# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4d4a6386-38f3-500e-ad6a-a209f54e9e39
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-01-25
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Zivilrecht 25.01.2022 400 21 138
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_001_400-21-138_2022-01-25.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht 

 

vom 25. Januar 2022 (400 21 138) 

____________________________________________________________________ 

 

Zivilrecht / Obhut und Unterhalt Kind 

 

Die alternierende Obhut kann auch dann angeordnet werden, wenn die Eltern vor der Tren-

nung nur kurze Zeit zusammengelebt haben und sich der Vater in dieser Zeit noch nicht 

wesentlich an der Betreuung des Kindes beteiligt hat (E. 3.2 ff.). 

Die alternierende Obhut kann auch dann angeordnet werden, wenn die kürzeste Reisezeit 

zwischen den Wohnorten der Eltern die Dauer von 30 Minuten übersteigt (E. 4.3).  

Der Unterhalt für das gemeinsame Kind kann so geregelt werden, dass jeder Elternteil die-

jenigen Barkosten des Kindes trägt, die während seiner Betreuungszeit anfallen (z.B. Nah-

rung, Kleidung, Körper- und Gesundheitspflege, Hobbies, ÖV-Abo, Unterhalt der Woh-

nungseinrichtung, Kulturelles, Auslagen für Beleuchtung, Kochstrom und/oder Gas sowie 

Wohn- und Nebenkosten), während weitere Kosten für das Kind (z.B. Krankenkassenprä-

mien, zusätzliche Gesundheitskosten etc.) von demjenigen Elternteil zu tragen sind, der 

finanziell leistungsstärker ist (E. 7.3). 

 

 

Besetzung  Präsidentin Christine Baltzer-Bader,  

Richterin Barbara Jermann Richterich (Ref.), Richter Philippe Spitz;  

Gerichtsschreiberin Nicole Schneider 

  
 

Parteien  A.____,  

vertreten durch Rechtsanwältin Dr. Catherine Westenberg, Liatowitsch & 

Partner Advokatur Notariat Mediation, Elisabethenstrasse 28, 4010 Ba-

sel  

Kläger und Anschlussberufungskläger 

  gegen 

  B.____,  

vertreten durch Rechtsanwalt Yves Pellet, Baumgartner Mächler Rechts-

anwälte AG, Löwenstrasse 2, 8022 Zürich  

Beklagte und Berufungsklägerin 

   

Gegenstand  Unterhalt und Obhut Kind  

Berufung gegen das Urteil der Präsidentin des Zivilkreisgerichts  

Basel-Landschaft Ost vom 13. Januar 2021 

 

 
 
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A. Mit Urteil vom 29. August 2019 traf die Präsidentin des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft 

Ost im zwischen B.____ und A.____, den Eltern von C.____ (nachfolgend C.____), anhängig 

gemachten Verfahren Nr. 170 19 1275 I betreffend vorsorgliche Massnahmen folgende Anord-

nungen (auszugsweise):  

«1. Es wird festgestellt, dass die gemeinsame Tochter der Parteien, C.____, geboren am 18. Dezember 2018, ihren 

Wohnsitz an der M.____strasse in N.____ hat. 

  2. Die gemeinsame Tochter der Parteien, C.____, geboren am 18. Dezember 2018, wird vorsorglich unter die 

alternierende Obhut beider Elternteile gestellt.  

 Der Kindsvater betreut C.____ während den nächsten vier Wochen (seit Zustellung des Urteilsdispositivs) je-

weils den ganzen Montag. Die Kindsmutter bringt C.____ jeweils am Montagmorgen vor ihrem Arbeitsbeginn 

zum Kindsvater und holt sie beim Kindsvater am Montagabend nach ihrem Arbeitsende wieder ab. Die restli-

chen Wochentage (inkl. sämtliche Übernachtungen) wird C.____ durch die Kindsmutter betreut. 

 Nachdem die vorgenannte Betreuungsregelung für vier Wochen gelebt wurde, wird die Betreuung durch den 

Kindsvater ausgedehnt. Der Kindsvater betreut C.____ sodann bis auf weiteres jeweils ab Montagmorgen bis 

Dienstagnachmittag um 16:30 Uhr (inkl. Übernachtung von Montag auf Dienstag). Die restlichen Wochentage 

(inkl. der übrigen Übernachtungen) wird C.____ von der Kindsmutter betreut. Die Kindsmutter bringt C.____ 

jeweils am Montagmorgen vor ihrem Arbeitsbeginn zum Kindsvater und holt sie beim Kindsvater am Dienstag 

um 16:30 Uhr wieder ab. 

  3. Die übrigen Anträge der Parteien werden abgewiesen, sofern darauf einzutreten ist. 

  4. Dem Gesuchsbeklagten wird zur Einreichung der Prosekutionsklage eine nicht erstreckbare Frist von drei Mo-

naten seit Zustellung dieser Verfügung gesetzt. 

 Wird die Prosekutionsklage nicht innert Frist angehoben, so gelten die vorgenannten Ziffern 1 - 3 als aufgeho-

ben. 

  5. …» 

A.____ (nachfolgend Kindsvater resp. Vater) reichte daraufhin am 4. Dezember 2019 beim Zivil-

kreisgericht Basel-Landschaft Ost die Prosekutionsklage ein, worauf ein neues Verfahren beim 

besagten Gericht anhängig gemacht wurde. 

B. In diesem neuen Verfahren Nr. 120 19 2296 I erliess die Präsidentin des Zivilkreisgerichts 

Basel-Landschaft Ost am 13. Januar 2021 das nachfolgende Urteil:  

«1. Es wird festgestellt, dass die gemeinsame Tochter der Parteien, C.____, geboren am 18. Dezember 2018, ihren 

Wohnsitz beim Kindsvater hat. 

  2. Das Kind C.____, geboren am 18. Dezember 2018, wird unter die alternierende Obhut der Parteien gestellt. 

 Die Kindseltern betreuen C.____ je zur Hälfte. Der Kindsvater betreut C.____ jeweils ab Montagmorgen bis 

Mittwochmittag (inkl. Übernachtungen). Zudem betreut der Kindsvater C.____ jedes zweite Wochenende von 

Samstagnachmittag bis Montagmorgen (inkl. Übernachtungen). An den restlichen Wochentagen bzw. Wochen-

enden (inkl. der jeweiligen Übernachtungen) wird C.____ von der Kindsmutter betreut. 

 Die Kindsmutter bringt C.____ am Montagmorgen jeweils spätestens um 9:00 Uhr bzw. an den Besuchswo-

chenenden am Samstag spätestens um 13:30 zum Wohnort des Kindsvaters. Der Kindsvater bringt C.____ 

jeweils am Mittwochmittag spätestens um 12:00 Uhr zum Wohnort der Kindsmutter. 

 Die Parteien werden im Sinne einer Mindestregelung berechtigt und verpflichtet, mit der gemeinsamen Tochter 

C.____ je fünf Wochen Ferien im Jahr zu verbringen. Die Ferientermine sind dem jeweils anderen Elternteil 

mindestens zwei Monate vor den geplanten Ferien abzusprechen. Die Ferien sind wochenweise zu nehmen 

und jeweils auf maximal zwei Wochen am Stück zu beschränken. 

 Über allfällige Änderungen der Betreuungs- und Ferienregelung verständigen sich die Parteien untereinander 

direkt. Auf Wünsche und Bedürfnisse des Kindes ist gebührend Rücksicht zu nehmen. 

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  3. Übersteigt ab dem Zeitpunkt des Kindergarteneintritts von C.____ die kürzeste Reisezeit vom Wohnort der 

Kindsmutter zum Wohnsitz des Kindes die Dauer von 30 Minuten (von Haus zu Haus, Auto oder öffentlicher 

Verkehr), wird die Betreuung der Tochter C.____ - in Abweichung von Ziffer 2 hiervor - wie folgt geregelt: 

 Die Kindsmutter wird in diesem Fall berechtigt und verpflichtet, die gemeinsame Tochter C.____ jeweils an drei 

Wochenenden eines Monats von Freitag (Schulschluss) bis Montagmorgen (Schulbeginn) sowie während acht 

Schulferienwochen zu betreuen (inkl. Übernachtungen). Die restliche Betreuung übernimmt der Kindsvater. Der 

Kindsvater bringt die Tochter C.____ am Freitag (Schulschluss) zur Kindsmutter. Die Kindsmutter bringt die 

Tochter am Montagmorgen (Schulbeginn) zurück. 

 Über allfällige Abänderungen der Betreuungs- und Ferienregelung verständigen sich die Parteien untereinander 

direkt. Auf Wünsche und Bedürfnisse des Kindes ist gebührend Rücksicht zu nehmen. 

  4. Es wird folgende Feiertagsregelung getroffen: 

 - Der Kindsvater betreut C.____ jeweils vom 23. bis 25. Dezember in den ungeraden Jahren, die Kindsmutter 

in den geraden Jahren. 

 - Der Kindsvater betreut C.____ über Silvester jeweils in den geraden Jahren, die Kindsmutter in den ungeraden 

Jahren. 

 - Der Kindsvater betreut C.____ jeweils über das Osterwochenende in den ungeraden Jahren, die Kindsmutter 

in den geraden Jahren. 

  5. Grundlage der Unterhaltsberechnung bilden die folgenden Werte: 

 - Aktuelles monatliches Nettoeinkommen des Kindsvaters (80% Pensum, inkl. 13. Monatslohn, ohne Zulagen, 

inkl. Gewinnanteil Tennisschule) CHF 5'295.00 

 - Aktuelles monatliches Nettoeinkommen der Kindsmutter 

 (inkl. 13. Monatslohn, ohne Zulagen, inkl. Gutachtertätigkeit) CHF 7'900.00 

 - Aktuelles monatliches Nettoeinkommen von C.____ (Kinderzulagen)  CHF    200.00 

  6. Der Kindsvater hat der Kindsmutter für die gemeinsame Tochter C.____ für die Zeit vom 1. Februar 2019 bis 

und mit 30. September 2019 einen monatlichen Barunterhaltsbeitrag von CHF 348.00 zu bezahlen. Ein Betreu-

ungsunterhalt ist nicht geschuldet. 

 Allfällige vom Kindsvater während dieser Zeit bezogenen Kinderzulagen sind zusätzlich geschuldet. 

  7. Ab dem 1. Oktober 2019 hat jeder Elternteil jene Barkosten der Tochter C.____ zu tragen, welche während 

seiner Betreuungszeit anfallen (Nahrung, Kleidung, Körper- und Gesundheitspflege, Unterhalt der Wohnungs-

einrichtung, Kulturelles sowie Auslagen für Beleuchtung, Kochstrom und/oder Gas sowie Wohn- und Neben-

kosten). Weitere Kosten der Tochter C.____ (Krankenkassenprämien, Gesundheitskosten, ÖV-Abo, Hobbies, 

etc.) sind von der Kindsmutter zu tragen. 

 Allfällige vom Kindsvater ab dem 1. Oktober 2019 bis zum Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils 

bezogene Kinderzulagen sind der Kindsmutter weiterzuleiten. 

 Ab Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils hat derjenige Elternteil, welcher die Kinder- bzw. Ausbil-

dungszulagen bezieht, die Hälfte davon dem anderen Elternteil weiterzuleiten. 

 Die AHV-Erziehungsgutschriften sind den Kindseltern mit Wirkung ab 1. Oktober 2019 je zur Hälfte anzurech-

nen. 

 Die Kindseltern informieren die zuständige AHV-Ausgleichskasse über diesen Anrechnungsmodus. 

  9. Die Gerichtskosten von CHF 3'000.00 (Hauptverfahren 120 196 2296 1) und CHF 800.00 (Vorverfahren 170 19 

1275 1) werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt. 

 Jede Partei hat für ihre eigenen Parteikosten aufzukommen. » 

 

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C. Gegen dieses Urteil erhob B.____ (nachfolgend die Kindsmutter oder Mutter) mit Eingabe 

vom 28. Juni 2021 beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, Berufung und 

stellte folgende Anträge: 

«1. Es sei Dispositivziffer 1 des Urteils des Zivilkreisgerichts L.____-Landschaft Ost vom 13. Januar 2021 (Ge-

schäfts Nr. 120 19 2296 1, nachfolgend "Urteil") aufzuheben und es sei festzustellen, dass das gemeinsame 

Kind der Parteien, C.____, geb. 18. Dezember 2018, ihren Wohnsitz bei der Mutter hat. 

  2. Es seien im Sinne von einzelnen Anträgen die Dispositivziffern 2 bis 4 des Urteils aufzuheben und durch fol-

gende Fassungen zu ersetzen: 

 "2. Das Kind C.____, geb. 18. Dezember 2018, wird unter die alleinige Obhut der Mutter gestellt; 

  3. Dem Vater wird das folgende Besuchsrecht eingeräumt: 

 3.1 Der Vater wird in Fortführung der mit Verfügung des Zivilkreisgerichts L.____-Landschaft Ost vom  

29. August 2019 festgesetzten Betreuungsregelung bis zum Kindergarteneintritt des Kindes C.____ be-

rechtigt erklärt, das Kind C.____ wöchentlich von jeweils Montagmorgen (vor Arbeitsbeginn der Mutter) 

bis Dienstagnachmittag um 17 Uhr (inkl. Übernachtung von Montag auf Dienstag) zu sich oder mit sich 

auf Besuch zu nehmen. 

 Der Vater wird verpflichtet, das Kind C.____ am Montag zwischen 07.30 und 8 Uhr am Wohnsitz in 

O.____ bei der Mutter abzuholen und es am Dienstag, zwischen 15 bis spätestens 18 Uhr (Ankunft 

O.____) wieder dorthin zurückzubringen. 

 Sofern die Mutter an den Besuchstagen des Vaters in L.____ arbeitet, verpflichtet sie sich, das Kind 

C.____ am Montag vor ihrem Arbeitsbeginn dem Vater zu bringen und es am Dienstag, um 16.30 Uhr 

wieder beim Vater abzuholen. 

 Die Mutter hat den Vater unaufgefordert spätestens am vorgängigen Samstag zu informieren, falls sie 

am Montag und/oder Dienstag in L.____ arbeitet. 

 3.2 Ab dem Kindergarteneintritt von C.____ wird der Vater (als Ersatz der Besuchsregelung gemäss Ziff. 3.1 

vorstehend) berechtigt erklärt, C.____ jedes zweite Wochenende von Freitagabend bis Sonntagabend 

auf eigene Kosten zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen. 

 3.3 Es wird der Vater berechtigt erklärt das Kind C.____ jeweils vom 25. Dezember, 12 Uhr, bis 26. Dezember, 

12 Uhr, auf eigene Kosten zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen. 

 Ab dem vierten Altersjahr wird für den Vater zusätzlich eine gerichtsübliche, vom Gericht zu definierende 

Feiertagsregelung angeordnet (bez. alternierende Betreuung über Ostern, Pfingsten und Auffahrt). 

