# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8810aa63-f0b3-5fbf-a25c-3b4daa926d4c
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-08
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Weitere Kammern 08.11.2023 DG230005
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_999_DG230005_2023-11-08.pdf

## Full Text

Bezirksgericht Dielsdorf 
I. Abteilung    
 

 

Geschäfts-Nr.:  DG230005-D/U/B-2/sw 

 

Mitwirkend:  Gerichtspräsident lic. iur. M. Gmünder, Bezirksrichter 

lic. iur. M. Compagnoni, Bezirksrichterin lic. iur. N. Weinmann 

sowie Gerichtsschreiber MLaw S. Weinmann 

 

Urteil vom 8. November 2023 

 
in Sachen 

 
Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich,  
Anklägerin 

 

gegen 

 

A._____,  
Beschuldigter 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt MLaw X1._____, 

 
betreffend versuchte schwere Körperverletzung, mehrfache einfache Körper-
verletzung, mehrfache Sachbeschädigung, mehrfache Drohung, mehrfache 
Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte 
  

- 2 - 

 

Privatkläger 

1. B._____,  
2. C._____,  
3. D._____,  
4. E._____,  
5. Justizvollzugsanstalt Pöschwies, 
6. F._____,  
7. G._____,  
 

5 vertreten durch H._____,  

 
  

- 3 - 

Anklage: 

Die Anklageschrift vom 4. April 2023 (act. 15/24) ist diesem Urteil angeheftet. 

Schlussanträge: 

1. Der Anklagebehörde: (act. 125) 

"1. Schuldigsprechung von A._____ im Sinne der Anklageschrift. 

 2. Bestrafung mit einer Freiheitsstrafe von 9 Jahren und 7 Monaten. 

 3. Anrechnung der Haft. 

 4. Vollzug der Freiheitsstrafe. 

 5. Entscheid über die Zivilansprüche der Privatklägerschaft. 

 6. Kostenauflage (Kosten insgesamt von CHF 90'110.70 inkl. Gebühr für 

das Vorverfahren von CHF 24'000; abzüglich der bisher bezahlten Kos-

ten der amtlichen Verteidigung von CHF 46'539.55)." 

2. Des Privatklägers 1 (D2 act. 5/9; D6 act. 6/9; D7 act. 5/3; D9 act. 5/13; D20 

act. 6/5, sinngemäss) 

1. Der Beschuldigte sei anklagegemäss schuldig zu sprechen. 

2. Der Beschuldigte sei zu verpflichten, dem Privatkläger 1 Genugtuung in 

der Höhe von Fr. 2'000.– zu bezahlen. 

3. Des Privatklägers 2 (D2 act. 5/11; D5 act. 6/3; D6 act. 6/11, sinngemäss) 

Der Beschuldigte sei anklagegemäss schuldig zu sprechen. 

4. Des Privatklägers 3 (D2 act. 5/13; D9 act. 5/15; D13 act. 5/7, sinngemäss) 

1. Der Beschuldigte sei anklagegemäss schuldig zu sprechen. 

2. Der Beschuldigte sei zu verpflichten, dem Privatkläger 3 Genugtuung in 

der Höhe von Fr. 2'500.– zuzüglich Zins zu 5% seit 29. Mai 2019 zu be-

zahlen. 

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5. Des Privatklägers 4 (D2 act. 5/15, sinngemäss) 

Der Beschuldigte sei anklagegemäss schuldig zu sprechen. 

6. Der Privatklägerin 5 (D4 act. 4/3; D8 act. 4/3; D10 act. 5/10 und 5/15; D15 

act. 4/5; D18 act. 4/5; D30 act. 5/3; D32 act. 4/4, sinngemäss) 

1. Der Beschuldigte sei anklagegemäss schuldig zu sprechen. 

2. Der Beschuldigte sei zu verpflichten, der Privatklägerin 5 Schadenersatz 

in der Höhe von 

 - Fr. 2'587.75 zuzüglich Zins zu 5% seit 25. Januar 2019; 

 - Fr. 1'770.30 zuzüglich Zins zu 5% seit 31. Januar 2019; 

 - Fr. 310.– ; 

 - Fr. 5917.20 zuzüglich Zins zu 5% seit 15. August 2019; 

 - Fr. 490.– zuzüglich Zins zu 5% seit 26. Dezember 2019; 

 - Fr. 8'460.– zuzüglich Zins zu 5% seit 27. Oktober 2020; 

 - Fr. 1'980.– zuzüglich Zins zu 5% seit 23. Juli 2021; 

 zu bezahlen. 

7. Des Privatklägers 6 (D17 act. 6/12; D24 act. 5/7, sinngemäss) 

1. Der Beschuldigte sei anklagegemäss schuldig zu sprechen. 

2. Der Beschuldigte sei zu verpflichten, dem Privatkläger 6 Genugtuung in 

der Höhe von Fr. 2'000.– zu bezahlen. 

8. Des Privatklägers 7 (D31 act. 5/8, sinngemäss) 

1. Der Beschuldigte sei anklagegemäss schuldig zu sprechen. 

2. Der Beschuldigte sei zu verpflichten, dem Privatkläger Genugtuung in 

der Höhe von Fr. 10'000.– zu bezahlen. 

9. Der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten: (act. 126, S. 2 f.) 

"1. A._____ sei von Schuld und Strafe vollumfänglich freizusprechen; 

 2. Es sei die Haftung im Sinne von Art. 429 StPO, jedenfalls aber im Sinne 

von Art. 431 StPO festzustellen; 

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 3. Eventualiter sei A._____ Schadenersatz und Genugtuung in noch zu be-

stimmender Höhe zu bezahlen, mindestens aber im Umfang von 

CHF 50'000.00 zuzüglich Zins zu 5% ab dem 25. November 2017; 

 4. Subeventualiter sei A._____ eine Genugtuung in angemessener Höhe, 

mindestens aber CHF 2'000.00 pro Tag zuzüglich Zins zu 5% für die Zeit 

ab dem 17. August 2018 bis zum 20. Januar 2022 sowie in angemesse-

ner Höhe, mindestens aber CHF 200.– pro Tag ab dem 20. Januar 2022, 

zu bezahlen; 

 5. Auf die Zivilforderungen der Privatkläger sei nicht einzutreten, eventua-

liter seien sie abzuweisen, subeventualiter auf den Zivilweg zu verwei-

sen; 

 6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWSt) gemäss dem 

Ausgang des Verfahrens, wobei die Kosten der amtlichen Verteidigung 

gemäss eingereichter und noch einzureichender, ergänzter Honorarnote 

auf die Gerichtskasse zu nehmen seien." 

10. Der erbetenen Verteidigung des Beschuldigten: (act. 131, S. 1) 

"Hauptantrag: 

1. Es sei die Haftung nach Art. 429 und 431 StPO dem Grundsatze nach 

anzuerkennen. 

Eventualiter: 

2. Es sei Schadenersatz und Genugtuung in noch zu bestimmender Höhe 

zu bezahlen, mindestens aber im Umfang von CHF 50'000.00 zuzüglich 

Zins zu 5% ab dem 25.11.2017. 

Subeventualiter: 

3. Es sei eine Entschädigung in angemessener Höhe, mindestens aber 

CHF 2'000.00 pro Tag ab dem 17.08.2018 zuzüglich Zins zu 5% für die 

Zeit ab dem 17.08.2018 bis zum 20.01.2022 und von CHF 200.– zuzüg-

lich Zins ab mittlerem Verfall zu gewähren; 

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4. Es sei eine Genugtuung im Umfang von CHF 100'000.00 zuzüglich Zins 

zu 5% ab dem 17.08.2018 zu entrichten. 

 Alles unter Kosten und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates" 

11. Der erbetenen Verteidigung des Beschuldigten: (act. 132, S. 1) 

"1. Es sei auf die Forderungen der JVA Pöschwies in den Dossiers, 4, 8 10 

(Vorfall A) 15 und 30 sowie 32 nicht einzutreten; jedenfalls seien die For-

derungen der JVA Pöschwies abzuweisen, soweit überhaupt darauf ein-

getreten werden kann. 

 2. Es sei die Forderung des Aufsehers B._____ (Dossier 20) abzuweisen, 

soweit darauf eingetreten werden kann. 

 3. Es sei die Forderung des Aufsehers I._____ im Dossier 13 nicht einzu-

treten. 

 4. Es sei die Forderung des Herrn D._____ (Dossier 13) abzuweisen, so-

weit darauf eingetreten werden kann. 

 Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Privatklä-

ger respektive der JVA Pöschwies." 

  

- 7 - 

Erwägungen: 

I. Prozessgeschichte 

1.  Mit Eingabe vom 4. April 2023 (eingegangen am 12. April 2023) erhob die 

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (fortan Anklägerin) Anklage gegen den 

Beschuldigten A._____ (fortan Beschuldigter) beim Kollegialgericht in Strafsachen 

des Bezirks Dielsdorf wegen versuchter schwerer Körperverletzung, mehrfacher 

einfacher Körperverletzung, mehrfacher Sachbeschädigung, mehrfacher Drohung 

sowie mehrfacher Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte (act. 15/24). 

2.  Parallel zum vorliegenden Verfahren wird gegen den Beschuldigten ein 

Strafverfahren geführt, welches nach der Rückweisung durch das Schweizerische 

Bundesgericht wieder am Obergericht des Kantons Zürich, I. Strafkammer, hängig 

ist (Geschäfts-Nr. SB210634-O). Die entsprechenden Akten (inkl. Beizugsakten) 

wurden für das vorliegende Verfahren beigezogen (vgl. act. 55/1-2 bzw. act. 67 

und 68). 

3.  Mit Verfügung vom 21. April 2023 gab die Verfahrensleitung im vorliegen-

den Verfahren den Parteien die Gerichtsbesetzung bekannt, setzte gleichzeitig 

Frist zur Einreichung von Beweisanträgen sowie zur Stellungnahme zum Antrag 

der Anklägerin auf Zweiteilung der Hauptverhandlung an (act. 20). Mit Eingabe vom 

19. Juni 2023 (gleichentags eingegangen via Incamail) liess der Beschuldigte innert 

erstreckter Frist diverse Beweisanträge stellen (act. 44), wobei der Anklägerin so-

wie den Privatklägern je Gelegenheit zur Stellungnahme eingeräumt wurde 

(act. 46). Mit Beschluss vom 11. September 2023 wurde der Antrag der Anklägerin 

auf Zweiteilung der Hauptverhandlung im Sinne eines Tatinterlokuts abgewiesen 

(act. 82). Gleichzeitig wurde mit Verfügung vom 11. September 2023 der Beweis-

antrag zum Beizug des Berichts über die Haftbedingungen des Beschuldigten beim 

Bundesamt für auswärtige Angelegenheiten, Abteilung UNO, gutgeheissen. Die üb-

rigen Beweisanträge wurden abgewiesen. Weiter wurde verfügt, dass die Beweis-

abnahmen durch die Befragung der Sachverständigen Prof. Dr. iur. LL.M. J._____ 

und PD Dr. med. K._____ anlässlich der Hauptverhandlung ergänzt würden 

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(act. 81). Mit separater Verfügung wurde zudem über das Einholen eines Gutach-

tens über die Haft- und Vollzugsbedingungen, welchen der Beschuldigte von Sep-

tember 2005 bis 20. Januar 2022 unterworfen war, befunden und als Sachverstän-

diger Prof. Dr. iur. LL.M. J._____, welcher bereits im obergerichtlichen Parallelver-

fahren mit einem auf Ende 2023 terminierten schriftlichen Gutachten beauftragt 

wurde, vorgeschlagen (act. 79). Prof. Dr. iur. LL.M. J._____ wurde sodann mit Ver-

fügung vom 26. September 2023 als Gutachter in diesem Verfahren eingesetzt und 

mit der mündlichen Erstattung eines entsprechenden Gutachtens anlässlich der 

Hauptverhandlung beauftragt (act. 92 bis 94).  

4.  Mit Verfügung vom 12. September 2023 wurden die Parteien zur Hauptver-

handlung ab dem 30. Oktober 2023 sowie zur mündlichen Urteilseröffnung auf den 

8. November 2023 vorgeladen (act. 83). Mit Schreiben vom 28. September 2023 

wurden die Sachverständigen Prof. Dr. iur. LL.M. J._____ und PD Dr. med. 

K._____ zur Hauptverhandlung zwecks Erstattung des mündlichen Gutachtens 

bzw. Ergänzung des Gutachtens vorgeladen (act. 96/1-2). Mit Schreiben vom 

25. September 2023 ersuchte das Gericht die Gefängnisleitung des Gefängnis 

BG._____ um Zustellung eines Führungsberichts über das Verhalten des Beschul-

digten während seiner bisherigen Haft (act. 91), welcher am 18. Oktober 2023 beim 

Gericht einging (act. 104). Mit Eingabe vom 18. Oktober 2023 liess der Beschul-

digte ein Dispensationsgesuch für die bevorstehende Hauptverhandlung stellen 

(act. 105), welches nach Gewährung des rechtlichen Gehörs an die Anklägerin mit 

Verfügung vom 24. Oktober 2023 bewilligt wurde (act. 113).  

5.  Zur Hauptverhandlung bzw. zur mündlichen Urteilseröffnung erschienen 

Staatsanwalt lic. iur. Ulrich Krättli und die leitende Staatanwältin Dr. iur. I. Meier für 

die Anklägerin, der amtliche Verteidiger Rechtsanwalt MLaw X1._____ sowie die 

erbetenen Verteidiger Rechtsanwälte lic. iur. X2._____ und lic. iur. X3._____ für 

den dispensierten Beschuldigten, L._____ und M._____ für die Privatklägerin 5, die 

Sachverständigen Prof. Dr. iur. LL.M. J._____ und PD Dr. K._____, diverse Zu-

schauer und Medienschaffende sowie ein Gerichtszeichner (Prot. S. 37 ff.). Nach 

Durchführung des Beweisverfahrens, namentlich der Befragung der beiden Sach-

verständigen, und der Parteivorträge, wurde das Hauptverfahren nach erfolgter, 

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mehrtägiger Beratung mit der mündlichen Urteilseröffnung und -begründung am 

8. November 2023 geschlossen (Prot. S. 37 ff., 47 ff., 69 und 70 ff.).  

II. Beweisanträge  

1.  Der erbetene Verteidiger des Beschuldigten, Rechtsanwalt lic. iur. 

X2._____, stellte anlässlich der Hauptverhandlung erneut den bereits mit Eingabe 

vom 19. Oktober 2023 gestellten Beweisantrag, es sei N._____ als Zeugin zu be-

fragen. Des Weiteren stellte er den Beweisantrag, es sei ein unabhängiges Gut-

achten über die Auswirkungen der Haftschäden auf die Arbeits- und Erwerbsfähig-

keit des Beschuldigten zu erstellen und ein Gutachten eines Laufbahnberaters zu-

zulassen, um die fehlenden und von der Haftanstalt nicht durchgeführten Bildungs-

möglichkeiten zu evaluieren (Prot. S. 37 f.). 

2.  Das Gericht kann nochmals über bereits abgelehnte Beweisanträge ent-

scheiden, wenn diese von den Parteien anlässlich der Hauptverhandlung erneut 

gestellt werden (Art. 331 Abs. 3 StPO). Rechtlich erhebliche und erlaubte Beweis-

mittel sind generell zuzulassen. Beweisanträge ablehnen, kann es demgegenüber, 

wenn ohne Willkür in vorweggenommener Beweiswürdigung angenommen werden 

kann, dass die Überzeugung des Gerichts durch weitere Beweiserhebungen nicht 

geändert würde. Erheblich sind Beweise dann, wenn sie geeignet sind, das Urteil 

in bedeutender Form zu beeinflussen. Tatsachen, welche unerheblich, offenkundig, 

der Verfahrensleitung bekannt oder bereits rechtsgenügend erwiesen sind, können 

gemäss Art. 139 Abs. 2 StPO ohne weiteres abgewiesen werden (BSK StPO – STE-

PHENSON/ZALUNARDO-WALSER, a.a.O., Art. 331 N 8). 

3.1  Zum ersten Beweisantrag, es sei N._____ als Zeugin zu befragen, liess der 

Beschuldigte bereits kurz vor der Hauptverhandlung mit Eingabe vom 19. Oktober 

2023 im Rahmen von zusätzlichen Beweisanträgen ein Schreiben einreichen 

(act. 108 und 109/1). Der entsprechende Beweisantrag wurde mit Verfügung vom 

24. Oktober 2023 abgewiesen (act. 114). Da der Beschuldigte zur Begründung sei-

nes Antrags im Vergleich zur Eingabe vom 19. Oktober 2023 nichts Neues vorbrin-

gen liess, kann zwecks Vermeidung unnötiger Wiederholungen vollumfänglich auf 

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die entsprechenden Ausführungen in der Verfügung vom 24. Oktober 2023 verwie-

sen werden. Darin wurde im Wesentlichen erwogen, dass nicht nur die Urheber-

schaft des eingereichten Schreibens, sondern auch der Wahrheitsgehalt und des-

sen Beweistauglichkeit fraglich erscheinen, zumal eine Unterschrift fehlt und die 

enthaltenen Aussagen zu den Haftbedingungen in der Justizvollzugsanstalt 

Pöschwies (fortan JVA Pöschwies) lediglich auf Hörensagen basieren. Hinzu 

kommt, dass der im Schreiben erwähnte O._____, dessen angebliche Erfahrungen 

im eingereichten Schreiben wiedergegeben werden, erst am 1. Januar 2021 eine 

Stelle bei der JVA Pöschwies angetreten haben soll. Damit entbehrt das Schreiben 

für die ersten 30 Dossiers der vorliegenden Anklage jeglicher zeitlicher Relevanz. 

Bei dieser Sachlage ist der Beweisantrag, es sei N._____ als Zeugin zu befragen, 

unter Verweis auf die Ausführungen in der Verfügung vom 24. Oktober 2023 abzu-

weisen. 

3.2  Zum Beweisantrag, es sei ein unabhängiges Gutachten über die Auswir-

kungen der Haftschäden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit des Beschuldigten 

zu erstellen und ein Gutachten eines Laufbahnberaters zuzulassen, um die fehlen-

den und von der Haftanstalt nicht durchgeführten Bildungsmöglichkeiten zu evalu-

ieren, ist festzuhalten, dass das Gericht allfällige Entschädigungsansprüche des 

Beschuldigten von Amtes wegen zu prüfen hat. Das Gericht kann die beschuldigte 

Person auffordern, ihre Ansprüche zu beziffern und zu belegen (vgl. etwa Art. 429 

Abs. 2 StPO). Vorliegend wird das Gericht für den Fall eines ganzen oder teilweisen 

Freispruchs sowie bei Feststellung rechtswidrig angewandter Zwangsmassnah-

men Entschädigungsansprüche des Beschuldigten zu prüfen haben. Da sich der 

Beschuldigte nach wie vor in Sicherheitshaft befindet, ist das Beschleunigungsge-

bot in Haftsachen zu beachten (Art. 5 Abs. 2 StPO). Mit Blick auf das Beschleuni-

gungsgebot und dem Umstand, dass das Einholen einer unabhängigen Expertise 

über allfällige Auswirkungen von Haftschäden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit 

des Beschuldigten sowie das Zulassen eines Gutachtens eines Laufbahnberaters 

das vordringlich zu führende Strafverfahren unweigerlich für unbestimmte Zeit ver-

zögern würden, was es in Anbetracht der Haftsituation des Beschuldigten zu ver-

meiden gilt, erscheint das Einholen einer entsprechende Expertise nicht als tunlich 

und sinnvoll. Zudem sind allfällige Schadenersatz- oder Genugtuungsansprüche 

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des Beschuldigten bereits im Plädoyer zu beziffern und zu begründen. Das Gericht 

wird allfällige Entschädigungsansprüche des Beschuldigten ohnehin von Amtes 

wegen zu prüfen haben und – bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen 

– eine Entschädigung zuzusprechen haben. Auch dieser Beweisantrag des Be-

schuldigten ist folglich abzuweisen. 

III.Sachverhaltserstellung und Beweiswürdigung 

1.  Anklagevorwürfe (act. 15/24) 

1.1  Dossier 1: Mehrfache Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte 

Die Anklägerin legt dem Beschuldigten in Dossier 1 zusammengefasst zur Last, am 

22. November 2018, um ca. 10.25 Uhr in der JVA Pöschwies beim Zurückbegleiten 

von einem Spaziergang vor der inneren Türe der Arrestzelle mit zusammengebun-

denen Handgelenken mit den Fäusten gegen den Schutzschild eines Aufsehers 

geschlagen zu haben, als dieser versucht habe, den sich widersetzenden Beschul-

digten in die Zelle zu schieben. 

Weiter habe der Beschuldigte gleichentags, um ca. 11.00 Uhr, in der Sicherheits-

abteilung 1 (SI 1) durch die offene, obere Versorgungsklappe in Richtung der Auf-

seher P._____ und C._____ gespuckt, als ihm sein Essen abgegeben worden sei. 

Daraufhin habe der Beschuldigte einen Arm durch die offene obere Versorgungs-

klappe gestreckt und begonnen, am Griff der Klappe zu reissen. Als P._____ und 

C._____ den aus der Klappe ragenden Arm des Beschuldigten hätten ergreifen 

wollen, in der Absicht den Arm zurück in die Zelle zu schieben, habe der Beschul-

digte willentlich P._____ einen Faustschlag in den Magen verpasst, wodurch dieser 

jedoch nicht verletzt worden sei. 

Der Beschuldigte habe gewusst, dass er durch den Schlag gegen den Schutzschild, 

das Spucken gegen die Aufseher, dem Reissen am Griff der Klappe und den Faust-

schlag gegen P._____ die ihn betreuenden Aufseher während einer ihrer Dienst-

aufgaben attackiert und deren Tätigkeit erschwert habe, was der Beschuldigte mit 

seinem Tun zumindest in Kauf genommen habe. 

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1.2  Dossier 2: Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte 

In Dossier 2 legt die Anklägerin dem Beschuldigten zusammengefasst zur Last, am 

26. November 2018, um ca. 9.20 Uhr, in seiner Zelle in der JVA Pöschwies ein Ess-

geschirr mit seinem Urin abgefüllt zu haben, welches er beim Verlassen der Zelle 

mitsamt Urin gegen die Decke geworfen habe, sodass die im Einsatz stehenden 

Aufseher G._____, Q._____, E._____, D._____, C._____ und B._____ vom Urin 

direkt oder vom Urin, welcher von der Decke herabgetropft habe, getroffen worden 

seien. Als die Aufseher sogleich versucht hätten, den Beschuldigten in die Zelle 

zurückzudrängen, habe sich dieser durch Drücken gegen die Zellentüre zur Wehr 

gesetzt, woraufhin es dem Personal nur mit grossem Kraftaufwand gelungen sei, 

die Zellentüre zuzudrücken. 

Der Beschuldigte habe gewusst, dass er durch das geschilderte Tun die Aufseher, 

die einer ihrer Dienstaufgaben hätten nachkommen wollen, attackiert und er deren 

Tätigkeit erschwert habe, was er mit seinem Tun gewollt oder zumindest billigend 

in Kauf genommen habe. 

1.3  Dossier 3: Mehrfache Drohung 

Des Weiteren legt die Anklägerin dem Beschuldigten in Dossier 3 zusammenge-

fasst zur Last, im Zeitraum vom 21. bis 29. Januar 2019 mehrfache, zum Teil direkt 

an den Aufseher I._____ gerichtete, verbale Drohungen ausgesprochen und teil-

weise durch drohende Gesten unterstrichen zu haben. So habe der Beschuldigte 

am 21. Januar 2019, um 10.00 Uhr, im Spazierhof immer wieder die Gegensprech-

anlage betätigt und dabei an die Adresse von I._____ gerichtet unter anderem Fol-

gendes gesagt: "Ich bin ein rachsüchtiger Mensch, ich werde bis zum Tod gehen. 

I._____ weisst du noch, am Anfang dachtest du, ihr könnte mich brechen und er-

ziehen. Ich vergesse nicht, was ihr mir angetan habt, ihr werdet dafür bezahlen." 

Sodann habe der Beschuldigte am 23. Januar 2019, um 9.20 Uhr, bei der Vorbe-

reitung des Spazierganges verbale Beleidigungen gegen die im Einsatz stehenden 

Aufseher (unter anderen auch I._____) ausgesprochen und Folgendes gesagt: "Ich 

töte euch alle, ich schlitze euch auf, ich vernichte euch, ich werde jeden Einzelnen 

von euch finden, wenn ich dann einmal in Freiheit bin. Ich reisse euren Kindern die 

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Herzen aus der Brust und stopfe sie in eure Fressen, oder ich ersäufe sie in eurem 

Blut." Zudem habe der Beschuldigte am 24. Januar 2019, um 15.45 Uhr, aus seiner 

Zelle heraus mit der Hand eine Schiessbewegung gemacht, wobei er auf den Kopf 

des im Einsatz stehenden Aufseher I._____ gezielt und Folgendes gesagt habe: 

"du bist der erste, wenn ich frei bin, den ich töten werde". Am 25. Januar 2019, um 

10.55 Uhr, habe der Beschuldigte wiederum aus seiner Zelle heraus eine Schiess-

bewegung in Richtung der im Einsatz stehenden Aufseher gemacht und an den 

Aufseher I._____ gerichtet Folgendes gesagt: "Ich bring dich um du Hurensohn, 

wartet nur ich habe jetzt die nächste Stufe der Gewalt eingeleitet. Ihr werdet euch 

wünschen, ich wäre so wie vorher." Schliesslich habe der Beschuldigte am 29. Ja-

nuar 2019, bei der Sichtkontrolle durch die Aufseher I._____ und G._____ mit einer 

Geste eine Schiessbewegung in Richtung der beiden Aufseher gemacht. 

Durch das geschilderte Tun des Beschuldigten sei der Geschädigte I._____ in 

grosse Furcht um seine körperliche Unversehrtheit geraten, denn er habe befürch-

tet, der Beschuldigte könnte ihm – spätestens, wenn er aus der Haft käme – ein 

körperliches Leid antun oder ihn gar töten. 

Der Beschuldigte habe mit seinem Tun I._____ einschüchtern bzw. verängstigen 

wollen und er habe zumindest billigend in Kauf genommen, dass dieser in grosse 

Furcht um seine körperliche Unversehrtheit geraten sei. 

1.4  Dossier 4: Sachbeschädigung 

In Dossier 4 legt die Anklägerin dem Beschuldigten zusammengefasst zur Last, am 

24. Januar 2019, ab 15.00 Uhr, mehrfach – am ehesten mit den Füssen und allen-

falls mit den Händen – gegen das Sicherheitsglas des Fensters der inneren Zellen-

türe getreten und geschlagen zu haben, sodass dieses Risse ("Spinnennetz") auf-

gewiesen habe. Bis am 25. Januar 2019, ca. 21.00 Uhr habe der Beschuldigte in 

nicht genauer bekannter Art und Weise auf das schon beschädigte Fenster der 

inneren Zellentüre eingewirkt, sodass er die gesamte Scheibe mit der Sicherheits-

folie rausgerissen habe. Überdies habe der Beschuldigte – am ehesten mit den 

Handfesseln, welche er sich nicht habe abnehmen wollen, und mit den Scherben-

stücken aus der zerborstenen Scheibe der inneren Zellentüre – die Wand der Zelle, 

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das Sicherheitsglas oberhalb der Versorgungsluke und das Zellenfenster zerkratzt. 

An die Wand habe er "A._____ Boss" und "A._____", in die Zellentüre "A._____ 

Boss" und in das Zellenfenster "A._____ G-Life" eingeritzt. Mit WC-Papier habe er 

sodann die Gegensprechanlage und das Türschloss verstopft. 

Durch sein Tun habe der Beschuldigte zum Nachteil der JVA Pöschwies einen 

Sachschaden in der Höhe von mindestens Fr. 2'587.75 verursacht. 

Der Beschuldigte habe gewusst, dass er die Zelle beschädigen und einen Sach-

schaden in der genannten Höhe verursachten könnte, was er auch gewollt habe. 

1.5  Dossier 5: Versuchte schwere Körperverletzung und Gewalt und Drohung 

gegen Behörden und Beamte 

Ferner legt die Anklägerin dem Beschuldigten in Dossier 5 zusammengefasst Fol-

gendes zur Last: Nachdem der Beschuldigte in der Abteilung Sicherheitsorientierter 

Spezialvollzug die Arrestzelle Nr. … beschädigt habe, hätten die Aufseher 

B._____, F._____ sowie C._____, am 26. Januar 2019, um ca. 13.40 Uhr, mit ei-

nem Wischmopp das durch den Beschuldigten verschmutzte Fenster der äusseren 

Zellentüre reinigen wollen. Die drei Aufseher hätten zu ihrer eigenen Sicherheit den 

Vorraum zur Zelle Nr. … nicht betreten wollen, denn der Beschuldigte habe unter 

anderem die Sicherheitsscheibe der inneren Zellentüre vollkommen beschädigt, 

sodass der Beschuldigte durch diese Öffnung die Aufseher mit Händen und Füssen 

hätte attackieren können. Daher habe B._____ die äussere Zellentüre nur einen 

Spalt breit geöffnet. Durch diesen Spalt habe C._____ den Wischmopp gesteckt, 

um die Reinigung vorzunehmen. Daraufhin habe der Beschuldigte sofort begon-

nen, in Richtung der äusseren Zellentüren zu spucken. Als C._____ bereits rund 

30 Sekunden mit der Reinigung beschäftigt gewesen sei, habe der Beschuldigte 

mit grosser Wucht ein grosses Glasbruchstück des ausgeschlagenen Sicherheits-

glases der inneren Zellentüre – nämlich ein Glasstück mit einer Länge von ca. 17 

cm, einer Breite von ca. 12 cm und einer Dicke von ca. 1.2 cm sowie einem Gewicht 

von 344 Gramm – in Richtung Türspalt geworfen. Das Glasstück habe entweder 

direkt oder als Abpraller von der äusseren Zellentüre den Kopf des Geschädigten 

C._____ gestreift, welcher dadurch an der Stirn linksseitig, drei maximal je 1 cm 

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Schnittverletzungen erlitten habe. Diese Verletzungen hätten geblutet und ärztlich 

versorgt werden müssen. 

