# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2c1f6c9c-ed4e-5b4c-8b01-25be28e2714a
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-03-01
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 01.03.2024 WBE.2024.60
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_WBE-2024-60_2024-03-01.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht 

1. Kammer 

 

WBE.2024.60 
WBE.2024.74 
WBE.2024.75 
WBE.2024.87  
WBE.2024.88 
WBE.2024.89 
WBE.2024.90 / jg / jb 
Art. 29 

 

 

Urteil vom 1. März 2024 
 
 

Besetzung  Verwaltungsrichterin Schircks, Vorsitz  

Verwaltungsrichter Di Grassi  

Verwaltungsrichterin Schöb-Talerico  

Gerichtsschreiber Gattlen 

Rechtspraktikantin Müller 

 

 
   

Beschwerde-

führer  

 A._____, geboren am [...] 1992 

Zustelladresse: Psychiatrische Dienste Aargau AG, Königsfelderstrasse 1, 

5210 Windisch 

Beiständin: B._____, Abteilung Soziales, Tramstrasse 14, Postfach, 

5034 Suhr 

 

 

 - 2 - 

 

 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend fürsorgerische Unterbringung 

(Klinikeinweisung/Einschränkung der Bewegungsfreiheit (im 

Notfall)/Behandlung ohne Zustimmung im Notfall) 

 

1. Entscheid von Dr. med. C._____, OSEARA AG, 

 Flughafenstrasse 5, 8302 Kloten, betreffend Klinikeinweisung, 

 vom 13. Februar 2024  

2. Entscheid von Dr. med. D._____, Oberärztin, PDAG, betreffend 

Behandlung ohne Zustimmung im Notfall,  

vom 23. Februar 2024 

3. Entscheid von Dr. med. univ. E._____, Spitalfacharzt, PDAG, 

betreffend Einschränkung der Bewegungsfreiheit im Notfall  

vom 23. Februar 2024 

4. Entscheid von F._____, Oberarzt, PDAG, betreffend  

Einschränkung der Bewegungsfreiheit im Notfall vom 24. Februar 2024 

5. Entscheid von Dr. med. univ. G._____, Oberärztin, PDAG, 

 betreffend Einschränkung der Bewegungsfreiheit,  

 vom 25. Februar 2024 

6. Entscheid von Dr. med. D._____, Oberärztin, PDAG, 

 betreffend Behandlung ohne Zustimmung im Notfall,  

 vom 27. Februar 2024 

7. Entscheid von Dr. med. univ. G._____, Oberärztin, PDAG, 

 betreffend Einschränkung der Bewegungsfreiheit, vom 1. März 2024 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht entnimmt den Akten: 

 

A. 

A._____ befand sich bereits mehrfach in stationärer psychiatrischer 

Behandlung in der Klinik der Psychiatrischen Dienste Aargau AG (PDAG). 

Anlässlich der letzten Hospitalisierungen in der PDAG von Juli 2023 wur-

den psychische und Verhaltensstörungen durch Cannabinoide: Psycho-

tische Störung (F12.5) - DD: eine Paranoide Schizophrenie (F20.0) dia-

gnostiziert.  

 

B. 

1. 

Am 13. Februar 2024 kam es zu einem Vorfall mit Polizeieinsatz bei 

A._____ zu Hause, worauf Dr. med. C._____, OSEARA AG, Kloten, mit 

Entscheid vom 13. Februar 2024 eine fürsorgerische Unterbringung in der 

Klinik der PDAG anordnete. 

 

2. 

Mit Eingabe vom 15. Februar 2024 (Eingang per Mail gleichentags) erhob 

A._____ Beschwerde gegen den Unterbringungsentscheid. 

 

 - 3 - 

 

 

3. 

Mit Instruktionsverfügung vom 20. Februar 2024 wurden verschiedene Be-

weisanordnungen getroffen. Insbesondere wurde die Beschwerde der Kli-

nik der PDAG zur Erstattung eines schriftlichen Berichts zugestellt. Ausser-

dem wurden die Beiständin und die Schwester des Beschwerdeführers 

(Vertrauensperson) als Zeuginnen vorgeladen. Des Weiteren wurde 

Dr. med. H._____, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Baden, als 

Gutachter bestimmt und es wurde zu einer Verhandlung auf den 

23. Februar 2024 vorgeladen. 

 

4. 

Der seitens der Klinik der PDAG verfasste Bericht vom 22. Februar 2024 

ging gleichentags per Mail beim Verwaltungsgericht ein. 

 

5. 

Mit Eingabe vom 23. Februar 2024 (Eingang per Mail gleichentags) erhob 

A._____ Beschwerde gegen den Entscheid von Dr. med. D._____, 

Oberärztin, PDAG, betreffend Behandlung ohne Zustimmung im Notfall 

vom 23. Februar 2024 und den Entscheid von Dr. med. univ. E._____, 

Spitalfacharzt, PDAG betreffend Einschränkung der Bewegungsfreiheit im 

Notfall vom 23. Februar 2024 (Isolation geschlossen). 

 

6. 

6.1. 

An der Verhandlung vom 23. Februar 2024 in den Räumlichkeiten der Klinik 

der PDAG nahmen die Zeuginnen sowie für die Einrichtung Dr. med. 

D._____ teil. Zudem war der erwähnte Gutachter anwesend. 

 

6.2. 

Dr. med. D._____ erklärte zu Protokoll, dass der Beschwerdeführer 

aufgrund einer kurz vor der Verhandlung angeordneten Zwangsmedikation 

im Notfall nicht an der Verhandlung teilnehmen könne (Protokoll vom 

23. Februar 2024, S. 2). 

 

6.3. 

Nach der Befragung der Beteiligten erstattete die sachverständige Person 

mündlich das Gutachten.  

 

6.4. 

Da eine persönliche Anhörung des Beschwerdeführers angezeigt erschien, 

entschied das Verwaltungsgericht mit Beschluss vom 23. Februar 2024, 

dass der Beschwerdeführer mit separater Vorladung auf den 1. März 2024 

erneut vorgeladen werde. 

 

7. 

Mit weiterer Instruktionsverfügung vom 26. Februar 2024 wurden ergän-

zende Beweisanordnungen getroffen. Insbesondere wurde die Klinik der 

 - 4 - 

 

 

PDAG um Erstattung eines aktualisierten schriftlichen Berichts ersucht. Zu-

dem wurde zu einer Verhandlung auf den 1. März 2024 vorgeladen. Für 

diese wurde Dr. med. I._____, Fachärztin für Psychiatrie und Psy-

chotherapie, Baden, als Gutachterin bestimmt. 

 

8. 

Der seitens der Klinik der PDAG verfasste, aktualisierte Bericht vom 

29. Februar 2024 ging gleichentags per Mail beim Verwaltungsgericht ein. 

 

9. 

9.1. 

An der Verhandlung vom 1. März 2024 in den Räumlichkeiten der Klinik der 

PDAG nahmen der Beschwerdeführer sowie für die Einrichtung Dr. med. 

D._____ und Dr. med. univ. G._____, Oberärztin, teil. Zudem war die 

erwähnte Gutachterin anwesend. 

 

9.2. 

Der Beschwerdeführer erklärte zu Protokoll, dass er zusätzlich den Ent-

scheid von F._____, Oberarzt, PDAG, betreffend Einschränkung der 

Bewegungsfreiheit im Notfall vom 24. Februar 2024 (Isolation geschlos-

sen), den Entscheid von Dr. med. univ. G._____ betreffend Einschränkung 

der Bewegungsfreiheit vom 25. Februar 2024 (Isolation geschlossen), 

gültig bis 29. Februar 2024), den Entscheid von Dr. med. D._____ 

betreffend Behandlung ohne Zustimmung im Notfall vom 27. Februar 2024 

sowie den Entscheid von Dr. med. univ. G._____ betreffend Einschränkung 

der Bewegungsfreiheit vom 1. März 2024 (Isolation geschlossen, gültig bis 

8. März 2024) anfechten wolle (Protokoll vom 1. März 2024, S. 4 f.). 

 

9.3. 

Nach der Befragung der Beteiligten erstattete die sachverständige Person 

mündlich das Gutachten.  

 

9.4. 

Unter Würdigung der gesundheitlichen und sozialen Umstände des Be-

schwerdeführers fällte das Verwaltungsgericht das vorliegende Urteil, wel-

ches den Beteiligten mit einer kurzen Begründung mündlich eröffnet wurde. 

 

10. 

10.1. 

Das Urteil wurde in der Folge im Dispositiv an die Beteiligten verschickt. 

 

10.2. 

Mit Eingabe vom 13. März 2024 (persönlich überbracht am 14. März 2024) 

ersuchte der Beschwerdeführer um Zustellung einer vollständig begründe-

ten Urteilsausfertigung.  

 

 

 - 5 - 

 

 

   

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

 

I. 

Das Verwaltungsgericht beurteilt Beschwerden gegen eine fürsorgerische 

Unterbringung einer volljährigen Person (§ 59 Abs. 1 lit. a des Einführungs-

gesetzes zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch vom 27. Juni 2017 [EG 

ZGB; SAR 210.300]). Es ist folglich zur Beurteilung der Beschwerden ge-

mäss Art. 439 Abs. 1 Ziff. 1, 4 und 5 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs 

vom 10. Dezember 1907 (ZGB; SR 210) gegen den Unterbringungsent-

scheid sowie gegen die erwähnten, im Rahmen der fürsorgerischen Unter-

bringung angeordneten, Massnahmen zuständig. 

 

II. WBE.2024.60 (Fürsorgerische Unterbringung) 

1. 

Gemäss Art. 426 ZGB darf eine Person, die an einer psychischen Störung 

oder an geistiger Behinderung leidet oder schwer verwahrlost ist, in einer 

geeigneten Einrichtung untergebracht werden, wenn die nötige Behand-

lung oder Betreuung nicht anders erfolgen kann (Abs. 1). Dabei sind die 

Belastung und der Schutz von Angehörigen und Dritten zu berücksichtigen 

(Abs. 2). 

 

2. 

2.1. 

Beim Beschwerdeführer wurde im Rahmen der Anordnung einer fürsorge-

rischen Unterbringung eine akute Psychose mit Selbst- und Fremdgefähr-

dung diagnostiziert. In der Klinik führten die Ärztinnen und Ärzte weitere 

Explorationen durch. Gemäss den Klinikakten zeigte sich der Beschwerde-

führer ab Klinikeintritt aggressiv, distanzlos, grenzüberschreitend, ange-

spannt mit erhöhtem Antrieb, affektlabil und mit hohem Gewaltpotential ge-

genüber Mitpatienten und dem Personal. Die Ärzte kamen in der Folge ge-

mäss ihrer diagnostischen Einschätzung zum Schluss, dass der Beschwer-

deführer an einer psychischen und Verhaltensstörung durch Cannabinoide: 

Psychotische Störung (F12.5), DD: an einer paranoiden Schizophrenie, 

DD: an einer bipolaren affektiven Störung, gegenwärtig an einer manischen 

Episode mit psychotischen Symptomen leide (Verlaufsbericht vom 29. Fe-

bruar 2024, S. 2). Die anlässlich der Verhandlung vom 1. März 2024 anwe-

sende psychiatrische Gutachterin bestätigte die Hauptdiagnose der Klinik 

nicht, da die Wirkung des Cannabis nicht mehr vorhanden sei, aber die 

Symptomatik fortbestehe. Sie diagnostizierte beim Beschwerdeführer am 

ehesten eine bipolare affektive Störung (F31) oder eine schizoaffektive Stö-

rung (F25) (Protokoll vom 1. März 2024, S. 19 f.) 

 

2.2. 

Für das Verwaltungsgericht steht gestützt auf die ärztlichen und die gut-

achterlichen Aussagen ungeachtet der exakten diagnostischen Einordnung 

 - 6 - 

 

 

fest, dass beim Beschwerdeführer eine psychische Störung im Sinne von 

Art. 426 Abs. 1 ZGB vorliegt. 

 

3. 

3.1. 

Allein die Tatsache, dass eine Person an einer psychischen Störung, an 

geistiger Behinderung oder schwerer Verwahrlosung im Sinne des ZGB lei-

det, genügt nicht zur Anordnung einer fürsorgerischen Unterbringung. Die-

se einschneidende Massnahme ist nur dann zulässig, wenn die Personen-

sorge der betroffenen Person unter Berücksichtigung ihrer eigenen Schutz-

bedürftigkeit und der Belastung der Umgebung sie erfordert und andere, 

weniger weitgehende Vorkehren nicht genügen (Art. 426 Abs. 1 ZGB). 

Kann einer Person die nötige Behandlung oder Betreuung anders erwiesen 

werden, d.h. mit weniger schwerwiegenden Eingriffen als mit einer fürsor-

gerischen Unterbringung, so ist die mildere Massnahme anzuordnen. Die 

fürsorgerische Unterbringung muss ultima ratio bleiben (vgl. auch: Art. 389 

ZGB [Subsidiarität und Verhältnismässigkeit]). Die betroffene Person muss 

entlassen werden, sobald die Voraussetzungen für die Unterbringung nicht 

mehr erfüllt sind (Art. 426 Abs. 3 ZGB).  

 

3.2. 

Dem Unterbringungsentscheid ist zu entnehmen, dass der Beschwerdefüh-

rerin im Zeitpunkt der Anordnung selbst- und fremdgefährdend gewesen 

sei, er habe die Realität verkannt und sich vom Umfeld bedroht gefühlt (An-

ordnung FU, S. 2).  

 

Gemäss Verlaufsbericht vom 22. Februar 2024 zeigte sich der Beschwer-

deführer ab Klinikeintritt aggressiv, distanzlos, grenzüberschreitend, ange-

spannt mit erhöhtem Antrieb, affektlabil und mit hohem Gewaltpotential ge-

genüber Mitpatienten und dem Personal, sodass vom Personal täglich be-

sondere Vorkommnisse rapportiert worden seien. In der Nacht vom 22. auf 

den 23. Februar 2024 habe der Beschwerdeführer einem Mitpatienten mit 

der Faust ins Gesicht geschlagen (Verlaufsbericht vom 29. Februar 2024, 

S. 2; Protokoll vom 1. März 2024, S. 8 f.) Eine weitere akute Fremdgefähr-

dung könne nicht ausgeschlossen werden. Auch eine Selbstgefährdung 

könne zumindest aufgrund des fremdaggressiven Verhaltens nicht ausge-

schlossen werden, da sich der Beschwerdeführer dadurch auch selbst ver-

letzen könne. Eine Krankheitseinsicht sei nicht, eine Behandlungsbereit-

schaft nur teilweise und die Medikamentencompliance wiederum meist 

nicht gegeben. Man müsse den Beschwerdeführer zunächst weiter stabili-

sieren und die Medikamente korrekt einstellen, damit dieser entlassen wer-

den könne. Würde der Beschwerdeführer bereits jetzt entlassen werden, 

würde sich sein Zustand – dies zeigten auch frühere Erfahrungen – wieder 

verschlechtern und es sei mit erneuten Klinikaufenthalten zu rechnen (Ver-

laufsbericht vom 29. Februar 2024, S. 2).  

 

 - 7 - 

 

 

Die Gutachterin wies auf die dringende Behandlungsnotwendigkeit hin, 

auch angesichts des noch jungen Alters des Beschwerdeführers von 

31 Jahren. Eine unmittelbare Selbstgefährdung verneinte sie im bestehen-

den Setting der Klinik (Isolation) zwar, bei einem vorzeitigen Abbruch der 

dringend indizierten Behandlung bestehe aber die Gefahr, dass die Krank-

heit immer schlimmer werde und chronifiziere, so dass sich der Beschwer-

deführer aufgrund der Verschlechterung der psychotischen Symptomatik 

nicht mehr angemessen in der Gesellschaft bewegen könne. Bei einer Ent-

lassung zum jetzigen Zeitpunkt ohne adäquate medikamentöse Einstellung 

sei zu befürchten, dass es durch sein fremdaggressives Verhalten erneut 

zu Zwischenfällen komme, welche erneute Klinikeinweisungen nach sich 

ziehen würden. Überdies sei die soziale Situation des Beschwerdeführers 

sehr ungewiss, weswegen zuerst eine geeignete Anschlusslösung aufge-

gleist werden müsse, z.B. bezüglich der Wohnsituation (Protokoll vom 

1. März 2024, S. 20 f).  

 

3.3. 

Für das Verwaltungsgericht besteht mit Blick auf die vorherigen Ausführun-

gen und die gutachterliche Einschätzung, wonach die fürsorgerische Un-

terbringung selbst rund zwei Wochen nach Klinikeintritt weiterhin notwen-

dig sei und dem (jungen) Beschwerdeführer ohne stationäre Behandlung 

eine Chronifizierung seiner Erkrankung drohe (Protokoll vom 1. März 2024, 

S. 20 f.), kein Zweifel daran, dass der Beschwerdeführer aufgrund des be-

schriebenen Zustandsbildes bereits zum Zeitpunkt der Anordnung der für-

sorgerischen Unterbringung dringend behandlungsbedürftig war. Die Kli-

nikeinweisung war nicht nur erforderlich, um eine mögliche Fremdgefähr-

dung zu verhindern, sondern auch zur Vermeidung einer Selbstgefähr-

dung, da der Beschwerdeführer aufgrund der akuten Psychose seine 

Handlungen nicht mehr zu kontrollieren vermochte. Aufgrund der fehlenden 

Einsicht des Beschwerdeführers in Bezug auf seine psychische Erkrankung 

fiel eine ambulante Behandlungsvariante ausser Betracht. Es blieb nur die 

fürsorgerische Unterbringung, um die zu diesem Zeitpunkt im Interesse des 

Beschwerdeführers notwendige Behandlung und die zu seinem Schutz nö-

tige Betreuung in die Wege zu leiten.  

 

Da der Beschwerdeführer nur über eine unzureichende bzw. fehlende 

Krankheits- und Behandlungseinsicht verfügt, kann noch nicht abgeschätzt 

werden, bis wann sich sein Zustand soweit stabilisiert hat, dass er entlas-

sen werden kann. Im Falle einer sofortigen Entlassung müsste mit einem 

baldigen Absetzen der Medikation, gefolgt von Eskalation und einer erneu-

ten Klinikeinweisung gerechnet werden. Die Behandlungsbedürftigkeit ist 

nach wie vor gegeben, weshalb bei Ausbleiben der medikamentösen Be-

handlung die Gefahr einer Chronifizierung der Krankheit mit Zunahme der 

Symptome besteht. Die bei einem sofortigen Austritt zu erwartenden nega-

tiven Folgen für die Gesundheit des Beschwerdeführers mit baldiger erneu-

ter Klinikeinweisung wären für ihn belastender und würden einen stärkeren 

Eingriff in seinen Persönlichkeitsbereich bedeuten als die Fortsetzung der 

 - 8 - 

 

 

stationären Behandlung während einer gewissen Zeit. Vor einem Klinikaus-

tritt muss zudem eine ambulante psychiatrische Behandlung und Betreu-

ung organisiert werden, sodass die kontinuierliche Einnahme der neurolep-

tischen Medikamente nach Klinikaustritt sichergestellt ist. Auch ist die 

Wohnsituation des Beschwerdeführers zu regeln. 

 

Für das Verwaltungsgericht ist insgesamt erstellt, dass die Fortsetzung der 

fürsorgerischen Unterbringung in der Klinik der PDAG, welche eine für die 

Behandlung des Beschwerdeführers geeignete Einrichtung darstellt, auch 

im heutigen Zeitpunkt noch gerechtfertigt und verhältnismässig ist.  

 

4. 

Die Beschwerde gegen den Unterbringungsentscheid von Dr. med. 

C._____ vom 13. Februar 2024 ist demzufolge abzuweisen. 

 

III. WBE.2024.75/87/88/90 (Einschränkungen der Bewegungsfreiheit) 

1. 

Gemäss Art. 438 i.V.m. Art. 383 Abs. 1 ZGB darf eine Einrichtung die Be-

wegungsfreiheit der urteilsunfähigen Person nur einschränken, wenn weni-

ger einschneidende Massnahmen nicht ausreichen oder von vornherein als 

ungenügend erscheinen. Die Massnahme muss dazu dienen, eine ernst-

hafte Gefahr für das Leben oder die körperliche Integrität der betroffenen 

Person oder Dritter abzuwenden oder eine schwerwiegende Störung des 

Gemeinschaftslebens zu beseitigen.  

 

2. 

2.1. 

Mit Entscheid von Dr. med. univ. E._____ vom 23. Februar 2024 wurde 

gegenüber dem Beschwerdeführer eine bewegungseinschränkende 

Massnahme im Notfall in Form der geschlossenen Isolation veranlasst. 

Grund war, dass der Beschwerdeführer nach wie vor das unter Erw. II/3.2. 

bereits erwähnte Verhalten an den Tag legte und einen Mitpatienten mit der 

Faust ins Gesicht geschlagen hatte. Da sich der Beschwerdeführer weiter-

hin insbesondere gegenüber Mitpatienten und dem Personal aggressiv 

zeigte und das effektive Gewaltrisiko nur schwer eingeschätzt werden 

konnte, wurde mit Entscheid von F._____ vom 24. Februar 2024 noch 

einmal eine bewegungseinschränkende Massnahme im Notfall in Form der 

geschlossenen Isolation veranlasst. Schliesslich wurde mit Entscheid von 

Dr. med. univ. G._____ vom 25. Februar 2024 aus denselben Gründen 

eine ordentliche bewegungseinschränkende Massnahme in Form der 

geschlossenen Isolation (gültig bis zum 29. Februar 2024) angeordnet. Mit 

Entscheid von Dr. med. univ. G._____ vom 1. März 2024 wurde diese 

wiederum aus denselben Gründen verlängert (gültig bis zum 8. März 2024). 

 

2.2. 

Gemäss den obgenannten Entscheiden der PDAG wurde die Isolation mit 

dem Ziel durchgeführt, eine Reizabschirmung, eine Beruhigung des äus-

 - 9 - 

 

 

serst angetriebenen Beschwerdeführers sowie der Vermeidung eigener 

Verletzungen des Beschwerdeführers durch allfällige Angriffe zu erreichen. 

Ohne Isolation hätte aufgrund des aggressiven Verhaltens des Beschwer-

deführers zudem eine akute Fremdgefährdung bestanden. 

 

2.3. 

Ohne Anordnung der bewegungseinschränkenden Massnahme hätte unter 

Umständen mit gravierenden Folgen für die physische und psychische Ge-

sundheit des Beschwerdeführers sowie derjenigen des Klinikpersonals und 

der Mitpatientinnen und -patienten gerechnet werden müssen. Für das Ver-

waltungsgericht ist es aufgrund der vorstehenden Erwägungen zweifelsfrei 

nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer isoliert werden musste, um 

eine Eskalation zu verhindern und ihn selbst sowie Dritte zu schützen. Eine 

mildere Massnahme als die Anordnung einer bewegungseinschränkenden 

Massnahme stand nicht zur Verfügung. Im Rahmen der Verhandlung vom 

1. März 2024 gaben die Klinikvertreterinnen zu Protokoll, dass bei einer 

Verbesserung des Zustandsbilds des Beschwerdeführers auch bei der ak-

tuell gültigen Anordnung eine schrittweise Öffnung geplant sei (Protokoll 

vom 1. März, S. 9 und 22). Auch die Gutachterin erachtete die Einschrän-

kungen der Bewegungsfreiheit aufgrund der vorhandenen Fremd- und 

dadurch indirekten Selbstgefährdung als aus medizinischer Sicht notwen-

dig (Protokoll vom 1. März, S. 20 f).  

 

3. 

Im Ergebnis sind die Anordnungen der bewegungseinschränkenden Mass-

nahmen vom 23., 24. und 25. Februar 2024 sowie vom 1. März 2024 auch 

bezüglich der Dauer nicht zu beanstanden und erweisen sich als verhält-

nismässig. Die dagegen erhobenen Beschwerden sind demzufolge abzu-

weisen. 

 

IV. WBE.2024.74/89 (Behandlungen ohne Zustimmung) 

1. 

Im Rahmen einer fürsorgerischen Unterbringung dürfen (medikamentöse) 

Behandlungen auch gegen den Willen der betroffenen Person vorgenom-

men werden (Art. 434 ZGB). Kumulativ müssen die folgenden Vorausset-

zungen erfüllt sein: (1) ohne Behandlung droht der betroffenen Person ein 

ernsthafter Schaden oder das Leben oder die körperliche Integrität von 

Drittpersonen ist gefährdet; (2) die betroffene Person ist bezüglich ihrer Be-

handlungsbedürftigkeit urteilsunfähig; (3) es steht keine angemessene 

Massnahme zur Verfügung, die weniger einschneidend ist (Abs. 1).  

