# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4e087bba-afaf-52a5-aaf9-d1921bed4732
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-03-19
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 19.03.2021 SK 2020 195
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2020-195_2021-03-19.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 20 195

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 19. März 2021 

Besetzung Oberrichter Gerber (Präsident i.V.), Oberrichterin Falkner, 
Oberrichter Vicari
Gerichtsschreiberin Susedka

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

Gegenstand Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz und 
Widerhandlungen gegen das Waffengesetz

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-
Seeland (Kollegialgericht) vom 22. November 2019 (PEN 18 534)

2

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Berner Jura-Seeland, Kollegialgericht in Dreierbesetzung, 
fällte am 22. November 2019 folgendes Urteil (pag. 1717 ff.; Hervorhebungen im 
Original):

I.
A.________ wird freigesprochen

von der Anschuldigung der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, angeblich ge-
meinsam mit C.________ und mengenmässig qualifiziert begangen durch Erwerb bzw. Entgegen-
nahme von insgesamt 1‘500 Gramm Heroingemisch von D.________ im Zeitraum von November 
2013 bis Mitte Januar 2014 in E.________ und F.________ (AKS 1.1),

unter Auferlegung der anteilsmässigen Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren 
von CHF 10‘781.70 und Auslagen (inkl. Kosten für die amtliche Verteidigung) von CHF 11‘357.75, 
insgesamt bestimmt auf CHF 22‘139.45, an den Kanton Bern.

Die Gebühren setzen sich zusammen aus:

Kosten der Untersuchung CHF 8’781.70
Auftritt Staatsanwaltschaft an HV CHF 400.00
Kosten des Gerichts (inkl. schriftl. Begründung) CHF 1’600.00
Total CHF 10’781.70

Die Auslagen setzen sich zusammen aus:

Kosten amtliche Verteidigung CHF 9’268.45
Kosten der Staatsanwaltschaft CHF 2’089.30
Total CHF 11’357.75

Total Verfahrenskosten CHF 22’139.45

Für die amtliche Verteidigung von A.________ wird Rechtsanwalt B.________ eine Entschädigung 
von CHF 9‘268.45 (Honorar, Auslagen und MwSt.) ausgerichtet. 

II.
A.________ wird schuldig erklärt:

1. der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfach mengenmässig qualifi-
ziert begangen

1.1. gemeinsam mit C.________ durch Verschaffen von 1‘500 Gramm Heroingemisch 
(Reinheitsgrad: 30 % Heroin-Hydrochlorid, ausmachend 450 Gramm reines Heroin) an 
D.________ und G.________ am 09.11.2013 in F.________ (AKS 1.3);

1.2. durch Besitz und Beförderung von mindestens 50 Gramm Kokaingemisch (Reinheits-
grad: 43 % Kokain-Base, ausmachend 21.5 Gramm reines Kokain) im April 2014 
(AKS 1.6);

3

2. der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfach begangen 

2.1. durch Veräussern von 10 Gramm Kokaingemisch an H.________ am 20.06.2013 (AKS 
1.2); 

2.2. durch Verschaffen von mindestens 2 Gramm Kokaingemisch an I.________, wovon 1 
bis 2 Gramm Kokaingemisch im April 2014 und von 1 bis 2 Gramm Kokaingemisch im Juli 
2014 am Flughafen J.________ und in K.________ (AKS 1.4); 

2.3. durch Verschaffen von ca. 1 Gramm Kokaingemisch an L.________ im Juni 2014 in 
M.________, evtl. N.________ (AKS 1.5);

3. der Widerhandlungen gegen das Waffengesetz, mehrfach begangen 

3.1. durch Einfuhr und Besitz einer Imitationswaffe PHYTON 357 mit integriertem Feuer-
zeug, inkl. 6 Plastikpatronen, ohne Berechtigung, ab einem unbekannten Zeitpunkt bis am 
20. November 2014 (AKS 2.1); 

3.2. durch Erwerb und Besitz eines Schlagstockes mit integrierter Taschenlampe, ohne Be-
rechtigung, ab einem unbekannten Zeitraum bis am 20. November 2014 (AKS 2.2);

und in Anwendung der 
Art. 19 Abs. 1 lit. b, c und d sowie Abs. 2 lit. a BetmG,
Art. 4 Abs. 1 lit. d und g, 7 und 33 Abs. 1 lit. a WG, Art. 12 Abs. 1 lit. d WV 
Art. 34, 40, 42 Abs. 1, 43, 44 Abs. 1, 47, 49 Abs. 1, 51 StGB, 
Art. 426 ff. StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 34 Monaten

Davon sind 6 Monate zu vollziehen. Für eine Teilstrafe von 28 Monaten wird der Vollzug aufge-
schoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt.

Die Untersuchungshaft von 118 Tagen wird im Umfang von 118 Tagen auf die zu vollziehende 
Teilstrafe angerechnet. 

2. Zu einer Geldstrafe von 75 Tagessätzen zu CHF 60.00, ausmachend total CHF 4‘500.00.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt.

3. Zu den auf den Schuldspruch entfallenden Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Ge-
bühren von CHF 21‘563.30 und Auslagen (inkl. Kosten für die amtliche Verteidigung) von 
CHF 22‘727.45, insgesamt bestimmt auf CHF 44‘290.75 (ohne Kosten für die amtliche Verteidi-
gung CHF 25‘742.00).

4

Kosten der Untersuchung CHF 17’563.30
Kosten Auftritt Staatsanwaltschaft an HV CHF 800.00
Kosten des Gerichts (inkl. schriftl. Begründung) CHF 3’200.00
Total CHF 21’563.30

Kosten für die amtliche Verteidigung (vgl. Tabelle) CHF 18’548.75
Auslagen in der Untersuchung CHF 4’178.70
Total CHF 22’727.45

Total Verfahrenskosten CHF 44’290.75

Die Gebühren setzen sich zusammen aus:

Die Auslagen setzen sich zusammen aus:

III.
Die auf den Schuldspruch entfallende amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die amtliche 
Verteidigung von A.________ durch Rechtsanwalt B.________ werden wie folgt bestimmt:

Leistungen bis 31.12.2017
Stunden Satz

amtliche Entschädigung 35.56 200.00 CHF 7’112.00
Reisezuschlag CHF 1’350.00

CHF 957.90
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 9’419.90 CHF 753.60

CHF 0.00
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 10’173.50

volles Honorar CHF 8’890.00
Reisezuschlag CHF 1’350.00

CHF 957.90
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 11’197.90 CHF 895.85

CHF 0.00
Total CHF 12’093.75

nachforderbarer Betrag CHF 1’920.25

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen ohne MWSt

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

Leistungen ab 01.01.2018
Stunden Satz

amtliche Entschädigung 34.22 200.00 CHF 6’844.00
Reisezuschlag CHF 300.00

CHF 632.45
Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 7’776.45 CHF 598.80

CHF 0.00
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 8’375.25

volles Honorar CHF 8’555.00
Reisezuschlag CHF 300.00

CHF 632.45
Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 9’487.45 CHF 730.55

CHF 0.00
Total CHF 10’218.00

nachforderbarer Betrag CHF 1’842.75

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen ohne MWSt

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

5

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwalt B.________ für die amtliche Verteidigung von 
A.________ mit CHF 18‘548.75. 

A.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung zurückzuzahlen 
und Rechtsanwalt B.________ die Differenz von CHF 3‘763.00 zwischen der amtlichen Ent-
schädigung und dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse 
erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).

IV.

Weiter wird verfügt:

1. Das beschlagnahmte Minigrip mit Rückständen sowie das beschlagnahmte Mobiltelefon Nokia 
301, schwarz, mit SIM-Karte werden zur Vernichtung eingezogen (Art. 69 StGB). 

2. Der beschlagnahmte Schlagstock mit integrierter Taschenlampe sowie die Imitationswaffe 
Phyton 357 mit 6 Patronen werden zur Vernichtung der Kantonspolizei Bern übergeben.

3. Der beschlagnahmte Geldbetrag von insgesamt CHF 3‘487.35, sich zusammensetzend aus:
- Bargeld CHF 1‘000.00 und Euro 500.00 (Ziff. 1.2 Beschlagnahmeverfügung vom 

21.01.2015)
- US-Dollar 170.00, Norwegische Kronen 200.00, Schwedische Kronen 700.00 (Ziff. 1.3 Be-

schlagnahmeverfügung vom 21.01.2015)
- Mazedonische Denar 9‘850.00 und CHF 5.00 (Ziff. 1.4 Beschlagnahmeverfügung vom 

21.01.2015)
- CHF 900.00, US-Dollar 8.00, Euro 100.00, Mazedonische Denar 3‘600.00 (HDS-Nr. 111; 

Ziff. 1.5 Beschlagnahmeverfügung vom 21.01.2015)
- CHF 500.00 (Ziff. 1.6 Beschlagnahmeverfügung vom 21.01.2015)
wird zur teilweisen Deckung der Verfahrenskosten eingezogen.

4. Die nicht wechselbaren mazedonische Denar (Ziff. 1.4 Beschlagnahmeverfügung vom 
21.01.2015) werden A.________ nach Rechtskraft des Urteil herausgegeben. 

5. Dem zuständigen Bundesamt wird die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils 
(PCN-Nr. O.________) erteilt (Art. 16 Abs. 1 lit. e DNA-ProfilG). 

6. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst wird die Zustimmung zur Löschung der erho-
benen biometrischen erkennungsdienlichen Daten nach Ablauf der gesetzlichen Frist erteilt 
(Art. 17 Abs. 1 lit. e i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erken-
nungsdienlicher Daten).

7. Schriftlich zu eröffnen:
- den Parteien

Schriftlich mitzuteilen:
- der Koordinationsstelle Strafregister
- dem Amt für Justizvollzug, Bewährungs- und Vollzugsdienste (BVD)
- dem Migrationsamt des Kantons P.________ 
- dem Bundesamt für Polizei

6

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete A.________ (nachfolgend: Beschuldigter), amtlich 
verteidigt durch Rechtsanwalt B.________, fristgerecht die Berufung an 
(pag. 1727).

Mit form- und fristgerechter Berufungserklärung vom 11. Mai 2020 (pag. 1799 ff.) 
stellte die Verteidigung des Beschuldigten folgende Abänderungsanträge 
(pag. 1800 f.):

1. A.________ sei von den Vorhalten betreffend mehrfache und mengenmässig qualifizierte Wi-
derhandlungen gegen das BetmG gemäss AS Ziff. 1.3. und AS Ziff. 1.6. freizusprechen.

2. A.________ sei zu verurteilen zu einer Geldstrafe von 75 Tagessätzen à CHF 60.00 unter Ge-
währung des bedingten Strafvollzuges bei einer Probezeit von 2 Jahren.

3. An die gegenüber A.________ auszusprechende Geldstrafe sei die ausgestandene Untersu-
chungshaft anzurechnen.

4. Es sei A.________ vom Staat eine Genugtuung wegen erlittener Überhaft in der Höhe von CHF 
8'600.00 zu bezahlen.

5. Es sei A.________ das Mobiltelefon Nokia 301, schwarz, SIM-Karte, nach Rechtskraft des Ur-
teils herauszugeben.

6. Der im erstinstanzlichen Verfahren ernannte amtliche Verteidiger von A.________ sei auch im 
Berufungsverfahren als dessen amtlicher Verteidiger einzusetzen. 

7. Entsprechend dem beantragten Verfahrensausgang seien die Verfahrenskosten des erstinstanz-
lichen Verfahrens zu 3/4 und die Verfahrenskosten des zweitinstanzlichen Verfahrens vollum-
fänglich vom Staat zu tragen.

Unter Bezugnahme auf die Verfügung vom 12. Mai 2020 (pag. 1803 f.) teilte die 
Generalstaatsanwaltschaft mit Schreiben vom 29. Mai 2020 (pag. 1806 f.) mit, dass 
weder die Anschlussberufung erklärt noch ein Nichteintreten auf die Berufung des 
Beschuldigten beantragt werde.

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Im Hinblick auf die Berufungsverhandlung wurden von Amtes wegen ein aktueller 
Leumundsbericht vom 10. Februar 2021 (inkl. Bericht über die wirtschaftlichen Ver-
hältnisse [pag. 1834 ff.]) sowie ein aktueller Strafregisterauszug vom 22. Februar 
2021 (pag. 1842) eingeholt. Ferner wurden die Akten PEN 15 489+490 des Regio-
nalgerichts Berner Jura-Seeland betreffend D.________ und G.________ ediert. 
Schliesslich wurde der Beschuldigte anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung 
ergänzend zur Person und zur Sache einvernommen (pag. 1847 ff.).

4. Anträge der Parteien

Rechtsanwalt B.________ stellte und begründete anlässlich der oberinstanzlichen 
Hauptverhandlung namens des Beschuldigten folgende Anträge (pag. 1862; 
pag. 1875 f.):

1. Es sei festzustellen, dass die Dispositiv-Ziffern I., II. 2. und 3. des Urteils des Regionalgerichts 
Berner Jura-Seeland vom 22.11.2019 in Rechtskraft erwachsen sind.

7

2. A.________ sei von den Vorhalten betreffend mehrfache und mengenmässig qualifizierte Wi-
derhandlungen gegen das BetmG gemäss AKS Ziff. 1.3. und AKS Ziff. 1.6 freizusprechen.

3. A.________ sei zu verurteilen zu einer Geldstrafe von 75 Tagessätzen à CHF 60.00 unter Ge-
währung des bedingten Strafvollzuges bei einer Probezeit von 2 Jahren.

Die von A.________ ausgestandene Untersuchungshaft sei im Erstehhungsfalle auf die Gelds-
trafe anzurechnen. 

4. Es sei A.________ vom Staat eine Genugtuung wegen unschuldig erlittener Haft in der Höhe 
von CHF 8'600.00 zu bezahlen. 

5. A.________ sei das Mobilelefon Nokia 301 nach Rechtskraft des Urteils wieder auszuhändigen.

6. Es sei das Honorar des amtlichen Verteidigers für das Berufungsverfahren gemäss eingereichter 
Kostennote festzusetzen sowie dessen Nachzahlungsanspruch im Umfang der Differenz zum 
vollen Honorar festzusetzen (ordentlicher Stundenansatz: CHF 250.00). 

7. Die Verfahrenskosten des erstinstanzlichen Verfahrens seien A.________ und dem Staat an-
teilsmässig aufzuerlegen. Die Kosten für das Berufungsverfahren seien vollumfänglich auf die 
Staatskasse zu nehmen. 

Staatsanwältin Q.________ stellte für die Generalstaatsanwaltschaft anlässlich der 
oberinstanzlichen Hauptverhandlung vom 18. März 2021 folgende Anträge 
(pag. 1870 f.; pag. 1877 ff.):

I.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland 
(Kollegialgericht in Dreierbesetzung) vom 22. November 2019 in Rechtskraft erwachsen ist 
hinsichtlich

1. des Freispruchs von der Anschuldigung der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittel-
gesetz angeblich gemeinsam mit C.________ und mengenmässig qualifiziert begangen durch 
Erwerb bzw. Entgegennahme von insgesamt 1'500 Gramm Heroingemisch von D.________ 
im Zeitraum von November 2013 bis Mitte Januar 2014 in E.________ und F.________ (AKS 
1.1), unter Auferlage der anteilsmässigen Verfahrenskosten an den Kanton Bern und unter Aus-
richtung einer anteilsmässigen Entschädigung für die amtliche Verteidigung;

2. der Schuldsprüche wegen

2.1 Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfach begangen durch Veräussern 
von 10 Gramm Kokaingemisch an H.________ (AKS 1.2), durch Verschaffen von mindes-
tens 2 Gramm Kokaingemisch an I.________ (AKS 1.4) und durch Verschaffen von ca. 1 
Gramm Kokaingemisch an L.________ (AKS 1.5);

2.2 Widerhandlungen gegen das Waffengesetz, mehrfach begangen durch Einfuhr und Besitz 
einer Imitationswaffe PHYTON 357 ohne Berechtigung (AKS 2.1) und durch Erwerb und 
Besitz eines Schlagstockes ohne Berechtigung (AKS 2.2);

3. der Verurteilung zu einer Geldstrafe von 75 Tagessätzen zu CHF 60.00, ausmachend total 
CHF 4'500.00; wobei der Vollzug der Geldstrafe mit einer Probezeit von 3 Jahren aufgeschoben 
wurde;

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4. der Einziehung des beschlagnahmten Minigrips, des beschlagnahmten Schlagstocks, der Imita-
tionswaffe Phyton 357 zur Vernichtung sowie des beschlagnahmten Geldbetrags von insgesamt 
CHF 3'487.35 zur teilweisen Deckung der Verfahrenskosten und der Rückgabe der nicht wech-
selbaren mazedonischen Denar an A.________ nach Rechtskraft des Urteils.

II.

A.________ sei schuldig zu erklären:

der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfach mengenmässig qualifiziert 
begangen

1.1 gemeinsam mit C.________ durch Verschaffen von 1'500.00 Gramm Heroingemisch (Rein-
heitsgrad: 30 % Heroin-Hydrochlorid, ausmachend 450 Gramm reines Heroin) an D.________ 
und G.________ am 09.11.2013 in F.________ (AKS 1.3);

1.2 durch Besitz und Beförderung von mindestens 50 Gramm Kokaingemisch (Reinheitsgrad: 
43 % Kokain-Base, ausmachend 21.5 Gramm reines Kokain) im April 2014 (AKS 1.6).

III.

A.________ sei in Anwendung von Art. 19 Abs. 1 lit. b, c und d sowie Abs. 2 lit. a BetmG, Art. 40, 43, 
44 Abs. 1, 47, 49 Abs. 1, 51 StGB, Art. 426 ff. StPO

zu verurteilen:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 34 Monaten, wobei 6 Monate zu vollziehen seien und für eine Teil-
strafe von 28 Monaten der Vollzug mit einer Probezeit von 3 Jahren aufzuschieben sei, unter 
Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungshaft von 118 Tagen auf die zu vollziehende 
Teilstrafe;

2. zur Bezahlung der anteilsmässigen erstinstanzlichen und den gesamten oberinstanzlichen 
Verfahrenskosten (inkl. eine angemessene Gebühr gemäss Art. 21 VKD). 

IV.
Im Weiteren sei zu verfügen:

1. Das beschlagnahmte Mobiltelefon Nokia 301 schwarz mit SIM-Karte sei einzuziehen und zu 
vernichten (Art. 69 StGB). 

2. Dem zuständigen Bundesamt sei die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils 
(PCN-Nr. O.________) zu erteilen (Art. 16 Abs. 1 lit. e DNA-ProfilG).

3. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst sei die Zustimmung zur Löschung der erho-
benen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten nach Ablauf der gesetzlichen Frist zu ertei-
len (Art. 17 Abs. 1 lit. e i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer er-
kennungsdienstlicher Daten). 

9

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den 
angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung 
[StPO; SR 312.0]). Mit Blick auf den Umfang der Berufung (dazu Ziff. 2. hiervor) ist 
vorab festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland 
(Kollegialgericht) vom 22. November 2019 insoweit in Rechtskraft erwachsen ist, 
als der Beschuldigte a) freigesprochen wurde von der Anschuldigung der 
Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, angeblich gemeinsam mit 
C.________ und mengenmässig qualifiziert begangen [Verbrechen] durch Erwerb 
bzw. Entgegennahme von insgesamt 1'500 Gramm Heroingemisch von 
D.________ im Zeitraum von November 2013 bis Mitte Januar 2014 in E.________ 
und F.________ (erstinstanzliches Dispositiv Ziff. I.), b) hingegen schuldig erklärt 
wurde der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz [Vergehen], 
mehrfach begangen durch (1.) Veräussern von 10 Gramm Kokaingemisch an 
H.________ am 20. Juni 2013, (2.) Verschaffen von mindestens 2 Gramm 
Kokaingemisch an I.________ im April 2014 und Juli 2014 am Flughafen 
J.________ und in K.________, (3.) Verschaffen von ca. 1 Gramm Kokaingemisch 
an L.________ im Juni 2014 in M.________, evtl. N.________ (erstinstanzliches 
Dispositiv Ziff. II.2.) sowie der Widerhandlungen gegen das Waffengesetz, 
mehrfach begangen durch (1.) Einfuhr und Besitz einer Imitationswaffe PHYTON 
357 mit integriertem Feuerzeug, inkl. 6 Plastikpatronen, ohne Berechtigung, ab 
einem unbekannten Zeitpunkt bis am 20. November 2014 und (2.) Erwerb und 
Besitz eines Schlagstocks mit integrierter Taschenlampe, ohne Berechtigung, ab 
einem unbekannten Zeitraum bis am 20. November 2014 (erstinstanzliches 
Dispositiv Ziff. II.3.). Rechtskräftig sind überdies die Verfügungen betreffend (1.) 
Einziehung zur Vernichtung a) des beschlagnahmten Minigrips mit Rückständen 
(erstinstanzliches Dispositiv Ziff. IV.1. erster Teilsatz), b) des beschlagnahmten 
Schlagstocks mit integrierter Taschenlampe und der Imitationswaffe Phyton 357 mit 
6 Patronen (erstinstanzliches Dispositiv Ziff. IV.2.) sowie c) des beschlagnahmten 
Geldbetrages von insgesamt CHF 3'487.35 zur teilweisen Deckung der 
Verfahrenskosten (erstinstanzliches Dispositiv Ziff. IV.3.) und (2.) Herausgabe der 
nicht wechselbaren mazedonischen Denar (erstinstanzliches Dispositiv Ziff. IV.4.).

Zu überprüfen bleiben somit die erstinstanzlichen Schuldsprüche wegen 
Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz [Verbrechen], mehrfach 
mengenmässig qualifiziert begangen durch a) Verschaffen von 1'500 Gramm 
Heroingemisch am 9. November 2013 in F.________ (erstinstanzliches Dispositiv 
Ziff. II.1.1.; AKS Ziff. 1.3.) und b) Besitz und Beförderung von mindestens 50 
Gramm Kokaingemisch im April 2014 (erstinstanzliches Dispositiv Ziff. II.1.2.; AKS 
Ziff. 1.6.) sowie der diesbezügliche Sanktionenpunkt (Verurteilung zu einer 
Freiheitsstrafe). Die Verurteilung zu einer Geldstrafe von 75 Tagessätzen zu 
CHF 60.00, ausmachend total CHF 4'500.00, unter Gewährung des bedingten 
Strafvollzugs, ist zwar nicht angefochten; einzig wird eine Verkürzung der Probezeit 
auf das gesetzliche Minimum von zwei Jahren beantragt. Indes ist eine 
Beschränkung auf einzelne Teilaspekte einer der in Art. 399 Abs. 4 StPO 
aufgeführten Anfechtungspunkte (Bst. a – g) nicht möglich (vgl. zum Ganzen: BGE 
144 IV 383 E.1.1), weshalb die Geldstrafe insgesamt zu überprüfen ist 

10

(einschliesslich der Höhe des Tagessatzes). Abschliessend ist auch über die 
Verfügung betreffend Einziehung zur Vernichtung des beschlagnahmten 
Mobiltelefons Nokia 301, schwarz, mit SIM-Karte (erstinstanzliches Dispositiv 
Ziff. IV.1. zweiter Teilsatz) und die erstinstanzlichen Verfahrenskosten zu befinden. 

Praxisgemäss neu zu verfügen ist auch über das DNA-Profil (erstinstanzliches 
Dispositiv Ziff. IV.5.) und die erkennungsdienstlichen Daten (erstinstanzliches 
Dispositiv Ziff. IV.6.). Dabei verfügt die Kammer bei der Überprüfung der 
angefochtenen Punkte über volle Kognition (Art. 398 Abs. 2 StPO). Auf die Höhe 
des amtlichen Honorars für die Verteidigung des Beschuldigten in erster Instanz ist 
nur zurückzukommen, sofern die Vorinstanz das ihr bei der Honorarfestsetzung 
zustehende Ermessen in unhaltbarer Weise ausgeübt haben sollte (Urteile des 
Bundesgerichts 6B_349/2016 vom 13. Dezember 2016 E. 2.4.2 und 6B_769/2016 
vom 11. Januar 2017 E. 2.3). 

Aufgrund der alleinigen Berufung des Beschuldigten darf das Urteil nicht zum 
Nachteil des Beschuldigten abgeändert werden; es ist das Verschlechterungsver-
bot (Verbot der «reformatio in peius») zu beachten (Art. 391 Abs. 2 StPO).

6. Verwertbarkeit und Unmittelbarkeitsprinzip

6.1 Erwägungen der Vorinstanz

Die Vorinstanz machte bezüglich Teilnahmerecht und Unmittelbarkeitsprinzip 
folgende Ausführungen (pag. 1736 ff., S. 5 ff. der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung):

3.1 Teilnahmerecht

Rechtsanwalt B.________ machte im Rahmen seines Plädoyers weiter geltend, dass die Aussagen 
von D.________, welche am 24.04.2014 in Abwesenheit von A.________ gemacht wurden, diesem 
anlässlich der Befragung vom 02.12.2014 sowie am 12.03.2015 wortwörtlich in längeren Passagen in 
Ausführungszeichen vorgehalten worden seien. Gemäss dem Bundesgerichtsentscheid BGE 143 IV 
457, E. 1.6.1 – E. 6.1.6.3., S. 459 ff. sei das wortwörtliche Vorhalten von früheren in Abwesenheit vom 
Beschuldigten gemachten Aussagen nicht zulässig und führe zwangsläufig zur Unverwertbarkeit. 
Folglich müsse nach dieser neuen, strengen Rechtsprechung des Bundesgerichts die 
Belastungsperson bei parteiöffentlichen Einvernahmen den belastenden Sachverhalt nochmals in 
freier Erzählung wiederholen. Dies sei bei der Einvernahme von D.________ nicht der Fall gewesen, 
womit die Aussagen vom 02.12.2014 und 12.03.2015 allesamt unverwertbar seien. Auch in Bezug auf 
Ziff. 1.6. der Anklageschrift machte Rechtsanwalt B.________ die Verwertungsproblematik im Hinblick 
auf die Aussagen von L.________ geltend.

Aus Art. 147 Abs. 1 StPO ergibt sich das Teilnahmerecht der Parteien, bei Beweiserhebungen durch 
die Staatsanwaltschaft und Gerichte anwesend zu sein und einvernommenen Personen Fragen 
stellen zu können. Dieses spezifische Teilnahme- und Mitwirkungsrecht fliesst aus dem Anspruch auf 
rechtliches Gehör gemäss Art. 3 Abs. 2 lit. c StPO und Art. 107 Abs. 1 lit. b StPO. Gemäss Wortlaut 
von Art. 147 Abs. 1 StPO ist zwischen den Beweiserhebungen der Polizei im polizeilichen 
Ermittlungsverfahren und den Beweiserhebungen, welche die Polizei aufgrund der Delegierung durch 
die Staatsanwaltschaft durchführt, zu differenzieren. Bei delegierten Beweiserhebungen gelten die 
gleichen Regeln wie für Beweiserhebungen durch die Staatsanwaltschaft selbst. Demgegenüber 
haben die Parteien bei Beweiserhebungen durch die Polizei im polizeilichen Ermittlungsverfahren 

11

grundsätzlich keine Teilnahmerechte (WOHLERS, in: DONATSCH/HANSJAKOB/LIEBER [Hrsg.], Kommentar 
zur Schweizerischen Strafprozessordnung StPO, Zürich/Basel/Genf, 2014, Art. 147 N 1 f. [hiernach 
zitiert als StPO Komm.-WOHLERS, Fundstelle]).

Gemäss Art. 147 Abs. 4 StPO sind Beweise, die in Verletzung dieser Bestimmung erhoben worden 
sind, nicht zulasten der Partei zu verwenden, die nicht anwesend war. Das in Art. 147 StPO geregelte 
Teilnahmerecht ist Teil des Anspruchs auf ein faires Verfahren und ist Ausfluss aus Art. 6 Abs. 3 lit. d 
EMRK, welcher den Anspruch der beschuldigten Person statuiert, jenen Zeugen Ergänzungsfragen 
stellen zu dürfen, welche sie belasten. Nach der Rechtsprechung des EGMR und des Bundesgerichts 
genügt es den Anforderungen von Art. 6 Abs. 3 lit. d EMRK, wenn die beschuldigte Person oder die 
Verteidigung im Laufe des gesamten Verfahrens einmal eine angemessene und geeignete 
Gelegenheit erhalten hat, von ihrem Konfrontationsrecht Gebrauch zu machen (StPO Komm.-
WOHLERS, a.a.O., Art. 147 N 13). Diesem Anspruch kommt sodann keine absolute Geltung zu: In 
Fällen, in denen ein sachlicher Grund vorliegt, ist eine Einschränkung der Verteidigungsrechte unter 
gewissen Voraussetzungen zulässig. Ein solcher Fall liegt u.a. vor, wenn die Konfrontation aus 
objektiven, von den Behörden nicht zu vertretenden Gründen nicht möglich war, bspw. weil der Zeuge 
berechtigterweise das Zeugnis verweigert, der Zeuge trotz angemessener Nachforschung 
unauffindbar bleibt oder in der Zwischenzeit verstorben ist (BSK StPO-SCHLEIMINGER, Art. 147 N 34). 
Die Verwertung entsprechender Aussagen ist zulässig, wenn die durch die Konfrontation entstehende 
Verletzung der Verteidigungsrechte der beschuldigten Person durch kompensierende Massnahmen 
so gering wie möglich gehalten wird. Der beschuldigten Person ist in solchen Fällen die Gelegenheit 
zu geben, zum streitigen Zeugnis hinreichend Stellung zu nehmen. Auch das Gericht ist gehalten, die 
Aussagen, wann immer möglich unter Zuhilfenahme weiterer Beweismittel, sorgfältig zu prüfen (BSK 
StPO-SCHLEIMINGER, Art. 147 N 34). 

Voraussetzung war bislang, dass der unkonfrontierten Aussage keine ausschlaggebende Bedeutung 
zukommt. Nach neuerer Rechtsprechung des EGMR und des Bundesgerichts darf eine 
unkonfrontierte Aussage nun selbst dann verwertet werden, wenn sie für den Schuldspruch 
ausschlaggebend ist, falls “ausreichend kompensierende Faktoren gegeben sind, um den Anspruch 
des Beschuldigten auf ein faires Verfahren und die Überprüfung der Verlässlichkeit des Beweismittels 
zu gewährleisten”, also dann, wenn die Verlässlichkeit der Aussage auf andere Weise, beispielsweise 
durch andere Beweismittel, bestätigt wird. Das Kriterium des ausschlaggebenden Beweises bleibt 
aber nach wie vor ein gewichtiges Element bei der Gesamtwürdigung, ob das Verfahren trotz der 
Beschränkung fair war (BSK StPO-SCHLEIMINGER, Art. 147 N 34 m.w.H.). 

In Frage stehen gemäss der Verteidigung die nichtparteiöffentliche Einvernahme mit D.________ vom 
24.04.2014 und die nicht parteiöffentliche Einvernahme mit L.________ vom 27.01.2015.

Der Beschuldigte wohnte diesen beiden Einvernahmen zwar nicht persönlich bei. In Bezug auf die 
Einvernahme mit D.________ vom 24.04.2014 ist mit Hinweis auf den durch die Verteidigung selbst 
aufgeführten BGE 143 IV 457 festzuhalten, dass dem Beschuldigten das Recht zur Teilnahme an 
Beweiserhebungen ab dem Zeitpunkt der ersten staatsanwaltlichen Befragung zusteht (BGE 143 IV 
457 E. 1.6.2. S. 460). Im vorliegenden Fall wurde die Untersuchung gegen A.________ erst am 
30.04.2014 eröffnet und die erste staatsanwaltliche Befragung des Beschuldigten fand sogar erst am 
20.11.2014 statt. Zudem kommt bei getrennten Verfahren dem Beschuldigten im Verfahren des 
Mitbeschuldigen keine Parteistellung zu, weshalb folglich auch kein Teilnahmerecht an den 
Beweiserhebungen besteht (BGE 140 IV 176 E. 1.2.3. S. 176). Dem Beschuldigten kam für die 
Einvernahme mit D.________ vom 24.04.2014 somit kein Teilnahmerecht zu, das hätte verletzt 
werden können. Die entsprechenden Aussagen von D.________ sind somit verwertbar. Hinzu kommt, 

12

dass A.________ anlässlich der Konfrontationseinvernahme vom 12.03.2015 Gelegenheit hatte zu 
den Aussagen von D.________ direkt Stellung zu nehmen und diesem Fragen zu stellen.

Bezüglich der Aussagen von L.________ vom 27.01.2015 ist festzuhalten, dass diese Einvernahme 
stattfand, nachdem der Beschuldigte erstmals staatsanwaltlich zur Sache befragt worden war. 
Dennoch wurde ihm anlässlich seiner eigenen Befragungen die Möglichkeit gegeben sich zu diesem 
Vorwurf zu äussern, weiter fand die zweite Einvernahme von L.________ am 08.05.2015 
parteiöffentlich statt, wobei sie nicht nur ihre früheren Aussagen mit „ja“ bestätigte, sondern durch die 
Polizei zur freien Erzählung angehalten wurde und der Verteidigung des Beschuldigten die 
Möglichkeit gewährt wurde, Fragen zu stellen (pag. 631 f.). Weiter sind die Aussagen von L.________ 
nicht die einzigen Beweismittel in Bezug auf die vorgeworfenen Delikte (vgl. unten Ziff. 3.1.3.a.). 
Somit liegen mit Blick auf die herrschende Lehre und Rechtsprechung genügend kompensierende 
Faktoren vor, welche ein faires Verfahren und die Überprüfung der Aussagen gewährleisten. 
Entsprechend sind auch die Aussagen von L.________ verwertbar. 

Damit erweisen sich die Aussagen von D.________ und von L.________ nach Ansicht des Gerichts 
als verwertbar.

3.2 Unmittelbarkeitsprinzip

Rechtsanwalt B.________ rügte in seinem Plädoyer weiter die Verletzung des 
Unmittelbarkeitsprinzips, indem D.________ aufgrund der zentralen Bedeutung seiner Aussagen 
zwingend zur Hauptverhandlung hätte vorgeladen werden müssen. Das Bundesgericht habe im 
BGE 140 IV 196, E. 4.4.1.-4.4.3. festgehalten, dass eine unmittelbare Personenbefragung durch das 
erstinstanzliche Gericht für die Urteilfällung im Sinne von Art. 343 Abs. 3 StPO notwendig erscheine, 
wenn kumulativ (i) eine „Aussage gegen Aussage“-Situation vorliege, (ii) die Aussagen vom 
Hauptbelastungszeugen für den Verfahrensausgang von entscheidender Bedeutung seien (iii) und es 
sich um einen schweren Tatvorwurf handle. Vorliegend handle es sich um ein Paradebeispiel dieser 
Rechtsprechung. Folglich liesse sich die heutige Abwesenheit von D.________ mit dem 
Unmittelbarkeitsprinzip und der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht in Einklang bringen. 

Gemäss dem Prinzip der Unmittelbarkeit bildet sich das Gericht seine Überzeugung aufgrund eigener 
Anschauung in der Hauptverhandlung und nimmt alle Beweise selbst unmittelbar ab (BSK StPO-
HAURI/VENETZ, Art. 343 N 1). Weder nach Art. 6 EMRK noch nach Art. 14 UNO-Pakt II besteht ein 
konventionsrechtlicher Anspruch auf eine vollständig unmittelbare Beweisabnahme durch das Gericht. 
Massgebend ist vielmehr, ob das Strafverfahren in seiner Gesamtheit als «fair trial» zu qualifizieren 
ist. Wenn die Beweise vor Abschluss des Vorverfahrens erhoben werden und später vom Gericht 
nicht mehr abzunehmen sind, müssen die Mitwirkungs- und Verteidigungsrechte bereits im Vorverfah-
ren konventionskonform ausgebaut werden (BSK StPO-HAURI/VENETZ, Art. 343 N 5). 

Gemäss Art. 343 Abs. 3 StPO erhebt das Gericht im Vorverfahren ordnungsgemäss erhobene 
Beweise nochmals, sofern die unmittelbare Kenntnis des Beweismittels für die Urteilsfällung 
notwendig erscheint. Das Gericht ist in jedem Fall zur nochmaligen Beweiserhebung berechtigt (BSK 
StPO-HAURI/VENETZ, Art. 343 N 13). Gemäss Abs. 3 ist es dazu aber nur dann verpflichtet, wenn die 
unmittelbare Kenntnis des Beweismittels für die Urteilsfällung notwendig, also unerlässlich ist (BSK 
StPO-HAURI/VENETZ, Art. 343 N 19). Bei Personalbeweisen erweist sich die erneute Beweisabnahme 
dann als notwendig, wenn das Urteil nicht nur vom Inhalt der Aussagen einer Person abhängt, 
sondern in entscheidender Weise von ihrem Aussageverhalten. Wenn konkrete und gewichtige 
Umstände vorliegen, dass diese Aspekte einen entscheidenden Einfluss auf die Glaubwürdigkeit der 
Person bzw. die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen haben, ist nach Abs. 3 vorzugehen. Massgebend 

13

können dabei deliktsbezogene Umstände sein, etwa dass einer beschuldigten Person schwere 
Delikte gegen Leib und Leben oder gegen die sexuelle Integrität vorgeworfen werden, die Aussagen 
des Opfers praktisch das einzige direkte Beweismittel darstellen (Aussage gegen Aussage) und dem, 
bisher zu wenig dokumentierten, Aussageverhalten des Opfers entscheidende Bedeutung zukommt. 
Darüber hinaus erscheint die nochmalige Vernehmung eines Zeugen oder einer Auskunftsperson 
immer dann als geboten, wenn es massgeblich auf die Glaubwürdigkeit dieser Person ankommt, weil 
sie das einzige oder entscheidende Beweismittel für die Beurteilung der Straftat darstellt (BSK StPO-
HAURI/VENETZ, Art. 343 N 21). 

Auch widersprüchliche Aussagen erfordern nicht notwendigerweise eine nochmalige Beweisabnahme 
vor Gericht. Divergieren die Aussagen von Zeugen oder Mitbeteiligten mit denjenigen beschuldigter 
Personen, sind die erforderlichen Gegenüberstellungen bereits im Vorverfahren durchzuführen 
(Art. 146 StPO, Art. 308 Abs. 3 StPO). Allein wegen weiterhin bestehender Divergenzen sind 
vollständig erhobene Beweise nicht nochmals abzunehmen (BSK StPO-HAURI/VENETZ, Art. 343 N 24). 
Schliesslich ist das Gericht nicht verpflichtet, alle entscheidenden Beweise zu bestrittenen Anklage-
punkten sowie bestrittenen Schuld- und Strafzumessungsfragen nochmals abzunehmen. Ob eine 
nochmalige Beweisabnahme in der Hauptverhandlung als notwendig erscheint, hat das Gericht viel-
mehr nach pflichtgemässem freiem Ermessen zu entscheiden (BSK StPO-HAURI/VENETZ, Art. 343 
N 25). 

Gesetzlich nicht geregelt sind die Folgen, wenn ein Beweis gem. Art. 343 StPO ergänzt oder noch-
mals erhoben werden müsste, jedoch nicht mehr verfügbar bzw. in absehbarer Zeit nicht erreichbar 
ist. In solchen Fällen ist das Verfahren ohne diese Wiederholung fortzuführen. Der bereits erhobene 
Beweis ist deswegen nicht unverwertbar, sondern unterliegt der freien richterlichen Beweiswürdigung 
(BSK StPO-HAURI/VENETZ, Art. 343 N 26). Das Gericht muss in einem solchen Fall aber besonders 
vorsichtig und zurückhaltend würdigen (BGE 140 IV 196 E. 4.4.5. S. 201).

Das Gericht ist gemäss Art. 343 Abs. 3 StPO nicht verpflichtet ordnungsgemäss erhobene Beweise 
nochmals zu erheben, ausser die unmittelbare Kenntnis sei für die Urteilsfällung unerlässlich. 
Vorliegend ist das Aussageverhalten von D.________ in den Akten umfassend dargestellt. Zudem 
sind die Einvernahmen von D.________ ordnungsgemäss erfolgt (vgl. Ziff. 3.1. hiervor). Weiter hatte 
der Beschuldigte bzw. dessen Verteidiger vorliegend im Rahmen des Verfahrens mehrfach die 
Möglichkeiten D.________ Fragen zu stellen. Auch aufgrund der widersprüchlichen Aussagen alleine 
sind die vollständig erhobenen Beweise nicht erneut abzunehmen, wurde doch zwischen D.________ 
und dem Beschuldigten am 12.03.2015 eine Konfrontationseinvernahme durchgeführt. Weiter besteht 
vorliegend keine klassische Aussage gegen Aussage Situation, da weitere objektive Beweismittel 
vorliegen, welche die Aussagen von D.________ stützen (vergleiche weiter unten Ziff. 2.3.).

Der entsprechende Beweisantrag von Rechtsanwalt B.________ auf Befragung von D.________ 
wurde bereits mit Verfügung vom 23.10.2019 im Vorfeld der Hauptverhandlung abgewiesen 
(pag. 1651 f.). Es sind keine Umstände ersichtlich, dass sich seit dieser Verfügung etwas verändert 
hätte und das Gericht auf seine Begründung zurückkommen müsste.

Im vorliegenden Fall erachtet es das Gericht aufgrund der oben ausgeführten Gründe als für die Ur-
teilsfällung nicht unerlässlich, D.________ erneut unmittelbar zu befragen. Das Gericht hält weiter an 
seiner Begründung der Verfügung vom 23.10.2019 fest. Folglich liegt kein Verstoss gegen das Unmit-
telbarkeitsprinzip vor.

14

6.2 Vorbringen der Verteidigung 

Seitens der Verteidigung wurde – wie bereits (teilweise) im erstinstanzlichen 
Verfahren – im Wesentlichen vorgebracht, dass das vorliegende Strafverfahren 
einzig durch die Aussagen von D.________ anlässlich seiner Einvernahme vom 
24. April 2014 ins Rollen gebracht worden sei. Diese Einvernahme habe indes in 
Abwesenheit des Beschuldigten stattgefunden, und anlässlich der 
parteiöffentlichen Einvernahme vom 2. Dezember 2014 habe D.________ als 
Auskunftsperson auf wortwörtlichen Vorhalt in längeren Passagen (in 
Anführungszeichen) zwar die früheren Aussagen nochmals bestätigt. Gemäss 
BGE 143 IV 457 E. 1.6.1 – 1.6.3 (und BGer 6B_75/2019 vom 15. März 2019 
E. 1.4.2.) sei das wortwörtliche Vorhalten von früheren in Abwesenheit des 
Beschuldigten gemachten Aussagen nicht zulässig und führe zwangsläufig zur 
Unverwertbarkeit; die Belastungsperson hätte nochmals in freier Erzählung die 
belastenden Sachverhalte wiederholen müssen. Entsprechendes gelte auch für die 
saloppe Bestätigung seitens von D.________ anlässlich der 
staatsanwaltschaftlichen Konfrontationseinvernahme vom 12. März 2015. Wegen 
Nichtgewährung des Teilnahmerechts anlässlich der Schlusseinvernahme vom 
31. März 2015 dürfe auch auf diese Einvernahme nicht abgestellt werden. Im 
Ergebnis bedeute dies, dass die Aussagen von D.________ vom 2. Dezember 
2014, 12. März 2015 und 31. März 2015 in Bezug auf die «R.________-
Geschichte» allesamt unverwertbar seien. Verwertbar seien nur die ersten vagen 
Angaben von D.________ vom 24. April 2014, weil das Strafverfahren gegen 
seinen Klienten zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht eröffnet worden sei. Unter 
Hinweis auf den Bundesgerichtsentscheid 6B_722/2020 vom 19. November 2020 
(E. 1.1.2.) führte die Verteidigung zudem aus, dass es nicht am Verteidiger liege, 
durch ergänzende Beweisanträge und das Stellen von Ergänzungsfragen auf die 
Verwertbarkeit von Aussagen hinzuwirken, dies obliege ausschliesslich den 
Strafbehörden (pag. 1853 ff.). 

Weil den Aussagen von D.________ bei der Beweiswürdigung zentrale Bedeutung 
zukomme, hätte ferner mit Blick auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung 
(6B_722/2020 vom 19. November 2020 E. 1.1.2., 6B_1087/2019 vom 17. Februar 
2021 E. 1.2.1. f. und 6B_958/2019 vom 5. Februar 2021 E. 4.2.) und Art. 343 
Abs. 3 i.V.m. Art. 405 Abs. 1 StPO D.________ durch die Gerichte persönlich 
befragt werden müssen. Aufgrund der Aussage gegen Aussage-Situation und des 
schweren Tatvorwurfs sei unter Verweis auf BGE 140 IV 196 E. 4.4.1 – 4.4.3 eine 
unmittelbare Personenbefragung notwendig gewesen; der unmittelbare persönliche 
Eindruck sei in einer solchen Konstellation zentral (pag. 1854 f.). 

