# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d571a6a6-bfe3-5a4c-8f91-8dfd75914ad6
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-12-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.12.2008 C-316/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-316-2008_2008-12-03.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-316/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 .  D e z e m b e r  2 0 0 8  

Richter Antonio Imoberdorf (Vorsitz), 
Richter Andreas Trommer, Richterin Ruth Beutler, 
Gerichtsschreiber Jürg Tiefenthal.

S._______, 
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Verweigerung der Einreisebewilligung in Bezug auf 
A._______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-316/2008

Sachverhalt:

A.
Am  5. September  2007  beantragte  der  türkische  Staatsangehörige 
A._______  (geb.  am  12. Februar  1972,  nachfolgend:  Gesuchsteller) 
bei der Schweizerischen Botschaft in Ankara die Erteilung eines Ein-
reisevisums für die Dauer von drei Wochen. Als Zweck der beabsich-
tigten Reise gab er an, seine im Kanton Zürich wohnhafte Cousine und 
deren  Ehemann  besuchen  zu  wollen.  Nach  formloser  Verweigerung 
übermittelte  die  Schweizerische  Vertretung  das  Gesuch zur  Prüfung 
und zum Entscheid an die Vorinstanz (BFM).

B.
Nachdem die Migrationsbehörde des Kantons Zürich bei den Gastge-
bern ergänzende Auskünfte eingeholt und an das BFM weitergeleitet 
hatte,  wies  die  Vorinstanz  das  Einreisegesuch  mit  Verfügung  vom 
18. Dezember 2007 ab. Dies im Wesentlichen mit der Begründung, der 
Gesuchsteller  stamme aus einer Region,  aus welcher der Zuwande-
rungsdruck als Folge der dort  herrschenden wirtschaftlichen und so-
ziokulturellen Verhältnisse bekannterweise nach wie vor stark anhalte. 
Viele seiner Landsleute versuchten – einmal  in  der Schweiz – ihren 
Aufenthalt durch Ausschöpfung sämtlicher rechtlicher Mittel zu verlän-
gern, um sich so in Umgehung der ausländerrechtlichen Zulassungs-
vorschriften  eine  vermeintlich  bessere  Zukunft  aufzubauen.  Dem 
Gesuchsteller  oblägen  im  Heimatland  weder  zwingende  berufliche 
noch  familiäre  Verpflichtungen,  die  gegebenenfalls  Gewähr  für  eine 
fristgerechte Rückkehr bieten könnten, da er jung, ledig, kinderlos und 
ohne  feste  Anstellung  zu  sein  scheine  (aufgrund  fehlender 
Nachweise). 

C.
Mit  Rechtsmitteleingabe  vom 6. Januar  2008  beantragt  die  Cousine 
des  Gesuchstellers,  S._______  (nachfolgend:  Beschwerdeführerin) 
sinngemäss  die  Aufhebung  der  vorinstanzlichen  Verfügung  und  die 
Erteilung  des  gewünschten  Besuchervisums. Zur  Begründung  bringt 
sie unter anderem vor, der Gesuchsteller sei weder arbeits- noch kin-
derlos;  dieser  habe  zwei  Töchter  im  Heimatland  und  besitze  einen 
Landwirtschaftsbetrieb sowie viel Land, das er zu bewirtschaften habe. 
Zudem besitze dieser ein erhebliches Vermögen in Form mehrerer ver-
mieteter Liegenschaften. Beiliegend zur Beschwerde wurden umfang-
reiche Unterlagen, d.h. mehrere Kopien zu Grundstücks- und Liegen-

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schaftserwerb sowie Mietverträge (teilweise mit auszugsweisen Über-
setzungen auf Deutsch) eingereicht. Die Beschwerdeführerin weist im 
Weiteren darauf hin, dass sie über Jahre hinweg bei ihrem Cousin in 
der Türkei kostenlos Urlaub verbringen durfte und sie sich aus diesem 
Grund bei ihm mit einer Einladung für einen Urlaub in die Schweiz er-
kenntlich zeigen möchte. In diesem Zusammenhang erwähnt sie auch 
die von ihr gegenüber dem kantonalen Migrationsamt abgegebene be-
glaubigte  Garantieerklärung  zu  Gunsten  des  eingeladenen  Gesuch-
stellers.

D.
Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 10. März 2008 
auf Abweisung der Beschwerde. Sie betont, dass sowohl die geltend 
gemachten beruflichen und familiären Verpflichtungen als auch die ge-
genteiligen Zusicherungen der  Gastgeberin  ihren Entscheid nicht  zu 
ändern vermöchten.

