# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 76e47250-d84f-5e4a-8aa9-f51fe21e47e0
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-11-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.11.2010 D-7599/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-7599-2010_2010-11-02.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-7599/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 .  N o v e m b e r  2 0 1 0

Einzelrichter Martin Zoller,
mit Zustimmung von Richter François Badoud;
Gerichtsschreiber Daniel Widmer.

A._______, geboren (...),
Sri Lanka,
(...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; 
Verfügung des BFM vom 3. September 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-7599/2010

Sachverhalt:

A.
Der  (...)  des  Beschwerdeführers  suchte  mit  Schreiben  vom 20.  Mai 
2009  an  die  Schweizer  Botschaft  in  Colombo  (Eingangsstempel: 
28. Mai  2009) unter Beilage eines polizeilichen Schreibens für seinen 
seit dem (...)  in Haft  befindlichen (...)  sinngemäss um Asyl nach. Mit 
Schreiben vom 29. Mai  2009 teilte ihm die Schweizer Botschaft  mit, 
dass  sie  das  Gesuch  erst  nach  der  Haftentlassung  und  unter  der 
Bedingung  der  Einreichung  der  singhalesischen  Gerichtsdokumente 
mit  englischen Übersetzungen fortsetzen könne. Gleichzeitig  wurden 
die Akten an das BFM weitergeleitet.

B.
Mit  internem Abschreibungsbeschluss vom 17. Juni  2009 wurde das 
Asylgesuch  durch  das  BFM  als  gegenstandslos  geworden  ab-
geschrieben. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt,  da 
sich der  Beschwerdeführer in Haft  befinde, könne das Asylverfahren 
nicht weitergeführt werden. Zudem sei bezüglich einer Einreise in die 
Schweiz von einem lediglich abstrakten Schutzinteresse auszugehen, 
welches  sich  in  absehbarer  Zeit  nicht  verwirklichen  lasse.  Aus 
Personenschutzgründen  werde  der  Abschreibungsbeschluss  dem  in 
(...)  inhaftierten Beschwerdeführer nicht persönlich zugestellt. Sobald 
sich  dieser  erneut  bei  der  Schweizer  Botschaft  melde,  werde  das 
Verfahren wieder aufgenommen.

C.
Mit  Schreiben  vom 6.  September  2009  an  die  Schweizer  Botschaft 
(Eingangsstempel: 11. September  2009)  teilte  der  Beschwerdeführer 
unter Bezugnahme auf die erwähnte Korrespondenz mit (...) (vgl. Bst. 
A) mit, er sei am (...) freigelassen worden, und ersuchte sinngemäss 
um Fortsetzung des Asylverfahrens. Sein Asylgesuch ergänzte er auf 
schriftliche Zusatzfragen der Schweizer Botschaft vom 15. September 
2009  und  16.  Oktober  2009  hin  mit  je  einem  Schreiben  vom  28. 
September  2009  (Eingangsstempel:  8.  Oktober  2009)  und  vom  4. 
November 2009 (Eingangsstempel: 10. November 2009) samt diversen 
Beweismitteln in Kopie.

D.
Am 11. Januar  2010 befragte ein Mitarbeiter der Schweizer Botschaft 
den Beschwerdeführer zu seinen Asylgründen.

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E.
In  seinen  schriftlichen  Eingaben  und  anlässlich  der  Botschafts-
anhörung  machte  der  Beschwerdeführer  zur  Begründung  des  Asyl-
gesuchs im Wesentlichen geltend,  er  sei  tamilischer Ethnie,  stamme 
aus  (...)  und  sei  am  (...)  von  (...)  wegen  angeblicher  Verbindungen 
zweier seiner Freunde zu den Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) 
telefonisch zu einem Verhör nach Colombo beordert worden. Dort sei 
er während (...) von (...) inhaftiert und verhört und im Anschluss daran 
während (...)  im (...)  eingesperrt  worden. Am 13. August 2009 sei er 
durch den  (...) freigesprochen worden. Nach der Haftentlassung sei er  
zu seiner Familie nach (...) zurückgekehrt und habe dort seine Arbeit  
beim  (...)  wieder  aufgenommen.  (...)  habe  er  (...)  anonyme 
Telefonanrufe  erhalten,  wonach  er  weiterhin  beobachtet  werde. Weil 
sich  einer  seiner  Freunde  seit  (...)  in  Haft  befinde  und  dessen  Fall 
noch nicht abgeschlossen sei, fürchte er sich vor weiteren Drohungen 
und  Übergriffen  auf  seine  Person.  Deshalb  möchte  er  Sri  Lanka 
verlassen.