Der Beschuldigte habe gewusst, dass sich Aufseher bei der nur leicht geöffneten 

äusseren Zellentüre befunden hätten. Er habe willentlich das beschriebene Glas-

stück mit Wucht in Richtung der Aufseher geworfen und habe gewusst, dass er 

durch den Wurf eines solch grossen, schweren und scharfkantigen Glasstücks ei-

nen Aufseher allenfalls im Gesicht oder Hals treffen und lebensgefährlich (nament-

lich Verletzung der Halsschlagader) oder bleibend schwer schädigend (namentlich 

Verlust des Augenlichts oder Entstellungen im Gesicht) habe verletzen können, 

was der Beschuldigte bei seinem Tun zumindest billigend in Kauf genommen habe, 

so wie er Verletzungen der Art, wie sie C._____ schliesslich erlitten habe, ebenso 

in Kauf genommen habe. 

Der Beschuldigte habe gewusst, dass er durch das geschilderte Tun die Aufseher, 

die einer ihrer Dienstaufgaben hätten nachkommen wollen, attackiert und er deren 

Tätigkeit erschwert habe, was der Beschuldigte mit seinem Tun gewollt oder zu-

mindest billigend in Kauf genommen habe. 

1.6  Dossier 6: Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte 

Die Anklägerin legt dem Beschuldigten in Dossier 6 zusammengefasst Folgendes 

zur Last: Am 25. Januar 2019 habe der Beschuldigte in der Sicherheitsabteilung 1, 

Arrestzelle Nr. …, ein Fenster (Sicherheitsglas) aus der inneren Sicherheitswand 

herausgeschlagen. Dadurch sei es ihm möglich gewesen, die obere Versorgungs-

klappe in dieser Wand zu öffnen und die Schliessmechanik der Klappe unbrauch-

bar zu machen. Wegen diesen beiden Öffnungen in der inneren Sicherheitswand 

sei eine gefahrlose Essensabgabe für die Aufseher nicht mehr möglich gewesen. 

Um den Beschuldigten durch die noch funktionstüchtige untere Versorgungsklappe 

mit Nahrung und Flüssigkeit versorgen zu können, habe die darüber liegende, 

obere Versorgungsklappe geschlossen und in geschlossener Stellung mit einer 

Bride arretiert werden müssen. Zu diesem Zweck hätten die Aufseher am 26. Ja-

nuar 2019, um ca. 16.20 Uhr den Vorraum der Arrestzelle betreten. Der Beschul-

- 16 - 

digte habe Glasstücke durch das infolge Zerstörung des Sicherheitsglases entstan-

dene Loch in Richtung der im Einsatz stehenden Aufseher geworfen. Die Aufseher 

hätten mit einer Matratze, welche sie zum Schutz vor Angriffen des Beschuldigten 

mitgenommen hätten, das Loch bei der kaputten Scheibe abzudecken versucht, 

um auf diese Weise die Reparaturarbeiten vornehmen zu können. Da der Beschul-

digte im Vorraum der Zelle durch die kaputte Scheibe Seifenwasser auf den Boden 

geschüttet habe, hätten die Aufseher bei ihrer Tätigkeit, als sie die Matratze gegen 

die Öffnung gedrückt hätten, schlechten Halt gefunden. Gleichzeitig habe der Be-

schuldigte gegen die Matratze geschlagen und sich mit den Armen an der Verstre-

bungen der Zellentüre hochgezogen, um mit den Füssen gegen die Matratze zu 

treten. 

Der Beschuldigte habe gewusst, dass er durch das geschilderte Tun die Aufseher, 

die einer ihrer Dienstaufgaben hätten nachkommen wollen, attackiert und er deren 

Tätigkeit erschwert habe, was der Beschuldigte mit seinem Tun auch gewollt oder 

zumindest billigend in Kauf genommen habe. 

1.7.  Dossier 7: Mehrfache Drohung 

In Dossier 7 wird dem Beschuldigten zusammengefasst zur Last gelegt, am 28. Ja-

nuar 2019, um 16.00 Uhr, in der Sicherheitsabteilung 1, mit ruhiger Stimme Folgen-

des zum Aufseher B._____, während dieser mit Reparaturarbeiten beschäftigt ge-

wesen sei, gesagt zu haben: "du feiger Hund du bist Tod, ich bringe dich um. Geht 

es deinen Kindern gut? Jetzt noch, ich werde deine Kinder umbringen. Ihr seid alles 

Schwächlinge, ich werde euch besiegen." Am selben Tag um 16.30 Uhr habe der 

Beschuldigte sodann die Zellenkommunikation betätigt und zu B._____ Folgendes 

gesagt: "Ich werde deine Kinder essen. Ich werde die Pöschwies ficken." 

Durch diese Äusserungen sei B._____ in grosse Furcht um seine körperliche Un-

versehrtheit und die seiner Familie geraten, denn er habe befürchtet, der Beschul-

digte könnte ihm oder seiner Familie – spätestens, wenn er aus der Haft käme – 

ein körperliches Leid antun oder ihn oder sie gar töten. 

- 17 - 

Der Beschuldigte habe mit seinem Tun den Aufseher B._____ einschüchtern bzw. 

verängstigen wollen und habe zumindest billigend in Kauf genommen, dass 

B._____ in grosse Furcht um seine körperliche Unversehrtheit geraten sei. 

1.8.  Dossier 8: Sachbeschädigung 

Im Weiteren legt die Anklägerin dem Beschuldigten in Dossier 8 zusammengefasst 

zur Last, zu nicht genau bekannter Zeit im Zeitraum vom 28. Januar 2019, 

ca. 15.20 Uhr, bis 31. Januar 2019, ca. 10.30 Uhr, in der JVA Pöschwies in der Ar-

restzelle Nr. … mehrfach – am ehesten mit den Füssen und allenfalls mit den Hän-

den – gegen das Sicherheitsglas des Fensters oberhalb der Versorgungsluke ge-

treten und geschlagen zu haben, bis diese Scheibe derart beschädigt gewesen sei, 

dass der Beschuldigte sie aus der Zellentüre habe reissen können. Zudem habe 

der Beschuldigte – am ehesten mit Scherbenstücken aus der zerborstenen Scheibe 

oberhalb der Versorgungsluke – das Sicherheitsglas im Zellenfenster der inneren 

Zellentüre sowie auf dem Steintisch zerkratzt. Am Sicherheitsglas im Zellenfenster 

der inneren Zellentüre habe der Beschuldigte "A._____ Boss" eingeritzt. Die Wände 

der Zelle habe der Beschuldigte mit Blut verschmiert, wobei er unter anderem mit 

Blut "A._____ Boss" an die Wand geschrieben habe. Darüber hinaus habe der Be-

schuldigte die Matratze in der Zelle beschädigt, indem er mit Körpergewalt den 

Überzug von der Matratze gerissen habe. 

Durch sein Tun habe der Beschuldigte zum Nachteil der JVA Pöschwies einen 

Sachschaden in der Höhe von mindestens Fr. 1'770.30 verursacht. 

Der Beschuldigte habe gewusst, dass er mit dem geschilderten Tun die Zelle be-

schädigten und einen Sachschaden in der genannten Höhe verursachen könnte, 

was er auch gewollt habe. 

1.9.  Dossier 9: Mehrfache Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte 

In Dossier 9 legt die Anklägerin dem Beschuldigten zusammengefasst Folgendes 

zur Last: Nachdem der Beschuldigte die Arrestzelle … beschädigt habe und am 

28. Januar 2019 in die Arrestzelle … verlegt worden sei, habe der Beschuldigte 

auch diese Arrestzelle beschädigt, sodass er in Besitz von diversen Glasstücken 

- 18 - 

des von ihm herausgeschlagenen Sicherheitsglases gewesen sei. Am 29. Januar 

2019, um ca. 9.20 Uhr, hätten die Aufseher den Beschuldigten mit Essen verpfle-

gen wollen. Als die Aufseher die äussere Zellentüre einen Spalt geöffnet hätten, 

habe der Beschuldigte willentlich Scherben der defekten Scheibe in Richtung der 

Aufseher geworfen. Aus diesem Grunde seien die Aufseher nicht in der Lage ge-

wesen, dem Beschuldigten das Essen zu übergeben. Am selben Tag um 

ca. 12.15 Uhr hätten die Aufseher erneut versucht, dem Beschuldigten das Essen 

abzugeben. Erneut habe der Beschuldigte Glasscherben in Richtung der Aufseher 

geworfen, als diese die äussere Zellentüre geöffnet hätten. Dadurch sei die Es-

sensabgabe durch die Aufseher nicht möglich gewesen. Wiederum am selben Tag 

um ca. 14.25 Uhr hätten die Aufseher B._____, Q._____, R._____ und S._____ 

versucht, dem Beschuldigten das Essen zu übergeben. Dieser sei allerdings mit 

einer Glasscherbe in der Hand in der Zelle gestanden und habe gesagt, dass er 

nichts essen wolle. Erst um ca. 16.27 Uhr habe dem Beschuldigten schliesslich das 

Essen abgegeben werden können. 

Der Beschuldigte habe gewusst, dass er durch das geschilderte Tun die Aufseher, 

die einer ihrer Dienstaufgaben hätten nachkommen wollen, attackiert und er deren 

Tätigkeit erschwert habe, was der Beschuldigte mit seinem Tun gewollt oder zu-

mindest billigend in Kauf genommen habe. 

1.10  Dossier 10: Mehrfache Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte 

sowie Sachbeschädigung 

Die Anklägerin legt dem Beschuldigten in Dossier 10 zunächst Folgendes zur Last: 

Am 28. Februar 2019, um ca. 9.25 Uhr, hätten mehrere Aufseher in der 

JVA Pöschwies die nötigen Vorbereitungen für den täglichen Hofgang des Beschul-

digten vorgenommen, namentlich ihm durch die untere und obere Versorgungsluke 

die Hand- und Fussfesseln befestigt. Als die Aufseher die innere Zellentüre geöffnet 

hätten, habe der Beschuldigte die Aufseher angegriffen und mit den gefesselten 

Händen gegen den vordersten Aufseher Q._____ geschlagen, welcher die Schläge 

mit seinem Schutzschild habe abblocken können. Durch Mithilfe der anderen Auf-

seher sei es gelungen, den Beschuldigten in die Zelle zurückzudrängen. Aufgrund 

- 19 - 

dieses Vorfalls habe der Hofgang des Beschuldigten nicht durchgeführt werden 

können. 

Der Beschuldigte habe gewusst, dass er durch das geschilderte Tun die Aufseher, 

die einer ihrer Dienstaufgaben hätten nachkommen wollen, attackiert und er deren 

Tätigkeit erschwert habe, was der Beschuldigte mit seinem Tun gewollt oder zu-

mindest billigend in Kauf genommen habe. 

Durch die Heftigkeit der Schläge des an den Händen mit Eisenfesseln gebundenen 

Beschuldigten gegen den Schutzschild des Aufsehers Q._____ habe der Beschul-

digte den Schutzschild beschädigt, sodass dieser aufgrund der Absplitterungen an 

den Kanten der Schildeinfassung sowie diverser Kratzer habe ersetzt werden müs-

sen, wodurch der JVA Pöschwies ein Sachschaden von Fr. 619.25 entstanden sei. 

Der Beschuldigte habe gewusst, dass er durch seine Schläge gegen den Schutz-

schild diesen Beschädigten könnte, was er bei seinem Tun zumindest billigend in 

Kauf genommen habe. 

Im Weiteren habe der Beschuldigte am 4. März 2019, um ca. 9.20 Uhr, bei den 

Vorbereitungen für den täglichen Hofgang die Aufseher angegriffen und mit den 

gefesselten Händen mehrfach gegen den vordersten Aufseher Q._____ geschla-

gen, welcher die Schläge mit seinem Schutzschild habe abblocken können. Durch 

Mithilfe der anderen Aufseher sei es sodann gelungen, den Beschuldigen in die 

Zelle zurückzudrängen. Aufgrund dieses Vorfalls habe der Hofgang jedoch nicht 

durchgeführt werden können. 

Schliesslich sei der Beschuldigte am 5. März 2019, um ca. 9.25 Uhr, bei den Vor-

bereitungen für den täglichen Hofgang des Beschuldigten (namentlich Befestigung 

der Hand- und Fussfesseln durch die untere und obere Versorgungsluke) blitzartig 

vom Sitzbank beim Tisch aufgestanden und auf die Aufseher zugestürmt, als diese 

die innere Zellentüre geöffnet hätten. Da die Aufseher wegen der Vorfälle vom 

28. Februar 2019 und 4. März 2019 gewarnt gewesen seien, sei es ihnen dieses 

Mal rechtzeitig gelungen, die innere Zellentüre zu schliessen, sodass der vom Be-

schuldigten mit der Handfesselung ausgeführte Schlag gegen die Zellentüre ge-

prallt sei. 

- 20 - 

Der Beschuldigte habe gewusst, dass er durch das geschilderte Tun die Aufseher, 

die einer ihrer Dienstaufgabe hätten nachkommen wollen, attackiert und er deren 

Tätigkeit erschwert habe, was der Beschuldigte mit seinem Tun gewollt oder zu-

mindest billigend in Kauf genommen habe. 

1.11  Dossier 11: Mehrfache Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte 

In Dossier 11 legt die Anklägerin dem Beschuldigten zusammengefasst zur Last, 

am 3. April 2019, um ca. 9.15 Uhr, bei den Vorbereitungen für den täglichen Hof-

gang des Beschuldigten (namentlich Befestigung der Hand- und Fussfesseln durch 

die untere und obere Versorgungsluke) die Aufseher angegriffen und mit den ge-

fesselten Händen auf den vordersten Aufseher geschlagen zu haben, als die Auf-

seher die innere Zellentüre geöffnet hätten. Die Schläge seien mit dem Schutz-

schild abgeblockt worden. Sodann sei es durch Mithilfe der anderen Aufseher ge-

lungen, den Beschuldigten in die Zelle zurückzudrängen. Aufgrund dieses Vorfalls 

habe der Hofgang nicht durchgeführt werden können. 

Der Beschuldigte habe gewusst, dass er durch das geschilderte Tun die Aufseher, 

die einer ihrer Dienstaufgabe hätten nachkommen wollen, attackiert und er deren 

Tätigkeit erschwert habe, was der Beschuldigte mit seinem Tun gewollt oder zu-

mindest billigend in Kauf genommen habe. 

Im Weiteren soll der immer noch an Händen und Füssen gefesselte Beschuldigte 

gleichentags, um ca. 10.45 Uhr, als die Aufseher ihm durch die obere Versorgungs-

klappe die Handfesselungen abgenommen hätten, mit der Faust durch die noch 

offene obere Versorgungsklappe gegen den Aufseher G._____ geschlagen haben, 

ohne diesen jedoch zu treffen. Der Beschuldigte habe so mehrere Schläge durch 

die offene Versorgungsklappe ausgeführt, indem er sich mit der einen Hand am 

Rahmen festgehalten und mit der anderen Hand durch die Klappe geschlagen 

habe. Mit vereinten Kräften sei es den Aufsehern schliesslich gelungen, die obere 

Versorgungsklappe zu schliessen. 

