# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b3ce4f05-6581-553e-9441-f265a70e27f6
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-10-24
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 24.10.2017 U 2017 44
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_U-2017-44_2017-10-24.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

U 17 44

3. Kammer 

Vorsitz Meisser
RichterIn Moser, Audétat 

Aktuar Paganini

URTEIL

vom 24. Oktober 2017

in der Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Thomas Stark,

Beschwerdeführer

gegen 

Gemeinde X._____,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Thomas Casanova,

Beschwerdegegnerin

betreffend Sozialhilfe

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1. A._____ ist zusammen mit drei minderjährigen Geschwistern als 

Vollwaise und unbegleiteter Minderjähriger im Alter von neun Jahren aus 

Eritrea in die Schweiz eingereist. Mit Asylentscheid des Bundesamtes für 

Migration vom 21. November 2008 wurde er als Flüchtling anerkannt und 

dem Kanton Graubünden zugewiesen. Seit dem 22. Oktober 2008 hat er 

seinen Wohnsitz in der Gemeinde X._____. Er ist im Besitz einer 

Aufenthaltsbewilligung (Ausweis B) des Kantons Graubünden. Mit 

Wirkung ab dem 15. Juli 2012 wurde er in einer Pflegefamilie in Y._____ 

(SG) untergebracht, wo er seither als Wochenaufenthalter lebt und die 

obligatorische Schule besuchte. Seit August 2016 absolviert er eine 

Berufslehre als Zimmermann in Z._____ (SG) mit einem anfänglichen 

Monatslohn von Fr. 750.--.

2. Die Gemeinde X._____ gewährte A._____ und seiner Pflegefamilie mit 

Beschluss vom 15. Mai 2014 eine Kostengutsprache von Fr. 3'484.85 pro 

Monat vom 1. April 2014 bis zum 1. April 2017 (Erreichen der 

Volljährigkeit).

3. Mit Eingabe vom 14. März 2017 stellte A._____ durch seinen Beistand 

einen Sozialhilfeantrag beim Sozialamt Y._____ für Betreuungs- und 

Pensionskosten im Umfang von monatlich Fr. 2'651.--. Darauf trat das 

Sozialamt Y._____ mit Entscheid vom 24. März 2017 infolge 

Unzuständigkeit für die Unterstützungspflicht nicht ein, da der bisherige 

Wohn- und Unterstützungswohnsitz in der Gemeinde X._____ trotz 

Erreichens der Volljährigkeit nicht beendet werden könne. Der von 

A._____ dagegen erhobene Rekurs wurde vom Gemeinderat Y._____ mit 

Entscheid vom 25. April 2017 abgewiesen. 

4. Mit Verfügung vom 27. März 2017 bewilligte die Gemeinde X._____ die 

Unterstützung von A._____ ab dem 1. April 2017 bis zum 

Wohnsitzwechsel in der Höhe von Fr. 844.85 pro Monat. Die Gemeinde 

beschloss insbesondere, dass die beantragte Betreuungstaxe von 

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Fr. 1'540.-- nicht übernommen werde, da sie nicht durch die Kindes- und 

Erwachsenenschutzbehörde (KESB) als Massnahme angeordnet worden 

sei. Zudem müsse der Anteil der Pensionstaxe (Wäschebesorgung, 

Frühstück, Mittag- und Abendessen) vom Grundbedarf finanziert werden. 

5. Dagegen erhob A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 11. Mai 

2017 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit 

dem Antrag auf Aufhebung der angefochtenen Verfügung und 

Neuberechnung der öffentlichen Unterstützung unter Einbezug der 

Betreuungs- und Pensionstaxe gemäss entsprechendem Vertrag vom 27. 

April 2017 im Gesamtbetrag von Fr. 2'790.-- und einer Pauschale für die 

persönlichen Bedürfnissen gemäss SKOS-Richtlinien von Fr. 400.-- 

zuzüglich berufsbedingte Verkehrsauflagen von Fr. 75.--. Er stellte 

ausserdem einen Antrag auf Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege und -vertretung. Begründend trug er im Wesentlichen vor, 

dass die Gemeinde X._____ auch nach seiner Volljährigkeit verpflichtet 

sei, die von ihm weiterhin benötigte Unterbringung und Betreuung in 

Familienpflege im Rahmen der vertraglichen Vereinbarung 

sozialhilferechtlich zu finanzieren. Er sei ein anerkannter Flüchtling. 

Bildungs- und Integrationsmassnahmen seien für Personen wie ihn und in 

seinem Alter äusserst wichtig, um eine nachhaltige soziale und berufliche 

Integration erreichen und eine langfristige Sozialhilfeabhängigkeit 

vermeiden zu können. Mit den beantragten Sozialhilfeleistungen werde 

ihm ermöglicht, seine Berufslehre als Zimmermann erfolgreich 

weiterzuführen und abzuschliessen sowie alsdann ein autonomes von der 

Sozialhilfe unabhängiges Leben zu führen. Ohne die Unterstützung der 

Pflegefamilie sei diese Zielsetzung nicht zu erreichen. 

6. Mit Vernehmlassung vom 19. Juni 2017 beantragte die Gemeinde 

X._____ (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der 

Beschwerde. Im Wesentlichen machte sie geltend, sofern sich der nun 

volljährige Beschwerdeführer entschieden habe, in der Pflegefamilie zu 

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verbleiben, so habe er sich um einen Wohnsitzwechsel in Y._____ zu 

bemühen. Gemäss SODK werde bei unbegleiteten Minderjährigen davon 

ausgegangen, dass sie bei Erreichen der Volljährigkeit prinzipiell keiner 

umfassenden Betreuung mehr bedürften. Einen Nachweis für die 

Notwendigkeit der Fortführung einer solchen Betreuung habe der 

Beschwerdeführer nicht erbracht. Falls er doch noch Betreuung benötigen 

sollte, so sei dies im Rahmen einer Erwachsenenschutzmassnahme 

jederzeit möglich.

7. Mit Replik vom 3. Juli 2017 und Duplik vom 16. August 2017 vertieften die 

Parteien ihre Standpunkte. 

8. Am 13. September 2017 nahm der Beschwerdeführer zu den Argumenten 

der Beschwerdegegnerin nochmals Stellung. 

9. Mit Schreiben vom 21. September 2017 verzichtete die 

Beschwerdegegnerin auf die Einreichung einer weiteren Stellungnahme. 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften 

sowie auf die angefochtene Verfügung wird, soweit erforderlich, in den 

nachstehenden Erwägungen eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet die Verfügung der 

Beschwerdegegnerin vom 27. März 2017, mit welcher sie die öffentliche 

Unterstützung des Beschwerdeführers ab dem 1. April 2017 bis zum 

Wohnsitzwechsel in Höhe von Fr. 844.85 pro Monat bewilligte. Gemäss 

Art. 49 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; 

BR 370.100) beurteilt das Verwaltungsgericht Beschwerden gegen 

Entscheide von Gemeinden, soweit diese nicht bei einer anderen Instanz 

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angefochten werden können oder nach kantonalem oder 

eidgenössischem Recht endgültig sind. Da vorliegend keine derartige 

Ausnahmekonstella-tion gegeben ist, fällt die Beurteilung dieser 

Beschwerde in die Zuständigkeit des streitberufenen Gerichts. Als 

formeller und materieller Verfügungsadressat ist der Beschwerdeführer 

von der angefochtenen Verfügung ausserdem unmittelbar betroffen und 

hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Abänderung, 

weshalb er zur Beschwerdeführung berechtigt ist (Art. 50 VRG). 

Schliesslich wurde die vorliegende Beschwerde frist- und formgerecht 

beim Verwaltungsgericht eingereicht, weshalb auf diese einzutreten ist.

2. Streitig und zu prüfen ist vorliegend die Höhe der von der 

Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer zu gewährenden öffentlich-

rechtlichen Unterstützung. 

3. Im vorliegenden Fall dauert der Aufenthalt des Beschwerdeführers bei der 

Pflegefamilie in Y._____ (SG) auch nach Eintritt seiner Volljährigkeit am 

1. April 2017 an. Die Begründung eines Unterstützungswohnsitzes in 

Y._____ ist für den Beschwerdeführer, der während seiner 

Minderjährigkeit in Familienpflege untergebracht wurde, im vorliegenden 

Fall ausgeschlossen. Dafür wäre nämlich die Absicht dauernden 

Verbleibens erforderlich (vgl. Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Zuständigkeit für die Unterstützung Bedürftiger [Zuständigkeitsgesetz, 

ZUG; SR 851.1]; SCHNYDER/MÖSCH PAYOT, Der Unterstützungswohnsitz 

nach ZUG von der Geburt bis Volljährigkeit, in: Jusletter 14. November 

2016, Rz. 74 und 76), welche aber fehlt, zumal der Beschwerdeführer 

gemäss seinen unzweifelhaften Angaben nach dem Lehrabschluss 

beabsichtigt, in X._____ zu wohnen, wo er zurzeit seine Wochenende und 

Ferien mit dem dort wohnenden älteren Bruder verbringt (vgl. E-Mail des 

Regionalen Sozialdienstes vom 20. März 2017 [Bg-act. 1]). Insoweit spielt 

es keine Rolle, dass die Beschwerdegegnerin eigentlich aufgrund der 

ihrer Ansicht nach fehlenden Notwendigkeit für eine weitere Betreuung in 

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der Pflegefamilie die Möglichkeit zur Begründung eines 

Unterstützungswohnsitzes in Y._____ nach Art. 4 Abs. 1 ZUG erwähnt. 

Indem die Beschwerdegegnerin die öffentlich-rechtliche Unterstützung 

des Beschwerdeführers bewilligte, anerkannte sie zudem, dass der Eintritt 

der Volljährigkeit keinen neuen Unterstützungswohnsitz am Ort der 

Pflegefamilie begründete, sondern der bisherige Unterstützungswohnsitz 

fortdauert. Wie der Beschwerdeführer ferner zutreffend vorträgt, hat er 

ausserdem keinen Anspruch auf die Bewilligung eines Kantonswechsels, 

zumal aufgrund seiner dauernden Sozialhilfeabhängigkeit der 

Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 1 lit. c des Bundesgesetzes über die 

Ausländerinnen und Ausländer (Ausländergesetz, AuG; SR 142.20) 

gegeben ist (vgl. Art. 37 Abs. 3 AuG). Die Zuständigkeit der 

Beschwerdegegnerin als unterstützungspflichtige Gemeinde steht somit 

ausser Frage.

4. a) Die Parteien streiten sich grundsätzlich über die Notwendigkeit der 

Betreuung durch die Pflegefamilie. Zu klären ist somit zunächst, ob die 

Beschwerdegegnerin, wie vom Beschwerdeführer verlangt, für die 

Betreuungs- und Pensionstaxe von Fr. 2'790.-- gemäss Betreuungs- und 

Pensionsvertrag vom 27. April 2017 (Bf-act. 5) zwischen ihm und der 

Pflegefamilie in Y._____ aufzukommen hat.

b) Der Beschwerdeführer führt aus, auch der ehemalige Vormund habe 

darauf bestanden, dass er über die Mündigkeit hinaus Unterstützung und 

Begleitung benötige. Dieser könne den Entwicklungsstand des 

Beschwerdeführers aufgrund des regelmässigen Kontakts am besten und 

realitätsgerecht einschätzen. Unterstützung von der Pflegefamilie brauche 

er auch für den Schulteil in der laufenden Lehre. Die Beschwerdegegnerin 

habe die Übernahme der Betreuungskosten abgelehnt, da von der KESB 

keine Massnahme zur Betreuung und Unterbringung angeordnet worden 

sei, was nicht nachvollziehbar sei. Er sei nämlich zum Verbleib in der 

Pflegefamilie freiwillig bereit. Die Unterstützung der Pflegefamilie sei 

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zudem ausreichend, weshalb die Anordnung einer 

Erwachsenenschutzmassnahme durch die KESB ausgeschlossen sei. 

Dies impliziere nicht, dass die KESB die Notwendigkeit der Unterstützung 

durch die Pflegefamilie verneint habe. Mit dieser Frage habe sich die 

KESB gar nicht auseinandersetzen müssen, da der Beistand ihr berichtet 

habe, dass der Beschwerdeführer weiterhin auf den Verbleib in der 

Pflegefamilie angewiesen sei. Ohne diesen Verbleib in der Pflegefamilie 

wäre vermutlich eine Erwachsenenschutzmassnahme notwendig, weil er 

in vielen Bereichen des Lebens, insbesondere mit Bezug auf seine 

schulische und berufliche Ausbildung und auch in administrativen und 

rechtlichen Angelegenheiten auf Hilfe angewiesen sei. Er habe sonst 

niemanden, der ihm dabei helfe. Die Notwendigkeit der Unterbringung 

und Betreuung in Familienpflege sei im Übrigen in der Regel bis zum 

ordentlichen Abschluss einer Erstausbildung weiterhin notwendig (dazu 

verweist er u.a. auf den Entscheid des Verwaltungsgerichts Thurgau 

VV.2012.256/E vom 21. November 2012 [TVR 2013 Nr. 39]). Bei der 

Notwendigkeit der Hilfe durch die Pflegefamilie sei weiter zu beachten, 

dass er im Alter von neun Jahren als unbegleiteter minderjähriger 

Asylsuchender in die Schweiz eingereist sei, vorher traumatische Kriegs- 

und Fluchterlebnisse sowie den Tod seiner Eltern und die Trennung von 

seinen Angehörigen und von seinem sozialen Umfeld habe verkraften 

müssen. Ebenso sei zu berücksichtigen, dass er damals eine 

ungenügende schulische Bildung gehabt habe und auch heute noch 

schulische und sprachliche Defizite und gewisse Kulturprobleme 

aufweise. Als minderjährige eingereiste Asylsuchende bzw. anerkannte 

Flüchtlinge wiesen enorme schulische und sprachliche Defizite auf. Ihre 

Integration sei deshalb massiv erschwert und sie wiesen ein hohes Risiko 

für eine dauerhafte Sozialhilfeabhängigkeit auf, wie es die statistischen 

Zahlen des Bundes bestätigten. Ohne die Familienpflege wären die 

soziale Integration des Beschwerdeführers sowie die Weiterführung und 

der erfolgreiche Abschluss seiner laufenden Erstausbildung ernsthaft 

gefährdet. Mit den beantragten Sozialhilfeleistungen werde er auch nicht 

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besser gestellt als nicht unterstützte junge Leute mit niedrigem 

Einkommen. Die meisten jungen Personen in der Ausbildung würden die 

notwendige Unterstützung durch die Eltern erhalten. Als Vollwaise habe 

er diese Möglichkeit nicht. 

Darauf erwidert die Beschwerdegegnerin, die SODK gehe davon aus, 

dass prinzipiell keine umfassende Betreuung der MNA (unbegleitete 

Minderjährige, mineurs non accompagnés) bei Erreichen der Volljährigkeit 

benötigt werde, und nur im Bedarfsfall verhältnismässige Massnahmen zu 

ergreifen seien. Ein Nachweis der Unmöglichkeit der Bewältigung 

altersüblicher Probleme bringe der Beschwerdeführer nicht vor. Nach 

eigenen Aussagen sehe er seinen in X._____ wohnenden älteren Bruder 

als Vaterersatz. Nach Abschluss der Lehre möchte er zu ihm ziehen. 

Nebst den Wochenenden verbringe er auch seine Ferien mit ihm. Der 

Beschwerdeführer erlange somit bereits durch die Betreuung seines 

älteren Bruders eine weitgehende Betreuung. Den behaupteten 

schulischen und sprachlichen Problemen könne sodann ohne Weiteres im 

Rahmen einer sozialpädagogischen Nachbegleitung begegnet werden. 

Schliesslich sei der Beschwerdeführer ab dem 1. August 2017 im 2. 

Lehrjahr und verdiene ab diesem Zeitpunkt Fr. 1'000.-- monatlich als 

Lehrlingslohn. Es werde nicht dargelegt, inwiefern er in Bezug auf seine 

berufliche Ausbildung noch eine umfassende Betreuung benötigte. Im 

Gegenteil, durch die unproblematisch verlaufende Ausbildung zeige sich, 

dass der Beschwerdeführer in hohem Masse fähig sei, selbständig zu 

leben. Falls er noch Betreuung benötigen sollte, so sei dies im Rahmen 

einer Erwachsenenschutzmassnahme jederzeit möglich. Selbst wenn von 

der Notwendigkeit der Betreuung in der Pflegefamilie ausgegangen 

würde, so wäre das Entgelt keineswegs, wie vom Beschwerdeführer 

beantragt, auf Fr. 1'540.-- anzusetzen. Die Betreuung eines erwachsenen 

jungen Mannes könne sicher nie so hoch sein wie jene eines 15-jährigen 

Teenagers, der einer viel intensiveren Betreuung bedürfe. 

Dem hält der Beschwerdeführer insbesondere entgegen, nur schon 

aufgrund der räumlichen Distanz könne der ältere Bruder die 

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Unterstützung und Betreuung des Beschwerdeführers durch die 

Pflegefamilie nicht ersetzen. Abgesehen davon gingen ihm die 

sozialpädagogischen Fähigkeiten und Erfahrungen sowie die 

sprachlichen und kulturellen Kenntnisse ab, welche für die Begleitung 

während der Berufsausbildung sowie die nachhaltige Förderung und 

Unterstützung des Beschwerdeführers im Hinblick auf seine künftige 

berufliche und soziale Integration nach wie vor vonnöten seien. 

c) Die zuständige Sozialbehörde bestimmt Art und Mass der Unterstützung 

nach dem ausgewiesenen Bedarf unter Würdigung der örtlichen und 

persönlichen Verhältnisse. Sie berücksichtigt dabei die gesetzlichen 

Familienlasten des Bedürftigen, allfällige Krankheitsfälle sowie berufliche 

Ausbildungskosten Jugendlicher, für die der Bedürftige aufzukommen hat 

(Art. 2 Abs. 1 des Gesetzes über die Unterstützung Bedürftiger 

[Kantonales Unterstützungsgesetz; BR 546.250]). Laut Art. 5a des 

kantonalen Unterstützungsgesetzes betreut und unterstützt der Kanton 

unbegleitete Minderjährige bis zum Abschluss einer angemessenen 

Erstausbildung, längstens bis zum vollendeten 25. Lebensjahr (Abs. 1). Er 

übernimmt für diese Personen auch die den Wohnsitzgemeinden 

anfallenden Kosten von Massnahmen der Kindes- und 

Erwachsenenschutzbehörden sowie die durch die Führung einer 

Beistandschaft entstehenden Kosten (Abs. 2). Gemäss Art. 1 der 

Ausführungsbestimmungen zum kantonalen Unterstützungsgesetz 

(ABzUG; BR 546.270) sind für die Bemessung der Unterstützung durch 

die zuständige Gemeinde im Sinne von Art. 2 des Gesetzes die 

Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (SKOS-

Richtlinien) für die Ausgestaltung und Bemessung der Sozialhilfe vom 

April 2005 einschliesslich des Kapitels "Praxishilfen" mit den 

nachfolgenden Konkretisierungen und Einschränkungen massgebend. 

Gemäss Kapitel A.I der SKOS Richtlinien (vom April 2005, 4. Ausgabe, 

mit Ergänzungen bis 12/16) verlangen die spezifische Lebenssituation der 

jungen Erwachsenen (Menschen zwischen dem vollendeten 18. und dem 

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vollendeten 25. Altersjahr) in der Phase zwischen Schule, Berufsbildung 

und Arbeitsaufnahme und der Vergleich zu nicht unterstützten Personen 

in vergleichbarer Lebenslage eine sachlich differenzierte Anwendung der 

geltenden Unterstützungsrichtlinien. Bildungs- und 

Integrationsmassnahmen stehen bei dieser Gruppe im Fokus. Junge 

Erwachsene sollen aber durch materielle Unterstützung nicht besser 

gestellt werden als nicht unterstützte junge Leute mit niedrigem 

Einkommen.

Schliesslich sind noch die Empfehlungen der Konferenz der kantonalen 

Sozialdirektorinnen und Sozialdirektoren (SODK) vom 20. Mai 2016 zu 

unbegleiteten minderjährigen Kindern und Jugendlichen aus dem 

Asylbereich zu beachten. Ziff. 14 (Übergang zur Volljährigkeit, S. 39 f.) 

derselben lautet wie folgt: "Der Übergang zur Volljährigkeit ist für die MNA 

(unbegleitete minderjährige Kinder und Jugendliche aus dem Asylbereich 

– auch "mineurs non accompagnés") ein einschneidendes Ereignis. Die 

meisten Jugendlichen sind auch über ihren 18. Geburtstag hinaus auf 

gewisse Unterstützung angewiesen. In diesem Zusammenhang sollen 

Betreuungsleistungen im Sinne einer sozialpädagogischen 

Nachbegleitung für MNA geschaffen werden, welche auch nach Erreichen 

der Volljährigkeit und bis zum Abschluss der Erstausbildung bzw. bis zum 

Erreichen der Fähigkeiten, welche für eine autonome Lebensführung 

erforderlich sind, anhalten. Diesbezüglich ist auf die Empfehlung der 

SODK hinzuweisen, wonach die Leistungen der Kinder- und Jugendpolitik 

Kindern und Jugendlichen bis 25 Jahre zugute kommen sollen. Wenn 

möglich und sinnvoll sollen die MNA in dieser Zeit in ihrem gewohnten 

Umfeld verbleiben können. Der begleitete Übergang soll sich am 

Entwicklungsstand und an den individuellen Bedürfnissen der betroffenen 

Jugendlichen ausrichten. Auch Patenschaften können den Übergang zur 

Volljährigkeit erleichtern. Im Gegensatz zu den 

Kindesschutzmassnahmen, welche mit dem Erreichen der Volljährigkeit 

enden, können Patinnen und Paten eine bereits aufgegleiste Beziehung 

zu den MNA auch über dieses Datum hinaus fortsetzen. Im Hinblick auf 

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die Volljährigkeit sind die unbegleiteten Jugendlichen auf das bestehende 

Beratungs- und Unterstützungsangebot der öffentlichen Hand 

aufmerksam zu machen und der entsprechende Zugang sicherzustellen. 

Nach Eintreten der Volljährigkeit und mit dem Wegfall der 

Kindesschutzmassnahmen kann in besonderen Fällen und bei Bedarf die 

Errichtung einer Begleitbeistandschaft gemäss Art. 393 ZGB geprüft 

werden. Die SODK empfiehlt den Kantonen insbesondere die MNA bei 

Bedarf über die Volljährigkeit hinaus und bis zum Abschluss der 

Erstausbildung bzw. bis zum Erreichen der Fähigkeiten, welche für eine 

autonome Lebensführung erforderlich sind, im Rahmen einer 

sozialpädagogischen Nachbegleitung zu betreuen."

d) Im vorliegenden Fall hat die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen 

Verfügung als Grundsicherung einen Betrag für den Grundbedarf von 

Fr. 754.50 und Wohnungskosten inkl. Nebenkosten von Fr. 500.--, somit 

total Fr. 1'254.50 berücksichtigt. Dadurch hat sie die Pensionstaxe von 

Fr. 1'250.-- gemäss Betreuungs- und Pensionsvertrag vom 27. April 2017 

(Bf-act. 5) de facto übernommen. Zudem hat sie Ausgaben für die 

Krankenversicherung von Fr. 80.35 und Mehrkosten für die auswärtige 

Verpflegung von Fr. 210.-- berücksichtigt und insgesamt Fr. 1'544.85 

zugesichert, wovon dann der Nettolehrlingslohn des Beschwerdeführers 

des ersten Jahres von Fr. 700.-- (zu Recht) in Abzug gebracht wurde. Der 

Beschwerdeführer beantragt, dass die auch im neuen Betreuungs- und 

Pensionsvertrag vom 27. April 2017 (Bf-act. 5) wieder enthaltene 

Betreuungstaxe von Fr. 1'540.--, wie bis zum 31. März 2017, als er noch 

minderjährig war und die Kindesschutzmassnahme bestand, bei der 

Berechnung seiner Sozialhilfeleistung voll berücksichtigt werde. Eine 

Verpflichtung dazu gibt es aber für junge Erwachsene wie der 

Beschwerdeführer gemäss den oberwähnten Bestimmungen nicht. Die 

Zusprechung eines solchen Betreuungsbeitrags geht über die in Art. 5a 

Abs. 1 des kantonalen Unterstützungsgesetzes verankerte 

Unterstützungspflicht hinaus. Auch nicht erfasst wird ein solcher Beitrag 

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von den in den SKOS-Richtlinien empfohlenen Bildungs- und 

Integrationsmassnahmen. Vielmehr kann eine allenfalls nötige Betreuung 

des Beschwerdeführers, wie die Beschwerdegegnerin zutreffend ausführt, 

im Einklang mit den obgenannten SODK-Empfehlungen im Rahmen einer 

Nachbegleitung erfolgen. Dafür wäre vom Beschwerdeführer die 

Errichtung einer Begleitbeistandschaft (Art. 393 des Schweizerischen 

Zivilgesetzbuches [ZGB; SR 210]) auf eigenes Begehren anzustreben. 

Allein die Ansicht des ehemaligen Beistands des Beschwerdeführers, 

wonach die Finanzierung der Betreuungskosten von der 

Unterstützungsgemeinde zu übernehmen sei, um eine 

Sozialhilfeabhängigkeit zu vermeiden (vgl. Bg-act. 18), kann noch keinen 

Anspruch auf eine Kostenübernahme durch die sozialhilfeleistende 

Gemeinde begründen. Ausserdem vermögen auch die Behauptungen des 

Beschwerdeführers, die Pflegefamilie müsse ihm aufgrund der schlechten 

Noten mehrere Stunden Nachhilfe geben, sowie die Hinweise auf seine 

Verhaltensschwierigkeiten in der Schule noch keine Notwendigkeit einer 

Familienpflege im geltend gemachten Umfang nachzuweisen. Ohne einen 

entsprechenden Entscheid der KESB, der detaillierte Angaben zum 

Umfang einer allenfalls notwendigen Betreuung enthält, ist es nicht 

möglich zu prüfen, ob die hier geltend gemachten Spesen der freiwillig 

fortgesetzten Betreuung aufgrund der privaten Betreuungsvereinbarung  

zwischen der Pflegefamilie und dem volljährigen Beschwerdeführer – 

selbst wenn es sich dabei um einen vormaligen MNA handelt  – aus 

sozialhilferechtlicher Sicht gerechtfertigt sind. Mangels einer 

entsprechenden Anordnung der KESB ist zurzeit davon auszugehen, 

dass der nun volljährige Beschwerdeführer ein selbständiges Leben 

führen und damit verbundene Schwierigkeiten durch die Hilfe des älteren 

Bruders bewältigen kann. Die Ablehnung der Übernahme der geltend 

gemachten Betreuungskosten in der Höhe von Fr. 1'540.-- durch die 

Beschwerdegegnerin ist somit nicht zu beanstanden. 

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e) Ferner verlangt der Beschwerdeführer eine Pauschale für persönliche 

Bedürfnisse gemäss SKOS-Richtlinien, Kapitel B.2.5, von Fr. 400.-- pro 

Monat. Nach Kapitel B.2.5 SKOS-Richtlinien ist bedürftigen Personen in 

stationären Einrichtungen (Heimen, Kliniken usw.), in therapeutischen 

Wohngemeinschaften oder in Pensionen an Stelle des Grundbedarfs für 

den Lebensunterhalt eine Pauschale zur Deckung der nicht im 

Pensionsarrangement enthaltenen Ausgabepositionen zu gewähren. 

Vorliegend werden die Ausgaben für persönliche Bedürfnisse bereits 

durch die zugesprochene Grundsicherung erfasst. So sind diese im 

eingerechneten Grundbedarf für den Lebensunterhalt enthalten. 

f) Schliesslich wird ein Beitrag für berufsbedingte Verkehrsauslagen von 

monatlich Fr. 75.-- (vergünstigtes Generalabonnement von Fr. 905.-- pro 

Jahr) beantragt. Ein solcher Betrag war aber im zu behandelnden 

Sozialhilfegesuch vom 18. April 2017 samt Berechnungsblatt (vgl. Bg-act. 

27 und 28) gar nicht enthalten, sodass die Beschwerdegegnerin darüber 

nicht entscheiden konnte. Dieser Punkt kann vom Gericht demnach nicht 

behandelt werden. 

5. Zusammenfassend erweisen sich die Rügen des Beschwerdeführers als 

unbegründet, weshalb die angefochtene Verfügung vom 27. März 2017 

zu bestätigen und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist. 

6. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Gerichtskosten gestützt 

auf Art. 73 Abs. 1 VRG zulasten des unterliegenden Beschwerdeführers. 

Dieser beantragt für das vorliegende Verfahren die unentgeltliche 

Rechtspflege und die unentgeltliche Rechtsvertretung durch RA Thomas 

Stark gemäss Art. 76 VRG. Die Voraussetzungen für die Bewilligung der 

unentgeltlichen Prozessführung und -vertretung sind in der Regel erfüllt, 

wenn der Prozess nicht aussichtslos erscheint, die Partei bedürftig und 

die Verbeiständung durch einen Anwalt notwendig oder doch geboten ist 

(BGE 125 V 201 E.4a mit Hinweisen). Vorliegend ist die Beschwerde 

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nicht von vornherein aussichtslos. Zudem ist die Bedürftigkeit des 

sozialhilfeempfangenden Beschwerdeführers klar gegeben. Die 

Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden somit auf die Gerichtskasse 

genommen. Zudem erscheint der Beizug eines Rechtsvertreters 

notwendig und angemessen, weshalb auch dessen Kosten auf die 

Staatskasse zu nehmen sind. Die Bemessung der Entschädigung richtet 

sich gemäss Art. 76 Abs. 3 VRG nach der Anwaltsgesetzgebung. 

Gemäss Art. 5 Abs. 1 der Verordnung über die Bemessung des Honorars 

der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte (Honorarverordnung, HV; BR 

310.250) gilt für den berechtigten Aufwand der unentgeltlichen Vertretung 

ein Stundenansatz von Fr. 200.--. Die eingereichte Honorarnote vom 28. 

September 2017 ist somit nur zu einem reduzierten Stundenansatz von 

Fr. 200.-- (statt Fr. 250.--) zu genehmigen. Ausserdem sind die 

Barauslagen praxisgemäss auf 3 % des Honorars zu reduzieren. Daraus 

ergibt sich eine aussergerichtliche Entschädigung von gesamthaft 

Fr. 3'893.40 (17.5 h x Fr. 200.-- 

[= Fr. 3'500.--], zuzüglich Kleinspesenpauschale von 3 % [= Fr. 105.--] 

sowie 8 % MWST von Fr. 3'605.-- [= Fr. 288.40]). Die vom Kanton 

vorläufig übernommenen Kosten des vorliegenden Verfahrens und der 

Rechtsvertretung hat der Beschwerdeführer zu erstatten, wenn sich seine 

Einkommens- oder Vermögensverhältnisse gebessert haben und er 

hierzu in der Lage ist ( Art.  77  VRG).

Der obsiegenden Beschwerdegegnerin steht keine Parteientschädigung 

zu, da sie in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegt hat (Art. 78 Abs. 2 

VRG).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

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2. a) In Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung werden die 

Gerichtskosten von Fr. 500.-- zulasten von A._____ von der Gerichtskasse 

übernommen. 

b) A._____ wird in der Person von Rechtsanwalt lic. iur. Thomas Stark ein 

Rechtsvertreter auf Kosten des Staates bestellt. Dieser wird durch die 

Gerichtskasse mit Fr. 3'893.40  (inkl. MWST) entschädigt. 

c) Wenn sich die Einkommens- oder Vermögensverhältnisse von A._____ 

gebessert haben und er hierzu in der Lage ist, hat er das Erlassene und 

die Kosten der Rechtsvertretung zu erstatten.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]

Die an das Bundesgericht erhobene Beschwerde wurde mit Urteil vom 5. Februar 

2018 abgewiesen, soweit darauf einzutreten war (8C_887/2017).