# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** df595c9e-8cbc-5e21-9776-346f0975c188
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-02-14
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 14.02.2022 LB200041
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LB200041_2022-02-14.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: LB200041-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. D. Scherrer, Vorsitzende, Oberrichter Dr. M. Kriech 

und Oberrichter lic. iur. A. Huizinga sowie 

Gerichtsschreiberin MLaw S. Meisel 

Urteil vom 14. Februar 2022 

in Sachen 

 

A._____,  
Klägerin und Berufungsklägerin 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

B._____, Dr. iur.,  
Beklagter und Berufungsbeklagter 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____ 

 

betreffend Forderung   
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 8. Abteilung, im  
ordentlichen Verfahren vom 26. August 2020 (CG120075-L) 
  

- 2 - 

Rechtsbegehren: 
(Urk. 2 S. 4) 

"Der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von 
Fr. 2'000'000.–, nebst Zins zu 5 % seit 21.5.1999 zu bezahlen. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Beklagten." 

Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 8. Abteilung, vom 26. August 2020: 
(Urk. 315 S. 73 f.) 

1. Die Klage wird abgewiesen. 

2. Die Gerichtsgebühr (Pauschalgebühr) wird festgesetzt auf: 

Fr. 70'000.00 ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr.   4'950.00   Gutachten 

Fr.   5'497.50   Zeugenentschädigungen 

Fr. 80'447.50    
 
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

3. Die Kosten des vorliegenden Verfahrens werden der Klägerin auferlegt und 

mit den von ihr für die Kosten des Beweisverfahrens geleisteten 

Barvorschüssen von insgesamt Fr. 19'300.– verrechnet. Der Fehlbetrag von 

Fr.  61'147.50 wird von der Klägerin nachgefordert.  

4. Die vom Beklagten für die Kosten des Beweisverfahrens geleisteten 

Barvorschüsse von insgesamt Fr. 3'650.– werden ihm nach Eintritt der 

Rechtskraft zurückerstattet. 

5. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden der Klägerin auferlegt und mit 

dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 40'750.– verrechnet. 

6. Die Klägerin wird verpflichtet, dem Beklagten für das erst- und 

zweitinstanzliche Verfahren eine Prozess- bzw. Parteientschädigung von Fr. 

93'000.– zu bezahlen. 

(7./8. Mitteilungen, Rechtsmittelbelehrung) 

- 3 - 

Berufungsanträge: 

der Klägerin und Berufungsklägerin (Urk. 314 S. 3): 
 
"Der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von Fr. 2'000'000.–, 
nebst Zins zu 5 % seit 21.5.1999 zu bezahlen. 
 
Eventuell sei der vorinstanzliche Entscheid des Bezirksgerichts Zürich vom 
26. August 2020 (Proz. CG120075-L/U) aufzuheben und zur Neubeurteilung an 
die Vorinstanz zurückzuweisen. Dabei sei berufungsweise anzuordnen, dass der 
hypothetische Erstprozess gegen die C._____ Versicherungsgesellschaft bei 
Anwendung der pflichtgemässen Sorgfalt des Beklagten positiv verlaufen wäre 
und der Beweis über den Gesundheitsschaden und die Kausalität, sowie die 
Einschränkung der Erwerbsfähigkeit gemäss Gutachten dem Grundsatz nach als 
erbracht zu betrachten sei und die Vorinstanz anzuweisen, den ziffernmässigen 
Schaden nach OR 42 II festzulegen und der Klägerin zuzusprechen. 
 
Subeventualiter seien die Ziffern 2 - 6 des Entscheids des Bezirksgerichts Zürich 
vom 26. August 2020 (Proz. CG120075-L/U) aufzuheben und die Kosten und 
Entschädigungsfolge für das erst- und zweitinstanzliche Verfahren neu zu regeln, 
 
 a. indem der Klägerin für das Verfahren vor dem Obergericht (Urteil vom 

19.04.2012, Proz: LB110058-O/U) zu Lasten des Beklagten eine 
Prozess- und Parteientschädigung von Fr. 21'000.– (zuzüglich MwSt) 
zugesprochen wird und die Gerichtsgebühr von Fr. 20'000.– für das 
Berufungsverfahren vor dem Obergericht dem Beklagten überbunden 
wird; 

 
 b.  indem die Gerichtskosten für das Verfahren vor dem Bezirksgerichts 

Zürich vom 26. August 2020 (Proz. CG120075-L/U) auf Fr. 40'750.– 
reduziert werden; 

 
 c.  indem die Parteientschädigung der Klägerin an den Beklagten für das 

Verfahren vor dem Bezirksgericht[s] Zürich vom 26. August 2020 (Proz. 
CG120075-L/U) auf Fr. 41'400.– reduziert wird. 

 
 d.  Unter Verrechnungs- und Rückforderungsrechten zu bisher geleisteten 

Zahlungen der Klägerin. 
 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich Mehrwertsteuer) zu Lasten 
des Beklagten." 
 
 
des Beklagten und Berufungsbeklagten (Urk. 324 S. 2): 
 
"Es sei die Berufung vollumfänglich abzuweisen, unter Kosten- und 
Entschädigungsfolge zu Lasten der Klägerin." 
 

- 4 - 

 

Erwägungen: 

I. 

 1. Am 18. Juli 1992 kam es zu einer Kollision zwischen dem auf der 

D._____-strasse in E._____ fahrenden PW von F._____ und dem von rechts her 

durch die G._____-strasse kommenden und in die D._____-strasse einbiegenden 

PW des H._____. Die Klägerin war Beifahrerin auf dem Vordersitz des von 

F._____ gelenkten Fahrzeugs. Die zugezogene Polizei rapportierte gegen 

H._____ wegen Nichtgewähren des Vortritts beim Sicheinfügen in den Verkehr 

gemäss Art. 36 Abs. 4 SVG und Art. 5 Abs. 3 VRV. In der Folge liess der 

zuständige Polizeirichter die Vortrittsverhältnisse durch die Polizei nochmals 

genauer abklären, welche feststellte, dass sich H._____ nicht auf einer 

Hofausfahrt, sondern auf einer Quartierstrasse befunden habe. Ohne weitere 

Begründung erliess der Polizeirichter am 12. November 1992 einen Strafbefehl 

gegen F._____ wegen Nichtgewährung des Rechtsvortrittes gemäss Art. 36 Abs. 

2 SVG. Dieser Strafbefehl blieb unangefochten. 

 2. Bereits auf der Unfallstelle äusserte sich die Klägerin über Übelkeit und 

Schmerzen und liess sich in der Folge ärztlich behandeln, wobei die Kosten von 

den I._____ Versicherungen (nachfolgend I._____) als ihrer persönlichen 

Unfallversicherung, von ihrer Krankenkasse und von ihr selber getragen wurden. 

Anfang 1998 gelangte die Klägerin erneut wegen des beim Unfall erlittenen 

Schleudertraumas an die I._____, weil sich ihre Beschwerden intensiviert hatten. 

Die I._____ veranlasste in der Folge verschiedene medizinische Abklärungen. Am 

2. September 1999 meldete die I._____ bei der J._____ 

Versicherungsgesellschaft (nachfolgend J._____) als Haftpflichtversicherung von 

F._____ sowie bei der "C._____" Versicherungs-Gesellschaft (nachfolgend 

C._____) als Haftpflichtversicherung von H._____ Regressansprüche an. 

 3. Die Klägerin betraute am 21. Mai 1999 den Beklagten mit ihrer 

anwaltlichen Vertretung in Sachen "Unfall vom 18.7.1992 betreffend 

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Versicherungsleistungen". Der Beklagte zog zu Beginn seines Mandates die 

Akten des Strafverfahrens bei und stellte dabei die unterschiedliche Einschätzung 

der Vortrittssituation durch Polizei und Polizeirichter fest. Bereits nach der ersten 

Kontaktaufnahme und noch vor der offiziellen Mandatierung hatte er der Klägerin 

mitgeteilt, es sei in ihrem Fall vieles verpasst worden, es sei aber noch nicht 

hoffnungslos, vordringlich sei ein Verjährungsunterbruch gegenüber der J._____. 

So zeigte er am 30. Juni 1999 denn auch der J._____ seine Vertretung an und 

holte von ihr einen Verzicht auf die Verjährungseinrede ein, welcher mehrmals 

verlängert wurde. In der Folge brachte sich der Beklagte immer wieder in den 

Abklärungs- und Begutachtungsprozess bei der I._____ ein und hielt auch 

Kontakt mit der J._____. Mit der C._____ nahm er nie Kontakt auf. Am 15. 

November 2000 erstattete das Medizinische Zentrum … in K._____ ein Gutachten 

(Gutachter Dr. L._____) zuhanden der I._____. Darin wurde mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit ein Kausalzusammenhang der damals aktuellen Beschwerden 

der Klägerin mit dem Unfall vom 18. Juli 1992 bejaht und die Beeinträchtigung der 

körperlichen Integrität mit 10 % bemessen. Gestützt auf dieses Gutachten 

gelangte der Beklagte am 30. November 2000 an die I._____ und stellte 

zusätzlich eine Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit der Klägerin zur 

Diskussion. Die I._____ lehnte dies ab und sprach der Klägerin am 7. Mai 2001 

eine Integritätsentschädigung gestützt auf eine Einschränkung von 10 % zu. 

Daraufhin meldete der Beklagte am 8. Mai 2001 bei der J._____ prozentmässig 

konkret bezifferte Forderungen aus Erwerbsunfähigkeit, Erschwerung des 

wirtschaftlichen Fortkommens, Haushaltsschaden sowie eine 

Genugtuungsforderung an. Nach der Geltendmachung einer weiteren 

gesundheitlichen Verschlechterung bei der Klägerin veranlasste die I._____ am 

5. September 2002 eine erneute Begutachtung bei der MEDAS Zentralschweiz. 

Das entsprechende Gutachten vom 20. Juni 2003 bejahte mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit einen Kausalzusammenhang der meisten Beschwerden mit 

dem Unfallereignis vom 18. Juli 1992 und veranschlagte die Arbeitsfähigkeit mit 

70 %. Gestützt darauf sprach die I._____ der Klägerin am 23. August 2004 eine 

Rente wegen Erwerbsunfähigkeit von 30 % zu. In der Folge bereitete der 

Beklagte auch eine Schadenseingabe an die J._____ vor. Am 2. Mai 2005 erhielt 

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er Kenntnis von einem Gutachten, das die J._____ zur Frage des Vortrittes und 

des Verschuldens am Unfall vom 18. Juli 1992 in Auftrag gegeben hatte. Gemäss 

diesem Gutachten hatte F._____ (der Versicherungsnehmer der J._____) den 

Vortritt und war H._____ (der Versicherungsnehmer der C._____) 

vortrittsbelastet. Der Beklagte erkannte das daraus allenfalls sich ergebende 

Risiko eines Haftungsausschlusses der J._____ als Solidarschuldnerin, sah aber 

keinen Anlass zu einer Strategieänderung gegenüber der C._____. 

 4. Am 30. September 2005 erhob die Klägerin gegen die J._____ als 

Haftpflichtversicherung von F._____ eine Schadenersatzklage am Kantonsgericht 

Zug. Mit Urteil vom 11. Dezember 2006 wies das Gericht die Klage ab. Es kam 

zum Schluss, dass nicht F._____, sondern H._____ vortrittsbelastet gewesen sei 

und diesen überdies ein grobes Verschulden treffe. Dies unterbreche die 

Solidarhaftung von F._____ bzw. der J._____ für die Betriebsgefahr im Sinne von 

Art. 59 Abs. 1 SVG. Als Eventualbegründung stellte das Gericht überdies eine 

Verjährung der Ansprüche gegen die J._____ fest, da der am 20. Juli 1999 

abgegebene Verzicht auf die Verjährungseinrede eine Verlängerung der 

Verjährung nur bis zum 16. Juli 2004 bewirkt habe und diese Frist mit der 

Klageeinleitung nicht gewahrt worden sei. Das Zuger Obergericht bestätigte auf 

Berufung der Klägerin hin am 20. November 2007 die Klageabweisung. Es 

bestätigte die Auffassung der Vorinstanz bezüglich eines groben, die 

Solidarhaftung der J._____ unterbrechenden Unfallverschuldens von H._____. 

Zur Verjährungsfrage erwog es, der im Jahre 1999 erklärte Verjährungsverzicht 

der J._____ habe nur die relative Verjährung, nicht aber die absolute Verjährung 

verlängert. Die absolute Verjährung sei daher am 18. Juli 2002 eingetreten und 

die Klage zu spät erfolgt. Das Bundesgericht bestätigte am 25. Februar 2008 die 

Klageabweisung ebenfalls. Es stellte zwar die obergerichtlichen Erwägungen zur 

absoluten Verjährung aus Gründen des rechtlichen Gehörs in Frage. Da es sich 

aber der Auffassung der Vorinstanzen hinsichtlich des groben Verschuldens des 

vortrittsbelasteten H._____ am Unfall anschloss, einen Haftungsunterbruch der 

J._____ bejahte und aus diesem Grund die Klage verwarf, blieb die Frage der 

Verjährung vor Bundesgericht letztlich offen. 

- 7 - 

 5. Gemäss den Urteilen der Zuger Gerichte und des Bundesgerichtes hätte 

die Klägerin ihre Ansprüche ausschliesslich gegen die C._____ richten müssen. 

Diese sind inzwischen verjährt. Mit der vorliegenden Klage verlangt die Klägerin 

daher den Ersatz ihres Schadens aus dem Unfall vom 18. Juli 1992 vom 

Beklagten. Sie wirft ihm eine Verletzung seiner anwaltlichen Sorgfaltspflicht vor. 

 6. Die Vorinstanz kam im angefochtenen Urteil zum Ergebnis, die Klägerin 

habe den Beweis erbringen können, dass sie unmittelbar nach dem Unfall vom 

18. Juli 1992 Kopfschmerzen und von Ende Mai 2010 bis Ende Juli 2010 eine 

äusserst intensive Schmerzphase gehabt habe. Es sei mit der erforderlichen 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die unmittelbar nach 

der Kollision aufgetretenen Kopfschmerzen auf diesen Zusammenstoss 

zurückzuführen seien, nicht aber die Schmerzphase im Jahre 2010. Bezüglich der 

Kopfschmerzen bejahte die Vorinstanz neben dem natürlichen auch den 

adäquaten Kausalzusammenhang. Schadenersatz bzw. Genugtuung sei wegen 

der Kopfschmerzen aber nicht geschuldet. 

II. 

 Die Klage wurde bei der Vorinstanz am 4. August 2010 rechtshängig 

gemacht (Urk. 1 und 2). Nach erfolgter Klageantwort beschränkte die Vorinstanz 

das Hauptverfahren mit Verfügung vom 1. Februar 2011 auf die Frage der 

Haftbarkeit des Beklagten (Urk. 21). Mit Urteil vom 21. Juli 2011 verneinte die 

Vorinstanz die Haftbarkeit des Beklagten und wies die Klage ab (Urk. 44). Das 

von der Klägerin angerufene Obergericht stellte hierauf mit Urteil vom 19. April 

2012 fest, dass der Beklagte wegen unsorgfältiger Führung des Mandats 

betreffend den Unfall vom 12. Juli 1992 für den der Klägerin deswegen 

entstandenen Schaden vollumfänglich hafte, hob das Urteil des Bezirksgerichts 

auf und wies den Prozess zur Fortsetzung des Verfahrens im Sinne der 

Erwägungen und zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurück (Urk. 55 S. 27). 

Das Bundesgericht trat mit Urteil vom 11. Juni 2012 auf die vom Beklagten gegen 

das obergerichtliche Urteil erhobene Beschwerde nicht ein (Urk. 59). Die 

Vorinstanz vervollständigte in der Folge das Hauptverfahren und führte ein 

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Beweisverfahren zum Schaden, zur Genugtuung und zum natürlichen 

Kausalzusammenhang durch. Zum detaillierten Prozessverlauf kann auf das 

angefochtene Urteil verwiesen werden (Urk. 315 S. 2 ff.). Gegen dieses Urteil 

vom 26. August 2020 erhob die Klägerin mit Eingabe vom 16. Oktober 2020 

rechtzeitig Berufung (Urk. 311, 315). Sie hat einen Kostenvorschuss von Fr. 

40'750.– geleistet (Urk. 322). Die Berufungsantwort datiert vom 10. Februar 2021 

und wurde der Klägerin zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 324, 325). Weitere 

Eingaben der Parteien sind nicht erfolgt. 

III. 

 1. a) Mit der Berufung kann sowohl die unrichtige Rechtsanwendung als 

auch die unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden 

(Art. 310 ZPO). In der Berufungsschrift sind die Behauptungen bestimmt und 

vollständig aufzustellen. Zudem muss sie – im Gegensatz zur Klageschrift – nicht 

nur eine tatsächliche, sondern auch eine rechtliche Begründung enthalten (ZK 

ZPO-Reetz/Theiler, Art. 311 N 36). Die Berufungsklägerin hat mittels klarer und 

sauberer Verweisungen auf die Ausführungen vor der Vorinstanz zu zeigen, wo 

sie die massgebenden Behauptungen, Erklärungen, Bestreitungen und Einreden 

erhoben hat. Es ist nämlich nicht Sache der Rechtsmittelinstanz, die Akten und 

die Rechtsschriften der Vorinstanz zu durchforsten, um festzustellen, was welche 

Partei wo ausgeführt hat. Damit ist gesagt, dass die Berufungsschrift weder eine 

pauschale Verweisung auf die bei der Vorinstanz eingereichten Rechtsschriften 

noch eine neuerliche Darstellung der Sach- oder Rechtslage enthalten darf, 

welche nicht darauf eingeht, was vor der Vorinstanz vorgebracht worden ist. 

Pauschale Verweisungen auf die vor der Vorinstanz eingebrachten 

Rechtsschriften sind namentlich dann unzulässig, wenn sich die Vorinstanz mit 

den Ausführungen der Berufungsklägerin auseinandergesetzt hat. Stützt sich der 

angefochtene Entscheid auf mehrere selbständige Begründungen, muss sich die 

Berufungsklägerin in der Berufungsschrift mit allen Begründungen 

auseinandersetzen. Das Gleiche gilt im Falle von Haupt- und 

Eventualbegründung. Auch hier muss sich die Berufungsklägerin mit beiden 

Begründungen auseinandersetzen (Hungerbühler/Bucher, DIKE-Komm-ZPO, Art. 

- 9 - 

311 N 42 f.). Zwar prüft die Berufungsinstanz nicht nur die geltend gemachten 

Rügen (Rügeprinzip). Aber das Gericht muss den angefochtenen Entscheid nicht 

von sich aus auf Mängel untersuchen, es sei denn, der Sachverhalt sei geradezu 

willkürlich festgestellt worden oder das Recht sei geradezu willkürlich angewandt 

worden (Reetz/Theiler, a.a.O.). Aufgrund der umfassenden Überprüfungsbefugnis 

ist die Berufungsinstanz nicht an die mit den Rügen vorgebrachten Argumente 

oder an die Erwägungen der Vorinstanz gebunden, sie kann die Rügen auch mit 

abweichenden Erwägungen gutheissen oder abweisen (vgl. Reetz/Theiler, a.a.O., 

Art. 310 N 6). Die Begründungsanforderungen gelten auch für die 

Berufungsantwort, wenn darin Erwägungen der Vorinstanz beanstandet werden, 

die sich für die im kantonalen Verfahren obsiegende Partei ungünstig auswirken 

können (BGer 4A_258/2015 vom 21.10.2015, E. 2.4.2; BGer 4A_580/2015 vom 

11.04.2016, E. 2.2; BGer 4A_496/2016 vom 08.12.2016, E. 2.2.2; Reetz/Theiler, 

a.a.O., Art. 312 N 11). 

 b) Neue Tatsachen und Beweismittel (Noven) können im 

Berufungsverfahren nur unter den Voraussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO 

berücksichtigt werden, d.h. wenn sie ohne Verzug vorgebracht werden (lit. a) und 

trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden 

konnten (lit. b). Diese Voraussetzungen gelten kumulativ. Handelt es sich um 

echte Noven, ist das Erfordernis der Neuheit ohne Weiteres erfüllt und einzig das 

des unverzüglichen Vorbringens ist zu prüfen. Was unechte Noven angeht, so ist 

es Sache der Partei, die sie vor der Berufungsinstanz geltend machen will, zu 

beweisen, dass sie die erforderliche Sorgfalt an den Tag gelegt hat, was 

namentlich bedingt, die Gründe darzutun, warum die Tatsachen und Beweismittel 

nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten (BGE 144 III 349 E. 

4.2.1; ZK ZPO-Reetz/Hilber, Art. 317 N 34). 

 2. a) Auf den 1. Januar 2011 ist die neue Schweizerische 

Zivilprozessordnung in Kraft getreten. Gemäss Art. 404 Abs. 1 ZPO gilt für 

Verfahren, die bei Inkrafttreten der Zivilprozessordnung rechtshängig sind, das 

bisherige Verfahrensrecht bis zum Abschluss vor der betroffenen Instanz. Für die 

Rechtsmittel gilt das Recht, das bei der Eröffnung des Entscheides in Kraft ist 

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(Art. 405 Abs. 1 ZPO). Der vorinstanzliche Entscheid datiert vom 28. August 2020 

und wurde den Parteien am 16. September 2020 schriftlich eröffnet (Urk. 311, 

312). Demnach ist vorliegend für das Berufungsverfahren die Schweizerische 

Zivilprozessordnung (ZPO) anwendbar. Demgegenüber hatte die Vorinstanz die 

bisherigen Bestimmungen der ZPO/ZH und des GVG/ZH anzuwenden, wie sie 

dies auch getan hat (Urk. 315 S. 9; s. auch nachfolgend Erw. lit. e). Soweit sich im 

Rahmen der Überprüfung des vorinstanzlichen Entscheids Fragen der 

Anwendung von Verfahrensregeln stellen, wird zu prüfen sein, ob die Vorinstanz 

die im Zeitpunkt der Entscheidfällung geltenden Normen richtig angewendet hat; 

eine Rückwirkung des neuen Rechts findet nicht statt. 

 b) Wie bereits erwähnt, hat das Obergericht mit Urteil vom 19. April 2012 die 

Haftbarkeit des Beklagten bejaht. Das Obergericht kam darin zu diesen 

Schlussfolgerungen (Urk. 55 S. 25 f.), welche nach wie vor Bestand haben: 

"Zusammengefasst muss sich der Beklagte den Vorwurf gefallen lassen, dass er 

sowohl zu Beginn des Mandates als auch in dessen weiterem Verlauf, 

insbesondere spätestens im Mai 2005 nach Kenntnis des von der J._____ in 

Auftrag gegebenen Verkehrsgutachtens, das Risiko eines Haftungsausschlusses 

der J._____ infolge eines grob schuldhaften Verhaltens des H._____ pflichtwidrig 

verkannt hat. Weiter hat er bereits von Anfang an eine vorsorgliche 

Rechtswahrung gegenüber der C._____, sei es als mithaftende 

Solidarschuldnerin oder sei es als potentiell alleinhaftende Schuldnerin, durch 

eine geeignete, auch gegen die C._____ wirksame Verjährungsunterbrechung 

pflichtwidrig unterlassen. Die Ansprüche gegen die C._____ waren bei der 

Mandatsübernahme weder absolut noch relativ verjährt und die Unterbrechung 

wäre mit einfachen und zumutbaren Vorkehren möglich gewesen. Die vom 

Beklagten unternommenen Verjährungsunterbrechungen (Einholen eines 

einseitigen Verjährungsverzichts von der J._____) waren mit Bezug auf die 

C._____ rechtlich untauglich und stellen für sich bereits eine 

Sorgfaltspflichtverletzung dar. Hätte der Beklagte zu Beginn des Mandates den 

Eintritt der absoluten Verjährung gegen die C._____ unterbrochen, wäre infolge 

des gesundheitlichen "Rückfalls" bzw. der Akzentuierung der Beschwerden im 

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Jahre 2002 die relative Verjährungsfrist sogar ein weiteres Mal ausgelöst worden 

und mit einem entschlossenen Handeln zu unterbrechen gewesen, insbesondere 

nach Kenntnis des Medas-Gutachtens vom 20. Juni 2003 und ein weiteres Mal 

nach Kenntnis des Verkehrsgutachtens im Mai 2005. Diese Unterlassungen 

erscheinen als kausal für den definitiven Rechtsverlust der Klägerin gegenüber 

der C._____. Wohl musste der Beklagte am Schluss zwangsläufig entscheiden, 

gegen welche der beiden Versicherungen er gerichtliche Klage einleiten wollte. 

Dass er sich für eine Klage gegen die J._____ entschied in Übereinstimmung mit 

dem Urteil des Strafrichters, war grundsätzlich zwar vertretbar und nicht 

sorgfaltswidrig. Der letztlich falsche Entscheid hätte indessen nicht zu einem 

Rechtsverlust für die Klägerin geführt, hätte der Beklagte zuvor rechtzeitig durch 

Verjährungsunterbrechung sich die Möglichkeit eines späteren Vorgehens gegen 

die C._____ für den Fall eines negativen Prozessausgangs gegen die J._____ 

gewahrt. Dafür bzw. für einen daraus resultierenden Schaden haftet der Beklagte 

der Klägerin aus pflichtwidriger Unsorgfalt. Ob der Klägerin aus dem 

Rechtsverlust auch ein materieller Verlust (Schaden infolge einer ausgewiesenen 

und unfallkausalen gesundheitlichen Beeinträchtigung unter Berücksichtigung 

eventueller haftungs- oder schadensmindernder Umstände) sowie Genugtuung 

und in welcher Höhe erwachsen ist, ist im weiteren Prozessverfahren zu prüfen." 

 c) Die Vorinstanz erwog zutreffend, ob die Klägerin einen materiellen 

Verlust erlitten habe, hänge davon ab, ob ein Prozess gegen die C._____, wenn 

er durchgeführt worden wäre, zu einem für sie erfolgreichen Ausgang geführt 

hätte, ihr mithin Schadenersatz- und/oder Genugtuungsansprüche zugesprochen 

worden wären. Wie ein wegen versäumten Verjährungsunterbruchs nicht 

durchgeführter Prozess ausgegangen wäre, wenn der Lauf der Verjährung 

unterbrochen und der Prozess durchgeführt worden wäre, lasse sich nicht mit 

absoluter Sicherheit feststellen. Es seien darüber vielmehr nur Vermutungen 

möglich. Das gelte sowohl hinsichtlich der Tatsachen, die im fraglichen Prozess 

festgestellt worden wären, als auch hinsichtlich der rechtlichen Beurteilung, 

welche diese Tatsachen erfahren hätten. Dies schliesse jedoch die Leistung des 

Beweises, dass die klagende Partei den Prozess gewonnen hätte, wenn die 

Verjährung unterbrochen worden wäre, und dass der ihr durch den versäumten 

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Verjährungsunterbruch zugefügte Schaden dem Betrag entspreche, der ihr im 

Falle ihres Obsiegens als Prozessgewinn zugekommen wäre, nicht von 

vornherein aus. Auf Grund der im Schadenersatzprozess nachgeholten Abklärung 

der Verhältnisse, die für die materielle Beurteilung der verwirkten Klage erheblich 

gewesen wären, könne sich die Annahme, dass diese Klage geschützt worden 

wäre, so stark aufdrängen, dass der Beweis hiefür als erbracht angesehen 

werden dürfe (Urk. 315 S. 13 f. m.H. auf BGE 87 II 364 E. 2; vgl. auch BGer 

4A_2/2020 vom 16.09.2020, E. 3.3.4 a. E.; 4A_187/2021 vom 22.09.2021, 

E. 3.1.2; 4A_659/2018 vom 15.07.2019, E. 3.1.3). 

 d) Die Klägerin macht geltend, die Vorinstanz hätte den hypothetischen 

Erstprozess so zu beurteilen gehabt, wie dieser vor den Gerichten am Unfallort, 

also im Kanton Zug, und zwar im Jahre 2006, stattgefunden hätte, nachdem der 

Beklagte die gescheiterte Klage gegen die J._____ am 30. September 2005 im 

Kanton Zug eingebracht habe. Stattdessen habe die Vorinstanz den Prozess 

nach der kantonalen Prozessordnung des Kantons Zürich beurteilt. Sie hätte aber 

vorab fragen müssen, zu welcher Überzeugung das Gericht des Erstverfahrens 

nach dem für das betreffende Tatbestandsmerkmal einschlägigen Beweismass 

und der dortigen Prozessordnung und den dortigen Verhandlungsgrundsätzen 

gekommen wäre. Die Vorinstanz habe falsches Prozessrecht angewandt. Die 

kantonalen Zivilprozessordnungen der Kantone Zug und Zürich hätten sich 

erheblich unterschieden. Von besonderer Wichtigkeit für den vorliegenden Fall 

seien die unterschiedlichen Regelungen zur Partei-/Beweisaussage. Die 

Parteiaussage sei im Kanton Zug beweisbildend zugelassen gewesen. Es habe 

weder eine Beschränkung auf bloss eine einzige mögliche Beweisaussage unter 

den mehreren Prozessbeteiligten gegeben noch sei die Partei nur mit 

eigenbelastenden Aussagen beweisbildend zugelassen gewesen, wie dies von 

der Vorinstanz im Regressprozess über den gesamten Prozessstoff hinweg zum 

Nachteil der Klägerin zur Anwendung gebracht worden sei. Ebenfalls von 

Wichtigkeit seien Regeln zur Aktenedition. Die relevante Passage in der Zürcher 

ZPO, wonach Urkunden, die "ohne gerichtliche Hilfe beigebracht werden können", 

vom Beweisführer im Verfahren selbst einzugeben seien (§ 137 ZPO/ZH), fehle in 

der ZPO/ZG. Es werde in der ZPO/ZG vielmehr ausdrücklich gesagt, dass 

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Urkunden in den Händen Dritter durch diese zu edieren seien. Komme auf den 

Erstprozess Zuger Recht zur Anwendung, seien die (entsprechenden) 

vorinstanzlichen Erwägungen somit rechtswidrig. Die unzulässige Anwendung 

des Zürcher Rechts auf den hypothetischen Erstprozess im Kanton Zug habe die 

Lage der Klägerin somit in verschiedener Weise erheblich benachteiligt. 

Insbesondere die Beweisregel von § 149 Abs. 3 ZPO/ZH, welche die Vorinstanz 

gleichermassen als Beweiswürdigungsregel auf alle Beweismittel anwende, habe 

im Erstprozess im Kanton Zug überhaupt nicht zur Anwendung gelangen können. 

Der Kanton Zug habe keine entsprechende Beweisregel für Parteiaussagen 

gekannt. Zudem sei Art. 86 aSVG in Kraft gewesen. Dieser habe bestimmt: "Bei 

Streitigkeiten über Ansprüche aus Motorfahrzeug- und Fahrradunfällen beurteilt 

der Richter die Tatsachen, ohne an Beweisregeln des kantonalen Prozessrechtes 

gebunden zu sein." Die Anwendung von § 149 Abs. 3 ZPO/ZH sei daher auch 

bundesrechtswidrig (Urk. 314 S. 8 f.). 

 e) aa) Vor Inkrafttreten der Schweizerischen Zivilprozessordnung wandten 

die Gerichtsinstanzen jedes Kantons das eigene kantonale Prozessrecht an. 

Gemäss Art. 64 Abs. 3 aBV war es Sache des kantonalen Rechts, über 

Organisation und Verfahren der kantonalen Gerichte zu legiferieren. Für vor Ende 

des Jahres 2010 rechtshängig gemachte Zivilprozesse hatten daher die 

zürcherischen Gerichte zürcherisches Prozessrecht anzuwenden. Dies gilt auch 

für den Regressprozess, in dem der Anwalt vom ehemaligen Mandanten ins 

Recht gefasst wird. Inwieweit das Regressverfahren von den zivilprozessualen 

Regeln des Ausgangsverfahrens (d.h. des vom Beklagten nicht gegen die 

C._____ geführten Prozesses) "mitgeprägt" wird, ist umstritten (vgl. 

Summermatter/Gerber, Grundfragen des Anwaltshaftungsprozesses, HAVE 2017 

S. 15 f.). Das Bundesgericht hat es im Entscheid 4A_49/2016 vom 09.06.2016, E. 

4.4, abgelehnt, die im Ausgangsverfahren anwendbare Untersuchungsmaxime im 

(zivilrechtlichen) Regressprozess zur Anwendung zu bringen. Die Frage, ob 

zivilprozessuale Regeln des Ausgangsverfahrens im Regressprozess zu 

berücksichtigen sind, kann sich nur stellen, wenn dieser nach dem anwendbaren 

Prozessrecht korrekt durchgeführt wird. Keinesfalls darf das Prozessrecht des 

Ausgangsverfahrens dazu dienen, prozessuale Nachlässigkeiten einer Partei im 

- 14 - 

Regressprozess zu beheben. Verlangte beispielsweise das zürcherische 

Prozessrecht für die Einholung eines Gutachtens grundsätzlich einen prozessual 

formgerechten und rechtzeitigen entsprechenden Antrag (Frank/Sträuli/Messmer, 

Kommentar zur zürcherischen Zivilprozessordnung, 3. A., Zürich 1997, § 171 N 

8), so wäre der Einwand des Regressklägers nicht zu hören, im 

Ausgangsverfahren hätte das bernische oder zugerische Gericht das Gutachten 

noch einholen können, weil die Beweisabnahme nicht auf die von den Parteien 

angerufenen Beweismittel beschränkt gewesen sei (Art. 197 Abs. 1 und Art. 214 

ZPO/BE; § 152 Abs. 2 und § 181 ZPO/ZG). 

 bb) Die zürcherische Zivilprozessordnung kannte als Parteibefragung die 

persönliche Befragung und die Beweisaussage (§§ 149 f. ZPO/ZH). Aussagen, 

welche die befragte Partei in der Parteibefragung zu ihren eigenen Gunsten 

machte, bildeten keinen Beweis (§ 149 Abs. 3 ZPO/ZH). Die Beweisaussage war 

dagegen nach freier Überzeugung zu würdigen (§ 150 Abs. 3 ZPO/ZH). Die 

Klägerin macht nicht geltend, sie habe vor Vorinstanz dieses Beweismittel 

angerufen bzw. die Vorinstanz habe sie zu Unrecht nicht zur Beweisaussage 

zugelassen. Es hilft ihr daher nicht, wenn sie geltend macht, die Parteiaussage 

sei im Kanton Zug beweisbildend zugelassen gewesen. Hinzu kommt, dass die 

zugerische Zivilprozessordnung für wissentlich wahrheitswidrige Aussagen die 

Bestrafung nach Art. 306 StGB vorsah (§ 189 Abs. 1 ZPO/ZG; vgl. für das frühere 

Recht BGE 95 IV 75 E. 1; Spillmann, Das Beweisrecht in der zugerischen 

Zivilprozessordnung vom 3. Oktober 1940 und de lege ferenda, Diss. Zürich 1973, 

S. 175 f.), was auch für die zürcherische Beweisaussage zutraf. Insofern standen 

beide Beweismittel auf gleicher Stufe. 

 cc) Art. 86 aSVG hinderte die Anwendung von § 149 Abs. 3 ZPO/ZH nicht, 

wonach Aussagen, welche zugunsten der befragten Partei lauteten, keinen 

Beweis bildeten. Da die persönliche Befragung in der damaligen Ausgestaltung 

kein eigentliches Beweismittel war, konnte sie auch dort nicht frei gewürdigt 

werden, wo das Bundesgericht selbst freie Beweiswürdigung vorschrieb 

(Frank/Sträuli/ Messmer, a.a.O., § 149 N 3, m.w.H.). 

- 15 - 

 dd) Zum Urkundenbeweis sah die zugerische Zivilprozessordnung vor, dass 

das Gericht den Prozessgegner oder einen Dritten verpflichten konnte, Urkunden, 

welche diese besassen, vorzulegen (§ 161 Abs. 1 ZPO/ZG). Ebenso sah die 

zürcherische Zivilprozessordnung vor, dass Parteien und Dritte verpflichtet 

werden konnten, in ihrem Gewahrsam befindliche Urkunden auf gerichtliche 

Aufforderung einzureichen (§ 183 Abs. 1 und § 184 Abs. 1 ZPO/ZH). 

Beweismittel, die sich in den Händen des Beweisführers befanden oder von ihm 

aussergerichtlich beschafft werden konnten, waren nach zürcherischem 

Prozessrecht nicht nur zu bezeichnen, sondern gleichzeitig dem Gericht 

einzureichen (§ 137 ZPO/ZH). Soweit die Fristansetzung dies genügend 

klarstellte, durfte Säumnis in Bezug auf ein Beweismittel angenommen werden, 

das trotz Möglichkeit nicht beigelegt wurde (Frank/Sträuli/Messmer, a.a.O., § 137 

N 6). Dies trifft vorliegend ohne Weiteres zu. Im Beweisauflagebeschluss vom 

2. Februar 2015 hatte die Vorinstanz folgendes ausgeführt (Urk. 101 S. 21; vgl. 

auch Urk. 144 S. 6): 

"Als Beweismittel angerufene Urkunden sind zusammen mit einem doppelt 
ausgefertigten Verzeichnis einzureichen, soweit sie nicht bereits bei den Akten liegen. 
Die Pflicht zur Einreichung von Urkunden erstreckt sich dabei auf alle Urkunden, die sich 

im Gewahrsam der beweisführenden Partei befinden sowie auf alle übrigen Urkunden, 

die sie ohne Weiteres selbst beizubringen vermag. Vertritt die beweisführende Partei 

bezüglich solcher Urkunden die Auffassung, sie könne sie nicht ohne Weiteres 

beibringen, so hat sie das im Einzelnen darzulegen. 

… 

Bei Säumnis unterbleibt die Beweisabnahme zum Nachteil der säumigen Partei. Der 

vollständigen Säumnis sinngemäss gleich gestellt ist die teilweise Säumnis (d.h. die 

gänzliche oder punktuelle Nichtbeachtung der vorstehenden Auflagen)." 

 Die Vorinstanz hat somit zu Recht die zürcherische Zivilprozessordnung 

angewendet. Im Übrigen hatte die Klägerin vor Vorinstanz – wenn auch im 

Hinblick auf die Anwendbarkeit der schweizerischen Zivilprozessordnung – selber 

die Auffassung vertreten, das zürcherische Prozessrecht sei anzuwenden, und 

nicht in Betracht gezogen, zugerisches Prozessrecht sei anwendbar (Urk. 70 S. 7 

ff.). Wenn die Vorinstanz gestützt auf § 149 Abs. 3 ZPO/ZH Aussagen der 

- 16 - 

Klägerin, welche zu ihren Gunsten lauteten, als nicht beweisbildend betrachtete, 

ist dies nicht zu beanstanden (Urk. 315 S. 25 lit. dd, S. 30 f. lit. hh, S. 44 f. lit. hh, 

S. 56 lit. ss und S. 62 lit. ee; Urk. 314 S. 10 f. Rz 675). Die Vorinstanz hat auch 

richtigerweise die Edition der Akten des Kantonsspitals Zug sowie der Zeuginnen 

M._____ und N._____ abgelehnt (Urk. 315 S. 23 lit. bb, S. 28 f. lit. dd, S. 52 und 

S. 61 lit. dd; Urk. 314 S. 12 f. Rz 677). 

ee) Schliesslich tut die Klägerin im Rahmen ihrer Hypothese nicht dar, weshalb 

ein Prozess gegen die C._____ Versicherungs-Gesellschaft am Unfallort im 

Kanton Zug und nicht am Sitz der Versicherungs-Gesellschaft und gleichsam des 

Anwaltsbüros des Beklagten in Zürich anhängig gemacht worden wäre; auch aus 

diesem Grund überzeugt der Einwand der Klägerin zum anwendbaren 

Prozessrecht nicht.  

 f) Es genügt, dass für den Kausalzusammenhang (zwischen der 

Sorgfaltspflichtverletzung und dem Schaden) und den Eintritt eines nicht stringent 

zu beweisenden Schadens eine überwiegende Wahrscheinlichkeit spricht. 

Dasselbe herabgesetzte Beweismass reicht aus, die Gewinnaussichten des 

wegen eines Anwaltsfehlers verlorenen Prozesses darzutun (Walter/Schmid, 

Unsorgfältige Führung eines Anwaltsmandats – Anwaltshaftung, in: 

Weber/Münch, Haftung und Versicherung, 2. A., Basel 2015, S. 977 Rz 20.86; 

Schmid, Klippen des Haftpflichtprozesses wegen Anwaltsfehlern, insbesondere 

Schaden und Kausalzusammenhang, in Haftpflichtprozess 2017, Hrsg. 

Weber/Fellmann, 2017, S. 77; Summermatter/Gerber, a.a.O., S. 21 f.). Nach der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung genügt für überwiegende 

Wahrscheinlichkeit nicht, wenn gewisse Elemente für das Vorhandensein einer 

Tatsache sprechen, das Gericht jedoch noch mit der Möglichkeit rechnet, dass sie 

sich nicht verwirklicht haben könnte. Die Möglichkeit, dass es sich anders 

verhalten haben könnte, schliesst die überwiegende Wahrscheinlichkeit zwar 

nicht aus, darf aber für die betreffende Tatsache weder eine massgebende Rolle 

spielen noch vernünftigerweise in Betracht fallen (BGer 4A_658/2016 vom 

05.04.2017, E. 4.4). 

- 17 - 

 Besondere beweisrechtliche Schwierigkeiten ergeben sich, wenn 

Beschwerdebilder nicht bildgebend objektiviert werden können. Im 

Sozialversicherungsrecht verlangt das Bundesgericht bei der Diagnose eines 

Schleudertraumas für die Kausalitätsbeurteilung bei länger andauernden 

Beschwerden ohne organisch nachweisbare Funktionsausfälle neben der 

möglichst genauen und verifizierbaren Dokumentation des Unfallhergangs eine 

erste genügende ärztliche Abklärung und darüber hinaus eine eingehende 

medizinische inter- bzw. polydisziplinäre Abklärung durch Gutachter, welche über 

zuverlässige Vorakten verfügen (BGE 134 V 109 E. 9.4 und 9.5). Dies wird damit 

begründet, dass Verletzungen der Halswirbelsäule klinisch untersucht, aber 

abgesehen von ossären Läsionen und dergleichen nicht bildgebend objektiviert 

werden können, weshalb den Angaben der versicherten Person über bestehende 

Beschwerden besondere Bedeutung zukommt, was aber auch ein 

Missbrauchspotential bietet. Zudem können bei identischer Symptomatik die 

erhobenen Befunde aus dem Katalog des für derartige Verletzungen als typisch 

erachteten Beschwerdebildes gegebenenfalls auch nicht traumatischer Genese 

sein. Entsprechend sind an die Grundlagen für den Schluss auf das Vorliegen 

solcher Verletzungen hohe Anforderungen zu stellen (BGE 134 V 109 E. 9). Diese 

Grundsätze können gemäss Bundesgericht bezüglich der Tatfrage der natürlichen 

Kausalität auch für haftpflichtrechtliche Fälle zur Anwendung gelangen (BGer 

4A_494/2009 vom 17.11.2009, E. 2.2; 4A_607/2014 vom 09.02.2015, E. 3.2; 

4A_658/2016 vom 05.04.2017, E. 3.2.1). 

 Fehlt es an einer direkten Verifizierbarkeit der Beschwerden mit 

apparativen/bildgebenden Abklärungen, kommt denjenigen Beweismitteln, die der 

Geschädigte beibringen kann, umso mehr Bedeutung zu. Grundvoraussetzung für 

den Nachweis entsprechender gesundheitlicher Einschränkungen ist dabei, dass 

die Angaben des Geschädigten glaubwürdig sind, da sich auch die 

untersuchenden Ärzte zum Teil auf diese Angaben abstützen. Ergeben sich in 

den Darstellungen des Geschädigten Widersprüche in sich und zum weiteren 

Beweisergebnis, so misslingt der Schadensnachweis und erscheinen weitere 

medizinische Abklärungen unbehelflich (BGer 4A_549/2014 vom 28.01.2015, E. 

4.2). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist gemäss 

- 18 - 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung entscheidend, ob der Bericht für die 

streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge 

und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die 

Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den 

Beweiswert ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die 

Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als 

Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a, BGE 122 V 157 E. 1c). 

IV. 

 1. Gemäss vorinstanzlichem Urteil ist der Unfallhergang, insbesondere der 

Ablauf der Kollision(en), letztlich unbestritten geblieben. Nach Darstellung der 

Klägerin sei es zu einer seitlich/frontalen Kollision zwischen den beiden 

Fahrzeugen auf der der Klägerin nahen Beifahrerseite gekommen. Der [vom 

Unfallverursacher gelenkte] BMW sei rechtwinklig gegen den rechten Kotflügel 

des Nissan geprallt und beide Fahrzeuge hätten Totalschaden erlitten. Der 

Anprall am Nissan habe im Bereich der vorderen rechten Karosserieecke bis 

knapp in die Mitte der rechten Fahrzeugflanke des Nissan stattgefunden. Die 

Unfallspuren vorne links am Nissan seien erst bei der Folgekollision mit den 

Betonsäulen am gegenüber liegenden linken Fahrbahnrand entstanden. Nur 

Sekundenbruchteile nach der Kollision mit dem anderen Fahrzeug sei der Nissan 

nämlich in anderer, beinahe entgegengesetzter Richtung gegen eine linksseitige 

Mauer und Pflanzenbetonröhren der Liegenschaft D._____-strasse … geprallt 

und habe dort drei Betonröhren mit Pflanzen demoliert. Dabei habe sich der 

Nissan unter einem nun um ca. 25° abweichenden Winkel gegenüber dem 

vormaligen Strassen- und eigenen Fahrrichtungsverlauf auf eine 

Grundstücksmauer zubewegt. Dort sei der Nissan nach 6.25 m Wegstrecke mit 

der Mauer kollidiert und danach wieder nach rechts weggeschleudert. Nach einer 

weiteren Wegstrecke von 7.5 m sei er in die unfallbedingte Endstellung 

gekommen. Der Nissan habe an der Mauer einen Zweitanprall in deutlich 

entgegengesetzter Richtung zum Erstanprall am BMW erlitten. Die Klägerin sei 

- 19 - 

durch die erste seitliche frontale Kollision nach vorne rechts und bei der zweiten 

Kollision des Nissan mit den Betonröhren nach vorne links geschleudert worden. 

Die Geschwindigkeitsänderung ihres Körpers – im Wesentlichen nach rechts und 

in gewissem Umfang auch nach hinten – habe beim ersten Stoss mindestens 20 

km/h und beim zweiten Stoss mindestens 14 km/h betragen, diesmal nach vorne 

links (Urk. 315 S. 20 ff.). 

 Der Unfallhergang blieb im Berufungsverfahren unbestritten. 

 2. a) Die Vorinstanz auferlegte der Klägerin "zum Gesundheitszustand und 

zur Arbeitsunfähigkeit der Klägerin" den Hauptbeweis für folgende Behauptungen 

(Urk. 101 S. 2): 

1.1  dass die Klägerin unmittelbar nach der Kollision kurze Zeit bewusstlos, 

danach somnolent war, 

1.2.1  dass unmittelbar nach dem Unfall vom Nacken ausgehende Schmerzen, 

die in den Kopf, aber auch in den Nacken und den Schultergürtel 

ausstrahlen, begonnen haben, 

1.2.2  dass nach der Kollision vom 18. Juli 1992 anfänglich ein- bis zweimal 

monatlich Schmerzschübe auftraten, welche zunächst während mindestens 

3 Tagen anhaltend und anfänglich weniger häufig als bei der Migräne 

waren, 

1.2.3  dass sich ab 1997/1998 ein Leiden entwickelt hat, das jeweils während ca. 

1/3 des Monats als intensive Schmerztage aufgetreten ist, 

1.2.4  dass im Jahr 2010 die bisher intensivste Phase des unfallbedingten 

Schmerzleidens von März bis Juli 2010 durchgängig angehalten hat. 

 b) Die Klägerin rügt eine fehlerhafte Beweislastverteilung. Der Beklagte 

habe im Rahmen des Mandatsverhältnisses u.a. den körperlichen Schaden als für 

den Prozessfall risikolos dargestellt. Das damit bei der Klägerin erweckte 

Vertrauen habe zur Folge, dass die fraglichen Tatbestandselemente im nun 

vorliegenden Prozess gegen den Beklagten vermutet würden, was eine 

- 20 - 

Umkehrung der Beweislast zur Folge habe. Die Vorinstanz habe daher die 

Beweislast bezüglich des Gesundheitsschadens unrichtig verteilt, soweit vom 

sozialversicherungsrechtlichen Gutachten und vom Gerichtsgutachten O._____ 

abgewichen werden solle (Urk. 314 S. 13 f.). 

 c) Der Beklagte macht geltend, wenn er das Mandat nach der 

Verjährungsunterbrechung niedergelegt hätte, könnte sich die Klägerin nicht 

darauf berufen, was er ihr betreffend Prozesschancen gesagt haben soll. Er habe 

nur das Risiko für den Beweis der Unfallkausalität des behaupteten körperlichen 

Schadens und für ein "Überklagen" als gering, aber nicht als "praktisch nicht 

vorhanden" bezeichnet. Diese Angaben stellten keine Risikobeurteilung der 

Prozesschancen dar. Die Aufklärung des Anwalts beschränke sich auf das 

Kostenrisiko. Eine vorprozessuale Einschätzung, die ja auf den Angaben des 

Klienten beruhe, sei immer relativer Natur. Die eigentliche Dynamik ergebe sich 

erst im kontradiktorischen Verfahren. Eine Einschätzung stelle m.a.W. lediglich 

dar, was im Fall des Prozessierens bevorstehe. Sie sei weit davon entfernt, eine 

Schlechterfüllung des anwaltlichen Auftrags zu begründen, geschweige denn zu 

beweisen. Deshalb könne sie auch nicht dazu führen, im vorliegenden 

Regressprozess die Beweislast umzukehren. Wäre das der Fall, ginge damit 

quasi eine Erfolgsgarantie für den Rechtssuchenden einher. Entweder gewinne er 

den Prozess, wie vom Anwalt versprochen, oder letzterer hafte für sein 

Versprechen (Urk. 324 S. 12 f. und 18). 

 d) Die Klägerin beruft sich für ihren Standpunkt auf Fellmann, der schreibt, 

mit der vorbehaltlosen Übernahme des Auftrags begründe der Beauftragte das 

Vertrauen, das angestrebte Ziel lasse sich tatsächlich auch verwirklichen. Es 

rechtfertige sich daher, im Falle der Nichterfüllung von der Vermutung 

auszugehen, das vom Auftraggeber gewünschte Resultat hätte sich mit dem 

nötigen Einsatz verwirklichen lassen. Keine Vermutung hinsichtlich eines 

positiven Verfahrensausgangs greife Platz, wenn der Anwalt seinen Auftraggeber 

bereits bei Übernahme des Auftrags über die Unsicherheit des Erfolgseintritts 

aufgeklärt habe. In diesem Fall treffe den Auftraggeber für die Behauptung, der 

- 21 - 

Auftrag hätte erfolgreich abgewickelt werden können, die volle Beweislast 

(Fellmann, Anwaltsrecht, 2. A., Bern 2017, N 1463). 

 Gemäss Bundesgericht ist bei einer Verletzung der anwaltlichen 

Aufklärungspflicht zunächst zu fragen, ob der Klient bei einer korrekten 

Aufklärung den Auftrag gleich erteilt hätte oder nicht. Hätte er nichts geändert, 

hätte die Verletzung der anwaltlichen Aufklärungspflicht keinen Schaden bewirken 

können (BGer 4A_38/2008 vom 21.04.2008, E. 2.3). Vorliegend verlangt die 

Klägerin vom Beklagten nicht Schadenersatz, weil er sie ungenügend über die 

Prozessrisiken aufgeklärt habe, sondern weil er gegenüber der C._____ die 

Verjährung nicht unterbrochen hatte. Hätte die Klägerin auf einen Prozess gegen 

die C._____ verzichtet, wenn der Beklagte sie korrekt über die Prozessrisiken 

aufgeklärt hätte, würde sich die Haftung des Beklagten für entgangenen 

Schadenersatz und entgangene Genugtuung gar nicht stellen. Wer 

Schadenersatzansprüche wegen vertragswidriger Ausführung eines 

Anwaltsmandates erhebt, hat die Vertragsverletzung, den Schaden und die 

natürliche Kausalität zwischen diesen Elementen nachzuweisen (BGE 127 III 357 

E. 5a; BGer 4C.274/2004 vom 18.11.2004, E. 2.3 und 3.3; 4C.44/2006 vom 

08.08.2007, E. 3; Fellmann, in: recht 2001 S. 193). Ob bei einer Verletzung der 

Aufklärungspflichten eine Beweislastumkehr stattfindet, kann offenbleiben (vgl. 

Fellmann, Aktuelle Anwaltspraxis 2009, S. 528; Bohnet/Martenet, Droit de la 

profession d'avocat, Bern 2009, Rz 3069). 

 3. a) Die Vorinstanz kam zum Schluss, die Klägerin habe nicht beweisen 

können, dass sie unmittelbar nach der Kollision kurze Zeit bewusstlos und danach 

somnolent gewesen sei (Beweissatz 1.1; Urk. 101 S. 2; Urk. 315 S. 25). In diesem 

Zusammenhang kritisiert die Klägerin einzig, dass die Vorinstanz ihre Aussage in 

der persönlichen Befragung nicht beweisbildend berücksichtigt habe (Urk. 314 

S. 10). Es wurde bereits dargelegt, dass dies zulässig ist (Erw. III/2/e). Mit den 

weiteren von der Vorinstanz gewürdigten Beweismitteln (Urk. 315 S. 23 ff.) setzt 

sich die Klägerin nicht auseinander. Damit bleibt es beim von der Vorinstanz 

festgestellten Beweisergebnis. 

- 22 - 

 b) Zum Gesundheitszustand der Klägerin bei Einlieferung ins Kantonsspital 

Zug zitierte die Vorinstanz den von den Ärzten "unbestrittenermassen" erhobenen 

Befund: 
"Rechte Schulter: Beweglichkeit o.B. (ohne Befund), Schmerzen in Extremstellung und 
Druckdolenz im ganzen Schulterbereich. 
HWS: Beweglichkeit o.B., Schmerzen in Extremstellungen, keine neurologischen 
Ausfälle. 
Kopf: Kontusionsmarker [recte: Kontusionsmarke; vgl. Urk. 72] rechts parietal." 

Die Ärzte hätten folgende Diagnose gestellt: "Kopfkontusion rechts, 

Schulterkontusion rechts, HWS-Distorsion", welche ebenfalls nicht bestritten 

worden sei. Die Klägerin habe der Einschätzung des Beklagten, wonach die im 

Kantonsspital Zug festgestellten Verletzungen ausgesprochen geringfügiger Natur 

gewesen seien und den Grad von leichten Verletzungen nicht überschritten 

hätten, nicht widersprochen. Unbestritten sei weiter, dass die Ärzte des 

Kantonsspitals Zug die Klägerin bis am 24. Juli 1992 100 % arbeitsunfähig 

geschrieben hätten (Urk. 315 S. 26). Im Berufungsverfahren wurden diese 

Ausführungen nicht beanstandet, weshalb sie nach wie vor zutreffend sind. 

 c) aa) Die von der Klägerin behaupteten Schmerzen, welche unmittelbar 

nach dem Unfall vom Nacken ausgehend begonnen und in den Kopf, aber auch in 

den Nacken und den Schultergürtel ausgestrahlt hätten (Beweissatz 1.2.1; 

Urk. 101 S. 2), blieben gemäss Vorinstanz unbewiesen. Es sei einzig davon 

auszugehen, dass die Klägerin unmittelbar nach dem Unfall Kopfschmerzen 

gehabt habe (Urk. 315 S. 31). 

 bb) Die Klägerin zitiert aus dem gerichtlich eingeholten Gutachten von 

Dr. O._____, wonach sie berichte, dass sie seit dem Unfall an konstanten 

Nackenschmerzen leide, bzw. dass ab dem Unfallereignis, dokumentiert bei der 

Erstbeurteilung im Kantonsspital Zug, Nackenschmerzen bestanden hätten, 

welche in dieser Art vorher nicht vorhanden gewesen seien (Urk. 314 S. 21 Rz 

703 und S. 22 Rz 707). 

 Gemäss Beweisabnahmebeschluss vom 25. November 2015 war zu 

Beweissatz 1.2.1 kein Gutachten beantragt worden (Urk. 120 S. 5 und 13 f.), was 

von der Klägerin nicht gerügt wird. Es bestand daher für die Vorinstanz kein 

- 23 - 

Anlass, das Gutachten O._____ in die Beweiswürdigung einzubeziehen. Im 

Berufungsverfahren macht die Klägerin zudem nicht geltend, neue Erkenntnisse 

aus diesem Gutachten vor Vorinstanz prozessrechtskonform behauptet zu haben. 

 cc) Gemäss dem Gutachten von Dr. med. L._____ vom 15. November 2000, 

welches die I._____ in Auftrag gegeben hatte, berichtete die Klägerin, dass sie 

nach dem Unfall sofort starke Schmerzen im Bereich der HWS, BWS und 

Schultergegend wie auch starke Kopfschmerzen verspürt habe. Die Vorinstanz 

erwog dazu, L._____ habe die Klägerin am 19. Mai 2000, mithin annähernd neun 

Jahre nach der Kollision vom 18. Juli 1992 untersucht. Seine Angaben beruhten 

damit einzig auf den Aussagen der Klägerin in der Anamnese. Über eigene 

Beobachtungen habe er für die Zeit unmittelbar nach dem Unfall nicht berichten 

können, ebenso wenig habe er die Angaben der Klägerin über diese Zeit durch 

eigene Untersuchungen objektivieren können. Damit erweise sich das Gutachten 

L._____ vom 15. November 2000 für die Zeit unmittelbar nach dem Unfall nicht 

als beweiskräftig (Urk. 315 S. 27 f.). 

 Mit diesen Erwägungen setzt sich die Klägerin in ihrer Berufungsschrift nicht 

rechtsgenügend auseinander, sondern zitiert kommentarlos aus dem Gutachten 

L._____, so u.a. (Urk. 314 S. 18): 

"Die von Frau A._____ geschilderten gesundheitlichen Probleme sind glaubhaft. Anhand 

von Akten, Anamnese und klinischem Befund sind die aktuellen residuellen musculo-

scelettären Beschwerden im Zusammenhang mit dem im Sommer 92 erlittenen Unfall zu 

sehen. Vor dem Unfallereignis war Frau A._____ absolut beschwerdefrei und in einem im 

Vergleich zu heute vergleichbaren beruflichen Umfeld voll arbeitsfähig. Unfallfremde 

Faktoren, (z.B. relevante Statikstörungen oder deg. Veränderungen, berufsbedingte 

Fehlbelastungen), welchen das persistierende Beschwerdebild im Verlauf zweifelsfrei 

zuzuordnen wäre, lassen sich nicht eruieren." 

 Mit diesen rudimentären Ausführungen im Gutachten kann nicht überprüft 

werden, wie der Gutachter zum Schluss kommt, die Angaben der Klägerin zu den 

nach dem Unfall aufgetretenen Beschwerden seien glaubhaft; es fehlt jegliche 

Plausibilisierung der Patientenangaben. Das Gutachten L._____ erbringt daher 

den Beweis gemäss Beweissatz 1.2.1 nicht. 

- 24 - 

 Auf die weiteren von der Vorinstanz gewürdigten Beweismittel (Rapport der 

Kantonspolizei Zug vom 16. September 1992; Arztzeugnis UVG/Dr. P._____ vom 

5. August 1992, Bericht von Dr. Q._____, Hausarzt, vom 17. April 1998; 

Schreiben Dr. R._____ vom 14. Januar 2005; Krankengeschichte von Dr. 

Q._____; Zeugenaussagen von F._____, S._____, Dr. Q._____, Dr. P._____ und 

Dr. M._____; Urk. 315 S. 27 ff.) geht die Klägerin nicht ein. Das von der Vor-

instanz festgehaltene Beweisergebnis hat daher Bestand. 

 d) aa) Die Vorinstanz sah den Beweis für die klägerische Behauptung, nach 

der Kollision vom 18. Juli 1992 seien anfänglich ein- bis zweimal monatlich 

Schmerzschübe aufgetreten, welche zunächst während mindestens drei Tagen 

anhaltend und anfänglich weniger häufig als bei der Migräne gewesen seien, als 

nicht erbracht (Beweissatz 1.2.2; Urk. 101 S. 2; Urk. 315 S. 46). Die Vorinstanz 

würdigte dazu den Bericht einer Besprechung zwischen dem Beklagten, T._____ 

(Ehemann der Klägerin) und zwei Mitarbeiterinnen der I._____ Versicherungen 

vom 10. Dezember 2003, das Zeugnis von T._____, einen Bericht von Dr. 

Q._____ an die I._____ Versicherungen vom 17. April 1998 und die von ihm 

geführte Krankengeschichte, das Gerichtsgutachten O._____, die 

Zeugenaussage von F._____, ein Schreiben von U._____, die persönliche 

Befragung der Klägerin und zwei von ihre verfasste Schreiben vom 17. April 2002 

bzw. 7. Oktober 2003 (Urk. 315 S. 41 ff.). Dagegen sah die Vorinstanz Berichte, 

Bestätigungen und Gutachten von Personen, welche nicht aus eigener 

Wahrnehmung über den Schmerzzustand der Klägerin nach dem Unfall berichten 

konnten, als nicht beweisbildend an, ebenso wenig entsprechende 

Zeugenaussagen (Urk. 315 S. 40 f.). 

 bb) Zum Gutachten O._____ erörterte die Vorinstanz, dieser habe zur Frage 

des Gesundheitszustandes der Klägerin in der Zeit anfänglich nach der Kollision 

vom 18. Juli 1992 ausgeführt, die Klägerin habe (ihm gegenüber) angegeben, sie 

leide seit dem Unfallereignis an konstanten Nackenschmerzen mit zusätzlich etwa 

einem Drittel der Zeit stärkeren Schmerzen. In den Berichten aus diesem 

Zeitraum (Dr. med. Q._____, Dr. med. V._____) würden zudem Schmerz-schübe 

erwähnt, die teilweise als Migräne, teilweise als Symptome der HWS-Distorsion 

- 25 - 

gewertet worden seien. Den Ausführungen des Gutachters sei zu entnehmen, 

dass er sich bei Beantwortung der ihm gestellten Frage betreffend den 

Gesundheitszustand der Klägerin in der Zeit anfänglich nach der Kollision auf 

deren Angaben ihm gegenüber gestützt habe. Die Angaben der Klägerin 

gegenüber dem Gutachter stellten jedoch blosse Parteibehauptungen dar, welche 

dieser im Gutachten wiedergebe. Der Gutachter verweise sodann auf die Berichte 

von Dr. med. Q._____ und Dr. med. V._____. Letzterer habe die Klägerin jedoch 

erst am 19. Januar 1999 untersucht, weshalb er sich über die Zeit anfänglich nach 

dem Unfall, wie bereits dargelegt, nicht aus eigener Wahrnehmung habe äussern 

können. Die Berichte von Dr. med. P. Q._____ seien nicht beweiskräftig für die 

von der Klägerin behaupteten ein- bis zweimal monatlich auftretenden 

Schmerzschübe in der Zeit anfänglich nach dem Unfall. Der Gutachter halte 

schliesslich fest, dass sich anhand der Aktenlage – abgesehen von einer 

beschriebenen eingeschränkten HWS-Beweglichkeit – keine objektivierbaren 

medizinischen (neurologischen) Befunde finden liessen. Nach der Kollision sei 

mehrfach die Diagnose eines zervikozephalen Syndroms nach HWS-Distorsion 

gestellt worden, diese beruhe jedoch einzig auf anamnestischen Angaben und 

nicht auf objektivierbaren Befunden. Die Feststellungen des Gutachters O._____ 

liessen somit keine beweiskräftigen Schlüsse über den gesundheitlichen Zustand 

der Klägerin und ihre Beschwerden in der Zeit anfänglich nach dem Unfall zu. Er 

habe sich im Wesentlichen auf ihre eigenen Angaben ihm gegenüber gestützt, 

welche jedoch nicht beweisbildend seien. Zusammenfassend vermöge die 

Klägerin mit den Feststellungen O._____s die geltend gemachten ein- bis 

zweimal monatlich auftretenden Schmerzschübe in der Zeit anfänglich nach dem 

Unfall nicht zu beweisen (Urk. 315 S. 42 f.). 

 cc) Die Klägerin macht geltend, der Gutachter O._____ müsse sich zwar 

auch auf Angaben der Geschädigten stützen, wie dies nach der ärztlichen 

Wissenschaft und Gutachterpraxis nicht anders möglich sei, er betone aber auch 

die Konsistenz der Angaben der Geschädigten und damit die geprüfte 

Glaubhaftigkeit der Angaben. Damit stehe durch alle Gutachten fest, dass die 

Klägerin aus dem Unfall vom 18. Juli 1992 eine ununterbrochen andauernde, über 

gewisse Zeitabschnitte progrediente Gesundheitsschädigung erlitten habe. Die 

- 26 - 

Vorinstanz verfalle in Willkür, indem sie dem Gutachten O._____ und den 

sozialversicherungsrechtlichen Gutachten nicht folge. Hinsichtlich des 

Beweiswerts von medizinischen Gutachten sei entscheidend, ob der Bericht für 

die streitigen Belange umfassend sei, auf allseitigen Untersuchungen beruhe, 

auch die geklagten Beschwerden berücksichtige, in Kenntnis der Vorakten 

abgegeben worden sei, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge 

und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchte und ob die 

Schlussfolgerungen des Experten begründet seien. In diesem Sinne habe die 

Vorinstanz vor allem das MEDAS-Gutachten und das Gutachten O._____ 

beurteilen müssen. Die Gutachten und deren Schlussfolgerungen zum 

andauernden, ununterbrochenen und unfallkausalen Gesundheitsschaden der 

Klägerin stehe nach den auch für die Vorinstanz verbindlichen Gutachten fest 

[sic!]. Der einzige "Einwand" der Vorinstanz gegen "dieses Gutachten" sei der, 

dass sich die Ärzte insbesondere auch auf Angaben der Klägerin stützten, was 

nach § 149 Abs. 3 ZPO/ZH unzulässig sei. Ein HWS-Schleudertrauma, wie es bei 

der Klägerin Folge des Unfalls sei, könne eine Vielzahl unspezifischer 

Beschwerden auslösen, wie Nackenschmerzen, Bewegungsschmerzen der HWS 

mit diffuser Schmerzausstrahlung in den Hinterkopf, die Brustwirbelsäule und den 

Schulter-Arm-Bereich, Schluckbeschwerden, Seh- und Hörstörungen, Schwindel 

und Übelkeit, Schlafstörungen und Konzentrationsschwierigkeiten. Diese 

Beschwerden seien unter Umständen pathologisch nicht nachweisbar und damit 

auch medizinisch nicht sicher diagnostizierbar. In Bezug auf solche nicht 

nachweisbaren Beschwerden seien das Gericht und auch die untersuchenden 

Ärzte auf die Aussagen der Klägerin angewiesen. Die von der Klägerin 

behaupteten, zum Beweis verstellten gesundheitlichen Beeinträchtigungen, 

welche sie durch den Unfall erlitten habe, seien im eingeholten Gerichtsgutachten 

im Einzelnen abgeklärt worden. Es sei in dieser Hinsicht auf die Ergebnisse des 

sorgfältig erstellten und begründeten sowie überzeugenden medizinischen 

Gerichtsgutachtens abzustellen. Es bestünden weder Widersprüche noch andere 

Gründe für ein Abweichen von diesem Gerichtsgutachten (Urk. 314 S. 23 ff.). 

 dd) aaa) Die Klägerin hatte zu beweisen, dass nach der Kollision anfänglich 

ein- bis zweimal monatlich (unfallbedingte) Schmerzschübe auftraten, welche 

- 27 - 

während mindestens drei Tagen anhielten. Die Vorinstanz stützte sich dabei auf 

die Behauptungen der Klägerin in der Triplik, wonach der Schmerzschub nach 

Abschluss der akuten Unfallbehandlungen zunächst noch während mindestens 

drei Tagen anhaltend ein- bis zweimal monatlich aufgetreten sei und ca. 1997/98 

sich ein Leiden entwickelt habe, das während ca. eines Drittels im Monat als 

intensive Schmerztage aufgetreten sei (vgl. dazu Beweissatz 1.2.3, nachfolgend 

Erw. lit. e; Urk. 89 S. 32; Urk. 315 S. 39). 

 Die Klägerin setzt sich nicht im Einzelnen mit den Erwägungen der Vorin-

stanz zum Gutachten O._____ auseinander. Das Gutachten wurde in der zweiten 

Hälfte des Jahres 2018 erstellt, also 16 Jahre nach dem Unfall. Zu beweisen hat 

die Klägerin bis 1997/98 mehr oder weniger regelmässig aufgetretene 

Schmerzschübe. Der Gutachter war daher für seine Beurteilung primär auf 

medizinische Unterlagen aus dieser Zeit angewiesen. Die Vorinstanz hat 

begründet, weshalb die Berichte der Dres. Q._____ und V._____ nicht 

beweiskräftig für die behaupteten Schmerzschübe seien. Darauf geht die Klägerin 

nicht ein, ausser dass sie geltend macht, sie habe sich von Dr. Q._____ "nicht 

korrekt diagnostiziert und behandelt, nicht verstanden und nicht ernstgenommen" 

gefühlt (Urk. 314 S. 26 Fn 51). Die Klägerin zeigt nicht auf, wo sie dies vor 

Vorinstanz vorgebracht hat, weshalb davon auszugehen ist, dass es sich um 

neue und damit unzulässige Vorbringen handelt (vgl. vorn Erw. III/1/b). Es bleiben 

daher die Angaben der Klägerin gegenüber dem Gutachter als Quelle für dessen 

Beurteilung des Gesundheitszustandes bis 1997/98. Diesen Angaben hat die 

Vorinstanz die Beweiseignung zu Recht abgesprochen. Das Gutachten O._____ 

erbringt daher den Beweis für Beweissatz 1.2.2 nicht. 

 bbb) Die Klägerin zitiert aus den sozialversicherungsrechtlichen Gutachten 

L._____ und MEDAS und schliesst aus ihnen: "Aufgrund der Akten ist bei 

unbefangener, freier Beweiswürdigung durch die sozialversicherungsrechtlichen 

Gutachten erwiesen, dass die Klägerin durchgehend seit dem Unfall vom 

18.07.1992 unfallkausal durch die primären Folgen eines «HWS-Syndroms» an 

einem zervikozephalen und spondylogenen Schmerzsyndrom insbesondere an 

einer somatoformen Schmerzstörung und Fibromyalgie leidet und sie aufgrund 

- 28 - 

dieser unfallkausalen Leiden in der Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt ist. 

Durchschnittlich und anhaltend muss von einer rein unfallbedingt beeinträchtigten 

Arbeitsunfähigkeit von 30 % ausgegangen werden. Lediglich die Einschränkung in 

der Haushaltführung ist nicht gänzlich klar festgelegt, weil der UVG-Versicherer ja 

nur für den Erwerbsschaden und nicht für die Einschränkung in der 

Haushaltführung aufzukommen hat." (Urk. 314 S. 18 ff., 20 f.). 

 Für das Gutachten L._____ kann auf das bereits Gesagte verwiesen werden 

(Erw. IV/3/c/cc). Aus dem von der Klägerin zitierten MEDAS-Gutachten ergibt sich 

nirgends, dass sie bis ca. 1997/98 während mindestens drei Tagen anhaltend ein- 

bis zweimal monatlich an Schmerzschüben gelitten hätte; die Rede ist von einem 

chronischen zervikozephalen Schmerzsyndrom mit sekundärem 

Fibromyalgiesyndrom und einer anhaltenden somataformen [recte: 

somatoformen] Schmerzstörung (Urk. 314 S. 19). Damit kann der geforderte 

Beweis nicht erbracht werden, und zwar auch nicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit. 

 ccc) Die Vorinstanz verzichtete auf die Einvernahme der von der Klägerin 

angerufenen Zeugen W._____ und AA._____ (Eltern der Klägerin), AB._____ 

(Bruder der Klägerin) und AC._____ (Arbeitskollegin der Klägerin beim 

AD._____). Die Vorinstanz verwies darauf, dass mit dem Zeugen Q._____ der 

Hausarzt der Klägerin befragt worden sei. Er sei derjenige, welcher in der Zeit 

anfänglich nach dem Unfall über ihre gesundheitliche Situation informiert 

gewesen sei und aufgrund seiner Stellung objektive Auskünfte habe erteilen 

können. Ebenfalls einvernommen worden sei mit dem Zeugen F._____ der 

damalige Lebenspartner der Klägerin, der mit ihrer gesundheitlichen Situation am 

besten vertraut gewesen sei. Damit habe die Befragung der Zeugen AA._____, 

W._____ und AB._____ unterbleiben können, zumal ihren Aussagen als enge 

Familienmitglieder der Klägerin von vornherein nur begrenzte Beweiskraft 

zukommen könne. Auf die Befragung von AC._____ verzichtete die Vorinstanz, 

da nicht davon auszugehen sei, dass sie sich an die mehr als 25 Jahre 

zurückliegende Zeit anfänglich nach dem Unfall noch substantiell erinnern könne. 

Weiter hielt die Vorinstanz fest, dass den Angaben dieser nicht einvernommenen 

- 29 - 

Zeugen – sollten sie die Behauptungen der Klägerin vollumfänglich bestätigen – 

die Krankengeschichte des Zeugen Dr. Q._____ über die Klägerin und dessen 

Bericht vom 17. April 1998 an die I._____ Versicherungen (Urk. 5/77; Urk. 5/101 

und /102) entgegenstehen würden. Daraus gehe hervor, dass die Klägerin ihren 

Hausarzt in den ersten sechs Jahren nach dem Unfall lediglich fünfmal wegen 

Migräneschmerzen aufgesucht habe. Weitere Konsultationen wegen Kopf-

/Nackenschmerzen seien nicht erfolgt. Diese nur sehr sporadischen Arztbesuche 

stünden einem Beweis der geltend gemachten ein- bis zweimal monatlich 

auftretenden Schmerzschübe während jeweils mindestens drei Tagen entgegen 

(Urk. 315 S. 45). 

 Die Klägerin rügt eine unzulässige antizipierte Beweiswürdigung. Enge 

Familienmitglieder und Arbeitskollegen könnten sehr wohl relevante Auskünfte 

bezüglich des Gesundheitszustands und insbesondere bezüglich heftiger 

Schmerzschübe geben. Es könne weder davon ausgegangen werden, dass sich 

eine Arbeitskollegin sowieso nicht mehr an die relevanten Vorfälle erinnern könne 

(Un-fallereignisse und deren Folgen seien – auch für Kollegen bzw. Freunde des 

Unfallopfers – gerichtsnotorisch ausserordentliche Ereignisse und könnten 

durchaus länger im Gedächtnis bleiben) noch dass Zeugenaussagen von 

Familienmitgliedern gleichsam pauschal reduzierte Beweiskraft zugesprochen 

werden müsse. Bei Schmerzschüben werde – was gerichtsnotorisch sei – 

regelmässig von einem Arztbesuch abgesehen. Zudem brachte die Klägerin die 

bereits erwähnten – verspäteten – Vorbehalte gegenüber Dr. Q._____ an (Urk. 

314 S. 25 f.; vorangehende Erw. lit. aaa). 

 Das Gericht kann das Beweisverfahren abschliessen, wenn es aufgrund der 

bereits abgenommenen Beweise seine Überzeugung bilden konnte und ohne 

Willkür in antizipierter Würdigung weiterer vorgebrachter Beweise annehmen 

kann, dass seine Überzeugung durch diese nicht geändert würde (BGE 143 III 

297 E. 9.3.2; 140 I 285 E. 6.3.1 = Pra 104 {2015} Nr. 22; 138 III 374 E. 4.3.2; 

BGer 4A_292/2021 vom 31.08.2021, E. 2.1.1). Die Vorinstanz hat die 

Zeugenaussagen von F._____ und Dr. Q._____ und dessen Krankengeschichte 

und Bericht vom 17. April 1998 als Beweise gewürdigt (Urk. 315 S. 41 f., 43). Mit 

- 30 - 

dieser Beweiswürdigung setzt sich die Klägerin nicht auseinander, ausser dass 

sie die spärlichen Arztbesuche bei Dr. Q._____ (zwei im Jahre 1993, je einen in 

den Jahren 1994 und 1996, zwei im Jahre 1997; Urk. 315 S. 42) zu relativieren 

versucht. Sie bestreitet nicht, dass bei zwei dieser sechs Konsultationen (Februar 

1993 und November 1994) weder Migräne noch sonstige Kopfschmerzen Thema 

waren (ebd.). In der Klageschrift hatte die Klägerin ausgeführt, sie habe nach 

Beendigung des Lehrverhältnisses beim AD._____ noch ca. zweieinhalb Jahre 

bis Ende 1994 beim AD._____ gearbeitet. In dieser Zeit habe sie zum Teil 

unerträgliche Schmerzen gehabt und deswegen "immer wieder" Dr. Q._____ 

aufgesucht (Urk. 2 S. 20). Wie gesehen handelte es sich in Tat und Wahrheit bis 

Ende 1994 um eine einzige Konsultation wegen Kopfschmerzen. Ein einjähriger 

Sprachaufenthalt in den USA im Jahre 1995 erklärt immerhin, weshalb in diesem 

Jahr keine Konsultation bei Dr. Q._____ stattfand (Urk. 2 S. 20). Durfte die 

Vorinstanz auf die von ihr abgenommenen Beweise abstellen, dann ist nicht zu 

beanstanden, dass sie aus den von ihr angeführten Gründen (Parteinähe, 

Zeitablauf) auf die Einvernahme der beantragten Zeugen verzichtete. 

 e) aa) Weiter hat die Vorinstanz der Klägerin den Beweis auferlegt, dass 

sich ab 1997/1998 ein Leiden entwickelt habe, das jeweils während zirka eines 

Drittels des Monats als intensive Schmerztage aufgetreten sei (Beweissatz 1.2.3; 

Urk. 101 S. 2). Gemäss Vorinstanz ergibt sich aus den erhobenen Beweismitteln 

zwar, dass die Klägerin in der Zeit ab 1997/1998 zeitweise Schmerzen gehabt 

habe, nicht jedoch in welcher Häufigkeit und in welcher Intensität. Insbesondere 

könne damit der Beweis dafür, dass die Klägerin in dieser Zeit ein Leiden 

entwickelt habe, das jeweils während ca. eines Drittels des Monats als intensive 

Schmerztage aufgetreten sei, nicht erbracht werden (Urk. 315 S. 58). Die Vor-

instanz würdigte dazu den bereits erwähnten Bericht einer Besprechung zwischen 

dem Beklagten, T._____ und zwei Mitarbeiterinnen der I._____ Versicherungen 

vom 10. Dezember 2003, die Krankengeschichte der Chiropraktorin Dr. M._____, 

ein Schreiben des Physiotherapeuten AE._____ vom 2. Februar 2005, einen 

Bericht von Dr. Q._____ an die I._____ Versicherungen vom 17. April 1998 und 

die von ihm geführte Krankengeschichte, ein Schreiben Dr. Q._____s an Dr. 

AF._____ vom 27. Mai 2002, einen Bericht von Dr. AG._____ vom 8. Februar 

- 31 - 

1999, einen Bericht von Dr. V._____ vom 18. März 1999, einen Bericht der Dres. 

AH._____ und AI._____ vom 5. Februar 2003, einen neuropsychologischen 

Bericht der Dres. AH._____ und AJ._____ vom 10. Dezember 2002, einen Bericht 

von Dr. AK._____ vom 2. August 2002, das Gutachten L._____ vom 15. 

November 2000, zwei Schreiben von Dr. AF._____ vom 24. Juni 2002 bzw. 14. 

Oktober 2003 und zwei Berichte desselben vom 15. Dezember 2003 und 2. April 

2004, das MEDAS-Gutachten aus dem Jahre 2003, ein Schreiben von U._____ 

vom 4. Juni 1999 sowie das Schmerztagebuch der Klägerin. Weiter befragte die 

Vorinstanz Dr. Q._____, Dr. AG._____, Dr. AH._____, Dr. AI._____, Dr. 

AL._____, Dr. AF._____, N._____, Dr. AM._____, F._____, AN._____ und 

T._____ als Zeugen und würdigte deren Aussagen (Urk. 315 S. 46 ff.). 

 Gemäss Beweisabnahmebeschluss vom 25. November 2015 war zu 

Beweissatz 1.2.3 kein Gutachten beantragt worden (Urk. 120 S. 5 und 16 ff.), was 

von der Klägerin nicht gerügt wird. Entsprechend wurde der gerichtlich 

beauftragte Gutachter O._____ nicht zu allfällig aufgetretenen Schmerztagen ab 

1997/1998 befragt (Urk. 251; vgl. auch Urk. 314 S. 21 ff.). 

 bb) Mit Ausnahme der beiden Gutachten L._____ und MEDAS setzt sich die 

Klägerin in ihrer Berufungsschrift nicht mit den von der Vorinstanz gewürdigten 

Beweismitteln auseinander. 

 aaa) Zum Gutachten L._____ führte die Vorinstanz aus, dieser erwähne 

zwar Beschwerdeschübe, welche anamnestisch, mithin gestützt auf die Angaben 

der Klägerin selbst, zwei bis drei Tage gedauert hätten und zeitweilig gehäuft 

auftreten würden. Gemäss Analogskala (Schmerzintensitätsbeurteilung anhand 

einer Einteilung von 1-10) leide die Klägerin tageweise unter maximalen 

Beschwerden. Andererseits habe er festgehalten: "Anamnestisch Besserung der 

initial manifesten starken, rechtsbetonten Zervik[al]obrachialgie. Während 

mehreren Jahren bestand ein relativ beschwerdearmer Zustand." In seiner 

Beurteilung habe er ausgeführt, dass die analgetische und die physikalisch 

therapeutische Behandlung zu einer stetigen Besserung der Symptomatik geführt 

habe, was nach einiger Zeit, trotz persistierender Restbeschwerden, auch die 

rasche Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit ermöglicht habe. Ausführungen 

- 32 - 

zum konkreten Ausmass der von ihm erwähnten Restbeschwerden habe Dr. 

L._____ nicht gemacht. Sein Gutachten erweise sich damit als nicht beweiskräftig 

bezüglich der geltend gemachten Schmerzen ab 1997/1998 (Urk. 315 S. 49 f.). 

 Die Klägerin wirft der Vorinstanz vor, damit als Ausfluss von § 149 Abs. 3 

ZPO/ZH die Regel zur Anwendung gebracht haben, wonach Ausführungen der 

Klägerin zu ihren Gunsten nicht beweisbildend seien (Urk. 314 S. 11). Indessen 

hat die Vorinstanz dem Gutachten hinsichtlich Beweissatz 1.2.3 nicht deshalb die 

Beweiskraft abgesprochen, weil sich der Gutachter lediglich auf die Aussagen der 

Klägerin abgestützt habe, sondern vielmehr, weil er das Ausmass der 

Restbeschwerden nicht konkretisiert habe. 

 Andernorts zitiert die Klägerin ohne Bezug zu den Ausführungen der Vorin-

stanz aus dem Gutachten L._____ u.a. (Urk. 314 S. 18): 

"Vollkommen beschwerdefrei wurde die Patientin nicht. Einige Jahre nach dem 

Unfallereignis kam es, ohne erkennbare Ursache, zu einer erneuten Ausweitung der 

musculo-scelettären Schmerzsymptomatik. Trotz Intensivierung der therapeutischen 

Massnahmen persistieren bis heute wechselnd ausgeprägte Schmerzen im Bereiche von 

Nacken und Schultergürtel, begleitet von einer physischen und psychischen 

Belastungsintoleranz. Die Folge sind gehäufte Absenzen am Arbeitsplatz. Auch in den 

häuslichen Aktivitäten und in der Freizeit ist die Patientin eingeschränkt. …" 

Damit bestätigt die Klägerin lediglich, dass der Gutachter das Ausmass der 

Schmerzsymptomatik nicht konkretisiert hat und schon gar nicht bestätigen konn-

te, dass die Klägerin ab 1997/1998 während eines Drittels des Monats intensive 

Schmerztage erlebte. 

 bbb) Die MEDAS-Gutachten würdigte die Vorinstanz wie folgt (Urk. 315 

S. 50 f.): 

"Im Rahmen der MEDAS-Begutachtung erwähnte die Klägerin am 30. April 2003 

in der Anamnese gegenüber Dr. med. AO._____ Schmerzschübe, welche 

plötzlich kämen und ziemlich aggressiv seien. Es seien Schmerzen in Nacken, 

Schultern und Kopfweh. Ein Schub könne in fast voller Intensität bis zu zwei 

- 33 - 

Monate dauern, meist aber nur einen bis vier Tage (act. 5/96 S. 1). Angaben über 

die Häufigkeit fehlen ebenso wie eine zeitliche Einordnung der von der Klägerin 

erwähnten Schmerzschübe. Gegenüber Dr. med. AP._____ gab die Klägerin am 

20. Februar 2003 und 1. März 2003 an, während der im Laufe des Jahres 1996 

aufgenommenen Tätigkeit bei der Firma AQ._____ (AQ._____ AG) habe sie 

wiederholte krankheitsbedingte Abwesenheiten von zwei bis drei Tagen Dauer 

gehabt, Frequenz zunehmend von ca. einmal pro Monat bis später einmal pro 

Woche (act. 5/97 S. 3f.). Dr. med. AP._____ führte die Angaben der Klägerin 

selbst in ihrem Bericht auf, weshalb diese für deren Behauptung nicht 

beweisbildend sein können. Im Übrigen geht daraus nicht hervor, dass die 

Klägerin ab 1997/1998 permanent während eines Drittels des Monats intensive 

Schmerztage hatte. Ab wann die Klägerin gemäss eigenen Angaben einmal pro 

Woche krankheitsbedingt ihrem Arbeitsplatz habe fernbleiben müssen, ist den 

Ausführungen von Dr. med. AP._____ nicht zu entnehmen. Ebenso wenig wird 

klar, welcher Art die Beschwerden waren, die zu den erwähnten Absenzen am 

Arbeitsplatz führten. Seite 3 Al. 2 des Berichts von Dr. med. AR._____, welche die 

Klägerin zum Beweis offeriert, ist sodann nicht aussagekräftig bezüglich der von 

ihr geltend gemachten Schmerztage ab 1997/1998 (act. 5/98 S. 3 Al. 2). Damit 

vermag auch die MEDAS-Begutachtung aus dem Jahre 2003 die Behauptung 

gemäss Beweissatz 1.2.3. nicht zu beweisen." 

 Auch hier rügt die Klägerin, die Vorinstanz halte diese Gutachten für nicht 

beweistauglich, "im Wesentlichen … deshalb, weil diese Gutachten (wenn auch 

nur teilweise, mittelbar oder sonst wie) auf Aussagen bzw. Angaben der Klägerin 

Bezug nehmen …" (Urk. 314 S. 15). Das ist nur zum Teil der Fall. Die Vorinstanz 

bemängelt die Konkretisierung der Angaben hinsichtlich der Häufigkeit und 

zeitlichen Einordnung der Schmerzschübe wie auch die Art der Beschwerden. Die 

Klägerin zeigt nicht auf, dass diese Beurteilung falsch ist. Stattdessen zitiert sie 

wiederum losgelöst von den vorinstanzlichen Ausführungen aus den MEDAS-

Gutachten, um dann ganz allgemein die bereits erwähnten Schlussfolgerungen zu 

ziehen (Urk. 314 S. 18 ff.; vorn [S. 27] Erw. IV/3/d/dd/bbb). Aus welchen 

gutachterlichen Erwägungen sich ergeben soll, dass die Klägerin ab 1997/1998 

- 34 - 

jeweils während eines Drittels eines Monats intensive Schmerztage erlebte, zeigt 

sie nicht auf. Die Beweiswürdigung der Vorinstanz ist nicht zu beanstanden. 

 ccc) Die Vorinstanz hat zu Beweissatz 1.2.3 die von der Klägerin 

angerufenen Zeugen W._____ und AA._____, AB._____, U._____, AC._____ 

und AS._____ in antizipierter Beweiswürdigung nicht einvernommen (Urk. 315 S. 

57 f.). Dies wird von der Klägerin nicht beanstandet, weshalb darauf nicht weiter 

einzugehen ist. 

 ddd) Damit bleibt es bei der vorinstanzlichen Beurteilung, wonach die 

Klägerin den Beweis nicht erbringen konnte, dass sich ab 1997/1998 ein Leiden 

entwickelt hat, das jeweils während ca. eines Drittels des Monats als intensive 

Schmerztage aufgetreten ist (Beweissatz 1.2.3). 

 f) Unter Beweissatz 1.2.4 hatte die Klägerin zu beweisen, dass im Jahr 2010 

die bisher intensivste Phase des unfallbedingten Schmerzleidens von März bis 

Juli 2010 durchgängig angehalten habe (Urk. 101 S. 2). Die Vorinstanz sah es als 

erstellt an, dass die Klägerin von Ende Mai 2010 bis Ende Juli 2010 eine äusserst 

intensive Schmerzphase hatte, welche mit opioidhaltigen Schmerzmitteln und zur 

Schmerzdistanzierung mit einem Antidepressivum behandelt werden musste 

(Urk. 315 S. 62). 

 Die Klägerin hat sich zu diesem Beweisergebnis nicht geäussert. Der 

Beklagte behauptet zwar, kein einziger der Klägerin auferlegter Beweis sei 

erbracht worden (Urk. 324 S. 8), setzt sich aber nicht mit den vorinstanzlichen 

Erwägungen zu Beweissatz 1.2.4 auseinander. Damit genügt er seiner 

Rügeobliegenheit nicht (vorn Erw. III/1) und die Beweiswürdigung der Vorinstanz 

hat Bestand. 

 g) Zusammenfassend bleibt es bei der Schlussfolgerung der Vorinstanz, 

wonach davon auszugehen ist, dass die Klägerin im nicht durchgeführten Prozess 

gegen die C._____ lediglich die unmittelbar nach der Kollision vom 18. Juli 1992 

aufgetretenen Kopfschmerzen und die äusserst intensive Schmerzphase von 

Ende Mai 2010 bis Ende Juli 2010 hätte nachweisen können (Urk. 315 S. 63). 

- 35 - 

 4. a) Gemäss Vorinstanz konnte die Klägerin den Beweis erbringen, dass 

die unmittelbar nach der Kollision aufgetretenen Kopfschmerzen auf diese 

zurückzuführen waren (natürlicher Kausalzusammenhang). Die Vorinstanz 

bejahte auch den adäquaten Kausalzusammenhang in dem Sinne, dass nach 

dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung die 

Kollision als Ursache geeignet gewesen sei, um bei der Klägerin unmittelbar im 

Anschluss an den Unfall Kopfschmerzen auszulösen (Urk. 315 S. 66). Allerdings 

lehnte die Vorinstanz Schadenersatz- und Genugtuungsansprüche wegen dieser 

Kopfschmerzen ab. Die Klägerin sei damals unter Lohnfortzahlung bis am 24. Juli 

1992 krankgeschrieben gewesen und habe ab 25. Juli 1992 wieder voll 

gearbeitet, weshalb kein Erwerbsschaden entstanden sei und auch nicht geltend 

gemacht werde. Ein Haushaltschaden der damals noch im elterlichen Haushalt 

wohnenden Klägerin sei nicht begründet worden. Vorübergehende 

Kopfschmerzen unmittelbar nach einem Unfall könnten zudem nicht 

genugtuungsbegründend sein (Urk. 315 S. 70 f.). 

 Die Klägerin setzt sich mit diesen Erwägungen der Vorinstanz nicht 

auseinander. Ein Erwerbsschaden wird offenbar erst ab 1. August 2001 geltend 

gemacht (Urk. 314 Anhang S. 6). Die Klägerin rügt auch nicht, die Vorinstanz 

habe ihr aufgrund der anfänglichen Kopfschmerzen nach dem Unfall zu Unrecht 

keinen Ersatz von Haushaltschaden und keine Genugtuung zugesprochen. 

 b) aa) Die Vorinstanz kam zum Schluss, die Klägerin habe mit den von ihr 

angerufenen Beweismitteln den Beweis nicht erbringen können, dass die äusserst 

intensive Schmerzphase von Ende Mai 2010 bis Ende Juli 2010 auf den Unfall 

vom 18. Juli 1992 zurückzuführen sei. Dazu würdigte die Vorinstanz einen Bericht 

von Dr. AF._____, dessen Zeugenaussage und die Aussagen der Zeugen 

Dr. AM._____ und Dr. AE._____ sowie das Gutachten O._____ (Urk. 315 S. 66 

ff.). 

 bb) Dass der Bericht und die Zeugenaussage AF._____s nicht 

beweisbildend sind, wird von der Klägerin nicht beanstandet. 

- 36 - 

 cc) aaa) Zu Dr. AM._____ führte die Vorinstanz aus, nach seinen Aussagen 

habe die erste Konsultation der Klägerin bei ihm am 7. Juni 2005 stattgefunden. 

Zur Ursache der Schmerzphase von Ende Mai 2010 bis Ende Juli 2010 habe er 

erklärt, so wie er es erlebt habe, hätten die Schmerzen seit dem Unfall bestanden. 

Aber das sei so, wie er es von der Klägerin gehört habe. Er habe somit die 

Darstellung der Klägerin ihm gegenüber wiedergegeben. Über weitere Angaben 

habe er nicht verfügt, zumal er den von ihr angegebenen Schmerzen nie vertieft 

nachgegangen sei. Entsprechend seien seine Ausführungen für die Frage der 

Kausalität nicht beweisbildend (Urk. 315 S. 68). 

 Der Zeuge AE._____ gab gemäss Vorinstanz an, der erste Kontakt mit der 

Klägerin habe aufgrund der (Physiotherapie-)Verordnung vom 19. Januar 1999 

stattgefunden. Bei ihm persönlich sei die Klägerin bis Ende 2008 in Behandlung 

gewesen. In der Physiotherapie arbeite man mit Thesen bzw. Annahmen. Dass 

die damalige Problematik durch eine Unfallkollision verursacht gewesen sei, sei 

eigentlich relativ klar gewesen. Er habe die Situation erst 1999 betrachten 

können. Er wisse nicht zu 100 % sicher, dass dies die Ursache gewesen sei. Er 

nehme aber an, dass der Unfall die Ursache der Problematik der Klägerin 

gewesen sei. Dies aufgrund seiner Erfahrung mit Schleudertraumapatienten, bei 

welchen Nackenverletzungen häufig auftreten würden. Selbstverständlich seien 

auch andere Ursachen für die Beschwerden der Klägerin denkbar. Diese 

Ausführungen zeigten, so die Vorinstanz, dass der Zeuge AE._____ bei der 

Behandlung der Klägerin zwar davon ausgegangen sei, dass ihre Problematik aus 

der Kollision vom 18. Juli 1992 hergerührt habe. Dabei habe es sich jedoch um 

eine Annahme aufgrund der von der Klägerin geschilderten Beschwerden 

gehandelt, welche er durch nichts habe untermauern können. Entsprechend habe 

er auch andere Ursachen durchaus als möglich erachtet. Die Aussagen des 

Zeugen AE._____ vermöchten damit eine Kausalität der von Ende Mai 2010 bis 

Ende Juli 2010 dauernden Schmerzphase nicht zu beweisen (Urk. 315 S. 68). 

 bbb) Die Klägerin beanstandet an diesen Ausführungen der Vorinstanz 

einzig, dass sie sich bei der Beweiswürdigung von § 149 Abs. 3 ZPO/ZH habe 

leiten lassen (Urk. 314 S. 11). 

- 37 - 

 ccc) Dr. AM._____ war ab dem Jahr 2005 der Hausarzt der Klägerin. Er 

erklärte, dass sie zuerst beim Spezialisten Dr. AF._____ in Behandlung gewesen 

sei. Er (AM._____) habe gewusst, dass sie eine lange Geschichte mit dem Unfall 

1992 gehabt habe. Er habe im Wesentlichen die Diagnose Fibromyalgiesyndrom 

nach einem HWS-Distorsionstraum im Jahre 1992 gehabt. Es sei darum 

gegangen, dass er den hausärztlichen Teil, d.h. die allgemeinmedizinischen 

Angelegenheiten übernehme und Dr. AF._____ sie im Bereich des Unfalls, also 

der Fibromyalgie weiter betreue. Dr. AF._____ habe ihm schriftlich 

zusammengefasst, dass er die Klägerin etwa seit 10 Jahren mit dieser Diagnose 

"im AT._____" [Klinik] AT._____ in E._____, vgl. Urk. 90/190] betreut habe. 

Differenziert habe er (AM._____) aber nicht weiter geschaut. Die Rollenverteilung 

sei von Anfang an klar gewesen, es sei für ihn mehr aus den Akten gewesen. 

Befragt, ob er etwas über die Dauer der Schmerzen sagen könne, antwortete der 

Zeuge, aus seinen Akten sei nicht so ersichtlich, wie es sich damit verhalten 

habe. Es habe Zeiten gegeben, in denen es besser gegangen sei und sie auch 

weniger Schmerzmittel gebraucht habe. Es habe Zeiten gegeben, in denen sie 

Verschlechterungen erlebt habe. Dann habe sie auch wieder den Kontakt mit Dr. 

AF._____ gesucht und er habe das übernommen. Er (AM._____) habe sich hier 

zurückgehalten, weil es in AF._____s Obhut gewesen sei und weil es auch eine 

anspruchsvolle Diagnose gewesen sei (Prot. I S. 260, 262 f.). 

 Dr. AM._____ hatte also von Dr. AF._____ die Diagnose erhalten und 

zudem von der Klägerin gehört, dass sie seit dem Unfall diese Schmerzen gehabt 

habe. Dies genügt aber nicht, um die Kausalität zwischen dem Unfall und der im 

Jahre 2010 erlebten Schmerzphase mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

bejahen zu können. Dr. AM._____ hatte keinerlei eigene Untersuchungen 

gemacht, um die Kausalität zwischen den geklagten Leiden und dem Unfall zu 

überprüfen. Die diagnostizierte Fibromyalgie war nicht das Aufgabengebiet des 

Zeugen. Wenn schon hätte Dr. AF._____ zur Kausalität beweisbildende 

Aussagen machen können, was aber nicht der Fall ist (vorangehende Erw. lit. bb). 

 ddd) Der Zeuge AE._____ hatte die Klägerin erst im Jahre 1999 

kennengelernt. Er sagte, sie habe nach dem Unfall Schmerzen im Nacken und 

- 38 - 

Kopfweh gehabt. Die ärztliche Diagnose habe auf "Schleudertrauma" gelautet. Er 

konnte aber zur Schmerzsituation anfänglich nach dem Unfall keine Aussagen 

machen und bezeichnete das als "ein Problem bei der ganzen Sache. Ich habe 

sie im Jahr 1992 nicht gesehen." Im Jahr 2010 war die Klägerin nicht mehr beim 

Zeugen in Behandlung (Prot. I S. 284 f.). Die Vorinstanz hat zu Recht 

festgehalten, dass der Zeuge lediglich eine Annahme hinsichtlich der Kausalität 

zwischen dem Unfall und den geklagten Schmerzen getroffen hatte. Es fehlten 

ihm offensichtlich nähere Kenntnisse vom Unfallhergang – er wisse von der 

Klägerin, dass es ein Autoaufschlagunfall gewesen sei und der Schlag von der 

rechten Seite gekommen sei (Prot. I S. 295) –, den danach festgestellten 

Beschwerden und medizinischen Abklärungen. 

 dd) Zum Gutachten O._____ erwog die Vorinstanz, dieser sei bei der 

Erstellung des Gutachtens von einem Unfallereignis am 18. Juli 1992 mit 

konsekutiv persistierenden Nackenschmerzen bzw. von einem chronifizierten 

Schmerzzustand ausgegangen. Bei der Annahme eines chronifizierten 

Schmerzzustandes habe sich der Gutachter aber einzig auf die Angaben der 

Klägerin gestützt. Wie bereits dargelegt, sei abgesehen von den unmittelbar nach 

dem Unfall aufgetretenen Kopfschmerzen lediglich eine äusserst intensive 

Schmerzphase von Ende Mai 2010 bis Ende Juli 2010 bewiesen. Entsprechend 

könne entgegen den Annahmen des Gutachters nicht von einem chronifizierten 

Schmerzzustand bzw. von seit dem Unfallereignis persistierenden 

Nackenschmerzen ausgegangen werden. Der Gutachter habe seine Feststellung, 

wonach die Nackenschmerzen der Klägerin mit "an Sicherheit grenzender 

Wahrscheinlichkeit" auf das Unfallereignis zurückzuführen seien, somit auf einen 

nicht bewiesenen Schmerzverlauf abgestützt. Damit fehle es aber an der für die 

gutachterliche Einschätzung massgeblichen Grundlage. Infolgedessen könne 

auch mit dem Gutachten von Dr. O._____ nicht bewiesen werden, dass die 

damals rund 18 Jahre zurückliegende Kollision vom 18. Juli 1992 ursächlich für 

die äusserst intensive Schmerzphase der Klägerin von Ende Mai 2010 bis Ende 

Juli 2010 gewesen sei (Urk. 315 S. 69). 

- 39 - 

 Die Klägerin behauptet, es stehe durch alle Gutachten fest, dass sie aus 

dem Unfall vom 18. Juli 1992 eine ununterbrochen andauernde, über gewisse 

Zeitabschnitte progrediente Gesundheitsschädigung erlitten habe. Es stehe auch 

die Unfallkausalität zum Unfall fest. Was die Vorinstanz dagegen einwende, 

müsse als unzureichend begründetes Abweichen des Gerichts von den 

Gutachten bezeichnet werden (Urk. 314 S. 24). Dem ist nicht so. Die Vorinstanz 

weicht zu Recht vom Gutachten O._____ ab, weil die Klägerin die Beweise 

gemäss den Beweissätzen 1.2.1, 1.2.2 und 1.2.3 nicht erbringen konnte und der 

Gutachter daher fälschlicherweise von einem chronifizierten Schmerzzustand 

bzw. von seit dem Unfallereignis persistierenden Nackenschmerzen ausgegangen 

war. Die früher erstellten Gutachten L._____ und MEDAS sind von vornherein 

nicht geeignet, etwas zur Ursache für die Schmerzperiode im Jahre 2010 

auszusagen. 

 ee) Die vorinstanzliche Feststellung, wonach die Klägerin mit den von ihr 

angerufenen Beweismitteln den Beweis nicht habe erbringen können, dass die 

äusserst intensive Schmerzphase von Ende Mai 2010 bis Ende Juli 2010 auf den 

Unfall vom 18. Juli 1992 zurückzuführen sei, ist somit nicht zu beanstanden. 

 5. Im Ergebnis ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass der Klägerin 

in einem Prozess gegen die C._____ keine Schadenersatz- und/oder 

Genugtuungsansprüche zugesprochen worden wären und sie damit mangels 

Schaden auch keinen Schadenersatzanspruch gegen den Beklagten hat. Die 

Klage ist abzuweisen. 

V. 

 1. Ausgangsgemäss wird die Klägerin für das erstinstanzliche Verfahren 

grundsätzlich kosten- und entschädigungspflichtig (§ 64 Abs. 2 ZPO/ZH und § 68 

Abs. 1 ZPO/ZH). 

 a) Die Vorinstanz hat die Kosten inklusive diejenigen des 

Berufungsverfahrens LB110058-O der Klägerin auferlegt und diese verpflichtet, 

- 40 - 

dem Beklagten für das erst- und zweitinstanzliche Verfahren eine Prozess- bzw. 

Parteientschädigung zu bezahlen (Urk. 315 S. 73 f.). 

 Die Klägerin beantragt, die Kosten des ersten Berufungsverfahrens seien 

dem Beklagten aufzuerlegen und dieser sei zu verpflichten, ihr für jenes 

Berufungsverfahren eine Parteientschädigung von Fr. 21'000.– (zuzüglich MwSt.) 

zu bezahlen. Die Klägerin macht geltend, sie habe im obergerichtlichen Verfahren 

grossmehrheitlich obsiegt und dabei die zentrale Feststellung erwirken können, 

dass der Beklagte zufolge Sorgfaltswidrigkeit im Grundsatz haftpflichtig sei. Diese 

Kostenverteilung sei nicht nur mit Rücksicht auf das Obsiegen der Klägerin im 

Berufungsverfahren und somit mit Blick auf § 64 Abs. 3 ZPO/ZH geboten, 

sondern auch im Hinblick auf das vor allem im Haftpflichtrecht geltende 

Veranlassungsprinzip, welches besage, dass die Prozesskosten grundsätzlich 

von dem verantwortlichen Haftpflichtigen zu tragen seien (Urk. 314 S. 30). 

 Das Obergericht hatte in seinem Rückweisungsentscheid vom 26. August 

2020 die Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen des 

Berufungsverfahrens dem definitiven Entscheid der Vorinstanz aufgrund des 

dannzumaligen Obsiegens bzw. Unterliegens vorbehalten (Urk. 55 S. 26 f.). 

Daran war nicht nur die Vorinstanz, sondern ist nun auch das Obergericht im 

vorliegenden Entscheid gebunden (Steininger, DIKE-Komm-ZPO, Art. 318 N 10, 

m.w.H.). Die Vorinstanz hat daher zu Recht die Kosten- und 

Entschädigungsfolgen des ersten Berufungsverfahrens zulasten der 

unterliegenden Klägerin geregelt. 

 b) Die Klägerin erachtet die von der Vorinstanz festgesetzte Gerichtsgebühr 

von Fr. 70'000.– und die zugesprochene Parteientschädigung von Fr. 72'000.– als 

unverhältnismässig hoch und beantragt "angesichts des primär vom Beklagten 

verursachten – unnötigen – Aufwands" eine Kürzung auf Fr. 40'750.– bzw. 

Fr. 41'400.–, indem von den Zuschlägen, welche die Vorinstanz gemacht habe, 

abzusehen sei (Urk. 314 S. 30). 

 Der Beklagte erhebt ausdrücklich keine Einwände gegen die 

Kostenverteilung [recte wohl: Kostenregelung] der Vorinstanz (Urk. 324 S. 26). 

- 41 - 

 Die Vorinstanz ist von einem Streitwert von Fr. 2'000'000.– ausgegangen 

und hat die Verordnung des Obergerichts über die Gerichtsgebühren vom 4. April 

2007 sowie die diejenige über die Anwaltsgebühren vom 21. Juni 2006 zur 

Anwendung gebracht. Bei diesem Streitwert beträgt die einfache Gerichtsgebühr 

mit der Vorinstanz Fr. 40'750.–. Sie erhöhte diese Gebühr in Anwendung von § 9 

Ziff. 1 aGebV OG auf Fr. 60'000.–, da es sich um ein besonders aufwendiges 

Verfahren gehandelt habe (Urk. 315 S. 72). Die Klägerin stellt zu Recht nicht in 

Abrede, dass das Verfahren vor Vorinstanz besonders aufwendig war. Es kann 

dazu auf die ausführliche Prozessgeschichte im angefochtenen Urteil verwiesen 

werden (Urk. 315 S. 2-8). Eine Erhöhung der einfachen Gerichtsgebühr um rund 

die Hälfte erscheint ohne weiteres als angemessen. Worin der vom Beklagten 

verursachte unnötige Aufwand bestanden haben soll, tut die Klägerin nicht dar. 

 Bei der Prozessentschädigung beträgt die Grundgebühr Fr. 41'400.–. Die 

Vorinstanz erhöhte die Entschädigung auf Fr. 72'000.– und verwies darauf, dass 

für die Duplik, die Stellungnahme zur Substantiierungseingabe der Klägerin, die 

Beweisantretungsschrift, mehrere Beweisverhandlungen, weitere Stellungnahmen 

und die Stellungnahme zum Beweisergebnis Zuschläge im Sinne von § 6 

aAnwGebV vorzunehmen seien (Urk. 315 S. 72). Wenn die Vorinstanz dafür 

Zuschläge von insgesamt rund 70 % veranschlagte, ist dies nicht zu 

beanstanden, zumal die Gebührenverordnung festhält, die Summe aller 

Zuschläge solle in der Regel die Höhe der festgesetzten Grundgebühr nicht 

übersteigen (§ 6 Abs. 2 aAnwGebV). 

 c) Die Kostenregelung, wie sie die Vorinstanz vorgenommen hat, ist somit 

zu bestätigen. 

 2. Die unterliegende Klägerin ist auch für das vorliegende 

Berufungsverfahren kosten- und entschädigungspflichtig (Art. 106 Abs. 1 ZPO). 

Die Entscheidgebühr ist auf Fr. 40'750.– (§ 12 Abs. 1 und 2 i.V.m. § 4 Abs. 1 

GebV OG vom 8. September 2010) und die Parteientschädigung in Anwendung 

von § 13 Abs. 1 und 2 i.V.m. § 4 Abs. 1 AnwGebV vom 8. September 2010 auf 

Fr. 15'000.– festzusetzen. Ein Mehrwertsteuerzuschlag wurde nicht beantragt. 

- 42 - 

Es wird erkannt: 

1. Die Berufung wird abgewiesen und das Urteil des Bezirksgerichts Zürich 

vom 26. August 2020 wird bestätigt. 

2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 40'750.– festgesetzt. 

3. Die Gerichtskosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden der Klägerin 

auferlegt und mit ihrem Kostenvorschuss verrechnet. 

4. Die Klägerin wird verpflichtet, dem Beklagten für das zweitinstanzliche 

Verfahren eine Parteientschädigung von Fr. 15'000.– zu bezahlen. 

5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien sowie an die Vorinstanz, je gegen 

Empfangsschein. 

Nach unbenutztem Ablauf der Rechtsmittelfrist gehen die erstinstanzlichen 

Akten an die Vorinstanz zurück. 

6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 
30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen 

Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG.  

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt 
Fr. 2'000'000.–. 

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG,  
 

- 43 - 

Zürich, 14. Februar 2022 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer 

 
Die Vorsitzende: 

 
 
 

Dr. D. Scherrer 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

MLaw S. Meisel 
 
 
versandt am: 
ya 

	Urteil vom 14. Februar 2022
	Rechtsbegehren: (Urk. 2 S. 4)
	Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 8. Abteilung, vom 26. August 2020: (Urk. 315 S. 73 f.)
	1. Die Klage wird abgewiesen.
	2. Die Gerichtsgebühr (Pauschalgebühr) wird festgesetzt auf:
	3. Die Kosten des vorliegenden Verfahrens werden der Klägerin auferlegt und mit den von ihr für die Kosten des Beweisverfahrens geleisteten Barvorschüssen von insgesamt Fr. 19'300.– verrechnet. Der Fehlbetrag von Fr.  61'147.50 wird von der Klägerin n...
	4. Die vom Beklagten für die Kosten des Beweisverfahrens geleisteten Barvorschüsse von insgesamt Fr. 3'650.– werden ihm nach Eintritt der Rechtskraft zurückerstattet.
	5. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden der Klägerin auferlegt und mit dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 40'750.– verrechnet.
	6. Die Klägerin wird verpflichtet, dem Beklagten für das erst- und zweitinstanzliche Verfahren eine Prozess- bzw. Parteientschädigung von Fr. 93'000.– zu bezahlen.
	(7./8. Mitteilungen, Rechtsmittelbelehrung)
	Berufungsanträge:
	Erwägungen:
	I.
	II.
	III.
	IV.
	V.
	Es wird erkannt:
	1. Die Berufung wird abgewiesen und das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 26. August 2020 wird bestätigt.
	2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 40'750.– festgesetzt.
	3. Die Gerichtskosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden der Klägerin auferlegt und mit ihrem Kostenvorschuss verrechnet.
	4. Die Klägerin wird verpflichtet, dem Beklagten für das zweitinstanzliche Verfahren eine Parteientschädigung von Fr. 15'000.– zu bezahlen.
	5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien sowie an die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein.
	6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...