F.
Mit Schreiben vom 11. Januar 2010 leitete die Schweizer Botschaft die 
Akten an das BFM weiter.

G.
Mit am 14. September 2010 über die Schweizer Botschaft versandter 
Verfügung  vom  3.  September  2010  verweigerte  das  BFM  dem  Be-
schwerdeführer die Einreise in die Schweiz und lehnte dessen Asyl -
gesuch ab.

H.
Mit am 20. Oktober 2010 beim BFM eingegangener deutschsprachiger 
Eingabe  vom 9. Oktober  2010,  welche an das  Bundesverwaltungs-
gericht  (Eingangsstempel:  26.  Oktober  2010)  weitergeleitet  wurde, 
beantragte der Beschwerdeführer sinngemäss, die angefochtene Ver-
fügung  sei  aufzuheben und  ihm die  Einreise  in  die  Schweiz  zu  be-
willigen  beziehungsweise  Asyl  zu  gewähren.  Gleichzeitig  reichte  er 
diverse Beweismittel ein.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32)  beurteilt  das Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als 
Vorinstanzen  gelten  die  in  Art.  33  VGG genannten  Behörden. Dazu 
gehören  Verfügungen  des  BFM  auf  dem  Gebiet  des  Asyls;  das 
Bundesverwaltungsgericht  entscheidet  in  diesem  Bereich  endgültig 
(Art.  105  des  Asylgesetzes  vom 26. Juni  1998  [AsylG,  SR  142.31]; 
Art. 83 Bst. c Ziff. 1 und Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 
17. Juni  2005  [BGG,  SR 173.110]).  Das  Verfahren  richtet  sich  nach 
dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG,  soweit  das  AsylG  nichts 
anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).

1.2 Die angefochtene Verfügung wurde am 20. September  2010 zu-
gestellt.  Die  Beschwerde  traf  gemäss  Eingangsstempel  am 
20. Oktober 2010 beim BFM ein und ist mithin rechtzeitig erfolgt.

1.3 Der  Beschwerdeführer  hat  am Verfahren vor  der  Vorinstanz teil-
genommen, ist  durch die angefochtene Verfügung besonders berührt, 
hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungs-
weise  Änderung und ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde 
legitimiert (Art. 108 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und 
Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG). Auf die frist- und formgerecht ein-
gereichte Beschwerde ist somit einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
Über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden  wird  in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  be-
ziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art.  111  Bst. e 
AsylG). Wie  nachstehend aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um 
eine  solche,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu 

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begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 
AsylG wurde auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet.

4.
4.1 Das Bundesamt  kann  ein  im Ausland  gestelltes  Asylgesuch  ab-
lehnen,  wenn  die  asylsuchende  Person  keine  Verfolgung  glaubhaft 
machen  kann  oder  ihr  die  Aufnahme in  einem Drittstaat  zugemutet 
werden kann (Art. 3, Art. 7 und Art. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss Art. 20 
Abs. 2 AsylG bewilligt das Bundesamt einer asylsuchenden Person die 
Einreise zur Abklärung des Sachverhaltes, wenn ihr nicht zugemutet 
werden kann,  im Wohnsitz-  oder  Aufenthaltsstaat  zu bleiben oder  in 
ein anderes Land auszureisen. Gestützt auf Art. 20 Abs. 3 AsylG kann 
das  Eidgenössische  Justiz-  und  Polizeidepartement  (EJPD) 
schweizerische Vertretungen ermächtigen, Asylsuchenden die Einreise 
zu bewilligen, die glaubhaft machen, dass eine unmittelbare Gefahr für 
Leib und Leben oder für die Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 
1 AsylG bestehe.

4.2 Für  die  Erteilung  einer  Einreisebewilligung  gelten  restriktive 
Voraussetzungen,  wobei  den  Behörden  ein  weiter  Ermessensspiel-
raum zukommt.  Neben  der  erforderlichen  Gefährdung  im  Sinne  von 
Art.  3  AsylG  sind  namentlich  die  Beziehungsnähe  zur  Schweiz,  die 
Möglichkeit  der  Schutzgewährung  durch  einen  anderen  Staat,  die 
Beziehungsnähe zu anderen Staaten, die praktische Möglichkeit  und 
objektive  Zumutbarkeit  zur  anderweitigen  Schutzsuche  sowie  die 
voraussichtlichen  Eingliederungs-  und  Assimilationsmöglichkeiten  in 
Betracht zu ziehen  (vgl. die weiterhin zutreffende Praxis gemäss Ent-
scheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurs-
kommission [EMARK] 1997 Nr. 15, insbesondere S. 131 ff., die ange-
sichts  bloss  redaktioneller  Änderungen  bei  der  letzten  Totalrevision 
des Asylgesetzes nach wie  vor Gültigkeit  hat). Ausschlaggebend für 
die Erteilung der Einreisebewilligung ist dabei die Schutzbedürftigkeit 
der betreffenden Person (vgl. EMARK 1997 Nr. 15 E. 2c S. 130), mithin 
die Prüfung der Fragen, ob eine Gefährdung im Sinne von Art.  3 AsylG 
glaubhaft gemacht wird und ob der Verbleib am Aufenthaltsort für die 
Dauer der Sachverhaltsabklärung zugemutet werden kann.

5.
5.1 Die  Schweiz  gewährt  Flüchtlingen  unter  Vorbehalt  von  Aus-
schlussgründen auf Gesuch hin Asyl (Art. 2 Abs. 1 und Art. 49 AsylG). 
Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

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oder zumindest  glaubhaft  machen (Art. 7  Abs. 1 AsylG). Die Flücht-
lingseigenschaft erfüllen Personen, welche in ihrem Heimatstaat oder 
im  Land,  wo  sie  zuletzt  wohnten,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion, 
Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder 
wegen  ihrer  politischen  Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen 
ausgesetzt  sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen 
ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die 
Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die 
einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG).

5.2 Die  im  Gesetz  so  definierte  Flüchtlingseigenschaft  erfüllt  eine 
asylsuchende Person nach Lehre und Rechtsprechung dann, wenn sie 
Nachteile  von bestimmter  Intensität  erlitten  hat  beziehungsweise mit 
beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  und  in  absehbarer  Zukunft  be-
gründeterweise befürchten muss, welche ihr gezielt und aufgrund be-
stimmter  Verfolgungsmotive  durch  Organe  des  Heimatstaates  oder 
durch nichtstaatliche Akteure zugefügt worden sind beziehungsweise 
zugefügt  zu  werden  drohen  (vgl.  Entscheide  des  Schweizerischen 
Bundesverwaltungsgerichts [BVGE] 2008/4 E. 5.2 S. 37; EMARK 2006 
Nr. 18 E. 7 und 8 S. 190 ff.; EMARK 2005 Nr. 21 E. 7 S. 193). Aufgrund 
der  Subsidiarität  des  flüchtlingsrechtlichen  Schutzes  setzt  die  Zu-
erkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  im  Weiteren  voraus,  dass  die 
betroffene Person in ihrem Heimatland keinen ausreichenden Schutz 
finden kann (vgl. EMARK 2005 Nr. 21 a.a.O.).

6.
6.1 Das  BFM  führte  zur  Begründung  seiner  Verfügung  im  Wesent-
lichen Folgendes aus: Die Tatsache, dass der Beschwerdeführer aus 
der  Haft  entlassen  worden  sei,  lasse  darauf  schliessen,  dass  keine 
konkreten  Verdachtsmomente  gegen  ihn  vorgelegen  hätten  be-
ziehungsweise  kein  weiteres  Verfolgungsinteresse  seitens  der  Be-
hörden gegen ihn bestanden habe, ansonsten er nicht ohne Auflagen 
freigesprochen worden wäre. Seinen Angaben zufolge sei  er  zudem 
nie  Mitglied  der  LTTE  gewesen  und  habe  sich  auch  sonst  nicht 
politisch engagiert. Deshalb sei nicht davon auszugehen, dass die sri-
lankischen Behörden heute  noch ein  Verfolgungsinteresse an seiner 
Person hätten. Zudem müssten die Vorbringen des Beschwerdeführers 
vor dem Hintergrund der allgemein angespannten Situation betrachtet 
werden,  welche  während  des  Bürgerkriegs  geherrscht  habe.  Diese 
stelle sich jedoch nunmehr anders dar, nachdem der Krieg zwischen 
der  sri-lankischen Regierung und den separatistischen LTTE im Mai 

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2009 mit der Niederlage der Letzteren zu Ende gegangen sei und sich 
in  der  Folge  die  Sicherheits-  und  Menschenrechtslage  verbessert 
habe.  Vor  diesem  Hintergrund  sei  ein  akute  Gefährdung  des  Be-
schwerdeführers  bei  einem  Verbleib  im  Heimatland  auszuschiessen 
und habe dieser – bei einer objektivierten Betrachtungsweise – nicht 
zu befürchten, künftig staatlichen Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt 
zu sein. Daher sei er auf den Schutz der Schweiz nicht angewiesen. 
Daran  vermöchten  die  eingereichten  Dokumente  nichts  zu  ändern, 
zumal  sie  lediglich  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  stützten, 
deren Glaubhaftigkeit nicht in Frage gestellt werde.

6.2 Die  Beschwerde  beschränkt  sich  sinngemäss  auf  eine  Wieder-
holung der bisherigen Vorbringen. Die zusammen mit der Beschwerde 
eingereichten  Beweismittel  waren  mit  Ausnahme  einer  Übersetzung 
eines  Dokuments,  (...)  bereits  im  erstinstanzlichen  Verfahren 
eingereicht worden. 

6.3 Eine Überprüfung der Akten ergibt, dass sich die Erwägungen in 
der angefochtenen Verfügung als zutreffend erweisen. Mithin wurden 
die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  zu  Recht  als  den  An-
forderungen an eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG nicht ge-
nügend  qualifiziert.  Diesbezüglich  wird  auf  E.  6.1  verwiesen.  Daran 
vermögen  weder  die  Ausführungen  in  der  Beschwerde  noch  das 
Dokument (...) etwas zu ändern, zumal die Glaubhaftigkeit der geltend 
gemachten  Inhaftierung  nicht  in  Frage  gestellt  wird.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  geht  mit  der  Vorinstanz  darin  einig,  dass 
nach  der  bedingungslosen  Freilassung  des  Beschwerdeführers 
mangels  Beweise  durch  (...)  aktuell  keine  konkreten  Hinweise 
bestehen, welche zur begründeten Annahme berechtigen würden, der 
Beschwerdeführer  könnte  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  und  in 
absehbarer Zukunft erneut einer Verfolgung ausgesetzt sein.

Was die  für  den  Zeitraum nach  der  Freilassung  geltend  gemachten 
anonymen  Telefonanrufe  anbelangt,  wonach  der  Beschwerdeführer 
weiterhin beobachtet werde, ist Folgendes festzuhalten:  Das Bundes-
verwaltungsgericht hat letztmals im Grundsatzurteil BVGE 2008/2 eine 

Lageanalyse betreffend Sri Lanka vorgenommen und gelangte damals 

zum  Schluss,  dass  sich  die  allgemeine  Sicherheitslage  seit  Januar 

2006  insgesamt,  insbesondere  aber  in  Colombo,  kontinuierlich  ver-

schlechtert  habe.  Nach Ergehen dieses Urteils am 14. Februar 2008 

hat  sich  der  bewaffnete  Konflikt  zwischen  der  Regierung  und  den 

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LTTE zwar weiter zugespitzt. Im Anschluss an die Rückeroberung des 

letzten  von  den  LTTE  kontrollierten  Gebietes  im  Raum  Mullaitivu 

wurde indes am 18. Mai  2009 seitens  der  Regierung der  endgültige 

Sieg über die LTTE verkündet und der Bürgerkrieg offiziell für beendet 

erklärt.  Auf  diese  Niederlage  der  LTTE hin  haben  die  srilankischen 

Behörden  –  namentlich  im  Grossraum  Colombo  –  die 

Sicherheitsmassnahmen  zwar  immer  noch  nicht  gelockert,  weshalb 

insbesondere  junge  Männer  Gefahr  laufen  können,  überall  und 

jederzeit  von  sri-lankischem  Sicherheitspersonal  einer 

Personenkontrolle  unterzogen  und  öfters  auch  für  eingehendere 

Abklärungen  auf  den  Posten  mitgenommen oder  in  ein  Armeecamp 

beordert  zu  werden.  Diese  so  genannten  „Anti-Terrormassnahmen“ 

werden  im  Raum  Colombo  –  unbesehen  der  Rügen  des  Supreme 

Court  –  zwar  immer  noch  als  repressives  Instrument  gegen 

befürchtete  Infiltrationen  tamilischer  Separatisten  angewandt,  doch 

kommt  diesen  Behelligungen,  denen  ein  Grossteil  der  tamilischen 

Bevölkerung im ganzen Land und ebenso auch in Colombo ausgesetzt  

ist, aufgrund mangelnder Intensität indes kein Verfolgungscharakter im 

Sinne von Art. 3 AsylG zu.

6.4 Zusammenfassend  ist  festzustellen,  dass  es  dem  Beschwerde-

führer nicht gelungen ist, eine aktuelle Verfolgung im Sinne von Art. 3 

AsylG darzulegen. Es erübrigt sich, auf weitere Vorbringen in der Be-

schwerde  einzugehen,  da  diese  keine  neuen  Begründungselemente 

enthalten,  welche  geeignet  wären,  die  Einschätzung  des  BFM  ent -

scheidend zu relativieren.  Das BFM hat  demnach dem Beschwerde-

führer  zu  Recht  die  Einreise  in  die  Schweiz  verweigert  beziehungs-

weise dessen Asylgesuch abgelehnt.

7.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist demnach abzuweisen.

8.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätz-
lich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus 
verwaltungsökonomischen  Gründen  und  in  Anwendung  von  Art. 63 
Abs. 1  in  fine  VwVG und  Art.  2  und  3  Bst.  b  des  Reglements  vom 
21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 

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Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR  173.320.2)  ist  indes  auf  die 
Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (...)
- die schweizerische Vertretung in (...)
- das BFM, (...)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Martin Zoller Daniel Widmer

Versand: 

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