# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 24e9a152-fe17-5634-80ca-1e202b1a2b42
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-07
**Language:** de
**Title:** Zug Obergericht Beschwerdeabteilung 07.11.2023 BS 2023 73
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Obergericht/ZG_OG_003_BS-2023-73_2023-11-07.pdf

## Full Text

20230920_162513_ANOM.docx

I. Beschwerdeabteilung BS 2023 73

Oberrichter St. Scherer, Abteilungspräsident
Oberrichter P. Huber
Oberrichter M. Siegwart
Gerichtsschreiber C. Schwegler

Beschluss vom 7. November 2023 [rechtskräftig]

in Sachen

A.________, geb. tt.mm. 2002, zzt. Justizvollzugsanstalt B.________,
amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin C.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Zug, IV. Abteilung, An der Aa 4, Postfach, 6301 Zug,
vertreten durch den Leitenden Staatsanwalt E.________, Jugendanwalt,
Beschwerdegegnerin,

betreffend

Änderung einer jugendstrafrechtlichen Massnahme

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Sachverhalt

1. Mit Urteil des Strafgerichts des Kantons Zug, Jugendgericht, (nachfolgend: Jugendgericht), 
vom 22. September 2020 (Verfahren JG 2020 4) wurde A.________ des versuchten Tot-
schlages sowie der Widerhandlung gegen das BetmG und der Übertretung des BetmG 
schuldig gesprochen. Sie wurde dafür bestraft mit einem Freiheitsentzug von neun Monaten, 
unter Gewährung des bedingten Strafvollzuges von zwei Jahren und unter Anrechnung der 
erstandenen Untersuchungshaft von 42 Tagen sowie einer Busse von CHF 100.00. Ausser-
dem wurde für sie eine Unterbringung nach Art. 15 Abs. 1 JStG sowie eine ambulante Be-
handlung nach Art. 14 Abs. 1 und 2 JStG angeordnet. Der Anlasstat lag der Sachverhalt zu-
grunde, dass A.________ am tt.mm. 2018 im Elternschlafzimmer der Familienwohnung in 
F.________ um ca. 01.40 Uhr ihrem Vater G.________ zweimal mit einem Messer in den 
Hals gestochen hatte. Eine gegen das Urteil des Jugendgerichts erhobene Berufung der Mut-
ter von A.________ wurde am 1. Dezember 2021 zurückgezogen. Die Strafabteilung des 
Obergerichts schrieb in der Folge mit Verfügung vom 9. Dezember 2021 das Berufungsver-
fahren als durch Rückzug der Berufung der Berufungsklägerin erledigt ab (Verfahren S 2021 
20).

2. A.________ wurde ab dem 9. April 2020 mehrheitlich in der halbgeschlossenen Intensiv-
wohngruppe der Jugendstätte H.________, I.________, untergebracht. Aufgrund des eher 
schwierigen Massnahmenverlaufes und der nur marginalen Fortschritte von A.________ gab 
die Staatsanwaltschaft in Absprache mit der Leitung der Jugendstätte H.________ am 
20. Mai 2020 bei der Kinder- und Jugendpsychiatrie J.________ ein Massnahmenverlaufs-
gutachten in Auftrag, welches am 9. November 2021 bei ihr einging. Aufgrund der sich dar-
aus ergebenden Empfehlungen ersuchte die Staatsanwaltschaft die Gutachterin K.________ 
am 17. November 2021 um Beantwortung von zwei Ergänzungsfragen, welchem Ersuchen 
am 23. November 2021 nachgekommen wurde.

3. Aufgrund der Empfehlungen im Massnahmenverlaufsgutachten eröffnete die Staatsanwalt-
schaft mit Verfügung vom 13. Januar 2022 ein Verfahren betreffend Änderung der Schutz-
massnahmen, wies A.________ in Fortsetzung der Unterbringung im Sinne von Art. 15 
Abs. 1 und 2 JStG am 13. Januar 2022 vorsorglich in die Strafanstalt L.________ ein und 
ordnete zusätzlich eine stationäre Beobachtung im Sinne von Art. 9 Abs. 1 JStG in einer 
Fachinstitution an (Vi act. 8/1). Gleichentags musste A.________ wegen Selbstgefährdung 
fürsorgerisch in die Klinik M.________ untergebracht werden, wo sie am 17. Januar 2022 ei-
nen Fluchtversuch unternahm.

4. Die von A.________ gegen diese Anordnungen und Versetzungen erhobenen Beschwerden 
wies die I. Beschwerdeabteilung des Obergerichts mit Beschluss vom 10. März 2022 ab 
(Verfahren BS 2022 7, 12 und 21). Dieser Entscheid blieb unangefochten.

5. Am 26. Januar 2022 wurde die fürsorgerische Unterbringung in der Klinik M.________ auf-
gehoben und A.________ in die Strafanstalt L.________ verlegt. Am 11. Februar 2022 wur-
de A.________ zur Behandlung und Stabilisierung in die N.________, eingewiesen. Am 
9. März 2022 bestätigte die Justizvollzugsanstalt B.________ die Aufnahme von A.________ 
per 12. Juli 2022. Mit Verfügung vom 12. Juli 2022 wies die Staatsanwaltschaft A.________ 
in Fortsetzung der (vorsorglichen) geschlossenen Unterbringung gemäss Art. 15 Abs. 1 und 

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2 JStG gleichentags in die Justizvollzugsanstalt B.________ ein. Die I. Beschwerdeabteilung 
des Obergerichts wies die von A.________ dagegen erhobene Beschwerde mit Beschluss 
vom 25. August 2022 ab (Verfahren BS 2022 55). Dieser Entscheid blieb unangefochten.

6. Bereits am 15. Juni 2022 erstattete die Staatsanwaltschaft Bericht an das Jugendgericht 
und beantragte gestützt auf Art. 18 JStG im Wesentlichen, die mit Urteil des Jugendgerichts 
vom 22. September 2020 angeordnete Unterbringung sei in eine geschlossene Unterbrin-
gung zu ändern. Überdies verlangte die Staatsanwaltschaft die Weiterführung der mit Urteil 
des Jugendgerichts angeordneten ambulanten Behandlung.

7. Mit Beschluss vom 27. Januar 2023 ersetzte das Jugendgericht die von ihm gegenüber 
A.________ mit Urteil vom 22. September 2020 angeordnete Unterbringung im Sinne 
von Art. 15 Abs. 1 JStG durch eine geschlossene Unterbringung im Sinne von Art. 15 Abs. 1 
und 2 JStG. Der begründete Beschluss wurde am 16. August 2023 versandt.

8. Gegen diesen Beschluss liess A.________ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) mit Eingabe 
vom 28. August 2023 Beschwerde bei der I. Beschwerdeabteilung des Obergerichts einrei-
chen mit folgenden Anträgen:

1. Der Beschluss des Jugendgerichts Zug vom 27. Januar 2023 sei aufzuheben. 

2. Die Beschwerdeführerin sei sofort in den offenen Massnahmenvollzug gemäss Art. 15 Abs. 1 JStG 
zu versetzen.

3. Der Beschwerdeführerin sei für die Zeit im geschlossenen Massnahmenvollzug eine Genugtuung 
in gerichtlich zu bestimmender Höhe zuzusprechen.

4. Die Verfahrenskosten seien dem Kanton aufzuerlegen.

5. Der Beschwerdeführerin sei eine angemessene Parteientschädigung zuzusprechen.

In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte die Beschwerdeführerin, es sei eine erneute 
Massnahmenverlaufsbegutachtung bei einer unabhängigen Fachperson in Auftrag zu geben. 
Eventualiter sei eine neue Diagnostik betreffend die Beschwerdeführerin zu erstellen, eine 
neue PCL:YV-Testung durchzuführen und eine erneute Auswertung der PCL:YV-Items durch 
eine unabhängige Fachperson vorzunehmen. Ebenfalls eventualiter sei ein aktueller Thera-
pieverlaufsbericht, inklusive Risikobeurteilung bei der N.________ und ein aktueller Voll-
zugsbericht bei der JVA B.________ zu edieren.

9. Die Staatsanwaltschaft beantragte in der Vernehmlassung vom 12. September 2023 die Ab-
weisung der Beschwerde, unter Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdeführerin.

10. Das Jugendgericht verzichtete am 14. September 2023 auf eine Vernehmlassung.

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Erwägungen

1. Gemäss § 21 Abs. 1 lit. c GOG in Verbindung mit Art. 7 Abs. 1 lit. c JStPO sowie Art. 43 lit. a 
JStPO entscheidet die Beschwerdeabteilung des Obergerichts über Beschwerden gegen ge-
richtliche Beschlüsse betreffend Änderung der Massnahme.

2. Im angefochtenen Entscheid ersetzte das Jugendgericht die mit Urteil vom 22. September 
2020 angeordnete Unterbringung im Sinne von Art. 15 Abs. 1 JStG durch eine geschlossene 
Unterbringung nach Art. 15 Abs. 1 und 2 JStG. Zur Begründung stützte es sich auf die – 
seiner Ansicht nach – schlüssigen und nachvollziehbaren Ausführungen im Massnahmen-
verlaufsgutachten vom 8. November 2021. In Würdigung dieses Gutachtens wie auch der 
Einschätzungen der Fachpersonen der N.________ und der JVA B.________ sowie der wei-
teren Verfahrensakten erachtete es eine Unterbringung der Beschwerdeführerin in einer ge-
schlossenen Einrichtung als für deren persönlichen Schutz und für die Behandlung von ihrer 
psychischen Störung unumgänglich.

3. Die Beschwerdeführerin macht demgegenüber geltend, das Massnahmenverlaufsgutachten 
vom 8. November 2021 sei nicht schlüssig und fachgerecht erstellt worden, weshalb darauf 
nicht abgestellt werden könne. Demzufolge bilde es keine rechtsgenügende Entscheidgrund-
lage für den angefochtenen Entscheid. Das Gutachten genüge bereits aus methodenkriti-
schen Gesichtspunkten den hohen Anforderungen an ein forensisch-psychiatrisches Gutach-
ten nicht. Darüber hinaus entspreche es auch in materieller Hinsicht nicht den fachlichen 
Standards. Schliesslich fehle es an einer befriedigenden Auseinandersetzung mit dem The-
rapieverlauf. 

3.1 Im Einzelnen macht die Beschwerdeführerin in formeller Hinsicht zusammengefasst Folgen-
des geltend:

3.1.1 Das Gutachten sei von der Sachverständigen K.________ und darüber hinaus auch vom 
Rechtspsychologen O.________ unterzeichnet worden. Es sei zu vermuten, dass Letzterer 
an der Erstellung des Gutachtens massgeblich beteiligt gewesen sei oder dieses sogar in 
grossen Teilen verfasst habe. An der Hauptverhandlung habe die Gutachterin verschiedene 
Fragen in Zusammenhang mit der testpsychologischen Untersuchung nicht beantworten 
können, da sie diese nicht selbst vorgenommen habe und ihr auch die notwendigen Unterla-
gen dazu an der Hauptverhandlung nicht zur Verfügung gestanden hätten. Die Gutachterin 
habe damit gegen die bundesgerichtlichen Vorgaben verstossen, wonach beauftragte Sach-
verständige einen Auftrag persönlich auszuführen hätten und dessen Weitergabe nur in Ab-
sprache mit der Verfahrensleitung sowie unter Wahrung des rechtlichen Gehörs der Parteien 
rechtlich zulässig sei.

3.1.2 Die Gutachterin habe sodann unzulässige Beweisvorkehren getroffen, indem sie verschiede-
ne länger dauernde Telefonate mit Verantwortlichen von Institutionen geführt habe, in wel-
chen sich die Beschwerdeführerin aufgehalten habe. Weiter habe sie sich auf telefonische 
Angaben des Psychotherapeuten P.________ gestützt. Ein solches Vorgehen sei strafpro-
zessual unzulässig, da sich eine Sachverständige bei der Erstellung eines Gutachten auf den 
von der zuständigen Behörde vorgelegten Sachverhalt und die zur Verfügung gestellten Ak-
ten zu stützen habe. Eigene Beweisvorkehren seien mit Ausnahme von einfachen Erhebun-

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gen, die mit dem Auftrag in engem Zusammenhang stünden, grundsätzlich unzulässig. Eine 
solche Kompetenzüberschreitung sei nicht hinnehmbar und verletze darüber hinaus das 
rechtliche Gehör der Beschwerdeführerin.

3.1.3 Strafprozessual unzulässig sei ausserdem die ausführliche Exploration der Eltern der Be-
schwerdeführerin, die der Beurteilung von deren Tochter zugrunde lägen. Die Strafprozess-
ordnung sehe eine Exploration einzig mit der beschuldigten Person vor. Drittauskünfte dürf-
ten nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung einzig in Form einer Zeugeneinvernahme er-
hoben werden, wenn insbesondere auch die Teilnahmerechte der Parteien beachtet würden. 
Schliesslich habe die Gutachterin in unzulässiger Weise auf den Beizug einer Übersetzung 
für die Begutachtung verzichtet. 

3.1.4 Diese zahlreichen und teilweise gravierenden formellen Mängel hätten zur Folge, dass das 
Gutachten keine genügende Erkenntnisgrundlage sei. Eine allfällige Heilung dieser Mängel 
sei im heutigen Zeitpunkt nicht mehr möglich.

