# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 800a90d8-c8ab-5ce3-b39c-352e9789ba27
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-21
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 21.05.2024 VBE.2023.507
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2023-507_2024-05-21.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

4. Kammer 

 

VBE.2023.507 / mt / ks       
Art. 67 

  

Urteil vom 21. Mai 2024 
 
 

Besetzung  Oberrichter Roth, Präsident  

Oberrichterin Fischer  

Oberrichterin Jacober  

Gerichtsschreiberin i.V. Tschan 

 

 
   

Beschwerde- 

führer  

 A._____  

vertreten durch Oskar Gysler, Rechtsanwalt,  

Schweizergasse 8, 8001 Zürich  

 

 
   

Beschwerde- 

gegnerin  

 SVA Aargau, IV-Stelle, Bahnhofplatz 3C, Postfach, 5001 Aarau  

 

 
   

Beigeladene   B._____  

 

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend IVG Renten 

(Verfügung vom 26. Oktober 2023) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Der 1967 geborene Beschwerdeführer meldete sich infolge unfallbedingter 

gesundheitlicher Beeinträchtigungen (Unfallereignis vom 24. September 

2020) am 12. April 2021 bei der Beschwerdegegnerin zum Bezug von Leis-

tungen (berufliche Integration, Rente) der Eidgenössischen Invalidenversi-

cherung (IV) an. Die Beschwerdegegnerin tätigte daraufhin berufliche und 

medizinische Abklärungen, holte die Akten der Unfallversicherung ein und 

liess den Beschwerdeführer auf Empfehlung des Regionalen Ärztlichen 

Dienstes (RAD) begutachten (Gutachten der SMAB AG, St. Gallen 

[SMAB], vom 14. Juli 2023). Mit Verfügung vom 26. Oktober 2023 wies sie 

das Rentenbegehren – in Bestätigung ihres Vorbescheids vom 20. Januar 

2022 – ab. 

 

2. 

2.1. 

Gegen die Verfügung vom 26. Oktober 2023 erhob der Beschwerdeführer 

mit Eingabe vom 30. November 2023 fristgerecht Beschwerde und stellte 

folgende Rechtsbegehren: 

 

"1. Die Verfügung vom 26. Oktober 2023 sei vollumfänglich aufzuhe-
ben; 

 
2. Es sei der Beschwerdeführer eine halbe IV-Rente zuzusprechen; 

 
3. Eventualiter sei eine erneute neuropsychologische Begutachtung 

durchzuführen; 
 
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich MWST) zu Las-

ten der Beschwerdegegnerin." 

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 29. Januar 2024 beantragte die Beschwerdegeg-

nerin die Abweisung der Beschwerde. 

 

2.3. 

Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 1. Februar 2024 wurde die be-

rufliche Vorsorgeeinrichtung des Beschwerdeführers im Verfahren beigela-

den und ihr Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben. Diese liess sich in 

der Folge nicht vernehmen. 

 

  

 - 3 - 

 

 

 

   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

1.1. 

Die Beschwerdegegnerin begründete die Abweisung des Rentenbegeh-

rens im Wesentlichen damit, dass der Beschwerdeführer in der ange-

stammten Tätigkeit zwar zu 100 % arbeitsunfähig, in einer angepassten 

Tätigkeit indes zu 100 % arbeitsfähig sei und damit ein rentenausschlies-

sendes Einkommen erzielen könne (Vernehmlassungsbeilage [VB 55]). 

Der Beschwerdeführer stellt sich demgegenüber im Wesentlichen auf den 

Standpunkt, die Beschwerdegegnerin sei bei der Bemessung des Invalidi-

tätsgrades von einem zu tiefen Validen- und von einem zu hohen Invaliden-

einkommen ausgegangen. Richtigerweise sei beim Einkommensvergleich 

einerseits auf den im Jahr 2019 erzielten Bruttolohn und andererseits auf 

den aufgrund seiner verminderten kognitiven Leistungsfähigkeit um 

25 %reduzierten massgebenden Tabellenlohnabzustellen, was zu einem 

Anspruch auf eine halbe Invalidenrente führe (Beschwerde S. 2 ff.). 

 

1.2. 

