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**Case Identifier:** 2224c2a3-0d10-5e7e-8b8b-96311e352084
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-06-25
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 25.06.2019 200 2018 602
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2018-602_2019-06-25.pdf

## Full Text

200 18 602 IV
KOJ/BOC/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 25. Juni 2019

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schütz, Verwaltungsrichter Scheidegger
Gerichtsschreiberin Bossert

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 27. Juni 2018

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Juni 2019, IV/18/602, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1971 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherte bzw. Beschwer-
deführerin) meldete sich – nachdem die zuständige Krankentaggeldversi-
cherung, die C.________ AG, eine Anmeldung zur Früherfassung 
vorgenommen hatte – am 2. Dezember 2016 bei der Invalidenversicherung 
zum Leistungsbezug an, wobei sie auf einen im September 2016 erlittenen 
Augeninfarkt links verwies (Akten der IV-Stelle Bern [nachfolgend: IVB bzw. 
Beschwerdegegnerin; act. II] 1 ff., 6). Die IVB nahm in der Folge erwerbli-
che und medizinische Abklärungen vor, holte die Akten der Krankentag-
geldversicherung ein und führte ein Erstgespräch durch (act. II 16 f., 18.1 - 
18.4, 20 f., 27.1 - 27.3, 28, 38 f., 46, 58). Daraufhin gewährte die IVB am 
26. September 2017 Frühinterventionsmassnahmen in Form eines As-
sessments Visuelle Beeinträchtigung (act. II 42, 52). Nach Einholung von 
Stellungnahmen des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) und der Durch-
führung des Vorbescheidverfahrens verneinte die IVB mit Verfügung vom 
27. Juni 2018 den Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung, da 
keine objektiven Befunde für das Bestehen einer leistungsrelevanten Ge-
sundheitsstörung vorlägen (act. II 48, 53 - 55, 57, 63, 66 f.).

B.

Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, 
am 29. August 2018 Beschwerde. Sie stellt die folgenden Rechtsbegehren:

1. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 27. Juni 2018 sei voll-
umfänglich aufzuheben. 

2. a) Die Beschwerdesache sei zur korrekten Wahrung des rechtlichen 
Gehörs und Durchführung des Vorbescheidverfahrens an die Be-
schwerdegegnerin zurückzuweisen.
b) Eventualiter: es seien der Beschwerdeführerin die versicherten 
Leistungen (berufliche Massnahmen, Invalidenrente) bei einem Inva-
liditätsgrad von 40 % zuzüglich Verzugszins zu 5 % ab wann rech-
tens zu gewähren.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Juni 2019, IV/18/602, Seite 3

c) Subeventualiter: es seien ergänzende medizinische und beruflich-
konkrete Abklärungen anzuordnen.

3. Es sei eine öffentliche Verhandlung nach Art. 6 Ziff. 1 der Europäi-
schen Menschenrechtskonvention (EMRK; SR 0.101) durchzu-
führen.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerde-
gegnerin.

Mit Beschwerdeantwort vom 21. September 2018 beantragt die Beschwer-
degegnerin die Abweisung der Beschwerde. 

Die Beschwerdeführerin hielt (nach mehrfach gewährter Fristerstreckung) 
mit Replik vom 8. Januar 2019 an den gestellten Rechtsbegehren fest, 
ebenso die Beschwerdegegnerin mit Duplik vom 25. Januar 2019. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 29. Januar 2019 gab der Instruktions-
richter der Beschwerdeführerin Gelegenheit mitzuteilen, ob sie an der 
Durchführung einer öffentlichen Schlussverhandlung festhalte, was die Be-
schwerdeführerin mit Eingabe vom 28. Februar 2019 bejahte. 

Am 26. März 2019 setzte der Instruktionsrichter den Termin für die öffentli-
che Schlussverhandlung auf den 11. Juni 2019 fest und gab die Zusam-
mensetzung der urteilenden Kammer des Verwaltungsgerichts bekannt. 
Gleichzeitig schloss er das Beweisverfahren. 

Am 27. März 2019 teilte die Beschwerdegegnerin mit, dass sie auf eine 
Teilnahme an der öffentlichen Schlussverhandlung verzichte. 

Am 11. Juni 2019 fand die beantragte öffentliche Schlussverhandlung statt, 
anlässlich welcher die Beschwerdeführerin die gestellten Rechtsbegehren 
bestätigte, wobei sie das Rechtsbegehren Ziff. 2b wie folgt präzisierte: 
„Eventualiter: es seien der Beschwerdeführerin die versicherten Leistungen 
(berufliche Massnahmen, Invalidenrente) bei einem Invaliditätsgrad von 
mindestens 40 % zuzüglich Verzugszins zu 5 % ab wann rechtens zu ge-
währen.“

Erwägungen:

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1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 27. Juni 2018 (act. II 67). Strei-
tig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf Leistungen 
der Invalidenversicherung und in diesem Zusammenhang die Vollständig-
keit der Sachverhaltsabklärung.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

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In formeller Hinsicht rügt die Beschwerdeführerin eine mehrfache Verlet-
zung des Anspruchs auf rechtliches Gehör.

2.1 Die Parteien haben Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 
der Bundesverfassung [BV; SR 101]). Das rechtliche Gehör dient einerseits 
der Sachaufklärung, anderseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mit-
wirkungsrecht der Verfahrensbeteiligten beim Erlass von Verfügungen dar, 
die ihre Rechtsstellung betreffen. Dazu gehört insbesondere das Recht der 
Betroffenen, sich vor Erlass eines solchen Entscheides zur Sache zu äus-
sern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, 
mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung 
wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Be-
weisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu be-
einflussen. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst als Mitwirkungs-
recht somit alle Befugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in 
einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (BGE 
143 V 71 E. 4.1 S. 72).

2.2 Die Parteien haben Anspruch auf rechtliches Gehör. Sie müssen 
nicht angehört werden vor Verfügungen, die durch Einsprache anfechtbar 
sind (Art. 42 ATSG). Die Verwaltung hat aber den rechtserheblichen Sach-
verhalt vor Verfügungserlass abzuklären und darf diese Aufgabe nicht ins 
Einspracheverfahren verlegen. Dieses verlöre sonst weitgehend seinen 
Sinn und Zweck, letztlich die Gerichte zu entlasten. Vorbehalten bleiben 
ergänzende Abklärungen, zu denen die in der Einsprache vorgebrachten 
Einwände Anlass geben (BGE 132 V 368 E. 5 S. 374, 125 V 188 E. 1c S. 
191; SVR 2005 AHV Nr. 9 S. 31 E. 1.3.1). 

Im Verwaltungsverfahren gilt das Mitwirkungs- und Äusserungsrecht der 
betroffenen Person namentlich im Zusammenhang mit der Durchführung 
eines Augenscheins, der Befragung von Zeugen sowie bezüglich eines 
Expertengutachtens. Auf diese Beweismittel darf im Verwaltungsverfahren 
nicht abgestellt werden, ohne den Betroffenen Gelegenheit zu geben, an 
der Beweisabnahme teilzunehmen oder wenigstens nachträglich zum Be-
weisergebnis Stellung zu nehmen (BGE 125 V 332 E. 3a S. 335).

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2.3 Die Verfügungen sind zu begründen, wenn sie den Begehren der 
Parteien nicht voll entsprechen (Art. 49 Abs. 3 ATSG). Die Begründungs-
pflicht ist wesentlicher Bestandteil des Anspruchs auf rechtliches Gehör im 
Sinne von Art. 29 Abs. 2 BV. Sie soll verhindern, dass sich die Behörde von 
unsachlichen Motiven leiten lässt, und den Betroffenen ermöglichen, die 
Verfügung gegebenenfalls sachgerecht anzufechten. Dies ist nur möglich, 
wenn sowohl die betroffene Person als auch die Rechtsmittelinstanz sich 
über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen können. In diesem Sin-
ne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen 
sich die Behörde hat leiten lassen und auf welche sich ihre Verfügung 
stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sie sich ausdrücklich mit jeder 
tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinander-
setzen muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentli-
chen Gesichtspunkte beschränken (BGE 136 I 229 E. 5.2 S. 236, 124 V 
180 E. 1a S. 181; SVR 2017 KV Nr. 6 S. 30 E. 5).

2.4 Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst alle Befugnisse, die 
einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Stand-
punkt wirksam zur Geltung bringen kann. Die Partei muss ganz allgemein 
zu Fragen tatsächlicher Natur, die für die Entscheidung der Streitsache 
erheblich sind, angehört werden. Der Anspruch auf rechtliches Gehör be-
steht und ist zu gewähren, wenn eine Verwaltungs- oder Gerichtsbehörde 
ihren Entscheid mit einer Rechtsnorm oder einem Rechtsgrund zu begrün-
den beabsichtigt, die oder der im bisherigen Verfahren nicht herangezogen 
wurde, auf die sich die beteiligten Parteien nicht berufen haben und mit 
deren Erheblichkeit im konkreten Fall sie nicht rechnen konnten (BGE 131 
V 9 E. 5.4.1 S. 26; SVR 2009 AHV Nr. 8 S. 27 E. 3.2). 

2.5 Das Recht, angehört zu werden, ist formeller Natur. Die Verletzung 
des Anspruchs auf rechtliches Gehör führt ungeachtet der Erfolgsaussich-
ten der Beschwerde in der Sache selbst zur Aufhebung des angefochtenen 
Entscheids. Es kommt mit anderen Worten nicht darauf an, ob die An-
hörung im konkreten Fall für den Ausgang der materiellen Streitentschei-
dung von Bedeutung ist, d.h. die Behörde zu einer Änderung ihres 
Entscheides veranlasst wird oder nicht (BGE 127 V 431 E. 3d aa S. 437; 
SVR 2013 IV Nr. 26 S. 75 E. 4.2).

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2.6 Nach der Rechtsprechung kann eine nicht besonders schwerwie-
gende Verletzung des rechtlichen Gehörs als geheilt gelten, wenn die be-
troffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu 
äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüfen 
kann. Die Heilung eines allfälligen Mangels soll aber die Ausnahme bleiben 
(BGE 137 I 195 E. 2.3.2 S. 197, 126 V 130 E. 2b S. 132; SVR 2013 IV Nr. 
26 S. 76 E. 4.2).

Von einer Rückweisung der Sache zur Gewährung des rechtlichen Gehörs 
an die Verwaltung ist im Sinne einer Heilung des Mangels selbst bei einer 
schwerwiegenden Verletzung des rechtlichen Gehörs abzusehen, wenn 
und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit 
zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhörung 
gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen 
Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 137 I 195 E. 2.3.2 
S. 197; SVR 2013 IV Nr. 26 S. 76 E. 4.2).

2.7

2.7.1 Vorab macht die Beschwerdeführerin eine Verletzung der Begrün-
dungspflicht (vgl. E. 2.3 hiervor) geltend, wonach sich die Beschwerdegeg-
nerin in der angefochtenen Verfügung nicht mit der im Einwand 
vorgebrachten Kritik auseinandergesetzt habe; dort sei geltend gemacht 
worden, es gehe nicht an, dass eine von einer Fachärztin für Psychiatrie 
auf eigenen Untersuchungen beruhende diagnostizierte psychische 
Störung (einer mittelgradigen depressiven Episode mit somatischem Syn-
drom) und deren Arbeitsrelevanz einfach vom Schreibtisch aus durch eine 
RAD-Ärztin „umzuschreiben“ in eine Anpassungsstörung (Beschwerde S. 
5). Indessen muss sich die verfügende Behörde praxisgemäss nicht mit 
jedem Einwand auseinandersetzen (vgl. E. 2.3 hiervor). Vorliegend hat die 
Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung die wesentlichen 
Überlegungen für ihren Entscheid aufgeführt und namentlich auf die Stel-
lungnahme des RAD vom 22. Juni 2018 (act. II 66) hingewiesen, in welcher 
wiederum auf einen RAD-Bericht vom 13. Oktober 2017 (act. II 48) und 
eine Aktennotiz vom 29. November 2017 (act. II 54) verwiesen wird. Die 
medizinischen Grundlagen für den Entscheid der Beschwerdegegnerin 

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waren dadurch klar umrissen und die Beschwerdeführerin konnte eine aus-
führlich begründete Beschwerde einreichen. 

2.7.2 Soweit die Beschwerdeführerin eine Verletzung des Äusserungs-
rechts (vgl. E. 2.4 hiervor) geltend macht (Beschwerde S. 5), ist festzuhal-
ten, dass im RAD-Bericht vom 22. Juni 2018 (act. II 66), welcher der 
Beschwerdeführerin erst mit der angefochtenen Verfügung vom 27. Juni 
2018 (act. II 67) zugestellt wurde, einzig zu den Einwendungen der Be-
schwerdeführerin im Einwandverfahren Stellung genommen wurde, neue 
Tatsachen sind darin nicht enthalten. Damit handelt es sich um eine nicht 
besonders schwerwiegende Gehörsverletzung, welche geheilt werden 
kann, zumal im vorliegenden Beschwerdeverfahren ein zweifacher Schrif-
tenwechsel sowie eine öffentliche Schlussverhandlung durchgeführt wur-
den und das Verwaltungsgericht uneingeschränkte Kognition hat (BGE 132 
V 387 E. 5.1 S. 390 E. 5.1 und 5.2; vgl. Entscheide des Bundesgerichts 
[BGer] vom 24. Oktober 2014, 9C_411/2018, E. 2.2 und vom 24. Februar 
2014, 9C_830/2013, E. 2.2). Dass die Beschwerdegegnerin das rechtliche 
Gehör regelmässig oder systematisch verletzen würde, ist weder erstellt 
noch gerichtsnotorisch, die Heilung einer allfälligen Gehörsverletzung ist 
mithin auch unter Berücksichtigung der bundesgerichtlichen Rechtspre-
chung (vgl. Beschwerde S. 6) möglich. 

2.7.3 Die Beschwerdeführerin rügt schliesslich auch eine Verletzung des 
Rechts auf Beweisabnahme, indem die Beschwerdegegnerin beantragte 
Arztberichte nicht eingeholt und auch keine Beweisverfügung erlassen ha-
be (Beschwerde S. 5). Wie sich aus den nachfolgenden Erwägungen er-
gibt, wurde der Sachverhalt indessen rechtsgenüglich abgeklärt, so dass 
auf die beantragten Beweismassnahmen in antizipierter Beweiswürdigung 
(BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 
162; SVR 2017 ALV Nr. 6 S. 18 E. 4.2) verzichtet werden konnte. Im Übri-
gen befinden sich bereits Berichte von Dr. med. D.________ vom 9. Okto-
ber 2017 (act. II 46) und von Dr. med. E.________ vom 11. Januar 2018 
(act. II 58) in den Akten. Eine formelle Beweisverfügung ist im Rahmen der 
hier anwendbaren Verfahrensbestimmungen des ATSG und des VRPG 
nicht zu erlassen (vgl. Entscheid des BGer vom 29. August 2016, 
8C_165/2016, E. 3.1). 

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3.

3.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur 
Arbeitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder 
bloss teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbs-
unfähigkeit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). Für die Beurteilung des Vor-
liegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der 
gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun-
fähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwind-
bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

3.2 Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG sowie 
Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Befund-
lage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann an-
spruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchtigung 
ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 141 V 281 E. 
2.1 S. 285). Es ist dem klaren Willen des Gesetzgebers gemäss Art. 7 Abs. 
2 ATSG Rechnung zu tragen, wonach im Zuge einer objektivierten Betrach-
tungsweise von der grundsätzlichen „Validität“ der versicherten Person 
auszugehen ist (BGE 141 V 281 E. 3.7.2 S. 295).

3.3 Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die 
Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorga-
ben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 
281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt 
die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegrün-
dende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturier-
ten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 E. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Juni 2019, IV/18/602, Seite 10

4.1 S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 418 
E. 7.2 S. 429).

Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeeinträchti-
gung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung auf der 
ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe nach 
BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte Ge-
sundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Aggrava-
tion oder einer ähnlichen Erscheinung beruht (BGE 141 V 281 E. 2.1.1 S. 
285 und E. 2.2 S. 287; SVR 2016 UV Nr. 25 S. 83 E. 6).

Liegt auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe eine versicher-
te Gesundheitsschädigung vor, erfolgt schliesslich auf der zweiten Ebene 
anhand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von Indikato-
ren eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – unter Berücksich-
tigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und 
Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – tatsächlich erreich-
baren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt im Re-
gelfall nach gemeinsamen Eigenschaften systematisierte Standardin-
dikatoren zu beachten (E. 4.1.3 S. 297), welche sich in die Kategorien 
„funktioneller Schweregrad“ (E. 4.3 S. 298) und „Konsistenz“ einteilen las-
sen (E. 4.4 S. 303). Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 S. 304). 
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur 
zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestell-
ten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Stan-
dardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) 
überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat 
die Folgen der Beweislosigkeit die materiell beweisbelastete versicherte 
Person zu tragen (E. 6 S. 308).

3.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Juni 2019, IV/18/602, Seite 11

Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1). 

3.5 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352). 

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. 
Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die 
Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder 
in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.6 Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be-
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 
Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in 
einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht 
schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Glei-
ches gilt, wenn ein frei praktizierender Arzt von einer Versicherung wieder-
holt für die Erstellung von Gutachten beigezogen wird (SVR 2008 IV Nr. 22 
S. 70 E. 2.4). Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Miss-
trauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet er-
scheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den 

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Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unpartei-
lichkeit des Gutachters allerdings ein strenger Massstab anzulegen (BGE 
125 V 351 E. 3b ee S. 354).

Sofern RAD-Untersuchungsberichte den Anforderungen an ein ärztliches 
Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352) genügen, auch hinsichtlich der 
erforderlichen ärztlichen Qualifikationen, haben sie einen vergleichbaren 
Beweiswert wie ein anderes Gutachten (SVR 2018 IV Nr. 4 S. 12 E. 3.2, 
2009 IV Nr. 53 S. 165 E. 3.3.2). Soll allerdings ein Versicherungsfall ohne 
Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die 
Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Insbesondere sind die 
von der versicherten Person aufgelegten Berichte der behandelnden Ärz-
tinnen und Ärzte mitzuberücksichtigen. Wird die Schlüssigkeit der Feststel-
lungen der versicherungsinternen Fachpersonen durch einen nachvollzieh-
baren Bericht eines behandelnden Arztes in Zweifel gezogen, so genügt 
der pauschale Hinweis auf dessen auftragsrechtliche Stellung (BGE 125 V 
351 E. 3a cc S. 353) nicht, um solche Zweifel auszuräumen. Vielmehr wird 
das Gericht entweder ein Gerichtsgutachten anzuordnen oder die Sache an 
den Versicherungsträger zurückzuweisen haben, damit dieser im Verfahren 
nach Art. 44 ATSG eine Begutachtung veranlasst (BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 
65, 135 V 465 E. 4.4 - 4.6 S. 469).

3.7 Nach der Praxis sind Aktengutachten nicht zu beanstanden, wenn 
die Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärti-
gen Status ergeben und diese Daten unbestritten sind. Der Untersu-
chungsbefund muss lückenlos vorliegen. Der Experte muss sich aufgrund 
vorhandener Unterlagen ein gesamthaft lückenloses Bild machen können 
(RKUV 2006 U 578 S. 175 E. 3.4, 1988 U 56 S. 371 E. 5b).

4.

Den Akten ist in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen das Folgende zu 
entnehmen: 

4.1 Prof. Dr. med. F.________, Facharzt für Ophthalmologie, führte im 
Bericht vom 6. September 2017 (act. II 38) die folgenden Diagnosen auf: 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Juni 2019, IV/18/602, Seite 13

 Status nach AION links 2016
 Verdacht auf Normaldruckglaukom beidseits seit 2017

Dr. med. F.________ gab an, 2016 sei die Diagnose AION links gestellt 
worden. Es bestehe Schleiersehen links schwankend, subjektiv zuneh-
mend vor allem bei Dämmerung. Es sei ein andauernder retrobulbärer 
Schmerz, Druck, sowie periorbitales Brennen und Jucken vorhanden. Für 
die bisherige Tätigkeit, welche ohne verminderte Leistungsfähigkeit noch 
zumutbar sei, bestünden keine Einschränkungen. Die Einschränkungen 
liessen sich durch medizinische Massnahmen vermindern, was aber keine 
Veränderung der Arbeitsfähigkeit bewirke. 

4.2 Im Bericht vom 13. September 2017 (act. II 39/7 - 9) führte Dr. med. 
G.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, die folgenden Dia-
gnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf:

 Nicht arteriitische Optikusneuropathie mit Gesichtsfelddefekt; Erstmanifestation 
September 2016 mit erfolgter Hospitalisation auf der neurologischen Klinik vom 
16. bis 21. September 2016 mit Hypoliquorrhösyndrom nach LP am 17. Sep-
tember 2016. Regelmässige ophthalmologische Kontrollen mit persistierenden 
Gesichtsfeld- und Visuseinschränkungen.
 Erfolgte kardiovaskuläre / neurovaskuläre Abklärungen ohne pathologi-

schen Befund
 Mittelschwere depressive Anpassungsstörung im Rahmen der Erstdiagnose 

und psychosozialer Belastungssituation nach Trennung von Ehemann, Ar-
beitsplatzverlust. Aktuell in Therapie bei Psychiaterin Dr. med. D.________ in 
.... 

Dr. med. G.________ attestierte in der Tätigkeit als ... vom 15. - 22. Sep-
tember 2016 und vom 6. Oktober bis 31. Dezember 2016 eine 100 %-ige 
Arbeitsunfähigkeit; danach sei die Kündigung der Stelle als ... (Teilzeit zu 
40 %) erfolgt. Durch Dr. med. D.________ sei aktuell eine 80 %-ige Ar-
beitsunfähigkeit seit dem 25. August 2017 attestiert worden. Die Be-
schwerdeführerin habe nach wenigen Stunden … eine verzerrte 
Wahrnehmung, zudem eine Konzentrationsstörung sowie Kopfschmerzen 
und erlebe eine rasche Ermüdung, wobei dann die Fehlerquote steige beim 
Schreiben von Dokumenten. Auch habe sie dann Schwindelgefühle und 
müsse rasch Pausen einlegen. Länger als vier Stunden am Stück könne 
sie nicht am … arbeiten. Die bisherige Tätigkeit sei „wohl eingeschränkt im 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Juni 2019, IV/18/602, Seite 14

Rahmen der oben erwähnten Einschränkungen“, möglich seien nur kurzzei-
tige … mit regelmässigen Pausen. Aktuell bestehe eine 20 %-ige Arbeits-
fähigkeit im angestammten Beruf. Zirka zwei Stunden am Stück könne die 
Beschwerdeführerin ihre bisherige Tätigkeit ausführen; dabei bestehe eine 
verminderte Leistungsfähigkeit, sie leide unter Konzentrationsstörungen, 
Schwindelgefühlen, verzerrter Wahrnehmung der … und … bei längerer 
Anstrengung. Im Verlauf wäre gegebenenfalls wieder eine Steigerung (der 
Arbeitsfähigkeit) bis auf 30 - 40 % denkbar, dennoch müsste vielleicht über 
eine Umschulung nachgedacht werden, da die Beschwerdeführerin als … 
vollumfänglich auf einen guten Visus respektive Nahvisus angewiesen sei. 
Eine Tätigkeit mit Wechselbelastung respektive auch nicht ständiger … 
wäre wohl günstiger. 

4.3 Dr. med. D.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychothera-
pie, führte im Bericht vom 9. Oktober 2017 (act. II 46) die folgende Diagno-
se mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf:

 Mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom ICD-10: F32.11

Die Störung habe sich im Laufe des Jahres 2016 entwickelt, eine Ver-
schlechterung sei zeitgleich mit der Augenerkrankung im September 2016 
eingetreten. Die Beschwerdeführerin habe eine Ausbildung am ... gemacht 
und die ... abgeschlossen. Zuletzt habe sie zu 40 % als ... gearbeitet und 
die Anstellung aus Überforderung bei bereits bestehender psychischer 
Störung und der Sehstörung auf Ende 2016 gekündigt. Seit Januar 2017 
sei sie von der Hausärztin nicht mehr arbeitsunfähig geschrieben, obwohl 
sie in diesem Zustand nicht für ihren angestammten Beruf vermittelbar sei. 
Durch die Referentin sei ab 24. August 2017 eine Arbeitsunfähigkeits-
bestätigung über 80 % erfolgt. Die Beschwerdeführerin sei bereits seit Be-
ginn des Jahres 2017 und davor arbeitsunfähig gewesen. Sie sei 
verheiratet und Mutter von drei Töchtern (12-, 14- und 17-jährig). Ende Mai 
2017 sei ihr Ehemann aus dem Familienhaus ausgezogen. Der Kontakt 
zum Bruder und zu den Eltern sei von der Beschwerdeführerin zum eige-
nen Schutz abgebrochen worden. Die Familie mache der Beschwerdefüh-
rerin Schuldzuweisungen betreffend der Trennung und dem 
Auseinanderbrechen der Familie. Ihre Tätigkeit als ... bzw. ... sei durch 
mangelnde Konzentration, Ablenkung durch Gedankenkreisen, schnelle 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Juni 2019, IV/18/602, Seite 15

geistige und körperliche Ermüdung, nicht Aufnehmen von neu zu Erlernen-
dem, die Antriebsschwäche und mangelnde Umstellungsfähigkeit einge-
schränkt. Die Leistungsfähigkeit sei zu zirka 50 % eingeschränkt. Es beste-
he mangelndes Selbstvertrauen. Es lägen verlangsamtes Arbeiten und 
Fehler durch kognitive Defizite vor, zudem bestehe Bedarf nach Pausen 
und längeren Erholungszeiten, es bestehe schnelle Ermüdbarkeit. Dies 
gelte für Arbeiten in ihrem angestammten Beruf ebenso wie für Ver-
weistätigkeiten. Die bisherige Tätigkeit sei aktuell im Rahmen von 20 - 
30 % zumutbar. Dabei bestehe eine verminderte Leistungsfähigkeit, welche 
schwer abschätzbar und abhängig von der zeitlichen Belastung sei. Zwei 
Stunden sollten ohne wesentliche Leistungseinbusse einhergehen. Es sei 
mit zwei Stunden täglich zu beginnen. Die integrative psychiatrisch-
psychotherapeutische Arbeit sei weiterzuführen. Zudem sei das Funktions-
niveau bei der bestehenden Seheinschränkung abzuklären. Im ersten 
Quartal 2018 könne mit der Erhöhung der Einsatzfähigkeit auf 50 % ge-
rechnet werden. 

4.4 Die RAD-Ärztin Dr. med. H.________, Fachärztin für Psychiatrie 
und Psychotherapie sowie Neurologie, führte in der Stellungnahme vom 
13. Oktober 2017 (AB 48) die folgende Diagnose mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit auf (AB 48/7):

 Nicht arteriitische Optikusneuropathie mit Gesichtsfelddefekt (EM 9/2016; ICD-
10: H48)

Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erwähnte sie eine Anpassungs-
störung ängstlich-depressiver Färbung ohne Beeinträchtigung der Teilhabe, 
der Selbst- und der Fremdfürsorge. Im Vordergrund stünden nicht IV-
relevante psychosoziale Belastungsfaktoren und ein (ängstliches) Vermei-
dungsverhalten. Die Beschwerdeführerin sei zur Selbstfürsorge und zur 
Fremdfürsorge fähig. Sie sei in der Lage, sowohl regelmässig an psycho-
therapeutischen Gesprächen teilzunehmen als auch ihren Alltag zu bewäl-
tigen. Es lägen keine Befunde vor, die eine Arbeitsunfähigkeit im 
psychiatrischen Fachgebiet objektiv begründen könnten. Die dokumentierte 
Gesichtsfeldeinschränkung (Bogenskotom links unten) dürfte mittlerweile 
durch Blick- und Kopfbewegungen kompensiert werden können. Auf eine 
ausreichende Visuskorrektur durch Brille sei zu achten. Weitere funktionelle 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Juni 2019, IV/18/602, Seite 16

Einschränkungen seien nicht objektiviert. Als funktionelle Einschränkungen 
bestünden am 14. November 2016 ein Fernvisus (mit eigener Brille) rechts 
von 1.6 und links von 0.3 sowie ein ausgedehntes unteres Bogenskotom 
links. Als Ressourcen lägen eine abgeschlossene Berufsausbildung, ein 
höheres Bildungsniveau sowie ein Autonomiestreben vor. Aus augenärztli-
cher Sicht bestünden nach der Einschätzung von Prof. Dr. med. 
F.________ (Bericht vom 6. September 2017) keine Leistungseinschrän-
kungen, so dass ganzheitlich betrachtet ebenfalls keine quantitativen 
und/oder qualitativen Leistungseinschränkungen vorlägen. Ab sofort könne 
deshalb von Vermittelbarkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt bis zu ei-
nem 100 %-Pensum ausgegangen werden, so auch für die zuletzt aus-
geübte Tätigkeit einer … . Es lägen keine Hinweise auf eine Einschränkung 
der Wegefähigkeit vor. Durch medizinische Rehabilitationsmassnahmen 
könne keine Verbesserung des Leistungsvermögens herbeigeführt werden, 
weil vor allem keine quantitativen Leistungseinschränkungen objektiv vor-
lägen. Die seit 06/2017 fortlaufend attestierte Arbeitsunfähigkeit im psychia-
trischen Fachgebiet sei medizinisch objektiv nicht begründet. 

4.5 Im Bericht des Zentrums I.________ vom 20. November 2017 (act. 
II 52) wurde zum Status der visuellen Funktionen das Folgende festgehal-
ten: 

Sehschärfe: rechtes Auge: 1.6 linkes Auge: 0.2 Beide: 1.2 
Vergrösserungsbedarf: rechtes Auge: 0.5x linkes Auge: 4x Beide: 0.63x 
Lesegeschwindigkeit: 150 Wörter/Minute (gutes Lesetempo) 
Gesichtsfeld: rechtes Auge: keine Einschränkung 
linkes Auge: diffuse Ausfälle, insb. nach unten links und pa- 

razentral gegen rechts 
Lichtbedarf: erhöht 
Kontrastbedarf: normal 
Farbsehvermögen: keine Einschränkungen im Screeningtest 
Blendung: subjektiv erhöhte Blendempfindlichkeit
Zur Gesamtbeurteilung (Schweregrad) wurde angegeben, der Schwere-
grad der visuellen Beeinträchtigung sei leicht, die Komplexität des Schu-
lungs- und Hilfsmittelbedarfs sei einfach. Als grobe Einschätzungen der 
Auswirkung der visuellen Beeinträchtigung auf die Arbeits-
/Ausbildungssituation wurde ausgeführt, durch den grossen Unterschied 
der Sehleistung der beiden Augen seien Tätigkeiten mit hohem Anspruch 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Juni 2019, IV/18/602, Seite 17

an das Tiefensehen erschwert. Die Tatsache, dass das dominante Auge 
das funktional schlechtere Auge sei, führe zu erschwerter Augen-Hand-
Koordination, erhöhter Ermüdbarkeit und Verlangsamung des Arbeitstem-
pos. Aufgrund der Ergebnisse aus dem Assessment werde die 
ergonomische Anpassung des zukünftigen Arbeitsplatzes (Leuchte, Bild-
schirmarm, Leseständer, Blendschutz etc.) empfohlen. Zur Entlastung des 
visuellen Systems seien Arbeiten mit regelmässig wechselnden Sehdistan-
zen zu bevorzugen sowie ein Pausenmanagement einzuführen. Der erhöh-
ten Blendempfindlichkeit könne mit einer Filterbrille entgegengewirkt 
werden. Die Schulung und Anwendung von sehbehinderungsspezifischen 
ICT-Hilfsmitteln seien nicht indiziert. Eine allfällige visuell bedingte Verlang-
samung des Arbeitstempos bzw. Reduktion der Leistungsfähigkeit sei ab-
hängig von den auszuführenden Aufgaben und Tätigkeiten. 

4.6 Dr. med. E.________, Fachärztin für Ophthalmologie, führte im Be-
richt vom 11. Januar 2018 (act. II 58) die folgende Diagnose mit Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit auf:

 Status nach AION links 2016

Die Ophthalmologin gab an, der Visus sei links zentral sowie peripher deut-
lich eingeschränkt. Es bestehe eine schneller auftretende Konzentrations-
problematik bei visuellen Anforderungen. Die bisherige Tätigkeit sei aus 
medizinischer Sicht noch zumutbar, aufgrund der visuellen Einschränkung 
sei langes Arbeiten bei hoher visueller Anforderung aber eher ermüdend, 
die Konzentration nehme eher ab; die visuelle Anforderung sei nicht so wie 
früher zu bewältigen. In welchem Umfang eine behinderungsangepasste 
Tätigkeit mit welchem Belastungsprofil möglich sei, sei nicht absolut zu 
sagen, dies sei sehr individuell auszutesten. Die Einschränkungen liessen 
sich durch medizinische Massnahmen vermindern, z.B. Umschulung auf 
Arbeiten mit geringerer visueller Anforderung und verkürzte Arbeitszeiten 
mit Pausen zur Regeneration bzw. weniger Arbeit am … . Eine Arbeitsun-
fähigkeit für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit sei nicht von ihr ausgestellt 
worden. 

4.7 In der Stellungnahme vom 22. Juni 2018 (act. II 66) führte die RAD-
Ärztin Dr. med. H.________ aus, augenärztlicherseits sei am 12. Januar 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Juni 2019, IV/18/602, Seite 18

2018 (act. II 58) ein normales Sehvermögen auf dem rechten Auge und ein 
auf 0.2 herabgesetzter Visus auf dem linken Auge (Sehbehinderung links) 
angegeben worden. Nach der Einteilung nach Pape habe bereits anlässlich 
einer Untersuchung am 14. November 2016 am Spital J.________ (Fernvi-
sus rechts 1.6, links mit eigener Brille 0.3) eine gröbere einseitige Seh-
schädigung bestanden. Nach Lachenmayr (Begutachtung in der 
Augenheilkunde) stelle sich bei funktioneller Einäugigkeit hinsichtlich der 
beruflichen Eignung im Wesentlichen die Frage des Stereosehens. Diesbe-
zügliche Angaben fehlten. Vorbekannt sei seit 2016 eine Rot-Entsättigung 
links und ein ausgedehntes unteres Bogenskotom links. Bei im Verlauf seit 
2016 gleichbleibender Befundkonstellation (gröbere einseitige Sehschädi-
gung) sei anlässlich eines augenärztlichen Assessments am 6. September 
2017 (act. II 38) durch Prof. Dr. med. F.________ in ... keine Einschrän-
kung bezüglich der bisherigen Tätigkeit und keine verminderte Leistungs-
fähigkeit attestiert worden. Die anlässlich des augenärztlichen Verlaufs-
Assessments am 22. November 2017 bestätigten Vorbefunde seien somit 
im IV-Vorbescheid vom 24. November 2017 entgegen den Einlassungen 
des Rechtsvertreters – unter Einbezug eines augenärztlichen Assessments 
vom 6. September 2017 des Prof. Dr. med. F.________ in ... – berücksich-
tigt worden. Zusammengefasst ergäben sich keine neuen medizinischen 
Gesichtspunkte zur RAD-Beurteilung vom 13. Oktober 2017. 

4.8 Dr. med. E.________ gab im Bericht vom 16. November 2018 (Ak-
ten der Beschwerdeführerin [act. I] 4) an, diagnostisch handle es sich beid-
seitig um eine Hyperopie mit Astigmatismus und altersentsprechender 
Presbyopie; links liege ein Zustand nach AION (anteriore ischämische Op-
tikusneuropathie) vor. Die Beschwerdeführerin gebe an, weiterhin Mühe 
beim Lesen zu haben und die Farben links grauer zu sehen. Eine lange 
visuelle Tätigkeit sei mit sehr viel Anstrengung und schneller Erschöpfung 
verbunden. Im Vergleich zum Vorbefund vom Mai 2018 zeige sich die Au-
genproblematik in etwa stabil. Sie erhebe die folgenden Befunde: Fernvisus 
rechts 100 %, links 16 %. Tensio applanatorisch gemessen 18mmHG beid-
seits. Das Gesichtsfeld zeige sich stabil zum Vorbefund im Mai 2018. 
Rechtsseitig zeige sich ein völlig normwertiges Gesichtsfeld ohne jegliche 
Ausfälle, links zeige sich dagegen ein stabiler Defekt nach rechts inferior. 
Das OCT der Papille (Bewertung der Nervenfaserschichtdicke des Nervus 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Juni 2019, IV/18/602, Seite 19

opticus) zeige rechts einen Normalbefund mit 84 Mikrometer, links vermin-
dert mit 34 Mikrometer. Die Werte seien ebenfalls in etwa stabil zur Vorun-
tersuchung im November 2017. Die Arbeitsfähigkeit sehe sie durch schnell 
auftretende Konzentrationsproblematiken bei visuellen Anforderungen als 
eingeschränkt, besonders im Bereich .... Arbeiten mit hoher visueller Anfor-
derung seien für die Beschwerdeführerin deutlich schneller ermüdend und 
die Konzentration nehme ab. Es gebe sicherlich Arbeitsbereiche, in denen 
eine niedrigere visuelle Anforderung bestehe. Diese wäre von der Be-
schwerdeführerin besser zu bewältigen, es müsse jedoch festgehalten 
werden, dass visuelle Anforderungen nicht wie früher vor der stattgefunde-
nen AION zu erreichen seien. In welchem Umfang ein maximal möglich zu 
erreichendes Pensum durchzuführen sei, müsse individuell ausgetestet 
werden. Dabei seien Arbeiten am … sicherlich anders zu werten als am … 
. Abwechslungsreiche Arbeiten mit visuellen Pausen seien sicherlich bes-
ser zu vertragen. Eine allgemeine Aussage sei nicht zu formulieren, son-
dern müsse individuell mit der Beschwerdeführerin ausgetestet werden. Die 
Augen-Hand-Koordination sei aufgrund der Einschränkung eines Auges 
gestört und erschwert und führe dadurch zu einer erhöhten Ermüdbarkeit 
und Verlangsamung des Arbeitstempos. Eine Arbeitserprobung sei aus 
ophthalmologischer Sicht sehr empfehlenswert.

5.

5.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend (Beschwerde S. 7 ff.; vgl. 
auch Replik S. 3), die Beschwerdegegnerin stütze sich in psychiatrischer 
Hinsicht auf die RAD-Stellungnahme vom 13. Oktober 2017, diese beruhe 
aber nicht auf eigenen Untersuchungen der RAD-Ärztin. Die behandelnde 
Psychiaterin habe nachvollziehbar und schlüssig begründet eine psychiatri-
sche Krankheit mit Arbeits- und IV-Relevanz festgehalten, während eine 
solche von der RAD-Ärztin negiert worden sei. Die RAD-Stellungnahme 
beruhe somit nicht auf einem an sich feststehenden medizinischen Sach-
verhalt, welcher eine blosse Aktenbeurteilung ausnahmsweise als genü-
gend erscheinen liesse, somit seien so oder anders weitere medizinische 
Abklärungen der psychischen Gesundheitslage notwendig. Auch der oph-
thalmologische Gesundheitszustand sei ungenügend abgeklärt. Im Bericht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Juni 2019, IV/18/602, Seite 20

Assessment Visuelle Beeinträchtigung des Zentrums I.________ vom 
20. November 2017 (act. II 52) sei festgehalten worden, dass der Gesund-
heitsschaden zu einer erschwerten Augen-/Hand-Koordination, zu einer 
erhöhten Ermüdbarkeit und einer Verlangsamung des Arbeitstempos führe; 
eine Quantifizierung der Verlangsamung respektive der Verminderung des 
Rendements sei aber nicht angegeben worden. 

5.2 In somatischer Hinsicht wurde eine Arbeitsunfähigkeit vorab von Dr. 
med. G.________ bescheinigt, dies vom 16. September bis 31. Dezember 
2016 (act. II 2/2 f., 18.2/12 und 15) und gestützt auf eine ophthalmologi-
sche Diagnose; Dr. med. G.________ ist jedoch Internistin und demnach 
nicht Fachärztin für Ophthalmologie, so dass ihr die notwendige fachliche 
Qualifikation zur hinreichenden Beurteilung der ophthalmologischen Pro-
blematik fehlt (vgl. Entscheide des BGer vom 5. Februar 2014, 
9C_867/2013, E. 3.2, und vom 6. September 2010, 8C_66/2010, E. 3.1). 
Sie hat die Arbeitsunfähigkeit zudem auch nicht näher begründet. Ansons-
ten wurde eine Arbeitsunfähigkeit für einige Tage im September und Okto-
ber 2016 attestiert (act. II 3/24 bzw. 27.2/31 und 39, 18.2/23 bzw. 27.2/28, 
18.2/30 bzw. 27.2/38); für die Zeit danach hat keiner der behandelnden 
Fachärzte eine Arbeitsunfähigkeit bescheinigt. Dies gilt nicht nur für Neuro-
logen, Kardiologen, Nephrologen und Internisten (act. II 3/4, 3/18 - 26, 
20/16 - 19, 39/10 - 12), sondern insbesondere auch für Ophthalmologen 
(act. II 18.2/16 f., 18.2/29, 38). Auch das Zentrum I.________ hat in seinem 
Assessment eine lediglich leichte visuelle Beeinträchtigung ermittelt (act. II 
52). Auf die Arbeitsunfähigkeitsatteste von Dr. med. G.________ kann da-
her nicht abgestellt werden. Daran ändert auch der nachträglich eingereich-
te Bericht von Dr. med. E.________ vom 11. Januar 2018 (act. II 58) 
nichts; die Augenärztin erwähnt zwar eine Einschränkung des Visus zentral 
und peripher, bescheinigt jedoch keine Arbeitsunfähigkeit. Seitens des 
RAD (act. II 66) wird überdies zu Recht auf die Einschätzung von Prof. Dr. 
med. F.________ vom 6. September 2017 hingewiesen, welcher bei ver-
gleichbarer Befundlage keine Arbeitsunfähigkeit bescheinigte (act. II 38). 

5.3 Was den psychischen Gesundheitszustand betrifft, bescheinigte Dr. 
med. D.________ ab dem 24. August 2017 eine 80 %-ige Arbeitsunfähig-
keit (act. II 46/3). Dazu hat die RAD-Ärztin Dr. med. H.________ festgehal-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Juni 2019, IV/18/602, Seite 21

ten, es lägen keine Befunde vor, welche eine psychisch bedingte Arbeits-
unfähigkeit begründen könnten (act. II 48/7). Die RAD-Ärztin führt die de-
pressive Problematik auf IV-fremde psychosoziale Belastungsfaktoren, 
namentlich die Trennung vom Ehepartner zurück. Diese Einschätzung ist 
ohne weiteres vereinbar mit den Feststellungen der Hausärztin, welche als 
weitere Belastungsfaktoren den Arbeitsplatzverlust sowie die seinerzeitige 
Diagnose des Augenleidens der Beschwerdeführerin erwähnt (act. II 39/7 
und 8). Die Feststellungen von Dr. med. H.________ scheinen deshalb 
plausibel und darauf ist abzustellen, zumal die weiteren Arztberichte keine 
– auch nur geringe – Zweifel wecken, so dass auch mit Blick auf die Recht-
sprechung (vgl. E. 3.6 hiervor) der Sachverhalt als rechtsgenüglich abge-
klärt erscheint und auf weitere Beweismassnahmen in antizipierter 
Beweiswürdigung (BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 
V 157 E. 1d S. 162; SVR 2017 ALV Nr. 6 S. 18 E. 4.2) verzichtet werden 
kann. 

Im Übrigen wäre ein invalidisierender Gesundheitsschaden auch bei Ab-
stellen auf die Diagnose mittelgradige depressive Episode mit somatischem 
Syndrom ICD-10: F32.11 gestützt auf eine Indikatorenprüfung (vgl. E. 3.3 
hiervor) zu verneinen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nicht um 
eine rezidivierende depressive Störung, sondern um eine zum ersten Mal 
auftretende mittelgradige Episode handelt. Der diagnoseinhärente Schwe-
regrad (vgl. dazu BGE 141 V 281 E. 2.1.1 S. 285) ist demnach nicht sehr 
stark ausgeprägt und – wie nachfolgend dargelegt wird – entgegen den 
Ausführungen anlässlich der öffentlichen Schlussverhandlung durch das 
somatische Syndrom nicht wesentlich verstärkt. Der Behandlungsbeginn 
bei der Psychiaterin Dr. med. D.________ erfolgte im Juni 2017, einen Mo-
nat nach dem Auszug des Ehemannes aus dem Familienhaus (act. II 46). 
Zu den „Komorbiditäten“ (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3 S. 300) ist festzuhal-
ten, dass die nicht arteriitische Optikusneuropathie mit Gesichtsfelddefekt 
(act. II 48/7) zu keiner Arbeitsunfähigkeit führt (vgl. E. 5.2 hiervor), aber 
allenfalls gewisse ressourcehemmende Wirkung hat (BGE 143 V 418 E. 
8.1 S. 430). Beim Komplex „Persönlichkeit“ (BGE 141 V 281 E. 4.3.2 S. 
302) ist zu berücksichtigen, dass die RAD-Ärztin als Ressourcen zu Recht 
die abgeschlossene Berufsausbildung und ein höheres Bildungsniveau 
sowie ein Autonomiestreben erwähnte (act. II 48/7). Im Bereich „Sozialer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Juni 2019, IV/18/602, Seite 22

Kontext“ (BGE 141 V 281 E. 4.3.3 S. 303) bleiben soziale Belastungen, 
welche direkt negative funktionelle Folgen zeitigen, ausgeklammert (BGE 
141 V 281 E. 4.3.3 S. 303). Die Beschwerdeführerin wird bei der Haushalt-
führung durch ihre drei Töchter unterstützt (act. II 46/2). Die im Jahr 2017 
erfolgte Trennung vom Ehemann und der Abbruch des Kontaktes zur Her-
kunftsfamilie, die der Beschwerdeführerin die Schuld gibt an der Trennung 
und zum Ehemann hält, haben als invaliditätsfremde Faktoren unberück-
sichtigt zu bleiben. Gleiches gilt für den Arbeitsplatzverlust, soweit die dazu 
führende Überforderung durch die psychosozial bedingte psychische 
Störung verursacht wurde (act. II 46/2). Zudem spricht der Umstand, dass 
Dr. med. G.________ am 13. September 2017 (act. II 39/7 - 9) eine mittel-
schwere depressive Anpassungsstörung im Rahmen der Erstdiagnose und 
psychosozialer Belastungssituation nach Trennung von Ehemann und Ar-
beitsplatzverlust diagnostizierte, dafür, dass die psychosozialen Belas-
tungsfaktoren den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin 
entscheidend beeinflussen. Betreffend der „gleichmässigen Einschränkung 
des Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen“ (BGE 141 
V 281 E. 4.4.1 S. 303) und des „behandlungs- und eingliederungsana-
mnestisch ausgewiesenen Leidensdrucks“ (BGE 141 V 281 E. 4.4.2 S. 
304) ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin wöchentliche psycho-
therapeutische Gespräche im Einzelsetting bei der Psychiaterin Dr. med. 
D.________ besucht (act. II 46/3) und Psychiatrie-Spitex in Anspruch 
nimmt (act. II 39/8), was für einen gewissen Leidensdruck sprechen mag. 
Gleichwohl ist sie grundsätzlich – bei der Hausarbeit wird sie durch ihre 
Töchter unterstützt – in der Lage, ihren Alltag zu bewältigen, die adminis-
trativen Aufgaben sind gemäss ihren Angaben zwar schwierig zu erledigen, 
aber nicht unmöglich (act. II 46/23). In einer Gesamtschau ist damit vom 
Vorliegen eines nicht invalidisierenden psychischen Gesundheitsschadens 
auszugehen. 

5.4 Daran ändern die Ausführungen in der Beschwerde nichts. Bei den 
Berichten der RAD-Ärztin Dr. med. H.________ vom 13. Oktober 2017 (act. 
II 48) und 12. Januar 2018 (act. II 66) handelt es sich mangels eigener Un-
tersuchung bzw. mangels selbst erhobener medizinischer Befunde nicht 
um Untersuchungsberichte im Sinne von Art. 49 Abs. 2 der Verordnung 
vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201), 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Juni 2019, IV/18/602, Seite 23

sondern lediglich um interne Berichte bzw. um eine Empfehlung zur weite-
ren Bearbeitung des Leistungsbegehrens aus medizinischer Sicht im Sinne 
von Art. 59 Abs. 2bis IVG i.V.m. Art. 49 Abs. 1 IVV (vgl. BGE 142 V 58 
E. 5.1 S. 64; Entscheid des BGer vom 21. März 2018, 9C_524/2017, E. 
5.1; ULRICH MEYER/MARCO REICHMUTH, Bundesgesetz über die Invaliden-
versicherung [IVG], 3. Aufl. 2014, S. 562). Die RAD-Berichte vermögen 
daher lediglich dazu Stellung zu nehmen, ob der einen oder anderen 
Ansicht zu folgen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen 
sei (BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 64; BGer 9C_524/2017, E. 5.1). 

Zwar können auch reine Aktengutachten beweiskräftig sein, sofern ein 
lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die 
fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen 
Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der 
versicherten Person in den Hintergrund rückt. Dies gilt grundsätzlich auch 
in Bezug auf Berichte und Stellungnahmen regionaler ärztlicher Dienste 
(vgl. E. 3.7 hiervor und BGer 9C_524/2017, E. 5.1). Soll ein 
Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens 
entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge 
Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der 
Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen 
Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (vgl. E. 3.6 
hiervor und BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 65).

Es ist festzuhalten, dass Dr. med. H.________ auf eine eigene Untersu-
chung verzichten konnte, da die Akten ein vollständiges Bild über Anamne-
se, Verlauf und aktuellen Status zeigen und sie sich gestützt darauf ein 
gesamthaft lückenloses Bild machen konnte (vgl. E. 3.7 hiervor). Ausser-
dem hat sie sich korrekterweise darauf beschränkt festzuhalten, dass der 
Ansicht von Prof. Dr. med. F.________ zu folgen sei, wonach für die bishe-
rige Tätigkeit keine Einschränkungen bestünden (act. II 66). Inwiefern der 
Sachverhalt in ophthalmologischer Hinsicht ungenügend abgeklärt sein 
soll, ist mit Blick auf die diversen aktenkundigen Berichte nicht ersichtlich, 
zumal fachärztlich auch keine Arbeitsunfähigkeit bescheinigt wurde. Bei 
Fehlen einer ophthalmologisch bedingten Arbeitsunfähigkeit besteht auch 
keine entscheidende Diskrepanz zu den Feststellungen im Assessment-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Juni 2019, IV/18/602, Seite 24

Bericht des Zentrums I.________ (act. II 52) und dem Bericht von Prof. Dr. 
med. F.________ (act. II 38). 

5.5 Nach dem Dargelegten erweist sich die angefochtene Verfügung als 
rechtens und die Beschwerde ist abzuweisen. 

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 1‘000.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

6.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehr-
schluss]). Auch gestützt auf die gerügte Verletzung des rechtlichen Gehörs 
(Beschwerde, S. 7 oben) besteht für eine (reduzierte) Parteientschädigung 
keine Grundlage. Zwar kommt auch bei der Verletzung des Anspruchs auf 
rechtliches Gehör der allgemeine Rechtsgrundsatz zur Anwendung, wo-
nach jene Partei für die Kosten des Verfahrens aufzukommen hat, welche 
es verursacht hat, wobei für die Kostenfolgen massgebend ist, dass der 
Partei nicht Kosten entstehen, die ihr ohne die Gehörsverletzung nicht ent-
standen wären. Vorliegend war die Beschwerdeführerin jedoch nicht ge-
zwungen, Beschwerde zu erheben, um zu einer (nachträglichen) rechtsge-
nüglichen Begründung der Verfügung zu gelangen, so dass ihr insoweit 
keine Mehrkosten entstanden sind (vgl. SVR 2010 IV Nr. 51 S. 159 E. 3.3). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Juni 2019, IV/18/602, Seite 25

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1‘000.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt lic. iur. B.________ z.H. der Beschwerdeführerin (samt 

Protokoll der öffentlichen Schlussverhandlung vom 11. Juni 2019)
- IV-Stelle Bern (samt Protokoll der öffentlichen Schlussverhandlung 

vom 11. Juni 2019)
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.