# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 68fe1123-73bb-5268-bb95-2ea476517a8d
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-08-25
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 25.08.2016 S 2016 45
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2016-45_2016-08-25.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 16 45

2. Kammer als Versicherungsgericht

Einzelrichterin Moser und von Büren als Aktuar ad hoc

URTEIL

vom 25. August 2016

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

Beschwerdeführer

gegen 

Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit Graubünden,

Beschwerdegegner

betreffend Einstellung in der Anspruchsberechtigung

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1. A._____ war ab dem 4. Oktober 2015 als B._____ bei der C._____ GmbH 

tätig. Er kündigte diese Stelle Mitte Oktober 2015 auf den 11. Dezember 

2015. Am 30. Dezember 2015 meldete er einen Anspruch auf 

Arbeitslosenversicherungstaggeld im Umfang von 100 % ab selbigem 

Datum an.

2. Mit Schreiben vom 12. Januar 2016 forderte das Amt für Industrie, 

Gewerbe und Arbeit (KIGA) Graubünden A._____ zur schriftlichen 

Stellungnahme auf, da er vor Beginn der Arbeitslosigkeit keine 

persönlichen Arbeitsbemühungen vorgenommen habe.

3. Mit Stellungnahme vom 19. Januar 2016 teilte A._____ mit, dass er sich 

im Oktober 2015 bei der Arbeitslosenkasse Graubünden erkundigt habe, 

wie ein Zwischenverdienst behandelt würde. Man habe ihn daraufhin 

dahingegen informiert, dass er sich die im Ausland erwirtschaftete 

Beitragszeit noch bescheinigen lassen und sich ausserdem genügend 

früh um Arbeit bemühen müsse. Im Dezember 2015 habe er durch 

Arbeitskollegen andere Informationen erhalten, wonach er sich sofort bei 

der Gemeinde gemeldet und nach dem ersten Beratungsgespräch im 

Januar 2016 direkt um Arbeit bemüht habe. 

4. Mit Schreiben des KIGA vom 28. Januar 2016 wurde A._____ 

aufgefordert, eine Bestätigung bzgl. der behaupteten Beratung vom 

Oktober 2015 durch die Arbeitslosenkasse Graubünden einzureichen. 

Daraufhin teilte die zuständige Sachbearbeiterin der Arbeitslosenkasse 

Graubünden mit Mail vom 4. Februar 2016 mit, der Versicherte habe sich 

telefonisch erkundigt, ob er überhaupt bezugsberechtigt sei, da er die 

letzten Jahre im Ausland gearbeitet habe. Sie könne lediglich bestätigen, 

dass sie A._____ allgemein über das Vorgehen bei Arbeitslosigkeit 

informiert habe und ihn mit einem Link bedient habe. 

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5. Mit Verfügung vom 17. Februar 2016 stellte das KIGA A._____ für acht 

Tage in der Anspruchsberechtigung ein. Begründend wurde ausgeführt, 

dass sich A._____ vor Eintritt der Arbeitslosigkeit am 30. Dezember 2015 

nicht genügend um Arbeit bemüht habe. Die Sachbearbeiterin der 

Arbeitslosenkasse habe A._____ in ihrem Beratungsgespräch im Oktober 

2015 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit über die bereits vor Eintritt 

der Arbeitslosigkeit erforderlichen Arbeitsbemühungen unterrichtet. 

Gegen diese Verfügung erhob A._____ Einsprache, welche am 17. März 

2016 beim KIGA einging. Zur Begründung führte A._____ an, er sei falsch 

bzw. unvollständig informiert worden, womit ihn kein Verschulden für die 

fehlenden Arbeitsbemühungen treffe. Mit Einspracheentscheid vom 

24. März 2016 wurde die Einsprache abgewiesen. Begründend führte das 

KIGA aus, dass A._____ die angeführte falsche bzw. unvollständige 

Auskunft nicht glaubhaft darstellen könne und wiederholte im Übrigen die 

bereits in der Verfügung vom 17. Februar 2016 geäusserte Begründung.

6. Gegen diesen Einspracheentscheid vom 24. März 2016 erhob A._____ 

(nachfolgend Beschwerdeführer) am 9. April 2016 Beschwerde beim 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Der Beschwerdeführer 

beantragte sinngemäss, dass der angefochtene Entscheid aufzuheben 

und das KIGA zu verpflichten sei, die ungekürzten gesetzlichen 

Leistungen zu erbringen. Zur Begründung führte er aus, dass ihm die 

fehlenden Arbeitsbemühungen vor Beginn der Arbeitslosigkeit nicht 

vorzuwerfen seien, da diese auf eine falsche bzw. unvollständige 

Auskunft einer Sachbearbeiterin der Arbeitslosenkasse Graubünden 

zurückzuführen seien. Er habe sich frühzeitig bei der offiziellen Amtsstelle 

gemeldet und sich auf deren Einschätzung bzw. Beratung verlassen.

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7. Mit Stellungnahme vom 26. April 2016 beantragte das KIGA (nachfolgend 

Beschwerdegegner) die Abweisung der Beschwerde. Es wiederholte 

dabei die im Einspracheentscheid getätigten Ausführungen und betonte, 

dass die Sachverhaltsdarstellung durch die zuständige Sachbearbeiterin 

der Arbeitslosenkasse im Mail vom 4. Februar 2016 als überwiegend 

wahrscheinlich einzustufen sei, und somit dem Beschwerdeführer keine 

ungenügende Auskunft erteilt worden sei.

8. Mit (freigestellter) Replik vom 6. Mai 2016 brachte der Beschwerdeführer 

vor, dass er nach dem fraglichen Telefonat vom 15. Oktober 2015 keinen 

Link erhalten habe, sondern lediglich einen Auszug aus der AVIG-Praxis 

zum PDU1 Formular. Zudem habe er das fragliche Telefonat getätigt, um 

informiert zu werden, wie das Verfahren ausgestaltet sei, da er eine 

mögliche Arbeitsstelle in Aussicht habe.

Der Beschwerdegegner verzichtete mit Schreiben vom 20. Mai 2016 auf 

eine Duplik.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften und 

auf den angefochtenen Entscheid sowie auf die im Recht liegenden 

Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen.

Die Einzelrichterin zieht in Erwägung:

1. a) Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid 

der Beschwerdegegnerin vom 24. März 2016. Gegen 

Einspracheentscheide aus dem Bereich der Arbeitslosenversicherung 

kann gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische 

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Arbeitslosenversicherung und Insolvenzentschädigung (AVIG; SR 837.0) 

i.V.m. Art. 56 und 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) Beschwerde beim 

kantonalen Versicherungsgericht eingereicht werden. Örtlich zuständig ist 

gemäss Art. 100 Abs. 3 AVIG in Verbindung mit Art. 128 Abs. 1 sowie 

Art. 119 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 der Verordnung über die obligatorische 

Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIV, SR 

837.02) das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die 

versicherte Person zur Zeit des Verfügungserlasses die Kontrollpflicht 

erfüllt. Da der Beschwerdeführer die Kontrollpflicht im Kanton 

Graubünden erfüllt, fällt die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde 

demnach in die örtliche Zuständigkeit des angerufenen Gerichts. Die 

sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ergibt sich aus Art. 57 

ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des kantonalen Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Als Adressat des 

angefochtenen Einspracheentscheides ist der Beschwerdeführer berührt 

und weist ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung auf (Art. 59 

ATSG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte 

Beschwerde (Art. 60 sowie 61 lit. b ATSG) ist somit einzutreten.

b) Gemäss Art. 43 Abs. 3 lit. a VRG entscheidet das Verwaltungsgericht in 

einzelrichterlicher Kompetenz, wenn der Streitwert Fr. 5‘000.-- nicht 

überschreitet und aufgrund Art. 43 Abs. 2 VRG keine Fünferbesetzung 

vorgeschrieben ist. Der versicherte Verdienst des Beschwerdeführers 

beträgt Fr. 5‘633.-- und wird ihm im Umfang von 80 % entschädigt 

(beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 1). Dies entspricht gemäss Art. 23 

Abs. 1 AVIG und Art. 40a AVIV einem Taggeld von Fr. 207.70 (Fr. 5‘633.-- 

: 21.7 Tage x 0.8). Mit Verfügung vom 17. Februar 2016 - bestätigt durch 

den vorliegend angefochtenen Einspracheentscheid vom 24. März 2016 - 

wurde der Beschwerdeführer für acht Tage in der Anspruchsberechtigung 

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eingestellt, was einem Streitwert von Fr. 1‘661.60 (Fr. 207.70 x 8 Tage) 

entspricht. Da der Streitwert somit unter Fr. 5‘000.-- liegt und kein Fall von 

Art. 43 Abs. 2 VRG vorliegt, ist die Zuständigkeit der Einzelrichterin 

gegeben. 

2. a) Vorliegend ist streitig, ob der Beschwerdeführer zu Recht wegen 

ungenügender Arbeitsbemühungen vor Beginn der Arbeitslosigkeit für acht 

Tage in seiner Anspruchsberechtigung eingestellt worden ist.

b) Gemäss Art. 17 Abs. 1 AVIG muss ein Versicherter, der 

Versicherungsleistungen beanspruchen will, mit Unterstützung des 

zuständigen Arbeitsamtes alles Zumutbare unternehmen, um die 

Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. Insbesondere ist er 

verpflichtet, Arbeit zu suchen, nötigenfalls auch ausserhalb seines 

bisherigen Berufes. Der Versicherte muss sich gemäss Art. 26 Abs. 1 AVIV 

gezielt um Arbeit bemühen, in der Regel in Form einer ordentlichen 

Bewerbung. Diese Bemühungen müssen gemäss Art. 17 Abs. 1 AVIG bei 

der zuständigen Amtsstelle nachgewiesen werden können, und zwar für 

jede Kontrollperiode. Gemäss Art. 27a AVIV gilt jeder Kalendermonat als 

Kontrollperiode, wobei gemäss Art. 26 Abs. 2 AVIV der jeweilige Nachweis 

der Arbeitsbemühungen bis spätestens am fünften Tag des folgenden 

Monats oder am ersten auf diesen Tag folgenden Werktag einzureichen ist 

und ohne entschuldbaren Grund verspätet nachgewiesene 

Arbeitsbemühungen nicht mehr berücksichtigt werden. Wenn sich der 

Versicherte persönlich nicht genügend um zumutbare Arbeit bemüht, so ist 

er gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. c AVIG in der Anspruchsberechtigung 

einzustellen (vgl. zum Ganzen NUSSBAUMER, Arbeitslosenversicherung, in: 

MEYER [Hrsg.], Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Band XIV, 

Soziale Sicherheit, 2. Aufl., Basel 2007, S. 2428 f. Rz. 837 ff.). Bei den 

Art. 17 Abs. 1 und Art. 30 Abs. 1 lit. c AVIG handelt es sich um eine 

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gesetzliche Umschreibung der im Sozialversicherungsrecht geltenden 

Schadensminderungspflicht. Daraus schliesst die Praxis, dass der 

Versicherte alle Anstrengungen zu unternehmen und jede zumutbare 

Gelegenheit zu ergreifen hat, um seine Arbeitslosigkeit zu beenden 

(CHOPARD, Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung, Diss., Zürich 

1998, S. 134). Der Versicherte hat von sich aus, d.h. ohne besondere 

Aufforderung durch eine Amtsstelle oder Abgabe eines Merkblattes, sein 

Möglichstes zur Schadensminderung vorzukehren (Urteil des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts C 199/2005 vom 29. September 

2005 E.2.1; KUPFER BUCHER, in: MURER/STAUFFER [Hrsg.], 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum AVIG, 4. Aufl., 

Zürich/Basel/Genf 2013, S. 102).

c) Aus der Pflicht, den Eintritt der Arbeitslosigkeit zu verhindern, fliesst die 

Last des Versicherten, sich bereits vom Zeitpunkt der Kündigung des 

früheren Arbeitsverhältnisses an und damit vor Eintritt der Arbeitslosigkeit 

intensiv um eine neue Arbeit zu bemühen (BGE 139 V 524 E.2.1.2). Der 

Versicherte hat sich dementsprechend während der Kündigungsfrist 

beziehungsweise grundsätzlich während der letzten drei Monate vor der 

Anmeldung des Anspruchs auf Arbeitslosenentschädigung unaufgefordert 

um Stellen zu bemühen. Bei der Anmeldung hat der arbeitslos gewordene 

Versicherte den Nachweis seiner Bemühungen um Arbeit vorzulegen 

(Art. 20 Abs. 1 lit. d AVIV). Spätestens zu diesem Zeitpunkt wird er 

sämtliche während des relevanten Zeitraums getätigten 

Stellenbewerbungen einzureichen haben (BGE 139 V 524 E.2.1.2 mit 

Hinweisen). Für die Zeit vor der Anmeldung bei der zuständigen 

Amtsstelle ergibt sich die Pflicht der Versicherungsleistungen 

beanspruchenden Versicherten zur persönlichen Arbeitssuche direkt aus 

der in Art. 17 Abs. 1 AVIG verankerten allgemeinen 

Schadensminderungspflicht. Daraus folgt, dass Versicherte in gekündigter 

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Stellung bereits während der Kündigungsfrist alles Zumutbare zu 

unternehmen haben, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen 

(BGE 139 V 524 E.4.2; Urteil des Bundesgerichts 8C_21/2005 vom 

3. März 2015 E.3.5). Gemäss Rz. B314 der AVIG-Praxis über die 

Arbeitslosenentschädigung des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) 

vom Oktober 2012 (AVIG-Praxis ALE) sind Versicherte grundsätzlich 

bereits vor Anspruchsstellung zur Stellensuche verpflichtet. Diese Pflicht 

ist unter anderem insbesondere während der Kündigungsfrist und bei 

einem befristeten Arbeitsverhältnis mindestens in den drei letzten 

Monaten zu erfüllen.

d) Was die Anzahl der monatlich verlangten Arbeitsbemühungen betrifft, 

nennt das Gesetz weder eine fixe Zahl noch einen hinreichend 

bestimmten Rahmen. Auch bezüglich der qualitativen Anforderungen 

geben die gesetzlichen Bestimmungen nur rudimentäre Anhaltspunkte. 

Lehre und Rechtsprechung haben indes sowohl quantitative wie auch 

qualitative Kriterien entwickelt, die im Einzelfall die Beurteilung, ob 

jemand genügend persönliche Arbeitsbemühungen nachweisen kann, 

erleichtern. So schützte das Bundesgericht die Praxis, wonach in der 

Regel durchschnittlich zehn bis zwölf Bewerbungen im Monat als 

genügend erachtet werden (vgl. dazu BGE 139 V 524 E.2.1.4; ferner 

KUPFER BUCHER, a.a.O., S. 103, 173 f.). Das Bundesgericht betonte aber 

auch, dass eine allgemein gültige Aussage über die erforderliche 

Mindestzahl an Bewerbungen nicht möglich sei (Urteil des 

Bundesgerichts 8C_583/2009 vom 22. Dezember 2009 E.5.1). Insofern 

handelt es sich bei den genannten Zahlen um Richtwerte, die für den 

Regelfall gelten. Zu berücksichtigen sind sodann stets die jeweiligen 

konkreten – objektiven wie subjektiven – Umstände und Möglichkeiten, 

worunter etwa das Alter, der Gesundheitszustand, die Schulbildung, 

allfällige Sprachschwierigkeiten, die Berufserfahrung der Versicherten und 

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auch die Arbeitsmarktlage fallen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

8C_583/2009 vom 22. Dezember 2009 E.5.2 und C 258/2006 vom 

6. Februar 2007 E.2.2). Bei der Beurteilung der Frage, ob die 

Arbeitsbemühungen in quantitativer und qualitativer Hinsicht genügend 

sind, steht der verfügenden Behörde ein gewisser Ermessensspielraum 

zu, wobei die persönlichen Arbeitsbemühungen eines Versicherten in der 

Regel streng beurteilt werden (vgl. unter anderem BGE 120 V 74 E.4a; 

CHOPARD, a.a.O., S. 138 ff.; GERHARDS, Kommentar zum 

Arbeitslosenversicherungsgesetz, Bd. I, Art. 1-58, Bern 1988, Art. 17 

Rz. 14 f.).

e) Vorliegend ist unbestritten, dass sich der Beschwerdeführer im Zeitraum 

vor Eintritt der Arbeitslosigkeit bzw. vor der Anmeldung des Anspruchs 

auf Arbeitslosenversicherungstaggeld am 30. Dezember 2015 nicht um 

Arbeit bemüht hat. Da der Beschwerdeführer somit nicht alles Zumutbare 

unternommen hat, um einen drohenden Schaden abzuwenden (vgl. oben 

E.3b ff.), stellte der Beschwerdegegner den Beschwerdeführer 

grundsätzlich zu Recht in der Anspruchsberechtigung auf 

Arbeitslosenentschädigung ein. Der Beschwerdeführer stellt sich 

diesbezüglich jedoch auf den Standpunkt, dass die Sachbearbeiterin der 

Arbeitslosenkasse Graubünden ihn im Verlauf einer Anfrage vom 

15. Oktober 2015 in Bezug auf die verlangten Arbeitsbemühungen vor 

Eintritt der Arbeitslosigkeit falsch bzw. unvollständig informiert habe. Er 

rügt somit sinngemäss, dass die Sachbearbeiterin der Arbeitslosenkasse 

Graubünden die ihr gemäss Art. 27 ATSG obliegenden Aufklärungs- und 

Beratungspflicht verletzt habe und der Beschwerdeführer gestützt auf 

vertrauensrechtliche Grundsätze davon ausgehen durfte, dass er sich im 

Zeitraum vor Eintritt der Arbeitslosigkeit bzw. vor der Anmeldung des 

Anspruchs auf Arbeitslosenversicherungstaggeld am 30. Dezember 2015 

nicht um Arbeit bemühen musste.

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3. a) Art. 27 Abs. 1 ATSG stipuliert eine allgemeine und permanente 

Aufklärung- und Beratungspflicht der Versicherungsträger und 

Durchführungsorgane, die nicht erst auf persönliches Verlangen der 

interessierten Person zu erfolgen hat und hauptsächlich durch die Abgabe 

von Informationsbroschüren, Merkblättern und Wegleitungen erfüllt wird 

(vgl. BGE 131 V 472 E.4.1). Gemäss Art. 27 Abs. 2 Satz 1 ATSG hat jede 

Person Anspruch auf grundsätzlich unentgeltliche Beratung über ihre 

Rechte und Pflichten. Diese Bestimmung stipuliert ein individuelles Recht 

auf Beratung durch den zuständigen Versicherungsträger. Die Beratung 

gemäss Art. 27 Abs. 2 ATSG bezieht sich auf die Rechte und Pflichten im 

konkreten Einzelfall, wobei eine Beschränkung auf den jeweiligen 

Versicherungszweig gilt. Ziel der Beratung hat zu sein, dass die 

betreffende Person sich so zu verhalten vermag, dass eine den 

gesetzgeberischen Zielen des betreffenden Erlasses entsprechende 

Rechtsfolge eintritt (BGE 131 V 472 E.4.3; SVR 2010 UV Nr. 28, Urteil 

des Bundesgerichts 8C_475/2009 vom 22. Februar 2010 E.2.1). Der 

Umfang der Beratung richtet sich in erster Linie nach der Schwierigkeit 

des jeweiligen Normenkomplexes und nach dem Grad der 

Angewiesenheit der leistungsberechtigten Person auf beratende Hilfe. 

Zum Kern dieser Beratungspflicht gehört, die versicherte Person darauf 

hinzuweisen, dass ihr Verhalten eine der Voraussetzungen des 

Leistungsanspruchs gefährden kann (BGE 131 V 472 E.4.3 mit 

Hinweisen). Im Ergebnis bedeutet die in Art. 27 Abs. 2 ATSG statuierte 

Beratungspflicht mithin, dass - entgegen der bisherigen 

Betrachtungsweise (vgl. BGE 111 V 405; SVR 1999 ALV Nr. 6) - der 

Versicherungsträger sich nicht mehr darauf zu berufen vermag, die 

betreffende Person hätte sich bei entsprechender Gesetzeskenntnis 

zutreffend verhalten können. Zudem hat sich der Versicherungsträger in 

einem bestimmten Mass aktiv zu verhalten und die versicherte Person - 

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gegebenenfalls auch unaufgefordert - über bestimmte Elemente zu 

informieren (vgl. KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl., Zürich 2015, Art. 27 

Rz. 21). Es kann jedoch nicht erwartet werden, dass Informationen 

abgegeben werden, die als allgemein bekannt vorausgesetzt werden 

dürfen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_894/2008 vom 18. Dezember 

2008 E.3.2). Die Leistungsträger dürfen sich demnach darauf 

beschränken, klar umrissene Fragen zu beantworten, solange der Kern 

der Beratungspflicht gewährleistet wird (vgl. zum Ganzen Urteil des 

Eidgenössischen Versicherungsgericht C 138/05 vom 3. Juli 2006 E.3.1 

ff.). Allgemein ist auch von den Versicherten ein Minimum an 

Aufmerksamkeit und Mitdenken im Sinne der Betätigung des gesunden 

Menschenverstandes zu verlangen, sei es in einem laufenden Verfahren, 

sei es zur Wahrung später entstehender Leistungsansprüche (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts 9C_1005/2008 vom 5. März 2009 E.3.2.1). 

b) Wird diese Aufklärungs- und Beratungspflicht gemäss Art. 27 ATSG 

verletzt, so ist dies einer unrichtig erteilten Auskunft des 

Versicherungsträgers gleichzusetzen und dieser hat in Nachachtung der 

Grundsätze zum Vertrauensprinzip hierfür einzustehen (BGE 127 I 31 E.3a, 

124 V 221 E.2b, 113 V 71 E.2, 112 V 120 E.3b). Dies gilt insbesondere 

auch für den Fall, in welchem eine Auskunft, entgegen gesetzlicher 

Vorschrift oder obwohl sie nach den im Einzelfall gegebenen Umständen 

geboten war, unterbleibt (BGE 131 V 472 E.4.3 und 5; vgl. zu den Folgen 

der ungenügenden Beratung insbesondere auch PVG 2014 Nr. 11 sowie 

KIESER, a.a.O., Art. 27 Rz. 28 ff.). 

4. a) Es ist aktenkundig, dass der Beschwerdeführer eine Sachbearbeiterin der 

Arbeitslosenkasse Graubünden erstmals am 15. Oktober 2015 und 

danach noch einige weitere Male (18., 21 und 30. Dezember 2015 sowie 

16. Februar 2016) telefonisch kontaktiert hat (vgl. beschwerdeführerische 

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Akten [Bf-act.] 1-3). Vorliegend massgeblich ist hauptsächlich das 

Gespräch vom 15. Oktober 2015. Der Beschwerdeführer bringt vor, dass 

er sich anlässlich dieses Gesprächs erkundigt habe, wie das Vorgehen 

sei, um Entschädigungsgelder zu erhalten während seiner Anstellung bei 

den Bergbahnen. Daraufhin habe ihm die Sachbearbeiterin unter 

anderem mitgeteilt, dass er genügend früh (ab ca. Januar/Februar 2016) 

mit der Stellensuche zu beginnen habe, um eine Arbeitslosigkeit nach 

dem Zwischenverdienst während der Wintersaison 2015/2016 zu 

verhindern. Die zuständige Sachbearbeiterin bringt dahingegen im E-Mail 

vom 4. Februar 2016 (Bg-act. 8) vor, dass sie grundsätzlich jeden 

Versicherten dahingehend informiere, dass er nicht nur Rechte sondern 

auch Pflichten habe. Sie empfehle in den Telefonaten immer, sofort mit 

den Vorbemühungen zu beginnen und diese schriftlich festzuhalten und 

weise darauf hin, dass der RAV-Berater Ansprechpartner für Details sei.

b) Dass der Beschwerdeführer ab Januar 2016 seinen Verpflichtungen 

bezüglich Stellensuche nachgekommen ist, wird vom Beschwerdegegner 

zu Recht nicht bestritten. In Bezug auf die Stellensuche vor Januar 2016 

hat der Beschwerdeführer im Verwaltungs- und Gerichtsverfahren 

mehrfach vorgebracht, dass ihm im Gespräch vom 15. Oktober 2015 

mitgeteilt worden sei, dass er sich erst ab Januar/Februar 2016 um Arbeit 

zu bemühen habe (Stellungnahme 19. Januar 2016 [Bg-act. 6], E-Mail 

vom 2. Februar 2016 [Bg-act. 8], Einsprache vom 16. März 2016 [Bg-

act. 10] und in der Beschwerde vom 9. April 2016). Seine diesbezüglichen 

Angaben erscheinen glaubhaft und widerspruchsfrei. Die 

Sachbearbeiterin der Arbeitslosenkasse Graubünden beschränkt sich in 

ihrem E-Mail vom 4. Februar 2016 (Bg-act. 8) auf allgemeine Aussagen, 

in dem sie beschreibt, wie sie grundsätzlich Beratungstelefonate führt. 

Obwohl sie anfangs ausdrücklich festhält, dass sie sich gut an die 

telefonische Anfrage des Beschwerdeführers erinnere, erwähnt sie 

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anschliessend nicht, ob das Thema der Arbeitsbemühungen vor Eintritt 

der Arbeitslosigkeit tatsächlich angesprochen wurde und ob sie einen 

entsprechenden Hinweis angebracht hat oder nicht. Sie beschränkt sich 

im E-Mail auf die Bestätigung, dass der Beschwerdeführer allgemein über 

das Vorgehen bei Arbeitslosigkeit informiert worden sei. Die 

Sachbearbeiterin bringt somit ausser allgemeinen Ausführungen nichts 

vor, um die Vorbringen des Beschwerdeführers zu entkräften. Weder 

behauptet sie, dass im Gespräch vom 15. Oktober 2015 die verlangten 

Arbeitsbemühungen vor Eintritt der Arbeitslosigkeit gar nicht zur Sprache 

gekommen seien, noch dass sie tatsächlich dem Beschwerdeführer die 

Auskunft gegeben habe, sich vor Eintritt der Arbeitslosigkeit Ende 

Dezember 2015 um Arbeit zu bemühen bzw. sich allgemein für 

Detailinformationen an den zuständigen RAV-Berater zu wenden. Es ist 

somit entgegen der Ansicht des Beschwerdegegners festzuhalten, dass 

die Sachverhaltsdarstellung des Beschwerdeführers als überwiegend 

wahrscheinlich erscheint. 

c) Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass es vorliegend 

überwiegend wahrscheinlich ist, dass der Beschwerdeführer im 

Telefongespräch mit der Sachbearbeiterin der Arbeitslosenkasse 

Graubünden vom 15. Oktober 2015 nicht darauf hingewiesen wurde, dass 

er sich vor Eintritt der Arbeitslosigkeit am 30. Dezember 2015 persönlich 

um eine Jahresarbeitsstelle zu bemühen habe und auch nicht an die 

zuständigen RAV-Berater verwiesen wurde, obwohl das Thema der 

Arbeitsbemühungen im fraglichen Telefongespräch angesprochen wurde. 

Aus dem Gesagten ergibt sich, dass eine Verletzung der Aufklärungs- 

und Beratungspflicht gemäss Art. 27 ATSG vorliegt. Eine ungenügende 

oder fehlende Wahrnehmung der Beratungspflicht nach Art. 27 Abs. 2 

ATSG kommt gemäss konstanter Rechtsprechung (BGE 124 V 215 

E.2b/aa; 112 V 115 E.3b; Urteil des Bundesgerichts 8C_383/2010 vom 

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28. September 2010 E.5.1.3 mit diversen Hinweisen) einer falsch erteilten 

Auskunft des Versicherungsträgers gleich. Dieser hat in Nachachtung des 

Vertrauensprinzips hierfür einzustehen, sofern sämtliche 

Voraussetzungen des öffentlich-rechtlichen Vertrauensschutzes erfüllt 

sind (Urteil 8C_383/2010 vom 28. September 2010 E.5.1.3; vgl. zur 

Problematik Urteil des Bundesgerichts 8C_332/2011 vom 11. Oktober 

2011 E.5.1 ff.).

d) Das in Art. 9 BV enthaltene Gebot von Treu und Glauben gibt dem 

Privaten einen Anspruch auf Schutz des berechtigten Vertrauens, das er 

in behördliche Zusicherungen und sonstiges, bestimmte Erwartungen 

begründendes Verhalten der Behörden setzt. Es müssen indessen 

verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein, damit sich der Private mit 

Erfolg auf Treu und Glauben berufen kann. So ist eine unrichtige Auskunft 

einer Verwaltungsbehörde nur bindend, wenn die Behörde in einer 

konkreten Situation mit Bezug auf bestimmte Personen gehandelt hat, 

wenn sie dabei für die Erteilung der betreffenden Auskunft zuständig war 

oder wenn der Private die Behörde aus zureichenden Gründen als 

zuständig betrachten durfte, wenn er gleichzeitig die Unrichtigkeit der 

Auskunft nicht ohne weiteres erkennen konnte und wenn er im Vertrauen 

auf die Richtigkeit der Auskunft Dispositionen getroffen hat, die nicht ohne 

Nachteil rückgängig gemacht werden können, sowie wenn die gesetzliche 

Ordnung seit der Auskunftserteilung keine Änderung erfahren hat (BGE 

116 Ib 185 E.3c; 115 Ia 12 E.4a mit Hinweisen).

e) Vorliegend sind diese Voraussetzungen zweifelsfrei erfüllt. Der 

Beschwerdeführer konnte die Behörde in der konkreten Situation aus 

zureichenden Gründen als zuständig betrachten, unter anderem auch 

dadurch, da keine Verweisung an den zuständigen RAV-Berater für die 

Beantwortung von Detailfragen erfolgte. Dadurch, dass der 

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Beschwerdeführer im Vertrauen auf die Richtigkeit der Auskunft der 

Arbeitslosenkasse Graubünden mit seinen Arbeitsbemühungen 

unbestrittenermassen erst im Januar 2016 begonnen hat, wurden 

Dispositionen getroffen, die nicht ohne Nachteil wieder rückgängig 

gemacht werden können. Eine Änderung der gesetzlichen Ordnung seit 

der Auskunftserteilung ist nicht ersichtlich. Da im Telefongespräch vom 

15. Oktober 2015 der Themenkreis der Arbeitsbemühungen vor Eintritt 

der Arbeitslosigkeit angesprochen wurde (vgl. oben E.4b ff.), dem 

Beschwerdeführer aber in Verletzung der Aufklärungs- und 

Beratungspflicht gemäss Art. 27 ATSG nicht mitgeteilt wurde, dass er sich 

bereits vor Eintritt der Arbeitslosigkeit am 30. Dezember 2015 persönlich 

um eine Jahresarbeitsstelle zu bemühen habe und er auch nicht an die 

zuständigen RAV-Berater verwiesen wurde, konnte sich der 

Beschwerdeführer somit gestützt auf vertrauensrechtliche Grundsätze 

darauf verlassen, dass er sich den gesetzlichen Regeln entsprechend 

verhalten würde, wenn er erst im Januar 2016 mit der Arbeitssuche 

begann (vgl. zum Ganzen Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgericht C 138/05 vom 3. Juli 2006 E.2.1 ff. sowie das Urteil 

des Bundesgerichts 8C_332/2011 vom 11. Oktober 2011 E.5.1 ff.). 

5. a) Zusammenfassend ergibt sich, dass dem Beschwerdeführer aufgrund 

einer Verletzung der Aufklärungs- und Beratungspflicht gemäss Art. 27 

ATSG nicht vorgeworfen werden kann, dass er sich vor Eintritt der 

Arbeitslosigkeit nicht genügend um Arbeit bemüht hat. Der 

Beschwerdegegner hätte deshalb keine Einstellung in der 

Anspruchsberechtigung verfügen dürfen. Der angefochtene 

Einspracheentscheid erweist sich damit als rechtswidrig, was zur 

Gutheissung der Beschwerde und zur Aufhebung des angefochtenen 

Entscheides führt.

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b) Gemäss Art. 61 lit. a ATSG ist das kantonale Beschwerdeverfahren in 

Sozialversicherungssachen – ausser bei leichtsinniger oder mutwilliger 

Prozessführung – kostenlos, weshalb vorliegend keine Kosten erhoben 

werden. Der nicht anwaltlich vertretene Beschwerdeführer hat keinen 

Anspruch auf eine Parteienschädigung (Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach erkennt die Einzelrichterin

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und der angefochtene 

Einspracheentscheid des KIGA vom 24. März 2016 wird aufgehoben.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]