# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2c7bc1c0-3273-5938-9ace-cf5541581574
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-11-18
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 18.11.2021 720 20 249/306
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-20-249-306_2021-11-18.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 18. November 2021 (720 20 249 / 306) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

IV-Rente; Würdigung des medizinischen Sachverhalts gestützt auf ein Verwaltungs- und 

ein Gerichtsgutachten 

 

 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Jürg Pulver, Kantons-

richter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin Felicia Käslin 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Carole Held, Rechtsan-
wältin, Rechtsdienst Behindertenforum, Bachlettenstrasse 12, 
4054 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  

 
 
 
A. Die 1989 geborene A.____ meldete sich am 29. November 2017 (Eingang: 22. Dezem-
ber 2017) unter Hinweis auf Schlafstörungen, Rückenschmerzen sowie ein Reizdarmsyndrom bei 
der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Im Rahmen der Abklä-
rung der gesundheitlichen Verhältnisse gab die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) ein bidis-
ziplinäres Gutachten bei Dr. med. B.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, und 
Dr. med. C.____, FMH Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin, in Auftrag. Gestützt auf 

 

 
 
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das Gutachten der Dres. B.____ und C.____ vom 28. März 2019 wies sie einen Anspruch auf 
eine Invalidenrente mit Verfügung vom 25. Mai 2020 ab. 
 
B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten durch Carole Held, Rechtsanwältin, am 
29. Juni 2020 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte sie, die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 
25. Mai 2020 sei aufzuheben und es sei ihr aufgrund einer vollen Arbeitsunfähigkeit rückwirkend 
ab Juni 2018 eine ganze Rente auszurichten; unter o/e-Kostenfolge. In verfahrensrechtlicher Hin-
sicht beantragte sie die unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung mit ihrer Rechtsver-
treterin. Zur Begründung machte sie im Wesentlichen geltend, für die Beurteilung der Arbeitsfä-
higkeit sei nicht auf das von der Beschwerdegegnerin bei Dr. B.____ und Dr. C.____ eingeholte 
bidisziplinäre Gutachten vom 28. März 2019 abzustellen. Vielmehr sei auf die Beurteilungen der 
behandelnden Ärzte abzustellen. 
 
C. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 1. Juli 2020 bewilligte das Kantonsgericht der 
Beschwerdeführerin für das vorliegende Verfahren die unentgeltliche Prozessführung und die un-
entgeltliche Verbeiständung mit ihrer Rechtsvertreterin. 
 
D. In ihrer Vernehmlassung vom 30. Juli 2020 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Be-
schwerde. 
 
E. Anlässlich der Urteilsberatung vom 5. November 2020 gelangte das Kantonsgericht zur 
Auffassung, das psychiatrische Teilgutachten gebe Anlass zu konkreten Zweifeln, namentlich 
hinsichtlich der Beurteilung des psychischen Gesundheitszustands der Versicherten. Da auch die 
übrigen bei den Akten liegenden medizinischen Berichte nicht genügend beweiskräftig seien, sei 
eine abschliessende Beurteilung der Angelegenheit gestützt auf die vorhandene medizinische 
Aktenlage nicht möglich. Das rheumatologische Teilgutachten sei hingegen nicht zu beanstan-
den, zumal es umfassend sei, die geklagten Beschwerden berücksichtige, in Kenntnis der Vorak-
ten abgegeben worden sei und in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bezie-
hungsweise der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchte. Das Gericht beschloss des-
halb, den Fall auszustellen und zur Klärung des medizinischen Sachverhalts ein psychiatrisches 
Gerichtsgutachten einzuholen. 
 
F. Mit Schreiben vom 10. März 2021 beauftragte das Kantonsgericht PD Dr. med. D.____, 
FMH Psychiatrie und Psychotherapie, mit der Erstellung eines psychiatrischen Gutachtens, wel-
ches am 12. Mai 2021 erstattet wurde. Die Parteien erhielten in der Folge Gelegenheit, sich zum 
Inhalt des Gutachtens und zur Frage zu äussern, wie sich dessen Ergebnisse auf den Leistungs-
anspruch der Versicherten auswirken würden. Mit Stellungnahme vom 25. Juni 2021 hielt die IV-
Stelle fest, ihr regionaler ärztlicher Dienst (RAD) schätze die gutachterlichen Einschätzungen als 
plausibel ein und es könne frühestens ab Juni 2018 eine halbe Rente ausgerichtet werden. Die 
Beschwerdeführerin beantragte mit Eingabe vom 13. August 2021, es sei auf das beweistaugli-
che Gutachten abzustellen und ihr ab Juni 2018 eine halbe Invalidenrente auszurichten. 
 
 

 

 
 
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Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs-
gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfah-
rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des 
Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die 
Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das 
Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwer-
den gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der 
vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte – 
Beschwerde vom 29. Juni 2020 ist demnach einzutreten. 
 
2. Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente. 
 
3.1  Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während ei-
nes Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig ge-
wesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 
 
3.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozi-
alversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die voraussichtlich bleibende oder längere 
Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Ge-
burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der 
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verste-
hen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 
 
3.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt abgestuft: 
Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf 
eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindes-
tens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 
 
3.4 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychischen Gesundheitsbeeinträchti-
gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich an-
erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu 
betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltenden psychischen Leiden belastenden 
psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen kein Krankheitswert zukommt. Ein 
invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 
IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit 
wesentlich beeinträchtigt. In BGE 143 V 409 und 143 V 418 hat das Bundesgericht entschieden, 
dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren 

 

 
 
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nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind. Dieses für somatoforme Leiden entwickelte Vorgehen 
definiert systematisierte Indikatoren, die – unter Berücksichtigung von leistungshindernden 
äusseren Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) ander-
seits – erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 
E. 2., E. 3.4 bis 3.6 und 4.1). Entscheidend ist dabei, unabhängig von der diagnostischen Einord-
nung des Leidens, ob es gelingt, auf objektivierter Beurteilungsgrundlage den Beweis einer recht-
lich relevanten Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei die versicherte Person die 
materielle Beweislast zu tragen hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 mit Hinweis auf BGE 141 V 281 
E. 3.7.2). 
 
3.5 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG an-
wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Er-
werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung 
der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumut-
bare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Be-
ziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid gewor-
den wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol-
gen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt 
und einander gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditäts-
grad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). 
 
4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä-
higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Un-
terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu 
stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen 
und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi-
cherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grund-
lage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zuge-
mutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 
4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG) − wie alle anderen 
Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflicht-
gemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, un-
abhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die ver-
fügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. 
Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht 
erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es 
auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes 
eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend 
ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die 

 

 
 
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Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 
125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 
 
4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (ausführliche Zusammenstellung 
dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen, BGE 135 V 469 f. E. 4.4 
und 4.5). So führte das Bundesgericht zu den Gerichtsgutachten aus, dass das Gericht "nicht 
ohne zwingende Gründe" von den Einschätzungen des medizinischen Experten abweicht, des-
sen Aufgabe es ist, seine Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen 
bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen (BGE 125 V 352 f. E. 3b/aa). Gleichwohl wie 
bei Gutachten externer Spezialärzte, welche von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 
44 ATSG eingeholt wurden und den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechen, darf das 
Gericht insbesondere einem von ihm eingeholten Gerichtsgutachten vollen Beweiswert zuerken-
nen, solange "nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit" der Expertise sprechen (BGE 
135 V 465 E. 4). Schliesslich lässt es die Natur des Begutachtungsauftrags eines amtlich bestell-
ten fachmedizinischen Experten nicht zu (BGE 124 I 170 E. 4), ein Administrativ- oder Gerichts-
gutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn an-
dere Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 
2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abwei-
chende Beurteilung aufdrängt, weil beispielsweise die behandelnden Ärzte wichtige − und nicht 
rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende − Aspekte benennen, die im Rahmen der 
Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts vom 25. 
Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 
 
5. Die IV-Stelle stellte in der angefochtenen Verfügung vom 25. Mai 2020 bei der Beurtei-
lung des medizinischen Sachverhaltes auf das anlässlich des Verwaltungsverfahrens von ihr ein-
geholte bidisziplinäre Gutachten von Dr. B.____ und Dr. C.____ vom 28. März 2019 ab. 
 
5.1 Dr. B.____ stellte in seinem psychiatrischen Teilgutachten vom 28. März 2019 keine Di-
agnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diag-
nostizierte er eine Schmerzverarbeitungsstörung, eine somatoforme autonome Funktionsstörung 
des unteren Gastrointestinalsystems, eine Alkoholabhängigkeit und einen Status nach Anpas-
sungsstörung, längere depressive Reaktion. Zur Herleitung der Diagnosen führte Dr. B.____ aus, 
die Explorandin klage seit Jahren über Schmerzen, sie habe schon in der Schule und später an 
praktisch allen Arbeitsstellen wiederholt Absenzen wegen ihrer Schmerzen gehabt. Das Ausmass 
der geklagten Beschwerden und die subjektive Krankheitsüberzeugung, kaum arbeiten zu kön-
nen, könnten durch die somatischen Befunde nicht hinreichend objektiviert werden, sodass eine 
psychische Überlagerung angenommen werden müsse. Die Explorandin mache kaum einen lei-
denden Eindruck. Sie habe auch kaum davon berichtet, im Alltag durch ihre Schmerzen wesent-
lich beeinträchtigt zu sein. Die Explorandin sei also im Alltag nicht durch schwere, invalidisierende 
Schmerzen beeinträchtigt, sodass die Diagnose einer Schmerzstörung nicht gestellt werden 
könne. Es handle sich vielmehr um eine Schmerzverarbeitungsstörung. Die Reizdarmsymptoma-
tik sei eine somatoforme autonome Funktionsstörung des unteren Gastrointestinalsystems. An 

 

 
 
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ihrer letzten Arbeitsstelle habe sie Schwierigkeiten mit ihrem Vorgesetzten gehabt, was zu Ängs-
ten, Schlafstörungen und depressiven Verstimmungen geführt habe. Da im Zeitpunkt der Begut-
achtung keine Symptome mehr vorgelegen hätten, sei von einem Status nach Anpassungsstö-
rung bei vorübergehender psychosozialer Belastung am Arbeitsplatz auszugehen. Die Exploran-
din berichte, sie konsumiere einige Male pro Woche Alkohol. Gemäss der Blutuntersuchung sei 
das CDT deutlich erhöht, wobei dieser Wert nur bei chronischem Alkoholkonsum erhöht sei. Hin-
weise auf eine vorbestehende psychiatrische Störung, zu deren Behandlung die Explorandin Al-
kohol eingesetzt hätte, bestünden nicht, weshalb es sich gemäss Dr. B.____ um eine primäre 
Alkoholabhängigkeit handle. Die häufigen Absenzen und Verspätungen am Arbeitsplatz würden 
mit der Alkoholabhängigkeit im Zusammenhang stehen. 
 
Eine weitere psychiatrische Diagnose könne nicht gestellt werden. Entgegen der Auffassung der 
behandelnden Ärzte könne keine Persönlichkeitsstörung diagnostiziert werden, denn die Explo-
randin zeige kein übersteigertes Misstrauen, sei früher einer Erwerbstätigkeit nachgegangen, 
habe während vier Jahren eine Paarbeziehung geführt und pflege regelmässigen Kontakt mit 
Kollegen. Es lägen keine Hinweise auf schizoide Persönlichkeitszüge mit sozialem Rückzug, 
Freudlosigkeit, fehlendem sexuellem Interesse oder Vorliebe für einzelgängerische Beschäftigun-
gen vor. Die Explorandin könne auch ihre Emotionen und Impulse gut kontrollieren. Schliesslich 
könne auch keine Anorexie diagnostiziert werden. Die Explorandin sei im Alter von 17 bis 18 
Jahren spielsüchtig gewesen. Da sie sich während der ganzen Freizeit mit dem Computer be-
schäftigt habe, habe sie vergessen zu essen. Als sie mit den Computerspielen aufgehört habe, 
habe sich das Gewicht von selbst gebessert, eine spezifische Anorexietherapie sei nie durchge-
führt worden. Zusammenfassend könne also einzig eine Schmerzverarbeitungsstörung, eine so-
matoforme autonome Funktionsstörung des unteren Gastrointestinaltrakts und ein erheblicher 
Verdacht auf eine Alkoholabhängigkeit diagnostiziert werden. Dr. B.____ führte aus, es bestehe 
aus psychiatrischer Sicht keine Arbeitsunfähigkeit. In der bisherigen Tätigkeit bestehe eine volle 
Arbeitsfähigkeit, wobei eine Präsenz von 8,5 Stunden pro Tag mögliche sei. Aufgrund der fristlo-
sen Kündigung, die bei der Explorandin vorübergehend zu depressiven Verstimmungen und 
Ängsten geführt habe, könne rückwirkend von April 2017 bis Juli 2017 eine volle Arbeitsunfähig-
keit attestiert werden. Ab August 2017 bestehe aus psychiatrischer Sicht jedoch wieder eine volle 
Arbeitsfähigkeit. 
 
5.2 Dr. C.____ kam in seinem rheumatologischen Teilgutachten vom 27. März 2019 gestützt 
auf die Resultate nach den New Clinical Fibromyalgia Diagnostic Criteria ACR 2010 zum Schluss, 
die Diagnose eines Fibromyalgiesyndroms könne gestellt werden. Diese habe allerdings keinen 
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Als weitere Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 
führte Dr. C.____ ein Hypermobilitätssyndrom, ein Reizdarmsyndrom (Colon irritabile) sowie ei-
nen Status nach Entfernung eines überstehenden Knochens am rechten Oberarm ca. 2003 auf. 
Die heutige Schmerzsymptomatik werte er als Ausdruck der psychischen Problematik. Zur Beur-
teilung von Konsistenz und Plausibilität hielt Dr. C.____ fest, es lägen keine gleichmässigen Ein-
schränkungen der Aktivitätenniveaus aller Lebensbereiche vor. So schildere die Explorandin dys-
funktional, sie sei lediglich zu 50 % arbeitsfähig. Schaue man sich den Tagesablauf respektive 
die Alltagsaktivitäten an, so sei klar, dass die Explorandin normalen Alltagsaktivitäten nachgehe. 
So betätige sie sich beim Kochen, bei der Wohnungspflege und im Haushalt, sie gehe einkaufen, 

 

 
 
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besuche ihre Mutter und pflege auch Kontakt zu Freundinnen. Die Alltagsaktivitäten entsprächen 
einem körperlich leichten Niveau, wie dies auch bei einer entsprechenden Berufstätigkeit möglich 
wäre. Klinisch bestünden keine Schonungszeichen der Muskulatur, sodass von einem regelmäs-
sigen Einsatz der Muskulatur ohne relevante Behinderung auszugehen sei. Die normale Musku-
latur dokumentiere also, dass sie nicht übermässig geschont werde. Dr. C.____ kam zum 
Schluss, in einer Bürotätigkeit und in einer altersentsprechenden, in der Schweiz auszuübenden 
Frauenarbeit bestehe bezogen auf ein Ganztagspensum eine volle Arbeitsfähigkeit. Aus somati-
schen Gründen habe zu keinem Zeitpunkt eine Arbeitsunfähigkeit bestanden. 
 
5.3 Gestützt auf diese Beurteilungen ging die IV-Stelle im Zeitraum vom 20. April 2017 bis 
Juli 2017 von einer vollen Arbeitsunfähigkeit, ab August 2017 hingegen von einer vollen Arbeits-
fähigkeit aus, wobei das Wartejahr vom 20. April 2017 bis zum 20. April 2018 gedauert habe. Da 
die Anmeldung am 22. Dezember 2017 eingegangen sei, könnten Leistungen erst ab dem 
1. Juni 2018 ausgerichtet werden. Da seit August 2017 keine Arbeitsunfähigkeit mehr bestehe, 
sei die einjährige Wartezeit noch nicht abgelaufen und es liege somit keine Invalidität vor. 
 
5.4 Wie oben ausgeführt (vgl. E. 4.3 hiervor) ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens 
eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Be-
obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle 
Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exper-
tise sprechen. Anlässlich der in dieser Angelegenheit erfolgten Urteilsberatung vom 5. November 
2020 gelangte das Kantonsgericht zur Auffassung, der IV-Stelle sei dahingehend beizupflichten, 
dass dem rheumatologischen Teilgutachten von Dr. C.____ Beweiskraft zukomme. So unter-
scheide sich der Befund im rheumatologischen Gutachten nicht entscheidend von der Diagnose, 
die Dr. med. E.____, FMH Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin, im Arztbericht vom 
11. Oktober 2019 gestellt habe und auf welchen sich die Beschwerdeführerin in somatischer Hin-
sicht beziehe. Sowohl Dr. C.____ wie auch Dr. E.____ hätten gestützt auf den Widespread Pain 
Index und den Symptom Severity Scale Score die Diagnose eines Fibromyalgiesyndroms gestellt. 
Während Dr. E.____ eine leichte bis maximal intermittierend mittelschwere, wechselbelastende 
Tätigkeit in einem 80%-Pensum als zumutbar erachtete, bleibe für den Gutachter Dr. C.____ die 
Fibromyalgie ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit der Explorandin, was aufgrund der Begut-
achtung nicht zu beanstanden sei. 
 
5.5 Demgegenüber liess das Gericht dem Gutachten von Dr. B.____ entgegen der Auffas-
sung der IV-Stelle keine ausschlaggebende Beweiskraft zukommen. Anlass zu konkreten Zwei-
feln am psychiatrischen Gutachten hätten sich hinsichtlich der medizinischen und versicherungs-
medizinischen Beurteilung und in diesem Zusammenhang bezüglich der Würdigung der persön-
lichen, beruflichen und gesundheitlichen Entwicklung der Explorandin ergeben. So habe keine 
vertiefte Auseinandersetzung mit den Vorberichten stattgefunden und es habe folglich an einer 
rechtsgenügenden Begründungsdichte gefehlt. Insbesondere in Bezug auf die durch die behan-
delnden Ärzte im Juli 2017 diagnostizierte Anpassungsstörung fehle es an einer eingehenden 
Diskussion. Des Weiteren hätten die behandelnden Ärzte im Zusammenhang mit der Diagnose 
einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradig mit somatischem Syndrom 

 

 
 
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eine ausgeprägte chronische Schlafstörung attestiert, da die Beschwerdeführerin an einem aus-
geprägten Morgentief sowie an Schlafstörungen (Einschlaf- und Durchschlafstörungen) leide. Dr. 
B.____ habe sich auch mit dieser Diagnose nicht vertieft auseinandergesetzt und schreibe ledig-
lich, die Explorandin schlafe oft bis gegen Mittag und habe dann abends Mühe, einzuschlafen, 
zudem könne sie schlecht durchschlafen. Weshalb er von der von den behandelnden Ärzten ge-
stellten Diagnose abwich, ergebe sich in keiner Weise. Damit setze sich der Gutachter nicht in 
der von der Rechtsprechung geforderten Art und Weise mit den Vorakten auseinander. Schliess-
lich hätten sich auch aus der fehlenden vertieften Diskussion in Bezug auf die mögliche Diagnose 
einer Persönlichkeitsstörung konkrete Zweifel am psychiatrischen Gutachten ergeben. Hinweise 
für das Vorliegen einer solchen hätten die zahllosen Absenzen und Abbrüche aus gesundheitli-
chen Gründen sowohl in der Ausbildung als auch bei späteren Arbeitsstellen gegeben. Der Gut-
achter habe sich in diesem Zusammenhang auch zu wenig mit der schulischen Biografie der 
Explorandin auseinandergesetzt. 
 
Dr. B.____ habe des Weiteren aus dem in der Blutuntersuchung erhöhten CDT-Wert auf eine 
primäre Alkoholabhängigkeit geschlossen. Es habe keine fundierte Diskussion bezüglich einer 
möglichen Alkoholabhängigkeit stattgefunden. Zudem habe der Gutachter im Sinne einer blossen 
Vermutung abgeleitet, die häufigen Absenzen und Verspätungen würden mit der Alkoholabhän-
gigkeit in Zusammenhang stehen. Dabei habe er die Aussage der Explorandin ignoriert, wonach 
sie ein- bis zweimal pro Woche Alkohol konsumiere und erst seit der Arbeitsunfähigkeit 2017 
vermehrt Alkohol trinke, was vorher nur sporadisch der Fall gewesen sei. 
 
Schliesslich sei das psychiatrische Gutachten auch unter dem Aspekt der Auseinandersetzung 
mit einer möglichen früheren Anorexie zu beanstanden. Dr. B.____ sei der möglichen Diagnose 
einer früheren Anorexie nicht auf den Grund gegangen. Stattdessen habe er unkritisch die Schil-
derungen der Explorandin wiedergegeben, wonach sie in diesem Alter exzessiv Computer ge-
spielt und darüber das Essen vergessen habe. Vor diesem Hintergrund sei der gutachterliche 
Schluss auf eine volle Arbeitsfähigkeit nicht nachvollziehbar und in Zweifel zu ziehen. Nach Auf-
fassung des Gerichts vermochten indessen auch die versicherungsinternen Beurteilungen keine 
verlässliche Entscheidungsgrundlage zu bilden.  
 
6. Nachdem sich dementsprechend mit Beschluss des Kantonsgerichts vom 5. Novem-
ber 2020 die Einholung eines gerichtlichen Gutachtens als unerlässlich erwiesen hatte, steht nun-
mehr das gerichtliche Gutachten von PD Dr. D.____ vom 12. Mai 2021 im Zentrum der medizini-
schen Beurteilung. 
 
6.1 PD Dr. D.____ diagnostizierte in seinem Gutachten vom 12. Mai 2021 mit Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen und 
selbstunsicheren Anteilen, eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige 
Episode, eine Panikstörung, eine somatoforme autonome Funktionsstörung des unteren Gastro-
intestinaltrakts und eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung. Ohne Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit seien die Störungen durch Alkohol bei Status nach Abhängigkeitssyndrom und 
durch Kokain bei Status nach schädlichem Gebrauch. In seiner medizinischen Beurteilung führte 

 

 
 
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PD Dr. D.____ gestützt auf die Anamnese und seine bei der Explorandin erhobenen psychopa-
thologischen Befunde aus, die Explorandin sei in einem Familiensystem aufgewachsen, in wel-
chem sie insgesamt unsichere Bindungen erlebt habe, was dazu geführt habe, dass sie nicht in 
der Lage gewesen sei, ausreichend stabile, aufwertende und versichernde Elternbilder zu inter-
nalisieren, die es ihr sodann ermöglicht hätten, eine stabile narzisstische Entwicklung zu durch-
laufen, um in späteren Lebensabschnitten mit Belastungs- und Konfliktsituationen adäquat um-
gehen zu können. Dies bedeute einerseits, dass die Explorandin über einen lediglich fragilen 
Narzissmus, also einen insuffizienten Selbstwert verfüge, der es ihr nicht erlaube, die eigene 
Person narzisstisch ausreichend zu besetzen. Andererseits bedeute dies, dass sie auch nicht in 
der Lage sei, die Aussenwelt und somit die Angebote anderer Personen narzisstisch zu besetzen 
und diese mit ausreichendem Wert zu erleben und anzunehmen. Wie ausgeprägt die Selbstwer-
tinsuffizienz der Explorandin sei, werde in ihren Schilderungen über ihre erheblichen Schwierig-
keiten, ihr Körperbild zu akzeptieren, überaus deutlich. Nebst der frühen biologischen Entwick-
lung sekundärer Geschlechtsmerkmale könnten auch Mobbingerfahrungen Ausdruck dieser ganz 
grundsätzlich defizitären narzisstischen Belastbarkeit der Explorandin sein. Ferner falle auf, dass 
sie bereits mit 12 Jahren Körperschmerzen zu entwickeln begonnen, im Alter von 16 Jahren erst-
mals eine Psychotherapie aufgesucht und im Alter von 18 bis 19 Jahren rezidivierende und oft-
mals imperative Diarrhoe-Episoden entwickelt habe, die bis heute fortbestehen würden. Da trotz 
umfangreicher somatischer Abklärungen weder für die Körperschmerzen noch für die Diarrhoe-
Episoden somatische Ursachen nachgewiesen werden konnten, müssten diese als somatoforme 
Beschwerden verstanden werden. Auch mit der Anorexia nervosa, die sie in der Jugend entwi-
ckelt habe, werde deutlich, dass eine relevante Selbstbildstörung vorliege. Trotz guter schulischer 
Leistungen, welche im Laufe des Alters immer schlechter geworden seien, habe die Explorandin 
keine Berufsbildung durchlaufen. Hierbei falle auf, dass die Berufsanamnese kaum irgendeine 
Kontinuität aufweise. Es habe kaum eine Arbeitsstelle gegeben, an welcher sie nicht mit Vorge-
setzten in Konflikt geraten sei. Es zeige sich eine deutliche Polarisierungs- und Externalisierungs-
tendenz, so auch nach der Besprechung des Kündigungsschreibens des letzten Arbeitgebers, 
wo deutlich geworden sei, dass sie den eigenen Beitrag an diesen Konflikten kaum nachvollzie-
hen und erkennen könne. Nicht nur in der Berufsanamnese zeige sich eine Diskontinuität, son-
dern auch in der Sozialanamnese, zumal Beziehungen nie harmonisch verlaufen, sondern ein 
ständiges Auf und Ab mit vielen Streitereien gewesen seien. Auffällig erscheine auch der regel-
mässige Substanzkonsum. Dieser stelle eine inadäquate Automedikation dar, um mit aversiven 
innerpsychischen Zuständen und mit äusseren Belastungssituationen besser umgehen zu kön-
nen. Aufgrund dieser Beurteilungsdimensionen hielt PD Dr. D.____ fest, bei der Explorandin sei 
die Kardinaldefinition für eine Persönlichkeitsstörung erfüllt, wonach ab verhältnismässig frühem 
Lebensalter zentrale Bereiche der privaten, sozialen und beruflichen Anamnese nachhaltig und 
relevant tangiert sein müssten. Im Rahmen der Begutachtung habe er emotional instabile und 
selbstunsichere Anteile festgestellt, aus den Schilderungen der Explorandin würden auch eine 
Impulsivität und ein aufbrausendes Verhalten abgebildet. Es seien insgesamt ausreichend diag-
nostische Kriterien für das Vorliegen einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung vom im-
pulsiven Typ einer selbstunsicheren Persönlichkeitsstörung erfüllt. Paranoide und schizoide Per-
sönlichkeitsanteile schliesse er aufgrund der Begutachtung hingegen aus. 
 

 

 
 
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Zur kombinierten Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen und selbstunsicheren Anteilen 
gab PD Dr. D.____ an, der Kern der innerpsychischen Struktur stelle eine ausgeprägte narzissti-
sche Insuffizienz dar, die jedoch nicht mit einer regelrechten narzisstischen Persönlichkeitsstö-
rung zu verwechseln sei. Die seit der Jugend bestehende Insomnie scheine eng mit dieser Struk-
turpathologie assoziiert zu sein. Im grossen Quervergleich mit Patienten, die an Persönlichkeits-
störungen litten, sowie unter Würdigung des bisherigen Verlaufs der relevanten anamnestischen 
Lebensbereiche müsse die Strukturpathologie als mittelschwer eingestuft werden. Diese struk-
turpathologischen Beleuchtungen fänden sich im Gutachten von Dr. B.____ nicht. Dies stelle den 
wesentlichen Mangel des Gutachtens von Dr. B.____ dar, weshalb Dr. B.____ auch keine Per-
sönlichkeitsstörung diagnostiziert habe und zu einer gänzlich anderen Beurteilung der Arbeitsfä-
higkeit gelangt sei. 
 
In Bezug auf die Affektpathologie führte PD Dr. D.____ aus, es bestünden ausreichend Hinweise 
für das Vorliegen einer aktuell mittelgradigen depressiven Episode. Dass die Explorandin seit 
langem nicht mehr regelmässig psychiatrische Behandlung aufsuche und keine Antidepressiva 
einnehme sei nicht als Ausdruck eines fehlenden subjektiven affektiven Leidens zu interpretieren. 
Vielmehr sei dies dahingehend zu verstehen, dass die Explorandin ihr gesundheitliches Leiden 
hauptsächlich im Bereich ihrer Körperschmerzen und Durchfall-Episoden identifiziere, während 
sie im Rahmen ihrer Persönlichkeitsstörungen kaum Zugang zu einer adäquaten Mentalisie-
rungsfähigkeit und somit zu einer ausreichenden Krankheitseinsicht aufbringen könne. Hinsicht-
lich des Substanzkonsums ergäben sich keinerlei Hinweise für relevante kognitive Einbussen 
und/oder eine Wesensveränderung. Im Rahmen der Strukturpathologien stünden der Exploran-
din ausschliesslich unsublimierte, d.h. unausgereifte Bewältigungsstrategien in Belastungs- und 
Konfliktsituationen zur Verfügung, sodass sie diese nicht adäquat verarbeiten könne und immer 
wieder in solchen Situationen mit Reexazerbationen diverser psychischer Symptomformationen 
reagiere. Zusammenfassend seien die qualitativen Funktionsfähigkeiten bei der Explorandin aus 
psychiatrischer Sicht überwiegend mittelgradig beeinträchtigt. 
Gemäss PD Dr. D.____ bestehe in den bisherigen Tätigkeiten aus psychiatrischer Sicht eine 
50%ige Arbeitsfähigkeit. Dabei seien Arbeitsplatzpräsenz und Leistungsfähigkeit bereits gleich-
ermassen berücksichtigt, sodass die Explorandin unter Umständen ein Arbeitspensum von über 
50 % unter Berücksichtigung von Einschränkungen der Leistungsfähigkeit tätigen könne. Die ver-
anschlagte Arbeitsfähigkeit von 50 % gelte auch für eine angepasste Tätigkeit. PD Dr. D.____ 
merkte an, es sei nicht auszuschliessen, dass bei der Explorandin zunächst ab April 2017 eine 
volle Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht bestanden habe, denn sie dürfte damals in ei-
nem schwerergradigen depressiven Zustand gewesen sein. Die Persönlichkeitsstörungen hätten 
allerdings schon damals bestanden, entsprechend auch die assoziierten Beeinträchtigungen. Es 
sei letztendlich jedoch nicht ohne Restzweifel zu beurteilen, ab wann die attestierte 50%ige Ar-
beitsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt wiedererlangt worden sei. Es gebe jedoch keinerlei Hin-
weise dafür, dass sich diese 50%ige Arbeitsfähigkeit erst in der jüngsten Anamnese reetabliert 
habe, sodass im Zeitpunkt der IV-Anmeldung der Explorandin vom 22. Dezember 2017 möglich-
erweise bereits die attestierte 50%ige Arbeitsfähigkeit vorgelegen habe. 
 

 

 
 
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6.2 Das zitierte Gerichtsgutachten von PD Dr. D.____ vom 12. Mai 2021 erfüllt alle recht-
sprechungsgemässen Voraussetzungen an ein beweiskräftiges Gerichtsgutachten. Seine ge-
richtliche Begutachtung weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf und ist – wie dies vom 
Bundesgericht verlangt wird (vgl. E. 4.2 hiervor) – für die streitigen Belange umfassend. Die darin 
dargelegten medizinischen Zusammenhänge sowie die jeweils vorgenommenen Schlussfolge-
rungen sind nachvollziehbar und überzeugend. Der Gutachter hat die Versicherte persönlich un-
tersucht, eine umfassende Anamnese erhoben und geht einlässlich auf ihre Angaben und Be-
schwerden ein. Er setzt sich zudem fundiert mit den bei den Akten liegenden medizinischen Be-
richten auseinander und begründet abweichende Einschätzungen in überzeugender Weise. Ins-
besondere begründet er die von Dr. B.____ abweichenden Diagnosen ausführlich und nachvoll-
ziehbar. Er hebt hierbei hervor, dass sich im Gutachten von Dr. B.____ nur wenig Angaben über 
die frühen systemischen Verhältnisse sowie generell über die Beziehungsgestaltungen der Ex-
plorandin finden würden, worin sich ein wesentlicher Mangel zeige, da Dr. B.____ deshalb gar 
keine Persönlichkeitspathologie habe diagnostizieren können. 
 
Der Gerichtsgutachter vermag schlüssig zu begründen, dass die erforderlichen Kardinalkriterien 
für eine Persönlichkeitsstörung anhand der zur Verfügung stehenden Akten und Informationen 
als erfüllt betrachtet werden können. Die sozial-praktische Auswirkung der Erkrankung, mithin die 
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit, legt der Gutachter anhand einer ausführlichen Diskussion der 
innerpsychischen Struktur der Versicherten und einer eingehenden Würdigung der Berufs- und 
Sozialanamnese nachvollziehbar dar. Insgesamt sind die medizinisch-diagnostischen Feststel-
lungen im Gerichtsgutachten bzw. die daraus resultierenden Schlussfolgerungen betreffend die 
funktionelle Leistungsfähigkeit umfassend und plausibel begründet worden.  
 
6.3 Wie oben ausgeführt (vgl. E. 4.3 hiervor), weicht das Gericht bei einem Gerichtsgutach-
ten nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung der medizinischen Experten ab, deren 
Aufgabe es ist, ihre Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen be-
stimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Solche zwingenden Gründe liegen im vorliegen-
den Fall keine vor, weshalb kein Anlass besteht, von den Ergebnissen des zitierten Gerichtsgut-
achtens abzuweichen. Für die Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit der 
Versicherten kann demnach auf das überzeugende Gutachten von PD Dr. D.____ abgestellt wer-
den. Sowohl die Beschwerdeführerin als auch die IV-Stelle beantragen in ihren Eingaben vom 
13. August 2021 resp. 25. Juni 2021, es sei auf das Gutachten abzustellen.  
 
7.1 Es bleiben die erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu 
prüfen. Ausgangspunkt der Beurteilung des Rentenanspruchs bildet die Frage, in welchem Aus-
mass die Versicherte aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. Wie 
bereits ausgeführt (vgl. E. 6.1 hiervor), ist laut dem psychiatrischen Gerichtsgutachten von PD 
Dr. D.____ vom 12. Mai 2021 davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in der ange-
stammten Tätigkeit und in sämtlichen zumutbaren Verweistätigkeiten zu 50 % arbeitsfähig ist. 
Nach dem oben Ausgeführten (vgl. E. 6.3 hiervor) kommt diesem Gutachten voller Beweiswert 
zu, sodass bezüglich der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auf diese 
gutachterliche Beurteilung abgestellt werden kann. 
 

 

 
 
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7.2 Wie ebenfalls bereits ausgeführt (vgl. E. 3.5 hiervor), ist der Invaliditätsgrad bei erwerb-
stätigen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Nachdem die Be-
schwerdegegnerin in ihrer Verfügung vom 25. Mai 2020 von einer fehlenden Invalidität infolge 
des nicht abgelaufenen einjährigen Wartejahres ausgegangen war, hat sie auf Abklärungen in 
erwerblicher Hinsicht mit entsprechender Durchführung eines Einkommensvergleichs verzichtet. 
Nunmehr anerkennt die Beschwerdegegnerin in ihrer Stellungnahme vom 25. Juni 2021 zum Ge-
richtsgutachten, dass bei der Versicherten nicht von einer uneingeschränkten, sondern von einer 
50%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit und in sämtlichen zumutbaren Ver-
weistätigkeiten auszugehen sei. Da im Fall der Versicherten sowohl das Validen- als auch das 
Invalideneinkommen unter Beizug der Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung 
(LSE) 2018 des Bundesamtes für Statistik zu ermitteln seien (zum Ganzen: BGE 126 V 75 
E. 3b/bb mit Hinweisen und 124 V 321 E. 3b/aa) führe der Einkommensvergleich nunmehr zu 
einem massgebenden Invaliditätsgrad von 50 %. Dieser Betrachtungsweise und dem daraus re-
sultierenden Ergebnis der IV-Stelle ist vollumfänglich beizupflichten und es kann von weiteren 
Erörterungen hierzu abgesehen werden. 
 
7.3 Da nicht auszuschliessen ist, dass die Beschwerdeführerin nach Juli 2017 weiterhin zu 
50 % in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt war (vgl. E. 6.1 hiervor) und ein allfälliger Rentenan-
spruch erst entsteht, nachdem die Versicherte während eines Jahres ohne wesentlichen Unter-
bruch durchschnittlich mindestens im Umfang von 40 % arbeitsunfähig gewesen ist (Art. 28 
Abs. 1 lit. b IVG), kommt der frühestmögliche Rentenbeginn frühestens nach Ablauf von sechs 
Monaten nach Geltendmachung des Anspruchs (22. Dezember 2017) und somit vorliegend auf 
den 1. Juni 2018 zu liegen. 
 
8.  Abschliessend bleibt über die Kosten des Verfahrens zu befinden.  
 
8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be-
willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert 
im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen 
ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten 
in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Die Ver-
fahrenskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 VPO in der Regel in angemessenem Ausmass 
der unterliegenden Partei auferlegt. In casu hat deshalb die IV-Stelle als unterliegende Partei die 
Verfahrenskosten zu tragen. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- sind somit der IV-Stelle aufzu-
erlegen. 
 
8.2 Im Zusammenhang mit den Kosten für die gerichtliche Begutachtung ist Art. 45 Abs. 1 
ATSG zu beachten. Dieser Bestimmung zufolge hat der Versicherungsträger die Kosten der Ab-
klärung zu übernehmen, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen 
angeordnet, so hat er deren Kosten dennoch zu übernehmen, wenn die Massnahmen für die 
Beurteilung des Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil nachträglich zugesprochener 
Leistungen bildeten. Wie das Bundesgericht in BGE 137 V 210 ff. entschieden hat, sind in jenen 

 

 
 
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Fällen, in denen zur Durchführung der vom Gericht als notwendig erachteten Beweismassnah-
men an sich eine Rückweisung in Frage käme, eine solche indessen mit Blick auf die Wahrung 
der Verfahrensfairness entfällt, die Kosten der durch das Gericht in Auftrag gegebenen Begut-
achtung den IV-Stellen aufzuerlegen (BGE 137 V 265 f. E. 4.4.2). Vorliegend ist das Kantonsge-
richt anlässlich seiner Urteilsberatung vom 5. November 2020 zum Ergebnis gelangt, dass ein 
Sachentscheid gestützt auf die damals vorhandene Aktenlage nicht möglich war. Es kann in die-
ser Hinsicht vollumfänglich auf die Erwägungen im Beschluss des Kantonsgerichts vom 5. No-
vember 2020 verwiesen werden. In Anbetracht der dort erwogenen Umstände war die gerichtliche 
Begutachtung durch PD Dr. D.____ nicht nur angezeigt, sondern unerlässlich. Es tritt hinzu, dass 
das Gerichtsgutachten nunmehr zweifellos die Grundlage für die der Beschwerdeführerin zuzu-
sprechende halbe Invalidenrente bildet. Im Lichte der geschilderten Rechtsprechung sind die da-
raus resultierenden Kosten, welche sich gemäss der Honorarrechnung vom 12. Mai 2021 und 
der Laborrechnung vom 14. Mai 2021 auf insgesamt Fr. 6‘242.60.-- belaufen, demnach der Be-
schwerdegegnerin aufzuerlegen. 
 
8.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch 
auf Ersatz der Parteikosten. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist der Beschwerdefüh-
rerin deshalb eine angemessene Parteientschädigung zuzusprechen. Mangels Einreichung einer 
Honorarnote der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin werden die Parteikosten durch das 
Gericht festgelegt, wobei die Bemühungen zu dem in Sozialversicherungsprozessen praxisge-
mäss für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu 
entschädigen sind. Demnach ist der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung in der Höhe 
von pauschal Fr. 3'500.-- (inkl. Auslagen, ohne Mehrwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzu-
sprechen. 
  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als die angefochtene 
Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 25. Mai 2020 aufgeho-
ben und festgestellt wird, dass die Beschwerdeführerin ab 1. Juni 2018 
Anspruch auf eine halbe IV-Rente hat. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der IV-Stelle 
Basel-Landschaft auferlegt. 

 3. Die Kosten für die gerichtliche Begutachtung in der Höhe von 
Fr. 6'242.60 werden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. 

 4. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerdeführerin eine Partei-
entschädigung von pauschal Fr. 3'500.-- (inkl. Auslagen, ohne Mehr-
wertsteuer) auszurichten. 

 

 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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