# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f63fa626-95c1-5d8c-9e1d-0fec86efbf66
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-08-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.08.2011 D-5874/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5874-2010_2011-08-19.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung IV
D­5874/2010

U r t e i l   v om   1 9 .   Augus t   2 0 1 1

Besetzung Einzelrichter Daniele Cattaneo,
mit Zustimmung von Richter Hans Schürch; 
Gerichtsschreiber Carlo Monti.

Parteien A._______, alias 
B._______, 
Georgien, 

Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern, 
Vorinstanz.

Gegenstand Vollzug der Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 26. Juli 2010 / N […].

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass die Beschwerdeführerin eigenen Angaben zufolge ihren Heimatstaat 
am  7.  Juli  2009  verliess  und  am 1. November  2009  in Begleitung  ihrer 
Tochter  in die Schweiz einreiste, wo sie gleichentags  im Transitzentrum 
C._______ um Asyl nachsuchte,

dass  sie  anlässlich  der  Befragung  zur  Person  (BzP)  im  Transitzentrum 
C._______ vom 18. November 2009 und der Anhörung durch das BFM 
vom  26.  November  2009  vorbrachte,  sie  habe  aus  Angst  vor  einer 
Blutrache zusammen mit ihrer Tochter ihr Heimatland verlassen,

dass  die  Beschwerdeführerin  seit  April  2009  fast  täglich  Anrufe  von 
unbekannten  Personen,  welche  die  Spielschulden  ihres  Mannes 
zurückverlangten, erhalten habe,

dass man  ihr mit dem Tode gedroht habe,  falls  ihr Mann das Geld nicht 
zurückzahlen sollte,

dass  im  Mai  2009  Unbekannte  der  Beschwerdeführerin  auf  den  Kopf 
geschlagen hätten, worauf sie bewusstlos wurde,

dass sie am 6. Juni 2009 erfahren habe, dass der Bruder  ihres Mannes 
umgebracht worden sei und ihr Mann daraufhin am 5. oder 6. Juni 2009 
einen Svaneten getötet habe,

dass aus Angst vor einer möglichen Blutrache der Mann ihrer Schwester 
ihr geraten haben soll, sofort mit ihrer Tochter auszureisen,

dass die Beschwerdeführerin am 7. Juli 2009 zusammen mit ihrer Tochter 
mit einem Schengenvisum von D._______ nach E._______ geflogen sei,

dass  sie  sich  in  Begleitung  ihrer  Tochter  vier  Monate  bei  einer  ihnen 
unbekannten Frau an einem ihnen unbekannten Ort aufgehalten hätten,

dass  dieselbe  Frau,  nachdem  sie  von  den  Problemen  der 
Beschwerdeführerin  erfahren habe,  ihr  geraten habe,  in die Schweiz  zu 
gehen, damit die Georgier sie in Frankreich nicht finden könnten,

dass sie somit am 1. November 2009 in Begleitung ihrer Tochter mit dem 
Zug von E._______ nach F._______ gefahren sei,

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dass die Tochter der Beschwerdeführerin am 15. März 2010 freiwillig  ihr 
Asylgesuch zurückzog und am 5. Mai 2010 kontrolliert  nach D._______ 
zurückkehrte,

dass  das  BFM  das  Asylgesuch  der  Beschwerdeführerin  mit  Verfügung 
vom 26. Juli 2010 – eröffnet am 27. Juli 2010 – abwies, die Wegweisung 
aus  der  Schweiz  sowie  den  Vollzug  anordnete  und  einer  allfälligen 
Beschwerde die aufschiebende Wirkung entzog,

dass die Vorinstanz zur Begründung  ihres Entscheides  im Wesentlichen 
ausführte, die dargelegten Vorfälle stellten Übergriffe durch private Dritte 
dar und würden vom georgischen Staat weder unterstützt noch gebilligt,

dass  die  Blutrache  als  solche  sowie  die  damit  zusammenhängenden 
Behelligungen  von  den  zuständigen  Strafverfolgungsbehörden  im 
Rahmen ihrer Möglichkeiten verfolgt und geahndet würden,

dass  betroffenen  Personen  es  somit  möglich  und  zumutbar  sei,  mit 
rechtlichen Mitteln und gegebenenfalls mit Hilfe eines Anwaltes gegen die 
geltend gemachten Übergriffe vorzugehen,

dass,  angesichts  dessen,  dass  die  Beschwerdeführerin  keine  Anzeige 
erstattet  habe,  den  heimatlichen  Behörden  auch  nicht  mangelnder 
Schutzwille vorgeworfen werden könne,

dass im Falle einer Weigerung der Polizei, die entsprechenden Schritte in 
die  Wege  zu  leiten,  die  Möglichkeit  bestünde,  sich  bei  einer  höheren 
Instanz zu beschweren,

dass Betroffene sich ausserdem an eine Menschenrechtsorganisation wie 
das "Liberty Institute" oder den "Public Defender" wenden könnten,

dass  der  georgische  Staat  grundsätzlich  sowohl  schutzfähig  als  auch 
schutzwillig sei,

dass es  jedoch ausserhalb der Möglichkeiten eines Staates  liege,  jeden 
denkbaren Übergriff Dritter präventiv zu verhindern,

dass  das  Bundesamt  weiter  ausführte,  die  Tochter  der 
Beschwerdeführerin sei trotz der angeblich drohenden Blutrache freiwillig 
nach Georgien zurückgekehrt,

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dass  sich  aus  den  Akten  keine  Hinweise  auf  staatliche  Verfolgung 
ergäben und dass die Beschwerdeführerin ihr Heimatland am 7. Juli 2009 
kontrolliert über den Flughafen D._______ verlassen habe,

dass  die  Beschwerdeführerin  ausserdem  anlässlich  der  Anhörung  als 
neues  Sachverhaltselement  geltend  gemacht  habe,  sie  sei  überall  von 
den Leuten des Getöteten, welche Svaneten seien, gesucht worden,

dass  sie  auf  Vorhalt,  weshalb  sie  dieses  für  die  Beurteilung  ihres 
Asylgesuchs  zentrale  Element  nicht  schon  anlässlich  der  BzP  vom  18. 
November  2009 angeführt  habe,  erklärte, man habe  ihr  damals  gesagt, 
es sei nur eine kurze Befragung,

dass dieser Rechtfertigungsversuch indessen nicht gehört werden könne, 
da die Beschwerdeführerin im Rahmen der BzP vom 18. November 2009 
explizit erklärte habe, alle Asylgründe genannt zu haben,

dass  die  Beschwerdeführerin  ausser  den  erwähnten  Problemen,  angab 
keinerlei  Schwierigkeiten  mit  Privatpersonen  oder  Organisationen  ihres 
Heimatlandes gehabt zu haben,

dass  sie  ausserdem  in  der  BzP  vom  18.  November  2009  angegeben 
habe,  mit  ihrem  Pass  und  einem  ihr  unbekannten  Schengenvisum  von 
D._______ nach E._______ geflogen zu sein,

dass ihr Pass und derjenige ihrer Tochter nach der Ankunft am Flughafen 
gestohlen worden seien,

dass diese Angaben tatsachenwidrig seien, denn die Beschwerdeführerin 
sei in Begleitung ihrer Tochter im Besitze eines slowakischen Visums von 
D._______  nach  E._______  geflogen  und  den  schweizerischen 
Asylbehörden  bei  der  Einreichung  ihres  Asylgesuches  ihren  Pass 
vorenthalten habe,

dass  die  Reisepässe  von  der  G._______  Polizei  bei  einer 
Hausdurchsuchung am 20. Januar 2010 bei der Beschwerdeführerin und 
deren Tochter sichergestellt worden seien,

dass  die  Beschwerdeführerin  durch  dieses  Verhalten  nicht  nur  ihre 
Mitwirkungspflicht  verletzt,  sondern  das  BFM  zudem  daran  gehindert 
habe,  die  staatsvertraglichen  und  asylgesetzlichen  Bestimmungen  über 
die Wegweisung in einen Drittstaat zu prüfen und anzuwenden,

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dass  aus  den  geltend  gemachten  Vorbringen  somit  keine  Asylrelevanz 
abgeleitet  werden  könne  und  die  Vorinstanz  deshalb  darauf  verzichten 
könne,  auf  allfällige  weitere  Unstimmigkeiten  in  den  Vorbringen  der 
Beschwerdeführerin einzugehen,

dass  damit  die  Asylgründe  der  Beschwerdeführerin  den  Anforderungen 
an  die  Flüchtlingseigenschaft  gemäss  Art.  3  des  Asylgesetzes  vom 
26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  nicht  standhielten,  weshalb  sie  die 
Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle, so dass das Asylgesuch abzulehnen 
sei,

dass deshalb auch der Grundsatz der Nichtrückschiebung gemäss Art. 5 
Abs. 1 AsylG nicht angewandt werden könne,

dass sich ferner aus den Akten keine Anhaltspunkte dafür ergäben, dass 
die Beschwerdeführerin  im Falle einer Rückkehr  in den Heimatstaat mit 
beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  eine  durch  Art.  3  der  Konvention  vom 
4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und 
Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  verbotene  Strafe  oder  Behandlung 
drohe,

dass  weiter  weder  die  im  Heimatstaat  herrschende  politische  Situation 
noch  andere  Gründe  gegen  die  Zumutbarkeit  der  Rückführung  in  den 
Heimatstaat sprächen,

dass zudem auch keine individuellen Gründe gegen die Zumutbarkeit des 
Vollzugs  der  Wegweisung  sprächen,  da  es  sich  bei  der 
Beschwerdeführerin  um eine  Frau mittleren Alters  handelt,  welche  über 
eine  Ausbildung  als  Buchhalterin  und  über  ein  gutes  funktionierendes 
familiäres Beziehungsnetz in ihrem Heimatstaat verfüge,

dass mit Schreiben vom 15. Februar 2010 die Beschwerdeführerin dem 
BFM  mitteilte,  dass  sie  sich  in  der  Schweiz  verlobt  habe  und  ihren 
Verlobten bald heiraten wolle,

dass  die  von  ihr  beabsichtigte  Heirat  mit  einem  Schweizer 
Staatsangehörigen  dem  Wegweisungsvollzug  auch  unter 
Berücksichtigung von Art. 8 EMRK nicht entgegenstünde, da eine Heirat 
durch  einen  allfälligen  Wegweisungsvollzug  nicht  verunmöglicht  würde 
und  es  der  Beschwerdeführerin  zuzumuten  sei,  das 
Ehevorbereitungsverfahren  in  ihrem  Heimatstaat  abzuwarten 
beziehungsweise die Heirat in Georgien erfolgen könne,

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dass  ausserdem  der  Vollzug  der  Wegweisung  technisch  möglich  und 
praktisch durchführbar sei,

dass  die  Beschwerdeführerin  mit  Eingabe  vom  18.  August  2010 
(eingegangen  am  19.  August  2010)  gegen  diesen  Entscheid  beim 
Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und  in materieller Hinsicht 
sinngemäss  beantragte,  die  Verfügung  der  Vorinstanz  sei  im 
Wegweisungs­  und  Vollzugspunkt  (Dispositivziffern  3,  4  und  5) 
aufzuheben, eventualiter sei sie vorläufig in der Schweiz aufzunehmen,

dass  weiter  die  aufschiebende  Wirkung  der  Beschwerde 
wiederherzustellen  sei,  indem  der  Beschwerdeführerin  zu  erlauben  sei, 
den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abzuwarten,

dass  sie  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen  Prozessführung  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  des 
Bundesgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021)  und  um  Verzicht  auf  die 
Erhebung eines Kostenvorschusses ersuchte,

dass  die  Beschwerdeführerin  zur  Begründung  der  Beschwerde  im 
Wesentlichen vorbrachte, das BFM habe es unterlassen, den Entzug der 
aufschiebenden Wirkung  zu  begründen,  weshalb  sich  die  Verfügung  in 
diesem Punkt als willkürlich erweise,

dass  die  Vorbringen  der  Beschwerdeführerin  in  Bezug  auf  ihre 
Fluchtgründe  angesichts  der  Aktenlage  beachtlich  seien,  zumal  die 
diesbezüglichen Feststellungen des BFM nicht ausreichend seien, um ihr 
den Flüchtlingsstatus nach Art. 3 AsylG nicht zuzuerkennen,

dass  weiter  ein  "real  risk"  bei  der  Beschwerdeführerin  mit  einer  an 
Wahrscheinlichkeit  grenzender  Sicherheit  anzunehmen  sei,  weshalb  sie 
in der Schweiz vorläufig aufzunehmen sei,

dass  in  Bezug  auf  die  weitere  Beschwerdebegründung  auf  die 
Beschwerdeschrift zu verweisen ist,

dass  mit  Instruktionsverfügung  vom  27.  August  2010  der 
Beschwerdeführerin eröffnet wurde, sie dürfe gemäss Art. 42 AsylG den 
Abschluss des Verfahrens in der Schweiz abwarten,

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und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM 
entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105 AsylG i. V. m. Art. 31–33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 
17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  die  Beschwerdeführerin  durch  die  angefochtene  Verfügung 
besonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 
Abs. 1 VwVG),

dass auf die  frist­ und  formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten 
ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und 52 
Abs. 1 VwVG),

dass mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  die  Verletzung 
von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über offensichtlich begründete oder unbegründete Beschwerden  in 
einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters 
beziehungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. 
e  AsylG)  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine 
solche handelt (offensichtlich begründet bezüglich der Wiederherstellung 
der  aufschiebenden  Wirkung  und  offensichtlich  unbegründet  im 
Wegweisungs­  und  Vollzugspunkt),  weshalb  der  Beschwerdeentscheid 
nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass  gemäss  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission  [EMARK]  1997  Nr.  9  S.  64  im  ordentlichen 
Rechtsmittelverfahren  die  Beschwerde  grundsätzlich  aufschiebende 
Wirkung hat,

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dass  der  Entzug  der  aufschiebenden  Wirkung  nach  Art.  55  VwVG 
kumulativ  voraussetzt,  dass  die  Beschwerde  offensichtlich  aussichtslos 
erscheint  und  der  Beschwerdeführer  andere  Personen  oder  die 
öffentliche  Ordnung  und  Sicherheit  in  ernstzunehmender  Weise 
gefährdet,

dass das Bundesverwaltungsgericht  in seiner  Instruktionsverfügung vom 
27. August 2010 der Beschwerdeführerin gemäss Art. 42 AsylG erlaubte, 
den Abschluss des Verfahrens in der Schweiz abzuwarten,

dass dies implizit die Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung zur 
Folge  hat  und  deshalb  das  BFM  zu  Unrecht  der  Beschwerde  die 
aufschiebende Wirkung entzogen hat,

dass  der  Beschwerdeführerin  daraus  jedoch  keinerlei  Schaden 
entstanden ist, da der Termin für die Wegweisung von der Vorinstanz auf 
den  20. September  2010  angesetzt  wurde  und  sie  rechtzeitig  in  der 
Beschwerdeschrift  um  Wiederherstellung  der  aufschiebenden  Wirkung 
der  Beschwerde  ersuchen  konnte  und  diese  in  der  Folge  vom 
Bundesverwaltungsgericht wiederhergestellt wurde,

dass infolge Nichtanfechtens der Dispositivziffern 1 und 2 der Verfügung 
des  BFM  vom  26.  Juli  2010  Gegenstand  des  vorliegenden 
Beschwerdeverfahrens  lediglich die Frage bildet, ob die Wegweisung zu 
Recht angeordnet wurde, ob diese zu vollziehen ist oder ob anstelle des 
Vollzugs eine vorläufige Aufnahme anzuordnen ist,

dass wenn das Bundesamt das Asylgesuch ablehnt oder es darauf nicht 
eintritt, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an; dabei ist der Grundsatz der Einheit der Familie zu 
berücksichtigen (Art. 44 Abs. 1 AsylG),

dass  die  Beschwerdeführerin  weder  über  eine  fremdenpolizeiliche 
Aufenthaltsbewilligung  noch einen Anspruch auf Erteilung  einer  solchen 
verfügt,

dass  bezüglich  der  geplanten Heirat  auf  die  zutreffenden Ausführungen 
des BFM zu verweisen ist,

dass  demnach  aus  Art.  8  EMRK  nichts  zugunsten  der 
Beschwerdeführerin abgeleitet werden kann,

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dass  die  Wegweisung  deshalb  zu  Recht  angeordnet  wurde  (Art.  44 
Abs. 1 AsylG; vgl. EMARK 2001 Nr. 21),

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 
wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 
nicht  möglich  ist  (Art.  44  Abs.  2  AsylG;  Art.  83  Abs.  1  des 
Bundesgesetzes  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom  16. 
Dezember 2005 [AuG, SR 142.20]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn 
völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der 
Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen 
Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem  Grund  nach  Art.  3  Abs.  1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 
5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 
1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, 
da  es  der  Beschwerdeführerin  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  (vgl.  die  in  diesem  Umfang 
rechtskräftige Verfügung des BFM vom 26. Juli 2010),

dass sie ausserdem in der Beschwerdeschrift selber ausführte, dass ihre 
Vorbringen nicht ausreichen würden, um "ihr den Flüchtlingsstatus nach 
Art. 3 AsylG anzuerkennen",

dass  deshalb  das  in  Art.  5  AsylG  verankerte  Prinzip  des 
flüchtlingsrechtlichen Non­Refoulements im vorliegenden Verfahren keine 
Anwendung  findet  und  überdies  keine  Anhaltspunkte  für  eine 
menschenrechtswidrige Behandlung ersichtlich sind, die im Heimat­ oder 
Herkunftsstaat droht,

dass sich sodann weder aus den Aussagen der Beschwerdeführerin noch 
aus den Akten Anhaltspunkte dafür ergeben, dass sie  für den Fall einer 
Ausschaffung  nach  Georgien  dort  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit 
einer nach Art.  3 EMRK oder Art.  1 des Übereinkommens gegen Folter 

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und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung 
oder Strafe vom 10. Dezember 1984 (FoK, SR 0.105) verbotenen Strafe 
oder Behandlung ausgesetzt wäre,

dass  gemäss  Praxis  des  Europäischen  Gerichtshofes  für 
Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN­Anti­Folterausschusses die 
Beschwerdeführerin  eine  konkrete  Gefahr  ("real  risk")  nachweisen  oder 
glaubhaft  machen müsste,  dass  ihr  im  Fall  einer  Rückschiebung  Folter 
oder  unmenschliche  Behandlung  drohen  würde  (vgl.  EGMR,  [Grosse 
Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde 
Nr. 37201/06, §§ 124­127, mit weiteren Hinweisen),

dass aufgrund der Akten indessen nicht davon auszugehen ist, dass der 
Beschwerdeführerin  im  Falle  einer  Rückkehr  nach  Georgien  eine 
derartige Gefahr droht,

dass  auch  die  allgemeine  Menschenrechtssituation  in  Georgien  den 
Wegweisungsvollzug  im  heutigen  Zeitpunkt  klarerweise  nicht  als 
unzulässig erscheinen lässt,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 
erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer 
Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass  aufgrund  der  Aussagen  der  Beschwerdeführerin  (act.  BFM A1/15, 
S. 3)  davon  auszugehen  ist,  dass  die  Beschwerdeführerin  in  Georgien 
über  ein  tragfähiges  soziales  Netz  verfügt  (Mutter,  verschiedene 
Verwandte und Bekannte, einen Bruder und zwei Schwestern, welche sie 
nach der Scheidung finanziell unterstützt haben),

dass  sie  eine  überdurchschnittliche  Schulbildung  genossen  zu  haben 
scheint, da sie angegeben hat, Ökonomin zu sein  (vgl. act. BFM A1/15, 
S. 2),

dass  ansonsten  vollumfänglich  auf  die  vorinstanzlichen  Erwägungen 
verwiesen werden kann,

dass die Ausführungen in der Beschwerde an dieser Einschätzung nichts 
zu ändern vermögen, weshalb darauf nicht näher einzugehen ist,

dass  weder  die  allgemeine  Lage  im  Heimat­  bzw.  Herkunftsstaat  der 
Beschwerdeführerin  noch  individuelle  Gründe  auf  eine  konkrete 

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Gefährdung  im  Falle  einer  Rückkehr  schliessen  lassen,  weshalb  der 
Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  von  der  Vorinstanz  zu  Recht  als 
zumutbar erachtet wurde,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  der  Beschwerdeführerin  in  den 
Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse 
bestehen  (Art.  83 Abs.  2 AuG),  und es der Beschwerdeführerin  obliegt, 
bei der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (vgl. Art. 8 Abs. 4 
AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513­515),

dass  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der Wegweisung  nach  dem 
Gesagten zu bestätigen ist,

dass  sich  aus  den  vorgenannten  Erwägungen  ergibt,  dass  die 
angefochtene  Verfügung  soweit  die  Fragen  der  Wegweisung  und  den 
Vollzug  betreffend,  Bundesrecht  nicht  verletzt,  den  rechtserheblichen 
Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 
AsylG),

dass die Beschwerde nach dem Gesagten in diesen Punkten abzuweisen 
ist,

dass der Antrag auf Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 
durch das vorliegende Urteil gegenstandslos wird, weshalb darüber nicht 
mehr zu befinden ist,

dass  schliesslich  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Prozessführung  gemäss  Art.  65  Abs.  1  VwVG  abzuweisen  ist,  da  die 
Beschwerdebegehren  betreffend  Wegweisung  und  Vollzug  nach  dem 
Gesagten als aussichtslos zu bezeichnen sind,

dass  aufgrund  der Wiederherstellung  der  aufschiebenden Wirkung  sich 
rechtfertigt  der Beschwerdeführerin  reduzierte Kosten  für  das Verfahren 
von  Fr.  400.–  aufzuerlegen  (Art. 1­3  des  Reglements  vom  21.  Februar 
2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]; Art. 63 Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde abgewiesen.

2. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  im 
Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen.

3. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  400.–  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführerin,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Daniele Cattaneo Carlo Monti

Versand:

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Zustellung erfolgt an:

– die Beschwerdeführerin (Einschreiben)
– das BFM, Asyl und Rückkehr, Zentrale Verfahren und Rückkehr, mit 

den Akten N […] (per Kurier; in Kopie)
– das  Amt  für  öffentliche  Sicherheit  des  Kantons  Solothurn, 

Ausländerfragen ad: SO […] (in Kopie)