# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** de574533-b1e0-51d2-9a81-ecdbb5c9fdc3
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-09-24
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 24.09.2021 SK 2020 6
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2020-6_2021-09-24.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 20 6+7

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 24. September 2021 

Besetzung Oberrichter Vicari (Präsident), Obergerichtssuppleant Zbinden, 
Obergerichtssuppleant Horisberger
Gerichtsschreiberin López

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

 und

C.________ (AG)

Strafklägerin 1

und

D.________ (AG)

Strafklägerin 2

und

E.________ (AG)

Strafklägerin 3 

und

2

F.________ (AG)

Strafklägerin 4

und

G.________ (AG)

Strafklägerin 5

Gegenstand gewerbsmässiger betrügerischer Missbrauch einer Datenverarbei-
tungsanlage, gewerbsmässiger Betrug, mehrfache Tätlichkeiten

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Einzelgericht) vom 28. August 2019 (PEN 18 740)

3

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Bern-Mittelland (Einzelgericht) fällte am 28. August 2019 ge-
gen A.________ (nachfolgend: Beschuldigter) folgendes Urteil (pag. 1143 ff.; Her-
vorhebungen im Original):

Der Gerichtspräsident erkennt:

I.

A.________ wird freigesprochen:

1. von der Anschuldigung des gewerbsmässigen betrügerischen Missbrauchs einer Datenver-
arbeitungsanlage, des gewerbsmässigen Betrugs, evtl. des unrechtmässigen Bezugs von 
Leistungen einer Sozialversicherung, angeblich begangen zwischen dem 04.11.2017 und 
dem 15.02.2018 in I.________ (Ort), 

1.1. im Umfang von CHF 7'447.20 zN der J.________ (AG),

1.2. im Umfang von CHF 1‘758.75 zN der K.________,

2. von der Anschuldigung des gewerbsmässigen Betrugs, angeblich begangen in der Zeit vom 
04.11.2017 bis 31.12.2017 in I.________(Ort), im Umfang von CHF 394.45 zN von L.________,

ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten.

II.

A.________ wird schuldig erklärt:

1. des gewerbsmässigen betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage, be-
gangen zwischen dem 04.11.2017 und dem 15.02.2018 in I.________(Ort),

1.1. im Umfang von CHF 19‘643.70 zN der C.________ (AG),

1.2. im Umfang von CHF 4‘671.05 zN der D.________ (AG), 

1.3. im Umfang von CHF 1‘332.35 zN der M.________ (AG),

1.4. im Umfang von CHF 2‘870.35 zN der E.________ (AG),

1.5. im Umfang von CHF 1‘185.50 zN der N.________ (AG),

1.6. im Umfang von CHF 1‘598.95 zN der O.________ (AG),

1.7. im Umfang von CHF 2‘015.35 zN der P.________ (AG),

1.8. im Umfang von CHF 2‘446.40 zN der Q.________ (AG),

1.9. im Umfang von CHF 327.25 zN der R.________ (AG),

1.10. im Umfang von CHF 3‘834.50 zN der S.________ (AG),

4

1.11. im Umfang von CHF 679.15 zN der T.________ (AG),

1.12. im Umfang von CHF 704.75 zN der U.________(AG).

2. des gewerbsmässigen Betrugs, mehrfach

2.1. begangen zwischen dem 04.11.2017 und dem 15.02.2018 in I.________(Ort), 

2.1.1. im Umfang von CHF 11‘989.35 zN der V.________(AG) (Versuch),

2.1.2. im Umfang von CHF 7‘820.10 zN der W.________(AG) (Versuch),

2.1.3. im Umfang von CHF 2‘414.80 zN der C.________(AG) (Versuch),

2.1.4. im Umfang von CHF 3‘937.20 zN der C.________(AG) 

2.1.5. im Umfang von CHF 939.55 zN der D.________(AG) (Versuch),

2.1.6. im Umfang von CHF 2‘624.35 zN der AF.________,

2.1.7. im Umfang von CHF 1‘535.40 zN der E.________ (AG),

2.1.8. im Umfang von CHF 3‘482.65 zN der F.________ (AG),

2.1.9. im Umfang von CHF 307.30 zN der F.________(AG) (Versuch),

2.1.10. im Umfang von CHF 1‘094.85 zN der G.________(AG),

2.1.11. im Umfang von CHF 13.75 zN der Q.________(AG) (Versuch),

2.1.12. im Umfang von CHF 13.00 zN der S.________(AG) (Versuch),

2.1.13. im Umfang von CHF 207.20 zN der U.________ (AG) (Versuch),

2.2. begangen in der Zeit vom 04.11.2017 bis 31.12.2017 im Umfang von CHF 4‘135.00 zN 
von L.________ in I.________(Ort),

3. der Tätlichkeit, mehrfach begangen in der Zeit vom 13.11.2017 bis 22.12.2017 zN von 
L.________ in I.________(Ort)

und in Anwendung der Art. 40, 42 Abs. 1, 44, 47, 49 Abs. 1, 103, 106, 126 Abs. 1, 146 Abs. 2, 147 
Abs. 2 StGB, Art. 426 Abs. 1 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 9 Monaten.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt.

2. Zu einer Übertretungsbusse von CHF 1‘000.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter 
Nichtbezahlung wird auf 10 Tage festgesetzt

3. Auf die Anordnung einer Landesverweisung wird verzichtet.

4. Zu den Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von CHF 6‘575.00 und Aus-
lagen von CHF 527.50, insgesamt bestimmt auf CHF 7‘102.50 (ohne Kosten für die amtliche 
Verteidigung).

[Kostentabelle]

III.

1. Der A.________ mit Urteil der Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Region Bern-Mittelland 
vom 28. März 2018 für eine Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu CHF 120.00 gewährte bedingte 
Vollzug wird widerrufen. Die Strafe ist zu vollziehen.

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2. Die Verfahrenskosten für das Widerrufsverfahren von CHF 300.00 werden A.________ aufer-
legt.

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduzieren sich die Verfahrenskosten um 
CHF 150.00. Die reduzierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 150.00.

IV.

[Amtliche Entschädigung Rechtsanwältin B.________]

V.

A.________ wird in Anwendung von Art. 41 OR sowie Art. 126 und 433 StPO weiter verurteilt: 

1. Zur Bezahlung von CHF 4‘135.00 Schadenersatz an die Privatklägerin 17, L.________. Die 
Forderung der Privatklägerin 17 wird soweit weitergehend auf den Zivilweg verwiesen.

2. Zur Bezahlung einer Parteientschädigung von CHF 1‘103.95 (inkl. Auslagen und MWST) an 
die Privatklägerin 17, L.________.

Im Zivilpunkt wird weiter verfügt:

1. Der Rechtsvorschlag von A.________ in der Betreibung Nr. 98029666 des Betreibungsamts 
Bern-Mittelland, Dienststelle Mittelland, wird im Umfang von CHF 4‘135.00 aufgehoben.

2. Auf die Zivilklagen der Privatklägerinnen 1-16 wird nicht eingetreten.

3. Für die Beurteilung der Zivilklagen werden keine Kosten ausgeschieden. 

VI.

Weiter wird verfügt:

[Eröffnungsformel] 

2. Berufung

Gegen dieses Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland (nachfolgend: Vorin-
stanz) meldeten die Staatsanwaltschaft am 4. September 2019 (pag. 1152), die 
amtliche Verteidigung des Beschuldigten, Rechtsanwältin B.________ (nachfol-
gend: Rechtsanwältin B.________), am 5. September 2019 (pag. 1153) und die 
Straf- und Zivilklägerin E.________ (AG) am 9. September 2019 (pag. 1159) Beru-
fung an. Den Parteien wurde mit Verfügung vom 31. Dezember 2019 die schriftli-
che Urteilsbegründung zugestellt (pag. 1223 ff.).

Am 23. Januar 2020 reichte die amtliche Verteidigung des Beschuldigten, Rechts-
anwältin B.________, form- und fristgerecht gegen das vorgenannte Urteil eine be-
gründete Berufungserklärung ein (pag. 1252 ff.). Sie focht das Urteil lediglich in Tei-
len respektive folgenden Ziffern der erstinstanzlichen Urteilsbegründung an: Ziff. 
II.1 (Schuldspruch wegen gewerbsmässigen betrügerischen Missbrauchs einer Da-
tenverarbeitungsanlage), Ziff. II.2 (Schuldspruch wegen gewerbsmässigen Betru-
ges), Ziff. II.3 (Schuldspruch wegen Tätlichkeiten) sowie Ziff. II.1 (Verurteilung zur 
Freiheitsstrafe), Ziff. II.2 (Verurteilung zur Übertretungsbusse) und Ziff. II.4 (Verur-
teilung zu den Verfahrenskosten), Ziff. III.1 und 2 (Widerruf und Verfahrenskosten), 
Ziff. IV (Kosten amtliche Verteidigung), Ziff. V.1 und 2 (Verurteilung Schadenersatz 

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und Parteientschädigung an L.________) und Ziff. V., zweiter Abschnitt, Ziff. 1 
(Aufhebung Rechtsvorschlag).  

Die Staatsanwaltschaft reichte ebenfalls form- und fristgerecht am 24. Januar 2020 
ihre Berufungsbegründung ein (pag. 1262 ff.). Sie focht darin lediglich den Verzicht 
auf die Anordnung der Landesverweisung gemäss Ziff. II.3 des erstinstanzlichen 
Urteils an. 

Bezugnehmend auf die Verfügung vom 31. Januar 2020 (pag. 1266 ff.) stellte die 
amtliche Verteidigung des Beschuldigten die Anträge, dass die Prozessvorausset-
zungen der Berufung der Staatsanwaltschaft von Amtes wegen zu prüfen seien 
und dass auf die Berufung der Straf- und Zivilklägerin 3 (E.________ (AG)) infolge 
verspäteter Berufungserklärung nicht einzutreten sei (pag. 1293). Die Staatsan-
waltschaft beantragte ihrerseits ebenfalls das Nichteintreten auf die Berufung der 
vorgenannten Straf- und Zivilklägerin 3, da diese keine Berufungserklärung einge-
reicht habe (pag. 1298 ff.).

Am 4. März 2020 (pag. 1302 ff.) beschloss die Kammer, dass auf die Berufung der 
Straf- und Zivilklägerin 3 mangels Einreichen einer Berufungserklärung nicht einge-
treten wird.

Die Staatsanwaltschaft teilte mit Schreiben vom 30. Juni 2021 mit, dass sie die Be-
rufung gegen das vorgenannte Urteil zurückziehe und auf die weitere Teilnahme im 
Verfahren verzichte (pag. 1455 ff.).

Mit Verfügung vom 24. August 2020 teilte die Kammer mit, dass sie vorsehe die Zi-
vilklägerinnen 1 bis 11 aus dem oberinstanzlichen Verfahren zu weisen. Dies, weil 
auf sämtliche Zivilklagen der beteiligten Krankenkassen erstinstanzlich nicht einge-
treten worden ist und dieser Nichteintretensentscheid von keiner Partei angefoch-
ten wurde, mithin nicht mehr Gegenstand des oberinstanzlichen Verfahrens bildet 
(pag. 1344 ff.).

Mit Schreiben vom 25. August 2020 erklärte Fürsprecher X.________ namens und 
im Auftrag der Privatklägerin L.________ das sofortige Desinteresse an ihren Par-
teirechten als Privatklägerin. Der Strafantrag als Prozessvoraussetzung bleibe da-
von unberührt (pag. 1361). Mit Verfügung vom 1. September 2020 stellte die Kam-
mer fest, dass L.________ demzufolge aus dem oberinstanzlichen Verfahren – un-
ter Weiterbestehens des Strafantrags – entlassen wird (pag. 1363 ff.).

Mit Eingabe vom 3. September 2020 teilte Fürsprecherin B.________ mit, dass der 
Beschuldigte mit dem Vorgehen der Kammer, die Zivilklägerinnen 1 bis 11 aus dem 
Verfahren zu weisen, einverstanden sei (pag. 1369).

Am 15. September 2020 gab Fürsprecher X.________ kund, dass sein Mandat als 
Vertreter von L.________ mit sofortiger Wirkung erloschen sei (pag. 1376).

Mit Beschluss vom 24. September 2020 teilte die Kammer mit, dass die Zivilkläge-
rinnen 1 bis 11, mangels Interessens am Verbleib im oberinstanzlichen Verfahren 
und mangels Stellungnahme ihrerseits, aus dem Verfahren entlassen werden (pag. 
1381).

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Die oberinstanzliche Hauptverhandlung wurde ursprünglich auf den 15./16. April 
2021 festgesetzt (pag. 1335, 1400 f.). Wegen des Mutterschaftsurlaubs von 
Rechtsanwältin B.________ (pag. 1407) wurde die Hauptverhandlung auf den 
23./24. September 2021 verschoben und entsprechend durchgeführt (pag. 1437 
ff.).

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Im Hinblick auf die oberinstanzliche Berufungsverhandlung wurden von Amtes we-
gen ein aktueller Strafregisterauszug (datierend vom 13. September 2021; pag. 
1466) eingeholt sowie die Akten BM 18 29115 des Regionalgerichts Bern-
Mittelland ediert.

Schliesslich wurde der Beschuldigte anlässlich der oberinstanzlichen Berufungs-
verhandlung erneut zur Person und zur Sache befragt (pag. 1486 ff.).

4. Anträge der Verteidigung

Die amtliche Verteidigung des Beschuldigten verwies im Rahmen ihres Parteivor-
trags auf die bereits mit ihrer schriftlich eingereichten Berufungserklärung gestellten 
Anträge (pag. 1255 f.; pag. 1498): 

1. Es sei festzustellen, dass das Urteil vom 28. August 2019 des Regionalgerichts Bern-
Mittelland in Rechtskraft erwachsen ist in Bezug auf:

1.1. den Freispruch von der Anschuldigung des gewerbsmässigen betrügerischen Miss-
brauchs einer Datenverarbeitungsanlage, des gewerbsmässigen Betrugs, evtl. des 
unrechtmässigen Bezugs von Leistungen einer Sozialversicherung, angeblich be-
gangen zwischen dem 04.11.2017 und dem 15.02.2018 in I.________(Ort) im Um-
fang von CHF 7'447.20 zN der J.________ (AG) sowie im Umfang von CHF 
1'758.75 zN der K.________ (gemäss Ziffer I.1. des Urteils;

1.2. den Freispruch von der Anschuldigung des gewerbsmässigen Betrugs, angeblich 
begangen in der Zeit vom 04.11.2017 bis 31.12.2017 in I.________(Ort) im Umfang 
von CHF 394.45 zN von L.________ (gemäss Ziff. I.2 des Urteils);

1.3. den Verzicht auf die Anordnung einer Landesverweisung (gemäss Ziff. I.3 des Ur-
teils);

1.4. den Nichteintretensentscheid betreffend die Zivilklagen der Privatklägerinnen 1-16;

2. A.________ sei freizusprechen von den Anschuldigungen:

2.1. des gewerbsmässigen betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanla-
ge, des gewerbsmässigen Betrugs, evtl. des unrechtmässigen Bezugs von Leistun-
gen einer Sozialversicherung, angeblich begangen zwischen dem 04.11.2017 und 
dem 15.02.2018 in I.________(Ort), gemäss Ziff. I.1 der Anklageschrift vom 19. 
September 2018 bzw. gemäss Ziffer II.1 des Urteils;

2.2. des gewerbsmässigen Betrugs zum Nachteil von L.________, angeblich mehrfach 
begangen in der Zeit zwischen dem 04.11.2017 und dem 31.12.2017 in 
I.________(Ort), gemäss Ziff. I.2. der Anklageschrift vom 19. September 2018 bzw. 
gemäss Ziffer II.2 des Urteils;

8

2.3. der einfachen Körperverletzung, evtl. der Tätlichkeiten zum Nachteil von 
L.________, angeblich mehrfach begangen in der Zeit vom 13.11.2017 bis 
22.12.2017 zN von L.________ in I.________(Ort), gemäss Ziff. I.3 der Anklage-
schrift vom 19. September 2018 bzw. Ziffer II.3 des Urteils.

3. Die erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten seien dem Kanton Bern aufzuerlegen und 
es sei eine volle Entschädigung für die erst- und oberinstanzlichen Verteidigungskosten aus-
zurichten.

4. Der A.________ mit Strafbefehl BM 16 46 186 vom 28.03.2017 für eine Geldstrafe von 150 
Tagessätzen zu CHF 120.00, ausmachend total 18'000.00, gewährte bedingte Vollzug sei 
nicht zu widerrufen, unter Auferlegung der Verfahrenskosten für das Widerspruchsverfah-
ren an den Kanton Bern.

5. Die Privatklage der Privatklägerin 17 sei abzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungs-
folge.

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Aufgrund der nunmehr alleinigen Berufung durch den Beschuldigten ist der Ver-
zicht auf die Anordnung einer Landesverweisung (Ziff. II.3), welcher durch die Ge-
neralstaatsanwaltschaft angefochten worden war, in Rechtskraft erwachsen und 
durch die Kammer nicht mehr zu prüfen. In Rechtskraft erwachsen sind auch die 
beiden Freisprüche gemäss Ziff. I.1 und I.2 des Dispositivs der Vorinstanz sowie 
der Verzicht des Eintretens auf die Zivilklagen der Privatklägerinnen 1-16 und die 
dazugehörige Kostenfolge (Ziff. V.).

Angefochten sind folgende Schuldsprüche: Ziff. II.1 (Schuldspruch wegen ge-
werbsmässigen betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage), Ziff. 
II.2 (Schuldspruch wegen gewerbsmässigen Betruges) und Ziff. II.3 (Schuldspruch 
wegen Tätlichkeiten) des erstinstanzlichen Urteils. 

Angefochten sind weiter folgende Verurteilungen: Ziff. II.1 (Verurteilung zur Frei-
heitsstrafe), Ziff. II.2 (Verurteilung zur Übertretungsbusse) und Ziff. II.4 (Verurtei-
lung zu den Verfahrenskosten) des erstinstanzlichen Urteils.

Weiter angefochten sind: Ziff. III.1 und III.2 (Widerruf und Verfahrenskosten), Ziff. 
IV (Kosten amtliche Verteidigung), Ziff. V.1 und V.2 (Verurteilung zu Schadenersatz 
und Parteientschädigung an L.________) und Ziff. V., zweiter Abschnitt, Ziff. 1 
(Aufhebung Rechtsvorschlag) des erstinstanzlichen Urteils.

Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochte-
nen Punkten (Art. 404 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; SR 
312.0]).

Die Kammer verfügt bei ihrer Überprüfung über volle Kognition respektive sie über-
prüft das Urteil in allen angefochtenen Punkten umfassend (Art. 398 Abs. 2 und 3 
StPO). 

Auf die Höhe des amtlichen Honorars für die Verteidigung des Beschuldigten in 
erster Instanz ist nur zurückzukommen, sofern die Vorinstanz das ihr bei der Hono-
rarfestsetzung zustehende Ermessen in unhaltbarer Weise ausgeübt haben sollte 

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(Urteile BGer 6B_349/2016 vom 13. Dezember 2016 E. 2.4.2 und 6B_769/2016 
vom 11. Januar 2017 E. 2.3).

Aufgrund der ausschliesslichen Berufung des Beschuldigten, darf das erstinstanzli-
che Urteil nicht zum Nachteil des Vorgenannten abgeändert werden (Art. 391 
Abs. 2 StPO).

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Allgemeine Grundlagen zur Beweiswürdigung

Hinsichtlich der theoretischen Grundlagen der Beweiswürdigung im Allgemeinen 
und der Aussagenanalyse im Speziellen wird auf die zutreffenden Ausführungen 
der Vorinstanz verwiesen (S. 7 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 
1174 ff.).

7. Vorwürfe gemäss Anklageschrift

Dem Beschuldigten wurde im Rahmen der Anklageschrift Folgendes vorgeworfen 
(pag. 647 ff.; Hervorhebungen im Original):

I.     Zur Last gelegte strafbare Handlungen 

1. Gewerbsmässiger betrügerischer Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage (Art. 147 
Abs. 1 und 2 StGB) und gewerbsmässiger Betrug (Art. 146 Abs. 1 und 2 StGB) evtl. un-
rechtmässiger Bezug von Leistungen einer Sozialversicherung Art. 148a StGB 

begangen zwischen dem 04.11.2017 - 15.02.2018 in I.________ (Ort): 

Der Angeklagte erhielt am Abend des 03.11.2017 (per Einschreiben) Kenntnis, dass ihm durch 
Verfügung des Kantonsarztamtes des Kantons Bern vom 25.10.2017 die Berufsausübungsbe-
willigung als Arzt entzogen wurde (inkl. Entzug der aufschiebenden Wirkung einer allfälligen 
Beschwerde). Er wusste somit, dass er ab sofort nicht mehr befugt war, gegenüber obligatori-
schen Krankenpflegeversicherern (i.F. „OKV") seine Leistungen abzurechnen (insbesondere 
unter Verwendung der ihm von der SASIS AG im Auftrag der OKV zugeteilten ZSR Abrech-
nungs-Nummer Y.________). Trotzdem übermittelte er den OKV weiter Leistungsabrechnun-
gen (unter Verwendung seiner ZSR-Nummer). 

Eventualiter: Der Angeklagte wusste aufgrund des vorgängig mit dem Kantonsarztamt des 
Kantons Bern geführten E-Mail-Verkehrs, dass ihm der Entzug der Berufsaus-
übungsbewilligung drohte. Aufgrund des Briefcouverts war für ihn ersichtlich, dass das Schrei-
ben, welches ihm am Abend des 03.11.2017 per Einschreiben zugestellt worden war, vom 
Kantonsarztamt stammte und den drohenden Entzug seiner Berufsausübungsbewilligung be-
treffen könnte. Indem der Angeklagte diese Sendung nicht öffnete, sondern sie erst mehr als 
zwei Monate später (am 12.01.2018) las, nahm er in Kauf, seit dem 03.11.2017 ohne Berufs-
ausübungsbewilligung tätig gewesen zu sein. Er nahm somit in Kauf, dass er ab dem 
03.11.2017 nicht mehr befugt war, gegenüber obligatorischen Krankenpflegeversicherern (i.F. 
„OKV") seine Leistungen abzurechnen (insbesondere unter Verwendung der ihm von der SA-
SIS AG im Auftrag der OKV zugeteilten ZSR Abrechnungs-Nummer Y.________). Trotzdem 
übermittelte er den OKV weiter Leistungsabrechnungen (unter Verwendung seiner ZSR-
Nummer). 

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Teilweise wurden diese Abrechnungen bei den OKV automatisiert geprüft und zur Zahlung an 
ihn freigegeben. In diesen Fällen wirkte er unbefugt auf den Datenverarbeitungsvorgang bei 
den OKV ein (computergestützte Rechnungsprüfung und Zahlungsfreigabe). Teilweise wurden 
diese Abrechnungen von Mitarbeitenden manuell geprüft und zur Zahlung freigegeben. Durch 
die Übermittlung der Leistungsabrechnungen (unter Verwendung seiner ZSR-Nummer) gab der 
Angeklagte konkludent vor, weiterhin zur Abrechnung berechtigt zu sein. Dadurch täuschte er 
die Mitarbeitenden arglistig, denn er wusste, dass diese die Gültigkeit seiner Berufsausü-
bungsbewilligung sowie seiner ZSR-Nummer nicht ohne besondere Mühen überprüfen könnten 
bzw. dies nicht tun würden. 

Indem die OKV (bzw. die Mitarbeitenden) die Bezahlung dieser Leistungsabrechnungen an den 
Angeklagten auslösten (tiers payant), schädigten sie sich selbst (zu Gunsten des Angeklagten) 
am Vermögen, da für sie infolge Widerruf der Berufsausübungsbewilligung keine Pflicht be-
stand, die Leistungen zu vergüten. Der Angeklagte handelte in der Absicht sich unrechtmässig 
zu bereichern. Die Leistungsstellung/-abrechnungen (mit Behandlungsdatum ab 04.11.2017) 
erfolgte/n gegenüber den OKV wie folgt:

[Tabelle gemäss Anklageschrift]

Der Angeklagte handelte zudem gewerbsmässig, da er zu einer Vielzahl solcher Handlungen 
bereit war und davon seinen Lebensunterhalt finanzierte.

2. Gewerbsmässiger Betrug (Art. 146 Abs. 1 und 2 StGB) 
begangen in der Zeit vom 04.11.2017 - 31.12.2017 zum Nachteil der Privatklägerin 
L.________, in I.________ indem der Angeklagte weiter ärztliche Leistungen erbrachte und der 
Privatklägerin hierfür Rechnungen stellte, welche er als „Rückforderungsbeleg" bezeichnete 
(unter Verwendung des TARMED-Tarif-Systems sowie der ZSR-Nummer), obwohl er wusste, 
dass ihm die Berufsausübungsbewilligung entzogen worden war und seine Leistungen von der 
OKV nicht erstatten werden. Durch dieses Verhalten erklärte er gegenüber der Privatklägerin 
(konkludent), dass seine Leistungen von der OKV erstattet werden. Die Privatklägerin konnte 
nicht bzw. nur mit (angesichts des Vertrauensverhältnisses) unzumutbaren regelmässigen An-
fragen beim Kantonsarztamt wissen, dass dem Angeklagten die Berufsausübungsbewilligung 
entzogen worden war. Sie wurde daher vom Angeklagten arglistig darüber getäuscht, dass ihm 
diese entzogen worden war und ihr die OKV trotz dem „Rückforderungsbeleg" die bereits be-
zahlten Leistungen nicht zurückerstatten würde. Folglich schädigte sich die Privatklägerin 
durch die Bezahlung der vom Angeklagten in Rechnung gestellten Leistungen selbst zu Guns-
ten des Angeklagten am Vermögen (total CHF 4529.45), da in ihrem Vermögen kein Rückfor-
derungsrecht gegenüber der OKV entstand. Der Angeklagten handelte in der Absicht, sich un-
rechtmässig zu bereichern und zudem gewerbsmässig, da er zu einer Vielzahl solcher Hand-
lungen bereit war und davon seinen Lebensunterhalt finanzierte.

3. Einfache Körperverletzung (Art. 123 Ziff. 1 StGB), evtl. Tätlichkeiten (Art. 126 Abs. 1 
StGB) 
Mehrfach begangen in der Zeit vom 13.11.2017 - 22.12.2017 zum Nachteil der Privatklägerin 
L.________, in I.________ (Ort) indem der Angeklagte der Privatklägerin Injektionen verab-
reichte, ohne sie darüber aufgeklärt zu haben, dass ihm die Berufsausübungsbewilligung ent-
zogen worden war. Deswegen bestand keine gültige Einwilligung der Privatklägerin in die kör-
perlichen Eingriffe durch den Angeklagten. Die Injektionen erfolgten an folgenden Tagen: 
13.11.2017, 24.11.2017, 28.11.2017, 29.11.2017, 01.12.2017, 03.12.2017, 04.12.2017, 

11

11.12.2017, 13.12.2017, 14.12.2017, 18.12.2017, 19.12.2017, 22.12.2017.

8. Beweisergebnis der Vorinstanz

Die Vorinstanz gelangte zu folgendem Beweisergebnis (S. 25 ff. der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung; pag. 1192 ff.):

Die Aussagen des Beschuldigten erscheinen auf den ersten Blick an sich logisch, nachvollziehbar und 
stringent. So führt er bei beiden Einvernahmen übereinstimmend aus, dass er den Brief mit der Ent-
zugsverfügung der BAB wohl abgeholt habe, in der Folge dann aber in seiner Tasche «vernuschet» 
oder zu Hause mit anderen Briefen gestapelt und demnach nicht zur Kenntnis genommen habe, da er 
im November 2017 überbelastet gewesen sei. Er erläuterte auch, wie er jeweils ganz allgemein mit 
eingeschriebenen Briefen umgegangen sei. Dass er diese abgeholt, in die Tasche gesteckt und in der 
Regel abends wieder daran gedacht habe. Auffällig erscheint auf der anderen Seite, dass er aussag-
te, dass er nicht glaube, andere Briefe «vernuschet» oder vergessen zu haben, sondern seine Post 
sonst schon bewirtschafte. Dieses «Gegenargument» geht offensichtlich in Richtung Schutzbehaup-
tung – auffällig ist nämlich mit Blick auf alle zur Verfügung stehenden Akten, dass der Beschuldigte 
regelmässig auf ihm unangenehme Post nicht zu reagieren scheint. Erwähnt seien hierzu der Strafbe-
fehl im ersten Strafverfahren, die Verfügung des KAZA mit dem Entzug der BAB, aber auch die Post 
im Zusammenhang mit der Schliessung seiner Praxis (Exmission). 

Unbestritten – und belegt durch den Zustellnachweis – ist jedenfalls, dass der Beschuldigte den Brief 
mit der BAB-Entzugsverfügung am 3. November 2017 um 17.55 Uhr persönlich gegen Unterschrift 
abgeholt hat. Die Verfügung wurde ihm also formell korrekt eröffnet. Der Zeitpunkt um knapp 
18.00 Uhr abends weist darauf hin, dass er den Brief wohl kaum zwischen zwei Sprechstunden abge-
holt haben dürfte, wie er dies geltend machte, selbst wenn er jeweils bis 20.00 oder 21.00 Uhr gear-
beitet haben sollte. Unglaubhaft sind aber insbesondere seine Aussagen auf die Fragen, ob er mit 
dem Entzug der BAB gerechnet habe. Er machte geltend, dass er zwar mit dem KAZA Kontakt gehabt 
habe im Sommer 2017, aber nicht gewusst habe, dass es sich um ein Entzugsverfahren handle. 
Sonst hätte er sich juristische Hilfe geholt. Er habe auch eine Rechtsschutzversicherung. Sinngemäss 
meinte er damit, dass es keine Anzeichen für ein Entzugsverfahren bzw. eine drohende Entzugsver-
fügung gegeben habe. Die objektiven Beweismittel, die sich im Zusammenhang mit dem aufsichts-
rechtlichen Verfahren in den edierten Akten finden, widerlegen diese Behauptung in klarer Weise. So 
wurde ihm bereits im Dezember 2016 bei Kenntnisgabe der aufsichtsrechtlichen Anzeige der 
F.________ bekanntgegeben, dass Disziplinarmassnahmen bis zum definitiven Verbot der selbst-
ständigen Berufsausübung möglich seien. Der Beschuldigte hat dies zur Kenntnis genommen, denn 
er antwortete hierauf, dass er einen Anwalt beauftragt und einen Rechtsschutzfall beantragt habe. 
Dass er sich rechtlich beraten liess, zeigt auch das Einvernahmeprotokoll der Staatsanwaltschaft vom 
16. Februar 2017. Bereits zu diesem Zeitpunkt war ihm die Wichtigkeit dieses aufsichtsrechtlichen 
Verfahrens also bewusst. Nachdem der Strafbefehl vom 28. März 2017 in Rechtskraft erwuchs, infor-
mierte das KAZA den Beschuldigten mit Schreiben vom 16. Juni 2017 in klar verständlicher Sprache, 
dass sie ein aufsichtsrechtliches Verfahren auf Entzug seiner BAB als Arzt eröffne und gedenke, ihm 
die BAB zu entziehen (vgl. den Hinweis im Betreff des Schreibens vom 16. Juni 2017). Auch auf die-
ses Schreiben antwortete der Beschuldigte – er hatte somit unbestrittenermassen Kenntnis davon. In 
seinen beiden dem Schreiben vom 16. Juni 2017 folgenden E-Mails kündigte er an, dass er sich nun 
juristisch beraten lassen müsse (E-Mails vom 8. Juli 2017 und vom 7. August 2017). In beiden E-Mails 
schrieb er auch, dass diese Angelegenheit ihn existenziell tangiere und bedrohe. Diese Reaktion ver-
deutlicht, dass ihm der Ernst der Lage im Sommer 2017 bewusst war bzw. dass er mit einem Ent-

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scheid in der Sache rechnen musste; dies umso mehr, als er gleichzeitig sinngemäss beantragte, ihm 
die Bewilligung nicht zu entziehen und eventualiter ihm eine Sonderbewilligung zu erteilen. Nach dem 
Gesagten musste der Beschuldigte am 3. November 2017, als er persönlich den eingeschriebenen 
Brief bei der Post holte, damit rechnen, dass dieser wichtige Brief des KAZA (bspw. den in Aussicht 
gestellten Entzug der BAB als Arzt) enthalten könnte. 

Mit Blick auf diese Ausführungen kann der Beschuldigte nicht ernsthaft behaupten bzw. glaubhaft zu 
machen versuchen, dass er nichts vom Entzugsverfahren gewusst habe, zumal er sich ja genau in 
diesem Verfahren schriftlich vernehmen liess, daran teilnahm und sogar Anträge stellte. Hinzu kommt, 
dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auch davon ausgegangen werden kann, dass auf dem 
Umschlag, wie bei allen Schreiben von Dienststellen des Kantons, bereits äusserlich ersichtlich ge-
wesen sein dürfte, dass das Schreiben vom KAZA oder zumindest vom Kanton stammte. Ergänzt 
werden kann, dass bereits im Schreiben vom 16. Juni 2017 angekündigt wurde, dass einer allfälligen 
Beschwerde gegen eine allfällige Entzugsverfügung die aufschiebende Wirkung entzogen würde. 
Geht man von aber davon aus, dass der Beschuldigte vom hängigen Entzugsverfahren Kenntnis hat-
te, muss ihm auch klar gewesen sein, dass er seine Tätigkeit beim Erhalt einer Entzugsverfügung so-
fort einstellen müsste. Vor diesem Hintergrund stellt die Argumentation, er habe die (entscheidende) 
Verfügung zwar entgegen genommen, dann aber «vernuschet», liegengelassen und schliesslich ver-
gessen, offensichtlich eine Schutzbehauptung dar. Tatsache ist, dass er in Kenntnis des hängigen 
Entzugsverfahrens ein eingeschrieben zugestelltes Schreiben des KAZA persönlich entgegen ge-
nommen hat und sich in der Folge in dieser bezüglich Entzugs der BAB nicht geklärten Situation nicht 
um den Inhalt des Schreibens gekümmert hat. Auch die geltend gemachte Überbelastung im Novem-
ber 2017 exkulpiert den Beschuldigten diesbezüglich jedenfalls nicht.

Der Beschuldigte führte noch ins Feld, dass er wohl kaum Leute eingestellt, im September 2017 noch 
einen Berufsbildnerlehrgang mit 40 Lektionen absolviert, seinen Mitarbeitern Weiterbildungsveranstal-
tungen bezahlt, eine AG gegründet (mit damit verbundenen Kosten von rund CHF 5‘000.00), im No-
vember und Dezember 2017 und Januar 2018 CHF 15‘000.00 in die Praxis investiert oder einen Jah-
resendapéro veranstaltet hätte und sich für den Notfalldienst 2018 hätte einplanen lassen, wenn er 
vom Entzug bzw. vom Entzugsverfahren Kenntnis gehabt hätte. Das mag subjektiv so sein, entlastet 
den Beschuldigten jedoch angesichts seiner verantwortungsvollen beruflichen Tätigkeit nicht vor der 
Einhaltung elementarster administrativer Pflichten. Der Vollständigkeit halber kann in diesem Zusam-
menhang erwähnt werden, dass die Aussagen der Zeugen Z.________ und AA.________ darauf 
schliessen lassen, dass der Beschuldigte effektiv mit der Fortsetzung der Praxis befasst war. Gleich-
zeitig ist dem das bereits mehrfach erwähnte Schreiben des KAZA vom Juni 2017 entgegen zu hal-
ten, wonach der Beschuldigte mit einem Entzug der BAB rechnen musste – trotz dieser für ihn unkla-
ren Ausgangslage tätigte er seine grösseren Investitionen. Sein Verhalten zeigt aus der Sicht des Ge-
richts, dass er das klar kommunizierte Entzugsverfahren nicht ernst genommen hat; dass er vom Ent-
zugsverfahren hingegen keine Kenntnis gehabt haben will, wie er nun im Strafverfahren geltend 
macht, widerlegen die Investitionen hingegen keineswegs. Bei genauerer Betrachtung der verschie-
denen Aussagen fällt schliesslich auf, dass sich der Beschuldigte gegenüber Familienmitgliedern (Ex-
Ehefrau) und Zeugen (Z.________ und AA.________) in der fraglichen Zeit offenbar normal und 
meist gut gelaunt zeigte, weshalb sie vom Entzug der BAB überrascht wurden. Allerdings hatte er of-
fenbar weder seine Ex-Frau, Mutter seiner Kinder, noch seinen Praxisvorgänger über das erste Straf-
verfahren informiert, obschon er in der entscheidenden Phase der Praxisübernahme von der Staats-
anwaltschaft einvernommen wurde. Anders ausgedrückt: Über wichtige Vorfälle in seinem Leben in-
formierte er ihm nahe stehende Personen nicht. Schliesslich ist zu ergänzen dass bei einer im Raum 
stehenden Deliktssumme von rund CHF 90‘000.00 Investitionen von rund CHF 15‘000.00 nicht derart 

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gross erscheinen, als dass man deshalb von einem fehlenden Unrechtsbewusstsein des Beschuldig-
ten ausgehen müsste, auch wenn man derartige Investitionen wohl kaum tätigen würde, wenn man 
mit Sicherheit von einem bevorstehenden Entzug der BAB ausgehen würde. 

Zusammenfassend gelangt das Gericht zum Schluss, dass dem Beschuldigten die Verfügung mit dem 
Entzug der BAB persönlich und formell korrekt eröffnet wurde. Weiter steht fest, dass der Beschuldig-
te vom laufenden Entzugsverfahren schriftlich in Kenntnis gesetzt wurde, davon Kenntnis genommen 
hat und sich im Verfahren vernehmen liess – bis hin zum Stellen von Anträgen, falls die BAB effektiv 
entzogen würde. Anders ausgedrückt: Er musste mit der Zustellung einer Entzugsverfügung (unter 
Ausschluss der aufschiebenden Wirkung im Falle einer Beschwerde) rechnen. Falls der Beschuldigte 
das am 3. November 2017 persönlich entgegen genommene, von einem kantonalen Amt verschickte 
Schreiben nicht geöffnet haben sollte, hat er die daraus resultierenden Folgen selber zu verantworten. 
Sein Verhalten deutet darauf hin, dass er – subjektiv – möglicherweise nicht mit dem Entzug rechne-
te. Das hilft ihm nicht weiter. Als Arzt nimmt er eine verantwortungsvolle Position ein. Hierzu gehören 
auch administrative Bereiche – namentlich ein zeitgerechtes Bearbeiten der Post. Des Weiteren muss 
dem Beschuldigten als Arzt mit eigener Praxis bewusst gewesen sein, dass er ohne BAB weder Pati-
enten behandeln, noch Abrechnungen für Behandlungen an die Versicherer oder Patienten schicken 
durfte. Die für ihn massgebenden Unterlagen der SASIS AG hierzu sind klar; er hat sie teilweise sel-
ber eingereicht (vgl. E. II.3.2.3 hiervor). In der Quintessenz bedeutet dies, dass der in der Anklage-
schrift aufgeführte Sachverhalt in allen Bereichen erfüllt ist; bei Ziffer I.1 der Anklageschrift ist der 
Eventualsachverhalt massgebend. Vorbehalten bleiben die Bereiche, in welchen hiervor bereits Frei-
sprüche erwähnt worden sind. 

9. Oberinstanzliche Vorbringen des Beschuldigten

Die amtliche Verteidigung des Beschuldigten, Rechtsanwältin B.________, führte 
im Rahmen ihres Plädoyers anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung 
hinsichtlich der Anklageziffer I.1 aus, dass die Rechtsmittelinstanz infolge Geltung 
des Verschlechterungsverbots nicht auf direkten Vorsatz erkennen dürfe (pag. 
1493). Unbestritten sei, dass der Beschuldigte am 3. November 2017 das Ein-
schreiben am Postschalter abgeholt und den Brief anschliessend in seine Arbeits-
tasche gelegt habe. Wegen des persönlichen und privaten Stresses habe er diesen 
in der Folge jedoch vergessen und von dessen Inhalt erst am 12. Januar 2018 
Kenntnis genommen. Deshalb habe er bis Mitte Januar seine Zahlstellenregister-
nummer (nachfolgend: ZSR-Nummer), welche ihn zur Abrechnung über die Kran-
kenkassen legitimiere, weiter gebraucht (pag. 1493 f.). Diese Zahlungen seien von 
den Krankenkassen teilweise automatisiert und teilweise manuell geprüft worden. 
Der Rest des angeklagten Sachverhalts der Eventualanklage sei bestritten. Dem 
Beschuldigten werde vorgeworfen, dass er gestützt auf den vorgängigen Brief- und 
E-Mail-Verkehr mit dem Kantonsarztamt (nachfolgend: KAZA) gewusst habe, dass 
ihm der Entzug der Berufsausübungsbewilligung (nachfolgend: BAB) drohe. Das 
Schreiben des KAZA vom 16. Juni 2017 habe er aber so verstanden, dass bezüg-
lich des Entzugs der BAB noch ein Verfahren eingeleitet würde, in welchem er 
mündlich Stellung nehmen könnte. Wäre ihm der Ernst der Lage bewusst gewesen, 
dann hätte er einen Anwalt mandatiert. Die Aussagen des Beschuldigten seien ge-
nerell glaubhaft und würden sich mit dem Verhalten, welches er nach dem 16. Juni 
2017 an den Tag gelegt habe, decken. Er habe sich nämlich in der Folge um den 
Aufbau seiner Praxis gekümmert und habe grössere Investitionen getätigt sowie 

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eine AG gegründet und weiteres Personal angestellt. Zudem habe er in dieser Zeit 
auch den Notfalldienst für das kommende Jahr geplant. Hätte er mit dem Entzug 
der BAB gerechnet, hätte er sich als vernünftige und wirtschaftlich denkende Per-
son sicher nicht so verhalten. Es werde ihm zudem vorgeworfen, dass er am ein-
geschriebenen Couvert, welches er am 3. November 2017 abgeholt habe, hätte er-
kennen müssen, dass es sich um ein Schreiben des KAZA gehandelt habe, wofür 
es keine Indizien gebe. Wegen des ganzen Stresses, den er zu dieser Zeit gehabt 
habe, sei nachvollziehbar, dass er diesen Brief vergessen habe. «In dubio pro reo» 
sei zudem davon auszugehen, dass das Couvert nicht vom KAZA angeschrieben 
gewesen sei. Er habe deshalb nicht damit rechnen müssen, dass es sich um den 
Entzug der BAB gehandelt habe. Für den Beschuldigten sei indes auch normal ge-
wesen Einschreiben zu erhalten, da er monatlich Rezeptblöcke des KAZA erhalten 
habe. Im Beweisergebnis könne festgehalten werden, dass der Beschuldigte trotz 
des geführten E-Mail-Verkehrs mit dem KAZA nicht gewusst habe, dass ihm der 
Entzug der BAB unmittelbar drohe und er auch nicht erkannt habe, dass das 
Schreiben vom KAZA stammte. Er habe demzufolge beim Schreiben, welches er 
am 3. November 2017 abholen gegangen sei, nicht damit rechnen müssen, dass 
es sich dabei um den Entzug seiner BAB gehandelt habe (pag. 1494). Hinsichtlich 
der Arglist der Täuschung sei festzuhalten, dass die Gesundheits- und Fürsorgedi-
rektion (nachfolgend: GEF), obwohl sie dem Beschuldigten bereits am 25. Oktober 
2017 die BAB entzogen habe, die SASIS AG, welche für die Bewirtschaftung der 
ZSR-Nummern zuständig sei, erst am 27. Dezember 2017 darüber informiert habe. 
Die obligatorischen Krankenpflegeversicherungen (nachfolgend: OKV) seien des-
halb erst am 28. Dezember 2017 über den Entzug der BAB in Kenntnis gesetzt 
worden. Hätte die GEF die SASIS AG sofort informiert, so wäre die ZSR-Nummer 
umgehend sistiert und die Krankenkassen sofort informiert worden. Die Gültigkeit 
der ZSR-Nummer hätte durch die Krankenkassen im Normallfall im in der Anklage-
schrift angegebenen Zeitraum ohne Weiteres überprüft werden können. Man könne 
nicht sagen, dass der Beschuldigte hätte voraussehen können, dass die GEF die 
Informationen erst viel später als üblich weiterleite und den OKV damit die Überprü-
fung nicht ohne Mühe möglich gewesen wäre. Zudem sei erstellt, dass die Kran-
kenkassen erst ab dem 2. Januar 2018 Kenntnis vom Entzug der BAG gehabt hät-
ten. 
Erstellt sei damit, dass der Beschuldigte am 3. November 2017 keine Kenntnis vom 
Entzug der BAB erhalten habe und mit Erhalt des Einschreibens auch nicht damit 
habe rechnen müssen

Hinsichtlich des Anklagepunktes Ziff. I.2 verweist die amtliche Verteidigung des 
Beschuldigten auf das voranstehende Beweisergebnis. Der Beschuldigte habe 
demnach mit dem Entzug seiner BAB nicht rechnen müssen und habe erst am 12. 
Januar 2018 Kenntnis davon erhalten.

Betreffend den Anklagepunkt Ziff. I.3 werde hinsichtlich der Gültigkeit der Einwilli-
gung auf den rechtlichen Teil verwiesen.

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10. Vorbemerkungen / bestrittener und unbestrittener Sachverhalt

Der Beschuldigte war als Hausarzt in I.________ (Ort) tätig und übernahm im März 
2017 die Arztpraxis von Z.________ (Beilageakten KAZA, unpaginiert). 

Der Beschuldigte ist im Zusammenhang mit ärztlichen Leistungen – die er nicht er-
bracht, aber trotzdem in Rechnung gestellt hat – wegen gewerbsmässigen betrüge-
rischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage und Urkundenfälschung zum 
Nachteil von mehreren OKV, begangen in der Zeit vom 25. November 2014 und 
25. September 2016 in I.________ (Ort), angezeigt und am 28. März 2017 mittels 
Strafbefehl zu einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu CHF 120.00, unter Anset-
zung einer Probezeit von zwei Jahren sowie zu einer Verbindungsbusse, verurteilt 
worden (BM 16 4618). Dieser Strafbefehl wurde vom Beschuldigten trotz zweimali-
ger Zustellung nicht abgeholt und wuchs damit unangefochten in Rechtskraft. Die 
rechtlichen Verfehlungen, die zum vorgenannten Strafbefehl führten, hatten zur 
Folge, dass das KAZA dem Beschuldigten per 25. Oktober 2017 die BAB entzog. 
In der Folge behandelte er jedoch bis Mitte Januar 2018 weiterhin Patienten und 
rechnete seine Leistungen entweder über die OKV oder die Patienten selbst ab, 
was zum vorliegenden Strafverfahren führte. Es kann an dieser Stelle demnach 
festgehalten werden, dass der Beschuldigte bereits wegen Handlungen, die in di-
rektem Zusammenhang mit seiner beruflichen Tätigkeit stehen, einschlägig vorbe-
straft ist. 

Der angeklagte objektive Sachverhalt ist vorliegend weitgehend unbestritten. So ist 
unbestritten (vgl. pag. 1489 Z. 13 ff.), dass der Beschuldigte am 16. Juni 2017 we-
gen des vorgenannten rechtskräftigen Strafbefehls ein Schreiben des KAZA mit 
dem Titel «Eröffnung eines aufsichtsrechtlichen Verfahren auf Entzug Ihrer Berufs-
ausübungsbewilligung als Arzt» erhalten hat, gemäss welchem ihm mitgeteilt wur-
de, dass der Entzug seiner BAB beabsichtigt werde. Unbestritten ist auch, dass der 
Beschuldigte die entsprechende Verfügung vom 25. Oktober 2017, mit welcher ihm 
durch das KAZA die BAB und einer allfällig dagegen erhobenen Beschwerde die 
aufschiebende Wirkung entzogen wurde, bei der Post abholte. Bestritten ist hinge-
gen, wann der Beschuldigte Kenntnis vom Inhalt dieses Schreibens erhalten hat 
bzw. ob er wusste oder mindestens damit rechnen musste, dass es sich bei diesem 
eingeschriebenen Brief, um die Verfügung auf Entzug seiner BAB handelte. Der 
Beschuldigte gibt nämlich an, das Schreiben nach dessen Abholung in seine Ak-
tentasche gesteckt und anschliessend wegen seiner persönlichen und beruflichen 
Überbelastung «vernuschet» zu haben. Er gibt an, erst im Januar 2018 vom Entzug 
seiner BAB erfahren zu haben. Der Beschuldigte fuhr mit der Behandlung von Pati-
enten und Abrechnung seiner Leistungen bis zum 12. Januar 2018 fort.

Der äussere Sachverhalt ist somit grundsätzlich unbestritten, bestritten ist hingegen 
die Wissens- und Willensseite des angeklagten Sachverhalts. 

Die Kammer verweist vorab auf die erstinstanzliche Urteilsbegründung (S. 12 ff. der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 1179 ff.). Ergänzungen, Präzisierungen 
oder allenfalls Abweichungen werden durch die Kammer im Rahmen der nachfol-
genden konkreten Würdigung eingehend ausgeführt.

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Die Vorinstanz hat die objektiven Beweiselemente und die Einvernahmen des Be-
schuldigten zusammengefasst und korrekt wiedergegeben (S. 12 ff. der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung, pag. 1179). Die Kammer erachtet es dennoch als 
angezeigt diese nachfolgend – nebst eigenen Ergänzungen und Präzisierungen –
wiederzugeben. 

10.1 Objektive und subjektive Beweismittel

In Übereinstimmung mit der Vorinstanz wird im Rahmen der Zusammenfassung 
der objektiven und subjektiven Beweismittel der Sachverhalt in folgende Kapitel 
gegliedert: Aufsichtsrechtliches Verfahren des KAZA; Zustellung der Entzugsverfü-
gung der BAB aus Sicht des Beschuldigten; Verhalten des Beschuldigten vor und 
nach dem 3. November 2017; Aufgabenbereich und Tätigwerden der SASIS AG; 
Vorgänge um den 12. Januar 2018; Auszahlungen bzw. Rechnungsstellungen des 
Beschuldigten; verabreichte Injektionen an L.________; Beweisergebnis (S. 12 ff. 
der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 1179 ff.).

10.1.1. Aufsichtsrechtliches Verfahren des Kantonsarztamtes des Kantons Bern (KAZA)

Die Vorinstanz führte zutreffend aus, dass mit Schreiben vom 27. Dezember 2016 
der Beschuldigte durch die GEF bzw. durch das KAZA über die aufsichtsrechtliche 
Anzeige der F.________ vom 31. Oktober 2016 informiert wurde (S. 13 der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung, pag. 1180). Dabei ging es um Verfehlungen, die 
zum vorerwähnten Strafbefehl vom 28. März 2017 geführt hatten. Das KAZA gab 
darin an, dass es die Aufsicht über die Ärzte und Ärztinnen mit BAB im Kanton 
Bern ausübe. Bei Verletzung von Berufspflichten, namentlich den beruflichen Sorg-
faltspflichten, könne es Disziplinarmassnahmen im Sinne des Art. 43 des Medizi-
nalberufegesetzes (SR 811.11; MedBG) anordnen. Mögliche Disziplinarmassnah-
men seien eine Verwarnung, ein Verweis, eine Busse sowie ein befristetes oder 
definitives Verbot der selbstständigen Berufsausübung (Beilageakten KAZA, un-
paginiert). Der Beschuldigte wurde darin bis zum 31. Januar 2017 ersucht, eine 
schriftliche Stellungnahme einzureichen. Der Beschuldigte antworte am 30. Januar 
2017 hierauf, dass er das vorgenannte Schreiben mit Erstaunen zur Kenntnis ge-
nommen habe. Er bestätigte eine staatsanwaltschaftliche Vorladung erhalten und 
einen Anwalt beauftragt zu haben (Beilageakten KAZA, unpaginiert).

Weiter führte die Vorinstanz zutreffend aus, dass das KAZA mit Schreiben vom 16. 
Juni 2017 mit dem Titel «Eröffnung eines aufsichtsrechtlichen Verfahrens auf Ent-
zug ihrer Berufsausübungsbewilligung als Arzt» ausführte, dass er wegen seinen 
erheblichen strafrechtlichen Verfehlungen, die in unmittelbarem Zusammenhang 
mit seiner Tätigkeit als Arzt stünden, nicht mehr vertrauenswürdig erscheine, wes-
halb das KAZA beabsichtige, ihm seine BAB zu entziehen (S. 13 f. der erstinstanz-
lichen Urteilsbegründung, pag. 1180 f.). Im Weiteren würde einer allfälligen Be-
schwerde die aufschiebende Wirkung entzogen. Der Beschuldigte wurde gebeten, 
dazu Stellung zu nehmen (Beilageakten KAZA, unpaginiert). Am 8. Juli 2017 bean-
tragte der Beschuldigte für diese Stellungnahme eine Fristverlängerung via E-Mail 
bis zum 8. August 2017. Einleitend hielt der Beschuldigte fest, dass er die Eröff-
nung eines solchen Verfahrens zum Entzug seiner BAB entrüstet zur Kenntnis 
nehme. Hierbei führte er u.a. aus: «Wie sie verstehen, tangiert mich diese Angele-

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genheit direkt und existenziell und ich möchte mich juristisch beraten las[s]en, zum 
anderen die Behandlung meiner Patienten sicherstellen» (Beilageakten KAZA, un-
paginiert). Mit E-Mail an das KAZA vom 7. August 2017 führte der Beschuldigte 
aus: «[…] Ihr Schreiben vom Anfang Juli zur Eröffnung des Verfahrens zum Entzug 
der Berufsausübungsbewilligung hat mich erreicht und erschüttert zumal es mich 
existenziell bedrohen würde […]». Er gab zudem an, was der Entzug seiner BAB 
für seine Mitarbeitenden und seine 10'492 Patienten bedeuten würde. Er stellte 
weiter den Antrag, dass ihm im Falle eines Entzugs der BAB, eine Sonderbewilli-
gung zur selbstständigen Berufsausübung für 18 Monate zu gewähren sei (Beila-
geakten KAZA, unpaginiert).

Dem Beschuldigten wurde – wie die Vorinstanz korrekt festhielt – schlussendlich 
die BAB als Arzt mit Verfügung vom 25. Oktober 2017 durch das KAZA entzogen 
(S. 14 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 1181; pag. 511 ff., Beilageak-
ten KAZA, unpaginiert) wurde. Dem Zustellungsnachweis der schweizerischen Post 
lässt sich entnehmen, dass ihm die vorgenannte Verfügung am 3. November 2017 
am Postschalter in I.________ (Ort) zugestellt worden ist (pag. 518). Es findet sich 
zudem ein zweiter Zustellungsnachweis in den Akten, gemäss welchem neben Zeit 
und Ort auch ersichtlich ist, dass der Beschuldigte persönlich das vorgenannte 
Schreiben abgeholt hat (Beilageakten KAZA, unpaginiert, beiliegend zur Stellung-
nahme des KAZA an die GEF vom 22. Februar 2018).

Die Vorinstanz stellte weiter zutreffend fest, dass der Beschuldigte auf die E-Mails 
des KAZA vom 22. Januar und 1. Februar 2018 betreffend Praxisschliessung nicht 
reagierte, weshalb ihm das KAZA mit der Vollstreckungsverfügung vom 9. Februar 
2017 (recte: 2018, pag. 523 ff.) mitteilte, dass der Entzug der Berufsausübungsbe-
willigung vom 25. Oktober 2017 in Rechtskraft erwachsen sei (S. 14 der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung, pag. 1181). Deswegen sei er nicht mehr berechtigt 
seinen Beruf als Arzt selbständig, in eigener fachlicher Verantwortung, auszuüben 
und eine eigene ärztliche Praxis zu führen. Die Praxis des Beschuldigten in 
I.________ (Ort) sei demnach behördlich zu schliessen und die Behandlungsdo-
kumentationen sowie die elektronischen Datenträger zu beschlagnahmen. Der 
Vollstreckungstermin bzw. die behördliche Schliessung und Beschlagnahme wurde 
auf den 15. Februar 2018 angesetzt. 

Wie die Vorinstanz weiter zutreffend ausführte, gab der Beschuldigte mit Be-
schwerde vom 12. Februar 2018 gegen den Entzug der BAB als Arzt an, dass er 
davon erstmals am 12. Januar 2018 Kenntnis erhalten habe, als ein von ihm aus-
gestelltes Rezept vom Kantonsapotheker zurückgewiesen worden sei. Er habe sich 
anschliessend mit dem KAZA in Verbindung gesetzt und seine Sprechstunden nie-
dergelegt. Zu keinem Zeitpunkt sei ihm bewusst gewesen, dass er sich mit seinem 
Abrechnungsverhalten gesetzeswidrig verhalten könnte. Er führte weiter aus: «Ich 
möchte einräumen, dass der Entscheid korrekt an meine Privatanschrift zugestellt 
wurde, jedoch habe ich ihn, wegen persönlicher, familiärer, wie auch saisonaler be-
ruflicher Überlastung nicht oder nur viel zu spät zur Kenntnis genommen oder evtl. 
die Abholung versäumt» (Beilageakten KAZA, unpaginiert).

Mit Beschwerdeentscheid vom 13. März 2018 trat die GEF auf die verspätet erho-
bene Beschwerde des Beschuldigten gegen den Entzug der BAB nicht ein (Beila-

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geakten KAZA, unpaginiert). Die Verfügung vom 25. Oktober 2017 ist in Rechts-
kraft erwachsen, wobei auch im Falle einer Beschwerde aufgrund des Entzugs der 
aufschiebenden Wirkung, es dem Beschuldigten nicht mehr gestattet gewesen wä-
re, seine Berufstätigkeit weiter auszuüben. Im Weiteren wurde ausgeführt, dass die 
Verfügung am 3. November 2017 in den Machtbereich des Beschuldigten gelangt 
und damit rechtsgültig eröffnet worden sei (S. 15 der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung, pag. 1182; Beilageakten KAZA, unpaginiert).

10.1.2. Aussagen des Beschuldigten hinsichtlich der Zustellung der Entzugsverfügung    
 (betrifft primär Ziff. I.1 und I.2 der Anklageschrift)

Staatsanwaltschaftliche Einvernahme vom 12. April 2018
Hinsichtlich der Zusammenfassung dieser Einvernahme verweist die Kammer vor-
ab auf die Ausführungen der Vorinstanz (S. 15 f. der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung, pag. 1182 f.): 

Der Beschuldigte führte in Anwesenheit der Verteidigung bei der Staatsanwaltschaft aus, dass er am 
12. Januar 2018 zur Kenntnis genommen habe, dass ihm die BAB entzogen worden sei und er habe 
die Sprechstunden eingestellt und keine Patienten mehr behandelt. Er habe die Post entgegen ge-
nommen, wo man unterschreiben müsse, er habe unterschrieben. Wegen einer heftigen Überbelas-
tung habe er die Briefe gestapelt und demnach nicht zur Kenntnis genommen. Er sei daher nicht im 
Bilde gewesen, dass er an diesem Tag die BAB verloren habe (p. 547 Z. 17-22). Weiter gab er auf 
Vorhalt an, zuvor Mailkontakt mit dem Kantonsarzt gehabt zu haben (p. 547 Z. 25-29). Es sei ihm ei-
gentlich aber nicht bewusst gewesen, dass ein Verfahren im Hinblick auf einen Entzug der BAB laufe 
(p. 547 Z. 31-33). Auf Vorhalt, dass er gemäss Verfügung vom 25. Oktober 2017 den Antrag per E-
Mail gestellt habe, ihm sei die Bewilligung nicht zu entziehen und er sei offen für eine direkte Bespre-
chung und stelle eventualiter den Antrag auf eine Sonderbewilligung, ob er nicht gewusst habe, dass 
ein Verfahren im Hinblick auf einen Entzug der BAB laufe, meinte der Beschuldigte nein, das könne er 
nicht sagen (p. 547 Z. 35-42). Er habe die private, eingeschriebene Post entgegengenommen (p. 547 
Z. 44-46). Auf Frage, ob ihm grundsätzlich bewusst sei, dass wichtige Briefe eingeschrieben kommen, 
sagte er, das sei ihm bewusst, ja (p. 547 Z. 48 f.). Er habe nicht auf das Couvert geschaut und könne 
nicht bestätigen, dass die Post vom Kantonsarzt gekommen sei (p. 548 Z. 51-53). 

Zu den übermittelten Rechnungen ab dem 4. November 2017 wollte der Beschuldigte nichts sagen 
(p. 548 Z. 58 ff.). Auf Frage, ob – angenommen, er hätte am 3. November 2017 Kenntnis vom Entzug 
der BAB genommen – er sagen würde, dass es richtig sei, dass er nicht mehr berechtigt gewesen wä-
re, Leistungen abzurechnen, meinte der Beschuldigte, dass er keine Sprechstunde mehr gemacht 
hätte, wenn er davon Kenntnis gehabt hätte und keine Patienten mehr behandelt hätte und sich juris-
tisch hätte beraten lassen (p. 548 Z. 77-81).

Ergänzend und präzisierend hält die Kammer fest, dass der Beschuldigte befragt 
wurde, ob es richtig sei, dass er am 7. August 2017 per Mail gegenüber dem KAZA 
zum möglichen Entzug seiner BAB Stellung genommen habe. Er bejahte dies, so-
weit er sich erinnern konnte (pag. 547 Z. 25 ff.). Die weitere Frage, ob er gewusst 
habe, dass ein Verfahren im Hinblick auf den Entzug seiner Berufsausübungsbewil-
ligung laufe, beantwortete er mit: «Das war mir nicht so bewusst, eigentlich, nein» 
(pag. 547, Z. 25 f). Der Staatsanwalt hielt dem Beschuldigten in der Folge vor, er 
habe gemäss den Angaben von AB.________, welche die Software AC.________ 
betreibe, für Behandlungen ab dem 4. November 2017 noch 764 Rechnungen in 

19

der Höhe von CHF 144'660.85 den Krankenkassen übermittelt und was er dazu 
sage. Der Beschuldigte antworte: «Ich kann und möchte nichts dazu sagen» (pag. 
548, Z 58 f). Auf Frage, wie die Übermittlung der Rechnungen an die Krankenkas-
sen erfolge, gab er an, dass dies entweder auf elektronischem oder auf dem 
schriftlichen Weg erfolge. Ausgedruckt und verschickt habe er meistens bei der Un-
fallversicherung SUVA. Bei den restlichen habe er diese jeweils elektronisch über-
mittelt (pag. 548 Z. 71 ff.).

Erstinstanzliche Hauptverhandlung vom 15. Mai 2019
Auch diesbezüglich verweist die Kammer vorab auf die korrekte Zusammenfassung 
der Vorinstanz (S. 16 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 1183): 

Der Beschuldigte führte anlässlich der Hauptverhandlung aus, dass er eine gutbewirtschaftete Praxis 
von Z.________ übernommen und jeden Tag über 30 Patienten behandelt habe. Er habe vor 
8.00 Uhr morgens begonnen, am Mittag eine kleine Pause gemacht und am Abend oft bis 20.00, 
21.00 Uhr gearbeitet, also länger als die Öffnungszeiten bei der Post. Er könne sich so erinnern, dass 
er am 3. November 2017 möglicherweise zwischen zwei Behandlungen mit dem Velo zur Post gefah-
ren sei und den Brief abgeholt habe. Jedenfalls sei das einmal vorgekommen und ein Patient habe 
ihn daran erinnert, dass er mal mit dem Velo zur Post gefahren sei. Sicher sei es mehrmals so gewe-
sen, dass er Schreiben abgeholt habe, in seine Tasche gepackt habe und wieder in die Sprechstunde 
gefahren sei (p. 1039 Z. 43-47, p. 1040 Z. 1-4).

Weiter führte er aus: «Die Situation im November war insofern speziell, als viele Veränderungen, Pla-
nungen vorgenommen wurden, neues Personal angestellt wurde, investiert, eine AG gegründet wur-
de. Zusammengefasst war ich in der Situation be- und teilweise überlastet und meine Mutter war zu 
Besuch, meine Kinder bei mir. Im November hat man sowieso sehr viele Patienten. Ich habe das 
dann wohl ‹vernuschet›, hatte keine schlechte Absicht, habe einfach weiter gearbeitet.» (p. 1040 Z. 4-
9).

Er bestritt nicht, den Brief persönlich entgegen genommen zu haben. Er habe ihn einfach abgeholt. Er 
habe verschiedene eingeschriebene Briefe abgeholt und möglicherweise nicht alle zur Kenntnis ge-
nommen (p. 1040 Z. 35-40). Auf Frage, was er gedacht habe, als er diesen Brief entgegengenommen 
habe und was er in der Folge mit dem Brief gemacht habe, führte der Beschuldigte aus, dass er übli-
cherweise die Arzttasche dabei habe. Er sei mit dem Velo unterwegs gewesen. Wenn er zur Post ge-
fahren sei und einen Brief geholt habe, habe er ihn in die Tasche gesteckt. Gewöhnlich habe er sich 
am Abend erinnert, dass er einen Brief geholt habe und ihn dann geöffnet. Er müsse das Schreiben 
vergessen haben unter der damaligen Last und habe das Schreiben irgendwo auf einen Stapel ge-
legt. Er habe keine Absicht oder Böswilligkeit gehabt. Er habe es schlicht vernuschet und vergessen 
(p. 1040 Z. 42-47, p. 1041 Z. 1-3). Er glaube nicht, dass er andere Briefe vernuschet oder vergessen 
habe. Er habe sonst seine Post schon bewirtschaftet, vielleicht habe er in den Ferien manchmal einen 
Brief nicht abgeholt (p. 1041 Z. 5-8). Wegen der beruflichen und persönlichen Belastung im November 
habe er genau den Brief nicht zur Kenntnis genommen (p. 1041 Z. 10-12). 

Die Abholungseinladung für den Bewilligungsentzug sei an die Privatadresse adressiert gewesen. Er 
habe den Zettel dann in die Praxis genommen und dann abgeholt (p. 1045 Z. 8-12). Wenn er das 
Schreiben zur Kenntnis genommen hätte, hätte er sicher nicht weitergearbeitet, so wie am 12. Januar 
2018, und sich Hilfe geholt (p. 1040 Z. 9-11, p. 1041 Z. 20-22, p. 1044 Z. 22 f.).

20

Im November sei er medizinisch gesund gewesen, aber es sei einfach zu lange zu viel gewesen. Er 
habe das freiwillig in Kauf genommen, habe gut sein, es gut machen wollen und dies möglicherweise 
nicht auf allen Ebnen gekonnt (p. 1041 Z. 28-34).

Er habe nicht mit dem Entzug der BAB gerechnet. In Bezug auf sein E-Mail vom August 2017 im auf-
sichtsrechtlichen Verfahren gab er an, dass er im Juni 2017 eine Mail erhalten habe, als er gerade im 
Urlaub gewesen sei. Da habe er mit dem KAZA telefoniert und eine Fristverlängerung beantragt und 
dann einfach ein Schreiben genommen. Er habe nur die Überschrift genommen und einfach 10 oder 
11 Punkte geschrieben, was das für ihn bedeuten würde. Wenn er gewusst hätte, dass es sich um ein 
Entzugsverfahren handle, hätte er sich juristisch beraten lassen. Aber wahrscheinlich habe er in dem 
Moment noch genug von seiner Scheidung gehabt (p. 1043 Z. 1-10). Auf Vorhalt, dass der Entzug 
Thema gewesen sei, er habe beantragt, die Bewilligung sei nicht zu entziehen, sagte der Beschuldig-
te, dass es sein könne, dass er so einen Satz geschrieben habe. Er erinnere sich an eine Praxisver-
tretung, wo nach einem Tod des Arztes die Bewilligung aufrechterhalten worden sei, damit die Witwe 
das habe weiterverkaufen können. Er habe gedacht, es sei so etwas Ähnliches. Er habe einfach nicht 
gewusst, dass es um den Entzug, also um seinen Kragen gehe (p. 1043 Z. 12-20). Auf Vorhalt, dass 
er als vertrauenswürdige Person, als Arzt sage, dass er nicht verstanden habe, dass es um seinen 
Kragen gehe, meinte der Beschuldigte, dass seine Vertrauenswürdigkeit ja gerade in Zweifel gezogen 
werde. Aber wenn er das gewusst hätte, hätte er Hilfe geholt. Er habe eine Rechtsschutzversicherung 
fürs Unternehmen und privat (p. 1043 Z. 22-28). Auf Vorhalt, dass er mit einer entsprechenden Verfü-
gung habe rechnen müssen, meinte der Beschuldigte, dass er nicht mit dem Entzug der BAB gerech-
net habe. Er habe mit einer mündlichen Anhörung, einem Telefonat, einer Besprechung gerechnet 
(p. 1043 Z. 30-34). Er wisse nicht, ob das Couvert mit Kantonsarztamt angeschrieben gewesen sei 
(p. 1043 Z. 36-38). Auf Frage, ob er aus seiner Sicht in dieser Angelegenheit einen Fehler gemacht 
habe, meinte der Beschuldigte «Ich habe medizinisch keine Fehler gemacht. Administrativ könnte ich 
mir Fehler eingestehen, da ich die Post temporär nicht wirklich im Griff hatte. Ob diese Fehler schon 
strafrechtlich relevant sind, sei dahingestellt.» (p. 1044 Z. 14-19). 

Der Beschuldigte führte im Rahmen seiner Befragung anlässlich der Hauptver-
handlung einleitend zudem aus, er habe mit besten Absichten gehandelt und mit 
bestem Willen seine Patienten versorgt und nicht gewusst, dass er nicht mehr über 
eine BAB verfügt habe (pag. 1039 Z. 38 ff.). Weiter gab er an, die Post des Ge-
schäfts hätten seine Mitarbeiter geöffnet, die private nicht (pag. 1041 Z. 24 ff.). Der 
Beschuldigte bestätigte den Vorwurf gemäss Anklageschrift, wonach er ab dem 4. 
November 2017 den Krankenkassen Rechnungen von über CHF 87'000.00 über-
mittelt habe. Er könne auch bestätigen, dass solch eine Summe einem üblichen 
Monatsumsatz einer Praxis entsprechen könnte. Das Abrechnungssystem habe am 
Jahreswechsel 2017/2018 geändert, sodass alle Ärzte damals angehalten worden 
seien bis Ende Jahr keine offenen Rechnungen zu belassen. Deshalb habe er wohl 
auch versucht möglichst den Jahresanfang mit Null nicht erledigten Leistungen an-
zustreben (pag. 1041 Z. 39 ff.). Auf Frage, ob er nicht bemerkt habe, dass die 
Krankenkassen plötzlich keine Zahlungen mehr ausgeführt hätten, antwortete er, 
dass er dies nicht gemerkt habe, er habe das Mahnwesen nicht selber gemacht, 
sondern an eine Firma delegiert (pag. 1042 Z. 24 ff.). Der Vertreter der Straf- und 
Zivilklägerin D.________ (AG) befragte den Beschuldigten, wie er es sich denn er-
kläre, dass er gemäss Anklageschrift bis am 15. Februar 2018 in der Praxis tätig 
gewesen sei, obwohl er bereits am 12. Januar 2018 vom Kantonsapotheker die 
Meldung erhalten habe, dass seine Rezepte nicht mehr einlösbar seien (pag. 1044 

21

Z. 35 ff.). Der Beschuldigte bestritt ab dem 12. Januar 2018 weiter Patienten be-
handelt zu haben. Am nachfolgenden Montag, 15. Januar 2018, habe er seine An-
gestellten informiert und es habe niemand mehr gearbeitet (pag. 1044 Z. 38 ff.). 
Auf Vorhalt, dass aber noch bis zum 15. Februar 2018 Rechnungen eingereicht 
worden seien, gab der Beschuldigte an, dass dies normalerweise nicht sein dürfe. 
Effektiv seien diese Rechnungen nach 30 Tagen wohl automatisch ausgelöst wor-
den, da sich diese wahrscheinlich noch im Ausgangsordner befunden hätten. Er 
persönlich habe keine Rechnungen mehr ausgelöst und das System sei am 20. 
Februar 2018 abmontiert worden (pag. 1044 Z. 42 ff.). Auf weitere Frage, ob er von 
der Sperrung seiner ZSR-Nummer, welche am 29. Dezember 2017 erfolgt sei, in-
formiert worden sei, führte er aus, dass er keine Informationen erhalten habe. Er 
habe von der SASIS AG nur ein Telefon erhalten, gemäss welchem diese hätten 
wissen wollen, ober er im Wesentlichen HNO- oder Hausarzt sei (pag. 1045 Z. 2 
ff.).

Oberinstanzliche Hauptverhandlung vom 23./24. September 2021
Der Beschuldigte bestätigte im Rahmen der oberinstanzlichen Hauptverhandlung 
seine bisherigen Aussagen (pag. 1488 Z. 41 ff.). Auf Vorhalt, was er mit seiner 
Aussage: «Sie machen etwas Gutes und bekommen eine Fahrkarte», gemeint ha-
be, gab er an, dass er dies möglicherweise auf seine Tätigkeit H.________ bezo-
gen habe. Er habe sich dort aus Gutmütigkeit eingesetzt und die Arbeit sei nicht 
geschätzt worden (pag. 1489 Z. 2 ff.). Der Beschuldigte wurde weiter befragt, was 
er mit E-Mail vom 7. August 2017 auf das Schreiben des KAZA vom 16. Juni 2017, 
in welcher er angegeben habe, dass er die Eröffnung eines aufsichtsrechtlichen 
Verfahrens zum Entzug der BAB entrüstet zur Kenntnis genommen habe, ihn diese 
Angelegenheit direkt und existenziell tangiere und er sich juristisch möchte beraten 
lassen, um die Behandlung seiner Patienten sicherzustellen, zu sagen habe (pag. 
1489 Z. 13 ff.). Er bestätigte, dies so verfasst zu haben. Zu dieser Zeit sei alles ge-
rade etwas viel gewesen, da es sich um den ersten Ferientag mit seinen Kindern 
gehandelt und er mit ihnen eine Reise geplant habe. Am letzten Tag vor der Abrei-
se habe er dann das Schreiben gelesen und versucht das KAZA anzurufen. Man 
habe ihm gesagt, dass die betroffene Person in den Ferien sei und er per E-Mail 
eine Fristverlängerung und zwei, drei andere Sachen beantragen soll (pag. 1489 Z. 
20 ff.). Auf Frage worum es bei diesem Schreiben gegangen sei, antwortete er, 
dass er es einfach so, wie es ihm die Sekretärin gesagt habe, geschrieben habe 
(pag. 1489 Z. 26 ff.). Auf erneute Frage, was er aus diesem Schreiben verstanden 
habe, gab er an, dass es ihm nicht bewusst gewesen sei, dass es dabei um seine 
berufliche Existenz gegangen sei. Wäre ihm dies bewusst gewesen, dann hätte er 
versucht dieses Problem aus der Welt zu schaffen (pag. 1489 Z. 30 ff.). Auf Vor-
halt, dass er aber selbst im Mail geschrieben habe, dass es um seine Existenz ge-
he, führte er aus, dass man als Arzt ein gutes soziales Standig haben müsse, um 
seinen Job gut machen zu können. Die nachfolgenden Sätze begann der Beschul-
digte wie folgt: «Ich habe in dem Moment …» / «Ich habe gefunden …» / «Hmm 
…» / «Ich habe das so verstanden, dass man irgendwo, ja…»; konnte diese in der 
Folge jedoch nicht beenden und legte jeweils eine Sprechpause ein. Er führte wei-
ter aus, dass wenn er erkannt hätte, dass es um ein solches Verfahren gehe, er al-
le Register gezogen hätte, um sich schadenfrei zu machen (pag. 1489 Z. 37 ff.). 

22

Auf Vorhalt des E-Mails vom 7. August 2017 an AD.________, wonach er ausführ-
te, dass ihn das Schreiben von Anfang Juli zur Eröffnung des Verfahrens zum Ent-
zug der BAB erreicht und ihn erschüttert habe, zumal ihn dieses existenziell bedro-
he und ungerechtfertigt sei, überlegte er lange, bevor er eine Antwort gab. Er 
bestätigte in der Folge das E-Mail geschrieben zu haben und er habe die Erwar-
tung gehabt, dass man ihn persönlich einladen werde (pag. 1490 Z. 1 ff.).  Auf wei-
teren Vorhalt dieses Schreibens, wonach er unter Ziff. 6 angegeben habe, was der 
Entzug der Berufsausübungsbewilligung für ihn zu bedeuten hätte, führte er aus, 
dass er sich daran erinnern könne, der Aufforderung fristgerecht nachgekommen 
zu sein. Er habe einfach geantwortet (pag. 1490 Z. 9 ff.). Auf erneute Frage, was 
nun genau Thema des vorgenannten Schreibens gewesen sei, überlegte er erneut 
lange bis er antwortete und gab an, dass der Entzug der Berufungsausübungsbe-
willigung die Maximalvariante sei. Er wisse nicht, weshalb er dies damals nicht ha-
be wahrhaben wollen. Er habe es ehrlich gesagt nicht verstanden (pag. 1490Z. 15 
ff.). Auf Frage, wie die Praxis im November/Dezember 2017 gelaufen sei, gab er 
an, dass diese sehr voll gewesen sei, er habe etwa 30 oder mehr Patienten pro 
Tag gehabt. Zudem sei dann noch die Gründung der AG und der Personalwechsel 
dazugekommen, sowie ein längerer Krankheitsausfall einer engeren Mitarbeiterin. 
Zudem seien noch Studenten und Psychologen angestellt gewesen. Ökonomisch 
sei es ihm gut gegangen, die Praxis sei liquide gewesen (pag. 1490 f. Z. 39 ff.). Die 
AG-Gründung habe zudem nichts mit dem Verfahren des KAZA zu tun gehabt 
(pag. 149 Z. 5 ff.).  Auf erneute Nachfrage, ob er den Entzug der BAB oder das ge-
samte Verfahren nicht wahrgenommen habe, gab er an, das gesamte Verfahren 
nicht wahrgenommen zu haben. Er habe vom Entzug erstmals am 12. Januar 
Kenntnis erhalten, als das Rezept des Kantonsapothekers zurückgewiesen worden 
sei (pag. 1492 Z. 8 ff.).

10.1.3. Verhalten des Beschuldigten vor und nach dem 3. November 2017 

Diesbezüglich verweist die Kammer vollumfänglich auf die vorinstanzlichen Aus-
führungen (S. 18 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 1185 f.):

Der Beschuldigte führte aus, er habe Mitte Dezember 2017 eine AG gegründet um das persönliche 
Risiko zu begrenzen (p. 1042 Z. 31-35, p. 894 ff.). Dies habe nicht viel zeitlichen Aufwand verursacht 
(p. 1042 Z. 37-43). Der notarielle Aufwand betrug rund fünf Tausend Franken (p. 898 f.).

Der Beschuldigte reichte sodann zahlreiche Rechnungen von Investitionen in seine Praxis zwischen 
dem 20. November 2017 und dem 5. Januar 2018 für Medizinprodukte und eine Frankiermaschine in 
Höhe von gesamthaft ca. 15 Tausend Franken ein (p. 879 ff.).

Weiter hat er per 1. November 2017 eine neue medizinische Praxisassistentin eingestellt und reichte 
einen entsprechenden Arbeitsvertrag ein (p. 888 f.). Er hatte sich offenbar auch verpflichtet, einen 
Studierenden für Hausarztpraktika aufzunehmen (p. 893). Zudem machte er geltend, er habe in der 
fraglichen Zeit Fortbildungskurse für das Personal bezahlt (am 31. Juli und 31 August 2017; p. 890) 
und im September 2017 selber einen Kurs als Berufsbildner besucht im Umfang von 40 Lektionen 
(p. 892).

Der Beschuldigte erklärte, er habe im November 2017 bereits den Notfalldienst für 2018 geplant ge-
habt und sich am 10. November zu einer Sitzung diesbezüglich getroffen (p. 1045 Z. 16-21). In der 
Fortsetzungsverhandlung vom 28. August 2019 wurde AA.________, die Notfallkoordinatorin für die 

23

Gemeinde I.________(Ort)/AE.________ einvernommen (p. 1121 f., Z. 15). Diese sagte aus, dass die 
erwähnte Notfallsitzung im November 2017 stattgefunden habe und der Beschuldigte in die Notfall-
planung 2018 involviert gewesen sei (p. 1121 Z. 29-41, p. 1122 Z. 1 ff.). Die Zeugin ergänzte, dass 
der Beschuldigte ihr noch im Frühling 2018 geschrieben habe, dass er weiterhin helfen würde bei Not-
fällen (p. 1121 Z. 32 f., 1122 Z. 19-22).

Der Beschuldigte seinerseits erklärte, er habe am 22. Dezember 2017 einen Apéro gemacht, um Mit-
arbeitern und Vorgänger Respekt und Dank auszusprechen für das erste Geschäftsjahr und die 
Gründung der AG (p. 1045 Z. 23-29). Z.________, sein Praxis-Vorgänger (p. 1051 Z. 29), erklärte in 
der Hauptverhandlung diesbezüglich als Zeuge, es habe im Februar 2017 einen Startapéro gegeben, 
bei «uns» auch einen Jahresendapéro, wo auch der Beschuldigte eingeladen gewesen sei; das sei 
Ende 2016 gewesen (p. 1052 Z. 40-45). Auf Frage, dass es auch Ende 2017 in der Praxis des Be-
schuldigten einen Apéro gegeben habe, meinte er, dass er sich mit den Daten schwer tue. Da habe 
es auch was gegeben. Vielleicht Anfang, vielleicht Ende Jahr, er wisse es nicht mehr (p. 1053 Z.1 ff.). 
Gegen Ende der Einvernahme, wieder auf den Apéro angesprochen, erklärte er, dass er mehr und 
mehr glaube, dass es Ende Jahr gewesen sei und die Stimmung gut und unproblematisch gewesen 
sei (p. 1054 Z. 40-44). Er habe erst im Januar, Februar 2018 erfahren, dass dem Beschuldigten die 
BAB entzogen worden sei (p. 1053 Z. 12-15).

10.1.4. Aufgabenbereich und Tätigwerden der SASIS AG

Hinsichtlich der Wiedergabe des Tätigkeitsbereichs der SASIS AG verweist die 
Kammer vorab auf die zutreffenden vorinstanzlichen Ausführungen (S. 19 der erst-
instanzlichen Urteilsbegründung, pag. 1186). Ergänzend und präzisierend hält die 
Kammer fest, dass sie SASIS AG im Auftrag der Krankenversicherer das Zahlstel-
lenregister (ZSR) führt, um die Abrechnungen der Leistungen zu vereinfachen 
(pag. 1060). Sie prüft die Einhaltung der Zulassungsbestimmungen für die OKV 
sowie allfällige kantonale Berufsausübungsbewilligungen und Tarifvertragsbedin-
gungen. In der Datenbank der SASIS AG sind die verschiedenen Leistungserbrin-
ger ersichtlich. Die ZSR-Nummer wird von der SASIS AG nach Prüfung des an-
tragsstellenden Leistungserbringers vergeben und dient dazu, die administrativen 
Prozesse von Krankenversicherern und Ärzten zu vereinfachen. Das Vorliegen ei-
ner BAB als Arzt ist Voraussetzung für die Erteilung einer ZSR-Nummer. Mutatio-
nen wie der Entzug der BAB sind meldepflichtig; meistens erhält die SASIS AG die 
Informationen hierzu von den Gesundheitsdirektionen der Kantone (pag. 529). Ist 
eine ZSR-Nummer sistiert, so können die OKV keine Rechnungen mehr über die 
ZSR-Nummer vergüten und die Apotheker dürfen keine Rezepte mehr einlösen 
(pag. 1060). 

Den Akten lässt sich zudem das Merkblatt der SASIS AG für die Erteilung der ZSR-
Nummer entnehmen. Der Leistungserbringer verpflichtet sich gemäss diesem An-
tragsformular – wie bereits erwähnt – sämtliche Änderungen mit dem aktuellen Mu-
tationsformular umgehend zu melden, damit eine Nachprüfung der Zulassungsbe-
dingungen erfolgen kann (pag. 535).

Vorliegend informierte das KAZA am 27. Dezember 2017 die SASIS AG über den 
Entzug der BAB des Beschuldigten (Beilageakten KAZA, unpaginiert, pag. 1075, 
1081). Die SASIS AG antwortete darauf mit E-Mail vom 28. Dezember 2017, dass 
sie die ZSR-Nummer 502002, lautend auf den Beschuldigten, rückwirkend per 25. 

24

Oktober 2017 sistiert und dass sie den Beschuldigten gleichentags per A-Post in-
formiert habe (pag. 1075, 1083, Beilageakten KAZA, unpaginiert). Gestützt auf die 
erstinstanzliche Editionsverfügung vom 15. Mai 2019 führte die SASIS auf Frage, 
wann die ZSR-Nummer des Beschuldigten sistiert worden und wann sowie in wel-
cher Form die einzelnen OKV über den Entzug der BAB informiert worden seien, 
aus, dass die Mutation am 2. Januar 2018 mittels Datenfiles an die Versicherer 
übermittelt worden sei. Ab wann diese Informationen bei den einzelnen Versiche-
rern in deren System ersichtlich sei, entziehe sich ihrer Kenntnis. Die Versicherer 
würden den Import ihrer Datenfiles selber steuern. Erst nach erfolgtem Import 
durch den Versicherer, stünden die aktuellen Daten den Mitarbeitenden des Versi-
cherers zur Verfügung (pag. 1077). Auf weitere Frage, ob der Beschuldigte nach 
dem Entzug weiterhin über das System der SASIS AG habe abrechnen können, 
antwortete diese, dass die Versicherer nicht über ihr System abrechnen würden. 
Sie würden den Versicherern ausschliesslich die Daten betreffend die Leistungser-
bringer für die Leistungsabrechnung zustellen. Ab dem 2. Januar 2018 hätten die 
Versicherer über die sistierte ZSR-Nummer Kenntnis gehabt (pag. 1077). 

10.1.5. Vorgänge um den 12. Januar 2018

Den Akten des KAZA lässt sich eine Kopie des Rundmails des Kantonsapothekers 
vom 12. Januar 2018 entnehmen. Demgemäss wurden alle Apotheken des Kan-
tons Bern darüber informiert, dass der Beschuldigte über keine gültige BAB mehr 
verfüge und deshalb keine Verschreibungen von ihm mehr ausgestellt werden dürf-
ten (Beilageakten KAZA, unpaginiert).

Der Beschuldigte führte im Rahmen der erstinstanzlichen Hauptverhandlung aus, 
dass er durch ein Fax eines Apothekers informiert worden sei, dass er über keine 
gültige BAB mehr verfüge (pag. 1040 Z. 10 ff.). Er habe die Sprechstunde bis am 
Mittag weitergeführt und habe sodann AD.________ des KAZA erreichen können. 
Daraufhin habe er nicht mehr praktiziert (pag. 1040 Z. 18 ff.).

Die Ex-Frau des Beschuldigten führte anlässlich der erstinstanzlichen Hauptver-
handlung aus, dass sie im Februar 2018 mitbekommen habe, dass er wegen des 
Entzugs seiner BAB nicht mehr habe arbeiten können (pag. 1049 Z. 26 ff.). Ob dies 
im Jahr 2017 bereits thematisiert worden sei, verneinte sie, führte aber auch aus, 
dass sie zu dieser Zeit erst kurz geschieden waren und sie wohl nicht seine erste 
Anlaufstelle gewesen sei (pag. 1049 Z. 39 ff.).

Einen Tag nach der ersten Hauptverhandlung wurde in den Lokalnachrichten von 
I.________ (Ort) die Exmission des Beschuldigten publiziert (pag. 1116).

10.1.6. Auszahlungen bzw. Rechnungsstellungen des Beschuldigten 

Mit Verfügung vom 4. April 2018 ersuchte die Staatsanwaltschaft Region Bern-
Mittelland die OKV darum, mitzuteilen, in welchem Umfang ihnen für Behandlungen 
ab dem 4. November 2017 vom Beschuldigten Rechnung gestellt und in welchem 
Umfang diese von ihnen bezahlt bzw. die Bezahlung verweigert worden sei. Im 
Weiteren bat die Staatsanwaltschaft darum anzugeben, ob die Prüfung und Freiga-
be der Rechnungen automatisiert erfolgt oder ob die Rechnungen einzeln durch 
Mitarbeitende manuell geprüft worden seien (pag. 4). Daraufhin reichten die einzel-

25

nen OKV ihre diesbezüglichen Unterlagen, auf welche nachfolgend eingegangen 
wird, ein.

Unabhängig davon, ob dem Beschuldigten ein rechtliches Fehlverhalten vorgewor-
fen werden kann oder nicht, ist unbestritten, dass er nach dem 3. November 2017 
bis bzw. nach Entgegennahme des Schreibens des KAZA betreffend den verfügten 
Entzug seiner BAB noch Rechnungen an die OKV gestellt hat (pag. 1041 Z. 36 ff.). 
Er gab zudem an, nach dem 12. Januar 2018 zwar keine Rechnungen mehr aus-
gelöst zu haben, dass dies aber allenfalls noch automatisch erfolgt sei, sofern sich 
im Ausgangsordner nach diesem Datum noch Rechnungen befunden hätten 
(pag. 548 Z. 65 ff., pag. 1042 Z. 1 ff.). Das System sei am 20. Februar 2018 herun-
tergefahren worden (pag. 1044 Z. 42 ff.). Unbestritten ist sodann der ungefähr 
durch den Beschuldigten im massgeblichen Zeitraum ab dem 4. November 2017 
bei den OKV abgerechnete Gesamtbetrag (pag. 1041 Z. 39 ff.). Die einzelnen Be-
träge – welche nachfolgend aufgeführt werden – sind jedoch mangels konkreten 
Vorhalts von diesem nicht anerkannt worden. Zu bemerken ist hierbei, dass für Be-
handlungen die vom Beschuldigten vor Eröffnung des Entzugs der BAB erfolgt 
sind, er auch nachträglich noch abrechnen durfte. 

Vorab kann bereits erwähnt werden, dass die Kammer – in Übereinstimmung mit 
der Vorinstanz – die von den OKV eingereichten Unterlagen betreffend die Abrech-
nungen und Auszahlungen, sofern Leistungszusammenstellungen und/oder kon-
krete (TP)-Rechnungen (Abrechnung auf elektronischem Weg, vgl. pag. 730) vor-
liegen, als korrekt und damit als rechtsgenüglich erwiesen erachtet (S. 20 der erst-
instanzlichen Urteilsbegründung, pag. 1187). Dasselbe gilt für die Angabe, ob die 
betreffende OKV jeweils automatisch oder manuell abrechnete. Ebenfalls in Über-
einstimmung mit der Vorinstanz geht die Kammer bei diesbezüglich fehlenden An-
gaben davon aus, dass die Auszahlungen automatisiert freigegeben wurden, da 
dies dem Standardablauf der OKV entspricht. 

Massgebend ist in der Folge wie viel jeweils abgerechnet, wie viel, wann ausbe-
zahlt wurde, sowie der Modus dieser Abrechnungen (manuell oder elektronisch). 
Die Qualifikation der Differenzbeträge zwischen den durch den Beschuldigten den 
OKV in Rechnung gestellten und den durch diese an ihn tatsächlich ausbezahlten 
Beträgen erfolgt im Rahmen der rechtlichen Würdigung. Auf weitere Ausführungen 
hierzu wird demzufolge an dieser Stelle verzichtet und auf das Nachfolgende ver-
wiesen (Siehe Ziff. III. 11.4.1.). Die Kammer verweist sodann vorab auf die vorin-
stanzliche Zusammenstellung betreffend die abgerechneten und ausbezahlten Be-
träge sowie die Angabe der Modi dieser Abrechnungen (S. 21 ff. der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung, pag. 1188 ff.). Allfällige Ergänzungen oder Präzisierungen 
werden untenstehend jeweils aufgeführt:

Bezüglich V.________ (AG)
Gemäss Schreiben der V.________(AG) hat der Beschuldigte gegenüber der V.________(AG) einen 
Betrag in der Höhe von CHF 11‘989.35 für Behandlungen nach dem 3. November 2017 abgerechnet. 
Dieser Betrag wurde nicht vergütet (p. 6). Belege oder Abrechnungen liegen nicht vor. Mit Blick auf 
die vorstehenden Ausführungen geht das Gericht davon aus, dass der Beschuldigte diesen Betrag 
gegenüber der V.________(AG) abgerechnet hat.

26

Die Kammer stellt fest, dass der vom Beschuldigten der V.________(AG) in Rech-
nung gestellte Betrag von CHF 11'989.35, diesem nicht ausbezahlt bzw. dieser von 
der OKV zurückgewiesen worden ist (pag. 6). 

Bezüglich der W.________ (AG)
Gemäss Schreiben der V.________(AG) hat der Beschuldigte gegenüber der W.________(AG) einen 
Betrag in Höhe von CHF 7‘820.10 für Behandlungen nach dem 3. November 2017 abgerechnet. Die-
ser wurde nicht vergütet (p. 6). Belege oder Abrechnungen liegen nicht vor. Auch hier geht das Ge-
richt davon aus, dass der Beschuldigte diesen Betrag gegenüber der W.________(AG) abgerechnet 
hat.

Die Kammer stellt fest, dass auch diesbezüglich ein durch den Beschuldigten in 
Rechnung gestellter Betrag von CHF 7'820.10 von der OKV nicht vergütet worden 
ist (pag. 6).

Bezüglich J.________(AG)
Die J.________(AG) machte geltend, dass der Beschuldigte seit dem 4. November 2017 
CHF 7‘447.20 in Rechnung gestellt habe (p. 7). Aus der Leistungszusammenstellung der 
J.________(AG) (vgl. p. 9 f.) ist nicht ersichtlich, wann die in Rechnung gestellten Behandlungen 
stattgefunden haben sollen. Insofern ist in dubio pro reo, mangels weiterer Informationen oder akten-
kundiger, sachdienlichen Unterlagen, davon auszugehen, dass die Behandlungen vor dem 4. No-
vember 2017 durchgeführt wurden. Infolgedessen ist hier keine relevante Tathandlung des Beschul-
digten ersichtlich, weshalb bereits an dieser Stelle festgehalten werden kann, dass der Beschuldigte 
von diesem Vorwurf freizusprechen ist. 

Infolge der beschränkten Berufung des Beschuldigten, ist dieser Freispruch in 
Rechtskraft erwachsen.

Bezüglich C.________(AG)
Gemäss angeklagtem Sachverhalt soll der Beschuldigte gegenüber de C.________ (AG) einen Be-
trag von CHF 25‘995.70 abgerechnet haben. Dieser Betrag sei ausbezahlt worden, wobei 
CHF 3‘736.91 manuell geprüft und CHF 19‘843.99 automatisch geprüft worden seien (p. 648). 
Gemäss p. 94 hat der Beschuldigte CHF 25‘995.70 im System «Tiers payant» in Rechnung gestellt 
für Behandlungen nach dem 3. November 2017. Hiervon wurden CHF 23‘580.90 ausbezahlt (p. 96 ff., 
145 ff.). Davon wurden CHF 3‘937.20 manuell und CHF 19‘643.70 automatisiert geprüft (p. 146 ff.). 
Gesamthaft CHF 2‘414.80 wurden storniert (p. 180 ff.). 

Die C.________(AG) erklärte mit Schreiben vom 8. Februar 2018, dass sie am 15. 
Januar 2018 definitiv in Erfahrung hätte bringen können, dass dem Beschuldigten 
per 25. Oktober 2017 die BAB entzogen worden sei (pag. 78). Dies habe ihn aber 
nicht gehindert, weiter Patienten zu behandeln und weiter Rechnung im System 
«Tiers payant» zu stellen. Den durch die vorgenannte OKV sehr detaillierten Ein-
gaben ist zu entnehmen, zu welchen Preisen der Beschuldigte mit Behandlungsda-
tum ab dem 6. November 2017 jeweils abrechnete (pag. 97 ff.). Diese Belege rei-
chen bis zum 22. Dezember 2017. Gesamthaft hat der Beschuldigte CHF 
25'995.70 in Rechnung gestellt, wovon CHF 23'580.90 ausbezahlt worden sind 
(pag. 96). Die Anklageschrift führt entgegen diesen Eingaben jedoch fälschlicher-
weise auf, dass CHF 25'995.70 ausbezahlt worden seien (pag. 648) und dass CHF 
3'736.91 anstatt CHF 3'937.20 manuell sowie CHF 19'843.99 anstatt CHF 
19'643.70 automatisch geprüft worden seien (pag. 146 ff. und pag. 948). Gesamt-

27

haft betrachtet, stimmen die aufgeführten bzw. belegten Geldbeträge jedoch in ih-
rer Summe überein. Die Kammer stellt vorliegend sowohl auf die durch die 
C.________(AG) eingereichten Belege als auch auf das erstinstanzliche Urteilsdis-
positiv ab, sodass erstellt ist, dass CHF 23'580.90 ausbezahlt (davon CHF 3'937.20 
manuell und CHF 19’643.70 automatisiert) und für einen Betrag von CHF 2'414.90 
die Auszahlung verweigert worden ist. 

Bezüglich D.________(AG)
Gemäss Leistungszusammenstellung berechnete der Beschuldigte gegenüber der D.________(AG) 
für Behandlungen nach dem 3. November 2017 CHF 4‘671.05, welche ausbezahlt und automatisch 
geprüft wurden (p. 205, 208). Für weitere CHF 939.55 hatte der Beschuldigte noch Rechnungen ein-
gereicht, welche jedoch abgelehnt wurden (p. 209 ff.).

Gemäss Anzeige der D.________(AG) vom 14. Februar 2018 wurden ihr vom Be-
schuldigten bis zum 29. Dezember 2017 medizinische Behandlungen in Rechnung 
gestellt (pag. 193 ff.). Sie habe erst am 29. Dezember 2017 Kenntnis vom Entzug 
der BAB des Beschuldigten erhalten. Damit habe die D.________ (AG) bis zu die-
sem Zeitpunkt in Unkenntnis über die entzogene BAB ungerechtfertigte Leistungen 
an den Beschuldigten oder die Versicherten ausbezahlt. Zum subjektiven Tatbe-
stand hielt die vorgenannte OKV fest, dass der Beschuldigte davon habe ausgehen 
dürfen, dass es sich bei der Leistungsabwicklung der D.________ um ein Massen-
geschäft handle und eine weitgehend automatisierte Abrechnung erfolge. Es sei 
ihm insbesondere bewusst gewesen, dass die Meldung des Entzugs der BAB nicht 
sofort den Krankenversicherungen bekannt werde und er damit nach aussen immer 
noch als abrechnungsberechtigt erschien. Ihr sei es, wie auch den übrigen Kran-
kenversicherungen, praktisch nicht möglich gewesen, diesen Irrtum zu erkennen. 
Auch im System TG (System tiers garant) seien die Versicherten arglistig im Glau-
ben bestärkt worden, der Beschuldigte sei zur Erbringung selbständiger medizini-
scher Behandlungen und der damit verbundenen Rechnung nach KVG befugt ge-
wesen. Nur mit unzumutbarem Aufwand wäre es ihnen möglich gewesen zu erken-
nen, dass der Beschuldigte nicht mehr über die nötige Bewilligung verfügte. Bis zur 
eigentlichen Deaktivierung seiner ZSR-Nummer sei das betrügerische Handeln des 
Beschuldigten deswegen sowohl für die Krankenversicherungen als auch für die 
Patienten unentdeckt geblieben. 

Mit Nachtrag vom 5. März 2018 (pag. 209) teilte die D.________(AG) mit, dass der 
Beschuldigte sechs weitere Rechnungen eingereicht habe, wobei sie eine Kosten-
übernahme abgelehnt habe. Der Schadensbetrag habe sich somit um CHF 939.55 
erhöht. Ausbezahlt worden seien allerdings, wie in der Anklageschrift aufgeführt, 
CHF 4671.05 (EDV-Prüfung). Der stornierte Betrag von CHF 939.55 ist in der An-
klageschrift lediglich als Differenz zwischen Rechnungsbetrag und ausbezahltem 
Betrag ersichtlich.

Gestützt auf die von der D.________ (AG) eingereichten Unterlagen erachtet die 
Kammer in Übereinstimmung mit der Vorinstanz als erstellt, dass dem Beschuldig-
ten ein Betrag von CHF 4'671.05, der von der OKV automatisch überprüft wurde, 
ausbezahlt wurde (pag. 205 ff.; S. 22 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 
1189).  Für einen Betrag von CHF 939.55, für welche der Beschuldigte weitere 
Rechnungen gestellt hatte, wurde die Auszahlung verweigert (pag. 209 ff.). 

28

Bezüglich AF.________
Gemäss Leistungstabelle und Rechnungen hat der Beschuldigte gegenüber der AF.________ 
CHF 2‘624.35 für Behandlungen nach dem 3. November 2017 abgerechnet, welche ausbezahlt wur-
den (p. 728 ff.). Die Rechnungen wurden manuell freigegeben (p. 219).

Der von der AF.________ eingereichten Leistungstabelle ist ein Gesamtbetrag der 
abgerechneten Leistungen von CHF 2'624.35 zu entnehmen. Drei Rechnungen 
wurden erst im Jahr 2018 abgerechnet, nämlich am 9. Januar 2018 (CHF 201.80), 
am 6. Februar 2018 (CHF 186.60) sowie am 11. Januar 2018 (CHF 69.60). Die 
Versicherung hielt fest, für sie sei der Entzug der BAB zu diesem Zeitpunkt nicht 
ersichtlich gewesen. Die Rechnungen im Betrag von CHF 2'624.35 seien deshalb 
zulasten der OKV übernommen worden. Die Kammer erachtet demnach einen in 
Rechnung gestellten, durch die OKV manuell überprüften und ausbezahlten Betrag 
von CHF 2'624.35 als erstellt.

Bezüglich K.________
Die K.________ hat keine Rechnungen oder sonstigen Belege eingereicht, sondern lediglich geltend 
gemacht, der Beschuldigte habe Abrechnungen eingereicht, die im Umfang von CHF 1‘378.30 auto-
matisiert und im Umfang von CHF 380.95 manuell freigegeben worden seien (p. 221, 224). Mangels 
Belegen können diese Angaben nicht überprüft werden. Mithin ist hier, jedenfalls in dubio pro reo, 
nicht von einer relevanten Tathandlung des Beschuldigten auszugehen. Dementsprechend kann bzgl. 
K.________ bereits an dieser Stelle festgehalten werden, dass der Beschuldigte freizusprechen ist. 

Infolge der beschränkten Berufung des Beschuldigten, ist dieser Freispruch in 
Rechtskraft erwachsen.

Bezüglich M.________(AG)
Gemäss den eingereichten Belegen hat die M.________(AG) CHF 1‘332.35 an den Beschuldigten für 
Behandlungen nach dem 3. November 2017 überwiesen (p. 688 ff.). Die Prüfung und Freigabe der 
Rechnungen erfolgte automatisiert (p. 225).

Die M.________(AG) gab an, dass der Beschuldigte mit Behandlungsbeginn nach 
dem 4. November 2017 acht Rechnungen über einen Rechnungsbetrag von insge-
samt CHF 1'332.35 eingereicht habe. In Übereinstimmung mit der Vorinstanz wird 
von der Richtigkeit dieser Angabe ausgegangen, sodass der in Rechnung gestellte, 
automatisiert überprüfte und ausbezahlte Betrag von CHF 1'332.35 als erstellt gilt 
(S. 22 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 1189).

Bezüglich E.________ (AG)
Die E.________ (AG) hat dem Beschuldigten CHF 4‘405.75 für Behandlungen nach dem 3. Novem-
ber 2017 ausgerichtet (p. 783 ff.). Hiervon wurden CHF 2‘870.35 automatisiert und CHF 1‘535.40 ma-
nuell verarbeitet (p. 785).

Die E.________ (AG) Schweizerische Kranken- und Unfallversicherungen AG be-
legte mit Schreiben vom 18. April 2018, die durch den Beschuldigten in Rechnung 
gestellten Beträge für die Behandlungen im Zeitraum vom 10. November 2017 bis 
22. Dezember 2017, bestimmt auf CHF 4'405.75 (pag. 786 ff.). Die Kammer erach-
tet als erstellt, dass hiervon CHF 2‘870.35 automatisiert und CHF 1‘535.40 manuell 
überprüft, abgerechnet und dem Beschuldigten ausbezahlt wurden (pag. 785).

Bezüglich N.________(AG)

29

Der Beschuldigte hat bei der N.________(AG) total CHF 1‘185.50 abgerechnet und ausbezahlt erhal-
ten für Behandlungen ab dem 4. November 2017 (p. 230 f.). Es ist davon auszugehen, dass diese Ab-
rechnungen automatisiert verarbeitet wurden (p. 228). 

Die O.________(AG) hielt in ihrem Schreiben vom 24. April 2018 fest (pag. 228), 
dass der Beschuldigte zwischen dem 4. November 2017 und dem 4. April 2018 
Leistungen im Gesamtbetrag (betreffend allen Mitgliedern der O.________ Gruppe: 
P.________(AG), N.________ (AG), AN.________ (AG)) von CHF 5‘039.95 in 
Rechnung gestellt und vergütet bekommen habe. Am 26. Februar 2018 habe sie 
eine Kontosperrung des Beschuldigten vorgenommen. Betreffend die Art und Wei-
se der Einreichung der Rechnungen habe der Beschuldigte mehrere Optionen ge-
nutzt. Anfänglich habe er seine Rechnungen elektronisch und im System «tiers pa-
yant» eingereicht. Nachdem die elektronisch eingereichten Rechnungen aufgrund 
der Mitteilung des Entzugs der BAB automatisch zurückgewiesen worden seien, 
habe er die Rechnung manuell – manchmal im System «tiers payant» und manch-
mal im System «tiers garant» – eingereicht. Mittlerweile scheine er die Rechnungen 
direkt seinen Patienten zu stellen, welche sie dann wiederum gemäss «tiers ga-
rant» einreichen würden. Aufgrund der bekannten Geschehnisse würden neue ein-
gereichte Rechnungen mittlerweile ausgelenkt und manuell geprüft.

In einem weiteren Schreiben nahm die O.________(AG) dann separat für die 
N.________(AG) Stellung (pag. 230, Schreiben vom 8. Mai 2018). Den eingereich-
ten Unterlagen kann entnommen werden, dass zwei Auszahlungen im Februar 
2018 (CHF 583.95 und CHF 169.60), eine im Januar 2018 (CHF 279.40) und zwei 
im Dezember 2017 (CHF 111.40 und CHF 41.15) erfolgt sind. 

Der in Rechnung gestellte und ausbezahlte Betrag von CHF 1'185.50 ist damit er-
stellt. Mangels Angabe ist – wie einleitend erwähnt – davon auszugehen, dass die-
se Abrechnungen automatisiert verarbeitet wurden.

Bezüglich O.________(AG)
Der Beschuldigte hat bei der O.________(AG) total CHF 1‘598.95 abgerechnet und ausbezahlt erhal-
ten für Behandlungen ab dem 4. November 2017 (p. 232 f.). Es ist davon auszugehen, dass diese Ab-
rechnungen automatisiert verarbeitet wurden (p. 228). 

In einem weiteren separaten Schreiben vom 8. Mai 2018 (pag. 232) gab die 
O.________(AG) an, dass vom 4. November 2017 bis zum 4. April 2018 insgesamt 
Leistungen im Betrag von CHF 1'598.95 in Rechnung gestellt und verbucht worden 
seien. Hierzu reichte sie eine exakte Zusammenstellung ein (pag. 233). Die Zah-
lung im Februar beträgt CHF 308.90, diejenigen im Januar CHF 340.75, und dieje-
nigen, die im November und Dezember 2017 erfolgt sind, CHF 949.30. Erstellt ist 
demnach der in Rechnung gestellte, automatisiert verarbeitete und ausbezahlte 
Betrag von CHF 1'598.95.

Bezüglich P.________(AG)
Der Beschuldigte hat bei der P.________(AG) total CHF 2‘015.35 abgerechnet und ausbezahlt erhal-
ten für Behandlungen ab dem 4. November 2017 (p. 234 f.). Es ist davon auszugehen, dass diese Ab-
rechnungen automatisiert verarbeitet wurden (p. 228). 

30

Die Buchungen, welche vorliegend innerhalb der Monate November und Dezember 
getätigt wurden, betragen CHF 587.85. Weitere Buchungen datieren auf den 10. 
Januar 2018 über CHF 187.25 sowie eine Buchung vom 7. Februar 2018 in der 
Höhe von CHF 1240.25. Gesamthaft resultiert damit ein abgerechneter, automati-
siert verarbeiteter und ausbezahlter Betrag von CHF 2'015.35.

Bezüglich F.________(AG)
Dem Beschuldigten wurden durch die F.________(AG) CHF 3‘482.65 nach manueller Prüfung seiner 
Abrechnung für Behandlungen ab dem 4. November 2017 vergütet (p. 303). Die Auszahlung von wei-
teren CHF 307.30 für Behandlungen nach dem 4. November 2017 wurde verweigert (p. 311-313).

Der durch die F.________(AG) eingereichten Leistungszusammenstellung (pag. 
303) ist zu entnehmen, dass alle Auszahlungen, mit Ausnahme von derjenigen vom 
4. Januar 2018, im Jahr 2017 abgerechnet worden sind. Weshalb gewisse Rech-
nungen im angeklagten Zeitraum zurückgewiesen wurden, lässt sich gestützt auf 
die eingereichten Unterlagen nicht nachvollziehen. Von der F.________(AG) ma-
nuell überprüft und ausbezahlt wurde ein Betrag von CHF 3'482.65. Nicht ausbe-
zahlt wurde hingegen der vorgenannte Rechnungsbetrag von CHF 307.30.

Bezüglich G.________(AG)
Dem Beschuldigten wurden durch die G.________(AG) CHF 1‘094.85 nach manueller Prüfung seiner 
Abrechnung für Behandlungen ab dem 4. November 2017 vergütet (p. 304). 

Den eingereichten Unterlagen lässt sich entnehmen, dass sowohl der Behand-
lungszeitraum als auch der Buchungszeitraum in der angeklagten Zeitspanne liegt. 
Es wurde dem Beschuldigte ein in Rechnung gestellter Betrag, welcher manuell 
überprüft wurde, von CHF 1'094.85 vergütet.

Bezüglich Q.________(AG)
Dem Beschuldigten wurden durch die Q.________(AG) (vgl. AV, p. 317) CHF 2‘446.55 für Behand-
lungen ab dem 4. November 2017 vergütet, während CHF 13.75 nicht ausbezahlt wurden (p. 317). 
Auszahlung und Prüfung erfolgte automatisiert (p. 316).

Der in der Anklageschrift erwähnte Betrag von CHF 2'460.15 ergibt sich aus der 
von der Q.________(AG) eingereichten Zusammenstellung (pag. 317) im ange-
klagten Zeitraum. Nicht bezahlt wurden CHF 13.75, sodass ein Betrag von CHF 
2'446.40 – und nicht wie von der Vorinstanz festgestellt CHF 2'446.55 – resultiert, 
der tatsächlich vergütet wurde. Alle Leistungen bis auf eine am 6. Februar 2018 
(CHF 213.57 abzüglich CHF 17.75) wurden im November 2017, Dezember 2017 
oder am 5. Januar 2018 erbracht. Die Überprüfung erfolgte automatisiert. Die vor-
genannten Beträge gelten als erstellt.

Bezüglich R.________(AG)
Dem Beschuldigten wurden durch die R.________(AG) (vgl. SI, p. 317) CHF 927.30 für Behandlun-
gen ab dem 4. November 2017 vergütet (p. 317). Auszahlung und Prüfung erfolgte automatisiert 
(p. 316). Angeklagt ist nur ein Betrag von CHF 927.25, weshalb zu Gunsten des Beschuldigten von 
diesem Betrag auszugehen ist.

Die vorgenannten Beträge lassen sich aus der Zusammenstellung der 
R.________(AG) entnehmen (pag. 318, SI). Zwei der fünf geltend gemachten Be-
träge sind am 5. Januar 2018 (CHF 255.52 und CHF 231.31) und die restlichen 

31

sind im November und Dezember 2017 ausbezahlt worden. Betreffend den Ver-
schrieb in der Anklageschrift und dessen Folgen kann auf das Voranstehende ver-
wiesen werden. Im erstinstanzlichen Urteilsdispositiv wurde zudem der Betrag feh-
lerhaft – anstatt CHF 927.25, CHF 327.25 – aufgeführt, wobei die Vorinstanz dar-
auf hinwies, dass es der Berufungsinstanz überlassen werde dies anzupassen 
bzw. richtig zu stellen. Dementsprechend stellt die Kammer einen ausbezahlten, 
automatisiert verarbeiteten und vergüteten Betrag von CHF 927.25 fest.

Bezüglich S.________(AG)
Dem Beschuldigten wurden durch die S.________(AG) (vgl. PH, p. 317 f.) CHF 3‘834.52 für Behand-
lungen ab dem 4. November 2017 vergütet, während CHF 13.02 nicht ausbezahlt worden sind 
(p. 317 f.). Auszahlung und Prüfung erfolgte automatisiert (p. 316).

Der Zusammenstellung (pag. 317 f.) lassen sich die vorgenannten Beträge ent-
sprechend entnehmen. Festgestellt werden kann, dass die meisten Leistungen bis 
zum 5. Januar 2018 erbracht worden sind. Spätere Leistungen sind am 31. Januar 
2018 (CHF 206.61) und am 8. Februar 2018 (CHF 171.67) erfolgt. Erstellt ist dem-
nach, dass die OKV die Überprüfung und Auszahlung automatisiert vornahm und 
einen Betrag von CHF 3'834.53 an den Beschuldigten ausbezahlte. Für einen Be-
trag von CHF 13.02 verweigerte sie die Auszahlung.

Bezüglich T.________ (AG)
Dem Beschuldigten wurden durch die T.________(AG) (vgl. LI, p. 317) CHF 679.14 für Behandlungen 
ab dem 4. November 2017 vergütet (p. 317). Auszahlung und Prüfung erfolgte automatisiert (p. 316).

Auch diesbezüglich ist der durch die Vorinstanz ermittelte Betrag von CHF 679.14 
korrekt (pag. 317). Die Leistungen wurden mit einer Ausnahme alle am 5. Januar 
2018 erbracht. Die Behandlungen fanden alle im massgeblichen Zeitraum statt. Er-
stellt ist damit die Auszahlung von (gerundet) CHF 679.15. Die Überprüfung erfolg-
te automatisiert.

32

Bezüglich U.________(AG)
Dem Beschuldigten wurden durch die U.________(AG) (vgl. SU, p. 318) CHF 704.74 für Behandlun-
gen ab dem 4. November 2017 vergütet, während CHF 207.19 nicht ausbezahlt worden sind (p. 318). 
Die Auszahlung und Prüfung erfolgten automatisiert (p. 316).

Der ermittelte Betrag lässt sich auch hier anhand der eingereichten Unterlagen be-
legen (pag. 318). Die Behandlungen fanden im entsprechenden Zeitraum statt, die 
Leistungen wurden alle am 5. Januar 2018 oder früher erbracht, dies mit zwei Aus-
nahmen am 25. und 26. Januar 2018, im Betrag von CHF 414.78. Die Kammer er-
achtet demnach einen automatisch überprüften und ausbezahlten Betrag von CHF 
704.75 als erstellt.

10.1.7. Injektionen z.N. L.________ (Ziff. I.3 der Anklageschrift)

Wie die Vorinstanz zutreffend festgehalten hat, ist unbestritten, dass der Beschul-
digte L.________ behandelte bzw. sie Patientin von ihm war. Vorab kann sodann 
für die Zusammenfassungen der Aussagen auf die Ausführungen der Vorinstanz 
verwiesen werden (pag. 548 f. Z. 83 ff.; S. 25 der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung, pag. 1192).

Zum Vorwurf, er habe zwischen dem 7. November 2017 und 22. Dezember 2017 
L.________ behandelt (Injektionen), ohne ihr zu sagen, dass ihm die BAB entzo-
gen worden war, gab er an, er habe sie immer nach bestem Wissen und Gewissen 
sorgfältig behandelt. Hätte er gewusst, dass er keine BAB mehr habe, hätte er we-
der sie, noch sonst Patienten weiter behandelt (pag. 548 f. Z. 83 ff.). Dieselbe Ant-
wort gab er auf den Vorwurf, er habe L.________ über die Rückerstattung seiner 
Leistungen durch die Krankenkasse arglistig getäuscht und damit betrogen (pag. 
549 Z. 95ff.). Zum Gegenstand der Behandlung oder zur Patientin selbst, beant-
wortete er keine Fragen (pag. 549 Z. 91 ff.). Zum Vorwurf, er habe ohne Einwilli-
gung von L.________ die Injektionen verabreicht und damit eine Körperverletzung 
oder Tätlichkeit begangen, wollte er sich nicht äussern. Schliesslich meinte der Be-
schuldigte, er denke, er hätte keinem Patienten eine Spritze gegeben, wenn der 
Patient es nicht gewollt hätte oder es nicht nötig gewesen wäre. Es tue ihm leid, 
dass die Patientin auf dem Betrag sitzen geblieben sei (vgl. Ausführungen der Vor-
instanz, S. 25 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 1192). 

Anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung wurde dem Beschuldigten vor-
gehalten, dass er bereits bestätigt habe, die Injektionen verabreicht zu haben. Ge-
fragt wurde er im Weiteren, was mit L.________ abgemacht gewesen sei (pag. 
1490 Z. 22 ff.). Er habe mit ihr ein enges Verhältnis gehabt. Er habe sie mehrmals 
in der Woche gesehen und auch Hausbesuche gemacht. Alle Injektionen seien le-
ge artis medizinisch indiziert gewesen und mit bestem Wissen und Gewissen ver-
abreicht worden. Er habe erst am 12. Januar 2018 vom Entzug seiner BAB erfah-
ren und danach habe er sie nicht mehr behandelt (pag. 1490 Z. 25 ff.). Die Frage, 
ob er seit der erstinstanzlichen Hauptverhandlung mit L.________ noch Kontakt 
gehabt habe, verneinte er. Er habe ihr einen Brief geschrieben, nachdem er gehört 
habe, dass ihr Schwiegersohn sie anwaltlich vertrete (pag. 1491 Z. 34 ff.).

Den Abrechnungen ist zu entnehmen, dass der Beschuldigte L.________ im ange-
klagten Zeitraum gesamthaft 14 Injektionen verabreichte (pag. 360 ff.). 

33

L.________ war zum Zeitpunkt, als der Beschuldigte ihr die Injektionen verabreich-
te, nicht bekannt, dass dieser über keine BAB mehr verfügte (pag. 346). Erst mit 
Schreiben der AG.________ vom 13. Februar 2018 habe sie davon Kenntnis erhal-
ten (pag. 346).

Die Vorinstanz stellte zutreffend fest, dass gestützt auf die voranstehenden Be-
weismittel geschlossen werden kann, dass Injektionen erfolgt sind, aber nicht was 
konkret injiziert worden ist. «In dubio pro reo» (Art. 10 Abs. 3 StPO) wird demnach 
davon ausgegangen, dass diese Injektionen keine negativen Auswirkungen auf die 
Gesundheit der Vorgenannten hatten (S. 25 der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung, pag. 1192).

Der Beschuldigte hat L.________ demnach wissentlich und willentlich Injektionen 
verabreicht. Ob diesbezüglich eine gültige Einwilligung hierfür vorlag, wird im Rah-
men der rechtlichen Würdigung abgehandelt.
Betreffend die Feststellung des diesbezüglichen Deliktbetrags verweist die Kammer 
auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz (S. 24 f. der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung, pag. 1191 f.): 

Im Anklagesachverhalt wird dem Beschuldigten vorgeworfen, dass sich L.________ durch die Bezah-
lung der vom Beschuldigten in Rechnung gestellten Rechnungen im Umfang von total CHF 4‘529.45 
schädigte. 

Aus den Unterlagen geht hervor, dass die AG.________ als OKV von L.________ sich weigerte, 
Rechnungen für Behandlungen ab dem 25. Oktober 2017 zu bezahlen (p. 357). L.________ hat 
gemäss Rekapitulation der Heilun