# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bcbf6f92-d50d-5665-bffe-f42ed1f9aadd
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-08-10
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 10.08.2018 LY170050
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LY170050_2018-08-10.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer    

 
 

Geschäfts-Nr.: LY170050-O/U 

damit vereinigt Geschäfts-Nr. LY170052 

 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. P. Diggelmann, Vorsitzender, Oberrichterin 

lic. iur. A. Katzenstein und Ersatzrichterin Prof. Dr. I. Jent-Sørensen 

sowie Gerichtsschreiberin MLaw R. Schneebeli 

Beschluss und Urteil vom 10. August 2018  

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beklagte, Erstberufungsklägerin und Zweitberufungsbeklagte 

 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

B._____,  
Kläger, Erstberufungsbeklagter und Zweitberufungskläger 

 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ 

 

betreffend Ehescheidung (vorsorgliche Massnahmen) 
 
Berufung gegen eine Verfügung des Einzelgerichtes des Bezirksgerichtes 
Bülach vom 27. Oktober 2017; Proz. FE160280 

- 2 - 

Vorsorgliches Massnahmebegehren der Beklagten: 
(act. 4/24 und act. 4/43, sinngemäss) 

1. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, für die Gesuchstellerin persön-
lich monatliche Unterhaltsbeiträge von  

 - rückwirkend ab 12. Dezember 2015 bis 30. April 2016 
CHF 9'040.00 

 - von 1. Mai 2016 bis 30. September 2016 CHF 4'580.00 
 - von 1. Oktober 2016 bis 31. Dezember 2016 CHF 6'195.00 
 - von 1. Januar 2017 bis zum Auszug der Gesuchstellerin aus der 

ehelichen Liegenschaft in C._____ CHF 8'070.00 
 - ab dem Auszug der Gesuchstellerin aus der ehelichen Liegen-

schaft in C._____ und für die weitere Dauer des Verfahrens 
CHF 7'200.00 

 zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines 
jeden Monats. 

2. Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, für den gemeinsamen Sohn 
der Parteien, D._____, geboren tt. April 1999, monatliche Unterhaltsbei-
träge von  

 - ab 12. Dezember 2015 bis 30. September 2016 CHF 1'980.00 
zzgl. Kinderzulagen 

 - ab 1. Oktober 2016 bis 31. Dezember 2016 CHF 1'870.00 zzgl. 
Kinderzulagen 

 - vom 1. Januar 2017 bis zum Auszug von D._____ aus der eheli-
chen Liegenschaft in C._____ CHF 2'250.00 zzgl. Kinderzulagen 

 - ab dem Auszug von D._____ aus der ehelichen Liegenschaft in 
C._____ und für die weitere Dauer des Verfahrens CHF 2'720.00 
zzgl. Kinderzulagen 

 zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines 
jeden Monats. 

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MwSt. zu Lasten des 
Gesuchsgegners.  

 
Vorsorgliches Massnahmebegehren des Klägers: 

(act. 4/37, act. 4/48 und act. 4/76, sinngemäss) 

1. Es sei festzustellen, dass die Beklagte keinen Anspruch auf Unterhalts-
beiträge hat. 

2. Es sei festzustellen, dass für den Sohn D._____ für die Zeit vom 
1. Januar 2016 bis einschliesslich Dezember 2016 keine Unterhaltsbei-
träge zu zahlen sind. 

3. Es sei der Kläger zu verpflichten, für den Sohn D._____, geb. 
tt.04.1999, folgende monatlich im Voraus zahlbare Unterhaltsbeiträge 
zuzüglich allfälliger gesetzlicher oder vertraglicher Kinderzulagen zu 
bezahlen: 

- 3 - 

 - ab 1. Januar 2017 bis zum Auszug von D._____ aus der eheli-
chen Liegenschaft in C._____ Fr. 1'533.00; 

 - ab dem Auszug von D._____ aus der ehelichen Liegenschaft in 
C._____ und für die weitere Dauer des Verfahrens Fr. 1'991.00, 

 wobei der Unterhaltsanspruch für die Zeit ab dem 1. August 2017 bis 
zur Wiederaufnahme einer angemessenen Erstausbildung im Umfang 
von Fr. 1'000.00 zu sistieren ist.  
Der Kläger sei für berechtigt zu erklären, sämtliche im streitgegenständ-
lichen Zeitraum bereits geleisteten Unterhaltszahlungen in Abzug zu 
bringen. 

4. Im Übrigen sind die Anträge der Beklagten abzuweisen, sofern sie mit 
den Anträgen des Klägers nicht deckungsgleich sind. 

5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich Mehrwertsteuer) zu 
Lasten der Beklagten. 

Verfügung des Bezirksgerichtes Bülach vom 27. Oktober 2017: 
(act. 4/85 S. 29 ff. = act. 5 S. 29 ff.) 

"1. Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten für sich persönlich folgende 
monatliche Unterhaltsbeiträge zu bezahlen: 
− Fr. 8'639.70 ab 12. Dezember 2015 bis 30. April 2016 
− Fr. 3'958.90 ab 1. Mai 2016 bis 30. September 2016 
− Fr. 6'100.70 ab 1. Oktober 2016 bis 31. Dezember 2016 
− Fr. 7'704.60 ab 1. Januar 2017 bis zum Auszug aus der ehe-

lichen Liegenschaft 
− Fr. 6'887.60 ab dem Auszug aus der ehelichen Liegenschaft 

bis zum Abschluss des Scheidungsverfahrens. 
 Diese Unterhaltsbeiträge sind rückwirkend zu bezahlen, bzw. zahlbar 

monatlich im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats. 
 2. Der Kläger wird verpflichtet, für den Sohn D._____, geboren am 

tt. April 1999 folgende monatliche Unterhaltsbeiträge zu bezahlen: 
− Fr. 1'977.20 ab 12. Dezember 2015 bis 30. September 2016 
− Fr. 1'922.20 ab 1. Oktober 2016 bis 31. Dezember 2016 
− Fr. 2'240.70 ab 1. Januar 2017 bis zum Auszug aus der ehe-

lichen Liegenschaft 
− Fr. 2'686.95 ab dem Auszug aus der ehelichen Liegenschaft 

 bis zum Abschluss des Scheidungsverfahrens. 
 Diese Unterhaltsbeiträge sind rückwirkend zu bezahlen, bzw. zahlbar 

monatlich im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats, zuzüglich all-
fälliger gesetzlicher oder vertraglicher Kinder- oder Ausbildungszula-
gen. 

 3. Der Kläger ist berechtigt, sämtliche im streitgegenständlichen Zeitraum 
bereits geleisteten Unterhaltszahlungen sowie die bereits bezahlten 

- 4 - 

Hypothekarzinsen von den geschuldeten Unterhaltsbeiträgen in Abzug 
zu bringen. 

 4. Der Kläger ist ferner berechtigt, ab 1. August 2017 bis 31. August 2018 
Fr. 1'000.– vom Unterhaltsbeitrag für den Sohn D._____, geboren am 
tt. April 1999, in Abzug zu bringen. 

 5. Über die Prozesskosten vorsorglicher Massnahmen wird zusammen mit 
der Hauptsache entschieden. 

 6. [Mitteilungssatz] 
 [Rechtsmittelbelehrung]" 

Berufungsanträge der Beklagten, Erstberufungsklägerin und 
Zweitberufungsbeklagten: 

in der Berufungsschrift (act. 2 S. 2): 
 

"1. Dispositiv-Ziffer 3 der Verfügung des Bezirksgerichts Bülach vom 27. Oktober 
2017 (FE160280-C) sei aufzuheben und der Antrag des Berufungsbeklagten, 
er sei berechtigt zu erklären, sämtliche im streitgegenständlichen Zeitraum 
bereits geleisteten Unterhaltszahlungen in Abzug zu bringen, sei abzuweisen. 

 
 2. Dispositiv-Ziffer 4 der Verfügung des Bezirksgerichts Bülach vom 27. Oktober 

2017 (FE160280-C) sei aufzuheben und der Antrag des Berufungsbeklagten, 
der Unterhaltsanspruch von D._____ sei für die Zeit ab dem 1. August 2017 
bis zur Wiederaufnahme einer angemessenen Erstausbildung im Umfang von 
CHF 1'000.00 zu sistieren, sei für die Zeit vom 1. August 2017 bis 14. Januar 
2018 und ab 19. Mai 2018 abzuweisen. 

 
 3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. 8% MwSt. zu Lasten des Be-

rufungsbeklagten." 
 
in der Berufungsantwort zur Berufung des Klägers (act. 14 S. 2): 
 

"1. Auf die Berufung des Klägers sei nicht einzutreten; eventualiter sei sie vollum-
fänglich abzuweisen. 

 
 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MwSt. zu Lasten des Klägers." 
 
 

neu bzw. zusätzlich gestellter Antrag anlässlich der Instruktionsverhandlung vom 
24. Mai 2018 (act. 26 S. 2, sinngemäss): 
 

Auf den neuen Eventualantrag des Klägers vom 26. Februar 2018 (act. 17 Antrag 
Nr. 1, 2. Absatz bzw. act. 24 Antrag Nr. 3 Abs. 2) sei nicht einzutreten; 
eventualiter sei er abzuweisen. 

in der Stellungnahme vom 18. Juni 2018 zur Noveneingabe des Klägers, Erstbe-
rufungsbeklagten und Zweitberufungsklägers vom 31. Mai 2018 (act. 31 S. 1, 
sinngemäss): 
 

- 5 - 

Die den Anträgen der Beklagten, Erstberufungsklägerin und Zweitberufungsbeklag-
ten widersprechenden Anträge des Klägers, Erstberufungsbeklagten und Zweitbe-
rufungsklägers seien abzuweisen. 

 

Berufungsanträge des Klägers, Erstberufungsbeklagten und 
Zweitberufungsklägers: 

in der Berufungsschrift (act. 11/2 S. 2): 
 

"1. Ziffer 1 und 2 des Dispositivs der Verfügung des Bezirksgerichts Bülach vom 
27. Oktober 2017 seien aufzuheben und die Sache sei gestützt auf Art. 318 
Abs. 1 lit. c ZPO zur Vervollständigung des Sachverhalts und Neubeurteilung 
der Unterhaltspflicht des Klägers an die Vorinstanz zurückzuweisen; 

 
 2. Eventualiter werden folgende Anträge gestellt: 
 
 2.1 Dispositiv Ziffer 1 der Verfügung des Bezirksgerichts Bülach sei aufzuheben 

und es sei festzustellen, dass für die Berufungsbeklagte persönlich keine Un-
terhaltsbeiträge geschuldet sind. 

 
 2.2 Dispositiv Ziffer 2 der Verfügung des Bezirksgerichts Bülach sei aufzuheben 

und es sei der Berufungskläger zu verpflichten, für den Sohn D._____, gebo-
ren am tt. April 1999 folgende monatliche Unterhaltsbeiträge zuzüglich allfälli-
ger gesetzlicher oder gesetzlicher Ausbildungszulagen zu bezahlen: 

 
- Fr. 1'114.00 ab 12. Dezember 2015 bis 30. September 2016 
- Fr. 1'028.00 ab 1. Oktober 2016 bis 31. Dezember 2016 
- Fr. 1'283.00 ab 1. Januar 2017 bis zum Auszug aus der ehelichen Lie-

genschaft 
- Fr. 1'741.00 ab Auszug aus der ehelichen Liegenschaft für die weitere 

Dauer des Verfahrens 
 

 3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich Mehrwertsteuer) zulas-
ten der Berufungsbeklagten." 

 
 
Prozessualer Antrag: 
 
Der vorliegenden Berufung sei gestützt auf Art. 315 Abs. 5 ZPO die aufschiebende 
Wirkung zu erteilen. 
 

in der Berufungsantwort zur Berufung der Beklagten, Erstberufungsklägerin und 
Zweitberufungsbeklagten (act. 17 S. 2): 
 

"1. Die Berufung der Beklagten/Erstberufungsklägerin/Zweitberufungsbeklagten 
vom 13. November 2017 sei vollumfänglich abzuweisen und es seien die Zif-
fern 3 und 4 Dispositiv der Verfügung des Einzelrichters des Bezirksgerichtes 
Bülach vom 27. Oktober 2017 zu bestätigen. 

 

- 6 - 

 Eventualiter (für den Fall, dass Ziff. 3 Dispositiv der Verfügung des Einzelrich-
ters des Bezirksgerichtes Bülach vom 27. Oktober 2017 aufgehoben wird) sei 
der Kläger/Erstberufungsbeklagte/Zweitberufungskläger für berechtigt zu er-
klären, die von ihm per Stichtag 31.12.2017 geleisteten Zahlungen in Höhe 
von Fr. 132'305.50 von den geschuldeten Unterhaltsbeiträgen in Abzug zu 
bringen. 

 
 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich Mehrwertsteuer zu Lasten 

der Beklagten/Erstberufungsklägerin/Zweitberufungsbeklagten." 
 
 
anlässlich der Instruktionsverhandlung vom 24. Mai 2018 (act. 24 S. 1 f.): 
 

"1. Dispositiv Ziffer 1 der Verfügung des Bezirksgerichts Bülach sei aufzuheben 
und es sei festzustellen, dass für die Berufungsbeklagte persönlich keine Un-
terhaltsbeiträge geschuldet sind. 

 
 2. Dispositiv Ziffer 2 der Verfügung des Bezirksgerichts Bülach sei aufzuheben 

und es sei der Berufungskläger zu verpflichten, für den Sohn D._____, gebo-
ren am tt. April 1999 folgende monatliche Unterhaltsbeiträge zuzüglich allfälli-
ger oder gesetzlicher Ausbildungszulagen zu bezahlen: 

- Fr. 1'114.00 ab 12. Dezember 2015 bis 30. September 2016 
- Fr. 1'028.00 ab 1. Oktober 2016 bis 31. Dezember 2016 
- Fr. 1'283.00 ab 1. Januar 2017 bis zum Auszug aus der ehelichen 

Liegenschaft 
- Fr. 1'741.00 ab Auszug aus der ehelichen Liegenschaft für die weitere 
    Dauer des Verfahrens 

 3. Die Berufung der Beklagten/Erstberufungsklägerin/Zweitberufungsbeklagten 
vom 13. November 2017 sei vollumfänglich abzuweisen und es seien die Zif-
fern 3 und 4 Dispositiv der Verfügung des Einzelrichters des Bezirksgerichtes 
Bülach vom 27. Oktober 2017 zu bestätigen. 

 
Eventualiter (für den Fall dass Ziff. 3 Dispositiv der Verfügung des Einzelrich-
ters des Bezirksgerichts Bülach vom 27. Oktober 2017 aufgehoben wird) sei 
der Kläger/Erstberufungsbeklagte/Zweitberufungskläger für berechtigt zu er-
klären, die von ihm per Stichtag 1. Mai 2018 geleisteten Zahlungen in Höhe 
von Fr. 181'178.25 von den geschuldeten Unterhaltsbeiträgen in Abzug zu 
bringen. 
 

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich Mehrwertsteuer zu Lasten 
der Beklagten/Erstberufungsklägerin/Zweitberufungsbeklagten." 
 

- 7 - 

 
mit Noveneingabe vom 31. Mai 2018 modifizierter Antrag Nr. 2 (act. 27 S. 1 f.): 
 

"1. […] 
 
 2. Dispositiv Ziffer 2 der Verfügung des Bezirksgerichts Bülach sei aufzuheben 

und es sei der Berufungskläger zu verpflichten, für den Sohn D._____, gebo-
ren am tt. April 1999 folgende monatliche Unterhaltsbeiträge zuzüglich allfälli-
ger oder gesetzlicher Ausbildungszulagen zu bezahlen: 

- Fr. 1'114.00 ab 12. Dezember 2015 bis 30. September 2016 
- Fr. 1'028.00 ab 1. Oktober 2016 bis 31. Dezember 2016 
- Fr. 1'283.00 ab 1. Januar 2017 bis zum Auszug aus der ehelichen 

Liegenschaft 
- Fr. 1'741.00 ab Auszug aus der ehelichen Liegenschaft bis zum 
    31. August 2018 
 
- Fr. 1'741.00 ab Aufnahme eines Studiums bzw. einer gleichwertigen 
 Ausbildung für die weitere Dauer des Verfahrens, längstens bis zum Ab-

schluss einer angemessenen Erstausbildung. 
 

 3. […] 
 
 4. […] 

 
mit Noveneingabe vom 6. Juli 2018 modifizierter Antrag Nr. 3 (act. 34 S. 1 f.): 
 

 1. […] 
 
 2. […] 
 
 3. Die Berufung der Beklagten/Erstberufungsklägerin/Zweitberufungsbeklagten 

vom 13. November 2017 sei vollumfänglich abzuweisen und es seien die Zif-
fern 3 und 4 Dispositiv der Verfügung des Einzelrichters des Bezirksgerichtes 
Bülach vom 27. Oktober 2017 zu bestätigen. 

 
Eventualiter (für den Fall dass Ziff. 3 Dispositiv der Verfügung des Einzelrich-
ter des Bezirksgerichts Bülach vom 27. Oktober 2017 aufgehoben wird) sei 
der Kläger/Erstberufungsbeklagter/Zweitberufungskläger für berechtigt zu er-
klären, die von ihm per Stichtag 1. Mai 2018 geleisteten Zahlungen in Höhe 
von Fr. 202'327.35 von den geschuldeten Unterhaltsbeiträgen in Abzug zu 
bringen. 
 

 4. […] 

- 8 - 

 

Erwägungen: 

I. 

Sachverhalt und Prozessgeschichte 

1. Die Parteien haben im Jahr 1993 geheiratet und trennten sich am 16. April 

2014. Seit Oktober 2016 stehen sie sich vor dem Einzelgericht des Bezirksge-

richts Bülach (nachfolgend: Vorinstanz) im Scheidungsprozess gegenüber 

(act. 4/1 und act. 4/11). Sie haben drei gemeinsame, inzwischen volljährige Kin-

der (act. 4/11). Das jüngste Kind, D._____, geboren am tt. April 1999, ist am 

tt. April 2017 während des hängigen Scheidungsverfahrens volljährig geworden. 

Mit Schreiben vom 9. April 2017 bevollmächtigte D._____ die Beklagte, Erstberu-

fungsklägerin und Zweitberufungsbeklagte (nachfolgend nur "Beklagte"), für ihn 

die Unterhaltsbeiträge im Scheidungsverfahren geltend zu machen (act. 4/44/1). 

2. Mit Eingabe vom 12. Dezember 2016, begründet sowie abgeändert bzw. er-

gänzt mit Eingaben vom 16. Februar 2017 und vom 2. Mai 2017, stellte die Be-

klagte ein Gesuch um Erlass vorsorglicher Massnahmen (act. 4/10, act. 4/24 und 

act. 4/43). Damit verlangte sie die Festsetzung von Unterhaltsbeiträgen für sich 

persönlich sowie für den gemeinsamen Sohn D._____, rückwirkend ab dem 

12. Dezember 2015 und für die Dauer des Scheidungsverfahrens. 

3. Der Kläger, Erstberufungsbeklagte und Zweitberufungskläger (nachfolgend 

nur "Kläger") nahm mit Eingabe vom 3. April 2017 zum Gesuch um Erlass vor-

sorglicher Massnahmen Stellung und beantragte sinngemäss die Abweisung des 

Antrags der Beklagten auf Festsetzung eines Unterhaltsbeitrages für die Beklagte 

persönlich. In Bezug auf den gemeinsamen Sohn D._____ ersuchte er um Fest-

setzung von Unterhaltsbeiträgen ab dem 1. Januar 2017, unter Sistierung des Un-

terhaltsanspruchs für die Zeit ab dem 1. August 2017 bis zur Wiederaufnahme ei-

ner angemessenen Erstausbildung im Umfang von Fr. 1'000.–. Im Übrigen er-

suchte er um Abweisung des Gesuchs um Erlass vorsorglicher Massnahmen und 

- 9 - 

um die Berechtigung, sämtliche im streitgegenständlichen Zeitraum bereits geleis-

teten Unterhaltszahlungen in Abzug zu bringen (act. 4/37, act. 4/48 und act. 4/76). 

4. Mit Verfügung vom 27. Oktober 2017 entschied die Vorinstanz über die be-

antragten vorsorglichen Massnahmen (act. 5). Der vorinstanzliche Entscheid wur-

de den Parteien am 2. bzw. 8. November 2017 zugestellt (act. 4/89). 

5. Gegen den vorinstanzlichen Entscheid vom 27. Oktober 2017 erhob zu-

nächst die Beklagte mit Eingabe vom 13. November 2017 (act. 2) und hernach 

auch der Kläger mit Eingabe vom 20. November 2017 rechtzeitig Berufung 

(act. 11/2). 

6. Mit Verfügung vom 4. Dezember 2017 wurde der Antrag des Klägers um Er-

teilung der aufschiebenden Wirkung für das Berufungsverfahren abgewiesen und 

dem Kläger Frist zur Leistung eines Kostenvorschusses angesetzt (act. 11/7). 

Gleichentags wurde auch der Beklagten Frist zur Leistung eines Kostenvorschus-

ses angesetzt (act. 6). Beide Parteien leisteten den von ihnen eingeforderten Kos-

tenvorschuss rechtzeitig (act. 8 und act. 11/11). 

7. Mit Verfügung vom 7. Februar 2018 wurden die beiden unter den Ge-

schäftsnummern LY170050 und LY170052 angelegten Berufungsverfahren verei-

nigt und gemeinsam unter der Geschäftsnummer LY170050 weitergeführt. Zudem 

wurde den Parteien damit je eine 10-tägige Frist zur Erstattung einer schriftlichen 

Berufungsantwort angesetzt (act. 10 und act. 11/12). 

8. Die Berufungsantwort der Beklagten vom 22. Februar 2018 ging am 

23. Februar 2018 samt Beilagen ein (act. 14 und act. 15/1-2); die Berufungsant-

wort des Klägers vom 26. Februar 2018 ging hierorts am 27. Februar 2018 samt 

Beilagen ein (act. 17 und act. 18/1-7). Beide Berufungsantworten wurden somit 

rechtzeitig erstattet. 

9. Mit Verfügung vom 6. März 2018 wurden die Parteien darüber informiert, 

dass eine Instruktions- und Vergleichsverhandlung mit persönlicher Befragung der 

Parteien durchgeführt werde. Überdies wurden den Parteien damit je gegenseitig 

die Doppel der Berufungsantwort der Gegenpartei samt Beilagen zugestellt, unter 

- 10 - 

Hinweis darauf, dass sie dazu anlässlich der Instruktions-/Vergleichsverhandlung 

mündlich Stellung nehmen könnten. Hernach wurden die Parteien mit Vorladung 

vom 20. März 2018 zur Instruktions- und Vergleichsverhandlung mit persönlicher 

Befragung auf den 24. Mai 2018, 08:30 Uhr, vorgeladen (act. 22/1-2). 

10. Zur Instruktions- und Vergleichsverhandlung vom 24. Mai 2018 erschienen 

Rechtanwältin lic. iur. X._____ namens und in Begleitung der Beklagten sowie 

Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ namens und in Begleitung des Klägers (vgl. Prot. 

S. 7 ff.). Anlässlich der Verhandlung vom 24. Mai 2018 modifizierten beide Partei-

en ihre Anträge (vgl. die einleitend aufgeführten Anträge) und nahmen zur Beru-

fungsantwort samt Beilagen der jeweiligen Gegenpartei Stellung (Prot. S. 7 ff.; 

act. 24 - 26). Zudem konnten die Parteien ihr Replikrecht abschliessend ausüben 

(Prot. S. 15 ff.). In der Folge wurden die Parteien durch die Referentin über die 

Zukunftspläne des gemeinsamen Sohnes D._____ persönlich befragt 

(Prot. S. 20 ff.). Die anschliessend zwischen den Parteien geführten, gerichtlich 

moderierten Vergleichsgespräche scheiterten (Prot. S. 23). 

11. Am 31. Mai 2018 reichte der Kläger eine Noveneingabe ein, mit welcher er 

seinen Antrag Nr. 2 gestützt auf die ihm anlässlich der persönlichen Befragung 

der Parteien am 24. Mai 2018 zur Kenntnis gelangten, veränderten Zukunftspläne 

des gemeinsamen Sohnes D._____ modifizierte (act. 27 und act. 28/1 - 4). In der 

Folge wurde der Beklagten mit Verfügung vom 1. Juni 2018 Frist zur Einreichung 

einer Stellungnahme angesetzt. Die beklagtische Stellungnahme vom 18. Juni 

2018 erfolgte fristgemäss (act. 31 und act. 32/1 - 2). 

12. Mit Eingabe vom 4. Juli 2018 liess der Kläger mitteilen, dass die seit der 

Instruktions-/Vergleichsverhandlung am 24. Mai 2018 aussergerichtlich geführten 

Vergleichsgespräche zwischen den Parteien definitiv gescheitert seien (act. 33). 

Zudem modifizierte der Kläger mit Eingabe vom 6. Juli 2018 seinen Antrag Nr. 3 

zufolge zwischenzeitlich geleisteter weiterer Zahlungen (act. 34 und act. 35/1 - 3). 

13. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (act. 4/1-92 und act. 16/93 - 

104). Die Sache ist spruchreif. 

- 11 - 

II. 

Zu den Berufungen im Einzelnen 

A. Prozessuales 

1. Allgemeines zur Berufung 

1.1 Erstinstanzliche Entscheide über vorsorgliche Massnahmen sind grundsätz-

lich mit Berufung anfechtbar (Art. 308 Abs. 1 lit. b ZPO). In vermögensrechtlichen 

Angelegenheiten ist die Berufung nur zulässig, wenn der Streitwert der zuletzt 

aufrechterhaltenen Rechtsbegehren mindestens Fr. 10'000.– beträgt. Im Streit 

liegen primär die vom Kläger an die Beklagte persönlich sowie an den gemeinsa-

men Sohn D._____ zu leistenden Unterhaltsbeiträge. Deren Streitwert übersteigt 

Fr. 10'000.– bei weitem (vgl. dazu act. 6 und act. 11/7). Es handelt sich somit um 

eine berufungsfähige Angelegenheit vermögensrechtlicher Natur. 

1.2 Gemäss Art. 311 Abs. 1 ZPO ist die Berufung schriftlich und begründet ein-

zureichen. Gegen einen – wie vorliegend (Art. 248 lit. d ZPO) – im summarischen 

Verfahren ergangenen Entscheid beträgt die Rechtsmittelfrist 10 Tage (Art. 314 

Abs. 1 ZPO). Beide Berufungen sind rechtzeitig erfolgt. 

1.3 Mit Berufung können sowohl unrichtige Rechtsanwendung als auch unrich-

tige Feststellung des Sachverhaltes geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). 

Ebenfalls gerügt werden kann die (blosse) Unangemessenheit eines Entscheides, 

da es sich bei der Berufung um ein vollkommenes Rechtsmittel handelt. Im Rah-

men der Begründung hat sich die Berufung erhebende Partei mit den Erwägun-

gen der Vorinstanz im Einzelnen auseinander zu setzen und konkret aufzuzeigen, 

was am angefochtenen Urteil oder am Verfahren des Bezirksgerichts falsch war 

(BGE 138 III 374, E. 4.3.1). Neue Behauptungen und neue Beweismittel sind nur 

noch zulässig, wenn sie trotz zumutbarer Sorgfalt vor erster Instanz nicht vorge-

bracht werden konnten, und wenn sie vor der Berufungsinstanz unverzüglich vor-

gebracht werden (Art. 317 ZPO). Das gilt grundsätzlich auch in Verfahren, in wel-

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chen der Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen ist (BGer 4A_228/2012 vom 

28. August 2012 E. 2.1 und 2.2). 

2. Zum Nichteintretensantrag der Beklagten 

2.1 In prozessualer Hinsicht beantragt die Beklagte, auf die Berufung des Klä-

gers sei nicht einzutreten; eventualiter sei sie vollumfänglich abzuweisen (act. 14 

S. 2). Ihren Nichteintretensantrag begründet die Beklagte damit, dass der Kläger 

als Hauptantrag ausschliesslich einen Rückweisungsantrag gestellt habe, ohne 

einen Antrag in der Sache zu stellen, wie im Falle einer Rückweisung zur "Neu-

beurteilung" neu zu entscheiden wäre. Dies sei unzulässig und genüge den An-

forderungen an eine Berufung nicht, weshalb auf den Hauptantrag des Klägers 

nicht eingetreten werden dürfe (act. 14 Rz. 5). Ohnehin komme aber eine Rück-

weisung an die Vorinstanz gestützt auf Art. 318 Abs. 1 lit. c ZPO nur dann in Fra-

ge, wenn der Sachverhalt in wesentlichen Teilen zu vervollständigen sei. Inwie-

fern der Sachverhalt vorliegend in wesentlichen Punkten zu vervollständigen wä-

re, habe der Kläger in der Berufung nicht dargelegt. Insbesondere vermöge der 

Verzicht der Vorinstanz auf eine persönliche Befragung eine Rückweisung nicht 

zu rechtfertigen, da diese kein Beweismittel gemäss Art. 168 ZPO darstelle. Im 

Sinne einer antizipierten Beweiswürdigung habe die Vorinstanz auf eine persönli-

che Befragung der Parteien verzichten dürfen. Sofern auf den Hauptantrag des 

Klägers überhaupt eingetreten werden könne, sei er demnach abzuweisen 

(act. 14 Rz. 6 ff.). 

2.2 Eine Berufung hat Berufungsanträge zu enthalten, welche sich grundsätz-

lich nicht nur darauf beschränken dürfen, die Aufhebung des angefochtenen erst-

instanzlichen Entscheides zu beantragen. Vielmehr muss ein Antrag in der Sache 

gestellt werden und zwar in den Berufungsanträgen und nicht bloss in der Be-

gründung. Dabei soll aus den Berufungsanträgen präzise zum Ausdruck kommen, 

wie genau die Berufungsinstanz entscheiden soll bzw. welche Punkte des erstin-

stanzlichen Entscheides angefochten werden und inwiefern der erstinstanzliche 

Entscheid abzuändern ist. Bei einer Forderung auf Geldleistung ist eine Beziffe-

rung nötig, was auch für die Verfahren im Bereich der (eingeschränkten) Untersu-

chungsmaxime gilt. Ein Aufhebungs- und Rückweisungsantrag kann ausnahms-

- 13 - 

weise zulässig sein, wenn die Berufungsinstanz nur kassatorisch entscheiden 

kann, was hier indes nicht der Fall ist (vgl. REETZ/THEILER, ZK-ZPO, 3. A., 

Art. 311 N 34 ff. mit zahlreichen Hinweisen auf die Rechtsprechung; BGE 133 III 

489 E. 3.1; BGE 137 III 617 E. 4.3 - 4.5). 

2.3 Der anwaltlich vertretene Kläger beantragte in der Berufungsschrift vom 

20. November 2017 die Aufhebung des vorinstanzlichen Urteils und stellte nur für 

den Fall, dass dem Antrag nicht gefolgt würde, Eventualanträge in der Sache 

(act. 11/2 S. 2). Aus dem ursprünglichen Hauptantrag ergibt sich damit nicht, wie 

der erstinstanzliche Entscheid abgeändert werden soll. Dies lässt sich aber im-

merhin den Eventualanträgen des Klägers und auch der Berufungsbegründung 

entnehmen, wo der Kläger konkret bezifferte Anträge in Bezug auf die Unterhalts-

beiträge für die Beklagte persönlich und für den Sohn D._____ stellte. Anlässlich 

der anberaumten Instruktions- und Vergleichsverhandlung, für welche die hiesige 

Berufungsinstanz eine persönliche Befragung der Parteien in Aussicht stellte, zog 

der Kläger seinen Rückweisungsantrag, welchen er mit einer fehlerhaften Sach-

verhaltsfeststellung durch die Vorinstanz durch das Unterlassen einer persönli-

chen Befragung der Parteien begründet hatte, zurück (vgl. Prot. S. 7 und act. 24 

S. 3) und erhob die bisherigen Eventualanträge zu Hauptanträgen. Da die neuen 

Hauptanträge bei Berufungserhebung immerhin schon als Eventualanträge ge-

stellt wurden und für die Kammer somit von Beginn an erkennbar war, was für ei-

nen Entscheid in der Sache der Kläger anbegehrt, erschiene es als überspitzt 

formalistisch, auf die klägerische Berufung wegen der formal unrichtig gestellten 

Berufungsanträge nicht einzutreten. Dementsprechend sind die (zumindest bei 

Berufungseinreichung) bloss eventualiter gestellten Anträge des Klägers in der 

Sache als Hauptanträge entgegenzunehmen. Der ursprüngliche Berufungsantrag 

Nr. 1 des Klägers ist als durch Rückzug erledigt abzuschreiben; auf die klägeri-

sche Berufung kann damit entgegen der Ansicht der Beklagten eingetreten wer-

den. 

3. Neue Tatsachen und Beweismittel im Berufungsverfahren 

3.1 Gemäss Art. 317 Abs. 1 ZPO werden neue Tatsachen und Beweismittel 

(Noven) im Berufungsverfahren grundsätzlich nur noch berücksichtigt, wenn sie 

- 14 - 

ohne Verzug vorgebracht werden und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor 

erster Instanz vorgebracht werden konnten. Das Berufungsverfahren bezweckt 

nicht die Vervollständigung des vorinstanzlichen Verfahrens, sondern dient der 

Überprüfung und Korrektur des erstinstanzlichen Entscheids im Lichte konkret 

dagegen vorgebrachter Beanstandungen (vgl. z.B. BGer 4A_619/2015 vom 

25. Mai 2016, E. 2.2.2; BGer 4A_382/2015 vom 4. Januar 2016, E. 11.3.1; BGer 

4A_221/2015 vom 23. November 2015, E. 5.2.1). Art. 317 Abs. 1 ZPO regelt die 

Voraussetzungen abschliessend, unter denen Noven im Berufungsverfahren aus-

nahmsweise noch vorgebracht werden können, ohne danach zu differenzieren, ob 

ein Verfahren in den Anwendungsbereich der Verhandlungs- oder der Untersu-

chungsmaxime fällt. 

3.2 Der Kläger hat erstmals mit Berufungsantwort vom 26. Februar 2018 die 

von ihm per Stichtag 31. Dezember 2017 bereits geleisteten Zahlungen beziffert, 

welche er von den geschuldeten Unterhaltsbeiträgen in Abzug bringen will 

(act. 17 S. 2, Antrag Nr. 1, Eventualbegehren). Zugleich hat er auch entsprechen-

de (neue) Zahlungsbelege ins Recht gelegt (act. 18 /1 - 6). Im weiteren Verlauf 

des Berufungsverfahrens hat der Kläger seinen bezifferten Antrag zudem jeweils 

aktualisiert und weitere Zahlungsbelege eingereicht, da er laufend weitere Unter-

haltsbeiträge an die Beklagte und D._____ bezahlt und auch Amortisationszah-

lungen an rückständige Unterhaltsbeiträge geleistet hat (vgl. act. 24 S. 2, act. 25, 

act. 34 S. 2 und act. 35/1 - 2). Bereits im vorinstanzlichen Verfahren hatte der 

Kläger zwar beantragt, er sei für berechtigt zu erklären, sämtliche im streitgegen-

ständlichen Zeitraum bereits geleisteten Unterhaltszahlungen in Abzug zu bringen 

(vgl. act. 76 S. 2). Diesen Antrag hat der Kläger im vorinstanzlichen Verfahren in-

des weder begründet noch konkret beziffert. 

3.3 Wie vorstehend ausgeführt (vgl. vorstehend Ziff. 3.1), sind im Berufungsver-

fahren neue Tatsachen und Beweismittel nur noch sehr beschränkt zulässig. Ins-

besondere wenn diese bei zumutbarer Sorgfalt bereits vor erster Instanz hätten 

vorgebracht werden können, sind sie im Berufungsverfahren nicht mehr zu be-

rücksichtigen (Art. 317 Abs. 1 ZPO). Soweit der Kläger diesbezüglich vorbringt, es 

sei nicht praktikabel, eine konkrete Bezifferung der bereits bezahlten Unterhalts-

- 15 - 

beiträge und Hypothekarzinszahlungen vorzunehmen, da es sich dabei um perio-

dische Leistungen handle, weshalb ständig neue Eingaben an das Gericht ge-

macht werden müssten, kann ihm nicht gefolgt werden. Richtig ist zwar, dass sich 

die Summe der bereits geleisteten Zahlungen wohl in der Regel monatlich verän-

dert, sofern laufend Unterhaltsbeiträge bezahlt werden, wodurch eine regelmässi-

ge Anpassung des entsprechenden Antrags erforderlich wird. Es ist einer Partei 

jedoch durchaus zumutbar, entweder monatlich eine kurze Eingabe mit aktuali-

siertem Betrag im Antrag sowie den dazugehörigen Zahlungsbelegen an das Ge-

richt zu machen oder aber Zahlungen bis zu einem bestimmten Zeitpunkt geltend 

zu machen, unter Aufforderung des Gerichts, der Partei vor Erlass der Urteils eine 

kurze Frist anzusetzen, um den entsprechenden Antrag wiederum zu aktualisie-

ren und Belege von inzwischen noch zusätzlich erfolgten Zahlungen einzureichen. 

Weder das eine noch das andere hat der Kläger getan, sondern bloss pauschal 

beantragt, er sei berechtigt zu erklären, bereits geleistete Zahlungen (in unbe-

stimmter Höhe) an die noch zu leistenden Unterhaltsbeiträge anzurechnen. Dies, 

obwohl der Kläger jederzeit dazu in der Lage gewesen wäre, die von ihm bereits 

geleisteten Unterhaltszahlungen (inkl. Hypothekarzinszahlungen) vor der Vor-

instanz zu beziffern. Wenn der Kläger weiter eine Verletzung seines rechtlichen 

Gehörs durch die Vorinstanz geltend macht, indem diese unerwarteter- und unüb-

licherweise auf eine persönliche Befragung der Parteien verzichtet und den Par-

teien nicht mitgeteilt habe, dass demnächst ein Entscheid ergehen werde und ihm 

dadurch verwehrt habe, rechtzeitig eine Bezifferung der von ihm bereits geleiste-

ten bzw. anrechenbaren Zahlungen vorzunehmen (act. 17 Ziff. 8 S. 9), verkennt 

er, dass es auch unter dem Regime der (eingeschränkten) Untersuchungsmaxime 

alleine Sache der Parteien ist, ihre Anträge rechtzeitig substantiiert zu begründen 

und die dabei aufgestellten Behauptungen zu belegen bzw. zumindest glaubhaft 

zu machen (vgl. dazu ergänzend die nachstehenden Ausführungen unter 

II.B/E. 5.4). Da der Kläger die Vorinstanz zudem nie darum ersucht hat, ihm vor 

dem Erlass des Entscheids Gelegenheit einzuräumen, um seinen Verrechnungs-

antrag zu beziffern, war die Vorinstanz nicht dazu verpflichtet, ihn von sich aus 

dazu aufzufordern und eben so wenig wurde auf Seiten des Klägers ein entspre-

chendes Vertrauen begründet. 

- 16 - 

3.4 Unter diesen Umständen erfolgt die Bezifferung des Antrages auf Anrech-

nung im Berufungsverfahren verspätet; weder die diesbezüglichen neuen Be-

hauptungen des Klägers noch die dazugehörigen neuen Belege können im Beru-

fungsverfahren Berücksichtigung finden. Es wird aber die Aufgabe der Vorinstanz 

sein, die vom Kläger bereits geleisteten Zahlungen (Unterhaltszahlungen und Hy-

pothekarzinszahlungen) bei der güterrechtlichen Auseinandersetzung oder bei der 

endgültigen Festsetzung der Unterhaltsbeiträge für die Beklagte und D._____ im 

Rahmen des Scheidungsverfahrens entsprechend zu berücksichtigen. 

B. Materielles 

1. Entscheid der Vorinstanz 

1.1 Die Vorinstanz verpflichtete den Kläger rückwirkend ab dem 12. Dezember 

2015 zur Leistung von Unterhaltsbeiträgen an die Beklagte persönlich sowie an 

den Sohn D._____. Sie begründet ihren Entscheid im Wesentlichen damit, die 

Beklagte habe glaubhaft gemacht, dass eine lange, lebensprägende Ehe mit 

klassischer Rollenverteilung gelebt worden sei und sie sich erst wieder um einen 

beruflichen Wiedereinstieg gekümmert habe, als die Kinder bereits ein fortge-

schrittenes Alter erreicht gehabt hätten. Die von ihr während der Ehe ausgeübten 

Tätigkeiten hätten erstens nicht ihrem erlernten Beruf entsprochen und zudem 

den Charakter eines Hobbies gehabt und der Selbstverwirklichung gedient (act. 5 

S. 12 f. E. 4.6.1 f.). Es sei weiter glaubhaft, dass die Beklagte ihre seit Mai 2016 

ausgeübte Tätigkeit als Krankenschwester aufgrund der Belastung des berufli-

chen Wiedereinstiegs und der damit einhergehenden Verschlechterung ihres Ge-

sundheitszustandes infolge Schichtarbeit nicht zu einem höheren Pensum als 

60% ausüben könne. Deshalb rechnete die Vorinstanz der Beklagten grundsätz-

lich ein Erwerbseinkommen in der Höhe von monatlich netto Fr. 4'130.– für ein 

60% Pensum an. Das Erwerbseinkommen des Klägers in den Jahren 2014 bis 

2016 als Chefarzt errechnete die Vorinstanz auf durchschnittlich Fr. 25'540.– net-

to pro Monat (act. 5 S. 13 E. 4.6.3 f.). Dem Sohn D._____ rechnete sie als Ein-

kommen grundsätzlich die Ausbildungszulagen in der Höhe von monatlich 

Fr. 250.– an und während des Zwischenjahres  vom 1. August 2017 bis zum 

31. August 2018 (ab Matura bis zum geplanten Beginn des Studiums) ein (hypo-

- 17 - 

thetisches) Einkommen in der Höhe von Fr. 1'000.– aus einer Tätigkeit als Bar-

keeper oder im Service eines Restaurants (act. 5 S. 28 f. E. 4.7). 

1.2 In der Folge ermittelte sie den gebührenden Bedarf der Beklagten und des 

Sohnes D._____ unter Anwendung der einstufig-konkreten Methode für vier ver-

schiedene Phasen in folgender Höhe (act. 5 S. 13 ff.): 

- ab 12. Dezember 2015 bis 30. September 2016: 

Beklagte: Fr.   8'639.70 

D._____:  Fr.   2'227.20 

- ab 1. Oktober 2016 bis 31. Dezember 2016: 

Beklagte: Fr. 10'230.70 

D._____:  Fr.   2'172.20 

- ab 1. Januar 2017 bis zum Auszug aus der ehelichen Liegenschaft: 

Beklagte: Fr. 11'834.60 

D._____:  Fr.   2'490.70 

- ab dem Auszug aus der ehelichen Liegenschaft: 

Beklagte: Fr. 11'017.60 

D._____:  Fr.   2'936.95 

1.3 Da die Beklagte und D._____ die ihnen von der Vorinstanz errechneten ge-

bührenden Bedarfe jeweils nicht vollständig mit ihren eigenen Einkommen zu de-

cken vermögen, verpflichtete die Vorinstanz den Kläger mit Verfügung vom 

27. Oktober 2017 rückwirkend ab dem 12. Dezember 2015 zur Leistung von Un-

terhaltsbeiträgen für die Beklagte persönlich sowie für den Sohn D._____ im fol-

genden Umfang (act. 5, Dispositivziffern 1 und 2): 

Für die Beklagte persönlich: 

- Fr. 8'639.70  ab 12. Dezember 2015 bis 30. April 2016 
- Fr. 3'958.90  ab 1. Mai 2016 bis 30. September 2016 
- Fr. 6'100.70  ab 1. Oktober 2016 bis 31. Dezember 2016 

- 18 - 

- Fr. 7'704.60  ab 1. Januar 2017 bis zum Auszug aus der ehelichen 
Liegenschaft 

- Fr. 6'887.60  ab dem Auszug aus der ehelichen Liegenschaft bis 
zum Abschluss des Scheidungsverfahrens. 

Für den Sohn D._____: 

- Fr. 1'977.20  ab 12. Dezember 2015 bis 30. September 2016 
- Fr. 1'922.20  ab 1. Oktober 2016 bis 31. Dezember 2016 
- Fr. 2'240.70  ab 1. Januar 2017 bis zum Auszug aus der ehelichen 

Liegenschaft 
- Fr. 2'686.95  ab dem Auszug aus der ehelichen Liegenschaft bis 

zum Abschluss des Scheidungsverfahrens. 

1.4 Dabei wurde der Kläger im vorinstanzlichen Entscheid dazu berechtigt er-

klärt, sämtliche im streitgegenständlichen Zeitraum von ihm bereits geleisteten 

Unterhaltszahlungen und die von ihm bezahlten Hypothekarzinsen von den ge-

mäss vorinstanzlichem Entscheid geschuldeten Unterhaltsbeiträgen in Abzug zu 

bringen. Vom Unterhaltsbeitrag für den Sohn D._____ kann der Kläger zudem für 

die Zeit ab dem 1. August 2017 bis zum 31. August 2018 monatlich Fr. 1'000.– in 

Abzug bringen (act. 4/85 = act. 5, Dispositivziffern 3 und 4). 

2. Überblick über die Beanstandungen der Parteien 

2.1 Beanstandungen des Klägers 

2.1.1 Nachdem der Kläger seinen Hauptantrag auf Rückweisung der Sache an 

die Vorinstanz zur Vervollständigung des Sachverhaltes und Neubeurteilung in-

zwischen zurückgezogen hat (vgl. act. 11/2 Ziff. 1 und act. 24 S. 3, II.), kommt 

nunmehr der vom Kläger gestellte Eventualantrag in der Sache zum Tragen. Da-

mit verlangt der Kläger die Aufhebung der Dispositivziffern 1 und 2 der Verfügung 

des Bezirksgerichts Bülach vom 27. Oktober 2017 unter Neubeurteilung bzw. 

Neufestsetzung der vom Kläger an die Beklagte persönlich sowie an den Sohn 

D._____ zu bezahlenden Unterhaltsbeiträge. Zur Begründung führt der Kläger an, 

die Vorinstanz habe einerseits den Sachverhalts unrichtig festgestellt und ande-

rerseits das Recht unrichtig angewendet. Er ist der Ansicht, der Beklagten persön-

- 19 - 

lich weder rückwirkend ab Einreichung des Massnahmebegehrens (12. Dezember 

2015) noch zukünftig Unterhaltsbeiträge zu schulden, anerkennt aber grundsätz-

lich seine Unterhaltspflicht gegenüber dem Sohn D._____, wenn auch in geringe-

rer Höhe als von der Beklagten beantragt und durch die Vorinstanz zugesprochen 

(vgl. act. 11/2 S. 2). Zudem ist der Kläger der Auffassung, dass der Unterhalt an 

den inzwischen volljährigen Sohn D._____ während dessen Ausbildungsunter-

bruch ab dem 1. September 2018 bis zum noch unklaren Zeitpunkt der Aufnahme 

eines Studiums gänzlich zu sistieren sei (act. 27 S. 2). 

2.1.2 Seinen Standpunkt begründet der Kläger im Wesentlichen damit, entgegen 

der Auffassung der Vorinstanz sei der Beklagten die Ausdehnung ihrer Erwerbstä-

tigkeit als Krankenschwester auf ein 100% Pensum sehr wohl möglich und auch 

zumutbar. Die von der Beklagten geltend gemachte und von der Vorinstanz als 

glaubhaft erachtete teilweise Arbeitsunfähigkeit sei ärztlich nicht attestiert worden. 

Nach Ansicht des Klägers hätte die Vorinstanz der Beklagten deshalb ab Januar 

2016 ein hypothetisches Einkommen von mindestens Fr. 6'883.35, entsprechend 

dem Lohn für ein 100%-Pensum in der jetzigen Anstellung, anrechnen müssen. 

2.1.3 Weiter moniert der Kläger die von der Vorinstanz für verschiedene Perio-

den ermittelten Bedarfe der Beklagten sowie des Sohnes D._____ und rügt wie-

derum einerseits eine unrichtige Feststellung des Sachverhalts und andererseits 

eine falsche Rechtsanwendung durch die Vorinstanz durch das Ansetzen von zu 

tiefen Anforderungen an die Glaubhaftmachung (act. 11/2 Ziff. 18 ff.). Er bemän-

gelt im Wesentlichen, die Vorinstanz habe einen unzulässigen Berechnungsme-

thodenmix angewandt, indem sie zur Ermittlung der Unterhaltsbeiträge einerseits 

die einstufige Berechnungsmethode angewandt und auf konkrete Ausgaben ab-

gestellt habe, andererseits aber mit festgelegten Pauschalen gerechnet und diese 

willkürlich mit gewisse Faktoren multipliziert habe. Bei der einstufigen Berech-

nungsmethode sei auf den konkreten Bedarf abzustellen, welchen die Beklagte 

für sich und D._____ konkret nachzuweisen gehabt hätte (act. 11/2 Ziff. 19 ff.). 

Diverse von der Beklagten geltend gemachte Bedarfspositionen habe die Vo-

rinstanz als glaubhaft gemacht erachtet, obwohl dem nicht so sei. Bei richtiger Be-

rechnung des gebührenden Bedarfs der Beklagten vermöge die Beklagte diesen 

- 20 - 

mit dem ihr anrechenbaren hypothetischen Einkommen in der Höhe von 

Fr. 6'883.– netto selbst zu decken, weshalb sie keinen Anspruch auf Unterhalt für 

sich persönlich habe. 

2.1.4 In Bezug auf den Sohn D._____ will der Kläger für dessen Barunterhalt 

aufkommen, wobei er jedoch auf einen tieferen Bedarf kommt, als von der Vo-

rinstanz errechnet. Festhalten will der Kläger zudem an der von der Vorinstanz in 

Dispositivziffer 4 der Verfügung vom 27. Oktober 2017 festgelegten Regelung, 

wonach sich der Unterhalt des Klägers für D._____ während des Zwischenjahres 

von D._____ nach der Matura (1. August 2017 bis 12. August 2018) um monatlich 

Fr. 1'000.– reduziert, weil D._____ nach Ansicht des Klägers in dieser Zeit durch 

temporäre Jobs durchschnittlich Fr. 1'000.– pro Monat selbst an Einkommen ge-

nerieren kann. Nachdem der Kläger anlässlich der Instruktions- / Vergleichsver-

handlung im Rahmen des Berufungsverfahrens erfahren hat, dass D._____ den 

Studienbeginn mutmasslich noch einmal verschieben wird und er während des 

weiteren Zwischenjahres eine Ausbildung bzw. Tätigkeit als Flight Attendant an-

strebt, hat er im Berufungsverfahren zudem neu beantragt, die Unterhaltsbeiträge 

für den Sohn D._____ während des Ausbildungsunterbruchs ab 1. September 

2018 gänzlich zu sistieren, weil D._____ seinen Bedarf in dieser Zeit mit seinem 

mutmasslichen Verdienst selbst decken könne (act. 27 S. 2 ff.). 

2.2 Beanstandungen der Beklagten 

2.2.1 Die Beklagte hat den vorinstanzlichen Entscheid demgegenüber nur in Be-

zug auf die Dispositivziffern 3 und 4 angefochten. Sie macht zusammengefasst 

eine Verletzung ihrer Ansprüche auf Gewährung des rechtlichen Gehörs und auf 

ein als Rechtsöffnungstitel taugliches Urteil sowie eine unrichtige Anwendung von 

Art. 277 Abs. 2 ZGB geltend (act. 2 S. 3 ff.). 

2.2.2 Zur Gehörsverletzung führt die Beklagte im Wesentlichen aus, mit Eingabe 

vom 21. September 2017 (act. 4/76) habe der Kläger beantragt, er sei für berech-

tigt zu erklären, sämtliche im streitgegenständlichen Zeitraum, d.h. ab dem 

12. Dezember 2015 bereits geleisteten Unterhaltszahlungen von den gemäss 

Entscheid vom 27. Oktober 2017 zu leistenden Unterhaltszahlungen in Abzug zu 

- 21 - 

bringen. Diese Eingabe sei der Beklagten durch das Gericht erst mit Kurzbrief 

vom 17. Oktober 2017 weitergeleitet worden und ihr erst am 20. Oktober 2017 

zugestellt worden. In Ausübung ihres Replikrechts habe die Beklagte mit Eingabe 

vom 30. Oktober 2017 die Abweisung des klägerischen Antrages beantragt 

(act. 4/86). Diese Eingabe sei von der Vorinstanz für den nun angefochtenen vor-

instanzlichen Entscheid offensichtlich nicht mehr berücksichtigt worden, sei dieser 

doch bereits am 27. Oktober 2017 ergangen (act. 4/85 = act. 5). Mit diesem Vor-

gehen habe die Vorinstanz das rechtliche Gehör der Beklagten verletzt, denn die 

Beklagte hätte Anspruch darauf gehabt, sich innert angemessener Frist von 10 

Tagen ab Zustellung der Eingabe der Gegenpartei dazu zu äussern (act. 2 Rz. 4 

ff.). 

2.2.3 Weiter beanstandet sie zusammengefasst, der vorinstanzliche Entscheid 

weise nicht die Eigenschaften eines Rechtsöffnungstitels auf, worauf sie gestützt 

auf Art. 276 Abs. 1 ZPO i.V.m. Art. 176 ZGB aber einen Anspruch habe. Da die 

Vorinstanz den Kläger in Dispositivziffer 3 dazu berechtigt habe, vor Erlass des 

Entscheids vom 27. Oktober 2017 geleistete Zahlungen von den damit zugespro-

chenen Unterhaltszahlungen in Abzug zu bringen und zwar in undefinierter Höhe, 

könne der Rechtsöffnungsrichter gestützt auf diesen Entscheid keine Rechtsöff-

nung erteilen; dieser könne und dürfe nämlich nicht beurteilen, welche Zahlungen 

bereits vor Erlass der Verfügung vom 27. Oktober 2017 geleistet worden seien 

(vgl. act. 2 Rz. 7). 

2.2.4 Schliesslich beanstandet die Beklagte die gemäss vorinstanzlichem Ent-

scheid vorgesehene Sistierung der Unterhaltsbeiträge für den Sohn D._____ im 

Umfang von monatlich Fr. 1'000.– für die Zeit ab dem 1. August 2017 bis zum 

14. Januar 2018 und vom 18. Mai 2018 bis zum 31. August 2018 (act. 5, Disposi-

tivziffer 4). Einverstanden ist sie hingegen mit der Sistierung der Kinderunter-

haltsbeiträge während der Zeit, in welcher D._____ die Rekrutenschule besucht, 

d.h. im Zeitraum vom 15. Januar 2018 bis zum 18. Mai 2018 (act. 2 Rz. 8 ff. ins-

bes. Rz. 14). Die in Dispositivziffer 4 des vorinstanzlichen Entscheids geregelte 

Sistierung sei wiederum unter Verletzung des rechtlichen Gehörs der Beklagten 

erfolgt, denn auch den Antrag auf Sistierung der Kinderunterhaltsbeiträge ab dem 

- 22 - 

1. August 2017 bis zum 31. August 2018 habe der Kläger erstmals mit Eingabe 

vom 21. September 2017 gestellt und die diesbezüglich erfolgte Stellungnahme 

der Beklagten vom 30. Oktober 2017 sei – wie bereits im Zusammenhang mit den 

Beanstandungen betreffend Dispositivziffer 3 des vorinstanzlichen Entscheides 

ausgeführt – von der Vorinstanz zu Unrecht nicht mehr berücksichtigt worden 

(act. 2 Rz. 8). Überdies gebe es keine Regelung, wonach während des Unter-

bruchs der Ausbildung eines Kindes kein Unterhaltsbeitrag geschuldet sei. Viel-

mehr sei Kinderunterhalt grundsätzlich bis zum Abschluss einer angemessenen 

Erstausbildung geschuldet. D._____ sei zudem auch nicht in der Lage gewesen, 

ab August 2017 selbst ein ausreichendes Einkommen zu erzielen, habe er doch 

erst Mitte Juli 2017 die Matura gemacht und im November und Dezember 2017 

einen mit dem Kläger abgesprochenen Sprachaufenthalt in Amerika absolviert. 

Nur während des Besuchs der Rekrutenschule werde D._____ ein geringes eige-

nes Einkommen erzielen (Sold), weshalb einzig für die Zeit ab dem 15. Januar 

2018 bis zum 18. Mai 2018 eine Reduktion der Unterhaltsbeiträge gerechtfertigt 

sei (act. 2 Rz. 9 ff.). 

3. Zur beantragten Aufhebung von Dispositivziffern 1, 2 und 4 des vorinstanz-

lichen Entscheids (Unterhaltsbeiträge für die Beklagte persönlich und 

D._____ für die Dauer des Scheidungsverfahrens) 

3.1 Vorbemerkung 

Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet materiell primär die Höhe 

der vom Kläger für die Dauer des Scheidungsverfahrens zu zahlenden Unter-

haltsbeiträge sowohl an die Beklagte persönlich als auch an den gemeinsamen 

Sohn D._____. Umstritten sind insbesondere diverse Bedarfspositionen in den 

Bedarfen der Beklagten und des Sohnes D._____ sowie die Einkommen bzw. die 

Eigenversorgungskapazität der Beklagten und des inzwischen volljährigen Soh-

nes D._____. 

- 23 - 

3.2 Rechtliche Grundlagen und Berechnungsmethode 

3.2.1 Im angefochtenen Entscheid stellte die Vorinstanz die allgemeinen rechtli-

chen Grundlagen der Unterhaltsberechnung zutreffend dar (act. 5 S. 7 ff., E. 4.). 

Um Wiederholungen zu vermeiden, kann grundsätzlich darauf verwiesen werden. 

Anzumerken gilt es, dass die Vorinstanz die in vorstehender E. II./B./1.3 genann-

ten Unterhaltsbeiträge in Anwendung der einstufigen Berechnungsmethode ermit-

telt hat. Ausgangspunkt bildet dabei der gebührende Unterhalt der unterhaltsbe-

rechtigten Person, also der in der Ehe zuletzt bis zur Aufhebung des gemeinsa-

men Haushaltes gelebte eheliche Standard zuzüglich trennungsbedingte Mehr-

kosten, auf deren Beibehaltung sie – vorausgesetzt dass weiterhin genügende fi-

nanzielle Mittel vorhanden sind – Anspruch hat. Der gebührende Bedarf markiert 

aber gleichzeitig auch die Obergrenze des ihr zustehenden Unterhaltsanspruchs 

(BGE 140 III 485, E. 3.3; BGE 137 III 102, E. 4.2.1.1; BGer 5P.6/2004 vom 

12. März 2004, E. 3.1). Bei Anwendung der einstufigen Methode im Rahmen vor-

sorglicher Massnahmen muss die unterhaltsberechtigte Partei die einzelnen Be-

darfspositionen des zuletzt gemeinsam gelebten Standards glaubhaft machen 

(vgl. z.B. BGer 5A_198/2012, Urteil vom 24. August 2012, E. 8.5). Blosses Be-
haupten genügt demgegenüber nicht (vgl. BGE 120 II 393, E. 4c S. 397 f.; BGE 138 

III 252, S. 257, E. 3.1). Vom gebührenden Bedarf ist schliesslich das eigene tat-

sächlich erzielte (oder das allenfalls hypothetisch anrechenbare) Einkommen des 

potentiell Unterhaltsberechtigten abzuziehen; die daraus resultierende Differenz 

entspricht dem Unterhaltsanspruch. 

3.2.2 Im Zuge der Ermittlung der Höhe der geschuldeten Unterhaltsbeiträge für 

die Beklagte und D._____ errechnete die Vorinstanz auf Seiten des Klägers für 

die Jahre 2014 bis 2016 ein durchschnittliches monatliches Nettoeinkommen des 

Klägers von Fr. 25'540.– (act. 5 S. 13 E. 4.6.4). Der Kläger hat das ihm von der 

Vorinstanz angerechnete Einkommen im Berufungsverfahren weder bestritten 

noch geltend gemacht, aktuell ein tieferes Einkommen zu erzielen. Damit ist da-

von auszugehen, dass der Kläger nach wie vor mindestens in diesem Umfang 

leistungsfähig ist. Zudem wurde die von der Vorinstanz angewandte einstufige 

Berechnungsmethode für die Bestimmung der Unterhaltsbeiträge von keiner der 

- 24 - 

Parteien in Frage gestellt, weshalb es dabei sein Bewenden hat. Dementspre-

chend hat auch die Überprüfung der Höhe der Unterhaltsbeiträge im Rahmen des 

Berufungsverfahrens anhand der einstufigen Berechnungsmethode zu erfolgen. 

3.3 Zum Einkommen der Beklagten 

3.3.1 Im Zeitraum vom 12. Dezember 2015 bis Ende April 2016 war die Beklagte 

nicht arbeitstätig und erzielte kein eigenes Einkommen (vgl. act. 5, E. 4.6.4). Seit 

dem 1. Mai 2016 arbeitet die Beklagte als Dipl. Pflegefachfrau in der …-Klinik des 

Spitals E._____ (act. 4/12/7). Nachdem sie dort in der ersten zwei Monaten in ei-

nem 80%-Pensum tätig war, arbeitet sie auf dieser Stelle seit dem 1. Juli 2016 zu 

einem Pensum von 60%. Nach den von den Parteien nicht in Frage gestellten 

Feststellungen der Vorinstanz erzielte die Beklagte in den Monaten Mai und Juni 

2016 ein durchschnittliches monatliches Nettoeinkommen in der Höhe von 

Fr. 5'507.– (inkl. Anteil 13. Monatslohn) und ab dem 1. Juli 2016 bis zum 31. De-

zember 2016 von Fr. 4'130.– (netto, inkl. Anteil 13. Monatslohn, vgl. act. 5 S. 13, 

E. 4.6.4 mit Hinweis auf act. 4/25/5). Im Zeitraum vom 1. Mai 2016 bis zum 

30. September 2016 erzielte die Beklagte folglich ein Einkommen von durch-

schnittlich Fr. 4'680.– (netto, inkl. Anteil 13. Monatslohn). Im Jahr 2017 betrug das 

monatliche Nettoeinkommen der Beklagten für ihre Tätigkeit in einem 60%-

Pensum durchschnittlich Fr. 4'108.– (netto, inkl. Anteil 13. Monatslohn, vgl. Lohn-

ausweis 2017 = act. 15/1). Zudem verfügt die Beklagte über eine Ausbildung als 

…-Fachberaterin und betreibt freiberuflich eine Praxis für die Bindung zwischen 

Eltern und Kindern. Damit erzielte sie gemäss eigenen Angaben im Jahr 2016 

durchschnittlich Fr. 240.– brutto pro Monat bzw. und im Jahr 2017 Fr. 330.– brutto 

pro Monat (vgl. Prot. S. 10), wobei diesen Einnahmen – so behauptet die Beklag-

te – ab dem Auszug aus der ehelichen Liegenschaft Mietkosten von mindestens 

Fr. 500.– für einen Praxisraum entgegen stünden, weshalb sie mit ihrer selbstän-

digen Erwerbstätigkeit somit keinen Gewinn zu erzielen vermöge (act. 4/50 S.18, 

Rz. 36). 

3.3.2 Wie bereits eingangs ausgeführt, erachtete es die Vorinstanz als glaubhaft, 

dass es der Beklagten aufgrund ihres Alters sowie ihres Karriereunterbruchs wäh-

rend 22 Jahren sowie wegen einer fehlenden Weiterbildung im Bereich der Säug-

- 25 - 

lingspflege nicht möglich sei, eine Stelle in einem höheren Arbeitspensum zu fin-

den. Zudem sei es der Beklagten auch aus gesundheitlichen Gründen nicht zu-

mutbar, ihr Arbeitspensum zu steigern (act. 5, S. 13, E. 4.6.3). 

3.3.3 Der Kläger ist demgegenüber der Ansicht, dass der Beklagten eine Aus-

dehnung ihrer Erwerbstätigkeit auf 100% sowohl möglich als auch zumutbar sei, 

und zwar auch ohne Weiterbildung im Bereich der Säuglingspflege. Im Zeitpunkt 

der Trennung sei die Beklagte 48 Jahre alt gewesen und mit der Aufnahme ihrer 

Erwerbstätigkeit als Krankenschwester habe sie unter Beweis gestellt, dass es 

auch in diesem Alter möglich sei eine Stelle im erlernten Beruf zu finden. Es be-

stünden keine Hinweise darauf, dass es der Beklagten nicht möglich wäre, auch 

eine Stelle zu einem 100% Pensum zu finden. Entgegen den Ausführungen der 

Vorinstanz liege bei der Beklagten sodann kein Karriereunterbruch von rund 

22 Jahren vor, denn die Beklagte habe nachweislich seit dem Jahr 2004 und be-

reits während der letzten 10 Jahre der Ehe wieder im Erwerbsleben gestanden. 

Nachdem die Beklagte ab dem Jahr 2004 verschiedene berufliche Wiederein-

stiegsoptionen ausprobiert habe, sei sie im Jahr 2009 mit der Aufnahme einer Tä-

tigkeit im Geburtshaus als Pflegefachfrau und Hebammenassistentin wieder in die 

klinische Pflegetätigkeit eingestiegen. Nach der Trennung sei damit eine Fortfüh-

rung und keine Wiederaufnahme der Erwerbstätigkeit erfolgt (vgl. act. 11/2 

Ziff. 4 ff. und insbes. Ziff. 5 ff.). Im Übrigen habe die Vorinstanz auch die Anforde-

rungen an die Glaubhaftmachung falsch angesetzt, indem sie zur Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit bzw. des angeblich verschlechterten Gesundheitszustandes der 

Beklagten auf diffuse ärztliche Schreiben abgestellt habe, welche nichts über die 

Arbeitsfähigkeit der Beklagten aussagten. Effektiv sei der Beklagten ärztlich we-

der eine Arbeitsunfähigkeit noch eine Teilarbeitsunfähigkeit attestiert worden. Auf 

die Einwände des Klägers in Bezug auf die ärztlichen Schreiben sei die Vor-

instanz gar nicht erst eingegangen und habe gestützt auf die Arztberichte, welche 

den juristische Begriff "zumutbar" enthielten, entschieden, aus gesundheitlichen 

Gründen sei es der Beklagten nicht zumutbar, ihre Erwerbstätigkeit auszudehnen 

(act. 11/2 Ziff. 12 f.). Damit habe die Vorinstanz erstens den Sachverhalt unrichtig 

festgestellt und auch das Recht unrichtig angewendet. Im Übrigen hätten der Be-

klagten – so der Kläger weiter – wenn schon kein hypothetisches Einkommen, 

- 26 - 

wenigstens die Einkünfte aus selbständiger Erwerbsnebenstätigkeit angerechnet 

werden müssen (act. 11/2 Ziff. 15). Insgesamt wäre es der Beklagten nach An-

sicht des Klägers sowohl zumutbar als auch möglich gewesen, ab Januar 2016 

einer 100% Erwerbstätigkeit nachzugehen und damit ein (hypothetisches) Ein-

kommen in der Höhe von mindestens Fr. 6'883.35 netto zu erzielen. Richtiger-

weise sei der Beklagten deshalb ab dem Januar 2016 ein hypothetisches Ein-

kommen von mindestens Fr. 6'883.35 netto pro Monat anzurechnen (act. 11/2 

Ziff. 17 und Ziff. 64). 

3.3.4 Die Beklagte stellt sich demgegenüber auch im Berufungsverfahren auf 

den Standpunkt, es sei ihr weder zumutbar noch möglich, ihr Arbeitspensum auf 

über 60% auszudehnen. Im Wesentlichen bringt sie vor, ab Ende August 1994 bis 

Mai 2016 habe sie nie auf ihrem Beruf als Krankenschwester gearbeitet und auch 

kein nennenswertes Einkommen erzielt. Sie sei in dieser Zeitspanne zwar Tätig-

keiten nachgegangen, doch hätten diese weder ihrem ursprünglich erlernten Be-

ruf entsprochen noch dem beruflichen Fortkommen oder der Generierung eines 

nennenswerten Einkommens gedient; vielmehr hätten diese Tätigkeiten den Cha-

rakter eines Hobbies gehabt bzw. der Selbstverwirklichung gedient (act. 14 Rz. 11 

f.). Entgegen der Ansicht des Klägers gehe es bei der Frage des der Beklagten 

zumutbaren Einkommens sehr wohl um die Frage des Wiedereinstiegs in die ei-

gentliche Erwerbstätigkeit (act. 14 Rz. 13). Zudem sei nicht alles, was möglich sei, 

auch zumutbar. Die Ausdehnung der Erwerbstätigkeit einer über 50 Jahre alten 

Ehefrau, die ihre Erwerbstätigkeit zu Gunsten der Familie und des Ehemannes 

aufgegeben habe, könne jedenfalls bei guten wirtschaftlichen Verhältnissen un-

zumutbar sein. Angesichts der günstigen Einkommensverhältnisse des Klägers 

und der sozialen Stellung als Chefarztgattin könne der Beklagten, die ihre eigene 

Berufstätigkeit zu Gunsten der Familie und der beruflichen Selbstverwirklichung 

des Klägers vor über 20 Jahren aufgegeben und immerhin eine 60% Stelle mit 

belastendem Schichtdienst angenommen habe, eine Ausdehnung des Arbeits-

pensums jedenfalls nicht zugemutet werden (act. 14 Rz. 16). Bei ihrem jetzigen 

Arbeitgeber, dem Spital E._____, sei es zudem gar nicht möglich, dass die Be-

klagte in einem höheren Pensum arbeiten könnte, weil zum einen im Bereich 

Säuglingspflege keine Stelle offen sei und zum anderen aufgrund ihrer Erkran-

- 27 - 

kung und ihrer reduzierten Arbeitsfähigkeit in den Monaten November 2016 bis 

Januar 2017 schon Zweifel an der Leistungsfähigkeit der Beklagten bestünden 

(act. 14 Rz. 20). Des Weiteren habe die Beklagte ihre Belastungsgrenze (insbe-

sondere aufgrund des Schichtdienstes) mit dem derzeitigen 60%-Pensum schon 

erreicht. Jede zusätzliche Belastung (z.B. der Umzug bzw. Auszug aus der eheli-

chen Liegenschaft) führe sofort zu einer drastischen Verschlechterung ihre Ge-

sundheitszustandes. Entsprechend habe Dr. F._____ in seinem Zeugnis vom 

16. November 2017 (erneut) festgehalten, dass der Beklagten aus gesundheitli-

chen Gründen die Arbeit im Schichtdienst weiterhin zu maximal 60% zumutbar 

sei, 50% aber idealer wären (act. 14 Rz. 24). Deshalb – so führte die Beklagte an-

lässlich der Instruktionsverhandlung vom 24. Mai 2018 aus – werde an ihrer Ar-

beitsstelle zurzeit die Diskussion geführt, ob nicht das Pensum der Beklagten gar 

auf 50% reduziert werden sollte (vgl. Prot. S. 9). Die Vorinstanz sei damit zu 

Recht davon ausgegangen, dass sich der Gesundheitszustand der Beklagten 

aufgrund des Schichtdienstes verschlechtert habe und ihr ein höheres Pensum 

auch aus gesundheitlichen Gründen weder zumutbar noch möglich sei (act. 14 

Rz. 25). Es könne deshalb lediglich von einem 60%-Arbeitspensum der Beklagten 

ausgegangen werden, wobei sich ihr Einkommen daraus gemäss dem erst am 

22. Januar 2018 ausgestellten Lohnausweis 2017 (act. 15/1) auf durchschnittlich 

Fr. 4'108.– netto pro Monat belaufe (und nicht wie von der Vorinstanz angenom-

men auf monatlich Fr. 4'130.– netto). 

3.3.5 Bei der Anordnung vorsorglicher Massnahmen während des Scheidungs-

verfahrens sind die Bestimmungen über die Massnahmen zum Schutz der eheli-

chen Gemeinschaft sinngemäss anwendbar (Art. 276 Abs. 1 ZPO i.V.m. 

Art. 271 ff. ZPO und Art. 172 ff. ZGB; DOLGE, DIKE-Komm-ZPO, 2. Auflage 

2016, Art. 276 N 15). Ist aber – wie vorliegend – mit der Wiederaufnahme des 

gemeinsamen Haushalts nicht mehr zu rechnen, sind gemäss der bundesgericht-

lichen Rechtsprechung bei der Beurteilung des Unterhalts und insbesondere bei 

der Frage der Wiederaufnahme oder der Ausdehnung der Erwerbstätigkeit eines 

Ehegatten bereits die für den nachehelichen Unterhalt geltenden Kriterien von 

Art. 125 ZGB zu beachten (BGE 128 III 65; OG ZH, LY150015 vom 9. Juni 2015, 

E. 5). Gemäss Art. 125 Abs. 1 ZGB hat jeder Ehegatte nach der Scheidung für 

- 28 - 

seinen Unterhalt selber aufzukommen, es sei denn, dies sei ihm nicht zuzumuten. 

Nur im letztgenannten Fall hat ihm der andere einen angemessenen Beitrag zu 

leisten. Was das Zumutbarkeitskriterium angeht, stellt sich die Frage der Ei-

genversorgungskapazität bei der Bestimmung des nachehelichen Unterhalts zwar 

grundsätzlich akzentuierter als bei der Festsetzung des ehelichen Unterhalts im 

Rahmen vorsorglicher Massnahmen oder eines Eheschutzverfahrens (Urteil 

5A_21/2012 vom 3. Mai 2012 E. 3.3). Dort bleibt die Ehe vorderhand bestehen, 

weshalb das Element der wirtschaftlichen Eigenständigkeit der Ehegatten kleiner 

und ihre bisher gelebte Rollenteilung in grösserem Umfang zu schützen ist als bei 

der Scheidung. Fehlt aber die Aussicht auf eine Wiederaufnahme des Ehelebens, 

wovon vorliegend auszugehen ist, nachdem die Parteien bereits seit mehr als vier 

Jahren getrennt leben und beide Parteien ihren Scheidungswillen zum Ausdruck 

gebracht haben (Prot. VI S. 5; act. 32 S. 2, Rechtsbegehren Nr. 1 und act. 50 

S. 2, Rechtsbegehren Nr. 1), ist dem unterhaltsberechtigten Ehegatten nach 

höchstrichterlicher Rechtsprechung grundsätzlich sogar schon ab der Trennung 

die Wiederaufnahme oder Ausdehnung der Erwerbsarbeit zumutbar (BGE 128 III 

65, S. 67, E. 4a; BGE 130 III 537, S. 542, E. 3.2; BGE 137 III 385, S. 387, E. 3.1). 

Zusammengefasst hat nach der Ehescheidung grundsätzlich jeder Ehegatte seine 

wirtschaftliche Selbständigkeit anzustreben. Es gilt mithin der Grundsatz der Ei-

genversorgung. Alleine der Umstand, dass ein Ehegatte während der Ehe nicht 

erwerbstätig war, entbindet ihn nicht von dieser Obliegenheit (BGer 5A_243/2007 

vom 28. Januar 2008, E. 9). 

3.3.6 Die vorliegend zentrale Frage, ob der Beklagten ein höheres hypotheti-

sches Einkommen als das tatsächlich erzielte anzurechnen ist, bestimmt sich ins-

besondere anhand ihres Alters, ihrer Ausbildung, ihrer Berufserfahrung und ihrer 

Gesundheit. Bei der Anrechnung eines hypothetischen Einkommen ist zunächst 

die Rechtsfrage zu beantworten, ob und mit welcher Tätigkeit es dem Unterhalts-

pflichtigen zuzumuten ist, ein höheres als das tatsächlich erzielte Einkommen zu 

erwirtschaften. Tatfrage bildet hingegen, ob die als zumutbar erkannte Tätigkeit 

möglich und das angenommene Einkommen effektiv erzielbar ist (BGE 137 III 

118, E. 2.3). 

- 29 - 

3.3.7 Vorauszuschicken ist sodann folgendes: Indem die Vorinstanz in Bezug auf 

die Beklagte die Zumutbarkeit einer Ausdehnung ihrer Erwerbstätigkeit aufgrund 

deren Alters und langen Karriereunterbruchs verneint hat, verkennt sie, dass das 

Alter der Ehefrau und die Dauer des Karriereunterbruchs nach einer lebensprä-

genden Hausgattenehe primär für einen Neueinstieg in das Erwerbsleben ent-

scheidend ist. Soweit es bloss um den Ausbau einer bestehenden Erwerbstätig-

keit geht, sind das Alter und die Dauer des Karriereunterbruchs aber von weit ge-

ringerer Bedeutung (vgl. z.B. BGer 5A_206/2010 vom 21. Juni 2010, E. 5.3.4). 

Vorliegend ist unbestritten, dass die Beklagte seit dem 1. Mai 2016 wieder auf 

dem von ihr erlernten Beruf als Kinderkrankenschwester tätig ist; damit ist ihr der 

Wiedereinstieg ins Erwerbsleben offensichtlich gelungen, weshalb dem Kläger 

beizupflichten ist, dass es vorliegend einzig um die Frage der Ausdehnung der 

Erwerbstätigkeit (und nicht um einen beruflichen Wiedereinstieg) geht. Damit ist 

es nicht von Relevanz, welche Tätigkeiten die Beklagte ab dem Jahr 1994 bis im 

Mai 2016 ausübte und ob diese bloss der Selbstverwirklichung oder dem wirt-

schaftlichen Fortkommen gedient haben. Aus diesem Grund kann der Vorinstanz 

auch nicht gefolgt werden, soweit diese per se das Alter der Beklagten als Grund 

für die Unzumutbarkeit der Ausdehnung der Erwerbsfähigkeit nennt (act. 5 S. 13, 

E. 4.6.3). Selbst für die Zumutbarkeit der Wiederaufnahme einer Erwerbsarbeit 

besteht heute in der Rechtsprechung die klare Tendenz, die Alterslimite bei 50 

Jahren anzusetzen (BGE 137 III 102, S. 108 f., E. 4.2.2.2; BGer 5A_206/2010 

vom 21. Juni 2010, E. 5.3.2; BGer 5A_909/2010 vom 4. April 2011, E. 5.2.1). 

Geht es – wie hier – bloss noch um eine Ausdehnung einer bereits bestehenden 

Teilzeitarbeitstätigkeit, muss die Altersschwelle dementsprechend höher liegen, 

weil dies in fortgeschrittenem Alter einfacher bleibt als der berufliche Wiederein-

stieg (vgl. dazu BGer 5A_474/2013 vom 10.12.2013, E. 4.3 und BGer 

5A_319/2016 vom 27.01.2017, E. 4.2). Es ist daher nicht ersichtlich, weshalb es 

der mittlerweile 52-jährigen (im Trennungszeitpunkt jedoch erst 48 Jahre alten) 

Beklagten vor allem aufgrund ihres Alters nicht zumutbar sein sollte, ihr Arbeits-

pensum zu erhöhen. 

3.3.8 Soweit die Beklagte weiter geltend macht, angesichts der günstigen Ein-

kommensverhältnisse des Klägers und ihrer bisherigen sozialen Stellung als 

- 30 - 

Chefarztgattin sei ihr eine Ausdehnung der Erwerbstätigkeit nicht zumutbar, ist 

darauf hinzuweisen, dass das Bundesgericht im von der Beklagten zitierten Urteil 

(BGer 5C.139/2005, E. 2) eine gehobene Lebensstellung der Parteien zwar als 

ein mögliches Kriterium bei der Beurteilung der Zumutbarkeit der Ausdehnung der 

Erwerbstätigkeit herangezogen hat. In einem jüngeren Entscheid jedoch hat das 

Bundesgericht betont, dass im Hinblick auf die Festsetzung von nachehelichem 

Unterhalt ein gutes Einkommen des unterhaltspflichtigen Ehegatten für sich allein 

kein Kriterium sein könne, gestützt auf welches dem unterhaltsberechtigten Ehe-

gatten eine Ausdehnung seiner Erwerbstätigkeit nicht zuzumuten wäre (BGer 

5A_474/2013 vom 10. Dezember 2013, E. 4.3.2). Dies muss auch im vorliegen-

den Fall gelten, wo die Trennung der Parteien bereits vor über 4 Jahren erfolgt ist 

und eine Wiedervereinigung ausser Frage steht. 

3.3.9 Soweit die Beklagte schliesslich vorbringt, es sei ihr zusätzlich aus ge-

sundheitlichen Gründen nicht zumutbar, eine Arbeitsstelle in einem ein 60% Pen-

sum übersteigenden Umfang anzunehmen, insbesondere wegen des mit der Ar-

beit als Krankenschwester im Krankenhaus verbundenen Schichtdienstes, und 

sich dafür auf die Zeugnisse von Dr. med. F._____, Facharzt für Psychiatrie und 

Psychotherapie, vom 21. November 2016 (act. 4/12/8), vom 12. Dezember 2016 

(act. 4/15), vom 25. April 2017 (act. 4/44/9) und zuletzt vom 16. November 2017 

(act. 16/96/3) beruft, ist folgendes zu bemerken: In sämtlichen ärztlichen Zeugnis-

sen bestätigt Dr. med. F._____, dass sich die Beklagte bei ihm (weiterhin) in am-

bulanter ärztlicher Behandlung befinde, und erklärt, die Erfahrung der letzten Mo-

nate habe gezeigt, dass der Beklagten aus gesundheitlichen Gründen auch in 

nächster Zeit die anspruchsvolle Arbeit im Schichtdienst weiterhin zu maximal 

60% zumutbar sei, wobei 50% idealer wären. Aufgrund einer multifaktoriellen Be-

lastungssituation und der Erfahrung, dass eine Steigerung über 60% eine Ver-

schlechterung mit sich bringe, bleibe diese Einschätzung auch für die nächsten 

Jahre bestehen (act. 4/12/8, act. 4/15, act. 4/44/9 und act. 16/96/3). Ein ärztliches 

Zeugnis kann nur dann als aussagekräftig gewertet werden, wenn ihm zumindest 

des Grund und der Grad der Arbeitsunfähigkeit sowie deren voraussichtliche 

Dauer entnommen werden können. Nicht Aufgabe des Arztes, sondern des urtei-

lenden Gerichtes (da eine Rechtsfrage) ist es hingegen zu beurteilen, in welchem 

- 31 - 

Umfang einer Person eine Arbeitstätigkeit zumutbar ist. Die ärztlichen Zeugnisse 

von Dr. med. F._____ nennen als Grund für die nur im Umfang von 60% zumut-

bare Tätigkeit der Beklagen eine "multifaktorielle Belastungssituation", definieren 

deren Ursachen und Symptome aber nicht genauer. Zum Grad der 

Abeits(un)fähigkeit der Beklagten äussert sich der Mediziner indes mit keinem 

Wort, vielmehr schreibt der Arzt von "Zumutbarkeit" und beruft sich auf nicht nä-

her umschriebene Erfahrungen der letzten Monate, indes ohne zu erwähnen, 

wann bzw. in welchen Zeitabständen er die Beklagte zuletzt medizinisch unter-

sucht oder betreut hat. Objektive, medizinische Fakten können den als ärztliche 

Zeugnisse bezeichneten Schreiben demnach nicht entnommen werden. Merk-

würdig mutet schliesslich an, dass Dr. med. F._____ seine Einschätzung über den 

Gesundheitszustand der Beklagten sogleich mit Geltung "für die nächsten Jahre" 

abgegeben hat. Es ist notorisch, dass insbesondere der Verlauf psychischer Er-

krankungen auf längere Zeit hinaus nur schwer prognostizierbar ist, sodass die 

"für die nächsten Jahre" gestellte Prognose durch Dr. med. F._____ sehr gewagt, 

wenn nicht gar unseriös erscheint. Insgesamt genügen die von der Beklagten bei-

gebrachten ärztlichen Schreiben den Anforderungen an ein ärztliches Zeugnis 

nicht. Insofern ist dem Kläger beizupflichten, wenn er moniert, die Vorinstanz ha-

be für die Beurteilung der Zumutbarkeit der Ausdehnung der Arbeitstätigkeit der 

Beklagten auf diffuse ärztliche Schreiben abgestellt, welche nichts über die Ar-

beitsfähigkeit der Beklagten aussagen würden, denn effektiv wurde der Beklagten 

ärztlich weder eine Arbeitsunfähigkeit noch eine Teilarbeitsunfähigkeit attestiert. 

Gestützt auf die im Recht liegenden ärztlichen Schreiben von Dr. med. F._____ 

kann jedenfalls nicht der Schluss gezogen werden, der Beklagten sei aus ge-

sundheitlichen Gründen eine Arbeitstätigkeit im 60% übersteigenden Umfang un-

zumutbar. 

3.3.10 Gegen die von der Beklagten behauptete Überlastung durch die Arbeitstä-

tigkeit im derzeitigen Umfang von nur schon 60% spricht zudem, dass die Beklag-

te in den Jahren 2016, 2017 und auch aktuell neben ihrer Tätigkeit im Spital frei-

beruflich eine Praxis als …-Beraterin betrieben hat bzw. betreibt. Die Beklagte hat 

zwar angegeben, diese Nebentätigkeit erstens nur in einem sehr geringen Um-

fang auszuüben und zweitens nicht in der Nacht. Dennoch ist das Betreiben einer 

- 32 - 

…-Praxis und insbesondere die Organisation und das Durchführung von ver-

schiedenen Kursen an zwei Standorten (G._____ und H._____) mit einem erheb-

lichen Zeitaufwand und Verantwortung und damit wiederum mit einer nicht uner-

heblichen psychischen und physischen Belastung verbunden. Unter diesen Um-

ständen erscheint es nicht glaubhaft, dass die Beklagte ihre absolute Belastungs-

grenze bereits mit einem 60%-Arbeitspensum als Kinderkrankenschwester im 

Spital erreicht hat. Vielmehr scheint die Beklagte daneben noch genügend Ener-

gie zu haben, um einem – wenn auch wirtschaftlich nicht sehr einträglichen – Ne-

benerwerb nachzugehen. Zuzugestehen ist der Beklagten aber immerhin, dass 

Nachtarbeit und Schichtdienst gerade mit zunehmendem Alter körperlich belas-

tend sein können. Da fast auf allen Pflegestellen (also nicht nur im Spital), welche 

für die Beklagte in Frage kommen, Nachtarbeit und Schichtdienst zu verrichten 

sind, ist der damit einhergehenden, vor allem erhöhten körperlichen Belastung der 

Beklagten dadurch Rechnung zu tragen, dass ihr nicht ein Vollzeit-Pensum, son-

dern nur ein reduziertes Pensum von 80% längerfristig zuzumuten ist. Ein 80%-

Pensum gewährt der Beklagten mehr Zeit zum Ausgleich der unregelmässigen 

und teilweise in der Nacht zu erledigenden Pflegeleistungen. Auf die (zusätzliche) 

Anrechnung eines Einkommens aus dem Nebenerwerb der Beklagten (Praxis für 

die Bindung zwischen Eltern und Kind) ist ebenfalls aus diesem Grund zu verzich-

ten. 

3.3.11 Als Zwischenergebnis ist festzuhalten, dass weder das Alter noch die ge-

sellschaftliche Stellung oder die Gesundheit der Beklagten an sich eine Ausdeh-

nung der Erwerbstätigkeit als unzumutbar erscheinen lassen, der Beklagten je-

doch aufgrund ihres doch schon fortgeschrittenen Alters von bald 53 Jahren we-

gen der in ihrem Beruf grundsätzlich zu leistenden Nachtarbeit und wegen des 

Schichtdienstes längerfristig bloss ein 80%-Pensum als zumutbar erscheint. 

3.3.12 Zu prüfen gilt es schliesslich, ob die Beklagte aber auch die tatsächliche 

Möglichkeit hat, ihre Arbeitstätigkeit auf ein Pensum von 80% auszudehnen. Als 

Dipl. Pflegefachfrau mit Spezialisierung im Bereich der Säuglingspflege verfügt 

die Beklagte über eine Ausbildung auf einem Beruf, in welchem in der Schweiz 

und insbesondere im Kanton Zürich notorischerweise nach wie vor ein sog. 

- 33 - 

"Fachkräftemangel" herrscht (vgl. z.B. Artikel NZZ Online vom 4. April 2018, "Die 

Pflegelücke lässt sich nicht mehr mit Ausländern schliessen"). Kritisch ist danach 

vor allem die Situation bei den diplomierten Pflegefachpersonen. Dass im Bereich 

Krankenpflege nach wie vor ein Fachkräftemangel besteht, geht sodann auch aus 

der Homepage des Amtes für Arbeit und Wirtschaft des Kantons Zürich hervor, 

wo Krankenpflegefachkräfte mit einem relativ hohen Mangelindikator von 1.51 ge-

listet sind (vgl. https://awa.zh.ch/internet/volkswirtschaftsdirektion/awa/ 

de/ueber_uns/organisation/fachstelle_volkswirtschaft/fachkraeftemangel.html, zu-

letzt besucht am 20. Juli 2018). Dies bedeutet, dass die Arbeitskraft der Beklagten 

als Dipl. Pflegefachfrau insbesondere im Kanton Zürich sehr gesucht ist, was sich 

letztlich auch dadurch bestätigt hat, dass die Beklagte per Mai 2016 nach behaup-

tetermassen 22 Jahren des Karriereunterbruchs wieder eine Anstellung im Spital 

E._____ gefunden hat. Von einer Stellenknappheit im Bereich, auf welchen die 

Beklagte spezialisiert ist, wie dies die Beklagte behauptet (vgl. act. 43 S. 12, 

Rz. 26), kann somit keine Rede sein. Daran ändert auch nichts, dass die Beklagte 

auf die Säuglingspflege spezialisiert ist, zumal nicht nachvollziehbar ist, weshalb 

sie mit ihrer Ausbildung nicht auch auf einer allgemein-medizinischen Abteilung 

eines Spitals einsetzbar sein sollte. Zu Recht bemängelt der Kläger schliesslich 

auch die vorinstanzliche Schlussfolgerung, es sei der Beklagten (auch) aufgrund 

der ihr im Bereich der Säuglingspflege fehlenden Weiterbildung nicht möglich, ihr 

Arbeitspensum zu erhöhen, denn es ist in der Tat nicht nachvollziehbar, weshalb 

die Beklagte auf der Säuglingspflege ohne Weiterbildung in einem 60% Pensum 

arbeiten dürfen soll, jedoch nicht in einem 80% Pensum, sind doch die von ihr zu 

verrichtenden Pflegeleistungen unabhängig vom Arbeitspensum dieselben. 

3.3.13 Nicht glaubhaft erscheint sodann die Behauptung der Beklagten, bei ihrem 

jetzigen Arbeitgeber, dem Spital E._____, auf keinen Fall mehr als 60% arbeiten 

zu können, weil erstens keine Stelle für Säuglingspflege offen sei und zweitens 

aufgrund ihrer reduzierten Arbeitsfähigkeit in den Monaten November 2016 bis 

Januar 2017 Zweifel an ihrer Leistungsfähigkeit bestünden und eine Pensumsre-

duktion auf nur noch 50% zur Diskussion stehe. Wie bereits ausgeführt, ist näm-

lich weder nachvollziehbar, weshalb das Einsatzgebiet der Beklagten auf die 

Säuglingspflege beschränkt sein soll noch sind die Behauptungen der Beklagten 

- 34 - 

über die kritische Einstellung ihres jetzigen Arbeitgebers (Spital E._____) betref-

fend eine Pensumserhöhung belegt. Solche wären denn auch nicht berechtigt: 

Die Beklagte ist nunmehr seit über zwei Jahren für das Spital E._____ tätig gewe-

sen und war in dieser Zeit bloss während weniger Wochen nur reduziert arbeits-

fähig, nämlich vom 21. November 2016 bis 31. Dezember 2016 (zu 40% arbeits-

fähig) und vom 1. Januar 2017 bis zum 31. Januar 2017 (zu 50% arbeitsfähig; vgl. 

act. 4/25/3). Gegenüber dem vertraglich vereinbarten Pensum von damals 60% 

war die Beklagte somit im Endeffekt während rund zwei Monaten nur zu 20% 

bzw. 10% in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Weitere bzw. seither eingetrete-

ne Beeinträchtigungen der Arbeitsfähigkeit der Beklagten sind weder dokumen-

tiert noch behauptet worden. Unter diesen Umständen erscheint die Behauptung 

der Beklagten, ihr jetziger Arbeitgeber hege Zweifel an ihrer Leistungsfähigkeit 

und würde sie nicht in einem höheren Pensum beschäftigen wollen, als reine 

Schutzbehauptung. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es der Beklagten 

auch tatsächlich möglich ist, ihr Pensum auf 80% zu steigern. 

3.3.14 Wird die Pflicht zur Aufnahme oder Ausweitung der Erwerbstätigkeit bejaht 

und dadurch von der betroffenen Partei eine Umstellung ihrer Lebensverhältnisse 

verlangt, ist ihr hinreichend Zeit zu lassen, um die rechtlichen Vorgaben in die Tat 

umzusetzen. Die Dauer der zu gewährenden Übergangsfrist bestimmt sich nach 

den Umständen des Einzelfalls (vgl. dazu BGE 129 III 417, S. 421, E. 2.2; BGE 

114 II 13, S. 17, E. 5). Angesichts des Umstandes, dass von der Beklagten eine 

relativ moderate Pensumssteigerung von 20% (von 60% auf 80%) verlangt wird 

und der Beklagten – wenn auch nur, aber immerhin, im Rahmen der Vergleichs-

gespräche – vom Gericht bereits anlässlich der Instruktions- und Vergleichsver-

handlung vom 24. Mai 2018 angezeigt wurde, dass von ihr eine Pensumssteige-

rung erwartet wird, kann die Übergangsfrist hier relativ kurz bemessen werden. Es 

erscheint angemessen, der Beklagten ab dem 1. Oktober 2018 ein Einkommen 

für ein 80% Pensum anzurechnen und zwar in der Höhe von rund Fr. 5'478.– 

(netto, inkl. Anteil 13. Monatslohn, ausgehend vom im Jahr 2017 durchschnittlich 

erzielten monatlichen Nettoeinkommen von Fr. 4'108.– für ein 60%-Pensum ge-

mäss act. 15/1). 

- 35 - 

3.4 Zum Einkommen des Sohnes D._____ 

3.4.1 Die Vorinstanz hat den Kläger in Dispositivziffer 4 des vorinstanzlichen 

Entscheids vom 27. Oktober 2017 dazu berechtigt, vom monatlich geschuldeten 

Unterhaltbeitrag für den Sohn D._____ in der Zeit ab dem 1. August 2017 bis zum 

31. August 2018 jeweils Fr. 1'000.– in Abzug zu bringen. Dies mit der Begrün-

dung, der Kläger habe glaubhaft dargelegt, dass sein jüngster Sohn in der Lage 

sein werde, während eines Ausbildungsunterbruch ein monatliches Nettoeinkom-

men von mindestens Fr. 1'000.– zu generieren, weshalb der Unterhalt für den in-

zwischen volljährigen Sohn D._____ entsprechend zu kürzen sei (act. 5 S. 29 

E. 4.7.2). Damit hat sie dem gemeinsamen Sohn D._____ faktisch ein hypotheti-

sches eigenes Einkommen aus Arbeitserwerb angerechnet. 

3.4.2 Mit der Berufung verlangt die Beklagte die (teilweise) Aufhebung von Dis-

positivziffer 4 des vorinstanzlichen Entscheids. Konkret sei die Berechtigung des 

Klägers zum Abzug von monatlich Fr. 1'000.– vom Kinder- bzw. Mündigenunter-

halt auf den Zeitraum vom 15. Januar 2018 bis zum 18. Mai 2018 zu beschränken 

(act. 2 S. 2, Berufungsantrag Nr. 2). Zur Begründung bringt die Beklagte vor, der 

Kläger habe erstmals mit Eingabe vom 21. September 2017 beantragt, er sei für 

berechtigt zu erklären, für die Zeit ab dem 1. August 2017 jeweils Fr. 1'000.– vom 

Unterhaltsbeitrag für den Sohn D._____ in Abzug zu bringen. Die betreffende 

Eingabe des Klägers sei der Beklagten schliesslich erst am 20. Oktober 2017 zur 

Kenntnisnahme zugestellt worden. In der Folge habe die Beklagte zu diesem 

neuen klägerischen Antrag innert der praxisgemässen Replikfrist von 10 Tagen 

eine Stellungnahme verfasst, welche am 30. Oktober 2017, somit innert der 10-

tägigen Wartefrist versandt worden sei. Somit hätte die Vorinstanz frühestens am 

31. Oktober 2017 den vorinstanzlichen Entscheid fällen dürfen und in diesem 

Zeitpunkt hätte ihr die Eingabe der Beklagten auch bereits vorgelegen (act. 26 

S. 4 Rz. 6 f.). Bereits am 27. Oktober 2017 habe die Vorinstanz indes den nun 

angefochtenen Entscheid erlassen und dabei die Stellungnahme der Beklagten 

vom 30. Oktober 2017 in Verletzung ihres Replikrechts offensichtlich nicht mehr 

berücksichtigt. Damit sei das rechtliche Gehör der Beklagten grob verletzt worden 

- 36 - 

und Dispositivziffer 4 sei bereits aus diesem Grund aufzuheben (act. 2 S. 5, 

Rz. 8). 

3.4.3 Materiell wendet die Beklagte gegen die von der Vorinstanz in Dispositivzif-

fer 4 der Verfügung vom 27. Oktober 2017 vorgesehene Sistierung der Unter-

haltsbeiträge für den volljährigen Sohn D._____ für die Zeit ab dem 1. August 

2017 bis zum 31. August 2018 im Umfang von Fr. 1'000.– pro Monat ein, D._____ 

habe erst Mitte Juli 2017 die Matura gemacht und habe im November und De-

zember 2017 einen mit dem Kläger abgesprochenen Sprachaufenthalt absolviert. 

Vom 15. Januar 2018 bis zum 18. Mai 2018 werde D._____ sodann die Rekru-

tenschule absolvieren. Insofern hätte D._____ nur in der Zeit ab Mitte Juli bis En-

de Oktober, mithin während 3 ½ Monaten ein eigenes Einkommen erzielen kön-

nen. Es sei aber nie die Rede davon gewesen, dass von D._____ erwartet würde, 

noch vor Antritt der Rekrutenschule Mitte Januar 2018 ein Einkommen zu erzie-

len. Im Zeitraum vom 11. August 2017 bis zum 22. September 2017 habe 

D._____ gelegentlich im Restaurant … in Winterthur aushelfen können und damit 

insgesamt Fr. 525.– netto verdient. Seither habe er in diesem Restaurant keine 

Einsätze mehr gehabt. Dieser minimale Betrag sei D._____ als Taschengeld bzw. 

als Lohn zu belassen. Ein hypothetisches Einkommen könne D._____ überdies 

ohnehin nicht rückwirkend angerechnet werden, weil seitens von D._____ kein 

treuwidriges Verhalten vorliege. Entsprechend hätte die Vorinstanz D._____ kein 

hypothetisches Einkommen von Fr. 1'000.– anrechnen dürfen bzw. nicht die Un-

terhaltsbeiträge während der ganzen Dauer des einjährigen Ausbildungsunterbru-

ches um diesen Betrag reduzieren dürfen; einzig für die Dauer der Rekrutenschu-

le (15. Januar 2018 bis 18. Mai 2018) sei dies gerechtfertigt (act. 2 S. 6 ff., 

Rz. 9 ff.). 

3.4.4 Der Kläger stellt sich in der Berufungsantwort demgegenüber auf den 

Standpunkt, die im Rahmen der Ausübung des Replikrechts eingereichte Stel-

lungnahme der Beklagten vom 30. Oktober 2017 sei verspätet erfolgt. Die von der 

Rechtsprechung definierte Wartefrist von 10 Tagen zur Ausübung des Replik-

rechts berechne sich nicht wie eine gesetzliche oder gerichtlich angesetzte Frist, 

sondern die Stellungnahme müsse das Gericht tatsächlich vor Ablauf der Warte-

- 37 - 

frist erreichen. Bei Zustellung der Eingabe des Klägers vom 21. September 2017 

an die Beklagte am 20. Oktober 2018 habe die Vorinstanz somit am 30. Oktober 

2017 davon ausgehen dürfen, dass die Beklagte auf die Ausübung ihres Replik-

rechts verzichte. Da die Beklagte ihre Eingabe aber erst am 30. Oktober 2017 der 

Post übergeben habe, sei die Eingabe verspätet erfolgt. Irrelevant sei zudem, 

dass der vorinstanzliche Entscheid bereits am 27. Oktober 2017 gefällt worden 

sei, wäre er doch auch am 30. Oktober 2017 mangels Eingangs der Stellungnah-

me der Beklagten ohnehin mit dem gleichen Inhalt gefällt worden. Eine Gehörs-

verletzung liege deshalb nicht vor (act. 17 Ziff. 4). Materiell macht er sodann im 

Wesentlichen geltend, es sei dem inzwischen volljährigen Sohn D._____ möglich 

und zumutbar, in der Zeit ab August 2017 bis Ende August 2018 ein Einkommen 

von insgesamt Fr. 12'000.–, somit durchschnittlich Fr. 1'000.– pro Monat zu erzie-

len. Nur schon für die rund 127 Tage in der Rekrutenschule vom 15. Januar 2018 

bis zum 18. Mai 2018 (inkl. 2-3 Rekrutierungstage) werde D._____ eine Erwerbs-

ausfallentschädigung von Fr. 7'874.– verdienen. Hinzu komme die Erwerbsaus-

fallsentschädigung für die 4-wöchige Unteroffiziersschule von ca. Fr. 3'100.– 

(act. 17 S. 5 f.). Gesamthaft werde er somit nur schon aus Erwerbsersatz knapp 

Fr. 11'000.– an Einkommen erzielen. Unter Berücksichtigung des Umstandes, 

dass D._____ zugestandenermassen bereits im Herbst 2017 Fr. 525.– als Aushil-

fe in einem Restaurant verdient habe und er im Militär noch Sold erhalten werde 

und es sich bei ihm um einen gesunden jungen Erwachsenen handle, sei es ihm 

durchaus zumutbar und möglich, im fraglichen Zeitraum vom 1. August 2017 bis 

zum 31. August 2018 durchschnittlich Fr. 1'000.– pro Monat zu verdienen, wes-

halb Dispositivziffer 4 des vorinstanzlichen Entscheids zu bestätigen sei (act. 17 

S. 5 f.; act. 24 S. 19). Aufgrund der anlässlich der Instruktionsverhandlung vom 

24. Mai 2018 erlangten Kenntnis über die geänderten Zukunftspläne von 

D._____, nach der Unteroffiziersschule im Herbst 2018 noch ein weiteres Zwi-

schenjahr einzulegen und ein Studium erst im Herbst 2019 zu beginnen, bean-

tragte der Kläger zudem mit Noveneingabe vom 31. Mai 2018 die gänzliche Sis-

tierung der Unterhaltsbeiträge für den Sohn D._____ ab 1. September 2018 bis 

zur Aufnahme eines Studiums bzw. einer gleichwertigen Ausbildung für die weite-

re Dauer des Verfahrens bzw. längstens bis zum Abschluss einer angemessenen 

- 38 - 

Erstausbildung (vgl. act. 27 S. 1 f.). Die Beklagte beantragt die Abweisung dieses 

Antrages (act. 31). 

3.4.5 Vorab ist zur prozessualen Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs 

folgendes zu bemerken: Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 29 

Abs. 2 BV folgt unter anderem das Recht, sich im Rahmen eines Gerichtsverfah-

rens zu den beim Gericht eingereichten Stellungnahmen zu äussern und zwar 

unabhängig davon, ob die Eingabe neue und/oder wesentliche Vorbringen enthält 

und ob sie im Einzelfall geeignet ist, den richterlichen Entscheid zu beeinflussen. 

Es ist Sache der Parteien und nicht des Gerichts zu beurteilen, ob eine neue Ein-

gabe oder ein neues Beweismittel Bemerkungen erfordert. Damit eine Partei ihr 

Replikrecht auch tatsächlich wahrnehmen kann, muss ihr die fragliche Eingabe 

vor Erlass des Urteils zugestellt werden, wobei eine Zustellung zur Information 

ohne Fristansetzung zur Stellungnahme grundsätzlich ausreicht. Es wird erwartet, 

dass eine Partei, die sich äussern will, dies umgehend tut oder wenigstens um 

Ansetzung einer Frist nachsucht; andernfalls wird angenommen, sie habe auf ei-

ne weitere Eingabe verzichtet. Für eine effektive Wahrnehmung des Replikrechts 

muss das Gericht der Partei ausreichend Zeit für eine Stellungnahme lassen. 

Nach der von der Rechtsprechung erarbeiteten Praxis darf jedenfalls vor dem Ab-

lauf von zehn Tagen seit der Zustellung der betreffenden Eingabe grundsätzlich 

nicht von einem Verzicht auf das Replikrecht ausgegangen werden. Diese Warte-

frist schliesst die Zeit, welche die Partei zur Übermittlung ihrer Eingabe benötigt, 

bereits ein (BGE 138 I 484, BGE 133 I 98 sowie 139 I 189 E. 3.2, je mit zahlrei-

chen Hinweisen, nebst vielen zudem BGer 5D_81/2015 vom 4. April 2016, 

E. 2.4.2). Gemäss Akten erfolgte die Weiterleitung der Eingabe des Klägers vom 

21. September 2016 (act. 4/76) zur Kenntnisnahme an die Beklagte mit Kurzbrief 

vom 17. Oktober 2017 (per A-Post, vgl. act. 82). Die Zustellung an die Beklagte 

erfolgte offenbar erst am 20. Oktober 2017 (act. 3/2), weshalb die 10-tägige War-

tefrist in der Folge erst am 30. Oktober 2017 um 24:00 Uhr abgelaufen ist. Dem-

entsprechend hätte die Vorinstanz ihren Entscheid frühestens am 31. Oktober 

2017 fällen dürfen. Richtig ist zwar, dass die Stellungnahme der Beklagten vom 

30. Oktober 2017 der Vorinstanz wohl erst im Verlaufe des frühen Morgens des 

31. Oktober 2017 postalisch zugestellt worden ist, doch erscheint es überspritzt 

- 39 - 

formalistisch, deswegen die Stellungnahme der Beklagten als verspätet zu be-

zeichnen, lag doch der Vorinstanz die Stellungnahme just in jenem Zeitpunkt tat-

sächlich vor, als diese den Entscheid frühestens hätte fällen dürfen, nämlich am 

Morgen des 31. Oktober 2017. Indem die Vorinstanz die 10-tägige Wartefrist nicht 

abgewartet und ihren Entscheid bereits am 27. Oktober 2017 gefällt hat, hat sie 

das rechtliche Gehör der Beklagten verletzt. Damit erweist sich die Rüge der Ver-

letzung des rechtlichen Gehörs der Beklagten als begründet. 

3.4.6 Auch wenn eine Verletzung des rechtlichen Gehörs aber klar zu bejahen 

ist, kann indes vorliegend eine Rückweisung an die Vorinstanz aus den folgenden 

Gründen unterbleiben: Im Zusammenhang mit der hier zu behandelnden Gehörs-

verletzung stellt die Beklagte in der Berufung keinen Rückweisungsantrag, son-

dern verlangt einen neuen Entscheid durch die Rechtsmittelinstanz. Sodann 

konnte sich die Beklagte nunmehr vor der Rechtsmittelinstanz, die sowohl den 

Sachverhalt als auch die Rechtslage frei überprüft (Art. 310 ZPO), zu den vom 

Kläger mit Eingabe vom 21. September 2016 gestellten Anträgen umfassend 

äussern (vgl. 4/86, act. 4/87/1 - 3 und act. 2 S. 6, Rz. 9 ff.). Überdies erscheint 

das Interesse der Beklagten, sich vor erster Instanz zu diesen Eingaben zu äus-

sern, gegenüber ihrem Interesse an einer beförderlichen Durchführung des Mass-

nahmeverfahrens nachrangig. Die Rückweisung würde zu einem formalistischen 

Leerlauf und zu unnötigen Verzögerungen führen (anstatt vieler: BGE 137 I 195 

E. 2.3.2), weshalb auf eine Rückweisung an die Vorinstanz zu verzichten und di-

rekt ein neuer Entscheid in der Sache zu treffen ist. 

3.4.7 Gemäss Art. 276 Abs. 1 ZGB haben die Eltern für den Unterhalt des Kin-

des aufzukommen, wobei sich der zu entrichtende Unterhaltsbeitrag nach Art. 285 

Abs. 1 ZGB nach den Bedürfnissen des Kindes sowie der Lebensstellung und 

Leistungsfähigkeit der Eltern bemisst (vgl. BGE 135 III 66, S. 70, E. 4). Hat das 

Kind im Zeitpunkt des Eintritts der Volljährigkeit noch keine angemessene Ausbil-

dung, so haben die Eltern, soweit es ihnen nach den gesamten Umständen zu-

gemutet werden darf, für seinen Unterhalt aufzukommen, bis eine entsprechende 

Ausbildung ordentlicherweise abgeschlossen werden kann (Art. 277 Abs. 2 ZGB). 

Zumutbarkeit bedeutet, dass ein gerechter Ausgleich gefunden werden muss zwi-

- 40 - 

schen dem Beitrag, der unter Berücksichtigung aller Umstände von den Eltern 

erwartet werden darf, und der Leistung, die dem Kind in dem Sinne zugemutet 

werden kann, dass es zu seinem Unterhalt durch eigenen Arbeitserwerb oder an-

dere Mittel beiträgt. Die Zumutbarkeit ist anhand aller im Einzelfall erheblichen 

Umständen zu beurteilen (BGer 5C.150/2005 vom 11. Oktober 2005, E. 4.1, 

m.w.H.). 

3.4.8 Zu prüfen gilt es vorliegend nach dem Gesagten, ob und in welchem Um-

fang es dem inzwischen volljährigen Sohn D._____ ab dem 1. August 2017 zu-

mutbar ist, zu seinem Unterhalt durch eigenen Arbeitserwerb oder andere Mittel 

beizutragen. In der persönlichen Befragung anlässlich der Instruktionsverhand-

lung vom 24. Mai 2018 gab die Beklagte zu Protokoll, dass D._____ vom 14. Ja-

nuar 2018 bis am 18. Mai 2018 die Rekrutenschule besucht habe (Prot. S. 23). In 

dieser Zeit (124 Diensttage) sowie an den zwingend vorangehenden 2-3 Rekrutie-

rungstagen hatte D._____ als Rekrut gemäss Bundesgesetz über den Erwerbser-

satz für Dienstleistende und bei Mutterschaft (Erwerbsersatzgesetz, EOG) und 

der dazugehörigen Verordnung EOV sowie gestützt auf Art. 31 Verordnung über 

die Verwaltung der Armee (VVA) Anspruch auf folgendes Entgelt: 

Erwerbsersatz (Rekrut): Fr. 62.– pro Tag x 127 Tage = Fr. 7'874.– 
Sold (Rekrut):   Fr. 4.– pro Tag  x 127 Tage = Fr. 508.– 
Total:            Fr. 8'382.– 

Weiter gab die Beklagte anlässlich der Instruktionsverhandlung vom 24. Mai 2018 

zu Protokoll, D._____ sei aktuell zwar krank zufolge Grippe, hätte aber eigentlich 

am 22. Mai 2018 die Unteroffiziersschule antreten sollen bzw. werde diese nach 

seiner Genesung antreten. Diese dauere 4 Wochen und anschliessend müsse 

D._____ noch seinen Grad abverdienen, sodass er Ende Oktober 2018 mit der 

Unteroffiziersschule inkl. Abverdienen fertig sein werde (Prot. S.  20 f.). Im vorlie-

gend für die (teilweise) Unterhaltssistierung massgeblichen Zeitraum vom 22. Mai 

2018 bis am 31. August 2018 wird D._____ wiederum gemäss EOG, EOV und 

Art. 31 (VVA) Anspruch auf folgendes Entgelt haben: 

- 41 - 

Erwerbsersatz 
(Unteroffizier):   Fr. 111.– pro Tag x 103 Tage = Fr. 11'433.– 
Sold (während  
Ausbildung UO):  Fr. 23.– pro Tag x 28 Tage  = Fr. 644.– 
Sold (während 
Abverdienen UO):  Fr. 7.– pro Tag  x 75 Tage  = Fr. 525.– 
Total:            Fr. 12'602.– 

3.4.9 Alleine für seine Dienste für die Schweizer Armee wird D._____ im hier 

fraglichen Zeitraum vom 1. August 2017 bis 31. August 2018 folglich insgesamt 

Fr. 20'984.– an Einkommen erzielen, sofern er die Unteroffiziersschule wie ge-

plant absolviert und auch den Grad abverdient. Hinzu kommen die im Zeitraum 

vom 11. August 2017 bis zum 22. September 2017 für gelegentliche Einsätze von 

D._____ im Restaurant … in Winterthur verdienten Fr. 525.– netto. Das von 

D._____ im für die (teilweise) Sistierung der Unterhaltsbeiträge massgeblichen 

Zeitraum tatsächlich erzielte Einkommen liegt damit weit über den ihm von der 

Vorinstanz hypothetisch angerechneten Fr. 1'000.– pro Monat. Unter diesen Um-

ständen kann die Frage nach der Zulässigkeit der Anrechnung eines hypotheti-

schen Einkommens offen bleiben und es ist im Ergebnis nicht zu beanstanden, 

dass die Vorinstanz den Kläger im Zeitraum vom 1. August 2017 bis zum 31. Au-

gust 2018 zum Abzug von Fr. 1'000.– von den für D._____ gesprochenen Unter-

haltsbeiträgen berechtigt hat, weshalb Dispositivziffer 4 des angefochtenen Ent-

scheids vom 27. Oktober 2017 (act. 5) im Sinne der Anträge des Klägers zu be-

stätigen ist resp. der Berufungsantrag Nr. 2 der Beklagten abzuweisen ist. 

3.4.10 Soweit der Kläger überdies im Berufungsverfahren die vollständige Sistie-

rung der Unterhaltsbeiträge für den Sohn D._____ ab dem 1. September 2018 bis 

zur Aufnahme eines Studiums bzw. einer gleichwertigen Ausbildung beantragt 

(act. 27 S. 1 f., Antrag Nr. 2, 5. Spiegelstrich), ist schliesslich folgendes vorauszu-

schicken: Erstmals anlässlich der Instruktionsverhandlung vom 24. Mai 2018 teilte 

die Beklagte mit, dass die aktuelle Idee von D._____ sei, nach der Unteroffiziers-

schule inkl. Abverdienen im Herbst 2018 doch noch nicht mit einem Studium zu 

beginnen, sondern ein zweites Zwischenjahr anzuhängen, um dann erst im 

Herbst 2019 ein Studium aufzunehmen. D._____ spiele zurzeit mit dem Gedan-

- 42 - 

ken, in einem weiteren Zwischenjahr als Flight Attendant zu arbeiten. Falls er bei 

keiner Fluggesellschaft unterkommen würde, werde er sich eine andere Stelle su-

chen. Vom Militär habe er zurzeit gerade "etwas genug", weshalb er die anfängli-

che Option, im Militär noch weiterzumachen z.B. mit der Offiziersschule, nicht 

mehr ansprechend finde (vgl. Prot. S. 20 f.). 

3.4.11 Gestützt auf diese neuen Pläne macht der Kläger zusammengefasst gel-

tend, sowohl wenn D._____ im Anschluss an die Unteroffiziersschule im Herbst 

2018 die Offiziersschule absolvieren werde als auch wenn D._____ eine Stelle als 

Flight Attendant oder im Gastgewerbe antreten werde, könne D._____ seinen 

Bedarf in der behaupteten Höhe von Fr. 1'991.– ohne Weiteres vollständig selbst 

decken, zumal er während der Dauer der Militärpflicht keine Krankenkassenprä-

mien bezahlen müsse (act. 27 S. 3 f.). Sofern D._____ im Herbst eine Stelle als 

Flight Attendant oder eine Arbeitsstelle im Gastgewerbe antreten würde, werde er 

ein Einkommen in der Höhe von Fr. 3'400.– bis Fr. 3'900.– pro Monat erzielen 

können und bei einer Stelle im kaufmännischen Bereich sogar noch mehr. Es ste-

he jedenfalls fest, dass es D._____ sowohl zumutbar als auch möglich sei, für 

seinen Bedarf ab dem 1. September 2018 während der weiteren Dauer des Aus-

bildungsunterbruchs selbst aufzukommen. Damit bestehe während der Zeit des 

Ausbildungsunterbruchs keine Unterhaltspflicht des Klägers, sondern erst wieder, 

wenn D._____ ein Studium oder eine andere gleichwertige Ausbildung aufnehme 

(act. 27 S. 4 f.). 

3.4.12 Die Beklagte wendet dagegen ein, die Unteroffiziersschule dauere lediglich 

vier Wochen, weshalb eine Befreiung vom Krankenversicherungsobligatorium 

nicht in Frage komme. Zudem sei D._____ auch kein ausgebildeter Flight Atten-

dant und während der ersten zwei Monate betrage das Bruttogehalt lediglich 

Fr. 2'000.– pro Monat. Eine Stelle in einem Büro komme schliesslich nicht in Fra-

ge, da D._____ über keinerlei kaufmännische Ausbildung verfüge (act. 31 S. 1 f.). 

3.4.13 Dem Kläger ist beizupflichten, wenn er geltend macht, D._____ werde sei-

nen Bedarf ab dem 1. September 2018 vollständig mit eigenen Mitteln decken 

können, sofern er seine Ausbildung für eine weiteres Jahr unterbrechen werde. 

Dies hat die Beklagte denn an sich auch nicht bestritten. Aufgrund der im Beru-

- 43 - 

fungsverfahren gemachten Angaben ist davon auszugehen, dass D._____ an die 

Unteroffiziersschule entweder die Offiziersschule anhängen und damit monatlich 

mindestens Fr. 3'374.40 verdienen wird (Fr. 111.– x durchschnittlich 30.4 Dienst-

tage pro Monat [Erwerbsersatz], zuzüglich Sold) oder aber im Herbst 2018 eine 

Ausbildung zum Flight Attendant beginnen wird, wobei er nach einem anfängli-

chen Bruttolohn in der Höhe von Fr. 2'000.– (entsprechend netto ca. Fr. 1'760.– 

bei angenommenen Sozialabzügen in der Höhe von 12%) ab dem 3. Anstel-

lungsmonat einen Bruttolohn von mindestens Fr. 3'400.– (entsprechend netto ca. 

Fr. 2'992.– bei angenommenen Sozialabzügen in der Höhe von 12%) wird verdie-

nen können. Seinen Bedarf (vgl. dazu untenstehende E. II./3.5 ff.) kann D._____ 

ab dem 1. September 2018 damit bei beiden Varianten vollständig selbst decken, 

und zwar unabhängig davon, ob er seine Prämie für die obligatorische Kranken-

pflegeversicherung in der Höhe von monatlich Fr. 357.70 weiterhin bezahlen 

müsste oder nicht. Während der Dauer des Ausbildungsunterbruchs ab dem 

1. September 2018 hat D._____ gegenüber dem Kläger folglich keinen Anspruch 

auf Unterhalt. Dieser wird freilich dann wiederaufleben, wenn D._____ seine 

Erstausbildung aufnimmt. Für die Höhe des dannzumal vom Kläger für den Sohn 

D._____ geschuldeten Unterhalts wird auf die nachstehenden Ausführungen in 

E. II./3.5 ff. verwiesen. Dementsprechend ist der Unterhalt des Klägers für den 

Sohn D._____ ab dem 1. September 2018 vollständig zu sistieren bzw. ein Unter-

haltsbeitrag für den Sohn D._____ antragsgemäss erst ab Wiederaufnahme der 

Erstausbildung festzusetzen. 

3.5 Zum Bedarf der Beklagten und von D._____ 

3.5.1 Schliesslich bemängelt der Kläger die von der Vorinstanz für verschiedene 

Zeitperioden ermittelten Bedarfe der Beklagten sowie des Sohnes D._____ und 

rügt wiederum einerseits eine unrichtige Feststellung des Sachverhalts und ande-

rerseits eine falsche Rechtsanwendung durch die Vorinstanz durch das Ansetzen 

von zu tiefen Anforderungen an die Glaubhaftmachung (act. 11/2 Ziff. 18 ff.). Er 

moniert zusammengefasst, die Vorinstanz habe einen unzulässigen Berech-

nungsmethodenmix angewandt, indem sie zur Ermittlung der Unterhaltsbeiträge 

einerseits die einstufige Berechnungsmethode angewandt und auf konkrete Aus-

- 44 - 

gaben abgestellt habe, andererseits aber mit festgelegten Pauschalen gerechnet 

und diese willkürlich mit gewissen Faktoren multipliziert habe. Bei der einstufigen 

Berechnungsmethode sei auf den konkreten Bedarf abzustellen, welchen die Be-

klagte konkret nachzuweisen gehabt hätte (act. 11/2 Ziff. 19 ff.). Diverse von der 

Beklagten geltend gemachte Bedarfspositionen habe die Vorinstanz als glaubhaft 

gemacht erachtet, obwohl dem nicht so sei. Auf die konkreten Vorbringen des 

Klägers und der Beklagten zu den jeweiligen Bedarfspositionen wird im Folgen-

den im Einzelnen eingegangen. 

3.5.2 Um den seit dem 12. Dezember 2015 eingetretenen und zukünftigen Ver-

änderungen der Lebensumstände und damit beim monatlichen Bedarf und dem 

Einkommen der Beklagten und D._____ Rechnung zu tragen, bildete die Vo-

rinstanz insgesamt vier Bedarfsphasen (bzw. fünf Unterhaltsphasen). Daran wird 

im Folgenden festgehalten, wobei vorauszuschicken ist, dass diese vier Phasen 

um eine weitere (fünfte) Bedarfsphase (bzw. sechste Unterhaltsphase) zu ergän-

zen sind. 

3.5.3 Für den Zeitraum vom 12. Dezember 2015 bis zum 30. September 2016 

(= Phase I) ging die Vorinstanz vom folgenden Bedarf der Beklagten und D._____ 

aus (act. 5 S. 14 ff.): 

 Bedarfsposition: Ehefrau: Sohn D._____: 
a) Lebensmittel/Haushalt: Fr. 1'180.– Fr. 525.– 
b) Kleidung: Fr. 830.– Fr. 300.– 
c) Drogerie: Fr. 158.60 Fr. 0.– 
d) Apotheke: Fr. 38.60 Fr. 0.– 
e) Coiffeur: Fr. 66.40 Fr. 0.– 
f) Hypothekarzinsen 2016: Fr. 730.50 Fr. 243.50 
g) Wasser/Abwasser: Fr. 57.85 Fr. 19.15 
h) Unterhalt Liegenschaft: Fr. 349.15 Fr. 116.40 
i) Pellets für Ofen: Fr. 150.– Fr. 50.– 
j) Strom: Fr. 98.50 Fr. 33.– 
k) Gebäudeversicherung: Fr. 101.50 Fr. 0.– 
l) Krankenkasse: Fr. 439.20 Fr. 112.15 

- 45 - 

 Bedarfsposition: Ehefrau: Sohn D._____: 
m) Arzt-/Zahnarztkosten: Fr. 180.– Fr. 0.– 
n) Brille: Fr. 0.– Fr. 0.– 
o) Autoversicherung: Fr. 64.– Fr. 0.– 
p) Strassenverkehrsabgabe: Fr. 17.35 Fr. 0.– 
q) TCS: Fr. 8.25 Fr. 0.– 
r) Unterhalt Auto: Fr. 175.– Fr. 0.– 
s) Benzin: Fr. 300.– Fr. 0.– 
t) ÖV: Fr. 13.75 Fr. 118.– 
u) Billag: Fr. 38.– Fr. 0.– 
v) Festnetztelefonie/Internet/TV: Fr. 150.– Fr. 0.– 
w) Handy: Fr. 83.15 Fr. 35.– 
x) Haushalt-/Haftpflichtversicherung: Fr. 71.20 Fr. 0.– 
y) Rechtsschutzversicherung: Fr. 29.– Fr. 0.– 
z) Reiseversicherung: Fr.  15.– Fr. 0.– 
aa) Mitgliedschaften: Fr. 8.35 Fr. 0.– 
bb) Bücher/Zeitschriften: Fr. 101.50 Fr. 0.– 
cc) Yoga: Fr. 68.– Fr. 0.– 
dd) Kino/Musik/Kultur: Fr. 25.– Fr. 0.– 
ee) Auswärtiges Essen (beruflich bedingt): Fr. 100.– Fr. 130.– 
ff) Auswärtiges Essen (privat): Fr. 150.– Fr. 0.– 
gg) Kosten Hund: Fr. 69.– Fr. 0.– 
hh) Ferien: Fr. 492.– Fr. 400.– 
ii) Spenden: Fr. 25.– Fr. 0.– 
jj) Steuerberatung: Fr. 100.– Fr. 0.– 
kk) Bankspesen: Fr. 5.– Fr. 0.– 
ll) Rega: Fr. 10.85 F