# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4f00ffe9-3e20-5fa1-baba-ddcaf0cd3137
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-08-25
**Language:** de
**Title:** Prüfung von DAP-Löhnen anhand des ärztlichen Zumutbarkeitsprofils (BGE 8C_688/2014)
**Docket/Reference:** UV.2014.00148
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2014.00148.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2014.00148
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer
Sozialversicherungsrichterin Fehr
Gerichtsschreiber Sonderegger
Urteil
vom
25. August 2014
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Kaspar Gehring
Anwaltskanzlei Kieser Senn Partner
Ulrichstrasse 14, 8032 Zürich
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Mit Urteil vom 4. Juni 2014 (Urk. 1) hob das Bundesgericht das Urteil des hiesi
gen Gerichtes vom 31. Dezember 2013 (Urk.
2/
26) - betreffend Abänderung des Einspracheentscheids der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) vom 19. März 2012 (Urk. 2/2) und Festlegung der Höhe der
X.___
ab
1. Dezember 2009 zustehenden Invalidenrente auf 33 % (statt 15 %) - auf und wies die Sache
mit näher dargelegten Anordnungen
zur Neuentscheidung
an
das
kantonale Gericht zurück
.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
Die massgeblichen rechtlichen Grundlagen wurden im Urteil des hiesigen Gerich
tes vom 31. Dezember 2013 (Urk.
2/
26)
sowie im Urteil des Bundesge
richtes vom 24. Ju
n
i 2014 (Urk. 1)
dargelegt, worauf verwiesen wird.
2.
Letztinstanzlich war einzig noch die Höhe des Rentenanspruches streitig
(Urk. 1 E. 2)
.
Bezüglich des ohne Invalidität mutmasslich erzielten hypothetischen Verdiens
tes (Valideneinkommen) bestätigte das Bundesgericht den vom kantonalen Ge
richt festgestellten Wert von Fr. 73‘515.-- für das massgebende Jahr 2009
(Urk. 1 E
. 3).
Betreffend den trotz gesundheitlicher Schädigung zumutbarerweise realisierba
ren Lohn (Invalideneinkommen) hielt das Bundesgericht Folgendes fest (Urk. 1 E. 5.2 und E. 5.3):
„
Beim Erlass ihrer Verfügung vom 25. August 2011 konnte sich die SUVA auf fünf DAP-Blätter stützen, welche dem Beschwer
degegner trotz seiner Behinderung zumutbare Einsatzmöglich
keiten aufzeigen und dabei die Generierung eines jährlichen Erwerbseinkommens von durchschnittlich Fr. 62'525.- in Aus
sicht stellen. Es handelt sich dabei zwei Mal um Einsätze als Produktionsmitarbeiter und je ein Mal als Stanzer, als Prüfer und als Hilfsarbeiter. Im nachfolgenden Einspracheverfahren ersetzte die SUVA eines dieser DAP-Blätter (Nr. 10859; Einsatz als Hilfsarbeiter) durch ein dem ärztlicherseits als zumutbar betrachteten Leistungsprofil ihrer Ansicht nach eher entspre
chendes (Nr. 8306, Einsatz wiederum als Produktionsmitarbei
ter), womit sich der Durchschnittswert von Fr. 62'525.- leicht auf Fr. 62'652.- erhöhte, aber immer noch ein Invaliditätsgrad von (aufgerundet) 15 % resultierte. Auf der zusammenfassen
den Darstellung der Arbeitsmöglichkeiten gemäss diesen je fünf DAP-Blättern findet sich auch die Gesamtzahl der in der Dokumentation gefundenen Stellenbeschriebe, die für eine Anstellung in Betracht fallen. Bei Verfügungserlass waren 332 und bei Abschluss des Einspracheverfahrens noch 245 Stellen vermerkt, jeweils versehen mit einem Hinweis auf den dortigen Minimal- und Maximallohn sowie dem durchschnittlichen Be
trag der sich an allen diesen Stellen daraus ergebenden Durchschnittswerte.
Mit diesen in den Akten umfassend und détailliert dokumentier
ten Angaben wurde den in
BGE 129 V 472
aufge
stellten formellen Erwartungen des seinerzeitigen Eidgenössi
schen Versicherungsgerichts (seit 1. Januar 2007: 1. und 2. so
zialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts) an auf die DAP gestützte Einkommensvergleiche in hinreichender Weise Rech
nung getragen. Es besteht kein Anlass für die von der Vor
instanz nach Massgabe der LSE vorgenommene Invaliditäts
bemessung. Ihre Ansicht, wonach die Angaben der SUVA den Anforderungen gemäss
BGE 129 V 472
nicht vollumfänglich ge
nügen, erweist sich als aktenwidrig, weshalb ihr Entscheid vom 31. Dezember 2013 insoweit aufzuheben ist. Das kanto
nale Gericht, an welches die Sache zu diesem Zweck zurück
zuweisen ist, wird nach Prüfung der gegen die aufgelegten DAP-Blätter erhobenen Einwände neu entscheiden.
“
3.
In medizinischer Hinsicht bestätigte das Bundesgericht
(Urk. 1)
implizit die Schlussfolgerungen des hiesigen Gerichtes im Urteil vom 31. Dezember 2013, dass beim Beschwerdeführer ein unfallkausales CRPS (Chronic Regional Pain Syndrome) im Bereich des linken Armes vorliegt, wobei offen gelassen wurde, ob sich dieses auf die Region des linken Ellbogens bezieht oder auch die linke Hand umfasst (Urk. 2/26 E. 3.3). Ebenfalls nicht beanstandet wurde das Zumut
barkeitsprofil
: Jede
Tätigkeit, welche den linken Arm nicht belastet, wobei ver
einzelte Beugebewegungen mit geringem Gewicht bis 5 kg sowie der Einsatz der
linken Hand möglich sind
; dies vollzeitlich bei einer gewissen zeitlichen Limi
tierung durch vermehrte Pausen (Urk. 2/26 E. 3.4).
4.
4.1
4.1.1
Die
im vorliegenden Verfahren zu prüfenden Einwände des Beschwerdeführers gegen die aufgelegten DAP-Blätter
beinhalten
Folgendes:
Der Beschwerdeführer
bemängelte
vorweg
, eine erste Auswahl von DAP-Blät
tern sei ihm anlässlich der ersten Rentenbesprechung vom 11. März 2010 prä
sentiert worden. Der Verfügung sei dann bereits eine andere Auswahl zugrunde gelegt
worden
, die dann im Rahmen des Einspracheverfahrens nochmals geän
dert worden sei. Erstaunlicherweise hätten sich bei dieser mehrmaligen Auswahl die ermittelten Durchschnittseinkommen nur unrelevant verändert (was nicht erstaune, wenn zwischen 254 DAP-Blättern ausgewählt werden könne und das Auswahlermessen vollständig beim Versicherungsträger sei). Die Auswahlsen
dung von DAP-Blättern zeige jedoch, dass diese Methode zur Ermittlung der Vergleichseinkommen willkürlich und im vorliegenden Fall nicht zielbringend sei
(Urk. 2/1 S. 12 f.)
.
4.1.2
Der Umstand, dass
von der Beschwerdegegnerin
im Verl
aufe des Verwaltungsver
fahrens verschiedene DAP-Blätter aufgelegt wurden, ist nicht von Relevanz. Im Gegenteil zeigt sich, dass die Beschwerdegegnerin im Rahmen des rechtlichen Gehörs auf die Vorbringen des Beschwerdeführers
(vgl. Urk.
2/
9/172 S. 7)
eingegangen ist und unzutreffende Stellenbeschriebe entfernt hat. Zu prüfen ist vorliegend die Verwertbarkeit der dem angefochtenen Einsprache
entscheid zugrunde liegenden DAP-Blätter. Der Beschwerdeführer bemängelt sodann weder die bundesgerichtliche Praxis zur Verwertbarkeit der DAP-Blätter noch generell das Auswahlermessen der Beschwerdegegnerin. Er erachtet viel
mehr in seinem konkreten Fall das Ergebnis als unzutreffend.
4.
2
4.
2
.1
Der Beschwerdeführer brachte weiter vor,
bei den von der Beschwerdegegnerin
beigezogenen DAP-Blättern
handle es sich
ausschliesslich um beidhändige Tä
tigkeiten. Selbst wenn dem Belastungsprofil
der
Dres.
von
Y.___
und
Z.___
ge
folgt würde, könnte eine Tätigkeit mit regelmässiger
Belastung der linken Hand nicht mehr durchgeführt werden. Allein schon deshalb
k
ö
nn
e
auf die entspre
chenden DAP-Blätter nicht abgestellt werden
(Urk. 2/1 S. 13)
. Alle ausgewähl
ten Arbeiten (Schaumstoffmatten in
Presse füllen / optische Kontrollen von
Lötstellen und V-Elementen durchführen /
Metallteile mit Gewichten von 5 bis 10 kg an einer Maschine stampfen / Prüfen von
Hochfrequenzfiltern) beinhal
te
te
n beidhändige Tätigkeiten mit regelmässigen teils
erheblichen Belastungen beider Arme
(Urk. 2/14 S. 9)
.
4.
2
.2
Die erste dokumentierte Arbeitsstelle DAP-Nr. 380721
(
Produktionsmitarbeiter
,
Urk. 2/9
/175
S. 10-13) enthält die Funktionsbezeichnung „Optische Kontrolle“. Der Arbeitsplatzbeschrieb lautet wie folgt: „Sitzend in seiner „starren“ Haltung mit den an den Tischen montierten Sehhilfen die optische Kontrolle der Löt
stellen und Bauelementen durchführen. Anhand der Stückliste und des Stü
ckungsplans die notwendigen Korrekturen / Reparaturen durchführen
“
. Die kör
perlichen Anforderungen
beinhalten
das Heben und Tragen von Gewichten bis 5 kg sehr oft und 5 bis 10 kg selten
.“
.
Die Arbeitsstelle DAP-Nr. 6464 (Stanzer, Urk. 2/9/175 S. 14-17)
trägt die
Funkti
onsbezeichnung
„Metallstanzer“ und hat folgenden Inhalt: „An einer Maschine Metallteile stanzen. Ausschliesslich stehende Tätigkeit. Bearbeitung auf Bauchhöhe. Leicht vorgeneigte Körperhaltung. Gewichte meist bis 5 kg ge
legentlich bis max 10 kg“. Die Arbeit beinhaltet das Heben und Tragen von Ge
wichten bis 5 kg oft und von 5 bis 10 kg selten.
Die Arbeitsstelle DAP-Nr. 2601 (Prüfer, Urk. 2/9/175 S. 18-21) besteht im Prü
fen von Hochfrequenzfiltern mit diversen Geräten. Dabei sind Gewichte
bis
5 kg manchmal zu heben.
Die Arbeitsstelle DAP-Nr. 5504 (Produktionsmitarbeiter
, Urk. 2/9/175 S. 22-25
) trägt die Funktionsbezeichnung „Schaumstoffpresser“.
Diese Tätigkeit
wird wie folgt beschrieben: „Schaumstoffmatten in Presse füllen. Pressvorgang überwa
chen. Gepresstes Material entnehmen“. Bei dieser Tätigkeit sind Gewichte bis
5 kg manchmal zu heben und solche von 5 bis 10 kg sehr oft.
Die Arbeitsstelle DAP-Nr. 366775 (Produktionsmitarbeiter, Urk. 2/9/175/26-29) trägt die Funktionsbezeichnung „Teigmacher“. Dabei wird ein grosser Behälter automatisch mit verschiedenen Produkten gefüllt und mittels eines Rührwerks das Ganze zu einer Keksmasse verarbeitet. Heben und Tragen von Gewichten fällt bis 5 kg sowie 5 bis 10 kg jeweils oft an.
4.
2
.3
Die Durchsicht dieser dokumentierten Arbeitsplätze zeigt, dass
vor allem die beiden letzten Stellen (Schaumstoffpresser und Teigmacher)
zu Diskussionen Anlass geben
, weil sie oft beziehungsweise sehr oft das Heben und Tragen von Gewichten bis 10 kg beinhalten.
Zur Gewichtsbelastung ist festzuhalten, dass
sich
beide genannten Tätigkeiten
mit Höchstgewichten von 10 kg im Rahmen des Zumutbarkeitsprofils bewegen, ist doch der rechte Arm nicht eingeschränkt und können mit dem linken Arm Gewichte bis jedenfalls 5 kg gehoben werden
(nach Ansicht der Dres.
Z.___
und von
Y.___
bis
mindestens
10 kg
bzw. axial gar bis 20 kg
, Urk.
2/
9/153 S. 33: „vereinzelte Hilfsgriffe bis 10 kg
“
)
. Den Stellenbeschreibungen kann nicht ent
nommen werden, dass das Gesamtgewicht von 10 kg nur mit dem linken Arm gehalten werden müsste. Das Einfüllen von Schaumstoffmatten wird mit beiden Armen zu erfolgen haben, wobei anzunehmen ist, dass der Beschwerdeführer das - bescheidene - Gewicht
tendenziell
auf seine gesunde rechte Seite verla
gern kann.
Damit ergibt sich eine Belastung von weniger als 5 kg für den linken Arm.
Solche Tätigkeiten sind dem Beschwerdeführer grundsätzlich zumutbar.
Selbes gilt für die Arbeit als Teigmacher. Auc
h die übrigen Stellenbeschriebe lassen nicht darauf schliessen, dass der linke Arm allein mit Gewichten bis
10 kg belastet wird.
Die vorgeschlagenen Arbeitsstellen beinhalten sodann keine feinmotorischen Tätigkeiten mit der linken Hand unter Kraftanwendung, so dass diese grund
sätzlich als Zudienhand verwendet werden kann.
Damit ist auch der Vorgabe der Dres.
Z.___
und von
Y.___
G
enüge getan, wonach schmerzauslösende lokale Berührungen im Umkreis des linken Ellbogens ebenso zu vermeiden seien wie kraftvolle rasche Bewegungen des Ellbogens, repetitive Stoss-, Zug- und Dreh
bewegungen, repetitive Schläge, kraftvoller Faustschluss oder kraftvolles Ab
stützen, Erschütterungen sowie Vibrationen. Sämtliche vorgeschlagenen Tätig
keiten bedingen (höchstens) noch zumutbare ruhige, nicht abrupte Beuge- und Streckbewegungen des linken Ellbogens bzw. einen begrenzten Einsatz der lin
ken Hand und der Finger für leichte Gegenstände (Urk. 2/9/153 S. 33).
Damit steht fest, dass sämtliche vorgeschlagenen Tätigkeiten dem Zumutbarkeits
profil entsprechen. Die Gewichtsbelastung ist gering und der Einsatz des
linken
Armes erfolgt nicht unter belastenden Umständen. Auf die ausgewählten DAP-Blätter kann demnach abgestellt werden.
4.3
4.3.1
Der Beschwerdeführer monierte weiter,
dass das durchschnittliche
Einkommen der fünf DAP-Blätter über dem Durchschnitt der Gesamtresultate
lieg
e
und
es
in Anbetracht der Fähigkeiten und des beruflichen Werdeganges
absolut unrealis
tisch
sei
, anzunehmen, dass er
ein
überdurchschnittliches Einkommen erzielen könne. Diese Argumentation
sei
im
Einspracheentscheid als unbehelflich be
zeichnet
worden
, da die Differenz von Fr. 4'050.-
-
nicht als überdurchschnitt
lich bezeichnet werden könne. Dem
sei
entgegenzuhalten,
dass die erwähnte Differenz rund 7 % des Durchschnittswertes betr
a
g
e
. Bezüglich
der Frage, ob diese 7 % „unerheblich" s
e
i
e
n,
sei
auf die Rechtsprechung des
Bundesgerichtes zu unterdurchschnittlichen Valideneinkommen hinzuweisen (BGE
135 V 297). In diesem Zusammenhang ha
be
das Bundesgericht den Grundsatz aufgestellt,
dass eine Abweichung von 5 % derart relevant sei, dass die Tabellenwerte
des Invalideneinkommens entsprechend parallelisierend herabgesetzt werden
müss
t
en. Es k
ö
nn
e
deshalb auch im vorliegenden Fall nicht davon ausgegangen
wer
den, dass lediglich eine unwesentliche Differenz besteh
e
. Es
sei
im individuell
konkreten Fall nicht einsehbar, weshalb der Beschwerdeführer ohne Grundaus
bild
u
ng
und ohne spezielle Fähigkeiten, die er in der Verweistätigkeit verwerten
könne (sondern sich eine solche vielmehr aufgrund der sprachlichen Fähigkei
ten
usw. als erschwerend darstell
e
), ein über dem Durchschnitt liegendes Ein
kommen
erzielen können soll
e
(Urk. 2/1 S. 13)
.
Sodann hielt er fest, er könne
seine ursprüngliche Tätigkeit als Fugenmacher nicht mehr ausführen
.
Als ungelernter Arbeiter steh
e
ihm (auch im Gesund
heitsfall) fast ausschliesslich
der Zugang zu mittelschweren und schweren Tä
tigkeiten offen. Solche
seien
aber nicht mehr möglich. Zudem benötig
e
er zu
sätzliche Pausen und
sei
aufgrund
der Schmerzen stark eingeschränkt. Unter Berücksichtigung des Umstandes,
dass die DAP-Blätter ohnehin schon von deutlich höheren Einkommen als die
LSE ausg
ingen
,
sei
es selbst unter der An
nahme eines ausgeglichenen Arbeitsmarktes
nicht realistisch anzunehmen, der Beschwerdeführer könnte einen Lohn
erzielen, der über dem Durchschnitt der DAP lieg
e
. Diese Annahme s
ei
den beruflichen
Fähigkeiten des Beschwerdefüh
rers nicht angemessen
(Urk. 2/14 S. 10)
.
4.3.2
Diesbezüglich ist anzumerken, dass der Durchschnitt der Gesamtresultate aller dem Behinderungsprofil
entsprechenden
Arbeitsplätze
- was mangels detaillier
ter Angaben ohnehin nicht überprüft werden kann -
von untergeordneter Be
deutung ist. Das Bundesgericht hat hierzu (in Bezug auf die Zumutbarkeit der einzelnen Stellen) beispielsweise entschieden, dass sich aus Praktikabilitäts
gründen verbiete, einen entsprechenden Nachweis für die Gesamtheit aller dem Behinderungsprofil entsprechenden Arbeitsplätze zu verlangen; die rechtsan
wenden
d
en Behörden wären offensichtlich überfordert, wenn in jedem Einzel
fall abgeklärt werden müsste, ob alle diese Stellen in jeder Hinsicht der versi
cherten Person zumutbar wären (Urteil 8C_107/2014 vom 24. Juli 2014 E. 5.3).
Damit steht fest, dass - sofern die Auswahl der DAP-Blätter
(wie vorliegend)
dem Behinderungsprofil entspricht - grundsätzlich auf die darin ausgewiesenen Werte abzustellen ist. Die Angabe des Höchst-, Tiefst- und Durchschnittslohnes
aller in Frage kommenden Tätigkeiten - deren Zumutbarkeit im Einzelfall eben gerade nicht detailliert überprüft werden kann - hat zum Zweck, die Überprü
fung des Auswahlermessens zu ermöglichen in dem Sinne, dass die Kenntnis dieser Zahlen im Bereich des Suchergebnisses eine zuverlässige Beurteilung der verwendeten DAP-Löhne hinsichtlich ihrer
Repräsentativität
erlaubt (BGE 129
V 272 E. 4.2.2 in fine).
Auch wenn die Beschwerdegegnerin auf Lohnangaben eher im oberen Bereich abgestellt hat, ist dies nicht zu beanstanden, da die fünf konkret aufgelegten DAP-Profile als zumutbar erscheinen.
Dass die Abweichung vom Durchschnitt des gesamten Suchresultates 7 % beträgt, ist ebenfalls nicht von Belang. Für eine analoge Anwendung der Rechtsprechung betreffend Parallelisierung be
steht für das kantonale Gericht keine Veranlassung. Entscheidend ist, ob das Er
gebnis als nachvollziehbar erscheint oder nicht. Dies ist vorliegend der Fall.
Eine rechtsfehlerhafte Ermessensbetätigung, welche ein Eingreifen erfordern würde, liegt jedenfalls nicht vor.
4.
4
4.4.1
Zu
r vom Beschwerdeführer vorgebrachten Thematik des
zeitlichen Um
f
angs, namentlich des
zusätzliche
n
Pausen
bedarfs (Urk. 2/14 S. 10, vgl. auch E. 4.3.1) ist der Einschätzung der Dres.
Z.___
und von
Y.___
(Urk. 2/9/153 S. 33 f.)
zu entnehmen, dass
eine angepasste Tätigkeit grundsätzlich ganztägig zumutbar ist. Die dabei formulierte Zeitdauer von je 4 Stunden vor- und nachmittags, welche - mit einer Ausnahme - leicht unter den in den DAP-Blättern ausge
wiesenen Werten liegt, wurde in Bezug auf die Belastung des linken Armes postuliert.
Gleiches gilt für die Festlegung zusätzlicher Pausen, welche für die Erholung von bewegun
g
sinduzierten Schmerzen gedacht war.
4.4.2
Die von der Beschwerdegegnerin aufgelegten Stellenprofile sind nicht derart, dass von einem repetitiven Einsatz des linken Armes auszugehen wäre:
Bei der Arbeitsstelle DAP-Nr. 380721 steht eine optische Kontrolle von Produk
ten im Vordergrund, wobei allenfalls Reparaturen durchzuführen sind. Bei der Stelle DAP-Nr. 6464 sind Metallteile zu stanzen, was mit dem gesunden rechten Arm erledigt werden kann und keine wesentliche Belastung des
linken
Armes mit sich bringt. Gänzlich unproblematisch ist die Stelle DAP-Nr. 2601, wo Hochfrequenzfilter mit diversen Geräten zu prüfen sind und keine relevanten Belastungen des linken Armes anfallen. Damit verbleiben die Stellen als Schaumstoffpresser (DAP
-Nr. 5504
) und Teigmacher
(
DAP-Nr. 366775), bei wel
chen etwas schwerer
e
Gewichte zu heben sind, indes ebenfalls keine repetitive Bewegung des linken Armes erforderlich ist. Das Einfüllen der Matten in die
Presse wird abg
e
löst vom Überwachen des Pressvorgangs, bis das Material zu entnehmen ist. Auch als Teigmacher fällt mit der Zeit
des
Mischens (durch das
Rührwerk) eine Pause für den linken Arm an.
4.4.3
Da die fraglichen Arbeitsplätze
keine dauernde
,
sondern lediglich eine sporadi
sche Belastung der Arme mit sich bring
en
, rechtfertigt es sich nicht, die fünf Stellen als - die zeitlichen Anforderungen betreffend - unzumutbar zu qualifi
zieren. Dass auf vier Stellenbeschrieben eine leicht höhere Arbeitszeit
ange
merkt
ist und keine Hinweise über die Dauer der möglichen Pausen vorliegen, ändert nichts an der Folgerung, dass die konkreten Stellen zumutbar sind,
tra
gen sie doch den Einschränkungen am Arm Rechnung
und fallen die entspre
chenden Pausen (für den linken Arm) während der Arbeitszeit an.
4.5
Zusammenfassend erweisen sich die DAP-Profile als passend für die Bedürfnisse des Beschwerdeführers. Es ist ihm gesundheitlich möglich, die ausgewählten Tätigkeiten zu bewältigen. Bei diesem Ergebnis ergibt sich das von der Be
schwerdegegnerin errechnete Invalideneinkommen von Fr. 62‘652.-- (für das Jahr 2009), was beim Valideneinkommen von Fr. 73‘515.-- zu einem Invalidi
tätsgrad von gerundet 15 % führt. Der angefochtene Einspracheentscheid er
weist sich demnach als rechtens, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Kaspar Gehring
-
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur
kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
GräubSonderegger