Der Beschuldigte habe gewusst, dass er durch das geschilderte Tun die Aufseher, 

die einer ihrer Dienstaufgaben hätten nachkommen wollen, attackiert und er deren 

- 21 - 

Tätigkeit erschwert habe, was der Beschuldigte mit seinem Tun gewollt oder zu-

mindest billigend in Kauf genommen habe. 

1.12  Dossier 12: Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte 

In Dossier 12 legt die Anklägerin dem Beschuldigten zusammengefasst Folgendes 

zur Last: Am 9. April 2019, um ca. 9.25 Uhr, hätten sechs Aufseher die nötigen 

Vorbereitungen für den täglichen Hofgang des Beschuldigten (namentlich Befesti-

gung der Hand- und Fussfesseln durch die untere und obere Versorgungsluke) vor-

genommen. Als die Aufseher die innere Zellentüre geöffnet hätten, habe sich der 

Beschuldigte langsam aus der Arrestzelle … begeben und sei aus dem Vorraum 

der Zelle in den Flur (Arrestgang) getreten, um diesen zu überqueren und zur offen 

stehenden Türe zu gelangen, welche in den Spazierhof hinunterführe. In der Mitte 

des Flures habe der Beschuldigte den Oberkörper und den Kopf nach rechts ge-

dreht und in Richtung der Aufseher gespuckt. Daraufhin sei der Aufseher Q._____ 

nach vorne getreten und habe den Schutzschild gehoben. Der Beschuldigte habe 

sich ganz zu den Aufsehern umgedreht und sei sodann im Durchgang der offenen 

Türe gestanden, als er unvermittelt und heftig mit den Händen gegen den Schutz-

schild von Q._____ geschlagen habe. Mindestens ein weiteres Mal habe der Be-

schuldigte – oben mit dem Rücken zur Treppe stehend – gegen den Schutzschild 

von Q._____ geschlagen, welcher unmittelbar bei der Türe zur Treppe hinunter im 

Flur gestanden sei. Nach diesem zweiten Schlag habe der Aufseher direkt hinter 

Q._____ versucht, die Türe zur Treppe zuzudrücken, was nicht gelungen sei, weil 

Q._____ in der Türe gestanden sei. Da die Gefahr bestanden habe, dass der an 

Händen und Füssen gefesselte Beschuldigte in dieser Position die Treppe rück-

wärts hinunterstürzen könnte, habe Q._____ den Beschuldigten in den Flur zurück-

gezogen. Mit Hilfe aller anwesenden Aufseher sei es trotz des massiven Wider-

standes des Beschuldigten gelungen, diesen auf den Boden zu drücken, zu arre-

tieren und schliesslich in die nebenstehende Arrestzelle … zu tragen. 

Der Beschuldigte habe gewusst, dass er durch das geschilderte Tun die Aufseher, 

die einer ihrer Dienstaufgaben hätten nachkommen wollen, attackiert und er deren 

Tätigkeit erschwert habe, was der Beschuldigte mit seinem Tun gewollt oder zu-

mindest billigend in Kauf genommen habe. 

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1.13  Dossier 13: Einfache Körperverletzung sowie Gewalt und Drohung gegen 

Behörden und Beamte 

Die Anklägerin legt dem Beschuldigten in Dossier 13 zusammengefasst zur Last, 

nach dem Besuch der Eltern des Beschuldigten, um ca. 11.30 Uhr, als die Aufseher 

die Türe des Trennscheiben-Besuchszimmers geöffnet hätten, kurz inne gehalten 

und sogleich auf die bereit stehenden Aufseher zugestürmt zu sein. Der Beschul-

digte habe sich mit erhobenen Händen gegen den Schutzschild eines Aufsehers 

gestürzt, woraufhin die Aufseher versucht hätten, den Beschuldigten am Boden zu 

fixieren. Während der Beschuldigte am Boden gelegen sei, habe er willentlich dem 

Aufseher I._____ zweimal kräftig in dessen rechten Oberschenkel gebissen, 

wodurch zwei Bisswunden zugefügt worden seien, was der Beschuldigte bei sei-

nem Tun auch so gewollt habe. 

Der Beschuldigte habe zudem gewusst, dass er durch das geschilderte Tun die 

Aufseher, die einer ihrer Dienstaufgabe hätten nachkommen wollen, attackiert und 

er deren Tätigkeit erschwert habe, was der Beschuldigte gewollt oder zumindest 

billigend in Kauf genommen habe. 

1.14  Dossier 14: Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte 

In Dossier 14 wird dem Beschuldigten zusammengefasst zur Last gelegt, am 

14. August 2019, um ca. 9.27 Uhr, bei den Vorbereitungen für den täglichen Hof-

gang des Beschuldigten (namentlich Befestigung der Hand- und Fussfesseln durch 

die untere und obere Versorgungsluke) aufgesprungen und mit erhobenen Fäusten 

gegen den Schutzschild des Aufsehers C._____ geschlagen oder gedrückt zu ha-

ben, als dieser die innere Zellentüre aufgemacht und einen Kontrollblick in die Zelle 

geworfen habe. Daraufhin seien die anderen Aufseher zu Hilfe geeilt und es sei 

den Aufsehern gemeinsam und mit viel Kraftaufwand gelungen, den Beschuldigten 

in die Zelle zurückzudrängen und die innere Zellentüre wieder zu schliessen. 

Der Beschuldigte habe gewusst, dass er durch das geschilderte Tun die Aufseher, 

die einer ihrer Dienstaufgabe hätten nachkommen wollen, attackiert und er deren 

Tätigkeit erschwert habe, was der Beschuldigte gewollt oder zumindest billigend in 

Kauf genommen habe. 

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1.15  Dossier 15: Sachbeschädigung 

Die Anklägerin legt dem Beschuldigten in Dossier 15 zusammengefasst zur Last, 

am 15. August 2019, spätestens am Vormittag, in der JVA Pöschwies in der Arrest-

zelle … die Zellenkommunikationsanlage beschädigt zu haben, indem er eine un-

bekannte Flüssigkeit in die Anlage geschüttet habe, sodass diese am Vormittag 

des 15. August 2019 nicht mehr funktioniert habe und habe ersetzt werden müs-

sen. Durch sein Tun habe der Beschuldigte zum Nachteil der JVA Pöschwies einen 

Sachschaden in der Höhe von mindestens Fr. 5'917.20 verursacht. 

Der Beschuldigte habe gewusst, dass er mit dem geschilderten Tun die Zellenkom-

munikationsanlage beschädigen und einen Sachschaden in der genannten Höhe 

habe verursachen können, was er auch gewollt habe. 

1.16  Dossier 16: Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte 

In Dossier 16 wird dem Beschuldigten zusammengefasst zur Last gelegt, am 

26. August 2019, um ca. 9.25 Uhr, bei den Vorbereitungen für den täglichen Hof-

gang des Beschuldigten nicht beide Hände durch die obere Versorgungsklappe 

zwecks Befestigung der Handfesseln gehalten zu haben, sondern stattdessen 

durch die Klappe einen Faustschlag in Richtung Magengegend des vor der Klappe 

stehenden Aufsehers P._____ ausgeführt zu haben, welcher allerdings seinen Kör-

per leicht habe abdrehen und dem Schlag ausweichen können. P._____ habe so-

gleich den Schieber der Klappe hinunter gedrückt und so den Arm des Beschuldig-

ten fixiert, sodass es den Aufsehern mit vereinten Kräften schliesslich gelungen sei, 

den Arm des Beschuldigten durch die Öffnung hindurch zurückzudrücken. 

Der Beschuldigte habe gewusst, dass er durch das geschilderte Tun die Aufseher, 

die einer ihrer Dienstaufgabe hätten nachkommen wollen, attackiert und er deren 

Tätigkeit erschwert habe, was der Beschuldigte gewollt oder zumindest billigend in 

Kauf genommen habe. 

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1.17  Dossier 17: Einfache Körperverletzung sowie Gewalt und Drohung gegen 

Behörden und Beamte 

Die Anklägerin legt dem Beschuldigten in Dossier 17 zusammengefasst zur Last, 

bei der Rückführung in seine Zelle in der Sicherheitsabteilung 1 im Treppenhaus 

im Aufgang, welcher zum Kontrollraum vor den Sicherheitszellen führe, willentlich 

von oben auf die Aufseher hinunter gespuckt und mit der Spucke den Aufseher 

E._____ im Gesicht bzw. Halsbereich getroffen zu haben. Oben an der Treppe an-

gekommen, habe sich der Beschuldigte unvermittelt nach links umgedreht und ein-

mal mit Wucht mit den gefesselten Händen gegen den Schutzschild des vordersten 

Aufsehers Q._____ geschlagen. Diesem sei es mit seinem Schutzschild und Mit-

hilfe des Aufsehers F._____ gelungen, den Beschuldigten zu Boden zu drücken, 

wo der Beschuldigte durch Unterstützung der anderen Aufseher habe arretiert und 

schliesslich an Händen und Füssen in seine Zelle getragen werden können. 

Der Beschuldigte habe gewusst, dass er durch das geschilderte Tun die Aufseher, 

die einer ihrer Dienstaufgabe hätten nachkommen wollen, attackiert und er deren 

Tätigkeit erschwert habe, was der Beschuldigte gewollt oder zumindest billigend in 

Kauf genommen habe. 

Im Übrigen habe der Aufseher auf nicht genau bekannte Art und Weise durch das 

gewaltsame Vorgehen des Beschuldigten bzw. bei der notwendig gewordenen In-

tervention am Unterarm links, an der Innenseite, eine 10 cm lange Kratzwunde er-

litten, welche schliesslich zu einer ca. 3 cm langen bleibenden Narbe, ca. 10 cm 

vom Handgelenk entfernt, geführt habe. 

Der Beschuldigte habe gewusst, dass, wenn er die Aufseher gewaltsam angreife, 

er dadurch diese verletzen könne und er habe gewusst, dass durch sein Tun eine 

Intervention der Aufseher nötig würde, um ihn zu arretieren. Zudem habe er ge-

wusst, dass er dadurch einem Aufseher Verletzungen der geschilderten Art habe 

zufügen können, was der Beschuldigte bei seinem Tun zumindest billigend in Kauf 

genommen habe. 

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1.18  Dossier 18: Sachbeschädigung 

In Dossier 18 wird dem Beschuldigten zusammengefasst zur Last gelegt, am 

26. Dezember 2019, bis ca. 4.30 Uhr, in der JVA Pöschwies die Arrestzelle … ge-

flutet zu haben, indem er die Abflüsse in der Zelle verstopft und die Wasseran-

schlüsse geöffnet habe. Dadurch sei so viel Wasser ausgeflossen, dass nicht nur 

die Zelle überflutet worden sei, sondern das Wasser auch in den Gang vor den 

Sicherheitszellen sowie über eine Klappe in einen unter dem Trakt der Sicherheits- 

und Arrestzellen sich befindlichen Lagerraum gedrungen sei. Durch sein Tun habe 

der Beschuldigte zum Nachteil der JVA Pöschwies einen Sachschaden in der Höhe 

von mindestens Fr. 490.– verursacht. 

Der Beschuldigte habe gewusst, dass er mit dem geschilderten Tun die Zelle und 

andere Räumlichkeiten der JVA Pöschwies habe fluten und beschädigen und 

dadurch einen Sachschaden in der genannten Höhe habe verursachen können, 

was er auch gewollt habe. 

1.19  Dossier 20: Mehrfache Drohung 

Die Anklägerin legt dem Beschuldigten in Dossier 20 zusammengefasst zur Last, 

am Wochenende des 25. und 26. April 2020, als die Aufseher B._____ und 

C._____ im Dienst gewesen seien, bei Kontakten mit diesen Aufsehern an der in-

neren Zellentüre und über die Zellenkommunikation mehrfach Drohungen ausge-

sprochen zu haben. Dabei habe er an B._____ insbesondere folgende Drohungen 

gerichtet:  

- 26 - 

- am 25. April 2020, 11.40 Uhr: "Ich werde deine Kinder essen, ich esse deine 

Kinder, du Gartenzwerg, ich schneide dir den Kopf ab." 

- am 25. April 2020, 12.23 Uhr: "ich werde deine Kinder essen" 

- am 25. April 2020, 12.58 Uhr: "ich werde deine Kinder essen, wenn ich dich 

wäre, würde ich von T._____ wegziehen." 

Durch diese Äusserungen des Beschuldigten sei B._____ in grosse Furcht um 

seine körperliche Unversehrtheit und die seiner Familie geraten, denn er habe be-

fürchtet, der Beschuldigte könnte ihm oder seiner Familie – spätestens, wenn er 

aus der Haft käme – ein körperliches Leid antun oder ihn oder sie gar töten. 

Der Beschuldigte habe gewusst, dass der Aufseher B._____ an jenem Wochen-

ende Dienst gehabt habe und dass er ihn an der Zelle direkt und über die Zellen-

kommunikation habe erreichen können. Zudem habe der Beschuldigte mit seinem 

Tun B._____ einschüchtern bzw. verängstigen wollen und habe zumindest billigend 

in Kauf genommen, dass B._____ in grosse Furcht um seine körperliche Unver-

sehrtheit geraten sei. 

1.20  Dossier 22: Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte 

In Dossier 22 legt die Anklägerin dem Beschuldigten zusammengefasst zur Last, 

am 13. Juli 2020, um 9.33 Uhr bei den Vorbereitungen für den täglichen Hofgang 

des Beschuldigten (namentlich Befestigung der Hand- und Fussfesseln durch die 

untere und obere Versorgungsluke) aus der Zelle in den Arrestgang getreten, mit 

erhobenen Unterarmen auf die ersten Schutzschildträger zugestürmt und sich mit 

vollem Körpergewicht gegen den Schutzschild eines Aufsehers geworfen zu haben, 

als die Aufseher die innere Zellentüre geöffnet hätten. Durch Mithilfe der anderen 

Aufseher seien die Schutzschildträger in der Lage gewesen, den Beschuldigten zu 

Boden zu führen, zu arretieren und ihn anschliessend wieder in die Zelle zurückzu-

tragen. 

- 27 - 

Der Beschuldigte habe gewusst, dass er durch das geschilderte Tun die Aufseher, 

die einer Dienstaufgaben hätten nachkommen wollen, attackiert und er deren Tä-

tigkeit erschwert habe, was der Beschuldigte mit seinem Tun gewollt oder zumin-

dest billigend in Kauf genommen habe. 

1.21  Dossier 23: Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte 

Die Anklägerin legt dem Beschuldigten in Dossier 23 zusammengefasst zur Last, 

am 17. Juli 2020, um ca. 9.25 Uhr, bei den Vorbereitungen für den täglichen Hof-

gang des Beschuldigten (namentlich Befestigung der Hand- und Fussfesseln durch 

die untere und obere Versorgungsluke) aus der Zelle in den Vorraum der Zelle ge-

treten und die Zellentüre hinter sich geschlossen zu haben. Anstatt in den Arrest-

gang hinauszutreten, um in den Spazierhof zu gelangen, sei der Beschuldigte in 

diesem Vorraum stehen geblieben. Trotz mehrfacher Aufforderung durch die Auf-

seher, entweder den Spaziergang im Hof wahrzunehmen oder in die Zelle zurück-

zugehen, habe der Beschuldigte nicht reagiert. Den über drei Minuten langen Be-

mühungen der Aufseher, sei er nicht nachgekommen. Als sich die Aufseher sodann 

dem Beschuldigten genähert hätten, habe dieser zweimal in Richtung der Aufseher 

gespuckt und einmal mit grosser Wucht mit erhobenen Händen auf den ersten 

Schutzschildträger geschlagen. Durch ein gemeinsames Vorgehen hätten die Auf-

seher den Beschuldigten zu Boden führen, arretieren und anschliessend in die Zelle 

zurücktragen können. 

Der Beschuldigte habe gewusst, dass er durch das geschilderte Tun die Aufseher, 

die einer Dienstaufgaben hätten nachkommen wollen, attackiert und er deren Tä-

tigkeit erschwert habe, was der Beschuldigte mit seinem Tun gewollt oder zumin-

dest billigend in Kauf genommen habe. 

1.22  Dossier 24: Einfache Körperverletzung sowie Gewalt und Drohung gegen 

Behörden und Beamte 

Die Anklägerin legt dem Beschuldigten in Dossier 24 zusammengefasst Folgendes 

zur Last: Am 20. Juli 2020, um ca. 9.35 Uhr hätten mehrere Aufseher den Beschul-

digten von der Besucherabteilung durch die Versorgungsgänge im Untergeschoss 

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zurück in Richtung Sicherheitsabteilung 1 geleitet. Bei der T-Verzweigung zwi-

schen dem …-Gang und dem Versorgungsgang habe sich der an Händen und Füs-

sen gefesselte Beschuldigte unvermittelt nach links hinten umgedreht und mit gros-

ser Wucht mit den Händen bzw. Unterarmen gegen die beiden vordersten Schutz-

schildträger geschlagen. Durch ein gemeinsames Vorgehen hätten die Aufseher 

den Beschuldigten zu Boden führen, arretieren und anschliessend in die Zelle zu-

rücktragen können. Während der Beschuldigte von den Aufsehern in die Zelle ge-

tragen worden sei, habe er mit dem Oberkörper und Gesicht Richtung Boden ge-

schaut. Zudem hätten die Aufseher dem Beschuldigten das T-Shirt über den Kopf 

nach vorne gezogen, damit er nicht mehr spucken könne. Als der Aufseher F._____ 

den Kopf des Beschuldigten festzuhalten versucht habe, habe der in der Zelle am 

Boden liegende Beschuldigte ihm in die rechte Hand gebissen, wodurch F._____ 

eine Bisswunde mit zwei Zahnabdrücken auf der Handoberseite der rechten Hand 

zugefügt worden sei. 

Der Beschuldigte habe gewusst, dass er durch das geschilderte Tun die Aufseher, 

die einer Dienstaufgaben hätten nachkommen wollen, attackiert und er deren Tä-

tigkeit erschwert habe, was der Beschuldigte mit seinem Tun gewollt oder zumin-

dest billigend in Kauf genommen habe. Ferner habe er gewusst, dass er durch das 

Beissen einem Aufseher Verletzungen der genannten Art habe zufügen können, 

was der Beschuldigte bei seinem Tun so auch gewollt habe. 

1.23  Dossier 25: Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte 

Die Anklägerin legt dem Beschuldigten in Dossier 25 zusammengefasst zur Last, 

am 24. Juli 2020, um ca. 9.25 Uhr, bei den Vorbereitungen für den täglichen Hof-

gang des Beschuldigten (namentlich Befestigung der Hand- und Fussfesseln durch 

die untere und obere Versorgungsluke) aus der Zelle – mit ausgestrecktem rechten 

Stinkefinger – in den Arrestgang getreten, mit erhobenen Unterarmen auf die ersten 

Schutzschildträger zugestürmt und sich mit vollem Körpergewicht gegen zwei 

Schutzschilde der Aufseher geworfen zu haben. Durch ein gemeinsames Vorgehen 

hätten die Aufseher den Beschuldigten zu Boden führen, arretieren und anschlies-

send in die Zelle zurücktragen können. 

- 29 - 

Der Beschuldigte habe gewusst, dass er durch das geschilderte Tun die Aufseher, 

die einer Dienstaufgaben hätten nachkommen wollen, attackiert und er deren Tä-

tigkeit erschwert habe, was der Beschuldigte mit seinem Tun gewollt oder zumin-

dest billigend in Kauf genommen habe. 

1.24  Dossier 26: Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte 

In Dossier 26 legt die Anklägerin dem Beschuldigten zusammengefasst zur Last, 

am 31. Juli 2020, um ca. 9.25 Uhr, sich bei einem langen Hofgang standhaft ge-

weigert zu haben, den Hof zu verlassen bzw. rein- und hochzukommen, um in die 

Zelle zurückzukehren, nachdem ihn die Aufseher um 12.45 Uhr über die Kommu-

nikationsanlage dazu aufgefordert hätten. Die Aufseher hätten ihn erfolglos über 

15 Minuten lang versucht zu überreden, doch der Beschuldigte sei unten im Hof 

stehen geblieben. Schliesslich hätten sich die Aufseher nach unten zur Türe zum 

Hof begeben und die Türe geöffnet, vor welcher der Beschuldige gestanden sei. 

Als die Aufseher dem Beschuldigten sodann gesagt hätten, dass es nun die letzte 

Chance sei, habe dieser seine Hände mit den Handfesseln gehoben und mit den 

Unterarmen bzw. Händen einmal mit grosser Wucht gegen den ersten Schutz-

schildträger geschlagen und versucht, die Aufseher zurückzudrängen.  

Der Beschuldigte habe gewusst, dass er durch das geschilderte Tun die Aufseher, 

die einer Dienstaufgaben hätten nachkommen wollen, attackiert und er deren Tä-

tigkeit erschwert habe, was der Beschuldigte mit seinem Tun gewollt oder zumin-

dest billigend in Kauf genommen habe. 

1.25  Dossier 27: Mehrfache Drohung 

Die Anklägerin legt dem Beschuldigten in Dossier 27 zusammengefasst Folgendes 

zur Last: Am Wochenende des 29. und 30. August 2020, als die Aufseher Q._____, 

I._____ und C._____ im Dienst gewesen seien, bei Kontakten mit diesen Aufsehern 

an der inneren Zellentüre und über die Zellenkommunikation mehrfache Drohungen 

ausgesprochen zu haben. Dabei habe er an Q._____ insbesondere folgende Dro-

hungen gerichtet:  

- 30 - 

- am 29. August 2020, 12.18 Uhr: "Du …-scher Hund, du Hurensohn. Du wirst 

eine Kugel in den Kopf bekommen. Warte nur du Hurensohn, ich weiss alles 

über dich. Deine Frau wird vergewaltigt, du Hurensohn. Wenn ich dich erwi-

sche, ich töte dich du…-sches Schwein. Ich besuche dich dort in U._____ du 

…-scher Hund, warte nur." 

- am 29. August 2020, 15.15 Uhr: "Du ….-scher Nutensohn. Wieviel Kinder 

hast du? Ich werde deine Kinder Fressen. Deine Frau ist eine Nutte, die Hure 

Fotze. Ich bringe dich um, du Nuttensohn."" 

- am 30. August 2020, 10.40 Uhr: "Du Stück Scheisse. Ich ficke deine Fotze 

Frau und fresse deine Kinder. Pöschwies wird brennen. Ihr seid alle eine 

Plage, ihr seid Treck, Nutensöhne und Treck Kinder." 

Durch diese Äusserungen des Beschuldigten sei Q._____ in grosse Furcht um 

seine körperliche Unversehrtheit und die seiner Familie geraten, denn er habe be-

fürchtet, der Beschuldigte könnte ihm oder seiner Familie – spätestens, wenn er 

aus der Haft käme – ein körperliches Leid antun oder ihn oder sie gar töten. 

Der Beschuldigte habe gewusst, dass der Aufseher Q._____ an jenem Wochen-

ende Dienst gehabt habe und dass er ihn an der Zelle direkt und über die Zellen-

kommunikation habe erreichen können. Zudem habe der Beschuldigte mit seinem 

Tun Q._____ einschüchtern bzw. verängstigen wollen und habe zumindest billi-

gend in Kauf genommen, dass Q._____ in grosse Furcht um seine körperliche Un-

versehrtheit geraten sei. 

1.26  Dossier 28: Mehrfache Drohung 

Die Anklägerin legt dem Beschuldigten in Dossier 28 zusammengefasst zur Last, 

am Wochenende des 29. und 30. August 2020, als die Aufseher Q._____, I._____ 

und C._____ im Dienst gewesen seien (C._____ im Pikettdienst), bei Kontakten mit 

diesen Aufsehern an der inneren Zellentüre und über die Zellenkommunikation 

mehrfach Drohungen ausgesprochen zu haben. Dabei habe er an C._____ insbe-

sondere folgende Drohungen gerichtet:  

- 31 - 

- am 30. August 2020, 15.00 Uhr: "Ihr seid meine Sklaven, ich bringe euch um. 

C._____ du Hurensohn ich bringe dich um. Wann sterbt ihr endlich, ihr Hu-

rensöhne. Deine Frau wird vergewaltigt. Ich bin ein Killer, ich mache das gern, 

das ist meine Natur. Die Menschen abstechen ist geil, Zack, Zack, Zack, so 

in das Fleisch, ganz tief. Es ist so geil, wenn ich Zuschlage und höre wie die 

Knochen brechen." 

Durch diese Äusserungen des Beschuldigten sei C._____ in grosse Furcht um 

seine körperliche Unversehrtheit und die seiner Familie geraten, denn er habe be-

fürchtet, der Beschuldigte könnte ihm oder seiner Familie – spätestens, wenn er 

aus der Haft käme – ein körperliches Leid antun oder ihn oder sie gar töten. 

Der Beschuldigte habe gewusst, dass der Aufseher C._____ an jenem Wochen-

ende Dienst gehabt habe und dass er ihn an der Zelle direkt und über die Zellen-

kommunikation habe erreichen können. Zudem habe der Beschuldigte mit seinem 

Tun C._____ einschüchtern bzw. verängstigen wollen und habe zumindest billigend 

in Kauf genommen, dass C._____ in grosse Furcht um seine körperliche Unver-

sehrtheit geraten sei. 

1.27  Dossier 29: Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte 

In Dossier 29 legt die Anklägerin dem Beschuldigten zusammengefasst Folgendes 

zur Last: Am 22. September 2020, um ca. 15.50 Uhr, seien die Aufseher dabei ge-

wesen, dem Beschuldigten das Abendessen abzugeben, wofür sie die untere Ver-

sorgungsklappe geöffnet hätten. Während der Aufseher V._____ dem Beschuldig-

ten das Essen in die Zelle geschoben habe, habe der Beschuldigte noch frisches 

Toilettenpapier und Seife verlangt, was ihm ebenfalls in die Zelle gegeben worden 

sei. Als der Beschuldigte noch neues Besteck verlangt habe und V._____ sich un-

teren Versorgungsklappe hingekniet sei, sei der Beschuldigte blitzartig aufgesprun-

gen und zur unteren Versorgungsklappe gehechtet, um den Aufseher zu packen 

oder zu schlagen. Durch eine schnelle Reaktion des V._____ sei es diesem gelun-

gen zurückzuweichen, sodass der Beschuldigte ihn nicht erwischt habe. In der 

Folge sei die untere Versorgungsklappe in offenem Zustand gewesen und habe 

aus Sicherheitsgründen nicht mehr geschlossen werden können. Der Beschuldigte 

- 32 - 

habe dies ausgenutzt und in den nachfolgenden Stunden bis zum folgenden Mor-

gen die Zelle und den Vorraum der Zelle unter anderem mit Essensresten und Kot 

verschmutzt. Dadurch habe die JVA Pöschwies eine zusätzliche Reinigungstruppe 

aufbieten müssen, um die Reinigung vorzunehmen. 

Der Beschuldigte habe gewusst, dass er durch das geschilderte Tun die Aufseher, 

die einer Dienstaufgaben hätten nachkommen wollen, attackiert und er deren Tä-

tigkeit erschwert habe, was der Beschuldigte mit seinem Tun gewollt oder zumin-

dest billigend in Kauf genommen habe. 

1.28  Dossier 30: Sachbeschädigung 

Des Weiteren legt die Anklägerin dem Beschuldigten in Dossier 30 zusammenge-

fasst Folgendes zur Last: Am 27. Oktober 2020, um 9.30 Uhr, sei der Beschuldigte 

von der Zelle … in eine der beiden neu gebauten Zellen, welche einen eigenen 

Spazierhof gehabt hätten, verlegt worden. In den folgenden Stunden bis um 

18.00 Uhr habe der Beschuldigte immer wieder und mit grosser Kraft körperliche 

Gewalt gegen die Zelle, deren Konstruktion, die Türen, die Panzerverglasung, die 

Gegensprechanlage, das Mobiliar, etc. angewandt, wodurch die neu gebaute Zelle 

beschädigt worden und nicht mehr funktionstüchtig gewesen sei. Der Beschuldigte 

habe dabei namentlich: 

- die Türe zum Spazierhof wiederholt gegen den Stossfänger geschlagen, bis 

die Türe nicht mehr funktioniert habe, 

- mit dem Fuss wiederholt gegen die Gegensprechanlage gekickt, 

- wiederholt gegen die Panzerglasscheibe der Zellentüre im Zugang zur Zelle 

bzw. Schleuse geschlagen, bis diese Beschädigungen aufgewiesen habe, 

- eine Metallleiste und ein vierkantiges Metallprofil des Metallrahmens auf der 

Seite der Schleuse (Befestigung des Panzerglases) abgerissen, 

- mit dieser Metallleiste das Panzerglas aus der Türe bzw. dem beschädigten 

Rahmen zu hebeln versucht, 

- mit dem Metallprofil die Panzerglasscheibe aus der Zellentüre rauszuschla-

gen versucht, 

- 33 - 

- mit der Metallleiste den Lack an der Türe zum Hof zerkratzt und dort Schrift-

zeichen angebracht, 

- mehrfach mit dem Metallprofil gegen das Panzerglas in der Türe über der 

oberen Versorgungsklappe geschlagen, bis dieses Beschädigungen aufge-

wiesen habe, 

- mit dem Metallprofil mehrfach gegen die durch die bereits erfolgten Schläge 

beschädigten Zonen am Panzerglas geschlagen, wobei der Beschuldigte mit 

dem Metallprofil auch gegen diese Zonen gestochen und daran gerieben 

habe, 

- mit dem Metallprofil die Fenster und Wände im Spazierhof zerkratzt und dort 

Schriftzeichen angebracht. Zudem habe der Beschuldigte auf gleiche Weise 

die Sitzbank im Spazierhof zerkratzt und dort ebenfalls Schriftzeichen ange-

bracht. 

Durch diese über Stunden hinweg angewandte körperliche Gewalt habe der Be-

schuldigte einen Sachschaden zum Nachteil der JVA Pöschwies von Fr. 8'460.– 

verursacht. 

Der Beschuldigte habe gewusst, dass er mit dem geschilderten Tun die neue Zelle 

und deren Einrichtung sowie den Spazierhof beschädigen und einen Sachschaden 

in der genannten Höhe habe verursachen können, was er auch gewollt habe. 

1.29  Dossier 31: Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte 

Die Anklägerin legt dem Beschuldigten in Dossier 31 zusammengefasst zur Last, 

am 23. Mai 201, um ca. 6.55 Uhr, sich unvermittelt blitzartig vom Bett erhoben und 

zur arretierten Versorgungsklappe gehechtet zu sein, als die zwei Aufseher 

G._____ und W._____ dem Beschuldigten das Frühstück in die Zelle … hätten 

bringen wollen. Der Beschuldigte habe seinen linken Arm durch die Klappe ge-

steckt, um nach G._____ zu greifen, welcher sich aber reaktionsschnell rückwärts 

in Sicherheit gebracht habe. Da der Beschuldigte in der Folge seinen Arm nicht aus 

der Versorgungsklappe zurück in die Zelle gezogen habe, hätten die Aufseher dem 

Beschuldigten das Frühstück nicht überreichen können. 

- 34 - 

Der Beschuldigte habe gewusst, dass er durch das geschilderte Tun die Aufseher, 

die einer Dienstaufgaben hätten nachkommen wollen, attackiert und er deren Tä-

tigkeit erschwert habe, was der Beschuldigte mit seinem Tun gewollt oder zumin-

dest billigend in Kauf genommen habe. 

1.30  Dossier 32: Sachbeschädigung 

Schliesslich legt die Anklägerin dem Beschuldigten in Dossier 32 zusammenge-

fasst zur Last, am 23. Juli 2021, um ca. 10.00 Uhr, im Spazierhof seiner Zelle … 

während mindestens fünf Minuten mehrfach, mindestens neunmal, mit grosser 

Wucht mit dem rechten Fuss gegen die in die Wand eingelassene Gegensprech-

anlage getreten zu haben, sodass das Metall verbogen und die Elektronik nicht 

mehr funktioniert habe, weshalb die Gegensprechanlage habe ersetzt werden müs-

sen. Dadurch habe der Beschuldigte der JVA Pöschwies einen Sachschaden von 

Fr. 1'980.– verursacht. 

Der Beschuldigte habe gewusst, dass er mit dem geschilderten Tun die Gegen-

sprechanlage beschädigen und einen Sachschaden in der genannten Höhe habe 

verursachen können, was er auch gewollt habe. 

2.  Bestrittener und unbestrittener Sachverhalt 

Der Beschuldigte hat während der gesamten Untersuchung zu den Vorwürfen ge-

schwiegen, zumal er sich insbesondere auch nicht zu den staatsanwaltschaftlichen 

Einvernahmen zuführen liess (vgl. BD act. 1/30 und 1/32; BD act. 5/72). Die Ankla-

gevorwürfe gelten deshalb als nicht anerkannt. Anlässlich der Hauptverhandlung 

wurden die Vorwürfe sodann im Einzelnen seitens der Verteidigung des Beschul-

digten bestritten (act. 126 und Prot. S. 41 f.). Deshalb gilt es nachfolgend zu prüfen, 

ob sich die Anklagesachverhalte beweismässig erstellen lassen.  

3.  Allgemeines zur Sachverhaltserstellung 

3.1  Das Gericht hat bei der Sachverhaltserstellung die vorhandenen Beweis-

mittel und auch die Behauptungen des Beschuldigten nach dem Grundsatz der 

freien Beweiswürdigung zu beurteilen (Art. 10 Abs. 2 StPO). In einem Strafprozess 

sind an den Beweis von Täterschaft und Schuld hohe Anforderungen zu stellen. 

- 35 - 

Gemäss der in Art. 32 Abs. 1 BV sowie Art. 10 Abs. 1 StPO verankerten Maxime in 

dubio pro reo ist bis zum gesetzlichen Nachweis der Schuld die Unschuld des Be-

schuldigten zu vermuten. Bestehen unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der 

tatsächlichen Voraussetzungen der angeklagten Tat, so geht das Gericht von der 

für die beschuldigte Person günstigeren Sachlage aus (Art. 10 Abs. 3 StPO). Die 

Überzeugung des Gerichts muss auf einem verstandesgemäss einleuchtenden 

Schluss beruhen und für den unbefangenen Beobachter nachvollziehbar sein. Die 

Beweiswürdigungsregel ist verletzt, wenn das Strafgericht an der Schuld des Be-

schuldigten hätte zweifeln müssen. Wenn erhebliche oder nicht zu unterdrückende 

Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so abgespielt hat, wie er eingeklagt ist, 

so ist der Beschuldigte freizusprechen. Die blosse Wahrscheinlichkeit vermag ei-

nen Schuldspruch nicht zu begründen. Nur wenn sich das Gericht nach Erschöp-

fung aller Erkenntnisquellen weder von der Existenz noch von der Nichtexistenz 

der beweisbedürftigen Tatsachen zu überzeugen vermag, kommt der den Beschul-

digten begünstigende Grundsatz in dubio pro reo zur Anwendung. Hat das Gericht 

also erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel, das heisst solche, die sich 

nach der objektiven Sachlage aufdrängen, so muss es den Beschuldigten freispre-

chen. 

3.2  Die einzelnen Beweismittel sind einer umfassenden Würdigung zu 

unterziehen. Dabei würdigt das Gericht die Beweise frei nach seiner aus dem 

gesamten Verfahren gewonnenen Überzeugung (Art. 10 Abs. 2 StPO). Der Richter 

ist somit bei der Würdigung der Beweise nicht an feste Regeln gebunden; 

massgebend ist die persönliche Überzeugung des Richters, ob er eine Tatsache 

als bewiesen ansieht oder nicht. Neben dieser vorhandenen Überzeugung ist es 

notwendig, dass sie auf einer gewissenhaften Prüfung aufbaut und objektivier- und 

nachvollziehbar ist (DONATSCH/SCHWARZENEGGER/WOHLERS, Strafprozessrecht, 

2. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, S. 117 f.). 

3.3  Dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung inhärent ist die Gleichstellung 

aller Beweismittel (BGE 103 IV 301). Daraus folgt, dass der Aussage einer 

Auskunftsperson grundsätzlich derselbe Beweiswert zukommt, wie derjenigen 

eines Zeugen oder einer beschuldigten Person (DONATSCH/SCHWARZENEGGER/ 

- 36 - 

WOHLERS, a.a.O., S. 161). Bei den vorhandenen Beweismitteln wird auf ihren 

Beweiswert, d.h. auf ihre Überzeugungs- und Beweiskraft (innere Autorität) 

abgestellt. Zur Bestimmung dieses Beweiswertes dienen sodann Hilfstatsachen. 

Sie können herangezogen werden, um die Zuverlässigkeit sowie die 

Überzeugungskraft eines Beweismittels zu beurteilen. Zudem lassen Indizien als 

einzelne Tatsachen durch ihr Zusammenwirken den Schluss auf das Vorliegen 

rechtserheblicher Tatsachen zu (BENDER/NACK/TREUER, Tatsachenfeststellungen 

vor Gericht, 4. Aufl., 2014, Rz. 553 ff.). 

3.4  Soweit ein direkter Beweis nicht möglich ist, ist der Nachweis der Tat mit 

Indizien zu führen, wobei die Gesamtheit der einzelnen Indizien zu würdigen ist. 

Ein Schuldspruch darf demnach nur dann erfolgen, wenn die Schuld des Beschul-

digten mit hinreichender Sicherheit erwiesen ist, d.h. Beweise dafür vorliegen, dass 

der Beschuldigte mit seinem Verhalten objektiv und subjektiv den ihm zur Last ge-

legten Straftatbestand verwirklicht hat. Dabei kann nicht verlangt werden, dass die 

Tatschuld gleichsam mathematisch sicher und unter allen Aspekten unwiderlegbar 

feststeht. Es muss genügen, wenn vernünftige Zweifel an der Schuld des Beschul-

digten ausgeschlossen werden können. Aufgabe des Gerichts ist es, seinem Ge-

wissen verpflichtet, in objektiver Würdigung des gesamten Beweisergebnisses, zu 

prüfen, ob es von einem bestimmten Sachverhalt überzeugt ist und an sich mögli-

che Zweifel an dessen Richtigkeit zu überwinden vermag. Es liegt in der Natur der 

Sache, dass mit menschlichen Erkenntnismitteln keine absolute Sicherheit in der 

Beweisführung erreicht werden kann. Daher muss es genügen, dass das Beweis-

ergebnis über jeden vernünftigen Zweifel erhaben ist. Hingegen darf ein Schuld-

spruch nie auf blosser Wahrscheinlichkeit beruhen. Lässt sich ein Sachverhalt nicht 

mit letzter Gewissheit feststellen, was schon im Wesen menschlichen Erkenntnis-

vermögens liegt, so hindert dies das Gericht nicht, subjektiv mit Gewissheit davon 

überzeugt zu sein (vgl. zum Ganzen: BSK StPO – TOPHINKE, 2. Auflage, Basel 

2014, Art. 10 N 75 ff.; WOLFANG WOHLERS, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], 

Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Auflage, Zürich 2014, 

Art. 10 StPO N 6 ff.; NIKLAUS SCHMID, Handbuch des schweizerischen Strafpro-

zessrechts, 3. Auflage, Zürich 2017, N 233 ff.; BERNARD CORBOZ, In dubio pro reo, 

- 37 - 

ZBJV 7/1993, S. 419 f.; BGE 127 I 38, E. 2.; BGE 120 Ia 31, E. 2.; BGE 124 IV 86, 

E. 2a). 

3.5  Stützt sich die Beweisführung auf die Aussagen von Beteiligten, so sind 

diese frei zu würdigen (Art. 10 Abs. 2 StPO). Steht Aussage gegen Aussage, ist 

anhand sämtlicher Umstände, die sich aus den Akten und den Verhandlungen er-

geben, zu untersuchen, welche Sachdarstellung überzeugend ist, wobei es vorwie-

gend auf den inneren Gehalt der Aussagen ankommt, verbunden mit der Art und 

Weise, wie die Angaben erfolgen. Bei der Würdigung von Aussagen darf nicht ein-

fach auf die Persönlichkeit oder allgemeine Glaubwürdigkeit von Aussagenden ab-

gestellt werden. Massgebend ist die Glaubhaftigkeit der konkreten, im Prozess re-

levanten Aussagen. Diese sind anhand sog. Realitätskriterien zu prüfen. Die wich-

tigsten Realitätskriterien sind dabei die innere Geschlossenheit und Folgerichtigkeit 

in der Darstellung des Geschehensablaufes, die konkrete und anschauliche Wie-

dergabe des Erlebnisses sowie die Schilderung des Vorfalles in so charakteristi-

scher Weise, wie sie nur von demjenigen zu erwarten ist, der den Vorfall selber 

miterlebt hat, Kenntlichmachung der psychischen Situation von Täter und Zeuge 

bzw. unter Mittätern, Selbstbelastung oder unvorteilhafte Darstellung der eigenen 

Rolle, Entlastungsbemerkungen zugunsten des Beschuldigten und die Konstanz 

der Aussage bei verschiedenen Befragungen, wobei sich aber sowohl Formulierun-

gen als auch Angaben über Nebenumstände verändern können. Für die Glaubhaf-

tigkeit einer Darstellung spricht sodann insbesondere die Fülle von lebendigen, 

sachlich richtigen und psychologisch stimmigen Details, die nicht bloss auf das Be-

weisthema zielgerichtet sind (sog. Detailkriterium). Ferner spricht der Umstand, 

dass die Details der Schilderung sich schliesslich zu einem stimmigen Ganzen zu-

sammenfügen, für die Glaubhaftigkeit der Darstellung (sog. Homogenitätskrite-

rium). 

3.6  Andererseits sind auch allfällige Fantasie- oder Lügensignale zu berück-

sichtigen. Als Indizien für falsche Aussagen gelten Unstimmigkeiten oder grobe Wi-

dersprüche in den eigenen Aussagen, Zurücknahme oder erhebliche Abschwä-

chungen in den ursprünglichen Anschuldigungen, Übersteigerungen in den Be-

- 38 - 

schuldigungen im Verlaufe von mehreren Einvernahmen, unklare, verschwom-

mene oder ausweichende Antworten sowie gleichförmig, eingeübt und stereotyp 

wirkende Aussagen. Fehlen Realitätskriterien oder finden sich Lügensignale, so gilt 

dies als Indiz für eine Falschaussage (vgl. zum Ganzen: ROLF BENDER/ARMIN 

NACK/WOLFANG-DIETRICH TREUER, Tatsachenfeststellungen vor Gericht, 4. Auflage, 

München 2014, S. 68 ff., 72 ff.; VOLKER DITTMANN, Zur Glaubhaftigkeit von Zeugen-

aussagen, Plädoyer 2/1997, S. 28 ff. und 33 ff.; ROLF BENDER, Die häufigsten Feh-

ler bei der Beurteilung von Zeugenaussagen, SJZ 81/1985, S. 53 ff.; ROBERT HAU-

SER, Der Zeugenbeweis im Strafprozessrecht mit Berücksichtigung des Zivilprozes-

ses, Diss. Zürich 1974, S. 316 ff.). 

3.7  Beim Abwägen von Aussagen ist im Besonderen zwischen der Glaubwür-

digkeit einer Person und der Glaubhaftigkeit ihrer Aussage zu unterscheiden. Wäh-

rend erstere die Grundlage dafür liefert, ob einer Person grundsätzlich getraut wer-

den kann, ist letztere für die im Prozess massgebende Entscheidung bedeutungs-

voll, ob sich der Sachverhalt zur Hauptsache so zugetragen hat oder nicht (HAUSER, 

a.a.O., S. 312 ff.). Bei der Würdigung von Aussagen kommt der allgemeinen Glaub-

würdigkeit einer Person indessen eher eine untergeordnete Bedeutung zu. Das In-

teresse einer Aussageperson am Prozessausgang oder die persönliche Bindung 

zu anderen Prozessbeteiligten ist für sich allein noch kein Grund, ihren Aussagen 

zu misstrauen. Erst das Hinzutreten weiterer – in dieselbe Richtung weisender – 

Indizien gibt begründeten Anlass, Aussagen als unzuverlässig zu verwerfen. Nach 

herrschender Lehre und Rechtsprechung ist daher vielmehr auf die Glaubhaftigkeit 

der Aussagen der Aussagenden abzustellen (BENDER/NACK/TREUER, a.a.O, 

S. 84 ff.) 

3.8  Was die Aussagen eines Beschuldigten betrifft, so spricht grundsätzlich 

nichts dagegen, die erwähnten Kriterien in analoger Weise heranzuziehen, um Auf-

schluss über die Glaubhaftigkeit einzelner Angaben zu erlangen. Dabei ist jedoch 

zu beachten, dass sich die Motivationslage des Beschuldigten in der Regel von 

derjenigen eines unabhängigen Zeugen unterscheidet. Wer eines Deliktes beschul-

digt wird, dürfte als Direktbetroffener ein erhebliches – grundsätzlich legitimes – 

- 39 - 

Interesse daran haben, die Geschehnisse in einem für ihn günstigen Licht erschei-

nen zu lassen. Daraus darf jedoch nicht bereits der generelle Schluss gezogen 

werden, die Aussagen eines Beschuldigten seien deshalb stets mit grosser Zurück-

haltung zu würdigen. Dies liefe auf eine rechtsstaatlich unhaltbare Benachteiligung 

des Beschuldigten hinaus, indem zumindest der Anschein oder Eindruck erweckt 

würde, man glaube ihm von vornherein weniger als etwa einem Belastungszeugen. 