Streitig und zu prüfen ist demnach, ob die Beschwerdegegnerin das Ren-

tenbegehren des Beschwerdeführers mit Verfügung vom 26. Oktober 2023 

(VB 55) zu Recht abgewiesen hat. 

 

2. 

In der angefochtenen Verfügung vom 26. Oktober 2023 stützte sich die Be-

schwerdegegnerin in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf das or-

thopädisch-psychiatrisch-internistisch-neurologisch-neuropsychologische 

SMAB-Gutachten vom 14. Juli 2023 (VB 50.1 ff.). Darin wurden nachfol-

gende Diagnosen gestellt (VB 50.1 S. 4): 

 

"Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (letzte Tätigkeit) 
 
1. Zervikalneuralgie mit zervikogenen Kopfschmerzen (ICD-10: 

M54.2) 
 
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (letzte Tätigkeit) 
 
1. Beginnende degenerative HWS-, BWS- und LWS-Veränderungen 

mit Osteochondrosen ohne Funktionseinschränkungen und ohne 
radikuläre Symptomatik (ICD-10: M42.10) 

 
2. Sonstige Reaktion auf schwere Belastung (ICD-10: F43.8) 
 
3. V.a. Gastritis (ICD-10: K29.7)" 

 

Aus interdisziplinärer Sicht sei der Beschwerdeführer seit dem 24. Septem-

ber 2020 in der angestammten Tätigkeit als Bauarbeiter/Bohrmeister 

(VB 50.1 S. 3) zu 50 % arbeitsfähig bei zumutbarer ganztägiger Präsenz 

 - 4 - 

 

 

und der Erforderlichkeit zusätzlicher Pausen. Dabei seien ihm kein Heben 

und Tragen von über 25 kg sowie keine Zwangshaltungen mehr möglich. 

In einer angepassten Tätigkeit , welche ein Heben und Tragen von Lasten 

bis maximal 25 kg, keine Arbeiten in längeren Vorneige- oder Zwangshal-

tungen, nur selten knieende oder hockende Tätigkeiten und keine Über-

kopfarbeiten erfordere und in einer Wechselbelastung zwischen Sitzen, 

Stehen und Gehen ausgeübt werden könne, sei der Beschwerdeführer zu 

100 % arbeitsfähig. In einer angepassten Tätigkeit, sei auch retrospektiv 

eine längerfristige Arbeitsunfähigkeit nicht begründet (VB 50.1 S. 5 f.).  

 

3. 

3.1. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob die-

ser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medi-

zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situ-

ation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet 

sind (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352). 

 

3.2. 

Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingehol-

ten Gutachten von externen Spezialärzten, welche auf Grund eingehender 

Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Be-

richt erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergeb-

nissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerken-

nen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exper-

tise sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 470; 125 V 351 E. 3b/bb S. 353). 

 

3.3. 

Das SMAB-Gutachten vom 14. Juli 2023 wird den von der Rechtsprechung 

formulierten Anforderungen an eine beweiskräftige medizinische Stellung-

nahme gerecht. Das Gutachten ist in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

erstellt worden (VB 50.1 S. 9 ff.), gibt die subjektiven Angaben des Be-

schwerdeführers ausführlich wieder (VB 50.2 S. 3 f.; 50.3 S. 2 ff.; 50.4 

S. 3 f.; 50.5 S. 2 ff.; 50.6 S. 2 f.), beruht auf fundierten Untersuchungen 

(VB 50.2 S. 5 ff.; 50.3 S. 5 ff.; 50.4 S. 5.; 50.5 S. 6.; 50.6 S. 3 ff.) und die 

Gutachter setzten sich eingehend mit den subjektiven Beschwerdeanga-

ben sowie den medizinischen Akten auseinander (VB 50.2 S. 7 ff.; 50.3 

S. 9 ff.; 50.4 S. 6 ff.; 50.5 S. 7 ff.; 50.6 S. 6 ff.). Das Gutachten ist in der 

Beurteilung der medizinischen Situation nachvollziehbar, und die Gutachter 

begründeten die von ihnen gezogenen Schlussfolgerungen. Grundsätzlich 

ist es daher geeignet, den Beweis für den anspruchserheblichen medizini-

schen Sachverhalt zu erbringen. 

 

 - 5 - 

 

 

4. 

4.1. 

Der Beschwerdeführer stellt denn auch nicht in Abrede, dass grundsätzlich 

auf das Gutachten abgestellt werden und gestützt darauf von einer 100%i-

gen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ausgegangen werden 

kann. Er macht indes geltend, die neuropsychologische Untersuchung 

habe eine erhebliche Einschränkung seiner kognitiven Leistungsfähigkeit 

gezeigt, welcher bei der Bemessung des Invaliditätsgrades mit der Gewäh-

rung eines leidensbedingten Abzugs vom Tabellenlohn Rechnung zu tra-

gen sei (vgl. Beschwerde S. 4 f.). 

 

4.2. 

4.2.1. 

Aus dem Gutachten der SMAB geht hervor, dass sich im Rahmen der neu-

ropsychologischen Untersuchung Auffälligkeiten ergaben, die gemäss dem 

begutachtenden Neuropsychologen klar auf eine negative Antwortverzer-

rung hinwiesen. Dieser gelangte zum Schluss, dass die erbrachten Leis-

tungen überwiegend wahrscheinlich nicht mit dem eigentlichen Leistungs-

potential des Beschwerdeführers übereinstimmten, wobei die Resultate in 

den durchgeführten Beschwerdevalidierungsverfahren und die festgestell-

ten Diskrepanzen zwischen Testleistungen und bekannten Mustern von 

Hirnleistungen und Hirnleistungsstörungen auf suboptimales Leistungsver-

halten hinwiesen (vgl. VB 50.6 S. 6). In der Untersuchung hätten sich keine 

Hinweise auf Beschwerden, welche die festgestellten Auffälligkeiten erklä-

ren könnten, gezeigt. Eine zuverlässige Interpretation der vom Beschwer-

deführer erbrachten – vorwiegend unterdurchschnittlichen – Testleistungen 

sei vor dem Hintergrund des wahrscheinlich suboptimalen Leistungsverhal-

tens nicht möglich. Das Ausmass von möglicherweise tatsächlich vorlie-

genden Einschränkungen lasse sich daher nicht festlegen. Da eine zuver-

lässige Interpretation der Befunde nicht möglich sei, seien keine Befunde 

objektivierbar und reproduzierbar, die eine Einschränkung der Arbeitsfähig-

keit valide begründen könnten (VB 50.6 S. 7 f.). Der psychiatrische Gutach-

ter der SMAB gelangte aufgrund der erhobenen Befunde zum Schluss, 

dass keine Hinweise auf eine Dissimulation bestünden und der Beschwer-

deführer keine sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkende psychische Stö-

rung aufweise. Aufgrund dessen befand er die als klar negative Antwort-

verzerrung bewerteten Auffälligkeiten im Rahmen der neuropsychologi-

schen Untersuchung als für die psychiatrische Beurteilung nicht von we-

sentlicher Bedeutung (vgl. VB 50.3 S. 10). 

 

4.2.2. 

Es ist die Aufgabe des Mediziners, den Gesundheitszustand zu beurteilen 

(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195 f.). Bei der Neuropsychologie handelt es 

sich um ein Teilgebiet der Psychologie und nicht um eine Disziplin der Me-

dizin (vgl. hierzu Pschyrembel Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl. 2017, 

S. 1260 zum Begriff "Neuropsychologie"). Die neuropsychologischen Ab-

 - 6 - 

 

 

klärungen sind als Hilfsmittel für die fachärztliche Begutachtung und nicht 

als eigenständige medizinisch-gutachterliche Abklärungen anzusehen, zu-

mal die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit den hierfür kompetenten medizi-

nischen Sachverständigen vorbehalten ist (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

9C_715/2016 vom 24. Januar 2017 E. 3.3; 8C_880/2015 vom 30. März 

2016 E. 4.2.4). Neuropsychologisch gestellte Diagnosen sind invalidenver-

sicherungsrechtlich nur von Belang, wenn sie die fachärztlichen Einschät-

zungen entsprechend der oben zitierten Rechtsprechung zusätzlich stüt-

zen würden respektive ursächlich auf eine neurologische oder psychiatri-

sche Diagnose zurückzuführen wären (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

9C_715/2016 vom 24. Januar 2017 E. 3.3 und 9C_231/2016 vom 1. Juni 

2016 E. 2.2.2).Der psychiatrische Gutachterstellte in seiner fundierten Un-

tersuchung keine relevanten funktionellen Einschränkungen fest (VB 50.3 

S. 10.) und ging dementsprechend (durchaus einleuchtend) davon aus, 

dass unabhängig vom Vorliegen allfälliger neuropsychologischer Defizite 

bzw. "Auffälligkeiten", wie sie in der neuropsychologischen Untersuchung 

festgestellt worden waren, keine die Arbeitsfähigkeit einschränkende psy-

chische Störung bestehe (vgl. VB 50.3 S. 9 f.). 

 

Letzteres bestreitet der Beschwerdeführer denn an sich auch gar nicht. In-

sofern erübrigen sich auch Ausführungen zu seinen Schlafstörungen als 

möglicher Ursache der gezeigten ungenügenden Leistungen und dazu, 

dass ihm keine Gelegenheit gegeben worden sei, die neuropsychologi-

schen Tests nochmals mit voller Anstrengung zu wiederholen (Beschwerde 

S. 4). Anzumerken ist, dass seine Fremdsprachigkeit im Rahmen (auch) 

der neuropsychologischen Untersuchung, auch bei der Durchführung der 

neurologischen Tests, durchaus berücksichtigt worden war. So hatte die 

Untersuchung unter Beizug einer Dolmetscherin stattgefunden (VB 50.6 

S. 2), welche durchgängig übersetzte (VB 50.6 S. 4). 

 

Hinsichtlich der medizinischen Beurteilung des Sachverhalts durch den 

Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (vgl. Beschwerde S. 4 f.) ist 

schliesslich festzuhalten, dass diese bereits deshalb unbehilflich ist, weil er 

als medizinischer Laie hierfür nicht befähigt ist (vgl. Urteil des Bundesge-

richts 9C_283/2017 vom 29. August 2017 E. 4.1.2). 

 

Nach dem Gesagten ist davon auszugehen, dass die Gutachter bei der De-

finition des Belastungsprofils einer angepassten Tätigkeit sämtliche rele-

vanten funktionellen Einschränkungen berücksichtigten. 

 

4.3. 

Zusammenfassend sind weder den Ausführungen des Beschwerdeführers 

noch den Akten konkrete Hinweise zu entnehmen, welche am polydiszipli-

nären SMAB-Gutachten vom 14. Juli 2023 Zweifel zu begründen vermöch-

ten (Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit; BGE 134 V 109 

E. 9.5, mit Hinweis auf BGE 129 V 177 E. 3.1). Der medizinische 

 - 7 - 

 

 

Sachverhalt erweist sich vor diesem Hintergrund als vollständig abgeklärt. 

Auf weitere Abklärungen (vgl. Beschwerde S. 5) ist in antizipierter Beweis-

würdigung zu verzichten, da von diesen keine relevanten Erkenntnisse zu 

erwarten sind (BGE 127 V 491 E. 1b S. 494 mit Hinweisen). Gestützt auf 

das SMAB-Gutachten vom 14. Juli 2023 ist demnach seit dem 24. Septem-

ber 2020 von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer dem von den Gut-

achtern der SMAB definierten Belastungsprofil entsprechenden angepass-

ten Tätigkeit auszugehen (VB 50.1 S. 5 f.). 

 

5. 

5.1. 

Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist 

Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Für die Bestimmung des 

Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person 

nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Be-

handlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumut-

bare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invali-

deneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie 

erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkom-

men). 

 

5.2. 

Der Beschwerdeführer bringt vor, für die Bemessung des Valideneinkom-

mens sei nicht auf den Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug), 

sondern auf den Lohnausweis abzustellen. Im Jahr 2019 habe er ein Brut-

toeinkommen von Fr. 114'239.00 erzielt. Davon seien die Familienzulagen 

von insgesamt Fr. 9'750.00 in Abzug zu bringen. Die Lohnreduktion infolge 

Krankheit von Fr. 196.50 sei hingegen zum Bruttolohn zu addieren. Es re-

sultiere damit ein Bruttolohn von Fr. 104'685.50 (Beschwerde S. 3 f.). 

 

Da sich bei Festsetzung des Valideneinkommens gestützt auf den sich aus 

dem Lohnausweis für das Jahr 2019 ergebenden Bruttolohn statt auf den 

Lohn, den die Arbeitgeberin angegeben (VB 15) und auf welchen die Be-

schwerdegegnerin abgestellt hat (VB 56 S. 9) – wie nachfolgend aufzuzei-

gen sein wird –, nichts am Ergebnis ändern würde, kann offengelassen 

werden, welcher der beiden Löhne effektiv massgebend ist. 

 

5.3. 

5.3.1. 

Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, es sei ihm aufgrund der sich aus 

dem neuropsychologischen SMAB-Teilgutachten ergebenden erheblichen 

Einschränkung der kognitiven Leistungsfähigkeit bei der Berechnung des 

Invalideneinkommens ein Leidensabzug von 25 % zu gewähren (Be-

schwerde S. 4 f.). 

 

 - 8 - 

 

 

5.3.2. 

Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von lohnstatistischen An-

gaben ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. 

Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, 

hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des kon-

kreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, 

Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), welche nach 

pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind. Ein Abzug soll 

aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall An-

haltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder 

mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfä-

higkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem 

Einkommen verwerten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges 

ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalidenein-

kommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schät-

zen und insgesamt auf höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen 

(BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; 134 V 322 E. 5.2 S. 327 f. 129 V 472 

E. 4.2.3 S. 481; 126 V 75 [insbesondere E. 5 S. 78 ff.]).  

 

5.3.3. 

Die Beschwerdegegnerin setzte das Invalideneinkommen gestützt auf die 

Schweizerische Lohnstrukturerhebung (LSE) 2018 des Bundesamtes für 

Statistik (BfS) 2018, Tabelle TA1_tirage_skill_level, Kompetenzniveau 1, 

Total, Männer, unter Berücksichtigung der betriebsüblichen wöchentlichen 

Arbeitszeit und die bis 2020 eingetretene Nominallohnentwicklung auf 

Fr. 68'863.00 fest (VB 56 S. 9). Einen leidesbedingten Abzug vom Tabel-

lenlohn gewährte sie dabei nicht. 

 

Da gestützt auf das SMAB-Gutachten (vgl. E. 4.3. hiervor) von keinen für 

die Arbeitsfähigkeit relevanten neuropsychologischen Defiziten auszuge-

hen ist (VB 50.6 S. 8), rechtfertigt sich diesbezüglich auch kein leidensbe-

dingter Abzug. Des Weiteren wurde den bestehenden gesundheitlichen 

Einschränkungen bereits bei der Arbeitsfähigkeitseinschätzung im Rahmen 

des Zumutbarkeitsprofils einer angepassten Tätigkeit sowie mit der unbe-

strittenermassen zu Recht erfolgten Einteilung einer solchen in des Kom-

petenzniveau 1 Rechnung getragen, weshalb diese Beeinträchtigungen 

nicht zu einem zusätzlichen leidensbedingten Abzug führen können 

(BGE 148 V 174 E. 6.3). Das Alter des 1967 geborenen Beschwerdefüh-

rers hat sodann statistisch eine lohnsteigernde Wirkung (BfS, LSE 2020, 

Tabelle T9b, monatlicher Bruttolohn nach Lebensalter, beruflicher Stellung 

und Geschlecht, ohne Kaderfunktion, Männer, Median, Total und 50-64/65 

Jahre). Die Bedeutung der Anzahl Dienstjahre nimmt gemäss bundesge-

richtlicher Rechtsprechung im privaten Sektor ab, je niedriger das Anforde-

rungsprofil ist (Urteil des Bundesgerichts 9C_386/2012 vom 18. September 

2012 E. 5.2), weshalb mit Blick auf das der Invaliditätsgradberechnung zu-

grunde liegende Kompetenzniveau 1 der langen Betriebszugehörigkeit 

 - 9 - 

 

 

keine relevante Bedeutung zukommt (Urteil des Bundesgerichts 

9C_455/2013 vom 4. Oktober 2013 E. 4.1 mit Hinweisen). Hinsichtlich des 

Merkmals der Nationalität /Aufenthaltskategorie ist festzuhalten, dass der 

Beschwerdeführer über eine Niederlassungsbewilligung C verfügt (VB 2 

S. 1), was statistisch eine lohnsenkende Wirkung hat (BfS, LSE 2020, Ta-

belle T12_b, monatlicher Bruttolohn, Schweizer/innen und Ausländer/in-

nen, nach beruflicher Stellung und Geschlecht, ohne Kaderfunktion, Män-

ner, Median, Total und Niedergelassene [Kat. C]). Mangelnde berufliche 

Ausbildung und allfällige Schwierigkeiten bei der Arbeitssuche sind nicht 

als lohnmindernde Kriterien anerkannt (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

8C_427/2011 vom 15. September 2011 E. 5.2; 8C_10/2011 vom 10. Au-

gust 2011 E. 7). Einfache und repetitive Tätigkeiten, auf welche sich das 

angewandte Kompetenzniveau 1 bezieht, erfordern zudem weder gute 

Sprachkenntnisse noch ein besonderes Bildungsniveau (vgl. Urteile des 

Bundesgerichts 8C_703/2021 vom 28. Juni 2022 E. 5.3.; 9C_702/2020 

vom 1. Februar 2021 E. 6.3.2).  

 

Weitere Gründe für einen Abzug sind keine ersichtlich und werden auch 

nicht geltend gemacht. Insgesamt halten sich damit lohnsenkende und 

lohnsteigernde Faktoren die Waage, sodass keine hinreichenden Gründe 

für einen Abzug vom Tabellenlohn bestehen. 

 

5.4. 

Bei Gegenüberstellung des vom Beschwerdeführer geltend gemachten Va-

lideneinkommens in der Höhe von Fr. 105'584.50 (104'685.50 x 105.7/104.8 

[angepasst an die Nominallohnentwicklung von 2019 bis 2021; BfS, 

T1.1.10, Nominallohnindex Männer 2011-2022, Baugewerbe/Bau, 2019 

= 104.8, 2021 = 105.7] = Fr. 105'584.50 ) und des Invalideneinkommens 

von Fr. 65'322.10 (Fr. 5'261.00 [BfS, LSE 2020, Monatlicher Bruttolohn 

{Zentralwert} nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, 

Privater Sektor, TA1_tirage_skill_level, Total, Kompetenzniveau 1, Män-

ner] x 106/106.8 [angepasst an die Nominallohnentwicklung von 2020 bis 

2021; BfS, T1.1.10, Nominallohnindex Männer 2011-2022, Total, 2020 

=106.8, 2021 =106.0] x 41.7/40.0 [BfS, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirt-

schaftsabteilungen, in Stunden pro Woche, 2004–2022, Total, 2021 = 

41.7 h] x 12 = Fr. 65'322.10) würde eine Erwerbseinbusse von 

Fr.  40'262.40 (Fr. 105'584.50 - Fr. 65'322.10) resultieren, was einem Inva-

liditätsgrad von 38 % entspräche (Fr. 40'262.40 / Fr. 105'584.50 x 100 = 

38.13 %; gerundet gemäss BGE 130 V 121) und damit am Ergebnis eines 

rentenanschliessenden Invaliditätsgrades nichts änderte (vgl. Art. 28 

Abs. 1 lit. c IVG). 

 

5.5. 

Die angefochtene Verfügung vom 26. Oktober 2023 (VB 55) ist damit je-

denfalls im Ergebnis zu bestätigen. 

 

 - 10 - 

 

 

6. 

6.1. 

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde abzuweisen. 

 

6.2. 

Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Kosten 

werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im 

Rahmen von Fr. 200.00 bis Fr. 1'000.00 festgesetzt. Für das vorliegende 

Verfahren betragen diese Fr. 800.00. Sie sind gemäss dem Verfahrensaus-

gang dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. 

 

6.3. 

Dem Beschwerdeführer steht nach dem Ausgang des Verfahrens 

(Art. 61 lit. g ATSG) und der Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer Stellung 

als Sozialversicherungsträgerin (BGE 126 V 143 E. 4 S. 149 ff.) kein An-

spruch auf Parteientschädigung zu. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.00 werden dem Beschwer-

deführer auferlegt. 

 

3. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

 

  

 - 11 - 

 

 

 

    

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 

Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 21. Mai 2024 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

4. Kammer 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin i.V.: 

 

 

 

Roth Tschan