# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8cd4e248-1e6e-5414-aadd-98f47bea16f2
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-07-04
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 04.07.2011 BE.2011.1
**Docket/Reference:** BE.2011.1
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_BE-2011-1_2011-07-04

## Full Text

Entsiegelung (Art. 50 Abs. 3 VStrR).;;Entsiegelung (Art. 50 Abs. 3 VStrR).;;Entsiegelung (Art. 50 Abs. 3 VStrR).;;Entsiegelung (Art. 50 Abs. 3 VStrR).

Beschluss vom 4. Juli 2011  
I. Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Emanuel Hochstrasser, Vorsitz, 
Joséphine Contu und Cornelia Cova, 
Gerichtsschreiber Stefan Graf  

   
 
Parteien 

  
SWISSMEDIC, 

 
Gesuchstellerin 

 
 gegen 
   

BANK A. SA, 
 

Gesuchsgegnerin 
 
 

Gegenstand  Entsiegelung (Art. 50 Abs. 3 VStrR) 

 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

Geschäftsnummer:  BE.2011.1 
 
 
 

 

 

- 2 - 

 

 

 
Sachverhalt: 
 

A. Swissmedic führt gegen B., C. und gegen unbekannte Täterschaft eine ver-
waltungsstrafrechtliche Untersuchung wegen des Verdachts der Wider-
handlungen gegen das Bundesgesetz vom 15. Dezember 2000 über Arz-
neimittel und Medizinprodukte (Heilmittelgesetz, HMG; SR 812.21). Im 
Rahmen dieser Untersuchung wies Swissmedic mit Verfügung vom 13. Mai 
2011 die Bank A. SA u. a. an, alle ihre Bankbeziehungen mit der Gesell-
schaft D. LP mit Sitz in Z. offen zu legen und ihr eine Reihe diese Bankbe-
ziehungen betreffender Unterlagen herauszugeben (act. 1.1). Mit Schrei-
ben vom 27. Mai 2011 kam die Bank A. SA diesen Aufforderungen zwar 
nach, reichte die angeforderten Unterlagen jedoch in versiegelter Form ein 
und erhob im Begleitschreiben sinngemäss Einsprache gegen deren 
Durchsuchung: „In considerazione del divieto di informazione disposto al 
pto. 4 dell’ordine, onde tutelare il diritto di ricorso della società coinvolta 
nell’inchiesta da Voi condotta, le citate informazioni vengono trasmesse 
sotto suggello, in applicazione dell’art. 50 cpv. 3 DPA“ (act. 1.2).  
 
 

B. Hierauf gelangte Swissmedic mit Gesuch vom 10. Juni 2011 an die I. Be-
schwerdekammer des Bundesstrafgerichts und beantragt, es sei ihr zu ge-
statten, die ihr von der Einsprecherin am 27. Mai 2011 zugesandten Unter-
lagen über deren Bankverbindung Nr. 1, lautend auf D. LP, Z., zu durchsu-
chen, unter Kostenfolge. In prozessualer Hinsicht beantragt Swissmedic, es 
sei über das vorliegende Gesuch ohne Anhörung der Einsprecherin und 
der Beschuldigten, eventualiter ohne Anhörung der Beschuldigten, zu be-
finden (act. 1). 

 
Die Bank A. SA verzichtete in ihrer Gesuchsantwort vom 24. Juni 2011 auf 
weitergehende Ausführungen in materieller Hinsicht und auf Antragstellung 
(act. 3). Die Gesuchsantwort wurde Swissmedic am 27. Juni 2011 zur 
Kenntnis gebracht (act. 4). 
 
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, so-
weit erforderlich, in den folgenden rechtlichen Erwägungen eingegangen.  
 
 
 

- 3 - 

 

 

Die I. Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 
 
1.  
1.1 Gemäss Art. 90 Abs. 1 HMG wird die Strafverfolgung im Vollzugsbereich 

des Bundes von der Gesuchstellerin nach den Bestimmungen des VStrR 
geführt. 

 
1.2 Werden im Verwaltungsstrafverfahren Papiere und Datenträger durchsucht, 

so ist dem Inhaber derselben wenn immer möglich vor der Durchsuchung 
Gelegenheit zu geben, sich über deren Inhalt auszusprechen. Erhebt er 
gegen die Durchsuchung Einsprache, so werden die Papiere vorläufig ver-
siegelt und verwahrt (Art. 50 Abs. 3 VStrR). Entgegen den diesbezüglichen 
Ausführungen der Gesuchstellerin ist zur Einsprache gegen die Durchsu-
chung nur der Inhaber der Papiere legitimiert (Urteil des Bundesgerichts 
1S.28/2005 vom 27. September 2005, E. 2.4.2, mit Hinweis auf den Ent-
scheid des Bundesstrafgerichts BV.2005.20 vom 23. Juni 2005, E. 2.1.1; 
der Hinweis der Gesuchstellerin auf den bei HAURI, Verwaltungsstrafrecht 
[VStrR], Bern 1998, S. 125, angeführten BGE 104 IV 125 E. 1 ist durch die 
erwähnte Rechtsprechung überholt worden). 

 
1.3 Vorliegend geht es um Unterlagen, welche bei der Gesuchsgegnerin (der 

Bank) vorhanden und von dieser herauszugeben waren, weshalb die Bank 
– und nur diese – als Inhaberin der Papiere im Sinne von Art. 50 Abs. 3 
VStrR anzusehen ist. Im vorliegenden Fall kann die Siegelung deshalb 
ausschliesslich seitens der Gesuchsgegnerin verlangt werden und nicht 
durch die D. LP, welche zwar Kontoinhaberin, nicht aber Inhaberin der vor-
liegend in Frage stehenden Bankunterlagen ist. 

 
1.4 Die Gesuchsgegnerin hat die entsprechenden Unterlagen mit Begleit-

schreiben vom 27. Mai 2011 (act. 1.2) bei der Gesuchstellerin in versiegel-
ter Form eingereicht. Im Begleitschreiben führte die Gesuchsgegnerin aus, 
dass sie dieses Vorgehen zum Schutze des Beschwerderechts der von der 
Strafuntersuchung betroffenen Gesellschaft wähle. Weder im erwähnten 
Begleitschreiben noch in der Gesuchsantwort (act. 3) hat die Gesuchsgeg-
nerin das Vorliegen von der Durchsuchung entgegen stehenden Amts-  
oder Berufsgeheimnissen im Sinne des Art. 50 Abs. 2 VStrR oder von ei-
genen Privat- bzw. Geschäftsgeheimnissen geltend gemacht, auf welche 
bei der Durchsuchung der Unterlagen Rücksicht zu nehmen wäre (Art. 50 
Abs. 1 VStrR). Dieses Vorgehen kann nur so verstanden werden, dass sie 
nicht in eigenem Namen und in eigenem Interesse, sondern in demjenigen 
der Kontoinhaberin handelte, welcher gegen die Durchsuchung der Unter-
lagen gerade keine Einsprachemöglichkeit zusteht. Die Gesuchstellerin 

- 4 - 

 

 

hätte diese unzulässige, weil ausschliesslich im Interesse der Kontoinhabe-
rin erhobene Einsprache der Gesuchsgegnerin mittels einer Verfügung ab-
weisen müssen (vgl. hierzu bereits den Entscheid des Bundesstrafgerichts 
BE.2008.4 vom 26. Juni 2008, E. 1.3; mit Hinweis auf den Entscheid des 
Bundesstrafgerichts BE.2006.7 vom 20. Februar 2007, E. 5; vgl. zur selben 
Thematik im Geltungsbereich der neuen StPO THORMANN/BRECHBÜHL, 
Basler Kommentar, Basel 2011, Art. 248 StPO N. 32; KELLER, Kommentar 
zur Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO], Zürich/Basel/Genf 2010, 
Art. 248 StPO N. 43). 

 
1.5 Die Gesuchstellerin hat das von der Gesuchsgegnerin angebrachte Privat-

siegel nach dem Gesagten zu Unrecht als verbindlich eingestuft und das 
vorliegende Entsiegelungsgesuch gestellt. Auf dieses ist aus den genann-
ten Gründen nicht einzutreten. Die Gesuchstellerin ist ohne Weiteres be-
rechtigt, das Privatsiegel der Gesuchsgegnerin zu brechen, die Unterlagen 
zu durchsuchen und anschliessend mittels beschwerdefähiger Verfügung 
zu entscheiden, welche Papiere sie beschlagnahmen und zu den Akten 
nehmen will. 

 
 
2. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Gerichtskosten zu erheben 

(Art. 66 Abs. 1 und 4 BGG analog; vgl. hierzu den Beschluss des Bundes-
strafgerichts BV.2011.2 vom 16. März 2011, E. 2, sowie den Entscheid des 
Bundesstrafgerichts BV.2010.77 vom 12. Januar 2011). 

 

- 5 - 

 

 

Demnach erkennt die I. Beschwerdekammer: 
 
1. Auf das Gesuch wird nicht eingetreten.  
 
2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.  

 
 

Bellinzona, 5. Juli 2011 
 
Im Namen der I. Beschwerdekammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
Der Vorsitzende: Der Gerichtsschreiber:  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Zustellung an 
 
- Swissmedic 
- Bank A. SA 
 
 
 
 
Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide der I. Beschwerdekammer über Zwangsmassnahmen kann innert 30 Tagen 
nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde geführt werden 
(Art. 79 und 100 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005; BGG). 
Das Verfahren richtet sich nach den Artikeln 90 ff. BGG. 

Eine Beschwerde hemmt den Vollzug des angefochtenen Entscheides nur, wenn der 
Instruktionsrichter oder die Instruktionsrichterin es anordnet (Art. 103 BGG).