 3.4 Ferien 

 3.4.1 Es wird der Vater berechtigt erklärt, das Kind C.____ ab dessen vierten Altersjahr im Umfang von drei 

Wochen pro Kalenderjahr, jeweils einzeln und wochenweise, auf eigene Kosten zu oder mit sich in die 

Ferien zu nehmen. 

 3.4.2 Dieses Ferienbesuchsrecht ist ab dem fünften Altersjahr auf fünf Wochen pro Kalenderjahr zu erweitern, 

wobei der Vater berechtigt wird, das Kind C.____ auch zwei Wochen am Stück zu betreuen. 

 3.4.3 Die Mutter wird ab sofort für drei Wochen pro Jahr, und ab Kindergarteneintritt von C.____ für 5 Wochen 

pro Jahr berechtigt erklärt, mit dem Kind in die Ferien zu verreisen, ohne dass eine Kompensation der 

regulären Besuchstage stattzufinden hätte. Allfällige weitergehende Abwesenheiten der Mutter mit 

C.____ soll das reguläre Besuchsrecht des Vaters nicht beeinträchtigen bzw. wären solche ausgefallene 

Besuchstage zu kompensieren. 

 3.4.4 Der Vater hat der Mutter mindestens drei Monate im Voraus schriftlich mitzuteilen, wann er sein Ferien-

besuchsrecht ausüben wird. Er hat dabei auf die Ferientermine der Mutter Rücksicht zu nehmen, sofern 

ihm diese vorgängig bekannt gegeben worden sind. 

 3.5 In der Übrigen Zeit wird das Kind C.____ durch die Mutter betreut." 

 

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 3. Es seien die Dispositivziffern 6 bis 8 des Urteils aufzuheben und durch folgende Fassung zu ersetzen: 

"6.1 Der Vater wird verpflichtet, der Mutter an den Unterhalt, die Pflege und Erziehung der Tochter C.____ 

monatliche Kinderunterhaltsbeiträge von CHF 700 zu bezahlen, zuzüglich allfällige gesetzliche oder ver-

tragliche Familienzulagen; zahlbar jeweils auf den ersten eines jeden Monats, erstmals rückwirkend per 

1. August 2019. 

 6.2 Der Vater wird verpflichtet, der Mutter rückwirkend für den Zeitraum vom 1. Februar 2019 bis 31. Juli 2019 

monatliche Kinderunterhaltsbeiträge von CHF 350 zuzüglich Kinderzulagen zu bezahlen. 

 6.3 Der Kläger wird verpflichtet, für ausserordentliche Kinderkosten (insbesondere, aber nicht abschliessend 

für schulische Fördermassnahmen, Kieferorthopädische Behandlungen, ungedeckte Gesundheitskos-

ten, Hobbies, etc.) zur Hälfte aufzukommen, soweit nicht Dritte, insbesondere Versicherungen, diese 

Kosten übernehmen. 

 6.4 Die vom Kläger zu leistenden Kinderunterhaltsbeiträge gemäss vorstehender Ziff. 6.1 werden indexiert. 

 7. Die AHV-Erziehungsgutschriften werden ausschliesslich der Mutter angerechnet. 

 8. Die Familienzulagen werden ausschliesslich von der Mutter bezogen und sind von ihr für den  

Unterhalt des Kindes C.____ zu behalten." 

  4. Es sei in Abänderung von Dispositivziffer 5 des Urteils dem Vater ein Einkommen von CHF 6'940 anzurechnen. 

  5. Es sei Dispositivziffer 9 aufzuheben, und die Gerichtskosten des vorinstanzlichen Haupt-, Massnahme- und 

Vorverfahrens dem Berufungsbeklagten aufzuerlegen und der Berufungsbeklagte zu verpflichten, der Beru-

fungsklägerin eine angemessene, vom Gericht zu bestimmende Parteientschädigung zu bezahlen. 

  6. Eventualiter zu den Rechtsbegehren 1 bis 5 sei das Urteil aufzuheben und an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

  7. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich MwSt.) zu Lasten des Berufungsbeklagten.» 

D. Am 15. Juli 2021 ersuchte der Kindsvater um Bewilligung der vorzeitigen Vollstreckbarkeit 

von Ziff. 2 des Urteils der Gerichtspräsidentin vom 13. Januar 2021 (120 19 2296 I), eventualiter 

um Erlass von vorsorglichen Massnahmen. Konkret stellte er die nachfolgenden Rechtsbegeh-

ren: 

«1. Es sei der Berufung der Berufungsklägerin vom 28. Juni 2021 hinsichtlich Ziff. 2 des Urteils der Gerichtspräsi-

dentin des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft Ost vom 13. Januar 2021 (120 19 2296 1) die aufschiebende 

Wirkung in Bezug auf die Vollstreckbarkeit zu entziehen und es sei Ziff. 2 des durch die Berufungsklägerin 

angefochtenen Urteils der Gerichtspräsidentin des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft Ost vom 13. Januar 2021 

(120 19 2296 1) vorzeitig vollstreckbar zu erklären. 

  2. Eventualiter zu Ziff. 1 hiervor sei der Berufungsbeklagte in Abänderung des Urteils der Gerichtspräsidentin des 

Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft Ost vom 29. August 2019 (170 19 1275 1) und der Verfügung der Gerichts-

präsidentin vom 13. Januar 2020 vorsorglich für die Dauer des zweitinstanzlichen Verfahrens zu verpflichten 

und zu berechtigen, C.____, geboren 18. Dezember 2018, zusätzlich jedes zweite Wochenende von Samstag, 

13.00 Uhr bis Montagmorgen zu betreuen. Zusätzlich dazu sei der Berufungsbeklagte vorsorglich für die Dauer 

des zweitinstanzlichen Verfahrens zu verpflichten und berechtigen, C.____ während sämtlicher anstehenden 

mehrwöchigen Schulferien je eine Woche zu betreuen und mit ihr Ferien zu verbringen. 

  3. Anträge und Ausführungen zu der von der Berufungsklägerin erhobenen Berufung vom 28. Juni 2021 werden 

ausdrücklich vorbehalten und mit der Berufungsantwort gestellt. 

  4. Unter o/e Kostenfolge zzgl. MWST zulasten der Berufungsklägerin.» 

Die Mutter beantragte mit Eingabe vom 28. Juli 2021 die Abweisung dieser Anträge.  

 

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E. Mit Berufungsantwort vom 11. August 2021 stellte der Vater folgende Rechtsbegehren:  

«1. Die Berufung sei vollumfänglich abzuweisen und das Urteil des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft Ost vom 13. 

Januar 2021 zu bestätigen. 

  2. Eventualiter sei C.____, geb. 18. Dezember 2018, unter die alleinige Obhut des Berufungsbeklagten zu  

 stellen. 

 Für den Fall der Obhutszuteilung an den Berufungsbeklagten sei die Berufungsklägerin zu verurteilen, für 

C.____ einen Barunterhaltsbeitrag von monatlich und monatlich vorauszahlbar CHF 2'600.00 sowie einen Be-

treuungsunterhalt von CHF 840.00 zuzüglich allfällig ausgerichteter Kinder- und Ausbildungszulagen zu bezah-

len, dies über die Volljährigkeit hinaus bis zum Abschluss einer ordentlichen Erstausbildung. 

 Der Berufungsklägerin sei ein angemessenes Besuchs- und Ferienrecht einzuräumen. 

 Im Falle der Obhutszuteilung an den Berufungsbeklagten sei dieser als berechtigt zu erklären, sich 100% der 

Erziehungsgutschriften anrechnen zu lassen. 

 Die Unterhaltsbeiträge sind gerichtsüblich zu indexieren. 

  3. Unter o/e Kostenfolge (zuzüglich MwSt.) zu Lasten der Berufungsklägerin.» 

F. Ebenfalls mit Eingabe vom 11. August 2021 reichte der Vater zudem eine Anschlussberu-

fung ein, mit folgenden Rechtsbegehren:  

«1. Es sei Ziff. 9 des Urteils der Gerichtspräsidentin des Zivilkreisgerichts L.____-Landschaft Ost vom 13. Januar 

2021 (Verfahren 120 196 2296 1) aufzuheben und der Anschlussberufungsbeklagten die Gerichtskosten von 

CHF 3'000.- (Hauptverfahren 120 196 2296 1) zu 80 %, ausmachend CHF 2'400.-, und die Gerichtskosten von 

CHF 800.- (Vorverfahren 170 19 1275 1) vollständig aufzuerlegen sowie sei die Anschlussberufungsbeklagte 

zu verurteilen, dem Anschlussberufungskläger für das vorinstanzliche Verfahren eine Parteientschädigung in 

Höhe von CHF 36'006.15, entsprechend 80 % der angefallenen Anwaltskosten, zu bezahlen. 

  2. Unter o/e Kostenfolge zzgl. MWST zulasten der Anschlussberufungsbeklagten.» 

G. Mit Verfügung der Präsidentin des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, 

vom 13. August 2021 wurden die Anträge des Vaters vom 15. Juli 2021 abgewiesen und der 

Berufung die aufschiebende Wirkung nicht entzogen. Die eventualiter gestellten Anträge des Va-

ters um Erlass von vorsorglichen Massnahmen wurden ebenfalls abgewiesen. 

H. Mit Eingabe vom 25. August 2021 nahm die Mutter im Rahmen ihres Replikrechts zur Be-

rufungsantwort des Vaters Stellung, hielt dabei an ihren Anträgen vollumfänglich fest und bean-

tragte die Abweisung der Anträge der Gegenpartei.  

Der Vater antwortete darauf mit Eingabe vom 1. September 2021. 

I. Am 15. September 2021 reichte die Mutter ihre Antwort auf die Anschlussberufung des 

Vaters ein und beantragte, diese vollumfänglich abzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungs-

folgen zu Lasten des Vaters. 

J. Mit Verfügung der zivilrechtlichen Abteilung des Kantonsgerichts Basel-Landschaft vom  

16. September 2021 wurde der Schriftenwechsel geschlossen und gleichzeitig festgestellt, dass 

die Parteien – nachdem zuvor ihr Einverständnis dazu eingeholt worden war – separat zu einer 

präsidialen Einigungsverhandlung auf den 26. Oktober 2021 geladen werden. 

K. Mit Eingabe vom 22. September 2021 reichte der Vater seine Stellungnahme zur An-

schlussberufungsantwort der Mutter ein. 

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L. Am 26. Oktober 2021 fand die präsidiale Vergleichsverhandlung statt, an welcher die Par-

teien in einer informellen Befragung zu den streitigen Punkten angehört wurden. Die Vergleichs-

gespräche scheiterten. Der Vater verlangte im Rahmen der Vergleichsverhandlungen eine kurze 

Frist, um vorsorgliche Massnahmen zu beantragen. Diese wurde ihm mit Verfügung vom 27. Ok-

tober 2021 gewährt. 

M. Mit Eingabe vom 29. Oktober 2021 beantragte der Vater, dass für die Dauer des Berufungs-

verfahrens vorsorgliche Massnahmen erlassen werden und verlangte dabei konkret, eine Aus-

weitung seines Rechts auf Betreuung von C.____.  

Die Mutter beantragte ihrerseits mit Eingabe vom 2. November 2021 die weitgehende Abweisung 

der Anträge des Vaters. 

Der Vater reichte daraufhin mit Schreiben vom 4. November 2021 eine unaufgeforderte Replik 

ein, worauf die Mutter mit Eingabe vom 8. November 2021 ebenfalls eine unaufgeforderte Duplik 

einreichte. 

N. Mit kantonsgerichtlicher Verfügung vom 12. November 2021 wurde das Gesuch des Vaters 

vom 29. Oktober 2021 teilweise gutgeheissen und in Ergänzung von Ziff. 2 des Urteils der Zivil-

gerichtspräsidentin Basel-Landschaft Ost vom 29. August 2019 das Betreuungsrecht des Kinds-

vaters für die verbleibende Dauer des Berufungsverfahrens ausgeweitet. 

Gegen diese Verfügung erhob die Kindsmutter am 20. Dezember 2021 Beschwerde beim Bun-

desgericht und stellte ein Gesuch um aufschiebende Wirkung. Dieses wurde vom Bundesgericht 

mit Verfügung vom 11. Januar 2022 abgewiesen.  

O. Mit Eingabe vom 7. Januar 2022 reichte die Mutter beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, 

Abteilung Zivilrecht, eine Bestätigung ihres neuen Arbeitgebers betreffend ihre Anstellung als 

Oberärztin zu 60% im Zentrum für Ambulante Forensische Therapien am Standort P.____ strasse 

in O.____ sowie ein E-Mail ihres bisherigen Arbeitgebers betreffend «Strukturelle Anpassungen 

UPKF» ein.  

 

Der Vater beantragte daraufhin mit Eingabe vom 13. Januar 2022 beide Unterlagen als unzu-

lässige Noven aus dem Recht zu weisen.  

 

Die Mutter reagierte darauf mit Schreiben vom 19. Januar 2022 und dem Hinweis, dass der 

Sachverhalt in Kinderbelangen von Amtes wegen zu erforschen sei.  

Erwägungen 

1.1 Gegen erstinstanzliche Endentscheide kann laut Art. 308 Abs. 1 lit. a ZPO Berufung erho-

ben werden, wobei in nicht-vermögensrechtlichen Fällen kein Streitwerterfordernis besteht. Diese 

Streitigkeiten sind immer berufungsfähig (KARL SPÜHLER, BSK ZPO, 3. Aufl. 2017, Art. 308 N 8). In 

vermögensrechtlichen Angelegenheiten wird hingegen vorausgesetzt, dass der Streitwert der zu-

letzt aufrechterhaltenen, im Zeitpunkt des erstinstanzlichen Entscheids noch streitigen Rechtsbe-

gehren mindestens CHF 10'000.00 beträgt (vgl. Art. 308 Abs. 2 ZPO; vgl. auch THOMAS SUTTER-

SOMM/BENEDIKT SEILER, Handkommentar ZPO, 2021, Art. 308 N 13). Bei wiederkehrenden Leis-

tungen von ungewisser oder unbeschränkter Dauer gilt der zwanzigfache Betrag der einjährigen 

Leistung als Streitwert (vgl. Art. 92 Abs. 2 ZPO). Die Berufung ist innert 30 Tagen seit Zustellung 

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des begründeten Entscheids bzw. seit der nachträglichen Zustellung der Entscheidbegründung 

schriftlich und begründet bei der Rechtsmittelinstanz einzureichen (vgl. Art. 311 Abs. 1 ZPO). 

Eine allfällige Anschlussberufung gemäss Art. 313 ZPO ist ebenfalls innert 30 Tagen seit Zustel-

lung der Berufung zu erheben (vgl. THOMAS SUTTER-SOMM/BENEDIKT SEILER, Handkommentar 

ZPO, 2021, Art. 313 N 4).  

 

Gemäss § 6 Abs. 1 lit. c EG ZPO ist die Dreierkammer der Abteilung Zivilrecht des Kantonsge-

richts Basel-Landschaft für die Beurteilung von Berufungen gegen Entscheide der Präsidien der 

Zivilkreisgerichte, die nicht in die Zuständigkeit des Präsidiums fallen (vgl. § 5 EG ZPO), sachlich 

zuständig. 

1.2 Im vorliegenden Fall hat die Mutter von C.____ gegen den Entscheid der Zivilkreisgerichts-

präsidentin Basel-Landschaft Ost vom 13. Januar 2021 Berufung erklärt. Es handelt sich dabei 

um einen erstinstanzlichen Endentscheid, der im vereinfachten Verfahren ergangen ist (vgl. Art. 

295 ZPO). Die Dreierkammer der zivilrechtlichen Abteilung des Kantonsgerichts ist damit zur Be-

urteilung der vorliegenden Berufung zuständig. Die Berufung der Mutter richtet sich in erster Linie 

gegen die erstinstanzliche Feststellung, dass C.____ ihren Wohnsitz beim Vater in N.____ habe 

sowie gegen die Anordnung der alternierenden Obhut und den Betreuungsanteil des Vaters. 

Diesbezüglich ist die Berufung voraussetzungslos zulässig. Mit Bezug auf den Unterhalt der 

Tochter beantragte der Vater in seiner Klage vom 4. Dezember 2019, dass die Mutter rückwirkend 

ab 1. Januar 2019 monatlich mindestens CHF 200.00 zuzüglich Kinderzulagen an den Barunter-

halt der Tochter bezahlt. Eventualiter habe jeder Elternteil für den bei ihm durch die Betreuung 

von C.____ anfallenden Barunterhalt selbst aufzukommen. Für den Fall der Obhutszuteilung an 

den Kläger sei die Mutter subeventualiter zur Zahlung eines monatlichen Unterhaltsbeitrags von 

mindestens CHF 800.00 zuzüglich Kinderzulagen zu verurteilen. Die Mutter beantragte demge-

genüber im erstinstanzlichen Verfahren, dass der Vater rückwirkend vom 1. Februar 2019 bis 31. 

Juli 2019 Unterhaltsbeiträge von CHF 350.00 pro Monat, total demnach CHF 2'450.00 für diese 

Zeitspanne, zuzüglich Kinderzulagen, zu bezahlen habe. Ab 1. August 2019 solle er dann monat-

liche Unterhaltsbeiträge von mindestens CHF 700.00 zuzüglich Kinderzulagen bezahlen. Ange-

sichts der Differenz dieser Parteianträge sowie der Tatsache, dass die am 18. Dezember 2018 

geborene gemeinsame Tochter der Parteien mindestens bis zur Mündigkeit Anspruch auf Unter-

halt hat, ist die zuvor erwähnte Streitwertgrenze von CHF 10'000.00 zweifelsohne erreicht.  

 

Der schriftlich begründete Entscheid der Vorinstanz vom 13. Januar 2021 ist der Mutter am  

27. Mai 2021 zugestellt worden. Ihre Berufung vom 28. Juni 2021 ist am gleichen Tag bei der 

Post zum Versand aufgegeben worden und damit rechtzeitig innert der gestützt auf Art. 142 Abs. 

3 ZPO bis Montag, 28. Juni 2021 verlängerten Rechtsmittelfrist erfolgt. Der Kostenvorschuss von 

CHF 4'000.00 ist am 6. Juli 2021 und damit ebenfalls innert Frist von der Mutter bezahlt worden.  

 

Die Berufung ist dem Vater am 12. Juli 2021 zugestellt worden. Seine Anschlussberufung vom 

11. August 2021 ist damit ebenfalls rechtzeitig erfolgt wie auch die Bezahlung des von ihm zu 

leistenden Kostenvorschusses von CHF 1'000.00, der am 16. August 2021 eingegangen ist. 

1.3 Die Mutter beanstandet die Festlegung des Wohnsitzes von C.____ beim Vater in N.____, 

die Anordnung der alternierenden Obhut, die Betreuungsregelung, die Verteilung der Unterhalts-

kosten für C.____ sowie die erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsregelung. Bezüglich all 

dieser Punkte macht die Mutter unrichtige Rechtsanwendung und unrichtige Sachverhaltsfest-

stellung geltend. Darüber hinaus rügt sie eine Verletzung ihres Anspruchs auf rechtliches Gehör. 

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Seite 9  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Sie ruft damit zulässige Berufungsgründe an (vgl. Art. 310 ZPO). Der Vater macht seinerseits mit 

der Anschlussberufung eine Rechtsverletzung geltend. Damit sind sämtliche Prozessvorausset-

zung (vgl. Art. 59 f. ZPO) erfüllt, zumal auch die Legitimation und das Rechtsschutzinteresse der 

Parteien gegeben sind. Es kann daher auf die Berufung der Mutter und die Anschlussberufung 

des Vaters eingetreten werden. 

2.1 Bevor auf die Rügen in der Berufung näher eingegangen wird, stellt sich die Frage nach 

der Zulässigkeit der Noven, die von der Mutter mit Eingabe vom 7. Januar 2022 eingereicht wor-

den sind. Der Vater beantragt, die Noven nicht zu berücksichtigen resp. aus dem Recht zu wei-

sen, weil diese verspätet vorgelegt worden seien. 

2.2 Neue Tatsachen und Beweismittel werden im Berufungsverfahren gemäss Art. 317 Abs. 1 

ZPO nur dann berücksichtigt, wenn sie ohne Verzug vorgebracht werden (lit. a) und trotz zumut-

barer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten (lit. b). Dieser Noven-

schranke steht vorliegend nun aber Art. 296 ZPO entgegen, wonach in Kinderbelangen das Ge-

richt den Sachverhalt von Amtes wegen zu erforschen hat. In Verfahren mit uneingeschränktem 

Untersuchungsgrundsatz, insbesondere wenn es um das Kindeswohl geht, müssen Noven bis 

zur Urteilsberatung (vgl. Art. 229 Abs. 3 ZPO) berücksichtigt werden können. Dies wird nicht nur 

in der Lehre mehrheitlich so vertreten (vgl. CHRISTOPH REUT, Noven nach der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung, 2017, Rz 346 f. und PETER REETZ/ SARAH HILBER, in Sutter-Somm/ Hasen-

böhler/Leuenberger, ZPO-Kommentar, 3. Aufl. 2016, Art. 317 N 14, mit zahlreichen Hinweisen 

auf weitere Lehrmeinungen), auch das Bundesgericht hat in einem neueren Entscheid nun fest-

gehalten, dass die strikte Anwendung von Art. 317 Abs. 1 ZPO bei Geltung der uneingeschränk-

ten Untersuchungsmaxime nicht gerechtfertigt sei (vgl. BGE 144 III 349 E. 4.2.1).  

2.3 Für den vorliegenden Fall bedeutet dies, dass die von der Mutter im Rahmen des Beru-

fungsverfahrens eingereichten Noven sowie allfällige neue Entwicklungen in tatsächlicher Hin-

sicht bis zur zweitinstanzlichen Verhandlung grundsätzlich zulässig sind, soweit es dabei effektiv 

um Kinderbelange geht. Dies trifft hier für die Bestätigung der Psychiatrischen Universitätsklinik 

O.____ an die Mutter vom 4. Januar 2022 betreffend ihre Anstellung (Beilage 1 zur Eingabe vom 

7. Januar 2022) sowie für das Mail von Dr. D.____, Chefarzt der Forensisch Psychiatrischen 

Klinik L.____ vom 14. Dezember 2021 betreffend «Strukturelle Anpassungen UPKF» (Beilage 2 

zur Eingabe vom 7. Januar 2022) zu. Im erwähnten Mail erklärt der Klinikdirektor, dass der Be-

reich Versicherungsmedizin aufgrund von strukturellen Anpassungen per 2022 aufgelöst werde. 

Aus dem erstgenannten Dokument ergibt sich sodann, dass B.____ per 1. April 2022 zu 60% als 

Oberärztin im Zentrum für Ambulante Forensische Therapien am Standort P.____ strasse in 

O.____ unbefristet angestellt und dabei aufgrund der Einstufung in die LK 21, LS 22 bei 100% 

ein Gehalt von CHF 149'491.00 inkl. 13. Monatslohn erzielen wird. Beide Belege sind sowohl für 

die Fragen, wo der Lebensmittelpunkt der Eltern ist und mithin bei welchem der beiden C.____ 

wohnen resp. wie die Betreuung des Kindes und die Obhut geregelt werden soll, als auch für 

Bemessung des Unterhalts für C.____ relevant. Im Übrigen hat die Mutter bereits mit Eingabe 

vom 26. November 2021 den bevorstehenden Stellenwechsel angekündigt, verbunden mit dem 

Hinweis, dass der neue Vertrag nach Erhalt beim Gericht eingereicht werde. Beide Eingaben sind 

daher als zulässige Noven zu berücksichtigen. 

3.1 Die Berufung der Mutter richtet sich gegen das Urteil vom 13. Januar 2021, in dem die 

Vorinstanz – wie bereits in ihrem Urteil vom 29. August 2019 – feststellte, dass die Tochter der 

Parteien ihren Wohnsitz in N.____ beim Vater habe. Gleichzeitig entschied sie, dass C.____ unter 

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die alternierende Obhut beider Eltern gestellt werde und diese ihr Kind je zur Hälfte betreuen 

sollten. Die Vorderrichterin begründete dies im Wesentlichen damit, dass alle Voraussetzungen 

für die Anordnung der alternierenden Obhut erfüllt seien (vgl. erstinstanzliches Urteil S. 13 ff.) und 

es auch keinen Grund gebe, weshalb den Eltern die Betreuung der Tochter nicht zu gleichen 

Teilen übertragen werden sollte. Es liege im Interesse des Kindes, möglichst gleichmässigen 

Kontakt zu beiden Elternteilen zu haben. Mit Bezug auf die Festlegung des Wohnsitzes von 

C.____ führte die Vorderrichterin aus, dass aufgrund der je hälftigen Betreuung und unter Be-

rücksichtigung der Stabilität und Kontinuität nicht vom bisherigen Wohnsitz der Tochter in N.____ 

abzuweichen sei. Der Kindsvater verfüge dort über ein langjähriges und gefestigtes Umfeld. So 

wohne er in N.____ in einer Liegenschaft (Wohneigentum) und betreibe an seinem Wohnort eine 

Tennisschule. Die Geschwister des Kindsvaters sowie seine Freunde würden in der unmittelba-

ren Region leben und zudem beabsichtige seine Mutter aus dem Ausland nach N.____ zu ziehen. 

Der Kindsvater sei dementsprechend privat und geschäftlich stark an seinem Wohnort verankert. 

Die Kindsmutter hingegen wohne erst seit August 2019 in O.____ und lebe dort in einer Mietwoh-

nung. Es sei weiter davon auszugehen, dass sie nur Bekannte bzw. Freunde, aber kein familiäres 

Umfeld in O.____ habe, da ihre Eltern in K.____ wohnten. In Bezug auf die Arbeitstätigkeit sei 

sodann festzuhalten, dass die Kindsmutter zwar grundsätzlich im Home-Office arbeiten könne, 

aber teilweise auch Arbeitseinsätze in L.____ und O.____ habe. Die Vorderrichterin kam daher 

zum Schluss, dass der Kindsvater mit seinem Wohnsitz sowohl privat (Haus, Familie und 

Freunde) als auch geschäftlich bedeutend enger verbunden sei als die Kindsmutter mit ihrem 

Wohnsitz. Unter Berücksichtigung des sozialen Umfelds, der Stabilität und der Kontinuität sei 

deshalb der Wohnsitz von C.____ auch nach dem Kindergarteneintritt weiterhin beim Kindsvater 

in N.____ zu belassen. Dabei sei ergänzend darauf hinzuweisen, dass sich die Kindsmutter be-

reits aufgrund ihrer Arbeitstätigkeit teilweise in der Nähe des Wohnortes des Vaters aufhalte, 

während letzterer grundsätzlich keine Verbindung zu O.____ habe. Im Weiteren sei es für den 

Kindsvater aufgrund seiner an N.____ gebundenen Arbeitstätigkeit ungleich schwerer, seinen 

Wohnsitz in die Nähe von O.____ zu verlegen, um auch nach dem Kindergarteneintritt die Wei-

terführung der bis dahin gelebten 50/50-Betreuungsregelung zu ermöglichen, dies im Unterschied 

zur Kindsmutter, die grundsätzlich im Home-Office arbeiten könne und in einer Mietwohnung 

wohne (vgl. erstinstanzliches Urteil S. 21 ff.). 

Die Mutter verlangt demgegenüber, dass C.____ unter ihre alleinige Obhut gestellt wird, verbun-

den mit der Festlegung des Wohnsitzes der Tochter bei ihr. Sie macht geltend, dass der erstin-

stanzliche Entscheid, insbesondere die Anordnung der hälftigen Betreuung dem Kindeswohl in 

eklatanter Weise widerspreche und den konkreten Umständen nicht gerecht werde. Die Mutter 

begründet ihre Haltung im Wesentlichen damit, dass C.____ seit der Trennung der Eltern im 

Februar 2019 ausschliesslich mit ihr zusammengelebt habe. Seit Sommer 2019 wohne sie in 

O.____. Erst ab diesem Zeitpunkt sehe das Kind den Vater und verbringe einmal wöchentlich im 

Umfang von 1.5 Tagen, nämlich von Montagmorgen bis Dienstagnachmittag, Zeit mit ihm in 

N.____. C.____ sei demnach seit ihrer Geburt am 18. Dezember 2018 zunächst ausschliesslich 

bzw. ab Sommer 2019 zu 80% von ihr betreut worden. Das Kind stehe also seit Geburt unter ihrer 

faktisch alleinigen Obhut, womit sie – so die Mutter weiter – die einzige Hauptbezugsperson für 

C.____ darstelle. Bis anhin habe es für das Kind noch keine alternierende, geschweige denn eine 

hälftige Betreuung durch zwei Personen gegeben. Die massive Ausdehnung der Betreuung sei 

mit dem Kindeswohl nicht zu vereinbaren, weil dadurch die Stabilität gefährdet werde, die gerade 

für ein Kleinkind und dessen Entwicklung besonders wichtig sei. Der Lebensmittelpunkt von 

C.____ befinde sich sodann in O.____, wo sie den überwiegenden Teil ihres Lebens verbracht 

habe. Es gebe keinen sachlichen Grund, diesen plötzlich nach N.____ zu verlegen.  

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3.2 Vorab ist hier auf die rechtlichen Grundlagen, konkret auf die revidierten Bestimmungen 

des Zivilgesetzbuches über die elterliche Sorge hinzuweisen, die am 1. Juli 2014 in Kraft getreten 

sind. Die gemeinsame elterliche Sorge unabhängig vom Zivilstand der Eltern ist die Regel (vgl. 

Art. 296 Abs. 2 ZGB). Die alleinige elterliche Sorge bleibt zum Wohl des Kindes weiterhin möglich. 

Sie soll aber die eng begrenzte Ausnahme sein. Von der elterlichen Sorge ist die Obhut zu un-

terscheiden. Unter der Herrschaft des alten Rechts war das «Obhutsrecht» Bestandteil des elter-

lichen Sorgerechts. «Obhut» im Rechtssinne bedeutete das Recht, den Aufenthaltsort des Kindes 

und die Modalitäten seiner Betreuung zu bestimmen (vgl. BGE 128 III 9 E. 4a). Im neuen Recht 

umfasst die elterliche Sorge auch das «Recht, den Aufenthaltsort des Kindes zu bestimmen» (vgl. 

Art. 301a Abs. 1 ZGB). Die Bedeutung der «Obhut» reduziert sich daher – losgelöst vom Sorge-

recht – auf die «faktische Obhut», das heisst auf die Befugnis zur täglichen Betreuung des Kindes 

sowie auf die Ausübung der Rechte und Pflichten im Zusammenhang mit seiner Pflege und lau-

fenden Erziehung (vgl. BGE 142 III 612 E. 4.1).  

Gemäss Artikel 298b Abs. 3ter ZGB hat das Gericht bei bestehender gemeinsamer elterlicher 

Sorge im Sinne des Kindeswohls die Möglichkeit einer alternierenden Obhut zu prüfen, sofern 

dies von einem Elternteil oder vom Kind verlangt wird. Die alternierende Obhut ist demnach zwar 

nicht als Regelfall vorgesehen, in dieser Bestimmung kommt aber zum Ausdruck, dass die gleich-

mässige Betreuung der Kinder auch nach einer Trennung der Eltern gefördert werden soll. Es ist 

mittlerweile allgemein bekannt, dass es grundsätzlich im Interesse des Kindes und im Sinne sei-

ner Persönlichkeitsentwicklung ist, wenn es von beiden Elternteilen gleichmässig betreut und auf-

gezogen wird (vgl. INGEBORG SCHWENZER/MICHELLE COTTIER, BSK ZGB I, 6. Aufl. 2018, Art. 298 

N 3a). Dies gilt allerdings nur dann, wenn durch die gleichmässige Aufrechterhaltung der Bezie-

hung zu beiden Eltern das Kindeswohl nicht gefährdet wird. Das Gericht darf die alternierende 

Obhut daher nur dann anordnen, wenn dies mit dem Kindeswohl vereinbar ist. Die Wünsche und 

Interessen der Eltern müssen bei der Frage nach der Obhutsregelung in den Hintergrund treten. 

Als Voraussetzung für die Anordnung der geteilten Obhut wird zunächst verlangt, dass beide 

Eltern erziehungsfähig sind. Weiter erfordert die alternierende Obhut organisatorische Massnah-

men und gegenseitige Information. Insofern setzt die praktische Umsetzung der alternierenden 

Obhut bzw. Betreuung voraus, dass die Eltern fähig und bereit sind, in Kinderbelangen laufend 

miteinander zu kommunizieren und im Hinblick auf die notwendigen organisatorischen Vorkeh-

rungen zu kooperieren. Dabei steht der alternierenden Obhut nicht entgegen, wenn die Eltern zur 

gemeinsamen Entscheidfindung über die Kinderbelange auf die Vermittlung einer Drittperson an-

gewiesen sind. Allein aus dem Umstand, dass sich ein Elternteil der alternierenden Obhut wider-

setzt, kann sodann nicht ohne Weiteres auf eine fehlende Kooperationsfähigkeit der Eltern ge-

schlossen werden, die einer geteilten Obhut im Wege steht. Ein derartiger Schluss könnte nur 

dann in Betracht fallen, wenn die Eltern aufgrund der zwischen ihnen bestehenden Feindselig-

keiten auch hinsichtlich anderer Kinderbelange nicht zusammenarbeiten können, sodass ihr Kind 

im Szenario einer alternierenden Obhut dem gravierenden Elternkonflikt in einer Weise ausge-

setzt wäre, die seinen Interessen offensichtlich zuwiderläuft. Die alternierende Obhut kann daher 

bei gegebenen Voraussetzungen auch gegen den Willen eines Elternteils angeordnet werden 

(vgl. BGer 5A_888/2016 vom  

20. April 2018 E. 3.2.1 sowie BGer 5A_629/2019 vom 13. November 2020 E. 4.2).  

Zu berücksichtigen ist im Weiteren die geografische Situation, namentlich die Distanz zwischen 

den Wohnorten der Eltern, sowie die Stabilität, welche die Weiterführung der bisherigen Regelung 

für das Kind allenfalls mit sich bringt. Grundsätzlich fällt die alternierende Obhut dann in Betracht, 

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wenn die Eltern das Kind schon vor ihrer Trennung abwechselnd betreut haben. Gemäss Bun-

desgericht ist es jedoch keineswegs ausgeschlossen, auch denjenigen Elternteil, der bis zur 

Trennung zu 100% erwerbstätig gewesen ist, an der Betreuung des Kindes teilhaben zu lassen, 

solange damit dem Kindeswohl Rechnung getragen wird (vgl. BGer 5A_888/2016 vom 20. April 

2018 E. 3.3.2). Der Grundsatz, wonach beide Eltern gleichermassen Anspruch darauf haben, 

sich an der Betreuung des Kindes zu beteiligen, hat demnach zur Folge, dass bei einer Trennung 

der Eltern die Zeiger auf null gestellt werden und dem Kriterium der bislang gelebten Rollenteilung 

hinsichtlich der Obhutsregelung keine allzu grosse Bedeutung mehr beigemessen wird, sofern 

dies im Einklang mit dem Kindeswohl steht (vgl. Entscheid des Kantonsgerichts Luzern vom 20. 

September 2019 = LGVE 2019 II Nr. 12 E. 4.5.4 und 4.5.7, publ. in SJZ 10 vom 1. Juni 2021, S. 

506 ff.).  

Weitere Gesichtspunkte sind die Möglichkeit der Eltern, das Kind persönlich zu betreuen, das 

Alter des Kindes, seine Beziehungen zu Geschwistern und seine Einbettung in ein weiteres sozi-

ales Umfeld. Auch dem Wunsch des Kindes ist Beachtung zu schenken, selbst wenn es bezüglich 

der Frage der Betreuungsregelung noch nicht urteilsfähig ist. Es soll eine Lösung gewählt werden, 

die unter Berücksichtigung der gesamten Umstände dem Kind die notwendige Stabilität der Be-

ziehungen gewährleistet, die es für seine optimale Entwicklung und Entfaltung benötigt (vgl. 

INGEBORG SCHWENZER/MICHELLE COTTIER, a.a.O., Art. 298 N 5).  

Ob sich die alternierende Obhut mit dem Kindeswohl vereinbaren lässt und damit überhaupt in 

Frage kommt, hängt von den konkreten Umständen ab. Das Gericht, das den Sachverhalt von 

Amtes wegen zu erforschen hat (vgl. Art. 296 Abs. 1 ZPO resp. Art. 314 Abs. 1 ZGB i.V.m.  

Art. 446 ZGB), muss gestützt auf die festgestellten Tatsachen der Vergangenheit und der Ge-

genwart eine sachverhaltsbasierte Prognose darüber stellen, ob die alternierende Obhut als Be-

treuungslösung aller Voraussicht nach den Interessen des Kindes entspricht (vgl. BGE 142 III 

612 E. 4.2). Dabei wird es auch prüfen müssen, ob allenfalls die Hilfe einer sachverständigen 

Person erforderlich ist, so zum Beispiel um die Aussagen des Kindes zu interpretieren, insbeson-

dere um erkennen zu können, ob diese seinem wirklichen Wunsch entsprechen. Sind sämtliche 

Voraussetzungen erfüllt und die Eltern bereit und in der Lage, sich ungefähr gleichwertig an der 

Betreuung ihres Kindes zu beteiligen, dann ist die geteilte Obhut zu bewilligen. Eine genaue hälf-

tige Aufteilung der Betreuungsanteile ist nicht erforderlich. Es reicht, wenn die Eltern ihr Kind 

mehr oder weniger in gleichem Ausmass betreuen (vgl. BGer 5A_139/2020 vom  

26. November 2020 E. 3.2.3 und 5A_928/2014 vom 26. Februar 2015 E. 4.3 mit weiteren Hinwei-

sen; vgl. auch INGEBORG SCHWENZER/MICHELLE COTTIER, a.a.O., Art. 298 N 6).  

Bei der Beurteilung der massgebenden Kriterien für die Obhutsregelung verfügt das Gericht über 

ein grosses Ermessen. Das Bundesgericht greift nur ein, wenn die kantonale Instanz von dem ihr 

zustehenden Ermessen offensichtlich falschen Gebrauch macht, d.h. wenn sie grundlos von in 

Lehre und Rechtsprechung anerkannten Grundsätzen abweicht, wenn sie Gesichtspunkte be-

rücksichtigt, die keine Rolle spielen dürfen, oder wenn sie umgekehrt rechtserhebliche Umstände 

ausser Acht lässt. Aufzuheben und zu korrigieren sind ausserdem Ermessensentscheide, die sich 

im Ergebnis als offensichtlich unbillig oder als in stossender Weise ungerecht erweisen (vgl. BGer 

5A_888/2016 vom 20. April 2018 E. 3.2 f., BGE 142 III 612 E. 4.5 und BGer 5A_629/2019 vom 

13. November 2020 E. 4.3). 

3.3 Vorliegend ist unbestritten, dass die Parteien die gemeinsame elterliche Sorge für C.____ 

innehaben. Strittig ist indessen, bei welchem Elternteil das Kind wohnen und wer es in welchem 

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Umfang betreuen soll resp. ob die Voraussetzungen für die Anordnung der geteilten Obhut ge-

geben sind. Im Nachfolgenden ist demnach aufgrund der konkreten Umstände des in Frage ste-

henden Falles zunächst zu prüfen, ob sich die alternierende Obhut in casu mit dem Kindeswohl 

vereinbaren lässt und – bejahendenfalls – wie die Betreuung von C.____ unter ihren Eltern auf-

zuteilen ist. In einem zweiten Schritt stellt sich sodann die Frage nach dem Wohnsitz des Kindes.  

In tatsächlicher Hinsicht ist dabei Folgendes von Bedeutung: Vor ihrer Trennung wohnten die 

Parteien zusammen in der gemeinsam erworbenen Liegenschaft an der M.____strasse  

in N.____ . Etwa 6 Wochen nach der Geburt von C.____ am 18. Dezember 2018 ging die Kinds-

mutter mit dem Säugling nach K.____ zu ihren Eltern und blieb dort mit Unterbrüchen bis August 

2019. Als sie wieder in die Schweiz zurückkam, ging die Mutter nach O.____ und bezog dort mit 

C.____ zunächst eine Übergangswohnung. Die Eltern lebten nach der Geburt ihrer Tochter nur 

für eine sehr kurze Zeit zusammen. Deshalb ist davon auszugehen, dass es vor der Trennung 

der Eltern noch keine gefestigte Betreuungsregelung gegeben hat. Mit dem Urteil der Vorderrich-

terin vom 29. August 2019 wurde C.____ dann vorsorglich unter die alternierende Obhut beider 

Elternteile gestellt und dem Vater die Betreuung des Kindes zunächst während der ersten vier 

Wochen ab Zustellung des Urteilsdispositivs jeweils den ganzen Montag übertragen resp. für die 

Zeit danach bis Dienstagnachmittag 16:30 Uhr (inkl. Übernachtung von Montag auf Dienstag) 

ausgedehnt. C.____ ist demnach ab September 2019 in der Regel wöchentlich jeweils von Mon-

tagmorgen bis Dienstagnachmittag um 16:30 Uhr (inkl. Übernachtung von Montag auf Dienstag) 

von ihrem Vater betreut worden, während die Mutter an den restlichen Wochentagen (inkl. der 

übrigen Übernachtungen) für die Betreuung zuständig gewesen ist. Mit kantonsgerichtlicher Ver-

fügung vom 12. November 2021 wurde das Gesuch des Vaters betreffend Erlass von vorsorgli-

chen Massnahmen für die Dauer des Berufungsverfahrens teilweise gutgeheissen und die bishe-

rige wöchentliche Betreuungsregelung insoweit ausgedehnt, als er für die verbleibende Dauer 

des Berufungsverfahrens berechtigt und verpflichtet wurde, C.____ an den Wochenenden, je-

weils ab Samstagnachmittag 13:30 Uhr bis Montagmorgen (inkl. Übernachtungen) und zwar im 

November 2021 am dritten Wochenende (20. – 22.11.2021), ab Januar 2022 einmal im Monat, 

jeweils am zweiten Wochenende des jeweiligen Monats, beginnend am 8./9. Januar 2022 und ab 

April 2022 jedes zweite Wochenende zu betreuen. Die Parteien wurden zudem im Sinne einer 

Mindestregelung berechtigt und verpflichtet, mit der gemeinsamen Tochter C.____ je vier Wo-

chen Ferien im Jahr zu verbringen, jeweils von Samstag 13:30 Uhr bis Samstagabend 17:00 Uhr, 

verbunden mit dem Hinweis, dass die währenddessen ausfallenden Betreuungstage nicht zu 

kompensieren seien. Der Kindsvater wurde des Weiteren berechtigt und verpflichtet, erstmals 

vom 18. Dezember 2021, 13:30 Uhr, bis und mit 25. Dezember 2021, 13:30 Uhr, mit C.____ 

Ferien zu verbringen resp. sie in die Ferien mitzunehmen. Gegen diese Verfügung erhob die 

Kindsmutter am 20. Dezember 2021 Beschwerde beim Bundesgericht. Da ihr Gesuch um auf-

schiebende Wirkung jedoch mit Verfügung vom  

11. Januar 2022 seitens des Bundesgerichts abgewiesen worden ist, kann davon ausgegangen 

werden, dass die neue Regelung des Betreuungsrechts spätestens ab Mitte Januar 2022 von 

den Parteien umgesetzt wird.  

4.1 Im Rahmen der Überprüfung der angefochtenen alternierenden Obhut zeigt sich zunächst, 

dass die erste Voraussetzung für deren Anordnung, nämlich die Erziehungsfähigkeit der Eltern – 

wie bereits die Vorinstanz festgestellt hat (vgl. erstinstanzliches Urteil S. 14) – in casu gegeben 

ist und von der Mutter auch gar nicht konkret bestritten wird. Der Vater betreut C.____ seit Sep-

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tember 2019 regelmässig und – soweit bekannt – problemlos einmal pro Woche, die Mutter be-

treut das Kind seit Geburt. Es kann deshalb ohne Weiteres von der Erziehungsfähigkeit beider 

Eltern ausgegangen werden.  

4.2 Mit Bezug auf die Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit macht die Mutter geltend, 

dass diese seitens des Vaters nicht gegeben sei. Seine Kommunikationsweise bestehe darin, 

Forderungen zu stellen und bei nicht sofortigem Einverständnis des Gegenübers mit Konfronta-

tion und Eskalation zu reagieren. Andere Meinungen nehme er nicht entgegen und eine kon-

sensuale Lösungsfindung erweise sich als unmöglich. Die Kommunikations- und Kooperations-

schwierigkeiten seien – entgegen der Ansicht der Vorinstanz – nicht bloss am Anfang der Tren-

nung aufgetreten, sondern würden fortbestehen. Als Beweis dafür reicht die Mutter mit der Beru-

fung einen WhatsApp-Chatverlauf zwischen den Parteien vom Mai 2021 ins Recht.  

Im besagten Chatverlauf fragt der Vater am 6. Mai 2021 bei der Mutter an, ob er ein Wochenende 

mit C.____ verbringen könne. Die Mutter schlägt am darauffolgenden Tag vor, dass ein Abtausch 

der üblichen Betreuungstage am Montag und Dienstag mit einem Wochenende möglich sei. Der 

Vater reagiert daraufhin wie folgt: «Langsam wird es sehr mühsam. Ich Frage mich ob Du es 

wirklich nicht verstehen willst. Es geht mir darum C.____ mehr sehen zu können und NICHT um 

die Tage abzutauschen …». Wie sich die Parteien bezüglich der Bitte des Vaters nach einem 

Wochenende zusätzlich zur wöchentlichen Betreuungsregelung schliesslich geeinigt haben, geht 

aus dem Chatverlauf nicht hervor. Insoweit kann daraus nicht generell geschlossen werden, dass 

der Vater nicht kommunikations- und kooperationsfähig wäre. Angesichts der Tatsache, dass die 

Anfrage des Vaters offensichtlich zu einem Zeitpunkt erfolgt ist, als das erstinstanzliche Urteil 

vom 13. Januar 2021 bereits ergangen war und mithin schon feststand, dass ihm ein viel umfang-

reicheres Betreuungsrecht eingeräumt werden sollte, erscheint seine wenn auch etwas ungehal-

tene und genervte Reaktion durchaus nachvollziehbar, zumal er seine Tochter seit September 

2019 offenbar in der Regel nur einmal pro Woche während 1.5 Tagen betreuen durfte. Mit diesem 

Chatverlauf lässt sich jedenfalls die Darstellung der Mutter, wonach sie von ihrem früheren Part-

ner herabgesetzt und verunglimpft werde und keine verbindlichen Absprachen mit ihm möglich 

seien, nicht belegen. Vielmehr ergibt sich daraus, dass die Eltern regelmässig per WhatsApp 

miteinander kommunizieren und allfällige die gemeinsame Tochter betreffende Belange auf die-

sem Weg besprechen können. So fragt der Vater im erwähnten Chatverlauf immer wieder nach, 

wie es C.____, «meiner süssen Tochter» gehe und lässt ihr Küsse überbringen. Die Mutter 

schickt dem Vater ihrerseits auf diesem Weg Fotos der Tochter und teilt ihm mit, wo sie am Mon-

tag, am Tag des Betreuungswechsels, arbeiten wird (Beilage 2 zur Berufung). Fakt ist sodann, 

dass C.____ seit September 2019 regelmässig einmal wöchentlich von ihrem Vater in N.____ 

betreut wird und die damit verbundenen Übergaben des Kindes von einem Elternteil zum anderen 

offensichtlich reibungslos verlaufen. Damit kann aber – wie bereits die Vorinstanz nach einge-

hender Auseinandersetzung mit früheren WhatsApp-Chats der Parteien festgestellt hat (vgl. erst-

instanzliches Urteil S. 15 f.) – davon ausgegangen werden, dass die erforderlichen direkten Ab-

sprachen für die Umsetzung der aktuellen Betreuungsregelung im Grundsatz funktionieren. Dass 

es am Anfang beim Aufbau der geteilten Betreuung zu Diskussionen zwischen den Parteien ge-

kommen ist, spricht für sich allein keineswegs gegen das Vorliegen der grundsätzlichen elterli-

chen Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit. Die Mutter beantragt schliesslich selber, dass 

die Tochter bis zum Kindergarteneintritt in Fortführung der bisherigen Betreuungsregelung wö-

chentlich von jeweils Montagmorgen bis Dienstagnachmittag um 17:00 Uhr (inkl. Übernachtung 

von Montag auf Dienstag) vom Vater betreut wird. Sie geht folglich ebenfalls von einer ausrei-

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chenden Kommunikation und Kooperation für die zweimal pro Woche stattfindenden Kindesüber-

gaben und die damit erforderlichen organisatorischen Absprachen aus. Es ist für die Berufungs-

instanz nicht ersichtlich, weshalb die Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit zwar für die 

aktuelle Betreuungssituation, nicht jedoch für die alternierende Obhut genügen sollte. Das Kan-

tonsgericht kommt daher mit der Vorinstanz zum Schluss, dass durchaus von einer für die alter-

nierende Obhut hinreichenden Fähigkeit bzw. Bereitschaft der Parteien ausgegangen werden 

kann, in Kinderbelangen laufend miteinander zu kommunizieren und im Hinblick auf die notwen-

digen organisatorischen Vorkehrungen zu kooperieren. 

4.3 Zur geografischen Situation ist zunächst festzuhalten, dass die Mutter seit August 2019 in 

O.____ lebt und der Vater nach wie vor in N.____ wohnt. Die aktuellen Wohnorte der Eltern sind 

somit rund 80 Kilometer voneinander entfernt. Je nach Verkehrslage dauern die Autofahrten für 

die Übergaben des Kindes von einem Elternteil zum anderen 60 – 90 Minuten. Die Parteien sind 

sich angesichts der momentan praktizierten Betreuungsregelung, die gemäss dem entsprechen-

den Berufungsantrag auch nach Ansicht der Mutter so beibehalten werden soll, durchaus einig, 

dass zwei Fahrten pro Wochen für die Tochter grundsätzlich zumutbar sind. Es gibt sodann auch 

keinerlei Hinweise dafür, dass diese Autofahrten mit dem Kindeswohl nicht vereinbar wären. Trotz 

der Distanz zwischen ihren Wohnorten haben die Eltern von C.____ einen guten Weg gefunden, 

damit beide an der Betreuung und Erziehung ihrer Tochter mitwirken können. Die aktuelle geo-

grafische Situation spricht demnach zumindest bis zum Kindergarteneintritt nicht gegen die An-

ordnung der alternierenden Obhut. Mit dem Eintritt in den Kindergarten erscheint jedoch die bis-

herige Betreuungsregelung – wie bereits die Vorinstanz festgestellt hat (vgl. erstinstanzliches Ur-

teil S. 17) – nicht mehr angebracht, da C.____ nur an einem Ort in den Kindergarten gehen wird 

und ein Wechsel von einem zum anderen Elternteil unter der Woche aufgrund der grossen Dis-

tanz zwischen den Wohnorten nicht mehr kindgerecht wäre. Ab Kindergarteneintritt ist daher von 

einem Wechsel der Betreuungsperson während der Woche abzusehen und eine anderweitige 

kindgerechte Lösung zu finden. Die geografische Distanz steht indessen auch nach dem Kinder-

garteneintritt der alternierenden Obhut – wie sich im Nachfolgenden zeigen wird – keineswegs 

entgegen. 

4.4 Das Kriterium der Stabilität scheint für die Mutter besonders wichtig zu sein. Sie weist dazu 

auf Erfahrungen hin, die zeigen würden, dass gerade bei Kleinkindern die alternierende Obhut 

oftmals nicht sachgerecht sei und auch nicht im Sinne des Kindeswohls liege. Die alternierende 

Obhut sollte bei einem Kleinkind daher nur dann vertieft geprüft werden, wenn sich beide Eltern 

bereits während des Zusammenlebens an der Betreuung des Kindes beteiligt hätten, was vorlie-

gend nicht der Fall sei. Die Mutter vertritt im Weiteren unter Hinweis auf die herrschenden Lehr-

meinungen in der Entwicklungspsychologie und Bindungstheorie die Auffassung, dass ein Klein-

kind eine Primärbezugsperson brauche, die ihm Sicherheit und Stabilität vermitteln und so eine 

gesunde Entwicklung gewährleisten könne. Die primäre Bezugsperson müsse für die emotionale 

Sicherheit des Kindes zeitnah zur Verfügung stehen, was bei der alternierenden Obhut mit einer 

hälftigen Betreuung nicht möglich sei. Dies werde mit dem vorinstanzlichen Entscheid nicht be-

rücksichtigt. Im konkreten Fall habe sich C.____ an die aktuelle Betreuungsregelung, nämlich 

80% bei der Mutter und 20% beim Vater, gewöhnt. Die erstinstanzlich angeordnete massive Er-

weiterung dieser Betreuung sowie die Anordnung der alternierenden Obhut würden die momen-

tan stabilen Verhältnisse und die Entwicklung von C.____ gefährden. Falls das Berufungsgericht 

daher beabsichtige, ihrem Antrag auf Zuteilung der alleinigen Obhut keine Folge zu leisten, ver-

http://www.bl.ch/kantonsgericht

 
 
Seite 16  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

lange sie erneut, dass ein kinderpsychologisches Gutachten eingeholt werde, in dem die ver-

schiedenen möglichen Betreuungsvarianten und deren Auswirkungen auf C.____ im konkreten 

Fall abzuklären seien. 

Es trifft – wie die Mutter richtig geltend macht – zweifelsohne zu, dass Stabilität der Verhältnisse 

und Kontinuität bei Säuglingen und Kleinkindern eine wichtige Rolle spielen und allenfalls zum 

Wohle des Kindes die Weiterführung der bisherigen Regelung zur Folge haben können (vgl. BGE 

142 III 612 E. 4.3). Es ist hier aber auch in Erinnerung zu rufen, dass – wie zuvor unter Ziff. 3.2 

dargelegt – grundsätzlich beide Eltern gleichermassen Anspruch darauf haben, sich an der Be-

treuung ihres Kindes zu beteiligen, sofern die dem Kindeswohl entspricht, und dass daher dem 

Kriterium der bislang gelebten Rollenteilung hinsichtlich der Obhutsregelung keine allzu grosse 

Bedeutung mehr beizumessen ist, sondern vielmehr die Zeiger bei einer Trennung der Eltern auf 

null zu stellen sind, soweit sich in der Folge eine kindgerechte Lösung finden lässt. Des Weiteren 

ist darauf hinzuweisen, dass es in der Kinderpsychologie verschiedene Meinungen zur alternie-

renden Obhut gibt, die sich mehr oder weniger absolut für oder gegen dieses Betreuungsmodell 

aussprechen. Allein aus kinderpsychologischen Studien lassen sich indessen für die Beurteilung 

eines bestimmten Falls kaum zuverlässige Schlüsse ziehen, weil die verschiedenen wissen-

schaftlichen Untersuchungen naturgemäss nicht alle Parameter integrieren, die im Einzelfall eine 

Rolle spielen. Ob die alternierende Obhut in Frage kommt und ob sie sich mit dem Kindeswohl 

verträgt, hängt immer von den konkreten Umständen ab (vgl. BGE 142 III 612 E. 4.2). Es ist 

sodann nochmals zu betonen, dass die gleichmässige Betreuung der Kinder auch nach der Tren-

nung ihrer Eltern von Gesetzes wegen gefördert werden soll. In der neueren Rechtsprechung und 

Lehre wird immer wieder darauf hingewiesen, dass es sehr wohl gerade im Interesse eines Klein-

kindes liegt, eine Beziehung zu beiden Elternteilen aufzubauen und zu pflegen (vgl. z.B. BGer 

5A_888/2016 vom 20. April 2018 E. 3.3.2., wo ein Kind, das bei der Trennung der Eltern noch 

kein Jahr alt war, unter die geteilte Obhut gestellt wurde). Kinder in gemeinsamer elterlicher Sorge 

zeigen zudem bessere psychische Anpassungswerte als Kinder in Alleinsorge und können ins-

gesamt von diesem Betreuungsmodell stark profitieren (vgl. HILDEGUND SÜNDERHAUF/MARTIN 

WIDRIG, AJP 7/2014 S. 890).  

Nach diesen Vorbemerkungen ist für den vorliegenden Fall zunächst festzustellen, dass C.____ 

kein Kleinkind mehr ist, da in der Regel nur das zweite sowie das dritte Lebensjahr zu dieser 

Phase gerechnet werden (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Kleinkind). C.____ ist am 18. Dezem-

ber 2021 drei Jahre alt geworden, hat die Schwelle zum Vorschulkind bereits überschritten und 

fällt deshalb nicht mehr unter die besagte Kategorie. Selbst wenn die Tochter der Parteien indes-

sen noch als Kleinkind gelten sollte, so sind die von der Mutter geäusserten Sorgen und Befürch-

tungen als nicht stichhaltig einzustufen. Sie begründet diese nämlich bloss mit dem allgemeinen 

Hinweis auf die Entwicklungspsychologie und Bindungstheorie und legt in keiner Weise dar, in-

wiefern die Entwicklung von C.____ bei Anordnung der geteilten Obhut mit ungefähr gleichwerti-

ger Betreuung konkret gefährdet wäre. Rein theoretische Bedenken haben hier aber keinen Platz. 

Es besteht vorliegend auch kein Grund, ein kinderpsychologisches Gutachten einzuholen. Die 

blosse Möglichkeit, dass bei Vorliegen sämtlicher Voraussetzungen die  

alternierende Obhut bewilligt werden könnte, gibt jedenfalls keinen begründeten Anlass dazu. Es 

ist hier nochmals darauf hinzuweisen, dass C.____ seit September 2019 regelmässig einmal pro 

Woche während fast zwei Tagen von ihrem Vater betreut wird und es keinerlei Hinweise gibt, 

dass dies dem Kindeswohl entgegensteht. Mit der kantonsgerichtlichen Verfügung vom  

12. November 2021 ist sein Betreuungsrecht in teilweiser Gutheissung seines Gesuchs um Erlass 

von vorsorglichen Massnahmen für die Dauer des Berufungsverfahrens ausgeweitet worden. Der 

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https://de.wikipedia.org/wiki/Kleinkind

 
 
Seite 17  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

dagegen erhobenen Beschwerde ist mit Verfügung des Bundesgerichts vom 11. Januar 2022 

keine aufschiebende Wirkung erteilt worden. Es kann daher davon ausgegangen werden, dass 

C.____ somit seit Januar 2022 jeweils ein Wochenende im Monat bei ihrem Vater verbringt und 

dass sie – unter Vorbehalt eines anderweitigen Entscheids des Bundesgerichts – der kantonsge-

richtlichen Verfügung vom 12. November 2021 entsprechend ab April 2022 jedes zweite Wochen-

ende bei ihm verbringen wird. Damit ist aber das Betreuungsrecht bereits während der Dauer des 

Berufungsverfahrens sukzessive und behutsam ausgebaut worden. Es ist nicht ersichtlich, inwie-

fern die Entwicklung von C.____ angesichts dieser vollkommen kindgerechten Umsetzung der 

geteilten Betreuung hin zu einer hälftigen alternierenden Obhut gestört oder gar gefährdet sein 

sollte. Für die Berufungsinstanz steht daher fest, dass die Stabilität der Verhältnisse in casu einer 

Anordnung der alternierenden Obhut mit einer ungefähr hälftigen Betreuung nicht entgegensteht.  

4.5 Was die persönliche Betreuung des Kindes anbelangt, so bezweifelt die Mutter, dass der 

Vater bei einer Ausweitung der Betreuungszeiten durchwegs selber für C.____ da sein könnte. 

Als Tennislehrer müsse er in der Regel gerade dann arbeiten, wenn die anderen Personen frei 

hätten, nämlich am Wochenende und zu Randzeiten, also genau dann, wenn er auch für C.____ 

zu Hause sein müsste. Dem widerspricht der Vater und weist unter anderem darauf hin, dass er 

seine Tennislektionen für C.____ umgestellt habe und sie nun seit mehr als 1.5 Jahren jeweils 

am Montag und Dienstag selber betreue. Selbstverständlich werde er seine Lektionen weiter an-

passen, sobald dies für die Betreuung von C.____ erforderlich sein sollte.  

Vorliegend ist davon auszugehen, dass der Vater C.____ mittlerweile seit mehr als 2 Jahren von 

Montagmorgen bis Dienstagnachmittag 16:30 Uhr persönlich betreut. Die Mutter stellt dies jeden-

falls weder konkret noch begründet in Abrede. Da er Inhaber der Tennisschule A.____ GmbH ist, 

die er zusammen mit seiner Schwester betreibt, kann ohne Weiteres davon ausgegangen wer-

den, dass er seine Arbeitszeiten – allenfalls nach Absprache mit seiner Schwester – seinen resp. 

den Bedürfnissen seiner Tochter entsprechend anpassen kann. Entgegen der Darstellung der 

Mutter besteht daher kein ernsthaftes Risiko, dass der Vater an den Randzeiten gar nie selber 

für C.____ sorgen könnte. An dieser Stelle ist zudem darauf hinzuweisen, dass ein Kind in der 

Regel nicht ausschliesslich von einem der Elternteile persönlich betreut werden muss. Die Mög-

lichkeit, das Kind persönlich zu betreuen, spielt vor allem dann eine Rolle, wenn spezifische Be-

dürfnisse des Kindes eine solch persönliche Betreuung erfordern oder wenn ein Elternteil selbst 

zu Randzeiten (morgens, abends und an den Wochenenden) nicht bzw. kaum zur Verfügung 

stünde. Ansonsten ist jedoch von der Gleichwertigkeit von Eigen- und Fremdbetreuung auszuge-

hen (vgl. BGE 144 III 481 E. 4.6.3 und E. 4.7). Der Vater hat in casu denn auch glaubhaft darge-

legt, dass seine Mutter und mithin die Grossmutter von C.____ für deren Betreuung beigezogen 

werden könnte, wenn dies wegen geschäftlichen Verpflichtungen erforderlich sein sollte. Im Üb-

rigen ist die Mutter selber berufstätig und wird daher wohl auch vereinzelt Fremdbetreuung in 

Anspruch nehmen.  

 

Zusammenfassend ist somit festzustellen, dass alle Voraussetzungen für die Anordnung der al-

ternierenden Obhut im vorliegenden Fall erfüllt und diesbezüglich keinerlei Bedenken hinsichtlich 

des Kindeswohls angebracht sind. Im Nachfolgenden müssen nunmehr die konkreten Betreu-

ungsanteile resp. Betreuungszeiten festgelegt werden, wobei sich angesichts der geografischen 

Distanz der elterlichen Wohnorte vorab die Frage nach dem zivilrechtlichen Wohnsitz von C.____ 

stellt, der insbesondere für die Einschulung des Kindes von Bedeutung ist (vgl. INGEBORG 

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Seite 18  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

SCHWENZER/MICHELLE COTTIER, a.a.O., Art. 298 N 9). Erst danach ist analog zum erstinstanzli-

chen Urteil die konkrete Betreuung von C.____ für die Zeit vor resp. nach dem Kindergarteneintritt 

zu regeln.  

5.1 Im ersten zwischen den Parteien anhängig gemachten Verfahren, hatte die Vorderrichterin 

als eine der vorsorglichen Massnahmen den Wohnsitz von C.____ per Urteil vom 29. August 

2019 beim Kindsvater und bis zur Trennung der Eltern auch gemeinsamen Wohnort in N.____ 

festgelegt. Im angefochtenen Urteil vom 13. Januar 2021 legte die Vorderrichterin den Wohnsitz 

des Kindes aus Gründen der Stabilität und Kontinuität wiederum am Wohnort des Vaters in 

N.____ fest. Sie ging dabei davon aus, dass der Kindsvater dort über ein langjähriges, gefestigtes 

Umfeld verfüge und privat sowie geschäftlich stark an diesem Ort verankert sei. Die Kindsmutter 

hingegen wohne erst seit August 2019 in O.____ und lebe dort in einer Mietwohnung. Ausserdem 

halte sich die Mutter, die zwar meist im Home-Office arbeiten könne, arbeitsbedingt ab und zu in 

L.____ und damit in der Umgebung ihres früheren Wohnorts auf. Die Vorderrichterin kam zum 

Schluss, dass der Kindsvater sowohl privat (Haus, Familie und Freunde) als auch geschäftlich 

(Tennisschule) bedeutend enger mit seinem Wohnsitz verbunden sei als die Kindsmutter mit dem 

ihrigen und der Wohnsitz von C.____ deshalb auch nach dem Kindergarteneintritt weiterhin beim 

Kindsvater in N.____ zu belassen sei.  

Die Mutter geht demgegenüber aufgrund resp. als logische Folge ihres Antrags auf Zuteilung der 

alleinigen Obhut davon aus, dass der Wohnsitz des Kindes von Gesetzes wegen bei ihr festzu-

legen sei. Dies gelte auch für den Fall, dass die Berufungsinstanz die alternierende Obhut an-

ordne. Der Wohnsitz eines Kindes müsse sich nämlich im Sinne des Kindeswohls an demjenigen 

Ort befinden, an dem es die engsten Beziehungen habe und dies könne nur am Wohnort der 

Mutter sein, zumal C.____ den überwiegenden Teil ihres bisherigen Lebens bei ihr verbracht 

habe.  

5.2 Als Wohnsitz des Kindes unter elterlicher Sorge gilt gemäss Art. 25 Abs. 1 ZGB der Wohn-

sitz der Eltern oder, wenn die Eltern keinen gemeinsamen Wohnsitz haben, der Wohnsitz des 

Elternteils, unter dessen Obhut das Kind steht; in den übrigen Fällen gilt sein Aufenthaltsort als 

Wohnsitz. Können sich die Eltern nicht einigen, bestimmt das Gericht bei alternierender Obhut 

den Aufenthaltsort des Kindes und damit seinen zivilrechtlichen Wohnsitz (vgl. INGEBORG 

SCHWENZER/MICHELLE COTTIER, a.a.O., Art. 298 N 9).  

Im vorliegenden Fall hat C.____ – wie die Mutter zutreffend geltend macht – ab Trennung der 

Eltern die meiste Zeit bei ihr verbracht. Weshalb es dazugekommen ist resp. wer wofür verant-

wortlich ist, muss hier offenbleiben. Massgeblich ist jetzt nur eine kindgerechte Lösung zu finden. 

Seit August 2019 wohnt das Kind mit der Mutter in O.____ und lebt – abgesehen von den zwei 

Tagen beim Vater in N.____ – mehrheitlich dort. Es ist daher davon auszugehen, dass C.____ 

an ihrem Wohnort in O.____ mittlerweile über ein stabiles und vertrautes Umfeld verfügt. Die 

Mutter tritt sodann ab 1. April 2022 eine neue Stelle in O.____ an, womit ab diesem Zeitpunkt 

auch arbeitsbedingt kein Bezug zu L.____ und bzw. zu ihrem früheren Wohnort mehr besteht. 

Die Verhältnisse haben sich damit seit dem ersten Entscheid der Vorinstanz vom 29. August 2019 

massgeblich verändert. In Anbetracht, dass die Mutter seit Sommer 2019 ununterbrochen zu-

sammen mit der Tochter in O.____ wohnt und sich der Lebensmittelpunkt von C.____ demzufolge 

zweifelsohne an diesem Ort befindet, ist die im hier angefochtenen Urteil vom 13. Januar 2021 

erfolgte Festlegung des Wohnsitzes von C.____ beim Vater in N.____ aus heutiger Sicht nicht 

http://www.bl.ch/kantonsgericht

 
 
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mehr vertretbar. Der Wohnsitz des Kindes ist daher – in diesbezüglicher Gutheissung der Beru-

fung – am Wohnort der Mutter festzulegen und zwar sowohl für die Zeit vor dem Kindergarten-

eintritt als auch danach.  

6.1 Die Vorderrichterin legte die Betreuungszeiten wie folgt fest: Der Kindsvater betreut C.____ 

jeweils ab Montagmorgen bis Mittwochmittag (inkl. Übernachtungen). Zudem betreut der Kinds-

vater C.____ jedes zweite Wochenende von Samstagnachmittag bis Montagmorgen (inkl. Über-

nachtungen). An den restlichen Wochentagen bzw. Wochenenden (inkl. der jeweiligen Übernach-

tungen) wird C.____ von der Kindsmutter betreut. Die Übergaben des Kindes regelte die Vo-

rinstanz sodann folgendermassen: Die Kindsmutter bringt C.____ am Montagmorgen jeweils spä-

testens um 9:00 Uhr bzw. an den Besuchswochenenden am Samstag spätestens um 13:30 Uhr 

zum Wohnort des Kindsvaters. Der Kindsvater bringt C.____ jeweils am Mittwochmittag spätes-

tens um 12:00 Uhr zum Wohnort der Kindsmutter. Im Sinne einer Mindestregelung wurden die 

Eltern des Weiteren berechtigt und verpflichtet, mit C.____ je fünf Wochen Ferien im Jahr zu 

verbringen, wobei die Ferientermine jeweils mindestens zwei Monate vor den geplanten Ferien 

abzusprechen und die Ferien wochenweise, jedoch jeweils auf maximal zwei Wochen am Stück 

beschränkt zu nehmen seien. Für die Zeit ab Kindergarteneintritt von C.____ ordnete die Vorder-

richterin ausgehend vom Wohnsitz des Kindes beim Vater folgende Regelung an: Falls die kür-

zeste Reisezeit vom Wohnort der Kindsmutter zum Wohnsitz des Kindes die Dauer von 30 Minu-

ten (von Haus zu Haus, Auto oder öffentlicher Verkehr) übersteigt, wird die Kindsmutter in diesem 

Fall und in Abweichung zur vorherigen Regelung berechtigt und verpflichtet, die gemeinsame 

Tochter C.____ jeweils an drei Wochenenden eines Monats von Freitag (Schulschluss) bis Mon-

tagmorgen (Schulbeginn) sowie während acht Schulferienwochen zu betreuen (inkl. Übernach-

tungen). Die restliche Betreuung übernimmt der Kindsvater, wobei wiederum er die Tochter am 

Freitag (Schulschluss) zur Kindsmutter zu bringen hat und die Kindsmutter C.____ am Montag-

morgen (Schulbeginn) zurückbringt. 

Die Mutter beantragt demgegenüber, ausgehend von ihrer alleinigen Obhut, die mit Urteil vom 

29. August 2019 angeordnete Betreuungsregelung bis zum Kindergarteneintritt der Tochter wei-

terzuführen, d.h. dass der Vater C.____ wöchentlich jeweils vom Montagmorgen (vor Arbeitsbe-

ginn der Mutter) bis Dienstagnachmittag 17:00 Uhr zu sich auf Besuch nehmen darf, wobei er zu 

verpflichten sei, das Kind am Montag bei der Mutter in O.____  zu holen und es am Dienstag bis 

spätestens 18:00 Uhr wieder nach O.____  zurückzubringen. Diesen Antrag begründet die Mutter 

damit, dass sie nebst der Hälfte der Barkosten auch die meiste Betreuung von C.____ übernehme 

und dem Vater daher angesichts seines Arbeitspensums von nur gerade 15.5 Stunden pro Wo-

che die Übernahme aller Fahrdienste zugemutet werden könne. Ab Kindergarteneintritt sei der 

Vater zu berechtigen, C.____ jedes zweite Wochenende von Freitagabend bis Sonntagabend zu 

sich zu Besuch zu nehmen. Mit Bezug auf die Ferien beantragt die Mutter, dass der Vater zu 

berechtigen sei, C.____ ab ihrem vierten Altersjahr im Umfang von drei Wochen pro Kalenderjahr, 

jeweils einzeln und wochenweise, zu oder mit sich in die Ferien zu nehmen. Dieses Ferienbe-

suchsrecht sei ab dem fünften Altersjahr von C.____ auf fünf Wochen pro Kalenderjahr zu erwei-

tern, wobei der Vater dann berechtigt sei, das Kind auch zwei Wochen am Stück zu betreuen. 

Die Mutter sei derweilen ab sofort zu berechtigen, mit dem Kind für drei Wochen pro Jahr, und 

ab Kindergarteneintritt von C.____ für fünf Wochen pro Jahr, in die Ferien zu verreisen, ohne 

dass eine Kompensation der regulären Besuchstage stattzufinden habe.  

6.2 Die Tochter der Parteien wird bekanntlich seit August 2019 regelmässig während etwa zwei 

Tagen von ihrem Vater betreut. Es kann daher davon ausgegangen werden, dass sich C.____ 

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an diese Betreuungswechsel und an die wöchentlichen Aufenthalte beim Vater gewöhnt hat. Die 

vorinstanzlich angeordnete Regelung der wöchentlichen Betreuungszeiten bedeutet nun im We-

sentlichen, dass C.____ bis zum Kindergarteneintritt einen zusätzlichen Abend inkl. einer weite-

ren Übernachtung sowie einen zusätzlichen Vormittag beim Vater verbringen würde. Entgegen 

der Darstellung der Mutter geht es mithin keineswegs um eine erhebliche Ausweitung der wö-

chentlichen Betreuung durch den Vater. Massgeblich ist sodann, dass keine konkreten und sub-

stantiierten Gründe ersichtlich sind, die gegen eine Verlängerung des wöchentlichen Aufenthalts 

beim Vater sprechen. Dies gilt auch für die Ausdehnung der Betreuung auf die Wochenenden, 

zumal es nicht nur im Interesse des Kindes ist, wenn es von beiden Elternteilen gleichmässig 

betreut und aufgezogen wird, sondern in casu auch keinerlei Bedenken vorliegen, dass die mitt-

lerweile dreijährige Tochter an den Wochenenden zum Vater geht. Mit der kantonsgerichtlichen 

Verfügung vom 12. November 2021 ist das Betreuungsrecht des Vaters bereits für die Dauer des 

Berufungsverfahrens leicht ausgeweitet worden. Es kann – wie bereits unter Ziff. 4.4 erwähnt – 

davon ausgegangen werden, dass C.____ seit Januar 2022 jeweils ein Wochenende im Monat 

bei ihrem Vater verbringt und dass sie – unter Vorbehalt eines anderweitigen Entscheids des 

Bundesgerichts – entsprechend der besagten Verfügung vom 12. November 2021 ab April 2022 

jedes zweite Wochenende bei ihm verbringen wird. In der gleichen kantonsgerichtlichen Verfü-

gung sind die Parteien überdies im Sinne einer Mindestregelung berechtigt und verpflichtet wor-

den, mit der gemeinsamen Tochter je vier Wochen Ferien im Jahr zu verbringen, wobei der Vater 

berechtigt worden ist, mit C.____ erstmals vom 18. Dezember 2021, 13:30 Uhr, bis und mit 25. 

