# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bd0aacfc-8320-501f-ac13-79f751c4a0ac
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-10-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.10.2014 C-5233/2013
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-5233-2013_2014-10-10.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung III 

C-5233/2013 

 

 

  U r t e i l  v o m  1 0 .  O k t o b e r  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Richterin Franziska Schneider (Vorsitz), 

Richter David Weiss, Richter Vito Valenti,    

Gerichtsschreiber Michael Rutz. 

 

 
 

Parteien 

 
A._______,  

vertreten durch lic. iur. Dominique Chopard, Rechtsanwalt, 

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 

 
IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,  

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Rentenanspruch; Verfügung vom 29. Juli 2013. 

 

 

C-5233/2013 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der 1970 geborene, heute in seiner Heimat Portugal wohnhafte 

A._______ (nachfolgend: Versicherter oder Beschwerdeführer) arbeitete 

erstmals im Jahr 1994 für rund zwei Monate in der Schweiz und war hier 

ab 25. Mai 2009 mit einer Kurzaufenthaltsbewilligung (IV-act. 7.4 S. 19) 

wiederum temporär als Schaler erwerbstätig (IV-act. 5). Dabei erlitt er 

während eines vom 19. bis 30. Oktober 2009 befristeten Arbeitseinsatzes 

(IV-act. 3 S. 6) am 27. Oktober 2009 einen Arbeitsunfall (IV-act. 7.3 S. 29) 

und zog sich ein Schädel-Hirn-Trauma, Frakturen im Gesicht, eine Radi-

usfraktur rechts und eine Radiusköpfchenfraktur links zu (IV-act. 7.3). In 

der Folge richtete der zuständige Unfallversicherer SUVA ab 30. Oktober 

2009 Taggelder (IV-act. 7.2), ab 1. September 2012 eine Invalidenrente 

auf der Grundlage einer Erwerbsunfähigkeit von 30 % sowie eine Integri-

tätsentschädigung entsprechend einer Integritätseinbusse von 15 % aus 

(IVSTA-act. 16). 

B.  

Mit Postaufgabe am 14. Juli 2010 meldete sich der Versicherte unter 

Hinweis auf seit dem Unfall bestehende Schwindelanfälle sowie Schmer-

zen und Belastungseinschränkungen in beiden Handgelenken bei der IV-

Stelle des Kantons (…) (nachfolgend: IV-Stelle) zum Leistungsbezug an 

(IV-act. 3). Diese holte einen IK-Auszug ein (IV-act. 4 und 39) und zog die 

Akten des Unfallversicherers bei. Mit Schreiben vom 26. Juli 2010 wies 

sie den Versicherten darauf hin, dass das Leistungsgesuch nicht weiter 

bearbeitet werden könne, sofern er sich nicht an seinem Wohnort (…) 

anmelde (IV-act. 8). Auf entsprechende Aufforderungen vom 15. Juli 2010 

(IV-act. 11) und 10. Dezember 2010 (IV-act. 18) hin reichte der Versicher-

te am 9. März 2011 (IV-act. 23) eine Wohnsitzbestätigung der Stadt (…) 

vom 8. März 2011 (IV-act. 24) sowie einen am 5. November 2010 ausge-

stellten Ausländerausweis, wonach er über eine bis 31. Juli 2011 gültige 

Kurzaufenthaltsbewilligung L für EG/EFTA-Staatsangehörige zum Zweck 

der Stellensuche verfügt (IV-act. 25), ein. 

C.  

Infolge Wegzugs des Versicherten ins Ausland überwies die IV-Stelle das 

Dossier am 22. November 2011 der IV-Stelle für Versicherte im Ausland 

(nachfolgend: IVSTA oder Vorinstanz) zur weiteren Bearbeitung (IVSTA-

act. 1). 

C-5233/2013 

Seite 3 

D.  

Die IVSTA tätigte in der Folge Abklärungen hinsichtlich des Versiche-

rungsverlaufs des Versicherten in Frankreich, Portugal und Spanien, zog 

die Akten des Unfallversicherers bei (IVSTA-act. 13) und holte den Fra-

genbogen für Versicherte ein (IVSTA-act. 17). Gestützt auf die medizini-

schen Unterlagen des Unfallversicherers hielt der medizinische Dienst 

der IVSTA in seiner Stellungnahme vom 27. November 2012 fest, dass 

der Versicherte in der angestammten Tätigkeit seit dem 27. Oktober 2009 

zu 100 % arbeitsunfähig sei, in einer angepassten Tätigkeit bestehe ab 

27. Oktober 2009 eine Einschränkung von 100 %, ab 17. August 2011 

von 40 % und ab 7. März 2012 noch von 20 % (IVSTA-act. 25). Nachdem 

die IVSTA mit Verfügung vom 29. April 2013 das Gesuch um Gewährung 

beruflicher Massnahmen abgelehnt hatte (IVSTA-act. 50), wies sie mit 

Verfügung vom 29. Juli 2013 das Rentengesuch nach durchgeführtem 

Vorbescheidverfahren wegen Nichterfüllens der Mindestbeitragsdauer ab 

(IVSTA-act. 55). Zur Begründung hielt sie fest, dass der Versicherte ledig-

lich zehn Monate in der Schweiz erwerbstätig gewesen sei. Zudem be-

stehe keine Nachversicherung, da die am 1. April 2012 in Kraft getretene 

und hier massgebende Verordnung (EG) Nr. 883/2004 eine solche nicht 

mehr vorsehe.  

E.  

Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte durch seinen Rechtsvertre-

ter mit Eingabe vom 16. September 2013 (Poststempel) Beschwerde 

beim Bundesverwaltungsgericht und beantragte, die angefochtene Verfü-

gung sei aufzuheben und die Vorinstanz sei zu verpflichten, ihm die ge-

setzlichen Versicherungsleistungen auszurichten (BVGer-act. 1).  

F.  

Den mit Zwischenverfügung vom 23. September 2013 eingeforderten 

Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 400.– (BVGer-act. 2) leistete der 

Beschwerdeführer am 3. Oktober 2013 (BVGer-act. 4). 

G.  

Die Vorinstanz schloss in ihrer Vernehmlassung vom 27. November 2013 

auf Abweisung der Beschwerde (BVGer-act. 8). 

H.  

Der Beschwerdeführer und die Vorinstanz hielten mit Replik vom 3. März 

2014 (BVGer-act. 12) beziehungsweise Duplik vom 11. März 2014 

(BVGer-act. 14) an ihren Anträgen fest, worauf der Schriftenwechsel mit 

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Seite 4 

verfahrensleitender Verfügung vom 17. März 2014 abgeschlossen wurde 

(BVGer-act. 15). 

I.  

Auf den weiteren Inhalt der Akten sowie der Rechtsschriften ist – soweit 

erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden Be-

schwerde zuständig (Art. 69 Abs. 1 Bst. b IVG [SR 831.20]; Art. 31, 32 

und 33 Bst. d VGG) und der Beschwerdeführer ist als Adressat der ange-

fochtenen Verfügung zur Erhebung der Beschwerde legitimiert (Art. 48 

Abs. 1 VwVG; siehe auch Art. 59 ATSG [SR 830.1]). Nachdem der Kos-

tenvorschuss fristgerecht geleistet wurde, ist auf die frist- und formge-

recht eingereichte Beschwerde vom 16. September 2013 einzutreten 

(Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG; siehe auch Art. 60 ATSG). 

2.  

Anfechtungsobjekt und damit Begrenzung des Streitgegenstandes des 

vorliegenden Beschwerdeverfahrens (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1) bildet 

die Verfügung vom 29. Juli 2013, mit der die Vorinstanz das Rentenge-

such des Beschwerdeführers wegen Nichterfüllens der Mindestbeitrags-

dauer abgewiesen hat. Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdefüh-

rer die für den Anspruch auf eine ordentliche Invalidenrente erforderliche 

Mindestbeitragsdauer bei Eintritt der Invalidität erfüllt hat. 

3.  

3.1 Der Beschwerdeführer ist portugiesischer Staatsangehöriger, wohnt in 

Portugal und war in der Schweiz erwerbstätig, weshalb das am 1. Juni 

2002 in Kraft getretene Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der 

Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen 

Gemeinschaft und ihrer Mitgliedsstaaten andererseits über die Freizügig-

keit (FZA, SR 0.142.112.681) zu beachten ist.  

3.1.1 Art. 1 Abs. 1 des auf der Grundlage des Art. 8 FZA ausgearbeiteten 

und Bestandteil des Abkommens bildenden (Art. 15 FZA) Anhangs II FZA 

(«Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit») in Verbindung mit 

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Seite 5 

Abschnitt A dieses Anhangs sieht vor, dass die Vertragsparteien unterei-

nander insbesondere die Verordnung (EG) Nr. 883/2004 des Europäi-

schen Parlaments und des Rates vom 29. April 2004 zur Koordinierung 

der Systeme der sozialen Sicherheit (SR 0.831.109.268.1) und die Ver-

ordnung (EG) Nr. 987/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates 

vom 16. September 2009 zur Festlegung der Modalitäten für die Durch-

führung der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 über die Koordinierung der 

Systeme der sozialen Sicherheit (SR 0.831.109.268.11) oder gleichwerti-

ge Vorschriften anwenden. Die beiden gemeinschaftsrechtlichen Verord-

nungen sind für die Schweiz durch den Beschluss Nr. 1/2012 des Ge-

mischten Ausschusses vom 31. März 2012 zur Ersetzung des Anhangs II 

des Abkommens über die Koordinierung der Systeme der sozialen Si-

cherheit per 1. April 2012 in Kraft getreten (AS 2012 2345; vgl. auch BGE 

138 V 533 E. 2.1 mit Hinweis; Urteil des BGer 8C_870/2012 vom 8. Juli 

2013 E. 2.1). Bis Ende März 2012 galten die Verordnung (EWG) 

Nr. 1408/71 des Rates vom 14. Juni 1971 zur Anwendung der Systeme 

der sozialen Sicherheit auf Arbeitnehmer und Selbstständige sowie deren 

Familienangehörige, die innerhalb der Gemeinschaft zu- und abwandern, 

und die Verordnung (EWG) Nr. 574/72 des Rates vom 21. März 1972 

über die Durchführung der Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 über die An-

wendung der Systeme der sozialen Sicherheit auf Arbeitnehmer und 

Selbstständige sowie deren Familienangehörige, die innerhalb der Ge-

meinschaft zu- und abwandern. 

3.1.2 Gemäss Art. 8 Bst. a FZA werden die Systeme der sozialen Sicher-

heit koordiniert, um insbesondere die Gleichbehandlung aller Bürger der 

Vertragsstaaten zu gewährleisten. Soweit weder das FZA und die gestützt 

darauf anwendbaren gemeinschaftsrechtlichen Rechtsakte abweichende 

Bestimmungen vorsehen noch allgemeine Rechtsgrundsätze dagegen 

sprechen, richtet sich die Ausgestaltung des Verfahrens und die Prüfung 

des Rentenanspruchs alleine nach der schweizerischen Rechtsordnung 

(vgl. BGE 130 V 257 E. 2.4), was sich auch mit dem Inkrafttreten der 

oben erwähnten Verordnungen am 1. April 2012 nicht geändert hat 

(vgl. Urteil des BVGer C-3985/2012 vom 25. Februar 2013 E. 2.1). 

3.1.3 Mangels einschlägiger übergangsrechtlicher Regelung kommt be-

züglich der strittigen Frage, ob in intertemporalrechtlicher Hinsicht, die 

Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 oder die neue Verordnung (EG) 

Nr. 883/2004 zur Anwendung gelangt, der Grundsatz zum Tragen, dass 

bei einer Änderung der Rechtsgrundlagen diejenigen Rechtssätze mass-

gebend sind, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbe-

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standes Geltung haben (BGE 132 V 215 E. 3.1.1). Da hier der Versiche-

rungsfall unbestrittenermassen vor dem 1. April 2012 eingetreten ist und 

zu beurteilen ist, ob zu diesem Zeitpunkt die versicherungsmässigen Vor-

aussetzungen erfüllt sind (vgl. unten E. 5), kommt noch die Verordnung 

(EWG) Nr. 1408/71 zur Anwendung. Keine relevante Bedeutung 

beizumessen ist im betreffenden Zusammengang demgegenüber dem 

Zeitpunkt des Verfügungserlasses, haftet diesem doch stets eine gewisse 

Willkür an beziehungsweise hängt er stark von nicht oder nur durch die 

Verwaltung beeinflussbaren Faktoren ab (vgl. BGE 139 V 335 E. 6.2). 

Soweit dem IV-Rundschreiben Nr. 309 vom 15. Februar 2012 und den 

Mitteilungen an die AHV-Ausgleichskassen und EL-Durchführungsstellen 

Nr. 301 vom 15. Februar 2012 in Bezug auf den zeitlich relevanten An-

knüpfungspunkt etwas Gegenteiliges zu entnehmen ist, kann darauf nicht 

abgestellt werden. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz ist daher die 

für die Schweiz erst ab 1. April 2012 in Kraft getretene Verordnung (EG) 

Nr. 883/2004 unter intertemporalrechtlichem Aspekt auf den vorliegend zu 

beurteilenden Sachverhalt nicht anwendbar. 

3.1.4 Die Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 ist in persönlicher Hinsicht auf 

den Beschwerdeführer anwendbar, da er als portugiesischer Staatsbürger 

Angehöriger eines Mitgliedstaates ist und er als Arbeitnehmer den 

Rechtsvorschriften eines oder mehrerer Mitgliedstaaten untersteht oder 

unterstand (Art. 2 Abs. 1 der Verordnung [EWG] Nr. 1408/71), wobei im 

Rahmen des FZA auch die Schweiz als «Mitgliedstaat» im Sinne dieser 

Bestimmung zu betrachten ist (Art. 1 Abs. 2 von Anhang II des FZA). 

Auch der sachliche Anwendungsbereich ist gegeben, der sich gemäss 

Art. 4 Abs. 1 der Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 auf alle Rechtsvorschrif-

ten der sozialen Sicherheit, welche unter anderem Leistungen bei Invali-

dität (Bst. b) betreffen, bezieht. 

3.2 Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung einer Streit-

sache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen 

Verwaltungsverfügung (hier: 29. Juli 2013) eingetretenen Sachverhalt ab 

(BGE 132 V 215 E. 3.1.1). Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither ver-

ändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungs-

verfügung sein (BGE 121 V 362 E. 1b). 

4.  

4.1 Anspruch auf eine Rente der schweizerischen Invalidenversicherung 

hat, wer invalid im Sinne des Gesetzes ist (vgl. Art. 8 Abs. 1 ATSG) und 

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beim Eintritt der Invalidität während der gesetzlich vorgesehenen Dauer 

Beiträge an die Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung 

(AHV/IV) geleistet hat, das heisst während mindestens eines vollen Jah-

res gemäss Art. 36 Abs. 1 IVG in der bis 31. Dezember 2007 geltenden 

Fassung beziehungsweise während mindestens drei Jahren laut Art. 36 

Abs. 1 IVG in der ab 1. Januar 2008 geltenden Fassung vom 6. Oktober 

2006 (5. IV-Revision, AS 2007 5129). Diese Voraussetzungen müssen 

kumulativ gegeben sein; ist eine davon nicht erfüllt, so entsteht kein Ren-

tenanspruch, selbst wenn die andere zu bejahen ist. 

4.2 Da im vorliegenden Fall der allfällige Versicherungsfall unbestritte-

nermassen nach dem 1. Januar 2008 eingetreten ist, gilt die dreijährige 

Beitragspflicht gemäss Art. 36 Abs. 1 IVG, wobei für die Erfüllung der 

dreijährigen Mindestbeitragsdauer Beitragszeiten mitberücksichtigt wer-

den, die in einem EU/EFTA-Staat zurückgelegt worden sind, die Beitrags-

zeit in der Schweiz aber mindestens ein Jahr betragen muss (vgl. Weglei-

tung des Bundesamts für Sozialversicherungen über die Renten in der 

Eidgenössischen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung 

[RWL], gültig ab 1. Januar 2010, Rz. 3004; vgl. auch THOMAS ACKER-

MANN, Versicherungsmässige Voraussetzungen des Leistungsanspruchs 

in der Invalidenversicherung, in: Sozialversicherungsrechtstagung 2011, 

2012, S. 35).  

4.3 Wie den Akten entnommen werden kann, gibt der Beschwerdeführer 

an, auch in Portugal, Spanien und Frankreich erwerbstätig gewesen zu 

sein (IV-act. 3 S. 3). Gemäss dem Formular E 205 weist er allein im EU-

Mitgliedstaat Portugal in den Jahren 1994 bis 2008 eine Versicherungs-

dauer von 135 Monaten auf (IVSTA-act. 4 S. 2). Aus diesem Grund ge-

nügt es im vorliegenden Fall für die Erfüllung der dreijährigen Mindestbei-

tragsdauer, wenn der Beschwerdeführer im massgebenden Zeitpunkt 

über wenigstens ein Beitragsjahr in der Schweiz verfügt.  

5.  

5.1 Gemäss Art. 36 Abs. 2 IVG sind für die Berechnung der ordentlichen 

Invalidenrenten die Bestimmungen des AHVG (SR 831.10) sinngemäss 

anwendbar. Eine IV-spezifische Besonderheit besteht darin, dass die 

Mindestbeitragszeit bei Eintritt der Invalidität (Eintritt des Versicherungs-

falls) geleistet sein muss (vgl. Urteil des BGer 8C_721/2013 vom 4. März 

2014 E. 4.1; RWL Rz. 3004), wobei der Beitragsmonat, in welchem der 

Anspruch auf die Invalidenrente entsteht, zur Auffüllung von Beitragslü-

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Seite 8 

cken herangezogen werden kann (vgl. ULRICH MEYER, Bundesgesetz 

über die Invalidenversicherung, 2. Aufl. 2010, S. 416).  

5.2 Der Zeitpunkt des Eintritts der Invalidität beurteilt sich nach Art. 28 

Abs. 1 IVG. Hiernach haben jene Versicherte Anspruch auf eine Rente, 

die ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare Eingliederungsmass-

nahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (Bst. a); 

während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens zu 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (Bst. b); und nach Ab-

lauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (Bst. c). Die Invalidität 

beziehungsweise der Versicherungsfall gilt erst mit der Entstehung des 

Rentenanspruches als eingetreten, also frühestens mit Ablauf des Warte-

jahres gemäss Art. 28 Abs. 1 Bst. b IVG (vgl. BGE 138 V 475 E. 3). 

5.3 Aufgrund der Aktenlage ist davon auszugehen, dass der Beschwerde-

führer durch den am 27. Oktober 2009 erlittenen Unfall im angestammten 

Beruf als Schaler voll arbeitsunfähig wurde (vgl. Stellungnahme des me-

dizinischen Dienstes der Vorinstanz vom 27. November 2012; IVSTA-

act. 25) und in diesem Zeitpunkt das Wartejahr begann. In Übereinstim-

mung mit der Vorinstanz und dem Beschwerdeführer ist davon auszuge-

hen, dass der Versicherungsfall am 27. Oktober 2010 eingetreten ist und 

zur Erfüllung der versicherungsmässigen Voraussetzungen eines Ren-

tenanspruchs die Mindestbeitragsdauer in diesem Zeitpunkt geleistet sein 

muss. 

6.  

Im Folgenden ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführer am 27. Oktober 

2010 über wenigstens ein Beitragsjahr in der Schweiz verfügt. 

6.1 Ein volles Beitragsjahr liegt gemäss Art. 50 AHVV (SR 831.101) vor, 

wenn eine Person insgesamt länger als elf Monate im Sinne von Art. 1a 

oder 2 AHVG versichert war und während dieser Zeit den Mindestbeitrag 

bezahlt hat oder Beitragszeiten im Sinne von Art. 29
ter

 Abs. 2 Bst. b und c 

AHVG aufweist (vgl. RWL Rz. 3004). Damit ein Jahr als volles Beitrags-

jahr angerechnet wird, muss eine Versicherungsdauer von mehr als elf 

Monaten vorliegen; dies ist nicht der Fall, wenn nur eine Dauer von elf 

Monaten ohne einen zusätzlichen Bruchteil eines weiteren Monates be-

steht (vgl. UELI KIESER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum AHVG, 

3. Aufl. 2012, Art. 29
ter

, Rz. 3). Es ist nicht notwendig, dass diese Bei-

tragsdauer am Stück erfüllt wird (vgl. ACKERMANN, a.a.O., S. 17). Die ge-

schuldeten Beiträge müssen zumindest in der Höhe des Mindestbeitrags 

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geleistet sein oder noch entrichtet werden können, damit ein bestimmter 

Zeitabschnitt als Beitragsdauer zählen kann (RWL Rz. 5006). Wurden 

Beiträge mangels Erfassung oder wegen Uneinbringlichkeit nicht geleistet 

und ist die Beitragsschuld bei der Entstehung des Rentenanspruchs ver-

jährt, ist die entsprechende Beitragsperiode in der Regel nicht anzurech-

nen (RWL Rz. 5009). 

6.2 Hinsichtlich der Dauer der Beitragsleistung und der Höhe der Beiträge 

wird grundsätzlich auf die individuellen Konten (IK) abgestellt, welche für 

jeden beitragspflichtigen Versicherten geführt und in welche die entspre-

chenden Daten eingetragen werden (vgl. Art. 30
ter

 AHVG; Art. 137 ff. 

AHVV). Versicherte können die Berichtigung von IK-Eintragungen verlan-

gen, bei Eintritt des Versicherungsfalles allerdings nur, soweit deren Un-

richtigkeit offenkundig ist oder dafür der volle Beweis erbracht wird 

(Art. 141 Abs. 2 und 3 AHVV). Das gilt nicht nur für unrichtige, sondern 

auch für unvollständige beziehungsweise fehlende Eintragungen im IK 

(BGE 117 V 261 E. 3a). Der geforderte volle Beweis schliesst den Unter-

suchungsgrundsatz nicht aus. Der Mitwirkungspflicht des Betroffenen 

kommt jedoch ein erhöhtes Gewicht zu. Im Fall der Beweislosigkeit fällt 

der Entscheid zu Ungunsten jener Partei aus, die daraus Rechte ableiten 

will (BGE 117 V 261 E. 3b-d mit Hinweisen; vgl. auch Urteile des Eidge-

nössischen Versicherungsgerichts H 41/04 vom 19. Oktober 2004 E. 4 

sowie H 141/03 vom 8. Oktober 2003 E. 3.1). 

6.3 Die Vorinstanz geht davon aus, dass der Beschwerdeführer im Zeit-

punkt des Eintritts der Invalidität am 27. Oktober 2010 eine Beitragszeit 

von zehn Monaten aufweist und folglich die Mindestbeitragsdauer nicht 

erfüllt. In der angefochtenen Verfügung hält sie fest, dass Angehörige ei-

nes EU-Mitgliedstaates, die ohne Wohnsitz in der Schweiz eine Erwerbs-

tätigkeit ausgeübt hätten und diese infolge eines Unfalls oder Krankheit 

hätten aufgeben müssen, grundsätzlich nicht mehr den Vorschriften der 

schweizerischen Invalidenversicherung unterliegen würden. Die unterjäh-

rige Beitragszeit des Beschwerdeführers könne daher nicht vervollstän-

digt werden. 

Der Beschwerdeführer hält dem entgegen, dass er auch nach dem Ar-

beitsunfall vom 27. Oktober 2009 in der Schweiz beitragspflichtig gewe-

sen sei. Allein schon vom Unfallzeitpunkt bis zum Eintritt der Invalidität 

verfüge er demnach über zwölf Beitragsmonate. Die zuständige Aus-

gleichskasse habe zudem noch weitere Beiträge verfügt. Zudem habe er 

über eine Aufenthaltsbewilligung vom 12. September 2009 bis am 31. Juli 

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2011 verfügt und während dieser Periode weit mehr als den Mindestbei-

trag geleistet. Insgesamt habe er während mindestens drei Jahren, wo-

von eines in der Schweiz, Beiträge entrichtet, womit er die versiche-

rungsmässigen Voraussetzungen am 27. Oktober 2010 erfüllt habe. 

Schliesslich treffe die Annahme der Vorinstanz, dass er seinen Wohnsitz 

in der Schweiz aufgegeben habe, nicht zu. 

6.4 Laut IK-Auszug vom 9. September 2011 weist der Beschwerdeführer 

für die Jahre 1994 (Juni und Juli) und 2009 (Mai bis Oktober) insgesamt 

acht Beitragsmonate auf (IVSTA-act. 39 S. 2). Ein im Zeitpunkt des Erlas-

ses der angefochtenen Verfügung aktueller IK-Auszug liegt nicht bei den 

Akten. Auf dem ACOR-Berechnungsblatt (Programm zur Rentenberech-

nung und Rentenfestsetzung) vom 25. April 2013 sind darüber hinaus 

auch in den Jahren 2010 (September bis Dezember) vier Beitragsmonate 

und im Jahr 2011 zwölf Beitragsmonate eingetragen (IVSTA-act. 46). Wie 

einem Schreiben der Ausgleichskasse (…) vom 7. November 2011 zu 

entnehmen ist, wurde der Beschwerdeführer nach dessen Anmeldung bei 

der Einwohnerkontrolle (…) ab 1. September 2010 wieder als Nichter-

werbstätiger erfasst (IV-act. 39 S. 1). Gestützt auf diese Unterlagen weist 

der Beschwerdeführer damit beim Eintritt des Versicherungsfalls zehn 

Beitragsmonate aus. 

6.5 Für den Zeitraum von November 2009 bis August 2010, als der Be-

schwerdeführer Taggelder des Unfallversicherers bezog und aufgrund der 

Akten keiner Erwerbstätigkeit nachging, finden sich im IK-Auszug wie 

auch im ACOR-Berechnungsblatt keine Einträge. Gemäss Art. 36 Abs. 2 

IVG in Verbindung mit Art. 5 Abs. 4 AHVG und Art. 6 Abs. 2 Bst. b AHVV 

stellen Versicherungsleistungen bei Unfall, Krankheit oder Invalidität 

(ausgenommen Taggelder nach Art. 25 IVG) kein beitragspflichtiges Er-

werbseinkommen dar, selbst wenn sie in Abgeltung der obligationenrecht-

lichen Lohnfortzahlungspflicht des Arbeitgebers bei unverschuldeter Ver-

hinderung des Arbeitnehmers an der Arbeitsleistung wegen Krankheit 

oder Unfalls erbracht werden (Art. 324a und b OR; Urteil des Eidgenössi-

schen Versicherungsgerichts I 834/02 vom 13. August 2003 E. 2.2). Nach 

der Rechtsprechung werden jedoch Versicherte, die während einiger Mo-

nate wegen Krankheit oder Unfalls ein nicht AHV/IV-pflichtiges Ersatzein-

kommen beziehen, trotzdem als Erwerbstätige erfasst. Obwohl sie wäh-

rend dieser Zeit also effektiv keine IV-Beiträge geleistet haben, können 

sie ein volles Beitragsjahr erfüllen, wenn sie während mehr als 11 Mona-

ten versichert waren und den Mindestbeitrag entrichtet haben (Urteil des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 834/02 vom 13. August 2003 

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E. 2.2 mit Hinweis auf BGE 111 V 307; siehe auch Urteil des BVGer C-

6508/2010 vom 23. September 2013 E. 4.1). 

6.6 Zudem sieht die im vorliegenden Fall anwendbare Verordnung (EWG) 

1408/71 (vgl. Art. 80a Abs. 1 Bst. a IVG; vgl. ACKERMANN, a.a.O., S. 30) – 

anders als die ab 1. April 2012 anwendbaren Verordnung (EG) 

Nr. 883/2004 (vgl. auch IV-Rundschreiben Nr. 309 vom 15. Februar 2012 

und Mitteilungen an die AHV-Ausgleichskassen und EL-

Durchführungsstellen Nr. 301 vom 15. Februar 2012) – bei Staatsangehö-

rigen eines EU-Mitgliedes, die in der Schweiz ohne Wohnsitz zu haben 

eine Erwerbstätigkeit als Arbeitnehmer ausgeübt haben und den schwei-

zerischen Rechtsvorschriften über die Invalidenversicherung nicht mehr 

unterliegen, weil sie ihre existenzsichernde Erwerbstätigkeit in der 

Schweiz infolge eines Unfalls oder einer Krankheit aufgeben mussten, für 

Rentenansprüche gegenüber der Invalidenversicherung eine einjährige 

Nachversicherung vor (Kreisschreiben über das Verfahren zur Leistungs-

festsetzung in der AHV/IV [KSBIL], Stand: 1. Januar 2010, Rz. 1001.5). 

Gemäss Anhang VI Ziffer 8 der Verordnung (EWG) 1408/71 gilt jeder Ar-

beitnehmer oder Selbständige, der den schweizerischen Rechtsvorschrif-

ten über die Invalidenversicherung nicht mehr unterliegt, ungeachtet der 

Bestimmungen von Titel III, als für die Dauer eines Jahres ab dem Zeit-

punkt der Arbeitsunterbrechung mit nachfolgender Invalidität in dieser 

Versicherung versichert, wenn er seine Erwerbstätigkeit in der Schweiz 

infolge Unfalls oder Krankheit aufgeben musste und die Invalidität in die-

sem Lande festgestellt worden ist; er muss Beiträge zur Alters-, Hinter-

lassenen- und Invalidenversicherung entrichten, als hätte er seinen 

Wohnsitz in der Schweiz. Dies gilt nicht, wenn die betroffene Person ge-

mäss den Artikeln 13 Absatz 2 Buchstaben a)–e), 14–14f oder 17 der 

Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 den Rechtsvorschriften eines anderen 

Mitgliedstaates unterliegt.  

6.7 Versichert sind nach Art. 1 IVG in Verbindung mit Art. 1a Abs. 1 AHVG 

nebst anderen die natürlichen Personen mit Wohnsitz in der Schweiz 

(Bst. a) und die natürlichen Personen, die in der Schweiz eine Erwerbstä-

tigkeit ausüben (Bst. b). Bei Saisonarbeitern und Kurzaufenthaltern kann 

gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung Wohnsitz in der Schweiz im 

Sinn von Art. 13 Abs. 1 ATSG in Verbindung mit Art. 23 Abs. 1 und 2 ZGB 

nur unter strengen Voraussetzungen bejaht werden (vgl. Urteil des Eid-

genössischen Versicherungsgerichts I 275/02 vom 18. März 2005 E. 6.2 

mit Hinweis auf BGE 113 V 261 E. 2b). Ein Wohnsitz in der Schweiz kann 

in solchen Fällen namentlich nur dann angenommen werden, wenn sich 

C-5233/2013 

Seite 12 

die Personen mit der Absicht dauernden Verbleibens in der Schweiz auf-

halten und im Zeitpunkt des potentiellen Versicherungsfalles die Voraus-

setzungen für die Umwandlung der Saisonbewilligung (bzw. Kurzaufent-

haltsbewilligung) in eine ganzjährige Aufenthaltsbewilligung bereits erfül-

len oder doch zu erfüllen im Begriffe sind (vgl. BGE 113 V 261 E. 2b). Das 

trifft vorliegend nicht zu, wurde doch dem Beschwerdeführer noch nach 

Eintritt des Versicherungsfalls am 5. November 2010 wiederum nur eine 

Kurzaufenthaltsbewilligung erteilt (IV-act. 25). Mit der Vorinstanz ist daher 

davon auszugehen, dass dem Beschwerdeführer keine zusätzlichen Bei-

tragszeiten infolge Wohnsitzes anzurechnen sind.  

6.8 Hingegen ist der Beschwerdeführer zum Zweck der Erwerbstätigkeit 

in die Schweiz eingereist und war damit ab Mai 2009 nach Art. 1 IVG in 

Verbindung mit Art. 1a Abs. 1 Bst. b AHVG versichert. Nach dem Unfall 

am 27. Oktober 2009 war er arbeitsunfähig, womit das Unterstellungskri-

terium der Erwerbsfähigkeit grundsätzlich weggefallen ist. Dass er aber 

verunfallt ist und in der Folge arbeitsunfähig war, darf ihm nach dem oben 

Gesagten nicht zum Nachteil gereichen. Daher ist die Versicherteneigen-

schaft zumindest für die beiden dem Unfall folgenden Monate November 

und Dezember 2009 anzunehmen, zumal er einerseits noch einen bis 

Ende November 2009 gültigen Arbeitsvertrag besass (IV-act. 22.3 S. 13) 

und er unbestrittenen eigenen Angaben zufolge auch über eine Kurzauf-

enthaltsbewilligung verfügte, die ihm theoretisch weitere (temporäre) Ar-

beitseinsätze ermöglicht hätte. Im Übrigen ist auch nicht ersichtlich, wel-

che (fremdenpolizeilichen) Hindernisse ihm als Bürger eines EU-

Mitgliedes für eine weitere Arbeitstätigkeit in der Schweiz im Wege hätten 

stehen können. Da er zudem mit einem gemäss IK-Auszug im Jahr 2009 

erzielten Einkommen von Fr. 24'533.– den Mindestbeitrag geleistet hat 

(bei einem Einkommen gemäss IK bis und mit Fr. 3'040.– ist die Beitrags-

pflicht für acht Monate erfüllt; Ziffer 2.1.1 Anhang 1 RWL), sind ihm daher 

im Jahr 2009 zusätzlich die beiden Monate November und Dezember zur 

Beitragsdauer anzurechnen, womit er insgesamt wenigstens eine Bei-

tragsdauer von zwölf Monaten in der Schweiz aufweist und damit die 

Mindestbeitragsdauer erfüllt. Unter diesen Umständen kann es hier offen-

gelassen werden, wie es sich im Jahr 2010 mit der Versicherungsunter-

stellung, der Beitragspflicht und der Anrechnung weiterer Beitragszeiten 

verhält.  

7.  

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer in der 

Schweiz eine Beitragsdauer von zumindest zwölf Monaten aufweist und 

C-5233/2013 

Seite 13 

ein volles Beitragsjahr im Sinn von Art. 50 AHVV vorliegt. Unter Berück-

sichtigung der ausgewiesenen EU/EFTA-Beitragszeiten erfüllt er die drei-

jährige Beitragspflicht gemäss Art. 36 Abs. 1 IVG. Die Vorinstanz hat die 

versicherungsmässigen Voraussetzungen für den Anspruch auf eine Inva-

lidenrente daher zu Unrecht verneint, weshalb die angefochtene Verfü-

gung vom 29. Juli 2013 aufzuheben ist. Die Beschwerde ist folglich gut-

zuheissen. Die Sache geht zur Prüfung der Leistungsvoraussetzungen, 

zur abschliessenden Ermittlung der Beitragsdauer für die Bestimmung 

der Höhe einer allfälligen Rente und zum Erlass einer neuen Verfügung 

zurück an die Vorinstanz. 

8.  

8.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig (Art. 69 Abs. 1
bis

 und 2 

IVG), wobei die Verfahrenskosten gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG in der 

Regel der unterliegenden Partei auferlegt werden. Weil von einem Obsie-

gen des Beschwerdeführers auszugehen ist, sind ihm keine Kosten auf-

zuerlegen und der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 400.– ist ihm nach 

Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils zurückzuerstatten. Der Vorinstanz 

werden ebenfalls keine Verfahrenskosten auferlegt (Art. 63 Abs. 2 

VwVG). 

8.2 Der obsiegende, anwaltlich vertretene Beschwerdeführer hat gemäss 

Art. 64 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 7 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-

desverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) Anspruch auf eine Partei-

entschädigung zu Lasten der Verwaltung. Da keine Kostennote einge-

reicht wurde, ist die Entschädigung aufgrund der Akten festzusetzen 

(Art. 14 Abs. 2 Satz 2 VGKE). Unter Berücksichtigung des Verfah-

rensausgangs, des gebotenen und aktenkundigen Aufwands, der Bedeu-

tung der Streitsache und der Schwierigkeit des vorliegend zu beurteilen-

den Verfahrens ist eine Parteientschädigung von Fr. 2'600.– (inkl. Ausla-

gen, ohne Mehrwertsteuer [vgl. Urteil des BVGer C-6983/2009 vom 

12. April 2010 E. 3.2]; Art. 9 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 10 Abs. 2 

VGKE) gerechtfertigt. 

 

  

C-5233/2013 

Seite 14 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen und die angefochtene Verfügung vom 

29. Juli 2013 wird aufgehoben. Die Sache wird zur Weiterführung des 

Verwaltungsverfahrens im Sinn der Erwägungen an die Vorinstanz zu-

rückgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Dem Beschwerdeführer wird 

der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 400.– nach Eintritt der Rechtskraft 

des vorliegenden Urteils zurückerstattet. 

3.  

Dem Beschwerdeführer wird zu Lasten der Vorinstanz eine Parteient-

schädigung von Fr. 2'600.– zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde; Beilage: Formular 

Zahladresse) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Einschreiben) 

– das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben) 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Franziska Schneider Michael Rutz 

 

 

  

C-5233/2013 

Seite 15 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 

Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 

Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Be-

weismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid 

und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen 

hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

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