# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 408fab40-ffa5-5853-9a51-3e01325decdb
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-12
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 12.05.2020 200 2020 3
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-3_2020-05-12.pdf

## Full Text

200 20 3 IV
KOJ/GET/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 12. Mai 2020

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schütz, Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiber Germann

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 18. November 2019

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2020, IV/20/3, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die … geborene, zuletzt (bzw. bis zur Kündigung per Ende Juli 2015) als ... 
erwerbstätige A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. Beschwerdefüh-
rerin) meldete sich im Juli 2015 unter Hinweis auf diverse gesundheitliche 
Beeinträchtigungen bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) 
zum Leistungsbezug an (Akten der IV-Stelle Bern [nachfolgend IVB bzw. 
Beschwerdegegnerin], [act. II], 2; 11 S. 6). Die IVB holte Berichte behan-
delnder Ärzte ein, zog die Akten des Krankentaggeldversicherers bei und 
übernahm die Kosten für ein Belastbarkeitstraining bei der damaligen Stif-
tung C.________ (act. II 39; 50), welches im April 2016 unter Hinweis auf 
einen nicht hinreichend stabilen Gesundheitszustand der Beschwerdefüh-
rerin abgebrochen wurde (act. II 55 S. 3; 56). In der Folge veranlasste die 
IVB – nachdem sie weitere ärztliche Berichte beigezogen hatte – bei der 
MEDAS F.________ eine polydisziplinäre Begutachtung (Expertise vom 
13. März 2017 [act. II 75.1 ff.]) und verneinte einen weiteren Anspruch auf 
berufliche Massnahmen (act. II 82). Zudem nahm die IVB Rücksprache mit 
Dr. med. D.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin sowie 
Rheumatologie, und Dr. med. E.________, Fachärztin für Psychiatrie und 
Psychotherapie, beide Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD [act. II 83; 86; 
88]), und stellte aufgrund deren vor allem in psychiatrischer Hinsicht 
geäusserten Kritik am Gutachten vom 13. März 2017 den Experten der 
MEDAS F.________ Ergänzungsfragen (act. II 90). Nachdem Dr. med. 
E.________ auch die ergänzende Stellungnahme der MEDAS F.________ 
vom 15. November 2017 (act. II 92) als nicht schlüssig beurteilt hatte, ver-
anlasste die IVB bei der MEDAS G.________ S.A. (nachfolgend MEDAS 
G.________) eine weitere polydisziplinäre Begutachtung (Expertise vom 6. 
September 2018 [act. II 112.2 ff.]) und holte bei ihrem Abklärungsdienst 
einen Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb ein (act. II 116 S. 2 ff.). Mit Vor-
bescheid vom 12. April 2019 (act. II 117) stellte die IVB der Versicherten 
bei einem nach Massgabe der gemischten Methode (Erwerb: 80%, Haus-
halt: 20%) ermittelten Invaliditätsgrad von 20% (bis 31. Dezember 2017) 
bzw. 18% (ab 1. Januar 2018) die Verneinung eines Rentenanspruchs in 
Aussicht. Dagegen liess die Versicherte Einwand erheben und diverse Be-

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richte behandelnder Ärzte einreichen (act. II 126; 128), woraufhin die IVB 
bei Dr. med. E.________ (RAD) eine Stellungnahme einholte (act. II 130). 
Am 18. November 2019 (act. II 131) verfügte die IVB wie im Vorbescheid 
angekündigt.

B.

Dagegen liess die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, 
mit Eingabe vom 31. Dezember 2019 Beschwerde erheben. Sie stellt die 
folgenden Anträge: 

1. Die Verfügung der IV-Stelle Kanton Bern vom 18. November 2019 sei 
aufzuheben.

2. Die Beschwerdegegnerin sei zu verurteilen, der Beschwerdeführerin 
eine angemessene Invalidenrente auszurichten.

Eventuell: Die Akten seien an die Beschwerdegegnerin zurückzuwei-
sen, damit sie nach erfolgten zusätzlichen Abklärungen über den 
Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin neu verfüge.

3. Der Beschwerdeführerin sei im vorliegenden Verfahren das Recht zur 
unentgeltlichen Rechtspflege, unter Beiordnung des Unterzeichnen-
den als amtlicher Anwalt zu erteilen.

- unter Kosten- und Entschädigungsfolgen -

Gleichzeitig liess die Beschwerdeführerin weitere Berichte behandelnder 
Ärzte einreichen (Akten der Beschwerdeführerin [act. I] 4; 6).

Mit Beschwerdeantwort vom 5. Februar 2020 beantragt die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde. Zudem reichte sie eine weitere 
Stellungnahme der RAD-Ärztin Dr. med. E.________ vom 17. Januar 2020 
zu den Akten (in den Gerichtsakten).

Mit Replik vom 12. Februar 2020 hält die Beschwerdeführerin an ihren be-
schwerdeweise gestellten Rechtsbegehren und vorgebrachten Standpunk-
ten fest.

Mit Eingabe vom 12. März 2020 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf 
eine Stellungnahme in Form einer Duplik, wobei sie an den in der Be-
schwerdeantwort vom 5. Februar 2020 gestellten Rechtsbegehren festhält.

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Mit Verfügung vom 17. März 2020 hiess der Instruktionsrichter das Gesuch 
um unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung von Rechtsanwalt 
B.________ als amtlicher Anwalt gut. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 18. November 2019 
(act. II 131). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführe-
rin auf eine Invalidenrente. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 

2.

2.1

2.1.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG). 

2.1.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine 
Rente, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufga-
benbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnah-
men wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 
40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf 
dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). 

2.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-
züglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weite-
ren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 

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Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Bis zum Erlass der – zeitliche Grenze der gerichtlichen Prüfung 
bildenden – angefochtenen Verfügung vom 18. November 2019 (act. II 131; 
BGE 131 V 242 E. 2.1 S. 243) präsentierte sich die medizinische Aktenlage 
im Wesentlichen wie folgt: 

3.1.1 Im Bericht vom 10. September 2015 (act. II 24 S. 1 – 7) hielt Dr. 
med. H.________, Praktischer Arzt, als Diagnosen mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit eine hypochrome, microzytäre Anämie, eine arterielle Hy-
pertonie, „schwere Eisenmängel“ (Anämie), eine Sensibilitätsstörung an der 
rechten Hand sowie eine hochgradige Osteochondrose L2/3, L3/4 und L4/5 
fest. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er 
eine Struma Grad I (Schilddrüsenzyste), einen Status nach Magenbypass 
sowie einen Status nach mehreren Operationen (betreffend Gebärmutter, 
Knie links, Leiste und Hinterkopf [vgl. S. 2, 17 f.]). Die Beschwerdeführerin 
leide vor allem unter chronischen Schmerzen, chronischer Müdigkeit sowie 
Erschöpfung (S. 3). Die Arbeitsunfähigkeit betrage 100% (S. 4).

3.1.2 Dr. med. I.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
hielt im Bericht vom 23. September 2015 (act. II 26) als Diagnose mit Aus-
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine angstbetonte rezidivierende depressi-
ve Störung, mittelgradige Episode mit somatischen Symptomen und 
passiv-regressiv-konversiven Tendenzen, fest (S. 2). Die Arbeitsunfähigkeit 
betrage seit dem 7. August 2015 100% (S. 4). Er empfehle ein Belastbar-
keitstraining (S. 5).

3.1.3 Dr. med. J.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin so-
wie Rheumatologie, hielt im Bericht vom 10. Juni 2016 (act. II 61 S. 8 – 11) 
als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit im Wesentlichen ein 
generalisiertes Schmerzsyndrom, bestehend ohne wesentlichen Krank-
heitswert seit ca. 2000, mit deutlichem Krankheitswert seit April 2015, fest 
(S. 8). Aus rheumatologischer Sicht bestehe eine deutlich eingeschränkte 

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muskuläre Belastbarkeit betont im Bereich der Lendenwirbelsäule und dem 
Beckengürtel, aber auch generell bei insgesamt ausgeprägter muskulärer 
Insuffizienz (Dekonditionierung apparativ verifiziert). Die Belastbarkeit sei 
muskulär ausgeprägt vermindert, prädominant lumbospondylogen rechts. 
Inwieweit noch Mangelzustände wie Vitamin-Mangel, Eisenmangel und die 
Polyneuropathie zu dieser verminderten Belastbarkeit und chronischen 
Müdigkeit beitrügen, könne er nicht beantworten. Aufgrund auch der objek-
tiv feststellbaren Dekonditionierung sei eine Arbeit als ... aktuell nicht zu-
zumuten. Aus rheumatologischer Sicht sei das Weiterführen eines 
aufbauenden gesundheitsorientierten Krafttrainings zur Rekonditionie-
rungsbehandlung unabdingbar (S. 10).

3.1.4 Im polydisziplinären Gutachten der MEDAS F.________ vom 13. 
März 2017 (act. II 75.1 ff.) wurden interdisziplinär die folgenden Diagnosen 
gestellt (act. II 75.1 S. 14 f.): 

Mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

• Neurotische Persönlichkeitsstörung, dekompensiert seit Oktober 2013 
nach einer Aggression (ICD-10 F60.9)

• Andauernde Persönlichkeitsveränderung nach Extrembelastung, seit Ok-
tober 2013 (ICD-10 F62.0)

• Undifferenzierte Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.1)
• Spezifische Phobie vor Männern, die Kapuzen oder Mützen tragen (ICD-

10 F40.2)
• Anpassungsstörung, anhaltende depressive Reaktion (ICD-10 F43.21)
• Akzentuierung bestimmter Persönlichkeitsmerkmale des histrionischen 

Typs (ICD-10 Z73)
• Chronische Rückenschmerzen bei Diskopathie L3/L4, mehretagere 

Diskopathien als Folge der Scheuermann-Krankheit
• Beginnende Gonarthrose auf der linken Seite

Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

• Statische Probleme der Füsse
• Hallux valgus links
• Minimal sensible Polyneuropathie der unteren Extremitäten, wahrschein-

lich als Folge einer früheren Hypovitaminose
• Status nach Magenbypass
• Status nach Cholezystektomie

Der neurologische Experte hielt fest, klinisch dominiere ein diffuses 
Schmerzsyndrom, das auf eine Fibromyalgie oder Somatisierung zurückzu-
führen sei. Die Beschwerdeführerin mache Schmerzen am ganzen Körper 
(„dans tout le corps“) geltend, vorwiegend in den unteren Gliedmassen, 

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verstärkt beim Sitzen und Gehen (act. II 75.3 S. 3). Eine neurologische 
Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit liege nicht vor (S. 4). Der 
rheumatologische Gutachter hielt fest, die Kriterien für das Vorliegen einer 
Fibromyalgie seien erfüllt. Diese führe aus streng rheumatologischer Sicht 
zu keiner besonderen Einschränkung irgendeiner Tätigkeit. Jedoch resul-
tierten aus den Rückenbeschwerden und der Gonarthrose Einschränkun-
gen in Bezug auf das Tragen von Lasten von mehr als 5kg, gewisse 
Rückenbewegungen, längeres Gehen sowie Fortbewegen in unebenem 
Gelände und kniende oder hockende Positionen; auch seien regelmässige 
Positionswechsel notwendig. In einer Tätigkeit, welche diesen Beeinträchti-
gungen angepasst sei, bestehe medizinisch-theoretisch keine Einschrän-
kung der Leistungsfähigkeit (act. II 75.4 S. 6). In psychiatrischer Hinsicht 
(act. II 75.2) wurde festgehalten, es bestehe eine neurotische Persönlich-
keitsstörung, die sich seit der Kindheit schrittweise und in Phasen in den 
Jahren 1995 (Tod des Vaters [vgl. S. 6]) und 2010 (Schlaganfall des Bru-
ders [vgl. S. 6]) entwickelt habe und dann seit dem Überfall vom … 2013 
definitiv dekompensiert sei. Das geklagte Beschwerdebild sei mittels meh-
rerer ICD-Positionen zu codieren (S. 7). Seit dem … 2013 bestehe keine 
medizinisch-theoretische Arbeits- und Leistungsfähigkeit mehr (S. 9).

In der interdisziplinären Beurteilung (act. II 75.1) hielten die Gutachter fest, 
die Hauptbeschwerden, die eine Arbeitsunfähigkeit erklärten, seien 
zunächst im Wesentlichen im Lendenwirbelbereich aufgetreten, hätten sich 
aber rasch ausgebreitet und seien von einem diffusen Spektrum von Sym-
ptomen begleitet worden, darunter Gleichgewichtsstörungen und Angstzu-
stände (S. 15). Bei der Untersuchung habe sich eine vorgealterte Frau 
präsentiert, die ihre Einschränkungen sehr demonstrativ vorgetragen habe. 
Die Untersuchungen seien durch Hinken, Gleichgewichtsstörungen sowie 
von ständigem Klagen und Stöhnen geprägt bzw. eingeschränkt gewesen, 
wobei die Beschwerden sich als leicht überwindbar erwiesen hätten (S. 16). 
Insgesamt lägen authentische funktionelle Einschränkungen vor, haupt-
sächlich aufgrund von Rückenbeschwerden, die ihrerseits mit degenerati-
ven Wirbelsäulenveränderungen zusammenhingen. Ferner liege eine 
progressiv dekompensierte neurotische Persönlichkeitsstörung vor, welche 
insbesondere durch den Überfall von 2013 beschleunigt worden sei. In die-
sem Zusammenhang habe sich ein komplexes psychiatrisches Beschwer-

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debild entwickelt. Es liege seit Oktober 2014 eine vollständige Arbeitsun-
fähigkeit vor (S. 17).

3.1.5 In der Stellungnahme vom 11. September 2017 (act. II 88) hielt die 
RAD-Ärztin Dr. med. E.________ fest, die im psychiatrischen Teilgutachten 
der MEDAS F.________ aufgelisteten Diagnosen entsprächen nicht den 
ICD-Kriterien und seien nicht nachvollziehbar (S. 17).

Mit „Complément d’Expertise“ vom 15. November 2017 (act. II 92) bestätig-
ten die Gutachter der MEDAS F.________ ihre Schlussfolgerung vom März 
2017, wonach bei der Beschwerdeführerin eine neurotische Charakterent-
wicklung von Kindheit an gut dokumentiert und bestätigt sei, auch wenn sie 
dadurch nicht an der Arbeit gehindert worden sei. Auch werde bestätigt, 
dass seit dem traumatischen Erlebnis im Jahr 2013 und dem Auftreten ei-
ner psychosomatischen Komponente mit veränderter Persönlichkeit bei 
gleichzeitiger Dekompensation der Persönlichkeitsstörung die psychischen 
Ressourcen nicht mehr ausreichten, um die Beschwerden willentlich zu 
überwinden (S. 2).

In der Stellungnahme vom 31. Januar 2018 (act. II 95) kam die RAD-Ärztin 
Dr. med. E.________ zusammenfassend zum Schluss, eine vorbestehende 
Persönlichkeitsstörung oder andauernde Persönlichkeitsänderung nach 
Extrembelastung sei nicht mit den dafür geforderten Diagnosekritierien 
nachvollziehbar dargelegt worden.

3.1.6 Mit Bericht vom 16. August 2018 (act. II 109) hielt Dr. med. 
I.________ fest, die rezidivierende depressive Störung zeige trotz allen 
ambulanten und stationären Behandlungsbemühungen einen wechselhaf-
ten Krankheitsverlauf, welcher in seiner Ausprägung von einer leichten bis 
zu einer mittelgradigen depressiven Episode variieren könne (S. 1). Die 
Besonderheiten der Persönlichkeit der Beschwerdeführerin seien ebenfalls 
verantwortlich für die schmalen persönlichkeitsbezogenen Ressourcen (S. 
2). Es bestehe weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 3). 

3.1.7 Im polydisziplinären Gutachten der MEDAS G.________ vom 6. 
September 2018 (act. II 112.2 ff.) wurden interdisziplinär die folgenden 
Diagnosen gestellt (act. II 112.2 S. 3 f.): 

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Mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

• Lumbale Diskopathie mit Osteochondrose von L2 bis L5 ohne Kompres-
sionsphänomene oder Kanalstenose

• Gonarthrose links mit femoropatellärer Arthrose und Osteochondrose des 
medialen Femurkondylus (chirurgischer Eingriff am Knie zwecks Menis-
kektomie)

Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

• Leichte depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.01), 
bestehend seit 2015 (dokumentierter Beginn der Schmerzen)

• Neurotische Erkrankung vom Typ Neurasthenie (ICD-10 F48.0)
• Undifferenzierte Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.1)
• Seit Jahren bekannter sekundärer gastro-ösophagealer Reflux mit Bar-

rett-Ösophagus
• Arterielle Hypertonie 
• Seit Jahren bekannter Eisenmangel im Zusammenhang mit Hypermenor-

rhoe mit Episoden von hypochromer mikrozytärer Anämie
• Kropf Grad I
• Laparoskopische Cholezystektomie im Oktober 2014 bei symptomati-

scher Cholezystolithiasis
• Status nach Operation einer Inguinalhernie 2014
• Status nach Magenbypass Juli 2011 (bei morbider Adipositas)
• Rezidivierende, exzisierte Atherome am Kopf, letztmals 2015
• Status nach Lipomexzision im März 2018
• Status nach zervikaler epithelialer Dysplasie des Gebärmutterhalses 

1998
• Inkontinenz
• Hallux valgus links
• Fibromyalgie
• Fehlen von klinischen Anzeichen für Polyneuropathie
• Karpaltunnelsyndrom rechts, diagnostiziert durch elektrophysiologische 

Untersuchung im Jahr 2015

In rheumatologischer Hinsicht wurde festgehalten, die Beschwerdeführerin 
leide seit vielen Jahren an ausstrahlenden Rückenschmerzen in der rech-
ten unteren Extremität als Folge einer häufigen Diskopathie L2 bis L5 ohne 
Anzeichen einer Kompression. Sie habe auch Schmerzen in beiden Knien, 
hauptsächlich im linken Knie, wo bereits eine Arthroskopie wegen einer 
Meniskusverletzung erfolgt sei. Die klinische Untersuchung ergebe keinen 
Gelenkerguss und ein kaltes Knie, die Mobilität sei normal. Objektiv liege 
einzig ein bilaterales patellofemorales Syndrom vor. Ferner beständen Zei-
chen einer Fibromyalgie. Auffallend seien sodann die sehr demonstrative 
Art der Beschwerdeführerin und die diffusen Beschwerden, wobei sie selbst 
im Untersuchungsraum und zum Stehen einen Stock benötige, was aus 
rheumatologischer Sicht nicht erklärt werden könne (act. II 112.6 S. 5). In 
der angestammten Tätigkeit betrage die Arbeitsfähigkeit 0%, für eine ange-

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passte Tätigkeit 100%. Dabei seien das Hochheben von Lasten vom Boden 
sowie das Arbeiten mit nach vorne gestreckten Armen nicht zumutbar und 
das Tragen von Gewichten auf 5kg begrenzt. Das Sitzen sei auf eine Stun-
de limitiert mit anschliessendem Wechseln der Position. Kniende Arbeiten 
sowie Tätigkeiten auf einem Hocker oder einer Leiter seien nicht zumutbar; 
ebenso seien Treppensteigen und Gehen in unebenem Gelände zu ver-
meiden (S. 6). Der psychiatrische Experte (act. II 112.3) hielt fest, die Be-
schwerdeführerin leide seit ihrer Jugend an einer Neurasthenie, die zu den 
neurotischen Diagnosen nach ICD-10 gehöre; sie sei intelligent, habe in 
ihrem Heimatland studiert und sei in die Schweiz gekommen, um zu arbei-
ten und von ihrem ersten Ehemann wegzukommen, der als gewalttätig be-
schrieben werde. Sie verfüge über Ressourcen und Anpassungs-
fähigkeiten, die sie ihr ganzes Leben lang unter Beweis gestellt habe, die 
jedoch seit dem Auftreten der Schmerzen im Jahr 2015, welche sie als sehr 
behindernd erlebe, nachgelassen hätten – dies in einem eher günstigen 
sozialen Umfeld. Sodann seien die geäusserten Beschwerden nicht in allen 
Bereichen plausibel und konsistent. Die funktionellen Einschränkungen 
ständen in direktem Zusammenhang mit der depressiven Episode, die 
während der Untersuchung leicht gewesen sei und die im Jahr 2015 für 
einige Monate einen durchschnittlichen Grad erreicht haben könnte – dies 
im Sinne von Schwierigkeiten, mit Emotionen umzugehen, Schwierigkeiten 
mit administrativen Aufgaben sowie bei alltäglichen Lebensverrichtungen, 
welche jedoch von eher milder Ausprägung gewesen seien. Die Beschwer-
deführerin verfüge über Ressourcen, um mit den Schmerzen umzugehen, 
aber sie sei davon überzeugt, sehr krank und nie wieder in der Lage zu 
sein, an ihren Arbeitsplatz zurückzukehren (S. 6).

In der interdisziplinären Beurteilung (act. II 112.2) hielten die Gutachter 
fest, aus rheumatologischer Sicht betrage die Arbeitsunfähigkeit seit Au-
gust 2015 100% als ..., … oder …. In einer den Leiden angepassten Tätig-
keit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 100%, wobei insbesondere 
funktionelle Einschränkungen rheumatologischer Art zu berücksichtigen 
seien (S. 5). Von der in psychiatrischer Hinsicht seit 2013 attestierten 
100%igen Arbeitsunfähigkeit werde abgewichen, da die während des Ge-
sprächs objektivierten Befunde klinisch und anamnestisch fehlten (S. 3). 

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3.1.8 Im Überweisungsschreiben vom 4. Juni 2019 an die psychiatrische 
Klinik K.________ (act. II 126 S. 12 f.) hielt Dr. med. I.________ fest, er 
melde die Beschwerdeführerin für eine stationäre Behandlung an, da sich 
die depressive Entwicklung deutlich verschlechtert habe (S. 12). 

3.1.9 Im zu Handen des Rechtsvertreters verfassten Bericht vom 25. 
Juni 2019 (act. II 126 S. 5 – 7) hielt Dr. med. J.________ fest, die Gesamt-
situation und die Belastbarkeit der Beschwerdeführerin hätten sich ver-
schlechtert (S. 5). Die Beschwerdeführerin sei auch aus somatischer Sicht 
für sämtliche Tätigkeiten zu 100% arbeitsunfähig. Die Schlussfolgerungen 
in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit im zweiten Gutachten seien absolut nicht 
nachvollziehbar (S. 6). 

3.1.10 Vom 25. Juni bis 30. Juli 2019 befand sich die Beschwerdeführerin 
in der Klinik K.________ in stationärem Aufenthalt. Im entsprechenden 
Austrittsbericht vom 31. Juli 2019 (act. II 128 S. 2 – 7) wurden eine rezidi-
vierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psycho-
tische Symptome (ICD-10 F33.2), eine nichttoxische Struma, nicht näher 
bezeichnet (ICD-10 E04.9) sowie eine Fibromyalgie (mehrere Lokalisatio-
nen, ICD-10 M79.7) diagnostiziert (S. 2). Die Beschwerdeführerin habe 
initial eine ausgeprägte depressive Grundstimmung gezeigt; der Austritt sei 
am 30. Juli 2019 in deutlich gebessertem psychischem und stabilem physi-
schem Zustand erfolgt (S. 5). 

3.1.11 Dr. med. J.________ hielt mit an Dr. med. L.________, Fachärztin 
für Allgemeine Innere Medizin sowie Pneumologie, gerichtetem Überwei-
sungsbericht vom 18. Oktober 2019 (act. I 4) fest, er ersuche sie, die Be-
schwerdeführerin bei Verdacht auf ein Schlafapnoesyndrom zur 
pneumologischen Untersuchung aufzubieten (S. 1).

3.1.12 Im zu Handen des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin ver-
fassten Bericht vom 30. November 2019 (act. I 6) hielt Dr. med. I.________ 
fest, es bestehe weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 3). 

3.2 Zu prüfen ist zunächst, ob die Beschwerdegegnerin zur Einholung 
einer zweiten Expertise befugt war. Die Beschwerdeführerin rügt in diesem 
Zusammenhang, trotz Vorliegens eines schlüssigen polydisziplinären Gut-
achtens (Gutachten der MEDAS F.________ vom 13. März 2017 [act. II 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2020, IV/20/3, Seite 13

75.1 ff.]) habe die Beschwerdegegnerin ein zweites polydisziplinäres Gut-
achten (Gutachten der MEDAS G.________ vom 6. September 2018 [act. 
II 112.2 ff.]) erstellen lassen (Beschwerde, S. 4 f., Art. 2). Damit macht die 
Beschwerdeführerin die Einholung einer unzulässigen „second opinion“ 
geltend. 

3.2.1 In grundsätzlicher Hinsicht ist zunächst darauf hinzuweisen, dass 
nach Treu und Glauben (vgl. Art. 5 Abs. 3 der Bundesverfassung [BV; SR 
101]) die versicherte Person Einwendungen möglichst bald nach 
Kenntnisnahme der massgebenden Kenndaten der Begutachtung zu 
erheben hat; deren Rechtzeitigkeit richtet sich indessen nach den 
Umständen des Einzelfalls (BGE 138 V 271 E. 1.1 S. 275). Das 
Kreisschreiben über das Verfahren in der Invalidenversicherung (KSVI) des 
BSV sieht vor, dass Einwände und Zusatzfragen innert zehn Tagen seit der 
Mitteilung einzureichen sind; diese Frist kann auf schriftliches Gesuch hin 
verlängert werden (Rz. 2076.1 und 2083.2 KSVI). Gegen diese Regelung 
ist grundsätzlich nichts einzuwenden, da das Verfahren einfach und rasch 
bleiben muss (BGE 139 V 349 E. 5.2.3 S. 356; vgl. ferner BGE 143 V 66 E. 
4.3 S. 69; SVR 2019 IV Nr. 40 S. 129 E. 5.3.2, 2018 IV Nr. 74 S. 240 E. 
5.2).

Vorliegend hat die Beschwerdeführerin weder anlässlich der Anordnung 
der zweiten Begutachtung vom 22. Februar 2018 (act. II 97) noch im 
Vorbescheidverfahren, als sie bereits anwaltlich vertreten war (act. II 126 
S. 1 – 4; 128 S. 1), den Einwand erhoben, es handle sich um eine „second 
opinion“. Diese nun erst im vorliegenden Beschwerdeverfahren erhobene 
Rüge ist mit Blick auf die dargelegte Rechtsprechung verspätet. 

3.2.2 Im Übrigen war das Einholen eines weiteren Gutachtens sachlich 
geboten, wie nachfolgend zu zeigen ist. Zwar ist das Einholen einer soge-
nannten „second opinion“ unzulässig, wenn es sich um eine Expertise han-
delt, welche der Versicherungsträger trotz eines bereits in einem Gutachten 
umfassend festgestellten Sachverhalts einholt, weil ihm die Schlussfolge-
rungen des Erstgutachtens nicht passen (vgl. SVR 2007 UV Nr. 33 S. 112 
E. 4.2). Eine derartige Konstellation ist hier jedoch nicht gegeben:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2020, IV/20/3, Seite 14

Nach Vorliegen des Gutachtens der MEDAS F.________ vom 13. März 
2017 (act. II 75.1 ff.) ersuchte die Beschwerdegegnerin den RAD, insbe-
sondere zum psychiatrischen Teilgutachten Stellung zu nehmen, woraufhin 
Dr. med. E.________ (RAD) mit ausführlicher Stellungnahme vom 11. Sep-
tember 2017 (act. II 88) festhielt, die im Gutachten gestellten psychiatri-
schen Diagnosen entsprächen nicht den ICD-Kriterien und seien nicht 
nachvollziehbar (S. 16). Dies trifft zu, werden die diversen gestellten psych-
iatrischen Diagnosen doch nicht hinreichend mittels einer nachvollziehba-
ren Herleitung begründet, was den rechtsprechungsgemässen Vorgaben 
widerspricht (vgl. BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 281 E. 2.1.1 S. 
285). Weiter wies Dr. med. E.________ überzeugend darauf hin, dass die 
Grundkriterien für das Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung nicht gege-
ben seien. Auch wenn die Beschwerdeführerin nach der Aktenlage respek-
tive im Längsschnitt Vulnerabilitätskriterien aufweise, die zum Entstehen 
psychischer Störungen beitragen könnten, so zeige sie vorliegend keine 
pathologischen Verhaltensmuster, Denkmuster oder eine Wahrnehmung 
von sich oder der Umwelt sowie eine Gefühlslage, die deutlich und durch-
gehend und in den meisten Belangen des Lebens gegenüber der Mehrheit 
der Bevölkerung abwichen; im Gegenteil wiesen die vorliegenden Akten auf 
gute Ressourcen auf der Persönlichkeitsebene hin (S. 14). Auch diese Ein-
schätzung überzeugt, zumal bis zum Vorliegen des Gutachtens der 
MEDAS F.________ in den Akten keine Hinweise auf das Vorliegen einer 
Persönlichkeitsstörung bestanden und namentlich auch der behandelnde 
Psychiater Dr. med. I.________ vor Vorliegen des Gutachtens der der 
MEDAS F.________ ausschliesslich von einem depressiven Geschehen 
gemäss ICD-10 F33.1 ausging (vgl. act. II 26 S. 2). Zudem beginnen Per-
sönlichkeitsstörungen in der Kindheit oder Adoleszenz (vgl. DILLING 
/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], Internationale Klassifikation psychischer 
Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 10. Aufl., 
2015, S. 274), wofür in den Akten jedoch keinerlei (echtzeitlichen) Anhalts-
punkte bestehen, so dass die im psychiatrischen Teilgutachten der der 
MEDAS F.________ getroffene Annahme, wonach die Beschwerdeführerin 
wahrscheinlich („probablement“) bereits während der Kindheit limitierte 
Ressourcen in Bezug auf ihre Persönlichkeit aufgewiesen habe (vgl. act. II 
75.2 S. 9), nicht nachvollziehbar ist. Im Übrigen war die Beschwerdeführe-
rin in der Lage, in ihrem Heimatland Ökonomie zu studieren (act. II 126 S. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2020, IV/20/3, Seite 15

9) und in der Schweiz über rund 15 Jahre hinweg – trotz belastender Um-
stände in Bezug auf den somatischen Gesundheitszustand und auch von 
Dr. med. E.________ anerkannter Vulnerabilitätsfaktoren (vernachlässi-
gende Mutter, Gewalterlebnisse, Kriegssituation in ..., Ankunft in der 
Schweiz als Flüchtling [act. II 88 S. 14]) – erwerbstätig zu sein und sich 
sozial zu integrieren (act. II 47 S. 3; 88 S. 14; 95 S. 2; 116 S. 3), welche 
Umstände zusammen mit dem Fehlen pathologischer Verhaltens- und 
Denkmuster gemäss den schlüssigen Einschätzungen von Dr. med. 
E.________ – wie eingangs dargelegt – gegen das Vorliegen einer (bereits 
in der Adoleszenz angelegten) Persönlichkeitsstörung sprechen (vgl. act. II 
88 S. 14). Das Gesagte gilt grundsätzlich auch in Bezug auf die postulierte 
und mit dem Überfall vom … 2013 begründete Entwicklung einer andau-
ernden Persönlichkeitsänderung, welche einer Erfahrung von extremer 
Belastung folgen kann (vgl. DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT, a.a.O., S. 286). Es 
bestehen in den Akten keine (echtzeitlichen) Hinweise, wonach die Be-
schwerdeführerin infolge dieses Ereignisses in psychiatrischer Behandlung 
stand. In der Folge ebenso wenig nachvollziehbar ist sodann die psychiatri-
sche Folgeabschätzung, wonach gemäss dem entsprechenden Teilgutach-
ten bereits ab dem … 2013 (dem Zeitpunkt des Überfalls – dieser wird 
unterschiedlich datiert, so etwa auf den … 2013 [vgl. act. II 26 S. 3]) eine 
dauerhafte und gänzliche (psychisch bedingte) Arbeits- und Leistungsun-
fähigkeit eingetreten sein soll. Es bestehen in den Akten keine Hinweise, 
wonach die Beschwerdeführerin die Arbeit nach dem Überfall (für längere 
Zeit) ausgesetzt hätte. Vielmehr arbeitete sie nach Lage der Akten bis Ok-
tober 2014 weiter (vgl. act. II 5 S. 6; 7 S. 2) und die ab diesem Zeitpunkt 
attestierte Arbeitsunfähigkeit wurde auch nicht mit einer psychischen Be-
einträchtigung, sondern ausschliesslich mit somatischen Einschränkungen 
begründet (vgl. act. II 13.2 S. 8). Erst ab dem 7. August 2015 attestierte Dr. 
med. I.________ eine psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit (act. II 26 S. 
4), wobei er den Überfall anamnestisch erwähnte, jedoch keinen ausdrück-
lichen Bezug zur festgestellten psychischen Störung herstellte, sondern 
deren Beginn im Mai 2000 verortete (S. 2). Schliesslich erfolgte die Be-
gründung für das angebliche Fehlen jeglicher Ressourcen im psychiatri-
schen Teilgutachten der der MEDAS F.________ (und in der Folge 
interdisziplinär) pauschal und undifferenziert, durch blosses Aufzählen der 
Items gemäss Mini-ICF-Rating (für Aktivitäts- und Partizipationsbeeinträch-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2020, IV/20/3, Seite 16

tigungen bei psychischen Erkrankungen; vgl. act. II 75.2 S. 8 unten), was 
den normativen Vorgaben gemäss BGE 141 V 281 nicht genügt. 

Diese Mängel wurden sodann auch nicht im Rahmen der „Complément 
d’expertise“ vom 15. November 2017 (act. II 92) behoben. Vielmehr be-
schränkte sich der psychiatrische Experte im Wesentlichen darauf, seine 
bereits im Gutachten vom 13. März 2017 (act. II 75.1 ff.) gemachte Ein-
schätzung zu bestätigen, ohne sich mit den Einwänden von Dr. med. 
E.________ im Bericht vom 11. September 2017 (act. II 88) auseinander-
zusetzen (vgl. act. II 95 S. 2). Im Weiteren hielt die RAD-Ärztin in ihrem 
Bericht vom 31. Januar 2018 (act. II 95) durchaus plausibel fest, dass der 
Ansatz der MEDAS F.________, jede Person, deren BMI von 16.3 auf 46 
ansteige, habe ein erhebliches tiefer liegendes psychisches Problem (vgl. 
act. II 92 S. 2 oben), zu kurz greift, zumal die Gewichtszunahme gemäss 
den von der MEDAS F.________ angeführten Daten innerhalb eines lan-
gen Zeitraums von 14 Jahren erfolgte. Schliesslich wies Dr. med. 
E.________ zutreffend darauf hin, dass die Diagnosen – namentlich eine in 
die Adoleszenz zurückreichende Persönlichkeitsstörung – weiterhin nicht 
nachvollziehbar hergeleitet bzw. begründet werden. 

3.2.3 Demnach erweisen sich das Vorliegen einer 
Persönlichkeitsstörung (sowie die darauf zurückgeführten weiteren 
psychischen Störungen) und namentlich auch die daraus (auch 
interdisziplinär) abgeleitete gänzliche Aufhebung des funktionellen 
Leistungsvermögens (vgl. act. II 75.1 S. 17) gestützt auf das Gutachten der 
der MEDAS F.________ vom 13. März 2017 (act. II 75.1 ff.) nicht als nach-
vollziehbar und schlüssig. Sodann wurden die Unzulänglichkeiten mittels 
Zusatzfragen nicht behoben. Da die Beschwerdegegnerin nach Massgabe 
des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 43 Abs. 1 ATSG) gehalten ist, den 
Sachverhalt soweit zu ermitteln, um über den Leistungsanspruch zumin-
dest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschei-
den zu können, war eine erneute fachärztliche Untersuchung indiziert und 
es kann in Bezug auf das in der Folge veranlasste Gutachten der MEDAS 
G.________ somit nicht von einer unzulässigen „second opinion“ gespro-
chen werden. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2020, IV/20/3, Seite 17

3.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. 
Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die 
Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder 
in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Spezia-
lärzte, welche diesen Anforderungen entsprechen, kommt grundsätzlich 
(voller) Beweiswert zu, solange nicht konkrete Indizien gegen deren Zuver-
lässigkeit sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 470). 

3.4 Das polydisziplinäre Gutachten der MEDAS G.________ vom 6. 
September 2018 (act. II 112.2 ff.) erfüllt die Anforderungen der Rechtspre-
chung an Expertisen (vgl. E. 3.3 vorne) und erbringt vollen Beweis. Es ist in 
allen Teilen nachvollziehbar, die Schlussfolgerungen sind überzeugend 
begründet und es lassen sich gestützt darauf sämtliche vorliegend relevan-
ten Tat- und Rechtsfragen zuverlässig beantworten. Die Gutachter gelang-
ten zum Schluss, dass in somatischer Hinsicht eine lumbale Diskopathie 
mit Osteochondrose von L2 bis L5 ohne Kompressionsphänomene oder 
Kanalstenose sowie (betreffend das linke Knie) eine Gonarthrose mit femo-
ropatellärer Arthrose und Osteochondrose des medialen Femurkondylus 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2020, IV/20/3, Seite 18

vorliegt, welche die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit gänz-
lich, in einer den Leiden angepassten Tätigkeit jedoch nicht einschränkten 
(act. II 112.2 S. 5). Diese Einschätzung überzeugt und steht – was die Ar-
beits- und Leistungsfähigkeit in einer den Leiden angepassten Tätigkeit 
anbelangt – in weitgehender Übereinstimmung mit den entsprechenden 
Feststellungen in den somatischen Teilgutachten der Expertise der der 
MEDAS F.________ (vgl. act. II 75.3 S. 4; 75.4 S. 6). In psychischer Hin-
sicht führen gemäss den Gutachtern die Diagnosen einer leichten depres-
siven Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.01), einer 
neurotischen Erkrankung vom Typ Neurasthenie (ICD-10 F48.0) sowie ei-
ner undifferenzierten Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.1) zu keiner Ein-
schränkung der Arbeitsfähigkeit (act. II 112.2 S. 3 ff.). Auch diese 
Einschätzung überzeugt, indem die Gutachter die Diagnosen nachvollzieh-
bar und plausibel begründen. Insbesondere wurde das Vorliegen einer 
Persönlichkeitsstörung bzw. -änderung schlüssig verneint (vgl. act. II 112.3 
S. 5) und die Quantifizierung des funktionellen Leistungsvermögens erfolg-
te auf der Grundlage einer lege artis durchgeführten, normorientierten, d.h. 
nach Massgabe von BGE 141 V 281 erfolgten medizinischen Einschätzung 
(vgl. act. II 112.3 S. 6; BGE 145 V 361 E. 4.3 S. 368).

3.5 Daran ändern sämtliche Vorbringen der Beschwerdeführerin 
nichts: 

3.5.1 Zunächst besteht entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin 
(vgl. Beschwerde, S. 5) kein (im Sinne des Anspruchs auf rechtliches 
Gehör) unbedingter gesetzlicher Anspruch darauf, dass fachärztliche Be-
richte und Gutachten dem RAD zur Stellungnahme unterbreitet werden 
(Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 13. September 2016, 
9C_417/2016, E. 2). Entscheidend ist, ob sich gestützt auf die im Recht 
liegenden Akten die sich konkret stellenden Tat- und Rechtsfragen auf dem 
Wege einer rechtskonformen Beweiswürdigung zuverlässig beurteilen las-
sen (vgl. E. 3.3 vorne), was vorliegend in Bezug auf das-Gutachten der 
MEDAS G.________ zutrifft (vgl. E. 3.4 vorne).

3.5.2 Im Weiteren vermag die Beschwerdeführerin aus den Berichten 
von Dr. med. J.________ nichts zu ihren Gunsten abzuleiten: Soweit der 
behandelnde Rheumatologe im Bericht vom 25. Juni 2019 (act. II 126 S. 5 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2020, IV/20/3, Seite 19

– 7) – offenkundig in Anlehnung an die frühere Überwindbarkeitspraxis 
(BGE 130 V 352) – für sämtliche Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit verneint 
hat, begründet dies keine Zweifel an der gegenteiligen Beurteilung in der 
Expertise der MEDAS G.________, zumal Dr. med. J.________ seine Ein-
schätzung nicht mit Befunden untermauert. Im Übrigen wurde auch im Gut-
achten der der MEDAS F.________ vom 13. März 2017 aus somatischer 
und namentlich auch rheumatologischer Sicht hinsichtlich angepasster 
Tätigkeiten eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert (act. II 75.4 S. 6). Sodann 
handelt es sich bei dem im Bericht vom 18. Oktober 2019 (act. I 4) erwähn-
ten und als abklärungsbedürftig bezeichneten Schlafapnoe-Syndrom um 
eine Verdachtsdiagnose, bei welcher die Untersuchungsergebnisse eine 
Erkrankung bloss vermuten lassen (vgl. PSCHYREMBEL, Klinisches Wörter-
buch, 267. Aufl. 2017, S. 406). Eine fachärztlich einwandfrei diagnostizierte 
Gesundheitsbeeinträchtigung liegt somit nicht vor. Selbst jedoch, wenn 
Letzteres ausgeblendet würde, so hätten das Schlafapnoe-Syndrom und 
eine daraus potentiell resultierende Leistungseinschränkung jedenfalls im 
massgeblichen Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 18. November 
2019 (vgl. E. 3.1 vorne) noch nicht drei Monate angedauert (Art. 88a Abs. 1 
der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung [IVV; 
SR 831.201]), womit sie im vorliegenden Verfahren ausser Acht zu bleiben 
hätten. 

3.5.3 Ferner vermögen auch die Berichte des behandelnden Psychiaters 
Dr. med. I.________ keine (auch nur geringen) Zweifel an den Ergebnissen 
des Gutachtens der MEDAS G.________ zu wecken: So lag sein Bericht 
vom 20. August 2018 (act. II 109) den Experten der MEDAS G.________ 
vor (vgl. act. II 112.3 S. 4), änderte jedoch nichts an deren Einschätzung, 
wonach in einer angepassten Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit bestehe. 
Dies ist nachvollziehbar, denn insoweit Dr. med. I.________ das Vorliegen 
von funktionellen Einschränkungen mittels (wenngleich allein impliziter) 
Verwendung des Mini-ICF-Ratings begründet, so ist mit dem blossen Auf-
zählen dieser Items eine relevante Fähigkeitseinbusse nicht schlüssig er-
stellt (vgl. E. 3.2.2 vorne), zumal im Bericht eine auf objektiver Befundlage 
basierende Auseinandersetzung mit den leistungshindernden äusseren 
Belastungsfaktoren einerseits und den Kompensationspotentialen (Res-
sourcen) anderseits, welche es erlaubt, das tatsächlich erreichbare Leis-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2020, IV/20/3, Seite 20

tungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2 S. 285 ff., E. 3.4 bis 
3.6 und 4.1 S. 291 ff.), fehlt. Was den nach Erlass des abschlägigen Vor-
bescheides (act. II 117) erstellten Überweisungsbericht von Dr. med. 
I.________ vom 4. Juni 2019 (act. II 126 S. 12 f.) anbelangt, so fällt auf, 
dass die darin wiedergegebene Symptomatologie und Befundlage (S. 13) 
weitgehend und teilweise wortwörtlich mit den entsprechenden Feststellun-
gen in den Berichten vom 23. September 2015 (act. II 26 S. 3) und vom 20. 
August 2018 (act. II 109 S. 2), welche den Gutachtern der MEDAS 
G.________ vorlagen (vgl. act. II 112.7 S. 2; act. II 112.3 S. 4), überein-
stimmen. Damit ist der Bericht vom 4. Juni 2019 nicht geeignet, auch nur 
geringe Zweifel an der Administrativexpertise zu wecken (vgl. E. 3.3 vorne), 
zumal er sich auch nicht mit ihr auseinandersetzt. Auch belegt dieser Be-
richt – entgegen der Beschwerdeführerin (Beschwerde, S. 7 f., Art. 4) – im 
Vergleich zum Sachverhalt, wie er sich den Gutachtern der MEDAS 
G.________ präsentierte, keine Änderung in den tatsächlichen Verhältnis-
sen. 

Dasselbe gilt für den nach dem stationären Aufenthalt der Beschwerdefüh-
rerin in der Klinik K.________ vom 25. Juni bis 30. Juli 2019 (act. II 128 S. 
2) erstellten Bericht von Dr. med. I.________ vom 30. November 2019 (act. 
I 6): So deckt sich die auf S. 3 f. erfolgte Beschreibung der Befundlage 
weitgehend mit jener, wie sie Dr. med. I.________ bereits im Bericht vom 
20. August 2018 (act. II 109 S. 2) wiedergegeben hat und welcher Bericht 
– wie bereits dargelegt – auch den Gutachtern der MEDAS G.________ 
vorlag. Die von Dr. med. I.________ darin postulierte Verschlechterung des 
Gesundheitszustandes (act. I 6 S. 3) ist somit bereits aus diesem Grund 
nicht erstellt. Zudem widerspricht seine Einschätzung, eine während des 
stationären Aufenthalts in der Klinik K.________ „klinisch relevante Remis-
sion“ der depressiven Symptomatik sei „nicht erreicht“ worden (S. 3), den 
Feststellungen in deren Austrittsbericht vom 31. Juli 2019 (act. II 128 S. 2 – 
7), wonach die Beschwerdeführerin eine Remission der depressiven Sym-
ptomatik beschrieben habe und sie am 30. Juli 2019 in deutlich gebesser-
tem psychischem und stabilem physischen Zustand aus der Klinik 
ausgetreten sei (S. 5). Demnach widerlegt der Bericht der Klinik 
K.________ vom 31. Juli 2019 das Postulat der Beschwerdeführerin (Be-
schwerde, S. 8) und von Dr. med. I.________ einer nachhaltigen, invali-

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denversicherungsrechtlich potentiell relevanten Verschlechterung des Ge-
sundheitszustandes (Art. 88a Abs. 1 IVV; vgl. auch act. II 130 S. 2). Indem 
sich der behandelnde Psychiater zudem nicht mit dem Gutachten der 
MEDAS G.________ befasst, geschweige denn, dass er darin Aspekte 
aufzeigt, welche auf eine nicht lege artis erfolgte medizinische Einschät-
zung durch die Administrativgutachter schliessen lassen könnten, bietet 
auch der Bericht vom 30. November 2019 keine Handhabe gegen den Be-
weiswert des Gutachtens der MEDAS G.________. 

3.5.4 Sodann handelt es sich beim Bericht von M.________, infirmière 
en psychiatrie, vom 19. Dezember 2019 an den Rechtsvertreter (act. I 5) 
nicht um eine ärztliche Beurteilung des Sachverhalts und es werden darin 
folglich keine fachärztlich verifizierten Befunde erhoben bzw. dargelegt. 
Neue objektive medizinische Tatsachen oder Aspekte, welche die Gutach-
ter der MEDAS G.________ ausser Acht gelassen haben, ergeben sich 
daraus nicht. 

3.5.5 Schliesslich greift der beschwerdeweise erhobene Einwand, der 
von den Gutachtern der MEDAS G.________ gegenüber der Beschwerde-
führerin erhobene Vorwurf „angeblich demonstrativen Verhaltens“ sei halt-
los (Beschwerde, S. 6, Art. 3), ins Leere: Wie die Beschwerdeführerin 
replicando selber einräumt (S. 4, Art. 10), hielten auch die Gutachter der 
MEDAS F.________ deutliche Hinweise auf demonstratives Verhalten fest 
(„Elle [die Beschwerdeführerin] est donc constamment très démonstrative, 
en particulier lors de l‘examen qui est accompagné de moult gémisse-
ments“ [act. II 75.1 S. 14]; „Nous avons été en présence d’une femme 
faisant plus que son âge, constamment très démonstrative. Les examens 
ont été parasités par une boiterie, des troubles de l’équilibre, des plaintes 
constantes, des gémissements; finalement facilement surmontés“ [S. 16]). 
Die Experten der MEDAS G.________ hielten in der interdisziplinären Be-
urteilung fest, die rheumatologische Begutachtung sei u.a. durch das sehr 
demonstrative Vortragen der Beschwerden und die diffusen Beschwerde-
schilderungen geprägt gewesen, wobei die Beschwerdeführerin selbst im 
Untersuchungsraum und zum Stehen einen Stock benötigt habe, was aus 
rheumatologischer Sicht nicht erklärt werden könne (act. II 112.2 S. 4). 
Zwar wird der Beschwerdeführerin in den Berichten der Stiftung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2020, IV/20/3, Seite 22

C.________ eine gute Motivation bescheinigt (vgl. act. II 52 S. 2; 55 S. 6). 
Diese Einschätzung stammt jedoch aus der Zeit der Eingliederungs-
bemühungen vom 14. Dezember 2015 bis 7. April 2016, weshalb daraus 
keine Rückschlüsse für die erst zu einem wesentlich späteren Zeitpunkt 
erfolgten gutachterlichen Untersuchungen gezogen werden können.

3.6 Zusammenfassend ergeben sich weder aus den Berichten der 
behandelnden Ärzte noch aus den Vorbringen der Beschwerdeführerin 
konkrete Indizien (vgl. E. 3.3 vorne), welche gegen die Zuverlässigkeit des 
Gutachtens der MEDAS G.________ vom 6. September 2018 sprechen. 
Daran ändert auch nichts, dass zwei Gutachten mit „diametral entgegen-
stehenden Einschätzungen“ (Beschwerde, S. 5) vorliegen: Eine weitere 
Begutachtung wäre nur dann anzuordnen, wenn die bereits im Recht lie-
genden (und grundsätzlich gleichrangigen) Expertisen voll beweiswertig 
wären, was jedoch dem Dargelegten zufolge in Bezug auf das psychiatri-
sche Teilgutachten der MEDAS F.________ und in der Folge auch für de-
ren interdisziplinäre Einschätzungen nicht zutrifft. Der Sachverhalt erweist 
sich somit als hinreichend abgeklärt und gestützt darauf ergibt sich ein wi-
derspruchsfreies Beweisergebnis (vgl. E. 3.3 ff. vorne), womit es weder der 
(eventualiter) beantragten Rückweisung an die Beschwerdegegnerin 
zwecks weiterer Abklärungen (Beschwerde, Rechtsbegehren, Ziff. 3) noch 
der (eventualiter) beantragten Einholung eines gerichtlichen Obergutach-
tens (Beschwerde, S. 5) bedarf.

3.7 Gestützt auf das Gutachten der MEDAS G.________ vom 6. Sep-
tember 2018 besteht in somatischer Hinsicht aufgrund des neurologischen 
und rheumatologischen Teilgutachtens der MEDAS F.________ (act. II 
75.3 S. 4; 75.4 S. 6) – welche die rechtsprechungsgemässen Anforderun-
gen an den Beweiswert von ärztlichen Berichten erfüllen (vgl. E. 3.3 vorne) 
und auf welche somit abgestellt werden kann (BGE 143 V 124 E. 2.2.4 S. 
128; SVR 2018 IV Nr. 27 S. 87 E. 4.2.2) – sowie des Gutachtens der 
MEDAS G.________ in der angestammten Tätigkeit keine, in einer den 
Leiden angepassten Verweistätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Dabei 
sind das Hochheben von Lasten vom Boden sowie das Arbeiten mit nach 
vorne gestreckten Armen nicht zumutbar und das Tragen von Gewichten ist 
auf 5kg begrenzt. Das Sitzen ist auf eine Stunde limitiert, wobei die Position 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2020, IV/20/3, Seite 23

anschliessend gewechselt werden muss. Kniende Arbeiten sowie Tätigkei-
ten auf einem Hocker oder einer Leiter sind nicht zumutbar, ebenso Trep-
pensteigen und Gehen in unebenem Gelände (act. II 112.2 S. 5 i.V.m. act. 
II 112.6 S. 6). Diese Einschätzung gilt für den gesamten Beurteilungszeit-
raum. 

Sodann liegt keine psychisch bedingte Beeinträchtigung und in der Folge 
insoweit auch keine Arbeitsunfähigkeit vor. Ein strukturiertes Beweisverfah-
ren nach Massgabe von BGE 141 V 281 ist nicht erforderlich, nachdem 
eine länger dauernde Arbeitsunfähigkeit (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG) durch das 
beweiswertige Gutachten der MEDAS G.________ (act. II 112.2 ff.) in 
nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird – respektive keine trifti-
gen Gründe bestehen, von den darin getroffenen Einschätzungen zur Ar-
beitsfähigkeit abzuweichen (BGE 145 V 361 E. 4.3 S. 367; vgl. auch E. 3.4 
vorne) – und den gegenteiligen Einschätzungen aus den dargelegten 
Gründen (vgl. E. 3.5 vorne) kein Beweiswert beigemessen werden kann 
(BGE 145 V 215 E. 7 S. 228). Dies gilt in Bezug auf den gesamten Beurtei-
lungszeitraum, nachdem aufgrund des Gutachtens der MEDAS 
F.________ vom 13. März 2017 der Schluss auf eine psychisch bedingte 
Invalidität nicht möglich war (vgl. E. 3.2.2 vorne) und die Folgen dieser Be-
weislosigkeit die materiell beweisbelastete Beschwerdeführerin zu tragen 
hat (BGE 141 V 281 E. 6 S. 308).

Auf dieser medizinisch-theoretischen Grundlage ist nachfolgend der Invali-
ditätsgrad zu ermitteln.

4.

4.1 Der Zeitpunkt des frühest möglichen Rentenbeginns liegt mit Blick 
auf die im Juli 2015 (act. II 2 S. 6) erfolgte Anmeldung sowie im Lichte der 
ab Oktober 2014 attestierten Arbeitsunfähigkeit (act. II 5 S. 6) im Januar 
2016 (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG i.V.m. Art. 29 Abs. 1 IVG). 

4.2 Der angefochtenen Verfügung vom 18. November 2019 (act. II 
131) legte die Beschwerdegegnerin einen Status von 80% Erwerb und 20% 
Haushalt zugrunde. Dies ist mit Blick auf die Angaben der Beschwerdefüh-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2020, IV/20/3, Seite 24

rerin gegenüber der Abklärungsfachperson (act. II 116 S. 3), dem vor Ein-
tritt der gesundheitlichen Beeinträchtigungen zuletzt ausgeübten Arbeits-
pensum (act. II 34 S. 2) sowie in Anbetracht der gesamten persönlichen, 
familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse (BGE 144 I 28 E. 2.3 S. 
30) nicht zu beanstanden und wird auch beschwerdeweise ausdrücklich 
nicht in Frage gestellt (S. 9, Art. 5). 

4.3

4.3.1 Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil 
erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der 
Ehegattin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG 
(Einkommensvergleichsmethode) festgelegt. Waren sie daneben auch im 
Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit gestützt auf 
einen Betätigungsvergleich ermittelt (Art. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle 
sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im 
Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im 
Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen 
zu bemessen (sog. gemischte Methode; BGE 144 I 21 E. 2.1 S. 23, 142 V 
290 E. 4 S. 293).

4.3.2 Für die Bestimmung des lnvaliditätsgrades nach Massgabe der 
Einkommensvergleichsmethode (Art. 16 ATSG) wird bei einer erwerbstäti-
gen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt der 
Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und all-
fälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei 
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre.

4.3.2.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2020, IV/20/3, Seite 25

Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitli-
che Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinreichend genau 
beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte gemäss Tabellenlohn 
nach den vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebenen Lohnstruk-
turerhebungen (LSE) abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Inva-
liditätsbemessung nur unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im 
Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren 
abgestellt werden (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110; Entscheid des Eidgenös-
sischen Versicherungsgerichts [EVG, heute BGer] vom 30. Oktober 2002, 
I 517/02, E. 1.2).

4.3.2.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom BFS herausge-
gebenen LSE herangezogen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297). 

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das 
Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu 
schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchstens 25% zu begrenzen ist 
(BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV 
Nr. 46 S. 148 E. 3.3). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2020, IV/20/3, Seite 26

4.3.3 Bei Teilerwerbstätigen, die sich zusätzlich im Aufgabenbereich 
nach Art. 7 Abs. 2 IVG betätigen, berechnet sich der Invaliditätsgrad wie 
folgt:

4.3.3.1 Nach der bis am 31. Dezember 2017 gültigen Rechtslage war für 
den erwerblichen Bereich die nach Massgabe der Einkommensvergleichs-
methode ermittelte Einkommenseinbusse (vgl. E. 4.3.2 vorne) als Anteil 
des Valideneinkommens in Prozenten auszuweisen und der so erhaltene 
Invaliditätsgrad aus dem Erwerbsteil mit dem Anteil der hypothetischen 
Erwerbstätigkeit ohne gesundheitliche Beeinträchtigung zu multiplizieren, 
um den gewichteten Invaliditätsgrad im Erwerbsteil zu erhalten. In Bezug 
auf den Aufgabenbereich war die durch einen Betätigungsvergleich (vgl. 
E. 4.3.1 vorne) ermittelte Invalidität mit dem Anteil der Tätigkeit im 
Aufgabenbereich zu multiplizieren, woraus sich der gewichtete 
Invaliditätsgrad im Aufgabenbereich ergab. Der gesamte Invaliditätsgrad 
ergab sich durch Addition der in beiden Bereichen berechneten und 
gewichteten Teilinvaliditäten (vgl. LEUENBERGER/MAURO in: Soziale 
Sicherheit CHSS 1/2018, S. 41 f.; BGE 125 V 146). 

4.3.3.2 Nach der seit 1. Januar 2018 gültigen Regelung werden der Invali-
ditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invaliditätsgrad in Be-
zug auf die Betätigung im Aufgabenbereich summiert (Art. 27bis Abs. 2 IVV 
[in Kraft seit 1. Januar 2018]). Die Berechnung des Invaliditätsgrads in Be-
zug auf die Erwerbstätigkeit richtet sich nach Art. 16 ATSG (vgl. E. 4.3.2 
vorne). Das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person durch die Tei-
lerwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, 
wird dabei auf ein Vollpensum hochgerechnet. Die prozentuale Erwerbs-
einbusse wird schliesslich anhand des Beschäftigungsgrads, den die Per-
son hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet (Art. 27bis Abs. 3 
IVV [in Kraft seit 1. Januar 2018]). Für die Berechnung des Invaliditätsgrads 
in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich wird der prozentuale An-
teil der Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich im Ver-
gleich zur Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid geworden 
wäre, ermittelt. Er wird anhand des Anteils des Aufgabenbereichs gewichtet 
(Art. 27bis Abs. 4 IVV [in Kraft seit 1. Januar 2018]). Die Gesamtinvalidität 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2020, IV/20/3, Seite 27

ergibt sich aus der Addition der beiden gewichteten Teilinvaliditäten (vgl. 
LEUENBERGER/MAURO, a.a.O, S. 45).

4.3.3.3 Bei der Berechnung der Erwerbseinbusse gemäss Art. 27bis Abs. 3 
IVV, in Kraft seit 1. Januar 2018, ist nicht nur das Validen-, sondern auch 
das Invalideneinkommen auf der Grundlage einer hypothetischen Vollzeit-
tätigkeit zu ermitteln (BGE 145 V 370). 

4.3.3.4 Verfahrensmässig bildet die Änderung der IVV einen Revisions-
grund, welcher nach Abs. 1 der Übergangsbestimmung zur Verord-
nungsänderung vom 1. Dezember 2017 sofort per 1. Januar 2018 zu be-
rücksichtigen ist.

4.4 Zu prüfen ist zunächst die Invalidität im erwerblichen Bereich (vgl. 
E. 4.3.2 vorne).

4.4.1 Bei Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung arbeitete die Be-
schwerdeführerin als ... in einem ... der N.________ AG (act. II 7; 11 S. 6 
f.). Es bestehen keine Hinweise in den Akten, wonach sie diese Tätigkeit 
als Gesunde überwiegend wahrscheinlich aufgegeben bzw. den Arbeitge-
ber gewechselt hätte, weshalb entgegen der Beschwerdegegnerin (act. II 
116 S. 4 f.) kein Anlass besteht, das Valideneinkommen nach Massgabe 
der LSE zu bestimmen (vgl. E. 4.3.2.1 vorne). Demnach ist für die Ermitt-
lung des Valideneinkommens von demjenigen Einkommen auszugehen, 
welches die Beschwerdeführerin zuletzt als Gesunde bei der N.________ 
AG erzielte. Dieses bezifferte sich gemäss Angaben der Arbeitgeberin pro 
2015 auf Fr. 38‘480.-- jährlich (act. II 7 S. 3 f.). Ferner ist das Validenein-
kommen der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung anzupas-
sen, wobei auf den Nominallohnindex gemäss der entsprechenden 
Erhebung des BFS abzustellen ist (vgl. Entscheid des BGer vom 10. Mai 
2013, 8C_67/2013, E. 3.3.5). Unter Berücksichtigung der statistischen Loh-
nerhöhungen (BFS, T1.2.10 Nominallohnindex, Frauen, 2011 – 2018, Ab-
schnitt G [vgl. NOGA 2008, Allgemeine Systematik der Wirtschaftszweige, 
Erläuterungen S. 145 zu Ziff. 473000, abrufbar unter www.bfs.admin.ch]) 
beträgt das jährliche (einem 80%-Pensum entsprechende) Validenein-
kommen pro 2016 Fr. 38‘917.70 (Fr. 38‘480.-- /105.5 x 106.7). Ab Januar 
2018 (vgl. E. 4.3.3.2 ff. vorne) beziffert sich das einem 100%-Pensum ent-

http://www.bfs.admin.ch

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2020, IV/20/3, Seite 28

sprechende und dem Nominallohnindex angepasste massgebliche Vali-
deneinkommen auf Fr. 49‘422.20 (Fr. 38‘480.-- /105.5 x 108.4 /0.8). 

4.4.2 Indem die Beschwerdeführerin ihre Restarbeitsfähigkeit nicht aus-
schöpft respektive keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgeht, sind für die Er-
mittlung des Invalideneinkommens statistische Werte gemäss LSE 2016 zu 
berücksichtigen (vgl. E. 4.3.2.2 vorne). Die Beschwerdegegnerin hat dem 
Invalideneinkommen den Wert „Total“ gemäss TA1, Kompetenzniveau 1, 
Frauen, Fr. 4‘363.--, zugrunde gelegt, was mit Blick auf das im Gutachten 
der MEDAS__G vom 6. September 2018 interdisziplinär formulierte Zumut-
barkeitsprofil (vgl. E. 3.7 vorne) nicht zu beanstanden ist, was ebenso auf 
den zugrunde gelegten Arbeitsunfähigkeitsgrad von 0% zutrifft. Ferner hat 
die Beschwerdegegnerin einen leidensbedingten Abzug (vgl. E. 4.3.2.2 
vorne) von 15% berücksichtigt. Ein triftiger Grund, der ein Abweichen vom 
vorinstanzlich gewährten leidensbedingten Abzug als erforderlich 
erscheinen lässt, ist weder ersichtlich noch wird dergleichen von der 
Beschwerdeführerin geltend gemacht. 

Zu berücksichtigen ist, dass den Tabellenlöhnen generell eine Arbeitszeit 
von 40 Wochenstunden zu Grunde liegt, welcher Wert etwas tiefer ist als 
die betriebsübliche durchschnittliche Arbeitszeit im Bereich der Tabellenpo-
sition Total von TA1, welche sich im Jahr 2016 auf 41.7 Wochenstunden 
belief (vgl. BGE 126 V 75 E. 3b bb S. 77; BFS, Betriebsübliche Arbeitszeit 
nach Wirtschaftsabteilungen). Bei einer durchschnittlichen Wochenarbeits-
zeit von 41.7 Stunden betrug das jährliche Invalideneinkommen beim po-
tentiellen Rentenbeginn im Januar 2016 Fr. 37‘115.15 (Fr. 4‘363.-- x 12 
Monate / 40 x 41.7 Wochenstunden x 0.8 x 0.85) respektive ab 1. Januar 
2018 – bei einer 100%igen Arbeitsfähigkeit sowie unter Berücksichtigung 
der statistischen Lohnerhöhungen (BFS, T1.2.10 Nominallohnindex, Frau-
en, 2011 - 2018, Abschnitt Total) und einem leidensbedingten Abzug von 
15% – Fr. 46‘791.60 (Fr. 4‘363.-- x 12 Monate / 40 x 41.7 Wochenstunden / 
105 x 105.9 x 0.85). 

4.4.3 Aus der Gegenüberstellung der Vergleichseinkommen resultiert 
pro 2016 eine Erwerbseinbusse von Fr. 1‘802.55 (Fr. 38‘917.70 - 
Fr. 37‘115.15) und damit ein Invaliditätsgrad von 4.63% (Fr. 1‘802.55 / 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2020, IV/20/3, Seite 29

Fr. 38‘917.70 x 100) bzw. gewichtet (vgl. E. 4.2 vorne) 3.71% (4.63% x 
0.8). 

Ab dem 1. Januar 2018 beziffert sich die Erwerbseinbusse auf Fr. 2‘630.60 
(Fr. 49‘422.20 - Fr. 46‘791.60), woraus ein Invaliditätsgrad von 5.32% 
(Fr. 2‘630.60 / Fr. 49‘422.20 x 100) bzw. gewichtet von 4.26% (5.32% x 
0.8) resultiert. 

4.5 Mit Bezug auf den Aufgabenbereich wurde im Abklärungsbericht 
Haushalt vom 22. März 2019 (act. II 116 S. 2 ff.) mittels Betätigungsver-
gleichs pro 2016 unter Berücksichtigung eines Wechselwirkungszuschlags 
von 10% eine Einschränkung im Aufgabenbereich Haushalt von ungewich-
tet 37% bzw. gewichtet 7.4% und für die Zeit ab 1. Januar 2018 von unge-
wichtet 27% respektive gewichtet 5.4% ermittelt (S. 9). 

Die Beschwerdeführerin macht pauschal geltend, die von der 
Abklärungsperson veranschlagte Einschränkung im Haushalt von 37% 
bzw. 27% sei offensichtlich zu tief ausgefallen (Beschwerde, S. 9, Art. 5). 
Wie es sich damit verhält, kann offen bleiben. Denn selbst wenn im 
Aufgabenbereich Haushalt eine 100%ige Einschränkung zu veranschlagen 
wäre – was offensichtlich nicht zutrifft – betrüge der Invaliditätsgrad pro 
2016 bei einer gewichteten Einschränkung von 3.71% im Erwerbsbereich 
(vgl. E. 4.4.3 vorne) und 20% im Haushaltsbereich (100% x 0.2) gerundet 
lediglich 24% (zur Rundung: BGE 130 V 121 E. 3.2 S. 123). Für die Zeit ab 
1. Januar 2018 beliefe sich der Invaliditätsgrad bei einer gewichteten Ein-
schränkung von 4.26% im Erwerbsbereich (vgl. E. 4.4.3 vorne) und 20% im 
Haushaltbereich (100% x 0.2) ebenfalls auf gerundet 24%. Damit besteht 
für den gesamten Beurteilungszeitraum kein Anspruch auf eine Invaliden-
rente (vgl. E. 2.1.2 vorne).

4.6 Zusammenfassend ist die angefochtene Verfügung vom 18. No-
vember 2019 nicht zu beanstanden und die Beschwerde abzuweisen. 

5.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2020, IV/20/3, Seite 30

Mit der Abweisung der Beschwerde ist die Beschwerdeführerin als unterlie-
gend zu betrachten, womit sie grundsätzlich kostenpflichtig wird (Art. 108 
VRPG). 

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Im vorliegenden Fall werden die Verfahrenskosten auf Fr. 800.-- festgesetzt 
und der unterliegenden Beschwerdeführerin auferlegt. Aufgrund der mit 
Verfügung vom 17. März 2020 gewährten unentgeltlichen Rechtspflege 
wird die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. De-
zember 2008 (ZPO; SR 272) – vorläufig von der Zahlungspflicht befreit 
(Art. 113 VRPG).

5.2 Infolge Unterliegens hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch 
auf Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Um-
kehrschluss] und Art. 108 Abs. 3 VRPG). Aufgrund der gewährten unent-
geltlichen Rechtspflege unter Beiordnung von Rechtsanwalt B.________ 
als amtlicher Anwalt bleibt dessen amtliches Honorar festzulegen.

5.2.1 Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 
2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwäl-
tinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem 
gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der 
Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung 
des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer (MWSt.) werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen 
für die Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach 
den gleichen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG 
i.V.m. Art. 1 der Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschädigung 
der amtlichen Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) beträgt der 
Stundenansatz Fr. 200.--.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2020, IV/20/3, Seite 31

5.2.2 Mit nicht zu beanstandender Kostennote vom 23. März 2020 
macht Rechtsanwalt B.________ einen Aufwand von 20.75 Stunden (bei 
einem Stundenansatz von Fr. 250.--) geltend. Gestützt darauf ist der tarif-
mässige Parteikostenersatz auf total Fr. 5‘764.95 festzusetzen (Honorar: 
Fr. 5‘187.50; Auslagen: Fr. 165.30; MWSt.: Fr. 412.15 [7.7% auf 
Fr. 5‘352.80]). Demnach ist Rechtsanwalt B.________ nach Eintritt der 
Rechtskraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse ein amtliches Honorar von 
Fr. 4‘150.-- (20.75 Stunden x Fr. 200.--) zuzüglich Auslagen von Fr. 165.30 
und die MWSt. von 7.7% auf Fr. 4‘315.30, ausmachend Fr. 332.30, total 
somit eine Entschädigung von Fr. 4‘647.60, auszurichten. Vorbehalten 
bleibt die Nachzahlungspflicht der Beschwerdeführerin gegenüber dem 
Kanton Bern entsprechend den Voraussetzungen von Art. 123 ZPO.

5.3 Die obsiegende Beschwerdegegnerin hat als öffentlich-rechtliche 
Anstalt des Kantons Bern keinen Anspruch auf Parteikostenersatz (Art. 61 
Ingress ATSG i.V.m. Art. 104 Abs. 3 und Art. 2 Abs. 1 lit. a VRPG sowie 
Art. 2 Abs. 1 des Einführungsgesetzes vom 23. Juni 1993 zum 
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [EG IVG; BSG 841.21]; vgl. 
auch BGE 128 V 124 E. 5b S. 133).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege wird 
die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht befreit.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Der tarifmässige Parteikostenersatz des amtlichen Anwalts wird in die-
sem Verfahren auf Fr. 5‘764.95 (inkl. Auslagen und MWSt.) festge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2020, IV/20/3, Seite 32

setzt. Davon wird Rechtsanwalt B.________ nach Eintritt der Rechts-
kraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 4‘647.60 festge-
setzte Entschädigung (inkl. Auslagen und MWSt.) vergütet. Vorbehal-
ten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2020, IV/20/3, Seite 33

5. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.