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**Case Identifier:** ff59918e-0d80-55e0-b7c8-e8bb344aa096
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-04
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 04.09.2023 200 2023 210
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-210_2023-09-04.pdf

## Full Text

200 23 210 UV
ACT/SCC/LEA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 4. September 2023

Verwaltungsrichter Ackermann, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Furrer, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiberin Schertenleib Gamero

A.________
vertreten durch Fürsprecher B.________
Beschwerdeführer

gegen

Suva
Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 22. Februar 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Sept. 2023, UV/23/210, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1960 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) war 
über seine Arbeitgeberin bei der Schweizerischen Unfallversicherungsan-
stalt (Suva bzw. Beschwerdegegnerin) obligatorisch unfallversichert, als er 
am TT. Februar 2019 auf Glatteis ausrutschte (Akten der SUVA, Antwort-
beilage [AB] 1). Die Suva erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Taggeld 
und Heilbehandlung; AB 2). Mit Verfügung vom 10. Dezember 2019 (AB 
48) stellte die Suva die Leistungen ein mit der Begründung, die Beschwer-
den an der rechten Schulter seien nicht mehr unfallbedingt. Auf Einsprache 
des Versicherten hin (AB 54) nahm die Suva weitere Abklärungen vor und 
lehnte mit Einspracheentscheid vom 8. Oktober 2020 (AB 84) den An-
spruch auf Versicherungsleistungen ab 11. Dezember 2019 ab. Hiergegen 
erhob der Versicherte Beschwerde (AB 98), worauf die Suva den angefoch-
tenen Einspracheentscheid in Wiedererwägung zog und die Einholung ei-
nes externen Gutachtens in Aussicht stellte (AB 99). In der Folge schrieb 
das Verwaltungsgericht des Kantons Bern das Beschwerdeverfahren mit 
Urteil vom 9. Februar 2021, UV/2020/895, zufolge Gegenstandslosigkeit als 
erledigt vom Protokoll ab (AB 104). 

Nach einer Begutachtung durch Dr. med. C.________, Facharzt für Or-
thopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates (Gut-
achten vom 26. Juli 2021; AB 119), nahm der Suva-Arzt Dr. med. 
D.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates, in zwei Berichten vom 1. Juni 2022 zur Arbeitsfähig-
keit (AB 172) sowie zum Integritätsschaden Stellung (AB 173). Mit Schrei-
ben vom 8. Juli 2022 stellte die Suva die Heilbehandlungs- und Taggeld-
leistungen per 31. Juli 2022 ein (AB 184). Mit Verfügung vom 19. Septem-
ber 2022 (AB 203) verneinte sie den Anspruch auf eine Invalidenrente und 
sprach dem Versicherten – bei einer Integritätseinbusse von 15 % – eine 
Integritätsentschädigung im Betrag von Fr. 22'230.-- zu. Daran hielt sie auf 
Einsprache hin (AB 205) mit Entscheid vom 22. Februar 2023 fest 
(AB 216). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Sept. 2023, UV/23/210, Seite 3

B.

Mit Eingabe vom 24. März 2023 erhob der Versicherte, vertreten durch 
Fürsprecher B.________, beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern Be-
schwerde. Er beantragt das Folgende:

1. Der Einspracheentscheid vom 22. Februar 2023 betreffend die Ableh-
nung einer Invalidenrente der Suva sei aufzuheben. 

2. Es sei für den Beschwerdeführer eine Invalidenrente von mindestens 
21.57 % seit dem 3. Februar 2020 zu sprechen. 

3. Eventualiter sei die Angelegenheit zur Neubeurteilung an die Be-
schwerdegegnerin zurückzuweisen. 

- unter Kosten- und Entschädigungsfolge -    

Mit Beschwerdeantwort vom 12. April 2023 schloss die Beschwerdegegne-
rin auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 

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kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 22. Februar 
2023 (AB 216). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch; die zuge-
sprochene Integritätsentschädigung war bereits im Einspracheverfahren 
nicht streitig (AB 205 S. 1). 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit (Art. 6 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung [UVG; 
SR 832.20]) sowie einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang 
zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 147 V 
161 E. 3.1 S. 162, 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; 148 V 356 E. 3 S. 358). 

2.1.1 Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung 
eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die 
eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge-
sundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.1.2 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als 
eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit 
eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist 
für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, 
dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher 
Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit 

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anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicher-
ten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge-
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche 
Störung entfiele ("conditio sine qua non"; BGE 147 V 161 E. 3.2 S. 163).

2.1.3 Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursa-
che eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der 
Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, 
einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt die-
ses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint 
(BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181; 148 V 356 E. 3 S. 358). Bei organisch ob-
jektiv ausgewiesenen Unfallfolgen deckt sich die adäquate Kausalität weit-
gehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier praktisch kei-
ne selbstständige Bedeutung (BGE 140 V 356 E. 3.2 S. 358; SVR 2020 UV 
Nr. 34 S. 137 E. 3.2). 

2.2 Um über den Leistungsanspruch entscheiden zu können, ist die 
Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewie-
sen, die Ärzte und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung 
zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund-
heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Um-
fang und bezüglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig 
sind. Im Weiteren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die 
Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch 
zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 
S. 99; SVR 2021 IV Nr. 54 S. 181 E. 2.3). 

3.

3.1 Aufgrund der Akten erstellt und zwischen den Parteien denn auch 
unbestritten ist, dass das Ereignis vom TT. Februar 2019 (AB 1) die kumu-
lativen Tatbestandselemente des Unfallbegriffs gemäss Legaldefinition 
(vgl. E. 2.1.1 hiervor) erfüllt. Umstritten ist indessen der mit Einspracheent-
scheid vom 22. Februar 2023 (AB 216) abgelehnte Anspruch auf eine Inva-
lidenrente. 

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3.2 In medizinischer Hinsicht lässt sich den Akten – soweit entscheid-
wesentlich – das Folgende entnehmen: 

3.2.1 Dr. med. C.________ diagnostizierte im Gutachten vom 26. Juli 
2021 (AB 119) das Folgende (S. 22): 

Irreparable Rotatorenmanschetten-Massenruptur, dominant,
traumatisch über degenerativ rechts mit/bei:
- Supraspinatus komplett, retrahiert 
- Infraspinatus komplett, retrahiert 
- Subscapularis partiell, cranial 
- Postero-superiore Dezentrierung mit Zerstörung inferiore AC Ge-

lenkkapsel bei AC Arthrose und postero-superiore Labrumdegene-
ration 

- Pulleyläsion mit Instabilität LBS (lange Bizepssehne)
- Zustand nach offenem Rekonstruktionsversuch, Tenodese LBS, 

Reinsertion cranialer Subscapularis, laterale Clavicularesektion 
- Diabetes mellitus II
- Rotatorenmanschettenruptur links, Zustand nach Rekonstruktion 

Es könne festgestellt werden, dass trotz fehlender Atrophie und erheblicher 
fettiger Involution, sofortigem Beschwerdebeginn und Arbeitsunfähigkeit die 
Schädigung des Supraspinatus, wie sie im MRI vom 13. März 2019 beste-
he, überwiegend wahrscheinlich dem Unfallereignis vorbestehend gewesen 
sei, weil der Beschwerdeführer bereits an einer Schädigung der linken 
Schulter und an einem Diabetes mellitus gelitten habe und die Zerstörung 
der inferioren AC Gelenkkapsel mit zusätzlich möglicher Acetabularisierung 
des Acromions die Retraktion zusammen mit dem fehlenden Kinking und 
der Lokalisation der Ruptur sowie die schnelle Verbesserung der Schulter-
funktion eine solche nahelegten (S. 33 f.). Die Schädigung werde auch von 
Dr. med. E.________ in seinem Bericht zum MRI als vorbestehend beurteilt 
und von Dr. med. F.________ anerkannt. Es sei überwiegend wahrschein-
lich, dass der Infraspinatus bereits zum Zeitpunkt des Unfallereignisses 
erheblich geschädigt gewesen sei und das Unfallereignis lediglich die Zer-
reissung der noch vorhandenen intakten Sehnenstrukturen und damit die 
akuten Beschwerden bewirkten. Die Gesundheit des Beschwerdeführers 
betreffend seiner rechten Schulter sei demnach bereits im Zeitpunkt des 
Unfallereignisses vom TT. Februar 2019 in stummer Weise erheblich be-
einträchtigt gewesen (S. 34). Das Unfallereignis habe zu einer richtungge-
benden Verschlimmerung geführt. Dabei müsse anerkannt werden, dass es 

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sich in der medizinischen Beurteilung um eine "‘Huhn und Ei’ Situation" 
handle. Die unfallbedingte Schädigung sei ohne die erhebliche vorbeste-
hende Strukturschwächung nicht denkbar gewesen, ohne das Unfallereig-
nis wäre jedoch keine weitere Schädigung des Infraspinatus eingetreten, 
welche zur erheblichen Funktionseinbusse geführt habe. Damit könne der 
Status quo ante nicht mehr erreicht werden. Es lasse sich aber auch kein 
Status quo sine definieren, weil ein Fortschreiten der krankhaften Schädi-
gung der Rotatorenmanschette nicht überwiegend wahrscheinlich eintrete 
(S. 35). Es könne festgestellt werden, dass die zum Zeitpunkt des Unfaller-
eignisses durchgeführte Tätigkeit nicht schwer schulterbelastet gewesen 
sei. Solche Tätigkeiten könnten in Abhängigkeit der individuellen Ressour-
cen und unabhängig davon, ob die Infraspinatusruptur vorbestehend 
vollständig oder nur partiell vorhanden gewesen sei, beschwerdefrei durch-
geführt werden bzw. eine Beschwerdefreiheit vor dem Unfallereignis 
schliesse eine solche Schädigung nicht aus (S. 36). Unabhängig der Kau-
salität könne leidensadaptiert die Implantation einer inversen Schulterpro-
these notwendig werden. Davon könne eine wesentliche Verbesserung der 
Schmerzsituation und eine leichte bis mittelgradige Funktionsverbesserung 
erwartet werden. Alle anderen Massnahmen seien nicht geeignet, eine er-
hebliche Verbesserung zu bewirken (S. 38). 

3.2.2 Der Suva-Arzt Dr. med. D.________ hielt im Bericht vom 1. Juni 
2022 (AB 172) fest, grundsätzlich sei durch die Implantation einer Schulter-
prothese eine spürbare Reduktion der Schmerzen und eine leichte Verbes-
serung der Funktion zu erwarten. Der Beschwerdeführer sei allerdings 
Raucher und an einem Diabetes mellitus Typ 2 erkrankt. Beides seien Vor-
aussetzungen, unter welchen die Indikation zur Implantation einer Prothese 
fraglich seien. Es bestehe ein deutlich erhöhtes Risiko von Wundheilungs-
störungen und ausbleibender Einheilung der Prothese. Daher werde man 
im vorliegenden Fall eher von dieser Massnahme absehen. Andere Be-
handlungsmöglichkeiten, die eine namhafte Besserung des derzeitigen 
Gesundheitszustandes erwarten lassen, böten sich nicht an. Die attestierte 
Arbeitsunfähigkeit von 100 % sei unter dem Aspekt der Schulterbelastung 
in der bisherigen Tätigkeit gerechtfertigt. Der Beschwerdeführer arbeite bei 
der G.________ als "…". Diese Tätigkeit sei zu schwer. Zumutbar sei mit 
dem irreparablen Rotatorenmanschettenschaden eine leichte körperliche 

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Tätigkeit ohne Zug-, Stoss-, Schlag- und Vibrationsbelastungen für das 
rechte Schultergelenk. Das Heben und Tragen von Lasten bis 7,5 kg am 
hängenden Arm sei möglich. Darüber hinaus sollten keine Gewichtsbelas-
tungen erfolgen. Tätigkeiten über Brusthöhe seien zu vermeiden. Unter den 
genannten Voraussetzungen sei ein ganztägiger Einsatz zu erwarten (S. 1 
f.). 

3.3

3.3.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.3.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Auch reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern ein lückenlo-
ser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beur-
teilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mit-
hin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hin-
tergrund rückt (SVR 2020 IV Nr. 38 S. 134 E. 4.3).

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3.4

3.4.1 Das Gutachten von Dr. med. C.________ vom 26. Juli 2021 
(AB 119) erfüllt die Anforderungen an den Beweiswert medizinischer Ex-
pertisen (vgl. E. 3.3.2 hiervor). Die darin enthaltenden Ausführungen und 
Feststellungen beruhen auf einer eingehenden fachärztlichen Untersu-
chung (S. 19 ff.) und erfolgten in Kenntnis der Vorakten (S. 1 ff.) sowie un-
ter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden (S. 16 ff.). Basierend dar-
auf stellte der Experte die Befunde (S. 19 ff.), die Diagnosen (S. 22) und 
die Schlussfolgerung nachvollziehbar und einleuchtend dar (S. 23 ff. Ziff. 
5.1). Das Gutachten erbringt somit vollen Beweis (BGE 125 V 351 E. 3b/bb 
S. 353). Schlüssig sind auch die Ausführungen, dass die unfallbedingte 
Schädigung ohne die erhebliche vorbestehende Strukturschwächung nicht 
denkbar sei, ohne das Unfallereignis jedoch keine weitere Schädigung des 
Infraspinatus eingetreten wäre, welche zur erheblichen Funktionseinbusse 
geführt habe. Dr. med. C.________ führte nachvollziehbar und überzeu-
gend aus, dass damit weder der Status quo ante erreicht werden könne 
noch der Status quo sine sich definieren lasse, weil ein Fortschreiten der 
krankhaften Schädigung der Rotatorenmanschette nicht überwiegend 
wahrscheinlich eintrete (S. 35 Ziff. 5.1.1). 

3.4.2 Die Aktenbeurteilung des Suva-Arztes Dr. med. D.________ (AB 
172) erfüllt ebenfalls die Anforderungen an den Beweiswert medizinischer 
Berichte (vgl. E. 3.3.2 hiervor) und erbringt vollen Beweis. Nicht zu bean-
standen ist, dass der Suva-Arzt keine klinische Exploration durchführte, 
konnte er sich doch insbesondere aufgrund des Gutachtens von Dr. med. 
C.________ über den feststehenden medizinischen Sachverhalt ein ge-
samthaft lückenloses Bild verschaffen (vgl. E. 3.3.2 hiervor). Der Suva-Arzt 
setzte sich eingehend mit den Ausführungen von Dr. med. C.________, 
wonach mit der Implantation einer inversen Schulterprothese eine wesentli-
che Verbesserung der Schmerzsituation und eine leichte bis mittelgradige 
Funktionsverbesserung erwartet werden könne (AB 119 S. 38 Ziff. 5.4.3), 
auseinander und legte nachvollziehbar und schlüssig dar, es bestehe ein 
deutlich erhöhtes Risiko von Wundheilungsstörungen und ausbleibender 
Einheilung der Prothese, weshalb von dieser Massnahme eher abzusehen 

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sei. Andere Behandlungsmöglichkeiten, die eine namhafte Besserung des 
derzeitigen Gesundheitszustandes erwarten liessen, böten sich nicht an 
(AB 172 S. 1). Der Suva-Arzt äusserte sich zudem zur Arbeitsfähigkeit in 
der angestammten Tätigkeit in der G.________ als "…". Seine Einschät-
zung, dass diese Tätigkeit wegen der Schulterbelastung nicht mehr zumut-
bar sei, ist schlüssig und überzeugt. Dies gilt auch für die Beurteilung der 
Arbeits- und Leistungsfähigkeit sowie des Zumutbarkeitsprofils, wonach 
dem Beschwerdeführer eine leichte körperliche Tätigkeit ohne Zug-, Stoss-, 
Schlag- und Vibrationsbelastungen für das rechte Schultergelenk und mit 
Heben und Tragen von Lasten bis 7,5 kg am hängenden Arm vollumfäng-
lich zumutbar sind (AB 172 S. 1). Seine Einschätzungen decken sich denn 
auch im Wesentlichen mit denjenigen des Verwaltungsgerichts im invali-
denversicherungsrechtlichen Verfahren, wonach die bisherige Tätigkeit als 
… nicht mehr, eine dem Zumutbarkeitsprofil angepasste Arbeit jedoch nach 
wie vor zumutbar sei (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern 
vom 29. Juni 2022, IV/2021/311, E. 3.3). 

3.4.3 Nach dem Dargelegten ist gestützt auf das schlüssige Gutachten 
von Dr. med. C.________ und die überzeugende Beurteilung des Suva-
Arztes erstellt, dass die Frage des natürlichen Kausalzusammenhanges 
zwischen dem Unfall und den Einschränkungen der rechten Schulter zu 
bejahen ist, der Endzustand vorliegt, da von einer Behandlung keine nam-
hafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann 
(Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE 143 V 148 E. 3.1.1 S. 151, 137 V 199 E. 2.1 S. 
201), und der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit zu 100 % 
arbeitsfähig ist. Weitere medizinische Sachverhaltserhebungen erübrigen 
sich – entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (vgl.  Beschwerde 
S. 2, Rechtsbegehren Ziff. 3) – in antizipierter Beweiswürdigung (BGE 144 
V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 
2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4). 

4.

Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (vgl. Beschwerde S. 5 
Ziff. 3.4) ist die Restarbeitsfähigkeit auf dem für die Unfallversicherung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Sept. 2023, UV/23/210, Seite 11

massgebenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) verwertbar. 
Das hat das Verwaltungsgericht denn auch im Verfahren der Invalidenver-
sicherung erkannt und eine Anstellung des Beschwerdeführers auf dem 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt hinsichtlich einer einfachen, wenig Einarbei-
tungs- und Umstellungsaufwand erfordernden Hilfsarbeit als realistisch 
eingeschätzt (vgl. VGE IV/2021/311, E. 4.3). Dies gilt vorliegend erst recht, 
da dem Beschwerdeführer – im Gegensatz zum Verfahren der Invaliden-
versicherung, wonach dem Beschwerdeführer leichte Tätigkeiten zumutbar 
seien, welche mit angelegtem Arm durchgeführt werden könnten bei einem 
Belastungslimit von 3 bis 5 kg (VGE IV/2021/311, E. 3.1) – eine leichte kör-
perliche Tätigkeit ohne Zug-, Stoss-, Schlag- und Vibrationsbelastungen für 
das rechte Schultergelenk sowie das Heben und Tragen von Lasten bis 
7,5 kg am hängenden Arm zumutbar ist (AB 172 S. 1). An der Verwertbar-
keit der Restarbeitsfähigkeit vermag auch das Alter des Beschwerdeführers 
nichts zu ändern (vgl. Beschwerde S. 5 f. Ziff. 3.5). Denn der Unfallversi-
cherer muss mangels rechtlicher Grundlage nicht prüfen, ob und inwieweit 
ein Versicherter fortgeschrittenen Alters die ihm verbliebene medizinisch-
theoretische Restarbeitsfähigkeit zu verwerten vermag (Entscheid des 
Bundesgerichts [BGer] vom 10. August 2020, 8C_299/2020, E. 3), was sich 
denn auch mit der Regelung des Art. 28 Abs. 4 der Verordnung vom 
20. Dezember 1982 über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) deckt, 
wonach für die Bestimmung des Invaliditätsgrades die Erwerbseinkommen 
massgebend sind, die ein Versicherter im mittleren Alter bei einer entspre-
chenden Gesundheitsschädigung erzielen könnte, wenn ein Versicherter 
nach dem Unfall die Erwerbstätigkeit altershalber nicht mehr aufnimmt oder 
das vorgerückte Alter sich erheblich als Ursache der Beeinträchtigung der 
Erwerbsfähigkeit auswirkt. Inwiefern bei dieser Ausgangslage die Annahme 
der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit "willkürlich, treu- und rechtswid-
rig" und "überspitzt formalistisch sowie unverhältnismässig" sein soll (vgl. 
Beschwerde S. 9 Ziff. 5.2), ist nicht nachvollziehbar. 

5.

5.1 Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10 % 
invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern 

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sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat 
(Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Bundesrat regelt die Bemessung des Invali-
ditätsgrades in Sonderfällen. Er kann dabei auch von Art. 16 ATSG abwei-
chen (Art. 18 Abs. 2 UVG). 

5.2 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG). 

5.3 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222). Im Bereich der obligatorischen Unfallversicherung er-
gibt sich der massgebliche Zeitpunkt aus Art. 19 Abs. 1 Satz 1 UVG, wo-
nach der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztli-
chen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands 
mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der 
IV abgeschlossen sind (vgl. BGE 143 V 148 E. 3.1.1 S. 151). 

Der Beschwerdeführer verkennt (vgl. Beschwerde S. 10 Ziff. 6.2), dass der 
frühestmögliche Rentenbeginn unter Berücksichtigung des Fallabschlusses 
per 31. Juli 2022 (Einstellung der vorübergehenden Leistungen [Heilbe-
handlung und Taggeld]; AB 184 S. 1) auf den 1. August 2022 fällt. Auf die-
sen Zeitpunkt hin ist der Einkommensvergleich vorzunehmen. Anders als 
beim Krankentaggeld ist beim Fallabschluss in der Unfallversicherung kei-
ne Übergangsfrist zu gewähren. 

5.4

5.4.1 Für die Bemessung des Valideneinkommens ist in der Unfallversi-
cherung nach jenem hypothetischen Verdienst zu fragen, welchen die ver-
sicherte Person ohne die unfallbedingte Schädigung wahrscheinlich erzie-

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len würde. Dieser kann sich zwar mit dem mutmasslichen Verdienst als 
gesunde Person decken, aber nur dann, wenn keine weiteren, nicht unfall-
bedingten, leistungsschmälernden Beeinträchtigungen vorhanden sind 
(SVR 2018 UV Nr. 33 S. 115 E. 2.1). 

5.4.2 Aus den Akten ergibt sich, dass der Beschwerdeführer – bis zur 
Auflösung des Arbeitsverhältnisses per 28. Februar 2021 (AB 145 S. 1) – 
bei der G.________ als Mitarbeiter im … angestellt war (AB 194 S. 1, 3). 
Es ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin das Validen-
einkommen gestützt auf die Angaben des letzten Arbeitgebers (AB 194 S. 
1) auf Fr. 59'385.-- festgelegt hat (AB 198, 216 S. 5, 11). Soweit der Be-
schwerdeführer vorbringt, gemäss Stammbetrieb habe er vor dem Unfall im 
Jahre 2020 ein Einkommen von Fr. 59'385.-- erzielt, was indexiert auf das 
Jahr 2022 (-0.2 % für 2021; 1.1 % für 2022) ein Jahreseinkommen von 
Fr. 59'918.15 ergebe (vgl. Beschwerde S. 4 Ziff. 2.2), verkennt er, dass der 
von der Beschwerdegegnerin verwendete Wert entsprechend den Angaben 
des ehemaligen Arbeitgebers bereits das im Jahr 2022 erzielte Einkommen 
darstellt (AB 194 S. 1). Da die G.________ einem GAV unterstellt ist und 
ein Valideneinkommen, das dem Mindestlohn gemäss GAV entspricht, 
nach höchstrichterlicher Rechtsprechung nicht als unterdurchschnittlich 
bezeichnet werden kann, selbst wenn es erheblich unter dem LSE-
Lohnniveau liegt (vgl. Entscheid des BGer vom 14. April 2020, 
8C_88/2020, E. 3.2.2), handelt es sich hier – entgegen der Auffassung des 
Beschwerdeführers (vgl. Beschwerde S. 7 Ziff. 3.7) – offensichtlich nicht 
um ein unterdurchschnittliches Valideneinkommen. Würde bei der Ermitt-
lung des Valideneinkommens auf die Tabellenlöhne gemäss den vom Bun-
desamt für Statistik (BFS) herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen 
(LSE) 2020, Tabelle TA1_tirage_skill_level, privater Sektor, Total, Kompe-
tenzniveau 1, Männer, Detailhandel, von Fr. 4'820.-- abgestellt, ergäbe dies 
– angepasst an die durchschnittliche Arbeitszeit (Betriebsübliche Arbeits-
zeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche, Ziff. 47 Detailhan-
del, 2022: 41.7), aufgerechnet auf ein Jahr und indexiert auf das Jahr 2022 
(Nominallohnindex, Männer, 2016-2022, Tabelle T1.1.15, Ziff. 45-47 Han-
del und Reparatur von Motorfahrzeugen; 2020: 102; 2022: 103) – ein Vali-
deneinkommen von Fr. 60'889.35 (Fr. 4'820.-- / 40 x 41.7 x 12 / 102 x 103). 
So ist der effektiv verdiente Lohn von Fr. 59'385.-- im Vergleich zum statis-

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tischen Einkommen von Fr. 60'889.35 (Fr. 59'385.-- / Fr. 60'889.35 x 100 = 
97.53 %) nicht mehr als 5 % tiefer, was die Parallelisierung der Vergleichs-
einkommen jedoch voraussetzt (vgl. BGE 148 V 174 E. 6.4 S. 183, 135 V 
297 E. 6.1.2 S. 303 und E. 6.1.3 S. 304). 

5.5

5.5.1 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 148 V 174 E. 6.2 S. 181, 143 V 295 E. 2.2 
S. 296). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens 
keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit 
aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne 
gemäss der LSE herangezogen werden. Dabei wird in der Regel der To-
talwert angewendet. Praxisgemäss ist beim anhand der LSE vorgenomme-
nen Einkommensvergleich sodann von der Tabellengruppe A (standardi-
sierte Bruttolöhne) auszugehen, wobei üblicherweise auf die Tabelle 
TA1_tirage_skill_level, privater Sektor, abgestellt wird. Bei der Verwendung 
der standardisierten Bruttolöhne ist gemäss Rechtsprechung jeweils vom 
sogenannten Zentralwert (Median) auszugehen (BGE 148 V 174 E. 6.2 
S. 181, 143 V 295 E. 2.2 S. 297).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 148 V 
174 E. 6.3 S. 182, 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 
2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3). Zu beachten ist, dass allfällige bereits in der 

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Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche 
Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten 
Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Ge-
sichtspunkts führen dürfen (BGE 148 V 174 E. 6.3 S. 182, 146 V 16 E. 4.1 
S. 20). 

5.5.2 Was das Invalideneinkommen angeht, verwertet der Beschwerde-
führer seine Restarbeitsfähigkeit nicht. Folglich hat die Beschwerdegegne-
rin das Invalideneinkommen zu Recht anhand der LSE 2020 festgelegt 
(AB 216 S. 5, 11). Dem Beschwerdeführer stehen auf dem ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt nicht nur leichte Tätigkeiten im Detailhandel, sondern in allen 
Branchen offen. Entscheidend ist, dass es sich hierbei um leichte Arbeiten 
handelt. Derartige Tätigkeiten verlangen keine Umschulung und der Be-
schwerdeführer beherrscht die deutsche Sprache (so konnte die Explorati-
on durch Dr. med. C.________ ohne Dolmetscher erfolgen; AB 119 S. 19). 
Es ist deshalb – entgegen den Ausführungen in der Beschwerde (S. 6 Ziff. 
3.6) und wie im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren (vgl. VGE 
IV/2021/311, E. 5.2.3) – praxisgemäss bei der Bestimmung des tabellari-
schen Referenzlohnes vom Durchschnittslohn im gesamten privaten Sektor 
gemäss Zeile "Total" der LSE-Tabelle TA1_tirage_skill_level, privater Sek-
tor, Kompetenzniveau 1, Männer, von Fr. 5'261.-- auszugehen. Angepasst 
an die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit, aufgerechnet auf ein Jahr 
und indexiert auf das Jahr 2022, hat die Suva zu Recht auf ein hypotheti-
sches Invalideneinkommen von Fr. 66'406.-- abgestellt (AB 216 S. 5). 

Die Beschwerdegegnerin hat einen Abzug von 10 % berücksichtigt (AB 216 
S. 5). Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (vgl. Beschwerde S. 8 
Ziff. 4.5) ist kein triftiger Grund ersichtlich, den Abzug höher als 10 % anzu-
setzen: Der Beschwerdeführer verkennt in der Beschwerde, dass das Alter 
(vgl. S. 8 Ziff. 4.4) in der Unfallversicherung von vornherein ausser Acht zu 
bleiben hat (vgl. Art. 28 Abs. 4 UVV), während das Dienstalter (vgl. S. 8 
Ziff. 4.3) beim Heranziehen des statistischen Durchschnittslohns für Hilfs-
arbeitstätigkeiten praxisgemäss zu vernachlässigen ist (Entscheid des 
BGer vom 19. Mai 2020, 9C_18/2020, E. 6.2.3). In der Folge resultiert bei 
einem Abzug vom Tabellenlohn von 10 % ein Invalideneinkommen von 
Fr. 59'765.--. 

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5.6 Bei der Gegenüberstellung steht fest, dass das Invalideneinkommen 
von Fr. 59'765.-- (vgl. E. 5.5.2 hiervor) das Valideneinkommen von 
Fr. 59'385.-- (vgl. E. 5.4.2 hiervor) übersteigt, was zu einem rentenaussch-
liessenden Invaliditätsgrad von unter 10 % führt und einen Rentenanspruch 
von vornherein ausschliesst (vgl. E. 5.1 hiervor). 

6.

Nach dem Dargelegten ist der angefochtene Einspracheentscheid vom 
22. Februar 2023 (AB 216) nicht zu beanstanden und die dagegen erhobe-
ne Beschwerde abzuweisen. 

7.

7.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG 
(Umkehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu 
erheben.

7.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

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3. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- Suva 
- Bundesamt für Gesundheit

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.