 

In einer Notfallsituation können die zum Schutz der betroffenen Person 

oder Dritter unerlässlichen medizinischen Massnahmen sofort ergriffen 

werden (Art. 435 ZGB). Eine Notfallsituation im Sinne von Art. 435 ZGB 

liegt vor, wenn ein akuter Behandlungsbedarf besteht und dieser so dring-

lich ist, dass das Prozedere nach Art. 434 ZGB nicht eingehalten werden 

kann, namentlich kein Behandlungsplan, auch nicht ein provisorischer, er-

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stellt werden kann (GEISER/ETZENSBERGER, a.a.O., N. 29 zu Art. 434/435 

ZGB; GUILLOD, a.a.O., N. 3 zu Art. 435 ZGB mit Hinweisen). Aufgrund der 

Dringlichkeit kann die Interessenabwägung und die Beurteilung der Ver-

hältnismässigkeit sehr viel weniger sorgfältig vorgenommen werden als im 

Verfahren nach Art. 434 ZGB (GEISER/ETZENSBERGER, a.a.O., N. 29 zu 

Art. 434/435 ZGB). 

 

2. 

2.1. 

Am 23. Februar 2024 wurde dem Beschwerdeführer ohne seine Zustim-

mung 150 mg Clopixol acutard i.m. und 10 mg Valium i.m. und am 27. Feb-

ruar 2024 Orfiril Sirup 300 mg/5ml (Valproat natrium) 2x 800mg peroral, 

Psychopax Tropfen 12.5 mg/ml (Diazepam) 10mg peroral, Clopixol Tropfen 

20 mg/ml (Zuclopenthixal) 80mg peroral sowie Akineton Retard Tabl.  

(Biperiden hydrochlord) 4 mg verabreicht. Gemäss den ärztlichen Anord-

nungen war das Ziel der jeweiligen Behandlung ohne Zustimmung die Be-

ruhigung, Vorbeugung von Verletzungen sowie Vermeidung von Gesund-

heitsschäden. Bei Fortdauern des Zustandes ohne Zwangsmedikation hät-

te man von einer weiterbestehenden Fremdgefährdung und von einer Ver-

schlechterung des Zustandes des Beschwerdeführers ausgehen müssen 

(Entscheide von Dr. med. D._____ betreffend Behandlung ohne 

Zustimmung im Notfall vom 23. und 27. Februar 2024). 

 

2.2. 

Den Behandlungen ohne Zustimmung ging jeweils ein mehrheitliches Ab-

lehnen der Medikation sowie aggressives Verhalten des Beschwerdefüh-

rers mit hohem Gewaltpotential gegenüber dem Klinikpersonal und Mitpa-

tienten voraus. Vor der ersten Behandlung ohne Zustimmung schlug er ei-

nem Patienten gar mit der Faust ins Gesicht (siehe vorne Erw. II/3.2.). Ge-

mäss den Entscheiden der PDAG zeigte sich der Beschwerdeführer des 

Weiteren angespannt, sexuell enthemmt, angetrieben sowie inadäquat im 

Verhalten. Ein strukturiertes Gespräch sei nicht möglich gewesen.  

 

2.3. 

Eine angemessenere mildere Massnahme, um eine Beruhigung des Be-

schwerdeführers herbeizuführen, stand nicht zur Verfügung. Die Behand-

lungen sind auch für die Gutachterin aus medizinischer Sicht nachvollzieh-

bar und notwendig, zumal dem noch jungen Beschwerdeführer bei Nicht-

behandlung eine Chronifizierung seiner Krankheit droht (Protokoll vom 

1. März 2024, S. 20 f.) Für das Verwaltungsgericht ist es aufgrund der vor-

stehenden Erwägungen zweifelsfrei nachvollziehbar, dass der Beschwer-

deführer am 23. und 27. Februar 2024 medikamentös behandelt werden 

musste, um eine Eskalation zu verhindern und sowohl ihn selbst als auch 

Dritte zu schützen. Die Behandlung ohne Zustimmung erfolgte lediglich je 

einmal pro Anordnung, weshalb der Umfang der Massnahmen begrenzt 

war und auch die Massnahmen als solche als verhältnismässig zu qualifi-

zieren sind. 

 - 11 - 

 

 

 

3. 

Die Behandlungen ohne Zustimmung im Notfall vom 23. und 27. Februar 

2024 sind folglich nicht zu beanstanden und die dagegen erhobenen Be-

schwerden abzuweisen. 

 

V. 

Gestützt auf § 37 Abs. 3 lit. b EG ZGB werden in Verfahren betreffend für-

sorgerische Unterbringung keine Gerichtskosten erhoben. Eine Parteient-

schädigung fällt aufgrund des Unterliegens des Beschwerdeführers ausser 

Betracht. 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht erkennt: 

 

1. 

1.1. 

Die Beschwerde gegen den Unterbringungsentscheid von Dr. med. 

C._____, OSEARA AG, Kloten, vom 13. Februar 2024 wird abgewiesen 

(WBE.2024.60). 

 

1.2. 

Die Beschwerde gegen den Entscheid von Dr. med. D._____, Oberärztin, 

PDAG, betreffend Behandlung ohne Zustimmung im Notfall vom 23. 

Februar 2024 wird abgewiesen (WBE.2024.74). 

 

1.3. 

Die Beschwerde gegen den Entscheid von Dr. med. univ. E._____, 

Spitalfacharzt, PDAG, betreffend Einschränkung der Bewegungsfreiheit im 

Notfall vom 23. Februar 2024 wird abgewiesen (WBE.2024.75). 

 

1.4. 

Die Beschwerde gegen den Entscheid von F._____, Oberarzt, PDAG, 

betreffend Einschränkung der Bewegungsfreiheit im Notfall vom 

24. Februar 2024 wird abgewiesen (WBE.2024.87). 

 

1.5. 

Die Beschwerde gegen den Entscheid von Dr. med. univ. G._____, 

Oberärztin, PDAG, betreffend Einschränkung der Bewegungsfreiheit vom 

25. Februar 2024 wird abgewiesen (WBE.2024.88). 

 

1.6. 

Die Beschwerde gegen den Entscheid von Dr. med. D._____, Oberärztin, 

PDAG, betreffend Behandlung ohne Zustimmung im Notfall vom 27. 

Februar 2024 wird abgewiesen (WBE.2024.89). 

 

 - 12 - 

 

 

1.7. 

Die Beschwerde gegen den Entscheid von Dr. med. univ. G._____, 

Oberärztin, PDAG, betreffend Einschränkung der Bewegungsfreiheit, vom 

1. März 2024 wird abgewiesen (WBE.2024.90). 

 

2. 

Das Verfahren ist kostenlos. 

 

3. 

Es werden keine Parteikosten ersetzt. 

 

4. 

Es wird festgestellt, dass die Entlassungszuständigkeit bis zum 25. März 

2024 bei der PDAG und danach beim Familiengericht Aarau liegt, sofern 

das Familiengericht die Entlassungszuständigkeit nicht an die PDAG über-

trägt. 

 

 
   

Zustellung an: 

den Beschwerdeführer 

die PDAG 

die Beiständin: B._____ 

die Schwester: J._____ (Vertrauensperson) 

 

Mitteilung an: 

Dr. med. C._____, OSEARA AG, Kloten 

das Familiengericht Aarau 

 

 
   

Beschwerde in Zivilsachen 

 

Dieser Entscheid kann wegen Verletzung von Bundesrecht, Völkerrecht, 

kantonalen verfassungsmässigen Rechten und interkantonalem Recht in-

nert 30 Tagen seit Zustellung mit der Beschwerde in Zivilsachen beim 

Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, angefochten wer-

den. Die Frist steht still vom 7. Tag vor bis und mit 7. Tag nach Ostern, vom 

15. Juli bis und mit 15. August und vom 18. Dezember bis und mit 2. Ja-

nuar. Die unterzeichnete Beschwerde muss das Begehren, wie der Ent-

scheid zu ändern ist, sowie in gedrängter Form die Begründung, inwiefern 

der angefochtene Akt Recht verletzt, mit Angabe der Beweismittel enthal-

ten. Der angefochtene Entscheid und als Beweismittel angerufene Urkun-

den sind beizulegen (Art. 72 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesge-

richt [Bundesgerichtsgesetz, BGG] vom 17. Juni 2005). 

 

 
 

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Windisch, 1. März 2024 

 

Verwaltungsgericht des Kantons Aargau 

1. Kammer 

Vorsitz: Gerichtsschreiber:  

 

      i.V. 

 

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