Die besondere Motivationslage ist dennoch insofern von Belang, als der Beschul-

digte bei einzelnen Sachverhaltsbereichen ein zusätzliches und offenkundiges In-

teresse haben kann, nicht die Wahrheit zu sagen, was bei einem (unbeteiligten) 

Zeugen in der Regel nicht der Fall ist. Dies gilt mutatis mutandis auch für den Pri-

vatkläger. 

4.  Vorbemerkungen zur Sachverhaltserstellung in concreto 

4.1  Keine Sachverhaltsdarstellungen des Beschuldigten 

4.1.1  Wie bereits ausgeführt, liess sich der Beschuldigte im vorliegenden Verfah-

ren nicht an Einvernahmen zuführen (vgl. vorstehend Ziff. II. 2.). Mit Schreiben vom 

24. Februar 2021 setzte die Anklägerin dem Beschuldigten Frist an, um die von ihr 

vorbereiten Fragen im Sinne eines schriftlichen Berichts gemäss Art. 145 StPO zu 

beantworten und mitzuteilen, ob er eine Teilnahme an den Beweisabnahmen (Ein-

vernahmen Geschädigte, Zeugen, etc.) wünsche (BD act. 5/15). Daraufhin liess der 

Beschuldigte mit Eingabe vom 4. Juni 2021 mitteilen, dass er von seinem Aussa-

geverweigerungsrecht Gebrauch mache (BD act. 5/23). Mit E-Mail vom 4. Novem-

ber 2021 teilte die Verteidigung der Anklägerin sodann mit, dass der Beschuldigte 

nicht bereit sei, sich der Hafteinvernahme zuführen zu lassen und teilzunehmen 

(BD act. 5/41). Mit Schreiben vom 3. Februar 2023 gab die Anklägerin bekannt, 

dass sie eine Schlusseinvernahme des Beschuldigten am 13. März 2023 im Ge-

fängnis BG._____ plane und setzte dem Beschuldigten gemäss Art. 145 StPO Frist 

an, um die vorbereiteten Fragen im Sinne eines schriftlichen Berichts zu beantwor-

ten (BD act. 5/65). Mit Eingabe vom 8. März 2023 liess der Beschuldigte mitteilen, 

dass er zu den vorgeworfenen Sachverhalten keine Angaben mache. Was die üb-

rigen Fragestellungen anbelangt, verwies die Verteidigung auf den Führungsbericht 

des Gefängnisses Zürich vom 20. Januar 2023 (BD act. 5/71). Mit Schreiben vom 

- 40 - 

9. März 2023 erklärte die Anklägerin, dass sie auf eine Zuführung des Beschuldig-

ten verzichte und demnach keine Schlusseinvernahme stattfinden werde. Dies be-

gründete sie damit, dass der Beschuldigte die Möglichkeit gehabt habe, von allen 

gegen ihn erhobenen Tatvorwürfen in der verweigerten Einvernahme vom 26. Ja-

nuar 2023 bzw. durch den Fragenkatalog mit insgesamt 142 Fragen Kenntnis zu 

nehmen (BD act. 5/74). Nachdem der Beschuldigte durchwegs von seinem Aussa-

geverweigerungsrecht Gebrauch machte, ist für die Erstellung des Sachverhalts 

auf die im Recht liegenden, verwertbaren Beweismittel abzustellen. 

4.1.2  Vollständigkeitshalber ist darauf hinzuweisen, dass Aussagen des Be-

schuldigten in einem durch die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich geführten 

Strafverfahren gegen sechs Aufseher der JVA Pöschwies vorliegen. A._____ 

wurde in jenem Verfahren als Geschädigter und Privatkläger geführt. Seine Aussa-

gen betreffen den Vorfall vom 9. April 2019 (Dossier 12) und ergingen noch im Er-

mittlungsverfahren. Die entsprechende polizeiliche Einvernahme des Beschuldig-

ten bildet integraler Bestandteil der Akten zu Dossier 12, weshalb an der entspre-

chenden Stelle darauf einzugehen sein wird. 

4.1.3  Der Beschuldigte liess mit Eingabe vom 18. Oktober 2023 darum ersuchen, 

ihn von der Teilnahme an der Hauptverhandlung ab dem 30. Oktober 2023 zu dis-

pensieren (act. 105). Bereits im ersten Verfahren (Geschäfts-Nr. DG190013-D) er-

suchte der Beschuldigte für die Hauptverhandlung vom 30. Oktober 2019 vor dem 

Bezirksgericht Dielsdorf um Dispensation. Dies wurde abgelehnt mit der Begrün-

dung, dass es wichtig sei, dass sich das Gericht einen persönlichen Eindruck des 

Beschuldigten machen könne. In der Folge weigerte sich der Beschuldigte, sich 

von der Polizei zur Hauptverhandlung aus der Haft vorführen zu lassen. Eine Dele-

gation des Bezirksgerichts Dielsdorf begab sich am Morgen vor der Verhandlung in 

die JVA Pöschwies zum Beschuldigten und versuchte während 30 Minuten, den 

Beschuldigten davon zu überzeugen, sich zur Hauptverhandlung vorführen zu las-

sen, letztlich ohne Erfolg. Der Beschuldigte konnte und wollte sich dem Gericht und 

der anwesenden Öffentlichkeit nicht stellen, was ihm mit Blick auf Art. 366 Abs. 3 

StPO letztlich nicht verwehrt werden konnte. Eine zwangsweise Zuführung des Be-

- 41 - 

schuldigtenerschien nicht verhältnismässig, weshalb er schliesslich für die Haupt-

verhandlung im Jahr 2019 dispensiert wurde. In der Folge verzichtete auch das 

Obergericht des Kantons Zürich aus den nämlichen Gründen auf eine Zuführung 

gegen den Willen des Beschuldigten zur Berufungsverhandlung vom 26. Mai 2021 

und dispensierte ihn von der Teilnahme an der Verhandlung. Vor diesem Hinter-

grund und aufgrund des Umstands, dass den Beschuldigten im Strafverfahren 

keine Mitwirkungspflicht trifft, ihm namentlich ein uneingeschränktes Aussagever-

weigerungsrecht zusteht (Art. 113 Abs. 1 StPO) und seine Interessen durch die Be-

mühungen und Ausführungen der Verteidigung gewahrt werden, hat die hiesige 

Verfahrensleitung das Dispensationsgesuch des Beschuldigten mit Verfügung vom 

24. Oktober 2023 gutgeheissen (vgl. dazu act. 113). 

4.2  Interne Dokumentationen der JVA Pöschwies (Rapporte, Journale, Ereig-

nisjournale, Anhörungen, Aktennotizen, Disziplinarverfügungen, etc.) 

4.2.1  Die vorliegend zu beurteilenden Anklagevorwürfe betreffen ausschliesslich 

Delikte, welche der Beschuldigte während seiner Haftzeit in der JVA Pöschwies 

gegen die dort beschäftigten Aufseher oder die Institution bzw. die Einrichtung der 

JVA Pöschwies begangen haben soll. In den Untersuchungsakten finden sich zu 

jedem einzelnen der 30 Dossiers jeweils eine oder mehrere interne Dokumentatio-

nen der JVA Pöschwies in der Form von Rapporten, Journalen, Ereignisjournalen, 

Anhörungen, Aktennotizen, Disziplinarverfügungen etc., welche der Anklage als 

Sachbeweismittel zugrunde liegen. Aufgrund der Vielzahl der im Recht liegenden, 

internen Dokumentationen sowie dem Umstand, dass diese – wie noch auszufüh-

ren sein wird – von den befragten Aufsehern häufig referenziert werden, ist vorab 

auf die beweisrechtliche Bedeutung dieser Dokumentationen näher einzugehen. 

4.2.2  Gemäss dem prozessrechtlichen Begriff der Urkunde i.S.v. Art. 192 Abs. 2 

StPO ist darunter jedes Schriftstück mit entsprechendem gedanklichen Informati-

onsgehalt, welches beweisbildend ist, zu verstehen. Bei den anstaltsinternen Do-

kumentationen der JVA Pöschwies handelt es sich ohne Weiteres um Urkunden im 

Sinne des prozessrechtlichen Urkundenbegriffs, zumal sie als maschinengeschrie-

bene Schriftstücke – teilweise versehen mit handschriftlichen Ergänzungen oder 

Unterschriften – einen gedanklichen Inhalt wiedergeben. Dieser gedankliche Inhalt 

- 42 - 

besteht regelmässig in einem oder mehreren spezifischen Lebenssachverhalten, 

welche sich während der dienstlichen Tätigkeit der Aufseher in der JVA Pöschwies 

im arbeitsalltäglichen Umgang mit dem Beschuldigten zugetragen haben sollen. 

Die Aufseher der JVA Pöschwies wurden angewiesen, entsprechende anstaltsin-

terne Dokumentationen anzufertigen, um relevante Ereignisse oder Beobachtun-

gen zu dienstlichen Zwecken zu dokumentieren (vgl. dazu statt vieler: D8 act. 4/1, 

F/A 28 ff.). 

4.2.3  Die Strafbehörden setzen zur Wahrheitsfindung alle nach dem Stand von 

Wissenschaft und Erfahrung geeigneten Beweismittel ein, die rechtlich zulässig 

sind (Art. 139 Abs. 1 StPO). Die internen Dokumentationen der JVA Pöschwies 

sind a priori als Urkunden im Sinne von Art. 192 Abs. 2 StPO verwertbar. An dieser 

Stelle kann sodann vorweggenommen nehmen, dass an Urkunden keine Teilnah-

merechte nach Art. 147 Abs. 1 StPO bestehen. Die entsprechenden Einwände der 

Verteidigung stossen deshalb ins Leere.  

4.2.4  Auf der Ebene der Beweiswürdigung ist hingegen festzuhalten, dass den 

Urkunden kein qualifizierter Beweiswert zukommt. Sie unterliegen wie die übrigen 

Beweismittel der freien Würdigung durch das Gericht (Art. 10 Abs. 2 StPO). Für die 

Erstellung des Sachverhalts kommt ihnen vorliegend keine zentrale Bedeutung zu, 

zumal sich zu jedem einzelnen Dossier auch Einvernahmeprotokolle finden lassen, 

welche die Aussagen der befragten Aufseher wiedergeben. Zwar verwiesen die 

Aufseher in ihren staatsanwaltschaftlichen Einvernahmen regelmässig auf die vor-

handenen anstaltsinternen Dokumentationen, wenn sie zu den einzelnen Ereignis-

sen befragt wurden, welche die konkreten Anklagevorwürfe gegen den Beschuldig-

ten bilden. Wie nachstehend noch darzulegen sein wird (vgl. Ziff. II. 4.4.8), genügt 

allein der Verweis auf interne Dokumentationen anlässlich von Einvernahmen nicht, 

um die vorliegenden Anklagevorwürfe zu erstellen. Sodann ist der Verteidigung in-

soweit zuzustimmen, als dass in Bezug auf die internen Dokumentationen durch-

aus gewisse Zugeständnisse hinsichtlich deren Beweiswert zu machen sind. Es ist 

jeweils nicht geklärt, wie diese Dokumentationen – insbesondere bei Nennung 

mehrerer Namen – zustande gekommen sind. So lässt sich beispielsweise der Ur-

heber des jeweiligen Dokuments in vielen Fällen überhaupt nicht oder zumindest 

- 43 - 

nicht zweifellos eruieren. Dies gilt insbesondere für die Journale der 

JVA Pöschwies, welche unter Datums- und Zeitangabe ein vorgefallenes Ereignis 

wiedergeben sollen. Hinter den Einträgen im Feld "Visum" sind jeweils Kürzel der 

Aufseher aufgeführt. Dies lässt jedoch nicht auf die Urheberschaft des jeweiligen 

Eintrags schliessen, nachdem die Aufseher in den Einvernahmen übereinstimmend 

ausgesagt haben, dass im Feld "Visum" jeweils diejenigen Aufseher festgehalten 

worden seien, welche bei einem Ereignis involviert gewesen seien, sei es aufgrund 

physischer Anwesenheit oder lediglich durch Beobachtung aus der Ferne über das 

Aufsichtsbüro (vgl. etwa D7 act. 4/2, F/A 15 f.; D7 act. 4/3, F/A 15 ff.; D9 act. 4/6, 

F/A 18). Damit wird allerdings keine Aussage darüber gemacht, welche(r) der meh-

reren mit Kürzel aufgeführten Aufseher den Eintrag tatsächlich verfasst hat, was 

die Aufseher bestätigt haben. Hinzu kommt, dass die einvernommenen Aufseher 

mitunter selber einräumten, das Journal sei in Bezug auf die Kürzel teilweise feh-

lerhaft oder unvollständig (vgl. etwa D10 act. 4/2, F/A 20 und 28; D12 act. 5/6, 

S. 17). Ferner lässt sich in Bezug auf die internen Dokumentationen der 

JVA Pöschwies konstatieren, dass diese häufig keine handschriftliche Unterschrift 

aufweisen. Das Gesagte führt – entgegen der Ansicht der Verteidigung – jedoch 

nicht zur Unverwertbarkeit der anstaltsinternen Dokumentationen der 

JVA Pöschwies. Vielmehr sind diese Urkunden mitsamt allfälligen Zugeständnis-

sen an ihre Beweiskraft in der Gesamtwürdigung zu berücksichtigen, wobei für die 

Sachverhaltserstellung nicht alleine auf die Sachverhaltsschilderungen in diesen 

Dokumentationen abgestellt werden kann, sondern die Dokumentationen im Rah-

men der Gesamtwürdigung mit den übrigen Beweismitteln (insbesondere den je-

weiligen Aussagen der Zeugen und Auskunftspersonen oder Bild-, Audio- und Vi-

deoaufzeichnungen) abzugleichen sind. 

- 44 - 

4.3 Ärztliche Berichte des Gefängnisarztes 

4.3.1  In Bezug auf die ärztlichen Berichte des Gefängnisarztes der 

JVA Pöschwies bringt die Verteidigung vor, diese seien infolge der Verletzung des 

Konfrontationsanspruchs unverwertbar. Zudem sei deren Glaubhaftigkeit per se 

anzuzweifeln. Die Verteidigung stellt sich dabei auf den Standpunkt, der Gefäng-

nisarzt der JVA Pöschwies könne nicht als unbefangen gelten, da er Berichte für 

seine Arbeitskollegen erstellt habe. Zudem habe die Verteidigung nie Gelegenheit 

zur Stellungnahme oder zum Stellen von Ergänzungsfragen erhalten (act. 126, 

S. 44). 

4.3.2  Wenn sich die Verteidigung auf die Befangenheit des Gefängnisarztes und 

auf eine Verletzung des Konfrontationsanspruchs des Beschuldigten beruft, geht 

sie implizit davon aus, dass auf die eingeholten ärztlichen Berichte die Bestimmun-

gen über die Bestellung von Sachverständigengutachten anwendbar seien 

(vgl. Art. 183 ff. StPO). Dem ist jedoch nicht so. Die Verteidigung übersieht, dass 

einfache Arztberichte auf der Grundlage von Art. 195 Abs. 1 StPO eingeholt wer-

den können. An die Unabhängigkeit des ausstellenden Arztes sind bei einem Arzt-

zeugnis weniger hohe Anforderungen zu stellen als bei einem Gutachten 

(BGE 122 V 161 f). Im vorliegenden Untersuchungsverfahren ging es jeweils um 

die Klärung und Feststellung einfacher medizinischer Sachverhalte, wofür kein ei-

gentliches Gutachten erforderlich war (vgl. auch SK-Kommentar-DONATSCH, in: Do-

natsch/Lieber/Summers/Wohlers, Kommentar zur Schweizerischen Strafprozess-

ordnung, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2020, Art. 195 N 11). Vielmehr sind die einge-

holten ärztlichen Befunde mit Berichten des Instituts für Rechtsmedizin vergleich-

bar, welche gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung als Berichte i.S.v. 

Art. 195 Abs. 1 StPO zu qualifizieren sind (BGer Urteil 6B_128/2018 vom 8. Feb-

ruar 2019 E. 3.4.2). Vorliegend waren die besonderen Voraussetzungen gemäss 

Art. 183 ff. StPO somit nicht einzuhalten, wozu auch die Ausstandsvorschriften 

nach Art. 56 ff. StPO gehören (vgl. Art. 183 Abs. 3 StPO). Daraus folgt, dass die 

Staatsanwaltschaft der Verteidigung vorgängig keine Gelegenheit zur Stellung-

nahme oder zum Stellen von Ergänzungsfragen einräumen musste. Vielmehr war 

- 45 - 

lediglich verlangt, dass der Gefängnisarzt vor der Erstellung eines Berichts von sei-

nen Geheimhaltungspflichten entbunden wird. Dies ist vorliegend jeweils passiert 

und aktenkundig. Die Beweiskraft eines solchen ärztlichen Befunds ist sodann eine 

Frage der Beweiswürdigung. Da es sich sowohl beim Gefängnisarzt als auch bei 

den untersuchten Aufsehern um Personal der gleichen Institution (JVA Pöschwies) 

handelt, ist eine gewisse Nähe des Gefängnisarztes zu den untersuchten Aufse-

hern evident. Die ärztlichen Befunde werden daher mit einer leichten Zurückhaltung 

zu würdigen sein. Es besteht jedoch – entgegen dem Dafürhalten der Verteidigung 

– kein Grund, diese per se anzuzweifeln.  

4.4 Konfrontationsanspruch des Beschuldigten und Verwertbarkeit 

4.4.1  Die Verteidigung des Beschuldigten macht vorliegend in einer Vielzahl von 

Dossiers eine Verletzung des Konfrontationsanspruch des Beschuldigten geltend. 

Konkret sei es der Verteidigung nicht möglich gewesen, ihr Fragerecht anlässlich 

der Einvernahmen der Zeugen und Auskunftspersonen tatsächlich auszuüben. 

Denn die einvernommenen Aufseher hätten in den parteiöffentlichen Befragungen 

aufgrund des erheblichen Zeitablaufs zwischen diesen Befragungen und den the-

matisierten Ereignissen keine eigenen Erinnerungen an die Vorfälle mehr gehabt. 

So hätten sie die Vorfälle nicht mehr ansatzweise frei und in eigener Erzählung 

schildern können. Vielmehr hätten die Aufseher lediglich die Rapporte oder Jour-

nale der JVA Pöschwies zu den angeblichen Vorfällen vor den Einvernahmen 

nochmals gelesen und alsdann deren Inhalt zum Besten zu geben. Damit hätten 

sie keine Aussagen basierend auf eigenen Erinnerungen gemacht, womit diese von 

der Verteidigung auch nicht hätten in Zweifel gezogen werden können. Die Aussa-

gen der Aufseher seien nach Ansicht der Verteidigung demnach unverwertbar (zum 

Ganzen act. 126, S. 21 ff.). 

4.4.2  Der in Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK garantierte Anspruch des Beschuldigten, 

einem Belastungszeugen Fragen zu stellen, ist ein besonderer Aspekt des Rechts 

auf ein faires Verfahren gemäss Art. 6 Ziff. 1 EMRK. Mit der Garantie von Art. 6 

Ziff. 3 lit. d EMRK soll gewährleistet werden, dass bei einem Strafurteil nicht auf 

Aussagen von Zeugen abgestützt wird, ohne dass dem Beschuldigten wenigstens 

einmal angemessene und hinreichende Gelegenheit gegeben wird, das Zeugnis in 

- 46 - 

Zweifel zu ziehen und Fragen an den Zeugen zu stellen (Urteil des EGMR i.S. Un-

terpertinger gegen Österreich vom 24. November 1986, Nr. 9120/80, Serie A, Bd. 

110, Ziff. 33; BGE 125 I 127 E. 6c/cc S. 135; BGE 129 I 151 E. 3.1). Dieser An-

spruch wird als Konkretisierung des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV) auch 

durch Art. 32 Abs. 2 BV gewährleistet (BGer 1P.650/2000, Urteil vom 26. Januar 

2001, E. 3b). 

4.4.3  Ein Abstellen auf Aussagen aus der Voruntersuchung ist grundsätzlich mit 

Konvention und Bundesverfassung unter Vorbehalt der Wahrung der Verteidi-

gungsrechte vereinbar (Urteil EGMR i.S. Asch gegen Österreich vom 26. April 

1991, Urteil Nr. 12398/86, Serie A, Bd. 203, Ziff. 27; BGE 125 I 127 E. 6c/aa). Damit 

die Verteidigungsrechte hinreichend gewahrt sind, muss der Beschuldigte in tat-

sächlicher Hinsicht aber in der Lage sein, die Glaubhaftigkeit einer Aussage prüfen 

und den Beweiswert in kontradiktorischer Weise auf die Probe und infrage stellen 

zu können (BGE 133 I 33 E. 2.2; 131 I 476 E. 2.2; 129 I 151 E. 4.2). Das kann 

entweder zum Zeitpunkt erfolgen, zu dem der Belastungszeuge seine Aussage 

macht, oder auch in einem späteren Verfahrensstadium (BGE 131 I 476 E. 2.2; 125 

I 127 E. 6b und 6c/aa m.w.H.). Sollen die Angaben der Auskunftspersonen im poli-

zeilichen Ermittlungsverfahren zum Nachteil der beschuldigten Person verwendet 

werden, muss das Konfrontationsrecht (Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK) somit zumindest 

nachträglich gewährt werden (ZK StPO-WOHLERS, Art. 147 N 2). Gemäss bundes-

gerichtlicher Rechtsprechung muss das Konfrontationsrecht dabei nicht nur formell, 

sondern auch materiell gewährt werden. Der konventionsrechtliche Konfrontations-

anspruch verlangt, dass die beschuldigte Person in die Lage versetzt wird, ihr Fra-

gerecht tatsächlich auszuüben und damit die Glaubhaftigkeit einer Aussage infrage 

stellen zu können. Dies setzt in aller Regel voraus, dass sich die einvernommene 

Person in Anwesenheit der beschuldigten Person oder ihres Verteidigers (noch-

mals) zur Sache äussert. In diesem Fall spricht nichts dagegen, im Rahmen einer 

Gesamtwürdigung auch auf die Ergebnisse der früheren Beweiserhebung (Befra-

gung) zurückzugreifen. Denn die Frage, ob bei widersprüchlichen Aussagen oder 

späteren Erinnerungslücken eines Zeugen auf die ersten, in Abwesenheit des Be-

schuldigten erfolgten Aussagen abgestellt werden kann, betrifft nicht die Verwert-

- 47 - 

barkeit, sondern die Würdigung der Beweise. Kann sich die einvernommene Per-

son aber offensichtlich nicht mehr an den Vorfall erinnern und sagt entweder gar 

nicht oder offensichtlich über einen anderen Vorfall aus, wird es der beschuldigten 

Person verunmöglicht, ihre Verteidigungsrechte wirksam wahrzunehmen (BGer 

6B_369/2013, Urteil vom 31. Oktober 2013, E. 2.3.3; 6B_325/2011, Urteil vom 

22. August 2011, E. 2.3). Beschränkt sich die Wiederholung der Einvernahme im 

Wesentlichen auf eine formale Bestätigung der früheren Aussagen, wird es dem 

Beschuldigten verunmöglicht, seine Verteidigungsrechte wirksam wahrzunehmen 

(BGer 6B_839/2013, Urteil vom 28. Oktober 2014 E. 4.1.2). 

4.4.4  Das strenge Erfordernis des Anspruchs auf Befragung von Belastungszeu-

gen gilt uneingeschränkt nur in all jenen Fällen, bei denen dem streitigen Zeugnis 

ausschlaggebende Bedeutung zukommt, dieses also den einzigen oder wesentli-

chen Beweis darstellt (Urteil EGMR i.S. Delta gegen Frankreich vom 19. Dezember 

1990, Nr. 11444/85, Serie A, Bd. 191-A, Ziff. 37; BGE 125 I 127 E. 6c/dd; 124 I 274 

E. 5b; 131 I 476, E. 2.2; BGE 129 I 151 E. 3.1; Urteil BGer 6B_325/2011 vom 

22. August 2011, E. 2.2). 

4.4.5  Für die Erstellung der Anklagesachverhalte kommt den Aussagen der Auf-

seher in ihrer strafprozessualen Rolle als Zeugen oder Auskunftspersonen beson-

deres Gewicht zu, nachdem nahezu keine eigene Sachverhaltsdarstellungen des 

Beschuldigten vorliegen. Wenn somit keine Bild-, Audio- oder Videoaufzeichnun-

gen zu den einzelnen Dossiers als Beweismittel im Recht liegen, erweisen sich die 

Darstellungen der Aufseher als Hauptbeweismittel zur Erstellung des jeweiligen An-

klagesachverhalts. In diesen Fällen gilt das Recht des Beschuldigten auf Befragung 

der Belastungszeugen uneingeschränkt. 

4.4.6  Weder der Beschuldigte noch dessen Verteidigung waren bei den polizeili-

chen Einvernahmen der Aufseher anwesend. Diese sind denn auch grundsätzlich  

nicht parteiöffentlich (vgl. Art. 147 Abs. 1 StPO e contrario). Anlässlich der partei-

öffentlichen, staatsanwaltschaftlichen Einvernahmen der Aufseher war die Vertei-

digung sodann jeweils anwesend und erhielt auch Gelegenheit, Ergänzungsfragen 

zu stellen. Somit wurde dem Beschuldigten bzw. seiner Verteidigung das Frage-

- 48 - 

recht in formeller Hinsicht gewährt. Ob das Fragerecht auch effektiv ausgeübt wer-

den konnte, ist hingegen nachfolgend bei jedem einzelnen Dossier näher zu prüfen. 

Hierbei wird nämlich zu untersuchen sein, ob die Aufseher im Rahmen der partei-

öffentlichen Einvernahmen Aussagen machten, welche über eine bloss formale Be-

stätigung von früheren Aussagen oder eine Verweisung auf interne Dokumentatio-

nen der JVA Pöschwies hinausgehen. Mit anderen Worten ist nur dann von ver-

wertbaren belastenden Aussagen der Zeugen und Auskunftspersonen auszuge-

hen, wenn die einvernommenen Aufseher anlässlich der parteiöffentlichen, staats-

anwaltschaftlichen Einvernahmen Aussagen auf Grundlage der eigenen Erinne-

rung gemacht haben (vgl. auch Art. 143 Abs. 6 StPO).  

4.4.7  Eine vorgängige Konsultation interner Dokumentationen der 

JVA Pöschwies durch die Aufseher vor den parteiöffentlichen Einvernahmen, wie 

sie im vorliegenden Untersuchungsverfahren regelmässig stattgefunden hat, lässt 

sich faktisch nicht verhindern und führt nicht per se zur Unverwertbarkeit der ge-

samten Einvernahmen. Die Konsultation von Dokumenten aus der Vergangenheit 

kann durchaus wieder eigene und originäre Erinnerungen hervorrufen, was sich 

denn auch in den nachfolgenden Schilderungen der Befragten manifestiert. All dies 

ist im konkreten Einzelfall im Rahmen der Beweiswürdigung zu berücksichtigen. In 

diesem Zusammenhang werden die Aussagen der Aufseher auf ihre Glaubhaf-

tigkeit sowie dahingehend zu überprüfen sein, ob sie eine wirksame Ausübung des 

Fragerechts (materielle Konfrontation) zuliessen, andernfalls das Konfrontations-

recht gemäss Art. 147 StPO in materieller Hinsicht nicht gewahrt ist und die Aus-

sagen der Aufseher nicht (zu Lasten des Beschuldigten) verwertet werden können. 

Wenn – wie vorliegend – einzig die Verteidigung und nicht der Beschuldigte selber 

an den parteiöffentlichen Einvernahmen teilnimmt, liegt es kraft ihres Mandats 

ebenfalls an ihr, die gemachten Zeugenaussagen zu hinterfragen oder anzuzwei-

feln, mithin den Konfrontationsanspruch wahrzunehmen. Machte der Beschuldigte 

bzw. die Verteidigung von diesem Recht tatsächlich keinen Gebrauch und nahm 

sie die Gelegenheit nicht wahr, das Zeugnis in irgendeiner Art in Zweifel zu ziehen, 

obwohl der Zeuge in der Konfrontationseinvernahme Aussagen zur Sache machte, 

ist das Konfrontationsrecht auch als materiell gewahrt anzusehen. Die Frage 

schliesslich, ob bei widersprüchlichen Aussagen oder teilweisen Erinnerungslücken 

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der Aufseher auch auf frühere Aussagen bei der Polizei abgestellt werden kann, 

beschlägt wiederum nicht die Ebene der Verwertbarkeit, sondern diejenige der Be-

weiswürdigung. All diese hier aufgeworfenen Fragen sind bei der nachfolgenden 

Sachverhaltserstellung in concreto zu berücksichtigen und abzuhandeln. 

4.4.8  Im vorliegenden Untersuchungsverfahren wurden die Aufseher zeitnah 

zum jeweiligen Vorfall erstmals polizeilich befragt, während die parteiöffentliche, 

staatsanwaltschaftliche Einvernahme mehrere Monate oder Jahre später stattfand. 

Daher erstaunt nicht, dass sich die Aufseher aufgrund der Vielzahl d