# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1482bce4-a886-5efa-9f90-1d7d8696c26a
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** SB240117-O1
**Docket/Reference:** SB240117-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/SB240117-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB240117-O/U/bs

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. B. Gut, Präsident, Oberrichter lic. iur. C. Maira 

und Oberrichterin lic. iur. S. Fuchs sowie Gerichtsschreiber 

MLaw W. Dharshing

Urteil vom 16. Juni 2025

in Sachen

A._____, 

Beschuldigter und Berufungskläger

amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin Dr. iur.X1._____, 

gegen

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich, 

Anklägerin und Berufungsbeklagte

betreffend schwere Körperverletzung etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Hinwil vom 

21. November 2023 (DG230010)

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Anklage

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 4. Juli 2023 

ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. D1/24/1).

Urteil der Vorinstanz
(Urk. 53 S. 41 ff.)

"Es wird erkannt:

1.

Das Verfahren betreffend der folgenden Vorwürfe wird eingestellt:





des mehrfachen Vergehens im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG für den 
Zeitraum von ca. Beginn 2013 bis 31. Dezember 2013,

der mehrfachen Übertretung im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG für den 
Zeitraum von ca. Mitte 2020 bis 20. November 2020.

2.

Der Beschuldigte ist schuldig











der schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 aStGB,

der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 StGB,

des mehrfachen Vergehens im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG,

des mehrfachen Vergehens im Sinne von Art. 19bis BetmG,

der mehrfachen Übertretung im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG.

3.

Der Beschuldigte wird bestraft mit 26 Monaten Freiheitsstrafe (wovon 23 Tage 

durch Haft erstanden sind) sowie mit einer Geldstrafe von 110 Tagessätzen zu 

Fr. 30.– (entsprechend Fr. 3'300.–), teilweise als Zusatzstrafe zum Strafbefehl der 

Staatsanwaltschaft See/Oberland vom 15. Januar 2018, und mit einer Busse von 

Fr. 400.–. 

4.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe und der Geldstrafe werden nicht aufgeschoben. Die 

Busse ist zu bezahlen. 

5.

Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine 

Ersatzfreiheitsstrafe von 4 Tagen.

6.

Von der Anordnung einer stationären therapeutischen Massnahme im Sinne von 

Art. 60 StGB (Suchtbehandlung) wird abgesehen. 

-   3   -

7.

Die folgenden durch die Kantonspolizei Zürich sichergestellten Gegenstände 

werden dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft auf erstes Verlangen 

herausgegeben:





Mobiltelefon Huawei P40 in Kunststoffhülle, inkl. Ladekabel (Asservat-
Nr. A015'801'840)

SIM-Karte (Asservat-Nr. A015'846'910)

Werden diese Gegenstände nicht innert einer Frist von 30 Tagen ab Eintritt der 

Rechtskraft nach telefonischer Voranmeldung durch den Beschuldigten (oder eine 

bevollmächtigte Person) unter Vorlage dieses Entscheides und eines Ausweises 

bei der Lagerbehörde abgeholt, werden sie ohne weitere Mitteilung vernichtet.

8.

Die übrigen bei der Kantonspolizei Zürich (Asservate-Triage) bzw. beim Forensi-

schen Institut Zürich unter den Geschäftsnummern 81971688 und 82079616 ge-

lagerten Betäubungsmittel und Betäubungsmittelutensilien (BM-Lagernummer …), 

Gegenstände, Spuren, Spurenträger, Fotografien und Datenauslesungen werden 

nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils vernichtet.

9.

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin Fr. 7'000.– zuzüglich 5 % Zins 

ab 6. Februar 2022 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das 

Genugtuungsbegehren abgewiesen.

10. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

5'000.00 ;  die weiteren Auslagen betragen:

3'500.00

Gebühr für das Vorverfahren,

450.00

Kosten der Kantonspolizei Zürich,

50.00

Kosten Datensicherung,

12'279.95

Auslagen (Gutachten),

15'250.00

Kosten der amtlichen Verteidigung durch RA X2._____ und 
RAin X1._____ (inkl. Barauslagen und MWSt.),

8'000.00

Kosten der unentgeltlichen Rechtsvertretung der Privat-
klägerin durch RA Y._____ (inkl. Barauslagen und MWSt.); 
davon bereits bezahlt Fr. 4'536.20 mit Akontozahlung vom 
9. Februar 2023

11. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen 

diejenigen der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen Rechtsvertretung 

der Privatklägerin, werden dem Beschuldigten auferlegt.

-   4   -

12. Die Kosten der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen Rechtsvertretung 

der Privatklägerin werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt 

eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.

13.

(Mitteilungen)

14.

(Rechtsmittel)(Rechtsmittel)"

Berufungsanträge

Des Beschuldigten (Urk. 55; Urk. 71 S. 1 f.):

1. Herr A._____ sei von den Vorwürfen der schweren Körperverlet-
zung im Sinne von Art. 122 aStGB sowie des mehrfachen Verge-
hens gegen Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG (Dossier 2.2.3) freizuspre-
chen.

2. Herr A._____ sei für die verbleibenden Schuldsprüche angemes-
sen  zu  bestrafen,  unter  Anrechnung  der  erstandenen  Untersu-
chungshaft.

3. Der  Vollzug  der  Strafe  sei  aufzuschieben  und  die  Probezeit  auf 

2 Jahre festzusetzen.

4. Eventualiter  sei  eine  stationäre 

therapeutische  Massnahme 
(Suchtbehandlung) im Sinne von Art. 60 StGB anzuordnen und der 
Vollzug der Strafe zu deren Gunsten aufzuschieben.

5. Die Kosten der Untersuchung sowie des erstinstanzlichen gericht-
lichen Verfahrens seien mit Ausnahme derjenigen für die amtliche 
Verteidigung im Umfang von zwei Dritteln Herrn A._____ aufzuer-
legen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung seien im Umfang von 
einem Drittel definitiv abzuschreiben.

6. Die Kosten für das Berufungsverfahren seien einschliesslich der-
jenigen  für  die  amtliche  Verteidigung  auf  die  Staatskasse  zu 
nehmen.  Die  Kosten  der  amtlichen  Verteidigung  seien  definitiv 
abzuschreiben.

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Erwägungen:

I.  Prozessgeschichte, Berufungsumfang, Prozessuales

1.

Prozessgeschichte

1.1. Das vorstehend wiedergegebene Urteil vom 21. November 2023 wurde den 

Parteien  am  23.  resp.  27. November  2023  schriftlich  eröffnet  (Urk. 46).  Der  Be-

schuldigte meldete mit Eingabe vom 23. November 2023 innert Frist Berufung an 

(Urk. 47).

1.2. Nach Zustellung des begründeten Urteils (Urk. 50; Urk. 51) reichte der Be-

schuldigte mit Eingabe vom 27. Februar 2024 fristgerecht die Berufungserklärung 

ein (Urk. 55). Mit Präsidialverfügung vom 20. März 2024 wurde die Berufungserklä-

rung in Anwendung von Art. 400 Abs. 2 und 3 und Art. 401 StPO der Staatsanwalt-

schaft zugestellt, um gegebenenfalls Anschlussberufung zu erheben oder Nichtein-

treten auf die Berufung zu beantragen. Gleichzeitig wurde dem Beschuldigten in 

Anwendung von Art. 34 StGB Frist gesetzt, seine finanzielle Leistungsfähigkeit zu 

belegen (Urk. 57). Die Privatklägerin verzichtete auf Anschlussberufung (Urk. 59). 

Die  Staatsanwaltschaft  und  der  Beschuldigte  liessen  sich  nicht  vernehmen.  Am 

4. April 2025 wurde auf den 16. Juni 2025 zur Berufungsverhandlung vorgeladen 

(Urk. 66). Mit Präsidialverfügung vom 23. April 2024 wurde der Privatklägerin die 

unentgeltliche Rechtspflege gewährt und ihr Rechtsanwalt MLaw Y._____ als un-

entgeltlicher Rechtsbeistand beigegeben (Urk. 62).

1.3. Am 16. Juni 2025 fand die Berufungsverhandlung statt. Es erschienen der 

Beschuldigte 

in  Begleitung  seiner  amtlichen  Verteidigerin  Rechtsanwältin 

Dr. iur. X1._____ sowie der unentgeltliche Rechtsvertreter der Privatklägerin MLaw 

Y._____ (Prot. II S. 5). Vorfragen waren keine zu entscheiden.

1.4. Das  Urteil  erging  im  Anschluss  an  die  Berufungsverhandlung  (Prot. II 

S. 7 ff.).

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2.

Umfang der Berufung

2.1. Der  Beschuldigte  stellt  im  Berufungsverfahren  folgende  Abänderungsan-

träge (Urk. 55 S. 2 f.; Urk. 71 S. 1 f.): Er sei vom Vorwurf der schweren Körperver-

letzung sowie des mehrfachen Vergehens i.S.v. Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG (Dossier 

2.2.3) freizusprechen (Dispositivziffer 2 Lemmata 3). Für die verbleibenden Schuld-

sprüche sei er angemessen zu bestrafen (Dispositivziffer 3). Der Vollzug der Strafe 

sei aufzuschieben und die Probezeit auf 2 Jahre festzusetzen (Dispositivziffer 4). 

Eventualiter sei eine stationäre therapeutische Massnahme im Sinne von Art. 60 

StGB  (Suchbehandlung)  anzuordnen  (Dispositivziffer  6).  Die  Kosten  der 

Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens mit Ausnahme derjenigen der amt-

lichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin seien 

zu zwei Dritteln dem Beschuldigten aufzuerlegen (Dispositivziffer 11). Die Kosten 

der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin 

seien zu einem Drittel definitiv abzuschreiben (Dispositivziffer 12). Unangefochten 

blieben  die  Einstellungen  (Dispositivziffer  1),  der  Schuldspruch  der  einfachen 

Körperverletzung, des mehrfachen Vergehens i.S.v. Art. 19bis BetmG und der mehr-

fachen  Übertretung  i.S.v.  Art. 19a  Ziff. 1  BetmG  (Dispositivziffer  2  Lemmata  2,  4 

und 5), die Busse (Dispositivziffer 3) sowie die Festsetzung der Ersatzfreiheitsstrafe 

(Dispositivziffer 5), der Entscheid über die Beschlagnahmungen (Dispositivziffer 7) 

und weitere Beweisgegenstände (Dispositivziffer 8), der Entscheid über die Genug-

tuungsforderung (Dispositivziffer 9), die Kostenfestsetzung (Dispositivziffer 10). In 

diesem  Umfang  ist  der  vorinstanzliche  Entscheid  in  Rechtskraft  erwachsen,  was 

vorab vorzumerken ist (Art. 399 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 437 StPO).

2.2.

Im  Übrigen  steht  der  angefochtene  Entscheid  unter  Berücksichtigung  des 

Verschlechterungsverbots im Sinne von Art. 391 Abs. 2 zur Disposition.

II.  Schuldpunkt

1.

Anklageziffer 2.1

1.1. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten in Anklageziffer 2.1 folgen-

den Sachverhalt vor: Er sei mit der Geschädigten B._____ in Streit geraten. Als er 

die Wohnung verlassen und die Geschädigte darin zurückgelassen habe, habe die 

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Geschädigte versucht, die Wohnungstüre von innen heraus aufzutreten. Der Be-

schuldigte  sei  zu  ihr  zurückgeeilt,  habe  sie  an  den  Haaren  gepackt  und  aus  der 

Wohnung und hernach die Treppe hoch ins Freie gezerrt. Die Geschädigte habe 

sich so zur Wehr gesetzt, dass der Beschuldigte sie losgelassen habe. Im Freien 

habe der Beschuldigte die Geschädigte mindestens zwei Mal mit der Faust gegen 

den  Kopf  geschlagen  und  sie  mehrere  Male  gegen  ihren  Oberkörper  und  Beine 

getreten. Die Geschädigte habe sich danach erhoben, etwas abseits abgesessen 

und den Beschuldigten von dort aus weiterbeschimpft. Da sei der Beschuldigte über 

die Strecke von einigen Metern auf die Geschädigte zu gerannt und habe sie aus 

dem Lauf heraus mit einem Fuss gegen ihre Brust getreten. Die Geschädigte habe 

dadurch folgende Verletzungen erlitten:

• Blutergüsse  am  Hinterkopf,  an  der  Brustkorbvorderseite  beidseits  und  am 

Oberbauch rechts

• Blutergüsse und Hautabschürfungen im Gesicht, am Rücken, an der rechten 

Unterarmstreckseite, an beiden Beinstreckseiten und am Scheitel

• einen  grossen  Spannungspneumothorax  links  bei  Prellung  des  linken 

Lungenflügels,  welche  zu  einer  Verdrängung  und  Verlagerung  des  Mittel-

fellraumes inkl. des Herzens und der grossen Blutgefässe zur Gegenseite 

geführt  habe,  was  wiederum  eine  Tachykardie,  zunehmende  Atemnot, 

Blutdruckabfall,  Sauerstoffmangel  der  inneren  Organe  bis  zum  Tod  durch 

akutes  mechanisches  Pumpversagen  des  Herzens  hätte  führen  können, 

hätte  die  Geschädigte  aufgrund  ihrer  Symptome  nicht  ihren  Hausarzt  zu 

Rate  gezogen,  welcher  sie  ins  Krankenhaus  eingewiesen  habe,  wo  sofort 

bei Eintritt eine Thorax-Drainage zur Behandlung des Spannungspneumo-

thorax eingelegt worden sei.

1.2. Der  Beschuldigte  habe  gewusst,  dass  er  der  Geschädigten  durch  die 

ausgeübte Gewalt solche Verletzungen habe zufügen können, wodurch ihr Leben 

unmittelbar in grosse Gefahr geraten sei, was er zumindest in Kauf nahm. 

-   8   -

Der Beschuldigte ist betreffend den äusseren Anklagesachverhalt - mit Ausnahme 

der weiteren Tritte gemäss Ziff. 2 von Anklageziffer 2.1 - geständig. Auch anlässlich 

der  Berufungsverhandlung  anerkannte  er  den  Anklagesachverhalt  bezüglich  des 

gesprungenen Tritts (Urk. 70 S. 9). Das Geständnis stimmt mit den Aussagen der 

Privatklägerin  B._____  und  des  Zeugen  C._____  überein,  weshalb  darauf  abge-

stellt werden kann. Hingegen erweist sich die Beweislage bezüglich der in Abs. 2 

erwähnten Tritte gegen den Oberkörper und die Beine der Privatklägerin als wenig 

belastbar.  Die  Aussagen  der  Privatklägerin,  auf  welche  dieser  Vorwurf  einzig 

basiert, sind mit der Vorinstanz als widersprüchlich einzustufen. Der Beschuldigte 

bestreitet diese Tritte, was insbesondere vor dem Hintergrund seines gleichzeitigen 

Geständnisses  bezüglich  weiterer  gewaltsamen  Einwirkungen  gegen  die  Privat-

klägerin glaubhaft erscheint. Mit Verweis auf die überzeugenden Erwägungen der 

Vorinstanz  können  die  in  der  Anklage  erwähnten  (weiteren)  Tritte  gegen  Ober-

körper und Beine nicht erstellt werden (Urk. 53 S. 7 f.). Die in der Anklageschrift 

erwähnten  Verletzungen  der  Privatklägerin  ergeben  sich  aus  den  medizinischen 

Berichten (Urk. D1/7/2-4; D1/7/6+7) sowie dem Gutachten zur körperlichen Unter-

suchung (Urk. D1/7/8). 

1.3. Der  Beschuldigte  bestreitet  bezüglich  des  inneren  Sachverhalts,  eine 

lebensgefährliche Verletzung in Kauf genommen zu haben (Urk. 41 S. 4 f.; Urk. 70 

S. 9).

1.3.1. Ob der Beschuldigte bei seiner Handlung die Tatbestandsverwirklichung in 

Kauf genommen hat, ist aufgrund der Grösse des dem Beschuldigten bekannten 

Risikos der Tatbestandsverwirklichung, der Schwere der Sorgfaltspflichtverletzung, 

der Beweggründe des Beschuldigten sowie der Art der Tathandlung zu entschei-

den:  Je  grösser  die  Wahrscheinlichkeit  der  Tatbestandsverwirklichung  ist  und  je 

schwerer  die  Sorgfaltspflichtverletzung  wiegt,  desto  näher  liegt  die  Schluss-

folgerung, der Beschuldigte habe die Tat in Kauf genommen. Das Gericht darf vom 

Wissen auf den Willen schliessen, wenn sich dem Beschuldigten der Eintritt des 

Erfolgs als so wahrscheinlich aufdrängte, dass die Bereitschaft, ihn als Folge hinzu-

nehmen,  vernünftigerweise  nur  als  Inkaufnahme  des  Erfolgs  ausgelegt  werden 

kann (zum Ganzen: BGE 138 V 74 E. 8.4.1 mit Hinweisen). Eventualvorsatz kann 

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indes auch vorliegen, wenn der Eintritt des tatbestandsmässigen Erfolgs nicht in 

diesem  Sinne  sehr  wahrscheinlich,  sondern  bloss  möglich  war.  Doch  darf  nicht 

allein  aus  dem  Wissen  des  Täters  um  die  Möglichkeit  des  Erfolgseintritts  auf 

dessen  Inkaufnahme  geschlossen  werden,  vielmehr  müssen  weitere  Umstände 

hinzukommen (BGE 131 IV 1 E. 2.2; 125 IV 242 E. 3.f). 

1.3.2. Der Beschuldigte ist männlich, 1.87 m gross und 74 kg schwer, (Urk. D1/8/1), 

die Privatklägerin ist weiblich, 1.60 m gross und 45 kg schwer (Urk. D1/7/8 S. 9). 

Wie der Vertreter der Privatklägerin zu Recht vorbrachte (vgl. Urk. 74 S. 3), musste 

der Beschuldigte aufgrund seiner bedeutsamen körperlichen Überlegenheit davon 

ausgehen, dass die Privatklägerin, mit ihrer geringen Körpermasse und ihrem zier-

lichen Körperbau, wenig widerstandsfähig sein würde gegen schwere gewaltsame 

Einwirkungen durch ihn, namentlich einen bezüglich Masse und Kraft massiv über-

legenen Mann. In Zusammenhang mit der Tathandlung fällt ins Gewicht, dass der 

Beschuldigte vor dem Tritt in Richtung der Privatklägerin rannte und beim Tritt in 

der Luft war (vgl. Urk. D1/3/1 S. 9; Urk. D1/3/4 S. 7; D1/5/1 S. 7). Selbst wenn da-

von auszugehen ist, dass der Beschuldigte nur wenige Schritte rannte, so trat – mit 

Blick auf das physikalische Aktionsprinzip – zur bereits erwähnten grossen Masse 

des Beschuldigten eine relativ hohe Beschleunigung hinzu, was in einer entspre-

chend  grossen  Krafteinwirkung  auf  die  zierliche  Privatklägerin  resultiert  haben 

musste. Im Oberkörper befinden sich unter anderem lebenswichtige Organe (Herz, 

Lunge,  Niere,  etc.),  welche  durch  den  knöchernen  Brustkorb  nur  bedingt  gegen 

äusserliche Einwirkungen geschützt sind, was Allgemeinwissen darstellt. Ebenfalls 

ist allgemein bekannt, dass Tritte – gegenüber Stössen aber auch Faustschlägen 

–  grundsätzlich  eine  gefährlichere  Art  der  Gewaltausübung  darstellen,  zumal  mit 

den Beinen deutlich grössere Kräfte freigesetzt werden können als mit den Armen: 

Der  von  der  Verteidigung  genannte  Fall  (Urteil  SB190457  des  Obergerichts  des 

Kantons Zürich vom 3. November 2020 E. III.1.1.), bei welchem der Täter (mehr-

fach) mit der Faust gegen den Rücken des Opfer schlug, ist mit dem vorliegenden 

bereits aus diesem Grund nicht vergleichbar. Entgegen der Ansicht der Verteidi-

gung (vgl. Urk. 71 S. 4) war dem Beschuldigten (kognitiv) bewusst, dass eine derart 

gewaltsame Einwirkung eine schwerwiegende Verletzung eines Organs im Brust-

korb – namentlich beispielsweise der Lunge – zur Folge haben konnte. Dass ihm 

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das  konkrete  medizinische  Krankheitsbild  eines  Spannungspneumothorax  nicht 

bekannt war, ist für die Tatbestandsmässigkeit nicht von Belang.

1.3.3. Weiter ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte bei seinem Vorgehen 

kaum Kontrolle über den Geschehensverlauf hatte, zumal es bei einem Tritt aus 

dem Sprint und insbesondere während eines Sprungs – anders als beispielsweise 

bei Strangulation – schwerer fallen dürfte, die Krafteinwirkung im Rahmen der Tat-

handlung zu dosieren, zumal die Kontaktzeit äusserst kurz ist. Der Aspekt, dass es 

sich um eine kaum zu kontrollierende Einwirkung handelt, akzentuiert sich vorlie-

gend weiter durch den Umstand, dass der Beschuldigte gegen die Privatklägerin 

trat,  als  sie  sich  gerade  erhob,  es  sich  also  um  ein  dynamisches  Geschehen 

handelte, in welchem der genaue Aufprallpunkt für den Beschuldigten nicht kontrol-

lierbar war. Damit liegen neben der grossen Krafteinwirkung, dem hohen allgemein 

und auch dem Beschuldigten bekannten Risiko sowie der schweren Verletzung der 

Sorgfaltspflicht weitere Umstände vor, welche auf eine Inkaufnahme der vorliegen-

den Verletzungsfolgen hinweisen. Schliesslich ist hinsichtlich des Beweggrundes 

des  Beschuldigten  festzuhalten,  dass  er  im  Rahmen  einer  "Kurzschlussreaktion" 

auf Beleidigungen der Privatklägerin reagierte (Urk. D1/3/1 S. 8). Es ist deshalb von 

einer unkontrollierten, von Wut getriebenen Angriffshandlung (im Gegensatz bspw. 

zu einem Ablenkungs- oder Verteidigungsschlag oder einem kontrollierten Angriff) 

auszugehen, welcher Beweggrund Verletzungsabsicht und einen hohen Kraftauf-

wand nahelegt. Soweit der Beschuldigte einwendet, er habe sich bei seinem Tritt 

nichts überlegt (Urk. D1/3/1 S. 9), ändert dies nichts an der Tatbestandsmässigkeit: 

Der (Eventual-)Vorsatz setzt keine ausdrückliche Auseinandersetzung mit dem Ta-

terfolg  voraus;  aktuelles  Wissen  um  die  Tatumstände  in  der  Gestalt  eines  bloss 

sachgedanklichen,  als  dauerndes  Begleitwissen  vorhandenen  Mitbewusstsein 

genügt (BGE 125 IV 242 E. 3e). 

1.3.4. Zusammenfassend ist erstellt, dass der Beschuldigte schwere Verletzungen 

im Sinne von Art. 122 StGB in Kauf genommen hat, wie es die Anklage behauptet. 

Daraus  ist  zu  schliessen,  dass  der  Beschuldigte  eventualvorsätzlich  hinsichtlich 

einer schweren Körperverletzung gehandelt hat. Damit hat sich der Beschuldigte 

der schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 aStGB schuldig gemacht.

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2.

Anklageziffer 2.2.3

2.1. Die  Staatsanwaltschaft  wirft  dem  Beschuldigten  in  Anklageziffer 2.2.3 

folgenden Sachverhalt vor: Der Beschuldigte habe durchschnittlich vier Mal in der 

Woche  jeweils  fünf  bis  zehn  Gramm  Marihuana  oder  andere  Cannabisprodukte 

unter  nicht  näher  bekannten  Umständen  an  Bekannte  abgegeben  oder  diese 

Bekannten  zum  Bezug  solcher  Betäubungsmittel  an  Drittpersonen  vermittelt, 

sodass  er  insgesamt  über  den  Zeitraum  am  Handel  von  mindestens  ca.  10 kg 

Marihuana oder anderen Cannabisprodukten beteiligt gewesen sei. 

2.2.

2.2.1. Anlässlich seiner polizeilichen Einvernahme vom 25. Januar 2022 beantwor-

tete  der  Beschuldigte  den  Eingangsvorhalt,  er  werde  beschuldigt,  mindestens  in 

den letzten 2 Jahren mit Betäubungsmittel, Cannabisprodukte, gehandelt zu haben, 

wie folgt: "Ja, blöd gesagt schon ja. Es gehört ja auch das vermitteln und vertreiben 

dazu. Das wäre es also." In der Folge konkretisierte er auf offene Fragen hin (Wem? 

Wie viel? Wie oft?), dass er seinen Kollegen seit ca. 9 Jahren mehrmals pro Woche, 

es könne auch täglich sein, Cannabisprodukte abgebe, es sich jeweils um Mengen 

von 5 g bis 10 g handle und er dies seit 9 Jahren mache. Alsdann fragte der ein-

vernehmende Polizeibeamte zusammenfassend, ob der Beschuldigte seit 9 Jahren 

4 Mal  pro  Woche  5 g  bis  10 g  Marihuana  vermittle,  gab  er  an,  es  sei  nicht  jede 

Woche, aber er werde seit 8 bis 9 Jahren von Kollegen angefragt. Er könne nicht 

genau sagen, welche Menge es tatsächlich sei (Urk. D2/3/1 S. 2). Dem Beschul-

digten  wurde  in  der  Folge  vorgehalten,  dass  bei  4 Übergaben  pro  Woche  über 

9 Jahre 1'877 Übergaben stattfanden, was bei einer Menge von 5 g pro Übergabe 

einer Gesamtmenge von 9.4 kg, bei 10 g pro Übergabe ca. 18.8 kg entspreche. Der 

Beschuldigte hielt dazu fest, das sei über die Jahre schon möglich. Er denke aber, 

die Gesamtmenge belaufe sich eher auf 9 kg als auf 18 kg. Anlässlich des Schluss-

vorhalts der Einvernahme anerkannte der Beschuldigte erneut, innert der letzten 

9 Jahre zwischen 9.4 kg und 18.8 kg Marihuana an Drittpersonen abgegeben zu 

haben (Urk. D2/3/1 S. 7). 

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2.2.2. In der Hafteinvernahme vom 11. Februar 2022 erklärte der Beschuldigte so-

dann, er hole für Kollegen Marihuana, hinsichtlich der Menge gab er an, es handle 

sich um eine grosse Menge, diese habe sich aber über mehrere Jahre summiert. 

Es seien nicht 18 kg auf einmal gewesen. Der Beschuldigte ergänzte das sodann 

nachträglich,  dass  "alles  zusammengerechnet"  worden  sei,  weshalb  der  Polizei-

beamte auf eine Menge von 9 kg bis 18 kg gekommen sei, es seien aber eher 9 kg 

als  18 kg  gewesen.  Anlässlich  der  staatsanwaltschaftlichen  Einvernahme  vom 

21. Juli 2022 wurde dem Beschuldigten der Anlagevorwurf betreffend Dossier 2.2.3 

vorgehalten. Der Beschuldigte bestätigte den Vorwurf ("Das stimmt, wie es steht" 

Urk. D1/3/4  S. 14),  ergänzte  indes,  es  sei  "immer  unterschiedlich"  gewesen.  Auf 

Nachfrage  bestätigte  der  Beschuldigte  sodann,  dass  er  im  Jahr  2013  mit  dem 

Marihuana-Handel begonnen habe. 

2.2.3. Nach einem Wechsel in der Person der amtlichen Verteidigung verweigerte 

der Beschuldigte zunächst die Aussage, um dann anlässlich der vorinstanzlichen 

Hauptverhandlung – in Umkehr seiner früheren Aussagen – zu bestreiten, Dritten 

– ausser seinem Bruder – jemals Cannabis abzugeben zu haben. Die Abkehr von 

seinen früheren Aussagen begründete er damit, eine Panikattacke erlitten zu haben 

und dem Polizeibeamten nach dem Mund geredet zu haben, um nach Hause gehen 

zu können: "Ich dachte mir scheiss drauf, aber wenn es sein muss, dann sag ich 

ihm, was er hören will" (Prot. I S. 17). Weiter machte der Beschuldigte geltend, er 

habe  "Angst"  gehabt,  dass  ihm  ein  Widerruf  zur  Last  gelegt  werde,  weshalb  er 

zunächst davon abgesehen habe (Prot. I S. 23).

2.3. Der Beschuldigte ist grundsätzlich auf sein Geständnis betreffend jahrelange 

Abgabe  von  Cannabis  an  Bekannte  zu  behaften.  Das  ursprüngliche  Geständnis 

erfolgte spontan bereits unmittelbar auf erstmaligen Vorhalt des entsprechenden 

Vorwurfs  (Urk. D2/3/1  S. 1).  Die  Konkretisierung  der  Tathandlung  erfolgte  an-

schliessend  auf  offene  Fragen  hin  (Urk. D2/3/1  F/A  8-12).  Eine  unsachgemässe 

Beeinflussung  des  Beschuldigten  durch  den  einvernehmenden  Polizeibeamten, 

beispielsweise  durch  Druckausübung  mittels  wiederholender,  lang  andauernder 

oder  suggestiver  Art  der  Befragung  ist  nicht  ersichtlich.  Hingegen  erscheint  die 

Hochrechnung  anlässlich  der  Einvernahme  nicht  über  alle  Zweifel  erhaben. 

-   13   -

Zunächst  ist  festzuhalten,  dass  bezüglich  der  Frequenz  der  Abgabe  keine 

belastbaren  objektiven  Beweismittel  vorliegen.  Vor  diesem  Hintergrund  scheint 

jedenfalls nicht vernünftigerweise ausgeschlossen, dass der Beschuldigte anläss-

lich  einer  ersten  Einvernahme  –  zu  seinen  Ungunsten  –  ungenaue  Angaben 

machte,  weil  er  Aussagen  treffen  wollte,  selber  aber  nicht  mehr  über  die  Einzel-

heiten der Cannabis-Abgaben im Zeitraum der letzten 9 Jahre Bescheid wusste. 

Wie der Beschuldigte anlässlich der fraglichen Einvernahme zu Recht erwähnte, 

musste er sich zuvor keine Gedanken darüber machen, ob es – im langen Zeitraum, 

an den er sich zu erinnern hatte – beispielsweise zu längeren Zeiten mit weniger 

oder keinen Abgaben kam. Der Beschuldigte gab zumindest an, dass es "nicht jede 

Woche"  zu  Veräusserungen  gekommen  sei.  Selbst  wenn  die  Vorinstanz  zu 

Gunsten  des  Beschuldigten  von  48  Wochen  ausging,  in  denen  der  Beschuldigte 

Cannabis  abgegeben  habe,  scheint  diese  hohe  Zahl  (lediglich  4  Wochen  Pause 

pro Jahr entsprechend) zweifelhaft. Insgesamt scheint – vor dem Hintergrund, dass 

objektiv belastbare Grundlagen einer Berechnung fehlen – eine überhastete und 

fehlerhafte  Angabe  des  Beschuldigten  anlässlich  der  Einvernahmesituation  nicht 

ausgeschlossen.  In  Anwendung  des  Zweifelssatzes  ist  von  einer  deutlich  gerin-

geren umgesetzten Menge von ca. 1 kg Cannabis auszugehen. 

2.4.

Zusammenfassend  ist  davon  auszugehen,  dass  der  Beschuldigte  seinen 

Kollegen innert 8 Jahren regelmässig kleinere Portionen Cannabis (insgesamt eine 

Gesamtmenge von ca. 1 kg) vermittelte. Damit hat sich der Beschuldigte der mehr-

fachen  Widerhandlung  gegen  das  Betäubungsmittelgesetz  im  Sinne  von  Art. 19 

Abs. 1 lit. c BetmG schuldig gemacht.

III.  Strafe

1. Grundlagen, Strafart

1.1. Die Vorinstanz hat die Grundsätze der Strafzumessung zutreffend dargelegt. 

Ebenfalls zutreffend hielt sie fest, dass aArt. 122 StGB anwendbar ist und der Straf-

rahmen  bezüglich  der  schweren  Körperverletzung  Freiheitsstrafe  von  sechs 

Monate bis zehn Jahre beträgt, auf welche Erwägungen verwiesen werden kann.

-   14   -

1.2. Bezüglich der Wahl der Strafart kann auf die Ausführungen der Vorinstanz 

verwiesen  werden:  Für  die  Körperverletzungsdelikte  sind  Freiheitsstrafen  auszu-

sprechen,  während  für  die  Betäubungsmitteldelikte  aus  Verhältnismässigkeits-

gründen Geldstrafen auszusprechen sind.

2.

Schwere Körperverletzung

2.1. Hinsichtlich der objektiven Tatschwere ist zu berücksichtigen, dass die vor-

liegende Tathandlung der Ausübung von stumpfer körperlicher Gewalt im Vergleich 

zu  anderen  Tatvarianten  (Einsatz  von  Waffen  oder  gefährlichen  Gegenständen 

etc.) auch im Rahmen des vorliegenden Tatbestands als weniger gefährlich einzu-

stufen ist. Ebenfalls ist zu berücksichtigen, dass es der Beschuldigte bei einer kur-

zen Tathandlung beliess, insbesondere trat er nicht wiederholt oder als sie bereits 

schwer beeinträchtigt war auf die Geschädigte ein. Zwar ist das Verletzungspoten-

tial  bereits  bei  einem  einzigen  heftigen  Fusstritt  gegen  den  Oberkörper  als  hoch 

einzustufen, ohne diesem Umstand (bspw. bei einer weniger heftigen Vorgehens-

weise) käme indes der vorliegende Tatbestand bei einem einzigen Tritt von vorn-

herein  nicht  in  Betracht.  Auch  die  Folgen  der  Tat  hielten  sich  mit  relativ  schnell 

abgeheilten  Atemproblemen  im  überschaubaren  Rahmen.  Die  Verletzung  war  in 

rein physischer Hinsicht nicht besonders schwer, jedoch – bei nicht sofortiger Be-

handlung – lebensgefährlich. In relativierender Hinsicht erlitt das Opfer kurzfristig 

keine  besonders  starken  Schmerzen  –  wie  etwa  bei  Knochenbrüchen  oder  Ver-

brennungen  –  und  langfristig  keine  bleibenden  physischen  Schäden  oder  Ein-

schränkungen  der  Lebensqualität,  wie  etwa  bei  Verlust  von  Gliedmassen  oder 

wichtigen Körperfunktionen. Im Vergleich zu denkbaren Varianten der der schwe-

ren  Körperverletzung  wiegt  das  objektive  Verschulden  deshalb  leicht,  was  eine 

Einsatzstrafe von 24 Monaten Freiheitstrafe rechtfertigt.

2.2. Hinsichtlich der subjektiven Tatschwere ist auf der einen Seite zu berück-

sichtigen, dass der Beschuldige eventualvorsätzlich handelte, sich der Gewaltaus-

bruch  im  Rahmen  einer  beidseitigen  Auseinandersetzung  ereignete  und  die  Ge-

schädigte den Beschuldigten unmittelbar vor seiner Tat verbal provozierte. Indes 

ging der Beschuldigte in einer massiv übertriebenen Reaktion und unter Anwen-

dung  erheblicher  Gewalt  gegen  ein  deutlich  unterlegenes  Opfer  und  die  eigene 

-   15   -

Partnerin vor, was äusserst verwerflich erscheint. Gemäss dem forensisch-psychia-

trischen  Gutachten  von  Dr. med.  D._____  vom  21. Februar  2023  könne  die 

Steuerungsfähigkeit  beim  Beschuldigten  aufgrund  der  Kombination  einer  ausge-

prägten  enthemmenden  Wirkung  von  Alkohol  und  Cannabis  sowie  des  heftigen 

Wutaffektes  bei  gleichzeitiger  Kränkung  bis  mittelgradig  beeinträchtigt  gewesen 

sein (Urk. D1/13/29 S. 70). Aufgrund der vorbestehenden Alkoholabhängigkeit so-

wie des geordneten Tatablaufs könne indes nicht von einer schweren Beeinträch-

tigung der Steuerungsfähigkeit ausgegangen werden. Angesichts der koordinativ 

mit einer gewissen Schwierigkeit verbundenen Vorgehensweise des Beschuldigten 

mittels gesprungenen Tritts scheint eine erhebliche Substanzbeeinträchtigung nicht 

naheliegend. In weiterer Berücksichtigung des Grundsatzes, dass die Strafreduk-

tion  infolge  Verminderung  der  Schuldfähigkeit  nicht  linear  vorzunehmen  ist  (vgl. 

BGE 136 IV 55 E. 5.3), und die Tat – wie erwähnt – in subjektiver Hinsicht grund-

sätzlich überschiessend erscheint, bleibt es bei einer Freiheitsstrafe von 24 Mona-

ten.

2.3. Der Beschuldigte verfügt über eine Vorstrafe wegen Verübung einer Tat in 

selbstverschuldete  Unzurechnungsfähigkeit,  Übertretung  des  Betäubungsmittel-

gesetzes und einfachen Diebstahls (Urk. 69 S. 2). Des Weiteren hat er vorliegend 

während laufender Strafuntersuchung delinquiert. Da es sich aber um eine Gewalt-

tat aus einer spontanen Gemütserregung ohne direkten Zusammenhang zur Vor-

strafe  bzw.  zur  damals  laufenden  Untersuchung  wegen  Betäubungsmittel-  bzw. 

Vermögensdelikten handelt, ist nur eine geringfügige Erhöhung zu veranschlagen. 

Bezüglich des Nachtatverhaltens ist dem Beschuldigten strafmindernd zugute zu 

halten, dass er von Beginn weg geständig war und glaubhaft Reue und Einsicht 

bekundete, was erheblich strafmindernd zu berücksichtigen ist. Die strafmindern-

den  Faktoren  der  Täterkomponente  überwiegen  merklich,  weshalb  die  Freiheits-

strafe auf 18 Monate zu reduzieren ist.

3.

Einfache Körperverletzung

3.1. Der Beschuldigte zerrte die Privatklägerin an den Haaren die Treppe hoch 

und schlug ihr mit der Faust zwei Mal gegen den Kopf. Das mehrfache Zuschlagen 

mit der Faust gegen den Kopf wirkt straferhöhend. Relativierend ist zu berücksich-

-   16   -

tigen,  dass  es  sich  um  eher  geringfügige  tatsächlichen  Folgen  (namentlich  Blut-

ergüsse, Schürfungen) handelte, die nicht weit über das hinausgingen, was für die 

Tatbestandsverwirklichung erforderlich ist. Die subjektive Tatschwere relativiert die 

objektive erheblich, zumal die Privatklägerin sich provokativ verhielt und den Be-

schuldigten u.a. beleidigte und ebenfalls tätlich anging. Ferner ist für die leichte bis 

mittelgradig verminderte Schuldfähigkeit eine Reduktion von einem Drittel  vorzu-

nehmen. Im Ergebnis erscheint bei isolierter Betrachtung eine Freiheitsstrafe von 

7 Monaten angemessen.

3.2. Bezüglich der Täterkomponente zur einfachen Körperverletzung gelten die-

selben Überlegungen wie vorne unter E. III.2.3. Die Täterkomponente führt zu einer 

erheblichen Strafminderung auf 5 Monate Freiheitsstrafe, welche bei isolierter Be-

trachtung als Einzelstrafe auszufällen wäre. 

4. Mehrfache Widerhandlung gegen Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG

4.1. Der Beschuldigte handelte mit ca. 1 kg Marihuana bzw. Cannabisprodukten, 

was eine nicht geringe Menge Betäubungsmittel darstellt. Die grobe Schätzung der 

Gesamtmenge ist im Übrigen mit Blick auf die vorliegende Strafzumessung nicht 

zu beanstanden: Die Gesamtmenge ist ein strafzumessungsrelevanter Gesichts-

punkt  neben  anderen  (vgl.  bezüglich  Schätzung  der  Deliktssumme  Urteil 

6B_312/2023  vom  7. August 2023  E. 1.2.2.).  Massgeblicher  als  das  genaue Ge-

samtgewicht  sind  andere  Aspekte:  Ins  Gewicht  fällt  hier  straferhöhend  die  lange 

Zeitdauer  der  Abgabe.  In  strafmindernder  Hinsicht  handelt  es  sich  bei  Cannabis 

aber um eine sog. "weiche" Droge. Weiter bediente sich der Beschuldigte keines-

wegs  professioneller  Vertriebsmethoden,  sondern  vermittelte  Kleinstmengen  in 

seinem Bekanntenkreis. Wenngleich die Angabe des Beschuldigten, durch seine 

regelmässige Vermittlungstätigkeit keinen Gewinn erzielt zu haben zweifelhaft er-

scheint,  ist  das  Gegenteil  nicht  belegt,  weshalb  mit  der  Vorinstanz  von  Gefällig-

keitsdiensten  auszugehen  ist.  Insgesamt  liegt  leichtes  Verschulden  vor.  Die  vor-

instanzlich festgesetzte Strafe würde sich bei einer hohen Gesamtmenge von min-

destens 7.5 kg indes als zu tief erweisen.

-   17   -

4.2. Die  Täterkomponente  ist  angesichts  des  Geständnisses  strafmindernd  zu 

berücksichtigen. 

4.3. Die  Vorinstanz  hat  die  Delikte  vor  Erlass  des  Strafbefehls  der  Staatsan-

waltschaft See / Unterland vom 15. Januar 2018 und die Delikte danach im Ein-

klang  mit  der  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  betreffend  die  retrospektive 

Konkurrenz  (vgl.  Urteil  6B_192/2020  vom  19. August  2020  E. 2.4.)  selbständig 

behandelt. Weiter bringt Sie zu Recht auch bezüglicher der Delikte, welche der Be-

schuldigte  als  Minderjähriger  beging,  die  Strafen  des  StGB  zur  Anwendung  (vgl. 

Art. 3  Abs. 2  JStG).  Eine  Geldstrafe  von  35 Tagessätzen  (1. Januar  2014  bis 

15. Januar  2018,  für  die  teilweise  als  Jugendlicher  begangenen  Taten)  bzw. 

65 Tagessätzen (16. Januar 2018 bis 25. Januar 2022) erscheint in zweiter Instanz 

im  Hinblick  auf  eine  umgesetzte  Menge  von  1 kg  Cannabis  dem  leichten  Ver-

schulden angemessen.

5. Mehrfache Widerhandlung gegen Art. 19bis BetmG

5.1. Hinsichtlich der objektiven Tatschwere ist relativierend zu berücksichtigen, 

dass der Beschuldigte seinem minderjährigen Bruder mit Marihuana lediglich eine 

weiche Droge übergab. Ausserdem übergab er jeweils nur kleinere Mengen, wes-

halb die Gefahr einer Überdosierung als kleiner einzustufen war. Des Weiteren ist 

auch zu berücksichtigen, dass der Bruder zu Beginn der Abgabe fast 16 Jahre und 

zum Ende fast 17 Jahre alt und damit nicht weit von der Mündigkeit und dem Austritt 

aus dem Schutzbereich der Bestimmung entfernt war.

5.2. Weiter strafmindernd wirkt, dass der Beschuldigte glaubhaft darlegte (was 

auch  von  seinem  Bruder  bestätigt  wurde,  vgl.  Urk. D2/4/2  S. 9),  er  habe  mit  der 

persönlichen  Übergabe  versucht,  seinen  Bruder  vor  besonders  schädlicher 

Drogenqualität zu bewahren. Mithin ist zugunsten des Beschuldigten davon aus-

zugehen,  dass  dieser  die  Annahme  vertrat,  seinen  ohnehin  konsumierenden 

Bruder gerade vor möglichen Gesundheitsschäden zu bewahren.

5.3. Eine  Verminderung  der  Schuldfähigkeit  liegt  hinsichtlich  der  Betäubungs-

mitteldelikte nicht vor (vgl. Urk. D1/13/29 S. 70).

-   18   -

5.4. Eine  Geldstrafe  von  30  Tagessätzen  erscheint  dem  Verschulden  ange-

messen.

6.

Zusatzstrafe, Asperation und Fazit

6.1. Die Einsatzstrafe von 18 Monaten für die schwere Körperverletzung ist an-

gesichts des engen zeitlichen und sachlichen Zusammenhangs mit der einfachen 

Körperverletzung um 3 Monate zu asperieren.

6.2. Hinsichtlich  der  Geldstrafe  von  35  Tagessätzen  wegen  Widerhandlung 

gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG, be-

gangen  vor  dem  15. Januar  2018,  ist  hinsichtlich  des  Strafbefehls  der  Staatsan-

waltschaft  See/Oberland  vom  15. Januar  2018  nach  Art. 49  Abs. 2  StGB  vorzu-

gehen. Eine Schärfung der Grundstrafe um 25 Tagessätze ist dabei angemessen.

6.3. Die hypothetische Einsatzstrafe von 65 Tagessätzen für die Widerhandlung 

im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG (ab 16. Januar 2018) ist in Berücksichti-

gung  des  ebenfalls  engen  sachlichen  und  zeitlichen  Zusammenhangs  mit  der 

Widerhandlung im Sinne von Art. 19bis BetmG  um 20  Tagessätze zu asperieren. 

Die 25 Tagessätze Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft See/Ober-

land vom 15. Januar 2018 sind zu addieren.

6.4. Der Beschuldigte ist derzeit als Essenskurier arbeitstätig und verfügt über 

ein Einkommen von Fr. 1'700.– bis Fr. 2'500.– pro Monat (Urk. 70 S. 3). Aufgrund 

der weiterhin schlechten finanziellen Verhältnisse des Beschuldigten ist der Tages-

satz auf Fr. 30.– festzusetzen.

6.5.

Zusammenfassend  ist  der  Beschuldigte  mit  einer  Freiheitsstrafe  von 

21 Monaten und einer Geldstrafe von 110 Tagessätzen zu Fr. 30.–, teilweise als 

Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft See/Oberland vom 15. Januar 

2018, zu bestrafen.

-   19   -

7.

Anrechnung der erstandenen Haft

Der  Beschuldigte  befand  sich  23  Tage  in  Untersuchungshaft  (Urk. D1/18/1; 

Urk. D1/18/15; Urk. D2/6/2). Die erstandene Haft ist dem Beschuldigten im Sinne 

von Art. 51 StGB an die Freiheitsstrafe anzurechnen. 

8.

Vollzug

8.1. Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe 

von  höchstens  zwei  Jahren  in  der  Regel  auf,  wenn  eine  unbedingte  Strafe  nicht 

notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder 

Vergehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB).

8.2. Anlässlich  der  Berufungsverhandlung  legte  der  Beschuldigte  einen  zwi-

schenzeitlich  massgeblich  zum  Positiven  veränderten  Lebenswandel  dar  (vgl. 

Urk. 70  S. 1  ff.):  Eingangs  ist  zunächst  festzustellen,  dass  der  Beschuldigte  sich 

während der letzten Jahre und seit den vorliegend zu beurteilenden Taten wohlver-

halten hat (Urk. 69). Weiter liess sich der Beschuldigte inzwischen freiwillig in ver-

schiedenen  Kliniken  behandeln,  was  dazu  führte,  dass  er  abstinent  von  Drogen 

(Cannabis, Kokain) und Alkohol lebt. Durch die Verlegung seines Wohnortes nach 

E._____ hat er bewusst Distanz zum früheren Umfeld geschaffen, was die Ernst-

haftigkeit seiner Bemühungen um Lebensveränderung belegt. Auch der Umstand, 

dass der Beschuldigte inzwischen über eine feste Arbeitsanstellung verfügt, sich 

(mit einer abstinenten Partnerin) verlobt und mit seiner Familie versöhnt hat und 

die Auto- und Töffprüfung erfolgreich bestand, weist auf eine Festigung seiner per-

sönlichen Verhältnisse und ein – in legalprognostischer Hinsicht – protektives Um-

feld hin. Positiv zu bemerken ist auch, dass der Beschuldigte durchaus glaubhaft 

und reflektiert Angaben betreffend die persönliche Aufarbeitung seiner Delinquenz 

machte, ohne jedwede Schuldzuweisen gegenüber anderen Personen vorzuneh-

men. Im Ergebnis ist davon auszugehen, dass die negative Legalprognose gemäss 

dem forensisch-psychiatrischen Gutachten von Dr.  D._____ vom 21. Februar 2023 

überholt erscheint und der Beschuldigte einen Weg gefunden hat, sein Leben in 

Zukunft deliktsfrei zu gestalten. 

-   20   -

8.3.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass eine unbedingte Strafe nicht not-

wendig erscheint, um den Beschuldigten von der Begehung weiterer Verbrechen 

oder Vergehen abzuhalten. Der Vollzug der Freiheitsstrafe und der Geldstrafe ist 

deshalb aufzuschieben. Angesichts der notorisch hohen Gefahr eines Rückfalls bei 

früherem Konsum von harten Drogen ist die Probezeit auf 4 Jahre festzusetzen.

8.4. Mangels  Vorliegen  einer  negativen  Prognose  erweist  sich  der  Eventual-

antrag der Verteidigung auf Anordnung einer stationären Massnahme als gegen-

standslos. Es liegen auch keine genügenden medizinischen Probleme und Indika-

tionen  vor,  um  eine  stationäre  Massnahme  zu  rechtfertigen.  Es  ist  folglich  keine 

Massnahme anzuordnen.

IV.  

V.  Kosten- und Entschädigungsfolgen:

1.

Kostenfolgen im erstinstanzlichen Verfahren

Das Berufungsverfahren brachte lediglich im Straf- und Vollzugspunkt eine Ände-

rung  des  Urteils  der  Vorinstanz,  wobei  diese  Änderungen  einen  Ermessens-

entscheid des Berufungsgerichts darstellen. Das erstinstanzliche Kosten- und Ent-

schädigungsdispositiv  (Ziffern  11+12)  ist  somit  vorbehaltlos  zu  bestätigen  (vgl. 

Art. 426 StPO).

2.

Kostenfolgen im Berufungsverfahren

2.1. Die  Kosten  des  zweitinstanzlichen  Verfahrens  haben  die  Parteien  nach 

Massgabe  ihres  Obsiegens  und  Unterliegens  zu  tragen  (Art. 428  Abs. 1  StPO). 

Inwiefern  eine  Partei  im  Sinne  dieser  Bestimmung  obsiegt  oder  unterliegt,  hängt 

davon  ab,  in  welchem  Ausmass  ihre  im  Berufungsverfahren  gestellten  Anträge 

gutgeheissen werden (Urteil 6B_1025/2014 vom 9. Februar 2015, E. 2.4.1.).

2.2. Die  Entscheidgebühr  für  das  Berufungsverfahren  ist  auf  Fr. 3'600.–  zu 

veranschlagen (Art. 424 Abs. 1 StPO in Verbindung mit § 16 Abs. 1 und § 14 Abs. 1 

lit. b GebV OG).

-   21   -

2.3. Der  Beschuldigte  vermag  sich  in  zweiter  Instanz  mit  seinen  Anträgen  auf 

Freispruch  hinsichtlich  der  schweren  Körperverletzung  und  des  mehrfachen 

Vergehens  gegen  das  Betäubungsmittelgesetz  nicht  durchzusetzen.  Einzig  im 

Nebenpunkt  erwirkt  er  eine  leichte  Reduktion  der  Freiheitsstrafe  sowie  den 

bedingten Vollzug der Strafen. In Gewichtung dieser Ausgangslage rechtfertigt es 

sich,  die  Kosten  des  Berufungsverfahrens,  ausgenommen  jener  der  amtlichen 

Verteidigung  sowie  der  unentgeltlichen  Vertretung  der  Privatklägerin,  vollum-

fänglich dem Beschuldigten aufzuerlegen.

2.4. Die amtliche Verteidigung des Beschuldigten macht für ihre Aufwendungen 

und Barauslagen im Berufungsverfahren den Betrag von Fr. 6'229.30 (inkl. MwSt.) 

geltend  (Urk. 73).  Der  Aufwand  ist  ausgewiesen  und  das  geltend  gemachte 

Honorar steht im Einklang mit den Ansätzen der Anwaltsgebührenverordnung. Es 

erscheint somit angemessen, die amtliche Verteidigung mit insgesamt Fr. 6'229.30 

(inkl. MwSt) aus der Gerichtskasse zu entschädigen.

2.5. Die  unentgeltliche  Vertretung  der  Privatklägerin  macht  für  ihre  Aufwen-

dungen und Barauslagen im Berufungsverfahren den Betrag von Fr. 2'910.05 (inkl. 

MwSt.) geltend (Urk. 75). Der Aufwand ist ebenfalls ausgewiesen und das geltend 

gemachte  Honorar  steht  im  Einklang  mit  den  Ansätzen  der  Anwaltsgebühren-

verordnung.  Es  erscheint  somit  angemessen,  die  unentgeltliche  Vertretung  der 

Privatklägerin  mit  insgesamt  Fr. 2'910.05  (inkl.  MwSt)  aus  der  Gerichtskasse  zu 

entschädigen.

2.6. Die Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung 

der  Privatklägerin  sind  auf  die  Gerichtskasse  zu  nehmen,  wobei  entsprechend 

Art. 135  Abs. 4  StPO  bzw.  Art. 138  Abs. 1  StPO  i.V.m.  Art. 135  Abs. 4  StPO  die 

Rückzahlungspflicht des Beschuldigten vorbehalten bleibt. 

-   22   -

Es wird beschlossen:

1.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Hinwil vom 

21. November 2023 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 

"Es wird erkannt:

1.

Das Verfahren betreffend der folgenden Vorwürfe wird eingestellt:





des mehrfachen Vergehens im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG für den 
Zeitraum von ca. Beginn 2013 bis 31. Dezember 2013,

der mehrfachen Übertretung im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG für den Zeit-
raum von ca. Mitte 2020 bis 20. November 2020.

2.

Der Beschuldigte ist schuldig











[…]

der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 StGB,

[…]

des mehrfachen Vergehens im Sinne von Art. 19bis BetmG,

der mehrfachen Übertretung im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG.

3.

[…] und mit einer Busse von Fr. 400.–. 

4.

[…] Die Busse ist zu bezahlen. 

5.

Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle 

eine Ersatzfreiheitsstrafe von 4 Tagen.

6.

[…]

7.

Die folgenden durch die Kantonspolizei Zürich sichergestellten Gegenstände 

werden dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft auf erstes Verlangen 

herausgegeben:





Mobiltelefon Huawei P40 in Kunststoffhülle, inkl. Ladekabel (Asservat-
Nr. A015'801'840)

SIM-Karte (Asservat-Nr. A015'846'910)

-   23   -

Werden diese Gegenstände nicht innert einer Frist von 30 Tagen ab Eintritt 

der Rechtskraft nach telefonischer Voranmeldung durch den Beschuldigten 

(oder eine bevollmächtigte Person) unter Vorlage dieses Entscheides und 

eines Ausweises bei der Lagerbehörde abgeholt, werden sie ohne weitere 

Mitteilung vernichtet.

8.

Die übrigen bei der Kantonspolizei Zürich (Asservate-Triage) bzw. beim 

Forensischen Institut Zürich unter den Geschäftsnummern 81971688 und 

82079616 gelagerten Betäubungsmittel und Betäubungsmittelutensilien 

(BM-Lagernummer …), Gegenstände, Spuren, Spurenträger, Fotografien und 

Datenauslesungen werden nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils 

vernichtet.

9.

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin Fr. 7'000.– zuzüglich 

5 % Zins ab 6. Februar 2022 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag 

wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.

10. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

5'000.00 ;  die weiteren Auslagen betragen:

3'500.00

Gebühr für das Vorverfahren,

450.00

Kosten der Kantonspolizei Zürich,

50.00

Kosten Datensicherung,

12'279.95

Auslagen (Gutachten),

15'250.00

Kosten der amtlichen Verteidigung durch RA X2._____ und 
RAin X1._____ (inkl. Barauslagen und MWSt.),

8'000.00

Kosten der unentgeltlichen Rechtsvertretung der Privatklä-
gerin durch RA Y._____ (inkl. Barauslagen und MWSt.); 
davon bereits bezahlt Fr. 4'536.20 mit Akontozahlung vom 
9. Februar 2023

11.

[…]

12.

[…]

13.

[Mitteilungen]

-   24   -

14.

[Rechtsmittel]

15.

[Rechtsmittel]."

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte ist ferner schuldig 





der schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 aStGB sowie

der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im 

Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG.

2.

Der Beschuldigte wird bestraft mit 21 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 

23 Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind, sowie mit einer Gelds-

trafe von 100 Tagessätzen zu Fr. 30.–, teilweise als Zusatzstrafe zum Straf-

befehl der Staatsanwaltschaft See/Oberland vom 15. Januar 2018. 

3.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe und der Geldstrafe wird aufgeschoben und 

die Probezeit auf 4 Jahre festgesetzt.

4.

Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Ziff. 11 und 12) 

wird bestätigt.

5.

Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

3'600.– ; die weiteren Kosten betragen:

6'229.30   amtliche Verteidigung (inkl. 8,1% MWSt)

2'910.05   unentgeltliche Vertretung PKin (inkl. 8,1% MWSt)

6.

Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der 

amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der Privat-

klägerschaft, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen 

Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft 

werden einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungs-

-   25   -

pflicht des Beschuldigten bleibt gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO bzw. Art. 138 

Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten.

7. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an







die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (übergeben)

die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (versandt)

die Vertretung der Privatklägerin im Doppel für sich und die 
Privatklägerschaft (übergeben)

sowie in vollständiger Ausfertigung an







die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten 

die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 

die Vertretung der Privatklägerin im Doppel für sich und die 
Privatklägerschaft

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an







die Vorinstanz

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung 
des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials".

8. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 

Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebe-

nen Weise schriftlich einzureichen.

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Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 16. Juni 2025

Der Präsident:

Der Gerichtsschreiber:

lic. iur. B. Gut

MLaw W. Dharshing

Zur Beachtung:

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam ge-

macht:

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vor-

erst nicht bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss er/sie 

die Geldstrafe definitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte Freiheits-

strafe.

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden (Art. 46 

Abs. 1 bzw. Abs. 4 StGB),

-

-

wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht,

wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.