Dezember 2021, 13:30 Uhr, Ferien zu verbringen resp. sie in die Ferien mitzunehmen. Das Be-

treuungsrecht ist demnach bereits während der Dauer des Berufungsverfahrens in kindgerechter 

Art und Weise, nämlich sukzessive und behutsam ausgebaut worden. Die erstinstanzlich bis zum 

Kindergarteneintritt festgelegte Betreuungsregelung sowie das gleichmässige Recht jedes Eltern-

teils auf mindestens fünf Wochen Ferien pro Jahr ist daher dem Grundsatz nach zu bestätigen. 

Mit Bezug auf die von der Mutter beantragte die Übernahme aller Fahrdienste durch den Vater 

ist sodann festzuhalten, dass sie selber ebenfalls nicht zu 100% arbeitstätig ist und demnach wie 

der Vater durchaus in der Lage sein sollte, die aufgrund ihres Wegzugs vom ehemals gemeinsa-

men Wohnort der Parteien erst notwendig gewordenen Fahrten zur Hälfte zu übernehmen. Die 

Übergaben des Kindes sind entsprechend dem bereits praktizierten Wunsch der Eltern und in 

Abweichung vom erstinstanzlichen Urteil wie folgt zu regeln: Der Vater holt C.____ jeweils am 

Wohnort der Mutter ab (am Montagmorgen spätestens um 9:00 Uhr, an den Betreuungswochen-

enden am Samstag spätestens um 13:30 Uhr und an den Ferientagen spätestens um 10:00 Uhr). 

Die Mutter holt C.____ jeweils nach den Betreuungstagen resp. nach den Ferien am Wohnort 

des Vaters ab (am Mittwochmittag spätestens um 13:30 Uhr sowie nach den Ferien spätestens 

um 18:00 Uhr). Die Ferientermine sind mit dem jeweils anderen Elternteil mindestens zwei Mo-

nate vor den geplanten Ferien abzusprechen. Die Ferien sind sodann wochenweise zu nehmen 

und jeweils auf maximal zwei Wochen am Stück zu beschränken. Die während der Ferien nicht 

bezogenen Betreuungstage müssen nicht nachgeholt resp. kompensiert werden. 

 

Für die Zeit ab Kindergarteneintritt ist sodann ebenfalls prinzipiell die Regelung der Vorinstanz zu 

übernehmen, wobei angesichts der Festlegung des Wohnsitzes von C.____ bei der Mutter die 

Betreuungszuständigkeiten entsprechend umzukehren sind. Das Berufungsgericht erachtet die 

Lösung der Vorderrichterin nämlich sowohl hinsichtlich der vorausgesetzten Reisezeit zwischen 

den Wohnorten der Eltern von mehr als 30 Minuten als auch hinsichtlich der diesfalls angeordne-

ten Betreuung an drei Wochenenden im Monat und einem Ferienrecht von acht Schulferienwo-

chen als ausgewogen und im Interesse des Kindes und schliesst sich dieser Regelung mit der 

erwähnten notwendigen Umkehr der Betreuungen daher mit folgender Präzisierung an: Der Vater 

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wird bei einer Reisezeit von mehr als 30 Minuten ab seinem Wohnort bis zum Wohnort des Kindes 

berechtigt und verpflichtet, C.____ jeweils am ersten, dritten, vierten und allenfalls fünften Wo-

chenende (sofern sowohl Samstag als auch Sonntag in den alten Monat fallen) eines Monats von 

Freitag (Schulschluss) bis Sonntagabend 18:00 Uhr zu betreuen (inkl. Übernachtungen). Mit Be-

zug auf die Übergaben wird wiederum die von den Eltern bereits praktizierte Regelung übernom-

men, wonach der Vater C.____ jeweils am Wohnort der Mutter holt, nämlich am Freitag (Schul-

schluss) resp. zum Beginn der Ferien (Samstagmorgen spätestens 10:00 Uhr) und die Mutter 

C.____ im Gegenzug am Sonntagabend resp. nach den Ferien spätestens um 18:00 Uhr am 

Wohnort des Vaters abholt. Die Ferientermine sind mit dem jeweils anderen Elternteil mindestens 

zwei Monate vor den geplanten Ferien abzusprechen. Die Ferien sind sodann wochenweise zu 

nehmen und jeweils auf maximal drei Wochen am Stück zu beschränken. Die während der Ferien 

nicht bezogenen Betreuungstage müssen nicht nachgeholt resp. kompensiert werden. Über all-

fällige Änderungen der Betreuungs- und Ferienregelung haben sich die Parteien untereinander 

direkt zu verständigen, wobei auf Wünsche und Bedürfnisse des Kindes gebührend Rücksicht zu 

nehmen ist. 

6.3 Die erstinstanzliche Feiertagsregelung wird nicht konkret und begründet in Frage gestellt. 

Die Mutter beantragt lediglich, dass die gerichtsübliche alternierende Feiertagsbetreuung erst ab 

dem vierten Altersjahr von C.____ festgelegt wird. Wie bereits mehrfach dargelegt, gibt es keinen 

Grund, dass die am 18. Dezember 2021 drei Jahre alte Tochter C.____ die Feiertage nicht auch 

abwechselnd mit ihrem Vater verbringen sollte. Damit ist auch die Feiertagsregelung der Vo-

rinstanz in Abweisung der Berufung der Mutter und mit folgenden Präzisierungen resp. Ergän-

zungen hinsichtlich weiterer Feiertage zu übernehmen:  

- Der Vater betreut C.____ vom 23. Dezember 18:00 Uhr bis 25. Dezember 18:00 Uhr jeweils in 

den ungeraden Jahren, die Mutter in den geraden Jahren.  

- Der Vater betreut C.____ über Silvester ab 13:00 Uhr bis 1. Januar 18:00 Uhr jeweils in den 

geraden Jahren, die Mutter in den ungeraden Jahren. 

- Der Vater betreut C.____ über das Osterwochenende ab Gründonnerstag 16:00 Uhr bis Oster-

montag 18:00 Uhr jeweils in den ungeraden Jahren, die Mutter in den geraden Jahren. 

- Der Vater betreut C.____ über Auffahrt ab Mittwochabend 18:00 Uhr bis Sonntagabend 18:00 

Uhr jeweils in den geraden Jahren, die Mutter in den ungeraden Jahren.  

- Der Vater betreut C.____ schliesslich über Pfingsten ab Freitagabend 18:00 Uhr bis Montag-

abend 18:00 jeweils in den ungeraden Jahren, die Mutter in den geraden Jahren. 

 Die auf diese Feiertage fallenden Betreuungstage müssen nicht nachgeholt resp. kompensiert 

werden. Über allfällige Änderungen der Feiertagsregelung verständigen sich die Parteien unter-

einander direkt, wobei auf Wünsche und Bedürfnisse des Kindes gebührend Rücksicht zu neh-

men ist. 

 

7.1 Die Berufung der Mutter richtet sich im Weiteren gegen die erstinstanzliche Unterhaltsbe-

rechnung. Die Vorinstanz verpflichtete den Vater für die Zeit vom 1. Februar 2019 bis und mit 30. 

September 2019 für C.____ einen monatlichen Barunterhaltsbeitrag von CHF 348.00 an die Mut-

ter zu bezahlen. Allfällige vom Vater während dieser Zeit bezogene Kinderzulagen seien zusätz-

lich geschuldet. Ab 1. Oktober 2019 habe dann jeder Elternteil diejenigen Barkosten der Tochter 

zu tragen, die während seiner Betreuungszeit anfallen (Nahrung, Kleidung, Körper- und Gesund-

heitspflege, Unterhalt der Wohnungseinrichtung, Kulturelles sowie Auslagen für Beleuchtung, 

Kochstrom und/oder Gas sowie Wohn- und Nebenkosten). Weitere Kosten der Tochter C.____ 

(Krankenkassenprämien, Gesundheitskosten, ÖV-Abo, Hobbies, etc.) seien von der Mutter zu 

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tragen. Allfällige vom Vater ab dem 1. Oktober 2019 bis zum Eintritt der Rechtskraft des erstin-

stanzlichen Urteils bezogene Kinderzulagen seien an die Mutter weiterzuleiten. Ab Eintritt der 

Rechtskraft des erstinstanzlichen Urteils habe derjenige Elternteil, der die Kinder- bzw. Ausbil-

dungszulagen beziehe, die Hälfte davon an den anderen Elternteil weiterzuleiten.  

Die Mutter beantragt demgegenüber, dass der Vater folgende monatliche und jeweils auf den 

ersten eines jeden Monats zahlbare Beiträge an den Unterhalt, die Pflege und Erziehung von 

C.____ bezahlt: für die Zeit vom 1. Februar 2019 bis 31. Juli 2019 CHF 350.00 zuzüglich Kinder-

zulagen und ab 1. August 2019 CHF 700.00 zuzüglich allfällige gesetzliche oder vertragliche Fa-

milienzulagen. Im Nachfolgenden ist zu prüfen, ob die erstinstanzlich festgelegte Unterhaltsrege-

lung im Sinne dieser Anträge abzuändern ist.  

7.2 Die Vorderrichterin stellte zunächst mit Bezug auf die erste Unterhaltsphase fest, dass 

C.____ in dieser Anfangszeit, nämlich ab der Trennung der Eltern im Februar 2019 bis zum Um-

zug der Mutter nach O.____ im September 2019, hauptsächlich von der Mutter betreut worden 

sei. Der Barunterhalt des Kindes müsse daher vollumfänglich vom Vater getragen werden. Dieser 

belaufe sich auf CHF 348.00 (Grundbetrag von CHF 400.00 und Krankenkassenprämien von 

CHF 148.00 abzüglich Kinderzulagen von CHF 200.00). Ein Beitrag an die Wohnkosten könne 

ausser Acht gelassen werden, zumal sich die Mutter in der besagten Zeit überwiegend bei ihren 

Eltern in K.____ aufgehalten habe. Bei einem monatlichen Gesamteinkommen von CHF 6'652.00 

(Nettolohn von CHF 5'601.00, 13. Monatslohn von CHF 466.00 und Anteil am Gewinn der Ten-

nisschule von CHF 585.00) und einem monatlichen Grundbedarf von  

CHF 3'893.00 (Grundbetrag von CHF 1'200.00, Hypothekarzins von CHF 1'184.00, Nebenkosten 

der Liegenschaft von CHF 330.00, Krankenkassenprämien à CHF 386.00, Telekommunikation 

und Versicherungen von CHF 100.00, U-Abo à CHF 80.00, Gesundheitskosten von  

CHF 313.00 und laufende Steuern von CHF 300.00) verbleibe dem Vater ein Überschuss von 

CHF 2'759.00 pro Monat, so dass er für den Barunterhalt seiner Tochter ohne Weiteres aufkom-

men könne. Ein Betreuungsunterhalt sei nicht geschuldet, da die Mutter trotz Einkommensreduk-

tion in dieser ersten Phase unbestrittenermassen in der Lage gewesen sei, ihren eigenen Bedarf 

mit ihrem damaligen Einkommen zu decken (vgl. erstinstanzliches Urteil S. 29 ff.).  

Die Mutter legt in ihrer Berufung nicht dar, weshalb sie für die erste, ihrer Ansicht nach nur bis 

Ende Juli 2021 laufende Phase einen Unterhaltsbeitrag von CHF 350.00 verlangt. Wie bereits 

unter Ziff. 2.2 zuvor erwähnt, hat das Berufungsgericht im vorliegenden Fall den Sachverhalt zwar 

zur Wahrung des Kindeswohls gemäss Art. 296 ZPO von Amtes wegen zu erforschen, weil der 

uneingeschränkte Untersuchungsgrundsatz auch im Rechtsmittelverfahren gilt. Dies entbindet 

die Parteien, die den Sachverhalt in der Regel am besten kennen, jedoch weder von ihrer Mitwir-

kungspflicht bei der Feststellung des Sachverhalts noch von der Behauptungs- und Substantiie-

rungslast. Vielmehr liegt es immer noch an ihnen, dem Gericht das Tatsachenmaterial zu unter-

breiten und die Beweismittel zu bezeichnen bzw. im Rahmen des Zumutbaren beizubringen. Bei 

anwaltlich vertretenen Parteien wirkt sich diese Mitwirkungspflicht umso stärker aus (vgl. 

CHRISTIAN STALDER/BEATRICE VAN DE GRAAF, KUKO ZPO, 3. Aufl. 2021, Art. 296 N 2). Die an-

waltlich vertretene Mutter hat ihren Antrag um Erhöhung des erstinstanzlich für die erste Phase 

festgelegten Unterhaltsbeitrags nicht begründet. Sie macht demnach nicht geltend, dass der Bar-

bedarf des Kindes von der Vorinstanz nicht korrekt ermittelt worden wäre. Die Berechnung der 

Vorderrichterin ist unter dem Aspekt des Kindeswohls denn auch ohne Weiteres nachvollziehbar 

und schlüssig. Es geht hier zudem lediglich um eine geringfügige Anpassung von CHF 2.00 pro 

Monat für eine nur leicht kürzere Zeitspanne. Der vom Vater ab Februar 2019 bis und mit 30. 

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September 2019 für C.____ zu bezahlende Barunterhaltsbeitrag von  

CHF 348.00 ist angesichts dieser Umstände nicht zu beanstanden.  

7.3 Mit Bezug auf die zweite Unterhaltsphase stellte die Vorderrichterin zunächst fest, dass 

C.____ seit Oktober 2019 von beiden Eltern alternierend betreut und demnach von beiden ein 

Beitrag an die Pflege und Erziehung der Tochter geleistet werde. Es sei folglich zu prüfen, welcher 

Elternteil sich in welchem Umfang am monatlichen Barbedarf von C.____ zu beteiligen habe. Der 

Grundbedarf des Kindes betrage ab Oktober 2019 total CHF 1'958.00 (Grundbetrag à CHF 

400.00, Wohnkostenanteil beim Vater von CHF 504.00 und bei der Mutter von  

CHF 906.00 und Krankenkassenprämien à CHF 148.00). Weitere Grundbedarfspositionen seien 

nicht belegt. Als Einkommen könne C.____ die ihr zustehenden Kinderzulagen in Höhe von CHF 

200.00 angerechnet werden, womit eine Unterdeckung von CHF 1'758.00 pro Monat verbleibe. 

Auf der Seite der Eltern ermittelte die Vorderrichterin einen monatlichen Grundbedarf des Vaters 

von total CHF 3'841.00 (Grundbetrag von CHF 1'350.00, Hypothekarzins von  

CHF 789.00, Nebenkosten der Liegenschaft von CHF 220.00, Krankenkassenprämien à  

CHF 400.00, Telekommunikation und Versicherungen von CHF 100.00, Kosten von  

CHF 369.00, die im Hinblick auf die Kindsübergaben notwendigen Fahrdienste anfallen, Gesund-

heitskosten von CHF 313.00 und laufende Steuern von CHF 300.00). Für die Mutter errechnete 

die Vorinstanz einen monatlichen Grundbedarf von CHF 4'506.00 (Grundbetrag von CHF 

1'350.00, Mietzins inkl. Nebenkosten und Parkplatz von CHF 1’814.00, Krankenkassenprämien 

à CHF 373.00, Telekommunikation und Versicherungen von CHF 100.00, Kosten von CHF 

369.00, die im Hinblick auf die Kindsübergaben notwendigen Fahrdienste anfallen, sowie lau-

fende Steuern von CHF 500.00). Die Vorderrichterin stellte sodann mit Bezug auf die Einnahmen 

des Vaters fest, dass dieser sein Arbeitspensum ab Oktober 2019 auf 80% reduziert habe, was 

unter Berücksichtigung seiner Betreuungspflichten von 20% ab diesem Zeitpunkt nicht zu bean-

standen sei. Aufgrund der vom Vater anlässlich der Hauptverhandlung erfolgten Bestätigung, 

wonach er das mit einem 80%-Arbeitspensum erzielte Einkommen auch bei einer Betreuung von 

C.____ im Umfang von 50% beibehalten könne, habe die Zusprechung von je hälftigen Betreu-

ungsanteilen folglich keinen Einfluss auf sein Einkommen. Es sei ihm demnach ab Oktober 2019 

ein Nettolohn von CHF 4'348.00 pro Monat (CHF 4'548.00 abzüglich Kinderzulagen von CHF 

200.00) sowie der anteilsmässige 13. Monatslohn von netto CHF 362.00 anzurechnen. Zusätzlich 

sei auch in der zweiten Phase ab Oktober 2019 der vom Vater als selbstständig Erwerbstätiger 

mit der Tennisschule erzielte Gewinn von monatlich CHF 585.00 anzurechnen. Sein Nettoein-

kommen belaufe sich damit auf insgesamt CHF 5'295.00 pro Monat. Die Vorinstanz stellte weiter 

fest, dass die Mutter mit ihrem 60%-Arbeitspensum ein monatliches Nettoeinkommen von rund 

CHF 6'600.00 (inkl. 13. Monatslohn) erzielen könne. Hinzu komme das von ihr mit der gutachter-

lichen Tätigkeit separat generierte Einkommen von rund  

CHF 1'300.00 pro Monat resp. total CHF 7'900.00. Beim Vater ergebe sich somit ein monatlicher 

Überschuss von CHF 1'454.00 (CHF 5'295.00 abzüglich CHF 3'841.00), während bei der Mutter 

ein solcher im Betrag von CHF 3'394.00 (CHF 7'900.00 abzüglich CHF 4'506.00) resultiere. Beim 

Vergleich der so ermittelten Leistungsfähigkeiten der Eltern zeigte sich sodann, dass die Mutter 

70% (CHF 3'394.00) bzw. der Vater 30% (CHF 1'454.00) des Gesamtüberschusses von CHF 

4’848.00 (CHF 3'394.00 + CHF 1'454.00) erwirtschafteten. In Bezug auf den konkret berechneten 

Grundbedarf des Kindes in Höhe von monatlich CHF 1'958.00 bedeute dies, dass sich die Mutter 

grundsätzlich im Umfang von CHF 1'370.60 (70%) und der Vater im Umfang von CHF 587.40 

(30%) daran zu beteiligen hätten. Der auf die Mutter entfallende Kostenbeitrag von CHF 1'370.60 

pro Monat habe zur Folge, dass sie sich nebst der Deckung der bei ihr anfallenden Barkosten 

von C.____ (hälftiger Grundbetrag von CHF 200.00 und Wohnkostenanteil von CHF 906.00) und 

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der Tragung der Krankenkassenprämien von CHF 148.00 auch an den beim Vater direkt anfal-

lenden Barkosten beteiligen müsste. Die Vorderrichterin erachtete indessen eine solche Beteili-

gung der Mutter an den beim Vater anfallenden Barkosten nicht als sachgerecht. Sie wies dabei 

darauf hin, dass der für C.____ berechnete Grundbedarf in Höhe von  

CHF 1'958.00 lediglich die Bedarfspositionen des Existenzminimums umfasse und folglich davon 

auszugehen sei, dass in der Zukunft zusätzliche Kosten anfallen werden (z.B. Gesundheitskos-

ten, ÖV-Abo, Hobbies etc.). Da sich die Eltern auch an diesen zusätzlichen Kosten im Verhältnis 

ihrer Leistungsfähigkeit beteiligen müssten, hätte dies stetige Abrechnungen zwischen ihnen zur 

Folge. Eine so komplizierte Kostenregelung sei unter Berücksichtigung des Streitpotenzials nicht 

im Sinne des Kindes. Es erscheine bei der Verteilung der Barkosten des von den Eltern alternie-

rend betreuten Kindes daher angezeigt, dass jeder diejenigen Barkosten von C.____ trage, die 

bei ihm direkt anfallen (Anteil am Grundbetrag, jeweilige Wohn- und Nebenkosten). Dadurch habe 

jeder Elternteil auch jene Wohnkosten des Kindes zu finanzieren, die er selbst zu verantworten 

habe. Mit dieser Kostenverteilung werde also vermieden, dass sich ein Elternteil über den Wohn-

kostenanteil des Kindes an den Wohnkosten des anderen beteiligen müsse. Der Vater leiste 

durch die Deckung der bei ihm direkt anfallenden Barkosten einen monatlichen Unterhaltsbeitrag 

von CHF 704.00 (hälftiger Grundbetrag von CHF 200.00 und Wohnkostenanteil von CHF 504.00). 

Unter Berücksichtigung, dass er sich aufgrund seiner Leistungsfähigkeit im Umfang von 30% am 

Barbedarf von C.____ zu beteiligen habe, belaufe sich der von der leistungsstärkeren Mutter zu 

übernehmende Betrag auf CHF 1'642.00, nämlich CHF 704.00 / 30% x 70%. Es rechtfertige sich 

daher, die weiteren Kinderkosten, wie Krankenkassenprämien, Gesundheitskosten, U-Abo etc., 

der finanziell stärkeren Mutter aufzuerlegen. Mit dem Betrag von CHF 1'642.00 könne sie nebst 

der Deckung der von ihr direkt zu tragenden Barkosten von C.____ (hälftiger Grundbetrag von 

CHF 200.00 und Wohnkosten von  

CHF 906.00) und den Krankenkassenprämien von CHF 148.00 auch allfällige weitere Kinderkos-

ten bezahlen. Der für C.____ berechnete Grundbedarf von CHF 1'958.00 werde durch die Unter-

haltsbeiträge der Eltern von insgesamt CHF 2'346.00 (CHF 704.00 + CHF 1'642.00) demnach 

nicht nur gedeckt, es verbleibe vielmehr ein angemessener Überschussanteil von rund CHF 

388.00. Die Vorderrichterin stellte schliesslich fest, dass auch für die Zeit ab Oktober 2019 kein 

Betreuungsunterhalt geschuldet sei, weil beide Eltern trotz ihrer Betreuungspflichten den eigenen 

Bedarf mit ihren Einkommen selber decken könnten (vgl. erstinstanzliches Urteil S. 31 ff.).  

Die Mutter geht in ihrer Berufung davon aus, dass C.____ unter ihre alleinige Obhut gestellt wird 

und der Vater daher für den Barunterhalt von C.____ voll aufzukommen hat. Aus diesem Grund 

seien die erstinstanzlich errechneten Unterhaltsbeiträge neu festzusetzen. Konkret verlangt sie, 

dass von einem Einkommen des Vaters von mindestens CHF 6'940.00 und einem Grundbedarf 

von CHF 3'605.00 auszugehen sei. Mit Bezug auf ihren eigenen Bedarf macht die Mutter geltend, 

dass die Berufsauslagen von CHF 369.00 zu berücksichtigen seien und ihr Grundbedarf daher 

total CHF 4'475.00 betrage. Beim Grundbedarf von C.____ sei hingegen aufgrund der anzuord-

nenden alleinigen Obhut der Wohnkostenanteil des Vaters abzuziehen, sodass sich der Grund-

bedarf für die Tochter auf CHF 1'450.00 belaufe. Der von ihr beantragte Unterhaltsbeitrag von 

CHF 700.00 pro Monat erweise sich angesichts dieser Berechnung als sehr zurückhaltend be-

messen. Mit Bezug auf die ausserordentlichen Kinderkosten beantragt die Mutter schliesslich, 

dass diese von den Parteien je zur Hälfte zu tragen seien.  

Im vorliegenden Fall ist zunächst festzuhalten, dass sich die Ausführungen der Mutter zur Unter-

haltsberechnung ausschliesslich auf die Annahme, dass ihr die alleinige Obhut übertragen wird, 

beschränken. Ausserdem bezieht sie sich resp. verweist bei ihren Berechnungen durchwegs auf 

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ihre Eingaben im erstinstanzlichen Verfahren, ohne sich mit den Erwägungen der Vorinstanz kon-

kret auseinanderzusetzen, die bei ihren unterhaltsspezifischen Überlegungen zur Verteilung resp. 

Tragung der für C.____ anfallenden Kosten von der alternierenden Obhut und dementsprechend 

von anderen Umständen ausgegangen ist. Im Einzelnen erklärt die Mutter sodann selber, dass 

die erstinstanzliche Berechnung des monatlichen Einkommens des Vaters nicht zu hoch ausge-

fallen sei, sondern die Vorinstanz zu Recht von CHF 6'067.00 bei einem Vollzeitpensum inkl. 13. 

Monatslohn resp. zuzüglich des Gewinns aus der Tennisschule von CHF 585.00, total CHF 

6'652.00, ausgegangen sei. Da sich der Vater jedoch über das Geschäft einen teuren und unnö-

tigen Luxuswagen leiste, sei ihm – wie in der Klageantwort und der Duplik verlangt – ein Einkom-

men von CHF 6'940.00 anzurechnen. Die Mutter verkennt dabei offensichtlich, dass die Fahr-

zeugleasingkosten nicht neu sind, sondern – wie sich aus der Erfolgsrechnung für die Periode 

Oktober 2018 bis September 2019 ergibt – bereits vor der Trennung der Parteien bestanden 

haben und von ihr damals also toleriert worden sind. Ausserdem wird jeweils etwa die Hälfte der 

Fahrzeugkosten als Privatanteil ausgeschieden, was denn auch gleich ihrer Rüge hinsichtlich der 

Bedarfsberechnung für den Vater entgegenzuhalten ist. Die Mutter meint nämlich, dass ihm keine 

Autokosten zugestanden werden dürften, weil er sein Fahrzeug über das Geschäft abrechne. 

Dies trifft aber wie erwähnt nur teilweise zu. Die Vorderrichterin hat im Übrigen lediglich die Kos-

ten, die im Hinblick auf die zwecks Kindsübergabe notwendigen Fahrdienste anfallen, in der 

Grundbedarfsaufstellung beider Eltern berücksichtigt. Die weiteren Rügen der Mutter hinsichtlich 

der väterlichen Bedarfsberechnung erweisen sich ebenfalls als unzutreffend. So hat die Vo-

rinstanz im Grundbedarf des Vaters für die Zeit ab Oktober 2019 bei den Nebenkosten für die 

Liegenschaft nur gerade CHF 220.00 pro Monat berücksichtigt und nicht etwa – wie behauptet – 

CHF 330.00. Was schliesslich die Kosten für Telekommunikation und Versicherung betrifft, so ist 

in der Bedarfsrechnung praxisgemäss ein fixer Pauschalbetrag einzusetzen und im vorliegenden 

Fall denn auch beiden Parteien gleichermassen in der Höhe von CHF 100.00 gewährt worden. 

Die Beanstandungen der Mutter bleiben daher unbeachtlich. Im Gegenteil ist hier darauf hinzu-

weisen, dass ihr im erstinstanzlichen Verfahren ein zu tiefes Einkommen angerechnet worden ist. 

So hat die Vorinstanz für die Gutachtertätigkeit der Mutter nur einen Betrag von CHF 1’300.00 

pro Monat berücksichtigt resp. zum monatlichen Nettoeinkommen von CHF 6'600.00 hinzuge-

rechnet. Aus den Abrechnungen der Universitären Psychiatrischen Kliniken L.____ für die Jahre 

2020 und 2021 ergibt sich indessen, dass die Mutter im Jahr 2020 jeweils CHF 7'500.00 pro 

Quartal, total CHF 30'000.00, und im Jahr 2021 jeweils CHF 4'500.00 pro Quartal, total CHF 

18’000.00, für ihre privatärztliche Tätigkeit erhalten hat. Im Durchschnitt sind ihr demnach nicht 

bloss CHF 1'300.00 pro Monat, sondern CHF 2'000.00 (CHF 48'000.00 / 24 Monate) ausgezahlt 

worden. Ihr Gesamteinkommen beläuft sich in diesen Jahren somit auf CHF 8'600.00 statt auf 

CHF 7'900.00 pro Monat. Ab 1. April 2022 wird die Mutter im Umfang von 60% als Oberärztin im 

Zentrum für Ambulante Forensische Therapien in O.____ mit einem Gehalt von CHF 89'604.60 

brutto inkl. 13. Monatslohn (CHF 149'491.00 / 100% x 60%) arbeiten. Damit wird sie auch in 

Zukunft immer noch mehr verdienen als der Vater. Es ist somit festzustellen, dass sich die Be-

rechnungen der Vorinstanz insgesamt als korrekt erweisen und die daraus abgeleitete und ab 

Oktober 2019 geltende Verteilung der Unterhaltskosten für C.____ angesichts der finanziellen 

Verhältnissen der Parteien ausgewogen erscheint, zumal jeder Elternteil die während seiner Be-

treuungszeit anfallenden und – wie die Vorinstanz mit Bezug auf die jeweiligen Wohnkosten rich-

tig festgestellt hat – selbst generierten Kosten auch selber tragen muss und nur gerade die ver-

bleibenden zusätzlichen Kosten für das Kind der Mutter auferlegt werden. Zu den beim jeweiligen 

Elternteil anfallenden Kosten gehören nach Ansicht des Berufungsgerichts – dies in rudimentärer 

Abweichung zum Urteil der Vorinstanz – auch die für allfällige Hobbies von C.____ entstehenden 

Ausgaben. Die erstinstanzliche Unterhaltsregelung ist daher mit Bezug auf die zweite Phase dem 

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Grundsatz nach mit der eben erwähnten Präzisierung ebenfalls zu bestätigen und die Berufu