# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4b6c4b27-0540-51d7-b019-3811204f998d
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** RU240058-O1
**Docket/Reference:** RU240058-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/RU240058-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Zivilkammer  

Geschäfts-Nr.: RU240058-O/U

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. E. Lichti Aschwanden, Vorsitzende, 

Oberrichterin lic. iur. M. Stammbach und Oberrichter Dr. E. Pahud 

sowie Gerichtsschreiberin MLaw C. Widmer

Beschluss vom 13. Dezember 2024

in Sachen

gegen

A._____,

Gesuchsteller,

B1._____ AG,

Gesuchsgegnerin,

vertreten durch C._____ AG,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____,

betreffend Wiederherstellung der Beschwerdefristen in den Beschlüssen der 

Schlichtungsbehörde Zürich vom 2. Oktober 2024 (MO242440 und 

MO242718)

- 2 -

Erwägungen:

1.

1.1. Der Kläger und Gesuchsteller (nachfolgend: Gesuchsteller) mietete von der 

Beklagten und Gesuchsgegnerin (nachfolgend: Gesuchsgegnerin) eine 1-Zimmer-

wohnung an der D._____-strasse 1 in … Zürich (act. 7/2/7 = act. 8/2/8). Mit 

Schreiben und Formular vom 27. Juni 2024 kündigte die Gesuchsgegnerin das 

Mietverhältnis per 30. September 2025 (act. 4/2 = act. 7/2/2= act. 8/2/2 f.). 

1.2. Mit Eingabe vom 3. August 2024 (Poststempel vom 5. August 2024) reichte 

der Gesuchsteller bei der Schlichtungsbehörde des Bezirks Zürich zwei Schlich-

tungsgesuche ein. Einerseits ersuchte er um Ungültigerklärung der Kündigung so-

wie Erstreckung des Mietverhältnisses (Schlichtungsverfahren Nr. MO242439) 

und andererseits um Mängelbehebung (Schlichtungsverfahren Nr. MO242440, 

act. 7). Mit Eingabe vom 28. September 2024 (Datum Poststempel) gelangte der 

Gesuchsteller erneut an die Schlichtungsbehörde und ersuchte um Erstreckung 

des Mietverhältnisses (Schlichtungsverfahren Nr. MO242718, act. 8).

Am 2. Oktober 2024 fand die Schlichtungsverhandlung statt, an welcher mit 

dem Einverständnis der Parteien die Verfahren Nr. MO242439, Nr. MO242440 

und Nr. MO242718 zusammen verhandelt wurden. Der Rechtsvertreter der Ge-

suchsgegnerin brachte vor, die Vermieterin der Mietwohnung sei die B1._____ 

AG und nicht die eingeklagte B2._____ AG. Im Verfahren Nr. MO242439 erklärte 

sich die Gesuchsgegnerin mit einer Rubrumanpassung von Amtes wegen einver-

standen (Prot. Schlichtungsbehörde S. 2), in den Verfahren Nr. MO242440 und 

Nr. MO242718 jedoch nicht. In Letzteren habe der Beschwerdeführer die falsche 

Partei eingeklagt. Die Verhandlung wurde trotz in Frage stehender Passivlegitima-

tion im Hinblick auf eine Vergleichslösung durchgeführt (act. 7 Prot. Schlichtungs-

behörde S. 2; act. 8 Prot. Schlichtungsbehörde S. 2 f.).

In den Schlichtungsverfahren, die dem vorliegenden Verfahren zu Grunde 

liegen, scheiterten die Vergleichsgespräche (act. 7 Prot. Schlichtungsbehörde 

S. 4; act. 8 Prot. Schlichtungsbehörde S. 4). Im Verfahren betreffend Mängelbe-

hebung (Verfahren Nr. MO242440) wurde dem Gesuchsteller die Klagebewilli-

- 3 -

gung ausgestellt (act. 7 Prot. Schlichtungsbehörde S. 4; act. 7/13) und im Verfah-

ren betreffend Kündigungsschutz / Erstreckung (Verfahren Nr. MO242718) wurde 

den Parteien mit Beschluss vom 2. Oktober 2024 der Urteilsvorschlag unterbrei-

tet, wonach das Mietverhältnis einmalig und definitiv bis zum 31. März 2026 er-

streckt werde (act. 8/7). Das Verfahren betreffend Kündigungsschutz / Anfechtung 

(Verfahren Nr. MO242439) wurde mit Beschluss vom 2. Oktober 2024 als gegen-

standslos abgeschrieben. 

Mit Beschlüssen vom 2. Oktober 2024 beschloss die Schlichtungsbehörde in 

den Verfahren Nr. MO242440 und Nr. MO242718 zudem folgende Rubrumsbe-

richtigung: Die als Beklagte aufgeführte B2._____ AG, E._____-str. 2, F._____, 

werde durch die B1._____ AG, E._____-str. 2, F._____, ersetzt (Dispositiv-Ziff. 1). 

Es wurde darauf hingewiesen, dass gegen den Entscheid innert 10 Tagen von der 

Zustellung an Beschwerde beim Obergericht des Kantons Zürich erhoben werden 

könne (Dispositiv-Ziff. 3, MO242440: act. 3/1 = act. 7/10 = act. 6/1, Aktenexem-

plar; MO242718: act. 3/2 = act. 8/4= 6/2, Aktenexemplar). 

1.3. Mit Eingabe vom 20. November 2024 (Poststempel vom 21. November 

2024) wandte sich der Gesuchsteller an das Obergericht des Kantons Zürich 

(act. 2). Er erhob Beschwerde gegen den Entscheid der Schlichtungsbehörde 

vom 2. Oktober 2024 betreffend Kündigungsschutz / Anfechtung (Verfahren 

Nr. MO242439, Antrag 1, 2) und ersuchte um Erstreckung der Beschwerdefrist 

(Antrag 4). Weiter stellte er hinsichtlich der Beschwerdefristen in den Verfahren 

betreffend Mängelbehebung (Verfahren Nr. MO242440) und Kündigungs-

schutz / Erstreckung (Verfahren Nr. MO242718) ein Fristwiederherstellungsge-

such (Antrag 3). Zudem ersuchte er um unentgeltliche Rechtspflege (Antrag 5). 

Für die Beschwerde gegen den Entscheid betreffend Kündigungs-

schutz / Anfechtung wurde das Verfahren Nr. RU240057 angelegt. Mit Bezug auf 

den Antrag 3 ist die Eingabe als Fristwiederherstellungsgesuch entgegen zu neh-

men, das im vorliegenden Verfahren Nr. RU240058 zu behandeln ist. 

1.4. Grundsätzlich ist der Gegenpartei Gelegenheit zu geben, sich zu einem Ge-

such um Fristwiederherstellung zu äussern (Art. 149 ZPO). Jedoch kann hiervon 

- 4 -

abgesehen werden, wenn das Fristwiederherstellungsgesuch offensichtlich unzu-

lässig oder unbegründet ist (vgl. OGer ZH RU120046 vom 15. Oktober 2012 E. 4.; 

HGer ZH HG230074 vom 18. September 2023 E. 1.1.; CHK ZPO-SUTTER-

SOMM/SEILER, Zürich 2021, Art. 149 N 3 m.w.H.). Dies ist vorliegend der Fall. Das 

Verfahren erweist sich als spruchreif. 

2.

2.1.1. Gemäss Art. 148 Abs. 1 ZPO kann ein Gericht einer säumigen Partei eine 

Nachfrist gewähren, wenn die Partei glaubhaft macht, dass sie kein oder nur ein 

leichtes Verschulden trifft. Ein begründetes Fristwiederherstellungsgesuch ist in-

nert zehn Tagen seit Wegfall des Säumnisgrunds einzureichen (Art. 148 Abs. 2 

ZPO). Ist bereits ein Endentscheid ergangen, so kann die Wiederherstellung nur 

innerhalb von sechs Monaten seit Eintritt der Rechtskraft verlangt werden 

(Art. 148 Abs. 3 ZPO). Wiederhergestellt werden kann insbesondere auch eine 

Rechtsmittelfrist. Zuständig hierfür ist die Rechtsmittelinstanz (OGer ZH 

LF190081 vom 23. Januar 2020 E. 2.1. m.w.H.; RB200010 vom 5. Juni 2020 

E. 2.1.1).  

2.1.2. Beide Beschlüsse wurden dem Gesuchsteller am 26. Oktober 2024 zuge-

stellt (act. 7/11; act. 8/5). Die Beschwerdefristen liefen am 5. November 2024 ab. 

Da der Gesuchsteller bis dann keine Beschwerde eingereicht hat, ist er säumig. 

Der Gesuchsteller macht als Säumnisgrund seine Krankheit geltend, welche 

durch die beigelegten Arbeitsunfähigkeitszeugnisse belegt werde (act. 2 Rz. 4.d 

m.V.a. act. 4/3/1 f.). Gemäss den Zeugnissen ist der Gesuchsteller vom 1. Okto-

ber 2024 bis voraussichtlich 31. Dezember 2024 krankheitshalber arbeitsunfähig 

(act. 4/3/1 f.). 

2.2.1. Für eine Wiederherstellung ist zunächst vorausgesetzt, dass an ihr ein 

schutzwürdiges Interesse besteht. Insbesondere darf  sie für den Ausgang des 

Prozesses nicht offensichtlich unerheblich, d.h. für den Entscheid in der Sache 

selber ohne jede Bedeutung sein. Dies wird zwar in Art. 148 ZPO nicht ausdrück-

lich normiert, ergibt sich aber aus dem erforderlichen Rechtsschutzinteresse der 

gesuchstellenden Partei (OGer ZH RB200010 vom 5. Juni 2020 E. 2.2.1; CHK 

- 5 -

ZPO-SUTTER-SOMM/SEILER, Zürich 2021, Art. 148 N 9; MERZ, DIKE-Komm-ZPO, 

2. Aufl. 2016, Art. 148 N 13).

2.2.2. Der Gesuchsteller führt zum Interesse an der Wiederherstellung aus, die 

Beschlüsse würden wichtige Fragen betreffen u.a. zur Behebung von Wohnungs-

mängeln, die für die Bewertung der Kündigung und für die Härtefallprüfung rele-

vant seien (act. 2 Rz. 4.c). 

2.2.3. Mit den in Frage stehenden Beschlüssen passte die Schlichtungsbehörde 

das Rubrum an. Sie erwog, der Gesuchsteller habe in beiden Verfahren nicht die 

B1._____ AG (Vermieterin), sondern die B2._____ AG eingeklagt, wobei es sich 

um ein offenkundiges Versehen handle, welches von Amtes wegen zu berichtigen 

sei (act. 6/1 E. 2., E. 4.; act. 6/2 E. 2., E. 4.). Die Anpassung erfolgte im Interesse 

des Gesuchstellers, so dass er nicht beschwert ist. Der Gesuchsteller macht auch 

nicht geltend, mit den Beschlüssen der Schlichtungsbehörde inhaltlich nicht ein-

verstanden zu sein bzw. diese als falsch zu erachten und deshalb anfechten zu 

wollen. In den angefochtenen Beschlüssen werden zudem nicht "Fragen betref-

fend die Behebung von Wohnmängel" behandelt. Weder die Erwägungen noch 

die beschlossene Rubrumsanpassung sind für "die Bewertung der Kündigung" 

oder die "Härtefallprüfung" von Relevanz. 

2.2.4. Das Vorliegen eines Rechtsschutzinteresses (als Eintretensvoraussetzung) 

des Gesuchstellers an den Fristwiederherstellungen ist zu verneinen. Auf die Ge-

suche ist nicht einzutreten. Aber selbst wenn auf die Gesuche einzutreten wäre, 

wären diese auch in der Sache abzuweisen:

2.3.1. Eine plötzliche Krankheit oder ein Unfall kann einen Wiederherstellungs-

grund darstellen, doch muss die rechtsuchende Partei dadurch davon abgehalten 

worden sein, selber innert Frist zu handeln oder eine Drittperson mit der Vor-

nahme der Handlung zu beauftragen. Voraussetzung ist, dass die körperliche, 

geistige oder psychische Beeinträchtigung jegliches auf die Fristwahrung gerich-

tetes Handeln wie etwa den Beizug eines Vertreters verunmöglichte (vgl. BGer 

9C_1060/2010 vom 23. Februar 2011, E 2.1 und 2.2; KGer GR ZK2 13 14 vom 

2. Dezember 2013 E. II/2b). Auch bei ärztlich bescheinigter Arbeitsunfähigkeit ist 

- 6 -

nicht in jedem Fall ausgewiesen, dass die Partei die entsprechende Prozesshand-

lung tatsächlich nicht vornehmen konnte: Arbeitsunfähigkeit ist nicht mit Verhand-

lungsfähigkeit oder der Möglichkeit, rechtzeitig eine Eingabe zu verfassen, gleich-

zusetzen. Erkrankt die Partei eine gewisse Zeit vor Fristablauf, ist sie in der Regel 

in der Lage, selber zu handeln oder die Dienste einer Drittperson in Anspruch zu 

nehmen (zum Ganzen: RU200022 vom 16. Juni 2020 E. 2.1. m.w.H.; TANNER, 

Wiederherstellung von Fristen und Terminen gemäss Art. 148 f. ZPO, in: ZZZ 

58/2022, 147 ff., 160 im Besonderen zu Arztzeugnissen). 

2.3.2. Die eingereichten Arztzeugnisse bescheinigen dem Gesuchsteller die Ar-

beitsunfähigkeit, nicht aber eine Verhandlungsunfähigkeit, womit es ihm nicht ge-

lingt, einen Wiederherstellungsgrund glaubhaft zu machen. Zudem bestehen er-

hebliche Zweifel daran, dass die geltend gemachte Krankheit auch die Verhand-

lungsunfähigkeit zur Folge hat, weil die Arbeitsunfähigkeit seit dem 1. Oktober 

2024 bescheinigt wird, der Gesuchsteller jedoch in der Lage war, am 2. Oktober 

2024 an der Schlichtungsverhandlung teilzunehmen und am 20. November 2024 

eine Eingabe an die hiesige Kammer zu machen. Das Gesuch um Fristwiederher-

stellung wäre damit abzuweisen, wenn darauf eingetreten würde. 

3.

3.1. Eine Person hat Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, wenn sie einer-

seits nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und andererseits ihr Rechtsbegeh-

ren nicht aussichtslos erscheint (Art. 117 ZPO). Die unentgeltliche Rechtspflege 

umfasst u.a. die Befreiung von den Gerichtskosten sowie die gerichtliche Bestel-

lung einer Rechtsbeiständin oder eines Rechtsbeistands, wenn dies zur Wahrung 

der Rechte notwendig ist (vgl. Art. 118 Abs. 1 lit. b und lit. c ZPO). 

3.2. Die Aussichtslosigkeit kann sich auch aus formellen Gründen ergeben (BGer 

5D_171/2020 vom 28. Oktober 2020 E. 3.1.). Die ist gegeben, wenn die Prozess-

voraussetzungen i.S.v. Art. 59 ZPO, wozu das Bestehen eines Rechtsschutzinter-

esse gehört (vgl. Art. 59 Abs. 2 lit. a ZPO), nicht erfüllt sind (WUFFLI/FUHRER, 

Handbuch unentgeltliche Rechtspflege im Zivilprozessrecht, N. 384). Im vorlie-

genden Fall hat der Gesuchsteller offensichtlich kein Rechtsschutzinteresse (vgl. 

- 7 -

E. 2.2.4.). Das Gesuch des Gesuchstellers um Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege für das vorliegende Verfahren ist infolge Aussichtslosigkeit abzuwei-

sen.

4.

4.1.  In Anwendung von Art. 113 Abs. 1 und Abs. 2 lit. c ZPO sind keine Parteien-

tschädigungen zuzusprechen und keine Gerichtskosten zu erheben.

4.2.  Für das Verfahren betreffend unentgeltliche Rechtspflege werden keine Ge-

richtskosten erhoben (Art. 119 Abs. 6 ZPO).

Es wird beschlossen:

1.

Auf das Wiederherstellungsgesuch betreffend den Beschluss der Schlich-

tungsbehörde Zürich im Verfahren MO242440 vom 2. Oktober 2024 wird 

nicht eingetreten. 

2.

Auf das Wiederherstellungsgesuch betreffend den Beschluss der Schlich-

tungsbehörde Zürich im Verfahren MO242718 vom 2. Oktober 2024 wird 

nicht eingetreten.

3.

Das Gesuch des Gesuchstellers um unentgeltliche Rechtspflege wird abge-

4.

5.

6.

wiesen. 

Es werden keine Gerichtskosten erhoben. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Gesuchsgegnerin unter Bei-

lage eines Doppels von act. 2, sowie unter Rücksendung der erst-

instanzlichen Akten an die Schlichtungsbehörde des Bezirkes Zürich, je ge-

gen Empfangsschein.

7.

Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist 

innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesge-

- 8 -

richt, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen 

Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG.

Es handelt sich um eine mietrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert wurde nicht ermit-
telt.

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung.

Obergericht des Kantons Zürich
II. Zivilkammer

Die Gerichtsschreiberin:

MLaw C. Widmer

versandt am:
16. Dezember 2024