3.2 Nach Auffassung der Beschwerdeführerin leidet das Gutachten auch an materiellen Män-
geln:

3.2.1 Die Herleitung der Diagnosen einer psychischen Störung bzw. vorliegend einer Persönlich-
keitsstörung sei im Gutachten vom 8. November 2021 nicht fachgerecht vorgenommen wor-
den. Die Sachverständige habe sich darauf beschränkt, in einer kaum strukturierten Darstel-
lung die Unzulänglichkeiten und Schwierigkeiten, mit denen die Beschwerdeführerin auf-
grund der äusserst problematischen Familiensituation konfrontiert gewesen sei, aufzulisten. 
Um eine Diagnose fachlich korrekt zu stellen, müsste zuerst dargelegt werden, dass die all-
gemeinen Kriterien für eine Persönlichkeitsstörung erfüllt seien und es müsste konkret auf-
gezeigt werden, dass sich in der Persönlichkeit der Beschwerdeführerin ein überdauerndes 
Muster von innerem Erleben und Verhalten finde, das zu klinisch bedeutsamem Leid oder 
Funktionsbeeinträchtigungen führe. Überdies müsste anhand konkreter Sachverhalte darge-
stellt werden, wie die Items des Diagnosemanuals erfüllt werden. Ein entsprechendes Vor-
gehen de lege artis sei im Gutachten nicht erkennbar. Es bleibe gänzlich unklar, aufgrund 
welcher Aktenbelege, konkreter Äusserungen oder Verhaltensweisen die Gutachterin bei der 
Beschwerdeführerin eine dissoziale Persönlichkeitsstörung erkenne. Auch werde die ADHS-
Diagnose nicht begründet. Weder die N.________ in ihrem Therapiebericht vom 2. Juni 2022 
noch die aktuellen Therapeuten der Beschwerdeführerin in der JVA B.________ im Bericht 
vom 29. Dezember 2022 wollten die beiden Diagnosen bestätigen, was das Missbehagen 
über die fachlich unzureichende Beurteilung durch die Gutachterin unterstreiche. Auch wür-
den die Prognosen der Gutachterin durch diese beiden aktuellen Berichte widerlegt.

3.2.2 Entgegen der Auffassung des Jugendgerichts seien die Voraussetzungen von Art. 15 Abs. 2 
JStG vorliegend nicht erfüllt. Der Beschwerdeführerin sei von der Gutachterin auf der Grund-
lage von pauschalen Überlegungen eine schlechte Legalprognose gestellt worden. Es fehle 
eine vertiefte Auseinandersetzung mit den einzelnen relevanten Risikofaktoren. Die wenigen 
Sätze der Gutachterin im Zusammenhang mit der Risikoanalyse genügten den Anforderun-
gen an eine korrekt durchgeführte klinisch-ideografische Risikobeurteilung offensichtlich 
nicht. 

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3.2.3 Trotz mangelnder ausgewiesener Validität des Prognoseinstrumentes PCL:R bzw. PCL:YV 
bei weiblichen Delinquentinnen stehe dieses im Gutachten im Zentrum der Risikobeurteilung. 
Weder im Gutachten noch in der nachgereichten Beilage zur Auswertung der PCL:YV-
Testung sei aufgeführt, von welcher Begriffsbestimmung bezüglich eines Merkmals ausge-
gangen werde und weshalb das zu beurteilende Item wie bewertet worden sei. Es seien le-
diglich Punktzahlen angegeben bzw. eine allgemeine Umschreibung der einzelnen Faktoren 
gemäss dem Handbuch des Urhebers des Testinstruments angeführt und darauf hingewie-
sen worden, dass dieser Faktor jeweils erfüllt, teilweise erfüllt oder nicht erfüllt sei. Dies 
genüge den bundesgerichtlichen Anforderungen nicht, da auch mit einer Punktzahl für einen 
aussenstehenden Dritten nicht nachvollzogen werden könne, weshalb diese Punktzahl durch 
die Gutachterin vergeben worden sei. Schliesslich fehle im Gutachten eine abschliessende 
klinische Gesamtwürdigung der bisherigen Erkenntnisse, wie sie wiederum in der forensisch-
psychiatrischen Wissenschaft als unabdingbar bezeichnet werde. Erschwerend komme hin-
zu, dass die Gutachterin bei der PCL:YV-Testung einen Score von 33 ermittelt habe, 
während man gemäss Therapiebericht der N.________ während des Aufenthalts der Be-
schwerdeführerin lediglich ein Score von 8 Punkten errechnet habe. Aufgrund dieser krassen 
Diskrepanz müssten vor dem Hintergrund der fachlich nicht korrekt vorgenommenen Risiko-
analyse die Ergebnisse des Gutachtens stark in Zweifel gezogen werden. Mindestens gelte 
es eine erneute, fachlich korrekte Risikoanalyse inklusive PCL:R-Testung vorzunehmen, um 
die Ergebnisse des Gutachtens zu überprüfen.

3.2.4 Delikte im Bagatellbereich wie Beschimpfungen und Tätlichkeiten vermöchten eine geschlos-
sene Unterbringung in einer Justizvollzugsanstalt nicht zu rechtfertigen. Es fehle folglich an 
der Zweck-/Mittelrelation der getroffenen Massnahme. Die Wahrscheinlichkeit einer erneuten 
schweren Gewalttat werde auch durch die Gutachterin als niedrig beurteilt, weshalb – selbst 
wenn auf das mangelhafte Gutachten abgestützt werde – nicht von einer ernsthaften Drittge-
fährdung ausgegangen werden könne, welche eine geschlossene Unterbringung rechtfertige. 
Demzufolge erweise sich die Massnahme als unverhältnismässig, zumal auch die von der 
Gutachterin behauptete mittlere bis hohe Wahrscheinlichkeit von Gewalthandlungen gegen 
das Personal und Mitinsassinnen bis heute nicht eingetreten sei. 

3.3 Selbst wenn davon ausgegangen würde, dass die Diagnosen und die Legalprognose im Be-
gutachtungszeitpunkt zugetroffen hätten, wären die im Gutachten formulierten Massnahmen-
ziele – Behandlungsbereitschaft und Behandlungseinsicht – bereits erreicht. Die Beschwer-
deführerin sei gemäss Therapieverlaufsberichten bereit, zuverlässig in der Therapie mitzuar-
beiten. Eine Krankheitseinsicht, wie sie von der Gutachterin verlangt werde, könne nicht er-
reicht werden, da die behandelnden Therapeuten die gestellten Diagnosen stark in Zweifel 
zögen bzw. überhaupt nicht teilen und folglich die Beschwerdeführerin auch nicht störungs-
spezifisch behandeln würden. Die geschlossene Massnahme gefährde nicht nur die psychi-
sche Gesundheit der Beschwerdeführerin, sondern verhindere auch das wirtschaftliche Fort-
kommen, da die JVA B.________ keine Berufsausbildung anbiete und die Staatsanwaltschaft 
die Kostenübernahme für Sprachkurse verweigere. Es sei folglich zwingend notwendig, dass 
die Beschwerdeführerin so zeitnah wie möglich in den offenen Vollzug versetzt werde. Die 
JVA B.________ gewähre der Beschwerdeführerin bereits heute weitergehende Vollzugs-
lockerungen und spreche sich für die Versetzung der Beschwerdeführerin in den offenen 
Vollzug aus, sobald diese mit einer Lehrstelle beginnen könne.

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4. Hat der Jugendliche eine mit Strafe bedrohte Tat begangen und ergibt die Abklärung, dass er 
einer besonderen erzieherischen Betreuung oder therapeutischen Behandlung bedarf, so 
ordnet die urteilende Behörde die nach den Umständen erforderlichen Schutzmassnahmen 
an, unabhängig davon, ob er schuldhaft gehandelt hat (Art. 10 Abs. 1 JStG). Soll die beste-
hende Massnahme durch eine stärker eingreifende Schutzmassnahme ersetzt werden, ist ein 
Verfahren betreffend Änderung der Massnahme zu eröffnen (Art. 18 Abs. 2 JStG) und die 
neue Massnahme vorsorglich anzuordnen (Art. 29 Abs. 1 JStPO). Eine Unterbringung in eine 
geschlossene Einrichtung darf nur angeordnet werden, wenn sie entweder für den persönli-
chen Schutz oder für die Behandlung der psychischen Störung des Jugendlichen unumgäng-
lich ist oder für den Schutz Dritter vor schwer wiegender Gefährdung durch den Jugendlichen 
notwendig ist (vgl. Art. 15 Abs. 2 lit. a und b JStG). Die Anordnung einer Massnahme muss 
verhältnismässig sein (Art. 36 Abs. 3 BV). Der Grundsatz der Verhältnismässigkeit (Art. 5 
Abs. 2 und Art. 36 Abs. 2 und 3 BV) gilt im gesamten Massnahmenrecht, sowohl bei der An-
ordnung von Massnahmen als auch bei den Folgeentscheiden. Gemäss Art. 1 Abs. 2 lit. c 
JStG ist Art. 56 Abs. 2 StGB, welcher die Verhältnismässigkeit im Massnahmenrecht konkre-
tisiert, sinngemäss anwendbar. Das Verhältnismässigkeitsprinzip verlangt, dass die Mass-
nahme geeignet ist, beim Betroffenen die Legalprognose zu verbessern. Weiter muss die 
Massnahme notwendig sein. Sie hat zu unterbleiben, wenn eine gleich geeignete, aber mil-
dere Massnahme für den angestrebten Erfolg ausreichen würde. Schliesslich muss zwischen 
dem Eingriff und dem angestrebten Zweck eine vernünftige Relation bestehen (Verhältnis-
mässigkeit i.e.S.; Urteil des Bundesgerichts 6B_326/2020 vom 17. April 2020 E. 3.3.2 f. 
m.H.).

4.1 Über die Beschwerdeführerin wurde mit Blick auf die anzuordnenden Massnahmen das 
Massnahmenverlaufsgutachten vom 8. November 2021 erstellt. Diesem lässt sich im We-
sentlichen entnehmen, dass die Beschwerdeführerin im bisherigen, bald dreijährigen Mass-
nahmenverlauf kaum substantielle Fortschritte hinsichtlich der im Erstgutachten festgehalte-
nen problematischen Aspekte gemacht habe. Bei der Beschwerdeführerin müsse eine Kon-
zentrations- und Aufmerksamkeitsstörung im Sinne eines ADHS sowie eine dissoziale Per-
sönlichkeitsstörung diagnostiziert werden. Zudem wirke die Beschwerdeführerin häufig naiv 
und ungeschickt und zeige Schwierigkeiten in der Affektregulation. Auch im Therapieverlauf 
zeige sie unzureichende Fortschritte und lediglich oberflächliche, manipulative Anpassung an 
therapeutische Erwartungen. Eine selbstkritische und nachhaltige Auseinandersetzung mit 
der Anlasstat habe im Rahmen der Therapie nicht stattfinden können. Aufgrund der bisheri-
gen Erfahrung im Massnahmenverlauf, der ungünstigen Legalprognose sowie der festgestell-
ten Problembereiche werde eine Weiterführung der stationären Massnahme in einem noch 
enger strukturierten Setting empfohlen. Es werde insbesondere empfohlen, die Massnahme 
geschlossen im Sinne von Art. 15 Abs. 2 JStG weiterzuführen und zwar im Sinne einer für 
die Beschwerdeführerin massgeschneiderten Massnahmenlösung vorerst in der geschlosse-
nen Massnahmenabteilung der Justizvollzugsanstalt B.________. Bis zum Übertritt in diese 
Massnahmeninstitution solle die Beschwerdeführerin in eine forensische milieutherapeutisch 
ausgerichtete geschlossene Klinik zur Behandlung und Stabilisierung eingewiesen werden 
(Vi act. 5/10 S. 126 ff.).

4.2 Im Zusammenhang mit den von der Beschwerdeführerin in formeller Hinsicht erhobenen 
Einwendungen gegen das betreffende Gutachten ist Folgendes festzuhalten:

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4.2.1 Das Massnahmenverlaufsgutachten ist von der beauftragten Gutachterin K.________, Kin-
der- und Jugendpsychiatrie (KJP) J.________, sowie von O.________, Leitender Psycholo-
ge, Bereichsleiter Ambulante Angebote (KJP) J.________, unterzeichnet. Auf Seite 2 des 
Gutachten wird erwähnt, dass Letzterer das Gutachten gegengelesen habe. Die Gutachterin 
führte dazu an der Befragung als Zeugin vor Jugendgericht aus, O.________ habe das Gut-
achten gegengelesen und unterschrieben. Dies sei so zu verstehen, dass er mit dem Inhalt 
des Gutachtens einverstanden gewesen sei. Es gehe in der Medizin und umso mehr in der 
Forensik um das sog. Vier-Augen-Prinzip. Damit werde versucht, fachliche Fehler zu vermei-
den, weswegen Gutachten immer durch eine weitere Fachperson gegengelesen und mitun-
terschrieben würden (Vi GD 41/1 Ziff. 12). Konkrete Anhaltspunkte, wonach O.________ am 
Gutachten massgeblich beteiligt gewesen wäre bzw. dieses in grossen Teilen sogar selbst 
verfasst haben soll, ergeben sich nicht aus den Akten. Zutreffend ist einzig, dass der Neuro-
psychologische Untersuchungsbericht sowie der Psychodiagnostische Untersuchungsbericht 
von Psychologen der Kinder- und Jugendpsychiatrie J.________ redigiert wurden (Vi act. 5/8 
und 5/9). Die Ergebnisse dieser Untersuchungsberichte fanden Eingang in das Gutachten 
(vgl. die Hinweise dazu auf Seite 86 des Gutachtens). Delegiert wurden somit, soweit aus 
den Akten ersichtlich, einzig Testungen, deren Resultate zusammen mit anderen Erkenntnis-
sen als Grundlage für den Befund und die Beurteilung dienen. Dass die beauftragte Gutach-
terin jedoch nicht delegierbare Aufgaben im Zusammenhang mit der Erstellung des Gutach-
tens, insbesondere den Befund und die Beurteilung, anderen Personen überlassen und so 
die ihr übertragenen Aufgaben unzulässigerweise an andere Personen delegiert hätte, ergibt 
sich aus den Akten nicht und wird von der Beschwerdeführerin auch nicht konkret dargetan. 
Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als unbegründet.

4.2.2 Zum Vorwurf der Beschwerdeführerin, die Gutachterin habe in strafprozessual unzulässiger 
Weise verschiedene länger dauernde Telefonate geführt, welche ins Gutachten eingeflossen 
seien, wodurch auch ihr rechtliches Gehör verletzt worden sei, ist Folgendes festzuhalten: 
Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung dürfen Sachverständige unter Vorbehalt von 
Art. 185 Abs. 4 StPO nicht selbst Beweise erheben oder Akten beiziehen. Auch in der Lehre 
wird die Ansicht vertreten, dass im Zusammenhang mit psychiatrischen Gutachten die sach-
verständige Person Auskünfte oder Berichte von Therapeuten über eine laufende Behand-
lung, Austrittsberichte von Kliniken, umfassende Gutachten aus einem früheren bzw. ande-
ren Verfahren oder andere wichtige Akten durch die Verfahrensleitung formell edieren zu las-
sen hat. Beim Beizug von Akten einer Behörde oder einer Klinik handelt es sich um keine 
einfache Erhebung, die der Sachverständige gemäss Art. 185 Abs. 4 StPO selbst vornehmen 
kann, sondern um eine Ergänzung der Akten im Sinne von Art. 185 Abs. 3 StPO, die in ei-
nem justizförmigen Verfahren zu erfolgen hat. Eine selbständige Akteneinholung der sach-
verständigen Person birgt die Gefahr in sich, dass strafprozessuale Rechte, wie der An-
spruch auf rechtliches Gehör, verletzt werden (BGE 144 IV 302 E. 3.4.2 m.H.). Die Gutachte-
rin führte Telefonate mit Herrn P.________, dem Psychotherapeuten der Beschwerdeführe-
rin, mit Frau Q.________, Bezugsperson der Beschwerdeführerin in der Jugendstätte 
H.________, Frau R.________, der die Beschwerdeführerin behandelnden Gynäkologin, 
Frau S.________, Sozialpädagogin der T.________, und Herrn U.________, Leiter der Ju-
gendstätte H.________. Der Inhalt dieser Telefonate fand Eingang in das Massnahmenver-
laufsgutachten (Vi act. 5/10 S. 72 ff.). Nach der erwähnten Rechtsprechung handelt es sich 
dabei nicht um einfache Erhebungen im Sinne von Art. 185 Abs. 4 StPO. Gemäss den Akten 
holte die Gutachterin diese Auskünfte aus eigenem Antrieb ein, ohne dass sie der Verfah-

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rensleitung einen entsprechenden Antrag stellte. Sie verletzte damit Art. 185 Abs. 3 StPO, 
womit sich die Frage der Verwertbarkeit stellt. Für Beweise, die durch verbotene Beweiser-
hebungsmethoden erlangt werden, sieht Art. 141 Abs. 1 Satz 1 StPO ein absolutes Beweis-
verwertungsverbot vor. Dasselbe gilt, wenn das Gesetz einen Beweis als unverwertbar be-
zeichnet (Art. 141 Abs. 1 Satz 2 StPO). Beweise, die Strafbehörden in strafbarer Weise oder 
unter Verletzung der Gültigkeitsvorschriften erhoben haben, dürfen nach Art. 141 Abs. 2 
StPO grundsätzlich nicht verwertet werden, es sei denn, ihre Verwertung sei zur Aufklärung 
schwerer Straftaten unerlässlich. Beweise, bei deren Erhebung lediglich Ordnungsvorschrif-
ten verletzt wurden, sind dagegen gemäss Art. 141 Abs. 3 StPO verwertbar. Ob im Einzelfall 
eine Gültigkeits- oder eine Ordnungsvorschrift vorliegt, bestimmt sich (sofern das Gesetz die 
Norm nicht selbst als Gültigkeitsvorschrift bezeichnet) primär nach dem Schutzzweck der 
Norm: Hat die Verfahrensvorschrift für die Wahrung der zu schützenden Interessen der be-
treffenden Person eine derart erhebliche Bedeutung, dass sie ihr Ziel nur erreichen kann, 
wenn bei Nichtbeachtung die Verfahrenshandlung ungültig ist, liegt eine Gültigkeitsvorschrift 
vor (BGE 139 IV 128 E. 1.6). 

Vorliegend macht die Beschwerdeführerin geltend, durch das Vorgehen der Gutachterin sei-
en ihre Verfahrensrechte, insbesondere ihr Anspruch auf rechtliches Gehör, verletzt worden. 
Nach der Rechtsprechung kann jedoch eine – nicht besonders schwerwiegende – Verletzung 
des rechtlichen Gehörs ausnahmsweise geheilt werden, wenn der betroffenen Person die 
Möglichkeit gegeben wird, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, und die Beschwer-
deinstanz alle Mängel des Verfahrens bezüglich Sachverhalt und Rechtslage unter Berück-
sichtigung von Noven frei überprüfen kann. Von einer Rückweisung der Sache ist selbst bei 
einer schwerwiegenden Verletzung des rechtlichen Gehörs dann abzusehen, wenn und so-
weit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzöge-
rungen führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der betroffenen 
Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (Urteil des 
Bundesgerichts 8C_682/2020 vom 17. Februar 2021 E. 3.1 m.H.). Die Verletzung des recht-
lichen Gehörs kann vorliegend auch nachträglich geheilt werden. Die Beschwerdeführerin hat 
die Möglichkeit, sich im vorliegenden Beschwerdeverfahren zum dokumentierten Inhalt der 
von der Gutachterin geführten Telefonate zu äussern. Die Beschwerdeinstanz verfügt über 
volle Kognition. Es bestehen zudem keine Anhaltspunkte dafür, dass die Sachverständige 
sich bewusst über Art. 185 Abs. 3 StPO hinweggesetzt hätte, indem sie bei der Verfahrens-
leitung keinen Antrag gestellt hat, die entsprechenden Auskünfte telefonisch einzuholen. Un-
ter diesen Umständen stellt diese Pflicht eine blosse Ordnungsvorschrift im Sinne von 
Art. 141 Abs. 3 StPO dar, was insoweit nicht zu einer Unverwertbarkeit des Gutachtens führt. 

4.2.3 Die Beschwerdeführerin führt des Weiteren aus, die Gutachterin habe in unzulässiger Weise 
auf den Beizug einer Übersetzung für die Begutachtung verzichtet. Sämtliche Explorationen 
und psychiatrischen Untersuchungen für das Massnahmenverlaufsgutachten seien ohne 
Übersetzung und ausschliesslich in deutscher Sprache durchgeführt worden, obwohl die Be-
schwerdeführerin albanisch und insbesondere griechisch spreche. 

Bereits im Beschluss vom 10. März 2022 (BS 2022 7) hielt die I. Beschwerdeabteilung in die-
sem Zusammenhang fest, gemäss den Akten habe sich die Beschwerdeführerin durch den 
Besuch eines Intensivdeutschunterrichts zwischen März und November 2018 gute Deutsch-
kenntnisse aneignen können, die sie nach Eintritt in die Sozialpädagogischen Einrichtungen, 

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wo sämtliche pädagogische Arbeit mit der Beschwerdeführerin auf Deutsch abgelaufen sei, 
verfestigt habe. Nach der Versetzung in das Jugendheim V.________ im Frühsommer 2019 
seien der Beschwerdeführerin zusätzlich zum normalen Schul- und Deutschunterricht 
Deutschstunden bis im Frühjahr 2020 bewilligt worden. Des Weiteren ergebe sich aus den 
Untersuchungsakten, dass die Beschwerdeführerin seit Juni 2019 in der Regel zweimal pro 
Woche auf Deutsch und ohne Übersetzung intensiv therapiert werde und es dabei nie zu 
sprachlichen Schwierigkeiten oder Verständigungsproblemen gekommen sei. Dem Mass-
nahmenverlaufsgutachten sei zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin den Explorati-
onsgesprächen gut habe folgen können, sie sich fliessend auf Schweizerdeutsch geäussert 
habe und adäquat über ihre aktuelle Situation habe Auskunft geben können. Sodann habe 
die Beschwerdeführerin während des gesamten Begutachtungsprozesses keinen Antrag auf 
Beizug eines Übersetzers gestellt. Es sei folglich wenig glaubhaft, wenn die Beschwerdefüh-
rerin behaupte, aufgrund von gravierenden Verständigungsproblemen bei den Explorationen 
und psychiatrischen Untersuchungen für das Massnahmenverlaufsgutachten elementare 
Fragen zu ihrer Person und seelischen Befindlichkeit nicht richtig oder nur teilweise verstan-
den zu haben. Aus den Akten ergebe sich vielmehr, dass die Beschwerdeführerin der deut-
schen Sprache durchaus mächtig sei und von Verständigungsproblemen keine Rede sein 
könne (E. 4.2 f.). 

Die Gutachterin führte dazu an der Hauptverhandlung vor Jugendgericht am 20. Januar 2023 
ergänzend aus, aus ihrer Sicht sei die Kommunikation mit der Beschwerdeführerin unkompli-
ziert gewesen und habe sich unauffällig gestaltet. Die Gespräche seien auf Deutsch geführt 
worden, wobei sich die Beschwerdeführerin nachvollziehbar und fliessend auf Schweizer-
deutsch ausgedrückt habe. Bei der Exploration habe es keine Hinweise gegeben, dass die 
Beschwerdeführerin die Fragen nicht verstanden hätte oder nicht in der Lage gewesen sei, in 
guter Klarheit zu beantworten. Relevante Verständnis- oder Ausdrucksschwierigkeiten habe 
sie nicht feststellen können. Erst bei den testpsychologischen und neuropsychologischen Un-
tersuchungen seien Schwierigkeiten sprachlicher Art festgestellt worden, was aber nicht un-
üblich sei und häufig auch Probanden mit deutscher Muttersprache betreffe. Sie habe aber 
keine Anhaltspunkte, dass die bei den testpsychologischen und neurologischen Abklärungen 
aufgetauchten sprachlichen Schwierigkeiten der Beschwerdeführerin Einfluss auf das Ergeb-
nis des Gutachtens gehabt hätten (Vi GD 41/1 Ziff. 13 ff.). Aufgrund dieser Aussagen beste-
hen auch zum jetzigen Zeitpunkt keine Anhaltspunkte dafür, dass die Diagnosen und Beurtei-
lungen im Massnahmenverlaufsgutachten unter unzulässigen und rechtswidrigen sprachli-
chen Bedingungen für die Beschwerdeführerin erstellt worden wären. Die Beschwerde er-
weist sich auch insoweit als unbegründet.

4.2.4 Als begründet erweist sich die Beschwerde indes insoweit, als die Beschwerdeführerin bean-
standet, dass die Explorationen der Eltern der Beschwerdeführerin in strafprozessual un-
zulässiger Weise durchgeführt worden seien. Dies deshalb, da solche Explorationen von der 
Gutachterin nur in Form einer Zeugeneinvernahme im Sinne der StPO durchgeführt werden 
dürfen, weshalb den Anforderungen an eine rechtskonforme Zeugeneinvernahme vorliegend 
jedoch nicht Genüge getan worden sei. Im Gutachten wird lediglich in Bezug auf die Explora-
tion der Beschwerdeführerin ausgeführt, dass die entsprechenden Formvorschriften einge-
halten wurden (Vi act. 5/10 S. 5). Im Zusammenhang mit den Explorationen der Eltern der 
Beschwerdeführerin fehlen entsprechende Hinweise. Nach Lehre und Rechtsprechung sind 
Fremdanamnesen oder Drittauskünfte einzig unter gewissen Bedingungen beweistauglich. 

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So hat eine Orientierung der befragten Person über den Stellenwert und die Funktion des 
Gutachtens zu erfolgen. Weiter müssen der Hinweis, dass die Aussagen in das Gutachten 
einfliessen können, sowie die Belehrung über das Aussage- und Zeugnisverweigerungsrecht 
gemacht worden sein. Die Einhaltung dieser Formvorschriften ist im Gutachten zu protokolli-
eren, und es ist sicherzustellen, dass die fraglichen Aussagen detailliert dokumentiert wer-
den. Nicht betroffen von dieser Praxis sind einzig informatorische Befragungen, mit denen 
sachverständige Personen kleinere sachdienliche Auskünfte bei Auskunftspersonen erhält-
lich machen. Abklärungen des Sachverhalts und damit auch Einvernahmen zur Sache 
gehören zu den ureigenen Aufgaben der Strafbehörden und sind nicht von der sachverstän-
digen Person durchzuführen. Hat die sachverständige Person das Bedürfnis nach entspre-
chenden Informationen, ist die Verfahrensleitung zu informieren, welche die nötigen Be-
weisabnahmen vornimmt. Sind entsprechende Erhebungen in Missachtung strafprozessualer 
Teilnahmerechte der betroffenen Person vorgenommen worden, sind die fraglichen Tatsa-
chen unverwertbar, ebenso wie das Gutachten, das sich auf solche Tatsachen stützt (Heer, 
Basler Kommentar, 4. A. 2019, Art. 56 StGB N 63 m.H.). Zutreffend ist, dass dem Gutachten 
im Zusammenhang mit der Exploration der Eltern der Beschwerdeführerin keine Belehrung 
über das Aussage- und Zeugnisverweigerungsrecht zu entnehmen ist. Dies hat nach dem 
Gesagten aber zwangsläufig zur Folge, dass damit nicht nur die Passagen davon, welche 
sich aus der Exploration der Eltern ergeben, sondern das Gutachten, welche sich auch auf 
die Ergebnisse dieser Explorationen stützt, nicht verwertbar sind. Dies ergibt sich sodann 
aus Art. 177 Abs. 1 StPO, wonach eine Einvernahme ungültig ist, wenn die einvernehmende 
Behörde die Zeugin oder den Zeugen zu Beginn der Einvernahme nicht auf die Zeugnis- und 
die Wahrheitspflichten und auf die Strafbarkeit eines falschen Zeugnisses nach Art. 307 
StGB aufmerksam macht sowie aus Art. 177 Abs. 3 StPO, wonach die Einvernahme nicht 
verwertbar ist, wenn der Hinweis auf das Zeugnisverweigerungsrecht unterbleibt.

4.2.5 Bei diesem Ergebnis ist der Verfahrensantrag der Beschwerdeführerin, eine erneute Mass-
nahmenverlaufsbegutachtung bei einer unabhängigen Fachperson in Auftrag zu geben, gut-
zuheissen. Angesichts der Tatsache, dass das Massnahmenverlaufsgutachten bereits 
annähernd zwei Jahre alt ist, erscheint eine erneute Begutachtung gemäss Art. 9 Abs. 3 
JStG aber auch unter diesem Gesichtspunkt gerechtfertigt. Es bestehen jedenfalls zusätzlich 
Hinweise dafür, dass das vorliegende Gutachten aufgrund von Zeitablauf und veränderter 
Verhältnisse an Aktualität eingebüsst haben könnte. Dieser Auffassung scheint auch die 
Staatsanwaltschaft zu sein, führt sie in ihrer Vernehmlassung doch aus, durchaus in Erwä-
gung zu ziehen, im Hinblick auf den angestrebten Wechsel der Beschwerdeführerin in eine 
offene Wohngruppe ein neues Verlaufsgutachten in Auftrag zu geben. Aufgrund der Gutheis-
sung des Verfahrensantrags erübrigt es sich vorliegend, auf die von der Beschwerdeführerin 
vorgebrachten materiellen Mängel im Gutachten näher einzugehen. 

4.2.6 Die Unverwertbarkeit des Massnahmenverlaufsgutachtens hat zur Folge, dass die zentrale 
Entscheidgrundlage für den angefochtenen Beschluss des Jugendgerichts weggefallen ist. 
Entsprechend sind die Ziffern 1, 2.3 und 3 dieses Beschlusses aufzuheben. Die Sache ist mit 
der Anweisung an die Staatsanwaltschaft zurückzuweisen, ein aktuelles Massnahmenver-
laufsgutachten betreffend die Beschwerdeführerin i.S. von Art. 9 Abs. 3 JStG anzuordnen. 
Danach wird die Staatsanwaltschaft zu prüfen haben, ob erneut ein Verfahren betreffend 
Änderung der laufenden Schutzmassnahme gemäss Art. 15 Abs. 1 JStG beim Jugendgericht 
in die Wege zu leiten ist.

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5. Das vorstehend zusammengefasste Ergebnis bedeutet indes nicht, dass damit auch die 
rechtskräftige Vollzugsverfügung vom 12. Juli 2022 aufgehoben wird. Diese ist nicht Gegen-
stand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens. Gleichzeitig kann aber auch dem Antrag 2 
der Beschwerdeführerin, wonach sie sofort in den offenen Massnahmenvollzug gemäss 
Art. 15 Abs. 1 JStG zu versetzen sei, nicht entsprochen werden. Hierbei handelt es sich 
um eine Frage des Vollzugs, für welchen – nachdem das ursprüngliche Urteil des Jugend-
gerichts vom 22. September 2020 nach wie vor Bestand hat – einzig die Staatsanwaltschaft 
zuständig ist. Ein Verbleib der Beschwerdeführerin in der vorsorglich angeordneten geschlos-
senen Unterbringung erscheint schliesslich – zumindest zum heutigen Zeitpunkt – aber auch 
aus den nachfolgenden Gründen sachlich gerechtfertigt:

5.1 So schliessen sich die N.________ in ihrem Therapieverlaufsbericht vom 6. Januar 2023 
(zum Zeitraum 26. Oktober 2022 bis 6. Januar 2023) der Diagnose emotional-instabile Per-
sönlichkeitsstörung vom impulsiven Typus (ICD-10: F60.30) mit unreifen Anteilen und einer 
komplexen Posttraumatischen Belastungsstörung, welche im Zuweisungsschreiben vom 
22. Juni 2022 der N.________ gestellt wurde, an. Die Fachpersonen gehen aus forensisch-
psychologischer Sicht und basierend auf ihrer Deliktshypothese davon aus, dass die Be-
schwerdeführerin in Freiheit "at risk" mittel- bis langfristig in hochspezifischen Risiko-
Situationen sowie sich daraus ergebender affektiver Reaktionsbereitschaft sowie Defiziten in 
der Impulskontrolle ein mittelgradiges bis hohes Rückfallrisiko für Gewaltdelikte aufweist. Im 
aktuell eng strukturierten und geschlossenen Setting wird von einem geringen bis mittelgra-
digen Risiko für Gewalthandlungen ausgegangen. Es wird des Weiteren darauf hingewiesen, 
dass im Verlauf schrittweise Lockerungen im Sinne der Erprobung von Öffnungen und der 
Verlegung auf eine offen geführte Wohngruppe überprüft werden sollten. Schliesslich wird 
ausgeführt, dass insgesamt für die künftige psychotherapeutische Behandlung die weitere 
Stabilisierung des psychischen Befindens, eine Förderung des Problem- und Störungsbe-
wusstseins, Förderung funktionaler sozialer und emotionaler Bewältigungskompetenzen so-
wie die Erarbeitung eines Erklärungsmodells für das Delikt und damit verbunden die Erarbei-
tung eines Risikomanagements relevant sind (Vi GD 37 S. 2 und 7 f.). Den Vollzugsberichten 
der JVA B.________, in welcher die Beschwerdeführerin seit dem 12. Juli 2022 geschlossen 
platziert ist, wird der Vollzugsverlauf innerhalb des geschlossenen Rahmens insgesamt als 
erfreulich beschrieben. Die Beschwerdeführerin befand sich zunächst rund ein Jahr in der 
Wohngruppe Integration und Sicherheit, wo gemäss internem Konzept keine Vollzugsöffnun-
gen durchgeführt werden. Da die Beschwerdeführerin die entsprechenden Bedingungen er-
füllte, konnte sie per 7. Juli 2023 intern in die Wohngruppe Therapie wechseln, wo Vollzugs-
lockerungen im Verlauf geprüft werden (Vi GD 33 und Vi act. 3/35 S. 5 f.). Die allgemeinen 
Voraussetzungen für eine Weiterführung der geschlossenen Unterbringung sind damit auch 
ohne Berücksichtigung der Ausführungen im Massnahmenverlaufsgutachten einstweilen ge-
geben. Insbesondere ergibt sich aus den Akten, dass nach den erwähnten Ausführungen der 
Fachpersonen sowohl die Massnahmenbedürftigkeit als auch die Massnahmenfähigkeit der 
Beschwerdeführerin gegeben sind. Sodann steht fest, dass sich die ursprünglich angeordne-
te offene Unterbringung als nicht zielführend erwies, sich die Verhältnisse mithin seit dem Ur-
teilszeitpunkt verändert haben. So war die Beschwerdeführerin nicht in der Lage, mit den of-
fenen Strukturen die notwendige Verantwortung für ihr eigenes Handeln zu übernehmen, so 
dass in der Folge eine Einweisung in eine geschlossene Einrichtung angeordnet werden 
musste (vgl. insbesondere das Aktenjournal während des Aufenthalts der Beschwerdeführe-

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rin in der halbgeschlossenen Intensivwohngruppe der Jugendstätte H.________, I.________ 
[Vi act. 1/1 S. 183 ff.]).

5.2 Die beschlossene Massnahme ist auch verhältnismässig, weil sie geeignet und notwendig 
ist, um die Persönlichkeitsentwicklung der Beschwerdeführerin und ihre Eingliederung in die 
Gesellschaft positiv zu beeinflussen. In diesem Zusammenhang ist festzuhalten, dass die 
von der Beschwerdeführerin angesprochenen Vollzugslockerungen aufgrund des insgesamt 
erfreulichen Vollzugsverlaufs – wie erwähnt – bereits zum Teil umgesetzt werden konnten. 
Der Wechsel von der Wohngruppe Integration und Sicherheit in die Wohngruppe Therapie 
ermöglicht weitere Vollzugslockerungen, welche in der weiterführenden Vollzugsplanung 
vorgesehen sind. Gemäss den Ausführungen der Staatsanwaltschaft in der Vernehmlassung 
wird ein Übertritt der Beschwerdeführerin in die offene Aussenwohngruppe der JVA 
B.________ bis im Sommer 2024 und ein Lehrbeginn im August 2024 angestrebt. Wie den 
Vollzugsberichten der JVA B.________ zu entnehmen ist und worauf auch die Staatsanwalt-
schaft zu Recht hinweist, hat sich die durch die geschlossene Unterbringung erreichte Stabi-
lisation und die schrittweise erfolgte Umsetzung des stationären Massnahmenvollzuges in 
der JVA B.________ in Kombination mit den wöchentlichen Therapiesitzungen bisher be-
währt. Insofern erscheint es folgerichtig, dass die nächsten Öffnungsschritte im geschlosse-
nen Rahmen der Wohngruppe Therapie unter enger Begleitung der dafür zuständigen Per-
sonen erfolgen.

6. Zusammengefasst erweist sich die Beschwerde insoweit als begründet, als der Beschluss 
des Jugendgerichts Zug vom 27. Januar 2023 im Hauptpunkt aufzuheben und die Sache di-
rekt an die Staatsanwaltschaft zurückzuweisen ist. Mit Bezug auf die Anträge 2 und 3 ist die 
Beschwerde indessen abzuweisen.

6.1 Bei diesem Verfahrensausgang sind die gesamten Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens 
(inklusive Kosten der beiden amtlichen Verteidigungen) auf die Staatskasse zu nehmen 
(Art. 44 Abs. 2 JStPO i.V.m. Art. 426 Abs. 1 und 5 e contrario sowie 428 Abs. 3 StPO). Da 
die Beschwerdeführerin im Beschwerdeverfahren nur zu einem kleinen Teil unterliegt, recht-
fertigt es sich zudem, auch die gesamten Kosten dieses Verfahrens auf die Staatskasse zu 
nehmen (Art. 44 Abs. 2 JStPO i.V.m. Art. 428 Abs. 1 StPO).

6.2 Die amtliche Verteidigerin ist schliesslich für das Beschwerdeverfahren aus der Staatskasse 
angemessen zu entschädigen (Art. 44 Abs. 2 JStPO i.V.m. Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO), wobei 
auch diese Auslagen – der Kostenregelung folgend – definitiv auf die Staatskasse zu neh-
men sind.

Beschluss

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde werden die Ziffern 1, 2.3 und 3 des Beschlusses 
des Jugendgerichts des Kantons Zug vom 27. Januar 2023 aufgehoben und die Sache wird 
zur Anordnung eines aktuellen Massnahmenverlaufsgutachtens betreffend die Beschwerde-
führerin i.S. von Art. 9 Abs. 3 JStG und zur Prüfung, ob erneut ein Verfahren betreffend 
Änderung der Schutzmassnahmen gemäss Art. 15 Abs. 1 JStG anzuheben ist, an die Staats-
anwaltschaft zurückgewiesen.

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2. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.

3. Die Kosten des jugendgerichtlichen Verfahrens JG 2022 2 (total CHF 8'400.50) sowie die 
Auslagen für die amtlichen Verteidigungen in diesem Verfahren (total CHF 14'282.40) werden 
auf die Staatskasse genommen.

4. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens betragen

CHF 800.00 Gebühren
CHF 30.00 Auslagen
CHF 830.00 Total

und werden auf die Staatskasse genommen. 

5. Die amtliche Verteidigerin der Beschwerdeführerin, Rechtsanwältin C.________, wird für das 
Beschwerdeverfahren mit CHF 3'000.00 (inkl. Auslagen und MWST) aus der Staatskasse 
entschädigt.

6. Gegen die Ziff. 1, 2, 3 und 4 dieses Entscheids ist die Beschwerde in Strafsachen gemäss 
Art. 78 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) zulässig; die Beschwerdegründe richten sich 
nach Art. 95 ff. BGG. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen seit Zustellung des Entscheids 
schriftlich, begründet und mit bestimmten Anträgen sowie unter Beilage des Entscheides 
und der Beweismittel (vgl. Art. 42 BGG) beim Schweizerischen Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, einzureichen.

7. Gegen Ziff. 5 dieses Entscheids ist die Beschwerde gemäss Art. 135 Abs. 3 lit. b in Verbin-
dung mit Art. 393 ff. der Schweizerischen Strafprozessordnung (StPO) sowie in Verbindung 
mit Art. 3 Abs. 1 JStPO zulässig. Die Beschwerde ist innert 10 Tagen seit Zustellung des 
Entscheids schriftlich und begründet sowie unter Beilage des Entscheids beim Bundesstraf-
gericht, D.________ 2720, 6501 Bellinzona, einzureichen.

8. Mitteilung an:
- Parteien (an die Staatsanwaltschaft unter Rückgabe der eingereichten Akten) 
- Strafgericht des Kantons Zug, Jugendgericht (JG 2022 2; unter Rückgabe der 

eingereichten Akten)
- Rechtsanwältin C.________ (amtliche Verteidigerin)
- Gerichtskasse (im Dispositiv)

Obergericht des Kantons Zug 
I. Beschwerdeabteilung

St. Scherer C. Schwegler
Abteilungspräsident Gerichtsschreiber

versandt am: