# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 565f3786-004c-5202-8218-85cfc6c878ee
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-08-10
**Language:** de
**Title:** Bern Steuerrekurskommission 10.08.2023 100 2022 228
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Steuerrekurs/BE_SRK_001_100-2022-228_2023-08-10.pdf

## Full Text

100 22 228
200 22 179
Gemeinde: C.________
ZPV-Nr.: .________
Eröffnung: 10.8.2023 RNA/KBE/aae

STEUERREKURSKOMMISSION DES KANTONS BERN

Am 10. August 2023

hat die hauptamtliche Richterin der Steuerrekurskommission im Rahmen ihrer Kompetenz als 

Einzelrichterin im Sinn von Art. 70 Abs. 4 des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisati-

on der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft sowie Art. 9 der Verordnung vom 18. Ok-

tober 2000 über den Vollzug der direkten Bundessteuer in der Rekurs- und Beschwerdesache 

von 

A.________ und B.________,

vertreten durch 

D.________,

gegen

Steuerverwaltung des Kantons Bern, Brünnenstrasse 66, Postfach, 3001 Bern

betreffend die kantonalen Steuern und die direkte Bundessteuer pro 2020

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den Akten entnommen:

A. Die Ehegatten A.________ und B.________ (Rekurrenten) machten in der Steuerer-
klärung pro 2020 selbstgetragene Krankheitskosten von insgesamt CHF 12'258.-- geltend. Dar-

in enthalten waren Kosten im Umfang von CHF 6'058.-- für Präparate von Dr. med. E.________ 

und der F.________ AG (Akten der Steuerverwaltung, pag. 49 ff.). Mit Veranlagungsverfügun-

gen vom 2. Dezember 2021 veranlagte die Steuerverwaltung des Kantons Bern, Region 

.________ (Steuerverwaltung) die Rekurrenten auf ein steuerbares Einkommen von 

CHF 46'357.-- bei den kantonalen Steuern und auf ein solches von CHF 49'092.-- bei der direk-

ten Bundessteuer. Dabei kürzte sie die von den Rekurrenten deklarierten Krankheitskosten um 

CHF 6'058.--, exkl. des Selbstbehalts von 5 % des Reineinkommens (pag. 79 und 75). Begrün-

det wurde die Kürzung damit, dass sämtliche Kosten von Dr. med. E.________ und der 

F.________ AG ausgeschieden würden, da sie der Vorbeugung oder Prävention von Krankhei-

ten dienen würden und nicht als Krankheitskosten abziehbar seien. Die hiergegen erhobene 

Einsprache wies die Steuerverwaltung mit Entscheiden vom 9. Juni 2022 ab.

B. Gegen diese Einspracheentscheide haben die Rekurrenten, vertreten durch D.________ 
(Vertreterin), mit Eingabe vom 4. Juli 2022 bei der Steuerrekurskommission des Kantons Bern 

(Steuerrekurskommission) Rekurs und Beschwerde erhoben und beantragen hauptsächlich, die 

Einspracheentscheide seien aufzuheben, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Sie be-

gründen ihren Antrag damit, dass sich vorliegend die medizinische Indikation für die Einnahme 

der Vitaminpräparate aus den eingereichten ärztlichen Bestätigungen von Dr. med. G.________ 

ergebe. Die verordneten Präparate würden in unmittelbarem Zusammenhang mit den Be-

schwerden der Rekurrenten stehen. Dass die Behandlung der Rekurrenten durch 

Dr. med. G.________ nach wie vor medizinisch indiziert sei, könne auch anhand einer Über-

weisungsbestätigung der Hausärztin der Rekurrenten aufgezeigt werden. Mit Eingabe vom 

25. Juli 2022 haben die Rekurrenten weitere Unterlagen eingereicht. 

C. Die Steuerverwaltung hat in ihrer Vernehmlassung vom 31. August 2022 die Abweisung 
von Rekurs und Beschwerde unter Kostenfolgen beantragt. Sie bringt vor, dass die von 

Dr. med. G.________ verordneten und von Dr. med. E.________ und der F.________ AG be-

zogenen Präparate nur mittelbar bzw. indirekt mit der Heilung einer Krankheit in Zusammen-

hang stehen und vielmehr dem allgemeinen Wohlbefinden dienen würden. Es handle sich da-

her um nicht abziehbare Lebenshaltungskosten. 

D. Die Rekurrenten haben mit Schreiben vom 21. September 2022 zur Vernehmlassung der 
Steuerverwaltung Stellung genommen und halten an ihren Rechtsbegehren fest. 

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E. Die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) hat sich nicht vernehmen lassen. 

Auf den Inhalt der einzelnen Rechtsschriften ist, soweit für den Entscheid wesentlich, in den 

Erwägungen näher einzugehen. 

Die Steuerrekurskommission zieht in Erwägung:

1. Einspracheentscheide der Steuerverwaltung betreffend die Einkommens- und Vermö-
gensveranlagung können bei der Steuerrekurskommission durch Rekurs bzw. Beschwerde an-

gefochten werden (Art. 195 ff. des Steuergesetzes vom 21. Mai 2000 [StG; BSG 661.11] und 

Art. 140 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer [DBG; 

SR 642.11] i.V.m. Art. 9 der Verordnung vom 18. Oktober 2000 über den Vollzug der direkten 

Bundessteuer [BStV; BSG 668.11]). Die Steuerrekurskommission ist deshalb sachlich und ört-

lich zuständig. Die Rekurrenten sind im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträgen nicht 

durchgedrungen. Sie sind daher beschwert und zur Anfechtung befugt (Art. 195 Abs. 2 StG und 

Art. 140 ff. DBG i.V.m. Art. 3 BStV i.V.m. Art. 86 und 65 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über 

die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]). Auf die form- und fristgerecht eingereichte 

Eingabe ist deshalb einzutreten.

Da der Streitwert unter CHF 10'000.-- liegt, fallen die vorliegenden Entscheide in die einzelrich-

terliche Zuständigkeit (Art. 70 Abs. 4 Bst. c des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisa-

tion der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]).

2. Gemäss Art. 33 Abs. 1 DBG bzw. Art. 38 Abs. 1 StG können Steuerpflichtige Krankheits- 
und Unfallkosten von ihren steuerbaren Einkünften in Abzug bringen, soweit diese einen 

Selbstbehalt von 5 % ihres Reineinkommens übersteigen und sie die Kosten selber zu tragen 

haben. 

2.1 Der Begriff der Krankheit im Steuerrecht entspricht demjenigen im Krankenversicherungs-
recht (vgl. Art. 1a Abs. 2 Bst. a des Bundesgesetzes vom 18. März 1994 über die Krankenversi-

cherung, KVG; SR 832.10) bzw. dem dort verwiesenen Art. 3 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 

6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1). 

Krankheit ist jede Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit, 

die nicht Folge eines Unfalls ist und die eine medizinische Untersuchung und oder Behandlung 

erfordert oder eine Arbeitsunfähigkeit zur Folge hat. Der Begriff der Krankheitskosten ist demzu-

folge grundsätzlich medizinisch zu verstehen (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar 

zum DBG, 3. Aufl., 2016, N. 144 zu Art. 33 DBG). Die sich im Zusammenhang mit den Begriffen 

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Krankheits- und Unfallkosten stellenden Auslegungs- und Abgrenzungsfragen hat die ESTV im 

Kreisschreiben Nr. 11 vom 31. August 2005 (nachfolgend KS Nr. 11, einsehbar unter <htt-

ps://www.estv.admin.ch>, Rubriken > Direkte Bundessteuer > Kreisschrei-

ben/Rundschreiben/Merkblätter > Kreisschreiben Nr. 11 «Krankheits- und Unfallkosten [PDF]ʹ", 

abgerufen am 27.7.2023) geklärt. Ziffer 3.2.5 des KS Nr. 11 (Kosten für Medikamente und 

Heilmittel) hält beispielsweise fest: "Die Kosten für Medikamente und Heilmittel werden nur zum 

Abzug zugelassen, wenn sie von einem Arzt oder einem anerkannten Naturheilpraktiker ver-

ordnet sind". 

2.2 Die Möglichkeit, Krankheits- und Unfallkosten von den Einkünften abzuziehen, bildet eine 
Ausnahme vom Grundsatz, wonach Lebenshaltungskosten prinzipiell nicht abzugsfähig sind. Es 

rechtfertigt sich daher, den Begriff der Krankheits- und Unfallkosten einschränkend zu interpre-

tieren und nur jene Aufwendungen zum Abzug zuzulassen, die in einem direkten Zusammen-

hang mit einer Krankheit bzw. einem Gebrechen stehen. Mithin muss es sich also um Kosten 

handeln, welche als direkte Folge der gesundheitlichen Beeinträchtigung unvermeidlich anfal-

len, d.h. die fraglichen Kosten müssen in einem adäquat-kausalen Zusammenhang mit der Be-

einträchtigung stehen. Aufwendungen, die nur mittelbar oder indirekt mit einer Krankheit oder 

einer Heilung bzw. Pflege im Zusammenhang stehen, können nicht zum Abzug zugelassen 

werden. Nicht abzugsfähig sind im weiteren Aufwendungen, welche primär der Steigerung des 

allgemeinen Wohlbefindens und somit nur indirekt und in einem breiten Sinne der Gesundheits-

prävention dienen, so z.B. Kosten für den Besuch eines Fitnesscenters, für Magnesium-, Kalzi-

um- oder Vitaminpräparate oder Mittel zur Linderung leichter Schmerzen z.B. bei einer Erkäl-

tung oder Verstauchung oder Schürfung (zu näheren Ausführungen betreffend die Abzugs-

fähigkeit von selbstgetragenen Krankheitskosten vgl. RKE 100 2020 458 / 200 20 379 vom 

11.5.2021, E. 2, nicht publiziert).

2.3 Als steuermindernde Tatsachen sind die Voraussetzungen für den Abzug von Krankheits-
kosten von den Steuerpflichtigen nachzuweisen, welche die Beweislast für deren Vorhanden-

sein tragen (VGE 100 2020 277/278 vom 26.7.2021, E. 7.2; BGE 144 II 427 E. 2.3.2; 

BGE 140 II 248 E. 3.5). 

3. Streitig sind vorliegend die von den Rekurrenten selbstgetragenen und in der Steuerer-
klärung pro 2020 deklarierten Krankheitskosten für Heilmittel von Dr. med. E.________ sowie 

von der F.________ AG in Höhe von insgesamt CHF 6'058.--, welche die Steuerverwaltung 

nicht zum Abzug zugelassen hat. 

3.1 Die Kosten für Medikamente und Heilmittel werden in der Veranlagungspraxis grundsätz-
lich nur zum Abzug zugelassen, wenn sie von einem Arzt oder einem anerkannten 

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Naturheilpraktiker verordnet sind. Sowohl ärztliche Verordnungen wie auch Arztzeugnisse 

unterliegen wie jedes andere Gutachten der freien Beweiswürdigung. Der Beweiswert einer 

ärztlichen Verordnung ist insbesondere in Frage gestellt, wenn in dieser formelle Mindestanfor-

derungen nicht eingehalten sind, die ärztliche Diagnose in wesentlichen Punkten von den Par-

teivorbringen abweicht oder in sich nicht schlüssig ist bzw. offenkundig ein eigentliches Gefäl-

ligkeitszeugnis ausgestellt wurde. Der Beweiswert solcher Zeugnisse ist zudem erheblich 

herabgemindert, wenn darin wesentliche Angaben zur gesundheitlichen Beeinträchtigung und 

zum Behandlungskonzept fehlen. 

3.2 Bereits problematisch erscheint vorliegend, dass die ärztlichen Verordnungen jeweils auf 
beide Rekurrenten ausgestellt worden sind. Die Ausstellung einer einzigen ärztlichen Verord-

nung für mehrere Patienten ist unüblich und zweifelhaft, da jede ärztliche Verordnung einer in-

dividuellen Beurteilung des jeweiligen Patienten bedarf (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts des 

Kantons Zürich vom 1.10.2014, SB.2014.00093, E. 3.2). Die eingereichten Verordnungen er-

scheinen daher bereits formell unzureichend, hätte doch jeweils eine individuelle Diagnose und 

Begründung erfolgen müssen. 

3.3 Die seitens der Rekurrenten eingereichten diversen ärztlichen Verordnungen, sind durch 
Dr. med. G.________ ausgestellt worden. Dem E-Mail vom 18. Dezember 2019 von 

Dr. med. G.________ an die Rekurrenten ist folgender Wortlaut zu entnehmen: "Ihre Behand-

lungen mit Vitalstoffen sind sehr gut und ausgewogen, für fast jede Krankheit ist etwas dabei. 

Ich sehe keine Notwendigkeit, etwas zu ändern. Was die Medikamente betrifft, müssen Sie mit 

dem Hausarzt abmachen" (pag. 83). Die E-Mail vom 18. Dezember 2019 ist sehr allgemein und 

vage gehalten und lässt insbesondere keine Beurteilung zu, für welche (allfälligen) Krankheiten 

welche Heilmittel therapeutisch eingesetzt werden können. Damit hat die Korrespondenz als 

inhaltlich und formell unzureichend zu gelten und kann vorliegend nicht als genügende ärztliche 

Verordnung berücksichtigt werden. In der ärztlichen Bescheinigung vom 15. Juli 2020 (pag. 22) 

bestätigt Dr. med. G.________, dass er den Rekurrenten im Jahr 2019 im Hinblick auf ihre 

Krankengeschichten folgende Heilmittel, bezogen bei der F.________ AG, verordnet habe: Ma-

gnesium, MSM / Glucosamin / Chondroitin, Omega-3-Fettsäuren (Krill-Öl), Rotwein-Extrakt 

(Weintrauben-Extrakt), Vitamin K2 und Cayenne-Pfeffer. Weiter wird ausgeführt, dass die Heil-

mittel den Rekurrenten im Hinblick auf ihre gesundheitlichen Probleme in therapeutischer An-

wendungsform empfohlen worden seien. Zudem bittet Dr. med. G.________ in dieser Beschei-

nigung die Steuerbehörde, den durch die Rekurrenten geltend gemachten Abzug als abzugs-

fähigen Aufwand anzuerkennen. Diese ärztliche Bescheinigung bezieht sich ausdrücklich auf 

das Jahr 2019 und nicht auf das vorliegend in Streit stehende Jahr 2020 und kann im vorlie-

genden Rekurs- und Beschwerdeverfahren folglich nicht berücksichtigt werden. Im Übrigen ist 

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dem Wortlaut zu entnehmen, dass die Bescheinigung explizit für das steuerrechtliche Verfahren 

ausgestellt worden ist und es erscheint somit fraglich, inwiefern diesem Schreiben Beweis- und 

Aussagekraft für die Beurteilung der medizinischen Indikation zukommt. Das Gleiche hat für das 

Schreiben von Dr. med. H.________ vom 3. September 2020 (pag. 69) zu gelten, worin ledig-

lich im Allgemeinen die präventive wie auch therapeutische Wirkung von diversen Vitaminen, 

Spurelementen und Mineralstoffen festgehalten wird, jedoch keinerlei fallspezifischen Angaben 

für die medizinische Notwendigkeit enthalten sind. Auch in der ärztlichen Bescheinigung vom 

20. Juni 2021 verordnet Dr. med. G.________ den Rekurrenten diverse Zellvitalstoffe. Da die-

ses Zeugnis wiederum nachträglich im Jahr 2021 ausgestellt worden ist, kann es auch deswe-

gen für das hier strittige Steuerjahr 2020 nicht berücksichtigt werden. 

3.4 Entgegen der Auffassung der Rekurrenten liegt somit vorliegend keine genügende ärztli-
che Verordnung vor. Erforderlich für die Abzugsfähigkeit ist nämlich, dass die jeweiligen Heil-

massnahmen, Medikamente und Heilmittel konkret ärztlich verordnet sind und die ärztliche Ver-

ordnung sich ausdrücklich auf die fragliche Steuerperiode bezieht (vgl. E. 3.2.2 KS Nr. 11; vgl. 

auch BGer 2C.258/2010 vom 23.5.2011, E. 4.4.2, nicht publiziert). Die eingereichten ärztlichen 

Verordnungen beziehen sich weder explizit auf das strittige Steuerjahr 2020, noch sind sie in-

haltlich und formell zureichend: So fehlen schlüssige und nachvollziehbare Erklärungen, inwie-

fern zur Besserung der Leiden der Rekurrenten die Präparate von Dr. E.________ und der 

F.________ AG medizinisch erforderlich sein sollen. Den Akten sind keine detaillierten Hinwei-

se über die Krankheiten der Rekurrenten zu entnehmen. Im Rekurs bzw. in der Beschwerde 

vom 4. Juli 2022 wird einzig ausgeführt, dass der Rekurrent drei Herzinfarkte erlitten habe und 

seit dem letzten Herzinfarkt im Jahr 2017 an einer Herzinsuffizienz leide und daher in laufender 

Behandlung bei einem Kardiologen sei (vgl. Rz. 21 von Rekurs und Beschwerde vom 4.7.2022). 

Der von den Rekurrenten hierzu eingereichte Bericht vom Kardiologen vom 7. Juni 2022 be-

scheinigt, dass regelmässige klinische Kontrollen weiter stattzufinden haben (vgl. Beilage 4 zum 

Rekurs und zur Beschwerde vom 4.7.2022). Hingegen fehlen Angaben oder Hinweise darauf, 

dass der Rekurrent auf Vitalstoffe oder Präparate von Dr. E.________ bzw. von der 

F.________ AG angewiesen wäre. Vielmehr wird im Bericht lediglich die Weiterführung der re-

gelmässigen Spaziergänge zur Erhaltung der Leistungsfähigkeit und des Wohlbefindens emp-

fohlen. Die Rekurrenten führen hierzu im Rekurs und in der Beschwerde exemplarisch auf, in-

wiefern die von Dr. med. G.________ verordneten Präparate in Zusammenhang mit Herzleiden 

stehen würden. So werde z.B. Cayenne eine unmittelbare Wirkung auf die Herzgesundheit zu-

geschrieben und Kurkuma habe eine positive Wirkung bei Bestehen von Herz-Kreislauf Pro-

blemen (vgl. Rz. 22-31 von Rekurs und Beschwerde vom 4.7.2022). Die allgemein positive Wir-

kung von den geltend gemachten Präparaten auf die Gesundheit der Rekurrenten wird freilich 

nicht bestritten. Aus den von den Rekurrenten aufgeführten Beispielen ist jedoch ersichtlich, 

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dass bei den eingenommenen Mitteln der Charakter einer durchaus sinnvollen Einnahme von 

Nahrungsergänzungsmitteln im Vordergrund steht, welche ganz allgemein – auf den gesunden 

wie auf den kranken Menschen – in körperlicher Hinsicht positive Auswirkungen zeitigen kann. 

Den Rekurrenten gelingt damit jedoch nicht der Nachweis und es erscheint aufgrund der Akten-

lage jedenfalls fraglich, inwiefern die Ausgaben als Arzneimittel in einem direkten Zusammen-

hang mit einer Krankheit stehen und ob notwendigerweise ein adäquater Kausalzusammen-

hang zwischen den Kosten und einer gesundheitlichen Beeinträchtigung besteht. Vielmehr ist in 

Übereinstimmung mit der Steuerverwaltung davon auszugehen, dass die Aufwendungen nur 

mittelbar oder indirekt mit einer Krankheit im Zusammenhang stehen und damit als Präventi-

onsausgaben zwecks Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens und indirekter Gesundheits-

prävention zu qualifizieren sind und entsprechend nicht in Abzug gebracht werden können. 

3.5 Damit ergibt sich aus keiner der eingereichten ärztlichen Verordnungen eine nachvoll-
ziehbare Erklärung für die medizinische Notwendigkeit und Krankheitsbedingtheit der verordne-

ten Präparate von Dr. med. E.________ und der F.________ AG. Den Rekurrenten ist durch-

aus beizupflichten, dass es nicht Sache der Steuerbehörde bzw. des Gerichts ist, die Ange-

messenheit der ärztlichen Anordnungen zu beurteilen, da sie nicht über das notwendige medi-

zinische Fachwissen verfügt (vgl. auch BGer 2A.83/2005 vom 24.2.2005, E. 4). Jedoch ist es im 

Rahmen der freien richterlichen Beweiswürdigung sachgerecht zu verlangen, dass für den Be-

weiswert der ärztlichen Verordnungen formelle und inhaltliche Mindestanforderungen eingehal-

ten sein müssen. Gestützt auf die eingereichten Arztzeugnisse von Dr. med. G.________ 

bescheinigt dieser lediglich, dass er die Heilmittel als dienlich erachte und empfehle. Mit einer 

blossen Empfehlung ohne Bezugnahme auf die Art der Beeinträchtigung oder der Krankheit ist 

jedoch nicht hinreichend belegt, dass die Anschaffung der Präparate aus medizinischer Sicht 

erforderlich war und nicht nur und allgemein, dass diese als dienlich anzusehen sind. Ange-

sichts der fehlenden Differenzierung zwischen den Ehegatten und dem Fehlen von 

wesentlichen Angaben zur gesundheitlichen Beeinträchtigung und zum Behandlungskonzept, 

erscheinen die eingereichten ärztlichen Verordnungen in formeller wie auch in materieller 

Hinsicht als unzureichend und zum Nachweis notwendiger Krankheitskosten nicht geeignet. Die 

Rekurrenten vermögen damit nicht rechtsgenügend nachzuweisen, dass es sich bei den 

geltend gemachten Ausgaben nicht um Präventionsmittel, sondern um medizinisch notwendige 

Medikamente handelt. 

4. Die vorliegend strittigen Kosten im Zusammenhang mit den Heilmitteln von 
Dr. E.________ und der F.________ AG stellen demzufolge keine Krankheitskosten gemäss 

KS Nr. 11 und Art. 33 Abs. 1 Bst. h DBG und Art. 38a Bst. b StG dar und sind folglich nicht 

abzugsfähig. 

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5. Bei diesem Ausgang des Verfahrens werden die Rekurrenten kostenpflichtig und haben 
die gesamten Verfahrenskosten zu tragen (Art. 144 Abs.1 und 5 DBG sowie Art. 200 Abs. 1 StG 

i.V.m. Art. 1, 2, 53, 58 und 59 des Dekrets vom 24. März 2010 betreffend die Verfahrenskosten 

und die Verwaltungsgebühren der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft 

[Verfahrenskostendekret, VKD; BSG 161.12]). Vorliegend werden die Verfahrenskosten auf 

CHF 900.-- festgelegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss verrechnet.

6. Da die Rekurrenten im vorliegenden Fall unterliegen, werden keine Parteikosten gespro-
chen (Art. 200 Abs. 4 StG sowie Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes 

vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [Verwaltungsverfahrensgesetz, VwVG; 

SR 172.021]).

Aus diesen Gründen wird erkannt:

1. Der Rekurs betreffend die kantonalen Steuern pro 2020 wird abgewiesen.

2. Die Beschwerde betreffend die direkte Bundessteuer pro 2020 wird abgewiesen.

3. Die Kosten für das Verfahren vor der Steuerrekurskommission, bestimmt auf CHF 900.--, 

werden den Rekurrenten zur Bezahlung auferlegt. 

4. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

5. Gegen den Entscheid betreffend die kantonalen Steuern kann innert 30 Tagen seit 
der Eröffnung beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Speichergasse 12, 
3011 Bern, Beschwerde erhoben werden. Die Frist ist eingehalten, wenn die Rechts-
schrift am letzten Tag der Frist einer schweizerischen Poststelle übergeben wird. Die Be-

schwerdeschrift ist in 3-facher Ausfertigung einzureichen. Sie muss von der beschwer-
deführenden Person selbst oder von einem zur Prozessführung vor bernischen Gerichten 

ermächtigten Anwalt verfasst und unterzeichnet sein (Art. 15 Abs. 4 VRPG). Die Rechts-

schrift hat insbesondere das Rechtsbegehren und die Begründung zu enthalten. Der 
angefochtene Entscheid ist beizulegen. 

Gegen den Entscheid betreffend die direkte Bundessteuer kann innert 30 Tagen seit 
der Eröffnung beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Speichergasse 12, 
3011 Bern, Beschwerde erhoben werden (Art. 145 DBG i.V.m. Art. 9 Abs. 3 BStV). 
Die Frist ist eingehalten, wenn die Rechtsschrift am letzten Tag der Frist einer schweizeri-

schen Poststelle übergeben wird. Die Beschwerdeschrift ist in 3-facher Ausfertigung 

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einzureichen. Sie muss von der beschwerdeführenden Person selbst oder von einem zur 

Prozessführung vor bernischen Gerichten ermächtigten Anwalt verfasst und unterzeichnet 

sein (Art. 15 Abs. 4 VRPG). Die Rechtsschrift hat insbesondere das Rechtsbegehren und 
die Begründung zu enthalten. Der angefochtene Entscheid ist beizulegen. 

Wird beim Verwaltungsgericht für die kantonalen Steuern und die direkte Bundes-
steuer Beschwerde erhoben, können diese, soweit den gleichen Gegenstand betref-
fend, in einer gemeinsamen Rechtsschrift eingereicht werden. Sie hat insbesondere 
die jeweiligen Rechtsbegehren sowie die Begründungen zu enthalten.

6. Zu eröffnen an:

▪ D.________ zuhanden von A.________ und B.________ 

▪ Steuerverwaltung des Kantons Bern 

▪ Eidgenössische Steuerverwaltung 

▪ Gemeinde C.________

IM NAMEN DER STEUERREKURSKOMMISSION
DES KANTONS BERN

Die Richterin Die Gerichtsschreiberin

Nanzer Berger