# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 953b1ccf-9334-585f-b6ea-39a49de24004
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-09
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 09.12.2022 SK1 2021 18
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SK1-2021-18_2022-12-09.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Urteil vom 9. Dezember 2022

Referenz SK1 21 18

Instanz I. Strafkammer

Besetzung Moses, Vorsitzender
Richter und Michael Dürst
Nyfeler, Aktuarin

Parteien A._____
Berufungsklägerin
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Andreas Josephsohn
Lutherstrasse 4, Postfach, 8021 Zürich 

gegen

Staatsanwaltschaft Graubünden
Rohanstrasse 5, 7001 Chur
Berufungsbeklagte

B._____ AG
Privatklägerin

Gegenstand mehrfache Veruntreuung gemäss Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 
eventualiter mehrfache qualifizierte ungetreue Geschäftsbesor-
gung gemäss Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 i.V.m. Abs. 3 StGB und mehr-
fache Urkundenfälschung gemäss Art. 251 Ziff. 1 Abs. 2 StGB

Anfechtungsobj. Urteil des Regionalgerichts Maloja vom 28.05.2020, mitgeteilt am 
16.03.2021 (Proz. Nr. 515-2020-1)

Mitteilung 02. Februar 2024

2 / 41

Sachverhalt

A. Mit Urteil vom 28. Mai 2020 (Proz. Nr. 515-2020-1) erklärte das Regionalge-
richt Maloja A._____ (nachfolgend: Beschuldigte) der mehrfachen qualifizierten 
ungetreuen Geschäftsbesorgung gemäss Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 in Verbindung mit 
Abs. 3 StGB und der mehrfachen Urkundenfälschung gemäss Art. 251 Ziff. 1 Abs. 
2 StGB schuldig. Es bestrafte sie mit einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten, wobei 
der Vollzug der Freiheitsstrafe unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren auf-
geschoben wurde. Das Regionalgericht Maloja hiess die Zivilklage der B._____ 
AG (nachfolgend: Privatklägerin) gut und verpflichtete die Beschuldigte, der Pri-
vatklägerin den Betrag von CHF 131'840.00 zuzüglich Schadenszins von 5% ab 
dem 10. November 2017 zu bezahlen. Im Übrigen wurde die Beschuldigte ver-
pflichtet, die Privatklägerin mit CHF 13'627.20 (inkl. Spesen und MwSt.) zu ent-
schädigen. Die Kosten des Verfahrens von CHF 8'625.00 wurden der Beschuldig-
ten auferlegt.

B. Gegen dieses Urteil meldete die Beschuldigte am 4. Juni 2020 beim Regio-
nalgericht Maloja Berufung an. Die Berufungserklärung datiert vom 1. April 2021. 
Die Beschuldigte beantragt darin die Aufhebung des vorinstanzlichen Urteils, ei-
nen vollumfänglichen Freispruch sowie die Zusprechung einer angemessenen 
Genugtuung und Entschädigung, dies unter Kosten- und Entschädigungsfolgen 
zulasten der Staatskasse. Sie stellte ausserdem den prozessualen Antrag, die 
zuvor erbetene Verteidigung durch Rechtsanwalt Andreas Josephsohn per sofort 
in eine amtliche Verteidigung gestützt auf Art. 130 Abs. 1 lit. b und d StPO umzu-
wandeln.

C. Die Staatsanwaltschaft verzichtete mit Eingabe vom 9. April 2021 (Datum 
des Poststempels) auf eine Stellungnahme gemäss Art. 400 Abs. 3 StPO.

D. Mit Verfügung vom 24. Februar 2022 des Vorsitzenden der I. Strafkammer 
wurde Rechtsanwalt Andreas Josephsohn als amtlicher Verteidiger der Beschul-
digten für das vorliegende Verfahren bestellt, nachdem die Beschuldigte und der 
genannte Rechtsanwalt dem Kantonsgericht von Graubünden zuvor mitgeteilt hat-
ten, dass die Beschuldigte über keine Wahlverteidigung mehr verfüge.

E. Die mündliche Berufungsverhandlung fand am 6. Dezember 2022 statt, 
nachdem die zunächst auf den 14. Juni 2022 angesetzte Berufungsverhandlung 
zwecks Sicherstellung der notwendigen Verteidigung verschoben werden musste. 
Die Staatsanwaltschaft beantragte die kostenpflichtige Abweisung der Berufung; 
die Beschuldigte hielt an ihren Anträgen in der Berufungserklärung fest. Seitens 
der Privatklägerin, über welche zwischenzeitlich der Konkurs eröffnet worden war, 

3 / 41

nahm niemand an der Berufungsverhandlung teil. Auch der Rechtsvertreter der 
Privatklägerin, Rechtsanwalt Luca Curdin Conrad, sowie das Betreibungs- und 
Konkursamt der Region Maloja verzichteten auf eine Teilnahme an der Verhand-
lung.

F. Das Urteil wurde den Parteien am 9. Dezember 2022 schriftlich im Dispo-
sitiv mitgeteilt.

Erwägungen

1. Eintretensvoraussetzungen

Gegen das angefochtene erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Maloja ist 
die Berufung zulässig (Art. 398 Abs. 1 StPO). Die Eintretensvoraussetzungen ge-
ben zu keinen Bemerkungen Anlass, womit auf die Berufung einzutreten ist.

2. Konkurs der Privatklägerin

2.1. Die Privatklägerin hat sich mit Erklärung vom 20. August 2019 als solche 
konstituiert, und zwar sowohl im Straf- als auch im Zivilpunkt (StA act. 4.3). Aus 
dem Handelsregister des Kantons Graubünden ergibt sich, dass der Einzelrichter 
SchKG des Regionalgerichts Maloja mit Entscheid vom 24. August 2022 mit sofor-
tiger Wirkung den Konkurs über die Privatklägerin eröffnete, wodurch diese auf-
gelöst wurde. Gemäss Art. 207 Abs. 1 und Abs. 2 SchKG werden Zivilprozesse 
und Verwaltungsverfahren, in denen der Schuldner Partei ist und die den Bestand 
der Konkursmasse berühren, eingestellt, sofern es sich nicht um dringliche Fälle 
handelt. Strafverfahren sind im Gesetz indes nicht unter den einzustellenden Pro-
zessen genannt, da sie das Massevermögen nicht betreffen. Sie bleiben von der 
Konkurseröffnung folglich im Prinzip unberührt bzw. sind grundsätzlich weiterzu-
führen. Vorbehalten sind jedoch Strafverfahren, in welchen Zivilansprüche adhäsi-
onsweise geltend gemacht werden und die deshalb unter Umständen als Folge 
der Einstellung des Adhäsionsprozesses ebenfalls eingestellt werden müssen 
(Roger Schober, in: Kren Kostkiewicz/Vock [Hrsg.], Kommentar zum Bundesge-
setz über Schuldbetreibung und Konkurs [SchKG], 4. Aufl., Zürich 2017, N 2 zu 
Art. 207 SchKG; Heiner Wohlfart/Caroline Meyer Honegger, in: Staehe-
lin/Bauer/Lorandi, Basler Kommentar, Bundesgesetz über Schuldbetreibung und 
Konkurs II, 3. Aufl., Basel 2021, N 7 f. zu Art. 207 SchKG). Im vorliegenden Straf-
verfahren macht die Privatklägerin zwar auch adhäsionsweise Zivilansprüche ge-
gen die Beschuldigte geltend. Wie noch zu zeigen sein wird, kann aber davon ab-
gesehen werden, den Adhäsionsprozess einzustellen, sondern ist stattdessen die 

4 / 41

Zivilklage der Privatklägerin auf den Zivilweg zu verweisen (vgl. dazu nachfolgend 
E. 7.5). Unter diesen Umständen ist auch das Strafverfahren nicht einzustellen.

2.2. Die Privatklägerin ist noch nicht aus dem Handelsregister gelöscht worden; 
sie befindet sich im Liquidationsstadium. Die geschädigte juristische Person ver-
liert die Rechtsfähigkeit nicht bereits mit ihrer Auflösung bzw. im Zeitpunkt der 
Konkurseröffnung, sondern erst mit ihrer Löschung aus dem Handelsregister. Sie 
behält die Geschädigtenstellung auch im Liquidationsstadium bei, und zwar auch 
dann, wenn dieses durch den Konkurs herbeigeführt worden ist (BGE 140 IV 155 
E. 3.4.4; Goran Mazzucchelli/Mario Postizzi, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], 
Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 3. Aufl., Basel 2023, 
N 33 zu Art. 115 StPO; vgl. BGer 6B_557/2010 v. 9.3.2011 E. 7.2). Die Konkurs-
verwaltung vertritt die konkursite Gesellschaft nur im Rahmen ihres gesetzlichen 
Auftrags, nämlich der Erhaltung und Verwertung der der Konkursitin zustehenden 
Vermögenswerte zugunsten ihrer Gläubiger (Art. 240 i.V.m. Art. 197 SchKG). 
Demnach kommt der Konkursverwaltung in einem Strafverfahren die Vertretung 
der konkursiten Geschädigten im Zivilpunkt zu (vgl. zur Zivilklage nachfolgend 
E. 7). In Bezug auf den Schuldpunkt ist die Konkursverwaltung hingegen nicht zur 
Vertretung der geschädigten Gesellschaft berechtigt; die konkursite Gesellschaft 
behält vielmehr die Stellung als Geschädigte im Strafverfahren bei (BGE 145 IV 
351 E. 4.2; vgl. BGer 6B_1082/2014 v. 3.3.2015 E. 1.5; 6B_557/2010 v. 9.3.2011 
E. 7.2). Vorliegend tritt die Privatklägerin in Bezug auf den Strafpunkt folglich wei-
terhin selbst als Geschädigte auf und wird sie in dieser Hinsicht nicht durch die 
Konkursverwaltung vertreten.

3. Anklage, Anklagegrundsatz und Umfang des Berufungsverfahrens

3.1. Anklage

Mit Anklageschrift vom 17. Januar 2020 warf die Staatsanwaltschaft der Beschul-
digten den folgenden Sachverhalt vor (StA act. 1.27):

Mehrfache Veruntreuung gemäss Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB eventualiter mehrfa-
che qualifizierte ungetreue Geschäftsbesorgung gemäss Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 in 
Verbindung mit Abs. 3 StGB und mehrfache Urkundenfälschung gemäss Art. 251 
Ziff. 1 Abs. 2 StGB

Die Beschuldigte war vom 9. Mai 2016 bis mindestens zum 17. Dezem-
ber 2017 Verwaltungsratsmitglied der B._____ AG mit Sitz in C._____ (nach-
folgend: die Gesellschaft) mit Einzelunterschrift. Als solche war sie für die 
administrativen Belange der Gesellschaft zuständig, unter anderem für das 
Rechnungs-, das Lohn- und das Personalwesen sowie für den Betrieb des 
EDV-Systems. Zudem war sie in den Jahren 2016 (von Juni bis September) 
und 2017 (von Juli bis September), zu 40 % als Marketing Mitarbeiterin bei 

5 / 41

der Gesellschaft angestellt. Im Rahmen dieser Arbeitsverhältnisse war sie 
unter anderem jeweils für die Organisation von Events und Sportanlässen 
zuständig.

Die Beschuldigte hatte Zugang zur Kasse der Gesellschaft, und das darin 
enthaltene Bargeld war ihr somit anvertraut. In den Jahren 2016 und 2017 
erstellte sie, im D._____ bzw. an ihrem eigenen Wohnsitz am E._____ in 
F._____), folgende 30 Rechnungen zuhanden der Gesellschaft, lautend auf 
die fiktive Firma "G._____", H._____, I._____:

1. Rechnungsdatum: 31. Mai 2016
Rechnungswert: CHF 6'560.00
Buchungskonten: 6560 (CHF 5'000.00, HR-Beratung, HR-Administrati-
on etc.) und 6550 (CHF 1'560.00, Rechnungswesen, Aufwand div. Ab-
klärungen etc.)

2. Rechnungsdatum: 30. Juni 2016
Rechnungswert: CHF 6'050.00
Buchungskonten: 6560 (CHF 900.00, Aufwand HR-Administration), 
6600 (CHF 150.00, Aufwand Bilder für Website) und 
6550 (CHF 5'000.00, Rechnungswesen/Administration etc.)

3. Rechnungsdatum: 15. Juli 2016
Rechnungswert: CHF 3'000.00 (Konzeption, Beratung für Marketing-
Auftritt)
Buchungskonto: 6600

4. Rechnungsdatum: 30. Juli 2016
Rechnungswert: CHF 5'000.00
Buchungskonten: 6550 (CHF 2'500.00, Aufwand Rechnungswesen/
Administration) und 6560 (CHF 2'500.00, HR-Beratung, HR-Admi-
nistration etc.)

5. Rechnungsdatum: 29. August 2016
Rechnungswert: CHF 5'000.00
Buchungskonten: 6600 (CHF 2'000.00, Eventorganisation/Website-
anpassung), 6550 (CHF 1'500.00, Rechnungswesen/Administration) 
und 6560 (CHF 1'500.00, HR-Beratung, HR-Administration etc.)

6. Rechnungsdatum: 30. September 2016
Rechnungswert: CHF 5'000.00
Buchungskonten: 6550 (CHF 1'500.00, Rechnungswesen/Administra-
tion) und 6560 (CHF 3'500.00, HR-Beratung, HR-Administration etc.)

7. Rechnungsdatum: 26. Oktober 2016
Rechnungswert: CHF 5'000.00 (HR-Beratung, HR-Administration etc.)
Buchungskonto: 6560 

8. Rechnungsdatum: 20. November 2016
Rechnungswert: CHF 2'190.00 (Rechnungswesen/Administration etc.)
Buchungskonto: 6550

9. Rechnungsdatum: 28. November 2016
Rechnungswert: CHF 5'000.00

6 / 41

Buchungskonten: 6550 (CHF 3'000.00, Rechnungswesen/Administra-
tion) und 6560 (CHF 2'000.00, HR-Beratung, HR-Administration etc.)

10. Rechnungsdatum: 28. Dezember 2016
Rechnungswert: CHF 6'000.00
Buchungskonten: 6600 (CHF 1'800.00, Marketing/Websiteanpas-
sungen etc.), 6550 (CHF 2'000.00, Rechnungswesen/Administration) 
und 6560 (CHF 2'200.00, HR-Beratung, HR-Administration etc.)

11. Rechnungsdatum: 20. Januar 2017
Rechnungswert: CHF 6'500.00
Buchungskonten: 6550 (CHF 3'000.00, Rechnungswesen/Administra-
tion) und 6560 (CHF 3'500.00, HR-Beratung, HR-Administration etc.)

12. Rechnungsdatum: 24. Februar 2017
Rechnungswert: CHF 6'500.00
Buchungskonten: 6600 (CHF 1'500.00, Werbung Event/Websiteanpas-
sung), 6550 (CHF 2'400.00, Rechnungswesen/Administration) und 
6560 (CHF 2'600.00, HR-Beratung, HR-Administration etc.)

13. Rechnungsdatum: 10. März 2017
Rechnungswert: CHF 6'500.00
Buchungskonten: 6550 (CHF 2'300.00, Rechnungswesen/Administra-
tion) und 6560 (CHF 4'200.00, HR-Beratung, HR-Administration etc.)

14. Rechnungsdatum: 8. April 2017
Rechnungswert: CHF 800.00
Buchungskonten: 6550 (CHF 300.00, Rechnungswesen/Administration 
Schlussrechnung 16/17) und 6560 (CHF 500.00, HR-Beratung, HR-
Administration, Schlussrechnung 16/17)

15. Rechnungsdatum: 1. Mai 2017
Rechnungswert: CHF 7'500.00
Buchungskonten: 6550 (CHF 3'500.00, Rechnungswesen/Administra-
tion) und 6560 (CHF 4'000.00, HR-Beratung, HR-Administration etc.)

16. Rechnungsdatum: 25. Mai 2017
Rechnungswert: CHF 7'500.00
Buchungskonten: 6550 (CHF 3'900.00, Rechnungswesen/Administra-
tion etc.) und 6560 (CHF 3'600.00, HR-Beratung, HR-Administration 
etc.)

17. Rechnungsdatum: 3. Juni 2017
Rechnungswert: CHF 7'500.00
Buchungskonto: 6550 (CHF 3'500.00, Rechnungswesen/Administra-
tion) und 6560 (CHF 4'000.00, HR-Beratung, HR-Administration etc.)

18. Rechnungsdatum: 22. Juni 2017
Rechnungswert: CHF 8'840.00
Buchungskonten: 6600 (CHF 3'050.00, Marketing/Websiteanpassun-
gen, Akonto), 6550 (CHF 2'540.00, Rechnungswesen/Administration, 
Akonto) und 6560 (CHF 3'250.00, Inventar, diverse Abklärungen HR, 
Akonto)

7 / 41

19. Rechnungsdatum: 21. Juli 2017
Rechnungswert: CHF 3'200.00 (Verwaltungsaufwand, HR-Beratung/
Administration, Akonto)
Buchungskonten: 6560

20. Rechnungsdatum: 21. Juli 2017
Rechnungswert: CHF 500.00 (Websiteanpassungen etc., Akonto)
Buchungskonto: 6600

21. Rechnungsdatum: 21. Juli 2017
Rechnungswert: CHF 3'800.00 (Rechnungswesen/Administration, 
Akonto)
Buchungskonto: 6550

22. Rechnungsdatum: 17. August 2017
Rechnungswert: CHF 2'500.00 (Marketingaufwand/Administration, 
Akonto)
Buchungskonto: 6600

23. Rechnungsdatum: 25. August 2017
Rechnungswert: CHF 2'900.00 (Rechnungswesen/Administration, 
Akonto)
Buchungskonto: 6550

24. Rechnungsdatum: 25. August 2017
Rechnungswert: CHF 3'600.00 (HR-Beratung, HR-Administration, 
Akonto)
Buchungskonto: 6560

25. Rechnungsdatum: 29. September 2017
Rechnungswert: CHF 3'700.00 (Rechnungswesen/Administration, 
Akonto)
Buchungskonto: 6550

26. Rechnungsdatum: 29. September 2017
Rechnungswert: CHF 4'000.00 (Verwaltungsaufwand, HR-Beratung/ 
Administration, Akonto)
Buchungskonto: 6560

27. Rechnungsdatum: 15. Oktober 2017
Rechnungswert: CHF 2'800.00 (Verwaltungsaufwand, HR-Beratung/
Administration, Akonto)
Buchungskonto: 6560

28. Rechnungsdatum: 27. Oktober 2017
Rechnungswert: CHF 1'000.00 (Verwaltungsaufwand, HR-Administra-
tion, Akonto)
Buchungskonto: 6560

29. Rechnungsdatum: 30. Oktober 2017
Rechnungswert: CHF 2'200.00 (Rechnungswesen/Administration, 
Akonto)
Buchungskonto: 6550

8 / 41

30. Rechnungsdatum: 10. November 2017
Rechnungswert: CHF 1'200.00 (Rechnungswesen/Administration, 
Akonto)
Buchungskonto: 6550

Auf der Grundlage dieser Rechnungen entnahm die Beschuldigte vom 
31. Mai 2016 bis zum 10. November 2017, unter mehreren Malen, den Ge-
samtrechnungsbetrag von CHF 131'840.00 aus der Kasse der Gesellschaft 
an deren Sitz in C._____. In der Folge verwendete sie dieses Bargeld für pri-
vate Zwecke.

Die Buchhaltungsbelege, darunter auch die fiktiven Rechnungen der inexis-
tenten Firma G._____, reichte die Beschuldigte quartalsweise der J._____, 
ein, die diese in der Folge verbuchte. Die J._____ führt die Buchhaltung der 
Gesellschaft seit deren Gründung im Mai 2016.

Die Beschuldigte erstellte die fiktiven Rechnungen lautend auf die inexistente 
Firma G._____ in der Absicht, vorzutäuschen, dass sie – im Namen und auf 
Rechnung der Gesellschaft – eine externe Firma mandatiert habe, die diver-
se Arbeiten für die Gesellschaft erledige. Tatsächlich versteckte sich aller-
dings die Beschuldigte hinter dem Deckmantel der Firma G._____, und Letz-
tere, da inexistent, erbrachte keine Leistungen für die Gesellschaft. Somit 
beabsichtigte die Beschuldigte im Ergebnis, sich unrechtmässig zum Nach-
teil der Gesellschaft zu bereichern.

3.2. Anklagegrundsatz

3.2.1. Die Verteidigung rügte anlässlich der Berufungsverhandlung – wie bereits 
vor der Vorinstanz (vgl. insb. RG act. 6, I.6, II.1 f. u. II.16) – unter anderem eine 
Verletzung des Anklagegrundsatzes. Sie brachte insbesondere vor, dass der Be-
schuldigten in der Anklage nicht vorgeworfen werde, die in Rechnung gestellten 
und vergüteten Leistungen seien in Tat und Wahrheit gar nicht, also weder von 
der "G._____", der Beschuldigten oder sonst jemandem, erbracht worden; dies 
ergebe sich, entgegen der Vorinstanz, weder aus der Verwendung der Bezeich-
nungen "fiktive Firma" und "fiktive Rechnungen" noch aus dem Umstand, dass die 
inexistente "G._____" keine Leistungen habe erbringen können. In der Anklage 
werde nur behauptet, dass die "G._____" keine Arbeiten für die Privatklägerin er-
ledigt habe, nicht aber, dass diese Leistungen nicht (durch die Beschuldigte) er-
bracht worden seien. Wer genau diese Leistungen erbracht habe, sei für die Pri-
vatklägerin wirtschaftlich irrelevant. Entgegen der Darstellung der Vorinstanz sei 
deshalb nicht klar, was der Beschuldigten konkret vorgeworfen werde. Auch in 
Zusammenhang mit der Frage der Bereicherung der Beschuldigten sei die Ankla-
geschrift, in welcher vorgebracht werde, diese habe "im Ergebnis" eine unrecht-
mässige Bereicherung zum Nachteil der Gesellschaft beabsichtigt, unklar und 
schwammig. Es werde nicht behauptet, dass die Beschuldigte sich mit ihren Hand-
lungen effektiv unrechtmässig bereichert habe. Vom effektiven Eintritt eines Ver-
mögensschadens der Privatklägerin sei in der Anklageschrift ausdrücklich nicht 

9 / 41

die Rede, geschweige denn werde eine konkrete Höhe eines allfälligen Vermö-
gensschadens genannt (vgl. act. H.4, I, IV.12 u. IV.39).

3.2.2. Nach dem Anklagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand 
des Gerichtsverfahrens (Umgrenzungsfunktion; Art. 9 Abs. 1 u. Art. 325 StPO; 
Art. 29 Abs. 2 u. Art. 32 Abs. 2 BV; Art. 6 Ziff. 1, Ziff. 3 lit. a u. lit. b EMRK). Das 
Gericht ist an den in der Anklage wiedergegebenen Sachverhalt gebunden (Immu-
tabilitätsprinzip), nicht aber an dessen rechtliche Würdigung durch die Anklage-
behörde (vgl. Art. 350 Abs. 1 StPO). Die Anklage hat die der beschuldigten Person 
zur Last gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt so präzise zu umschreiben, dass 
die Vorwürfe in objektiver und subjektiver Hinsicht genügend konkretisiert sind. 
Das Akkusationsprinzip bezweckt ferner den Schutz der Verteidigungsrechte und 
garantiert den Anspruch auf rechtliches Gehör (Informationsfunktion). Die be-
schuldigte Person muss unter dem Gesichtspunkt der Informationsfunktion aus 
der Anklage ersehen können, wessen sie angeklagt ist. Das bedingt eine zurei-
chende Umschreibung der Tat. Entscheidend ist, dass die betroffene Person ge-
nau weiss, welcher konkreter Handlungen sie beschuldigt und wie ihr Verhalten 
rechtlich qualifiziert wird, damit sie sich in ihrer Verteidigung richtig vorbereiten 
kann. Sie darf nicht Gefahr laufen, erst an der Gerichtsverhandlung mit neuen An-
schuldigungen konfrontiert zu werden (BGE 144 I 234 E. 5.6.1; 143 IV 63 E. 2.2; 
141 IV 132 E. 3.4.1; BGer 6B_1385/2021 v. 29.8.2023 E. 1.2.1, je m.w.H.). Kon-
kretisiert wird der Anklagegrundsatz zur Hauptsache durch die formellen Anforde-
rungen, welche das Verfahrensrecht an die Anklageschrift stellt und welche in 
Art. 325 Abs. 1 StPO umschrieben werden. Dabei geht es insbesondere darum, 
dass die Umstände aufgeführt sind, welche zum gesetzlichen Tatbestand gehören 
(BGer 6B_20/2011 v. 23.5.2011 E. 3.3; vgl. BGE 141 IV 132 E. 3.4.1). Ungenauig-
keiten sind solange nicht von entscheidender Bedeutung, als für die beschuldigte 
Person keine Zweifel darüber bestehen, welches Verhalten ihr angelastet wird 
(BGer 6B_684/2017 v. 13.3.2018 E. 2.2; 6B_361/2017 v. 2.11.2017 E. 2.3.2). Bei 
gehäuften und regelmässigen Delikten wird dem Anklagegrundsatz Genüge getan, 
wenn die Handlungen in zeitlicher und örtlicher Hinsicht lediglich approximativ um-
schrieben werden. Der Zeitraum ist auf eine bestimmte Dauer einzugrenzen 
(BGer 6B_1003/2020 v. 21.4.2021 E. 1.2.1; 6B_619/2019 v. 11.3.2020 E. 2.3; 
6B_997/2019 v. 8.1.2020 E. 2.3).

3.2.3. Vorliegend sind die Vorwürfe zwar in persönlicher, zeitlicher und örtlicher 
Hinsicht grundsätzlich genügend detailliert umschrieben, um eine hinreichende 
Individualisierung der zu beurteilenden angeblichen Taten zu ermöglichen. Indes-
sen lässt sich aufgrund der Anklageschrift nicht ohne jeglichen Zweifel feststellen, 

10 / 41

was der Beschuldigten in sachlicher Hinsicht zur Last gelegt wird. So ergibt sich 
aus der Anklageschrift nicht auf den ersten Blick eindeutig, welches Verhalten der 
Beschuldigten zum Vorwurf gemacht wird und inwiefern dieses unter die Tat-
bestände von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 bzw. Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 in Verbindung mit 
Abs. 3 und Art. 251 Ziff. 1 Abs. 2 StGB zu subsumieren ist. Hinsichtlich der beiden 
erstgenannten Tatbestände gilt dies insbesondere deshalb, weil in der Anklage-
schrift nicht explizit erwähnt wird, dass die der Privatklägerin in Rechnung gestell-
ten Leistungen überhaupt nicht erbracht worden seien, sondern lediglich, dass die 
inexistente "G._____" diese nicht erbracht habe. Wird aber eine tatsächliche Er-
bringung (durch eine andere Person als die "G._____" bzw. durch die Beschuldig-
te) der in den Rechnungen – auf deren Grundlage die Beschuldigte unter mehre-
ren Malen den Gesamtrechnungsbetrag von CHF 131'840.00 aus der Kasse der 
Privatklägerin entnommen und dieses Bargeld für private Zwecke verwendet ha-
ben soll – ausgewiesenen Leistungen in der Anklage nicht ausgeschlossen, stellt 
sich die Frage, worin gegebenenfalls der der Beschuldigten gemachte Vorwurf 
konkret besteht. Mit anderen Worten wird aus der Anklage nicht ohne Weiteres 
bzw. nicht zweifellos klar, inwiefern die Beschuldigte sich ihr anvertraute (Bar-
)Gelder angeeignet haben soll (vgl. Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB) respektive unter 
Verletzung ihrer Pflichten bewirkt oder zugelassen haben soll, dass die Privatklä-
gerin am Vermögen geschädigt wurde (Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 i.V.m. Abs. 3 StGB). 
Dieselben Überlegungen gelten auch hinsichtlich des subjektiven Tatbestandes 
der in der Anklage genannten Strafbestimmungen, welche neben Vorsatz jeweils 
insbesondere eine Bereicherungsabsicht (Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 u. Art. 158 Ziff. 1 
Abs. 1 i.V.m. Abs. 3 StGB) respektive eine Schädigungs- oder Vorteilsabsicht ver-
langen (vgl. nachfolgend E. 6.1, 6.2.1 u. 6.3.1). In der Anklageschrift wird diesbe-
züglich nach einer Umschreibung des Vorwurfs in objektiver Hinsicht nämlich le-
diglich ausgeführt, "somit" habe die Beschuldigte "im Ergebnis" beabsichtigt, sich 
unrechtmässig zum Nachteil der Gesellschaft zu bereichern. Worin die angeblich 
beabsichtigte unrechtmässige Bereicherung respektive der unrechtmässige Vorteil 
oder die Schädigung bestanden haben soll, wenn die in Rechnung gestellten Leis-
tungen tatsächlich erbracht worden sein sollten (was nach dem Gesagten in der 
Anklage nicht ausgeschlossen wird), ergibt sich aus der Anklageschrift nicht. Zu-
sammengefasst ist aus der vorliegenden Anklage nicht ohne Weiteres ersichtlich, 
welche konkreten Handlungen der Beschuldigten vorgeworfen werden und wie ihr 
Verhalten rechtlich qualifiziert wird. Damit ist bereits fraglich, ob die Anklageschrift 
den gesetzlichen Anforderungen genügt. Die Frage, ob vorliegend von einer Ver-
letzung des Anklageprinzips auszugehen ist, braucht jedoch nicht abschliessend 
beantwortet zu werden, zumal die Beschuldigte, wie noch zu zeigen sein wird 
(vgl. E. 6), ohnehin freizusprechen ist.

11 / 41

3.3. Umfang des Berufungsverfahrens

Die Vorinstanz sah den Anklagesachverhalt als erstellt an und verurteilte die Be-
schuldigte – wie von der Anklage (eventualiter) beantragt – wegen mehrfacher 
qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung gemäss Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 in 
Verbindung mit Abs. 3 StGB sowie mehrfacher Urkundenfälschung gemäss 
Art. 251 Ziff. 1 Abs. 2 StGB. Mit der vorliegenden Berufung beantragt die Beschul-
digte die vollumfängliche Aufhebung des vorinstanzlichen Urteils und einen Frei-
spruch. Insofern steht im Berufungsverfahren das ganze vorinstanzliche Urteil zur 
Disposition.

4. Beweismittel und Beweisanträge

4.1. Der Anklage lagen neben verschiedenen schriftlichen Dokumenten 
(vgl. insb. StA act. 1.13.1; StA act. 1.19 ff.; StA act. 3.1.1 ff.; StA act. 4.4.1 ff.) ins-
besondere je eine durch die Polizei durchgeführte Einvernahme von K._____, dem 
Geschäftsführer der Privatklägerin, und von L._____, dem Geschäftsführer der 
J._____, als Auskunftspersonen vom 20. März 2019 (StA act. 5.1 f.), zugrunde. 
Die Verteidigung brachte anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung vor, 
die Einvernahmen von K._____ und L._____ seien unter Missachtung der Teil-
nahmerechte der Beschuldigten erfolgt, weshalb sie nur nach Durchführung einer 
parteiöffentlichen Befragung als belastende Beweismittel verwendet werden dürf-
ten (RG act. 6, I.7). Die Vorinstanz erwog, dass es sich bei den fraglichen Einver-
nahmen um delegierte Ermittlungshandlungen im Sinne von Art. 312 Abs. 2 StPO 
gehandelt habe, auf welche die Bestimmung von Art. 147 StPO anwendbar sei. 
Da die Beschuldigte bzw. ihre Verteidigung an diesen Einvernahmen nicht teilge-
nommen habe, dürften die entsprechenden Aussagen nur verwertet werden, so-
fern die Einvernahmen der Auskunftspersonen in Anwesenheit der Beschuldigten 
bzw. ihrer Verteidigung wiederholt würden (vgl. act. E.1, E. 3.1.2; vgl. mit einer 
anderen Begründung zunächst noch RG act. 8, VII). Die beschuldigte Person hat 
als Teilgehalt des Rechts auf ein faires Verfahren Anspruch darauf, dem Belas-
tungszeugen bzw. der Auskunftsperson Fragen zu stellen. Eine belastende Aus-
sage ist grundsätzlich nur verwertbar, wenn die beschuldigte Person wenigstens 
einmal während des Verfahrens angemessene und hinreichende Gelegenheit hat-
te, die Aussage in Zweifel zu ziehen respektive deren Beweiswert zu hinterfragen 
und Fragen an den Belastungszeugen bzw. die Auskunftsperson zu stellen. Der 
Konfrontationsanspruch ist nach gefestigter Rechtsprechung mittels einer einmali-
gen Gelegenheit, Fragen an den Belastungszeugen bzw. die Auskunftsperson zu 
stellen, gewahrt; grundsätzlich sind dann auch die Aussagen der betroffenen Per-
son aus früheren Einvernahmen verwertbar (BGE 140 IV 172 E. 1.3; 133 I 33 E. 

12 / 41

3.1; BGer 6B_1208/2020 v. 26.11.2021 E. 6.1.2; 6B_1196/2018 v. 6.3.2019 E. 2). 
Vorliegend wurden K._____ und L._____ durch die Kantonspolizei Graubünden 
(nachfolgend: Kantonspolizei) im Rahmen ergänzender polizeilicher Ermittlungen 
nach Art. 309 Abs. 2 StPO befragt (vgl. StA act. 1.1; StA act. 4.1, S. 3), wobei we-
der die Beschuldigte noch ihr Verteidiger zugegen waren. Eine Konfrontation mit 
L._____ fand im späteren Verfahren – trotz des entsprechenden (Eventual-
)Antrags der Beschuldigten (vgl. RG act. 6, I.7) – nicht statt. K._____ wurde zwar 
durch die Vorinstanz in Anwesenheit der Beschuldigten und deren Verteidigung 
einvernommen, es bestehen jedoch Fragen betreffend die Gültigkeit und Verwert-
barkeit dieser Einvernahme (vgl. sogleich E. 4.2). Auf eine Einvernahme von 
K._____ und L._____ durch das Berufungsgericht wurde bzw. wird verzichtet (vgl. 
sogleich E. 4.3). Unter diesen Umständen sind die anlässlich der polizeilichen Ein-
vernahmen getätigten Aussagen der Auskunftspersonen nicht zulasten der Be-
schuldigten verwertbar (vgl. AppG BS AG.2021.22 v. 1.7.2020 E. 4.3.3; OGer ZH 
SB170437 v. 26.3.2018 E. II.4.3.2; Niklaus Schmid/Daniel Jositsch, 
in: Jositsch/Schmid [Hrsg.], Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskommen-
tar, 3. Aufl., Zürich/St. Gallen 2017, N 3 zu Art. 147 StPO).

4.2. Da K._____ an der vorinstanzlichen Hauptverhandlung anwesend war, be-
schloss die Vorinstanz – entgegen den Einwänden der Verteidigung, welche vor-
brachte, in der gewährten Vorbereitungszeit sei eine Formulierung von Ergän-
zungsfragen nicht möglich, weshalb sie dem Zeugen keine Fragen stellen werde – 
diesen zwecks Wahrung des Konfrontationsrechts noch gleichentags als Zeugen 
einzuvernehmen; auf eine Wiederholung der Einvernahme von L._____ wurde 
hingegen verzichtet (vgl. RG act. 8, VII; act. E.1, E. 3.1.2 f.). Anlässlich der Beru-
fungsverhandlung machte die Beschuldigte geltend, die Aussagen von K._____ 
seien nicht zu ihren Lasten verwertbar. So sei dieser von der Vorinstanz ohne 
Hinweis auf seine Zeugenpflichten, sein Zeugnisverweigerungsrecht und die 
Strafbestimmungen von Art. 303 bis 305 StGB sowie Art. 307 StGB befragt wor-
den und habe er der ganzen erstinstanzlichen Hauptverhandlung beigewohnt. 
Ferner sei die Zeugeneinvernahme in Verletzung von Art. 147 StPO erfolgt, zumal 
die Verteidigung bei dieser zwar anwesend gewesen sei, jedoch mangels vorheri-
ger Ankündigung bzw. mangels ausreichender Vorbereitungszeit keine Ergän-
zungsfragen habe stellen können (act. H.4, II; vgl. act. H.2, S. 2). Dem sich in den 
Akten befindlichen Protokoll der Einvernahme von K._____ durch die Vorinstanz 
(RG act. 7), der entsprechenden Tonaufnahme (RG act. 7.1) sowie dem Protokoll 
der vorinstanzlichen Hauptverhandlung (RG act. 8) lässt sich in der Tat nicht ent-
nehmen, dass dieser vor seiner Einvernahme korrekt belehrt worden wäre. Im Fal-
le des Unterbleibens des Hinweises auf die Zeugnis- und die Wahrheitspflichten 

13 / 41

sowie die Strafbarkeit eines falschen Zeugnisses nach Art. 307 StGB wäre die 
Einvernahme von K._____ ungültig und vorliegend folglich unverwertbar (Art. 141 
Abs. 2 i.V.m. Art. 177 Abs. 1 StPO; Roland Kerner, in: Niggli/Heer/Wipräch-
tiger [Hrsg.]; Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 3. Aufl., 
Basel 2021, N 3 ff. zu Art. 177 StPO m.w.H.). Vorstellbar ist, dass die notwendigen 
Belehrungen zwar erfolgten, jedoch in Missachtung von Art. 143 Abs. 2 StPO nicht 
protokolliert wurden und auch nicht aus der (nur die Zeugeneinvernahme abde-
ckenden) in den Akten liegenden Tonaufnahme hervorgehen. Auf einen Beizug 
der Tonaufnahme der gesamten erstinstanzlichen Hauptverhandlung kann vorlie-
gend jedoch verzichtet werden, zumal die Beschuldigte mit dem vorliegenden Ur-
teil freigesprochen wird (vgl. nachfolgend E. 6) und demnach nicht auf die Aussa-
gen von K._____ abgestellt werden muss. 

4.3. Im Sinne eines Eventualantrags verlangte die Beschuldigte im Berufungs-
verfahren die parteiöffentliche Befragung von K._____ und L._____ als Zeugen für 
den Fall, dass das Gericht auf deren Angaben abzustellen gedenke (act. H.2, Be-
weisanträge Ziff. 1, 2 u. S. 2). Das Berufungsgericht lehnte diese Beweisanträge 
unter ausdrücklichem Vorbehalt von Art. 405 Abs. 1 StPO in Verbindung mit Art. 
349 StPO – wonach das Gericht die Beweise ergänzen und die Parteiverhandlun-
gen wiederaufnehmen kann, sollte sich während der Urteilsberatung erweisen, 
dass der Fall noch nicht spruchreif ist – ab (act. H.1, S. 3). Nachdem vorliegend 
ein Freispruch ergeht (vgl. nachfolgend E. 6), erübrigen sich Weiterungen hierzu.

4.4. Die Beschuldigte wurde im vorliegenden Strafverfahren insgesamt drei Mal 
einvernommen, und zwar am 16. Mai 2019 durch die Kantonspolizei (StA act. 5.3), 
am 20. August 2019 durch die Staatsanwaltschaft (StA act. 1.13) sowie anlässlich 
der vorinstanzlichen Hauptverhandlung vom 28. Mai 2020 (RG act. 3). Sie sagte 
nur gegenüber der Staatsanwaltschaft aus; in den anderen zwei Einvernahmen 
tätigte sie keine Aussagen. Da sie anlässlich der Berufungsverhandlung erklärte, 
weder zu ihrer Person noch zur Sache auszusagen, wurde mit dem Einverständ-
nis sämtlicher Parteien von einer Einvernahme durch das Berufungsgericht abge-
sehen (act. H.1, S. 2).

4.5. Die Beschuldigte stellte vor der Vorinstanz im Rahmen ihres mündlichen 
Parteivortrags einen Beweisantrag auf Zeugeneinvernahme von M._____. Ferner 
beantragte sie für den Fall, dass die Vorinstanz den Nachweis der intensiven Ar-
beitstätigkeit der Beschuldigten als notwendig erachten sollte, die Einvernahme 
als Zeugin von N._____ (RG act. 6, II.7 u. II.14). Die Vorinstanz wies die Beweis-
anträge ab und führte begründend aus, diese seien verspätet gestellt worden und 
für die Entscheidfindung ohnehin nicht relevant (act. E.1, E. 3.2.1 ff.). Anlässlich 

14 / 41

der Berufungsverhandlung wiederholte die Beschuldigte ihre Anträge auf (rechts-
hilfeweise) Einvernahme der genannten Zeuginnen (act. H.2, Beweisanträge Ziff. 
3 u. 4). Das Berufungsgericht lehnte diese unter ausdrücklichem Vorbehalt von 
Art. 405 Abs. 1 StPO in Verbindung mit Art. 349 StPO ab (act. H.1, S. 3). Nach-
dem vorliegend ein Freispruch ergeht (vgl. nachfolgend E. 6), erübrigen sich Wei-
terungen hierzu.

5. Sachverhaltserstellung

5.1. Grundlagen der Beweiswürdigung

Das Gericht würdigt Beweismittel gemäss Art. 10 Abs. 2 StPO frei nach seiner aus 
dem gesamten Verfahren gewonnenen Überzeugung. Jede Person gilt bis zu ihrer 
rechtskräftigen Verurteilung als unschuldig (Art. 10 Abs. 1 StPO). Bestehen unü-
berwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraussetzungen der an-
geklagten Tat, so geht das Gericht von der für die beschuldigte Person günstige-
ren Sachlage aus (Art. 10 Abs. 3 StPO). Als Beweislastregel folgt aus der derart 
statuierten Unschuldsvermutung, dass es nicht Sache der beschuldigten Person 
ist, ihre Unschuld zu beweisen, sondern dass die Strafbehörden verpflichtet sind, 
den Nachweis der Schuld zu führen (BGE 127 I 38 E. 2a; Wolfgang Wohlers, 
in: Donatsch/Lieber/Summers/Wohlers [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen 
Strafprozessordnung [StPO], 3. Aufl., Zürich 2020, N 6 zu Art. 10 StPO m.w.H.). 
An diesen Nachweis sind hohe Anforderungen zu stellen. Verlangt wird mehr als 
eine blosse Wahrscheinlichkeit, nicht aber ein absoluter Beweis der Täterschaft. 
Nach der aus Art. 32 Abs. 1 BV, Art. 6 Ziff. 2 EMRK und Art. 10 Abs. 3 StPO flies-
senden Beweiswürdigungsregel in dubio pro reo darf sich das Strafgericht nicht 
von der Existenz eines für die angeklagte Person ungünstigen Sachverhalts über-
zeugt erklären, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel an den tatsächlichen Vor-
aussetzungen für eine verurteilende Erkenntnis bestehen. Bloss theoretische und 
abstrakte Zweifel sind indessen nicht massgebend, weil solche immer möglich 
sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss sich vielmehr 
um erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel handeln, das heisst um sol-
che, die sich nach der objektiven Sachlage aufdrängen (BGE 138 V 74 E. 7; 
127 I 38 E. 2a; 120 Ia 31 E. 2; BGer 6B_1161/2021 v. 21.4.2023 E. 3.2.2). Es gilt 
zu beachten, dass der in dubio pro reo-Grundsatz nicht nur den Strafbehörden die 
Beweislast auferlegt, sondern auch Anforderungen an das Beweismass definiert. 
Ein Sachverhalt muss nach Überzeugung des Gerichts mit an Sicherheit grenzen-
der Wahrscheinlichkeit erstellt sein, damit er der angeklagten Person zur Last ge-
legt werden kann (BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.3 m.w.H.).

15 / 41

5.2. Ausgangslage und unbestrittener Sachverhalt

5.2.1. Bei der Privatklägerin handelt es sich um eine am 28. April 2016 gegründe-
te Aktiengesellschaft mit Sitz in C._____, deren Zweck im Betrieb eines Restaura-
tions- und Cateringbetriebs besteht bzw. bestand und welche namentlich das 
O._____ betrieb. Sie steht im Eigentum des Alleinaktionärs P._____. Vom 9. Mai 
2016 bis zum 19. Januar 2018 war die Beschuldigte einzige Verwaltungsrätin mit 
Einzelunterschrift, wobei das entsprechende Rücktrittsschreiben vom 17. Dezem-
ber 2017 datiert. Seit dem 22. Februar 2018 ist Q._____ einziges Verwaltungs-
ratsmitglied. K._____ ist der Geschäftsführer der Privatklägerin und verfügt eben-
falls über eine Einzelzeichnungsberechtigung (StA act. 1.13, Frage 2; StA act. 3.1, 
I.2; StA act. 3.1.1 ff.; StA act. 3.1.21 f.; act. H.4, III.2). Die Buchhaltung der Privat-
klägerin (insbesondere Vornahme von Verbuchungen alle drei Monate sowie Er-
stellung von Abschlüssen) wurde durch die J._____, namentlich durch L._____ 
und R._____, besorgt. Die J._____ erstellte insbesondere auch die Jahresrech-
nungen der Privatklägerin für die Geschäftsjahre 2016/2017 und 2017/2018 (StA 
act. 3.1, I.2; StA act. 5.1, Fragen 6-11; vgl. StA act. 1.13.17 f.; StA act. 3.1.12 ff.; 
StA act. 3.1.19 f.). Im Geschäftsjahr 2016/2017 schrieb die Privatklägerin einen 
Verlust von CHF 71'107.06, im Geschäftsjahr 2017/2018 einen solchen von 
CHF 91'355.15 (StA act. 3.1.14 f.).

5.2.2. Es ist unbestritten und ergibt sich aus den Akten, dass die Beschuldigte in 
den Jahren 2016 und 2017, konkret vom 10. Juni bis zum 30. September 2016 
sowie vom 3. Juli bis zum 30. September 2017, als Marketing-Mitarbeiterin mit 
einem Arbeitspensum von 40% (entsprechend einer Präsenzzeit von 17.4 Stun-
den pro Woche) bei der Privatklägerin angestellt war. Der Bruttolohn für diese 
Tätigkeit betrug im Jahr 2016 insgesamt CHF 13'195.00 und im Jahr 2017 total 
CHF 10'027.35 (StA act. 1.13, Fragen 1 u. 3-5; StA act. 3.1, II.1; StA act. 3.1.5; 
StA act. 3.1.7 ff.; vgl. StA act. 1.13, S. 7; StA act. 1.16). 

5.2.3. In den Akten liegen 30 an die Privatklägerin adressierte Akontorechnungen 
(StA act. 3.1.10 f.; StA act. 4.7 ff.; vgl. E. 3.1). Im Briefkopf der Rechnungen findet 
sich die Angabe "G._____, H._____, I._____", als Erstellungsort wird I._____ be-
zeichnet und die Rechnungen sind in Computerschrift mit "G._____" unterzeich-
net; eine handschriftliche Unterschrift ist nicht vorhanden. Aus den Rechnungen 
sind jeweils der Gesamtbetrag der Akontozahlung sowie verschiedene Aufwand-
posten mit den darauf entfallenden Beträgen ersichtlich. Die in den Rechnungen 
aufgeführten Rechnungsbeträge belaufen sich für das Geschäftsjahr 2016/2017 
auf CHF 69'100.00 und für das Geschäftsjahr 2017/2018 auf CHF 62'740.00, mit-
hin auf insgesamt CHF 131'840.00. Auf den Rechnungen ist jeweils vermerkt, 

16 / 41

dass der Betrag bar erhalten worden sei. Die Beschuldigte anerkennt, die in 
Rechnung gestellten Beträge bar aus der Kasse der Privatklägerin entnommen zu 
haben (StA act. 1.13, Fragen 9, 15 u. 16). Aus dem Kontoauszug des Privatkontos 
der Beschuldigten für die Zeitdauer vom 1. Januar 2016 bis zum 31. März 2018 
(StA act. 4.10.2) ergeben sich diverse Bareinzahlungen von mehreren Hundert 
respektive teilweise mehreren Tausend Franken, welche unter anderem auf der 
Poststelle in C._____ getätigt wurden; ein direkter Zusammenhang mit den unbe-
strittenermassen erfolgten Barbezügen ist jedoch nicht nachgewiesen (vgl. StA 
act. 1.13, Fragen 17 u. 18). Die auf den Rechnungen ausgewiesenen (Einzel-
)Beträge wurden durch die J._____ in den Aufwandskonti 6550 (Buchführungs-
aufwand/Administration), 6560 (Verwaltungsaufwand und Beratung) sowie 
6600 (Marketing/Events) verbucht und auf der Gegenseite dem Konto 1000 (Kas-
se) belastet. Aus der Buchhaltung der Privatklägerin für das Geschäftsjahr 
2016/2017 ergeben sich ausserdem fünf Buchungen auf dem Konto 1000 (Kasse) 
sowie den Aufwandskonti 6600 und 6700 zugunsten einer "S._____ welche (mit 
einer Ausnahme) jedoch in der Folge jeweils wieder storniert wurden 
(StA act. 3.1.12 ff.; StA act. 4.4.2; StA act. 4.4.5 f.; StA act. 4.6 f.).

5.2.4. Es steht fest, dass keine eingetragene Gesellschaft bzw. kein eingetrage-
nes Unternehmen mit der Firma "G._____" existiert. Auch die Beschuldigte selbst 
ist bzw. war an der angegebenen Adresse an der H._____, I._____, nicht ver-
zeichnet (StA act. 4.8). Die Beschuldigte sagte in ihrer staatsanwaltschaftlichen 
Einvernahme zunächst aus, die "G._____" sei ihre Firma, anerkannte aber ansch-
liessend, dass nie eine Gesellschaft namens "G._____" gegründet worden sei. Sie 
führte diesbezüglich aus, dass im Jahr 2016 geplant gewesen sei, die Adresse 
H._____ in I._____, an welcher eine Freundin von ihr wohne, vorübergehend zu 
benutzen, anschliessend die Gesellschaft zu gründen und schliesslich nach 
T._____ umzuziehen. Aufgrund der vielen Arbeiten im D._____ für die Privatkläge-
rin habe sie es jedoch nicht geschafft, die Gründung vorzunehmen und nach 
I._____ umzuziehen (StA act. 1.13, Fragen 6 u. 7).

5.3. Strittiger Sachverhalt

5.3.1. Strittig ist im Wesentlichen, ob die auf den erwähnten Rechnungen aufge-
führten Leistungen, für welche ein Betrag von insgesamt CHF 131'840.00 in 
Rechnung gestellt und durch die Beschuldigte bar aus der Kasse der Privatkläge-
rin entnommen wurde, tatsächlich erbracht wurden oder nicht.

5.3.2. Die Privatklägerin stellt sich im Wesentlichen auf den Standpunkt, dass die 
nicht existierende Unternehmung "G._____" keine Leistungen für sie erbracht ha-

17 / 41

be und es sich bei den in Rechnung gestellten Verwaltungsarbeiten um nur ver-
meintlich verrichtete bzw. lediglich angeblich geleistete Arbeiten gehandelt habe 
(vgl. insb. StA act. 3.1, II.4 f. u. II.10 f.).

5.3.3. Anlässlich ihrer staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 20. Au-
gust 2019 – der einzigen Einvernahme, an welcher sie Aussagen tätigte – sagte 
die Beschuldigte zusammengefasst aus, dass sie alle Aufgaben und Leistungen 
für die Privatklägerin erbracht und ausgeführt habe. Sie habe von Mitte April 2016 
bis Ende Dezember 2017 für die Privatklägerin im Mandat gearbeitet, dies neben 
ihrer Anstellung im 40%-Pensum von Mitte Juni bis September 2016 sowie von 
Juli bis September 2017. Alle Arbeiten bzw. Leistungen seien nötig gewesen und 
auf Anweisung von P._____ und K._____ hin erbracht worden; Letztere seien sich 
über deren Umfang bewusst gewesen und seien von ihr immer wieder darüber 
informiert worden. Sie habe K._____ mehrmals aufgefordert, in Bezug auf das 
Mandat eine Vereinbarung betreffend Stundenansatz und Arbeitsvolumen mit ihr 
abzuschliessen. Dieser habe ihr gesagt, dass eine Vereinbarung aufgrund ihrer 
Bekanntschaft nicht nötig sei und es selbstverständlich sei, dass sie für ihre Auf-
wendungen vergütet werde. Im Rahmen des Mandatsverhältnisses sei sie na-
mentlich für die Gründung der Gesellschaft, die Fixierung von Terminen, die Ein-
holung von Bewilligungen, den Betrieb des EDV-Systems (samt Programmierung 
der Kasse mit allen Produkten), die Mitarbeiterschulung in Zusammenhang mit 
dem Kassenprogramm sowie für administrative Arbeiten und Abklärungen für 
K._____ zuständig gewesen. Zudem habe sie sich um den Abschluss einiger Ver-
sicherungen, das Zahlungssystem der SIX und die Debitoren gekümmert, an 
Schulungen von U._____ zum Lohnprogramm teilgenommen, auf der Grundlage 
von Vorlagen von V._____ Verträge ausgearbeitet, Formulare für das Personal 
erstellt, Kreditoren erfasst, das Inventar gemacht, im Service ausgeholfen sowie 
grosse Events organisiert und betreut (inklusive Kommunikation, Abrechnung mit 
den Kunden und Abstimmungen mit dem O._____) und sei sie für die ganze Abla-
ge (Ordner, Verträge, Kreditoren und Personal) zuständig gewesen. Dabei habe 
sie die geleisteten Arbeitsstunden mit einem massiv tieferen als dem üblichen An-
satz von CHF 80.00 bis CHF 100.00 verrechnet, was sie P._____ und K._____ 
mitgeteilt habe; Letzterer habe dies zur Kenntnis genommen und sich nicht dazu 
geäussert. Ferner habe sie ganz viele Stunden nicht verrechnet, worüber sie 
K._____ ebenfalls informiert habe. Sie habe sich sehr eingesetzt für die Privatklä-
gerin (StA act.1.13, Fragen 1, 3-5, S. 6 f. u. Erg.-Fragen 3, 7 u. 8; vgl. 
StA act.1.13, Frage 8; vgl. ferner StA act. 1.13.1).

18 / 41

Bei einem Gespräch im Juni 2016 habe sie P._____ mitgeteilt, dass sie sehr viel 
Aufwand habe und noch kein Geld erhalten habe, woraufhin ihr dieser gesagt ha-
be, sie solle sich zwischen CHF 10'000.00 und CHF 15'000.00 auszahlen lassen. 
Im Sommer 2016 seien ihr Aufwand bzw. ihre geleisteten Stunden immer wieder 
ein Gesprächsthema zwischen ihr, K._____ und P._____ gewesen. Am Ende der 
Sommersaison 2016 habe sie eine Besprechung mit K._____ betreffend das wei-
tere Vorgehen gehabt. Dabei sei insbesondere über ihren Arbeitsaufwand, die Art 
und Weise der Zusammenarbeit, die finanzielle Situation und ihren Stundenansatz 
gesprochen worden sowie darüber, welche Mandatsarbeit sie in der Wintersaison 
machen müsse. Im Jahr 2016 habe sie K._____ immer wieder ihre Stundenproto-
kollierung gezeigt, welche er jeweils zur Kenntnis genommen und ihr zurückgege-
ben habe. Er habe sich nicht zum vorgelegten Stundenaufwand geäussert. Im 
Frühling 2017 habe ein weiteres Gespräch zwischen K._____ und ihr stattgefun-
den, anlässlich dessen er ihr die weiteren Aufträge erteilt habe, das weitere Vor-
gehen besprochen worden sei und sie ihm noch einmal ihre Aufwände und Kosten 
dargelegt habe. Ausserdem habe sie ihm mitgeteilt, dass sie ihr Pensum reduzie-
ren wolle und müsse, was sie nach diesem Gespräch tatsächlich schrittweise ge-
tan habe. Im Sommer 2017 habe sie den Treuhänder L._____ aufgefordert, die 
Bilanz und die Erfolgsrechnung für den Abschluss 2016/2017 zu erstellen und ihr 
diese zukommen zu lassen. Nach der Erstellung der Dokumente habe sie diese 
mit K._____ angeschaut und ihm erklärt, welche Positionen ihren Aufwand beträ-
fen. Ihre Aufwände seien in den Aufwandkonten 6550, 6560 und teilweise 6600 
verbucht worden. Am 16. Oktober 2017 hätten sie sich die Unterlagen beim 
Treuhänder L._____ angeschaut; dieser habe die verschiedenen Positionen erläu-
tert und sich zu einigen davon weiter geäussert. In diesem Zusammenhang hätten 
sie, L._____ und K._____ ihre Aufwände besprochen und habe sie diesen ihre 
Stundenübersicht gezeigt. L._____ habe ihr vorgeschlagen, bestimmte Aufwände 
bzw. Rechnungen ins neue Geschäftsjahr zu übernehmen, was sie akzeptiert ha-
be. Daraufhin habe L._____ die neue Bilanz und Erfolgsrechnung erstellt. Danach 
habe sie für den 3. Dezember 2017 die Generalversammlung einberufen, anläss-
lich welcher der Verlust und ihre Kosten genehmigt worden seien. Auf das Proto-
koll der Generalversammlung habe sie weder von P._____ noch von K._____ eine 
Reaktion erhalten (StA act.1.13, S. 6 f.). Mit Schreiben vom 17. Dezember 2017 
habe sie ihren Rücktritt aus dem Verwaltungsrat der Privatklägerin erklärt, nach-
dem sie K._____ mehrere Male mitgeteilt habe, dass sie aufgrund der Arbeitsbe-
lastung und der ganzen Situation ihr Arbeitspensum reduzieren und das Mandat 
niederlegen wolle. Die Zusammenarbeit mit K._____ sei schwierig gewesen, weil 
er Abmachungen nicht eingehalten oder ihr falsche Informationen geliefert habe 
und sie nie gewusst habe, was er mit P._____ besprochen habe. Sein Verhalten 

19 / 41

ihr gegenüber sei respektlos gewesen. Anlässlich der Generalversammlung vom 
3. Dezember 2017 habe sie P._____ mitgeteilt, aus dem Verwaltungsrat aus-
scheiden zu wollen; auf dessen Bitte hin habe sie aber unter Bedingungen zuge-
stimmt, noch bis Ende des Geschäftsjahres 2017/2018 im Verwaltungsrat zu blei-
ben (StA act.1.13, Fragen 2, 13 u. Erg.-Fragen 4-10).

Die dreizehn respektive vierzehn Rechnungen im Namen der "G._____" an die 
Privatklägerin aus den Jahren 2016 und 2017 seien ihre Rechnungen, welche sie 
aufgrund ihrer geleisteten Stunden erstellt habe (StA act.1.13, Frage 8). Vier Bu-
chungen zugunsten der "S._____" seien auf ihre Anweisung hin von L._____ stor-
niert worden, zumal sie der Firma einen besseren Namen habe geben wollen und 
dieser auf den Rechnungen habe stehen sollen. Die vier Rechnungen der 
"S._____" hätten quantitativ den Rechnungen der "G._____" entsprochen 
(StA act.1.13, Fragen 10-12).

5.4. Erstellung des Anklagesachverhalts

Zusammenfassend lässt sich der objektive Sachverhalt, welchen die Staatsan-
waltschaft ihrer Anklage zugrunde legte, grundsätzlich in sämtlichen (relevanten) 
Punkten rechtsgenüglich erstellen; auf den subjektiven Sachverhalt wird im Rah-
men der rechtlichen Würdigung einzugehen sein (vgl. nachfolgend E. 6.2.2 
u. 6.3.2 ff.). Insbesondere ist erstellt, dass die Beschuldigte im Namen einer 
"G._____" – es existiert keine eingetragene Gesellschaft bzw. kein eingetragenes 
Unternehmen mit dieser Firma – dreissig Rechnungen zuhanden der Privatkläge-
rin über insgesamt CHF 131'840.00 erstellt und den entsprechenden Betrag in bar 
aus deren Kasse entnommen hat, was durch das Treuhandbüro J._____ in der 
Buchhaltung der Privatklägerin abgebildet wurde. Sodann steht fest, dass die in-
existente "G._____" als solche keine Leistungen für die Privatklägerin erbrachte. 
Ob die auf die "G._____" lautenden Rechnungen mangels Existenz einer einge-
tragenen Gesellschaft bzw. eines eingetragenen Unternehmens mit dieser Firma 
und (folglich) mangels durch diese erbrachten Leistungen von der Staatsanwalt-
schaft in der Anklage zu Recht als "fiktiv" bezeichnet wurden oder nicht (vgl. dazu 
act. E.1, E. 2.3), muss vorliegend nicht beurteilt werden, zumal damit nichts über 
den (erstellten) relevanten Anklagesachverhalt gesagt wird.

5.5. Weiterer Sachverhalt

5.5.1. Nicht unmittelbar Gegenstand der Anklage bildet der Vorwurf, dass die der 
Privatklägerin in Rechnung gestellten Leistungen, für deren Vergütung die Be-
schuldigte einen Betrag von insgesamt CHF 131'840.00 bar aus der Kasse der 

20 / 41

Privatklägerin entnommen hat, überhaupt nicht – das heisst auch nicht durch eine 
andere Person als die "G._____" – erbracht worden seien, wie die Beschuldigte zu 
Recht vorbringt (vgl. insb. act. H.4, I.3 ff.). Ein entsprechender Vorwurf liesse sich 
allenfalls höchstens aus dem letzten Absatz der Anklageschrift ableiten, wo aus-
geführt wird, die Beschuldigte habe die fiktiven, auf die inexistente Firma 
"G._____" lautenden Rechnungen erstellt, um vorzutäuschen, dass sie im Namen 
und auf Rechnung der Privatklägerin eine externe Firma mit der Erledigung diver-
ser Arbeiten mandatiert habe, wobei die "G._____", da inexistent, keine Leistun-
gen für die Privatklägerin erbracht habe; dadurch habe die Beschuldigte sich im 
Ergebnis unrechtmässig zum Nachteil der Privatklägerin bereichern wollen. Wer-
den diese verschiedenen, teilweise den objektiven und teilweise den subjektiven 
Sachverhalt betreffenden Behauptungen zueinander in ein Verhältnis gesetzt bzw. 
in ihrer Gesamtheit verstanden, liesse sich daraus allenfalls der Vorwurf konstruie-
ren, die in Rechnung gestellten Leistungen seien gar nicht erbracht worden. Es ist 
jedoch fraglich, ob damit dem Anklagegrundsatz unter dem Gesichtspunkt der In-
formationsfunktion hinreichend Rechnung getragen würde, zumal sich der Ankla-
gevorwurf grundsätzlich ohne Weiteres respektive klar und eindeutig aus der An-
klageschrift ergeben muss. Eine Verurteilung der Beschuldigten auf dieser Grund-
lage wäre demnach wohl bereits mit Blick auf den Anklagegrundsatz abzulehnen. 
Ohnehin aber finden sich in den vorliegenden Akten verschiedene Anhaltspunkte 
dafür, dass die behaupteten Leistungen, für welche ein Betrag von insgesamt 
CHF 131'840.00 in Rechnung gestellt und durch die Beschuldigte bar aus der 
Kasse der Privatklägerin entnommen wurde, tatsächlich erbracht wurden. Darauf 
ist nachfolgend einzugehen.

5.5.2. Wie vorstehend ausgeführt ist unbestritten, dass keine eingetragene Ge-
sellschaft bzw. kein eingetragenes Unternehmen mit der Firma "G._____" existiert. 
Es ist zumindest prima facie auch nicht ersichtlich, dass es sich bei der "G._____" 
um eine nicht eintragungspflichtige Gesellschaft bzw. ein nicht eintragungspflichti-
ges Unternehmen nach Schweizer Recht handeln würde. Die Rechnungen enthal-
ten keinen auf eine bestimmte Gesellschafts- oder Unternehmensform hindeuten-
den Zusatz. Demnach könnte es sich bei der "G._____" allenfalls um ein nicht ein-
tragungsbedürftiges rechtliches Gebilde (nach deutschem Recht) oder um ein ge-
setzlich nicht vorgesehenes, informelles Konstrukt handeln. Die Privatklägerin, die 
Staatsanwaltschaft und die Vorinstanz scheinen davon auszugehen, dass man-
gels Bestehen einer eingetragenen Gesellschaft bzw. eines eingetragenen Unter-
nehmens mit der Firma "G._____" die in den (in diesem Namen ausgestellten) 
Rechnungen aufgeführten Leistungen nicht erbracht worden sind (vgl. insb. StA 
act. 1.27, S. 8 i.f.; StA act. 3.1, II.4 f. u. II.10 f.; act. E.1, E. 5.1.4.6, 5.1.5.1 

21 / 41

u. 10.3.1 i.f.; act. H.3, S. 3). Es ist zutreffend, dass eine Leistungserbringung durch 
eine nicht existierende Person nicht möglich ist. Hingegen ist (abgesehen von der 
Möglichkeit eines nicht eingetragenen bzw. informellen Konstrukts) vorstellbar, 
dass die in Rechnung gestellten Leistungen durch eine andere juristische oder 
natürliche Person als die aufgeführte "G._____", namentlich durch die Beschuldig-
te, erbracht wurden. Allein aus der mangelnden Existenz einer eingetragenen Ge-
sellschaft bzw. eines eingetragenen Unternehmens mit der Firma "G._____" kann 
somit nicht ohne Weiteres abgeleitet werden, dass die in den Rechnungen aufge-
führten Arbeiten überhaupt nicht geleistet wurden. Mangels Hinweisen auf eine 
Leistungserbringung durch eine dritte Person wird in den nachfolgenden Aus-
führungen in erster Linie auf die Behauptung der Beschuldigten eingegangen, 
dass sie persönlich die der Privatklägerin in Rechnung gestellten Arbeiten geleis-
tet habe.

5.5.3. In den Akten finden sich kein schriftlicher Auftrag und – abgesehen vom 
befristeten Arbeitsvertrag (StA act. 3.1.5) – auch keine sonstige schriftliche Ver-
einbarung zwischen der Beschuldigten und der Privatklägerin (vgl. bereits act. E.1, 
E. 5.1.4.2). Dies muss jedoch nicht bedeuten, dass kein gültiges Auftragsverhält-
nis bestand, zumal der Auftrag formfrei zustande kommt und damit auch ein 
mündlicher Vertragsschluss möglich ist (vgl. Art. 395 OR; David Oser/Rolf H. We-
ber, in: Widmer Lüchinger/Oser [Hrsg.], Basler Kommentar, Obligationenrecht I, 
7. Aufl., Basel 2020, N 9 zu Art. 395 OR). Dasselbe gilt im Übrigen auch hinsicht-
lich eines allfälligen Arbeitsverhältnisses zwischen der Beschuldigten und der Pri-
vatklägerin (vgl. Art. 320 Abs. 1 OR). Die Aussagen der Beschuldigten, wonach 
sie sämtliche Leistungen auf Anweisung respektive im Auftrag von P._____ und 
K._____ hin erbracht sowie die geleisteten Arbeiten mit diesen besprochen bzw. 
sie darüber informiert habe und wonach K._____ die von ihr vorgelegte Stunden-
protokollierung jeweils zur Kenntnis genommen und ihr kommentarlos zurückge-
geben habe, lassen sich durch die in den Akten liegenden Unterlagen nicht bele-
gen. Namentlich liegt weder Korrespondenz in Zusammenhang mit den angebli-
chen Besprechungen respektive Informationsgesprächen noch durch K._____ un-
terzeichnete (detaillierte) Stundenprotokolle betreffend die durch die Beschuldigte 
angeblich geleisteten Arbeitsstunden vor. Auf den in den Akten befindlichen 
Rechnungen (StA act. 3.1.10 f.; StA act. 4.7 ff.) ist der Vermerk "gebucht" ange-
bracht; eine Visierung durch K._____ ist jedoch nicht ersichtlich (vgl. bereits act. 
E.1, E. 5.1.4.1). Damit lässt sich nicht feststellen, ob die Ausführungen der Be-
schuldigten zur angeblichen (regelmässigen) Kommunikation zwischen ihr, 
K._____ und P._____ sowie deren behauptetem Inhalt den Tatsachen entspre-
chen oder nicht.

22 / 41

5.5.4. Hingegen reichte die Beschuldigte vor der Vorinstanz ein Dokument mit 
ihren Ausgaben für die Privatklägerin, Stand per 31. Dezember 2017, zu den Ak-
ten, in welchem unter anderem der abgerechnete Aufwand für Arbeiten von 
April 2016 bis Januar 2018 aufgeführt wird und welches am 25. Januar 2018 durch 
W._____, mithin wohl durch den Geschäftsführer K._____ (vgl. sogleich E. 5.5.5), 
unterzeichnet wurde (RG act. 6.1). Die Aufstellung enthält eine (grobe) Bezeich-
nung des jeweiligen Aufwands samt des in Rechnung gestellten Betrags sowie 
teilweise weitere Angaben bzw. Hinweise auf einen bestimmten Monat, die angeb-
lich geleisteten Stunden oder den angewandten Stundenansatz. Gemäss der Auf-
stellung wurde für das Geschäftsjahr 2016/2017 ein Aufwand von total 
CHF 69'100.00 und für das Geschäftsjahr 2017/2018 ein solcher von 
CHF 60'200.00 in Rechnung gestellt, was einen Gesamtaufwand von 
CHF 129'300.00 ergibt. Die Differenz zum der Privatklägerin in Rechnung gestell-
ten und bar aus deren Kasse entnommenen Betrag beträgt CHF 2'540.00. Diese 
Differenz entspricht dem in der Akonto-Rechnung 201706/Nr. 4 vom 22. Juni 2017 
aufgeführten Betrag für Buchführung, Rechnungswesen, Administration, Verwal-
tungsaufwand, Bewilligungen, diverse Abklärungen, welcher (als einziger Betrag) 
nicht in der Aufstellung per 31. Dezember 2017 ersichtlich ist. Dabei könnte es 
sich möglicherweise um ein Versehen bzw. eine Ungenauigkeit bei der Erstellung 
der genannten Aufstellung handeln. Jedenfalls ist festzuhalten, dass der Ge-
schäftsführer K._____ eine Aufstellung mit verschiedenen (behaupteten) Aufwän-
den der Beschuldigten für die Geschäftsjahre 2016/2017 sowie 2017/2018 unter-
zeichnete, welche den der Privatklägerin in Rechnung gestellten Leistungen wei-
testgehend entsprechen. Dieser Umstand stellt ein starkes Indiz dafür dar, dass 
die Beschuldigte die behaupteten Arbeiten für die Privatklägerin (zumindest teil-
weise) tatsächlich verrichtete, zumal nicht ersichtlich ist, weshalb deren Ge-
schäftsführer eine Aufstellung von überhaupt nicht erbrachten Leistungen unter-
zeichnen sollte.

5.5.5. Bereits anlässlich ihrer staatsanwaltschaftlichen Einvernahme hatte die Be-
schuldigte ein Protokoll betreffend die Übergabe von Geschäftsunterlagen an 
W._____ zu den Akten gereicht (StA act. 1.13.13). Bei W._____ dürfte es sich um 
den Geschäftsführer K._____ handeln. Im Protokoll sind nicht nur die an K._____ 
übergebenen Ordner mit Unterlagen der Privatklägerin aufgeführt, sondern wird 
auch festgehalten, dass die Beschuldigte vom 8. Dezember 2017 bis zum 1. Ja-
nuar 2018 sowie zwischen dem 2. und dem 7. Januar 2018 im Auftrag diverse Ar-
beiten für diesen ausgeführt habe. Das Protokoll wurde durch die Beschuldigte 
und K._____ unterzeichnet, wobei Letzterer mit seiner Unterschrift lediglich explizit 
bestätigte, alles (wohl die verschiedenen Geschäftsunterlagen) vollständig erhal-

23 / 41

ten zu haben; von einer Anerkennung der durch die Beschuldigte angeblich im 
Dezember 2017 und Januar 2018 verrichteten Arbeiten ist hingegen nicht die Re-
de. Jedoch ist zu bemerken, dass sich dem Protokoll auch keine Bestreitung bzw. 
kein sonstiger Kommentar des Geschäftsführers zu den angeblich erbrachten 
Leistungen entnehmen lässt, obschon diese auf ungefähr einer Seite des Proto-
kolls direkt vor der Unterschriftenzeile aufgelistet waren und dieser sie folglich zur 
Kenntnis genommen haben dürfte. Dies könnte ein Indiz dafür darstellen, dass die 
Beschuldigte tatsächlich auch ausserhalb ihres zeitlich befristeten Arbeitsverhält-
nisses gewisse Arbeiten für die Privatklägerin verrichtete.

5.5.6. Sodann bestehen verschiedene weitere Indizien dafür, dass die Beschuldig-
te jedenfalls gewisse Arbeiten für die Privatklägerin erbracht hat. So steht nach 
dem Gesagten fest, dass die Tätigkeit der Beschuldigten im Angestelltenverhältnis 
mit einem Arbeitspensum von 40% vom 10. Juni bis zum 30. September 2016 so-
wie vom 3. Juli bis zum 30. September 2017 dauerte. K._____ führte anlässlich 
der Einvernahme durch die Kantonspolizei – im Sinne von die Beschuldigte entlas-
tenden und damit zu berücksichtigenden Aussagen – aus, die Beschuldigte habe 
neben dem Posten als Verwaltungsrätin die Büroarbeiten, welche sein Handicap 
seien, sowie die buchhalterischen Arbeiten übernommen und alle finanziellen An-
gelegenheiten geregelt. Sie habe sämtliche Arbeiten in Zusammenhang mit der 
Bank, dem Lohnwesen und dem Personalwesen erledigt sowie sich um alle übri-
gen administrativen Angelegenheiten wie Bankettanfragen, Sportanlässe etc. 
gekümmert. Die Beschuldigte habe ihre Arbeit im Mai 2016 angetreten (StA act. 
5.2, Fragen 3, 4 u. 6). Auch in der Strafanzeige wird ausgeführt, dass die Be-
schuldigte im Innenverhältnis der Privatklägerin für die administrative Geschäfts-
führung (Büro, Kassa, Buchhaltung usw.) verantwortlich gewesen sei (StA act. 3.1, 
I.2). L._____ bestätigte ebenfalls, dass die Beschuldigte die Kasse geführt sowie 
Zahlungen und das Lohnwesen gemacht habe (StA act. 5.1, Frage 13). Schliess-
lich legt auch das – durch den Geschäftsführer K._____ unterzeichnete – Protokoll 
der Übergabe verschiedener Geschäftsunterlagen durch die Beschuldigte 
(StA act. 1.13.13 ff.) den Schluss nahe, dass diese bei der Privatklägerin für diver-
se administrative Aufgaben zuständig war. Zunächst fällt auf, dass die Privatkläge-
rin bereits am 28. April 2016 gegründet und am 9. Mai 2016 im Handelsregister 
eingetragen wurde (StA act. 3.1.1), der Arbeitsbeginn der Beschuldigten als Mar-
keting-Mitarbeiterin gemäss Arbeitsvertrag jedoch erst am 10. Juni 2016 war. Es 
ist notorisch, dass sich insbesondere in der Phase kurz nach der Gründung einer 
Gesellschaft, in welcher diese unter anderem erstmals Räumlichkeiten mietet oder 
pachtet, Personal einstellt, ihre Tätigkeit und Geschäftsbeziehungen aufnimmt und 
weiteres mehr, diverse Fragen administrativer und finanzieller Natur stellen. Da 

24 / 41

sich gemäss Aussage von K._____ die Beschuldigte grundsätzlich alleine um 
sämtliche entsprechenden Arbeiten kümmerte, ist davon auszugehen, dass sie 
bereits vor dem Antritt ihrer Tätigkeit als Marketing-Mitarbeiterin im Angestellten-
verhältnis am 10. Juni 2016 Leistungen für die Privatklägerin erbrachte. K._____ 
erklärte denn wie soeben ausgeführt auch, dass die Beschuldigte ihre Arbeit im 
Mai 2016 – mithin vor Beginn des Arbeitsverhältnisses – angetreten habe. Weiter 
ist mit der Verteidigung (vgl. act. H.4, IV.6) darauf hinzuweisen, dass eher schwer 
vorstellbar (wenn auch nicht gänzlich auszuschliessen) ist, dass die Beschuldigte 
sämtliche ihr bei der Privatklägerin zukommenden Aufgaben bzw. die ihr zugeteil-
ten Arbeiten im Rahmen ihrer Anstellung als Marketing-Mitarbeiterin, mithin nur in 
den Sommermonaten und im Rahmen eines Arbeitspensums von 40%, bewältigen 
konnte. Schliesslich scheint auch die im Arbeitsvertrag verwendete Bezeichnung 
der Funktion der Beschuldigten bei der Privatklägerin eher darauf hinzuweisen, 
dass diese im Rahmen des Arbeitsverhältnisses insbesondere Dienstleistungen im 
Bereich Marketing (wie beispielsweise Werbung, Absatzförderung und Positionie-
rung auf dem Markt etc.) erbrachte; administrative Arbeiten wie die Buchhaltung 
und das Personalwesen fallen typischerweise nicht in diesen Bereich.

5.5.7. Gemäss der Strafanzeige soll L._____ von der J._____ den Geschäftsfüh-
rer K._____ am 4. Dezember 2017 über die im Namen der "G._____" gestellten 
Akontorechnungen in Kenntnis gesetzt und dieser der Beschuldigten daraufhin 
umgehend den Zugriff auf die Kasse der Privatklägerin verweigert haben (StA act. 
3.1, II.9). Für diesen behaupteten Umstand finden sich in den Akten keine Belege. 
Ohnehin aber ist auffallend, dass die Generalversammlung der Privatklägerin für 
das Geschäftsjahr 2016/2017 gemäss dem entsprechenden Protokoll bereits am 
3. Dezember 2017 stattfand, wobei sich aus dem Protokoll entnehmen lässt, dass 
die anlässlich der Versammlung als Vorsitzende agierende Beschuldigte den Ge-
schäftsbericht präsentierte und erläuterte, der Aktionär keine Fragen dazu hatte 
und der Geschäftsbericht einstimmig genehmigt wurde (StA act. 1.13.10 ff.). 
K._____ als (an der Generalversammlung die Geschäftsleitung vertretender) Ge-
schäftsführer der Privatklägerin sowie der Alleinaktionär P._____ erhielten somit 
spätestens am 3. Dezember 2017 Einsicht in die Jahresrechnung 2016/2017 der 
Privatklägerin (StA act. 3.1.14) – inklusive Erfolgsrechnung per 30. April 2017, aus 
welcher auch die verschiedenen Aufwände und insbesondere der Aufwand für 
Buchführung/Administration, Verwaltung/Beratung sowie Marketing/Events her-
vorgehen – und hatten damit spätestens seit diesem Zeitpunkt Kenntnis deren 
finanzieller Lage und der Höhe des Betriebsaufwands. Dennoch wurden der Be-
schuldigten, welche die Generalversammlung präsidierte, die Jahresrechnung 
präsentierte und für sämtliche administrativen Belange zuständig war, anlässlich 

25 / 41

der Versammlung anscheinend keinerlei Fragen betreffend den nicht unerhebli-
chen administrativen Aufwand gestellt. Darüber hinaus ist zu beachten, dass das 
Treuhandbüro J._____ seit der Gründung der Privatklägerin im Mai 2016 im Ab-
stand von je drei Monaten die Buchhaltung der Privatklägerin nachführte und da-
bei wohl jeweils auch die im Namen der "G._____" in Rechnung gestellten Beträ-
ge verbuchte (vgl. StA act. 5.1, Fragen 9 u. 11), wobei die erste dieser Rechnun-
gen bereits vom Mai 2016 datiert. Demnach waren am 4. Dezember 2017 bereits 
seit über einem Jahr Buchungen zugunsten der "G._____" vorgenommen worden 
und waren diese in der Folge aus den Geschäftsbüchern der Privatklägerin er-
sichtlich. Vor diesem Hintergrund überrascht, dass weder K._____ noch P._____ 
vor dem 4. Dezember 2017 bzw. spätestens am 3. Dezember 2017 aufgefallen 
sein soll, dass beträchtliche (angeblich nicht gerechtfertigte) administrative Auf-
wände verbucht worden waren. Zwar ist vorstellbar, dass K._____ und P._____ 
sich schlicht nicht mit den ihnen je zugänglichen bzw. vorgelegten Dokumenten 
auseinandersetzten und sie demnach bis zur angeblichen Mitteilung durch 
L._____ keinerlei Kenntnis von den in Rechnung gestellten und verbuchten admi-
nistrativen Aufwänden hatten. Der Umstand, dass auf die im Namen der 
"G._____" in Rechnung gestellten, nicht unerheblichen Aufwände während einer 
längeren Zeitdauer keinerlei Reaktion erfolgte und diesbezüglich nie das Ge-
spräch mit der Beschuldigten gesucht wurde, könnte aber auch ein (weiteres) In-
diz dafür darstellen, dass tatsächlich gewisse Leistungen im administrativen Be-
reich erbracht und die Rechnungen damit (zumindest im Grundsatz) als gerecht-
fertigt angesehen wurden.

5.5.8. Für die Darstellung der Beschuldigten vermag auch der Umstand zu spre-
chen, dass diese sämtliche behaupteten Aufwände in regelmässigen Abständen in 
Rechnung stellte, die Rechnungen dem Treuhandunternehmen zur Verbuchung 
einreichte sowie die Barentnahmen aus der Kasse der Privatklägerin dokumentier-
te bzw. verbuchte. Damit waren die in Rechnung gestellten Aufwände sowie die 
getätigten Barzahlungen ohne Weiteres aus den Geschäfts- und Buchhaltungsun-
terlagen der Privatklägerin ersichtlich und somit nachvollziehbar und hätte insbe-
sondere der Geschäftsführer K._____ jederzeit davon Kenntnis nehmen können. 
Es erfolgte mithin kein Versuch der Geheimhaltung oder Vertuschung hinsichtlich 
des Grundsatzes der (behaupteten) Leistungserbringung und der entsprechenden 
Honorierung.

5.5.9. Dass die Beschuldigte zwar grundsätzlich Arbeiten im Mandatsverhältnis 
für die Privatklägerin verrichtet, jedoch nicht sämtliche der in Rechnung gestellten 
Leistungen erbracht habe und damit die Rechnungen zuhanden der Privatklägerin 

26 / 41

bzw. die entsprechenden Barentnahmen (nur) teilweise ungerechtfertigt gewesen 
seien, wird in der Anklageschrift nicht behauptet. Ebensowenig wird der Beschul-
digten in der Anklage ein Vorwurf dahingehend gemacht, dass die durch sie 
(tatsächlich) erbrachten Leistungen unverhältnismässig bzw. nicht geschäftsmäs-
sig begründet gewesen seien (vgl. in diese Richtung zielend StA act. 3.1, II.5; vgl. 
ferner StA act. H.3, S. 6) oder zu einem zu hohen Stundenansatz in Rechnung 
gestellt worden seien. Für entsprechende Vorwürfe findet sich denn (abgesehen 
von der Behauptung der Privatklägerin) auch keine Grundlage in den Akten.

5.5.10. Zusammengefasst lässt sich (naturgemäss) weder nachweisen, dass kei-
nerlei Arbeiten zugunsten bzw. im Auftrag der Privatklägerin geleistet wurden, 
noch kann abschliessend erstellt werden, dass die durch die Beschuldigte be-
haupteten Leistungen tatsächlich erbracht wurden. Immerhin bestehen verschie-
dene Indizien dafür, dass die Beschuldigte zumindest gewisse Leistungen für die 
Privatklägerin erbrachte. Da bereits nicht abschliessend erstellt werden kann, dass 
die Beschuldigte überhaupt Arbeiten für die Privatklägerin verrichtete, lässt sich 
auch nicht feststellen, welche konkreten Leistungen in welchem Umfang die Be-
schuldigte gegebenenfalls für die Privatklägerin erbrachte.

5.6. Die Verteidigung brachte vor, die Vorinstanz habe den Sachverhalt nicht 
(rechtsgenüglich) erstellt respektive nicht zwischen der Prüfung der Frage, ob der 
Anklagesachverhalt erstellt sei, und der rechtlichen Würdigung unterschieden. 
Dies komme einer Verletzung der Begründungspflicht als Teilaspekt des An-
spruchs auf rechtliches Gehör gleich (vgl. act. H.4, III.5 ff. u. IV.39). Aufgrund der 
vorliegenden Umstände und in Anbetracht des mit vorliegendem Urteil ergehen-
den Freispruchs (vgl. E. 6) ist auf den Einwand bzw. die Rüge der Verteidigung 
nicht weiter einzugehen.

6. Rechtliche Würdigung

6.1. Wegen Veruntreuung nach Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB wird bestraft, wer 
sich eine ihm anvertraute fremde bewegliche Sache – eine solche stellt insbeson-
dere auch Bargeld dar, das nicht durch Vermengung mit eigenem Geld Eigentum 
des Täters geworden ist (Marcel Alexander Niggli/Christof Riedo, in: Nigg-
li/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Strafrecht II, 4. Aufl., Basel 2019, N 11 
zu Art. 138 StGB m.w.H.) – aneignet, um sich oder einen anderen damit unrecht-
mässig zu bereichern.

6.1.1. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung gilt Geschäftsvermögen von 
Handelsgesellschaften nicht als deren Organen anvertraut. Das Organ einer Akti-

27 / 41

engesellschaft ist in Bezug auf die Gesellschaft nämlich keine dritte Person, son-
dern Teil der Gesellschaft. Es empfängt nicht Gesellschaftsvermögen, um dieses 
im Interesse der Gesellschaft zu verwalten. Die Gesellschaft behält vielmehr Ge-
wahrsam an den betreffenden Vermögenswerten und verwaltet sie, wenn auch 
durch ihre Organe, weiterhin selbst. Pflichtwidrige Vermögensdispositionen im 
Rahmen der Organtätigkeit bzw. bei Ausübung der Geschäftstätigkeit fallen nach 
der Rechtsprechung daher grundsätzlich unter den Tatbestand der ungetreuen 
Geschäftsbesorgung (Art. 158 StGB), wenn die Gesellschaft dadurch geschädigt 
wird (BGer 6B_511/2020 v. 10.3.2021 E. 2.3.3; 6B_326/2012 v. 14.1.2013 
E. 2.5.3; 6B_609/2010 v. 28.2.2011 E. 4.2.2; Niggli/Riedo, a.a.O., N 36 ff. u. 49 zu 
Art. 138 StGB m.w.H.). Anders verhält es sich nur, wenn keinerlei Bezug zur Ge-
schäftstätigkeit besteht und es dem Täter lediglich darum geht, sich Sachen der 
Gesellschaft zur Bereicherung anzueignen. Mit anderen Worten können Handlun-
gen eines Organs unter den Tatbestand der Veruntreuung fallen, sofern diese den 
Rahmen der Organtätigkeit offensichtlich verlassen (BGer 6B_511/2020 
v. 10.3.2021 E. 2.3.3; 6B_326/2012 v. 14.1.2013 E. 2.5.3; Niggli/Riedo, a.a.O., 
N 36 d zu Art. 138 StGB; Stefan Trechsel/Dean Crameri, in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], 
Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 4. Aufl., Zürich 2021, N 5 zu 
Art. 138 StGB). 

6.1.2. Die Beschuldigte war vom 9. Mai 2016 bis zum 17. Dezember 2017 
bzw. 19. Januar 2018 (einziges) Mitglied des Verwaltungsrates der Privatklägerin 
(vgl. E. 5.2.1). Bei den der Beschuldigten vorgeworfenen Handlungen – nament-
lich der Entnahme von Bargeld aus der Kasse der Privatklägerin zur Begleichung 
von im Namen der (inexistenten) "G._____" gestellten Rechnungen, ohne dass 
Letztere die in Rechnung gestellten Leistungen tatsächlich erbracht habe, und die 
Einreichung dieser Rechnungen an das Treuhandbüro der Privatklägerin zwecks 
Verbuchung – dürfte der Bezug zur allgemeinen Geschäftstätigkeit der Privatklä-
gerin noch zu bejahen sein; sie verlassen den Rahmen der Organtätigkeit nicht 
derart offensichtlich, dass deswegen von einem Anvertrauen des Bargeldes an die 
Beschuldigte auszugehen wäre. So fiel das Erteilen von Aufträgen im administrati-
ven Bereich samt Bezahlung der entsprechenden Rechnungen sowie das Kas-
sawesen grundsätzlich in den Aufgabenbereich der als einzigen Verwaltungsrätin 
tätigen, für sämtliche administrativen Belange zuständigen Beschuldigten (vgl. Art. 
716 Abs. 2 OR; E. 5.5.6). Da es somit bereits am objektiven Tatbestands-element 
des Anvertrauens fehlt, kann eine weitere Prüfung unterbleiben. Eine Verurteilung 
der Beschuldigten nach Art. 138 StGB fällt ausser Betracht (vgl. bereits act. E.1, 
E. 4.1.1 f.).

28 / 41

6.2. Den Tatbestand der ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 
Ziff. 1 Abs. 1 StGB erfüllt, wer aufgrund des Gesetzes, eines behördlichen Auftra-
ges oder eines Rechtsgeschäfts damit betraut ist, Vermögen eines andern zu ver-
walten oder eine solche Vermögensverwaltung zu beaufsichtigen, und dabei unter 
Verletzung seiner Pflichten bewirkt oder zulässt, dass der andere am Vermögen 
geschädigt wird. Als Qualifikationsgrund tritt in Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB das 
Handeln in Bereicherungsabsicht hinzu.

6.2.1. Zusammenfassend setzt Art. 158 Ziff. 1 StGB in objektiver Hinsicht eine 
Stellung als Geschäftsführer bzw. Vermögensverwalter, eine (Treue-)Pflichtver-
letzung, einen Vermögensschaden sowie einen Kausalzusammenhang zwischen 
der Pflichtverletzung und dem Vermögensschaden voraus (BGE 142 IV 346; 
BGer 6B_310/2014, 6B_311/2014 v. 23.11.2015 E. 3.1; Marcel Alexander Niggli, 
in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Strafrecht II, 4. Aufl., Ba-
sel 2019, N 11 ff. zu Art. 158 StGB; Trechsel/Crameri, a.a.O., N 2 ff. zu 
Art. 158 StGB, je m.w.H.). Pflichtwidrig handelt beispielsweise, wer einen ge-
schäftsmässig unbegründeten Aufwand verursacht – wobei bezüglich der Beurtei-
lung der geschäftsmässigen Begründetheit ein gewisser Ermessensspielraum be-
steht – oder wer Aktiven der Gesellschaft überträgt oder (Lohn-)Zahlungen leistet, 
ohne dass die (gewinnstrebige) Gesellschaft dafür eine adäquate Gegenleistung 
erhalten würde (vgl. BGer 6B_818/2017 v. 18.1.2018 E. 1.2.2; 6B_310/2014, 
6B_311/2014 v. 23.11.2015 E. 3.1.5; 6B_478/2009 v. 8.9.2009 E. 3.3.5). Ein Ver-
mögensschaden liegt namentlich vor bei einer tatsächlichen Schädigung der Ge-
sellschaft durch Verminderung der Aktiven, Vermehrung der Passiven, Nichtver-
mehrung der Aktiven oder Nichtverminderung der Passiven, ohne dass sie dafür 
eine adäquate Gegenleistung erhält. Liegt kein Vermögensschaden vor, kommt 
Art. 158 StGB nicht zur Anwendung (BGE 142 IV 346 E. 3.2; 121 IV 104 E. 2c; 
BGer 6B_310/2014, 6B_311/2014 v. 23.11.2015 E. 3.1.3; Niggli, a.a.O., N 9 
u. 127 ff. zu Art. 158 StGB; vgl. BGer 6B_478/2009 v. 8.9.2009 E. 3.3.5). In sub-
jektiver Hinsicht ist (Eventual-)Vorsatz erforderlich; an dessen Nachweis sind auf-
grund der relativen Unbestimmtheit des objektiven Tatbestands hohe Anforderun-
gen zu stellen. Der qualifizierte Tatbestand verlangt zusätzlich noch Bereiche-
rungsabsicht, wobei Eventualabsicht genügt (BGE 142 IV 346 E. 3.2; 
BGer 6B_310/2014, 6B_311/2014 v. 23.11.2015 E. 3.1; Niggli, a.a.O., N 136 ff. zu 
Art. 158 StGB m.w.H.).

