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**Case Identifier:** 6b1a6335-d34c-586c-a274-0dfb4040bb6a
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-09-15
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht 15.09.2021 820 20 166
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_003_820-20-166_2021-09-15.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und 

Verwaltungsrecht 

 

vom 15. September 2021 (820 20 166) 

____________________________________________________________________ 

 

 

 

Staatshaftung 

 

 

Schadenersatzforderung gegen Gemeinde wegen Rückschnitt eines Baums / Nachweis 

eines Schadens  

 

 
Besetzung Vizepräsident Daniel Ivanov, Kantonsrichter Niklaus Ruckstuhl, Hans 

Furer, Claude Jeanneret, Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiber Marius 
Wehren 
 
 

Beteiligte A.____, Kläger, vertreten durch David Grimm, Rechtsanwalt 
  

 
gegen 
 
 

 Einwohnergemeinde B.____, Beklagte, vertreten durch Dr. Vanessa 
Caroline Haubensak, Advokatin 
 

  
  
Betreff Forderung aus Staatshaftung 
 
 

 
A. Am 15. Juni 2020 erhob A.____, vertreten durch David Grimm, Rechtsanwalt, beim 
Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht, verwaltungs-
gerichtliche Klage gegen die Einwohnergemeinde B.____ mit dem Rechtsbegehren, es sei die 
Beklagte zu verpflichten, dem Kläger den Betrag von Fr. 45'091.10 zuzüglich Zins zu 5 % seit 
dem 17. Juli 2019 zu bezahlen (Ziff. 1). Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (Ziff. 2).  
 

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B. In ihrer Klageantwort vom 14. August 2020 beantragt die Beklagte, vertreten durch  
Dr. Vanessa Caroline Haubensack, Advokatin, es sei die Klage unter o/e-Kostenfolge abzuwei-
sen.  
 
C. Mit Replik vom 29. Oktober 2020 hält der Kläger vollumfänglich an den gestellten Be-
gehren fest.  
  
D. Am 23. Dezember 2020 reichte die Beklagte ihre Duplik ein, in welcher vollumfänglich 
an den gestellten Begehren festgehalten wird.  
 
E. Mit Verfügung vom 20. Januar 2021 wurde der Fall der Kammer zur Beurteilung über-
wiesen und eine Parteiverhandlung mit vorgängigem Augenschein angeordnet.  
 
F. Anlässlich der heutigen Parteiverhandlung mit vorgängigem Augenschein vor Ort hiel-
ten die Parteien vollumfänglich an den gestellten Begehren fest.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 
 
1. Gemäss § 50 Abs. 1 lit. c des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungspro-
zessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht auf Klage hin als 
einzige Instanz Haftungsforderungen Dritter nach Massgabe des Bundesrechts und des Geset-
zes über die Haftung des Kantons und der Gemeinden (Haftungsgesetz) vom 24. April 2008. 
Das Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht, ist demnach zuständig zur 
Beurteilung der vom Kläger gestützt auf das Haftungsgesetz erhobenen Schadenersatzforde-
rung. Da auch die weiteren formellen Voraussetzungen erfüllt sind, ist auf die vorliegende Klage 
einzutreten. 
 
2. Die Aktiv- und Passivlegitimation des Klägers bzw. der Beklagten ist unbestrittener-
massen gegeben und gibt zu keinen Bemerkungen Anlass.  
 
3.1 Strittig ist, ob dem Kläger gegenüber der Beklagten ein Schadenersatzanspruch aus 
Staatshaftung zusteht. 
 
3.2 Gemäss § 3 Abs. 1 des Haftungsgesetzes haftet der Staat nach den Bestimmungen 
dieses Gesetzes für Schaden, den seine Mitarbeitenden in Ausübung ihrer amtlichen Tätigkeit 
Dritten rechtswidrig verursachen. Die Voraussetzungen der Staatshaftung sind demnach der 
Eintritt eines Schadens, dessen Verursachung durch Personen, die öffentliche Aufgaben erfül-
len, die Widerrechtlichkeit der Schädigung sowie ein adäquater Kausalzusammenhang zwi-
schen der hoheitlichen Handlung oder Unterlassung und dem eingetretenen Schaden (vgl. auch 
Urteil des Bundesgerichts 8C_900/2013 vom 5. Mai 2014 E. 4.2 mit Hinweisen). Die (aus-
schliessliche) Haftung des Gemeinwesens ist als verschuldensunabhängige Kausalhaftung 
ausgestaltet, weshalb kein Verschulden der verantwortlichen Mitarbeitenden vorausgesetzt ist 

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(vgl. Vorlage an den Landrat [2007-082] vom 17. April 2007 zur Totalrevision des Verantwort-
lichkeitsgesetzes, S. 26 f.). 
 
3.3 Der Kläger ist Eigentümer der Parzelle Nr. XX, Grundbuch B.____, welche sich in der 
Wohn-/Geschäftszone WG3 befindet. Die Parzelle mit einer Gesamtfläche von 1'572 m2 ist 
überbaut mit einer Gewerbebaute sowie einem Einfamilienhaus, welches über einen angebau-
ten Teil mit gewerblicher Nutzung (Take-away-Betrieb) verfügt. An der nordwestlichen Parzel-
lengrenze befindet sich eine rund 100-jährige Linde, welche im Rahmen der Zonenplanung 
Siedlung der Einwohnergemeinde B.____ vom 12. Mai 2014 als erhaltenswerter Baum unter 
Schutz gestellt wurde. Unbestritten ist, dass im Juli 2019 Mitarbeiter der C.____ AG im Auftrag 
der Gemeinde Schnittarbeiten an der Linde vornahmen, ohne dass vorgängig das erforderliche 
Einverständnis des Klägers eingeholt worden war.        
 
3.4.1 Der Kläger macht zur Begründung seiner Schadenersatzforderung zusammengefasst 
geltend, neben ihrem altersbedingten Wert habe die Linde dank ihren langen Ästen bisher für 
einen gewollten Sichtschutz zur angrenzenden Strasse und zu den umstehenden Wohnblöcken 
hin gesorgt. Bereits im Jahr 2018 sei er von der Beklagten gebeten worden, die Äste der Linde 
um den Kandelaber auf dem angrenzenden Trottoir zu kürzen, was er getan habe. Durch den 
von der Beklagten widerrechtlich veranlassten Rückschnitt sei ein grosser Teil der Äste der Lin-
de (rund 20 %) entfernt worden. Die Linde sei rundherum, d.h. nicht nur im Bereich des Kande-
labers auf dem angrenzenden Trottoir, und auch an der Baumkrone zurückgeschnitten worden. 
Insgesamt seien rund zwei volle LKW-Ladungen an Gehölz der Linde von der Parzelle abtrans-
portiert worden. Aus der Beschneidung der Linde sei ihm ein Schaden in der Höhe von  
Fr. 45'091.10 entstanden, welcher sich aus der Wertminderung der Parzelle um Fr. 40'000.-- 
sowie den Kosten für die Wiederherstellung des Sichtschutzes in der Höhe von Fr. 5'091.10 
zusammensetze. Die Berechnung der Wertminderung basiere auf der Kurzbewertung der 
D.____ AG (D.____) vom 2. Juni 2020. Gemäss dem fraglichen Gutachten reduziere sich die 
Mikrolage seiner Liegenschaft aufgrund des Rückschnitts der Linde um eine Stufe von "gut" auf 
"mittel bis gut". Ohne Rückschnitt des Lindenbaumes habe der Verkehrswert der Liegenschaft 
aufgrund der Mikrolage Fr. 1'148'000.-- betragen. Nach dem Rückschnitt betrage der Verkehrs-
wert aufgrund der Rückstufung der Mikrolage neu Fr. 1'106'000.--. Für einen einigermassen 
natürlich gestalteten Sichtschutz würden zudem gemäss der eingeholten Offerte der Firma 
E.____ Kosten in der Höhe von Fr. 5'091.10 anfallen. Die weiteren Voraussetzungen für eine 
Staatshaftung im Sinne des Haftungsgesetzes (Widerrechtlichkeit, Kausalität etc.) seien eben-
falls erfüllt, weshalb die gestellten Begehren gutzuheissen seien.   
 
3.4.2 Die Beklagte entgegnet in der Klageantwort zusammengefasst, dass die Linde vor 
Durchführung der Schnittarbeiten im Juli 2019 nicht den einer fachgerechten Pflege entspre-
chenden Zustand aufgewiesen habe; namentlich hätten einzelne Kronenpartien entlastet und 
Totholz entfernt werden müssen. Ein Rückschnitt sei dementsprechend notwendig gewesen, 
um den Baum langfristig erhalten zu können. Ferner seien das Lichtraumprofil zur Strasse so-
wie die Verkehrssicherheit, namentlich die Sicherheit für die Passanten auf dem Trottoir, nicht 
gewährleistet gewesen. Am 16. Juli 2019 hätten Mitarbeiter der von der Beklagten beauftragten 
C.____ AG die notwendigen Arbeiten – insbesondere das Freischneiden des Lichtraumprofils, 

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die Entfernung von Totholz respektive Dürrästen sowie die Entlastung einzelner Kronenpartien 
– durchgeführt. Entgegen der Behauptung des Klägers seien dabei nicht 20 % des Gehölzes, 
sondern lediglich ca. 3 m3 bzw. 5 % der Blattmasse der Linde entfernt worden. Die Beklagte 
habe zu keinem Zeitpunkt bestritten, dass sie es versäumt habe, den Kläger darauf hinzuwei-
sen, dass die Linde zurückgeschnitten werden müsse, sowie diesen über den Eingriff zu infor-
mieren. Ein Anspruch auf Genugtuung wie auch Schadenersatz bestehe jedoch nicht, zumal 
der Baum von Spezialisten fachmännisch zurückgeschnitten worden sei und am Baum dement-
sprechend keine Schäden entstanden seien. Ferner sei zu beachten, dass gestützt auf das Zo-
nenreglement Siedlung und das kommunale Polizeireglement – wenn auch mit vorgängiger 
Information des Klägers – ein Rückschnitt der Linde zwingend hätte vorgenommen werden 
müssen, wobei die diesbezüglichen Kosten vom Kläger hätten getragen werden müssen. Der 
vom Kläger eingereichten Kurzbewertung der D.____ AG könne entnommen werden, dass sich 
der Gutachter nicht auf eine Wertminderung der Parzelle habe festlegen wollen. Namentlich 
gehe er lediglich von einer "potenziellen Wertminderung" von Fr. 40'000.-- aus und halte fest, 
dass die Frage, ob der Rückschnitt des Lindenbaums einen negativen Einfluss auf den Wert der 
Liegenschaft habe, eine "subjektive Betrachtungsweise" sei. Der Gutachter führe aus, dass 
durch das Zurückschneiden zwar der Sichtschutz nicht mehr sichergestellt sei, anderseits aber 
je nach Sonnenstand etwas mehr Licht auf den Sitzplatz respektive das Wohnhaus durchzu-
dringen vermöge. Gemäss dem von der Beklagten im Sinne einer Zweitmeinung eingeholten 
Gutachten von F.____, G.____ AG (G.____), vom 15. Juli 2020 könne der monierte Sichtschutz 
nur einen stark untergeordneten Einfluss auf den Gesamtwert der Liegenschaft haben. Die di-
rekten lmmissionen und Einschränkungen auf der Parzelle des Klägers hätten weit mehr Ge-
wicht für die Bewertung. Die in der Kurzbewertung der D.____ AG gewählte hedonische Metho-
de sei zudem nicht geeignet, um die behauptete Wertminderung herzuleiten, und eine solche 
sei aufgrund des Rückschnitts nicht entstanden. Eine Wertminderung der Liegenschaft sei des-
halb gemäss dem Gutachten G.____ zu verneinen und der entsprechende Beweis sei vom Klä-
ger ganz offensichtlich nicht erbracht worden. Je nach Betrachtungsweise habe sich gar eine 
Verbesserung der Situation ergeben. 
 
3.4.3 In der Replik hielt der Kläger an seinen Standpunkten fest. Ergänzend wird ausgeführt, 
dass die Ausführungen der Beklagten zum Lichtraumprofil tatsachenwidrig und nicht relevant 
seien, zumal der Grossteil des Beschnitts an der Linde auf der gegenüberliegenden Seite des 
Strassenbeleuchtungskandelabers, beim Sitzplatz des Klägers, erfolgt sei. Im Weiteren habe 
kein Pflegenotstand bestanden, da die Beklagte ein Jahr zuvor die Linde des Klägers noch als 
genügend gepflegt erachtet habe. Entgegen dem Verständnis der Beklagten habe der Verfas-
ser des Gutachtens D.____ keine Zweifel an der angewandten Methodik geäussert. Er habe 
einzig festgehalten, dass der Einfluss des Rückschnitts der Linde auf den Wert der Liegenschaft 
ein subjektiver sei. Dies liege jedoch in der Natur eines Schätzungsgutachtens. Ein solches 
enthalte stets subjektive Elemente, ohne die ein Gutachter eine Bewertung nicht vornehmen 
könnte. Korrekt sei, dass der Gutachter festgehalten habe, für den Sichtschutz fehle ein eige-
nes Kriterium. Dennoch habe der Gutachter die Gesamtsituation beurteilen können. Auf Rück-
frage des Klägers hin habe der Gutachter bestätigt, dass seine Beurteilung der Wertminderung 
auf dem gesamten Rückschnitt und dem fehlenden Sichtschutz beruhe. Die Formulierung "po-
tenzielle Wertminderung" im Gutachten D.____ sei typisch für Gutachten, zumal es sich um 

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eine Schätzung handle. Die Ausführungen der Beklagten zur angeblichen Wertvermehrung sei-
en unbeachtlich. Der Verfasser des Gutachtens D.____ habe zwar festgehalten, dass ein ent-
fernter Sichtschutz auch als positiver Effekt betrachtet werden könne. Dies treffe auf den Kläger 
jedoch nicht zu. Dieser habe einen Sichtschutz besessen und dieser Sichtschutz sei von der 
Beklagten entfernt worden. Die Beschränkung der Bewertung auf einen Parzellenteil im Gutach-
ten D.____ sei ebenfalls nicht zu beanstanden und bedeute nicht, dass nicht die gesamte Um-
gebung dieses Parzellenteils einschliesslich des übrigen Parzellenteils in die Beurteilung mit-
eingeflossen wäre. Diese sei Teil der Einstufung der Mikrolage und deshalb vom Gutachter 
ebenfalls berücksichtigt worden. Nicht nachvollziehbar sei, dass die Beklagte den weggefalle-
nen Sichtschutz bestreite. Der Kläger habe bedauerlicherweise mangels Ankündigung des 
Rückschnitts der Linde keine Fotoaufnahmen der Linde vor deren Beschneidung erstellen kön-
nen und jenen Zustand deshalb nur nachbilden können. Auf den eingereichten Bildern von 
Google Streetview sei der Sichtschutz jedoch noch gut erkennbar. Soweit die Beklagte geltend 
mache, der Sichtschutz sei nicht weggefallen und der Sitzplatz des Klägers sei praktisch aus 
keinem Winkel einsehbar, sei dies schlicht tatsachenwidrig. Der weiterhin bestehende Sicht-
schutz in Form der Holzwände schütze vor Blicken von der angrenzenden Strasse bzw. dem 
Trottoir. Der weggefallene Sichtschutz hingegen schütze vor dem Einblick der angrenzenden 
Nachbarn und spende Schatten. Ein Ersatz durch einen natürlich gehaltenen Sichtschutz, wie 
er von der Firma E.____ offeriert worden sei, komme dem Realersatz am nächsten. Nach der 
bundesgerichtlichen Rechtsprechung sei zudem eine Kumulation von Reparaturkosten und 
(merkantilem) Minderwert möglich. 
  
3.4.4 In ihrer Duplik entgegnet die Beklagte unter Hinweis auf die ergänzende Stellungnah-
me der G.____ AG vom 24. November 2020 (nachfolgend: Stellungnahme G.____), dass der in 
Frage stehende Baumschnitt als untergeordnete, örtlich sehr begrenzte und vom subjektiven 
Empfinden abhängige Veränderung in keiner Schätzung ein Abbild erfahren könne. Bei der he-
donischen Methode fehle es denn auch an einem eigenen Kriterium lediglich für den Sicht-
schutz. Der Gutachter des Klägers habe sich daher wohl mit einer Veränderung der Standort-
qualität zu behelfen versucht, was eine völlig willkürliche Vorgehensweise darstelle. Die 
Standortqualität erfahre dann eine Anpassung, wenn sich die direkten Einflüsse auf die Ge-
samtliegenschaft derart veränderten (beispielsweise durch eine neue Flugschneise, die Ver-
bauung einer Aussicht etc.), dass die entsprechenden Parameter im System eine Veränderung 
erfahren würden. Die Wahl der hedonischen Methode entspreche indes nicht dem Standard der 
Branche zur Erstellung einer Verkehrswertschätzung einer Liegenschaft, wie sie sich im vorlie-
genden Fall präsentiere. Eine Schätzung mittels hedonischer Methode könnte lediglich ergän-
zend zu Vergleichszwecken herangezogen werden, ersetze aber keinesfalls eine Verkehrswert-
schätzung basierend auf dem Ertragswert respektive möglicherweise nur noch dem Bodenwert. 
Im Weiteren wäre es Sache des Klägers gewesen, aufzuzeigen, wie die Schätzungsunsicher-
heit von 10 % zu berücksichtigen sei, was er unterlassen habe. Schliesslich habe der Gutachter 
des Klägers losgelöst von einem branchentypischen Vorgehen einen Teil der Parzelle ausge-
schieden und eine Bewertung lediglich dieses Abschnitts vorgenommen, was nicht nachvoll-
ziehbar sei.  
 

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4.1 Ein Haftungsanspruch setzt voraus, dass ein rechtlich relevanter Schaden entstanden 
ist. Da das Haftungsgesetz diesbezüglich keine eigene Regelung trifft, sind die Bestimmungen 
des Schweizerischen Obligationenrechts anzuwenden (§ 2 Abs. 2 Haftungsgesetz). Massge-
bend ist somit der zivilrechtliche Schadensbegriff, welcher der sog. Differenzmethode folgt. Da-
nach entspricht der Schaden einer ungewollten Vermögensverminderung (Verminderung des 
Reinvermögens), die in einer Verminderung der Aktiven oder einer Vermehrung der Passiven 
sowie in entgangenem Gewinn bestehen kann, mithin der Differenz zwischen dem gegenwärti-
gen Vermögensstand und dem Stand, den das Vermögen ohne das schädigende Ereignis hätte 
(vgl. MARIANNE RYTER, in: Biaggini/Häner/Saxer/Schott [Hrsg.], Fachhandbuch Verwaltungs-
recht, Zürich 2015, Rz. 29.61 f.).  
 
4.2 Hinsichtlich des Nachweises des Schadens ist aufgrund des Verweises in § 2 Abs. 2 
des Haftungsgesetzes die Regelung von Art. 42 OR massgebend. Danach ist der Schaden so 
konkret wie möglich zu beweisen (vgl. Art. 42 Abs. 1 OR). Der Geschädigte ist somit hinsichtlich 
der haftungsbegründenden Tatsachen beweispflichtig und muss seinen Schaden substantiiert 
vorbringen (vgl. FELIX UHLMANN, Schweizerisches Staatshaftungsrecht, Zürich 2017, Rz. 177 ff.; 
TOBIAS JAAG, Staats- und Beamtenhaftung, SBVR I/3, 3. Aufl., Basel 2017, Rz. 186; JOST 
GROSS, Schweizerisches Staatshaftungsrecht, 2. Aufl., Bern 2001, S. 370). Es kommt dabei das 
Regelbeweismass der vollen richterlichen Überzeugung zur Anwendung, wonach ein Beweis 
als erbracht gilt, wenn das Gericht nach objektiven Gesichtspunkten von der Richtigkeit einer 
Sachbehauptung überzeugt ist und ihm allfällige Zweifel als unerheblich erscheinen (vgl. BGE 
130 III 321 E. 3.2). Selbst wenn ein strikter Beweis nach der Natur der Sache nicht möglich oder 
nicht zumutbar ist (vgl. Art. 42 Abs. 2 OR), haben die Geschädigten alle Umstände, die für den 
Eintritt eines Schadens sprechen und dessen Abschätzung erlauben oder erleichtern, soweit 
möglich und zumutbar zu behaupten und zu beweisen. Die vorgebrachten Umstände müssen 
geeignet sein, den Bestand des Schadens hinreichend zu belegen und seine Grössenordnung 
hinreichend fassbar werden zu lassen. Die Zusprechung von Schadenersatz setzt voraus, dass 
der Eintritt des geltend gemachten Schadens nicht bloss im Bereich des Möglichen liegt, son-
dern als annähernd sicher erscheint (vgl. BGE 122 III 219 E. 3a; Urteil des Bundesgerichts 
2C_852/2019 vom 20. November 2020 E. 7.2 mit Hinweisen).    
  
4.3.1 Der Kläger stützt sich für den Nachweis der Wertminderung seiner Liegenschaft auf 
den Bericht von H.____, D.____ AG, vom 2. Juni 2020 ("Kurzbewertung per 02.06.2020"; nach-
folgend: "Kurzbewertung D.____"). Im fraglichen Bericht wird ausgeführt, das für die Bewertung 
der Liegenschaft des Klägers genutzte Rechenmodell der Firma IAZI beruhe auf einer sehr 
grossen Datenbank mit tatsächlich bezahlten Preisen für analoge Gebäude an vergleichbaren 
Lagen. Zur Berechnung einer allfälligen Wertminderung sei anhand einer Sensitivitätsrechnung 
die Mikrolage in der hedonischen Bewertung des Bewertungstools um eine Stufe von "gut" auf 
"gut bis mittel" reduziert worden. Grundsätzlich werde die Lage von der Datenbank transakti-
onsbasiert als "gut" eingestuft. Da der angebaute lmbiss von dieser Situation nicht betroffen sei, 
sei nur der Wohnteil betrachtet worden und die Parzelle sei virtuell abparzelliert worden. Damit 
sei in der Bewertung eine Grundstücksfläche von 540 m2 berücksichtigt (Kurzbewertung 
D.____, S. 3). Aufgrund der transaktionsbasierten Einstufung ermittle die Datenbank eine "gute" 
Lage im Ort. Würden die tatsächlichen Distanzen und Parameter erfasst, resultiere ebenfalls 

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eine "gute" Lage. Wie beschrieben, sei zur Berechnung der potenziellen Wertminderung durch 
den Rückschnitt des Baums die Mikrolage in einer Zweitbewertung um eine Stufe nach unten 
auf "mittel bis gut" angepasst worden (Kurzbewertung D.____, S. 3). Anhand des verwendeten 
Tools ergebe sich damit ein Verkehrswert vor dem Rückschnitt von Fr. 1'148'000.-- und nach 
dem Rückschnitt von Fr. 1'106'000.-- bzw. eine Wertminderung von Fr. 42'000.--. Die potenziel-
le Wertminderung liege damit im Bereich um Fr. 40'000.--. Ob der Rückschnitt des Linden-
baums einen negativen Einfluss auf den Wert habe, sei jedoch eine subjektive Betrachtungs-
weise. Einerseits werde durch das Zurückschneiden der Sichtschutz nicht mehr sichergestellt, 
andererseits dringe je nach Sonnenstand etwas mehr Licht auf den Sitzplatz bzw. das Wohn-
haus durch. Bei einer nachteiligen Betrachtungsweise sei jedoch die Anbringung eines Sicht-
schutzes, beispielsweise in Form einer Sichtschutzwand, mit Kosten verbunden. Der Einfluss 
sei jedoch wie beschrieben subjektiv und könne nicht exakt quantifiziert werden, da ein eigenes 
Kriterium bezüglich Sichtschutz fehle (Kurzbewertung D.____, S. 4). 
 
4.3.2 Die Beklagte hat ihrerseits zur Kurzbewertung D.____ eine Stellungnahme von F.____, 
G.____ AG, vom 15. Juli 2020 eingeholt (nachfolgend: Kurzbericht G.____). Darin wird im We-
sentlichen ausgeführt, dass die Herleitung der Wertminderung anhand der hedonischen Metho-
de, wie sie in der Kurzbewertung D.____ vorgenommen werde, im vorliegenden Fall nicht als 
geeignet erscheine. Zum einen werde der Wert nur auf das Einfamilienhaus bezogen und ein 
willkürlicher Landanteil von 540 m2 der Gesamtpazelle Nr. XX (haltend 1'572 m2) eingesetzt. 
Zudem beziehe sich die Bewertung auf die Mikrolage und dabei einzig und alleine auf den 
Sichtschutz im Gartenbereich. Berücksichtige man die für diese Parzelle äusserst einschnei-
denden Rahmenbedingungen, zeige sich jedoch, dass der monierte Sichtschutz nur eine stark 
untergeordnete Beeinflussung des Gesamtwerts haben könne. Einerseits befinde sich die Lie-
genschaft direkt an einer der Hauptverkehrsachsen der Gemeinde mit Autobahnzubringer sowie 
einer zweispurigen Tramlinie (7.5-Minuten-Takt). Zudem seien im direkten Umfeld des für die 
Bewertung massgebenden Gartensitzplatzes ein Garagenbetrieb mit Tankstelle sowie auf zwei 
Seiten direkt anschliessende Parkplätze zu berücksichtigen. Ebenfalls sei im bewerteten Einfa-
milienhaus ein Take-away-Betrieb mit Aussenbereich (Stehtische für Konsumation) eingerichtet. 
Es werde somit deutlich, dass die direkten Immissionen und Einschränkungen weit mehr Ge-
wicht für die Bewertung hätten. Die in der hedonischen Methode vorgenommene Beurteilung 
habe auch vor dem Rückschnitt der Linde kaum als "gute" Mikrolage bezeichnet werden kön-
nen. Aufgrund der angeführten Einflüsse sei eine deutlich tiefere Klassifikation anzunehmen 
und eine Veränderung in Bezug auf den Sichtschutz kaum massgebend. Es handle sich hier um 
ein Haus bzw. eine Wohnung im direkten Umfeld von Gewerbe und somit konkreten Immissio-
nen. Im Weiteren sei festzustellen, dass in der Kurzbewertung D.____ eine Schätzungsunsi-
cherheit von 10 % angegeben werde. Die ausgewiesene Wertminderung von Fr. 40'000.-- ent-
spreche somit lediglich ca. einem Drittel der möglichen Schätzungsunsicherheit und hebe sich 
damit auf. Als Fazit sei festzustellen, dass eine Wertminderung in Bezug auf den monierten 
Sichtschutz nicht gegeben sei. 
  
4.3.3  In einer ergänzenden Stellungnahme der G.____ AG vom 24. November 2020 (nach-
folgend: Stellungnahme G.____) wird zusammengefasst ausgeführt, dass es sich im vorliegen-
den Fall um eine Wohn- und Geschäftsliegenschaft mit Garagenbetrieb, einem Take-away-

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Betrieb sowie einer teilweisen Wohnnutzung handle. Es sei unbestritten, dass für derartige Lie-
genschaften heute nur noch der Ertragswert massgebend sei bzw. je nach Zustand evtl. der 
reine Bodenwert. Der auf den entsprechenden Mietzinsen basierende Wert werde unabhängig 
vom Sichtschutz ermittelt. Diesen erachte man zudem als sehr subjektiv, wobei das entspre-
chende subjektive Empfinden nicht abschliessend beurteilt werden könne. Anders würde es 
sich verhalten, wenn sich die direkten Einflüsse derartig verändert hätten, dass von einem Min-
derwert für die ganze Parzelle gesprochen werden müsse. Dies müsste jedoch ein gravierender 
Einfluss sein, welcher auf die Gesamtliegenschaft eine grosse Einwirkung habe (neue Flug-
schneise, neue Autobahn, etc.). Hier würde sich auch in der hedonischen Methode die 
Standortqualität begründen lassen und nachvollziehbar verändern.    
 
4.4.1 In der Kurzbewertung D.____ wurde die Berechnung einer allfälligen Wertminderung 
des Wohnteils der Liegenschaft des Klägers anhand des Bewertungstools der Firma IAZI vor-
genommen. Dabei wurde die Mikrolage von "gut" auf "mittel bis gut" reduziert und die entspre-
chenden, aus dem System IAZI ermittelten Werte bzw. deren Differenz wurden als "potenzielle 
Wertminderung" ausgewiesen. Die Wertminderung wurde somit gestützt auf die hedonische 
Methode hergeleitet, was vom Kläger nicht bestritten wird. Strittig ist zunächst, ob diese Metho-
de im vorliegenden Fall geeignet ist, um einen allfälligen Minderwert der Liegenschaft des Klä-
gers vor und nach dem Rückschnitt der Linde festzustellen.  
 
4.4.2 Bei der Bewertung nach hedonischem Modell handelt es sich um eine Art Vergleichs-
verfahren. Dabei werden nicht die Liegenschaften selbst verglichen, sondern deren preisbe-
stimmende Eigenschaften. Die einzelnen Eigenschaften eines Grundstücks werden – ähnlich 
wie bei der Einstufung gemäss einem Lageklassenschlüssel – definiert, aber nicht von einem 
Schätzer benotet, sondern aufgrund der erfassten und ausgewerteten Vergleichsdaten, die auf 
effektiven Marktdaten beruhen, preislich bestimmt (vgl. BGE 134 II 49 E. 16.4). Die hedonische 
Methode sieht eine Immobilie mithin als ein Bündel von Eigenschaften, wobei namentlich Lie-
genschaftsmerkmale und Lagemerkmale unterschieden werden. Unter Liegenschaftsmerkma-
len sind Eigenschaften wie die Objektart (Einfamilienhaus, Mehrfamilienhaus etc.), das wirt-
schaftliche Alter der Liegenschaft, die Grundstücks- und Wohnfläche, die Anzahl Zimmer etc. zu 
berücksichtigen. Hinsichtlich der Lagemerkmale wird in der Regel zwischen der Mikrolage und 
der Makrolage unterschieden. Unter der Mikrolage wird die Lage des Objektes im Kleinen, d.h. 
in der unmittelbaren Umgebung sowie innerhalb der Gemeinde verstanden. Mit Makrolage wer-
den sämtliche Faktoren bezeichnet, welche die Lage der Gemeinde, in welcher das Objekt 
steht, als Ganzes und im Vergleich zum grösseren Umfeld wie Agglomeration, Region etc. aus-
zeichnen (vgl. Schweizerische Vereinigung kantonaler Grundstückbewertungsexperten [SVKG; 
Hrsg.], Das Schweizerische Schätzerhandbuch [Schätzerhandbuch], 5. Aufl. 2019, S. 108 f.).   
 
4.4.3 Die hedonische Methode setzt voraus, dass das zu bewertende Objekt die gleichen 
Haupteigenschaften aufweist wie die erfassten Vergleichsobjekte. Sie findet als eigenständige 
Methode Anwendung bei sog. einfachen Immobilienarten. Der Methode zugänglich sind beson-
ders häufig gehandelte Immobilien mit gleichen Haupteigenschaften wie Grundstücke mit Ein- 
und Mehrfamilienhäusern oder Stockwerkeigentumswohnungen, nicht jedoch Sonderobjekte 
wie luxuriöse Villen oder Mischbauten Wohnungen/Gewerbe (vgl. Schätzerhandbuch, a.a.O.,  

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S. 101; STEPHAN WOLF/MARTIN EGGEL, in: Heinz Hausheer/Hans Peter Walter [Hrsg.], Berner 
Kommentar, 2014, Rz. 29 zu Art. 617 ZGB; BGE 134 II 49 E. 16.2; BGE 134 III 42 E. 4). Einen 
weiteren Anwendungsbereich findet die hedonische Methode in der Plausibilitätskontrolle von 
Daten und Ergebnissen anderer Verfahren und Methoden (vgl. Schätzerhandbuch, a.a.O.,  
S. 102).  
 
4.4.4 Wie bereits ausgeführt (E. 3.3 hiervor), weist das Grundstück des Klägers eine ge-
mischte Wohn- und Gewerbenutzung auf. Dies gilt selbst für das auf der Parzelle befindliche 
Einfamilienhaus, welches keine reine Wohnnutzung aufweist, sondern im angebauten Teil über 
eine gewerbliche Nutzung in Form eines Take-away-Betriebs verfügt. Damit handelt es sich bei 
der Liegenschaft des Klägers jedoch nicht um eine sog. einfache Immobilienart, welche einer 
Bewertung mittels der hedonischen Methode zugänglich wäre. Die hedonische Methode stellt 
deshalb im Lichte der vorstehenden Erwägungen (E. 4.4.3 hiervor) keine geeignete Methode 
dar, um den Verkehrswert der Liegenschaft des Klägers bzw. eine allfällige Wertminderung auf-
grund des Rückschnitts der Linde zu berechnen. Der Kläger unterlässt es im Übrigen, sich mit 
den von der Beklagten diesbezüglich vorgebrachten Einwänden auseinanderzusetzen. Sein 
Hinweis, weder die Beklagte noch deren Parteigutachter hätten aufzuzeigen vermocht, weshalb 
die in der Kurzbewertung D.____ angewandte Methode untauglich sein solle (Replik, Rz. 52), 
genügt in diesem Zusammenhang nicht und erweist sich gestützt auf die vorstehenden Ausfüh-
rungen als unzutreffend. Die Kurzbewertung D.____ beruht nach dem Gesagten auf einer im 
vorliegenden Fall nicht sachgerechten Vorgehensweise. Sie kann bereits aus diesem Grund 
keine hinreichende Grundlage bilden, um einen allfälligen Schaden aufgrund des Rückschnitts 
der Linde zu beweisen.  
 
4.5.1 Selbst für den Fall, dass die hedonische Methode vorliegend als geeignet erachtet 
würde, vermag die Kurzbewertung D.____ den Beweis einer Wertminderung der Liegenschaft 
des Klägers oder eines anderweitigen Schadens nicht zu erbringen.  
 
4.5.2 Die Kurzbewertung D.____ unterstellt eine Wertminderung der Liegenschaft lediglich 
für den Fall, dass der Rückschnitt der Linde des Klägers zu einer Veränderung der Mikrolage 
bzw. der "Lage im Ort", wie sie im verwendeten Bewertungstool der Firma IAZI als Kriterium 
definiert wird, geführt hat. Der Gutachter räumt indes ausdrücklich ein, dass ein eigenes Kriteri-
um für den "Sichtschutz" im Bewertungstool fehle und die Veränderung der Mikrolage von einer 
"subjektiven Betrachtungsweise" abhängig sei; einerseits werde durch den Rückschnitt der 
Sichtschutz nicht mehr sichergestellt, anderseits dringe je nach Sonnenstand etwas mehr Licht 
auf den Sitzplatz bzw. das Wohnhaus durch. Der Rückschnitt der Linde ist damit gemäss der 
Kurzbewertung D.____ je nach Betrachtungsweise mit einem Vorteil oder einem Nachteil ver-
bunden. Soweit der Kläger ausführt, dass ein Schätzungsgutachten stets subjektive Elemente 
enthalte, ohne die ein Gutachter eine Bewertung nicht vornehmen könnte (Replik, Rz. 9), mag 
dies zutreffen. Der in der Kurzbewertung D.____ enthaltene Verweis auf eine "subjektive Be-
trachtungsweise" bezieht sich jedoch nicht auf diesen Umstand, sondern es wird damit – wie in 
der Stellungnahme G.____ zutreffend ausgeführt wird – Bezug genommen auf die (subjektiven) 
Ansprüche des jeweiligen Nutzers der Liegenschaft. Die angeführte "subjektive Betrachtungs-
weise" bedeutet mit anderen Worten, dass potenzielle Käufer der Liegenschaft den Rückschnitt 

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der Linde entweder positiv oder negativ einstufen, je nachdem, ob sie dem Wegfall des Sicht-
schutzes oder dem zusätzlichen Lichteinfall ein höheres Gewicht beimessen. 
 
4.5.3 Die Zusprechung von Schadenersatz setzt wie bereits ausgeführt (E. 4.2 hiervor) 
selbst bei Vorliegen der Voraussetzungen für eine Beweiserleichterung (Art. 42 Abs. 2 OR) vo-
raus, dass der Eintritt des geltend gemachten Schadens nicht bloss im Bereich des Möglichen 
liegt, sondern als annähernd sicher erscheint. Die vom Kläger eingereichte Kurzbewertung 
D.____ vermag insofern, als sie die Verschlechterung der Mikrolage der Liegenschaft (von "gut" 
zu "mittel bis gut") aufgrund des Rückschnitts der Linde ausdrücklich von einer subjektiven Be-
trachtungsweise abhängig macht, allenfalls einen möglichen, nicht jedoch einen als annähernd 
sicher erscheinenden Schaden aufzuzeigen. 
 
4.5.4 Inwiefern aus dem Rückschnitt der Linde eine massgebliche Änderung der Mikrolage 
resultiert haben soll, ist im Übrigen nicht ersichtlich. Wie im Kurzbericht G.____ schlüssig aus-
geführt wird, ist die Liegenschaft des Klägers einschneidenden Rahmenbedingungen unterwor-
fen. Namentlich befindet sich die Liegenschaft – wie anlässlich des heutigen Augenscheins er-
sichtlich wurde – an einer vielbefahrenen Hauptverkehrsachse innerhalb der Gemeinde mit Au-
tobahnzubringer und einer zweispurigen Tramlinie sowie im direkten Umfeld von Gewerbe. Die 
Beurteilung im Kurzbericht G.____, wonach dem in Frage stehenden Wegfall des Sichtschutzes 
hinsichtlich einer allfälligen Wertminderung der Liegenschaft keine Relevanz zukommen könne, 
erweist sich vor diesem Hintergrund als schlüssig und überzeugend. Die Stellungnahme G.____ 
hält überdies nachvollziehbar fest, dass sich das in der Kurzbewertung D.____ angeführte sub-
jektive Empfinden nicht abschliessend beurteilen lasse, zumal eine derartig lokale subjektive 
Beeinträchtigung keine Berücksichtigung in einer Schätzungsmethode finden könne. Der Kläger 
setzt sich mit den diesbezüglichen, substantiiert vorgetragenen Einwänden der Beklagten nicht 
weiter auseinander. Sein im Rahmen der Replik vorgebrachter Hinweis, wonach im Rahmen 
der Kurzbewertung D.____ nicht bloss der weggefallene Sichtschutz, sondern der "gesamte 
Rückschnitt" der Linde beurteilt worden sei (Replik, Rz. 10, 16, 42, 49), überzeugt in diesem 
Zusammenhang nicht. Der Kläger verweist diesbezüglich auf eine E-Mail des Gutachters 
H.____ vom 28. September 2020, in welcher dieser auf Nachfrage des Klägers ausführte, dass 
sich die Wertminderung der Liegenschaft "aus dem gesamten Rückschnitt und dem sich daraus 
ergebenden fehlenden Sichtschutz" ergebe. Es ist unklar, was der Kläger aus dieser Auskunft 
ableiten möchte. Die zitierte Aussage deckt sich im Wesentlichen mit den Ausführungen in der 
Kurzbewertung D.____, wonach der mit dem Rückschnitt der Linde einhergehende Wegfall des 
Sichtschutzes bei (negativer) subjektiver Betrachtungsweise eine potenzielle Wertminderung 
bewirke. Inwiefern sich aus dem "gesamten Rückschnitt der Linde" aus anderen Gründen eine 
Wertminderung der Liegenschaft ergeben soll, ist nicht ersichtlich und wird vom Kläger auch 
nicht substantiiert dargelegt. Nach dem Gesagten ist nicht erstellt, dass der Rückschnitt der 
Linde zu einer massgeblichen bzw. preisrelevanten Verschlechterung der Mikrolage der Lie-
genschaft des Klägers führte. 
 
4.5.5 Soweit der Kläger geltend macht, die Linde als solche habe durch den Rückschnitt an 
Wert verloren (Klage, Rz. 16; Replik, Rz. 44), kann ihm ebenfalls nicht gefolgt werden. Entge-
gen seiner Argumentation (Replik, Rz. 89) finden sich dazu in der Kurzbewertung D.____ keine 

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Ausführungen und der allgemeine Verweis des Klägers auf das Alter des Baums bzw. den dar-
aus resultierenden Wert genügt in diesem Zusammenhang nicht. Der Kläger macht im Übrigen 
nicht geltend, dass das von der Gemeinde beauftragte Unternehmen den Baum nicht fachmän-
nisch zurückgeschnitten hätte bzw. am Baum selbst ein Schaden entstanden wäre, und es be-
stehen dafür auch keine Anhaltspunkte. 
 
4.6.1 Ein ersatzpflichtiger Vermögensschaden bzw. ein Anspruch auf Ersatz für die Kosten 
eines Sichtschutzes fällt schliesslich auch gestützt auf die nachfolgenden Erwägungen ausser 
Betracht. 
 
4.6.2 Bei der streitgegenständlichen Linde handelt es sich wie dargelegt (E. 3.3 hiervor) um 
einen im Rahmen der Zonenplanung Siedlung als erhaltenswert bezeichneten Baum. Gemäss  
§ 43 Abs. 1 des Zonenreglements Siedlung der Einwohnergemeinde B.____ (ZRS) vom 12. Mai 
2014 prägen die im Zonenplan bezeichneten Bäume zu einem wesentlichen Teil das Sied-
lungsbild, dienen der Grünvernetzung und dem ökologischen Ausgleich und sind im öffentlichen 
Interesse erhaltenswert. Die ausgeschiedenen Bäume auf öffentlichem und privatem Grund 
sind in ihrem Bestand zu erhalten und sachgerecht zu pflegen (§ 43 Abs. 2 ZRS). Zu berück-
sichtigen ist ausserdem § 50 des Polizeireglements der Einwohnergemeinde B.____ vom  
25. April 2016 ("Überhängende Bepflanzungen"), wonach in das Lichtraumprofil einragende 
Bepflanzungen an öffentlichen Strassen und Trottoirs von der Grundstückseigentümerschaft so 
zurückzuschneiden sind, dass die Verkehrssicherheit und das ungestörte Begehen garantiert 
sind. Insbesondere dürfen die Wirkung der öffentlichen Beleuchtung sowie die Sicht auf Stras-
sensignale, Strassentafeln und Hausnummern nicht beeinträchtigt sein (Abs. 1). Muss der 
Rückschnitt nach erfolgloser Aufforderung der Pflichtigen auf öffentliche Anordnung hin erfol-
gen, gehen die Kosten zu Lasten der Grundstückseigentümerschaft (Abs. 2). In entsprechender 
Weise regelt § 42 Abs. 1 des Strassenreglements der Einwohnergemeinde B.____ vom  
26. Januar 2015, dass das Lichtraumprofil der Verkehrsanlage, die Strassenbeleuchtung und 
die notwendigen Sichtfelder bei Strasseneinmündungen und Privateinfahrten nicht durch Be-
pflanzungen und Gartenanlagen beeinträchtigt werden dürfen. Dem erläuternden Hinweis zu 
dieser Bestimmung kann entnommen werden, dass bei Fusswegen eine Mindesthöhe des 
Lichtraumprofils von 2.5 m und bei Fahrbahnen eine solche von 4.5 m erforderlich ist.    
 
4.6.3 Dem Kurzbericht der mit dem Rückschnitt der Linde beauftragten C.____ AG vom  
5. August 2020 kann entnommen werden, dass im Juli 2019 am Baum des Klägers ein Kronen-
pflegeschnitt vorgenommen worden sei. Dieser Schnitt umfasse das Erstellen des Lichtraum-
profils zur Strasse und zum Kandelaber, das Entfernen des Totholzes und wo nötig das partielle 
Entlasten von einzelnen Kronenpartien. Mit diesen Schnittarbeiten könne die Verkehrssicherheit 
des Baums erstellt bzw. erhalten werden und diese hätten bei fachgerechter Ausführung keine 
negativen Einflüsse auf den Baum. Anlässlich des heutigen Augenscheins vor Ort bestätigte der 
Leiter des Werkhofs der Gemeinde, dass der Auftrag an die C.____ AG in erster Linie dem 
Freihalten des Lichtraumprofils gedient habe. Ausserdem sei ein Pflege- bzw. Entlastungs-
schnitt durchgeführt worden. Das Entfernen der Äste sei notwendig gewesen, da namentlich im 
Winter bei Schnee Gefahr durch herunterfallende Äste gedroht habe.  
 

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4.6.4 Entgegen der Argumentation des Klägers (Replik, Rz. 82) kann dem Kurzbericht der 
C.____ AG ohne weiteres entnommen werden, dass der Rückschnitt der Linde notwendig war; 
er diente namentlich der Einhaltung des Lichtraumprofils der Strasse bzw. der Verkehrssicher-
heit. Die streitbetroffene Linde befindet sich wie bereits ausgeführt (E. 3.3 hiervor) am nord-
westlichen Rand der Parzelle des Klägers, wobei die weitausladenden Äste des Baums in das 
Trottoir sowie teilweise die Fahrbahn der angrenzenden Strassen (I.____-weg und J.____-weg) 
hineinragen. Der Hinweis des Klägers, wonach er im Jahr 2018 die Äste der Linde im Bereich 
des Strassenbeleuchtungskandelabers zurückgeschnitten habe, greift insofern zu kurz, als ge-
mäss § 42 Abs. 1 des Strassenreglements nicht bloss die Strassenbeleuchtung durch Bepflan-
zungen nicht beeinträchtigt werden darf, sondern darüber hinaus das Lichtraumprofil der an-
grenzenden Verkehrsanlage vollständig einzuhalten ist. Vorliegend bestehen keine Anhalts-
punkte dafür, dass das von der Gemeinde mit dem Rückschnitt beauftragte Fachunternehmen 
die Schnittarbeiten über das zur Einhaltung des Lichtraumprofils und der Verkehrssicherheit 
erforderliche Mass hinaus bzw. nicht in sachgerechter Weise durchgeführt hätte. Demgegen-
über geht aus den vom Kläger eingereichten (teilweise bearbeiteten) Bildern – namentlich dem 
Bild von Google Streetview vom Juni 2013 –, auf welche er hinsichtlich des Zustands der Linde 
vor dem Rückschnitt verweist, deutlich hervor, dass die Linde im voll belaubten Zustand nicht 
den zitierten kommunalen Vorgaben entsprach und insbesondere die herabhängenden Äste 
des Baums das Lichtraumprofil des angrenzenden Trottoirs verletzten. Soweit mit dem Rück-
schnitt der unteren Äste der Linde ein (teilweiser) Wegfall des Sichtschutzes der Liegenschaft 
des Klägers verbunden ist, bildet dies letztlich die notwendige Folge der genannten kommuna-
len Vorgaben (E. 4.6.2 hiervor). Dem Kläger ist nach dem Gesagten insofern, als die zur Einhal-
tung dieser Vorgaben durchgeführten Schnittarbeiten auf Kosten der Gemeinde erfolgten, ein 
vermögensrechtlicher Vorteil, keinesfalls jedoch ein ersatzpflichtiger Schaden entstanden.  
 
4.7 Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen gelingt es dem Kläger nicht, den Nachweis 
eines Schadens zu erbringen. Die Klage erweist sich als unbegründet und ist abzuweisen. 
Ebenfalls abzuweisen sind die von den Parteien gestellten Beweisanträge auf Befragung von 
Zeugen bzw. Sachverständigen, zumal nicht ersichtlich ist, welche zusätzlichen entscheidrele-
vanten Erkenntnisse diese zeitigen könnten. 
 
5.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor 
dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und 
die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Aus-
mass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Vorliegend sind die Verfahrenskosten in der Höhe von  
Fr. 2'500.-- ausgangsgemäss dem Kläger aufzuerlegen.  
 
5.2 Nach § 21 Abs. 1 VPO kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei für den Bei-
zug eines Anwalts bzw. einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung zulasten der 
Gegenpartei zugesprochen werden. Gemeinden und andere Träger öffentlicher Aufgaben ha-
ben Anspruch auf eine Parteientschädigung, sofern der Beizug eines Anwalts bzw. einer Anwäl-
tin gerechtfertigt war (§ 21 Abs. 2 VPO). Nach der Rechtsprechung des Kantonsgerichts wird 
gestützt auf § 21 Abs. 2 VPO generell nur ein Anspruch auf Parteientschädigung eingeräumt, 
wenn der Beizug eines externen Rechtsvertreters im Einzelfall auch für einen Träger öffentli-

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cher Aufgaben mit juristischer Fachkompetenz innerhalb der eigenen Verwaltung gerechtfertigt 
erscheint. Das Kantonsgericht legt § 21 Abs. 2 VPO restriktiv aus und die Zusprechung einer 
Parteientschädigung ist nur in den genannten Ausnahmefällen gerechtfertigt (vgl. statt vieler 
KGE VV vom 3. Februar 2016 [810 14 387] E. 5.2). Dies trifft vor allem dann zu, wenn für eine 
angemessene Prozessvertretung rechtliches Spezialwissen gefordert ist, das über die bei der 
Rechtsanwendungstätigkeit erforderlichen Kenntnisse hinausgeht und über welches der eigene 
Rechtsdienst normalerweise nicht verfügt. Die sich im vorliegenden Verfahren stellenden 
Rechtsfragen erweisen sich nicht als derart komplex, dass für eine angemessene Prozessver-
tretung juristisches Spezialwissen im vorgenannten Sinn erforderlich gewesen wäre. Die Vo-
raussetzungen für die Zusprechung einer Parteientschädigung an die Beklagte sind demzufolge 
nicht gegeben und die entsprechenden Parteikosten sind wettzuschlagen.  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 
 
://: 1. Die Klage wird abgewiesen. 
   
 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'500.-- werden dem Kläger 

auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von  
Fr. 1'400.-- verrechnet. Der Kläger hat demnach restliche Verfahrenskos-
ten in der Höhe von Fr. 1'100.-- zu bezahlen. 

   
 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. 
 
 
 
 
Vizepräsident 
 
 
 
 
 
 

Gerichtsschreiber