# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9f37c288-248f-51bd-a251-ae485f8f16af
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-11-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.11.2009 D-3913/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3913-2006_2009-11-18.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-3913/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 8 .  N o v e m b e r  2 0 0 9

Richter Martin Zoller (Vorsitz), 
Richterin Jenny de Coulon Scuntaro, 
Richterin Nina Spälti Giannakitsas;
Gerichtsschreiber Philipp Reimann.

A._______, geboren (...),
Bosnien und Herzegowina,
vertreten durch Fürsprecher Peter Huber,
(...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Aufhebung der vorläufigen Aufnahme;
Verfügung des BFM vom 1. September 2005 / N (...)

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-3913/2006

Sachverhalt:

A.
Der Beschwerdeführer - ein bosnisch-herzegowinischer Staatsangehö-
riger bosniakischer Ethnie aus B._______ - reiste seiner bereits seit 
dem  Jahre  1992  in  der  Schweiz  weilenden  (und  seit  dem 
18. November  1992  kollektiv  vorläufig  aufgenommenen)  Familie 
(Ehefrau und zwei Kinder) am 12. April 1994 in die Schweiz nach und 
stellte  am 15. April  1994  ein  Asylgesuch. Mit  Verfügung  vom 4. Mai 
1994  nahm  das  damalige  Bundesamt  für  Flüchtlinge  (BFF;  heute: 
BFM)  gestützt  auf  den  Bundesratsbeschluss  vom 28. Oktober  1992, 
der  den  Vollzug  der  Wegweisung  für  bestimmte  Kategorien  von 
Ausländern  aus  dem  Gebiet  des  ehemaligen  Jugoslawien  für 
unzumutbar  erklärte  und  für  diese  die  Gewährung  einer  vorläufigen 
Aufnahme  vorsah,  den  Beschwerdeführer  vorläufig  auf.  Am 
15. November  1996 verliessen der  Beschwerdeführer,  seine Ehefrau 
sowie  ihre  zwischenzeitlich  drei  Kinder  die  Schweiz  im Rahmen der 
Rückkehrhilfe  Bosnien,  woraufhin  die  ihnen  gewährte  kollektive 
vorläufige Aufnahme erlosch.

B.
Am 11. März 2001 reiste die Ehefrau des Beschwerdeführers zusam-
men mit  ihren nunmehr  vier  Kindern  erneut  in  die  Schweiz  ein und 
stellte am 23. März 2001 ein zweites Asylgesuch. Der Beschwerdefüh-
rer  folgte seiner Familie  am 25. April  2001 in  die Schweiz nach und 
suchte am folgenden Tag um Asyl nach.

C.
Mit Verfügung vom 30. September 2003 hielt das damalige BFF fest, 
der  Beschwerdeführer  und  seine  Familie  erfüllten  die  Flüchtlingsei-
genschaft nicht, lehnte ihre Asylgesuche ab und verfügte ihre Wegwei-
sung aus der Schweiz, ordnete indessen wegen Unzumutbarkeit des 
Wegweisungsvollzugs  ihre  vorläufige Aufnahme an. Diese Verfügung 
erwuchs in der Folge unangefochten in Rechtskraft. 

D.
Am  17. Juni  2005  erstellte  die  Kantonspolizei  C._______  im 
Zusammenhang mit  einer Strafanzeige gegen den Beschwerdeführer 
wegen häuslicher Gewalt in der Wohnung einen Bericht zuhanden des 
zuständigen Untersuchungsrichteramtes.

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E.
Mit Schreiben vom 4. Juli 2005 teilte das BFM dem Beschwerdeführer 
mit,  dass er  insbesondere nach der  Anordnung der  vorläufigen Auf-
nahme im September 2003 straffällig und wegen verschiedener Delikte 
angezeigt worden sei. Aus diesen Gründen erwäge das BFM die Auf-
hebung der vorläufigen Aufnahme. Gleichzeitig räumte das BFM dem 
Beschwerdeführer  Gelegenheit  zur  schriftlichen  Stellungnahme  bis 
zum 26. Juli 2005 ein.

F.
Mit  Eingabe  vom  20. Juli  2005  teilte  der  Rechtsvertreter  des  Be-
schwerdeführers dem BFM unter  Beilegung der  entsprechenden An-
waltsvollmacht  die  Mandatsübernahme  mit.  Ergänzend  hielt  er  fest, 
sein  Mandant  habe keine Kenntnis  davon,  dass  er  sich  strafbar  ge-
macht haben soll. Ohne Einsicht in die Akten des BFM könne deshalb 
zu dieser Grundlage der in Aussicht  gestellten Verfügung nicht  Stel-
lung genommen werden. Wie ihm sein Mandant mitgeteilt habe, habe 
es in der Ehe vor dem Hintergrund einer depressiven Erkrankung der 
Ehefrau Meinungsdifferenzen gegeben, zumal sein Mandant sich sehr 
um das Wohl seiner Kinder sorge. 

G.
Mit Begleitschreiben vom 27. Juli  2005 stellte das BFM dem Rechts-
vertreter die entscheidwesentlichen Akten zu und erstreckte die Frist 
zur  Abgabe  einer  Stellungnahme  zur  beabsichtigten  Aufhebung  der 
vorläufigen Aufnahme bis zum 19. August 2005.

H.
Mit Schreiben vom 19. August 2005 nahm der Rechtsvertreter des Be-
schwerdeführers  Stellung zur  vom Bundesamt beabsichtigten Aufhe-
bung der vorläufigen Aufnahme.

Dabei  hielt  er  insbesondere fest,  es sei  ihm nicht  möglich gewesen, 
sich mit seinem Mandanten vertieft über den Inhalt der Anzeige zu un-
terhalten. Wie er seinen Mandanten verstanden habe, weise dieser je-
denfalls  einen Teil  der  Vorwürfe als  unwahr  oder  übertrieben darge-
stellt zurück. Er sei aber persönlich damit einverstanden, dass der ge-
meinsame Haushalt  zu  Beruhigung  der  Verhältnisse  aufgehoben  sei 
und zeige sich auch sehr interessiert an einer Aufklärung und Befrie-
dung der Situation. Die Tochter habe ihm - dem Rechtsvertreter - na-
mens der Familie mitgeteilt, dass diese zwar Ruhe wünsche und dass 

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der Beschwerdeführer getrennt von ihr lebe. Hingegen sei es nie Ab-
sicht  der  Familie  gewesen,  dass  der  kranke  Vater  von  ihnen  abge-
schnitten  und  gar  nach  Bosnien  und  Herzegowina  zurückgeschickt 
werden sollte. Derartige Konsequenzen würden von der Familie einhel-
lig als völlig unverhältnismässig und inakzeptabel qualifiziert. Im Weite-
ren hielt der Rechtsvertreter fest, es gelte nach wie vor die Unschulds-
vermutung;  eine  Strafanzeige  sei  noch  nicht  eine  Verurteilung.  Auf-
grund  der  Aktenlage  könne  nicht  gesagt  werden,  der  Ausländer  sei 
nicht  gewillt  oder nicht  fähig, sich an die im Gastland geltende Ord-
nung zu halten.

I.
Mit  Verfügung  vom  1. September  2005  -  eröffnet  am  2. September 
2005 - hob das BFM die vorläufige Aufnahme des Beschwerdeführers 
auf und ordnete den Vollzug der Wegweisung an. Dabei wies das BFM 
namentlich  darauf  hin,  gemäss  Aussagen  der  Betroffenen  habe  der 
Beschwerdeführer diese seit seiner Einreise in die Schweiz immer wie-
der  massiv  bedroht  und  geschlagen,  was  dazu  geführt  habe,  dass 
dessen Ehefrau ihn bereits zweimal verlassen und zusammen mit ih-
ren  vier  Kindern  Zuflucht  im  Frauenhaus  in  D._______ 
beziehungsweise C._______ gesucht habe. Der Beschwerdeführer sei 
auch  danach  wieder  gewalttätig  geworden,  was  letztlich  für  dessen 
Unbelehrbarkeit  spreche.  Wiewohl  es  bis  anhin  noch  zu  keiner 
strafrechtlichen  Verurteilung  des  Beschwerdeführers  gekommen  sei, 
setze  der  Ausweisungsgrund  von  Art.  10  Abs.  1  Bst.  b  des 
Bundesgesetzes  vom  26. März  1931  über  Aufenthalt  und 
Niederlassung der Ausländer (ANAG, BS 1 121 [Nichteinfügung in die 
im  Gastland  geltende  Ordnung])  keine  strafrechtliche  Verurteilung 
voraus.  Auch  aktuell  lebe  der  Beschwerdeführer  von  seiner  Familie 
getrennt. 

J.
Mit Eingabe vom 3. Oktober 2005 erhob der Beschwerdeführer mittels 
seines Rechtsvertreters bei der damals zuständigen Schweizerischen 
Asylrekurskommission  (ARK)  Beschwerde.  Darin  beantragte  er,  der 
angefochtene Entscheid des BFM sei aufzuheben. In der Beschwerde-
schrift wird unter anderem ausgeführt, die Streitigkeiten zwischen dem 
Beschwerdeführer und dessen Familie seien teils auf einen Generatio-
nen- und Erziehungskonflikt, teils auf dessen schwere kriegsbedingte 
Krankheit, welche sich unter anderem in einem erhöhten Ruhebedürf-
nis manifestiere, zurückzuführen. Die nicht immer adäquate Reaktion 

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des  Beschwerdeführers  auf  innerfamiliäre  Konflikte  dürfe  demnach 
nicht dahingehend ausgelegt werden, der Beschwerdeführer sei nicht 
gewillt, sich an die hiesigen Gepflogenheiten zu halten. Im Übrigen be-
absichtige  der  Beschwerdeführer,  ab  November  dieses  Jahres  eine 
psychotherapeutische Behandlung bei Frau E._______, F._______ an 
den Universitären Psychiatrischen Diensten (UPD) in  C._______,  zu 
beginnen.  Der  Beschwerdeführer  stehe  trotz  aktuell  getrenntem 
Haushalt  in  regem  Kontakt  zu  seiner  Familie,  die  ihn  liebe  und 
keineswegs  billige,  dass  er  nach  einer  Aufhebung  der  vorläufigen 
Aufnahme die Schweiz verlassen müsste.

Der  Rechtsvertreter  legte  seiner  Rechtsmitteleingabe  ein  Schreiben 
der Ehefrau des Beschwerdeführers vom 29. September 2005 sowie 
eine Erklärung der Kinder vom 23. August 2005 bei.

K.
In einem an das BFM gerichteten und von diesem am 4. Oktober 2005 
an die ARK weitergeleiteten Schreiben vom 30. September 2005 mel-
dete  der  Migrationsdienst  des  Kantons  C._______,  der 
Beschwerdeführer  sei  seit  dem  1. September  2005  unbekannten 
Aufenthalts.

L.
Mit Zwischenverfügung vom 11. Oktober 2005 setzte der  Instruktions-
richter  der ARK dem Rechtsvertreter eine siebentägige Frist  zur Be-
kanntgabe des Aufenthaltsorts seines Mandanten und zur Beibringung 
einer  Erklärung,  ob weiterhin  ein reales Interesse an der  Weiterfüh-
rung des vorliegenden Beschwerdeverfahren bestehe, ansonsten auf 
die eingereichte Beschwerde mangels eines aktuellen Rechtsschutz-
bedürfnisses nicht eingetreten werde. Gleichzeitig forderte er den Be-
schwerdeführer mittels seines Rechtsvertreters auf, bis zum 26. Okto-
ber 2005 einen Kostenvorschuss in Höhe von Fr. 600.-- einzuzahlen, 
ansonsten auf die Beschwerde ebenfalls nicht eingetreten werde.

