# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a6fd89f5-194b-52c0-ba4d-c7a5a9a5496c
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-09-29
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 29.09.2010 SK1 2010 33
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SK1-2010-33_2010-09-29.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 29. September 2010 Schriftlich mitgeteilt am:
SK1 10 33 [nicht mündlich eröffnet]

(Eine gegen dieses Urteil beim Bundesgericht erhobene Beschwerde ist mit Urteil 
vom 30. August 2011 abgewiesen worden, soweit darauf einzutreten war).

Urteil 
I. Strafkammer

Vorsitz Schlenker
RichterInnen Brunner und Michael Dürst
Redaktion Aktuarin Mosca

In der strafrechtlichen Berufung

der L., verheiratet, Hausfrau und Gemeindekanzlistin, Via Quadras 43, 7013 Do-
mat/Ems, Angeklagte und Berufungsklägerin, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. 
iur. Christian Rathgeb, Bahnhofstrasse 7, 7001 Chur, 

gegen

das Urteil des Bezirksgerichtsausschusses Surselva vom 11. Mai 2010, mitgeteilt 
am 7. Juni 2010, in Sachen der S t a a t s a n w a l t s c h a f t  G r a u b ü n d e n , 
Sennhofstrasse 17, 7001 Chur, Anklägerin und Berufungsbeklagte, gegen die An-
geklagte und Berufungsklägerin,

betreffend Jagdkontravention,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. L. wurde am 14. April 1973 in A. geboren. Sie ist verheiratet und Mutter von 
drei noch minderjährigen Kindern. Sie besorgt zur Hauptsache den Haushalt und 
arbeitet zusätzlich in einem Pensum von 30% als Gemeindekanzlistin von B.. 
Nach eigenen Angaben erzielte sie im Jahr 2008 ein steuerbares Einkommen von 
Fr. 8'739.--. Das im Kanton steuerbare Einkommen der Ehegatten L. belief sich im 
Jahr 2007 auf Fr. 103'700.--. 

L. ist weder im Schweizerischen Zentralstrafregister noch im Jagdregister des 
Amts für Jagd und Fischerei Graubünden verzeichnet.

B. Am Samstag, 27. September 2008, übte L. in der Gemeinde C., Gebiet 
Tscheppa, die Jagd aus. Um ca. 15.00 Uhr konnte sie einen Hirschstier beobach-
ten und gab, nachdem sie den Hirsch als jagdbar angesprochen hatte, einen 
Schuss auf diesen ab. Das Tier wurde aber nicht tödlich getroffen, so dass die 
Jägerin eine Nachsuche organisierte. Am Sonntag, 28. September 2010, konnte 
der Hirschstier aufgespürt und erlegt werden. An der rechten Stange über der Mit-
telsprosse wies der Hirsch ein drittes Hornende auf, welches die Jägerin beim An-
sprechen nicht beobachtet hatte. Sie war der Auffassung, dass dieses das Tier 
noch nicht zu einem Kronenhirsch machte, teilte dem zuständigen Jagdaufseher 
aber dennoch mit, dass sie das Tier zur Kontrolle vorweisen möchte. Bei der Kon-
trolle kam der Jagdaufseher E. zum Schluss, dass es sich beim fraglichen Tier um 
einen einseitigen Kronenhirsch handle. Das kürzeste Ende der Krone an der rech-
ten Stange mass nach seinen Feststellungen nämlich 3.2 cm. Die Jägerin war mit 
diesem Befund nicht einverstanden und wünschte deshalb eine zweite Beurtei-
lung. Auch der Wildhüter F. kam aufgrund seiner Untersuchung auf das gleiche 
Messergebnis wie E. und qualifizierte den Hirsch somit als Kronenhirsch. Am 30. 
September 2008 führte Dr. G., der Vorsteher des Amts für Jagd und Fischerei 
Graubünden, eine weitere Beurteilung der fraglichen Trophäe durch. Dabei kam 
auch er zum Schluss, dass die Länge des dritten Endes an der rechten Stange 3.2 
cm betrage und der Hirsch gemäss den Jagdbetriebsvorschriften vom 24. Juni 
2008 somit nicht erlaubt gewesen wäre. 

