# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bd4f8a82-06c9-5089-b543-987490068a07
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-06-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.06.2010 E-2023/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2023-2010_2010-06-11.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-2023/2010/luc/bos/gon
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 1 .  J u n i  2 0 1 0

Richterin Christa Luterbacher (Vorsitz), 
Richter Martin Zoller, Richterin Muriel Beck Kadima, 
Gerichtsschreiberin Sandra Bodenmann.

A._______,
Staatsangehörigkeit unbekannt, eigenen Angaben 
zufolge Afghanistan bzw. Pakistan,
vertreten durch lic.iur. Dominik Löhrer, (...)
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 24. März 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-2023/2010

Sachverhalt:

A.
Der  Beschwerdeführer  reiste  eigenen  Angaben  zufolge  von  Kabul 
(Afghanistan) her, via Pakistan, Iran, Türkei, Griechenland und Italien,  
illegal in die Schweiz ein und stellte hier am 12. September 2009 ein  
Asylgesuch.

B.
Am  21.  September  2009  wurde  er  im  Empfangs-  und  Verfahrens-
zentrum  B._______  zu  seinen  Asylgründen  befragt,  wobei  er  unter 
anderem geltend machte, er sei  im Jahre 1994 (bzw. Ende 1993; er 
werde  Ende  des  Jahres  2009  16  Jahre  alt)  in  seinem  Heimatstaat 
Afghanistan geboren. Sein Vater sei von den Taliban ermordet worden 
und sein Onkel sei nun besorgt, dass auch ihm etwas angetan werde. 
Er  könne  seinen  Onkel  beauftragen,  ihm zum Beweis  seines  Alters 
seine  Tazkara  in  die  Schweiz  zu  schicken,  sobald  er  ihn  erreichen 
könne.

C.
Am 22. September  2009  ergab  die  radiologische  Untersuchung  des 
Beschwerdeführers  durch  das  Spital  C._______  ein  Skelettalter  von 
18 Jahren (A 10 und 11).

D.
Mit Befragung vom 6. Oktober 2009 teilte ihm das BFM mit, er habe 
seine  Minderjährigkeit  nicht  glaubhaft  machen  können  und  werde 
somit im weiteren Verfahren als volljährig behandelt. In derselben Be-
fragung  wurde  ihm das rechtliche  Gehör  dazu sowie  zu  einer  mög-
lichen Wegweisung nach Griechenland gewährt (A16 und 17).

E.
Am  9.  Oktober  2009  ging  per  DHL-Kurier  die  Tazkara  des  Be-
schwerdeführers mit pakistanischem Absender beim BFM ein.

F.
Mit Verfügung vom 13. Oktober 2009 wurde der Beschwerdeführer für 
die Dauer des Asylverfahrens dem Kanton D._______ zugewiesen.

G.
In einer internen Aktennotiz vom 14. Oktober 2010 hielt das BFM fest,  

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die  Echtheit  der  eingereichten  Tazkara  könne  nicht  geprüft  werden 
(A24).

H.
Im Rahmen der Prüfung, ob ein Dublin-Übernahmeverfahren bei den 
griechischen Behörden einzuleiten sei,  hielt  das BFM mit  Aktennotiz 
vom 4. Dezember 2009 fest, hierauf werde verzichtet, da das Alter des 
Beschwerdeführers  nach der  momentanen Aktenlage nicht  eindeutig 
bestimmt  werden  könne.  Die  Leiterin  des  Durchgangszentrums,  in 
welchem  der  Beschwerdeführer  untergebracht  sei,  habe  vermerkt, 
dass sich dieser nicht wie ein Volljähriger verhalte. Er komme deutlich 
besser mit den 16-Jährigen zurecht als mit den anwesenden Erwach-
senen. Auch sein Lehrer stufe sein Verhalten als dasjenige eines Min-
derjährigen  ein.  Da  es  für  einen  afghanischen  Staatsangehörigen 
praktisch  unmöglich  sei,  sein  Alter  nachzuweisen,  werde  auf  die 
Durchführung eines Dublin-Verfahrens verzichtet (A28).

I.
Am 2. März  2010 wurde der  Beschwerdeführer  durch das BFM ein-
lässlich angehört.

J.
Mit Verfügung vom 24. März 2010 trat das BFM auf das Asylgesuch 
des Beschwerdeführers vom 12. September 2009 in Anwendung von 
Art.  32  Abs.  2  Bst.  a  des  Asylgesetzes  vom 26. Juni  1998  (AsylG, 
SR 142.31) nicht ein und ordnete die Wegweisung sowie deren Vollzug 
an. Als Begründung führte es im Wesentlichen aus, dass gemäss der 
von  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  (ARK)  entwickelten 
Praxis  der  Asylsuchende  die  Beweislast  für  die  geltend  gemachte 
Minderjährigkeit  trägt.  Es  obliege  demnach  dem  Beschwerdeführer 
nachzuweisen  oder  zumindest  glaubhaft  zu  machen,  dass  er 
tatsächlich minderjährig sei. Dies sei ihm nicht gelungen. Sowohl das 
Aussehen und seine Erscheinung wie auch die gemachten Aussagen, 
welche  extrem  vage  und  undifferenziert  gewesen  seien,  sprächen 
gegen  die  geltend  gemachte  Minderjährigkeit.  Zudem  habe  die 
Knochenaltersanalyse auf  ein Alter  von 18 Jahren hingewiesen. Der 
vom  Beschwerdeführer  eingereichte  Identitätsausweis  (Tazkara) 
vermöge  seine  Behauptung  nicht  zu  beweisen,  zumal  afghanische 
Papiere  jeder  Art  grundsätzlich  leicht  gefälscht,  beziehungsweise 
ebenso leicht käuflich erworben werden könnten. Der Beweiswert von 
afghanischen  Papieren  könne  grundsätzlich,  mit  Ausnahme  von 

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Reisepässen,  als  niedrig  eingestuft  werden.  Auch  seien  die 
Ausführungen  des  Beschwerdeführers  betreffend  den  Zeitpunkt  der 
Ausstellung  des  Identitätsausweises,  seine  Ausreise  und  das 
eingetragene  Ausstellungsdatum in  diesem Ausweis  widersprüchlich. 
Es müsse davon ausgegangen werden, dass der eingereichte Ausweis 
nicht echt sei. Somit sei der Tatbestand von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG 
erfüllt,  da der Beschwerdeführer mit seinen vagen, unsubstanziierten 
und widersprüchlichen Aussagen auch nicht  habe glaubhaft  machen 
können,  dass  er  aus  entschuldbaren  Gründen  nicht  in  der  Lage 
gewesen  sei,  innert  der  eingeräumten  Frist  von  48  Stunden  echte 
Reise- oder Identitätspapiere vorzulegen. Ebenso sei die Flüchtlings-
eigenschaft  nicht  glaubhaft  gemacht.  Der  Beschwerdeführer  habe 
offensichtlich weder in Afghanistan noch in Pakistan gelebt und es sei  
nicht  Aufgabe  des  BFM,  nach  allfälligen  Wegweisungsvollzugs-
hindernissen  in  hypothetischen  Herkunftsländern  zu  forschen.  Der 
Vollzug der Wegweisung sei ausserdem technisch möglich und prak-
tisch durchführbar.

K.
Mit  Beschwerde vom 29. März 2010 gelangte der Beschwerdeführer 
an das Bundesverwaltungsgericht und beantragte, der Entscheid des 
BFM sei aufzuheben und die Sache sei an die Vorinstanz mit der An-
weisung  zurückzuweisen,  auf  das  Asylgesuch  einzutreten.  Die  Vor-
instanz sei  anzuweisen,  die  Minderjährigkeit  des  Beschwerdeführers 
festzustellen,  eventualiter  sei  die  Unzumutbarkeit  des  Vollzugs  der 
Wegweisung festzustellen  und die  vorläufige  Aufnahme anzuordnen. 
Weiter  ersuchte  er  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozess-
führung. Zur Begründung machte er  geltend,  das BFM habe zu Un-
recht  ohne  Vornahme  einer  eigentlichen  Prüfung  geschlossen,  die 
eingereichte  Tazkara  sei  gefälscht.  Das  Bundesverwaltungsgericht 
habe  sich  mit  Urteil  D-4472/2010  vom  5. Februar  2009  zur 
Fälschungssicherheit  einer  Tazkara  geäussert  und  sei  zum Schluss 
gekommen, bei der Überprüfung derselben müssten immer auch die 
Verhältnisse im Heimatland berücksichtigt werden. Es dürfe nur in dem 
Falle von einer Fälschung ausgegangen werden, wenn die Identitäts-
karte auch den afghanischen Massstäben nicht entspreche. Das BFM 
könne sich daher nicht auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG stützen. Weiter 
könne  bezüglich  der  geltend  gemachten  Minderjährigkeit  des  Be-
schwerdeführers  nicht  auf  den  Entscheid  der  ARK  (EMARK  2004 
Nr. 30) abgestellt werden, seien doch in jenem Verfahren keine Identi-
tätspapiere  eingereicht  worden  und  habe  dort  die  Knochenalters-

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analyse eine Alter von 19 Jahren ergeben. Zudem gehe aus dem Ent-
scheid hervor, dass dem Augenschein bei Personen zwischen 15 und 
25 Jahren kaum praktische Bedeutung zukomme. Auch könnten aus 
dem Ergebnis der Knochenaltersanalyse keine gesicherten Schlüsse 
gezogen werden.

L.
Mit  Verfügung  vom  6.  April  2010  wurde  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses verzichtet  und das BFM zu einer  Stellungnahme 
eingeladen.

M.
Mit  Vernehmlassung vom 9. April  2010 führte das BFM aus,  die Be-
schwerdeschrift  enthalte  keine  neuen  erheblichen  Tatsachen  oder 
Beweismittel,  welche zu einer Änderung seines Standpunktes führen 
könnten.  Gleichwohl  werde  wiederholt,  was  mit  Verfügung  vom 
24. März 2010 bereits ausgeführt worden sei. Da es sich bei afghani -
schen  Dokumenten  auch  um  Blankodokumente  oder  gefälligkeits-
halber ausgestellte Dokumente handeln könne, erübrige sich die Frage 
einer Dokumentenanalyse. Im Falle der durch den Beschwerdeführer 
eingereichten  Tazkara  würden  die  Zweifel  an  deren  Echtheit  durch 
verschiedene Ungereimtheiten in  den Befragungen untermauert.  Die 
eingereichte  Tazkara  sei  deshalb  eine  Fälschung,  respektive  es 
komme ihr kein Beweiswert zu.

N.
Mit  Replik  vom  30.  April  2010  erwiderte  der  Beschwerdeführer,  es 
könne  in  Anbetracht  dessen,  dass  das  BFM  lediglich  auf  die  an-
gefochtene  Verfügung  verweise,  auf  die  Ausführungen  in  der  Be-
schwerde verwiesen werden.

O.
Am 21. Mai 2010 reichte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers 
aufforderungsgemäss seine Kostennote zu den Akten.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungs-
gericht  Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des  Bundes-
gesetzes  vom  20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
(VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 
VGG und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts. 
Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG 
liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist  daher zuständig für 
die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet im  Be-
reich des Asyls endgültig (Art. 105 des AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 
BGG,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG und 
Art. 6 AsylG).

1.3 Die  Beschwerde  ist  frist-  und  formgerecht  eingereicht;  der 
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, 
ist  durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  und hat ein 
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Än-
derung  und  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  
(Art. 108 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m Art. 37 VGG und Art. 48 
Abs. 1 und Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
oder die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
Das BFM hat  sich  beim angefochtenen Nichteintretensentscheid  auf 
Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG gestützt. Bei Beschwerden gegen Nicht -
eintretensentscheide ist  die Beurteilungszuständigkeit  der Beschwer-
deinstanz grundsätzlich auf die Überprüfung der Frage beschränkt, ob 
die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist. Bei 
Begründetheit  des  Beschwerde  ist  die  angefochtene  Verfügung  auf-
zuheben und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zu-
rückzuweisen (vgl. EMARK 2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240).

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4.
Der  Beschwerdeführer  gab  bei  seiner  Befragung  im  Empfangs-  und 
Verfahrenszentrum B._______  an,  er  sei  im  Jahre  1994  (bzw. Ende 
1993) geboren. Somit wäre der Beschwerdeführer auch im Zeitpunkt 
des vorliegenden Beschwerdeentscheides noch minderjährig.

Die Vorinstanz ging demgegenüber im Rahmen einer vorfrageweisen 
Prüfung davon aus, die behauptete Minderjährigkeit sei nicht glaubhaft 
gemacht worden, wozu dem Beschwerdeführer das rechtliche Gehör 
gewährt worden ist. Im weiteren Verlauf des Verfahrens ging die Vor-
instanz von der Volljährigkeit des Beschwerdeführers aus. Namentlich 
wurde ihm für die Dauer des Asylverfahrens, auch für die ausführliche 
Anhörung  zu  den  Asylgründen  am 2.  März  2010,  keine  Vertrauens-
person  beigeordnet,  und  in  der  angefochtenen  Verfügung  wird  die 
Frage  des  Wegweisungsvollzugs  im  Hinblick  auf  eine  volljährige 
Person geprüft.

5.

5.1 Ist  einem unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden kein Vor-
mund  oder  Beistand  ernannt  worden  und  sind  entsprechende  vor-
mundschaftliche  Massnahmen  seitens  der  zuständigen  kantonalen 
Behörden auch nicht innert  vernünftiger Frist  zu erwarten, so ist  der 
urteilsfähigen,  unbegleiteten  und  nicht  vertretenen  minderjährigen 
Person  für  die  Dauer  des  Asylverfahrens  eine  rechtskundige  Ver-
trauensperson  beizuordnen,  bevor  die  erste  Anhörung  zu  den  Asyl-
gründen durchgeführt wird (vgl. Art. 17 Abs. 3 AsylG; Art. 7 Abs. 3 und 
5 AsylV 1). 

5.2 Es ist  grundsätzlich  zulässig,  dass  die  Vorinstanz  vorfrageweise 
über die Frage der Glaubhaftigkeit  einer geltend gemachten Minder-
jährigkeit  befindet,  wenn  Zweifel  an  den  Altersangaben  der  asyl-
suchenden Person bestehen, und gegebenenfalls das Verfahren, wenn 
die behauptete Minderjährigkeit nicht glaubhaft wird, ohne Einhaltung 
der speziellen Verfahrensvorschriften zugunsten unbegleiteter minder-
jähriger Asylsuchender durchführt (vgl. EMARK 2004 Nr. 30).

Mit  Bezug  auf  das  Beweismass,  dem  Altersangaben  zu  genügen 
haben, ist  von der allgemeinen Regel von Art. 7 AsylG auszugehen, 
das heisst, die behauptete Minderjährigkeit muss zumindest glaubhaft 
erscheinen.  Die  Glaubhaftmachung  des  behaupteten  minderjährigen 

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Alters  ist  im  Rahmen  einer  Gesamtwürdigung  in  einer  Abwägung 
sämtlicher  Anhaltspunkte,  welche für  oder  gegen die  Richtigkeit  der 
betreffenden  Altersangaben  sprechen,  vorzunehmen;  dabei  gilt  der 
Grundsatz  der  freien  Beweiswürdigung  (vgl.  EMARK  2004  Nr.  30, 
E. 5.3.3 und 5.3.4 S. 209 f., mit weiteren Hinweisen).

5.3 Ergibt  sich  freilich  nachträglich,  dass  die  Vorinstanz  zu  Unrecht 
von  der  Unglaubhaftigkeit  der  behaupteten  Minderjährigkeit  aus-
gegangen  und  den  Betreffenden  zu  Unrecht  als  volljährigen  Asyl-
suchenden  behandelt  hat,  wird  mithin  nachträglich  im  Beschwerde-
verfahren festgestellt, dass die Altersangaben der betreffenden Person 
und damit die von ihr geltend gemachte Minderjährigkeit als glaubhaft 
zu erachten sind, ihr aber vor der Anhörung zu den Asylgründen keine 
Vertrauensperson beigeordnet worden ist, hat dies die Kassation des 
vorinstanzlichen  Entscheids  wegen  Verletzung  des  Anspruchs  auf 
rechtliches Gehör und die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz 
zur  Folge  (EMARK  2004  Nr. 30  E.  6.4.5  S.  214,  mit  weiteren  Hin-
weisen).

6.

6.1 In erster Linie werden bei der Feststellung der Glaubhaftigkeit der 
Minderjährigkeit  eines  Asylsuchenden  die  eingereichten  Identitäts-
dokumente gewürdigt.

Der Beschwerdeführer reichte eine Tazkara zu den Akten, die ihm per 
DHL-Kurier aus Pakistan, seinen Angaben gemäss von seinem Onkel, 
zugestellt  worden ist; die Tazkara ist den darin enthaltenen Angaben 
zufolge  am (...)  in  Kabul  ausgestellt  worden  und  hält  in  der  Rubrik 
„Geburtsdatum“ fest: „Im Jahr 1388 (2009) scheint 15-jährig zu sein“.

Das BFM mass dieser Tazkara keinen Beweiswert zu, bezeichnete sie 
aufgrund  diverser  Unstimmigkeiten  als  Fälschung  und  verfügte  die 
Einziehung,  ohne  indessen  eine  Dokumentenanalyse  durchzuführen 
und konkrete Fälschungsmerkmale zu nennen. Das BFM ging davon 
aus,  eine  Dokumentenanalyse  erübrige  sich,  da  es  sich  bei  af-
ghanischen  Dokumenten  auch  um  Blanko-  oder  bloss  gefälligkeits-
halber ausgestellte Dokumente handeln könne. 

Der  Beschwerdeführer  macht  hierbei  geltend,  gemäss  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichtes  vom  5.  Februar  2009  (D-4472/2008) 

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müssten bei der Prüfung einer Tazkara nicht lediglich die schweizeri -
schen Bedingungen, sondern immer auch die des Ausstellungslandes 
berücksichtigt werden. Nur wenn die eingereichte Identitätskarte den 
afghanischen  Qualitätsstandards  nicht  entspreche,  dürfe  daraus  der 
Schluss gezogen werden, das Dokument sei gefälscht. 

In  der  Tat  befasst  sich  der  genannte  Entscheid  des  Bundes-
verwaltungsgerichtes mit einer sehr ähnlichen Fallkonstellation. Darin 
wird  der  durch  das  BFM  gefällte  Nichteintretensentscheid  (Art.  32 
Abs. 2  Bst.  a  AsylG),  aufgrund  fehlender  Sachverhaltsabklärungen 
bezogen auf die eingereichte Tazkara, aufgehoben und die Sache an 
die  Vorinstanz  zurückgewiesen.  Die  in  jenem  Beschwerdeverfahren 
eingereichte Tazkara erfülle zwar das in BVGE 2007/7 festgesetzte Kri-
terium,  wonach  Identitätspapiere  "praktisch  fälschungssicher"  sein 
müssten, nicht, dieses Kriterium sei jedoch immer auch bezogen auf 
die  Sicherheitsstandards  im  Heimatland  zu  betrachten.  Zwar  könne 
angesichts  des  Mangels  an  Sicherheitsmerkmalen  davon  aus-
gegangen werden, dass diese auch nach afghanischen Bestimmungen 
nicht  als  fälschungssicher  zu  qualifizieren  wäre,  mit  hinreichender 
Sicherheit  könne  dies  jedoch  nicht  festgestellt  werden.  Es  bestehe 
somit  ein  gewisser  Klärungsbedarf  und  es  könne  nicht  der  Schluss 
gezogen werden, es handle sich mangels Sicherheitsmerkmalen nicht 
um ein Identitätspapier im Sinne der erwähnten Praxis. Das BFM wäre 
somit verpflichtet gewesen, die unklar gebliebenen Fragen hinsichtlich 
der  afghanischen  Identitätskarten  zu  klären  und  die  betreffenden 
Informationen bei den afghanischen Behörden einzuholen.

Auch im vorliegenden  Fall  muss also  ohne eingehende Prüfung der 
Tazkara davon ausgegangen werden, dass dem eingereichten Identi-
tätsdokument immerhin ein gewisser Beweiswert zukommt; zumindest 
darf diese nicht ohne genauere Betrachtung als Fälschung deklariert 
werden. 

Zwar ergeben sich, bezogen auf die eingereichte Tazkara, wie in der 
Verfügung des BFM festgestellt, in der Tat einige Unklarheiten. Zu er -
wähnen  ist  beispielsweise,  dass  sich  der  Beschwerdeführer  nach 
eigenen Angaben zum Zeitpunkt der Ausstellung der Tazkara bereits 
ausserhalb  Afghanistans  befunden  hätte.  Dennoch  kann  nach 
bundesverwaltungsgerichtlicher  Rechtsprechung  nicht  ohne  Prüfung 
der  eingereichten  Identitätskarte  davon  ausgegangen  werden,  diese 
sei  gefälscht.  Was  die  widersprüchlichen  Angaben  des 

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Beschwerdeführers in diesem Zusammenhang betrifft, ist festzuhalten, 
dass  diese  in  einer  Anhörung  ohne  Vertrauensperson  zu  Protokoll 
gegeben  wurden;  das  gesamte  unsubstanziierte  und  unstimmige 
Aussageverhalten  des  Beschwerdeführers  im  Rahmen  dieser 
Befragung könnte durchaus ein Zeichen der offensichtlich auch durch 
die Lehrpersonen festgestellten Unreife des Beschwerdeführers sein, 
der  sich  möglicherweise  der  Tragweite  des  Verfahrensschrittes  nicht 
vollständig  bewusst  war.  Sinn  und  Zweck  der  Beiordnung  einer 
Vertrauensperson bei minderjährigen Beschwerdeführern ist es gerade 
auch, dem Jugendlichen die Wichtigkeit und Bedeutung der Anhörung 
begreiflich zu machen (vgl. EMARK 2006 Nr. 14 E. 6.4 S. 155; EMARK 
2003 Nr. 1 E. 3.e.bb S. 8 f.). 

6.2 Liegen keine schlüssigen Identitätsdokumente vor,  fallen als  Be-
weismittel  zudem  Abklärungsergebnisse  in  Betracht,  welche  auf 
"wissenschaftlichen Methoden" im Sinne von Art. 7 Abs. 1 AsylV 1 be-
ruhen.  In  der  Praxis  handelt  es  sich  dabei  meist  um  sogenannte 
Knochenaltersanalysen.  Dabei  muss  festgestellt  werden,  dass  der-
artigen Abklärungsergebnissen nur äusserst beschränkter Beweiswert 
zukommt.  Nach  der  Praxis  der  ARK  –  die  das  Bundesverwaltungs-
gericht  weiterführt  –  vermag eine Knochenaltersanalyse lediglich als 
Beweismittel  zu  dienen,  wenn  die  Differenz  zwischen  dem  ange-
gebenen  Alter  und  dem des  Abklärungsresultates  eine  Abweichung 
(doppelte  Standardabweichung)  von  drei  Jahren  übersteigt  (EMARK 
2001 Nr. 23). Auch damit kann jedoch lediglich bewiesen werden, dass 
der Beschwerdeführer betreffend sein Alter getäuscht hat; bezogen auf 
das  tatsächliche  Alter  sind  hingegen  keine  wissenschaftlich  zuver-
lässigen Aussagen möglich. Dies ist  selbst  dann der Fall,  wenn das 
ermittelte Knochenalter über 19 Jahren liegt und somit feststeht, dass 
der  Beschwerdeführer  ausgewachsen  ist  (vgl.  EMARK  2001  Nr. 23 
E. 4 S. 186; EMARK 2000 Nr. 19, E. 7c S. 187). Immerhin wäre dies 
jedoch ein (schwaches) Indiz für eine Volljährigkeit des Beschwerde-
führers. Bei einem ermittelten Skelettalter von 18 Jahren und weniger 
kann zumindest festgestellt  werden, dass sich der Beschwerdeführer 
noch  im  Wachstum  befindet.  Im  vorliegenden  Fall  wurde,  bei  einer 
durch  das  Spital  C._______  vorgenommenen  Abklärung,  ein 
Skelettalter  von  18  Jahren  festgestellt.  Dabei  wurde  darauf 
hingewiesen,  dass  bei  einem angegebenen Alter  von 15 Jahren  mit 
einer doppelten Standardabweichung von +/-28,4 Monaten zu rechnen 
sei.  Die  Differenz  zwischen  dem angegebenen und  dem ermittelten 
Alter beträgt im Falle des Beschwerdeführers weniger als drei  Jahre 

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und die Aussagen des Beschwerdeführers stimmen demnach, gemäss 
ARK-Praxis,  durchaus  noch  mit  dem Abklärungsresultat  im Rahmen 
einer möglichen Normalabweichung überein. Auch die durch das Spital  
C._______  angegebene  doppelte  Standardabweichung  von  +/- 28,4 
Monaten  liegt  noch  im  Bereich  des  Möglichen,  sofern  man  davon 
ausgeht, der Beschwerdeführer sei Anfang des Jahres 1994 geboren 
und demnach bei der Knochenaltersuntersuchung im September 2009 
15  Jahre  7  Monate  alt  gewesen. Die  Knochenaltersanalyse  vermag 
folglich  die  Angaben  des  Beschwerdeführers  bezüglich  seines  Ge-
burtsjahres nicht zu widerlegen.

6.3 Gewisse  Rückschlüsse  können  allenfalls  auch  aufgrund  des 
äusseren Erscheinungsbild möglich sein (Art. 12 Bst. d VwVG). Im vor-
liegenden Verfahren wurde der Beschwerdeführer vom BFM als voll -
jährig eingeschätzt. Dies steht freilich im Gegensatz zur Einschätzung 
der  Hilfswerksvertreterin  der  E._______,  die  bei  der  Anhörung  vom 
2. März  2010  vermerkte,  der  Beschwerdeführer  sei  ihrer  Meinung 
nach, "seinem äusseren Erscheinungsbild nach, nicht volljährig" (vgl. 
A32 S. 20). Allgemein lässt das Erscheinungsbild eines Beschwerde-
führers nur grobe Schätzungen zu; für die Alterskategorie von Jugend-
lichen  zwischen  15  und  25  Jahren,  also  auch  im  Falle  des  Be-
schwerdeführers,  kommt  dem  Augenschein  kaum  praktische  Be-
deutung zu,  da in diesem Alter  eine Schätzung extrem schwierig ist 
(vgl. EMARK 2004 Nr. 30 E. 6.3 S. 211). 

6.4 Bei der Prüfung des Alters werden zudem die Aussagen des Be-
schwerdeführers  gewertet.  Diese  waren,  wie  das  BFM feststellte,  in 
der Tat widersprüchlich und blieben in weiten Zügen unsubstanziiert. 
Sowohl bezogen auf den Tod seiner Eltern wie auch auf seinen Auf-
enthalt  in  Afghanistan  beziehungsweise  Pakistan  machte  der  Be-
schwerdeführer ungereimte Angaben. Auch vermag seine Aussage, er 
könne sich aufgrund des traumatischen Aufenthaltes in Griechenland 
an fast nichts mehr erinnern,  nicht zu überzeugen, zumal er bei der 
Erstbefragung, welche ebenfalls nach seinem Aufenthalt in Griechen-
land  stattfand,  zumindest  noch  die  Eckdaten  seiner  Geschichte  an-
zugeben vermochte. 

Auch  hierbei  kann  dem  Beschwerdeführer  jedoch  zugute  gehalten 
werden, dass seine Unreife, die denn auch das Betreuungspersonal 
des Durchgangszentrums festgestellt hat, durchaus dazu hätte führen 
können, dass er sich der Ernsthaftigkeit und Wichtigkeit der Befragung 

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nicht  genügend  bewusst  war;  auf  die  Aufgaben,  die  in  diesem  Zu-
sammenhang eben gerade einer Vertrauensperson des unbegleiteten 
minderjährigen  Asylsuchenden  zukommen,  wurde  oben  hingewiesen 
(vgl. oben, E. 6.1).

6.5 Festzuhalten  ist  schliesslich,  dass  der  Beschwerdeführer  im 
Strafverfahren betreffend illegale Einreise offenbar als Minderjähriger 
behandelt und sein Alter dort nicht in Zweifel gezogen worden ist; die 
Strafsache wurde durch die Jugendanwaltschaft behandelt (vgl. A27). 

Sodann  wurde  das  Verhalten  des  Beschwerdeführers  sowohl  durch 
den  Lehrer  wie  auch  durch  die  Betreuungsperson  im  Durchgangs-
zentrum als dasjenige eines Minderjährigen eingestuft (vgl. A28). Dies 
kann angesichts dessen, dass die bezeichneten Betreuungspersonen 
intensiv und über einen längeren Zeitraum mit dem Beschwerdeführer 
Kontakt hatten, nicht unbeachtet bleiben.

Schliesslich geht aus der Aktennotiz des BFM vom 4. Dezember 2009 
(A  28)  hervor,  dass  offenbar  selbst  das  BFM  die  Volljährigkeit  des 
Beschwerdeführers  nicht  als  gesichert  erachtet,  da es aufgrund des 
unbestimmbaren Alters  auf  eine Dublin-Überstellung nach Griechen-
land verzichtete.

6.6 Zusammenfassend ergibt  sich,  dass  sich  nach Abwägung sämt-
licher Anhaltspunkte die Einschätzung des BFM nicht bestätigen lässt,  
die  Minderjährigkeit  des  Beschwerdeführers  müsse  als  unglaubhaft 
gelten. Nach dem Gesagten hat die Vorinstanz den Beschwerdeführer 
zu Unrecht als volljährig betrachtet und zu Unrecht darauf verzichtet,  
ihm  für  das  Verfahren  eine  rechtskundige  Vertrauensperson  beizu-
geben. Die angefochtenen Verfügung ist demnach unter Verletzung der 
für  unbegleitete  minderjährige  Asylsuchende  zu  beachtenden  Ver-
fahrensvorschriften ergangen und aus diesem Grund aufzuheben. Das 
Verfahren  ist  an  die  Vorinstanz  zurückzuweisen,  und  das  BFM wird 
aufgefordert,  dem  Beschwerdeführer  eine  Vertrauensperson  beizu-
ordnen und das Verfahren unter Wahrung der für unbegleitete Minder-
jährige geltenden Verfahrensvorschriften weiterzuführen.

7.
Der  Vollständigkeit  halber  wird  an  dieser  Stelle  erneut  festgehalten, 
dass die Tatsache allein, dass afghanische Identitätskarten leicht ge-
fälscht,  beziehungsweise  leicht  käuflich  erworben  werden  können, 

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nicht grundsätzlich den Schluss zulässt, ein solcher Identitätsausweis 
sei gefälscht. Auch wenn sich, wie oben dargelegt, tatsächlich gewisse 
Ungereimtheiten aus den Aussagen des Beschwerdeführers ergeben, 
ändert  dies  nichts  an  der  Tatsache,  dass  die  Tazkara  nicht  erwie-
senermassen  gefälscht  ist.  Wie  im  Bundesverwaltungsgerichtsurteil  
vom  5.  Februar  2009  (D-4472/2008)   festgehalten  wurde,  müssen 
Reise-  und  Identitätspapiere  die  Identität  des  Inhabers  und  dessen 
Staatsangehörigkeit  fälschungssicher  und  zweifelsfrei  belegen  sowie 
den Vollzug der Wegweisung sicherstellen. Jedoch sind dabei nicht nur 
die  schweizerischen  Bedingungen  zur  Festlegung  der  Fälschungs-
sicherheit,  sondern  immer auch die  Bedingungen des ausstellenden 
Staates zu berücksichtigen. Nur wenn die Identitätskarte auch den af-
ghanischen  Qualitätsstandards  nicht  entspricht  und  die  Massstäbe, 
welche Afghanistan an die Fälschungssicherheit  von Identitätskarten 
bestimmt,  nicht  erfüllt,  darf  der  Schluss  gezogen  werden,  das  Do-
kument genüge den Anforderungen an die Fälschungssicherheit nicht 
(BVGE 2007/7 E. 5.1.3 S. 67, Urteil  des Bundesverwaltungsgerichtes 
D-4472/2007 vom 5. Februar 2009). Es kann also ohne Prüfung der 
eingereichten  Tazkara  nicht  davon  ausgegangen  werden,  diese  sei 
gefälscht.

8. Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  keine  Kosten  aufzu-
erlegen,  weshalb  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Prozessführung nach Art. 65 Abs. 1 VwVG gegenstandslos wird.

9. Dem  Beschwerdeführer  ist  angesichts  des  Obsiegens  im  Be-
schwerdeverfahren  in  Anwendung  von  Art.  64  Abs.  1  VwVG  eine 
Parteientschädigung  für  die  ihm  erwachsenen  notwendigen  Ver-
tretungskosten  zuzusprechen  (vgl.  Art.  7  des  Reglements  vom 
21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

Die  vom  Rechtsvertreter  des  Beschwerdeführers  eingereichte 
Kostennote  vom  21.  Mai  2010  erscheint  angemessen;  die  Partei-
entschädigung wird somit auf Fr. 1'090.-- festgesetzt.

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen.

2.
Die Verfügung des BFM vom 24. März 2010 wird aufgehoben und die 
Sache wird zur Fortsetzung des Verfahrens und zur Neubeurteilung im 
Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

4.
Das  BFM  wird  angewiesen,  dem  Beschwerdeführer  eine  Partei-
entschädigung von Fr. 1'090.-- zu entrichten

5.
Dieses  Urteil  geht  an  die  Rechtsvertreterin  des  Beschwerdeführers, 
das BFM und das kantonale Migrationsamt.

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Christa Luterbacher Sandra Bodenmann

Versand: 

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