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**Case Identifier:** b954a9b8-5e06-5604-b1bb-23c2a5ef6afe
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-08-27
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 27.08.2025 200 2023 603
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-603_2025-08-27.pdf

## Full Text

IV 200 2023 603 
KNB/LUB/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 27. August 2025

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Mauerhofer, Verwaltungsrichterin Frey 
Gerichtsschreiber Lüthi

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern  
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

C.________
Beigeladene 

betreffend Verfügung vom 23. Juni 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Aug. 2025, IV 200 2023 603

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Sachverhalt:

A.

Der … geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) ge-
langte erstmals im August 1984 unter Hinweis auf eine komplette Lähmung 
an die Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV; Akten der IV [act. II] 1.1 
S. 57 ff.). Die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) beschied mit 
Verfügung bzw. Beschluss vom 27. November 1985 (act. II 1.1 S. 8 ff.) u.a. 
den Anspruch auf berufliche Massnahmen abschlägig mit der Begründung, 
dem Versicherten sei nach erfolgter Rehabilitation die Wiederaufnahme 
des … (der …) möglich und zumutbar (act. II 1.1 S. 10), und schloss den 
Fall ab. Der Versicherte beendete sein Studium im Jahr 1992 mit dem ... 
und arbeitete alsdann als selbstständiger ... (act. II 2 S. 5 f. Ziff. 5.3 f., 4 
S. 2 f.). 

B.

Im Februar 2019 meldete sich der Versicherte erneut bei der IV zum Leis-
tungsbezug an (act. II 2). Als gesundheitliche Beeinträchtigungen nannte er 
eine schwere Depression sowie eine erhebliche Verschlechterung der kör-
perlichen Kraft, der Gleichgewichtsstörung und des Steppergangs nach 
Status nach Guillain-Barré-Syndrom (GBS) 1984 (act. II 2 S. 6 Ziff. 6.1). In 
der Folge nahm die IVB medizinische und erwerbliche Abklärungen vor; 
insbesondere veranlasste sie eine polydisziplinäre Begutachtung durch die 
D.________ (MEDAS; Gutachten vom 24. Februar 2020 [act. II 68.1], inkl. 
Teilgutachten [act. II 68.2, 68.4-7]) und beauftragte den Abklärungsdienst 
mit einer Abklärung für Selbstständigerwerbende (Bericht vom 9. Juli 2020; 
act. II 76 S. 2 ff.). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (act. II 85) 
sprach sie dem Versicherten mit Verfügung vom 11. Dezember 2020 
(act. II 100) eine Viertelsrente ab August 2019 bei einem Invaliditätsgrad 
(IV-Grad) von 46 % zu. Die dagegen erhobene Beschwerde (act. II 101) 
wies das Verwaltungsgericht des Kantons Bern mit Urteil IV 200 2021 93 
vom 26. August 2021 (act. II 108) ab.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Aug. 2025, IV 200 2023 603

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C.

Im Oktober 2021 meldete sich der Versicherte abermals bei der IV zum 
Leistungsbezug an (act. II 111), wobei er auf eine schwere Depression, 
verstärkt nach dem IV-Gutachten von 2020 und der Pandemie, und eine 
erhebliche körperliche Verschlechterung (muskulär) gegenüber dem Gut-
achten hinwies (act. II 111 S. 6 Ziff. 6.1). Die IVB tätigte wiederum erwerbli-
che und medizinische Abklärungen und legte die Akten dem Regionalen 
Ärztlichen Dienst (RAD) zur Beurteilung vor (act. II 159 S. 4 f.). Mit Vorbe-
scheid vom 11. August 2022 kündigte die IVB die unveränderte Weiteraus-
richtung der bisherigen (Viertels-)Rente an, da keine rentenrelevante Ände-
rung habe festgestellt werden können (act. II 163). Dagegen erhob der 
Versicherte Einwand (act. II 166, 171, 173), woraufhin die IVB eine erneute 
Stellungnahme des RAD einholte (act. II 174 S. 3 f.) und durch ihren Ab-
klärungsdienst einen Abklärungsbericht für Selbständigerwerbende vom 
9. Dezember 2022 (act. II 175 S. 2 ff.) veranlasste. Mit neuem Vorbescheid 
vom 21. Dezember 2022 (act. II 176) stellte die IVB die Zusprache einer 
ganzen Rente ab Dezember 2022 (IV-Grad 100 %) sowie einer Viertelsren-
te per März 2023 (IV-Grad 46 %) in Aussicht. Nach erneutem Einwand 
(act. II 178) und Stellungnahme des RAD (act. II 181) stellte sie dem Versi-
cherten mit neuem Vorbescheid vom 27. März 2023 (act. II 182) die Zu-
sprache einer ganzen Rente (nunmehr) ab November 2022 sowie einer 
Viertelsrente per März 2023 in Aussicht. Nach abermaligem Einwand 
(act. II 183) verfügte die IVB am 23. Juni 2023 wie zuletzt vorbescheidwei-
se in Aussicht gestellt und legte zugleich die Auszahlungsmodalitäten mit 
Drittauszahlung an die C.________ AG, Krankentaggeldversicherer des 
Versicherten, fest (act. 189).

D.

Mit Eingabe vom 25. August 2023 erhob der Versicherte, wie bereits im 
Vorbescheidverfahren, vertreten durch Rechtsanwältin B.________, Be-
schwerde mit folgenden Rechtsbegehren:

1. In Aufhebung der Verfügung vom 23. Juni 2023 sei die Beschwerdegegnerin zu 
verpflichten, dem Beschwerdeführer die zugesprochene ganze Invalidenrente über 
März 2023 hinaus auszurichten.

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2. Eventualiter: In Aufhebung der Verfügung vom 23. Juni 2023 sei die Beschwerde-
gegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer ab März 2023 anstelle der zuge-
sprochenen Viertelsrente eine Dreiviertelsrente auszurichten.

3. Die in der Verfügung vom 23. Juni 2023 vorgenommene Verrech-
nung/Drittauszahlung an die … von Fr. 5'340.-- sei aufzuheben und die Beschwer-
degegnerin zu verpflichten, diese Nachzahlung direkt an den Beschwerdeführer 
auszurichten.

- unter Kosten- und Entschädigungsfolgen -  

Mit Beschwerdeantwort vom 17. Oktober 2023 schloss die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde und reichte zugleich eine Stel-
lungnahme der Ausgleichskasse E.________ vom 4. Oktober 2023 ein (in 
den Gerichtsakten).

Mit prozessleitender Verfügung vom 28. Juni 2024 wurde die C.________ 
(Beigeladene) zum Verfahren beigeladen und ihr Gelegenheit zur Stellung-
nahme geboten. Mit Eingabe vom 12. Juli 2024 machte diese davon Ge-
brauch und beantragte, dass das Rechtsbegehren Ziff. 3 der Beschwerde 
abzuweisen sei.

Mit Eingabe vom 3. April 2025 verzichtete der Beschwerdeführer auf eine 
Stellungnahme zur Eingabe der Beigeladenen.

Am 27. August 2025 fand eine nichtöffentliche Urteilsberatung gemäss 
Art. 56 Abs. 5 bzw. 6 des kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die 
Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (GSOG; 
BSG 161.1) i.V.m. Art. 37 Abs. 1 lit. b des kantonalen Gesetzes vom 
23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) statt.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 

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6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a GSOG Beschwerden gegen 
solche Entscheide. Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren 
mit seinen Anträgen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Ent-
scheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, 
weshalb er zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zustän-
digkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 
1959 über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Be-
stimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; 
Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG) eingehalten sind, ist auf die Beschwer-
de einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 23. Juni 2023 
(act. II 189). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch sowie die Dritt-
auszahlung. In Bezug auf die Rente gilt, dass in anfechtungs- und streitge-
genständlicher Hinsicht ein Rechtsverhältnis vorliegt, wenn rückwirkend 
eine abgestufte und/oder befristete IV-Rente zugesprochen wird. Wird nur 
die Abstufung oder die Befristung der Leistungen angefochten, wird damit 
die richterliche Überprüfungsbefugnis nicht in dem Sinne eingeschränkt, 
dass die unbestritten gebliebenen Rentenbezugszeiten von der richterli-
chen Prüfung ausgenommen blieben (BGE 125 V 413; SVR 2019 IV Nr. 32 
S. 99, 9C_431/2018 E. 3.2; AHI 2001 S. 278 E. 1a). Streitig und zu prüfen 
ist demnach der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine IV-Rente, unter 
Einschluss der von November 2022 bis Ende Februar 2023 zugesproche-
nen ganzen Rente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 Abs. 1 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV [WEIV]) und weiterer Erlasse (insbesondere des 
ATSG) in Kraft getreten (AS 2021 705). Gemäss lit. c der Übergangsbe-
stimmungen zur WEIV finden bei laufenden Renten von versicherten Per-
sonen, welche – wie hier der Beschwerdeführer (Jg. 1962) – am 1. Januar 
2022 das 55. Altersjahr zurückgelegt haben, auch bei einer Revision die 
gesetzlichen Bestimmungen des IVG und diejenigen der Verordnung vom 
17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) in der 
bis 31. Dezember 2021 geltenden Fassung (fortan aArt.) Anwendung (vgl. 
dazu auch Rz. 9104 des Kreisschreibens des Bundesamtes für Sozialver-
sicherungsrecht über Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung 
[KSIR]; zur Bedeutung von Verwaltungsweisungen vgl. (BGE 150 V 1 
E. 6.4.2 S. 6, 148 V 385 E. 5.2 S. 391, 147 V 79 E. 7.3.2 S. 82, 146 V 224 
E. 4.4.2 S. 228). 

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.3 Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG (in der bis 31. Dezember 2021 gültig 
gewesenen Fassung) besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, wenn 
die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsren-
te, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von 
mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente.

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2.4

2.4.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (aArt. 17 Abs. 1 ATSG).

2.4.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsge-
such ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewis-
sern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung 
des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass 
der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine 
Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls 
hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, 
um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) 
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 
198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117, I 822/06 E. 2.1).

2.4.3 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 
ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der 
Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 
E. 2.3 S. 10; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 109, 8C_280/2020 E. 3.1).

Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invaliditätsgrad 
erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmeldungsver-
fahren – analog zur Rentenrevision nach aArt. 17 Abs. 1 ATSG – durch 
Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materiellen 

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Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjenigen 
zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 130 
V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

2.4.4 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums, neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 109, 8C_280/2020 E. 3.1).

2.4.5 Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeit-
punkt der ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur 
Zeit der streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 
E. 3.5.2 S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369; SVR 2010 IV Nr. 53 S. 165, 
9C_8/2010 E. 3.1).

2.5 Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, 
sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeeinflussende 
Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem 
Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass 
sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu 
berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Mona-
te angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 88a 
Abs. 1 IVV). Bei einer Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit oder der 
Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchs-
beeinflussende Änderung zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche 
Unterbrechung drei Monate angedauert hat (Art. 88a Abs. 2 IVV). Dabei ist 
im Unterschied zu dem in Art. 88a Abs. 1 IVV geregelten Tatbestand der 
Verbesserung der Erwerbsfähigkeit nicht verlangt, dass die Änderung, 
nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat, 
voraussichtlich weiterhin andauern muss. Das gesetzliche Erfordernis einer 
auf Dauer gerichteten Änderung ist mit Ablauf der dreimonatigen Wartezeit 
grundsätzlich erfüllt (SVR 2017 IV Nr. 71 S. 219, 9C_675/2016 E. 2.3.1).

2.6 Gemäss ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts ist jedoch 
bei Personen, deren Rente revisions- oder wiedererwägungsweise herab-

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gesetzt oder aufgehoben werden soll und die während mindestens fünf-
zehn Jahren eine Rente bezogen oder das 55. Altersjahr zurückgelegt ha-
ben, trotz medizinisch (wieder) ausgewiesener Leistungsfähigkeit vorder-
hand weiterhin eine Rente auszurichten, bis mit Hilfe medizinisch-
rehabilitativer und/oder beruflich-erwerblicher Massnahmen das theoreti-
sche Leistungspotential ausgeschöpft werden kann, weil in jedem Einzelfall 
feststehen muss, dass die (wiedergewonnene) Erwerbsfähigkeit auf dem 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (erneut) verwertbar ist (BGE 145 V 209 E. 5.1 
S. 211, 141 V 5 E. 4.1 S. 7; SVR 2019 IV Nr. 38 S. 120, 8C_680/2018 
E. 5.2, 2016 IV Nr. 27 S. 80, 8C_19/2016 E. 5.1, 2011 IV Nr. 30 S. 86, 
9C_163/2009 E. 4.2.1 und 4.2.2, Nr. 73 S. 220, 9C_228/2010 E. 3.3). Die 
Rechtsprechung, wonach es bei der wiedererwägungs- oder revisionswei-
sen Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrente bei zurückgelegtem 
55. Altersjahr oder mehr als 15 Jahre dauerndem Rentenbezug grundsätz-
lich Eingliederungsmassnahmen durchzuführen gilt, kommt auch dann zur 
Anwendung, wenn zeitgleich mit der Rentenzusprache über deren Befris-
tung und/oder Abstufung befunden wird. Auch in solchen Fällen ist die Ren-
te weiter auszurichten (BGE 145 V 209 E. 5.4 S. 214; SVR 2020 IV Nr. 66 
S. 230, 8C_80/2020 E. 2.3.1 und E. 2.3.3).

2.7 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 180, 9C_540/2020 E. 2.3).

3.

3.1 Die Verwaltung ist auf die Neuanmeldung vom Oktober 2021 
(act. II 111) eingetreten, weshalb die Eintretensfrage praxisgemäss nicht zu 

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überprüfen ist (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Indes ist zu prüfen, ob im 
massgebenden Vergleichszeitraum zwischen der Verfügung vom 11. De-
zember 2020 (act. II 100) – bestätigt mit VGE IV 200 2021 93 (act. II 108) – 
und derjenigen vom 23. Juni 2023 (act. II 189; vgl. E. 2.4.5 hiervor) eine 
Veränderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, die geeig-
net ist, den IV-Grad in einer für den Leistungsanspruch erheblichen Weise 
zu beeinflussen.

3.2 Die rentenzusprechende Referenzverfügung vom 11. Dezember 
2020 (act. II 100) stützte sich in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf 
das MEDAS-Gutachten vom 7. Februar 2020 (act. II 68.1), basierend auf 
Untersuchungen in den Fachbereichen Allgemeine Innere Medizin 
(act. II 68.2), Psychiatrie (act. II 68.4), Orthopädie (act. II 68.5), Neurologie 
(act. II 68.7) sowie Neuropsychologie (act. II 68.6). Die MEDAS-Gutachter 
stellten in der interdisziplinären Gesamtbeurteilung die folgenden Diagno-
sen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (act. II 68.1 S. 8 Ziff. 4.2): 

1. Polyneuropathie mit ausgeprägter Steh- und Gangstörung mit/bei: 
- Status nach Guillain-Barré-Syndrom 1984 mit persistierenden Paresen an 

den oberen und unteren Extremitäten
- Alkoholabusus bis 02/2019 mit St. n. CDT-Erhöhung und Vitamin 

B-Mangel 2018
- aktuell: Folsäuremangel

2. Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leicht- bis mittelgradige Epi-
sode ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F33.10)

3. Verdacht auf andauernde Persönlichkeitsänderung im Rahmen einer schwer-
wiegenden neurologischen Erkrankung (ICD-10 F62.88)

4. (Status nach) Alkoholabhängigkeit, gegenwärtig abstinent (ICD-10 F10.20), 
fraglich mit leichtgradigen kognitiven Folgeerscheinungen (ICD-10 F10.8)

5. Lumboischialgie mit Verdacht auf Spinalstenose bei kurzen Pedikeln und Os-
teochondrosen L4/5 und L5/S1 links

Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit bestünden zudem folgende 
Diagnosen:

1. Status nach Hemilaminektomie auf Höhe BWK5/6 mit Resektion einer Arach-
noidalzyste 01/2019 bei Myelonkompression durch die Zyste

2. Verdacht auf periphere arterielle Verschlusskrankheit bei Nikotinabusus von 
80py, fehlenden Fusspulsen und Temperaturgradient an den Unterschenkeln

3. Status nach Rotatorenmanschetten-Rekonstruktion linke Schulter 06/2019
4. Verdacht auf Rotatorenmanschetten-Teilruptur rechte Schulter und 

AC-Gelenksarthrose rechte Schulter
5. Status nach Metatarsale II-IV-Fraktur rechts, nicht disloziert 04/2019
6. Status nach nicht dislozierter Schaftfraktur proximale Phalanx Dig. III und 

hochsuspekt Dig. II, 11/2019
7. Instabilität OSG beidseits
8. Schlaf-Apnoe-Syndrom, CPAP-Therapie
9. Deutlicher Vitamin D-Mangel

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10. IgE-vermittelte Rocuronium-Allergie

Zur Arbeitsfähigkeit führten die Gutachter aus, seit Anfang März 2019 be-
stehe in der bisherigen Tätigkeit eine 60%ige Arbeitsfähigkeit. Von Juli 
2018 bis Ende Februar 2019 habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit be-
standen. Die nun um 40 % eingeschränkte Arbeitsfähigkeit sei begründet 
durch eine zeitliche Minderung der Anwesenheit um 30 % und eine qualita-
tive Leistungsminderung von 15 % (recte: 5 % [act. II  68.4 S. 31 
Ziff. 7.5.3]; act. II 68.1 S. 10 Ziff. 4.7). Diese Einschätzung gelte auch für 
eine angepasste Tätigkeit. Zusätzlich müsse bei einer angepassten Tätig-
keit berücksichtigt werden, dass aufgrund der neurologischen Ausfälle und 
den orthopädischen Gesundheitsstörungen nur noch leichte Arbeitstätigkei-
ten zumutbar seien. Längeres Stehen und weitere Gehstrecken seien nicht 
zumutbar. Ebenso wenig Arbeiten über der Horizontalen (act. II 68.1 S. 8 
Ziff. 4.3 und S. 10 Ziff. 4.8). 

Im allgemein internistischen Teilgutachten legte Dr. med. F.________, 
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, dar, in der angestammten Tätigkeit 
als ... sei der Beschwerdeführer aus allgemein-internistischer Sicht – ohne 
Berücksichtigung der neurologischen Gesundheitsstörungen – voll arbeits-
fähig (act. II 68.2 S. 25 Ziff. 8).

Im psychiatrischen Teilgutachten (act. II 68.4) führte Dr. med. G.________, 
dipl. Arzt sowie Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, unter ande-
rem aus, aus psychiatrischer Sicht liege ein komplexes Zustandsbild mit 
einer starken Verzahnung somatischer und psychischer Aspekte vor. Ne-
ben einer (langfristigen/tiefgreifenden) psychischen Begleitsymptomatik, 
einer einschneidenden chronischen neurologischen Erkrankung bestünden 
weitere psychiatrische Komorbiditäten, bei denen letztlich eine Einordnung, 
inwiefern es sich um Folgeerscheinungen oder zusätzliche (eigenständige) 
Entitäten handle, deutlich erschwert sei. Das Guillain-Barré-Syndrom sei für 
den Beschwerdeführer im Erleben seiner Einschränkungen führend resp. 
hauptursächlich (act. II 68.4 S. 22 Ziff. 7.1.4). Er habe über lange Zeit eine 
Anpassung seiner beruflichen Bedingungen vorgenommen und zurücklie-
gend – trotz allfällig begleitender psychischer Beeinträchtigungen (Persön-
lichkeitskomponente, Dysthymie, Phasen mit erhöhtem Alkoholkonsum) – 
ein hohes funktionelles Mass aufrechterhalten. Mit Zunahme der körperli-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Aug. 2025, IV 200 2023 603

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chen Beschwerden scheine es hierbei zu einer Dekompensation der bishe-
rigen Strategien und Mechanismen mit anhaltender Reduzierung von Ar-
beits- und Leistungsfähigkeit gekommen zu sein. Aus psychiatrischer Sicht 
erscheine bei ausgeprägter Depressivität und Alkoholabhängigkeit eine 
Arbeitsunfähigkeit von 100 % ab Mitte 2018 bis zum Ende des stationären 
Aufenthaltes in ... (2. März 2019) nachvollziehbar. Danach sei von einer 
zeitlichen Minderung der normalen Anwesenheit von 30 % auszugehen. In 
der verbleibenden 70%igen Anwesenheit bestehe aus psychiatrischer Sicht 
eine nochmalige Leistungsminderung von 5 % (inkl. der 5%igen Einschrän-
kung in der neuropsychologischen Beurteilung), so dass eine Gesamtbe-
einträchtigung der Arbeitsfähigkeit von 40 % anzunehmen sei (act. II 68.4 
S. 31 Ziff. 7.5.3). Aus psychiatrischer Sicht erscheine die aktuelle Tätigkeit 
ideal und den Bedürfnissen optimal angepasst (act. II 68.4 S. 32 Ziff. 7.5.4). 

Im orthopädischen Teilgutachten (act. II 68.5) erwähnte Dr. med. 
H.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapprates, aus orthopädischer Hinsicht sei der Beschwerdefüh-
rer als ... zu 100 % arbeitsfähig. Es seien keine Arbeiten über der Horizon-
talen notwendig. Von der Wirbelsäule (HWS und LWS) sei ebenfalls keine 
Einschränkung für sitzende Tätigkeiten gegeben (act. II 68.5 Ziff. 6.1).

Im neuropsychologischen Teilgutachten (act. II 68.6) führte lic. phil. 
I.________, Fachpsychologin für Neuropsychologie FSP, aus, der Be-
schwerdeführer habe über viele Jahre seiner Arbeit als selbstständiger ... 
nachgehen können. Es sei zu psychischen Problemen und einer Alko-
holabhängigkeit gekommen. Momentan bestünden lediglich minimale ko-
gnitive Minderleistungen (act. II 68.6 S. 9 Ziff. 7.1). Diese könnten sich bei 
der anspruchsvollen Tätigkeit als ... geringfügig leistungsmindernd auswir-
ken. Aufgrund der leichten Schwierigkeit, sich auf mehrere Aspekte gleich-
zeitig zu konzentrieren (...), bedürfe etwas mehr Zeit für Kompensationen. 
Daraus ergebe sich eine Leistungseinschränkung von 5 %. Demnach be-
stehe eine Arbeitsfähigkeit von 95 %. Diese Einschätzung gelte wahr-
scheinlich seit der Abstinenz, d.h. seit sechs Monaten. Angepasst sei eine 
Tätigkeit, in der sich der Beschwerdeführer konzentrieren könne, nicht ge-
stört oder abgelenkt werde und serielle Arbeiten erledigen könne. Unter 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Aug. 2025, IV 200 2023 603

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diesen Bedingungen bestehe eine 100%ige Leistungsfähigkeit (act. II 68.6 
S. 10 f. Ziff. 8).

Im neurologischen Teilgutachten (act. II 68.7) führte Dr. med. J.________, 
Facharzt für Neurologie, aus, im Jahr 1984 sei ein Guillain-Barré-Syndrom 
diagnostiziert worden und es bestehe seit dieser Zeit ein Steppergang. Im 
Jahr 2018 sei es zu einer erheblichen Progression der Gangstörung ge-
kommen, im Rahmen der Abklärung sei eine Arachnoidalzyste auf Höhe 
BWK 4-6 rechtsbetont festgestellt worden. Aufgrund der Myelonkompressi-
on sei im Januar 2019 die Operation erfolgt. Zudem sei eine alkohol- und 
vitaminmangelbedingte Polyneuropathie diagnostiziert worden und es habe 
eine Alkoholabhängigkeit bestanden. Die elektrophysiologische Untersu-
chung vom 16. Januar 2020, die im Rahmen des Gutachtens durchgeführt 
worden sei, habe Zeichen einer demyelinisierenden und axonalen motori-
schen Polyneuropathie nachgewiesen. Aufgrund der axonalen Beteiligung 
sowie ausgeprägter Atrophien des M. tibialis anterior, M. gastrocnemius 
bds., sowie Mm. Interossei bds., M. extensor hallucis brevis bds., Thenar- 
und Hypothenaratrophie bds. sei von fortbestehenden Arbeitsfähig-
keitseinschränkungen auszugehen. Die Arbeit am PC sowie das Schreiben 
seien aktuell nicht eingeschränkt und schienen bei den bestehenden Pare-
sen der Handmuskeln gut kompensiert zu sein. Ebenso bestünden bei der 
Kognition keine Einschränkungen, welche die Arbeitsfähigkeit als ... ein-
schränkten. In Anbetracht des klinischen Verlaufs, der klinischen neurologi-
schen und elektrophysiologischen Befunde mit Einbezug der aktuellen Be-
funde, könnte differenzialdiagnostisch eine mögliche chronische inflamma-
torische demyelinisierende Polyneuropathie (CIDP) erwogen werden 
(act. II 68.7 S. 14 Ziff. 7.2). Aus neurologischer Sicht sei der Beschwerde-
führer in der Tätigkeit als ... voll arbeitsfähig (act. II 68.7 S. 16 Ziff. 8). 

3.3 Hinsichtlich der Entwicklung des Gesundheitszustandes seit Erlass 
der Verfügung vom 11. Dezember 2020 (act. II 100) lässt sich den Akten im 
Wesentlichen das Folgende entnehmen:

3.3.1 Der behandelnde Psychiater Dr. med. K.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, berichtete im Schreiben vom 5. November 
2021 zu Handen des Beschwerdeführers, leider habe sich der psychische 
Zustand eher verschlechtert. Infolge der depressiven Störung leide der Be-

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schwerdeführer unter einer gedrückten Stimmung, einem fehlenden Antrieb 
und Konzentrationsstörungen. Durch die gesundheitliche Einbusse sei er 
zwischenzeitlich auf die Spitex angewiesen. Anlässlich der letzten Konsul-
tation hätten sie auch die Möglichkeit bzw. die Notwendigkeit einer mögli-
chen Hospitalisation besprochen. Die Arbeitsfähigkeit sei stark einge-
schränkt. Er habe ihn jeweils zu 20 % arbeitsfähig geschätzt (vgl. auch 
ärztliche Zeugnisse [act. II 119 S. 3-15]). Diese Einschätzung sei sehr op-
timistisch und spiegle kaum die wirkliche Arbeitsfähigkeit (act. II 117).

3.3.2 Im Austrittsbericht der Klinik L.________ vom 11. März 2022 über 
die Hospitalisation vom 10. Januar bis 3. März 2022 wurden eine rezidivie-
rende depressive Störung, derzeit mittel- bis schwergradige Episode (ICD-
10 F32.2), psychische Verhaltensstörungen durch Alkohol, Entzugssyn-
drom (ICD-10 F10.3), psychische Verhaltensstörungen durch Alkohol, Ab-
hängigkeitssyndrom (ICD-10 F10.2), ein Guillain-Barré-Syndrom seit dem 
22. Lebensjahr und eine Fraktur Os Metatarsale rechts während des statio-
nären Aufenthalts diagnostiziert (act. II 131 S. 3). Die neurologische Rest-
symptomatik des stattgehabten Guillain-Barré-Syndrom und die damit ver-
bundenen zunehmenden körperlichen Einschränkungen seien u.a. Ursa-
chen der rezidivierenden depressiven Entgleisungen, während denen der 
Beschwerdeführer als Regulationsstrategie dann episodenhaft vermehrt 
Alkohol trinke. Der Beschwerdeführer habe nicht über einen langen Zeit-
raum dauerhaft Alkohol getrunken, was sich auch in den normwertigen Le-
berfunktionsparametern sowie der milden sowie kurzen Entzugssymptoma-
tik gezeigt habe (act. II 131 S. 4). Es wurde eine Arbeitsunfähigkeit von 
100 % vom 10. Januar bis 3. März 2022 voraussichtlich noch für weitere 
Wochen attestiert (act. II 131 S. 5).

Vom 24.  bis 30. Mai 2022 erfolgte eine erneute Hospitalisation in der Klinik 
L.________, wobei eine rezidivierende Störung, derzeit schwergradige Epi-
sode (ICD-10 F32.2) diagnostiziert wurde und die zuvor genannten Dia-
gnosen bestätigt wurden. Für die Dauer des Aufenthalts wurde eine Ar-
beitsunfähigkeit von 100 % attestiert (Austrittsbericht vom 23. Juni 2022; 
act. II 154). 

3.3.3 Im RAD-Bericht vom 4. August 2022 nannte Dr. med. M.________, 
Fachärztin für Neurologie, als Diagnosen eine Polyneuropathie mit ausge-

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prägter Steh- und Gangstörung bei Status nach Guillain-Barré-Syndrom 
1984 mit persistierenden Paresen an den oberen und unteren Extremitäten, 
eine rezidivierende depressive Störung, den Verdacht auf andauernde Per-
sönlichkeitsänderung im Rahmen einer schwerwiegenden neurologischen 
Erkrankung, eine Alkoholabhängigkeit, gegenwärtig abstinent (nach Entgif-
tung Mai 2022) mit fraglich leichtgradigen kognitiven Folgeerscheinungen 
und eine Lumboischialgie mit Verdacht auf Spinalstenose bei kurzen Pedi-
keln und Osteochondrosen L4/5 und L5/S1 links. Aus einer gering-
dislozierten Metatarsale IV/V Köpfchen-Fraktur nach einem Stolpersturz 
vom 10. Februar 2022 ergäben sich keine dauerhaften leistungsmindern-
den Einschränkungen. Auf neurologischem und/oder anderen somatischen 
Fachgebieten würden keine neuen Befunde vorgelegt. Zusammengefasst 
könne festgestellt werden, dass sich aus versicherungsmedizinischer Sicht 
nach Durchsicht der vorgelegten Berichte keine neuen Aspekte im Ver-
gleich mit den Beurteilungen im Rahmen der MEDAS-Begutachtung von 
Februar 2020 ergäben (act. II 159 S. 4). Während den beiden stationären 
Aufenthalten sei eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % anzunehmen. Davor 
und danach gelte das im MEDAS-Gutachten erstellte Zumutbarkeitsprofil, 
worauf unverändert abgestellt werden könne (act. II 159 S. 5).

3.3.4 In der Aktennotiz des RAD vom 4. August 2022 (act. II 160) erwähn-
te Dr. med. N.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, bei-
de Male habe eine Zunahme des Alkoholkonsums zur Aufnahme geführt, 
was jeweils verbunden gewesen sei mit einer depressiven Begleitsympto-
matik, die beim Aufenthalt im Januar als anfangs mittelgradig bis schwer, 
im Mai als schwer eingeschätzt worden sei. Nach den jeweiligen Behand-
lungen bzw. dem Einleiten einer Abstinenz habe sich auch die depressive 
Symptomatik gebessert, was dem klinischen Erfahrungswissen gut ent-
spreche. Die Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers am Ende der 
jeweiligen Aufenthalte habe denn auch auf eine leichtgradige depressive 
Symptomatik hingewiesen. Insofern hätten sich kurzfristig gewisse Ver-
schlechterungstendenzen gezeigt. Im Vergleich zur diagnostischen Ein-
schätzung beim MEDAS-Gutachten (vom 26. Februar 2020), als von einer 
rezidivierenden depressiven Störung mit gegenwärtig leicht- bis mittelgra-
diger Episode ohne somatischem Syndrom und einer Alkoholabhängigkeit 
ausgegangen worden sei, ergäben sich keine Veränderungen. Insofern 

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seien auch keine überdauernden Veränderungen bezüglich der funktionel-
len Leistungsfähigkeit anzunehmen. Während den beiden Hospitalisationen 
sei eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % anzunehmen. Davor und danach 
gelte aus psychiatrischer Sicht das im MEDAS-Gutachten erarbeitete Ar-
beitsunfähigkeitsprofil.

3.3.5 Nachdem sich der Beschwerdeführer am 4. August 2022 einer 
Schulterarthroskopie rechts, Débridement und AC-Resektion, Akromioplas-
tik, Rekonstruktion der Supra- und Subscapularissehne unterzogen hatte 
(vgl. Operationsbericht vom 5. August 2022; act. II 167), wurden im Aus-
trittsbericht der O.________ vom 18. August 2022 über die Hospitalisation 
vom 4. bis 8. August 2022 die rechte Schulter betreffend eine partielle, an-
terosuperiore Rotatorenmanschetten-Ruptur, Status nach Ruptur der lan-
gen Bizepssehne, symptomatische AC-Arthrose und ein Status nach Schul-
terarthroskopie, Bizepstenotomie, arthroskopische Supra- und kraniale In-
fraspinatussehnenrekonstruktion links am 15. August 2019 diagnostiziert 
(act. II 171/4).

3.3.6 Im Bericht des Spitals P.________ vom 21. Oktober 2022 wurden 
eine progrediente Gangstörung und distal atrophisierende Tetraparese, 
a. e. multifaktorieller Genese mit/bei ätiologisch wahrscheinlich to-
xisch/metabolisch bei Alkoholkonsum und Vitamin-B12-Mangel, Residual-
befund bei Status nach Guillain-Barré-Syndrom, zentrale Afferenzstörung 
bei Status nach kompressiver Myelopathie, differenzialdiagnostisch zusätz-
liche Immunneuropathie nicht ausgeschlossen, einen Vitamin-B12-Mangel 
[...] und ein Alkoholabhängigkeitssyndrom diagnostiziert. Klinisch-
neurologisch zeige sich im Vergleich zum in domo 2018 dokumentierten 
Neurostatus neu eine leichtgradige Armparese rechts mit diskreter Ataxie 
sowie eine vermehrte Rechtsbetonung der vorbestehend hochgradigen 
schlaffen und atrophen Paraparese. Zudem finde sich neu eine distal be-
tonte Pallhypästhesie der unteren Extremitäten hinweisend auf eine und 
auch die sensiblen Fasern mit einbeziehende längenabhängige Polyneur-
opathie (act. II 173 S. 1). Zusammenfassend sei die Gangstörung wahr-
scheinlich multifaktoriell bedingt, wobei neben dem Residualbefund bei 
Status nach Guillain-Barré-Syndrom insbesondere ein erneuter (nach 
2018) relevanter Vitamin B12-Mangel vorliege, welcher sowohl eine funi-

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kuläre Myelose (welche aufgrund der spinalen Afferenzstörung die Ataxie 
gut erklären würde) als auch eine Verschlechterung der Polyneuropathie 
bedingen könne. Diese Befunde könnten auch durch eine äthyltoxische 
Polyneuropathie akzentuiert werden. Zusätzlich komme als mitursächlicher 
Faktor auch die thorakale Myelopathie infolge der Arachnoidalzyste in Fra-
ge. Aufgrund der klinischen Progredienz und des neu objektivierten partiel-
len Nervenleitungsblocks in der motorischen Neurografie des rechten Ner-
vus ulnaris als Hinweis auf einen andauernden bzw. aktiven schädigenden 
Prozess sei eine chronische Neuropathie, aufgrund der motorischen Beto-
nung insbesondere eine multifokale motorische Neuropathie nicht ausge-
schlossen, welche auch die asymmetrische Verteilung und zum Teil deut-
lich ausgeprägten Atrophien miterklären könnte. Aufgrund der neuen Arm-
parese rechts und Rechtsbetonung der Paraparese im Sinne einer Hemipa-
rese rechts sowie der sehr deutlich ausgeprägten Stand- und Gangataxie 
seien ein Schädel-MR sowie ein MR der spinalen Achse organisiert worden 
(act. II 173 S. 3).

3.3.7 In der RAD-Beurteilung vom 1. Dezember 2022 (act. II 174 S. 3 f.) 
führte Dr. med. M.________ aus, beim Abgleich des aktuellen Befundes 
mit der im Rahmen der MEDAS-Begutachtung durchgeführten neurologi-
schen Untersuchung zeige sich, dass bereits damals Störungen auch im 
Bereich der oberen Extremitäten bestanden hätten. So würden Atrophien 
im Bereich der kleinen Handmuskeln sowie Störungen bei den elektrophy-
siologischen Untersuchungen angegeben. Dabei werde vom damaligen 
Gutachter explizit auf eine Verschlechterung im Bereich der oberen Extre-
mitäten im Vergleich zu den Voruntersuchungen hingewiesen. Im Ergebnis 
habe der Gutachter bereits damals den Übergang in eine chronische Form 
einer Neuropathie diskutiert und die Verdachtsdiagnose einer CIDP ge-
stellt. Bei der im Spital P.________ diskutierten Form der Neuropathie 
handle es sich um die asymmetrische Variante einer CIDP mit ausschliess-
lich motorischen Befall der Nervenfasern, d.h. sowohl der neurologische 
Gutachter als auch der Neurologe im Spital P.________ gingen schluss-
endlich vom gleichen chronischen Krankheitsbild aus, welches sich zwi-
schenzeitlich nicht wesentlich verändert habe. Es habe sich also entgegen 
der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers zwischenzeitlich weder bzgl. 

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der Diagnose noch des Gesundheitsschadens an sich eine wesentliche 
Veränderung ergeben.

Der Bericht der O.________ vom 18. August 2022 sei im RAD Dr. med. 
Q.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates, vorgelegt worden. Er gebe an, dass in diesem Fall 
bei komplikationslosem Verlauf nach drei bis vier Monaten von einer 
vollständigen Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit als ... und somit nur von 
einer passageren Verschlechterung des Gesamtgesundheitsschadens 
auszugehen sei. Zusammenfassend ergäben sich somit aus den neu vor-
gelegten Unterlagen keine neuen Aspekte, welche eine Neubeurteilung aus 
versicherungsmedizinischer Sicht zur Folge hätte (act. II 174 S. 3). Für die 
Zeit vom 4. August bis 30. November 2022 habe eine Arbeitsunfähigkeit 
von 100 % aufgrund der Schulteroperation bestanden (act. II 174 S. 4).

3.3.8 Im Bericht des Spitals P.________ vom 4. Januar 2023 (act. II 178 
S. 4 ff.) wurde in Bestätigung der bereits in deren Bericht von 21. Oktober 
2022 gestellten Diagnosen erwähnt, anamnestisch bestehe seit Beginn der 
Vitamin B12-Substitution eine Besserung der Stand- und Gangunsicherheit. 
Klinisch-neurologisch imponierten weiterhin eine Stand- und Gangataxie 
sowie die distal und rechtsbetonte atrophe Tetraparese. In der zwischen-
zeitlich veranlassten Bildgebung habe sich zerebral keine strukturelle Ursa-
che für die Rechtsbetonung der Tetraparese und auch keine signifikante 
Zunahme der bereits 2018 bestehenden leichten supra- und infratentoriel-
len Hirnatrophie gefunden (act. II 178 S. 4). Im MR der Spinalachse hätten 
sich stationäre postoperative meningeale Irreguläritäten bei Status nach 
Resektion einer Arachnoidalzyste auf Höhe BWK 5/6 gezeigt und es hätte 
sich darüber hinaus keine sicher abgrenzbare Myelonläsion gefunden. Zu-
dem seien die degenerativen Veränderungen der zervikalen und lumbalen 
Wirbelsäule stationär zu 2018. Elektrophysiologisch hätten sich in den ak-
tuellen ergänzten Neurographien durchwegs zu den Voruntersuchungen 
von 2018 ein stationärer Befund der demyelinisierenden Polyneuropathie 
mit sekundären axonalen Schädigungen gezeigt. In Zusammenschau der 
Befunde seien die Gangstörungen und distalbetonte Tetraparese, wie be-
reits im Vorbericht diskutiert, multifaktoriell durch den Residualbefund bei 
Status nach schwerem motorischem Guillain-Barré-Syndrom 1984, die tho-

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rakalen Myelopathie infolge der Arachnoidalzyste sowie eine zusätzliche 
metabolisch/toxische Polyneuropathie (wahrscheinlich primär äthyltoxisch 
mit Verschlechterung durch den Vitamin B12-Mangel) bedingt. Inwiefern 
der Vitamin B12-Mangel zusätzlich zu einer spinalen Afferenzstörung ge-
führt habe, müsse bei fehlendem bildgebenden Korrelat offen gelassen 
werden (act. II 178 S. 5). 

3.3.9 In der RAD-Stellungnahme vom 21. März 2023 führte Dr. med. 
M.________ aus, beim Beschwerdeführer sei eine multifaktoriell bedingte 
Gangstörung mit einer distal betonten Tetraparese vorbestehend bekannt. 
Dies sei auch Gegenstand der polydisziplinären Begutachtung im Februar 
2020 gewesen. Im Rahmen der Vorstellung im Spital P.________ sei ne-
ben der klinischen Untersuchung, die im Vergleich zur Voruntersuchung im 
Jahr 2018 keine signifikante Veränderung erbracht habe, auch eine elek-
trophysiologische Verlaufsuntersuchung mit Elektromyographie und Mes-
sung der Nervenleitgeschwindigkeiten in deren Ergebnis  im Vergleich zur 
Voruntersuchung im Dezember 2018 ein stationärer Befund angegeben 
werde. Auch die MRI-Bildgebung des Kopfes und der LWS vom 22. und 24. 
November 2022 habe ebenfalls unveränderte Befunde im Vergleich zur 
Voruntersuchung erbracht. Zusammenfassend lasse sich aus dem neu 
vorgelegten neurologischen Untersuchungsbericht keine signifikante Ver-
änderung/Verschlechterung des Gesundheitszustands ableiten. Auch an-
sonsten ergäben sich nach nochmaliger Durchsicht der Unterlagen keine 
veränderten versicherungsmedizinischen Gesichtspunkte. Aus dem neu 
vorgelegen Bericht ergebe sich keine Veränderungen an den bisherigen 
Beurteilungen und dem Zumutbarkeitsprofil (act. II 181 S. 2).

3.4 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 

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dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweis-
wert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet 
sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverläs-
sigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354; SVR 2022 UV Nr. 3 
S. 7, 8C_131/2021 E. 3.2). Auch reine Aktengutachten können beweiskräf-
tig sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur 
um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizini-
schen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der 
versicherten Person in den Hintergrund rückt. Dies gilt grundsätzlich auch 
in Bezug auf Berichte und Stellungnahmen Regionaler Ärztlicher Dienste 
(SVR 2020 IV Nr. 38 S. 133, 9C_651/2019 E. 4.3). Urteilt das Gericht in-
dessen abschliessend gestützt auf Beweisgrundlagen, die aus dem Verfah-
ren vor dem Sozialversicherungsträger stammen, sind an die Beweiswürdi-
gung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel 
an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen, sind 
ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 65, 135 V 
465 E. 4.4 S. 470, 122 V 157 E. 1d S. 162).

3.5 Die angefochtene Verfügung vom 23. Juni 2023 (act. II 189) basiert 
in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf den Aktenberichten der 
RAD-Ärzte Dres. med. M.________ vom 4. August 2022 (act. II 159 S. 4 f.), 
1. Dezember 2022 (act. II 174 S. 3 f.) und 21. März 2023 (act. II 181 S. 2) 
sowie N.________ vom 4. August 2022 (act. II 160). Diese erfüllen die von 
der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert solcher Akten-
berichte gestellten Anforderungen und genügen auch den revisionsrechtli-
chen Ansprüchen (vgl. E. 3.4 hiervor; vgl. auch SVR 2018 IV Nr. 13 S. 40 f. 
E. 4.2 und 4.2.1 f.). Die darin enthaltenen Feststellungen und Ausführun-
gen sind in Kenntnis bzw. Würdigung der Vorakten sowie unter Berücksich-
tigung der geklagten Einschränkungen getroffen worden. Gestützt darauf 
haben die RAD-Ärzte die medizinischen Zusammenhänge einleuchtend 
und die daraus gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand 
und dessen Verlauf nachvollziehbar begründet dargestellt. Dass sie keine 
klinische Exploration des Beschwerdeführers durchgeführt haben, ist nicht 

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zu beanstanden, konnten sie sich aufgrund der vorhandenen umfassenden 
Unterlagen doch ein gesamthaft lückenloses Bild verschaffen (vgl. E. 3.4 
hiervor) und wären aus einer persönlichen Untersuchung keine zusätzli-
chen Erkenntnisse zu erwarten gewesen. Damit kommt den RAD-Berichten 
voller Beweiswert zu, sodass darauf abzustellen ist. Die Berichte der be-
handelnden Ärzte vermögen daran keine auch nur geringen Zweifel zu we-
cken.

3.5.1 In orthopädischer Hinsicht erklärte die RAD-Ärztin, Dr. med. 
M.________, in der Stellungnahme vom 1. Dezember 2022 (act. II 174), 
dass der Austrittsbericht der O.________ vom 18. August 2022 nach 
Schulterarthroskopie, Débridement und AC-Resektion, Acromioplastik so-
wie Rekonstruktion der Supra- und Subscapularissehne vom 4. August 
2022, in welchem über einen komplikationslosen Verlauf berichtet worden 
sei, dem RAD-Orthopäden Dr. med. Q.________ vorgelegt worden sei. 
Dieser habe angegeben, dass beim berichteten komplikationslosen Verlauf 
nach drei bis vier Monaten von einer vollständigen Wiedererlangung der 
Arbeitsfähigkeit als ... auszugehen sei. Aufgrund der Schulteroperation ging 
der RAD für den Zeitraum vom 4. August bis 30. November 2022 von einer 
vollumfänglichen Arbeitsunfähigkeit aus. Dies erscheint mit Blick auf den 
festgehaltenen komplikationslosen Verlauf und die Verwendung einer Arm-
schlinge "Ultrasling" (Schulterorthese zur Ruhigstellung der Schulter; vgl. 
<www.O.________.ch> unter ...) mit rein passiver Mobilisation für sechs 
Wochen (act. II 171 S. 5) nachvollziehbar und überzeugt. Entsprechend ist 
aus orthopädischer Sicht nach vorübergehender – vom 4. August bis 
30. November 2022 dauernden – vollständigen Arbeitsunfähigkeit ab 
1. Dezember 2022 vom Wiedererlangen der bisherigen vollständigen Ar-
beitsfähigkeit (vgl. act. II 68.5 Ziff. 6) auszugehen.

3.5.2 In neurologischer Hinsicht kam Dr. med. M.________ in den RAD-
Berichten vom 4. August 2022 (act. II 159 S. 4 f.), 1. Dezember 2022 
(act. II 174 S. 3 f.) und 21. März 2023 zusammenfassend zum Schluss, 
dass sich im Rahmen der Vorstellungen im Spital P.________ im Vergleich 
zu den Voruntersuchung aus dem Jahr 2018 keine signifikante Verände-
rung bzw. Verschlechterung des Gesundheitszustands ergeben und (aus-
genommen für den Zeitraum vom 4. August bis 30. November 2022; 

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act. II 174 S. 4; vgl. E. 3.5.1 hiervor) weiterhin das im MEDAS-Gutachten 
erstellte Zumutbarkeitsprofil Gültigkeit habe (act. II 159 S. 4 f., 174 S. 3 f., 
181 S. 2). Diese Einschätzung überzeugt.

Bezüglich der von den Neurologen im Spital P.________ im Oktober 2022 
berichteten leichtgradigen Armparese rechts und der Rechtsbetonung der 
vorbestehenden hochgradigen schlaffen und atrophen Paraparese führte 
die RAD-Neurologin zutreffend aus, dass bereits im Rahmen der MEDAS-
Begutachtung bzw. der damals durchgeführten neurologischen Untersu-
chung Störungen im Bereich der oberen Extremitäten bestanden hätten 
(act. II 174 S. 3). Der neurologische MEDAS-Gutachter, Dr. med. 
J.________, erwähnte insbesondere feinmotorische Störungen an den Fin-
gern (beim Auskleiden sowie beim Anziehen) bzw. Koordinationsstörungen 
bedingt durch Lähmungen (act. II 68.7 S. 10 Ziff. 4.1 und 4.3), Paresen bei 
den Handmuskeln beidseits (M. abductor pollicis brevis, M. Oppenens, M. 
interossei sowie M. abductor digiti minimi, M3) sowie an den unteren Ex-
tremitäten (Fussheber, Zehenheber und Fusssenker beidseits M1, Fusssu-
pination und Pronotation beidseits M3 act. II 68.7 S. 11 Ziff. 4.3) und elek-
trophysiologisch "befundete" Störungen verschiedener Nerven der unteren 
und oberen Extremitäten (act. II 68.7 S. 12). In der versicherungsmedizini-
schen Beurteilung führte er bezugnehmend auf die elektrophysiologische 
Untersuchung bzw. der dabei erhobenen Befunde denn auch aus, Zeichen 
einer demyelinisierenden und axonalen Polyneuropathie seien nachgewie-
sen (act. II 68.7 S. 14 Ziff. 7.2); mithin eine Erkrankung des peripheren 
Nervensystems, bei der vor allem die Nervenfasern der motorischen Ner-
ven geschädigt sind (hinsichtlich Begriffe vgl. PSCHYREMBEL, 
Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl. 2017, S. 1439 f. und 
<www.flexikon.doccheck.com>). Eine wesentliche Veränderung der neuro-
logischen Gesundheitszustands ist damit nicht ausgewiesen, zumal die 
Behandler des Spitals P.________ denn auch selbst einzig von einer 
leichtgradigen Parese mit diskreter Ataxie sowie vorbestehender hochgra-
diger schlaffer und atropher Paraparese berichteten (act. II 173 S. 1). Dar-
an vermag auch die von den neurologischen Behandlern im Spital 
P.________ weiter erwähnte chronische Neuropathie (act. II 173 S. 3; vgl. 
auch act. II 173 S. 1) nichts zu ändern. Überzeugend führte Dr. med. 
M.________ aus, dass der neurologische MEDAS-Gutachter bereits da-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Aug. 2025, IV 200 2023 603

-23-

mals eine chronische Form einer Neuropathie diskutiert und die Verdachts-
diagnose einer chronisch inflammatorischen demyelinisierenden Neuropa-
thie gestellt habe und sowohl der neurologische Gutachter als auch der 
Neurologe im Spital P.________ vom gleichen chronischen Krankheitsbild 
ausgingen. Dies korreliert mit den damaligen gutachterlichen Ausführun-
gen. So erklärte Dr. med. J.________, dass in Anbetracht des klinischen 
Verlaufs, der klinischen neurologischen und elektrophysiologischen Befun-
de mit Einbezug der aktuellen Befunde, differenzialdiagnostisch eine mögli-
che CIDP zu erwägen sei (act. II 68.7 S. 14 Ziff. 7.2). Schliesslich vermag 
auch der neurologische Bericht des Spitals P.________ vom 4. Januar 
2023 (act. II 178 S. 4 ff.) keine auch nur geringen Zweifel an der Beurtei-
lung von Dr. med. M.________ zu wecken bzw. keine wesentliche Verän-
derung zu belegen. Vielmehr ergaben die zwischenzeitlich veranlassten 
bildgebenden Abklärungen keine strukturelle Ursache für die Rechtsbeto-
nung der Tetraparese, keine signifikante Zunahme der bereits 2018 beste-
henden leichten supra- und infratentoriellen Hirnatrophie, eine stationäre 
postoperative meningeale Irregularitäten bei Status nach Resektion einer 
Arachnoidalzyste, keine sicher abgrenzbaren Myelonläsionen und stationä-
re degenerative Veränderungen der zervikalen und lumbalen Wirbelsäule 
im Vergleich zu 2018. Die ergänzten Neurographien ergaben ebenfalls ei-
nen stationären Befund der demyelinisierenden Polyneuropathie mit se-
kundärem axonalen Schädigungen im Vergleich zur Voruntersuchung von 
2018 (act. II 178 S. 5). Dr. med. M.________ wies damit zu Recht darauf 
hin, dass sich auch aus dem besagten Untersuchungsbericht keine signifi-
kante Veränderung bzw. Verschlechterung des Gesundheitszustands ablei-
ten lasse (act. II 181 S. 2). 

3.5.3 In psychiatrischer Hinsicht gelangte der RAD-Psychiater Dr. med. 
N.________ zum Ergebnis, dass im Vergleich zum MEDAS-Gutachten vom 
26. Februar 2020 – als von einer rezidivierenden depressiven Störung mit 
gegenwärtig leicht- bis mittelgradiger Episode ohne somatischem Syndrom 
und einer Alkoholabhängigkeit ausgegangen worden sei – sich keine lan-
gandauernden Veränderungen ergäben und nach den beiden Hospitalisati-
onen (in der Klinik L.________) das im MEDAS-Gutachten erarbeitete Zu-
mutbarkeitsprofil weiter Gültigkeit habe (act. II 160). Dies Einschätzung 
überzeugt ebenfalls.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Aug. 2025, IV 200 2023 603

-24-

Nachvollziehbar und schlüssig legte der RAD-Psychiater dar, dass jeweils 
eine Zunahme des Alkoholkonsums, einhergehend mit einer eingeschätz-
ten depressiven (mittelgradig bis schwer bzw. schweren) Begleitsymptoma-
tik zu den beiden rund siebeneinhalb- bzw. einwöchigen stationären Auf-
enthalten führte und nach den jeweiligen Behandlungen bzw. dem Einleiten 
der Abstinenz auch die depressive Symptomatik besserte. Dies steht in 
Einklang mit den Ausführungen der stationär behandelnden Ärzte der Klinik 
L.________. So stellten die Behandler anlässlich des ersten Aufenthalts 
keinen langen, dauerhaften Alkoholkonsum fest, was sich auch in den 
normwertigen Leberfunktionsparametern sowie der milden und kurzen Ent-
zugssymptomatik gezeigt habe. Zudem stellten sie mit der Erhöhung der 
medikamentösen Behandlung eine deutliche Verbesserung der Stimmung 
(act. II 131 S. 4) sowie eine rasche Abnahme der Freud- und Interessenlo-
sigkeit fest und es konnten mit Bezug auf die beim Beschwerdeführer vor-
handenen kreativen Ressourcen Perspektiven sowie Optimismus entwi-
ckelt werden (act. II 131 S. 5). Die Besserung der depressiven Symptoma-
tik zeigte sich denn auch anhand den mittels der Health of the Nation Out-
come Scales (HoNOS; Eintritt: 31, Austritt: 21) und dem Beck-Depressions-
Inventar (BDI; Eintritt: 25 Austritt: 13) erhobenen Werte (act. II 131 S. 4); 
insbesondere wies der BDI-Wert beim Austritt noch (höchstens) auf eine 
leichtgradige depressive Symptomatik hin (act. II 160; 
<www.doccheck.com>, Suchbegriff: "Beck-Depression-Inventar"; vgl. auch 
DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], Internationale Klassifikation psychi-
scher Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 
10. Aufl., 2015, S. 172 f.). Sodann liessen sich auch anlässlich des zweiten 
Aufenthalts schon in den ersten Tagen keine Entzugssymptome eruieren 
und es erfolgte der Austritt nach bereits sieben Tagen. Die mittels der Ho-
NOS (Eintritt: 34, Austritt: 26) und dem BDI (Eintritt: 27 Austritt: 12) erho-
benen Werte (act. II 154 S. 2) offenbarten wiederum eine Verminderung 
der depressiven Symptomatik hin zu einer (höchstens) leichtgradigen Aus-
prägung und es wurde auch keine über den kurzzeitigen stationären Auf-
enthalt hinausgehende Arbeitsunfähigkeit attestiert (act. II 154 S. 2). Im 
Übrigen berichtete der ambulant behandelnde Dr. med. K.________ Mitte 
November 2021 von einem bloss "eher" verschlechterten psychischen Zu-
stand (act. II 117 S. 3). Darüber hinaus ist bezüglich dessen Einschätzung 
der Arbeitsfähigkeit der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Aug. 2025, IV 200 2023 603

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Hausärzte sowie behandelnde Spezialärzte mitunter im Hinblick auf ihre 
auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer 
Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 353; SVR 2015 IV Nr. 26 
S. 78, 8C_616/2014 E. 5.3.3.3).

3.6 Insgesamt bieten die Aktenbeurteilungen der RAD-Ärzte Dres. med. 
M.________ vom 4. August 2022 (act. II 159 S. 4 f.), 1. Dezember 2022 
(act. II 174 S. 3 f.) und 21. März 2023 (act. II 181 S. 2) sowie N.________ 
vom 4. August 2022 (act. II 160) damit eine zuverlässige Grundlage für die 
Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeits- und Leistungs-
fähigkeit. Der Sachverhalt erweist sich als hinreichend abgeklärt, weshalb 
auf weitere Beweiserhebungen (vgl. Beschwerde S. 3 Ziff. IV./1.) zu ver-
zichten ist (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 
124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 
E. 4). Demnach ist festzuhalten, dass es im Zeitraum vom 4. August 2022 
bis zum 30. November 2022 zu einer vorübergehenden Verschlechterung 
des Gesundheitszustandes mit vollständiger Arbeitsunfähigkeit infolge der 
rechtsseitigen Schulterbeschwerden gekommen ist (vgl. E. 3.5.1 hiervor) 
und ab dem 1. Dezember 2022 das im MEDAS-Gutachten vom 7. Februar 
2020 (act. II 68.1) formulierte Zumutbarkeitsprofil mit einer Arbeitsfähigkeit 
von 60 % in der bisherige Tätigkeit als selbständiger ..., welches bereits der 
rentenzusprechenden Verfügung vom 11. Dezember 2020 (act. II 100) zu-
grunde lag, wieder Gültigkeit hat. Das geltend gemachte Alter des MEDAS-
Gutachtens vermag daran nichts zu ändern (vgl. Urteil des BGer 
9C_270/2020 vom 13. Juli 2020 E. 5.4.1). Die erwähnten Veränderungen 
stellen Revisionsgründe dar (vgl. E. 2.4.3 hiervor). Gestützt auf diese ge-
sundheitliche Ausgangslage ist nachfolgend die Invaliditätsbemessung vor-
zunehmen.

4.

4.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Aug. 2025, IV 200 2023 603

-26-

Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass 
die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst 
genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus 
der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die 
fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden 
können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu 
schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu ver-
gleichen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 29 
E. 1 S. 30, 104 V 135 E. 2b S. 136; SVR 2019 BVG Nr. 16 S. 62, 
9C_63/2018 E. 4.4.2). Wird eine Schätzung vorgenommen, so muss diese 
nicht unbedingt in einer ziffernmässigen Festlegung von Annäherungswer-
ten bestehen. Vielmehr kann auch eine Gegenüberstellung blosser Pro-
zentzahlen genügen. Das ohne Invalidität erzielbare hypothetische Ein-
kommen ist alsdann mit 100 % zu bewerten, während das Invalidenein-
kommen auf einen entsprechend kleineren Prozentsatz veranschlagt wird, 
so dass sich aus der Prozentdifferenz der Invaliditätsgrad ergibt (soge-
nannter Prozentvergleich; BGE 114 V 310 E. 3a S. 313, 107 V 17 E. 2d 
S. 22, 104 V 135 E. 2b S. 137; SVR 2019 BVG Nr. 16 S. 62, 9C_63/2018 
E. 4.4.2).

4.2

4.2.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft. Die Ermittlung des Valideneinkommens hat 
so konkret wie möglich zu erfolgen (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 
322 E. 4.1 S. 325; SVR 2022 UV Nr. 4 S. 12, 8C_134/2021 E. 3.2). Ange-
sichts der in aArt. 25 Abs. 1 IVV (in der bis 31. Dezember 2021 gültig ge-
wesenen Fassung) vorgesehenen Gleichstellung der invalidenversiche-
rungsrechtlich massgebenden hypothetischen Vergleichseinkommen mit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Aug. 2025, IV 200 2023 603

-27-

den AHV-rechtlich beitragspflichtigen Erwerbseinkommen kann das Vali-
deneinkommen von Selbstständigerwerbenden zumeist aufgrund der Ein-
träge im Individuellen Konto (IK) bestimmt werden. Weist das bis zum Ein-
tritt der Invalidität erzielte Einkommen starke und verhältnismässig kurzfris-
tig in Erscheinung getretene Schwankungen auf, ist dabei auf den während 
einer längeren Zeitspanne erzielten Durchschnittsverdienst abzustellen 
(SVR 2022 IV Nr. 37 S. 121, 8C_572/2021 E. 3.2, 2017 IV Nr. 6 S. 15, 
9C_644/2015 E. 4.6.2).

4.2.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 148 V 174 E. 6.2 S. 181, 143 V 295 E. 2.2 
S. 296). 

4.3 Dem Beschwerdeführer wurde mit Verfügung vom 11. Dezember 
2020 (act. II 100), bestätigt mit VGE IV 200 2021 93 (act. II 108), mit Wir-
kung ab August 2019 eine Viertelsrente zugesprochen und er machte im 
Oktober 2021 eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes geltend 
(vgl. act. II 111 S. 6 Ziff. 6.1). Aufgrund der von Anfang August 2022 bis 
Ende November 2022 bestehenden schulterbedingten vollständigen Ar-
beitsunfähigkeit, welche einen Revisionsgrund darstellt einhergehend mit 
neuer und freier Prüfung des Rentenanspruchs (vgl. E. 2.4.3 f. und E. 3.6 
hiervor), ist per November 2022 eine erste Invaliditätsbemessung vorzu-
nehmen bzw. der IV-Grad zu bestimmen (vgl. E. 2.5 hiervor). Angesichts 
der in dieser Zeit andauernden vollständigen Arbeitsunfähigkeit für sämtli-
che Tätigkeiten resultierten unbestrittenermassen ein IV-Grad von 100 % 
und entsprechend ab 1. November 2022 ein Anspruch auf eine ganze Ren-
te (vgl. E. 2.3 hiervor; vgl. auch act. II 189 S. 5).

4.4 Ab dem 1. Dezember 2022 besteht in der bisherigen Tätigkeit (wie-
der) eine 60%ige Arbeitsfähigkeit (vgl. E. 3.6 hiervor). Diese gesundheitli-
che Verbesserung stellt einen weiteren Revisionsgrund dar, welcher 
grundsätzlich (vgl. E. 4.4.2 hiernach) nach drei Monaten (per 1. März 2023) 
zu berücksichtigen ist (vgl. E. 2.5 hiervor). Damit ist auf diesen Zeitpunkt 
eine weitere Invaliditätsbemessung vorzunehmen bzw. der IV-Grad neu zu 
bestimmen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Aug. 2025, IV 200 2023 603

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4.4.1 Die Beschwerdegegnerin stellte in der angefochtenen Verfügung 
vom 23. Juni 2023 für das Valideneinkommen von Fr. 183'850.-- auf dasje-
nige in der mit VGE 200 2021 93 (act. II 108) bestätigten Verfügung vom 
11. Dezember 2020 (act. II 100 S. 5) ab. Dieses wird nicht bestritten (Be-
schwerdeantwort S. 6 Ziff. IV./2.) und ist auch nicht zu beanstanden, zumal 
davon auszugehen ist, dass der Beschwerdeführer im Gesundheitsfall sei-
ne selbständige Erwerbstätigkeit als ... weiterhin ausübte, und eine Indexie-
rung zufolge der in hohem Umfang gesetzlichen Tarife von ... (Art. … 
Abs. … und Abs. … des … … vom … […; … …] i.V.m. Art. … ff. der … … 
vom … über die … […; …]) sich erübrigt. 

Der Beschwerdeführer verwertet seine (wiedererlangte bisherige) zumutba-
re medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit von 60 % in der bisherigen 
Tätigkeit als selbständig erwerbender ... nicht; er beendete sein ... per En-
de … …, u.a. gab er mit eingeschriebenem Brief vom ... … … seine ... dem 
… … zurück (Akten des Beschwerdeführers [act. I] 6). Wie bereits in VGE 
200 2021 93 E. 4.4.2 (act. II 108 S. 16 f.) ausführlich dargelegt, existieren 
zu den Einkommen von selbstständig erwerbenden ... im … … keine statis-
tischen Daten und es lässt sich insbesondere auch dem zwischenzeitlich … 
… nichts entnehmen, was insoweit eine detaillierte Berechnung des Invali-
deneinkommens erlauben würde. Vorliegend entspricht das Invalidenein-
kommen überwiegend wahrscheinlich 60 % des Valideneinkommens, weil 
sich rein wirtschaftliche Aspekte der Tätigkeit auch im Gesundheitsfall in 
gleicher Weise ausgewirkt hätten. Unter Berücksichtigung, dass dem Be-
schwerdeführer die Tätigkeit als ... mit einer 60%igen Arbeits- und Leis-
tungsfähigkeit ab 1. Dezember 2022 wieder (wie vor der zwischenzeitlichen 
vom 4. August 2022 bis 30. November 2022 dauernden Verschlechterung) 
zumutbar ist (vgl. E. 3.6 hiervor), ergibt sich ein Invaliditätsgrad von 40 % 
(100 % ./. 60 %; vgl. E. 4.1 in fine hiervor). Damit hat der Beschwerdeführer 
ab dem 1. März 2023 grundsätzlich Anspruch auf eine Viertelsrente 
(vgl. E. 2.3 hiervor). Im Übrigen resultiert, selbst wenn mit dem Ab-
klärungsdienst ausgehend vom Durchschnitt des Betriebsertrags der Jahre 
2015 (gemäss IK tiefstes Einkommen der letzten zehn Jahre) und 2016 
(gemäss IK höchstes Einkommen der letzten zehn Jahre) unter Berücksich-
tigung der fixen und variablen Kosten sowie der Sozialversicherungsbeiträ-
ge (act. II 175 S. 4 Ziff. 4) gerechnet wird kein höherer Rentenanspruch. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Aug. 2025, IV 200 2023 603

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Bei einem diesfalls ermittelten und nicht zu beanstandenden Invalidenein-
kommen von Fr. 100'172.-- (act. II 55.5 S. 5, 55.7 S. 5, 175 S. 4 Ziff. 4) er-
gibt sich ein IV-Grad von gerundet 46 % ([Fr. 183'850.-- ./. Fr. 100'172.--] / 
Fr. 183'850.-- x 100; zur Rundung vgl. BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 
S. 123; SVR 2019 IV Nr. 61 S. 196, 8C_575/2018 E. 7.1; act. II 175 S. 4 
Ziff. 4, 189 S. 6).

4.4.2 Nach dem Ausgeführten ist die ab 1. November 2022 zugesproche-
ne ganze Rente (vgl. E. 4.3 hiervor) grundsätzlich per 1. März 2023 auf 
eine Viertelsrente herabzusetzen. Gemäss der höchstrichterlichen Recht-
sprechung sind jedoch bei Personen, deren Rente revisionsweise herabge-
setzt werden soll und das 55. Altersjahr zurückgelegt haben, praxisgemäss 
in der Regel vorgängig Massnahmen zur Eingliederung durchzuführen, bis 
sie in der Lage sind, das medizinisch-theoretisch (wieder) ausgewiesene 
Leistungspotenzial mittels Eigenanstrengung auszuschöpfen und erwerb-
lich zu verwerten (vgl. E. 2.6 hiervor). Der Beschwerdeführer mit Jahrgang 
… (act. II 3) war im zweiten Revisionszeitpunkt (vgl. E. 4.4 hiervor) bereits 
über 55 Jahre alt und es wurden von der Beschwerdegegnerin keine Ein-
gliederungsmassnahmen durchgeführt. In den Akten finden sich sodann 
keine Anhaltspunkte, wonach der Beschwerdeführer nicht eingliederungs-
willig ist. Dementsprechend ist ihm die ganze Rente bis zum Abschluss von 
der Beschwerdegegnerin noch anzubietenden bzw. durchzuführenden Ein-
gliederungsmassnahmen vorderhand weiterhin auszurichten.

5.

Was schliesslich die in der angefochtenen Verfügung 23. Juni 2023 ange-
ordnete Drittauszahlung von Fr. 5'340.-- an die Beigeladene für die Zeit von 
November 2022 bis Februar 2023 (act. II 189 S. 2) anbelangt, ist festzuhal-
ten, dass der Beschwerdeführer einer Drittauszahlung zugestimmt hat 
(act. II 134.4) und der Betrag von Fr. 5'340.-- grundsätzlich unbestritten und 
erstellt ist (vgl. Akten der Beigeladenen [act. III] 1). Der beschwerdeweise 
vorgenommenen Berechnung zum Beleg einer fehlenden Überentschädi-
gung (Beschwerde S. 7 Ziff. IV./3.) kann nicht gefolgt werden. Der Be-
schwerdeführer hatte nicht seinen gesamten Verdienst versichert, sondern 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Aug. 2025, IV 200 2023 603

-30-

einzig im Umfang, als ihm ein Taggeld von Fr. 60.-- zustand, d.h. bezoge-
nen auf einen Monat (30 Tage) Fr. 1'800.--, wie die Beigeladene zutreffend 
darlegt. Dort setzt die Beigeladene unter Hinweis auf Art. … ihrer Allgemei-
nen Versicherungsbedingungen (AVB) an, wonach die C.________ u.a. bei 
IV-Leistungen "nur den von diesen Versicherungen nicht gedeckten Teil der 
geschuldeten Leistungen" bezahlt. Durch die monatliche IV-Rentenzahlung 
von Fr. 2'390.-- bzw. Fr. 2'450.-- ist der gesamte durch das Krankentaggeld 
versicherte Betrag (monatlich Fr. 1'800.--) aber bereits durch die IV-
Leistung "gedeckt". Würde somit die Drittauszahlung verwehrt, erfolgte eine 
Überentschädigung. Die in der angefochtenen Verfügung angeordnete Drit-
tauszahlung lässt sich damit nicht beanstanden.

6.

Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 23. Juni 2023 
(act. II 189) betreffend die Zeit ab März 2023 in Gutheissung der Be-
schwerde vom 25. August 2023 aufzuheben und die Akten sind an die Be-
schwerdegegnerin zurückzuweisen zur Durchführung von befähigenden 
beruflichen Massnahmen im Sinne von Erwägung 4.4.2. Im Übrigen ist die 
Beschwerde abzuweisen. Die Androhung einer Schlechterstellung erübrigt 
sich, da bis zum Abschluss der beruflichen Massnahmen weiterhin die 
ganz Rente auszurichten ist (vgl. E. 4.4.2 hiervor).

7.

7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4), wobei das marginale Un-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Aug. 2025, IV 200 2023 603

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terliegen des Beschwerdeführers (Drittauszahlung) keine Kostenaufteilung 
rechtfertigt. Der vom Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss von 
Fr. 800.-- ist ihm nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils zurückzuerstatten.

7.2 Nach der Rechtsprechung hat die beschwerdeführende Partei bei 
teilweisem Obsiegen mindestens Anspruch auf eine reduzierte Parteien-
tschädigung (BGE 110 V 54 E. 3a S. 57; SVR 2003 EL Nr. 5 S. 13, P 71/00 
E. 4.1).

Entsprechend der angemessenen Kostennote von Rechtsanwältin 
B.________ vom 3. April 2025 wird die Parteientschädigung auf 
Fr. 4'234.25 festgesetzt (Honorar bis 31. Dezember 2023 von Fr. 2'800.-- 
bzw. ab 1. Januar 2024 von Fr. 1'050.-- zuzüglich Auslagen bis 
31. Dezember 2023 von Fr. 71.50 bzw. ab 1. Januar 2024 von Fr. 6.10 und 
Mehrwertsteuer [MWST] bis 31. Dezember 2023 von Fr. 221.10 bzw. ab 
1. Januar 2024 von Fr. 85.55). Das marginale Unterliegen (Drittauszahlung) 
rechtfertigt keine Reduktion, weshalb die Beschwerdegegnerin dem 
Beschwerdeführer diesen Betrag zu ersetzen hat. 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 23. Juni 2023 betreffend die Zeit ab März 2023 
aufgehoben und die Akten werden an die IV-Stelle Bern zurückgewie-
sen zur Durchführung von beruflichen Massnahmen im Sinne der Er-
wägung 4.4.2. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der vom Beschwerdeführer geleistete Kos-
tenvorschuss von Fr. 800.-- wird ihm nach Eintritt der Rechtskraft des 
Urteils zurückerstattet.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Aug. 2025, IV 200 2023 603

-32-

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 4'234.25 (inkl. Auslagen und MWST), zu 
ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern
- C.________
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.