-b9d581c82b54
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-09-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.09.2009 C-5934/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-5934-2008_2009-09-18.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-5934/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 8 .  S e p t e m b e r  2 0 0 9

Richter Andreas Trommer (Vorsitz), 
Richter Bernard Vaudan, 
Richterin Elena Avenati-Carpani, 
Gerichtsschreiberin Denise Kaufmann.

K._______, 
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Visum zu Besuchszwecken.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-5934/2008

Sachverhalt:

A.
Der aus dem Kosovo stammende N._______, geboren 1970 (im Fol-
genden: Gesuchsteller), beantragte am 4. Juli 2008 bei der Schweize-
rischen Vertretung in Pristina ein Visum für einen dreimonatigen Be-
suchsaufenthalt bei seinem Bruder K._______ (im Folgenden: Gastge-
ber bzw. Beschwerdeführer) in G._______ (LU). Die Schweizer Vertre-
tung weigerte sich, ein Visum in eigener Kompetenz zu erteilen, und 
leitete das Gesuch zur Prüfung und zum Entscheid an die Vorinstanz 
weiter. 

B.
Zum Antrag begrüsst, holte das Amt für Migration des Kantons Luzern 
beim Gastgeber ergänzende Auskünfte ein und leitete sie an die Vorin-
stanz  weiter. Letztere  lehnte  es  in  einer  Verfügung  vom 28.  August 
2008 ab, das beantragte Besuchsvisum zu erteilen. Dies mit der Be-
gründung, die anstandslose und fristgerechte Wiederausreise nach ei-
nem Besuchsaufenthalt  könne nicht  als gesichert  betrachtet werden. 
Dabei gelte es einerseits die politische bzw. sozioökonomische Situati-
on  im Heimatland  sowie  die  persönlichen  Verhältnisse und anderer-
seits  den  Umstand  zu  berücksichtigen,  dass  der  Gesuchsteller  sich 
anlässlich seines letzten Besuchs in der Schweiz nicht an die bewillig-
te  Aufenthaltsdauer  von 30  Tagen gehalten  habe,  vielmehr  während 
mehr als vier Monaten hier geblieben sei.

C.
Mit Beschwerde vom 5. September 2008 beantragt der Gastgeber im-
plizit die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und die Erteilung 
des  Besuchsvisums. Zur  Begründung  bringt  er  sinngemäss  vor,  die 
Vorinstanz habe seine persönlichen Interessen an der Verwirklichung 
des Besuchs zu wenig berücksichtigt.

D.
Die Vorinstanz hält in ihrer Vernehmlassung vom 5. November 2008 an 
der  angefochtenen  Verfügung  fest  und  schliesst  auf  Abweisung  der 
Beschwerde. Aufgrund der Tatsache, dass der Gesuchsteller sich an-
lässlich seines letzten Besuchs nicht an die bewilligte Aufenthaltsdau-
er von 30 Tagen gehalten habe,  bestehe das Risiko einer wiederum 
nicht fristgerechten Wiederausreise. Es sei sogar zu befürchten, dass 

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der  Gesuchsteller  einen  erneuten  Aufenthalt  hier  zur  illegalen  Er-
werbstätigkeit missbrauchen könnte.

E.
Der Beschwerdeführer machte von dem ihm eingeräumten Recht auf 
Replik keinen Gebrauch.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 
Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden ge-
gen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von 
einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden. Darunter 
fallen  u.a. Verfügungen des BFM,  mit  denen  die  Erteilung  eines  Vi-
sums zu Besuchszwecken verweigert wird. In dieser Materie urteilt das 
Bundesverwaltungsgericht endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundes-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Sofern  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  nichts  anderes  bestimmt, 
richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  nach 
dem VwVG (Art. 37 VGG).

1.3 Der Beschwerdeführer  ist  gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur  Be-
schwerde berechtigt. Auf  die  frist-  und formgerechte Beschwerde ist 
einzutreten (Art. 50–52 VwVG).

2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde 
als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Rechts-  und  Sachlage  zum  Zeitpunkt  seines  Ent-

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scheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten Ur-
teils 2A.451/2002 vom 28. März 2003).

3.
Das  schweizerische  Ausländerrecht  kennt  weder  ein  allgemeines 
Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf 
Erteilung eines Visums. Die Schweiz ist  daher – wie andere Staaten 
auch – grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Ausländern 
die Einreise zu gestatten. Vorbehältlich völkerrechtlicher Verpflichtun-
gen handelt  es sich dabei um einen autonomen Entscheid (vgl. Bot-
schaft  zum  Bundesgesetz  über  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 
8. März 2002, BBl 2002 3774; BGE 133 I 185 E. 2.3 S. 189).

