# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fe8db912-1424-5e01-ad44-7a04361d024e
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-10-08
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 08.10.2020 SK 2018 533
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2018-533_2020-10-08.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 18 533

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 8. Oktober 2020 

Besetzung Oberrichter Vicari (Präsident), 
Oberrichter Gerber, Obergerichtssuppleantin Meyes
Gerichtsschreiberin Susedka

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

Gegenstand Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Einzelgericht) vom 4. Oktober 2018 (PEN 17 617)

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Mit Urteil vom 4. Oktober 2018 stellte das Regionalgericht Bern-Mittelland (Einzel-
gericht) das Strafverfahren gegen A.________ (nachfolgend: Beschuldigter) wegen 
Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, angeblich mehrfach begangen 
durch Konsum einer unbestimmten Menge Marihuana, in der Zeit vom 1. Novem-
ber 2014 bis 3. Oktober 2015 in C.________ ein und sprach ihn von der Anschuldi-
gung der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, angeblich mehrfach 
begangen durch Konsum einer unbestimmten Menge Marihuana, in der Zeit vom 
4. Oktober 2015 bis 31. Mai 2016 in C.________ frei, beides ohne Ausrichtung ei-
ner Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten (Ziff. I. und II. 
des erstinstanzlichen Urteils; pag. 441).

Hingegen verurteilte die Vorinstanz den Beschuldigten wegen qualifizierter Wider-
handlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, begangen in der Zeit vom 1. No-
vember 2014 bis 1. April 2016 in C.________ durch Veräussern bzw. Anstalten 
treffen zur Veräusserung von insgesamt 40.9 Gramm Kokainbase, zu einer Frei-
heitsstrafe von 19 Monaten sowie zu den Verfahrenskosten, insgesamt bestimmt 
auf CHF 10‘104.00 (Ziff. III. des erstinstanzlichen Urteils; pag. 441 f.). 

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete der Beschuldigte, vertreten durch Rechtsanwalt 
D.________, mit Schreiben vom 9. Oktober 2018 form- und fristgerecht die Beru-
fung an (pag. 447). Nach Zustellung der schriftlichen Urteilsbegründung mit Verfü-
gung vom 17. Dezember 2018 (pag. 504 f.) erklärte der Beschuldigte mit Eingabe 
vom 21. Dezember 2018 form- und fristgerecht die Berufung, beschränkt auf den 
Schuldspruch wegen qualifizierter Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelge-
setz und die Bemessung der Strafe (pag. 510 ff.). Mit Schreiben vom 10. Januar 
2019 verzichtete die Generalstaatsanwaltschaft auf die Erklärung einer Anschluss-
berufung sowie auf die Geltendmachung von Nichteintretensgründen (pag. 518 f.). 

Mit Entscheid vom 14. Juni 2019 wurde das Gesuch von Rechtsanwalt D.________ 
um Entlassung aus dem amtlichen Mandat vom 5. Juni 2019 gutgeheissen 
(pag. 533 ff.). Rechtsanwalt D.________ wurde mit Wirkung per 7. Juni 2019 aus 
dem amtlichen Mandat entlassen und Rechtsanwalt B.________ per 7. Juni 2019 
als amtlicher Verteidiger des Beschuldigten eingesetzt (pag. 538 f.). Mit Schreiben 
vom 24. Juni 2019 bestätigte dieser die Übernahme der amtlichen Verteidigung des 
Beschuldigten (pag. 545). 

Nachdem der Verhandlungstermin vom 22. August 2019 infolge Krankheit der Ver-
teidigung und der Ersatztermin vom 6. Februar 2020 aufgrund einer Terminkollision 
der Verteidigung verschoben werden mussten (pag. 530 f.; 561 ff.; pag. 581 f.; 
pag. 585 ff.), fand die Berufungsverhandlung vor der 1. Strafkammer am 8. Oktober 
2020 statt (pag. 669 ff.). 

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3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Von Amtes wegen wurden oberinstanzlich im Sinne einer Beweisergänzung ein 
Leumundsbericht (inkl. Erhebungsformular wirtschaftliche Verhältnisse, datiert vom 
26. Juli 2019 [pag. 553 ff.]) sowie (zweimal) ein Strafregisterauszug über den Be-
schuldigten eingeholt (datiert vom 29. Juli 2019 [pag. 559] und vom 24. September 
2020 [pag. 605]). 

Zudem wurde der Beschuldigte an der oberinstanzlichen Verhandlung ergänzend 
einvernommen (pag. 672 ff.). 

4. Anträge der Parteien

Rechtsanwalt B.________ stellte und begründete an der oberinstanzlichen 
Verhandlung – unter Verweis auf die Berufungserklärung vom 21. Dezember 2018 
– namens des Beschuldigten folgende Anträge (pag. 510 ff.; pag. 678; 
Hervorhebungen im Original): 

I.

Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 4. Oktober 2018, so-
weit nicht angefochten bzw. die Freisprüche betreffend, in Rechtskraft erwachsen ist. 

II.

Der Berufungsführer sei schuldig zu erklären der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelge-
setz:

1. durch Verkauf einer reinen Kokainmenge von ca. 0.4 Gramm an E.________ zu unbestimmten 
Zeitpunkten,

2. durch den Verkauf einer reinen Kokainmenge von ca. 1.5 Gramm an F.________ zu unbestimm-
ten Zeitpunkten,

3. durch Verkauf einer reinen Kokainmenge von ca. 1 Gramm an G.________ zu unbestimmten 
Zeitpunkten,

4. durch Anstalten treffen zum Verkauf von ca. 1 Gramm an G.________, [b]egangen am 15. April 
2016,

und er sei in Anwendung der einschlägigen Gesetzesbestimmungen zu verurteilen:

1. zu einer Geldstrafe von 25 Tagessätzen à CHF 15.00 unter Gewährung des bedingten Strafvoll-
zugs mit einer Probezeit von 4 Jahren,

2. zur Bezahlung einer Busse von CHF 50.00.

III.

1. Für das erstinstanzliche Verfahren seien die Kosten in angemessenem Umfang dem Kanton 
Bern aufzuerlegen sowie dem Berufungsführer eine angemessene Entschädigung als Parteikos-
tenersatz auszurichten.

2. Dem Berufungsführer sei für das oberinstanzliche Verfahren eine Entschädigung für die Vertei-
digungskosten gemäss einzureichender Kostennote zuzusprechen bzw. sei das amtliche Hono-
rar festzulegen sowie die oberinstanzlichen Verfahrenskosten dem Kanton Bern aufzuerlegen.

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Im Rahmen seiner Replik ergänzte Rechtsanwalt B.________, dass bei 
Gutheissung seiner Anträge sowohl die erstinstanzlichen als auch die 
oberinstanzlichen Verfahrenskosten dem Kanton Bern aufzuerlegen seien 
(pag. 693).

Der stellvertretende Generalstaatsanwalt H.________ stellte und begründete na-
mens der Generalstaatsanwaltschaft folgende Anträge (pag. 692 f.; pag. 699 f.; 
Hervorhebungen im Original): 

I.

Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland (Einzelgericht) vom 
4. Oktober 2018 in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich

1. der Einstellung des Verfahrens wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, an-
geblich mehrfach begangen durch Konsum einer unbestimmten Menge Marihuana in der Zeit 
zwischen 01.11.2014 bis 03.10.2015 in C.________, ohne Ausrichtung einer Entschädigung und 
ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten;

2. des Freispruchs von der Anschuldigung der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, 
angeblich mehrfach begangen durch Konsum einer unbestimmten Menge Marihuana in der Zeit 
zwischen dem 04.10.2015 und 31.05.2016 in C.________, ohne Ausrichtung einer Entschädi-
gung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten;

3. der verfügten Einziehung des beschlagnahmten Kokaingemischs;

4. der verfügten Verwendung des beschlagnahmten Geldbetrages von CHF 1'967.00 zur Deckung 
der Verfahrenskosten.

II.

A.________ sei schuldig zu erklären der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittel-
gesetz, begangen in der Zeit zwischen dem 01.11.2014 und dem 01.04.2016 in C.________ durch 
Veräusserung bzw. Anstalten treffen zur Veräusserung von insgesamt 40.9g Kokainbase:

1. Veräusserung von insgesamt 1.9g Kokainbase (5g Kokaingemisch mit einem Kokainbasegehalt 
von 38%) in der Zeit zwischen dem 01.11.2014 und dem 31.01.2016 in C.________ an 
E.________;

2. Veräusserung von insgesamt 8g Kokainbase (20g Kokaingemisch mit einem Kokainbasegehalt 
von 40%) in der Zeit zwischen dem 01.06.2015 und dem 29.02.2016 in C.________ an 
F.________;

3. Veräusserung von insgesamt 30g Kokainbase (75g Kokaingemisch mit einem Kokainbasegehalt 
von 40%) in der Zeit zwischen dem 01.01.2016 und dem 01.04.2016 in C.________ an 
G.________;

4. Anstalten treffen zur Veräusserung von 1g Kokainbase (2.5g Kokaingemisch mit einem Basege-
halt von 40%) am 15.03.2016 in C.________ an G.________;

und er sei

zu verurteilen:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 19 Monaten;

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2. zu den Verfahrenskosten erster und oberer Instanz.

III.

Es seien die weiteren Verfügungen zu treffen.

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochte-
nen Punkten (Art. 404 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; 
SR 312.0]). Mit Blick auf den Umfang der Berufung (dazu Ziff. 2 hiervor) sowie der 
gestellten Anträge in der Berufungsverhandlung (dazu Ziff. 4 hiervor) ist vorab fest-
zustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland (Einzelgericht) vom 
4. Oktober 2018 insoweit in Rechtskraft erwachsen ist, als das Strafverfahren ge-
gen den Beschuldigten wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, 
angeblich mehrfach begangen durch Konsum einer unbestimmten Menge Marihu-
ana, in der Zeit zwischen 1. November 2014 bis 3. Oktober 2015 in C.________ 
eingestellt wurde (Ziff. I. des erstinstanzlichen Urteils; pag. 441) und der Beschul-
digte freigesprochen wurde von der Anschuldigung der Widerhandlung gegen das 
Betäubungsmittelgesetz, angeblich mehrfach begangen durch Konsum einer unbe-
stimmten Menge Marihuana, in der Zeit zwischen 4. Oktober 2015 und 31. Mai 
2016 in C.________ (Ziff. II. des erstinstanzlichen Urteils; pag. 441), beides ohne 
Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten, 
und verfügt wurde, dass die beschlagnahmten Drogen (1 Stück Kokain, 2.7 Gramm 
brutto) in Anwendung von Art. 69 des Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB; 
SR 311.0) zur Vernichtung eingezogen werden (Ziff. V.1. des erstinstanzlichen Ur-
teils; pag. 443). 

Von der Kammer zu prüfen sind somit die erstinstanzlichen Schuldsprüche wegen 
qualifizierter Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz (Ziff. III.1.-4. des 
erstinstanzlichen Urteils; pag. 441) – wobei Ziff. III.4. sachverhaltlich und rechtlich 
unbestritten ist – der Sanktionenpunkt (Ziff. III.1. des erstinstanzlichen Urteils; 
pag. 442), der gesamte Kosten- und Entschädigungspunkt (Ziff. III.2. und Ziff. IV. 
des erstinstanzlichen Urteils; pag. 442) sowie die Beschlagnahme des 
Geldbetrages von CHF 1'967.00 zur Deckung der Verfahrenskosten (Ziff. V.2. des 
erstinstanzlichen Urteils; pag. 443). Praxisgemäss ist auch über die 
erkennungsdienstlichen Daten (Ziff. V.3. des erstinstanzlichen Urteils; pag. 443) 
neu zu verfügen. Dabei verfügt die Kammer bei der Überprüfung der 
angefochtenen Punkte über volle Kognition (Art. 398 Abs. 2 StPO) und ist aufgrund 
der alleinigen Berufung des Beschuldigten an das Verschlechterungsverbot (Verbot 
der reformatio in peius) gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO gebunden, d.h. sie darf das 
Urteil nicht zu Ungunsten des Beschuldigten abändern. 

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II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Allgemeines zur Beweiswürdigung

Hinsichtlich der theoretischen Grundlagen der Beweiswürdigung im Allgemeinen 
und der Aussagenanalyse im Speziellen wird auf die zutreffenden Ausführungen 
der Vorinstanz verwiesen (S. 9 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; 
pag. 460 ff.). 

7. Vorbemerkungen zum Gesamtvorwurf gemäss Ziff. I.1. der Anklageschrift 

Dem Beschuldigten wird insgesamt Folgendes vorgeworfen (Ziff. I.1. der Anklage-
schrift vom 26. Juli 2017; pag. 236 f.):

Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, mengenmässig qualifiziert (reines Kokain: Hydro-
chloridgehalt 53.05 Gramm, Basengehalt 48.6 Gramm) durch Erlangen, Besitz, Beförderung und Ver-
äusserung resp. Anstalten treffen zur Veräusserung von Kokaingemisch, begangen in der Zeit von ca. 
November 2014 bis ca. April 2016 in der Region C.________ und anderswo, indem er mehrmals Ko-
kaingemisch bei unbekannten Personen in der I.________ kaufte und an andere Personen veräusser-
te resp. Anstalten dazu traf […].

Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 6. Juni 2018 änderte die 
Staatsanwaltschaft die in Ziff. I.1.4. der Anklageschrift vorgeworfene Menge von 
2.7 Gramm auf 2.5 Gramm (pag. 295, vgl. Ziff. 11. nachfolgend), womit sich auch 
die vorgeworfene Gesamtmenge entsprechend reduziert. 

Die Kammer wird – gleich wie die Vorinstanz – die Aussagen von F.________ und 
E.________ anlässlich ihrer Einvernahme vom 14. Juni 2016 (pag. 75 ff.) bzw. vom 
17. Juni 2016 (pag. 89 ff.) sowie die daraus abgeleiteten Folgebeweise (pag. 119 f. 
Z. 233-245, 256-265, Z. 277-293; pag. 84 Z. 17-19; pag. 86 Z. 141-144; pag. 97 
Z. 17-19; pag. 98 Z. 98-100, 105-113 [vgl. dazu S. 8 der erstinstanzlichen Urteils-
begründung; pag. 459]) nachfolgend nicht zulasten des Beschuldigten berücksich-
tigen. 

8. AKS Ziff. I.1.1.: Veräusserung von ca. 8 Gramm Kokaingemisch an 
E.________

8.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift

Gemäss Ziff. I.1.1. der Anklageschrift vom 26. Juli 2017 wird dem Beschuldigten 
folgender Sachverhalt zur Last gelegt (pag. 236):

Veräusserung von ca. 8 Gramm Kokaingemisch (reines Kokain 3.84 Gramm bzw. 3.52 Gramm; Hy-
drochloridgehalt 48 %, Basengehalt 44 %) an E.________, begangen von ca. November 2014 bis ca. 
Januar 2016 in J.________ und anderswo, indem er ihr mehrmals Kokaingemisch verkaufte, jeweils 
ca. 2.5 bis 3 Gramm Kokaingemisch zu einem Preis von ca. CHF 200.00. 

8.2 Unbestrittener / bestrittener Sachverhalt

Wie die Vorinstanz treffend dargelegt hat, gibt der Beschuldigte zu, mit E.________ 
im Zusammenhang mit Kokain Kontakt gehabt zu haben. Hingegen bestreitet er die 
Menge und will ihr das Kokain teilweise geschenkt haben (S. 11 der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung; pag. 462; pag. 676 Z. 11 ff.; pag. 678 ff.). 

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8.3 Beweismittel

Die Vorinstanz hat vorab die einzelnen Beweismittel korrekt ins Verfahren gebracht 
und diese zutreffend wiedergeben. Darauf kann verwiesen werden (S. 11 f. der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 462 f.). Als weiteres Beweismittel kommt 
die oberinstanzliche Befragung des Beschuldigten hinzu (pag. 672 ff.). 

8.4 Erwägungen und Beweisergebnis der Vorinstanz

Die Vorinstanz führte zunächst aus, dass die Telefonnummer von E.________ im 
Gerät des Beschuldigten unter dem Namen «K.________» gespeichert gewesen 
sei und die vier Mitteilungen zwischen dem Beschuldigten und E.________ eine 
sexuelle Konnotation aufweisen würden. Weiter habe sich aus der Auswertung der 
rückwirkenden Teilnehmeridentifikation ergeben, dass der Beschuldigte in der Zeit 
vom 5. Januar 2016 bis 15. März 2016 158 Mal Kontakt mit E.________ gehabt 
habe, was darauf schliessen lasse, dass sie eine Kokainabnehmerin und/oder eine 
Geliebte des Beschuldigten sei (S. 12 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; 
pag. 463). Zu den Aussagen der beteiligten Personen führte die Vorinstanz Fol-
gendes aus (S. 12 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 463 ff.; Hervor-
hebungen im Original):

2.3.3. Aussagen E.________

Bei den Aussagen von E.________ ist primär auf die verwertbaren Stellen der zweiten Aussage bei 
der Polizei abzustellen (pag. 96 ff.).

Dabei gab sie an, A.________ schon ein paar Jahre zu kennen. Sie hätte ihn kennengelernt, als sie 
eine andere Person zum Kauf von Kokain begleitet habe (pag. 97 Z 21 ff.). Zu den telefonischen 
Kontakten gemäss rückwirkender Teilnehmeridentifikation führte sie aus, dass er ihr oft telefoniert 
oder geschrieben habe. Er habe mit ihr eine Beziehung eingehen wollen. Sie habe jeweils auf die 
Nachrichten geantwortet (pag. 97 Z 48 ff.). Weiter gab sie an, von A.________ Kokain für den 
Eigenkonsum gekauft zu haben. Sie habe zwei bis drei Mal je 2.5g für CHF 200.00 gekauft. Dies sei 
schon länger her, vielleicht zwei Jahre. Insgesamt habe sie bei ihm 7.5g bis maximal 8g gekauft 
(pag. 98 Z 69 ff.). Die Antworten von E.________ sind knapp und klar. Sie enthalten keine 
offensichtlichen Übertreibungen. Mit Blick auf den einzig bekannten Inhalt der ausgetauschten 
Mitteilungen sind die Angaben dazu vielleicht sogar etwas zu emotionslos. Jedenfalls lassen sich hier 
keine offensichtlichen Lügensignale erkennen.

Die Verteidigung hat anlässlich der Hauptverhandlung dafür gehalten, dass bei E.________ in Bezug 
auf die Mengenangaben auf die weniger belastende Erstaussage abzustützen sei. Hier kann der Ver-
teidigung nicht gefolgt werden. Auch in dieser Einvernahme gab sie die Anzahl Bezüge mit zwei bis 
drei an (pag. 91 Z 102 f.). Zwar spricht sie weiter unten von einer Gesamtmenge von 2.5g bis 3g. Al-
lerdings muss es sich dabei um die immer wieder erwähnte Mindestbezugsmenge von 2.5g handeln, 
welche man gemäss deckungsgleichen Angaben der übrigen Abnehmer bei A.________ beziehen 
konnte (vgl. Ziff. III.3.2.3, III.4.3.2, und III.4.3.6 hiernach).

Weil sich E.________ aber nicht mehr sicher ist und in beiden Einvernahmen von zwei bis drei Tref-
fen gesprochen hat, geht das Gericht in dubio von der geringeren Anzahl, d.h. von zwei Treffen und 
einem gesamten Bezug von 5g Kokaingemisch aus.

2.3.4. Aussagen A.________

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A.________ wurde erst in der zweiten Einvernahme mit den gestützt auf die rückwirkende Teilnehme-
ridentifikation ermittelten potentiellen Abnehmern konfrontiert (pag. 119 Z 218 ff.). Zum Foto von 
E.________ sage er (pag. 120 Z 267 ff.): 

„Das ist eine schöne Frau. Gibst Du sie mir und ich heirate sie. Ich schwöre bei Gott, dass ich sie 
nicht kenne.“

Die weiteren Aussagen in dieser Einvernahme zu E.________ dürfen nicht zu Lasten des Beschuldig-
ten verwendet werden. Immerhin sind aber alleine schon an dieser Aussage zwei Tatsachen bemer-
kenswert: Einerseits die emotionale Zuneigung zur Person, welche inhaltlich mit den dokumentierten 
Mittelungen (vgl. Ziff. III.2.3.1 hiervor) und den diesbezüglichen Schilderungen von E.________ (vgl. 
Ziff. III.2.3.3) korrelieren. Andererseits aber auch die dem zuwiderlaufende Behauptung, er kenne die 
Person nicht.

Unumwunden gibt er dann bei der Staatsanwaltschaft seine diesbezügliche Lüge zu: sicher kenne er 
sie, 100% (pag. 144 Z 192). Weiter führte er zu ihr aus, dass er sie manchmal in J.________ treffe. 
Sie sei eine hübsche Frau und habe Drogen von ihm gewollt. Er habe ihr dreimal 0.5g gegeben. 
Zweimal habe sie CHF 30.00 bezahlt. Einmal habe er ihr es gratis gegeben. Die Gesamtmengenan-
gaben von 7.5-8g von E.________ bestritt er. Es seien nur drei Mal gewesen und insgesamt nur 2.5g 
(pag. 145 Z 195 ff.).

In der Hauptverhandlung machte A.________ dann zu Ziff. I.1.1 der Anklageschrift folgende Aussa-
gen (pag. 376 Z 13 ff.):

„Auf Vorhalt Anklageschrift Ziffer 1.1. Was sagen Sie dazu? Das ist alles falsch. Sie hat zweimal 
bei mir… sie hatte nie Geld. Sie hatte einmal nur CHF 40.00. Sie hatte einmal ein Gramm genommen 
oder so, aber sie hatte kein Geld. Wie vielmal haben Sie ihr Kokain geschenkt? Ich habe ihr zwei-
mal Kokain geschenkt. Zweimal ca. 1 Gramm. Das Problem ist, dass sie mich sehr häufig angerufen 
hat. Sie kam auch zu mir nach Hause. Sie sagen, Sie haben nie CHF 200.00 von ihr verlangt? Sie 
hatte nie Geld. Wollten Sie aber CHF 200.00? Nein, ich wollte CHF 150.00. Aber sie sagte, sie habe 
nicht so viel Geld.“

Diese Antworten stehen dabei exemplarisch für das Aussageverhalten von A.________ – die Wider-
sprüchlichkeit in sich und im Verhältnis zu seiner früheren Aussage ist offensichtlich. Seine Aussagen 
sind damit unglaubhaft. Immerhin anerkannte er mit diesen Aussagen in der Hauptverhandlung zwei-
mal Kokain an E.________ übergeben zu haben. Der verlangte Preis von CHF 150.00 spricht zudem 
eher für seine Standardliefermenge von 2.5g als für eine geringere Menge. Dass er ihr das Kokain 
geschenkt haben will, erachtet das Gericht als Schutzbehauptung. 

Die Vorinstanz ging von einem Reinheitsgrad von 38 % aus. Zur Begründung führte 
sie aus, dass am 15. März 2016 beim Beschuldigten 2.5 Gramm Kokaingemisch, 
mit einem Reinheitsgrad von 40 % Kokainbase (gemäss IRM) hätten sichergestellt 
werden können. Dieser Wert könne jedoch nicht unbesehen für die Lieferungen an 
E.________ übernommen werden, zumal die genauen Zeitpunkte der beiden Er-
werbshandlungen von je 2.5 Gramm Kokaingemisch innerhalb des angeklagten 
Tatzeitraums vom 1. November 2014 und dem 31. Januar 2016 nicht bekannt sei-
en. Gemäss der Betäubungsmittelstatistik der schweizerischen Gesellschaft für 
Rechtsmedizin (SGRM) habe der Mittelwert des Kokainbasegehalts bei den aus-
gewerteten Proben 1<10 Gramm Kokaingemisch für das Jahr 2014 38 %, für das 
Jahr 2015 44 % und für das Jahr 2016 53 % betragen. Gestützt auf die statisti-
schen Werte und das am 15. März 2016 sichergestellte Kokain nahm die Vorin-

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stanz in Anwendung des Grundsatzes «in dubio pro reo» den tiefsten statistischen 
Wert für das Jahr 2014, also 38 % an (S. 14 der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung; pag. 465). Entsprechend gelangte sie zum Beweisergebnis, dass gestützt 
auf die Aussagen von E.________ und zu Gunsten des Beschuldigten erstellt sei, 
dass der Beschuldigte E.________ in der Zeit vom 1. November 2014 bis zum 
31. Januar 2016 insgesamt 5 Gramm Kokaingemisch mit einem Kokainbasegehalt 
von 38 %, ausmachend 1.9 Gramm Kokainbase, verkauft habe (S. 14 der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung; pag. 465). 

8.5 Oberinstanzliche Vorbringen der Parteien

8.5.1 Vorbringen der Verteidigung

Anlässlich der Berufungsverhandlung vom 8. Oktober 2020 führte der Verteidiger 
des Beschuldigten im Wesentlichen aus, dass die Vorinstanz für die Berechnung 
der verkauften Mengen von Kokaingemisch ohne nähere Begründung auf die viel 
später erfolgten Zweitaussagen vom 4. November 2016 – rund 5 Monate nach der 
ersten Einvernahme – von E.________ abgestellt habe. Es sei nicht ersichtlich, 
warum nicht auf die Erstaussagen vom 17. Juni 2016 abgestellt worden sei. Entge-
gen der Anordnung in Art. 147 Abs. 4 StPO habe die Vorinstanz die ersten Aussa-
gen nicht nur nicht zu Lasten seines Klienten verwendet, sondern sie habe die 
Erstaussagen überhaupt nicht verwenden wollen. Die Aussagen von Frau 
E.________ vom 17. Juni 2016 seien glaubhaft und es seien keine Lügensignale 
erkennbar. Die angegebene Menge und Häufigkeit des verkauften Kokains decke 
sich mit den Aussagen seines Klienten (pag. 145 Z. 197). Darüber hinaus seien 
diese Aussagen zeitnäher am Geschehen gewesen. Es sei unverständlich, wes-
halb die Vorinstanz auf pag. 463 f. in zufällig anmutender Art und Weise angebliche 
Realkennzeichen in den Aussagen von Frau E.________ vom 4. November 2016 
«herausgepickt» habe, ohne dafür Beispiele zu nennen. Ausserdem sei die Knapp-
heit der Aussagen als Indiz für deren Glaubwürdigkeit bezeichnet worden, was ei-
gentlich im Widerspruch zur gängigen Theorie der Aussageanalyse stehe. Dass die 
zweiten Aussagen widersprüchlich zu den ersten Aussagen seien, habe die Vorin-
stanz schlichtweg ignoriert. Die Abweichungen in den zweiten Aussagen würden 
unerklärlich bleiben, was aber von der Vorinstanz gar nicht thematisiert worden sei. 
Die ersten Aussagen seien klar. Bezüglich der Menge an Kokaingemisch, welche 
Frau E.________ bei seinem Klienten bezogen habe, habe sie ausgesagt, dass sie 
zwei- bis dreimal Kokain bei seinem Klienten gekauft habe, jeweils zu einem Preis 
von CHF 50.00. Sie habe nicht mehr gekauft, weil die Ware wirklich schlecht gewe-
sen sei (pag. 91 Z. 97 ff.). Auf klare und konkrete Nachfrage hin habe Frau 
E.________ ausgesagt, dass sie insgesamt 2.5 bis 3 Gramm Kokaingemisch bei 
seinem Klienten bezogen habe (pag. 91 Z. 109 ff.). In diesem Zusammenhang ha-
be die Vorinstanz ausgeführt, dass Frau E.________ in der ersten Einvernahme 
zwar von einer Gesamtmenge von 2.5 bis 3 Gramm spreche, es sich dabei aber 
um die Mindestbezugsmenge von 2.5 Gramm handeln müsse. Dieses Vorgehen 
der Vorinstanz sei nicht mit dem Grundsatz in dubio pro reo vereinbar. Frau 
E.________ habe klar von einer Gesamtmenge von 2.5 bis 3 Gramm gesprochen, 
weshalb auf diese Aussage abzustellen sei (pag. 678 f.). 

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Das gleiche zeige sich bei der Analyse der Aussagen seines Klienten anlässlich 
der Hauptverhandlung (pag. 376 ff.). Dort habe er ausgesagt, Frau E.________ 
zweimal Drogen gegeben zu haben und dass sie nie Geld gehabt habe, weshalb er 
ihr auch Kokain geschenkt habe. Sein Klient habe Frau E.________ zweimal Ko-
kain von jeweils einem Gramm geschenkt und einmal habe sie eine geringere 
Menge für CHF 40.00 bezogen. Das ergebe eine Gesamtmenge von 2.5 Gramm. 
Die Vorinstanz habe auf pag. 465 angenommen, dass die Aussagen seines Klien-
ten, wonach er CHF 150.00 gewollt habe, für eine Standardliefermenge von 2.5 
Gramm spreche. Dies gehe aus den Aussagen seines Klienten aber gerade nicht 
hervor. Er spreche davon, dass er CHF 150.00 gewollt habe, wobei er sich auf die 
gesamte Menge bezogen habe. Dies gehe aus dem Nachschub hervor, wonach sie 
nie Geld gehabt habe. Durch die Verwendung des Wortes «nie» werde klar, dass 
mit diesem Betrag der gesamte Lieferzeitraum gemeint sein müsse, womit sich 
auch die genannten CHF 150.00 auf den gesamten Lieferzeitraum beziehen wür-
den. Ausserdem sei Frau E.________ für seinen Klienten kein Standardfall gewe-
sen, wie dies die Vorinstanz selbst schon ausgeführt habe (pag. 463). Sie seien in 
einer speziellen Beziehung zueinander gestanden. Es sei daher auch keine 
Schutzbehauptung, wenn sein Klient sage, er habe ihr auch Kokain geschenkt. 
Frau E.________ sei zudem eine erfahrene Konsumentin und habe die Qualität als 
schlecht bezeichnet. Es sei daher von einem niedrigen Reinheitsgrad von ca. 15 % 
auszugehen. Da das Beweisergebnis zum Schluss führe, dass sein Klient insge-
samt zwischen 2.5 und 3 Gramm Kokaingemisch an Frau E.________ übergeben 
habe, sei in Anwendung des Grundsatzes in dubio pro reo von einer Gesamtmenge 
von 2.5 Gramm Kokaingemisch auszugehen. Unter Einbezug des Reinheitsgrades 
ergebe dies 0.4 Gramm reines Kokain. Sein Klient sei daher wegen dieser Menge 
schuldig zu sprechen (pag. 679 f.). 