6.2.2. Die Beschuldigte war im relevanten Zeitraum die einzige Verwaltungsrätin 
der Privatklägerin, wobei sie über die Einzelzeichnungsberechtigung verfügte. An 
ihrer Stellung als Geschäftsführerin im Sinne von Art. 158 StGB kann demnach 

29 / 41

kein Zweifel bestehen (vgl. BGE 100 IV 108 E. 4). Fraglich sind hingegen insbe-
sondere das Vorliegen der (objektiven) Tatbestandsmerkmale der Treuepflichtver-
letzung sowie des Vermögensschadens. Wäre vorliegend davon auszugehen, 
dass die Beschuldigte die behaupteten Leistungen tatsächlich erbracht hat, dieser 
Aufwand geschäftsmässig begründet bzw. notwendig war und es sich bei dem 
dafür in Rechnung gestellten und bar aus der Kasse der Privatklägerin entnom-
menen Betrag von CHF 131'840.00 um ein angemessenes Honorar für die er-
brachten Leistungen handelt, würde es sowohl an der Verletzung einer Treue-
pflicht durch die Beschuldigte als auch an einem Vermögensschaden der Privat-
klägerin fehlen. Der erstellten, durch die Entnahme eines Barbetrags von 
CHF 131'840.00 aus der Kasse der Privatklägerin bewirkten Verringerung deren 
Aktiven stünde diesfalls nämlich eine adäquate Gegenleistung gegenüber. Eine 
Strafbarkeit der Beschuldigten wäre unter diesen Umständen ausgeschlossen. 
Nach dem Gesagten konnte die Behauptung der Beschuldigten, wonach sie im 
Auftrag der Privatklägerin bzw. von K._____ und P._____ Leistungen zugunsten 
der Privatklägerin erbracht und diese zu einem angemessenen bzw. sogar einem 
zu tiefen Stundenansatz in Rechnung gestellt habe, nicht widerlegt werden. Viel-
mehr bestehen verschiedene Indizien dafür, dass die Beschuldigte die behaupte-
ten Arbeiten tatsächlich verrichtete und die Privatklägerin davon sowie von der 
entsprechenden Honorierung zumindest im Grundsatz Kenntnis hatte und nicht 
dagegen opponierte, was für deren Erforderlichkeit respektive Angemessenheit 
spricht. Auf die Bedeutung der dem Verwaltungsrat der Privatklägerin für das Ge-
schäftsjahr 2016/2017 erteilten Décharge (StA act. 1.13.12) für die Strafbarkeit der 
Beschuldigten (vgl. act. E.1, E. 5.1.4.7 u. 5.1.5.2 f.; act. H.3, S. 7; act. H.4, IV.10 f., 
IV.18 u. IV.32) ist unter diesen Umständen nicht einzugehen. Unter Annahme ei-
ner tatsächlichen Leistungserbringung (mindestens) im in Rechnung gestellten 
Umfang wäre sodann auch die Erfüllung des subjektiven Tatbestandes bzw. das 
Vorliegen eines (Eventual-)Vorsatzes und insbesondere einer (Eventual-)Berei-
cherungsabsicht bei der Beschuldigten auszuschliessen.

6.2.3. Insgesamt verbleiben der erkennenden Kammer unter Würdigung der ge-
samten Umstände und sämtlicher Beweismittel nicht zu unterdrückende Zweifel 
daran, dass die Beschuldigte auf der Grundlage von Rechnungen betreffend 
(überhaupt) nicht erbrachte Leistungen zu Unrecht Bargeld in Höhe von insgesamt 
CHF 131'840.00 aus der Kasse der Privatklägerin entnommen haben und damit 
unter Verletzung ihrer Pflichten als Verwaltungsrätin bewirkt haben soll, dass die 
Privatklägerin (in diesem Umfang) am Vermögen geschädigt wurde, um sich damit 
unrechtmässig zu bereichern. Zwar lässt sich auch die Darstellung der Beschul-
digten nicht nachweisen bzw. die von ihr vorgebrachte Sachverhaltsversion nicht 

30 / 41

erstellen. Dies hat jedoch nicht zur Folge, dass im Umkehrschluss auf den gegen-
teiligen Sachverhalt abzustellen und die Beschuldigte gestützt darauf zu verurtei-
len wäre, ist es doch gemäss dem vorliegend anwendbaren Grundsatz in dubio 
pro reo nicht Sache der Beschuldigten, ihre Unschuld zu beweisen, sondern muss 
ihr vielmehr ihre Schuld über jeden vernünftigen Zweifel hinaus nachgewiesen 
werden. In Anwendung der Beweiswürdigungs- und Beweislastregel in dubio pro 
reo ist die Beschuldigte deshalb vom Vorwurf der (qualifizierten) ungetreuen Ge-
schäftsbesorgung nach Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 i.V.m. Abs. 3 StGB freizusprechen.

6.3. Der Urkundenfälschung gemäss Art. 251 Ziff. 1 Abs. 2 StGB macht sich 
schuldig, wer in der Absicht, jemanden am Vermögen oder an anderen Rechten 
zu schädigen oder sich oder einem anderen einen unrechtmässigen Vorteil zu 
verschaffen, eine Urkunde fälscht oder verfälscht, die echte Unterschrift oder das 
echte Handzeichen eines anderen zur Herstellung einer unechten Urkunde 
benützt oder eine rechtlich erhebliche Tatsache unrichtig beurkunden oder beur-
kunden lässt.

6.3.1. Urkunden sind unter anderem Schriften, die bestimmt und geeignet sind, 
eine Tatsache von rechtlicher Bedeutung zu beweisen (Art. 110 Abs. 4 StGB). 
Rechnungen sind nach ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung in der Re-
gel keine Urkunden. Sie werden jedoch dann zu Urkunden, wenn sie als Buchhal-
tungsbelege Eingang in die kaufmännische Buchhaltung finden. Ist eine Rechnung 
bereits bei der Erstellung dazu bestimmt, Bestandteil der kaufmännischen Buch-
führung zu sein, kommt ihr nicht erst mit der Verbuchung der darin enthaltenen 
Angaben, sondern bereits mit der Ausfertigung Urkundencharakter zu 
(BGE 138 IV 130 E. 2.2.1; vgl. BGE 118 IV 35 E. 3b/cc; BGer 6B_818/2017 
v. 18.1.2018 E. 2.1.2). Die Urkundenfälschung im engeren Sinne erfasst das Her-
stellen einer unechten Urkunde, also einer Urkunde, deren wirklicher Aussteller 
mit dem aus ihr ersichtlichen Urheber nicht identisch ist bzw. welche den Anschein 
erweckt, sie rühre von einem anderen als ihrem tatsächlichen Urheber her. Die 
restriktive Rechtsprechung im Bereich der Falschbeurkundung – der Errichtung 
einer echten, aber inhaltlich unrichtigen bzw. unwahren Urkunde –, nach welcher 
der Urkunde erhöhte Glaubwürdigkeit zukommen und der Adressat jener ein be-
sonderes Vertrauen entgegenbringen muss, gelangt hier nicht zur Anwendung 
(BGE 138 IV 130 E. 2.1; 132 IV 12 E. 8.1; BGer 6B_1406/2022 v. 14.3.2023 
E. 2.2.1; 6B_473/2016 v. 22.6.2017 E. 4.2.1; 6B_1152/2013 v. 28.8.2014 E. 2.1; 
6B_711/2011 v. 31.1.2012 E. 1.4.1; Markus Boog, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], 
Basler Kommentar, Strafrecht II, 4. Aufl., Basel 2019, N 2 f. zu Art. 251 StGB 
m.w.H.). In subjektiver Hinsicht verlangt der Tatbestand der Urkundenfälschung 

31 / 41

zunächst (Eventual-)Vorsatz hinsichtlich aller objektiven Tatbestandsmerkmale. 
Sodann muss der Täter die Urkunde im Rechtsverkehr als echt und wahr verwen-
den (lassen) wollen oder dies zumindest in Kauf nehmen. Vorausgesetzt ist mithin 
eine Täuschungsabsicht bzw. ein entsprechender Eventualdolus. Die Täu-
schungsabsicht ist dabei nur relevant, wenn der Täter einen Irrtum über die Echt-
heit oder Wahrheit der Urkunde erregen will, um den Adressaten zu einem rechts-
erheblichen Verhalten zu veranlassen. Schliesslich muss der Täter in der Absicht 
handeln, jemanden am Vermögen oder an anderen Rechten zu schädigen oder 
sich oder einem anderen einen unrechtmässigen Vorteil zu verschaffen. Von einer 
unrechtmässigen Vorteilsverschaffung ist die Rede, wenn entweder das verfolgte 
Ziel oder die Mittel der Täuschung unzulässig sind. Der angestrebte Vorteil kann 
vermögensrechtlicher oder anderer Natur sein, erfasst wird jede Besserstellung. 
Der erstrebte Vorteil respektive die beabsichtigte Schädigung muss sich gerade 
aus dem Gebrauch der unechten bzw. unwahren Urkunde ergeben. Auch hier 
genügt Eventualabsicht (BGE 141 IV 369 E. 7.4; 138 IV 130 E. 3.2.4; 135 IV 12 
E. 2.2; 129 IV 58 E. 3.3; BGer 6B_1406/2022 v. 14.3.2023 E. 2.2.2; Boog, a.a.O., 
N 181 ff. zu Art. 251 StGB; Daniel Kinzer, in: Macaluso/Moreillon/Queloz [Hrsg.], 
Commentaire Romand, Code pénal II, Basel 2017, N 111 ff. zu Art. 251 StGB, 
je m.w.H.).

6.3.2. Bei den zu beurteilenden Rechnungen (StA act. 3.1.10 f.; StA act. 4.7 ff.) 
zuhanden der Privatklägerin handelt es sich um Schriften, die von Beginn an dazu 
bestimmt waren, Bestandteil der Buchführung der Privatklägerin zu werden. Es 
handelt sich mithin um Urkunden im Sinne von Art. 110 Abs. 4 StGB. Die Be-
schuldigte als die für sämtliche administrativen Belange und insbesondere für die 
Einreichung der Buchhaltungsbelege an das Treuhandbüro zuständige Person 
musste sich darüber im Klaren sein, dass die durch sie erstellten (vgl. dazu so-
gleich) und an das Treuhandbüro übergebenen Rechnungen als Belege für die 
Buchhaltung der Privatklägerin dienen und damit zu einem Bestandteil derselben 
werden würden (vgl. bereits act. E.1, E. 6.3.1). Der Beschuldigten musste also 
(mindestens) im Sinne einer Laienbewertung bewusst sein, dass es sich bei den 
Rechnungen um Urkunden handelte. Die Rechnungen sind in Maschinenschrift 
mit "G._____" unterzeichnet und im Briefkopf der Rechnungen findet sich die An-
gabe "G._____, H._____, I._____". Dadurch wird der Eindruck erweckt, dass es 
sich bei der Erstellerin der Rechnungen um ein (rechtliches) Konstrukt mit dem 
Namen bzw. der Firma "G._____" handelt. Es ist jedoch erstellt, dass die Rech-
nungen durch die Beschuldigte erstellt wurden (vgl. E. 5.4). Damit stimmt die an-
gebliche nicht mit der tatsächlichen Erstellerin der Urkunden überein, womit es 
sich um unechte Urkunden handelt. Durch das Herstellen der unechten Urkunden 

32 / 41

hat die Beschuldigte die Tathandlung des Fälschens im engeren Sinne vorge-
nommen. Ob es sich bei den Rechnungen nicht nur um unechte, sondern auch um 
unwahre bzw. inhaltlich unrichtige Urkunden handelte, wie dies die Vorinstanz an-
nahm (act. E.1, E. 6.2), kann unter diesen Umständen offenbleiben 
(vgl. BGE 132 IV 57 E. 5.1.1; BGer 6B_473/2016 v. 22.6.2017 E. 4.2.1; Boog, 
a.a.O., N 5 zu Art. 251 StGB). Die Beschuldigte musste sich darüber im Klaren 
sein, dass die Rechnungen aufgrund des verwendeten Briefkopfes und der Unter-
zeichnung (in Computerschrift) mit "G._____" den unzutreffenden Anschein er-
weckten, von einer Person bzw. Einheit mit diesem Namen erstellt worden zu sein, 
während in Tat und Wahrheit sie selbst die Urheberin dieser Urkunden war.

6.3.3. Um den Tatbestand von Art. 251 Ziff. 1 Abs. 2 StGB zu erfüllen, sind (in 
subjektiver Hinsicht) jedoch auch eine Täuschungsabsicht sowie eine Schädi-
gungs- oder Vorteilsabsicht bei der Beschuldigten vorausgesetzt. Was ein Täter 
wusste, wollte, beabsichtigte und in Kauf nahm, betrifft innere Tatsachen. Soweit 
der Täter nicht geständig ist, kann sich das Gericht für den entsprechenden 
Nachweis regelmässig nur auf äusserlich feststellbare Indizien und auf Erfah-
rungsregeln stützen, die ihm Rückschlüsse auf die innere Einstellung des Täters 
erlauben (vgl. BGE 134 IV 26 E. 3.2.2; BGer 6B_555/2021 v. 29.6.2022 E. 1.3; 
6B_261/2017 v. 13.11.2017 E. 2.2).

6.3.4. Durch die Übergabe der Rechnungen an das für die Buchhaltung zuständi-
ge Treuhandbüro zwecks Vornahme der entsprechenden Buchungen brachte die 
Beschuldigte diese zur Verwendung als echte Urkunden in den Rechtsverkehr ein, 
was ihr bewusst sein musste. Damit ist grundsätzlich auch vom Vorliegen einer 
Täuschungsabsicht bei der Beschuldigten auszugehen. Hingegen ist bereits frag-
lich, ob es sich dabei um eine relevante Täuschungsabsicht handelt, zumal nicht 
ersichtlich ist, dass die Beschuldigte bei dem Treuhandbüro und/oder der Privat-
klägerin einen Irrtum über die Echtheit der eingereichten Rechnungen her-
beiführen wollte, um diese zu einem rechtserheblichen Verhalten zu veranlassen. 
So deutet eine E-Mail-Nachricht von L._____ der J._____ an die Beschuldigte 
vom 18. Juli 2017 (StA act. 3.1.20) darauf hin, dass dieser bzw. das Treuhandbüro 
von der Tatsache, dass es die Beschuldigte (und nicht die "G._____") war, welche 
die in Rechnung gestellten Leistungen erbrachte, die entsprechenden (Akonto-
)Rechnungen erstellte und sich auf deren Grundlage bezahlen liess, Kenntnis hat-
te (vgl. ferner StA act. 4.4.4, wonach auf dem Kontokorrent der Beschuldigten am 
28. November 2016 Aufwand der "S._____" verbucht [und anschliessend storniert] 
worden war). Was die Privatklägerin anbelangt, so ist nicht ersichtlich, inwiefern 
die Beschuldigte diese zu einem bestimmten (rechtserheblichen) Verhalten hätte 

33 / 41

veranlassen wollen; dies insbesondere, da sie das Bargeld jeweils direkt selbst 
aus deren Kasse entnahm und mithin nicht auf deren Mitwirkung angewiesen war.

6.3.5. Ohnehin aber fehlt es an einer Schädigungs- oder Vorteilsabsicht seitens 
der Beschuldigten. Wie bereits ausgeführt wurde, bestehen verschiedene Indizien 
dafür, dass die Beschuldigte tatsächlich wie behauptet Leistungen für die Privat-
klägerin erbrachte. Nach dem Gesagten ist auch nicht anzunehmen, dass die in 
Rechnung gestellten Arbeiten nicht im behaupteten Umfang erbracht worden 
wären oder ein überhöhter Stundenansatz angewandt worden wäre (vgl. E. 5.5.9). 
Ist folglich davon auszugehen, dass die Beschuldigte der Privatklägerin (lediglich) 
die von ihr effektiv erbrachten Leistungen zu einem angemessenen Ansatz in 
Rechnung gestellt hat, ist nicht ersichtlich, worin der beabsichtigte Schaden der 
Privatklägerin oder der angestrebte unrechtmässige Vorteil der Beschuldigten be-
stehen sollte. So ist nicht erkennbar, inwiefern die Beschuldigte die Privatklägerin 
durch das Ausstellen gefälschter Rechnungen (lautend auf die "G._____" anstatt 
auf sie selbst) für mutmasslich tatsächlich erbrachte Leistungen in deren Vermö-
gen oder sonstigen subjektiven Rechten geschädigt respektive dies beabsichtigt 
hätte. Ebensowenig ist ersichtlich, inwiefern die Beschuldigte sich durch die Ver-
wendung der unechten Urkunden einen unrechtmässigen Vorteil (respektive über-
haupt einen Vorteil) zu verschaffen versucht hätte.

6.3.6. Zusammenfassend verbleiben der erkennenden Kammer unter Würdigung 
der gesamten Umstände und sämtlicher Beweismittel nicht zu unterdrückende 
Zweifel daran, dass die Beschuldigte sich durch die Ausstellung von – mutmass-
lich berechtigten – Rechnungen zuhanden der Privatklägerin im Namen einer 
"G._____" anstatt in ihrem eigenen Namen einer Urkundenfälschung gemäss 
Art. 251 Ziff. 1 Abs. 2 StGB schuldig gemacht haben soll. Aufgrund der Beweis-
würdigungs- und Beweislastregel in dubio pro reo ist die Beschuldigte deshalb von 
diesem Vorwurf freizusprechen.

7. Zivilklage

7.1. Die Privatklägerin macht mit ihrer Zivilklage eine Forderung von 
CHF 131'840.00 nebst Schadenszins von 5% ab dem 10. November 2017 geltend 
(RG act. 5, I.2). Diese Zivilklage wurde von der Vorinstanz im angefochtenen Urteil 
gutgeheissen (act. E.1, Dispositivziff. 3). Die Beschuldigte verlangt in ihrer Beru-
fung unter anderem die Aufhebung von Dispositivziffer 3 des vorinstanzlichen Ur-
teils sowie einen vollumfänglichen Freispruch und damit sinngemäss die Abwei-
sung der Zivilklage bzw. deren Verweisung auf den Zivilweg (act. A.1, Antrag 
Ziff. 1; act. H.4, Antrag Ziff. 1; vgl. act. H.4, V.2).

34 / 41

7.2. Wie bereits erwähnt, fallen im Strafverfahren adhäsionsweise geltend ge-
machte Zivilansprüche, anders als reine Strafverfahren, unter die Bestimmung von 
Art. 207 SchKG. Der entsprechende Prozess ist im Konkursfall demnach 
grundsätzlich einzustellen, sofern Auswirkungen auf das Konkursverfahren zu er-
warten sind bzw. davon auszugehen ist, dass er den Bestand der Konkursmasse 
berührt, und es sich nicht ausnahmsweise um einen dringenden Fall handelt 
(Schober, a.a.O., N 2 zu Art. 207 SchKG; Wohlfart/Honegger, a.a.O., N 8 f. zu 
Art. 207 SchKG m.w.H.). Die beiden genannten Voraussetzungen dürften vorlie-
gend als gegeben zu erachten sein, zumal ein Obsiegen der Privatklägerin im Zi-
vilpunkt zu einer Vergrösserung der Konkursmasse führen würde und keine be-
sondere Dringlichkeit erkennbar ist. Damit müsste der vorliegende Adhäsionspro-
zess im Prinzip eingestellt werden. Vorliegend gilt es jedoch auch die Bestimmung 
von Art. 126 StPO sowie das Beschleunigungsgebot (Art. 5 Abs. 1 StPO) zu be-
achten.

7.3. Nach Art. 126 Abs. 1 lit. b StPO entscheidet das Gericht unter anderem 
dann über die anhängig gemachte Zivilklage, wenn es die beschuldigte Person 
freispricht und der Sachverhalt spruchreif ist. Demgegenüber verweist es die Kla-
ge im Falle eines Freispruchs auf den Zivilweg, wenn der Sachverhalt (noch) nicht 
spruchreif ist (Art. 126 Abs. 2 lit. d StPO). Demnach ist bei einem Freispruch mate-
riell über eine adhäsionsweise geltend gemachte Zivilklage zu befinden, sofern 
diesbezüglich die Spruchreife gegeben ist und der Entscheid über die Zivilklage 
ohne Weiterungen im Strafverfahren möglich ist (vgl. BGer 6B_11/2017 
v. 29. 8. 2017 E. 1.2; 6B_267/2016, 6B_268/2016, 6B_269/2016 v. 15.2.2017 
E. 6.1; Annette Dolge, in:  Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, 
Schweizerische Strafprozessordnung, 3. Aufl., Basel 2023, N 41 zu Art. 126 StPO; 
Nicolas Jeandin/Stéphanie Fontanet, in: Jeanneret/Kuhn/Perrier Depeursinge 
[Hrsg.], Commentaire romand, Code de procédure pénale suisse, 2. Aufl., Basel 
2019, N 9 ff. zu Art. 126 StPO). Mit anderen Worten ist im Rahmen eines Strafver-
fahrens dann bzw. soweit über einen Zivilanspruch zu befinden, als dies keinen 
unverhältnismässigen zusätzlichen Aufwand mit sich bringt bzw. das Strafverfah-
ren dadurch nicht massgeblich verzögert wird (vgl. in Bezug auf den Entscheid 
über die Zivilklage "dem Grundsatz nach" gemäss Art. 126 Abs. 3 StPO Dolge, 
a.a.O., N 43 ff. zu Art. 126 StPO; Jeandin/Fontanet, a.a.O., N 24 ff. zu 
Art. 126 StPO).

7.4. Die Voraussetzungen der Einstellung von Zivilprozessen richten sich nach 
dem Gesagten nach Art. 207 Abs. 1 SchKG, das entsprechende Verfahren wird 
jedoch durch die Bestimmungen der anwendbaren Prozessordnung zur Sistierung, 

35 / 41

mithin durch Art. 126 ZPO respektive Art. 314 StPO, geregelt 
(vgl. Wohlfart/Honegger, a.a.O., N 14 zu Art. 207 SchKG m.w.H.). Die Sistierung 
eines Strafverfahrens steht immer in einem Spannungsverhältnis zum Beschleuni-
gungsgebot, welches der Möglichkeit einer Sistierung Grenzen setzt. Nach dem 
Beschleunigungsgebot (Art. 5 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 29 Abs. 1 BV) sind Strafver-
fahren unverzüglich an die Hand zu nehmen und ohne begründete Verzögerung 
abzuschliessen (KGer GR SK2 22 14 v. 7.12.2022 E. 4.4; SK2 21 66 
v. 30.12.2021 E. 4.5, je m.w.H.; André Vogelsang, in: Niggli/Heer/Wipräch-
tiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 3. Aufl., 
Basel 2023, N 9 zu Art. 314 StPO).

7.5. Vorliegend ergeht ein (vollständiger) Freispruch, weshalb bei gegebener 
Spruchreife gemäss Art. 126 Abs. 1 lit. b StPO grundsätzlich über die adhäsions-
weise Zivilklage der Privatklägerin zu befinden wäre. Aufgrund des am 24. Au-
gust 2022 über die Privatklägerin eröffneten Konkurses kann über den Zivilan-
spruch jedoch nicht unmittelbar entschieden werden, sondern müsste der entspre-
chende Adhäsionsprozess – wohl zusammen mit dem Strafverfahren – zunächst 
sistiert werden. Dies hätte eine Verzögerung des gesamten Strafprozesses zur 
Folge, obschon (rein) in Bezug auf den Strafpunkt bereits ein Urteil ergehen könn-
te. Unter diesen Umständen rechtfertigt es sich, auf eine Verfahrenssistierung zu 
verzichten und die Zivilklage unter analoger Anwendung von Art. 126 Abs. 2 
lit. d StPO (ausnahmsweise) auf den Zivilweg zu verweisen (vgl. Wohlfart/Honeg-
ger, a.a.O., N 8 zu Art. 207 SchKG), sodass ein Urteil im Strafpunkt gefällt und 
das vorliegende Verfahren insgesamt abgeschlossen werden kann.

8. Kosten- und Entschädigungsfolgen

8.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Kosten zulasten des Staa-
tes (Art. 423 i.V.m. Art. 426 Abs. 1 u. Abs. 2 StPO e contrario).

8.1.1. Somit gehen die Untersuchungskosten von vorliegend CHF 2'625.00, wel-
che Teil der Verfahrenskosten bilden (Art. 422 Abs. 1 StPO), zulasten des Kan-
tons Graubünden (Staatsanwaltschaft). Die Gerichtskosten des erstinstanzlichen 
Verfahrens von CHF 6'000.00 gehen ebenfalls zulasten des Kantons Graubünden 
(Regionalgericht Maloja).

8.1.2. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren wird in Anwendung von 
Art. 7 VGS (BR 350.210) in Verbindung mit Art. 424 Abs. 1 StPO auf 
CHF 4'000.00 festgesetzt. Dazu kommen die Kosten der amtlichen Verteidigung, 
welche ebenfalls zu den Verfahrenskosten gehören (Art. 422 Abs. 2 lit. a StPO). 

36 / 41

Rechtsanwalt Josephsohn macht mit Honorarnote vom 6. Dezember 2022 einen 
Aufwand von insgesamt CHF 6'401.70 (28.70 Stunden à CHF 200.00, zzgl. Ausla-
gen von total CHF 204.00, zzgl. MwSt. von 7.7%) geltend (act. G.6). Der in Rech-
nung gestellte zeitliche Aufwand erscheint grundsätzlich als angemessen. Hinge-
gen ist der (wohl vorsorglich aufgeführte) Aufwand von einer Stunde für die Be-
sprechung des begründeten Urteils mit der Beschuldigten samt Prüfung eines 
Rechtsmittels aufgrund des vorliegend ergehenden Freispruchs von den geltend 
gemachten 28.7 Stunden in Abzug zu bringen. Dafür ist ein Aufwand von rund 
2.45 Stunden für die Teilnahme an der Berufungsverhandlung (vgl. act. H.1; 
act. H.4, VI.6) sowie eine kurze Vorbesprechung zu berücksichtigen. Unter 
Berücksichtigung einer praxisgemässen Spesenpauschale von 3% des Honorars 
nach Zeitaufwand (vgl. KGer GR SK2 21 20 v. 30.4.2021 E. 4.2; SK2 20 4 
v. 22.10.2020 E. 10.3, je m.w.H.) sowie der Fahrkosten von CHF 41.00 ergeben 
sich Kosten der amtlichen Verteidigung von insgesamt CHF 6'733.30 (30.15 Stun-
den à CHF 200.00, zzgl. 3% Spesen, zzgl. Fahrtspesen von CHF 41.00, 
zzgl. 7.7% MwSt.). Diese Kosten gehen zulasten des Kantons Graubünden und 
werden auf die Gerichtskasse des Kantonsgerichts verbucht.

8.2. Aufgrund des Freispruchs hat die Beschuldigte Anspruch auf eine ange-
messene Entschädigung ihrer Aufwendungen im Verfahren – dies für die Zeit, in 
welcher sie durch Rechtsanwalt Josephsohn privat verteidigt wurde, mithin das 
gesamte erstinstanzliche Verfahren sowie das Verfahren vor der Berufungsinstanz 
bis zum 24. Februar 2022 (vgl. act. I.1; vgl. auch E. B u. D) – sowie auf eine Ent-
schädigung ihrer wirtschaftlichen Einbussen (Art. 429 Abs. 1 lit. a u. lit. b StPO). 
Der Privatklägerin ist ausgangsgemäss keine Entschädigung zuzusprechen 
(Art. 433 Abs. 1 StPO e contrario).

8.2.1. Der Rechtsvertreter der Beschuldigten macht für das Verfahren vor der Vor-
instanz einen Aufwand von insgesamt CHF 18'351.10 (total 52.9 Stunden à 
CHF 300.00, zzgl. Auslagen von total CHF 1'169.10, zzgl. MwSt. von 7.7%) gel-
tend (act. G.1 f.; vgl. RG act. 6.4 f.). Der in Rechnung gestellte zeitliche Aufwand 
für das vorinstanzliche Verfahren von 52.9 Stunden erscheint grundsätzlich als 
angemessen. Allerdings findet sich in den Akten keine Honorarvereinbarung. Ent-
sprechend ist der geltend gemachte Stundenansatz von CHF 300.00 auf den mitt-
leren Stundenansatz von CHF 240.00 zu kürzen (vgl. Art. 3 Abs. 1 i.V.m. Art. 4 
Abs. 1 HV [BR 310.250]; statt vieler KGer GR SK1 21 58 v. 4.5.2023 E. 5.3 
m.w.H.). Hinzu kommt eine Spesenentschädigung, welche praxisgemäss als Pau-
schale in Höhe von 3% des Honorars nach Zeitaufwand festgesetzt wird 
(vgl. E. 8.1.2). Der Rechtsvertreter der Beschuldigten stellte Spesen in Höhe von 

37 / 41

CHF 918.10 (exklusive Fahrtspesen) in Rechnung, wobei er pro Fotokopie einen 
Betrag von CHF 1.00 verrechnete. Dies erscheint übersetzt. Mit CHF 0.25 pro Ko-
pie sind die Kosten für Fotokopien– einschliesslich Unterhalt und Amortisation des 
Kopiergerätes – abgedeckt (vgl. KGer GR SK1 18 6/7/8/9 v. 25.2.2019 E. 22.3 
m.w.H.). Aus diesem Grund ist die Spesenentschädigung auf praxisgemässe 3% 
des Honorars, konkret auf CHF 380.90, zu reduzieren. Die Reisekosten von ins-
gesamt CHF 251.00 sind zusätzlich zu den allgemeinen Spesen zu vergüten. Es 
resultiert ein zu entschädigender Aufwand des Rechtsvertreters der Beschuldigten 
für das erstinstanzliche Verfahren von total CHF 14'354.15 (52.9 Stunden 
à CHF 240.00, zzgl. 3% Spesen, zzgl. Fahrtspesen von CHF 251.00, 
zzgl. 7.7% MwSt.).

8.2.2. Ebenfalls zu entschädigen sind die durch das Verfahren verursachten Rei-
sekosten der Beschuldigten. Dazu gehören die Fahrkosten in Zusammenhang mit 
der polizeilichen und der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme (beide in Chur) 
der Beschuldigten vom 16. Mai 2019 respektive vom 20. August 2019, der Teil-
nahme an der erstinstanzlichen Verhandlung in St. Moritz vom 28. Mai 2020 sowie 
drei Besprechungen mit ihrem Verteidiger in X._____. Die Beschuldigte macht für 
diese Reisewege Kosten von insgesamt CHF 1'182.50 für Bahnfahrten in der 
1. Klasse und/oder die Anreise mit dem Auto (inklusive Parkgebühren) geltend, 
wobei nur die Kosten für einzelne Bahnfahrten ausgewiesen sind (vgl. RG act. 6.6; 
act. G.5). Da die geltend gemachten Auslagen nicht (hinreichend) belegt sind, 
rechtfertigt es sich, der Beschuldigten für sämtliche Termine die Kosten für die 
Reise mit der Bahn (2. Klasse) ab ihrem damaligen Wohnort in F._____ zu ent-
schädigen. Die Entschädigung für die Fahrtspesen der Beschuldigten im erstin-
stanzlichen Verfahren ist somit mit CHF 396.40 zu beziffern.

8.2.3. Insgesamt ist die Beschuldigte für das erstinstanzliche Verfahren mit 
CHF 14'750.55 (CHF 14'354.15 Aufwand ihres Rechtsvertreters, zzgl. CHF 396.40 
persönliche Fahrtspesen) zu entschädigen.

8.2.4. Für das Berufungsverfahren macht der Rechtsvertreter der Beschuldigten 
einen Aufwand für die private Verteidigung von insgesamt CHF 1'621.40 (total 
4.8 Stunden à CHF 300.00, zzgl. Auslagen von total CHF 65.50, zzgl. MwSt. 
von 7.7%) geltend (act. G.3 f.). Der in Rechnung gestellte zeitliche Aufwand er-
scheint grundsätzlich als angemessen, wobei rund 0.4 Stunden, welche in Zu-
sammenhang mit der Berufungsanmeldung anfielen (vgl. act. G.3) und damit auf 
das erstinstanzliche Verfahren entfallen, abzuziehen und somit für die private Ver-
teidigung im Berufungsverfahren lediglich 4.4 Stunden zu entschädigen sind. Der 
Stundenansatz von CHF 300.00 ist auch hier auf den mittleren Stundenansatz von 

38 / 41

CHF 240.00 zu