# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e801f1c5-e99e-512d-a9cf-33d9dcc1bcc1
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-03-31
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 31.03.2021 A-4775/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-4775-2020_2021-03-31.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung I 

A-4775/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 1 .  M ä r z  2 0 2 1   

Besetzung 
 Richter Maurizio Greppi (Vorsitz), 

Richterin Claudia Pasqualetto Péquignot,  

Richter Jürg Steiger,    

Gerichtsschreiber Thomas Ritter. 
 

 
 

Parteien 
 X._______,  

Beschwerdeführer,   

 
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Vorinstanz, 

 
 

 
 

Gegenstand 
 Datenschutz: Datenänderung im Zemis. 

 

 

 

A-4775/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Am 26. Juni 2020 reichte X._______, afghanischer Staatsbürger, ein Asyl-

gesuch ein und wurde daraufhin dem Bundesasylzentrum (BAZ) der Re-

gion […] zugewiesen. Auf dem Personalienblatt des Staatssekretariats für 

Migration (SEM) gab er ohne näheres Datum an, im Jahr 2006 geboren 

worden zu sein. 

B.  

Am 16. Juli 2020 wurde X._______ vom SEM im Rahmen der Erstbefra-

gung zu seinen persönlichen Umständen sowie summarisch zu den Asyl-

gründen befragt. Dabei führte er aus, dass er sein Geburtsdatum nicht ge-

nau kenne, aber im Jahr 2020 14 Jahre alt geworden sei. Des Weiteren 

reichte er eine Kopie seiner Tazkira ein, auf welcher das Geburtsdatum 

25.09.1385 (umgerechnet: 16. Dezember 2006) vermerkt ist.  

C.  

Um den Sachverhalt in Bezug auf das Alter zu vervollständigen, liess das 

SEM mit Auftrag vom 22. Juli 2020 ein Altersgutachten durch das Institut 

für Rechtsmedizin des Kantonsspitals St. Gallen erstellen. Das Gutachten 

vom 27. Juli 2020 (nachfolgend: Altersgutachten) kommt zum Schluss, 

dass X._______ zum Zeitpunkt der Untersuchung vom 24. Juli 2020 das 

15. Lebensjahr sicher vollendet habe. Das angegebene Geburtsdatum 

(chronologisches Lebensalter von 14 Jahren und 6 Monaten) könne auf-

grund der Ergebnisse der forensischen Altersschätzung nicht zutreffen. 

Eine Vollendung des 18. Lebensjahr könne nicht mit der notwendigen Si-

cherheit belegt werden.  

D.  

Am 30. Juli 2020 stellt das SEM X._______ aufgrund des Altersgutachtens 

in Aussicht, sein Geburtsdatum im Zentralen Migrationsinformationssystem 

ZEMIS vom 1. Januar 2006 auf den 1. Januar 2005 anzupassen und ge-

währte ihm das rechtliche Gehör. Davon machte er am 5. August 2020 

durch eine Vertreterin Gebrauch und beantragte, von der vorgesehenen 

Änderung abzusehen sowie stattdessen den 16. Dezember 2006 einzutra-

gen. In der Folge trug das SEM als Geburtsdatum den 1. Januar 2005 im 

ZEMIS ein und versah den Eintrag mit einem Bestreitungsvermerk. 

E.  

Am 24. August 2020 hörte das SEM X._______ vertieft zu seinen Asylgrün-

den an.  

A-4775/2020 

Seite 3 

F.  

Mit Verfügung vom 2. September 2020 lehnte das SEM das Asylgesuch 

von X._______ ab und wies ihn aus der Schweiz weg. Da der Vollzug der 

Wegweisung zurzeit nicht zulässig sei, wurde er vorläufig aufgenommen 

(Dispositiv-Ziffern 1-6). Die Erfassung seiner Personendaten im beantrag-

ten Sinn lehnte das SEM ab (Dispositiv-Ziffer 7). Stattdessen verfügte das 

SEM, dass die Personendaten im ZEMIS fortan wie folgt lauten: 

X._______, ZEMIS-Nr. […], geb. 1. Januar 2005, alias X._______, 

geb. 1. Januar 2006, Afghanistan (Dispositiv-Ziffer 8). 

G.  

Gegen diese Verfügung erhebt X._______ (nachfolgend: Beschwerdefüh-

rer) am 24. September 2020 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht 

mit dem Begehren, die Dispositiv-Ziffern 7 und 8 der Verfügung vom 

2. September 2020 seien aufzuheben. Die Vorinstanz sei anzuweisen, sein 

Geburtsdatum im ZEMIS zu ändern und als Geburtsdatum den 16. Dezem-

ber 2006, eventualiter den 1. Januar 2006, einzusetzen. Subeventualiter 

sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.  

H.  

Mit Verfügung vom 13. Oktober 2020 wurde dem Beschwerdeführer auf 

Gesuch hin die unentgeltliche Prozessführung gewährt. 

I.  

Mit Vernehmlassung vom 9. November 2020 hält die Vorinstanz an der an-

gefochtenen Verfügung fest. 

J.  

Mit Eingabe vom 10. Dezember 2020 reicht der Beschwerdeführer weitere 

Bemerkungen und das Original seiner Tazkira ein. Die Vorinstanz nimmt 

mit Eingabe vom 7. Januar 2021 hierzu Stellung. 

K.  

Auf die weiteren Vorbringen und die sich bei den Akten befindenden Unter-

lagen wird, soweit entscheidrelevant, in den Erwägungen eingegangen. 

  

A-4775/2020 

Seite 4 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Beim angefochtenen Entscheid handelt es sich um eine Verfügung im 

Sinne von Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 

1968 (VwVG, SR 172.021), die von einer Vorinstanz im Sinne von Art. 33 

Bst. d des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, 

SR 173.32) erlassen wurde. Da keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vor-

liegt, ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung der Beschwerde 

zuständig (vgl. Art. 31 VGG).  

1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach 

dem VwVG, sofern das VGG nichts anderes vorsieht (Art. 37 VGG). 

1.3 Der Beschwerdeführer hat sich am vorinstanzlichen Verfahren beteiligt 

und ist als Adressat des angefochtenen Entscheides sowohl formell als 

auch materiell beschwert, weshalb er zur Beschwerde legitimiert ist 

(vgl. Art. 48 Abs. 1 VwVG). 

1.4 Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde 

(vgl. Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 VwVG) ist demnach einzutreten. 

2.  

Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet grundsätzlich mit uneinge-

schränkter Kognition. Es überprüft die angefochtene Verfügung auf 

Rechtsverletzungen – einschliesslich unrichtiger oder unvollständiger Fest-

stellung des rechtserheblichen Sachverhalts und Rechtsfehler bei der Er-

messensausübung – sowie auf Angemessenheit hin (Art. 49 VwVG).  

3.  

Umstritten ist der Eintrag des Geburtsdatums des Beschwerdeführers im 

ZEMIS. 

3.1 Die Vorinstanz führt zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgaben das 

ZEMIS, welches der Bearbeitung von Personendaten aus dem Ausländer- 

und dem Asylbereich dient (Art. 1 Abs. 1 i.V.m. Art. 2 des Bundesgesetzes 

über das Informationssystem für den Ausländer- und den Asylbereich vom 

20. Juni 2003 [BGIAA, SR 142.51]) und in der Verordnung über das Zent-

rale Migrationsinformationssystem vom 12. April 2006 (ZEMIS-Verord-

nung, SR 142.513) näher geregelt ist. Nach Art. 19 Abs. 1 ZEMIS-Verord-

A-4775/2020 

Seite 5 

nung richten sich die Rechte der Betroffenen, insbesondere deren Aus-

kunfts-, Berichtigungs- und Löschungsrecht sowie das Recht auf Informa-

tionen über die Beschaffung besonders schützenswerter Personendaten, 

nach den Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Datenschutz vom 

19. Juni 1992 (DSG, SR 235.1) und des VwVG. 

3.2 Wer Personendaten bearbeitet, hat sich über deren Richtigkeit zu ver-

gewissern (Art. 5 Abs. 1 DSG). Werden Personendaten von Bundesorga-

nen bearbeitet, kann jede betroffene Person insbesondere verlangen, dass 

unrichtige Personendaten berichtigt werden (Art. 5 Abs. 2 i.V.m. Art. 25 

Abs. 3 Bst. a DSG). Auf die Berichtigung besteht in einem solchen Fall ein 

absoluter und uneingeschränkter Anspruch (statt vieler BVGE 2018 VI/3 

E. 3.2, Urteil des BVGer A-7615/2016 vom 30. Januar 2018 E. 3.2). Die 

ZEMIS-Verordnung sieht im Übrigen in Art. 19 Abs. 3 ausdrücklich vor, 

dass unrichtige Daten von Amtes wegen zu berichtigen sind. 

3.3 Grundsätzlich hat die das Berichtigungsbegehren stellende Person die 

Richtigkeit der von ihr verlangten Änderung, die Bundesbehörde im Be-

streitungsfall dagegen die Richtigkeit der von ihr bearbeiteten Personen-

daten zu beweisen (Urteil des BGer 1C_240/2012 vom 13. August 2012 

E. 3.1; Urteil des BVGer A-3051/2018 vom 12. März 2019 E. 5.3). Nach 

den massgeblichen Beweisregeln des VwVG gilt eine Tatsache als bewie-

sen, wenn sie in Würdigung sämtlicher Erkenntnisse so wahrscheinlich ist, 

dass keine vernünftigen Zweifel bleiben; unumstössliche Gewissheit ist da-

gegen nicht erforderlich. Die mit dem Berichtigungsbegehren konfrontierte 

Behörde hat zwar nach dem Untersuchungsgrundsatz den Sachverhalt 

grundsätzlich von Amtes wegen abzuklären (Art. 12 VwVG); die gesuch-

stellende Person ist jedoch gemäss Art. 13 Abs. 1 Bst. a VwVG verpflichtet, 

an dessen Feststellung mitzuwirken (zum Ganzen BVGE 2018 VI/3 E. 3.3; 

Urteile des BVGer A-7588/2015 vom 26. Februar 2016 E. 3.3 und 

A-7822/2015 vom 25. Februar 2016 E. 3.3). 

3.4 Amtliche Dokumente ausländischer Staaten, deren Zweck es ist, die 

Identität ihres Inhabers nachzuweisen, gelten nicht als öffentliche Urkun-

den im Sinne von Art. 9 des Zivilgesetzbuches (ZGB, SR 210), weshalb 

ihnen nicht ohne Weiteres ein erhöhter Beweiswert zukommt und sie wie 

andere Urkunden einer freien Beweiswürdigung zu unterziehen sind (Urteil 

des BVGer A-7588/2015 vom 26. Februar 2016 E. 3.3; vgl. ferner Urteile 

des BGer 6B_394/2009 vom 27. Juli 2009 E. 1.1 und 5A.3/2007 vom 

27. Februar 2007 E. 2). 

A-4775/2020 

Seite 6 

3.5 Kann bei einer verlangten bzw. von Amtes wegen beabsichtigten Be-

richtigung weder die Richtigkeit der bisherigen noch diejenige der neuen 

Personendaten bewiesen werden, dürfen grundsätzlich weder die einen 

noch die anderen Daten bearbeitet werden (vgl. Art. 5 Abs. 1 DSG). Dies 

ist jedoch nicht immer möglich, müssen doch bestimmte Personendaten 

zur Erfüllung wichtiger öffentlicher Aufgaben notwendigerweise bearbeitet 

werden, was namentlich auch für im ZEMIS erfasste Daten gilt. In solchen 

Fällen überwiegt das öffentliche Interesse an der Bearbeitung möglicher-

weise unzutreffender Daten das Interesse an deren Richtigkeit. Unter die-

sen Umständen sieht Art. 25 Abs. 2 DSG deshalb die Anbringung eines 

Vermerks vor, in dem darauf hingewiesen wird, dass die Richtigkeit der be-

arbeiteten Personendaten bestritten ist. Spricht dabei mehr für die Richtig-

keit der neuen Daten, sind die bisherigen Angaben zunächst zu berichtigen 

und die neuen Daten anschliessend mit einem derartigen Vermerk zu ver-

sehen. Ob die vormals eingetragenen Angaben weiterhin abrufbar bleiben 

sollen oder ganz zu löschen sind, bleibt grundsätzlich der Vorinstanz über-

lassen. Verhält es sich umgekehrt, erscheint also die Richtigkeit der bisher 

eingetragenen Daten als wahrscheinlicher oder zumindest nicht als un-

wahrscheinlicher, sind diese zu belassen und mit einem Bestreitungsver-

merk zu versehen. Über dessen Anbringung ist jeweils von Amtes wegen 

und unabhängig davon zu entscheiden, ob ein entsprechender Antrag ge-

stellt worden ist (zum Ganzen BVGE 2018 VI/3 E. 3; Urteile des BVGer 

A-3051/2018 vom 12. März 2019 E. 5.4, A-7615/2016 vom 30. Januar 

2018 E. 3.5; ferner Urteil des BGer 1C_240/2012 vom 13. August 2012 

E. 3.2). 

4.  

4.1 Im vorliegenden Fall obliegt es demnach grundsätzlich der Vorinstanz 

zu beweisen, dass das aktuell im ZEMIS eingetragene Geburtsdatum des 

Beschwerdeführers (1. Januar 2005) korrekt ist. Der Beschwerdeführer hat 

hingegen nachzuweisen, dass das von ihm geltend gemachte Geburtsda-

tum (16. Dezember 2006, eventualiter 1. Januar 2006) richtig ist. Gelingt 

keiner Partei der sichere Nachweis des Geburtsdatums, ist dasjenige Da-

tum im ZEMIS zu belassen oder einzutragen, dessen Richtigkeit wahr-

scheinlicher ist (BVGE 2018 VI/3 E. 3.5, Urteile des BVGer A-3183/2018 

vom 22. November 2018 E. 3.2, A-4603/2017 vom 11. April 2018 E. 4). 

4.2 Der Beschwerdeführer bringt vor, die Vorinstanz habe eine einseitige 

und unvollständige Würdigung seines Alters vorgenommen. Sie habe seine 

Aussagen sowie die für den 16. Dezember 2006 oder den 1. Januar 2006 

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sprechenden Indizien ungenügend berücksichtigt. Er habe gegenüber den 

griechischen und den Schweizer Behörden konstant angegeben, im Jahr 

2006 geboren zu sein. Stets habe er ausgesagt, sein genaues Geburtsda-

tum nicht zu kennen. Geburtsdaten würden in Afghanistan nicht als wichtig 

gewertet. Er habe aber widerspruchsfreie Angaben gemacht und die Fra-

gen der Vorinstanz nach bestem Wissen und Gewissen beantwortet. 

Schlüssig habe er dargelegt, dass er mit ca. sechs Jahren die Schule be-

gonnen und bei seiner Ausreise aus Afghanistan in der siebten Schulklasse 

sowie 13 Jahre alt gewesen sei. Rund vier bis sechs Monate sei er unter-

wegs gewesen, bis er im Januar 2020 nach Griechenland gelangt sei. Die 

griechischen Behörden hätten ohne genauere Abklärungen den 1. Januar 

2006 als Geburtsdatum eingetragen. Die Schweizer Behörden hätten das 

Datum ohne Weiteres übernommen. Des Weiteren belege die eingereichte 

Tazkira, dass sich seine Geburt im Jahr 2006 ereignet habe. Es sei nicht 

richtig, dass die Vorinstanz ihn im Asylverfahren verpflichte, seine Identität 

mit Dokumenten zu belegen, gleichzeitig aber den beigebrachten Doku-

menten den Beweiswert abspreche.  

Im Ergebnis spreche mehr für die Richtigkeit des ursprünglich eingetrage-

nen Datums. Nach dem Grundsatz «im Zweifel für die Minderjährigkeit» sei 

das Datum daher zu berichtigen.  

4.3 Die Vorinstanz stützt sich hingegen auf das erstellte Altersgutachten, 

das von einem Mindestalter von 15 Jahren am 24. Juli 2020 ausgeht. Das 

vom Beschwerdeführer angegebene Alter sei damit nicht vereinbar. Zudem 

habe er bei der Erstbefragung ein anderes als das auf der Tazkira ver-

merkte Geburtsdatum angegeben. Weiter habe er ungenaue Altersanga-

ben zu seiner Biographie und zum Alter seiner Geschwister gemacht. Auf-

grund der widersprüchlichen zeitlichen Angaben und des verminderten Be-

weiswerts der Tazkira bestünden weiterhin Zweifel am angegebenen Alter. 

Die Aussagen des Beschwerdeführers seien vage geblieben. Er habe 

keine Tatsachen oder Beweismittel vorbringen können, die das angege-

bene Alter hätten glaubhaft machen könnten. Das im ZEMIS erfasste Alter 

sei insgesamt wahrscheinlicher.  

5.  

Im Hauptbegehren beantragt der Beschwerdeführer, das Geburtsdatum 

auf den 16. Dezember 2006 festzulegen. 

5.1 Es handelt sich beim 16. Dezember 2006 um das Datum, welches (um-

gerechnet) auf der eingereichten Tazkira vermerkt ist. Indessen weist die 

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Seite 8 

Vorinstanz zu Recht darauf hin, dass der Beschwerdeführer an der Erstbe-

fragung vom 16. Juli 2020 angab, bereits 14 Jahre alt geworden zu sein, 

was dem in der Tazkira aufgeführten Geburtsdatum widerspricht. Hinzu 

kommt, dass die afghanische Tazkira von reduziertem Beweiswert ist: Auch 

bei Vorliegen des Originals, das sich im konkreten Fall unstreitig bei den 

Akten befindet, besteht die Möglichkeit, dass die darin enthaltenen zeitli-

chen Angaben über das Geburtsdatum nicht dem wirklichen Alter entspre-

chen (BVGE 2019 I/6 E. 6.2).  

5.2 Das beantragte Geburtsdatum (16. Dezember 2016) weicht somit von 

den Angaben des Beschwerdeführers bei der Erstbefragung ab und findet 

allein in der Tazkira zufolge ihres beschränkten Beweiswerts keine hinrei-

chende Stütze. Darüber hinaus bestehen keine Hinweise für die Richtigkeit 

des Datums, zumal der Beschwerdeführer im vorinstanzlichen Verfahren 

angegeben hat, sein genaues Geburtsdatum nicht zu kennen. Er vermag 

keine Beweise beizubringen, die auf ein exaktes Datum hinweisen oder 

zumindest nahelegen, dass der 16. Dezember 2006 als überwiegend wahr-

scheinliches Geburtsdatum anzusehen wäre. Im Übrigen würde die Fest-

legung eines beliebigen Datums von der Amtspraxis der Vorinstanz abwei-

chen, nach welcher in Fällen, bei denen das Geburtsdatum der betroffenen 

Person unbekannt ist, praxisgemäss der 1. Januar als fiktiver Geburtstag 

erfasst wird (vgl. Urteil des BVGer A-1338/2020 vom 14. Oktober 2020 

E. 5.4; Weisung des SEM vom 1. Juli 2020, Nr. 02/2020, E. 3.2, zugänglich 

unter: www.sem.admin.ch > Publikationen & Service > Weisungen und 

Kreisschreiben > I. Ausländerbereich > 3 Aufenthaltsregelung [abgerufen 

am 17. März 2021]). 

5.3 Dem Hautbegehren des Beschwerdeführers (16. Dezember 2006) 

kann somit nicht entsprochen werden.  

6.  

Zur Beurteilung des Eventualbegehrens (1. Januar 2006) ist im Rahmen 

einer Würdigung der Gesamtumstände weiter zu prüfen, ob das Jahr 2005 

oder das Jahr 2006 als wahrscheinlicheres Geburtsjahr erscheint.  

6.1 Soweit der Beschwerdeführer sich hinsichtlich des Geburtsjahrs auf die 

Beweisregel «in dubio pro minore» beruft, wonach im Zweifelsfall von der 

Minderjährigkeit ausgegangen wird, ist diese Regel dem Datenschutzrecht 

nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung fremd: Streitgegenstand 

unter den vorliegend allein massgeblichen datenschutzrechtlichen Aspek-

ten bildet nicht das biologisch spätestmögliche Geburtsdatum bzw. das 

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Mindestalter, sondern das tatsächliche Geburtsdatum des Beschwerdefüh-

rers, welches nach der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu bestimmen 

ist (zum Ganzen: Urteil des BGer 1C_709/2017 vom 12. Februar 2019 

E. 2.4 mit Hinweisen, Urteile des BVGer A-1338/2020 vom 14. Oktober 

2020 E. 5.4, E-2783/2020 vom 22. September 2020 E. 4.5.1). Die Minder-

jährigkeit des Beschwerdeführers ist vorliegend nicht zu beurteilen. Sie ist 

unbestritten, da er unabhängig davon, welches der fraglichen Geburtsda-

ten (1. Januar 2005 oder 1. Januar 2006) zutrifft, nicht volljährig ist. 

6.2 Das Altersgutachten, auf das sich die Vorinstanz massgeblich stützt, 

gelangt zusammenfassend zum Ergebnis, dass der Beschwerdeführer am 

24. Juli 2020 mit Sicherheit zumindest 15 Jahre alt gewesen sei und das 

angegebene Alter von 14 Jahren und 6 Monaten (d.h. das Geburtsdatum 

1. Januar 2006) nicht zutreffen könne. 

6.2.1 Die Begutachtung beinhaltet eine rechtsmedizinische (körperliche) 

Untersuchung, eine radiologische Altersschätzung des Handskeletts sowie 

eine zahnärztliche Altersschätzung. 

Was die körperliche Untersuchung anbelangt, ist dem Altersgutachten un-

ter Hinweis auf die Fachliteratur zu entnehmen, dass sich beim Beschwer-

deführer aus rechtsmedizinischer Sicht keine Hinweise auf eine relevante 

Entwicklungsstörung ergeben hätten. Weiter hält das Gutachten fest, dass 

die Befunde der radiologischen Untersuchung der Hand dem Bild eines 

noch nicht abgeschlossenen Skelettwachstums entsprechen. Daher sei 

entsprechend den Empfehlungen der Arbeitsgemeinschaft für Forensische 

Altersdiagnostik (AGFAD) der Deutschen Gesellschaft für Rechtsmedizin 

die Indikation zur Durchführung einer computertomographischen Untersu-

chung der Schlüsselbeine nicht gegeben. 

Gemäss der radiologischen Altersschätzung des Handskeletts wiesen die 

auf dem Röntgenbild abgebildeten Knochen Charakteristika auf, die zwei 

verschiedenen Durchschnittsaltern zugeordnet werden könnten. Zu Guns-

ten des Untersuchten werde das jüngere Durchschnittsalter gewählt. Nach 

den Untersuchungen von THIEMANN, NITZ und SCHMELING entspreche der 

radiologische Befund der Hand im vorliegenden Fall einem mittleren ske-

lettalen Alter von 16 Jahren (14.9 ± 1.2). In der Standardliteratur nach 

GREULICH und PYLE sei dieser Befund einem mittleren skelettalen Alter von 

16 Jahren zuzuordnen, d.h. die knöcherne Handentwicklung sei noch nicht 

vollständig abgeschlossen. Nach aktuellen Ergebnissen von TISÈ entspre-

che dies einem Mindestalter von 14.4 Jahren.  

A-4775/2020 

Seite 10 

Gemäss den Ergebnissen der zahnärztlichen Untersuchung konnte beim 

Beschwerdeführer an den Zähnen 1 bis 7 im dritten Quadranten ein voll-

ständiger Abschluss des Wurzelwachstums festgestellt werden, welcher 

nach DEMIRJIAN auf ein Durchschnittsalter von 16 Jahren schliessen lasse. 

An den Weisheitszähnen (3. Molaren) fand sich in Regio 18, 28, 38 und 48 

jeweils ein Mineralisationsstadium von „E" nach DEMIRJIAN. Daraus erge-

ben sich Entwicklungsstadien, welche nach OLZE auf ein Durchschnittsal-

ter von 16 Jahren (16.7 ± 2.6, 16.6 ± 2.3, 16.7 ± 2.3, 16.7 ± 2.1) schliessen 

liessen. Für das Mineralisationsstadium „E" der Weisheitszähne sei nach 

KNELL et al. kein Mindestalter angegeben. 

6.2.2 Der Beschwerdeführer wendet in Bezug auf das Altersgutachten ein, 

das beantragte Geburtsdatum vom 1. Januar 2006 sei aufgrund der Ergeb-

nisse der Teiluntersuchungen und deren Aussagen zum Mindestalter eben-

falls möglich. Zudem lasse das Altersgutachten die ethnischen Einflüsse 

unberücksichtigt. Erfolge in der afghanischen Population aus Afghanistan 

eine schnellere Mineralisation der Weisheitszähne, führe dies zu einer Al-

tersüberschätzung. Han-Chinesen, welche den Hazara, zu denen er ge-

höre, nahestehen, würden eine bis zu drei Jahre schnellere Entwicklung 

der Weisheitszähne aufweisen. Die Berechnung, wonach er mindestens 

15 Jahre alt sei, werde im Gutachten anhand einer willkürlichen mathema-

tischen Berechnung vorgenommen. Die Vorinstanz mache es sich zu ein-

fach, wenn sie die Ergebnisse der Einzeluntersuchungen in die Kompetenz 

der medizinischen Fachpersonen stelle, ohne sie in die eigene Würdigung 

einzubeziehen. Insbesondere habe sie sein Geburtsdatum auf den 1. Ja-

nuar 2005 festgesetzt, ohne auf die Fehlerquote der einzelnen Teilgutach-

ten von +/- zwei Jahren näher einzugehen. 

6.2.3 Festzuhalten ist grundsätzlich, dass das Altersgutachten von Fach-

ärzten verfasst ist und den Empfehlungen der AGFAD folgt. Das Gutachten 

wurde nach wissenschaftlichen Kriterien erstellt und basiert nicht auf einer 

einzelnen, sondern auf mehreren Einzeluntersuchungen. Eine Gesamt-

schau der Befunde hat zum dargelegten Ergebnis geführt (vgl. hierzu statt 

vieler: Urteil des BVGer A-318/2019 vom 4. Februar 2020 E. 5.5.3).  

6.2.4 Nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts stellen 

medizinische Altersabklärungen indessen je nach Ergebnis unterschiedlich 

zu gewichtende Indizien für das Alter einer Person dar. Die Schlüsselbein- 

respektive Skelettaltersanalyse und die zahnärztliche Untersuchung sind 

dabei grundsätzlich, anders als die Handknochenanalyse und die ärztliche 

Untersuchung, zum Beweis geeignet. Das Bundesverwaltungsgericht hat 

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Seite 11 

in dieser Hinsicht Grundsätze zur Gewichtung der Resultate der Untersu-

chungen definiert (eingehend hierzu: BVGE 2018 VI/3 E. 4.2.1 f., Urteil des 

BVGer A-1455/2020 vom 13. Oktober 2020 E. 6.1.1). Sie sind in ihrer For-

mulierung auf Fälle der streitigen Abgrenzung von Minder- respektive Voll-

jährigkeit zugeschnitten, können aber auf ein streitiges Alter unterhalb der 

Volljährigkeit sinngemäss (mutatis mutandis) Anwendung finden (so Urteil 

des BVGer D-570/2021 vom 25. März 2021 E. 10.4). 

Insgesamt kommt es umso weniger auf die Gesamtwürdigung der Beweise 

an, je stärker die medizinischen Abklärungen ein Indiz für das Vorliegen 

des streitigen Alters darstellen. Bei eindeutigen Ergebnissen der Altersab-

klärung bleibt nur wenig Raum für die Beweiswürdigung (vgl. BVGE 2018 

VI/3 E. 4.2.2 f.; BVGE 2019 I/6 E. 6.1 ff.). 

6.2.5 Die Kritik des Beschwerdeführers an der Nachvollziehbarkeit des Al-

tersgutachtens ist insofern berechtigt, als die Herleitung der zusammen-

fassenden Beurteilung (Mindestalter 15 Jahre) aus den einzelnen Teiler-

gebnissen zu wünschen übrig lässt: So schliessen die Befunde der einzel-

nen Teiluntersuchungen zum Mindestalter (E. 6.2.1) das angegebene Alter 

zur Zeit der Begutachtung (14 Jahre, 6 Monate) nicht aus. Das Altersgut-

achten verweist zur Errechnung des Ergebnisses lediglich kurz auf die Me-

thode der zusammengefassten Altersdiagnostik. Es erläutert aber nicht nä-

her, wie die einzelnen Befunde gewichtet wurden und wie das gegenüber 

allen Teilergebnissen höhere Mindestalter von 15 Jahren mit der angege-

benen Wahrscheinlichkeit («sicher») statistisch zustande gekommen ist 

(vgl. auch Urteile des BVGer D-6572/2016 vom 27. Januar 2017 E. 4.7, 

A-7011/2016 vom 19. Januar 2017 E. 5.2 und E. 5.4).  

Das Ergebnis des Gutachtens weist in dieser Hinsicht eine gewisse Un-

klarheit auf, was seine Aussagekraft in gewisser Weise relativiert. Es ist 

deshalb nicht ohne Weiteres mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass 

das vom Beschwerdeführer geltend gemachte Alter mit dem Gutachten un-

vereinbar ist (vgl. Urteil des BVGer A-3382/2017 vom 7. August 2018 E. 4.2 

mit Hinweisen). Gleichwohl bleibt das Gutachten zumindest hinsichtlich der 

verschiedenen Teiluntersuchungen für die Beweiswürdigung von Bedeu-

tung, zumal, abweichend von der Annahme des Beschwerdeführers, letzt-

lich nicht das potentielle oder die einzelnen Mindestalter, sondern wie er-

wähnt das nach überwiegender Wahrscheinlichkeit zutreffende Geburtsda-

tum massgebend ist (vgl. Urteil des BGer 1C_710/2017 vom 12. Februar 

2019 E. 4.1 und E. 4.3, Urteil des BVGer A-3382/2017 vom 7. August 2018 

E. 4.3.1). 

A-4775/2020 

Seite 12 

6.2.6 Dabei fällt zunächst in Betracht, dass die radiologische Untersuchung 

des Handknochens zum Nachweis des Alters grundsätzlich nur mit erhöh-

ter Aussagekraft herangezogen werden kann, wenn das behauptete Alter 

im Vergleich zum festgestellten Knochenalter ausserhalb der normalen Ab-

weichung von bis zu drei Jahren liegt (Urteile des BVGer A-1455/2020 vom 

13. Oktober 2020 E. 6.1.1, A-6821/2018 vom 4. Juli 2019 E. 5.5, 

A-683/2019 vom 27. März 2019 E. 4.4). Da dies vorliegend nicht der Fall 

ist, kann die Handknochenanalyse für die Bestimmung des wahrscheinli-

cheren Geburtsjahres nicht ins Gewicht fallen und kein Indiz dafür bilden, 

dass der Beschwerdeführer täuschende Angaben über sein Alter gemacht 

hätte.  

6.2.7 Was die zahnärztliche Altersschätzung betrifft, kann dem Beschwer-

deführer insofern nicht gefolgt werden, als er eine fehlende Berücksichti-

gung ethnischer Einflüsse auf die Zahnentwicklung rügt. Das Altersgutach-

ten weist durchaus auf die Unterschiede zwischen verschiedenen ethni-

schen Gruppen hin, hält jedoch fest, dass diese aufgrund der Herkunft aus 

Afghanistan nicht zum Tragen kommen. Die gegenteilige, wenig substanti-

iert vorgetragene Meinung des Beschwerdeführers vermag den von den 

Fachärzten dargelegten wissenschaftlichen Kenntnisstand nicht umzustos-

sen (so auch Urteile des BVGer D-418/2019 vom 2. Dezember 2019 E. 6.2, 

A-318/2019 vom 4. Februar 2020 E. 5.5.2). Demnach vermag er aus eth-

nischen Einflüssen keine Indizien zu seinen Gunsten abzuleiten. 

6.2.8 Indessen ist weiter festzustellen, dass das Altersgutachten keine 

Schlüsselbein- bzw. Skelettaltersanalyse beinhaltet. Die zahnärztliche Un-

tersuchung ist damit als vorliegend einzige Teiluntersuchung zum Beweis 

grundsätzlich geeignet (vgl. BVGE 2018 VI/3 E. 4.2.1). Doch fällt in Be-

tracht, dass aufgrund des festgestellten Mineralisationsstadiums der Weis-

heitszähne kein Mindestalter angegeben werden konnte (E. 6.2.1). Wendet 

man die vom Bundesverwaltungsgericht definierten Grundsätze zur Ge-

wichtung der medizinischen Altersabklärungen sinngemäss an, stellt das 

Altersgutachten somit kein wesentliches Indiz für das im ZEMIS eingetra-

gene Alter dar (mutatis mutandis: BVGE 2018 VI/3 E. 4.2.2). Die Beweis-

kraft des Altersgutachtens wird dadurch weiter relativiert.  

Zu berücksichtigen ist jedoch, dass das Skelettwachstum der Hand des 

Beschwerdeführers im Zeitpunkt der Begutachtung noch nicht abgeschlos-

sen war. Der Verzicht auf die Schlüsselbeinanalyse, welche für die Gewich-

tung der medizinischen Abklärungen eine wesentliche Rolle spielt 

(BVGE 2018 VI/3 E. 4.2.2), erfolgte daher gestützt auf die Leitlinien der 

A-4775/2020 

Seite 13 

AGFAD. Das Vorgehen, nur bei Personen mit verschlossenem Handkno-

chen eine Computertomographie durchzuführen, entspricht ebenso den 

Empfehlungen der Fachliteratur (Urteil des BGer 1C_709/2017 vom 

12. Februar 2019 E. 4.5 mit Verweis auf SCHMELING et al., Forensische Al-

tersdiagnostik, Deutsches Ärzteblatt, Jg 113, Heft 4, 29. Januar 2016, 

S. 46). Dadurch dürfte eine zur Abklärung der Minderjährigkeit nicht erfor-

derliche und höhere Strahlenbelastung des Beschwerdeführers vermieden 

worden sein (vgl. BVGE 2018 VI/3 E. 4.2.1 am Ende). 

Im Urteil 1C_709/2017 vom 12. Februar 2019 erachtete es das Bundesge-

richt in einer solchen Konstellation als haltbar, das mediane Alter gemäss 

der zahnärztlichen Untersuchung, das deutlich (4.6 Jahre) über dem strei-

tigen Alter lag, nach dem Massstab der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

stärker zu gewichten als die widerspruchsfreien Angaben des Betroffenen 

(E. 4.5, in Bestätigung des Urteils des BVGer D-8083/2016 vom 18. Januar 

2017). Die Erwägungen des Bundesgerichts lassen sich aber nicht ohne 

Weiteres auf den vorliegenden Fall übertragen. Zum einen prüfte es die 

Beweiswürdigung eingeschränkt auf Willkür hin (E. 4.1). Zum andern be-

steht vorliegend eine wesentlich kleinere und weniger aussagekräftige Dif-

ferenz zwischen dem geltend gemachten Alter und dem medianen Alter 

nach der zahnärztlichen Untersuchung. Es besteht daher kein Grund, ihr 

erhöhtes Gewicht beizumessen. 

6.2.9 Demnach bleibt aus dem Gutachten einzig abzuleiten, dass das me-

diane Alter von 16 Jahren, wie es sich aus der zahnärztlichen Altersschät-

zung ergibt, eher für das im ZEMIS vermerkte Geburtsjahr spricht als für 

das vom Beschwerdeführer vorgebrachte Alter (14 Jahre und 6 Monate im 

Zeitpunkt des Gutachtens). Dabei handelt es sich jedoch nach dem Aus-

geführten um ein lediglich schwaches Indiz für das eingetragene Geburts-

datum des Beschwerdeführers. 

6.3 Weiter ist zu prüfen, ob aufgrund des Aussageverhaltens des Be-

schwerdeführers und der weiter zu berücksichtigen Umstände ein jüngeres 

Alter wahrscheinlicher ist. 

6.3.1 Was das Geburtsjahr anbelangt, hat der Beschwerdeführer, abwei-

chend von der Auffassung der Vorinstanz, keine widersprüchlichen Anga-

ben gemacht: Er hat gegenüber der Vorinstanz, insbesondere auf dem aus-

gefüllten Personalblatt und in der Erstbefragung vom 16. Juli 2020, einheit-

lich das Jahr 2006 als Geburtsjahr genannt. Zudem ist nicht ersichtlich, 

dass er gegenüber den griechischen Behörden ein anderes Alter genannt 

A-4775/2020 

Seite 14 

hätte. Die Angabe bei der Erstbefragung, im Jahr 2020 14 Jahre alt gewor-

den zu sein, weicht von der Tazkira zwar hinsichtlich des exakten Datums, 

nicht aber in Bezug auf das Geburtsjahr ab. Dass er nur sein ungefähres 

Alter, nicht aber das genaue Geburtsdatum angeben konnte, ist angesichts 

des kulturellen Hintergrunds nicht aussergewöhnlich (vgl. Urteil des BVGer 

A-1455/2020 vom 13. Oktober 2020 E. 6.2). Es spricht in dieser Hinsicht 

zudem nicht gegen ihn, dass er ein – höheres – Alter als auf der Tazkira 

vermerkt zu Protokoll gab.  

6.3.2 Des Weiteren trifft zwar zu, dass der Beschwerdeführer bei der Be-

fragung teilweise vage Angaben, etwa zum Alter seiner Geschwister, ge-

macht hat und sie nicht durch Beweismittel stützen konnte. Seine Erklä-

rung, weshalb er sein Alter zur Zeit der Ausreise (13 Jahre) wisse (Auskunft 

der Mutter aus Anlass eines Kurses) blieb ebenfalls ohne nähere zeitliche 

Einordnung und unbelegt, macht das Geburtsjahr 2006 aber zumindest 

nicht unwahrscheinlicher als das Jahr 2005. Seine Antworten zum Alter bei 

Beginn und am Ende der Schulzeit sowie zu deren Dauer, zur Zeitdauer 

vom letzten Schultag bis zur Ausreise und zum Zeitpunkt der Ausreise bzw. 

zur Dauer der Reise nach Griechenland sind jedoch, wenn auch nicht prä-

zis, so durchaus plausibel und mit einem Alter von 14 Jahren bei Ankunft 

in der Schweiz vereinbar. Sie erweisen sich insbesondere an keiner Stelle 

als inkonsistent oder ungereimt. Des Weiteren finden sich weder in den 

Darstellungen des Beschwerdeführers noch anderswo in den Akten An-

haltspunkte, welche auf das im ZEMIS eingetragene Geburtsjahr 2005 hin-

deuten würden. Die Vorinstanz legt hierfür ebenfalls keine Umstände oder 

Elemente in den Angaben des Beschwerdeführers dar.  

6.3.3 Aus dem Aussageverhalten des Beschwerdeführers ergibt sich so-

mit, dass er von Anfang an widerspruchsfreie und insgesamt glaubhafte 

Angaben gemacht hat, was entsprechend zu gewichten ist.  

6.4 Zusammenfassend ist weder die Richtigkeit des im ZEMIS eingetrage-

nen noch diejenige des vom Beschwerdeführer angegebenen Geburtsda-

tums bewiesen. In Gesamtwürdigung der Indizien, insbesondere aufgrund 

der konsistenten Angaben des Beschwerdeführers und der beschränkten 

Aussagekraft des Altersgutachtens, erscheint das geltend gemachte Ge-

burtsjahr 2006 im Ergebnis wahrscheinlicher als das im ZEMIS eingetra-

gene Geburtsjahr 2005.  

A-4775/2020 

Seite 15 

7.  

Die Beschwerde ist somit im Eventualbegehren gutzuheissen und die Dis-

positivziffern 7 und 8 der angefochtenen Verfügung sind aufzuheben. Die 

Vorinstanz ist anzuweisen, das im ZEMIS eingetragene Geburtsdatum des 

Beschwerdeführers auf den 1. Januar 2006 zu ändern und den Eintrag mit 

einem Bestreitungsvermerk zu versehen. Im Übrigen ist die Beschwerde 

abzuweisen. 

8.  

8.1 Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt die Verfahrenskosten in der 

Regel der unterliegenden Partei (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Keine Verfahrens-

kosten trägt die Vorinstanz (Art. 63 Abs. 2 VwVG). Der Beschwerdeführer 

unterliegt hinsichtlich seines Hauptbegehrens, dringt aber mit seinem 

Eventualgehren auf Berichtigung des Geburtsdatums durch. Soweit er ob-

siegt, sind ihm schon aus diesem Grund keine Verfahrenskosten aufzuer-

legen. Soweit er unterliegt, hat er ebenfalls keine Kosten zu tragen, da ihm 

mit Verfügung vom 13. Oktober 2020 die unentgeltliche Rechtspflege be-

willigt wurde (Art. 65 Abs. 1 VwVG).  

8.2 Des Weiteren ist davon abzusehen, dem nicht anwaltlich vertretenen 

Beschwerdeführer nach Massgabe seines teilweisen Obsiegens eine Par-

teientschädigung zuzusprechen. Es ist weder davon auszugehen, dass 

ihm massgebende Kosten erwachsen sind (Art. 64 Abs. 1 VwVG) noch hat 

er solche geltend gemacht. Ebenso wenig hat die teilweise obsiegende 

Vorinstanz einen Anspruch auf Entschädigung (vgl. Art. 7 Abs. 3 VGKE). 

9.  

Entscheide des Bundesverwaltungsgerichts auf dem Gebiet des Daten-

schutzes sind gemäss Art. 35 Abs. 2 der Verordnung vom 14. Juni 1993 

zum Bundesgesetz über den Datenschutz (VDSG, SR 235.11) dem Eidge-

nössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (EDÖB) bekannt 

zu geben. 

(Das Dispositiv befindet sich auf der nächsten Seite.) 

  

A-4775/2020 

Seite 16 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Die Dispositiv-Ziffern 7 und 8 

der Verfügung vom 2. September 2020 werden aufgehoben. Die 

Vorinstanz wird angewiesen, das im ZEMIS eingetragene Geburtsdatum 

des Beschwerdeführers auf den 1. Januar 2006 zu ändern und mit einem 

Bestreitungsvermerk zu versehen. 

Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Einschreiben) 

– das Generalsekretariat EJPD (Gerichtsurkunde) 

– den EDÖB z.K. 

 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Maurizio Greppi Thomas Ritter 

 

  

A-4775/2020 

Seite 17 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Frist ist 

gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim 

Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen 

Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Ver-

tretung übergeben ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift ist in einer 

Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit 

Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefoch-

tene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdefüh-

rende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

 

 

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