# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6accc792-f220-5438-9c13-40abd63da07f
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2006-05-03
**Language:** de
**Title:** Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössische Personalrekurskommission 03.05.2006 JAAC 70.81
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_VB/CH_VB_012_JAAC-70-81--_2006-05-03.pdf

## Full Text

JAAC 70.81

Auszug aus dem Entscheid PRK 2005-031 der
Eidgenössischen Personalrekurskommission vom 3.

Mai 2006

Personnel fédéral. Partage du temps de travail
(«Job-Sharing»).Participation du Département fédéral des affaires
étrangères (DFAE) aux frais de prévoyance professionnelle de la
personne qui accompagne l’employé en mission à l’étranger. Silence
qualifié. Egalité de traitement.

Art. 6, art. 114 OPers. Art. 8 Cst. Art. 123, art 124 al. 2 O-Opers-DFAE.

- La participation du DFAE aux frais de prévoyance professionnelle
n’est pas accordée, selon l’art. 124 al. 2 O-Opers-DFAE, si le revenu
de l’activité lucrative de la personne accompagnante dépasse Fr.
44’000.- par an (consid. 2). De même, n’ont pas droit à une participation
aux frais les conjoints qui se partagent un poste en «Job-Sharing»
(ou employés à temps partiel), lesquels peuvent être considérés tous
deux comme personnes accompagnantes, s’ils perçoivent chacun un
salaire dépassant cette limite maximale de revenu (consid. 3a/aa, cc).
L’absence d’une prescription spéciale pour le «Job-Sharing» aux art.
123 ss O-Opers-DFAE doit être interprétée comme un silence qualifié de
la part du législateur et une inconséquence manifeste de l’ordonnance
n’entre pas en ligne de compte (consid. 3a/bb).

- La disposition de l’ordonnance n’est pas contraire au droit supérieur.
Il n’y a pas d’inégalité juridique (dans la législation) au sens de l’art. 8
Cst. (consid. 3b/aa) ou de discrimination fondée sur le sexe ou le mode
de vie selon l’art. 6 OPers (consid. 3b/bb).

1

Bundespersonal. «Job-Sharing». Beteiligung des Eidgenössischen
Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) an den Kosten
für berufliche Vorsorge bei Begleitpersonen von Angestellten im
Auslandeinsatz. Qualifiziertes Schweigen. Rechtsgleichheit.

Art. 6, Art. 114 BPV. Art. 8 BV. Art. 123, Art. 124 Abs. 2 VBPV-EDA.

- Die Beteiligung des EDA an den Kosten der beruflichen Vorsorge
entfällt gemäss Art. 124 Abs. 2 VBPV-EDA, wenn die Begleitperson mehr
als Fr. 44’000.- verdient (E. 2). Auch für Ehepartner im «Job-Sharing»
(oder in Teilzeitanstellungen), welche beide als Begleitpersonen
angesehen werden können, entfällt ein Anspruch auf die Beiträge, wenn
sie je einen Lohn über dieser Einkommensobergrenze erzielen (E. 3a/aa,
cc). Das Fehlen einer Spezialordnung für das «Job-Sharing» in Art. 123
ff. VBPV-EDA ist als qualifiziertes Schweigen des Verordnungsgebers zu
werten und eine planwidrige Unvollständigkeit der Verordnung kommt
nicht in Betracht (E. 3a/bb).

- Die Verordnungsbestimmung widerspricht nicht übergeordnetem
Recht. Eine Rechtsungleichheit (in der Rechtssetzung) nach Art. 8 BV
(E. 3b/aa) oder eine Diskriminierung aufgrund von Geschlecht oder
Lebensform gemäss Art. 6 BPV besteht nicht (E. 3b/bb).

Personale federale. «Job-Sharing». Partecipazione del Dipartimento
federale degli affari esteri (DFAE) ai costi della previdenza
professionale delle persone che accompagnano gli impiegati in servizio
all’estero. Silenzio qualificato. Parità di trattamento.

Art. 6, Art. 114 LPers. Art. 8 Cost. Art. 123, art. 124 cpv. 2 O-Opers-DFAE.

- Secondo l’art. 124 cpv. 2 O-OPers-DFAE, la partecipazione del DFAE
ai costi della previdenza professionale decade se la persona che
accompagna l’impiegato guadagna più di Fr. 44’000.- (consid. 2). Anche
per i coniugi in «Job-Sharing» (oppure con impieghi a tempo parziale),
che possono entrambi essere considerati persone che accompagnano,
decade il diritto ai contributi se ognuno ha un reddito che supera il
limite menzionato (E. 3a/aa, cc). L’assenza di regole specifiche per
il «Job-Sharing» nell’art. 123 segg. O-Opers-DFAE è da considerare
un silenzio qualificato del legislatore e non si tratta di una lacuna
manifesta dell’ordinanza (consid. 3a/bb).

- La disposizione dell’ordinanza non viola il diritto superiore. Non vi è
una disparità di trattamento (nella legislazione) secondo l’art. 8 Cost.
(consid. 3b/aa) né una discriminazione sulla base del sesso o del modo
di vita secondo l’art. 6 OPers (consid. 3b/bb).

2

Zusammenfassung des Sachverhalts:

A. X. und Y., verheiratet und Eltern von zwei Kindern, sind beim
Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA)
angestellt. Sie teilten sich den Posten A. in B. (als Angestellte einer
schweizerischen Vertretung im Ausland) im «Job-Sharing» mit je einem
Beschäftigungsgrad von 50%. (...).

B. Am 4. Januar 2002 erkundigte sich Y. beim EDA, ob Personen im
«Job-Sharing» seit der Einführung einer Beteiligung an den Kosten für
die berufliche Vorsorge für Begleitpersonen die Hälfte des jährlichen
Höchstbetrags von Fr. 6’600.- erhielten. Auf die abschlägige Antwort hin
ersuchten X. und Y. um Erlass einer beschwerdefähigen Verfügung. Die
Direktion für Ressourcen und Aussennetz (DRA) des EDA lehnte das Gesuch
um Beteiligung an den Kosten für die berufliche Vorsorge mit Verfügung vom
4. Dezember 2003 ab.

C. Dagegen führten X. und Y. mit Eingabe vom 14. Januar 2004 Beschwerde an
das EDA. Die DRA beantragte in der Stellungnahme vom 20. Februar 2004 die
Abweisung der Beschwerde.

D.Mit Entscheid vom 6. Juli 2005 wies das EDA die Beschwerde ab. Zur
Begründung führte es imWesentlichen aus, der Zweck von Art. 123 ff. der
Verordnung des EDA vom 20. September 2002 zur Bundespersonalverordnung
(VBPV-EDA, SR 172.220.111.343.3) sei es, die Angestellten im Auslandeinsatz
mit ihrem Haushalt betreffend Sozialversicherungsschutz mit Angestellten
in der Schweiz gleichzustellen, welche gemäss einer Studie zu 61% über ein
Zweiteinkommen von durchschnittlich Fr. 44’000.- verfügten, während es
den Begleitpersonen von EDA-Angestellten im Auslandeinsatz in den meisten
Fällen verwehrt sei, eine Erwerbstätigkeit auszuüben. Der Betrag von Fr.
6’600.- entspreche dem jährlichen Beitrag an die zweite Säule, der in der
Schweiz für ein Einkommen von Fr. 44’000.- bezahlt werde. X. und Y. seien als
Teilzeitangestellte gleichzeitig auch Begleitperson für ihren Partner oder
ihre Partnerin. Sie würden beide die Hälfte verschiedener Leis- tungen
beziehen, die für Begleitpersonen vorgesehen sind. Der Kreis der Begünstigten
für Leistungen gemäss Art. 123 ff. VBPV-EDA sei auf Personen begrenzt
worden, deren Jahreseinkommen unter Fr. 44’000.- liege. X. und Y. würden
beide je ein Jahreseinkommen über der Grenze von Fr. 44’000.- beziehen
(Bruttojahreseinkommen ...). Die Situation von Personen im «Job-Sharing»
sei nicht gesondert geregelt worden. Im vorliegenden Fall könne es sich
nicht um eine echte Lücke handeln. Wäre es die Absicht des Gesetzgebers
gewesen, diese Leistungen Personen im «Job-Sharing» unabhängig von ihrem
Einkommen oder mit anderen Einkommensgrenzen zukommen zu lassen,
hätte er eine Ausnahme vorsehen müssen. Es könne sich höchstens um eine
unechte Lücke handeln, die zu füllen nur der Gesetzgeber berechtigt wäre.
Weiter liege auch keine Verletzung des Grundsatzes der Gleichstellung von
Frau und Mann vor. Namentlich würden die fraglichen Beiträge unabhängig
vom Geschlecht der angestellten Person gewährt. Die Möglichkeit des

3

«Job-Sharings», die dem Ehepaar geboten werde, entspreche im Übrigen voll
und ganz dem Gleichstellungsauftrag, da sie beiden Ehepartnern die Ausübung
einer Erwerbstätigkeit ermögliche.

E. Gegen den Entscheid des EDA vom 6. Juli 2005 erheben X. und Y. (im
Folgenden: Beschwerdeführer) mit Eingaben vom 19. Juli 2005 und vom 4.
August 2005 Beschwerde bei der Eidgenössischen Personalrekurskommission
(PRK) mit dem Begehren, der Entscheid vom 6. Juli 2005 sei aufzuheben. Zur
Begründung der Beschwerde wird ausgeführt, dass bei der Ausarbeitung des
fraglichen Artikels die Arbeitsform des «Job-Sharings» nicht berücksichtigt
worden sei und der Grenzbetrag in diesen Fällen aufzuheben sei. Weiter
werde um Gewährung einer Frist bis Ende November 2005 zur Ergänzung der
Beschwerde und zur Nachlieferung der Beweise ersucht. Mit Schreiben vom
10. August 2005 macht die PRK die Beschwerdeführer darauf aufmerksam,
dass die Beschwerdefrist nach wie vor noch laufe und bis zu deren Ablauf
die Möglichkeit bestehe, eine ausführlichere Begründung oder Beweismittel
nachzuliefern. (...)

Aus den Erwägungen:

1. (...)

2. Gemäss Art. 114 Abs. 1 der Bundespersonalverordnung vom 3. Juli 2001
(BPV, SR 172.220.111.3) erlässt das EDA die erforderlichen Bestimmungen
zum Vollzug der Art. 81-88 BPV, welche die Leistungen des Arbeitgebers
bei Versetzungen und Einsätzen im Ausland sowie bei internationalen
Organisationen regeln. Art. 114 Abs. 3 BPV verlangt, dass bei der Festlegung
der Abgeltungen und sonstiger Massnahmen zugunsten des Personals nach
den Art. 63 und 81-88 der persönlichen Situation des entsandten Personals
Rechnung getragen wird.

Die VBPV-EDA enthält unter dem Titel «Begleitpersonen» (9. Titel),
«Beteiligung an den Kosten für berufliche Vorsorge» (3. Abschnitt) die
folgenden Bestimmungen:

«Art. 123 Voraussetzungen (Art. 114 Abs. 3 BPV)

1 Das EDA beteiligt sich an den Kosten der Begleitperson für ihre berufliche
Vorsorge, wenn:

a. der Vorsorgevertrag mit einer Vorsorgeträgerin, die der Versicherungs-
oder Bankenaufsicht unterstellt ist und Sitz in der Schweiz hat, abgeschlossen
wurde;

b. der Vorsorgevertrag eine Spar- und Risikokomponente bei Invalidität infolge
Krankheit oder Unfall mit einer Jahresrente von mindestens 12 000 Franken
enthält und diese Risiken nicht durch eine andere Versicherung abgedeckt
sind;

c. der Vorsorgevertrag eine Klausel über die Prämienbefreiung bei Invalidität
enthält;

d. die Auszahlung des angesparten Kapitals oder des Rückkaufswerts
(Freizügigkeitsfall) vor Eintritt eines Vorsorgefalles an eine der staatlichen
Aufsicht unterstellte Vorsorgeträgerin im In- oder Ausland erfolgt.

2 Absatz 1 gilt für Begleitpersonen von Angestellten nach Artikel 1 Absatz 1
auch bei einem Arbeitsort in der Schweiz.

4

Art. 124 Betrag der Beteiligung (Art. 114 Abs. 3 BPV)

1 Erzielt die Begleitperson ein Erwerbseinkommen bis 16 800 Franken im Jahr,
so beteiligt sich das EDA mit 6600 Franken an ihren Kosten für die berufliche
Vorsorge.

2 Übersteigt das Erwerbseinkommen der Begleitperson 44 000 Franken im
Jahr, so entfällt die Kostenbeteiligung des EDA.

3 Bei einem Erwerbseinkommen der Begleitperson zwischen 16 800 und 44
000 Franken im Jahr wird die Kostenbeteiligung anteilsmässig gekürzt.»

3. Die Beschwerdeführer verlangen eine Beteiligung des EDA an den
Kosten für die berufliche Vorsorge im Sinne von Art. 123 f. VBPV-EDA.
Bei «Job-Sharing» sei der Grenzbetrag von Fr. 44’000.- (Art. 124 Abs. 2
VBPV-EDA) aufzuheben. Unter den Parteien ist unbestritten, dass die beiden
Beschwerdeführer je einzeln als Begleitpersonen (je des anderen) im Sinne
von Art. 3 Bst. d VBPV-EDA anzusehen sind; so erhalten sie gemäss den
Ausführungen des EDA beide je die Hälfte verschiedener für Begleitpersonen
vorgesehene Leistungen. Das EDA hat den Beschwerdeführern hingegen einen
Beitrag nach Art. 123 ff. VBPV-EDA verweigert, weil beide je ein Einkommen
von über Fr. 44’000.- erzielten (Bruttojahreseinkommen ...) und damit gestützt
auf Art. 124 Abs. 2 VBPV-EDA eine Beteiligung entfalle.

Im Folgenden ist damit zu prüfen, ob im Falle von «Job-Sharing» von
Ehepartnern die Einkommensobergrenze von Art. 124 Abs. 2 VBPV-EDA auch
zu gelten hat, was dazu führen würde, dass die Beschwerdeführer aufgrund
der Höhe ihres Einkommens keinen Anspruch auf die fragliche Beteiligung
erheben könnten.

a.aa. Ausgangspunkt jeglicher Gesetzesauslegung ist der Wortlaut der
zu interpretierenden Bestimmung (vgl. BGE 121 II 368 E. 4.2, BGE 129 II
114 E. 3, BGE 123 III 285 E. 2 b/bb mit Hinweisen, BGE 122 V 364 E. 4 a).
Der Wortlaut von Art. 123 f. VBPV-EDA ist hinsichtlich der vorliegenden
Fragestellung klar. Art. 124 VBPV-EDA stellt als Kriterium, ob ein Anspruch
besteht, auf das Erwerbseinkommen der Begleitperson ab, welches Fr.
44’000.- nicht übersteigen darf. Die Verordnung sieht keine spezielle
Regelung vor für «Job-Sharing» oder für den Fall, dass zwei Ehegatten je
Teilzeitanstellungen innehaben. Betrachtet wird lediglich die Situation
der (einzelnen) Begleitperson, nicht aber die Situation des Partners (des
Angestellten des EDA) oder des Haushalts als Ganzes. Da vorliegend die
Beschwerdeführer, welche beide je als Begleitpersonen anzusehen sind,
je einzeln die Einkommensgrenze von Fr. 44’000.- klar übertreffen, ist Art.
124 Abs. 2 VBPV-EDA nach dessen Wortlaut eindeutig anwendbar und die
Bedingungen für eine Kostenbeteiligung des EDA sind nicht erfüllt.

Die anderen - die historische, die zeitgemässe, die systematische und die
teleologische - Auslegungsmethoden (siehe BGE 128 I 291 E. 2.4, BGE 128
II 62 E. 4, BGE 129 II 118 E. 3; Ulrich Häfelin / Georg Müller, Allgemeines
Verwaltungsrecht, 4. Aufl., Zürich 2002, Rz. 216-218) führen ebenfalls zu
keinem anderen Ergebnis. Laut den Materialien zur Entstehung der Art.
123 ff. VBPV-EDA besteht deren Zweck darin, Begleitpersonen, welche ihren
Partnern an deren Arbeitsstelle im Ausland gefolgt sind und welchen häufig
die Möglichkeit der Ausübung einer eigenen beruflichen Tätigkeit nicht
offen steht (häufige Versetzung des Partners, Arbeitsbewilligung, generelle

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http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?resolve=1&id=BGE_121%20II%20368
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?resolve=1&id=BGE_129%20II%20114
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?resolve=1&id=BGE_129%20II%20114
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?resolve=1&id=BGE_123%20III%20285
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?resolve=1&id=BGE_122%20V%20364
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?resolve=1&id=BGE_128%20I%20291
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?resolve=1&id=BGE_128%20II%2062
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?resolve=1&id=BGE_128%20II%2062
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?resolve=1&id=BGE_129%20II%20118

Schwierigkeit, im Ausland eine Arbeitsstelle finden usw.) und die damit keine
eigene berufliche Vorsorge aufbauen können, einen Ausgleich für deren
verminderten Sozialversicherungsschutz zu bieten. Es soll die Benachteiligung
gegenüber Partnern von Angestellten der Bundesverwaltung in der Schweiz
aufgefangen werden, welchen die Möglichkeit einer Erwerbstätigkeit
offen steht und welche einer solchen zu einem grossen Teil auch effektiv
nachgehen (61% der Haushalte von Angestellten der Bundesverwaltung
würden gemäss einer Studie über ein durchschnittliches Zweiteinkommen
von Fr. 44’000.- verfügen) sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz
aufbauen können. Aus den Materialien lässt sich somit schliessen, dass sich
die Regelung einzig an die Begleitpersonen richtet, deren Benachteiligung
aufgrund der eingeschränkten Möglichkeit zum eigenen Arbeitserwerb
und des entsprechend mangelhaften Aufbaus einer beruflichen Vorsorge
aufgrund der Versetzung ihrer Partner ins Ausland gemildert werden soll.
Nicht nur nach demWortlaut, sondern auch nach dem Normzweck und den
Materialien ist folglich im Zusammenhang mit Art. 124 VBPV-EDA lediglich
die Situation und das Erwerbseinkommen der Begleitpersonen relevant
für die Frage, ob ein Anspruch auf eine Beteiligung besteht oder nicht. Die
Verhältnisse beim Partner der Begleitperson (Angestellter des EDA), so ob
dieser selbst bloss teilzeitlich angestellt ist, sind unbeachtlich und ebenso
hat der Verordnungsgeber nicht die Situation der Lebenspartner insgesamt
(Gesamteinkommen des Haushalts; Teilzeit beider Partner bzw. «Job-Sharing»)
als massgebliche Grösse angesehen. Dies ist auch konsequent angesichts
des Ziels der Gleichstellung der Begleitpersonen hinsichtlich Aufbaus einer
beruflichen Vorsorge mit den Ehepartnern von Bundesangestellten mit
schweizerischem Arbeitsort.

bb. Es bleibt zu prüfen ob betreffend «Job-Sharing» die Verordnung eine
planwidrige Unvollständigkeit (Lücke) aufweist.

Bevor eine ausfüllungsbedürftige Lücke angenommen werden darf, ist durch
Auslegung zu ermitteln, ob das Fehlen einer ausdrücklichen Anordnung nicht
eine bewusst negative Antwort des Gesetzes bedeutet, d. h. ein sogenanntes
qualifiziertes Schweigen des Gesetzes darstellt. In diesem Fall hat das
Gesetz nicht eine Rechtsfrage übersehen, sondern diese stillschweigend -
im negativen Sinn - mitentschieden (Häfelin / Müller, a.a.O., Rz. 234 - 236). Es
ist angesichts des dargelegten Zwecks der Regelung von Art. 123 ff. VBPV-EDA
davon auszugehen, dass der Verordnungsgeber bewusst in jedem Fall, in
welchem die Begleitperson ein Einkommen von über Fr. 44’000.- erreicht,
einen Anspruch verneinen wollte und dass er ebenso bewusst keine spezielle
Regelung getroffen hat für die Sachlage, in welcher zwei Ehepartner im
Auslandeinsatz beide Teilzeit bzw. im «Job-Sharing» arbeiten. Das Fehlen einer
Spezialordnung für das «Job-Sharing» ist somit als qualifiziertes Schweigen
des Verordnungsgebers zu werten und eine planwidrige Unvollständigkeit der
Verordnung kommt nicht in Betracht.

cc. Übertrifft also wie vorliegend die Begleitperson (bzw. beide) mit
ihrem Einkommen die Obergrenze von Fr. 44’000.-, entfällt nach dem
Sinn und Zweck des Gesetzes der Anspruch auf einen Beitrag nach Art.
123 ff. VBPV-EDA; dies unabhängig von der gesamten Einkommens- und
Beschäftigungssituation des Ehepaares. Aufgrund der Tatsache, dass die
beiden Beschwerdeführer nur je 50%-Stellen einnehmen, ergibt sich keine
abweichende Behandlung.

6

Die Regelung in Art. 123 ff. VBPV-EDA erweist sich im Übrigen gerade für den
vorliegenden Fall keineswegs als lückenhaft. Die beiden Beschwerdeführer
sind einerseits - anders als die von Art. 123 ff. VBPV-EDA anvisierten
Begleitpersonen - beide aufgrund ihrer Anstellungen durchaus in der
Lage, einen Versicherungsschutz der beruflichen Vorsorge aufzubauen.
Andererseits haben die Ehepartner die Lösung des «Job-Sharings» und damit
von Teilzeitarbeit freiwillig gewählt, während die Beteiligung des EDA an der
beruflichen Vorsorge speziell für Begleitpersonen vorgesehen wurde, welche
im Ausland gerade nicht die Wahl haben, ob sie arbeiten wollen oder nicht
bzw. zu welchem Beschäftigungsgrad. Damit haben die Beschwerdeführer
(je einzeln) auf die Erzielung von höherem Einkommen und entsprechend
auf höheren Sozialversicherungsschutz aus eigenem Antrieb und aufgrund
eigener Vorstellungen der Lebensgestaltung verzichtet. Diese finanziellen
«Nachteile» haben keineswegs etwas mit der Tatsache zu tun, dass die
Beschwerdeführer für das EDA im Ausland tätig sind, sondern sind darauf
zurückzuführen, dass sie sich für das fragliche Anstellungsmodell entschieden
haben. Die Beschwerdeführer machen ferner nicht geltend, dass sie die
«Job-Sharing»-Variante bei schweizerischem Arbeitsort nicht gewählt hätten
(in welchem Fall sich genau die gleiche Situation betreffend Vorsorgeschutz
ergäbe) und sie hierzu aufgrund ihres Auslandeinsatzes gezwungen seien; so
haben bereits vor der Teilung der Stelle als A. beide Ehegatten unabhängige
Teilzeitanstellungen von 50% eingenommen. Aufgrund der Tatsache, dass die
Beschwerdeführer für das EDA im Ausland leben und arbeiten, ergibt sich
folglich für diese gar kein Nachteil im Hinblick auf die berufliche Vorsorge -
anders als für die von Art. 123 ff. VBPV-EDA ins Auge gefassten Personen.

Zusammenfassend lässt sich die Auslegung der in Frage stehenden Normen
durch das EDA nicht beanstanden.

b. Auch ein Widerspruch der fraglichen Verordnungsbestimmungen mit
dem übergeordneten Recht ist nicht zu sehen. In ihrer Beschwerde an das
EDA vom 14. Januar 2004 machten die Beschwerdeführer geltend, Art. 6
BPV (Gleichstellung von Mann und Frau) sei verletzt und sie sähen die
Chancengleichheit und Gleichstellung beeinträchtigt, da einer von ihnen
beiden das Arbeitsverhältnis auflösen müsste, damit eine Gleichstellung in
der beruflichen Vorsorge mit einem vollzeitbeschäftigten Kollegen mit (nicht
erwerbstätiger) Ehefrau oder Begleitperson erzielt werden könnte.

aa. Ein Erlass verletzt den Grundsatz der Rechtsgleichheit und damit Art.
8 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18.
April 1999 (BV, SR 101), wenn er rechtliche Unterscheidungen trifft, für die
ein vernünftiger Grund in den zu regelnden Verhältnissen nicht ersichtlich
ist, oder Unterscheidungen unterlässt, die sich aufgrund der Verhältnisse
aufdrängen. Die Rechtsgleichheit ist insbesondere dann verletzt, wenn
Gleiches nicht nach Massgabe seiner Gleichheit gleich oder Ungleiches nicht
nach Massgabe seiner Ungleichheit ungleich behandelt wird; vorausgesetzt ist,
dass sich der unbegründete Unterschied oder die unbegründete Gleichstellung
auf eine wesentliche Tatsache bezieht (BGE 129 I 3, BGE 123 I 141; Arthur
Haefliger, Alle Schweizer sind vor dem Gesetze gleich, Bern 1985, S. 60 ff.;
Häfelin / Müller, a.a.O., Rz. 495).

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http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?resolve=1&id=BGE_129%20I%203
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?resolve=1&id=BGE_123%20I%20141

Eine Rechtsungleichheit in diesem Sinne kann in der in Frage stehenden
Regelung nicht gesehen werden, da gerade schematisch und unabhängig
von der Situation der Lebenspartner insgesamt für alle Fälle einzig auf die
Begleitpersonen und deren Einkommen abgestellt wird (oben E. 3a/aa). Die
Tatsache, dass eine Begleitperson, welche ihrem (zu 100% angestellten)
Partner ins Ausland folgt und keiner Erwerbstätigkeit nachgeht, einen
vollen Anspruch auf Beteiligung am Vorsorgeaufbau hat, bewirkt keine
Ungleichbehandlung im rechtlichen Sinn mit der Situation, in welcher die
Beschwerdeführer sich befinden, denn die beiden Sachlagen sind gar nicht
miteinander vergleichbar. Es handelt sich nicht um «gleiche» Situationen,
die gleich behandelt werden müssen, da im ersten Fall anders als im zweiten
die Begleitperson kein Einkommen erzielt und entsprechend keinen eigenen
Sozialversicherungsschutz aufbauen kann (weswegen die Beteiligung des
EDA sich rechtfertigt). Weiter kann auch keine Rede sein davon, dass der
Verordnungsgeber eine nötige Unterscheidung unterlassen hätte; eine
spezielle Regelung für Personen im «Job-Sharing» (oder für Teilzeitarbeit) hat
sich nämlich gerade nicht aufgedrängt. Um den Zweck der Regelung (E. 3a/aa)
zu erreichen, genügte es, eine Einkommensgrenze festzulegen, welche sich
einzig an den Verhältnissen bei der Begleitperson - deren Versicherungsschutz
gesichert werden soll - orientiert, ohne auf jene des Angestellten des EDA bzw.
jene des Ehepaars insgesamt abzustellen (siehe oben E. 3a/aa).

bb. Nach Art. 6 Abs. 1 BPV (siehe auch Art. 8 Abs. 3 BV) hat der Arbeitgeber
dafür zu sorgen, dass Angestellte nicht aufgrund von Geschlecht oder
Lebensform benachteiligt werden. Absatz 2 der Bestimmung verlangt überdies
Massnahmen zur Gleichstellung von Mann und Frau. Eine Diskriminierung
aufgrund von Geschlecht oder Lebensform (wozu das «Job-Sharing» nicht
gehört) ist jedoch in der geschlechtsneutral ausgestalteten Regelung von
Art. 123 ff. VBPV-EDA nicht zu sehen und auch im konkreten Fall der
Beschwerdeführer resultierte keine Benachteiligung aufgrund des Geschlechts.
«Nachteile» erfahren die Beschwerdeführer einzig aufgrund ihrer auf
freiwilliger Basis gefällten Entscheidung, eine 100%-Stelle zu teilen, anstatt
sie nur durch einen Ehepartner besetzen zu lassen. Die Beschwerdeführer
berufen sich damit zu Unrecht auf Art. 6 BPV. (...)

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Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

JAAC 70.81 - Auszug aus dem Entscheid PRK 2005-031 der Eidgenössischen

Personalrekurskommission vom 3. Mai 2006

In Verwaltungspraxis der Bundesbehörden
Dans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération
In Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione

Jahr 2006
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Band 70
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