# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c1164684-35f0-534a-8faf-bbb44c8426f2
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-11-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.11.2021 D-3675/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3675-2021_2021-11-12.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-3675/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 2 .  N o v e m b e r  2 0 2 1  

Besetzung 
 Richterin Mia Fuchs (Vorsitz), 

Richterin Roswitha Petry,  

Richterin Jeannine Scherrer-Bänziger,    

Gerichtsschreiberin Regula Aeschimann. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

und das Kind 

B._______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

beide vertreten durch Joël Müller, Rechtsanwalt,  

Rechtsschutz für Asylsuchende,  

(…),  

Beschwerdeführerinnen,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl (ohne Wegweisungsvollzug);  

Verfügung des SEM vom 23. Juli 2021 / N (…). 

 

 

 

D-3675/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a C._______, der Ehemann von A._______ (nachfolgend Beschwerde-

führerin), hält sich seit dem 13. Januar 2020 in der Schweiz auf und wurde 

mit Verfügung vom 21. Oktober 2020 vorläufig aufgenommen.  

A.b Die griechischen Behörden ersuchten die Schweiz im Rahmen eines 

Dublin-Verfahrens am 20. Oktober 2020 um Übernahme der Beschwerde-

führerin und ihrer Tochter. Die schweizerischen Behörden stimmten diesem 

Ersuchen am Folgetag zu.  

A.c Am 20. Mai 2021 reiste die Beschwerdeführerin mit ihrer Tochter auf 

dem Luftweg von Griechenland in die Schweiz und stellte gleichentags ein 

Asylgesuch.  

B.  

B.a In Anwesenheit ihrer zugewiesenen Rechtsvertreterhin hörte das SEM 

die Beschwerdeführerin am 7. Juli 2021 zu ihren Asylgründen an. Bei der 

Rückübersetzung erlitt sie einen Zusammenbruch, war nicht mehr an-

sprechbar und verlor das Bewusstsein. Die Anhörung musste daher abge-

brochen werden. In der Folge wurde die Beschwerdeführerin auf den 

14. Juli 2021 ein weiteres Mal vorgeladen. Anlässlich dieses Termins wurde 

die Rückübersetzung abgeschlossen und es wurden einige ergänzende 

Fragen gestellt.  

B.b Die Beschwerdeführerin machte geltend, sie stamme aus dem Dorf 

D._______ (Distrikt E._______, Provinz F._______) und habe mit ihren El-

tern und Geschwistern zusammengelebt. Sie sei weder zur Schule gegan-

gen noch habe sie einen Beruf erlernt. Schon von Geburt an seien sie und 

ihr heutiger Ehemann C._______ einander versprochen gewesen. Eine 

Zeit lang habe sich C._______ im Iran aufgehalten und nach seiner Rück-

kehr hätten sie sich mehrmals getroffen, manchmal auch heimlich auf dem 

Estrich ihres Hauses. Schliesslich habe C._______ bei ihrer Familie um 

ihre Hand angehalten. Ihr Vater und ihr Bruder G._______ hätten dies aber 

in aller Deutlichkeit abgelehnt. Stattdessen hätte sie H._______, den Sohn 

ihrer Tante mütterlicherseits, heiraten sollen. Dieser sei jedoch viel zu alt 

gewesen, habe ständig Haschisch geraucht und seine schwangere Frau 

so stark geschlagen, dass sie verstorben sei. Zudem habe sie C._______ 

geliebt und ihn heiraten wollen. Ein oder zwei Tage nach dem abgelehnten 

Heiratsantrag sei ihre Tante zu ihrer Familie gekommen mit Blumen in den 

Händen, was auf eine Brautwerbung hinweise. Bevor sie gegangen sei, sei 

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sie zu ihr gekommen, habe ihr Schokolade und Zuckerperlen über den 

Kopf gestreut und gesagt, es sei schön, dass man sie ihnen für H._______ 

gegeben habe. Sie habe nicht gewusst, was dies bedeute, zumal keiner 

sie gefragt habe, ob sie diesen Mann wolle. Am folgenden Tag habe sie mit 

C._______ sprechen können und ihm alles erzählt. Sie habe gesagt, sie 

werde sich umbringen, wenn sie H._______ heiraten müsse, und er habe 

ihr versprochen, dass er etwas unternehmen werde. Ihre Mutter habe sie 

auf dem Estrich reden gehört und sei hochgekommen. Bei ihrer Ankunft sei 

C._______ zwar bereits weg gewesen, die Mutter habe aber vermutet, 

dass sie mit ihm geredet habe. Sie habe sie an den Haaren gepackt, in ihr 

Zimmer geworfen und eingesperrt. Am Abend sei G._______ zu ihr gekom-

men, habe sie stark geschlagen und ihr Fusstritte versetzt sowie ihren Kopf 

gegen die Wand geschlagen. Zudem habe er gedroht, wenn er sie und 

C._______ noch einmal zusammen sehe, werde er sie beide töten. Danach 

habe sie ihr Zimmer nicht mehr verlassen und nur in Begleitung ihrer 

Schwester das Bad aufsuchen dürfen. Einige Tage später sei ihr Bruder 

gekommen und habe ihr eröffnet, dass sie H._______ zur Braut gegeben 

worden sei und bald ein Fest stattfinde. Kurz darauf sei C._______ 

Schwester zu Besuch gekommen, habe sie beiseite genommen und ihr 

gesagt, sie solle sich in der Nacht bereithalten, um gemeinsam mit 

C._______ zu fliehen. Mitten in der Nacht sei sie in den Estrich gegangen, 

habe dort C._______ angetroffen und sei mit ihm über das Dach nach 

draussen gelangt. Mit dem Auto seien sie in den Iran gereist, wo sie sich 

etwa fünf oder sechs Jahre aufgehalten hätten. Da sie über keine Doku-

mente verfügt hätten, habe die Gefahr bestanden, dass sie verhaftet und 

ausgeschafft würden. Aus diesem Grund seien sie schliesslich nach Eu-

ropa weitergereist. Abschliessend brachte die Beschwerdeführerin vor, 

dass sie in der Schweiz die Entscheidung getroffen habe, keiner Religion 

mehr anzugehören.  

C.  

Mit gleichentags eröffneter Verfügung vom 23. Juli 2021 stellte das SEM 

fest, die Beschwerdeführerinnen erfüllten die Flüchtlingseigenschaft nicht. 

Es lehnte ihre Asylgesuche ab und wies sie aus der Schweiz weg. Gleich-

zeitig ordnete es wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs eine 

vorläufige Aufnahme an und beauftragte den Kanton I._______ mit deren 

Umsetzung.  

D.  

Die Beschwerdeführerinnen erhoben – handelnd durch ihren Rechtsvertre-

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Seite 4 

ter – mit Eingabe vom 16. August 2021 Beschwerde gegen diesen Ent-

scheid. Darin beantragten sie, die Dispositivziffern 1-3 der angefochtenen 

Verfügung seien aufzuheben und die Vorinstanz sei anzuweisen, sie als 

Flüchtlinge anzuerkennen und ihnen Asyl zu gewähren. Eventualiter sei die 

Sache zur vollständigen Erhebung des Sachverhalts und zur Neubeurtei-

lung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht 

ersuchten sie um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Ver-

zicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses.  

E.  

Die Instruktionsrichterin forderte die Beschwerdeführerinnen mit Verfügung 

vom 20. August 2021 auf, eine Fürsorgebestätigung nachzureichen. 

Gleichzeitig wurde die Vorinstanz zur Vernehmlassung eingeladen.  

F.  

Mit Eingabe vom 25. August 2021 reichten die Beschwerdeführerinnen 

eine Unterstützungsbestätigung der (…) vom 25. August 2021 zu den Ak-

ten.  

G.  

Die Vorinstanz liess sich mit Schreiben vom 1. September 2021 zur Be-

schwerde vom 16. August 2021 vernehmen.  

H.  

Mit Zwischenverfügung vom 6. September 2021 hiess die Instruktionsrich-

terin das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gut 

und verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Zudem 

räumte sie den Beschwerdeführerinnen die Möglichkeit ein, eine Replik 

einzureichen.  

I.  

Die Beschwerdeführerinnen liessen mit Schreiben vom 14. September 

2021 eine Replik zu den Akten reichen.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

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Seite 5 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist folglich 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig 

(Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).  

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).  

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die Be-

schwerdeführerinnen haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben 

ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und Art. 108 Abs. 1 AsylG i.V.m. Art. 10 der Verordnung über Massnahmen 

im Asylbereich im Zusammenhang mit dem Coronavirus [SR 142.318]; 

Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu-

treten.  

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG.  

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

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Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

4.  

4.1 Das SEM führte zur Begründung seiner Verfügung aus, es gelinge der 

Beschwerdeführerin nicht, ihre Vorbringen glaubhaft zu machen. So habe 

sie angegeben, sie habe sich jeweils heimlich mit C._______ getroffen. 

Ihre diesbezüglichen Aussagen seien jedoch wenig konkret und substanz-

arm ausgefallen und sie habe sich insbesondere nicht daran erinnern kön-

nen, wie oft sie sich getroffen hätten und was sie unternommen habe, um 

diese Treffen geheim zu halten. Als vage erwiesen sich auch die Ausfüh-

rungen zu ihrem Gespräch mit C._______, bei welchem sie von ihrer Mut-

ter überrascht worden sei. Zwar habe sie mehrere Passagen in direkter 

Rede dargelegt und einige Details erwähnt. Insgesamt hätten die Aussa-

gen aber nicht die Qualität, welche eine erlebnisbasierte Schilderung er-

warten lassen würde. Generell wiesen ihre Angaben wenig Tiefe auf und 

liessen Realkennzeichen weitgehend vermissen. Zudem habe sie ausge-

führt, ihre Familie sei mit der Heirat mit C._______ nicht einverstanden ge-

wesen, weil ihr Bruder die Tochter ihrer Tante mütterlicherseits habe heira-

ten wollen, weshalb sie im Gegenzug deren Sohn hätte heiraten sollen. 

C._______ habe dagegen im Rahmen seiner Anhörung erklärt, dass die 

Mutter seiner Ehefrau mit der dritten Heirat des Vaters nur unter der Bedin-

gung einverstanden gewesen sei, dass die Beschwerdeführerin 

H._______ heirate. Diese selbst habe jedoch die Frage, ob die dritte Ehe-

frau des Vaters etwas mit der geplanten Heirat mit H._______ zu tun ge-

habt habe, ausdrücklich verneint. Sodann habe die Beschwerdeführerin 

angegeben, dass sie gesehen habe, wie C._______ mit seiner Schwester, 

seinem Schwager und seiner Tante gekommen sei, um bei ihrer Familie 

um ihre Hand anzuhalten. Demgegenüber habe C._______ ausgeführt, er 

sei mit zwei seiner Schwestern und seinem Schwager zu ihrer Familie ge-

kommen. Auch die Angaben der Beschwerdeführerin zu H._______ sowie 

dazu, wie sie von der geplanten Heirat und den von ihrer Familie getroffe-

nen Vereinbarungen erfahren habe, seien vage und unsubstanziiert geblie-

ben. Namentlich habe sie sich nicht daran erinnern können, ob bereits ein 

Datum für die Hochzeit festgelegt worden und ob es zu direkten Begeg-

nungen zwischen ihr und H._______ gekommen sei. Sie habe dies damit 

erklärt, dass die Ereignisse weit zurücklägen und sie vergesslich geworden 

sei. Ferner habe sie angegeben, Afghanistan im Frühling verlassen zu ha-

ben, während C._______ ausgeführt habe, sie seien im Herbst ausgereist. 

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Insgesamt erwiesen sich die Aussagen der Beschwerdeführerin zu wesent-

lichen Aspekten als vage, undifferenziert und teilweise widersprüchlich. 

Gemäss Erkenntnissen der Gedächtnispsychologie bleibe das Kernge-

schehen von wichtigen autobiografischen Ereignissen im Gedächtnis län-

gerfristig abrufbar, weshalb Angaben dazu auch noch möglich sein sollten, 

wenn diese schon einige Zeit zurücklägen. Schliesslich sei festzuhalten, 

dass das Verhalten der Beschwerdeführerin bei der Anhörung – bei der 

Rückübersetzung habe sie das Bewusstsein verloren – auf ein Trauma hin-

deuten könnte. Eigenen Angaben zufolge habe sie bereits in Griechenland 

zwei Anfälle dieser Art erlitten und es lasse sich erkennen, dass Situationen 

von Stress und Angst bei ihr offenbar starke körperliche Reaktionen aus-

lösten. Sie habe sich in der Schweiz aber nicht in psychologische oder psy-

chiatrische Behandlung begeben. Es lasse sich nicht abschliessend beur-

teilen, wie es zu diesem mutmasslichen Trauma gekommen sei. Aufgrund 

der vorstehenden Erwägungen sei jedoch nicht davon auszugehen, dass 

sie ein solches unter den von ihr vorgebrachten Umständen erlitten habe. 

Zudem habe sie bei der Anhörung ausreichend Gelegenheit erhalten, sich 

frei zu äussern. Auf Nachfrage habe sie mehrfach den Willen bekundet, mit 

der Anhörung respektive Rückübersetzung fortzufahren. Zwar könnten in 

den Aussagen traumatisierter Personen gewisse Unstimmigkeiten und Lü-

cken auftreten. Bei sich grundlegend widersprechenden Angaben und sol-

chen von tiefer Qualität hinsichtlich des Kerngeschehens könne hingegen 

auch bei Vorliegen eines möglichen Traumas nicht leichthin von einem Er-

lebnisbezug ausgegangen werden. Vor diesem Hintergrund gelinge es der 

Beschwerdeführerin – unter Berücksichtigung ihrer persönlichen Um-

stände – nicht, ihre Vorbringen glaubhaft zu machen. Des Weiteren habe 

sie zum Ende der Anhörung hin erklärt, sie gehöre keiner Religion mehr 

an. In ihrem Umfeld habe niemand Kenntnis davon, abgesehen von ihrem 

Ehemann. Bereits im Heimatstaat habe sie religiöse Handlungen als 

Zwang erlebt. Der Auslöser für die Abwendung vom Islam sei das Verhalten 

ihres Vaters – eines Geistlichen – gewesen, der sich selbst nie an das ge-

halten habe, was er den Leuten in der Moschee gepredigt habe. Es sei ihr 

offenbar über viele Jahre hinweg möglich gewesen, den islamischen Nor-

men entsprechend zu leben und ihre persönliche Haltung zur Religion für 

sich zu behalten. Den Akten sei nicht zu entnehmen, dass dies zu einem 

unerträglichen psychischen Druck geführt hätte. Unabhängig von der 

Glaubhaftigkeit dieses Vorbringens erweise sich ihre geltend gemachte 

Apostasie daher als nicht asylrelevant.  

4.2 In der Beschwerdeschrift wurde dargelegt, dass die Beschwerdeführe-

rin zu den Treffen mit C._______ konsistente Angaben gemacht habe. Sie 

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habe erklärt, er sei manchmal regulär zu ihnen ins Haus gekommen und 

habe sie zudem ab und zu heimlich auf dem Estrich getroffen. Es sei nach-

vollziehbar, dass sie die genaue Anzahl der Treffen nicht habe nennen kön-

nen, zumal diese vor rund zehn Jahren stattgefunden hätten. Die Feststel-

lung der Vorinstanz, sie habe nicht dargelegt, wie sie die Treffen geheim 

gehalten hätten, erweise sich als aktenwidrig. So habe sie ausgeführt, dass 

sie sich nur getroffen hätten, wenn ihre Eltern und ihr Bruder nicht im Haus 

gewesen seien. Weiter treffe es zu, dass sie angegeben habe, C._______ 

sei in Begleitung seiner Schwester, seiner Tante und seines Schwagers zu 

ihrer Familie gegangen. Sie habe die Gruppe aber nur von Weitem gese-

hen. Bei der später stattfindenden Rückübersetzung habe sie eingeräumt, 

dass sie ihren Ehemann nochmal gefragt und er ihr gesagt habe, er sei mit 

zwei Schwestern und seinem Schwager zu ihnen gekommen. Dies sei 

nicht als entscheidender Widerspruch zu werten, da die Beschwerdeführe-

rin lediglich dargelegt habe, was sie geglaubt habe zu sehen. Offenbar 

habe sie sich dabei geirrt, was je nach Distanz und Sichtwinkel durchaus 

möglich sein könne. Die divergierenden Aussagen von ihr und C._______ 

zum Ausreisezeitpunkt – Frühling oder Herbst – seien höchstwahrschein-

lich darauf zurückzuführen, dass die wenig gebildete und traumatisierte 

Beschwerdeführerin allgemein Mühe habe, sich an Daten zu erinnern. So-

dann erwiesen sich die Angaben zum Gespräch mit C._______, bei dem 

sie von ihrer Mutter überrascht worden sei, nicht als besonders detailarm. 

Vielmehr entsprächen sie dem eher wortkargen Erzählstil der Beschwer-

deführerin, welcher sich über das gesamte Protokoll erstrecke. Zudem 

gebe sie die Geschehnisse trotz der verstrichenen Zeit in direkter Rede 

wieder, was als Realkennzeichen zu werten sei. Die Aussage, sie habe 

sich beim Auftauchen ihrer Mutter erschreckt und Angst bekommen, schil-

dere ihr subjektives Empfinden, was ebenfalls auf tatsächlich Erlebtes 

schliessen lasse. Die Vorinstanz halte weiter fest, die Beschwerdeführerin 

und ihr Ehemann hätten sich unterschiedlich zu den Gründen geäussert, 

aufgrund derer die Familie ihre Heirat abgelehnt habe. Dabei gelte es zu 

berücksichtigen, dass die Ereignisse mehr als zehn Jahre zurücklägen. Die 

Beschwerdeführerin habe diese aus ihrer Warte und gemäss ihrem Wis-

sensstand geschildert. Sie habe insbesondere zu Protokoll gegeben, dass 

sie von einer Abmachung ihrer Eltern in diesem Zusammenhang nichts ge-

wusst habe. Entsprechend habe sie darüber auch nichts berichten können. 

Es sei im soziokulturellen Kontext von Afghanistan nicht unüblich, dass 

Frauen über die Vorbereitung ihrer Zwangsheirat nicht informiert würden. 

Möglicherweise habe es vorliegend auch mehrere Gründe für die beab-

sichtigte Vermählung mit H._______ gegeben oder die Familie habe sich 

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C._______ gegenüber anders geäussert als gegenüber der Beschwerde-

führerin. Ohnehin sei der Grund für sie nicht von Bedeutung gewesen, da 

sie hinsichtlich der Heirat mit H._______ von ihrer Familie vor vollendete 

Tatsachen gestellt worden sei. Die Aussagen des Ehepaars würden sich 

nicht widersprechen, sondern sie schilderten beide aus ihren Perspektiven, 

was sie – vom Hörensagen – über die Gründe der Familie für die Ableh-

nung ihrer Heirat gewusst hätten. Schliesslich habe die Beschwerdeführe-

rin ausgeführt, ihr sei nur gesagt worden, die Hochzeit mit H._______ 

werde stattfinden, ohne dass ein Datum genannt worden sei. Dies sei 

durchwegs plausibel und dürfe ihr nicht zum Nachteil ausgelegt werden. 

Der Vorwurf, sie habe den Kontakt respektive die Begegnungen mit 

H._______ nicht substanziiert wiedergeben können, erweise sich als un-

angemessen, da sie auf diese Fragen stets mit körperlichen Stresssymp-

tomen reagiert habe, welche auf eine mögliche Traumatisierung hindeute-

ten. Der Befragungsstil wirke empathielos und der von der Rechtsvertrete-

rin angeregte Verzicht auf wiederholende Fragen in diesem Zusammen-

hang sei ohne jegliche Begründung ignoriert worden. Zudem habe die Vo-

rinstanz lediglich festgehalten, es sei nicht davon auszugehen, dass die 

Beschwerdeführerin ein mögliches Trauma unter den von ihr vorgebrach-

ten Umständen erlitten habe. Diese Schlussfolgerung basiere auf einer 

komplett unbelegten Vermutung und es sei unverständlich, weshalb sie 

nicht aufgrund der von ihr geschilderten Sachverhaltselemente hätte trau-

matisiert werden sollen. Auch für psychologische Laien erscheine es plau-

sibel, dass die drohende Zwangsheirat gepaart mit Gewalterlebnissen 

durch Familienangehörige eine Traumatisierung hervorgerufen haben 

könnte. Hierfür spreche auch, dass sie bei der Rückübersetzung das Be-

wusstsein verloren und – wie sich dem Anhörungsprotokoll entnehmen 

lasse – auf bestimmte Fragen hin Stressreaktionen gezeigt habe. Damit 

habe sich die Vorinstanz überhaupt nicht auseinandergesetzt, obwohl dies 

als Indiz für die Glaubhaftigkeit hätte gewertet werden müssen. Sodann 

treffe es zwar zu, dass sie zu Protokoll gegeben habe, sie wolle keinen 

Psychologen besuchen. Angesichts des Untersuchungsgrundsatzes und 

der klaren Hinweise auf eine Traumatisierung hätte das SEM ihr eine psy-

chologische/psychiatrische Abklärung aber zumindest mit etwas mehr 

Druck nahelegen sollen. Schliesslich enthielten ihre Aussagen keine 

grundlegend widersprüchlichen Angaben und sie wiesen, trotz eher karger 

Aussagequalität, gewisse Realkennzeichen auf. Es sei auch – insbeson-

dere angesichts der vergleichsweise langen freien Rede – nicht nachvoll-

ziehbar, inwiefern ihre Ausführungen zum Kerngeschehen von besonders 

tiefer Qualität sein sollen. Unter Berücksichtigung des geringen Bildungs-

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grades, des Zeitablaufs von zehn Jahren sowie der mutmasslichen Trau-

matisierung seien die Vorbringen als glaubhaft anzusehen. Die drohende 

Zwangsheirat im Kindesalter erweise sich als asylrelevant, zumal sie be-

reits Opfer von Gewalttätigkeiten seitens ihrer Familie geworden sei und 

ihr eine Verfolgung gedroht hätte, wenn sie sich dieser widersetzt hätte. 

Die Vorinstanz habe die Frage der Asylrelevanz vorliegend nicht einmal 

ansatzweise geprüft.  

4.3 Das SEM führte in seiner Vernehmlassung aus, dass bei den Aussagen 

der Beschwerdeführerin nicht ein besonderer Detailreichtum erwartet wor-

den sei, sondern vielmehr einheitliche Angaben von einer gewissen Sub-

stanz. Zum Vorwurf des empathielosen Befragungsstils sei festzuhalten, 

dass die Beschwerdeführerin bei der Anhörung mehrmals gefragt worden 

sei, ob sie in der Lage sei, diese fortzusetzen. Sie habe sich jeweils aus-

drücklich mit der Fortführung der Befragung einverstanden erklärt. Das 

SEM stelle zudem nicht in Abrede, dass sie möglicherweise ein Trauma 

erlitten habe. Es bestünden aber Zweifel hinsichtlich der diesbezüglichen 

Umstände. Dabei sei es denkbar, dass die Anhörungssituation und die ge-

stellten Fragen unabhängig von der Glaubhaftigkeit der Vorbringen spezi-

fische Erinnerungen getriggert und körperliche Reaktionen ausgelöst hät-

ten. Weiter stehe das SEM zwar in der Pflicht, notwendige Abklärungen 

vorzunehmen. Die asylsuchende Person müsse jedoch ihrerseits an der 

Erstellung des Sachverhalts mitwirken. Die Beschwerdeführerin habe eine 

psychologische oder psychiatrische Behandlung abgelehnt und es sei nicht 

Sache des SEM, sie gegen ihren Wunsch zu einer solchen Abklärung zu 

drängen. Schliesslich sei darauf hinzuweisen, dass die Asylrelevanz bei 

fehlender Glaubhaftigkeit der Vorbringen nicht geprüft werden müsse.  

4.4 In der Replik wurde daran festgehalten, dass der Befragungsstil der 

Anhörung empathielose Züge aufgewiesen und es die Vorinstanz zu Un-

recht unterlassen habe, die Bewusstlosigkeit der Beschwerdeführerin als 

Anhaltspunkt für die Glaubhaftigkeit der Vorbringen zu würdigen. Die Aus-

führungen in der Vernehmlassung, wonach es nicht Aufgabe des SEM sei, 

asylsuchende Personen zu psychologischen oder psychiatrischen Abklä-

rungen zu drängen, zeuge ebenfalls von wenig Fingerspitzengefühl. Es sei 

offenkundig, dass die Beschwerdeführerin traumatisiert sein könnte, wes-

halb sie hätte darauf hingewiesen werden sollen, dass eine medizinische 

Abklärung sowohl in ihrem Interesse als auch im Interesse einer korrekten 

Sachverhaltserstellung liege. Schliesslich treffe es zwar zu, dass die Asyl-

relevanz von Vorbringen, deren Glaubhaftigkeit bezweifelt werde, nicht ge-

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prüft werden müsse. Dieses Vorgehen sei indessen einerseits aus mensch-

licher Sicht zu hinterfragen, da es für die betroffene Person weitaus härter 

sei, wenn ihr nicht geglaubt werde, als wenn ihr aufgrund der gesetzlichen 

Lage kein Schutz geboten werden könne. Andrerseits sei es schwer ver-

ständlich, dass die Vorinstanz sich trotz der in der Beschwerde vorgebrach-

ten Argumente, welche für die Glaubhaftigkeit sprechen, nicht einmal im 

Rahmen der Vernehmlassung zur Asylrelevanz geäussert habe.  

5.  

Vorab ist festzuhalten, dass der Sachverhalt vorliegend als vollständig er-

stellt zu erachten ist. Zwar trifft es zu, dass das Verhalten der Beschwer-

deführerin und der Umstand, dass sie bei der Anhörung zusammenbrach 

und das Bewusstsein verlor, auf eine Traumatisierung hinweist. Indessen 

hat die Vorinstanz sie durchaus auf die Möglichkeit einer psychologischen 

Behandlung angesprochen. Daraufhin führte die Beschwerdeführerin aus, 

sie sei in Griechenland etwa ein Jahr lang zu einem Psychologen gegan-

gen und habe die Erfahrung gemacht, dass sie dies eher gequält als ihr 

Lösungen gebracht habe (vgl. SEM-Akte 1096805-24/30 [nachfolgend 

Akte 24] F150). Zudem war die damalige Rechtsvertreterin gemäss ihrer 

Eingabe vom 8. Juli 2021 der Ansicht, dass sowohl auf die Rücküberset-

zung als auch auf jegliche weitere Befragung verzichtet werden sollte (vgl. 

SEM-Akte 1096805-20/2). Weiter machte sie mit Schreiben vom 15. Juli 

2021 Anmerkungen zur – gegen ihre Anregung durchgeführten – Rück-

übersetzung und hielt unter anderem fest, dass die Beschwerdeführerin 

nach ihren Erfahrungen in Griechenland auf keinen Fall zu einem Psychi-

ater gehen möchte. Dies habe sie auch gegenüber dem Gesundheitsper-

sonal dargelegt (vgl. SEM-Akte 1096805-26/2, nachfolgend Akte 26). Vor 

diesem Hintergrund kann der Vorinstanz nicht vorgeworfen werden, dass 

sie der Beschwerdeführerin nicht mit genügend Nachdruck nahegelegt 

habe, sich im Interesse der Sachverhaltserstellung sowie ihrer eigenen Ge-

sundheit einer psychologischen oder psychiatrischen Abklärung zu unter-

ziehen. Zudem lässt das Schreiben der damaligen Rechtsvertreterin darauf 

schliessen, dass sie weitergehende Abklärungen für nicht notwendig oder 

gar schädlich für die Gesundheit der Beschwerdeführerin erachtete (vgl. 

Akte 26). Es erscheint denn auch – trotz vorhandenen Anzeichen für eine 

Traumatisierung – wenig zielführend, gegen den ausdrücklichen Willen ei-

ner asylsuchenden Person eine psychiatrische Abklärung anzuordnen. 

Das Vorgehen des SEM erweist sich als korrekt und eine Verletzung des 

Untersuchungsgrundsatzes ist zu verneinen. Zudem ist festzuhalten, dass 

der Befragungsstil bei der Anhörung nicht als unangemessen einzustufen 

ist. Vielmehr wurde die Beschwerdeführerin mehrmals gefragt, ob sie sich 

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in der Lage fühle, die Anhörung fortzusetzen und weitere Fragen zu beant-

worten. Dies wurde von ihr jeweils bejaht (vgl. Akte 24, F72 f., F117, F151 f. 

und F155 ff.). Die Fragen, welche von der Befragerin trotz der anderslau-

tenden Anregung der Rechtsvertreterin (vgl. Akte 24, S. 25) gestellt wur-

den, erscheinen zweckmässig, um zur Erstellung des Sachverhalts beizu-

tragen. Es lässt sich teilweise nicht vermeiden, dass bei Anhörungen zu 

Asylgründen genaue Auskünfte zu Ereignissen erfragt werden müssen, 

welche für die Betroffenen äusserst schwierig zu ertragen sind. Dies war 

bei der Beschwerdeführerin angesichts ihrer körperlichen Stressreaktionen 

offensichtlich der Fall. Die Art und Weise, in welcher die Sachbearbeiterin 

des SEM die Fragen gestellt hat, ist jedoch nicht zu beanstanden.  

6.  

6.1 Glaubhaftmachung im Sinne von Art. 7 Abs. 2 AsylG bedeutet – im Ge-

gensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt 

durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen ei-

ner Beschwerdeführerin. Eine Behauptung gilt bereits als glaubhaft ge-

macht, wenn das Gericht von ihrer Wahrheit nicht völlig überzeugt ist, sie 

aber überwiegend für wahr hält. Eine wesentliche Voraussetzung für die 

Glaubhaftmachung eines Verfolgungsschicksals ist eine die eigenen Erleb-

nisse betreffende, substanziierte, weitgehend widerspruchsfreie und kon-

krete Schilderung der Vorkommnisse, welche bei objektiver Betrachtung 

plausibel erscheint. Von unglaubhaften Ausführungen ist dagegen bei 

wechselnden, widersprüchlichen, gesteigerten oder nachgeschobenen 

Vorbringen auszugehen. Entscheidend ist, ob bei einer Gesamtbeurteilung 

die Gründe, die für die Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung der Be-

schwerdeführenden sprechen, überwiegen oder nicht. Demgegenüber 

reicht es für die Glaubhaftmachung nicht aus, wenn der Inhalt eines Vor-

bringens zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Umstände we-

sentliche Elemente gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung spre-

chen (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1, BVGE 2013/11 E. 5.1). 

6.2 Dem Anhörungsprotokoll lassen sich verschiedene Hinweise auf eine 

Traumatisierung der Beschwerdeführerin entnehmen. Neben dem Zusam-

menbruch bei der Rückübersetzung hat sie sich während der Befragung 

mehrmals an den Kopf gefasst respektive die Hände vor die Augen gehal-

ten sowie geweint (vgl. Akte 24, F91, F93 f. und S. 30). Zudem liegen die 

geltend gemachten Ereignisse bereits längere Zeit zurück, nachdem sie 

sich nach der Ausreise aus dem Heimatstaat mehrere Jahre lang im Iran 

aufgehalten haben will. Diesen Umständen ist bei der Beurteilung der 

Glaubhaftigkeit der Vorbringen Rechnung zu tragen. Die Feststellung der 

D-3675/2021 

Seite 13 

Vorinstanz, dass es den Aussagen der Beschwerdeführerin an Substanz 

mangle, ist daher zu relativieren. Insbesondere kann nicht erwartet werden, 

dass ein konkretes Gespräch, welches vor annähernd zehn Jahren statt-

gefunden haben soll, detailliert und unter Angabe der genauen Umstände 

wiedergegeben werden kann. Dies gilt auch unter Berücksichtigung der 

Tatsache, dass es sich dabei um ein äusserst entscheidendes Gespräch 

mit ihrem heutigen Ehemann handelte, bei welchem sie von ihrer Mutter 

überrascht worden sei. Indessen erscheint es schwer nachvollziehbar, 

dass sie zu den Treffen mit C._______, welche dem Heiratsantrag voraus-

gegangen seien, keine konkreteren Angaben machen kann. Die diesbe-

züglichen Schilderungen erweisen sich als oberflächlich und die Beschwer-

deführerin war nicht in der Lage, diese zeitlich näher einzuordnen oder de-

ren Anzahl ungefähr zu bezeichnen. Auch zu den Treffen selbst konnte sie 

keine präzisen Angaben machen. Vielmehr erklärte sie mehrmals, sie 

könne sich nicht erinnern (vgl. Akte 24, F74 ff.). Das SEM führte in dieser 

Hinsicht zu Recht aus, dass diese Aussagen äusserst vage ausfielen und 

trotz der verstrichenen Zeit zu erwarten gewesen wäre, dass die Beschwer-

deführerin hierzu differenziertere Angaben machen kann.  

6.3  

6.3.1 Von entscheidender Bedeutung erscheint vorliegend, dass die Aus-

führungen der Beschwerdeführerin in wesentlichen Punkten von den Schil-

derungen ihres Ehemanns abweichen. Diese widersprüchlichen Angaben 

lassen sich weder mit dem Zeitablauf noch mit einer möglichen Traumati-

sierung erklären. Wie die Vorinstanz zu Recht ausführte, machten die bei-

den etwa unterschiedliche Angaben dazu, weshalb die Familie der Be-

schwerdeführerin ihre Heirat – welche seit ihrer Geburt vorgesehen gewe-

sen sei – abgelehnt habe. So erklärte C._______, der Hauptgrund für die 

Ablehnung sei die Mutter seiner Frau gewesen. Als erste Ehefrau sei sie 

mit der dritten Heirat ihres Mannes nur unter der Bedingung einverstanden 

gewesen, dass ihre Tochter – die Beschwerdeführerin – ihrem Neffen ge-

geben werde (vgl. SEM-Akten 1059957-37/25 [nachfolgend Akte 37] 

F124 f.). Zwar gab auch die Beschwerdeführerin an, dass ihre Mutter einen 

Einfluss auf den ablehnenden Entscheid ihrer Familie gehabt habe. Sie 

machte jedoch geltend, dass ihr Bruder G._______ beabsichtigt habe, die 

Tochter ihrer Tante zu heiraten. Aus diesem Grund habe er gewollt, dass 

sie ihrerseits deren Sohn H._______ heirate. Ihre Mutter sei damit einver-

standen gewesen, dass sie den Sohn der Tante heirate, und ihr Vater habe 

alles getan, was die Mutter gesagt habe (vgl. Akte 24, F68 ff.). Die Frage, 

ob die dritte Frau des Vaters etwas damit zu tun gehabt habe, dass ihre 

D-3675/2021 

Seite 14 

Familie gegen die Heirat mit C._______ gewesen sei, verneinte die Be-

schwerdeführerin dagegen ausdrücklich (vgl. Akte 24, F71). In der Be-

schwerdeschrift wurde ausgeführt, die beiden Eheleute hätten die Gründe 

für die Ablehnung der Heirat aus ihren jeweiligen Perspektiven geschildert, 

wobei die Familie ihnen gegenüber möglicherweise auch nicht dieselben 

Gründe angegeben habe. Es ist jedoch darauf hinzuweisen, dass 

C._______ angab, dass er die von ihm erwähnten Gründe von der Be-

schwerdeführerin erfahren habe, als das Thema einmal im Iran zur Spra-

che gekommen sei (vgl. Akte 37, F125). Folglich müssten die Ausführun-

gen der Ehegatten offensichtlich übereinstimmen, zumal sie gerade nicht 

auf ihren jeweiligen eigenen Wahrnehmungen beruhen. Als die Beschwer-

deführerin auf die abweichenden Ausführungen ihres Ehemannes ange-

sprochen wurde, erklärte sie lediglich, sie habe erwähnt, dass ihre Mutter 

"mit denen" Vereinbarungen gehabt habe (vgl. Akte 24, F141). Bei der 

Rückübersetzung merkte sie an, sie habe nicht gewusst, dass ihr Vater mit 

ihrer Mutter so eine Abmachung gehabt habe. Vielmehr habe sie gedacht, 

sie würde nur deswegen H._______ gegeben, damit ihr Bruder die Tochter 

der Tante heiraten könne (vgl. A24, S. 25). Diese Erläuterungen vermögen 

die widersprüchlichen Angaben nicht zu erklären, insbesondere da 

C._______ angab, sein Wissen über die Pläne der Familie von der Be-

schwerdeführerin erhalten zu haben.  

6.3.2 Sodann hielt das SEM zutreffend fest, dass die Aussagen der Be-

schwerdeführerin und ihres Ehemanns hinsichtlich der Frage, wer Letzte-

ren beim Heiratsantrag begleitet habe, nicht übereinstimmen. C._______ 

gab bei seiner Anhörung zu Protokoll, dass er zusammen mit seinen bei-

den Schwestern und seinem Schwager um die Hand der Beschwerdefüh-

rerin angehalten habe (vgl. Akte 37, F24). Diese führte ihrerseits aus, sie 

habe gesehen, dass ihr heutiger Ehemann damals in Begleitung seiner 

Schwester, seines Schwagers und seiner Tante väterlicherseits gekommen 

sei (vgl. Akte 24, F67 und F119). Auf entsprechende Nachfrage bestätigte 

sie dies ausdrücklich. Als ihr die Aussage ihres Ehemannes vorgehalten 

wurde, meinte sie, dass sie eben nur seine Schwester, den Schwager und 

die Tante gesehen habe (vgl. Akten 24, F136 und F138). Bei der Rücküber-

setzung – die zu einem späteren Zeitpunkt stattfand – führte die Beschwer-

deführerin aus, sie habe ihren Mann nochmal gefragt und dieser habe ge-

sagt, er sei tatsächlich in Begleitung seiner beiden Schwestern gekommen. 

Sie habe ihn damals nur von Weitem gesehen (vgl. Akte 24, S. 25). Diese 

Erklärung erscheint jedoch wenig überzeugend, nachdem sie bei der An-

hörung mehrfach bestätigte, dass sie mit eigenen Augen gesehen habe, 

wie und mit wem ihr Ehemann zu ihrer Familie gekommen sei. Erst nach 

D-3675/2021 

Seite 15 

Rücksprache mit C._______ machte sie geltend, dass sie ihn nur von Wei-

tem gesehen und sich offenbar getäuscht habe. Gemäss ihren Aussagen 

in der Anhörung will sie zudem festgestellt haben, dass er beim Hinausge-

hen unzufrieden respektive unglücklich ausgesehen habe (vgl. Akte 24, 

F60 und F67). Es ist schwer nachvollziehbar, dass sie nah genug gewesen 

sein will, um die emotionale Reaktion von C._______ zu erkennen, aber zu 

weit entfernt, um festzustellen, wer ihn begleitet habe.  

6.3.3 Weiter erklärte die Beschwerdeführerin, dass sie von ihrer Mutter bei 

einem Gespräch mit C._______ überrascht und in der Folge in ihr Zimmer 

gesperrt worden sei. Noch am gleichen Abend sei ihr Bruder G._______ 

zu ihr gekommen und habe sie heftig zusammengeschlagen (vgl. Akte 24, 

F60 S. 8). Im Rahmen seiner Anhörung erklärte C._______, dass seine 

Ehefrau ihm gegenüber angegeben habe, an jenem Abend sei G._______ 

zusammen mit H._______ und einer weiteren Person zu ihr gekommen 

und habe sie brutal geschlagen (vgl. Akte 37, F100). Zwar ist festzuhalten, 

dass die Ausführungen zu diesem Vorfall bei der Rückübersetzung zum 

Zusammenbruch der Beschwerdeführerin führten. Es erstaunt jedoch, 

dass sie selbst nicht erwähnte, dass neben ihrem Bruder noch weitere Per-

sonen bei diesem sehr gravierenden Vorfall dabei gewesen sein sollen. Sie 

korrigierte ihre diesbezügliche Aussage auch bei der zu einem späteren 

Zeitpunkt durchgeführten Rückübersetzung nicht.  

6.3.4 Ferner erklärte die Beschwerdeführerin, dass zwischen der Vorspra-

che von C._______ bei ihrer Familie und ihrer gemeinsamen Ausreise nur 

ein paar Tage und keine ganze Woche vergangen sei (vgl. Akte 24, F66). 

Dies deckt sich ungefähr mit den Zeitabläufen, die sie im Rahmen des 

freien Berichts schilderte (vgl. Akte 24, F60). Demgegenüber gab 

C._______ bei seiner Anhörung an, dass zwischen der Ablehnung seines 

Heiratsantrags durch die Familie und dem Übergriff, welchen er von Seiten 

des Bruders G._______ und dessen Leuten erlitten habe, etwa zwanzig 

Tage vergangen seien. Etwa fünf oder sechs Tage später sei die Ausreise 

erfolgt (vgl. Akte 37, F110 f.). Diese beiden Darstellungen sind ebenfalls 

nicht miteinander vereinbar.  

6.3.5 Schliesslich war es der Beschwerdeführerin nicht möglich, den Zeit-

punkt ihrer Ausreise näher zu bezeichnen. So führte sie aus, sie könne sich 

weder an das Datum noch an den Monat oder das Jahr erinnern. Einzig 

auf die Frage nach der Jahreszeit gab sie an, es sei "kurz vor Frühling" 

gewesen (vgl. Akte 24, F48 ff.). C._______ war sich seinerseits beim Jahr 

D-3675/2021 

Seite 16 

der Ausreise nicht sicher und meinte, es sei vielleicht 1391 (2012) gewe-

sen. Anders als seine Ehefrau gab er indessen an, Afghanistan mit ihr ge-

meinsam im Herbst verlassen zu haben (vgl. Akte 37, F31 f.). Wie das SEM 

zu Recht festhielt, ist die von der Beschwerdeführerin vorgebrachte Erklä-

rung für die unterschiedlichen Angaben – sie habe dies von ihrer Familie 

so gehört – nicht nachvollziehbar (vgl. Akte 24, F134). Auch die Ausführun-

gen in der Beschwerdeschrift, wonach sie höchstwahrscheinlich traumati-

siert sei und allgemein Mühe habe, sich an Daten zu erinnern, erscheint 

wenig überzeugend. Es wird gerade nicht erwartet, dass sie ein genaues 

Datum angeben kann. Vielmehr sollte sie die Ausreise innerhalb des Jah-

res einordnen, was sie denn auch tat, indem sie die Jahreszeit nannte. Bei 

der Frage nach dem Monat und dem Jahr führte sie dagegen aus, sie 

könne sich nicht daran erinnern. Es ist nicht ersichtlich, weshalb sie – wenn 

sie auch die Jahreszeit nicht mehr gewusst hätte – dies nicht ebenfalls 

hätte zu Protokoll geben können. Der Umstand, dass sie eine Angabe 

machte, welche aber jener von C._______ diametral widerspricht, verstärkt 

die Zweifel an ihren Vorbringen.  

6.4 Die heftige körperliche Reaktion der Beschwerdeführerin auf die Kon-

frontation mit ihren Vorbringen lässt darauf schliessen, dass es in ihrer Ver-

gangenheit Erlebnisse gibt, welche sie bis heute psychisch beeinträchti-

gen. Es gibt klare Anhaltspunkte dafür, dass in ihrem Fall eine Traumatisie-

rung vorliegen dürfte. Daraus kann jedoch – entgegen der auf Beschwer-

deebene vertretenen Auffassung – nicht direkt auf den Wahrheitsgehalt der 

von ihr vorgebrachten Fluchtgründe geschlossen werden. Vielmehr sind 

zahlreiche Gründe denkbar, die zu einer Traumatisierung geführt haben 

könnten. Darunter fallen neben Gewalterfahrungen in der Kindheit (vgl. 

Akte 24, F124) auch Ereignisse auf der Flucht oder während eines länge-

ren – von Unsicherheit und der Angst einer Ausschaffung geprägten – Auf-

enthalts in einem Drittstaat (vgl. Akte 24, F58 f.). Zwar ist durchaus möglich, 

dass es die psychischen Beeinträchtigungen der Beschwerdeführerin er-

schweren, sich an die genauen Umstände ihrer Flucht zu erinnern. Die 

zahlreichen unterschiedlichen Angaben gegenüber den Aussagen ihres 

Ehemannes lassen sich damit jedoch nicht erklären.  

6.5 Nach dem Gesagten ist festzuhalten, dass es der Beschwerdeführerin 

auch unter Berücksichtigung ihrer sehr wahrscheinlichen Traumatisierung 

nicht gelingt, ihre Asylvorbringen glaubhaft zu machen. Es kann daher nicht 

davon ausgegangen werden, dass sie ihren Heimatstaat aus den von ihr 

genannten Gründen verlassen hat. Vor diesem Hintergrund hat das SEM 

zu Recht darauf verzichtet, ihre Vorbringen auf die Asylrelevanz zu prüfen.  

D-3675/2021 

Seite 17 

6.6  

6.6.1 Die Beschwerdeführerin machte bei der Rückübersetzung geltend, 

dass sie sich in der Schweiz frei fühle und daher bei der Registrierung an-

gegeben habe, sie glaube an keine Religion (vgl. Akte 24, S. 25). Im Refe-

renzurteil des Bundesverwaltungsgerichts D-4952/2014 vom 23. August 

2017 wurde festgehalten, dass Personen aus Afghanistan, deren Aposta-

sie öffentlich bekannt werde, begründete Furcht vor ernsthaften Nachteilen 

im Sinne von Art. 3 AsylG hätten. Es müsse daher geprüft werden, inwie-

weit von einer Person vernünftigerweise erwartet werden könne, die dro-

hende Verfolgung durch das eigene (diskrete) Verhalten abzuwenden, oder 

ob dies für sie zu einem unerträglichen psychischen Druck führen würde 

(vgl. a.a.O. E. 7.5.5 f.).  

6.6.2 Auf Nachfrage erklärte die Beschwerdeführerin, dass sie bereits in 

ihrer Heimat religiöse Handlungen wie Beten oder Fasten als Zwang erlebt 

habe. Sie habe gesehen, dass ihr Vater als Geistlicher das, was im Koran 

gesagt werde, selbst nicht befolgt habe (vgl. Akte 24, F159 f.). Zwar hat sie 

die endgültige Entscheidung, sich vom Islam abzuwenden, offenbar erst in 

der Schweiz getroffen (vgl. Akte 24, F163). Innerlich scheint sich die Be-

schwerdeführerin aber bereits vor längerer Zeit – aufgrund des Verhaltens, 

das sie bei ihrem Vater beobachtet hatte – von der Religion entfernt zu 

haben. Sie machte nicht geltend, dass ihre innere Abwendung vom Islam 

in ihrem Heimatstaat dazu geführt hätte, dass sie aufgrund der Anpassung 

an die dort herrschenden islamischen Sitten und Gebräuche unter einem 

unerträglichen psychischen Druck gelitten hätte. Sie brachte ihre Ausreise 

denn auch zu keinem Zeitpunkt mit ihrer Religion respektive ihrer Ableh-

nung des islamischen Glaubens in Verbindung. Es ist daher nicht davon 

auszugehen, dass es ihr bei einer rein hypothetischen Rückkehr verun-

möglicht wäre, aufgrund ihrer Abwendung vom Islam in Afghanistan ein 

menschenwürdiges Leben zu führen. Das betreffende Vorbringen erweist 

sich folglich als nicht asylrelevant.  

6.7 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Vorbringen der Be-

schwerdeführerin den Anforderungen an das Glaubhaftmachen gemäss 

Art. 7 AsylG nicht genügen sowie – hinsichtlich der Apostasie – nicht asyl-

relevant sind. Die Vorinstanz hat folglich zutreffend die Flüchtlingseigen-

schaft der Beschwerdeführerinnen verneint und ihre Asylgesuche abge-

lehnt.  

7.  

Lehnt das SEM ein Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt 

D-3675/2021 

Seite 18 

es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug 

an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 

AsylG). Die Beschwerdeführerinnen verfügen weder über eine ausländer-

rechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung 

einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (vgl. 

BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis 

nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme 

(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG SR 142.20]).  

8.2 Die Vorinstanz hat infolge Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs 

eine vorläufige Aufnahme der Beschwerdeführerinnen in der Schweiz an-

geordnet. Diese bleibt durch den vorliegenden Entscheid unberührt. Da die 

Wegweisungsvollzugshindernisse alternativer Natur sind (vgl. BVGE 

2009/51 E. 5.4), erübrigen sich weitere Ausführungen zur Frage der Durch-

führbarkeit des Vollzugs der Wegweisung. 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist da-

her abzuweisen. 

10.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich den 

Beschwerdeführerinnen aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Nachdem mit 

Instruktionsverfügung vom 6. September 2021 das Gesuch um Gewährung 

der unentgeltlichen Prozessführung gutgeheissen wurde, ist auf die Aufer-

legung von Kosten zu verzichten. 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

D-3675/2021 

Seite 19 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen.  

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.  

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerinnen, das SEM und die zu-

ständige kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Mia Fuchs Regula Aeschimann 

 

 

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