8.5.2 Vorbringen der Generalstaatsanwaltschaft

Die Generalstaatsanwaltschaft führte im Rahmen der oberinstanzlichen Hauptver-
handlung zunächst bezogen auf sämtliche Vorwürfe zusammengefasst aus, dass 
der Beschuldigte zunächst alles abgestritten habe. Erst anlässlich der staatsan-
waltschaftlichen Einvernahme vom 24. November 2016 habe der Beschuldigte un-
ter anderem zugegeben, E.________ Kokain verkauft zu haben. Die vom Beschul-
digten angegebenen Mengen seien unter Berücksichtigung der Widersprüche in 
seinen Aussagen, den objektiven Beweisen und den belastenden Aussagen der 
Zeugen unglaubhaft tief. Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung habe 
der Beschuldigte die Mengen noch weiter nach unten «gedrückt». Auch heute sei 
er bei diesen Mengen geblieben. Um beurteilen zu können, von welcher Menge 
auszugehen sei, könne man in diesem Verfahren auf viele objektive aber auch auf 
subjektive Beweismittel zurückgreifen. Wenn die Aussagen des Beschuldigten und 
diejenigen der Auskunftspersonen unglaubhaft oder wenig glaubhaft seien, so kön-
ne man – entgegen der Ansicht der Verteidigung – nicht einfach automatisch auf 
die Aussagen des Beschuldigten abstellen. Diesen Automatismus verlange der 
Grundsatz in dubio pro reo sicher nicht. Es würden zahlreiche objektive Beweismit-
tel vorliegen, welche bei der Würdigung der Aussagen mitzuberücksichtigen seien 
(pag. 687 f.).

11

Der Unterschied zwischen den Anträgen der Staatsanwaltschaft und der Verteidi-
gung sei insbesondere auf zwei Umstände zurückzuführen: Erstens gehe der Be-
schuldigte von deutlich weniger Treffen aus und von weniger verkauften Mengen 
pro Treffen. Zweitens rechne der Beschuldigte bzw. seine Verteidigung mit einem 
Reinheitsgrad von 15 %. Dies weil mehrmals ausgesagt worden sei, dass die Qua-
lität nicht gut gewesen sei. Die Vorinstanz sei von 40 % bzw. 38 % Basengehalt 
ausgegangen. In dubio pro reo und in Übereinstimmung mit der Praxis der 1. Straf-
kammer sei vom Basenwert auszugehen. Bezüglich dem an Frau E.________ ver-
kauften Kokain sei zusammen mit der Vorinstanz in dubio pro reo von 38 % auszu-
gehen, weil nicht ausgeschlossen werden könne, dass das Treffen mit ihr im Jahr 
2014 stattgefunden habe, in welchem der durchschnittliche Basengehalt gemäss 
Betäubungsmittelstatistik 38 % betragen habe (pag. 688 f.). 

Der Verteidigung sei zuzustimmen, dass E.________ anlässlich der ersten Einver-
nahme von einer geringeren Menge gesprochen habe als dann später bei der 
Staatsanwaltschaft. Sie habe von kleinen Kügelchen gesprochen, welche sie für 
CHF 50.00 gekauft habe. Mit den 2.5 bis 3 Gramm könne sie daher auch die Ge-
samtmenge gemeint haben. Ein Irrtum bezüglich der Einzel- und Gesamtmenge sei 
allerdings nicht ausgeschlossen. Es sei aber so oder anders nicht auf die Erstaus-
sagen, sondern auf die Zweitaussagen abzustellen. Diese seien in sich stimmig, 
thematisch nachvollziehbar und widerspruchsfrei, weshalb die dort zugestandene 
Menge auch glaubhaft sei. Schliesslich sei davon auszugehen, dass E.________ 
angesichts der 158 telefonischen Kontakten innert anderthalb Monaten mehr Stoff 
bezogen habe, als sie zugebe. Allein mit dem sexuellen Interesse des Beschuldig-
ten lasse sich diese Frequenz nicht erklären. Es sei aber sicherlich von der von der 
Vorinstanz angenommenen Menge auszugehen (pag. 691). 

8.6 Beweiswürdigung durch die Kammer

Die Kammer kann sich den Erwägungen der Vorinstanz anschliessen. Zunächst 
kann festgehalten werden, dass sich der Beschuldigte und E.________ – entgegen 
seinem anfänglichem Abstreiten anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 
8. Juli 2016 («Ich schwöre bei Gott, dass ich sie nicht kenne.»; pag. 120 Z. 271 f.) 
offensichtlich kannten. Der Beschuldigte gab schliesslich im Rahmen der staatsan-
waltschaftlichen Befragung vom 24. November 2016 zu, E.________ zu 100 % zu 
kennen (pag. 144 Z. 192), was E.________ von Beginn weg anerkannte (pag. 97 f. 
Z. 26 f.). Dass sich die beiden nicht nur kannten, sondern ein reger Kontakt zwi-
schen ihnen stattfand, lässt sich ohne Weiteres durch die objektiven Beweismittel, 
insbesondere der rückwirkenden Teilnehmeridentifikation, belegen (pag. 194): Zwi-
schen dem Beschuldigten und E.________ kam es in der Zeit vom 5. Januar 2016 
bis zum 15. März 2016 zu insgesamt 158 Kontakten, was rund zwei Kontakten pro 
Tag entspricht. Beide Beteiligten haben zudem eingeräumt, dass E.________ beim 
Beschuldigte Kokain kaufte (bspw. pag. 98 Z. 69 ff.; pag.145 Z. 197). Die Auswer-
tung des Mobiltelefons sowie die Aussagen von E.________ – und am Rande die-
jenigen des Beschuldigten – lassen jedoch den Schluss zu, dass es sich bei den 
Kontaktaufnahmen nicht nur um Drogengeschäfte drehte, sondern der Beschuldig-
te auch anderweitige Interessen an E.________ hatte. So schrieb ihr der 
Beschuldigte beispielsweise am 10. März 2016 (pag. 16f f.): «Baby i love u and 

12

when u stay my girl friend i do every thing for u and i want free sex with u 2nd i 
want sleep with in ur house.tomorrow u don.come I come in u». Zudem äusserte 
sich E.________ immer wieder dahingehend, dass der Beschuldigte auch andere 
Absichten ihr gegenüber gehabt habe (pag. 90 Z. 68 f.; pag. 97 Z. 60). Der Be-
schuldigte selbst machte zwar keine konkreten Aussagen diesbezüglich, bezeich-
nete E.________ aber wiederholt als «schöne Frau» (pag. 120 Z. 271; pag. 145 
Z. 196 f.). Er war ihr gegenüber also zumindest nicht abgeneigt. Im Sinne eines 
Zwischenfazits kann daher festgehalten werden, dass sich der Beschuldigte und 
E.________ kannten und sie bei ihm Kokain bezog. Aus den vorliegenden Be-
weismitteln und zu Gunsten des Beschuldigten ist aber davon auszugehen, dass 
es bei ihren Kontakten nicht nur um Drogenschäfte ging. 

Bezüglich der Anzahl Treffen, bei denen der Beschuldigte E.________ Kokain ver-
äussert haben soll, sagte der Beschuldigte anlässlich der staatsanwaltschaftlichen 
Einvernahme vom 24. November 2016 zunächst aus, dass er E.________ dreimal 
(zweimal für CHF 30.00 und einmal gratis) Drogen gegeben habe (pag. 145 Z. 197 
ff.). An der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 3. Oktober 2018 äusserte er 
sich dann dahingehend, dass er ihr zweimal Kokain geschenkt habe (pag. 376 
Z. 19). Schliesslich machte er an der oberinstanzlichen Hauptverhandlung vom 
8. Oktober 2020 geltend, dass er E.________ einmal Kokain verkauft und einmal 
geschenkt habe (pag. 676 Z. 11 ff.). Die Aussagen des Beschuldigten sind wider-
sprüchlich und daher unglaubhaft. Allerdings sprach der Beschuldigte nie von we-
niger als zwei Übergaben. Demgegenüber sprach E.________ von zwei- bis drei-
mal, war sich aber offensichtlich nicht mehr sicher (pag. 91 Z. 90 ff. und Z. 102 f.). 
In Anwendung des Grundsatzes in dubio pro reo ist daher übereinstimmend mit der 
Vorinstanz vom kleinsten gemeinsamen Nenner, das heisst von zwei Treffen aus-
zugehen. Dass er ihr bei diesen Treffen das Kokain geschenkt und nicht verkauft 
haben will, kann – wie die Vorinstanz treffend ausführte – nur als Schutzbehaup-
tung angesehen werden, zumal der Beschuldigte zu Beginn selbst von zwei Ver-
käufen sprach, was E.________ insoweit bestätigt, als sie ausführte, dass sie die 
Drogen schon habe bezahlen müssen (pag. 98 Z. 80). 

Abschliessend ist die Frage zu klären, welche Menge an Kokain der Beschuldigte 
E.________ bei den zwei Treffen jeweils veräusserte. Der Beschuldigte machte 
hierzu wiederum unterschiedlich Angaben, selbst innerhalb der gleichen Befra-
gung. So sagte er am 24. November 2016 zunächst aus, dass er ihr dreimal 0.5 
Gramm gegeben habe (pag. 145 Z. 197). Auf Vorhalt der Aussagen von 
E.________, wonach er ihr 7.5-8 Gramm Kokain verkauft habe, äusserte er sich 
dann dahingehend, dass es nur dreimal gewesen sei und insgesamt 2.5 Gramm 
(pag. 145 Z. 205 f.). Im Rahmen der erstinstanzlichen Verhandlung machte er un-
klare Angaben, sagte aber schliesslich aus, dass es zweimal je ein Gramm gewe-
sen sei, was er an der oberinstanzlichen Hauptverhandlung nochmals relativierte 
und es insgesamt 1.5 Gramm gewesen seien (pag. 676 Z. 11 ff. [die Verteidigung 
beantragte demgegenüber einen Schuldspruch wegen Veräusserung von insge-
samt 2.5 Gramm Kokaingemisch, vgl. pag. 511; pag. 678; pag. 680]). Auch mit den 
Aussagen von E.________ konfrontiert, wonach sie CHF 200.00 für das Kokain 
habe bezahlen müssen, sagte der Beschuldigte aus, dass er [nur] CHF 150.00 ver-
langt habe (pag. 376 Z. 22 ff.). Übereinstimmend mit der Generalstaatsanwaltschaft 

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ist es offenkundig, dass der Beschuldigte stets darum bemüht war, die ihm vorge-
haltenen Mengen- und Zahlenangaben zu «drücken». Insgesamt kann daher fest-
gehalten werden, dass die Mengenangaben des Beschuldigten alles andere als 
glaubhaft und widerspruchsfrei sind, weshalb nicht darauf abgestellt werden kann. 
Demgegenüber sagte E.________ am 17. Juni 2016 zunächst aus, dass sie zwei- 
bis dreimal Kokain für jeweils CHF 50.00 beim Beschuldigten bezogen habe 
(pag. 91 Z. 91). Zudem ging sie von einer Gesamtmenge von 2.5 bis 3 Gramm aus 
(pag. 91 Z. 110). Anlässlich der zweiten Einvernahme vom 4. November 2016 sag-
te sie aus, dass sie zwei- bis dreimal Kokain beim Beschuldigten gekauft habe, 
wobei die Menge pro Mal 2.5 Gramm und die Gesamtmenge 7.5-8 Gramm betra-
gen habe (pag. 98 Z. 83 ff.). Die Angaben scheinen zwar auf den ersten Blick wi-
dersprüchlich zu sein, allerdings ist davon auszugehen, dass es im Rahmen der 
ersten Befragung zu einem Missverständnis gekommen ist und E.________ mit der 
Gesamtmengenangabe von 2.5 bis 3 Gramm die Gesamtmenge pro Übergabe 
gemeint hat. Dafür spricht zum einen, dass sie anlässlich der zweiten Befragung 
widerspruchsfrei die Einzel- und Gesamtmenge wiedergab sowie den für eine 
Menge von 2.5 Gramm Kokain üblichen Preis nannte und zum anderen geht aus 
den Aussagen der anderen Abnehmer übereinstimmend hervor, dass der Beschul-
digte jeweils eine Standardmenge von 2.5 Gramm lieferte (pag. 85 Z. 72 und Z. 82 
[F.________]; pag. 31 Z. 212 f. [G.________]). Schliesslich gab der Beschuldigte 
auch selbst zu, CHF 150.00 verlangt zu haben (pag. 376 Z. 26), was wiederum für 
eine Menge von 2.5 Gramm Kokaingemisch spricht. Dass er damit den Preis für die 
gesamte veräusserte Menge gemeint haben könnte, kann mit Blick auf die weiteren 
Beweismittel wiederum nur als Schutzbehauptung angesehen werden. 

Dass E.________ durch die Polizei darauf aufmerksam gemacht wurde, dass sie 
aufgrund von durch die Ergebnisse der Telefonkontrolle ans Tageslicht gekomme-
nen Konsumwiderhandlungen nicht belangt werden könne (pag. 90 Z. 23 ff.; 
pag. 97 Z. 48 ff.), ändert nichts an der vorangehenden Würdigung, zumal sie den 
Beschuldigten nicht übermässig belastete und ihre am 4. November 2016 gemach-
ten Aussagen in Bezug auf das Kennenlernen bzw. Kennen, die Kontakte und 
Avancen des Beschuldigten, die Anzahl Drogenübergaben und die jeweilige Dro-
genmenge durch weitere Beweismittel belegt werden konnten. Entsprechend ist auf 
die glaubhaften Aussagen von E.________ abzustellen, wonach sie jeweils eine 
Menge von 2.5 Gramm Kokaingemisch beim Beschuldigten bezog. 

Dass die Vorinstanz von einem Reinheitsgrad von 38 % ausging, ist mit Blick auf 
die Betäubungsmittelstatistik für das Jahr 2014 der SGRM nicht zu beanstanden. 
Das Argument der Verteidigung, das Kokain sei so schlecht gewesen, dass man 
von einem Reinheitsgrad von 15 % ausgehen müsse, verfängt nicht, zumal die 
Qualität des Kokains offenbar nicht derart schlecht sein konnte, da E.________ 
noch ein weiteres Mal Kokain beim Beschuldigten kaufte. 

Nach dem Ausgeführten erachtet es die Kammer als erstellt, dass der Beschuldigte 
E.________ in der Zeit vom 1. November 2014 bis 31. Januar 2016 in C.________ 
insgesamt 5 Gramm (2 x 2.5) Kokaingemisch mit einem Kokainbasegehalt von 
38 %, ausmachend 1.9 Gramm reines Kokain, verkaufte. 

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9. AKS Ziff. I.1.2.: Veräusserung von ca. 25 Gramm Kokaingemisch an 
F.________

9.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift

In Ziff. I.1.2. der Anklageschrift vom 26. Juli 2017 wird dem Beschuldigten Folgen-
des zum Vorwurf gemacht (pag. 236 f.):

Veräusserung von ca. 25 Gramm Kokaingemisch (reines Kokain 12 Gramm bzw. 11 Gramm; Hydro-
chloridgehalt 48 %, Basengehalt 44 %) an F.________, in der Zeit von ca. Juni 2015 bis ca. Februar 
2016 in C.________ und anderswo, indem er ihm mehrfach Kokaingemisch verkaufte, jeweils 2.5 
Gramm Kokaingemisch zu einem Preis von CHF 200.00 bis 220.00. 

9.2 Unbestrittener / bestrittener Sachverhalt

Unbestritten ist, dass der Beschuldigte Kokain mit einem Reinheitsgrad von 40 % 
an F.________ lieferte (pag. 681; pag. 688). Hingegen bestreitet der Beschuldigte 
die Menge und will das Kokain teilweise geschenkt haben (pag. 144 Z. 171 ff.; 
pag. 376 Z. 28 ff; pag. 676 Z. 16 ff.; pag. 681). 

9.3 Beweismittel

Die Vorinstanz hat die Beweise, namentlich die Ergebnisse der Mobiltelefonaus-
wertung, der rückwirkenden Teilnehmeridentifikation und der Auswertung des si-
chergestellten Kokains sowie die Aussagen des Beschuldigten und der Auskunfts-
person F.________ jeweils korrekt wiedergegeben (S. 15 ff. der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung; pag. 466 ff.). Darauf wie auch auf die jeweiligen Berichte und 
Einvernahmeprotokolle wird vorab verwiesen. Soweit sich Ausführungen zu den 
einzelnen Beweismitteln aufdrängen, erfolgen diese unmittelbar an den entspre-
chenden Stellen im Rahmen der nachfolgenden Ausführungen. Dasselbe gilt auch 
für die Aussagen des Beschuldigten anlässlich der oberinstanzlichen Hauptver-
handlung (pag. 672 ff.).

9.4 Erwägungen und Beweisergebnis der Vorinstanz

Die Vorinstanz führte zunächst aus, dass die Nummer von F.________ im Gerät 
des Beschuldigten unter dem Namen «L.________» gespeichert gewesen sei und 
zwischen den beiden in der Zeit vom 24. November 2015 bis zum 15. März 2016 
insgesamt 128 Kontakte hätten festgestellt werden können. Weiter gehe aus der 
grafischen Auswertung (Häufigkeit/Zeitpunkt) der Verbindungen hervor, dass Ende 
November 2015, um den Jahreswechsel 2015/2016, Ende Januar 2016 und Ende 
Februar 2016 gehäuft Kommunikation stattgefunden habe (S. 15 der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung; pag. 466). Zu den Aussagen des Beschuldigten und 
F.________ führte die Vorinstanz Folgendes aus (S. 16 ff. der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung; pag. 467 ff.):

3.2.3. Aussagen F.________

Auch bei F.________ ist mit der Würdigung der zweiten Einvernahme vom 11.08.2016 zu beginnen 
(pag. 83 ff.). F.________ erkannte dabei A.________ auf dem vorgehaltenen Video aus der Observa-
tion und bezeichnete diesen als „M.________“. Er habe ihn bei „N.________“ in der O.________ 
kennengelernt und dort dessen Telefonnummer bekommen. A.________ sei eigentlich dessen Liefe-
rant gewesen. Ca. im März 2015 habe er das erste Mal bei A.________ Kokain gekauft. Er habe ihm 

15

jeweils per SMS geschrieben und ihn zu sich bestellt. Die Mindestbestellmenge sei 2.5g gewesen. Er 
habe immer diese Menge zum Preis von CHF 220.00 bezogen. Er habe in der Regel Ende Monat, 
wenn er den Lohn erhalten hatte, Kokain bezogen. Die Geschäfte seien jeweils im Auto von 
A.________ in der Umgebung der Wohnung von F.________ abgewickelt worden. Er schätze, dass 
er acht bis zehn Mal bei ihm bezogen habe. Es sei auch vorgekommen, dass er zweimal im Monat 
bezogen habe oder aber, dass er zwei bis drei Monate nichts bezogen habe. Das letzte Mal habe er 
im Dezember 2015 oder um den Jahreswechsel oder noch im Januar 2016 Kokain bezogen. Kokain-
konsum sei für ihn wie ein Belohnungssystem gewesen, daher wisse er, dass er etwa acht bis zehn 
Mal bezogen habe. Er gehe daher für die Dauer eines Jahres von einer Gesamtmenge von zwanzig 
bis fünfundzwanzig Gramm aus. Zur Person von A.________ gab er weiter an, dass ihn dieser nervte, 
weil er zeitweise regelrechten „Telefonterror“ gemacht habe. Zudem habe A.________ immer auch 
sexuelle Kontakte zu Drogenkonsumentinnen gesucht.

In der Hauptverhandlung machte er seine Aussagen in der Fortsetzungsverhandlung vom 03.10.2018, 
nachdem er zum ersten Termin unentschuldigt nicht erschienen war (pag. 370 ff.). Dabei gab er an, 
bei A.________ Kokain gekauft zu haben. Letztmals habe er ihn vermutlich vor zwei Jahren gesehen 
– oder sogar länger nicht mehr. Wann genau er ihn kennengelernt habe, wisse er nicht mehr. Auch 
wisse er nicht mehr, wie oft er mit A.________ Kontakt hatte. Es sei jeweils um Mengen im Grammbe-
reich gegangen – vielleicht ein, vielleicht einmal zwei Gramm. Sicher nicht mehr. 

Das sind sinngemäss die Antworten, welche F.________ auf offene Fragen gegeben hat. Sein freier 
Bericht in der Hauptverhandlung war somit nicht ergiebig. Er machte eher pauschale Aussagen, wel-
che er teilweise aus der Erinnerung oder aber aus allgemeinen Erfahrungen ableitete. 

Auf konkrete Vorhalte aus seiner Aussage vom 11.08.2016 hin bestätigte er dann jeweils seine dama-
ligen Angaben als richtig. Insbesondere, dass er jeweils 2.5g bezogen habe. Er habe A.________ 
nicht zum Spass angerufen. Gleichzeitig könne man auch nicht sagen, dass jeder Anruf von ihm ei-
nem Kokainerwerb gleichkomme. Er bestritt die Aussagen von A.________, wonach dieser ihm nur 
drei Mal Drogen verkauft, bzw. teilweise geschenkt haben will und ansonsten mit ihm nur wegen 
Sachspenden für Afrika in Kontakt gewesen sei. Es sei immer um Drogen gegangen und geschenkt 
habe er sicher nie etwas bekommen.

Die beiden Aussagen von F.________ weisen ganz unterschiedliche Qualitäten auf. Während er am 
11.08.2016 bei der Polizei freie, detaillierte und logisch verknüpfte Angaben machte, blieben die Aus-
sagen vor Schranken nur sehr oberflächlich. Ob dieses Aussageverhalten gewissen Verdrängungs-
mechanismen, einer fehlenden Erinnerung oder der Anwesenheit des Beschuldigten geschuldet ist, 
muss offen bleiben. Wichtig ist, dass er im Kern den Inhalt seiner Aussagen nicht änderte. 

Das Gericht stützt sich vorliegend auf seine Angaben bei der Polizei ab. Diese sind detailliert und in 
sich logisch. Sie lassen sich auch anhand der Daten aus der rückwirkenden Teilnehmeridentifikation 
verifizieren. So decken sich die von F.________ angegebenen Kaufzeitpunkte per Ende Monat nach 
der Lohnzahlung mit den Peaks der Anzahl Verbindungen zwischen den beiden. Vor diesem Hinter-
grund ist es auch plausibel, dass er zum Jahreswechsel 2015/2016 und im Januar 2016 die letzten 
Bezüge bei A.________ getätigt hat.

Auch hier ist zu prüfen, ob die Aussage vom 14.06.2016 verwertbare entlastende Tatsachen enthält. 
Hierzu kann man einzig anfügen, dass F.________ damals aussagte, sehr unregelmässig Kokain be-
zogen zu haben, weil 2.5g eigentlich eine sehr grosse Menge gewesen sei für seinen Eigenkonsum. 
Zudem habe er nicht immer die finanziellen Mittel gehabt, um eine solche Menge zu kaufen (pag. 77 
Z 74 ff.).

16

Das Gericht stützt sich somit bei der Beweiswürdigung grundsätzlich auf die glaubhaften Aussagen 
vom 11.08.2016 ab. Zu Gunsten des Beschuldigten und in Berücksichtigung der Unregelmässigkeit 
des Bezugs wird von der minimal angegebenen Menge von acht Lieferungen zu je 2.5g ausgegan-
gen, ausmachend 20g Kokaingemisch.

3.2.4. Aussagen A.________

Anlässlich der Einvernahme vom 08.07.2016 wurde A.________ auch erstmals mit der Person von 
F.________ konfrontiert. Auf Vorhalt der Fotografie auf pag. 126 gab er an, diesen nicht zu kennen. 
Es sei ein normaler Mann und kein Junkie (pag. 119 Z 218 ff.). Die restlichen Passagen dieser Ein-
vernahme zu F.________ dürfen nicht zulasten von A.________ verwendet werden. 

Wie bei E.________ änderte A.________ auch hier seine Aussage bei der Staatsanwaltschaft 
(pag. 144 Z 164 ff.). Er gab nunmehr an, F.________ zu kennen. Sie hätten nicht viel Kontakt zu-
sammen gehabt. Kennengelernt hätten sie sich, als er vor dem Laden an der P.________ Ge-
genstände ins Auto geladen habe. F.________ habe ihm Dinge bringen wollen, welche er ebenfalls 
nach Afrika hätte bringen können. Später habe er Drogen gewollt. Er habe ihm dreimal Drogen über-
geben: 2.5g/1g/0.5g. Die 0.5g habe er ihm geschenkt. Gegenüber F.________ habe er sich als 
„M.________“ und nicht als „Q.________“ ausgegeben. Die Mengenangaben von F.________ im Be-
reich von 20g bis 25g seien gelogen.

In der Hauptverhandlung schwor A.________ bei Gott, dass F.________ kein Geld habe. Der Vorwurf 
gemäss Anklageschrift stimme nicht. F.________ habe nur Ende Monat angerufen und ein bis zwei 
Gramm bezogen. Er habe sich nur drei Mal mit ihm getroffen. Sie hätten viel telefoniert zusammen, 
aber auch über andere Sachen gesprochen (pag. 376 Z 28 ff.).

A.________ gab damit im Grundsatz zu, Kokain an F.________ geliefert zu haben. Auch bestätigt er 
indirekt, dass sie sich bei G.________ kennengelernt haben, wie dies F.________ ausgesagt hatte. 
Zur Menge macht er unterschiedliche Angaben, hält diese aber tiefer als F.________. Er begründet 
dies damit, dass dieser gar kein Geld gehabt habe. Gleichzeitig bestätigt er aber, dass F.________ 
nur Ende Monat angerufen und Kokain bezogen habe. Dies deckt sich wiederum mit den Angaben 
von F.________, welcher angegeben hatte, Kokain dann bezogen zu haben, wenn er Lohn erhalten, 
bzw. Geld zur Verfügung hatte. Manchmal habe er aber auch kein Geld gehabt. Plausibilisiert man die 
Behauptung dreier Lieferungen von A.________ anhand der Daten der rückwirkenden Teilnehmeri-
dentifikation, dann sind bereits drei Lieferungen zu tief, zumal bereits anhand der grafischen Auswer-
tung auf pag. 80 von mindestens vier Lieferungen begrenzt auf den Zeitraum November 2015 bis 
März 2016 ausgegangen werden muss. Es ist daher davon auszugehen, dass es sich bei den Anga-
ben von A.________ um strategische Aussagen handelt – grundsätzliches Abstreiten bringt nichts, 
mehr zugeben, als objektiv anhand der rückwirkenden Teilnehmeridentifikation plausibilisiert werden 
kann, wäre unvorsichtig. 

Das Gericht bleibt bei diesem Ergebnis dabei, dass es in Bezug auf die Anzahl Geschäfte auf die 
glaubwürdigeren Aussagen von F.________ abstützt. Insbesondere scheint das Hauptargument von 
A.________, F.________ habe kein Geld gehabt, wenig stichhaltig, wenn dieser das Kokain gerade 
Ende Monat mit Auszahlung des Lohnes als persönliche Belohnung bezogen hatte. Es ist somit von 
acht Veräusserungen in der Höhe der von den Abnehmern allseits erwähnten Mindestbestellmenge 
von 2.5g Kokaingemisch auszugehen.

Für die Bestimmung des Reinheitsgrades führte die Vorinstanz zunächst aus, dass 
aus den Drogengeschäften zwischen dem Beschuldigten und F.________ in der 
Zeit vom 1. Juni 2015 und dem 29. Februar 2016 keine Sicherstellungen hätten 

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getätigt werden können und sie sich daher grundsätzlich auf die Betäubungsmittel-
statistik der SGRM für das Jahr 2015 (44 % Kokainbasegehalt) und das Jahr 2016 
(53 % Kokainbasegehalt) stütze. Weil aber am 15. März 2016 2.5 Gramm Kokain-
gemisch mit einem Kokainbasegehalt von 40 % beim Beschuldigten hätten festge-
stellt werden können, sei zu seinen Gunsten auf diesen tieferen Wert abzustellen 
(S. 18 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 469 f.). 

Schliesslich gelangte die Vorinstanz zum Beweisergebnis, dass gestützt auf die 
Aussagen von F.________ sowie den Daten der rückwirkenden Teilnehmeridentifi-
kation und zu Gunsten des Beschuldigten erstellt sei, dass der Beschuldigte in der 
Zeit vom 1. Juni 2015 bis zum 29. Februar 2016 insgesamt 20 Gramm Kokainge-
misch mit einem Kokainbasegehalt von 40 %, ausmachend 8 Gramm Kokainbase, 
an F.________ verkauft habe (S. 19 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; 
pag. 470). 

9.5 Oberinstanzliche Vorbringen der Parteien

9.5.1 Vorbringen der Verteidigung
F.________ habe anlässlich der Einvernahme ausgesagt, dass die 
Mindestbestellmenge 2.5 Gramm gewesen sei (pag. 85 Z. 72) und er habe 8 bis 10 
Mal Kokain bei seinem Klienten bezogen (pag. 85 Z. 114). In der 
Fortsetzungsverhandlung vom 3. Oktober 2018 habe er zunächst Angaben im 
tieferen Bereich gemacht; vielleicht 1 Gramm, vielleicht einmal 2 Gramm aber 
sicher nicht mehr (pag. 371 Z. 28 f.). F.________ habe erst auf Vorhalt die 
damaligen Angaben bestätigt aber selbst dies nicht in überzeugender Art und 
Weise (pag. 371 Z. 36). Bei der Beweiswürdigung habe sich die Vorinstanz auf die 
für sie glaubhaften Aussagen vom 11. August 2016 abgestützt (pag. 83 ff.) und sie 
sei zugunsten seines Klienten von acht Lieferungen à 2.5 Gramm Kokaingemisch 
ausgegangen, ausmachend 8 Gramm reines Kokain. Die Aussagen seines Klienten 
bei der Staatsanwaltschaft (pag. 144 ff.), wonach er dreimal Drogen geliefert habe 
– einmal 2.5 Gramm, einmal 1 Gramm und einmal 0.5 Gramm – habe die 
Vorinstanz nicht für glaubhaft gehalten. Bei der Analyse der vorinstanzlichen 
Begründung falle auf, dass die Vorinstanz von reinen Schätzungen ausgegangen 
sei. F.________ habe zwar angegeben, 8 bis 10 Mal Kokain bei seinem Klienten 
bezogen zu haben. Das erste Mal sei im März 2015 gewesen (pag. 84 Z. 62). Es 
sei jedoch fraglich, ob auf die Aussagen von F.________ abgestellt werden könne, 
denn er widerspreche sich selbst. Wie die Vorinstanz zudem beweismässig zum 
Schluss habe kommen können, dass es eine Mindestbestellmenge von 2.5 Gramm 
gegeben habe (pag. 469), sei schleierhaft, da F.________ gerade noch an der 
Fortsetzungsverhandlung angegeben habe, dass er nie mehr als 2.5 Gramm 
bezogen habe, sondern teilweise auch weniger. Sein Klient habe ausgesagt, dass 
es zu drei Verkäufen gekommen sei. Er habe dabei konkrete Mengenangaben 
machen können: 2.5 Gramm, 1 Gramm, 0.5 Gramm, was eine Gesamtmenge von 
4 Gramm ergeben würde. In Anwendung des Grundsatzes in dubio pro reo sei auf 
die von seinem Klienten gemachten Aussagen abzustellen. Selbst wenn man auf 
die Aussagen von F.________ abstellen würde, so dürfe man niemals auf 20 
Gramm kommen. Denn F.________ habe angegeben, dass er im Zeitraum von ca. 
März 2015 (pag. 84 Z. 62) bis Dezember 2015 (pag. 86 Z. 121) Kokain bezogen 

18

habe. F.________ habe diese Angaben «ohne Gewähr» (pag. 84 Z. 62; pag. 85 
Z. 118) gemacht und er habe zudem ausgesagt, dass er es nicht mehr genau 
wisse (pag. 86 Z. 121 f.). Es sei daher zugunsten seines Klienten bereits aus 
diesem Grund von einem Zeitraum von weniger als acht bis zehn Monaten 
auszugehen. Vielmehr sei es sachgerecht, auf eine Zeitspanne von sechs bis acht 
Monaten abzustellen. Hinzu komme, dass F.________ selber ausgesagt habe, 
dass sein Klient auch einmal zwei bis drei Monate nicht gekommen sei. 
Demzufolge seien von der obigen Zeitspanne drei Monate abzuziehen. Daraus 
ergebe sich ein Zeitraum von drei bis fünf Monaten. Zugunsten seines Klienten sei 
daher in jedem Fall von drei Lieferungen auszugehen. Es zeige sich auch hier, 
dass bei korrekter Anwendung des Grundsatzes in dubio pro reo bzw. bei einer 
korrekten Analyse der Aussagen, kein so grosser Widerspruch zwischen den 
Aussagen seines Klienten und F.________ bestehe. Beweismässig sei daher von 
drei Lieferungen seines Klienten an F.________ auszugehen, einmal in Höhe von 
2.5 Gramm, einmal 1 Gramm und einmal 0.5 Gramm. Der von der Vorinstanz 
angewendete Reinheitsgrad von 40 % sei nicht zu bemängeln. Daraus folge, dass 
sein Klient für den Verkauf von 1.5 Gramm reinem Kokain an F.________ schuldig 
zu sprechen sei (pag. 680 f.). 

9.5.2 Vorbringen der Generalstaatsanwaltschaft

Für die von der Generalstaatsanwaltschaft gemachten Ausführungen zu sämtlichen 
Vorwürfen und zum allgemeinen Aussageverhalten des Beschuldigten wird auf 
Ziff. 8.5.2 hiervor verwiesen. Zum konkreten Vorwurf führte die Generalstaatsan-
waltschaft aus, dass es richtig sei, vorliegend nicht auf die Werte der Betäubungs-
mittelstatistik abzustellen, sondern aufgrund des sichergestellten Kokains von ei-
nem Reinheitsgrad von 40 % auszugehen. Hinzu komme, dass F.________ an der 
Hauptverhandlung zwar ausgesagt habe, dass das Kokain schlecht gewesen sei. 
Aber er habe auch ausgeführt, dass das Kokain generell, also überall schlecht ge-
wesen sei (pag. 371 Z. 1-5). Dies töne so, als ob sich der Reinheitsgrad des Ko-
kains, welches der Beschuldigte verkauft habe, in der Nähe des Durchschnitts be-
funden habe. Demnach seien die Aussagen, wonach es sich um schlechtes Kokain 
gehandelt habe, stimmig. Schliesslich würden die Aussagen von F.________ an-
lässlich der Hauptverhandlung nichts am Resultat der vorinstanzlichen Beweiswür-
digung ändern. Es könne daher auch oberinstanzlich von 8 Gramm Kokainbase 
ausgegangen werden (pag. 688 f.; pag. 691). 

9.6 Beweiswürdigung durch die Kammer

Grundsätzlich kann sich die Kammer der Beweiswürdigung der Vorinstanz ansch-
liessen, weshalb vorab auf diese verwiesen wird (S. 15 ff. der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung; pag. 466 ff.). Es kann festgestellt werden, dass die Vorinstanz 
auch hier bei der Würdigung zu Gunsten des Beschuldigten vorgegangen ist, ins-
besondere was die Menge und die Häufigkeit der übergebenen Drogen betrifft. Der 
von F.________ geschilderte Ablauf lässt sich zudem mit den objektiven Beweis-
mitteln untermauern; insbesondere belegt die grafische Auswertung (Häufig-
keit/Zeitpunkt) der telefonischen Verbindungen seine Aussage, wonach er jeweils 
gegen Ende des Monats, wenn der Monatslohn gekommen sei, Kokain beim Be-
schuldigten gekauft habe (vgl. pag. 80; pag. 85 Z. 96 f.; pag. 86 Z. 128 f). Zudem 

19

sind seine Aussagen mit Blick auf die Angaben der anderen Abnehmer (pag. 98 
Z. 86 und Z. 89 [E.________]; pag. 31 Z. 212 f. und Z. 223 [G.________]) – und die 
sichergestellte Menge von 2.5 Gramm Kokaingemisch – in Bezug auf die Ver-
kaufsmenge (und den Preis) stimmig. Auch E.________ sprach von einer Kauf-
menge von jeweils 2.5 Gramm zu einem Preis von CHF 200.00. Es ist nicht einzu-
sehen, weshalb F.________ den Beschuldigten zu Unrecht stärker hätte belasten 
sollen als nötig, auch wenn er durch die Polizei darauf aufmerksam gemacht wor-
den ist, dass er aufgrund von durch die Ergebnisse der Telefonkontrolle ans Tages-
licht gekommenen Konsumwiderhandlungen nicht belangt werden könne (pag. 84 
Z. 35 ff.). So sagte F.________ auch aus, dass der Beschuldigte ihn nicht nur we-
gen Drogen kontaktiert habe und es auch Monate gegeben habe, in welchen er 
keine Drogen vom Beschuldigten bezogen habe (pag. 85 Z. 103 ff.; pag. 131 ff.; 
pag. 371 Z. 10 ff.; pag. 372 Z. 4 ff.). Demgegenüber machte der Beschuldigte be-
züglich der Mengen in jeder Befragung unterschiedliche Angaben, so zuletzt an der 
oberinstanzlichen Hauptverhandlung (pag. 144 Z. 172 f.; pag. 376 Z. 37 ff.; 
pag. 676 Z. 17 ff.; pag. 681). Die Vorinstanz hat zu Recht nicht auf diese Angaben 
abgestellt. Zudem behauptete der Beschuldigte auch betreffend F.________ 
zunächst, dass er diesen nicht kennen würde, was nicht nötig gewesen wäre, hät-
ten sie nur zusammen Kaffee getrunken. Dass F.________ anlässlich der erstin-
stanzlichen Hauptverhandlung (Fortsetzungsverhandlung) in Anwesenheit des Be-
schuldigten defensiver antwortete als noch bei der Polizei, ist nachvollziehbar und 
lässt sich auch durch den Zeitablauf erklären. Er hat aber seine Aussagen im 
Kerngehalt nicht abgeändert und insbesondere klar auf die Aussagen des Beschul-
digten, die er sinngemäss als falsch bezeichnete, reagiert. Ebenfalls übereinstim-
mend mit der Vorinstanz – und den Parteien – ist aufgrund des sichergestellten 
Kokains abweichend von der Betäubungsmittelstatistik des SGRM von einem 
Reinheitsgrad von 40 % auszugehen. 

Relativierungen resp. Korrekturen drängen sich jedoch hinsichtlich der Menge auf. 
Einig geht die Kammer mit der Vorinstanz im Hinblick auf die Anzahl Lieferungen 
innerhalb eines Jahres. Die Vorinstanz hat zu Recht auf die glaubhaften Aussagen 
von F.________ abgestellt und ist zu Gunsten des Beschuldigten von acht Liefe-
rungen ausgegangen. F.________ sagte anlässlich der polizeilichen Einvernahme 
vom 11. August 2016 aus, dass er vom Beschuldigten ca. im März 2015 zum ers-
ten Mal Kokain gekauft habe (pag. 84 Z. 62). Anders als die Verteidigung geht die 
Kammer davon aus, dass F.________ zuletzt im Februar 2016 Kokain vom Be-
schuldigten bezog. Zwar sagte F.________ aus, zuletzt im Dezember 2015, um 
den Jahreswechsel oder im Januar 2016 Kokain gekauft zu haben (pag. 86 Z. 121 
f.). Allerdings war er sich diesbezüglich nicht mehr sicher, konnte aber den Zeit-
raum mit ca. einem Jahr angeben (pag. 85 Z. 117 f.), was bedeuten würde, dass es 
zuletzt im Februar 2016 zu einem Kokainkauf bzw. -verkauf gekommen ist. Dies 
deckt sich denn auch mit der grafischen Analyse der Telefonverbindungen, wonach 
Ende Februar 2016 nochmals gehäufte Kommunikation zwischen den beiden Be-
teiligten stattfand (pag. 80; pag. 86 Z. 121 f.). Da sich die acht Lieferungen aber auf 
einen Zeitraum von einem Jahr (März 2015 – Februar 2016) beziehen, die Anklage 
hingegen von einem Zeitraum von neun Monaten (Juni 2015 – Februar 2016) aus-
geht, ist der Verteidigung insoweit zuzustimmen, dass die Anzahl Lieferungen ent-

20

sprechend angepasst werden muss. Mit Blick auf die angeklagte Zeitspanne ist da-
her nicht von acht, sondern von sechs Lieferungen auszugehen. 

Nach dem Gesagten erachtet es die Kammer als erstellt, dass der Beschuldigte 
F.________ in der Zeit vom 1. Juni 2015 bis 29. Februar 2016 in C.________ ins-
gesamt 15 Gramm (6 x 2.5) Kokaingemisch mit einem Kokainbasegehalt von 40 %, 
ausmachend 6 Gramm reines Kokain, verkaufte. 

10. AKS Ziff. I.1.3.: Veräusserung von ca. 75 Gramm Kokaingemisch an 
G.________

10.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift

Gemäss Ziff. I.1.3. der Anklageschrift vom 26. Juli 2017 wird dem Beschuldigten 
Folgendes vorgeworfen (pag. 237):

Veräusserung von ca. 75 Gramm Kokaingemisch (reines Kokain 36 Gramm bzw. 33 Gramm; Hydro-
chlorid 48 %, Basengehalt 44 %) an G.________, begangen in der Zeit von ca. Januar 2016 bis ca. 
April 2016 an der P.________ in C.________ und anderswo, indem er ihm mehrfach Kokaingemisch 
verkaufte, jeweils ca. 2.5 Gramm Kokaingemisch zu einem Preis von CHF 200.00. 

10.2 Unbestrittener / bestrittener Sachverhalt

Unbestritten ist, dass der Beschuldigte G.________ mit Kokain belieferte. Bestritten 
wird hingegen wiederum die Menge, konkret die Anzahl Treffen, die gelieferte 
Menge pro Treffen sowie der Reinheitsgrad (pag. 512; pag. 675 Z. 44 f.; pag. 676 
Z. 1 ff.; pag. 682 ff.). 

10.3 Beweismittel

Die Vorinstanz hat vorab die einzelnen Beweismittel zutreffend wiedergegeben. 
Darauf kann verwiesen werden (S. 19 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; 
pag. 470). Als weiteres Beweismittel kommt die oberinstanzliche Befragung des 
Beschuldigten hinzu (pag. 672 ff.). 

10.4 Erwägungen und Beweisergebnis der Vorinstanz

Die einzelnen Beweismittel wurden von der Vorinstanz eingehend und schlüssig 
gewürdigt. Zusammenfassend führte sie aus, dass die Aussagen von R.________ 
und S.________ nichts oder nur wenig zum angeklagten Sachverhalt beigetragen 
hätten. Auch die Aussagen der Hauptprotagonisten seien problembehaftet; der Be-
schuldigte wolle nicht die Wahrheit sagen und G.________ könne – suchtbedingt – 
nicht mehr die Wahrheit sagen, weshalb die Aussagen im Verhältnis zu den übri-
gen objektiven Beweismitteln zu würdigen seien (S. 37 der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung; pag. 488). 

Während der Beschuldigte jeweils unterschiedliche Grammangaben geliefert und 
versucht habe, die Drogenmenge möglichst tief zu halten, habe sich G.________ 
mit den Daten aus der rückwirkenden Teilnehmeridentifikation und der Observation 
auseinandergesetzt und daraus seine Schlüsse abgeleitet. Er sei zwar gefühls-
mässig von einer tieferen Menge ausgegangen, habe aber die Gesamtmenge von 
75 Gramm Kokaingemisch als plausibel angesehen. Die Vorinstanz prüfte daher 
die hergeleitete Zahl von 75 Gramm auf ihre Stichhaltigkeit hin und zog dazu die 

21

Erkenntnisse aus der Observation und der rückwirkenden Teilnehmeridentifikation 
bei. Weiter führte sie aus, dass zwischen dem 29. Januar 2016 und dem 12. März 
2016 ein Abgleich zwischen den Telefonverbindungen und dem Betreten der Lie-
genschaft (Wohnort von G.________ und R.________) durch den Beschuldigten 
vorliege. Daraus gehe hervor, dass jeweils der eine oder andere als erster telefo-
niert habe, dass meistens ein zweiter Anruf erfolgt sei und kurz nach dem letzten 
Anruf ein Kurzbesuch des Beschuldigten stattgefunden habe. Es seien 46 Besuche 
des Beschuldigten gefilmt worden, wobei die Aufenthaltsdauer jeweils unterschied-
lich lang gewesen sei: Einmal sei er rund vier Stunden geblieben, 12 Mal habe er 
sich dort zwischen 8 und 24 Minuten aufgehalten und in den übrigen 33 Fällen ha-
be seine Verweildauer maximal 3 Minuten betragen. In den überwiegenden Besu-
chen könne es daher weder zum «schnörele» mit G.________ noch zum Bringen 
oder Abholen von Kleidern bei S.________ gekommen sein. Daher hätten sowohl 
die angeklagten 30 Lieferungen als auch die von der Polizei berechneten 29 Tref-
fen (Aufenthalte, die weniger als zwei Minuten dauerten) Hand und Fuss. Die Vor-
instanz ging dabei jeweils – aufgrund der Aussagen der Abnehmer und der Sicher-
stellung vom 15. März 2016 – von einer Mindestbestellmenge von 2.5 Gramm aus. 
Weiter führte sie aus, dass auch andere Berechnungen denkbar seien: Gehe man 
von 42 observierten Besuchen aus, denen ein Telefonanruf vorausgegangen sei, 
würde dies eine Menge von 105 Gramm (42 x 2.5) Kokaingemisch ergeben. Oder 
man nehme den Zeitraum vom 1. Januar 2016 (Anklage) bis zur Observation, dann 
komme man auf 22 Tage mit Telefonverbindungen. Mit der Hypothese «ein Deal 
pro Tag mit Telefonverbindungen» bis zur Observation würde man auf 66 Lieferun-
gen zu 2.5 Gramm kommen (S. 37 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; 
pag. 488 ff.). 

Die Vorinstanz kommt daher zum Schluss, dass es keine erheblichen Zweifel daran 
gebe, dass der Beschuldigte im ganzen angeklagten Zeitraum insgesamt 75 
Gramm Kokaingemisch an G.________ verkauft habe. In dubio sei wiederum ge-
stützt auf die Sicherstellung vom 15. März 2016 von einem Reinheitsgrad von 40 % 
auszugehen. Der Beschuldigte habe somit mindestens 30 Gramm Kokainbase an 
G.________ veräussert (S. 40 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 491). 

10.5 Oberinstanzliche Vorbringen der Parteien

10.5.1 Vorbringen der Verteidigung

Die Verteidigung führt insbesondere aus, dass die Vorinstanz die Würdigung nicht 
korrekt vorgenommen habe und der rückwirkenden Teilnehmeridentifikation ein viel 
zu hohes Gewicht beigemessen habe. Es könne nicht angehen, dass die 
Vorinstanz anhand dieses Beweismittels bereits zu Beginn der Beweiswürdigung 
die Hypothese aufstelle, es könne zu bis zu 64 Drogentreffen gekommen sein 
(pag. 475). Besonders stossend sei, dass das Gericht durch diese Anzahl dazu 
geneigt gewesen sei, diese Hypothese möglichst zu bestätigen. Es sei lebensfremd 
auszuführen, dass G.________ die Wahrheit nicht mehr wisse und die gelieferte 
Menge nicht mehr sagen könne und dann zur Bestimmung der Gesamtmenge 
dennoch auf seine Angaben abzustellen und gleichzeitig diejenigen seines 
Mandanten als nicht geeignet abzustempeln. Das Argument der Vorinstanz, 
wonach entscheidend sei, dass G.________ die ihm vorgehaltenen Mengen als 

22

plausibel qualifiziert habe, sei nicht zulässig. Die Vorinstanz verkenne völlig, dass 
es genau darum gehe, die exakte Menge rechtsgenüglich nachzuweisen. Was 
plausibel sein könne oder von G.________ geschätzt werde, dürfe keine Rolle 
spielen. Die Vorinstanz hätte sich mit der Problematik auseinandersetzen müssen, 
dass G.________ bei der Mengenangabe nachweislich von der Polizei beeinflusst 
worden sei. Die Vorinstanz hätte in dubio pro reo auf die Aussagen seines Klienten 
abstellen müssen, zumal die Besuche nachvollziehbar erklärt worden seien, wie 
beispielsweise an der Hauptverhandlung (pag. 305 Z. 31 ff.). Diese Aussagen 
würden sich auch auf pag. 31 Z. 252 ff. und pag. 32 Z. 302 finden. R.________, 
welche keinen Anlass dazu gehabt habe, seinen Klienten in irgendeiner Weise zu 
schützen, habe diese Angaben an der Hauptverhandlung bestätigt (pag. 300 Z. 17 
und 28 f.). Die Polizei gehe von 29 Geschäften aus. Diese seien aber jeweils kürzer 
als zwei Minuten gewesen. Genau in dieser Zeit könne es aber nicht zu einem 
Verkauf gekommen sein (pag. 307 Z. 16; pag. 310 Z. 21). Die Berechnung der 
Anklage habe daher nicht Hand und Fuss und anders, als die Vorinstanz meine, 
würden erhebliche Zweifel bestehen, dass im ganzen angeklagten Zeitraum 
tatsächlich 75 Gramm Kokaingemisch an G.________ verkauft worden seien. In 
seiner ersten Einvernahme habe G.________ noch nichts zu Geschäften mit 
seinem Klienten gesagt. Erst später habe er dies zugegeben. Dabei habe er 
angegeben, dass er von seinem Klienten fünfmal Kokain à 2.5 Gramm gekauft 
habe (pag. 30 Z. 207). Dabei handle es sich um die Erstaussage, welche 
bekanntermassen die glaubwürdigste sei, weshalb auf diese Aussage abzustellen 
sei. Es sei zudem auch immer wieder zu längeren Besuchen gekommen, welche 
dafür sprechen würden, dass es seinem Klient auch darum gegangen sei, die 
sozialen Kontakte zu pflegen. G.________ habe auch ausgesagt, dass er nicht an 
diesem qualitativen «Scheissdreck» interessiert gewesen sei (pag. 32 Z. 286; 
pag. 53 Z. 90). Die Frequenz der Besuche heisse nicht, dass sein Klient jedes Mal 
etwas habe verkaufen können (pag. 33 Z. 339, Z. 350, Z. 344). Diese Aussagen 
seien die glaubhaftesten, denn G.________ habe keinen Grund, seinen Klienten in 
Schutz zu nehmen. Diese Aussagen seien auch glaubhafter als diejenigen, wonach 
G.________ 75 Gramm geltend gemacht habe, weil er – gemäss seinen Aussagen 
– einfach auf diese Menge gekommen sei (pag. 47 Z. 60) und dann später für zu 
hoch gehalten habe (pag. 70 Z. 279; pag. 309 Z. 2 f.). Die dazu abgelieferte 
Begründung, es sei ihm so vorgerechnet worden (pag. 308 Z. 15 und Z. 31), zeige 
ganz klar, dass es sich hierbei nicht um glaubhafte Aussagen aus der eigenen 
Erinnerung handeln würde. Dies habe G.________ auch selbst bestätigt (pag. 310 
Z. 4 und Z. 6). Folglich dürfe man nicht einfach auf die zweifelhaften Angaben 
abstellen und jeden zweiminütigen Besuch mit einem zustandegekommenen Deal 
gleichsetzen, wie dies die Vorinstanz gemacht habe (pag. 682 f.). 

Stossend sei auch, dass die Vorinstanz ausführe, es gebe im Verfahren eine 
Konstante und zwar die Mindestbestellmenge von 2.5 Gramm (vgl. pag. 488). Die 
Erwägung der Vorinstanz, die Abnehmer hätten diese einhellig so benannt, sei 
falsch. Sein Klient habe konstant ausgesagt, dass er nicht immer die gleiche 
Menge geliefert habe, was die erstellte Liste bestätige (pag. 148). Zudem habe 
E.________ ausgeführt, dass sie an zwei bis drei Treffen insgesamt 2.5 bis 3 
Gramm bei seinem Klienten bezogen habe (pag. 91). G.________ habe zum 

23

Treffen vom 29. Januar 2016 ausgesagt, dass er höchstens 2.5 Gramm gekauft 
habe, da er für mehr kein Geld gehabt habe. Es entspreche auch nicht der 
allgemeinen Lebenserfahrung, dass es eine solche fixe Mindestmenge gebe, von 
der nie nach unten abgewichen werde. Vielmehr sei es vom jeweils vorhandenen 
Bargeld abhängig gewesen, wie viel schlussendlich geliefert worden sei. Die ersten 
– notabene unbeeinflussten – Aussagen von G.________ zwischen dem 13. April 
2016 und 19. Mai 2016, wonach er von «12.5 Gramm» gesprochen habe, würden 
sich auch annäherungsweise mit den Aussagen seines Klienten, welcher auf eine 
Gesamtmenge von 6.5 bis 7.5 Gramm komme, decken. Zusammenfassend sei 
daher auf die Aussagen seines Klienten abzustellen (pag. 140 Z. 44 f., Z. 64, 
Z. 141). Die Aussagen von G.________ seien hingegen nicht glaubhaft. Die 
Vorinstanz stütze sich allerdings einfach auf die von der Polizei vorbereiteten 
Berechnungen, welche G.________ schliesslich «abgenickt» habe, was nicht 
haltbar sei (pag. 683 f.). 

Was den Reinheitsgrad betreffe, so lasse sich feststellen, dass G.________ von 
«Scheissdreck» gesprochen habe (pag. 53, Z. 90). Man könne daher nicht von ei-
nem Reinheitsgrad von 40 % ausgehen. G.________ habe ausgesagt, dass etwa 
ein Drittel dabei rausgekommen sei, weshalb der Reinheitsgrad max. 30 % betra-
gen könne. Allerdings sei dabei nicht nur reines Kokain «herausgekommen», wes-
halb der Reinheitsgrad noch tiefer gewesen sei. Bereits vor dem Regionalgericht 
sei ein Reinheitsgrad von ca. 15 % geltend gemacht worden. Die Vorinstanz wei-
che von diesem Reinheitsgrad ohne Begründung ab. Gehe man nun korrekterwei-
se von den Angaben seines Klienten, also von 6.5 bis 7.5 Gramm aus, so ergebe 
dies – unter Berücksichtigung des Reinheitsgrades von 15 % – 1 Gramm reines 
Kokain. Sein Klient sei deswegen schuldig zu erklären (pag. 684). 

10.5.2 Vorbringen der Generalstaatsanwaltschaft

Für die von der Generalstaatsanwaltschaft gemachten Ausführungen zu sämtlichen 
Vorwürfen und zum allgemeinen Aussageverhalten des Beschuldigten wird auf 
Ziff. 8.5.2 hiervor verwiesen. Zum Vorwurf gemäss Ziff. I.1.3. führte die General-
staatsanwaltschaft aus, dass die Vorinstanz vorliegend aufgrund des sichergestell-
ten Kokains richtigerweise von einem Reinheitsgrad von 40 % ausgegangen sei. 
Die Annahme, der Beschuldigte verkaufe in der Regel Kokain mit einem Reinheits-
grad von 15 %, sei aber gerade an diesem Tag angehalten worden, als er Kokain 
mit einem Reinheitsgrad von 40 % auf sich gehabt habe, könne sicher nicht stim-
men. Dies müsse schon ein grosser Zufall gewesen sein. Man könne auch nicht 
davon ausgehen, dass sich die Abnehmer für den verlangten Preis derart schlech-
tes Kokain hätten «andrehen» lassen (pag. 688).

Aufgrund der Observation stehe fest, dass der Beschuldigte die Liegenschaft an 
der P.________ vom 29. Januar 2016 bis 1. April 2016 46 Mal betreten habe. Da-
von betrage die Verweildauer in der Liegenschaft 33 Mal max. 3 Minuten. 12 Mal 
betrage sie zwischen 8 und 24 Minuten und einmal rund 4 Stunden. Aus der rück-
wirkenden Teilnehmeridentifikation sei ersichtlich, dass der Beschuldigte in 42 Fäl-
len, in denen er die Liegenschaft an der P.________ betreten habe, vorgängig tele-
fonischen Kontakt mit G.________ gehabt habe. G.________ habe auch angege-
ben, dass es Besuche gegeben habe, wonach der Beschuldigte nur gekommen 

24

sei, um Kaffee zu trinken und um zu «schnörele». Der Beschuldigte habe dies bei 
der Staatsanwaltschaft ebenfalls bestätigt und ausgesagt, dass es Besuche gege-
ben habe, an denen er nichts verkauft habe, weil sie sich nicht einig geworden sei-
en. Dies, weil G.________ mit der Qualität nicht einverstanden gewesen sei oder 
das Geld gefehlt habe. Bezüglich dem Einwand, der Beschuldigte sei nur zu Be-
such gekommen, sei zu beachten, dass 33 Treffen festgestellt worden seien, wel-
che maximal 3 Minuten gedauert hätten. Dies reiche zeitlich nicht, um sich hinzu-
setzen, zu unterhalten und vielleicht noch Kaffee zu trinken. Andere Gründe als der 
Verkauf von Kokain seien nicht ersichtlich. Es sei daher davon auszugehen, dass 
es in diesen 33 Treffen um Kokainlieferungen gegangen sei. Bei den längeren Tref-
fen sei es hingegen möglich, dass man sich unterhalten und Kaffee getrunken ha-
be. Dies schliesse aber nicht aus, dass es auch bei diesen Treffen zu Kokainver-
käufen gekommen sei. G.________ habe denn auch ausgesagt, dass es selten 
gewesen sei, dass der Beschuldigte gekommen sei, um einen Kaffee zu trinken 
(pag. 53 Z. 60). Dass es zu Treffen gekommen sei, in denen es nicht zu einem 
Verkauf gekommen sei, weil G.________ nicht genügend Geld gehabt habe, sei 
fraglich. Denn bei den meisten Treffen sei ein telefonischer Kontakt vorausgegan-
gen. Hätte G.________ kein Geld gehabt, so hätte er dies am Telefon sagen kön-
nen. Sollte er dies nicht von sich aus gemacht haben, so sei davon auszugehen, 
dass sich der Beschuldigte jeweils vorgängig danach erkundigt habe, um nicht um-
sonst zu G.________ gehen zu müssen. Fraglich sei noch, ob allenfalls wegen der 
Qualität der Ware manchmal kein Verkauf zustande gekommen sei. G.________ 
habe ausgesagt, dass er teilweise kein Kokain vom Beschuldigten habe kaufen 
wollen, weil die Qualität derart schlecht gewesen sei. Selbst wenn dem so wäre, so 
müsse dies eher bei den längeren Treffen der Fall gewesen sein. Ein dreiminütiges 
Treffen genüge wohl nicht, um Kokain aufzukochen, um so die Qualität zu testen. 
Der Basengehalt lasse sich nur so testen. Dieses Testverfahren sei auch von 
G.________ so beschrieben worden. G.________ habe zwar auch ausgesagt, 
dass man schlechte Qualität auch erkenne, wenn man ein bisschen Kokaingemisch 
in den Mund nehme. Lese man aber die Befragungen der anderen Abnehmer, so 
erhalte man den Eindruck, dass der Beschuldigte ein hartnäckiger Mensch sei 
(pag. 85 Z. 97; pag. 97 Z. 57 ff.). Das gehe auch aus den Aussagen von 
G.________ hervor, wonach es zwischen ihm und dem Beschuldigten wegen der 
Qualität zu Diskussionen gekommen sei (pag. 33 Z. 22 f.; pag. 307 Z. 20 f.). Auch 
heute habe man gesehen, dass der Beschuldigte nicht nur kurz über etwas spre-
che, sondern jeweils aushole. Dies sei sicher auch der Fall gewesen, wenn die 
Qualität zur Diskussion gestanden wäre. Man könne davon ausgehen, dass es je-
weils zu längeren Diskussionen gekommen sei. Zeitlich sei es nicht möglich, innert 
drei Minuten die Liegenschaft zu betreten, den Lift zu nehmen, zu diskutieren und 
anschliessend die Liegenschaft wieder zu verlassen. Es sei daher davon auszuge-
hen, dass es zumindest bei diesen 33 Kurztreffen zu einem Kokainverkauf gekom-
men sei. Bei einer derart süchtigen Person wie G.________ sei es zudem fraglich, 
ob er wirklich so wählerisch gewesen sei. Er habe zudem selbst ausgesagt, dass 
testen keinen Zweck mehr gehabt habe (pag. 47 Z. 35; pag. 689 f.). 

G.________ gehe in seinen Aussagen von unterschiedlichen Mengen aus. Anläss-
lich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung habe er sich dahingehend geäussert, 

25

dass er vermute, insgesamt 40 Gramm Kokain vom Beschuldigten gekauft zu ha-
ben. Er habe aber auch 75 Gramm nicht ausgeschlossen. Seine Aussagen seien 
nicht sehr aussagekräftig, da er – wie er selbst eingeräumt habe – sich nicht gut 
zurückerinnern könne, was in Anbetracht seiner damaligen schweren Drogensucht 
glaubhaft sei (pag. 690). 

Die Aussagen des Beschuldigten seien unklar: Bei der Staatsanwaltschaft habe er 
ausgesagt, G.________ insgesamt 7.5 Gramm (3 x 2.5 Gramm) verkauft zu haben 
(pag. 140). Dann habe er geltend gemacht, dass er ihm einmal 2.5 Gramm, einmal 
1.8 Gramm und einmal 1 Gramm verkauft habe, also insgesamt 5.3 Gramm 
(pag. 143). Nachdem die Einvernahme wegen Übersetzungsproblemen auf Hoch-
deutsch weitergeführt worden sei, habe der Beschuldigte angegeben, dass er 
G.________ zehnmal beliefert habe (pag. 143 Z. 138). Aber bereits auf die nächste 
Frage habe der Beschuldigte ausgesagt, er habe G.________ zweimal 2.5 Gramm 
und zweimal 1 Gramm verkauft, was aber nur vier Lieferungen entsprechen würde 
(pag. 143 Z. 141). Anschliessend habe er alle Mengen aufgeschrieben, was eine 
Gesamtmenge von 17.8 Gramm ergeben habe (pag. 148). Anlässlich der erstin-
stanzlichen Hauptverhandlung habe er dann angegeben, G.________ 10.5 Gramm 
verkauft zu haben (pag. 377 Z. 11). Heute habe er dann wieder von 6.5 Gramm 
gesprochen. Seine Aussagen seien daher äusserst unglaubhaft und widersprüch-
lich, was nicht auf seine Sprachkenntnisse zurückgeführt werden könne. Zusam-
menfassend seien die Aussagen des Beschuldigten insgesamt völlig unglaubhaft 
und diejenigen von G.________ aufgrund suchtbedingter Erinnerungsprobleme nur 
beschränkt hilfreich. Unbestritten sei aber, dass der Beschuldigte G.________ mit 
Kokain beliefert habe. Wenn man mit diesem Wissen die objektiven Beweise be-
trachte, so komme man mit Blick auf die dazu gemachten Ausführungen zum 
Schluss, dass es zu mehr als 30 Treffen gekommen sei, in denen der Beschuldigte 
G.________ Kokain gegeben habe. Es sei zudem von 2.5 Gramm auszugehen, 
welche jeweils verkauft worden seien. Alle Abnehmer hätten ausgesagt, dass sie 
pro Treffen jeweils 2.5 Gramm gekauft hätten. Auch bei der Anhaltung seien 2.5 
Gramm beim Beschuldigten gefunden worden, wobei der Beschuldigte auch nicht 
bestritten habe, dass er zu diesem Zeitpunkt auf dem Weg zu G.________ gewe-
sen sei. Das spreche ebenfalls dafür, dass er ihm jeweils 2.5 Gramm geliefert ha-
be. Bei 30 Kokainverkäufen, welche vorliegend in dubio pro reo anzunehmen sei-
en, ergebe dies bei einer jeweilig gelieferten Menge von 2.5 Gramm, eine Ge-
samtmenge von 75 Gramm Kokain. Bei einem Reinheitsgrad von 40 % ergebe dies 
30 Gramm Kokainbase (pag. 690 f.). 

10.6 Beweiswürdigung durch die Kammer

Vorab kann auf die treffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werde 
(S. 20 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 471 ff.). Ergänzende bzw. 
teilweise wiederholend ist Folgendes festzuhalten:

In der Zeit vom 29. Januar 2016 bis zum 1. April 2016 wurde die Liegenschaft an 
der P.________ observiert (pag. 138). Dabei konnte beobachtet werden, wie der 
Beschuldigte die Liegenschaft im vorgenannten Zeitraum 46 Mal über den Haupt-
eingang betrat (pag. 138; pag. 181). Weiter konnte aufgrund der telefonischen Ver-
bindungsdaten eruiert werden, dass der Beschuldigte und G.________ in der Zeit 

26

vom 9. Dezember 2015 bis zum 12. März 2016 an 87 von 95 Tagen und vor 42 von 
46 Besuchen telefonisch Kontakt hatten (pag. 130 ff.; pag. 134 ff.). Weiter konnte 
festgestellt werden, dass sich im Erdgeschoss dieser Liegenschaft ein Geschäft 
der T.________, welches von S.________ betrieben wird, befindet. Der Zugang zu 
diesem Geschäft befindet sich links neben dem Haupteingang und ist über den 
normalen Hauseingang (zu den Wohnungen) nicht erreichbar (vgl. pag. 103 Z. 18 
ff. und Google Streetview). Zugleich wohnt auch G.________ in dieser Liegen-
schaft. Der Beschuldigte stritt zunächst ab, G.________ zu kennen und lieferte 
verschiedene Gründe für seine dortige Anwesenheit (pag. 112 Z. 29 und Z. 32; 
pag. 115 Z. 41; pag. 116 Z. 60 ff.; pag. 117 Z. 121 ff. und Z. 148 ff.; pag. 118 
Z. 204). Aufgrund der Observation, der rückwirkenden Teilnehmeridentifikation und 
der Mobiltelefonauswertung konnte allerdings nachgewiesen werden, dass der Be-
schuldigte G.________ kennt und ihn auch regelmässig zu Hause besuchte, was 
zugleich seine anfänglichen Erklärungen wiederlegt. Schliesslich gab der Beschul-
digte anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 24. November 
2016 zu, G.________ nicht nur zu kennen, sondern ihn auch mit Kokain beliefert zu 
haben (pag. 140 ff.), was G.________ ebenfalls bestätigte (pag. 30 Z. 196 ff.; 
pag. 46 Z. 25 f.; pag 52 Z. 42 f.; pag. 70 Z. 269 ff.; pag. 304 ff.). Es steht damit 
ausser Frage, dass der Beschuldigte Kokainhandel betrieb. Zu klären bleibt aller-
dings, welche Menge der Beschuldigte G.________ jeweils und insgesamt brachte. 

Zunächst ist übereinstimmend mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass der Be-
schuldigte jeweils eine Mindestbestellmenge von 2.5 Gramm Kokaingemisch liefer-
te. Zum einen konnten 2.5 Gramm Kokaingemisch bei der Anhaltung des Beschul-
digten am 15. März 2016 festgestellt werden und zum anderen sagten alle Abneh-
mer übereinstimmend aus, dass der Beschuldigte jeweils 2.5 Gramm Kokainge-
misch gebracht habe (pag. 85 Z. 72 und Z. 82 [F.________]; pag. 98 Z. 86 und 
Z. 89 [E.________]; pag. 30 f. Z. 207, 212 f. und Z. 223; pag. 33 Z. 344; pag. 46 
Z. 25 f.; pag. 306 Z. 11 [G.________]. Bemerkenswert ist hierbei auch der überein-
stimmende Hinweis von F.________ und G.________, wonach sie bei ihren Bestel-
lungen jeweils keine Gewichtsangaben hätten machen müssen, sondern der Be-
schuldigte dann einfach jeweils 2.5 Gramm Kokaingemisch gebracht habe (pag. 30 
f. Z. 207 und Z. 212 ff.; pag. 46 Z. 25 [G.________]; pag. 85 Z. 82 ff. [F.________]. 

Bei der Frage, wie oft der Beschuldigte G.________ jeweils eine Menge von 2.5 
Gramm Kokaingemisch brachte, geht die Kammer einig mit der Vorinstanz, dass 
die Aussagen sowohl von G.________ wie auch vom Beschuldigten alleine nicht 
genügen, um ein klares Beweisergebnis ermitteln zu können. Der Beschuldigte 
selber hat sich durch seine Aussagen nicht ent- sondern belastet. Wie immer hat er 
auch hier zuerst verneint, jemanden aus dem fraglichen Haus zu kennen (ausser 
S.________). Nach und nach hat er dann den Kontakt und schliesslich auch den 
Drogenkontakt zu G.________ eingestanden und ist dann selber auf eine Menge 
von 17.8 Gramm Kokaingemisch gekommen, die er diesem verkauft haben will. 
Diese Menge hat er dann wieder nach unten korrigiert: So machte er anlässlich der 
staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 24. November 2016 geltend, 
G.________ zehn Mal Drogen gegeben zu haben, was er dann sogleich in der 
nächsten Frage mit «zwei Mal 2.5 Gramm und zweimal 1 Gramm» konkretisierte 
(pag. 143 Z. 137 ff.) und in der Folge mit einer Aufstellung, wonach es insgesamt 

27

17.8 Gramm gewesen seien, korrigierte (pag. 143 Z. 146 ff.; pag. 148). Anlässlich 
der erstinstanzlichen Hauptverhandlung sagte der Beschuldigte aus, dass es ins-
gesamt 10.5 Gramm (pag. 377 Z. 11) gewesen seien und korrigierte diese Menge 
wiederum an der oberinstanzlichen Befragung auf 6.5 Gramm (pag. 675 Z. 44 f.). 
Auf seine Aussagen kann daher nicht abgestellt werden.

Bei den Aussagen von G.________ fällt auf, dass er gegenüber der Polizei, der 
Staatsanwaltschaft und auch der Vorinstanz zum Teil sehr offen und ehrlich 
aussagte, wenn es darum geht, seine Motivationslage zu erklären. Er gibt offen und 
unumwunden zu, das gesagt zu haben, was die Polizei hören wollte, auch damit er 
aus der Untersuchungshaft entlassen würde. Andererseits hat er aber auch immer 
wieder in den nachfolgenden Einvernahmen die von den Behörden errechnete 
höhere Menge als plausibel angesehen (pag. 55 Z. 197 ff.; pag. 71 Z. 309 f.; 
pag. 309 Z. 23). Ob G.________ die Gesamtmenge vorgerechnet wurde oder nicht, 
muss vorliegend offen bleiben. Allerdings ist ein derartiges Vorgehen nicht 
protokolliert – die Rechtsvertretung von G.________ war anwesend, weshalb 
anzunehmen ist, dass diese opponiert hätte – und zum anderen wäre zu erwarten 
gewesen, dass in Anbetracht der 46 dokumentierten Besuche noch eine weitaus 
höhere Zahl vorgerechnet worden wäre. Unabhängig von dieser Frage fällt aber 
insgesamt auf, dass G.________ jeweils versuchte, eine Gesamtmenge 
herzuleiten – was ihm aber aufgrund seiner langjährigen Sucht offensichtlich 
schwer fiel – konfrontiert mit den objektiven Beweismitteln (rückwirkende 
Teilnehmeridentifikation [130 ff.], Erkenntnisse aus der Observation [138]) aber die 
Gesamtmenge von 75 Gramm immer wieder bestätigte (pag. 47 Z. 67; pag. 55 
Z. 197 ff.; pag. 71 Z. 309; pag. 309 Z. 23). 

Sowohl der Beschuldigte als auch G.________ gaben an, dass es nicht bei jedem 
Besuch zu einer Drogenübergabe gekommen sei. Dies aus verschiedenen 
Gründen: So gab der Beschuldigte an, dass G.________ Schulden bei ihm gehabt 
habe, weshalb er täglich bei ihm vorbeigegangen sei (pag. 142 Z. 106 ff.). Oder sie 
hätten einfach zusammen geredet und geraucht (pag. 142 Z. 118 f.). Manchmal sei 
er auch ins Geschäft nebenan gegangen, um Kleider zu suchen oder abzuholen 
(pag. 144 Z. 161 f.; pag. 377 Z. 113 f.). An der oberinstanzlichen Hauptverhandlung 
brachte er schliesslich vor, G.________ und U.________ (R.________) Sachen 
wie Bier, Zigaretten oder Eiscreme vorbeigebracht zu haben (pag. 675 Z. 30 ff.). 
G.________ führte ebenfalls aus, dass der Beschuldigte nicht jedes Mal Kokain 
mitgebracht habe und sie teilweise auch einfach zusammen Kaffee getrunken 
und/oder geredet hätten (pag. 31 Z. 253 ff.; pag. 33 Z. 355 f.; pag. 47 Z. 43; 
pag. 52 Z. 29 f.; pag. 305 Z. 31 ff.; pag. 142 Z. 118 f.; pag. 308 Z. 9 f.). Manchmal 
sei es auch vorgekommen, dass er kein Geld gehabt oder einfach kein Kokain 
gebraucht habe, weshalb der Beschuldigte das Kokain wieder mitgenommen habe 
(pag. 53 Z. 83 f.; pag. 310 Z. 21 f.). 

Aus der Observation geht hervor, dass von den 46 dokumentierten Besuchen 33 
nicht länger als 3 Minuten dauerten, was ein Zusammensitzen mit Gesprächen 
und/oder Kaffee trinken zum Vornherein ausschliesst. Daran vermag auch die 
Aussage von R.________ nichts ändern, welche die Angaben des Beschuldigten, 
wonach er jeweils zum «schnörele» gekommen sei, bestätigte (pag. 300 Z. 16 f.). 

28

Es ist nicht ausgeschlossen, dass der Beschuldigte hin und wieder zum Reden 
vorbeigegangen ist, allerdings ist fraglich, ob auf die Aussagen von R.________ 
überhaupt abgestellt werden kann und zum andern belegt die Observation in den 
überwiegenden Fällen gerade das Gegenteil. 

Mit Blick auf die Erkenntnisse aus der Observation kann ebenfalls ausgeschlossen 
werden, dass sich der Beschuldigte aufgrund des von S.________ betriebenen 
Geschäfts derart oft an der P.________ aufhielt; einerseits benutzte er bei seinen 
Besuchen jeweils den Haupteingang, welcher bekanntlich nicht zum Laden führt 
und andererseits konnte beobachtet werden, wie G.________ oder R.________ 
dem Beschuldigten jeweils die Tür zum Haupteingang öffneten. Weiter ist zwar 
denkbar, dass G.________ Schulden hatte und der Beschuldigte deshalb immer 
wieder bei ihm vorbeiging, um Druck zu machen. Dieser Vermutung steht aber die 
Tatsache entgegen, dass sich G.________ aufgrund seines Heroinhandels das 
Kokain leisten konnte und den überwiegenden Besuchen ein telefonischer Kontakt 
von G.________ vorausging, was eher auf eine Drogenbestellung hindeutet und 
zugleich die Möglichkeit ausschliesst, dass ihn G.________ in diesen Fällen 
weggeschickt haben soll, weil er gerade keine Drogen gebraucht habe. 

