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**Case Identifier:** ca40d88d-97e6-5313-848d-7647f66c502f
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-11-13
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 13.11.2025 IV 2024/208
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2024-208_2025-11-13.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 1/13

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2024/208

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 15.12.2025

Entscheiddatum: 13.11.2025

Entscheid Versicherungsgericht, 13.11.2025
Art. 43 Abs. 1 ATSG. Untersuchungspflicht. Psychiatrische Begutachtung 
ohne persönliche Exploration des Versicherten. (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. November 2025, IV 
2024/208).

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Kanton St.Gallen  
Gerichte 
 
 

 
 
 
 

 
 1/12 

 

 
 
Versicherungsgericht 
Abteilung II 

 

 

 
 
 
 

 Entscheid vom 13. November 2025 

Besetzung  Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus 
und Tanja Petrik-Haltiner; Gerichtsschreiber Tobias Bolt  

   

Geschäftsnr.   IV 2024/208 

   

Parteien 
 

 A.___,  
Beschwerdeführer,  

vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Davide Scardanzan, Frey & Partner, 
Oberer Graben 16, Postfach 622, 9001 St. Gallen,  
 
 

  gegen 

  I V - S t e l l e  d e s  K a n t o n s  S t .  G a l l e n ,  Postfach 368, 
9016 St. Gallen,  

Beschwerdegegnerin,  
 
 

 
  

Gegenstand  Rente 
 
 
 

 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/208 
 

 

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Sachverhalt 
A.  

A.a A.___ meldete sich im Dezember 2012 zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an 
(IV-act. 1). Er gab an, er habe eine Ausbildung zum Pflegehelfer SRK absolviert und er arbeite seit 

November 2009 in einem Vollpensum als Pflegehelfer. Seine Arbeitgeberin berichtete im Januar 2013, 

der Jahreslohn belaufe sich auf 53'300 Franken (IV-act. 11). Der Psychiater Dr. med. B.___ teilte der 

IV-Stelle im März 2013 mit (IV-act. 14), der Versicherte leide an einer schweren depressiven Episode 

ohne psychotische Symptome. Die depressiven Symptome hätten sich seit Juli 2012 entwickelt. Es 
liege eine familiäre Belastung vor, denn die Ehefrau leide an einer Schizophrenie und an einer akuten 

Leukämie. Zudem sei der Versicherte am Arbeitsplatz belastet. Er leide an einer depressiven Stimmung 

sowie an Konzentrations- und Gedächtnisstörungen; er sei deshalb nur noch eingeschränkt belastbar 

und anpassungsfähig. Die Prognose sei günstig. Innerhalb von zwei, drei Monaten sei eine 

Teilremission zu erwarten, was die Wiederaufnahme der Erwerbstätigkeit in einem Pensum von 50 

Prozent ermöglichen werde. Im Juli 2013 berichtete Dr. B.___ über einen im Wesentlichen 

unveränderten Gesundheitszustand (IV-act. 17). Er gab an, möglicherweise werde es in drei bis sechs 

Monaten zu einer Teilremission der depressiven Störung kommen. Im April 2014 berichtete Dr. B.___ 

wiederum über einen im Wesentlichen unveränderten Gesundheitszustand des Versicherten (IV-act. 

24). Er empfahl ein Belastungstraining. Im August 2014 teilte Dr. B.___ der IV-Stelle mit, der 

Gesundheitszustand des Versicherten sei noch immer im Wesentlichen unverändert (IV-act. 44). 

A.b Mit einer Mitteilung vom 11. September 2014 sprach die IV-Stelle dem Versicherten eine 
Arbeitsvermittlung zu (IV-act. 49). Zur selben Zeit konnte der Versicherte an einem vom regionalen 

Arbeitsvermittlungszentrum vermittelten Einsatzprogramm mit einem Pensum von 20 Prozent 
teilnehmen. Im Januar 2015 notierte die Eingliederungsverantwortliche der IV-Stelle (IV-act. 57), der 

Versicherte habe sein Pensum nicht mehr weiter gesteigert, obwohl eine Steigerung auf 50 Prozent aus 

medizinischer Sicht zumutbar gewesen wäre. Zudem habe er keine Stellenbemühungen mehr getätigt. 

Von Dr. B.___ sei er nach wie vor zu 80 Prozent arbeitsunfähig geschrieben. Der Versicherte selbst 

fühle sich auch nicht arbeitsfähig. Die berufliche Eingliederung werde deshalb abgeschlossen. Im Mai 

2015 berichtete Dr. B.___ über einen im Wesentlichen unveränderten Gesundheitszustand, wobei er 

allerdings nebst der rezidivierenden depressiven Störung mit einer gegenwärtig schweren Episode 

ohne psychotische Symptome neu emotional impulsive Persönlichkeitszüge (instabiler Typ) als 

Diagnose anführte (IV-act. 66). Mit einer Mitteilung vom 28. August 2015 wies die IV-Stelle das 

Begehren des Versicherten um weitere berufliche Massnahmen ab (IV-act. 71). 

A.c Im Oktober 2015 notierte Dr. med. C.___ vom IV-internen regionalen ärztlichen Dienst (RAD; IV-
act. 72), der Versicherte befinde sich nun seit drei Jahren in einer psychiatrischen Behandlung, ohne 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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dass sich sein Gesundheitszustand verbessert hätte. Die von Dr. B.___ in Aussicht gestellte 

neuropsychologische Abklärung sei offenbar immer noch nicht durchgeführt worden. Die neu gestellte 

Diagnose (emotional impulsive Persönlichkeitszüge) sei nicht verständlich. Zudem stelle sich die Frage, 

warum jetzt derartige Züge nach drei Jahren Behandlung eine Rolle spielen sollten. Vor diesem 

Hintergrund müsse nun zwingend eine psychiatrische und neuropsychologische Begutachtung 
durchgeführt werden. Am 10. März 2016 erstattete der Neuropsychologe Kohler ein neuro-

psychologisches Teilgutachten (IV-act. 79). Er hielt fest, die Untersuchung habe vier Stunden gedauert. 

Vom Verhalten her habe der Versicherte depressiv und fraglich motiviert gewirkt. Die 

Symptomvalidierung habe ein teilweise auffälliges Ergebnis gezeitigt. Die Aufmerksamkeits- und 

Konzentrationsleistung sei nicht sicher interpretierbar gewesen. Die exekutiven Funktionen seien 

überwiegend nicht beeinträchtigt gewesen. Die in den Tests gezeigte Gedächtnis- und Lernleistung 

könne aufgrund erheblicher Inkonsistenzen und Implausibilitäten nicht interpretiert werden. Die 

Wahrnehmung sei nicht beeinträchtigt. Am 14. März 2016 erstattete der Psychiater Dr. med. D.___ ein 

psychiatrisches Gutachten (IV-act. 80). Er führte aus, der Versicherte habe seine persönliche 

Geschichte gut nachvollziehbar zum Ausdruck gebracht. Die Beschwerdeschilderung sei nicht 

ausführlich gewesen, denn der Versicherte habe hauptsächlich über seine psychosoziale Situation und 

nicht wirklich über Symptome geklagt. Aus fachärztlicher Sicht sei es zwar nachvollziehbar, dass der 

Versicherte unter der sehr belastenden Situation leide, aber es sei nicht plausibel, dass er deswegen 
an einer schweren depressiven Episode leide, wie Dr. B.___ behauptet habe. Bezüglich der Berichte 

von Dr. B.___ falle auf, dass dieser zunächst eine rasche Teilremission in Aussicht gestellt, 

anschliessend aber immer wieder weitgehend identische Berichte verfasst habe, wobei der Befund sehr 

schematisch beschrieben worden sei. Die Angaben des Versicherten bei der Untersuchung durch Dr. 

D.___ seien teilweise widersprüchlich gewesen. So habe der Versicherte beispielsweise in Bezug auf 

die Medikation sehr viele verschiedene Varianten angeführt; schlussendlich habe nicht einmal das 

Schmerzmedikament, das er angeblich einnehme, in seinem Blut nachgewiesen werden können. Auch 

bei der neuropsychologischen Untersuchung hätten sich Hinweise auf eine mangelnde Mitwirkung des 

Versicherten gezeigt. Vor dem Hintergrund dieser Unsicherheiten könne keine zuverlässige Diagnose 

gestellt werden. Auch eine zuverlässige Arbeitsfähigkeitsschätzung sei nicht möglich. 

A.d Mit einem Vorbescheid vom 24. März 2016 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit (IV-act. 83), 
dass sie die Abweisung des Rentenbegehrens vorsehe. Zur Begründung führte sie an, Dr. D.___ habe 

keine Diagnose gestellt, die sich auf die Arbeitsfähigkeit des Versicherten auswirken würde. Folglich 

sei von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit auszugehen. Dagegen wandte der Versicherte am 6. 
Mai 2016 ein (Posteingang bei der IV-Stelle; IV-act. 86–1), er sei mit dem vorgesehenen Entscheid 

nicht einverstanden. Er könne nicht nachvollziehen, wie man von einer uneingeschränkten 

Arbeitsfähigkeit ausgehen könne, wo er sich doch seit Jahren in einer antidepressiven Behandlung 

befinde. Am 24. April 2016 hatte Dr. B.___ festgehalten (IV-act. 86–2), er habe den Versicherten 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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mittlerweile mit knapp einem Dutzend Psychopharmaka behandelt, ohne dass eine Teilremission der 

depressiven Störung eingetreten wäre. Im letzten Jahr habe sich der psychopathologische Befund 

allerdings etwas verändert. Aktuell sei die depressive Symptomatik mittelgradig ausgeprägt. Der 

Versicherte sei aber weiterhin kaum belastbar und auch nicht anpassungsfähig. Das Gutachten von 

Dr. D.___ überzeuge nicht. Der Versicherte sei zu 70 Prozent arbeitsunfähig. Der Psychiater med. 
pract. E.___ hatte am 2. Mai 2016 angegeben (IV-act. 86–4), die Ehefrau des Versicherten leide an 

einer chronischen Leukämie und an einer schizophrenen Psychose. Sie werde zeitlebens keine 

Tätigkeit von wirtschaftlichem Wert mehr ausführen können. Die Klinik für Rheumatologie des 

Kantonsspitals St. Gallen hatte am 16. März 2016 berichtet (IV-act. 86–5), die Ehefrau des Versicherten 

leide an einem adulten Morbus Still und an einer Osteoporose. Am 8. Juni 2016 teilte Dr. B.___ mit (IV-

act. 90), der Versicherte sei zu 50–70 Prozent arbeitsunfähig. Sein aggressives Verhalten habe sich 

vermindert. Der RAD-Arzt Dr. C.___ notierte am 13. Juli 2016, die neu eingereichten Berichte weckten 

keine Zweifel an der Überzeugungskraft des Gutachtens von Dr. D.___ (IV-act. 92). Mit einer Verfügung 

vom 14. Juli 2016 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren des Versicherten ab (IV-act. 93). 

A.e Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hob die Verfügung vom 14. Juli 2016 mit einem 
Entscheid vom 7. September 2018 auf (IV 2016/254; vgl. IV-act. 106). Es hielt fest, Dr. D.___ habe den 

für seine Beurteilung massgebenden medizinischen Sachverhalt mangels einer Verletzung der 

Mitwirkungspflicht des Versicherten bei der neuropsychologischen Testung und bei der psychiatrischen 
Begutachtung nicht erheben können. Sein Gutachten sei also nicht geeignet, die für die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung massgebenden Tatsachen mit dem erforderlichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu belegen. Die Berichte des behandelnden Psychiaters Dr. B.___ 

überzeugten nicht, da diese an diversen Mängeln litten, wie der RAD-Arzt Dr. C.___ überzeugend 

aufgezeigt habe. Der medizinische Sachverhalt sei folglich nicht hinreichend ermittelt worden. Die IV-

Stelle werde eine erneute Begutachtung in Auftrag geben und den Versicherten unter Androhung der 

im Art. 43 Abs. 3 ATSG vorgesehenen Rechtsfolgen zur uneingeschränkten Mitwirkung bei der 

Begutachtung anhalten müssen. Dafür wies das Gericht die Sache an die IV-Stelle zurück. 

A.f Die IV-Stelle beschloss im März 2020, den Versicherten observieren zu lassen (IV-act. 140). Am 
24. März 2020 erteilte sie der F.___ AG einen entsprechenden Auftrag (IV-act. 144). Diese berichtete 

am 6. Juli 2020 (IV-act. 145), sie habe den Versicherten von Ende Mai bis Ende Juni 2020 an insgesamt 

acht Tagen überwacht. Nachmittags sei der Versicherte meist aktiv gewesen. Er habe öfters das Haus 

verlassen, wobei er sich stets in Begleitung von anderen Personen, meist Familienmitgliedern, 

befunden habe. Hauptsächlich seien ausgedehnte, längere Einkaufsfahrten getätigt worden. Der 
Versicherte habe mit seiner Körperhaltung, Mimik, Gestik, Kleidung etc. stets einen sehr selbstsicheren, 

vitalen Eindruck vermittelt. Bei Interaktionen mit Familienmitgliedern und Dritten habe er sehr 

kommunikativ, freundlich, zuvorkommend und sympathisch gewirkt. Die RAD-Ärztin Dr. med. G.___ 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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notierte im August 2020, insgesamt bestünden ausgeprägte Inkonsistenzen zwischen den aktuellen 

Beobachtungen, den subjektiven Angaben des Versicherten und den ärztlichen Feststellungen im 

Bericht des behandelnden Psychiaters, weshalb eine erneute Begutachtung zu empfehlen sei (IV-act. 

147). Am 7. Oktober 2020 erstattete die IV-Stelle eine Strafanzeige gegen den Versicherten (IV-act. 

151). 

A.g Im Auftrag der Staatsanwaltschaft erstattete der Psychiater Dr. med. H.___ am 28. August 2023, 
nachdem der Versicherte seine Mitwirkung bei einer ordentlichen Begutachtung strikt verweigert hatte, 

ein fachärztliches Aktengutachten (IV-act. 164). Er hielt fest, er habe die gesamten Akten der IV-Stelle 

sowie jene der Staatsanwaltschaft eingehend studiert. Zudem habe er sich die Observationsvideos 

sowie die Videos von zwei ganztägigen Einvernahmen angesehen, die vom Staatsanwalt durchgeführt 

worden seien. Bei den Einvernahmen habe der Versicherte jeweils zu Beginn schweigsam und unsicher 

gewirkt. Zudem habe er eine gewisse Nervosität vermittelt. Im nonverbalen Ausdruck hätten sich, 

insbesondere in der Interaktion mit seiner Ehefrau, Anzeichen von Ärger, innerer Abneigung und 

Unbehagen gegenüber der aktuellen Situation gezeigt, die der Versicherte mittels Blicken, Mimik und 

Gestik zum Ausdruck gebracht habe, während er aber versucht habe, nach aussen den Eindruck von 

Coolness und Souveränität zu vermitteln. Stellenweise habe er entschlossen bis kämpferisch gewirkt. 

Er habe sich verbal und mimisch betroffen gezeigt, was insbesondere dann der Fall gewesen sei, wenn 

er gezielt auf Verdachtsmomente angesprochen worden sei, die er stets zurückgewiesen habe. 
Sonstige Affekte habe er kaum gezeigt. Der Gesichtsausdruck sei gleichbleibend ernst, mitunter leicht 

misstrauisch gewesen. Psychomotorisch habe der Versicherte angespannt gewirkt. Schwierige und 

heikle Fragen habe er sich jeweils übersetzen lassen, obwohl er die Fragen scheinbar wohl verstanden 

habe. Das Nicht-Verstehen-Können habe teilweise leicht aufgesetzt gewirkt. Bei der Konfrontation mit 

unangenehmen, besonders heiklen Themen habe er sich bagatellisierend gegeben. Er habe seine 

eigene Verantwortung heruntergespielt und sich mitunter bemüht, sich selbst in einer Opferrolle 

erscheinen zu lassen. Beim Einkaufen und Autofahren während der Observation habe er sich hingegen 

souverän und jovial gezeigt, viel gelacht, einen durchgehend gutgelaunten Eindruck vermittelt, diverse 

Personen in Gesprächen spontan angesprochen und versucht, mit ihnen eine heitere Verbundenheit 

herzustellen. Beim Waschen seines Wagens habe er flink, fast professionell gewirkt. Gemäss den viele 

Stunden umfassenden Videos (Observation, Einvernahmen) sei der Versicherte wach, 

bewusstseinsklar und zu allen Qualitäten orientiert gewesen. Störungen des Ich-Erlebens seien nicht 

festzustellen gewesen. Die kognitive Leistungsfähigkeit sei unauffällig gewesen, Auffassungsstörungen 

hätten nicht bestanden. Konzentrations- oder Merkfähigkeitsstörungen seien nicht festzustellen 
gewesen. Das formale Denken sei gelockert gewesen. Der Versicherte habe zum Teil weitschweifige 

und umständliche Ausführungen gemacht, wobei allerdings zu berücksichtigen sei, dass er sich in einer 

besonderen Situation (Einvernahme) befunden habe. Inhaltliche Denkstörungen oder Störungen der 

Wahrnehmung hätten nicht vorgelegen. Während der Observation habe der Versicherte durchgehend 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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einen überwiegend gut gestimmten, vielseitig interessierten, neugierigen und kommunikativen Eindruck 

vermittelt. In Gesprächen mit anderen Personen habe er jovial, in der Gruppendynamik führend gewirkt. 

Auf Social Media habe er einen betont maskulinen Eindruck vermittelt. Unabhängig von der Situation 

sei er stets selbstbewusst aufgetreten. Im Rahmen der Einvernahmen habe er äusserlich den Eindruck 

einer leichten Deprimiertheit, eines situativen Unbehagens, einer Unsicherheit und einer Nervosität 
vermittelt. Er habe kaum empathisch, eher vergrämt gewirkt. Dieses Verhalten und dieser Ausdruck 

hätten nicht dem im Alltagsleben zu beobachtenden Verhalten entsprochen. Zu keinem Zeitpunkt hätten 

sich aus der Fülle des vorhandenen Bild- und Tonmaterials Hinweise auf bedeutsame affektive 

Störungen ergeben. Der Persönlichkeitsstil des Versicherten sei als narzisstisch, extrovertiert und 

tendentiell dissozial zu qualifizieren. Hinweise auf Zwänge oder Phobien hätten nicht festgestellt werden 

können. Der Versicherte habe psychomotorisch lebhaft, lebendig, vital und dynamisch gewirkt. 

Während der Einvernahmen habe der Versicherte stellenweise ein anderes Verhalten gezeigt, das 

aufgesetzt und nicht authentisch angemutet habe. Zusammenfassend habe die Auswertung der 

umfangreichen Akten deutliche Hinweise auf nicht gleichmässige Einschränkungen in vergleichbaren 

Lebensbereichen ergeben. Ein Leidensdruck habe aufgrund des präsentierten Verhaltens während der 

Observation nicht festgestellt werden können. Der Versicherte habe ein breites Spektrum von positiven 

Emotionen gezeigt und vielfältige körperlich und geistig anspruchsvolle Tätigkeiten ausgeübt. 

Funktionale Einschränkungen respektive psychische oder somatische Beeinträchtigungen hätten nicht 
beobachtet werden können. Stationäre Behandlungen seien nie durchgeführt worden. Die 

Psychopharmakotherapie sei aufgrund der Ergebnisse einer Haaranalyse als ungenügend zu 

qualifizieren. Der Grossteil der vom Versicherten geklagten Beschwerden und Funktionseinbussen 

erscheine im Längsschnitt weder als durchgehend konsistent noch als plausibel. Die Haltung des 

behandelnden Psychiaters Dr. B.___ sei nicht nachvollziehbar, denn dieser habe sich die 

fragmentarischen und unkritischen Vorstellungen des Versicherten zu eigen gemacht und über Jahre 

hinweg einen schlechten Zustand des Versicherten attestiert. Der Versicherte sei überaus 

durchsetzungsfähig, sozial aktiv und zielstrebig. Er könne bei entsprechender Motivation und Interesse 

viel Geduld und Ausdauer aufbringen, um seine Ziele zu erreichen. Eine Impulsivität oder eine 

dysfunktionale Selbstregulation habe nie festgestellt werden können. Nach dem Erhaltungs- und 

Pflegezustand der Familienwohnung, der Umtriebigkeit des Versicherten im Alltag und der eher ober-

flächlichen Zugewandtheit nach aussen zu beurteilen lägen beim Versicherten Schwierigkeiten der 

Selbstorganisation und der sinnvollen Tagesstrukturierung vor. Das Verhaltensmuster zeige, dass er 

sich nicht gern mit tieferen Themen auseinandersetze, sich regelmässig dem „Leerlauf“ hingebe und 
speziell auch bei anstehenden, mitunter prekären Problemen kaum eine Bereitschaft zeige, nach 

Lösungen zu suchen und diese aus eigener Kraft und auf „eigene Kosten“ anzugehen. Das sei 

offensichtlich sogar in Bezug auf die Kinder der Fall, die gemäss Mitteilungen der KESB von beiden 

Elternteilen wiederholt vernachlässigt worden seien. Der Versicherte scheine sich in seinem Verhalten 

und dem äusseren Ausdruck im vorhandenen Bildmaterial sowie seinen eigenen Aussagen nach zu 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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beurteilen, durchaus grossartig bis grandios zu fühlen. Bei den Einvernahmen habe er kaum 

Bescheidenheit oder Reue, sondern eher eine Verärgerung und eine beleidigte Haltung gezeigt. In den 

jeweils sehr lang dauernden Einvernahmen habe er keine Störungen der Aufmerksamkeit oder der 

Ausdauer gezeigt. Auch nach vielen Stunden habe er noch bis zum Schluss jeweils ohne erkennbare 

Anzeichen von Müdigkeit oder Konzentrationsschwächen agieren sowie ungemindert seine 
Schlagfertigkeit und Abwehrhaltung beibehalten können, was für eine gute Frustrationstoleranz und 

Kondition spreche. Zusammenfassend seien lediglich allenfalls für einen kurzen Zeitraum 

Anpassungsschwierigkeiten im Zusammenhang mit Sorgen um die gesundheitliche Situation seiner 

Ehefrau anzunehmen. Eine länger andauernde affektive Symptomatik habe nie vorgelegen. Eine 

Arbeitsunfähigkeit lasse sich weder aktuell noch für die Vergangenheit begründen. Die RAD-Ärztin med. 

pract. I.___ qualifizierte das Gutachten als überzeugend, empfahl aber eine ergänzende persönliche 

Untersuchung (IV-act. 187). Diese führte sie in der Folge am 1. Februar 2024 selbst durch. Sie hielt fest 

(IV-act. 193), der Versicherte sei wach, präsent und aufmerksam gewesen. Er habe mit fester, lauter 

Stimme gesprochen und selbstbewusst gewirkt. Zum Teil habe er etwas theatralisch wirkend reagiert. 

Er habe sich leidend und klagsam präsentiert. Affektiv sei er zugänglich gewesen. Formalgedanklich 

sei er sehr weitschweifig gewesen. Er habe seine Antworten unbeirrt verfolgt und Nachfragen zum Teil 

kaum zugelassen. Verständnis-, Konzentrations- oder Gedächtnisprobleme hätten sich nicht feststellen 

lassen. Ein Fragebogen zur Beschwerdevalidierung habe so dermassen auffällige Antworten geliefert, 
dass nicht von einem authentischen Beschwerdebild ausgegangen werden könne. Das Ergebnis der 

Untersuchung stütze die im Aktengutachten festgestellten Inkonsistenzen und Diagnosen. Der 

Arbeitsfähigkeitsschätzung könne vollumfänglich gefolgt werden. 

A.h Mit einem Vorbescheid vom 6. März 2024 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sie die 
Abweisung des Rentenbegehrens mangels Invalidität vorsehe (IV-act. 194). Dagegen liess der 

Versicherte am 22. April 2024 einwenden (IV-act. 200), das Aktengutachten von Dr. H.___ genüge nicht 

den gesetzlichen Anforderungen des Art. 43 ATSG. Die verweigerte Teilnahme an der Begutachtung 

im Strafverfahren könne nicht durch ein kurzes Gespräch mit einer RAD-Ärztin geheilt werden. Das 

Aktengutachten stütze sich mehrheitlich auf die Akten aus der Zeit vor dem Entscheid des 

Versicherungsgerichtes, die jedoch gemäss dem Versicherungsgericht nicht geeignet seien, den 

massgebenden Sachverhalt mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

zu belegen. Die IV-Stelle habe die verbindlichen Anweisungen des Versicherungsgerichtes ignoriert. 

Sie habe nicht dargelegt, inwiefern eine Observation geeignet sein sollte, eine episodenweise 

auftretende Depression zu beweisen oder zu widerlegen. Mit einer Verfügung vom 17. September 2024 
wies die IV-Stelle das Rentenbegehren des Versicherten ab (IV-act. 208). 

B.  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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B.a Am 18. Oktober 2024 liess der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer) eine 
Beschwerde gegen die Verfügung vom 17. September 2024 erheben (act. G 1). Er liess die Aufhebung 

der angefochtenen Verfügung und die Rückweisung der Sache an die IV-Stelle (nachfolgend: die 

Beschwerdegegnerin) zu weiteren Abklärungen gemäss den Erwägungen im Entscheid des 

Versicherungsgerichtes vom 7. September 2018 sowie eventualiter die Einholung eines 
Gerichtsgutachtens beantragen. Zur Begründung liess er ausführen, die Beschwerdegegnerin habe die 

verbindlichen Weisungen des Versicherungsgerichtes ignoriert. Eine medizinische Begutachtung sei 

nicht erfolgt. Das Aktengutachten von Dr. H.___ überzeuge nicht.  

B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 6. Januar 2025 die Abweisung der Beschwerde (act. G 
9). Zur Begründung führte sie an, das Gutachten von Dr. H.___ überzeuge in jeder Hinsicht.  

B.c Am 14. Januar 2025 wurde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt (act. 
G 10). 

B.d Der Beschwerdeführer liess am 28. Mai 2025 an seinen Anträgen festhalten (act. G 18). Die 
Beschwerdeführerin hielt am 9. Juli 2025 ebenfalls an ihrem Antrag fest (act. G 22). 

B.e Der Beschwerdeführer liess am 3. Oktober 2025 eine Honorarnote über 2'262 Franken bei einem 
Stundensatz von 200 Franken einreichen (act. G 24.1). 

Erwägungen 
1.  

Dieses Beschwerdeverfahren bezweckt die Überprüfung der angefochtenen Verfügung auf deren 

Rechtmässigkeit, weshalb sein Gegenstand jenem des vorangegangenen Verwaltungsverfahrens 

entsprechen muss. Dieses hat nach der verbindlichen Abweisung des Begehrens um berufliche 

Eingliederungsmassnahmen am 28. August 2015 die Prüfung des im Dezember 2012 eingereichten 
Rentenbegehrens des Beschwerdeführers und damit die Frage nach einem Rentenanspruch des 

Beschwerdeführers frühestens ab dem 1. Juni 2013 (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG) zum Gegenstand gehabt. 

Auch in diesem Beschwerdeverfahren ist folglich ein Rentenanspruch des Beschwerdeführers 

frühestens ab dem 1. Juni 2013 zu prüfen. 

2.  

Eine versicherte Person, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 

wieder herstellen, erhalten oder verbessern kann, die während eines Jahres ohne einen wesentlichen 

Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen ist und die nach dem 

Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid ist, hat einen Anspruch auf eine Rente der 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Invalidenversicherung (Art. 28 Abs. 1 IVG). Für die Bemessung der Invalidität wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung 

und nach der Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen 

durch eine ihr zumutbare Erwerbstätigkeit bei einer ausgeglichenen Arbeitsmarktlage erzielen könnte, 

in Beziehung zu jenem Erwerbseinkommen gesetzt, das sie erzielen könnte, wenn sie gesund 
geblieben wäre (Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG). 

3.  

Der Beschwerdeführer hat im Rahmen der strafrechtlichen Einvernahmen geltend gemacht, er habe in 

seinem Herkunftsland eine Ausbildung zum Metzger absolviert. Ein entsprechender Nachweis liegt 

nicht bei den Akten. Nach seiner Einreise in die Schweiz hat er zunächst typische Hilfsarbeiten 

verrichtet. Später hat er eine Ausbildung zum Pflegehelfer absolviert und dann als Pflegehelfer 

gearbeitet. Diese niederschwellige Ausbildung hat es ihm aber nicht ermöglicht, einen über dem 

statistischen Zentralwert der Hilfsarbeiterlöhne liegenden Lohn zu erzielen. Seine 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt haben also jenen eines 

typischen Hilfsarbeiters entsprochen, weshalb der statistische Zentralwert der Hilfsarbeiterlöhne als 

Valideneinkommen heranzuziehen ist. 

4.  

4.1 Für die Bemessung des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens ist massgebend, 
welche Tätigkeiten dem Beschwerdeführer aus medizinischer Sicht in welchem Umfang zugemutet 

werden können. Eine somatische Gesundheitsbeeinträchtigung hat in all den Jahren seit der 

Anmeldung zum Rentenbezug keine Rolle gespielt. Das Versicherungsgericht hat die Sache deshalb 

in seinem Entscheid IV 2016/254 vom 7. September 2018 ausschliesslich zur neuropsychologischen 

und psychiatrischen Begutachtung zurückgewiesen. Die Weisungen im Rückweisungsentscheid haben 

keinen Selbstzweck verfolgt, sondern auf eine vollständige Ermittlung des massgebenden 

medizinischen Sachverhaltes abgezielt. Beim damaligen Stand der Akten hat ein Vorgehen im Sinne 

jener Weisungen die besten Erfolgschancen versprochen. Da der Beschwerdeführer davor durch 

zahlreiche Inkonsistenzen und Widersprüchlichkeiten aufgefallen war, die unter anderem eine erste 

neuropsychologische und psychiatrische Begutachtung vereitelt hatten, ist es allerdings durchaus 

sinnvoll gewesen, ihn vor einer neuerlichen Begutachtung observieren zu lassen. Die durchgeführte 

Observation hat den gesetzlichen Anforderungen entsprochen. Sie hat eindrücklich aufgezeigt, dass 

der Beschwerdeführer bei der ersten Begutachtung nicht nur Beschwerden verdeutlicht, sondern 

vielmehr ein völlig falsches Bild von sich, seinem Gesundheitszustand und seiner Situation vermittelt 
hatte. Damit hat die Observation unter anderem ergeben, dass die Mitwirkung des Beschwerdeführers 

bei der ersten Begutachtung nicht aufgrund einer ungenügenden Instruktion oder aufgrund von 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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sprachlichen Verständigungsschwierigkeiten ungenügend ausgefallen war, wie das 

Versicherungsgericht zunächst angenommen hatte. Die Observation hat damit ein vom 

Versicherungsgericht unerwartetes Ergebnis geliefert. In dieser Situation ist es nicht mehr erforderlich 

gewesen, die Vorgaben des Versicherungsgerichtes bezüglich der detaillierten Instruktion des 

Beschwerdeführers im Hinblick auf seine Mitwirkung bei einer zweiten Begutachtung umzusetzen, denn 
bei der damaligen Sachlage hat das Befolgen dieser Vorgaben kein besseres Ergebnis mehr als eine 

erneute Begutachtung ohne diese Instruktion mehr versprochen. Massgebend ist also nicht, ob ein 

Gutachten im Sinne der Vorgaben des Versicherungsgerichtes durchgeführt, sondern vielmehr, ob der 

Sachverhalt hinreichend ermittelt worden ist. Folglich führt das Ignorieren der Vorgaben des 

Versicherungsgerichtes nicht per se dazu, dass die angefochtene Verfügung aufgehoben werden 

müsste. 

4.2 Auch der Umstand, dass der Sachverständige Dr. H.___ den Beschwerdeführer nicht persönlich 
untersucht hat, weil dieser seine Teilnahme an der Begutachtung verweigert hatte, hat nicht zwingend 

zur Folge, dass das Gutachten von Dr. H.___ als beweisuntauglich qualifiziert werden müsste, denn es 

existiert keine Beweisregel, die die Verwaltung dazu zwingen würde, den medizinischen Sachverhalt 

mittels einer Begutachtung zu ermitteln, oder dazu, bei einer medizinischen Begutachtung auf einer 

persönlichen Exploration zu bestehen. Massgebend für die Erfüllung der Untersuchungspflicht (Art. 43 

Abs. 1 ATSG) ist nicht die Vorgehensweise, sondern das Ergebnis der Sachverhaltsermittlung. Zwar 
erlaubt es die Reduktion des Beweismasses auf überwiegende Wahrscheinlichkeit nicht, die 

Beweisqualität zu senken und sich beispielsweise mit einem nur halbwegs überzeugenden Gutachten 

zufrieden zu geben, denn der Untersuchungsgrundsatz verlangt die Herstellung einer qualitativ 

hochwertigen Beweissituation. Aber bezüglich der Frage, was eine solche qualitativ hochwertige 

Beweissituation ist, existieren keine starren Regeln. Aus der Sicht eines medizinischen Laien erscheint 

eine psychiatrische Begutachtung ohne eine persönliche Exploration und damit ohne eine Interaktion 

zwischen dem psychiatrischen Sachverständigen und der versicherten Person eher nicht geeignet, das 

gewünschte Ergebnis bezüglich der Qualität der Sachverhaltsermittlung zu liefern. Aber der 

psychiatrische Sachverständige Dr. H.___, der ja deshalb beigezogen worden ist, weil er über den 

notwendigen Sachverstand verfügt, der also im Gegensatz zur Verwaltung, zum Gericht und zum 

Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein ausgewiesener Fachmann ist, hat die Auffassung vertreten, 

seine Begutachtung liefere auch ohne eine persönliche Exploration ein beweiskräftiges Ergebnis. 

Dieser Beurteilung des Sachverständigen muss mehr Gewicht beigemessen werden als dem Eindruck 

eines medizinischen Laien, eine psychiatrische Begutachtung ohne eine persönliche Exploration könne 
kein beweiskräftiges Ergebnis liefern. 

4.3 Dem Sachverständigen Dr. H.___ hat äusserst umfangreiches Aktenmaterial zur Verfügung 
gestanden, das er umfassend und sorgfältig gewürdigt hat. Dieses Material hat nicht nur medizinische 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Berichte, sondern auch die Ergebnisse der polizeilichen Ermittlungen, insbesondere die Erkenntnisse 

aus einer Wohnungsdurchsuchung, das Observationsmaterial sowie Videos von zwei Einvernahmen 

beinhaltet, die beide je fast einen ganzen Tag gedauert hatten. Der Sachverständige hat anschaulich 

aufgezeigt, dass es ihm möglich gewesen ist, sich aus den Akten, den Observationsvideos vom 

vermeintlich unbeobachteten Alltag des Beschwerdeführers und von den Videos der beiden 
Einvernahmen, bei denen sich der Beschwerdeführer in einer „Quasi-Untersuchungssituation“ 

befunden und entsprechend aggraviert hat, ein zuverlässiges Bild vom Beschwerdeführer zu machen. 

Anhand der Beobachtungen hat der Sachverständige einen umfassenden objektiven klinischen Befund 

erheben können. Der Sachverständige Dr. H.___ hat detailliert und überzeugend aufgezeigt, dass 

weder bei der Observation noch bei den Einvernahmen objektive Defizite hatten beobachtet werden 

können, die sich auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ausgewirkt hätten, und dass im 

Gegenteil sowohl während der Observation als auch während der Einvernahmen deutliche Hinweise 

auf eine gute Leistungsfähigkeit zu erkennen gewesen sind. So ist es dem Beschwerdeführer 

insbesondere möglich gewesen, zweimal während jeweils fast eines ganzen Tages in einer belastenden 

Situation seine Aufmerksamkeit, seine Konzentration sowie seine Zielstrebigkeit aufrecht zu erhalten, 

ohne sichtbar zu ermatten. Weshalb er psychisch nicht in der Lage sein sollte, dieselbe Leistung an 

einem Arbeitsplatz zu erbringen, ist nicht einzusehen. Die Schlussfolgerung von Dr. H.___, nichts deute 

darauf hin, dass die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers beeinträchtigt wäre, überzeugt deshalb. 
Ebenso überzeugend ist die retrospektive Beurteilung anhand des umfangreichen Aktenmaterials, der 

Beschwerdeführer sei – wenn überhaupt – nur für einen kurzen Zeitraum arbeitsunfähig gewesen, 

nachdem seine Ehefrau die Verdachtsdiagnose erhalten hatte, sie könnte an einer Leukämie leiden. 

Zusammenfassend belegt das Gutachten von Dr. H.___ mit dem erforderlichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit, dass der Beschwerdeführer nie länger dauernd arbeitsunfähig und 

folglich auch nicht invalid gewesen ist. Eine weitere psychiatrische Begutachtung in Anwendung des 

Art. 43 Abs. 3 ATSG ist bei diesem Ergebnis unnötig gewesen. Auch eine erneute neuropsychologische 

Testung ist nicht notwendig gewesen, denn der Sachverständige Dr. H.___ hat keinerlei Hinweise auf 

spezifische neuropsychologische Defizite festgestellt.  

4.4 Im hier massgebenden Zeitraum ist der Beschwerdeführer folglich abgesehen von einer allfälligen 
kurzen, irrelevanten Phase uneingeschränkt arbeitsfähig gewesen. Bei einer uneingeschränkten 

Arbeitsfähigkeit rechtfertigt sich kein Abzug vom Tabellenlohn. Das zumutbarerweise erzielbare 

Invalideneinkommen entspricht folglich dem statistischen Zentralwert der Hilfsarbeiterlöhne und damit 

dem Valideneinkommen, was bedeutet, dass der Beschwerdeführer nicht invalid gewesen ist 
(Invaliditätsgrad von null Prozent). 

5.  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Mangels Erfüllens des sogenannten Wartejahres (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG) und mangels eines 

rentenbegründenden Invaliditätsgrades hat der Beschwerdeführer die Voraussetzungen für eine 

Rentenzusprache nicht erfüllt, weshalb die Beschwerdegegnerin sein Rentenbegehren zu Recht 

abgewiesen hat. Die Beschwerde ist folglich abzuweisen. 

6.  

Die angesichts des durchschnittlichen Verfahrensaufwandes praxisgemäss auf 600 Franken 

festzusetzenden Gerichtskosten wären an sich dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen. 

Zufolge der Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung ist der Beschwerdeführer vorläufig von der 

Pflicht, die Gerichtskosten zu bezahlen, befreit. Da ihm auch die unentgeltliche Rechtsverbeiständung 

bewilligt worden ist, hat der Staat seinem Rechtsvertreter eine Entschädigung auszurichten, die 80 

Prozent des erforderlichen Vertretungsaufwandes abdeckt (Art. 31 Abs. 3 AnwG). Der erforderliche 

Vertretungsaufwand ist als deutlich unterdurchschnittlich zu qualifizieren, weil die Mehrheit der Akten 

aus dem Strafverfahren stammt, in dem der Beschwerdeführer durch denselben Rechtsvertreter 

verbeiständet ist, so dass der Aufwand für das hier notwendige Aktenstudium gering gewesen ist. Die 

eingereichte Honorarnote (act. G 24.1) erweist sich als angemessen, weshalb ihr folgend eine 

Entschädigung von 2'262 Franken zuzusprechen ist. Sollten es seine wirtschaftlichen Verhältnisse 

dereinst gestatten, wird der Beschwerdeführer zur Nachzahlung der Gerichtskosten und zur 

Rückerstattung der Entschädigung für die unentgeltliche Rechtsverbeiständung verpflichtet werden 
können (Art. 99 Abs. 2 VRP i.V.m. Art. 123 ZPO). 

Entscheid 
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP  

1.  
Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  
Der Beschwerdeführer ist vorläufig von der Pflicht, die Gerichtskosten von 600 Franken zu bezahlen, 

befreit. 

3.  
Der Staat entschädigt den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit 2'262 Franken (einschliesslich 

Barauslagen und Mehrwertsteuer). 

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 13.11.2025
	Art. 43 Abs. 1 ATSG. Untersuchungspflicht. Psychiatrische Begutachtung ohne persönliche Exploration des Versicherten. (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. November 2025, IV 2024/208).

		2026-01-28T03:59:10+0100
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen