# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** af7693ce-a5b2-5ace-8921-9654a21d4f6a
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-05-17
**Language:** de
**Title:** Schwyz Verwaltungsgericht 1. Kammer 17.05.2021 I 2020 70
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_003_I-2020-70_2021-05-17.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
Kammer I

I 2020 70

Entscheid vom 17. Mai 2021 

Besetzung Dr.iur. Vital Zehnder, Vizepräsident
Dr.med. Bernhard Zumsteg, Richter
Dr.med. Urs Gössi, Richter
lic.iur. Anna Maria Rüesch, Gerichtsschreiberin

Parteien A.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

B.________,
Vorinstanz,
vertreten durch Rechtsanwältin lic.iur. C.________,

Gegenstand Unfallversicherung (Unfall; Unfallkausalität)

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Sachverhalt:

A. A.________ (Jg. 1969) ist Eigentümerin und Geschäftsführerin der 
D.________ AG und als solche bei der B.________ obligatorisch unfallversichert. 
Ebenfalls bei der B.________ hat die Arbeitgeberin eine Kollektivkrankentag-
geldversicherung abgeschlossen.

B.1 Am Morgen des 28. August 2019, 11 Uhr, suchte A.________ ihre Ärztin 
auf und klagte über Durchschlafstörung, Verspannungsgefühl des gesamten 
Körpers, Punctum maximum im Nacken bds., immer wiederkehrende Kopf-
schmerzen und starke psychische Belastung aufgrund einer Lärmstörung durch 
Abriss des Nachbargebäudes. Die behandelnde Ärztin Dr.med. E.________ 
(Fachärztin für Allgemeinmedizin) stellte die Diagnose einer psychischen Über-
lastung (vgl. Arztbericht vom 1.10.2019, Vi-act. 2) und attestierte A.________ ei-
ne vollständige Arbeitsunfähigkeit (nachfolgend AUF) vom 28. August 2019 bis 
30. September 2019 (Vi-act. 3).

B.2 Nach Rückkehr von der Arztkonsultation zu ihrem Wohn- und Arbeitsort 
parkte A.________ ihren Wagen vor dem Haus, blieb im Wagen sitzen und tele-
fonierte noch, als ein Drittfahrzeug gegen ihr Auto stiess. Noch am selben Tag 
um 17 Uhr suchte A.________ erneut Dr.med. E.________ auf, welche den Do-
kumentationsbogen für Erstkonsultation nach kranio-zervikalem Beschleuni-
gungstrauma ausfüllte (Vi-act. 5). Eine Therapie wurde nicht angeordnet. Weiter 
hielt Dr.med. E.________ fest: "Wäre Frau A.________ nicht aus einem weiteren 
Grund krankgeschrieben, dann wäre die Ausstellung einer AUF für zumindest für 
die folgenden 3-5 Tage erfolgt".

C. Nachdem die geklagten Beschwerden, die Arbeitsunfähigkeitsatteste und 
die Arztkonsultationen anhielten, führte ein Schadeninspektor der B.________ 
am 2. Dezember 2019 mit A.________ ein Patientengespräch KTG (betreffend 
Krankheit) sowie ein Patientengespräch UVG (betreffend Unfall) durch (Vi-act. 6; 
Protokoll Patientengespräch KTG Vi-Ordner, Post-it 'KKTG' [Akten ohne Akten-
verzeichnis]). Bezüglich Unfallfolgen informierte der Schadeninspektor über eine 
Leistungseinstellung, womit sich A.________ nicht einverstanden erklärte und 
eine Begründung verlangte. Hierauf erliess die B.________ am 4. Dezember 
2019 folgende Verfügung (Vi-Ordner, Post-it 'Verfahren' [Akten ohne Aktenver-
zeichnis]):

1. Zwischen dem Ereignis vom 28.08.2019 und den geltend gemachten Be-
schwerden und Arbeitsunfähigkeit besteht keine natürliche Kausalität.

2. Die Leistungen gemäss UVG werden deshalb per 02.09.2019 eingestellt.

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3. Die Verfügung wird der Versicherten und der Krankenkasse F.________ eröff-
net.

D. Am 16. Dezember 2019 erhob A.________ Einsprache, welche sie am 
19.  Dezember 2019 noch ergänzte (Vi-Ordner, Post-it 'Verfahren' [Akten ohne 
Aktenverzeichnis]). Mit Entscheid vom 4. August 2020 wies die B.________ die 
Einsprache ab.

E. Am 3. September 2020 reicht A.________ beim Verwaltungsgericht des 
Kantons Schwyz fristgerecht Beschwerde ein mit den Rechtsbegehren:

a) Das Ereignis vom 28.8.2019 von der B.________ AG entsprechend der Tatsa-
chen als Unfall anerkannt wird.

b) Die mit dem Unfall im Zusammenhang stehenden und somit von diesem ur-
sächlich evident persistierenden Beschwerden und körperlichen Einschränkun-
gen als solche als direkte Unfallfolgen gelten und von der B.________ als sol-
che in diesem Sinne vollständig anerkannt werden.

c) Der beiliegende Einsprache-Entscheid der B.________ AG vom 4.8.2020 sei 
aufzuheben, und gemäss meinem Rechtsbegehren neu zu fällen.

d) Es sei festzustellen, dass die inzwischen nicht mehr bestehende Krankheit 
durch den Nachbarschaftsabriss und -neubau ausgelöst, keinen Zusammen-
hang mit dem Unfallgeschehen und dessen Symptome hat.

e) Kosten zu Lasten der B.________ AG.

F. Mit Vernehmlassung vom 30. November 2020 lässt die Vorinstanz bean-
tragen:

1. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde sei vollumfänglich abzuweisen.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdeführerin.

G. Mit Stellungnahme vom 10. Februar 2021 stellt die Beschwerdeführerin die 
Anträge:

a) Das Ereignis vom 28.8.2019 basierend auf meinem Rechtsbegehren und mei-
nem Schreiben "Ergänzende Ausführungen zu meiner Person als Unfallge-
schädigte" - beide datiert vom 3. September 2020 sowie der vorliegenden Stel-
lungnahme - sei als Unfall anzuerkennen.

b) Die mit dem Unfall im Zusammenhang stehenden und somit von diesem ur-
sächlich evident persistierenden Beschwerden und von den körperlichen Ein-
schränkungen als solche als direkte Unfallfolgen zu bestätigen und die gegen-
teiligen Argumentationen der Beschwerdegegnerin abzuweisen.

c) Es sei festzustellen, dass die Konsultation vom 28.8.2019, 11h vor dem Unfal-
lereignis in Bezug auf Krankheit durch den Nachbarschaftsabriss und -neubau 
ausgelöst, keinen Zusammenhang mit dem Unfallgeschehen vom 28.8.2019, 
12h mit ärztlicher Konsultation gleichentags um 17h und dessen Symptome hat.

d) Es sei die Grundsatzfrage zu klären, wieso die vorliegende Angelegenheit direkt 
von der Beschwerdegegnerin - als Versicherungspartnerin der D.________ AG 

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und somit auch von A.________ als deren unfallgeschädigte Mitarbeiterin - und 
nicht von Seiten der Versicherung der Unfallverursacherin, der G.________, 
abgewickelt wird.

e) Die in der Vernehmlassung vom 30. November 2020 aufgeführten Anträge der 
Beschwerdegegnerin, vertreten durch die RA C.________, seien vollumfänglich 
abzuweisen und die UVG-bedingten Auszahlungen zzgl. 5% Zins seit 28.8.2019 
prompt an die Beschwerdeführerin zu überweisen.

f) Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin.

H. Mit Duplik vom 5. März 2021 hält die Vorinstanz an den Anträgen der Ver-
nehmlassung vom 30. November 2020 fest. Am 19. März 2021 reicht die Be-
schwerdeführerin eine Stellungnahme zur Duplik ein, worauf die Vorinstanz am 
1. April 2021 Stellung nimmt, was die Beschwerdeführerin zu einer weiteren Stel-
lungnahme vom 10. April 2021 veranlasst.

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.1 Vor Erlass eines Entscheides prüft das Verwaltungsgericht von Amtes we-
gen, ob die Voraussetzungen für einen Sachentscheid erfüllt sind. So prüft es die 
Zuständigkeit, die Partei- und Verfahrensfähigkeit, die Vertretungsbefugnis der 
Parteivertreter, die Rechtsmittelbefugnis, die Zulässigkeit des Rechtsmittels, die 
frist- und formgerechte Geltendmachung des Rechtsanspruches sowie die 
Rechtshängigkeit oder das Vorliegen eines rechtskräftigen Entscheides in der 
gleichen Sache (vgl. § 27 Abs. 1 Verwaltungsrechtspflegegesetz [VRP; SRSZ 
234.110] vom 6.6.1974). Ist eine dieser Voraussetzungen nicht erfüllt, trifft das 
Gericht einen Nichteintretensentscheid (§ 27 Abs. 2 VRP) bzw. tritt es auf die 
entsprechenden Vorbringen nicht ein.

1.2.1 Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur 
Rechtsverhältnisse zu überprüfen bzw. zu beurteilen, zu denen die zuständige 
Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich - in Form einer Verfügung - Stellung 
genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung den beschwerdeweise weiter-
ziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungs-
gegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit 
keine Verfügung ergangen ist (siehe BGE 125 V 414 Erw. 1a mit Verweis auf 
BGE 119 IB 36 Erw. 1b, 118 V 313 Erw. 3b, 110 V 51 Erw. 3b, je mit Hinweisen; 
vgl. auch BGE 123 V 324 Erw. 6c). Diesbezüglich wird in der kantonalen Recht-
sprechung festgehalten, dass nach konstanter Praxis der Umfang der Tätigkeit 
des Verwaltungsgerichts als Beschwerdeinstanz durch den Anfechtungsgegen-
stand abgegrenzt wird. Es kann nur das Gegenstand des Beschwerdeverfahrens 

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sein, was auch Gegenstand der zugrundeliegenden Verfügung war bzw. nach 
richtiger Gesetzesauslegung hätte sein müssen. Gegenstände, über welche die 
erste Instanz bzw. die Vorinstanz zu Recht (noch) nicht entschieden hat, fallen 
nicht in den Kompetenzbereich des Verwaltungsgerichts als Beschwerdeinstanz 
(vgl. statt vieler VGE III 2019 110 vom 29.8.2019 Erw. 2.1 m.w.H.; Urteil BGer 
2C_314/2019 vom 11.3.2020 Erw. 3.1; siehe auch Bertschi, in: Kommentar zum 
VRG-ZH, 3. A., Zürich 2014, Vorbem. zu §§ 19-28a, Rz. 44-49; Kölz/Häner/Bert-
schi, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. A., 
Zürich 2013, Rz. 685ff.; EGV-SZ 1979, S. 122; VGE III 2017 196 vom 20.12.2017 
Erw. 2.2).

1.2.2 Mit der angefochtenen Verfügung vom 4. Dezember 2019 hatte die Vor-
instanz die natürliche Kausalität der geklagten Beschwerden zum Ereignis vom 
28. August 2019 verneint und die Versicherungsleistungen per 2. September 
2019 eingestellt. Mit Einspracheentscheid vom 4. August 2020 wurde dies 
bestätigt. Gegenstand der vorliegenden Verwaltungsgerichtsbeschwerde können 
mithin einzig die Fragen aus der Unfallversicherung (namentlich der Unfallkausa-
lität und des Fallabschlusses) bilden. Soweit sich die Beschwerdeführerin auch 
zu Leistungen aus der Kollektivkrankentaggeldversicherung äussert, ist darauf 
nicht einzutreten. Ergänzt sei lediglich, dass es sich bei den Streitigkeiten aus 
der Kollektivkrankentaggeldversicherung ohnehin um Zivilrechtsstreitigkeiten 
handelt, für welche im Kanton Schwyz zwar auch das Verwaltungsgericht zu-
ständig ist, die aber auf dem Klageweg gemäss Schweizerische Zivilprozessord-
nung (Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272) vom 19. Dezember 2008 geltend zu 
machen sind.

1.3 Nicht weiter einzugehen ist sodann auf das am 10. Februar 2021 als 
'Grundsatzfrage' formulierte Begehren um Klärung, warum der vorliegende Fall 
von der B.________ und nicht von Seiten der Versicherung der Unfallverursa-
cherin, der G.________, abgewickelt werde. Die Beschwerdeführerin ist als An-
gestellte obligatorisch unfallversichert (vgl. Art. 1a Abs. 1 lit. a Bundesgesetz 
über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20] vom 20.3.1981). Ihre Unfallversi-
cherung ist die B.________. Als solche hat diese bei Unfällen der Versicherten 
die gesetzlichen Leistungen zu erbringen (Art. 6 und Art. 10 UVG). Losgelöst von 
dieser obligatorischen Unfallversicherung hat die Beschwerdeführerin gegebe-
nenfalls auch Ansprüche aus einem andern Titel gegenüber der Unfallverursa-
cherin (etwa aus unerlaubter Handlung; Art. 41 ff. des Bundesgesetzes betref-
fend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Fünfter Teil: Obliga-
tionenrecht, OR; SR 220] vom 30.3.1911) oder direkt gegenüber deren Haft-
pflicht-versicherung (Art. 65 Abs. 1 Strassenverkehrsgesetz [SVG; SR 741.01] 

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vom 19.12.1958). Dies ändert indes nichts daran, dass nach UVG für Unfallfol-
gen unmittelbar die Unfallversicherung der unfallversicherten Person leistungs-
pflichtig ist. Gleichzeitig hat der Unfallversicherer ein Regressrecht gegenüber 
dem Unfallverursacher bzw. dessen Haftpflichtversicherer gemäss Art. 72 ff. 
Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; 
SR 830.1) vom 6. Oktober 2000 (vgl. hierzu auch BSK UVG-Frésard-Fellay, Ein-
führung, Rz. 45). Mithin ist für die Frage, ob und in welchem Umfang der obliga-
torische Unfallversicherer der Beschwerdeführerin für allfällige Folgen aus dem 
Ereignis vom 28. August 2019 aus UVG leistungspflichtig ist, die Vorinstanz un-
mittelbar zuständig und nicht der Haftpflichtversicherer der Unfallverursacherin 
(dem aus dem UVG keine Leistungspflicht erwächst). 

1.4 Mit der Beschwerde vom 3. September 2020 formulierte die Beschwerde-
führerin ihre Rechtsbegehren. Mit der Stellungnahme vom 10. Februar 2021 
reichte sie neue, davon abweichende Rechtsbegehren ein. 

Kommt es zu einem zweiten Schriftenwechsel, darf die beschwerdeführende Par-
tei die Replik nicht dazu verwenden, ihre Beschwerde zu ergänzen oder zu ver-
bessern (BGE 134 IV 156 Erw. 1.7). Mit Rügen, welche die beschwerdeführende 
Partei bereits in der Beschwerde hätte erheben können, ist sie nach Ablauf der 
Beschwerdefrist ausgeschlossen. Die Replik ist nur zu Darlegungen zu verwen-
den, zu denen die Ausführungen in der Vernehmlassung der Vorinstanz Anlass 
geben (vgl. BGE 135 I 19 Erw. 2.2; Urteil BGer 4A_626/2018 vom 17.4.2019 
Erw. 2.2).

Soweit die Beschwerdeführerin mit der Stellungnahme vom 10. Februar 2020 
neue Rechtsbegehren formuliert, ist darauf nicht einzugehen. Allerdings er-
scheint vorliegend fraglich, ob es sich effektiv um neue Begehren handelt oder 
um die gleichen, bloss neu formuliert. Fest steht in jedem Fall, dass die Be-
schwerdeführerin gegen die Leistungsablehnung der Vorinstanz opponiert und 
sinngemäss beantragt, dass die Vorinstanz in Aufhebung des Einspracheent-
scheides vom 4. August 2020 für die - von der Beschwerdeführerin behaupteten - 
Unfallfolgen des Ereignisses vom 28. August 2019 die gesetzlichen Leistungen 
über den 2. September 2019 hinaus zu erbringen habe. 

1.5 Strittig und nachfolgend zu prüfen ist somit, ob die Vorinstanz die natürliche 
Kausalität zwischen dem Ereignis vom 28. August 2019 und den von der Be-
schwerdeführerin über den 2. September 2019 hinaus geklagten Beschwerden 
zu Recht verneint und die Leistungen per 2. September 2019 eingestellt hat. 

2.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG werden Leistungen der Unfallversicherung bei 
Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das 

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Gesetz nichts anderes bestimmt. Als Unfall gilt gemäss Art. 4 ATSG die plötzli-
che, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusse-
ren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperli-
chen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. 

2.2 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers setzt zunächst voraus, dass 
zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invali-
dität, Tod) ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 
134 V 109 Erw. 2.1; BGE 129 V 177 Erw. 3.1 f.). 

2.3 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um-
stände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten 
oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten ge-
dacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des 
natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleini-
ge oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass 
das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche 
oder geistige Integrität des Versicherten beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern 
Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge-
sundheitliche Störung entfiele; m.a.W. wenn der Unfall überwiegend wahrschein-
lich zumindest eine indirekte Teilursache der gesundheitlichen Beschwerden ist 
(BGE 142 V 435 Erw. 1; BGE 134 V 109 Erw. 2.1; Urteil BGer 8C_689/2019 vom 
9.3.2020 Erw. 5.3 je mit Hinweisen). 

2.4.1 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt des Weiteren voraus, dass 
zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater 
Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann 
als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen 
Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, 
einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er-
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 
177 Erw. 3.2; BGE 125 V 461 Erw. 5a, je mit Hinweisen). Dabei ist es Aufgabe 
des Arztes, den natürlichen Kausalzusammenhang zu beurteilen, während es der 
Verwaltung und im Beschwerdefall dem Gericht obliegt, die Frage nach dem 
adäquaten Kausalzusammenhang zu beantworten (BGE 123 III 110 Erw. 2). 

2.4.2 Die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen 
Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers spielt bei or-
ganisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen praktisch keine Rolle, da sich hier 
die adäquate und natürliche Kausalität weitgehend decken (BGE 134 V 109 
Erw. 2). Unfallfolgen sind dann organisch objektiv ausgewiesen, wenn die Unter-

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suchungsergebnisse objektivierbar sind, d.h. reproduzierbar und von der Person 
des Untersuchenden und den Angaben des Patienten unabhängig sind. Von or-
ganisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen kann somit erst dann gesprochen 
werden, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden Abklärun-
gen bestätigt wurden und die hierbei angewendeten Untersuchungsmethoden 
wissenschaftlich anerkannt sind (BGE 138 V 248 Erw. 5.1; Urteile BGer 
8C_301/2017 vom 24.4.2018 Erw. 2; 8C_849/2011 vom 29.5.2012 Erw. 4.1 
m.w.H.).

2.4.3 Anders verhält es sich bei natürlich unfallkausalen, aber organisch nicht ob-
jektiv ausgewiesenen Beschwerden. Hier bedarf es einer besonderen 
Adäquanzbeurteilung (BGE 138 V 248 Erw. 4; Urteil BGer 8C_801/2017 vom 
24.4.2018 Erw. 4.2.2). Dabei ist vom augenfälligen Geschehensablauf auszuge-
hen, und es sind je nachdem weitere unfallbezogene Kriterien einzubeziehen 
(BGE 134 V 109 Erw. 2.1). Hat die versicherte Person beim Unfall eine Verlet-
zung erlitten, welche die Anwendung der Schleudertrauma-Rechtsprechung 
rechtfertigt, so sind hierbei die durch BGE 134 V 109 Erw. 10 präzisierten Kriteri-
en massgebend. Ist diese Rechtsprechung nicht anwendbar, so sind grundsätz-
lich die Adäquanzkriterien, welche für psychische Fehlentwicklungen nach einem 
Unfall entwickelt wurden (BGE 115 V 133 Erw. 6c/aa; sog. Psycho-Praxis), an-
zuwenden (BGE 134 V 109 Erw. 2.1; vgl. zum Ganzen auch: Urteil BGer 
8C_216/2009 vom 28.10.2009 Erw. 2, nicht publ. in: BGE 135 V 465, aber in: 
SVR 2010 UV Nr. 6 S. 25; SVR 2011 UV Nr. 10 S. 35, 8C_584/2010 Erw. 2).

2.4.4 Praxisgemäss ist die Adäquanz nach der Schleudertraumapraxis erst in je-
nem Zeitpunkt zu prüfen, in dem von der Fortsetzung der auf das Schleuder-
trauma-Beschwerdebild - dessen psychische und physische Komponenten nicht 
leicht zu differenzieren sind - gerichteten ärztlichen Behandlung keine namhafte 
Besserung mehr zu erwarten ist (BGE 134 V 109 Erw. 4.3 und Erw. 6.2; Urteil 
BGer 8C_170/2015 vom 29.9.2015 Erw. 5.2). Ergibt die in diesem Zeitpunkt vor-
genommene Adäquanzprüfung, dass ein allfällig bestehender natürlicher Kausal-
zusammenhang nicht adäquat und damit nicht rechtsgenüglich wäre, ist die Fra-
ge, ob der natürliche Kausalzusammenhang tatsächlich besteht, nicht entscheid-
relevant. Anders ist lediglich in jenen Fällen zu entscheiden, in denen der Sach-
verhalt für eine einwandfreie Adäquanzprüfung nicht hinreichend abgeklärt ist 
(BGE 135 V 465 Erw. 5.1).

Allerdings ist es der Verwaltung und im Beschwerdefall dem Gericht unbenom-
men, vorgängig die natürliche Unfallkausalität des Gesundheitsschadens zu 
klären. Ist sie zu verneinen, hat die Leistungseinstellung zu erfolgen, ohne dass 
geprüft werden muss, ob durch eine Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch 

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eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes hätte erreicht werden kön-
nen (Urteil BGer 8C_636/2016 vom 16.11.2016 Erw. 6 mit Hinweisen).

2.5 Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang 
muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen 
eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üb-
lichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. 
Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen 
des Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tat-
frage handelt, liegt die entsprechende Beweislast - anders als bei der Frage, ob 
ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht 
beim Versicherten, sondern beim Unfallversicherer (BGE 146 V 51 Erw. 5.1). 

Rechtsprechungsgemäss muss der Beweis des Wegfalls des natürlichen Kausa-
lzusammenhangs nicht durch den Nachweis unfallfremder Gründe erbracht wer-
den. Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursachen des Gesundheitsscha-
dens dahingefallen sind (SVR 2008 UV Nr. 11 34, U 290/06 Erw. 3.3; Urteil BGer 
8C_570/2014 vom 9.3.2015 Erw. 6.2). Ein solcher Schluss kann sich im Falle 
von ätiologisch unspezifischen Beschwerden sowie einer Ursachenkonkurrenz, 
umgekehrt aber auch aus der Dominanz unfallfremder Gründe in Verbindung mit 
der fraglichen Eignung des Unfallereignisses, dauernde Schädigungen zu erzeu-
gen, ergeben (Urteil BGer 8C_58/2017 vom 9.6.2017 Erw. 6.3).

2.6 Der Untersuchungsgrundsatz (Art. 61 lit. c ATSG) verpflichtet das Sozial-
versicherungsgericht, von Amtes wegen für die richtige und vollständige Feststel-
lung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Die Verwaltung als verfü-
gende Instanz und - im Beschwerdefall - das Gericht dürfen eine Tatsache als 
bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. 

Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Ge-
setz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegen-
den Wahrscheinlichkeit zu fällen (BGE 146 V 51 Erw. 5.1). Die blosse Möglichkeit 
eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Der 
Richter und die Richterin haben vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu fol-
gen, die sie von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste 
würdigen (BGE 138 V 218 Erw. 6; BGE 126 V 353 Erw. 5b; BGE 125 V 193 
Erw. 2). 

Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne der Beweis-
führungslast begriffsnotwendig aus, da es Sache des Sozialversicherungsge-
richts (oder der verfügenden Verwaltungsstelle) ist, für die Zusammentragung 
des Beweismaterials besorgt zu sein. Im Sozialversicherungsprozess tragen mit-

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hin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Be-
weislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem un-
bewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel 
greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des 
Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt 
zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu 
entsprechen (BGE 117 V 261 Erw. 3b; Urteil BGer 8C_663/2009 vom 27.4.2010 
Erw. 2.2). Auf ein beantragtes Beweismittel kann ohne Verletzung des Gehör-
sanspruches des Versicherten verzichtet werden, wenn die Verwaltung oder der 
Richter bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung gelangt, der 
Sachverhalt, den eine Partei beweisen will, sei nicht rechtserheblich oder der an-
gebotene Beweis vermöge keine Abklärungen herbeizuführen. In der damit ver-
bundenen antizipierten Beweiswürdigung kann kein Verstoss gegen das rechtli-
che Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV erblickt werden (BGE 122 V 157 Erw. 1.d mit 
Hinweis auf BGE 104 V 209 Erw. a und BGE 119 V 335 Erw. 3c je mit Hinwei-
sen).

2.7.1 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 43 und 61 ATSG). Danach haben 
die beurteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Be-
weismittel unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und da-
nach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurtei-
lung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. 

2.7.2 Zur Feststellung natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medi-
zin ist die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall der Richter wesensgemäss auf 
Angaben ärztlicher Fachkräfte angewiesen. Hinsichtlich des Beweiswerts eines 
Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas-
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer-
den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben 
worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Be-
urteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 
der Fachperson begründet sind (BGE 134 V 231 Erw. 5.1). Ausschlaggebend für 
den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich weder die Herkunft 
eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag ge-
gebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 Erw. 3a; 
BGE 122 V 157 f. Erw. 1c mit Hinweisen; Weber, 'Hürden' und 'Hilfen' bei der 
richterlichen Würdigung von medizinischen Gutachten, JaSo 2020, S. 199). 

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2.7.3 Auch den Berichten versicherungsinterner Ärzte kann rechtsprechungs-
gemäss Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als schlüssig erscheinen, 
nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien 
gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (Urteil BGer 8C_587/2020 vom 5.2.2021 
Erw. 3.2). Ein Anstellungsverhältnis dieser Person zum Versicherungsträger al-
leine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen. 
Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar-
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Soll ein Ver-
sicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden 
werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Be-
stehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 
versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärun-
gen vorzunehmen (BGE 145 V 97 Erw. 8.5; BGE 139 V 225 Erw. 5.2; BGE 135 V 
465 Erw. 4.4 mit Hinweisen). 

2.7.4 In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf und soll der Richter 
der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass die Ärzte mitunter im Hinblick auf 
ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer 
Patienten aussagen, weshalb den (unabhängigen) Fachärzten mehr Gewicht zu-
kommt (vgl. Urteil BGer 8C_871/2008 vom 24.3.2009 Erw. 3.2 mit Hinweisen; 
BGE 135 V 465 Erw. 4.5; BGE 125 V 353 Erw. 3b/cc). Dies gilt grundsätzlich 
nicht nur für Hausärzte (BGE 135 V 465 Erw. 4.5), sondern auch für spezialärzt-
lich behandelnde Medizinalpersonen (Urteile BGer 8C_609/2017 vom 27.3.2018 
Erw. 4.3.3; 8C_180/2017 vom 21.6.2017 Erw. 4.4.2). Mit Blick auf die Verschie-
denheit von Behandlungs- und Begutachtungsauftrag kann daher im Streitfall re-
gelmässig nicht auf die Sicht des behandelnden (Fach-)Arztes abgestellt werden 
(vgl. statt vieler: Urteil BGer I 701/05 vom 5.1.2007 Erw. 2 mit Hinweisen). 

2.7.5 Eine ärztliche Beurteilung aufgrund der Akten ist nicht an sich unzuverläs-
sig. Für die Beweistauglichkeit entscheidend ist, dass genügend Unterlagen von 
persönlichen Untersuchungen vorliegen (RKUV 1988 Nr. U 56 S. 371 Erw. 5b). 
Dem reinen Aktengutachten kann voller Beweiswert zukommen, sofern ein lü-
ckenloser Befund vorliegt, und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beurtei-
lung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhaltes geht. Aktengut-
achten sind insbesondere dann von Belang, wenn die relevanten Befunde mehr-
fach und ohne wesentlichen Widerspruch bereits erhoben worden sind, aber die 
Zuordnung zu einer Diagnose oder der Kausalzusammenhang und das Ausmass 
der Behinderung verschieden bewertet werden. In diesen Fällen kann in einem 
Aktengutachten das Für und Wider der verschiedenen Meinungen erwogen und 
die überwiegende Wahrscheinlichkeit für eine bestimmte Beurteilung deutlich 

12

gemacht werden (BGE 125 V 352 Erw. 3b/ee; Urteile BGer 8C_608/2020 vom 
15.12.2020 Erw. 5.2; 8C_523/2018 vom 5.11.2018 Erw. 5.2; 8C_540/2007 vom 
27.3.2008 Erw. 3.2 mit Hinweisen).

3. Es ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin am 28. August 2019 um 
11 Uhr Dr.med. E.________ aufsuchte. Unbestritten ist ebenso, dass es am sel-
ben Tag um ca. 12 Uhr zu einer Fahrzeugkollision unter Mitbeteiligung des Fahr-
zeuges der Beschwerdeführerin kam und sie noch gleichentags erneut Dr.med. 
E.________ aufsuchte. Strittig und nachfolgend zu prüfen ist nun, ob die durch 
die Beschwerdeführerin über den 2. September 2019 hinaus anhaltend geklagten 
Beschwerden krankheitsbedingt sind oder durch das Unfallereignis verursacht 
wurden. Zur Klärung soll nachfolgend vorab das Unfallereignis und anschlies-
send der Gesundheitszustand und -verlauf dargestellt werden.

4.1 Nach dem Zusammenstoss der beiden Unfallfahrzeuge am 28. August 
2019, 12 Uhr, beharrte die Beschwerdeführerin auf dem Beizug der Polizei. Als 
die Polizei eintraf, stellten sie eine teils veränderte Unfallsituation fest. Bis auf die 
Beschädigungen der beiden Personenwagen konnten keine unfallrelevanten 
Spuren festgestellt werden (vgl. Polizeirapport vom 15.9.2019, Vi-act. 4). Den 
Sachverhalt umschrieb der rapportierende Polizist wie folgt:

H.________ fuhr mit dem Personenwagen SZ ________ von ________ herkom-
mend auf den Aussenparkplatz der Liegenschaft '________. Anschliessend wollte 
sie das Fahrzeug wenden, fuhr unvorsichtig rückwärts und kollidierte dabei mit 
dem parkierten Personenwagen SZ ________ von A.________, welche sich zum 
Unfallzeitpunkt telefonierend im Fahrzeuginnern befand. Durch die Kollision ent-
stand Sachschaden. 

Die Unfallverursacherin gab der Polizei am 5. September 2019 zur Auskunft, als 
sie auf dem Aussenparkplatz gewendet und rückwärtsgefahren sei, sei es zur 
Kollision gekommen. Sie habe den Wagen wohl aus ihrer Sitzposition nicht 
wahrgenommen. Sie sei maximal mit Schritttempo rückwärtsgefahren. Sie habe 
sich nicht verletzt. Zur Aussage der Beschwerdeführerin vom 5. September 2019 
protokollierte die Polizei, sie habe sich im Wagen befunden und telefoniert. Sie 
habe für eine medizinische Kontrolle noch gleichentags ihre Ärztin aufgesucht; 
sie habe seit dem Unfall Rückenbeschwerden, hauptsächlich rechts. Weiter hielt 
der Protokollführer fest, sie hätten bei Ankunft an beiden Fahrzeugen leichte Be-
schädigungen feststellen können. Beide Personen hätten keine sichtbaren Ver-
letzungen erlitten. Man habe beiden Personen angeboten, die ganze Sache mit 
dem europäischen Unfallprotokoll zu lösen. Die Beschwerdeführerin habe indes 
auf einem Polizeirapport bestanden. Man habe sich dann doch auf die Regelung 
des europäischen Unfallprotokolls geeinigt; am 30. August 2019 habe die Be-
schwerdeführerin aber auf ein polizeiliches Unfallprotokoll bestanden. Diesen er-

13

stellte der Polizist am 15. September 2019 (die im Rapport erwähnte Fotodoku-
mentation befindet sich nicht in den Akten).

4.2 In der Ergänzung der Einsprache vom 19. Dezember 2019 kritisierte die 
Beschwerdeführerin das polizeiliche Unfallprotokoll als nicht korrekt erfasst. Sie 
selber formulierte ihre persönliche Aussage wie folgt:

Als es zur Kollision kam, befand ich mich noch in meinem parkierten Fahrzeug, 
weil mein Telefon klingelte und ich es aus meiner Handtasche hervorholte, um es 
anzunehmen. Ich sass entspannt im Fahrzeug und telefonierte. Plötzlich ertönte 
ein Knall. Nach erster schockartiger Benommenheit und möglicher kurzer Bewusst-
losigkeit bin ich ausgestiegen und habe festgestellt, dass ich auf meinem Privat-
parkplatz von einem Fahrzeug gerammt worden war. Die Unfallverursacherin hatte 
ihr Fahrzeug bereits von meinem Grundstück zur Nachbarsgrundstückgrenze 
weggefahren. Die Unfallverursacherin erwähnte beschwichtigend, dass zum Glück 
ja nichts passiert sei. Ich erkannte den Sachschaden an meinem Fahrzeug und te-
lefonierte daraufhin mit der Polizei, um den Sachverhalt vor Ort korrekt aufnehmen 
zu lassen. Inzwischen hielt ich die Situation fotografisch fest. Noch am Abend des 
Unfalltages erhielt ich einen Arzttermin bei Frau Dr. E.________ der ________ -
Praxis in ________. Ich suchte Frau Dr. E.________ auf, weil ich nach dem Un-
fallmoment an Kopf-, Halswirbelsäulen- und Rückenschmerzen litt.

4.3 Gemäss dem von der Unfallverursacherin und der Beschwerdeführerin 
ausgefüllten Unfallbericht (Bf-act. 3 zur Eingabe vom 10.2.2021) ereignete sich 
der Unfall um 12 Uhr. Die angekreuzten Unfallumstände entsprechen dem Be-
schrieb im Polizeiprotokoll. Als sichtbare Schäden wurden bei beiden Fahrzeu-
gen das Heck seitlich als beschädigt bezeichnet ohne genauere Angaben. Weite-
re Hinweise zu Schäden und/oder Verletzungen werden nicht gemacht, jedoch 
wurde die Frage nach Verletzten, einschliesslich Leichtverletzten ausdrücklich 
mit 'nein' dokumentiert.

4.4 Die Haftpflichtversicherung der Unfallverursacherin gab der Vorinstanz zur 
Auskunft, das Delta-v sei nicht bestimmt worden, es habe maximal 5 km/h betra-
gen. Der Sachschaden am Fahrzeug der Beschwerdeführerin sei absolut baga-
tellär gewesen. Sie übergab die Reparaturrechnung sowie Bilder des Schadens 
(vgl. Vi-Ordner, Post-it ' G.________ H3' [Akten ohne Aktenverzeichnis]).

Die Rechnung für die Reparatur am Jaguar XF der Beschwerdeführerin betrug 
Fr. 2'858.35, wovon u.a. rund Fr. 1'100.-- für eine Stossfänger-Abdeckung, 
Fr. 332.-- für einen Spoiler, Fr. 462.-- für Arbeit sowie Fr. 855.-- für Lackmaterial 
und Lackierung (Vi-act. 7). 

Auf den Schadenaufnahmen sind hinten links am Wagen der Beschwerdeführe-
rin Kratzspuren erkennbar.

14

4.5 Im Dokumentationsbogen für Erstkonsultation nach kranio-zervikalem Be-
schleunigungstrauma notierte Dr.med. E.________ am Unfalltag zum Unfallher-
gang, es sei zu einer Heckkollision gekommen. Die Beschwerdeführerin sei auf 
die Kollision nicht gefasst gewesen. Zu einem Kopfanprall sei es nicht gekom-
men. Die Kopfstellung sei gerade und sie in aufrechter Sitzposition gewesen. Sie 
habe die Sicherheitsgurte getragen; der Airbag sei nicht ausgelöst worden. We-
der sei Bewusstlosigkeit noch eine Gedächtnislücke eingetreten, jedoch eine 
Angst- und/oder Schreckreaktion. Die Beschwerdeführerin habe nach dem Unfall 
weiterfahren und auch die geplanten Tätigkeiten verrichten können (Vi-act. 5).

4.6 Für das Gericht steht damit fest, dass es am 28. August 2019 um 12 Uhr 
auf dem Parkplatz der Liegenschaft der Beschwerdeführerin zu einer Kollision 
kam. Der Wagen der Beschwerdeführerin war geparkt; sie selbst sass aufrecht 
im Fahrzeug und war am Telefonieren. Die Unfallverursacherin fuhr rückwärts 
wendend aus ihrem Parkplatz ins Heck der Beschwerdeführerin, so dass sich die 
beiden Wagen je hinten links touchierten. Dies führte zum Sachschaden an bei-
den Fahrzeugen. Gemäss Aussage des Haftpflichtversicherers handelt es sich 
um einen Bagatellschaden, was sowohl die Schadenaufnahmen als auch die 
Rechnung bestätigen. Sie zeigen Kratzspuren, allenfalls mit leichter Eindellung, 
so dass Autoteile ersetzt und neu lackiert werden mussten. Die Rechnungshöhe 
besagt nichts aus über die Heftigkeit der Kollision. Die ersetzten Teile sowie die 
Tatsache, dass die Funktionstauglichkeit des Fahrzeuges nie gefährdet war, 
bestätigen hingegen den bagatellären Charakter sowie die geringe Wucht des 
Aufpralls. Die Geringfügigkeit erklärt auch, weshalb die herbeigerufene und be-
züglich Verkehrsunfällen erfahrene Polizei keinen Rapport erstellen, sondern den 
ganzen Vorfall mit dem Unfallformular regeln wollte, und den Rapport nur auf 
ausdrückliche Nachforderung der Beschwerdeführerin hin erstellte. Auch die wei-
teren Umstände bestätigen diese Beurteilung. Das Unfallfahrzeug war am Rück-
wärtswenden, was in aller Regel in minimaler Geschwindigkeit geschieht. Die 
Angabe des Haftpflichtversicherers, Delta-v habe maximal 5 km/h betragen, er-
scheint schlüssig. Beide beteiligten Personen gaben unmittelbar nach der Kolli-
sion an (und unterzeichneten dies persönlich), keine, auch keine leichten, Verlet-
zungen erlitten zu haben. Die Frage nach einem Kopfanprall verneinte die Be-
schwerdeführerin. Der Airbag wurde nicht ausgelöst. Sie konnte ihre geplanten 
Tätigkeiten fortführen, auch das Lenken des Fahrzeuges war möglich. Gegenü-
ber der erstbehandelnden Ärztin verneinte die Beschwerdeführerin sowohl eine 
Bewusstlosigkeit als auch eine Gedächtnislücke. Auch Schwindel, Übelkeit, Er-
brechen, Hör-, Seh- und Schlafstörungen wurden verneint; erwähnt wird einzig 
eine Unsicherheit wegen direkt aufgetretenem Schwankgefühl. Nicht glaubhaft 
und keinesfalls überwiegend wahrscheinlich ist daher ihre Darstellung im De-

15

zember 2019, wonach auch eine Bewusstlosigkeit eingetreten sei. Eine derart 
schwerwiegende Unfallfolge wäre mit Bestimmtheit bereits im Unfallbericht, si-
cherlich aber gegenüber der erstbehandelnden Ärztin auf deren konkrete Abfrage 
hin erwähnt worden. Dass die Beschwerdeführerin hingegen einen Schreckens-
moment erlebt hat, ist durchaus nachvollziehbar. Immerhin rechnet man auf dem 
Parkplatz vor dem eigenen Haus, abseits der Strasse nicht mit einer Kollision, so 
dass sowohl der Knall als auch das Rucken (was beides sowohl bei minimalem 
Delta-v eintritt) zu erschrecken vermögen. Dies ändert indes nichts an der Ge-
samtbeurteilung, dass es sich bei der Kollision vom 28. August 2019 um einen 
leichten, wenig intensiven Unfall gehandelt hat (vgl. Beispiele der Rechtspre-
chung in Urteil BGer 8C_786/2011 vom 3.1.2012 Erw. 3.1.). 

Bleibt anzufügen, dass eine unfalltechnische oder biomechanische Analyse An-
haltspunkte zur - einzig mit Blick auf die Adäquanzprüfung relevanten - Schwere 
des Unfallereignisses zu liefern vermag; Überlegungen zur Auffahrgeschwindig-
keit und der dabei auf das Fahrzeug der versicherten Person übertragenen 
Energie bilden jedoch keine hinreichende Grundlage für die Beurteilung der - von 
der Vorinstanz verneinten - natürlichen Kausalität. Denn selbst bei scheinbar 
harmlosen Auffahrunfällen kann aus medizinischer Sicht nicht von vornherein 
ausgeschlossen werden, dass eine für die Gesundheitsbeeinträchtigung ursäch-
liche HWS-Verletzung vorliegt. Daraus darf indes nicht abgeleitet werden, die 
Heftigkeit des Aufpralls sei im Zusammenhang mit der Klärung der natürlichen 
Kausalität bedeutungslos. Vielmehr kann eine geringfügige Auffahrgeschwindig-
keit und damit Gewalteinwirkung auf den menschlichen Körper durchaus aus-
schlaggebend dafür sein, dass konkurrierende unfallfremde Ursachen mit über-
wiegender Wahrscheinlichkeit allein verantwortlich für das Beschwerdebild 
zeichnen (Urteil BGer 8C_58/2017 vom 9.6.2017 Erw. 6.2 m.H.a. RKUV 2003 
Nr. U 489 S. 359, U 193/01 Erw. 3.2 und Urteil BGer U 264/04 vom 16.6.2005 
Erw. 3.4).

5. Was den Gesundheitszustand und -verlauf der Beschwerdeführerin anbe-
langt, so ergibt sich aus den Akten (vgl. Vi-act. grauer Ordner [ohne Aktenver-
zeichnis]):

5.1.1 Gemäss Auszug Krankengeschichte meldete sich die Beschwerdeführerin 
am 21. August 2019 bei ihrer Ärztin (per E-Mail und Telefon) wegen einer Bau-
stelle neben ihrem Wohn- und Geschäftshaus. Ihre Lebensqualität und Gesund-
heit litten darunter; sie wolle dies deponiert haben und melde sich, wenn sie ei-
nen Termin benötige (Bf-act. 14 zur Eingabe vom 10.2.2021). Am 28. August 
2019 morgens um 11 Uhr erfolgte die Arztkonsultation. Die Beschwerdeführerin 
klagte gemäss Eintrag in der Krankengeschichte über Kopfschmerz, Konzentrati-

16

onsstörung, Nackenverspann, Unwohlsein, neu aufgetretenes Geräusch im lin-
ken Ohr seit ca. 3 Wochen. Alles seitdem nebenan gebaut werde. Die Ärztin no-
tierte als behandeltes Problem eine 'psychovegetative Erschöpfung' und unter 
'objektiv' Durchschlafstörungen, Verspannung ges. Körper, p.m. Nacken bds., 
rez. Kopfschmerz, stark verspannter Nacken, 105/80 mmHg, 72/min. Die Ärztin 
attestierte eine volle Arbeitsunfähigkeit bis Ende September 2019, empfahl, ei-
nen Anwalt einzuschalten, sowie Ruhepausen und autogenes Training und sie 
verschrieb Laitea 1x täglich.

5.1.2 Am 29. August 2019 reichte die D.________ AG der Vorinstanz für die Be-
schwerdeführerin eine Krankheitsanzeige ein. Sie habe am Vortag letztmals ge-
arbeitet. Auch liegt ein am 28. August 2019 durch Dr.med. E.________ ausge-
stelltes Arbeitsunfähigkeitszeugnis vor, das der Beschwerdeführerin vom 28. Au-
gust 2019 bis 30. September 2019 eine vollständige, krankheitsbedingte Arbeits-
unfähigkeit attestiert.

5.1.3 Am 2. September 2019 unterbreitete die Vorinstanz der behandelnden Ärz-
tin Dr.med. E.________ Fragen, welche diese am 1. Oktober 2019 (nach einer 
weiteren Konsultation) wie folgt beantwortete (Vi-act. 2):

1. Anamnese und frühere psychiatrische/psychotherapeutische Behandlung und 
Hospitalisation?

Frau A.________ stellte sich am 28.08.19 erstmals in unserer Praxis vor. Sie 
klagte zu diesem Zeitpunkt über Durchschlafstörung, Verspannungsgefühl des 
gesamten Körpers, Punctum maximum im Nacken bds., immer wiederkehrende 
Kopfschmerzen und starke psychische Belastung aufgrund einer Lärmstörung 
durch Abriss des Nachbargebäudes. Die Problematik hier besteht vor allem dar-
in, dass Frau A.________ direkt neben der Baustelle ganztätig arbeitet und dort 
auch privat wohnt. Die geschilderten Beschwerden sowie ein neu aufgetretenes 
Ohrgeräusch im linken Ohr seit zirka 3 Wochen seien zeitlich alle parallel zu 
den Abrissarbeiten des auf dem Nachbargrundstück stehenden Mehrfamilien-
hauses aufgetreten. Sie habe mehrfach um Lärmschutzmassnahmen gebeten, 
diesen wurde jedoch nicht nachgekommen. Eine frühere psychiatrische oder 
psychotherapeutische Behandlung liegt nicht vor, Hospitalisationen ebenfalls 
nicht.

2. Aktuelle Symptomatik unter Berücksichtigung der familiären und sozialen Ver-
hältnisse und der Integration in Beruf und Gesellschaft?

Aktuell (1.10.2019) beklagt die Patientin nach nun gut einmonatiger Unterbre-
chung ihrer beruflichen Tätigkeit (AUF 100% bis 30.9.2019) erneut die obenge-
nannten Beschwerden. Die Schlafstörungen haben sich gebessert, die Nacken-
schmerzen sind leicht rückläufig unter der derzeitigen Therapie. Das neu aufge-
tretene Ohrgeräusch links ist nicht kontinuierlich, sondern tritt phasenweise auf. 
Die Kopfschmerzen bestehen in unveränderter Stärke bds. frontal sowie im Be-
reich der rechten Kopfseite. Re gluteal sei in der Tiefe ein druckschmerzhafter 
Punkt. 

17

3. Wie lautet Ihre Diagnose nach ICD-10-oder DSM IV mit Begründung?

Psychische Überlastung

4. Therapie:
- Datum des Beginns der jetzigen Behandlung?
- Art und Ziel der Therapie?
- Bisheriger Heilungserfolg?
- Ist die Behandlung abgeschlossen?
- Wurde eine psychiatrische Behandlung veranlasst?

- Seit 18.9.2019 Physiotherapie, seit Anf. 9/2019 Eigenübungen zur Entspan-
nung und Dehnung sowie ausgedehnte Spaziergänge, med. Therapie mit Lai-
tea 

- Physiotherapie, med. Therapie, Entspannungstherapie
- Nackenschmerzen leicht rückläufig, Schlaf besser, Belastbarkeit besser
- Behandlung ist nicht abgeschlossen
- Es wurde keine psychiatrische Behandlung veranlasst

5. Arbeitsfähigkeit:
- Aktuell?
- Prognose für die Zukunft? (bitte begründen)

1.10-15.11.2019 50%AUF
Prognose für die Zukunft gut, da hochmotivierte Patientin, die aktiv an der Ver-
besserung der Beschwerden mitarbeitet.

6. Bemerkungen?
-

5.2.1 Am 28. August 2019 ereignete sich nach Rückkehr von der Arztkonsultati-
on um 12 Uhr die zuvor beschriebene Kollision. Um 17 Uhr suchte die Be-
schwerdeführerin erneut Dr.med. E.________ auf. 

5.2.2 Gemäss dem anlässlich der Konsultation ausgefüllten Dokumentationsbo-
gen für Erstkonsultation nach kranio-zervikalem Beschleunigungstrauma bestan-
den keine Anhaltspunkte weder für eine Bewusstlosigkeit noch eine Gedächtnis-
lücke (Vi-act. 5). Die Beschwerdeführerin konnte sowohl Auto fahren als auch 
den geplanten Tätigkeiten nachkommen. Die Beschwerdeführerin habe über 
Kopf (Hinterkopf re) und Nackenschmerzen (re hinten) mit einer Schmerzinten-
sität von 8 (1-10) geklagt, nicht aber über Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Hör-, 
Seh- oder Schlafstörungen. Erwähnt ist eine Unsicherheit wegen direkt aufgetre-
tenem Schwankgefühl. Als bereits vor dem Unfall behandlungsbedürftige Be-
schwerden erwähnte Dr.med. E.________ Nackenschmerzen. Die Untersuchung 
ergab eine schmerzhafte Beweglichkeit der HWS (ausser bei Rechtsdrehung), 
wobei Dr.med. E.________ anmerkte, die Nackenschmerzen bds. seien vorbe-
stehend bei Schmerzintensität 6-7, nach dem Unfall 9-10. Es bestünden auch 
Ruheschmerzen, kein Stauchungsschmerz. Dokumentiert wird sodann ein 
Schmerz rechts paralumbal der unteren LWS. Die Neurologische Untersuchung 

18

war unauffällig, ergab einen Normalbefund. Eine Bildgebung erfolgte nicht, auf 
eine Therapie wurde verzichtet. Dr.med. E.________ kreuzte ein HWS-
Distorsionstrauma Grad II sowohl als Verdachtsdiagnose als auch als Diagnose 
an aufgrund der klinischen Präsentation Nackenbeschwerden und muskuloske-
lettale Befunde (verminderte Beweglichkeit und punktuelle Druckschmerzhaftig-
keit miteingeschlossen), zudem Kopfschmerz, Schwankge-
fühl/Unsicherheitsgefühl beim Laufen. Da bereits eine Arbeitsunfähigkeit wegen 
Krankheit attestiert wurde, merkte Dr.med. E.________ an, wäre die Beschwer-
deführerin nicht schon krankgeschrieben, wäre die Ausstellung einer AUF für 
zumindest für die folgenden 3 bis 5 Tage erfolgt. Aus der Krankengeschichte er-
gibt sich zudem (vgl. Bf-act. 7 zu Eingabe vom 10.2.2021), dass auf Wunsch der 
Beschwerdeführerin keine Bildgebung erfolgt ist. Die Ärztin verschrieb keine Me-
dikation und behielt Physiotherapie vor, sollten sich die HWS-Beschwerden und 
die neu aufgetretenen paralumbalen Beschwerden rechts, die rund 2 Std. nach 
dem Unfall eingesetzt hätten, verschlimmern. 

5.2.3 Noch am 29. August 2019 reichte die D.________ AG der Vorinstanz auch 
eine Schadenmeldung UVG ein und dokumentierte diesen mit dem Unfallbericht 
(Vi-act. grauer Ordner Post-it Medizin Akten [ohne Aktenverzeichnis]). In der Fol-
ge bestand die Beschwerdeführerin gegenüber der Arztpraxis darauf, dass zwei 
Akten geführt werden, eine Krankenakte und eine Unfallakte, was ihr die Arztpra-
xis so bestätigte.

5.3 Am 4. September 2019 kontaktierte die Beschwerdeführerin die Arztpraxis 
per E-Mail. Die dumpfen Kopfschmerzen sowie die Schmerzen auf der rechten 
Körperseite, vom Kopf über die Halswirbelsäule bis zum unteren Rücken seien 
weiterhin bestehend. Insbesondere die Punkte im Hals-, oberen und unteren Rü-
ckenbereich seien dauerhaft schmerzend. Sie habe sich um innere Ruhe 
bemüht, mit Entspannungs- und Atemübungen und auch mit Hydrotherapie und 
Spaziergängen. Vor Jahrzehnten habe sie mit der FRZ-Massage gute Erfahrun-
gen im Zusammenhang mit dem erlebten Schleudertrauma gemacht, weshalb sie 
die Ärztin um deren Meinung hierzu fragte. Am Folgetag schlägt die Arztpraxis 
Physiotherapie mit Massage und Wärme vor. Nachdem die Beschwerdeführerin 
dies guthiess, stellte die Arztpraxis am 6. September 2019 eine Verordnung Phy-
siotherapie (Physiotherapie/Wärme/Massage nach ihrem Ermessen) infolge Un-
fall (St.n. HWS-Schleudertrauma am 28.8.2019) aus mit dem Ziel der Analgesie/ 
Entzündungshemmung, Verbesserung der Gelenksfunktion und Verbesserung 
der Muskelfunktion (Bf-act. 8 und 10 zur Eingabe vom 10.2.2021). 

19

5.4 Am 24. September 2019 erkundigte sich die Arztpraxis bei der Beschwer-
deführerin nach deren Befinden. Sie mache gezielte Übungen und sei in Thera-
pie. Die Nackengegend werde bislang nicht behandelt, weil dies erst ab der 
6. Woche nach Unfall möglich sein werde. Sie sei viel in der Natur, gehe spazie-
ren und sei möglichst am Wasser. Hydrotherapie tue ihr ebenfalls gut, sowohl für 
den Unfall als auch für die Entspannung im Zusammenhang mit dem Baulärm. 
Längeres Sitzen verursache ihr stärkere Schmerzen an den betroffenen Stellen 
des rechten Körpers (Bf-act. 10 zur Eingabe vom 10.2.2021). 

Am 1. Oktober 2019 fand eine weitere Konsultation bei Dr.med. E.________ statt 
(Bf-act. 7 zur Eingabe vom 10.2.2021). Diese dokumentierte in der Krankenge-
schichte, die Beschwerdeführerin klage nach wie vor über Kopfschmerzen frontal 
bds., Nackenschmerzen seien leicht besser. Das Ohrengeräusch links komme 
und gehe, der Schlaf sei besser geworden (ausser letzte Nacht). Laitea und Phy-
sio täten ihr gut, gemäss Therapeut solle sie noch mehr laufen. Als objektiven 
Befund erhob die Ärztin einen etwas weniger ausgeprägten Nackenmuskelhart-
spann, die HWS-Drehung sei nur noch ganz endgradig wenig eingeschränkt. Sie 
sei etwas belastbarer, habe auch schon stundenweise gearbeitet, mache Physio-
therapie seit dem 18. September 2019. 

Ab der Sprechstunde vom 1. Oktober 2019 wurde die Arbeitsunfähigkeit bis 
15. November 2019 auf noch 50% festgelegt. Es wurde weiter Laitea verschrie-
ben sowie zusätzlich zur Physiotherapie Massagen für den Nacken beidseits 
(vgl. Bf-act. 7 und 8 zur Eingabe vom 10.2.2021).

5.5 Am 1. Oktober 2019 erstellte Dr.med. E.________ den von der Vorinstanz 
betreffend Krankheit verlangten Bericht (vgl. oben Erw. 5.1.3).

5.6 Mit E-Mail vom 8. November 2019 informierte die Beschwerdeführerin ihre 
Arztpraxis (vgl. Bf-act. 10 zur Eingabe vom 10.2.2021). Sie betreibe wöchentlich 
Physiotherapie mit integriertem Massageanteil im HWS- und Rückenbereich so-
wie diversen lokalen Körperübungen und Druckpunktbehandlungen mit Dehnun-
gen. Zu Hause wiederhole sie die Übungen, was beim Durchführen und im 
Nachgang zu Schmerzen führe. Nach den Therapiesitzungen würden sich die 
Schmerzen meistens kurzfristig verbessern ausser nach einer Sitzung mit aktivie-
rendem Massagegerät auf dem rechten Oberschenkel. Danach hätte sie ver-
mehrt Schmerzen auf der gesamten rechten Körperseite während mehr als zwei 
Tagen verspürt. Bei einem Spaziergang bei Kälte und Feuchte habe sie die linke 
Oberkörperseite inkl. Kopf nicht mehr bewegen können, sie sei blockiert gewe-
sen, es habe sehr geschmerzt und bis zum übernächsten Tag angedauert. Heis-
se Auflagen und Bäder hätten langsam Entspannung gebracht. Gemäss Thera-

20

peut sei es im Zusammenhang mit ihrem Vorfall typisch, dass plötzlich Schmer-
zen aufkämen, insbesondere, wenn sie friere und sich die Muskulatur zusam-
menziehe. 

Da das letzte Arbeitsunfähigkeitszeugnis am 15. November 2019 auslaufe, frage 
sie betreffend weiteres Vorgehen an. Fakt sei, dass sie nicht langfristig ruhig sit-
zen oder am Ort stehen könne. Sie könne noch immer nicht optimal arbeiten. 
HWS, Kopfschmerzen rechts und der obere Rückenbereich sowie teilweise auch 
der untere Rücken seien weiterhin verspannt und schmerzten. Der eine Punkt 
rechts auf dem Gesäss schmerze noch immer andauernd. Sie erachte eine Ver-
längerung der 50%igen AUF als sinnvoll. Der Therapeut erwähne, ein Schleuder-
trauma bedürfe eines langfristigen Genesungsprozesses (Bf-act. 10 zur Eingabe 
vom 10.2.2021). 

Die E-Maileingabe findet am 14. November 2019 ohne Untersuch als subjektives 
Befinden gekürzt Eingang in die Krankengeschichte. Die 50%ige AUF wird durch 
Dr.med. E.________ um vier Wochen verlängert und neu auf Unfall ausgestellt, 
da die geklagten Beschwerden in eindeutigem Zusammenhang mit dem HWS-
Schleudertrauma vom 21. August 2019 stehen würden (Bf-act. 7 zur Eingabe 
vom 10.2.2021).

5.7 Nach Eingang des um einen Monat verlängerten Arbeitsunfähigkeitszeug-
nisses (50% AUF), neu infolge Unfall, unterbreitete die Vorinstanz der behan-
delnden Ärztin am 21. November 2019 Fragen, welche Dr.med. E.________ am 
26. November 2019 wie folgt beantwortete (Vi-act. 9 und 10):

1. Anamnese?
Unfallhergang ist Ihnen bekannt: Am 21.8.2019 um 12 Uhr fuhr der Patientin ein 
Auto in ihr geparktes Auto, in welchem sie drinsass. Die Unfallverursacherin fuhr 
ihr in die linke Auto-Hinterseite.

2. Diagnosen?
HWS-Schleudertrauma

3. Welche subjektiven Beschwerden wurden geltend gemacht?
Nach regelmässigen Physiotherapiebehandlungen, Massagen, Wärme, Dehnungs- 
Eigenübungen besserten sich die geklagten Beschwerden im Bereich des Nackens 
langsam. Einmalig kam es während eines Spaziergangs Anfang November dazu, 
dass die Patientin den linken Oberkörper und HWS nach li nicht bewegen konnte. 
Besserung trat innerhalb der nächsten Tage nach Wärme, Bädern und Entspan-
nungsübungen ein. Am 8.11.2019 klagt Frau A.________, dass sie nicht länger an 
einem Ort stehen oder sitzen könne. Es kommt dann erneut zu Nacken- und Kopf-
schmerzen und in der Folge auch zu Schmerzen im unteren Rückenbereich. 
Rechts gluteal würde es unverändert punktuell dauerhaft schmerzen.

4. Welches war Ihr objektiver Befund?
Eine erneute körperliche Untersuchung fand im November 2019 bislang nicht statt.

21

5. Falls am heutigen Gesundheitszustand unfallfremde Faktoren beteiligt sind, 
geben sie uns bitte genau an, um welche Mitursachen es sich dabei handelt?
Vorbestehend waren eine Muskeldysbalance und Spannungsgefühl im Bereich des 
Nackens. Die geklagten Schmerzen, die laut Bericht der Patientin vom 8.11.2019 
immer noch auftreten, wenn sie länger sitzen oder stehen muss, waren nicht vor-
bestehend.

6. Welche Therapien werden zurzeit mit welchem Erfolg durchgeführt?
Physiotherapie, Massagen, Eigenübungen

7. Welche medizinischen Gründe liegen für diese attestierte Arbeitsunfähigkeit 
vor?
Patientin kann noch nicht den ganzen Tag sitzen oder stehen.

8. Kann in nächster Zeit mit einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit gerechnet 
werden?
- wenn ja, per wann?
- wenn nein, weshalb nicht?
Für Anfang 2020 ist mit Wiederherstellung der vollen Arbeitsfähigkeit zu rechnen.

9. Allfällige Bemerkungen Ihrerseits?
nein
Aktuelle Rö-Aufnahmen/CT/MRI wurden nicht erstellt, da strukturelle Schädigung 
neueren Datums unwahrscheinlich.

5.8 Die nächste Sprechstunde bei Dr.med. E.________ fand am 9. Dezember 
2019 statt. Die Beschwerdeführerin klage über Belastungsschmerz, wenn sie 
länger als einen halben Tag stehen oder sitzen müsse. Die rechte Nackenseite 
schmerze, ebenso rechts gluteal. Dies werde nach wie vor vom Physiotherapeu-
ten bearbeitet. Der Baulärm sei kein Diskussionsgegenstand, bestehe nur noch 
phasenweise; das Gebäude stehe, der aktuelle Baulärm sei daher nicht Ursache 
für die verminderte Belastbarkeit. Unter 'objektiv' notierte die Ärztin in der Kran-
kengeschichte HWS-Drehung nach rechts fast uneingeschränkt, nach links end-
gradig deutlich eingeschränkt. Nackenmuskulatur Hartspann ausgeprägt beid-
seits, rechts gluteal schmerzhafter Druckpunkt. Eine Steigerung der Arbeitsfähig-
keit empfahl die Ärztin wegen der noch eingeschränkten Belastbarkeit nicht; sie 
verlängerte 50% AUF bis 10. Januar 2020. Danach solle über eine Steigerung 
entschieden werden.

5.9 Am 16. Dezember 2019 enthält die Krankengeschichte den Eintrag, die 
Beschwerdeführerin melde Probleme mit der Versicherung, weil die ersten zwei 
Arztzeugnisse auf Krankheit ausgestellt gewesen seien; die Arbeitsunfähigkeit 
sei aber krankheits- und unfallbedingt gewesen. Nach Rücksprache mit Dr.med. 
E.________ würden beide Zeugnisse auch auf Unfall ausgestellt, da die Patientin 
auch aufgrund des Unfalls arbeitsunfähig gewesen sei (Bf-act. 7 zur Eingabe 
vom 10.2.2021). In den Akten liegt entsprechend ein Zeugnis vom 16. Dezember 

22

2019, das die AUF unfallbedingt ab 28. August 2019 (bis 31.1.2020) attestiert 
(Bf-act. 13 zur Eingabe vom 10.2.2021).

5.10 Am 18. Dezember 2019 berichtete die Beschwerdeführerin über die letzte 
Physiotherapiesession. Sie erkundigt sich, ob es sinnvoll wäre, neben der be-
gonnenen Osteopathie eine dritte Physiotherapiesession zu beginnen. Sie habe 
selber ein gutes Gefühl. Dr.med. E.________ liess ihr indes ausrichten, Osteopa-
thie und erweiterte Physiotherapie nicht gleichzeitig zu machen, dies sei definitiv 
zu viel, sie solle erstmal Osteopathie weiterführen (Bf-act. 10 zur Eingabe vom 
10.2.2021).

5.11 Am 8. Januar 2020 dokumentiert Dr.med. E.________ in der Krankenge-
schichte, die Beschwerdeführerin habe zweimal Osteopathie gemacht, es sei ihr 
danach etwas besser gegangen und laut Osteopath sei eine weitere Besserung 
rechter Nacken und rechts gluteal sehr wahrscheinlich. Ein objektiver Befund 
wird nicht dokumentiert. Sie attestierte der Beschwerdeführerin vom 11. bis 
31. Januar 2020 25% unfallbedingte AUF und ab 1. Februar 2020 volle Arbeits-
fähigkeit; die Osteopathie solle zu Ende geführt werden (Bf-act. 7 zur Eingabe 
vom 10.2.2021).

5.12 Am 25. Januar 2020 informierte die Beschwerdeführerin Dr.med. 
E.________ schriftlich über ihr Befinden. Es gehe insgesamt besser, sie sei in-
des noch nicht ganz schmerzfrei. Der Punkt auf dem unteren Rücken/Gesäss 
rechts sei immer noch da, er strahle noch immer nach oben und unten aus. Der 
Osteopath habe die ganze rechte Körperseite inkl. Kopf manipuliert und Verbes-
serungen wie auch Restverspannungen festgestellt. Sie versuche dennoch, ab 3. 
Februar 2020 wieder 100% zu arbeiten. Dr.med. E.________ zeigte sich am 27. 
Januar 2020 mit dem Vorgehen einverstanden. Sie gehe davon aus, dass die 
100%ige Arbeitsfähigkeit nicht nur bei Schmerzfreiheit realistisch sei. Die Be-
schwerdeführerin solle bedenken, dass ein realistisches Ziel bei der gegebenen 
Konstellation nicht eine absolute Schmerzfreiheit sei, sondern eher eine sehr gu-
te Schmerz-linderung (Bf-act. 10 zur Eingabe vom 10.2.2021). 

5.13 Bereits am 18. Dezember 2019 gab die Vorinstanz (im Dossier Kranken-
taggeld) bei der I.________ AG, Zürich, infolge langanhaltender Arbeitsunfähig-
keit eine Untersuchung der Beschwerdeführerin in Auftrag. Diese Standortbe-
stimmung solle Auskunft über den aktuellen Gesundheitszustand geben. Am 21. 
Dezember 2019 teilte die Beschwerdeführerin der Vorinstanz mit, die Notwendig-
keit einer psychiatrischen Standortbestimmung sei nicht indiziert, da die Er-
werbsunfähigkeit seit 29. August 2019 unfallbedingt sei. Sie sei durch das Torsi-
onstrauma vom 28. August 2019 in ihrer somatischen Gesundheit angeschlagen 

23

und in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Am 14. Januar 2020 bot das 
I.________ Zentrum die Beschwerdeführerin zur ärztlichen Untersuchung und 
Abklärung der körperlichen Leistungsfähigkeit auf den 3. und 4. Februar 2020 auf 
sowie für eine psychiatrische Beurteilung auf den 13. Februar 2020. Mit Ein-
schreiben vom 15. Januar 2020 teilte die Beschwerdeführerin dem I.________ 
Zentrum mit, die Notwendigkeit für eine ärztliche Untersuchung und die Ab-
klärung ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit sowie psychiatrischen Beurteilung 
sei nicht gegeben, die unterbreiteten Termine seien zu stornieren. Sie sei für ih-
ren Heilungsprozess bereits in ärztlicher Behandlung ihres Vertrauens und 
benötige keine weitere. Am 28. Januar 2020 forderte die Vorinstanz die Be-
schwerdeführerin auf, die reservierten Termine wahrzunehmen; andernfalls 
könnten Versicherungsleistungen gekürzt oder verweigert werden. Am 31. Janu-
ar 2020 bekräftigte die Beschwerdeführerin gegenüber der Vorinstanz ihre Über-
zeugung, dass die Untersuchungen nicht indiziert seien. Zudem informierte sie, 
dass sie per 3. Februar 2020 die Arbeit versuchsweise wieder zu 100% aufneh-
men werde. Am 10. Februar 2020 informierte das I.________ Zentrum die Vorin-
stanz, die Beschwerdeführerin habe die Termine nicht wahrgenommen, worauf 
die Vorinstanz antwortete, es könne auf ein weiteres Aufgebot verzichtet werden. 
Am 20. Mai 2020 teilte die Vorinstanz der Beschwerdeführerin mit, im Sinne ei-
nes Entgegenkommens und weil sie seit dem 1. Februar 2020 nachhaltig arbeits-
tätig sei, werde auf die Verrechnung der Kosten für die verpasste Untersuchung 
im I.________ Zentrum verzichtet. Das Dossier Krankentaggeld werde geschlos-
sen (vgl. Vi-act. grauer Ordner, Post-it KKGT [ohne Aktenverzeichnis]). 

5.14 Mit E-Mail vom 12. Februar 2021 gelangte die Beschwerdeführerin wieder 
an ihre Arztpraxis. Seit dem Unfallereignis vom 28. August 2019 leide sie an an-
dauernden Kopfschmerzen, Müdigkeit und u.a. an Beschwerden im Bereich der 
HWS, die sich auf die ganze Wirbelsäule ausdehnen würden. Besonders die 
Muskelschmerzen aufgrund der Verspannungen würden ihr zu schaffen machen. 
Auch der Druckpunktschmerz gluteal rechts sei persistierend. Gerade bei den 
winterlichen Temperaturen leide sie sehr. Die Körperübungen würden nur für 
kurze Zeit Linderung bringen. Sie ersuche um einen Abklärungs- und Beratungs-
termin (Bf-act. 2 zur Eingabe vom 19.3.2021).

Da Dr.med. E.________ die Praxis verliess, führte die Sprechstunde vom 
16.  Februar 2021 Dr.med. L.________ (Fachärztin für Allgemeine Innere Medi-
zin) durch. Der E-Mail vom Folgetag der Beschwerdeführerin ist zu entnehmen, 
dass ihr Medikamente sowie Osteopathie verschrieben wurden. Die Medikamen-
te hätten keine Wirkung gezeigt, die akute Schmerzsituation habe angedauert. 
Sie könne nicht arbeiten und bitte um ein Arztzeugnis. Am 16. Februar 2021 stell-

24

te Dr.med. L.________ eine Osteopathie-Verordnung aus bei Diagnose Cerviko-
cephales Syndrom bds. rechtsbetont, lumbale Schmerzen, v.a. ISG-Blockade 
rechts mit erneuter Exazerbation nach Autounfall am 28. August 2019. Mit E-Mail 
vom 21. Februar 2021 informierte die Beschwerdeführerin Dr.med. L.________, 
die Rückenschmerzen mit Ausstrahlungen bis in die Arme und Hände, mit Ge-
fühlsstörungen beider Hände auf Seite der Kleinfinger seien anhaltend. Auch die 
HWS und die Rückseite des Kopfes, samt linkem Ohr würden schmerzen. Der 
Hals- und Nackenbereich sei weiterhin sehr stark verspannt und teilweise blo-
ckiert, ebenso der untere Rückenbereich und der rechte Schmerzpunkt gluteal. 
Die Schmerzen kämen und gingen phasenweise während dem Tag und in der 
Nacht, sie könne schmerzbedingt nicht durchschlafen. Am Morgen sei sie müde 
und geschafft, teilweise mit Übelkeit verbunden. Ihre Körperrückseite fühle sich 
aufgrund der starken Verspannungen wie starr an, der Kopf und auch die Augen 
würden schmerzen, sie fühle sich bleischwer. Die Beschwerdeführerin erbat sich 
ein Arztzeugnis basierend auf der Konsultation vom 16. Februar 2021, sie könne 
ihrer Arbeit nicht nachgehen. Am 23. Februar 2021 attestierte Dr.med. 
L.________ der Beschwerdeführerin eine vollständige AUF vom 16. Februar 
2021 bis 1. März 2021 (Bf-act. 2, 3 und 4 zur Eingabe vom 19.3.2021).

5.15 Am 11. März 2021 erlitt die Beschwerdeführerin einen neuerlichen Autoun-
fall, worauf sie mit ihrer Arztpraxis Kontakt aufnahm. Noch am 11. März 2021 un-
tersuchte sie Dr.med. univ J.________ (Facharzt für Allgemeine Innere Medizin 
FMH) und er attestierte ihr eine vollständige Arbeitsunfähigkeit ab dem 11. März 
2021 (vgl. Bf-act. 6 zur Eingabe vom 19.3.2021 sowie Bf-act. zur Eingabe vom 
10.4.2021). 

6.1 Am 29. November 2019 unterbreitete die Vorinstanz die Kausalitätsfrage 
ihrer beratenden Ärztin Dr.med. N.________ (Fachärztin für Orthopädische Chir-
urgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Vertrauensärztin SGV). Die 
Beschwerdeführerin habe bei einer Verkehrskollision am 28. August 2019 eine 
HWS-Distorsion erlitten. Bis 15. November 2019 sei sie krankheitsbedingt 50% 
AUF gewesen, ab 16. November 2019 unfallbedingt 50% AUF. Fragestellung sei 
die Kausalität sowie Nachvollziehbarkeit der AUF.

Zur Kausalitätsfrage hielt Dr.med. N.________ fest:

Ist die geltend gemachte Gesundheitsschädigung mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit zumindest teilweise Folge des Unfalles vom 28.08.2019?

Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit Nein 

Wirken auch Krankheiten, krankhafte Vorzustände oder andere unfallfremde Zu-
stände oder Folgen früherer Unfälle mit? Gegebenenfalls welche?

Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit Ja, allerdings liegen keine Arztberichte vor 

25

Kam es durch den Unfall zu einer richtungsweisenden Verschlimmerung oder nur 
zu einer vorübergehenden Verschlimmerung?

Entfällt

Beruht der Gesundheitszustand des/r Versicherten mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit auf unfallfremden Ursachen (status quo sine vel ante)? Gegebenen-
falls per wann? Bitte ausführlich begründen.

Entfällt

Und zur Frage der Arbeitsfähigkeit führte Dr.med. N.________ aus:

Ist die bisher attestierte Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Ge-
schäftsleiter unfallbedingt ausgewiesen?

Nein

Ab wann ist mit einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätig-
keit zu rechnen?

entfällt

Wird der Versicherte die angestammte Tätigkeit zukünftig wieder ohne Einschrän-
kungen ausüben können?

entfällt

Wie beurteilen Sie die Arbeitsfähigkeit in Bezug auf Unfallfolgen in einer angepass-
ten Tätigkeit?

Die angestammte Tätigkeit ist als angepasste Tätigkeit anzusehen und somit be-
steht eine 100% AF

Prognose?

Gut

Zudem fügte Dr.med. N.________ folgende Bemerkungen an:

Es liegen keinerlei traumatisch objektivierbare strukturellen Läsionen vor. Es ist 
aus dem Dokumentationsbogen zu entnehmen, dass es aus ärztlicher Sicht nicht 
notwendig war, ein HWS-Röntgen durchzuführen. Es bestanden auch keinerlei 
neurologische Ausfälle. Aus ärztlicher Sicht wurde keine Therapie für notwendig 
empfunden.

Eine AUF für 3-5 Tage nach dem Ereignis vom 28.08.19 kann zugestanden wer-
den. Weitere AUF ist aus orthopädisch/traumatologischer Sicht ohne traumatisch 
objektivierbaren strukturellen Läsionen medizinisch nicht nachvollziehbar.

6.2 Am 2. Dezember 2019 führte ein Schadeninspektor der Vorinstanz mit der 
Beschwerdeführerin ein Patientengespräch KTG und eines UVG durch (Vi-act. 
grauer Ordner, Post-it 'KKTG' [ohne Aktenverzeichnis]). Die Gespräche wurden 
je separat protokolliert. Zum KTG-Gespräch wurde als Diagnose "Psyche" aufge-
führt und zum UVG-Gespräch "HWS". 

Der Krankheitsverlauf ist im Protokoll KTG entsprechend den Akten wiedergege-
ben (vgl. oben Erw. 5.1). Inzwischen hätten sich die Schlafstörungen leicht redu-

26

ziert und auch die Nackenschmerzen seien Dank der Therapie etwas rückläufig. 
Nach der Physiotherapie fühle sie sich jeweils recht gut, die Probleme kämen in-
des bald wieder zurück. Ein grosses Problem sei, dass sie nicht länger an einem 
Ort stehen oder sitzen könne. Es komme dann sofort zu Nacken- und Kopf-
schmerzen und in der Folge auch zu Schmerzen im unteren Rückenbereich. 
Ausserdem sei sie extrem sensibel, dünnhäutig und sehr erschreckend. Sie sei 
überzeugt, kein psychisches, sondern ein Problem mit dem vegetativen Nerven-
system zu haben. Sie wolle gerne mehr als 50% arbeiten, dies sei im Moment 
aber unmöglich. 

Der Unfallhergang ist im Protokoll UVG kurz zusammengefasst. Nach dem Vor-
fall habe sie rechtsseitig starke Schmerzen vom Gesäss bis zum Nacken ver-
spürt und die Kopfschmerzen hätten sich noch verstärkt. Sie sei daraufhin wieder 
zur Ärztin gegangen. Dank der Therapie gehe es ihr inzwischen auch wieder ein 
wenig besser. Sie sei jedoch nach wie vor in der Beweglichkeit eingeschränkt 
und vor allem an den zwei Punkten im Nacken und Gesäss habe sie immer noch 
Schmerzen. Gemäss Physiotherapeut hätten ihre Muskeln Risse bekommen und 
diese müssten nun wieder regenerieren. 1997 habe Sie einen Autounfall mit an-
schliessenden Rückenproblemen gehabt, das sei aber alles wieder gut gewesen. 
Sie wolle gerne mehr als 50% arbeiten, dies sei im Moment aber unmöglich. Der 
Schadeninspektor informierte sie, dass er ihr das Assessment zustellen und 
dann den Fall abschliessen werde.

6.3 Mit der Leistungseinstellung aus Unfall zeigte sich die Beschwerdeführerin 
nicht einverstanden, worauf die Vorinstanz diese am 4. Dezember 2019 verfügte. 
Gemäss Bericht von Dr.med. E.________ vom 26. November 2019 würden ledig-
lich subjektive Beschwerden aufgeführt, es lägen keinerlei traumatisch objekti-
vierbare strukturelle Läsionen vor. Dem Dokumentationsbogen vom 28. August 
2019 sei zu entnehmen, dass aus ärztlicher Sicht eine Röntgenuntersuchung der 
HWS nicht notwendig gewesen sei. Auch sei im ersten Bericht keine Therapie für 
notwendig erachtet worden und die Arbeitsunfähigkeit sei nur für 3 bis 5 Tage at-
testiert worden. Neurologische Ausfälle hätten keine bestanden. Die beratende 
Ärztin Dr.med. N.________ erachte die Arbeitsunfähigkeit nach dem 2. Septem-
ber 2019 nicht mehr als Folge des Unfallereignisses vom 28. August 2019. Eine 
weitere Arbeitsunfähigkeit sei ohne traumatisch objektivierbare strukturelle Läsi-
on nicht nachvollziehbar. Im November 2019 habe keine körperliche Untersu-
chung stattgefunden, die eine unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit von 50% ab 16. 
November 2019 begründe. Der status quo sei per 2. September 2019 erreicht. 

6.4 In der Einsprache vom 16. Dezember 2019 betonte die Beschwerdeführe-
rin, seit dem Unfallereignis vom 28. August 2019 unter Schmerzen im oberen 

27

und unteren Bereich der HWS mit wiederkehrenden Blockaden, die starke Kopf-
schmerzen verursachen würden, zu leiden. Sie habe im Bereich der unteren 
LWS, namentlich rechts, unaufhörliche und in der Intensität wechselnde Schmer-
zen sowie im ISG nachhaltige Schmerzen. Dadurch leide sie an reaktiven Mus-
kelverspannungen, bei Kälte verstärkt. Bei starken Schmerzen werde ihr übel 
und seit dem Unfall habe sie bei körperlicher Belastung auftretende Schwindel. 
All diese Beschwerden stünden in direkter natürlicher Kausalität zum Unfall. Ein 
krankhafter Vorzustand liege nicht vor. Dr.med. N.________ führe selber aus, es 
lägen hierzu keine Arztberichte vor. Die klinische Untersuchung von Dr.med. 
E.________ objektiviere ihre Beschwerden. Entsprechend habe sie die unfallbe-
dingte AUF attestiert und dies weit über 3 bis 5 Tage hinaus. Es lägen sehr wohl 
traumatisch strukturelle Läsionen vor. Die Tatsache, dass am 28. August 2019 
keine Bildgebung erfolgt sei, schliesse objektivierbare strukturelle Läsionen nicht 
aus. Auch hätten bei der Erstuntersuchung sehr wohl neurologische Symptome 
bestanden; sie seien in der Krankengeschichte festgehalten. Dr.med. 
N.________ könne aufgrund der ihr vorliegenden Akten die Arbeitsfähigkeit gar 
nicht beurteilen; dennoch nehme sie eine solche bis 2. September 2019 vor. Das 
Erreichen des status quo begründe sie mit nicht vorhandenen Unterlagen. Dies 
sei medizinisch nicht zulässig.

6.5 Im angefochtenen Einspracheentscheid hält die Vorinstanz fest, zum Zeit-
punkt des sehr geringfügigen Autounfalles (touchieren der Autos bei Rückwärts-
wenden in Schritttempo) sei eine psychische Überlastung als krankheitsbedingter 
Vorzustand dokumentiert mit Durchschlafstörungen, Verspannungsgefühl des 
gesamten Körpers mit Punctum maximum im Nacken beidseits, immer wieder-
kehrenden Kopfschmerzen, starke psychische Belastung aufgrund einer 
Lärmstörung (Abriss des Nachbargebäudes), Ohrgeräusch im linken Ohr seit zir-
ka 3 Wochen. Gemäss Dokumentationsbogen für die Erstkonsultation nach kra-
nio-zervikalem Beschleunigungstrauma habe die Beschwerdeführerin nach dem 
Unfall über Kopfschmerzen (Hinterkopf rechts) und Nackenschmerzen (rechts 
hinten) geklagt, wobei angemerkt worden sei, dass bereits vor dem Unfall Na-
ckenschmerzen beidseits bestanden hätten, diese jedoch nun als stärker (9-10, 
statt 6-7) empfunden worden seien, Schmerzen / Funktionseinschränkungen an 
der unteren LWS rechts paralumbal, unauffälliger neurologischer Befund. Es ha-
be keine Indikation für die Vornahme bildgebender Untersuchungen bestanden 
und es sei keine Therapie für notwendig befunden worden. Unter Bemerkungen 
sei festgehalten worden, dass - wenn die Versicherte nicht bereits zu 100% ar-
beitsunfähig geschrieben wäre - eine Arbeitsunfähigkeit von 3 - 5 Tagen attestiert 
worden wäre. Als vorläufige Diagnose seien "Nackenbeschwerden und muskulä-
re Befunde (verminderte Beweglichkeit und punktuelle Druckschmerzhaftigkeit 

28

miteingeschlossen)" festgehalten worden. Angesichts der Geringfügigkeit der 
Kollision sei ein rechtsgenüglicher Nachweis einer durch das Ereignis vom 
28. August 2019 bedingten Verschlechterung des Gesundheitszustandes nicht 
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen. Es 
liege kein für ein Schleudertrauma an der HWS typisches Beschwerdebild mit ei-
ner Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzen-
trations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, Visusstörun-
gen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw. vor. Die 
geklagten Beschwerden hätten bereits vor dem Ereignis bestanden und beruhten 
zudem einzig auf den subjektiven Angaben der Versicherten. Es liege kein bild-
gebend nachweisbarer und damit rechtsgenüglicher Nachweis einer durch das 
Ereignis vom 28. August 2019 verursachten Gesundheitsschädigung vor. Ent-
sprechend sei vorliegend zu schliessen, dass nicht mit dem Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit durch das Ereignis vom 28. August 2019 be-
dingte Gesundheitsschädigungen nachgewiesen seien.

Selbst wenn auf die ursprünglichen Angaben abgestellt würde, wäre gemäss 
Vorinstanz maximal von einer AUF von 3 - 5 Tagen auszugehen, wie dies 
Dr.med. E.________ festgehalten habe. Diese Angaben würden sich mit den 
Ausführungen von Dr.med. N.________ decken. 

Nach den Angaben im Reintegrationsleitfaden Unfall sei, unter Annahme des 
Vorliegens einer maximal leichten Prellung / Kontusion der HWS, von einer kör-
perlichen / psychischen Einschränkung von einer Woche und einer Behand-
lungsdauer von maximal 6 Wochen auszugehen. Angesichts der aus objektiver 
Sicht bestehenden offensichtlichen Geringfügigkeit des Ereignisses vom 28. Au-
gust 2019 sei auch unter diesem Aspekt der Fallabschluss per 2. September 
2019 nicht zu beanstanden und insbesondere nicht von einer (weiteren) Leis-
tungspflicht aus UVG auszugehen. Die Beschwerdeführerin sei bis zum 30. Sep-
tember 2019, verlängert bis 15. November 2019 krankheitsbedingt wegen Kopf- 
und Nackenbeschwerden vollständig arbeitsunfähig geschrieben gewesen und 
habe Krankentaggelder und Heilungskosten bezogen. Auch unter diesem Aspekt 
verbleibe kein Raum für (weitere) Leistungen aus dem UVG. Entsprechend habe 
auch die F.________ als Krankenversicherer gegen die Verfügung vom 4. De-
zember 2019 keine Einsprache erhoben. 

6.6 Vor Verwaltungsgericht macht die Beschwerdeführerin geltend, am 28. Au-
gust 2019 seien der Vorinstanz ihre Krankheit und ihr Unfall je separat gemeldet 
worden. Die Vorinstanz habe zwei Dossiers eröffnet. Dr.med. E.________ halte 
im Dokumentationsbogen nach dem Unfall die Symptome fest; aus der Kranken-
geschichte gehe klar hervor, dass das behandelte Problem als HWS-Schleuder-

29

trauma diagnostiziert worden sei. Dieses sei mit Physiotherapie und Osteopathie 
therapiert worden, mithin sei klar eine Therapie verordnet worden und zwar für 
Beschwerden, die sich kausal einzig auf den unfallbedingten Aufprall beziehen 
würden. Die Kausalität sei klar gegeben. Sie selbst habe stets unmissverständ-
lich verlangt, dass der Arbeitsausfall unfallbedingt sei. Dr.med. N.________ habe 
sie nie untersucht. Im ihrem Bericht habe Dr.med. N.________ nur Annahmen 
getroffen. Dr.med. E.________ hingegen habe die Arbeitsunfähigkeitszeugnisse 
klar als unfallbedingt ausgestellt bis 31. Januar 2020. Faktenlage und dokumen-
tierte Beschwerden seien klar, es handle sich mit Sicherheit um Unfallfolgen. 
Diese somatischen Unfallbeschwerden würden weiterhin persistieren. Damit sei 
auch der von der Vorinstanz behauptete Zusammenhang zum Nachbarbaulärm 
widerlegt, sei dieser Bau doch längst beendet, die für ein kranio-zervikales 
Trauma typischen Beschwerden jedoch würden anhalten.

6.7 Die Vorinstanz verweist vernehmlassend auf den Bericht Dr.med. 
E.________ vom 1. Oktober 2019. Darin werde die Diagnose einer psychischen 
Überlastung gestellt und die Beschwerden, deren Hintergrund und die Therapie 
beschrieben. Die Beschwerdeführerin führe selbst aus, ihr sei am Morgen des 
28. August 2019 korrekterweise ein Arbeitsunfähigkeitszeugnis infolge Krankheit 
ausgestellt worden sei. Aus der Tatsache, dass nach der Unfallmeldung zwei 
Dossiers eröffnet worden seien, könne die Beschwerdeführerin nichts ableiten, 
namentlich keinen Leistungsanspruch aus Unfall. Der Anspruch sei zuerst an-
hand der medizinischen Akten zu klären. Diesbezüglich ergebe der nach dem 
Unfall durch Dr.med. E.________ ausgefüllte Dokumentationsbogen, dass un-
auffällige Befunde, namentlich keine neurologischen Ausfälle vorgelegen hätten, 
keine bildgebende Untersuchung und keine Therapie notwendig gewesen sei. 
Echtzeitlich seien damit keine Unfallfolgen ausgewiesen. Tatsache sei, dass die 
Beschwerdeführerin wegen Krankheit 100% AUF gewesen sei. Es fehle an ei-
nem für die Bejahung eines Schleudertraumas typischen Beschwerdebild mit ei-
ner Häufung der typischen Beschwerden; im Gegenteil würden die beschriebe-
nen Beschwerden nach der Erstkonsultation nach dem Unfall jenen entsprechen, 
die schon am Morgen desselben Tages als Krankheit erhoben worden seien. Die 
Vorinstanz bestreitet sodann die Originalität der von der Beschwerdeführerin ein-
gereichten Krankengeschichten. Es sei davon auszugehen, dass der Eintrag 
"HWS-Schleudertrauma" beim "behandeltes Problem" nachträglich eingefügt 
worden sei. Echtzeitlich sei kein Schleudertrauma dokumentiert und aktenkundig 
sei, dass keine unfallbedingte Behandlung durchgeführt worden sei, was sich aus 
dem Bericht Dr.med. E.________ vom 1. Oktober 2019 ergebe. 

30

Gemäss KG-Eintrag vom 9. Dezember 2019 sei der Baulärm kein Diskussions-
thema mehr, der Baulärm sei daher nicht Ursache für die verminderte Belastbar-
keit. Allerdings sei der von der Beschwerdeführerin gezogene Schluss, dass die 
Beschwerden damit unfallbedingt sein müssen, falsch. Wer eine psychische 
Überlastung wegen Baulärms erleide, müsse schon vorher in einer vulnerablen 
Verfassung gewesen sein, sodass beim Wegfall des Lärms nicht mit sofortiger 
Genesung zu rechnen sei. Hierfür seien gerade die am 28. August 2019 morgens 
diagnostizierten unspezifischen Beschwerden wie Verspannungsgefühl am gan-
zen Körper und wiederkehrende Kopfschmerzen deutliches Zeichen. Der Wegfall 
des Baulärms sei damit kein Nachweis für eine unfallbedingte Schädigung. 

6.8 In den weiteren Schriften bekräftigen die Parteien je ihre Darstellung. We-
sentliche neue Erwägungen fehlen, weshalb auf eine Wiedergabe verzichtet wird.

7.1 Die Verfügung begründet die Vorinstanz im Wesentlichen mit dem Errei-
chen des status quo (sine vel ante) per 2. September 2019. Im Einspracheent-
scheid verneint sie die natürliche Kausalität zwischen den von der Beschwerde-
führerin geklagten Beschwerden und dem Unfallereignis vom 28. August 2019. 
Sie stützt sich dabei immer auf die Beurteilung der die Vorinstanz beratenden 
Ärztin Dr.med. N.________ ab, welcher sie die Fragen der Kausalität und der Ar-
beitsunfähigkeit unterbreitet hatte. Es ist damit die bundesgerichtliche Recht-
sprechung zu Beurteilungen von versicherungsinternen Ärzten zu beachten, wo-
nach nur auf deren Feststellungen abgestellt werden kann, wenn keine auch nur 
geringen Zweifel an deren Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (BGE 142 
V 58 Erw. 5.1 m.w.H.; VGE I 2019 27 vom 27.9.2019 Erw. 6.1; oben Erw. 2.7.3).

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist dabei entscheidend, dass 
er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be-
ruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten 
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zu-
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet 
und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 
Erw. 5.1 S. 232; 125 V 351 Erw. 3a S. 352 mit Hinweis). Es kann dabei auch auf 
reine Aktenberichte ohne persönliche Untersuche abgestellt werden, wenn ein 
lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beurtei-
lung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht (vgl. Urteil 
BGer 8C_646/2019 vom 6.3.2020 Erw. 4.3 m.H.a. SVR 2010 UV Nr. 17 S. 63, 
Urteil BGer 8C_239/2008 Erw. 7.2).

7.2 Es wurde bereits ausgeführt, dass das Gericht von einem leichten, wenig 
intensiven Verkehrsunfall vom 28. August 2019, 12 Uhr, ausgeht. Die Unfallve-

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rursacherin fuhr rückwärtswendend höchstens in Schritttempo und touchierte da-
bei den parkierten Wagen der Beschwerdeführerin hinten seitlich (vgl. oben Erw. 
4.1 ff.). 

Die Schwere des Unfallereignisses vermag allerdings relevante Aussagen nur für 
die Adäquanzprüfung zu machen. Eine Adäquanzprüfung nahm die Vorinstanz 
jedoch gar keine vor. Sie verneinte vielmehr die natürliche Kausalität (gemäss 
Verfügung vom 4.12.2019 wurde der status quo [sine vel ante] am 2.9.2019 er-
reicht; gemäss Einspracheentscheid sind überhaupt keine durch das Ereignis 
bedingte Gesundheitsschädigungen mit dem Beweisgrad der überwiegenden 
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen). Rechtsprechungsgemäss kann aber aus me-
dizinischer Sicht selbst bei scheinbar harmlosen Auffahrunfällen nicht von vorn-
herein ausgeschlossen werden, dass eine für die Gesundheitsbeeinträchtigung 
ursächliche HWS-Verletzung vorliegt. Umso wesentlicher ist es in solchen Fällen, 
dass die ärztliche Beurteilung nachvollziehbar und schlüssig auf die konkurrie-
renden Ursachen eingeht und begründet aufzeigt, dass die unfallfremde Ursache 
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit allein verantwortlich für das Beschwerde-
bild zeichnet (vgl. oben Erw. 4.6).

7.3 Vorliegend ist unstrittig, dass die Beschwerdeführerin am 28. August 2019 
ihre Ärztin bereits vor dem Unfall aufsuchte (um 11 Uhr). Fest steht, dass diese 
die Diagnose einer psychischen Überlastung stellte (was die Beschwerdeführerin 
in der Eingabe vom 10.2.2021 zu Unrecht bestreitet; vgl. Bericht vom 1.10.2019) 
und als objektiven Befund Durchschlafstörungen, Verspannung ges. Körper, p.m. 
Nacken bds., rez. Kopfschmerz, stark verspannter Nacken dokumentierte. Die 
Beschwerdeführerin selbst gab damals an, unter Kopfschmerz, Konzentrations-
störung, Nackenverspann, Unwohlsein, neu aufgetretenes Geräusch im linken 
Ohr seit ca. 3 Wochen zu leiden (vgl. oben Erw. 5.1.1). Unbestrittenermassen 
bescheinigte die Ärztin eine vollständige Arbeitsunfähigkeit krankheitshalber bis 
Ende September 2019. 

Fest steht ebenso, dass sich kurz nach der Konsultation, um 12 Uhr, der besagte 
(leichte) Unfall ereignete und die Beschwerdeführerin ihre Ärztin erneut aufsuch-
te (um 17 Uhr). Es handelte sich dabei um dieselbe Ärztin, welche am Morgen 
die Anamnese und den objektiven Befund erhob und die Diagnose stellte. Und in 
Kenntnis dessen füllte sie nach dem zweiten Untersuch den Dokumentationsbo-
gen für Erstkonsultation kranio-zervikales Beschleunigungstrauma aus und stellte 
die Diagnose/Verdachtsdiagnose einer HWS-Distorsion Grad II. Dabei steht fest, 
dass die Ärztin im Dokumentationsbogen nicht dieselben Befunde und Diagno-
sen wie nach der Konsultation vom Morgen attestierte, sondern zusätzliche Be-
schwerden festhielt bzw. neue Befunde erhob und dokumentierte. Die Unsicher-

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heit wegen direkt aufgetretenem Schwankgefühl und der rechts tief lumbale 
Schmerz sind neu. Explizit hebt die Ärztin hervor, dass die Nackenschmerzen 
bds. zwar schon vor dem Unfall bestanden, aber nicht in derselben Intensität. 
Weiter führte die Ärztin an, die Nackenbeschwerden seien schon vor dem Unfall 
behandlungsbedürftig gewesen. Dieselbe Frage verneint sie aber bezüglich Rü-
cken (tief lumbaler Schmerz) explizit und deklariert diese damit als nicht vorbe-
stehend. Auch die nach dem Unfall dokumentierte Schmerzhaftigkeit der HWS-
Beweglichkeit blieb vor dem Unfall unerwähnt (bleibt anzumerken, dass im ak-
tenkundigen Dokument, Vi-act. 5, ausgerechnet die Bemerkungen betreffend 
Vorzustand nicht in der Gänze lesbar sind). Mithin zeigte die behandelnde Ärztin 
Dr.med. E.________ nach der Konsultation vom 28. August 2019 um 17 Uhr ex-
plizit auf, dass bereits am Morgen ein krankhafter Zustand erhoben wurde und 
nach dem Unfall ein davon abweichender Befund vorlag. Sodann hielt Dr.med. 
E.________ auch im Bericht vom 26. November 2019 zu den Unfallfolgen aus-
drücklich fest, dass eine Muskeldysbalance und Spannungsgefühl im Bereich 
des Nackens vorbestehend gewesen seien; die geklagten Schmerzen, die bei 
längerem Sitzen oder Stehen aufträten, seien nicht vorbestehend. Sie unter-
scheidet damit auch in diesem Bericht explizit zwischen prä- und posttrauma-
tisch.

Allein schon deshalb ist die vorinstanzliche Beurteilung, das Ereignis vom 28. 
August 2019 habe nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein-
lichkeit eine Gesundheitsschädigung verursacht, in der vorliegenden Kürze nicht 
nachvollziehbar. Mit Sicherheit hat die behandelnde Ärztin nach dem Unfall eine 
von der Krankheit abweichende Diagnose gestellt und zusätzliche Befunde erho-
ben. Zumindest müsste im Rahmen der Leistungsprüfung eine Auseinanderset-
zung damit erfolgen (vgl. oben Erw. 4.6 und 7.2).

7.4 Eine Auseinandersetzung zwischen der Befunderhebung und Diagnose 
von vor dem Unfall und von nach dem Unfall nahm Dr.med. N.________ nicht 
vor. Ihre Beurteilung vom 29. November 2019 ist insgesamt sehr kurz gehalten 
und enthält kaum eine Begründung. Unklar bleibt insbesondere, gestützt auf wel-
che Akten die Beurteilung erfolgt ist. Gemäss Vorinstanz sollen ihr die umfas-
senden Akten vorgelegen haben. Dies muss indes bezweifelt werden. Nur so ist 
es erklärbar, dass Dr.med. N.________ die Frage nach Vorzuständen zwar mit 
'überwiegend wahrscheinlich ja' beantwortet, gleichzeitig aber auch ausdrücklich 
festhält, es lägen keine Arztberichte vor. Hätten ihr die Berichte zur Krankheit 
"psychische Überlastung" (etwa der Bericht vom 1.10.2019) oder auch der Be-
richt zu den HWS-Beschwerden vom 26. November 2019 vorgelegen, bestünde 
kein Grund, diese - namentlich die Diagnose sowie die Beschwerden und objek-

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tiven Befunde - nicht zu erwähnen. Im gesamten (allerdings kurzen) Bericht wird 
aber keine einzige Krankheit erwähnt, weshalb ihre Beurteilung, es lägen über-
wiegend wahrscheinlich krankhafte Vorzustände vor, weder nachvollziehbar noch 
schlüssig ist. Sie setzt sich mit möglichen konkurrierenden Ursachen überhaupt 
nicht auseinander und begründet nicht, dass die unfallfremde Ursache mit über-
wiegender Wahrscheinlichkeit allein verantwortlich für das Beschwerdebild 
zeichnet. 

7.5 Daran ändert die abschliessende Bemerkung in der Beurteilung von 
Dr.med. N.________ (vgl. hierzu vorstehend Erw. 6.1) nichts. 

Es trifft wohl zu, dass keine objektivierbaren traumatischen strukturellen Läsio-
nen dokumentiert sind. Soweit die Beschwerdeführerin dies bestreitet, kann ihr 
nicht gefolgt werden. Von organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen kann 
erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit apparati-
ven/bildgebenden Abklärungen bestätigt wurden und die hierbei angewendeten 
Untersuchungsmethoden wissenschaftlich anerkannt sind (BGE 138 V 248 Erw. 
5.1). Der von Dr.med. E.________ nach dem Unfall erhobene Befund veranlass-
te diese ganz offensichtlich nicht, die Beschwerdeführerin bildgebend zu unter-
suchen. Daran ändert nichts, dass gemäss KG-Eintrag 'auf Wunsch der Be-
schwerdeführerin' kein Röntgen HWS erstellt wurde; wäre es aus ärztlicher Sicht 
notwendig gewesen, hätte die Ärztin wohl darauf bestanden. Im Gegenteil stellte 
diese aber im Bericht vom 26. November 2019 fest, eine strukturelle Schädigung 
neueren Datums sei unwahrscheinlich (Vi-act. 10). Und soweit die Beschwerde-
führerin als strukturelle Läsionen auf die dokumentierten Befunde verweist, so gilt 
es festzuhalten, dass klinische Befunde wie Verhärtungen und Verspannungen 
der Muskulatur, eine Druckdolenz im Nacken oder eine Einschränkung in der 
Beweglichkeit nicht auf ein klar fassbares unfallbedingtes organisches Korrelat 
des Beschwerdebildes schliessen lassen (Urteil BGer 8C_674/2019 vom 
3.12.2019 Erw. 5.1). Die Tatsache, dass keine objektivierbaren traumatischen 
Läsionen vorliegen, schliesst jedoch nicht aus, dass natürlich- und adäquatkau-
sale Unfallfolgen bestehen (vgl. Urteil BGer 8C_589/2019 vom 9.3.2020 Erw. 
5.3). Das Nämliche gilt für die Tatsache, dass im Dokumentationsbogen keine 
neurologischen Ausfälle dokumentiert sind. Immerhin hielt es dann auch Dr.med. 
N.________ für angezeigt, dass nach dem Ereignis vom 28. August 2019 unfall-
bedingt eine Arbeitsunfähigkeit von 3 bis 5 Tagen zugestanden werden kann, 
was natürlich kausale Unfallfolgen impliziert. Insoweit lässt sich der Einspra-
cheentscheid - der jegliche natürliche Kausalität ausschliesst - auch nicht auf die 
Beurteilung von Dr.med. N.________ abstützen.

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Wenn Dr.med. N.________ sodann anmerkte, aus ärztlicher Sicht sei keine The-
rapie als notwendig empfunden worden, so kann dem in dieser Absolutheit nicht 
gefolgt werden. Im Dokumentationsbogen wurde wohl 'keine Therapie' ange-
kreuzt. In der Krankengeschichte hielt Dr.med. E.________ demgegenüber aus-
führlicher fest: "Ther.med. auch keine, ggf. später Physio wg. verschlimmerten 
HWS-Be-schwerden und neu aufgetretenen re paralumbalen Beschweren (2 Std. 
nach Unfall begonnen)". Mithin schloss Dr.med. E.________ - im Gegensatz zur 
Konsultation von vor dem Unfall - nicht aus, dass aufgrund der neu hinzuge-
kommenen Beschwerden Physiotherapie angezeigt sein wird. Wie der Verlauf 
zeigt, wurde diese wenig später dann auch verordnet. Auch dem Bericht vom 26. 
November 2019 kann entnommen werden, dass die Ärztin wegen Unfallfolgen 
Physiotherapie, Massagen und Eigenübungen verschrieb.

7.6 Ein nicht weiter begründeter Widerspruch besteht auch bezüglich Arbeits-
unfähigkeit. Gemäss Dr.med. N.________ können 3 bis 5 Tage AUF zugestan-
den werden. Im Einspracheentscheid führt die Vorinstanz aus, selbst wenn auf 
die ursprünglichen Angaben zur Arbeitsfähigkeit abgestellt würde, wäre maximal 
von einer AUF von 3 bis 5 Tagen auszugehen, wie dies von Dr.med. E.________ 
im Dokumentationsbogen festgehalten worden sei. Dies stimmt indes nicht mit 
der Beurteilung von Dr.med. E.________ überein. Denn diese hielt fest, wäre die 
Beschwerdeführerin nicht bereits krankheitsbedingt arbeitsunfähig, wäre die 
Ausstellung einer AUF für zumindest (Hervorhebung nicht im Original) für die fol-
genden 3-5 Tage erfolgt (Vi-act. 5). Mithin hat die behandelnde Ärztin nicht eine 
Maximal- sondern eine Minimaldauer geäussert.

7.7 Zusammenfassend bestehen damit aber mehr als nur geringe Zweifel an 
der überaus kurzen Beurteilung von Dr.med. N.________, weshalb die Vorin-
stanz zu Unrecht darauf abgestellt hat. Zudem lässt sich ihr Schluss im Einspra-
cheentscheid, es seien durch das Ereignis vom 28. August 2019 bedingte Ge-
sundheitsschädigungen nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr-
scheinlichkeit nachgewiesen, auch nicht durch die Beurteilung von Dr.med. 
N.________ stützen.

Sodann hält Dr.med. N.________ selber fest, es lägen ihr keine ärztlichen Be-
richte zu allfälligen Vorzuständen vor, weshalb nicht von einem Bericht in Kennt-
nis umfassender Vorakten gesprochen werden kann. Auch werden keine krank-
haften Vorzustände genannt, weshalb die kurze Feststellung, diese würden mit-
wirken, nicht nachvollziehbar ist (abgesehen davon reicht eine 'Mitwirkung' von 
Vorzuständen nicht aus, um auch eine Teilursächlichkeit von Unfallfolgen auszu-
schliessen; unfallfremde Ursache müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 
allein verantwortlich für das Beschwerdebild zeichnen). Tatsache ist, dass die 

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Beschwerdeführerin schon vor dem Unfall krankheitsbedingt arbeitsunfähig war 
und dass verschiedene Beschwerden vorbestehend waren. Tatsache ist aber 
auch, dass die behandelnde Ärztin zusätzliche Befunde und eine neue Diagnose 
erhob (vgl. vorstehend Erw. 7.3). Eine Auseinandersetzung damit fehlt.

Die Vorinstanz gelangt im Einspracheentscheid gar zur Überzeugung, einzig un-
fallfremde Ursachen seien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit allein verant-
wortlich für das Beschwerdebild. Das Gericht vermag für diese Darstellung 
durchaus wesentliche Aspekte zu erkennen. Es fehlt aber an einem diese 
Schlussfolgerung nachvollziehbar und schlüssig begründenden ärztlichen Be-
richt. Die Frage der natürlichen Kausalität ist in erster Linie durch den Arzt zu be-
urteilen (vgl. oben Erw. 2.4.1). Der (Kurz-)Bericht von Dr.med. N.________ ist - 
wie dargestellt - nicht beweiskräftig, da nicht auf den vollständigen Unterlagen 
basierend sowie nicht nachvollziehbar und nicht schlüssig begründet (vgl. vor-
stehend Erw. 7.3/7.4). Eine Auseinandersetzung mit Krankheits- und (allfälligen) 
Unfallfolgen fehlt gänzlich. Zudem hält Dr.med. N.________ - anders als der Ein-
spracheentscheid - nicht fest, der Unfall habe überwiegend gar keine gesundheit-
lichen Beschwerden verursacht. Wenn nämlich - wie von Dr.med. N.________ 
ausgeführt - nach dem Unfallereignis eine 3 bis 5 tägige AUF zugestanden wer-
den kann, dann liegen implizit Unfallfolgen vor. Soll der Fall abgeschlossen wer-
den, dann wäre der Wegfall jeglicher (natürlicher und adäquater) Kausalität mit 
dem Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachvollziehbar darzu-
tun. Da vorliegend keine organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen nach-
gewiesen sind, stellt sich zudem insbesondere die Frage der adäquaten Kausa-
lität, welche die Vorinstanz ungeprüft liess (nachdem sie zu Unrecht resp. in nicht 
nachvollziehbarer Weise bereits die natürliche Kausalität ausschloss).

7.8 Damit aber erweist sich die Beschwerde insoweit begründet, als der Ein-
spracheentscheid vom 4. August 2020 aufzuheben und die Sache zur weiteren 
Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen ist. Sie wird die Frage, ob das Er-
eignis vom 28. August 2019 zumindest teilursächlich war für die geklagten Ge-
sundheitsschädigungen oder ob für das Beschwerdebild unfallfremde Ursachen 
allein verantwortlich sind, resp. den Wegfall jeglicher Unfallkausalität mittels ärzt-
licher Beurteilung, der volle Beweiskraft zuzukommen vermag, zu beantworten 
haben. Bleibt zu ergänzen, dass die Beschwerdeführerin eine Mitwirkungspflicht 
trifft (Art. 28 ATSG). Wirkt sie bei den weiteren Abklärungen nicht im geforderten 
Masse mit, indem etwa von der Vorinstanz angeordnete persönliche Untersu-
chungen abgelehnt werden, so kann die Vorinstanz Rechtsfolgen gemäss Art. 43 
Abs. 3 ATSG beschliessen.

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8. Es werden keine Kosten erhoben (Art. 61 lit. fbis ATSG). Die nicht anwalt-
schaftlich vertretene Beschwerdeführerin hat keinen Anspruch auf eine Parteien-
tschädigung (Art. 61 lit. g ATSG). 

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird insoweit gutgeheissen, als der Einspracheentscheid 
vom 4. August 2020 aufgehoben und die Sache zur weiteren Beurteilung 
und neuem Entscheid im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurück-
gewiesen wird.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwer-
de* in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, Schwei-
zerhofquai 6, 6004 Luzern, erhoben werden (Art. 42 und 82ff. des Bundes-
gesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110] vom 17.6.2005).

Soweit die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nicht 
zulässig ist, kann in derselben Rechtsschrift subsidiäre Verfassungsbe-
schwerde* erhoben und die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten 
gerügt werden (Art. 113ff. BGG).

4. Zustellung an:
- die Beschwerdeführerin (R)
- die Rechtsvertreterin der Vorinstanz (2/R)
- und das Bundesamt für Gesundheit BAG, 3003 Bern (A). 

Schwyz, 17. Mai 2021

Im Namen des Verwaltungsgerichts

Der Vizepräsident:

Die Gerichtsschreiberin:

*Anforderungen an die Beschwerdeschrift 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru-
mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form 
darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die 
sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 
hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen.

Versand: 25. Mai 2021