# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cbdbcb5e-093e-5745-8931-05c9758ab84c
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-09-19
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 19.09.2018 200 2018 448
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2018-448_2018-09-19.pdf

## Full Text

200 18 448 IV
SCJ/SCC/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 19. September 2018

Verwaltungsrichter Scheidegger
Gerichtsschreiberin Schertenleib Gamero

A.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern 
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 23. Mai 2018

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Sept. 2018, IV/18/448, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1979 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin), … 
bzw. …, seit 2015 teilweise als Selbstständigerwerbende tätig, meldete 
sich im Mai 2016 bei der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) 
erstmals zum Bezug von Leistungen an; als gesundheitliche Beeinträchti-
gung nannte sie eine Narkolepsie/Kataplexie (Dossier der IVB, Antwortbei-
lage [AB] 1, 6, 7 S. 6). Die IVB holte die üblichen Unterlagen, eine Stel-
lungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 31. August 
2016 (AB 26) sowie den Abklärungsbericht für Selbstständigerwerbende 
vom 2. Dezember 2016 (AB 36) ein. Nach Durchführung des Vorbescheid-
verfahrens (AB 37, 38) lehnte die IVB mit Verfügung vom 12. April 2017 bei 
einem Invaliditätsgrad von 33 % einen Anspruch auf eine Rente ab (AB 
43). Die Verfügung blieb unangefochten.

B.

Die Versicherte meldete sich am 20. Februar 2018 erneut bei der IVB zum 
Bezug von Leistungen an (AB 44). Der Aufforderung der IVB vom 27. Fe-
bruar 2018, erhebliche (gesundheitliche) Veränderungen der tatsächlichen 
Verhältnisse mit Einreichung von Belegen glaubhaft zu machen (AB 45), 
kam die Versicherte nicht nach. Nach durchgeführtem Vorbescheidverfah-
ren (AB 46) trat die IVB mit Verfügung vom 23. Mai 2018 auf die Neuan-
meldung nicht ein (AB 47).

C.

Am 14. Juni 2018 erhob die Versicherte beim Verwaltungsgericht des Kan-
tons Bern Beschwerde. Sie beantragt sinngemäss die Aufhebung der Ver-
fügung vom 23. Mai 2018 und die Zusprechung einer Rente; ferner stellt sie 
ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege.

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Am 18. Juni 2018 reichte der Regionale Sozialdienst … Unterlagen zum 
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ein (Beschwerdebeilage [BB] IA).

Mit Beschwerdeantwort vom 26. Juli 2018 beantragt die IVB die Abweisung 
der Beschwerde.

Am 10. und 20. August 2018 hielt die Beschwerdeführerin sinngemäss an 
ihrem Antrag fest und reichte medizinische Unterlagen nach (BB IB).

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung der IV-Stelle Bern vom 
23. Mai 2018 (AB 47), mit welcher die Beschwerdegegnerin auf die Neu-
anmeldung vom 20. Februar 2018 nicht eingetreten ist. Streitig und zu prü-
fen ist, ob die Verwaltung auf die Neuanmeldung vom 20. Februar 2018 

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(AB 44) zu Recht nicht eingetreten ist. Nicht zu prüfen ist der materielle 
Anspruch, weshalb auf entsprechende Vorbringen der Beschwerdeführerin 
nicht einzutreten ist.

1.3 Die Mitglieder des Verwaltungsgerichts behandeln als Einzelrichte-
rin oder Einzelrichter Beschwerden gegen Nichteintretensverfügungen oder 
-entscheide (Art. 57 Abs. 2 lit. c GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).   

2.

2.1 Wird ein Gesuch um Revision eingereicht, so ist darin glaubhaft zu 
machen, dass sich der Grad der Invalidität oder der Hilflosigkeit oder die 
Höhe des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwands oder Hilfebedarfs des 
Versicherten in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenver-
sicherung [IVV; SR 831.201]). Wurde eine Rente wegen eines zu geringen 
Invaliditätsgrades verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur geprüft, 
wenn die Voraussetzung nach Abs. 2 erfüllt ist (Art. 87 Abs. 3 IVV, vgl. 
auch BGE 130 V 343 E. 3.5.3 S. 351). Erheblich ist eine Sachverhaltsände-
rung, wenn angenommen werden kann, der Anspruch auf eine Invaliden-
rente (oder deren Erhöhung) sei begründet, falls sich die geltend gemach-
ten Umstände als richtig erweisen sollten (SVR 2014 IV Nr. 33 S. 121 E. 2). 
Diese Eintretensvoraussetzung soll verhindern, dass sich die Verwaltung 
immer wieder mit gleichlautenden und nicht näher begründeten, d.h. keine 
Veränderung des Sachverhalts darlegenden Rentengesuchen befassen 
muss (BGE 133 V 108 E. 5.3.1 S. 112). 

2.2 Nach Eingang einer Neuanmeldung oder eines Revisionsgesuchs 
ist die Verwaltung zunächst zur Prüfung verpflichtet, ob die Vorbringen der 
versicherten Person überhaupt glaubhaft sind; verneint sie dies, so erledigt 
sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten. Dabei hat 
sie unter anderem zu berücksichtigen, ob die frühere Verfügung nur kurze 

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oder schon längere Zeit zurückliegt, und dementsprechend an die Glaub-
haftmachung höhere oder weniger hohe Anforderungen stellen. Insofern 
steht ihr ein gewisser Beurteilungsspielraum zu, den der Richter grundsätz-
lich zu respektieren hat. Die Behandlung der Eintretensfrage durch die 
Verwaltung ist deshalb vom Gericht nur zu überprüfen, wenn das Eintreten 
streitig ist (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114).

2.3 Die versicherte Person muss mit der Neuanmeldung oder dem Re-
visionsgesuch die massgebliche Tatsachenänderung glaubhaft machen. 
Der Untersuchungsgrundsatz, wonach das Gericht von Amtes wegen für 
die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts 
zu sorgen hat, spielt insoweit nicht. Wird in der Neuanmeldung oder dem 
Revisionsgesuch kein Eintretenstatbestand geltend gemacht, sondern 
bloss auf ergänzende Beweismittel, insbesondere Arztberichte, hingewie-
sen, die noch beigebracht würden oder von der Verwaltung beizuziehen 
seien, ist der versicherten Person eine angemessene Frist zur Einreichung 
der Beweismittel anzusetzen. Diese Massnahme setzt voraus, dass die 
ergänzenden Beweisvorkehren geeignet sind, den entsprechenden Beweis 
zu erbringen. Sie ist mit der Androhung zu verbinden, dass ansonsten ge-
gebenenfalls auf Nichteintreten zu erkennen sei. Ergeht eine Nichteintre-
tensverfügung im Rahmen eines Verwaltungsverfahrens, das diesen Erfor-
dernissen betreffend Fristansetzung und Androhung der Säumnisfolgen 
genügt, legen die Gerichte ihrer beschwerdeweisen Überprüfung den 
Sachverhalt zu Grunde, wie er sich der Verwaltung bot (BGE 130 V 64 
E. 5.2.5 S. 69).

Die glaubhaft zu machende Änderung muss nicht gerade jenes Anspruchs-
element betreffen, welches die Verwaltung der früheren rechtskräftigen 
Leistungsabweisung zugrunde legte. Vielmehr hat es zu genügen, wenn 
die versicherte Person zumindest die Änderung eines Sachverhalts aus 
dem gesamten für die Rentenberechtigung erheblichen Tatsachenspektrum 
glaubwürdig dartut. Trifft dies zu, ist die Verwaltung verpflichtet, auf das 
neue Leistungsbegehren einzutreten und es in tatsächlicher und rechtlicher 
Hinsicht allseitig zu prüfen (BGE 117 V 198 E. 4b S. 200).

2.4 Mit dem Beweismass des Glaubhaftmachens sind herabgesetzte 
Anforderungen an den Beweis verbunden; der Sachverhalt muss also nicht 

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nach dem im Sozialversicherungsrecht sonst üblichen Grad der überwie-
genden Wahrscheinlichkeit erstellt sein. Es genügt, dass für den geltend 
gemachten rechtserheblichen Sachumstand wenigstens gewisse Anhalts-
punkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen 
ist, bei eingehender Abklärung werde sich die behauptete Sachverhaltsdar-
stellung nicht erstellen lassen. Grundsätzlich unterliegt das Glaubhaftma-
chen weniger strengen Anforderungen als im Zivilprozessrecht. Dort muss 
– im Gegensatz zum vollen Beweis – das Gericht von der Richtigkeit der 
behaupteten Sachdarstellung immerhin überzeugt sein, wenn auch nicht 
vollständig und unter Ausschluss jeden Zweifels (SVR 2017 IV Nr. 57 
S. 188 E. 2.2, 2014 IV Nr. 33 S. 121 E. 2).

2.5 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

3.

3.1 Zu prüfen ist vorab, ob die Beschwerdeführerin glaubhaft gemacht 
hat, dass seit der rentenablehnenden Verfügung vom 12. April 2017 
(AB 43) bis zur angefochtenen Verfügung vom 23. Mai 2018 (AB 47) eine 
für den Anspruch erhebliche Tatsachenänderung eingetreten ist (vgl. E. 2.5 
hiervor).

3.2 Mit der Neuanmeldung vom 20. Februar 2018 behauptete die Be-
schwerdeführerin eine Verschlimmerung des Gesundheitszustandes; ent-
sprechende medizinische Unterlagen reichte sie jedoch nicht ein. Vielmehr 
bat sie die Beschwerdegegnerin, sie darüber zu informieren, welche Unter-
lagen sie einreichen müsse (AB 44). Mit Schreiben vom 27. Februar 2018 
setzte die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin korrekterweise 
Frist bis 26. März 2018, um mittels geeigneter ärztlicher Berichte oder 
Bestätigungen den Nachweis einer massgeblichen Veränderung zu erbrin-

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gen (AB 45). Diese Frist liess die Beschwerdeführerin unbenutzt verstrei-
chen. Die angefochtene Verfügung vom 23. Mai 2018 (AB 47) ist deshalb 
unter dem Aspekt einer glaubhaft zu machenden Änderung im gesundheit-
lichen Bereich nicht zu beanstanden. Nichts an diesem Ergebnis ändert, 
dass die Beschwerdeführerin im Beschwerdeverfahren nunmehr medizini-
sche Berichte einreichte. Denn diese sind für die Beurteilung der Frage, ob 
eine Tatsachenänderung glaubhaft gemacht worden ist, unerheblich, da 
das Gericht der beschwerdeweisen Überprüfung den Sachverhalt zu Grun-
de legt, wie er sich der Verwaltung bot (vgl. BGE 130 V 64 E. 5.2.5 S. 69). 

4.

4.1 Bei Teilerwerbstätigen, die sich zusätzlich im Aufgabenbereich nach 
Art. 7 Abs. 2 IVG betätigen, werden für die Bestimmung des Invaliditäts-
grads folgende Invaliditätsgrade summiert: a. der Invaliditätsgrad in Bezug 
auf die Erwerbstätigkeit; b. der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Betätigung 
im Aufgabenbereich (Art. 27bis Abs. 2 IVV, in Kraft seit 1. Januar 2018). Die 
Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbstätigkeit richtet 
sich nach Art. 16 ATSG, wobei: a. das Erwerbseinkommen, das die versi-
cherte Person durch die Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht 
invalid geworden wäre, auf eine Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet wird; b. 
die prozentuale Erwerbseinbusse anhand des Beschäftigungsgrads, den 
die Person hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet wird 
(Art. 27bis Abs. 3 IVV, in Kraft seit 1. Januar 2018). Für die Berechnung des 
Invaliditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich wird der 
prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbe-
reich im Vergleich zur Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid 
geworden wäre, ermittelt. Der Anteil wird anhand der Differenz zwischen 
dem Beschäftigungsgrad nach Absatz 3 Buchstabe b und einer Voller-
werbstätigkeit gewichtet (Art. 27bis Abs. 4 IVV, in Kraft seit 1. Januar 2018). 

4.2 Wurde eine Rente vor dem Inkrafttreten der Änderung vom 1. De-
zember 2017 wegen eines zu geringen Invaliditätsgrads einer teilerwerbs-
tätigen versicherten Person, die sich zusätzlich im Aufgabenbereich nach 
Art. 7 Abs. 2 IVG betätigte, verweigert, so wird eine neue Anmeldung ge-

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prüft, wenn die Berechnung des Invaliditätsgrads nach Art. 27bis Abs. 2 – 4 
voraussichtlich zu einem Rentenanspruch führt (Abs. 2 der Übergangsbe-
stimmung zur Änderung vom 1. Dezember 2017).

4.3

4.3.1 Die Beschwerdegegnerin hat zu Recht die Frage des Eintretens auf 
die Neuanmeldung vom 20. Februar 2018 (AB 44) auch unter Berücksichti-
gung von Art. 27bis Abs. 2 – 4 IVV i.V.m. Abs. 2 der Übergangsbestimmung 
zur Änderung vom 1. Dezember 2017 geprüft (E. 4.1 und 4.2 hiervor), wo-
nach auf Neuanmeldungen nach vorgängiger Rentenablehnung dann ein-
zutreten ist, wenn glaubhaft gemacht wird, dass durch das neue Berech-
nungsmodell voraussichtlich neu ein Rentenanspruch resultieren wird (vgl. 
IV-Rundschreiben Nr. 372 S. 1 unten). Ob diese Voraussetzung erfüllt ist, 
lässt sich dadurch prüfen, dass die der ursprünglichen Verfügung zugrunde 
liegenden Variablen (Status Erwerb/Aufgabenbereich, Valideneinkommen, 
Invalideneinkommen, Einschränkungen im Aufgabenbereich) in die neue 
Berechnungsformel eingesetzt werden (CHSS 1/2018 S. 45).

Nach Vornahme der entsprechenden Berechnung hat die Beschwerdegeg-
nerin ein Eintreten auf die Neuanmeldung verneint mit der Begründung, der 
Einkommensvergleich ergebe nach neuer Bemessung bei einem Validen-
einkommen von Fr. 112‘682.-- abzüglich eines Invalideneinkommens von 
Fr. 63‘851.-- eine Einbusse von Fr. 48‘831.-- und damit eine Einschränkung 
im Erwerb von 43,34 %. Gewichtet mit dem Status von 90 % resultiere ein 
IV-Grad im Erwerb von 39 % (43,34 % x 0,9), insgesamt – d.h. zusammen 
mit dem IV-Grad von 0 % im Haushalt – somit ein IV-Grad von 39 % (AB 47 
S. 2).

Diesem Vorgehen kann mit Blick auf das in der ursprünglichen rentenab-
lehnenden Verfügung vom 12. April 2017 (AB 43) berechnete Invalidenein-
kommen nicht ohne weiteres gefolgt werden. Denn es ist festzustellen, 
dass die IVB es bei der Ermittlung des Invalideneinkommens damals unter-
lassen hat, die Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 80 % (vgl. AB 26 S. 5) 
nach Massgabe eines – von der Beschwerdeführerin auch als Gesunde 
inne gehaltenen – Pensums von 90 % (vgl. AB 36 S. 5) zu berechnen 
(90 % x 0,8 = 72 %). Bei korrekter Berechnung hätte das Invalideneinkom-

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men nicht Fr. 63‘851.--, sondern lediglich Fr. 57‘465.-- (Fr. 63‘851.-- / 80 x 
100 = Fr. 79‘813.75 x 0,72 = Fr. 57‘465.90) betragen. Damit war das Invali-
deneinkommen offensichtlich fehlerhaft. Indessen wurde die Verfügung 
vom 12. April 2017 (AB 43) von der Beschwerdeführerin diesbezüglich 
nicht beanstandet. Aber auch wenn der Einkommensvergleich damals auf 
der Basis des – korrekten – Invalideneinkommens von Fr. 57‘465.-- vorge-
nommen worden wäre, hätte im Vergleich zum Valideneinkommen von 
Fr. 101‘414.-- eine Einbusse von Fr. 43‘949.-- und damit ein IV-Grad von 
43,3 %, gewichtet von 39 %, resultiert. Somit wäre die für den Rentenan-
spruch erforderliche Grenze von 40 % nicht erreicht worden. Die Begrün-
dung der Verfügung gehört nicht zum Streitgegenstand (vgl. BGE 115 V 
415 E. 3b aa S. 417), weshalb der Beschwerdeführerin nicht entgegenge-
halten werden kann, sie hätte sich damals gegen das zu hohe Invaliden-
einkommen wehren müssen. Auf ein entsprechendes Vorbringen hätte 
mangels Rechtsschutzinteresse an einer Überprüfung der Begründung 
nicht eingetreten werden können. 

4.3.2 Wird – gestützt auf Abs. 2 der Übergangsbestimmung zur Änderung 
vom 1. Dezember 2017 (E. 4.2 hiervor) – ein Invalideneinkommen von 
Fr. 57‘465.-- in die Berechnungsformel eingesetzt, so ergibt sich im Erwerb 
eine Einbusse von Fr. 55‘217.-- (Valideneinkommen von Fr. 112‘682.-- ab-
züglich Invalideneinkommen von Fr. 57‘465.--) und damit ein IV-Grad von 
49 % (Fr. 55‘217.-- / Fr. 112‘682.-- x 100). Nach Gewichtung bei einem 
Status von 90 % im Erwerb (49 % x 0,9 = 44.1 %) und zusammen mit dem 
IV-Grad von 0 % im Haushalt resultiert ein IV-Grad von gerundet 44 %. 

Die Beschwerdegegnerin hat somit auf die Neuanmeldung einzutreten. Sie 
hat die medizinische und erwerbliche Situation der Beschwerdeführerin 
abzuklären sowie anschliessend über den Rentenanspruch erneut zu ver-
fügen. Ein allfälliger Anspruch gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG könnte frühes-
tens sechs Monate nach der Neuanmeldung entstehen (vgl. CHSS 1/2018 
S. 45).

4.4 In Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 23. Mai 2018 (AB 47) aufzuheben und die Sache an die 
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie – nach Vornahme der Ab-
klärungen im Sinne der Erwägungen – neu verfüge.

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5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 500.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4).

5.2 Trotz ihres Obsiegens hat die nicht vertretene Beschwerdeführerin 
nach konstanter Praxis keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung, da 
ihr Aufwand den Rahmen dessen nicht überschreitet, was der Einzelne 
üblicher- und zumutbarerweise nebenbei zur Besorgung seiner persönli-
chen Angelegenheiten auf sich zu nehmen hat (BGE 127 V 205 E. 4b 
S. 207).

5.3 Das Verfahren betreffend das Gesuch um unentgeltliche Rechts-
pflege ist als gegenstandslos vom Geschäftsverzeichnis abzuschreiben.

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Soweit darauf einzutreten ist, wird in Gutheissung der Beschwerde die 
angefochtene Verfügung der IV-Stelle Bern vom 23. Mai 2018 aufgeho-
ben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit 
sie – nach Vornahme der Abklärungen im Sinne der Erwägungen – neu 
verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 500.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt.

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3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Das Verfahren betreffend das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
wird vom Geschäftsverzeichnis abgeschrieben.

5. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.