Wie die Generalstaatsanwaltschaft zutreffend ausführte, ist es denn auch 
unwahrscheinlich, dass der Beschuldigte G.________ regelmässig mit Kokain 
beliefert hätte, wenn er gewusst hätte, dass er sich das nicht hätte leisten können. 
Übereinstimmend mit der Generalstaatsanwaltschaft schliesst die Kammer die 
Möglichkeit aus, dass es – zumindest bei den Kurztreffen (maximal 3 Minuten) – 
aufgrund der Qualität des Kokains teilweise nicht zur Übergabe des Kokains 
gekommen sein soll: Zum einen ist es schwer nachvollziehbar, dass ein 
Schwersüchtiger wie G.________ derart wählerisch gewesen sein soll, vor allem, 
wenn er vorher das Kokain bestellt hat. Dies zeigen auch die Mitteilungen von 
R.________ an den Beschuldigten am 15. März 2016, wonach offenbar ein 
Drogentreffen vereinbart wurde, der Beschuldigte aber aufgrund seiner Anhaltung 
durch die Polizei weder kommen noch zurückschreiben konnte. Es ist nicht etwa 
so, dass man die ausbleibende Drogenlieferung einfach hingenommen hätte, 
sondern der Ton vom Bitten («Pls come as soon as possible») ins Aggressive 
(Hey, what the fuck s up with you») umgeschlagen ist (pag. 166). Schliesslich sagte 
auch G.________ aus, dass Testen keinen Zweck mehr gehabt habe (pag. 47 
Z. 35). Weiter spricht auch der zeitliche Aspekt dagegen; gemäss Aussagen von 
G.________ dauerte das Testen (Aufkochen) zwei Minuten bzw. fünf Minuten 
(pag. 32 Z. 296 f.; pag. 307 Z. 20 f.). Selbst wenn man davon ausgehen würde, 
dass eine Qualitätskontrolle des Kokains lediglich mittels Probieren stattgefunden 
haben soll, so kann aufgrund der beharrlichen Art des Beschuldigten 
vernünftigerweise nicht davon ausgegangen werden, dass er sich innert 3 Minuten 
einfach hätte abspeisen lassen (vgl. pag. 33 Z. 322 f.; pag. 53 Z. 88 ff.; pag. 85 
Z. 98 f.; pag. 97 Z. 60; pag. 307 Z. 20 f.). Schliesslich kann die Aussage des 
Beschuldigten, wonach er Bier, Zigaretten und Eiscreme gebracht habe, aufgrund 
seiner widersprüchlichen Angaben und dem Ziel, die Mengen möglichst tief zu 
halten, nur als Schutzbehauptung angesehen werden. Das gleiche gilt auch, wenn 
er ausführt, G.________ hätte ihn nicht immer bezahlt (vgl. bspw. pag. 140 Z. 45 
ff.). 

29

Die Vorinstanz hat verschiedene Berechnungsmöglichkeiten aufgezeigt und ist zu 
Recht zu Gunsten des Beschuldigten davon ausgegangen, dass nicht jeder Besuch 
des Beschuldigten mit einen Drogenverkauf gleichzusetzen ist, aber sicher die 
überwiegenden. Insgesamt ist auf die objektiven Beweiselemente und teilweise auf 
die Aussagen von G.________ abzustützen und damit die von der Vorinstanz 
angenommene Menge als erwiesen zu betrachten. 

Übereinstimmend mit der Vorinstanz ist von einem Reinheitsgrad von 40 % 
auszugehen. Hierzu kann auf das bereits Ausgeführte verwiesen werden (vgl. 
Ziff. 8.6 und Ziff. 9.6 hiervor). Mit Blick auf den für das Jahr 2016 durchschnittlichen 
Reinheitsgrad von 53 % (vgl. Betäubungsmittelstatistik SGRM) sind denn auch die 
Aussagen von G.________, wonach die Qualität des Kokains schlecht, also 
unterdurchschnittliches gewesen sei, stimmig. 

Nach dem Ausgeführten erachtet es die Kammer als erstellt, dass der Beschuldigte 
G.________ in der Zeit vom 1. Januar 2016 bis 1. April 2016 in C.________ insge-
samt 75 Gramm (30 x 2.5) Kokaingemisch mit einem Kokainbasegehalt von 40 %, 
ausmachend 30 Gramm reines Kokain, verkaufte. 

11. AKS Ziff. I.1.4.: Anstalten treffen zur Veräusserung von 2.7 bzw. 2.5 Gramm 
Kokaingemisch

In Ziff. I.1.4. der Anklageschrift vom 26. Juli 2017 wird dem Beschuldigten Folgen-
des zum Vorwurf gemacht (pag. 237):

Anstalten treffen zur Veräusserung von insgesamt 2.7 Gramm Kokaingemisch (reines Kokain 1.21 
Gramm bzw. 1.08 Gramm; Hydrochloridgehalt 45 %, Basengehalt 40 %), begangen am 15.03.2016 
an der P.________ in C.________, indem er Anstalten traf zum Verkauf von 2.7 Gramm Kokainge-
misch. 

Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 6. Juni 2018 ergänzte bzw. 
änderte die Staatsanwaltschaft die Mengenangabe in Ziff. I.1.4. der Anklageschrift 
von 2.7 Gramm auf 2.5 Gramm mit der Begründung, dass es sich bei der ursprüng-
lichen Angabe von 2.7 Gramm um das Bruttogewicht (inkl. Verpackung) gehandelt 
habe (pag. 295). 

Der Sachverhalt ist unbestritten. Sowohl die Verteidigung als auch die General-
staatsanwaltschaft beantragen einen Schuldspruch wegen Anstalten treffen zur 
Veräusserung von insgesamt 2.5 Gramm Kokaingemisch resp. 1 Gramm reinem 
Kokain (pag. 511 f.; pag. 684; pag. 691; pag. 693; pag. 700). Die Verteidigung ging 
in ihrer Berufungserklärung vom 18. Dezember 2018 als Tatzeitpunkt vom 15. April 
2016 und nicht wie angeklagt vom 15. März 2016 aus. Hierbei handelt es sich aber 
offensichtlich um einen Fehler und ist daher unbeachtlich. Der Vorwurf wird zudem 
durch die objektiven und subjektiven Beweismittel belegt (pag. 2 ff.; pag. 8; pag. 11 
ff.; pag. 141 Z. 70 ff.), weshalb als erstellt erachtet werden kann, dass der Beschul-
digte am 15. März 2016 in C.________ Anstalten zur Veräusserung von 
2.5 Gramm Kokaingemisch resp. 1 Gramm reinem Kokain traf. 

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III. Rechtliche Würdigung

12. Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz

12.1 Theoretische Grundlagen

Gemäss Art. 19 Abs. 1 Bst. c und g des Betäubungsmittelgesetzes (BetmG; 
SR 812.121) wird unter anderem bestraft, wer Betäubungsmittel unbefugt veräus-
sert, verordnet, auf andere Weise einem andern verschafft, in Verkehr bringt oder 
Anstalten dazu trifft. Den mengenmässig qualifizierten Tatbestand erfüllt, wer weiss 
oder annehmen muss, dass die Widerhandlung mittelbar oder unmittelbar die Ge-
sundheit vieler Menschen in Gefahr bringen kann (Art. 19 Abs. 2 Bst. a BetmG). 

Beim Kokain liegt die Schwelle zum schweren Fall nach Art. 19 Abs. 2 Bst. a 
BetmG bei 18 Gramm reinem Kokain (BGE 109 IV 43 E. 3b). Dabei ist die Menge 
des reinen Stoffes entscheidend (vgl. zum Ganzen FINGERHUTH / SCHLEGEL / JU-
CKER, BetmG Kommentar, 3. Aufl. 2016, N. 175 ff. zu Art. 19 BetmG; BGE 145 IV 
312). 

12.2 Subsumtion

12.2.1 Grundtatbestand

Die Beweiswürdigung ergab, dass der Beschuldigte objektiv tatbestandsmässige 
Handlungen gemäss Art. 19 Abs. 1 Bst. c und g beging, indem er E.________, 
F.________ und G.________ Kokain verkaufte resp. bezüglich einer Menge von 
2.5 Gramm Kokaingemisch, welches er beim Betreten der Liegenschaft an der 
P.________ in C.________ auf sich trug, Anstalten zur Veräusserung traf. 

Der Beschuldigte handelte direktvorsätzlich und damit auch subjektiv tatbestands-
mässig. Rechtfertigungs- und Schuldausschliessungsgründe sind weder ersichtlich 
noch dargetan. Der Grundtatbestand von Art. 19 Abs. 1 Bst. c und g BetmG ist 
demnach erfüllt. 

12.2.2 Mengenmässige Qualifikation

Gemäss Beweisergebnis verkaufte der Beschuldigte insgesamt 38.9 Gramm reines 
Kokain. Die von der Praxis entwickelte Grenze von 18 Gramm reinem Kokain für 
die Anwendung der mengenmässigen Qualifikation nach Art. 19 Abs. 2 Bst. a 
BetmG ist vorliegend überschritten – die mengenmässige Qualifikation objektiv 
somit klar erfüllt. 

Wie die Vorinstanz zu Recht erwog, mussten dem Beschuldigten angesichts des 
früheren Verfahrens PEN 11 714 (Schuldspruch wegen Widerhandlungen gegen 
das Betäubungsmittelgesetz, mengenmässig qualifiziert begangen durch Kauf, Be-
sitz und Verkauf von Kokain [9. Januar 2012]) alle vorsatzbegründenden Umstände 
bekannt gewesen sein (vgl. S. 45 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; 
pag. 496). Entsprechend ist auch der subjektive Tatbestand der mengenmässigen 
Qualifikation erfüllt. Rechtsfertigungs- und/oder Schuldausschlussgründe sind we-
der ersichtlich noch geltend gemacht worden. 

31

12.2.3 Fazit

Der Beschuldigte ist in Anwendung von Art. 19 Abs. 1 Bst. c und g sowie Abs. 2 
Bst. a BetmG der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, mengen-
mässig qualifiziert begangen, in der Zeit vom 1. November 2014 bis 1. April 2016 in 
C.________, schuldig zu erklären. 

IV. Strafzumessung

13. Anwendbares Recht

Am 1. Januar 2018 sind die revidierten Bestimmungen des Allgemeinen Teils des 
Strafgesetzbuches in Kraft getreten. Hat der Täter vor diesem Datum ein Verbre-
chen oder Vergehen begangen, erfolgt die Beurteilung aber erst nachher, so sind 
gemäss Art. 2 Abs. 2 StGB die neuen Bestimmungen anzuwenden, wenn sie für 
ihn milder sind. Ob das neue im Vergleich zum alten Gesetz milder ist, beurteilt 
sich nicht nach einer abstrakten Betrachtungsweise, sondern in Bezug auf den 
konkreten Fall (Grundsatz der konkreten Vergleichsmethode; BGE 134 IV 82 
E. 6.2.1). Ausschlaggebend ist, nach welchem Recht der Täter für die zu beurtei-
lende Tat besser wegkommt (BGE 126 IV 5 E. 2c mit Hinweisen). Anzuwenden ist 
in Bezug auf ein und dieselbe Tat nur entweder das alte oder das neue Recht. Eine 
kombinierte Anwendung der beiden Rechte ist ausgeschlossen (BGE 134 IV 82 
E. 6.2.3 mit Hinweisen).

Der mengenmässig qualifizierte Betäubungsmittelhandel ist mit einer Mindeststrafe 
von einem Jahr Freiheitsstrafe zu bestrafen (Art. 19 Abs. 1 Bst. c i.V.m. Abs. 2 
Bst. a BetmG). Insofern sind die Änderungen betreffend die Mindestdauer der Frei-
heitsstrafe (vgl. Art. 40 Abs. 1 StGB), die Wahl der Freiheitsstrafe anstelle einer 
Geldstrafe (vgl. Art. 41 StGB) sowie zur Geldstrafe allgemein (vgl. Art. 34 Abs. 1 
StGB) vorliegend nicht relevant. 

In Bezug auf den hier einschlägigen Art. 42 Abs. 2 StGB betreffend Gewährung 
des bedingten Strafvollzugs ist das neue Recht im Ergebnis nicht milder, weshalb 
das zum Tatzeitpunkt geltende alte Recht anzuwenden ist (Art. 2 Abs. 2 StGB).

14. Konkretes Vorgehen und Strafrahmen

Die allgemeinen Ausführungen der Vorinstanz zur Strafzumessung sind zutreffend. 
Darauf kann verwiesen werden (S. 45 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; 
pag. 496 f.)

Der Beschuldigte hat sich der mengenmässig qualifizierten Widerhandlung gegen 
das Betäubungsmittelgesetz schuldig gemacht. Da von einer Handlungseinheit 
auszugehen ist, kommt Art. 49 Abs. 1 aStGB nicht zur Anwendung. Es ist mithin für 
den Schuldspruch wegen qualifizierter Widerhandlung gegen das Betäubungsmit-
telgesetz eine schuldangemessene Freiheitsstrafe auszufällen. 

Vorliegend sind keine aussergewöhnlichen Umstände ersichtlich, aufgrund welcher 
der ordentliche Strafrahmen zu verlassen wäre (vgl. BGE 136 IV 55 E. 5.8 mit Hin-
weisen; Urteil des Bundesgerichts 6B_853/2014 vom 9. Februar 2015 E. 4.2). Der 

https://expert.bger.ch/php/expert/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=6B_853%2F2014&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F136-IV-55%3Ade&number_of_ranks=0#page55

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Strafrahmen reicht somit von 1 Jahr bis zu 20 Jahren Freiheitsstrafe (Art. 19 Abs. 2 
Bst. a BetmG i.V.m. Art. 40 aStGB).

Gemäss dem Doppelverwertungsverbot dürfen Umstände, die zur Anwendung ei-
nes höheren oder tieferen Strafrahmens führen, innerhalb des geänderten Straf-
rahmens nicht noch einmal als Straferhöhungs- oder Strafminderungsgrund 
berücksichtigt werden. Sonst würde dem Täter der gleiche Umstand zweimal zur 
Last gelegt oder zugutegehalten. Indes ist es dem Gericht nicht verwehrt, bei der 
Strafzumessung zu berücksichtigen, in welchem Ausmass ein qualifizierender oder 
privilegierender Tatumstand gegeben ist (Urteil des Bundesgerichts 6B_592/2014 
vom 25. September 2014 E. 2). 

15. Tatkomponenten

15.1 Objektive Tatkomponenten

Das Betäubungsmittelstrafrecht dient dem Schutz der Volksgesundheit (BGE 122 
IV 211 E. 4.). Die Drogenmenge darf aufgrund des Doppelverwertungsverbots zwar 
insoweit nicht noch einmal straferhöhend berücksichtigt werden, als sie schon zur 
Anwendung des mengenmässig qualifizierten Falls gemäss Art. 19 Abs. 2 Bst. a 
BetmG geführt hat. Hingegen darf innerhalb des qualifizierten Strafrahmens 
berücksichtigt werden, in welchem Ausmass die Grenze zur mengenmässig qualifi-
zierten Widerhandlung überschritten worden ist. 

Die Referenzstrafen-Tabelle von FINGERHUTH/SCHLEGEL/JUCKER sieht für den Han-
del mit 38 Gramm reinem Kokain eine Freiheitsstrafe von 15 Monaten und bei 
69 Gramm eine Freiheitsstrafe von 18 Monaten vor (FINGER-
HUTH/SCHLEGEL/JUCKER, BetmG-Kommentar, 3. Aufl. 2016, N. 45 zu Art. 47 StGB). 
Der Prototyp des T