# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ae949d61-b25e-5e56-a911-9d57e6675f0d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-01-05
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 05.01.2022 E-4859/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4859-2021_2022-01-05.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-4859/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  5 .  J a n u a r  2 0 2 2  

Besetzung 
 Einzelrichter David R. Wenger, 

mit Zustimmung von Richterin Esther Marti,  

Gerichtsschreiber Matthias Neumann. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Kamerun,   

vertreten durch Alfred Ngoyi Wa Mwanza,  

BUCOFRAS Consultation juridique pour étrangers,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung (Mehrfachgesuch/Wiedererwägung); 

Verfügung des SEM vom 1. Oktober 2021 / N (…). 

 

 

 

E-4859/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am 27. April 2018 in der Schweiz um Asyl 

nach. Mit Verfügung vom 19. Oktober 2018 trat das SEM auf dessen Asyl-

gesuch nicht ein und wies den Beschwerdeführer nach Italien als zustän-

digen Dublin-Mitgliedsstaat weg. Eine gegen diesen Entscheid erhobene 

Beschwerde wies das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil E-6184/2018 

vom 10. Dezember 2018 ab.  

B.  

Mit Eingabe vom 4. Januar 2019 reichte der Beschwerdeführer beim SEM 

ein erstes Wiedererwägungsgesuch ein und beantragte, den Asylentscheid 

vom 19. Oktober 2018 in Wiedererwägung zu ziehen und das ordentliche 

Asylverfahren durchzuführen. Mit Verfügung vom 29. Januar 2019 wies 

das SEM das Wiedererwägungsgesuch ab. 

C.  

Mit Eingabe vom 12. März 2019 reichte der Beschwerdeführer beim SEM 

ein zweites Wiedererwägungsgesuch ein und beantragte erneut, den Asyl-

entscheid vom 19. Oktober 2018 in Wiedererwägung zu ziehen und das 

ordentliche Asylverfahren durchzuführen. Mit Verfügung vom 25. März 

2019 wies das SEM das Wiederwägungsgesuch ab. Auf eine gegen diesen 

Entscheid erhobene Beschwerde trat das Bundesverwaltungsgericht mit 

Urteil E-2147/2019 vom 17. Juni 2019 aufgrund der ausgebliebenen Be-

zahlung des Kostenvorschusses nicht ein.  

D.  

Am 29. August 2019 wurde der Beschwerdeführer nach Italien als zustän-

digen Dublin-Mitgliedsstaat zurückgeführt. 

E.  

Am 5. September 2019 suchte der Beschwerdeführer in Frankreich um 

Asyl nach. Mit Schreiben vom 4. Oktober 2019 lehnte das SEM ein Über-

nahmegesuch der zuständigen französischen Behörden mit Verweis auf 

die zuvor festgestellte Zuständigkeit Italiens für die Durchführung des Asyl-

und Wegweisungsverfahrens ab. 

F.  

Der Beschwerdeführer reiste gemäss Angaben seines Rechtsvertreters am 

12. November 2019 erneut in die Schweiz ein und reichte gleichentags 

E-4859/2021 

Seite 3 

beim SEM ein als «Demande d’asile» bezeichnetes Gesuch ein und bean-

tragte, es sei auf das Asylgesuch einzutreten. Dabei machte er unter an-

derem geltend, er sei am (…) Vater eines in der Schweiz geborenen Kindes 

einer Schweizer Staatsbürgerin geworden.  

G.  

Mit Verfügung vom 18. Dezember 2019 trat das SEM auf das Mehrfachge-

such vom 12. November 2019 nicht ein und ordnete die Wegweisung nach 

Italien als zuständigen Dublin-Mitgliedstaat an. Eine dagegen erhobene 

Beschwerde wies das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil E-6893/2019 

vom 17. Januar 2020 ab. 

H.  

Mit Verfügung vom 23. Juli 2020 hob das SEM seine Verfügung vom 

18. Dezember 2019 auf und erklärte sich für die Durchführung des natio-

nalen Asylverfahrens als zuständig, nachdem die Frist für die Überstellung 

nach Italien als ursprünglich zuständigen Dublin-Mitgliedsstaat abgelaufen 

war. 

I.  

Am 9. November 2020 hörte das SEM den Beschwerdeführer zu seinen 

Asylgründen an (Anhörung). Dabei machte er im Wesentlichen geltend, im 

Alter von vierzehn Jahren seien er und seine zwei Brüder in Kamerun zu 

einer Gefängnisstrafe verurteilt worden aufgrund des Vorwurfs des Mordes 

an einem (…). Er habe zwei Jahre und sechs Monate im Gefängnis ver-

bracht und sei danach auf Regierungsbeschluss hin freigelassen worden 

und habe die Jahre danach gearbeitet, teilweise auch im Ausland, um die 

Familie finanziell zu versorgen. Er sei in seiner Heimat auch politisch aktiv 

gewesen und habe sich für verschiedene Anliegen an Demonstrationen 

beteiligt. Im Jahr (…) habe er mit weiteren Demonstranten den (…) blo-

ckiert und sei daraufhin von den Sicherheitskräften festgenommen und 

misshandelt worden. Im (…) sei er erneut von der Polizei verhaftet worden, 

da man eine schwer verletzte Person in der Nähe (…) aufgefunden habe, 

welche später an ihren Verletzungen gestorben sei. Sie hätten ihn darauf-

hin einer entsprechenden Straftat zulasten dieser Person verdächtigt. Auf 

der Polizeistation hätten die Polizisten vom Beschwerdeführer Geld ver-

langt. Nachdem er den anwesenden Polizisten einen Geldbetrag bezahlt 

habe, sei er freigelassen worden. Kurz danach habe ihn ein weiterer Poli-

zist aufgesucht und wiederum Geld von ihm verlangt. Gleichzeitig sei er 

von Familienangehörigen der verstorbenen Person bedroht worden. Diese 

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Seite 4 

hätten zunächst seinen Bruder spitalreif geschlagen und diesem klarge-

macht, dass sie als nächstes seinen Bruder, den Beschwerdeführer, töten 

würden. Daraufhin habe er sich um den Schutz der Behörden bemüht, wel-

che ihm aber nicht geholfen hätten. Im Allgemeinen sei es für ihn als An-

gehöriger einer ethnischen Minderheit schwierig gewesen, bei Problemen 

mit der Justiz staatlichen Schutz zu erlangen. Zwei Wochen danach habe 

die Polizei ihn eines Morgens zuhause aufgesucht und ihm mitgeteilt, er 

müsse sich gleichentags bei den Behörden melden, da die Angelegenheit 

nun dem zuständigen Staatsanwalt übertragen worden sei. Auf Anraten 

seiner Mutter habe er am nächsten Morgen die Stadt verlassen und sei 

nach B._______ gereist, wo er sich bei einer Freundin seiner Mutter auf-

gehalten habe. Nach rund drei Monaten habe er das Land mit einem itali-

enischen Visum auf dem Luftweg über Italien nach Schweden verlassen. 

J.  

Mit Verfügung vom 1. Oktober 2021 stellte das SEM fest, der Beschwerde-

führer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, wies das als Mehrfachge-

such anhand genommene Gesuch vom 12. November 2019 ab, stellte im 

Weiteren fest, der Entscheid über den weiteren Aufenthalt in der Schweiz 

oder eine allfällige Wegweisung falle in die Zuständigkeit der kantonalen 

Migrationsbehörden und erhob eine Gebühr. 

K.  

Mit Eingabe vom 3. November 2021 reichte der Beschwerdeführer gegen 

diese Verfügung beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde ein und be-

antragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, die Flüchtlingseigen-

schaft anzuerkennen und Asyl zu gewähren. Eventualiter sei die vorläufige 

Aufnahme anzuordnen und subeventualiter sei die angefochtene Verfü-

gung aufzuheben und im Sinne der Erwägungen zwecks Neubeurteilung 

an die Vorinstanz zurückzuweisen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht sei die 

unentgeltliche Prozessführung zu gewähren, auf die Erhebung eines Kos-

tenvorschusses zu verzichten und der unterzeichnete Rechtsvertreter als 

amtlichen Rechtsbeistand einzusetzen.  

 

 

 

 

E-4859/2021 

Seite 5 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Es entscheidet auf dem Gebiet des Asyls – 

wie auch vorliegend – endgültig. (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d 

Ziff. 1 BGG).  

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der Be-

schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 6 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist – mit nachfolgenden Vorbehalten (vgl. E. 1.3 und E. 4) – ein-

zutreten.  

1.3 Soweit der Beschwerdeführer in der Beschwerde beantragt, es sei die 

Unzulässigkeit, eventualiter Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs 

festzustellen und er sei vorläufig aufzunehmen, ist festzuhalten, dass so-

wohl die Wegweisung als auch der Vollzug nicht Gegenstand des vorlie-

genden Verfahrens bilden. Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfü-

gung zutreffend festgestellt und begründet, weshalb der Entscheid über die 

Wegweisung und der Vollzug in die Zuständigkeit der für die Beurteilung 

ausländerrechtlicher Fragen zuständigen kantonalen Migrationsbehörde 

fällt. Im Übrigen macht der Beschwerdeführer in der Beschwerde hierzu 

auch keine Ausführungen und wendet auch nichts gegen diese Feststel-

lung ein. Demgemäss ist auf den entsprechenden Antrag des Beschwer-

deführers nicht einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung einer zweiten Richterin beziehungsweise ei-

nes zweiten Richters entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend 

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Seite 6 

aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur summa-

risch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

Die Vorinstanz hat die Eingabe des Beschwerdeführers vom 12. November 

2019 als weiteres Asylgesuch (Mehrfachgesuch) entgegengenommen. Der 

Beschwerde kommt deshalb von Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung 

zu (Art. 55 Abs. 1 VwVG). Da die Vorinstanz der Beschwerde die aufschie-

bende Wirkung nicht entzogen hat, ist auf den Antrag, dem Beschwerde-

führer sei zu erlauben, den Ausgang des Beschwerdeverfahrens in der 

Schweiz abwarten zu dürfen – und damit sinngemäss der Beschwerde die 

aufschiebende Wirkung zu erteilen – nicht einzutreten.  

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als 

ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Le-

bens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psy-

chischen Druck bewirken (vgl. Art. 3 AsylG). 

5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält (Art. 7 Abs. 1 und 2 AsylG). Unglaubhaft sind insbesondere Vor-

bringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich wi-

dersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf 

gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 Abs. 3 

AsylG). Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das 

Glaubhaftmachen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt 

und folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. 

beispielsweise BVGE 2015/3 E. 6.5.1 m.w.H.). 

 

 

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Seite 7 

6.  

6.1 Die Vorinstanz kommt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, 

die Vorbringen des Beschwerdeführers würden keine Flüchtlingsrelevanz 

aufweisen und im Übrigen bestünden ernsthafte Zweifel an deren Glaub-

haftigkeit. Namentlich zwischen den zwei geltend gemachten Vorfällen – 

rund zweijährige Haft als Vierzehnjähriger aufgrund eines Mordverdachts 

und Teilnahme an Demonstrationen und darauffolgende Misshandlung 

durch die Behörden im Jahr (…) – und seiner Ausreise im Jahr (…), be-

stehe kein zeitlicher und sachlicher Kausalzusammenhang. Darüber hin-

aus bestünden erhebliche Zweifel an seinen geltend gemachten politi-

schen Aktivitäten, da seine diesbezüglichen Aussagen unsubstantiiert 

seien und er keine Beweismittel habe einreichen können, obwohl sein 

Name gemäss seinen Aussagen oft in den Medien gefallen sei. Hinsichtlich 

der vorgebrachten kurzzeitigen Verhaftung und eingeleiteten Untersu-

chung durch die Behörden Ende 2017 sei festzustellen, dass die Probleme 

mit den Behörden einzig auf ökonomische Beweggründe zurückzuführen 

seien und keinen Zusammenhang mit seiner Ethnie aufweisen würden. 

Ausserdem habe er seine Heimat mit dem Flugzeug legal verlassen, ohne 

Schwierigkeiten erhalten zu haben, weshalb im Zeitpunkt seiner Ausreise 

nicht von einer behördlichen Suche nach ihm auszugehen sei. Bei der gel-

tend gemachten Verfolgung durch Angehörige der verstorbenen Person 

handle es sich um eine drohende Blutrache unter Privaten und es fehle an 

einer flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgungsmotivation; ausserdem 

seien seine Aussagen hierzu widersprüchlich ausgefallen. 

6.2 Dem hält der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde entgegen, seine 

Aussagen seien logisch sowie plausibel und die Gegebenheiten über sein 

Heimatland Kamerun, welche er im Zusammenhang mit seinen Asylgrün-

den vorgebracht habe, würden sich mit den entsprechenden Länderinfor-

mationen von Menschenrechtsorganisationen decken. Seine Asylgründe 

habe er ausserdem durch den eingereichten Zeitungsartikel untermauert. 

Aufgrund der Zugehörigkeit seines verstorbenen Vaters zur (…) Partei und 

seiner eigenen Sympathie für die oppositionelle politische Partei sowie der 

Strafuntersuchung gegen seine Person wäre er im Fall einer Rückkehr in 

sein Heimatland einer flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgung im Sinne 

von Art. 3 AsylG ausgesetzt. 

6.3 Der Beschwerdeführer ist nach eigenen Angaben ab dem Jahr 2008 

verschiedenen Arbeiten nachgegangen, sowohl in Kamerun als auch im 

Ausland, namentlich bis 2009 in C._______ und von 2014 bis 2016 in 

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D._______ und hat sich nach seiner Rückkehr aus D._______ im (…)we-

sen selbständig gemacht (vgl. SEM-eAkten, 1056474-29/8, F32). Während 

diesen Jahren hat er offenbar keine Probleme irgendeiner Art mit den Be-

hörden gewärtigen müssen oder wurde von den Behörden in irgendeiner 

Wese behelligt. Aus diesem Grund ist mit der Vorinstanz festzustellen, dass 

den geschilderten Ereignissen im Zeitraum bis 2008, namentlich der an-

geblichen Inhaftierung aufgrund eines Mordverdachts sowie der Misshand-

lung durch die Sicherheitsbehörden aufgrund der Teilnahme an einer De-

monstration, keine asylrechtliche Relevanz beizumessen ist, da kein hin-

reichender Kausalzusammenhang – sowohl in zeitlicher wie auch in sach-

licher Hinsicht – zwischen diesen und seiner Ausreise im Jahr 2018 er-

kennbar ist.  

Was die geltend gemachte Strafuntersuchung der Behörden gegen seine 

Person im Jahr 2017 betrifft, ist ungeachtet der Glaubhaftigkeit dieses Vor-

bringens festzustellen, dass dieses die Anforderungen an die asylrechtli-

che Relevanz ebenfalls nicht zu erfüllen vermag. Vorab ist festzustellen, 

dass grundsätzlich legitim ist, ja aus rechtsstaatlicher Sicht geboten, dass 

bei Ereignissen, wie dem vom Beschwerdeführer beschriebenen, eine 

Strafuntersuchung eingeleitet wird. Nicht zu beanstanden ist die Einschät-

zung der Vorinstanz, es hätten dem Vorgehen der Behörden ökonomische 

Motive zugrunde gelegen. Die Ausführungen des Beschwerdeführers be-

treffend das Vorgehen der Sicherheitsbehörden lässt darauf schliessen, 

dass es diesen primär um die Erpressung von Geld ging und die involvier-

ten Polizisten damit aus rein kriminellen Motiven zwecks persönlicher Be-

reicherung agierten. Hierfür spricht namentlich, dass der Beschwerdefüh-

rer nach Bezahlung einer Geldsumme aus der Haft entlassen worden ist 

(vgl. SEM-eAkten, 1056474-29/8, F59) und von der Polizei offenbar auch 

nie irgendein offizielles Dokument im Zusammenhang mit der angeblichen 

Strafuntersuchung, wie etwa einen Haftbefehl oder eine Vorladung, erhal-

ten hat. Aufgrund seiner Aussagen und den Akten besteht denn auch kein 

Grund zur Annahme, dass dem geschilderten Verhalten der Polizisten eine 

ethnisch oder politisch motivierte Verfolgung im Sinne des Gesetzes zu-

grunde gelegen hätte. Gleiches gilt für die geltend gemachte Verfolgung 

durch Angehörige der verstorbenen Person, ungeachtet der Glaubhaf-

tigkeit seiner diesbezüglichen Ausführungen. Die Vorinstanz hat zurecht 

festgestellt, dass es privaten Blutfehden und drohender Blutrache am Er-

fordernis der flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgungsmotivation man-

gelt, da die Verfolgungsmassnahmen im Sinne einer Blutrache seitens Pri-

vatpersonen nicht aus einem in Art. 3 Abs. 1 AsylG aufgezählten Grund, 

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Seite 9 

sondern aus einem asylfremden Motiv erfolgen und somit asylrechtlich 

nicht von Belang sind. 

Die Vorbringen in der Beschwerde vermögen zu keiner anderen Sichtweise 

zu führen und insbesondere den vorinstanzlichen Einwand der fehlenden 

Asylrelevanz nicht zu entkräften. Der Beschwerdeführer beschränkt sich 

weitgehend auf allgemeine Ausführungen und die Wiedergabe des Sach-

verhalts und der Verfahrensgeschichte. Eine hinreichende Auseinander-

setzung mit den Erwägungen in der angefochtenen Verfügung ist nicht zu 

erkennen. Schliesslich ist auch aus dem eingereichten Zeitungsartikel vom 

1. Oktober 2020 nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. Dieser handelt über 

eine Demonstration auf dem (…) E._______ und weist keinerlei Bezug zu 

seiner Person und seinen Asylgründen auf.  

7.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist ab-

zuweisen. Es besteht namentlich auch kein Anlass zur Rückweisung der 

Sache an die Vorinstanz, zumal der Beschwerdeführer seinen diesbezüg-

lichen Eventualantrag in der Beschwerde nicht begründet. Der Eventualan-

trag ist ebenfalls abzuweisen. 

8.  

8.1 Der Beschwerdeführer beantragt die Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege (Art. 65 Abs. 1 VwVG) sowie die Bestellung eines amtlichen 

Rechtsbeistands in der Person des Unterzeichneten. Aufgrund der vorste-

henden Erwägungen ergibt sich indessen, dass seine Begehren als aus-

sichtslos zu gelten haben. Damit ist eine der kumulativ zu erfüllenden Vo-

raussetzungen nicht gegeben, weshalb das Gesuch abzuweisen ist. Aus 

demselben Grund ist auch das Gesuch um amtliche Verbeiständung abzu-

weisen (Art. 102m Abs. 1 AsylG). 

8.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-

deführer aufzuerlegen und praxisgemäss auf insgesamt Fr. 1’500.–  fest-

zusetzen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 

2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-

gericht [VGKE], SR 173.320.2). Das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung 

eines Kostenvorschusses erweist sich mit vorliegendem Entscheid als ge-

genstandslos. 

 

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2.  

Die Gesuche um unentgeltliche Rechtspflege und amtliche Rechtsverbei-

ständung werden abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 1‘500.– werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen.  

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

David R. Wenger Matthias Neumann