# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1b21dfa8-bd50-56a3-bf2f-6f4341edeb53
**Source:** Valais/Wallis (VS)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-24
**Language:** de
**Title:** Wallis Sonstiges Gericht Sonstige Kammer 24.11.2023 A3 23 18
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/VS_Gerichte/VS_BZG_999_A3-23-18_2023-11-24.pdf

## Full Text

RVJ / ZWR 2024 41 

  

KGE (Öffentlichrechtliche Abteilung) vom 24. November 2023 –  
A3 23 18 

Übertretung des kantonalen Jagdgesetzes und Patententzug 

- Tatbestand der aktiven Teilnahme an der Jagd als Treiber oder Führer, ohne im Besitze der 
Jagdbewilligung zu sein (Art. 46 Abs. 1 lit. b kJSG; E. 3.6 und 3.13). 

- Die Voraussetzungen zum Patententzug sind erfüllt, wenn ein Jäger ein Wildschutzorgan 
bedroht hat (Art. 14 Abs. 1 lit. c kJSG; E. 3.13 und 5). 

Infraction à la loi cantonale sur la chasse et retrait du permis 

- Acte de prendre une part active à la chasse en qualité de traqueur ou de rabatteur 
sans être titulaire du permis de chasse (art. 46 al. 1 let. b LcChP ; consid. 3.6 et 3.13). 

- Les conditions d’un retrait du permis sont remplies lorsqu’un chasseur a menacé un 
surveillant de la faune sauvage (art. 14 al. 1 let. c LcChP ; consid. 3.13 et 5). 

 
Aus den Erwägungen 

 

3.6  Der Angeklagte behauptet in der ersten und zweiten Einsprache 
und der Berufungserklärung, den Hund nicht «geführt» (in der französi-
schen Fassung von Art. 46 Abs. 1 lit. b Gesetz über die Jagd und den 
Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel vom 17. November 2017 
[kJSG] ist von «rabatteur» die Rede) zu haben. Das Tier sei, laut erster 
Einsprache vom 14. Februar 2023, von X. «geführt» worden. Dies trifft 
gemäss Berufungsverfahren in dieser Absolutheit in keinem Fall zu. Der 
Beschuldigte hat seinen Hund über die Flurstrasse bis zum Dickicht 
selbst an der Leine geführt und will ihn erst dort X. übergeben haben. 
Er hätte damit (noch) nicht aktiv an der Jagd teilgenommen, wohl aber 
seinen Hund bereits «geführt». 

(…) 

3.13  Das Gericht folgt aufgrund obiger Ausführungen der Darstellung 
des Wildhüters. Der Betroffene hat den Hund selbstständig über die 
Forststrasse in den Wald unterhalb der Jagdposten gebracht und dort 
entleint. Er hat dies später im Telefonat zugegeben und zunächst ge-
hofft, der Wildhüter lasse die Angelegenheit nach einer fernmündlichen 
Ermahnung und einer Schutzbehauptung auf sich beruhen. Der Ange-
klagte hat sich, als der Jagdaufseher stattdessen eine Anzeige ange-
kündigt hat, geärgert, worauf das Gespräch eskaliert ist. Der 
Berufungskläger hat dem Beamten Schläge angedroht, so dass der 

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Jagdaufseher darauf verzichtet hat, die Sache unmittelbar vor Ort mit 
dem Beschuldigten weiterzubesprechen. 

(…) 

5.  Auch die rechtlichen Voraussetzungen zum Patententzug sind in der 
Berufungserklärung, nicht aber während der Verhandlung vom Be-
schuldigten thematisiert worden. Ein Entzug von einem bis fünf Jahren 
ist gemäss Art. 14 Abs. 1 lit. c kJSG auch vorgesehen, wenn ein Jäger 
ein Wildschutzorgan «bedroht» hat (« l’a menacé »). Es braucht dazu 
nach Wortlaut der Bestimmung keine «schwere Drohung / menace 
grave» nach Art. 180 StGB, vielmehr geht es bei der Strafbestimmung 
von Art. 46 Abs. 2 lit. b kJSG insgesamt darum, nicht die Arbeit des 
Aufsehers zu behindern. Eine Drohung ist nachgewiesen und sie wird 
auch im Einspracheentscheid, der im Verwaltungsstrafverfahren als 
Anklageschrift gilt (Bundesgerichtsurteil 6B_199/2010 vom 19. August 
2010 E. 2.3; zum ohnehin nur eingeschränkten Anklagegrundsatz im 
Bussenverfahren vgl. Bundesgerichtsurteil 6B_183/2017 vom 24. No-
vember 2017 E. 5.3), thematisiert (S. 17). Der Wildhüter hat deswegen 
unmittelbar nach dem Vorfall darauf verzichtet, sich vor Ort zum Beru-
fungskläger zu begeben, weshalb die Äusserung ein gewisses Gewicht 
hat. Der Patententzug ist, auch in Anbetracht der Vorstrafe und unter 
Verweis auf der Qualifizierung nach Art. 14 Abs. 2 lit. b kJSG nicht un-
verhältnismässig.  

6. 
6.1  Die Berufung wird nach dem hiervor Ausgeführten vollumfänglich 
abgewiesen […].