E.
Am  22. Juli  2008  zog  das  Bundesverwaltungsgericht  die  Akten  des 
Migrationsamtes des Kantons Zürich bei.

F.
Mit  verfahrensleitender  Anordnung  vom  18. August  2008  wurde  die 
Beschwerdeführerin  eingeladen,  zu  konkreten  Fragen  der  familiären 
und beruflichen Verpflichtungen des  Gesuchstellers  ausführlich  Aus-
kunft zu geben und entsprechende Belege einzureichen. 

G.
Mit Eingabe vom 5. September 2008 nimmt die Beschwerdeführerin zu 
den  konkreten  Fragen  Stellung  und  reicht  als  Beleg  ein  in  Deutsch 
übersetztes Schreiben des Bürgermeisters des Wohnorts des Gesuch-
stellers ein, welches über die Person und die gesellschaftliche Stellung 
des Gesuchstellers Auskunft gibt.

H.
Auf den übrigen Akteninhalt wird, sofern rechtserheblich, in den Erwä-
gungen eingegangen.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht, unter 
Vorbehalt  der  in  Art. 32  VGG genannten  Ausnahmen,  Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezem-
ber 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche 
von einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden. Da-
runter  fallen u.a. Verfügungen des BFM betreffend Verweigerung der 
Einreisebewilligung,  welche vom Bundesverwaltungsgericht  endgültig 
beurteilt werden (vgl. Art. 1 Abs. 2 VGG i.V.m. Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 

1.2 Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundes-
verwaltungsgericht  nach  dem  VwVG,  soweit  das  Gesetz  nichts  an-
deres bestimmt.

1.3 Die  Beschwerdeführerin  ist  zur  Beschwerde  legitimiert;  auf  die 
frist-  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  ist  einzutreten 
(Art. 48 ff. VwVG). 

2.
2.1 Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verlet-
zung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch 
des  Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des 
rechtserheblichen  Sachverhaltes  sowie,  wenn  nicht  eine  kantonale 
Behörde  als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat,  die  Unangemessenheit 
gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet 
im Beschwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist 
gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht 
gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den gel-
tend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. Massgebend ist 
–  unter  Vorbehalt  von  Ziffer  2.2  und  2.3  unten  –  grundsätzlich  die 
Sach- und Rechtslage zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. E. 1.2 
des  in  BGE  129  II  215  teilweise  publ.  Urteils  2A.451/2002  vom 
28. März 2003).

2.2 Am 1. Januar  2008  traten  das  neue  Bundesgesetz  vom 16. De-
zember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG,  SR 
142.20)  sowie  die  dazugehörigen  Ausführungsverordnungen  in  Kraft 
(u.a.  die  Verordnung  vom 24. Oktober  2007  über  das  Einreise-  und 

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Visumverfahren  [VEV,  SR  142.204]).  Gemäss  Art. 126  Abs. 1  AuG 
bleibt jedoch auf Gesuche, die vor dem Inkrafttreten des AuG einge-
reicht worden sind, das bisherige (materielle) Recht anwendbar. 

2.3 Da das der vorliegenden Beschwerde zugrunde liegende Gesuch 
um Einreise am 12. November 2007 eingereicht wurde, erfolgt die Be-
urteilung  noch  nach  altem  Recht.  Einschlägig  sind  demnach  das 
Bundesgesetz vom 26. März 1931 über Aufenthalt und Niederlassung 
der Ausländer (ANAG, BS 1 121, zum vollständigen Quellennachweis 
vgl. Ziff. I des Anhangs zum AuG) sowie die gestützt darauf erlassenen 
Durchführungsvorschriften, insbesondere die Verordnung vom 14. Ja-
nuar 1998 über die Einreise und Anmeldung von Ausländerinnen und 
Ausländern (VEA, AS 1998 194, zum vollständigen Quellennachweis 
vgl. Art. 39 VEV). 

3.
3.1 Die Schweizerische Rechtsordnung gewährt grundsätzlich keinen 
Anspruch auf Bewilligung der Einreise. Der Entscheid darüber ist von 
der Bewilligungsbehörde, d.h. dem BFM, in pflichtgemässer Ausübung 
ihres  Ermessens  zu  fällen  (Art. 4  und  Art. 16  Abs. 1  ANAG,  Art. 9 
Abs. 1 und Art. 18 VEA, PETER UEBERSAX, Einreise und Anwesenheit, in: 
Peter  Uebersax/Peter  Münch/  Thomas  Geiser/Martin  Arnold  (Hrsg.), 
Ausländerrecht, Ausländerinnen und Ausländer im öffentlichen Recht, 
Privatrecht,  Steuerrecht  und  Sozialrecht  der  Schweiz, 
Basel/Genf/München  2002,  S. 143;  URS BOLZ,  Rechtsschutz  im 
Ausländer-  und  Asylrecht,  Basel  und  Frankfurt  a.M. 1990,  S. 29  mit 
weiteren Hinweisen; PHILIP GRANT, La protection de la vie familiale et de 
la vie privée en droit des étrangers, Basel usw. 2000, S. 24; BGE 133 I 
185 E. 2.3).

3.2 Ausländerinnen  und  Ausländer  benötigen  zur  Einreise  in  die 
Schweiz einen Pass und ein Visum, sofern sie nicht aufgrund beson-
derer  Regelung  von  diesem  Erfordernis  ausgenommen  sind  (vgl. 
Art. 1–5 VEA). Um ein Visum zu erhalten, müssen Ausländerinnen und 
Ausländer die in Art. 1 Abs. 2 VEA aufgeführten Voraussetzungen er-
füllen.  Sie  haben  unter  anderem  Gewähr  für  eine  fristgerechte 
Wiederausreise zu bieten (Art. 1 Abs. 2 Bst. c aVEA). 

3.3 Der Gesuchsteller  kann sich auf  keine Ausnahmeregelung beru-
fen; er benötigt aufgrund seiner Staatsangehörigkeit zur Einreise in die 
Schweiz nebst  dem Pass ein  Visum. Die  Vorinstanz  verweigerte  die 
Erteilung eines solchen Visums mit der Begründung, die anstandslose 

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und fristgerechte Wiederausreise erscheine nicht als hinreichend gesi-
chert.

4.
4.1 Zur Prüfung des Kriteriums der gesicherten Wiederausreise muss 
ein  zukünftiges  Verhalten  beurteilt  werden.  Dazu  lassen  sich  in  der 
Regel keine gesicherten Feststellungen, sondern lediglich Prognosen 
treffen.  Dabei  rechtfertigt  es  sich  durchaus,  Einreisegesuchen  von 
Bürgerinnen  und  Bürgern  aus  Staaten  oder  Regionen  mit  politisch 
respektive  wirtschaftlich  vergleichsweise  ungünstigen  Verhältnissen 
zum vornherein  mit  Zurückhaltung  zu  begegnen,  da  die  persönliche 
Interessenlage in solchen Fällen häufig nicht mit dem Ziel und Zweck 
einer zeitlich befristeten Einreisebewilligung in Einklang steht. 

4.2 Anhaltspunkte  zur  Beurteilung der  fristgerechten Wiederausreise 
können sich aus der allgemeinen Situation im Herkunftsland der Besu-
cherin oder des Besuchers ergeben.

In der Türkei  sind auch heute noch breite Bevölkerungsschichten von 
vergleichsweise schwierigen wirtschaftlichen und sozialen Lebensbe-
dingungen betroffen. Die Liberalisierungspolitik der letzten Jahrzehnte 
hat  dem Land  zwar  ein  rasches  Wirtschaftswachstum,  aber  ebenso 
eine zunehmend ungleiche Einkommensverteilung beschert. Daran hat 
sich auch nach der schweren Wirtschafts-  und Finanzkrise im Jahre 
2001 nichts Wesentliches geändert; das seither wieder zu beobachten-
de Wirtschaftswachstum hat der breiten Bevölkerungsmehrheit weder 
mehr Beschäftigung bzw. Einkommen noch grössere Konsummöglich-
keiten gebracht. Insbesondere die unteren Bevölkerungsschichten le-
ben weiterhin am Rande des Existenzminimums. Der jahrelange innen-
politische Konflikt in den Kurdengebieten im Südosten und Osten und 
die damit einhergehenden Probleme haben zu einer massiven und an-
haltenden Landflucht der Bevölkerung in die grösseren Städte der Re-
gion sowie in die westlichen Gebiete des Landes geführt, was wieder-
um eine Zunahme der Arbeitslosenquote und der ganzen damit  ver-
bundenen sozialen Problematik nach sich zieht (Quelle: Länder- und 
Reiseinformationen  auf  der  Webseite  des  Auswärtigen  Amtes, 
www.auswaertiges-amt.de, Stand April 2008, besucht am 18. Novem-
ber 2008). In den Kurdengebieten ist der Notstand zwar seit November 
2002  aufgehoben. Trotz  wiederholter  Ausrufung  der  einseitigen Waf-
fenruhe  durch  die  PKK  kommt  es  jedoch  weiterhin  zu  bewaffneten 
Auseinandersetzungen zwischen der Untergrundorganisation und tür-

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http://www.auswaertiges-amt.de/

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kischen Sicherheitskräften. Obwohl die Türkei bereits seit längerer Zeit 
der  Europäischen  Menschenrechtskonvention  beigetreten  ist,  beste-
hen nach wie vor Defizite in den Bereichen der Meinungsfreiheit, der 
kulturellen Rechte, der Gewerkschaftsrechte und der Religionsfreiheit.

