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**Case Identifier:** 35d32dc1-6fe6-5d7c-bc4a-6b553e26902b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-05-28
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 28.05.2010 C-7041/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-7041-2009_2010-05-28.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-7041/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 8 .  M a i  2 0 1 0

Richterin Franziska Schneider (Vorsitz), 
Richterin Madeleine Hirsig, Richter Vito Valenti, 
Gerichtsschreiberin Sabine Uhlmann.

X._______,
vertreten durch Führsprecher Daniel Wyssmann, 
Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
Vorinstanz.

Reduktion der IV-Rente, Verfügung vom 6. Oktober 2009.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-7041/2009

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass  die  Invalidenversicherungs-Stelle  für  Versicherte  im  Ausland 
IVSTA nach  Durchführung  einer  Rentenrevision  mit  Verfügung  vom 
6. Oktober  2009  die  X._______  (Beschwerdeführer)  bis  anhin  ge-
währte  ganze  Rente  mit  Wirkung  ab  1. Dezember  2009  durch  eine 
halbe Rente ersetzt hat (act. 97),

dass  der  Beschwerdeführer,  vertreten  durch  Fürsprecher  D. Wyss-
mann, mit Eingabe vom 11. November 2009 Beschwerde gegen diese 
Verfügung beim Bundesverwaltungsgericht einreichen und beantragen 
liess,  die  Verfügung  vom 6. Oktober  2009  sei  aufzuheben  und  dem 
Beschwerdeführer sei weiterhin eine ganze Rente auszurichten, 

dass  der  Beschwerdeführer  zur  Begründung  vorbrachte,  der 
medizinische Bericht, auf den sich die Beschwerdegegnerin beziehe, 
sei nicht schlüssig und stehe im Widerspruch zu den Akten, aus den 
Akten  gehe  höchstens  eine  35%-ige  Arbeitsfähigkeit  hervor,  der 
medizinische  Sachverhalt  sei  daher  ungenügend  abgeklärt,  das 
Valideneinkommen und der leidensbedingte Abzug seien nicht korrekt 
festgesetzt worden, der Invaliditätsgrad betrage richtigerweise 84%,

dass  der  Beschwerdeführer  ausserdem  verschiedene  medizinische 
Dokumentationen einreichen liess,

dass die Vorinstanz mit  Verweis auf die ärztliche Stellungnahme von 
Dr. L._______, IV-Stellenarzt, mit Vernehmlassung vom 31. März 2010 
beantragt  hat,  die  Beschwerde  sei  gutzuheissen,  die  angefochtene 
Verfügung sei aufzuheben und die Sache sei im Sinne der erwähnten 
ärztlichen Stellungnahme an die  Verwaltung zurückzuweisen (BVGer 
act. 7),

dass  Dr.  L._______,  IV-Stellenarzt,  in  seiner  Stellungnahme  vom 
28. März  2010  zuhanden  der  IV-Stelle  eine  polydisziplinäre  Begut-
achtung (Orthopädie, Neurologie, Psychiatrie und Neuropsychologie) – 
allenfalls in Absprache mit dem Unfallversicherer – vorgeschlagen hat 
(act. 103),

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Replik  vom 6. Mai  2010  beantragen 
liess, die Beschwerde sei gutzuheissen, die Verfügung der Vorinstanz 

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sei  aufzuheben  und  die  Vorinstanz  sei  anzuweisen,  weiterhin  eine 
ganze Rente auszurichten (BVGer act. 9),

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  gemäss  Art.  31  des  Bundes-
gesetzes  vom  17. Juni  2005  über  das  Bundesverwaltungsgericht 
(Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG, SR 173.32) in Verbindung mit  Art. 
33  Bst.  d  VGG und  Art.  69  Abs. 1  Bst.  b  des  Bundesgesetzes  vom 
19. Juni  1959  über  die  Invalidenversicherung  (IVG,  SR  831.20)  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 
172.021) beurteilt, sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt,

dass vorliegend keine Ausnahme von der Zuständigkeit auszumachen 
ist, und das Bundesverwaltungsgericht somit zur Behandlung der Be-
schwerde zuständig ist,

dass  der  Beschwerdeführer  im  Sinn  von  Art.  48  Abs.  1  VwVG und 
Art. 59  des  Bundesgesetzes  vom  6. Oktober  2000  über  den  All-
gemeinen  Teil  des  Sozialversicherungsrechts  (ATSG,  SR 830.1) be-
schwerdelegitimiert ist, und dass die Beschwerde im Übrigen frist- und 
formgerecht eingereicht worden ist (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 
VwVG, vgl. auch Art. 60 ATSG), weshalb darauf einzutreten ist,

dass Art. 49 Bst. b VwVG die unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhalts ausdrücklich als Beschwerdegrund nennt, 

dass die angefochtene Verfügung vom 6. Oktober 2009 nach überein-
stimmender Auffassung der Parteien auf einer unvollständigen Abklä-
rung des rechtserheblichen Sachverhalts beruht,

dass das Bundesverwaltungsgericht aufgrund der vorliegenden Akten 
zum Schluss kommt, zur Beurteilung des Rentenanspruchs seien zu-
sätzliche medizinische Abklärungen erforderlich, und es sich nicht ver-
anlasst sieht, vom dahingehenden Antrag der Vorinstanz und des Be-
schwerdeführers abzuweichen,

dass  die  Vorinstanz  der  rentenherabsetzenden  Verfügung  vom 
6. Oktober  2009  gestützt  auf  Art.  97  des  Bundesgesetzes  vom 
20. Dezember  1946 über die Alters-  und Hinterlassenenversicherung 
(AHVG, SR 831.10) in Verbindung mit Art. 66 IVG die aufschiebende 
Wirkung entzogen hat,

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dass die revisionsweise verfügte Herabsetzung oder Aufhebung einer 
Rente in der Regel frühestens auf den ersten Tag des zweiten der Zu-
stellung  der  Verfügung  folgenden  Monats  erfolgen  kann  (Art.  88 bis 

Abs. 2 Bst. a der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invaliden-
versicherung [IVV, SR 831.201]),

dass dabei  nicht  die Verfügung massgebend ist,  die das Gericht  mit 
der Begründung aufgehoben hat, die Revisionsvoraussetzungen seien 
nicht  rechtsgenüglich  ausgewiesen  (Urteil  BGer  9C-149/2009  vom 
14. Juli  2009 E. 4.4,  publiziert  in  SVR 2009 IV Nr. 57),  sondern die 
nach dem Rückweisungsentscheid neu zu erlassende Verfügung (vgl. 
Urteil BGer 9C_646/2009 vom 13. Oktober 2009 E. 3.3; Urteil BVGer 
C-1288/2008 vom 22. Februar 2010 E. 5 mit Hinweisen), 

dass dies im vorliegenden Fall insbesondere zu beachten ist,  da die 
Vorinstanz  die  angefochtene  Verfügung  offensichtlich  aufgrund  einer 
ungenügenden  Sachverhaltsabklärung  erlassen  und  damit  in  jedem 
Fall verfrüht verfügt hat,

dass  auch  kein  Grund  für  eine  sofortige  Renteneinstellung  nach 
Art. 7b Abs.  2  IVG  oder  für  eine  rückwirkende  Herabsetzung  oder 
Aufhebung der Rente nach Art. 88bis Abs. 2 Bst. b IVV auszumachen 
ist,

dass die angefochtene Verfügung (einschliesslich des darin angeord-
neten  Entzugs  der  aufschiebenden  Wirkung)  aufzuheben  und  die 
Sache gestützt auf Art. 61 Abs. 1 VwVG an die Verwaltung zurückzu-
weisen  ist,  verbunden  mit  der  Anweisung  die  erforderliche  polydis-
ziplinäre  Begutachtung  in  orthopädischer,  neurologischer,  psychia-
trischer  und  neuropsychologischer  Hinsicht  durchführen  zu  lassen, 
und anschliessend in der Sache neu zu verfügen, 

dass die Beschwerde demnach teilweise gutzuheissen ist, 

dass bei  diesem Verfahrensausgang dem obsiegenden Beschwerde-
führer keine Verfahrenskosten aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG 
e contrario),

dass  der  anwaltlich  vertretene  Beschwerdeführer  Anspruch  auf  eine 
Parteientschädigung hat (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 des Regle-
ments  vom 21. Februar  2008 über  die  Kosten und Entschädigungen 
vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]),

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dass der Rechtsvertreter mit Replik vom 6. Mai 2010 eine Kostennote 
in der Höhe von Fr. 5'865.70 (inkl. Mehrwertsteuer) eingereicht hat,

dass er die Höhe der Kostennote damit begründet hat, es rechtfertige 
sich die Auferlegung der gesamten Parteikosten, da der Beschwerde-
führer  die unzureichende Arbeit  bereits  im Vorbescheidverfahren ge-
rügt habe,

dass  die  teilweise  Gutheissung  und  Rückweisung  an  die  Vorinstanz 
zur  weiteren  Abklärung  hinsichtlich  der  Verfahrenskosten  und  der 
Parteientschädigung praxisgemäss als Obsiegen gehandhabt wird,

dass  die  Parteientschädigung  für  Beschwerdeverfahren  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  die  Kosten  der  Vertretung  sowie  allfällige 
weitere  notwendige  Auslagen  der  Partei  umfasst,  die  Parteient-
schädigung nach dem notwendigen Zeitaufwand des Vertreters oder 
der  Vertreterin  zu  bemessen ist  und der  Stundenansatz  für  Anwälte 
und Anwältinnen mindestens 200 und höchstens 400 Franken (exkl. 
Mehrwertsteuer) beträgt (Art. 64 VwVG in Verbindung mit Art. 7, Art. 9 
und Art. 10 VGKE), 

dass vorliegend keine Mehrwertsteuer geschuldet ist (Art. 5 Bst. b des 
Bundesgesetzes  vom  2.  September  1999  über  die  Mehrwertsteuer 
[Mehrwertsteuergesetz, MWSTG, SR 641.20] i.V.m. Art. 14 Abs. 3 Bst. 
c MWSTG und Art. 9 Abs. 1 Bst. c VGKE),

dass der  Zeitaufwand des Rechtsvertreters  im  vorliegenden Fall  mit 
Blick  auf  die  Tatsache,  dass  die  Vorinstanz  bereits  im  Rahmen  der 
Vernehmlassung  die  Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung  und 
Gutheissung  der  Beschwerde  beantragt  hat,  begrenzt  war,  sich  der 
Rechtsvertreter vorliegend nicht mit einem komplexen Sachverhalt zu 
befassen hatte und es sich bezüglich der zeitlichen Inanspruchnahme 
um einen durchschnittlichen Fall handelt, 

dass zudem die Parteientschädigung vor der  Vorinstanz nicht  Streit -
gegenstand und daher nur für das Beschwerdeverfahren – und nicht 
auch  für  das  Vorbescheidverfahren  –  vor  dem  Bundesverwaltungs-
gericht festzulegen ist, 

dass das in  Rechnung gestellte  Honorar  von Fr. 5'451.40 (inkl. Aus-
lagen, exkl. Mehrwertsteuer) auch mit Blick auf die bundesgerichtliche 

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Rechtsprechung zu hoch erscheint (vgl. Urteil  I  30/2003 vom 22. Mai 
2003 E. 5.3),

dass  der  vorliegend  notwendige  Zeitaufwand  daher  auf  15  Stunden 
und  der  Stundenansatz  auf  Fr.  230.-  veranschlagt  werden,  aus-
machend ein Anwaltshonorar von Fr. 3'450.--,

dass für  Auslagen Fr. 101.40 und damit die Parteientschädigung auf 
Fr. 3'551.40 festzusetzen ist, 

dass diese der Vorinstanz aufzuerlegen ist.

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die  Beschwerde  wird  teilweise  gutgeheissen,  und  die  angefochtene 
Verfügung vom 6. Oktober 2009 wird aufgehoben. 

2.
Die Sache wird zur weiteren Abklärung des Sachverhalts im Sinne der 
Erwägungen,  insbesondere  zur  Anordnung  einer  polydisziplinären 
(orthopädischen,  neurologischen,  psychiatrischen  und  neuropsycho-
logischen)  Begutachtung und zum Erlass  einer  neuen Verfügung an 
die Vorinstanz zurückgewiesen.

3.
Bis zum Erlass einer neuen Verfügung ist dem Beschwerdeführer die 
ganze IV-Rente weiterhin auszurichten.

4.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

5.
Dem  Beschwerdeführer  wird  eine  Parteientschädigung  in  der  Höhe 
von  Fr. 3'551.40  (inkl.  Auslagen)  zu  Lasten  der  Vorinstanz  zu-
gesprochen.

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6.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr._______; Einschreiben)
- das Bundesamt für Sozialversicherungen

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Franziska Schneider Sabine Uhlmann

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern,  Beschwerde  in 
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. 
und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni  2005 [BGG, SR 
173.110]). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit  
Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der 
angefochtene  Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  die 
beschwerdeführende  Partei  in  Händen  hat,  beizulegen  (vgl.  Art.  42 
BGG).

Versand: 

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