# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 34bce2be-d759-58aa-be7a-beb37da2a78e
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-14
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 14.01.2021 200 2020 663
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-663_2021-01-14.pdf

## Full Text

200 20 663 IV
SCP/GET/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 14. Januar 2021

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Jakob, Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiber Germann

A.________
vertreten durch Fürsprecher B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 3. Juli 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Jan. 2021, IV/20/663, Seite 2

Sachverhalt:

A.

A.a.

Die … geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. Beschwerde-
führerin) arbeitete bis zu ihrer aus gesundheitlichen Gründen per 31. Juli 
2012 erfolgten Kündigung als … im … der C.________ AG (Akten der IV-
Stelle Bern [nachfolgend IVB bzw. Beschwerdegegnerin], [act. IIA] 8, 11.5; 
[act. II] 144.2 S. 23). Im September 2012 meldete sich die Versicherte unter 
Hinweis auf eine Diskushernie bei der Eidgenössischen Invalidenversiche-
rung (IV) zum Leistungsbezug an (act. IIA 1). Die IVB klärte den Sachver-
halt in erwerblicher Hinsicht ab, zog die Akten des Krankentag-
geldversicherers bei und holte Berichte der behandelnden Ärzte ein. Nach 
einem mehrwöchigen stationären Aufenthalt in der Klinik D.________ (act. 
IIA 28 S. 2 – 8) gewährte die IVB zwei Arbeitstrainings (act. IIA 44; 58) so-
wie Arbeitsvermittlung (act. IIA 68), wobei keine Eingliederung in die freie 
Wirtschaft realisiert werden konnte (act. IIA 86). Ferner verneinte sie mit 
Verfügung vom 24. Dezember 2014 (act. IIA 79) bei einem Invaliditätsgrad 
von 2% einen Anspruch auf eine Invalidenrente. Die dagegen von der Ver-
sicherten erhobene Beschwerde (act. IIA 82) wies das Verwaltungsgericht 
des Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, mit Urteil vom 
18. Juni 2015 (VGE IV/2015/99 [act. IIA 87]) ab, soweit es darauf eintrat. 
Auf ein Neuanmeldungsgesuch vom Oktober 2016 (act. IIA 89), mit wel-
chem die Versicherte eine chronifizierte Schmerzproblematik infolge von 
vier Unfällen mit Schleudertrauma in den Jahren 2005 bis 2009 geltend 
machte, trat die IVB mit (unangefochten gebliebener) Verfügung vom 
6. April 2017 (act. IIA 110) nicht ein, nachdem sie die neu eingereichten 
medizinischen Berichte zweimal Dr. med. E.________, Facharzt für Innere 
Medizin, Physikalische Medizin und Rehabilitation sowie Tropenmedizin 
und Reisemedizin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), zur Beurteilung vor-
gelegt hatte (act. IIA 97; 109). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Jan. 2021, IV/20/663, Seite 3

A.b.

Im Dezember 2018 meldete sich die Versicherte erneut bei der IV zum 
Leistungsbezug an (act. II 113), wobei sie auf eine generelle Verschlechte-
rung des Gesundheitszustandes in somatischer und psychischer Hinsicht 
(act. II 119) bzw. einen neu entdeckten Diabetes mellitus hinweisen liess 
(act. II 124 S. 1). In der Folge veranlasste die IVB bei der F.________ 
(nachfolgend MEDAS) eine polydisziplinäre Begutachtung (Expertise vom 
14. Oktober 2019 [act. II 144.1 ff.]) und stellte der Versicherten anschlies-
send mit Vorbescheid vom 31. Januar 2020 (act. II 149) bei einem Invali-
ditätsgrad von 11% die Verneinung eines Rentenanspruchs in Aussicht. 
Dagegen liess die Versicherte Einwand erheben und diverse Dokumente, 
namentlich Berichte behandelnder Ärzte, einreichen (act. II 164; 173), wel-
che die IVB dem RAD-Arzt Dr. med. G.________, Facharzt für Allgemeine 
Innere Medizin, zur Beurteilung unterbreitete. Dieser nahm mit Bericht vom 
23. Juni 2020 (act. II 172) bzw. Aktennotiz vom 30. Juni 2020 (act. II 174) 
Stellung, nachdem er das Dossier den RAD-Ärzten Dres. med. 
H.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates, und I.________, im Rahmen einer RAD-internen 
Zuweisung vorgelegt hatte. Mit Verfügung vom 3. Juli 2020 (act. II 175) 
entschied die IVB wie im Vorbescheid in Aussicht gestellt. 

B.

Dagegen liess die Versicherte, vertreten durch Fürsprecher B.________, 
mit Eingabe vom 7. September 2020 Beschwerde erheben. Sie stellt den 
folgenden Antrag: 

Die Verfügung vom 3. Juli 2020 sei aufzuheben und der Beschwerdeführerin 
sei gestützt auf einen Invaliditätsgrad von mindestens 50% eine halbe Rente 
auszurichten, allenfalls unter Rückweisung der Akten an die Beschwerdegeg-
nerin zwecks Vornahme weiterer Abklärungen. 

- unter Kosten- und Entschädigungsfolge -

Mit Beschwerdeantwort vom 20. Oktober 2020 beantragt die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde. Gleichzeitig legte sie eine Stel-

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lungnahme des RAD-Arztes Dr. med. H.________ vom 6. Oktober 2020 (in 
den Gerichtsakten) ins Recht. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 22. Oktober 2020 gewährte der In-
struktionsrichter der Beschwerdeführerin die Möglichkeit zur Einreichung 
einer Stellungnahme im Rahmen von Schlussbemerkungen, wovon sie mit 
Schreiben vom 23. November 2020 innert Frist Gebrauch machte. Gleich-
zeitig reichte sie einen Bericht ihres Hausarztes, Dr. med. J.________, 
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, vom 17. November 2020, zu den 
Akten (Akten der Beschwerdeführerin [act. I] 5). Hierzu liess sich die Be-
schwerdegegnerin mit Schreiben vom 4. Dezember 2020 vernehmen.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

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1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 3. Juli 2020 (act. II 
175). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf 
eine Invalidenrente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 

2.

Die Beschwerdeführerin rügt, die Beschwerdegegnerin habe ihr rechtliches 
Gehör (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung [BV; SR 101]; Art. 42 ATSG) 
verletzt, indem sie die angefochtene Verfügung vom 3. Juli 2020 (act. II 
175) erlassen habe, ohne die gestützt auf die Vorbringen der Beschwerde-
führerin im Einwandverfahren einverlangten Arztberichte abzuwarten (vgl. 
Beschwerde, S. 9, Ziff. 14).

Nachdem die Beschwerdeführerin gegen den Vorbescheid vom 31. Januar 
2020 (act. II 149) Einwand erhoben und im weiteren Verlauf zwei Arztbe-
richte und einen Bericht der K.________ (wo die Beschwerdeführerin vom 
2. Oktober 2017 bis 28. Februar 2018 angestellt war) eingereicht hatte (act. 
II 164), holte die Beschwerdegegnerin eine Stellungnahme des RAD-Arztes 
Dr. med. G.________ ein (act. II 172). Mit Schreiben vom 22. Juni 2020 
(act. II 173) reichte die Beschwerdeführerin sodann einen Bericht von Dr. 
med. J.________ zu den Akten und teilte der Beschwerdegegnerin mit, 
dieser werde die Beschwerdeführerin bezüglich der "Verdachtsdiagnose 
des TOS" (Thoracic-outlet-Syndrom) untersuchen, weshalb die Beschwer-
degegnerin ersucht werde, "mit der Fortsetzung des Verfahrens bis zum 
Erhalt des Berichts von […] Dr. med. J.________ zuzuwarten" (S. 1). In der 
Folge holte die Beschwerdeführerin bei Dr. med. G.________ eine weitere 
Stellungnahme zum geltend gemachten TOS ein (act. II 174) und erliess 
anschliessend – ohne den Bericht von Dr. med. J.________ abzuwarten 

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(welcher bei der Beschwerdegegnerin am 22. Juli 2020 einging [act. II 176 
S. 1 f.]) – am 3. Juli 2020 (act. II 175) die angefochtene Verfügung. 

In ihrer Beschwerdeantwort vom 20. Oktober 2020 räumt die Beschwerde-
gegnerin ein, es sei ihrerseits "etwas unglücklich verfahren" worden (S. 2, 
Ziff. 7). Wie sie jedoch weiter zu Recht geltend macht, ist in Würdigung der 
gesamten Umstände eine Rückweisung der Sache nicht angezeigt: Zwar 
umfasst das rechtliche Gehör auch das Recht des Betroffenen, erhebliche 
Beweise beizubringen bzw. mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu 
werden (BGE 143 V 71 E. 4.1 S.72; SVR 2019 AHV Nr. 7S. 20 E. 3.1.1). 
Dabei ist jedoch zu beachten, dass die Beschwerdegegnerin den fraglichen 
Bericht von Dr. med. J.________ (samt dem MRI-Befundbericht vom 6. Juli 
2020 [act. I 4], welcher dem Bericht von Dr. med. J.________ zugrunde 
liegt) im laufenden Beschwerdeverfahren dem RAD zur Beurteilung vorge-
legt hat, welche lite pendente durchgeführte Abklärungsmassnahme unter 
den gegebenen Umständen zulässig war (vgl. SVR 2019 IV Nr. 93 
E. 5.3.1.2). In der Folge konnte sich die Beschwerdeführerin zum RAD-
Bericht von Dr. med. H.________ vom 6. Oktober 2020 (in den Gerichtsak-
ten) äussern (vgl. prozessleitende Verfügung vom 22. Oktober 2020), 
wovon sie denn auch Gebrauch gemacht hat (Eingabe vom 23. November 
2020). Dabei ist zu beachten, dass der von der hierzu nicht qualifizierten 
Ergotherapeutin geäusserte Verdacht auf ein TOS sich nicht bestätigt hat 
und Dr. med. J.________ selbst ein solches ausgeschlossen hat (vgl. auch 
E. 4.6.3 hinten). Nach der Rechtsprechung kann eine nicht besonders 
schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs als geheilt gelten, 
wenn die betroffene Person, wie vorliegend, die Möglichkeit erhält, sich vor 
einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die 
Rechtslage frei überprüfen kann (BGE 137 I 195 E. 2.3.2 S. 197, 126 V 130 
E. 2b S. 132; SVR 2019 IV Nr. 65 S. 210 E. 4.3). Damit ist der von der Be-
schwerdegegnerin begangene Verfahrensfehler im vorliegenden Be-
schwerdeverfahren als geheilt zu betrachten. 

Von einer Rückweisung der Sache zur Gewährung des rechtlichen Gehörs 
an die Verwaltung wäre im Sinne einer Heilung des Mangels im Übrigen 
selbst dann abzusehen, wenn – was hier nicht zutrifft – von einer schwer-
wiegenden Verletzung des rechtlichen Gehörs auszugehen wäre, führte die 

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Rückweisung doch zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnöti-
gen Verzögerungen, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse 
der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht 
zu vereinbaren wären (BGE 137 I 195 E. 2.3.2 S. 197; SVR 2019 AHV Nr. 
7 S. 20 E. 3.1.1, 2013 IV Nr. 26 S. 76 E. 4.2). Letzteres gälte vorliegend in 
Anbetracht des Umstands, dass die Beschwerdeführerin ausdrücklich ei-
nen materiellen Entscheid verlangt (vgl. Beschwerde, S. 2, Rechtsbegeh-
ren), erst recht, womit auch eine (nicht vorliegende) schwerwiegende 
Gehörsverletzung im vorliegenden Beschwerdeverfahren ohne weiteres 
geheilt werden könnte. 

3.

3.1

3.1.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG). 

3.1.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine 
Rente, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufga-
benbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnah-
men wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 
40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf 
dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). 

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3.2

3.2.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Wurde eine Rente wegen eines zu geringen 
Invaliditätsgrades verweigert, so wird eine Neuanmeldung nur geprüft, 
wenn darin glaubhaft gemacht wird, dass sich der Grad der Invalidität in 
einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat (vgl. Art. 87 Abs. 2 
und 3 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung 
[IVV; SR 831.201]).

3.2.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsge-
such ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewis-
sern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung 
des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass 
der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine 
Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls 
hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, 
um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) 
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 
198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

3.2.3 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist u.a. bei einer 
wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes revidierbar (BGE 
144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 E. 2.3 S. 10; SVR 2018 UV Nr. 22 S. 79 E. 
2.2.1). Eine weitere Diagnosestellung bedeutet nur dann eine revisions-
rechtlich relevante Gesundheitsverschlechterung oder eine weggefallene 
Diagnose eine verbesserte gesundheitliche Situation, wenn diese veränder-
ten Umstände den Rentenanspruch berühren (BGE 141 V 9 E. 5.2 S. 12; 
SVR 2020 IV Nr. 25 S. 84 E. 3).

3.2.4 Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeit-
punkt der ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Jan. 2021, IV/20/663, Seite 9

Zeit der streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 
E. 3.5.2 S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369; SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1).

3.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-
züglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weite-
ren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

4.

4.1 Die Verwaltung ist auf die Neuanmeldung vom Dezember 2018 
(act. II 113) eingetreten, weshalb die Eintretensfrage praxisgemäss nicht zu 
überprüfen ist (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). 

Massgebende Vergleichszeitpunkte bilden die (mit VGE IV/2015/99 vom 
18. Juni 2015 bestätigte [act. IIA 87]) Verfügung vom 24. Dezember 2014 
(act. IIA 79) – mit welcher ein Anspruch auf eine Invalidenrente nach medi-
zinischen Abklärungen sowie Durchführung eines Einkommensvergleichs 
verneint wurde – und die nunmehr angefochtene Verfügung vom 3. Juli 
2020 (act. II 175; vgl. E. 3.2.4 vorne). Demgegenüber liegt der Nichteintre-
tensverfügung vom 6. April 2017 (act. IIA 110) keine materielle Beurteilung 
des Leistungsbegehrens zugrunde, weshalb sie revisionsrechtlich nicht von 
Bedeutung ist. 

4.2 Bei Erlass der Verfügung vom 24. Dezember 2014 (act. IIA 79) 
stützte sich die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen auf den RAD-Bericht 
von Dr. med. E.________ vom 17. Dezember 2014 (act. IIA 78), worin die-
ser seine eigene Einschätzung im Bericht vom 7. Februar 2014 bestätigte. 
Im Einzelnen ergibt sich was folgt: 

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4.2.1 Im Bericht der Klinik D.________ vom 17. April 2013 (act. IIA 28 S. 
2 – 8) wurden die folgenden Diagnosen gestellt (S. 2): 

1. "Zervikospondylogenes Syndrom 
- Fehlform und -haltung der WS, Hyperlaxität 
- St. n. 4x HWS-Distorsionstrauma 2005, 2x 2007, 2009 

2. Lumbospondylogenes Syndrom 
- MRI LWS 01/12: kleine mediane DH L4/5 ohne Kompression, pa-

ramedian linksseitige Diskushernie L5/S1 mit Verlagerung der 
Nervenwurzel S1 links 

- Wirbelsäulenfehlhaltung 
3. Refluxkrankheit 
4. Sinusitis frontalis 11.03.-21.03.13, antibiotisch behandelt. 
5. Hoher Vitamin D-Mangel 

- Vitamin D 25-OH 28 nmol/L vom 12.03.13"

Nach Abschluss des stationären Aufenthalts sei die früher ausgeübte … 
ganztags wieder zumutbar, wobei längeres Sitzen wiederholt unterbrochen 
werden solle, ideal wäre auch der Wechsel an einem Steharbeitsplatz. Wei-
ter sei die Beschwerdeführerin für eine andere leichte bis mittelschwere 
wechselbelastende Arbeit ganztags arbeitsfähig (S. 5). 

4.2.2 Im Bericht vom 7. Februar 2014 (act. IIA 49) hielt Dr. med. 
E.________ fest, ein Pensum von 100% sei für leichte bis mittelschwere 
Arbeiten (und damit auch …) ohne Leistungseinschränkung zumutbar (S. 
2). 

Mit weiterem Bericht vom 17. Dezember 2014 (act. IIA 78) hielt Dr. med. 
E.________ nach Einreichung weiterer ärztlicher Dokumente fest, aufgrund 
der Anpassungsstörung könne keine anhaltende Erwerbsunfähigkeit attes-
tiert werden, da psychosoziale Belastungen nicht berücksichtigt würden. 
Die COPD (chronic obstructive pulmonary disease) und die Heiserkeit wür-
den durch den Nikotinabusus unterhalten und teilweise ausgelöst. Es hand-
le sich um Diagnosen, die keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten 
und die mit Nikotinabstinenz deutlich gebessert werden könnten. Ferner 
könne der gastroösophageale Reflux mittels Protonenpumpenhemmer er-
folgreich behandelt werden und hätte keinen Einfluss auf die Erwerbsfähig-
keit, weshalb an der medizinischen Einschätzung des RAD vom 7. Februar 
2014 festgehalten werden könne (S. 2). 

4.3 Bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 3. Juli 2020 
(act. II 175) sowie unter Berücksichtigung des MRI-Befundberichts vom 

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6. Juli 2020 (act. I 4) und dem Bericht von Dr. med. J.________ vom 
22. Juli 2020 (act. II 176 S. 1; vgl. E. 2 vorne) präsentierte sich die medizi-
nische Aktenlage im Wesentlichen wie folgt: 

4.3.1 Im Bericht vom 7. Januar 2019 (act. II 118 S. 5 – 7) diagnostizierte 
Dr. med. J.________ im Wesentlichen chronische zervikothorakale und 
lumbosakrale Schmerzen, eine respiratorische Bronchiolitis im Sinne einer 
interstitiellen Pneumopathie, ein COPD Gold Stadium 3 Klasse D, eine Sic-
ca-Symptomatik unklarer Ätiologie, eine chronische Rhinosinusitis mit Sep-
tumdeformität, eine andauernde Persönlichkeitsänderung bei chronischem 
Schmerzsyndrom, rezidivierende depressive Störungen, aktuell kompen-
siert, sowie eine Partialruptur der Supraspinatussehne links (S. 5 f.). Die 
Beschwerdeführerin sei aktuell immer wieder auf medizinische Betreuung 
aufgrund ihrer medizinischen Diagnosen angewiesen. Letzthin seien die 
chronische Rhinosinusitis sowie die Pneumopathie im Vordergrund gestan-
den. Als chronischer Begleiter blieben die Nacken- und auch tieflumbalen 
Rückenschmerzen bestehen. Mit Unterstützung des Sozialdienstes absol-
viere die Beschwerdeführerin zurzeit ein dreimonatiges Abklärungspro-
gramm der Abklärungsstelle L.________. Es sei ihm – Dr. med. 
J.________ – ein Anliegen, dass die Beschwerdeführerin zur Abklärung 
aufgeboten werde, inwiefern eine Wiedereingliederung und auch eine Be-
rentung im Umfang von 50% indiziert wäre (S. 6).

4.3.2 Im polydisziplinären, auf einer allgemein internistischen, rheumato-
logischen, pneumologischen und psychiatrischen Untersuchung beruhen-
den Gutachten der MEDAS vom 14. Oktober 2019 (act. II 144.1 ff.) wurden 
interdisziplinär die folgenden Diagnosen gestellt (act. II 144.1 S. 7 f.): 

Mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 

1. "Chronifiziertes zervikospondylogenes Schmerzsyndrom nach mehrfa-
chen Auffahrkollisionen mit: 
- HWS-Distorsionen, - möglicher Wurzelirritation C7 links, - Chondro-

se C4/5 und diskreten Unkarthrosen C4/5 und C5/6, - begleitender 
muskulärer Dysbalance 

2. Chronifiziertes lumbospondylogenes Schmerzsyndrom mit fortgeschritte-
ner degenerativer Diskopathie L5/S1 (Osteochondrose) und links para-
medianer Diskushernie L5/S1 (MRI 2012: damals mit Wurzelkontakt S1 
links) ohne radikuläre Kompression 

3. COPD GOLD-Stadium II mit: 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Jan. 2021, IV/20/663, Seite 12

- Lungenfunktionell stabiler Verlauf dokumentiert seit mindestens 
06/2016, 

- Erstsekundenvolumen 63% des Solls 
- pulsoxymetrisch keine Hypoxie, 
- spiroergometrisch leicht verminderte körperliche Leistungsfähigkeit 

(78% der Soll-Watt-Leistung) bei ventilatorischer Limitation ohne si-
gnifikanten Abfall der Sauerstoffsättigung unter Belastung, 

- Status nach Nikotinabusus von zirka 20py, weitgehend sistiert seit 
Herbst 2018"

Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 

4. "Dysfunktionale Störungsverarbeitung (F54), DD Hinweise auf chroni-
sches Schmerzsyndrom mit bio-psychosozialen Konsequenzen (F62.80), 
ohne dass dieses Bild jedoch in seiner Gesamtheit gegeben erscheint 

5. Eisenmangel (Ferritin 12µg/l)
6. Diabetes mellitus Typ II (aktuelles HbA1 c unter Therapie 6.1%) 
7. Übergewicht (BMI 28kg/m2) 
8. Anamnestisch Hypercholesterinämie (normale Lipidwerte unter Crestor-

Behandlung) 
9. Status nach Nasen-Nebenhöhlen-Operation und Nasenseptum-Plastik 

am 24.10.2018 mit seit dann Verbesserung der nasalen Symptomatik 
10. Leichtgradiges subacromiales Impingement-Syndrom linke Schulter mit 

zumindest aktenanamnestisch vorliegender Partialruptur der Supraspina-
tussehne 

11. Juli 2015: Diagnose einer interstitiellen Pneumopathie, Verdacht auf eine 
respiratorische Bronchiolitis, am wahrscheinlichsten im Rahmen des Ni-
kotin-Abusus. CT-Thorax 07/2015 und Verlaufskontrolle 11/2015 mit un-
verändertem Befund einer Bronchiolitis. 

12. Multiple kleine Raumforderungen subpleural beidseits im CT 07/2015. 
Unveränderter Befund im CT-Thorax vom 09.11.2015."

In der Konsensbeurteilung hielten die Gutachter fest, aufgrund der Lungen-
krankheiten bestehe eine leicht verminderte körperliche Leistungsfähigkeit. 
Der Beschwerdeführerin seien schwere körperliche Arbeiten nicht mehr 
zumutbar. Aus pneumologischer Sicht sei sie für eine leichte und mittel-
schwere Arbeit in einer allergen- und raucharmen Umgebung jedoch voll 
arbeitsfähig.

Aufgrund der Gesundheitsstörungen am Bewegungsapparat bestehe eine 
leichte bis höchstens mittelgradige Reduktion der Belastbarkeit der Funkti-
onseinheit "Nacken-Schultergürtel" und eine leichte Einschränkung der 
Belastbarkeit des unteren Achsenskelettes. Möglichkeiten zu Wechselposi-
tionen vorausgesetzt, sei die früher praktizierte Tätigkeit als … weiterhin 
zumutbar. Für folgende Funktionen sei die Beschwerdeführerin einge-
schränkt: Repetitives Bücken und Aufrichten, Arbeitstätigkeiten über Schul-
terhöhe mit erforderlichem Blick nach oben, Arbeitstätigkeiten in der 
chronischen Vorneigehaltung des Rumpfes bzw. des Nackens (Zwangshal-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Jan. 2021, IV/20/663, Seite 13

tungen), für repetitives Heben und Tragen von Gewichten über 7kg, für 
Arbeitstätigkeiten in kniender oder kauernder Position und für Tätigkeiten 
mit rein statischer Belastung des Achsenskelettes im Stehen und im Sitzen 
ohne die Möglichkeit zu Wechselpositionen.

Für die weiteren genannten Gesundheitsstörungen (Diabetes mellitus Typ 
II, Eisenmangel, Übergewicht und Status nach Nasen-Nebenhöhlen- und 
Nasen-Septum-Operation) könnten keine relevanten und bleibenden Funk-
tionseinschränkungen abgeleitet werden.

Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine eingeschränkte Durchhaltefähigkeit, 
welche jedoch nicht grundsätzlich durch eine psychiatrische Krankheit, 
sondern auch aufgrund von Dekonditionierung und Schmerzerleben be-
dingt sei (S. 8). 

In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als … bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 
100% (Arbeitsunfähigkeit 0%). Diese Beurteilung gelte seit November 
2015, Zeitpunkt des multidisziplinären Rehabilitationsprogrammes am Spi-
tal M.________. Die genannte Beurteilung gelte unter der Voraussetzung, 
dass die Beschwerdeführerin ihre Tätigkeit in individuell wählbaren Wech-
selpositionen durchführen könne. Die Arbeit als … könne als angepasste 
Tätigkeit beurteilt werden (S. 10). 

Schliesslich hätten die neuen Diagnosen im Vergleich zum Sachverhalt, 
wie er der Verfügung vom 18. Juni 2015 zugrunde gelegen habe, keine 
relevanten funktionellen Einschränkungen zur Folge und führten deshalb 
nicht zu einer wesentlichen Veränderung der Arbeitsfähigkeit in der ange-
stammten Tätigkeit seit der Verfügung vom 18. Juni 2015 (act. II 144.1 S. 
10).

4.3.3 N.________, Ergotherapeutin, hielt im Bericht vom 5. März 2020 
(act. II 164 S. 10) fest, die Beschwerdeführerin sei in einem 14tägigen 
Rhythmus mit neuropathischen Schmerzen in die Ergotherapie gekommen. 
Es sei die Frage aufzuwerfen, ob ein TOS vorliege.

4.3.4 Dr. med. O.________, Praktischer Arzt sowie Facharzt für Psych-
iatrie und Psychotherapie, hielt im zu Handen des Rechtsvertreters der 
Beschwerdeführerin verfassten Bericht vom 7. April 2020 (act. II 164 S. 7 – 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Jan. 2021, IV/20/663, Seite 14

9) fest, er halte an der Diagnose einer andauernden Persönlichkeitsände-
rung bei chronischem Schmerzsyndrom F62.80 (mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit) fest und bedauere, dass das insgesamt sorgfältige (psych-
iatrische) Gutachten ausgerechnet bei der relevanten Frage der Diagnose 
eine nicht nachvollziehbare Schlussfolgerung ziehe. Die arbeitsbedingten 
Einschränkungen durch die psychiatrische Diagnose zeigten sich v.a. in 
einer verminderten Flexibilität und Anpassungsfähigkeit an neue Situatio-
nen, einem Misstrauen anderen Menschen gegenüber sowie einer Einbus-
se der Fokussierung und der Aufmerksamkeit/Konzentration über längere 
Zeit. Im Zusammenhang mit den schmerzbedingten Einschränkungen beur-
teile er die Arbeitsfähigkeit auf maximal 50%. In den verschiedenen arbeits-
rehabilitativen Programmen und Belastungstrainings habe sich diese 
Einschätzung bestätigt (S. 9). 

4.3.5 Der RAD-Arzt Dr. med. G.________ hielt nach Einholung RAD-
interner Berichte der Dres. med. H.________ und I.________ in seiner 
Stellungnahme vom 23. Juni 2020 (act. II 172) fest, auf die Einschätzungen 
im Gutachten der MEDAS könne auch im Lichte der von der Beschwerde-
führerin zu den Akten gelegten Berichten abgestellt werden (S. 7).

Mit "Aktennotiz RAD" vom 30. Juni 2020 (act. II 174) hielt Dr. med. 
G.________ weiter fest, gestützt auf die RAD-interne Stellungnahme von 
Dr. med. H.________ liege weder anamnestisch noch klinisch gemäss vor-
liegender Akten ein TOS vor. 

4.3.6 Ein am 6. Juli 2020 durchgeführtes MRI der Halswirbelsäule 
(HWS) im Zentrum P.________ (act. II 176 S. 3) wurde wie folgt beurteilt: 
"Uncovertebralarthrosen in den Segmenten C3/4 bis C5/6 und leichte Fa-
cettengelenksarthrose C4/5. Vor allem ossär verursachte foraminale Engen 
in den Segmenten C3/4 bis C5/6 auf der linken Seite, vor allem Foramens-
tenose C4/5. Eine Reizung der entsprechenden Nervenwurzeln C4-C6 ist 
möglich. Bilaterale Facettengelenksarthrosen im Segment C6/7, keine fo-
raminale Enge."

4.3.7 Dr. med. J.________ hielt unter Bezugnahme auf das MRI vom 
6. Juli 2020 im Bericht vom 22. Juli 2020 (act. II 176 S. 1 f.) fest, ein TOS 
habe mit der klinischen Untersuchung ausgeschlossen werden können. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Jan. 2021, IV/20/663, Seite 15

Hingegen hätten sich eine Hyposensibilität im Daumen und Unterarmbe-
reich linksseitig finden lassen, weshalb eine MRI-Untersuchung der HWS 
durchgeführt worden sei. Dort hätten sich neben Unkovertebralarthrosen 
und spondylarthrotischen Befunden auch ossäre foraminale Engstellungen 
C3/C4 bis C5/C6, vor allem eine Foramenstenose C4/C5, feststellen las-
sen. Die erhobene Anamnese wie dokumentiert, die klinischen Befunde 
und die radiologische Diagnostik passten hier gut überein. Selbstverständ-
lich führe die Problematik neben Schmerzen und Hypästhesien auch zur 
Ausbildung von myofaszialen Befunden mit Triggerpunkten und weiteren 
Beschwerden im Schultergürtel- und Nackenbereich (S. 2).

4.3.8 Dr. med. H.________ (RAD) hielt in der Stellungnahme vom 6. Ok-
tober 2020 (in den Gerichtsakten) fest, das im rheumatologischen Fachgut-
achten der MEDAS formulierte Zumutbarkeitsprofil werde durch die 
Befundberichte des Zentrums P.________ vom 6. Juli 2020 sowie den Be-
richt von Dr. med. J.________ vom 22. Juli 2020 nicht in Zweifel gezogen 
(S. 4). 

4.3.9 Im Bericht vom 17. November 2020 (act. I 5) stellte Dr. med. 
J.________ die folgenden Diagnosen: 

1. "COPD Goldstadium 2-3, Risikoklasse A 
- Radiologisches Bild einer Respiratorischen Bronchiolitis 

2. Diabetes mellitus Typ ll Erstdiagnose 14.03.2019 mit diabetischer hypergly-
kämer Entgleisung 
- Aktuell medikamentös mit Metformin gut eingestellt. 

3. Unkovertebralarthrosen in Segmenten C3/4 bis C5/6, leichte Fazetten Ge-
lenksarthrose C4/5 sowie ossär verursachte foraminale Engen in C3/C4 bis 
C5/C6 links mit möglicher Reizung der entsprechenden Nervenwurzeln C4 
bis C6 

4. Myofasziale Befunde im Nacken-Schulter-Armbereich linksbetont. Kein si-
cherer Hinweis auf das Vorliegen eines vaskulären Thoracic Outlet Syndrom 

5. Gastroösophagale Refluxerkrankung"

Ergänzend hielt er fest, aufgrund der vorliegenden Diagnosen und des fort-
geschrittenen Alters der Beschwerdeführerin sei eine "IV-Rente zu 50% 
gerechtfertigt."

4.4

4.4.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Jan. 2021, IV/20/663, Seite 16

ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

4.4.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Spezia-
lärzte, welche diesen Anforderungen entsprechen, kommt grundsätzlich 
(voller) Beweiswert zu, solange nicht konkrete Indizien gegen deren Zuver-
lässigkeit sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 470).

4.5 Das polydisziplinäre Gutachten der MEDAS vom 14. Oktober 2019 
(act. II 144.1 ff.) erfüllt die Anforderungen der Rechtsprechung an Experti-
sen (vgl. E. 4.4.2 vorne) und erbringt Beweis. Es ist in Bezug auf die be-
fundmässige und diagnostische Einschätzung sowie hinsichtlich der 
Beurteilung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit in allen Teilen nachvoll-
ziehbar, die Schlussfolgerungen sind überzeugend begründet und es las-
sen sich gestützt darauf sämtliche vorliegend relevanten Tat- und 
Rechtsfragen zuverlässig beantworten. Die Gutachter gelangten zum 
Schluss, dass ein chronifiziertes zerviko- und lumbospondylogenes 
Schmerzsyndrom sowie ein COPD das funktionelle Leistungsvermögen der 
Beschwerdeführerin einschränken, jedoch in der angestammten Tätigkeit 
als … – welche auch als den Leiden angepasste Tätigkeit zu qualifizieren 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Jan. 2021, IV/20/663, Seite 17

sei – eine Arbeitsfähigkeit von 100% (Arbeitsunfähigkeit: 0%) bestehe (vgl. 
E. 4.3.2 vorne). 

4.6 Was gegen diese gutachterlichen Einschätzungen vorgebracht 
wird, dringt nicht durch: 

4.6.1 Die Beschwerdeführerin kritisiert insbesondere das rheumatologi-
sche Teilgutachten von Dr. med. Q.________, Facharzt für Allgemeine 
Innere Medizin sowie Rheumatologie (Beschwerde, S. 7, Ziff. 13). Sie 
macht geltend, als Korrelat zu den von ihr geschilderten Beschwerden im 
Nacken- und Schultergürtelbereich liessen sich die ossär verursachten fo-
raminalen Engen in den Segmenten C3/4 bis C5/6 auf der linken Seite und 
vor allem die Foramenstenose C4/5 durch die MRI-Untersuchung vom 
6. Juli 2020 objektivieren. Da Dr. med. Q.________ in seinem Gutachten 
vom 17. Juli 2019 die Annahme des Vorliegens einer Spinalkanalstenose, 
die für die von der Beschwerdeführerin glaubhaft geschilderten Beschwer-
den verantwortlich gemacht werden könnte, verneint habe, eine solche 
nunmehr jedoch bestätigt worden sei, könne auf das Gutachten von Dr. 
med. Q.________ nicht abgestellt werden (Beschwerde, S. 10, Ziff. 14.1 f.).

4.6.1.1 Dr. med. Q.________ hat seine Untersuchungsbefunde – nament-
lich auch hinsichtlich der Wirbelsäule im Allgemeinen bzw. der HWS im 
Besonderen – in seinem rheumatologischen Teilgutachten ausführlich wie-
dergegeben und dabei festgehalten, die HWS weise keine speziellen Ein-
schränkungen der Beweglichkeit bzw. Einzelfunktionen auf, sei der Kinn-
Sternum-Abstand bei der maximalen Inklination resp. Reklination doch 3 
bzw. 15cm und betrage die Rotation aktiv nach beiden Seiten bis gut 75° 
(act. II 144.4 S. 9). Diese Feststellung wird weder bestritten noch ist er-
sichtlich, dass Dr. med. Q.________ bei dieser Befunderhebung nicht lege 
artis vorgegangen wäre. Ferner hielt der Gutachter fest, die von der Be-
schwerdeführerin angegebenen Beschwerden seien Ausdruck eines chro-
nifizierten zervikospondylogenen Schmerzsyndroms nach mehrfachen 
Auffahrkollisionen mit HWS-Distorsionen, möglicherweise mit einer Wurze-
lirritation von C7 links, aber ohne Hinweise auf eine radikuläre Kompressi-
on mit Ausfallerscheinungen und zumindest anamnestisch und klinisch 
ohne Hinweise auf ein Syndrom des engeren Spinalkanals. Die aktuell an-
gefertigten konventionellen Röntgenaufnahmen der HWS (S. 10) zeigten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Jan. 2021, IV/20/663, Seite 18

keine erheblichen degenerativen Veränderungen, mit Ausnahme einer 
leichtgradigen degenerativen Diskopathie C4/C5 und diskreten Unkarthro-
sen auf den Segmenten C4/C5 und C5/C6 (S. 11). Insgesamt schloss er 
unter Berücksichtigung der übrigen Befundlage – die Möglichkeit zu Wech-
selpositionen vorausgesetzt – auf eine in rheumatologischer Hinsicht un-
eingeschränkte Arbeitsfähigkeit für die angestammte Tätigkeit als … (S. 
13), was im gutachterlichen Konsens bestätigt wurde (act. II 144.1 S. 10). 

4.6.1.2 Anders als die Beschwerdeführerin anzunehmen scheint, beste-
hen keine Anhaltspunkte, wonach die Experten der MEDAS respektive Dr. 
med. Q.________ von einer grundsätzlich fehlenden Objektivierbarkeit der 
vorgetragenen somatischen Beschwerden ausgegangen wären. Letzterer 
hielt denn auch fest, es seien keine relevanten lnkonsistenzen erkennbar, 
die Plausibilität der Beschwerden sei weitgehend nachvollziehbar (act. II 
144.4 S. 12). Jedoch gelangten die Gutachter im Allgemeinen (im Rahmen 
der Konsensbeurteilung) und Dr. med. Q.________ im Besonderen zum 
Schluss, dass die aus den objektivierbaren Befunden resultierenden, er-
werbsbezogenen funktionellen Beeinträchtigungen nicht mit der Selbstein-
schätzung der Beschwerdeführerin übereinstimmen respektive keine 
Arbeitsunfähigkeit zu begründen vermögen. Soweit die Beschwerdeführerin 
unter Hinweis auf das Vorliegen einer Spinalkanalstenose auf eine der sub-
jektiven Einschätzung entsprechenden Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 
50% (act. II 126 S. 7; 144.1 S. 9) schliessen will, verkennt sie zweierlei: 
Zum einen unterscheidet sich der anlässlich der Begutachtung erhobene 
bildgebende röntgenologische Befund betreffend die HWS (act. II 144.4 
S. 10) nicht wesentlich von jenem, wie er im MRI vom 6. Juli 2020 (act. II 
176 S. 3) zum Ausdruck kam. Namentlich wurde eine Reizung der Nerven-
wurzeln C4-C6 durch die Foramenstenose C4/C5 von der beurteilenden 
Radiologin lediglich als möglich erachtet, welche Einschätzung Dr. med. 
J.________ unter "Diagnosen" übernahm (vgl. act. II 176 S. 1). Damit ist 
eine anhaltende radikuläre Symptomatik gerade nicht mit dem im Sozial-
versicherungsrecht erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahr-
scheinlichkeit (BGE 126 V 353 E. 5b. S. 360) erstellt, was sich mit den 
Einschätzungen von Dr. med. Q.________ deckt und auch vom RAD-Arzt 
Dr. med. H.________ in seiner Stellungnahme vom 6. Oktober 2020 (in 
den Gerichtsakten) bestätigt wird. Vor diesem Hintergrund erweisen sich 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Jan. 2021, IV/20/663, Seite 19

die anlässlich der Begutachtung durchgeführten bildgebenden Abklärungen 
weder ex ante noch ex post als unzureichend (vgl. auch act. II 170 S. 4 f.). 
Zum andern ergibt sich eine gesundheitliche Veränderung nicht allein aus 
neuen Ergebnissen bildgebender Untersuchungen; vielmehr sind für die 
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit im Zusammenhang mit Degeneration der 
Wirbelsäule in erster Linie die klinischen Befunde massgeblich (Entscheid 
des BGer vom 18. Juni 2020, 9C_89/2020, E. 4.6; vgl. auch BGE 145 V 
215 E. 5.1 S. 221 f.). Dabei ist mit der Diagnose eines Gesundheitsscha-
dens noch nicht gesagt, dass dieser auch invalidisierenden Charakter hat. 
Ob dies zutrifft, beurteilt sich nach dem Einfluss, den der Gesundheits-
schaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hat (BGE 142 V 106 E. 4.4 
S. 110). Wie in E. 4.6.1.1 vorne dargelegt, hat Dr. med. Q.________ das 
dem Dargelegten zufolge invalidenversicherungsrechtlich allein massgebli-
che funktionelle Leistungsvermögen nachvollziehbar und mit hinreichender 
Detailliertheit sowie – wie eben erwogen – basierend auf einer lege artis 
erstellten Befundlage erhoben. Demgegenüber beschränkt sich Dr. med. 
J.________ in seinem von der Beschwerdeführerin ins Recht gelegten Be-
richt vom 17. November 2020 (act. I 5) darauf, aus den von ihm gestellten 
Diagnosen respektive aus deren Summe direkt auf "eine IV-Rente zu 50%" 
zu schliessen, ohne konkret darzulegen, aus welchen (medizinisch objekti-
vierbaren) Gründen sich die mittels MRI vom 6. Juli 2020 erhobenen Be-
funde, auf welche er sich vorwiegend abstützt, abweichend von den 
gutachterlichen Feststellungen auf die Leistungsfähigkeit auswirken. Nichts 
Anderes folgt aus dem undatierten, bei der Beschwerdegegnerin am 22. 
Juli 2020 eingegangenen Bericht (act. II 176 S. 1 f.), worin Dr. med. 
J.________ sich ebenfalls nicht zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit äussert 
und welcher Bericht demnach ebenfalls nicht geeignet ist, Zweifel an den 
gutachterlichen Schlussfolgerungen von Dr. med. Q.________ zu wecken.

4.6.2 Im Weiteren ist nicht ersichtlich, weshalb auch hinsichtlich der 
Lendenwirbelsäule (LWS) eine weitere Untersuchung mittels MRI hätte 
erfolgen sollen (vgl. Eingabe vom 23. November 2020, S. 2, Ziff. 3). So 
finden sich in den Berichten der behandelnden Ärzte keinerlei Anhaltspunk-
te, welche auf einen entsprechenden Abklärungsbedarf hindeuten. Dabei 
ist hervorzuheben, dass Dr. med. J.________ im Bericht vom 17. Novem-
ber 2020 (act. I 5) das lumbospondylogene Schmerzsyndrom nicht mehr 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Jan. 2021, IV/20/663, Seite 20

als für die Arbeitsunfähigkeit relevante Diagnose aufführte. Ferner hielt Dr. 
med. Q.________ im rheumatologischen Gutachten fest, betreffend der 
unteren Extremitäten seien eigentlich keine störenden Beschwerden ange-
geben worden, ausser Schmerzen, die hin und wieder vom Rücken nach 
unten ziehen könnten, dies vor allem linksbetont und als Folge einer Dis-
kushernie im Bereiche der LWS; Gramselparästhesien würden in den unte-
ren Extremitäten nicht angegeben (act. II 144.4 S. 7). Diese Feststellungen 
werden beschwerdeweise nicht in Frage gestellt. Wenn Dr. med. 
Q.________ deshalb aus rheumatologischer respektive die Gutachter der 
MEDAS aus gesamtmedizinischer Sicht sich auf eine röntgenologische 
Untersuchung der LWS beschränkten (vgl. S. 10) und auf eine zusätzliche 
Abklärung mittels MRI verzichteten, schmälert dies weder den Beweiswert 
des rheumatologischen Fachgutachtens noch jenen des Gesamtgutach-
tens, zumal den Gutachtern, was die Wahl der Untersuchungsmethoden 
betrifft, ein weiter Ermessensspielraum zukommt (Entscheid des BGer vom 
30. Januar 2015, 8C_277/2014, E. 5.2). 

4.6.3 Sodann verneinte nach dem RAD (act. II 174) auch Dr. med. 
J.________ das Vorliegen eines von der behandelnden Ergotherapeutin 
zur Diskussion gestellten TOS (act. II 164 S. 10; 176 S. 2), was beschwer-
deweise zu Recht nicht mehr beanstandet wird.

4.6.4 Im Weiteren kritisierte Dr. med. O.________ im zu Handen des 
Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin verfassten Bericht vom 7. April 
2020 die im Gutachten der MEDAS gestellten Diagnosen als unzutreffend; 
er halte an der Diagnose einer andauernden Persönlichkeitsänderung bei 
chronischem Schmerzsyndrom F62.80 fest; die Arbeitsunfähigkeit betrage 
50% (act. II 164 S. 9). 

Anders als der behandelnde Psychiater diagnostizierte Dr. med. 
R.________ im psychiatrischen Fachgutachten eine dysfunktionale 
Störungsverarbeitung (ICD-10 F54) und zog differentialdiagnostisch Hin-
weise auf ein chronisches Schmerzsyndrom mit bio-psychosozialen Kon-
sequenzen (ICD-10 F62.80) in Betracht, ohne dass dieses Bild jedoch in 
seiner Gesamtheit gegeben erscheine (act. II 144.3 S. 18), welche Ein-
schätzung auch in der Konsensbeurteilung übernommen wurde (act. II 
144.1 S. 8). Sie beruht namentlich auf einer umfassenden Befunderhebung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Jan. 2021, IV/20/663, Seite 21

(act. II 144.3 S. 10 f.), einer Beschreibung der Persönlichkeit (S. 11 f.) und 
einer ausführlichen Diskussion der psychiatrischen Diagnosen nach den 
Hauptkapiteln des Kapitels F der ICD-10 (S. 12 – 16). Dass der Gutachter 
dabei nicht lege artis vorgegangen wäre, ist weder ersichtlich noch wird 
dergleichen geltend gemacht. Im Gegenteil räumte auch Dr. med. 
O.________ ein, das Gutachten sei insgesamt sorgfältig (act. II 164 S. 9). 
Sodann erfolgte die versicherungsmedizinische Beurteilung in Bezug auf 
das funktionelle Leistungsvermögen anhand der von der Rechtsprechung 
für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen ent-
wickelten systematisierten Indikatoren (Beweisthemen und Indizien) – unter 
Berücksichtigung von leistungshindernden äusseren Belastungsfaktoren 
wie auch von Kompensationspotentialen (Ressourcen; BGE 145 V 361 E. 
3.1 S. 363; 141 V 281; vgl. act. II 144.3 S. 18 – 24). Namentlich mit Blick 
auf die nahezu blande Befundlage (vgl. S. 10 f.), dem gemäss Mini-ICF-
Rating für Aktivitäts- und Partizipationsbeeinträchtigungen weitgehenden 
Fehlen von Funktionseinschränkungen (act. II 144.3 S. 20 f.) und das nicht 
erheblich eingeschränkte ausserwerbliche Aktivitätenniveau (vgl. act. II 
144.2 S. 24; 144.4 S. 7 f.) überzeugt die (auch seitens des RAD als schlüs-
sig beurteilte [act. II 171 S. 6]) Einschätzung von Dr. med. R.________, es 
liege eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten vor (act. II 
144.3 S. 25 f.). Daran vermag die von Dr. med. O.________ bescheinigte, 
jedoch anhand der hiervor erwähnten systematisierten Indikatoren nicht 
bestätigbare 50%ige Arbeitsfähigkeit nichts zu ändern, zumal es – wie in 
E. 4.6.1.2 vorne dargelegt – für den Nachweis einer Invalidität nicht primär 
auf die Diagnose ankommt. Im Übrigen basiert seine Beurteilung im We-
sentlichen auf der Selbsteinschätzung der Beschwerdeführerin, welche sich 
für 50% arbeitsfähig hält (vgl. act. II 144.2 S. 24). Soweit er zur Begrün-
dung die Ergebnisse des (vom zuständigen Sozialdienst veranlassten) Be-
lastbarkeitstrainings in der Abklärungsstelle L.________ hinzuzieht (vgl. 
act. II 126 S. 5 ff.) ist zu betonen, dass den Erkenntnissen von 
Eingliederungsfachpersonen im Rahmen von beruflichen Abklärungen 
respektive Programmen bezüglich der Beurteilung der Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit nur beschränkte Aussagekraft zukommt; sie beruhen in 
der Regel (wie auch vorliegend) nicht auf vertieften medizinischen 
Untersuchungen, sondern auf berufspraktischen Beobachtungen, welche in 
erster Linie die subjektive Arbeitsleistung der versicherten Person 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Jan. 2021, IV/20/663, Seite 22

wiedergeben (Entscheid des BGer vom 26. Juni 2019, 9C_379/2019, E. 
3.5.3). Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin im 
Beschwerdeverfahren die psychiatrischen Schlussfolgerungen im Gutach-
ten der MEDAS nicht mehr in Frage stellt. 

4.6.5 Sodann erfolgte die interdisziplinäre Einschätzung der Arbeits-
fähigkeit auf der Grundlage einer Konsensdiskussion, wobei sie unter 
Berücksichtigung sämtlicher Fachdisziplinen auf eine 100%ige Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit schlossen (act. II 144.1 S. 10). Der abschliessenden, 
gesamthaften Beurteilung von Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit 
kommt damit rechtsprechungsgemäss grosses Gewicht zu (BGE 143 V 124 
E. 2.2.4 S. 128). Entgegen der Beschwerdeführerin (Beschwerde, S. 10, 
Ziff. 15) besteht für das Gericht kein Anlass, von dieser spezifisch medizini-
schen Einschätzung abzurücken (vgl. SVR 2020 IV Nr. 22 S. 76 E. 4.1), 
zumal diese – wie in den E. 4.6.1 ff. dargelegt – auch nicht mittels ander-
weitiger medizinischer Beurteilungen in Zweifel gezogen wird.

4.7 Zusammenfassend bestehen keine konkreten Indizien gegen den 
Beweiswert des Gutachtens der MEDAS vom 14. Oktober 2019 respektive 
hinsichtlich der einzelnen Fachgutachten. Der "allenfalls" beantragten 
Rückweisung zwecks weiterer Abklärung (Beschwerde, Rechtsbegehren, 
S. 2; S. 10, Ziff. 15 am Schluss) bedarf es demnach nicht. 

5.

Gestützt auf das Gutachten der MEDAS vom 14. Oktober 2019 ergibt sich 
somit was folgt: 

5.1 In Bezug auf den Revisionsgrund (vgl. E. 3.2.3 vorne) haben sich 
die Gutachter ausdrücklich zur Frage geäussert, ob und wenn ja inwiefern 
eine effektive Veränderung des Gesundheitszustandes stattgefunden hat 
(SVR 2018 IV Nr. 13 S. 40 E. 4.2 und 4.2.1). Sie hielten hierzu fest, seit der 
Verfügung vom 18. Juni 2015 seien zusätzliche pneumologische Diagno-
sen gestellt worden, die Beschwerdeführerin sei im Oktober 2018 einer 
Nasen- und Nasen-Nebenhöhlen-Operation zugeführt worden und im Früh-
ling 2019 sei ein Diabetes mellitus Typ lI entdeckt worden; sodann habe 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Jan. 2021, IV/20/663, Seite 23

sich anlässlich der gutachterlichen Untersuchung ein markanter Eisenman-
gel finden lassen. Alle diese neuen medizinischen Diagnosen hätten jedoch 
keine relevanten funktionellen Einschränkungen zur Folge und führten des-
halb nicht zu einer wesentlichen Veränderung der Arbeitsfähigkeit in der 
angestammten Tätigkeit seit der Verfügung vom 18. Juni 2015 (act. II 144.1 
S. 10). Zum gleichen Schluss gelangte Dr. med. Q.________ im Rahmen 
des rheumatologischen Fachgutachtens (vgl. act. II 144.4 S. 14). Dass die 
Gutachter – dem Fragenkatalog folgend (vgl. act. II 132 S. 2) – von einem 
unzutreffenden Vergleichszeitpunkt (18. Juni 2015 statt 24. Dezember 2014 
[vgl. E. 4.1 vorne]) ausgegangen sind, schadet nicht, weil die dem VGE 
IV/2015/99 zugrunde gelegene medizinische Aktenlage identisch mit jener 
der Verfügung vom 24. Dezember 2014 war (vgl. E. 3.1.1 – 3.1.9 [act. IIA 
87 S. 5 – 7]). Im Übrigen stimmen die Einschätzungen der Gutachter mit 
den echtzeitlichen medizinischen Berichten überein, wonach auch im Zeit-
punkt der Verfügung vom 24. Dezember 2014 im Wesentlichen ein chroni-
fiziertes Schmerzsyndrom von Seiten der HWS und LWS vorlag (vgl. 
E. 4.2.1 vorne), dieses jedoch medizinisch-theoretisch hinsichtlich einer 
den Leiden angepassten Tätigkeit – wozu auch die Tätigkeit der Be-
schwerdeführerin als … gehörte – keine Arbeitsunfähigkeit zu begründen 
vermochte (vgl. E. 4.2.2 vorne). 

5.2 Weil eine weitere Diagnosestellung nur dann eine revisionsrecht-
lich relevante Gesundheitsverschlechterung bedeutet, wenn dieser verän-
derte Umstand den Rentenanspruch berührt (vgl. E. 3.2.3 vorne), was 
vorliegend dem Dargelegten zufolge bei unveränderter Arbeitsfähigkeit und 
hinsichtlich der angestammten Tätigkeit praktisch identischem Zumutbar-
keitsprofil nicht zutrifft, ist ein Revisionsgrund nicht erstellt. Dass sich in 
erwerblicher Hinsicht oder bezüglich des Status der Beschwerdeführerin 
etwas geändert hätte, ist weder ersichtlich noch wird dergleichen geltend 
gemacht. Damit ist ein Revisionsgrund nicht gegeben und die Beschwerde 
bereits aus diesem Grund abzuweisen. 

Doch selbst wenn entgegen dem Dargelegten ein Revisionsgrund erstellt 
wäre mit der Folge, dass der Rentenanspruch in rechtlicher und 
tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter Berücksichtigung des gesamten 
für die Leistungsberechtigung ausschlaggebenden Tatsachenspektrums 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Jan. 2021, IV/20/663, Seite 24

neu und ohne Bindung an frühere Invaliditätsschätzungen zu prüfen wäre 
(BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b S. 200; SVR 2019 IV Nr. 39 S. 
124 E. 5), änderte sich am Ergebnis eines fehlenden Rentenanspruchs 
nichts, wie nachfolgend zu zeigen ist. 

6.

6.1 Für die Bestimmung des lnvaliditätsgrades nach Massgabe der 
Einkommensvergleichsmethode (Art. 16 ATSG) wird bei einer erwerbstäti-
gen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt der 
Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und all-
fälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei 
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre.

6.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1). 

6.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für 
Statistik (BFS) herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE; BGE 143 
V 295 E. 2.2 S. 297). 

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Jan. 2021, IV/20/663, Seite 25

lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das 
Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu 
schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchstens 25% zu begrenzen ist 
(BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 
46 S. 148 E. 3.3). 

6.1.3 Wird auf Tabellenlöhne abgestellt, sind grundsätzlich immer die im 
Zeitpunkt des angefochtenen Verwaltungsaktes aktuellsten statistischen 
Daten zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 2.3 S. 297; Entscheid des BGer 
vom 27. November 2019, 8C_64/2019, E. 6.2.1).

6.2 Der Zeitpunkt des potentiellen Rentenbeginns ist mit Blick auf die 
im Dezember 2018 erfolgte Neuanmeldung (act. II 113 S. 8) auf den 1. Juni 
2019 festzulegen (Art. 29 Abs. 1 ATSG; Art. 29 Abs. 1 IVG). 

6.3 Hinsichtlich des Valideneinkommens ist aufgrund der Akten er-
stellt, dass die Beschwerdeführerin seit Oktober 2007 bei der C.________ 
AG als … angestellt war (act. IIA 8 S. 2 f.) und die per 31. Juli 2012 ausge-
sprochene Kündigung aus gesundheitlichen Gründen erfolgte (act. IIA 
11.5). Es bestehen keine Anhaltspunkte in den Akten, dass sie im massge-
benden Zeitpunkt des potentiellen Rentenbeginns im Juni 2019 überwie-
gend wahrscheinlich bei einem anderen Arbeitgeber oder in einem anderen 
Erwerbsbereich beschäftigt gewesen wäre (vgl. act. II 144.3 S. 6), weshalb 
auf den bei der C.________ AG zuletzt (im Jahr 2012) erzielten Verdienst 
von monatlich Fr. 6'140.-- (act. IIA 11.1) bzw. jährlich Fr. 79'820.-- 
(Fr. 6'140.-- x 13) abzustellen ist. Das dergestalt zu ermittelnde Validenein-
kommen ist sodann der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung 
anzupassen, wobei auf den Nominallohnindex gemäss der entsprechenden 
Erhebung des BFS abzustellen ist (vgl. Entscheid des BGer vom 10. Mai 
2013, 8C_67/2013, E. 3.3.5). Unter Berücksichtigung der statistischen Loh-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Jan. 2021, IV/20/663, Seite 26

nerhöhungen (BFS, T1.2.10 Nominallohnindex, Frauen, 2011 – 2019, Ab-
schnitt C) beträgt das jährliche Valideneinkommen pro 2019 Fr. 84'594.-- 
(Fr. 6’140.-- x 13 Monate / 102 x 108.1).

6.4 Indem die Beschwerdeführerin ihre Restarbeitsfähigkeit nicht aus-
schöpft bzw. keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgeht, sind für die Ermittlung 
des Invalideneinkommens statistische Werte gemäss LSE zu berücksichti-
gen (vgl. E. 6.1.2 vorne). Die Beschwerdegegnerin hat in der angefochte-
nen Verfügung vom 3. Juli 2020 (act. II 175) auf Tabelle "TA 17" (richtig: 
T17), Pos. 41 (Allgemeine Büro- und Sekretariatskräfte), >=50 Jahre, Frau-
en abgestellt, was mit Blick auf das im MEDAS-Gutachten formulierte Zu-
mutbarkeitsprofil, wonach die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als … auch einer 
den Leiden ideal angepassten Verweistätigkeit entspricht (vgl. E. 4.3.2 vor-
ne), zutreffend ist und von der Beschwerdeführerin beschwerdeweise auch 
nicht beanstandet wird. Jedoch ist anstelle der LSE 2016 auf jene des (im 
Verfügungszeitpunkt bereits publizierten [vgl. E. 6.1.3 vorne]) Jahres 2018 
abzustellen. Ferner hat die Beschwerdegegnerin einen leidensbedingen 
Abzug (vgl. E. 6.1.2 vorne) von 10% berücksichtigt, was in Anbetracht des 
Umstandes, wonach die Realisierung einer 100%igen Arbeitsfähigkeit ab-
gesehen von individuell wählbaren Wechselpositionen keinen weiteren Re-
striktionen unterliegt, als grosszügig erscheint. Jedenfalls besteht für einen 
darüber hinausgehenden Abzug kein Anlass, auch nicht aufgrund der inva-
liditätsfremden Kriterien Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthalts-
kategorie und Beschäftigungsgrad. Zu berücksichtigen ist ferner, dass den 
Tabellenlöhnen generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu Grun-
de liegt, welcher Wert etwas tiefer ist als die betriebsübliche durchschnittli-
che Arbeitszeit im Bereich der massgeblichen Tabellenposition, welche 
sich im Jahr 2019 auf 41.7 Wochenstunden belief (vgl. BGE 126 V 75 E. 3b 
bb S. 77; BFS, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, 
Pos. G-S). Schliesslich ist auch das Invalideneinkommen der Teuerung und 
der realen Einkommensentwicklung anzupassen.

Demnach beträgt das jährliche Invalideneinkommen pro 2019 unter 
Berücksichtigung der durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 41.7 Stun-
den, der statistischen Lohnerhöhungen (BFS, T1.2.10 Nominallohnindex, 
Frauen, 2011 – 2019, Abschnitt G-S), einer Arbeitsfähigkeit von 100% so-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Jan. 2021, IV/20/663, Seite 27

wie eines leidensbedingten Abzugs von 10% mindestens Fr. 74'091.15 
(Fr. 6’519.-- x 12 Monate / 40 x 41.7 Wochenstunden /105.8 x 106.8 x 0.9). 

6.5 Aus der Gegenüberstellung der Vergleichseinkommen ergibt dies 
eine Erwerbseinbusse von Fr. 10'502.85 (Fr. 84'594.-- – Fr. 74'091.15) und 
damit einen Invaliditätsgrad von gerundet (zur Rundung: vgl. BGE 130 V 
121 E. 3.2 S. 123) maximal 12% (Fr. 10'502.85/ Fr. 84'594.-- x 100). Dem-
nach bestände selbst bei Annahme eines Revisionsgrundes (vgl. E. 5.2 
vorne) kein Anspruch auf eine Invalidenrente (vgl. E. 3.1.2 vorne).

6.6 Zusammenfassend ist die angefochtene Verfügung vom 3. Juli 
2020 im Ergebnis nicht zu beanstanden und die Beschwerde abzuweisen. 

7.

7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG in der bis 31. Dezember 2020 gel-
tenden Fassung i.V.m. Art. 83 ATSG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 
200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen. 
Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss gleicher Höhe entnom-
men. 

7.2 Gemäss Art. 1 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 61 lit. g ATSG 
(Umkehrschluss) hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine 
Parteientschädigung. Die obsiegende Beschwerdegegnerin hat als öffent-
lichrechtliche Anstalt des Kantons Bern keinen Anspruch auf eine Parteien-
tschädigung (Art. 104 Abs. 3 VRPG; vgl. dazu auch BGE 128 V 124 E. 5b 
S. 133).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Jan. 2021, IV/20/663, Seite 28

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.