# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 090c3bec-3bc0-5c49-a109-0f62513b8732
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-08-20
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 20.08.2020 725 20 87/202
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-20-87-202_2020-08-20.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom  20. August 2020 (725 20 87 / 202) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Die Voraussetzungen zur Berücksichtigung der psychogenen Beschwerden als Unfallfol-

gen sind nicht erfüllt; bei der Festlegung des Invalideneinkommens hat die Vorinstanz zu 

Recht den Totalwert über den gesamten privaten Sektor berücksichtigt; ein leidensbe-

dingter Abzug von 5 % ist vorliegend sicherlich nicht zu tief; eine Integritätsentschädi-

gung ist nicht auszurichten 

 

 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichterin Susanne Afheldt, 

Kantonsrichter Jürg Pulver, Gerichtsschreiber Daniel Gfeller 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Dr. Dieter M. Troxler, 
Rechtsanwalt, Wasserturmplatz 2, 4410 Liestal 

  
 
gegen 
 
 

 Suva, Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde-
gegnerin 
 

  
  
Betreff Leistungen  

 
 
 
A. Die 1972 geborene A.____ arbeitete bei der B.____ SA als X.____ eines Kehrrichtab-
fuhr-LKW's und war dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen 
Unfallfolgen obligatorisch versichert, als sie sich am 30. September 2016 anlässlich eines bei der 

 

 
 
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Arbeit erlittenen Unfalls verletzte. Gemäss Unfallmeldung vom 10. Oktober 2016 stand A.____ 
hinten neben dem Lastwagen und Geländer. Der Lastwagen sei angefahren und habe abgedreht, 
sodass das Podest hinten am Lastwagen A.____ gegen das Geländer gequetscht habe. In der 
Folge erbrachte die Suva Versicherungsleistungen. Nach diversen medizinischen Abklärungen 
teilte die Suva A.____ mit Schreiben vom 28. September 2018 mit, gemäss der kreisärztlichen 
Beurteilung könne von weiteren Behandlungen keine namhafte Besserung des unfallbedingten 
Gesundheitszustands mehr erwartet werden, weshalb sie die Taggeldleistungen ab 1. November 
2018 einstelle. Es werde geprüft, ob weitere Versicherungsleistungen (Rente) ausgerichtet wer-
den könnten. Mit Verfügung vom 22. Oktober 2018 verneinte die Suva sowohl einen Anspruch 
auf eine Rente wie auch einen solchen auf eine Integritätsentschädigung, wobei der adäquate 
Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den psychogenen Störungen verneint wurde. 
Am 24. April 2019 erliess die Suva eine neue Verfügung und nahm damit jene vom 22. Oktober 
2018 zurück. Sie sprach der Einsprecherin mit Wirkung ab 1. November 2018 eine Rente bei 
einer Erwerbsunfähigkeit von 11 % und einem versicherten Verdienst von Fr. 41'262.-- zu, wäh-
rend sie einen Anspruch auf eine Integritätsentschädigung wiederum verneinte. Eine dagegen 
erhobene Einsprache wies die Suva mit Entscheid vom 21. Januar 2020 ab. 
 
B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokat Dr. Dieter M. Troxler, mit Schreiben 
vom 24. Februar 2020 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialver-
sicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte sie, der angefochtene Entscheid sei aufzu-
heben und ihr eine IV-Rente in Höhe von mindestens 35 % des massgeblich versicherten Ein-
kommens sowie eine Integritätsentschädigung von mindestens 40 % zuzusprechen. Eventuell 
sei die Sache zur weiteren Abklärung und zu neuer Entscheidung an die Suva zurückzuweisen. 
Weiter sei ihr die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren. Zudem wurde das Begehren gestellt, 
eventuell sei die Angelegenheit an die Suva zurückzuweisen und diese anzuweisen, die mass-
geblichen Aktenstellen in ihren Erwägungen anhand der offiziellen Verfahrensakten zu referen-
zieren.  
 
C. Mit Verfügung vom 10. März 2020 wurde der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Ver-
beiständung mit Advokat Dr. Dieter M. Troxler als Rechtsvertreter bewilligt. 
 
D. In ihrer Vernehmlassung vom 15. April 2020 schloss die Suva auf Abweisung der Be-
schwerde.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1.1 Die Sachurteilsvoraussetzungen (Einhaltung von Form und Frist, ordnungsgemässe Be-
vollmächtigung des Rechtsvertreters, örtliche, sachliche und funktionelle Zuständigkeit des an-
gerufenen Gerichts, Beschwerdelegitimation) sind erfüllt, so dass auf die Beschwerde eingetreten 
werden kann. 
 
1.2 Auf den 1. Januar 2017 sind die mit Bundesgesetz vom 25. September 2015 revidierten 
Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 in 

 

 
 
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Kraft getreten. Zu den geänderten Normen gehören auch die Bestimmungen von Art. 10 Abs. 1 
lit. a UVG sowie von Art. 24 Abs. 2 UVG. Laut der Übergangsbestimmung von Art. 118 Abs. 1 
UVG werden jedoch Versicherungsleistungen für Ereignisse, die sich vor dem Inkrafttreten dieser 
revidierten Bestimmungen zugetragen haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit-
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. So verhält es sich auch im vorliegen-
den Fall, weshalb nachfolgend auf das bisherige Recht und die dazu ergangene Rechtsprechung 
Bezug genommen wird. 
 
2. Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche-
rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl-
len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der 
versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand-
lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie 
gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Dieses beträgt bei voller Arbeitsunfähig-
keit 80 Prozent des versicherten Verdienstes. Bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es entspre-
chend gekürzt (Art. 17 Abs.1 UVG). Der Anspruch entsteht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am dritten 
Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit 
dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person. Art. 18 Abs. 1 UVG gewährt 
der versicherten Person Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infolge des Unfalles zu min-
destens 10 Prozent invalid ist. Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärzt-
lichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Per-
son mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversiche-
rung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeld-
leistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dau-
ernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie 
nach Art. 24 Abs. 1 UVG Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung. Diese wird 
mit der Invalidenrente festgesetzt oder, falls kein Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung 
der ärztlichen Behandlung gewährt (Art. 24 Abs. 2 UVG). 
 
3.1 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers setzt voraus, dass zwischen dem versicher-
ten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Arbeitsunfähigkeit, Invalidität, Integri-
tätsschädigung) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht (BGE 129 V 177 E. 3.1). Ursa-
chen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan-
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. 
nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist 
für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die 
alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi-
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der 
versicherten Person beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht wer-
den kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 
E. 3.1 mit Hinweisen). Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechtsan-
wendende Behörde – die Verwaltung oder im Streitfall das Gericht – im Rahmen der ihr obliegen-

 

 
 
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den Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwie-
genden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs ge-
nügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen). 
 
3.2.1 Um die Leistungspflicht des Unfallversicherers bejahen zu können, muss zwischen dem 
Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden nicht nur ein natürlicher, sondern auch ein adä-
quater Kausalzusammenhang bestehen. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als 
adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge 
und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des 
eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als 
begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2 mit Hinweis). Der Voraussetzung des adäquaten 
Kausalzusammenhangs kommt dabei die Funktion einer Haftungsbegrenzung zu (BGE 
129 V 177 E. 3.3 mit Hinweisen). Ob bei Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhanges 
zwischen dem versicherten Ereignis und der eingetretenen gesundheitlichen Schädigung auch 
der erforderliche adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalzusammenhang besteht, ist eine Rechts-
frage, die nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln vom Gericht zu beurteilen ist 
(Urteil des Bundesgerichts vom 24. August 2007, U 56/06, E. 6.2.2 am Ende; BGE 112 V 30 
E. 1b).  
 
3.2.2 Im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen spielt die Adäquanz als recht-
liche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des 
Unfallversicherers praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen 
Kausalität deckt (BGE 134 V 111 f. E. 2.1, 127 V 103 E. 5b/bb). Anders verhält es sich bei natür-
lich unfallkausalen, aber organisch nicht (hinreichend) nachweisbaren Unfallfolgeschäden. Hier 
bedarf es einer besonderen Adäquanzprüfung. Dabei ist vom augenfälligen Geschehensablauf 
auszugehen, und es sind je nachdem weitere unfallbezogene Kriterien einzubeziehen. Gemäss 
der für psychische Fehlentwicklungen nach Unfall erarbeiteten sog. Psycho-Praxis (BGE 115 V 
133) werden diese Adäquanzkriterien unter Ausschluss psychischer Aspekte geprüft, während 
nach der bei Schleudertraumen und äquivalenten Verletzungen der Halswirbelsäule (HWS) sowie 
Schädel-Hirntraumen anwendbaren sog. Schleudertrauma-Praxis auf eine Differenzierung zwi-
schen physischen und psychischen Komponenten verzichtet wird (zum Ganzen: BGE 134 V 109 
E. 2.1 S. 112 mit Hinweisen). Von organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen wird erst dann 
gesprochen, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden Abklärungen bestätigt 
werden (Urteil des Bundesgerichts vom 11. März 2011, 8C_918/2010, E. 4.2 mit zahlreichen Hin-
weisen). Diese Untersuchungsmethoden müssen wissenschaftlich anerkannt sein (BGE 134 V 
231 ff. mit Hinweisen). Alleine die grundsätzliche Geeignetheit eines Ereignisses, zu einer Ver-
letzung zu führen, reicht nicht, um diese als organisch objektiv ausgewiesen zu betrachten (vgl. 
Urteil des Bundesgerichts vom 5. September 2011, 8C_310/2011, E. 4.5.1). 
 
3.3 Bei der Beurteilung der Adäquanz von organisch nicht (hinreichend) nachweisbaren Un-
fallfolgeschäden, ohne dass die versicherte Person ein Schleudertrauma der HWS oder einen 
äquivalenten Verletzungsmechanismus erlitten hat, erfolgt die Adäquanzbeurteilung psychischer 
Unfallfolgen nach den in BGE 115 V 133 ff. entwickelten Kriterien (vgl. zu den Anforderungen an 
die Objektivierbarkeit von organischen Leiden: nicht publizierte E. 2 des Urteils BGE 135 V 465, 

 

 
 
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in: SVR 2010 UV Nr. 6 S. 25 [8C_216/2009]). Nach dieser Rechtsprechung setzt die Bejahung 
des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfallereignis bzw. einer unfallähnli-
chen Körperschädigung und einer anschliessend einsetzenden psychischen Fehlentwicklung im 
Einzelfall voraus, dass dem fraglichen Ereignis für die Entstehung der psychisch bedingten Ar-
beits- bzw. Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn 
es objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt 
(BGE 115 V 141 E. 7 mit Hinweisen). 

 
3.4 Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – ausge-
hend vom augenfälligen Geschehensablauf – folgende Einteilung der Unfälle in drei Gruppen 
zweckmässig erscheint: banale bzw. leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und 
schliesslich der dazwischenliegende mittlere Bereich (vgl. BGE 115 V 138 E. 6). Während bei 
leichten bzw. banalen Unfällen der adäquate Kausalzusammenhang in der Regel ohne weiteres 
verneint werden kann, weil auf Grund der allgemeinen Lebenserfahrung, aber auch unter Einbe-
zug unfallmedizinischer Erkenntnisse davon ausgegangen werden darf, dass ein solcher Unfall 
nicht geeignet ist, einen erheblichen Gesundheitsschaden zu verursachen, ist der adäquate Kau-
salzusammenhang zwischen Unfall und Folgen bei schweren Unfällen in der Regel zu bejahen. 
Denn nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung sind 
solche Unfälle geeignet, invalidisierende psychische Gesundheitsschäden zu bewirken. Bei Un-
fällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäqua-
ter Kausalzusammenhang besteht, nicht auf Grund des Unfalls allein schlüssig beantworten. Es 
sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall in Zusam-
menhang stehen oder als direkte oder indirekte Folge davon erscheinen, in eine Gesamtwürdi-
gung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind nach der Rechtsprechung (vgl. BGE 115 V 140 
E. 6c/aa) zu nennen: 
 

- besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; 
- die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfah-

rungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen; 
- ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung; 
- körperliche Dauerschmerzen; 
- ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; 
- schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen; 
- Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 115 V 133 E. 6c/aa). 

 

Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erfor-
derlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurteilung des adäquaten Kausalzu-
sammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Das trifft einerseits dann zu, wenn es sich um 
einen Unfall handelt, der zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich oder sogar als Grenzfall 
zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist. Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein 
einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist. Kommt keinem 
Einzelkriterium besonderes bzw. ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbe-
zogene Kriterien herangezogen werden. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mitt-
leren Bereich, der aber dem Grenzbereich zu den leichten der Unfällen zuzuordnen ist, müssen 

 

 
 
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die weiteren zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, 
damit die Adäquanz bejaht wird. Diese Würdigung des Unfalls zusammen mit den objektiven 
Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung des adäquaten Kausalzusammenhangs. Damit ent-
fällt die Notwendigkeit, nach anderen Ursachen zu forschen, die möglicherweise die psychische 
Fehlreaktion mitbegünstigt haben könnten (vgl. BGE 115 V 140 E. 6c/bb). 
 
4.1 Zur Abklärung medizinischer Sachverhalte – wie der Feststellung des medizinischen 
Endzustandes und natürlicher Kausalzusammenhänge sowie der Beurteilung des Gesundheits-
zustandes und der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit der versicherten Person – ist die 
rechtsanwendende Behörde regelmässig auf Unterlagen angewiesen, die ihr vorab von Ärztinnen 
und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen Hinweisen). 
Das Gericht hat diese medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsprozess 
gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c des Bundesgesetzes über den 
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG] vom 6. Oktober 2000) – wie alle anderen 
Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflicht-
gemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, un-
abhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die ver-
fügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. 
Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht 
erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es 
auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes 
eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend 
ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die 
Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den 
Beweiswert ist somit grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung 
der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 
134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c).  
 
4.2 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdi-
gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richt-
linien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser 
Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren 
Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer 
Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen 
sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüs-
sigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange 
nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 
3b/bb mit weiteren Hinweisen). Stützt sich der angefochtene Entscheid hingegen ausschliesslich 
auf versicherungsinterne medizinische Unterlagen, sind an die Beweiswürdigung strenge Anfor-
derungen zu stellen. In solchen Fällen sind bereits bei geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit 
und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen ergänzende Abklärungen vorzunehmen (vgl. Ur-
teil des Bundesgerichts vom 27. Juli 2009, 8C_113/2009, E. 3.2 mit weiteren Hinweisen).   

 

 
 
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4.3 In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf und soll das Gericht der Erfah-
rungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Ver-
trauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen 
(BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch 
tätigen (Fach-)Arztes einerseits und von Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedi-
zinischen Experten anderseits (vgl. BGE 124 I 175 E. 4; Urteil des EVG vom 13. Juni 2001, I 
506/00, E. 2b) lässt nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen 
und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslau-
tenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende 
Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige –  und nicht rein subjektiver ärztlicher 
Interpretation entspringende –  Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt 
oder ungewürdigt geblieben sind (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 14. Februar 2014, 
8C_787/2013, E. 3.3.2, mit Hinweisen). 
 
5. Zur Beurteilung des vorliegenden Sachverhalts liegen im Wesentlichen folgende medi-
zinischen Berichte vor: 
 
5.1 Im Austrittsbericht des Spitals C.____ vom 30. September 2016 wird gestützt auf eine 
Röntgenaufnahme vom gleichen Tag als Diagnose eine Quetschung anteolateral am proximalen 
Oberschenkel links gestellt. Im Bereich Trochander maior rechts bestehe eine oberflächliche 
Schürfung. Im Röntgenbild sei keine ossäre Läsion erkennbar. 
 
5.2  Mit ärztlichem Zwischenbericht vom 3. November 2016 hält Dr. med. D.____, FMH All-
gemeine Innere Medizin, eine nicht dislozierte Längsfraktur Sakrumflügel links ohne Beteiligung 
des ISG fest. Es sei eine vollständige Heilung zu erwarten. Die Belastung solle gemäss den Be-
schwerden erfolgen. Der Verlauf sei bisher normal.  
 
5.3 Gestützt auf ein CT Becken vom 27. Dezember 2016 diagnostiziert Dr. med. E.____, 
FMH Chirurgie, spez. Allgemein- und Unfallchirurgie, am 28. Dezember 2016 eine Malgaigne-
Fraktur links. Die Vorstellung erfolge wegen anhaltenden Beschwerden. Die Versicherte wird an 
das Spital F.____ überwiesen. 
 
5.4 Im Bericht des Spitals F.____ vom 28. Dezember 2016 wird eine nicht-dislozierte Be-
ckenringfraktur (Massa lat links und oberer und unterer Schambeinast links) diagnostiziert. Im 
ersten Monat nach dem Unfall hätten Beschwerden im Sinne von Gefühlsstörungen der OS vent-
ral sowie teilweise Schmerzen, die sich im Verlauf aber gebessert hätten, bestanden. Sie komme 
nun zur Kontrolle, nachdem sie Schmerzen im Schambeinbereich verspüre. Als Procedere und 
Therapie wird erlaubte Mobilisation ohne Hilfsmittel, kein Sport und ein Sprungverbot angegeben, 
zudem Analgetika bei Bedarf. 
 
5.5 Aus dem Bericht des Spitals F.____ vom 17. Januar 2017 ergibt sich folgender Befund: 
Stabiles Becken. Kein a.p. oder lateraler Kompressionsschmerz. Normales Gangbild. Fersen- 

 

 
 
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und Zehenspitzenstand möglich. Flexion/Extension der Hüfte unauffällig. Kraftgrade in allen Mus-
kelgruppen der unteren Extremitäten M5/5. Aus dem Röntgen vom 12. Januar 2017 ergebe sich 
eine beginnende Kallusbildung im Bereich der ehemaligen Fraktur, keine Sekundärdislokation. 
Es wird ausgeführt, drei Monate nach Verletzung zeige sich ein guter Verlauf. Die ehemalige 
Fraktur sei konsolidiert. Die Patientin dürfe mit Bürotätigkeiten anfangen.  
 
5.6 Dem Bericht des imamed vom 6. April 2017 liegt ein CT Becken nativ vom gleichen Tag 
zu Grunde. Zum Vergleich wird auf eine Voruntersuchung vom 27. Dezember 2016 verwiesen. 
Die Sakrumfraktur erscheine durchbaut und sei nur noch an einer diskreten Skleroselinie zu er-
kennen. Keine Fehlstellung im Bereich der Fraktur. Neuroforamina nicht betroffen. Auch die Frak-
tur im vorderen Pfeiler am Übergang zum Schambeinast links acetabulär erscheine ohne Fehl-
stellung durchbaut. Im Bereich der nicht dislozierten unteren Schambeinastfraktur bestehe eine 
Kallusbildung, noch kein vollständiger Durchbau. Es bestehe aber auch hier keine Fehlstellung. 
Osteochondrose der Bandscheibe L5/S1 mit deutlicher Verschmälerung und Vakuumphänomen 
sowie reaktiver Boden- und Deckplattensklerose. Liegende intrauterine Spirale. 
 
5.7 Der Kreisarzt Dr. med. G.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates, führt in seinem Bericht vom 6. September 2017 als Diagnose einen Status 
nach Quetschverletzung am Becken vom 30. September 2016 mit etwas verspäteter nicht dislo-
zierter Malgaigne-Fraktur links mit konservativer Behandlung an. Aktuell würden belastungsindu-
zierte Restbeschwerden sowie eine noch nicht bewiesene knöcherne Heilung der Fraktur am 
unteren Schambeinast links bestehen. Für die Entstehung einer Malgaigne-Fraktur könne unter-
stellt werden, dass schon eine deutliche Gewalteinwirkung nötig sei. Es würden somit unstrittige 
Unfallfolgen, verursacht durch das Ereignis vom 30. September 2016, vorliegen. Er sehe auch 
einen Zusammenhang zwischen den recht lokalisiert angegebenen Beschwerden der Versicher-
ten im Bereich des linken unteren Schambeinastes. In der Bildgebung sei die Fraktur an dieser 
Stelle noch nicht konsolidiert. Die Versicherte wünsche hier eine weitere Abklärung, was nach-
vollziehbar sei und unterstützt werden könne. Somit sei der medizinische Endzustand noch nicht 
gegeben. Die angegebenen Beschwerden entlang der Wirbelsäule bis zum Nacken würden sich 
mit Unfallfolgen nicht erklären lassen und seien nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit na-
türlich kausal zum Ereignis. Als X.____ im Kehrrichtabfuhrbereich sei eine Tätigkeit zum jetzigen 
Zeitpunkt nicht zumutbar, diese sei viel zu schwer. Ob eine derartig schwere Tätigkeit perspekti-
visch wieder möglich sei, könne zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschliessend beurteilt wer-
den. Der Kreisarzt sei aber insgesamt sehr skeptisch. Schon jetzt zumutbar sei der Versicherten 
eine wechselbelastende leichte Tätigkeit ganztags. Als Einschränkungen werden angegeben: 
Kein Klettern auf Leitern und Gerüsten, Arbeiten in unebenem Gelände nur ausnahmsweise und 
kurzzeitig. Keine Tätigkeiten mit Zwangshaltungen in der Hocke oder mit vornüber gebeugtem 
Oberkörper. Keine Tätigkeiten im Knien.  
 
5.8 Gemäss Bericht von Dr. G.____ vom 17. Oktober 2017 seien die Frakturen gestützt auf 
eine bildgebende Abklärung vom 21. September 2017 nun nachgewiesenermassen verheilt. 
Trotzdem bleibe, dass eine Beckenfraktur wie diese eine schwere Verletzung darstelle. Ob die 
angestammte Tätigkeit wieder ausgeübt werden könne, müsse ausprobiert werden. Er empfehle 

 

 
 
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eine stufenweise Wiedereingliederung. Man könne damit zügig beginnen, z.B. mit 50 %. Falls es 
nicht klappe, müsse auf den allgemeinen Arbeitsmarkt abgestellt werden.  
 
5.9 Dr. med. H.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostiziert in seinem Bericht 
vom 27. Oktober 2017 eine mittelschwere depressive Episode mit somatischen Symptomen (F 
31.1) bei anhaltenden invalidisierenden Schmerzen nach betrieblichem Unfall. Der Eindruck nach 
dem ersten Kontakt mit der Versicherten sei ganz klar, dass die depressive Entwicklung eine 
Folge des Unfalls und der frakturbedingten Schmerzen sei.  
 
5.10 Mit Bericht vom 13. Dezember 2017 führt Dr. G.____.__ aus, 15 Monate nach Unfall sei 
nun keine namhafte Verbesserung mehr zu erwarten. Alle Gelenke seien ohne funktionelle Ein-
schränkungen. Für leichte, auch mittelschwere wechselbelastende Tätigkeiten mit folgenden Ein-
schränkungen bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit: Mittelschwere Tätigkeiten nicht dauerhaft 
über die gesamte Arbeitsschicht, keine Zwangshaltungen in der Hocke, Klettern auf Leitern und 
Gerüsten nur ausnahmsweise und nicht im Sinn von zum Berufsbild gehörend sowie Arbeiten auf 
unebenem Untergrund nur kurzzeitig. In Abgleich mit den Tabellen der Suva sei keine Integritäts-
entschädigung geschuldet. Auch wenn die Versicherte Beschwerden habe, welche sich aus 
strukturellen Unfallfolgen ableiten liessen, so seien doch alle Gelenke ohne funktionelle Ein-
schränkungen, es würden auch keine weiteren objektiven Befunde, welche in Abgleich mit den 
Tabellen der Suva eine Integritätsentschädigung rechtfertigen würden, vorliegen. Beschwerden 
würden bei der Beurteilung des Integritätsschadens nur eine sehr untergeordnete Rolle spielen, 
sie würden sich nicht messen und tabellarisch erfassen lassen.  
 
5.11 Dr. med. I.____, FMH Neurologie, hält in ihrem Bericht vom 30. April 2018 fest, in der 
klinischen Untersuchung würden keine sicheren Anhaltspunkte auf eine Funktionsstörung der 
Sensomotorik der linken unteren Extremität erhoben. Paresen würden sich keine erheben lassen. 
Die elektrophysiologische Untersuchung zeige ebenfalls keinen richtungsweisenden Befund, der 
die Beschwerden erklären könnte. Hinsichtlich der aktenanamnestisch berichteten Miktionsstö-
rung würden sich anamnestisch keine Anhaltspunkte auf eine Dranginkontinenz finden lassen, 
hingegen für eine Stressinkontinenz. 
 
In ihrem Sprechstundenbericht vom 27. Juni 2018 führt Dr. I.____ aus, die ergänzend veranlasste 
MRI-Untersuchung der Wirbelsäule vom 14. Juni 2018 zeige keine sicheren erklärenden struktu-
rellen Befunde für die Beschwerden der Einsprecherin. Bei der berichteten Miktionsstörung gehe 
sie aufgrund der Symptome weiterhin von einer Stressinkontinenz aus. Hinsichtlich der chronifi-
zierten Schmerzen bei Zustand nach Unfall mit nicht dislozierter vorderer und hinterer Becken-
ringfraktur rate sie aufgrund der symptomführenden immobilisierenden anstrengungsabhängigen 
Schmerzen nun – nach Ausschluss einer claudikativen neurokompressiven Pathologie – zu ei-
nem multimodalen therapeutischen Setting, beispielsweise im Rahmen eines stationären Aufent-
haltes in einer muskuloskelettal orientierten Rehabilitationsklinik.  
 
5.12 Dr. G.____ hält in seiner Stellungnahme vom 2. August 2018 an seiner bisherigen Be-
urteilung fest. Es seien keine neuen medizinischen Erkenntnisse gewonnen worden, insbeson-
dere seien keine Unfallfolgen auf neurologischem Gebiet festgestellt worden.  

 

 
 
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5.13 Mit Konsiliumsbericht vom 4. Mai 2019 führt Dr. med. K.____, FMH Chirurgie, aus, die 
körperliche Untersuchung zeige eine leichte unbewusste Aussenrotationsstellung der linken 
Hüfte mit einer femoroglutealen Dysbalance, begleitet von einer anteroposterioren Fussachsen-
dysbalance auf beiden Seiten. Die linke Hüfte sei in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt. Er sei der 
Meinung, dass die Beschwerden im Bereich der linken Hüfte aufgrund der durch den Unfall ver-
änderten Architektur sowohl des Beckens als auch des Hüftgelenkes, nur durch eine TEP beho-
ben werden könnten.  
 
5.14 Dr. H.____ bemerkt in seinem Bericht vom 19. Juli 2019, welcher in Ergänzung zu sei-
nem Bericht vom 11. Juli 2019 erstellt wurde, im bisherigen Verlauf sei es leider noch nicht zu 
einer Besserung, sondern zu einer Chronifizierung und Ausweitung der Symptomatik, gekom-
men. Angesichts des langen Verlaufs und der bisher völlig ausgebliebenen Besserung der Symp-
tomatik sei inzwischen von einer Therapieresistenz auszugehen. Soweit aus psychiatrischer Sicht 
beurteilbar, sei der Versicherten aktuell und vermutlich auch weiterhin keinerlei Arbeitstätigkeit 
zumutbar, auch nicht im geschützten Rahmen. 
 
6.1 Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass der medizinische Sachverhalt genügend abge-
klärt wurde und von weiteren Abklärungen, insbesondere auch bildgebenden Mitteln, keine neuen 
Erkenntnisse zu erwarten sind.  
 
6.2 Unbestritten ist, dass der Fall per 1. November 2018 abzuschliessen ist, da ab diesem 
Zeitpunkt durch weitere Behandlungen keine namhafte Verbesserung mehr zu erwarten war (vgl. 
dazu BGE 134 V 109 E. 3 und 4). Die Suva hat folglich zu Recht auf diesen Zeitpunkt hin die 
Rentenfrage geprüft.  
 
7. Vorweg ist nun zu prüfen, ob neben den organischen Unfallfolgen auch die psychogenen 
Beschwerden zu berücksichtigen sind, wobei unbestritten ist, dass die Prüfung gemäss der so-
genannten Psycho-Praxis (gemäss BGE 115 V 133) zu erfolgen hat (vgl. oben Ziff. 3.2.2). Als 
erstes ist somit zu untersuchen, ob das Unfallereignis der Kategorie der leichten, der mittelschwe-
ren oder der schweren zuzuordnen ist, wobei vom objektiven Unfallgeschehen auszugehen ist.  
 
7.1 Aus der Unfallmeldung vom 10. Oktober 2016 ergibt sich folgender Unfallhergang: 
"Stand hinten neben dem Lastwagen und Geländer. Lastwagen ist angefahren und hat abge-
dreht, so dass das Podest hinten am Lastwagen A.____ das Geländer gequetscht hat." Im Ein-
vernahmeprotokoll der Polizei des Kantons Y.____ vom 26. Januar 2017 wird der Unfallhergang 
von der Beschwerdeführerin wie folgt geschildert: "Ich und L.____ hatten vor dem eigentlichen 
Unfall zusammen einen Container in den LKW geleert. Danach ging ich zu Fuss zur nächsten 
Sammelstelle. Dort standen einige Kartonschachteln. L.____ stieg bei der letzten Sammelstelle 
in den LKW und fuhr schliesslich in meine Richtung. Direkt hinter den Schachteln ist ein ca. 1.20 
m hohes Geländer. Schliesslich hatte ich bereits zwei Schachteln in den Händen und wartete auf 
den LKW. Ob L.____ zum Zeitpunkt, als er in meine Richtung fuhr, durch irgendetwas abgelenkt 
war, kann ich nicht beurteilen. Zu meinem grossen Erstaunen wurde der LKW so nahe gegen 
mich gesteuert, dass bereits die Front bzw. ca. der "mittlere" seitliche Teil an meinem Körper 

 

 
 
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streifte. Es ist zu sagen, dass ich zu diesem Zeitpunkt mit den Schachteln in der Hand in Fahrt-
richtung stand. Mein Rücken war demnach gegen den LKW gerichtet. In der Folge hielt der LKW 
kurz an, soviel ich mich erinnern kann, liess ich in diesem Moment die Schachteln los. Danach 
erkannte ich, wie L.____ vermutlich eine Steuerbewegung gegen die Fahrbahn-Mitte machte. 
Schliesslich wurde ich vom Überhang des LKW auf ca. Hüfthöhe bis ca. zu den Knie erfasst. 
Dadurch wurde ich gegen das Geländer gedrückt bzw. es hatte mich ein wenig angehoben. In 
diesem Moment hoffte ich, dass ich nicht noch über das Geländer gehoben würde. Auch kam mir 
der Gedanke, dass das Trittbrett mich noch treffen könnte. Das Trittbrett hat mich auch noch 
leicht gestreift im Bereich Knie/Oberschenkel. Es ist zu sagen, dass die restlichen Schachteln 
durch den LKW auf die Querstrasse geschleppt wurden, weil der LKW so nahe am Geländer bzw. 
an mir vorbeifuhr." 
 
Diese Schilderung deckt sich mit den Ausführungen der Beschwerdeführerin anlässlich der Be-
sprechung vom 6. Juni 2017 mit der Suva.  
 
7.2 Zu Recht hält die Suva in ihrer Vernehmlassung fest, dass ein LKW angesichts seines 
Gewichts grundsätzlich nicht zu unterschätzende Kräfte entwickelt. Dies bedeutet aber nicht, 
dass jeder Unfall, bei welchem ein LKW beteiligt ist, als schwer zu qualifizieren ist. Der LKW fuhr 
in der hier zu beurteilenden Situation langsam und die Beschwerdeführerin wurde vom heranna-
henden Fahrzeug nicht überrascht. Es kann auch nicht gesagt werden, dass der Chauffeur skru-
pellos gefahren sei. Die subjektiven Gefühle und Ängste sind bei der Prüfung der Unfallschwere 
ausser Acht zu lassen. Die Gewalteinwirkung war zwar sicherlich beachtlich. Auch Dr. G.____ 
hat darauf hingewiesen, dass für die Entstehung einer Malgaigne-Fraktur eine deutliche Gewalt-
einwirkung nötig sei. Dennoch ist unter objektiven Gesichtspunkten die Einstufung des Unfaller-
eignisses als mittelschwer im Grenzbereich zu den leichten Unfällen gestützt auf die bundesge-
richtliche Praxis nicht zu beanstanden (vgl. dazu z.B. Urteile des Bundesgerichts vom 9. April 
2009, 8C_825/2008, E. 4.2 und vom 11. Februar 2009, 8C_799/2008, E. 3.2.2). Selbst wenn aber 
das Ereignis als mittelschwerer Unfall im mittleren Bereich einzustufen wäre, würde sich am Er-
gebnis – wie sich nachfolgend zeigen wird – nichts ändern. Auch bei solchen mittelschweren 
Unfällen im engeren Sinne ist die Adäquanz eines Kausalzusammenhanges nur dann zu bejahen, 
wenn eines der relevanten Adäquanzkriterien in besonders ausgeprägter oder mehrere dieser 
Kriterien in gehäufter Weise erfüllt sind.  
 
7.2.1 Das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder besonderen Eindrück-
lichkeit des Unfalles ist objektiv zu beurteilen und nicht aufgrund des subjektiven Empfindens 
bzw. Angstgefühls der versicherten Person (RKUV 1999 Nr. U 335 S. 207, U 287/97 E. 3b/cc; 
Urteile des Bundesgerichts vom 9. April 2009, 8C_825/2008, E. 4.3 und vom 25. Januar 2008, U 
56/07, E. 6.1). Zu beachten ist, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Ein-
drücklichkeit eigen ist, welche somit noch nicht für eine Bejahung des Kriteriums ausreichen kann 
(Urteil des Bundesgerichts vom 11. Februar 2009, 8C_799/2008, E. 3.2.3 mit Hinweis). Von be-
sonders dramatischen Begleitumständen kann vorliegend nicht ausgegangen werden. Allerdings 
ist dem Ereignis eine gewisse Eindrücklichkeit nicht abzusprechen, weshalb das Kriterium zwar 
als erfüllt betrachtet werden kann, allerdings nicht in ausgeprägter Form.  
 

 

 
 
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7.2.2 Entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin waren die erlittenen Verletzungen 
(Beckenringfraktur) nicht besonders schwer, die Versicherte musste nicht stationär behandelt 
werden. Dies wäre auch dann nicht der Fall gewesen, wenn anlässlich der Erstuntersuchung die 
Fraktur korrekt festgestellt worden wäre. Da die Verletzungen auch nicht von solch besonderer 
Art waren, dass sie speziell geeignet wären, psychische Fehlentwicklungen auszulösen, ist die-
ses Kriterium nicht erfüllt.  
 
7.2.3 Das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der Behandlung ist nicht allein nach ei-
nem zeitlichen Massstab zu beurteilen. Von Bedeutung sind vielmehr auch Art und Intensität der 
Behandlung sowie der Umstand, inwieweit noch eine Besserung des Gesundheitszustandes 
resp. der Arbeitsfähigkeit zu erwarten ist. Es muss, gesamthaft betrachtet, eine kontinuierliche, 
mit einer gewissen Planmässigkeit auf die Verbesserung des Gesundheitszustandes gerichtete 
ärztliche Behandlung von ungewöhnlich langer Dauer vorliegen (Urteil des Bundesgerichts vom 
11. Juli 2007, U 365/05, E. 5.2). Gemäss Bericht des Spitals F.____ vom 17. Januar 2017 habe 
sich drei Monate nach Verletzung ein guter Verlauf gezeigt. Es bestehe keine Sekundärdisloka-
tion. Es habe eine Konsolidation der ehemaligen Fraktur stattgefunden. Die Patientin dürfe mit 
Bürotätigkeiten anfangen. Der Kreisarzt hielt am 6. September 2017 fest, es würden belastungs-
induzierte Restbeschwerden bestehen, die knöcherne Heilung der Fraktion am unteren Scham-
beinast links sei noch nicht bewiesen. Ob die schwere bisherige Tätigkeit als X.____ im Kehrrich-
tabfuhrbereich perspektivisch wieder möglich sein werde, könne zum jetzigen Zeitpunkt noch 
nicht abschliessend beurteilt werden. Er sei aber sehr skeptisch. Der Beschwerdeführerin sei 
aber schon jetzt eine wechselbelastende leichte Tätigkeit mit gewissen Einschränkungen ganz-
tags zumutbar. Gestützt auf diese Berichte ist nicht von einer ungewöhnlich langen ärztlichen 
Behandlungsdauer der organischen Unfallfolgen auszugehen. 
 
7.2.4 Gemäss Kreisarztbericht vom 13. Dezember 2017 habe die Versicherte immer noch Be-
schwerden im Beckenbereich, in geringer Ausprägung auch in Ruhe, mehr bei Belastung. Das 
Kriterium der körperlichen Dauerschmerzen kann somit höchstens geringgradig aber nicht in aus-
geprägter Form bejaht werden.  
 
7.2.5 Eine ärztliche Fehlbehandlung mit entsprechender Verschlimmerung liegt nicht vor. Es 
trifft zwar zu, dass die am 30. September 2016 erlittenen Frakturen gleichentags im Spital C.____ 
nicht erkannt wurden. Die Beschwerdegegnerin weist aber zu Recht daraufhin, dass die Fraktu-
ren offensichtlich nicht ohne weiteres festzustellen waren, andernfalls das tatsächliche Ausmass 
der Verletzungen nicht erst gestützt auf das CT vom 27. Dezember 2016, sondern spätestens 
gestützt auf jenes vom 12. Oktober 2016 hätte erkannt werden müssen. Allerdings ändert dies 
nichts daran, dass vorliegend keine ärztliche Fehlbehandlung, sondern lediglich eine Fehldiag-
nose vorliegt. Eine Verschlimmerung der Unfallfolgen hat demnach nicht stattgefunden, allenfalls 
eine Verzögerung der Heilung, da die Beschwerdeführerin sich möglicherweise nicht genügend 
geschont hat. Dieses Kriterium einer ärztlichen Fehlbehandlung ist folglich zu verneinen.  
 
7.2.6 Zur Bejahung des Kriteriums des schwierigen Heilungsverlaufs und der erheblichen 
Komplikationen bedarf es besonderer Gründe, die die Heilung beeinträchtigt haben (Urteil des 

 

 
 
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Bundesgerichts vom 27. Januar 2009, 8C_698/2008, E. 4.6 mit Hinweis). Solche sind vorliegend 
nicht ersichtlich; das Kriterium ist deshalb zu verneinen.  
 
7.2.7 Auch das Kriterium des Grades und der langen Dauer der Arbeitsunfähigkeit (aufgrund 
organischer Unfallfolgen) ist zu verneinen. Bereits im Bericht des Spitals F.____ vom 17. Januar 
2017 wird davon ausgegangen, dass die Beschwerdeführerin in einer Bürotätigkeit wieder ar-
beitsfähig sei. Der Kreisarzt erachtete die Beschwerdeführerin in seinem Untersuchungsbericht 
vom 5. September 2017 als zu 100 % arbeitsfähig in einer angepassten Tätigkeit. 
 
7.3 Insgesamt ergibt sich, dass kein Kriterium in ausgeprägter Weise erfüllt ist. Lediglich das 
Kriterium 1 (Eindrücklichkeit) und das Kriterium 4 (körperliche Dauerschmerzen) können als erfüllt 
gelten. Damit ist der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und den psy-
chischen Beschwerden zu verneinen. Offen gelassen werden kann demzufolge die Frage, ob der 
natürliche Kausalzusammenhang dieser Beschwerden mit dem Unfall zu bejahen ist. 
 
7.4 In Bezug auf die rein organischen Unfallfolgen und die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit 
hat die Suva zu Recht auf die kreisärztliche Beurteilung von Dr. G.____ vom 13. Dezember 2017 
abgestellt, wonach die Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig 
ist. Die Beurteilung von Dr. G.____ ist nachvollziehbar und beruht auf Kenntnis aller relevanten 
Akten. Ausserdem hat Dr. G.____ die Beschwerdeführerin zweimal persönlich untersucht. Die 
Beschwerdegegnerin bestreitet im Übrigen das Vorhandensein unfallbedingter Restbeschwerden 
nicht. Diesen Beschwerden wurde jedoch in der fachärztlichen Beurteilung von Dr. G.____ durch 
ein entsprechend eingeschränktes Zumutbarkeitsprofil vollumfänglich Rechnung getragen. Er-
gänzend abgeklärt wurde auch die Frage, ob allenfalls aus neurologischer Sicht organische Un-
fallfolgen bestehen. Dr. I.____ kam zum Schluss, dass dafür keine sicheren Hinweise vorliegen 
würden. Ausserdem hat auch das Spital F.____ die Beschwerdeführerin für Bürotätigkeiten be-
reits mit Bericht vom 17. Januar 2017 als arbeitsfähig erachtet. An der Beurteilung durch Dr. 
G.____ ändert im Übrigen auch die Auffassung von Dr. K.____ nichts, welcher als einziger eine 
Totalendoprothese als sinnvoll erachtet.  
 
Es ist folglich von einer 100 %igen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer angepassten 
Tätigkeit auszugehen. 
 
8.1  Nach Art. 16 ATSG wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbsein-kom-
men, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizi-
nischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätig-
keit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung 
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass 
die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei-
nander gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad 
bestimmen (BGE 128 V 30 E. 1).  
 

 

 
 
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8.2 Bei der Bemessung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte Per-
son im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwie-gen-
den Wahrscheinlichkeit als gesunde Person tatsächlich verdienen würde. Dabei wird in der Regel 
am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft, da erfahrungsgemäss die bisherige Tätigkeit ohne Ge-sundheits-
schaden fortgesetzt worden wäre (BGE 134 V 325 E. 4.1). Ausnahmen von diesem Erfahrungs-
satz müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 135 V 59 E. 3.1; vgl. auch 
BGE 135 V 300 E. 5.1). Ein zuletzt bezogener (hoher) Verdienst ist nur dann als Valideneinkom-
men heranzuzuziehen, wenn mit überwiegender Wahrscheinlichkeit feststeht, dass er weiterhin 
erzielt worden wäre. Erfolgte der Stellenverlust aus invaliditätsfremden Grün-den, ist der Validen-
lohn anhand von Durchschnittswerten zu bestimmen (Urteil des Bundes-gerichts vom 9. Juni 
2015, 9C_212/2015, E. 5.4 mit weiteren Hinweisen). 
 
Vorliegend ist die Suva zur Festlegung des Valideneinkommens gestützt auf die Angaben der 
ehemaligen Arbeitgeberin zu Recht und unbestrittenermassen von einem jährlichen Verdienst 
von Fr. 58'500.-- ausgegangen.  
 
8.3 Da die Versicherte nach dem Unfallereignis keine Erwerbstätigkeit mehr aufgenommen 
hatte, zog die Suva für die Bemessung des (hypothetischen) Invalideneinkommens zu Recht die 
Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstruk-
turerhebungen (LSE) bei (vgl. BGE 143 V 295 E. 2.2). Dabei stellte sie im angefochtenen Ein-
spracheentscheid auf die LSE 2016, TA1, Kompetenzniveau 1, Frauen, Total, ab. Unter Berück-
sichtigung der betriebsüblichen Arbeitszeit von 41,7 Wochenstunden und Anpassung an die ge-
schlechts- und branchenübliche Nominallohnentwicklung errechnete sie für das Jahr 2018 – nach 
Vornahme eines leidensbedingten Abzugs von 5 % – ein Invalideneinkommen von Fr. 52'319.--.  
 
8.4.1 Die Beschwerdeführerin beanstandet im Zusammenhang mit der konkreten Berech-
nung, dass die Suva bei der Bemessung des Invalideneinkommens auf sämtliche Tätigkeiten der 
Sektoren 2 und 3 der LSE abgestellt habe, obwohl alle Tätigkeiten des Sektors 2 nicht in Frage 
kämen. Nach Auffassung der Beschwerdeführerin könne nur das Durchschnittstotal der Tätigkei-
ten 94-96 in Frage kommen, weil offenkundig keine Tätigkeit in produktionsnahen Betrieben mög-
lich sei.  
 
8.4.2 Die Beschwerdeführerin bringt zur Begründung ihrer Auffassung lediglich vor, dass Tä-
tigkeiten in produktionsnahen Betrieben den tatsächlichen gesundheitlichen Bedingungen wider-
sprechen würden. Rechtsprechungsgemäss ist jedoch – wie die Vorinstanz zu Recht vorbringt – 
grundsätzlich vom Totalwert über den gesamten privaten Sektor auszugehen. Davon ist nur ab-
zuweichen, wenn der Verwertbarkeit der verbliebenen Arbeitsfähigkeit enge Grenzen gesetzt 
seien, etwa wenn alle produktionsnahen Tätigkeiten ausser Betracht fallen würden (Urteil des 
Bundesgerichts vom 14. Juni 2018, 8C_227/2018, E. 4.2.1). Dies ist vorliegend nicht der Fall. Die 
Beschwerdeführerin ist aufgrund der rein organischen Unfallfolgen durchaus in der Lage, auch 
produktionsnahe Tätigkeiten auszuüben. Dass die schwere Tätigkeit als X.____ gemäss Kreis-
arzt nicht mehr möglich ist, schliesst dies jedenfalls nicht aus. Die Vorinstanz hat deshalb zu 
Recht auf den Totalwert über den gesamten privaten Sektor abgestellt.  

 

 
 
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8.5 Wird das Invalideneinkommen wie im vorliegenden Fall auf der Grundlage von statisti-
schen Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. 
Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Perso-
nen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verrichteten und nach Eintritt des 
Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten nurmehr beschränkt einsatzfähig sind, in der 
Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. 
Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu 
einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Rechtsprechung dem Umstand 
Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person 
wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäf-
tigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht 
automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass 
die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte 
(Rest-) Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Ein-
kommen verwerten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in 
Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im 
Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu be-
grenzen (BGE 134 V 322 E. 5.2; vgl. zum Ganzen auch BGE 126 V 75 E. 5b/bb und cc).  
 
8.5.1 Während die Suva in ihrer Rentenverfügung bzw. im angefochtenen Einspracheent-
scheid einen Abzug vom Tabellenlohn von 5 % vorgenommen hat, ist die Beschwerdeführerin 
der Auffassung, dass dieser Abzug zu tief sei.  
 
8.5.2 Dr. G.____ hielt in Bezug auf eine angepasste Tätigkeit fest: Für leichte, auch mittel-
schwere wechselbelastende Tätigkeit mit folgenden Einschränkungen bestehe eine 100%ige Ar-
beitsfähigkeit: Mittelschwere Tätigkeiten nicht dauerhaft über die gesamte Arbeitsschicht, keine 
Zwangshaltungen in der Hocke, Klettern auf Leitern und Gerüsten nur ausnahmsweise und nicht 
im Sinn von zum Berufsbild gehörend sowie Arbeiten auf unebenem Untergrund nur kurzzeitig. 
Die Suva hat diesem eingeschränkten Anforderungsprofil mit der Gewährung eines leidensbe-
dingten Abzugs von 5 % Rechnung getragen. Ein solcher Abzug erweist sich insgesamt eher als 
grosszügig, er kann jedenfalls zweifellos nicht als unangemessen knapp bezeichnet werden. An-
dere Merkmale, die einen Abzug rechtfertigen würden, sind nicht ersichtlich. 
 
8.6 Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, dass die Suva das Valideneinkommen 
auf Fr. 58'500.-- und das zumutbare Invalideneinkommen auf Fr. 52‘319.-- festgesetzt hat. Stellt 
man diese Zahlen im Einkommensvergleich einander gegenüber, so resultiert daraus, wie die 
Suva zutreffend errechnet hat, ein Erwerbsunfähigkeitsgrad von – gerundet – 11 %. Die Suva hat 
der Versicherten daher zu Recht eine auf diesem Invaliditätsgrad sowie einem – zu Recht unbe-
strittenen – versicherten Verdienst von Fr. 41'262.-- beruhende Invalidenrente ab 1. November 
2018 zugesprochen.  
 
9. Weiter beanstandet die Beschwerdeführerin, dass die Suva die Ausrichtung einer Integ-
ritätsentschädigung abgelehnt habe.  

 

 
 
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9.1 Gemäss Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine angemessene 
Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der 
körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet. Nach Art. 36 Abs. 1 der Verordnung 
über die Unfallversicherung (UVV) vom 20. Dezember 1982 gilt ein Integritätsschaden als dau-
ernd, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang be-
steht (Satz 1); er ist erheblich, wenn die körperliche, geistige oder psychische Integrität, unab-
hängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird (Satz 2).  
 
9.2 Laut Art. 25 Abs. 1 UVG wird die Integritätsentschädigung in Form einer Kapitalleistung 
gewährt. Sie wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft, wobei sie den 
am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen darf. 
Nach Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädigung. Von dieser 
Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Gemäss Abs. 2 dieser Vorschrift gelten für die 
Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhangs 3. Darin hat der Bundesrat 
in einer als gesetzmässig erkannten, nicht abschliessenden Skala (BGE 113 V 218 E. 2a; Kran-
ken- und Unfallversicherung - Rechtsprechung und Verwaltungspraxis [RKUV] 1988 Nr. U 48 S. 
236 E. 2a mit Hinweisen) häufig vorkommende und typische Schäden prozentual gewichtet.  
 
9.3 Für die im Anhang 3 zur UVV genannten Integritätsschäden entspricht die Entschädi-
gung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Ver-
dienstes (Ziff. 1 Abs. 1). Die Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden 
wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (Ziff. 1 Abs. 2 Satz 1). In diesem 
Zusammenhang hat die Suva in Weiterentwicklung der bundesrätlichen Skala zusätzliche Be-
messungsgrundlagen in tabellarischer Form erarbeitet. Diese in den Mitteilungen der Medizini-
schen Abteilung der Suva Nr. 57 bis 59 herausgegebenen Tabellen (teilweise geändert und er-
gänzt in den Mitteilungen Nr. 60, 62 und 66) sind, soweit sie lediglich Richtwerte enthalten, mit 
denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet werden soll, mit dem Anhang 3 zur 
UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a mit Hinweis).  
 
9.4 Bei der Bestimmung des Schweregrades einer gesundheitlichen Beeinträchtigung han-
delt es sich um eine Tatfrage, für deren Beantwortung Verwaltung und Gerichte auf fachärztliche 
Mithilfe angewiesen sind. Dem Gericht ist es nicht möglich, die Beurteilung aufgrund der akten-
kundigen Diagnosen selber vorzunehmen, da die Ausschöpfung des in den Tabellen offen gelas-
senen Bemessungsspielraums entsprechende Fachkenntnisse voraussetzt und von einem me-
dizinischen Laien eine zuverlässige Zuordnung nicht erwartet werden kann. Die Beurteilung der 
einzelnen Integritätseinbussen obliegt somit den ärztlichen Sachverständigen (Urteil des Bundes-
gerichts vom 23. April 2007, U 121/06, E. 4.2 mit weiteren Hinweisen). 
 
9.5 Die Suva ist davon ausgegangen, dass die Beschwerdeführerin keine organischen Un-
fallfolgen erlitten hat, welche einen Anspruch auf Integritätsentschädigung begründen würden. 
Die zum Unfall nicht adäquat kausalen psychischen Beschwerden seien nicht zu berücksichtigen. 
Vorweg ist diesbezüglich festzuhalten, dass entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin 

 

 
 
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wie jede Leistungspflicht des Unfallversicherers auch der Anspruch auf eine Integritätsentschä-
digung einen Schaden voraussetzt, welcher in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusam-
menhang zum Unfall steht (BGE 142 V 435 E. 1; 129 V 177 E. 3.1 und 3.2; Urteil des Bundesge-
richts vom 19. Februar 2020, 8C_518/2019, E. 6.1). Die Suva stützte sich für ihren Entscheid auf 
die entsprechende Beurteilung des Kreisarztes Dr. G.____ vom 13. Dezember 2017. Dieser 
führte dort aus, dass – auch wenn die Versicherte Beschwerden habe, welche sich aus struktu-
rellen Unfallfolgen ableiten liessen – alle Gelenke ohne funktionelle Einschränkungen seien. Auch 
würden sich keine weiteren objektiven Befunde finden lassen, welche "in Abgleich" mit den Ta-
bellen der Suva eine Integritätsentschädigung rechtfertigen würden. Diese Beurteilung ist ein-
leuchtend und es liegen auch keine anderslautenden ärztlichen Beurteilungen vor, die einen ab-
weichenden Schluss nahe legen würden. Damit ist die Abweisung des Antrags auf Ausrichtung 
einer Integritätsentschädigung durch die Suva nicht zu beanstanden. 
 
10. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Suva der Beschwerdeführerin zu Recht eine 
Invalidenrente auf der Basis einer Erwerbunfähigkeit von 11 % bei einem versicherten Jahresver-
dienst von Fr. 41'262.-- ab 1. November 2018 zugesprochen sowie die Ausrichtung einer Integri-
tätsentschädigung abgelehnt hat, weshalb der angefochtene Einspracheentscheid vom 21. Ja-
nuar 2020 nicht zu beanstanden ist. Die von der Versicherten dagegen erhobene Beschwerde ist 
folglich abzuweisen. 
 
11.1 Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Par-
teien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erhe-
ben.  
 
11.2 Dem Prozessausgang entsprechend wird der Beschwerdeführerin keine Parteientschä-
digung zugesprochen (Art. 61 lit. g ATSG). Da der Beschwerdeführerin jedoch mit Verfügung vom 
10. März 2020 die unentgeltliche Verbeiständung mit ihrem Rechtsvertreter bewilligt worden ist, 
ist dieser für seine Bemühungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der 
Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 beträgt das Honorar bei 
unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 200.-- pro Stunde. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführe-
rin hat in seiner Honorarnote vom 2. Juni 2020 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand 
von 15 Stunden geltend gemacht. Dieser Aufwand erweist sich angesichts der sich stellenden 
Rechtsfragen als angemessen. Nicht zu beanstanden sind auch die geltend gemachten Auslagen 
von Fr. 6.60. Dem Rechtsvertreter ist somit ein Honorar in der Höhe von Fr. 3'006.60 (15 Stunden 
à Fr. 200.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 6.60, ohne Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse aus-
zurichten. 
 
11.3 Die Beschwerdeführerin wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Or-
ganisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufmerksam gemacht, wonach eine Partei, 
der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie 
dazu in der Lage ist. 
  

 

 
 
Seite 18   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  

 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung wird dem 
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ein Honorar in der Höhe von 
Fr. 3'006.60 (inkl. Auslagen) aus der Gerichtskasse ausgerichtet. 

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 http://www.bl.ch/kantonsgericht