4.
4.1 Ausländerinnen  und  Ausländer  benötigen  zur  Einreise  in  die 
Schweiz bzw. den Schengenraum für einen Aufenthalt von höchstens 
drei Monaten gültige Reisedokumente, die zum Grenzübertritt berech-
tigen, und ein Visum, sofern dieses erforderlich ist (vgl. Art. 5 Abs. 1 
Bst. a des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Auslän-
derinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20],  Art. 2 Abs. 1 der Verord-
nung vom 22. Oktober 2008 über die Einreise und die Visumerteilung 
[VEV, SR 142.204]  i.V.m. Art. 5  Abs. 1  Bst. a  und  b  der  Verordnung 
[EG] Nr. 562/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 
15. März 2006 über einen Gemeinschaftskodex für das Überschreiten 
der Grenzen durch Personen [nachfolgend: Schengener Grenzkodex, 
SGK, ABl. L 105 vom 13.04.2006, S. 1-32]).

4.2 Im Weiteren müssen sie den Zweck und die Umstände ihres beab-
sichtigten Aufenthalts belegen und hierfür über ausreichende finanziel-
le Mittel verfügen (Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK, Art. 5 Abs. 1 Bst. b AuG); 
sie  dürfen zudem nicht  im Schengener Informationssystem (SIS) zur 
Einreiseverweigerung  ausgeschrieben sein  und keine Gefahr  für  die 
öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öffentliche Gesundheit 
oder  die  internationalen Beziehungen eines  Mitgliedstaats  darstellen 
(Art. 5 Abs. 1 Bst. d und e SGK, Art. 5 Abs. 1 Bst. c AuG). Namentlich 
müssen Ausländerinnen und Ausländer für die gesicherte Wiederaus-
reise Gewähr bieten, wenn nur ein vorübergehender Aufenthalt vorge-
sehen ist (Art. 5 Abs. 2 AuG, vgl. dazu Urteile des Bundesverwaltungs-
gerichts C-1509/2008 vom 13. Februar 2009 E. 5.2 und E. 5.3 sowie 
C-3013/2008 vom 14. Februar 2009 E. 5.2 und E. 5.3). Hinsichtlich der 
in Frage kommenden Belege zur Glaubhaftmachung des Aufenthalts-

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zwecks  verweist  Art. 5  Abs. 2  SGK  auf  den  Anhang I.  Art. 5  Abs. 3 
SGK  sowie  Art. 2  Abs. 2  und  Art. 7–11  VEV  regeln  ausführlich  das 
Einreiseerfordernis der ausreichenden finanziellen Mittel.

5.
Gemäss Anhang I zur Verordnung (EG) Nr. 539/2001 des Rates vom 
15. März 2001 (ABl. L 81 vom 21.03.2001, S. 1–7) unterliegt der Ge-
suchsteller aufgrund seiner Staatsbürgerschaft der Visumspflicht. 

6.
Verfahren, die am 12. Dezember 2008 (Datum der Inkraftsetzung des 
Abkommens  vom  26.  Oktober  2004  zwischen  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft,  der  Europäischen  Union  und  der  Europäischen 
Gemeinschaft  über  die  Assoziierung  dieses  Staates  bei  der  Umset-
zung, Anwendung und Entwicklung des Schengen-Besitzstands [SAA, 
SR 0.360.268.1]) hängig sind, werden nach neuem Recht fortgeführt 
(Art. 57 VEV).

7.
Wenn es zu beurteilen gilt, ob das Kriterium der gesicherten Wieder-
ausreise  erfüllt  ist,  muss ein  zukünftiges  Verhalten  beurteilt  werden. 
Dazu lassen sich in der Regel keine gesicherten Feststellungen, son-
dern lediglich Prognosen treffen. Dabei rechtfertigt es sich durchaus, 
Einreisegesuchen von Bürgerinnen und Bürgern aus Staaten bzw. Re-
gionen  mit  politisch  oder  wirtschaftlich  vergleichsweise  ungünstigen 
Verhältnissen zum vornherein mit Zurückhaltung zu begegnen, da die 
persönliche Interessenlage in solchen Fällen häufig nicht mit dem Ziel 
und Zweck einer befristeten Einreisebewilligung in Einklang steht. 

8.
8.1 Die Vorinstanz wirft dem Gesuchsteller in erster Linie vor, anläss-
lich seines letzten Besuchs in der Schweiz Visumsbestimmungen ver-
letzt  zu  haben.  Sie  leitet  daraus  sowie  gestützt  auf  die  allgemeine 
Situation  und  die  persönlichen  Verhältnisse  des  Gesuchstellers  ab, 
dass  nicht  genügend  Gewähr  für  eine  anstandslose  Wiederausreise 
nach dem beantragten Besuchsaufenthalt bestehe. 

8.2 Gemäss  den  Feststellungen  der  Schweizerischen  Botschaft  in 
Pristina in einem an die Vorinstanz gerichteten Schreiben vom 4. Juli 
2008 hat diese Vertretung dem Gesuchsteller am 27. Februar 2007 in 
eigener  Kompetenz  ein  Visum ausgestellt,  das  zu  einem 30-tägigen 
Aufenthalt  in  der  Schweiz berechtigte. Aus entsprechenden Passein-

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trägen ergebe sich nun, dass der Gesuchsteller am 2. März 2007 über 
den Flughafen Zürich eingereist, die Schweiz dann aber zu einem un-
bekannten  Zeitpunkt  auf  dem  Landweg  wieder  verlassen  habe  und 
über  Italien  und Albanien in  sein  Heimatland zurückgekehrt  sei. Die 
Einreise in Albanien sei am 21. Juli 2007 erfolgt. Daraus schloss die 
Vertretung, dass der Gesuchsteller über vier  Monate in der Schweiz 
verblieben und anschliessend ohne das dazu notwendige Visum über 
Italien  ausgereist  sei.  Der  Schluss,  dass  der  Gesuchsteller  sich  die 
ganze Zeit in der Schweiz aufgehalten und anschliessend ohne Verzug 
über  Italien  nach Albanien gelangte,  scheint  zwar  aufgrund der  vor-
handenen Unterlagen nicht als erstellt. Es kann theoretisch nicht aus-
geschlossen werden, dass er sich vor seiner Ausreise nach Albanien 
noch über längere Zeit in Italien aufgehalten hat. Andererseits verfügte 
er offenbar nicht über ein Transitvisum für Italien, dürfte somit entspre-
chende Vorschriften dieses Staates missachtet  haben. Kommt hinzu, 
dass der Beschwerdeführer die gestützt auf die Erkenntnisse der Bot-
schaft von der Vorinstanz sowohl in der angefochtenen Verfügung wie 
auch  in  der  Vernehmlassung  erhobenen  Vorhaltungen  in  seiner 
Rechtsschrift nicht bestritt bzw. auf die Vernehmlassung nicht replizier-
te. 

8.3 Schon vor diesem Hintergrund ist nicht zu beanstanden, wenn die 
Vorinstanz Zweifel an der Bereitschaft  des Gesuchstellers hegte, die 
Schweiz nach einem Besuchsaufenthalt  fristgerecht  und anstandslos 
wieder zu verlassen. 

9.
9.1 Im weitern hat die Vorinstanz im Zusammenhang mit der Risiko-
einschätzung für  ein  nicht  rechtskonformes  Verhalten  aber  auch  auf 
die allgemeinen und persönlichen Verhältnisse des Gesuchstellers ver-
wiesen.

9.2 Der Gesuchsteller lebt im inzwischen unabhängigen und von der 
Schweiz als Staat anerkannten Kosovo. Die Sicherheitslage in dieser 
Region konnte zwar im Verlaufe der letzten Jahre weitgehend stabili-
siert werden und der Wiederaufbau von Administration und Infrastruk-
tur ist unter Beteiligung internationaler Organisationen und Staatenge-
meinschaften  in  Gang  gekommen.  Aus  wirtschaftlicher  Sicht  ist  es 
aber trotz grosser internationaler Unterstützung bisher nicht gelungen, 
eine Wachstumsdynamik im Kosovo einzuleiten; es herrscht wirtschaft-
liche  Stagnation  und  die  Arbeitslosigkeit  bleibt  hartnäckig  hoch.  So 

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sind  mehr  als  die  Hälfte  der  Erwerbsfähigen  ohne  oder  zumindest 
ohne regelmässiges Einkommen. Der Armutsanteil der Bevölkerung im 
Kosovo lag im Jahr 2008 bei 45%; 15% der Staatsbürger leben sogar 
in extremer Armut (vgl. <http://      www.worldbank.org      >, Countries > Euro-
pe and Central Asia > Kosovo > Overview > Country Brief 2009 [upda-
ted April 2009], besucht im September 2009). Der Zuwanderungsdruck 
aus dieser  Region ist  dementsprechend hoch,  was sich auch in  der 
schweizerischen  Asylstatistik  widerspiegelt.  So  stammten  im  Jahr 
2008 7.8% der Asylsuchenden aus dem Gebiet von Serbien und Koso-
vo. Diese Region stand damit  in  der  Statistik  der Asylgesuche nach 
Nationen an vierter Stelle (vgl. kommentierte BFM-Asylstatistik 2008, 
S. 9). Seit dem 1. April 2009 gelten Serbien und Kosovo zwar als ver-
folgungssichere Staaten (so genannte Safe Countries),  dies gemäss 
Beschluss des Bundesrats vom 6. März 2009. Es wird sich aber zeigen 
müssen, ob und falls ja welchen Einfluss dies auf künftige Asylbewer-
berzahlen haben wird. Immerhin stellten im 2. Quartal 2009 noch 142 
Personen aus dem Kosovo hier ein Asylgesuch. Kosovo liegt damit in 
der Quartalsstatistik der Asylgesuche nach Nationen an sechster Stel-
le (vgl. kommentierte Asylstatistik des BFM 2. Quartal 2009, S. 2).

9.3 Den persönlichen Verhältnissen kommt bei der Risikoanalyse zent-
rale Bedeutung zu. Obliegt  einem Gesuchsteller  oder  einer  Gesuch-
stellerin im Heimatland beispielsweise eine besondere berufliche, ge-
sellschaftliche  oder  familiäre  Verantwortung,  kann  dieser  Umstand 
durchaus die Prognose für eine anstandslose Wiederausreise begüns-
tigen. Umgekehrt  muss bei Gesuchstellern, die in ihrer Heimat keine 
besonderen Verpflichtungen haben, das Risiko für ein fremdenpolizei-
lich nicht vorschriftsgemässes Verhalten (nach bewilligter Einreise zu 
einem Besuchsaufenthalt) hoch eingeschätzt werden. 

9.4
9.4.1 Beim Gesuchsteller handelt es sich um einen 39-jährigen, ver-
heirateten Mann, der – soweit aus den Akten ersichtlich – Vater zweier 
Kinder ist. Als Ehemann und Vater dürfte er zwar familiäre Verpflich-
tungen vor Ort haben. Diese sind jedoch insofern zu relativieren, als er 
ohne zwingenden Grund gleich für  volle  drei  Monate in  die Schweiz 
reisen möchte. Der Umstand, dass ein Gast nahe Familienangehörige 
im Heimatland zurück lässt, kann zudem für sich allein die Prognose 
einer fristgerechten und anstandslosen Wiederausreise nicht begünsti-
gen. Wesentliche Bedeutung kommt hier den wirtschaftlichen Verhält-
nissen zu, in denen sich die Betroffenen befinden. Denn der Wille zur 

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http://www.worldbank.org/
http://www.worldbank.org/

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Emigration ist häufig auch mit der Hoffnung verbunden, zurückbleiben-
de Familienangehörige aus dem Ausland effizienter unterstützen bzw. 
später nachziehen zu können.

9.4.2 Der Gesuchsteller geht keiner Erwerbstätigkeit nach; in seinem 
Visumsantrag hat er hat sich selbst als arbeitslos bezeichnet. Darüber 
hinaus ist auch nicht bekannt, wie er seinen Lebensunterhalt bestreitet 
und in welchen wirtschaftlichen Verhältnissen er und seine Familienan-
gehörigen leben. Demnach sind bei ihm in beruflicher und wirtschaftli-
cher Hinsicht keine Umstände erkennbar, die von einer Emigration ab-
halten könnten. Im Gegenteil: Da der Gesuchsteller bereits 39 Jahre 
alt ist und seine Chancen auf eine feste Arbeitsstelle und damit auf ein 
geregeltes Einkommen wohl auch in naher Zukunft kaum besser wer-
den, könnte er einen Aufenthalt in der Schweiz durchaus dazu benut-
zen, hier illegal einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, und dies mögli-
cherweise auch länger als drei Monate. Entsprechende Bedenken äus- 
serte  die Vorinstanz in ihrer  Vernehmlassung. Der Beschwerdeführer 
seinerseits verzichtete auf eine Stellungnahme, obwohl ihm dazu Ge-
legenheit geboten wurde.

9.5 Die  Vorinstanz  durfte  demnach  auch  vor  dem  allgemeinen  und 
persönlichen  Hintergrund  davon  ausgehen,  das  keine  hinreichende 
Gewähr  für  eine  fristgerechte  und anstandslose Wiederausreise  des 
Gesuchstellers nach einem Besuchsaufenthalt besteht.

10.
Aus vorstehenden Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfügung 
im Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde 
ist daher abzuweisen.

11.
Entsprechend  dem  Ausgang  des  Verfahrens  wird  der  unterliegende 
Beschwerdeführer kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG, Art. 1, 2 und 3 
Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [SR 173.320.2]).

Dispositiv S. 9

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 700.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt  und mit  dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss 
verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. ZEMIS 1477593.8 retour)
- das Amt für Migration des Kantons Luzern.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Andreas Trommer Denise Kaufmann

Versand: 

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