# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3c305aa1-9fee-5048-b1e7-6ecbfac27521
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-11-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.11.2010 D-8039/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-8039-2010_2010-11-22.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-8039/2010/cvv
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 2 .  N o v e m b e r  2 0 1 0

Einzelrichter Hans Schürch, 
mit Zustimmung von Richterin Regula Schenker Senn,
Gerichtsschreiberin Eva Zürcher.

A.___________, geboren (...),
Russland,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 10. November 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-8039/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge sein Heimatland 
im August 2009 verlassen habe und über die B.___________, wo er 
zwischen  August  2009  und  Oktober  2010  gelebt  habe,  sowie  ihm 
unbekannte  Länder  am  13. Oktober  2010  unter  Umgehung  der 
Grenzkontrollen in die Schweiz gereist sei, wo er am folgenden Tag ein 
Asylgesuch eingereicht hat,

dass er anlässlich der Kurzbefragung im Empfangs- und Verfahrens-
zentrum  C.________  vom  21.  Oktober  2010  und  der  direkten 
Anhörung  des  BFM  vom  5.  November  2010  zur  Begründung  des 
Asylgesuchs  im  Wesentlichen  geltend  machte,  er  sei  russischer 
Staatsangehöriger  aus  D.___________  und  im  Juni  oder  Juli  2009 
vom Ehemann seiner Geliebten in flagranti erwischt worden,

dass er nach einem Wortgefecht und Handgreiflichkeiten zwischen den 
beiden Männern aus dem Fenster habe fliehen können,

dass er zwei oder drei Tage später von Unbekannten an seiner linken 
Schulter  mit  Schrotkugeln  und  am rechten  Oberschenkel  mit  einem 
Messer verletzt worden sei, worauf er zu einem Freund gegangen sei, 
bei welchem er die Wunden von einer Krankenschwester habe begut-
achten lassen und seine Wunden ausgeheilt habe,

dass er an seine Wohnadresse Drohbriefe bekommen habe und der 
reiche  sowie  einflussreiche  Ehemann  der  Geliebten  gegen  ihn  eine 
Anzeige mit falschen Vorwürfen erstattet habe,

dass er deshalb im August 2009 Russland verlassen habe, legal in die 
B.___________  gereist  sei,  wo  sich  seine  Freundin  und  sein  Kind 
aufhalten würden,

dass er sich indessen aus Furcht,  vom Ehemann der Geliebten ent-
deckt zu werden, und aus Sorge um die Sicherheit seines Kindes ent-
schlossen habe, auch die B.___________ zu verlassen, 

dass der Beschwerdeführer am 14. Oktober 2010 vom BFM schriftlich 
aufgefordert wurde, innert 48 Stunden rechtsgenügliche Identitäts- und 
Reisepapiere einzureichen,

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dass er indessen keine rechtsgenüglichen Identitätspapiere abgab,

dass im Übrigen auf die Akten zu verweisen ist,

dass  das BFM auf  das  Asylgesuch des Beschwerdeführers  mit  Ver-
fügung vom 10. November 2010 – eröffnet am gleichen Tag – nicht ein-
trat und die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anord-
nete,

dass  das  BFM zur  Begründung  im Wesentlichen  anführte,  es  lägen 
keine  entschuldbaren  Gründe  für  die  Nichtabgabe  von  Reise-  oder 
Identitätspapieren vor, weil der Beschwerdeführer keine rechtsgenüg-
lichen Identitäts- und Reisepapiere zu den Akten gegeben habe und 
seine  Rechtfertigung  dazu,  nämlich  Asylsuchende  würden  selten 
solche  Papiere  abgeben  und  er  werde  erst  schauen,  wie  sich  die 
Situation weiter entwickle, als vorsätzliche Verweigerung der Abgabe 
von Papieren zu qualifizieren sei, 

dass  der  Beschwerdeführer  ferner  das  Fehlen  seines  Reisepasses, 
den er zum Zweck der Ausreise benutzt habe, nicht habe substanziiert  
darlegen können,

dass überdies jegliche Hinweise zum Reiseweg fehlten, obwohl er da-
rüber befragt worden sei,

dass er ferner nichts Konkretes unternommen habe, um die fehlenden 
Papiere  nachzureichen,  obwohl  er  mit  der  Einreichung  seines  Asyl-
gesuchs schriftlich auf diese Obliegenheit hingewiesen worden sei,

dass davon auszugehen sei, es sei ihm bewusst gewesen, dass eine 
Person sich in jedem Gast- beziehungsweise Asylland über ihre Iden-
tität rechtsgenüglich ausweisen müsse,

dass davon auszugehen sei, er wolle seine Ausweise dem BFM vor-
enthalten,  um den tatsächlichen  Reiseweg zu verschleiern  und eine 
allfällige Wegweisung zu verzögern oder zu verhindern,

dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft  gemäss Art.  3 
und 7 AsylG nicht  erfülle  und aufgrund der  Aktenlage keine zusätz-
lichen  Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder 
eines Wegweisungshindernisses erforderlich seien, 

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dass die geltend gemachten Vorbringen unsubstanziiert und pauschal 
ausgefallen seien und nicht darauf schliessen liessen, er habe seine 
Vorbringen selbst erlebt,

dass nachvollziehbare Schilderungen, subjektive Wahrnehmungen und 
eine persönliche Betroffenheit fehlten, obwohl sie angesichts der gel-
tend gemachten schweren Gefährdung an Leib und Leben zu erwarten 
gewesen wären,

dass  die  Angabe,  der  Ehemann der  Geliebten  habe  mächtigen  und 
finanziellen Einfluss, lediglich auf seinen persönlichen Einschätzungen 
beruhe,

dass er nicht um Schutz nachgesucht habe, obwohl Personen in einer 
vergleichbaren Situation den nächstbesten Schutz suchen würden,

dass sein Einwand, es sei sinnlos, sich um einen solchen zu bemühen, 
weil man nur noch mehr Probleme bekomme, in der dargelegten pau-
schalen Form als unsubstanziiert zu werten sei, 

dass er  ferner  den Inhalt  der  Drohbriefe nur vage und diffus kenne, 
obwohl davon auszugehen sei, der Wortlauf sei für ihn von besonderer 
Bedeutung  gewesen,  wenn  sich  die  Vorbringen  tatsächlich  ereignet 
hätten,

dass an dieser Einschätzung die – sehr gut verheilten – Narben nichts  
zu ändern vermögen, weil ihrer Entstehung auch eine andere Ursache 
zugrunde liegen könne, 

dass darüber hinaus die Vorbringen widersprüchlich ausgefallen seien, 
indem er einerseits dargelegt habe, die Täter seien beim Angriff  auf 
der Strasse in der Nähe des Hauses gewesen, während er anderer-
seits  ausgesagt  habe,  die  Täter  hätten  sich  beim  Treppenhaus  be-
funden, 

dass sich zudem die Aussage, die Täter hätten ihm gesagt, man dürfe 
eine Fremde nicht berühren, nicht mit seiner Angabe, es habe keinen 
Disput  gegeben,  weil  er  nicht  zu  Hause  gewesen  sei,  vereinbaren 
lasse,

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dass somit seine Vorbringen auch infolge Substanzlosigkeit und Wider-
sprüchlichkeit nicht geglaubt werden könnten,

dass die Vorinstanz den Vollzug der Wegweisung als zulässig, zumut-
bar und möglich erachtete, 

dass sie diesbezüglich insbesondere ausführte, bezüglich der geltend 
gemachten  medizinischen  Gründe  sei  die  Frage  der  Dringlichkeit 
widersprüchlich ausgefallen, weshalb sie nicht zu glauben und davon 
auszugehen  sei,  der  Beschwerdeführer  versuche,  medizinische 
Gründe zu konstruieren,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  17.  November  2010 
gegen diesen Entscheid  beim Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde 
erheben  und beantragen  liess,  die  angefochtene Verfügung  sei  voll-
umfänglich aufzuheben und an das BFM zur Prüfung des Asylgesuchs 
zurückzuweisen,

dass der Beschwerdeführer infolge fehlender Zumutbarkeit  des Weg-
weisungsvollzugs vorläufig aufzunehmen sei,

dass er in verfahrensrechtlicher Hinsicht um Gewährung der unentgelt-
lichen Rechtspflege und um Verzicht auf die Erhebung eines Kosten-
vorschusses ersuchte,

dass  er  zur  Begründung  im  Wesentlichen  geltend  machte,  er  habe 
sehr wohl entschuldbare Gründe, weil es bei der Frist von 48 Stunden 
nicht  darum gehe,  neue Papiere  zu beschaffen,  sondern  die  für  die 
Reise in die Schweiz verwendeten Papiere abzugeben, was die Vor-
instanz übersehen habe,

dass  der  russische  Reisepass  den  Beschwerdeführer  nicht  zur  Ein-
reise  in  den  Schengenraum berechtigt  habe,  weshalb  er  ihn  für  die 
Weiterreise nicht mitgenommen habe,

dass folglich der Nichteintretensentscheid nicht gerechtfertigt sei,

dass  die  Vorinstanz  zudem  die  vom  Beschwerdeführer  dargelegten 
Vorbringen nicht  gewürdigt habe, obwohl  das von ihm Erzählte nicht 
wie eine Fantasiegeschichte töne,

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dass  die  Vorinstanz  das  Zentralvorbringen  des  Beschwerdeführers 
nicht  untersucht  habe,  obwohl  mögliche  Wegweisungshindernisse  in 
den Heimatstaat aktenkundig seien, weshalb sie auf sein Asylgesuch 
hätte eintreten müssen,

dass somit  der  Sachverhalt  nicht  vollständig  festgestellt  worden sei, 
zumal dies nur bei einer materiellen Bearbeitung des Asylfalles mög-
lich gewesen wäre,

dass seine Wegweisung nach Russland möglicherweise nicht zumut-
bar sei, was im Rahmen einer materiellen Überprüfung abzuklären sei,

dass  der  Beschwerde die  Kopie eines  nicht  unterzeichneten Schrei-
bens betreffend Nachreichen von Beweismitteln beigelegt wurde, wo-
bei  geltend  gemacht  wurde,  das  Original  des  russischen  Führer-
scheins werde in den nächsten Tagen nachgereicht,

dass die Vorakten am 18. November 2010 beim Bundesverwaltungs-
gericht eintrafen,

und zieht in Erwägung,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  endgültig  über  Beschwerden 
gegen  Verfügungen  (Art. 5  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021])  des BFM 
entscheidet  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998  [AsylG, 
SR 142.31]  i.V.m.  Art. 31-33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundes-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG 
richtet,  soweit  das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und 
Art. 6 AsylG),

dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  angefochtene  Verfügung  be-
sonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

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dass  somit  auf  die  frist-  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art.  111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass  das  BFM  den  angefochtenen  Nichteintretensentscheid  auf  die 
Grundlage von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG gestützt hat,

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide die  Beurtei-
lungszuständigkeit der Beschwerdeinstanz grundsätzlich auf die Über-
prüfung der Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das 
Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass bei  Begründetheit  der Beschwerde die angefochtene Verfügung 
aufzuheben und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz 
zurückzuweisen ist (vgl. EMARK 2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.), 

dass gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf ein Asylgesuch nicht ein-
getreten wird, wenn Asylsuchende den Behörden nicht innerhalb von 
48  Stunden  nach  Einreichung  des  Gesuchs  Reise-  oder  Identitäts-
papiere abgeben,

dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet, wenn Asylsu-
chende glaubhaft machen können, sie seien dazu aus entschuldbaren 
Gründen nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), oder wenn auf 
Grund der Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flücht-
lingseigenschaft  festgestellt  wird  (Art.  32  Abs. 3  Bst.  b  AsylG)  oder  
wenn sich auf Grund der Anhörung die Notwendigkeit zusätzlicher Ab-

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klärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines Weg-
weisungsvollzugshindernisses ergibt (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG),

dass  mithin  die  Flüchtlingseigenschaft  Prozessgegenstand  des  Be-
schwerdeverfahrens bildet, wobei im Rahmen der summarischen Prü-
fung das offenkundige Fehlen der Flüchtlingseigenschaft, sei es, weil 
die Vorbringen offensichtlich unglaubhaft sind, oder sei es, weil sie of -
fensichtlich keine flüchtlingsrechtliche Relevanz nach Art. 3 AsylG auf-
weisen,  und  das  offenkundige  Fehlen  von  Wegweisungsvollzugshin-
dernissen zu beurteilen sind (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1),

dass die Beurteilungszuständigkeit des Bundesverwaltungsgerichts im 
Wegweisungspunkt  nicht beschränkt  ist,  da sich die Vorinstanz dies-
bezüglich gemäss Art. 44 AsylG in Verbindung mit Art. 83 des Bundes-
gesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Aus-
länder (AuG, SR 142.20) auch materiell zur Sache zu äussern hatte, 

dass vorliegend der Beschwerdeführer innerhalb von 48 Stunden nach 
Einreichung des Asylgesuches keine Identitäts- oder Reisepapiere im 
Sinne von Art. 32 Abs. 2 Bst. a  und Abs. 3 AsylG abgaben,

dass  dafür  keine  entschuldbaren  Gründe  vorliegen,  obwohl  der  Be-
schwerdeführer  anlässlich  der  Beschwerdeeinreichung  die  Abgabe 
seines russischen Führerscheins in Aussicht stellte, weil die Frist von 
48 Stunden in der Zwischenzeit längst verstrichen ist,

dass  somit  die  Erklärungen  des  Beschwerdeführers  –  wie  die  Vor-
instanz zutreffend feststellte – über den Grund der Nichtabgabe innert  
48 Stunden nach Einreichung des Asylgesuches ebenso wenig wie die 
Einwände in der Beschwerdeschrift zu überzeugen vermögen,

dass  diesbezüglich,  um  unnötige  Wiederholungen  zu  vermeiden, 
einerseits  auf  die  zutreffenden  Ausführungen  in  der  angefochtenen 
Verfügung und andererseits  auf  die  nachfolgenden Erwägungen ver-
wiesen wird,

dass  –  wie  in  der  Beschwerdeschrift  zutreffend  festgestellt  wurde  – 
grundsätzlich nicht neue Reise- und Identitätspapiere abzugeben sind, 
sondern die für die Reise verwendeten Papiere,

dass der Beschwerdeführer indessen keine solchen abgab, obwohl er 
selber einräumte, den Reisepass benutzt zu haben,

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dass der Beschwerdeführer zudem verpflichtet gewesen wäre, rechts-
genügliche heimatliche Identitätspapiere mit auf die Reise zu nehmen, 
um  sich  in  seinem Gastland  –  der  Schweiz  –  rechtsgenüglich  aus-
weisen zu können,

dass  sein  Einwand,  er  habe  den  Reisepass  dem  Schlepper  geben 
müssen, nicht zu überzeugen vermag und als Schutzbehauptung auf-
zufassen ist,  weil  es sich dabei  um eine stereotype Erklärung vieler 
Asylsuchenden, die ihre Identitätspapiere vorenthalten wollen, handelt, 
und  der  Beschwerdeführer  vom  Schlepper  den  Reisepass  hätte 
zurückverlangen können,

dass er sich sein fehlendes Interesse am eigenen Reisepass und sein  
unterlassenes  Zurückverlangen  desselben  selber  anrechnen  lassen 
muss,

dass sich diese Aussage zudem nicht  mit  seiner Angabe in der Be-
schwerde vereinbaren  lässt,  gemäss welcher  er  den  Reisepass  aus 
der  B.___________ zur  Weiterreise  nicht  mehr  mitgenommen habe, 
weil er damit nicht in den Schengenraum reisen könne, 

dass folglich die beiden Erklärungen nicht als glaubhaft erscheinen, 

dass  das  BFM  zudem  zutreffend  darlegte,  die  Aussage  des  Be-
schwerdeführers, er wolle zuerst schauen, wie es in der Schweiz so 
laufe  und  werde  erst  in  zwei  Monaten  Identitätspapiere  aus  dem 
Heimatland kommen lassen, sei mit der Obliegenheit von Asylsuchen-
den, rechtsgenügliche Identitäts- und Reisepapiere innert 48 Stunden 
abzugeben, nicht zu vereinbaren, sondern stelle eine wissentliche Vor-
enthaltung der Identitätspapiere dar,

dass  aufgrund  der  fehlenden  bisherigen  Bemühungen  des  Be-
schwerdeführers,  heimatliche  Identitätspapiere  abzugeben,  zu 
schliessen ist, er wolle diese den schweizerischen Asylbehörden vor-
enthalten,

dass somit aus dem Verhalten des Beschwerdeführers der Schluss zu 
ziehen ist, er sei – entgegen seinen eigenen Aussagen – nicht ohne 
rechtsgenügliche heimatliche Identitätspapiere in die Schweiz gereist,

dass die  Vorinstanz folglich zu Recht ausführte,  es lägen keine ent-
schuldbaren Gründe vor, die es dem Beschwerdeführer verunmöglicht 

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hätten, den Behörden innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des 
Asylgesuchs rechtsgenügliche Dokumente einzureichen, 

dass mithin zu prüfen bleibt, ob das BFM aufgrund der Befragungen zu 
Recht  weder  die  Flüchtlingseigenschaft  festgestellt  noch  zusätzliche 
Abklärungen  zu  deren  Feststellung  beziehungsweise  derjenigen  von 
Wegweisungshindernissen als erforderlich erachtet hat,

dass  die  Vorinstanz  die  Asylvorbringen  des  Beschwerdeführers  zu 
Recht als unglaubhaft erachtete, wie die nachfolgenden Erwägungen 
zeigen,

dass  das  BFM insbesondere  zutreffend  feststellte,  der  Beschwerde-
führer habe auf die ihm gestellten Fragen nur oberflächlich und sub-
stanzlos geantwortet,

dass er beispielsweise aufgefordert wurde, die Reise in die Schweiz zu 
schildern, was er mit den Worten „Es war schlecht“ (Akte A7/15 S. 4 f.) 
tat,

dass es sich weder bei dieser Antwort noch bei den darauffolgenden 
um  substanzielle  Angaben  über  die  Reise  handelt,  wie  das  BFM 
zutreffend darlegte, 

dass er auch über seine Tätigkeit als Judokämpfer nur spärlich Aus-
kunft gab (Akte A7/15 S. 5),

dass sich zudem seine Angabe, er habe in der Türkei an einem Turnier  
teilgenommen  (Akte  A7/15  S.  5),  nicht  vereinbaren  lässt  mit  seiner 
Aussage, er sei noch nie im Ausland gewesen (Akte A1/8 S. 6),

dass er  keine konkreten Angaben dazu machen konnte,  welche Be-
ziehungen  zu  Politikern  der  Ehemann  seiner  Geliebten  habe  (Akte 
A7/15 S. 7),  weshalb  sein  diesbezügliches Vorbringen nur  als  unbe-
legte und persönliche Einschätzung gelten kann und nicht überzeugt,

dass er ebenso wenig konkrete Aussagen über die angebliche Anzeige 
gegen seine Person zu Protokoll geben konnte (Akte A7/15 S. 8 f.),

dass  er  bezeichnenderweise das behördliche Schreiben,  welches er 
erhalten  haben  will,  nicht  zu  den  Akten  reichte,  obwohl  es  sich  bei 

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seiner  Mutter  befinden  soll  und  er  zu  ihr  in  telefonischem  Kontakt 
stehen will,

dass er auch nicht detailliert  sagen konnte, was in dem angeblichen 
Drohbrief,  der  ebenfalls  bei  seiner  Mutter  sein  soll,  geschrieben ist,  
obwohl er gegen seine Person gerichtet gewesen sein soll (Akte A7/15 
S. 11) und ihm das in Erinnerung hätte bleiben müssen,

dass  der  Beschwerdeführer  weder  die  staatlichen  Behörden  um 
Schutz  ersucht  noch  etwas  zu  seiner  Verteidigung  unternommen 
haben  will,  obwohl  ihm das zuzumuten gewesen  wäre,  was mit  der  
Realität nicht zu vereinbaren ist,

dass sein Einwand, dies sei sinnlos und man bekomme so nur noch 
mehr  Probleme,  nicht  nachzuvollziehen  ist,  zumal  im  Fall  von 
Körperverletzungen, wie er sie gegen seine Person vorgebracht hat, 
auch  die  russischen  Behörden  von  Amtes  wegen  einzuschreiten 
haben, und er überdies – gemäss seinen eigenen Angaben – einen 
Drohbrief als Beweismittel hätte vorlegen können,

dass  auch  den  vom  BFM  dargelegten  Widersprüchen  zuzustimmen 
und diesbezüglich – um unnötige Wiederholungen zu vermeiden – auf 
die  entsprechenden  Stellen  in  der  angefochtenen Verfügung  zu ver-
weisen ist,

dass sich der Beschwerdeführer insgesamt auf äusserst summarische 
Antworten beschränkte und teilweise in nicht nachvollziehbarer Weise 
Erklärungen abgab, welche nicht zu überzeugen vermögen, 

dass er darüber hinaus jede persönliche Betroffenheit vermissen lässt,

dass somit insgesamt die Argumentation der Vorinstanz zu bestätigen 
ist,

dass  demgegenüber  der  Einwand  in  der  Beschwerde,  die  Zentral -
vorbringen  des  Beschwerdeführers  seien  vom  BFM  nicht  gewürdigt 
worden, ebenso wenig stichhaltig  ist  wie der  Vorwurf,  die Vorinstanz 
haben den Sachverhalt nicht vollständig festgestellt,

dass  es  dem Beschwerdeführer  somit  nicht  gelingt,  die  Flüchtlings-
eigenschaft nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen, wes-
halb das Bundesamt das Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat,

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dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat  (Art. 44  Abs. 1 AsylG),  vorliegend der  Kanton keine Aufenthalts-
bewilligung  erteilt  hat  und  zudem kein  Anspruch auf  Erteilung einer 
solchen besteht (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizeri-
schen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2001  Nr. 21),  weshalb  die 
verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen 
steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern 
regelt,  wenn  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zu-
mutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  des Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 
Vorgängerorganisation  ARK der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft gilt, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der 
strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, 
Ausländerrecht, 2. Auflage, Basel 2009, Rz. 11.148), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrecht-
liche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes-
halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 

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Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung 
ersichtlich sind, die im Heimat- oder Herkunftsstaat droht,

dass  somit  der  Vollzug  des  Beschwerdeführers  nach  Russland  als 
zulässig zu erachten ist,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und  medizi-
nischer Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass in Russland keine Situation allgemeiner Gewalt, die sich über das 
ganze Staatsgebiet oder weite Teile desselben erstrecken würde, be-
steht  und  deshalb  der  Vollzug  der  Wegweisung  grundsätzlich  als 
zumutbar zu erachten ist,

dass ferner auch keine individuellen Gründe wirtschaftlicher, sozialer 
oder gesundheitlicher Natur darauf  hinweisen, der Beschwerdeführer 
würde in seinem Heimatland in eine existenzbedrohende Situation ge-
raten,

dass der Beschwerdeführer zwar eine Verletzung seiner Schulter mit 
Schrotkugeln  und  eine  Verletzung  seines  Oberschenkels  mit  dem 
Messer vorbrachte, diese indessen als grösstenteils ausgeheilt zu be-
trachten sind, zumal er keine Beweismittel zu den Akten gab, gestützt 
auf welche vom Gegenteil auszugehen wäre,

dass  eine  allfällig  benötigte  weitere  Behandlung  auch  in  seinem 
Heimatland möglich wäre, 

dass er darüber hinaus auf dem Personalienblatt  (A2/2) nicht angab, 
medizinische Behandlung zu benötigen,

dass der gestützt auf die Aktenlage junge, ungebundene und im Üb-
rigen gesunde Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben in Russ-
land,  wo er bis August 2009 Zeit  seines Lebens gelebt  habe, Ange-
hörige (Eltern) hat,  bei  welchen er unterkommen kann und von wel-
chen er  in  der  ersten Zeit  nach seiner  Rückkehr  unterstützt  werden 
kann,

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dass  ferner  die  vorgebrachte  Schulbildung  und  Tätigkeit  als  Kampf-
sportler den Wiedereinstieg ins Berufsleben erleichtern werden,

dass folglich nicht davon auszugehen ist, er gerate im Fall einer Rück-
kehr in sein Heimatland in eine existenzbedrohende Situation,

dass  somit  insgesamt  der  Vollzug  der  Wegweisung  nach  Russland 
auch als zumutbar zu erachten ist,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  in  den 
Heimatstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse be-
stehen (Art. 83  Abs. 2 AuG),  und es  dem Beschwerdeführer  obliegt, 
bei  der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art.  8 Abs. 4 
AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens das Gesuch um Gewährung 
der unentgeltlichen Rechtspflege abzuweisen ist  und die Kosten von 
Fr. 600.--  (Art. 1-3  des  Reglements  vom 21. Februar  2008  über  die 
Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht 
[VGKE,  SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind 
(Art. 63 Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das  Gesuch  um Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  nach 
Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer  durch Vermittlung des Empfangs-  und Ver-
fahrenszentrums  C.________(Einschreiben;  Beilage:  Einzahlungs-
schein)

- das  BFM,  Empfangs-  und  Verfahrenszentrum  C._________  (per 
Telefax zu den Akten Ref. Nr. (...), mit der Bitte um Eröffnung des 
Urteils  an  den  Beschwerdeführer  und  um  Zustellung  der 
beiliegenden  Empfangsbestätigung  an  das 
Bundesverwaltungsgericht)

- (zuständige kantonale Behörde) (per Telefax)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Hans Schürch Eva Zürcher

Versand: 

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