M.
Mit Eingabe vom 17. Oktober 2005 teilte der Rechtsvertreter mit, sein 
Mandant lebe nach einvernehmlicher Wiederaufnahme des gemeinsa-
men Haushalts wieder am Familiendomizil in G._______. Vorher habe 
er eine Zeit lang im Hotel H._______ in G._______ und anschliessend 
vorübergehend  bei  einem  in  G._______  lebenden  Freund  gewohnt. 
Selbstverständlich  bestünde  nach  wie  vor  ein  aktuelles  Rechts-

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schutzinteresse an der  materiellen Beurteilung der  vorliegenden Be-
schwerde.

N.
Am 21. Oktober 2005 ersuchte der Instruktionsrichter der ARK das zu-
ständige Strafgericht in G._______ um Zustellung der Verfahrensakten 
im Zusammenhang mit dem gegen den Beschwerdeführer eingeleite-
ten Strafverfahren wegen Tätlichkeiten, eventuell leichter Körperverlet-
zung und  Drohung. Die  entsprechenden Verfahrensakten gingen der 
ARK am 3. November 2005 zu.

O.
Am 25. Oktober 2005 zahlte der Beschwerdeführer den eingeforderten 
Kostenvorschuss in Höhe von Fr. 600.-- ein.

P.
Mit am 27. Januar 2006 per Fax an die ARK übermittelter Eingabe vom 
27. Januar 2006 ersuchte der Rechtsvertreter darum, sein an den Mi-
grationsdienst  des  Kantons  C._______  gerichtetes  Schreiben  vom 
26. Januar 2006 (vgl. Sachverhalt Bst. S.) und die diesem beigefügten 
vier  Beilagen  (Kopien  eines  undatierten  Schreibens  des 
Beschwerdeführers,  eines  Schreibens  des  Beschwerdeführers  vom 
21. November 2005 sowie zweier Schreiben seiner Familie [undatiert 
beziehungsweise vom 23. Dezember 2005]) zu den Beschwerdeakten 
zu erkennen.

Q.
Mit Schreiben vom 3. Juli 2006 teilte der Migrationsdienst des Kantons 
C._______ der ARK mit, dass sich der Beschwerdeführer, der seit dem 
1. September 2005 als untergetaucht gelte, wieder bei seiner Familie 
aufhalte. Wegen der zunehmenden Verschlechterung der Familienver-
hältnisse müsse nun eine Fremdplatzierung der Kinder in Angriff  ge-
nommen werden. Dabei  sei  insbesondere auf  eine Gefährdungsmel-
dung  hinsichtlich  der  Tochter  I._______  sowie  auf  den  Inhalt  einer 
Gesprächsnotiz des Migrationsdienstes des Kantons C._______ vom 
22. Juni 2006 hinzuweisen. Gleichzeitig wurde um prioritäre Behand-
lung  der  Beschwerde  ersucht.  Sowohl  die  Gefährdungsmeldung  als 
auch die Gesprächsnotiz wurden der Eingabe vom 3. Juli 2006 beige-
legt.

R.
Mit Verfügung vom 9. November 2006 stellte der Instruktionsrichter der 

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ARK  dem  Rechtsvertreter  die  Eingabe  des  Migrationsdienstes  des 
Kantons  C._______  vom  3. Juli  2006  in  Kopie  zu,  teilte  ihm 
zusammenfassend den wesentlichen Inhalt  der Gefährdungsmeldung 
sowie der Gesprächsnotiz vom 22. Juni 2006 mit und räumte ihm eine 
Frist  zur  Stellungnahme  bis  zum  20. November  2006  ein.  Bei 
ungenutztem  Ablauf  der  Frist  werde  gestützt  auf  die  bestehenden 
Akten entschieden.

S.
Am 11. Dezember  2006 reichte  der  Rechtsvertreter  innert  zweimalig 
erstreckter  Frist  seine  Stellungnahme  ein.  Darin  hielt  er  namentlich 
fest,  er erachte es als geradezu böswillig,  dass der Migrationsdienst 
des Kantons C._______ in seinem Schreiben vom 22. Juli (recte: Juni) 
2006  nach  wie  vor  behaupte,  sein  Mandant  gelte  seit  dem 
1. September  2005  als  untergetaucht,  habe  er  doch  den 
Migrationsdienst  bereits  mit  Schreiben  vom  26. Januar  2006 
ausdrücklich  darum  ersucht,  den  Wohnsitz  seines  Mandanten  in 
G._______  anzuerkennen  und  damit  auch  die  Unter-
stützungszuständigkeit  der  Sozialbehörden  G._______  wiederherzu-
stellen. Beides sei  bis  heute  nicht  geschehen. Dies  habe zur  Folge, 
dass der Beschwerdeführer ohne jegliche finanzielle Unterstützung mit 
seiner Familie zusammenlebe und damit das ohnehin knappe Fürsor-
gebudget  der Familie  belaste. Aus den (diesem Schreiben beigefüg-
ten)  Stellungnahmen der  Familie  gehe klar  hervor,  dass  diese unter 
keinen Umständen eine Trennung vom Beschwerdeführer durch des-
sen Wegweisungsvollzug nach Bosnien und Herzegowina hinnehmen 
wolle. Die Gefährdungsmeldung für I._______ werde von der Familie 
zurückgewiesen.  Solange  der  Beschwerdeführer  keine  Fürsor-
geunterstützung erhalte, sei er auch nicht in der Lage, die Bahnfahrten 
nach C._______ zu finanzieren und dort eine Psychotherapie bei einer 
aus Bosnien und Herzegowina stammenden Fachärztin zu besuchen. 
Im Weiteren ersuchte der Rechtsvertreter das Gericht um Edition der 
Gefährdungsmeldung und behielt sich eine Ergänzung seiner Stellung-
nahme nach deren Eingang vor.

Der Rechtsvertreter legte seiner Stellungnahme ein persönlich von ihm 
an  den  Migrationsdienst  des  Kantons  C._______  gerichtetes 
Schreiben  vom  26. Januar  2006  (vgl.  Sachverhalt  Bst.  P),  ein 
Schreiben der Familie des Beschwerdeführers an die ARK von Anfang 
Dezember 2006,  eine Stellungnahme des Beschwerdeführers an die 
ARK vom 30. November 2006 sowie die Kopie eines Schreibens der 

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Familie  J._______  an  die  Schulkommission  der  Einwohnergemeinde 
G._______ vom 15. November 2006 bei.

T.
Mit  Begleitschreiben  vom  13. Juni  2007  reichte  der  Rechtsvertreter 
eine  Kopie  der  Verfügung  des  Gerichtskreises  XI  G._______-
K._______ vom 18. Januar 2007 sowie eine Kopie des Schreibens der 
Asylkoordination der Stadt D._______ vom 29. Januar 2007 mit  dem 
Verbal der Einwohnerkontrolle G._______ vom 5. Februar 2007 zu den 
Akten. Den beigefügten Schreiben sei einerseits zu entnehmen, dass 
die Wiederanmeldung des Beschwerdeführers an der Familienadresse 
per 1. Januar 2007 administrativ entgegengenommen worden und das 
Strafverfahren  gegen  seinen  Mandanten  wegen  angeblicher 
Tätlichkeiten  zum  Nachteil  seiner  Ehefrau  am  18. Januar  2007 
provisorisch  eingestellt  worden  sei  und  demnächst  gegenstandslos 
werden dürfte.

U.
Am 23. Mai 2008 ging dem Bundesverwaltungsgericht eine Verfügung 
des Gerichtskreises XI G._______-K._______ vom 5. September 2007 
und ein Urteil derselben Gerichtsbehörde vom 28. November 2007 zu. 
In der Verfügung vom 5. September 2007 ordnete das oberwähnte Ge-
richt die definitive Einstellung des Strafverfahrens der Ehefrau des Be-
schwerdeführers gegen Letzteren wegen Tätlichkeiten, eventuell einfa-
cher Körperverletzung und Drohung an. Im Urteil  vom 28. November 
2007  erkannte  das  Gericht  auf  Einstellung  des  Strafverfahrens  von 
L._______  gegen  den  Beschwerdeführer  wegen  Drohung  zufolge 
Rückzugs des Strafantrages, verurteilte diesen aber wegen wiederhol-
ter  Tätlichkeiten  gegen  seine  Töchter  L._______  und  I._______  zu 
einer Busse von Fr. 500.--.

V.
Das  BFM  beantragte  in  seiner  Vernehmlassung  vom  3. September 
2008 die Abweisung der Beschwerde. Darin hielt die Vorinstanz unter 
anderem fest,  die Ehefrau des Beschwerdeführers und deren Kinder 
seien im März 2001 in die Schweiz eingereist, um sich dem Druck und 
der Gewalttätigkeit des Beschwerdeführers sowie den von dessen Fa-
milie ausgehenden Schikanen zu entziehen. Der Beschwerdeführer sei 
seiner Familie in die Schweiz nachgereist und habe auch hier verbale 
und  physische  Gewalt  gegen  seine  Ehefrau  ausgeübt.  Am  17. Juni 
2005  sei  gegen  ihn  wegen  häuslicher  Gewalt  in  der  Wohnung  eine 

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Strafanzeige wegen Tätlichkeiten,  eventuell  leichter  Körperverletzung 
und Drohung erhoben worden,  nachdem seine Ehefrau schon Jahre 
zuvor  zweimal  wegen  Gewalttätigkeiten  ihres  Ehemannes  mit  ihren 
Kindern  in  ein  Frauenhaus  gezogen  sei.  Erschwerend  falle  ins  Ge-
wicht, dass noch während des hängigen Strafverfahrens zwei Gefähr-
dungsmeldungen  der  zuständigen  Behörde  betreffend  eine  Tochter 
des Beschwerdeführers ergangen seien. Das Risiko erneuer Drohun-
gen oder Gewalttätigkeiten sei  mit  Blick auf das Persönlichkeitsprofil 
des Beschwerdeführers in Zukunft nicht per se auszuschliessen, wo-
mit ein gewichtiges öffentliches Interesse an der Wegweisung dessel-
ben aus der Schweiz bestehe,  das durch die gegenläufigen privaten 
Interessen des  Beschwerdeführers  und seiner  Familie,  die  sich  auf-
grund einer emotionalen Bindung für  seinen Verbleib in  der Schweiz 
ausspräche, nicht aufgewogen werden könne.

W.
In seiner am 31. Oktober 2008 innert einmalig erstreckter Frist einge-
reichten Replik hielt der Rechtsvertreter fest, die Tätlichkeiten aus der 
ersten  Jahreshälfte  2005,  aufgrund  derer  sein  Mandant  am  28. No-
vember 2007 zu einer Busse verurteilt worden sei, lägen drei Jahre zu-
rück  und  bildeten  die  einzige  strafrechtliche  Verurteilung  desselben. 
Seit über drei Jahren lebe die Familie wieder zusammen. Trotz der er-
wähnten Gefährdungsmeldung habe sich nie eine Indikation für eine 
Fremdplatzierung  von  I._______  ergeben.  Angesichts  der  Tatsache, 
dass der Beschwerdeführer trotz seiner erheblichen gesundheitlichen 
Beeinträchtigung in der Schweiz nur einmal wegen Tätlichkeiten wider 
Familienangehörige  strafrechtlich  verurteilt  worden  sei,  mute  die 
Einschätzung  der  Vorinstanz,  wonach  eine  künftige  Gefährdung  der 
öffentlichen  Ordnung  durch  den  Beschwerdeführer  nicht  aus-
geschlossen werden könne, spekulativ an und sei als Argument unbe-
helflich. Der Rechtsvertreter legte seiner Eingabe eine Stellungnahme 
des Beschwerdeführers vom 26. September 2008 in deutscher Über-
setzung, eine Stellungnahme seiner Frau vom 21. September 2008 in-
klusive deutscher Übersetzung sowie die Kopie eines Arztzeugnisses 
des Chefs der  M._______ B._______ vom 21. Februar  1997 zu den 
Akten. In ihrer Stellungnahme vom 21. September 2008 verwahrt sich 
die Ehefrau des Beschwerdeführers gegen die in der Vernehmlassung 
des  BFM  enthaltenen  „wiederholten  Beleidigungen  und  Drohungen” 
und hält  fest,  niemand habe das Recht,  ihr  ein Zusammenleben mit 
ihrem Ehemann und Vater ihrer vier Kinder - dem Beschwerdeführer - 
zu verbieten.

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X.
Am 26. März 2009 sandte der Beschwerdeführer dem Migrationsdienst 
des Kantons C._______ Kopien zahlreicher -  teils  von ihm, teils  von 
Familienmitgliedern  verfasster  -  Korrespondenzstücke  zu,  welche 
besagtes Amt zuständigkeitshalber an das Bundesverwaltungsgericht 
weiterleitete.  Einige  der  eingereichten  Schreiben  liegen  in 
Übersetzung,  einige  ohne  eine  solche  vor.  Mehrere  vom 
Beschwerdeführer verfasste Schreiben stammen aus dem Jahre 2009; 
weitere  Schriftstücke  sind  älteren  Datums  und  teilweise  bereits  zu 
einem früheren Zeitpunkt ins Recht gelegt worden.

Y.
Am  18.  Februar  2009  ging  dem  Bundesverwaltungsgericht  ein  vom 
3. Februar 2009 datierendes und an den Migrationsdienst des Kantons 
C._______ gerichtetes Schreiben der  Arbeitgeberin der Ehefrau des 
Beschwerdeführers zu.

Z.
Am  8.  Oktober  2009  ersuchte  das  Bundesverwaltungsgericht  den 
Rechtsvertreter um Einreichung seiner Kostennote, welche am 21. Ok-
tober 2009 beim Gericht eintraf.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem 
Bereich  endgültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998 
[AsylG, SR 142.31];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat am 1. Januar 2007 die Beurtei-
lung  der  bei  der  ARK  am  31. Dezember  2006  hängig  gewesenen 

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Rechtsmittel  übernommen. Das  neue  Verfahrensrecht  ist  anwendbar 
(vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.3 Die  Beschwerde  ist  frist-  und  formgerecht  eingereicht;  der  Be-
schwerdeführer ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat 
ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 
(Art.  105  AsylG  i.V.m. Art.  37  VGG und  Art.  48  Abs.  1,  50  und  52 
VwVG). Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.  
3.1 Gegen den Beschwerdeführer besteht aufgrund der Verfügung des 
BFF vom 30. September 2003 eine rechtskräftige Anordnung zu des-
sen Wegweisung aus der Schweiz (Art. 44 Abs. 1 AsylG). Gleichzeitig 
setzte das BFF in der nämlichen Verfügung den Vollzug der Wegwei-
sung zugunsten einer  vorläufigen Aufnahme des Beschwerdeführers 
(und dessen Familie)  aus. Gegen die  Aufhebung der  letztgenannten 
vorläufigen  Aufnahme  durch  Verfügung  des  BFM vom 1. September 
2005 richtet sich die vorliegende Beschwerde.

3.2 Die am 1. Januar 2008 in Kraft getretene übergangsrechtliche Be-
stimmung von Art. 126a Abs. 4 des Bundesgesetzes vom 16. Dezem-
ber 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) 
sieht  vor, dass für  Personen,  die im Zeitpunkt  des Inkrafttretens der 
Änderung des AsylG vom 16. Dezember 2005 sowie des AuG vorläufig 
aufgenommen waren, das neue Recht gilt. Diese spezielle Regel geht 
der allgemeinen Regel von Art. 126 Abs. 1 AuG (vgl. dazu Entscheide 
des Schweizerischen Bundesverwaltungsgerichts [BVGE] 2008/1) vor. 
Für die Frage der Aufhebung der vorläufigen Aufnahme ist im vorlie-
genden Fall somit Art. 84 Abs. 1-3 AuG anwendbar.

4.
4.1 Das BFM begründete die Aufhebung der vorläufigen Aufnahme in 
der  angefochtenen Verfügung vom 1. September  2005 dahingehend, 
der Beschwerdeführer habe durch das wiederholte Schlagen und mas-
sive Bedrohen von Familienangehörigen zum Ausdruck gebracht, dass 
er nicht gewillt oder nicht fähig sei, sich in die im Gaststaat geltende 

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Ordnung einzufügen. Mithin erfülle er den Ausweisungsgrund von Art. 
10 Abs. 1 Bst. b des (damals geltenden) ANAG.

4.2 Damit stellt sich vorliegend die Frage der Anwendbarkeit von Art. 
83 Abs. 7 Bst. b AuG i.V.m. Art. 84 Abs. 3  AuG, wonach die vorläufige 
Aufnahme nicht verfügt  beziehungsweise aufgehoben wird,  wenn die 
weg- oder ausgewiesene Person erheblich oder wiederholt gegen die 
öffentliche Sicherheit   und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland 
verstossen hat oder diese respektive die innere oder die äussere Si-
cherheit gefährdet. Darüber hinaus kann laut Art. 83 Abs. 7 Bst. a AuG 
die vorläufige Aufnahme auch verweigert  (beziehungsweise aufgeho-
ben) werden, wenn die weg- oder ausgewiesene Person zu einer län-
gerfristigen Freiheitsstrafe im In-  oder  Ausland verurteilt  wurde oder 
wenn gegen sie eine strafrechtliche Massnahme im Sinne von Artikel 
64 oder 61 des Schweizerischen Strafgesetzbuchs vom 21. Dezember 
1937 (StGB, SR 311.0) angeordnet wurde.

4.3 Aus dem Wortlaut  der  genannten Bestimmungen ergibt  sich  zu-
nächst,  dass nicht jeder Verstoss gegen die gesetzliche Ordnung zu 
einem Widerruf beziehungsweise zu einer Aufhebung der vorläufigen 
Aufnahme genügt, sondern dass dieser von einer gewissen Schwere 
sein muss. 

Im Weiteren ist das Verhältnismässigkeitsprinzip zu beachten. Dieses 
Prinzip, das einen allgemeinen Grundsatz staatlichen Handelns bildet 
(vgl. Art. 5 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidge-
nossenschaft  vom 18. April  1999 [BV, SR 101]),  wird  für  den vorlie-
gend  relevanten  Rechtsbereich  durch  Art. 96  Abs. 1  AuG spezifisch 
festgeschrieben,  wonach  die  zuständigen  Behörden  bei  der  Ermes-
sensausübung  die  öffentlichen  Interessen  und  die  persönlichen  Ver-
hältnisse sowie den Grad der Integration der Ausländerinnen und Aus-
länder zu berücksichtigen haben. 

In diesem Sinne sind bereits die früheren Bestimmungen von Art. 10 
Bst. a und von Art. 14a Abs. 6 aANAG, welche durch die soeben ge-
nannten neuen Bestimmungen des AuG abgelöst  wurden,  durch die 
massgebliche Rechtsprechung ausgelegt worden. 

So hat  die Praxis  der  ARK bei  der Anwendung von Art. 14a Abs. 6 
aANAG eine Abwägung zwischen den Interessen des Ausländers auf 
Verbleib in der Schweiz und denjenigen der Schweiz an seiner Weg-
weisung  vorausgesetzt  und  dabei  die  Interessen  des  Staates  am 

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Schutz vor Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung oder 
deren  schwerwiegender  Verletzung  eingeschränkt  (vgl.  Entscheidun-
gen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission 
[EMARK] 2004 Nr. 39 E. 5.3 S. 271, EMARK 2003 Nr. 3 E. 3a S. 26, 
EMARK 1995  Nrn.  10  und  11).  Die  Ausschlussklausel  von  Art.  14a 
Abs. 6 aANAG sei mit Zurückhaltung und insbesondere unter Beach-
tung  des  Verhältnismässigkeitsprinzips  anzuwenden  (vgl.  EMARK 
2004 Nr. 39 E. 5.3 S. 271, EMARK 2003 Nr. 3 E. 3a S. 27 und EMARK 
1997 Nr. 24). 

Die Verurteilung zu einer bedingten Freiheitsstrafe beispielsweise lässt 
in der Regel noch nicht auf eine schwerwiegende Verletzung oder Ge-
fährdung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit  schliessen; jedoch 
kann deren Strafmass oder der Umstand, dass durch das begangene 
Delikt besonders wertvolle Rechtsgüter betroffen sind, zum gegenteili-
gen Schluss führen. Bei  der Interessenabwägung ist  der angedrohte 
Strafrahmen in  Bezug zur verhängten Strafe zu setzen (vgl. EMARK 
1995 Nr. 11). Auch die wiederholte Deliktsbegehung kann trotz bedingt 
ausgesprochener  Freiheitsstrafe  Anhaltspunkte  für  eine  Gefährdung 
der öffentlichen Sicherheit und Ordnung geben, stellt eine solche doch 
die vermutete günstige Prognose erheblich in Frage. Im Weiteren kann 
auch  das  Vorleben  des  Beschwerdeführers  bei  der  Interessenabwä-
gung  mitberücksichtigt  werden  (vgl.  EMARK  2004  Nr. 39  E.  5.3  S. 
271).

4.4  Auch nach der bisherigen und weiterhin gültigen Rechtsprechung 
des Bundesgerichts zur Ausweisung nach dem vormaligen Art. 10 Bst. 
b aANAG wurde für die Anwendung dieser Bestimmung eine Interes-
senabwägung vorausgesetzt, d.h. die Massnahme muss nach den ge-
samten Umständen angemessen, mithin verhältnismässig sein. Dabei 
sind namentlich die Schwere des Verschuldens des Betroffenen,  die 
Dauer  seiner Anwesenheit  in  der Schweiz sowie die ihm und seiner 
Familie drohenden Nachteile zu berücksichtigen (BGE 134 II 1, E. 2.2, 
m.w.H.).

4.5 Daraus ergibt sich, dass bei der Beurteilung der Verhältnismässig-
keit  nicht  von  einer  schematischen  Betrachtungsweise  auszugehen, 
sondern auf die gesamten Umstände des Einzelfalles abzustellen ist. 
Zu berücksichtigen sind insbesondere die Art der verletzten Rechtsgü-
ter und die Schwere des Verschuldens. Steht nicht der Ausschluss von 
der vorläufigen Aufnahme, sondern die Aufhebung derselben zur Dis-

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kussion, wird auf Seiten des Ausländers im Rahmen der Interessenab-
wägung namentlich der  Dauer der Anwesenheit in der Schweiz sowie 
den mit dem Vollzug der Wegweisung allenfalls verbundenen persönli-
chen und familiären Nachteilen ein vergleichsweise hoher Stellenwert 
beizumessen sein (vgl. EMARK 2006 Nr. 11 E. 7.2.3 S. 126 ff.).

5.
5.1 Wie den Akten im vorliegenden Fall zu entnehmen ist, wurde der 
Beschwerdeführer  vom  Gerichtspräsidenten  des  Gerichtskreises  XI 
G._______-K._______  mit  Urteil  vom  28. November  2007  wegen 
wiederholter  Tätlichkeiten  im  Sinne  von  Art.  126  Abs.  2  Bst.  a  des 
Schweizerischen  Strafgesetzbuchs  vom  21. Dezember  1937  (StGB, 
SR  311.0)  gegen  zwei  seiner  Kinder  zu  einer  Busse  in  Höhe  von 
Fr. 500.--  verurteilt.  Im  gleichen  Urteil  wurde  festgestellt,  dass  ein 
gegen den Beschwerdeführer eingeleitetes Verfahren wegen Drohung 
zum Nachteil  eines seiner Kinder zufolge Rückzugs des Strafantrags 
eingestellt wurde. Bereits mit Verfügung vom 5. September 2007 stellte 
der  nämliche  Gerichtspräsident  das  gegen  den  Beschwerdeführer 
eingeleitete  Strafverfahren  wegen  Tätlichkeiten,  eventuell  einfacher 
Körperverletzung  und  Drohung  wider  dessen  Ehefrau  ein,  nachdem 
diese ihren entsprechenden Strafantrag zurückgezogen hatte.

Weitergehende  strafrechtliche  Verfehlungen  des  Beschwerdeführers 
sind nicht aktenkundig.

Dem Einstellungsbeschluss vom 5. September 2007 beziehungsweise 
dem Urteil vom 28. November 2007 lag ein häuslicher Streit zwischen 
dem Beschwerdeführer und dessen Familie vom 5. Juni 2005 zugrun-
de, in dessen Verlauf der Beschwerdeführer sowohl seine Ehefrau als 
auch seine älteste Tochter geschlagen hat. Weitergehende Befragun-
gen  der  Ehefrau  und  der  ältesten  Tochter  des  Beschwerdeführers 
durch  die  Polizei  in  G._______ haben  zusätzlich  ergeben,  dass  der 
Beschwerdeführer bereits in der Vergangenheit sowohl seine Ehefrau 
als  auch  seine  zwei  älteren  Töchter  wiederholt  geschlagen  hat.  Im 
Weiteren ist  aktenkundig, dass die Ehefrau den Beschwerdeführer in 
den  Jahren  2002  und  2003  wegen  anhaltender  häuslicher  Gewalt 
zweimal vorübergehend verlassen und in der fraglichen Zeit mit ihren 
Kindern Zuflucht in einem Frauenhaus suchen musste. 

5.2 Aufgrund des Gesagten steht zum einen fest, dass der Beschwer-
deführer in der Vergangenheit  sowohl gegen seine Ehefrau als auch 

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gegen seine beiden ältesten Töchter  wiederholt  tätlich geworden ist. 
Zum anderen ist festzuhalten, dass er in diesem Zusammenhang nur 
einmal  -  nämlich  am  28. November  2007  -  zu  einer  Busse  von 
Fr. 500.-- verurteilt wurde.

5.3 Das BFM hat in der angefochtenen Verfügung die vorläufige Auf-
nahme  gestützt  auf  Art.  10  Abs.  1  Bst.  b  aANAG  aufgehoben.  Die 
durch das Bundesverwaltungsgericht vorzunehmende Beurteilung hat 
- wie unter E. 3.2 ausgeführt - nach den neu geltenden Bestimmungen 
des AuG zu erfolgen. Es bleibt somit zu prüfen, ob der Ausschluss be-
ziehungsweise Aufhebungsgrund von Art. 83 Abs. 7 Bst. b AuG - eine 
erhebliche oder wiederholte Verletzung beziehungsweise Gefährdung 
der öffentlichen Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im Aus-
land oder die Gefährdung der inneren oder äusseren Sicherheit - er-
füllt sein könnte.

5.3.1 Vorweg  bleibt  festzuhalten,  dass  der  Beschwerdeführer  trotz 
wiederholter  früherer  Beeinträchtigung  des  häuslichen  Friedens  bis 
heute bloss ein einziges Mal wegen Tätlichkeiten gegen seine beiden 
ältesten Töchter zu einer Busse von Fr. 500.-- verurteilt worden ist, wo-
gegen das ursprünglich aufgrund desselben Straftatbestands von sei-
ner Ehefrau gegen ihn eingeleitete Strafverfahren zufolge nachträgli-
chem Rückzug des Strafantrages eingestellt  worden ist. Die Verurtei-
lung  des  Täters  basiert  dabei  auf  einem  Vorfall,  welcher  sich  am 
5. Juni 2005 - mithin vor mehr als vier Jahren - in der Wohnung der Fa-
milie zugetragen hat. Seither ist es zu keiner weiteren Verurteilung des 
Beschwerdeführers mehr gekommen. Bereits vor diesem Hintergrund 
scheint  es fraglich,  ob im vorliegenden Fall  die  Voraussetzungen für 
die Anwendung von Art. 83 Abs. 7 Bst. b AuG überhaupt erfüllt  sind. 
Eine abschliessende Beantwortung dieser Frage erübrigt  sich indes-
sen, da - wie nachstehend auszuführen sein wird - die Betrachtung der 
Gesamtumstände  und  die  vorzunehmende  Interessenabwägung  im 
Sinne von Art. 96 AuG zeigen werden, dass sich die Aufhebung der 
vorläufigen Aufnahme des Beschwerdeführers jedenfalls als unverhält-
nismässig erweist.  

5.3.2 Das BFM hat in der angefochtenen Verfügung die Aufhebung der 
vorläufigen Aufnahme als verhältnismässig eingestuft. Das öffentliche 
Interesse der Schweiz der Schweiz am Vollzug der Wegweisung über-
wiege das private Interesse des Beschwerdeführers an einem Verbleib 
in der Schweiz.

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Dieser Einschätzung kann nicht  gefolgt  werden. Die vorzunehmende 
Interessenabwägung  (vgl.  Entscheide  des  Schweizerischen  Bundes-
verwaltungsgerichts  [BVGE] 2007/32)  zeigt,  dass  sich  das  Interesse 
des Beschwerdeführers an einer Fortsetzung seines Aufenthalts in der 
Schweiz im Vergleich zum öffentlichen Interesse am Vollzug der Weg-
weisung als gewichtiger erweist. In diesem Zusammenhang ist  aber-
mals auf den Umstand hinzuweisen, dass sich der Beschwerdeführer - 
von seiner Verurteilung vom 28. November  2007 wegen Tätlichkeiten 
gegen seine zwei ältesten Kinder abgesehen - strafrechtlich nichts hat 
zuschulden  kommen lassen.  Darüber  hinaus  bleibt  anzufügen,  dass 
die Tätlichkeit im Sinne von Art. 126 StGB lediglich eine Übertretung - 
mithin eine mit einer Busse bedrohte Straftat (vgl. Art. 103 StGB) - dar-
stellt, die - ohne die damalige Tatbegehung durch den Beschwerdefüh-
rer als solche beschönigen zu wollen - durch einen gemessen an ei-
nem Verbrechen oder Vergehen vergleichsweise geringen Unrechtsge-
halt  gekennzeichnet  ist.  Vor  diesem  Hintergrund  erscheint  auch  die 
vom BFM in seiner Verfügung vom 1. September 2005 und in seiner 
Vernehmlassung  vom  3.  September  2008  gemachte  Einschätzung, 
dem Beschwerdeführer  könne  in  Bezug  auf  künftiges  Wohlverhalten 
keine gute Prognose gestellt werden, als nicht hinreichend begründet. 
Im Weiteren ist auf den Umstand hinzuweisen, dass der Beschwerde-
führer  seit  April  2001  und  damit  seit  mehr  als  acht  Jahren  in  der 
Schweiz lebt und nach wie vor mit seiner im selben Jahr gemeinsam 
mit den vier Kindern in die Schweiz eingereisten Frau zusammenlebt 
und verheiratet ist. Den Akten ist überdies zu entnehmen, dass sowohl 
seine  Ehefrau  als  auch  die  gemeinsamen  vier  Kinder  wiederholt 
Bittbriefe  zuhanden  der  Schweizer  Behörden  verfasst  haben,  worin 
sie zwar partiell auf innerfamiliäre Spannungen hinweisen, gleichzeitig 
aber unmissverständlich zum Ausdruck bringen, ihren Ehemann bezie-
hungsweise Vater gern zu haben und gegen dessen Wegweisung nach 
Bosnien und Herzegowina zu sein. 

Schliesslich ist zwei vom Beschwerdeführer im Rahmen seines zwei-
ten Asylverfahrens eingereichten Arztzeugnissen aus dem Jahre 1996 
beziehungsweise vom 21. Februar  1997 (vgl. Beweismittel  act. A22, 
Beilagen  2  und  6)  zu  entnehmen,  dass  dieser  im  Juni  1992  eine 
Kriegsverletzung im Bereiche des Halses  erlitten hat  und deswegen 
eine Woche lang in ärztlicher Behandlung war. Dem ärztlichen Zeugnis 
des  Vorstehers  der  M._______  B._______  (N._______)  vom 
21. Februar 1997 zufolge wurde beim Beschwerdeführer überdies eine 

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Epilepsie  diagnostiziert,  welche  auf  die  im  Juni  1992  erlittene 
Verletzung  zurückzuführen  ist.  Seither  leidet  der  Beschwerdeführer 
laut den Aussagen seiner Ehefrau an epileptischen Anfällen, ständigen 
Schmerzen  sowie  unter  zunehmender  einseitiger  Schwäche  in  Arm 
und  Bein  (vgl.  die  Anamnese  im  ärztlichen  Bericht  von 
O._______/Spital  G._______  vom  12.  August  2003  betreffend  die 
Ehefrau  des  Beschwerdeführers,  act.  A37).  Diese  medizinischen 
Probleme  des  Beschwerdeführers  lassen  es  im  Ergebnis  als  wenig 
realistisch erscheinen, dass er - vor seiner Einreise in die Schweiz als 
P._______ beschäftigt  -,  in seiner Heimat ohne weiteres wieder eine 
Arbeitsstelle  erhalten  dürfte,  womit  auch  eine  wirtschaftliche 
Reintegration  desselben  in  seinem  Heimatstaat  äusserst  fraglich 
erscheint.

5.3.3 Die Abwägung zwischen den betroffenen öffentlichen Interessen 
und den durch den Vollzug der Wegweisung beeinträchtigten privaten 
Interessen des Beschwerdeführers lässt die Aufhebung der vorläufigen 
Aufnahme somit angesichts der gesamten Umstände als unverhältnis-
mässig erscheinen.

6.
Aufgrund vorstehender Ausführungen ergibt sich, dass die durch das 
BFM verfügte Aufhebung der vorläufigen Aufnahme nicht angemessen 
ist  (Art. 106 AsylG). Die Beschwerde ist  demnach gutzuheissen und 
die Verfügung des Bundesamtes vom 1. September 2005 aufzuheben. 
Das BFM ist  anzuweisen,  die  am 30. September  2003 angeordnete 
vorläufige Aufnahme weiterzuführen.

7.
7.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Verfahrenskosten 
aufzuerlegen (Art. 63 Abs. und 2 VwVG). Dem Beschwerdeführer ist 
der von ihm am 25. Oktober 2005 bezahlte Kostenvorschuss im Betra-
ge von Fr. 600.-- zurückzuerstatten.

7.2 Obsiegende  Parteien  haben  Anspruch  auf  eine  Parteientschädi-
gung für  die  ihnen erwachsenen notwendigen Kosten (Art. 7  Abs. 1 
des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschä-
digungen vor dem Bundesverwaltungsgericht ([VGKE, SR 173.320.2]). 
Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat eine vom 20. Oktober 
2009 datierende Kostennote eingereicht. Er beziffert  darin den zeitli-
chen Aufwand für das Beschwerdeverfahren auf 18 Stunden zu einem 
Stundenansatz von Fr. 230.-- zuzüglich Spesen von Fr. 162.--. Dies er-

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gibt insgesamt eine Parteientschädigung von Fr. 4’628.95 (inkl. Ausla-
gen und 7,6 % Mehrwertsteuer), welche auch in Berücksichtigung von 
Art. 10 Abs. 2 VGKE angemessen erscheint.  Das BFM ist anzuweisen, 
dem Beschwerdeführer diesen Betrag als Parteientschädigung auszu-
richten.

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen und die Verfügung des BFM vom 
1. September 2005 wird aufgehoben.

2.
Der Beschwerdeführer bleibt vorläufig aufgenommen.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. Der vom Beschwerdefüh-
rer  am  25.  Oktober  2005  geleistete  Kostenvorschuss  in  Höhe  von 
Fr. 600.-- ist diesem zurückzuerstatten.

4.
Das BFM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das Verfahren 
vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  eine  Parteientschädigung  in  der 
Höhe von Fr. 4’628.95.-- auszurichten.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Einschreiben; Beilage: 
Angefochtene Verfügung im Original)

- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt,  mit  den  Akten  Ref.-Nr.  N  (...)  (in 
Kopie)

- (...)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Martin Zoller Philipp Reimann

Versand: 

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