# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fd38d052-d68c-5e90-9cce-9f350af5c71a
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-01
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Kantonsgericht sonstiges O2Z-15-3
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_KG_999_O2Z-15-3_nodate.pdf

## Full Text

Berufungskläger 
Kläger 

A___  
 
vertreten durch: RA AA___ 

 
 
Berufungsbeklagter 
Beklagter  

B___ 
 
vertreten durch: RA BB___ 

 
 

 

Obergericht Appenzell Ausserrhoden  
2. Abteilung  
 

Entscheid vom  15. Mai 2018 
 

Mitwirkende Obergerichtspräsident E. Zingg 
Oberrichterin S. Rohner-Staubli 
Oberrichter R. Krapf, Dr. M. Winiger, P. Louis 
Obergerichtsschreiberin B. Widmer 
 
 

Verfahren Nr. O2Z 15 3 
 
 

Sitzungsort Trogen 

Gegenstand Forderung  
Berufung gegen das Urteil des Kantonsgerichts Appenzell  
Ausserrhoden vom 4. Mai 2015; K3Z 12 29 

 

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Rechtsbegehren  

 
 
a) Kläger und Berufungskläger: 

 
aa) im erstinstanzlichen Verfahren: 
 
 1. Der Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger den Betrag von CHF 125‘600.00 

zuzüglich Zins zu 5 % von CHF 70‘000.00 seit dem 10.08.2007, von 
CHF 30‘000.00 seit dem 06.09.2007 und von CHF 25‘600.00 seit dem 
04.06.2008 zu bezahlen. Unter Vorbehalt des Nachklagerechts.  

 
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Beklagten. 

 
 

 bb) im Berufungsverfahren: 
 

1. Das Urteil des Kantonsgerichts Appenzell Ausserrhoden, 3. Abt., vom 4. Mai 
 2015, Verfahren Nr. K3Z 12 29, sei aufzuheben. 
 
2. Der Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger den Betrag von CHF 125‘600.00 

zuzüglich Zins zu 5 % von CHF 70‘000.00 seit dem 10.8.2007, von 
CHF 30‘000.00 seit dem 6.9.2007 und von CHF 25‘600.00 seit dem 4.6.2008 
zu bezahlen. 

 
3.  Die erstinstanzlichen amtlichen Kosten seien dem Beklagten und 

Berufungsbeklagten aufzuerlegen. 
 

4.  Der Beklagte und Berufungsbeklagte sei zu verpflichten, den Kläger und 
Berufungskläger für das erstinstanzliche Verfahren vollumfänglich 
ausseramtlich zu entschädigen. 

 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Beklagten und 
Berufungsbeklagten.  

 
 
b) Beklagter und Berufungsbeklagter: 

 
 aa) im erstinstanzlichen Verfahren: 
 

1. Die Klage sei abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.   
  

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Klägers. 
 

 
 bb) im Berufungsverfahren: 

 
1.  Die Klage und die Berufung vom 12.11.2015 seien – unter Bestätigung des 

Urteils der Vorinstanz vom 4.5.2015 – abzuweisen; 
 
2.  Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Klägers und 

Berufungsklägers (in der Folge: Kläger).  
 

 

Seite 3 

Sachverhalt 

 

A. Übersicht 

B___ war bei der Gründung der C___ GmbH im Jahr 1992 bis zum 8. September 2000 

mit einem Stammanteil von CHF 15‘000.00 deren Gesellschafter und Geschäftsführer mit 

Einzelunterschrift, danach noch einzelzeichnungsberechtigter Geschäftsführer (act. B 

4/4/1). Am 21. Juni 2007 wandte sich der in Deutschland wohnhafte A___ per E-Mail an 

den ihm von früher geschäftlich bekannten B___ und bat um dessen persönliche Meinung 

zu Möglichkeiten für Geldanlagen im Umfang von ca. CHF 150‘000.00 (act. B 4/23/54). 

Mit E-Mail vom 1. August 2007 machte ihm B___ einen Vorschlag für einen 

Darlehensvertrag und wies auf ein Finanzierungsgesuch in Sachen „D___“ hin. In diesem 

Zusammenhang nannte B___ auch die E___ Handelsgesellschaft mbH, an welcher die 

C___ GmbH mitbeteiligt sei und machte zudem Angaben zur finanziellen Situation der 

E___ Handelsgesellschaft mbH. B___ erwähnte ausserdem den Namen von F1___ und 

äusserte sich zu dessen künftiger Rolle bei der E___ Handelsgesellschaft mbH (act. B 

4/4/24). In seinem E-Mail vom 8. August 2007 an A___ wies B___ darauf hin, „nach der 

Transaktion“ sei F1___ der Hauptbeteiligte der E___ Handelsgesellschaft mbH und damit 

faktisch Eigentümer sowie Geschäftsführer mit Einzelunterschrift (act. B 4/23/61; B 

4/23/68). B___ teilte A___ per E-Mail am 9. August 2007 mit, er habe alles nochmals im 

Detail mit F1___ durchgesprochen und werde ihm ein Exemplar der unterzeichneten 

Darlehensverträge auf den Fax legen (act. B 4/23/57; B 4/23/68; B 4/4/3). Der von A___ 

als Darlehensgeber und F1___ als Darlehensnehmer unterzeichnete Darlehensvertrag 

vom 9. August 2007 sieht die Gewährung eines Darlehens von CHF 70‘000.00 vor, 

welches auf ein Konto der E___ Handelsgesellschaft mbH zu überweisen war (Ziff. 1). 

Davon waren vom Darlehensnehmer CHF 45‘000.00 für die Übernahme von zwei 

Stammanteilen von je CHF 7‘000.00 der E___ Handelsgesellschaft mbH von G___, 

Jonschwil, und H1___, Bischofszell, zu verwenden (Ziff. 2). Die verbleibenden 

CHF 25‘000.00 sollten von der E___ Handelsgesellschaft mbH für die Finanzierung des 

Verkaufs der neuen Generation der Kreditkartenterminals der D___ AG sowie für die 

Einrichtung der Verkaufs- und Schulungsräume verwendet werden (Ziff. 3). Als Sicherheit 

für das Darlehen wurde die Übergabe eines Inhaberschuldbriefs über CHF 50‘000.00, 

lastend auf dem Wohnhaus mit Anbau der E___ Handelsgesellschaft mbH an der J___str. 

00 in K___, an A___ vereinbart (Ziff. 7; act. B 4/4/4). Die Überweisung des 

Darlehensbetrages von CHF 70‘000.00 durch A___ erfolgte am 10. August 2007 (act. B 

4/4/5).  

 

Am 3. September 2007 schlossen A___ und F1___ einen Zusatzvertrag zum 

Darlehensvertrag vom 9. August 2007 ab, worin der Darlehensbetrag von CHF 70‘000.00 

 

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auf CHF 100‘000.00 erhöht wurde. F1___ wurde verpflichtet, die CHF 30‘000.00 für 

zusätzliche Betriebsmittel der E___ Handelsgesellschaft mbH gemäss Art. 3 des 

Hauptvertrages zu verwenden (act. B 4/4/6). Am 6. September 2007 überwies A___ 

vertragsgemäss die CHF 30‘000.00 an die E___ Handelsgesellschaft mbH (act. B 4/4/7). 

Mit E-Mail vom 2. Mai 2008 an die E___ Handelsgesellschaft mbH kündigte A___ 

gegenüber F1___ das „Finanzierungsdarlehen, Stand per 30.4.2008 von CHF 

106‘410.00“, fristlos und ausserordentlich und ersuchte F1___ um Überweisung der 

Darlehensschuld (act. B 4/4/8).  

 

Mit Vereinbarung vom 2. Juni 2008 gewährte A___ F1___ ein Darlehen von € 16‘000.00 

für die Freigabe eines Geldbetrages von USD 70‘000‘000.00 aus dem L___ in Spanien. 

Als zusätzliche Sicherheit für alle Darlehen sollte die Übertragung des Anteils von F2___ 

von CHF 7‘000.00 an der E___ Handelsgesellschaft mbH auf A___ dienen (act. B 4/4/36). 

Gemäss Quittung vom 3. Juni 2008 bestätigte F1___, von der C___ GmbH € 16‘000.00 in 

bar erhalten zu haben (act. B 4/13/3; B4/13/4+5). Am 4. Juni 2008 wurde im Auftrag von 

A___ der C___ GmbH ein Betrag von CHF 25‘600.00 gutgeschrieben (act. B 4/4/37+38). 

 

Am 14. Februar 2009 trat F1___ von seinem Guthaben gegenüber der N___ 

Polstermöbelfabrik AG einen Teilbetrag von CHF 100‘000.00 an A___ ab (act. B 4/4/10; B 

4/23/66). Weiter verpflichteten sich F1___ sowie F2___ am 19. Juli 2009, je eine 

Stammeinlage von nom. 7‘000.00 an der E___ Handelsgesellschaft mbH an A___ zu 

übertragen (act. B 4/4/11+12). Am 3. September 2009 wandte sich A___ mit E-Mail an 

F1___ und teilte ihm mit, ihm fehle nur noch die vereinbarte Abtretungserklärung von 

F2___ (act. B 4/23/74). In einem E-Mail von B___ vom 24. Februar 2010 an A___ erwähnt 

dieser, er habe Vorschläge für die Übertragung des Anteils von F2___ auf ihn vorbereitet, 

er wisse aber nicht, ob der Abschluss zustande gekommen sei (act. B 4/23/72). A___ 

übermittelte B___ mit E-Mail vom 4. März 2010 die Abtretungs- und 

Übertragungserklärung von F2___, von ihr unterschrieben per 19. Juli 2009 (act. B 

4/23/73; B 4/4/12). RA AA___, Rechtsvertreter von A___, ersuchte am 8. März 2010 

H1___, Geschäftsführer der E___ Handelsgesellschaft mbH, die Übertragungen der 

Stammanteile durch Gesellschafterbeschlüsse genehmigen und A___ als Gesellschafter 

im Handelsregister eintragen zu lassen (act. B 4/4/13). Per 9. März 2010 wurde F1___ als 

Geschäftsführer mit Einzelunterschrift der E___ Handelsgesellschaft mbH eingetragen 

(act. B4/4/2). Mit E-Mail vom 12. März 2010 teilte B___ A___ mit, er habe F1___ eine 

Kopie des Abtretungs- und Übertragungsvertrags vorgelegt und dieser bezweifle, dass die 

Unterschrift von F2___ auf dem Dokument echt sei (act. B 4/4/28). B___ schrieb namens 

der C___ GmbH RA AA___ am 25. März 2010, der Anteil der C___ GmbH sei immer 

noch in deren Besitz. Bezüglich der Übertragung des Stammanteils von F2___ an A___ 

 

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mache die C___ GmbH Gebrauch von ihrem Vorkaufsrecht gemäss Art. 6 der Statuten 

(act. B 4/4/14). Daraufhin ersuchte RA AA___ am 25. Mai 2010 F1___ als 

Geschäftsführer der E___ Handelsgesellschaft mbH, die Übertragung seiner Stammteile 

und diejenigen seiner Frau an A___ durch Gesellschafterbeschlüsse zu genehmigen und 

A___ als Gesellschafter im Handelsregister eintragen zu lassen (act. B 4/4/15). Im Laufe 

des Novembers 2010 betrieb RA AA___ B___, dessen Ehefrau B1___ sowie F1___ (act. 

B 4/4/40-53) und reichte am 22. November 2010 gegen die genannten Personen 

Strafanzeige ein (act. B 4/23/77). Mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Appenzell 

Ausserrhoden vom 9. Januar 2012 (U 10 1168) wurde das Verfahren gegen B___ 

eingestellt (act. B 4/31/11). Am 21. Februar 2012 kündigte RA AA___ gegenüber der 

E___ Handelsgesellschaft mbH den im Besitz von A___ befindlichen Inhaberschuldbrief 

von CHF 50‘000.00 und die darin verbriefte Forderung samt Zinsen auf den 22. August 

2012 (act. B 4/23/64). Für die Forderung von A___ gegen F1___ liegt ein Verlustschein 

vom 19. April 2012 im ungedeckt gebliebenen Betrag von CHF 272‘710.30 vor (act. B 

4/4/52). Gegen die von A___ gegen die E___ Handelsgesellschaft mbH eingeleitete 

Betreibung auf Verwertung eines Grundpfandes über CHF 50‘000.00 erhob B___ 

Rechtsvorschlag (act. B 4/23/65).  

 

 
 

B. Prozessgeschichte vor dem Kantonsgericht 

A___ liess das Vermittlungsbegehren am 21. Februar 2012 stellen. Die 

Vermittlungsverhandlung fand am 21. März 2012 vor dem Vermittleramt Kreis 2 statt. Die 

Klagebewilligung wurde am gleichen Tag ausgestellt und dem Rechtsvertreter des 

Klägers übergeben (act. B 4/1). In der Folge wurde die Klage vom 21. Juni 2012 

fristgerecht beim Kantonsgericht Appenzell Ausserrhoden eingereicht (act. B 4/2). Die 

Klageantwort datiert vom 19. Oktober 2012 (act. B 4/12). Mit Verfügung vom 12. 

November 2012 wurde ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet (act. B 4/15). Die Replik 

datiert vom 25. Februar 2013 (act. B 4/22), die Duplik vom 11. Juni 2013 (act. B 4/30). 

Das Obergericht Appenzell Ausserrhoden wies mit Urteil vom 24. September 2013 die 

vom Kläger gegen die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft vom 9. Januar 2012 

eingereichte Beschwerde bezüglich des Vorwurfs des Betrugs betreffend das Darlehen 

über € 16‘000.00, der Veruntreuung und der Urkundenfälschung ab. Hingegen wurde die 

Einstellungsverfügung bezüglich des Betrugsvorwurfs betreffend die Darlehen über 

CHF 70‘000.00 und CHF 30‘000.00 aufgehoben und die Sache zu neuem Entscheid an 

die Staatsanwaltschaft zurückgewiesen (act. B 4/42/1). Mit Schreiben vom 6. Februar 

2014 beantragte RA BB___ die Sistierung des Verfahrens bis zur rechtskräftigen 

Erledigung des Strafverfahrens gegen den Beklagten (act. B 4/44). Das Gesuch wurde 

 

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vom Vorsitzenden mit Verfügung vom 11. Februar 2014 abgewiesen (act. B 4/48). Die 

Hauptverhandlung fand am 24. Februar 2014 statt (act. B 4/51). Mit Zirkularbeschluss 

vom 17. Juli 2014 wurde dem Beklagten der Hauptbeweis für seine Behauptung auferlegt, 

dass der Kläger den geltend gemachten Forderungsanspruch an die Luzerner 

Kantonalbank abgetreten habe (act. B 4/53). Das Gericht holte mit Schreiben vom 24. Juli 

2014 bei der Luzerner Kantonalbank eine schriftliche Auskunft ein (act. B 4/54), das 

Antwortschreiben der Luzerner Kantonalbank datiert vom 25. August 2014 (act. B 4/56). 

Die Urteilsberatung fand am 4. Mai 2015 statt. Das Urteil vom 4. Mai 2015 wurde am 

5. Mai 2015 im Dispositiv an die Parteien versandt (act. B 4/58).  

 

 
 

C. Erstinstanzliches Urteil 

 Mit Urteil des Kantonsgerichtes, 3. Abteilung, vom 4. Mai 2015 wurde die Klage 

abgewiesen. Die Gerichtskosten von CHF 9‘400.00 wurden dem Kläger auferlegt, unter 

Verrechnung mit den von ihm geleisteten Vorschüssen von CHF 6‘400.00. Der Kläger 

wurde verpflichtet, dem Beklagten eine Parteientschädigung von CHF 14‘501.00 zu 

bezahlen.  

 

 Auf die Begründung des Urteils kann verwiesen werden. Soweit erforderlich, wird darauf 

in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.  

 

 
 

D. Schriftenwechsel und Urteil im Berufungsverfahre n 

 a) Nach fristgemäss verlangter schriftlicher Begründung (act. B 4/61) liess der Kläger 

gegen das erstinstanzliche Urteil des Kantonsgerichts, dessen Zustellung in 

begründeter Ausfertigung am 14. Oktober 2015 an RA AA___ erfolgt war (act. B 

4/67), mit Eingabe seines Rechtsvertreters RA AA___ vom 12. November 2015 (act. 

B 1) rechtzeitig die Berufung erklären.  

 

 b) Die Berufungsantwort des beklagtischen Rechtsvertreters RA BB___ datiert vom 22. 

Januar 2016 (act. B 7). 

 

 c) Mit Verfügung der Verfahrensleitung vom 26. Januar 2016 wurde den Parteien 

mitgeteilt, dass kein zweiter Schriftenwechsel und keine mündliche Verhandlung 

angeordnet werde (act. B 9).  

 

 

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 d) Der Berufungskläger liess am 22. Februar 2016 eine Stellungnahme einreichen (act. 

B 11), der Berufungsbeklagte am 29. April 2016 (act. B 18). Zwei weitere Eingaben 

von RA AA___ datieren vom 9. Mai 2016 (act. B 20) und vom 26. Mai 2016 (act. B 

22).   

 

 e) Mit Schreiben der Verfahrensleitung vom 20. März 2017 wurde den Parteien 

mitgeteilt, das Obergericht ziehe eine Sistierung des vorliegenden Verfahrens bis 

zum Vorliegen eines rechtskräftigen Entscheides im Strafverfahren der 

Staatsanwaltschaft Nr. U 14 489 gegen B___ in Erwägung (act. B 25). RA BB___ 

liess sich dazu vernehmen (act. B 26). 

 

 f) Mit Beschluss des Obergerichts vom 19. Juni 2017 wurde das vorliegende 

Verfahren bis zur rechtskräftigen Erledigung des bei der Staatsanwaltschaft 

Appenzell Ausserrhoden gegen B___ wegen Betrugs anhängigen Verfahrens Nr. U 

14 489 sistiert (act. B 29). Das Strafverfahren gegen B___ wegen Betrugs wurde mit 

rechtskräftiger Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft vom 5. September 

2017 eingestellt (act. B 30/1; B 31/1).  

 

 g) Mit Verfügung der Verfahrensleitung vom 24. Oktober 2017 wurde die angeordnete 

Sistierung aufgehoben und das Verfahren wieder aufgenommen (act. B 32). 

 

 h) Am 15. Mai 2018 wurde die Streitsache ohne mündliche Verhandlung beraten.  

 

 Auf die Ausführungen in den Schriftstücken gemäss den vorerwähnten lit. a bis h wird, 

soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

 

 

 

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Erwägungen 
 

1.  Prozessuales 

 1.1 Prozessvoraussetzungen / Zuständigkeit 

 Die vom Gericht von Amtes wegen zu prüfenden Prozessvoraussetzungen (Art. 60 

ZPO), aufgeführt in Art. 59 Abs. 2 ZPO, sind vorliegend erfüllt. Insbesondere sind im 

Berufungsverfahren die örtliche und sachliche Zuständigkeit des Obergerichts 

gegeben (Art. 59 Abs. 2 lit. b ZPO, Art. 36 ZPO und Art. 24 Abs. 1 lit. b Justizgesetz, 

JG, bGS 145.31).  

 

 

 1.2 Streitwerte 

 1.2.1 Rechtsmittelstreitwert nach Art. 308 Abs. 2 Z PO / Streitwert des 
  Berufungsverfahrens 

 In vermögensrechtlichen Angelegenheiten ist die Berufung nur zulässig, wenn der 

Streitwert der zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegehren mindestens 10’000 

Franken beträgt (Art. 308 Abs. 2 ZPO). Die Berechnung ist vollkommen unabhängig 

davon, wie die Vorinstanz entschieden hat, ob sie also z. B. den streitigen Betrag in 

bestimmtem Umfang zugesprochen hat. Diese Regelung erfolgte bewusst 

entsprechend derjenigen im BGG (URS H. HOFFMANN-NOWOTNY, in: 

Kunz/Hoffmann-Nowotny/Stauber [Hrsg.], ZPO-Rechtsmittel Berufung und 

Beschwerde, 2013, N. 53 zu Art. 308 ZPO). Der Berufungskläger verlangt vom 

Berufungsbeklagten vor beiden Instanzen je die Bezahlung von CHF 125‘600.00; 

letzterer beantragt jeweils vollumfängliche Klageabweisung, soweit auf die Klage 

einzutreten sei. Demzufolge beläuft sich der Streitwert auf CHF 125‘600.00, so dass 

die Streitwertgrenze gemäss Art. 308 Abs. 2 ZPO ohne weiteres erreicht wird und 

die Berufung zulässig ist.  

 

 Der Streitwert nach Art. 308 Abs. 2 ZPO ist aufgrund der von den Parteien in beiden 

Instanzen gleichbleibend gestellten Rechtsbegehren identisch mit demjenigen des 

Berufungsverfahrens. Letzterer Streitwert ist insbesondere auch für die Kosten des 

zweitinstanzlichen Verfahrens und für die Zulässigkeit der Beschwerde in 

Zivilsachen massgebend (SAMUEL RICKLI, Der Streitwert im schweizerischen 

Zivilprozessrecht, 2014, Rz. 439 ff.).  

 

  1.2.2 Streitwert für den Weiterzug an das Bundesg ericht 

 Gemäss Art. 51 Abs. 1 lit. a BGG bestimmt sich der Streitwert bei Beschwerden 

gegen kantonale Endentscheide nach den Begehren, die vor der Vorinstanz streitig 

 

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geblieben sind. Wie vorerwähnt, verlangt der Berufungskläger vor Obergericht die 

Bezahlung von CHF 125‘600.00, währenddem der Berufungsbeklagte die 

Abweisung der Klage beantragt, jedoch nicht Anschlussberufung nach Art. 313 ZPO 

erhoben hat. Damit wird die Streitwertgrenze für die Beschwerde in Zivilsachen von 

CHF 30‘000.00 nach Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG auf jeden Fall erreicht.  

 

 

 1.3 Noven 

 1.3.1 Rechtliches 

 Art. 229 Abs. 1 lit. a ZPO bezeichnet für das erstinstanzliche Verfahren diejenigen 

Tatsachen und Beweismittel als echte Noven, welche nach Aktenschluss 

entstanden oder gefunden worden sind. Entgegen der „klassischen“ Definition wird 

somit nicht nur an den Zeitpunkt der Entstehung angeküpft (SÉBASTIEN MORET, 

Aktenschluss und Novenrecht nach der Schweizerischen Zivilprozessordnung, 

2014, Rz. 538 ff.). Als echte Noven in Sinne von Art. 229 Abs. 1 lit. a ZPO gelten 

auch Tatsachen und Beweismittel, die objektiv bereits vor dem Aktenschluss 

existierten, jedoch erst nach dem Aktenschluss gefunden wurden. Als unechte 

Noven werden demgegenüber nach Art. 229 Abs. 1 lit. b ZPO diejenigen 

Sachvorbringen angesehen, die der betreffenden Partei bereits vor Aktenschluss 

bekannt waren, die aber aus irgendwelchen Gründen nicht vor Aktenschluss geltend 

gemacht worden sind (SÉBASTIEN MORET, a.a.O., Rz. 583 ff.). Im 

Berufungsverfahren ist die Zulässigkeit von Noven in Art. 317 ZPO geregelt. Nach 

dieser Bestimmung werden neue Tatsachen und Beweismittel nur noch 

berücksichtigt, wenn sie: a. ohne Verzug vorgebracht werden; und b. trotz 

zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten. Mit 

SÉBASTIEN MORET (a.a.O., Rz. 792 ff., insbesondere Rz. 803) ist eine wortgetreue 

Anwendung von Art. 229 Abs. 1 lit. a ZPO auf das Berufungsverfahren abzulehnen: 

Als echte Noven sind vor zweiter Instanz nur solche Tatsachen und Beweismittel zu 

qualifizieren, die erst nach dem Aktenschluss im erstinstanzlichen Verfahren 

entstanden sind (so auch: REETZ/HILBER, in: Sutter-

Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweiz. 

Zivilprozessordnung, 3. Aufl. 2016, N. 56 ff. zu Art. 317 ZPO; KARL SPÜHLER, in: 

Basler Kommentar, Schweiz. Zivilprozessordnung, 3. Aufl. 2017, N. 4 zu Art. 317 

ZPO; GASSER/RICKLI, Schweizerische Zivilprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 3 zu 

Art. 317 ZPO; MYRIAM A. GEHRI, in: Gehri/Jent-Sørensen/Sarbach [Hrsg.], 

Schweizerische Zivilprozessordnung, 2. Aufl. 2015, N. 2 zu Art. 317 ZPO; BEAT 

MATHYS, in: Baker & McKenzie (Hrsg.), Schweizerische Zivilprozessordnung, 2010, 

N. 6 zu Art. 317 ZPO; THOMAS ALEXANDER STEININGER, in: 

 

Seite 10 

Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessordnung, 2. Aufl. 

2016, N. 1 zu Art. 317 ZPO; BENEDIKT SEILER, Die Berufung nach ZPO, 2013, Rz. 

1260). Unechte Noven sind demgegenüber Tatsachen, die sich schon vor dem 

erstinstanzlichen Entscheid verwirklicht haben. Die Novenregelung in Art. 317 Abs. 

1 ZPO umfasst echte und unechte Noven (REETZ/HILBER, a.a.O., N. 56 ff. zu Art. 

317 ZPO; KARL SPÜHLER, a.a.O., N. 6 zu Art. 317 ZPO; GASSER/RICKLI, a.a.O., N. 2 

ff. zu Art. 317 ZPO; MYRIAM A. GEHRI, a.a.O., N. 2 zu Art. 317 ZPO; BEAT MATHYS, 

a.a.O., N. 6 ff. zu Art. 317 ZPO; THOMAS ALEXANDER STEININGER, a.a.O., N. 1 zu Art. 

317 ZPO. Die abweichende Meinung von ALEXANDER BRUNNER, in: 

Oberhammer/Domej/Haas [Hrsg.], Kurzkommentar ZPO, 2. Aufl. 2013, N. 3 zu Art. 

317 ZPO, wonach im Berufungsverfahren nur echte Noven, nicht aber unechte 

Noven vorgebracht werden könnten, gründet möglicherweise in der früheren 

zürcherischen Abgrenzung der beiden Novenarten nach der prozessualen 

Zulässigkeit: vgl. dazu SÉBASTIEN MORET, a.a.O., Rz. 540 ff.).  

 

  1.3.2 Noven des Berufungsbeklagten im erstinstanz lichen Verfahren 

  act. B 4/50/1-3 (bekl. act. 14-16) 

  Der Berufungskläger  lässt geltend machen, die bekl. act. 14-16 seien verspätet 

eingereicht worden und aus dem Recht zu weisen.  

 

  Im erstinstanzlichen Verfahren hat der Berufungsbeklagte mit Eingabe vom 21. 

Februar 2014 (act. B 4/49) folgende Dokumente eingereicht: bekl. act. 14-16 

(akturiert als B 4/50/1-3). Bei act. B 4/50/1 handelt es sich um einen Postenauszug 

vom 30. August 2007 des Kontos 16 9.000.925.08 der C___ GmbH bei der 

Vorarlberger Landes- und Hypothekenbank Aktiengesellschaft, St. Gallen, bei act. B 

4/50/2 um einen öffentlich beurkundeten Vertrag vom 14. September 2007 

betreffend Übertragung einer Stammeinlage der E___ Handelsgesellschaft mbH von 

G___ an F2___ und bei act. B 4/50/3 um ein Schreiben von A___ an die 

Raiffeisenbank K___ betreffend die E___ Handelsgesellschaft mbH vom 12. 

September 2009.  

 

  Act. B 4/50/1 (bekl. act. 14) ist kein Novum, da der fragliche Postenauszug bereits 

im erstinstanzlichen Verfahren mit der Duplik von RA BB___ vom 11. Juni 2013 als 

bekl. act. 10 (akturiert als B 4/31/10) und damit im Schriftenwechsel eingereicht 

wurde. Die beiden verbleibenden Dokumente act. B 4/50/2+3 sind längere Zeit vor 

Abschluss des erstinstanzlichen Schriftenwechsels entstanden, der Vorinstanz 

jedoch erst nach dessen Abschluss eingereicht worden. Hierbei handelt es sich 

somit um sogenannte unechte Noven im Sinne von Art. 229 Abs. 1 lit. b ZPO, da 

 

Seite 11 

auch RA BB___ nicht behauptet hat, er habe diese Dokumente erst nach Abschluss 

des Schriftenwechsels gefunden. Es ist zu beachten, dass in einer Noveneingabe 

zu begründen ist, warum das Novum erst zu diesem Zeitpunkt vorgetragen wird, 

bzw. trotz zumutbarer Sorgfalt nicht früher vorgetragen werden konnte (CHRISTOPH 

LEUENBERGER, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur 

Schweiz. Zivilprozessordnung, 3. Aufl. 2016, N. 10 zu Art. 229 ZPO). Die 

Begründung von RA BB___ in seinem Schreiben vom 21. Februar 2014, „da 

anzunehmen sei, der Kläger berufe sich nun vorwiegend auf das Urteil des 

Obergerichts vom 24. September 2013, sehe sich der Beklagte veranlasst, 

hinsichtlich der dortigen wichtigsten falschen Unterstellungen die bekl. act. 14-16 

einzureichen“ vermag diesen Anforderungen nicht zu genügen. Es bleibt offen, 

weshalb der Berufungsbeklagte die act. B 4/50/2+3 nicht bereits mit der 

Klageantwort oder der Duplik eingereicht hatte, zumal das Strafverfahren gegen ihn 

bereits vor Klageeinreichung durch A___ anhängig gemacht worden war. Die im 

Strafverfahren zur Diskussion stehenden Tatbestände des Betrugs, der 

Veruntreuung und der Urkundenfälschung waren dem Berufungsbeklagten als 

Beschuldigtem folglich lange vor Einreichung der fraglichen Dokumente bekannt. 

Ausserdem ist zweifelhaft, ob der Berufungsbeklagte die Noven ohne Verzug im 

Sinne von Art. 229 Abs. 1 ZPO vorgebracht hat. Angemessen erscheint hier eine 

Frist von 10 Tagen (CHRISTOPH LEUENBERGER, a.a.O., N. 9a zu Art. 229 ZPO). Das 

begründete Urteil des Obergerichts vom 24. September 2013 in Sachen A___ 

gegen B___ und die Staatsanwaltschaft Appenzell Ausserrhoden wurde von RA 

AA___ am 30. Januar 2014 dem Kantonsgericht eingereicht (act. B 4/41+42/1) und 

am 3. Februar 2014 RA BB___ zur Kenntnis gebracht (act. B 4/43). An RA BB___ 

als Verteidiger von B___ im Strafverfahren wurde das begründete Urteil bereits am 

15. Januar 2014 versandt (act. B 4/42/1, S. 30). Die fragliche Noveneingabe erfolgte 

jedoch erst am 21. Februar 2014. Demzufolge handelt es sich bei act. B 4/50/2+3  

um unzulässige Noven , welche unbeachtlich sind. 

 

  1.3.3 Noven im Berufungsverfahren 

  1.3.3.1 Noven seitens des Berufungsklägers 

 act. B 12/1-3 (kläg. act. 87-89) 

 Der Berufungsbeklagte lässt vorbringen, der Berufungskläger reiche mit seiner 

Eingabe vom 22. Februar 2016 drei neue Aktenstücke, nämlich kläg. act. 87-89 ein, 

welche ohne Belang seien.  

 

 Im Berufungsverfahren wurden vom Berufungskläger mit Eingabe vom 22. Februar 

2016 (act. B 11) folgende Noven ohne Begründung eingereicht: kläg. act. 87-89 

 

Seite 12 

(akturiert als B 12/1-3). Bei act. B 12/1 handelt es sich um ein Schreiben von RA 

AA___ an B___ vom 11. August 2010, bei act. B 12/2 um das Antwortschreiben von 

B___ an RA AA___ vom 17. August 2010 und bei act. B 12/3 um ein Schreiben von 

RA AA___ an B1___ und B___ vom 8. November 2010.  

 

 Bei den betreffenden drei Dokumenten handelt es sich zweifellos um unechte 

Noven, da diese Beweismittel bereits vor dem erstinstanzlichen Entscheid vom 

4. Mai 2015 existierten und somit von RA AA___ ohne weiteres vor Kantonsgericht 

hätten eingereicht werden können. Dies hat der Berufungskläger jedoch 

unterlassen, womit er vor Kantonsgericht die ihm zumutbare Sorgfalt im Sinne von 

Art. 317 Abs. 1 lit. b ZPO nicht beachtet hat. Daher kann die Prüfung, ob die neuen 

Beweismittel ohne Verzug im Sinne von Art. 317 Abs. 1 lit. a ZPO vorgebracht 

wurden, unterbleiben. Demzufolge handelt es sich bei act. B 12/1-3  um 

unzulässige Noven , welche nicht zu berücksichtigen sind.  

 

 1.3.3.2 Noven seitens des Berufungsbeklagten  

 Einrede der Verjährung  

 Der Berufungskläger  lässt ausführen, der Berufungsbeklagte erhebe die Einrede 

der Verjährung, falls er in irgendeiner Art aus unerlaubter Handlung oder aus 

ungerechtfertigter Bereicherung belangt werden solle. Diese Einrede sei verspätet. 

Die Verjährung könne nicht jederzeit geltend gemacht werden, sondern nur in den 

Schranken von Art. 229 und Art. 317 ZPO. Der Berufungsbeklagte hätte die Einrede 

ohne weiteres vor erster Instanz vorbringen können. Einzig in der Klageantwort auf 

S. 12 habe er ausdrücklich die Einrede der Verjährung bezüglich ungerechtfertigter 

Bereicherung erhoben. Mit Bezug auf unerlaubte Handlung habe der 

Berufungsbeklagte keine Verjährung geltend gemacht. Zudem sei die Einrede 

bezüglich ungerechtfertigter Bereicherung zufolge mangelnder Substantiierung und 

Begründung unbeachtlich.  

 Der Berufungsbeklagte lässt in der Berufungsantwort ausdrücklich die Einrede der 

Verjährung erheben für den Fall, dass er in irgendeiner Art aus unerlaubter 

Handlung oder ungerechtfertigter Bereicherung belangt werden sollte (Art. 41 oder 

Art. 62 OR). Die Einrede der Verjährung könne jederzeit erhoben werden und stelle 

keine Tatsache im Sinne von Art. 229 und Art. 317 ZPO dar (Verweis auf SÉBASTIEN 

MORET, Aktenschluss und Novenrecht nach der Schweizerischen Zivilpro-

zessordnung, N. 810). Diese Einrede sei bereits in der Klageantwort S. 12 erhoben 

worden. Die Ausführungen in der Berufung vom 12. November 2015 würden 

bedingen, dass die Einrede der Verjährung nochmals umfassend erhoben werden 

müsse.  

 

Seite 13 

 

 Festzuhalten ist vorab, dass RA BB___ die Einrede der Verjährung bezüglich 

ungerechtfertigter Bereicherung in der Klageantwort (act. B 4/12, S. 12) und damit 

rechtzeitig im Sinne von Art. 229 ZPO erhoben hat. Diese Einrede ist daher gültig 

erfolgt und wird bei der nachfolgenden Prüfung des Tatbestandes von Art. 62 OR zu 

berücksichtigen sein (Erwägung 2.5).  

 

 Zu prüfen ist, ob die vom Berufungsbeklagten erst vor Obergericht in der 

Berufungsantwort (act. B 7, S. 3) explizit bezüglich Art. 41 OR vorgebrachte Einrede 

der Verjährung rechtzeitig erfolgt ist (Art. 317 Abs. 1 ZPO). Der Berufungsbeklagte 

hat am 21. Februar 2014 vor Vorinstanz das bekl. act. 16 eingereicht (act. B 4/50/3) 

und gestützt darauf im ersten Parteivortrag an Schranken des Kantonsgerichts 

Verjährung geltend gemacht, ohne die Einrede auf bestimmte Tatbestände zu 

beschränken (act. B 4/51/1, S. 2). Bezüglich bekl. act. 16 ist auf die Ausführungen in 

vorstehender Erwägung 1.3.2 zu verweisen, wonach dieses ein unzulässiges 

Novum ist.  

 

 Als Ausfluss von Art. 8 ZGB trägt einerseits der Schuldner die Beweislast nicht nur 

für das Erheben der Verjährungseinrede, sondern auch dafür, dass die eingeklagte 

Forderung verjährt ist, unter Nachweis der Tatsachen, aus denen sich der von ihm 

behauptete Beginn des Fristenlaufes ergibt. Der Gläubiger trägt andererseits die 

Beweislast, dass die Voraussetzungen der Unterbrechung, des Stillstandes oder 

auch des Verjährungsverzichts vorliegen (ROBERT K. DÄPPEN, in: Basler 

Kommentar, OR I, 6. Aufl. 2015, N. 11 zu Art. 142 OR).  

 

 Gilt das Novenrecht überhaupt für Verjährungseinreden oder kann diese jederzeit 

vorgebracht werden, wie dies der Rechtsvertreter des Berufungsbeklagten unter 

Verweis auf SÉBASTIEN MORET (a.a.O., Rz. 810) dartut? SÉBASTIEN MORET weist 

explizit darauf hin, dass nach herrschender Ansicht die Einredeerhebung im 

Prozess als Tatsache im Sinne von Art. 229 Abs. 1 oder Art. 317 Abs. 1 ZPO zu 

qualifizieren ist (a.a.O., Rz. 481). Er selbst verneint dies, da sich die 

Willenserklärung bloss auf die Ausübung eines Rechts, nicht aber auf die 

Ergänzung der tatsächlichen Verhältnisse bezieht (a.a.O., Rz. 481; gl. M.: DANIEL 

WILLISEGGER, in: Basler Kommentar, Schweiz. Zivilprozessordnung, 3. Aufl. 2017, 

N. 19 zu Art. 229 ZPO). Die Ansicht von SÉBASTIEN MORET wird dadurch relativiert, 

dass seiner Meinung nach zwar nicht die Erhebung der Einrede selbst, jedoch die 

einredebegründenden Tatsachen dem Aktenschluss und dem Novenrecht 

unterstehen (a.a.O., Rz. 810). CHRISTOPH REUT vertritt die Ansicht, bei Einreden 

 

Seite 14 

seien sowohl Willenserklärung als auch Tatsachenfundament als Tatsachen im 

Sinne des Novenrechts zu behandeln (Noven nach der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung, 2017, Rz. 110; gl. M.: CHRISTOPH LEUENBERGER, a.a.O., N. 

14b zu Art. 229 ZPO; REETZ/HILBER, a.a.O., N. 31 S. 2570 zu Art. 317 ZPO; 

THOMAS ALEXANDER STEININGER, a.a.O., N. 2 zu Art. 317 ZPO; ROBERT K. DÄPPEN, 

a.a.O., N. 4 zu Art. 142 OR). Für das Rechtsmittelverfahren hat das Bundesgericht 

bekräftigt, dass die Verjährungseinrede im Rechtsmittelverfahren nicht 

unbeschränkt, sondern nur nach Massgabe des Novenrechts vorgebracht werden 

kann. Nach Art. 317 Abs. 1 ZPO werden neue Tatsachen und Beweismittel im 

Berufungsverfahren nur noch berücksichtigt, wenn sie ohne Verzug vorgebracht 

werden (lit. a) und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz 

vorgebracht werden konnten (lit. b). Im Fall von unechten Noven kann dies etwa 

dann der Fall sein, wenn eine bestimmte Thematik erstmals im Berufungsverfahren 

aufgebracht wird, weshalb kein Anlass bestanden hat, die im erstinstanzlichen 

Verfahren bekannten Tatsachen bzw. Beweismittel bereits dort vorzubringen (Urteil 

des Bundesgerichts 4A_305/2012 vom 6. Februar 2013 E. 3.4).  

 

 Der Berufungsbeklagte hat eine umfassende Verjährungseinrede vor erster Instanz 

erst anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung und damit nach 

Aktenschluss im Sinne von Art. 229 Abs. 1 ZPO vorgebracht, obwohl ihm dies 

während des Schriftenwechsels möglich gewesen wäre. Dies hat gestützt auf die 

vorstehenden Ausführungen zur Folge, dass der Berufungsbeklagte vor 

Kantonsgericht die ihm zumutbare Sorgfalt im Sinne von Art. 317 Abs. 1 lit. b ZPO 

nicht beachtet hat. Es ist einzig im Lichte des Urteils des Bundesgerichts 

4A_305/2012 vom 6. Februar 2013 E. 3.4 danach zu fragen, ob Art. 41 OR vor 

erster Instanz überhaupt ein Thema war oder mit anderen Worten, ob der 

Berufungsbeklagte mit dieser Anspruchsgrundlage vor Kantonsgericht nicht rechnen 

musste. Darauf hinzuweisen ist, dass die Vorinstanz in ihrem Urteil Schadenersatz 

aus unerlaubter Handlung gestützt auf Art. 41 Abs. 1 OR geprüft hat. Dies nicht, 

ohne Grund. Gestützt auf die Ausführungen des Berufungsklägers im 

erstinstanzlichen Schriftenwechsel (act. B 4/2 und B 4/22), worin dem 

Berufungsbeklagten zahlreiche „Unregelmässigkeiten“ vorgeworfen werden und auf 

S. 16 der Klageschrift (act. B 4/2) wörtlich von „unerlaubter Handlung des 

Berufungsbeklagten“ die Rede ist, sowie in Anbetracht dessen, dass zwischen den 

Parteien kein Vertrag bestand, wäre dem Berufungsbeklagten die Erhebung der 

Einrede der Verjährung auch bezüglich Art. 41 OR bereits im Schriftenwechsel 

möglich gewesen. Trotzdem hat RA BB___ die Einrede der Verjährung in der 

Klageantwort zunächst auf Art. 62 OR beschränkt. Somit liegt der vom 

 

Seite 15 

Bundesgericht im erwähnten Urteil aufgeführte Sonderfall in casu nicht vor. Folglich 

handelt es sich bei der vom Berufungsbeklagten vor Obergericht erhobenen 

Einrede der Verjährung bezüglich Art. 41 OR  gestützt auf Art. 317 Abs. 1 ZPO 

um ein unzulässiges Novum .  

 

 Dies hat zur Folge, dass nicht zu prüfen ist, ob Ansprüche des Berufungsklägers 

nach Art. 41 OR gestützt auf Art. 60 Abs. 1 OR verjährt sind, da gemäss Art. 142 

OR der Richter die Verjährung nicht von Amtes wegen berücksichtigen darf.  

 

 act. B 8/1-10 (bekl. act. 17 A-H, act. 18 und 19) 

 Der Berufungskläger  lässt geltend machen, die bekl. act. 17 A-H, act. 18 und 19 

seien erst mit der Berufungsantwort eingereicht worden und aus dem Recht zu 

weisen.  

 Der Berufungsbeklagte  lässt einwenden, aufgrund der wiederum erheblichen und 

ehrverletzenden Fälschungsvorwürfe des Berufungsklägers in der Berufung vom 

12. November 2015 müsse es ihm erlaubt sein, sich dagegen zu wehren, allenfalls 

auch unter Beizug von neuen Akten und Beweismitteln. Es werde bestritten, dass 

neue Akten und Beweismittel in der Berufungsantwort vom 22. Januar 2016 

aufgeführt seien, welche aus dem Recht zu weisen wären. Die zusammen mit der 

Berufungsantwort eingereichten Unterlagen würden einem Teil des Editionsantrages 

des Berufungsklägers vom 5. September 2013 entsprechen. Der Berufungsbeklagte 

sehe sich aufgrund der erneuten Avancen und inbesondere falschen ehrenrührigen 

Anschuldigungen gezwungen, den noch fehlenden Teil des Geldflusses mit bekl. 

act. 18 und 19 nachzuweisen.   

 

 Im Berufungsverfahren hat der Berufungsbeklagte mit der Berufungsantwort vom 

22. Januar 2016 (act. B 7) folgende Dokumente eingereicht:  

 

- bekl. act. 17A (akturiert als act. B 8/1): Handelsregisterauszug vom 7. April 
2015 betreffend die E___ Handelsgesellschaft mbH 

- bekl. act. 17 B (akturiert als act. B 8/2): Aufstellung von A___ vom 30. Juni 
2010 betreffend Forderungsstand per 31.06.2010 gegenüber F1___ 

- bekl. act. 17C (akturiert als act. B 8/3): Auszug aus dem Konto 2012 (C___ 
GmbH) der E___ Handelsgesellschaft mbH für das Jahr 2006  

- bekl. act. 17D (akturiert als act. B 8/4): Bilanz der E___ Handelsgesellschaft 
mbH  bis 31.12.2007 

- bekl. act. 17E (akturiert als act. B 8/5): Bilanz der E___ Handelsgesellschaft 
mbH auf den 31. Dezember 2007 mit Vorjahreszahlen  

- bekl. act. 17F (akturiert als act. B 8/6): Auszug aus dem Konto 2060 
(Raiffeisenbank K___) der E___ Handelgesellschaft mbH für das Jahr 2007  

- bekl. act. 17G (akturiert als act. B 8/7): Auszug aus dem Konto 2010 (F1___) 
der E___ Handelsgesellschaft mbH für das Jahr 2007 

 

Seite 16 

- bekl. act. 17H (akturiert als act. B 8/8): Auszug aus dem Konto 2072 (F1___) 
der E___ Handelsgesellschaft mbH für das Jahr 2007  

- bekl. act. 18 (akturiert als act. B 8/9): Auszug vom 30. Juni 2008 aus dem 
Postkonto 90-106013-3 der C___ GmbH vom 1. Juni 2008 bis 30. Juni 2008, 
Seite 1/4 

- bekl. act. 19 (akturiert als act. B 8/10): Postenauszug der Vorarlberger 
Landes- und Hypothekenbank AG, St. Gallen, vom 3. Juni 2008 aus dem 
Konto 16 9.001.591.06 der O___ AG per 3. Juni 2008  

 

 Bezüglich des Handelsregisterauszugs betreffend die E___ Handelsgesellschaft 

mbH (act. B 8/1=bekl. act. 17A) ist darauf hinzuweisen, dass offenkundige und 

gerichtsnotorische Tatsachen keines Beweises bedürfen (Art. 151 ZPO). Als 

offenkundige Tatsachen bezeichnet man Tatsachen, die jedermann zugänglich sind 

und daher als allgemein bekannt gelten. Dazu gehören namentlich Einträge aus 

öffentlichen Registern wie etwa Handelsregisterauszüge (SÉBASTIEN MORET, a.a.O., 

Rz. 511; Urteil des Bundesgerichts 4A_195/2014 vom 27. November 2014 E. 7.3.1). 

Offenkundige und gerichtsnotorische Tatsachen sowie allgemein anerkannte 

Erfahrungssätze sind keine Tatsachenvorbringen, die dem Novenrecht unterstehen 

(SÉBASTIEN MORET, a.a.O., Rz. 910). Daraus folgt, dass die Einreichung des 

fraglichen Handelsregisterauszugs durch den Berufungsbeklagten zulässig und 

dieser somit beachtlich ist.  

 

 Act. B 8/7+8 (bekl. act. 17G+H) wurden von RA AA___ zusammen mit der 

Klageschrift als act. B 4/4/21+22 eingereicht, sodass es sich bei diesen beiden 

Dokumenten nicht um Noven handelt. 

 

 Bei den verbleibenden sieben Dokumenten act. B 8/2-6 und B 8/9+10 (bekl. act. 

17B-F, 18 und 19) handelt es sich zweifellos um unechte Noven, da diese 

Beweismittel bereits vor dem erstinstanzlichen Entscheid vom 4. Mai 2015 

existierten und somit von RA BB___ ohne weiteres vor Kantonsgericht hätten 

eingereicht werden können. RA BB___ führt selber an, der Berufungskläger habe in 

der Berufung „wiederum“ Fälschungsvorwürfe vorgebracht und „erneut“ Anvancen 

und falsche ehrenrührige Anschuldigen gemacht (act. B 7, S. 5; act. B 18, S. 2). Es 

geht nun aber nicht an, im Berufungsverfahren die Argumentation mit neuen 

Tatsachen und Beweismitteln aufzustocken, die gegen dieselben Vorwürfe bereits 

im erstinstanzlichen Verfahren zur Verfügung gestanden wären. Vielmehr liegt der 

ZPO die Idee zugrunde, dass der Prozess vor erster Instanz abschliessend zu 

führen ist und grundsätzlich auch in diesem Verfahren alle Tatsachen und 

Beweismittel vorzubringen sind (CHRISTOPH REUT, a.a.O., Rz. 338). Die Einreichung 

der fraglichen sieben Dokumente im vorinstanzlichen Verfahren hat der 

Berufungsbeklagte unterlassen, womit er vor Kantonsgericht die ihm zumutbare 

 

Seite 17 

Sorgfalt im Sinne von Art. 317 Abs. 1 lit. b ZPO nicht beachtet hat. Somit handelt es 

sich bei act. B 8/2-6 und B 8/9+10  um unzulässige Noven , welche nicht zu 

berücksichtigen sind. 

 

 Berufungsantwort S. 12 (act. B 7): Beweisanträge P___ und Q___ als Zeugen sowie 

Editionsantrag „Adresse des Zeugen Q___“ 

 Der Berufungskläger  lässt rügen, diese Beweisanträge sowie der Editionsantrag 

seien neu und nicht zu berücksichtigen.  

  

 Der Berufungsbeklagte hat auf S. 12 der Berufungsantwort vom 22. Januar 2016 

(act. B 7) ausführen lassen, „wegen des erneuten Fälschungsvorwurfes bezüglich 

des Vertrages mit der D___ (bekl. act. 7), sehe er sich veranlasst, die beiden 

damals ebenso unterzeichnenden P___ und Q___ als Zeugen zu benennen. Die 

Adresse von Q___ sei durch P___ zu edieren“.  

 

 Der Berufungsbeklagte hat die beiden Zeugen P___ und Q___ (samt 

Editionsantrag)  erstmals in der Berufungsantwort angerufen, weshalb es sich bei 

diesen Beweismitteln um Noven handelt. Wie der Rechtsvertreter des 

Berufungsbeklagten selber ausführt, ist der Fälschungsvorwurf bezüglich des 

Agenturvertrages zwischen der D___ AG und F1___ (bekl. act. 7=act. B 4/4/13/7) 

vom Berufungskläger bereits vor erster Instanz erhoben worden (act. B 4/4/22, S. 

9). RA BB___ äussert sich nicht dazu, weshalb er diese beiden Zeugen nicht schon 

im erstinstanzlichen Verfahren angerufen hat. Indem er seiner 

Begründungsobliegenheit nicht nachgekommen ist, sind diese Noven unzulässig  

und damit nicht beachtlich.  

 

 Berufungsantwort S. 5 unten (act. B 7): „.. nebenbei betrieb H1___ auch 

Handelsgeschäfte im Namen der E___.“ 

 Der Berufungskläger bringt zu Recht vor, dass das obenerwähnte Vorbringen  vom 

Berufungsbeklagten erstmals im Berufungsverfahren geltend gemacht wurde. 

Dieses findet sich im erstinstanzlichen Verfahren weder in der Klageantwort (act. B 

4/12) noch in der Duplik (act. B 4/30). RA BB___ hat sich nicht dazu geäussert, 

weshalb er diese neue Tatsachenbehauptung  erst vor zweiter Instanz vorgebracht 

hat, so dass diese unzulässig  und unbeachtlich ist. Dabei kann der Hinweis von RA 

BB___ in der Berufungsantwort „zu den Themen ‚Anteilscheine‘ und weiteren, 

immer wiederkehrenden falschen Behauptungen des Klägers habe der Beklagte im 

Strafverfahren am 8. Juli 2015 Stellung genommen und diese Eingabe werde 

nachfolgend eingefügt“ (act. B 7, S. 5) den Anforderungen an die dem 

 

Seite 18 

Berufungsbeklagten bei der Einführung von Noven in den Prozess obliegende 

Begründungspflicht in keiner Weise genügen.  

 

 Berufungsantwort S. 6 Ziff. 2 (act. B 7) 

 Die Ausführungen in  Ziff. 2 auf S. 6 der Berufungsantwort  sind teilweise in 

ähnlicher Formulierung in der Klageantwort S. 5 (act. B 4/12) sowie in der Duplik S. 

4 (act. B 4/30) enthalten. Doch enthält Ziff. 2 auch zahlreiche neue 

Tatsachenbehauptungen. Folgende Vorbringen sind neu : 

. 

- „2005 wurde die Ehe H1___ und H2___ geschieden.“ 
- „H1___ wurde im Scheidungsurteil verpflichtet, den Anteil seiner Frau H2___ 

an der E___ zum Nominalwert von Fr. 7‘000.00 selber zu übernehmen.“ 
- „… ist die C___ mit einem Darlehen an H1___ eingesprungen und B___ nahm 

diesen Anteil von 7/20 im Einverständnis mit der C___ als Pfand für das 
ausgeliehene Geld.“  

- „Aus diesem Grunde wurde B___ am 13.12.2005 als Gesellschafter mit 7/20 
eingetragen, nämlich mit dem ehemaligen Anteil von H2___.“ 

- „Ab dem 13.12.2005 waren G___ mit 7/20, die C___ mit 6/20 sowie neu B___ 
mit 7/20 eingetragen.“ 

 

 Unter Verweis auf die in den Ausführungen zu „Berufungsantwort S. 5 unten“ 

erwähnte Begründungspflicht handelt es sich bei den vorgenannten Vorbringen 

um unzulässige  und folglich unbeachtliche Noven .  

 

 Berufungsantwort S. 6 Ziff. 3 (act. B 7) 

 Die Vorbringen in Ziff. 3 auf S. 6 der Berufungsantwort  sind neu  und unter 

Verweis auf die in den Ausführungen zu „Berufungsantwort S. 5 unten“ erwähnte 

Begründungspflicht unzulässig . 

 

 Berufungsantwort S. 6 Ziff. 4 (act. B 7) 

 Die Vorbringen in Ziff. 4 auf S. 6 der Berufungsantwort  sind neu und damit 

unzulässig  mit Ausnahme "… schloss F1___ dann einen Mietvertrag für die 

Liegenschaft J___strasse 00 in K___“ sowie  „… zeigte F1___ Interesse an der 

Übernahme der E___…“. Beide Passagen finden sich in der Klageantwort S. 4 Ziff. 

4 (act. B 4/12) und in der Duplik S. 3 (act. B 4/30). Bezüglich der unzulässigen 

Vorbringen kann auf die in den Ausführungen zu „Berufungsantwort S. 5 unten“ 

aufgeführte Begründungspflicht verwiesen werden.  

 

 

 Berufungsantwort S. 6 ff. Ziff. 5 (act. B 7) 

 

Seite 19 

 Die Vorbringen in Ziff. 5 auf S. 6 ff. der Berufungsant wort  sind neu und unter 

Verweis auf die in den Ausführungen zu „Berufungsantwort S. 5 unten“ erwähnte 

Begründungspflicht unzulässig .  

  

 Berufungsantwort S. 7 Ziff. 6. (act. B 7) 

 Die Vorbringen in Ziff. 6 auf S. 7 der Berufungsantwort  sind neu und damit 

unzulässig mit Ausnahme   

 
- „Auf Geheiss von F1___ wurde der Anteil von G___ nicht an ihn (HPS) selber 

überschrieben, sondern auf dessen damalige Ehefrau F2___.“ 
- „G___ erhielt … CHF 17‘000.00 überwiesen …“ 
- „… gingen CHF 14‘500.00 an die C___...“ 
- „… sowie CHF 3‘000.00 … an R___, Bronschhofen.“ 
- „…entscheidend ist, dass F1___ … rechtlich Eigentümer der beiden Anteile … 

an der E___ geworden ist…“  
 

 Diese Aussagen finden sich in der Duplik S. 4 ff. (act B 4/30). Bezüglich der 

unzulässigen Vorbringen kann auf die in den Ausführungen zu „Berufungsantwort S. 

5 unten“ erwähnte Begründungspflicht verwiesen werden.  

 

 Berufungsantwort S. 7 ff. Ziff. 7 (act. B 7) 

 Die Vorbringen in Ziff. 7 auf S. 7 ff. der Berufungsant wort  sind mit Ausnahme 

des Passus „… denn der Vorwurf betrügerischer Handlungen ist ja auf den August 

2007 fokussiert“ bereits in der Klageantwort S. 6 ff. (act. B 4/12) und in der Duplik 

S. 4 ff. (act. B 4/30) zu finden. Der genannte Passus  ist neu  und unter Verweis auf 

die in den Ausführungen zu „Berufungsantwort S. 5 unten“ erwähnte 

Begründungspflicht unzulässig .   

 

 Berufungsantwort S. 8 Ziff. 8 (act. B 7) 

 Die Vorbringen in Ziff. 8 auf S. 8 der Berufungsantwort  sind mit Ausnahme des 

Passus „… gemäss beiliegender Berechnung per 30.06.2010 schuldete damals 

F1___ A___ CHF 215‘106.00“ bereits in der Klageantwort S. 5 ff. (act. B 4/12) und 

in der Duplik S. 11 ff. (act. B 4/30) enthalten. Der genannte Passus  ist neu  und 

unter Verweis auf die in den Ausführungen zu „Berufungsantwort S. 5 unten“ 

erwähnte Begründungspflicht unzulässig  

 

 Berufungsantwort S. 8 Ziff. 9 (act. B 7) 

 Die Vorbringen in Ziff. 9 auf S. 8 der Berufungsantwort  sind neu und damit 

unzulässig mit Ausnahme  „der Verkauf der 6/20, eingetragen und im Eigentum 

der C___, stand gegenüber F1___ nie zur Diskussion“. Diese Aussage findet sich in 

der Duplik S. 9 oben (act. B 4/30). Bezüglich der unzulässigen Vorbringen kann auf 

 

Seite 20 

die in den Ausführungen zu „Berufungsantwort S. 5 unten“ erwähnte 

Begründungspflicht verwiesen werden.  

 

 Berufungsantwort S. 9 Ziff. II/1 (act. B 7) 

 Die Vorbringen in Ziff. II/1 auf S. 9 der Berufungsantw ort  sind neu  und unter 

Verweis auf die in den Ausführungen zu „Berufungsantwort S. 5 unten“ erwähnte 

Begründungspflicht unzulässig. Anzufügen ist, dass die Bemerkung des 

Berufungsbeklagten auf S. 9 der Berufungsantwort „von der Gegenseite falsch 

dargestellt werde auch der Vorgang mit anderen Geldmitteln“ den Anforderungen an 

eine Begründung für die Einführung von Noven zu diesem Thema in keiner Weise 

genügen kann. 

 

 Berufungsantwort S. 9 ff. Ziff. 2 (act. B 7) 

 Die Vorbringen in Ziff. 2 auf S. 9 ff. der Berufungsant wort  sind neu  und unter 

Verweis auf die in den Ausführungen zu „Berufungsantwort S. 5 unten“ erwähnte 

Begründungspflicht unzulässig.   

 

 Berufungsantwort S. 10 Ziff. 3 (act. B 7) 

 Die Vorbringen in Ziff. 3 auf S. 10 der Berufungsantwor t sind neu  und damit 

unzulässig  mit Ausnahme „… die C___ aus Entgegenkommen diesen Inhaber-

Schuldbrief über CHF 50‘000.00 aus den Händen gab, nämlich an A___ übergeben 

hat zwecks Sicherheit für seine Darlehen an F1___“. Diese Aussage findet sich in 

der Klageantwort S. 5 oben (act. B 4/12) und in der Duplik S. 5 (act. B 4/30). 

Bezüglich der unzulässigen Vorbringen kann auf die in den Ausführungen zu 

„Berufungsantwort S. 5 unten“ erwähnte Begründungspflicht verwiesen werden.  

 

 Berufungsantwort S. 10 Ziff. 4 (act. B 7) 

 Die Vorbringen in Ziff. 4 auf S. 10 der Berufungsantwor t sind neu  und unter 

Verweis auf die in den Ausführungen zu „Berufungsantwort S. 5 unten“ erwähnte 

Begründungspflicht unzulässig.   

 

 Berufungsantwort S. 10 ff. Ziff. 5 (act. B 7) 

 Die Vorbringen in Ziff. 5 auf S. 10 ff. der Berufungsan twort  sind neu  und unter 

Verweis auf die in den Ausführungen zu „Berufungsantwort S. 5 unten“ erwähnte 

Begründungspflicht unzulässig.   

 

 Berufungsantwort S. 11 Ziff. 6 (act. B 7) 

 

Seite 21 

 Die Vorbringen in Ziff. 6 auf S. 11 der Berufungsantwor t sind neu  und unter 

Verweis auf die in den Ausführungen zu „Berufungsantwort S. 5 unten“ erwähnte 

Begründungspflicht unzulässig.   

 

 Berufungsantwort S. 12 ff. Ziff. 2 (act. B 7) 

 Die Vorbringen in Ziff. 2 auf S. 12 ff. der Berufungsan twort  sind neu  und damit 

unzulässig  mit Ausnahme folgender Aussagen: 

 
 - „Bestritten wird, was weiter behauptet wird betreffend den CHF 30‘000.00 in 

der Duplik S. 8 Ziff. 9. Genau dort haben wir ja die Erklärung gegeben, für was 
die CHF 30‘000.00 gedacht waren. Sicher nicht als „Investition“ in die D___, 
hingegen in die Geschäfte, welche F1___ als Agent der D___ tätigen 
respektive entsprechende Schulungskurse hätte durchführen sollen.“ Diese 
Vorbringen sind sinngemäss in der Duplik S. 8 Ziff. 9 (act. B 4/30) enthalten.  

 - „Wenn er nachher zwei respektive weitere Darlehensverträge mit einer Person 
abschliesst, die er erst nachträglich kennenlernt, und welche erkennbar nicht 
selber als Zahlungsempfänger der Darlehenssummen erscheinen will, so 
muss dies auch dem ja seit Jahrzehnten versierten Finanzspezialisten (dem 
Kläger) etwas sagen. Dazu kommt der hohe angestrebte und vereinbarte Zins 
von 8 % …“ Diese Vorbringen sind sinngemäss in der Duplik S. 3 (act. B 4/30) 
enthalten.  

 - „Der Vertrag mit D___ existierte.“ Dieses Vorbringen ist sinngemäss in der 
Klageantwort S. 6 oben (act. B 4/12) aufgeführt. 

 - „Die Behauptung, es handle sich bei bekl. act. 7 um eine Fälschung, ist eine 
nicht zu hörende Unterstellung.“ Dieses Vorbringen ist in der Duplik S. 8 Ziff. 
10 (act. B 4/30) aufgeführt. 

 - „Massgebend ist wenn schon die amtliche Schatzung (bekl. act. 2) mit einem 
Verkehrswert von (2008) CHF 648‘000.00.“ Dieses Vorbringen findet sich in 
der Duplik S. 6 (act. B 4/30).  

 

 Bezüglich der unzulässigen Vorbringen kann auf die in den Ausführungen zu 

„Berufungsantwort S. 5 unten“ erwähnte Begründungspflicht verwiesen werden. 

 

 Berufungsantwort S. 13 ff. Ziff. 3 (act. B 7) 

 Die Vorbringen in Ziff. 3 auf S. 13 ff. der Berufungsan twort  sind neu  und unter 

Verweis auf die in den Ausführungen zu „Berufungsantwort S. 5 unten“ erwähnte 

Begründungspflicht unzulässig.   

 

 Berufungsantwort S. 14 lit. b und c (act. B 7) 

 Die Vorbringen in lit. b und c auf S. 14 der Berufungsa ntwort  sind neu  und unter 

Verweis auf die in den Ausführungen zu „Berufungsantwort S. 5 unten“ erwähnte 

Begründungspflicht unzulässig.   

 

 Berufungsantwort S. 14 lit. e (act. B 7) 

 

Seite 22 

 Die Vorbringen in lit. e auf S. 14 der Berufungsantwort  sind neu  und unter 

Verweis auf die in den Ausführungen zu „Berufungsantwort S. 5 unten“ erwähnte 

Begründungspflicht unzulässig.   

 

 Berufungsantwort S. 15 Ziff. 4 Abs. 4 (act. B 7) 

 Die Vorbringen in Ziff. 4 Abs. 4 auf S. 15 der Berufung santwort  sind neu  und 

unter Verweis auf die in den Ausführungen zu „Berufungsantwort S. 5 unten“ 

erwähnte Begründungspflicht unzulässig.   

 

 Berufungsantwort S. 15 Ziff. 5 (act. B 7) 

 Die Vorbringen in Ziff. 5 auf S. 15 der Berufungsantwor t sind neu  und unter 

Verweis auf die Ausführungen zu „Berufungsantwort S. 5 unten“ unzulässig.   

 

 Berufungsantwort S. 15 Ziff. 6 (act. B 7) 

 Die Vorbringen in Ziff. 6 auf S. 15 der Berufungsantwor t sind neu  und damit 

unzulässig  mit Ausnahme folgender Aussagen: 

 
 - „Es ging auch nicht um eine Investition des Beklagten in die D___ (oder des 

Klägers in die D___); dies ist eine irrige Ansicht.“ Dieses Vorbringen ist in der 
Duplik S. 8 Ziff. 9 (act. B 4/30) aufgeführt. 

 - „Auch hatte der Beklagte ja gar nichts zu beabsichtigen, sondern die 
CHF 30‘000.00 wurden wie zwischen F1___ und dem Kläger vereinbart, an 
die E___ bezahlt, und Herr F1___ konnte sich daraus bedienen für seine 
geschäftlichen Belange …“ Diese Vorbringen sind sinngemäss in der Duplik S. 
8 Ziff. 9 (act. B 4/30) aufgeführt. 

 

 Bezüglich der unzulässigen Vorbringen kann auf die in den Ausführungen zu 

„Berufungsantwort S. 5 unten“ erwähnte Begründungspflicht verwiesen werden. 

 

 Berufungsantwort S. 15 ff. Ziff. 7 (act. B 7) 

 Die Vorbringen in Ziff. 7 auf S. 15 ff. der Berufungsan twort  sind neu  und damit 

unzulässig  mit Ausnahme folgender Aussagen: 

 
 - „Entscheidend ist auch, dass in kläg. act. 20 der „Steuerwert 2008“ 

(08.10.2008) richtig mit CHF 648‘000.00 eingesetzt worden war, wie dies aus 
bekl. act. 2 hervorgeht.“ Dieses Vorbringen ist in der Klageantwort S. 7 (act. B 
4/12) aufgeführt. 

 

 Bezüglich der unzulässigen Vorbringen kann auf die in den Ausführungen zu 

„Berufungsantwort S. 5 unten“ erwähnte Begründungspflicht verwiesen werden. 

 

 Berufungsantwort S. 16 ff. Ziff. 11 Abs. 1 (act. B 7) 

 

Seite 23 

 Die Ausführungen in Ziff. 11 Abs. 1 auf S. 16 ff. der Berufungsantwort  enthalten 

folgende neue  Tatsachenbehauptungen: 

. 

- „Im Weiteren hatte der Kläger schon seit Jahren geschäftliche Aktivitäten in 
der Schweiz, und hatte sehr wohl auch schon zuvor mit Betreibungsämtern 
etc. zu tun.“ 

- Natürlich gehört es zu den allgemeinen Kenntnissen eines durchschnittlichen 
Schweizers, dass ein Betreibungsregisterauszug nur über einen beschränkten 
Zeitraum Auskunft gibt, Dies ist ja darauf jeweils auch vermerkt.“  

- „Im Weiteren hatte der Kläger wie erwähnt schon seit Jahren Erfahrung mit 
„Geschäften“ in der Schweiz und kannte sich zweifellos auch im 
Betreibungsrecht entsprechend aus, er hätte sich andernfalls diesbezüglich 
aber auch kundig machen können/müssen.“  

 

 Unter Verweis auf die in den Ausführungen zu „Berufungsantwort S. 5 unten“ 

erwähnte Begründungspflicht handelt es sich bei den vorgenannten Vorbringen 

um unzulässige  und folglich unbeachtliche Noven .  

 

 

 Berufungsantwort S. 17 ff. Ziff. 11 Abs. 4 (act. B 7) 

 Die Vorbringen in Ziff. 11 Abs. 4 auf S. 17 ff. der Ber ufungsantwort  sind neu  

und damit unzulässig  mit Ausnahme folgender Aussagen: 

 
 - „… war, dass der Beklagte respektive die C___ den Schuldschein über 

CHF 50‘000.00, welcher bis anhin zur Absicherung des eigenen Darlehens 
gegenüber der E___ gedient hatte, an den Kläger übergeben wurde, und 
diese abgegebene Sicherheit durch die neue Sicherheit (treuhänderisches 
Verwalten eines Stammanteiles mehr) ersetzt worden war.“ Dieses Vorbringen 
ist sinngemäss in der Duplik auf S. 5 (act. B 4/30) aufgeführt. 

 

 Bezüglich der unzulässigen Vorbringen kann auf die in den Ausführungen zu 

„Berufungsantwort S. 5 unten“ erwähnte Begründungspflicht verwiesen werden. 

 

 Berufungsantwort S. 18 lit. C Abs. 1 (act. B 7) 

 Die Vorbringen in lit. C Abs. 1 auf S. 18 der Berufungs antwort  sind neu  und 

damit unzulässig  mit Ausnahme folgender Aussagen: 

 
 - „Der Kläger führte sich immer als Finanzfachmann auf und als 

Geschäftsführer der S___ Finanzdienste GmbH.“ Dieses Vorbringen ist in der 
Duplik auf S. 4 (act. B 4/30) aufgeführt. 

 

 Bezüglich der unzulässigen Vorbringen kann auf die in den Ausführungen zu 

„Berufungsantwort S. 5 unten“ erwähnte Begründungspflicht verwiesen werden. 

 

 Berufungsantwort S. 20 Ziff. 7 Abs. 2 (act. B 7) 

 

Seite 24 

 Die Vorbringen in Ziff. 7 Abs. 2 auf S. 20 der Berufung santwort  sind neu  und 

unter Verweis auf die in den Ausführungen zu „Berufungsantwort S. 5 unten“ 

erwähnte Begründungspflicht unzulässig.   

 

 Berufungsantwort S. 22 lit. F (act. B 7) 

 Die Vorbringen in lit. F auf S. 22 der Berufungsantwort  sind neu  und unter 

Verweis auf die in den Ausführungen zu „Berufungsantwort S. 5 unten“ erwähnte 

Begründungspflicht unzulässig.   

 

 Berufungsantwort S. 23 lit. I (act. B 7) 

 Die Vorbringen in lit. I auf S. 23 der Berufungsantwort  sind neu  und unter 

Verweis auf die in den Ausführungen zu „Berufungsantwort S. 5 unten“ erwähnte 

Begründungspflicht unzulässig.   

 

 

 1.4 Beweisanträge der Parteien im Berufungsverfahr en 

 Der Berufungskläger  stellt in der Berufungserklärung (act. B 1) folgende 

Beweisanträge: 

 
 - Wie schon vor der Vorinstanz beantragt, ist die gesamte Buchhaltung der 

E___ samt Belegen beizuziehen, d.h. von dieser resp. dem Beklagten zur 
Edition zu verlangen. (S. 14) 

- der Kläger beantragt nochmals, die gesamten Buchhaltungen der E___ und 
der C___, die gesamten Geschäftsunterlagen der E___ und der C___, alle 
Bank-, Postkonten etc. der E___ und der C___ zu beschlagnahmen resp. 
beizuziehen, sowohl vom Beklagten als auch von der E___, der C___ und von 
den betreffenden Banken sowie der Postfinance. (S. 15) 

- Zu S. 16 ff. Ziff. 4.2.5 des vorinstanzlichen Urteils: Der Kläger hat behauptet 
und zum Beweis erstellt, dass die Liegenschaft weniger als CHF 330‘000.00 
wert war. Wir beantragen nochmals, die Beweise abzunehmen. (S. 24) 

  - Edition des Kontoauszuges der C___ für Juni 2008 bei der Vorarlberger 
Landes- und Hypothekenbank Aktiengesellschaft, Bankgasse 1, Postfach 64, 
9004 St. Gallen, IBAN CH86 0882 1016 9000 9250 8 / BLZ 88 21. (S. 27) 

 

 

 Der Berufungsbeklagte  führt in der Berufungsantwort (act. B 7) folgenden 

Beweisantrag auf: 

 
-  Am Beweisantrag betreffend Einvernahme von F1___ als Zeuge wird 

festgehalten (S. 2) 
 

 Der Antrag auf Einvernahme der beiden Zeugen P___ und Q___ zum 

Fälschungsvorwurf betreffend den Vertrag mit der D___ (S. 12 Berufungsantwort) 

 

Seite 25 

stellt ein unzulässiges Novum dar und ist daher unbeachtlich (vgl. vorstehend 

Erwägung 1.3.3.2).  

 

 Wie in den nachfolgenden Erwägungen zu zeigen sein wird, kann von der Abnahme 

der beantragten Beweise mangels deren rechtlicher Relevanz für die Beurteilung 

abgesehen werden.  

 

 

 1.5 Gesuch des Berufungsbeklagten um Beizug der Str afakten 

 Der Berufungsbeklagte stellt sowohl vor erster als auch vor zweiter Instanz den 

Antrag auf „Beizug der vollständigen Akten der beiden Straf- und 

Beschwerdeverfahren“ (act. B 18, S. 3). Davon kann abgesehen werden, da das 

gegen B___ geführte Strafverfahren wegen Betrugs am 5. September 2017 

rechtskräftig eingestellt worden ist und daher die vorliegende Klage ausschliesslich 

unter zivilrechtlichen Gesichtspunkten geprüft wird.  

 

 
 

2. Materielles 

 2.1 Aktivlegitimation / Vertragsqualifikation 

  Die Vorinstanz hat in Erwägung 2 ihres Urteils die Aktivlegitimation von A___ im 

vorliegenden Forderungsprozess bejaht. Dieser Punkt blieb vor Obergericht 

unangefochten, weshalb es, unter Verweis auf die vorinstanzlichen Ausführungen, 

dabei bleiben kann.  

 

  Die Ausführungen der Vorinstanz zur Qualifikation der zwischen dem Kläger und 

F1___ abgeschlossenen drei Darlehensverträge sind von den Parteien im 

Berufungsverfahren ebenfalls nicht gerügt worden. Folglich kann auf die zutreffende 

vorinstanzliche Erwägung 3 verwiesen werden.  

 

 

 2.2 Unerlaubte Handlung (Art. 41 Abs. 1 OR)  

  Der Berufungskläger  lässt vorbringen, eine unerlaubte Handlung könne zahlreiche 

andere Gründe als Betrug haben. Obwohl der Berufungsbeklagte gewusst habe, 

dass H1___ überhaupt keine Stammanteile besessen habe, habe er dies in den 

Darlehensvertrag vom 9. August 2007 geschrieben. B___ habe die finanzielle 

Situation der E___ Handelsgesellschaft mbH in kläg. act. 24 dargestellt. Schulden 

habe er jedoch nicht erwähnt, so dass sich der Berufungskläger mit dem Schuldbrief 

 

Seite 26 

auf der absolut sicheren Seite gesehen habe. In kläg. act. 24 habe der 

Berufungsbeklagte zudem erklärt, er könne dem Berufungskläger versichern, dass 

er die Finanztransaktion der E___ Handelsgesellschaft mbH nicht aus der Hand 

gebe, bis die weitere Entwicklung sichtbar werde. Der angebliche Vertrag mit D___ 

(bekl. act. 7) sei offenbar eine Fälschung gewesen. Die E___ Handelsgesellschaft 

mbH sei völlig illiquid und die einzige Liegenschaft hoffnungslos überbelastet 

gewesen. Profitiert von dem Geld des Berufungsklägers habe nur der 

Berufungsbeklagte, denn die E___ Handelsgesellschaft mbH stehe wirtschaftlich in 

seinem Eigentum. Die Liegenschaft sei nicht CHF 500‘000.00 wert gewesen. Die 

Buchführung der E___ Handelsgesellschaft mbH sei durch den Berufungsbeklagten 

völlig willkürlich erfolgt. Entgegen der Behauptung des Berufungsbeklagten in kläg. 

act. 61, die E___ Handelsgesellschaft mbH betreibe einen Handel mit Gütern aller 

Art, betreibe diese in ihrer Liegenschaft vielmehr ein Bordell. Der Berufungsbeklagte 

habe dem Berufungskläger vor der Darlehensgewährung vorgeschwärmt, was für 

ein tolles Geschäft die E___ Handelsgesellschaft mbH und was für ein toller Mensch 

F1___ sei. Ebenso wenig hätten „noch weitere Aktivitäten, die die E___ 

übernehmen könne“ bestanden. Am 9. August 2007 (kläg. act. 57) habe sich der 

Berufungsbeklagte gar noch zur Behauptung verstiegen, die erste Schulung der 

Agenten erfolge bereits am nächsten Sonntag. Eine solche Schulung habe nie 

stattgefunden. Dass der Berufungskläger wirtschaftlich den Berufungsbeklagten als 

seinen Partner betrachtet habe, ergebe sich aus dem ganzen Ablauf und dem 

gesamten Schriftverkehr. Es sei niemand anderer als der Berufungsbeklagte 

gewesen, der die beiden Dokumente „Übertragung einer Stammeinlage der E___ 

Handelsgesellschaft mbH von F1___ und von F2___ auf den Berufungskläger“ 

aufgesetzt habe. Damit habe er die Voraussetzung geschaffen, um mit dem kläg. 

act. 14 das Vorkaufsrecht auszuüben. Als der Berufungskläger die Eintragung der 

Stammanteile verlangt habe, habe sich der Berufungsbeklagte geweigert. Ebenfalls 

um die Stammanteile nicht herausgeben zu müssen, habe der Berufungsbeklagte 

am 3. August 2010 plötzlich behauptet, die C___ GmbH habe der E___ 

Handelsgesellschaft mbH zwei Darlehen gewährt. Einen Nachweis für die 

Auszahlung dieser Darlehen habe er nie erbracht, insbesondere habe er nie einen 

entsprechenden Geldfluss nachgewiesen. Die Echtheit der Darlehensverträge 

werde bestritten. Die beiden Darlehen seien denn auch bei der E___ 

Handelsgesellschaft mbH im Jahr 2006 nicht verbucht worden. F1___ habe noch 

gar nie einen Stammanteil an der E___ Handelsgesellschaft mbH besessen. Der 

Berufungsbeklagte gebe selber zu, dass er nie beabsichtigt habe, die CHF 

30‘000.00 des Berufungsklägers in die D___ zu investieren. Die kläg. act. 26 und 27 

würden eindrücklich illustrieren, dass es dem Berufungsbeklagten von Anfang an 

 

Seite 27 

darum gegangen sei, den Berufungskläger hereinzulegen, um an sein Geld zu 

kommen. Ausserdem habe sich herausgestellt, dass eine Forderung von CHF 

100‘000.00 gegenüber der N___ Polstermöbelfabrik AG nicht existiere. Ebenso 

habe der Berufungsbeklagte dem Berufungskläger am 24. Juni 2009 den wertlosen 

Schuldbrief übergeben. Als der Berufungskläger den Schuldbrief über 

CHF 50‘000.00 habe realisieren wollen, habe der Berufungsbeklagte sogar selber 

(namens der E___ Handelsgesellschaft mbH) Rechtsvorschlag erhoben. Ins gleiche 

Kapitel (Beschwichtigung und Täuschung des Berufungsklägers) gehe das E-Mail 

des Berufungsbeklagten an den Berufungskläger vom 19. November 2009. Laut 

Urteil des Obergerichts Appenzell Ausserrhoden vom 24. September 2013 gehöre 

das Wissen, dass ein Betreibungsregisterauszug entsprechend der 

Behördenorganisation im betreffenden Kanton lediglich örtlich und zeitlich 

beschränkt Auskunft zu erteilen vermöge nicht einmal zu den allgemeinen 

Kenntnissen eines durchschnittlichen Schweizers oder einer Schweizerin, 

geschweige denn eines deutschen Staatsangehörigen. Der Kläger sei nicht 

Finanzfachmann und habe sich auch nicht als solcher aufgeführt. Auch das zweite 

Darlehen sei auf Initiative des Berufungsbeklagten zustande gekommen.  

  Der Berufungsbeklagte  lässt geltend machen, die vom Berufungskläger 

vorgebrachten „anderen Gründe „ für eine unerlaubte Handlung könnten bei Art. 41 

Abs. 1 OR nur in qualifizierten Fällen mitspielen. Im Vertrag vom 9. August 2007 sei 

nirgends erwähnt worden, dass der Berufungskläger selber die beiden 

Stammanteile von je CHF 7000.00 der E___ Handelsgesellschaft mbH übernehmen 

solle, sondern die Übernahme durch F1___. Dass der Berufungskläger selber je 

diese Anteile übernehmen würde, sei damals überhaupt kein Thema gewesen. Der 

Berufungskläger unterstelle weiter fälschlicherweise, dass der Berufungsbeklagte 

gewusst haben solle, dass H1___ überhaupt keinen Stammanteil besessen habe. 

Die beiden Herren (Vater und Sohn) G___ und H1___ seien damals die Eigentümer 

der beiden erwähnten Stammanteile gewesen. Wichtigstes Aktivum dieser GmbH 

sei die Liegenschaft J___strasse 00 in K___. F1___ habe einen Mietvertrag für 

diese Liegenschaft geschlossen und Interesse an der Übernahme der E___ 

Handelsgesellschaft mbH gezeigt. Auf Geheiss von F1___ sei der Anteil von G___ 

nicht an ihn selber, sondern auf dessen damalige Ehefrau F2___ überschrieben 

worden. G___ habe CHF 17‘000.00 überwiesen erhalten. CHF 14‘500.00 seien an 

die C___ GmbH und CHF 3‘000.00 an R___, Bronschhofen, gegangen. 

Entscheidend sei, dass F1___ rechtlich Eigentümer der beiden Anteile an der E___ 

Handelsgesellschaft mbH geworden sei. A___ und F1___ hätten sich dann 

befreundet und untereinander weitere Geschäfte getätigt und Darlehen vereinbart. 

Beim zweiten Darlehensvertrag über CHF 30‘000.00 sei B___ einzig noch 

 

Seite 28 

beauftragt worden, den Vertrag aufzusetzen. Wie sich der Berufungskläger nach 

Jahren zur Behauptung versteigen könne, er habe den Berufungsbeklagten als 

seinen „Partner“ betrachtet, sei nicht nachvollziehbar. Der Verkauf der 6/20, 

eingetragen und im Eigentum der C___ GmbH, habe gegenüber F1___ nie zur 

Diskussion gestanden. Die Beschuldigung, B___ habe eine Buchhaltungsfälschung 

vorgenommen, werde vehement zurückgewiesen. Die C___ GmbH habe aus 

Entgegenkommen den Inhaberschuldbrief über CHF 50‘000.00, welcher bis anhin 

zur Absicherung des eigenen Darlehens gegenüber der E___ Handelsgesellschaft 

mbH gedient habe, an A___ übergeben zwecks Sicherheit für dessen Darlehen an 

F1___. Der Vertrag mit der D___ (bekl. act. 7) habe existiert. Die Behauptung, es 

handle sich bei diesem Vertrag um eine Fälschung, sei eine nicht zu hörende 

Unterstellung. Wenn der Berufungskläger zwei, respektive weitere 

Darlehensverträge mit einer Person abschliesse, die er erst nachträglich 

kennengelernt habe, und welche erkennbar nicht selber als Zahlungsempfänger der 

Darlehenssummen erscheinen wolle, so müsse dies auch dem seit Jahrzehnten 

versierten Finanzspezialisten (der Berufungskläger) etwas sagen. Es könne auf die 

Visitenkarte des Klägers (bekl. act. 8) verwiesen werden. Der Berufungskläger habe 

sich immer als Finanzfachmann und als Geschäftsführer der S___ Finanzdienste 

GmbH aufgeführt. Dazu komme der hohe angestrebte und vereinbarte Zins von 8 

%. Die CHF 30‘000.00 seien sicher nicht als „Investition“ in die D___ gedacht 

gewesen, hingegen in die Geschäfte, welche F1___ als Agent der D___ tätigen 

respektive entsprechende Schulungskurs hätte durchführen sollen. Bezüglich der 

Liegenschaft massgebend sei wenn schon die amtliche Schatzung (bekl. act. 2) mit 

einem Verkehrswert von (2008) CHF 648‘000.00. Letzterer sei in kläg. act. 20 

richtig eingesetzt worden. Falsch sei die Unterstellung, der Berufungsbeklagte habe 

am 3. August 2010 plötzlich behauptet, die C___ GmbH habe der E___ 

Handelsgesellschaft mbH zwei Darlehen gewährt und halte deshalb treuhänderisch 

einen Stammanteil von CHF 7‘000.00. Im Übrigen könne eine E-Mail über zwei 

Jahre nach der Darlehensgewährung keine Bedeutung haben.  

 

 

  2.2.1 Allgemeines 

  Vertragsparteien aller drei Darlehensverträge sind jeweils F1___ und A___, weshalb 

eine ausservertragliche Haftung von B___ aus Art. 41 OR im Vordergrund steht. 

Unter Hinweis auf die Ausführungen in Erwägung 1.3.3.2 eingangs „Einrede der 

Verjährung“ ist vom Obergericht nicht zu prüfen, ob allfällige Ansprüche des 

Berufungsklägers gestützt auf Art. 41 OR verjährt sind.  

 

 

Seite 29 

  Wer einem andern widerrechtlich Schaden zufügt, sei es mit Absicht, sei es aus 

Fahrlässigkeit, wird ihm zum Ersatze verpflichtet (Art. 41 Abs. 1 OR). Eine Haftung 

nach Art. 41 OR setzt kumulativ einen Schaden, einen natürlichen und adäquaten 

Kausalzusammenhang zwischen schädigendem Verhalten und Schaden, 

Widerrechtlichkeit der Schädigung und ein Verschulden des Schädigers voraus 

(MARTIN A. KESSLER, in: Basler Kommentar, OR I, 6. Aufl. 2015, N. 2c zu Art. 41 

OR). Wie die Vorinstanz in ihrem Urteil auf S. 9 unten zu Recht ausführt, steht im 

vorliegenden Fall die Widerrechtlichkeit im Vordergrund. Reine Vermögensschäden 

sind nur dann widerrechtlich (und damit gestützt auf Art. 41 Abs. 1 OR zu ersetzen), 

wenn sie unter Verletzung einer besonderen Verhaltensnorm bewirkt werden, die 

nach ihrem Zweck (auch) vor Schädigungen von der Art der (konkret) eingetretenen 

schützen soll (MARTIN A. KESSLER, a.a.O., N. 34 zu Art. 41 OR). Das Bundesgericht 

leitet Widerrechtlichkeit auch aus der Verletzung allgemeiner Rechtsgrundsätze ab. 

Keine Widerrechtlichkeit folgt hingegen aus der Verletzung einer vertraglichen 

Pflicht, sofern nicht gleichzeitig eine Schutznorm oder ein absolutes Recht verletzt 

wird (MARTIN A. KESSLER, a.a.O., N. 34a zu Art. 41 OR). Haftpflichtrelevante 

Schutznormen finden sich v.a. im (Vermögens-)Strafrecht (Art. 137 ff. StGB; MARTIN 

A. KESSLER, a.a.O., N. 35 zu Art. 41 OR). Das Strafverfahren gegen B___ wurde 

bezüglich sämtlichen Tatvorwürfen, namentlich Veruntreuung, Betrug und 

Urkundenfälschung, rechtskräftig eingestellt (act. B 4/42/1 und B 30/1). Klarzustellen 

ist, dass der Freispruch vom strafrechtlichen Vorwurf des Betrugs nicht ausschliesst, 

dass eine zivilrechtliche Täuschung im Sinne von Art. 28 OR vorliegt (Urteil des 

Bundesgerichts 4A_533/2013 vom 27. März 2014 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 

6B_998/2010 vom 31. August 2011 E. 5.1). Folglich steht bei der Widerrechtlichkeit 

im Sinne von Art. 41 Abs. 1 OR die Prüfung des Tatbestandes der absichtlichen 

Täuschung nach Art. 28 OR im Vordergrund. 

 

  2.2.2 Absichtliche Täuschung (Art. 28 OR)  

 Ist ein Vertragschliessender durch absichtliche Täuschung seitens des andern zu 

dem Vertragsabschlusse verleitet worden, so ist der Vertrag für ihn auch dann nicht 

verbindlich, wenn der erregte Irrtum kein wesentlicher war (Art. 28 Abs. 1 OR). Die 

von einem Dritten verübte absichtliche Täuschung hindert die Verbindlichkeit für den 

Getäuschten nur, wenn der andere zur Zeit des Vertragsabschlusses die Täuschung 

gekannt hat oder hätte kennen sollen (Art. 28 Abs. 2 OR). Die absichtliche 

Täuschung ist zugleich eine unerlaubte Handlung im Sinne von Art. 41 OR. Die 

getäuschte Person hat demzufolge gegenüber dem Täuschenden Anspruch auf 

Schadenersatz sowohl aus unerlaubter Handlung als auch aus culpa in contrahendo 

(Urteil des Bundesgerichts 6B_998/2010 vom 31. August 2011 E. 5.2). 

 

Seite 30 

Widerrechtlichkeit wird in Art. 28 OR im Gegensatz zu Art. 29 Abs. 1 OR zwar nicht 

ausdrücklich vorausgesetzt. Dies erklärt sich indes daraus, dass der Gesetzgeber 

offenbar davon ausgegangen ist, dass eine Täuschung – abgesehen von hier nicht 

zutreffenden Ausnahmesituationen – stets widerrechtlich ist (Urteil des 

Bundesgerichts 6B_998/2010 vom 31. August 2011 E. 5.2).  

 

 Der Tatbestand der absichtlichen Täuschung setzt einerseits voraus, dass der 

Vertragspartner – durch positives Verhalten oder durch Schweigen – absichtlich 

getäuscht wurde; für die Täuschungsabsicht genügt Eventualvorsatz. Andererseits 

ist erforderlich, dass der Vertragspartner durch die Täuschung zum 

Vertragsabschluss verleitet wurde. Der durch die Täuschung hervorgerufene Irrtum 

muss somit kausal für den Abschluss des Vertrages gewesen sein. An diesem 

Täuschungserfolg gebricht es, wenn der Getäuschte den Vertrag auch ohne 

Täuschung geschlossen hätte (Urteil des Bundesgerichts 4A_141/2017 vom 

4. September 2017 E. 3.1). Wer Tatsachen verschweigt, deren Offenlegung 

während Vertragsverhandlungen geboten ist (Aufklärungspflicht), begeht eine 

absichtliche Täuschung, auch ohne dass sich die Gegenpartei in einem 

wesentlichen Irrtum befindet (Urteil des Bundesgerichts 4A_285/2017 vom 3. April 

2018, in: ius.focus 6/2018 S. 6). Ein (aktives) täuschendes Verhalten nach Art. 28 

OR besteht in der Vorspiegelung falscher Tatsachen bzw. dem Aufstellen von 

falschen Behauptungen (Urteil des Bundesgerichts 4A_141/2017 vom 4. September 

2017 E. 3.1.1). Täuschungsabsicht bedeutet, dass der Täuschende weiss, dass er 

einen Irrtum beim Vertragsgegner hervorruft oder unterhält und dass er diesen so - 

und sei es auch nur mit Eventualvorsatz – zum Vertragsabschluss verleiten will 

(Urteil des Bundesgerichts 4A_141/2017 vom 4. September 2017 E. 3.1.2). Dem 

Täuschenden ist der Einwand verwehrt, der Getäuschte hätte bei Anwendung der 

gebotenen Sorgfalt, etwa durch Nachforschungen, die Täuschung erkennen können 

(Urteil des Bundesgerichts 4A_141/2017 vom 4. September 2017 E. 3.1.4). Es gibt 

zivilrechtlich keine Opfermitverantwortung in dem Sinn, dass ein Getäuschter 

zufolge seiner Fahrlässigkeit gleichsam „selber schuld“ ist oder deswegen gegen 

Treu und Glauben verstossen würde, wenn er sich auf die Täuschung beruft (Urteil 

des Bundesgerichts 4A_141/2017 vom 4. September 2017 E. 3.3). VISCHER/GALLI 

zeigen indessen fundiert auf, dass gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung das 

Prinzip der Opfermitverantwortung auch im Zivilrecht gilt. Sie führen aus, das Prinzip 

der Opfermitverantwortung könne zivilrechtlich ausgedrückt auch als Pflicht, sich 

selber korrekt auf Vertragsverhandlungen vorzubereiten („le devoir de se préparer 

correctement soi-même“), einschliesslich der Pflicht der gebotenen Aufmerksamkeit 

während den Vertragsverhandlungen bezeichnet werden (BGer 4A_141/2017: 

 

Seite 31 

Opfermitverantwortung bei der zivilrechtlichen absichtlichen Täuschung, AJP 

11/2017 S. 1400). VISCHER/GALLI gelangen zum Schluss, Beurteilungsmassstab sei 

letztlich, vereinfacht gesagt, ob das Verhalten der jeweiligen Partei sozialadäquat 

sei (a.a.O., S. 1393).  

 

 Die Täuschung macht den Vertrag nur dann unverbindlich, wenn sie vom 

Vertragspartner selbst ausgegangen ist oder – bei Täuschung durch einen Dritten – 

für den Vertragspartner jedenfalls erkennbar war. Bei der grundsätzlich weniger 

verpönenswerten fremdverursachten Täuschung genügt nach dem 

Gesetzeswortlaut demnach bereits Fahrlässigkeit des Vertragspartners. Darin liegt 

ein Wertungswiderspruch. Deshalb sollte der Vertrag im Wege der teleologischen 

Auslegung nur dann angefochten werden können, wenn der Vertragspartner von der 

Täuschung gewusst hat (INGEBORG SCHWENZER, in: Basler Kommentar, OR I, 6. 

Aufl. 2015, N. 15 zu Art. 28 OR; CLAIRE HUGUENIN, Obligationenrecht, Allgemeiner 

und Besonderer Teil, 2. Aufl. 2014, Rz. 549). Dritte im Sinne dieser Bestimmung 

sind nicht Personen, die an Vertragsverhandlungen und –abschluss im Lager des 

Vertragspartners beteiligt sind. Das Handeln von Vertretern und Abschlussgehilfen 

(Organe, Stellvertreter, Boten, Mäkler, Handelsreisende oder Agenten) ist dem 

(täuschenden) Vertragspartner wie eigenes Verhalten zuzurechnen (INGEBORG 

SCHWENZER, a.a.O., N. 16 zu Art. 28 OR). Selbst wer nur in der „nebensächlichen 

Rolle“ eines Gehilfen bei den Vorverhandlungen mitwirkt, kann nicht als ein dem 

Geschäft fernstehender, von aussen einwirkender Dritter angesehen werden 

(BRUNO SCHMIDLIN,  Berner Kommentar, 2013, N. 99 zu Art. 28 OR). Für die 

Zurechnung genügt, dass der Vertragspartner die Verhandlungsführung willentlich 

dem täuschenden Dritten übertragen hat (BRUNO SCHMIDLIN,  a.a.O., N. 100 zu Art. 

28 OR). Die täuschende Handlung ist dem Vertragspartner nur dann zuzurechnen, 

wenn das Handeln des Dritten den Getäuschten zum Vertragsabschluss motivierte 

(BRUNO SCHMIDLIN,  a.a.O., N. 101 zu Art. 28 OR). Ob Jemand als aussenstehender 

Dritter betrachtet wird, kommt auf die konkrete Rolle an, die jemand beim 

Geschäftsabschluss ausübt, nicht aber, ob er es unter der Bezeichnung eines 

Maklers oder Agenten tut (BRUNO SCHMIDLIN,  a.a.O., N. 112 zu Art. 28 OR). Geht 

die Täuschung beim Vertragsabschluss nicht von der Gegenpartei aus, sondern von 

Stellvertretern oder Abschlussgehilfen des Getäuschten selbst, so handeln sie als 

aussenstehende Dritte. Ihr Verhalten kann in der Tat der Gegenpartei nicht 

zugerechnet werden, jedenfalls dann nicht, wenn sie die Täuschung nicht bemerkt 

hat (BRUNO SCHMIDLIN,  a.a.O., N. 113 zu Art. 28 OR). Ein besonderes Problem 

stellen alle Verträge, in denen der täuschende Dritte aus dem Vertragsabschluss 

selbst Nutzen zieht (BRUNO SCHMIDLIN,  a.a.O., N. 116 zu Art. 28 OR). 

 

Seite 32 

 

 Der Getäuschte muss sämtliche Voraussetzungen des Art. 28 OR beweisen. Bei 

Täuschung durch Dritte muss er auch Kenntnis des Vertragspartners beweisen 

(INGEBORG SCHWENZER, a.a.O., N. 26 zu Art. 28 OR). Insbesondere hat der 

Getäuschte den kausalen Einfluss der Täuschungshandlung auf den 

Vertragsschluss nachzuweisen. Mit dem Nachweis der Täuschungshandlung wird 

indessen das Vorliegen eines solchen Kausalzusammenhangs vermutet. Dem 

Täuschenden steht dann der Gegenbeweis offen, dass der Getäuschte den Vertrag 

auch ohne die Täuschung abgeschlossen hätte (Urteil des Bundesgerichts 

4A_141/2017 vom 4. September 2017 E. 3.1.3) 

 

 2.2.2.1 Darlehen von CHF 70‘000.00 und von CHF 30‘0 00.00 

 Im Vordergrund steht vorliegend eine Täuschung des Berufungsklägers durch den 

Berufungsbeklagten über die Beteiligungsverhältnisse an der E___ 

Handelsgesellschaft mbH im ersten Darlehensvertrag vom 9. August 2007 (act. B 

4/4/4). Wie die Vorinstanz in Erwägung 3.1 zutreffend ausgeführt hat, handelt es 

sich bei diesem Vertrag um einen unechten Vertrag zugunsten Dritter nach Art. 112 

OR, konkret zugunsten der E___ Handelsgesellschaft mbH. Aufgesetzt und 

formuliert wurde das Vertragsdokument vom Berufungsbeklagten. Der 

Berufungskläger wirft dem Berufungsbeklagten konkret vor, obwohl dieser gewusst 

habe, dass H1___ überhaupt keine Stammanteile besessen habe, habe er dies in 

den Darlehensvertrag hinein geschrieben. Vertragspartner des fraglichen 

Darlehensvertrages waren A___ und F1___. Ziff. 2 dieses Darlehensvertrages lautet 

wie folgt: „Der Darlehensnehmer verwendet CHF 45‘000.00 des Darlehensbetrages 

für die Übernahme von zwei Stammanteilen von je CHF 7‘000.00 der E___ 

Handelsgesellschaft mbH von den Herren G___, Jonschwil, und H1___, 

Bischofszell.“ Anhand der im Recht liegenden Handelsregisterauszüge der E___ 

Handelsgesellschaft mbH steht fest, dass bei Vertragsschluss vom Stammkapital 

von CHF 20‘000.00 deren CHF 7‘000.00 im Eigentum von B___, CHF 7‘000.00 im 

Eigentum von G___ und CHF 6‘000.00 im Eigentum der C___ GmbH standen (act. 

B 4/4/2; act. B 8/1). Stammanteilsinhaber der C___ GmbH waren in jenem Zeitpunkt 

B1___ und B2___, Geschäftsführer war der einzelzeichnungsberechtigte B___ (act. 

B 4/4/1). Folglich hat B___, der zu jener Zeit Gesellschafter der E___ 

Handelsgesellschaft mbH und gleichzeitig Geschäftsführer der an der E___ 

Handelsgesellschaft mbH beteiligten C___ GmbH war, Ziff. 2 wider besseres 

Wissen unrichtig abgefasst, indem er vorgab, H1___ sei Inhaber eines 

Stammanteils der E___ Handelsgesellschaft mbH. Daran vermögen dessen 

Erklärungsversuche, er halte infolge der Gewährung zweier Darlehen an die E___ 

 

Seite 33 

Handelsgesellschaft mbH einen Stammanteil von CHF 7‘000.00 treuhänderisch in 

seinem Besitz, nichts zu ändern. Als Kontaktvermittler zwischen A___ und F1___ 

sowie Verfasser der Vertragsdokumente vom 9. August und 3. September 2007, 

und als solcher folglich über „Insiderinformationen“ verfügte, hatte der 

Berufungsbeklagte diesbezüglich eine entsprechende Aufklärungspflicht gegenüber 

dem Berufungskläger. Hätten deshalb die Darlegungen des Berufungsbeklagten 

tatsächlich der Richtigkeit entsprochen und waren nicht blosse 

Schutzbehauptungen, hätte er den Wortlaut von Ziff. 2 entsprechend formulieren 

müssen. Indem er dies unterlassen, aber auch nicht die Eigentumsverhältnisse 

gemäss Handelsregistereintrag aufgeführt hat, hat der Berufungsbeklagte eine 

Täuschung im Sinn von Art. 28 OR begangen. Somit wird nachfolgend zu prüfen 

sein, welches die Rolle des Berufungsbeklagten beim Zustandekommen des 

Vertrages vom 9. August 2007 war und ob die vorerwähnte Täuschung A___ zum 

Abschluss des Darlehensvertrages motivierte oder er den Vertrag auch in Kenntnis 

der tatsächlichen Eigentumsverhältnisse abgeschlossen hätte.   

 

 Bei der Rolle des Berufungsbeklagten, die er im Umfeld des Vertragsschlusses vom 

9. August 2007, aber auch des später geschlossenen Zusatzvertrages zum 

Darlehensvertrag vom 3. September 2007, gespielt hat, kommen diejenige eines 

aussenstehenden Dritten sowie eines Vertreters oder Abschlussgehilfen in Betracht.  

 
 In welcher Rolle sieht sich der Beschwerdegegner selbst? Nachfolgend einige 

Beispiele: 

 
 - Die Parteien hatten in früheren Jahren ein normales, aber auch 

unverbindliches geschäftliches Verhältnis. Der Beklagte wurde jeweils vom 
Kläger gebeten, entsprechende Darlehensverträge oder andere Schriftstücke 
aufzusetzen (act. B 4/12, S. 2). 

 
 - Der Kläger bat den Beklagten, ihn bei einer Schweizer Bank einzuführen, was 

der Beklagte bei der Hypo Bank Vorarlberg in St. Gallen dann auch getan hat 
(act. B 4/12, S. 3). 

 
 - Gestützt darauf transferierte der Kläger in der Folge Geldmittel aus 

Deutschland auf die Hypobank in St. Gallen, und bat den Beklagten, ihm 
Anlagevorschläge mit hoher Rendite und kurzer Laufzeit vorzulegen (act. B 
4/3, S. 3). 

 
 - Da es immer nur um die Geschäfte von F1___ ging, und der Beklagte lediglich 

gebeten worden war, die Verträge aufzusetzen, welche im Weiteren und im 
Übrigen zwischen dem Kläger und F1___ selber ausgehandelt worden waren, 
hat der Beklagte mit der ganzen Angelegenheit absolut nichts zu tun, ist auch 
nicht für die Bonität von F1___ irgendwie verantwortlich (act. B 4/12, S. 5). 

 
 - Der Kläger hatte den Beklagten immer wieder um Rat und Hilfe gefragt, und 

der Beklagte war bestrebt, dem Kläger soweit wie möglich zu helfen und 

 

Seite 34 

unterstützte ihn in der Absicht, Anteile der E___ von F1___ zu übernehmen 
(act. B 4/12, S. 6). 

 
 - Über die Erhöhung des Darlehens an F1___ haben der Kläger und F1___ 

ohne Mitwirkung des Beklagten gesprochen. Der Kläger hat sich hiefür 
verschiedentlich in K___ aufgehalten; der Beklagte wurde einzig 
herbeigerufen, um die gefassten Entschlüsse formell darzustellen und zu 
Papier zu bringen (act. B 4/12, S. 6).  

 

 Was ergibt sich aus den im Recht liegenden Aktenstücken?  

 
 - E-Mail des Berufungsklägers an den Berufungsbeklagten vom 21.06.2007 

(act. B 4/23/54): 
  Der Berufungskläger fragt den Berufungsbeklagten bezüglich Möglichkeiten 

für die Anlage eines Teils seines Bargeldes (ca. 150‘000.00) in CHF an. 
  
  E-Mail des Berufungsbeklagten an den Berufungskläger vom 17.07.2007 (act. 

B 4/23/55): 
  Der Berufungsbeklagte nennt dem Berufungskläger drei Anlage-

Möglichkeiten: T___ GmbH, Frau U___ und V___ AG. 
 
 - E-Mail des Berufungsbeklagten an den Berufungskläger vom 01.08.2007 (act. 

B 4/4/24): 
  Der Berufungsbeklagte weist den Berufungskläger auf das 

Finanzierungsgesuch der D___, auf die E___ Handelsgesellschaft mbH und 
auf die Ablösung der Herren H1___/G___ durch F1___ hin. Der 
Berufungsbeklagte könne ihm versichern, dass er die Finanztransaktionen der 
E___ Handelsgesellschaft mbH nicht aus der Hand gebe, bis die weitere 
Entwicklung sichtbar werde. Er werde auch die Buchhaltung weiter bearbeiten 
und die Gesellschaft auch weiterhin mit Einzelunterschrift vertreten. 

 
 - E-Mail des Berufungsklägers an den Berufungsbeklagten vom 07.08.2007 

(act. B 4/23/56): 
  Der Berufungskläger schreibt, er kenne natürlich nicht die privaten und 

persönlichen Verhältnisse von Herrn F1___, insbesondere im Hinblick auf die 
„ungedeckten“ CHF 20‘000.00, und würde sich hier gerne an der persönlichen 
Einschätzung bzw. dem Rat des Berufungsbeklagten orientieren. Die 2 % 
Zinsdifferenz sollten hier keinesfalls relevant sein. Er dankt diesem abermals 
für seine Vermittlungsaktivitäten. 

 
- E-Mail des Berufungsbeklagten an den Berufungskläger vom 08.08.2007 (act. 

B 4/23/61): 
 Der Berufungsbeklagte erklärt dem Berufungskläger, nach der Transaktion sei 

F1___ der Hauptbeteiligte und damit faktisch Eigentümer der E___ 
Handelsgesellschaft mbH. Die C___ GmbH werde ihren Anteil solange halten 
als notwendig und sinnvoll. Bezüglich F1___ weist er darauf hin, dass ihm von 
diesem ein Betreibungsauszug per Ende Mai 2007 vorgelegt worden sei, der 
absolut sauber gewesen sei. Der Mann sei aktiv, geschäftlich versiert und 
seines Erachtens auch vertrauenswürdig.  

 
 E-Mail des Berufungsklägers an den Berufungsbeklagten vom 08.08.2007 

(act. B 4/23/62): 
 Der Berufungskläger dankt dem Berufungsbeklagten für seine ausführliche 

Darstellung und ist überzeugt, dass das „Unternehmen“ wie von diesem 
beschrieben, glücke. Auf sein Geheiss werde er die CHF 70‘000.00 
umgehend auf das Konto der E___ Handelsgesellschaft mbH  überweisen.  

 

Seite 35 

 
 - E-Mail des Berufungsbeklagten an den Berufungskläger vom 09.8.2007 (act. 

B 4/23/57): 
  Der Berufungsbeklagte erwähnt, er habe heute Morgen nochmals alles im 

Detail mit Herrn F1___ durchgesprochen. Dabei sei er gut dokumentiert 
worden. Die erste Schulung der Agenten erfolge bereits am nächsten 
Sonntag. Er sei nach wie vor überzeugt, dass der Mann die Gewährung des 
Darlehens rechtfertige. Er werde ihm ein Exemplar der unterzeichneten 
Darlehensverträge auf den Fax legen. 

 
 - E-Mail des Berufungsbeklagten an den Berufungskläger vom 17.08.2007 (act. 

B 4/4/25): 
  Der Berufungsbeklagte dankt dem Berufungskläger aufrichtig für die prompte 

Erledigung der Darlehensgewährung und Auszahlung.  
 

-  E-Mail des Berufungsklägers an den Berufungsbeklagten vom 23.08.2007 
(act. B 4/23/58): 

 Der Berufungskläger schlägt dem Berufungsbeklagten den 3. September 2007 
für die Übergabe der Original-Darlehensverträge F___ sowie des 
Grundschuldbriefes beim Berufungsbeklagten vor (siehe auch act. B 4/23/67). 

 
- E-Mail des Berufungsbeklagten an den Berufungskläger vom 26.05.2008 (act. 

B 4/23/82): 
 Der Berufungsbeklagte erklärt dem Berufungskläger, F1___ sei am 20. Mai 

2008 tatsächlich bei ihm aufgetaucht. Dabei habe er ihm seine zukünftigen 
Aktivitäten aufgezeigt. Diese würden ihm erneut überzeugend scheinen.  

 
- E-Mail des Berufungsbeklagten an den Berufungskläger vom 02.06.2008 (act. 

B 4/13/4): 
 Der Berufungsbeklagte teilt dem Berufungskläger mit, er werde den Betrag 

(Anmerkung der Gerichtsschreiberin: gemeint sind die € 16‘000) in seinem 
Auftrag Herrn F1___ im Laufe von morgen Vormittag zur Verfügung stellen.  

 
-  E-Mail des Berufungsklägers an den Berufungsbeklagten vom 17.08.2008 

(act. B 4/23/81): 
 Der Berufungskläger lässt den Berufungsbeklagten wissen, er habe so ein 

Bauchgefühl gehabt und sei nochmals nach K___ gefahren, um sich die 
Immobilie an der J___strasse 00 doch mal genauer anzuschauen. Ihn habe 
wirklich der Schlag getroffen, in welchem Zustand das Gebäude nebst Areal 
sei.  

 
 - E-Mail des Berufungsbeklagten an F1___ vom 03.10.2008 (act. B 4/4/26): 
  Der Berufungsbeklagte schreibt F1___, dieser finde hier die Korrespondenz, 

die er mit A___ geführte habe, nachdem bei ihm wieder ein „Aufschrei“ 
eingegangen sei. Das sei immer noch die Lösung, die er ihm schon bei ihrer 
letzten Besprechung habe „verkaufen“ wollen. 

 
- E-Mail des Berufungsbeklagten an F1___ vom 09.10.2008 (act. B 4/4/27): 

  Der Berufungsbeklagte teilt F1___ mit, er habe sich heute Gedanken 
angestellt, wie die Liegenschaft der E___ Handelsgesellschaft mbH dargestellt 
werden könnte und lasse ihm seine Gedanken (Eckdaten) dazu zukommen. 

 
 

 Aus den vorstehend aufgeführten Geschehnissen geht hervor, dass der 

Berufungsbeklagte im Umfeld der Vertragsschlüsse vom 9. August und 3. 

 

Seite 36 

September 2007 zwischen A___ und F1___ verschiedene Interessen gleichzeitig 

wahrte. Die E-Mail-Korrespondenz zeigt, dass B___ zu Beginn der 

Kontaktaufnahme des Berufungsklägers zu ihm wegen einer Geldanlage in der 

Schweiz sowohl für diesen als auch für F1___ tätig war. So brachte er den 

anlagewilligen Berufungskläger mit F1___ sowie der E___ Handelsgesellschaft mbH 

zusammen. Der Berufungsbeklagte setzte zudem die Verträge vom 9. August und 3. 

September 2007 für die Vertragsparteien A___ und F1___ auf (act. B 4/2, S. 5; B 

4/23/84, S. 2). Aufgrund dessen, dass der Berufungsbeklagte gemäss E-Mail-

Verkehr im Sinne eines „neutralen Beraters“ beiden Vertragsparteien diente, könnte 

er grundsätzlich als unbeteiligter Dritter betrachtet werden. Indem er jedoch 

offensichtlich auch die Interessen der von beiden ersten Darlehensverträgen 

unmittelbar profitierenden E___ Handelsgesellschaft mbH und damit mittelbar seine 

eigenen finanziellen Interessen mitberücksichtigte, kann der Berufungsbeklagte 

bereits aus diesem Grund nicht ein den Geschäften fernstehender Dritter sein. Zu 

erwähnen ist an dieser Stelle auch, dass B___ die Buchhaltung der E___ 

Handelsgesellschaft mbH erstellte und daher über die finanzielle Situation der Firma 

bestens im Bild war (act. B 4/4/28-30). Hier liegt deshalb der Sonderfall vor, in dem 

B___ als täuschender Dritter aus den Vertragsabschlüssen mittelbar über seine 

Beteiligung an der E___ Handelsgesellschaft mbH selbst einen Nutzen zieht 

(BRUNO SCHMIDLIN,  a.a.O., N. 116 zu Art. 28 OR). Falls der Vertragsgegner des 

Getäuschten vom Verhalten des begünstigten Dritten nichts weiss und nicht wissen 

musste, ist der Vertrag nach Art. 28 Abs. 2 OR verbindlich. Dem Getäuschten muss 

jedoch aus Billigkeitsgründen ein Anfechtungsrecht gewährt werden (BRUNO 

SCHMIDLIN,  a.a.O., N. 116 zu Art. 28 OR). Zur Frage, ob F1___ als Vertragspartei 

des Berufungsklägers Kenntnis von den tatsächlichen Beteiligungsverhältnissen bei 

der E___ Handelsgesellschaft mbH und damit von der Täuschung hatte, ist auf das 

Einvernahmeprotokoll in dem gegen F1___ bei der Staatsanwaltschaft Appenzell 

Ausserrhoden geführten Strafverfahren U 10 1168 hinzuweisen. Gemäss seinen 

dortigen Aussagen hatte F1___ mit dem Abfassen der Verträge nichts zu tun (act. B 

4/13/6, S. 2; B 4/23/63, S. 2). Dokumente, welche belegen würden, dass F1___ 

Kenntnis von der unrichtig abgefassten Ziff. 2 des Vertrages vom 9. August 2007 

bzw. den wahren Beteiligungsverhältnissen bei der E___ Handelsgesellschaft mbH 

hatte, fehlen in den Akten. Jedenfalls kann aus den beiden E-Mails des 

Berufungsbeklagten an F1___ vom 3. und 9. Oktober 2008 (act. B 4/4/26 und B 

4/4/27) nichts dazu abgeleitet werden, da diese Korrespondenz erst über ein Jahr 

nach den fraglichen Vertragsschlüssen erfolgte. Die Frage, ob F1___ Kenntnis von 

der Täuschung des Berufungsbeklagten hätte haben können und müssen, kann 

aufgrund der nachfolgenden Beurteilung jedoch offen gelassen werden.  

 

Seite 37 

 

 Trotz der Täuschungshandlung von B___ kommt das Obergericht zum Schluss, 

dass der Tatbestand von Art. 28 OR nicht erfüllt ist. Dies aufgrund dessen, dass die 

Täuschung über die wahren Beteiligungsverhältnisse bei der E___ 

Handelsgesellschaft mbH für den Berufungskläger aufgrund der konkreten 

Umstände nicht kausal für den Abschluss der Darlehensverträge war. Mit anderen 

Worten ist das Obergericht der Meinung, dass A___ die beiden Verträge auch 

abgeschlossen hätte, wenn Ziff. 2 des Vertrages vom 9. August 2007 mit den 

tatsächlichen Besitzesverhältnissen abgefasst worden wäre. In diesem Fall hätte 

Ziff. 2 so lauten müssen, dass F1___ mit dem geliehenen Geld die beiden 

Stammanteile von G___ und von B___ oder von der C___ GmbH hätte übernehmen 

müssen. Aufgrund der im Vorfeld der Vertragsschlüsse geführten E-Mail-

Korrespondenz zwischen A___ und B___ wird für das Obergericht deutlich, dass die 

Beteiligungsverhältnisse bei der Unternehmung, in die A___ sein Geld investieren 

wollte, für ihn nicht ausschlaggebend waren. Vielmehr war für den Berufungskläger 

entscheidend und stand für ihn im Vordergrund, einen Teil seines baren Geldes im 

„kurz- bzw. mittelfristigen Bereich“, „vielleicht in Geldmarkt- oder ggf. 

Pensionsfonds, die sich überproportional rentieren und relativ sicher sind in CHF 

anzulegen“ (act. B 4/23/54). Im ersten Vertrag wurde denn auch ein Zins von 8 % 

und im zweiten ein solcher von 10 % vereinbart. Dass die Höhe der zu erwartenden 

Rendite – und nicht von wem F1___ die Stammanteile zu erwerben gedachte - 

ausschlaggebend für eine Investition war, zeigt sich auch darin, dass der 

Berufungskläger die „schwammige“ Formulierung von Ziff. 2 im Vertrag vom 9. 

August 2007 diskussionslos akzeptierte. Allein aufgrund dieser Klausel im Vertrag 

zwischen A___ und F1___ war aber der Stammanteilsinhaber G___ in keiner Weise 

vertraglich verpflichtet, seinen Anteil F1___ zu verkaufen und hätte sich ohne 

weiteres weigern können. Die Übernahme von zwei Stammanteilen durch F1___ 

hätte somit bereits aus diesem Grund scheitern können. Wichtig war dem 

Berufungskläger hingegen, dass er mit dem auf der Liegenschaft der E___ 

Handelsgesellschaft mbH lastenden Inhaberschuldbrief in K___ eine Sicherheit für 

das Darlehen von CHF 70‘000.00 hatte, was mit Ziff. 7 Eingang in den Vertrag fand 

(act. B 4/23/56). Die Beteiligungsverhältnisse bei der E___ Handelsgesellschaft 

mbH waren für ihn aus den dargelegten Gründen Nebensache. Etwas anderes kann 

im Übrigen nicht aus Aktenstücken abgeleitet werden, welche nach Abschluss der 

beiden Darlehensverträge ergingen.  

 

 Bezüglich der Vorwürfe des Berufungsklägers betreffend Übertragung der 

Stammanteile der E___ Handelsgesellschaft mbH an ihn kann auf die Ausführungen 

 

Seite 38 

auf Seite 14 des vorinstanzlichen Urteils verwiesen werden, unbesehen davon, dass 

diese zum Tatbestand von Art. 146 StGB ergingen. Es ergibt sich weder aus dem 

Darlehensvertrag vom 9. August 2007 noch aus demjenigen vom 3. September 

2007 ein Anspruch von A___ auf Übertragung zweier Stammanteile der E___ 

Handelsgesellschaft mbH an ihn selbst. Die späteren Vorgänge, insbesondere die 

Verträge von F1___ und F2___ vom 19. Juli 2009 mit dem Berufungskläger 

betreffend Übertragung einer Stammeinlage (act. B 4/4/11+12) sind für die hier zu 

prüfende Frage einer absichtlichen Täuschung bei Abschluss der beiden Verträge 

nicht von Belang. 

 

 In der vom Berufungskläger gerügten Verwendung der gewährten Darlehensbeträge 

von CHF 70‘000.00 und CHF 30‘000.00 kann ebenfalls keine absichtliche 

Täuschung des Berufungsbeklagten erblickt werden. Wie die Vorinstanz in ihrer 

Erwägung 4.2.3 zu Recht erkannt hat, spielt die Frage, wofür das hingegebene Geld 

des Berufungsklägers effektiv verwendet wurde, beim Tatbestand von Art. 28 OR 

keine Rolle. Art. 28 OR setzt einzig voraus, dass eine Täuschung den 

Vertragspartner zum Vertragsschluss motiviert hat. Das Geld des Berufungsklägers 

wurde wie vertraglich vereinbart an die E___ Handelsgesellschaft mbH überwiesen. 

Ob diese Mittel dann tatsächlich wie im Vertrag vorgesehen verwendet wurden, 

kann bei Art. 28 OR keine Rolle spielen. Anzufügen ist der Vollständigkeit halber, 

dass einzig F1___ vertraglich in der Pflicht war, die geliehenen Mittel gemäss dem 

in Ziff. 3 des Darlehensvertrages vom 9. August 2007 und in Ziff. 2 des 

Zusatzvertrages vom 3. September 2007 vorgesehenen Zweck zu verwenden. 

Entsprechend wurde das Strafverfahren gegen den Berufungsbeklagten betreffend 

Veruntreuung im Wesentlichen mit der Begründung des Obergerichts eingestellt, 

B___ sei gemäss den Darlehensverträgen „zu nichts verpflichtet gewesen“ (act. B 

4/42/1, S. 22 oben).  

 

 Mit derselben Begründung kann in der Forderungsabtretung „N___ 

Polstermöbelfabrik AG“ von F1___ an den Berufungskläger am 14. Februar 2009 

(act. B 4/4/10) keine Täuschung erblickt werden. Diese Abtretung erfolgte erst rund 

1 ½ Jahre nach den Darlehensverträgen vom August/September 2007 und ist aus 

diesem Grund bei der Prüfung von Art. 28 OR nicht relevant (siehe auch 

vorinstanzliche Erwägung 4.2.4).  

 

 Bezüglich des Inhaberschuldbriefes in der Höhe von CHF 50‘000.00 ist das 

Obergericht vorstehend zum Schluss gelangt, dass für den Berufungskläger wichtig 

war, dass ihm dieser Schuldbrief als Sicherheit für sein Darlehen zur Verfügung 

 

Seite 39 

stand. Den Schuldbrief hatte der Berufungskläger in der Folge auch erhalten. 

Jedoch ist mit der Vorinstanz (Erwägung 4.2.5) einig zu gehen, dass der 

Berufungskläger nicht konkret dargetan hat, wodurch der Berufungsbeklagte den 

Berufungskläger über den Wert der Liegenschaft getäuscht und ihn so zum 

Vertragsabschluss veranlasst hat. Jedenfalls liegt ein Schätzungsbericht vom 

September 2008 bei den Akten, worin ein Verkehrswert von CHF 648‘000.00 

aufgeführt wird (act. B 4/13/2). Darauf hinzuweisen ist, dass der Berufungskläger 

aus dem Umstand, dass der Berufungsbeklagte am 9. Oktober 2008 F1___ per E-

Mail mitteilte, „er habe heute Gedanken angestellt, wie die Liegenschaft der E___ 

dargestellt werden könnte“ (act. B 4/4/27) nichts für die Zeit des Vertragsschlusses 

mehr als ein Jahr zuvor ableiten kann. Der Berufungskläger wirft dem 

Berufungsbeklagten vor, dieser habe im E-Mail vom 1. August 2007 Schulden nicht 

erwähnt, so dass sich der Berufungskläger mit dem Schuldbrief auf der absolut 

sicheren Seite gesehen habe. Im fraglichen E-Mail (act. B 4/4/24) erfolgte eine 

rudimentäre Auflistung der eigenen Mittel und der monatlichen Mieterträge der E___ 

Handelsgesellschaft mbH. Der Wert der Liegenschaft wurde mit CHF 500‘000.00 

angegeben. Von einem Schuldbrief war nicht die Rede. Erst im E-Mail des 

Berufungsklägers an den Berufungsbeklagten vom 7. August 2007 (act. B 4/23/56) 

erwähnte A___ erstmals den Inhaberschuldbrief und führte die Mieterträge an. Der 

Berufungskläger stellte zum beabsichtigten Geschäft folglich gewisse Fragen, zog 

eigene Schlüsse, fragte jedoch nicht nach allfällig vorbestehenden 

Grundpfandschulden. Das Obergericht ist der Ansicht, dass eine Aufklärungspflicht 

des Berufungsbeklagten, dass er den Berufungskläger unaufgefordert hätte über 

bereits vorhandene Grundpfandschulden  aufklären müssen, zu weit gehen würde. 

Denn spätestens in Ziff. 7 des Darlehensvertrages fand sich die entsprechende 

Information, indem die von RA AA___ erwähnten Vorgänge von total CHF 

430‘000.00 (act. B 4/2, S. 13) aufgeführt waren. Der Berufungskläger hat jedoch 

auch bei Erhalt des Vertragsentwurfes beim Berufungsbeklagten nicht nachgefragt, 

was es mit den dort aufgeführten CHF 430‘000.00 bzw. CHF 406'500.00 auf sich 

habe, sondern den Vertrag ohne weiteres unterzeichnet. Eine Täuschung liegt 

aufgrund dieser Umstände nicht vor.  

 

 Zutreffend ist schliesslich auch die vorinstanzliche Erwägung 4.2.6 zur Frage, ob der 

Berufungsbeklagte dem Berufungskläger mit falschen Zusicherungen zur 

Kreditwürdigkeit von F1___ zur Darlehensgewährung veranlasst hat. Wie die 

Vorinstanz zu Recht ausführt, kann dem Berufungsbeklagten diesbezüglich keine 

Täuschungshandlung vorgeworfen werden, auch nicht mit den von RA AA___ 

eingereichten Betreibungsregisterauszügen über F1___, welche zwar Betreibungen 

 

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ausweisen, jedoch erst ab dem Jahr 2009 (act. B 4/4/53 und B 4/23/69). Im E-Mail 

vom 8. August 2007 an den Berufungskläger erwähnte der Berufungsbeklagte, dass 

der ihm von F1___ vorgelegte Betreibungsauszug per Ende Mai 2007 sauber 

gewesen sei (act. B 4/23/61). Aus den Akten geht nicht hervor, dass der 

Berufungsbeklagte von der tatsächlich schlechten finanziellen Situation von F1___ 

Kenntnis hatte. Somit liegt diesbezüglich keine Täuschung des Berufungsbeklagten 

vor. Die Angaben des Berufungsbeklagten zur Person von F1___ im E-Mail vom 8. 

August 2007 (act. B 4/23/61) können ebenfalls nicht als Täuschungshandlung 

angesehen werden. Nebst der Erwähnung von geschäftlichen Schwierigkeiten von 

F1___ in der Vergangenheit würdigt ihn der Berufungsbeklagte positiv. Dabei 

handelte es sich um eine persönliche Einschätzung. Auch hier finden sich keine 

schlüssigen Hi