Mit Schreiben vom 14. Oktober 2008 ersuchte L. das Amt für Jagd und Fischerei 
Graubünden über die Frage, ob es sich beim fraglichen Tier um einen Kronen-
hirsch handle, eine Expertise einzuholen. Die Angeklagte und das Amt konnten 
sich über die Person des Experten aber nicht einigen. Auch im Rahmen des Ge-
sprächs vom 3. November 2008 zwischen dem Amtsvorsteher und der Jägerin 

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konnten die Differenzen betreffend die Jagdbarkeit, die Messmethode und den zu 
wählenden Experten nicht ausgeräumt werden. In der Folge beauftragte L. die 
Interstaatliche Hochschule für Technik K. (NTB), eine Stellungnahme zur ange-
wendeten Messmethode abzugeben. Diese Stellungnahme datiert vom 7. Januar 
2009 (act. I/5, Beilage 8). H. von der NTB K. machte darin auch einen Vorschlag, 
wie die Messmethode aus seiner Sicht optimiert werden könnte. 

C. Mit Kompetenzentscheid der Staatsanwaltschaft vom 26. März 2009 wurde 
die Angelegenheit zur Verfolgung im Strafmandatsverfahren an das Kreispräsidi-
um Rueun übertragen.

D. Mit Strafmandat vom 11. August 2009 erkannte der Kreispräsident Ruis:

„1. L. ist schuldig der Widerhandlung gegen Art. 15 Abs. 2 und 3 KJG, 
JBV 2008 I./A. Ziff. 1 lit. b Abs. 2/Art. 47 Abs. 1 KJG sowie Art. 51 
KJG, JBV 2008 VI./Ziff. 5 und 8.

2. Dafür wird sie mit Fr. 300.-- Busse bestraft, ersatzweise bei schuldhaf-
ter Nichtbezahlung mit 3 Tagen Freiheitsstrafe.

3. Die Verurteilte trägt die Verfahrenskosten, bestehend aus:

- Kompetenzentscheid der Staatsanwaltschaft Fr. 50.00
- Spesenabrechnung Wildhüter Fr. 70.40
- kreisamtliche Verfahrenskosten Fr. 350.00
  sowie die Busse Fr. 300.00
Total Fr. 770.40

Diese sind zahlbar innert 30 Tagen an die Kreiskasse Ruis.

4. (Rechtsmittelbelehrung)

5. (Mitteilung)“

E. Dagegen liess L. am 20. August 2009 fristgerecht Einsprache erheben, 
worauf das ordentliche Untersuchungs- und Gerichtsverfahren durchgeführt wer-
den musste (vgl. Art. 175 Abs. 1 StPO). Mit Schreiben vom 7. Dezember 2009 
erteilte das Bezirksgericht Surselva I., dem Leiter des Amtes für Natur, Jagd und 
Fischerei des Kantons J., den Auftrag, eine Expertise zu erstellen zur Frage, ob 
der fragliche Hirschstier gemäss den Bestimmungen der Jagdbetriebsvorschriften 
2008 jagdbar sei oder nicht. Das Gutachten datiert vom 3. März 2010 (act. II/6). 
Nach Ergänzung der Untersuchung erliess das Bezirksgerichtspräsidium Surselva 
am 4. März 2010 die Schlussverfügung.

F. Mit Verfügung des Bezirksgerichtspräsidenten Surselva vom 25. März 2010 
wurde L. wegen Widerhandlung gegen Art. 15 Abs. 1 und 2 KJG und JBV 2008 
I./A./1.b in Verbindung mit Art. 47 KJG in Anklagezustand versetzt.

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G. Mit Urteil vom 11. Mai 2010, mitgeteilt am 7. Juni 2010, erkannte der Be-
zirksgerichtsausschuss Surselva:

„1. L. ist schuldig der Widerhandlung gegen Art. 15 Abs. 1 und 2 KJG und 
JBV 2008 I./A. Ziff. 1. lit. b in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 KJG.

2. Dafür wird sie mit Fr. 300.-- Busse, ersatzweise bei deren schuldhafter 
Nichtbezahlung mit einer Freiheitsstrafe von 3 Tagen, bestraft.

3. L. hat gestützt auf JBV 2008 VI. Ziff. 5 und 8 in Verbindung mit Art. 51 
KJG dem Kanton einen Wertersatz von Fr. 883.50 zu leisten. Der ent-
sprechende Betrag wird der Jägerin durch das Amt für Jagd und Fi-
scherei in Rechnung gestellt.

4. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:

- den kreisamtlichen Kosten für das Strafmandats-
  verfahren von Fr. 470.40
- den Untersuchungskosten des Bezirksgerichts von Fr. 600.00
- den Barauslagen für die Expertise von Fr. 733.50
- der Gerichtsgebühr von Fr. 2'500.00
total somit Fr. 4'303.90

 
gehen zulasten der Verurteilten L. und sind – zusammen mit der Busse 
von Fr. 300.-- - innert 30 Tagen dem Bezirksgericht Surselva zu über-
weisen.

5. (Rechtsmittelbelehrung)

6. (Mitteilung)“

H. Dagegen liess L. am 28. Juni 2010 Berufung an die I. Strafkammer des 
Kantonsgerichts von Graubünden erheben. Sie beantragt:

 A. Materielles

„1. Das angefochtene Urteil sei vollumfänglich aufzuheben.

2. L. sei von der Anklage der Widerhandlung gegen Art. 15 Abs. 1 und 2 
KJG und JBV 2008 I./A. Ziff. 1 lit. b in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 
KJG freizusprechen.

3. Die Trophäe (rechte Stange Plomben-Nr. 36’936/linke Stange Plom-
ben-Nr. 1'196'239) sei L. herauszugeben.

4. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge.

B. Verfahrensanträge

1. Es sei ein Ergänzungs-resp. Obergutachten betreffend der angewende-
ten Methode zur Messung eines Endenansatzes einzuholen.

2. Es sei eine mündliche Berufungsverhandlung durchzuführen.“

Sowohl die Vorinstanz als auch die Staatsanwaltschaft Graubünden verzichteten 
mit Schreiben vom 30. Juni 2010 beziehungsweise 12. Juli 2010 auf eine Stel-
lungnahme.

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I. Am 21. September 2010 liess L. dem Vorsitzenden der I. Strafkammer des 
Kantonsgerichts ein Ergänzungsgutachten der Interstaatlichen Hochschule für 
Technik K. zukommen.

J. Anlässlich der mündlichen Berufungsverhandlung vor der I. Strafkammer 
des Kantonsgerichts von Graubünden vom 29. September 2010 waren L., ihr 
Ehemann und ihre Eltern sowie der private Verteidiger von L., Rechtsanwalt Dr. 
iur. Christian Rathgeb, anwesend. Die Staatsanwaltschaft Graubünden verzichtete 
auf die Teilnahme an der Hauptverhandlung. Rechtsanwalt Dr. iur. Christian Rath-
geb bestätigte und begründete seine schriftlich gestellten Begehren. Auf Ersuchen 
der Verteidigung wurde die fragliche Trophäe für die Verhandlung durch das Amt 
für Jagd und Fischerei zur Verfügung gestellt. Anhand der Trophäe demonstrierte 
Rechtsanwalt Rathgeb insbesondere den Einfluss der Ausrichtung des Geweihs 
auf die Messung der Stangenlänge. 

Auf die Begründung der Anträge in den Rechtsschriften und anlässlich der mündli-
chen Berufungsverhandlung sowie auf die Erwägungen im angefochtenen Urteil 
wird, soweit erforderlich, im Folgenden eingegangen.

II. Erwägungen

1. Gemäss Art. 141 Abs. 1 des Gesetzes über die Strafrechtspflege (StPO; 
BR 350.00) können der Verurteilte und der Staatsanwalt gegen Urteile und Be-
schlüsse der Bezirksgerichte und ihrer Ausschüsse beim Kantonsgericht Berufung 
einlegen. Die Berufung ist innert zwanzig Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
des Entscheids unter Beilage des angefochtenen Entscheids einzureichen. Sie ist 
zu begründen und hat darzutun, welche Mängel des erstinstanzlichen Entscheids 
gerügt werden und ob das ganze Urteil oder lediglich Teile davon angefochten 
werden (Art. 142 Abs. 1 StPO). Diesen Anforderungen vermag die vorliegende 
Berufung zu genügen, weshalb auf sie einzutreten ist.

2. a) I., Leiter des Amtes für Natur, Jagd und Fischerei des Kantons J., hat eine 
gerichtliche Expertise zur Frage erstellt, ob der fragliche Hirschstier gemäss den 
Bestimmungen in den Jagdbetriebsvorschriften 2008 jagdbar ist oder nicht. Das 
Gutachten, datiert vom 3. März 2010, kommt – wie noch zu zeigen sein wird – 
zum Schluss, dass die fragliche Stangenlänge 3.2 cm (+/- 0.05 cm) beträgt. Die 
Berufungsklägerin hat ihrerseits ein Privatgutachten von H. von der Interstaatli-

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chen Hochschule für Technik K. (datiert vom 7. Januar 2009) zu den Akten gege-
ben (act. I/5, Beilage 8). Dieses Gutachten übt im Wesentlichen eine allgemeine 
Kritik an der im Kanton Graubünden angewendeten Messmethode. Nun liess, wie 
bereits ausgeführt, L. in ihrer Berufung vom 28. Juni 2010 beantragen, es sei ein 
Ergänzungs-respektive Obergutachten betreffend der angewendeten Methode zur 
Messung eines Endenansatzes einzuholen, falls das Gericht den gutachterlichen 
Ausführungen von H. von der K. nicht folgen könne. Ein solches Gutachten werde 
privat eingeholt und nachgereicht, sollte die I. Strafkammer des Kantonsgerichts 
zum Schluss kommen, dass kein weiteres Gutachten einzuholen sei. In der Folge 
liess die Berufungsklägerin am 21. September 2010 dem Vorsitzenden der I. 
Strafkammer des Kantonsgerichts ein Ergänzungsgutachten der Interstaatlichen 
Hochschule für Technik K. zukommen.

b) Wie jedes Beweismittel unterliegen auch Gutachten der freien richterlichen 
Beweiswürdigung. Bei Gerichtsgutachten weicht der Richter nach der Praxis des 
Bundesgerichts nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung des Experten 
ab, dessen Aufgabe es gerade ist, seine Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur 
Verfügung zu stellen. Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn die Ge-
richtsexpertise widersprüchlich ist. Abweichende Beurteilung kann ferner gerecht-
fertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer Fachexperten 
dem Richter als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens 
in Frage zu stellen (BGE 112 V 30 ff.).

c) Die I. Strafkammer des Kantonsgerichts weist den Antrag um Einholung 
eines Obergutachtens ab, zumal – wie noch zu zeigen sein wird – vorliegend aus-
ser Zweifel steht, dass L. am 27. September 2008 einen geschützten einseitigen 
Kronenhirsch erlegt hat. Die fragliche Stange misst nämlich nach den überzeu-
genden und nachvollziehbaren Ausführungen des Gerichtsexperten eine Länge 
von 3.2 cm (+/- 0.05 cm). Steht aber fest, dass der fragliche Hirschstier gemäss 
den Bestimmungen in den Jagdbetriebsvorschriften 2008 nicht jagdbar war, so 
erübrigt es sich, ein Obergutachten in Auftrag zu geben, welches sich mit der in 
Graubünden bewährten Methode zur Messung eines Endenansatzes auseinan-
dersetzt. Entgegen den Ausführungen der Berufungsklägerin weicht die Gerichts-
expertise nicht vom Privatgutachten ab. Vielmehr äussert sich allein die Gerichts-
expertise zur entscheidenden Frage, ob der fragliche Hirschstier gemäss den Be-
stimmungen in den Jagdbetriebsvorschriften 2008 jagdbar ist oder nicht, während 
das Privatgutachten sich allgemein mit der Frage der Genauigkeit der Messme-
thode auseinandersetzt.

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3. Der Bezirksgerichtsausschuss Surselva hat L. wegen Widerhandlung gegen 
Art. 15 Abs. 1 und 2 KJG und JBV 2008 I./A. Ziff. 1 lit. b in Verbindung mit Art. 47 
Abs. 1 KJG verurteilt. L. hat das Begehren gestellt, das angefochtene Urteil voll-
umfänglich aufzuheben, sie von der Anklage der Widerhandlung gegen Art. 15 
Abs. 1 und 2 KJG und JBV 2008 I./A. Ziff. 1 lit. b in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 
KJG freizusprechen und ihr die entsprechende Trophäe herauszugeben. Gegen-
stand des Berufungsverfahrens bildet somit im Wesentlichen die Frage, ob der 
von der Berufungsklägerin am 27. September 2008 in C. geschossene Hirschstier 
als Kronenhirsch zu qualifizieren ist oder nicht.

a) Art. 15 Abs. 2 KJG hält fest, dass der Jäger vor der Schussabgabe zu prü-
fen hat, ob das Wild jagdbar ist. Welches wild jagdbar ist und welches nicht, wird 
in den Jagdbetriebsvorschriften geregelt. Vorliegend waren jene aus dem Jahre 
2008 massgebend. Gemäss JBV 2008 I./A. Ziff. 1. lit. b waren am 27. und 28. 
September ein- und beidseitige Kronenhirsche geschützt. Ein einseitig, nicht jagd-
barer Kronenhirsch liegt vor, wenn der Hirsch lediglich an einer Stange drei oder 
mehr Enden über der Mittelsprosse aufweist. Als Enden über der Mittelsprosse 
gelten Erhebungen von 3 cm und mehr über der Stangenoberfläche. Gemäss den 
Jagdbetriebsvorschriften wird die kürzeste Distanz von der Stangenoberfläche 
beim Endenansatz zur Endenspitze gemessen (JBV 2008 I./A. Ziff. 2 lit. a Abs. 2).

Der von der Berufungsklägerin erlegte Hirschstier weist unbestrittenermassen an 
der rechten Stange über der Mittelsprosse drei Enden auf. Umstritten ist hingegen, 
ob das kürzeste dieser Enden mehr als 2.9 cm aufweist. Die Messung des Amtes 
für Jagd und Fischerei Graubünden hat einen Messwert von 3.2 cm ergeben. Die 
Berufungsklägerin wendet dagegen ein, die angewendete Messmethode sei nicht 
verfassungskonform, da die unter Strafe gestellte Jagd nicht jagdbaren Wildes mit 
einer Messmethode vorgenommen werde, welche im Grenzbereich nicht in der 
Lage sei, mit genügender Sicherheit nachzuweisen, dass der Straftatbestand des 
Jagens eines nicht jagdbaren Wildes erfüllt sei. Die Messmethode vermöge vorlie-
gend den Beweis nicht zu erbringen, dass das kürzeste Ende an der rechten 
Stange des von L. am 27. September 2008 erlegten Hirschstieres mehr als 2.9 cm 
betrage. Diese Argumentation geht – wie noch zu zeigen sein wird – fehl.

b) Um sich mit der von der Berufungsklägerin geäusserten Kritik auseinander-
setzen zu können, bedarf es zunächst einer Schilderung, wie die Länge von Ge-
weihenden im Kanton Graubünden gemessen wird. Grundlage dafür bildet, wie 
bereits ausgeführt, die in den JBV enthaltene Anleitung, wonach die Distanz von 
der Stangenoberfläche beim Endenansatz zur Endenspitze als massgebende 

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Länge  (JBV 2008 I./A. Ziff. 2 lit. a Abs. 2) bezeichnet wird. Wie Dr. G., Vorsteher 
des Amtes für Jagd und Fischerei des Kantons Graubünden, in seinem Brief vom 
13. Oktober 2008 an die Berufungsklägerin ausführte (act. I/5, Beilage 2), besteht 
die Schwierigkeit der Messung in der Festsetzung dieses Ansatzpunktes. Die 
Festsetzung des Ansatzpunktes (Endenansatz) werde in einer Messvorschrift, die 
in Form einer Weisung allen Mitarbeitern des Amtes für Jagd und Fischerei be-
kannt sei, präzisiert. Danach wird der Bereich ausgemacht, in welchem sich das 
Geweihende von der Hauptstange absetzt. Aus den verschiedenen Punkten die-
ses Übergangbereiches sind gemäss Anleitung der JBV Messungen zur Enden-
spitze vorzunehmen, wobei die kürzeste der gemessenen Distanzen als massge-
bende Länge des Geweihendes gilt (JBV 2008 I./A. Ziff. 2 lit. a). An Stelle eines 
einzigen Messpunktes hat man demnach einen Messbereich festgelegt, von dem 
aus die Distanz zur Endenspitze gemessen wird. Massgeblich ist die Messung, 
welche zum geringsten Messwert führt. Zusätzlich zur erwähnten Methode hat das 
Amt für Jagd und Fischerei Graubünden seinen Mitarbeitern die Weisung erteilt, 
jeweils auch die Distanz von der Endenspitze zum tiefsten Punkt des Sattels zwi-
schen Hauptstange und Ende zu messen (vg. Schreiben von Dr. G. vom 13. Ok-
tober 2008 an die Berufungsklägerin, act. I/5, Beilage 2). Der Sattelpunkt ist somit 
als grösste mögliche Vertiefung zwischen Hauptstange und Ende zu verstehen. 
Wie die Vorinstanz zutreffend ausgeführt hat, gereicht es zum Vorteil des Jägers, 
den Ansatzpunkt für die Messung am Sattelpunkt festzulegen, denn in der Regel 
dürfte die Distanz vom Sattelpunkt zur Endenspitze kürzer sein als die Distanz 
zwischen der Endenspitze und einem anderen Punkt im Übergangsbereich zwi-
schen Hauptstange und Geweihende. Aufgrund der grossen Vielfalt an Geweih-
formen gilt Letzteres jedoch nicht für jeden Fall. Aus diesem Grund lässt das Amt 
für Jagd und Fischerei eine solche Alternativmessung zu und bestimmt – wieder-
um zum Vorteil der Jägerin - die kürzeste der gemessenen Distanzen als massge-
bende Länge des Geweihendes. 

c) Vorliegend haben der Jagdaufseher E. und der Wildhüter F. den fraglichen 
Hirschstier bereits am 28. September 2008 als nicht jagdbar befunden. Eine 
Zweitbeurteilung durch den Amtsvorsteher des Amtes für Jagd und Fischerei 
bestätigte die Richtigkeit der Beurteilung durch die Wildhut, denn auch er mass 
eine Endenlänge von 3.2 cm. Dr. G. hat sogar eine Messung in Anwesenheit der 
Berufungsklägerin vorgenommen und dargelegt, wie die Wildhut und auch er zum 
Ergebnis von 3.2 cm gelangt sind (vgl. Besprechung vom 3. November 2008 und 
dazu erstellte Aktennotiz von Dr. G.). Mit Schreiben vom 7. Dezember 2009 erteil-
te sodann das Bezirksgericht Surselva I., Leiter des Amtes für Natur, Jagd und 

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Fischerei des Kantons J., den Auftrag, eine Expertise zu erstellen zur Frage, ob 
der fragliche Hirschstier gemäss der Bestimmung in den Jagdbetriebsvorschriften 
2008 jagdbar ist oder nicht. Das Gutachten datiert vom 3. März 2010 (act. II/6). 
Darin erklärt I., er habe in einem ersten Schritt den tiefsten Punkt zwischen dem 
fraglichen Ende und der Hauptstange bestimmt. Mit der Schublehre habe er die 
Distanz zwischen dem tiefsten Punkt am Endenansatz und der Spitze des fragli-
chen Endes gemessen. Die Messung habe er mehrmals wiederholt und sie habe 
eine Stangenlänge von 3.2 cm (+/- 0.05 cm) ergeben. Der Sattelpunkt konnte – 
gemäss Gutachten – ohne Probleme festgelegt werden. Von vorne betrachtet (bei 
natürlicher Geweihstellung) verlaufe die Hauptstange unterhalb des Ansatzes des 
fraglichen Endes fast senkrecht. Wenn man nun von unten eine horizontale Linie 
(analog einer Kreistangente) an die Rundung zwischen dem fraglichen Ende und 
der Hauptstange anlege, dann sei der Berührungspunkt zwischen dieser horizon-
talen Linie und der Rundung zugleich auch der tiefste Punkt beim Endenansatz. 
Dies sei auch der Punkt, den man rein optisch betrachtet als tiefsten Punkt an-
nehme. Alle Punkte auf der Stangenoberfläche beim Endenansatz würden höher 
liegen. Somit handle es sich beim fraglichen Hirschstier gemäss Jagdbetriebsvor-
schriften 2008 und gemäss Messanleitung des Amtes für Jagd und Fischerei 
Graubünden um einen einseitigen und damit nicht jagdbaren Kronenhirsch. 
Schliesslich konnte auch die I. Strafkammer des Kantonsgerichts durch eigene 
Messungen verifizieren, dass das Messergebnis von 3.2 cm stimmt. Für die I. 
Strafkammer des Kantonsgerichts besteht darum kein Zweifel, dass der von der 
Berufungsklägerin am 27. September 2008 erlegte Hirsch an der rechten Stange 
über der Mittelsprosse drei Enden über 3 cm aufweist und somit als einseitiger 
Kronenhirsch zu qualifizieren ist (JBV 2008 I./A. Ziff. 2 lit. a). Da am 27. und 28. 
September 2008 ein- und zweiseitige Kronenhirsche geschützt waren, hat sich L. 
der Widerhandlung gegen JBV 2008 I./A. Ziff. 1 lit. b schuldig gemacht.

d) Daran vermögen auch die von der Berufungsklägerin ins Recht gelegten 
Gutachten beziehungsweise Ergänzungsgutachten von H. der Interstaatlichen 
Hochschule für Technik K. nichts zu ändern, zumal weder im Gutachten vom 7. 
Januar 2009 noch im nachgereichten Ergänzungsgutachten vom  21. September 
2010 eine konkrete Auseinandersetzung mit der fraglichen Stangenlänge stattge-
funden hat, sondern im Wesentlichen eine allgemeine Kritik an der im Kanton 
Graubünden angewendeten Messmethode geübt wurde. So führte H. in seinem 
Gutachten vom 7. Januar 2009 aus, die Definition der kürzesten Distanz scheine 
problematisch, weil eine exakte, geometrische Definition des Endenansatzes feh-
le. Durch dieses Fehlen sei ein Interpretationsspielraum der Distanz gegeben, der 

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dazu führen könne, dass die Entscheidung über das Vorliegen einer Erhebung von 
über 3 cm unsicher sei. Ferner sei die Definition der Endenspitze abhängig von 
der Richtung der Erfassung der Distanz und trage ebenfalls zur Unsicherheit bei. 
In seinem Ergänzungsgutachten vom 21. September 2010 hat der Gutachter so-
dann die nach seiner Meinung nach massgebenden Unsicherheitsfaktoren aufge-
führt:

- die Unschärfe, die sich aus der Messung mit einem Messgerät ergebe: 0.04 
mm. Der Bedienereinfluss unter Berücksichtigung von 60 Messungen erge-
be dann einen Wert von 0.332 mm (sog. Unschärfe der Widerholpräzision).

- die Messstrategie, das heisst der Einfluss der Ausrichtung des Geweihs. 
Bei der Bestimmung der Messunsicherheit werde von einer Ausrichtung von 
+/- 10 Grad ausgegangen. Die dabei ermittelte Unsicherheit auf Grund der 
unterschiedlichen Ausrichtung des Geweihs betrage +/-  3.004mm.

Damit liege der unsichere Anzeigebereich bei mindestens +/- 3.06 mm. 

Aufgrund dieser Ausführungen des Gutachters kommt die Berufungsklägerin zum 
Schluss, dass der unsichere Anzeigebereich - ausgehend von 3 cm - bei 26.94 
mm und 33.06 mm liege und deshalb bei einem Ergebnis in dieser Bandbreite 
nicht gesagt werden könne, dass ein Messergebnis von 3 oder mehr cm vorliege 
und dieses auch nicht Grundlage einer strafrechtlichen Verurteilung bilden könne.

Die Berufungsklägerin verkennt, dass sie mit Hilfe des fraglichen Gutachtens be-
ziehungsweise Ergänzungsgutachtens nicht zu widerlegen vermag, dass der von 
ihr am 27. September 2008 erlegte Hirschstier an der rechten Stange über der 
Mittelsprosse drei über 3 cm lange Enden aufweist und somit nicht jagdbar war. 
Der Sattelpunkt, als tiefster Punkt zwischen Hauptstange und Geweihende, lässt 
sich einwandfrei bestimmen und alle Punkte auf der Stangenoberfläche beim En-
denansatz liegen höher. Die Berufungsklägerin bringt nichts vor, was Zweifel an 
der Richtigkeit der von I. durchgeführten Messung erwecken könnte. I. hat die 
Messung mehrmals wiederholt und hat die Messunsicherheit mit lediglich +/- 0.05 
cm angegeben. Mit anderen Worten ist es vorliegend nicht entscheidend, ob die 
im Kanton Graubünden praktizierte Messmethode je nach Messgerät, Bediene-
reinfluss und unterschiedliche Ausrichtung des Geweihs Unsicherheiten aufweist, 
zumal die konkrete Trophäe an der rechten Stange über der Mittelsprosse zwei-
felsfrei drei Enden (über 3 cm) aufweist. Es geht auch nicht darum, auf diesem 
Weg Unzulänglichkeiten beziehungsweise Verbesserungsmöglichkeiten der Jagd-
betriebsvorschriften zu erwirken. Es ist nicht Aufgabe des Gerichts, neue oder an-

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dere Bestimmungen zu erlassen oder bestehende Bestimmungen mit Zusätzen zu 
versehen. 

4. Bei der Ausübung der Jagd hat sich der Jäger weidgerecht zu verhalten 
(Art. 15 Abs. 1 KJG). Dies verlangt von ihm, dass er sich vor der Schussabgabe 
vergewissert, ob das Tier jagdbar ist (Art. 15 Abs. 2 KJG). L. bestreitet nicht, dass 
sie vor der Schussabgabe an der rechten Stange des fraglichen Hirschstiers keine 
Krone habe sehen können. Das dritte Hornende habe sich in der Flucht des vorde-
ren Hornendes verborgen (vgl. Einvernahme des Kreispräsidenten Ruis vom 27. 
Juli 2009; Einvernahme des Bezirksgerichtspräsidenten Surselva vom 22. Oktober 
2009, Frage 4). Somit hat sie sich vor der Schussabgabe nicht genügend verge-
wissert, ob das Wild auch jagdbar war. Bei pflichtgemässer Aufmerksamkeit hätte 
sie dieses Hornende vor der Schussabgabe sehen können und müssen; gleich-
wohl hat sie aber geschossen, was als nicht weidgerecht zu qualifizieren ist. Mit 
diesem Verhalten hat sich die Berufungsklägerin der Widerhandlung gegen Art. 15 
Abs. 1 und 2 KJG schuldig gemacht. Die Vorinstanz ist von fahrlässiger Begehung 
ausgegangen und da nur zugunsten von L. Berufung erhoben worden ist, ist nicht 
weiter zu prüfen, ob allenfalls Eventualvorsatz vorgelegen hat (Art. 146 Abs. 1 
StPO). Somit ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz L. der fahrlässigen 
Widerhandlung gegen Art. 15 Abs. 1 und 2 KJG in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 
KJG für schuldig befunden hat.

5. a) Gemäss Art. 47 KJG wird mit Busse bis Fr. 20'000.-- bestraft, wer vorsätz-
lich oder fahrlässig gegen das kantonale Jagdgesetz oder darauf beruhende Er-
lasse verstösst. Das Gericht spricht im Urteil für den Fall, dass die Busse schuld-
haft nicht bezahlt wird, eine Ersatzfreiheitsstrafe von mindestens einem Tag und 
höchstens drei Monaten aus. Es bemisst Busse und Ersatzfreiheitsstrafe je nach 
den Verhältnissen der Täterin so, dass diese die Strafe erleidet, die ihrem Ver-
schulden angemessen ist (Art. 106 Abs. 1-3 StGB).

b) Die Vorinstanz hat L. mit einer Busse von Fr. 300.-- bestraft. Die Ersatzfrei-
heitsstrafe im Falle der schuldhaften Nichtbezahlung der Busse wurde auf 3 Tage 
festgelegt. Die Berufungsklägerin beantragt in ihrer Berufung, das angefochtene 
Urteil sei vollständig aufzuheben. Sie rügt folglich auch die vorinstanzliche Straf-
zumessung, obwohl sie in den Ausführungen der Berufung nicht darauf eingeht. 
Bei der Überprüfung der vorinstanzlichen Strafzumessung ist zu beachten, dass 
das Kantonsgericht sein Ermessen an Stelle desjenigen der Vorinstanz setzt und 
die Regeln der Strafzumessung selbständig anwendet. Nach Art. 47 Abs. 1 StGB 
misst das Gericht die Strafe nach dem Verschulden der Täterin zu. Es berücksich-

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tigt dabei das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der 
Strafe auf das Leben der Täterin. Die Bewertung des Verschuldens wird in Art. 47 
Abs. 2 StGB dahingehend präzisiert, dass dieses nach der Schwere der Verlet-
zung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des 
Handelns, den Beweggründen und Zielen der Täterin sowie danach bestimmt 
wird, wie weit die Täterin nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage 
war, die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden. 

c) Das Verschulden von L. wiegt nicht schwer. Sie hat zwar einen geschützten 
Kronenhirsch erlegt, jedoch gilt es zu beachten, dass das dritte Ende sehr 
schwach ausgebildet war. Wie die Vorinstanz zutreffend ausgeführt hat, hat sich 
die Jägerin nach der Schussabgabe korrekt verhalten, indem sie eine Nachsuche 
organisierte, als sie feststellte, dass das Tier lediglich verletzt worden war. Nach-
dem das Tier erlegt werden konnte, trug sie es in die Abschussliste ein und melde-
te es - wie dort vermerkt - zur Kontrolle, um sich über die Jagdbarkeit des Hirschs-
tieres Gewissheit zu verschaffen. Strafmindernd ist zu berücksichtigen, dass L. 
sich bisher keiner Jagdkontravention schuldig gemacht hat und sie auch nicht im 
Schweizerischen Strafregister eingetragen ist. Straferhöhungsgründe sind keine 
ersichtlich. Ebenso wenig finden sich Strafschärfungs- oder Strafmilderungsgrün-
de. Unter Berücksichtigung sämtlicher Strafzumessungsgründe (inklusive der fi-
nanziellen Verhältnisse) erscheint die von der Vorinstanz ausgesprochene Busse 
von Fr. 300.-- beziehungsweise die Ersatzfreiheitsstrafe von drei Tagen als dem 
Verschulden der Berufungsklägerin angemessen.

6. Schliesslich ist nicht zu beanstanden, dass die fehlbare Jägerin verpflichtet 
worden ist, das Tier ohne Haupt zu dem von der Regierung festgelegten Wildbret-
preis zu übernehmen (Art. 51 KJG und JBV 2008 VI. Ziff. 5). Der fragliche Hirschs-
tier wog ohne Haupt 93 kg. Bei einem für Hirschwild geltenden Wildbretpreis von 
Fr. 9.50/kg (JBV 2008 VI. Ziff. 8 lit. a) ergibt dies einen Wertersatz von insgesamt 
Fr. 883.50. Der entsprechende Betrag wird der Jägerin durch das Amt für Jagd 
und Fischerei in Rechnung gestellt (JBV 2008 VI. Ziff. 5).

7. Ist die Berufung nach dem Gesagten abzuweisen, so gehen die Kosten des 
Berufungsverfahrens zu Lasten der Berufungsklägerin (Art. 160 Abs. 1 StPO).

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III. Demnach wird erkannt

1. Die Berufung wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 3'000.-- gehen zu Lasten der 
Berufungsklägerin.

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 des Bundesgerichtsgeset-
zes (BGG; SR 173.110) Beschwerde in Strafsachen an das Schweizerische 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt werden. Die Beschwerde ist 
dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollstän-
digen Ausfertigung der Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG vorge-
schriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwerdelegi-
timation, die weiteren Voraussetzungen und das Verfahren der Beschwerde 
gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. BGG.

4. Mitteilung an: