# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6ba2e7f3-a5af-5932-bf1e-108228f8a35f
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-09-03
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 03.09.2018 SB170301
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB170301_2018-09-03.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB170301-O/U/jv 
 

Mitwirkend: Die Oberrichter Dr. iur. F. Bollinger, Präsident, lic. iur. S. Volken und 

Oberrichterin lic. iur. L. Chitvanni sowie der Gerichtsschreiber lic. iur. 

T. Walthert 

Urteil vom 3. September 2018 

 

in Sachen 

 

A._____, geb. B._____,  
Beschuldigte und Berufungsklägerin 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin Dr. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich, 
vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. A. Knauss,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

betreffend falsche Anschuldigung 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 2. Abteilung,  
vom 3. Mai 2017 (DG170063) 

 

 

 

- 2 - 

Anklage: 

Die Anklage der Staatsanwaltschaft IV vom 17. Februar 2017 ist diesem Urteil 

beigeheftet (Urk. 20). 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 48 S. 38 f.) 

"Es wird erkannt: 

1. Die Beschuldigte B._____ ist schuldig der falschen Anschuldigung im Sinne von 

Art. 303 Ziff. 1 Abs. 1 StGB. 

2. Die Beschuldigte wird bestraft mit 16 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 26 Tage 

durch Haft erstanden sind. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf zwei Jahre 

festgesetzt. 

4. Das mit Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 

30. März 2015 beschlagnahmte und bei der Bezirksgerichtskasse Zürich lagernde 

iPhone (Sachkaution-Nr. 10160) wird der Beschuldigten nach Eintritt der Rechts-

kraft auf erstes Verlangen herausgegeben und nach unbenutztem Ablauf einer 

dreimonatigen Frist von der Lagerbehörde vernichtet. 

5. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 5'400.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 8'000.00   Gebühr für das Vorverfahren 

Fr. 3'615.75   Auslagen Untersuchung 

Fr.  313.50   Gutachten/Expertisen etc. 

Fr. 25'403.45   amtliche Verteidigung 

Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten. 

6. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, einschliesslich der-

jenigen der amtlichen Verteidigung, werden der Beschuldigten auferlegt. Die Kos-

ten der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse ge-

nommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. 

- 3 - 

7. (Mitteilungen) 

8. (Rechtsmittel)" 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung der Beschuldigten: 

 (Urk. 76 S. 1 f.) 

1. Es seien Dispositivziffern 1 bis 3 des Urteils der Vorinstanz vom 

03.05.2017 ersatzlos aufzuheben und die Beschuldigte sei vom Vor-

wurf der falschen Anschuldigung im Sinne von Art. 303 Ziff. 1 Abs. 1 

StGB vollumfänglich von Schuld und Strafe freizusprechen. 

2. Der Beschuldigten sei im Falle eines Freispruches eine Entschädigung 

für die erstandene Untersuchungshaft in der Höhe von CHF 5'200.00 

(26 Tage à CHF 200.00) zu gewähren. 

3. Eventualiter, für den Fall, dass die Beschuldigte der falschen Anschul-

digung gemäss Dispositivziffer 1 des Urteils der Vorinstanz schuldig 

gesprochen werden sollte, sei unter Abänderung von Dispositivziffer 2 

die Beschuldigte mit einer bedingten Geldstrafe von höchstens 

30 Tagessätzen à CHF 10.00 zu bestrafen und Dispositivziffer 3 er-

satzlos zu streichen. 

4. In Abänderung von Dispositivziffern 5 und 6 seien die Kosten für die 

Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, einschliesslich der-

jenigen der amtlichen Verteidigung auf die Staatskasse zu nehmen. 

5. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten (zzgl. gesetz-

licher MwSt.) der Staatskasse. 

6. Es sei für die Aufwendungen der amtlichen Verteidigung ein Gesamt-

betrag von CHF 8'020.05 (inkl. gesetzlicher MwSt.), erhöht um den 

heutigen Aufwand, aus der Gerichtskasse zu entrichten. 

- 4 - 

b) Der Staatsanwaltschaft: 

(schriftlich, Urk. 54) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

 

Erwägungen: 

I. Prozessuales 

1.  Mit dem eingangs im Dispositiv wiedergegebenen Urteil der Vorinstanz vom 

3. Mai 2017 wurde die Beschuldigte B._____ anklagegemäss der falschen An-

schuldigung schuldig gesprochen und mit 16 Monaten Freiheitsstrafe bestraft, 

wobei ihr der bedingte Strafvollzug gewährt wurde (Urk. 48 S. 38). Gegen diesen 

Entscheid liess die Beschuldigte durch ihre amtliche Verteidigung mit Eingabe 

vom 4. Mai 2017 innert gesetzlicher Frist Berufung anmelden (Art. 399 

Abs. 1 StPO; Urk. 37). Die Berufungserklärung der Verteidigung ging ebenfalls in-

nert gesetzlicher Frist bei der Berufungsinstanz ein (Art. 399 Abs. 3 StPO; Urk. 

50). Die Anklagebehörde hat mit Eingabe vom 21. August 2017 innert Frist mitge-

teilt, dass auf Anschlussberufung verzichtet wird (Urk. 54; Art. 400 Abs. 2 f. und 

Art. 401 StPO). Beweisergänzungsanträge wurden im Berufungsverfahren nicht 

gestellt (Art. 389 Abs. 3 StPO; Urk. 50 und 54). Die Verteidigung hat die Berufung 

in ihrer Berufungserklärung ausdrücklich beschränkt (Urk. 50 S. 1 f.; Art. 399 

Abs. 4 StPO). Die Anklagebehörde beantragt die Bestätigung des angefochtenen 

Entscheides (Urk. 54).  

2.  Demnach und nach Rücksprache mit der Verteidigung anlässlich der Beru-

fungsverhandlung (Prot. II S. 6) sind im Berufungsverfahren die vorinstanzliche 

Regelung betreffend ein in der Untersuchung beschlagnahmtes iPhone (Disposi-

tivziffer 4.) sowie die vorinstanzliche Kostenfestsetzung (Dispositivziffer 5.) nicht 

angefochten. Vom Eintritt der Rechtskraft dieser Dispositivziffern ist vorab Vor-

merk zu nehmen (Art. 404 StPO). 

- 5 - 

3. Zur heutigen Berufungsverhandlung erschienen die Beschuldigte in Beglei-

tung ihrer amtlichen Verteidigerin Rechtsanwältin Dr. iur. X._____ (Prot. II S. 4). 

Der Vertreter der Staatsanwaltschaft hat bereits mit Schreiben vom 21. August 

2018 den Verzicht auf Teilnahme an der Berufungsverhandlung mitgeteilt (Urk. 

54). Vorfragen waren keine zu entscheiden und – abgesehen von der Einvernah-

me der Beschuldigten (Urk. 75) – auch keine Beweise abzunehmen (Prot. II 

S. 5 f.). Das Urteil erging im Anschluss an die Berufungsverhandlung (Prot. II 

S. 7 ff.). 

4. Soweit für die tatsächliche und die rechtliche Würdigung des eingeklagten 

Sachverhaltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, erfolgt dies in 

Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO, auch ohne dass dies jeweils explizit Er-

wähnung findet. Im Übrigen ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass sich die 

urteilende Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinander-

setzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss (BGE 141 

IV 249 E. 1.3.1; mit Hinweisen). Die Berufungsinstanz kann sich somit auf die für 

ihren Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. 

5.  Die Verteidigung hat im Hauptverfahren geltend gemacht, das Anklageprin-

zip sei verletzt, weshalb auf die Anklage nicht einzutreten sei (Urk. 32 S. 2 f.). Be-

reits die Vorinstanz hat dazu das Nötige ausgeführt (Urk. 48 S. 6 f.). Auch wenn 

dies im Berufungsverfahren nicht mehr geltend gemacht wurde (Urk. 76), so ist 

dennoch kurz festzuhalten, dass der damalige Vorwurf haltlos ist: In der Anklage-

schrift wird mit der notwendigen Kürze und Genauigkeit (Art. 325 Abs. 1 lit. f. 

StPO) angeführt, welche Vorwürfe die Beschuldigte erhoben hat (Ziff. 1-3), dass 

diese Vorwürfe nicht zutreffen würden (Ziff. 4), mit welcher Absicht die Beschul-

digte gehandelt habe (Ziff. 5) und welche Folgen die Vorwürfe der Beschuldigten 

für die Bezichtigten hatten (Ziff. 6). Die Beschuldigte und ihre Verteidigung wuss-

ten genau, gegen welchen Tatvorwurf die Beschuldigte sich zu verteidigen hatte 

(vgl. Entscheid des Bundesgerichts 6B_389/2010 vom 27. September 2010 

E.1.3.1. mit Verweisen; 6B_716/2014 vom 17.10.2014 E.2.3.), was schon dadurch 

belegt ist, dass die Verteidigung dies auch ausführlichst getan hatte (Urk. 32). 

- 6 - 

II. Schuldpunkt 

1.  Die Vorgeschichte der heute zu beurteilenden Tat sowie der äussere Sach-

verhalt des inkriminierten Tatvorgehens gemäss Anklageschrift der Anklage-

behörde vom 17. Februar 2017 (Urk. 20 S. 2-6, Vorgeschichte und Ziffern 1-3) 

sind seitens der Beschuldigten unbestritten und auch rechtsgenügend erstellt 

(Urk. 30 S. 7 ff.; Urk. 32). Demnach 

-  lernte die Beschuldigte ihren späteren Ehemann C._____ über Facebook 

kennen 

-  heiratete die Beschuldigte C._____ – nur kurz nach dem Kennenlernen – am 

tt. November 2013 in Bosnien 

-  stellte die Beschuldigte am 29. November 2013 in der Schweiz ein Gesuch 

um Aufenthaltsbewilligung im Rahmen des Familiennachzugs 

-  reiste die Beschuldigte am 2. Dezember 2013 in die Schweiz ein und zog in 

die Wohnung von C._____ an der D._____-Strasse ... in Zürich 

-  hielt sich die Beschuldigte zusammen mit C._____ vom 14. bis zum 22. De-

zember 2013 in Bosnien auf 

-  hielt sich die Beschuldigte vom 15. Februar bis zum 2. März 2014 allein, d.h. 

ohne C._____, in Bosnien auf 

-  verliess die Beschuldigte am 10. März 2014 die Wohnung von C._____ und 

die eheliche Gemeinschaft und reiste allein nach Bosnien 

-  stellte die Beschuldigte am 7. April 2014 ein Einreisegesuch, da der ver-

lassene C._____ das Gesuch um Aufenthaltsbewilligung zurückgezogen 

hatte 

-  reiste die Beschuldigte in die Schweiz ein und begab sich ins Frauenhaus, 

wo sie am 17. April 2014 infolge abgelaufener Aufenthaltsbewilligung durch 

die Polizei kontaktiert wurde 

- 7 - 

-  behauptete die Beschuldigte in der folgenden polizeilichen Befragung am 

22. April 2014 und im gesamten weiteren Verfahren zusammengefasst, sie 

sei während der Zeit ihres Aufenthalts am Wohnort von C._____ durch die-

sen und seine Eltern eingesperrt und dadurch der Freiheit beraubt sowie 

durch C._____ regelmässig, eigentlich täglich, gegen ihren Willen sexuell 

missbraucht worden  

-  wurde gegen C._____ ein Strafverfahren wegen Vergewaltigung und sexuel-

ler Nötigung sowie gegen C._____ und seine Eltern ein Strafverfahren we-

gen Freiheitsberaubung eröffnet, jedoch am 30. März 2015 rechtskräftig ein-

gestellt.  

2.  Die Beschuldigte lässt durch ihre Verteidigung im Berufungs- wie bereits im 

gesamten bisherigen Verfahren bestreiten, dass die Vorwürfe, die die Beschuldig-

te gegen ihren Ex-Ehemann C._____ und ihre Ex-Schwiegereltern erhoben hat, 

inhaltlich falsch seien. Sodann bestreitet sie, unwahre Vorwürfe verbreitet zu ha-

ben mit dem Ziel, dadurch als vermeintliches Opfer einer Straftat eine Aufenthalts-

bewilligung in der Schweiz zu erlangen (Urk. 30 S. 7 ff.; Urk. 32; Urk. 50; Urk. 76). 

3.  Die Verteidigung hat nach Eröffnung des vorinstanzlichen Urteils Berufung 

erhoben mit der Bemerkung, es werde nach der Kenntnisnahme der schriftlichen 

Begründung entschieden, ob die Berufung allenfalls zurückgezogen werde 

(Urk. 37). Dass dies nun nicht erfolgte, ist bemerkenswert, sind die Erwägungen 

der Vorinstanz zum Schuldpunkt doch nicht nur ausführlich und einlässlich, son-

dern auch in allen Teilen zutreffend und überzeugend. 

4.  Die Vorinstanz hat in den Erwägungen des angefochtenen Entscheides die 

Aussagen, wie sie die Beschuldigte im gesamten bisherigen Verfahren deponiert 

hat, ausführlich angeführt und sich damit auseinandergesetzt. Sie kam zu-

sammengefasst zum Schluss, dass die Beschuldigte zur behaupteten Freiheits-

beraubung und zur behaupteterweise von ihrem Ehemann angewendeten Gewalt 

sowie zu weiteren Umständen widersprüchlich ausgesagt habe. Die Glaub-

haftigkeit ihrer Aussagen sei erheblich erschüttert und es sei grundsätzlich nicht 

- 8 - 

darauf abzustellen (Urk. 48 S. 13-19). Darauf ist vorab vollumfänglich zu ver-

weisen (Art. 82 Abs. 4 StPO).  

5.  In der Folge hat sich die Vorinstanz auch mit den Chats und Nachrichten 

auseinandergesetzt, wie sie nach Anhebung der Verfahren gegen die Geschädig-

ten auf dem Mobiltelefon der Beschuldigten durch die Behörden sichergestellt 

werden konnten. Die Vorinstanz hat daraus – zusammengefasst – korrekt ge-

schlossen, dass der Inhalt dieser Kommunikation die belastende Darstellung der 

Beschuldigten betreffend das Verhalten der Geschädigten schlicht widerlegt 

(Urk. 48 S. 19-25, jeweils mit Verweisen). 

Die Vorinstanz hat zahlreiche Beispiele dieser Chat-Äusserungen der Beschuldig-

ten, wie sie sie aus Bosnien und auf der Rückreise in die Schweiz gegenüber dem 

sich in der Schweiz aufhaltenden Ehemann gemacht hat, zitiert. Ein nochmaliges 

Zitieren erübrigt sich. Diese Textmitteilungen sind eine Anhäufung explizit sexuel-

ler Lobpreisungen des Ehemanns als Liebhaber, seines Geschlechtsteils und der 

Sex-Praktiken, welche die Beschuldigte in ihrer Abwesenheit vermisst haben und 

auf deren zahlreiche Wiederholung sie sich freuen will. Die Initiative in diesen 

Konversationen geht offensichtlich von der Beschuldigten aus, was diese und die 

Verteidigung auch gar nicht bestreiten.  

Wenn die Beschuldigte, damit konfrontiert, angibt, sie habe diese Chats nur  

inszeniert, um etwas gegen den sie malträtierenden Ehemann in der Hand zu  

haben (Urk. 30 S 13; Urk. 32 S. 13) und um beweisen zu können, dass er pervers 

sei, mit dem Zweck, dass er sein wahres Gesicht zeigen würde (Urk. 76 S. 13), ist 

dies vorab nicht nur lebensfremd, sondern schon abstrus und eine offensichtliche 

Schutzbehauptung: Wie auch die Vorinstanz und die das Verfahren gegen die 

Geschädigten einstellende Untersuchungsbehörde richtig bemerkt haben, schickt 

eine Frau, die über Monate täglich vergewaltigt worden ist, ihrem Peiniger aus   

sicherer Distanz nicht derartige Anzüglichkeiten (Urk. 1 S. 3 f.). Dass eine Person, 

die tatsächlich entsprechende Gewalt und Unterdrückung erfahren muss, wie es 

die Beschuldigte von sich selbst behauptet, sich allenfalls nicht getrauen würde, 

ihren Ehemann direkt darauf anzusprechen, und ihm nicht schreiben würde, wie 

sie unter der Situation leide, ist mit der Verteidigung (Urk. 76 S. 14) sicherlich zu-

- 9 - 

treffend. Nur würde eine Chat-Konversation eines solchen Opfers mit dem sie 

peinigenden Ehemann mit Sicherheit aber auch nicht derartige Formen an-

nehmen, wie sie zwischen der Beschuldigten und ihrem damaligen Ehemann   

vorliegen. Ihre Behauptung, sie habe ihre anwesende Cousine vom sexuellen  

Bedrängen ihres Ehemannes überzeugen wollen (Urk. 76 S. 13), ist aber auch 

aus weiteren Gründen in mehrfacher Hinsicht schlicht falsch und widerlegt: Ein-

mal erfolgten diese Sex-Chats nicht nur, als die Cousine bei der Beschuldigten 

war, sondern beispielsweise auch auf der Rückreise in die Schweiz aus dem  

Reisebus, als die Beschuldigte alleine war. Ferner schrieb sie bei einem Nach-

richtenaustausch selber, sie werde nun durch die Cousine gestört und könne nicht 

weitermachen (Urk. 7/7 S. 11 f.). Schliesslich hat die Beschuldigte diese Chats, 

die sie heute als vermeintliches Beweismittel beschafft haben will, ja selber ge-

löscht! Wenn die Verteidigung behauptet, für die Glaubwürdigkeit der Beschuldig-

ten spreche der Umstand, dass sie ihr Mobiltelefongerät von sich aus den Be-

hörden übergeben habe, um ihre Belastungen zu untermauern (Urk. 32 S. 13 und 

S. 19), und sie dies sicherlich nicht getan hätte, wären sämtliche Vorfälle von der 

Beschuldigten frei erfunden gewesen (Urk. 76 S. 13), trifft genau das Gegenteil 

zu: In Tat und Wahrheit hatte die Beschuldigte die nun sie belastenden Chats und 

Nachrichten gelöscht, irgendwann bevor sie das Mobiltelefon der Polizei überge-

ben hat. Diese konnten jedoch – fraglos entgegen der Absicht der Beschuldigten 

und zu ihrer grossen Überraschung – durch die Ermittlungsbehörden rekonstruiert 

und wieder lesbar gemacht werden (vgl. Ordner 3.1/4, 3.2/4 und 3.3, Urk. 12; vgl. 

Urk. 1 S. 3 mit Verweisen; Urk. 8/1).  

In einem Chat vom 28. Februar 2014, ausgeführt in Bosnien, tauscht die Be-

schuldigte sodann mit einem unbekannten Mann, angeblich einem platonischen 

Jugendfreund, nicht nur aus, wie man sich gegenseitig fehlt und zueinander ge-

hört, sondern bezeichnet auch ihren Ehemann C._____ als Mamas und Papas 

Bauer, langweilig, zu dumm, um etwas zu kapieren, und brüstet sich, dieser dürfe 

ihr Telefon nicht nehmen, da sie ihn sonst verklopfen würde (Urk. 7/8 S. 6 f.). 

Auch dies ist selbstverständlich nicht die Sprache einer missbrauchten Frau, son-

dern zeigt vielmehr exemplarisch, wie die Beschuldigte zu ihrem Ehemann steht 

und was sie von ihm hält. 

- 10 - 

Geradezu entlarvend ist ferner die Tatsache, dass die Beschuldigte bei ihrer An-

zeigeerstattung gegen ihren Ehemann zur Bekräftigung eine Fotografie einreichte, 

auf welcher sie eine Kopfverletzung aufweist (Urk. 2/4). Genau diese Foto schick-

te sie jedoch am 18. Februar 2014 aus Bosnien an ihren Mann in die Schweiz mit 

der Bemerkung, sie habe sich die Verletzung bei einem Stoss an eine Türe (also 

selbstverschuldet) zugezogen (Urk. 1 S. 4 mit Verweisen; Urk. 12/3 S. 6). Der 

entsprechende Erklärungsversuch der Verteidigung (Urk. 32 S. 20) ignoriert ein-

fach das Chat-Geständnis der Beschuldigten und ist entsprechend unbehelflich.  

Die Beschuldigte sagte an der Hauptverhandlung, sie habe C._____ anzeigen 

müssen, um von den ihr zugefügten Nötigungen wegzukommen (Urk. 30 S. 11). 

Auch dies ist krass unzutreffend: Sie verliess die eheliche Gemeinschaft, kehrte 

aus freien Stücken wieder in die Schweiz zurück und belastete C._____ erst, als 

ihr durch die Polizei ihre fehlende Aufenthaltsbewilligung vorgehalten wurde (Urk. 

1/1). Entsprechend spricht entgegen der Verteidigung (Urk. 76 S. 19) der Um-

stand, dass die Beschuldigte so lange bis zur Anzeige zugewartet habe, eben ge-

rade nicht für ihre Glaubhaftigkeit. Die Motivlage war also völlig anders als be-

hauptet, denn erst da wurde sie mit der fehlenden Aufenthaltsbewilligung konfron-

tiert. C._____ hatte den Antrag auf Aufenthaltsbewilligung für sie zurückgezogen, 

er wollte also gar nicht mehr mit ihr zusammenleben! 

Schliesslich widerlegen auch die auf dem Natel-Gerät der Beschuldigten sicher-

gestellten Bilder des unbeschwerten, sich innig umarmenden und küssenden 

Paares, die nur zwei Tage vor dem Verlassen der ehelichen Gemeinschaft durch 

die Beschuldigte aufgenommen wurden, eine Gewaltproblematik in der Beziehung 

der Eheleute (Urk. 9/9 und 9/10).  

Ebenso ist die Behauptung der Verteidigung, die Beschuldigte hätte bestimmt 

auch ihren Verwandten von den Vorfällen berichtet, hätte sie tatsächlich mit Ab-

sicht falsche Anschuldigungen gegen die Familie C._____ erheben wollen 

(Urk. 76 S. 17), nicht nachvollziehbar. Viel naheliegender wäre gewesen, sie hätte 

ihre Familie über die Vorfälle informiert, wenn sie auch tatsächlich statt gefunden 

hätten. Sie hat ihren Verwandten jedoch gar nie etwas derartiges erzählt, was sie 

auch selber bestätigt (Urk. 76 S. 17). 

- 11 - 

Abgerundet wird das Beweisresultat durch den Umstand, dass die Beschuldigte in 

den Wohnungen der Geschädigten dauernd eigentlich gefangen gehalten worden 

sein will und sich nicht frei bzw. nur in Begleitung eines Familienmitgliedes habe 

bewegen können (Urk. 76 S. 14), aber ohne Begleitung nach Bosnien und zurück 

reisen konnte und vier Tage vor ihrem Auszug vom angeblich tyrannischen 

Schwiegervater noch Blumen zum Tag der Frau geschenkt erhielt (Urk. 12/3 

S. 22).  

6.  In der Folge hat sich die Vorinstanz – vollständigkeitshalber – auch mit den 

Aussagen der Geschädigten sowie weiterer Personen auseinandergesetzt 

(Urk. 48 S. 25-28). Aufgrund des zwingenden Beweisresultats, wie es sich aus 

der vorstehenden Prüfung der Chat- und Nachrichtenprotokolle ergibt, kann da-

rauf verwiesen werden und erübrigen sich Weiterungen.  

7.  Selbst die Verteidigung konzediert, dass der Ehemann C._____ allenfalls 

doch nicht im Sinne der einschlägigen Tatbestände sexuelle Nötigungen oder 

Vergewaltigungen begangen habe (also Gewalt angewendet, die Beschuldigte 

bedroht, unter psychischen Druck gesetzt oder widerstandsunfähig gemacht, 

Art. 189 Abs. 1 und Art. 190 Abs. 1 StGB), die Beschuldigte dies jedoch subjektiv 

so  empfunden habe (Urk. 32 S. 12; Urk. 76 S. 9 f.).  

Gestützt auf das vorstehend Erwogene ist mit dem Beweisergebnis der Vor-

instanz absolut zweifelsfrei erstellt, dass es die durch die Beschuldigte behaupte-

ten Freiheitsberaubungen und sexuellen Übergriffe durch die Geschädigten nie 

gegeben hat. Zentral dabei ist, anders als es bei ähnlich gelagerten Vier-Augen-

Delikten normalerweise der Fall ist, dass vorliegend objektive Beweismittel zur 

Verfügung stehen, welche klar den Aussagen der Beschuldigten widersprechen. 

8.  Widerlegt ist aufgrund der sichergestellten Äusserungen der Beschuldigten 

jedoch auch die Behauptung der Verteidigung zum Subjektiven, die Beschuldigte 

habe das Verhalten der Geschädigten als strafrechtlich relevante Übergriffe emp-

funden. An der Hauptverhandlung wurde der Beschuldigten ihr mutmassliches 

Empfinden zutreffend zusammengefasst wie folgt vorgehalten: "Ich habe den Ein-

druck, das Problem war weniger C._____, sondern vielmehr der Schwiegervater 

- 12 - 

und dessen Frau. Wenn ich es richtig interpretiere, zogen Sie aus, weil Sie sich 

von seiner Familie nicht akzeptiert fühlten, für diese den Haushalt führen sollten, 

sich als Leibeigene fühlten, viel zu eingeengt und kontrolliert waren und C._____ 

seine Eltern in Schutz nahm" (Urk. 30 S. 10). Dies hat die Beschuldigte unum-

wunden bestätigt.  

Auch das Motiv der Beschuldigten für bewusste Falschbelastungen der Geschä-

digten liegt auf der Hand: Als sie von der Polizei im Frauenhaus kontaktiert wurde, 

verfügte sie über keine Aufenthaltsberechtigung in der Schweiz. Wie bereits die 

Vorinstanz richtig zitiert hat, ergibt sich aus einem der sichergestellten Chat-

Protokolle betreffend ein Gespräch zwischen der Beschuldigten und einem Onkel, 

dass die ganze Eheschliessung – offensichtlich mit Blick auf die Erlangung einer 

Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz – inszeniert wurde (Urk. 48 S. 25 mit Ver-

weis auf Urk. 7/10 post-it 7). Gemäss der Verteidigung reist die Beschuldigte so-

dann regelmässig in die Schweiz, um Verwandte zu besuchen (Urk. 56). Seit  

Februar 2018 ist die Beschuldigte nun mit einem in der Schweiz geborenen 

Landsmann verheiratet, mit dem sie auch ein gemeinsames Kind hat, welches am 

tt.mm.2018 zur Welt gekommen ist (Urk. 75 S. 2 ff.; Urk. 78). Eine Verurteilung 

dürfte den Erlass künftiger Einreisebewilligungen oder gar den – offenbar ohnehin 

schon stockenden (Prot. II S. 6 f.) – Familiennachzug wohl erschweren.  

9. Insgesamt hat die Beschuldigte wider besseren Wissens die Geschädigten bei 

der Behörde eines Verbrechens beschuldigt. Dies tat sie in der Absicht, eine 

Strafverfolgung gegen die Geschädigten herbeizuführen, was auch erfolgte. Da-

mit ist der angefochtene Schuldspruch der Vorinstanz betreffend falsche Anschul-

digung im Sinne von Art. 303 Ziff. 1 Abs. 1 StGB zu bestätigen.  

Da die Beschuldigte die geschützten Rechtsgüter mehrerer geschädigter Per-

sonen verletzt hat, wäre durchaus auch eine Anklage und Verurteilung wegen 

mehrfacher Tatbegehung denkbar gewesen. Die Vorinstanz ist in ihrer Würdigung 

fälschlicherweise von einer einfachen Tatbegehung ausgegangen (Urk. 48 S. 30), 

hat dabei wohl aber schlicht die Begriffe "Deliktsmehrheit" und "mehrfache Tat-

begehung" verwechselt, zumal sich dies auch nicht mit einem Verweis auf die 

Aussagen der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung zuhanden des Protokolls 

- 13 - 

rechtlich begründen lässt. Einem entsprechenden Schuldspruch steht heute aber 

das prozessuale Verbot der reformatio in peius entgegen (vgl. BGE 139 IV 282 

E.2.5.f.).  

III. Sanktion 

1.  Die Vorinstanz hat die Beschuldigte mit 16 Monaten Freiheitsstrafe bestraft 

(Urk. 48 S. 38). Die Verteidigung beantragt im Berufungsverfahren eventualiter für 

den Fall eines Schuldspruchs eine Bestrafung mit einer Geldstrafe von 

30 Tagessätzen zu CHF 10.– (Urk. 76 S. 2 und S. 22 ff.).  

2.  Die Vorinstanz hat den anwendbaren Strafrahmen korrekt bemessen und 

zutreffende theoretische Ausführungen zur richterlichen Strafzumessung gemacht 

(Urk. 48 S. 31 f.). Darauf wird verwiesen.  

3.  Zur Tatkomponente und dort zur objektiven Tatschwere hat die Vorinstanz 

erwogen, die Beschuldigte habe in zwei polizeilichen Einvernahmen vom 29. April 

und 7. Mai 2014 den falschen Vorwurf sehr schwerwiegender Straftaten der Ge-

schädigten erhoben. Insbesondere eine Verurteilung wegen (mehrfacher) sexuel-

ler Nötigung bzw. Vergewaltigung, bei denen es sich um stark stigmatisierende 

Delikte handelt, hätte zu einer mehrjährigen Freiheitsstrafe für den damaligen 

Ehemann der Beschuldigten führen können. Gegen die drei Geschädigten seien 

aufgrund der Vorwürfe der Beschuldigten Strafuntersuchungen eröffnet und sie 

seien auch vorläufig festgenommen worden. Erst mit Einstellungsverfügung vom 

30. März 2015 hätten die Strafuntersuchungen ein Ende gefunden. Die Beschul-

digte habe mit ihren massiven Vorwürfen eine ganze Familie in Verruf gebracht 

und diese erheblich in ihren Persönlichkeitsrechten verletzt. Das (objektive) Ver-

schulden wiege nicht mehr leicht (Urk. 48 S. 33). Dies ist alles zutreffend und zu 

übernehmen. Die vorinstanzlichen Ausführungen zeigen vorliegend aber deutlich 

die Diskrepanz zwischen Beurteilung des objektiven Verschuldens und der 

dadurch zu erfolgenden Eingliederung im gesetzlich vorgegebenen Strafrahmen. 

Denn gemäss der vorinstanzlichen Wertung "kein leichtes Verschulden" bzw. 

eben "nicht mehr leicht" müsste anhand der im vorinstanzlichen Urteil einge-

- 14 - 

betteten Tabelle (Urk. 48 S. 32) eine Einsatzstrafe im mittleren Bereich resultie-

ren, beim Strafrahmen der falschen Anschuldigung nach Art. 303 StGB folglich 

mindestens im unteren Bereich zwischen 5 bis 10 Jahren. Der weite Strafrahmen 

von Art. 303 StGB mag ein gesetzgeberisches Versehen sein, zeigt aber zumin-

dest in aller Deutlichkeit auf, dass falsche Anschuldigungen und deren Folgen in 

keinster Weise zu bagatellisieren sind. Und diesbezüglich marginalisiert der An-

trag der Verteidigung und die entsprechenden Ausführungen dazu die soeben  

beschriebenen Folgen der falschen Anschuldigungen der Beschuldigten geradezu 

gravierend. 

Wenn die Vorinstanz zugunsten der Beschuldigten erwägt, deren Vorgehen sei 

nicht besonders raffiniert und durchdacht gewesen, ist dies allerdings wohl-

wollend: Immerhin reichte die Beschuldigte zur Untermauerung ihrer falschen   

Belastungen der Geschädigten ein frisiertes Chat-Protokoll und ein Foto mit einer 

Verletzung ein, von welchem sie nicht davon ausging und ausgehen musste, dass 

ihr nachträglich eine Selbstbeibringung nachgewiesen werden könnte. Dies ist 

durchaus durchtrieben und berechnend und von einer "etwas naiven" Beschuldig-

ten, wie es die Verteidigung weis machen will (Urk. 76 S. 21), ist sicherlich keine 

Rede.  

4.  Zur subjektiven Tatschwere war die Beschuldigte vorab in ihrer Schuld-

fähigkeit in keiner Weise eingeschränkt (Art. 19 StGB). Entgegen der Vorinstanz 

handelte sie auch betreffend die Anhebung eines Strafverfahrens gegen die Ge-

schädigten nicht nur eventual-, sondern direkt-vorsätzlich, was sie bei der An-

zeigeerstattung unumwunden zugegeben hat (Urk. 6/1 S. 1).  

Die Vorinstanz erkennt als Tatmotiv ein Gemisch aus verletzten Gefühlen, Ent-

täuschung, Kränkung und Rache. Als sie realisiert habe, dass sie sich fern der 

Heimat in ein traditionelleres, konservativeres und einengenderes familiäres Um-

feld hätte einfügen sollen und sich der Ehemann nicht auf ihre Seite stellte, son-

dern seine Eltern in Schutz nahm, habe sie sich zu den falschen Darstellungen 

entschlossen. Sodann habe sie ihren mittlerweile nicht mehr legalen Aufenthalt zu 

erklären gehabt. Es liege jedenfalls ein egoistisches Tatmotiv vor. Das objektive 

Tatverschulden der Beschuldigten werde durch die subjektiven Verschuldens-

- 15 - 

aspekte nicht relativiert (Urk. 48 S. 33 f.). Dies alles ist zutreffend und zu über-

nehmen. Die Beschuldigte wollte sich schlicht mittels ihrer falschen Anschuldi-

gungen ihres Ehemanns und – wohl primär – der angetrauten Familie entledigen 

und trotzdem weiter in der Schweiz verbleiben respektive ein- und ausreisen  

können. Aufgrund dieses selbstsüchtigen Tatmotivs wiegt auch die subjektive 

Tatschwere nicht mehr leicht. Wenn die Vorinstanz nach der Beurteilung der   

Tatkomponente eine hypothetische Einsatzstrafe von 16 Monaten Freiheitsstrafe 

bemessen hat, ist dies nachvollziehbar und sicher nicht zu hoch.  

5.  Zur Täterkomponente hat die Vorinstanz den Werdegang und die persön-

lichen Verhältnisse der Beschuldigten angeführt (Urk. 48 S. 34 f.). An der Beru-

fungsverhandlung wurde aktualisiert, dass die Beschuldigte am tt. Februar 2018 

den in der Schweiz geborene Landsmann E._____ geheiratet hat und am 

tt.mm.2018 die gemeinsame Tochter zur Welt gekommen ist. Sie lebe zur Zeit bei 

dessen Familie in Bosnien, könne ihn aber als Touristin besuchen und wünscht 

sich, dass sie über den Familiennachzug mit ihm und der Tochter hier in der 

Schweiz leben könne. Sie wolle zudem wieder (weiter) studieren und allenfalls 

Sprachen unterrichten oder als Übersetzerin tätig sein (Urk. 75 S. 2 f.; Urk. 76 

S. 22). Die persönlichen Verhältnisse wiegen strafzumessungsneutral. Eine be-

sondere Strafempfindlichkeit weist die Beschuldigte nicht auf. Ein positives   

Nachtatverhalten in Form eines Geständnisses oder von Reue und Einsicht kann 

die Beschuldigte nicht für sich reklamieren. Die Vorstrafenlosigkeit zum Zeitpunkt 

der Taten wiegt wiederum neutral (vgl. Urk. 49).  

6.  Die Täterkomponente wirkt sich auf die nach der Beurteilung der Tatkom-

ponente bemessene hypothetische Einsatzstrafe weder erhöhend noch senkend 

aus. Auch wenn der Strafrahmen der falschen Anschuldigung nach Art. 303 StGB 

wie gezeigt sehr gross ist und gesetzgeberisch wohl eher als verunglückt be-

zeichnet werden muss, wäre beim vorliegenden Verschulden der Beschuldigten 

innerhalb dieses sehr weit gefassten Strafrahmens durchaus eine härtere Strafe 

denkbar, welcher jedoch das Verbot der reformatio in peius entgegen steht 

(Art. 391 Abs. 2 StPO). Es bleibt somit bei der vorinstanzlich festgelegten Frei-

heitsstrafe von 16 Monaten.  

- 16 - 

7.  Der Anrechnung der erstandenen Haft steht nichts entgegen (Art. 51 StGB).  

8.  Die Vorinstanz hat der Beschuldigten den bedingten Strafvollzug gewährt 

unter Ansetzung der gesetzlich minimalen Probezeit von 2 Jahren (Art. 42 Abs. 1 

und Art. 44 Abs. 1 StGB). Da einzig die Beschuldigte den vorinstanzlichen Ent-

scheid anficht, ist daran schon aus prozessualen Gründen nichts zu ändern 

(Art. 391 Abs. 2 StPO).  

IV. Kosten 

1.  Ausgangsgemäss ist die erstinstanzliche Kostenauflage zu bestätigen 

(Art. 426 StPO).  

2.  Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'000.– festzu-

setzen. 

3.  Im Berufungsverfahren unterliegt die Beschuldigte mit ihren Anträgen voll-

umfänglich. Daher sind ihr auch die Kosten dieses Verfahrens, exklusive die   

Kosten der amtlichen Verteidigung, aufzuerlegen (Art. 428 StPO). Die Kosten der 

amtlichen Verteidigung sind einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen, unter 

Vorbehalt einer Rückforderung nach Art. 135 Abs. 4 StPO.  

 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 2. Abteilung, 

vom 3. Mai 2017 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 

"1. (…) 

 2. (…) 

 3. (…) 

- 17 - 

 4. Das mit Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 

30. März 2015 beschlagnahmte und bei der Bezirksgerichtskasse Zürich lagernde 

iPhone (Sachkaution-Nr. 10160) wird der Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft 

auf erstes Verlangen herausgegeben und nach unbenutztem Ablauf einer dreimona-

tigen Frist von der Lagerbehörde vernichtet. 

 5. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 5'400.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 8'000.00   Gebühr für das Vorverfahren 

Fr. 3'615.75   Auslagen Untersuchung 

Fr.  313.50   Gutachten/Expertisen etc. 

Fr. 25'403.45   amtliche Verteidigung 

 Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten. 

 6. (...)" 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

 

Es wird erkannt: 

1. Die Beschuldigte A._____, geb. B._____, ist schuldig der falschen Anschul-

digung im Sinne von Art. 303 Ziff. 1 Abs. 1 StGB. 

2. Die Beschuldigte wird bestraft mit 16 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 

26 Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 

2 Jahre festgesetzt. 

4. Die erstinstanzliche Kostenauflage (Ziff. 6) wird bestätigt. 

 

 

- 18 - 

5. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'000.–  ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 9'204.75   amtliche Verteidigung 

6. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amt-

lichen Verteidigung, werden der Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der 

amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse ge-

nommen. Die Rückzahlungspflicht der Beschuldigten bleibt gemäss Art. 135 

Abs. 4 StPO vorbehalten. 

7. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der 
Beschuldigten (übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich  

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der 
Beschuldigten  

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich  

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung  

allfälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich  
− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A 
− die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und 

Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- 
und Löschungsdaten 

8. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

- 19 - 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
 

Zürich, 3. September 2018 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Dr. iur. F. Bollinger 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

lic. iur. T. Walthert 
 

 
 

Zur Beachtung: 

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam 

gemacht: 

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vor-

erst nicht bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss 

er/sie die Geldstrafe definitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte 

Freiheitsstrafe. 

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden 

(Art. 46 Abs. 1 bzw. Abs. 4 StGB), 

- wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht, 

- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet. 
 

	Urteil vom 3. September 2018
	Anklage:
	Urteil der Vorinstanz: (Urk. 48 S. 38 f.)
	"Es wird erkannt:
	1. Die Beschuldigte B._____ ist schuldig der falschen Anschuldigung im Sinne von Art. 303 Ziff. 1 Abs. 1 StGB.
	2. Die Beschuldigte wird bestraft mit 16 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 26 Tage durch Haft erstanden sind.
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf zwei Jahre festgesetzt.
	4. Das mit Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 30. März 2015 beschlagnahmte und bei der Bezirksgerichtskasse Zürich lagernde iPhone (Sachkaution-Nr. 10160) wird der Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft auf ers...
	5. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:
	Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.
	6. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, einschliesslich derjenigen der amtlichen Verteidigung, werden der Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse genommen; vorbe...
	7. (Mitteilungen)
	8. (Rechtsmittel)"
	Berufungsanträge:
	1. Es seien Dispositivziffern 1 bis 3 des Urteils der Vorinstanz vom 03.05.2017 ersatzlos aufzuheben und die Beschuldigte sei vom Vorwurf der falschen Anschuldigung im Sinne von Art. 303 Ziff. 1 Abs. 1 StGB vollumfänglich von Schuld und Strafe freizus...
	2. Der Beschuldigten sei im Falle eines Freispruches eine Entschädigung für die erstandene Untersuchungshaft in der Höhe von CHF 5'200.00 (26 Tage à CHF 200.00) zu gewähren.
	3. Eventualiter, für den Fall, dass die Beschuldigte der falschen Anschuldigung gemäss Dispositivziffer 1 des Urteils der Vorinstanz schuldig gesprochen werden sollte, sei unter Abänderung von Dispositivziffer 2 die Beschuldigte mit einer bedingten Ge...
	4. In Abänderung von Dispositivziffern 5 und 6 seien die Kosten für die Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, einschliesslich derjenigen der amtlichen Verteidigung auf die Staatskasse zu nehmen.
	5. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten (zzgl. gesetzlicher MwSt.) der Staatskasse.
	6. Es sei für die Aufwendungen der amtlichen Verteidigung ein Gesamtbetrag von CHF 8'020.05 (inkl. gesetzlicher MwSt.), erhöht um den heutigen Aufwand, aus der Gerichtskasse zu entrichten.
	Erwägungen:
	I.  Prozessuales

	II. Schuldpunkt
	III. Sanktion
	IV. Kosten
	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 2. Abteilung, vom 3. Mai 2017 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	"1. (…)
	2. (…)
	3. (…)
	4. Das mit Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 30. März 2015 beschlagnahmte und bei der Bezirksgerichtskasse Zürich lagernde iPhone (Sachkaution-Nr. 10160) wird der Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft auf er...
	5. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:
	Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.
	6. (...)"
	2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Die Beschuldigte A._____, geb. B._____, ist schuldig der falschen Anschuldigung im Sinne von Art. 303 Ziff. 1 Abs. 1 StGB.
	2. Die Beschuldigte wird bestraft mit 16 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 26 Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind.
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
	4. Die erstinstanzliche Kostenauflage (Ziff. 6) wird bestätigt.
	5. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	6. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung, werden der Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht der Besch...
	7. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der Beschuldigten (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich
	 die Vorinstanz
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A
	 die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- und Löschungsdaten

	8. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.
	Zur Beachtung:
	- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.