# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ac0ff2b2-28dc-564a-b0ea-aacd11e6a029
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-05-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.05.2017 E-1485/2015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1485-2015_2017-05-29.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-1485/2015 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 9 .  M a i  2 0 1 7  

Besetzung 
 Richterin Christa Luterbacher (Vorsitz), 

Richter David R. Wenger, Richterin Sylvie Cossy,    

Gerichtsschreiberin Sandra Bodenmann. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Staatszugehörigkeit unbekannt (gemäss eigenen Angaben: 

Eritrea),  

(…),   

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM; 

vormals: Bundesamt für Migration; BFM) 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 28. Januar 2015 / N (…). 

 

 

 

E-1485/2015 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Gemäss eigenen Angaben verliess die Beschwerdeführerin ihr angebli-

ches Heimatland im Februar 2014 (vgl. Akte A3, Ziffer 2.02) respektive Feb-

ruar 2012 (vgl. A3, Ziffer 5.02) und reiste in den Sudan. Im Juni 2012 sei 

sie von Khartum in die Türkei und anschliessend nach Griechenland wei-

tergereist, wo sie sich sechs Monate lang aufgehalten habe. Von Griechen-

land sei sie auf dem Luftweg an einen ihr unbekannten Ort gelangt. Von 

dort sei sie mit der Bahn am 11. November 2014 in die Schweiz gereist. 

Gleichentags ersuchte die Beschwerdeführerin um Asyl.  

B.  

Am 21. November 2014 fand die Befragung zur Person (BzP) im Emp-

fangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) Basel statt. Dabei trug die Beschwer-

deführerin im Wesentlichen vor, sie sei Eritreerin, stamme aus B._______ 

und habe seit Geburt bis zur Ausreise dort gelebt. Sie habe sich beim Aus-

reisejahr zunächst geirrt, weil sie sich in keiner guten Verfassung befinde. 

Sie mache sich viele Gedanken über ihre Eltern.  

Sie habe in B._______ die Schule besucht und im Jahr (…) die 10. Schul-

klasse mit einer Abschlussprüfung abgeschlossen. Im Jahr 2008 oder 2009 

habe sie eine Vorladung für Sawa erhalten, habe dieser Vorladung aber 

keine Folge geleistet, weil sie sich um ihren kranken, gelähmten Vater und 

um ihre blinde Mutter habe kümmern müssen. Sie habe jede Woche res-

pektive jeden Monat eine solche Vorladung erhalten, zeitweise auch zehn 

Vorladungen in einem Monat. Sie habe sich in C._______ versteckt gehal-

ten und sei danach wieder nach Hause gegangen. Wegen dieser Vorladun-

gen habe sie Eritrea illegal verlassen müssen. Sie sei mit einem 2011 aus-

gestellten Reisepass gereist, für welchen sie 5‘000 US-Dollar bezahlt habe. 

Im Weiteren habe sie eine Identitätskarte besessen, welche vor sieben 

Jahren (2007) in Asmara ausgestellt worden sei.   

C.  

Am 21. November 2014 wurde eine Herkunftsabklärung („Lingua-Auftrag“) 

zur Abklärung der Sozialisierung der Beschwerdeführerin in Auftrag gege-

ben. 

Am 8. Januar 2015 wurde der Lingua-Auftrag mit der Begründung man-

gender Kapazitäten annulliert.  

E-1485/2015 

Seite 3 

D.  

Am 20. Januar 2015 wurde die Beschwerdeführerin einlässlich zu ihren 

Asylgründen angehört. Dabei trug sie im Wesentlichen hervor, sie sei in 

B._______ zur Schule gegangen. Die 11. Schulklasse habe sie vor etwa 

(…) Jahren abgebrochen (vgl. A9, Antworten 13, 15 und 23). Sie habe am 

14. März 2013 respektive im Jahr 2000 (vgl. A9, Antworten 31 und 33) die 

erste Vorladung für Sawa erhalten, als sie noch zur Schule gegangen sei. 

Sie habe von der „Kebele“ (Verwaltungseinheit) etwa 20 Vorladungen er-

halten und sei 20 bis 25 Mal (vgl. A9, Antworten 38 und 50) von den Sol-

daten der Schabiya gesucht worden. Wenn die Vorladungen gekommen 

seien, habe sie sich bei Verwandten in C._______ versteckt, um nicht er-

wischt zu werden (vgl. A9, Antworten 51 ff.). Weil sie nicht nach Sawa habe 

gehen und nicht Menschen habe verletzen oder umbringen wollen, habe 

sie Eritrea verlassen. Sie habe einen Reisepass erhalten, als sie ausgereist 

sei und habe dafür 7‘000 US-Dollar bezahlt; ihre Identitätskarte habe sie 

erhalten, als sie 18-jährig geworden sei (vgl. A9, Antworten 59 und 65). 

Im Verlaufe der Anhörung wurde die Beschwerdeführerin darauf hingewie-

sen, dass einige ihrer Schilderungen nicht mit ihren Angaben in der BzP 

übereinstimmen würden beziehungsweise ihre Angaben zum Erhalt der 

Vorladungen an der Anhörung selbst widersprüchlich ausgefallen seien. 

Hierzu gab sie mehrmals zu Protokoll, sie habe sich während der BzP in 

einer schlechten Verfassung befunden, weil sie kurz zuvor ihre Familie ver-

lassen habe, ihr Vater sich im Spital befunden habe und diese Umstände 

sie beschäftigt hätten. Sie habe sich inzwischen beruhigt und könne sich 

an alle Vorfälle erinnern. Die Angaben, die sie an der einlässlichen Anhö-

rung zu Protokoll gegeben habe, seien korrekt (vgl. zum Ganzen: A9, Fra-

gen 34-36, 47, 55 und 56, 62, 67 und 89).   

Im Weiteren wurde die Beschwerdeführerin während der Anhörung vom 

20. Januar 2015 damit konfrontiert, dass ihre Angaben zur geltend ge-

machten Herkunft nicht überzeugen und daher Zweifel an der geltend ge-

machten Herkunft aus Eritrea bestehen würden. Ihre widersprüchlichen 

Angaben zu den Reisepapieren und zum Reiseweg würden zudem den 

Eindruck erwecken, dass sie die geschilderte Reise nicht selbst unternom-

men habe (vgl. A9, Fragen 133 und 134). Hierzu gab die Beschwerdefüh-

rerin zu Protokoll, sie habe ihre Ausreise wahrheitsgetreu geschildert. Sie 

werde zudem ihren Taufschein nachreichen.  

E-1485/2015 

Seite 4 

Zur Stützung ihrer Vorbringen reichte die Beschwerdeführerin zwei Farb-

kopien ein und gab dazu an, es handle sich um die Kopien der eritreischen 

Identitätskarten ihrer Eltern. 

E.  

Mit Verfügung vom 28. Januar 2015 – am 3. Februar 2015 eröffnet – hielt 

das SEM fest, die Beschwerdeführerin erfülle die Flüchtlingseigenschaft 

nicht. Das Asylgesuch wurde abgelehnt und die Wegweisung sowie deren 

Vollzug wurden angeordnet.    

Zur Begründung seines ablehnenden Entscheids hielt das SEM insbeson-

dere fest, die Vorbringen würden den Anforderungen an die Glaubhaftma-

chung im Sinne von Art. 7 AsylG nicht standhalten, weshalb ihre Asylrele-

vanz nicht geprüft werden müsse. Es werde bezweifelt, dass die Beschwer-

deführerin seit ihrer Geburt bis zur illegalen Ausreise in Eritrea gelebt habe. 

Sie habe insbesondere bei der BzP Fragen zu ihrer angeblichen Herkunft 

unbefriedigend beantwortet. Anlässlich der Anhörung seien die Asylvor-

bringen, aber insbesondere auch ihre Länderkenntnisse sowie ihr Alltags-

wissen und ihre Aussagen zum Reiseweg geprüft worden. Die Beschwer-

deführerin habe erklärt, mit einem gefälschten Reisepass gereist zu sein; 

den Reisepass habe sie gegen Bezahlung erhalten. In der Anhörung habe 

sie angegeben, der Reisepass habe 7‘000 US-Dollar gekostet und sie habe 

diesen im Jahr 2013 erhalten. In der BzP habe sie demgegenüber erklärt, 

der Reisepass habe 5‘000 US-Dollar gekostet und er sei im Jahr 2011 aus-

gestellt worden. Auch ihre Angaben zum Erhalt der Identitätskarte seien 

widersprüchlich ausgefallen und sie habe die Widersprüche nicht auszu-

räumen vermocht. Die zu den Akten gereichten Farbkopien könnten Iden-

titätskarten von zwei beliebigen Personen betreffen. Im Übrigen habe die 

Beschwerdeführerin nicht nachvollziehbar erklären können, weshalb sie 

Kopien der Identitätskarten ihrer Eltern, aber keine eigenen Identitätspa-

piere habe einreichen können, obschon sie deren Einreichung in der BzP 

in Aussicht gestellt habe. Kopien hätten im Übrigen keinen Beweiswert. Die 

abgegebenen Dokumente könnten daher ihre Identität nicht nachweisen. 

Bezüglich des Länderwissens habe die Beschwerdeführerin die Telefon-

vorwahl von Eritrea nicht nennen können, habe nicht gewusst, wie viele 

Zobas Eritrea habe und habe diese auch nicht zutreffend benennen kön-

nen. Sie sei nicht in der Lage gewesen, die eritreische Flagge korrekt da-

zustellen, habe eine Ortschaft nicht lokalisieren können und habe einen 

falschen Wechselkurs von Nafka und US-Dollar angegeben, was insbe-

sondere erstaune, da sie angegeben habe, [verwandte Person] habe ihr 

aus den Vereinigten Staaten Geld geschickt. Ihre Länderkenntnisse seien 

E-1485/2015 

Seite 5 

äusserst beschränkt ausgefallen, was im Hinblick darauf, dass sie zehn 

Jahre zur Schule gegangen sei, nicht nachvollziehbar sei. Der Umstand, 

dass sie nicht gewusst habe, in welcher Zoba B._______ liege oder wo das 

Quartier, in welchem sie gewohnt habe, lokalisiert sei, den Bürgermeister 

von B._______ nicht habe nennen und das Wappen von B._______ nicht 

habe beschreiben können, würden die gehegten Zweifel an der geltend 

gemachten Herkunft weiter erhärten, nachdem sie angegeben habe, ihr 

ganzes Leben dort wohnhaft gewesen zu sein. 

Auf mehrfaches Bitten um präzise Beschreibungen bezüglich ihrer illegalen 

Ausreise aus Eritrea seien die Aussagen der Beschwerdeführerin ober-

flächlich geblieben. Ihre Reiseroute habe sie in der Anhörung anders be-

schrieben als in der BzP und habe die entsprechenden Unstimmigkeiten 

auf Vorhalt nicht auflösen können. Die Beschwerdeführerin habe sich auch 

bezüglich des Zeitpunktes ihrer Ausreise aus Eritrea gravierend widerspro-

chen und habe den entsprechenden Widerspruch nicht zu erklären ver-

mocht.  

Die Beschwerdeführerin habe ihr Asylgesuch mit Problemen begründet, 

die sich in Eritrea ereignet hätten. Da ihr Aufenthalt in Eritrea nicht glaub-

haft sei, seien auch die vor der Ausreise erlittenen Nachteile, die sich aus-

schliesslich auf Eritrea beschränken würden, anzuzweifeln.  

Die Angaben der Beschwerdeführerin zum Abbruch des Schulbesuchs, 

zum Erhalt der ersten Vorladung und zur Suche durch die eritreischen Sol-

daten seien mit erheblichen Widersprüchen behaftet. Es sei nicht plausibel, 

dass es den Behörden nicht gelungen sei, die Beschwerdeführerin inner-

halb eines Jahres aufzufinden. Zudem sei realitätsfremd, dass sich die erit-

reischen Behörden immer zuerst brieflich angekündigt hätten, bevor sie die 

Beschwerdeführerin aufgesucht hätten. Die von der Beschwerdeführerin 

vorgetragene Begründung, weshalb sie die staatliche Verfolgung während 

der BzP nicht erwähnt habe, sei nicht überzeugend. Auch eine besorgte 

Person würde sich daran erinnern, über ein Jahr lang von den Behörden 

gesucht worden zu sein. 

Der Umstand, dass die BzP auf Tigrinya durchgeführt worden sei, vermöge 

die Staatsangehörigkeit der Beschwerdeführerin nicht zu belegen, zumal 

die Muttersprache der Beschwerdeführerin nicht nur in Eritrea, sondern 

auch in Äthiopien gesprochen werde.   

E-1485/2015 

Seite 6 

Aufgrund der fehlenden Identitätspapiere, der mangelhaften Länderkennt-

nisse, ihres fehlenden Alltagswissens Eritrea betreffend, des unglaubhaft 

geschilderten Reiseweges und der unglaubhaften Asylgründe sei nicht da-

von auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in der von ihr angegebenen 

Region sozialisiert worden sei. Folglich sei nicht davon auszugehen, dass 

sie Staatsangehörige von Eritrea sei. Anlässlich der Anhörung sei das 

rechtliche Gehör zur unglaubhaften Herkunft gewährt worden. Die Be-

schwerdeführerin habe dabei lediglich bekräftigt, wahrheitsgemäss ausge-

sagt zu haben und habe den Tauf- und Geburtsschein in Aussicht gestellt. 

Diesen komme jedoch kein Beweiswert zu.  

Die Beschwerdeführerin habe die Behörden über ihre Identität getäuscht. 

Eine grobe Verletzung der Mitwirkungspflicht vermöge den Vollzug der 

Wegweisung nicht zu verhindern, wenn – wie vorliegend – eine sinnvolle 

Prüfung, ob im Heimat- oder Herkunftsstaat Gefahr drohe, verunmöglicht 

werde. Es sei nicht Sache der Asylbehörden, bei fehlenden Hinweisen 

nach allfälligen Wegweisungshindernissen zu forschen. Schliesslich wurde 

der Wegweisungsvollzug als zulässig, zumutbar und möglich eingestuft, 

wobei ein Wegweisungsvollzug nach Eritrea in den Erwägungen und im 

Dispositiv explizit ausgeschlossen wurde.   

F.  

Am 11. Februar 2015 wurde ein Protokoll der Abteilung Migration des Kan-

tons (…) zu den Akten genommen. In der Beilage zu diesem Protokoll be-

findet sich eine Kopie eines Geburtszertifikates, lautend auf den Namen 

der Beschwerdeführerin, datiert vom 13. Dezember 2012 (Akten SEM 

A14/3). 

G.  

Mit Eingabe vom 5. März 2015 reichte die Beschwerdeführerin beim Bun-

desverwaltungsgericht Beschwerde ein und beantragte die Aufhebung der 

SEM-Verfügung vom 28. Januar 2015, die Anerkennung der Flüchtlingsei-

genschaft und die Gewährung von Asyl. Eventualiter sei die Unzulässig-

keit, die Unzumutbarkeit und die Unmöglichkeit des Wegweisungsvollzu-

ges festzustellen.  

In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde um Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung inklusive Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses ersucht. 

E-1485/2015 

Seite 7 

Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, die Vorinstanz habe 

vorliegend in Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes keine Abwägung 

der für und gegen die Beschwerdeführerin sprechenden Sachverhaltsele-

mente vorgenommen, sondern nur die angeblich gegen sie sprechenden 

Umstände erwähnt. Die von ihr geschilderten Glaubhaftigkeitselemente 

seien unzulässigerweise gänzlich ausgeklammert und einseitig zu ihren 

Ungunsten gewürdigt worden. Die Tatsache, dass sie Eritrea auf illegalem 

Weg verlassen habe und ihr deshalb eine unverhältnismässige Strafe 

drohe, führe gemäss Praxis der Asylbehörden zur Anerkennung der Flücht-

lingseigenschaft im Sinne von Art. 54 AsylG.  

Auch wenn sie anlässlich der Befragungen sehr nervös und verwirrt gewe-

sen sei, sei die Gesamtheit ihrer Vorbringen glaubhaft dargelegt worden. 

Sie bestreite nicht, dass ihre Angaben teilweise ungenau gewesen seien. 

Bei der Beurteilung der Asylvorbringen sei nicht der strenge Beweis gefor-

dert, sondern es genüge, dass diese glaubhaft seien. Das SEM habe mit 

keinem Wort erwähnt, dass sie das in Eritrea gesprochene Tigrinya perfekt 

spreche. Zwar sei es richtig, dass auch im Norden Äthiopiens Tigrinya ge-

sprochen werde, allerdings bestünden bezüglich Grammatik und Ausspra-

che erhebliche Unterschiede. Ein Sprachgutachten hätte ohne weiteres er-

geben, dass sie das in Eritrea gesprochene Tigrinya spreche, was nur mög-

lich sei, wenn man in Eritrea aufgewachsen sei. Aus dem eingereichten 

Geburtszertifikat gehe unmissverständlich vor, dass sie in B._______ ge-

boren worden und eritreische Staatsangehörige sei. Im Übrigen würden 

ihre Angaben zum Wechselkurs dem Schwarzmarktkurs entsprechen. Sie 

werde versuchen, eine Bestätigung aus B._______ zu beschaffen, welche 

ihren Wohnsitz und ihren Aufenthalt dort belege. Sie sei auch bereit, sich 

einem DNA-Test zu unterziehen.  

Ihr drohe in Eritrea bereits aufgrund ihrer illegalen Ausreise eine unverhält-

nismässige Strafe. Sie habe in einem Lastwagen versteckt und zugedeckt 

die Landesgrenze überquert. Es sei gar nicht möglich, Eritrea auf legalem 

Weg zu verlassen. In Weiteren drohe ihr aufgrund ihres Asylverfahrens in 

der Schweiz eine Bestrafung wegen Republikflucht, wozu auf das Urteil    

E-1534/2011 des Bundesverwaltungsgerichts verwiesen werde. Sie sei im 

Zeitpunkt ihrer Ausreise im militärdienstpflichtigen Alter gestanden. Die 

Wahrscheinlichkeit, dass sie bei einer Rückkehr in Haft genommen und in 

eine Militärhaftanstalt überwiesen werde, wo ihr Folter und unmenschliche 

Haftbedingungen drohten, sei sehr gross. Die Einschätzung des SEM zur 

Rückkehrgefährdung stehe im Widerspruch zu jeglichen aktuellen Lagebe-

richten von anerkannten Menschenrechtsorganisationen über Eritrea.  

E-1485/2015 

Seite 8 

Zur Stützung ihrer Vorbringen reichte die Beschwerdeführerin erneut das 

bereits in Kopie vorliegende Geburtszertifikat (vgl. A14/3 sowie oben 

Bst. F), nunmehr im Original (versehen mit Nassstempeln des „Ministry of 

Foreign Affairs“ und der „Administration of D._______ Region“), datiert vom 

(…) 2012 ein.  

H.  

Mit Instruktionsverfügung vom 18. März 2015 hielt das Bundesverwal-

tungsgericht fest, die Beschwerdeführerin könne als asylsuchende Person 

den Abschluss des Verfahrens in der Schweiz abwarten. Das Gesuch um 

Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 

VwVG wurde gutgeheissen und auf die Erhebung eines Kostenvorschus-

ses verzichtet. Gleichzeitig wurde der Beschwerdeführerin Gelegenheit 

eingeräumt, die von ihr in Aussicht gestellten Dokumente aus dem Ausland 

oder weitere Beweismittel nachzureichen. 

I.  

Mit Eingabe vom 16. April 2015 reichte die Beschwerdeführerin ein fremd-

sprachiges Dokument inklusive Übersetzung (laut Übersetzung: Wohnsitz-

bestätigung der Kreisverwaltung von (…)/Bezirk D._______ betreffend die 

Beschwerdeführerin), mit Nassstempeln des „Ministry of Foreign Affairs“ 

und der „Administration of D._______ Region“, datiert vom (…) 2015 sowie 

Übersetzungen der beiden Identitätskarten ihrer Eltern (ebenfalls mit meh-

reren Nassstempeln, u.a. des „Ministry of Foreign Affairs“ und des „High 

Court in Asmara“ sowie mit eritreischen Briefmarken) inklusive Zustellcou-

vert aus Eritrea (ebenfalls versehen mit Briefmarken und Stempel von 

B._______) und DHL-Zustellquittungen nach. Gleichzeitig wurde eine Für-

sorgebestätigung der Caritas Schweiz, Asyl- und Flüchtlingsstelle (…) vom 

9. März 2015 zu den Akten gereicht. Ergänzend wurde ausgeführt, die 

Postsendung aus Eritrea sei vom Absender als Geschenk deklariert wor-

den, damit die Sendung den eritreischen Behörden nicht als schriftliche 

Unterlagen auffalle. Die nachgereichten Unterlagen würden aufzeigen, 

dass die Behauptungen der Vorinstanz nicht zutreffend seien. 

J.   

In der Vernehmlassung vom 29. April 2015 hielt das SEM an seinen bishe-

rigen Erwägungen fest. Ergänzend führte die Vorinstanz aus, die von der 

Beschwerdeführerin im Beschwerdeverfahren nachgereichten Unterlagen 

(Geburtsschein, Wohnsitzbestätigung und Kopien der Identitätskarten der 

Eltern) änderten nichts am Resultat des Asylverfahrens. Es sei allgemein 

bekannt, dass solche Dokumente ohne weiteres unrechtmässig erworben 

E-1485/2015 

Seite 9 

werden könnten, weshalb ihr Beweiswert als äusserst gering eingestuft 

werden müsse. Angesichts der im Entscheid dargelegten Unglaubhaftigkeit 

der Vorbringen, insbesondere im Hinblick auf das fehlende Länderwissen, 

auf die unstimmigen Aussagen in Bezug auf die Identitätspapier und der 

äusserst mangelhaften Beschreibung von B._______, könne auf eine ein-

gehende Würdigung der eingereichte Dokumente verzichtet werden. Diese 

würden keiner materiellen Prüfung unterzogen, wenn sie erfahrungsge-

mäss leicht käuflich erhältlich seien oder wenn unterschiedliche formale 

und inhaltliche Kriterien bei der Ausstellung eine schlüssige Überprüfung 

des Dokumentes verunmöglichen würden. Ebenso wenig vermöchten die 

erneut eingereichten Kopien der Identitätskarten der Eltern die angege-

bene Herkunft der Beschwerdeführerin nachzuweisen, da die Identität der 

Beschwerdeführerin nicht genügend belegt sei.  

K.  

Mit Replikeingabe vom 22. Mai 2015 führte die Beschwerdeführerin aus, 

die Vorinstanz habe ohne Vornahme einer Dokumentenanalyse eine unzu-

lässige pauschale Würdigung der eingereichten Dokumente als Fälschun-

gen vorgenommen. Es werde bestritten, dass entsprechende Urkunden 

leicht käuflich erworben werden könnten. Das Vorgehen des SEM stelle 

eine gravierende Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes und der Ab-

klärungs- und Begründungspflicht dar. Über die Botschaft im Sudan oder 

direkt in Eritrea könne abgeklärt werden, ob es sich bei den eingereichten 

Dokumenten um authentische Unterlagen handle.  

L.  

Mit Eingabe an das SEM vom 12. Juli 2016 beantragte die Beschwerde-

führerin gemeinsam mit E._______ um den Einbezug ihres Kindes 

F._______ in die Flüchtlingseigenschaft des Vaters des Kindes. 

Dieser Eingabe wurde ein Auszug aus dem Geburtsregister von (…) vom 

9. Mai 2016 sowie eine „Erklärung über die gemeinsame elterliche Sorge 

vor der Geburt“ vom 24. März 2016 beigelegt. Aus dem Registerauszug 

geht hervor, dass die Beschwerdeführerin am (…) 2016 die Tochter 

F._______ gebar. Als Kindsvater wurde E._______, geboren (…), „Staats-

angehörigkeit ungeklärt“, eingetragen. In der Erklärung vom 24. März 2016 

erklärten sich die Kindseltern bereit, gemeinsam die Verantwortung für das 

Kind zu übernehmen. 

Das Bundesverwaltungsgericht zog von Amtes wegen die Asylverfahrens-

akten von E._______ (N […]) bei. Gemäss diesen Asylverfahrensakten ist 

E-1485/2015 

Seite 10 

E._______, eritreischer Staatsangehöriger, mit Entscheid des damals zu-

ständigen BFM vom 10. April 2013 als Flüchtling im Sinne von Art. 3 Abs. 

1 und 2 AsylG anerkannt und es ist ihm Asyl gewährt worden. 

M.  

Mit Instruktionsverfügung vom 25. November 2016 wurde die Beschwer-

deführerin aufgefordert, schriftliche Ausführungen zu ihrem Verhältnis zum 

Kindsvater E._______ und zum Verhältnis zwischen ihrem Kind und dem 

Kindsvater nachzureichen sowie dazu Stellung zu nehmen, ob sie, ihr Kind 

und der Kindsvater einen gemeinsamen Wohnsitz hätten, in einem gemein-

samen Haushalt leben und eine gelebte Beziehung im Sinne der Recht-

sprechung zu Art. 8 EMRK führen würden. Gleichzeitig wurde sie aufgefor-

dert, dem Gericht mitzuteilen, ob der Kindsvater bereits bei der zuständi-

gen kantonalen Migrationsbehörde Schritte eingeleitet habe, um eine aus-

länderrechtliche Aufenthaltsbewilligung für das Kind oder die Beschwerde-

führerin (Kindsmutter) zu erhalten und gegebenenfalls sämtliche sachdien-

liche Unterlagen einzureichen. 

N.  

Mit Eingabe vom 6. Dezember 2016 hielt die Beschwerdeführerin fest, sie 

habe eine enge Beziehung zum Kindsvater. Sie und E._______ wollten 

heiraten und zusammenwohnen, was aber zur Zeit wegen ihrer fehlenden 

Dokumente nicht möglich sei. Sie wohne nach wie vor in einer Asylunter-

kunft im Kanton (…), ihr Partner habe eine private Wohnung in (…). Der 

Kindsvater kümmere sich rührend um die gemeinsame Tochter F._______. 

Mit Schreiben vom 12. Juli 2016 sei der Einbezug der Tochter F._______ 

in den Flüchtlingsstatus des Kindsvaters beantragt worden.  

Der Eingabe beigelegt wurde eine Kopie des gemeinsamen Antrags der 

Kindseltern um Einbezug der Tochter in die Flüchtlingseigenschaft von 

E._______ vom 12. Juli 2016 (vgl. oben, Bst. L), ein Schreiben des SEM 

an den Kindsvater vom 25. November 2016 (unvollständige Kopie) sowie 

ein Schreiben der Caritas (…) vom 6. Dezember 2016 an das SEM (unvoll-

ständige Kopie). 

O.  

Mit Instruktionsverfügung vom 13. Dezember 2016 wurde die Beschwer-

deführerin aufgefordert, das Gericht auf dem Laufenden zu halten, was die 

Korrespondenz zwischen dem Kindsvater und dem SEM oder der zustän-

digen kantonalen Migrationsbehörde betreffend Einbezug der Tochter 

F._______ in die Flüchtlingseigenschaft des Kindsvaters oder betreffend 

E-1485/2015 

Seite 11 

ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung für das Kind und die Beschwer-

deführerin anbelange. Gleichzeitig wurde die Beschwerdeführerin aufge-

fordert, die Korrespondenz im Verfahren des Kindsvaters (N […]) betref-

fend Einbezug des Kindes in die Flüchtlingseigenschaft des Kindsvaters 

vollständig nachzureichen. 

P.  

Mit Eingabe vom 16. Dezember 2016 reichte die Beschwerdeführerin die 

eingeforderten Unterlagen, mehrere Fotoaufnahmen sowie ein Taufzertifi-

kat der „Eritrean Orthodox Church“ für das Kind, datiert vom 6. August 2016 

(jeweils in Kopie) ein. 

Q.  

Mit Verfügung vom 12. Januar 2017 wurde die Tochter F._______ vom 

SEM gestützt auf Art. 51 Abs. 3 AsylG in die Flüchtlingseigenschaft ihres 

Vaters E._______ einbezogen und es wurde ihr Asyl erteilt. 

Mit Verfügung gleichen Datums zog die Vorinstanz im Rahmen eines zwei-

ten Schriftenwechsels im Sinne von Art. 57 Abs. 2 VwVG ihren Entscheid 

vom 28. Januar 2015 betreffend die Beschwerdeführerin teilweise (betref-

fend die Anordnung des Wegweisungsvollzugs) in Wiedererwägung. Das 

SEM führte hierzu aus, die Beschwerdeführerin habe eine Tochter gebo-

ren, die mit Verfügung vom 12. Januar 2017 in die Flüchtlingseigenschaft 

ihres Vaters einbezogen worden sei. Da die Beschwerdeführerin mit dem 

Kindsvater faktisch in einer Beziehung lebe, werde vom Wegweisungsvoll-

zug abgesehen, weil ein solcher im aktuellen Zeitpunkt nicht zulässig sei. 

Die Beschwerdeführerin wurde in der Folge vorläufig aufgenommen.  

R.   

Gemäss Schreiben des Zivilstandsamts der Stadt (…) vom 19. Januar 

2017 haben die Beschwerdeführerin und der Kindsvater E._______ ein 

Eheschlussverfahren eingeleitet.  

S.  

Am 21. Februar 2017 reichte Rechtsanwalt Manuel Bucher eine Mandats-

anzeige mit Vollmacht vom 21. Februar 2017 zu den Akten, gemäss wel-

cher er die Beschwerdeführerin im Ehevorbereitungsverfahren vertrete. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

E-1485/2015 

Seite 12 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM respektive 

das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine 

Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betref-

fende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundes-

verwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden 

Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so 

auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG und das 

AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Die Beschwer-

deführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 

angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-

teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Sie ist daher zur 

Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG, 

Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu-

treten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG. 

3.  

Im Rahmen der zweiten Vernehmlassung kam das SEM wiedererwägungs-

weise auf seine frühere Verfügung zurück, soweit den Wegweisungsvoll-

zug betreffend, und ordnete die vorläufige Aufnahme der Beschwerdefüh-

rerin wegen Unzulässigkeit des Vollzugs an. Aus der Begründung des Wie-

dererwägungsentscheids vom 12. Januar 2017 (A35/3) geht deutlich her-

vor, dass nur der Wegweisungsvollzug, nicht auch die Anordnung der Weg-

weisung als solche aufgehoben werden sollte, obwohl das entsprechende 

Dispositiv (offenkundig irrtümlich) ebenfalls Ziff. 3 des Verfügungsdisposi-

tivs der Verfügung vom 28. Januar 2015 nennt. 

Nachdem die Beschwerdeführerin vom SEM wiedererwägungsweise vor-

läufig aufgenommen worden ist, ist die Beschwerde, soweit den Wegwei-

sungsvollzug betreffend gegenstandslos geworden. Das Verfahren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht beschränkt sich auf die Frage, ob das SEM 

zu Recht die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführerin verneint und 

E-1485/2015 

Seite 13 

ihr Asylgesuch abgelehnt sowie zu Recht die Wegweisung als solche an-

geordnet hat. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als 

ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Le-

bens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psy-

chischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rech-

nung zu tragen (Art. 3 AsylG). 

4.2 Die Flüchtlingseigenschaft muss nachweisen oder zumindest glaubhaft 

machen, wer um Asyl nachsucht (Art. 7 AsylG). Gleiches gilt für die Person, 

die subjektive Nachfluchtgründe behauptet. Glaubhaft gemacht ist die 

Flüchtlingseigenschaft, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwie-

gender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbeson-

dere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in 

sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen respektive 

massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt wer-

den. Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaub-

haftmachen der Vorbringen in BVGE 2010/57 (E. 2.2 und 2.3) dargelegt 

und folgt dabei ständiger Praxis; darauf kann hier verwiesen werden. 

 

5.  

5.1 Die Beschwerdeführerin hat im Rahmen ihres Asylverfahrens keine 

Identitätspapiere eingereicht. Das SEM brachte in der angefochtenen Ver-

fügung an der behaupteten eritreischen Herkunft erhebliche Zweifel an und 

hielt explizit fest, es werde nicht davon ausgegangen, dass die Beschwer-

deführerin Staatsangehörige von Eritrea sei (vgl. Ziffer II, S. 5, 5. Textab-

schnitt). Begründet wurde diese Einschätzung unter anderem mit dem Feh-

len von Ausweispapieren, den als widersprüchlich qualifizierten Angaben 

zu ihren Identitätspapieren (Reisepass und Identitätskarte), aber auch auf-

grund ihrer angeblich mangelhaften Länderkenntnisse, des fehlenden All-

tagswissens zu Eritrea und der als unglaubhaft beurteilten Asylgründe.  

5.2  Im Verlauf des erstinstanzlichen Verfahrens reichte die Beschwerde-

führerin Kopien von Identitätskarten ein, die gemäss ihren Angaben ihre 

http://links.weblaw.ch/BVGE-2010/57

E-1485/2015 

Seite 14 

Eltern betreffen würden. Ferner reichte sie im Beschwerdeverfahren ein 

Geburtszertifikat sowie eine Wohnsitzbestätigung ihre Person betreffend, 

beide mit Nassstempeln versehen, sowie Übersetzungen der Identitätskar-

ten ihrer Eltern, ebenfalls mit Nassstempeln, nach. Zudem trug sie in ihrer 

Rechtsmitteleingabe vor, der Umstand, dass sie fliessend das (nur) in Erit-

rea verwendete Tigrinya spreche, weise eindeutig auf ihre eritreische 

Staatsangehörigkeit hin. 

5.3  

5.3.1 Die Staatsangehörigkeit einer asylsuchenden Person ist grundsätz-

lich von massgeblicher Bedeutung. Die Beschwerdeführerin begründet ihr 

Asylgesuch auch mit Vorbringen und Vorfällen, die ihr angebliches Heimat-

land Eritrea betreffen. Obwohl das SEM substantiiert begründet, weshalb 

erhebliche Zweifel an der eritreische Staatsangehörigkeit der Beschwerde-

führerin anzubringen sind, kann aufgrund der nachstehenden Erwägungen 

auf die einlässliche Prüfung der Frage der Staatsangehörigkeit der Be-

schwerdeführerin verzichtet werden, weil das Asylgesuch – wie nachste-

hend aufgezeigt – auch dann abzuweisen ist, wenn im Nachfolgenden da-

von ausgegangen wird, dass sie die eritreische Staatsangehörigkeit be-

sitzt.  

5.3.2 Die Beschwerdeführerin bringt in ihrer Rechtsmittel- und Replikein-

gabe formelle Rügen an (Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes sowie 

der Abklärungs- und Begründungspflicht) und verlangt sinngemäss weitere 

Untersuchungen zur Abklärung ihrer Staatsangehörigkeit, namentlich die 

Vornahme einer Botschaftsabklärung. Hierzu ist das Folgende festzuhal-

ten: 

Das SEM hat die Angaben der Beschwerdeführerin untersucht und im Rah-

men der Verfügung vom 28. Januar 2015 mit rechtsgenüglichem Detailie-

rungsgrad begründet, weshalb es ihre Vorbringen als unglaubhaft ein-

schätzt. Die Vorinstanz hat keine pauschale Begründung verwendet, son-

dern nachvollziehbar und unter Hinweis auf konkrete Protokollstellen auf-

gezeigt, welche Elemente des Sachverhaltsvortrages als widersprüchlich 

und welche Länderkenntnisse/Alltagswissenselemente als mangelhaft be-

trachtet werden. 

Zudem trifft nicht zu, dass das SEM die Tigrinya-Sprachkenntnisse der Be-

schwerdeführerin nicht erwähnt oder berücksichtigt hat. Das SEM hat viel-

mehr diese Sprachkenntnisse der Beschwerdeführerin berücksichtigt und 

auch gewürdigt. Es hat dabei festgehalten, dass die Anhörung auf Tigrinya 

E-1485/2015 

Seite 15 

stattgefunden habe. Das SEM ist aber – im Gegensatz zu der von der Be-

schwerdeführerin vertretenen Ansicht – zum Schluss gekommen, dass die 

Tigrinya-Sprachkenntnisse nicht auf die eritreische Staatsbürgerschaft 

schliessen liessen (vgl. angefochtene Verfügung Ziffer II, S. 5, 4. Textab-

schnitt).    

Da es selbst bei der Annahme der eritreischen Staatsangehörigkeit der Be-

schwerdeführerin an der Asylrelevanz der Vorbringen fehlt, braucht an die-

ser Stelle auf die formellen Rügen im Zusammenhang mit der Staatsange-

hörigkeit nicht eingehender eingegangen zu werden.  

Bei dieser Sachlage besteht auch keine Veranlassung, weitere Abklärun-

gen zur Untersuchung der behaupteten Staatsangehörigkeit vorzunehmen, 

da das Ergebnis dieser Untersuchungen am Resultat nichts ändern würde.   

6.  

Die Beschwerdeführerin führt ihre Ausreise aus ihrem angeblichen Heimat-

land Eritrea massgeblich auf den Umstand zurück, dass sie mehrfache Vor-

ladungen der eritreischen Behörden nach Sawa erhalten habe. Sie begrün-

det ihr Asylgesuch im Wesentlichen damit, sie habe nicht in den eritrei-

schen Militärdienst einrücken wollen und befürchte wegen ihrer illegalen 

Ausreise und des nicht geleisteten Dienstes asylbeachtliche Nachteile. 

6.1 In der angefochtenen Verfügung wird zutreffend aufgezeigt, aus wel-

chen Gründen am Wahrheitsgehalt der Vorbringen betreffend den Erhalt 

von behördlichen Vorladungen nach Sawa Zweifel bestehen und inwieweit 

sich die Beschwerdeführerin diesbezüglich in den Befragungen nicht über-

zeugend geäussert hat.  

Nach Prüfung der Akten kommt das Gericht zum Schluss, dass das SEM 

korrekt festgestellt hat, dass die Angaben der Beschwerdeführerin zu den 

Vorladungen unglaubhaft ausgefallen sind. Einerseits sind zwischen den 

Angaben in der BzP und der Anhörung massive inhaltliche Widersprüche 

festzustellen. So trug die Beschwerdeführerin in der BzP vor, sie habe die 

Vorladungen erstmals im Jahr 2008 oder 2009 erhalten; sie habe wöchent-

lich respektive monatlich eine Vorladung erhalten; manchmal habe sie 

auch zehn Vorladungen im Monat bekommen (vgl. A3, Ziffer 7.01), wäh-

rend sie diesbezüglich an der Anhörung angab, sie habe 20 Vorladungen 

erhalten; diese seien erstmals am 14. März 2013 (vgl. A9, Antwort 31) res-

pektive im Jahr 2000 (vgl. A9, Antwort 33) zugestellt worden.   

E-1485/2015 

Seite 16 

Die Beschwerdeführerin wurde vom SEM im Verlaufe der Anhörung vom 

20. Januar 2015 mehrfach auf die massiven Unstimmigkeiten innerhalb ih-

res Sachverhaltsvortrages hingewiesen und erhielt mehrmals Gelegenheit, 

hierzu Stellung zu nehmen. Hierzu gab sie mehrmals zu Protokoll, sie habe 

sich während der BzP in einer schlechten Verfassung befunden, weil sie 

kurz zuvor ihre Familie verlassen habe, ihren Eltern gehe es gesundheitlich 

nicht gut und diese Umstände hätten sie beschäftigt. Sie gab weiter zu 

Protokoll, sie habe sich inzwischen beruhigt und könne sich an alle Vorfälle 

erinnern. Die Angaben, die sie an der einlässlichen Anhörung zu Protokoll 

gegeben habe, seien korrekt (vgl. zum Ganzen: A9, Fragen 34-36, 47, 55 

und 56, 62, 67 und 89).  

Selbst wenn die Angaben in der BzP bei der Beurteilung der Glaubhaf-

tigkeit nur unter Vorbehalt, d.h. unter Berücksichtigung der behaupteten 

psychischen Verfassung der Beschwerdeführerin während der Summarbe-

fragung,  herangezogen werden, müssen die Angaben zu den Vorladungen 

als widersprüchlich und unrealistisch qualifiziert werden. Einerseits ist fest-

zustellen, dass sich die Beschwerdeführerin selbst innerhalb der Anhörung 

vom 20. Januar 2015 massiv widersprochen hat, indem sie einerseits an-

gab, die erste Vorladung habe sie im März 2013 erhalten (vgl. A9, Antwort 

31), um kurz danach – und innerhalb derselben Anhörung – vorzutragen, 

sie habe die erste Vorladung im Jahr 2000 erhalten (vgl. A9, Antwort 33). 

Als Erklärungsversuch, auf Vorhalt hin diese Ungereimtheiten aufzulösen, 

brachte die Beschwerdeführerin ihre schlechte Verfassung anlässlich der 

BzP vor, was offensichtlich nicht geeignet ist, das Aussageverhalten am 

20. Januar 2015 in einem glaubhafteren, plausibleren Licht betrachten zu 

lassen. Andererseits ist auch das in der Anhörung vorgetragene Verhalten 

der eritreischen Behörden unlogisch und widerspricht der Lebenserfah-

rung. So scheint es nicht nachvollziehbar, dass die eritreischen Behörden 

ihr Erscheinen brieflich vorangekündigt haben sollen. Ein solches Vorge-

hen hätte das Vorhaben der staatlichen Behörden, die Beschwerdeführerin 

zwecks Rekrutierung nach Sawa zu überführen, von vornherein vereitelt. 

Hinzu kommt, dass das von der Beschwerdeführerin geltend gemachte 

Ausmass der behördlichen Rekrutierungsbemühungen unglaubhaft ist. Es 

bleibt nicht nachvollziehbar, dass die Beschwerdeführerin 20-25 Mal von 

eritreischen Behörden gesucht worden sein soll, ohne dass es diesen ge-

lungen wäre, sie innert eines Jahres zu ergreifen. Es ist davon auszuge-

hen, dass die eritreischen Behörden zielgerichtete Rekrutierungsmassnah-

men ohne vorgängige briefliche Ankündigung angeordnet und entspre-

chende Schritte, beispielsweise eine Suche bei den Verwandten, durchge-

führt hätten, wenn die Beschwerdeführerin tatsächlich konkret ins Visier 

E-1485/2015 

Seite 17 

der Rekrutierungsbehörden geraten wäre. Die entsprechenden Erwägun-

gen der Vorinstanz sind zu bestätigen, nachdem die Beschwerdeführerin 

im Rahmen ihrer Rechtsmitteleingabe auf die dargelegten Widersprüche 

mit keinem Wort eingegangen ist. 

6.2 Andere Vorfluchtgründe hat die Beschwerdeführerin nicht geltend ge-

macht. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es ihr nicht gelungen ist, 

eine im Zeitpunkt ihrer angeblichen Ausreise aus Eritrea bestehende oder 

ihr drohende asylrechtlich relevante Gefährdung – einschliesslich des auf 

Beschwerdeebene vorgetragenen unerträglichen psychischen Drucks – 

nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen. 

Es bleibt somit zu prüfen, ob sie wegen ihrer geltend gemachten Ausreise 

aus Eritrea bei einer Rückkehr dorthin – mithin wegen subjektiver Nach-

fluchtgründe gemäss Art. 54 AsylG – befürchten müsste, ernsthaften Nach-

teilen im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt zu werden 

7.  

7.1 Personen mit subjektiven Nachfluchtgründen erhalten zwar gemäss 

Art. 54 AsylG kein Asyl, werden aber als Flüchtlinge vorläufig aufgenom-

men. Als subjektive Nachfluchtgründe gelten insbesondere das illegale 

Verlassen des Heimatlandes (sog. Republikflucht), das Einreichen eines 

Asylgesuchs im Ausland oder exilpolitische Betätigungen, wenn sie die Ge-

fahr einer zukünftigen Verfolgung begründen. Durch Republikflucht zum 

Flüchtling wird, wer wegen illegaler Ausreise Sanktionen des Heimatstaa-

tes befürchten muss, die bezüglich ihrer Intensität ernsthafte Nachteile im 

Sinne von Art. 3 AsylG darstellen (BVGE 2009/29).  

Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie habe Eritrea illegal verlassen 

und sei deswegen im Falle einer Rückkehr dorthin in flüchtlingsrelevanter 

Weise gefährdet. 

7.2 Gemäss langjähriger bisheriger Praxis der schweizerischen Asylbehör-

den begründete bereits eine (glaubhaft gemachte) illegale Ausreise aus 

Eritrea ohne weiteres die Flüchtlingseigenschaft. Das SEM verschärfte 

diese Praxis im Sommer 2016.  

 

7.2.1 Das Bundesverwaltungsgericht befasste sich im Rahmen des (in sei-

nen beiden Asylabteilungen kürzlich koordiniert entschiedenen) Urteils  

D-7898/2015 vom 30. Januar 2017 (als Referenzurteil publiziert) mit der 

http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/29

E-1485/2015 

Seite 18 

Frage, ob Eritreerinnen und Eritreer, die ihr Land illegal verlassen haben, 

allein deswegen bei einer Rückkehr Verfolgung zu befürchten haben.  

Das Gericht kam dabei zum Schluss, dass sich die bisherige Praxis nicht 

mehr habe aufrechterhalten lassen und vom SEM zu Recht angepasst wor-

den sei. Für die Entscheidfindung des Gerichts war auch die Tatsache von 

Bedeutung, dass seit einiger Zeit Personen aus der eritreischen Diaspora 

für kurze Aufenthalte in ihren Heimatstaat zurückkehren und sich unter 

ihnen auch Personen befinden, die Eritrea zuvor illegal verlassen hatten. 

Es sei mithin nicht mehr davon auszugehen, dass einer Person einzig auf-

grund ihrer unerlaubten Ausreise aus Eritrea eine flüchtlingsrechtlich rele-

vante Verfolgung droht. Von der begründeten Furcht vor intensiven und 

flüchtlingsrechtlich begründeten Nachteilen sei nur dann auszugehen, 

wenn zur illegalen Ausreise weitere Faktoren hinzukommen, welche die 

asylsuchende Person in den Augen der eritreischen Behörden als misslie-

bige Person erscheinen lassen (a.a.O., E. 5).  

7.2.2 Im vorliegenden Fall sind solche zusätzlichen Gefährdungsfaktoren 

nicht ersichtlich. Aufgrund des oben Gesagten ist nicht anzunehmen, dass 

die Beschwerdeführerin in den eritreischen Nationaldienst respektive den 

Militärdienst eingezogen wurde. Die Beschwerdeführerin hat nicht vorge-

bracht, dass sie aus einem anderen Grund mit überwiegender Wahrschein-

lichkeit vom eritreischen Staat als Oppositionelle oder als Staatsfeind be-

trachtet werde. Es kann daher nicht davon ausgegangen werden, dass sie 

in den Fokus der Militärbehörden geriet respektive heute im Visier der erit-

reischen Behörden steht. Weitere Anknüpfungspunkte, welche sie in den 

Augen des eritreischen Regimes als missliebige Personen erscheinen las-

sen beziehungsweise zu einer Schärfung des Profils und dadurch zu einer 

flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgungsgefahr führen könnten, sind 

nicht erkennbar. Somit bleibt festzuhalten, dass die illegale Ausreise allein 

keine Furcht vor einer zukünftigen flüchtlingsrechtlich relevanten Verfol-

gung zu begründen vermag. Die Frage der Glaubhaftigkeit der illegalen 

Ausreise kann mangels flüchtlingsrechtlicher Relevanz daher offenbleiben, 

weshalb es sich erübrigt, auf die entsprechenden Ausführungen in der Be-

schwerdeeingabe näher einzugehen.  

7.3 Es ist der Beschwerdeführerin folglich nicht gelungen, eine relevante 

Verfolgungsgefahr im Sinne von Art. 3 respektive Art. 54 AsylG darzutun. 

Das SEM hat ihre Flüchtlingseigenschaft demnach zu Recht verneint und 

ihr Asylgesuch abgewiesen. 

E-1485/2015 

Seite 19 

7.3.1 Nachdem das Bundesverwaltungsgericht im Rahmen des als Refe-

renzurteil publizierten Entscheids D-7898/2015 vom 30. Januar 2017 die 

vom SEM angepasste Praxis bestätigt hat, erübrigen sich weitere Ausfüh-

rungen zu den in der Beschwerdeeingabe erhobenen Rügen betreffend die 

vom SEM herangezogenen Herkunftsländerinformationen (vgl. S. 6 und 7). 

8.  

8.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 

ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa-

milie (Art. 44 AsylG). 

8.2 Die Beschwerdeführerin verfügt derzeit (das eingeleitete Eheschluss-

verfahren ist nicht abgeschlossen; vgl. oben Bst. R) weder über eine aus-

länderrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Er-

teilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeord-

net (BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).  

8.3 Nachdem das SEM im Rahmen des Vernehmlassungsverfahrens die 

vorläufige Aufnahme der Beschwerdeführerin wegen Unzulässigkeit des 

Vollzugs angeordnet hat (vgl. oben Bst. Q sowie E. 3), erübrigen sich pra-

xisgemäss weitere Ausführungen zum Wegweisungsvollzug; die Be-

schwerde ist, soweit die Anordnung des Wegweisungsvollzugs betreffend, 

gegenstandslos geworden. 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist 

demnach abzuweisen, soweit sie nicht gegenstandslos geworden ist. 

10.  

10.1  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die (reduzierten) Kosten der 

Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Nachdem das 

Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung mit Instrukti-

onsverfügung vom 18. März 2015 gutgeheissen wurde und den Akten 

keine Hinweise auf eine Veränderung der finanziellen Verhältnisse zu ent-

nehmen sind, ist von einer Kostenauflage abzusehen. 

E-1485/2015 

Seite 20 

10.2  

Eine Parteientschädigung im Sinne von Art. 64 VwVG ist beim vorliegen-

den Verfahrensausgang nicht zuzusprechen, zumal die Beschwerdeführe-

rin nicht vertreten gewesen ist. 

(Dispositiv nächste Seite)  

E-1485/2015 

Seite 21 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit sie nicht gegenstandslos gewor-

den ist. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.  

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Christa Luterbacher Sandra Bodenmann 

 

 

Versand: