# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d7dc5289-b4e1-5fcb-b017-85e962c661cf
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2003-06-10
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 10.06.2003 ZF 2003 3
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZF-2003-3_2003-06-10.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
  Tribunale cantonale dei Grigioni
  Dretgira chantunala dal Grischun

Ref.: Chur,10. Juni 2003 Schriftlich mitgeteilt am: 
ZF 03 3

Urteil
Zivilkammer

Präsident Brunner, Kantonsrichter Jegen, Riesen-Bienz, Tomaschett-Murer und 
Burtscher, Aktuarin ad hoc Strässler.

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In der zivilrechtlichen Berufung

des Vereins A . , Beklagter und Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt 
Dr.iur. Gieri Caviezel, Postfach 731, Vazerolgasse 2, 7002 Chur, 

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Inn vom 19. Februar 2002, mitgeteilt am 8. April 2002, 
in Sachen des B., Kläger und Berufungsbeklagter, vertreten durch Rechtsanwalt 
lic.iur. Urs Schlegel, Bahnhofstrasse 28, 9470 Buchs/SG, gegen den Beklagten und 
Berufungskläger, 

gegen

betreffend Forderung aus Arbeitsvertrag,

hat sich ergeben:

A. 1. B. war vom 1. Januar 1998 bis zum 30. April 1998 als Verkehrsdirektor 
für den Verein A. tätig. Danach wurde das Arbeitsverhältnis aufgelöst. 

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2. Am 8. Dezember 2000 reichte der Arbeitnehmer gegen seinen früheren 
Arbeitgeber eine Klage ein, welche er nach erfolglos verlaufener Sühneverhandlung 
vom 22. Januar 2001 am 19. Februar 2001 mit den folgenden Rechtsbegehren 
gemäss Leitschein vom 26. Januar 2001 ans Bezirksgericht Inn prosequierte: 

Klägerisches Rechtsbegehren:

1. Der Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger Fr. 19'900.-- zu be-
zahlen. 

2. Der Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger ein detailliertes und 
wohlwollendes Arbeitszeugnis auszustellen. 

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Beklagten. 

Zur Begründung seiner Forderung machte er insbesondere geltend, er habe 
bereits im Dezember 1997 für den Beklagten gearbeitet und ausserdem während 
seiner Arbeitszeit zahlreiche Überstunden geleistet, wofür er zu entschädigen sei. 
Ausserdem stellte er sich auf den Standpunkt, das Arbeitsverhältnis sei nicht ein-
vernehmlich aufgelöst worden, sondern er sei ungerechtfertigt fristlos entlassen 
worden. Der Beklagte beantragte die kostenfällige Abweisung der Klage. 

B. Mit Urteil vom 19. Februar 2002, mitgeteilt am 8. April 2002, entschied das 
Bezirksgericht Inn was folgt:

1. Die Klage wird teilweise gutgeheissen und der Beklagte wird ver-
pflichtet, dem Kläger Fr. 14'937.65 zu bezahlen. 

2. Dem Beklagten wird befohlen, dem Kläger innert 30 Tagen ein 
vollständiges und nach den betriebs- und brancheüblichen Mass-
stäben und nach pflichtgemässem Ermessen abgefasstes, wohl-
wollendes Arbeitszeugnis zu erstellen. 

3. Die Kosten des Bezirksgerichtes Inn, bestehend aus

- einer Gerichtsgebühr von Fr.  3'000.00
- einer Schreibgebühr von Fr.    600.00
- Barauslagen von Fr.    100.00
- total somit Fr. 3'700.00
gehen zu Lasten des Bezirkes Inn.

4. Der Beklagte wird verpflichtet, den Kläger mit Fr. 4'050.-- inkl. 
Mehrwertsteuer ausseramtlich zu entschädigen. 

5. (Rechtsmittelbelehrung)

6. (Mitteilung)

Das Bezirksgericht kam zum Schluss, dass das Arbeitsverhältnis der Par-
teien im gegenseitigen Einvernehmen per Ende April 1998 aufgelöst worden sei. 

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Für die im Dezember 1997 geleistete Arbeit ist nach Auffassung der Vorinstanz kein 
Lohn geschuldet. Dagegen erachtete sie 254.91 Überstunden als ausgewiesen und 
sprach inklusive Zuschlag gemäss Art. 321c Abs. 3 OR eine Entschädigung von Fr. 
14'937.65 zu. Ebenfalls gutgeheissen wurde die Klage, soweit darin ein gesetzes-
konformes Arbeitszeugnis verlangt wurde. 

C. Gegen dieses Urteil reichte A. am 29. April 2002 Berufung ein mit dem 
Antrag, das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage unter Kosten- und Ent-
schädigungsfolge gemäss Gesetz für beide Instanzen vollumfänglich abzuweisen. 
B. liess die kostenfällige Abweisung der Berufung beantragen.

D. Mit Urteil vom 11. Juni 2002 hiess das Kantonsgericht die Berufung des 
Beklagten gegen den Entscheid des Bezirksgerichtes Inn vom 19. Februar 2002 
teilweise gut und hob die Ziffern 1- 4 des angefochtenen Urteils auf (Dispositivziffer 
1). Die Klage über die Lohnentschädigungen wurde abgewiesen (Dispositivziffer 2). 
Das Gericht hielt dafür, die vom Arbeitnehmer geforderte Überstundenentschädi-
gung sei zu spät geltend gemacht worden, so dass sie aufgrund der Umstände ver-
wirkt sei. Die Forderung auf Ausstellung eines verbesserten Arbeitszeugnisses 
schützte das Kantonsgericht mit der ersten Instanz. 

E. Mit Berufung vom 28. Oktober 2002 ans Bundesgericht liess B. beantra-
gen, das Urteil des Kantonsgerichts vom 11. Juni 2002 in den Ziffern 1, 2 und 4 
(Parteientschädigung) aufzuheben. Das Bundesgericht hiess die Berufung mit Urteil 
4C.342.2002/bie vom 8. Januar 2003 gut, hob den angefochtenen Entscheid auf 
und wies die Sache an die Vorinstanz zurück, damit sie über die umstrittenen Fra-
gen des Beweises der behaupteten Mehrarbeit und deren Notwendigkeit ent-
scheide. 

Das Kantonsgericht zieht in Erwägung:

1.a) Gegen Urteile der Bezirksgerichte über vermögensrechtliche Strei-
tigkeiten im Betrage von über Fr. 8'000.-- kann innert zwanzig Tagen seit Mitteilung 
Berufung erklärt werden. Die berufungsbeklagte Partei kann, wenn sie nicht selbst 
auch Berufung eingelegt hat, innert der peremptorischen Frist von 10 Tagen seit 
Mitteilung der Berufungserklärung beim Präsidenten der ersten Instanz Anschluss-
berufung mit formulierten Anträgen einreichen (Art. 220 Abs. 1 ZPO). Zur Wahrung 
ihrer Interessen kann sie dabei auch diejenigen Punkte des erstinstanzlichen Urteils 
anfechten, welche mit der Berufung nicht angefochten wurden. Bestünde diese 

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Möglichkeit nicht, würde sie Gefahr laufen, dass nur die zu ihren Gunsten lautenden 
Punkte des erstinstanzlichen Urteils abgeändert würden, die sie belastenden Teilen 
hingegen stehen bleiben würden (PKG 1985 Nr. 13, PKG 1972 Nr. 2). 

b) Nachdem das Bundesgericht das Urteil des Kantonsgerichts vom 11. 
Juni 2002 vollumfänglich aufgehoben und zurückgewiesen hat, ist erneut zu prüfen, 
ob die von der Vorinstanz zugesprochene Entschädigung für geleistete Überstun-
den grundsätzlich und der Höhe nach geschuldet ist. Für die Beantwortung dieser 
Frage ist unerheblich, ob das Arbeitsverhältnis in gegenseitigem Einvernehmen 
oder durch Kündigung aufgelöst wurde. Sie kann daher unter Hinweis auf die vorin-
stanzlichen Erwägungen (E. 3 S. 5 ff.) offen gelassen werden. Hätte B. mehr geltend 
machen wollen, als ihm das Bezirksgericht zugesprochen hat, hätte er namentlich 
an seinen Hauptbegehren festhalten und Lohn für Dezember 1997, Lohn für die Zeit 
nach April 1998 sowie eine Entschädigung wegen ungerechtfertigter fristloser Ent-
lassung fordern wollen, hätte er eine Anschlussberufung erheben müssen. Da kein 
entsprechendes Rechtsmittel eingereicht wurde, stehen diese Punkte nicht mehr 
zur Diskussion. Vor Bundesgericht unangefochten geblieben ist die Verpflichtung 
des Arbeitgebers, dem Arbeitnehmer ein vollständiges, nach betriebs- und bran-
chenüblichen Mass-Stäben und nach pflichtgemässem Ermessen abgefasstes Ar-
beitszeugnis zu erstellen (vgl. E. 6 und Dispositiv - Ziff. 2 des Urteils des Bezirksge-
richts Inn vom 19. Februar 2002; bestätigt im vom Bundesgericht aufgehobenen 
Urteil des Kantonsgerichts vom 11. Juni 2002 (E. 4)). Dieses Thema braucht daher 
ebenfalls nicht mehr ausführlich erläutert zu werden. Die Berufung wird in diesem 
Punkt abgewiesen.

2. a) Nach Art. 321c Abs. 1OR ist ein Arbeitnehmer verpflichtet, gegenü-
ber dem vereinbarten zeitlichen Umfang Mehrarbeit zu leisten, sofern sich dies als 
notwendig erweist, der Arbeitnehmer dazu in der Lage ist und ihm dies zugemutet 
werden kann. Soweit nichts anderes schriftlich vereinbart oder durch einen Gesamt-
arbeitsvertrag oder einen Normalarbeitsvertrag bestimmt wird, ist für diese Über-
stunden Lohn zu entrichten, der sich nach dem Normallohn samt einem Zuschlag 
von mindestens einem Viertel bemisst (Art. 321c Abs. 3 OR). In gegenseitigem Ein-
verständnis können die Überstunden anstatt durch Bezahlung durch Bezug von 
Freizeit in mindestens gleichem Umfang abgegolten werden (Art. 321c Abs. 2 OR). 

b) B. war als Tourismusdirektor leitender Angestellter (vgl. BGE 126 III 
337 mit Hinweisen). Gemäss Ziff. 3 seines Arbeitsvertrages (KB 6) hatte er in Ab-
sprache mit dem Arbeitgeber wöchentlich 42,5 Arbeitsstunden zu leisten. Aus-

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nahmsweise angeordnete Mehrarbeit sollte vom Arbeitnehmer soweit zumutbar ge-
leistet und die entsprechenden Überstunden sollten über das ganze Jahr hin kom-
pensiert werden. Da die Arbeitszeit vertraglich ausdrücklich verabredet war, hat der 
Beklagte tatsächlich geleistete und notwendige Überstunden gemäss Art. 321c Abs. 
3 OR nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses grundsätzlich zu entschädigen, so-
weit sie nicht durch Freizeit ausgeglichen sind. Dies hat das Bundesgericht im Urteil 
4.C.342/2002 vom 8. Januar 2003 bestätigt (E.2.1). Es wird auch von den Parteien 
anerkannt. Aufgrund des Urteils des Bundesgerichts steht weiter fest, dass die An-
sprüche nicht verwirkt sind. Das oberste Gericht erwog, dass beide Parteien damit 
rechneten, dass während der Wintersaison Überstunden zu leisten sind. Der Kläger 
war unter diesen Umständen nicht verpflichtet, den konkreten Umfang seiner Mehr-
arbeit während der Saison anzuzeigen. Dem Beklagten wäre zuzumuten gewesen, 
den Kläger zur konkreten Abrechnung seiner Überstunden aufzufordern, wenn er 
an deren Kenntnis interessiert gewesen wäre (E.2.4). Zu prüfen bleibt damit, ob die 
übrigen Voraussetzungen für die Bezahlung der geltend gemachten Überstunden 
erfüllt sind. 

3. a) Für die Abgeltung von Überstunden ist unerheblich, ob sie vom Arbeitgeber 
ausdrücklich angeordnet oder auf eigene Initiative des Arbeitgebers geleistet wur-
den; entscheidend ist, dass sie für den Arbeitgeber objektiv notwendig waren (Bun-
desgerichtsurteil 4.C.342/2002 vom 8. Januar 2003, E. 2.2 mit Hinweis auf BGE 116 
II 69 E. 4b, S. 71; 86 II 155 E. 2, S. 157). Die Beweislast trägt der Arbeitnehmer. Er 
hat zu beweisen, dass er eine bestimmte Zahl Überstunden geleistet hat und dass 
diese Überstunden betrieblich notwendig waren. Steht fest, dass der Arbeitnehmer 
regelmässig weit über die ordentliche Arbeitszeit tätig war, braucht er indessen nicht 
jede Stunde konkret nachzuweisen. Die Zahl der Überstunden ist diesfalls in analo-
ger Anwendung von Art. 42 Abs. 2 OR zu schätzen (Manfred Rehbinder, Berner 
Kommentar zum schweizerischen Privatrecht, Bd. VI, 2. Abt., 2 Teilbd., 1 Abschnitt, 
Bern 1985, N. 3 zu Art. 321 c OR; Heinz Hausheer, Berner Kommentar Update 
2002, N. 3 zu Art. 321 c OR mit Hinweis auf JAR 1989, S. 115f., JAR 1991, S. 129 
ff., JAR 1997, S. 122f. und JAR 1998, S. 133; Rehbinder/Portmann, Basler Kom-
mentar zum Schweizerischen Privatrecht, OR I, 3. Aufl., Basel 2003, N. 3 zu Art. 
321 c OR; Streiff/von Kaenel, Arbeitsvertrag, 5. Aufl., Zürich 1993, N. 10 zu Art. 
321c OR). 

b) A. wusste aus Erfahrung, dass ihr Tourismusdirektor während der Saison 
Überstunden leisten muss. So hatte es sich jedenfalls bereits beim Vorgänger des 
Klägers, C., verhalten (vgl. die Aussage der Zeugin D., Einvernahme vom 19. No-

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vember 2001, S. 7, wonach dieser dermassen viele Überstunden geleistet habe, 
dass er sie gar nicht habe kompensieren können). Auch beim neuen Direktor ging 
der Verein davon aus, dass zeitweise Überstunden notwendig sein würden. Dies 
ergibt sich aus dem Protokoll der Vorstandssitzung von A. vom 29. Dezember 1997 
(KB 1). Darin wird festgehalten, dass B. mit dem Vertragsentwurf grundsätzlich ein-
verstanden sei. Der Vorstand beschloss, dass der neue Direktor für die Arbeitszeit 
selbst verantwortlich sein solle und dass die Überstunden kompensiert werden soll-
ten. Der Beschluss des Arbeitgebers findet seinen Niederschlag in Ziff. 3 des we-
nige Tage später, nämlich am 31. Dezember 1997, von beiden Parteien unterzeich-
neten Arbeitsvertrages (KB 6). Die wöchentliche Arbeitszeit wurde darin auf 42.5 
Stunden festgelegt; es wurde festgehalten, dass der Arbeitnehmer Mehrarbeit zu 
leisten habe, wenn diese ausnahmsweise angeordnet würde und schliesslich wurde 
ausdrücklich vereinbart, dass "Überzeit", falls vorhanden, über das ganze Jahr hin 
kompensiert werden solle. Aus den Vertragsverhandlungen und dem Vertrag selbst 
ergibt sich also, dass beide Parteien davon ausgingen, dass B. jeweils während der 
Saison werde Überstunden leisten müssen. Dies ist, wie bereits die Vorinstanz er-
kannt hat, für einen Tourismusdirektor in einem Winterkurort durchaus üblich. 
Grundsätzlich kann somit gesagt werden, dass es betriebsnotwendig war, dass der 
Direktor während der Hochsaison Überstunden leistete. 

c) Den Protokollen der Vorstandssitzungen lässt sich entnehmen, dass in der 
Wintersaison 1997/1998 zahlreiche Aktivitäten stattfanden, an denen der Verein A. 
beteiligt war (z.B. Protokoll vom 27. Januar 1988, KB 5: Anlass 1, Anlass 2). Als 
neue wöchentliche "Events" im Winter, welche vom Direktor durchgeführt wurden, 
werden ein Ski-Anlass und eine Skitour erwähnt (Protokoll vom 13. Januar 1998: 
KB 4, S. 2; Zeuge E., S. 4). B. hatte verschiedene Ideen, welche er umsetzen wollte 
(Protokoll vom 13. Januar 1998, KB 4, S. 2, vgl. auch Zeuge E., S. 3; vgl. Presse-
bericht vom Neujahrs-Apéro in H., KB 3; Protokoll vom 16. Februar 1988, KB 7). 
Der Direktor vertrat den Verein gegen aussen (Protokoll vom 16. Februar 1988, KB 
7). Er nahm in der Zeit seiner Anstellung an zahlreichen Sitzungen, Gästeehrungen 
und an weiteren Anlässen in F., in Graubünden, in der Schweiz und im nahen Aus-
land teil. Seine Zusammenstellung (KB 13) gibt darüber im Einzelnen Auskunft. Die 
Zeugin D., welche mit B. während drei bis vier Monaten zusammenarbeitete und 
unter anderem für die Gästebetreuung zuständig war, sagte in der Einvernahme 
vom 19. November 2002 (S. 6) aus, dass der Direktor während ihrer eigenen Ar-
beitszeit mehr oder weniger anwesend gewesen sei. B. habe sich viel gezeigt und 
den Verein A. gut repräsentiert. Im Bereich Öffentlichkeitsarbeit für den Verein A. 
sei er ein Perfektionist gewesen, für Büroarbeiten sei er "eher nicht so der Typ" 

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gewesen. Zeuge E. spricht von einem sehr starken Arbeitseinsatz des Klägers, wel-
cher sich persönlich um die Gäste gekümmert und vielfältige Ideen gehabt habe 
(Einvernahme vom 20. Dezember 2001, S.4). Damit lassen sich die langen Arbeits-
tage mit häufig zwischen vierzehn Arbeitsstunden und einem Arbeitsende um 20.00 
oder noch später gemäss der von B. selbst erstellten Arbeitszeittabelle (KB 14) ohne 
weiteres nachvollziehen. Wenn der Beklagte dagegen einwendet, einzelne Tätig-
keiten seien nicht notwendig gewesen (Teilnahme am Neujahrsapéro) oder hätten 
zu lange gedauert (Gästeehrungen; vgl. S. 7 der Prozessantwort); keine der auf der 
Liste verzeichneten Überstunden seien zwingend notwendig gewesen (Zeuge G., 
Einvernahme vom 12. November 2001, S. 2) ist ihm entgegenzuhalten, dass die 
Tätigkeit des Tourismus-Direktors gemäss Arbeitsvertrag unter anderem Repräsen-
tationspflichten nach innen und nach aussen umfasste (KB 6, S. 1). Die in KB 13 
aufgelisteten Arbeiten fallen somit allesamt in seinen Aufgabenbereich. Für die Ein-
teilung seiner Arbeitszeit war der Direktor auch nach der Auffassung des Vorstan-
des selbst verantwortlich (Protokoll vom 29. Dezember 1997, KB 1, S. 3; vgl. auch 
Zeuge G. S. 2, ad. 11.). Damit er den Arbeitsvertrag einhalten konnte, musste er 
einzig dafür sorgen, dass er die in der Hauptsaison erbrachten Überstunden 
während der Zwischensaison hätte kompensieren können. Wie dies zu geschehen 
hatte und an welchen Anlässen er wie lange teilnehmen wollte, hatte er aufgrund 
seiner Stellung in erster Linie selbst zu entscheiden. Es wäre weder zumutbar noch 
praktikabel gewesen, vor jeder Veranstaltung die Genehmigung des Arbeitgebers 
einzuholen. Abgesehen vom Protokoll vom 20. April 1998, in welchem der Be-
schluss, das Arbeitsverhältnis mit B. aufzulösen, erläutert wird (KB 12) findet sich in 
den Protokollen im übrigen keinerlei Kritik des Vorstandes an der Arbeit des Direk-
tors (vgl. KB 4,5, 7-9; BB 6). 

Das Kantonsgericht gelangt aufgrund dieser Überlegungen und der zi-
tierten Akten zum Schluss, dass B. der Nachweis gelungen ist, dass er in der Win-
tersaison, in der er in F. als Tourismusdirektor arbeitete, regelmässig Überstunden 
leistete und dass diese Überstunden als betriebsnotwendig anzusehen sind. Zwi-
schen den Parteien war vertraglich vereinbart, dass Überstunden über das ganze 
Jahr hin kompensiert werden sollten (Ziff. 3 des Arbeitsvertrages, KB 6). Da B. nur 
vom 1. Januar bis zum 30. April 1998 in F. tätig war, der Arbeitsvertrag also bereits 
nach der ersten Wintersaison in gegenseitigem Einvernehmen aufgelöst wurde, war 
die vorgesehene Kompensation nicht mehr möglich. Die im Interesse des Arbeitge-
bers geleisteten Überstunden sind daher zu entschädigen, und zwar mangels einer 
anderen vertraglichen Abrede gemäss Art. 321 c Abs. 3 OR mit dem Normallohn 
samt einem Zuschlag von mindestens einem Viertel. 

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d) Wie aus den Zeugenaussagen ersichtlich ist, gab es beim Verein A. keine für 
alle verbindlichen Weisungen zur Arbeitszeitkontrolle. Die Mitarbeiterinnen und Mit-
arbeiter schrieben ihre Zeit jeweils selbst auf und kontrollierten sie teilweise auch 
selbst (Zeugin D., S. 8; Zeuge E., S. 5). Der Vorgänger von B., C., war nach der 
Darstellung von D. ein "Arbeitstier", der dermassen viele Überstunden hatte, dass 
er diese gar nicht hätte kompensieren können (Zeugin D., S. 7). Auch E. hatte eige-
nen Angaben zufolge nach Beendigung des Praktikums sehr viele Überstunden, 
welche ihm die Geschäftsleitung "aus Goodwill" ausbezahlte (Zeuge E., S. 5). Unter 
diesen Umständen erscheint es nicht aussergewöhnlich, dass auch B. eine be-
trächtliche Anzahl von Überstunden ausweist und diese mit einer von ihm erstellten 
Arbeitszeittabelle belegt (KB 14). Der Arbeitgeber beschränkt sich im Wesentlichen 
auf die pauschale Feststellung, die geleisteten Überstunden seien nicht notwendig 
gewesen. Inwieweit die Arbeitszeiterfassung in den Tabellen im Detail unrichtig sein 
soll, wird nicht näher dargelegt; in den Akten finden sich keine Anhaltspunkte dafür. 
Nach der Auffassung des Gerichts kann für die Bestimmung der Anzahl der geleis-
teten Überstunden auf diese Tabellen abgestellt werden, wie dies auch die Vor-
instanz getan hat. Wie oben (E. 3a) ausgeführt braucht B. nicht mehr jede einzelne 
Stunde konkret nachzuweisen, da er rechtsgenüglich bewiesen hat (oben E. 3c)), 
dass er in der Wintersaison 1998 regelmässig weit über die ordentliche Arbeitszeit 
tätig war. 

4.a) Die Vorinstanz hat die geschuldete Überstundenentschädigung gestützt 
auf den Arbeitsvertrag (KB 6) und die von B. gemachte Arbeitszeittabelle (KB 14) 
errechnet (vgl. Urteil des Bezirksgerichtes Inn vom 19. Februar 2002, E. 5, f; vgl. 
zur Berechnungsmethode Streiff/von Kaenel, a.a.O., N. 12 zu Art. 321 c OR; Chri-
stoph Senti, Überstunden, in: AJP 4/2003, S. 389 ff.). Das Kantonsgericht kann sich 
dieser Berechnung weitgehend anschliessen. 

Gemäss Ziff. 3 des Arbeitsvertrages haben die Parteien eine Arbeitszeit von 
42.5 Stunden pro Woche oder 8.5 Stunden pro Tag vereinbart. Bei einer 5-Tage-
Woche entfallen durchschnittlich 21.75 Arbeitstage auf den Monat (261 Werk-
tage/Jahr geteilt durch zwölf Monate, vgl. Senti, a.a.O., S. 389 mit Hinweisen). Dies 
ergibt für B. eine Soll-Arbeitszeit von 184.87 Stunden pro Monat, für die gesamte 
Anstellungszeit von Januar bis April 1998 eine Soll-Arbeitszeit 739.48 Stunden. Von 
dieser Soll-Arbeitszeit abgezogen wird der Ferienanspruch von 4 Wochen pro Jahr 
(KB 6 Ziff. 7), was umgerechnet auf die vier Monate von Januar bis April 1998 einem 
Ferienanspruch von 6.66 Tagen oder (multipliziert mit 8.5) 56.6 Stunden entspricht. 
In die Zeit der Anstellung fielen drei Feiertage, also 25.51 Arbeitsstunden. Unter 

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Berücksichtigung der Ferien- und Feiertage hätte B. mithin 657.37 Stunden arbeiten 
müssen (739.48 Stunden abzüglich 56.6 Stunden Ferien und abzüglich 25.51 Stun-
den Feiertage; vgl. zur Berücksichtigung von Ferien- und Feiertagen Senti, a.a.O., 
S. 389 Ziff. 9.2)). Gemäss Tabelle arbeitete er effektiv 912.25 Stunden (Januar 
289.5 Stunden, Februar 226.33 Stunden, März 278.67 Stunden, April 117.75 Stun-
den). Er leistete insgesamt also 254.88 Überstunden (912.25 effektive Arbeitsstun-
den Stunden abzüglich 657.37 Stunden Soll-Arbeitszeit). In diesen Überstunden 
enthalten ist indessen die Zeit, die B. am 13. Januar 1998 an einem Mitarbeiter-
nachtessen verbrachte und welche gemäss dem in diesem Punkt unangefochten 
gebliebenen Urteil des Bezirksgerichtes Inn vom 19. Februar 2002 nicht zu entschä-
digen ist (E. 5 d, S. 9). Zieht man für dieses Nachtessen drei Stunden ab, ergibt dies 
einen Saldo zu Gunsten von B. von 251.88 Stunden, welche nach Art. 321 c Abs. 3 
OR vom Arbeitgeber zu bezahlen sind. 

b) Gemäss Arbeitsvertrag erzielte B. ein Jahresgehalt von brutto Fr. 104'000.--
, nämlich Fr. 8'000.-- pro Monat zuzüglich einem 13. Monatslohn, welcher bei der 
Berechnung des Stundenlohns zu berücksichtigen ist (KB 6, Ziff. 5; vgl. zur Berück-
sichtigung des 13. Monatslohns Senti, a.a.O., S. 390, Ziff. 9.5.3 mit Hinweisen; 
Streiff/von Kaenel, a.a.O., N. 12 zu Art. 321c OR ; N. 11 zu Art. 322d OR). Ausge-
hend von einem Bruttolohn inklusive 13. Monatslohn von 8'666.66 pro Monat und 
21.75 Arbeitstagen pro Monat ergibt dies einen Tageslohn von Fr. 398.46; bei 8.5 
Arbeitsstunden pro Tag mithin einen Stundenlohn von 46.88, wie bereits das Be-
zirksgericht Inn ermittelt hat. Multipliziert man diesen Stundenlohn mit der Anzahl 
der errechneten Überstunden von 251.88, ergibt dies ein Guthaben von Fr. 
11'808.15. Dieser Betrag ist gemäss Art. 321c Abs. 3 OR um einen Viertel, mithin 
um Fr. 2'952.05, zu erhöhen. Dem Kläger wird somit eine Entschädigung für geleis-
tete Überstunden von brutto Fr. 14'760.20 zugesprochen. Überstundenentschädi-
gungen gelten als Lohn, weshalb sowohl vom ausbezahlten Stundenlohn als auch 
vom Zuschlag die Sozialversicherungsbeiträge abzuziehen sind (Senti, a.a.O., S. 
391, Ziff. 9.7). Der Beklagte wird demnach in teilweiser Gutheissung der Klage ver-
pflichtet, dem Kläger Fr. 14'760.20 abzüglich die gesetzlichen Sozialversicherungs-
beiträge zu bezahlen. 

5. Gemäss Art. 343 Abs. 3 OR dürfen den Parteien bei Streitigkeiten aus dem 
Arbeitsverhältnis bis zu einem Streitwert von Fr. 30'000.-- weder Gebühren noch 
Auslagen des Gerichts auferlegt werden. Die Gerichtskosten sind somit auf die Ge-
richtskasse zu nehmen. Der Beklagte und Berufungskläger ist mit seinem Rechts-
mittel sowohl bezüglich des Arbeitszeugnisses als auch bezüglich der von der Vor-

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instanz zugesprochenen Überstundenentschädigung praktisch vollumfänglich un-
terlegen. Er hat den Kläger und Berufungsbeklagten daher für das Berufungsver-
fahren ausseramtlich mit Fr. 2'000.-- zu entschädigen (Art. 223 ZPO i.V.m. Art. 122 
Abs. 2 und 1 ZPO).  

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Demnach erkennt das Kantonsgericht :

1. Die Berufung wird teilweise gutgeheissen und Ziff. 1 des angefochtenen Ur-
teils aufgehoben. 

In teilweiser Gutheissung der Klage wird der Beklagte verpflichtet, dem Klä-
ger Fr. 14'760.20 abzüglich die gesetzlichen Sozialversicherungsbeiträge zu 
bezahlen. 

2. Im übrigen wird die Berufung abgewiesen. 

3. Die Kosten des Berufungsverfahrens, bestehend aus einer Gerichtsgebühr 
von Fr. 2'000.-- und einer Schreibgebühr von Fr. 165.--, total somit Fr. 2'165.-
-, werden auf die Gerichtskasse genommen. 

4. Der Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger eine ausseramtliche Entschädi-
gung von Fr. 2'000.-- zu bezahlen. 

5. Mitteilung an:

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Für die Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden
Der Präsident Die Aktuarin ad hoc