# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 15efffe5-300f-56f9-8d9e-b0732287912c
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-11-26
**Language:** de
**Title:** Eine Legasthenie, welche den Versicherten bis zum Eintritt einer Unfallverletzung am Knie nicht an der Berufsausübung hinderte, ist auch nicht geeignet, dies in einer dem Körperschaden angepassten Tätigkeit zu tun, welche keine höheren Ansprüche an die Lese- und Schreibkompetenz stellt, als die angestammte. (BGE 8C_45/2016)
**Docket/Reference:** IV.2015.00077
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2015.00077.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2015.00077
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Philipp
Sozialversicherungsrichter Vogel
Gerichtsschreiber Ernst
Urteil
vom
26. November 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Sebastian Lorentz
Lorentz Schmidt Partner, Rechtsanwälte
Weinbergstrasse 29, 8006 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
,
Schweizer Staatsbürger und
1974
in der Schweiz geboren
,
aber in
Y.___
mit hebräisch als Muttersprache aufgewachsen und zum Maschinen
bauingenieur ausgebildet (vgl. Lebenslauf, Urk. 7/9),
war
seit 2004
als
Sicher
heits
angestellter
der
Z.___
am Standort
A.___
tätig, als er
sich am 3. September 2010 unter Hinweis a
uf eine bei einem Ski-Unfall vo
m 21. Februar 2010 erlittene Knieverletzung sowie eine vorbestandene Legasthenie bei der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
, zum Leistungsbezug an
meldete
(Urk. 7/4).
Da
eine
Rückkeh
r an den alten Arbeitsplatz
wen
ig aussichtsreich er
schien
und eine
am 1
3.
Oktober 2010 zugesprochene spezialisierte Studien- und
Laufbahn
beratung
mit dem Ziel der Eingliederung in den erlernten Beruf (vgl. Urk. 7/18-19), erfolglos geblieben wa
r, wurde dem Versicherten (
dessen israelischer Hochschulabschluss in der Schweiz
nur als Diplom einer höh
eren Fachschule anerkannt wird,
vgl. Urk. 7/29/3-6), am 2
9.
Juli 2011 Kostengutsprache für den berufsbegleitenden Lehrgang M
AS
Mechatroni
k an der
B.___
erteilt (Urk. 7/59). Mit Unterstützung der Berufsbera
tung der IV-Stelle fand der Versicherte auch eine
zum Ausbildungsgang pas
sende
Praktikumsstelle
beim international tätigen Schiffsmotorenbauer
C.___
(vgl. Urk. 7/71
), welche
er
allerdings
b
ereits
kurz nach dem Beginn (Mitte Dezember 2011) per
Ende Januar 2012
wieder
kündigte (Urk. 7/83).
Am 23. April 2012 wurde dem Versicherten eine vier- bis maximal achtwöchige berufliche Abklärung BEFAS in
D.___
zugesprochen (Urk. 7/101
); gemäss dem Schlussbericht BEFAS vom 28. Juni 2012 (Urk. 7/120) wurde die Abklärung vom
7.
Mai bis zum 1
1.
Juni 2012 durchgeführt.
Weiter wurde dem Versicherten als Integrationsmassnahme
ein B
elastbarkeitstraining zugesprochen (vgl. diesbezügliche Zielvereinbarung
vom 11. Oktober 2012, Urk. 7/131).
Während dieser Zeit hatte der
Versicherte Anspruch auf Taggelder der Invalidenversicherung (vgl. Urk. 7/73-76, Urk. 7/80, Urk. 7/82, Urk. 7/87, Urk. 7/103, Urk. 7/115, Urk. 7/119, Urk. 7/124, Urk.
7/128 und
Urk. 7/141
: letztmals bis 21. Januar 2013).
1.2
Nachdem
Dr.
med.
E.___
,
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, welcher den Versicherten seit dem 13. Februar 2012 behandelte, diesem im
B
ericht vom 19. März 2013 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in jeglicher erwerblichen Tätigkeit bis auf Weiteres attestiert (Urk. 7/149) und der Unfallversicherer
(Schweizerische Unfallversicherungsanstalt, SUVA)
mit Verfügung vom 4. Juli 2013
(Urk. 7/154)
den Unfall vom 21. Februar 2010 unter Zusprechung einer Invalidenrente auf der Basis eines Invaliditätsgrades von 40 % (welcher mit dem
Einspracheentscheid
vom 10. September 2013 auf 42 % erhöht wurde, vgl.
Urk.
7/159
) abgeschlossen hatte
, leitete die IV-Stelle am 2. Oktober 2013 das Verfahren für eine polydisziplinäre Begutachtung des Versicherten ein (vgl. Urk. 7/161-166). Am 17. März 2014 erstatteten die Gutachter
Dr.
med.
F.___
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
Dr.
med.
G.___
, Neurolo
gie FMH,
Dr.
med.
H.___
, Allgemeine Innere Medizin FMH, und
Dr.
med.
I.___
, Chirurgie FMH von der -
nach dem Zufallsprinzip zugeteilten - MEDAS
J.___
ihr interdisziplinäres Gutachten (Urk. 7/167
).
Ge
mäss
gutachterliche
r
Feststellung
bestand beim
Versicherte
n
zufolge seiner beim Unfall vom 21. Februar 2010 erlittenen Knieverletzung
eine reduzierte Knie-/Beinbelastbarkeit links
. Aus diesem Grund sei ihm die angestammte Tätigkeit im Sicherheitsdienst mit hoher Laufbelastung seit dem Unfall nicht mehr zumutbar gewesen. Hingegen bestehe für ideal angepasste Tätigkeiten (
vgl. Zumutbarkeitsprofil Gutachten S. 27: leichte wechselbelastende, vorwie
gend sitzende Tätigkeiten,
keine
Zwangshaltungen wie rein stehend, gehend, kniend, in der tiefen Hocke, bzw. Gehen oder Stehen an Ort nicht länger als
15 M
inuten
,
keine Tätigkeiten
auf Leitern oder Gerüsten sowie
mit Gewichts
-
belas
tungen
über 15 kg
) seit Mai 2011 eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit
(Gut
achten
S. 28).
Die von
Dr.
E.___
postulierte Einschränkung der Arbeits
-
fähigkeit aus psychischen Gründen konnte von den Gutachtern nicht bestätigt werden.
1.3
In dem
der angefochtenen Verfügung
vom 1. Dezember 2014 (Urk. 2)
zugrundelie
genden Einkommensvergleich ging die IV-Stelle davon aus, dass der Versicherte aufgrund des Zumutbarkeitsprofils seinen erlernten Beruf als Maschineningenieur ausüben könne
. Sie stellte daher zur Ermittlung des
Invali
deneinkommens
auf den Tätigkeitsbereich: Analysieren, programmieren, Opera
ting,
Ziff.
29 in Tabelle
7 zur LSE 2008 ab und konzedierte, dass der Versicherte
mangels einschlägiger beruflicher Erfahrungen
mit seinen theoretischen Kennt
nissen
in diesem Arbeitsbereich
nur einfache und repetitive Tätigkeiten ver
richten könne. Den standardisierten Bruttolohn für solche Tätigkeiten (Fr. 5‘881.--) rechnete sie unter Berücksichtigung der betriebsüblichen Arbeits
zeiten und der Nominallohnentwicklung zu einem Jahreslohn von Fr. 77‘439.65 für das Jahr 2013
um. Die Legasthenie des Versicherten wurde als
lohnmin
dernder
Faktor
von 5 % berücksichtigt, woraus sich ein Invalideneinkommen von Fr. 73‘567.65 ergab.
Da der Versicherte als Sicherheits
beamter im Stundenlohn angestellt gewesen war und
der
Auszug aus dem individuellen AHV-Konto
zwischen 2004 und 2010
keinen kontinuierlichen Lohnanstieg
auswies, stellte die IV-Stelle für die Ermittlung des
Valideneinkommens
auf den Durchschnittslohn der letzten fünf
Jahre vor Eintritt des Gesundheitsschadens ab (ebenfalls unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung)
, nämlich Fr. 99‘235.5
0.
Dieser Einkommensvergleich ergab eine Erwerbseinbusse von Fr. 25‘667.85 bzw. einen für einen Rentenanspruch nicht ausreichenden Invaliditätsgrad von 26 %, weshalb das Rentenbegehren des Versicherten abgewiesen wurde.
2.
2.1
Gegen die Verfügung vom 1. Dezember 2014 erhob der Versicherte am 19. Januar 2015 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren,
es sei die angefochtene Verfügung unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der
Beschwerde
gegnerin
aufzuheben und es seien dem Beschwerdeführer die gesetzlichen Leis
tungen, insbesondere
eine
Rente, zuzusprechen. In verfahrensmässiger Hinsicht verlangte der Beschwerdeführer, es sei ein zweiter Schriftenwechsel durchzu
führen (Urk. 1 S. 9).
2.2
Am 23. Februar 2015 reichte die Beschwerdegegnerin ihre Akten ein (Urk. 7/1-192, worunter die vom Unfallversicherer
beigezogenen
Akten
Urk. 7/133/1-561 und Urk. 7/153/1-738) und liess sich
mit dem Antrag auf Abweisung der Beschwerde vernehmen (Urk. 6).
2.3
Der Beschwerdeführer wahrte sein unbedingtes
Replikrecht
mit Eingabe vom 27. Februar 2015 (Urk. 9) unter Beilage des Attests der diplomierten Logopädin
K.___
vom 18. Januar 2015 samt Rechnung (Urk. 10/3-4).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6
des
Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[
ATSG
]
) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.
3
Der Rentenanspruch entsteht gemäss
Art.
29 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Artikel 29
Abs.
1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Altersjahres folgt (
Abs.
1). Der Anspruch entsteht nicht, solange die versi
cherte Person ein Taggeld nach Art. 22 IVG beanspruchen kann (Abs. 2). Die Rente wird vom Beginn des Monats an ausbezahlt, in dem der Rentenanspruch entsteht (
Abs.
3). Beträgt der Invaliditätsgrad weniger als 50 %, so werden die entsprechenden Renten nur an Versicherte ausbezahlt, die ihren Wohnsitz und ihren gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz haben. Diese Voraussetzung ist auch von Angehörigen zu erfüllen, für die eine Leistung beansprucht wird (Abs. 4).
2.
2.1
Den medizinischen Sachverhalt und dessen Beurteilung durch die Gutachter der MEDAS
J.___
stellt der Beschwerdeführer nur insofern - sinngemäss - in Frage als er in seiner Eingabe vom 27. Februar 2015 den Hinweis der
Beschwerdegeg
nerin
auf die
akademische Ausbildung trotz Legasthenie (vgl. Urk. 6) als euphemistische Darstellung seiner schweren, invalidisierenden
Spracherwerbs
störung
bezeichnet (Urk.
9).
Im Lichte der nach neuster Rechtsprechung des Bundesgerichts (BGE 141 V 281) zu beachtenden Indikatoren für die invalidisierende
Auswirkung kognitiver bzw. allgemein psychischer Funktionseinschränkungen
, hier insbesondere der Indikatoren „funktioneller Schweregrad“ und „gleichmässigen
Einschränkung des Aktivitätsni
veaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen“ (BGE 141 V 281 E. 4.3 und E. 4.4.1),
ist auf
folgende
aktenkundige Umstände hinzuweisen
:
-
D
ie Legasthenie
des Bes
c
hwerdeführers ist nach gutachterlicher Beurteilung kein Symptom einer
akuten psychiatrischen Erkrankung, sondern Residuum einer kindlichen Entwicklungsstörung
, welche die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nur insoweit einschränkt, als ihm keine Tätigkeiten mit hohen Anforderungen an die Lese- und Schreibkompetenz zuzumuten sind
(vgl. Gutachten S. 26
und S. 35
).
-
Deutsch
ist zwar
die Amtssprache am Geburtsort des Beschwerdeführers
. Für den
Be
schwerdeführer
ist es je
doch
nur
seine
zweite, vor allem mündlich (
im
Dialekt) verwendete Fremdsprache (nach Hebräisch als Muttersprache und Englisch als Umgangssprache im bisherigen beruflic
hen Umfeld
)
,
weshalb
die Behauptung der
vom Beschwerdeführer beigez
ogenen Logopädin, dessen ungenügende Beherrschung der deutschen Schriftsprache sei Folge einer
akuten
allgemeinen Spracherwerbsstörung mit Krankheitswert
(Urk. 10/3)
, die anderslautende fachärztliche Beurteilung nicht in Frage
zu
stellen
ver
mag,
-
E
s gibt keine
rlei anamnestische
Hinweise dafür, dass der
Beschwerdeführer wegen eines eingeschränkten Sprachverständnisses oder eingeschränkter sprachlicher Ausdrucksmöglichkeiten
seine
Obliegenheiten und Pflichten als Ehemann und Vater, als
Unteroffizier der L
.___
oder als Arbeitnehmer in einer verantwortungsvollen
Überwachungs- und Kontrollt
ätigkeit
im zivilen Luftverkehr
nur
mangelhaft
hätte wahrnehmen können,
-
Nicht d
as
im Rahmen der beruflichen Eingliederung begonnene
Praktikum des Beschwerdeführers in einem seiner beruflichen Ausbildu
ng adäquaten Arbeitsumfeld
ist
wegen sprachlicher
Probleme
gescheitert, sondern der Versuch einen - grössere Sprachkompetenz erfordernden -
schweizerischen
Hochschul-Abschluss
als Maschineningenieur
zu erlangen (vgl. Gutachten
S.
33 f.).
2.2
2.2.1
Hinsichtlich der vorinstanzlichen Ermittlung des Invalideneinkommens wendet sich d
er Beschwerdeführer zu Unrecht gegen die der angefochtenen Verfügung zugrunde liegende Annahme, dass es ihm
trotz seiner seit Kindheit bestehenden Legasthenie
möglich und zumutbar wäre,
einfache
EDV
-technische Arbeiten (Analysieren, programmieren, Operating) auszuüben.
Weder nimmt
die Beschwerdegegnerin
dabei
an
, dass
„Programmierer nicht Lesen und Schreiben können müssten“ (Urk. 1 S. 6),
noch ist der Beschwerdeführer Analphabet. Vielmehr
geht die Beschwerdegegnerin richtigerweise davon aus
, dass die Lese- und Schreibkompetenz
en, mit welchen
der Beschwerdeführer
die bisher an ihn gestellten Anforderungen des
beruflichen und ausserberuflichen
Leben
s
bewäl
tig
t
e,
auch für die von der Beschwerdegegnerin vorgeschlagene b
erufliche Ein
gliederung genügen (vgl. E. 2.1).
Es ist nicht die Beschwerdegegnerin
(vgl. den Vorwurf der Realitätsferne in Urk. 1 S. 7)
, sondern der Beschwerdeführer selbst, welcher eine berufliche Tätigkeit anstrebt, welche nicht seinen tatsächlichen Fähigkeiten, insbesondere
nicht
seine
n
Lese- und Schreibkompetenz
en
ent
spricht (vgl. BEFAS-Schlussbericht vom 28. Juni 2012, Urk. 7/120/6-8).
2.2.2
Die
Beschwerdegegnerin
hat auch zutreffend festgestellt, dass
es in der Informati
onstechnologie (dies gilt sowohl für den Bereich des Maschinenbaus und -unterhalts als auch für den Bereich der Sicherheits- und
Überwachungs
technik
) eine
grosse Auswahl von
den
beruflichen Kenntnissen
und dem medi
zinischen Zumutbarkeitsprofil (vgl. Sachverhalt
Ziff.
1.2) des Beschwerdeführers
entsprechenden Arbeitsplätzen
im Anforderungsniveau 4 (einfache und re
peti
tive Tätigkeiten)
gibt, an denen der Beschwerdeführer
gemäss der
Lohnstruk
turerhebung
des
Bundesamts
für Statistik (LSA) für das Jahr 2008
einen
stan
dardisierte
n
(auf der Basis von 40 Arbeitsstunden pro Woche berechneten) Bruttolohn von durchschnittlich Fr. 5‘881.-- pro Monat
hätte erzielen können (TA 7
Ziff.
29)
. D
ass d
ie
ser Ausgangswert nicht unrealistisch ist zeigt sich darin, dass die nach Wirtschaftszweigen gegliederte TA 1 der LSA 2008 für Männer mit Berufs- und Fachkenntnissen im Maschinen- und Fahrzeugbau einen stan
dardisierten Monatslohn von Fr.
6‘088.-- ausweist
.
2.2.3
Unter Berücksichtigung einer betriebsüblichen Wochenarbeitszeit von 41,6 Stun
den und der Nominallohnentwicklung bis zum Jahr 2013 sowie eines behinderungsbedingten Abzugs von 5 % wegen der Legasthenie hat die Beschwerdegegnerin daraus das dem Beschwerdeführer noch zumutbare
Invali
deneinkommen
ermittelt.
Soweit
der Beschwerdeführer
dagegen
vorbringt
, seine
Legasthenie bedingten
Funktionseinschränkungen würden
zu wenig
berück
sichtigt, kann dem nicht gefolgt werden. Denn
grundsätzlich verfügt
der Beschwerdeführer über Berufs- und Fachkenntnisse, welche ihm die Ausübung von Tätigkeiten m
it
Anforderungsniveau 3 ermöglichen, weshalb die
Beschwer
degegnerin
durch das
Abstellen auf die Löhne im Anforderungsniveau 4
seinen
Legasthenie bedingten
Einschränkungen bereits
hinreichend Rechnung getragen
hat.
2.3
2.3.1
Bei der Ermittlung des
Valideneinkommens
hat
te
der Beschwerdeführer in sei
ner Stellungnahme vom 14. Dezember 2012 zum Einkommensvergleic
h der SUVA
darauf hin
gewiesen
, dass er im Stundenlohn
entlohnt
worden sei und dass ihm arbeitsvertraglich eine jährliche Erhöhung des Stundenlohnes von Fr. 0.50 zugesichert worden sei. Da die Anzahl jährlicher Arbeitsstunden nicht vertraglich fixiert und in den Jahren vor dem Unfall variabel gewesen sei, sei das
Valideneinkommen
aufgrund der in den Jahren 2007 bis 2009 durch
schnittlich geleisteten Jahresstunden (2‘224.77) zum Stundenansatz des
Berech
nungsjahres
zu ermitteln. Die
s
ergebe Einkommen von Fr. 97‘733.54 für das Jahr 2010, Fr. 99‘991.82 für das Jahr 2011 und Fr. 102‘456.22 für das Jahr 201
2.
Sodann seien bei der Festlegung des mutmasslich entgangenen
Validen
einkommens
weitere vom Arbeitgeber gewährte Vergünstigungen und
Vermö
gensvorteile
, wie verbilligte Flüge, Bahnabonnemente, Krankenkassenbeiträge, Fitnessabonnemente, Wäscheentschädigungen zu berücksichtigen. Daraus ergebe sich ein
Valideneinkommen
von mindestens Fr. 120‘539.82 bzw. im Ver
gleich mit dem von der SUVA ermittelten Invalideneinkommen ein
Invaliditäts
grad
von 50.64
% für das Jahr 2011 (Urk. 7/153/623-624
).
2.3.2
Im vorliegenden Verfahren verlangt
der Beschwerdeführer unter
Hinweis auf die
Rechtsprechung
zur Berücksichtigung der Invaliditätsfestlegungen anderer Ver
sich
e
rungsträger
(vgl. Urk. 1 S. 6)
, dass die Beschwerdegegnerin wie die SUVA
in deren
Einspracheentscheid
vom 10. September 2013
von einem
Validen-Grundeinkommen in Höhe von Fr. 103‘296.-- auszugehen (Urk. 1 S. 5) und zusätzlich - wie auch von der SUVA im unfallversicherungsrechtlichen
Parallel
prozess
UV.2013.00238 verlangt - Flugverbilligungen für den Beschwerdeführer und seine Familie in Höhe von jährlich ca. Fr. 16‘000.-- als
Valideneinkommen
zu
berücksichtigen
habe (Urk. 1 S. 7).
2.3.3
Hier kann dem Beschwerdeführer nicht einmal hinsichtlich des von ihm so genannten Validen-Grundeinkommens gefolgt werden. Der Beschwerdeführer übersieht
bei seiner Berechnungsweise
(vgl. E. 2.3.1)
, dass die in seinem indivi
duellen Konto
eingetragenen Löhne der letzten fünf Jahre vor Eintritt des Gesundheitsschadens trotz einer jährlichen Erhöhung seines Stundenlohns kei
neswegs kontinuierlich angestiegen sind, sondern
(abgesehen vom markanten Einbruch des Jahres 2007)
leicht rückläufig waren (2005: Fr. 95‘775.--
, 2006: Fr. 98‘693.--, 2007: Fr. 81‘434.--, 2008: Fr. 92‘236.-, 2009: Fr. 93‘707.--)
, was bedeutet, dass das schwankende Arbeitsvolumen für den jeweiligen Jahreslohn
weitaus
bedeutender war, als die
- in den IK-Löhnen berücksichtigte -
jährliche
Erhöhung des
St
undenlohns um 50 Rappen
. Unter diesen Umständen
ist an der
Berech
n
ungsweise der Beschwerdegegnerin
(entsprechend der
Nominallohnent
wicklung
auf das Jahr 2013 hochgerechnete IK-Löhne im Durchschnitt; vgl. Urk. 7/176) nichts auszusetzen.
2.3.4
Soweit der Beschwerdeführer beim
Valideneinkommen
zusätzlich
Flugvergüns
-
ti
gungen
als „AHV-pflichtige Naturalleistungen
“
berücksichtigt haben will (Urk. 1 S. 7)
,
ist ihm Folgendes entgegenzuhalten:
Mangels allgemeinverbindlicher Festpreise im Linienflugverkehr und mangels einer arbeitsvertraglichen Regelung zur Bestimmung des AHV-pflichtigen Betrags bzw. einer effektiv erfolgten
Verabgabung
oder zumindest einer Betragsdeklaration in den monatlichen Arbeitsrapporten des Beschwerdeführers (analog Essensentschädigung, Krankenkassenbeitrag und Wäsche
, vgl. (Urk. 7/153/628-665)
kann bei den vom Beschwerdeführer und seiner Familie sporadisch konsumierten „Flugverbilligungen“ nicht überprüft werden, inwie
weit solche Preisnachlässe auf den „regulären Preis“ ad
personam
(wegen der Betriebszugehörigkeit) und inwieweit ad
situationem
(Auslastung des Flugzeugs beim betreffenden Flug) gewährt wurden. Deshalb könnte der als Lohn AHV-pflichtige Geldwert solcher Vergünstigungen nicht einmal annähernd bestimmt werden und kann es sich nicht um „regelmässige Naturalbezüge“ im Sinne von
Art.
7
lit
. f AHVV handeln.
Sodann ist unter Hinweis auf Erwägung 4.1 des vom Beschwerdeführer zitierten Bundesgerichtsurteils 8C_465/2009 vom 1
2.
Februar 2010
(vgl. Urk. 1 S. 7) in beweisrechtlicher Hinsicht zu vermuten, dass der Beschwerdeführer während der
Dauer
des Anstellungsverhältnisses die von der Arbeitgeberin praktizierte AHV-rechtliche
Abrechnung
nicht beanstandet hatte, weshalb er es sich selber zuzu
schreiben hat, dass der AHV-pflichtige Geldwert der von ihm und seiner Familie konsumierten Flugvergünstigungen ex
post
nicht mehr ermittelt werden kann.
2.4
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das von der Beschwerdegegnerin ermit
telte Invalideneinkommen eher zu tief als zu hoch (
vgl. E. 2.2) und das von der Beschwerdegegnerin ermittelte
Valideneinkommen
höchstens um die gemäss den vom Beschwerdeführer eingereichten Lohnabrechnungen nicht
verabgabten
Kranken
kassen
beiträge von
Fr.
840.-- pro Jahr (vgl. E. 2.3.4)
zu tief angesetzt wurde
. Zudem kann das mit durchschnittlich 2‘224 geleisteten Jahresstunden (vgl. E. 2.3.1) erwirtschaftete
Valideneinkommen
nicht einfach mit
Invaliden
einkommen
verglichen werden, welche
bei
betriebsüblich
en
2‘163
Jahresar
beitsstunden
(41,6 x 4
1
/
3
x 12
)
erwirtschaftet werden können
bzw.
mit den 2‘080 Jahresarbeitsstunden (40 x 4
1
/
3
x 12), welche
den standardisierten Monatslöhnen des Bundesamts für Statistik
zugrunde liegen
. Da von ärztlicher Seite eine quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätig
keit verneint
wird (vgl. Sachverhalt
Ziff.
1.2
), ist beim Einkommensvergleich grundsätzlich mit dem gleichen Arbeitsvolumen zu rechnen.
Da die Beschwerdegeg
nerin in der angefochtenen Verfügung einen für einen Rentenanspruch klar ungenügenden Invaliditätsgrad von 26 % ermittelt hat, welcher im Lichte der vorstehenden
Erwägungen
eher zu hoch als zu tief erscheint, er
übrigt es
sich
,
weitere Abklärungen zur Frage der richtigen und vollständigen AHV-
Verabgabung
durch die frühere Arbeitgeberin des Beschwerdeführers durchzuführen bzw. anzuordnen (
Art.
68
Abs.
2 AHVG).
Die Beschwerde ist abzuweisen.
3.
Ausgangsgemäss sind die nach dem Verfahrensaufwand auf Fr. 600.-- festzu
setzenden Verfahrenskosten (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) dem Beschwerdeführer auf
zuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
dem
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Sebastian Lorentz
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
HurstErnst