Die  Verhältnisse in  der  Türkei  widerspiegeln  sich  in  einer  anhaltend 
hohen Emigrationsrate. Die Bereitschaft, das Land auf der Suche nach 
besseren  Lebensbedingungen  zu  verlassen,  wird  erfahrungsgemäss 
dort noch begünstigt, wo bereits Verwandte oder Bekannte im Ausland 
leben und entsprechend ein minimales soziales Beziehungsnetz vor-
handen ist. Im Falle der Schweiz führen diese Verhältnisse angesichts 
der strengen ausländerrechtlichen Zulassungsregelung nicht selten zu 
unerwünschten Umgehungsmechanismen. So haben hier beispielswei-
se im Jahre 2007 621 türkische Staatsangehörige um Asyl ersucht. In 
der Statistik der Asylgesuche nach Nationen steht die Türkei damit an 
vierter Stelle. Die Problematik liegt dabei nicht so sehr in der Tatsache, 
dass überhaupt Asylgesuche gestellt werden, als vielmehr darin, dass 
diese Gesuche regelmässig nicht aus dem Ausland, sondern nach ille-
galer oder sonst wie erwirkter Einreise in der Schweiz eingereicht wer-
den.  Umgehungsmechanismen  sind  aber  auch  insofern  gang  und 
gäbe, als nach erfolgter Einreise mit einem Visum, trotz gegenteiliger 
Zusicherungen,  Verlängerungsgesuche gestellt  werden oder versucht 
wird, den Aufenthalt auf eine ganz andere ausländerrechtliche Grund-
lage abzustützen. 

5.
5.1 Beim Risikoanalyse sind aber  nicht  nur  solche allgemeinen Um-
stände und Erfahrungen, sondern auch sämtliche Gesichtspunkte des 
konkreten Einzelfalles zu berücksichtigen. Obliegt einem Gesuchsteller 
bzw. einer Gesuchstellerin im Heimat- oder ständigen Aufenthaltsstaat 
beispielsweise  eine  besondere  berufliche,  gesellschaftliche  oder 
familiäre Verantwortung, kann dieser Umstand durchaus die Prognose 
für eine anstandslose Wiederausreise begünstigen. 

5.2 Bei dem Gesuchsteller handelt es sich um einen 36-jährigen ledi-
gen Mann und Vater zweier Töchter (11 und 13 Jahre; wohl aus religiö-
ser  Brauchtumsehe),  der  aus  der  Region  der  zentralanatolischen 
Hauptstadt Aksaray der gleichnamigen Provinz stammt. Gemäss An-
gaben der Beschwerdeführerin leben neben seinen beiden minderjäh-
rigen  Töchtern  auch  alle  seine  Familienangehörigen  in  der  Provinz 
Aksaray, was für eine intakte soziale Struktur und einen engen familiä-

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ren Bezug zum Heimatland spricht. Insbesondere aus dem Umstand, 
dass der Gesuchsteller für die Dauer des beabsichtigten Besuchsauf-
enthaltes  in  der  Schweiz  seine  Töchter  in  der  Heimat  zurücklassen 
würde, lässt auf persönliche Verpflichtungen und daraus auf eine ge-
wisse  Verwurzelung  schliessen,  was die  Gefahr  einer  Emigration  im 
Vergleich zu vielen anderen seiner Landsleute relativiert. 

5.3 Gemäss  Visumsantrag  sowie  schriftlichen  Auskünften  der  Be-
schwerdeführerin ist der Gesuchsteller als Bauer selbständig erwerbs-
tätig. Den diversen Beilagen der Beschwerde (vgl. u.a. Grundbuchaus-
züge und Mietverträge), von denen einige auch in deutscher Überset-
zung vorliegen, ist zu entnehmen, dass der Gesuchsteller als Alleiner-
be in  Besitz  eines  Landwirtschaftsbetriebes (mit  ca. 100 Stück  Vieh 
und 1'000 Schafen) mit  Anbauland (ca. 33 Hektaren) gekommen ist. 
Ausserdem ist  er  Eigentümer dreier  Wohnungen,  aus deren Vermie-
tung er  monatlich  ein  zusätzliches  Einkommen von insgesamt 1'500 
TRY erzielt,  was einem Betrag von über  700 € entspricht. Aufgrund 
dieser Feststellungen gehört der Gesuchsteller bestimmt der wohlha-
benderen Bevölkerungsschicht in seinem Heimatort an. Dies wird denn 
auch  im  späteren  Verlauf  des  Schriftverkehrs  vom  Bürgermeister 
seines  Heimatdorfes  (S._______/Aksaray)  bestätigt  (vgl.  Schreiben 
vom 21. August 2008).

Schliesslich hat die Beschwerdeführerin als Gastgeberin eine beglau-
bigte Garantieerklärung gegenüber der kantonalen Migrationsbehörde 
abgegeben, mittels der sie sich finanziell für die Lebensunterhaltskos-
ten des Gesuchstellers während seines geplanten Besuchsaufenthalts 
in  der  Schweiz  verpflichtet  (vgl.  Einkommensnachweise  und  Betrei-
bungsregisterauszug)  und  zugleich  für  dessen  fristgerechte  Wieder-
ausreise garantiert. 

Insgesamt betrachtet  verfügt  somit  der  Gesuchsteller  durchaus über 
eine  massgebliche familiäre wie  auch berufliche Verankerung in  sei-
nem Heimatland, wofür auch die eher massvolle Dauer des geplanten 
Besuchsaufenthalts  von drei  bis  vier  Wochen spricht. Die  Vorinstanz 
hat es jedoch sowohl vor Erlass ihrer Verfügung wie auch in ihrer Ver-
nehmlassung unterlassen, den hier unter Ziff. 5 dargelegten Sachver-
halt eingehend zu prüfen. 

6.
Auch  wenn  ein  gewisses  Risiko  für  ein  missbräuchliches  Verhalten 
nicht  gänzlich  ausgeschlossen werden kann,  ergibt  sich  zusammen-

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fassend, dass die persönlichen Verhältnisse des Gesuchstellers hinrei-
chend Gewähr für eine fristgerechte Wiederausreise bieten. An diesem 
Ergebnis  vermag  der  Verweis  der  Vorinstanz  auf  die  Auslandvertre-
tung,  die  das  Einreisebegehren  ebenfalls  abgelehnt  hat,  nichts  zu 
ändern. So ist  denn auch nicht  ersichtlich,  ob die Auslandvertretung 
bei ihrem formlosen Entscheid sämtliche Beurteilungsgrundlagen be-
rücksichtigte. Im Weiteren war diese auch nicht  in Kenntnis der Vor-
bringen im Beschwerdeverfahren. 

7.
Die  angefochtene  Verfügung  hält  den  rechtserheblichen  Sachverhalt 
unvollständig  fest  und  ist  in  unrichtiger  Ausübung  des  Ermessens 
ergangen (Art. 49 Bst. a und b VwVG). Sie ist  daher in Gutheissung 
der  Beschwerde  aufzuheben.  Die  Vorinstanz  ist  anzuweisen,  dem 
Gesuchsteller  die  Einreise  zu  einem  Besuchsaufenthalt  für  den  ge-
wünschten Zeitraum zu bewilligen und die Schweizerische Botschaft in 
Ankara zur Ausstellung des Visums zu ermächtigen. 

8.
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  der  Beschwerdeführerin 
keine Kosten aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG) und der geleis-
tete Kostenvorschuss ist ihr zurückerstatten. In Anwendung von Art. 7 
Abs. 4  des  Reglements  vom 21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR 
173.320.2) ist der anwaltlich nicht vertretenen Beschwerdeführerin hin-
gegen keine Parteientschädigung zuzusprechen.

(Dispositiv S. 10)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird  gutgeheissen und die angefochtene Verfügung 
vom 18. Dezember 2007 wird aufgehoben. 

2.
Die Vorinstanz wird angewiesen, dem Gesuchsteller die Einreise in die 
Schweiz zu bewilligen und die Schweizerische Botschaft in Ankara zur 
Ausstellung des gewünschten Besuchervisums zu ermächtigen.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben und der  am 18. Februar 
2008 geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.- wird der Beschwerde-
führerin durch die Gerichtskasse zurückerstattet.

4.
Es wird keine Parteientschädigung zuerkannt.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. [...], ZEMIS [...])
- das Migrationsamt des Kantons Zürich (ad ZH [...])

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Antonio Imoberdorf Jürg Tiefenthal

Versand: 

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