# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b344d1a9-332e-5629-88be-1979cd1c83af
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-08-07
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 07.08.2018 IV 2017/145
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2017-145_2018-08-07.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2017/145

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 25.09.2019

Entscheiddatum: 07.08.2018

Entscheid Versicherungsgericht, 07.08.2018
Art. 28 Abs. 1 IVG. Rentenanspruch. Nichteintreten auf den Antrag auf 
berufliche Massnahmen. Würdigung medizinischer Berichte. Beweiskraft 
des monodisziplinären Gutachtens bejaht. Abweisung der Beschwerde 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 7. August 
2018, IV 2017/145).

Besetzung

Versicherungsrichterin Miriam Lendfers (Vorsitz), Versicherungsrichterin Christiane 

Gallati Schneider und Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiberin Katja 

Meili

Geschäftsnr.  

IV 2017/145

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Laurent Häusermann, Amparo Anwälte und 

Notare, Neugasse 26, Postfach 148, 9001 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand 

Rente / berufliche Massnahmen

Sachverhalt

A. 

A.a  A.___ gelernte Schuhfacharbeiterin, meldete sich am 24. Mai 2014 erstmals zum 

Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-act. 9). Die behandelnden Ärzte 

des Departements für Innere Medizin und Rheumatologie/Rehabilitation des 

Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) hatten am 30. Dezember 2013 über eine erstmals im 

Oktober 2013 diagnostizierte Psoriasisarthritis mit/bei Psoriasis vulgaris (Erstdiagnose 

ca. 1990) berichtet (IV-act. 31-1 f.).

A.b  Dr. med. B.___, Facharzt für Dermatologie und Venerologie, diagnostizierte mit 

Bericht vom 9. Juli 2014 eine Psoriasis vulgaris mit Beteiligung beider Knie, der 

Grundgelenke D II-IV des linken Fusses und des rechten Handgelenks. Er attestierte 

folgende Arbeitsunfähigkeiten: vom 7. bis 23. März sowie vom 15. bis 22. April 2014 zu 

100%, vom 23. April bis 10. Mai 2014 zu 50%, vom 14. Mai bis 12. Juli 2014 zu 100% 

und vom 14. bis 26. Juli 2014 zu 50%. Eine adaptierte Tätigkeit sei ihr zu 50% 

zumutbar (IV-act. 19-3 f.). RAD-Arzt Dr. med. C.___ befand am 15. August 2014, die 

Versicherte verfüge über eine verlaufsabhängige Arbeitsfähigkeit, die zurzeit 50% 

betrage, unter dem anhaltenden Effekt der TNF-Alpha-Therapie aber allenfalls 

angehoben werden könne (IV-act. 28).

A.c  Die behandelnden Ärzte des KSSG, wo sich die Versicherte vom 17. bis 30. 

November 2014 stationär befunden hatte, hielten in ihrem Bericht vom 17. Dezember 

2014 als Diagnosen unter anderem ein chronifiziertes Schmerzsyndrom Stadium II 

nach Gebershagen, eine Psoriasisarthritis bei Psoriasis vulgaris, einen Verdacht auf ein 

restless legs Syndrom, panvertebrale Schmerzen, eine Osteopenie, einen unklaren 

Schilddrüsenknoten rechts, am ehesten Struma nodosa, und eine 

Hypogammaglobulinanämie fest (IV-act. 43). Vom 1. bis 20. Dezember 2014 befand 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

sich die Versicherte stationär im Rehabilitationszentrum Valens. Die dort behandelnden 

Ärzte erachteten sie nach Austritt aus der Klinik für eine leicht bis mittelschwer 

wechselbelastende Tätigkeit als zu 100% arbeitsfähig (IV-act. 74-60 ff.).

A.d  Mit Mitteilung vom 15. Dezember 2014 übernahm die IV-Stelle die Kosten für die 

Fahrschule inklusive Fahrprüfung für die Kategorie D1 vom 1. Januar bis 30. April 2015 

im Hinblick auf die Ausübung einer angepassten Erwerbstätigkeit (IV-act. 37). Die 

Versicherte schloss die Prüfung erfolgreich ab (vgl. IV-act. 67-11). Am 30. Juli 2015 

teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, das Leistungsbegehren um weitere berufliche 

Massnahmen werde abgewiesen. Sie begründete, trotz ihrer Bemühungen und 

Unterstützung seit Juli 2014 sei es nicht gelungen, die Versicherte in den Arbeitsmarkt 

zu integrieren (IV-act. 49).

A.e  Dr. med. D.___, Facharzt für Allgemeinmedizin, beurteilte am 11. August 2015, der 

Gesundheitszustand sei stationär. Die Versicherte sei in ihrer Arbeitsfähigkeit seit 9. 

Februar 2015 etwa 20% eingeschränkt. Eine adaptierte Tätigkeit sei ihr vollschichtig 

zumutbar (IV-act. 52). Am 28. September 2015 berichteten die behandelnden Ärzte des 

KSSG über eine periphere Spondylarthritis bei Psoriasis. Die Krankheitsaktivität sei 

erhöht (IV-act. 74-35 ff.). Am 3. Dezember 2015 hielten sie sodann fest, aktuell liege ein 

deutlicher Rückgang der Krankheitsaktivität vor (IV-act. 60-6 ff.). Dr. med. E.___, 

Facharzt für Rheumatologie FMH, diagnostizierte in seinem Bericht vom 20. April 2016 

eine fragliche Psoriasisarthritis, eine Psoriasis vulgaris, ein chronisches 

Schmerzsyndrom, eine Osteopenie, einen Schilddrüsenknoten rechts bei Struma 

multinodosa und diverse Unverträglichkeiten. Die Versicherte arbeite derzeit in einem 

50-70% Pensum als Taxifahrerin (vgl. IV-act. 74-24 ff.).

A.f  Im Auftrag der IV-Stelle (vgl. IV-act. 64) wurde die Versicherte am 15. Juni 2016 

durch Dr. med. F.___, Rheumatologie FMH, abgeklärt. In seinem Gutachten vom 31. 

August 2016 nannte dieser als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine 

fragliche Psoriasisarthritis. In der zuletzt ausgeübten sowie einer adaptierten Tätigkeit 

bestehe seit Februar 2015 eine Leistungsminderung von schätzungsweise 20% bei 

vollschichtigem Arbeitspensum (IV-act. 67). Dr. E.___ hatte am 22. August 2016 über 

einen weitgehend stabilen Verlauf berichtet. Betreffend der Haut sei die Versicherte 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

recht zufrieden, klinisch fänden sich lediglich einige psoriatische Läsionen und 

Nagelveränderungen (vgl. IV-act. 74-18 f.).

A.g  Die damalige Arbeitgeberin der Versicherten, die Z.___ GmbH, kündigte das 

Arbeitsverhältnis per 30. September 2016 (IV-act. 79-15). Ab Herbst 2016 arbeitete sie 

in einem 20% Pensum als Fahrerin eines Schulbusses (vgl. IV-act. 86).

A.h  Mit Vorbescheid vom 3. Januar 2017 stellte die IV-Stelle der Versicherten die 

Abweisung des Rentenbegehrens bei einem Invaliditätsgrad von 20% in Aussicht (IV-

act. 82). Dagegen erhob die Versicherte am 8. Februar 2017 Einwand und beantragte, 

es sei auf den Erlass einer Verfügung im Sinne des Vorbescheids vorläufig zu 

verzichten und ihr seien die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen. Insbesondere seien 

ihr nach nochmaliger Abklärung berufliche Massnahmen zu gewähren (IV-act. 86). Am 

1. März 2017 reichte sie eine ergänzende Begründung des Einwands ein (IV-act. 89).

A.i Am 8. März 2017 verfügte die IV-Stelle entsprechend dem Vorbescheid (IV-act. 90).

B. 

B.a  Gegen die Verfügung vom 8. März 2017 richtet sich die vorliegende Beschwerde 

vom 24. April 2017. Die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) beantragte 

darin deren Aufhebung. Weiter seien ihr die gesetzlichen Leistungen zu gewähren, 

insbesondere berufliche Massnahmen mit Bezug zu ihren gesundheitlichen 

Einschränkungen sowie den erlernten Beruf. Eventualiter sei ihr nach Ablauf der 

Wartefrist mindestens eine Dreiviertelsrente auszurichten; alles unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge. Sie machte geltend, der Sachverhalt sei hinsichtlich der 

beruflichen Massnahmen und der gesundheitlichen Situation fehlerhaft festgestellt 

worden. Das rechtliche Gehör sei bei den beruflichen Massnahmen verletzt worden 

und es sei ihr eine nutzlose sowie medizinisch nicht indizierte Umschulung gewährt 

worden. Das Gutachten von Dr. F.___ enthalte diverse Inkonsistenzen und sei 

insgesamt nicht schlüssig. Die Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit erscheine äusserst 

fraglich, weshalb ihr eine ganze Invalidenrente zuzusprechen sei. Eventualiter resultiere 

nach Durchführung eines Einkommensvergleichs ein Anspruch auf eine 

Dreiviertelsrente (act. G1).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.b  Mit Beschwerdeantwort vom 14. Juni 2017 beantragte die Beschwerdegegnerin, 

die Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Sie brachte vor, 

Anfechtungsgegenstand bilde einzig der allfällige Anspruch der Beschwerdeführerin auf 

eine IV-Rente. Auf den Antrag bezüglich der beruflichen Massnahmen sei nicht 

einzutreten, zumal diese am 30. Juli 2015 rechtskräftig abgewiesen worden seien und 

sich seither der rechtserhebliche Sachverhalt nicht verändert habe. Das Gutachten von 

Dr. F.___ sei beweiskräftig und es sei von einer Arbeitsfähigkeit von 80% in einer 

adaptierten Tätigkeit auszugehen. Es treffe nicht zu, dass es für die 

Beschwerdeführerin auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt keine Arbeitsstellen mehr 

gebe. Es resultiere ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von 24% (act. G4).

B.c  In ihrer Replik vom 22. September 2017 ergänzte die Beschwerdeführerin ihr 

Rechtsbegehren insofern, als sie beantragte, subeventualiter sei die Angelegenheit zur 

weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Sie führte aus, es 

scheine, dass der Gutachter Dr. F.___ die Schmerzproblematik als nicht 

rheumatologischer Natur betrachtet habe. Somit hätte die Arbeitsfähigkeit auch in 

psychiatrischer Sicht abgeklärt werden müssen (act. G8).

B.d  Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (vgl. act. 

G10).

Erwägungen

1. 

Die Beschwerdeführerin beantragt primär die Zusprache von beruflichen Massnahmen 

(act. G1).

1.1  Mit der angefochtenen Verfügung vom 8. März 2017 hat die Beschwerdegegnerin 

den Anspruch auf eine Invalidenrente verneint (IV-act. 90). Der durch diese Verfügung 

definierte Streitgegenstand beschränkt sich folglich auf den Rentenanspruch, was 

bedeutet, dass er sich grundsätzlich nicht auf weitere Ansprüche gegenüber der 

Invaliden¬versicherung, namentlich auf berufliche Massnahmen, erstrecken kann. Im 

Sozialversicherungsrecht gilt aber der allgemeine Grundsatz “Eingliederung vor 

Rente“ (vgl. etwa UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. 2015, Vorbemerkungen N 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

81 ff.), laut dem die Zusprache einer Rente die Unmöglichkeit voraussetzt, die 

Invalidität mit einer Eingliederung (weiter) zu minimieren. Eine Rentenverfügung, die in 

Verletzung dieses Grundsatzes ergangen ist, ist rechtswidrig (vgl. dazu auch Art. 28 

Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). In 

einem Beschwerdeverfahren muss deshalb eine solche Verfügung aufgehoben werden 

und die Verwaltung muss verpflichtet werden, die Eingliederung abzuschliessen und 

erst danach über den Rentenanspruch zu verfügen. Wenn allerdings eine IV-Stelle 

bereits zu einem früheren Zeitpunkt rechtskräftig über die berufliche Eingliederung 

entschieden hat, dann kann bei der Beurteilung einer Rentenverfügung grundsätzlich 

keine Prüfung des Grundsatzes “Eingliederung vor Rente“ mehr erfolgen. Eine 

Ausnahme besteht dann, wenn sich bei der Prüfung des Rentenanspruchs ein 

rentenbegründender Invaliditätsgrad ergibt. Diesfalls besteht allenfalls wiederum eine 

Eingliederungspflicht der Verwaltung, weshalb ein allfälliger Anspruch auf berufliche 

Massnahmen erneut zu beurteilen wäre.

1.2  Vorliegend übernahm die Beschwerdegegnerin die Kosten für die Fahrschule 

sowie Fahrprüfung der Kategorie D1 und gewährte Unterstützung bei der Stellensuche. 

Mit Mitteilung vom 30. Juli 2015 wies sie das Leistungsbegehren um weitere berufliche 

Massnahmen ab und kündigte eine separate Verfügung betreffend Rente an (IV-act. 

49). Über Leistungen, Forderungen und Anordnungen, die erheblich sind oder mit 

denen die betroffene Person nicht einverstanden ist, hat der Versicherungsträger eine 

schriftliche Verfügung zu erlassen (Art. 49 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Leistungen, 

Forderungen und Anordnungen, die nicht unter Art. 49 Abs. 1 ATSG fallen, können in 

einem formlosen Verfahren behandelt werden (Art. 51 Abs. 1 ATSG). Die betroffene 

Person kann den Erlass einer Verfügung verlangen (Art. 51 Abs. 2 ATSG). Hat ein 

Versicherungsträger formlos und nicht mittels Verfügung in ablehnendem Sinn 

entschieden, kann Art. 51 ATSG, der sich nur auf das zulässige formlose Verfahren 

bezieht, keine direkte Anwendung finden. Das Gesetz enthält somit für den 

vorgenannten Fall - Entscheid im formlosen Verfahren nach Art. 51 ATSG, der laut Art. 

49 Abs. 1 ATSG in Verfügungsform hätte ergehen müssen - keine ausdrückliche 

Regelung. Damit das Verfahren in die gesetzlich vorgesehenen Wege gelenkt und der 

versicherten Person der Rechtsweg geöffnet wird, ist jedoch - wie bereits erwähnt - der 

(bisher nicht erfolgte) Erlass einer formellen Verfügung notwendig. Dementsprechend 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

drängt sich in Analogie zu Art. 51 Abs. 2 ATSG die Lösung auf, dass die versicherte 

Person einen Entscheid in Form einer Verfügung verlangen kann. In diesem 

Zusammenhang stellt sich insbesondere die Frage nach allfälligen zeitlichen Grenzen 

dieser Befugnis (BGE 134 V 149 E. 5.1). In BGE 134 V 152 E. 5.3.2 legte das 

Bundesgericht fest, dass der betroffenen Person eine Frist von einem Jahr zur 

Verfügung steht, um an den Versicherungsträger zu gelangen und den Erlass einer 

formellen Verfügung zu verlangen. Dies mit Blick auf das Gebot der Rechtssicherheit 

sowie den Verfassungsgrundsatz von Treu und Glauben (BGE 134 V 150 E. 5.2). Der im 

formlosen Verfahren nach Art. 51 ATSG erlassene Entscheid erwächst also nach einer 

einjährigen Frist - wie die Verfügung im Anwendungsbereich von Art. 49 ATSG nach 30 

Tagen (vgl. Art. 52 Abs. 1 ATSG) - in der Regel in Rechtskraft. Damit ergibt sich eine 

Rechtslage, die mit derjenigen bei formellen Verfügungen übereinstimmt (KIESER, 

a.a.O., Art. 51 N 8 und N 26).

1.3  Vorliegend hat sich die Beschwerdeführerin erstmals mit ihrem Einwand vom 8. 

Februar 2017 (IV-act. 86), mithin nach rund 1.5 Jahren, gegen die Mitteilung vom 30. 

Juli 2015 gewehrt. Zu diesem Zeitpunkt war die ablehnende Mitteilung bereits in 

Rechtskraft erwachsen. Auf den Antrag bezüglich beruflicher Massnahmen ist 

demgemäss nicht einzutreten. Dies umso mehr als sich nachfolgend ergibt, dass kein 

rentenbegründender Invaliditätsgrad im Raum steht.

2. 

Einzig zu prüfen ist damit der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Rente der 

Invalidenversicherung.

2.1  Gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG wird unter Invalidität die voraussichtlich bleibende 

oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden. 

Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder 

geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung 

verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in 

Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Der Grad der 

für einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 

ATSG durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der 

notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung 

gesetzt wird zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden 

wäre (Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze 

Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine 

Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von 

mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad 

von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.

2.2  Im Sozialversicherungsprozess gelten die Grundsätze der Untersuchungspflicht 

und der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Demgemäss hat der 

Versicherungsträger bzw. im Beschwerdefall das Gericht den rechtserheblichen 

Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären, ohne dabei an die Anträge der Parteien 

gebunden zu sein. Verwaltungsbehörden und Sozialversicherungsgerichte haben 

zusätzliche Abklärungen stets vorzunehmen, wenn hierzu aufgrund der 

Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte 

hinreichender Anlass besteht (BGE 110 V 53 E. 4a am Schluss).

2.3  Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad 

bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf 

Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur 

Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den 

Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang 

und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 

261 E. 4). Das Gericht hat zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine 

zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des 

Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der 

Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der medizinischen 

Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).

3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Zunächst ist die zwischen den Parteien umstrittene Frage zu beurteilen, ob der 

Sachverhalt in medizinischer Hinsicht spruchreif ist. Die angefochtene Verfügung stützt 

sich in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf das Gutachten von Dr. F.___ vom 

31. August 2016 (IV-act. 67). Die Beschwerdeführerin spricht diesem die Beweiskraft 

ab (act. G1, G8).

3.1  Dr. F.___ hielt als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine fragliche 

Psoriasisarthritis fest. Er führte aus, bei seit 1990 bekannter Psoriasis vulgaris mit 

Nagelpsoriasis könne aufgrund der aktenanamnestischen Angaben, der geschilderten 

subjektiven Beschwerden und der in den bildgebenden Abklärungen festgestellten 

Pathologien eine Psoriasisarthritis nicht ausgeschlossen werden. 

Psoriasisarthritisspezifische radiologische Veränderungen seien aber nie nachgewiesen 

worden (IV-act. 67-16, 67-19). Auch die behandelnden Ärzte der Klinik Valens 

äusserten lediglich einen Verdacht auf eine Psoriasisarthritis und führten aus, es ergebe 

sich nicht das typische Bild einer solchen. Differentialdiagnostisch komme eine 

mechanische Belastung bei Hypermobilität in Betracht (vgl. IV-act. 74-60 ff.). In 

Übereinstimmung damit hielten Dr. E.___ und die behandelnden Ärzte des KSSG 

ebenfalls eine fragliche Psoriasisarthritis bzw. einen Verdacht darauf fest (IV-act. 74-24 

ff., 74-39 ff.). Dr. E.___ führte aus, er habe anlässlich der Erstkonsultation am 22. 

Februar 2016 keine eindeutigen Arthritiden im Sinne einer Psoriasisarthritis feststellen 

können. Im Rahmen der MRI-Untersuchung der rechten Hand vom 7. März 2016 seien 

lediglich geringgradige Befunde beschrieben worden (IV-act. 74-26). Die 

(Verdachts-)Diagnose von Dr. F.___ ist damit nachvollziehbar.

3.2  Grundsätzlich fällt die Beurteilung der Psoriasis vulgaris in den Fachbereich der 

Dermatologie. Im konkreten Fall stand jedoch die Frage betreffend Vorliegen einer 

Psoriasisarthritis im Vordergrund. Mit der Beschwerdegegnerin (act. G4) ist darauf 

hinzuweisen, dass die Psoriasis vulgaris im Zeitpunkt der Begutachtung als eher 

unproblematisch erschien. Dr. F.___ erhob nur leichte Psoriasishautveränderungen an 

den Ellbogen und Kniegelenken streckseits sowie diskretest retroauriculär rechts. An 

den Fingernägeln II, III und V rechts sowie V links seien “Ölflecken“ im Rahmen einer 

Nagelpsoriasis sichtbar (IV-act. 67-14, 67-19). Dr. E.___ stellte am 20. April 2016 

Psoriasisplaques an den Ellbogen- und Kniestreckseiten fest (IV-act. 74-26). Am 22. 

August 2016 führte er aus, die Beschwerdeführerin sei betreffend der Haut recht 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

zufrieden. Klinisch fänden sich auch lediglich psoriatische Läsionen an den 

Streckseiten der Ellbogen beidseits, zudem bestünden Nagelveränderungen am 

Kleinfinger beidseits und dem Daumen rechts. Bezüglich der Haut seien abgesehen 

von der Therapie mit Otezla keine weiteren Massnahmen notwendig (IV-act. 74-19). Dr. 

F.___ ist entgegen der Kritik der Beschwerdeführerin (act. G1) als Rheumatologe damit 

zur Beurteilung ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen, insbesondere der 

Psoriasisarthritis, geeignet und war auch in der Lage, die nicht im Vordergrund 

stehenden psoriatischen Hautveränderungen zu erheben.

3.3  Dr. F.___ listete als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit unter 

anderem ein aktenanamnestisch chronifiziertes Schmerzsyndrom II nach Gebershagen 

mit panvertebralem, aktuell thoraco-(lumbo-)vertrebralem Schmerzsyndrom auf (IV-act. 

67-16). Die Beschwerdeführerin bringt vor, Dr. F.___ habe sich nicht eingehend mit der 

Schmerzproblematik auseinandergesetzt. Es scheine, als habe er sie als nicht 

rheumatologischer Natur betrachtet, weshalb die Arbeitsfähigkeit auch aus 

psychiatrischer Sicht hätte abgeklärt werden müssen. Ein chronifiziertes 

Schmerzsyndrom werde in der Terminologie des ICD-10 im Rahmen der 

Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren abgehandelt (ICD-10: 

F45.41) (act. G8). Entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin erhob DF.___ 

die Schmerzsituation ausführlich. So hielt er in der Anamnese insbesondere fest, in 

welchen Situationen Rücken- bzw. Knieschmerzen auftreten und inwiefern sich die 

Beschwerdeführerin deshalb eingeschränkt fühlt (IV-act. 67-8 f., vgl. IV-act. 67-17). 

Auch setzte er sich mit den diesbezüglichen Vorakten auseinander (IV-act. 67-9 f.) und 

erhob beim Wirbelsäulen- und Gelenkstatus entsprechende Schmerzen (IV-act. 67-14 

f.). Er hielt das bestehende Schmerzsyndrom für leicht (IV-act. 67-19). Vor diesem 

Hintergrund ist nachvollziehbar, dass er von keinen Auswirkungen desselben auf die 

Arbeitsfähigkeit ausging. Zudem war das Schmerzsyndrom Stadium II nach 

Gebershagen bereits im Dezember 2014 durch die behandelnden Ärzte des KSSG 

diagnostiziert worden (IV-act. 43). In Kenntnis der Diagnose erachteten die 

behandelnden Ärzte der Klinik Valens sowie Dr. D.___ die Beschwerdeführerin als zu 

100% bzw. 80% arbeitsfähig für eine adaptierte Tätigkeit (IV-act. 74-60 ff., 52). Sie 

konnten demnach ebenfalls keine relevante Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

erkennen. Aus den Akten ergeben sich keine Hinweise darauf, dass die 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Schmerzproblematik psychischer Natur wäre, weshalb sich eine psychiatrische 

Beurteilung erübrigt.

3.4  Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, ihr Gesundheitszustand sei bei der 

Begutachtung durch Dr. F.___ nicht stabil gewesen (act. G1). Den Akten lässt sich 

entnehmen, dass die Krankheitsaktivität der Beschwerdeführerin im Zeitverlauf 

schwankte und sie der Behandlung mit verschiedenen Medikamenten bedurfte (vgl. IV-

act. 21, 43, 60-6 ff., 67-8, 74-24 ff., 74-35 ff.). Dr. E.___ hielt am 20. April 2016 fest, die 

Hautsituation habe sich deutlich verbessert und auch betreffend der Gelenke habe die 

Beschwerdeführerin eine Verbesserung um mindestens 50% angegeben (IV-act. 

74-26). Am 22. August 2016, mithin kurz nach der Begutachtung durch Dr. F.___, 

berichtete Dr. E.___ sodann über einen weitgehend stabilen Verlauf unter der Therapie 

mit Otezla (IV-act. 74-19). Es ist damit davon auszugehen, dass der 

Gesundheitszustand bereits bei der Begutachtung durch Dr. F.___ stabil genug war, 

um eine zuverlässige Beurteilung der gesundheitlichen Situation der 

Beschwerdeführerin zu ermöglichen (vgl. zur seit Februar 2015 attestierten Stabilität 

ferner den Bericht von Dr. D.___ vom 11. August 2015, IV-act. 52). Dr. F.___ ging 

entsprechend auch von einer gleichbleibenden Arbeitsfähigkeit seit Februar 2015 aus 

(IV-act. 67-20, 67-22).

3.5  Dr. F.___ beurteilte, in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Verkäuferin in einem 

Brockenhaus sowie in einer körperlich leichten, wechselbelastenden beruflichen 

Tätigkeiten ohne kraftanfordernde manuelle Arbeiten, ohne ausschliesslich/

überwiegend gehende/stehende Arbeiten, ohne Heben/Tragen von Lasten über 10 bis 

12.5 kg sowie ohne langdauernde Arbeiten in Wirbelsäulenzwangshaltungen bestehe 

seit Februar 2015 bei vollschichtigem Arbeitspensum eine Einschränkung der 

Leistungsfähigkeit von 20% bedingt durch vermehrte und über das betriebsübliche 

Mass hinausgehende Pausen (IV-act. 67). Diese überzeugende Einschätzung stimmt 

mit der Beurteilung von Dr. D.___ überein, welcher die Arbeitsfähigkeit ab 9. Februar 

2015 als um ca. 20% eingeschränkt erachtete. Eine adaptierte Tätigkeit sei bei einem 

entsprechend geeigneten Arbeitsplatz vollschichtig (ganztags mit reduzierter Leistung) 

zumutbar (IV-act. 52). Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, Dr. F.___ sei nicht in 

der Lage gewesen, die Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit im 

Brockenhaus zu beurteilen (vgl. act. G1), trifft dies nur bedingt zu. Dieser führte zwar 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

aus, die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeführten Berufstätigkeit vor 

Februar 2015 sei aufgrund der Akten nicht möglich (IV-act. 67-22). Dies ist insofern 

nachvollziehbar, als sich für die Zeit davor unterschiedliche 

Arbeitsfähigkeitsschätzungen in den Akten finden (vgl. IV-act. 19-3 f., 28, 74-60 ff.), 

welche retrospektiv kaum mehr schlüssig beurteilt werden können. Jedoch hielt Dr. 

F.___ sehr wohl fest, in der zuletzt ausgeführten Tätigkeit als Verkäuferin in einem 

Brockenhaus sei von einer Arbeitsfähigkeit von 80% auszugehen. Dies unter 

Berücksichtigung der näher umschriebenen Adaptionskriterien. Ob diese auf den 

konkreten Arbeitsplatz der Beschwerdeführerin zutrafen, konnte Dr. F.___ mangels 

exakten Arbeitsplatzbeschriebs nicht beurteilen (vgl. IV-act. 67-21). Das Vorbringen der 

Beschwerdeführerin, wonach sie bereits beim Heben/Tragen von Lasten ab 2kg 

Beschwerden habe, findet in den bei den Akten liegenden ärztlichen Beurteilungen 

keine Stütze. So hielt bereits Dr. B.___ im Juli 2014 im Wesentlichen das gleiche 

Zumutbarkeitsprofil wie Dr. F.___ fest und ging von einem Gewichtslimit von 10kg aus 

(IV-act. 19). Die behandelnden Ärzte der Klinik Valens hielten im Januar 2015 eine 

leichte bis mittelschwere wechselbelastende Tätigkeit für zumutbar (IV-act. 74-60 ff.). 

Die festgestellte deutliche Kraftminderung im Bereich der oberen Extremitäten, auf 

welche die Beschwerdeführerin hinweist (act. G1), wurde zudem bei Eintritt in die Klinik 

Valens erhoben und verbesserte sich im Verlauf des Rehabilitationsaufenthaltes, so 

dass der damals festgehaltene Befund nicht mehr aktuell ist (IV-act. 74-61 f.). 

Ausserdem gab die Beschwerdeführerin anlässlich der Begutachtung durch Dr. F.___ 

selbst an, im Vergleich zur Beschwerdeschrift leicht schwerere Lasten (bis zu 2.5 bzw. 

5 kg) heben/tragen zu können (IV-act. 67-12, 67-17). Dass die Beschwerdeführerin – 

wie sie geltend macht (act. G1) – infolge ihrer Psoriasis vulgaris mehr Zeit für die 

Hautpflege benötigt als eine nicht betroffene Person, ist zwar plausibel. Inwiefern sich 

dies auf die Arbeitsfähigkeit, beispielsweise im Sinne eines noch höheren 

Pausenbedarfs als von Dr. F.___ bereits berücksichtigt, auswirken sollte, ist jedoch 

nicht nachvollziehbar und wird von der Beschwerdeführerin auch nicht erläutert.

3.6  Bei der Würdigung der medizinischen Situation fällt weiter ins Gewicht, dass das 

Gutachten von Dr. F.___ vom 31. August 2016 (vgl. IV-act. 67) auf umfassender 

Aktenkenntnis sowie eigenen Untersuchungen beruht, das gesamte Leidensbild der 

Beschwerdeführerin berücksichtigt und die auf dieser Grundlage gezogenen Schlüsse 

nachvollziehbar sind. Aus den von der Beschwerdeführerin vorgebrachten 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

medizinischen Einschätzungen der behandelnden Ärzte ergeben sich zudem keine 

objektiven Gesichtspunkte, welche im Gutachten von Dr. F.___ ausser Acht gelassen 

worden wären. Schliesslich wurden auch keine zwischen dem Gutachten vom 31. 

August 2016 und der angefochtenen Verfügung vom 8. März 2017 eingetretenen 

massgeblichen Veränderungen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit geltend 

gemacht und solche ergeben sich auch nicht aus den Akten. Weitere medizinische 

Abklärungen, insbesondere das von der Beschwerdeführerin beantragte 

Obergutachten, erübrigen sich damit.

4. 

Die Beschwerdeführerin bringt weiter vor, die Verwertbarkeit ihrer Restarbeitsfähigkeit 

sei äusserst fraglich. Mit der sichtbaren Hautkrankheit, den fehlenden beruflichen 

Qualifikationen sowie den übrigen Beschwerden sei sie derart eingeschränkt, dass sie 

keine Stelle mehr finde (act. G1).

4.1  Bei der Prüfung der wirtschaftlichen Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit darf 

nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten ausgegangen werden. Insbesondere 

kann von einer Arbeitsgelegenheit (vgl. sinngemäss Art. 16 ATSG) dort nicht 

gesprochen werden, wo die zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form 

möglich ist, dass sie der allgemeine Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder dass sie 

nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers 

möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle deshalb von vornherein als 

ausgeschlossen erscheint. Ferner beinhaltet der Begriff des ausgeglichenen 

Arbeitsmarktes nicht nur ein gewisses Gleichgewicht zwischen dem Angebot an und 

der Nachfrage nach Stellen, sondern bezeichnet auch einen Arbeitsmarkt, der von 

seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält, und zwar sowohl 

bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen als 

auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt 

sich im Einzelfall, ob eine invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche 

Erwerbsfähigkeit zu verwerten, und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu 

erzielen vermag oder nicht. Weder gestützt auf die Pflicht zur Selbsteingliederung noch 

im Rahmen der den versicherten Personen auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

offen stehenden Möglichkeiten zur Verwertung ihrer Resterwerbsfähigkeit dürfen von 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

ihnen Vorkehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven 

und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalls nicht zumutbar sind (Urteil des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche 

Abteilungen des Bundesgerichts] vom 10. März 2003, I 617/02, E. 3.1 mit Hinweisen).

4.2  Das Bundesgericht verneint in der Regel die Verwertbarkeit der verbliebenen 

Arbeitsfähigkeit höchstens bei über 60-jährigen versicherten Personen, welchen im 

massgeblichen Zeitpunkt lediglich noch eine Aktivitätsdauer von weniger als fünf 

Jahren verbleibt (Urteil vom 6. Juli 2016, 8C_113/2016, E. 4.3). Die Beschwerdeführerin 

war im Zeitpunkt der Verfügung hingegen erst 47 Jahre alt. Sodann stehen ihr 

sämtliche körperlich leichten, wechselbelastenden beruflichen Tätigkeiten ohne 

kraftanfordernde manuelle Arbeiten, ohne ausschliesslich/überwiegend gehende/

stehende Arbeiten, ohne Heben/ Tragen von Lasten über 10 bis 12.5 kg sowie ohne 

langdauernde Arbeiten in Wirbelsäulenzwangshaltungen offen (vgl. IV-act. 67, vgl. 

Auflistung möglicher Tätigkeiten in act. G4). Auch die Tätigkeit als Taxifahrerin bzw. 

Chauffeuse eines Kleinbusses ist ihr entgegen ihrer Einschätzung gemäss 

übereinstimmender ärztlicher Beurteilung zumutbar (vgl. IV-act. 52, 67-20, 67-22, 

74-62). Dafür spricht auch ihre mehrmonatige Tätigkeit als Taxichauffeurin in einem 

Pensum von bis zu 70% (vgl. IV-act. 74-24 ff., 79-15) und der Einsatz als Fahrerin eines 

Schulbusses (IV-act. 86, act. G1).

4.3  Die Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin ist damit als auf dem 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt verwertbar zu betrachten.

5. 

Schliesslich ist basierend auf einer Arbeitsfähigkeit von 80% in einer adaptierten 

Tätigkeit der Invaliditätsgrad zu bestimmen.

5.1  Massgebend für das Valideneinkommen ist, was die versicherte Person aufgrund 

ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit im massgebenden Zeitpunkt des allfälligen 

Rentenbeginns verdient hätte. Für die Bestimmung des Valideneinkommens wird 

grundsätzlich am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da erfahrungsgemäss die 

bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre (BGE 139 V 28 

E. 3.3.2, 125 V 58 E. 3.1; Urteile des Bundesgerichts vom 18. März 2015, 

8C_590/2014, E. 5.1, und 21. August 2013, 8C_196/2013, E. 3.1). Die 

Beschwerdeführerin hat den Beruf der Schuhfacharbeiterin erlernt, arbeitete aber nie 

als solche. Stattdessen war sie in ihrem Heimatland ungelernt in der Gastronomie/

Hotellerie tätig. In der Schweiz war sie als Verkäuferin und Serviceangestellte in 

Teilzeitpensen beschäftigt (IV-act. 7, 12, 17, 67). Der dabei erzielte 

unterdurchschnittliche, schwankende Lohn (vgl. IV-act. 17, 41, 79) entspricht nicht 

ihrem damaligen Erwerbspotential und ist nicht geeignet zur Festlegung des 

Valideneinkommens. Sie ist damit als Hilfsarbeiterin einzustufen. Die Ausführungen der 

Beschwerdeführerin, wonach sie auch in der Schweiz im Validenfall eine leitende 

Tätigkeit in der Gastronomie ausüben und dabei ein Einkommen von Fr. 83‘592.-- 

jährlich hätte generieren können (vgl. act. G1), überzeugen hingegen nicht. Jedenfalls 

kann dieses von der Beschwerdeführerin nie auch nur annähernd erzielte Einkommen 

(vgl. IV-act. 17) nicht als Grundlage für die Bemessung des Valideneinkommens 

dienen. 

5.2  Art. 16 ATSG umschreibt das Invalideneinkommen als hypothetisches Einkommen. 

Nach der ständigen Verwaltungspraxis und Rechtsprechung steht der Beizug von 

Tabellen und vergleichbaren Übersichten im Vordergrund. Nur unter besonderen 

Voraussetzungen wird das Invalideneinkommen dem nach Eintritt der gesundheitlichen 

Einbusse noch erzielten Einkommen gleichgesetzt. Dabei wird kumulativ vorausgesetzt, 

dass ein besonders stabiles Arbeitsverhältnis den Bezug auf den allgemeinen 

Arbeitsmarkt erübrigt, dass die verbleibende Arbeitsfähigkeit zumutbar voll 

ausgeschöpft wird und dass nicht ein Soziallohn ausgerichtet wird (UELI KIESER, 

ATSG-Kommentar, 3. Auflage, 2015, Art. 4 N 46 ff.). Diese Voraussetzungen sind bei 

der Beschwerdeführerin nicht erfüllt, zumal sie im massgeblichen Zeitpunkt lediglich 

Teilzeit als Taxichauffeuse bzw. zu 20% als Fahrerin eines Schulbusses tätig war.

5.3  Damit ist sowohl das Validen- als auch das Invalideneinkommen gestützt auf die 

Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE), Tabelle TA1, Total 

sämtlicher Wirtschaftszweige, Kompetenzniveau 1, Frauen, zu bestimmen. Ausgehend 

von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Hilfsarbeiterin 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

im Validenfall und einer solchen von 80% im Invalidenfall erübrigen sich die Vornahme 

eines konkreten Einkommensvergleichs und insbesondere die Festsetzung eines 

Tabellenlohnabzugs, da ohnehin kein rentenbegründender Mindestinvaliditätsgrad 

resultiert. Lediglich der maximal zulässige Tabellenlohnabzug von 25% führte zu einem 

rentenbegründenden Invaliditätsgrad von 40%; ein solcher rechtfertigt sich mit Blick 

auf die Einschränkungen der

Beschwerdeführerin (wechselbelastende Tätigkeit, ohne Heben/Tragen von Lasten 

über 10 kg, keine langdauernden Arbeiten in Wirbelsäulenzwangshaltungen) bzw. auf 

die gesamten Umstände, die keine übermässigen Konkurrenznachteile belegen, jedoch 

nicht.

6. 

6.1  Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.

6.2  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des 

Verfahrens entsprechend ist sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Der geleistete 

Kosten¬vorschuss von Fr. 600.-- ist ihr anzurechnen.

6.3  Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Die Beschwerdeführerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der 

geleistete Kostenvorschuss wird ihr im Betrag von Fr. 600.-- angerechnet.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 07.08.2018
	Art. 28 Abs. 1 IVG. Rentenanspruch. Nichteintreten auf den Antrag auf berufliche Massnahmen. Würdigung medizinischer Berichte. Beweiskraft des monodisziplinären Gutachtens bejaht. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 7. August 2018, IV 2017/145).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte