# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 46ef2e22-6ad3-5d6c-bf7d-ffb872ac87f3
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-07-16
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 16.07.2021 200 2021 420
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-420_2021-07-16.pdf

## Full Text

200 21 420 ALV
FUE/SVE/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 16. Juli 2021

Verwaltungsrichter Furrer
Gerichtsschreiberin Schwitter

A.________
Beschwerdeführer

gegen

Syna Arbeitslosenkasse
Rechtsdienst, Römerstrasse 7, Postfach, 4601 Olten
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 25. Mai 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Juli 2021, ALV/21/420, Seite 2

Sachverhalt:

A

Der 1987 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
bezog ab 26. Juli 2019 Taggelder der Arbeitslosenversicherung (Akten der 
Syna Arbeitslosenkasse [Syna bzw. Beschwerdegegnerin], Antwortbeilage 
[AB] 328, 334]). Für den Monat Dezember 2020 wurden dem Versicherten 
Taggelder im Betrag von brutto Fr. 3'315.45 (23 entschädigungsberechtigte 
Kontrolltage mit einem Taggeld à netto Fr. 132.85 [Fr. 3'055.95 / 23 Tage]; 
AB 99) ausgerichtet. Infolge eines am 20. Dezember 2020 erlittenen Unfalls 
(vgl. AB 76) war er ab Unfalldatum bis 28. Februar 2021 vollständig ar-
beitsunfähig (vgl. AB 81-82), woraufhin die Schweizerische Unfallversiche-
rungsanstalt (Suva) ab 23. Dezember 2020 Unfalltaggelder ausrichtete 
(AB 71 f.). Mit Verfügung vom 22. Februar 2021 (AB 67-69) forderte die 
Syna vom Versicherten zu viel bezahlte Leistungen für die Kontrollperiode 
Dezember 2020 in der Höhe von total netto Fr. 930.05 zurück. Zur Begrün-
dung führte sie aus, unter Berücksichtigung des anzurechnenden Einkom-
mens aus der Unfalltaggeldversicherung im Umfang von 100 % bestehe 
nicht für den ganzen Monat Dezember 2020 Anspruch auf Arbeitslosenent-
schädigung (vgl. AB 64). Die hiergegen erhobene Einsprache (AB 54-57) 
wies die Syna mit Einspracheentscheid vom 25. Mai 2021 (AB 26-30) ab.

B.

Hiergegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 8. Juni 2021 Beschwer-
de beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern und beantragte, der Ein-
spracheentscheid vom 25. Mai 2021 sei aufzuheben; unter Kosten- und 
Entschädigungsfolge. 

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 28. Juni 
2021 auf Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Juli 2021, ALV/21/420, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 100 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 25. Juni 1982 über die 
obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung 
[AVIG; SR 837.0] i.V.m. Art. 128 Abs. 1 und Art. 119 Abs. 1 der Verordnung 
vom 31. August 1983 über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und 
die Insolvenzentschädigung [AVIV; SR 837.02]). Da auch die Bestimmun-
gen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 
Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die 
Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die 
Beschwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 25. Mai 
2021 (AB 26-30). Streitig und zu prüfen ist die Rückforderung von Arbeits-
losenentschädigung für die Kontrollperiode Dezember im Betrag von 
Fr. 930.05.

1.3 Der Streitwert liegt unter Fr. 20'000.--, weshalb die Beurteilung der 
Beschwerde in die einzelrichterliche Zuständigkeit fällt (Art. 57 Abs. 1 
GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Juli 2021, ALV/21/420, Seite 4

2.

2.1 Unrechtmässig bezogene Leistungen sind zurückzuerstatten. Wer 
Leistungen in gutem Glauben empfangen hat, muss sie nicht zurückerstat-
ten, wenn eine grosse Härte vorliegt (Art. 25 Abs. 1 ATSG).

2.2 Zu Unrecht bezogene Geldleistungen, die auf einer formell rechts-
kräftigen Verfügung beruhen, können, unabhängig davon, ob die zur Rück-
forderung Anlass gebenden Leistungen förmlich oder formlos verfügt wor-
den sind, nur zurückgefordert werden, wenn entweder die für die Wie-
dererwägung (wegen zweifelloser Unrichtigkeit und erheblicher Bedeutung 
der Berichtigung; Art. 53 Abs. 2 ATSG) oder die für die prozessuale Revisi-
on (wegen vorbestandener neuer Tatsachen oder Beweismittel; Art. 53 
Abs. 1 ATSG) bestehenden Voraussetzungen erfüllt sind (BGE 142 V 259 
E. 3.2 S. 260, 130 V 318 E. 5.2 S. 320; SVR 2019 UV Nr. 3 S. 10 E. 3.1).

2.3 Formell rechtskräftige Verfügungen und Einspracheentscheide 
müssen in Revision gezogen werden, wenn die versicherte Person oder 
der Versicherungsträger nach deren Erlass erhebliche neue Tatsachen 
entdeckt oder Beweismittel auffindet, deren Beibringung zuvor nicht mög-
lich war (Art. 53 Abs. 1 ATSG), und die geeignet sind, zu einer anderen 
rechtlichen Beurteilung zu führen (BGE 127 V 466 E. 2c S. 469). Aus-
schlaggebend ist, dass das Beweismittel nicht bloss der Sachverhaltswür-
digung, sondern der Sachverhaltsfeststellung dient. Es bedarf dazu neuer 
Elemente tatsächlicher Natur, welche die Entscheidungsgrundlagen als 
objektiv mangelhaft erscheinen lassen (BGE 138 V 324 E. 3.2 S. 328). Das 
Institut der prozessualen Revision bezweckt die Verwirklichung des materi-
ellen Rechts, indem eine Verfügung zurückgenommen werden soll, die auf 
von Anfang an fehlerhaften tatsächlichen Grundlagen beruht hat (BGE 115 
V 308 E. 4a aa S. 313). Die prozessuale Revision kommt auch bei 
formlosen, rechtsbeständig gewordenen Leistungszusprechungen zur 
Anwendung (BGE 143 V 105 E. 2.1 S. 107).

2.4 Die prozessuale Revision ist gestützt auf Art. 55 Abs. 1 ATSG nur 
innerhalb der in Art. 67 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG; SR 172.021) enthaltenen 
Fristen zulässig. Nach Abs. 1 dieser Bestimmung ist eine relative 90-tägige 

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Frist zu beachten, die mit der Entdeckung des Revisionsgrundes zu laufen 
beginnt. Zudem gilt eine absolute zehnjährige Frist, deren Lauf mit der 
Eröffnung des Entscheides einsetzt (BGE 143 V 105 E. 2.1 S. 107; SVR 
2012 UV Nr. 17 S. 63 E. 3). 

2.5 Der Rückforderungsanspruch erlischt drei Jahre, nachdem die Ver-
sicherungseinrichtung davon Kenntnis erhalten hat, spätestens aber fünf 
Jahren seit der Auszahlung der einzelnen Leistung. Wird der Rückerstat-
tungsanspruch aus einer strafbaren Handlung hergeleitet, für welche das 
Strafrecht eine längere Verjährungsfrist vorsieht, so ist diese Frist massge-
bend (Art. 25 Abs. 2 ATSG).

3.

3.1 Aufgrund der Akten erstellt und zwischen den Parteien unbestritten 
ist, dass dem Beschwerdeführer für den ganzen Monat Dezember 2020 
Arbeitslosenentschädigung ausgerichtet wurde (AB 99). Zudem wurden 
ihm infolge des Unfalls vom 20. Dezember 2020 mit damit einhergehender 
vollständiger Arbeitsunfähigkeit (vgl. AB 81-82) ab dem 23. Dezember 2020 
Unfalltaggelder der Suva ausgerichtet (AB 72). Damit ist ausgewiesen, 
dass der Beschwerdeführer für den Zeitraum von 23. bis 31. Dezember 
2020 gleichzeitig Taggelder sowohl der Arbeitslosen- als auch der Unfall-
versicherung erhielt. Zunächst ist daher zu prüfen, welcher Sozialversiche-
rungsträger dem verunfallten arbeitslosen Beschwerdeführer Taggelder 
und gegebenenfalls in welchem Umfang auszurichten hat.

3.2

3.2.1 Nach Art. 28 Abs. 1 AVIG haben Versicherte, die wegen Krankheit 
(Art. 3 ATSG), Unfall (Art. 4 ATSG) oder Schwangerschaft vorübergehend 
nicht oder nur vermindert arbeits- und vermittlungsfähig sind und deshalb 
die Kontrollvorschriften nicht erfüllen können, sofern sie die übrigen An-
spruchsvoraussetzungen erfüllen, Anspruch auf das volle Taggeld. Dieser 
dauert längstens bis zum 30. Tag nach Beginn der ganzen oder teilweisen 
Arbeitsunfähigkeit und ist innerhalb der Rahmenfrist auf 44 Taggelder be-
schränkt. Taggelder der Kranken- oder Unfallversicherung, die Erwerbser-

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satz darstellen, werden von der Arbeitslosenentschädigung abgezogen 
(Art. 28 Abs. 2 AVIG). Arbeitslose, die ihren Anspruch nach Abs. 1 
ausgeschöpft haben, weiterhin vorübergehend vermindert arbeitsfähig sind 
und Leistungen einer Taggeldversicherung beziehen, haben, sofern sie 
unter Berücksichtigung ihrer verminderten Arbeitsfähigkeit vermittelbar sind 
und die übrigen Anspruchsvoraussetzungen erfüllen, Anspruch auf das 
volle Taggeld, wenn sie zu mindestens 75 % arbeitsfähig sind und auf das 
um 50 % gekürzte Taggeld, wenn sie zu mindestens 50 % arbeitsfähig sind 
(Art. 28 Abs. 4 AVIG).

Art. 28 Abs. 1 AVIG weicht damit vom Grundprinzip der 
Arbeitslosenversicherung, wonach Leistungen nur bei Vermittlungsfähigkeit 
des Versicherten in Betracht kommen, ab und erfasst – im Unterschied zu 
Art. 15 Abs. 2 Satz 1 AVIG – Fälle bloss vorübergehend fehlender oder 
verminderter Arbeitsfähigkeit infolge Krankheit, Unfall und 
Schwangerschaft. Sinn und Zweck der Ausnahmeregelung besteht darin, 
trotz Vermittlungsunfähigkeit und damit an sich fehlender 
Anspruchsberechtigung Härtefälle zu vermeiden und Lücken im Bereich 
der „Nahtstellen“ zwischen der Arbeitslosenversicherung und insbesondere 
der Kranken- und Unfallversicherung zu schliessen. Im Interesse der 
Verbesserung der sozialen Sicherung Arbeitsloser sollte namentlich bei 
Krankheit und Unfall (weiterhin) ein zeitlich limitierter Taggeldanspruch 
bestehen (BGE 135 V 185 E. 6.1.2 S. 189).

3.2.2 Gemäss Art. 1a Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes vom 20. März 
1981 über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) sind Personen, welche 
die Voraussetzungen nach Art. 8 AVIG erfüllen oder Entschädigungen nach 
Art. 29 AVIG beziehen (arbeitslose Personen), obligatorisch nach UVG 
versichert. Arbeitslose Personen sind ausschliesslich bei der Suva versi-
chert (Art. 66 Abs. 3bis UVG; MANZ/GROB, in: FRÉSARD-FELLAY/LEU-
ZINGER/PÄRLI [Hrsg.], Basler Kommentar, Unfallversicherungsgesetz, 2019, 
Art. 1a N. 19; BORIS RUBIN, Aussurance-chômage et service public de 
l’emploi, 2019, S. 92 Rz. 443). 

Ist der Versicherte infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig 
(Art. 6 ATSG), so hat er gestützt Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Tag-
geld. Nach Art. 16 Abs. 2 ATSG entsteht dieser Anspruch am dritten Tag 

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nach dem Unfalltag. Er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeits-
fähigkeit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod des Versicherten.

3.2.3 Bei einem Unfall einer arbeitslosen Person hat während kontrollier-
ter Arbeitslosigkeit die Unfallversicherung folglich i.S.v. Art. 16 Abs. 2 UVG 
ab dem dritten Tag Leistungen zu erbringen (THOMAS NUSSBAUMER, Ar-
beitslosenversicherung, in ULRICH MEYER [Hrsg.], Schweizerisches Bun-
desverwaltungsrecht [SBVR], Band XIV, Soziale Sicherheit, 3. Aufl. 2016, 
S. 2394 N. 436), weshalb die Arbeitslosenkasse während einer unfallbe-
dingten Arbeitsunfähigkeit nur während den ersten drei Kalendertagen (inkl. 
Unfalltag) zahlungspflichtig ist (BORIS RUBIN, Commentaire de la loi sur 
l’assurance-chômage, Rz. 32 zu Art. 28; Rz. C176 der AVIG-Praxis ALE 
des Staatssekretariats für Wirtschaft [SECO; abrufbar unter <www.arbeit.
swiss>]; zur Verbindlichkeit von Verwaltungsweisungen für das Gericht 
vgl. BGE 146 V 224 E. 4.4.2 S. 228, 132 V 121 E. 4.4 S. 125). Diese Prio-
rität der Leistungspflicht des Unfallversicherers wirkt sich zugunsten des 
Arbeitslosen aus, indem das Kontingent nach Art. 28 Abs. 1 AVIG nicht 
angetastet wird und später bei krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit noch 
vorhanden ist (NUSSBAUMER, a.a.O., S. 2394 Rz. 436).

3.2.4 Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Verordnung vom 20. Dezember 1982 
über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) erbringt die Unfallversiche-
rung die ganze Leistung, wenn die Arbeitsunfähigkeit eines arbeitslosen 
Versicherten mehr als 50 % beträgt. Das Bundesgericht hat mit BGE 135 V 
185 sodann entschieden, dass bei Ausrichtung ganzer Taggelder durch die 
Unfallversicherung aufgrund einer über 50%igen Arbeitsunfähigkeit gemäss 
Art. 25 Abs. 3 UVV angesichts der ausdrücklichen und spezifischen Koor-
dinationsbestimmung in Art. 28 Abs. 4 AVIG unabhängig davon, ob die 
versicherte Person dauernd (Art. 15 Abs. 2 AVIG) oder bloss vorüberge-
hend (Art. 28 Abs. 1 AVIG) nicht oder vermindert arbeitsfähig ist, kein An-
spruch auf Taggelder der Arbeitslosenversicherung besteht (vgl. hierzu 
auch BARBARA KUPFER BUCHER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 
AVIG, 5. Aufl. 2019, S. 191 f.; UELI KIESER, Die Koordination von Taggel-
dern der Arbeitslosenversicherung mit Taggeldern anderer Sozialversiche-
rungszweige in ARV 2012 S. 217 ff., S. 230; Entscheid des Bundesgerichts 
vom 13. Juni 2018, 8C_331/2018, E. 4.1.2). 

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Art. 25 Abs. 3 UVV bildet das Gegenstück zu Art. 28 Abs. 4 AVIG. Mit die-
ser Regelung wird die Koordination zwischen der Unfall- und der Arbeitslo-
senversicherung in der Weise hergestellt, dass die Leistungspflicht der ein-
zelnen Systeme aufeinander abgestimmt wird. Die Koordinationsregel von 
Art. 28 Abs. 4 AVIG gilt denn auch unabhängig davon, ob vorgängig Art. 28 
Abs. 1 AVIG zur Anwendung gelangt ist und ob die Arbeitsunfähigkeit vor 
oder erst nach Eintritt der Arbeitslosigkeit eingetreten ist (BGE 135 V 185 
E. 6.2 S. 190). 

3.2.5 Wie die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort (S. 2) 
zutreffend ausführte, war sie infolge des am 20. Dezember 2020 erlittenen 
Unfalls lediglich noch drei darauffolgende Tage und damit bis und mit 
22. Dezember 2020 leistungspflichtig. Ab dem dritten Tag nach dem Unfall, 
d.h. ab 23. Dezember 2020, hatte (allein) die Suva als gesetzliche 
Unfallversicherung aufgrund ihrer prioritären Leistungspflicht 
(NUSSBAUMER, a.a.O., S. 2394 Rz. 436) die Leistungen für den verunfallten 
Beschwerdeführer zu erbringen (Art. 25 Abs. 3 UVV; vgl. E. 3.2 hiervor) 
und denn auch erbracht (AB 71). 

Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (Beschwerde S. 3 Ziff. 2 
lit. B) gelangt vorliegend Art. 28 Abs. 2 AVIG, der eine Überentschädigung 
durch Anrechnung namentlich von Taggeldern der Unfallversicherung 
verhindern soll (NUSSBAUMER, a.a.O., S. 2395 N. 437), nicht zur 
Anwendung. Denn die Suva erbrachte gestützt auf Art. 25 Abs. 3 UVV für 
die Zeit ab 23. Dezember 2020 ganze Taggelder basierend auf einer 50 % 
übersteigenden Arbeitsunfähigkeit (effektiv ging sie von einer 100%igen 
Arbeitsunfähigkeit aus; vgl. AB 71). Damit besteht aufgrund der 
ausdrücklichen und spezifischen Koordinationsbestimmungen von Art. 28 
Abs. 4 AVIG und Art. 25 Abs. 3 UVV für den vorliegend zu beurteilenden 
Zeitraum (23. bis 31. Dezember 2020) kein Anspruch auf 
Arbeitslosengelder, weshalb Taggelder der Unfallversicherung von 
vornherein nicht i.S.v. Art. 28 Abs. 2 AVIG an diese angerechnet werden 
können (vgl. E. 3.2.4 hiervor). 

Folglich hat die Beschwerdegegnerin zu Recht mit Korrekturabrechnung 
vom 23. Februar 2021 (AB 64) die Leistung von 23 Taggeldern (à netto 
Fr. 132.85 [Fr. 3‘055.95 / 23 Tage {vgl. AB 99}]), ausmachend netto 

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Fr. 3‘055.95 (AB 99), auf 16 Taggelder (1. bis 22. Dezember 2020) und 
damit auf netto Fr. 2‘125.90 (16 Tage x Fr. 132.85 [vgl. AB 99]) reduziert 
und den diesen übersteigenden Betrag von Fr. 930.05 (Fr. 3‘055.95 [AB 99] 
– Fr. 2‘125.90) vom Beschwerdeführer zurückgefordert. 

Die vom Beschwerdeführer vorgenommene Berechnung des 
Rückforderungsbetrags, wonach er lediglich Fr. 75.10 zurückzuerstatten 
habe, ist nicht nachvollziehbar (Beschwerde S. 4 f. Ziff. 2 lit. C). Überdies 
führte dieses Ergebnis doch offenkundig dazu, dass die Taggeldhöhe der 
Arbeitslosenversicherung, die die Überentschädigungsgrenze im Verhältnis 
Arbeitslosen- und Unfallversicherung bildet (NUSSBAUMER, a.a.O., S. 2267 
N. 8), klar überschritten würde und er infolge des Unfalls für den Zeitraum 
vom 23. bis 31. Dezember 2020 finanziell wesentlich besser gestellt wäre. 
Unbeachtlich ist vorliegend, dass die Taggeldleistungen der 
Unfallversicherungen niedriger ausfielen als diejenigen der 
Arbeitslosenversicherung (vgl. Beschwerde S. 4 Ziff. 2 lit. B). Denn wie 
bereits dargelegt wurde, bestand seitens der Beschwerdegegnerin ab 
23. Dezember 2020 keine Leistungspflicht mehr. Der durch die 
Beschwerdegegnerin angeordnete Rückerstattungsbetrag in der Höhe von 
Fr. 930.05 ist mithin nicht zu beanstanden.

3.3 Vom Unfall bzw. den durch die Suva bezahlten Unfalltaggeldern 
erhielt die Beschwerdegegnerin erst mit Unfallmeldung des 
Beschwerdeführers vom 30. Januar 2021 (AB 76) bzw. Schreiben der Suva 
vom 5. Februar 2021 (AB 72) Kenntnis. Damit lagen neue Tatsachen bzw. 
Beweismittel i.S.v. Art. 53 Abs. 1 ATSG vor, womit ein Rückkommenstitel in 
Form der prozessualen Revision gegeben war, welcher der 
Beschwerdegegnerin erlaubte, auf die formlos zugesprochene Leistung der 
Arbeitslosentaggelder für den Monat Dezember 2020 zurückzukommen 
(vgl. E. 2.3 hiervor). Die 90-tägige Frist, die mit der Entdeckung des 
Revisionsgrundes zu laufen begann (vgl. E. 2.4 hiervor), wurde mit Erlass 
der Rückforderungsverfügung vom 22. Februar 2021 (AB 67-69) 
offenkundig gewahrt, ebenso wie die Rückforderungsfristen gemäss Art. 25 
Abs. 2 ATSG (vgl. E. 2.5 hiervor). 

Soweit der Beschwerdeführer schliesslich geltend macht, er habe die 
Taggeldleistungen in gutem Glauben empfangen (Beschwerde S. 5 Ziff. 2 

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lit. C), ist darauf hinzuweisen, dass die Voraussetzung des guten Glaubens 
im Rahmen seines von der Beschwerdegegnerin weiterzuleitenden 
Erlassgesuches (vgl. Einspracheentscheid vom 25. Mai 2021 [AB 26-30]) 
relevant und zu prüfen sein wird, indes im vorliegenden Verfahren 
unbeachtlich ist.

4.

Zusammenfassend ist der angefochtene Einspracheentscheid vom 25. Mai 
2021 (AB 26-30) weder in grundsätzlicher noch in masslicher Hinsicht zu 
beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.

5.

5.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 61 fbis ATSG (Um-
kehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu er-
heben.

5.2 Der unterliegende Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG).

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine 
Parteientschädigung zugesprochen.

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3. Zu eröffnen (R):
- A.________
- Syna Arbeitslosenkasse
- Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern, Rechtsdienst
- Staatssekretariat für Wirtschaft – SECO

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.