# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 209a7990-5b39-57ff-b140-d3a725799a89
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-04-24
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 24.04.2012 SB120078
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB120078_2012-04-24.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: SB120078-O /U/eh 
 
 
Mitwirkend: Die Oberrichter lic. iur. P. Marti, Präsident, lic. iur. M. Langmeier und 

Ersatzoberrichterin lic. iur. R. Affolter sowie die Gerichtsschreiberin 

lic. iur. J. Stark 

Beschluss vom 24. April 2012 

 
in Sachen 

 
A._____ AG,  
Dr. X1._____, Rechtskonsulent, 

Privatklägerin und I. Berufungsklägerin 
 
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X2._____ 

 

sowie 

 

Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich,  
vertreten durch Stv. Leitenden Staatsanwalt lic. iur. C. Bodmer,  

Anklägerin und II. Berufungsklägerin 
 

gegen 
 

B._____,  
Beschuldigter und III. Berufungskläger sowie Anschlussberufungskläger 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ 

 
 

betreffend Betrug etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung, vom  
14. Dezember 2011 (DG110141) 

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Erwägungen: 

1. Verfahrensgang 

1.1. Die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich wirft dem Beschuldigten  
B._____ vor, sich als Mitarbeiter der A._____ AG mittels betrügerischer Handlun-

gen zulasten zweier Kundenkonten bereichert zu haben. Sowohl die A._____ AG 

als auch einer der Bankkunden konstituierten sich als Privatkläger  

(Urk. HD 29/11). Mit Beschluss der Vorinstanz vom 19. September 2011 wurde 

der A._____ AG die Stellung als Privatklägerin aberkannt (Urk. 42). Dagegen er-

hob die A._____ AG Beschwerde (Urk. 46). Mit Beschluss der III. Strafkammer 

des Obergerichtes des Kantons Zürich vom 8. November 2011 wurde die Be-

schwerde der A._____ AG gutgeheissen und der Beschluss vom 19. September 

2011 aufgehoben. Die III. Strafkammer zuerkannte der A._____ AG im Verfahren 

vor Vorinstanz die Stellung als Privatklägerin (Urk. 51). 

1.2. Mit Urteil vom 14. Dezember 2011 wurde der Beschuldigte des mehrfachen 
Betrugs und der mehrfachen Urkundenfälschung schuldig gesprochen und mit 

30 Monaten Freiheitsstrafe (davon 21 Monate bedingt bei einer Probezeit von 

zwei Jahren) bestraft. Die Vorinstanz entschied über beschlagnahmte Bankunter-

lagen, über verschiedene Kontosperren und eine Ersatzforderung. Ferner ab-

erkannte sie der A._____ AG die Stellung als Privatklägerin wieder, weshalb sie 

auf deren Schadenersatzforderung nicht eintrat (Urk. 69). 

1.3. Gegen dieses Urteil meldeten der Beschuldigte, die Staatsanwaltschaft sowie 
die A._____ AG je Berufung an und reichten auch fristgerecht die Berufungserklä-

rungen ein. Nach Eingang der Berufungsakten an der hiesigen Kammer wurde 

den Parteien mit Präsidialverfügung vom 24. Februar 2012 Frist angesetzt, um  

Anschlussberufung zu erheben oder ein Nichteintreten auf die Berufung der  

jeweils anderen Parteien zu beantragen und insbesondere zur Frage der Partei-

stellung der A._____ AG Stellung zu nehmen (Urk. 77). Nach Eingang der Stel-

lungnahmen wurde mit Präsidialverfügung vom 21. März 2012 den Parteien ge-

stützt auf ZR 99 [2000] Nr. 5 zur Wahrung des rechtlichen Gehörs Frist angesetzt, 

um zur Frage einer möglichen Rückweisung an die Vorinstanz Stellung zu neh-

men (Urk. 84). 

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2. Stellung der A._____ AG im vorliegenden Verfahren 

2.1. Wie bereits erwähnt, hatte die III. Strafkammer auf Beschwerde der A._____ 
AG hin mit Beschluss vom 8. November 2011 erkannt, dass die A._____ AG ge-

stützt auf den Anklagesachverhalt als Geschädigte im Sinne von Art. 115 StPO zu 

betrachten sei. Deshalb wurde der A._____ AG die Stellung als Geschädigte und 

Privatklägerin zuerkannt. Begründet wurde dies damit, dass die abschliessende  

rechtliche Würdigung des angeklagten Sachverhaltes dem Sachgericht zwar  

obliege. Jedoch beruhe die verfahrensrechtliche Stellung der Geschädigten auf 

einer vorläufigen Annahme. Dabei stützte die Beschwerdeinstanz die Hypothese 

auf den Anklagesachverhalt (Urk. 51 insbes. S. 7 f.). Mithin wies die Beschwer-

deinstanz darauf hin, dass ihr Entscheid auf der Hypothese der Richtigkeit des  

Anklagesachverhaltes beruhe und versah ihren Entscheid mit dem Vorbehalt, 

dass er nur insoweit Geltung habe, als vom Anklagesachverhalt ausgegangen 

werde. 

2.2. Die Beschwerdeinstanz hat am 8. November 2011 nicht kassatorisch,  
sondern reformatorisch entschieden. Es stellt sich die Frage der Rechtskraft des 

genannten Entscheides, d.h. die Frage, ob die Vorinstanz an den Entscheid be-

treffend Parteistellung der A._____ AG gebunden war. 

2.3. Gegen den Beschluss der Beschwerdeinstanz wäre als allfälliges weiteres 
Rechtsmittel die bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 93 

BGG gegeben gewesen (vgl. Rechtsmittelbelehrung, Urk. 51 S. 9). Eine solche 

wurde jedoch nicht erhoben. Somit wurde der Beschluss am Tag seiner Aus-

fällung rechtskräftig (Art. 437 Abs. 3 StPO; vgl. auch Art. 61 BGG und Art. 103 

BGG; Schmid, Schweizerische Strafprozessordnung Praxiskommentar, Zürich 

2009, Art. 437 N 12; BSK StPO - Sprenger, Basel 2011, Art. 437 N 26; Cavallo, in 

Donatsch/Hansjakob/Lieber, Kommentar zur Schweizerischen Strafprozess-

ordnung, Zürich 2010, Art. 437 N 39). Der Eintritt der Rechtskraft bedeutet  

Unabänderlichkeit des Entscheides, einerseits im Rahmen des fraglichen Verfah-

rens und für die beteiligten Behörden, andererseits auch mit Blick auf spätere 

Prozesse. So wird aus der materiellen Rechtskraft, die in der StPO nicht direkt  

geregelt ist, die Feststellungswirkung des Urteils für spätere Entscheide abgeleitet 

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(Schmid, Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts, Zürich, 2009, 

Rz 1838; Schmid, Praxiskommentar, a.a.O., Art. 437 N 3).  

2.4. Bei der Frage, ob die A._____ AG als Privatklägerin zuzulassen sei oder 
nicht, geht es nicht um eine lediglich verfahrensleitende Thematik, ansonsten im 

Sinne von Art. 393 Abs. 1 lit. b Satz 2 StPO keine Beschwerde gegeben gewesen 

wäre. Entsprechend geht es auch nicht um einen (verfahrensleitenden) Entscheid, 

der allenfalls nur beschränkt den Sperrwirkungen der Rechtskraft unterliegen 

würde. Vielmehr erwuchs der fragliche Beschluss der Beschwerdeinstanz im Sin-

ne des Gesetzes in (formelle und materielle) Rechtskraft und war demzufolge für 

den weiteren Verlauf des Verfahrens für alle damit befassten Behörden – und 

damit auch für die Vorinstanz – verbindlich. Einzig für den Fall, dass das Sachge-

richt zu einem späteren Zeitpunkt in tatsächlicher Hinsicht vom Anklagesachver-

halt abweichen würde, brachte die Beschwerdeinstanz wie erwähnt einen Vorbe-

halt dahingehend an, als die Geschädigtenstellung der A._____ erneut zu über-

prüfen wäre (Urk. 51 S. 7 f.). 

2.5. Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten anklagegemäss des Betrugs und 
der Urkundenfälschung schuldig. Aus der diesbezüglichen Begründung ergibt 

sich, dass die Vorinstanz den Anklagesachverhalt als rechtsgenügend erstellt er-

achtete und somit nicht von einem gegenüber der Anklageschrift abgeänderten 

Sachverhalt ausging (Urk. 69 insbes. S. 26, S. 41 ff. und S. 61 ff.). Für ihren Ent-

scheid, der A._____ AG gleichwohl wieder die Geschädigten- bzw. Privatkläger-

stellung abzuerkennen, berief sich die Vorinstanz auf nichts, was nicht auch 

schon der Beschwerdeinstanz am 8. November 2011 bekannt gewesen wäre. 

Vielmehr setzte die Vorinstanz ihre eigene Meinung anstelle derjenigen der Be-

schwerdeinstanz (Urk. 69 S. 61 ff.). 

2.6. Wie erwähnt war mit dem Entscheid der Beschwerdekammer vom 
8. November 2011 das Thema der Geschädigten- bzw. Privatklägerstellung der 

A._____ AG in diesem Verfahren rechtskräftig und verbindlich abgehandelt. Neue 

Umstände, die der Vorinstanz ein Darauf-Zurückkommen erlaubt hätten, lagen 

und liegen nicht vor. Es ist denn auch bezeichnend, dass sich die Vorinstanz mit  

 

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keinem Wort dazu äusserte, ob sie überhaupt dazu berechtigt war, entgegen dem 

obergerichtlichen Beschluss der A._____ AG die Geschädigtenstellung wieder 

abzuerkennen, obwohl sie ausführlich aus den Erwägungen der Beschwer-

deinstanz zitiert (Urk. 69 S. 62 ff.). Dass die Vorinstanz nicht legitimiert war, ge-

gen den Beschluss der Beschwerdeinstanz ein Rechtsmittel zu ergreifen, ändert 

daran nichts. Nur am Rande erwähnt sei, dass die Stellung der A._____ AG im 

Übrigen weder von der Staatsanwaltschaft noch dem Beschuldigten bestritten 

wird (Urk. 79 und Urk. 82).  

2.7. Es ist somit festzustellen, dass der A._____ AG im vorliegenden Verfahren 
aufgrund des vorinstanzlichen anklagegemässen Schuldspruches die Stellung als 

Privatklägerin zukommt. Entsprechend hätte die Vorinstanz auf die Schadener-

satzforderungen der A._____ AG eintreten und sie materiell behandeln müssen 

(Art. 122 ff. StPO, insbes. Art. 126 Abs. 1 StPO).  

3. Rückweisung 

3.1. Gestützt auf Art. 409 Abs. 1 StPO hebt das Berufungsgericht das angefoch-
tene Urteil auf und weist es an die Vorinstanz zurück, wenn das erstinstanzliche 

Verfahren wesentliche Mängel aufweist, die im Berufungsverfahren nicht geheilt 

werden können. Dabei bestimmt das Berufungsgericht, welche Verfahrenshand-

lungen zu wiederholen oder nachzuholen sind. Das erstinstanzliche Gericht ist an 

die vom Berufungsgericht im Rückweisungsbeschluss vertretenen Rechtsauf-

fassungen und an die damit verbundenen Weisungen gebunden (Art. 409 Abs. 2 

und Abs. 3 StPO).  

3.2. Es ist zweifelsohne von einem wesentlichen Verfahrensmangel zu sprechen, 
wenn eine Erstinstanz in ihrem Urteil in Missachtung eines rechtskräftigen und 

verbindlichen Entscheids der Oberinstanz einem Schadenersatz Fordernden die 

Geschädigtenstellung aberkennt, ihm die Möglichkeit nimmt, sich als Privatkläger 

zu konstituieren, und auf seine Forderungen nicht eintritt, anstatt sie materiell zu 

behandeln (vgl. dazu die Kasuistik in Schmid, Handbuch, a.a.O., Rz 1576). Dieser 

Auffassung sind auch die Parteien (Urk. 86; Urk. 87 und Urk. 92). 

 

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3.3. Hingegen sind die Parteien unterschiedlicher Auffassung darüber, ob eine 
Rückweisung erforderlich ist oder ob dieser Mangel im Berufungsverfahren geheilt 

werden kann. Die Staatsanwaltschaft führt an, sie sei aus praktischen Gründen 

gegen eine Rückweisung. Da alle drei Parteien Berufung erhoben hätten, würde 

dies zu einem "Nullsummenspiel" (Urk. 86). Der Beschuldigte hält fest, der  

Mangel könne nicht geheilt werden. Durch die Nichtanerkennung der prozessua-

len Stellung werde der Partei faktisch eine Instanz entzogen (Urk. 87). Die Privat-

klägerin A._____ AG hingegen führt aus, eine Rückweisung sei nicht angezeigt. 

Das Obergericht könne den relevanten Sachverhalt vollumfänglich überprüfen. Es 

handle sich um eine reine, durch das Obergericht (Beschwerdekammer) bereits 

entschiedene Rechtsfrage. Es liege auch kein absoluter Kassationsgrund vor.  

Zudem ergebe sich auch aus dem Beschleunigungsgebot, dass das Verfahren 

vor Obergericht fortgesetzt werden müsse (Urk. 92). 

3.4. Die Privatklägerin verkennt, dass es nicht nur um die Frage ihrer prozessua-
len Stellung geht, sondern auch darum, dass ihre Zivilansprüche gemäss gesetz-

lichem Grundgedanken (vgl. Art. 80 BGG, aber auch Art. 75 BGG) grundsätzlich 

von zwei Instanzen mit umfassender Kognition geprüft werden können sollen.  

Erfolgt keine Rückweisung, sondern entscheidet das Berufungsgericht reformato-

risch, geht die Privatklägerin hinsichtlich ihrer – vor Vorinstanz gestellten –  

Schadenersatzansprüche einer Instanz verlustig. Das Nichtbehandeln eines  

(Anklage-, Zivil-) Punktes stellt einen der klassischen Fälle für eine Rückweisung 

dar (Botschaft zur Vereinheitlichung der Strafprozessordnung, BBl 2006 1318; 

Schmid, Handbuch, a.a.O., Rz 1567; BSK StPO - Eugster, a.a.O., Art. 409 N 1). 

Indem die Vorinstanz die Zivilforderungen in materieller Hinsicht gar nicht behan-

delt hat, hat sie der Privatklägerin – wenn auch nicht formell, da sie sich in der 

Hauptverhandlung auch zu den Zivilansprüchen äussern konnte – das rechtliche 

Gehör verweigert. Weil der Grund dafür in einer Nichtumsetzung eines rechts-

kräftigen Entscheides der Beschwerdekammer durch die Vorinstanz liegt, geht es 

nicht einfach um eine "falsche rechtliche Beurteilung" (so die Privatklägerin; 

Urk. 92 S. 2), welche in der Tat vom Obergericht im Berufungsverfahren selbst 

korrigiert werden könnte. Aufgrund der konkreten Umstände ist es vorliegend trotz 

 

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ausdrücklichen Verzichts der Privatklägerin daher ausgeschlossen, auf eine 

Rückweisung zu verzichten und im Berufungsverfahren über die Zivilforderungen 

erstmals materiell zu entscheiden. Der Mangel ist im Berufungsverfahren nicht 

heilbar und eine Rückweisung somit unumgänglich. 

4. Das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung, vom 14. Dezember 2011 
ist somit aufzuheben und das Verfahren DG110141 ist im Sinne der Erwägungen 

an die Vorinstanz zurückzuweisen. Die Vorinstanz hat die A._____ AG als Privat-

klägerin zuzulassen und die Punkte ihres Urteils, die mit der Stellung der A._____ 

AG als Privatklägerin verknüpft sind, neu zu beurteilen. Der Schuldspruch sowie 

die Sanktion sind hingegen nicht neu zu beurteilen. Ebenso erübrigt sich die 

Durchführung einer neuen (mündlichen) Hauptverhandlung, da die Parteien (auch 

die Privatklägerin) an der Hauptverhandlung vom 14. Dezember 2011 teilnahmen 

und sich ohne Einschränkung äussern konnten (Prot. I S. 6 ff.). Sie hatten somit 

ausreichend Gelegenheit, ihre entsprechenden Anträge zu stellen und zu begrün-

den. 

5. Ausgangsgemäss sind die Kosten des Berufungsverfahrens, inklusive derjeni-
gen der amtlichen Verteidigung, auf die Gerichtskasse zu nehmen. Der Privat-

klägerin ist eine Prozessentschädigung für ihre anwaltliche Vertretung aus der 

Gerichtskasse zu bezahlen (Art. 436 Abs. 3 StPO). Vorliegend wurde das ganze 

vorinstanzliche Urteil angefochten. Es sind nicht nur die Zivilansprüche strittig, 

sondern neben dem strafrechtlichen Vorwurf insbesondere auch die Anerkennung 

der Parteistellung der Privatklägerin. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass weder  

eine schriftliche Berufungsverhandlung durchgeführt wurde, noch eine eigentliche 

Berufungsbegründung erforderlich war. Dass die Privatklägerin mit der 30-seitigen 

Berufungserklärung (Urk. 72) bereits eine eigentliche solche schriftliche  

Berufungsbegründung einreichen liess, war in jenem Stadium des Prozesses 

demnach nicht notwendig (Art. 399 Art. 3 und 4 StPO). Zu berücksichtigen  

ist aber, das die Privatklägerin neben der Berufungserklärung hernach noch  

zwei vom Obergericht eingeforderten Stellungnahmen vom 16. März 2012  

bzw. 10. April 2012 einzureichen hatte (Urk. 80 und Urk. 92). In Anwendung von  

§ 18 Abs. 1 AnwGebV erscheinen Fr. 3'000.– (inkl. Barauslagen und Mehrwert-

steuer) angemessen. 

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Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass der A._____ AG im vorliegenden Verfahren die  

Stellung als Privatklägerin zuerkannt wurde. 

2. Das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung, vom 14. Dezember 

2011 wird aufgehoben und das Verfahren DG110141 im Sinne der  

Erwägungen zur teilweisen Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückge-

wiesen. 

3. Das Berufungsverfahren SB120078 wird dadurch als erledigt abge-

schrieben. 

4. Die Kosten des Berufungsverfahrens, inklusive derjenigen der amtlichen 

Verteidigung, werden auf die Gerichtskasse genommen. 

5. Der Privatklägerin wird für das Berufungsverfahren eine Prozessentschädi-

gung von Fr. 3'000.– aus der Gerichtskasse zugesprochen. 

6. Schriftliche Mitteilung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden  
des Beschuldigten 

− die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich  
− die Vertretung der Privatklägerin A._____ AG im Doppel für sich und  

die Privatklägerin 
− die Vorinstanz (unter Rücksendung der Akten) 
 

7. Gegen diesen Entscheid kann unter den einschränkenden Voraussetzungen 

von Art. 93 des Bundesgerichtsgesetzes bundesrechtliche Beschwerde in 

Strafsachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang der vollständigen, be-

gründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Ersten öffentlich-rechtlichen 

Abteilung (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes 

vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

- 9 - 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Strafkammer 
 
 

Zürich, 24. April 2012 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

lic. iur. P. Marti 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. J. Stark 
 
 

	Beschluss vom 24. April 2012
	Erwägungen:
	1. Verfahrensgang
	1.1. Die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich wirft dem Beschuldigten  B._____ vor, sich als Mitarbeiter der A._____ AG mittels betrügerischer Handlungen zulasten zweier Kundenkonten bereichert zu haben. Sowohl die A._____ AG als auch einer der Ba...
	1.2. Mit Urteil vom 14. Dezember 2011 wurde der Beschuldigte des mehrfachen Betrugs und der mehrfachen Urkundenfälschung schuldig gesprochen und mit 30 Monaten Freiheitsstrafe (davon 21 Monate bedingt bei einer Probezeit von zwei Jahren) bestraft. Die...
	1.3. Gegen dieses Urteil meldeten der Beschuldigte, die Staatsanwaltschaft sowie die A._____ AG je Berufung an und reichten auch fristgerecht die Berufungserklärungen ein. Nach Eingang der Berufungsakten an der hiesigen Kammer wurde den Parteien mit P...
	2. Stellung der A._____ AG im vorliegenden Verfahren
	2.1. Wie bereits erwähnt, hatte die III. Strafkammer auf Beschwerde der A._____ AG hin mit Beschluss vom 8. November 2011 erkannt, dass die A._____ AG gestützt auf den Anklagesachverhalt als Geschädigte im Sinne von Art. 115 StPO zu betrachten sei. De...
	2.2. Die Beschwerdeinstanz hat am 8. November 2011 nicht kassatorisch,  sondern reformatorisch entschieden. Es stellt sich die Frage der Rechtskraft des genannten Entscheides, d.h. die Frage, ob die Vorinstanz an den Entscheid betreffend Parteistellun...
	2.3. Gegen den Beschluss der Beschwerdeinstanz wäre als allfälliges weiteres Rechtsmittel die bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 93 BGG gegeben gewesen (vgl. Rechtsmittelbelehrung, Urk. 51 S. 9). Eine solche wurde jedoch nicht erho...
	2.4. Bei der Frage, ob die A._____ AG als Privatklägerin zuzulassen sei oder nicht, geht es nicht um eine lediglich verfahrensleitende Thematik, ansonsten im Sinne von Art. 393 Abs. 1 lit. b Satz 2 StPO keine Beschwerde gegeben gewesen wäre. Entsprech...
	2.5. Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten anklagegemäss des Betrugs und der Urkundenfälschung schuldig. Aus der diesbezüglichen Begründung ergibt sich, dass die Vorinstanz den Anklagesachverhalt als rechtsgenügend erstellt erachtete und somit nicht...
	2.6. Wie erwähnt war mit dem Entscheid der Beschwerdekammer vom 8. November 2011 das Thema der Geschädigten- bzw. Privatklägerstellung der A._____ AG in diesem Verfahren rechtskräftig und verbindlich abgehandelt. Neue Umstände, die der Vorinstanz ein ...
	keinem Wort dazu äusserte, ob sie überhaupt dazu berechtigt war, entgegen dem obergerichtlichen Beschluss der A._____ AG die Geschädigtenstellung wieder abzuerkennen, obwohl sie ausführlich aus den Erwägungen der Beschwerdeinstanz zitiert (Urk. 69 S....
	2.7. Es ist somit festzustellen, dass der A._____ AG im vorliegenden Verfahren aufgrund des vorinstanzlichen anklagegemässen Schuldspruches die Stellung als Privatklägerin zukommt. Entsprechend hätte die Vorinstanz auf die Schadenersatzforderungen der...
	3. Rückweisung
	3.1. Gestützt auf Art. 409 Abs. 1 StPO hebt das Berufungsgericht das angefochtene Urteil auf und weist es an die Vorinstanz zurück, wenn das erstinstanzliche Verfahren wesentliche Mängel aufweist, die im Berufungsverfahren nicht geheilt werden können....
	3.2. Es ist zweifelsohne von einem wesentlichen Verfahrensmangel zu sprechen, wenn eine Erstinstanz in ihrem Urteil in Missachtung eines rechtskräftigen und verbindlichen Entscheids der Oberinstanz einem Schadenersatz Fordernden die Geschädigtenstellu...
	3.3. Hingegen sind die Parteien unterschiedlicher Auffassung darüber, ob eine Rückweisung erforderlich ist oder ob dieser Mangel im Berufungsverfahren geheilt werden kann. Die Staatsanwaltschaft führt an, sie sei aus praktischen Gründen gegen eine Rüc...
	3.4. Die Privatklägerin verkennt, dass es nicht nur um die Frage ihrer prozessualen Stellung geht, sondern auch darum, dass ihre Zivilansprüche gemäss gesetzlichem Grundgedanken (vgl. Art. 80 BGG, aber auch Art. 75 BGG) grundsätzlich von zwei Instanze...
	ausdrücklichen Verzichts der Privatklägerin daher ausgeschlossen, auf eine Rückweisung zu verzichten und im Berufungsverfahren über die Zivilforderungen erstmals materiell zu entscheiden. Der Mangel ist im Berufungsverfahren nicht heilbar und eine Rüc...
	4. Das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung, vom 14. Dezember 2011 ist somit aufzuheben und das Verfahren DG110141 ist im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen. Die Vorinstanz hat die A._____ AG als Privatklägerin zuzulasse...
	5. Ausgangsgemäss sind die Kosten des Berufungsverfahrens, inklusive derjenigen der amtlichen Verteidigung, auf die Gerichtskasse zu nehmen. Der Privatklägerin ist eine Prozessentschädigung für ihre anwaltliche Vertretung aus der Gerichtskasse zu bez...

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass der A._____ AG im vorliegenden Verfahren die  Stellung als Privatklägerin zuerkannt wurde.
	2. Das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung, vom 14. Dezember 2011 wird aufgehoben und das Verfahren DG110141 im Sinne der  Erwägungen zur teilweisen Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückgewiesen.
	3. Das Berufungsverfahren SB120078 wird dadurch als erledigt abgeschrieben.
	4. Die Kosten des Berufungsverfahrens, inklusive derjenigen der amtlichen Verteidigung, werden auf die Gerichtskasse genommen.
	5. Der Privatklägerin wird für das Berufungsverfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 3'000.– aus der Gerichtskasse zugesprochen.
	6. Schriftliche Mitteilung an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden  des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich
	 die Vertretung der Privatklägerin A._____ AG im Doppel für sich und  die Privatklägerin
	 die Vorinstanz (unter Rücksendung der Akten)

	7. Gegen diesen Entscheid kann unter den einschränkenden Voraussetzungen von Art. 93 des Bundesgerichtsgesetzes bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.
	Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang der vollständigen, begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Ersten öffentlich-rechtlichen Abteilung (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlic...
	Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsgesetzes.