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**Case Identifier:** e845ec74-539d-5d2b-a211-d77dad220395
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-02-03
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 03.02.2022 725 21 234 / 24
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-21-234---24_2022-02-03.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 3. Februar 2022 (725 21 234 / 24) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Verneinung des natürlichen Kausalzusammenhangs 

 

 
 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Daniel Noll, Kantons-

richterin Susanne Afheldt, Gerichtsschreiberin Barbara Vögtli 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Marco Albrecht, Advokat, 
Hauptstrasse 54, 4132 Muttenz 

  
 
gegen 
 
 

 SWICA Versicherungen AG, Rechtsdienst, Römerstrasse 37, Post-
fach, 8401 Winterthur, Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Leistungen 

 
 
 
A. A.____, geboren 1959, erlitt am 2. Februar 2017 einen Auffahrunfall und zog sich eine 
HWS- und LWS-Distorsion zu (vgl. Berichte des Spitals B.____ vom 18. Juli 2017 [act. 44], vom 
31. Juli 2017 [act. 45] und vom 26. September 2017 [act. 46]). Seit 1. Oktober 2017 war er bei 
der C.____ AG in einem 25 %-igen Pensum angestellt und dadurch bei der SWICA Versicherun-
gen AG (SWICA) obligatorisch gegen Unfälle versichert. Ab 1. Februar 2018 bestand krankheits-
bedingt eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit (act. 47 ff.). Am 26. November 2018 erlitt A.____ einen 
weiteren Verkehrsunfall. Dem Austrittsbericht des Spitals C.____ vom 19. November 2018 sind 

 

 
 
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als Diagnosen ein Polytrauma am 26. November 2018 mit Schädelhirntrauma Grad I, eine Rip-
penserienfraktur 5-9 rechts sowie eine Ellbogenkontusion rechts zu entnehmen. Im Verlauf der 
Abklärungen wurde zudem eine osteodiskogene Spinalkanalstenose HWK 4/5 und 5/6 diagnos-
tiziert (Bericht vom 29. November 2018, act. 17). In der Folge blieb der Versicherte arbeitsunfähig. 
Die SWICA anerkannte ihre Leistungspflicht und erbrachte die gesetzlichen Leistungen gemäss 
UVG. Zur Beurteilung ihrer Leistungspflicht liess sie den Versicherten vom Ärztlichen Begutach-
tungsinstitut GmbH ABI in den Disziplinen Allgemeine Innere Medizin, Psychiatrie, Orthopädie 
und Neurologie begutachten (Gutachten vom 7. September 2020, act. 168). Gestützt darauf 
stellte die SWICA mit Verfügung vom 13. Januar 2021 die Leistungen per 12. November 2020 
ein und führte aus, dass eine Arbeitsunfähigkeit aufgrund der aktuellen Diagnosen und Beschwer-
den nicht mehr gerechtfertigt und der Versicherte aus unfallversicherungsmedizinischer Sicht in 
seiner angestammten Tätigkeit als Hilfskoch wieder voll arbeitsfähig sei. Dagegen erhob der Ver-
sicherte, vertreten durch Advokat Marco Albrecht, am 13. Februar 2021 Einsprache und liess 
einen Bericht zur einer neuropsychologischen Untersuchung vom 24. März 2021 einreichen, aus 
dem sich ergebe, dass die Beschwerden klar auf den Unfall zurückzuführen seien. Die SWICA 
wies die Einsprache mit Einspracheentscheid vom 26. Juli 2021 ab.  
 
B. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A.____, erneut vertreten durch Advokat 
Marco Albrecht, mit Eingabe vom 16. August 2021 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Land-
schaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht, und beantragte, es sei der angefochtene Einsprache-
entscheid aufzuheben und die Angelegenheit zur Abklärung des Sachverhalts einem Obergut-
achter zu übergeben oder an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen; unter o/e-Kostenfolge. 
In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege. In 
der Begründung wurde unter Hinweis auf das Unfallprotokoll der Polizei und die darin aufgenom-
menen Feststellungen der Zeugen und der Polizei vom 3. Januar 2019 ausgeführt, dass der Be-
schwerdeführer einen äusserst schweren Unfall erlitten habe. Der Ablauf des Unfalls sei beson-
ders eindrücklich und mit dramatischen Begleitumständen verbunden gewesen. Der Aufprall sei 
völlig unerwartet von hinten gekommen und das Auto sei aufgrund der hohen Geschwindigkeit 
des Autos des Unfallgegners durch die Luft geschossen und habe sich überschlagen. Auf der 
Rückbank hätten die Partnerin des Beschwerdeführers und sein kleiner Sohn gesessen. Nach-
träglich habe er festgestellt, dass seine Tochter nur durch Zufall schwersten Verletzungen oder 
gar dem Tod entgangen sei. Bei diesem äusserst schweren Unfall sei der adäquate Kausalzu-
sammenhang gegeben. Die Schwere des Unfalles sei von den Gutachtern, insbesondere vom 
Psychiater, nicht realisiert worden, weshalb einer Traumatisierung durch den Unfallhergang nicht 
gebührend nachgegangen worden sei. Ohne die genannten Begleitumstände zu kennen und sich 
damit auseinanderzusetzen, begnüge sich der Psychiater mit der Aussage, dass der Beschwer-
deführer gut schlafen könne, weshalb weder die Voraussetzungen noch die Symptome einer 
posttraumatischen Belastungsstörung vorlägen. Es sei offensichtlich, dass mit einer derart ober-
flächlichen Untersuchung und mit der Begründung des guten Schlafs die Diagnose einer post-
traumatischen Belastungsstörung, die vom behandelnden Psychiater gestellt worden sei, nicht 
ansatzweise in Zweifel gezogen werden könne. Dazu komme das Ergebnis der neuropsycholo-
gischen Untersuchung vom 24. März 2021. Es stimme zwar, dass diese alleine nicht genüge, um 
die Kausalität eines Beschwerdebilds selbständig und abschliessend beantworten zu können. 
Immerhin sei sie aber ein Indiz dafür, dass die posttraumatische Belastungsstörung in einem 

 

 
 
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engen Zusammenhang mit dem erlittenen schweren Unfall und dem daraus resultierenden Poly-
trauma und dem Schädelhirntrauma stehe. Auch weise der Bericht darauf hin, dass bis anhin nur 
ein low-dose CT erstellt worden sei, aus welchem erlittene Mikroblutungen im Gehirn nicht er-
sichtlich gemacht werden könnten. Zusammenfassend stehe fest, dass die Beschwerdegegnerin 
mit der Annahme eines nur mittelschweren Unfalls von grundsätzlich falschen Voraussetzungen 
ausgegangen sei und der Einspracheentscheid bereits aus diesem Grund nicht haltbar sei. Es 
seien weitere Abklärungen zu tätigen, bei denen ein schwerer Unfall mit eindrücklichen Begleit-
umständen im Zentrum stehe. Ausserdem sei ein CT durchzuführen, mit dem das Vorliegen all-
fälliger vom Unfall herkommender Mikroblutungen festgestellt werden könne. Weiter sei der Ent-
scheid aufzuheben, insoweit die Beschwerdegegnerin die unentgeltliche Verbeiständung im Ein-
spracheverfahren verweigert habe. 
 
C. Mit Beschwerdeantwort vom 24. September 2021 beantragte die Beschwerdegegnerin 
die Abweisung der Beschwerde. Es sei unbestritten, dass die orthopädischen Beschwerden nicht 
mehr natürlich kausal seien (Ellbogen: Status quo sine spätestens nach drei Monaten) bzw. diese 
degenerativ seien (HWS: vorbestehende Degeneration). Das ABI-Gutachten sei voll beweistaug-
lich. Gestützt darauf bestehe keine natürliche Kausalität der objektivierbaren und nicht objekti-
vierbaren Beschwerden, weshalb sich eine Adäquanzprüfung erübrige. Selbst bei einer natürli-
chen Kausalität der nicht objektivierbaren Beschwerden sei die Adäquanz der nicht objektivier-
baren psychischen und neurologischen Beschwerden zu verneinen. Gemäss bundesgerichtlicher 
Praxis sei das Ereignis vom 26. November 2018 als mittelschwerer Unfall im engeren Sinn zu 
qualifizieren. Selbst wenn das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder der 
besonderen Eindrücklichkeit des Unfalles zu bejahen wäre, wäre es gemäss Rechtsprechung 
nicht in besonders ausgeprägter Weise erfüllt. Unter Verweis auf die im Einspracheentscheid 
vorgenommene Kriterienprüfung sei damit lediglich ein Kriterium erfüllt, was angesichts der bei 
mittelschweren Unfällen im engeren Sinne mindestens geforderten drei Kriterien nicht genüge, 
um die Adäquanz zu bejahen. Gestützt auf das ABI-Gutachten vom 7. September 2020 sei der 
Beweis erbracht worden, dass die Beschwerden nicht mehr unfallbedingt seien bzw. die natürli-
che Kausalität und somit die Leistungspflicht zu verneinen seien. Selbst wenn die natürliche Kau-
salität der nicht objektivierbaren Beschwerden noch gegeben wäre, wäre gemäss BGE 115 V 133 
mangels adäquater Kausalität kein Leistungsanspruch gegeben. In antizipierter Beweiswürdi-
gung sei daher von weiteren medizinischen Abklärungen abzusehen. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Auf die frist- und formgerecht beim örtlich wie sachlich zuständigen Kantonsgericht er-
hobene Beschwerde vom 16. August 2021 ist einzutreten. 
 
2. Zwischen den Parteien ist zunächst umstritten, ob der Entscheid auf einer genügenden 
Aktenlage basiert und die Leistungseinstellung zu Recht ohne Berücksichtigung der Auswirkun-
gen der psychischen und neurologischen Beeinträchtigungen auf die Erwerbsfähigkeit des Be-
schwerdeführers per 12. November 2020 vorgenommen wurde. 
 

 

 
 
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3.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) vom 
20. März 1981 hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversicherung, soweit das 
Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsun-
fällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person 
Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehandlung). Ist die versi-
cherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 des Bundesgesetzes 
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG] vom 6. Oktober 2000), so hat 
sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Ist die versicherte Person infolge des 
Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente 
(Art. 18 Abs. 1 UVG). Erleidet sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der 
körperlichen oder geistigen Integrität, so hat sie nach Art. 24 Abs. 1 UVG Anspruch auf eine 
angemessene Integritätsentschädigung. Diese wird mit der Invalidenrente festgesetzt oder, falls 
kein Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung der ärztlichen Behandlung gewährt (Art. 24 
Abs. 2 UVG). Für diese Leistungen hat der Unfallversicherer grundsätzlich nur unter der Voraus-
setzung aufzukommen, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen Scha-
den (Krankheit, Arbeitsunfähigkeit, Invalidität, Integritätsschädigung) ein natürlicher und ein adä-
quater Kausalzusammenhang besteht. 
 
3.2 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne 
deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen 
Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Um-
schreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass 
ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass 
das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige In-
tegrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weg-
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele. Ob 
zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kau-
salzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechtsanwendende Behörde im Rah-
men der ihr obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Be-
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (vgl. dazu BGE 126 V 360 E. 5b) zu befinden 
hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs-
anspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1). 
 
3.3 Ursachen im Sinn des adäquaten Kausalzusammenhangs sind diejenigen Ereignisse, 
die nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet 
sind, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt des Erfolges also 
durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint. Der Voraussetzung des adäquaten Kau-
salzusammenhangs kommt die Funktion einer Haftungsbegrenzung zu (BGE 129 V 177 E. 3.2 
f.). Ob bei Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhanges zwischen dem versicherten Er-
eignis und der eingetretenen gesundheitlichen Schädigung auch der erforderliche adäquate Kau-
salzusammenhang besteht, ist eine Rechtsfrage, die nach den von Doktrin und Praxis entwickel-
ten Regeln zu beurteilen ist (BGE 112 V 30 E. 1b). Im Bereich organisch objektiv ausgewiesener 
Unfallfolgen spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kau-
salzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine Rolle, da sich hier 

 

 
 
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die adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE 134 V 109 E. 2.1, 127 V 102 
E. 5b/bb). Stehen hingegen psychische Unfallfolgeschäden zur Beurteilung, so hat eine beson-
dere Adäquanzprüfung zu erfolgen. Danach ist für die Bejahung des adäquaten Kausalzusam-
menhangs im Einzelfall erforderlich, dass dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Ent-
stehung der Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er eine gewisse 
Schwere aufweist bzw. ernsthaft ins Gewicht fällt (BGE 115 V 133 E. 7). 
 
3.4 Die vorübergehenden Leistungen wie Taggelder und Heilbehandlung hat der Unfallver-
sicherer – sofern allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen 
sind – nur so lange zu gewähren, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch eine 
namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann. Was darunter zu verste-
hen ist, bestimmt sich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung 
der unfallbedingt beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit. Dabei muss die durch weitere Heilbehandlung 
zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen (BGE 134 V 109 E. 4.3). Trifft dies nicht mehr zu, ist 
der Fall unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung des An-
spruches auf eine Invalidenrente und/oder eine Integritätsentschädigung abzuschliessen (Art. 19 
Abs. 1 UVG). Die Prüfung der Adäquanz, d.h. der Fallabschluss, ist bei Anwendung der Praxis 
gemäss BGE 115 V 133 in jenem Zeitpunkt vorzunehmen, in dem von der Fortsetzung der auf 
die somatischen Leiden gerichteten ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Ge-
sundheitszustandes mehr erwartet werden kann (BGE 134 V 109 E. 6.1, 144 V 354 E. 4.2). Ob 
der Fallabschluss rechtzeitig erfolgt ist, kann erst geprüft werden, wenn der medizinische Sach-
verhalt rechtsgenüglich erstellt ist (Urteil des Bundesgerichts vom 29. September 2015, 
8C_170/2015, E. 4.2). 
 
3.5 Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistungsansprüche – insbesondere bei 
der Feststellung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person – ist 
die rechtsanwendende Behörde auf verlässliche medizinische Entscheidungsgrundlagen ange-
wiesen (BGE 134 V 231 E. 5.1, 132 V 93 E. 4). Das Gericht hat diese Unterlagen nach dem für 
den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c 
ATSG) frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss 
zu würdigen. Dies bedeutet, dass alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, 
objektiv zu prüfen sind und danach zu entscheiden ist, ob die verfügbaren Unterlagen eine zu-
verlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten der Prozess nicht erledigt werden, ohne das gesamte 
Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum auf die eine und nicht auf die 
andere medizinische These abgestellt wird (BGE 125 V 351 E. 3a). Hinsichtlich des Beweiswertes 
eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf all-
seitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammen-
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolge-
rungen begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1). Berichten und Gutachten versicherungsinterner 
Fachpersonen kommt nicht derselbe Beweiswert wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG 
eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten zu. An die 

 

 
 
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Beweiswürdigung sind strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Versicherungsfall ohne Ein-
holung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen auch nur geringe Zweifel 
an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so 
sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1). Schliesslich bleibt darauf 
hinzuweisen, dass das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungsverfahren und der Sozialversi-
cherungsprozess vom Untersuchungsgrundsatz (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG) 
beherrscht sind. Danach haben Verwaltung und Gericht von Amtes wegen für die richtige und 
vollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Sie dürfen eine Tatsa-
che nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. 
 
4.1 Zu prüfen ist die Rüge des Beschwerdeführers, dass der Einspracheentscheid vom  
26. Juli 2021 auf einer unzureichenden Aktenlage basiere, weil das ABI-Gutachten vom 7. Sep-
tember 2020 nicht beweistauglich sei. 
 
4.2 Dr. med. E.____, FMH allgemeine Innere Medizin, Dr. med. F.____, FMH Orthopädische 
Chirurgie, Dr. med. G.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, sowie Dr. med. H.____, FMH 
Neurologie, gelangen nach persönlicher Untersuchung des Beschwerdeführers im Konsensteil 
ab S. 7 des Gutachtens zum Schluss, dass keine Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeits-
fähigkeit vorliegen würden. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zu diagnostizieren seien: 
 

• Chronisches zervikovertebrales und -zephales Schmerzsyndrom (lCD-10 M53.0) 

- Status nach Distorsion der Halswirbelsäule im Rahmen eines Auffahrunfalles am 2. Feb-

ruar 2017 

- Status nach Schädelhirntrauma im Rahmen eines Auffahrunfalles am 26. November 2018 

- radiologisch kein Hinweis für traumatische Läsion der zervikalen, thorakalen und lumbalen 

Wirbelsäule oder zervikale Instabilität; Spinalkanalstenose und bilaterale foraminale Ste-

nose HWK5/6 samt möglicher Affektion der Nervenwurzel C6 rechts und geringgradige 

tieflumbale Spondylarthrose (MRI 24. Juli 2017 und 27. November 2018, CT vom 26. No-

vember 2018 und Durchleuchtung vom 29. Januar 2019) 

• Chronische Beschwerden im Hand- und Ellbogenbereich beidseits (ICD-10 M79.60) 

- Status nach Ellbogenkontusion rechts im Rahmen eines Auffahrunfalls am 26. November 

2018 

- radiologisch am rechten Ellbogen kein Hinweis für traumatische ossäre Läsion 

- Enthesiophyt der Trizepssehne und Schwellung der Bursa olecrani (CT am 26. November 

2018, Röntgen am 26. November 2018) 

- anamnestisch kein Ansprechen auf Kortisoninfiltration an Dig I und III rechts am 27. No-

vember 2019 bei Verdacht auf Tendovaginitis stenosans 

• Status nach undislozierten Rippenserienfrakturen V bis IX anterior rechts im Rahmen eines Auf-

fahrunfalls am 25. November 2018 (ICD-10 T91.2) 

• Chronische Beschwerden im ventralen Beckenabschnitt beidseits (ICD-10 M79.65) 

• Status nach konservativ behandelter Kalkaneusfraktur links (ICD-10 T93.2) 

• Status nach OSG-Distorsion rechts am 29. November 2016 (ICD-10 T93.3) 

• Episodischer Spannungskopfschmerz (ICD-10 G44.2) 

• Narzisstische Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1) 

 

 
 
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• Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.0) 

• Anamnestisch unklare Polyallergie seit 2020 (ICD-10 T78.4) 

• Anamnestisch rezidivierender Priapismus (ICD-10 N48.3) 

- wiederholte urologische Behandlungen 

 
Im Rahmen der interdisziplinären Beurteilung führen die Gutachter aus, dass der Explorand 
hauptsächlich somatische Beschwerden am Bewegungsapparat beklage. Diese seien in der or-
thopädischen und neurologischen Untersuchung ausführlich evaluiert worden. Es könne ein chro-
nisches zervikozephales und zervikovertebrales Schmerzsyndrom bei leichten bis mässiggradi-
gen degenerativen Veränderungen festgestellt und chronische Beschwerden im Hand- und Ell-
bogengelenk beidseits zur Kenntnis genommen werden. Die Befunde seien insgesamt als gering 
zu werten und könnten lediglich für belastende, schwere Tätigkeiten eine Einschränkung der Ar-
beitsfähigkeit begründen, nicht jedoch für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten, wie sie der Ex-
plorand früher ausgeübt habe. Aus psychiatrischer Sicht könne entgegen den subjektiven Anga-
ben des Exploranden ebenfalls kein gravierender Befund erhoben werden. Festzustellen sei eine 
leichte affektive Störung im Rahmen der Depression, zudem seien narzisstische Persönlichkeits-
züge zu konstatieren. Psychiatrisch könne keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zugeordnet 
werden. Aus allgemeininternistischer bzw. anderweitiger somatischer Sicht bestünden ebenfalls 
keine Befunde und Diagnosen, die eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründen könnten. 
Wesentliche Belastungsfaktoren würden nicht vorliegen, die Ressourcen seien sowohl medizi-
nisch, persönlich wie auch auf der beruflichen Ebene vollauf gegeben. In Bezug auf die Konsis-
tenz führen die Gutachter aus, dass sich vor allem bezogen auf die Alltagssituation keine plau-
siblen Gründe eruieren lassen würden, weshalb sich der Explorand subjektiv arbeitsunfähig fühle. 
Er habe einen ausgefüllten Alltag, unternehme Spaziergänge, fahre Auto, könne die Kinder be-
treuen und sei nicht wesentlich eingeschränkt. Diese Inkonsistenzen könnten im Rahmen der 
Untersuchung nicht aufgelöst werden. In Bezug auf die angestammte Tätigkeit bestehe eine Ar-
beits- und Leistungsfähigkeit von 100 %. Die Arbeitsfähigkeit sei unfallbedingt vom 26. November 
2018 bis Februar 2019 aufgehoben gewesen. Ab März 2019 hätten keine relevante Einschrän-
kung der Arbeitsfähigkeit mehr bestanden. Eine der Behinderung optimal angepasste Tätigkeit 
müsse leichte bis mittelschwere Arbeiten mit Heben und Tragen von Lasten bis 15 kg, ohne wie-
derholten Einsatz der oberen Extremitäten oberhalb des Schulterniveaus und ohne Einnahme 
von Zwangshaltungen des Kopfes beinhalten. Eine derartige Tätigkeit sei während acht bis acht-
einhalb Stunden pro Tag möglich und es bestehe eine 100 %-ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit. 
 
In Bezug auf die spezifisch unfallversicherungsrechtlichen Fragestellungen führen die Gutachter 
ab S. 10 ff. des Gutachtens aus, dass die beklagten Beschwerden auf somatischer Ebene nur zu 
einem geringen Teil objektiviert werden könnten, wogegen auf psychischer Ebene leichte depres-
sive Verstimmungen festzustellen seien. Das Unfallereignis vom 26. November 2018 stelle eine 
bloss mögliche Teilursache der psychischen Gesundheitsstörung dar. Es sei nicht die einzige 
Ursache für die Störung. Der Explorand leide seit Jahren unter einer leichtgradigen rezidivieren-
den depressiven Störung. Das Unfallereignis könne vorübergehend allenfalls zu einer leichten 
Akzentuierung der depressiven Stimmungslage geführt haben, zu einer richtunggebenden oder 
dauernden Verschlimmerung sei es aber nicht gekommen. Da keine unfallbedingte Gesundheits-
beeinträchtigung vorliege, könne auch nicht mehr mit einer namhaften Verbesserung gerechnet 

 

 
 
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werden. Der Explorand habe sich schon vor dem Unfallereignis vom 26. November 2018 in psy-
chiatrischer Behandlung befunden, diese sollte fortgeführt werden. Aufgrund unfallbedingter Ur-
sachen sei es durch die am 26. November 2018 erlittene Kontusion des rechten Ellbogens zu 
einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten für längstens drei Monate gekom-
men. Danach habe wieder eine zeitlich wie leistungsmässig uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit 
für körperlich leichte bis mittelschwere Verrichtungen einschliesslich jener als Hilfskoch bestan-
den. Aufgrund der degenerativen Veränderungen der zervikalen Wirbelsäule sollte der wieder-
holte Einsatz der oberen Extremitäten oberhalb Schulterniveau, die längerdauernde Einnahme 
von Zwangshaltungen des Kopfes sowie das häufig wiederholte Heben und Tragen von Lasten 
über 15 kg vermieden werden. 
 
4.3 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Beurteilung der Unfallkausalität der ge-
sundheitlichen Beschwerden auf das ABI-Gutachten ab. Dieses vermag grundsätzlich die formel-
len Voraussetzungen der Rechtsprechung an ein beweistaugliches Gutachten zu erfüllen. Es ba-
siert auf allseitigen persönlichen Untersuchungen des Beschwerdeführers und berücksichtigt die 
geltend gemachten gesundheitlichen Beschwerden, listet die medizinischen und weiteren Akten-
stücke auf und basiert auf einer Konsensbesprechung. Lediglich die Begründungsdichte der Er-
gebnisse dürfte verglichen mit anderen verwaltungsexternen polydisziplinären Gutachten eher an 
der unteren Grenze des geforderten Niveaus liegen, da die Schlussfolgerungen doch eher dünn 
und etwas oberflächlich daherkommen. In Bezug auf die Frage der Unfallkausalität der Beschwer-
den, von der vorliegend die weitere Ausrichtung allfälliger Leistungen abhängt, ist es aber aus-
reichend und das Ergebnis diesbezüglich ist schlüssig und nachvollziehbar. Insbesondere ist die 
Beurteilung von Dr. G.____, wonach das Unfallereignis bloss mögliche Teilursache der psychi-
schen Gesundheitsstörung sei, in Berücksichtigung der mehrfachen Berichterstattung durch Dr. 
med. I.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, nachvollziehbar. Aus den Beurteilungen des 
behandelnden Psychiaters geht deutlich hervor, dass der Beschwerdeführer seit Jahren an psy-
chischen Störungen leidet. Damit ist grundsätzlich auf das ABI-Gutachten abzustellen, es sei 
denn, der Beschwerdeführer vermag konkrete Indizien aufzuzeigen, die den Beweiswert des ABI-
Gutachtens in Zweifel ziehen würden. 
 
4.4 Zunächst bringt er vor, dass Dr. G.____ das Vorliegen einer unfallbedingten posttrau-
matischen Belastungsstörung zu Unrecht verneint habe. Dieser Auffassung kann nicht gefolgt 
werden. Auch wenn dem Unfallereignis eine gewisse Eindrücklichkeit nicht abzusprechen ist, so 
ist es doch weit entfernt vom erforderlichen katastrophalen Ausmass, das für die Genese einer 
posttraumatischen Belastungsstörung vorausgesetzt wird. Namentlich sind die Eingangskriterien 
bezüglich der Symptomatik nicht erfüllt. So führt Dr. G.____ aus, dass die Diagnose der posttrau-
matischen Belastungsstörung nicht bestätigt werden könne. Der Versicherte habe zwar einen 
relativ schweren Unfall erlitten, er sei dabei aber nicht lebensgefährlich verletzt worden. Auch 
fahre er seit dem Unfall wieder Auto. Ferner habe der Explorand explizit berichtet, dass er gut 
schlafen könne und keine Angstträume habe. Er leide auch nicht unter Nachhallerinnerungen. 
Damit seien weder die Voraussetzungen noch die Symptome einer posttraumatischen Belas-
tungsstörung vorhanden. Auch wenn Dr. G.____ nicht sämtliche Eingangskriterien aufführt und 
prüft, ob sie beim Beschwerdeführer erfüllt sind, so sind seine Angaben doch schlüssig und ge-
nügend. Namentlich gibt es keinen fachärztlichen Bericht, der diese Beurteilung in Frage stellt. 

 

 
 
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Dr. I.____ diagnostiziert in seinen Berichten vom 19. März 2019 (act. 47) und vom 4. Dezember 
2019 (act. 97) neben einer mittelgradigen bzw. schweren depressiven Episode mit somatischem 
Syndrom zwar auch eine posttraumatische Belastungsstörung. Dr. I.____ stellt zwar zweimal die 
Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung, begründet diese aber nicht substantiell. Er 
weist lediglich darauf hin, dass der Patient immer wieder an den Unfall denke und davon träume 
und ausserdem erschrecke, wenn er eine Autohupe höre. Damit sind die Eingangskriterien einer 
posttraumatischen Belastungsstörung nicht erfüllt. Auch das Ergebnis der neuropsychologischen 
Untersuchung vom 24. März 2021 im Spital B.____, Zentrum für Rehabilitation und Altersmedizin 
(act. 140), reicht dafür nicht aus, wie der Beschwerdeführer selbst einräumt. Das Spital B.____ 
diagnostiziert zwar neben einer posttraumatischen Belastungsstörung, einer rezidivierenden de-
pressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, chronischen Zervikobrachialgien und 
Thoraxschmerzen bei St. n. Auffahrunfall mit Polytrauma am 26. November 2018, St. n. Schädel-
hirntrauma Grad I, St. n. Rippenserienfraktur 5-9 rechts, St. n. Ellbogenkontusion rechts, einem 
obstruktiven Schlafapnoesyndrom und einer Dormicum-Abhängigkeit auch eine neuropsycholo-
gische Störung. Eine klare Zuordnung der kognitiven Einschränkungen kann aber auch das Spital 
B.____ nicht machen, denn es führt aus, die neuropsychologischen Störungen seien wahrschein-
lich multifaktorieller Ätiologie. Zudem geht aus dem Bericht klar hervor, dass es die Diagnose der 
posttraumatischen Belastungsstörung nicht selbst stellte, sondern dem Überweisungsschreiben 
des Hausarztes übernommen hatte. 
 
4.5. Der Beschwerdeführer wendet weiter ein, dass das Schädelhirntrauma nicht genügend 
abgeklärt worden sei. Die Würdigung der Akten zeigt, dass auch dieser Einwand nicht stichhaltig 
ist. Wie dem Bericht des Spitals D.____ vom 29. November 2018 (act. 89) entnommen werden 
kann, wurden infolge des Unfallereignisses ein Polytrauma mit Schädelhirntrauma Grad I, eine 
Rippenserienfraktur 5-9 rechts, eine Ellbogenkontusion rechts und im Verlauf eine osteodisko-
gene Spinalkanalstenose HWK 4/5 und 5/6 diagnostiziert. Bei der letztgenannten Diagnose habe 
sich keine direkte Traumafolge gezeigt. Die asymptomatische osteodiskogene Spinalkanalste-
nose sei durch die Kollegen der Spinalen Chirurgie mitbeurteilt worden, wobei kein Handlungs-
bedarf erkannt worden sei. Bei anhaltenden Zephalgien sei nochmals eine Bildgebung des Schä-
dels vorgenommen worden, bei der sich erneut keine intrakranielle Blutung gezeigt habe. Es 
wurde somit von den unmittelbar nach dem Unfallereignis involvierten Fachärzten kein schweres 
Schädelhirntrauma diagnostiziert, sondern lediglich eine Gehirnerschütterung. Diese Diagnose 
wurde fachgerecht auf eine klinische Untersuchung und auf eine mehrfach durchgeführte Bildge-
bung des Schädels abgestützt. Dr. med. J.____, Neurologie FMH, bestätigte mit Bericht vom 14. 
Februar 2019 (act. 96), dass die klinisch neurologische Untersuchung im Spital D.____ regelrecht 
ausgefallen sei, ebenso seien zwei MRl des Neurocraniums unauffällig gewesen. Das MRI der 
HWS habe eine asymptomatische osteodiskogene Spinalkanalstenose gezeigt, die laut Bericht 
auch noch durch die Abteilung Spinale Chirurgie mitbeurteilt worden sei. Eine chirurgische Inter-
vention sei aber offenbar nicht indiziert gewesen. Auch im MRI des Neurokraniums vom 24. Sep-
tember 2019 wurden altersentsprechend normale Befunde dokumentiert und es wurde festgehal-
ten, dass keine frischen oder subakuten Infarkte, keine Mikroblutungen oder anderweitige Blu-
tungsresiduen bestünden. Auch das CT, das nach dem Unfall am 30. November 2018 angefertigt 
wurde, zeigte keine intrakranielle Blutung, kein Subduralhämatom und keine anderweitigen post-
traumatischen Veränderungen. Der Einwand des Beschwerdeführers, es sei lediglich ein low-

 

 
 
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dose CT angefertigt worden, aus welchem erlittene Mikroblutungen nicht ersichtlich seien, ist in-
sofern unbehelflich, als ein nachträgliches hochauflösliches CT wohl kaum zielführend wäre, da 
allfällige Mikroblutungen nach dem Unfallereignis heute wahrscheinlich auch auf einem hochauf-
lösenden CT nicht mehr sichtbar gemacht werden könnten. 
 
4.6 Es liegen somit keine konkreten Indizien vor, die die Beweistauglichkeit des ABI-
Gutachtens vom 7. September 2020 in Frage stellen würden. Damit ist der medizinische Sach-
verhalt insbesondere bezüglich Unfallkausalität der gesundheitlichen Beschwerden des Be-
schwerdeführers umfassend abgeklärt, weshalb von weiteren medizinischen Abklärungen abge-
sehen werden kann. Die Beschwerdegegnerin stellte zu Recht auf das ABI-Gutachten vom 7. 
September 2020 ab und verneinte das Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwi-
schen dem Unfallereignis vom 26. November 2018 und den im Zeitpunkt des Fallabschlusses 
bestehenden physischen und psychischen Beschwerden. Bei dieser Sachlage erübrigt sich eine 
Adäquanzprüfung gemäss BGE 115 V 133 und eine nähere Einordnung der Schwere des Unfal-
lereignisses. 
 
5.1 Streitig und zu prüfen ist weiter, ob die Beschwerdegegnerin den Antrag des Beschwer-
deführers auf Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung im Einspracheverfahren zu Recht 
verneinte. Gemäss Art. 37 Abs. 4 ATSG wird der gesuchstellenden Person im Sozialversiche-
rungsverfahren ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bewilligt, wo die Verhältnisse es erfordern. 
Kumulative Voraussetzungen für die unentgeltliche Verbeiständung sind Bedürftigkeit, Nichtaus-
sichtslosigkeit der Rechtsbegehren sowie sachliche Gebotenheit der Vertretung (BGE 132 V 200 
E. 4.1). Bei den Voraussetzungen der finanziellen Bedürftigkeit und der fehlenden Aussichtslo-
sigkeit ist keine strengere Prüfung als im Gerichtsverfahren angebracht. Demgegenüber ist die 
Voraussetzung der Erforderlichkeit der Vertretung für das Verwaltungsverfahren eingehender zu 
prüfen als im Beschwerdeverfahren gemäss Art. 61 lit. f ATSG (UELI KIESEr, ATSG-Kommentar, 
4. Aufl., Zürich 2020, Art. 37 N 38 f.). Die Notwendigkeit der unentgeltlichen Verbeiständung ist 
nur in Ausnahmefällen zu bejahen, weil im sozialversicherungsrechtlichen Verwaltungsverfahren 
der Untersuchungsgrundsatz gilt. Die Geltung des Untersuchungsgrundsatzes rechtfertigt einen 
strengen Massstab, schliesst aber die sachliche Gebotenheit der unentgeltlichen Verbeiständung 
nicht grundsätzlich aus (BGE 130 I 180 E. 3.2). Es müssen sich schwierige Fragen rechtlicher 
oder tatsächlicher Natur stellen. Zu berücksichtigen sind die konkreten Umstände des Einzelfalls, 
Eigenheiten der anwendbaren Verfahrensvorschriften sowie weitere Besonderheiten des jeweili-
gen Verfahrens. Neben der Komplexität der Rechtsfragen und der Unübersichtlichkeit des Sach-
verhalts fallen auch bei der versicherten Person liegende Gründe in Betracht, etwa ihre Fähigkeit, 
sich im Verfahren zurechtzufinden. Massgebend ist dabei auch die Frage, ob die Vertretung durch 
einen Sozialarbeiter bzw. eine Sozialarbeiterin oder durch Fach- und Vertrauensleute sozialer 
Institutionen in Frage kommt (BGE 132 V 200 E. 4.1). 
 
5.2 Die Beschwerdegegnerin vertritt den Standpunkt, dass die unentgeltliche Verbeistän-
dung am Erfordernis der Notwendigkeit scheitere, da sich angesichts der fehlenden natürlichen 
Kausalität der Beschwerden sowie mangels adäquater Kausalität keine schwierigen Fragen 
rechtlicher oder tatsächlicher Natur stellen würden. Zudem sei die Voraussetzung der fehlenden 
Aussichtslosigkeit nicht gegeben, da eine Partei, die über die nötigen finanziellen Mittel verfüge, 

 

 
 
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bei vernünftiger Überlegung von einem Prozess abgesehen hätte. Der Beschwerdeführer bringt 
vor, es sei schlicht undenkbar, dass er sich als italienischsprechender Laie mit den Kausalitäts-
fragen selber hätte auseinandersetzen können, weshalb die anwaltliche Verbeiständung notwen-
dig gewesen sei. Aussichtslos sei die Einsprache offensichtlich nicht gewesen, da die Beschwer-
degegnerin, wie in der Beschwerde aufgezeigt, von völlig falschen Voraussetzungen ausgehe.  
 
5.3 Vorliegend sind keine Umstände gegeben, aufgrund derer die Notwendigkeit einer an-
waltlichen Verbeiständung im Einspracheverfahren ausnahmsweise zu bejahen ist. Es haben 
sich keine besonders komplexen Sachverhalts- oder Rechtsfragen gestellt. Auch der Rechtsver-
treter konnte seine Einsprache auf eine Eingabe von zwei Seiten beschränken. Im Weiteren ist 
der Beschwerdeführer nicht unbeholfen, er ist zwar nicht deutscher Muttersprache, ist aber seit 
über 40 Jahren in der Schweiz und hätte selbst gegen die Verfügung kurz schriftlich opponieren 
können. Der Beschwerdeführer wird durch die Sozialhilfebehörde seiner Wohngemeinde finanzi-
ell unterstützt und hätte sich für eine allfällige Hilfe im Einspracheverfahren auch an seine Be-
treuungsperson bei der Gemeinde wenden können. Insgesamt sind damit die strengen Voraus-
setzungen für die Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung im Einspracheverfahren nicht 
erfüllt, obwohl dem Beschwerdeführer insofern zuzustimmen ist, als die Einsprache keinesfalls 
als offensichtlich aussichtslos bezeichnet werden kann. 
 
6. Zusammenfassend ergibt sich, dass der angefochtene Einspracheentscheid vom 
26. Juli 2021 nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerdegegnerin stellte ihre Leistungen zu Recht 
per 12. November 2020 ein. Richtigerweise verneinte sie auch einen Anspruch auf unentgeltliche 
Verbeiständung im Einspracheeverfahren. Die dagegen erhobene Beschwerde erweist sich dem-
zufolge als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist. 
 
7.1 Es bleibt über die Kosten des Verfahrens zu befinden. Art. 61 lit. fbis ATSG in der seit 
1. Januar 2021 anwendbaren Fassung hält fest, dass der Prozess vor dem kantonalen Gericht 
für die Parteien in unfallversicherungsrechtlichen Angelegenheiten grundsätzlich kostenlos zu 
sein hat. Es sind demnach für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Eine Partei-
entschädigung wird bei diesem Ausgang des Verfahrens nicht zugesprochen. 
 
7.2 Es bleibt über den Antrag des Beschwerdeführers zu befinden, es sei ihm für das vorlie-
gende Verfahren die unentgeltliche Verbeiständung mit seinem Rechtsvertreter zu bewilligen. 
Gemäss Art. 61 lit. f Satz 2 ATSG wird der Beschwerde führenden Person, wo die Verhältnisse 
es rechtfertigen, ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bewilligt. Praxisgemäss ist die unentgeltliche 
Verbeiständung im kantonalen Beschwerdeverfahren zu gewähren, wenn der Prozess nicht of-
fensichtlich aussichtslos erscheint, die Partei bedürftig und die anwaltliche Verbeiständung not-
wendig oder doch geboten ist. Diese Voraussetzungen sind vorliegend erfüllt. Die Bedürftigkeit 
des Beschwerdeführers ist gestützt auf die eingereichten Unterlagen (Bestätigung der Sozialhil-
febehörde) gegeben, die Beschwerde kann nicht als offensichtlich aussichtslos bezeichnet wer-
den und die anwaltliche Vertretung war geboten. Das Gesuch des Beschwerdeführers um unent-
geltliche Verbeiständung im Beschwerdeverfahren ist demnach zu bewilligen. Gemäss § 3 Abs. 
2 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte (TO) vom 17. November 2003 beträgt das 

 

 
 
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Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 200.-- pro Stunde. Der Rechtsvertreter des Be-
schwerdeführers hat in seiner Honorarnote vom 12. Oktober 2021 für das vorliegende Verfahren 
einen Zeitaufwand von 7,5 Stunden geltend gemacht, was in Anbetracht der sich stellenden Sach-
verhalts- und Rechtsfragen nicht zu beanstanden ist. Hinzu kommen Auslagen in der Höhe von 
Fr. 35.40. Dem Rechtsvertreter ist demnach ein Honorar in der Höhe von Fr. 1'653.70 (7,5 Stun-
den à Fr. 200.-- + Auslagen von Fr. 35.40 zuzüglich 7,7 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse 
auszurichten. 
 
7.3 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Orga-
nisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufmerksam gemacht, wonach eine Partei, 
der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie 
dazu in der Lage ist. 
 

 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen. 

 4. Dem Beschwerdeführer wird für das vorliegende Beschwerdeverfahren 
die unentgeltliche Verbeiständung mit seinem Rechtsvertreter Advokat 
Marco Albrecht bewilligt. 

 5. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung wird Advokat 
Marco Albrecht ein Honorar in der Höhe von Fr. 1'653.70 (inkl. Auslagen 
und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse ausgerichtet. 

 

 
 
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