# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 970e56f2-0a02-500e-92f4-d37daa3d3365
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** SB240062-O1
**Docket/Reference:** SB240062-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/SB240062-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB240062-O/U/cwo

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. B. Gut, Präsident, lic. iur. C. Maira und lic. iur. 

B. Amacker sowie Gerichtsschreiber MLaw F. Herren

Urteil vom 10. Februar 2025

in Sachen

A._____, 

Beschuldigter und Berufungskläger

amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____, 

gegen

Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis, 

Anklägerin und Berufungsbeklagte

betreffend mehrfache Veruntreuung etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Horgen, I. Abteilung, 

vom 20. Dezember 2022 (DG210018)

-   2   -

Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis vom 17. Dezember 

2021 (Urk. 31) ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz
(Urk. 72 S. 131 ff.)

"Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte ist schuldig

-

der mehrfachen Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB hin-
sichtlich Anklageschrift:

-

Rz. 8 und 9: 

-

-

Rz. 10 und 11

Rz. 12:

-

Rz. 14:

-   3   -

- der ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 
in Verbindung mit Abs. 3 StGB hinsichtlich Anklageschrift Rz. 6 und 7

-

der mehrfachen Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB hin-
sichtlich Anklageschrift Rz. 9 ohne Rechnungen der Begünstigten R._____ AG

Von den übrigen Vorwürfen wird der Beschuldigte freigesprochen.

Der Beschuldigte wird bestraft mit 20 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 2 Tage durch 

Haft erstanden sind.

2.

3.

4.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt.

5.

Rechtsanwältin lic. iur. X._____ wird für ihre Bemühungen und Auslagen als amtli-

che Verteidigerin mit Fr. 51'597.85 (inkl. Fr. 3'689.00 Mehrwertsteuer) aus der Ge-

richtskasse entschädigt.

6.

Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

12'000.00 ; die weiteren Kosten betragen:

2'100.00  Gebühr für das Vorverfahren

51'597.85   amtliche Verteidigung

7.

8.

Verlangt keine der Parteien eine Begründung, ermässigt sich die Entscheidgebühr 

um einen Drittel. 

Dem Beschuldigten wird keine Genugtuung zugesprochen.

Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausser diejenigen 

der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten zu zwei Dritteln auferlegt 

und im Übrigen auf die Gerichtskasse genommen. Die Kosten der amtlichen Vertei-

digung werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachfor-

derung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO im Umfang von zwei Dritteln.

9.

(Mitteilungen)

10.

(Rechtsmittel)"

-   4   -

Berufungsanträge:
(Prot. II S. 3)

a)

Der Verteidigung des Beschuldigten (Urk. 83 S. 1):

1.

2.

A._____ sei vollumfänglich freizusprechen.

Die Kosten der Untersuchung sowie des erstinstanzlichen Verfahrens und des 

Berufungsverfahrens sowie die Kosten der amtlichen Verteidigung seien voll-

umfänglich und definitiv auf die Gerichtskasse zu nehmen. Ferner ist meinem 

Mandanten für die erstandene Untersuchungshaft von 1 Tag eine Genugtu-

ung von CHF 200.00 zuzusprechen.

b)

Der Staatsanwaltschaft (Urk. 77 S. 1):

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

Erwägungen:

I. Verfahrensgang, Umfang der Berufung und Prozessuales

1.

Verfahrensgang

Der Verfahrensgang bis zum erstinstanzlichen Urteil ergibt sich aus dem angefoch-

tenen Entscheid (Urk. 72 S. 8 ff. E. I.). Der Beschuldigte wurde von der Vorinstanz 

am 20. Dezember 2022 gemäss dem vorab wiederholten Urteilsdispositiv teilweise 

schuldig gesprochen und bestraft (a.a.O., S. 131 ff.). Innert Frist liess er Berufung 

anmelden und erklären (Urk. 62 und 74; vgl. dazu auch Urk. 71/2). Mit Verfügung 

vom 19. Februar 2024 ging die Berufungserklärung an die Staatsanwaltschaft und 

wurde dieser Frist angesetzt, um zu erklären, ob Anschlussberufung erhoben wird, 

oder um begründet ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen (Urk. 75). Mit 

Eingabe vom 21. Februar 2024 verzichtete die Staatsanwaltschaft auf Anschluss-

berufung (Urk. 77). 

Am  10.  Februar  2025  fand  die  Berufungsverhandlung  statt.  Es  erschienen  der 

Beschuldigte in Begleitung seiner amtlichen Verteidigerin lic. iur. X._____ (Prot. II 

-   5   -

S. 3 ff.). Vorfragen und Beweisanträge waren keine zu behandeln. Das Verfahren 

ist spruchreif.

2.

Umfang der Berufung

Unangefochten  blieben  die  Dispositiv-Ziffern  2,  5,  6  und  7  des  vorinstanzlichen 

Urteils, in welchem Umfang dieses in Rechtskraft erwuchs, was mit Beschluss fest-

zuhalten  ist.  Im  übrigen  Umfang  steht  der  Entscheid  zur  Disposition.  Es  gilt  das 

Verschlechterungsverbot  (Art.  391  Abs.  2  StPO).  Letzteres  gilt  insbesondere  in 

Bezug  auf  die  vorinstanzlichen  Freisprüche.  Diese  wurden  im  vorinstanzlichen 

Urteilsdispositiv nicht näher spezifiziert, was notwendig gewesen wäre. Sie erge-

ben  sich  aber  ohne  Weiteres  aus  der  vorinstanzlichen  Urteilsbegründung.  Zur 

Verdeutlichung seien sie hier nochmals erwähnt: Dossier 1, Urk. 31 [Anklageschrift] 

S. 6 f. Rz. 8 f., erster Abschnitt Position "R._____ AG" und zweiter Abschnitt Posi-

tionen "S._____" [vgl. im Einzelnen Urk. 72 S. 47-50], Urk. 31 S. 8 ff. Rz. 12, diverse 

Positionen [vgl. im Einzelnen Urk. 72 S. 58-73], Urk. 31 S. 10 f. Rz. 13 [vgl. im Ein-

zelnen Urk. 72 S. 73-80], Urk. 31 S. 12 Rz. 14, diverse Positionen, mit Ausnahme 

der Barbezüge [vgl. im Einzelnen Urk. 72 S. 81-87], Dossier 2, Urk. 31 S. 3 f. und 

S. 14-16 Rz. 4 f. und 17-19 [vgl. im Einzelnen Urk. 72 S. 87-108]).

3.

Prozessuales

Soweit für die tatsächliche und rechtliche Würdigung des eingeklagten Sachverhal-

tes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, so erfolgt dies in Anwen-

dung  von  Art.  82  Abs.  4  StPO,  auch  ohne  dass  dies  jeweils  explizit  Erwähnung 

findet. Weiter ist an dieser Stelle festzuhalten, dass aus dem Anspruch auf recht-

liches  Gehör  die  Pflicht  des  Gerichts  folgt,  seinen  Entscheid  zu  begründen.  Die 

Begründung  muss  kurz  die  wesentlichen  Überlegungen  nennen,  von  denen  sich 

das Gericht hat leiten lassen und auf die es seinen Entscheid stützt. Es darf sich 

aber auf die wesentlichen Gesichtspunkte beschränken und muss sich nicht aus-

drücklich mit jeder tatsächlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand aus-

einandersetzen und diese widerlegen. Es kann sich mithin auf die für den Entscheid 

wesentlichen Punkte beschränken. Ein unverhältnismässiger Motivationsaufwand 

kann nicht eingefordert werden. Ebenso wenig lässt sich Art. 6 Ziff. 1 EMRK in der 

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Weise auslegen, dass eine detaillierte Antwort auf jedes Argument gefordert würde 

(BGE 146 IV 297 E. 2.2.7; 143 III 65 E. 5.2; 141 IV 249 E. 1.3.1; BGer 6B_689/2019 

vom 25. Oktober 2019 E. 1.5.2., mit Hinweisen).

II. Schuldpunkt

1.

Anklagevorwurf und Ausgangslage

Die heute noch zur Diskussion stehenden Vorwürfe ergeben sich aus der beigehef-

teten  Anklageschrift  (Urk. 31  S. 2  ff.),  darauf  kann  verwiesen  werden.  Dem 

Beschuldigten wird strafrechtlich relevantes Handeln in seiner Funktion als Organ 

einer Gesellschaft vorgeworfen, konkret im Zusammenhang mit seiner Funktion bei 

der  T._____  AG  in  Liquidation  [T._____].  Soweit  sich  der  Beschuldigte  nicht 

geständig zeigte, ist der Sachverhalt zu erstellen, wobei zunächst zu prüfen ist, ob 

sich  der  unter  "Tatsächliche  Abläufe"  eingeklagte  Sachverhalt  (Urk.  31  S.  2  f.) 

erstellen lässt, und hernach, ob sich die einzelnen Vorwürfe (a.a.O., S. 4 ff.) bewei-

sen lassen, namentlich die dem Beschuldigten angelastete mehrfache ungetreue 

Geschäftsbesorgung, die mehrfache Veruntreuung und die mehrfache Urkunden-

fälschung [vgl. zu letzterem Prot. I S. 6 f.].

2.

Allgemeines zur Sachverhaltserstellung

Die Vorinstanz machte zutreffende allgemeine Ausführungen zu den Grundsätzen 

der Beweiswürdigung (Urk. 72 S. 19-21 E. II.1.2.5.), darauf kann verwiesen werden. 

Ergänzend  ist  dazu  festzuhalten,  dass  nach  konstanter  Rechtsprechung  für  den 

Schuldbeweis auch ein indirekter Beweis zulässig ist, wenn keine direkten Beweise 

vorliegen. Beim Indizienbeweis wird aus bestimmten Tatsachen, die nicht unmittel-

bar rechtserheblich, aber bewiesen sind (Indizien), auf die zu beweisende, unmit-

telbar rechtserhebliche Tatsache geschlossen. Eine Mehrzahl von Indizien, welche 

für sich alleine nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf die Täterschaft oder 

die Tat hinweisen und einzeln betrachtet die Möglichkeit des Andersseins offen las-

sen, können in ihrer Gesamtheit ein Bild erzeugen, das bei objektiver Betrachtung 

keine  Zweifel  bestehen  lässt,  dass  sich  der  Sachverhalt  so  verwirklicht  hat.  Der 

Indizienbeweis  ist  dem  direkten  Beweis  gleichwertig  (vgl.  dazu  statt  Weiterer 

-   7   -

BGer 6B_1427/2016  vom  27.  April  2017  E.  3.,  mit  Verweisen,  sowie  in  diesem 

Sinne auch BGer 6B_931/2021 vom 15. August 2022 E. 4.3.1.). Die Vorinstanz hat 

sodann  unter  dem  Titel  "Glaubwürdigkeit"  an  sich  zutreffende  Ausführungen 

gemacht (Urk. 72 S. 21 f. E. II.1.2.6. und S. 38 f. E. II.1.3.4.), wobei dazu anzumer-

ken ist, dass in erster Linie die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Befragten für die 

Sachverhaltserstellung relevant ist. 

3.

Tatsächliche Abläufe

Die  Vorinstanz  hat  unter  zutreffender  Würdigung  der  relevanten  Beweismittel 

richtige  Ausführungen  zu  den  eingeklagten  "Tatsächlichen  Abläufen"  betreffend 

Dossier 1 gemacht (Urk. 72 S. 11-15 E. II.1.1.), diese können vorbehaltlos über-

nommen werden. Dies gilt insbesondere hinsichtlich der vorinstanzlichen Ausfüh-

rungen zur Rolle von U._____, wobei mit ihr (a.a.O., S. 15 E. II.1.1.7.) festzuhalten 

ist,  dass  der  unter  "tatsächliche  Abläufe"  umschriebene  Anklagesachverhalt  mit 

Ausnahme der wirtschaftlichen Berechtigung von U._____ an der V._____ Ltd. er-

stellt ist. Zweifelsfrei steht damit unter anderem fest, dass der Beschuldigte im ein-

geklagten Zeitraum nicht nur für die Oberleitung und Beaufsichtigung der T._____ 

zuständig  war,  sondern  als  deren  einzelzeichnungsberechtigter  Geschäftsführer 

auch deren operativen Belange leitete und im eingeklagten Zeitraum in diesem Un-

ternehmen die zentrale und prägende Persönlichkeit sowie der massgebliche Ent-

scheidungsträger war. Davon ist auszugehen.

Auch heute brachte die Verteidigung nichts Relevantes vor, was zu einem anderen 

Schluss führen würde. Sämtliche eingereichten Unterlagen ändern nichts an den 

Ausführungen der Vorinstanz, die sich entlang der Aktenlage präsentieren.

4.

Anklagevorwurf 1: Abredewidrige Lohnzahlungen (Urk. 31 Rz. 6 f.)

4.1. Vorwurf

Dem Beschuldigten wird in einem ersten Punkt zusammengefasst vorgeworfen, er 

habe sich in seiner Funktion als Präsident des Verwaltungsrates und Geschäfts-

führer mit Einzelunterschrift der T._____ einen Lohn ausbezahlt, obwohl eine ge-

genteilige Vereinbarung bestanden habe. Konkret habe es rund zwei Monate vor 

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der Gründung der T._____ eine Sitzung in den Büroräumlichkeiten der W._____ in 

AA._____ [Stadt in Tschechien] gegeben. An dieser seien nebst den drei weiteren 

Aktionären der V._____ Ltd. – AB._____, AC._____ und AD._____ – auch U._____ 

und der Beschuldigte anwesend gewesen. An dieser Sitzung sei vereinbart worden, 

dass der Beschuldigte als Präsident des Verwaltungsrates und Geschäftsführer der 

T._____ eingesetzt werde und für das operative Geschäft der Gesellschaft verant-

wortlich sein solle. Ziel seiner Tätigkeit sollte es sein, ein bestimmtes Produkt für 

die T._____ zu entwickeln. In finanzieller Hinsicht sei vereinbart worden, dass die 

V._____ Ltd. als Investorin für die Finanzierung der geplanten Produktentwicklung 

aufkommen und ihre Investition vollumfänglich in die Produktentwicklung fliessen 

sollte.  Die  geplanten  Tätigkeiten  des  Beschuldigten  für  die  T._____  sollten  nicht 

durch einen Lohn abgegolten werden, sondern er sollte mit einem beträchtlichen 

Aktienpaket an der T._____ entschädigt werden (anfangs 95%, nach zweimaliger 

Kapitalerhöhung noch 68%). Der Beschuldigte sollte im Erfolgsfall über den Wert-

zuwachs seiner Aktienanteile profitieren. Diese Vereinbarung sei vor dem Hinter-

grund getroffen worden, dass er anlässlich der Sitzung ausgeführt habe, aus seiner 

Tätigkeit bei der AE._____ AG bereits ein genügendes Einkommen zu erzielen und 

darüber hinaus aus dem Verkauf einer Vermögensverwaltungsgesellschaft in Sin-

gapur über gewisse Vermögenswerte zu verfügen. Entgegen der getroffenen Ver-

einbarung habe der Beschuldigte am 20. August 2016 einen mit sich selbst kontra-

hierten schriftlichen Arbeitsvertrag abgeschlossen und darin für sich selbst einen 

monatlichen Bruttolohn von CHF 8'000.– vorgesehen. Gestützt auf diesen Arbeits-

vertrag  habe  er  sich  in  der  Folge  den  Lohn  vom  Geschäftskonto  der  T._____  in 

vollem Umfang ausbezahlt, soweit dies die Liquiditätslage der Gesellschaft zuge-

lassen habe. Habe die Liquiditätslage der Gesellschaft keine volle Auszahlung des 

Lohnes erlaubt, habe sich der Beschuldigte jeweils einen tieferen Lohn ausbezahlt. 

Insgesamt habe er sich vom Geschäftskonto der T._____ bei der PostFinance AG 

einen Lohn in Höhe von total CHF 76'087.25 ausbezahlt (Urk. 31 S. 4 f. Rz. 6 f.).

4.2. Positionen des Beschuldigten und der übrigen der Beteiligten

Die Vorinstanz hat die Positionen des Beschuldigten und seiner Verteidigung sowie 

jene von U._____ und AF._____ (Sohn des U._____) richtig dargestellt (Urk. 72 S. 

-   9   -

17-19, E. II.1.2.2.-1.2.4.), darauf ist zu verweisen. Was die Position des Beschul-

digten betrifft, so führte dieser in der Untersuchung und vor Vorinstanz zusammen-

gefasst aus, was folgt: Er stellte nicht in Abrede, mit sich selbst – einmal im Namen 

der T._____ und einmal in eigenem Namen handelnd – am 20. August 2016 einen 

Arbeitsvertrag abgeschlossen und die eingeklagten Lohnzahlungen getätigt zu ha-

ben. Er stellte sich auf den Standpunkt, dass die besagte Sitzung in AA._____ statt-

gefunden habe, dass anlässlich dieser Sitzung aber keine Vereinbarung getroffen 

worden sei, wonach er lediglich über die Aktien der T._____ für seine Tätigkeit ent-

löhnt werden sollte. Vielmehr sei an der Sitzung in AA._____ nur eine Beteiligung 

am Unternehmen einer Designerin, AG._____, besprochen worden. Dies beweise 

eine vom Tag der Sitzung datierende E-Mail von U._____ an den Beschuldigten, 

der ein Template für eine Investitionsvereinbarung mit der Designerin angefügt sei. 

Er habe diese E-Mail der Staatsanwaltschaft übergeben. Darüber hinaus gebe es 

von der Sitzung in AA._____ nichts Schriftliches. Sodann führte der Beschuldigte 

wiederholt aus, U._____ habe von den Lohnzahlungen gewusst und diese akzep-

tiert, was insbesondere ein E-Mail-Verkehr zwischen ihm und U._____ vom April 

2017 beweise, dem ein Budgetplan angehängt sei, der einen Lohn für den Beschul-

digten enthalte. Das Budget und damit auch sein Lohn seien von U._____ gemäss 

dem  E-Mail-Verkehr  genehmigt  worden.  Im  Übrigen  sei  U._____  praktisch  jedes 

Quartal zu Besuch bei der T._____ gewesen und habe sich jeweils alle Verträge, 

auch den Arbeitsvertrag, und teilweise die Buchhaltung zeigen lassen. Der selbst-

kontrahierte Arbeitsvertrag sei unproblematisch, weil der Beschuldigte als einziger 

Inhaber  und  Geschäftsführer  des  Unternehmens  einen  Arbeitsvertrag  gebraucht 

habe und er als einzig Zeichnungsberechtigter niemanden gehabt habe, der den 

Vertrag  im  Namen  der  T._____  hätte  unterzeichnen  können  (Urk. 72  S.  17  E. 

II.1.2.2.1, unter Hinweis auf die Akten). Anlässlich der Berufungsverhandlung blieb 

der Beschuldigte bei seiner Sachdarstellung (Urk. 82 S. 1 ff.). Was die Positionen 

von U._____ und AF._____ betrifft, so entsprechen diese im Wesentlichen jener, 

die Eingang in die Anklage fand (Urk. 72 S. 18 f. E. II.1.2.3. f., unter Hinweis auf die 

Akten).

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4.3. Würdigung

4.3.1. Zunächst ist festzuhalten, dass die Beziehung zwischen dem Beschuldigten 

und U._____ und AF._____ aufgrund der gescheiterten Geschäftsbeziehung stark 

zerrüttet  ist,  was  insbesondere  bei  der  Würdigung  der  den  Beschuldigten 

belastenden Sachdarstellungen von U._____ und AF._____ zu berücksichtigen ist. 

Beachtlich ist weiter, dass U._____ als Investor der T._____ fungierte und über das 

eigentliche "Tagesgeschäft" der T._____ keine Aussagen machen kann. Demge-

genüber kann sein Sohn AF._____ als ehemaliger Angestellter der T._____ sehr 

wohl  über  das  Tagesgeschäft  bzw.  die  "inneren  Angelegenheiten"  der  T._____ 

Auskunft geben (vgl. in diesem Sinne bereits Urk. 72 S. 21 E. II.1.2.6.3 f.). Unab-

hängig  davon  lässt  sich  ihre  Darstellung  –  wie  dies  auch  die  Vorinstanz  anhand 

diverser Beispiele aufzeigte – mit den vorliegenden Akten weit schlüssiger in Ein-

klang bringen als jene des Beschuldigten, worauf zurückzukommen sein wird.

4.3.2. Was den zu erstellenden Sachverhalt betrifft, so ist anhand des aktenkundi-

gen Arbeitsvertrages und der Aussagen des Beschuldigten erstellt, dass dieser am 

20. August 2016 einen Arbeitsvertrag mit sich selber kontrahierte, indem er diesen 

einmal  als  Vertreter  der  T._____  und  einmal  im  eigenen  Namen  unterzeichnete. 

Aus den edierten Bankunterlagen ergibt sich sodann, dass die eingeklagten Über-

weisungen vom Geschäftskonto der T._____ auf das Privatkonto des Beschuldig-

ten ausgeführt wurden. Aufgrund der übereinstimmenden Aussagen des Beschul-

digten und AF._____ ist weiter erstellt, dass der Beschuldigte bis im Mai 2018 als 

einziger Zugang zum Geschäftskonto der T._____ hatte. Letzterer stellt denn auch 

nicht  in  Abrede,  die  entsprechenden  Überweisungen  veranlasst  zu  haben. 

Schliesslich  ist  aufgrund  der  übereinstimmenden  Aussagen  des  Beschuldigten 

sowie  von  U._____  und  AF._____  erstellt,  dass  die  in  der  Anklage  genannte 

Sitzung in AA._____ stattfand. Aufgrund der in diesem Punkt abweichenden Aus-

sagen ist hingegen nicht erstellt, was an dieser Sitzung konkret vereinbart wurde 

(vgl. zum Ganzen in diesem Sinne bereits Urk. 72 S. 22 f. E. II.1.2.7., unter Hinweis 

auf die Akten). Es bleibt deshalb insbesondere zu prüfen, ob erstellt werden kann, 

dass  der  Beschuldigte  für  die  Tätigkeit  bei  der  T._____  über  seine  Aktienanteile 

hätte entschädigt werden sollen und kein zusätzlicher Lohn vereinbart war.

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4.3.3. Die Vorinstanz hat das umfangreiche Beweismaterial unter Bezugnahme auf 

die Einwände des Beschuldigen und unter Abhandlung der Vorbringen seiner Ver-

teidigung im Hinblick auf den strittigen Sachverhalt minuziös, umfassend und über-

zeugend gewürdigt, weshalb zur Vermeidung entbehrlicher Wiederholungen vorab 

vollumfänglich  auf  deren  zutreffende  Ausführungen  verwiesen  werden  kann 

(Urk. 72  S.  23-35  E. II.1.2.8.  f.).  Vor  dem  Hintergrund  der  sehr  sorgfältigen  und 

zutreffenden Beweiswürdigung der Vorinstanz sind die nachfolgenden Erwägungen 

lediglich als teilweise rekapitulierende und ergänzende zu verstehen.

4.3.4. Auffällig  ist,  dass  der  Beschuldigte  einen  signifikanten  Aktienanteil  an  der 

T._____ hielt und dafür einen vergleichsweise kleinen finanziellen Beitrag leisten 

musste.  So  ist  erstellt,  dass  die  V._____  Ltd.  als  Investition  einen  Betrag  von 

EUR 305'000.–,  der  Beschuldigte  einen  Betrag  von  CHF 50'000.–  auf  das  Ge-

schäftskonto  der  T._____  überwies,  wobei  dem  Aktienbuch  der  T._____ 

(Urk. D1/2/27)  zu  entnehmen  ist,  dass  die  V._____  Ltd.  für  ihre  geleisteten 

EUR 305'000.– Aktien im Umfang von 5% erhielt und der Beschuldigte für die von 

ihm geleisteten CHF 50'000.– Aktien im Umfang von zunächst 95%, nach zwei Ka-

pitalerhöhungen noch 68% (Urk. 72 S. 23 f. E. II.1.2.8.2, unter Hinweis auf die Ak-

ten).  Mit  anderen  Worten  ist  erstellt,  dass  die  V._____  Ltd.  auf  Grundlage  einer 

entsprechenden,  noch  vor  der  Gründung  der  T._____  getroffenen  Vereinbarung 

eine Investition von EUR 305'000.– leistete und dafür im Gegenzug 30% der Aktien 

der  T._____  erhielt.  Der  Anteil  der  vom  Beschuldigten  erhaltenen  Aktien  an  der 

T._____ war damit viel höher als seine Investition. Auch wenn ihm zuzugestehen 

ist, dass eine Investition in eine Gesellschaft stets auch eine Investition in den Grün-

der und dessen Know-How darstellt, und dass es üblich ist, dass der Gründer zu-

nächst über sehr hohe Gesellschaftsanteile verfügt und diese mit dem Eintritt von 

Investoren kontinuierlich abnehmen (Prot. I S. 19 und 63), so ist doch festzuhalten, 

dass  eine  Bewertung  der  von  der  V._____  Ltd.  getätigten  Investition  unter  wirt-

schaftlichen Gesichtspunkten ein gewichtiges Indiz dafür darstellt, dass die Schil-

derung von U._____ und AF._____ den tatsächlichen Gegebenheiten entspricht, 

nämlich  dass  der  Beschuldigte  für  seine  Tätigkeit  nicht  noch  zusätzlich  entlöhnt 

werden sollte.

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4.3.5. Die  Vorinstanz  hat  unter  Hinweis  auf  die  einschlägige  Rechtsprechung 

zutreffend  ausgeführt,  dass  unter  den  vorliegenden  Umständen  der  durch  den 

Beschuldigten  selbstkontrahierte  Arbeitsvertrag  (Urk. D1/2/28)  der  (wenigstens 

stillschweigenden) Genehmigung eines Vertreters der V._____ Ltd. (wohl U._____) 

bedurft  hätte  (Urk.  72  S.  25-27  E.  II.1.2.8.4-1.2.8.5).  Die  Vorinstanz  hat  sodann 

nach einlässlicher Würdigung des vorliegenden Aktenmaterials sowie der Aussa-

gen der Beteiligten (a.a.O., S. 27-31 E. II.1.2.8.6-1.2.8.10) zutreffend festgehalten, 

dass sich in den Akten kein Dokument findet, aus dem sich eine ausdrückliche oder 

implizite bzw. stillschweigende Genehmigung des Arbeitsvertrages bzw. der Lohn-

zahlungen  ergäbe  (a.a.O.,  S.  31  f.  E. II.1.2.8.11).  Dafür  konnte  der  Beschuldigte 

nie  eine  auch  nur  ansatzweise  plausible  Erklärung  liefern.  Vielmehr  erscheinen 

seine diesbezüglichen Vorbringen mit der Vorinstanz als Schutzbehauptungen (vgl. 

in diesem Sinne u.a. a.a.O., S. 32 E. II.1.2.8.11, am Ende, sowie a.a.O., S. 33 E. 

II.1.2.8.12). In diesem Zusammenhang hat die Vorinstanz weiter richtig aufgezeigt, 

dass demgegenüber verschiedene Finanzaufstellungen mit wiederkehrenden Aus-

gaben vorliegen, in denen kein Lohn für den Beschuldigten enthalten ist, was die 

Darstellung  von  U._____  und  AF._____  ebenfalls  stützt  (a.a.O.,  S.  32-34 

E. II.1.2.8.12), der vor dem Hintergrund sämtlicher Ermittlungsergebnisse letztlich 

gefolgt werden kann.

4.3.6. Anlässlich  der  Berufungsverhandlung  hat  der  Beschuldigte  bestätigt,  dass 

die von ihm als Beweis vorgelegte Budgetaufstellung "Round B" bloss eine Bud-

getaufstellung für die zweite Phase gewesen sei (Urk. 82 S. 8 unten). Dabei han-

delte es sich, wie die Vorinstanz richtig ausgeführt hat, um eine zukünftige Planung 

im Hinblick auf eine weitere Investitionsrunde, wobei letzten Endes nie ein weiterer 

Investor gefunden werden konnte (a.a.O. S. 29 f. E. II.1.2.8.8). Des Weiteren hat 

der Beschuldigte ausgesagt, dass kein Beleg für eine Lohnvereinbarung mit den 

Investoren  existiere  und  eine  solche  auch  nie  explizit  mit  diesen  besprochen 

worden sei, da man "über solche Details" nicht wirklich gesprochen habe (Urk. 82 

S.  9  oben).  Damit  bestätigte  der  Beschuldigte,  dass  die  Lohnvereinbarung  ohne 

das Wissen der anderen Investoren zustande kam. Schliesslich ändern auch die 

anlässlich  der  Berufungsverhandlung  in  diesem  Zusammenhang  eingereichten 

Dokumente am Beweisergebnis nichts. In den Mehrwertsteuerabrechnungen der 

-   13   -

AH._____  AG  für  das  1.  und  2. Quartal  2017  sind  keine  Lohnzahlungen  an  den 

Beschuldigten ersichtlich (Urk. 84/5). Aus dem Lohnausweis für das Jahr 2016 geht 

sodann nicht hervor, dass dieser durch die AH._____ AG ausgestellt worden wäre 

(Urk. 84/6). Es gibt daher weiterhin keinen Hinweis in den Akten, dass der Beschul-

digte seinen Lohn der externen Buchhalterin AH._____ AG kommuniziert hätte.

4.3.7. Die Verteidigung bringt vor, die rechtliche Problematik von Insichgeschäften 

sei dem Beschuldigten bei der Unterzeichnung des Arbeitsvertrags sowohl für sich 

als auch für die Firma nicht bewusst gewesen (Urk. 83 S. 9; so auch der Beschul-

digte:  Urk.  82  S.  6  f.).  Dem  ist  entgegenzuhalten,  dass  die  Problematik  im  vor-

liegenden Fall offensichtlich ist. Die T._____ war im Zeitpunkt der Unterzeichnung 

des  Arbeitsvertrags  (20.  August  2016)  gerade  gegründet  worden  und  hatte  zwei 

Investoren, die V._____ und den Beschuldigten, wobei die V._____ die Hauptin-

vestorin war. Einnahmen generierte die T._____ damals und auf absehbare Zeit 

nicht; das Kapital der T._____ bestand einzig aus den investierten Geldern. Aus-

zahlungen an einen Investor in Form von Lohn verminderten daher unmittelbar das 

gemeinsam investierte Kapital zuungunsten des anderen Investors. Dass dies einer 

expliziten  oder  stillschweigenden  Genehmigung  des  anderen  Investors  bedurft 

hätte, ist angesichts dessen offensichtlich und für jedermann erkennbar, zumal es 

sich beim Lohn des Beschuldigten um einen bedeutenden Mittelabfluss von rund 

CHF 100'000.–  pro  Jahr  (12  x  CHF 8'000.–  brutto  zzgl.  Arbeitgeberbeiträge) 

handeln sollte.

4.4. Ergebnis

Im Ergebnis kann mit der Vorinstanz (Urk. 72 S. 35 E. II.1.2.9.) festgehalten wer-

den, dass der Anklagevorwurf 1 (Abredewidrige Lohnzahlungen; Urk. 31 Rz. 6 f.) 

– mit nachfolgender Präzisierung – erstellt ist. Die Anklage ist in einem Punkt zu 

präzisieren,  nämlich  dahingehend,  dass  an  der  Sitzung  in  AA._____  auch 

AF._____ anwesend war. Zwar hat dies der Beschuldigte – entgegen der Vorin-

stanz (a.a.O. S. 35 E. II.1.2.9.2) – nicht ausgesagt. Hingegen haben dies – entge-

gen der Verteidigung (Urk. 83 S. 11) – sowohl U._____ als auch AF._____ über-

einstimmend zu Protokoll gegeben (vgl. Urk. D1/11 F/A 35; Urk. D1/12 F/A 15 und 

46),  deren  Aussagen  nach  Würdigung  aller  Beweismittel  auch  in  diesem  Punkt 

-   14   -

glaubhaft sind. Von dieser Ergänzung abgesehen braucht auf die Frage, inwieweit 

nebst den im Anklagesachverhalt genannten Personen noch weitere Personen an 

der Sitzung in AA._____ anwesend waren (in dieser Hinsicht gehen die Darstellun-

gen  auseinander)  nicht  weiter  eingegangen  zu  werden.  Erstellt  ist,  dass  der  Be-

schuldigte und AF._____ und U._____ an der Sitzung waren. Dieser Sachverhalt 

ist der rechtlichen Würdigung zu Grunde zu legen.

5.

Anklagevorwurf 2: Bezahlung von Rechnungen adressiert an AE._____ AG in 

Liquidation (Urk. 31 Rz. 8 f. erster Abschnitt)

5.1. Vorwurf

Die Anklage wirft dem Beschuldigten in diesem Punkt weiter zusammengefasst vor, 

er habe die Vermögenswerte der T._____ zur Finanzierung seiner privaten Lebens-

haltungskosten sowie der finanziellen Aufwendungen der AE._____ AG [AE._____] 

in  Liquidation  verwendet.  Konkret  habe  er  Rechnungen  für  von  der  AE._____  in 

Anspruch genommene Dienstleistungen, welche aus diesem Grund auch an diese 

Firma adressiert gewesen seien, mit Klebeetiketten der "AI._____ AG", der Vorläu-

ferin der T._____, überklebt. Anschliessend habe er die überklebten Rechnungen 

an die für die Erstellung der Buchhaltung der T._____ zuständige Treuhandfirma 

AH._____ AG weitergeleitet. Insgesamt habe der Beschuldigte damit im Umfang 

von  CHF 41'711.34  Rechnungen  der  AE._____  über  das  Geschäftskonto  der 

T._____ bezahlt bzw. abgewickelt (Urk. 31 S. 6 Rz. 8 f.). Hinsichtlich der Position 

"R._____ AG" im Umfang von CHF 8'230.– wurde der Beschuldigte rechtskräftig 

freigesprochen (vgl. dazu vorne unter E. I.2.).

5.2. Positionen des Beschuldigten und der übrigen der Beteiligten

Die Vorinstanz hat die Positionen des Beschuldigten und seiner Verteidigung sowie 

jene seiner Lebenspartnerin AJ._____ und jene von AK._____, einer Mitarbeiterin 

der  AH._____  AG,  zutreffend  zusammengefasst  (Urk. 72  S. 36-38,  E. II.1.3.1.-

1.3.3.), darauf kann verwiesen werden. Was die Position des Beschuldigten betrifft, 

so führte er in der Untersuchung aus, er wisse nicht, wer die Klebeetiketten ange-

bracht und an die AH._____ AG weitergeleitet habe. Wahrscheinlich sei dies seine 

-   15   -

Partnerin gewesen. Einzig auf den Rechnungen der R._____ AG habe er die Kle-

beetiketten  angebracht.  Als  Geschäftsführer  übernehme  er  indessen  die  Verant-

wortung für das Anbringen der Klebeetiketten durch seine Partnerin. Vor Vorinstanz 

erklärte der Beschuldigte dann, der Anklagesachverhalt treffe insofern zu, als die 

Rechnungsadressen durch ihn bzw. durch seine Partnerin überklebt worden und 

die Rechnungen an die AH._____ AG weitergeleitet worden seien. Es stimme al-

lerdings nicht, dass dies zu Gunsten der AE._____ bzw. ihm privat erfolgt sei. Die 

Rechnungsadresse  sei  jeweils  aus  zwei  Gründen  überklebt  worden:  Einerseits 

seien die Investitionen seitens der V._____ Ltd. nicht so geflossen, wie sie hätten 

fliessen sollen, so dass er sich keinen Lohn habe auszahlen können. Deshalb habe 

er die von der T._____ für die AE._____ bezahlten Rechnungen von seinem Lohn 

"abgezogen" bzw. seinen Lohnanspruch mit Zahlungen zu Gunsten der AE._____ 

verrechnet. Andererseits seien einige Rechnungen falsch ausgestellt worden und 

hätten  korrekterweise  auf  die  T._____  lauten  müssen.  Da  der  Rechnungssteller 

nicht reagiert habe, habe er seine Partnerin angewiesen, mit der zuständigen Per-

son bei der AH._____ AG, Frau AK._____, Rücksprache zu halten. Nachdem diese 

erklärt  habe,  dass  das  Überkleben  der  Rechnungen  in  Ordnung  sei,  habe  seine 

Partnerin die Klebeetiketten angebracht (Urk. 72 S. 36 f. E. II.1.3.2.1, unter Hinweis 

auf  die  Akten).  Anlässlich  der  Berufungsverhandlung  blieb  der  Beschuldigte  im 

Wesentlichen bei seiner Sachdarstellung (Urk. 82 S. 9 ff.).

5.3. Würdigung

5.3.1. Ausgangslage

Mit der Vorinstanz (Urk. 72 S. 39 f. E. II.1.3.5.1 f., unter Hinweis auf die Akten) ist 

erstellt,  dass  die  in  der  Anklage  aufgeführten  Rechnungen  ursprünglich  an  die 

AE._____  adressiert  waren,  die  Rechnungsadresse  aber  mit  einem  Klebeetikett 

lautend auf die "AI._____ AG" überklebt wurde. Die angebrachten Klebeetiketten 

überdecken  die  ursprüngliche  Rechnungsadresse  nicht  komplett,  sondern  diese 

schimmert durch. Weiter ist anhand der Buchungsbelege erstellt, dass die Rech-

nungen mit dem auf dem Geschäftskonto der T._____ vorhandenen Guthaben be-

zahlt wurden (vgl. dazu im Einzelnen in Urk. D1/2/7 ff.). Da bis im Mai 2018 einzig 

der Beschuldigte Zugang zum Geschäftskonto der T._____ hatte und alle Rech-

-   16   -

nungen  bzw.  unter  diesem  Anklagevorwurf  aufgeführten  Abbuchungen  vor  Mai 

2018 datieren, ist ebenfalls erstellt, dass der Beschuldigte diese Rechnungen vom 

Geschäftskonto der T._____ bezahlte. Aufgrund der übereinstimmenden Aussagen 

des Beschuldigten, von AJ._____ und AK._____ ist weiter erstellt, dass die Klebe-

etiketten  entweder  durch  den  Beschuldigten  selbst  oder  auf  dessen  Anordnung 

bzw. Genehmigung hin durch AJ._____ angebracht und an die AH._____ AG wei-

tergeleitet wurden. Das Anbringen der Klebeetiketten hat der Beschuldigte damit 

übereinstimmend  eingestanden.  Schliesslich  ist  erstellt,  dass  es  zwischen  der 

AE._____ und der T._____ keinen geschäftlichen Zusammenhang gab. So erklärte 

der Beschuldigte an der Hauptverhandlung, die einzige Verbindung zwischen den 

beiden Gesellschaften sei gewesen, dass er bei beiden als Geschäftsführer fungiert 

habe (Prot. I S. 24). Weiter ist erstellt, dass die Rechnungen bezahlt wurden und 

dass einzig der Beschuldigte die Bezahlung dieser Rechnungen auslösen konnte 

(Urk. D1/9 F/A 58 f. und Urk. D1/12 F/A 27). Der Beschuldigte bestreitet, dass er 

mit dem Überkleben bzw. Weiterleiten einen persönlichen Vorteil für sich oder die 

AE._____ verfolgte. Soweit er behauptet, die Rechnungen seien falsch ausgestellt 

worden und hätten richtigerweise auf die T._____ lauten müssen, ist demnach zu 

erstellen, dass kein Fehler vorlag und die Rechnungen korrekt auf die AE._____ 

ausgestellt wurden. Soweit der Beschuldigte eine Verrechnung mit seinem Lohnan-

spruch geltend macht bzw. geltend macht, schlicht einen Fehler gemacht zu haben, 

beziehen  sich  seine  Vorbringen  auf  die  Bereicherungsabsicht  bzw.  den  Vorsatz. 

Inwieweit ihn diese Vorbringen entlasten, ist nachfolgend im Einzelnen zu prüfen.

An  dieser  Stelle  ist  jedoch  vorab  zu  bemerken,  dass  die  Ausführungen  des 

Beschuldigten  betreffend  Verrechnung  mit  seinem  Lohnanspruch  insgesamt 

schwer  nachvollziehbar  sind.  Der  Beschuldigte  hat  wiederholt  vorgebracht  –  so 

auch anlässlich der Berufungsverhandlung (Urk. 82 S. 10) –, dass er sich keinen 

Lohn habe auszahlen können, weil die Investitionen nicht geflossen seien und die 

Firma  daher  nicht  liquid  gewesen  sei.  Bei  solchen  finanziellen  Engpässen  ist  es 

indes nicht plausibel, wenn der Beschuldigte in diesem Zeitpunkt mit den Geldern 

der T._____ in Verrechnung seines Lohnanspruchs fremde Rechnungen begleicht. 

Des Weiteren spricht das systematische Vorgehen beim Umadressieren der Rech-

nungen dafür, dass es sich bei den verschiedenen Erklärungen der Verteidigung 

-   17   -

für das Überkleben der Rechnungsadressen ("Versehen" bzw. "Fehler" oder "ein-

fachere Lösung", vgl. Urk. 83 Rz. 19, 21) um Schutzbehauptungen handelt.

5.3.2. Position B._____ GmbH - 4. Oktober 2016, Fr. 7'495.20

5.3.2.1. Die  Vorinstanz  hat  die  Aussagen  des  Beschuldigten  zu  diesem  Punkt 

wiedergegeben (Urk. 72 S. 40 f. E. II.1.3.6.1.1), darauf kann verwiesen werden. Die 

Vorinstanz erwog, die Darstellung des Beschuldigten sei unglaubhaft. In Überein-

stimmung mit seiner Darstellung zeige die vorliegende Rechnung zwar, dass die 

B._____ GmbH Mobiliar und Zelte für eine Feier zur Verfügung gestellt und diese 

auf- und abgebaut habe. Der Rechnung sei indessen ein Schreiben beigelegt, das 

den Titel "Event support tt.mm.2016" trage und auszugsweise die folgende Pas-

sage enthalte: "Hallo A._____ (…) Betreffend dem Event, wie waren die Rückmel-

dungen? Bestimmt kannst Du Dich vor lauter Bestellungen nicht mehr retten (…)". 

Bei der T._____ habe es sich gemäss der übereinstimmenden Darstellung des Be-

schuldigten und von U._____ und AF._____ nicht um eine operativ tätige Gesell-

schaft gehandelt, weshalb es (noch) kein Produkt gegeben habe, das von Kunden 

hätte bestellt werden können. Die AE._____ hingegen habe nachhaltige … vertrie-

ben, weshalb allfällige Bestellungen im Nachgang zu der Feier einzig der AE._____ 

hätten  gelten  können.  Dies  sei  als  gewichtiges  Indiz  dafür  zu  werten,  dass  die 

bestellten Zelte bzw. die Feier nur für die AE._____ gedacht gewesen sei und die 

Rechnung damit keinen Bezug zur T._____ aufgewiesen habe. Ein eigentlicher Be-

zug zur T._____ ergebe sich denn auch in keiner Weise aus der Rechnung selbst, 

ausser dass das Eventdatum vom tt.mm.2016 in zeitlicher Nähe zur Gründung der 

T._____ am tt.mm.2016 liege. Weiter hätten die T._____ und die AE._____ thema-

tisch  keine  Berührungspunkte  gehabt:  So  sollte  bei  der  einen  Gesellschaft  ein 

…messungsgerät zwecks … entwickelt, bei der anderen nachhaltige … vertrieben 

werden. Auch vor diesem Hintergrund erscheine eine gemeinsame Feier für beide 

Gesellschaften unplausibel. Weiter wäre zu erwarten gewesen, dass sich – wenn 

es denn eine gemeinsame Feier gegeben hätte –, die Aktionäre der jeweiligen Ge-

sellschaften untereinander kennen würden. Dies sei indessen nicht der Fall gewe-

sen,  wie  sowohl  U._____  und  AF._____  als  auch  AL._____,  Gesellschafter  der 

AE._____, anlässlich ihrer Einvernahmen ausgeführt hätten. Schliesslich habe der 

-   18   -

Beschuldigte  die  Geschichte  einer  gemeinsamen  Gründungsfeier  erst  anlässlich 

der  Hauptverhandlung  vorgebracht  und  habe  seine  Aussagen  nicht  mit  Belegen 

untermauern können. So habe er weder die angeblich auf die AE._____ lautende 

Rechnung für das Catering dieser Feier, noch allfällige im Zusammenhang mit der 

Feier  stehende  Presseartikel  zu  den  Akten  gereicht,  was  zu  erwarten  gewesen 

wäre,  wenn  es  denn  solche  entlastende  Beweise  gegeben  hätte.  Aus  all  diesen 

Gründen sei die Darstellung des Beschuldigten als Schutzbehauptung zu werten. 

Damit  sei  erstellt,  dass  die  Rechnung  korrekterweise  auf  die  AE._____  gelautet 

habe und der Beschuldigte die korrekte Rechnungsadresse mit einer Klebeetikette 

der "AI._____ AG" bzw. der T._____ überklebt habe, obwohl die in der Rechnung 

genannte Dienstleistung nicht für die T._____ erbracht worden sei (Urk. 72 S. 40-

42 E. II.1.3.6.1.2 f., unter Hinweis auf die Akten).

5.3.2.2. Die vorinstanzliche Begründung überzeugt und kann übernommen werden. 

Auch  im  vorliegenden  Zusammenhang  überzeugen  die  Vorbringen  des  Beschul-

digten nicht und erscheinen als blosse Schutzbehauptungen. Zweifelsfrei steht fest, 

dass  die  erbrachte  Dienstleistung  nichts  mit  der  T._____  zu  tun  hatte  und  der 

Beschuldigte die Adressänderung auf der nämlichen Rechnung vornahm, um die 

Vermögenswerte der T._____ zur Finanzierung der finanziellen Aufwendungen der 

AE._____ zu verwenden.

5.3.2.3. Auch anlässlich der Berufungsverhandlung brachte die Verteidigung nichts 

Relevantes vor, was zu einem anderen Schluss führen würde (Urk. 83 Rz. 20).

5.3.3. Position C._____ - 26. Januar 2017, Fr. 15'016.42

5.3.3.1. Die Vorinstanz führte dazu aus, der Beschuldigte stelle hinsichtlich dieser 

Rechnung nicht in Abrede, dass sie für eine an die AE._____ erbrachte Dienstleis-

tung ausgestellt und korrekt an die AE._____ adressiert gewesen sei. Die Rech-

nung zeige denn auch, dass diese in Zusammenhang mit einem für die AE._____ 

erbrachten  Fotoshooting  ausgestellt  worden  sei  ("Shooting  for  your  AE._____ 

brand", mit diversen aufgeführten Posten, z.B. Makeup, Styling, etc.). Der Beschul-

digte  habe  ausgeführt,  AM._____  habe  den  Namen  "T._____  AG"  sowie  das 

T._____-Logo  entwickelt  und  darüber  hinaus  weitere  Marketingarbeiten  für  die 

-   19   -

T._____ erbracht. Die in der Anklage genannte Rechnung für das Fotoshooting der 

AE._____ sei für diese Namensgebung, das T._____-Logo und das Marketing über 

die T._____ verbucht bzw. bezahlt worden. Der Hintergrund sei gewesen, dass der 

Beschuldigte mit AM._____ vereinbart habe, dass er bei ihm das Fotoshooting für 

die  AE._____  mache,  die  Kosten  für  die  Arbeiten  für  die  T._____  jedoch  in  den 

Kosten dieses Fotoshootings inkludiert seien. Insgesamt habe er damit statt der im 

Budget  der  T._____  veranschlagten  Marketingkosten  in  Höhe  von  CHF 50-

60'000.– weitaus weniger für das Marketing der T._____ bezahlen müssen. Zu die-

sen Ausführungen erwog die Vorinstanz, diese leuchteten nicht ein. Wenn der Be-

schuldigte mit AM._____ tatsächlich einen "Deal" für tiefere Marketingkosten der 

T._____  ausgehandelt  gehabt  hätte,  sei  nicht  nachvollziehbar,  weshalb  der 

AE._____  aus  dieser  Vereinbarung  ein  Vorteil  zukommen  bzw.  weshalb  die 

AE._____ das Fotoshooting gratis erhalten sollte. Die T._____ und die AE._____ 

seien  zwei  Gesellschaften,  die  –  ausser  der  Geschäftsführerstellung  des 

Beschuldigten – keine Berührungspunkte aufwiesen. Jeglicher "Benefit", der einer 

besonderen  Vereinbarung  zwischen  dem  Beschuldigten  und  AM._____  ent-

stamme, müsste der T._____, und nicht einer anderen Gesellschaft des Beschul-

digten zukommen, die mit der T._____ nichts zu tun habe. Es sei kein Grund er-

sichtlich, weshalb die Kosten für ein Fotoshooting, das für die AE._____ erbracht 

worden sei, von der T._____ hätten bezahlt werden sollen. Erstellt sei damit, dass 

der Beschuldigte eine korrekterweise an die AE._____ lautende Rechnung unge-

rechtfertigter  Weise  mit  einer  Klebeetikette  der  "AI._____  AG"  bzw.  der  T._____ 

überklebt habe (Urk. 72 S. 42 f. E. II.1.3.6.2.1 ff., unter Hinweis auf die Akten).

5.3.3.2. Die vorinstanzliche Begründung überzeugt und kann übernommen werden. 

Auch im vorliegenden Zusammenhang erscheinen die Vorbringen des Beschuldig-

ten als blosse Schutzbehauptungen und steht zweifelsfrei fest, dass die erbrachte 

Dienstleistung nichts mit der T._____ zu tun hatte und der Beschuldigte die Adress-

änderung  auf  der  Rechnung  vornahm,  um  die  Vermögenswerte  der  T._____  zur 

Finanzierung der finanziellen Aufwendungen der AE._____ zu verwenden.

5.3.3.3. Auch anlässlich der Berufungsverhandlung brachte die Verteidigung nichts 

Relevantes vor, was zu einem anderen Schluss führen würde (Urk. 83 Rz. 21).

-   20   -

5.3.4. Position D._____ - 9. Februar 2017, Fr. 2'527.40

5.3.4.1. Die Vorinstanz führte aus, zu dieser Rechnung habe sich der Beschuldigte 

nicht geäussert. Von der Verteidigung sei nicht in Abrede gestellt worden, dass es 

sich  um  eine  korrekterweise  auf  die  AE._____  ausgestellte  Rechnung gehandelt 

habe, da die darin genannte Dienstleistung auch für die AE._____ erbracht worden 

sei, sondern habe stattdessen erklärt, diese Rechnung sei mit dem Lohnanspruch 

des Beschuldigten verrechnet worden. Die in der Rechnung bezeichnete Dienst-

leistung  laute:  "Membership  to  D._____  and  Licensing  of  the  Trust  Button 

2016/2017". In anderem Zusammenhang habe der Beschuldigte erklärt, über die 

D._____ sei eine Zertifizierung als nachhaltige Marke für die AE._____ erlangt wor-

den. Insofern decke sich die Darstellung des Beschuldigten, dass diese Rechnung 

korrekterweise auf die AE._____ ausgestellt worden sei, mit den Akten. Soweit der 

Beschuldigte "Verrechnung" mit seinem Lohnanspruch geltend mache, greife dies 

nicht, da kein Lohnanspruch des Beschuldigten bestanden habe und auch weil er 

sich in diesem Zeitraum den Lohn habe auszahlen lassen. Hinsichtlich dieser Rech-

nung  sei  erstellt,  dass  diese  korrekterweise  auf  die  AE._____  gelautet  habe 

(Urk. 72 S. 43 E. II.1.3.6.3, unter Hinweis auf die Akten).

5.3.4.2. Die vorinstanzliche Begründung kann übernommen werden. Es steht zwei-

felsfrei fest, dass die erbrachte Dienstleistung nichts mit der T._____ zu tun hatte 

und es muss davon ausgegangen werden, dass der Beschuldigte die Adressände-

rung  auf  der  Rechnung  bzw.  die  geltend  gemachte  "Verrechnung"  vornahm,  um 

den eingeklagten Betrag letztlich zur Finanzierung der finanziellen Aufwendungen 

der  AE._____  zu  verwenden.  Ein  Lohnanspruch  des  Beschuldigten  bestand  wie 

gesehen nicht.

5.3.4.3. Auch anlässlich der Berufungsverhandlung brachte die Verteidigung nichts 

Relevantes vor, was zu einem anderen Schluss führen würde (Urk. 83 Rz. 18, 22).

5.3.5. Position E._____ GmbH - 17. Februar 2017, Fr. 49.80

5.3.5.1. Die Vorinstanz führte aus, diese Rechnung weise als erbrachte Dienstleis-

tung die Ausstellung zweier Domains aus: einerseits die Domain AE._____-….com, 

-   21   -

andererseits die Domain AE._____.com. Ausser Frage stehe damit, dass die Rech-

nung im Nachgang zu einer für die AE._____ erbrachten Dienstleistung ausgestellt 

worden sei. Der Beschuldigte habe sich nicht zu dieser Rechnung geäussert. Die 

Verteidigung habe erklärt, es habe sich beim Abbuchen dieser Rechnung über das 

T._____-Geschäftskonto  um  ein  Versehen  gehandelt,  dem  jeglicher  deliktischer 

Charakter abgehe. Aufgrund des Umstandes, dass die Darstellung eines "Verse-

hens" erst an der Hauptverhandlung vorgebracht worden sei sowie des systemati-

schen Vorgehens des Beschuldigten bzw. seiner Lebenspartnerin – es seien zahl-

reiche  Rechnungsadressen  mit  Etiketten  überklebt  worden,  die  Rechnung  der 

E._____ GmbH sei nur acht Tage nach der letzten ungerechtfertigterweise über die 

T._____ abgebuchten Rechnung der D._____ über das T._____-Geschäftskonto 

bezahlt  worden  –,  erscheine  dies  indessen  als  nachgeschobene  Schutzbehaup-

tung. Der Sachverhalt sei auch in diesem Punkt erstellt (Urk. 72 S. 44 E. II.1.3.6.4, 

unter Hinweis auf die Akten).

5.3.5.2. Die vorinstanzliche Begründung kann auch in diesem Punkt übernommen 

werden. Es steht zweifelsfrei fest, dass die erbrachte Dienstleistung nichts mit der 

T._____ zu tun hatte und die Adressänderung bewusst vorgenommen wurde, um 

die Vermögenswerte der T._____ zur Finanzierung der finanziellen Aufwendungen 

der AE._____ zu verwenden.

5.3.5.3. Auch anlässlich der Berufungsverhandlung brachte die Verteidigung nichts 

Relevantes vor, was zu einem anderen Schluss führen würde (Urk. 83 Rz. 19).

5.3.6. Position F._____ - 16. Mai 2017, Fr. 517.10

5.3.6.1. Die Vorinstanz erwog, mit der Rechnung der F._____ verhalte es sich wie 

mit der Rechnung der E._____ GmbH: Der Beschuldigte habe sich nicht dazu ge-

äussert  und  erst  an  der  Hauptverhandlung  habe  die  Verteidigung  ausgeführt,  es 

habe  sich  bei  deren  Überklebung  und  Abbuchung  über  das  T._____-Geschäfts-

konto um ein Versehen gehandelt. Die Rechnung der F._____ zeige ein Inkasso 

im Zusammenhang mit einem europäischen Mahnbescheid, wobei Gläubigerin die 

Firma "AN._____ GmbH" in AO._____ (D) sei. Diese Firma biete als Dienstleistung 

das Bedrucken von Stoffen an. Insofern könne es sich nur um eine Dienstleistung 

-   22   -

für die AE._____ als Geschäft für nachhaltige … gehandelt haben. Da die Darstel-

lung eines "Versehens" erst an der Hauptverhandlung vorgebracht worden sei und 

aufgrund des systematischen Vorgehens des Beschuldigten könne dieser Darstel-

lung auch hier nicht gefolgt werden. Sie sei als Schutzbehauptung zu werten, wes-

halb auch dieser Anklagepunkt erstellt sei (Urk. 72 S. 44 f. E. II.1.3.6.5, unter Hin-

weis auf die Akten).

5.3.6.2. Die vorinstanzliche Begründung kann auch in diesem Punkt übernommen 

werden. Auch hier steht zweifelsfrei fest, dass die erbrachte Dienstleistung nichts 

mit  der  T._____  zu  tun  hatte  und  die  Adressänderung  bewusst  vorgenommen 

wurde, um die Vermögenswerte der T._____ zur Finanzierung der finanziellen Auf-

wendungen der AE._____ zu verwenden.

5.3.6.3. Auch anlässlich der Berufungsverhandlung brachte die Verteidigung nichts 

Relevantes vor, was zu einem anderen Schluss führen würde (Urk. 83 Rz. 19).

5.3.7. Position G._____ - 17. Mai 2017, Fr. 168.54

5.3.7.1. Die  Vorinstanz  erwog,  die  G._____  habe  folgende  Dienstleistung  in 

Rechnung  gestellt:  "Verrechnung  Terminal  Mietgebühren,  Filiale:  AE._____  AG, 

AP._____-strasse  1,  AQ._____",  womit  ausser  Frage  stehe,  dass  diese  für  die 

AE._____ erbracht und die Rechnung korrekt ausgestellt worden sei. Der Beschul-

digte  habe  sich  auch  hinsichtlich  dieser  Rechnung  auf  den  Standpunkt  gestellt, 

diese sei versehentlich über die T._____ bezahlt worden. In dieser Hinsicht gelte 

ebenfalls,  dass  die  Darstellung  eines  "Versehens"  erst  anlässlich  der  Hauptver-

handlung vorgebracht worden und aufgrund des systematischen Überklebens der 

Rechnungsadressen nicht glaubhaft sei. Der Sachverhalt sei in diesem Punkt er-

stellt (Urk. 72 S. 45 E. II.1.3.6.6, unter Hinweis auf die Akten).

5.3.7.2. Die vorinstanzliche Begründung kann auch in diesem Punkt übernommen 

werden.  Auch  hier  steht  fest,  dass  die  erbrachte  Dienstleistung  nichts  mit  der 

T._____ zu tun hatte und die Adressänderung bewusst vorgenommen wurde, um 

die Vermögenswerte der T._____ zur Finanzierung der finanziellen Aufwendungen 

der AE._____ zu verwenden.

-   23   -

5.3.7.3. Auch anlässlich der Berufungsverhandlung brachte die Verteidigung nichts 

Relevantes vor, was zu einem anderen Schluss führen würde (Urk. 83 Rz. 19).

5.3.8. Position H._____ AG - 17. Mai 2017, Fr. 4'587.30

5.3.8.1. Die Vorinstanz hielt hierzu fest, mit dieser Rechnung sei ein Werbeinserat 

in der Zeitung "AR._____" in Rechnung gestellt worden ("1 Stück zu 8'495.00 CHF, 

¼ Seite Textanschluss Block, Sujet/Stichwort (A): folgt, AR._____ / AR._____ Zü-

rich  /  Empfehlungen").  Als  Debitor  sei  auf  der  Rechnung  die  AE._____  genannt 

("Debitornummer: 2 AE._____ AG"). Aus diesen Angaben und dem Umstand, dass 

nur die AE._____ Produkte vertrieben habe – weshalb es einzig für sie Sinn mache 

ein Werbeinserat zu schalten –, sei erstellt, dass die Rechnung korrekterweise auf 

die  AE._____  ausgestellt  worden  sei.  Die  vom  Beschuldigten  hinsichtlich  dieses 

Punktes vorgebrachte Verrechnung mit seinem Lohnanspruch greife nicht, da er, 

wie  dargelegt,  über  keinen  Lohnanspruch  verfügt  habe  und  auch  weil  er  sich  in 

diesem Zeitraum den Lohn habe auszahlen lassen (Urk. 72 S. 45 f. E. II.1.3.6.7, 

unter Hinweis auf die Akten).

5.3.8.2. Die vorinstanzliche Begründung kann auch in diesem Punkt übernommen 

werden. Es steht zweifelsfrei fest, dass die erbrachte Dienstleistung nichts mit der 

T._____ zu tun hatte und es muss davon ausgegangen werden, dass der Beschul-

digte die Adressänderung auf der Rechnung bzw. die geltend gemachte "Verrech-

nung" vornahm, um den eingeklagten Betrag letztlich zur Finanzierung der finanzi-

ellen Aufwendungen der AE._____ zu verwenden. Über einen Lohnanspruch ver-

fügte der Beschuldigte nicht.

5.3.8.3. Auch anlässlich der Berufungsverhandlung brachte die Verteidigung nichts 

Relevantes vor, was zu einem anderen Schluss führen würde (Urk. 83 Rz. 18).

5.3.9. Position I._____ - 23. Mai 2017, Fr. 317.50

5.3.9.1. Die Vorinstanz erwog, hinsichtlich dieser Rechnung habe der Beschuldigte 

erklärt,  dass  es  sich  vermutlich  um  eine  falsch  adressierte  Sendung  gehandelt 

habe. Genaueres könne er nicht mehr sagen. Die Rechnung – so die Vorinstanz – 

zeige indessen, dass es sich um eine von AJ._____ aufgegebene Sendung an die 

-   24   -

D._____ gehandelt habe. Wie zuvor ausgeführt, stehe die D._____ einzig in einem 

Zusammenhang mit der AE._____. Entsprechend sei auch diese Rechnung korrekt 

auf die AE._____ ausgestellt worden, der Sachverhalt sei erstellt (Urk. 72 S. 46 E. 

II.1.3.6.8, unter Hinweis auf die Akten).

5.3.9.2. Die vorinstanzliche Begründung kann auch in diesem Punkt übernommen 

werden. Fest steht auch hier zweifelsfrei, dass die erbrachte Dienstleistung nichts 

mit  der  T._____  zu  tun  hatte  und  die  Adressänderung  bewusst  vorgenommen 

wurde, um die Vermögenswerte der T._____ zur Finanzierung der finanziellen Auf-

wendungen der AE._____ zu verwenden.

5.3.9.3. Auch anlässlich der Berufungsverhandlung brachte die Verteidigung nichts 

Relevantes vor, was zu einem anderen Schluss führen würde (Urk. 83 Rz. 19).

5.3.10. Position J._____ - 17. Oktober 2017, Fr. 1'506.32

5.3.10.1. Die Vorinstanz erwog, die Rechnung von "J._____" zeige, dass verschie-

dene Drucke mit dem AE._____-Logo angefertigt worden seien. Damit zeige auch 

diese  Rechnung  eine  an  die  AE._____  erbrachte  Dienstleistung  und  sei  korrekt 

ausgestellt worden. Auch diesbezüglich habe der Beschuldigte eine Verrechnung 

mit  seinem  Lohnanspruch  geltend  gemacht,  was  indessen  nicht  greife,  da  kein 

Lohnanspruch  bestanden  habe.  Der  Sachverhalt  sei  erstellt  (Urk. 72  S.  46 

E. II.1.3.6.9, unter Hinweis auf die Akten).

5.3.10.2. Diese  Begründung  gilt  ebenfalls.  Es  steht  zweifelsfrei  fest,  dass  die 

erbrachte Dienstleistung nichts mit der T._____ zu tun hatte und es muss davon 

ausgegangen werden, dass der Beschuldigte die Adressänderung auf der Rech-

nung bzw. die geltend gemachte "Verrechnung" vornahm, um den eingeklagten Be-

trag letztlich zur Finanzierung der finanziellen Aufwendungen der AE._____ zu ver-

wenden.

5.3.10.3. Auch  anlässlich  der  Berufungsverhandlung  brachte  die  Verteidigung 

nichts  Relevantes  vor,  was  zu  einem  anderen  Schluss  führen  würde  (Urk.  83 

Rz. 18 f.).

-   25   -

5.3.11. Position K._____ - 8. November 2017, Fr. 1'295.76

5.3.11.1. Die  Vorinstanz  erwog,  diese  Rechnung  sei  für  Sonnenbrillen  ("Descri-

zione:  SUN  GLASSES  SAMPLES")  ausgestellt  worden.  Damit  könne  sie  nur  im 

Zusammenhang mit der AE._____ stehen, die nachhaltige … angeboten habe, und 

nicht mit der T._____, bei der ein … entwickelt werden sollte. Weder der Beschul-

digte noch seine Verteidigerin hätten sich zu dieser Rechnung geäussert. Auch in 

diesem Punkt sei der Sachverhalt erstellt (Urk. 72 S. 46 E. II.1.3.6.10, unter Hinweis 

auf die Akten).

5.3.11.2. Diese Begründung gilt ebenfalls. Es steht auch hier zweifelsfrei fest, dass 

die erbrachte Dienstleistung ganz offensichtlich nichts mit der T._____ zu tun hatte 

und die Adressänderung bewusst vorgenommen wurde, um die Vermögenswerte 

der T._____ zur Finanzierung der finanziellen Aufwendungen der AE._____ zu ver-

wenden.

5.3.11.3. Auch  anlässlich  der  Berufungsverhandlung  brachte  die  Verteidigung 

nichts  Relevantes  vor,  was  zu  einem  anderen  Schluss  führen  würde  (Urk.  83 

Rz. 19).

5.4. Ergebnis

Mit der Vorinstanz steht fest, dass der Anklagevorwurf 2, Bezahlung von Rechnun-

gen adressiert an AE._____ AG in Liquidation (Urk. 31 Rz. 8 f. erster Abschnitt), im 

noch zu beurteilenden Umfang erstellt ist.

6.

Anklagevorwurf  4:  Mietzinszahlungen  zur  Finanzierung  der  Privatwohnung, 

erster Teil (Urk. 31 Rz. 10)

6.1. Vorwurf

Einleitend führt die Anklage aus, der Beschuldigte habe seinen privaten Wohnsitz 

und die Geschäftsräume sowohl der AE._____ als auch der T._____ in der gleichen 

Liegenschaft  domiziliert.  Dazu  habe  er  eine  4-Zimmer  Wohnung  im  Parterre  der 

Liegenschaft AP._____-strasse 1 in AQ._____ für einen Mietzins von CHF 3'900.– 

pro  Monat  gemietet.  Der  Vorwurf  gliedert  sich  sodann  in  zwei  Sachverhaltskom-

-   26   -

plexe:  Im  ersten  Sachverhaltskomplex  (Urk.  31  Rz.  10),  welcher  nachfolgend 

behandelt  wird,  wird  dem  Beschuldigten  im  Wesentlichen  vorgeworfen,  er  habe 

seine privaten Mietkosten über das Geschäftskonto der T._____ bezahlt. Er habe 

dies  getan,  obwohl  nie  eine  entsprechende  Vereinbarung  bestanden  habe,  dass 

die T._____ für die privaten Mietzinskosten des Beschuldigten aufkommen solle. 

Insgesamt habe der Beschuldigte vom Geschäftskonto der T._____ einen Betrag 

von  CHF 27'300.–  an  die  Vermieterin  überwiesen,  was  Mietzinszahlungen  von 

7 Monaten entspreche (7 x CHF 3'900 = CHF 27'300.–).

6.2. Positionen des Beschuldigten und der übrigen der Beteiligten

Die Vorinstanz hat die Positionen des Beschuldigten und seiner Verteidigung sowie 

jene seiner Lebenspartnerin AJ._____ zutreffend zusammengefasst (Urk. 72 S. 51 

f., E. II.1.5.2), darauf kann verwiesen werden. Der Beschuldigte macht im Wesent-

lichen  geltend,  die  T._____  sei  bei  ihm  privat  bzw.  bei  der  AE._____  domiziliert 

gewesen. Dies sei zunächst gratis erfolgt, ab Januar 2017 sei dafür aber ein Miet-

zins veranschlagt worden, was mit U._____ abgemacht gewesen bzw. von ihm ge-

nehmigt worden und auch budgetiert worden sei. Anlässlich der Berufungsverhand-

lung blieb der Beschuldigte bei seiner Sachdarstellung (Urk. 82 S. 11 f.).

6.3. Würdigung

6.3.1. Mit der Vorinstanz (Urk. 72 S. 52 f. E. II.1.5.3, unter Hinweis auf die Akten) 

ist zunächst festzuhalten, dass sich in den Akten ein auf die AE._____ lautender 

Mietvertrag für Geschäftsräumlichkeiten an der AP._____-strasse 1 in AQ._____ 

findet. Dem angehängten Plan ist zu entnehmen, dass es sich dabei um eine 4-

Zimmer-Räumlichkeit handelte. Dem Mietvertrag ist weiter zu entnehmen, dass der 

Mietzins total CHF 3'900.– betrug. Insofern ist der eingeklagte Sachverhalt erstellt. 

Aufgrund  der  vorliegenden  Handelsregisterauszüge  und  der  übereinstimmenden 

Aussagen des Beschuldigten, AJ._____ und U._____ und AF._____ ist weiter er-

stellt, dass in diesen Räumlichkeiten sowohl die AE._____ als auch die T._____ 

domiziliert waren. Auch in dem Punkt, dass die Räumlichkeiten als privater Wohn-

raum vom Beschuldigten und seiner Familie genutzt wurden, stimmen die Aussa-

gen überein. Weiter ist erstellt, dass vom Geschäftskonto der T._____ Zahlungen 

-   27   -

im Umfang von CHF 27'300.– an die Vermieterin flossen. Dass die Empfängerin 

dieser Zahlungen die Vermieterin war, ergibt sich daraus, dass die ersten Überwei-

sungen den Vermerk "Miete AP._____-strasse 1, AQ._____" trugen. Die Zahlun-

gen vom Geschäftskonto der T._____ wurden von Januar  bis November 2017 ge-

tätigt. Weiter ist davon auszugehen, dass die Zahlungen vom Beschuldigten getä-

tigt wurden, da er als einziger Zugang zum Geschäftskonto der T._____ hatte, wo-

bei  er  Letzteres  nicht  in  Abrede  stellt.  Er  bestreitet  indes,  dass  die  T._____  wie 

eingeklagt im Umfang von CHF 27'300.– für seine privaten Mietzinskosten aufge-

kommen ist. Wie gesehen behauptet er im Wesentlichen, es sei vereinbart gewe-

sen, dass die T._____ ab Januar 2017 Miete im Umfang von CHF 2'000.– leiste 

(vgl. zu Letzterem soeben unter E. II.6.2.). Zu erstellen ist damit, dass der Beschul-

digte die T._____ im Umfang von CHF 27'300.– private Mietzinskosten überneh-

men liess, obwohl keine entsprechende Abrede bestand.

6.3.2. Die Vorinstanz erwog, die Darstellung von U._____ und AF._____, wonach 

vereinbart gewesen sei, dass die von der V._____ Ltd. getätigte Investition vollum-

fänglich in die Produktentwicklung fliessen sollte, sei wie ausgeführt glaubhaft. Da-

mit sei auch glaubhaft, dass vereinbart gewesen sei, dass keine Mietkosten anfal-

len sollten und die Räumlichkeiten für die T._____ vom Beschuldigten unentgeltlich 

zur Verfügung gestellt würden. Dass sich diese Vereinbarung – wie vom Beschul-

digten geltend gemacht – später verändert haben soll, sei weder von U._____ noch 

von AF._____ je erwähnt worden und ergebe sich auch nicht aus den Akten. Zwar 

berufe sich der Beschuldigte auf dieselbe Budgetplanung vom April 2017 wie im 

Kontext der Lohnzahlungen [vgl. dazu vorne unter E. II.4.] und zeige dieses Budget 

tatsächlich einen "Office CH" in Höhe von CHF 2'000.–. Diesbezüglich gälten indes 

dieselben Vorbehalte wie im Kontext der Lohnzahlungen, nämlich dass diese als 

künftige Budgetplanung eingestuft worden sei. Die zwei weiteren, ebenfalls im Zu-

sammenhang  mit  den  Lohnzahlungen  erwähnten  Budgets  vom  September  2017 

und Dezember 2017 zeigten demgegenüber keinen Budgetposten für eine Miete in 

der Schweiz. Das Budget vom September 2017, das als eine eigentliche "Bestan-

desaufnahme" der aktuellen Budgetposten bewertet worden sei, enthalte lediglich 

einen Posten für ein Büro in AS._____ [Stadt in den USA]. Die Budgetaufstellung 

vom  Dezember  2017,  die  im  Hinblick  auf  die  finanziellen  Probleme  der  T._____ 

-   28   -

erstellt und verglichen mit dem Budget vom September 2017 um die Hälfte der Kos-

ten "heruntergetrimmt" worden sei, zeige, dass die Kosten für das Büro in AS._____ 

gestrichen worden und neu nur ein Büro in AT._____ budgetiert gewesen sei. Vor 

diesem Hintergrund sei die Darstellung des Beschuldigten einer genehmigten Bud-

getierung der Mietkosten in Höhe von CHF 2'000.– nicht glaubhaft. Vielmehr sei 

davon auszugehen, dass der Beschuldigte – wie auch bei den Lohnzahlungen – 

eigenmächtig gehandelt habe. Entsprechend sei erstellt, dass es die vom Beschul-

digten behauptete Vereinbarung mit bzw. Genehmigung durch U._____ nicht ge-

geben habe. Daher habe es auch keinen Grund gegeben, weshalb die T._____ die 

Miete im Umfang von insgesamt CHF 27'300.– hätte übernehmen sollen. Die Über-

nahme dieser Mietkosten sei dem Beschuldigten zu Gute gekommen, der die Mie-

träumlichkeiten  ebenfalls  als  private  Wohnung  genutzt  habe.  Damit  sei  erstellt, 

dass er das Geschäftskonto der T._____ im Umfang von CHF 27'300.– für seine 

privaten Mietzinskosten belastet habe (Urk. 72 S. 53 f. E. II.1.5.4, unter Hinweis auf 

die Akten).

6.3.3. Die Begründung der Vorinstanz ist überzeugend und zu übernehmen. Auch 

im vorliegenden Zusammenhang erscheint die Sachdarstellung des Beschuldigten 

als reine Schutzbehauptung. Ein weiteres Mal steht zweifelsfrei fest, dass er eigen-

mächtig über Gelder der T._____ verfügte, um private Aufwendungen zu decken. 

6.3.4. Auch anlässlich der Berufungsverhandlung brachte die Verteidigung nichts 

Relevantes vor, was zu einem anderen Schluss führen würde (Urk. 83 Rz. 25 ff.).

7.

Anklagevorwurf  4:  Mietzinszahlungen  zur  Finanzierung  der  Privatwohnung, 

zweiter Teil (Urk. 31 Rz. 11)

7.1. Vorwurf

Im zweiten Sachverhaltskomplex dieses Vorwurfs (Urk. 31 Rz. 11) wird einleitend 

ausgeführt,  die  T._____  habe  ab  Oktober  2017  einen  Mietvertrag  für  das  Ober-

geschoss (8-Zimmer-Wohnung) in der Liegenschaft an der AP._____-strasse 1 in 

AQ._____ abgeschlossen. Zusammengefasst habe sich Folgendes ereignet: Am 

22. Februar  2018  sei 

im  Zusammenhang  mit  diesem  Mietverhältnis  vom 

-   29   -

Geschäftskonto der T._____ eine Teilzahlung von CHF 24'000.– an die Vermieterin 

geleistet worden, was in der Buchhaltung der T._____ als Mietaufwand aufgeführt 

worden  sei.  Der  Beschuldigte  habe  diese  CHF 24'000.–  anschliessend  dazu 

verwendet, seine privaten Mietzinskosten bzw. die Mietzinskosten der AE._____ zu 

decken. So habe er sich am 8. März 2018 telefonisch an die Verwaltung gewandt 

und darum gebeten, dass von den von der T._____ geleisteten CHF 24'000.– ein 

Teilbetrag  von  CHF 11'850.–  vom  Mietzinskonto  der  T._____  seinen  privaten 

Mietzinskosten bzw. dem Mietzinskonto der AE._____ gutgeschrieben werde. Dies 

sei von der Vermieterin entsprechend umgebucht worden. Damit habe der Beschul-

digte seinen privaten Mietzins bzw. den Mietzins der AE._____ über die T._____ 

bezahlen lassen.

7.2. Position des Beschuldigten

Die Vorinstanz hat die Position des Beschuldigten zutreffend dargestellt (Urk. 72 

S. 55 f., E. II.1.6.1), darauf kann verwiesen werden. Der Beschuldigte bestreitet den 

Vorwurf und macht – zusammengefasst – geltend, sich nicht mehr genau an das 

Vorgefallene zu erinnern, wobei unabhängig davon auch hier eine Verrechnung mit 

seinen Lohnansprüchen zulässig gewesen wäre. Anlässlich der Berufungsverhand-

lung blieb der Beschuldigte bei seiner Sachdarstellung (Urk. 82 S. 11 f.).

7.3. Würdigung

7.3.1. Mit der Vorinstanz (Urk. 72 S. 56 f. E. II.1.6.2. f., unter Hinweis auf die Akten) 

ist festzuhalten, dass sich der Mietvertrag der T._____ nicht in den Akten befindet. 

Aufgrund  anderer  Beweismittel  lässt  sich  jedoch  erstellen,  dass  die  T._____  ab 

Oktober 2017 an der AP._____-strasse 1 in AQ._____ im Obergeschoss 8 Zimmer 

gemietet hat: So ist ein an die T._____ adressiertes Schreiben der AU._____ AG 

vom 8. Juni 2018 mit dem Titel "8 Zimmerwohnung AP._____-strasse 1, AQ._____" 

überschrieben und hält Folgendes fest: "Die Wohnung ist nach wie vor in einem 

ungekündigten Verhältnis". Weiter findet sich in den Akten ein Auszug des bei der 

Vermieterin  geführten  Mietzinskontos  der  T._____,  das  zeigt,  dass  ab  Oktober 

2017  ein  Mietzins  von  CHF 5'950.–  geschuldet  gewesen  wäre.  Dieses  Mietzins-

Soll wurde von der Vermieterin bis zum Dezember 2017 buchhalterisch storniert, 

-   30   -

was sich mit einem in den Akten liegenden Anwaltsschreiben der T._____ an die 

Vermieterin deckt, wonach die Umbauten nicht ordnungsgemäss durchgeführt wor-

den seien und die Räumlichkeiten erst ab Dezember 2017 bezugsbereit gewesen 

seien. Weiter ist aus dem Geschäftskonto der T._____ ersichtlich, dass am 22. Fe-

bruar 2018 eine Zahlung in Höhe von CHF 24'000.– an die Vermieterin geleistet 

wurde, die tags darauf der T._____ auf dem Mietzinskonto der Vermieterin gutge-

schrieben wurde. Weiter zeigen die vorhandenen buchhalterischen Unterlagen, na-

mentlich  eine  vom  10.  Juli  2018  datierende  Erfolgsrechnung,  dass  die 

CHF 24'000.–  wie  eingeklagt  als  Mietaufwand  erfasst  wurden.  Schliesslich  zeigt 

das Mietzinskonto der Vermieterin, dass am 8. März 2018 eine Umbuchung in Höhe 

von CHF 11'850.– stattfand. Konkret wurde dies wie folgt vermerkt: "Umbuchung 

man  ESR  Zahlung  Mieterwunsch".  Damit  sind  die  eingeklagten  Sachverhaltsele-

mente anhand der Akten erstellt. Diese Elemente werden vom Beschuldigten nicht 

in Abrede gestellt. Er stellt indes in Abrede, dass er ein entsprechendes Telefonat 

mit der Verwaltung geführt habe, um die CHF 11'850.– zum Vorteil der AE._____ 

bzw. zu seinem eigenen Vorteil umbuchen zu lassen. Damit ist zu erstellen, dass 

der  Beschuldigte  die  CHF 11'850.–  umbuchen  liess,  um  seine  privaten  Mietzins-

kosten bzw. diejenigen der AE._____ durch die T._____ bezahlen zu lassen.

7.3.2. Die  Vorinstanz  hielt  dazu  fest,  die  Darstellung  des  Beschuldigten  sei  nicht 

glaubhaft.  Der  vom  8.  Juni  2018  datierende  Auszug  des  Mietzinskontos  der 

T._____ bei der Vermieterin zeige, dass bis Juni 2018 jeweils ein Mietzins-Soll von 

CHF 5'950.– aufgeführt gewesen sei. Das vom gleichen Tag datierende Schreiben 

der Vermieterin halte ausdrücklich fest: "Die Wohnung ist nach wie vor in einem 

ungekündigten Verhältnis." Das Schreiben enthalte zudem mehrere Passagen zu 

einer vorzeitigen Auflösung des Mietverhältnisses, exemplarisch sei die folgende 

genannt:  "Eine  vorzeitige  Auflösung  des  Mietverhältnisses  bedingt  einen  Nach-

folgemieter. Sofern Sie keinen suchen, werden wir ein Inserat starten. Die Kosten 

für  die  Inserierung  und  unseren  Aufwand  werden  Ihnen  weiterverrechnet".  Im 

Sommer  2018  sei  somit  offenbar  eine  vorzeitige  Kündigung  seitens  der  Mieterin 

T._____ angedacht gewesen, eine solche sei dann aber doch nicht ausgesprochen 

worden.  Die  Umbuchung  vom  Februar  2018  lasse  sich  damit  nicht,  wie  vom 

Beschuldigten  vorgebracht,  durch  die  Kündigung  des  Mietverhältnisses  erklären. 

-   31   -

Aus dem Auszug des Mietzinskontos gehe deutlich hervor, dass die CHF 11'850.– 

auf  Mieterwunsch  umgebucht  worden  seien.  Da  Mieter  in  dieser  Liegenschaft 

einerseits die AE._____ bzw. der Beschuldigte selbst und andererseits die T._____ 

gewesen  und  beide  Gesellschaften  durch  den  Beschuldigten  vertreten  worden 

seien, sei klar, dass es der Beschuldigte gewesen sein müsse, der diese Umbu-

chung angeregt habe. Eine Umbuchung auf Mieterwunsch hin könne sodann nur 

auf das Mietzinskonto der anderen Mieter der Liegenschaft erfolgt sein, sprich zu 

Gunsten  der  AE._____  bzw.  des  Beschuldigten  privat.  Die  Darstellung  des  Be-

schuldigten sei somit als Schutzbehauptung zu werten. Den Beschuldigten entlaste 

auch nicht sein Vorbringen, er habe die Umbuchung in Höhe von CHF 11'850.– mit 

seinem Lohn verrechnet: Einerseits treffe die Darstellung des Beschuldigten nicht 

zu, dass er von Januar bis Mai 2018 keinen Lohn erhalten habe, zumal er sich am 

21. Februar 2018 einen Lohn ausbezahlt habe, andererseits habe er – wie darge-

legt – gar keinen Lohnanspruch gehabt. Damit sei der Sachverhalt erstellt (Urk. 72 

S. 57 f. E. II.1.6.3., unter Hinweis auf die Akten).

7.3.3. Auch  diese  Begründung  der  Vorinstanz  überzeugt  und  kann  übernommen 

werden.  Einmal  mehr  steht  zweifelsfrei  fest,  dass  der  Beschuldigte  zur  Deckung 

privater  Aufwände 

freimütig 

in  Selbstbedienungsladenmanier  der  T._____ 

zustehende Gelder zweckentfremdete, um darüber zu verfügen.

7.3.4. Auch anlässlich der Berufungsverhandlung brachte die Verteidigung nichts 

Relevantes vor, was zu einem anderen Schluss führen würde (Urk. 83 Rz. 29 ff.).

8.

Anklagevorwurf 5: Nicht geschäftsmässig begründete Bezüge von Waren und 

Inanspruchnahme von Dienstleistungen, erster Teil (Urk. 31 Rz. 12)

8.1. Vorwurf

Die  Staatsanwaltschaft  wirft  dem  Beschuldigten  zusammengefasst  vor,  diverse 

privat  bezogene  Waren  und  Lebensmittel  über  das  Geschäftskonto  der  T._____ 

bezahlt und weiter für sich und/oder die AE._____ in Anspruch genommene Dienst-

leistungen  über  das  Geschäftskonto  der  T._____  bezahlt  zu  haben  (Urk.  31  Rz. 

12). Hinsichtlich diverser Positionen wurde der Beschuldigte in diesem Zusammen-

-   32   -

hang  rechtskräftig  freigesprochen  (vgl.  dazu  vorne  unter  E. I.2.).  Zur  Disposition 

stehen noch die folgenden Positionen:

05.10.2016
16.05.2017
18.05.2017
14.06.2017
21.09.2017
21.02.2018

L._____ GmbH
M._____ AG
N._____ AG
O._____
L._____ GmbH
P._____

CHF 2'082.40
CHF 578.40
CHF 167.40
CHF 345.30
CHF 480.40
CHF 29'367.12

8.2. Position des Beschuldigten

Vor  Vorinstanz  liess  der  Beschuldigte  durch  seine  Verteidigung  in  allgemeiner 

Hinsicht  ausführen,  dass  es  sich  um  geschäftsmässig  begründete  Ausgaben 

gehandelt habe, die für die Firma angefallen seien, und der Vorhalt "völlig haltlos 

und lebensfremd" sei (Urk. 59 Rz. 41). Anlässlich der Berufungsverhandlung hielt 

die Verteidigung teilweise an diesem Standpunkt fest (betreffend die Rechnungen 

von L._____ GmbH), teilweise machte sie ein Versehen (Rechnungen von M._____ 

AG  und  O._____)  oder  Verrechnung  mit  dem  Lohnanspruch  des  Beschuldigten 

(Rechnung von P._____) geltend (Urk. 83 Rz. 32 ff.). Nachfolgend wird im Einzel-

nen auf diese Vorbringen einzugehen sein.

8.3. Vorbemerkung

Dass die eingeklagten Beträge vom Geschäftskonto der T._____ an die genannten 

Empfänger  abgebucht  wurden,  ergibt  sich  mit  der  Vorinstanz  (Urk. 72  S.  60 

E. II.1.7.2)  aus  den  aktenkundigen  Buchungsbelegen  (Urk. D1/2/23).  Da  alle 

Abbuchungen vor dem Mai 2018 und damit von einer Zeit datieren, als der Beschul-

digte  als  Einziger  Zugang  zum  Geschäftskonto  der  T._____  hatte,  ist  mit  der 

Vorinstanz weiter erstellt, dass der Beschuldigte diese Zahlungen ausgeführt hat, 

was  von  ihm  auch  nicht  in  Abrede  gestellt  wird.  Zu  erstellen  ist  damit  bei  den 

einzelnen  Posten,  dass  diese  dem  Vorteil  des  Beschuldigten  privat  bzw.  der 

AE._____ dienten und keinen geschäftsmässig begründeten Aufwand der T._____ 

darstellten.

-   33   -

8.4. Position L._____ GmbH - 5. Oktober 2016, Fr. 2'082.40

8.4.1. Die Vorinstanz hielt fest, der Beschuldigte habe in der polizeilichen Einver-

nahme erklärt, dass es sich hierbei um Wein und Senf für eine Feier der T._____ 

gehandelt habe. An der Hauptverhandlung habe die Verteidigung hinsichtlich der 

Rechnungen der L._____ GmbH ausgeführt, dass der Wein für die Bewirtung von 

Geschäftskunden,  potenziellen  Investoren  und  vor  allem  von  U._____  und 

AF._____ anlässlich ihrer Geschäftsbesuche gebraucht worden sei. Die dazugehö-

rige Rechnung – so die Vorinstanz weiter – stütze die erstgenannte Darstellung des 

Beschuldigten und zeige, dass effektiv Wein und Senf in grossen Mengen bestellt 

worden sei. Aufgrund des Rechnungsdatums vom 28. Juni 2016 sei naheliegend, 

dass diese Bestellung für die Feier getätigt wurde, die Mitte Juni 2016 stattgefunden 

habe. In einem anderen Zusammenhang sei hinsichtlich dieser Feier erstellt, dass 

diese  nur  der  AE._____  gewidmet  gewesen  sein  könne  [vgl.  dazu  vorne  unter 

E. II.5.3.2.].  Da  auch  die  vorliegende  Zahlung  mit  dieser  Feier  zusammenhänge, 

sei erstellt, dass diese keinen geschäftsmässig begründeten Aufwand der T._____ 

dargestellt habe. Somit sei der Sachverhalt in diesem Punkt erstellt (Urk. 72 S. 63 

E. II.1.7.3.8, unter Hinweis auf die Akten).

8.4.2. Die vorinstanzliche Begründung überzeugt und kann übernommen werden. 

Auch  im  vorliegenden  Zusammenhang  überzeugen  die  Vorbringen  des  Beschul-

digten nicht und erscheinen als blosse Schutzbehauptungen. Zweifelsfrei steht fest, 

dass  die  Zahlung  nicht  mit  einem  geschäftsmässig  begründeten  Aufwand  der 

T._____ in Verbindung steht.

8.4.3. Auch anlässlich der Berufungsverhandlung brachte die Verteidigung nichts 

Relevantes vor, was zu einem anderen Schluss führen würde (Urk. 83 Rz. 34).

8.5. Position M._____ AG - 16. Mai 2017, Fr. 578.40

8.5.1. Die Vorinstanz erwog hierzu, der Beschuldigte habe bei der Polizei angege-

ben, es habe sich um eine notarielle Übersetzung gehandelt, er wisse jedoch nicht, 

welchen Zusammenhang die Rechnung mit der T._____ habe. An der Hauptver-

handlung  habe  die  Verteidigung  ausgeführt,  die  Rechnung  sei  vermutlich  falsch 

-   34   -

verbucht worden und es handle sich um ein strafrechtlich nicht relevantes Verse-

hen.  Dies  wäre  von  der  externen  Buchhalterin  sicherlich  korrigiert  worden,  hätte 

diese ihre Arbeit nicht wegen fehlender Zahlungseingänge seitens der T._____ ein-

stellen müssen. Die Vorinstanz hielt dazu fest, der Beschuldigte bestreite demnach 

nicht, dass die Rechnung bzw. die getätigte Zahlung keinen Zusammenhang mit 

der T._____ aufgewiesen habe. Die Rechnung zeige, dass eine Geburtsurkunde 

übersetzt worden sei. Inwieweit dies einen Zusammenhang mit der T._____ habe 

und einen berechtigten, geschäftsmässigen Aufwand darstelle, sei nicht erkennbar. 

Soweit der Beschuldigte ein Versehen geltend mache, sei dies infolge seines über 

alle Sachverhaltskomplexe hin betrachtet systematischen Vorgehens als Schutz-

behauptung zu qualifizieren. Damit sei der eingeklagte Sachverhalt erstellt (Urk. 72 

S. 66 E. II.1.7.3.20, unter Hinweis auf die Akten).

8.5.2. Auch  diese  überzeugende  Begründung  der  Vorinstanz  kann  übernommen 

werden.

8.5.3. Sodann brachte auch die Verteidigung anlässlich der Berufungsverhandlung 

nichts  Relevantes  vor,  was  zu  einem  anderen  Schluss  führen  würde  (Urk.  83 

Rz. 35 f.). Entgegen der Meinung der Verteidigung musste nicht die AH._____ AG 

überprüfen, ob es sich bei der Rechnung um einen geschäftsmässigen Aufwand 

der T._____ handelt, sondern der Beschuldigte als Geschäftsführer.

8.6. Position N._____ AG - 18. Mai 2017, Fr. 167.40

8.6.1. Die Vorinstanz führte dazu aus, der Beschuldigte habe zu dieser Ausgabe in 

der polizeilichen Einvernahme erklärt, dass es sich um einen Schrittzähler gehan-

delt habe. Ein Schrittzähler sei von der Verteidigung an der Hauptverhandlung nicht 

mehr erwähnt worden. Diese habe im Allgemeinen darauf hingewiesen, dass bei 

der N._____ AG Elektronik für die T._____ gekauft worden sei. Im Unterschied zu 

den anderen Ausgabeposten für die N._____ AG – so die Vorinstanz – finde sich 

hierzu jedoch ein Kaufbeleg, der genau ausweise, was bestellt worden sei, nämlich: 

"AVENT SCD620". Hierbei handle es sich um ein Babyfon. Diese Ausgabe weise 

keinen Bezug zur T._____ auf und sei offensichtlich eine private Ausgabe des Be-

-   35   -

schuldigten, der im mm. 2016 Vater geworden sei. Der Sachverhalt sei damit er-

stellt (Urk. 72 S. 67 E. II.1.7.3.21, unter Hinweis auf die Akten).

8.6.2. Diese Begründung der Vorinstanz ist ebenfalls richtig und kann übernommen 

werden,  zumal  sich  die  Verteidigung  anlässlich  der  Berufungsverhandlung  dazu 

nicht äusserte (vgl. Urk. 83 Rz. 32 ff.).

8.7. Position O._____ - 14. Juni 2017, Fr. 345.30

8.7.1. Die Vorinstanz führte aus, der Beschuldigte habe zunächst erklärt, es habe 

sich um zwei Übersetzungen gehandelt, es sei eine Übersetzung vom Tschechi-

schen ins Deutsche für zukünftige Mitarbeiter gewesen. Die Verteidigung habe aus-

geführt, diese Rechnung sei vermutlich falsch verbucht worden und der Vorgang 

sei strafrechtlich nicht relevant. Der Beschuldigte – so die Vorinstanz – stelle die 

fehlende  geschäftsmässige  Begründetheit  nicht  in  Abrede.  Die  in  den  Akten 

liegende  Rechnung  bezeichne  als  Leistung  Folgendes:  "Rechnung  für  amtliche 

Übersetzungen  aus  der  deutschen  in  die  tschechische  Sprache  im  Auftrag  von 

AJ._____, 2 Übersetzungen von Zivilstandsurkunden à je 3 Seiten". Übersetzungen 

von Zivilstandsurkunden ins Tschechische  wiesen offenkundig keinen Bezug zur 

Geschäftstätigkeit der T._____ auf. Dass es sich auch hier um ein Versehen ge-

handelt haben soll, sei aufgrund des systematischen Vorgehens des Beschuldigten 

innerhalb  der  T._____,  wonach  er  sich  in  vielerlei  Hinsicht  einen  persönlichen 

finanziellen  Vorteil  bzw.  finanziellen  Vorteil  der  AE._____  verschafft  habe,  nicht 

glaubhaft. Die Darstellung eines "Versehens" sei als Schutzbehauptung zu werten. 

Der Sachverhalt sei erstellt (Urk. 72 S. 67 E. II.1.7.3.22, unter Hinweis auf die Ak-

ten).

8.7.2. Diese Begründung der Vorinstanz ist richtig und kann übernommen werden. 

Auch  in  diesem  Zusammenhang  kann  nicht  auf  die  unglaubhaften  Angaben  des 

Beschuldigten abgestellt werden.

8.7.3. Auch anlässlich der Berufungsverhandlung brachte die Verteidigung nichts 

Relevantes vor, was zu einem anderen Schluss führen würde (Urk. 83 Rz. 35 f.). 

-   36   -

Betreffend  Überprüfung  der  Rechnung  durch  die  AH._____  AG  kann  auf  vorste-

hend E. II.8.5.3. verwiesen werden.

8.8. Position L._____ GmbH - 21. September 2017, Fr. 480.40

8.8.1. Die Vorinstanz erwog zu diesem Punkt, bei der Polizei habe der Beschuldigte 

ausgesagt, dies sei Wein für die Mitarbeiter der T._____, für potenzielle Investoren 

und für U._____ gewesen. Gleiches sei von der Verteidigung vorgebracht worden. 

Da sich bereits eine vorangehende Bestellung bei der L._____ GmbH als private 

Ausgabe bzw. Ausgabe für die AE._____ herausgestellt hat [vgl. dazu vorne unter 

E. II.8.4.] und U._____ zudem glaubhaft ausgeführt habe, nie Wein vom Beschul-

digten erhalten zu haben, sei die Darstellung des Beschuldigten als Schutzbehaup-

tung zu werten. Damit sei erstellt, dass es sich um eine geschäftsmässig nicht be-

gründete Ausgabe gehandelt habe und der Sachverhalt sei erstellt (Urk. 72 S. 68 

E. II.1.7.3.24, unter Hinweis auf die Akten).

8.8.2. Diese Begründung der Vorinstanz ist richtig und zu übernehmen. Der nicht 

überzeugenden Darstellung des Beschuldigten kann nicht gefolgt werden.

8.8.3. Auch anlässlich der Berufungsverhandlung brachte die Verteidigung nichts 

Relevantes vor, was zu einem anderen Schluss führen würde (Urk. 83 Rz. 37 f.).

8.9. Position P._____ - 21. Februar 2018, CHF 29'367.12

8.9.1. Hinsichtlich dieser Ausgabe, so die Vorinstanz, habe sich der Beschuldigte 

durchwegs  auf  den  Standpunkt  gestellt,  dass  es  sich  um  eine  Verrechnung  mit 

seinem Lohnguthaben gehandelt habe, womit er nicht in Abrede gestellt habe, dass 

die Ausgabe nicht geschäftsmässig begründet gewesen sei. Da der Beschuldigte, 

wie an anderer Stelle bereits ausgeführt, über keinen Lohnanspruch verfügt habe, 

könne er auch nicht Verrechnung geltend machen. Seine diesbezüglichen Vorbrin-

gen  seien  unbeachtlich,  der  Sachverhalt  sei  erstellt  (Urk. 72  S. 69  E.  II.1.7.3.28, 

unter Hinweis auf die Akten).

8.9.2. Diese  vorinstanzliche  Begründung  ist  auch  zutreffend  und  kann  ebenfalls 

übernommen werden. Diese Rechnung hatte unbestrittenermassen nichts mit der 

-   37   -

T._____ zu tun (Urk. 83 Rz. 40). Dennoch liess der Beschuldigte sie unberechtig-

terweise in Verrechnung eines angeblichen Lohnguthabens durch die T._____ be-

zahlen.

8.9.3. Weiter brachte die Verteidigung anlässlich der Berufungsverhandlung nichts 

Relevantes vor, was zu einem anderen Schluss führen würde (Urk. 83 Rz. 39 ff.).

8.10. Ergebnis

Zusammenfassend ist hinsichtlich der genannten Zahlungen in der Höhe von total 

CHF 33'021.02 mit der Vorinstanz (Urk. 72 S. 70 E. II.1.7.4.) erstellt, dass es sich 

um geschäftsmässig nicht begründeten Aufwand der T._____ handelte.

9.

Anklagevorwurf 6: Nicht geschäftsmässig begründete Bezüge von Waren und 

Inanspruchnahme von Dienstleistungen, zweiter Teil (Urk. 31 Rz. 12)

9.1. Vorwurf

Die  Staatsanwaltschaft  wirft  dem  Beschuldigten  zusätzlich  zu  den  unter  dem 

Anklagevorwurf  5  aufgeführten  Zahlungen  vor,  ab  dem  Geschäftskonto  der 

T._____ weitere nicht geschäftsmässig begründeten Zahlungen getätigt zu haben 

(Urk. 31 Rz. 12), wobei er auch in diesem Zusammenhang hinsichtlich diverser Po-

sitionen rechtskräftig freigesprochen wurde (vgl. dazu vorne unter E. I.2.). Zur Dis-

kussion steht heute nur noch eine Position.

9.2. Vorbemerkung

Analog zu den Zahlungen unter dem Anklagevorwurf 5 ist erstellt, dass die noch 

zur  Beurteilung  stehende  Zahlung  vom  Geschäftskonto  der  T._____  durch  den 

Beschuldigten ausgelöst wurde. Zu erstellen bleibt, dass ihm dadurch privat bzw. 

der AE._____ ein Vorteil zukam und die Zahlung entsprechend keinen geschäfts-

mässig begründeten Aufwand der T._____ darstellte.

-   38   -

9.3. Position Q._____ AG - 26. Januar 2017, Fr. 602.65

9.3.1. Die  Vorinstanz  führte  aus,  der  Beschuldigte  habe  zunächst  ausgesagt,  er 

wisse nicht mehr, wofür diese Zahlung getätigt worden sei. An der Hauptverhand-

lung habe er ausführen lassen, dies sei ein geschäftsmässig begründeter Aufwand 

für eine Schiene für die Aussentreppen an der AP._____-strasse 1 in AQ._____ 

gewesen. Auf den zeitlichen Zusammenhang mit der Geburt seiner Tochter ange-

sprochen – der Auftrag sei am 10. November 2016 ausgeführt worden, die Tochter 

des Beschuldigten sei im mm. 2016 zur Welt gekommen – habe der Beschuldigte 

erklärt, die Rampe sei für Pakete gedacht gewesen. Die Treppen seien bei Anlie-

ferungen  jeweils  beschädigt  worden,  deshalb  hätten  sie  eine  Rampe  installieren 

lassen.  Später  sei  diese  auch  als  Kinderwagenrampe  benutzt  worden.  Aufgrund 

des offenkundigen zeitlichen Zusammenhangs zwischen der Auftragserteilung und 

der anstehenden Geburt der Tochter des Beschuldigten sowie aufgrund der Tat-

sache,  dass  die  Liegenschaft  hauptsächlich  durch  den  Beschuldigten  und  seine 

Familie privat genutzt worden sei, sei – so die Vorinstanz – erstellt, dass die Rampe 

als  Kinderwagenrampe  bzw.  hauptsächlich  privaten  Zwecke  dienen  sollte.  Die 

Darstellung des Beschuldigten sei eine Schutzbehauptung. Weiter sei nicht ersicht-

lich  sei,  weshalb  für  die  Geschäftstätigkeit  der  T._____  derart  viele  Lieferungen 

hätten eintreffen sollen, welche den Bau einer Rampe erfordert hätten. Damit sei 

erstellt, dass der Beschuldigte vom Geschäftskonto der T._____ eine Zahlung tä-

tigte,  die  für  ihn  einen  persönlichen  Vorteil  bedeutet  und  einen  geschäftsmässig 

nicht begründeten Aufwand für die T._____ dargestellt habe. Der Sachverhalt sei 

damit erstellt (Urk. 72 E. II.1.8.3.2, unter Hinweis auf die Akten).

9.3.2. Diese  Begründung  der  Vorinstanz  ist  zutreffend  und  kann  übernommen 

werden.  Es  ist  nicht  einzusehen,  weshalb  für  die  Anlieferung  eines  3D-Druckers 

und  Plastik  für  den  Drucker  sowie  für  einige  Möbel  eine  Rampe  hätte  angebaut 

werden  müssen,  wie  es  der  Beschuldigte  anlässlich  der  Berufungsverhandlung 

geltend machte (Urk. 82 S. 11). 

9.3.3. Sodann brachte auch die Verteidigung anlässlich der Berufungsverhandlung 

nichts  Relevantes  vor,  was  zu  einem  anderen  Schluss  führen  würde  (Urk.  83 

Rz. 44 f.).

-   39   -

10. Anklagevorwurf  8:  Barbezüge  und  Überweisungen  an  den  Beschuldigten 

(Urk. 31 Rz. 14)

10.1. Vorwurf

Der  letzte  Anklagevorwurf  in  Dossier  1  ist  zusammengefasst  der  Folgende:  Der 

Beschuldigte habe ab dem Geschäftskonto der T._____ Barbezüge und Überweis-

ungen getätigt, die keinen Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit der T._____ 

aufwiesen.  Was  die  Barbezüge  betrifft,  so  wurde  der  Beschuldigte  rechtskräftig 

freigesprochen (vgl. dazu vorne unter E. I.2.).

10.2. Position des Beschuldigten

Der Beschuldigte erklärte bei der Polizei, dass es sich bei der ersten Überweisung 

um ein zinsloses Aktionärsdarlehen gehandelt habe. Dabei gehe es darum, dass 

bei  der  Gründung  zuerst  eine  Zahlung  zur  Äufnung  des  Stammkapitals  geleistet 

werden müsse. Es bestehe dann die Möglichkeit für den Gründer, sich den Betrag 

als  zinsloses  Darlehen  wieder  auszahlen  zu  lassen.  An  der  Hauptverhandlung 

bestätigte die Verteidigung, dass es sich um ein Aktionärsdarlehen gehandelt habe, 

was zulässig sei und in Schweizer KMUs häufig vorkomme. Der Beschuldigte habe 

hierfür  einen  schriftlichen  Darlehensvertrag  aufgesetzt,  der  jedoch  von  seinen 

Nachfolgern  verschwiegen  worden  sei.  Das  Darlehen  verstosse  nicht  gegen  das 

Verbot  der  Einlagenrückgewähr,  da  die  Gesellschaft  im  Sommer  2016  als  Folge 

der  Investitionen  und  Kapitalerhöhungen  finanziell  gut  aufgestellt  gewesen  sei. 

Hinsichtlich der weiteren Positionen gab der Beschuldigte an, dass er damit Spesen 

für die T._____ gedeckt habe. Hierzu müsse es zahlreiche Belege geben. Gleiches 

liess  er  an  der  Hauptverhandlung  ausführen.  Damit  habe  er  ZVV-Billetts  und 

Geschäftsessen  in  der  Schweiz  und  im  Ausland  bezahlt  (Urk. 72  S.  81  f. 

E. II.1.10.1.,  unter  Hinweis  auf  die  Akten).  Anlässlich  der  Berufungsverhandlung 

blieb der Beschuldigte bei seiner Sachdarstellung (Urk. 82 S. 7 und 11 f.).

10.3. Vorbemerkung

Aufgrund der Akten ist mit der Vorinstanz (Urk. 72 S. 82 E. II.1.10.2., unter Hinweis 

auf  die  Akten)  erstellt,  dass  die  in  der  Anklage  erwähnten  Überweisungen  vom 

-   40   -

Konto der T._____ getätigt wurden. Diese betrafen allesamt einen Zeitraum, in dem 

der Beschuldigte als Einziger Zugang zum Geschäftskonto der T._____ hatte. Er 

stellt  denn  auch  nicht  in  Abrede,  dass  er  diese  getätigt  hat,  sondern  behauptet, 

dass diese einen Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit der T._____ aufgewie-

sen hätten. Damit ist zu erstellen, dass die Überweisungen keinen geschäftlichen 

Zusammenhang mit der T._____ hatten.

10.4. Würdigung

10.4.1. Aktionärsdarlehen

10.4.1.1. Mit der Vorinstanz (Urk. 72 S. 82 f. E. 1.10.3.1.1, unter Hinweis auf die 

Akten)  ist  zunächst  zum  Aktionärsdarlehen  festzuhalten,  dass  erstellt  und  unbe-

stritten ist, dass der Beschuldigte bei der Gründung der T._____ CHF 50'000.– als 

Aktienkapital für die Liberierung einbrachte. Anhand des Buchungsnachweises der 

PostFinance AG ist nachgewiesen, dass vom Geschäftskonto der T._____ (Konto-

nummer 3) am 1. Juli 2016 eine Summe von CHF 20'000 abgebucht und auf das 

Konto des Beschuldigten (IBAN: CH 4) überwiesen wurde. Es stellt sich die Frage, 

ob  diese  Überweisung  tatsächlich  im  Sinne  eines  (zinslosen)  Darlehens  erfolgte 

und ob die Gewährung dieses zinslosen Darlehens einen geschäftlichen Zusam-

menhang mit der T._____ aufwies.

10.4.1.2. Die Vorinstanz erwog in diesem Zusammenhang, in den Akten befänden 

sich  keine  Belege,  welchen  entnommen  werden  könnte,  zu  welchem  Zweck  die 

Überweisung von CHF 20'000.– am 1. Juli 2016 vom Firmenkonto der T._____ auf 

das Konto des Beschuldigten erfolgt sei. Im Buchungsnachweis stehe einzig, dass 

die Überweisung an den Beschuldigten erfolgt sei, ohne Angabe des Buchungs-

zweckes. Der Beschuldigte habe an der Hauptverhandlung ausgeführt, dass diese 

Überweisung als Aktionärsdarlehen verbucht worden sei, er dies jedoch nicht mehr 

genau  wisse.  Zudem  glaube  er,  dass  er  dies  in  seiner  Steuererklärung  auch  als 

Schuld angegeben habe. Weiter habe es auch einen schriftlichen Darlehensvertrag 

gegeben, der sich jedoch nicht in den Akten befinde, da er den Vertrag mit sämt-

lichen Unterlagen an AF._____ gegeben habe und er nun nicht mehr sagen könne, 

ob es den Vertrag noch gebe oder nicht. Zudem habe der Beschuldigte angegeben, 

-   41   -

es habe keinen Beschluss des Verwaltungsrates gegeben, der diesem Aktionärs-

darlehen zugestimmt hätte. An der Hauptverhandlung habe die Verteidigung des 

Beschuldigten  bestätigt,  dass  es  sich  um ein  Aktionärsdarlehen  gehandelt  habe, 

was zulässig sei und in Schweizer KMUs häufig vorkomme. Der Beschuldigte habe 

hierfür  einen  schriftlichen  Darlehensvertrag  aufgesetzt,  der  indessen  von  seinen 

Nachfolgern verschwiegen worden sei. Das Darlehen verstosse auch nicht gegen 

das  Verbot  der  Einlagenrückgewähr,  da  die  Gesellschaft  im  Sommer  2016  als 

Folge der Investitionen und Kapitalerhöhungen finanziell gut aufgestellt gewesen 

sei.  Der  Beschuldigte  habe  den  Bezug  dieses  Aktionärsdarlehens  damit  erklärt, 

dass er erst zu einem späteren Zeitpunkt einen Lohn habe beziehen können, weil 

die Investitionen nicht wie vereinbart gleich nach der Gründung geflossen seien. 

Letzteres  –  so  die  Vorinstanz  –  stelle  eine  reine  Schutzbehauptung  dar,  da  der 

Beschuldigte – wie bereits festgestellt – gar keinen Anspruch auf einen Lohn gehabt 

habe (Urk. 72 E. II.1.10.3.1.2, unter Hinweis auf die Akten). Diese Ausführungen 

können übernommen werden. Die Vorbringen des Beschuldigten sind auch wider-

sprüchlich. Wenn die Investitionen nicht geflossen sind und der angebliche Lohn 

des Beschuldigten nicht hätte ausbezahlt werden können, dann hätte gleichermas-

sen auch kein Aktionärsdarlehen über CHF 20'000.– gewährt werden können.

10.4.1.3. Die Vorinstanz vertrat unter Hinweis auf die einschlägige Rechtsprechung 

und Lehre die Ansicht, dass das zinslose Aktionärsdarlehen nicht nur im Hinblick 

auf  das  zivilrechtlich  heikle  Insichgeschäft  problematisch  erscheine.  Vielmehr 

erscheine dieses zinslose Darlehen nicht marktkonform und wäre einem Dritten in 

dieser  Form  nicht  gewährt  worden  (Urk. 72  S.  83  f.  E. II.1.10.3.1.3  f.).  Diese 

Ausführungen – namentlich auch die theoretischen – können vollumfänglich über-

nommen werden. Die Vorinstanz erwog sodann, da es sich um ein Insichgeschäft 

gehandelt  habe,  hätte  das  zinslose  Aktionärsdarlehen  zu  seiner  zivilrechtlichen 

Gültigkeit  einer  Genehmigung  durch  ein  neben-  oder  übergeordnetes  Organ 

bedurft.  Betreffend  die  Genehmigung  dieses  zinslosen  Aktionärsdarlehens  gelte 

gleiches  wie  beim  selbstkontrahierenden  Arbeitsvertrag  [vgl.  dazu  vorne  unter 

E. II.4.],  das  heisst,  es  hätte  eine  nachträgliche  Genehmigung  des  Aktionärsdar-

lehens durch AF._____ bedurft. Hinsichtlich der Frage, inwieweit die anderen Ge-

sellschafter  über  das  Aktionärsdarlehen  des  Beschuldigten  informiert  gewesen 

-   42   -

seien, gingen die Darstellungen auseinander. Der Beschuldigte habe sich auf den 

Standpunkt gestellt, dass es einen schriftlichen Darlehensvertrag gegeben habe, 

welchen er mit sämtlichen Unterlagen an AF._____ gegeben hätte. AF._____ habe 

ausgesagt, dass es kein zinsloses Darlehen gegeben habe. Der Beschuldigte habe 

CHF 50'000.– und die anderen Investoren hätten EUR 300'000.00 einbezahlt, wo-

bei es sich um Kapital des Unternehmens gehandelt habe, damit das Geschäft ge-

führt werden konnte. Es sei nie von einem Darlehen gesprochen worden (Urk. 72 

S. 84 f. E. II.1.10.3.1.5.). Angesichts der zuvor dargelegten rechtlichen Problematik 

von Insichgeschäften wäre vom Beschuldigten zu erwarten gewesen, dass er eine 

ausdrückliche  schriftliche  Ermächtigung  bzw.  Genehmigung  des  Aktionärsdarle-

hens einhole, sei dies durch einen formellen Generalversammlungsbeschluss oder 

schriftlich durch U._____ bzw. ab Ende April 2017 durch U._____ und AF._____. 

Weshalb er dies nicht getan habe, sei nicht nachvollziehbar [vgl. in diesem Sinne 

bereits vorne unter E. II.4.]. Bereits ein entsprechendes Kürzel auf dem Aktionärs-

darlehen hätte die Darstellung des Beschuldigten gestützt. Das Fehlen einer schrift-

lichen  Ermächtigung  bzw.  Genehmigung  lasse  darauf  schliessen,  dass  es  sich 

nicht um ein echtes Aktionärsdarlehen gehandelt habe und der Beschuldigte keine 

Rückzahlungsabsicht  gehabt  habe,  sondern  er  sich  seine  Kapitaleinlage  wieder 

habe ausbezahlen wollen. Dazu sei er nicht ermächtigt worden und es habe auch 

nicht 

im 

Interesse  der  Gesellschaft  gelegen.  Die  Ausbezahlung  dieser 

CHF 20'000.–  an  den  Beschuldigten  habe  somit  keinen  Zusammenhang  mit  der 

Geschäftstätigkeit der T._____ gehabt. Der Sachverhalt sei damit erstellt (Urk. 72 

S. 85 E. II.1.10.3.1.6., unter Hinweis auf die Akten). Auch diese Erwägungen der 

Vorinstanz sind zutreffend und können übernommen werden. Für sein Verhalten 

konnte der Beschuldigte auch im vorliegenden Zusammenhang nie eine überzeu-

gende Erklärung geschweige denn schlüssige, handfeste Belege liefern. Vielmehr 

erscheinen seine diesbezüglichen Vorbringen auch hier als Schutzbehauptungen, 

denen nicht geglaubt werden kann.

10.4.1.4. Auch  anlässlich  der  Berufungsverhandlung  brachte  die  Verteidigung 

nichts  Relevantes  vor,  was  zu  einem  anderen  Schluss  führen  würde  (Urk.  83 

Rz. 50).

-   43   -

10.4.2. Überweisungen an den Beschuldigten

10.4.2.1. Die Vorinstanz hielt fest, für die Überweisungen an den Beschuldigten sei 

kein  Grund  ersichtlich  und  ein  solcher  sei  auch  nicht  dargelegt  worden.  Der 

Beschuldigte habe nicht einmal in allgemeiner Weise darlegen können, weshalb es 

einen  Grund  dafür  gegeben  haben  könnte,  Überweisungen  vom  Geschäftskonto 

der T._____ auf sein Privatkonto zu machen. Er hätte zu diesen Überweisungen 

nähere  Ausführungen  machen  können,  habe  dies  aber  nicht  getan.  Aus  diesen 

Gründen sei es naheliegend, dass er diese Überweisungen an sich selbst gemacht 

habe,  um  diese  zu  privaten  Zwecken  zu  verwenden.  Damit  sei  erstellt,  dass  die 

Überweisungen an den Beschuldigten keinen geschäftlichen Zusammenhang mit 

der T._____ aufwiesen. Der Sachverhalt sei entsprechend in diesem Punkt erstellt. 

Der Verteidigung könne nicht gefolgt werden, wenn sie ausführe, diese Überwei-

sungen seien allesamt falsch verbucht worden, weshalb man in der Anklage auch 

eine Rückzahlung von CHF 3'050.– angeführt habe. Zunächst einmal betrügen die 

Überweisungen  an  den  Beschuldigten  total  CHF 4'000.–  und  nicht  CHF 3'050.–, 

weshalb diese schon aus diesem Grund nicht vollumfänglich zurückgezahlt worden 

seien. Zudem ergebe sich aus dem Geschäftskontoauszug der T._____, dass der 

Beschuldigte zwar effektiv CHF 3'050.– auf das Konto einbezahlt habe, dies aber 

noch vor den in der Anklageschrift unter Rz. 14 aufgeführten Positionen erfolgt sei. 

Insofern könnten darin keine Rückzahlungen erkannt werden. Aus dem Geschäfts-

konto ergebe sich indessen eine vom 29. Mai 2017 datierende Überweisung des 

Beschuldigten in der Höhe von CHF 600.– sowie eine Überweisung des Beschul-

digten  vom  7. November  2017  in  der  Höhe  von  CHF 50.–  (Ordner  [T._____  AG 

Bankbelege]).  Da  diese  nach  den  Überweisungen  an  den  Beschuldigten  datiert 

seien,  könnten  diese  vor  dem  zeitlichen  Hintergrund  als  Rückzahlungen  erkannt 

werden und seien entsprechend zu berücksichtigen (Urk. 72 S. 86 f. E. II.1.10.3.3, 

unter Hinweis auf die Akten).

10.4.2.2. Die vorinstanzlichen Ausführungen überzeugen auch in diesem Punkt. Es 

ist  kein  nachvollziehbarer  Grund  für  die  Überweisungen  auf  das  Privatkonto  des 

Beschuldigten ersichtlich und dieser konnte sie nie plausibel erklären. Nicht zuletzt 

vor  dem  Hintergrund  der  übrigen  Ermittlungsergebnisse  steht  damit  zweifelsfrei 

-   44   -

fest, dass die Überweisungen an den Beschuldigten keinen geschäftlichen Zusam-

menhang mit der T._____ aufwiesen.

10.4.2.3. Auch  anlässlich  der  Berufungsverhandlung  brachte  die  Verteidigung 

nichts  Relevantes  vor,  was  zu  einem  anderen  Schluss  führen  würde  (Urk.  83 

Rz. 46 ff.). Die Mutmassung, dass es sich bei den Überweisungen um Spesener-

satz mit Bezug auf zwei Geschäftsreisen (USA und Chile) gehandelt haben könnte 

(Urk. 83 Rz. 48), wirkt nachgeschoben. Dies hat der Beschuldigte so nie ausgesagt. 

Entgegen der Meinung der Verteidigung verhält es sich hier auch anders als bei 

den Barbezügen, bei welchen sich nicht anhand von Kontoauszügen nachvollzie-

hen lässt, wofür das Geld ausgegeben wurde (Urk. 83 Rz. 47 f.). Der Beschuldigte 

hätte daher durchaus aufzeigen können, dass das Geld geschäftsmässig verwen-

det worden ist. Solches ist aber nicht ersichtlich. 

10.5. Ergebnis

Hinsichtlich aller unter diesem Anklagevorwurf genannten Überweisungen an den 

Beschuldigten  ist  erstellt,  dass  diese  nicht  in  einem  Zusammenhang  mit  der 

Geschäftstätigkeit  der  T._____  erfolgten.  Dabei  ist  zu  berücksichtigen,  dass  der 

Beschuldigte Rückzahlungen in Höhe von insgesamt CHF 650.– geleistet hat.

11. Rechtliche Würdigung

11.1. Veruntreuung (Urk. 31 Rz. 8-15)

Die Vorinstanz hat unter diesem Titel zunächst zutreffende theoretische Ausführun-

gen zum eingeklagten Tatbestand der Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 

StGB  gemacht  (Urk. 72  S.  109  f.  E.  III.2.1.),  die  ergänzungslos  übernommen 

werden können.

11.2. Anklagevorwurf 2: Bezahlung von Rechnungen adressiert an AE._____ AG in 

Liquidation (Urk. 31 Rz. 8 f. erster Abschnitt)

Die  unter  diesem  Titel  vorgenommene  zutreffende  rechtliche  Würdigung  der 

Vorinstanz (Urk. 72 S. 111 E. III.2.2.) kann übernommen werden. 

-   45   -

Der  Beschuldigte  hat  sich  betreffend  Anklagevorwurf  2  (Urk.  31  Rz.  8  f.  erster 

Abschnitt) – soweit er nicht rechtskräftig freigesprochen worden ist – der mehrfa-

chen Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB schuldig gemacht.

11.3. Anklagevorwurf  4:  Mietzinszahlungen  zur  Finanzierung  der  Privatwohnung 

(Urk. 31 Rz. 10 f.)

Die  unter  diesem  Titel  vorgenommene  zutreffende  rechtliche  Würdigung  der 

Vorinstanz (Urk. 72 S. 111 f. E. III.2.3.) kann übernommen werden. 

Der Beschuldigte hat sich betreffend Anklagevorwurf 4 (Urk. 31 Rz. 10 f.) der mehr-

fachen Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB schuldig gemacht.

11.4. Anklagevorwurf 5: nicht geschäftsmässig begründete Bezüge von Waren und 

Inanspruchnahme von Dienstleistungen, erster Teil (Urk. 31 Rz. 12)

Die  unter  diesem  Titel  vorgenommene  zutreffende  rechtliche  Würdigung  der 

Vorinstanz (Urk. 72 S. 112 f. E. III.2.4.) kann übernommen werden. 

Der Beschuldigte hat sich betreffend Anklagevorwurf 5 (Urk. 31 Rz. 12) – soweit er 

nicht  rechtskräftig  freigesprochen  worden  ist  –  der  mehrfachen  Veruntreuung  im 

Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB schuldig gemacht.

11.5. Anklagevorwurf 6: nicht geschäftsmässig begründete Bezüge von Waren und 

Inanspruchnahme von Dienstleistungen, zweiter Teil (Urk. 31 Rz. 12)

Die  unter  diesem  Titel  vorgenommene  zutreffende  rechtliche  Würdigung  der 

Vorinstanz (Urk. 72 S. 113 E. III.2.5.) kann übernommen werden. 

Der Beschuldigte hat sich betreffend Anklagevorwurf 6 (Urk. 31 Rz. 12) – soweit er 

nicht  rechtskräftig  freigesprochen  worden  ist  –  der  mehrfachen  Veruntreuung  im 

Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB schuldig gemacht.

11.6. Anklagevorwurf 8: Überweisungen an den Beschuldigten (Urk. 31 Rz. 14)

Die  unter  diesem  Titel  vorgenommene  zutreffende  rechtliche  Würdigung  der 

Vorinstanz (Urk. 72 S. 113 f. E. III.2.6.) kann übernommen werden. 

-   46   -

Der Beschuldigte hat sich betreffend Anklagevorwurf 8 (Urk. 31 Rz. 14) – soweit er 

nicht  rechtskräftig  freigesprochen  worden  ist  –  der  mehrfachen  Veruntreuung  im 

Sinne von Art. 138 Ziff. 1 StGB schuldig gemacht.

11.7. Ungetreue Geschäftsbesorgung (Urk. 31 Rz. 6 f. [Anklagevorwurf 1])

Die Vorinstanz hat unter diesem Titel zunächst zutreffende theoretische Ausführun-

gen zum eingeklagten Tatbestand der ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne 

von Art. 158 Ziff. 1 StGB gemacht, die übernommen werden können. Die sodann 

unter  diesem  Titel  zutreffende  rechtliche  Würdigung  bzw.  Subsumption  der 

Vorinstanz kann ebenfalls übernommen werden (Urk. 72 S. 114 ff. E. III.3.).

Der  Beschuldigte  hat  sich  der  qualifizierten  ungetreuen  Geschäftsbesorgung  im 

Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 in Verbindung mit Abs. 3 StGB schuldig gemacht.

11.8. Urkundenfälschung (Urk. 31 Rz. 9)

Die Vorinstanz hat unter diesem Titel zunächst zutreffende theoretische Ausführun-

gen zum Tatbestand der Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 StGB gemacht, 

die übernommen werden können. Die sodann unter diesem Titel zutreffende recht-

liche  Würdigung  bzw.  Subsumption  der  Vorinstanz  kann  ebenfalls  übernommen 

werden (Urk. 72 S. 117 ff. E. III.4.).

Der  Beschuldigte  hat  sich  somit  –  soweit  er  nicht  rechtskräftig  freigesprochen 

worden ist – der mehrfachen Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB 

schuldig gemacht.

12. Ergebnis

Der vorinstanzliche Schuldspruch ist vollumfänglich zu bestätigen.

-   47   -

III. Strafpunkt

1.

Strafzumessung

1.1. Vorbemerkungen

1.1.1. Die Vorinstanz hat richtige Ausführungen zum Strafrahmen, zur angezeigten 

Strafart  und  zu  den  Strafzumessungsregeln  gemacht  (Urk. 72  S.  120-123 

E. IV.3.ff.), darauf ist zunächst zu verweisen.

1.1.2. Was  den  Strafrahmen  betrifft,  so  ist  ergänzend  zu  den  vorinstanzlichen 

Erwägungen  zu  bemerken,  dass  sich  daran  gemäss  Bundesgesetz  vom 

17. Dezember 2021 über die Harmonisierung der Strafrahmen, in Kraft seit 1. Juli 

2023 (AS 2023 259; BBl 2018 2827), nichts Wesentliches geändert hat. Bei Art. 158 

Ziff. 1 Abs. 3 StGB wurde die Untergrenze von einem Jahr Freiheitsstrafe aufge-

hoben.

1.1.3. Mit der Vorinstanz ist eine Gesamtfreiheitsstrafe auszufällen. Aufgrund des 

Verschuldens, namentlich der hohen und gleichgelagerten kriminellen Energie und 

der  erheblichen  Deliktssumme  (vgl.  dazu  nachfolgend  unter  E.  III.1.2.  ff.),  sowie 

des engen sachlichen und zeitlichen Zusammenhangs der abzuurteilenden Delikte 

ist es angemessen, für die mehrfache Veruntreuung, die ungetreue Geschäftsbe-

sorgung sowie die mehrfache Urkundenfälschung jeweils auf eine Freiheitsstrafe 

zu erkennen. 

1.1.4. Teilweise  ergänzend  und  rekapitulierend  zu  den  Ausführungen  der 

Vorinstanz ist zu den Strafzumessungsregeln festzuhalten, was folgt: Hat der Täter 

durch  eine  oder  mehrere  Handlungen  die  Voraussetzungen  für  mehrere  gleich-

artige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht zu der Strafe der schwersten Straf-

tat und erhöht sie angemessen. Es darf jedoch das Höchstmass der angedrohten 

Strafe  nicht  um  mehr  als  die  Hälfte  erhöhen.  Dabei  ist  es  an  das  gesetzliche 

Höchstmass der Strafart gebunden (Art. 49 Abs. 1 StGB). Gemäss neuerer bun-

desgerichtlicher Rechtsprechung ist bei einer Mehrzahl von begangenen Delikten 

im  Rahmen  der  Festlegung  der  angemessenen  Sanktion  nach  der  sogenannten 

konkreten Methode vorzugehen und in diesem Zusammenhang grundsätzlich für 

-   48   -

jede  konkrete  Tat  die  angemessene  Strafhöhe  sowie  die  passende  Strafart  zu 

bestimmen ist (BGE 144 IV 217 ff.). Dabei ist die Bildung einer Gesamtstrafe nur 

bei gleichartigen Strafen möglich, während ungleichartige kumulativ zu verhängen 

sind. Mehrere gleichartige Strafen liegen vor, wenn das Gericht im konkreten Fall 

für  jede  einzelne  Straftat  eine  gleichartige  Strafe  ausfällt  bzw.  ausfällen  würde. 

Nach der gesetzlichen Konzeption basiert die Gesamtstrafe begrifflich auf mehre-

ren  selbständigen  Einzelstrafen,  was  voraussetzt,  dass  das  Gericht  zumindest 

gedanklich  für  sämtliche  begangenen  Taten  eine  konkrete  Strafe  gebildet  hat 

(BGE 144 IV 234). Gleichzeitig lässt das Bundesgericht für bestimmte Konstellati-

onen aber nach wie vor Ausnahmen von der konkreten Methode zu, dies insbeson-

dere dann, wenn verschiedene Delikte zeitlich und sachlich derart eng miteinander 

verknüpft sind, dass sie sich nicht sinnvoll auftrennen und für sich allein beurteilen 

lassen  (Urteile  des  Bundesgerichts  6B_483/2016  vom  30.  April  2018,  E.  2.4; 

6B_210/2017  vom  25. September  2017,  E.  2.2.1;  6B_523/2018  vom  23.  August 

2018, E. 1.2.2; Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich, II. Strafkammer, vom 

10. Januar 2019, SB180398, E. III./4.).

1.1.5. Im  Hinblick  auf  die  konkrete  Strafzumessung  ist  schliesslich  festzuhalten, 

dass bei Straftatbeständen mit gleichen Strafrahmen für das konkret am schwers-

ten wiegende Delikt – vorliegend die mehrfache Veruntreuung – eine Einsatzstrafe 

festzulegen und diese danach angemessen zu erhöhen ist. 

1.2. Mehrfache Veruntreuung

Betreffend die objektive Tatschwere fällt ins Gewicht, dass der Deliktsbetrag mit ca. 

CHF 129'000.-- hoch ist. Zudem erstreckte sich die Delinquenz über einen relativ 

langen  Deliktszeitraum  von  mehreren  Jahren,  wobei  es  in  diesem  Zeitraum  zu 

knapp 30 Vorfälle kam. Die einzelnen Handlungen waren einfach vorzunehmen und 

wurden vom Beschuldigten auch nicht besonders verschleiert. Er plante die Taten 

nicht von langer Hand, sondern agierte jeweils von Mal zu Mal spontan. Bezüglich 

der subjektiven Tatschwere ist festzuhalten, dass der Beschuldigte – mit Ausnahme 

des zinslosen Aktionärsdarlehens – direktvorsätzlich handelte. Betreffend das zins-

lose Darlehen nahm der Beschuldigte zumindest billigend in Kauf, dass er dieses 

nicht zurückzahlen kann, insofern handelte er zumindest eventualvorsätzlich. Der 

-   49   -

Beschuldigte handelte aus rein egoistischen finanziellen Motiven. Zu seinen Guns-

ten ist jedoch davon auszugehen, dass er das Unternehmen zum Laufen bringen 

wollte und dieses anfänglich wohl noch nicht so viel Geld abwarf, der Beschuldigte 

aber  gleichwohl  Geld  zum  Leben  –  namentlich  zur  Finanzierung  seines  Lebens-

unterhalts bzw. des Lebensunterhalts seiner Familie – brauchte. Auch wenn dies 

sein  Verschulden  etwas  relativiert,  bleibt  doch  zu  sagen,  dass  die  Taten  ohne 

Weiteres vermeidbar gewesen wären. So ist es notorisch, dass Start-Up's in der 

Gründungsphase regelmässig noch kein oder nur wenig Geld abwerfen, weshalb 

es  je  nach  dem  erforderlich  ist,  andere  Einkommensquellen  zu  erschliessen, 

beispielsweise in Form einer parallelen (Teil-) Fixanstellung. Insgesamt, d.h. auch 

im Hinblick auf die weiteren heute abzuurteilenden Delikte, legte der Beschuldigte 

doch  eine  recht  dreiste  Nonchalance  an  den  Tag,  die  von  einer  nicht  unwesent-

lichen kriminellen Energie zeugt. Das Verschulden des Beschuldigten ist in Bezug 

auf die mehrfache Veruntreuung als nicht mehr leicht einzustufen. Die dafür von 

der Vorinstanz festgelegte Einsatzstrafe von 14 Monaten Freiheitsstrafe ist ange-

messen. 

1.3. Ungetreue Geschäftsbesorgung

Mit Blick auf das objektive Tatverschulden fällt ins Gewicht, dass der Deliktbetrag 

mit CHF 76'000.– hoch ist. Der Beschuldigte handelte in einem eher langen Delikt-

zeitraum von knapp eineinhalb Jahren, wobei es zu einem guten Dutzend Trans-

aktionen kam. Was das subjektive Tatverschulden betrifft, so handelte der Beschul-

digte direktvorsätzlich. Im Übrigen gelten diesbezüglich die zur mehrfachen Verun-

treuung gemachten Ausführungen. Das Verschulden für diese Taten ist ebenfalls 

als nicht mehr leicht zu bewerten. Asperierend ist die Einsatzstrafe für die mehr-

fache ungetreue Geschäftsbesorgung um 5 Monate auf 19 Monate Freiheitsstrafe 

zu erhöhen.

1.4. Mehrfache Urkundenfälschung

In Bezug auf die objektive Tatschwere ist festzuhalten, dass der Beschuldigte über 

einen  Zeitraum  von  etwas  mehr  als  einem  Jahr  Adressen  auf  Rechnungen  mit 

Klebeetiketten einer anderen Unternehmung überklebte bzw. überkleben liess und 

-   50   -

diese  Rechnungen  mit  den  überklebten  Adressen  an  seine  Buchhalterin  weiter-

leitete.  Dieses  Vorgehen  ist  nicht  besonders  raffinert,  da  die  Fälschungen  von 

blossem  Auge  ohne  Weiteres  erkennbar  waren.  Der  Beschuldigte  handelte  aber 

gewohnheitsmässig und routiniert, wenn auch spontan situativ. Was das subjektive 

Tatverschulden betrifft, so handelte der Beschuldigte direktvorsätzlich. Im Übrigen 

gelten diesbezüglich die zur mehrfachen Veruntreuung gemachten Ausführungen. 

Das Verschulden ist als leicht zu bewerten. Asperierend ist die festgelegte Einsatz-

strafe um einen weiteren Monat zu erhöhen.

1.5. Täterkomponente

Auf die zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen zur Täterkomponente kann ver-

wiesen werden (Urk. 72 S. 126 E. IV.6.4.). Ergänzend ist aufgrund der anlässlich 

der  Berufungsverhandlung  gemachten  Ausführungen  zu  den  aktuellen  persön-

lichen Verhältnissen weiter festzuhalten, dass dem Beschuldigten die Stelle bei der 

AV._____ AG mittlerweile gekündigt worden ist und er wieder selbständig erwerbs-

tätig ist, dies im Bereich Merger & Acquisitions sowie mit der von ihm gegründeten 

AW._____ GmbH. Damit konnte er im letzten Jahr Einkünfte in der Höhe von rund 

CHF 40'000.–  erwirtschaften  (Urk.  82  S.  1  f.).  Ansonsten  hat  sich  seit  dem  erst-

instanzlichen Urteil nichts Wesentliches verändert. Aus dem Werdegang und den 

persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten lassen sich keine strafzumessungs-

relevanten Faktoren ableiten. Gleiches gilt für sein Nachtatverhalten. Der Beschul-

digte ist nicht vorbestraft (Urk. 73 und 81).

1.6. Beschleunigungsgebot

1.6.1. Die  Verteidigung  bringt  vor,  das  Verfahren  habe  bereits  gut  6  ½  Jahre 

gedauert,  womit  das  Beschleunigungsgebot  offensichtlich  verletzt  und  die  Strafe 

entsprechend zu reduzieren sei (Urk. 83 Rz. 53 in fine).

1.6.2. Das in Art. 29 Abs. 1 BV, Art. 6 Ziff. 1 EMRK, Art. 14 Ziff. 3 lit. c UNO-Pakt II 

und  Art. 5  StPO  geregelte  Beschleunigungsgebot  verpflichtet  die  Behörde,  das 

Strafverfahren zügig voranzutreiben, um den Beschuldigten nicht unnötig über die 

gegen  ihn  erhobenen  Vorwürfe  im  Ungewissen  zu  lassen.  Es  gilt  für  das  ganze 

-   51   -

Verfahren  (BGE  143  IV  49  E. 1.8.2  S. 61  mit  Hinweisen).  Die  Beurteilung  der 

angemessenen  Verfahrensdauer  entzieht  sich  starren  Regeln.  Welche 

Verfahrensdauer angemessen ist, hängt von den konkreten Umständen ab, die in 

ihrer Gesamtheit zu würdigen sind. Kriterien hierfür bilden etwa die Schwere des 

Tatvorwurfs,  die  Komplexität  des  Sachverhaltes,  die  dadurch  gebotenen 

Untersuchungshandlungen,  das  Verhalten  des  Beschuldigten  und  dasjenige  der 

Behörden sowie die Zumutbarkeit für den Beschuldigten. Als krasse Zeitlücke, wel-

che eine Sanktion aufdrängt, gilt etwa eine Untätigkeit von 13 oder 14 Monaten im 

Stadium der Untersuchung, eine Frist von vier Jahren für den Entscheid über eine 

Beschwerde gegen eine Anklagehandlung oder eine Frist von zehn oder elfeinhalb 

Monaten für die Weiterleitung eines Falles an die Beschwerdeinstanz (BGE 143 IV 

373  E. 1.3.1  S. 377;  130  I  269  E. 3.1  S. 273;  Urteil  des  Bundesgerichts 

6B_441/2019 vom 12. September 2019 E. 3.1; je mit Hinweisen).

1.6.3. Die  Strafanzeige  gegen  den  Beschuldigten  betreffend  Dossier  1  ging  am 

30. August  2018  bei  der  zuständigen  Staatsanwaltschaft  ein  (Urk. D1/1).  Am 

23. August  2019  ging  die  Strafanzeige  gegen  den  Beschuldigten  betreffend 

Dossier 2 ein (Urk. D2/1). Die Anklageerhebung an das Bezirksgericht Horgen be-

treffend Dossier 1 und 2 erfolgte am 20. Dezember 2021 (Urk. 31). Angesichts des 

doch  komplexen  Sachverhaltes  betreffend  zwei  Unternehmen  mit  einer  Vielzahl 

von einzelnen Vorgängen, den verschiedenen einzuvernehmenden Personen und 

den zu edierenden Dokumenten erscheint die Dauer des Untersuchungsverfahrens 

von etwas mehr als drei Jahren als noch nicht zu lang. Die Verteidigung macht denn 

auch keine konkreten Lücken im Untersuchungsverfahren geltend. Die erstinstanz-

liche Hauptverhandlung fand am 6. Dezember 2022 statt. Am 20. Dezember 2022 

fällte die Vorinstanz ihr Urteil. In Anbetracht des nicht unerheblichen Aktenumfangs 

und der diversen Einzelpositionen ist die Zeit bis zum vorinstanzlichen Urteil zur 

sorgfältigen Vorbereitung der Hauptverhandlung und der nachfolgenden Beratung 

als  noch  angemessen  anzusehen.  Das  begründete  Urteil  wurde  hernach  am 

31. Januar 2024 versandt (Urk. 71/2). Auch wenn sich in der schriftlichen Urteils-

begründung  mit  einer  Vielzahl  von  Einzelpositionen  auseinanderzusetzen  war, 

erscheint die Zeitdauer von über einem Jahr angesichts der eher langen Vorberei-

tungszeit für die Hauptverhandlung als übermässig. Des Weiteren verging auch im 

-   52   -

Berufungsverfahren ab Eingang der Berufungserklärung des Beschuldigten bis zur 

Berufungsverhandlung wiederum knapp ein Jahr. Diese Verfahrensverzögerungen 

sind als leichte Verletzungen des Beschleunigungsgebots zu qualifizieren. Dem ist 

mit einer Strafreduktion von je einem Monat, mithin insgesamt zwei Monaten, Rech-

nung zu tragen.

1.7. Ergebnis

In Würdigung aller für die Strafzumessung relevanten Umstände ist der Beschul-

digte mit einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten zu bestrafen. Zwei Tage erstandene 

Haft ist anzurechnen (vgl. zu Letzterem Urk. 72 S. 127 f. E. IV.8.).

2.

Vollzug

Hinsichtlich  des  Vollzugs  der  auszufällenden  Strafe  kann  auf  die  zutreffenden 

vorinstanzlichen  Ausführungen  verwiesen  werden  (Urk.  72  S.  127  E.  IV.7.).  Der 

Vollzug der Freiheitsstrafe ist aufzuschieben und die Probezeit auf 2 Jahre festzu-

setzen.

IV. Kostenfolgen

1.

Erstinstanzliches Verfahren

Die im angefochtenen Entscheid getroffene Kostenregelung erweist sich ausgangs-

gemäss nach wie vor als angemessen und ist daher zu bestätigen.

2.

Berufungsverfahren

Die  Gerichtsgebühr  für  das  Berufungsverfahrens  beträgt  Fr. 3'600.–.  Die  Kosten 

des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres Obsiegens 

oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte unterliegt mit seiner 

Berufung vollumfänglich, weshalb ihm die Kosten des Berufungsverfahrens vollum-

fänglich aufzuerlegen sind. Die Kosten der amtlichen Verteidigung des Beschuldig-

ten sind einstweilen und unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 135 

Abs. 4 StPO auf die Gerichtskasse zu nehmen.

-   53   -

Die amtliche Verteidigung reichte im Zusammenhang mit ihren Aufwendungen im 

Berufungsverfahren ihre Honorarnote über ein Total von Fr. 12'457.25 (inkl. 8.1 % 

MWSt) ein (Urk. 85). 

Die Entschädigung der Rechtsanwälte richtet sich nach der Verordnung über die 

Anwaltsgebühren (AnwGebV) vom 8. September 2010. Sie gilt auch für amtliche 

Verteidiger (§ 23 AnwGebV). Die konkrete Bemessung der Entschädigung richtet 

sich  nach  § 16  ff.  AnwGebV.  Demnach  ist  lediglich  das  Honorar  für  das  Vorver-

fahren ein Aufwandhonorar (§ 16 AnwGebV). Für den eigentlichen Strafprozess ist 

eine  Pauschalgebühr  vorgesehen,  welche  für  einen  Prozess  vor  Bezirksgericht 

(Kollegialgericht) Fr. 1'000.– bis Fr. 28'000.– beträgt (§ 17 Abs. 1 lit. a AnwGebV). 

Im Berufungsverfahren wird die Gebühr grundsätzlich nach den für die Vorinstanz 

geltenden Regeln bemessen. Dabei wird auch berücksichtigt, ob das Urteil vollum-

fänglich oder nur teilweise angefochten worden ist (§ 18 AnwGebV). Die Grundlage 

für die Festsetzung der Gebühr bilden im Strafprozess die Bedeutung des Falls, die 

Verantwortung  der  Anwältin  oder  des  Anwalts,  der  notwendige  Zeitaufwand  der 

Anwältin oder des Anwalts sowie die Schwierigkeit des Falls (§ 2 AnwGebV). 

Vorliegend  ist  zu  berücksichtigen,  dass  der  Beschuldigte  erstinstanzlich  zu  einer 

bedingten Freiheitsstrafe von 20 Monaten verurteilt wurde. Da seitens der Staats-

anwaltschaft keine Berufung erhoben wurde, greift das Verschlechterungsverbot; 

eine  gravierendere  Strafe  kann  daher  nicht  mehr  ausgesprochen  werden.  Die 

Bedeutung  des  Falles  ist  angesichts  der  möglichen  Verurteilungen  im  Strafrecht 

sicherlich nicht im oberen Bereich anzusiedeln. Zum Zeitaufwand und zur Schwie-

rigkeit des Falles ist anzumerken, dass der Aktenumfang im mittleren Bereich liegt 

und dass der amtlichen Verteidigerin der Prozessstoff aus der Untersuchung und 

dem  erstinstanzlichen  Verfahren  bereits  bekannt  war.  Für  die  bisherige  Bearbei-

tung des Falles wurde sie von der Vorinstanz mit über Fr. 50'000.– entschädigt. Im 

Berufungsverfahren waren nur noch rund 2/3 der Anklagevorwürfe zu behandeln. 

Sämtliche Vorwürfe betreffend Dossier 2 waren nicht mehr Thema des Berufungs-

verfahrens,  was  die  Bearbeitung  ebenfalls  erleichterte.  Angesichts  dessen  er-

scheint eine pauschale Entschädigung für Honorar und Auslagen von Fr. 10'000.– 

(inkl. 8.1 % MWSt) als angemessen.

-   54   -

Es wird beschlossen:

1.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Horgen, I. Abteilung, 

vom 20. Dezember 2022 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:

1.

2.

3.

4.

5.

"Es wird erkannt:

(…)

Von den übrigen Vorwürfen wird der Beschuldigte freigesprochen.

(…)

(…)

Rechtsanwältin lic. iur. X._____ wird für ihre Bemühungen und Auslagen als 

amtliche Verteidigerin mit Fr. 51'597.85 (inkl. Fr. 3'689.00 Mehrwertsteuer) 

aus der Gerichtskasse entschädigt.

6.

Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

12'000.00 ; die weiteren Kosten betragen:

2'100.00  Gebühr für das Vorverfahren

51'597.85   amtliche Verteidigung

Verlangt keine der Parteien eine Begründung, ermässigt sich die Entscheid-

gebühr um einen Drittel. 

Dem Beschuldigten wird keine Genugtuung zugesprochen.

(…)

(Mitteilungen)

7.

8.

9.

10.

(Rechtsmittel)"

2.

Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.

Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A._____ ist schuldig

-   55   -



der mehrfachen Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 
StGB hinsichtlich Anklageschrift:



Rz. 8 und 9:





Rz. 10 und 11

Rz. 12:



Rz. 14:





der ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 
Abs. 1 in Verbindung mit Abs. 3 StGB hinsichtlich Anklageschrift Rz. 6 
und 7

der mehrfachen Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB 
hinsichtlich Anklageschrift Rz. 9 ohne Rechnungen der Begünstigten 
R._____ AG.

-   56   -

2.

Der Beschuldigte wird bestraft mit 18 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 2 Tage 

durch Haft erstanden sind.

3.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 

2 Jahre festgesetzt.

4.

5.

Die erstinstanzliche Kostenauflage (Ziff. 8) wird bestätigt.

Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

3'600.00 ; die weiteren Kosten betragen:

10'000.00   amtliche Verteidigung (inkl. 8,1% MWSt).

6.

Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der 

amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten 

der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse ge-

nommen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten bleibt gemäss Art. 135 

Abs. 4 StPO vorbehalten.

7.

Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an





die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (versandt)

die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis (versandt)

sowie in vollständiger Ausfertigung an





die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten 

die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung 

allfälliger Rechtsmittel an







die Vorinstanz

das Migrationsamt des Kantons Zürich 

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A.

8. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden.

-   57   -

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 

Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschrie-

benen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 10. Februar 2025

Der Präsident:

Der Gerichtsschreiber:

lic. iur. B. Gut

MLaw F. Herren

Zur Beachtung:

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam gemacht:

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vorerst nicht 

bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss er/sie die Geldstrafe de-

finitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte Freiheitsstrafe.

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden (Art. 46 Abs. 1 

bzw. Abs. 4 StGB),

-

-

wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht,

wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.