# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e285d1e3-f001-5d6a-965a-b5b39694ea01
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-08-15
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 15.08.2011 D-4401/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4401-2011_2011-08-15.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung IV
D­4401/2011/sed

U r t e i l   v om     1 5 .   Augus t   2 0 1 1

Besetzung Einzelrichterin Contessina Theis (Vorsitz),
mit Zustimmung von Richter Thomas Wespi,  
Gerichtsschreiberin Bettina Schwarz.

Parteien A._______, geboren am (…),
Ghana, 
c/o Empfangs­ und Verfahrenszentrum (…), 
(…),  
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 2. August 2011  / N (…).

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass der Beschwerdeführer,  ethnischer B._______ aus Ghana,  eigenen 
Angaben zufolge sein Heimatland im November 2010 verliess und mit der 
Egypt Air nach C._______ flog, anschliessend nach einer Woche mit dem 
Boot nach D._______ reiste, dort für sieben bis acht Monate verblieb und 
er schliesslich am 12. Juli 2011 mit dem Zug in die Schweiz gelangte, wo 
er gleichentags um Asyl nachsuchte,

dass  er  anlässlich  der Kurzbefragung  im EVZ Kreuzlingen  vom 15.  Juli 
2011  sowie  der  Anhörung  vom  2.  August  2011  durch  das  BFM  zur 
Begründung des Asylgesuchs im Wesentlichen geltend machte, es sei in 
den  Jahren  2007  und  2008  zwischen  den  E._______  und  den  ihnen 
feindlich gesinnten F._______ zu einer bewaffneten Auseinandersetzung 
gekommen,

dass sein Vater Händler gewesen sei und von den F._______ beschuldigt 
worden sei, den E._______ Waffen verkauft zu haben,

dass er und die Mitglieder seiner damaligen Kernfamilie in der Folge von 
den F._______ bedroht und verfolgt worden seien,

dass deshalb sein älterer Bruder nach G._______ geflohen sei, wo er von 
den F._______ erschossen worden sei,

dass  im  Jahre  2009  sein  Vater  unter  dem  Verdacht,  illegalen 
Waffenhandel  betrieben  zu  haben,  von  den  ghanaischen 
Sicherheitskräften  mehrere  Tage  in  Untersuchungshaft  genommen 
worden sei,

dass sein Vater wenige Tage nach seiner Entlassung verstorben sei, 

dass  angesichts  der  Verfolgungssituation  seine  Mutter  und  zwei  seiner 
Schwestern nach H._______ ausgereist seien,

dass  auch  er  von  Seiten  der  F._______  in  I._______  höchst  gefährdet 
gewesen sei und er deshalb sein Heimatland habe verlassen müssen,

dass das BFM mit Verfügung vom 2. August 2011 – gleichentags eröffnet 
– in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a des Asylgesetzes vom 26. Juni 
1998  (AsylG,  SR 142.31)  auf  das  Asylgesuch  nicht  eintrat  und  die 
Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,

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dass das BFM zur Begründung des Nichteintretens auf das Asylgesuch 
zusammenfassend  festhielt,  der  Beschwerdeführer  habe  innert  48 
Stunden  nach  Gesuchseinreichung  ohne  entschuldbare  Gründe  keine 
Reise­  oder  Identitätspapiere  abgegeben  und  erfülle  die 
Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 und 7 AsylG nicht,

dass  der  Beschwerdeführer  einerseits  erklärt  habe,  er  habe  einen 
heimatstaatlichen Reisepass gehabt, dieser sei ihm aber bei der Ankunft 
in der J._______ vom begleitenden Schlepper abgenommen worden sei,

dass der Beschwerdeführer andererseits ausgesagt habe, er wisse nicht, 
welches  Ausstellungsdatum  im  Pass  vermerkt  worden  sei, 
demgegenüber   zu  einem  früheren  Zeitpunkt  angegeben  habe,  im 
Reisepass  sei  das  Ausstellungsjahr  2010  vermerkt,  er  könne  sich  aber 
nicht  daran  erinnern,  wie  lange  er  vor  seiner  Ausreise  aus  Ghana  den 
Reisepass erhalten habe, 

dass  er  bei  einem  weiteren  Gespräch  mitgeteilt  habe,  er  habe  den 
Reisepass bei seiner Ankunft  im Flughafen, von welchem aus er Ghana 
verlassen habe, erhalten, 

dass  aufgrund  dieser  ungereimten  Angaben  zu  seinem  Reisepass  von 
einer Schutzbehauptung auszugehen sei,

dass  es  dem  Beschwerdeführer  habe  bewusst  gewesen  sein  müssen, 
dass  er  sich  in  jedem  Gast  –  und  Asylland  rechtsgenüglich  zu 
identifizieren habe,

dass  demnach  keine  entschuldbaren  Gründe  vorliegen  würden,  die  es 
ihm  verunmöglicht  hätten,  dem  BFM  innerhalb  von  48  Stunden 
rechtsgenügliche Reise­ oder Identitätspapiere einzureichen,

dass  die  vom  Beschwerdeführer  vorgebrachten  Schilderungen 
substanzarm,  widersprüchlich  und  realitätsfremd  seien  und  diese  nicht 
geglaubt werden könnten,

dass  dennoch  festzustellen  sei,  dass  Übergriffe  durch  Dritte  oder 
Befürchtungen, künftig solchen ausgesetzt zu sein, nur dann asylrelevant 

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seien, wenn der Staat seiner Schutzpflicht nicht nachkomme oder nicht in 
der Lage sei, Schutz zu gewähren,

dass  generell  Schutz  gewährleistet  sei,  wenn  der  Staat  geeignete 
Massnahmen treffe, um die Verfolgung zu verhindern,

dass dem Beschwerdeführer diesbezüglich entgegenzuhalten sei, dass er 
bei  einer  allfälligen  Verfolgung  durch  Dritte  (F._______)  bei  seiner 
heimatlichen Polizei hätte um Schutz ersuchen können,

dass er dies aber nicht getan habe und es somit dem ghanaischen Staat 
schlichtweg  nicht  möglich  gewesen  sei,  seiner  Schutzpflicht 
nachzukommen  und  ihm  daher  kein  Versäumnis  vorgeworfen  werden 
könne,

dass  ihm  zudem  innerhalb  der Grenzen Ghanas  die  Realisierung  einer 
innerstaatlichen Aufenthaltsalternative (ausserhalb der Region I._______) 
zuzumuten gewesen wäre,

dass  gemäss  Art.  32  Abs.  2  Bst.  a  auf  das  Asylgesuch  somit  nicht 
einzutreten sei und der Vollzug der Wegweisung zulässig, zumutbar und 
möglich sei,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  9.  August  2011 
(Poststempel)  gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerde  erhob  und  dabei  beantragte,  es  sei  die  Verfügung  der 
Vorinstanz vollumfänglich aufzuheben und es sei die Sache zur Prüfung 
des Asylgesuches an die Vorinstanz zurückzuweisen,

dass  er  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes 
vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 
172.021) sowie um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 
ersuchte,

dass  er  als  Beilage  zwei  ghanaische  Polizeibestätigungen  sowie  zwei 
Internetartikel zu den Akten reichte,

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  10.  August  2011  per  Fax  beim 
Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

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dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  Art. 5  VwVG  des  BFM 
entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes 
vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist 
(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32 – 35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der 
Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  – sofern  sie  den 
Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet –  einer 
selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung 
aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz 
zurückweist  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass  indessen  im Falle  des Nichteintretens  auf  ein Asylgesuch gemäss 
Art.  32  Abs.  2  Bst.  a  AsylG  über  das  Nichtbestehen  der 
Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, soweit 
dies  im  Rahmen  einer  summarischen  Prüfung  möglich  ist  (vgl.  BVGE 
2007/8 insb. E. 5.6.5 S. 90 f.),

dass  dementsprechend  in  einem  diesbezüglichen  Beschwerdeverfahren 
ungeachtet  der  vorzunehmenden  Überprüfung  eines  formellen 

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Nichteintretensentscheides  auch  die  Flüchtlingseigenschaft 
Prozessgegenstand bildet (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73),

dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs 
materiell  prüft,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich 
volle Kognition zukommt,

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer  zweiten Richterin  entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG)  und  es 
sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt, 
weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist 
(Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass auf ein Asylgesuch nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende den 
Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs 
Reise­ oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG),

dass  diese  Bestimmung  jedoch  keine  Anwendung  findet,  wenn 
Asylsuchende  glaubhaft  machen  können,  sie  seien  dazu  aus 
entschuldbaren Gründen nicht  in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), 
auf Grund des Anhörung sowie gestützt auf Art.  3 und Art.  7 AsylG die 
Flüchtlingseigentschaft festgestellt wird (Art. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG) oder 
sich auf Grund der Anhörung erweist, dass zusätzliche Abklärungen zur 
Feststellung  der  Flüchtlingseigentschaft  oder  eines 
Wegweisungsvollzugshindernisses  nötig  sind  (Art.  32  Abs.  3  Bst.  c 
AsylG),

dass  in  der  Beschwerde  unbehelflicherweise  mit  der  Einreichung  des 
Polizeirapports  ein  weiterer  Grund  für  das  Nichteinreichen  des  Passes 
angeführt  wird  und  damit  die  Ungereimtheit  der  diesbezüglichen 
Aussagen des Beschwerdeführers verstärkt wird,

dass  zudem  im  eingereichten  Polizeirapport  vom  8.  August  2011 
ausgeführt wird, der Beschwerdeführer habe drei Tage zuvor den Verlust 
seines Passes gemeldet, was in zeitlicher Hinsicht nicht möglich ist,

dass  das BFM  in  der  angefochtenen Verfügung ausführlich  und  –  nach 
Prüfung der Akten auch aus der Sicht des Bundesverwaltungsgerichts – 

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überzeugend dargelegt hat, weshalb  für das Nichteinreichen von Reise­ 
oder Identitätspapieren keine entschuldbaren Gründe vorliegen,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  aufgrund  der  ungereimten 
Ausführungen  des Beschwerdeführers  sowie  der  gesamten Aktenlage – 
in  Übereinstimmung  mit  der  Vorinstanz­  davon  ausgeht,  er  habe  bei 
seiner Einreise  in die Schweiz authentische Identitäts­ und Reisepapiere 
besessen,  welche  er  jedoch  innert  48  Stunden  und  bis  heute  in 
Verletzung seiner gesetzlichen Mitwirkungspflicht (vgl. Art. 8 Abs. 1 Bst. b 
AsylG) den schweizerischen Behörde nicht aushändigte,

dass  mithin  zu  prüfen  bleibt,  ob  das  BFM  aufgrund  der  Anhörung  zu 
Recht die Flüchtlingseigenschaft verneint und zusätzliche Abklärungen zu 
deren  Feststellung  beziehungsweise  derjenigen  von 
Wegweisungsvollzugshindernissen  als  nicht  erforderlich  erachtet  hat,

dass das Gericht  der Vorinstanz Recht  gibt,  dass die Äusserungen des 
Beschwerdeführers unglaubhaft sind, 

dass  zudem  bei  Wahrunterstellung  des  vorgebrachten  Sachverhaltes 
auch  das  Bundesverwaltungsgericht  zum  Schluss  kommt,  der 
Beschwerdeführer hätte sich an die öffentlichen Sicherheitskräfte wenden 
können,

dass zur Vermeidung von Wiederholungen im Übrigen vollumfänglich auf 
die  zutreffenden  Erwägungen  in  der  angefochtenen  Verfügung  zu 
verweisen ist,

dass  die  weiteren  Ausführungen  und  die  mit  der  Beschwerde 
eingereichten  Internetartikel  an  diesem Ergebnis  offensichtlich  nichts  zu 
ändern  vermögen,  da  sie  sich  nach  einer  Überprüfung  im  Internet  als 
klare Fälschung herausstellen,

dass  somit  im  vorliegenden  Verfahren  aufgrund  der  Aktenlage  unter 
Verzicht  auf  zusätzliche  tatbeständliche  oder  rechtliche  Abklärungen  im 
Rahmen  einer  bloss  summarischen  Prüfung  der  eindeutige  Schluss 
gezogen  werden  kann,  dass  der  Beschwerdeführer  offensichtlich  die 
Flüchtlingseigenschaft  nicht  erfüllt,  und  einem  Vollzug  seiner 
Wegweisung  keine Hindernisse  entgegenstehen  (Art.  32 Abs.  3 Bstn.  b 
und c AsylG),

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dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a   AsylG 
zu  Recht  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  eingetreten 
ist,

dass bei dieser Sachlage der Rückweisungsantrag abzuweisen ist,

dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat 
(Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine 
Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung 
einer  solchen  besteht  (vgl.  EMARK 2001  Nr. 21),  weshalb  die  verfügte 
Wegweisung  im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und 
demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 
wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 
nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 
Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der 
strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl,  in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser 
[Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn 
völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der 
Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen 
Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),

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dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, 
da  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non­Refoulement  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im 
Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  von  Art. 3  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom 
4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und 
Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  ersichtlich  sind,  die  dem 
Beschwerdeführer im Heimatland droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 
erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer 
Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass weder die allgemeine Lage im Heimatstaat des Beschwerdeführers 
noch  individuelle  Gründe  auf  eine  konkrete  Gefährdung  im  Falle  einer 
Rückkehr  schliessen  lassen,  weshalb  der  Vollzug  der  Wegweisung 
vorliegend zumutbar ist,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  dem  Beschwerdeführer  in  den 
Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse 
bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei 
der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (vgl.  Art. 8  Abs. 4 
AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 ­ 515),

dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist,

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dass  sich  das  in  der  Beschwerde  gestellte  Rechtsbegehren  aufgrund 
vorstehender  Erwägungen  als  aussichtslos  erweist,  weshalb  der  Antrag 
auf  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  in  der  Hauptsache 
gegen­standslos wird,

dass  mit  dem  negativen  Entscheid  in  der  Hauptsache  der  prozessuale 
Antrag  auf  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  gegen­
standslos wird,

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.­ 
(Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Das Gesuch um Gewährung der  unentgeltlichen Rechtspflege  im Sinne 
von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen.

3.  
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­   werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

Contessina Theis Bettina Schwarz

Versand: