# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 43824ebf-d5bb-54e8-aaf8-9b292b943f37
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-04-14
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht 14.04.2021 810 20 268
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_003_810-20-268_2021-04-14.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und 

Verwaltungsrecht 

 

vom 14. April 2021 (810 20 268) 

___________________________________________________________________ 

 

 

 

Kindes- und Erwachsenenschutzrecht 

 

 

Festlegung des Wohnsitzes 

 

 
 
Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, Kantonsrichter Markus  

Clausen, Daniel Ivanov, Niklaus Ruckstuhl, Stefan Schulthess,  
Gerichtsschreiber Martin Michel 
 
 

Beteiligte A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Martina Horni, Advokatin 
  

 
gegen 
 
 

 Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____, Vorinstanz 
 
C.____, Beschwerdegegner, vertreten durch Christoph Gäumann, 
Rechtsanwalt 
 

  
  
Betreff Festlegung des Wohnsitzes 

(Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ vom 
24. September 2020) 

 
 
 
 

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A. A.____ (geb. 1992), wohnhaft in D.____, und C.____ (geb. 1974) wohnhaft in E.____ 
BL, sind die nicht miteinander verheirateten Eltern der unter der gemeinsamen Sorge stehen-
den Tochter F.____ (geb. 2016). Bei der Auflösung des gemeinsamen Haushalts im Jahr 2018 
vereinbarten die Eltern, sich zu gleichen Teilen um F.____ kümmern zu wollen, und einigten 
sich darauf, dass F.____ ihren Wohnsitz beim Vater habe. Trotz eines seit der Trennung 
bestehenden chronischen Elternkonflikts konnte in der Folge die alternierende Obhut mit glei-
chen Betreuungsanteilen umgesetzt werden. 
 
B. Mit E-Mail-Nachricht vom 10. Dezember 2018 beantragte C.____ bei der Kindes- und 
Erwachsenenschutzbehörde B.____ (KESB) das alleinige Sorge- und Obhutsrecht über F.____ 
mit der Begründung, A.____ vernachlässige ihre Mutterpflichten. 
 
C. A.____ bestritt mit E-Mail-Nachricht vom 12. Dezember 2018 eine Gefährdung des Kin-
deswohls von F.____ bei ihr und erwiderte, C.____ bringe F.____ nicht wie vereinbart zu ihr. 
 
D. Aufgrund des elterlichen Konflikts gingen bei der KESB am 13. September 2018 und 
am 28. Dezember 2018 Gefährdungsmeldungen der Polizei Basel-Landschaft betreffend 
F.____ ein. 
 
E.  Am 7. Mai 2019 hörte die KESB C.____ und A.____ im Beisein ihrer damaligen Anwäl-
te an. 
 
F. Nachdem sich C.____ und A.____ über die Obhuts-/Betreuungsanteile geeinigt hatten, 
erteilte ihnen die KESB am 5. Juni 2019 die Weisung, sich durch die Familien- und Jugendbera-
tung Birseck (FJB) zur Erarbeitung einer Ferienregelung und zur Klärung des Wohnsitzes von 
F.____ beraten zu lassen. Weiter errichtete die KESB für F.____ eine Erziehungsbeistandschaft 
und ernannte G.____ als Beistand. 
 
G. Am 17. Oktober 2019 teilte A.____, nunmehr vertreten durch Martina Horni, Advokatin 
in Basel, der KESB mit, die Beratung sei gescheitert, weil C.____ nicht bereit sei, sachliche 
Gespräche zu führen. Vielmehr sei es in Bezug auf die Regelung der Herbstferien 2019 erneut 
zu Uneinigkeiten gekommen. Auch habe keine Lösung in Bezug auf den künftigen Wohnsitz 
gefunden werden können. A.____ beantragte bei der KESB, der Wohnsitz von F.____ sei defi-
nitiv bei ihr zu begründen und es sei ein angemessenes Ferienrecht zu regeln. 
 
H. In der Folge wurden – nach Unregelmässigkeiten in der Betreuungssituation – die Be-
ratungs-/Vermittlungsgespräche wieder aufgenommen. 
 
I. Mit Schreiben vom 19. Mai 2020 gelangte A.____, vertreten durch Advokatin Martina 
Horni, mit dem Antrag um Entscheid in der Wohnsitzfrage an die KESB, weil weder im Rahmen 
der Beratungsgespräche noch durch den Beistand eine Lösung habe gefunden werden können. 
C.____, vertreten durch Christoph Gäumann, Advokat in Dornach, nahm am 7. September 
2020 dazu Stellung. 
 

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J. Am 24. September 2020 entschied die KESB, dass der Wohnsitz von F.____ beim 
Kindsvater in E.____ verbleibe. 
 
K. Dagegen hat A.____, vertreten durch Advokatin Martina Horni, am 6. November 2020 
Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantons-
gericht), erhoben. Sie beantragt, der Entscheid der KESB vom 24. September 2020 sei teilwei-
se aufzuheben und der Wohnsitz von F.____ sei bei ihr in D.____ festzulegen. 
 
L. Mit Vernehmlassung vom 14. Dezember 2020 beantragt der Beschwerdegegner, 
vertreten durch Advokat Christoph Gäumann, die Beschwerde sei abzuweisen und es sei ihm 
die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren. Die KESB hat auf eine Vernehmlassung verzich-
tet. 
 
M. Am 23. Dezember 2020 informierte die Beschwerdeführerin das Kantonsgericht über 
ihre Hochzeit am 11. Dezember 2020 mit H.____. 
 
N. Der Beschwerdegegner reichte am 23. Dezember 2020 das ausgefüllte Formular und 
die Belege zum Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege nach. 
 
O. Am 10. Februar 2021 bzw. 8. März 2021 reichten die Rechtsvertreter der Beschwer-
deführerin und des Beschwerdegegners ihre Honorarnoten ein. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 
 
1. Gemäss Art. 450 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs (ZGB) vom 10. Dezem-
ber 1907 i.V.m. Art. 314 Abs. 1 ZGB und § 66 Abs. 1 des kantonalen Gesetzes über die 
Einführung des Zivilgesetzbuchs (EG ZGB) vom 16. November 2006 kann gegen Entscheide 
der KESB Beschwerde beim Kantonsgericht erhoben werden. Das Verfahren richtet sich vorab 
nach den Art. 450 ff. ZGB. Im Übrigen sind die Bestimmungen des kantonalen Verwaltungs-
prozessrechts, des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) 
vom 16. Dezember 1993, anwendbar (§ 66 Abs. 2 EG ZGB). Gemäss Art. 450 Abs. 2 ZGB sind 
Personen zur Beschwerde befugt, die am Verfahren beteiligt sind (Ziff. 1), die der betroffenen 
Person nahestehen (Ziff. 2) oder die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder 
Änderung des angefochtenen Entscheids haben (Ziff. 3). Die Beschwerdeführerin ist als Ver-
fahrensbeteiligte zur Beschwerdeerhebung legitimiert. Da auch die übrigen Prozessvoraus-
setzungen nach den Art. 450 ff. ZGB i.V.m. § 66 Abs. 2 EG ZGB und §§ 43 ff. VPO erfüllt sind, 
ist auf die Beschwerde einzutreten. 
 
2. Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerde Rechtsverletzungen 
(Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts (Ziff. 2) sowie die 
Unangemessenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Dem Kantonsgericht kommt bei der Beurteilung der 
vorliegenden Beschwerde somit volle Kognition zu. 
 

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3. Die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid weder über eine Änderung des Sorge-
rechts noch über Änderungen der Betreuungsanteile, sondern einzig über die Frage des zivil-
rechtlichen Wohnsitzes von F.____ entschieden. Daher bildet nur die Frage der Feststellung 
des Wohnsitzes Streitgegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens. 
 
