# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 02bcb765-ca13-5095-ba46-25f92d65c8ee
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-07-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.07.2009 D-7203/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-7203-2008_2009-07-17.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-7203/2008
sch/bah/cvv
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 7 .  J u l i  2 0 0 9

Richter Hans Schürch (Vorsitz), 
Richter Kurt Gysi, Richter Blaise Pagan, 
Gerichtsschreiber Christoph Basler.

A._______, geboren (...),
Elfenbeinküste,
vertreten durch Necmettin Isler, Caritas Schweiz, 
(...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 4. November 2008 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-7203/2008

Sachverhalt:

A.
Der Beschwerdeführer verliess sein Heimatland eigenen Angaben ge-
mäss  am 3. Februar  2008  und  gelangte  am 4. Februar  2008  in  die 
Schweiz, wo er am folgenden Tag um Asyl nachsuchte.

A.a Bei  der  Kurzbefragung,  die am 15. Februar  2008 im Empfangs- 
und  Verfahrenszentrum  Vallorbe  stattfand,  sagte  er  aus,  er  sei  in 
Abidjan geboren worden und habe bis zu seiner Ausreise dort gelebt. 
Als der Krieg begonnen habe, sei das kleine Geschäft  seines Vaters 
angegriffen  und  verwüstet  worden,  seine Mutter  sei  getötet  worden. 
Auf  Nachfrage  ergänzte  er,  am 29. Januar  2008  seien  seine  Mutter 
und sein Vater getötet worden. Er sei zu diesem Zeitpunkt zu Hause 
gewesen und habe davon erfahren; er habe sich dem Geschäft seiner 
Eltern genähert und habe ihre Körper gesehen. Anschliessend sei er 
weggerannt  und habe einen Freund seines Vaters getroffen,  der  ihn 
später  einer  Person  übergeben  habe,  die  ihm  zur  Flucht  verholfen 
habe.

A.b Der Beschwerdeführer wurde vom Instruktionsrichter des (...) am 
31. März 2008 wegen Verstosses gegen das Betäubungsmittelgesetz 
zu einer bedingten Geldstrafe von 60 Tagessätzen verurteilt.

A.c Am  2.  Juni  2008  wurde  der  Beschwerdeführer  vom  BFM  im 
Beisein seines Rechtsvertreters  zu seinen Asylgründen angehört. Er 
machte im Wesentlichen geltend, im Sommer des Jahres 2007 sei das 
Haus  seiner  Eltern  niedergebrannt  worden;  dabei  seien  auch einige 
Dokumente  verbrannt.  Danach  habe  er  mit  seinen  Eltern  bei  einem 
Nachbarn gelebt. Im Dezember 2007 sei seine Familie wieder in das 
teilweise reparierte eigene Haus zurückgezogen. Seinen Eltern hätten 
dort  auch einen Lebensmittelladen geführt. Als die Rebellen gekom-
men seien, habe er Schüsse gehört und sei zum Laden gegangen, wo 
er  die  Leichen  seiner  Eltern  gesehen  habe. Er  sei  weggerannt  und 
habe  nicht  mehr  nach  Hause  gehen  können,  da  die  Rebellen  das 
Quartier kontrolliert hätten.

A.d Die  zuständige  Vormundschaftsbehörde  ordnete  mit  Entscheid 
vom 9. Juli 2008 die Unmündigkeitsvormundschaft nach Art. 368  des 
Schweizerischen  Zivilgesetzbuchs  vom  10. Dezember  1907  (ZGB, 

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SR 210)  über  den  Beschwerdeführer  an.  Der  Rechtsvertreter  des 
Beschwerdeführers wurde als Vormund ernannt.

A.e Das  BFM  ersuchte  den  Untersuchungsrichter  des  (...)  am 
25. September 2008 um Mitteilung, weshalb im Strafverfahren von der 
Volljährigkeit  des  Beschwerdeführers  (Geburtsdatum  in  den 
kantonalen Akten: (...)) ausgegangen worden sei.

A.f Der Untersuchungsrichter teilte dem BFM am 2. Oktober 2008 mit, 
es sei  im kantonalen Strafverfahren ein Altersgutachten erstellt  wor-
den.  Dem  Schreiben  lag  ein  entsprechender  Bericht  der  "(...)"  vom 
20. März 2008 bei.

A.g Mit Schreiben vom 22. Oktober 2008 setzte das BFM den Rechts-
vertreter  des Beschwerdeführers vom Ergebnis des Altersgutachtens 
in  Kenntnis  und gewährte  ihm die Möglichkeit  zur  Einreichung einer 
Stellungnahme.

A.h Der Rechtsvertreter beantragte am 29. Oktober 2008 die Zustel-
lung des  rechtsmedizinischen Gutachtens bzw. allenfalls  die  genaue 
Angabe,  bei  welcher  kantonalen  Behörde  um Akteneinsicht  nachzu-
suchen sei.

B.
Mit Verfügung vom 4. November 2008 - eröffnet am 6. November 2008 
- trat das BFM gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a des Asylgesetzes vom 
26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  auf  das  Asylgesuch  des  Be-
schwerdeführers  nicht  ein,  und  ordnete  die  Wegweisung  aus  der 
Schweiz sowie den Vollzug an. Der Antrag auf  Offenlegung weiterer 
Daten  im  Zusammenhang  mit  dem  rechtsmedizinischen  Gutachten 
wurde abgelehnt.

C.
Mit  Eingabe  an  das  Bundesverwaltungsgericht  vom  13.  November 
2008  liess  der  Beschwerdeführer  durch  seinen  Rechtsvertreter  die 
Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung  und  die  Rückweisung  der 
Sache an die  Vorinstanz  zur  Neubeurteilung  beantragen. Es sei  die 
Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  festzustellen  und  ihm die 
vorläufige  Aufnahme zu gewähren. Die  zuständige kantonale  Behör-
den sei anzuweisen, von Vollzugsmassnahmen abzusehen. Es sei ihm 
die unentgeltliche Rechtspflege und eine angemessene Parteientschä-

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digung zu entrichten. Der Eingabe lag eine Bestätigung der Fürsorge-
abhängigkeit des Beschwerdeführers vom 11. November 2008 bei.

D.
Der Instruktionsrichter des Bundesverwaltungsgerichts stellte dem Be-
schwerdeführer mit Verfügung vom 19. November 2008 eine Kopie der 
medizinischen Expertise vom 20. März 2008 zu und setzte ihm Frist 
zur Einreichung einer Stellungnahme an. Das Gesuch um Gewährung 
der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG wurde 
gutgeheissen und auf  die Erhebung eines Kostenvorschusses wurde 
verzichtet.

E.
Am 1. Dezember 2008 übermittelte der Beschwerdeführer seine Stel-
lungnahme,  der  ein  Sozialbericht  der  B._______  vom 25. November 
2008 beilag.

F.
F.a Mit  Verfügung vom 3. Dezember  2008 lud der Instruktionsrichter 
das BFM zur Einreichung einer Vernehmlassung ein.

F.b Das BFM beantragte in seiner Vernehmlassung vom 30. Dezember 
2008 die Abweisung der Beschwerde.

F.c In seiner Stellungnahme vom 20. Januar 2009 hielt der Beschwer-
deführer an seinen Anträgen fest. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu 
den Behörden  nach  Art. 33  VGG und ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnah-
me im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungs-
gericht  ist  daher  zuständig  für  die Beurteilung der  vorliegenden Be-
schwerde  und  entscheidet  in  diesem  Bereich  endgültig  (Art. 105 
AsylG;  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

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1.2 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Der  Be-
schwerdeführer ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat 
ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung. Der vormundschaftlich vertretene Beschwerdeführer ist da-
her zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 108 Abs. 2 AsylG, 
Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und 52 VwVG). Auf die Beschwerde 
ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.  
3.1 Auf  ein  Asylgesuch  wird  nicht  eingetreten,  wenn  Asylsuchende 
den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des 
Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
AsylG).  Diese  Bestimmung  findet  jedoch  keine  Anwendung,  wenn 
Asylsuchende  glaubhaft  machen  können,  sie  seien  dazu  aus  ent-
schuldbaren Gründen nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), 
auf  Grund  der  Anhörung  sowie  gestützt  auf  Art. 3  und 7  AsylG  die 
Flüchtlingseigenschaft  festgestellt  wird  (Art. 32  Abs. 3  Bst. b  AsylG) 
oder  sich  auf  Grund  der  Anhörung  erweist,  dass  zusätzliche  Ab-
klärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines Weg-
weisungsvollzugshindernisses nötig sind (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG).

3.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat somit die Frage zu prüfen, ob 
die Vorinstanz auf das Asylgesuch zu Recht nicht eingetreten ist, wo-
bei im Rahmen einer summarischen Prüfung das offenkundige Fehlen 
der  Flüchtlingseigenschaft  des  Beschwerdeführers  und von Wegwei-
sungsvollzughindernissen  zu  beurteilen  sind  (vgl.  BVGE  2007/8 
E. 2.1). Im Wegweisungspunkt hat das Gericht volle Kognition, da sich 
die Vorinstanz diesbezüglich gemäss Art. 44 AsylG in Verbindung mit 
Art. 83  des  Bundesgesetzes vom 16. Dezember  2005 über  die Aus-
länderinnen  und  Ausländer  (AuG,  SR  142.20)  auch  materiell  zur 
Sache zu äussern hatte.

4.  
4.1
4.1.1 Das BFM begründete seinen Entscheid damit, dass in der Elfen-
beinküste  zwar  seit  einiger  Zeit  Probleme  bei  der  Ausstellung  von 
Identitätskarten  auftreten  könnten.  Seit  Oktober  2002  sei  es  jedoch 

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möglich,  sich beim Office national  d'identification,  einem Polizeikom-
missariat  oder  einer  Unter-Präfektur  eine  Identitätsbestätigung  aus-
stellen zu lassen. Die Angaben des Beschwerdeführers, er sei  ohne 
Reisepapiere und ohne kontrolliert worden zu sein in Begleitung einer 
Person nach Europa gereist,  könnten nicht  geglaubt  werden. Ferner 
habe er gesagt, er habe für die Reise nichts bezahlen und auch sonst 
keine Gegenleistung erbringen müssen, was angesichts der Tatsache, 
dass  afrikanische  Auswanderer  ein  ertragreiches  Geschäft  für  die 
Schlepper seien, nicht zu überzeugen vermöge. Er habe sich bei den 
Aussagen zu Papieren in Widersprüche verstrickt. So habe er bei der 
Kurzbefragung  gesagt,  er  habe  überhaupt  keine  Dokumente  oder 
Ausweise  besessen,  während  er  beim  Kanton  angegeben  habe,  er 
habe  eine  Geburtsurkunde  gehabt.  Es  werde  davon  ausgegangen, 
dass  er  für  die  Reise  in  die  Schweiz  echte  Dokumente  verwendet 
habe, die er den schweizerischen Behörden nicht ausgehändigt habe. 
Somit lägen keine entschuldbaren Gründe für das Nichteinreichen von 
Identitätspapieren vor.

4.1.2 Der Beschwerdeführer habe behauptet, dass es am 29. Januar 
2008  in  Abidjan  zu  Schiessereien  zwischen  Soldaten  und  Rebellen 
gekommen sei, bei denen zahlreiche Menschen getötet worden seien. 
Gemäss allgemein zugänglichen Quellen seien in der Elfenbeinküste 
in  diesem  Zeitraum  weder  in  Abidjan  noch  ansonsten  Zusammen-
stösse mit  Todesopfern  verzeichnet  worden. Deshalb  könne ihm das 
Vorbringen nicht geglaubt werden. Zudem könne nicht nachvollzogen 
werden,  dass ausgerechnet  er, der sich nicht  exponiert  habe, derart 
ins Visier der Rebellen geraten sein sollte, dass sie nach seinem Le-
ben getrachtet hätten. Seine diesbezüglichen Aussagen seien äusserst 
unsubstanziiert ausgefallen. Ferner sei es schwer vorstellbar, dass er 
als Fliehender in der ebenfalls flüchtenden Menge den Freund seines 
Vaters angetroffen und Zeit gefunden habe, diesem seine Geschichte 
zu erzählen; dies umso mehr, als er im Zusammenhang mit dem Tu-
mult gesagt habe, er habe Angst gehabt und deshalb im Rennen nicht 
anhalten und um sich schauen können. Er erfülle die Flüchtlingseigen-
schaft  nicht  und zusätzliche Abklärungen zur  Feststellung derselben 
oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses  seien  aufgrund  der 
Aktenlage nicht erforderlich.

4.1.3 Dem Vormund des Beschwerdeführers sei am 22. Oktober 2008 
das rechtliche Gehör zum seitens des (...) festgestellten Alter seines 
Mandanten  gewährt  worden.  Es  seien  alle  rechtserheblichen 

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Ergebnisse  der  Untersuchung  zur  Kenntnis  gebracht  worden,  womit 
den Anforderungen von Art. 29 ff. VwVG Genüge getan worden sei.

4.2
4.2.1 In der Beschwerde wird geltend gemacht, beim Altersgutachten 
handle es sich um ein relevantes Beweismittel,  welches das höchst-
persönliche Recht des Beschwerdeführers tangiere. Mit dem Beweis-
mittel werde der bestehende zivilrechtliche Kindesschutz in Frage ge-
stellt. Die Aussagekraft von solchen Gutachten sei höchst umstritten, 
da  sich  das  Knochenalter  lediglich  schätzen lasse  und ein  unmittel-
barer Rückschluss auf das chronologische Alter unzulässig sei. Des-
halb werde in der Medizin von einer Altersschätzung gesprochen. Das 
BFM halte  fest,  er  sei  gemäss  Gutachten  älter  als  18  Jahre;  damit 
liege sein Alter im Rahmen der anerkannten Toleranzgrenze, was ein 
Grund wäre,  im Zweifelsfall  zu Gunsten des Kindes zu entscheiden. 
Eine umfassende Gewährung des rechtlichen Gehörs verlange für den 
vorliegenden Fall,  dass ihm die im Gutachten deponierten Schätzun-
gen  so  detailliert  aufgezeigt  würden,  dass  er  konkrete  Einwände 
anbringen könne. Das BFM habe das Gutachten nicht zugestellt  und 
sein Vorgehen nicht begründet. Ein effektives Geheimhaltungsinteres-
se könne nicht geltend gemacht werden, zumal durch Abdeckung von 
Namen  die  an  der  Erstellung  des  Gutachtens  Beteiligten  geschützt 
werden könnten. 

4.2.2 Der Beschwerdeführer habe entschuldbare Gründe dafür, dass 
es  ihm bisher  nicht  gelungen  sei,  Identitätspapiere  einzureichen. Er 
habe seine Personalien vollständig angegeben und habe niemanden, 
den er zu Hause kontaktieren könne. Er habe sich bereit erklärt, sich 
auf  der Botschaft  der Elfenbeinküste in der Schweiz zu melden. Pa-
pierlosigkeit  belege nicht  automatisch die  Unglaubhaftigkeit  bzw. die 
Volljährigkeit der betroffenen Person. 

4.2.3 Gemäss  Angaben  des  UNHCR  vom  Oktober  2006  zähle  die 
Elfenbeinküste zu den unsichersten Ländern Westafrikas. Nach Unter-
zeichung des Friedensabkommens vom März 2007 habe sich die Lage 
zwar  entspannt,  doch  seien  weiterhin  Menschenrechtsverstösse  zu 
beobachten gewesen. Es könne nicht von einem effektiven Schutz von 
Zivilisten durch staatliche Behörden gesprochen werden. In Anbetracht 
dieser Umstände und der Tatsache, dass es sich beim Beschwerde-
führer um einen Jugendlichen handle, der auf sich gestellt sei, gebe es 
genügend Hinweise auf eine konkrete Gefährdung, welche das von der 

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Rechtsprechung  geforderte  Beweismass  für  ein  Eintreten  auf  das 
Asylgesuch erfüllten.

4.3 Das BFM weist in seiner Vernehmlassung vorab darauf hin, dass 
es dem Beschwerdeführer nicht gelungen sei,  seine Minderjährigkeit 
glaubhaft zu machen. Darauf deuteten die fehlenden Identitätspapiere 
und die unglaubhaften Aussagen über seinen Lebenslauf oder Ereig-
nisse, die Aufschluss über sein Alter geben könnten, hin. Mit dem im 
rechtlichen  Gehör  vom 22.  Oktober  2008  aufgeführten  –  möglicher-
weise zu absolut formulierten – Satz, er werde im Sinne des Gutach-
tens  vom 20. März 2008 als  volljährig  betrachtet,  habe man ihn  mit 
dem Umstand  konfrontieren  wollen,  dass  das  Gutachten  seine  Voll-
jährigkeit  wahrscheinlich  erscheinen  lasse.  Vom mit  dem  Gutachten 
beauftragten Institut seien mehrere Untersuchungen durchgeführt wor-
den,  wobei  die  Knochenaltersanalyse  nach  der  Atlasmethode  von 
Greulich und Pyle ein Alter  von 19 Jahren und mehr ergeben habe. 
Liege das behauptete Alter im Vergleich zum festgestellten Knochen-
alter  noch  innerhalb  der  "normalen"  Abweichungen,  genüge  diese 
Analyse zum Nachweis der Identitätstäuschung nicht. Vorliegend wolle 
der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt der Knochenaltersanalyse aber 
knapp 15 Jahre und 4 Monate alt  gewesen sein, was eine Differenz 
zum festgestellten Knochenalter von drei Jahren und acht Monaten er-
gebe,  womit  die  Altersangabe  deutlich  ausserhalb  der  erwähnten 
Bandbreite  liege.  Die  Analyse  habe  somit  keine  Hinweise  auf  die 
Minderjährigkeit des Beschwerdeführers ergeben, sondern im Gegen-
teil  seine Volljährigkeit  als  wahrscheinlich erscheinen lassen. Er hin-
gegen  habe  nichts  unternommen,  um  sein  angebliches  Kindsalter 
glaubhaft zu machen. Da der Sachumstand der Minderjährigkeit unbe-
wiesen  geblieben  sei,  könne  er  sich  nicht  auf  das  Übereinkommen 
vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes (KRK, SR 0.107) 
berufen.

4.4 In der Stellungnahme wird entgegnet, der Beschwerdeführer habe 
glaubhaft  dargelegt,  weshalb  es  ihm  nicht  möglich  sei,  Identitäts-
papiere einzureichen. Er werde sich demnächst bei  der  heimatlichen 
Botschaft melden. Am 10. März 2008 sei eine Untersuchung betreffend 
seines  Knochenalters  durchgeführt  worden.  Er  sei  damals  15  Jahre 
und 2,5 Monate alt  gewesen, womit sein Alter  knapp an der Grenze 
der anerkannten Bandbreite liege. Deshalb könne nicht von einer mas-
siven Differenz gesprochen werden. Zudem sei auf die Richtlinien des 
UNHCR über  allgemeine Grundsätze und Verfahren zur  Behandlung 

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asylsuchender  unbegleiteter  Minderjähriger  hinzuweisen.  Die  Argu-
mente  der  Vorinstanz  seien  nicht  nachvollziehbar,  zumal  zu  berück-
sichtigen sei,  dass es sich bei ihm um einen Minderjährigen handle, 
der  traumatisierende  Erlebnisse  durchgemacht  habe. Die  Vorinstanz 
stütze sich auf ein Gutachten, welches den von der Schweizerischen 
Asylrekurskommission  (ARK)  aufgestellten  Anforderungen  nicht  ent-
spreche. Er sei von den Ärztinnen nicht zu seiner Krankheitsgeschich-
te  befragt  worden  und  es  gebe  auch  keinen  Hinweis  auf  die  Quali-
fikation der Ärztinnen. Die Abstellung auf solche Gutachten sei proble-
matisch, da deren Aussagekraft im Fachgebiet höchst umstritten sei. 
Solche  Gutachten  könnten  die  Volljährigkeit  der  betroffenen  Person 
höchstens wahrscheinlich erscheinen lassen. Somit sei deren Resultat 
als Schätzung zu beurteilen, wobei die Fehlerquote sehr hoch sei. Die 
Konsequenzen  einer  behördlich  falsch  festgestellten  Volljährigkeit 
könnten für die betroffene Person erheblich nachteilig sein. Vor Anord-
nung der bestehenden Vormundschaft sei der Beschwerdeführer ange-
hört  worden.  Die  zuständige  Kindesschutzbehörde  sei  zum  Schluss 
gelangt,  dass es sich bei ihm um eine minderjährige Person handle. 
Seitens der Vormundschaftsbehörde gebe es keinen Zweifel über sein 
Alter  und  auch  dem eingereichten  Sozialbericht  seien  keine  Zweifel 
über  sein  Alter  zu  entnehmen. Vielmehr  zeige  er  bestimmte  Verhal-
tensmuster, welche in der Entwicklungspsychologie als typische Merk-
male der Pubertätsphase anerkannt seien. Es dürfe nicht sein, dass 
die  gleiche  Person  in  einem  Verfahren  als  volljährig  und  in  einem 
anderen als minderjährig betrachtet werde. Sollte von der Volljährigkeit 
des  Beschwerdeführers  ausgegangen  werden,  werde  eine  Inaugen-
scheinnahme seiner Person oder die Erstellung eines Privatgutachtens 
durch einen Jugendpsychiater beantragt.

5.
5.1 Der Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 VwVG), welcher auch 
im Asylverfahren Anwendung findet (Art. 6 AsylG), umfasst im weiten 
Sinn das Recht einer Person, in einem verwaltungsrechtlichen Verfah-
ren mit ihren Begehren angehört zu werden, Akteneinsicht zu erhalten 
und zu den für den Entscheid wesentlichen Punkten Stellung nehmen 
zu können (vgl. Art. 26 - 33 VwVG). Gemäss dem in Art. 26 ff. VwVG 
geregelten Akteneinsichtsrecht ist den Parteien grundsätzlich Einsicht 
in sämtliche Aktenstücke zu gewähren, welche geeignet sind, in einem 
konkreten Verfahren als Beweismittel zu dienen. Die vom BFM in Auf-
trag gegebenen Knochenaltersanalysen stellen schriftliche Auskünfte 
im Sinne von Art. 49 des Bundesgesetzes vom 4. Dezember 1947 über 

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den Bundeszivilprozess (BZP, SR 273)  i.V.m. Art. 19  VwVG dar  und 
sind  grundsätzlich  geeignet,  als  Beweismittel  zu  dienen. Die  Alters-
analysen - Gutachten im Sinne von Art. 12 Bst. e VwVG - unterliegen 
damit,  wie  alle  Dokumente,  welche  als  Beweismittel  fungieren, 
besonderen formellen Anforderungen. So ist den betroffenen Personen 
beispielsweise das  Recht  zu gewähren,  nachträglich zum Gutachten 
Stellung zu nehmen sowie dessen Erläuterung oder Ergänzung oder 
aber  eine  neue  Begutachtung  zu  beantragen  (Entscheidungen  und 
Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK] 
1998 Nr. 34 E. 6 S. 285 f.).

5.2 Das BFM teilte  dem Rechtsvertreter  des Beschwerdeführers am 
22. Oktober 2008 mit,  beim Rechtsmedizinischen Institut  (...)  sei  am 
10.  März  2008  eine  Knochenaltersbestimmung  (Radiographie  des 
Gebisses und der  Hand) durchgeführt  worden. Dabei  sei  festgestellt 
worden, dass der Beschwerdeführer älter als 18 Jahre alt sei und das 
von ihm angegebene Geburtsdatum ausgeschlossen werden müsse. 
In  der  angefochtenen  Verfügung  vertrat  das  BFM  die  Auffassung, 
damit  seien  dem  Rechtsvertreter  sämtliche  rechtserheblichen 
Ergebnisse  der  Untersuchung  zur  Kenntnis  gebracht  worden,  womit 
den  Anforderungen  an  das  rechtliche  Gehör  von  Art.  29  ff.  VwVG 
Genüge getan worden sei. Diese Auffassung kann nicht geteilt werden, 
denn  das  Bundesverwaltungsgericht  erkennt,  mit  Ausnahme  der 
wesentlichen  privaten  Interessen  des  ärztlichen  Personals  an  der 
Abdeckung deren Namen (vgl. Art. 27 Abs. 1 Bst. b VwVG), keinerlei 
Geheimhaltungsinteressen  am  Wortlaut  der  Knochenaltersanalyse 
vom 20. März 2008. Somit steht fest, dass das BFM den Anspruch auf 
Akteneinsicht  des  Beschwerdeführers  gemäss  Art.  26  Abs. 1  Bst.  b 
VwVG und damit seinen Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt hat.

5.3 Der  Anspruch  auf  rechtliches  Gehör  ist  nach  ständiger  Recht-
sprechung des Bundesgerichts formeller Natur. Er besteht unabhängig 
davon,  ob  er  im  konkreten  Fall  für  den  Ausgang  des  materiellen 
Entscheids von Bedeutung ist oder nicht. Das hat zur Folge, dass die 
Missachtung des Gehörsanspruchs grundsätzlich zur Aufhebung des 
deswegen  beanstandeten  Entscheides  führt,  selbst  wenn  dieser  bei 
Gewährung des rechtlichen Gehörs offensichtlich nicht anders ausge-
fallen wäre. Gemäss Praxis des Bundesgerichts besteht indessen die 
Möglichkeit, dass die Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör 
im  Beschwerdeverfahren  geheilt  wird,  wenn  die  Rekursinstanz  mit 
gleicher  Kognition  entscheidet  und  den  Betroffenen  die  gleichen 

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Mitwirkungsrechte zustehen (vgl. BGE 116 Ia 95 f.,  110 Ia  82 E. d; 
EMARK 2004 Nr. 28 E. 7 e und f). Das Vorhandensein einer derartigen 
reformatorischen Möglichkeit gilt es nachfolgend zu prüfen. Vorliegend 
hat  das  BFM die Einsicht  in  die  Knochenaltersanalyse nicht  vollum-
fänglich verweigert und es kann auch nicht davon ausgegangen wer-
den, dass es systematisch keine vollumfängliche Einsicht in Knochen-
altersanalysen erteilt  (vgl. dazu auch die  Ausführungen des Rechts-
vertreters  auf  S. 5  der  Beschwerde). Das  Bundesverwaltungsgericht 
stellte  dem  Rechtsvertreter  mit  Verfügung  vom  19.  November  2008 
eine  Kopie  der  Knochenaltersanalyse  zu  und  dieser  reichte  am 
1. Dezember 2008 eine Stellungnahme dazu ein. Dem BFM wurde die 
Gelegenheit  zur Einreichung einer Vernehmlassung gewährt,  zu wel-
cher der Beschwerdeführer sich ebenso äussern konnte. Somit wurde 
dem  Beschwerdeführer  das  vollumfängliche  Mitwirkungsrecht  zuge-
standen  und  dem  Bundesverwaltungsgericht  steht  hinsichtlich  der 
Frage der geltend gemachten Minderjährigkeit und der Bewertung der 
Knochenaltersanalyse  die  volle  Kognition  zu.  Die  Gehörsverletzung 
bedeutet  für  den  Beschwerdeführer  somit  keinen  schweren  Nachteil 
(mehr),  weshalb sie als im Beschwerdeverfahren geheilt  zu erachten 
ist, wovon auch der Rechtsvertreter ausgeht (vgl. Stellungnahme vom 
1. Dezember 2008 S. 2).

6.
6.1 Die  Vorinstanz  ist  in  der  angefochtenen Verfügung von der  Voll-
jährigkeit  des  Beschwerdeführers  im  Zeitpunkt  der  Einreichung  des 
Asylgesuchs ausgegangen. Gemäss gefestigter Rechtsprechung trägt 
die asylsuchende Person in materieller Hinsicht die Beweislast dafür, 
dass die geltend gemachte Minderjährigkeit  zumindest  glaubhaft  ge-
macht wird, da sie aus dieser Tatsache Rechte zu ihren Gunsten ab-
leiten will (vgl. EMARK 2000 Nr. 19 E. 8b; EMARK 2001 Nr. 22 und 23; 
EMARK  2004  Nr.  30  E.  4.1;  alle  unter  Verweis  auf  Art.  8  ZGB), 
ansonsten  die  asylsuchende  Person  die  Folgen  der  Beweislosigkeit 
trägt. Bei der Beurteilung der Glaubhaftigkeit  der geltend gemachten 
Minderjährigkeit im Allgemeinen und damit auch im vorliegenden Fall 
geht es um eine Gesamtbeurteilung aller Elemente, die für oder gegen 
die asylsuchende Person sprechen. Der Beschwerdeführer hat bis zum 
heutigen  Zeitpunkt  keinerlei  Dokumente  eingereicht,  welche  die  von 
ihm behauptete Minderjährigkeit belegen. Hinsichtlich des Vorhanden-
seins  von  Identitätspapieren  und  der  Reisemodalitäten  hat  er  sich 
widersprüchlich  bzw.  substanzlos  geäussert  und  das  Bundesver-
waltungsgericht geht – wie nachfolgend auszuführen sein wird – davon 

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aus, dass es ihm möglich gewesen wäre, rechtsgenügliche Identitäts- 
oder Reisepapiere einzureichen. Seine Angaben zur geltend gemach-
ten  Minderjährigkeit  beschränkten  sich  auf  die  Aussage,  sein  Vater 
habe für ihn jedes Jahr im Dezember ein Geburtstagsfest ausgerichtet 
(vgl. act. A1/10 S. 5), was indessen nicht erklärt, woher er wissen will, 
dass  er  im  Dezember  1992  geboren  wurde.  Aufgrund  der  bei  den 
Akten  liegenden  Altersanalyse  vom 20. März  2008  bestehen  erheb-
liche  Zweifel  am  vom  Beschwerdeführer  genannten  Geburtsdatum, 
haben doch sowohl die Radiographie der Zähne als auch der linken 
Hand ein Alter von über 18 bzw. 19 Jahren ergeben. Insbesondere die 
Feststellung,  die  Weisheitszähne  des  Beschwerdeführers  seien  voll-
ständig ausgebildet, spricht dafür, dass das von ihm angegebene Ge-
burtsdatum nicht den Tatsachen entsprechen dürfte. Es trifft zwar zu, 
dass  der  Analyse  nicht  zu  entnehmen  ist,  ob  die  Ärzte  mit  dem 
Beschwerdeführer  eine  Anamnese  durchführten,  indessen  kann  an-
gesichts des Umstandes, dass die Analyse vom Rechtsmedizinischen 
Institut  der  (...)  unter  Beizug eines Chefarztes vorgenommen wurde, 
nicht  ernsthaft  an  deren  Qualifikation  gezweifelt  werden.  Insofern 
darauf  hingewiesen wird,  die  Vormundschaftsbehörde der  Gemeinde 
C._______ gehe von der Minderjährigkeit des Beschwerdeführers aus, 
ist festzuhalten, dass diese sich bei der Anordnung der Errichtung der 
Vormundschaft  nach  Art.  368  ZGB  vor  allem  auf  die  Angaben  des 
Beschwerdeführers  selbst  stützte.  Der  den  Beschwerdeführer 
betreuende Sozialpädagoge geht  aufgrund seiner  Beobachtungen in 
seinem  Bericht  vom  25.  November  2008  ebenfalls  davon  aus,  der 
Beschwerdeführer  sei  minderjährig.  In  der  Tat  sprechen  seine 
Beobachtungen  einerseits  für  einen  geringen  Entwicklungsgrad  des 
Sozialverhaltens des Beschwerdeführers und diese können somit als 
Hinweise für dessen Minderjährigkeit verstanden werden, andererseits 
könnte das Verhalten des Beschwerdeführers auch auf  Anpassungs-
schwierigkeiten  an  das  ihm  vom Betreuer  vorgegebene,  ihm  unver-
traute System des Sozialverhaltens und der Übernahme von Verant-
wortlichkeit  zurückzuführen sein. Eine  Abwägung der  für  und  gegen 
die  vom  Beschwerdeführer  geltend  gemachte  Minderjährigkeit 
sprechenden Sachverhaltselemente führt  zum Ergebnis, dass es ihm 
nicht gelungen ist, diese glaubhaft  zu machen. Da er die Folgen der 
Beweislosigkeit  zu  tragen  hat,  ist  das  BFM  in  seiner  Verfügung  zu 
Recht davon ausgegangen, dass es ihm in Anbetracht der gesamten 
Aktenlage (vgl. dazu auch die nachfolgenden Ausführungen) nicht ge-
lungen ist,  die von ihm behauptete Minderjährigkeit  als überwiegend 
wahrscheinlich  erscheinen  zu  lassen.  Der  Antrag  auf  eine  Inaugen-

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scheinnahme des Beschwerdeführers durch das Bundesverwaltungs-
gericht ist abzuweisen, da diese keine zuverlässigen Rückschlüsse auf 
sein wirkliches Alter zulassen würde. Ebenso abzuweisen ist der An-
trag auf Anordnung einer Begutachtung durch einen Jugendpsychiater, 
da  auch  dessen  Rückschlüsse  keine  neuen  Erkenntnisse  über  das 
tatsächliche Alter des Beschwerdeführers bringen könnten.

7.
7.1 Der Beschwerdeführer sagte bei der Erstbefragung aus, er habe 
weder die Ausstellung eines Reisepasses noch diejenige einer Iden-
titätskarte beantragt (vgl. act. A1/10 S. 4). Die Nachfrage, er habe also 
nie ein Identitätsdokument, einen Geburtsschein oder einen Nationali-
tätenschein besessen, bejahte er (vgl. act. A1/10 S. 5). Hinsichtlich der 
Reisemodalitäten gab er an, er habe sein Heimatland auf dem Luftweg 
verlassen und kein Reisepapier gehabt. Sein Begleiter habe Dokumen-
te gehabt. Bei seiner Ankunft in Genf sei er nicht kontrolliert  worden 
(vgl. act. A1/10 S. 7). Bei  der Anhörung brachte er  vor,  seine Eltern 
hätten  versucht,  für  ihn  eine  Geburtsurkunde  und  einen  Nationali-
tätenschein  ausstellen  zu  lassen,  als  der  Bürgerkrieg  ausgebrochen 
sei. Darauf hingewiesen, dass eigentlich schon eine Geburtsurkunde 
vorhanden sein müsste, sagte er, es habe schon "welche" gegeben, 
die aber mit vielen anderen Dokumenten im Haus verbrannt seien (vgl. 
act.  A21/15  S.  3).  Somit  sind  die  Angaben  darüber,  ob  der  Be-
schwerdeführer  je  eine  Geburtsurkunde  besass  oder  nicht  wider-
sprüchlich und sein Vorbringen, er sei  bei der Ankunft  am Flughafen 
von Genf nicht  kontrolliert  worden,  angesichts der Tatsache,  dass er 
von  Marokko  her  kommend  eingereist  sei,  realitätsfremd.  Auch  die 
weiteren Reisemodalitäten vermögen keineswegs zu überzeugen. Der 
Beschwerdeführer  gab  an,  er  habe  kein  Geld  besessen  und  wisse 
nicht, wer ihm die Reise in die Schweiz finanziert habe, vielleicht habe 
der Freund seines Vaters es getan (vgl. act. A21/15 S. 11). Angesichts 
des  Umstandes,  dass  der  Beschwerdeführer  einmal  dabei  gewesen 
sei,  wie  dieser  Freund  bei  seinem Vater  Lebensmittel  auf  Kredit  er-
halten habe, da er kein Geld gehabt habe (vgl. act. A21/15 S.13), er-
scheint es unwahrscheinlich, dass dieser in der Lage gewesen wäre, 
die nicht unerheblichen Kosten einer solchen Reise aufzubringen. Ge-
mäss  den  Angaben  des  Beschwerdeführers  sollen  seine  Eltern  am 
29. Januar 2008 getötet worden sein und er will  sein Heimatland be-
reits am 3. Februar 2008 verlassen haben. Auch in dieser Hinsicht sind 
die Ausführungen des Beschwerdeführers als realitätsfremd zu beur-
teilen. Seine Darlegung, er sei nicht im Besitz von Geld gewesen und 

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habe  über  keine  Reisepapiere  verfügt,  lässt  es  als  unglaubhaft  er-
scheinen,  dass  es  ihm  beziehungsweise  dem  Freund  seines  Vaters 
innerhalb dieser kurzen Zeitspanne gelungen sein sollte, die Reise in 
die Schweiz zu organisieren. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen 
ist  davon auszugehen, dass er sein Heimatland mit  einem auf seine 
wahre  Identität  ausgestellten,  echten  Reisepass  legal  verliess.  Das 
Reisepapier reichte er jedoch nicht innerhalb von 48 Stunden und bis 
heute nicht ein. Seine Erklärungen dafür sind nicht stichhaltig, weshalb 
keine entschuldbaren Gründe für  das Nichteinreichen von Identitäts- 
und Reisepapieren vorliegen.

7.2 Das Bundesverwaltungsgericht schliesst sich der Auffassung des 
BFM, wonach die vom Beschwerdeführer vorgebrachten Fluchtgründe 
unglaubhaft  sind,  an. Wie bereits  vorstehend festgestellt,  wird davon 
ausgegangen, er mache unzutreffende Angaben zu seiner Biographie 
und damit auch zu seinen Ausreisegründen. Das BFM führt in der an-
gefochtenen  Verfügung  aus,  dass  gemäss  allgemein  zugänglichen 
Quellen im vom Beschwerdeführer behaupteten Zeitraum (29. Januar 
2008 und die folgenden Tage) in der Elfenbeinküste weder in Abidjan 
noch ansonsten Zusammenstösse und Todesopfer verzeichnet worden 
sind. Da der  Beschwerdeführer diese Ausführungen weder bestreitet 
noch widerlegt, ist davon auszugehen, er anerkenne diese. Das BFM 
wies  ebenso  berechtigt  darauf  hin,  dass  auch  seine  Darlegung,  er 
habe, während er davongerannt sei und nicht um sich habe schauen 
können (vgl. act. A21/15 S. 6), den Freund seines Vaters erblickt und 
die Zeit gefunden, diesem im allgemeinen Tumult vom Vorgefallen zu 
berichten (vgl. act. A21/15 S. 8), als nicht überzeugend zu werten ist. 
Der Beschwerdeführer machte sowohl zu den (Aus)Reisemodalitäten 
als  auch zu den angeblichen Fluchtgründen widersprüchliche,  unge-
reimte und stereotype Angaben, was zur Schlussfolgerung führt, dass 
seine Angaben zu den familiären Verhältnissen nicht den tatsächlichen 
Gegebenheiten entsprechen. Zusammenfassend geht das Bundesver-
waltungsgericht  davon  aus,  dass  seine  Angaben  zu  seinen  persön-
lichen  Lebensumständen  und  den  Gründen,  aus  denen  er  sein 
Heimatland verliess, unglaubhaft sind. 

7.3 Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass für das BFM 
aufgrund  der  Aktenlage  nach  der  Befragung  vom 2.  Juni  2008  das 
Nichtbestehen der Flüchtlingseigenschaft einerseits und - wie sich aus 
den nachfolgenden Erwägungen zum Vollzug der Wegweisung ergibt - 
das  Fehlen  von  Wegweisungsvollzugshindernissen  andererseits 

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gleichermassen  offenkundig  waren.  Es  sind  keine  Anhaltspunkte  für 
die Annahme zu erkennen, das BFM habe, um zu seiner so lautenden 
Erkenntnis zu gelangen, eine mehr als bloss summarische materielle 
Prüfung vornehmen oder zusätzliche sachliche oder rechtliche Abklä-
rungen  treffen  müssen.  Unter  den  dargelegten  Umständen  besteht 
auch im Rahmen des vorliegenden Beschwerdeverfahrens kein Anlass 
zu einer weiter gefassten Erhebung des Sachverhalts. Es erübrigt sich, 
auf die weiteren Ausführungen in den Beschwerdeeingaben einzuge-
hen,  da  diese  an  der  rechtlichen  Würdigung  nichts  zu  ändern  ver-
mögen. Das BFM ist demnach zu Recht gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. 
a  i.V.m. Art.  32  Abs. 3 AsylG auf  das  Asylgesuch des Beschwerde-
führers nicht eingetreten.

8.  
8.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein-
heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

8.2 Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine  ausländerrecht-
liche Aufenthaltsbewilligung noch über  einen Anspruch auf  Erteilung 
einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; EMARK 2001 Nr. 21). 

9.
9.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsver-
hältnis  nach  den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige 
Aufnahme von Ausländern  (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83  Abs. 1 des 
Bundesgesetzes  vom  16.  Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]).

9.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtun-
gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän-
ders  in  den  Heimat-,  Herkunfts-  oder  in  einen  Drittstaat  entgegen-
stehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So  darf  keine Person  in  irgendeiner  Form zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 

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28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]).

Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Über-
einkommens  vom  10.  Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe 
(FoK,  SR  0.105)  und  der  Praxis  zu  Art.  3  der  Konvention  vom 
4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grund-
freiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmensch-
licher  oder  erniedrigender  Strafe  oder  Behandlung  unterworfen  wer-
den.

9.3 Die Vorinstanz wies in  ihrer  angefochtenen Verfügung zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen  (vgl.  MARIO GATTIKER, 
Das Asyl- und Wegweisungsverfahren, 3. Aufl., Bern 1999, S. 89). Da 
es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erheb-
liche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann das 
in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Re-
foulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine 
Rückkehr  des  Beschwerdeführers  in  die  Elfenbeinküste  ist  demnach 
unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann  ergeben  sich  weder  aus  den  Aussagen  des  Beschwerde-
führers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall 
einer  Ausschaffung  in  den  Heimatstaat  dort  mit  beachtlicher  Wahr-
scheinlichkeit  einer  nach  Art.  3  EMRK  oder  Art.  1  FoK  verbotenen 
Strafe oder  Behandlung ausgesetzt  wäre. Gemäss Praxis  des  Euro-
päischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des 
UN-Anti-Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine 
konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass 
ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behand-
lung  drohen  würde  (vgl.  EMARK  2001  Nr.  16  S. 122,  mit  weiteren 
Hinweisen;  EGMR,  Bensaid  gegen  Grossbritannien,  Urteil  vom 
6. Februar  2001,  Recueil  des  arrêts  et  décisions  2001-I,  S. 327 ff.), 
was ihm unter Hinweis auf die vorstehenden Erwägungen nicht gelun-
gen ist. Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Heimatstaat 
lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzu-
lässig  erscheinen.  Nach  dem  Gesagten  ist  der  Vollzug  der  Weg-

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weisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Be-
stimmungen zulässig.

9.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat-  oder  Her-
kunftsstaat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allge-
meiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird 
eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 
Abs. 7  AuG –  die  vorläufige  Aufnahme zu  gewähren (vgl. Botschaft 
zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 
8. März 2002, BBl 2002 3818).

9.4.1 Das  Bundesverwaltungsgericht  geht  davon  aus,  dass  im 
Heimatstaat  des  Beschwerdeführers  zum  heutigen  Zeitpunkt  kein 
Krieg,  Bürgerkrieg  oder  eine  Situation  allgemeiner  flächendeckender 
Gewalt herrscht, aufgrund derer die zivile Bevölkerung generell gefähr-
det wäre (vgl. Urteil D-4477/2008 vom 28. Januar 2008 E. 8.2 und 8.3 
S. 10 ff.). Insbesondere der Vollzug der Wegweisung nach Abidjan wird 
für junge Männer ohne gesundheitliche Probleme, welche bereits vor 
ihrer Ausreise dort gelebt haben oder dort über ein familiäres Netz ver-
fügen, als zumutbar erachtet (vgl. a.a.O. E. 8.3 S. 15).

9.4.2 Wie bereits  vorstehend ausgeführt  (vgl. die  Erwägungen unter 
7),  gelangt  das  Bundesverwaltungsgericht  in  Übereinstimmung  mit 
dem BFM zum Schluss, der Beschwerdeführer habe nicht  nur unzu-
treffende  Angaben  zu  seinen  Ausreisegründen,  sondern  auch  zu 
seiner Biographie gemacht. Aufgrund der aufgezeigten Unstimmigkei-
ten ist davon auszugehen, er habe vor seiner Ausreise aus der Heimat 
nicht nur während längerer Zeit in Abidjan gelebt, sondern dort auch 
bis zum Ausreisetag über ein familiäres Beziehungsnetz verfügt. 

Das Vorliegen von Vollzugshindernissen ist  grundsätzlich  von Amtes 
wegen  zu  prüfen,  die  entsprechende  Untersuchungspflicht  findet  je-
doch ihre Grenze an der Mitwirkungspflicht der asylsuchenden Person 
(Art. 8 AsylG), die im Übrigen auch die Substanziierungslast trägt. Es 
ist  nicht  Sache  der  Asylbehörden,  nach  allfälligen  hypothetischen 
Wegweisungshindernissen  zu  suchen,  wenn  die  Angaben  der  asyl-
suchenden Person zu ihrer Biographie und ihrem persönlichen Umfeld 
nicht  glaubhaft  erscheinen. Vorliegend hat  der Beschwerdeführer die 
Folgen seiner mangelhaften Mitwirkung respektive der Verheimlichung 
seiner  wahren Lebensumstände insofern  zu tragen,  als  vermutungs-

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weise  davon  auszugehen  ist,  es  stünden  einer  Wegweisung  in  die 
Elfenbeinküste keine Hindernisse gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG entge-
gen. 

Nach dem Gesagten erweist sich Vollzug der Wegweisung als zumut-
bar.

9.5 Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der  zu-
ständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr  not-
wendigen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), wes-
halb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist 
(Art. 83 Abs. 2 AuG).

10.
Insgesamt  ist  die  durch  die  Vorinstanz  verfügte  Wegweisung  zu 
bestätigen. Die  Vorinstanz  hat  deren  Vollzug  zu  Recht  als  zulässig, 
zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine Anord-
nung  der  vorläufigen  Aufnahme  ausser  Betracht  (Art.  83  Abs.  1-4 
AuG).

11.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-
schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

12.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwer-
deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). Da das Gesuch 
um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss  Art.  65 
Abs. 1  VwVG mit  Verfügung  vom  19.  November  2008  gutgeheissen 
wurde  und  sich  an  den  Voraussetzungen  zur  Gewährung  derselben 
nichts geändert hat, sind ihm keine Verfahrenskosten aufzuerlegen.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N (...)  (per 

Kurier; in Kopie)
- (zuständige kantonale Behörde) ad (...) (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Hans Schürch Christoph Basler

Versand: 

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