# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3ee8190e-e85b-53c1-afde-8bf9a821d038
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-06-27
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 27.06.2019 200 2019 60
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2019-60_2019-06-27.pdf

## Full Text

200 19 60 IV
A.________
FUE/SCC/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 27. Juni 2019

Verwaltungsrichter Furrer, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichterin Fuhrer
Gerichtsschreiberin Schertenleib Gamero

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

Pensionskasse G._______

Beigeladene

betreffend Bundesgerichtsentscheid vom 11. Januar 2019 (Rückweisung 
an Vorinstanz IV/2018/14)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2019, IV/19/60, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1969 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
arbeitete von 1. August 2005 bis 31. Mai 2015 für die C.________ AG (Ak-
ten der IVB, act. II 24, 136 S. 7). Er meldete sich im November 2014 bei 
der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) zum Leistungsbezug an 
(act. II 13). Im Rahmen der medizinischen Abklärungen holte die IVB ein 
bidisziplinäres Gutachten ein (orthopädisch-psychiatrisches Gutachten der 
Dres. med. D.________ und E.________ vom 13. Juli 2015 [act. II 44.1]) 
und gewährte vom 30. November 2015 bis 6. März 2016 ein Arbeitstraining 
in der Stiftung F.________ (act. II 55). Nach Aufforderung zur Schaden-
minderung (act. II 58) und Abbruch des Arbeitstrainings (act. II 60) vernein-
te sie einen Anspruch auf berufliche Massnahmen (act. II 74). In der Folge 
holte die IVB bei Dr. med. E.________ ein Verlaufsgutachten vom 16. Juni 
2017 ein (act. II 118.1) und verneinte nach durchgeführtem Vorbescheid-
verfahren (act. II 125, 129) sowie Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen 
Dienstes (RAD; act. II 132) mit Verfügung vom 21. November 2017 man-
gels eines invalidisierenden Gesundheitsschadens einen Anspruch auf 
Leistungen der Invalidenversicherung (act. II 134). 

Mit Urteil vom 21. August 2018, IV/2018/14, wies das Verwaltungsgericht 
des Kantons Bern die gegen die Verfügung vom 21. November 2017 erho-
bene Beschwerde ab (vgl. Gerichtsakten). Die dagegen erhobene Be-
schwerde hiess das Bundesgericht mit Entscheid vom 11. Januar 2019, 
9C_658/2018, teilweise gut, hob das Urteil des Verwaltungsgerichts des 
Kantons Bern vom 21. August 2018 auf und wies die Sache zu neuer Ent-
scheidung im Sinne der Erwägungen an dieses zurück; im Übrigen wies es 
die Beschwerde ab (in den Gerichtsakten). Das Bundesgericht erkannte, 
die Vorinstanz habe ein Gerichtsgutachten einzuholen oder das Verlaufs-
gutachten des Dr. med. E.________ vom 16. Juni 2017 ergänzen zu las-
sen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2019, IV/19/60, Seite 3

B.

Unter der Verfahrensnummer IV/2019/60 nahm der Instruktionsrichter das 
Verfahren wieder auf und veranlasste mit Schreiben vom 24. Januar 2019 
eine Ergänzung des Verlaufsgutachtens durch Dr. med. E.________. 
Gleichtags erging dieses Schreiben an die Parteien zur Kenntnisnahme.

Dr. med. E.________ ergänzte das Verlaufsgutachten am 1. März 2019.

Mit Stellungnahme vom 2. April 2019 hielt der Versicherte, vertreten durch 
Rechtsanwalt B.________, am Antrag auf zumindest eine halbe Invaliden-
rente fest und führte an, der Gutachter habe die gestellten Fragen nach-
vollziehbar beantwortet. Die im Verlaufsgutachten vom 16. Juni 2017 attes-
tierte Arbeitsfähigkeit von 50 % in einer körperlich angepassten Tätigkeit 
sei nunmehr vollumfänglich und befriedigend erklärt. Es sei darauf abzu-
stellen.

Mit Stellungnahme vom 4. April 2019 ging die Beschwerdegegnerin davon 
aus, dass ein Anspruch auf eine Invalidenrente ausgeschlossen sei, denn 
mit der im Verlaufsgutachten vom 16. Juni 2017 festgestellten ausgepräg-
ten subjektiven Krankheitsüberzeugung des Beschwerdeführers liege in 
psychiatrischer Hinsicht ein Ausschlussgrund vor. Wenn dem wider Erwar-
ten nicht gefolgt werde, bedürfe es einer gerichtlichen bidisziplinären Ver-
laufsbegutachtung mit vorgängiger Einholung aktueller Verlaufsberichte der 
behandelnden Ärzte.

Mit prozessleitender Verfügung vom 16. April 2019 lud der Instruktionsrich-
ter die Pensionskasse G._______ zum Verfahren bei. Diese liess sich in-
nert Frist nicht vernehmen (vgl. prozessleitende Verfügung vom 22. Mai 
2019).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2019, IV/19/60, Seite 4

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 21. November 2017 
(act. II 134). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers 
auf eine Invalidenrente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). In Streitigkei-
ten, die weder von grundsätzlicher Bedeutung noch von grosser Tragweite 
sind, können sie auf dem Zirkulationsweg auch Mehrheitsbeschlüsse fas-
sen (Art. 56 Abs. 5 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2019, IV/19/60, Seite 5

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 141 V 
281 E. 2.1 S. 285). Es ist dem klaren Willen des Gesetzgebers gemäss 
Art. 7 Abs. 2 ATSG Rechnung zu tragen, wonach im Zuge einer objektivier-
ten Betrachtungsweise von der grundsätzlichen „Validität“ der versicherten 
Person auszugehen ist (BGE 141 V 281 E. 3.7.2 S. 295).

2.2.1 Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die 
Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorga-
ben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 
281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt 
die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegrün-
dende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturier-
ten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 
E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 
418 E. 7.2 S. 429).

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2.2.2 Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeein-
trächtigung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung auf 
der ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe 
nach BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte 
Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Ag-
gravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht. Hinweise auf solche 
und andere Äusserungen eines sekundären Krankheitsgewinns ergeben 
sich namentlich, wenn eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschil-
derten Schmerzen und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese be-
steht, intensive Schmerzen angegeben werden, deren Charakterisierung 
jedoch vage bleibt, keine medizinische Behandlung und Therapie in An-
spruch genommen wird, demonstrativ vorgetragene Klagen auf den Sach-
verständigen unglaubwürdig wirken oder schwere Einschränkungen im 
Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend 
intakt ist. Nicht per se auf Aggravation weist blosses verdeutlichendes Ver-
halten hin. Besteht im Einzelfall Klarheit darüber, dass nach plausibler ärzt-
licher Beurteilung die Anhaltspunkte auf eine Aggravation eindeutig über-
wiegen und die Grenzen eines bloss verdeutlichenden Verhaltens klar 
überschritten sind, ohne dass das aggravatorische Verhalten auf eine ver-
selbständigte, krankheitswertige psychische Störung (vgl. BGE 127 V 294 
E. 5a S. 299) zurückzuführen wäre, fällt eine versicherte Gesundheitsschä-
digung ausser Betracht und ein Rentenanspruch ist ausgeschlossen, selbst 
wenn die klassifikatorischen Merkmale einer psychischen Störung gegeben 
sein sollten (vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG erster Satz). Soweit die betreffenden 
Anzeichen neben einer ausgewiesenen verselbständigten Gesundheits-
schädigung (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299) auftreten, sind deren Auswir-
kungen derweil im Umfang der Aggravation zu bereinigen (BGE 141 V 281 
E. 2.1.1 S. 285 und E. 2.2 S. 287; SVR 2016 UV Nr. 25 S. 83 E. 6).

2.2.3 Liegt auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe eine 
versicherte Gesundheitsschädigung vor, erfolgt schliesslich auf der zweiten 
Ebene anhand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von 
Indikatoren eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – unter 
Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer-
seits und Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – tatsächlich 
erreichbaren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt 

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2019, IV/19/60, Seite 7

im Regelfall nach gemeinsamen Eigenschaften systematisierte Standardin-
dikatoren zu beachten (E. 4.1.3 S. 297), welche sich in die Kategorien 
„funktioneller Schweregrad“ (E. 4.3 S. 298) und „Konsistenz“ einteilen las-
sen (E. 4.4 S. 303). Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 S. 304). 
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur 
zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestell-
ten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Stan-
dardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie-
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Fol-
gen der Beweislosigkeit die materiell beweisbelastete versicherte Person 
zu tragen (E. 6 S. 308).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.5 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-

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nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.

3.1 Aus somatischer Sicht ist – gestützt auf den orthopädischen Teil 
des MEDAS-Gutachtens vom 13. Juli 2015 (act. II 44.1) – erstellt, dass 
dem Beschwerdeführer zufolge der verminderten Belastbarkeit vor allem 
der unteren Wirbelsäule das Verrichten der angestammten Arbeit als ... seit 
August 2014 nicht mehr zumutbar ist, während er in leidensangepassten 
Tätigkeiten nie längerdauernd eingeschränkt war (act  II 44.1 S. 14 f. Ziff. 
4.5 f., 44.1 S. 17 Ziff. 6). Bereits mit Urteil VGE IV/2018/14 wurde erkannt, 
dass aus somatischer Sicht auf die beweiskräftige Einschätzung des or-
thopädischen Gutachters in der Expertise vom 13. Juli 2015 abzustellen ist 
(vgl. auch BGer 9C_658/2018, E. 3), was von den Parteien nicht beanstan-
det wurde. Umstritten ist jedoch die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer 
Sicht (vgl. BGer 9C_658/2018, E. 4).

3.2 Der psychiatrische Gutachter Dr. med. E.________ diagnostizierte 
im Verlaufsgutachten vom 16. Juni 2017 eine rezidivierende depressive 
Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1) und eine 
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4; act. II 118.1 S. 
13). Der Experte hielt fest, die somatischen Beschwerden hätten dazu 
geführt, dass der Explorand die angestammte Arbeit habe aufgeben 
müssen. Der Explorand habe psychisch wenig Ressourcen, er habe mit 
den Veränderungen schlecht umgehen können, die sich aus der 
Arbeitsunfähigkeit ergeben hätten. Zunehmend hätten auch erhebliche 
psychosoziale Belastungen vorgelegen. All dies habe zur Entwicklung einer 
depressiven Störung geführt. Der Explorand sei in allen Lebensbereichen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2019, IV/19/60, Seite 9

durch die depressiven Verstimmungen beeinträchtigt, diese schränkten ihn 
auch im Umgang mit den somatischen Beschwerden ein (act. II 118.1 S. 
13). Der Explorand leide unter depressiven Verstimmungen, 
Antriebsstörungen, einer erhöhten Ermüdbarkeit, einer verminderten 
psychischen Belastbarkeit. Er zeige einen ausgeprägten sozialen Rückzug 
und beklage passive Todeswünsche (act. II 118.1 S. 14 Ziff. 8.2). Hinweise 
auf Aggravation seien nicht vorhanden (act. II 118.1 S. 14 Ziff. 8.4). Die 
psychosoziale Entwicklung sei belastet gewesen durch die mangelnde 
Zuwendung seitens der Eltern. Der Explorand habe sich immer 
minderwertig gefühlt, habe diese Minderwertigkeitsgefühle durch gute 
Arbeitsleistungen kompensiert, sei auch stolz darauf gewesen, eine Frau 
zu haben, ein Haus zu haben, es geschafft zu haben. Die somatischen 
Beschwerden hätten dazu geführt, dass er die angestammte Tätigkeit nicht 
mehr habe ausüben können. In der Folge habe der Explorand Mühe 
gehabt, damit umzugehen, es sei zu einer psychischen Überlagerung der 
geklagten somatischen Beschwerden gekommen, zunehmend seien auch 
psychosoziale Belastungen aufgetreten. All dies habe dazu geführt, dass 
der Explorand sich als minderwertig erlebe, sich als Versager fühle, das 
Gefühl habe, sein Leben sei verwirkt (act. II 118.1 S. 14 Ziff. 8.7). Er habe 
Mühe, mit seiner eingeschränkten Leistungsfähigkeit umzugehen, fühle 
sich durch seine Beschwerden mehr eingeschränkt, als dass es den 
objektivierbaren Befunden entspreche. Diese subjektive 
Krankheitsüberzeugung, aber auch die depressiven Verstimmungen, hätten 
wesentlich dazu beigetragen, dass die berufliche Eingliederung gescheitert 
sei (act. II 118.1 S. 15 Ziff. 9.3). Der Explorand lebe sozial völlig isoliert, die 
Kommunikationsfähigkeit sei durch die depressiven Verstimmungen 
beeinträchtigt (act. II 118.1 S. 15 Ziff. 9.5). Die bisherige Therapie werde 
lege artis und mit Kooperation des Exploranden durchgeführt, weitere 
Therapieoptionen bestünden nicht (act. II 118.1 S. 15 f. Ziff. 10.1-10.3). In 
den bisherigen Tätigkeiten bestehe aus psychiatrischer Sicht eine 
Arbeitsunfähigkeit von 50 %. Es sei davon auszugehen, dass seit Februar 
2016 (Aufnahme der psychiatrischen Behandlung) die Arbeitsfähigkeit um 
50 % vermindert sei. Der Grad der Arbeitsfähigkeit habe sich seither nicht 
verändert. Auch in einer angepassten Tätigkeit bestehe aus psychiatrischer 
Sicht seit Februar 2016 eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % (act. II 118.1 S. 
18 Ziff. 14). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2019, IV/19/60, Seite 10

3.3 Im Entscheid vom 11. Januar 2019, 9C_658/2018, E. 5, hat das 
Bundesgericht erkannt, es bestehe Erklärungsbedarf, weshalb der 
Beschwerdeführer erst im Rahmen der zweiten psychiatrischen 
Begutachtung von seiner schwierigen Kindheit erzählt habe und im 
Unterschied zur Untersuchung im Jahre 2015 kein aggravatorisches 
Verhalten (mehr) habe festgestellt werden können. Sodann sei zu 
beachten, dass der psychiatrische Experte zwar festgehalten habe, die 
invaliditätsfremden Gründe würden gegenüber den 
Funktionseinschränkungen, welche direkte Folge der 
Gesundheitsschädigung seien, deutlich im Hintergrund stehen, dabei 
jedoch lediglich die Arbeitslosigkeit und die schwierige wirtschaftliche Lage 
des Exploranden erwähnt habe. Es hätten indessen noch weitere 
belastende Umstände bestanden, namentlich die Trennung und Scheidung 
sowie der Hausverkauf. Weiter fehlten im Verlaufsgutachten einlässlichere 
Ausführungen zu den Ressourcen des Beschwerdeführers, welche die 
schmerzbedingte Belastung kompensieren könnten und damit die 
Leistungsfähigkeit begünstigten (BGE 141 V 281 E. 4.1.1 S. 296). Der 
Experte habe lediglich festgestellt, der Explorand habe psychisch wenig 
Ressourcen, er sei im Alltag und in deren Umsetzung durch die depressive 
Störung beeinträchtigt. Insofern bleibe die Einschätzung einer psychisch 
bedingten Arbeitsunfähigkeit von 50 % ohne nachvollziehbare Begründung. 
Schliesslich stelle sich die Frage der Behandelbarkeit der psychischen 
Störung, wozu sich das Verlaufsgutachten nicht schlüssig äussere. 

3.4 In Beantwortung der Fragen des Gerichts führte Dr. med. 
E.________ in der Ergänzung des Verlaufsgutachtens am 1. März 2019 
das Folgende aus (in den Gerichtsakten):

Zur Frage, weshalb der Beschwerdeführer erst im Rahmen der zweiten 
psychiatrischen Begutachtung von seiner schwierigen Kindheit erzählt ha-
be, hielt der Experte fest, der Explorand sei gemäss seinen Angaben von 
seinem Vater misshandelt worden und er habe in der Schule Mühe gehabt, 
sei gehänselt, geschlagen worden und habe erst in der Tätigkeit als ... eine 
gewisse Selbstsicherheit, eine Selbstachtung gefunden. Es sei daher zu 
vermuten, dass der Explorand aufgrund der in seiner Kindheit erlittenen 
Mangelerfahrungen und fehlenden Zuwendung ein eher geringes Selbst-

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wertbild habe und diese Selbstunsicherheit durch seine beruflichen Leis-
tungen habe kompensieren können. Er habe auch Erfolg gehabt, mit seiner 
Frau zusammen gelebt, sich ein eigenes Haus leisten können. Anlässlich 
der ersten Untersuchung sei die Beziehung mit seiner Ehefrau noch intakt 
gewesen, er habe Krankentaggeldleistungen erhalten, also die Fassade 
des erfolgreichen Mannes weiterhin aufrechterhalten können. Nachdem 
diese zusammengebrochen sei, sich seine Ehefrau von ihm getrennt habe, 
er das Haus habe verkaufen müssen, sei diese Fassade zusammengebro-
chen. Dies sei seine Hypothese dafür, dass der Explorand im Rahmen der 
ersten Untersuchung nicht von seiner schwierigen Kindheit, von seinen 
Entbehrungen berichtet habe. Naturgemäss sei es im Rahmen einer psych-
iatrischen Begutachtung, die in der zeitlichen Dauer begrenzt sei, schwie-
rig, psychodynamische Hintergründe der Exploranden zu erhellen. Er habe 
den Exploranden im Rahmen der zweiten Untersuchung authentisch erlebt, 
habe nicht das Gefühl gehabt, dass er irgendwelche Geschichten erzählt 
habe, um sein Leiden und seine Bedürftigkeit zu begründen. 

Zur Frage, weshalb im Rahmen der Verlaufsbegutachtung vom Juni 2017 
im Unterschied zur Untersuchung im Jahre 2015 kein aggravatorisches 
Verhalten habe festgestellt werden können, führte Dr. med. E.________ 
aus, bei der orthopädischen Untersuchung im Jahre 2015 sei eine Diskre-
panz zwischen der subjektiven Krankheitsüberzeugung des Exploranden, 
nicht arbeiten zu können, und den objektiven Befunden festgestellt worden. 
Auch das Ausmass der geklagten Beschwerden und die Beschwerdeprä-
sentation hätten deutlich dafür gesprochen, dass der Explorand seine Be-
schwerden aggraviert habe. Es sei zu erwähnen, dass Aggravationen im 
Spannungsfeld einer Begutachtung oft vorkämen, da die Exploranden ja 
subjektiv überzeugt seien, aufgrund ihrer Beschwerden nicht oder nur ein-
geschränkt arbeiten zu können, und daher dazu neigten, ihre Beschwerden 
zu verdeutlichen. Im Jahr 2017 sei einzig eine psychiatrische Untersuchung 
durchgeführt worden. Naturgemäss sei es dem Psychiater nicht möglich, zu 
beurteilen, ob die geklagten Beschwerden somatisch objektiviert werden 
könnten. Diese Einschätzung könne nur der somatisch tätige Facharzt tref-
fen. Somit sei im Gutachten aus dem Jahre 2017 auch kein aggravatori-
sches Verhalten festgestellt worden. Im psychiatrischen Gutachten aus 
dem Jahre 2015 habe er sich auf die Einschätzungen des Orthopäden be-

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zogen, der die geklagten Beschwerden nicht hinreichend habe objektivie-
ren können. 

In Erläuterung bzw. Präzisierung der Einschätzung, die invaliditätsfremden 
Gründe (Arbeitslosigkeit und schwierige wirtschaftliche Lage) stünden ge-
genüber den Funktionseinschränkungen, die direkte Folge der Gesund-
heitsstörung seien, deutlich im Hintergrund, wobei sämtlich belastende 
Umstände, mithin auch die Trennung und Scheidung und der Hausverkauf 
zu berücksichtigen seien, legte der psychiatrische Gutachter dar, es 
bestünden beim Exploranden in der Tat erhebliche psychosoziale Belas-
tungen, Verlust der Berufstätigkeit, Scheidung von der Ehefrau, Hausver-
kauf, fehlende berufliche und wirtschaftliche Perspektiven. Diese psycho-
sozialen Belastungen seien mit ein Grund dafür gewesen, dass im Gutach-
ten 2017 eine somatoforme Schmerzstörung und nicht wie im Gutachten 
2015 eine Schmerzverarbeitungsstörung diagnostiziert worden sei. Der 
Explorand habe seine aufgrund der kindlichen Entbehrungen vorhandenen 
Minderwertigkeitsgefühle lange Zeit kompensieren können mit seiner Be-
rufstätigkeit, seinem geordneten, erfolgreichen Leben. Nachdem diese 
äusseren Sicherheiten zusammengebrochen seien, sei es zur depressiven 
Dekompensation gekommen. Es seien also nicht nur die psychosozialen 
Belastungen, die zur Depression geführt hätten, sondern dem Exploranden 
sei es auch nicht mehr gelungen, die seit Kindheit bestehenden Minderwer-
tigkeitsgefühle und Versagensängste zu kompensieren. Er sei seither die-
sen Minderwertigkeitsgefühlen ausgesetzt, erlebe sich als Versager und sei 
auch vermehrt mit den früheren, belastenden Erlebnissen konfrontiert, da 
er nicht mehr durch Arbeit abgelenkt sei, einen sozialen Rückzug zeige und 
naturgemäss in einem depressiven Zustand sich vermehrt an die negativen 
Aspekte seines Lebens erinnere. Somit sei klar festzuhalten, dass sich die 
depressive Störung auf dem Hintergrund der kindlichen Entbehrungen und 
Belastungen verselbständigt habe. 

Zu den Ressourcen des Exploranden, welche die schmerzbedingte Belas-
tung kompensieren könnten, führte der Gutachter aus, der Explorand lebe 
alleine. Trotz seiner Schmerzen sei er in der Lage den Haushalt mehr oder 
weniger ohne fremde Hilfe führen zu können. Er unternehme auch regel-
mässig unter Zuhilfenahme des Elektromobils Ausflüge mit seinem Hund. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2019, IV/19/60, Seite 13

Er stehe auch regelmässig am Morgen auf, um seinen Hund zu füttern, 
unternehme morgens regelmässig einen Ausflug mit seinem Hund. Er sei 
also trotz der geklagten Beschwerden zu einigen Aktivitäten in der Lage. Er 
habe noch nie während längerer Zeit wegen einer Depression stationär 
behandelt werden müssen. Auch dies sei ein Hinweis dafür, dass er nicht 
an einer schweren Depression leide. 

Zur attestierten Arbeitsunfähigkeit ergänzte Dr. med. E.________, der Ex-
plorand leide unter depressiven Verstimmungen, zeige einen sozialen 
Rückzug, fühle sich im sozialen Kontext verunsichert, ziehe sich zurück. Es 
bestehe auch eine erhöhte Ermüdbarkeit und eine verminderte psychische 
Belastbarkeit. Im Zusammenhang mit der depressiven Störung sei er ver-
mehrt mit seinen Minderwertigkeitsgefühlen und seinen Versagensängsten 
konfrontiert. Er benötige somit einige Energie, um sich trotz dieser Ängste 
und Unsicherheiten im sozialen Umfeld zu bewegen, allenfalls auch mit den 
sozialen Begegnungen im Rahmen einer Arbeitstätigkeit umzugehen. Die 
Depression schränke seine Fähigkeit ein, auf dem Hintergrund der Defizi-
terfahrungen mit seinen Mitmenschen zu kommunizieren, sich mit ihnen 
auszutauschen. 

Zur Frage der Behandelbarkeit der psychischen Störung führte der Gutach-
ter aus, der Explorand befinde sich in ambulanter psychiatrischer Behand-
lung, werde antidepressiv behandelt. Diese Behandlung sei adäquat. Der 
Verlust der Teilnahme am Arbeitsleben, der Verlust der dadurch entstan-
denen narzisstischen Gratifikationen, die Tatsache, dass die Prophezeiun-
gen des Vaters sich erfüllt hätten, indem er in der Arbeitswelt in seinen Au-
gen versagt habe, seien mit ein Grund dafür gewesen, dass der Explorand 
depressiv geworden sei, sich bis anhin die Depression nicht wesentlich 
gebessert habe. Es sei daher auch nicht davon auszugehen, dass durch 
eine psychiatrische und psychopharmakologische Behandlung das vermin-
derte Selbstwertgefühl, die ausgeprägte Selbstunsicherheit und die Min-
derwertigkeitsgefühle wesentlich verbessert werden könnten. Somit sei 
davon auszugehen, dass das depressive Zustandsbild weitgehend thera-
pieresistent bleiben werde. 

3.5 Dem Verlaufsgutachten vom 16. Juni 2017 (act. II 118.1), ergänzt 
durch die instruktionsrichterlich eingeholte Stellungnahme vom 1. März 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2019, IV/19/60, Seite 14

2019 (in den Gerichtsakten), kommt voller Beweiswert zu (E. 2.5 hiervor). 
Dr. med. E.________ hat zu den vom Bundesgericht als klärungsbedürftig 
bezeichneten Punkte (vgl. E. 3.3 hiervor) ausführlich Stellung genommen 
und die noch offenen Fragen einleuchtend und schlüssig beantwortet (vgl. 
E. 3.4 hiervor). Dies trifft – entgegen den Einwänden der Beschwerdegeg-
nerin (Stellungnahme vom 4. April 2019, S. 2) – auch für die Erklärung des 
Gutachters zur Frage, weshalb der Beschwerdeführer erst im Rahmen der 
zweiten psychiatrischen Begutachtung von seiner schwierigen Kindheit 
erzählte. Die entsprechende Erklärung, wonach der Beschwerdeführer im 
Rahmen der ersten Begutachtung die Fassade des erfolgreichen Mannes 
angesichts der intakten Beziehung mit seiner Ehefrau und den (noch) intak-
ten finanziellen Verhältnissen habe aufrecht erhalten können, in der Zwi-
schenzeit jedoch diese Fassade nach der Trennung von seiner Ehefrau 
und dem Verkauf seines Hauses zusammengebrochen sei, überzeugt. Es 
liegt in der Natur der Sache, dass der Gutachter diesbezüglich lediglich 
seine Hypothese präsentieren konnte, und keine „präzise Antwort" (Stel-
lungnahme der Beschwerdegegnerin vom 4. April 2019, S. 2). Einer sol-
chen (überhöhten) Anforderung vermöchte keine psychiatrische Einschät-
zung je zu genügen, die – wie jede ärztliche Beurteilung – von der Natur 
der Sache her unausweichlich Ermessenszüge trägt, die es zu respektieren 
gilt (BGE 137 V 210 E. 3.4.2.3 S. 253; Entscheid des Bundesgerichts vom 
6. August 2015, 9C_397/2015, E. 5.3). Was die Erklärung für die im Unter-
schied zur Voruntersuchung im Jahr 2015 nicht mehr festgestellte Aggrava-
tion betrifft, verwies der Experte zum einen auf die bei der Verlaufsbegut-
achtung fehlende somatische Beurteilung. Zum anderen legte er nachvoll-
ziehbar und überzeugend dar, dass bei der Erstuntersuchung im Jahr 2015 
die Beschwerdepräsentation für eine Aggravation sprach (vgl. dazu act. II 
94 S. 8 Ziff. 3.2: „Die ausgeglichene Stimmung, das gelegentliche Lächeln 
stand in grosser Diskrepanz zu den Angaben von schwersten, invalidisie-
renden Schmerzen"), wogegen bei der Verlaufsuntersuchung im Jahr 2017 
die Beschwerdepräsentation in sich stimmig war (act. II 118.1 S. 13: „Bei 
der psychiatrischen Untersuchung wirkte er freudlos, resigniert, hoffnungs-
los und depressiv"). Entgegen dem Beschwerdeführer (Stellungnahme vom 
2. April 2019, S. 1) kann somit nicht davon gesprochen werden, bereits bei 
der Erstuntersuchung im Jahr 2015 habe aus psychiatrischer Sicht keine 
Aggravation vorgelegen. Was die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit betrifft, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2019, IV/19/60, Seite 15

hat der Gutachter schlüssig und einleuchtend dargelegt, dass der Be-
schwerdeführer insbesondere durch die erhöhte Ermüdbarkeit und die 
verminderte psychische Belastbarkeit eingeschränkt ist, er Energie 
benötigt, um sich trotz seinen Minderwertigkeitsgefühlen und den Versa-
gensängsten im sozialen Umfeld zu bewegen und mit den sozialen Begeg-
nungen umzugehen und er auch in der Fähigkeit eingeschränkt ist, mit sei-
nen Mitmenschen zu kommunizieren bzw. sich mit ihnen auszutauschen. 

Mithin ist der rechtserhebliche Sachverhalt hinreichend erstellt; weiterer 
Abklärungen bedarf es nicht (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 122 V 
157 E. 1d S. 162). Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin 
(Stellungnahme vom 4. April 2019, S. 3) ist es der Beweiskraft der gutach-
terlichen Ausführungen nicht abträglich, dass Dr. med. E.________ kein 
aktueller Bericht des behandelnden Psychiaters vorlag, als er seine Stel-
lungnahme vom 1. März 2019 verfasste. Massgebender und hier zu beur-
teilender Sachverhalt ist jener, der bis zum Zeitpunkt des Erlasses der an-
gefochtenen Verfügung vom 21. November 2017 eingetreten ist (BGE 132 
V 215 E. 3.1.1, S. 220, 130 V 138 E. 2.1, S. 140). Nach diesem Zeitpunkt 
datierende Sachverhaltsentwicklungen und damit auch die aktuelle psych-
iatrische Behandlungssituation bzw. allfällige Veränderungen in somati-
scher Hinsicht (vgl. Stellungnahme der Beschwerdegegnerin vom 4. April 
2019, S. 3) sind damit im vorliegenden Verfahren von vornherein unbeacht-
lich. Zu prüfen bleibt, ob anhand des strukturierten Beweisverfahrens nach 
BGE 141 V 281 der Beweis einer rechtlich relevanten Arbeits- und Er-
werbsunfähigkeit zu erbringen ist (E. 2.2.1 hiervor), wobei die versicherte 
Person die materielle Beweislast zu tragen hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 
S. 416). 

3.6 Anders als die Verwaltung anzunehmen scheint (Stellungnahme 
vom 4. April 2019, S. 2 Ziff. 5), liegt kein Ausschlussgrund vor, und zwar 
auch nicht eingedenk der nur teilweise durch die psychiatrischen Befunde 
erklärbaren ausgeprägten subjektiven Krankheitsüberzeugung, die im 
Rahmen der Verlaufsbegutachtung festgestellt wurde (act. II 118.1 S. 16 
Ziff. 10.7). Denn ausser in eindeutigen Fällen, wo ein Ausschlussgrund 
geradezu ins Auge springt, sind aggravatorische Tendenzen oder auch die 
übrigen ähnlichen Erscheinungen – wie hier die subjektive Krankheitsüber-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2019, IV/19/60, Seite 16

zeugung – im Rahmen der lndikatorenprüfung zu berücksichtigen (SUSAN-
NE BOLLINGER, Wann liegt ein Gesundheitsschaden vor, in UELI KIESER 
[Hrsg.], Psychosomatische Störungen im Sozialversicherungsrecht, S. 33; 
BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1 S. 298 f.). Das Bundesgericht hat in seinem 
Rückweisungsentscheid denn auch keinen Ausschlussgrund in Betracht 
gezogen. 

In der Kategorie funktioneller Schweregrad beim Komplex der Gesund-
heitsschädigung ist bezüglich des Indikators der Ausprägung der diagnose-
relevanten Befunde und Symptome (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1 S. 298) zu 
bemerken, dass mit Blick auf den psychopathologischen Befund – die 
Stimmung sei klagsam, herabgesetzt und depressiv gewesen; der Be-
schwerdeführer habe freudlos, resigniert gewirkt und er habe passive To-
deswünsche beklagt, der Antrieb sei vermindert, die Psychomotorik verarmt 
und das Denken depressiv eingeengt gewesen (act. II 118.1 S. 11 Ziff. 4) – 
und die geschilderten Alltagsaktivitäten – wonach der Beschwerdeführer 
u.a. seinen Hund füttere und mit ihm (mit Hilfe des Elektromobils) spazieren 
gehe, er eher selten koche und mehr oder weniger regelmässig eine Gas-
senküche besuche, wo er sich verpflege, er sich auch tagsüber immer wie-
der hinlege und schlafe sowie sich gelegentlich TV-Sendungen (meistens 
Trickfilme) ansehe und gelegentlich auf dem Computer spiele (act. II 118.1 
S. 10 Ziff. 3.9) – zumindest von einer mittleren Ausprägung der diagnosere-
levanten Befunde auszugehen ist. Zum Indikator des Behandlungs- und 
Eingliederungserfolgs (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 299) ist – gestützt auf 
die Ausführungen des Dr. med. E.________ – festzuhalten, dass die bishe-
rige Therapie lege artis durchgeführt wurde und keine weiteren Therapieop-
tionen mehr bestehen (act. II 118.1 S. 15 Ziff. 10.1) bzw. von einer weitge-
henden Therapieresistenz auszugehen ist (vgl. Ergänzung vom 1. März 
2019, S. 4). Bei den Eingliederungsbemühungen (BGE 141 V 281 
E. 4.3.1.2 S. 300) ist festzustellen, dass eine Kooperation des Beschwerde-
führers nur teilweise vorhanden war, da es ihm aus objektiver Sicht zumut-
bar gewesen wäre, mindestens halbtags an Eingliederungsmassnahmen 
teilzunehmen (act. II 118.1 S. 16 Ziff. 10.4). Was die Komorbiditäten 
(BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3 S. 300) betrifft, liegt nebst der verselbstständig-
ten depressiven Störung (vgl. Ergänzung vom 1. März 2019, S. 3) eine so-
matoforme Schmerzstörung vor, welcher ressourcenhemmende Wirkung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2019, IV/19/60, Seite 17

zukommen dürfte. Zur Persönlichkeit (BGE 141 V 281 E. 4.3.2 S. 302) ist 
festzustellen, dass der Beschwerdeführer laut psychiatrischer Verlaufsbe-
gutachtung Minderwertigkeitsgefühle hat und sich als Versager fühlt (act. II 
118.1 S. 14 Ziff. 8.7); dies bestätigte der Experte auch in der Ergänzung 
vom 1. März 2019 („im Zusammenhang mit der depressiven Störung ist er 
vermehrt mit seinen Minderwertigkeitsgefühlen und seinen Versagensängs-
ten konfrontiert“). Es liegt laut dem Gutachter ein ausgeprägter sozialer 
Rückzug vor (BGE 141 V 281 E. 4.3.3 S. 303; act. II 118.1 S. 17 Ziff. 11.3; 
vgl. auch act. II 118.1 S. 12 „lebt sozial völlig isoliert, hat einzig Kontakt mit 
seiner Mutter, von der er alle 14 Tage besucht wird“). Bezüglich Konsistenz 
und zum Indikator einer gleichmässigen Einschränkung des Aktivitätenni-
veaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen (BGE 141 V 281 E. 4.4.1 S. 
303) ist zu bemerken, dass der Beschwerdeführer zwar allein lebt, jedoch 
den Haushalt selbstständig versorgt und in der Lage ist, sich um seinen 
Hund zu kümmern (act. II 118.1 S. 17 Ziff. 11.2), wogegen er beim Admi-
nistrativen von einer Sozialarbeiterin unterstützt wird (act. II 118.1 S. 13 
Ziff.6); er unternimmt Ausflüge mit seinem Hund und steht am Morgen re-
gelmässig auf (Ergänzung vom 1. März 2019 [in den Gerichtsakten]). Die-
ses Aktivitätenniveau stimmt zwar – wie vom Gutachter festgehalten (act. II 
118.1 S. 17 Ziff. 11.2) – mit der subjektiv geklagten gänzlichen Arbeitsun-
fähigkeit nicht überein, lässt sich jedoch mit der attestierten Arbeitsunfähig-
keit von 50 % ohne weiteres vereinbaren (act. II 118.1 S. 17 Ziff. 11.2). Ein 
gewisser Leidensdruck (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.4.2 S. 304) ist mit Blick 
auf die Inanspruchnahme der psychiatrischen Therapie sowie der Einnah-
me antidepressiver Medikation („er besucht wöchentlich eine Psychologin, 
nimmt Antidepressiva ein“ [act. 118.1 S. 12]) zu bejahen. 

3.7 In der Gesamtbetrachtung ist der erforderliche funktionelle Schwe-
regrad der diagnostizierten psychischen Störung zu bejahen, womit der 
gutachterlich attestierten 50 %igen Arbeitsunfähigkeit seit Februar 2016 
gefolgt werden kann. Nachfolgend ist die Invaliditätsbemessung vorzuneh-
men.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2019, IV/19/60, Seite 18

4.

4.1 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222).

4.2 Bei einer Anmeldung im November 2014 und einer Arbeitsunfähig-
keit in der angestammten Tätigkeit als ... ab August 2014 ist frühest mögli-
cher Rentenbeginn der 1. August 2015 (Art. 28 Abs. 1 lit. b und Art. 29 Abs. 
1 und 3 IVG), indessen resultiert bei einer vollumfänglichen Arbeitsfähigkeit 
in einer adaptierten Tätigkeit (vgl. act. II 94 S. 18) und aufgrund der Höhe 
des Valideneinkommens (E. 4.3 hiernach) offensichtlich kein rentenbe-
gründender Invaliditätsgrad. Vielmehr ist die Invaliditätsbemessung – mit 
Blick auf die seit Februar 2016 attestierte 50 %ige Arbeitsunfähigkeit in 
psychiatrischer Hinsicht (vgl. E. 3.7 hiervor) – auf Februar 2016 vorzuneh-
men (vgl. auch BGer 9C_658/2018, E. 2).

4.3 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1).

Gemäss dem Fragebogen Arbeitgeber vom 1. Dezember 2014 (act. II 24) 
erzielte der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit für die 
C.________ AG im Jahr 2014 einen Lohn von Fr. 5‘750.--, was ein Jahres-
einkommen von Fr. 74‘750.-- (13 x Fr. 5‘750.--) ergibt. Indexiert auf das 
Jahr 2016 resultiert ein hypothetisches Valideneinkommen von Fr. 75‘546.-
- (Fr. 74‘750.-- / 103.3 x 104.4 [Tabelle T1.1.10 Nominallohnindex, Männer, 
2011-2016, Bst. C Verarbeitendes Gewerbe/Herstellung von Waren]).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2019, IV/19/60, Seite 19

4.4

4.4.1 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für 
Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen 
werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297).

4.4.2 Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Per-
sonen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im 
Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeit-
nehmern lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unter-
durchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit 
einem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 
E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem 
Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persön-
lichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidens-
bedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskatego-
rie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das 
Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu 
schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen 
ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV 
Nr. 46 S. 148 E. 3.3). Zu beachten ist, dass allfällige bereits in der Beurtei-
lung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Ein-
schränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten 
Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Ge-
sichtspunkts führen dürfen (SVR 2018 IV Nr. 45 S. 145 E. 2.2).

4.5 Eine angepasste Tätigkeit hat der Beschwerdeführer bis zum Verfü-
gungszeitpunkt nicht aufgenommen. Es ist deshalb auf die LSE 2014 
(BGE 143 V 295 E. 4.1.1 S. 299), Tabelle TA1, Privater Sektor, monatlicher 
Bruttolohn (Zentralwert) nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und 
Geschlecht, Total, Männer, Kompetenzniveau 1, abzustellen. Bei einem 
Bruttolohn von Fr. 5‘312.--, angepasst an die betriebsübliche wöchentliche 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2019, IV/19/60, Seite 20

Arbeitszeit von 41,7 Stunden pro Woche (Total, 2014), aufgerechnet auf 
ein Jahr und indexiert auf das Jahr 2016 (Tabelle T1.1.10 Nominallohnin-
dex, Männer, 2011-2016, Total) sowie unter Berücksichtigung der zumutba-
ren Arbeitsfähigkeit von 50 % ergibt dies ein hypothetisches Invalidenein-
kommen von Fr. 33‘516.35 (Fr. 5‘312.-- / 40 x 41,7 x 12 / 103.2 x 104.1 x 
0.5 = Fr. 33‘516.35). Es liegen keine Merkmale vor, die einen zusätzlichen 
Abzug vom Tabellenlohn rechtfertigten; die leidensbedingten Einschrän-
kungen wurden mit dem genannten Anforderungs- und Belastungsprofil 
bereits berücksichtigt und dürfen nicht nochmals – als abzugsrelevant – 
herangezogen werden (vgl. E. 4.4.2 hiervor). Sodann führt die gesundheit-
lich bedingte Unmöglichkeit, körperlich schwere bis anhaltend mittelschwe-
re Arbeiten zu verrichten, nicht automatisch zu einer Verminderung des 
hypothetischen Invalidenlohns. Vielmehr ist der Umstand allein, dass nur 
mehr leichte bis selten mittelschwere Arbeiten (Zumutbarkeitsprofil: körper-
lich leichte bis selten mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten, ohne 
wiederholtes Heben und Tragen von Lasten über 10 kg, vereinzelt 15 kg, 
ohne Einnahme von Zwangshaltungen [act. II 118.1 S. 18]) zumutbar sind, 
kein Grund für einen zusätzlichen leidensbedingten Abzug, weil der Tabel-
lenlohn im Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten Tätigkei-
ten umfasst (vgl. Entscheid des BGer vom 6. Oktober 2017, 8C_439/2017, 
E. 5.5). Angesichts des Zumutbarkeitsprofils ist von einem genügend brei-
ten Spektrum an zumutbaren Verweisungstätigkeiten auszugehen. Der 
Faktor Alter wirkt sich nicht (zwingend) lohnsenkend aus. Denn Hilfsarbei-
ten werden auf dem hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 
ATSG) altersunabhängig nachgefragt (vgl. z.B. Entscheid des BGer vom 
22. März 2017, 8C_805/2016, E. 3.4.3).

4.6 Der Einkommensvergleich ergibt bei einem Valideneinkommen von 
Fr. 75‘546.-- sowie einem Invalideneinkommen von Fr. 33‘516.35 eine Ein-
busse von Fr. 42‘029.65 und damit einen Invaliditätsgrad von gerundet 
56 % (Fr. 42‘029.65 / Fr. 75‘546.-- x 100 = 55,6 %). Der Beschwerdeführer 
hat somit ab 1. Februar 2016 (E. 4.2 hiervor) einen Anspruch auf eine hal-
be Invalidenrente.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2019, IV/19/60, Seite 21

4.7 In Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung 
vom 21. November 2017 aufzuheben und dem Beschwerdeführer mit Wir-
kung ab 1. Februar 2016 eine halbe Invalidenrente zuzusprechen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der geleistete Kostenvor-
schuss von Fr. 800.-- (Verfahren IV/2018/14) ist dem Beschwerdeführer 
nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils zurückzuerstatten.

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer An-
spruch auf eine Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g 
ATSG). Mit angemessener Kostennote vom 25. Mai 2019 macht Rechts-
anwalt B.________ im Verfahren VGE IV/2019/60 eine Parteientschädi-
gung von Fr. 891.-- geltend (Honorar von Fr. 787.50 [3.15 Stunden à Fr. 
250.--], zuzüglich Auslagen von Fr. 39.80 und MWSt. von Fr. 63.70 [7.7 % 
auf Fr. 827.30]).

Im bundesgerichtlichen Verfahren 9C_658/2018 wurde die Beschwerde 
gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Ja-
nuar 2019 (VGE IV/2018/14) teilweise gutgeheissen und die Sache zur 
weiteren Abklärung an die Vorinstanz zurückgewiesen (vgl. E. 3.3 hiervor). 
Entsprechend dem Ausgang dieses Verfahrens hat der Beschwerdeführer 
für das kantonale Verfahren, IV/2018/14, zudem Anspruch auf eine (un-
gekürzte) Parteientschädigung zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Die 
Kostennote von Rechtsanwalt B.________ vom 27. März 2018 weist eine 
Parteientschädigung von Fr. 4‘381.70 (inkl. Auslagen und MWSt.) auf und 
gibt zu keinen Beanstandungen Anlass.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2019, IV/19/60, Seite 22

Damit ist die Parteientschädigung für die Verfahren VGE IV/2019/60 und 
(VGE IV/2018/14) auf Fr. 5‘272.70 (Fr. 891.-- + Fr. 4‘381.70) festzulegen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 21. November 2017 aufgehoben und dem Be-
schwerdeführer mit Wirkung ab 1. Februar 2016 eine halbe Invaliden-
rente zugesprochen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der vom Beschwerdeführer geleistete Kos-
tenvorschuss von Fr. 800.-- wird ihm nach Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 5‘272.70 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Pensionskasse G._______
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Juni 2019, IV/19/60, Seite 23

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.