# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f62157be-7747-5817-92b4-afd43842855f
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-12-20
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 20.12.2023 460 2023 183 (460 23 183)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_460-2023-183_2023-12-20.pdf

## Full Text

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Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 

20. Dezember 2023 (460 23 183)  

____________________________________________________________________ 

 

Strafrecht  

 

 

Raub, etc.  

 

 

Besetzung Präsident Enrico Rosa, Richter Stephan Gass (Ref.),  

Richterin Helena Hess; Gerichtsschreiberin Melanie Zahnd 

 

Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft,  

Hauptabteilung Allgemeine Delikte,  

Grenzacherstrasse 8, Postfach, 4132 Muttenz,  

Anklagebehörde 

 

A.____,  

Privatklägerin 

 

B.____ AG, vertreten durch C.____,  

Privatklägerin 

  

gegen 

 

 D.____,  

zzt. Massnahmenzentrum E.____,  

vertreten durch Advokat Moritz Gall,  

Elisabethenstrasse 28, Postfach 425, 4010 Basel,  

Beschuldigter und Berufungskläger 

 

  

Gegenstand Raub etc. 

Berufung gegen das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 

4. Mai 2023 

 

 

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A. Mit Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft (Dreierkammer 6) vom 4. Mai 2023 

wurde der Beschuldigte des Raubes, des mehrfachen Diebstahls, des mehrfachen, teilweise ver-

suchten betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage sowie der mehrfachen Wi-

derhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz schuldig erklärt und zu einer Freiheitsstrafe von 

13 Monaten sowie teilweise als Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt 

vom 16. Juni 2021 zu einer Busse von Fr. 300.00 verurteilt. Zudem entschied die Vorinstanz, den 

Beschuldigten gemäss Art. 60 StGB in eine geeignete Einrichtung für eine stationäre Suchtbe-

handlung einzuweisen, und schob den Vollzug der ausgesprochenen Freiheitsstrafe in Anwen-

dung von Art. 57 Abs. 2 StGB auf. Darüber hinaus ordnete sie eine ambulante psychotherapeu-

tische Behandlung des Beschuldigten im Sinne von Art. 63 StGB an. Sie sprach eine obligatori-

sche Landesverweisung von fünf Jahren Dauer aus. Sie entschied ferner, dass dem Beschuldig-

ten nach Rechtskraft des Urteils sein Mobiltelefon Samsung, sein Kapuzenpullover "The Bulldog", 

seine schwarze Jacke sowie sein dunkelblaues Baseballcap auszuhändigen seien. Indessen ord-

nete sie die Einziehung und die Vernichtung des beschlagnahmten Küchenmessers sowie des 

beschlagnahmten Mobiltelefons "Wiko" an. Der Beschuldigte wurde dazu verurteilt, an A.____ 

Schadenersatz in Höhe von Fr. 296.75 sowie eine Genugtuung in Höhe von Fr. 500.00, jeweils 

zuzüglich 5 % Zins seit dem 14. Mai 2022, zu bezahlen. Hinsichtlich der B.____ AG wurde der 

Beschuldigte zur Zahlung von Schadenersatz in Höhe von Fr. 2'645.00 verpflichtet. Dem Beschul-

digten wurden die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens in Höhe von Fr. 30'309.50 auferlegt 

und seinem amtlichen Verteidiger wurde eine Entschädigung in Höhe von Fr. 15'309.20 (inkl. 

Auslagen und Mehrwertsteuer) zugesprochen. Der Beschuldigte wurde zur Rückerstattung die-

ses Betrags verpflichtet, sobald es seine finanziellen Verhältnisse erlauben.  

 

B. Nach Ergehen des erstinstanzlichen Urteils begehrte der Beschuldigte die Verlegung 

in den vorzeitigen Massnahmenvollzug, wobei er am 12. Juni 2023 in das Massnahmezentrum 

E.____ eintrat.  

 

C. Mit Eingabe vom 30. August 2023 erklärte der Beschuldigte gegen das Urteil des 

Strafgerichts die Berufung und stellte die Anträge, es sei Ziffer 2 des vorinstanzlichen Urteils 

aufzuheben und es sei auf die Anordnung einer stationären Massnahme in Verbindung mit einer 

ambulanten psychotherapeutischen Behandlung zu verzichten, es sei Ziffer 3 des vorinstanzli-

chen Urteils aufzuheben und es sei auf die Anordnung einer Landesverweisung zu verzichten, es 

sei ihm eine angemessene Frist zur Berufungsbegründung anzusetzen sowie es sei ihm für das 

zweitinstanzliche Verfahren die amtliche Verteidigung zu bewilligen; dies unter ordentlicher und 

ausserordentlicher Kostenfolge.  

 

D. Die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft sowie die Privatkläger verzichteten darauf, 

einen Antrag auf Nichteintreten zu stellen oder Anschlussberufung zu erheben.  

 

E. Mit Verfügung vom 3. Oktober 2023 wurden die Parteien ohne weiteren Schriften-

wechsel zur kantonsgerichtlichen Berufungsverhandlung geladen. Der Beschuldigte sowie die 

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Staatsanwaltschaft wurden verpflichtet, persönlich vor der strafrechtlichen Abteilung des Kan-

tonsgerichts Basel-Landschaft zu erscheinen. Der Privatklägerschaft wurde die Teilnahme an der 

Berufungsverhandlung ins freie Ermessen gestellt.  

 

F. Das Kantonsgericht holte am 14. Dezember 2023 telefonisch Auskünfte hinsichtlich 

des aktuellen Verlaufs der vom Beschuldigten vorzeitig angetretenen Massnahme ein und wurde 

dahingehend informiert, dass im gegenwärtigen Zeitpunkt noch keine Verlaufs- oder Therapiebe-

richte vorhanden seien, es demgegenüber aber auch zu keinen Disziplinarmassnahmen gekom-

men sei.  

 

G. Am 20. Dezember 2023 fand die Berufungsverhandlung unter Anwesenheit des Be-

schuldigten und seines amtlichen Verteidigers, Advokat Moritz Gall, sowie der Staatsanwaltschaft 

Basel-Landschaft satt. Der Beschuldigte erklärte anlässlich der Berufungsverhandlung in Bezug 

auf die gegen ihn ausgesprochene obligatorische Landesverweisung den Rückzug seiner Beru-

fung. 

 

 

Erwägungen 

 

I. Formelles  

1. Die Zuständigkeit der Dreierkammer des Kantonsgerichts, Abteilung Strafrecht, als 

Rechtsmittelinstanz zur Beurteilung der vorliegenden Berufung ergibt sich aus Art. 21 Abs. 1 lit. a 

StPO sowie aus § 15 Abs. 1 lit. a EG StPO. Nach Art. 398 Abs. 1 StPO ist die Berufung zulässig 

gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit denen das Verfahren ganz oder teilweise abge-

schlossen worden ist. Gemäss Art. 398 Abs. 3 StPO können mit der Berufung gerügt werden: 

Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, Rechtsver-

weigerung und Rechtsverzögerung (lit. a), die unvollständige oder unrichtige Feststellung des 

Sachverhaltes (lit. b) sowie Unangemessenheit (lit. c), wobei das Berufungsgericht das Urteil in 

allen angefochtenen Punkten umfassend überprüfen kann (Art. 398 Abs. 2 StPO). Nach Art. 399 

Abs. 1 und Abs. 3 StPO ist zunächst die Berufung dem erstinstanzlichen Gericht innert zehn Ta-

gen seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder mündlich anzumelden und danach dem Berufungs-

gericht innert 20 Tagen seit der Zustellung des begründeten Urteils eine schriftliche Berufungs-

erklärung einzureichen. Die Legitimation der beschuldigten Person ergibt sich aus Art. 382 Abs. 1 

StPO. Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochtenen Punk-

ten (Art. 404 Abs. 1 StPO).  

2. Nachdem das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 4. Mai 2023 ein taugli-

ches Anfechtungsobjekt darstellt, der Beschuldigte zur Erhebung eines Rechtsmittels legitimiert 

ist, zulässige Rügen erhebt, die Rechtsmittelfristen gewahrt hat sowie seiner Erklärungspflicht 

nachgekommen ist, ist auf die Berufung einzutreten. Gestützt auf die mit Berufungserklärung ein-

gereichten Anträge des Beschuldigten sowie den von ihm anlässlich der kantonsgerichtlichen 

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Berufungsverhandlung erklärten Rückzug im Hinblick auf die gegen ihn ausgesprochene obliga-

torische Landesverweisung stehen vorliegend einzig noch die gegen ihn angeordneten therapeu-

tischen Massnahmen zur Disposition. Demgegenüber sind die übrigen Punkte des erstinstanzli-

chen Urteils in Rechtskraft erwachsen und nicht mehr zu überprüfen.   

 

II. Materielles  

1. Anträge der Parteien 

1.1. Vorinstanz 

Das Strafgericht ordnete gegenüber dem Beschuldigten eine stationäre Suchtbehandlung ge-

mäss Art. 60 StGB sowie eine ambulante therapeutische Massnahme nach Art. 63 StGB an, 

wobei es auf das forensisch-psychiatrische Gutachten von Dr. med. F.____ vom 5. September 

2022 abstellte. Zur Begründung führten die Vorderrichter im Wesentlichen aus, der Beschuldigte 

habe im Tatzeitpunkt der von ihm ausgeübten Delikte unter einer Abhängigkeit von Kokain gelit-

ten. Bei den von ihm begangenen Taten habe es sich um Fälle sog. "Beschaffungskriminalität" 

gehandelt, womit der notwendige Zusammenhang zwischen der Erkrankung des Beschuldigten 

und seinen Straftaten als erstellt anzusehen sei. Der Beschuldigte sei aufgrund seiner Suchter-

krankung offensichtlich behandlungsbedürftig. Die von ihm begangenen Straftaten stünden mit 

dessen Erkrankung in einem Zusammenhang und es könne davon ausgegangen werden, dass 

durch eine Behandlung das Risiko für weiteres delinquentes Verhalten gesenkt werden könne. 

Schliesslich erscheine die angeordnete Massnahme aufgrund der Schwere der von ihm began-

genen Delikte auch verhältnismässig. Beim Beschuldigten sei zusätzlich eine passiv-aggressive 

Persönlichkeitsstörung diagnostiziert worden. Auch wenn aus den Erwägungen des Experten 

nicht eindeutig hervorgehe, inwiefern die von ihm begangenen Taten von der genannten Störung 

beeinflusst worden seien, halte das forensisch-psychiatrische Gutachten fest, dass er einer "mul-

timodalen Behandlung" bedürfe, die über eine reine Suchtbehandlung hinausgehe. Die Persön-

lichkeitsstörung und die Betäubungsmittelabhängigkeit könnten nicht auseinandergehalten wer-

den. Insbesondere habe die Persönlichkeitsstörung dazu beigetragen, dass der Beschuldigte in 

der Vergangenheit nicht von Massnahmen habe profitieren können. Insofern bestehe zwischen 

der Persönlichkeitsstörung und den vom Beschuldigten begangenen Taten zumindest ein mittel-

barer Zusammenhang. Da sich die Betäubungsmittelabhängigkeit des Beschuldigten und die Per-

sönlichkeitsstörung nicht voneinander trennen liessen, sei auch Letztere behandlungsbedürftig. 

Ohne deren Behandlung seien die Erfolgschancen der Suchttherapie getrübt und das Risiko, 

dass er erneut ähnliche Taten begehen werde, bleibe hoch. Angesichts dieser Umstände er-

scheine die Anordnung einer ambulanten Therapie ebenfalls verhältnismässig.  

 

1.2. Beschuldigter  

Der Beschuldigte macht vor Schranken zunächst das Fehlen der Voraussetzungen für die Anord-

nung einer ambulanten Therapie geltend und bringt vor, dass die bei ihm diagnostizierte Störung 

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nicht als "schwer" im Sinne von Art. 63 StGB angesehen werden könne. Die Diagnose der passiv-

aggressiven Persönlichkeitsstörung falle unter die ICD-Kodifizierung sonstiger spezifischer Per-

sönlichkeitsstörungen, wobei darunter auch Störungen wie "haltlos" oder "unreif" subsumiert wür-

den. Es handle sich mithin um Erkrankungen von lediglich niederschwelliger Tragweite, womit 

das im Sinne von Art. 63 StGB geforderte Kriterium der schweren psychischen Störung nicht 

erfüllt sei. Er rügt im Weiteren eine fehlende Kausalität zwischen den von ihm begangenen Taten 

und der bei ihm diagnostizierten Persönlichkeitsstörung und bezeichnet die gutachterlichen Aus-

führungen in dieser Hinsicht als unzureichend. Im Weiteren argumentiert er, dass auch die  

Voraussetzungen für eine stationäre Suchttherapie nicht (mehr) vorliegen würden. Er lebe unter-

dessen seit mehr als einem Jahr abstinent. Bei einer Drogenabhängigkeit sei immer entschei-

dend, wie sich der Betroffene in Freiheit bewähre, wo der Zugang zu Betäubungsmittel einfacher 

sei als in einem geschützten Rahmen. Ein stationäres Setting sei in dieser Hinsicht somit nicht 

zielführend bzw. es gehe nun darum, dass er sich in Freiheit beweisen könne. Insofern erachtet 

er die Anordnung bzw. Weiterführung der stationären Suchtbehandlung nicht mehr als notwendig.   

 

1.3. Staatsanwaltschaft  

Die Staatsanwaltschaft führt vor Schranken aus, es könne vollends auf das forensisch-psychiat-

rische Gutachten abgestellt werden, welches sich klar für eine stationäre Behandlung ausspre-

che. Es spiele keine Rolle, ob die diagnostizierte Persönlichkeitsstörung im Gutachten ausdrück-

lich als "schwer" bezeichnet werde oder nicht. Dies ergebe sich bereits aus dem Umstand, dass 

der Sachverständige für deren Behandlung zunächst eine stationäre Therapie gemäss Art. 59 

StGB empfohlen habe. Es sei wichtig, die Suchtbehandlung und die Therapie der psychischen 

Störung gemeinsam anzugehen, um eine ganzheitliche Heilung zu fördern.  

 

2. Rechtliches  

2.1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 StGB ist eine Massnahme anzuordnen, wenn eine Strafe allein 

nicht geeignet ist, der Gefahr weiterer Straftaten des Täters zu begegnen (lit. a), wenn ein Be-

handlungsbedürfnis des Täters besteht oder die öffentliche Sicherheit dies erfordert (lit. b) und 

wenn die Voraussetzungen von Art. 59 bis 61, 63 oder 64 StGB erfüllt sind (lit. c). Die Anordnung 

einer Massnahme setzt voraus, dass der mit ihr verbundene Eingriff in die Persönlichkeitsrechte 

des Täters im Hinblick auf die Wahrscheinlichkeit und Schwere weiterer Straftaten nicht unver-

hältnismässig ist (Art. 56 Abs. 2 StGB). Der Verhältnismässigkeitsgrundsatz umfasst drei Teilas-

pekte. Die Massnahme muss zum einen notwendig sein. Darüber hinaus muss sie geeignet sein, 

um beim Betroffenen die Legalprognose zu verbessern. Schliesslich muss eine vernünftige Re-

lation bestehen zwischen dem Eingriff und dem angestrebten Ziel bestehen (Verhältnismässigkeit 

im engeren Sinne; siehe zum Ganzen: Heer, in: Basler Kommentar, Strafrecht, 4. Aufl 2019, N. 35 

zu Art. 56 StGB). Sind mehrere Massnahmen in gleicher Weise geeignet, ist aber nur eine not-

wendig, so ordnet das Gericht diejenige an, die den Täter am wenigsten beschwert (Art. 56a 

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Abs. 1 StGB). Sind mehrere Massnahmen notwendig, so kann das Gericht diese zusammen an-

ordnen (Art. 56a Abs. 2 StGB).  

2.2. Ist der Täter von Suchtstoffen oder in anderer Weise abhängig, kann das Gericht nach 

Art. 60 Abs. 1 StGB eine stationäre Behandlung anordnen, wenn der Täter ein Verbrechen oder 

ein Vergehen begangen hat, das mit seiner Abhängigkeit in Zusammenhang steht (lit. a), und zu 

erwarten ist, dadurch lasse sich der Gefahr weiterer mit der Abhängigkeit in Zusammenhang ste-

hender Taten begegnen (lit. b). Die Tatsache, dass ein Täter seine Straftat in alkoholisiertem 

Zustand, unter dem Einfluss von Drogen, Arzneimitteln oder anderen Suchtstoffen begangen hat, 

vermag für sich eine Massnahme nach Art. 60 StGB nicht zu begründen. Vielmehr muss er ab-

hängig sein. Eine entsprechende Diagnose lässt sich zumeist mit Blick auf die deutlich erkenn-

baren körperlichen, seelischen und sozialen Konsequenzen relativ leicht stellen. Anderseits ist in 

sehr vielen Fällen eine differenzierte Beurteilung angezeigt. Häufig bestehen neben der Sucht-

problematik andere Krankheiten (Komorbidität), die bei einer Behandlung im Vordergrund stehen 

können. Eine Drogenabhängigkeit wird oft in Kombination mit anderen psychischen Störungen, 

nicht zuletzt auch mit Persönlichkeitsstörungen, gesehen, wobei in solchen Fällen eine stationäre 

Unterbringung nach Art. 59 StGB naheliegend sein kann. Es ist dabei indessen besonders darauf 

zu achten, dass die Persönlichkeitsstörung schwer und insbesondere dauernd zu sein hat 

(Heer/Habermeyer, Basler Kommentar, Strafrecht, 4. Aufl. 2019, N. 23 zu Art. 60 StGB). Um eine 

stationäre Suchtbehandlung anordnen zu können, muss die Straftat in einem ursächlichen Zu-

sammenhang zur Abhängigkeit stehen, wobei in der Praxis daran keine allzu grossen Anforde-

rungen gestellt werden. Die Straftat muss nicht im akuten Rauschzustand oder unter direktem 

Einfluss von Drogen oder Medikamenten begangen worden sein. In der Praxis werden hier nicht 

allzu strenge Anforderungen an dieses Erfordernis gestellt. Ein indirekter symptomatischer Zu-

sammenhang genügt bereits. Im Rahmen einer Drogenabhängigkeit ist dabei vordergründig auch 

an sog. "Beschaffungskriminalität" zu denken (Heer/Habermeyer, a.a.O., N. 35 zu Art. 60 StGB).  

2.3. Im Falle einer schweren psychischen Störung kann das Gericht eine stationäre oder 

eine ambulante Therapie anordnen (Art. 59 und Art. 63 StGB). Voraussetzung für die Anordnung 

einer ambulanten Behandlung ist, dass der Täter eine mit Strafe bedrohte Tat verübt hat, die mit 

seinem Zustand in Zusammenhang steht; und darüber hinaus zu erwarten ist, dadurch lasse sich 

der Gefahr weiterer mit dem Zustand des Täters in Zusammenhang stehender Taten begegnen 

(Art. 63 Abs. 1 lit. a und b StGB). Der Begriff der schweren psychischen Störung gemäss Art. 63 

Abs. 1 StGB deckt sich mit jenem gemäss Art. 59 Abs. 1 StGB. Die erforderliche Schwere ist also 

nicht – entsprechend der geringeren Eingriffsintensität der ambulanten Massnahme – herabzu-

setzen. Dabei sind einzig psychopathologische Zustände von einer gewissen Ausprägung oder 

relativ schwerwiegende Arten und Formen geistiger Erkrankungen im medizinischen Sinne als 

ausreichend zu erachten. Eine nur mässig ausgeprägte Störung erfüllt die Voraussetzungen nicht 

(BGE 146 IV 1 E. 3.5.2 mit Hinweisen; BGer 6B_1163/2018 vom 14. Dezember 2018 E. 2.4.1 mit 

Hinweisen). Eine nach IDC oder DMS kodierte Diagnose führt wegen des (mit Blick auf die Zwe-

cke der Klassifikationssysteme) dort sehr weit angelegten Störungsbegriffs nicht ohne Weiteres 

dazu, dass von einer schweren psychischen Störung im Sinne der Bestimmung auszugehen 

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wäre. Umgekehrt kann aber eine solche Störung auch unabhängig von einem operationalisierten 

Diagnosesystem nach wissenschaftlichen Massstäben diagnostiziert werden (BGE 146 IV 1 

E. 3.5.5 mit Hinweisen). Die diagnostischen Erhebungen sind in jedem Fall in Bezug zur Delin-

quenz zu setzen. Die Schwere der psychischen Störung entspricht im Prinzip dem Ausmass, in 

welchem sich die Störung in der Tat spiegelt (Deliktrelevanz). Die Störung muss (gegebenenfalls 

im Zusammenwirken mit weiteren "kriminogenen" Faktoren) als vorherrschende Ursache der De-

linquenz erscheinen. Es muss also ein symptomatischer Zusammenhang, d.h. eine Kausalität, 

zwischen psychischer Störung einerseits sowie Anlasstat und zu befürchtenden künftigen Straf-

taten bestehen. Nur soweit sich die diagnostizierte Störung im strafbaren Verhalten und der Ge-

fahr ihrer Wiederholung manifestiert, kann sich das Ziel der therapeutischen Massnahme – die 

Reduktion des Rückfallrisikos – verwirklichen (BGE 146 IV 1 E. 3.5.3 sowie 3.5.6 mit Hinweisen; 

Heer/Habermeyer, a.a.O., N. 47 zu Art. 59 StGB). Delinquiert ein Täter aus Gründen, die mit 

seiner psychischen Abnormität nichts zu tun haben, kann seine Tat nicht die Anordnung einer 

Massnahme nach sich ziehen. Die Tat muss vielmehr unmittelbare Folge des abnormen Geistes-

zustands sein; es genügt aber auch ein mittelbarer Zusammenhang der Art, dass ein Täter etwa 

durch ein gestörtes Verhalten immer wieder in kriminogene Situationen gerät. Ein nicht-kausales, 

schlichtes Begünstigen der Anlasstat reicht indessen nicht aus. Fehlt es an der Konnexität zwi-

schen psychischer Störung und Delinquenz, ist auch die erforderliche Wiederholungsgefahr zu 

verneinen (Heer/Habermeyer, a.a.O., N. 47 ff. zu Art. 59 StGB Stratenwerth/Bommer, Schweize-

risches Strafrecht, Allgemeiner Teil II: Strafen und Massnahmen, 3. Aufl. 2020, § 8 N. 11 ff.).  

2.4. Das Gericht stützt sich bei seinem Entscheid über die Anordnung einer Behandlung 

von psychischen Störungen oder einer Suchtbehandlung auf eine sachverständige Begutach-

tung, die sich u.a. über die Notwendigkeit und die Erfolgsaussichten einer Behandlung des Tä-

ters, die Art und die Wahrscheinlichkeit weiterer möglicher Straftaten und die Möglichkeiten des 

Vollzugs der Massnahme äussert (Art. 56 Abs. 3 StGB, Art. 182 StPO). Das Gericht würdigt das 

Gutachten grundsätzlich frei (Art. 10 Abs. 2 StPO). In Fachfragen darf es davon indessen nicht 

ohne triftige Gründe abweichen und Abweichungen müssen begründet werden. Auf der anderen 

Seite kann das Abstellen auf eine nicht schlüssige Expertise bzw. der Verzicht auf die gebotenen 

zusätzlichen Beweiserhebungen gegen das Verbot willkürlicher Beweiswürdigung (Art. 9 BV) 

verstossen (zum Ganzen: BGE 146 IV 114 E. 2.1; BGE 142 IV 49 E. 2.1.3; BGE 141 IV 369 

E. 6.1). Die Doktrin geht davon aus, dass der psychische Sachverständige über einen ausrei-

chenden Erfahrungshintergrund verfügt, um über den Krankheitswert und die Auswirkung einer 

psychischen Störung zu befinden, sodass die Gerichte in die Lage versetzt sind, über die rechtli-

che Relevanz der Störung zu entscheiden. Juristischer Natur ist indessen die Frage der rechtli-

chen Relevanz der medizinischen Diagnose. Die Beurteilung, ob eine vom Sachverständigen di-

agnostizierte psychische Störung als schwer im Sinne von Art. 59 Abs. 1 StGB bzw. Art. 63 Abs. 1 

StGB zu qualifizieren ist, obliegt daher dem Gericht (BGer 6B_1163/2018 vom 14. Dezember 

2018 E. 2.4.2 mit Hinweisen). Gleiches hat für die Frage zu gelten, ob zwischen den Anlasstaten 

und den diagnostizierten Erkrankungen ein im rechtlichen Sinne ausreichender Sachzusammen-

hang besteht.  

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3. Beurteilung  

3.1. Anlasstaten  

Am 14. Mai 2022 um ca. 22:00 Uhr beging der Beschuldigte im Tankstellenshop an der 

X.____strasse in Y.____ einen Raub. Er gab zunächst vor, eine Coca Cola Dose bezahlen zu 

wollen. Nachdem die Kassiererin A.____ die Kasse geöffnet hatte, rannte er um die Verlaufstheke 

herum und begab sich zum Kassenbereich, wobei er A.____ dabei mit der linken Hand wegstiess. 

In der rechten Hand hielt er gleichzeitig ein Küchenmesser, welches er mit ausgestreckter Hand 

in drohender Weise gegen die Verkäuferin richtete. Im Anschluss nahm der Beschuldigte in un-

rechtmässiger Bereicherungsabsicht das sich in der Kasse befindliche Bargeld in Höhe von 

Fr. 2'645.00 an sich und verliess den Laden mitsamt dem Deliktsgut via Haupteingang.  

Im Weiteren machte sich der Beschuldigte des mehrfachen Diebstahls sowie des mehrfachen 

betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage schuldig, indem er sich zunächst 

zwischen dem 28. Oktober 2021 und dem 3. November 2021 Zutritt zu den Geschäftsräumlich-

keiten seines damaligen Arbeitgebers G.____ AG in Basel verschaffte, wo er in unrechtmässiger 

Bereicherungsabsicht Bargeld in Höhe von rund Fr. 3'000.00 sowie eine Mastercard und eine 

Visa-Debitkarte entwendete. Mit den genannten Karten bezog er in der Folge am 3. und 4. No-

vember 2021 an diversen Bancomaten Bargeld in Höhe von gesamthaft Fr. 5'900.00. Am 30. No-

vember 2021 verschaffte sich der Beschuldigte erneut Zugang zu den Räumlichkeiten der G.____ 

AG und entwendete mehrere EDV-Geräte sowie diverse weitere Gegenstände im Gesamtwert 

von rund Fr. 10'700.00. Der Beschuldigte hat damit ohne Zweifel Anlasstaten von der erforderli-

chen Schwere begangen, um eine Massnahme gemäss Art. 59 ff. StGB anordnen zu können.  

 

3.2. Stationäre Suchtbehandlung nach Art. 60 StGB 

3.2.1. Zur Beurteilung steht zunächst die erstinstanzliche Anordnung einer stationären 

Suchttherapie nach Art. 60 StGB. Über den Beschuldigten wurde am 5. September 2022 ein 

forensisch-psychiatrisches Gutachten durch Dr. med. F.____, forensischer Psychiater und Psy-

chotherapeut FMH, erstellt (act. 133 ff.). Das Strafgericht hat sich mit den im Blick auf die Anord-

nung einer stationären Suchttherapie gemäss Art. 60 StGB ohne Weiteres nachvollziehbaren wie 

auch schlüssigen gutachterlichen Erwägungen umfassend auseinandergesetzt und diese zutref-

fend gewürdigt, weshalb im Wesentlichen auf die vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen wer-

den kann (Art. 82 Abs. 4 StPO; vorinstanzliches Urteil, S. 12 ff.).  

3.2.2. Der Beschuldigte hat sich im Zuge des aktuellen Strafverfahrens immer mehr von 

seinen ursprünglichen Äusserungen, wonach er über eine gespaltene Persönlichkeit verfüge und 

sein anderes "Ich" die Taten begangen habe, distanziert. Anlässlich der Berufungsverhandlung 

vor Kantonsgericht führte er in dieser Hinsicht aus, damals "Geschichten erfunden" zu haben 

(Protokoll KG, S. 6). Die gutachterlichen Schlussfolgerungen, welche die Diagnose einer sog. 

dissoziativen Identitätsstörung bzw. multiplen Persönlichkeit verwerfen (act. 265 ff.), sind somit 

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nicht zu beanstanden. Der Beschuldigte bestreitet sodann nicht, im Zeitpunkt der Taten von Be-

täubungsmitteln – konkret: Kokain – abhängig gewesen zu sein. Im Zuge der kantonsgerichtli-

chen Berufungsverhandlung benannte er als Ursache für seine Taten denn auch selber seinen 

damaligen Drogenkonsum (Protokoll KG, S. 6). Diese Äusserungen befinden sich im Einklang mit 

dem forensisch-psychiatrischen Gutachten, welches dem Beschuldigten eine im Tatzeitpunkt be-

stehende Abhängigkeit von Kokain nach ICD-10 F. 13.2 attestiert und ausführt, dass es sich bei 

den von ihm begangenen Delikten um Fälle von sog. "Beschaffungskriminalität" gehandelt habe 

(act. 261, 271). Die Taten des Beschuldigten stehen damit mit seiner Sucht in einem direkten 

Zusammenhang, womit der erforderliche Konnex zwischen seinem delinquenten Verhalten und 

seiner Betäubungsmittelabhängigkeit als gegeben erscheint.  

3.2.3. Der Beschuldigte macht im Rahmen der kantonsgerichtlichen Berufungsverhandlung 

keine expliziten Ausführungen zur Frage des Rückfallrisikos. Es kann in diesem Zusammenhang 

indes vollumfänglich auf die Aussagen des Sachverständigen abgestützt werden, welche das 

Kantonsgericht als zutreffend erachtet. Gemäss den Erwägungen von Dr. med. F.____ ist die 

Rückfallgefahr beim Beschuldigten als relativ hoch einzustufen, wobei bei ihm in erster Linie er-

neut Straftaten zu erwarten sind, welche mit dem Konsum von Betäubungsmitteln in Zusammen-

hang stehen (act. 279). Nachdem der Beschuldigte grundsätzlich behandlungswillig erscheint, 

kann sodann davon ausgegangen werden, dass durch die Anordnung einer stationären Suchtbe-

handlung die Gefahr weiterer mit seiner Abhängigkeit in Zusammenhang stehenden Taten ge-

senkt werden kann. 

3.2.4. Der Beschuldigte rügt vor Kantonsgericht hauptsächlich die fehlende Verhältnismäs-

sigkeit der Massnahme und bringt vor, er habe während der Haft die Kraft gefunden, "nein" zu 

den Drogen zu sagen. Seither lebe er von Betäubungsmitteln abstinent. Soweit er indessen vor 

diesem Hintergrund geltend macht, nicht mehr auf eine Suchtmitteltherapie angewiesen zu sein, 

vermag dies mit Blick auf die gutachterlichen Depositionen sowie seinen bisherigen Werdegang 

nicht zu überzeugen. So ergeht aus den Akten, dass sich der Beschuldigte wiederholt in Entzugs-

kliniken begeben hat, er während den Behandlungen indessen immer wieder rückfällig geworden 

ist. Ein erstes Mal nahm er während seines Aufenthalts in der Klinik H.____ vom 18. Februar 

2020 bis zum 4. März 2020 eine Ausnüchterung von Kokain vor, welche sich im damaligen Zeit-

punkt zunächst komplikationslos darstellte. Dennoch griff er nach seiner Entlassung wieder zu 

Kokain, worauf erneut mehrere erfolglose Drogenentwöhnungen erfolgten. Zuletzt begab er sich 

vom 17. Februar 2022 bis zum 4. Mai 2022 für einen stationären Drogenentzug in die Klinik I.____ 

in Y.____. Gemäss Austrittsbericht vom 17. Juni 2022 versuchte der Beschuldigte zunächst zu 

Hause, einen Entzug zu machen, was allerdings nicht gelang. Da er bei seinen vorherigen Auf-

enthalten im Entzug (vom 8. November 2021 bis zum 13. November 2021 sowie vom 8. Dezem-

ber 2021 bis zum 14. Dezember 2021) die Behandlung jeweils kurzfristig und wortlos abgebro-

chen hatte, wurde er vor dem Eintritt in die Klinik I.____ zu einem Vorgespräch eingeladen, um 

seine Behandlungsmotivation zu klären. Der Beschuldigte trat darauf nach erfolgter Entzugsbe-

handlung in die Entwöhnungsabteilung über und zeigte sich motiviert, sich mit seiner Sucht aus-

einanderzusetzen, wobei er zunächst auch vermeintliche Therapieerfolge erzielte. Am 5. April 

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Seite 10  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

2022 verschwand er allerdings plötzlich, wobei die damalige Partnerin des Beschuldigten die Kli-

nik am Folgetag darüber informierte, dass er sich nach einem Rückfall mit Kokain zu Hause be-

finde. Der Beschuldigte kehrte in der Folge in die Klinik I.____ zurück und setzte seine Therapie 

fort, wobei er sich kurz darauf erneut entschied, die Behandlung abzubrechen und wiederum 

Kokain zu konsumieren. Nach diesem Rückfall trat er am 25. April 2022 ein weiteres Mal in die 

Klinik I.____ ein, wobei er diese am 4. Mai 2022 erneut verliess und wieder rückfällig wurde. Im 

Austrittsbericht der Klinik I.____ vom 17. Juni 2022 wurde dem Beschuldigten folglich eine "eher 

sehr ungünstige Prognose" gestellt und es wurde ihm empfohlen, sich um eine stationäre Thera-

pie zu bemühen (act. 213 ff.).  

3.2.5. Vor dem Hintergrund der zahlreichen erfolglosen Behandlungsversuche des Beschul-

digten erläutert der Gutachter schlüssig, dass dieser zwar grundsätzlich behandlungswillig er-

scheine, er es aber bis anhin nicht geschafft habe, sich längere Zeit der notwendigen Behandlung 

zu unterziehen. Entsprechend schlussfolgert der Experte, es komme aufgrund der Vorgeschichte 

des Beschuldigten nur eine stationäre Therapie in Betracht. Eine ambulante Therapie würde sich 

demgegenüber als nicht genug intensiv erweisen (act. 283; act. S 111). Dem ist beizupflichten. 

Entgegen der Auffassung des Beschuldigten ist sodann nicht davon auszugehen, dass seine 

Drogenabstinenz seit seiner Inhaftierung am 17. Mai 2022 dazu geführt hat, dass keine weitere 

Behandlung mehr nötig wäre. So liess sich Dr. med. F.____ anlässlich der vorinstanzlichen 

Hauptverhandlung in dieser Hinsicht vernehmen, dass beim Störungsbild des Beschuldigten ein 

Jahr Abstinenz keine Gewähr biete. Die Rückfallgefahr wurde von ihm im Zeitpunkt der erstin-

stanzlichen Hauptverhandlung vom 3./4. Mai 2023 daher nicht als geringer beurteilt als im Zeit-

punkt der Erstellung des Gutachtens. Der Sachverständige erachtete vor den Schranken des 

Strafgerichts eine stationäre Drogentherapie begleitend mit einer ambulanten Psychotherapie als 

einen gangbaren Weg, wobei er den notwendigen Zeithorizont der Behandlung auf "unter 5 Jah-

ren, eher drei Jahre oder weniger" veranschlagte (act. S 115). Diese Angaben erweisen sich als 

nachvollziehbar sowie überzeugend. Es kann als gerichtsnotorisch angesehen werden, dass eine 

Suchtmittelabhängigkeit mit dem körperlichen Entzug, der sich relativ schnell durchführen lässt, 

noch längst nicht beseitigt erscheint, weshalb sich trotz Abstinenz der betroffenen Person zum 

Zeitpunkt des Urteils eine Massnahme als notwendig erweisen kann (siehe hierzu auch Heer/Ha-

bermeyer, a.a.O., N. 27 zu Art. 60 StGB). Dies hat umso mehr zu gelten, wenn der Betroffene 

sich bereits mehrere Male erfolglos in den Entzug begeben hat. Die gutachterlichen Feststellun-

gen decken sich mit diesen Ausführungen; ihnen ist entsprechend zu folgen.  

Dass die im Zeitpunkt der vorinstanzlichen Hauptverhandlung vorgenommene gutachterliche Ein-

schätzung im gegenwärtigen Zeitpunkt anders ausfallen würde, ist nicht ersichtlich. Der Beschul-

digte trat am 12. Juni 2023 und damit erst vor rund einem halben Jahr im Rahmen des vorzeitigen 

Massnahmenvollzugs in das Massnahmezentrum E.____ in Z.____ ein (siehe Vollzugsauftrag 

vom 8. Juni 2023). Aktuell liegt noch kein Therapiebericht über ihn vor (siehe Aktennotiz vom 

14. Dezember 2023). Aufgrund des erst kürzlich erfolgten Beginns der Massnahme ist aber auch 

nicht zu erwarten, dass ein solcher in den wesentlichen Punkten vom forensisch-psychiatrischen 

Gutachten vom 5. September 2022 abweichen würde. Gegenwärtig ist davon auszugehen, dass 

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mit der Behandlung begonnen worden ist und sich diese am forensisch-psychiatrischen Gutach-

ten vom 5. September 2022 orientiert. Andernfalls wäre gegenüber dem Amt für Justizvollzug 

entsprechend Meldung erstattet worden, was jedoch nicht geschehen ist. Von einem aktuellen 

Therapiebericht sind demnach keine wesentlichen neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb der 

Antrag des Beschuldigten auf Einholung eines solchen abzuweisen ist. Das am 5. September 

2022 über den Beschuldigten erstellte forensisch-psychiatrische Gutachten erweist sich entspre-

chend nach wie vor als aktuell und massgebend. Die reine Drogenabstinenz des Beschuldigten 

in beschützender Umgebung – zunächst in Haft und seit rund sechs Monaten im vorzeitigen Mas-

snahmenvollzug – führt demzufolge nicht dazu, dass er keiner stationären Behandlung mehr be-

darf. Diese erweist sich nach wie vor als erforderlich. In Anbetracht der Schwere seiner Taten – 

insbesondere des von ihm unter Zuhandnahme eines Küchenmessers begangenen Raubs – er-

scheint eine Massnahme nach Art. 60 StGB denn auch als verhältnismässig. Ihre Anordnung ist 

demnach zu bestätigen und die Berufung des Beschuldigten in diesem Punkt abzuweisen.  

 

3.3. Ambulante Behandlung nach Art. 63 StGB 

3.3.1. Die Vorderrichter haben sodann eine ambulante Massnahme gemäss Art. 63 StGB 

zur Behandlung der Persönlichkeitsstörung des Beschuldigten angeordnet. Der Beschuldigte be-

mängelt dies zu Recht.  

3.3.2. Auch wenn das Gesetz die Möglichkeit zur Anordnung mehrerer Massnahmen vor-

sieht (Art. 56a StGB), ist von dieser Möglichkeit mit einer gewissen Zurückhaltung Gebrauch zu 

machen. In der Lehre wird die genannte Bestimmung kritisch betrachtet und ausgeführt, die Kom-

bination verschiedener Massnahmen erscheine entweder nicht sinnvoll oder könne wegen der 

unterschiedlichen Dauer des Vollzugs und der Probezeit zu Problemen führen (Trechsel/Pauen 

Borer, in: Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 4. Aufl. 2021, N. 2 zu Art. 56a 

StGB; Heer, in: Basler Kommentar, Strafrecht, 4. Aufl. 2019, N. 3 ff. zu Art. 56a StGB sowie 

N. 121 zu Art. 59 StGB; vgl. ebenso BGer 6B_188/2022 vom 17. August 2022 E. 7.3.1 mit Hin-

weisen). Bei der Anordnung mehrerer Massnahmen ist somit eine gewisse Zurückhaltung an den 

Tag zu legen. Das Gericht muss primär diejenige Massnahme anordnen, die angesichts des Zu-

stands des Täters am geeignetsten erscheint. Es ist Sache des Richters zu prüfen, ob alle in 

Frage kommenden Massnahmen tatsächlich geeignet und erforderlich sind, und in diesem Fall 

diejenige anzuordnen, die den Täter am wenigsten schwer beeinträchtigt (BGer 6B_188/2022 

vom 17. August 2022 E. 7.3.1 mit Hinweisen).  

3.3.3. Die Vorinstanz hat sich an den gutachterlichen Ausführungen orientiert, wonach der 

Beschuldigte aufgrund der bei ihm diagnostizierten passiv-aggressiven Persönlichkeitsstörung 

einer multimodalen Therapie bedürfe, welche über eine reine Suchtbehandlung hinausgehe (vgl. 

act. 277). Dem forensisch-psychiatrischen Gutachten lässt sich in diesem Zusammenhang ent-

nehmen, dass der Beschuldigte trotz vordergründiger Anpassung dazu neigt, zu seinen Gunsten 

getroffene Massnahmen zu sabotieren bzw. er in der Vergangenheit ein Nichtleisten eigener An-

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teile an Aufgaben im Berufsleben zeigte, was immer wieder zum Verlust von Arbeitsstellen ge-

führt habe, wobei dieses negativistische Verhalten kennzeichnend sei für eine sogenannte pas-

siv-aggressive Persönlichkeitsstörung gemäss ICD-10: F 60.88 (recte: F 60.8) (act. 271). Anläss-

lich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung erläuterte der Sachverständige im Weiteren, die pas-

siv-aggressive Persönlichkeitsstörung habe letzten Endes verhindert, dass der Beschuldigte in 

der Vergangenheit von Massnahmen habe profitieren können. Die Suchtthematik könne daher 

von der Persönlichkeitsstörung nicht sauber getrennt werden (act. S 115). Währenddem er im 

forensisch-psychiatrischen Gutachten vom 5. September 2022 noch eine kombinierte Mass-

nahme nach Art. 59 StGB und Art. 60 StGB empfahl (act. 277), relativierte er dies im Zuge der 

Befragung vor dem Strafgericht dahingehend, dass auch eine stationäre Drogentherapie mit einer 

begleitenden ambulanten Massnahme ein gangbarer Weg sei (act. S 115). Auch wenn die gut-

achterlichen Erwägungen mit Blick auf die Diagnose der Persönlichkeitsstörung durchaus ein-

leuchtend erscheinen, ist eine gesonderte Abwägung erforderlich, ob die Erfordernisse für die 

Anordnung einer weiteren Massnahme auch tatsächlich vorliegen.  

3.3.4. Zu berücksichtigen ist zum einen, dass Art. 63 StGB das Vorliegen einer sog. "schwe-

ren Persönlichkeitsstörung" vorsieht, mit anderen Worten das Bestehen einer nur leichten Stö-

rung auch für die Anordnung einer "bloss" ambulanten Massnahme nicht ausreicht. Der Sachver-

ständige selbst hat die beim Beschuldigten diagnostizierte passiv-aggressive Persönlichkeitsstö-

rung als "im Vergleich zu anderen [Persönlichkeitsstörungen] wie Borderline eher leicht" um-

schrieben. Daraus erhellt, dass die diagnostizierte Störung des Beschuldigten auch nach gut-

achterlicher Auffassung nicht als besonders einschneidend zu qualifizieren ist und die erforderli-

che Schwere für die Anordnung einer Massnahme nach Art. 63 StGB folglich nicht erreicht wird. 

Darüber hinaus liess sich Dr. med. F.____ anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung da-

hingehend vernehmen, es sei schwierig zu sagen, wie die Persönlichkeitsstörung die Taten des 

Beschuldigten konkret beeinflusst hätten. Er gab an, diese habe einen mittelbaren Einfluss auf 

die Delikte gehabt, denn die Persönlichkeitsstörung habe letzten Endes verhindert, dass der Be-

schuldigte bisher von Massnahmen habe profitieren können (act. S 115). Obgleich im Grundsatz 

ein mittelbarer Zusammenhang zwischen psychischer Störung und Anlasstat ausreichen kann, 

vermag das konkrete Ausmass der diagnostizierten Erkrankung des Beschuldigten im vorliegen-

den Fall somit nicht über ein schlichtes Begünstigen der Anlasstat hinauszugehen. Dies wird 

durch die Tatsache untermauert, dass er bis zu den aktuell zur Beurteilung stehenden, klar dro-

genassoziierten Delikten mit Ausnahme eines geringfügigen Vermögensdelikts strafrechtlich 

nicht in Erscheinung getreten ist. Dass die passiv-aggressive Persönlichkeitsstörung in der Ver-

gangenheit das berufliche Fortkommen des Beschuldigten sowie den Erfolg allfälliger Interven-

tionen beeinflusst bzw. behindert hat, ist für die Frage der Notwendigkeit einer therapeutischen 

Massnahme unbeachtlich. Gegenstand der Massnahme ist eine Behandlung, mit welcher der 

Zweck verfolgt wird, die "Gefahr weiterer mit dem Zustand des Täters in Zusammenhang stehen-

der Taten" zu reduzieren (Art. 63 Abs. 1 lit. b StGB). Eine Verbesserung des Gesundheitszu-

stands interessiert das Strafrecht folglich nur insoweit, wie sie der Deliktsprävention dient 

(BGE 146 IV 1 E. 3.5.3 mit Hinweisen). Vorliegend muss indessen aufgrund der dargelegten Er-

wägungen darauf geschlossen werden, dass sich die Persönlichkeitsstörung des Beschuldigten 

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in einem deliktsorientierten Konnex rein dergestalt ausgewirkt hat, als sie dazu beigetragen hat, 

dass freiwillige ambulante Interventionen bis anhin nicht erfolgreich verlaufen sind. Damit er-

scheint nicht die Persönlichkeitsstörung, sondern die Kokainproblematik des Beschuldigten als 

vorherrschende Ursache seiner Taten. Neben der Frage, ob die Störung überhaupt als schwer 

im Sinne von Art. 63 StGB zu qualifizieren ist, fehlt es mithin am erforderlichen, gesicherten di-

rekten Konnex zwischen der diagnostizierten Störung der Beschuldigten und den von ihm began-

genen Straftaten. Damit sind die Voraussetzungen für die Anordnung einer ambulanten Mass-

nahme nicht erfüllt.  

3.3.5. Aus den gutachterlichen Schlussfolgerungen erhellt sodann, dass der Sachverstän-

dige eine kombinierte Massnahme primär aus dem Grund empfiehlt, weil er eine reine Suchtmit-

teltherapie vorliegend nicht als ausreichend erachtet, um das Rückfallrisiko des Beschuldigten 

massgeblich zu senken. Vielmehr bedarf es nach Auffassung des Experten einer parallelen Auf-

arbeitung der Persönlichkeitsstörung, da sich die beiden Krankheitsbilder nicht voneinander tren-

nen liessen. Gemäss Art. 60 Abs. 3 Satz 2 ist die stationäre Suchtbehandlung allerdings ohnehin 

den besonderen Bedürfnissen des Täters und seiner Entwicklung anzupassen. In diesem Zusam-

menhang kann sodann als gerichtsnotorisch angesehen werden, dass im Rahmen einer statio-

nären Suchtbehandlung neben dem reinen Entzug auch psychotherapeutische Instrumente zum 

Zuge kommen. Nichts Anderes lässt sich aus den öffentlich zugänglichen Informationen des Mas-

snahmenzentrums E.____ entnehmen. So ergeht aus dem generellen Konzept des Massnah-

menzentrums ("Konzept J.____"), dass für jeden Insassen ein individueller Vollzugsplan mit spe-

zifischen Zielen erarbeitet wird. Aus dem "Konzept Forensik" erhellt im Weiteren, dass jeder In-

sasse nach Eintritt einen Platz in einer allgemein psychotherapeutisch oder deliktspezifisch ge-

führten Gruppentherapie und in einer zweiten Phase bei gegebener Indikation eine zusätzliche 

Einzeltherapie erhält. Das Massnahmezentrum E.____ operiert sodann nach einem Vier-Säulen-

Konzept, bestehend aus den Abteilungen Forensik, Soziale Integration, Sicherheit sowie Berufli-

che Integration, welche die Behandlungen der Insassen gemeinsam durchführen und einem in-

tegralen Therapieverständnis verpflichtet sind. Die Abteilung Forensik ist auf Therapien im Be-

reich Psychosen (ICD-10 F2), Persönlichkeitsstörungen (ICD-10 F6) und Suchterkrankungen 

(ICD-10 F1) spezialisiert mit entsprechender Erfahrung in Psychopharmakotherapie. Darüber hin-

aus werden auch Substitutions-Therapien durchgeführt. Alle Therapeutinnen und Therapeuten 

sind aufgefordert, deliktsorientiert zu arbeiten, wobei dies mit unterschiedlichen therapeutischen 

Ansätzen erfolgen kann. Dem "Konzept Suchtbehandlung J.____" ist zu entnehmen, dass die 

individuelle Vollzugsplanung auf einem gemeinsamen interdisziplinären Fallverständnis basiert, 

wobei der sog. "Forensische Suchtwürfel" eine Hilfe bei der Priorisierung der Behandlungsschritte 

und damit für die Vollzugsplanung darstellt. Die Kriterien des "Forensischen Suchtwürfels" sind 

wie folgt: 1. Ausmass der Gefährlichkeit Kombination von Tatbestand (qualitativ) und Wahr-

scheinlichkeit des Auftretens (quantitativ), 2. Ausmass des Zusammenhangs zwischen Substanz-

konsum und Delinquenz, 3. Schweregrad der Suchtproblematik, 4. Schweregrad der psychischen 

Störung, 5. Ausmass der Veränderungsbereitschaft, der -zuversicht und der Ressourcen. Die Be-

handlung wird durch ausgewiesene Fachpersonen durchgeführt und gründet auf dem Ansatz der 

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"Trifokalen Therapie", welche folgende Behandlungsbereiche beinhalten: 1. Substanzabhängig-

keit, 2. Delinquenz sowie 3. Persönlichkeitsdynamik (siehe Dokumentationen "Konzept J.____", 

"Konzept Forensik" sowie "Konzept Suchtbehandlung J.____", alle abrufbar unter …). Aus den 

genannten Unterlagen ergeht somit, dass der Beschuldigte im Rahmen der stationären Suchtbe-

handlung durchaus eine auf ihn bzw. seine individuelle Persönlichkeitsproblematik zugeschnit-

tene Behandlung erhält. Entsprechend ist davon auszugehen, dass – soweit notwendig – auch 

die Behandlung seiner Persönlichkeitsstörung darin miteinbezogen wird.   

3.3.6. In einer Gesamtbetrachtung kommt das Kantonsgericht mithin zum Schluss, dass 

sich die Anordnung einer stationären Suchtbehandlung vorliegend als zielgerichtet erweist, um 

der individuellen Problematik des Beschuldigten am besten zu begegnen. Demgegenüber sind 

die Voraussetzungen für die parallele Anordnung einer ambulanten Behandlung nach Art. 63 

StGB aufgrund der zweifelhaften Tragweite der diagnostizierten Störung sowie dem fehlenden 

Sachzusammenhang zu den vom Beschuldigten begangenen Taten nicht gegeben. Darüber hin-

aus erscheint diese aufgrund der umfassenden Behandlung, welche der Beschuldigte im Rahmen 

der stationären Suchttherapie erhält, auch als nicht verhältnismässig, womit diese in Gutheissung 

der Berufung des Beschuldigten aufzuheben ist.  

3.3.7. Insofern kann der Beweisantrag des Beschuldigten auf Einholung eines aktuellen 

Verlaufsberichts betreffend die Behandlung seiner psychischen Störung als hinfällig angesehen 

werden, zumal seinem Begehren auf Aufhebung der ambulanten Behandlung nach Art. 63 StGB 

zu entsprechen ist.  

 

3.4. Fazit  

Nach dem Gesagten ist die Berufung des Beschuldigten teilweise gutzuheissen und die ambu-

lante Behandlung nach Art. 63 StGB aufzuheben. Indessen bleibt es bei der Anordnung einer 

stationären Suchtbehandlung gemäss Art. 60 StGB, womit seine Berufung in diesem Punkt ab-

zuweisen ist.  

 

4. Kosten- und Entschädigungsfolgen  

(…) 

  

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Demnach wird erkannt: 

 

://: I. Das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 4. Mai 2023, aus-

zugsweise lautend: 

 

"1. D.____ wird des Raubes, des mehrfachen Diebstahls, 

des mehrfachen, teilweise versuchten betrügerischen 

Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage sowie der 

mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmit-

telgesetz schuldig erklärt und zu 

 

 einer Freiheitsstrafe von 13 Monaten, 

 

 sowie als teilweise Zusatzstrafe zum Strafbefehl der 

Staatsanwaltschaft Basel-Stadt vom 16. Juni 2021 zu ei-

ner Busse von CHF 300.00 verurteilt, 

 

 unter Anrechnung der vom 17. Mai 2022 bis zum 24. Au-

gust 2022 ausgestandenen Untersuchungshaft und des 

seit dem 24. August 2022 ausgestandenen vorzeitigen 

Strafvollzugs von insgesamt 353 Tagen, 

 

 im Falle schuldhafter Nichtbezahlung der Busse tritt an 

deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen, 

 

 in Anwendung von Art. 139 Ziff. 1 StGB, Art. 140 Ziff. 1 

Abs. 1 StGB, Art. 147 Abs. 1 StGB (teilw. i.V.m. Art. 22 

Abs. 1 StGB), Art. 19a Ziff. 1 BetmG, Art. 19 Abs. 2 StGB, 

Art. 40 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB, Art. 51 StGB sowie Art. 

106 StGB. 

 

2. Der Beurteilte wird in Anwendung von Art. 60 StGB in eine 

geeignete therapeutische Einrichtung eingewiesen und 

es wird ergänzend gemäss Art. 63 Abs. 1 StGB eine am-

bulante psychotherapeutische Behandlung angeordnet. 

 

 Der Strafvollzug wird in Anwendung von Art. 57 Abs. 2 

StGB aufgeschoben. 

 

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Seite 16  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

3. D.____ wird in Anwendung von Art. 66a StGB für die 

Dauer von 5 Jahren des Landes verwiesen. 

 

4. Folgende beschlagnahmten Gegenstände: 

 - Mobiltelefon Samsung, Kapuzenpullover "The Bull-

dog", Jacke schwarz, Baseballcap dunkelblau 

werden nach Rechtskraft des Urteils dem Beurteilten zu-

rückgegeben. 

 

 Das beschlagnahmte Küchenmesser wird gemäss Art. 69 

Abs. 1 und Abs. 2 StGB zur Vernichtung eingezogen. 

 

 Das beschlagnahmte Mobiltelefon Wiko wird mangels 

Feststellung der berechtigten Person sowie angesichts 

des geringen Werts und in Berücksichtigung der Kosten 

einer öffentlichen Ausschreibung (Art. 267 Abs. 6 StPO 

i.V.m. Art. 70 Abs. 4 StGB) zur Vernichtung eingezogen. 

 

5. D.____ wird dazu verurteilt, folgende Zivilforderungen zu 

bezahlen: 

 - CHF 296.75 Schadenersatz zzgl. 5% seit dem 14. Mai 

2022 sowie CHF 500.00 Genugtuung zzgl. 5% seit dem 

14. Mai 2022 an A.____, 

 - CHF 2'645.00 Schadenersatz an die B.____ AG. 

 

6. Der Beurteilte trägt in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 

StPO die Verfahrenskosten, bestehend aus den Kosten 

des Vorverfahrens von CHF 22'194.50, den Kosten des 

Zwangsmassnahmengerichts von CHF 700.00, den Ex-

pertisekosten des gerichtlichen Verfahrens von 

CHF 1'415.00 und der Gerichtsgebühr von CHF 6'000.00. 

 

 Wird kein Rechtsmittel ergriffen und kein begründetes Ur-

teil verlangt (Art. 82 Abs. 2 StPO), wird die Gerichtsge-

bühr auf CHF 3'000.00 ermässigt (§ 4 Abs. 1 GebT). 

 

7. Das Honorar des amtlichen Verteidigers in Höhe von ins-

gesamt CHF 15'309.20 (inkl. Auslagen und Mehrwert-

steuer) wird, unter Vorbehalt der Rückzahlungsverpflich-

tung des Beurteilten nach Art. 135 Abs. 4 StPO, aus der 

Gerichtskasse entrichtet." 

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Seite 17  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 

wird in teilweiser Gutheissung der Berufung des Beschuldigten 

in den nachfolgenden Dispositiv-Ziffern wie folgt neu gefasst: 

 

"1. D.____ wird des Raubes, des mehrfachen Diebstahls, 

des mehrfachen, teilweise versuchten betrügerischen 

Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage sowie der 

mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmit-

telgesetz schuldig erklärt und zu 

 

 einer Freiheitsstrafe von 13 Monaten, 

 

 sowie als teilweise Zusatzstrafe zum Strafbefehl der 

Staatsanwaltschaft Basel-Stadt vom 16. Juni 2021 zu ei-

ner Busse von CHF 300.00 verurteilt, 

 

 unter Anrechnung der vom 17. Mai 2022 bis zum 24. Au-

gust 2022 ausgestandenen Untersuchungshaft und des 

seit dem 24. August 2022 ausgestandenen vorzeitigen 

Straf- bzw. Massnahmenvollzugs von insgesamt 583 Ta-

gen, 

 

 im Falle schuldhafter Nichtbezahlung der Busse tritt an 

deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen, 

 

 in Anwendung von Art. 139 Ziff. 1 StGB, Art. 140 Ziff. 1 

Abs. 1 StGB, Art. 147 Abs. 1 StGB (teilw. i.V.m. Art. 22 

Abs. 1 StGB), Art. 19a Ziff. 1 BetmG, Art. 19 Abs. 2 StGB, 

Art. 40 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB, Art. 51 StGB sowie Art. 

106 StGB. 

 

2. Der Beurteilte wird in Anwendung von Art. 60 StGB in eine 

geeignete therapeutische Einrichtung eingewiesen. 

 

 Der Strafvollzug wird in Anwendung von Art. 57 Abs. 2 

StGB aufgeschoben." 

 

Im Übrigen wird das vorinstanzliche Urteil in den rechtskräftigen Dis-

positiv-Ziffern 3., 4., 5., 6. und 7. unverändert als Bestandteil die-

ses Urteils erklärt.   

 

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Seite 18  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 II. Die Kosten des Berufungsverfahrens, bestehend aus der Gebühr 

von Fr. 7'000.00 sowie den Auslagen von Fr. 200.00, gesamthaft so-

mit Fr. 7'200.00, werden dem Beschuldigten zu 3/5 mit Fr. 4'320.00 

auferlegt. Der Rest wird auf die Staatskasse genommen.  

 

 III. Dem amtlichen Verteidiger, Advokat Moritz Gall, wird für das Beru-

fungsverfahren ein Honorar von Fr. 3'981.80 (inkl. Auslagen), zuzüg-

lich 7.7 % Mehrwertsteuer, ausmachend Fr. 306.60, insgesamt somit 

Fr. 4'288.40, aus der Gerichtskasse entrichtet.  

 

Der Beschuldigte wird dazu verpflichtet, dem Kanton die Entschädi-

gung für die amtliche Verteidigung im Umfang von 3/5 mit 

Fr. 2'573.05 zurückzubezahlen und der amtlichen Verteidigung die 

Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vollen 

Honorar zurückzuerstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhält-

nisse erlauben (Art. 135 Abs. 1 lit. a und lit. b StPO). 

 

 

 

Präsident 

 

 

 

 

Enrico Rosa 

Gerichtsschreiberin 

 

 

 

 

Melanie Zahnd 

 

 

 

Dieser Entscheid ist rechtskräftig.  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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