# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0d4da015-b11b-54d4-9e37-e820c8f90332
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-02-26
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 26.02.2015 200 2013 970
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2013-970_2015-02-26.pdf

## Full Text

200 13 970 IV
KNB/SCC/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 25. Februar 2015

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Grütter, Verwaltungsrichter Scheidegger
Gerichtsschreiberin Schertenleib Gamero

A.________
gesetzlich vertreten durch ihre Beiständin B.________
vertreten durch C.________, Rechtsanwältin Dr. iur. D.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend zwei Verfügungen vom 25. September 2013 und 25. Oktober 2013

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Feb. 2015, IV/13/970, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1966 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
arbeitete ab dem 1. November 2001 als … für die X.________ (Dossier der 
Invalidenversicherung, Antwortbeilage [AB] 8, 19, 26). Die Versicherte lei-
det unter einer schizoaffektiven Störung (vgl. AB 20). 

Nach einer Früherfassung (AB 1) meldete sich die Versicherte am 9. Okto-
ber 2009 bei der IV-Stelle Bern (IVB) an (AB 8). Die IVB holte u.a. einen IK-
Auszug (AB 16), einen Fragebogen Arbeitgeber (AB 19), einen Bericht vom 
Hausarzt Dr. med. E.________ vom 24. November 2009 (AB 20), zusam-
men mit weiteren medizinischen Berichten, und einen Bericht des behan-
delnden Psychiaters Dr. med. F.________ (AB 29) ein. Vom 8. März bis 30. 
Mai 2010 erfolgte eine berufliche Abklärung in der Abklärungsstelle 
G.________ (Bericht vom 4. Juni 2010 [AB 37]). Weiter wurde der ärztliche 
Zwischenbericht von Dr. med. F.________ vom 14. März 2011 eingeholt 
(AB 49). Die IVB veranlasste eine psychiatrische Begutachtung durch Dr. 
med. H.________, FMH Psychiatrie und Psychotherapie (Gutachten vom 5. 
Dezember 2011 [AB 64.1]). Der Abklärungsdienst der IVB erstellte den 
Abklärungsbericht Haushalt vom 13. April 2012 (AB 79). Mit Eingabe vom 
2. April 2012 teilte das Amt für Erwachsenen- und Kindesschutz … mit, 
dass eine Beistandschaft mit Einkommens- und Vermögensverwaltung 
vorliege (AB 77; Ernennungsurkunde vom 23. März 2012 [AB 78]). Im Zu-
sammenhang mit einer Nachfrage reichte der Gutachter Dr. med. 
H.________ die Stellungnahme vom 5. Juni 2012 ein (AB 86). 

Mit Vorbescheid vom 19. Juni 2012 stellte die IVB bei einem Invaliditäts-
grad von 37 % die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (AB 87). 
Hiergegen erhob die Rechtsvertreterin der Versicherten, Fürsprecherin 
I.________, C.________, am 28. August 2012 Einwände. Sie beanstande-
te den Status und die Invaliditätsbemessung (AB 91). Nach einer Stellung-
nahme des Abklärungsdienstes vom 26. September 2012 (AB 95) und von 
Dr. med. J.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, 
Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), vom 7. März 2013 (AB 101) stellte die 

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IVB mit Vorbescheid vom 9. April 2013 bei einem Invaliditätsgrad von 56 % 
ab dem 1. September 2010 die Ausrichtung einer halben Rente in Aussicht 
(AB 103). Die Versicherte reichte zudem eine Kopie ihres Arbeitsvertrages 
vom 22. Mai 2013 mit der … der psychiatrischen Dienste K.________ ein 
(AB 110, 111).

Mit Verfügungen vom 25. September 2013 (AB 119 S. 14 ff.) und vom 
25. Oktober 2013 (AB 117/118) sprach die IVB der Versicherten ab dem 
1. September 2010 eine halbe Rente zu.

B.

Am 1. November 2013 erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwäl-
tin Dr. iur. D.________, C.________ (nachgereichte Vollmacht vom 31. 
Dezember 2014), beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern Beschwerde. 
Sie liess beantragen, es sei die Verfügung vom 25. September 2013 auf-
zuheben und es sei ihr eine ganze Rente, eventuell eine Dreiviertelsrente 
auszurichten, unter Entschädigungsfolge.

Die Rechtsvertreterin der Versicherten stellte weiter ein Gesuch um unent-
geltliche Rechtspflege. Die verbeiständete Versicherte arbeite zu 50 % in 
einer geschützten Werkstatt und werde von der Sozialhilfe unterstützt. Das 
Beschwerdeverfahren sei nicht aussichtslos. 

Mit Beschwerdeantwort vom 3. Dezember 2013 hielt die IVB fest, sie habe 
die angefochtenen Verfügungen vom 25. September 2013 und vom 25. Ok-
tober 2013 wiedererwägungsweise (Wiedererwägung pendente lite) mit 
Verfügung vom 3. Dezember 2013 „aufgehoben“. Nach Durchführung neu-
er Abklärungen werde sie eine neue Verfügung erlassen. Sie beantrage 
deshalb, das Verfahren sei gegenstandslos geworden vom Protokoll abzu-
schreiben.

Mit prozessleitender Verfügung vom 5. Dezember 2013 machte der Instruk-
tionsrichter die Beschwerdeführerin mit Blick auf BGE 137 V 314 bei einer 
weiteren Abklärung und Erlass einer neuen Verfügung durch die IVB auf 
eine mögliche Schlechterstellung und die Möglichkeit eines Beschwer-

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derückzuges aufmerksam. Er gab der Beschwerdeführerin Gelegenheit, 
sich zum vorbehaltlosen Rückzug oder zum Festhalten an der Beschwerde 
zu äussern. 

Mit Eingabe vom 20. Dezember 2013 beantragte die Beschwerdeführerin, 
es sei der Antrag der Beschwerdegegnerin auf Abschreibung des Verfah-
rens zufolge Gegenstandslosigkeit abzuweisen und das Beschwerdever-
fahren sei fortzuführen. Es werde eine ganze Rente ab dem 1. März 2010 
beantragt.

Mit prozessleitender Verfügung vom 30. Juli 2014 dehnte der Instruktions-
richter das Verfahren förmlich auf die Verfügung der IV-Stelle Bern vom 
25. Oktober 2013 aus.

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtenen Entscheide sind in Anwendung von Sozialversi-
cherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch die angefochtenen Entscheide berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb sie zur 
Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gege-
ben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche-
rung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 

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vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bilden die Verfügungen der IV-Stelle Bern vom 
25. September 2013 (AB 119) und vom 25. Oktober 2013 (AB 117/118), mit 
welchen der Beschwerdeführerin ab dem 1. September 2010 bis auf weite-
res eine halbe Invalidenrente zugesprochen wurde. 

Am 3. Dezember 2013 stellte die Beschwerdegegnerin den Antrag, das 
Verfahren sei zufolge der Wiedererwägungsverfügung vom 3. Dezember 
2013 als gegenstandslos vom Protokoll abzuschreiben. Die Wiedererwä-
gungsverfügung vom 3. Dezember 2013 hat zum Inhalt, dass die Verfü-
gungen vom 25. September 2013 sowie 25. Oktober 2013 wiedererwä-
gungsweise aufgehoben würden, da die Sachlage weiterer Abklärungen 
bedürfe. Einer Beschwerde führenden Person ist auch dann Gelegenheit 
zum Rückzug der Beschwerde zu geben, wenn eine rentenzusprechende 
Verfügung aufgehoben und die Sache zur weiteren Abklärung und neuer 
Entscheidung an die IV-Stelle zurückgewiesen werden soll (BGE 137 V 314 
E. 3.2.4 S. 320). Die Wiedererwägungsverfügung vom 3. Dezember 2013 
ist somit ein blosser Antrag ans Gericht, es seien die Verfügungen vom 
25. September 2013 sowie 25. Oktober 2013 aufzuheben und die Sache an 
die Vorinstanz zurückzuweisen zur weiteren Abklärung und neuem Ent-
scheid. Damit wird auch dem Umstand Rechnung getragen, dass die Ver-
waltung gemäss Art. 71 Abs. 1 i.V.m. Art. 83 VRPG die streitigen Verfü-
gungen nach Einreichung der Beschwerde nur zugunsten der Beschwerde-
führerin abändern darf und einer nach Rechtshängigkeit erlassenen Verfü-
gung, welche mit einer Schlechterstellung verbunden ist, lediglich der Cha-
rakter eines Antrages an das Gericht zukommt. Die Beschwerdeführerin 
wiederum erklärte sich mit der vorgesehenen weiteren Abklärung durch die 
IV-Stelle nicht einverstanden, da sich weitere medizinische Abklärungen 
erübrigten. Sie beantragte die direkte Zusprechung einer ganzen Rente ab 
dem 1. März 2010 (Eingabe vom 20. Dezember 2013).

Streitig sind der Anspruch und die Höhe der Rente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

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Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Zu prüfen ist vorab die Arbeits- und Leistungsfähigkeit:

Im Gutachten vom 5. Dezember 2011 diagnostizierte der Psychiater Dr. 
med. H.________ eine schizoaffektive Störung (ICD-10: F25). Der Gutach-
ter hielt fest, bei dieser Störung handle es sich um eine psychische 
Störung, die Symptome der Schizophrenie und der manisch-depressiven 
Störung (bipolaren affektiven Störung) in sich vereine. Zusätzlich zu Sym-
ptomen einer affektiven Störung (F3) träten Symptome aus dem schizo-
phrenen Formenkreis (F2) wie z.B. Wahn, Beeinflussungserleben oder Hal-
luzinationen auf. Dabei könnten schizomanische, schizodepressive und 
gemischte Formen unterschieden werden. Der Verlauf könne phasisch 
(d.h. in wechselnden Episoden) und/oder chronifizierend mit einem Resi-
dualsyndrom (d.h. eine anhaltende Beeinträchtigung) verlaufen. Der Ver-
lauf könne hier als phasisch beurteilt werden. Zurzeit sei die Störung remit-
tiert (AB 64.1 S. 14 f.). Dabei müsse jedoch mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit von einer erhöhten Vulnerabilität/reduzierten Belastbarkeit 
der Versicherten ausgegangen werden, die sich seit 2009 vor dem Hinter-
grund von Veränderungen am angestammten Arbeitsplatz in einer tatsäch-

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lichen wesentlichen Leistungsminderung zeige (AB 64.1 S. 15). Die Be-
schwerdeführerin sei im zwischenmenschlichen Kontakt und bei komplexen 
Tätigkeiten vermindert belastbar. Das Arbeitsumfeld benötige eine hohe 
Fehlertoleranz, eine strukturierte familiäre stringente Führung sowie ein 
hohes Mass an Betreuung (AB 64.1 S. 16, vgl. auch S. 18). Für die ange-
stammte Tätigkeit sei seit September 2009 eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit 
anzunehmen. In einer Verweistätigkeit (praktische, einfache, serielle Arbei-
ten ohne Zeitdruck und/oder Teamarbeit bzw. anspruchsvollen Kundenkon-
takt) liege bei einer ganztägigen Präsenz eine Leistungsminderung von 30 
% (von 100 %) vor (AB 64.1 S. 15, vgl. auch S. 18).

Am 5. Juni 2012 präzisierte der Gutachter, mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit sei eine krankheitsbedingte Arbeitsfähigkeit von 50 % in der bishe-
rigen Tätigkeit mit direktem Kundenkontakt tatsächlich seit September 2009 
anzunehmen. In einer Verweistätigkeit sei eine ganztägige Arbeit zumutbar 
mit einer Leistungsminderung von 30 % (AB 86 S. 2).

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 

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Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

Solange keine konkreten Anhaltspunkte ersichtlich sind, welche die Glaub-
würdigkeit der Atteste eines Hausarztes oder einer Hausärztin zu erschüt-
tern vermöchten, ist es unzulässig, deren Angaben bei der Beweiswürdi-
gung unter Hinweis auf ihre Stellung und unter Berufung auf die fachliche 
Kompetenz der Ärzte und Ärztinnen einer Universitätsklinik ausser Acht zu 
lassen (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 26. Juli 2011, 
8C_278/2011, E. 5.3). In Bezug auf Atteste von Hausärzten darf und soll 
jedoch das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass 
Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstel-
lung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 
351 E. 3b cc S. 353). Dies gilt nicht nur für den allgemein praktizierenden 
Hausarzt, sondern ebenso für den behandelnden Spezialarzt und erst recht 
für den schmerztherapeutisch tätigen Arzt mit seinem besonderen Vertrau-
ensverhältnis und dem Erfordernis, den geklagten Schmerz zunächst be-
dingungslos zu akzeptieren (Entscheid des EVG vom 20. März 2006, 
I 655/05, E. 5.4).

3.3 Das psychiatrische Gutachten vom 5. Dezember 2011 erfüllt die 
Anforderungen der Rechtsprechung an Expertisen (vgl. E. 3.2 hiervor). Der 
Gutachter hatte Kenntnis der Vorakten (AB 64.1 S. 2) und er berücksichtig-
te die geltend gemachten Beschwerden (AB 64.1 S. 4 f.). Die Beurteilung, 
wonach der Beschwerdeführerin eine angepasste Arbeit (praktische, einfa-
che, serielle Arbeiten ohne Zeitdruck und/oder Teamarbeit bzw. an-
spruchsvollen Kundenkontakt) ganztägig mit einer Leistungsminderung von 
30 % (von 100 %) zumutbar sei, ist schlüssig und überzeugt. Damit erbringt 
das Gutachten vollen Beweis (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 353), wes-
halb darauf abzustellen ist.

Die Beschwerdeführerin liess selber keine neuen medizinischen Abklärun-
gen beantragen, sondern erachtete den medizinischen Sachverhalt als 
hinreichend abgeklärt (Eingabe vom 20. Dezember 2013). Sie beanstande-
te jedoch die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit, inbesondere brachte sie 
vor, es bestehe eine Restarbeitsfähigkeit von 50 %, denn sie habe anläss-
lich der Abklärung in der Abklärungsstelle G.________ ihre Belastungs-

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grenze bei einem Pensum von 50 % erreicht (Beschwerde S. 3 Ziff. 1). Mit 
dem Bericht des behandelnden Psychiaters liege ein vollständiges Bild des 
Gesundheitszustandes und der Leistungsfähigkeit vor, welche auch mit den 
Abklärungen in der Abklärungsstelle G.________ sowie dem Ergebnis der 
Arbeitsvermittlung übereinstimme (Eingabe vom 20. Dezember 2013): 
Auch der behandelnde Psychiater Dr. med. F.________ diagnostizierte 
eine schizoaffektive Störung (ICD-10 F25.1; AB 29 S. 2) und ging von einer 
Arbeitsfähigkeit von 50 bis 60 % in der angestammten Tätigkeit aus. Als 
Einschränkungen beschrieb er eine vermehrte Konzentrationsstörung, oft 
unruhig, einen verminderten Antrieb, Verlangsamung und Interesseverlust 
(AB 29 S. 4). Zur Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit äusserte 
er sich jedoch nicht explizit, da er davon ausging, dass in der bisherigen 
Firma intern ein anderer Arbeitsplatz möglich sei (AB 29 S. 4 Ziff. 1.9). Im 
ärztlichen Zwischenbericht vom 14. März 2012 berichtete er von einer Ver-
schlechterung, nachdem die Umplatzierung bei der früheren Arbeitgeberin 
keinen Erfolg hatte. Nicht begründet ist seine Einschätzung, dass der Be-
schwerdeführerin lediglich noch eine Tätigkeit in beschützter Umgebung 
mit einem Pensum von 10 Stunden pro Woche möglich sei (AB 49 S. 2), 
entspricht dies doch nicht einmal dem in der Abklärungsstelle G.________ 
möglichen Pensum und der dort gezeigten Leistung. Der psychiatrische 
Gutachter und die Fachleute der Abklärungsstelle G.________ gingen 
übereinstimmend davon aus, dass der Beschwerdeführerin praktische, ein-
fache, serielle Arbeiten ohne Zeitdruck und/oder Teamarbeit bzw. ohne 
anspruchsvollen Kundenkontakt zumutbar seien (AB 37 S. 5, 64.1 S. 16). 
Konkret bezeichnete die Abklärungsstelle G.________ eine Tätigkeit im 
internen Kurierdienst, einfachere Erfassungsarbeiten am PC, serielle Auf-
träge (Zusammenstellen von Dokumentationen) als mögliche Arbeiten. 
Zwar liegt keine Übereinstimmung beim Pensum bzw. bei der Leistungs-
fähigkeit vor; der Gutachter begründete jedoch im Zumutbarkeitsprofil die 
ganztägige Arbeitsplatzpräsenz überzeugend damit, dass die Beschwerde-
führerin Tätigkeiten mit einer Anpassung des Arbeitsumfelds (AB 64.1 S. 
18) ausüben könne. Auch wenn er von einem angepassten Arbeitsumfeld 
in Form von hoher Fehlertoleranz, einer strukturierten familiären stringen-
ten Führung und einem hohen Mass an Betreuung sprach, so ging er den-
noch nicht von einer Tätigkeit im geschützten Rahmen aus. Was die Be-

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schwerdeführerin vorbringt, vermag somit keine Zweifel an der Schlüssig-
keit des Gutachtens hervorzurufen.

3.4 Die Beschwerdeführerin stellte weiter die Frage der Verwertbarkeit 
der Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (vgl. Be-
schwerde, S. 3 Ziff. 2).

Der ausgeglichene Arbeitsmarkt ist gekennzeichnet durch ein gewisses 
Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften und 
weist einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten auf und zwar sowohl be-
züglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzun-
gen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Dabei ist nicht von 
realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten auszugehen. Es können nur Vorkeh-
ren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven 
und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind. An die 
Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind 
jedoch rechtsprechungsgemäss keine übermässigen Anforderungen zu 
stellen (BGE 138 V 457 E. 3.1 S. 459; SVR 2008 IV Nr. 62 S. 205 E. 5.1). 
Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob die invalide 
Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu verwerten 
und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen vermag 
oder nicht (BGE 110 V 273 E. 4b S. 276; ZAK 1991 S. 320 E. 3b).

Von einer Arbeitsgelegenheit im Sinne von Art. 16 ATSG kann aber dort 
nicht mehr gesprochen werden, wo die zumutbare Tätigkeit nur in so ein-
geschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt 
praktisch nicht kennt oder dass sie nur unter nicht realistischem Entgegen-
kommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Fin-
den einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen 
erscheint (SVR 2011 IV Nr. 6 S. 18 E. 4.2.4, 2008 IV Nr. 62 S. 205 E. 5.2).

Auch wenn die Beschwerdeführerin aufgrund ihres Zumutbarkeitsprofils auf 
einen Nischenarbeitsplatz angewiesen ist, ist es nicht unrealistisch, dass 
sie ihre Restarbeitsfähigkeit verwerten kann, denn der ausgeglichene Ar-
beitsmarkt umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- 
und Arbeitsangebote, bei denen Behinderte mit einem sozialen Entgegen-
kommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können (Urteil des BGer 

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vom 20. März 2013, 9C_941/2012 E. 4.1.1). Beim formulierten Anforde-
rungsprofil (AB 64.1 S. 18) stehen der Beschwerdeführerin trotz ihrer 
krankheitsbedingten Einschränkungen diverse Tätigkeitsfelder auf dem 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt offen, in deren Rahmen sich auch Stellen 
befinden, die mit dem beschriebenen Zumutbarkeitsprofil vereinbar sind. 

4.

4.1 Ausgehend von der zumutbaren ganztägigen Tätigkeit mit einer 
Leistungseinschränkung von 30 % in einer leidensangepassten Arbeit ist 
der Invaliditätsgrad im Folgenden mittels Einkommensvergleichs zu be-
stimmen.

4.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 134 V 322 E. 4.1 S. 325, 129 V 222 
E. 4.3.1 S. 224). 

4.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; SVR 2011 IV Nr. 37 
S. 110 E. 4.1). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöh-
ne gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohn-
strukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 135 V 297 E. 5.2 
S. 301; SVR 2010 IV Nr. 52 S. 162 E. 4.3.1).

4.1.3 Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Per-
sonen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im 
Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeit-
nehmern lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unter-
durchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Feb. 2015, IV/13/970, Seite 13

einem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 
E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem 
Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persön-
lichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidens-
bedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthalts-
kategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf 
das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft 
zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begren-
zen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2011 
IV Nr. 31 S. 91 E. 4.1.1).

4.2 Es ist davon auszugehen, dass das vom Gutachter formulierte Zu-
mutbarkeitsprofil seit September 2009 Gültigkeit hat (AB 86 S. 2). Die er-
werbliche Umsetzung dieses Profils führt zu einem IV-Grad von über 60 % 
(vgl. E. 4.5 hiernach). Weiter besteht eine medizinisch begründete Arbeits-
unfähigkeit von 20 % seit September 2003 (AB 64.1 S. 16). Diese Annah-
me wird von der RAD-Ärztin Dr. med. J.________ am 7. März 2013 aus-
drücklich bestätigt (AB 101). Seit September 2009 liegt gemäss dem Gut-
achten in der bisherigen Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % vor 
(AB 64.1 S. 15).

Damit steht fest, dass die Beschwerdeführerin bereits seit Mai 2010 
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich zu 40 
% arbeitsunfähig war (acht Monate zu 50 %, vier Monate zu 20 %), was ab 
diesem Zeitpunkt zur Zusprechung einer Viertelsrente führt (vgl. ULRICH 
MEYER, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 2. Aufl. 2010, 
S. 362 unter Hinweis auf BGE 105 V 156 E. 2d S. 159). Diesem Ergebnis 
steht auch die im Oktober 2009 erfolgte Anmeldung (AB 8 S. 1) nicht ent-
gegen. Nach Ablauf von drei Monaten ist die Viertelsrente – mit Blick auf 
den Einkommensvergleich – ab August 2010 auf eine Dreiviertelsrente zu 
erhöhen (vgl. nachfolgend E. 4.3-4.5). Dies entspricht im Übrigen dem An-
trag der Beschwerdeführerin in der Eingabe vom 28. August 2012 (AB 91).

4.3 Das Valideneinkommen berechnete die IVB zwar gestützt auf die 
Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin vom 11. November 2009, wonach 
die Beschwerdeführerin in einem Pensum von 100 % Fr. 78‘602.--, zuzüg-
lich Fr. 4‘800.--, somit Fr. 83‘402.-- erzielt hätte und sie indexierte dieses 

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Einkommen auf das Jahr 2010, was Fr. 84‘284.-- ergab (Fr. 83‘402.-- / 
2552 x 2579; AB 95 S. 3 Ziff. 3.1, 117 S. 9). Auf Nachfrage hat die 
X.________ jedoch im Februar 2012 bestätigt, dass die Beschwerdeführe-
rin ohne Gesundheitsschaden 2010 einen Jahresverdienst von Fr. 82‘992.-- 
erzielt hätte (AB 76). Darauf ist abzustellen. Offenbar wurde in der Stel-
lungnahme des Abklärungsdienstes vom 26. September 2012 (AB 95 S. 3) 
übersehen, dass hinsichtlich des Valideneinkommens aktuelle Angaben der 
früheren Arbeitgeberin vorliegen.

4.4 Beim Invalideneinkommen stellte sie auf die LSE 2010, Tabelle 
TA1, Anforderungsniveau 4, Frauen, von monatlich Fr. 4‘225.-- ab. Ange-
passt an die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit und aufgerechnet auf 
ein Jahr ergibt dies ein hypothetisches Invalideneinkommen von 
Fr. 52‘728.-- (Fr. 4‘225.-- / 40 x 41,6 x 12). Unter Berücksichtigung der 
verminderten Leistungsfähigkeit von 30 % resultiert ein hypothetisches In-
valideneinkommen von Fr. 36‘909.60.

Die Beschwerdeführerin bringt vor, es sei zusätzlich ein Abzug vom Tabel-
lenlohn vorzunehmen (Beschwerde S. 3 Ziff. 3). Die Beschwerdegegnerin 
wiederum erachtet einen weiteren Abzug für nicht gerechtfertigt (vgl. AB 95 
S. 2 unten). Es ist erstellt, dass der Beschwerdeführerin eine angepasste 
Tätigkeit zumutbar ist mit einer Leistungsminderung von 30 %. Als ange-
passte Tätigkeit werden einfache, serielle Arbeiten ohne Zeitdruck und/oder 
Teamarbeit bzw. anspruchsvollen Kundenkontakt beschrieben; sie benötigt 
zusätzlich ein angepasstes Arbeitsumfeld (u.a. ein hohes Mass an Betreu-
ung). Die Beschwerdeführerin hat somit im Anforderungsniveau 4 ein ein-
geschränktes Stellenprofil, was gegenüber gesunden Arbeitnehmerinnen 
einen Nachteil darstellt und sich lohnmindernd auswirkt. Es ist deshalb ein 
behinderungsbedingter Abzug vom Tabellenlohn von 15 % vorzunehmen. 
Dadurch resultiert ein hypothetisches Invalideneinkommen von 
Fr. 31‘373.20 (Fr. 36‘909.60 x 0,85).

4.5 Bei der Gegenüberstellung des Validen- (Fr. 82‘992.--) und des In-
valideneinkommens (Fr. 31‘373.20) resultiert eine Einkommenseinbusse 
von Fr. 51‘618.80 und damit ein Invaliditätsgrad von gerundet 62 %. 

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4.6 In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der Beschwerdefüh-
rerin ab dem 1. Mai 2010 eine Viertelsrente und ab dem 1. August 2010 
eine Dreiviertelsrente zugesprochen (vgl. E. 4.2 hiervor). Soweit weiterge-
hend ist die Beschwerde abzuweisen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Die Beschwerdeführerin beantragte eine ganze Rente, eventuell eine Drei-
viertelsrente. Zugesprochen wird ihr nunmehr eine Dreiviertelsrente. Bei 
diesem Ausgang des Verfahrens sind die Verfahrenskosten, gerichtlich 
bestimmt auf Fr. 700.--, durch die unterliegende Beschwerdegegnerin zu 
tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4).

5.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-
sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g 
ATSG). Gemäss der Praxis des Verwaltungsgerichts wird der Parteikos-
tenersatz bei gemeinnützig tätigen Rechtsberatungsstellen sowie Rechts-
schutzversicherungen, Gewerkschaften und Berufsverbänden aufgrund 
eines allgemeingültigen pauschalisierten Stundenansatzes festgesetzt, 
welcher im konkreten Fall mit dem gebotenen Aufwand multipliziert wird. 
Der Stundenansatz wird je nach fachlicher Qualifikation der Vertretung 
festgelegt, wobei als fachlich qualifizierte Vertretung diejenige durch Juris-
tinnen und Juristen sowie durch eidgenössisch diplomierte Sozialversiche-
rungsexpertinnen und -experten gilt. Als fachlich nicht qualifizierte Vertre-
tung gelten alle übrigen Parteivertreterinnen und -vertreter (vgl. Rund-
schreiben der Sozialversicherungsrechtlichen Abteilung und der Abteilung 
für französischsprachige Geschäfte des Verwaltungsgerichts des Kantons 
Bern vom 16. Dezember 2009, abrufbar unter www.justice.be.ch). Im Falle 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Feb. 2015, IV/13/970, Seite 16

der Vertretung durch eine gemeinnützig tätige Rechtsberatungsstelle im 
Sinne der Rechtsprechung (BGE 135 I 1 E. 7.4.1 S. 4) wird der Stundenan-
satz bei einer fachlich qualifizierten Vertretung auf Fr. 130.-- und bei einer 
fachlich nicht qualifizierten Vertretung auf Fr. 80.-- festgelegt.

Die Parteientschädigung wird gemäss der angemessenen Kostennote von 
Rechtsanwältin Dr. iur. D.________, C.________, vom 10. Juli 2014 auf 
Fr. 1‘443.-- (Aufwand von 11,1 Stunden à Fr. 130.--), zuzüglich Auslagen 
von Fr. 32.-- und Mehrwertsteuer von Fr. 118.-- (8 % auf Fr. 1‘475.--), somit 
auf Fr. 1‘593.-- festgesetzt.

5.3 Das Verfahren betreffend das Gesuch um unentgeltliche Rechts-
pflege im vorliegenden gerichtlichen Verfahren ist als gegenstandlos ge-
worden vom Geschäftsverzeichnis abzuschreiben. 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der Beschwerdeführe-
rin ab dem 1. Mai 2010 eine Viertelsrente und ab dem 1. August 2010 
eine Dreiviertelsrente zugesprochen; soweit weitergehend wird die Be-
schwerde abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. 

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 1‘593.-- (inkl. Auslagen und MWSt.), zu er-
setzen.

4. Das Verfahren betreffend das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
wird als gegenstandslos geworden vom Geschäftsverzeichnis abge-
schrieben.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Feb. 2015, IV/13/970, Seite 17

5. Zu eröffnen (R):
- C.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.