# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** da4e3fc5-fbbc-5b82-963f-1b632ffd4f26
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-04-22
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 22.04.2021 720 20 207 / 100
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-20-207---100_2021-04-22.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 22. April 2021 (720 20 207 / 100) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Das Vorliegen von Aggravation führt rechtsprechungsgemäss nicht automatisch zur Be-

jahung eines Ausschlussgrunds resp. zur Verneinung jeglicher versicherten Gesund-

heitsschädigung, sondern nur insoweit, als die Leistungseinschränkung auf der Aggra-

vation beruht oder als deren Folge nicht mit ausreichender Wahrscheinlichkeit festge-

stellt werden kann. 

 
 
 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kan-

tonsrichter Jürg Pulver, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch André Baur, Advokat, 
Baur Laubscher Tschopp Manera Brodbeck Advokaturbüro, Greifen-
gasse 1, Postfach 1644, 4001 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, 
Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente 
 
 
 
A. Die 1972 geborene A.____, angelernte Pflegehelferin, arbeitete zuletzt vom 1. Oktober 
2001 bis 31. März 2013 als Pflegerin (Pensum 50 %) im Alterszentrum B.____ in X.____. Zu-

 

 
 
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dem war sie vom 1. November 2009 bis 30. September 2014 ebenfalls mit einem 50%-Pensum 
im Büro des Unternehmens ihres Ehemanns, der C.____GmbH in Y.____, angestellt. Am 
14. November 2016 meldete sie sich unter Hinweis auf Schmerzen, Schwindel, Kraftlosigkeit, 
Depressionen und Vergesslichkeit bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum 
Leistungsbezug an. Die IV-Stelle klärte in der Folge die medizinischen und erwerblichen Ver-
hältnisse ab, wobei sie bei der Academy of Swiss Insurance Medicine (asim), Universitätsspital 
V.____, ein Gutachten in den Disziplinen Allgemeine Innere Medizin, Neurologie, Neuropsycho-
logie, Psychiatrie und Rheumatologie veranlasste (Expertise vom 9. Oktober 2017). Nach 
Rücksprache mit der asim und dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) verneinte sie mit Ver-
fügung vom 20. April 2020 einen Rentenanspruch, mit der Begründung, dass die bei der Versi-
cherten feststellte Aggravation Bestandteil des klinischen Gesamtbilds sei, weshalb sich die 
invalidenversicherungsrechtlich massgeblichen krankheitswertigen Beschwerdeanteile nicht 
eindeutig abgrenzen liessen. Damit liege ein Ausschlussgrund vor. 
 
B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokat André Baur, am 25. Mai 2020 Be-
schwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Sie bean-
tragte, in Gutheissung der Beschwerde sei die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 
20. April 2020 aufzuheben, es sei das Verfahren auszustellen und ein gerichtliches Gutachten 
aus den Fachbereichen Psychiatrie, Rheumatologie und Neurologie einzuholen sowie, entspre-
chend dem Ergebnis dieses Gutachtens, mittels eines Arbeitstrainings die Restarbeitsfähigkeit 
zu validieren. Danach sei erneut über ihren Leistungsanspruch zu entscheiden. Eventualiter sei 
die Beschwerdegegnerin zu verurteilen, ihr ab 1. Mai 2017 wenigstens eine unbefristete Drei-
viertelsrente auszurichten und die Leistungen ab 1. Mai 2019 mit 5 % p.a. zu verzinsen; unter 
o/e-Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantrag-
te sie die Durchführung einer öffentlichen Verhandlung im Sinne von Art. 6 Ziff. 1 der Konventi-
on zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK) vom 4. November 1950. Zur 
Begründung brachte sie im Wesentlichen vor, dass entgegen der Auffassung der IV-Stelle ein 
invalidisierendes Leiden vorliege. 
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 12. August 2020 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der 
Beschwerde. Zudem legte sie ihren Ausführungen zwei Stellungnahmen des RAD vom 28. Juli 
2020 und 12. August 2020 bei. 
 
D. Im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels (Replik vom 23. Oktober 2020 / Duplik vom 
4. November 2020) hielten die Parteien an ihren Anträgen fest. 
 
E. Am 9. November 2020 zog das Kantonsgericht bei der Unfallversicherung und der Kran-
kentaggeldversicherung die Akten der Versicherten bei. 
 
F. Mit Instruktionsverfügung vom 15. Dezember 2020 wurde die Angelegenheit der Dreier-
kammer erneut zur Beurteilung überwiesen. 
 
G. Mit Eingaben vom 20. und 21. April 2021 reichte der Rechtsvertreter der Beschwerdefüh-
rerin den vom Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) Z.____ beim Kompetenzzentrum 

 

 
 
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D.____ veranlassten Abklärungsbericht vom 30. Juli 2020, den undatierten Bericht der 
E.____Treuhand über einen im Juni 2020 erfolgten Arbeitseinsatz der Versicherten und den 
Bericht der Psychiatrie F.____ vom 15. April 2021 zu den Akten. 
 
H. Anlässlich der Parteiverhandlung vom 22. April 2021, an welcher die Beschwerdeführerin 
befragt wurde, hielten die Parteien an ihren Anträgen fest. Auf ihre Ausführungen wird – soweit 
notwendig – im Rahmen der Erwägungen eingegangen. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 
 
1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versiche-
rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden 
Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, so dass die örtliche Zustän-
digkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Geset-
zes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 
beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kan-
tons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur 
Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die frist- und formgerecht erhobene 
Beschwerde vom 25. Mai 2020 ist demnach einzutreten. 
 
2. Streitig ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin. Massgebend ist der Sachverhalt, 
wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 20. April 2020 entwickelt hat. 
Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprü-
fungsbefugnis (vgl. BGE 129 V 4 E. 1.2). 
 
3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbsfä-
higkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig 
gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 
 
3.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung 
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfä-
higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei 
langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich 
berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder 
längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge 
von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit 
ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur-
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt 

 

 
 
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zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit 
sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung 
zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti-
ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 
 
3.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt abge-
stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 
70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie 
zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist.  
 
3.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG an-
wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrads das Er-
werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh-
rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom-
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht 
invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkom-
mensvergleichs (vgl. BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Untervarianten des Schätzungs- oder Pro-
zentvergleichs (vgl. BGE 114 V 310 E. 3a) und der ausserordentlichen Methode 
(vgl. BGE 128 V 29). 
 
4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und bei der Beurteilung der Arbeitsfähig-
keit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unter-
lagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu 
stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen 
und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi-
cherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grund-
lage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zu-
gemutet werden können (vgl. BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 
4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungspro-
zess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle ande-
ren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ge-
statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den 
Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu-
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich 
des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen 
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer-
den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle-
gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 

 

 
 
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einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind 
(vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).  
 
4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu 
auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens einge-
holten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobach-
tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Er-
örterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle 
Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex-
pertise sprechen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 
 
4.4 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychischen Gesundheitsbeeinträchtigung 
setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich aner-
kannten Klassifikationssystem voraus (vgl. BGE 131 V 49 E. 1.2, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Zu 
betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltenden psychischen Leiden belastenden 
psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen kein Krankheitswert zukommt. Ein 
invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 
IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähig-
keit wesentlich beeinträchtigt. Um festzustellen, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Fest-
stellungen auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen, sind sämtliche psychischen Erkrankungen 
einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen. 
 
4.5 Nach der Rechtsprechung (vgl. BGE 141 V 281 E. 2.2.1) liegt regelmässig keine versi-
cherte Gesundheitsschädigung vor, wenn die Leistungseinschränkung auf Aggravation oder 
einer ähnlichen Erscheinung beruht. Besteht im Einzelfall Klarheit darüber, dass solche Aus-
schlussgründe die Annahme einer Gesundheitsbeeinträchtigung verbieten, so besteht von 
vornherein keine Grundlage für eine Invalidenrente (Art. 7 Abs. 2 erster Satz ATSG). Soweit die 
betreffenden Anzeichen neben einer ausgewiesenen verselbstständigten Gesundheitsschädi-
gung (vgl. BGE 127 V 294 E. 5a) auftreten, sind deren Auswirkungen derweil im Umfang der 
Aggravation zu bereinigen (vgl. BGE 141 V 281 E. 2.2). 
 
5. Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialversicherungsprozess sind vom Un-
tersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben 
die Verwaltung und das Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und voll-
ständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungspflicht 
dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsa-
chen hinreichende Klarheit besteht (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 
8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Gestützt 
auf den Untersuchungsgrundsatz ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass über den Leis-
tungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ent-
schieden werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 7. März 2019, 9C_57/2019, E. 3.2). 

 

 
 
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6.1 Zur Beurteilung des vorliegenden Falls liegen zahlreiche medizinische Unterlagen vor, die 
vom Gericht gesamthaft gewürdigt wurden. Im Folgenden sollen indessen lediglich diejenigen 
Berichte wiedergegeben werden, welche für den Entscheid zentral sind. 
 
6.2 Am 16. November 2016 diagnostizierte Dr. med. G.____, FMH Rheumatologie und Allge-
meine Innere Medizin, einen Status nach HWS-Distorsionen am 29. April 2012 und 
5. November 2012 mit schwerem Post-HWS-Distorsionssyndrom, prolongiertem Heilungsver-
lauf und Schmerzgeneralisierung, Verdacht auf eine milde Hirnverletzung (MTBI), persistieren-
den Gedächtnisstörungen, zervikothorakaler Torsionsskoliose, Schiefhaltung des Kopfs, rezidi-
vierendem Schwindel und Übelkeit, Seh- und Hörstörungen, Tinnitus sowie einem schweren 
Panvertebralsyndrom. Zudem bestünden eine mittelschwere bis schwere depressive Episode 
mit Angst und Schlafstörung und schwerer psychovegetativer Erschöpfung, eine anhaltende 
posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) mit Flashbacks in Bezug auf das Unfallereignis 
und rezidivierenden Albträumen im Rahmen von Traumatisierungen durch den Ehemann sowie 
ein myofasziales Schmerzsyndrom der unteren Extremitäten bei Valgusachse, ISG-Blockade 
links, Druckdolenzen über den Achsenpunkten und positiven muskulären Triggerpunkten im 
Bereich der Glutealmuskulatur, der Adduktoren sowie der Hüftbeuger. Die Versicherte leide an 
den Folgen der HWS-Distorsionen im Jahr 2012, wobei die HWS-Beweglichkeit in sämtlichen 
Richtungen eingeschränkt sei. Es bestünden eine deutliche Endphasendolenz und segmentale 
Dysfunktionen, ausgeprägte muskuläre Dysbalancen mit positiven Triggerpunkten im Bereich 
der gesamten Nacken-Schultergürtelregion, eine deutliche Wirbelsäulenfehlhaltung mit Hohl-
rundrücken und akzentuierter zervikaler Hyperlordose, zudem eine lumbal rechtskonvexe Skoli-
ose, ein Beckenschiefstand rechts und eine ISG-Blockade links, wodurch es funktionell zu 
Schmerzen im Bereich der gesamten Wirbelsäule komme. Durch die anhaltende chronifizierte 
Schmerzproblematik und die massive psychosoziale Belastungssituation sei es zu einer de-
pressiven Entwicklung mit aktuell mittelschwerer bis schwerer depressiver Episode sowie einer 
begleitenden Angst- und Panikstörung gekommen. Die PTBS habe sich chronifiziert. Im Rah-
men des nunmehr erheblichen anhaltenden Leidensdrucks würden sich bei der Versicherten 
vermehrt neuropsychologische Störungen zeigen. Es bestünde eine vollständige Arbeitsunfä-
higkeit. 
 
6.3 Die Versicherte wurde vom 7. bis 22. Juni 2017 in der Klinik H.____ stationär behandelt. 
Im Austrittsbericht vom 30. Juni 2017 wurde als Hauptdiagnose eine PTBS (ICD-10 F43.1) mit 
depressiven Episoden aufgeführt. Zudem bestünden ein Erschöpfungssyndrom (ICD-10 Z73), 
Probleme in Verbindung mit der Scheidungssituation (ICD-10 Z63), eine anhaltende Gewalter-
fahrung (ICD-10 Z63) bei altruistischer und abhängiger Persönlichkeitsstruktur, rezidivierende 
Panikattaken, ein Status nach einer HWS-Distorsion mit prolongiertem Heilungsverlauf und ei-
ner Schmerzgeneralisierung, differenzialdiagnostisch eine chronische Schmerzstörung mit so-
matischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41), ein Panvertebralsyndrom, ein myofaszi-
ales Schmerzsyndrom der unteren Extremität, ein chronischer Schmerzmittelabusus seit 2012, 
Spannungskopfschmerzen, ein Tinnitus und gastrointestinale Beschwerden. Die Versicherte sei 
in einem schlechten Zustand eingetreten. Es hätte sich eine ausgeprägte depressive Sympto-
matik mit Verlust der Vitalgefühle, der Freudfähigkeit und Sinnhaftigkeit gezeigt. Sie habe über 

 

 
 
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Schmerzen am ganzen Körper, Schwindel und starke Lichtempfindlichkeit geklagt. Zudem habe 
sie unter Albträumen und schlechter Schlafqualität mit ausgeprägter Tagesmüdigkeit gelitten. 
Es sei ihr schwer gefallen, Vertrauen zu fassen und Auskunft zu geben. Sie habe sich dann für 
einen frühen Austritt aus der Klinik entschieden. Während des Aufenthalts habe eine vollständi-
ge Arbeitsunfähigkeit bestanden. 
 
6.4 Die IV-Stelle veranlasste bei der asim ein polydisziplinäres Gutachten, welches am 
9. Oktober 2017 erstattet wurde. Darin wurden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine mit-
telschwere depressive Episode (ICD-10 F32.1) und eine chronische Schmerzstörung mit soma-
tischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) mit ausgeprägter Symptomausweitung di-
agnostiziert. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden ein chronisches Zervikoze-
phalsyndrom, ein Status nach HWS-Distorsionen am 29. April 2012 und am 5. November 2012 
mit prolongiertem Heilungsverlauf und Schmerzgeneralisierung und ein Verdacht auf eine MTBI 
bei retro- und anterograder Amnesie für das Unfallereignis vom 29. April 2012 sowie eine nicht 
quantifizierbare neuropsychologische Störung aufgrund einer wahrscheinlichen Aggravation. 
Die Versicherte habe am 29. April 2012 einen Autounfall erlitten, indem sie seitlich rechts mit 
einer Tunnelwand kollidiert sei. Dokumentiert sei ein HWS-Distorsionssyndrom. Im Rahmen 
einer MR-tomographischen Untersuchung von Kopf, kraniozervikalem Übergang, HWS und 
Halsweichteilen vom 15. Juni 2012 sei eine Zerrung der intra- und supraspinalen Ligamente 
C6/C7 jeweils mit Ödem und Kontrastmittelenhancement beschrieben worden. Weitere radiolo-
gische Befunde bestünden nicht. Am 5. November 2012 habe sich ein weiterer Autounfall 
(Heckauffahrkollision) ereignet. Genauere Angaben dazu könne die Versicherte nicht machen. 
Trotz regelmässiger Therapie sei es zu keiner Verbesserung der Nackenschmerzen gekom-
men, hingegen zu einer Generalisierungstendenz. Aktuell klage die Versicherte über ständig 
vorhandene Schmerzen am ganzen Körper, eine starke Erschöpfung, Müdigkeit und Albträume 
wegen des Autounfalls im April 2012 und der häuslichen Gewalt. Eine strukturierte Anam-
neseerhebung sei kaum möglich gewesen und die klinische Untersuchung habe sich schwierig 
gestaltet. Ein rheumatologisches Krankheitsbild habe weder anamnestisch noch klinisch noch 
laborchemisch nachgewiesen werden können. Die ubiquitären Druckschmerzen, die oft schon 
auf Berührung hin ausgelöst worden seien, würden keinem rheumatologischen Krankheitsbild 
entsprechen. Aus neurologischer Sicht könne die Diagnose eines chronischen Zervikozephal-
syndroms gestellt werden, jedoch ohne Anhaltspunkte für ein zervikales radikuläres Reiz- oder 
Ausfallsyndrom. Das Zervikozephalsyndrom sei Teil einer chronischen Schmerzstörung mit so-
matischen und psychischen Faktoren, welche gekennzeichnet sei durch eine ausgeprägte 
Symptomausweitung. Durch die HWS-Distorsion im Rahmen des ersten Autounfalls habe die 
Versicherte Schmerzen erlitten, die sich im weiteren Verlauf chronifiziert und über den ganzen 
Körper ausgeweitet hätten. Diese Entwicklung sei mit organischen Befunden allein nicht in Ein-
klang zu bringen. Die Schmerzausweitung sei gekennzeichnet durch eine diffuse Symptombe-
schreibung und eine hohe Schmerzbewertung. Für die Diagnose einer chronischen Schmerz-
störung mit somatischen und psychischen Faktoren spreche zudem die Tatsache, dass sämtli-
che bisher durchgeführten Behandlungen erfolglos geblieben seien. Das Ausmass der demons-
trierten Behinderung sei im Vergleich zur klinischen Beurteilung nicht plausibel. Darüber hinaus 
hätte sich bei der Versicherten innerhalb der ersten Monate nach dem ersten Autounfall eine 
depressive Symptomatik entwickelt. Diese sei gekennzeichnet durch Konzentrationsstörungen, 

 

 
 
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eine deprimierte Stimmungslage, Energiemangel, Insuffizienzgefühle sowie eine Antriebs- und 
Schmerzstörung. Die Symptomatik sei nie rückläufig gewesen und teilweise als schwer einge-
stuft worden. Insgesamt handle es sich um eine mittelgradige depressive Episode. Die von den 
behandelnden Ärzten gestellte Diagnose einer PTBS könne nicht bestätigt werden. Die Versi-
cherte zeige keinerlei Vermeidungsverhalten. Viele Symptome einer PTBS seien zwar von der 
Versicherten undifferenziert bejaht worden. Die Symptomatik reiche aber insgesamt nicht aus, 
um die Diagnose stellen zu können. Die Versicherte müsse diesbezüglich möglicherweise er-
neut beurteilt werden. Im Rahmen der aktuellen Begutachtung sei auch eine neuropsychologi-
sche Untersuchung durchgeführt worden. Die Versicherte habe sich aber nicht auf die Untersu-
chungssituation einlassen und die Sinnhaftigkeit der Abklärung erkennen können. Die Testung 
habe nicht vollständig durchgeführt werden können. Soweit prüfbar, würden sich Minderleistun-
gen im Bereich der Aufmerksamkeit und der Exekutivfunktionen zeigen. Weiter sei das Arbeits-
tempo verbal und visuell-graphisch schwer vermindert und die Erfassungsspanne verbal und 
visuell stark reduziert. Schwer beeinträchtigt seien auch das verbale und visuelle Arbeitsge-
dächtnis. Die übrigen geprüften kognitiven Funktionsbereiche seien unauffällig. Das Antwort-
verhalten im Beschwerdevalidierungstest (Test of Memory Malingering [TOMM]) sei auffällig. So 
würden die Anzahl Falschantworten unter dem Zufallsniveau liegen, was als Hinweis auf intakte 
Gedächtnisleistungen und eine bewusste Beschwerdeverdeutlichung zu werten sei. Der Validie-
rungstest habe abgebrochen werden müssen. Das Verhalten der Versicherten wirke überzeich-
net und theatralisch. Die Konsistenz zwischen den Alltags- und Berufsaktivitäten und den Test-
befunden könne nicht beurteilt werden. Die psychiatrischen und neurologischen Befunde könn-
ten zwar grundsätzlich Einfluss auf die Kognition haben. Die Diagnosen könnten aber die sehr 
deutlichen Verhaltensauffälligkeiten während der neuropsychologischen Testung nicht hinrei-
chend erklären. Es bestünde eine nicht quantifizierbare neuropsychologische Störung, wahr-
scheinlich bedingt durch Aggravation. Aus neurologischer und rheumatologischer Sicht bestün-
den keine fassbaren Funktionseinschränkungen. Hingegen sei die Versicherte aufgrund der 
mittelgradigen depressiven Episode bei der Planung und Strukturierung von Aufgaben und in 
der Flexibilität, der Selbstbehauptungs- und der Kontaktfähigkeit zu Dritten eingeschränkt. Re-
duziert sei auch die Durchhaltefähigkeit, nicht nur durch die depressive Symptomatik, sondern 
auch durch die extreme Symptomausweitung und die in diesem Zusammenhang bestehende 
Selbstlimitierung und chronische Schmerzstörung. Die Versicherte benötige aufgrund der psy-
chischen Symptomatik mehr Zeit, um berufliche Tätigkeiten durchführen zu können. Das eigen-
verantwortliche Arbeiten sei beeinträchtigt. Die chronische Schmerzstörung mit der deutlichen 
Symptomausweitung führe zu einer zusätzlichen deutlichen Einschränkung der funktionellen 
Fähigkeiten. Die Versicherte habe ihre ganze Lebensverantwortung an ihr persönliches Umfeld 
abgegeben und betrachte sich als nicht mehr leistungsfähig. Sie sei von der Persönlichkeit her 
unterwürfig angepasst. Als individuelle Belastungsfaktoren bestünden die Gewalterfahrungen 
durch den Ex-Ehemann. Aktuell seien kaum Ressourcen vorhanden. Die Versicherte liege qua-
si den ganzen Tag zu Hause, fühle sich in ihren Beschwerden gefangen und nicht in der Lage, 
irgendetwas zu tun. In der klinischen Untersuchung seien Inkonsistenzen festgestellt worden. 
So habe sich beispielsweise beim Prüfen der passiven Beweglichkeit der Hüftgelenke rechts 
eine eingeschränkte Flexion gezeigt, im Sitzen habe die Versicherte aber das Hüftgelenk prob-
lemlos flektieren können. Weiter habe sie in der rheumatologischen Exploration hyperventiliert, 
sich dann aber beruhigen lassen und die Praxis mit kleinen Schritten und fast zusammenge-

 

 
 
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kauert verlassen. Hernach sei sie aber zügig und mit aufrechter Haltung die Strasse entlang 
gegangen. Es hätten sich auch Inkonsistenzen aufgrund der Symptomausweitung gezeigt, wo-
bei diese zum Krankheitsbild der Versicherten gehören würden. Im Rahmen der psychiatrischen 
Exploration habe sie, nachdem sie auf die Arbeitsfähigkeit angesprochen worden sei, hyperven-
tiliert. Die Hyperventilation habe aber schlagartig geendet, als der Gutachter die Aufmerksam-
keit von der Versicherten genommen habe, indem er in einen Nebenraum gegangen sei. Zu-
dem hätten sich im Rahmen der neuropsychologischen Testung deutliche Hinweise auf eine 
Aggravation ergeben. Ihr Verhalten habe überzeichnet gewirkt. Die Verhaltensauffälligkeiten 
könnten nicht hinreichend mit den psychiatrischen und den neurologischen Diagnosen begrün-
det werden. Aufgrund der wahrscheinlichen Aggravation sei die Validität der neuropsychologi-
schen Befunde nicht gegeben. Die mittelgradige depressive Episode führe zu einer Einschrän-
kung der Arbeitsfähigkeit, ebenso die chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychi-
schen Faktoren. Aktuell bestünde im angestammten Beruf sowie in einer angepassten klar defi-
nierten und strukturierten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50 %. Die depressive Symptomatik 
habe sich gemäss den vorliegenden Unterlagen über den Verlauf der letzten Jahre nicht verän-
dert. Die psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung sei unbedingt fortzuführen und eine 
psychopharmakologische Behandlung zu diskutieren. Es sei unklar, inwieweit die Arbeitsfähig-
keit durch geeignete medizinische Massnahmen gesteigert werden könne. 
 
6.5 Am 24. November 2017 äusserte sich die behandelnde Psychiaterin Dr. med. I.____, FMH 
Psychiatrie und Psychotherapie, zum Gutachten der asim vom 9. Oktober 2017. Sie hielt zu-
nächst fest, dass darin die Unfallereignisse und deren Folgen nicht hinreichend erfasst worden 
seien und der Vorwurf der Aggravation und der mangelnden Konsistenz nicht zutreffe. Sie erle-
be die Versicherte als sehr angespannt, unter Druck und eingeengt in Bezug auf das Sorge-
recht für ihren Sohn. Sie sorge sich um ihre Zukunft und sei gekränkt und beschämt. Es be-
stünden ein ausgeprägtes Gedankenkreisen, Lichtempfindlichkeit, Schreckhaftigkeit und aus-
geprägte Schlafstörungen. Sie habe heftige Albträume, ein Bedrohungsgefühl und Flashbacks. 
In Drucksituationen habe die Versicherte Atemnot und ein Globusgefühl. Sie sei vergesslich, 
verliere in der Sprechstunde immer wieder den Faden oder könne banale Daten nicht reprodu-
zieren. Die affektive Problematik habe sich verstärkt und die Versicherte habe Suizidimpulse. 
Im Gutachten würden fremdanamnestische Angaben fehlen. Diese seien aber für die Beurtei-
lung der Konsistenz unabdingbar. In diagnostischer Hinsicht stellte sie einen Status nach einer 
HWS-Distorsion mit schwerem Post-HWS-Syndrom, prolongiertem Heilungsverlauf und 
Schmerzgeneralisierung fest. Sodann diagnostizierte sie eine PTBS, eine anhaltende schwere 
depressive Episode (ICD-10 F32.2) und einen Verdacht auf eine abhängige und altruistische 
Persönlichkeitsstruktur. Die auffälligen neurokognitiven Testergebnisse seien aufgrund der Be-
obachtungen und Erzählungen im Rahmen der Therapie nachvollziehbar. Zudem sei die Versi-
cherte ihren Störungen gegenüber äussert ambivalent, was zum verwirrenden Eindruck beige-
tragen haben könnte, den sie auf die Gutachter hinterlassen habe. Die Auffälligkeiten, die von 
den Gutachtern als theatralisch, überzeichnet und präsentierend wahrgenommen worden seien, 
seien krankheitsbedingt und hätten mit Aggravation im versicherungsrechtlichen Sinne nichts zu 
tun. Es sei von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit der Versicherten auszugehen.  
 

 

 
 
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6.6 Am 27. November 2017 diagnostizierte Dr. G.____ eine schwere depressive Episode mit 
relevanter Suizidalität, einen Status nach HWS-Distorsionen und ein myofasziales 
Schmerzsyndrom der unteren Extremitäten. Die Versicherte leide weiterhin an einer chroni-
schen Schmerzsymptomatik und Bewegungseinschränkung sowie einer anhaltenden posttrau-
matischen Belastungs- und Angststörung. Diese werde derzeit durch die schwere psychosozia-
le Belastungssituation (Scheidung vom gewalttätigen Ehemann) verstärkt. Neben der chronifi-
zierten und generalisierten Schmerzsymptomatik stünde zunehmend die psychische Situation 
mit nunmehr schwerer depressiver Episode und relevanter Suizidalität im Vordergrund. Diese 
führe zu zunehmendem Gedächtnisverlust, Wortfindungsstörungen und teilweise zu Realitäts-
verlust, was durch Angst- und Panikattacken zusätzlich verstärkt werde. Hinsichtlich der HWS 
bestünden eine deutliche Bewegungseinschränkung in sämtliche Richtungen mit deutlicher 
Endphasendolenz und segmentalen Dysfunktionen auf der Höhe C2/3 und C5/7 beidseits 
rechtsbetont bei gleichzeitiger ISG-Blockade rechts und Schmerzen entlang der myofaszialen 
Achsenpunkte, wobei die Fehlhaltung der HWS mit Kopfprotraktion und eine deutliche muskulä-
re Dysbalance des gesamten Nacken-Schultergürtels mit positiven Triggerpunkten im Vorder-
grund stünden. Die Schmerzen hätten sich inzwischen auch auf den Lumbalbereich und die 
unteren Extremitäten ausgeweitet im Sinne eines lumbospondylogenen Syndroms und eines 
myofaszialen Schmerzsyndroms der unteren Extremitäten. Aufgrund der schwer belasteten 
psychischen Situation sei es sehr schwer, die Versicherte in ein therapeutisches Konzept ein-
zubinden. Sie aggraviere aber nicht mutwillig. Vielmehr seien ihre Beschwerden im Rahmen der 
schweren depressiven Störung, der Angststörung und einer sich zuspitzenden psychosozialen 
Belastungssituation zu interpretieren. Aus rheumatologischer Sicht sei derzeit eine 100%ige IV-
Berentung zu befürworten.  
 
6.7 Am 13. September 2018 nahm der psychiatrische Gutachter zum Bericht von Dr. I.____ 
vom 24. November 2017 Stellung. Er hielt fest, dass das auffällige Verhalten der Versicherten 
während der Begutachtung teilweise krankheitsbedingt sei. Sie habe aber auch aggraviert. Die 
von der behandelnden Psychiaterin festgestellte Diagnose einer PTBS habe im Rahmen der 
Begutachtung nicht verifiziert werden können. Zwar weise die Versicherte einige Symptome auf 
(z.B. Albträume). Weitere für die Diagnose notwendige Kriterien seien aber von der Versicher-
ten völlig undifferenziert bejaht worden und könnten nicht gewertet werden. Dasselbe gelte für 
die Symptome einer MTBI bzw. eines möglichen organischen Psychosyndroms nach Schä-
deltrauma. Das von Dr. I.____ bejahte schwere depressive Zustandsbild könne wegen des un-
vollständig abgebildeten psychopathologischen Befunds nach den Richtlinien der AMDP (Ar-
beitsgemeinschaft für Methodik und Dokumentation in der Psychiatrie) vom 16. Juni 2016 nicht 
nachvollzogen werden. In der Untersuchung habe die Versicherte lediglich ein mittelgradiges 
depressives Zustandsbild gezeigt. Von Suizidalität habe sie sich klar und glaubhaft distanziert. 
Die Versicherte habe Einschränkungen in ihrem Funktionsniveau. Diese müssten aber relati-
viert werden. So zeige sie eine erhebliche Selbstlimitierung aufgrund der Symptomausweitung, 
darüber hinaus aber auch eine Aggravation, die sich zwar ebenfalls als Einschränkung der Leis-
tungsfähigkeit abbilde, aber nicht krankheitsbedingt sei. Aufgrund der vorliegenden Inkonsisten-
zen liessen sich die Krankheitsbilder einer PTBS sowie einer MTBI nicht vollständig klären bzw. 
ausschliessen und könnten deshalb nicht beurteilt werden. Die Versicherte sei aber aufgrund 
einer mittelgradigen depressiven Episode und einer chronischen Schmerzstörung mit somati-

 

 
 
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schen und psychischen Faktoren im Umfang von 50 % in ihren funktionellen Fähigkeiten einge-
schränkt. Es sei möglich, dass sie durch Symptome im Rahmen einer PTBS zusätzlich einge-
schränkt sei. Dies liesse sich aber aufgrund der Symptomausweitung und der Aggravation der 
Versicherten in der Begutachtungssituation nicht ausreichend beurteilen. Dass sie, wie von der 
behandelnden Psychiaterin beschrieben, vollständig arbeitsunfähig sein soll, sei nicht nachvoll-
ziehbar. Für eine genauere Beurteilung der Arbeitsfähigkeit wäre ein Arbeitstraining durchzufüh-
ren. 
 
6.8 Am 24. September 2018 nahm der rheumatologische Gutachter zum Bericht von 
Dr. G.____ vom 27. November 2017 Stellung, wobei er festhielt, dass dieser keine neuen As-
pekte enthalte. Der Vorwurf der behandelnden Psychiaterin, wonach er die klinischen Befunde 
und diejenigen der Bildgebung sowie die Berichte der behandelnden Ärzte übergangen habe, 
treffe nicht zu. 
 
6.9 Am 20. November 2018 nahm der RAD Stellung. Er hielt fest, dass sich aus versiche-
rungsmedizinsicher Sicht die krankheitsbedingten und die real vorhandenen Funktionsein-
schränkungen nicht mit Sicherheit von den aggravatorisch bedingten Verhaltensauffälligkeiten 
trennen und zuordnen liessen, weshalb eine valide Beurteilung des Gesundheitszustands und 
der Arbeitsfähigkeit nicht präzise möglich sei. Zudem habe der psychiatrische Gutachter bei der 
Beurteilung des Fähigkeitsstatus nach Mini-ICF-APP die Ratingregeln nicht eingehalten. Eine 
krankheitsbedingte Funktions- und Arbeitsunfähigkeit sei nicht objektivierbar. 
 
6.10 Am 14. Mai 2019 fand eine Besprechung zwischen dem Rechtsdienst der IV-Stelle und 
dem RAD statt. Dabei wurde auf die RAD-Stellungnahme vom 20. November 2018 verwiesen 
und festgehalten, dass die Angaben der Versicherten auffällig seien und von einer deutlichen 
Aggravation auszugehen sei. Der psychiatrische Gutachter habe zwar mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit eine mittelgradige depressive Störung und eine chronische Schmerzstörung mit 
somatischen und psychischen Faktoren diagnostiziert und sehe in diesem Rahmen auch die 
Symptomausweitung teilweise begründet. Wegen der deutlichen Aggravation und der zahllosen 
Inkonsistenzen seien aber aus Sicht des RAD die funktionellen Auswirkungen der diagnostizier-
ten psychischen Störungen nicht bewiesen. Es könne keine 50%ige Einschränkung der Arbeits-
fähigkeit begründet werden. Die im psychiatrischen Teilgutachten erhobenen Einschränkungen 
könnten nicht klar von Selbstlimitierung und Aggravation getrennt werden, was den diagnosti-
zierten Schweregrad der Depression relativiere. Sodann seien die Therapieoptionen nur teilwei-
se wahrgenommen worden, weshalb der subjektive Leidensdruck als gering angesehen werden 
müsse. 
 
6.11 Mit E-Mail an den Rechtsvertreter der Versicherten vom 30. September 2019 hielt 
Dr. G.____ fest, dass der rheumatologische Gutachter die multilokuläre Druckschmerzhaftigkeit 
zervikal-betont korrekt beschrieben habe. Er sei aber nicht auf die ausgeprägte Wirbelsäulen-
fehlhaltung und die daraus resultierenden muskulären Dysbalancen eingegangen. Ob die Wad-
delzeichen tatsächlich als positiv bewertet werden könnten, sei diskutabel. Sie seien aber sicher 
nicht im Sinne eines aufgesetzten Schmerzgebarens, sondern vielmehr im Rahmen der gesam-
ten psychiatrischen Komorbidität zu werten. 

 

 
 
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6.12 Die Versicherte wurde am 7. und 8. November 2019 in der Klinik H.____ stationär behan-
delt. Im Austrittsbericht vom 5. Dezember 2019 wurden eine rezidivierende depressive Störung, 
gegenwärtig schwere Episode mit psychotischen Symptomen (ICD-10 F33.3), eine PTBS (ICD-
10 F43.1), ein chronisches Schmerzsyndrom mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-
10 F45.41), eine Agoraphobie mit Panikstörung (ICD-10 F40.01), eine gastroösophageale Re-
fluxkrankheit mit Ösphagitis (ICD-10 K21.0) und andere Kontaktanlässe mit Bezug auf den en-
gen Familienkreis (ICD-10 Z63) diagnostiziert. Die Versicherte sei wegen akuter Suizidalität auf 
die geschützte Station der Psychiatrie F.____ verlegt worden. 
 
6.13 Im Austrittsbericht der Psychiatrie F.____ vom 2. Januar 2020 wurden eine rezidivierende 
depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode mit psychotischen Symptomen (ICD-10 
F33.3), eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 
F45.41), eine gastroösophageale Refluxkrankheit mit Ösphagitis (ICD-10 K21.0) und andere 
Kontaktanlässe mit Bezug auf den engen Familienkreis (ICD-10 Z63) diagnostiziert. Bei der 
Versicherten hätten sich initial eine starke depressive Verstimmung mit starker Einengung auf 
die eigene Hoffnungslosigkeit und Insuffizienzerleben, Ängste mit agora- und sozialphobischem 
Charakter sowie akustische Halluzinationen mit imperativen, zu Suizidhandlungen auffordern-
den Stimmen gezeigt. Zudem sei eine Exazerbation der Schmerzsymptomatik aufgetreten. 
Nach Neuinstallierung resp. Umstellung der Medikation habe sich der Zustand der Versicherten 
gebessert. Am 13. Dezember 2019 sei sie stabil und ohne Anhalt auf akute Selbst- oder 
Fremdgefährdung aus der Klinik entlassen worden. 
 
6.14 Das RAV beauftragte das Kompetenzzentrum D.____ mit einer Abklärung der Arbeitsfä-
higkeit. Im Bericht vom 30. Juli 2020 wurde keine (beurteilbare) Diagnose mit Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit gestellt. Die Versicherte habe sich stark leidend und massiv eingeschränkt 
präsentiert. Wegen der fehlenden Mitwirkung der Versicherten hätten keine fundierte Berufs- 
und psychiatrische Anamnese erhoben werden können. Das berichtete Beschwerdebild bleibe 
diffus. Zudem habe die Versicherte in den Gesprächen aggraviert, was eine psychiatrische Stö-
rung nicht ausschliesse, aber auch nicht eindeutig identifizieren lasse. Aufgrund der vorliegen-
den Informationen sei aus psychiatrischer Sicht eine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht 
möglich. 
 
6.15 Am 28. Juli und 12. August 2020 hielt der RAD fest, dass die Stellungnahme von 
Dr. G.____ vom 30. September 2019 das rheumatologische Gutachten nicht in Zweifel zu zie-
hen vermöge. Es handle sich um eine differente Beurteilung desselben Gesundheitszustands, 
wobei er gegenwärtig sogar eine Besserung der Wirbelsäulenfunktion beschreibe. Mit dem 
asim-Gutachten würden genügend Hinweise/Beweise für Inkonsistenzen und Aggravation vor-
liegen, die als Ausschlussgründe gewertet werden müssten. Demgegenüber würden die be-
handelnden Ärzte aus den subjektiven Beschwerden unkritisch schwerwiegende psychische 
Störungen ableiten, die aber gutachterlich nicht hätten bestätigt werden können. 
 
6.16 Im Bericht der Psychiatrie F.____ vom 15. April 2021 wurde festgehalten, dass sich die 
Versicherte seit dem 25. Februar 2021 in tagesklinischer Behandlung befinde. Es wurden eine 

 

 
 
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rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode mit psychotischen Sympto-
men (ICD-10 F33.3), eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Fakto-
ren (ICD-10 F45.41), andere Kontaktanlässe mit Bezug auf den engeren Familienkreis (ICD-10 
Z63), ein Erschöpfungssyndrom (ICD-10 Z73), aktenanamnestisch eine PTBS (ICD-10 F43.1), 
eine gastroösophageale Refluxkrankheit mit Ösophagitis (ICD-10 K21.0), ein Status nach 
lapraskopischer Cholezystektomie und nach HWS-Distorsion mit Schmerzgeneralisierung, Ten-
domyosen, ein myofasziales Schmerzsyndrom der unteren Extremität, ein Tinnitus und ein 
chronischer Schmerzmittelabusus diagnostiziert. Die Versicherte scheine sich über Jahrzehnte 
für die Arbeit und die Familie aufgeopfert zu haben. Aktuell scheine die Aufopferung mit resul-
tierender Selbstaufgabe bzw. Selbstüberforderung bis hin zu einem ausgeprägten Erschöp-
fungssyndrom sowie depressiven Dekompensationen und Schmerzen zu führen. Die interaktio-
nelle Problematik sei im Rahmen der kulturellen Werte zu reflektieren und die Persönlichkeits-
thematik kritisch zu prüfen, da diese für die aktuelle Problematik ursächlich erscheine. Zusätzli-
che Belastungsfaktoren, wie die soziale Situation (Abhängigkeit vom Ehemann, Enttäuschung 
in der Beziehung, Erkrankung des Sohnes) und die Traumaanamnese (häusliche Gewalt, zwei 
Unfälle) schienen die Bewältigungsstrategien der Versicherten zu überfordern. Zumindest pha-
senweise könnte es zu einer PTBS-Symptomatik gekommen sein. Eine sorgfältige Abklärung 
sei indiziert. Die Arbeitsfähigkeit der Versicherten sollte durch eine Gutachterperson mit 
traumadiagnostischer Erfahrung beurteilt werden.  
 
7.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom 20. April 2020 
bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts auf das zitierte Gutachten der asim vom 
9. Oktober 2017. Sie ging gestützt auf die hierzu ergangenen RAD-Stellungnahmen vom 
20. November 2018 und 14. Mai 2019 davon aus, dass sich die krankheitsbedingten und real 
vorhandenen Funktionseinschränkungen nicht von den aggravatorisch bedingten Verhaltens-
auffälligkeiten trennen liessen, weshalb eine valide Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht mög-
lich und der Rentenanspruch wegen Vorliegens eines Ausschlussgrunds abzulehnen sei. Wie 
oben (vgl. E. 4.3 hiervor) dargelegt, ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten 
Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen 
und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung 
der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft 
zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise spre-
chen. Solche Indizien liegen keine vor. Das Gutachten der asim vom 9. Oktober 2017 erfüllt 
sowohl in formeller als auch in inhaltlicher Hinsicht die bundesgerichtlichen Anforderungen an 
eine beweiskräftige medizinische Entscheidungsgrundlage. Die Gutachter hatten Kenntnis von 
sämtlichen medizinischen Vorakten, sie setzten sich in angemessener Weise mit den geäusser-
ten Beschwerden auseinander und begründeten die Schlussfolgerungen in nachvollziehbarer 
Weise. In inhaltlicher Hinsicht vermag sodann zu überzeugen, dass die Versicherte aus rein 
rheumatologischer und neurologischer Sicht keine (fassbaren) Funktionseinschränkungen resp. 
relevante Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit aufweist, indes aufgrund der mittelschweren 
depressiven Episode und der chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen 
Faktoren von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50 % auszugehen ist. Insgesamt 
bestehen keine Anhaltspunkte, dass die klinische Untersuchung mit Anamneseerhebung, 
Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung als wichtigste Grundlage gutachtlicher Fest-

 

 
 
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stellungen und Schlussfolgerungen nicht lege artis erfolgt wäre (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
vom 4. August 2016, 9C_410/2016, E. 2.2.1 mit Hinweis, in: SVR 2016 IV Nr. 53 S. 178). 
 
7.2 Soweit die Beschwerdegegnerin gestützt auf die Beurteilung des RAD davon ausgeht, 
dass sich die krankheitsbedingten Funktionseinschränkungen nicht von den aggravatorischen 
Verhaltensauffälligkeiten trennen liessen und eine valide Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht 
möglich sei, kann ihr nicht beigepflichtet werden. Zwar stellte (auch) der psychiatrische Gutach-
ter ein auffälliges Verhalten der Versicherten während der Begutachtung fest. Er legte aber dif-
ferenziert und nachvollziehbar begründet dar, weshalb eine die Arbeitsfähigkeit einschränkende 
mittelgradige depressive Episode sowie eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und 
psychischen Faktoren zu bejahen und das auffällige Verhalten der Versicherten teilweise 
krankheitsbedingt ist. Dabei zeigte er schlüssig auf, dass sich die funktionellen Einschränkun-
gen durch die Merkmale einer mittelgradigen depressiven Störung, namentlich durch eine Be-
einträchtigung der Konzentration und der Stimmung, Energiemangel, Insuffizienzgefühle sowie 
durch Antriebs- und Schlafstörung manifestieren. Die Versicherte sei gemäss den Erkenntnis-
sen des Gutachters in der Planung und Strukturierung von Aufgaben und in der Flexibilität so-
wie in der Selbstbehauptungs- und Kontaktfähigkeit zu Dritten einschränkt. Zudem erachtete er 
die Durchhaltefähigkeit als beeinträchtigt und legte nachvollziehbar dar, dass die chronische 
Schmerzstörung v.a. im Zusammenhang mit der ausserordentlichen Symptomausweitung zu 
einer deutlichen Einschränkung der funktionellen Fähigkeiten führt. Damit ist eine verselbst-
ständigte Gesundheitsschädigung ausgewiesen. Soweit der RAD diese Beurteilung in Frage 
stellt und davon ausgeht, dass sich die krankheitsbedingten Funktionseinschränkungen nicht 
von den aggravatorischen Verhaltensauffälligkeiten trennen liessen, ist dem entgegenzuhalten, 
dass er die Beschwerdeführerin nicht selbst persönlich untersucht hatte und zudem nicht diffe-
renziert aufzeigt, weshalb die Erkenntnisse aus der psychiatrischen Begutachtung nicht zutref-
fen. Daher vermag seine abweichende Einschätzung der medizinischen Sachlage die Beurtei-
lung des psychiatrischen Gutachters nicht in Zweifel zu ziehen. Offenbar war es diesem – trotz 
des Verhaltens der Beschwerdeführerin – möglich, die krankheitswertige psychische Störung zu 
erkennen und deren Auswirkung auf die Leistungsfähigkeit zu beurteilen. Zu beachten ist fer-
ner, dass das Vorliegen von Aggravation rechtsprechungsgemäss nicht automatisch zur Beja-
hung eines Ausschlussgrunds resp. zur Verneinung jeglicher versicherten Gesundheitsschädi-
gung führt, sondern nur insoweit, als die Leistungseinschränkung auf der Aggravation beruht 
(vgl. BGE 141 V 281 E. 2.2.1 mit Hinweis) oder als deren Folge nicht mit ausreichender Wahr-
scheinlichkeit festgestellt werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 9C_659/2017, E. 4.4 
mit Hinweis u.a. auf BGE 138 V 218 E. 6). Letzteres gilt vorliegend (lediglich) für die vom psy-
chiatrischen Gutachter als möglich erachteten, aber aufgrund der Symptomausweitung und der 
Aggravation der Versicherten nicht abschliessend beurteilbaren zusätzlichen Symptome im 
Rahmen einer PTBS und/oder einer MTBI. Die Tatsache, dass der psychiatrische Gutachter 
diesbezüglich keine abschliessende Beurteilung vornehmen konnte und (mögliche) weitere Be-
schwerdebilder in seiner Einschätzung der Arbeitsfähigkeit ausklammerte, tut aber der Beweis-
kraft seiner Expertise keinen Abbruch. Vielmehr ist aufgrund seiner überzeugenden Angaben 
davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin eine krankheitsbedingte Beeinträchtigung der 
Arbeitsfähigkeit von 50 % aufweist. 
 

 

 
 
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7.3 Die Vorbringen der Beschwerdeführerin sind ebenfalls nicht geeignet, das vorstehende 
Beweisergebnis in Frage zu stellen. Wenn sie sich auf die abweichende Beurteilung der behan-
delnden Ärzte beruft und geltend macht, das asim-Gutachten sei nicht verwertbar, da die Gut-
achter den Schweregrad der Beeinträchtigungen und die Ressourcen nicht zutreffend erfasst 
hätten, ist zunächst in Erinnerung zu rufen, dass es die unterschiedliche Natur von Behand-
lungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und Begutachtungsauftrag des 
amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (vgl. BGE 124 I 170 E. 4) nicht zu-
lässt, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weite-
rer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu an-
derslautenden Einschätzungen gelangen. Weiter ist zu beachten, dass eine Exploration von der 
Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen kann. Sie eröffnet den Gutachtern praktisch 
immer einen Spielraum für verschiedene medizinische Interpretationen, was zulässig und zu 
respektieren ist, sofern der Gutachter – wie hier – lege artis vorgegangen ist. Vorbehalten blei-
ben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil diese wichtige – und 
nicht rein subjektiver Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die bei der Begutach-
tung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 23. Mai 
2018, 8C_874/2017, E. 5.2.2). Vorliegend fällt aber entscheidend ins Gewicht, dass es den 
Gutachtern wegen des aggravatorischen Verhaltens der Beschwerdeführerin anlässlich der 
Explorationen nicht möglich war, deren Gesundheitszustand vollständig zu erfassen. Diesbe-
züglich hat die Beschwerdeführerin selbst die Ursache gesetzt, dass allfällige weitere Beein-
trächtigungen nicht mit der erforderlichen überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausgewiesen sind. 
Diese Beweislosigkeit geht zu Lasten der Beschwerdeführerin (vgl. BGE 141 V 281 E. 6). Die 
gegenteilige Auffassung ist nicht stichhaltig. Wenn sie die im Gutachten klar bejahte Aggravati-
ons- oder Simulationstendenz unter Hinweis auf die Stellungnahmen der behandelnden Ärzte 
bestreitet, kann ihr unter Mitberücksichtigung der Erfahrungstatsache, wonach behandelnde 
Arztpersonen bzw. Therapiekräfte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauens-
stellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (vgl. BGE 135 V 465 E. 4.5), 
nicht gefolgt werden. Jedenfalls vermögen die abweichenden Einschätzungen der behandeln-
den Ärzte die Beurteilung im Gutachten nicht in Zweifel zu ziehen. Hinweise darauf, dass der 
psychiatrische Gutachter den massgeblichen Sachverhalt nicht zutreffend erfasste, sind nicht 
ersichtlich. Neuere fachärztliche Berichte, die im hier zu beurteilenden Zeitraum bis 20. April 
2020 nach der Begutachtung durch die asim eine massgebliche Verschlechterung des Gesund-
heitszustands beschreiben würden oder an den Feststellungen im aktuellen Gutachten Zweifel 
zu begründen vermögen, liegen ebenfalls nicht vor. Zwar wurde im Bericht der Klinik H.____ 
vom 5. Dezember 2019 und im Bericht der Psychiatrie F.____ vom 2. Januar 2020 eine rezidi-
vierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode mit psychotischen Symptomen 
(ICD-10 F33.3), diagnostiziert. Nach den Angaben der behandelnden Ärzteschaft konnte aber 
der Gesundheitszustand der Versicherten nach der stationären Behandlung resp. nach Neuin-
stallierung resp. Umstellung der Medikation innerhalb weniger Wochen verbessert werden. Es 
kommt hinzu, dass im Rahmen der Abklärung durch das Kompetenzzentrum D.____ (Bericht 
vom 30. Juli 2020) wegen der fehlenden Mitwirkung und dem aggravatorischen Verhalten der 
Versicherten keine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit möglich war, was gegen eine Verschlech-
terung des psychischen Gesundheitszustands spricht und einen validen Vergleich mit dem Ge-
sundheitszustand, wie er sich anlässlich der Begutachtung durch die asim präsentierte, verun-

 

 
 
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möglicht. Der rund ein Jahr nach Verfügungserlass datierende Bericht der Psychiatrie F.____ 
vom 15. April 2021 kann in diesem Verfahren nicht berücksichtigt werden (vgl. E. 2 hiervor). 
Eine allfällige zwischenzeitliche Verschlechterung des Gesundheitszustands wäre im Rahmen 
einer Revision zu beurteilen. Bei dieser Sach- und Rechtslage kann in antizipierter Beweiswür-
digung (vgl. BGE 126 V 130 E. 2a mit zahlreichen Hinweisen) auf die beantragten weiteren Ab-
klärungen verzichtet werden. 
 
8.1 Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlichen Beeinträchtigung. 
Wie oben ausgeführt (vgl. E. 3.4 hiervor), ist der Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Versicher-
ten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dabei ist in zeitlicher Hinsicht grund-
sätzlich auf die Gegebenheiten im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns abzustellen 
(vgl. BGE 129 V 222, 128 V 174), welcher gemäss Art. 29 Abs. 1 und 2 IVG auf den 1. Mai 
2017 (Beginn des Wartejahrs: April 2012; vgl. E. 6.4 hiervor) zu liegen kommt. Für den nachfol-
gend durchzuführenden Einkommensvergleich sind demnach die in diesem Zeitpunkt gegebe-
nen Einkommensverhältnisse massgebend. 
 
8.2.1 Bei der Ermittlung des ohne Invalidität erzielbaren Einkommens (Valideneinkommen) ist 
entscheidend, was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad 
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (vgl. BGE 126 V 360 E. 5b) als Gesunde tatsächlich 
verdienen würde. Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen. Massge-
bend ist, was die versicherte Person aufgrund ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen 
Umstände unter Berücksichtigung ihrer beruflichen Weiterentwicklung, soweit hiefür hinreichend 
konkrete Anhaltspunkte bestehen, zu erwarten gehabt hätte (vgl. BGE 96 V 29; ZAK 1985 
S. 635 E. 3a sowie RKUV 1993 Nr. U 168 S. 100 f. E. 3b). Da im Gesundheitsfall erfahrungs-
gemäss die bisherige Tätigkeit in der Regel weitergeführt worden wäre, ist Anknüpfungspunkt 
für die Bestimmung des Valideneinkommens häufig der zuletzt erzielte, der Teuerung sowie der 
realen Einkommensentwicklung angepasste Verdienst (RKUV 1993 Nr. U  168 S. 101 E. 3b am 
Ende; vgl. auch ZAK 1990 S. 519 E. 3c). 
 
8.2.2 Die Versicherte arbeitete zuletzt vom 1. Oktober 2001 bis 31. März 2013 als Pflegerin 
(Pensum 50 %) im Alterszentrum B.____ in X.____. Zudem arbeitete sie vom 1. November 
2009 bis 30. September 2014 ebenfalls mit einem 50%-Pensum im Büro des Unternehmens 
ihres Ehemanns, der C.____GmbH in Y.____. Da aufgrund der Akten mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit davon auszugehen ist, dass sie im Gesundheitsfall die bisherigen Tätigkeiten 
weitergeführt hätte und bei der Bemessung des Valideneinkommens entscheidend ist, was eine 
versicherte Person als Gesunde überwiegend wahrscheinlich tatsächlich verdienen würde, und 
nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte (vgl. BGE 131 V 51 E. 5.1), ist das Valideneinkom-
men aufgrund der Lohnangaben der ehemaligen Arbeitgeberinnen zu bemessen. Als Pflegerin 
erzielte die Versicherte seit 1. November 2011 einen Verdienst von Fr. 35'279.25 (vgl. Jahres-
lohnkonto 2011 [act. 22] und IK-Auszug [act. 10]). Unter Berücksichtigung einer Nominallohn-
entwicklung bis ins Jahr 2017 (+0,3 % [2012], +0,4 % [2013], +0,0 % [2014], +0,3 % [2015], 
+0,7 % [2016], +0,2 % [2017]; vgl. BFS T1.2.10 Nominallohnentwicklung Frauen 2011-2019, 
Wirtschaftszweig 86-88) resultiert ein Einkommen von Fr. 35'954.40. Zudem hätte die Versi-
cherte bei der C.____GmbH ein Jahreseinkommen von Fr. 31'850.-- erzielt (vgl. Fragebogen für 

 

 
 
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Arbeitgebende vom 17. Januar 2017; act. 32), weshalb das massgebende Valideneinkommen 
Fr. 67'804.40 (Fr. 35'954.40 + Fr. 31'850.--) beträgt. 
 
8.3.1 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär von 
der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret 
steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – beson-
ders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleiben-
de Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen 
aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsäch-
lich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzielte Erwerbseinkommen 
gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine 
oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können 
nach der Rechtsprechung die Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik perio-
disch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden 
(vgl. BGE 143 V 295 E. 2.2). Beansprucht eine versicherte Person eine Rente, ist sie kraft 
Schadenminderungspflicht gehalten, die Restarbeitsfähigkeit so gut als möglich zu verwerten 
(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 15. Januar 2009, 9C_733/2008, E. 4.2). 
 
8.3.2 Der Versicherten ist es nach der massgebenden Beurteilung im asim-Gutachten zumut-
bar, im angestammten Beruf (angelernte Pflegehelferin) ein 50 %-Pensum auszuüben, weshalb 
das Invalideneinkommen aufgrund der LSE 2016 Tabelle TA 1_triage_skill_level, Wirtschafts-
zweig 86-88 (Gesundheits- und Sozialwesen) zu bestimmen ist. Demnach belief sich der Zent-
ralwert für die im Anforderungsniveau 1 beschäftigten Frauen im Jahr 2016 auf Fr. 4‘636.--. Un-
ter Berücksichtigung der durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 41,6 Stunden im Wirt-
schaftszweig 86-88 (vgl. BfS, T 03.02.03.01.04.01) einer Nominallohnentwicklung von 0,2 % im 
Jahr 2017 (vgl. BFS Nominallohnindex, Frauen 2016-2019, T1.2.15, Wirtschaftszweig 86-88) 
und einem Pensum von 50 % resultiert ein Invalideneinkommen von Fr. 28'986.50 (Fr. 4‘636.--: 
40 x 41,6 x 12 x 100,2 % x 50 %). 
 
8.3.3 Die Beschwerdeführerin verlangt aufgrund der krankheitsbedingt wiederkehrenden und 
nicht voraussehbaren Absenzen am Arbeitsplatz, dem erhöhten Einarbeitungsaufwand und den 
Nachteilen von invaliden Personen auf dem Arbeitsmarkt eine Reduktion des Invalideneinkom-
mens um 10 %.  
 
8.3.4 Mit dem Abzug vom Tabellenlohn nach BGE 126 V 75 soll der Tatsache Rechnung getra-
gen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, 
Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad, Aus-
wirkungen auf die Lohnhöhe haben können und je nach Ausprägung die versicherte Person 
deswegen die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit 
unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2; Urteil 
des Bundesgerichts vom 11. Juli 2017, 8C_114/2017, E. 3.1). Der Abzug soll aber nicht auto-
matisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Er-
messen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2; 
134 V 322 E. 5.2). 

 

 
 
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8.3.5 Wie sich aus der Zumutbarkeitsbeurteilung im massgebenden Gutachten der asim vom 
9. Oktober 2017 ergibt, wurden die gesundheitlichen Beschwerden und die damit verbundene 
beeinträchtigte Leistungsfähigkeit der Versicherten bereits durch die Annahme eines reduzier-
ten Arbeitspensums im Umfang von 50 % berücksichtigt. Eine zusätzliche Veranschlagung die-
ser Einschränkungen unter dem Titel des leidensbedingten Abzugs im Sinne von BGE 126 V 75 
würde zu einer unzulässigen doppelten Anrechnung desselben Faktors führen. Die weiteren 
Kriterien (Alter, Dienstjahre, Beschäftigungsgrad und Nationalität/Aufenthaltskategorie) rechtfer-
tigen vorliegend keinen Abzug. 
 
8.4 Aus einer Gegenüberstellung des Valideneinkommens von Fr. 67'804.40 und des Invali-
deneinkommens von Fr. 28'986.50 resultiert ein Invaliditätsgrad von rund 57 %, was unter Be-
rücksichtigung von Art. 29 Abs. 1 IVG und der Anmeldung zum Leistungsbezug am 
14. November 2016 ab 1. Mai 2017 Anspruch auf eine halbe Rente gibt. 
 
9. Die Beschwerdeführerin beantragt die Ausrichtung von Verzugszinsen im Umfang von 
5 % ab 1. Mai 2019. Gemäss Art. 26 Abs. 2 ATSG werden die Sozialversicherungen, sofern die 
versicherte Person ihrer Mitwirkungspflicht vollumfänglich nachgekommen ist, für ihre Leistun-
gen nach Ablauf von 24 Monaten nach der Entstehung des Anspruchs, frühestens aber 12 Mo-
nate nach dessen Geltendmachung verzugszinspflichtig. Vorliegend ist der Rentenanspruch am 
1. Mai 2017 entstanden. In Anwendung von Art. 26 Abs. 2 ATSG hat dies zur Folge, dass die 
Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin die rückwirkend nachzuzahlenden Rentenleis-
tungen ab 1. Mai 2019 mit 5 % zu verzinsen hat. 
 
10. Im Ergebnis ist die Beschwerde vom 25. Mai 2020 demnach in dem Sinne teilweise gut-
zuheissen, als die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 20. April 2020 
aufgehoben und festgestellt wird, dass die Beschwerdeführerin ab 1. Mai 2017 Anspruch auf 
eine halbe Rente zuzüglich Zins von 5 % ab dem 1. Mai 2019 auf den ausstehenden Renten-
leistungen hat. 
 
11.1 Es bleibt, über die Kosten zu befinden. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerde-
verfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfah-
rensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge-
legt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen eine Parteiverhandlung durchgeführt wurde, 
setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrah-
mens einheitlich auf Fr. 1’000.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in 
der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend hat die 
IV-Stelle als unterliegende Partei die Verfahrenskosten zu tragen. Der Beschwerdeführerin wird 
der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1’000.-- zurückerstattet. 
 
11.2 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Fraglich ist, ob die Parteientschädigung allenfalls wegen bloss teilwei-
sen Obsiegens zu reduzieren ist. In diesem Zusammenhang ist vorab klarzustellen, dass es 

 

 
 
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bundesrechtswidrig wäre, die Parteientschädigung ausschliesslich nach dem anteilsmässigen 
Prozesserfolg zu bemessen. Mit einem solchen Vorgehen würde in unzulässiger Weise von den 
bundesrechtlichen Bemessungskriterien der „Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit 
des Prozesses“ (Art. 61 lit. g Satz 2 ATSG) abgewichen (vgl. BGE 117 V 407 E. 2c). Gegen 
eine Reduktion der Parteientschädigung wegen bloss teilweisen Obsiegens sprechen zudem 
folgende Überlegungen: Die Beschwerdeführerin hätte sich damit begnügen können, in ihren 
Rechtsbegehren die Zusprechung einer Rente zu verlangen (vgl. BGE 101 V 223 E. 4). In die-
sem Fall wäre der Prozesserfolg nicht anteilsmässig quantifizierbar und der Beschwerdeführerin 
würde wegen Obsiegens eine volle Parteientschädigung zugesprochen (vgl. BGE 117 V 406 
E. 2b). Zu beachten ist sodann, dass praxisgemäss selbst dann eine volle Parteientschädigung 
ausgerichtet wird, wenn das kantonale Gericht in einem Rentenverfahren keinen materiellen 
Entscheid trifft, sondern die Sache zu ergänzender Abklärung und anschliessender Neubeurtei-
lung an den Versicherungsträger zurückweist (vgl. BGE 117 V 406 f. E. 2b mit Hinweisen). Be-
rücksichtigt man diese Überlegungen, so rechtfertigt es sich, der Beschwerdeführerin für das 
vorliegende Verfahren eine volle Parteientschädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. 
Der Rechtsvertreter hat in seiner Honorarnote vom 21. April 2021 für das vorliegende Be-
schwerdeverfahren einen Zeitaufwand von 21 Stunden und 25 Minuten geltend gemacht, was 
umfangmässig in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen, des doppel-
ten Schriftenwechsels und der Parteiverhandlung angemessen ist. Dieser Aufwand ist mit dem 
im Sozialversicherungsrecht üblichen Stundenansatz von Fr. 250.-- zu vergüten (vgl. § 3 Abs. 1 
der Tarifordnung für Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003). Nicht zu beanstanden 
sind sodann die in der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen von insgesamt Fr. 200.30. Somit 
ist der Beschwerdeführerin für das vorliegende Beschwerdeverfahren eine Parteientschädigung 
in der Höhe von Fr. 5'982.15 (21,42 Stunden à Fr. 250.-- sowie Auslagen von Fr. 200.30 zuzüg-
lich 7,7 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 
 
 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 

://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne teilweise gutgeheissen, als die 
angefochtene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 20. April 
2020 aufgehoben und festgestellt wird, dass die Beschwerdeführerin 
ab 1. Mai 2017 Anspruch auf eine halbe Rente hat. 

 2. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat die rückwirkend nachzuzahlenden 
Leistungen mit Wirkung ab 1. Mai 2019 zu 5 % pro Jahr zu verzinsen. 

 3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1’000.-- werden der IV-Stelle 
Basel-Landschaft auferlegt. 

 4. Der Beschwerdeführerin wird der geleistete Kostenvorschuss in der 
Höhe von Fr. 1’000.-- zurückerstattet. 

 5. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerdeführerin eine Par-

 

 
 
Seite 20   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

teientschädigung in der Höhe von Fr. 5'982.15 (inkl. Auslagen und 
Mehrwertsteuer) auszurichten. 

 

 

 

 
 

Gegen diesen Entscheid hat die IV-Stelle am 23. August 2021 Beschwerde erhoben (siehe 
nach Vorliegen des Urteils des Bundesgerichts: 8C_548/2021). 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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