# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1ba34640-30ec-59e4-b06b-f131eb42acfa
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-02-04
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Verwaltungskommission 04.02.2014 VB130010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_004_VB130010_2014-02-04.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
Verwaltungskommission    
 
 

Geschäfts-Nr.: VB130010-O/U 

 
Mitwirkend: Obergerichtsvizepräsident lic. iur. M. Burger, Oberrichterin Dr. 

D. Scherrer, Oberrichter lic. iur. P. Helm, Oberrichter lic. iur. 

M. Langmeier und Oberrichter lic. iur. Th. Meyer sowie die Gerichts-

schreiberin lic. iur. A. Gürber 

 

 

Beschluss vom 4. Februar 2014 
 

 

A._____,  
Beschwerdeführer 

 

gegen 

 

Bezirksgericht Zürich,  
Beschwerdegegner 

 

 

 

betreffend Aufsichtsbeschwerde 
 

- 2 - 

Erwägungen: 

I. 

1. Anlässlich der Instruktionsverhandlung vom 4. Dezember 2012 im Verfahren 

CG120029-L vor der 2. Abteilung des Bezirksgerichts Zürich schlossen A._____ 

(nachfolgend: Beschwerdeführer) als Kläger und die B._____ AG als Beklagte ei-

nen Vergleich über die vom Beschwerdeführer anhängig gemachte Forderungs-

klage (act. 2/1). Mit Beschluss vom 5. Dezember 2012 schrieb die 2. Abteilung 

des Bezirksgerichts Zürich das Verfahren als durch Vergleich erledigt ab, mit dem 

Hinweis, dass der Entscheid rechtskräftig und die Unwirksamkeit des Vergleichs 

mittels Revision geltend zu machen sei (act. 2/2).  

2. Mit Eingabe vom 22. Juli 2013 reichte der Beschwerdeführer beim Oberge-

richt des Kantons Zürich eine Aufsichtsbeschwerde gegen das Bezirksgericht Zü-

rich (nachfolgend: Beschwerdegegner) ein und beantragte sinngemäss, es sei der 

Beschwerdegegner anzuweisen, ihm sämtliche Gerichtsakten der erwähnten In-

struktionsverhandlung inklusive aller gerichtlicher Vor- und Nacharbeiten dazu 

herauszugeben (act. 1). 

3. Auf entsprechende Fristansetzung hin (act. 3) reichte der Beschwerdegeg-

ner innert Frist eine Stellungnahme zu den Akten mit dem Antrag, die Beschwer-

de sei abzuweisen (act. 4 S. 2). Mit Verfügung vom 28. August 2013 wurde dem 

Beschwerdeführer Frist angesetzt, um zur Eingabe des Beschwerdegegners Stel-

lung zu nehmen (act. 7). Am 5. September 2013 reichte der Beschwerdegegner 

weitere, das vorliegende Verfahren betreffende Korrespondenz mit dem Be-

schwerdeführer zu den Akten (act. 8 und act. 9/1-2), woraufhin diese Unterlagen 

dem Beschwerdeführer zugestellt wurden mit dem Ersuchen, diese Unterlagen - 

wenn nötig - in einer allfälligen Stellungnahme zu berücksichtigen (act. 10). Am 

16. September 2013 wurde durch den Beschwerdegegner weitere Korrespondenz 

eingereicht (act. 11 und act. 12/1-2), in welche der Beschwerdeführer im Rahmen 

der ihm am 20. September 2013 in den Räumlichkeiten des Obergerichts gewähr-

ten Akteneinsicht (vgl. act. 13-15) Einsicht nehmen konnte. Mit Eingabe vom 

- 3 - 

26. September 2013 reichte der Beschwerdeführer eine Stellungnahme ins Recht, 

in welcher er folgende Anträge stellte (act. 16 S. 3): 

"Es ist festzustellen, dass die am 15. Juli 2013 eingereichte Aufsichts-
beschwerde aus der Ex ante-Sicht des Beschwerdeführers rechtskon-
form erhoben wurde und gutzuheissen ist. Die Bestimmung der zu tref-
fenden Massnahmen überlässt der Beschwerdeführer der Aufsichtsbe-
hörde. 
Es ist festzustellen, dass dem Beschwerdeführer seine im Zusammen-
hang mit dem Korrespondenzwechsel 10. Juni 2013 bis 25.09.2013 
entstandenen Kosten zurückerstattet werden." 

4. Das Verfahren erweist sich damit als spruchreif. 

II. 

Gemäss § 80 lit. b GOG i.V.m. § 18 lit. k der Verordnung über die Organisation 

des Obergerichts (LS 212.51) übt die Verwaltungskommission des Obergerichts 

des Kantons Zürich die Aufsicht über die dem Obergericht unterstellten Gerichte 

und nach § 80 Abs. 2 GOG die mittelbare Aufsicht über die den Bezirksgerichten 

unterstellten Behörden aus (vgl. auch Hauser/Schweri/Lieber, GOG-Kommentar, 

Zürich/Basel/Genf 2012, N 1 zu § 80 GOG und N 1 zu § 84 GOG). Die Verwal-

tungskommission ist demnach zur Behandlung der Beschwerde zuständig.  

III. 

1. Aufgabe der Aufsichtsbehörde ist es, durch Gebrauch ihrer Aufsichts- und 

Disziplinargewalt auf entsprechende Anzeige hin ein ordnungs- und rechtswidri-

ges Verhalten einer Justizperson zu ahnden (sog. administrative Beschwerde) 

oder eine tatsächlich oder vermeintlich unrechtmässige oder unzweckmässige 

Anordnung aufzuheben (sog. sachliche Beschwerde). Die sachliche Beschwerde 

kann grundsätzlich gegen alle Erlasse der unteren Gerichte ergriffen werden, wel-

che diese in ihrer Eigenschaft als Justizverwaltungsbehörden in einem konkreten 

Streitfall gegenüber einer Prozesspartei getroffen haben und die mit keinem 

Rechtsmittel anfechtbar sind (Hauser/Schweri/Lieber, a.a.O., N 25 zu § 82 GOG). 

- 4 - 

Die Aufsichtsbeschwerde ist subsidiär zu allfälligen Rechtsmitteln. Massnahmen 

der Prozessführung unterliegen grundsätzlich den prozessualen Rechtsmitteln 

und können nicht mit Aufsichtsbeschwerde angefochten werden, da es der Auf-

sichtsbehörde nicht zusteht, die Gesetzesmässigkeit der Rechtsprechung durch-

zusetzen (Hauser/Schweri/Lieber, a.a.O., N 23 § 82 GOG; ZR 64 [1965] Nr. 18; 

ZR 73 [1974] Nr. 6). Rechtsprechungsakte dürfen damit in aller Regel nur durch 

die rechtsprechende Gewalt kontrolliert und korrigiert werden und sind einer 

Überprüfung durch die Aufsichtsbehörde entzogen (ZR 46 [1947] Nr. 100). 

2. Der Beschwerdeführer rügt vorliegend die Verletzung seines Anspruchs auf 

Akteneinsicht durch den Beschwerdegegner. Das Recht auf Akteneinsicht bein-

haltet den Anspruch auf Einblick in gerichtliche Akten. Es ist Bestandteil des An-

spruchs auf Gewährung des rechtlichen Gehörs nach Art. 29 BV bzw. Art. 53 

Abs. 2 ZPO, soweit ein rechtliches Interesse an der Einsichtnahme besteht. Eine 

um Einsicht in die Akten ersuchende Verfahrenspartei leitet ihren Anspruch auf 

Akteneinsicht während eines hängigen Verfahrens aus ihrer Parteistellung ab, 

weshalb der entsprechende Entscheid über die Akteneinsicht die Parteirechte und 

damit das Prozessrecht betrifft. Es handelt sich nicht um eine Justizverwaltungs-

sache, wie dies bei Akteneinsichtsgesuchen von Dritten, d.h. nicht am Verfahren 

Beteiligten, der Fall ist. Die Verletzung des Rechts auf Akteneinsicht ist daher bei 

Verfahrensparteien während eines hängigen Verfahrens grundsätzlich mit or-

dentlichen Rechtsmitteln zu rügen, namentlich mit der Beschwerde nach Art. 319 

lit. c ZPO. 

3. Nach Abschluss des formellen Verfahrens ist der Anspruch auf Aktenein-

sicht insofern eingeschränkt, als dieser nur noch besteht, sofern ein schutzwürdi-

ges Interesse geltend gemacht werden kann (BGE 112 Ia 97 E. 5b; Gehri, in: 

Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar Schweizerische Zivilpro-

zessordnung, 2. Auflage, Basel 2013, N 32 zu Art. 53 ZPO). Als ehemalige Ver-

fahrenspartei leitet die gesuchstellende Person den Anspruch auf Akteneinsicht 

zwar weiterhin aus Art. 53 ZPO ab, dennoch handelt es sich bei einem nach 

rechtskräftigem Abschluss des Verfahrens gestellten Begehren um Akteneinsicht 

um ein solches administrativer Art, weshalb es nach den Regeln des Verwal-

https://www.swisslex.ch/AssetDetail.mvc/Show?assetGuid=47c8b1df-c5d2-4d50-82f5-e98c30fd58b5&SP=5|npyu1j#cons_5b

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tungsrechts zu behandeln ist (vgl. zum bisherigen Recht: Hauser/Schweri, GVG-

Kommentar, Zürich 2002, N 17 zu § 172 GVG/ZH). Der Entscheid über ein nach 

Abschluss des Verfahrens gestelltes Akteneinsichtsgesuch einer ehemaligen Ver-

fahrenspartei stellt damit einen Verwaltungsakt dar, welcher nicht mit Berufung 

oder Beschwerde bei den Zivilkammern des Obergerichts angefochten werden 

kann. Insofern erweist sich vorliegend die Aufsichtsbeschwerde (in Form der 

sachlichen Beschwerde) als zulässig. 

IV. 

1. Der Beschwerdeführer brachte in seiner Eingabe vom 22. Juli 2013 vor, auf 

sein Verlangen hin habe ihm der Beschwerdegegner eine Kopie des Protokolls 

der Vergleichsverhandlung vom 4. Dezember 2012 zugestellt. Die Zustellung die-

ses Protokolls (S. 6-8) habe jedoch sein Einsichtsbegehren in keiner Art und Wei-

se befriedigt. Da es ihm nicht nur um das Protokoll der Verhandlung gegangen 

sei, habe er sich am 10. Juni 2013 nochmals an den Beschwerdegegner gewandt 

und die Herausgabe sämtlicher Prozessakten verlangt. Diese Anfrage sei unbe-

antwortet geblieben. Er wende sich deshalb an die Aufsichtsinstanz mit dem An-

liegen, die Herausgabe sämtlicher Gerichtsakten der oberwähnten Instruktions-

verhandlung inklusive aller gerichtlichen Vor- und Nacharbeiten dazu zu veranlas-

sen (act. 1). 

2. Hiergegen brachte der Beschwerdegegner vor, der Beschwerdeführer habe 

am 25. April 2013 erstmals darum ersucht, ihm das Protokoll der von Ersatzrichte-

rin Dr. C._____ geführten Verhandlung zukommen zu lassen. Mit Antwortschrei-

ben vom 29. April 2013 sei dem Beschwerdeführer, wie von diesem gewünscht, 

eine Kopie des Verhandlungsprotokolls (Seiten 6 bis 8 des Verfahrensprotokolls) 

zugestellt worden. Mit Schreiben vom 10. Juni 2013 habe sich der Beschwerde-

führer erneut an den Beschwerdegegner gewandt und habe um Zustellung der 

Seiten 1 bis 5 des Protokolls ersucht. Dass der Beschwerdeführer die Herausga-

be sämtlicher Prozessakten verlangt habe, lasse sich diesem Schreiben nicht 

entnehmen. Diesem Ersuchen sei auf Wunsch des Beschwerdeführers per E-Mail 

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am 17. Juni 2013 stattgegeben worden. Man sei damit sämtlichen Ersuchen des 

Beschwerdeführers sogleich und umfassend nachgekommen (act. 4). 

3. In seiner Stellungnahme vom 26. September 2013 führte der Beschwerde-

führer aus, der Beschwerdegegner habe trotz mehrfacher Nennung der korrekten       

E-Mail-Adresse die verlangten Unterlagen an eine falsche E-Mail-Adresse ge-

schickt. Entgegen der Ansicht des Beschwerdegegners hätte er sich nicht erkun-

digen müssen. Ein Bürger, welcher sich per eingeschriebener Post an ein 

Schweizer Gericht wende, müsse nicht damit rechnen, dass das ihm zugedachte 

Antwortschreiben vom Gericht fehladressiert werde oder sich sonst wie verliere. 

Die Annahme einer Verweigerung der Akteneinsicht sei aus Sicht des Beschwer-

deführers plausibel gewesen. Er habe in seinen Anfragen immerhin von der 

"Komplettierung meiner Akten" gesprochen, womit nicht nur ein klarerweise un-

nützes Protokoll habe gemeint sein können, sondern alle diesem Zweck dienen-

den Unterlagen in den Akten. Er habe nie damit gerechnet, dass ihm ein rudimen-

täres Gerichtsdokument voller Klammern und Zusammenfassungen zugestellt 

werde, welches nicht einmal stichwortartig die Ausführungen der Richterin und 

der Parteien enthalte (act. 16). 

V. 

1. Mit der Aufsichtsbeschwerde rügbar ist insbesondere die formelle Rechts-

verweigerung. Diese besteht in der stillschweigenden oder ausdrücklichen Weige-

rung des Gerichts oder eines Justizbeamten, eine ihm nach Gesetz obliegende 

Amtshandlung vorzunehmen bzw. eine in seine Kompetenz fallende Sache zu 

behandeln (Hauser/Schweri/Lieber, a.a.O., N 15 ff. zu § 82 GOG, vgl. auch Bli-

ckenstorfer, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], DIKE-Kommentar zur 

Schweizerischen Zivilprozessordnung, Zürich/St. Gallen 2011, N 43 ff. zu Art. 319 

ZPO). Eine formelle Rechtsverweigerung kann beispielsweise in der Verweige-

rung der Gewährung des rechtlichen Gehörs, namentlich durch unberechtigte Ab-

lehnung der Akteneinsicht, bestehen (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts 

vom 22. März 2012 B-6062/2011 E. 4.1.1.).  

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2. Mit Eingabe vom 25. April 2013 wandte sich der Beschwerdeführer unter 

dem Titel "Protokoll der Verhandlung der 2. Abteilung am BGZ, Prozess Nr. CG 

120029-L/U (…)" an den Beschwerdegegner mit der Frage, ob es von der Ver-

handlung mit dem resultierenden Beschluss vom 5. Dezember 2012 ein Protokoll 

gebe. In der Folge begründete er, weshalb er Einsicht in dieses Protokoll nehmen 

wolle, und fügte zum Schluss an, er sei aufgrund einer laufenden Frist darauf an-

gewiesen, möglichst rasch im Besitz eines Protokolls zu sein, falls eines existiere 

(act. 2/5). Mit Schreiben vom 29. April 2013 sandte der Beschwerdegegner dem 

Beschwerdeführer - wie von diesem verlangt - das Protokoll der Verhandlung vom 

4. Dezember 2012 zu (S. 6-8 des Verfahrensprotokolls; act. 2/1). Aufgrund des 

Wortlautes des Schreibens vom 25. April 2013 durfte und musste der Beschwer-

degegner davon ausgehen, dass der Beschwerdeführer einzig das Protokoll der 

Verhandlung vom 4. Dezember 2012 zugestellt erhalten wollte. Er war insbeson-

dere nicht verpflichtet, den Beschwerdeführer explizit darauf hinzuweisen, dass 

die vom Beschwerdeführer gewünschte Information in diesem Protokoll nicht ent-

halten war. Vielmehr durfte der Beschwerdegegner davon ausgehen, dass der 

Beschwerdeführer dies anhand des Protokolls der Verhandlung vom 4. Dezember 

2013 ohne Weiteres selber feststellen könne. Dass der Inhalt dieses Protokolls 

nicht den Vorstellungen des Beschwerdeführers entsprach, ist für die Frage der 

Gewährung des Akteneinsichtsrechts nicht von Belang. Im Übrigen ist der Be-

schwerdeführer darauf hinzuweisen, dass Vergleichsgespräche und damit auch 

die im Rahmen von Vergleichsgesprächen gemachten unpräjudiziellen Ausfüh-

rungen eines Richters nicht protokolliert werden und auch nicht in anderer Form 

zu den Akten genommen werden. Eine Rechtsverweigerung ist damit in diesem 

Zusammenhang nicht ersichtlich. 

3. Zutreffend ist, dass sich der Beschwerdeführer am 10. Juni 2013 erneut an 

den Beschwerdegegner gewandt hat. In dieser Eingabe bestätigte der Beschwer-

deführer zunächst den Erhalt der Seiten 6-8 des Protokolls und beantragte her-

nach ausdrücklich das Folgende:  

"Ich ersuche das Gericht, mir die Seiten 1-5 zuzustellen, welche ja 
auch zu den mich betreffenden Gerichtsakten gehören." 

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Dass der Beschwerdeführer - wie er geltend macht (act. 1 S. 1) - mit dem Schrei-

ben vom 10. Juni 2013 die Herausgabe sämtlicher Prozessakten verlangt habe, 

kann diesem Schreiben nicht entnommen werden. Aus der Überschrift "Komplet-

tierung meiner Akten betreffend Beschluss vom 5. Dezember 2012 (…)" kann 

nicht geschlossen werden, der Beschwerdeführer wolle Einsicht in die gesamten 

Verfahrensakten, zumal der oben wiedergegebene Antrag des Beschwerdefüh-

rers klar und unmissverständlich ist und der Beschwerdegegner zudem nicht wis-

sen konnte, welche Akten genau dem Beschwerdeführer noch zur "Komplettie-

rung" seiner Akten fehlten. Es war somit korrekt, dass der Beschwerdegegner 

dem Beschwerdeführer die Seiten 1-5 des Protokolls zugestellt und nicht Einsicht 

in die gesamten Akten gewährt hat. Eine möglichst rasche Einsichtnahme wurde 

vom Beschwerdeführer sodann ausdrücklich gewünscht, wobei er insbesondere 

auf seine Erreichbarkeit per E-Mail und per Telefon hinwies (vgl. act. 2/6 S. 2). Es 

ist damit auch nicht zu beanstanden, dass der Beschwerdegegner dem Be-

schwerdeführer die angeforderten Unterlagen per E-Mail zukommen lassen woll-

te. In der Folge unterlief dem Beschwerdegegner zwar ein Fehler, indem er die  

E-Mail mit den angeforderten Unterlagen an "A.______@hotmail.com" und nicht 
an die richtige Adresse "A._____@hotmail.ch" versandte (vgl. act. 5/2 S. 2). Da-
bei handelt es sich aber um ein blosses Versehen und jedenfalls nicht um eine 

aufsichtsrechtlich relevante Pflichtverletzung. Der Beschwerdegegner hatte nie 

die Absicht, das Recht des Beschwerdeführers auf Akteneinsicht zu verweigern, 

sondern wollte auch dem zweiten Ersuchen des Beschwerdeführers umgehend 

nachkommen. Eine Rechtsverweigerung durch den Beschwerdegegner ist damit 

auch im Zusammenhang mit dem zweiten Ersuchen des Beschwerdeführers vom 

10. Juni 2013 zu verneinen. 

4. Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. 

VI. 

1. Ausgangsgemäss wären die Kosten des vorliegenden Verfahrens dem Be-

schwerdeführer aufzuerlegen (§ 83 Abs. 3 GOG i.V.m. Art. 106 ZPO, § 20 GebV 

OG). Es ist jedoch zu prüfen, ob der Beschwerdeführer die Aufsichtsbeschwerde 

- 9 - 

in guten Treuen erhoben hat, so dass sich in Anwendung von Art. 107 Abs. 1 

ZPO ein Abweichen von den Verteilungsgrundsätzen rechtfertigen würde. Vorlie-

gend war es jedoch - entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers - gestützt auf 

die vorliegenden Akten nicht plausibel, dass er sogleich von einer Verweigerung 

der Akteneinsicht durch den Beschwerdegegner ausgegangen ist. Zunächst ist 

darauf hinzuweisen, dass bei (uneingeschrieben verschickten) Postsendungen 

und insbesondere auch bei Korrespondenz via E-Mail nie ausgeschlossen werden 

kann, dass ein Antwortschreiben - unabhängig davon, ob ein Gericht, eine andere 

Behörde oder eine Privatperson Absender ist - versehentlich fehladressiert wird 

oder im Laufe der Übermittlung verloren geht. Es darf von einer Person, welche 

sich mit einem Anliegen an ein Gericht wendet, erwartet werden, dass sie sich 

zunächst beim betreffenden Gericht nach dem Stand der Dinge erkundigt, wenn 

sie innert angemessener Frist keine Antwort auf ihr Ersuchen erhalten hat. So-

gleich auf Rechtsverweigerung zu schliessen, würde sich nur dann rechtfertigen, 

wenn objektive Anhaltspunkte für ein derartiges Verhalten des Gerichts bestün-

den. Davon kann vorliegend aber keine Rede sein: Der Beschwerdegegner kam 

dem ersten Ersuchen des Beschwerdeführers um Akteneinsicht umgehend nach 

und anerkannte dabei ausdrücklich das Akteneinsichtsrecht des Beschwerdefüh-

rers (vgl. act. 2/3). Dass der Inhalt des Protokolls des Verfahrens CG120029-L 

nicht den Vorstellungen des Beschwerdeführers entsprach und dass der Be-

schwerdeführer mit seinen beiden Eingaben offenbar etwas anderes beantragen 

wollte, als er gemäss dem klaren Wortlaut dieser Eingaben tatsächlich beantragt 

hat, kann nicht dem Beschwerdegegner zum Vorwurf gemacht werden und lässt 

insbesondere nicht den Schluss zu, der Beschwerdegegner verweigere dem Be-

schwerdeführer das Recht auf Akteneinsicht. Damit bleibt es dabei, dass die Kos-

ten des vorliegenden Verfahrens in Anwendung von Art. 106 Abs. 1 ZPO dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen sind. Entschädigungen sind keine zu entrichten. 

2. Hinzuweisen ist sodann auf das Rechtsmittel des Rekurses an die Rekurs-

kommission. 

- 10 - 

Es wird beschlossen: 

1. Die Aufsichtsbeschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Gerichtsgebühr für das vorliegende Beschwerdeverfahren wird auf 

Fr. 800.- festgesetzt. 

3. Die Kosten des Verfahrens werden dem Beschwerdeführer auferlegt. 

4. Prozessentschädigungen werden keine entrichtet.  

5. Schriftliche Mitteilung, je gegen Empfangsschein, an: 

− den Beschwerdeführer 
− den Beschwerdegegner, unter Beilage einer Kopie von act. 16 

sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger 

Rechtsmittel gegen Empfangsschein an: 

− den Beschwerdegegner unter Rücksendung der beigezogenen Akten 
(act. 6) 
 

6. Rechtsmittel 

Ein Rekurs gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen von der Zustel-

lung an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids bei der Rekurs-

kommission des Obergerichts, Postfach 2401, 8021 Zürich, eingereicht wer-

den. In der Rekursschrift sind die Anträge zu stellen und zu begründen. All-

fällige Urkunden sind mit zweifachem Verzeichnis beizulegen. 
 

Zürich, 4. Februar 2014 

__________________________________ 

OBERGERICHT DES KANTONS ZÜRICH 

Verwaltungskommission 

Die Gerichtsschreiberin: 

 
 

lic. iur. A. Gürber 
versandt am:   

	Beschluss vom 4. Februar 2014
	 Erwägungen:
	I.
	II.
	III.
	IV.
	V.
	VI.

	Es wird beschlossen:
	1. Die Aufsichtsbeschwerde wird abgewiesen.
	2. Die Gerichtsgebühr für das vorliegende Beschwerdeverfahren wird auf Fr. 800.- festgesetzt.
	3. Die Kosten des Verfahrens werden dem Beschwerdeführer auferlegt.
	4. Prozessentschädigungen werden keine entrichtet.
	5. Schriftliche Mitteilung, je gegen Empfangsschein, an:
	 den Beschwerdeführer
	 den Beschwerdegegner, unter Beilage einer Kopie von act. 16
	 den Beschwerdegegner unter Rücksendung der beigezogenen Akten (act. 6)

	6. Rechtsmittel Ein Rekurs gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen von der Zustellung an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids bei der Rekurskommission des Obergerichts, Postfach 2401, 8021 Zürich, eingereicht werden. In der Rekursschrift ...
	Zürich, 4. Februar 2014