Gleich verhalte es sich schliesslich auch bezüglich des Anklagevorwurfs gemäss 
Ziff. 1.6.: Mangels Teilnahmerecht des Beschuldigten an der Ersteinvernahme von 
L.________ vom 27. Januar 2015 unterlägen ihre Aussagen gestützt auf Art. 147 
Abs. 4 StPO und unter Hinweis auf BGE 143 IV 457 E. 1.6.1 und 1.6.2 einem 
Beweisverwertungsverbot. Diese sozusagen illegaliter geheime Einvernahme mit 
L.________ wirke sich verwertungsrechtlich letztlich auch negativ auf ihre 
parteiöffentliche Einvernahme vom 8. Mai 2015 aus. Die aus der unverwertbaren 
Einvernahme erlangte Erkenntnis, nämlich des Kokainsteins, hätte an der 

15

parteiöffentlichen Einvernahme vom 8. Mai 2015 nicht verwendet werden dürfen. 
Deshalb seien die diesbezüglichen Aussagen von L.________ unter Verweis auf 
Art. 141 Abs. 4 StPO ebenfalls nicht verwertbar (1859 f.). 

6.3 Vorbringen der Generalstaatsanwaltschaft

Die Generalstaatsanwaltschaft brachte oberinstanzlich in Bezug auf die 
Verwertbarkeitsproblematik zusammenfassend vor, dass der von der Verteidigung 
erwähnte Bundesgerichtsentscheid 143 IV 457 vom 16. November 2017 datiere. Im 
vorliegenden Fall hätten die Einvernahmen in den Jahren 2014 und 2015 
stattgefunden, also Jahre vor dieser bundesgerichtlichen Rechtsprechung. Die 
Polizei und die Staatsanwaltschaft seien 2014 und 2015 so vorgegangen, wie es zu 
diesem Zeitpunkt üblich und zulässig gewesen sei. Es könne daher nicht sein, dass 
eine Rechtsprechungsänderung, welche Jahre später entwickelt werde, zur 
Unverwertbarkeit von Einvernahmen führen würde, welche früher stattgefunden 
hätten und zum damaligen Zeitpunkt (2014/2015) ordnungsgemäss erfolgt seien. 
Im Strafrecht gebe es noch keinen entsprechenden Entscheid, aber im 
Verwaltungsrecht. Das Verwaltungsrecht sei ähnlich und auch im Strafrecht sei 
man an die verwaltungsrechtlichen Grundsätze gebunden. Im Verwaltungsrecht sei 
es unbestritten: Es gelte der Grundsatz der Nichtrückwirkung von 
Praxisänderungen. Das müsse auch im Strafverfahren gelten für bereits 
ordnungsgemäss erfolgte Einvernahmen, wobei dem Beschuldigten das Fragerecht 
gewährt worden sei und er Ergänzungsfragen habe stellen können, aber darauf 
verzichtet habe. 2014 und 2015 habe man die Beweise rechtskonform erhoben. 
Eine Rechtsprechungsänderung könne daher nicht zu einer nachträglichen 
Unverwertbarkeit führen. In Anwesenheit des Beschuldigten und seinem Anwalt 
habe D.________ die Vorhalte gemäss Ziff. 1.3. der Anklageschrift mehrfach 
bestätigt. Er habe in freier Rede Aussagen zur Stellung des Beschuldigten in der 
Organisation gemacht, wie und wann er den Beschuldigten kennengelernt habe 
usw. Der Beschuldigte und sein Anwalt hätten Fragen stellen können, sie hätten 
allerdings darauf verzichtet. Man habe ihnen das gewährt, was nach EMRK nötig 
sei und der damaligen Rechtsprechung des Bundesgerichts entsprochen habe. 
Hinzu komme, dass die Aussagen von D.________ nicht das einzige Beweismittel 
seien. Unter dem Blickwinkel des Teilnahme- und Konfrontationsrechts seien die 
Aussagen von D.________ klarerweise verwertbar (pag. 1863).

Gleich verhalte es sich schliesslich auch bezüglich Ziff. 1.6. der Anklageschrift: 
Zum Zeitpunkt der Einvernahme im Jahre 2015 sei man so vorgegangen, wie es 
damals üblich gewesen sei. Zudem habe man L.________ nicht ganze Passagen 
vorgehalten, sondern ihr lediglich ein Stichwort gegeben und sie habe in freier 
Rede und detailliert geschildert, was passiert sei. Bei der zweiten Befragung habe 
sie dann von sich aus ergänzt, dass er [der Beschuldigte] den Kokainstein aus der 
Jacke hervorgenommen habe. Die zweite Befragung sei parteiöffentlich gewesen. 
Der Beschuldigte habe die belastenden Aussagen von L.________ in Zweifel 
ziehen können. Die Aussagen seien so zustande gekommen, wie es damals 
zulässig gewesen sei. Man habe das Parteirecht gewährt und der Beschuldigte 
habe das Fragerecht, wie es ihm nach EMRK 6 zustehe, erhalten. Deshalb seien 
auch diese Aussagen verwertbar (pag. 1869). 

16

Zur Unmittelbarkeitsproblematik führte die Generalstaatsanwaltschaft aus, dass es 
bei der von der Verteidigung zitierten Rechtsprechung nicht nur um wichtige 
Zeugenaussagen, sondern um Aussagen von ausschlaggebender Bedeutung 
gehe. Es müsse eine klassische Aussage gegen Aussage-Situation vorliegen, und 
es müsse das einzige Beweismittel sein. Mit diesem Beweismittel müsse der Fall 
stehen und fallen. Das sei hier klar nicht der Fall. Die WhatsApp-Nachrichten, 
insbesondere diejenigen von D.________ rund um den 9. November 2013, seien 
ein objektives Beweismittel, welche seine Aussagen klar stützen würden. Weiter 
habe man die Beobachtungen, die TK-Auswertungen, die Spurenuntersuchungen 
und die Aussagen von G.________. Also nebst den Aussagen von D.________ 
habe man noch viel mehr. Und diese würden seine Aussagen untermauern. Daraus 
ergebe sich ein Gesamtbild und zusammen würden sie das Mosaik 
vervollständigen. Die erste Instanz habe daher zu Recht gesagt, dass der 
unmittelbare persönliche Eindruck nicht unerlässlich sei. Man habe vorliegend auf 
eine Befragung vor Gericht verzichten können, weil man das Mosaik mit den 
vorhandenen Steinchen vervollständigen könne, so dass man ein klares Bild habe. 
Die Aussagen seien daher allesamt verwertbar (pag. 1863 f.). 

6.4 Erwägungen der Kammer

6.4.1 Aussagen D.________ und G.________

Das Strafverfahren gegen den Beschuldigten wegen qualifizierter BetmG-
Widerhandlungen wurde am 30. April 2014 eröffnet (pag. 1). Der Beschuldigte 
konnte dann gestützt auf den Festnahmebefehl vom 19. November 2014 (pag. 3) 
am 20. November 2014 polizeilich angehalten (pag. 4 ff.), vorläufig festgenommen 
(pag. 8 ff.) und gleichentags die Untersuchungshaft angeordnet werden (pag. 11 
ff.). Die polizeiliche Ersteinvernahme (delegierte Einvernahme nach Art. 312 Abs. 2 
StPO) und die staatsanwaltschaftliche Hafteröffnung fanden wie auch alle weiteren 
Einvernahmen des Beschuldigten in Anwesenheit der amtlichen Verteidigung statt 
(Fall von Art. 130 Bst. b StPO).

Die kantonale Staatsanwaltschaft für Besondere Aufgaben eröffnete einerseits am 
9. September 2013 eine Untersuchung wegen qualifizierter BetmG-
Widerhandlungen gegen unbekannte Täterschaft (pag. 1 Akten PEN 15 489+490 
[im Folgenden: VA]), führte diese Untersuchung (BA 13 277) ab 24. September 
2013 gegen D.________ weiter (pag. 2 VA) und andererseits am 31. Oktober 2013 
wegen qualifizierter BetmG-Widerhandlungen gegen unbekannte Täterschaft 
(pag. 5 VA) und führte diese (BA 13 536) ab dem 30. Januar 2014 weiter gegen 
G.________ (pag. 6 VA). Diese beiden Verfahren wurden ab dem 19. Februar 
2015 vereinigt unter der Verfahrensnummer BA 13 277 weitergeführt (pag. 4 VA). 
Soweit nun D.________ in der polizeilichen Einvernahme vom 24. April 2014 
(pag. 355 ff.) in seinem eigenen Verfahren den Beschuldigten erstmals belastete, 
konnte der Beschuldigte gar nicht teilnehmen und ihm stand in seinem erst ab 
30. April 2014 eröffneten und separat geführten Verfahren auch gar kein 
Teilnahmerecht zu, was im Übrigen auch die Verteidigung nicht in Abrede stellt; es 
lag keine Konstellation einer Einvernahme eines Mitbeschuldigten im gleichen 
Verfahren vor (in BGE 143 IV 457 ff. war insoweit die prozessuale Ausgangslage 
anders, indem es dort um die Einvernahme von Mitbeschuldigten im gleichen 

17

Verfahren und die diesbezüglichen Teilnahmerechte ging). Nur am Rande und 
bereits an dieser Stelle gilt es darauf hinzuweisen, dass dies auch in Bezug auf die 
Aussagen von G.________ vom 30. April 2014 gilt, wobei seinen Angaben im 
Rahmen der gesamtheitlichen Würdigung nur marginale, das Gesamtbild 
abrundende Wirkung zukommt. 

Am 2. Dezember 2014 erfolgte dann im vorliegenden Verfahren eine 
parteiöffentliche Einvernahme von D.________ als Auskunftsperson (pag. 363 ff.). 
In der Tat gestaltete sich diese Einvernahme derart, dass nach den einleitenden 
Fragen, ob D.________ den Beschuldigten kenne und wie gut und ob dieser 
Übernamen besitze, die weitere Einvernahme zur Hauptsache durch wortwörtlichen 
Vorhalt seiner am 24. April 2014 gemachten Aussagen ablief, die D.________ mit 
«Ja das kann ich» (pag. 364 f.) bestätigte, ohne bezüglich dieser Anschuldigung 
eigenständige Ausführungen zu machen. Bezeichnenderweise stellte die 
Verteidigung des Beschuldigten auch keine Ergänzungsfragen. Im Wesentlichen 
gleich gestaltete sich die Konfrontationseinvernahme von D.________ und 
G.________ vom 12. März 2015 (pag. 372 ff.), an der die Verteidigung des 
Beschuldigten teilnahm. Nicht wortwörtlich aber doch zusammengefasst mit den 
wesentlichen Inhalten wurde die Aussage von D.________ anlässlich der 
Einvernahme vom 24. April 2014 vorgehalten (pag. 378). Auch hierzu gab 
D.________ bloss zu Protokoll: «Ja, ich kann mich erinnern. Vielleicht kann sich 
auch G.________ erinnern. Es ist nicht so, dass er das alleine hingebracht hat. Wir 
waren zusammen und ich habe ihn dahin gebracht und er ist dann in der Wohnung 
zurückgeblieben» (pag. 378). Auch in dieser Einvernahme wurden seitens der 
Verteidigung des Beschuldigten keine Ergänzungsfragen gestellt (pag. 384). 
Entgegen dem im BGE 143 IV 457 zugrundeliegenden Fall ist vorliegend 
festzustellen, dass die Teilnahmerechte des Beschuldigten jedenfalls formell nicht 
verletzt worden sind, da die Einvernahme vom 24. April 2014 nicht im gleichen 
Verfahren unter Mitbeschuldigten stattgefunden hat.

In BGE 143 IV 457 E. 1.6.1 hielt das Bundesgericht Folgendes fest: «Eine 
Verletzung von Art. 147 Abs. 1 StPO führt nach dem Gesagten gestützt auf 
Art. 147 Abs. 4 StPO zu einem Beweisverwertungsverbot gegenüber der Partei, die 
an der Beweiserhebung nicht anwesend war (BGE 139 IV 25 E. 5.4.1 S. 34). 
Werden Aussagen, welche die Befragten in Einvernahmen ohne Teilnahme des 
Beschwerdeführers machten, in späteren Konfrontationseinvernahmen den 
Befragten wörtlich vorgehalten, so werden diese Aussagen im Sinne von Art. 147 
Abs. 4 SPO unzulässigerweise verwertet». Die Frage ist, ob der Beschuldigte aus 
dieser höchstrichterlichen Rechtsprechung etwas zu seinen Gunsten ableiten kann 
oder nicht, d.h. ob bei nicht gegebener Verletzung des Teilnahmerechts der 
Beschuldigte sich aus dem Umstand, dass bei späterer Konfrontationseinvernahme 
der befragten Person (Beschuldigter in einem anderen Verfahren) deren früheren 
Aussagen wörtlich vorgehalten werden, auf ein Beweisverwertungsverbot berufen 
kann.

Werden die Strafverfahren gegen mehrere Mitbeschuldigte getrennt geführt und 
stützt sich die Strafverfolgungsbehörde auf die Aussagen eines Beschuldigten aus 
einem anderen getrennt geführten Verfahren, ist dem Konfrontationsrecht i.S.v. 

18

Art. 6 Abs. 3 Bst. d EMRK Rechnung zu tragen (BGE 140 IV 172 E. 1.3.; 
SCHLEIMINGER METTLER, in: Basler Kommentar, Schweizerische 
Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 3 zu Art. 147 StPO). Das 
Konfrontationsrecht ergibt somit nicht nur aus Art. 147 StPO, sondern wird auch 
durch Art. 6 Abs. 3 Bst. d EMRK garantiert. Im Unterschied zu Art. 147 StPO 
besagt Art. 6 Abs. 3 Bst. d EMRK aber gerade nicht, dass nur die in Gegenwart der 
beschuldigten Person getätigten bzw. bestätigten Aussagen verwertet werden 
dürfen: Sobald den konventionsrechtlichen Anforderungen Genüge getan ist, öffnet 
sich eine rechtliche Schleuse für einen Beweismitteltransfer vom einen in das 
andere Verfahren (BGE 6B_518/2014 vom 4. Dezember 2014 E. 4.3.; GODENZI, 
Teilnahmeberechtigte «Parteien» bei getrennt geführten Strafverfahren, in: 
forumpoenale 2/2015 S. 112). 

Der in Art. 6 Abs. 3 Bst. d EMRK als Minimalgarantie eingeräumte Anspruch jeder 
beschuldigten Person, Fragen an Belastungszeugen zu stellen oder stellen zu las-
sen, ist ein besonderer Aspekt des Rechts auf ein faires Verfahren, wobei als «Be-
lastungszeuge» in diesem Sinne jede Person gilt, deren Aussage geeignet ist, den 
Beschuldigten zu belasten. Als Belastungszeugen gelten daher nicht nur Zeugen, 
sondern beispielsweise auch Mitbeschuldigte (WOHLERS, in: Kommentar zur 
Schweizerischen Strafprozessordnung StPO, 3. Aufl. 2020, N. 12 zu Art. 147 
StPO). 

Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist eine belastende Zeugenaussage 
grundsätzlich nur verwertbar, wenn der Beschuldigte wenigstens einmal während 
des Verfahrens angemessene und hinreichende Gelegenheit hatte, das Zeugnis in 
Zweifel zu ziehen und Fragen an den Belastungszeugen zu stellen. Damit die Ver-
teidigungsrechte gewahrt sind, muss der Beschuldigte namentlich in der Lage sein, 
die Glaubhaftigkeit einer Aussage zu prüfen und den Beweiswert in kontradiktori-
scher Weise auf die Probe und infrage stellen zu können. Das kann entweder zum 
Zeitpunkt erfolgen, zu dem der Belastungszeuge seine Aussage macht, oder auch 
in einem späteren Verfahrensstadium (Urteil des Bundesgerichts 6B_839/2013 
vom 28. Oktober 2014 E. 1.4.1 mit Hinweisen; SCHLEIMINGER METTLER, in: Basler 
Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 30 f. zu 
Art. 147 StPO). Da der konventionsrechtliche Konfrontationsanspruch verlangt, 
dass der Beschuldigte in die Lage versetzt wird, sein Fragerecht tatsächlich aus-
zuüben und damit die Glaubhaftigkeit einer Aussage infrage stellen zu können, 
setzt dies in aller Regel voraus, dass sich die einvernommene Person in Anwesen-
heit des Beschuldigten (nochmals) zur Sache äussert. In diesem Fall steht nichts 
entgegen, im Rahmen einer Gesamtwürdigung auch auf die Ergebnisse der frühe-
ren Beweiserhebungen zurückzugreifen. Denn die Frage, ob bei widersprüchlichen 
Aussagen oder späteren Erinnerungslücken eines Zeugen auf die ersten, in Abwe-
senheit des Beschuldigten erfolgten Aussagen abgestellt werden kann, betrifft nicht 
die Verwertbarkeit, sondern die Würdigung der Beweise.

Im Regelfall ist das Fragerecht dem Beschuldigten und seinem Verteidiger 
gemeinsam einzuräumen. Die Mitwirkung des Beschuldigten kann für die 
Beurteilung der Glaubhaftigkeit der Aussagen des Zeugen entscheidend sein, 
insbesondere wenn dieser über Vorgänge berichtet, an welchen beide beteiligt 

19

waren (Urteile des Bundesgerichts 6B_324/2011 vom 26. Oktober 2011 E. 1.2; 
6B_45/2008 vom 2. Juni 2008 E. 2.4). 

Beschränkt sich die Wiederholung der Einvernahme aber im Wesentlichen auf eine 
formale Bestätigung der früheren Aussagen, wird es dem Beschuldigten verunmög-
licht, seine Verteidigungsrechte wirksam wahrzunehmen (Urteile des Bundesge-
richts 6B_839/2013 vom 28. Oktober 2014 E. 1.4.2 und 6B_542/2016 vom 5. Mai 
2017 E. 2.4). Konkret bedeutet dies, dass auf frühere Aussagen nur dann – und 
auch dies nur «ergänzend» – zurückgegriffen werden darf, wenn der Belastungs-
zeuge im Rahmen der Konfrontation seine konkreten Vorwürfe selbst erneut vor-
bringt und nicht einfach pauschal frühere Aussagen bestätigt. Solche rein formalen 
Konfrontationen haben die Unverwertbarkeit früherer, nicht konfrontativ erfolgter 
Einvernahmen zur Folge, so dass sie auch nicht ergänzend zur Begründung einer 
Verurteilung herangezogen werden können (NOLL, Nr. 31 Bundesgericht, Straf-
rechtliche Abteilung, Urteil vom 31. Oktober 2013 i.S. X.M. gegen Generalstaats-
anwaltschaft des Kantons Bern und gegen A.M. – 6B_369/2013, in: forumpoenale 
3/2014 S. 153 ff.). Mit anderen Worten können nur solche Beweismittel die Grund-
lage einer Verurteilung bilden, deren Beweiswert konfrontativ durch den Beschul-
digten auf die Probe gestellt werden konnte (MEYER, EMRK Konvention zum 
Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten, 2. Aufl. 2015, N. 198 zu Art. 6 
EMRK). 

Der Anspruch, dem Belastungszeugen Fragen zu stellen, ist grundsätzlich absolut, 
wenn das streitige Zeugnis den einzigen oder einen wesentlichen Beweis darstellt. 
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist zu prüfen wie weit die anderen 
Beweismittel für sich einen Schuldspruch zu tragen vermöchten. Würden sie alleine 
für den Schuldspruch nicht ausreichen, aber einen schweren Tatverdacht begrün-
den, kann die Berücksichtigung der Aussage als zusätzlicher Mosaikstein zum 
Schuldspruch führen, ohne dass die Verteidigungsrechte dadurch verletzt wären 
(BGE 133 I 33 E. 3 f.). 

Aus den Akten ist zu entnehmen, dass D.________ sechsmal (pag. 321 ff.; 
pag. 333 ff.; pag. 363 ff.; pag. 372 ff.; pag. 386 ff.; pag. 397 ff.) einvernommen 
wurde. Davon wurde er dreimal in Anwesenheit der Verteidigung des 
Beschuldigten – nicht aber des Beschuldigten selbst – einvernommen (pag. 363 ff.; 
pag. 372 ff.; pag. 397 ff.). Wie zuvor erwähnt, ist im Regelfall dem Beschuldigten 
und seinem Verteidiger gemeinsam das Fragerecht einzuräumen. Auf eine direkte 
Konfrontation des Beschuldigten mit dem Belastungszeugen kann nur verzichtet 
werden, wenn eine persönliche Konfrontation nicht möglich oder eine 
Beschränkung des Konfrontationsrechts dringend notwendig war (vgl. BGE 
6B_135/2018 vom 22. März 2019 E. 2.4.). Beides war vorliegend in den ersten 
Einvernahmen nicht der Fall, weshalb am 12. März 2015 eine 
Konfrontationseinvernahme mit dem Beschuldigten und D.________ stattfand 
(pag. 386 ff.). Dem Konfrontationsrecht wurde folglich zumindest einmal in formeller 
Hinsicht Rechnung getragen. Damit einhergehend stellt sich allerdings die Frage, 
ob dem Konfrontationsanspruch auch in materieller Hinsicht Genüge getan wurde. 

Wie oben ausgeführt beschränkte sich die delegierte Einvernahme von 
D.________ vom 2. Dezember 2014 – in Anwesenheit der Verteidigung des 

20

Beschuldigten – bezüglich Ziff. 1.3. der Anklageschrift im Wesentlichen auf den 
reinen, wortwörtlichen Vorhalt seiner am 24. April 2014 gemachten Aussagen und 
deren Bestätigung mit «Ja das kann ich» (pag. 364 f.). Die 
Konfrontationseinvernahme vom 12. März 2015 (pag. 277 ff. bzw. 386 ff.) 
beschränkte sich nicht nur auf Vorhalte, wurden D.________ doch insgesamt 24 
Fragen gestellt, wobei es sich bei vier Fragen um Vorhalte seiner früheren 
Aussagen handelte. Allerdings ist augenfällig, dass sich die vier Vorhalte um das 
eigentliche Tatgeschehen (der Ziff. 1.3. der Anklageschrift zugrundeliegend) 
drehen und den Beschuldigten erheblich belasten. Auf die Vorhalte antwortete 
D.________ lediglich mit «ja» (pag. 279 Z. 54; pag. 280 Z. 108), «das stimmt so» 
(pag. 281 Z. 137) oder er konnte sich nicht mehr genau daran erinnern (pag. 280 
Z. 89-91). In der Praxis ist häufig der Fall anzutreffen, dass sich der 
Einvernommene – gerade in Fällen von Betäubungsmittelhandel, in denen es oft 
um viele Einzelhandlungen geht – nicht mehr an jedes Ereignis im Einzelnen 
erinnern kann und ihm daher frühere Aussagen vorgehalten bzw. vorgelesen 
werden und diese dann bestätigt werden, wobei der Inhalt der Antwort oft nicht 
über das eben Gelesene hinausgeht. Für eine Konfrontationseinvernahme wie die 
vorliegende reicht dies nach dem Gesagten aber nicht aus: Damit die beschuldigte 
Person ihre Verteidigungsrechte wahrnehmen kann, müssen substanzielle 
Angaben des Belastungszeugen gemacht werden. Das bedingt, dass er sich 
zunächst von sich aus und kraft eigener Erinnerung äussert. Erst wenn er sich 
geäussert oder begründet hat, weshalb er nicht dazu in der Lage ist, sind die 
früheren Aussagen vorzuhalten und er ist erneut aufzufordern, Stellung dazu zu 
nehmen. Dies wurde vorliegend aber gerade nicht gemacht. Der Beschuldigte hatte 
nicht die Möglichkeit, die Glaubhaftigkeit von D.________ in kontradiktorischer 
Weise zu überprüfen, mithin seine Verteidigungsrechte wirksam wahrzunehmen. 
D.________ machte zum eigentlichen Tatgeschehen keine Aussagen von sich aus. 
Dadurch konnte auch nicht festgestellt werden, ob und in welchem Umfang er sich 
noch an das zurückliegende Tatgeschehen erinnern kann. Mit einer pauschalen 
Zustimmung lassen sich allfällige Widersprüche und Ungereimtheiten nicht 
aufdecken und genau dies soll das Konfrontationsrecht gewährleisten. 

Nach dem Gesagten ist entgegen der Vorinstanz mit der konventionsrechtlichen 
Garantie auf ein faires Verfahren nicht vereinbar, auf die bezüglich Kernsachverhalt 
von Anklageschrift Ziff. 1.3. nach der am 30. April 2014 gegen den Beschuldigten 
eröffneten Strafuntersuchung erfolgten belastenden Aussagen D.________ 
abzustellen, da der Beschuldigte selbst im gesamten Verfahren nicht hinreichend 
und effektiv Gelegenheit hatte, D.________ zu befragen und die Glaubhaftigkeit 
einer Aussage zu prüfen sowie den Beweiswert in kontradiktorischer Weise auf die 
Probe und infrage stellen zu können. An dieser Beurteilung vermag die Tatsache, 
dass die Verteidigung des Beschuldigten am Schluss dieser 
Konfrontationseinvernahme keine Ergänzungsfragen stellte (pag. 282), nichts zu 
ändern. Die belastenden Aussagen sind daher infolge Verletzung von Art. 6 Abs. 3 
Bst. d EMRK grundsätzlich nicht verwertbar. Dass schliesslich in Strafverfahren 
wegen Widerhandlungen gegen das BetmG andere Massstäbe gelten, geht aus 
der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zudem nicht hervor (vgl. bspw. BGE 
6B_1133/2019 vom 18. Dezember 2019 E. 1.3.2.; das Bundesgericht führte dazu 

21

aus: Daher genügt es nicht, dass die befragte Person ihre früheren Aussagen auf blossen Vorhalt 
hin bestätigt. Werden Aussagen, welche die Befragten in Einvernahmen ohne Gewährung des 
Teilnahmerechts nach Art. 147 Abs. 1 StPO machten, in späteren Konfrontationseinvernahmen den 
Befragten wörtlich vorgehalten, so werden diese Aussagen im Sinne von Art. 147 Abs. 4 StPO 
unzulässigerweise verwertet).

Von daher wäre es an sich grundsätzlich umso angezeigter gewesen, D.________ 
anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung zumindest als Auskunftsperson 
(evtl. Zeugen) anzuhören. Die Verteidigung stellte vorgängig einen entsprechenden 
Antrag (pag. 1648 f.). Dieser Antrag wurde seitens der erstinstanzlichen 
Verfahrensleitung abgewiesen, vorab mit der Begründung, D.________ halte sich 
nicht mehr in der Schweiz auf, er sei am 6. Februar 20219 ausgeschafft worden 
und der aktuelle Aufenthaltsort sei unbekannt. Überdies sei D.________ am 
12. Mai 2015 parteiöffentlich befragt und sogar mit dem Beschuldigten konfrontiert 
worden. Zwar trifft es zu, dass D.________ anfangs 2019 ausgeschafft worden ist 
und sein Aufenthaltsort unbekannt ist. Indes sind nicht die geringsten 
Nachforschungsbemühungen bezüglich seines Aufenthaltes aktenkundig, und 
seine gemachten Aussagen nach dem 30. April 2014 sind wie ausgeführt 
grundsätzlich nicht verwertbar, dem Konfrontationsrecht wurde nicht Genüge 
getan. Zudem ist festzuhalten, dass D.________ erst im Februar 2019 
ausgeschafft worden ist, d.h. es wäre ohne Weiteres möglich gewesen, ihn – auch 
mit Blick auf die höchstrichterliche Praxisverschärfung ab 2017 – lege artis zu 
befragen. Insoweit stellt sich einerseits die Frage, welche Bedeutung den 
unkonfrontierten Aussagen zukommt und andererseits ist zu prüfen, ob bei den 
unkonfrontierten Aussagen, selbst wenn sie für den Schuldspruch 
ausschlaggebend sind, «ausreichend kompensierende Faktoren gegeben sind, um 
den Anspruch des Beschuldigten auf ein faires Verfahren und die Überprüfung der 
Verlässlichkeit des Beweismittels zu gewährleisten», d.h. wenn die Verlässlichkeit 
der Aussage auf andere Weise gewährleistet ist, sie insbesondere durch andere 
Beweismittel bestätigt wird (EGMR, 15.12.2011, No. 26766/05 und 22228/06, Al 
Khawaja und Tahery/Grossbritannien, Ziff. 156, zit. in SCHLEIMINGER METTLER, in 
Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 34 zu 
Art. 147 StPO). An dieser Stelle lässt sich mit Blick auf die nachfolgenden 
Ausführungen (vgl. Erw. II.7.5 unten) feststellen, dass den materiell 
unkonfrontierten Aussagen von D.________ – entgegen den Ausführungen der 
Verteidigung – nicht ausschlaggebende Bedeutung zukommt und selbst im 
gegenteiligen Fall aufgrund der objektiven Beweismittel deren Verlässlichkeit 
bestätigt wird. Von daher konnte letzten Endes auch oberinstanzlich von Amtes 
wegen auf eine Einvernahme mit D.________ (mit entsprechenden vorgängigen 
Aufenthaltsnachforschungen) verzichtet werden.

Zusammenfassend ist daher festzuhalten, dass die Einvernahme vom 24. April 
2014 unbestrittenermassen verwertbar ist. Überdies sind die weiteren nach dem 
30. April 2014 erfolgten Einvernahmen der Belastungspersonen, an denen die 
Verteidigung teilgenommen hat – unabhängig von der Frage der Rückwirkung oder 
Nicht-Rückwirkung von prozessualen Praxisänderungen – nicht als Ganzes 
unverwertbar, sondern dies einzig in Bezug auf die Ausführungen zum 
Kernsachverhalt betreffend Anklageschrift Ziff. 1.3. – soweit wortwörtlich oder 

22

zusammengefasst die früheren Aussagen vorgehalten und diese lediglich mit «Ja» 
bestätigt wurden und keine freie Äusserung zur Sache erfolgten – Geltung haben 
kann. Soweit darüber hinaus Aussagen genereller Art, wie beispielsweise zum 
Kontakt, zur Zusammenarbeit, zur Stellung des Beschuldigten innerhalb der 
Organisation, gemacht wurden, sind diese ohne Weiteres verwertbar, und es hätte 
der Verteidigung oblegen, vom Fragerecht Gebrauch zu machen. Umgekehrt ist 
auch festzuhalten, dass es nicht Aufgabe der Verteidigung ist, die Verwertbarkeit 
von Aussagen sicherzustellen. 

6.4.2 Aussagen L.________

Etwas anders verhält es sich in Bezug auf die Aussagen von L.________: Am 
20. November 2014 erging seitens des zuständigen Staatsanwalts der 
Ermittlungsauftrag an die Polizei, gestützt auf Art. 312 StPO u.a. die beteiligten 
Personen zu befragen (pag. 1488). Am Schluss dieses Auftrages wurde folgender 
Hinweis angebracht: «Bei Einvernahmen, welche die Polizei nach Eröffnung der 
Untersuchung im Auftrag der Staatsanwaltschaft durchführt, haben die 
Verfahrensbeteiligten die Verfahrensrechte, die ihnen bei Einvernahmen durch die 
Staatsanwaltschaft zukommen (Art. 312 Abs. 2 StPO)» (pag. 1488). 
Nichtsdestotrotz erfolgte am 27. Januar 2015 eine nicht parteiöffentliche 
Einvernahme mit L.________ als Auskunftsperson im Verfahren gegen den 
Beschuldigten (pag. 622 ff.): Weder ergibt sich aus dem Einvernahmeprotokoll 
noch aus den weiteren Akten, namentlich aus der Anzeige vom 25. Juni 2015 
(pag. 62 ff., 71) oder dem Faszikel 12 (Prozessuales), dass der Beschuldigte bzw. 
seine amtliche Verteidigung über die Einvernahme vorgängig informiert worden 
wäre, geschweige denn an dieser teilgenommen hätte. Insoweit ist festzustellen, 
dass das Teilnahmerecht des Beschuldigten verletzt worden ist und dies zu einem 
Beweisverwertungsverbot nach Art. 147 Abs. 4 StPO führt. Am 8. Mai 2015 erfolgte 
dann die parteiöffentliche Einvernahme von L.________ als Auskunftsperson in 
Gegenwart der Verteidigung des Beschuldigten. Zwar wurde sie anfänglich gefragt, 
ob sie ihre anlässlich der Einvernahme vom 27. Januar 2015 gemachten Aussagen 
bestätigen könne (pag. 630), was sie bejahte (pag. 631). In der Folge wurden ihr 
seitens der Polizei nun aber nicht die protokollierten Erstaussagen wörtlich 
vorgehalten, sondern der Auskunftsperson wurde bloss vorgehalten, dass sie 
mitgeteilt habe, dass ihr der Beschuldigte Kokain (Steine) angeboten habe, um 
daran die offen formulierte Frage zu stellen «Können Sie uns erzählen wie es zu 
diesen Angeboten gekommen ist» (pag. 631). In der Folge antwortete die 
Auskunftsperson in freier Erzählung über gut zehn Zeilen, bevor seitens der Polizei 
die nächste Frage «Weiter gaben Sie bekannt, dass Sie bei A.________ Kokain 
(Steine) gesehen haben. Erzählen Sie uns nochmals was Sie bei ihm gesehen 
haben?» (pag. 631) gestellt wurde, welche L.________ wiederum in eigenen 
Worten über knapp vier Zeilen beantwortete. Damit ist eine vollkommen andere 
Situation gegeben als die dem BGE 143 IV 457 zugrundeliegende, und 
entsprechend ist festzuhalten, dass die Aussagen der Auskunftsperson vom 
27. Januar 2015 nicht im Sinne von Art. 147 Abs. 4 StPO unzulässigerweise 
verwertet wurden. Soweit weitergehend ist im Rahmen der Beweiswürdigung auf 
die den Beschuldigten belastenden Aussagen von L.________ einzugehen 
(Erw. II.8. nachfolgend).

23

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

7. Ziff. 1.3. der Anklageschrift: Veräusserung bzw. Verschaffen von 1'500 
Gramm Heroingemisch

7.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift

Dem Beschuldigten wird unter Ziff. 1.3. der Anklageschrift (pag. 1525) Folgendes 
vorgeworfen:

Veräussern bzw. Verschaffen von 1'500 Gramm Heroingemisch in Form von drei Kugeln zu je 500 
Gramm Heroingemisch (Reinheitsgrad gemäss Mittelwert der Schweizerischen Gesellschaft für 
Rechtsmedizin SGRM für das Jahr 2013 bei Konfiskatgrösse von 100 bis 1'000 Gramm: 30 % Heroin 
Hydrochlorid, Wirkstoffmenge somit 450 Gramm reines Heroin), indem er dieses Heroingemisch im 
Auftrag von C.________ an D.________ und G.________ übergab, die das Heroingemisch ansch-
liessend zur Wohnung von G.________ an die AD.________ in E.________ brachten und dort lager-
ten, begangen um den 9. November 2013 spätabends, auf einem Parkplatz am See in F.________.

7.2 Beweiswürdigung der Vorinstanz

Die Vorinstanz gab vorerst die objektiven Beweismittel wieder, und zwar sowohl 
bezüglich Ziff. 1.1. der Anklageschrift (rechtskräftiger Freispruch) als auch bezüg-
lich Ziff. 1.3. der Anklageschrift (pag. 1743 ff., S. 12 ff. der erstinstanzlichen Urteils-
begründung). Der Vollständigkeit halber werden die objektiven Beweismittel vorlie-
gend nochmals wiedergegeben:

2.3.1. Anzeigerapport der Kantonspolizei Bern vom 25.06.2015 (pag. 062 ff.)

Dem Gericht liegt ein umfassender Anzeigerapport der Kantonspolizei Bern vom 25.06.2015 vor.

Dem Rapport lässt sich entnehmen, dass im Rahmen der Aktion AJ.________ gegen D.________ 
und G.________ wegen qualifizierten Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz (Drogen-
handel mit Heroin) ermittelt wurde und diese Personen im Rahmen ihrer Einvernahmen Auskunft über 
die Drogengeschäfte von A.________, genannt „BA.________“, gaben. Am 20.11.2014 konnte 
A.________ an seinem Domizil angehalten werden (pag. 066).

Im Rahmen der rückwirkenden Teilnehmeridentifikation wurde festgestellt, dass von der Nummer 
U.________, welche A.________ gehört, im Zeitraum vom 01.11.2013 bis zum 13.11.2013 zur Ruf-
nummer von G.________ (V.________) 81 Verbindungen registriert wurden. Zudem wurden in der-
selben Zeit 3499 Verbindungen vom Antennenstandort „W.________“ getätigt, wobei der Wohnort 
von A.________ weniger als 100 Meter von dieser Antenne entfernt ist. Weiter war die erstgenannte 
Nummer im Mobiltelefon von G.________ unter „BB.________“ (zu Deutsch: BA.________) abge-
speichert, was unter anderem ein Spitzname von A.________ ist (pag. 075).

Weiter konnten im Zeitraum vom 01.11.2013 und dem 19.11.2013 zwischen der Nummer Y.________ 
und U.________ (A.________) 475 Verbindungen registriert werden. Bei der Nummer Y.________ 
handelt es sich um einen mutmasslichen Drogenläufer, welcher den Raum Z.________ beliefert und 
sich im besagten Zeitraum 15 Mal in die Region Z.________ begeben hatte. Am 05.12.2013 konnte 
die Polizei verschiedene Drogenlieferungen vom vorgenannten Läufer im Raum Z.________ beob-
achten (pag. 075).

Im Rahmen der Observation der Aktion AJ.________ konnten auch Erkenntnisse zu A.________ ge-
wonnen werden. Am 07.11.2013 ist A.________ in Begleitung von G.________ mit dem Fahrzeug 

24

Audi A4, AA.________ zum Arbeitsort von D.________ an die S.________ in F.________ gefahren, 
wo es sogleich zum Kontakt kam. Kurze Zeit später fuhren A.________ und G.________ an die 
AD.________ in E.________, wo G.________ die Liegenschaft betrat. A.________ sass im Fahrzeug 
und wartete. Zwei Minuten später sind die beiden mit kurzem Halt zu D.________ an die S.________ 
gefahren und anschliessend nach AC.________ zum Hotel AE.________, wo G.________ logierte 
(pag. 076).

Weiter konnte im Rahmen der Observation der Aktion AJ.________ am 19.11.2013 das Fahrzeug von 
A.________, Audi A4 AA.________, an der AD.________ in E.________ festgestellt werden. Um 
12:16 Uhr verliess A.________ die Liegenschaft AD.________ und fuhr mit seinem Fahrzeug zum 
Arbeitsort von D.________. Nach kurzem Aufenthalt fuhr A.________ nach AC.________ zum 
AE.________, wo G.________ ins Fahrzeug stieg und gemeinsam fuhren sie auf Einkaufstour 
(pag. 076).

Aufgrund der häufigen Nutzung des Audi A6 und der Annahme, dass Drogengespräche im Fahrzeug 
stattfinden würden, wurde vom 22.05.2014 bis zum 21.08.2014 der Innenraum des Fahrzeugs über-
wacht. Dabei konnten diverse Gespräche über deliktische Tätigkeiten von A.________ mitgehört wer-
den, unter anderem wie A.________ seine Mitfahrer beeinflusst von ihm Drogen zu kaufen und davon 
zu konsumieren, sowie wie der Beschuldigte seinen Drogenhandel organisiert (pag. 077).

Anlässlich der Analyse der Mobiltelefone durch den Fachbereich Digitale Forensik der Kantonspolizei 
Bern, konnten auf dem Mobiltelefon Nokia 301 diverse SMS-Mitteilungen zwischen A.________ und 
verschiedenen Personen festgestellt werden, wobei es in den übersetzten SMS vorwiegend um Dro-
gengeld („Dok“), Drogenauslieferungen, Drogen und Streckmittel ging (pag. 078). Von SIM-Karte Sun-
rise konnte die Rufnummer AF.________ ermittelt werden und es konnten SMS-Mitteilungen zwi-
schen A.________ und D.________ anlässlich der Aktion AJ.________ vom 13.12.2013 ab 13:30:06 
festgestellt werden (pag. 079).

2.3.2. Hausdurchsuchung an der AG.________ in AH.________ (pag. 720 ff.)

Weiter liegt dem Gericht das Protokoll der Hausdurchsuchung vom 20.11.2014 vor (pag. 736 ff.). 
Diesem lässt sich entnehmen, dass im Schlafzimmer und im Abstellzimmer des Beschuldigten diverse 
Mobiltelefone verschiedener Marken sichergestellt werden konnten. Weiter wurden im Schlafzimmer 
des Beschuldigten, hinter der Kommode Bargeld in verschiedenen Währungen gefunden (Ass.-
Nr. 108-112). Zudem wurde im Badezimmer auf dem Spiegelschrank ein Minigrip mit Pulverresten 
gefunden (Ass.-Nr. 400).

Vom Minigrip wurde ein DNA-Abrieb genommen, wobei ein inkomplettes DNA-Mischprofil von min-
destens drei Spurengebern erstellt wurde, welches jedoch nicht interpretierbar ist (pag. 697 f.).

2.3.3. Durchsuchung des Fahrzeuges Audi S6 AI.________ (pag. 713 ff, pag. 732 ff.)

Gemäss dem Durchsuchungsprotoll vom 20.11.2014 wurden im Fahrzeug ein iPhone, ein SIM-
Kartenträger, diverse schriftliche Unterlagen und zwei SIM Karten gefunden (pag. 735).

Im Fahrzeug wurden mittels Vakuumprobenentnehmer (Staubsauger) Messungen entnommen und 
analysiert (pag. 715). Gemäss IMS-Bericht des Grenzwachtposten J.________ Ost vom 04.12.2014 
war das Fahrzeug im gesamten Innenraum mit Spuren von Betäubungsmittel und insbesondere auch 
Heroin kontaminiert (pag. 713 ff.).

2.3.4. Untersuchung des Audi A4, ohne Kontrollschilder (pag. 716 ff.)

25

Gemäss IMS-Bericht des Grenzwachtposten J.________ Ost vom 25.11.2014 war auch dieses Fahr-
zeug, welches von A.________ gemäss Observation und eigener Aussagen (vgl. pag. 128 Z. 112 ff.) 
verwendet wurde, im gesamten Innenraum mit verbotenen Substanzen kontaminiert, wobei Heroin-
rückstände lediglich auf dem Fahrersitz festgestellt werden konnten (pag. 717 f.).

2.3.5. IRM-Analyse der Pulverreste im gefundenen Minigrip (pag. 701 f.)

Gemäss Abschlussbericht des IRM Bern vom 02.03.2015 ergab die Analyse der Pulverrückstände 
einen Hinweis auf Heroin. Es konnten lediglich Steckmittel und Begleitalkaloide des Heroins gefunden 
werden (pag. 702).

2.3.6. Observation (pag. 889 ff.)

Im Rahmen der Aktion BA.________ wurde durch die Kantonspolizei Bern auch eine Observation 
durchgeführt. Gemäss Observationsbericht vom 03.06.2014 konnte A.________ vom 5. bis 27. Mai 
2014 mit dem Personenwagen AK.________, Audi A6, jeweils in Begleitung eines unbekannten Man-
nes an diversen Örtlichkeiten in den Kantonen P.________ und BE.________ zu Vergnügungszwe-
cken gesichtet werden (pag. 892 ff.).

2.3.7. Urteil betreffend D.________ (pag. 424 ff.)

Mit Urteil vom 12.02.2016 wurde D.________ unter anderem wegen mengen- und gewerbsmässig 
sowie bandenmässig qualifizierter Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz in Bezug auf 
Heroin begangen im Zeitraum von August 2013 - 30.01.2014 mit C.________ und im Zeitraum von 
02.10.2013 - 15.11.2013 und 15.01.2014 - 30.01.2014 mit G.________, sowie wegen Gehilfenschaft 
zu Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittegesetz, bandenmässig qualifiziert mit C.________ 
begangen im Zeitraum von Dezember 2013 - Januar 2014, schuldig gesprochen und zu einer Frei-
heitsstrafe von 7,5 Jahren sowie eine Geldstrafe von 70 Tagessätzen verurteilt (pag. 425 ff.). Das Ur-
teil war im Zeitpunkt der Hauptverhandlung im vorliegenden Verfahren in Rechtskraft erwachsen.

2.3.8. Urteil betreffend G.________ (pag. 424 ff.)

Im selben Urteil vom 12.02.2016 wurde G.________ unter anderem wegen Widerhandlungen gegen 
das Betäubungsmittelgesetz in Bezug auf Heroin, mengen- und gewerbsmässig sowie bandenmässig 
qualifiziert begangen mit C.________ und D.________ im Zeitraum vom 02.10.2013 - 15.11.2013 
sowie vom 15.01.2014 - 30.01.2014, schuldig gesprochen und zu einer Freiheitsstrafe von 8 Jahren 
sowie einer Geldstrafe von 25 Tagesssätzen verurteilt (pag. 429 ff.). Das Urteil war im Zeitpunkt der 
Hauptverhandlung im vorliegenden Verfahren in Rechtskraft erwachsen.

2.3.9. Erkenntnisse aus dem SMS- (pag. 167 ff.) und WhatsApp-Verkehr (pag. 774 ff.)

Im Rahmen der Ermittlung wurde auch das Mobiltelefon des Beschuldigten ausgewertet. In allgemei-
ner Weise kann erkannt werden, dass die sichergestellten Nachrichten jeweils verschlüsselt formuliert 
waren und sich aus ihnen Hinweise auf Betäubungsmittel ergaben. Es wird an dieser Stelle verzichtet, 
alle Nachrichten aufzuführen. Die relevanten Mitteilungen werden im Rahmen der Beweiswürdigung 
zu den einzelnen Anklagepunkten aufgeführt.

Im Rahmen der Ermittlung konnte ein SMS-Verkehr mit einer unbekannten Person in AR.________ 
festgestellt werden, in welchem der Beschuldigte mit „BA.________“ angesprochen und von Aufträ-
gen sowie dem kaputten Auto des Beschuldigten gesprochen wird (pag. 212 ff.).

Zudem konnte ein reger WhatsApp-Verkehr zwischen dem Beschuldigten und G.________ festge-
stellt werden. Auch in diesen Nachrichten geht es vorwiegend um Aufträge, „Dok“ sowie das Verein-
baren von Treffen (pag. 774 ff.).

26

Weiter konnten SMS mit einer unbekannten Person mit einem Mobil Provider Niederlande festgestellt 
werden, in welchen es um das Organisieren eines sicheren Ortes, Streckmittel, dem kaputten Fahr-
zeug des Beschuldigten sowie „20 Onkels“ ging (pag. 213 ff.).

2.3.10. Auswertung des WhatsApp-Verkehrs von D.________ (pag. 796 ff.)

Im Rahmen des Verfahrens von D.________ wurden auf dem Mobiltelefon von D.________ auch 
Nachrichten festgestellt, in welchen es um den Beschuldigten bzw. um das „BA.________“ geht. Es 
wird an dieser Stelle verzichtet, alle Nachrichten aufzuführen. Die relevanten Mitteilungen werden im 
Rahmen der Beweiswürdigung zu den einzelnen Anklagepunkten erwähnt.

In allgemeiner Weise konnten nebst verschiedenen Gesprächen über die Organisation von Treffen 
und welcher Stoff gegeben werden solle (10.12.2013, 20:57:33.000) auch Unterhaltungen, dass das 
Auto des „AL.________“ kaputt sei und es aus diesem Grund Probleme mit dem Kontakt gegeben 
habe (11.12.2013, 07:27:20.036), festgestellt werden. Weiter konnten Gespräche sichergestellt wer-
den, in welchen D.________ sich darüber beklagt für seine Dienste weniger Geld zu erhalten als „der 
BD.________“ (23.11.2013, 19:22:02.151).

Mit einem unbekannten Teilnehmer aus AR.________ konnten auch Gespräche über „Weiss“ und die 
Organisationen von Abholungen festgestellt werden (pag. 205 f.: 06.01.2014, 12:38:26 und 12:50:59).

2.3.11. Auswertung Laptop Toshiba Datensicherung Mobiltelefon AM.________ (pag. 231)

Im Rahmen der Auswertung des Laptops der Ehefrau des Beschuldigten konnten unter anderen die 
folgenden Nachrichten sichergestellt werden:

Am 01.11.2013, 21:44:47 schrieb der Beschuldigte: „Herz ich bin in AN.________“

Auf Nachfragen seiner Ehefrau schrieb der Beschuldigte um 21:52:19: „1000 springen raus, ich war in 
AN.________, ich bin gekommen, jetzt bin ich in AN.________, ich muss wieder gehen und dann ge-

he ich in AO.________ raus“.

Dabei fällt weiter auf, dass die Nummer des Beschuldigten mit „(AP.________)“ bezeichnet wird 
(pag. 231).

2.3.12. Erkenntnisse aus der Innenraumüberwachung Fahrzeug AK.________ (pag. 274)

In Bezug auf die Widerhandlungen in Bezug auf das Heroin konnte folgende Aufnahme festgehalten 
werden:

Am 24.05.2014, 14:43:24 hört man A.________: „Bringe halbes Kilo. (lacht). Ich öffne das weisse 
schau schau (komisches Geräusch) lacht, habe kaputt gemacht.“

„Ist AQ.________ gegangen? Möchte gehen halbe Kilo abholen“

Alsdann fasste die Vorinstanz die Aussagen des Beschuldigten, von D.________ 
und G.________ zusammen (pag. 1746 ff., S. 15 ff. der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung) und würdigte diese wie folgt (pag. 1754 ff., S. 23 ff. der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

2.4.4. Würdigung der Aussagen

In einem ersten Schritt gilt es die sich diametral widersprechenden Aussagen des Beschuldigten und 
des D.________ sowie des G.________ für sich alleine zu würdigen und alsdann in einem zweiten 
Schritt in den Gesamtzusammenhang mit den weiteren Beweismitteln zu stellen.

2.4.4.a. Würdigung der Aussagen des Beschuldigten

27

Der Beschuldigte bestritt zu Beginn des Verfahrens alle ihm vorgeworfenen Widerhandlungen gegen 
das Betäubungsmittelgesetz sowie die Beteiligten, D.________, G.________ und C.________, zu 
kennen. Erst nach erdrückender Beweislage hat A.________ anlässlich der Einvernahme vom 
22.01.2015 eingeräumt, D.________ und G.________ zu kennen, und gab auch anlässlich der Kon-
frontationseinvernahme vom 12.03.2015 an, auch C.________ zu kennen bzw. sogar entfernt mit ihm 
verwandt zu sein. Der Beschuldigte verweigerte in zahlreichen Einvernahmen seine Aussagen kom-
plett, damit er nicht in Widersprüche verwickelt werden könne. Dies zeigt ein sehr prozesstaktisches 
Vorgehen, indem A.________ die Aussage grundsätzlich verweigerte und mit Zugeständnissen zu-
wartete, bis die Beweislage erdrückend war. Selbst dann machte er nur vereinzelte Aussagen. Bei-
spielsweise gab der Beschuldigte seine Kontakte zu C.________ und insbesondere die Reise nach 
AN.________, welche mittels Protokoll der Grenzwache (pag. 269 f.) belegt werden konnte, nicht von 
sich aus zu.

Zudem erscheinen die gemachten Aussagen des Beschuldigten widersprüchlich und ungenau. So 
gab der Beschuldigte beispielsweise an, G.________ nach AN.________ gefahren zu haben, damit 
dieser von dort nach AR.________ fliegen könne und dafür CHF 300.00 erhalten zu haben (pag. 222 
f.). Es geht nicht klar hervor, weshalb G.________ ihm CHF 300.00 hätte zahlen sollen, wäre doch ein 
direkter Flug aus der Schweiz wesentlich billiger gewesen. Auch seine Erklärungen zu den Ge-
sprächen der Innenraumüberwachung, wonach „bringe halbe Kilo“ „ich öffne das weisse schau 
schau“, nur als Spass gemeint gewesen (pag. 227 Z. 307 ff.) und dass er ein „Grossschnurri“ sei (pag. 
293 Z. 236 ff.), erscheint im Zusammenhang mit den weiteren, von ihm eingestandenen Betäubungs-
mitteldelikten als klare Schutzbehauptung. Weiter gab A.________ anlässlich der Einvernahme vom 
04.12.2014 an, dass die gefundenen Heroinspuren von Kollegen stammen würden (pag. 128 Z. 130 
f.), anlässlich der Hauptverhandlung vom 21.11.2019 gab er dann an, dass die Heroinspuren im Fahr-
zeug von Kollegen oder von dem früheren Eigentümer des Fahrzeuges stammen könnten (pag. 1659 
Z. 17 f.). Dies erscheint widersprüchlich und nicht glaubhaft in Anbetracht der Anerkennung der weite-
ren Ziffern der Anklageschrift und der Tatsache, dass auch in seiner Wohnung ein Minigrip mit Hin-
weis auf Heroin gefunden werden konnte.

Insgesamt sind die Aussagen des Beschuldigten in Bezug auf die Widerhandlungen gegen das 
Betäubungsmittelgesetz betreffend das Heroin wenig detailliert und auch nicht stimmig. Seine Aussa-
gen sind somit nicht glaubhaft. Folglich kommt diesen bei der Beweiswürdigung kein grosses Gewicht 
zu.

2.4.4.b. Würdigung der Aussagen von D.________

D.________ legte bereits anlässlich der ersten delegierten Einvernahme vom 25.02.2014 ein umfas-
sendes Geständnis ab, primär für seine eigenen Tathandlungen. Damit belastete er vorweg einmal 
sich selber sowie insbesondere auch G.________ und den Hintermann und Organisator C.________. 
Nur beiläufig erwähnte er auch den Beschuldigten, welchen er als AR.________ mit dem Übernamen 
„BA.________“ kenne und welcher sich als „AP.________“ vorgestellt habe. Dieser habe G.________ 
in J.________ abgeholt, in AC.________ untergebracht und sei mit G.________ nach AN.________ 
gefahren (pag. 328 Z. 323 ff.). Dies deutet klar auf A.________ hin, da A.________ selbst zugegeben 
hat, für G.________ in AC.________ ein Hotel organisiert (pag. 191 Z. 58 ff.) und ihn nach 
AN.________ gefahren zu haben (pag. 221 Z. 44 ff.). Anlässlich der ersten Befragung fand keine di-
rekte, konkrete und zielgerichtete Belastung von A.________ durch D.________ statt, sondern im 
Gegenteil schützte dieser A.________ insoweit, als er angab, er nur den Übernamen und nicht des-
sen richtigen Namen zu kennen.

28

Im weiteren Verlauf der Befragungen legte D.________ in seinem eigenen Verfahren ein umfassen-
des Geständnis ab und belastete sich dabei selbst mit zahlreichen und massiven Widerhandlungen. 
Er äusserte sich im Verlauf der Einvernahmen auch ausführlicher über die Rolle von G.________ und 
C.________, welcher die Aufträge erteilt habe. Die Belastungen gegenüber A.________ erfolgten nur 
in untergeordneter Weise und teilweise auch erst auf konkreten Vorhalt der Polizei. Daraus folgt, dass 
D.________ keinen erkennbaren Grund hatte, den Beschuldigten falsch zu belasten. Für seine eige-
ne Rolle erzielte er daraus keinen Vorteil, da er seine eigenen Tathandlungen bereits umfassend an-
lässlich der ersten Einvernahmen offen gelegt hatte. Es ging folglich nicht um ein Abschieben der 
Verantwortung und damit sind auch keine prozesstaktischen Gründe für eine Falschbelastung er-
kennbar. Weiter räumte D.________ stets ein, wenn er etwas nicht wusste und belastete den Be-
schuldigten somit nicht übermässig (vgl. pag. 357 Z. 76). Weiter räumte D.________ eigene Erinne-
rungslücken ein, präzisierte ihm vorgehaltenen Sachverhalte und differenzierte in seinen Aussagen 
jeweils, was er wusste, was er vermutete und wo er sich nicht sicher war. Weiter machte er sodann 
auch entlastende Aussagen in Bezug auf den Beschuldigten A.________ (vgl. pag. 405 Z. 284).

Insgesamt erscheinen die Aussagen von D.________ als konstant, detailliert und stimmig, somit also 
als grundsätzlich glaubhaft. Es finden sich in dessen Aussagen keine Lügensignale. Folglich kommt 
den Aussagen von D.________ in der Gesamtwürdigung der Beweise ein entsprechend erhebliches 
Gewicht zu.

2.4.4.c. Würdigung der Aussagen von G.________

G.________ hat alle Anschuldigungen gegen sich weitgehend bestritten. Er gab beispielsweise an 
vom Chef in AR.________ nur für die Überwachung des Geldverkehrs eingesetzt worden zu sein 
(pag. 494). Aufgrund verschiedener objektiver Beweismittel musste G.________ dann eingestehen, 
mehrmals bei Lieferungen durch D.________ dabei gewesen zu sein. Dabei gab er an, bloss einmal 
davon gewusst zu haben, dass es um eine Drogenübergabe gehe und dies auch nur, weil es ihm 
D.________ so gesagt habe (pag. 564). Das Aussageverhalten von G.________ kann als prozesstak-
tisch beurteilt werden, indem er alle Vorwürfe im Zusammenhang mit Betäubungsmittel bestritt oder 
versuchte D.________ die Schuld zuzuschieben.

Weiter sind die Aussagen von G.________ voller Widersprüche, bspw. erklärte er anlässlich der 
ersten Einvernahme gesehen zu haben, wie A.________ dem D.________ Drogen gebracht habe 
(pag. 499 Z. 343 f.) und zwei Einvernahmen später bestritt er auf Vorhalt seiner Aussage, jemals 
Drogen oder eine Drogenübergabe gesehen zu haben (pag. 526 Z. 126). Auch in Bezug auf 
A.________ gab G.________ anlässlich der Einvernahme vom 22.07.2014 an, dass dieser in Bezug 
auf die Drogen dieselbe Aufgabe gehabt habe wie D.________ (pag. 508 Z. 327), und erklärte auf 
entsprechenden Vorhalt seiner eigenen Aussage in einer späteren Einvernahme, nicht zu wissen, was 
A.________ mit Drogen zu tun habe bzw. auf nochmaligen Vorhalt nicht darüber sprechen zu dürfen 
oder zu können (pag. 524 Z. 49 ff.).

Insgesamt sind die Aussagen von G.________ nicht glaubhaft und widersprüchlich, weshalb auf des-
sen Angaben weitgehend nicht abgestellt werden kann.

Im Weiteren ist den Erwägungen der Vorinstanz im Rahmen der Gesamtwürdigung 
zu Ziff. 1.3. der Anklageschrift Folgendes zu entnehmen (pag. 1758 ff., S. 27 ff. der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

2.5.2. Gesamtwürdigung in Bezug auf Ziff. 1.3. AKS

29

Auch dieser Vorwurf basiert grundsätzlich auf die diesbezüglich glaubhaften Aussagen von 
D.________. Wie bereits oben ausgeführt sind die Aussagen sowohl des Beschuldigten als auch von 
G.________ in Bezug auf diese Heroinlieferung nicht glaubhaft (vgl. Ziff. 2.4.4.a. und Ziff. 2.4.4.c.).

In Bezug auf Ziff. 1.3. der Anklageschrift sagte D.________ anlässlich der Einvernahme vom 
24.04.2014 aus, dass A.________ einmal spätabends G.________ eine kleine Tasche übergeben 
habe, in dieser seien keine Platten, sondern eine Art Kugeln gewesen (pag. 357 Z. 76 ff.). Er vermute, 
dass es sich um dreimal 500 Gramm handle und die Übergabe etwa im Oktober/November 2013 auf 
einem Parkplatz am See in F.________ stattgefunden habe (pag. 357 Z. 78 ff.). Weiter präzisierte er 
auf Frage, dass die Kugeln mit schwarzem Klebeband eingepackt gewesen seien. Diese Aussagen 
bestätigte D.________ auch anlässlich der weiteren Einvernahmen. Anlässlich der 
Schlusseinvernahme beschrieb er den Sachverhalt erneut und erklärte, das G.________ neben ihm 
im Auto gesessen sei und beim Öffnen des Sacks habe er festgestellt, dass sich darin drei Kugeln 
befunden hätten (pag. 398 Z. 31 ff.).

Die Aussagen von D.________ zu diesem Sachverhalt sind über mehrere Befragungen vor mehreren 
Behörden konstant geblieben und er hat die Drogenübergabe durch A.________ detailliert beschrie-
ben. Diese konstante, detaillierte und auch sehr markante Schilderung ist widerspruchsfrei und wirkt 
absolut glaubhaft. D.________ hat sich damit auch selber entsprechend belastet. Sehr interessant ist 
hier insbesondere die Beschreibung durch D.________, wonach dieses Heroin in drei Kugeln zu je 
500 Gramm verpackt gewesen sei und diese Kugeln von schwarzem Klebband umwickelt gewesen 
seien. Dies ist eine recht auffällige Besonderheit, denn ansonsten waren die Heroinportionen zu 500 
Gramm jeweils in sogenannten Platten verpackt und mit braunem Klebeband umwickelt. Dass diese 
Besonderheit von D.________ entsprechen registriert worden ist, ergibt sich aus seinem WhatsApp-
Verkehr vom 09.11.2013 (pag. 797 ff.):

Um 10:54 erhielt D.________ die folgende Nachricht: „Ok. Hör zu, sag ihm, ich werde dir den Neffen 
schicken, das BA.________, denn ich bin auf der Arbeit und sie sollen selber sprechen.“

„sprich mit dem BA.________ und gib ihm die Nr. von dem. Dann soll das BA.________ bei dir anhal-

ten, wenn er zurückkommt“

Um 19:38 ging die Meldung ein: „Hey xh, das BA.________ schreibt mir, in einer Stunde beim Ort, er 
sagt nimm mit noch eine Nummer“

Kurz darauf meldete D.________, dass er am Kommen sei.

Um 21:43 vermeldete D.________: „Meinst, jetzt als er kam? Brachte 2a und 2-a. Verstehst du? 1,5 
Lek, nein, gab mir nicht.“

Hieraus erhellt, dass man sich in für den Betäubungsmittelhandel üblicher verschlüsselter Sprache 
mitteilt, dass man A.________ vorbei schicken will, um etwas zu bringen. Dass es sich bei der Person 
mit dem Übernamen „BA.________“ tatsächlich um den Beschuldigten handelt, haben sowohl 
D.________, wie auch G.________ klar bestätigt. Aus den verschlüsselten Angaben, kann interpre-
tiert werden, dass es dabei um rund 1,5 kg Heroin („1,5 Lek“) gegangen ist. Äusserst interessant ist 
aber in vorliegenden Zusammenhang die anschliessende Mitteilung von D.________:

„sind anders angezogen als die a“

Worauf der Auftraggeber mit „ok.“ antwortete (pag. 798).

Dies stimmt überein mit der Schilderung von D.________, wonach diese Drogen ausnahmsweise an-
ders verpackt waren, nämlich in Form von Kugeln mit schwarzem Klebeband statt als Platten mit 

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braunem Klebeband. Auch aus der WhatsApp-Konversation von D.________ vom 13.11.2013 
(pag. 799) ist zu sehen, dass D.________ wieder den Auftrag bekam, jemanden zu treffen und die-
sem vom a zu geben, wobei der Auftraggeber nachfragte, ob er ihn verstehe, was D.________ bejah-
te und erklärte: „Ja, vom Neuen“, der Auftraggeber bestätigte dies mit dem Satz „ja, von diesem des 
BA.________“. Auch in später eingehenden WhatsApp-Nachrichten machte der Auftraggeber noch-
mals eindringlich darauf aufmerksam, dass er hier nichts verwechseln soll und wirklich vom a bringen 
soll, welches das BA.________ brachte (pag. 800 f.). Hier findet sich somit ganz eindeutig die 
nachträgliche Bestätigung, dass D.________ vom neuen Heroin ausliefern soll, welches er vom 
BA.________, also von A.________, bekommen hatte. Damit werden die glaubhaften Aussagen von 
D.________ durch diese Erkenntnisse aus dem WhatsApp-Verkehr schlüssig bestätigt.

Das Gericht geht vorliegend davon aus, dass sich der Sachverhalt so wie von D.________ geschildert 
und durch die objektiven Beweismittel bestätigt, zugetragen hat. Folglich ist der Sachverhalt gemäss 
Ziff. 1.3. der Anklageschrift beweismässig erstellt.

Bezüglich des Reinheitsgrads des Heroingemisches ist festzuhalten, dass beim Beschuldigten kein 
Heroin sichergestellt wurde. Die Staatsanwaltschaft stellte beim angeklagten Reinheitsgrad von 30 % 
Heroin Hydrochlorid auf den Mittelwert der Schweizerischen Gesellschaft für Rechtsmedizin SGRM 
für das Jahr 2013 bei einer Konfiskationsgrösse von 100 bis 1‘000 Gramm. Dieses Vorgehen ent-
spricht der gängigen Praxis (HUG-BEELI, Kommentar zum Bundesgesetz über Betäubungsmittel und 
die psychotropen Stoffe vom 3. Oktober 1951, Basel 2016, Art. 19 N 901 [nachfolgend BetmG 
Komm.-HUG-BEELI, Belegstelle]).

Es sind keine Hinweise ersichtlich, welche für eine überdurchschnittlich reine oder eine übermässig 
gestreckte Substanz sprechen würden. Aus diesem Grund rechtfertigt es sich nach Ansicht des 
Gerichts auf den Mittelwert des SGRM abzustellen und damit einen Reinheitsgrad von 30 % 
anzunehmen (vgl. Statistik auf www.sgrm.ch/de/forensische-chemie-und-toxikologie/fachgruppe-
forensische-chemie/statistiken-kokain-und-heroin/).

Das Gericht erachtet es somit als erstellt, dass der Beschuldigte am 09.11.2013 spätabends auf 
einem Parkplatz am See in F.________ 1‘500 Gramm Heroingemisch in Form von drei Kugeln zu je 
500 Gramm mit einem Reinheitsgrad von 30 % d.h. 450 Gramm reines Heroin, an D.________ und 
G.________ im Auftrag von C.________ übergab.

7.3 Vorbringen der Verteidigung

Gemäss den oberinstanzlichen Vorbringen der Verteidigung erachte die Vorinstanz 
den Vorhalt gemäss Ziff. 1.3. der Anklageschrift als nachgewiesen und stütze ihren 
Schuldspruch auf die Aussagen von D.________ und auf einen 
interpretationsbedürftigen WhatsApp-Chat vom 9. November 2013. Dieser 
WhatsApp-Verkehr zwischen D.________ und einer unbekannten Person lasse 
sich nur dann ungefähr im Sinne des Anklagesachverhalts interpretieren, wenn 
man die Aussagen von D.________ tatsächlich als glaubhaft erachte. Glaubhafte 
Aussagen würden sich bekanntlich durch ihren Detaillierungsgrad, ihre 
Widerspruchsfreiheit über mehrere Einvernahmen hinweg sowie durch ihre 
Plausibilität auszeichnen. Die Widerspruchsfreiheit könne aber nur beurteilt 
werden, wenn mehrere verwertbare Aussagen einer Person vorliegen würden. Das 
sei aber bei der Auskunftsperson D.________ nicht der Fall gewesen. Die 
Einvernahme von D.________ vom 24. April 2014 sei grundsätzlich verwertbar. Um 
aber die Glaubhaftigkeit dieser Aussagen hinreichend beurteilen zu können, hätte 

31

D.________ seine Aussagen zumindest einmal im ganzen Verfahren 
parteiöffentlich in freier Erzählung wiederholen müssen. Die Aussagen von 
D.________ anlässlich der Einvernahme vom 24. April 2014 seien praktisch alle im 
Konjunktiv dahergekommen, vage und mit äusserst wenig Details. Diese sehr 
unsicheren und äusserst zweifelhaften Angaben seien am 2. Dezember 2014 zwar 
bestätigt worden, aber eben unverwertbar, was auch für die saloppe Bestätigung 
anlässlich der Einvernahme vom 12. März 2015 gelte. Man könne auch nicht 
sagen, dass D.________ über mehre Einvernahmen hinweg konstant ausgesagt 
habe. Weil nur diese erste Einvernahme verwertbar sei, könne die 
Widerspruchsfreiheit gar nicht beurteilt werden. Verwertbar seien nur seine ersten 
vagen Angaben vom 24. April 2014. Diese Aussagen seien aber oberflächlich und 
würden nur im Konjunktiv daher kommen, weshalb sie nicht als glaubhaft 
angesehen werden könnten. Seine Erstaussagen könnten selbst unter Einbezug 
des WhatsApp-Verkers nicht als derart zuverlässig angesehen werden, dass es für 
einen Schuldspruch genügen könne (pag. 1854 ff.).

Weiter habe die Vorinstanz die entlastenden Aussagen von G.________ nahezu 
unberücksichtigt gelassen. Anlässlich der Einvernahme vom 30. April 2014 habe 
dieser für den Beschuldigten zunächst nachteilig ausgesagt. Allerdings habe er 
sich damals nur verteidigt und nicht die vorgehaltenen Szenen bestätigt. Auch am 
2. Dezember 2014 habe G.________ mit keinem Wort bestätigt, dass es jemals zu 
einer derartigen Übergabe mit 1.5 kg Heroin gekommen sei. Vielmehr habe er 
betont, dass er beim Beschuldigten keine Drogen gesehen habe. Die vorgehaltene 
Heroinübergabe habe er dann anlässlich der Konfrontationseinvernahme vom 
12. März 2015 erneut in Abrede gestellt. Zusammenfassend habe G.________ also 
wiederholt ausgesagt, keine Drogen und keine Drogenübergabe beim 
Beschuldigten gesehen zu haben. Seine Aussagen würden klar gegen die 
angeklagte Sachverhaltsversion sprechen. Schliesslich wies die Verteidigung 
darauf hin, dass wenn G.________ in seinem Verfahren etwas «abgewunken» 
habe, sein Klient, wenn es [im vorliegenden Verfahren] gültig sein solle, hätte dabei 
sein müssen. Die Verfahren seien nun aber getrennt voneinander geführt worden. 
Entsprechend müsse dann auch hingenommen werden, wenn es – aufgrund 
formeller Mängel und einem nicht erbrachten Nachweis – zu unterschiedlichen 
Urteilen komme (pag. 1857 ff.). 

In Bezug auf die objektiven Beweismittel führte die Verteidigung aus, dass der 
Beschuldigte an der in Erwägung 2.5.2. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung 
erwähnten Wortkonversation gar nicht beteiligt gewesen sei. Inhaltlich könne auch 
nicht gesagt werden, wer mit «BA.________» gemeint sei. Auch die weiteren 
objektiven Beweismittel würden nicht auf einen Heroinhandel hindeuten: Bei dem 
anlässlich der Hausdurchsuchung vom 20. November 2014 aufgefundenen Minigrip 
mit Pulverrückständen müsse davon ausgegangen werden, dass dies von einem 
konsumierenden Kollegen stamme. Das Gleiche gelte auch in Bezug auf die 
festgestellten Kontaminationen im Audi A4 und A6. In einer Gesamtwürdigung sei 
unter Einbezug der objektiven und subjektiven Beweismittel daher festzuhalten, 
dass sich der Anklagesachverhalt gemäss Ziff. 1.3. nicht rechtsgenüglich erstellen 
lasse. A.________ sei daher in dubio pro reo vom Anklagevorhalt Ziff. 1.3. 
freizusprechen (pag. 1858 f.). 

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7.4 Vorbringen der Generalstaatsanwaltschaft

Die Generalstaatsanwaltschaft brachte zum Vorhalt gemäss Ziff. 1.3. der 
Anklageschrift im Wesentlichen vor, dass D.________ am 24. April 2014 ein 
umfassendes Geständnis abgelegt habe, den Beschuldigten aber dabei nur am 
Rande erwähnt habe. Das spreche klar gegen eine Falschbelastungsmotivation. 
Seine Aussagen seien zudem alles andere als vage und im Konjunktiv; er 
unterscheide nachvollziehbar, bei was er sicher sei und bei was nicht. 
Vermutungen habe er bezüglich des Gewichts der übergebenen Kugeln, des Autos 
des Beschuldigten und in Bezug auf den Zeitraum geäussert. Gerade in diesen 
Punkten sei es aber auch logisch, nur Vermutung zu äussern. So sei es klar, dass 
er die drei Kugeln nachts am See nicht habe wiegen können. Auch dass er nicht 
mehr genau gewusst habe, mit welchem Auto der Beschuldigte gekommen sei, und 
dass sich die Übergabe am 9. November zugetragen habe, sei nachvollziehbar, in 
Anbetracht der Tatsache, dass der Beschuldigte zwei Autos habe und man sich an 
konkrete Daten nur erinnern können, wenn sich zu diesem Zeitpunkt etwas 
Aussergewöhnliches ereignet habe. Schliesslich habe er aber den Zeitraum auf 
Oktober oder November [2013] eingrenzen können. Er sei sich hingegen sicher, 
dass der Beschuldigte G.________ eine Tasche mit Kugeln übergeben habe, was 
ein markantes Detail sei, habe es sich doch üblicherweise um Platten gehandelt. 
Sicher sei er sich auch gewesen, dass die Übergabe auf einem Parkplatz am See 
stattgefunden habe, dass alles über C.________ gelaufen sei, G.________ das 
Heroin in die Wohnung an der AD.________ gebracht habe und G.________ und 
der Beschuldigte bei der Übergabe anwesend gewesen seien. Seine Angaben 
habe er dann auch in den späteren Aussagen bestätigt. Insgesamt seien seine 
Aussagen konstant und detailliert, weshalb darauf abgestellt werden könne 
(pag. 1864 f.).

In Bezug auf die Aussagen von G.________ brachte die Generalstaatsanwaltschaft 
zusammenfassend vor, dass – entgegen den Ansichten der Verteidigung – 
G.________ klar bestätigt habe, dass der Beschuldigte das Heroin gebracht habe. 
Hätte diese Übergabe am See nicht stattgefunden, hätte er dies auch sagen kön-
nen. In seinen Angaben gebe es aber gerade einen klaren Ablauf, zudem schildere 
er auch die Rolle des Beschuldigten von sich aus. «Zurückgekrebst» sei er dann in 
Anwesenheit des Beschuldigten. Dies sei aber nicht verwunderlich, habe er doch 
selber gesagt, dass er keine Probleme wolle. Es gebe keine Anhaltspunkte, dass er 
zu Beginn gelogen habe; im Gegenteil, sei davon auszugehen, dass er zuerst die