4.1 Die Vorinstanz führte im angefochtenen Entscheid aus, das behördliche Einschreiten 
erfordere in jedem Fall eine Kindeswohlgefährdung. Eine solche könne in einem Dauerkonflikt 
zwischen den Eltern liegen. Aufgrund der hälftigen Teilung der elterlichen Sorge und der paritä-
tischen alternierenden Obhut müsse der Wohnsitz von F.____ anhand von weiteren Kriterien 
festgelegt werden. In Abwägung der von den Parteien vorgebrachten Argumentationen könne 
festgehalten werden, dass sich der Lebensmittelpunkt von F.____ beim Vater in E.____ befinde 
und dass ein solcher aufgrund der Umzüge der Mutter in D.____ nicht garantiert werden könne. 
Da keine Belege dafür vorlägen, dass F.____ bei der Mutter in D.____ nicht fremdbetreut wer-
den müsste, und da F.____ in E.____ bereits eine Kindertagesstätte (KITA) besuche und sich in 
einem stabilen Umfeld befinde, sei davon auszugehen, dass eine Betreuung, die den Bedürf-
nissen gerecht werde, in E.____ gewährleistet werden könne. Obwohl F.____ ihre Hobbies in 
D.____ ausübe, habe sie ihre Freunde in E.____. Ohne die abschliessende Regelung des 
Wohnsitzes stehe sowohl ihre Beschulung, als auch ihre Entwicklung und damit ihr Kindeswohl 
in Frage. Die vorliegende Kindeswohlgefährdung rechtfertige demnach einen behördlichen Ent-
scheid. Eine Ummeldung nach D.____ würde für F.____ bedeuten, sich wieder umgewöhnen 
zu müssen, ihre jetzigen Freunde nicht mehr treffen zu können, und sich mit allfälligen weiteren 
Umzügen der Kindsmutter konfrontiert zu sehen. Da A.____ am 1. August 2018 den Wohnsitz 
von F.____ in E.____ bestätigt habe, sei dies auch weiterhin so beizubehalten und der Wohn-
sitz von F.____ bleibe in E.____. 
 
4.2 Die Beschwerdeführerin bringt dagegen vor, Hintergrund der Vereinbarung des Wohn-
sitzes von F.____ beim Beschwerdegegner im Jahr 2018 sei gewesen, dass sich der Kinds-
vater in E.____ habe einbürgern lassen wollen, womit auch die Einbürgerung von F.____ vorge-
sehen gewesen sei. Aufgrund des Wohnsitzerfordernisses hätten sie damals den Wohnsitz von 
F.____ nicht nach D.____ wechseln wollen. Da der Kindsvater sich in der Folge aber nicht habe 
einbürgern lassen bzw. sich aufgrund der im Raum stehenden strafrechtlichen Vorwürfe nicht 
habe einbürgern lassen können, stelle sich die Wohnsitzfrage insofern von Neuem. Sie hätten 
sich ab Juni 2019 auf eine alternierende Obhut und folgende Betreuungsregelung geeinigt: 
montags und dienstags werde F.____ persönlich von ihr betreut und sie bringe F.____ am 
Mittwochmorgen in die KITA. Am Mittwochabend werde F.____ vom Kindsvater in der KITA 
abgeholt, wo F.____ übernachte. Am Donnerstagmorgen werde F.____ vom Kindsvater wieder 
in die KITA gebracht, wo sie gleichentags wieder vom Kindsvater abgeholt werde. Den Freitag 
verbringe F.____ beim Kindsvater. Von Freitagabend bis Montagmorgen würden sie sich jedes 
zweite Wochenende mit der Betreuung abwechseln. Zwischenzeitlich gehe F.____ mittwochs 
nur noch am Nachmittag in die KITA, sodass sie am Mittwochvormittag die Betreuung von 
F.____ übernommen habe. Sie sei daher die Hauptbetreuungsperson von F.____, da sie mehr 
Eigenbetreuung leiste als der Kindsvater. Künftig könnte sie F.____ auch am Mittwochnachmit-
tag und am Donnerstag betreuen. Es sei zwar richtig, dass F.____ ab und zu die Grosseltern 
sehe; es sei aber nicht wahr, dass die Grosseltern F.____ anstelle von ihr betreuen würden. 

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Demgegenüber schicke der Kindsvater F.____ nicht nur in die KITA, sondern er lasse sie auch 
regelmässig von seiner Lebenspartnerin betreuen. Hinzu komme, dass sie – entgegen der 
Behauptungen des Kindsvaters – nicht aus D.____ wegziehen werde. Ihre Familie und Freunde 
würden in D.____ leben und sie möchte sich nunmehr in D.____ einbürgern lassen. Sie lebe 
seit Oktober 2018 mit ihrem neuen Lebenspartner zusammen, sei mit diesem verlobt und plane 
die Hochzeit. Im Oktober 2020 sei sie innerhalb desselben Quartiers umgezogen. Die neue 
Wohnung habe nicht nur einen Sitzplatz mit Gartenanteil, sondern habe auch den Vorteil, dass 
sie ihr Kosmetikstudio nicht mehr in der Wohnung betreiben müsse. Von einer fehlenden Sess-
haftigkeit und einem fehlenden gefestigten Umfeld könne bei ihr keine Rede sein. Der Argu-
mentation der Vorinstanz, dass der Lebensmittelpunkt von F.____ in E.____ beim Kindsvater 
sei, könne nicht zugestimmt werden. F.____ verbringe ebenso viel Zeit in D.____ wie in E.____. 
F.____ habe im Quartier in D.____ auch ihre "Spielfreunde" und sie pflege in D.____ ihre Hob-
bys, da sie einmal in der Woche ins Schwimmen und ins Tanzen gehe. In E.____ gehe F.____ 
keinem Hobby nach. Völlig unbeachtet gelassen habe die Vorinstanz den Umstand, dass 
F.____ beim Kindsvater kein eigenes Zimmer habe, sondern das Zimmer mit einem Neugebo-
renen teilen müsse. Wenig behilflich sei zu guter Letzt die Annahme der Vorinstanz, dass eine 
Ummeldung für F.____ eine Umgewöhnung bedeuten würde, da die alternierende Obhut gelebt 
werde, womit F.____ bereits jetzt zur Hälfte (oder sogar noch ein bisschen mehr) bei ihr lebe. 
Sie könne zudem in der jetzigen Situation besser auf die Bedürfnisse von F.____ eingehen, 
weshalb der Wohnsitz von F.____ bei ihr in D.____ festzulegen sei. 
 
4.3 Der Beschwerdegegner macht geltend, dass die strafrechtlichen Verfahren, die mo-
mentan seiner Einbürgerung entgegenstehen würden, von der Beschwerdeführerin angestrengt 
worden seien. Die Beschwerdeführerin sei nicht zimperlich, ihre Interessen durchzusetzen und 
unternehme alles, um ihn in einem schlechten Licht erscheinen zu lassen. Es habe sich keine 
neue Situation ergeben, welche einen Wechsel des Wohnsitzes rechtfertigen würde. Er habe 
mit der Beschwerdeführerin vereinbart, dass die Betreuung bei ihr durch sie persönlich erfolge, 
was nachweislich nicht geschehen sei. In Bezug auf die geplante Einbürgerung der Beschwer-
deführerin vergesse sie zu erwähnen, dass auch gegen sie ein Strafverfahren laufe, weil sie ihn 
vor seiner Haustüre geschlagen habe. Auch sei seine finanzielle Situation – im Gegensatz zu 
derjenigen der Beschwerdeführerin – stabil. Die Beschwerdeführerin habe sich nie finanziell an 
irgendwelchen Kosten für das Kind beteiligt. 
 
5.1 Dem Wohnsitz kommt generell die Bedeutung zu, eine örtliche Verknüpfung zu einer 
einzelnen Person herzustellen. Von dieser örtlichen Verknüpfung leiten sich Rechtsfolgen wie 
die Bestimmung der örtlichen Zuständigkeit von Gericht und Behörden (z.B. KESB) ab. Der 
Wohnsitz dient somit der Individualisierung und räumlichen Zuordnung (URS VOGEL, Der Wohn-
sitz des minderjährigen Kindes im Zivil- und Sozialhilferecht, in: Fankhauser/Reus-
ser/Schwander [Hrsg.], Brennpunkt Familienrecht, Festschrift für Thomas Geiser zum 65. Ge-
burtstag, 2017, S. 577 f.). Der zivilrechtliche Wohnsitz gemäss den Art. 23 ff. ZGB ist im ganzen 
Bereich des Privatrechts massgebend. Ebenso kann der Wohnsitz des Kindes für den Ort der 
Einschulung ausschlaggebend sein (vgl. Urteil des Kantonsgerichts Luzern vom 3. August 2016 
E. 4.3, in: Luzernische Gerichts- und Verwaltungsentscheide [LGVE] 2016 II Nr. 10; Bericht des 
Bundesrats in Erfüllung des Postulats RK-NR 15.3003 "Alternierende Obhut – Klärung der 

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Rechtsgrundlagen und Lösungsvorschläge" [Bericht Alternierende Obhut] vom 8. Dezember 
2017, S. 22; ANDREA BÜCHLER/SANDRO CLAUSEN, in: FamKomm Scheidung Band I ZGB, 
3. Auflage, 2017, Art. 298 N 12). Im Kanton Basel-Landschaft wird die Primarstufe (Kindergar-
ten und Primarschule) in der Regel in der Wohngemeinde besucht (§ 23 Abs. 1 und § 26 Abs. 1 
des Bildungsgesetzes vom 6. Juni 2002), wobei Erziehungsberechtigte, die ihr Kind den Kinder-
garten anstatt in der Wohngemeinde in der Tagesaufenthaltsgemeinde besuchen lassen möch-
ten, ein entsprechendes Gesuch an den Gemeinderat der Wohnortgemeinde stellen können 
(§ 10 der Verordnung über den Kindergarten und die Primarschule vom 13. Mai 2003). Im 
öffentlichen Recht wird der Wohnsitzbegriff autonom bestimmt (Bericht Alternierende Obhut, 
a.a.O., S. 22; vgl. BGE 144 V 299 E. 5.2). Nicht relevant ist der rechtliche Wohnsitz des Kindes 
bei der Einbürgerung. In die Einbürgerung werden in der Regel die minderjährigen Kinder der 
Bewerberin oder des Bewerbers einbezogen, wenn sie mit dieser oder diesem zusammenleben 
(Art. 30 des Bundesgesetzes über das Schweizer Bürgerrecht [Bürgerrechtsgesetz, BüG] vom 
20. Juni 2014). Der Einbezug ist möglich, sofern die gesuchstellende Person mindestens zu 
50 Prozent die Kinderbetreuung innehat, unabhängig vom rechtlichen Wohnsitz des Kindes. 
Der Einbezug ist jedoch nicht möglich, wenn die minderjährigen Kinder nicht mit dem gesuch-
stellenden Elternteil zusammenleben und zum überwiegenden Teil durch den anderen Elternteil 
betreut werden (Staatsekretariat für Migration [SEM], Handbuch Bürgerrecht, Kapitel 3: Or-
dentliche Einbürgerung vom 14. Januar 2021, Ziff. 311/41). 
 
5.2 Art. 25 ZGB regelt den zivilrechtlichen Wohnsitz Minderjähriger. Minderjährige haben 
grundsätzlich einen abgeleiteten Wohnsitz, sie können im Unterschied zu Volljährigen ihren 
Wohnsitz nicht frei und selbstbestimmt wählen (VOGEL, a.a.O., S. 578; DANIEL STAEHELIN, in:  
Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar ZGB I, 6. Auflage, 2018, Art. 25 N 1). Als 
Wohnsitz des Kindes unter elterlicher Sorge gilt der Wohnsitz der Eltern oder, wenn die Eltern 
keinen gemeinsamen Wohnsitz haben, der Wohnsitz des Elternteils, unter dessen Obhut das 
Kind steht; in den übrigen Fällen gilt sein Aufenthaltsort als Wohnsitz (Art. 25 Abs. 1 ZGB). 
Bevormundete Kinder haben ihren Wohnsitz am Sitz der Kindesschutzbehörde (Art. 25 Abs. 2 
ZGB). Steht das Kind unter der elterlichen Sorge beider Eltern und haben diese keinen gemein-
samen Wohnsitz, so befindet sich der Wohnsitz des Kindes am Wohnsitz des Elternteils, unter 
dessen Obhut das Kind steht (BGE 136 III 353 E. 3.2). Dies gilt sowohl für getrennt lebende, 
wie auch für nicht getrennt lebende Eltern. Dementsprechend würde sich der Wohnsitz des 
Kindes ändern, wenn sich die tatsächliche Obhut ändert. Nach Schweizer Recht kann aber nie-
mand an mehreren Orten zugleich seinen Wohnsitz haben, was auch für Minderjährige gilt: 
Selbst im Fall der alternierenden Obhut kann das Kind nur einen (zivilrechtlichen) Wohnsitz 
haben (Bericht Alternierende Obhut, a.a.O., S. 22). Zwecks Vermeidung von hüpfenden Wohn-
sitzen richtet sich der Wohnsitz des Kindes bei asymmetrischen Betreuungsverhältnissen nach 
dem Wohnsitz des hauptsächlich betreuenden Elternteils (STAEHELIN, a.a.O., Art. 25 N 5, mit 
Hinweisen). Bei gemeinsamer Sorge, nicht gemeinsamem Wohnsitz und alternierender Obhut 
ist an jenen Aufenthaltsort anzuknüpfen, zu dem das Kind einen stärkeren Bezug hat. Das 
muss nicht zwingend durch die Häufigkeit der Anwesenheit bestimmt sein, es können auch 
familiäre Bindungen (Erziehungsverantwortliche, Geschwister, Grosseltern etc.) oder ausser-
familiäre soziale Verknüpfungen (z.B. Schule, Ausbildung, Sportverein, Peergroup) sein 
(VOGEL, a.a.O., S. 579). Lässt sich die engste Bindung des Kindes zu einem Ort nicht fest-

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stellen, was namentlich bei symmetrischen Betreuungsverhältnissen der Fall ist, sollen in der 
Praxis die Eltern gemeinsam den zivilrechtlichen Wohnsitz des Kindes bestimmen (STAEHELIN, 
a.a.O., Art. 25 N 5, mit Hinweisen). Gesetzlich nicht vorgesehen ist, dass die Gerichte oder die 
KESB in einem Entscheid festhalten, wo das Kind seinen Wohnsitz hat (THOMAS GEISER, 
Umsetzung der gemeinsamen elterlichen Sorge durch die Gerichte, in: Aktuelle Juristische Pra-
xis [AJP] 2015, S. 1105; vgl. in diesem Sinne auch: Urteil des Kassationsgerichts Zürich vom 
6. Februar 2002, in: Blätter für Zürcherische Rechtsprechung [ZR] 102/2003 S. 191). Können 
sich die Eltern nicht einigen, soll nach der Lehre das Gericht oder die KESB den zivilrechtlichen 
Wohnsitz festlegen können (INGEBORG SCHWENZER/MICHELLE COTTIER in: Geiser/Fountoulakis 
[Hrsg.], Basler Kommentar ZGB I, 6. Auflage, Basel 2018, Art. 298 N 9; GEISER, a.a.O., 
S. 1105; BÜCHLER/CLAUSEN, a.a.O., Art. 298 N 12; STAEHELIN, a.a.O., Art. 25 N 5; KURT 
AFFOLTER-FRINGELI/URS VOGEL, Berner Kommentar: Zivilgesetzbuch/Die elterliche Sorge/Der 
Kindesschutz Art. 296-317 ZGB, 2016, Art. 298 N 51 i.V.m. Art. 298b N 19; VOGEL, a.a.O., 
S. 579 f.). Verändern sich nachträglich die Verhältnisse bezüglich Betreuung oder der mass-
geblichen Anknüpfungspunkte, so können die Eltern bei Einigkeit den Wohnsitz neu festlegen, 
bei Uneinigkeit ist das Gericht oder die Kindesschutzbehörde zuständig (Art. 134 Abs. 3 ZGB, 
Art. 298d Abs. 2 ZGB; VOGEL, a.a.O., S. 580; PATRICK FASSBIND, Belassung, Erhalt und 
Erteilung der gemeinsamen elterlichen Sorge als Regelfall, in: Zeitschrift für Kindes- und Er-
wachsenenschutz [ZKE] 2014, S. 95 Fn. 30). 
 
6. In Bezug auf den vorliegend umstrittenen Wohnsitz von F.____ ist den Akten zu ent-
nehmen, dass die Eltern vereinbart hatten, dieser solle beim Beschwerdegegner sein. Weiter 
ergibt sich aus den Akten, dass die Eltern im Rahmen der Trennung vereinbart hatten, sich zu 
gleichen Teilen um die gemeinsame Tochter kümmern zu wollen. An diese Vereinbarung haben 
sich die Eltern in der Folge trotz des zwischen ihnen herrschenden Dauerkonflikts gehalten, und 
F.____ wurde seit der Trennung von beiden Elternteilen weitgehend zu gleichen Teilen betreut. 
Sodann kann den Akten entnommen werden, dass sowohl die Beschwerdeführerin als auch der 
Beschwerdegegner erziehungsfähig sind und ihrer Tochter F.____ eine kindesgerechte 
Wohnung sowie ein stabiles Umfeld bieten. Seit dem Abschluss der Vereinbarung über die 
Betreuungsanteile und den Wohnsitz sind sowohl die Beschwerdeführerin als auch der Be-
schwerdegegner umgezogen. Diese Umzüge in der näheren Umgebung hatten jedoch un-
bestrittenermassen keine relevanten Auswirkungen auf die elterliche Sorge und das gelebte 
Betreuungskonzept. Daraus folgt, dass F.____ aktuell weiterhin jeweils zur Hälfte vom Vater 
und von der Mutter betreut und unabhängig vom formellen Entscheid über ihren zivilrechtlichen 
Wohnsitz unverändert im angestammten Umfeld sowohl in E.____ als auch in D.____ verblei-
ben wird. Soweit die Parteien im Übrigen Einwände gegen die Betreuung von F.____ durch die 
Lebenspartnerin des Vaters bzw. durch die Grosseltern mütterlicherseits erheben, sind sie an 
die in Art. 301 Abs. 1bis Ziff. 1 ZGB vorgesehene Alleinentscheidungskompetenz des betreuen-
den Elternteils für alltägliche Angelegenheiten zu erinnern. Danach kann der Elternteil, der das 
Kind betreut, allein entscheiden, wenn die Angelegenheit alltäglich oder dringlich ist. Als 
alltäglich gelten z.B. Entscheidungen über Freizeitgestaltung des Kindes (vgl. 
SCHWENZER/COTTIER, a.a.O., Art. 301 N 3c; AFFOLTER-FRINGELI/VOGEL, a.a.O., Art. 301 N 30). 
In Anbetracht dessen, dass sich die Verhältnisse bezüglich der Betreuungssituation seit dem 
Abschluss der Vereinbarung über den Wohnsitz nicht nachträglich verändert haben, hatte die 

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Vorinstanz keine Veranlassung einen Wechsel des bisherigen Wohnsitzes vorzunehmen, wes-
halb nicht zu beanstanden ist, dass die Vorinstanz festgestellt hat, der Wohnsitz von F.____ 
verbleibe weiterhin beim Kindsvater in E.____. Dazu kommt, dass der von der Beschwerde-
führerin als Begründung für den Wohnsitzwechsel angeführte Einbürgerungswunsch nicht vom 
zivilrechtlichen Wohnsitz abhängt und die Festlegung des zivilrechtlichen Wohnsitzes die Ein-
schulung nicht zwingend präjudiziert (siehe vorne E. 5.1). Zusammenfassend sind somit keine 
Gründe ersichtlich, die einen Wechsel des zivilrechtlichen Wohnsitzes von F.____ rechtfertigen 
könnten. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde. 
 
7.1 Es bleibt über die Verlegung der Kosten zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das 
Verfahren vor Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsge-
bühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemes-
senem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind 
die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- der Beschwerdeführerin aufzuerlegen und mit 
dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'400.-- zu verrechnen. 
 
7.2 Nach § 21 Abs. 1 VPO kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei für den Bei-
zug eines Anwalts bzw. einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung zulasten der 
Gegenpartei zugesprochen werden. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist dem an-
waltlich vertretenen Beschwerdegegner eine Parteientschädigung zu Lasten der Beschwerde-
führerin zuzusprechen. Der Rechtsvertreter des Beschwerdegegners weist in seiner Honorarno-
te vom 8. März 2021 einen Zeitaufwand von 11.0833 Std. à Fr. 200.-- sowie Auslagen in der 
Höhe von Fr. 279.90 aus, was nicht zu beanstanden ist. Demzufolge hat die Beschwerdeführe-
rin dem Beschwerdegegner eine Parteientschädigung in der Höhe von insgesamt 
Fr. 2'688.80 (inkl. 7.7 % MWST) auszurichten.  

Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 
 
://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 
   
 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- werden der Be-

schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in 
der Höhe von Fr. 1'400.-- verrechnet.  

   
 3. Die Beschwerdeführerin hat dem Beschwerdegegner eine Parteientschä-

digung in der Höhe von Fr. 2'688.80 auszurichten.  
 
 
 
 
Präsidentin 
 
 
 
 
 
 

Gerichtsschreiber