# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2142f059-3ea1-551d-b3f6-fd91ebafb552
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-10-05
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 05.10.2018 715 18 126/273
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_715-18-126-273_2018-10-05.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht 
 
 
vom  5. Oktober 2018 (715 18 126 / 273) 
____________________________________________________________________ 
 
 
Arbeitslosenversicherung 
 
 
Beschwerde wurde verspätet eingereicht; die Voraussetzungen für die Wiederherstellung 
der Einsprachefrist sind nicht erfüllt  
 
 
Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Gerichtsschreiber i.V. Robert Schibli 

 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer 
  

 
gegen 
 
 

 Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland, Bahnhofstrasse 32, 
Postfach, 4133 Pratteln, Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Ablehnung der Anspruchsberechtigung  
 
 
 
A. Der 1990 geborene A.____ war zuletzt vom 29. März 2016 bis 25. November 2017 bei 
der B.____ AG angestellt. Im Rahmen dieses Arbeitsverhältnisses stand er als Gerüstbaumitar-
beiter bei der C.____ AG in X.____ im Einsatz. Der Arbeitsvertrag von A.____ wurde von sei-
nem Arbeitgeber mit Schreiben vom 25. Oktober 2017 per 25. November 2017 gekündigt. Am 
31. Oktober 2017 meldete er sich beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) zur Ar-
beitsvermittlung und erhob Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung ab dem 27. November 
2017. Mit Verfügung Nr. 75 / 2018 vom 3. Januar 2018 lehnte die Öffentliche Arbeitslosenkasse 
Baselland (Arbeitslosenkasse) den Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung aufgrund Nichter-

 

 
 
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füllung der Beitragszeit ab. Auf die dagegen erhobene Einsprache vom 20. Februar 2018 trat 
das Kantonale Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit (KIGA) mit Einspracheentscheid vom 
8. März 2018 nicht ein, da diese nicht fristgerecht eingereicht worden sei. 
 
B. Gegen diesen Nichteintretensentscheid erhob A.____ am 18. April 2018 Beschwerde 
beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht).  
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 4. Juni 2018 schloss die Arbeitslosenkasse auf Abwei-
sung der Beschwerde und Bestätigung des Einspracheentscheides vom 8. März 2018.  
 
 
 
Die Präsidentin zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1. Auf die beim sachlich und örtlich zuständigen Gericht form- und fristgerecht eingereich-
te Beschwerde vom 18. April 2018 ist einzutreten.  
 
2. Nach § 55 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessord-
nung (VPO) vom 16. Dezember 1993 entscheidet die präsidierende Person der Abteilung Sozi-
alversicherungsrecht des Kantonsgerichts Streitigkeiten bis zu einem Streitwert von Fr. 10'000.– 
durch Präsidialentscheid. Da der strittige Betrag unter Fr. 10'000.– liegt, ist die Angelegenheit 
präsidial zu entscheiden. 
 
3.1  Streitig und zu prüfen ist vorliegend, ob das KIGA zu Recht nicht auf die Einsprache 
des Beschwerdeführers vom 20. Februar 2018 eingetreten ist.  
 
3.2  Gegen Verfügungen kann gemäss Art. 52 Abs. 1 ATSG innerhalb von 30 Tagen bei 
der verfügenden Stelle Einsprache erhoben werden. Bei dieser 30-tägigen Einsprachefrist han-
delt es sich um eine gesetzliche Frist (UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Auflage, Zü-
rich/Basel/Genf 2015, Art. 52 Rz. 25). Läuft die Einsprachefrist unbenutzt ab, so erwächst die 
Verfügung in formelle Rechtskraft mit der Wirkung, dass die Einspracheinstanz auf die verspä-
tet eingereichte Einsprache nicht eintreten kann. Die Fragen der Berechnung und des Stillstan-
des, der Einhaltung sowie der Wiederherstellung der 30-tägigen Einsprachefrist sind in den 
Art. 38 - 41 ATSG geregelt. Nach Art. 38 Abs. 1 ATSG beginnt die Einsprachefrist am Tag nach 
ihrer Mitteilung zu laufen. Die Frist endet am nächstfolgenden Werktag, wenn der letzte Tag der 
Frist ein Samstag, ein Sonntag oder ein vom Bundesrecht oder vom kantonalen Recht aner-
kannter Feiertag ist (Art. 38 Abs. 3 ATSG). Die Frist gilt als eingehalten, wenn die Einsprache 
spätestens am letzten Tag dem Versicherungsträger eingereicht oder zu dessen Handen der 
Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertre-
tung übergeben worden ist (Art. 39 Abs. 1 ATSG). Als gesetzliche Frist kann die Einsprachefrist 
nicht erstreckt werden (Art. 40 Abs. 1 ATSG). Sie wird jedoch wieder hergestellt, wenn die ge-
suchstellende Person unverschuldeterweise abgehalten worden ist, binnen Frist zu handeln, 
sofern sie unter Angabe des Grundes innert 30 Tagen nach Wegfall des Hindernisses darum 
ersucht und die versäumte Rechtshandlung nachholt (Art. 41 ATSG).  

 

 
 
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4.  Aufgrund der Akten stellt sich der rechtserhebliche Sachverhalt wie folgt dar: Nachdem 
der Beschwerdeführer sich am 21. November 2017 zur Arbeitsvermittlung anmeldete und am 
27. November 2017 einen Antrag auf Arbeitslosenentschädigung stellte, bestätigte die Be-
schwerdegegnerin am 28. November 2017 den Empfang des Antrages und wies den Be-
schwerdeführer darauf hin, dass sie falls nötig weitere Unterlagen beim Beschwerdeführer 
schriftlich einverlangen würde. Am selben Tag forderte die Beschwerdegegnerin den Be-
schwerdeführe auf, mit Frist bis zum 8. Dezember 2017 die fehlenden Unterlagen (Arbeitgeber-
bescheinigung der B.____ AG für die Zeit vom 29. März 2016 bis 25. November 2017; Kopien 
sämtlicher monatlicher Lohnabrechnungen der B.____ AG für die Zeit vom 29. März 2016 bis 
25. November 2017) einzureichen sowie schriftlich zu informieren, was er vom  
25. November 2015 bis 28. März  2016 gemacht hatte. Nachdem keine der fehlenden Unterla-
gen und Informationen bis zum Fristende eingegangen waren, setzte die Beschwerdegegnerin 
dem Beschwerdeführer eine letzte Frist bis am 18. Dezember 2017. Da der Beschwerdeführer 
auch bis zur zweiten gesetzten Frist der Aufforderung zur Einreichung der Unterlagen nicht 
nachgekommen war, verfügte die Beschwerdegegnerin am 3. Januar 2018, dass der Anspruch 
auf Arbeitslosenentschädigung mangels Nachweises der Erfüllung der Beitragszeit abgelehnt 
werde, da die Beitragszeit aufgrund der fehlenden Unterlagen nicht ermittelt werden könne. Mit 
Schreiben vom 20. Februar 2018, welches mit der Überschrift „Stellungnahme Verfügung 
Nr. 75/2018“ betitelt wurde, erhob der Beschwerdeführer Einsprache gegen die Verfügung vom 
3. Januar 2018. Die Beschwerdegegnerin trat mit Entscheid vom 8. März 2018 nicht auf die 
Einsprache ein, da diese nicht innert der 30-tägigen Einsprachefrist eingereicht worden sei.  
 
5.1  Der Beschwerdeführer führt in seiner Beschwerdebegründung vom 18. April 2018 aus, 
dass er nicht auf die Aufforderungen der Arbeitslosenkasse habe antworten können, da er im 
Dezember 2017 im Ausland geweilt habe. Nach seiner Rückkehr in die Schweiz am 3. Januar 
2018 habe er Kenntnis von der Verfügung der Arbeitslosenkasse genommen und sofort die ge-
forderten Unterlagen von seiner ehemalige Arbeitgeberin verlangt. Diese habe er dann an die 
Arbeitslosenkasse abgegeben. Später sei er darauf hingewiesen worden, dass die Lohnab-
rechnungen seiner ehemaligen Arbeitgeberin vom Jahr 2016 gefehlt hätten. Die kompletten 
Unterlagen habe er dann am 20. Februar 2018 mit einem Begleitschreiben eingereicht. Er ken-
ne das System in der Schweiz nicht und sei der Sprache überhaupt nicht mächtig. Als er die 
Unterlagen der B.____ AG an die Arbeitslosenkasse weitergeleitet habe, sei er davon ausge-
gangen, dass seine Einsprache genügend substantiiert sei, damit auf die Einsprache eingetre-
ten werden könne und die Verfügung aufgehoben werde. So habe er vermeintlich alle Unterla-
gen eingereicht. Danach sei er informiert worden, dass die Unterlagen nicht vollständig seien 
und dass weitere Unterlagen von der Arbeitgeberin verlangt werden müssen. Er habe im Nach-
hinein mehrmals bei der Arbeitslosenkasse bezüglich des Briefes, mit welchem er zur Einrei-
chung der fehlenden Unterlagen aufgefordert worden sei, nachgefragt und keine Kopie bekom-
men. Stattdessen habe er wieder die Verfügung und den Einspracheentscheid erhalten.  
 
5.2  Die Verfügung vom 3. Januar 2018 wurde vorliegend am 5. Januar 2018 zugestellt, 
das heisst die 30-tägige Einsprachefrist lief vom 6. Januar 2018 bis 4. Februar 2018. Da der 4. 
Februar 2018 ein Sonntag war, dauerte die Frist bis am 5. Februar 2018 (vgl. E. 2.1). Der Be-

 

 
 
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schwerdegegnerin ist Recht zu geben, dass es dem Beschwerdeführer, welcher am  
3. Januar 2018 aus dem Ausland zurückgekehrt war, zumutbar gewesen wäre, fristgerecht Ein-
sprache bis spätestens am 5. Februar zu erheben. So sind keine Anhaltspunkte ersichtlich, 
welche darauf schliessen lassen würden, dass der Beschwerdeführer unverschuldet davon ab-
gehalten wurde, rechtzeitig Einsprache zu erheben. Zudem hat der Beschwerdeführer nie ein 
Gesuch um Wiederherstellung der Frist gestellt, womit diese beiden Voraussetzungen der 
Fristwiederherstellung nicht erfüllt sind (vgl. Art. 41 ATSG). Schliesslich vermögen mangelnde 
Sprachkenntnisse grundsätzlich das Versäumen einer Rechtsmittelfrist nicht zu entschuldigen 
(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 31. Juli 2012, 1B_250/2012, E. 2.3).   
 
6. Da der Beschwerdeführer nicht beweisen kann, dass er innert Frist eine formgerechte 
Einsprache eingereicht hat und die Voraussetzungen für die Wiederherstellung der Einsprache-
frist nicht erfüllt sind, ist die Beschwerdegegnerin zu Recht nicht auf die Einsprache des Be-
schwerdeführers eingetreten. Das Vorgehen der Vorinstanz und insbesondere der Einsprache-
entscheid vom 8. März 2018 sind daher nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist abzuweisen.  
 
7. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die 
Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu 
erheben. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschla-
gen. 
 
 
  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  

 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. 
 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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