# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 656a4452-3e29-55d7-9c62-0eecc540eee1
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-09-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.09.2011 D-4784/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4784-2011_2011-09-02.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung IV
D­4784/2011

U r t e i l   v om   2 .   S ep t embe r   2 0 1 1

Besetzung Einzelrichter Martin Zoller,
mit Zustimmung von Richter Fulvio Haefeli;
Gerichtsschreiber Daniel Widmer.

Parteien A.______,
B.______,
C.______,
Somalia, 
(…),
Beschwerdeführende, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz.

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung
(Dublin­Verfahren);
Verfügung des BFM vom 18. August 2011 / (…).

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

I.

dass der A._______ am (…) unter dem Namen A.______ erstmals in der 
Schweiz um Asyl nachgesucht hatte,

dass den Akten des (…) zu entnehmen war, dass er in Italien über einen 
auf den Namen D.______ ausgestellten, gültigen Aufenthaltstitel verfügte,

dass er am (…) im Empfangs­ und Verfahrenszentrum (EVZ) E._______ 
zur  Person  befragt  und  am  (…)  in  Anwendung  von  Art. 29  Abs. 1  des 
Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  durch  das 
Bundesamt zu den Asylgründen angehört wurde,

dass  das  BFM  die  zuständigen  italienischen  Behörden  am  (…)  um 
Rückübernahme des A._______s ersuchte,

dass die  italienischen Behörden sich am (…) zur Rückübernahme bereit 
erklärten,

dass das BFM mit Verfügung vom (…) in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 
Bst. a AsylG auf  das Asylgesuch nicht  eintrat,  die Wegweisung aus der 
Schweiz  nach  Italien  verfügte,  den  A._______  aufforderte,  die  Schweiz 
spätestens  am  Tag  nach  Ablauf  der  Rechtsmittelfrist  zu  verlassen, 
feststellte,  der  Kanton  F._______  sei  verpflichtet,  die 
Wegweisungsverfügung  zu  vollziehen,  und  dem  A._______  die 
editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis aushändigte,

dass  diese  Verfügung  unangefochten  in  Rechtkraft  erwuchs  und  der 
A._______  gemäss  Vollzugs­  und  Erledigungsmeldung  der  zuständigen 
kantonalen Behörde vom (…) seit dem (…) als verschwunden galt,

II.

dass der A._______ am 31. März 2011 erneut und gleichzeitig B.______ 
erstmals  in  der  Schweiz  um Asyl  nachsuchte, wobei  sie  ihr  Kind  in  die 
Asylgesuche einschlossen,

dass  sie  am  28. April  2011  im  EVZ G._______  zu  ihren  Asylgesuchen 
befragt wurden  (…) und  ihnen am 24. Juni 2011 durch das Bundesamt, 
ebenfalls  in  G._______,  das  rechtliche  Gehör  zu  einer  allfälligen 

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Wegweisung  nach  H._______  beziehungsweise  Italien  gewährt  wurde 
(…),

dass A._______  im Wesentlichen erklärte, er habe am  (…) nach seiner 
Ankunft  (…)  in  Italien  um Asyl  nachgesucht, wobei  sein Gesuch  positiv 
entschieden  worden  sei  und  er  einen  Aufenthaltsstatus  für  (…)  Jahre, 
gültig bis (…), erhalten habe,

dass er B._______ im (…) in I._______ kennengelernt habe, sie dort am 
(…) geheiratet hätten und am (…) nach H._______ gereist seien, wo am 
(…) ihr gemeinsames Kind geboren worden sei,

dass  sie  am  in  H._______  ein  Asylgesuch  eingereicht  hätten,  darauf 
jedoch  nicht  eingetreten  worden  sei,  da  sie  bereits  in  einem  anderen 
europäischen Land um Asyl nachgesucht gehabt hätten, H._______ nach 
einem (…) Aufenthalt innert (…) Tagen hätten verlassen müssen und von 
dort in die Schweiz gekommen seien,

dass  die  B._______  im  Wesentlichen  erklärte,  sie  habe  nach  ihrer 
Ankunft  in  Italien  am  (…)  in  J._______  um  Asyl  nachgesucht,  jedoch 
noch keinen Entscheid erhalten,

dass  für  die  weiteren  Aussagen  der  Beschwerdeführenden,  soweit  für 
den Entscheid wesentlich, auf die Protokolle bei den Akten zu verweisen 
ist,

dass  ein  Abgleich  der  Fingerabdrücke  der  Beschwerdeführenden  durch 
das  Bundesamt  in  der  europäischen  Fingerabdruck­Datenbank 
(Zentraleinheit  Eurodac)  aufgrund  von  irreparablen  Hautdefekten  trotz 
mehrerer  Daktyloskopieversuche  misslang  und  aufgrund  der  Aktenlage 
auf eine Manipulation der Fingerkuppen durch die Beschwerdeführenden 
geschlossen wurde,

dass  das  BFM  am  11. Juli  2011  gestützt  auf  Art. 16  Abs. 1  Bst. c  der 
Verordnung  [EG]  Nr. 343/2003  des  Rates  vom  18.  Februar  2003  zur 
Festlegung  von  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des 
Mitgliedstaats,  der  für  die  Prüfung  eines  von  einem 
Drittstaatsangehörigen  in  einem  Mitgliedstaat  gestellten  Asylantrags 
zuständig  ist  (Dublin­II­VO)  –  unter  Hinweis  insbesondere  auf  das 
Asylgesuch und den Aufenthaltstitel des A._______s in Italien, dessen in 
H._______  auf  der  Basis  eines  Fingerabdruckvergleichs  erfolgten 
Nichteintretensentscheids,  die  gemäss  den Aussagen  der B._______  in 

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Italien  erfolgte  Fingerabdruckabnahme  und  den  einen  aussagekräftigen 
Fingerabdruckvergleich  verunmöglichenden  Zustand  der  Fingerkuppen 
der  Beschwerdeführenden  –  ein  Ersuchen  um  Übernahme  an  die 
italienischen Behörden stellte, welches bis zum Ablauf der Frist am (…) 
unbeantwortet blieb,

dass  das  Bundesamt  mit  Verfügung  vom  18. August  2011  (…)  in 
Anwendung  von  Art. 34  Abs.  2  Bst.  d  AsylG  auf  die  Asylgesuche  der 
Beschwerdeführenden vom 31. März 2011 nicht eintrat, die Wegweisung 
nach  Italien  verfügte,  die Beschwerdeführenden – unter Androhung  von 
Zwangsmitteln im Unterlassungsfall – aufforderte, die Schweiz spätestens 
am  Tag  nach  Ablauf  der  Beschwerdefrist  zu  verlassen,  den  Kanton 
F._______  verpflichtete,  die  Wegweisungsverfügung  zu  vollziehen, 
feststellte,  eine  allfällige  Beschwerde  gegen  die  vorliegende  Verfügung 
habe  keine  aufschiebende Wirkung,  und  den Beschwerdeführenden  die 
editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis aushändigte,

dass das BFM zur Begründung  im Wesentlichen ausführte,  gestützt  auf 
die  einschlägigen  internationalen  Abkommen  (insbesondere  das 
Abkommen  vom  26. Oktober  2004  zwischen  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  und  der  Europäischen  Gemeinschaft  über  die 
Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die 
Prüfung  eines  in  einem  Mitgliedstaat  oder  in  der  Schweiz  gestellten 
Asylantrags  [Dublin­Assoziierungsabkommen  (DAA),  SR 0.142.392.68] 
und  das  Übereinkommen  vom  17. Dezember  2004  zwischen  der 
Schweizerischen  Eidgenossenschaft,  der  Republik  Island  und  dem 
Königreich Norwegen über die Umsetzung, Anwendung und Entwicklung 
des  Schengen­Besitzstands  und  über  die  Kriterien  und  Verfahren  zur 
Bestimmung  des  zuständigen  Staates  für  die  Prüfung  eines  in  der 
Schweiz,  in  Island  oder  in  Norwegen  gestellten  Asylantrags 
[Übereinkommen  vom  17. Dezember  2004,  SR 0.362.32])  sei  Italien  für 
die Durchführung des Asyl­ und Wegweisungsverfahrens zuständig, und 
aufgrund  des  Ausbleibens  einer  Stellungnahme  sei  die  Zuständigkeit 
gestützt auf Art. 20 Abs. 1 Bst. c Dublin­II­VO auf Italien übergegangen,

dass die Rückführung – vorbehältlich einer allfälligen Unterbrechung oder 
Verlängerung (Art. 19 f. Dublin­II­VO) – bis zum (…) zu erfolgen habe,

dass  die  Beschwerdeführenden  im  Rahmen  des  ihnen  dazu  am  (…) 
gewährten  rechtlichen  Gehörs  keine  relevanten  Gründe  darzulegen 
vermocht hätten, die einer Rückkehr nach Italien entgegenstünden,

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dass der Vollzug der Wegweisung nach Italien zulässig, zumutbar und 
möglich  sei,  zumal  Italien  die  Richtlinie  2003/9/EG  des  Rates  vom 
27. Januar  2003  (sogenannte  Aufnahmerichtlinie),  welche  zahlreiche 
Mindestnormen  für  die  Aufnahme  und  Betreuung  von  Asylsuchenden 
beinhalte,  ohne  Beanstandungen  von  Seiten  der  Europäischen 
Kommission  umgesetzt  habe,  und  sich  die  Beschwerdeführenden 
daher  an  die  zuständigen  Behörden  wenden  könnten,  um 
Unterstützung zu erhalten,

dass  die  Beschwerdeführenden  mit  undatierter  fremdsprachiger 
Eingabe  an  das  BFM  (…),  welche  am  (…)  an  das 
Bundesverwaltungsgericht  weiterleitet  wurde  (…)  gegen  diese 
Verfügung  Beschwerde  erhoben  und  beantragten,  die  angefochtene 
Verfügung  sei  aufzuheben,  die  Flüchtlingseigenschaft  anzuerkennen, 
Asyl  zu  gewähren,  die  Unzulässigkeit,  Unzumutbarkeit  und 
Unmöglichkeit  des  Wegweisungsvollzugs  festzustellen  und  die 
vorläufige Aufnahme anzuordnen,

dass  sie  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  unter  Beilage  einer 
Fürsorgebestätigung  beantragten,  es  sei  die  unentgeltliche 
Prozessführung  und  Rechtsverbeiständung  im  Sinne  von  Art. 65 
Abs. 1 und Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über 
das Verwaltungsverfahren  (VwVG, SR 172.021) zu gewähren, auf die 
Erhebung  eines  Kostenvorschusses  zu  verzichten  und  eventuell  die 
aufschiebende Wirkung der Beschwerde wiederherzustellen,

dass  die  zuständige  Behörde  ferner  im  Sinne  einer  vorsorglichen 
Massnahme  anzuweisen  sei,  die  Kontaktaufnahme  mit  dem 
Heimatstaat  sowie  jegliche  Weitergabe  von  Daten  an  denselben  zu 
unterlassen und die Beschwerdeführenden bei  einer  eventuell  bereits 
erfolgten  Datenweitergabe  in  einer  separaten  Verfügung  zu 
informieren,

dass  die  Beschwerdeführenden  zur  Begründung  sinngemäss  im 
Wesentlichen ausführten, bei einer Rückkehr nach Italien würde ihnen 
kein Dokument  ausgestellt,  welches  ihnen  ermöglichen würde,  Arbeit 
oder  Unterkunft  zu  finden,  weshalb  das  Leben  dort  sehr  schwierig 
würde, und ihnen die dortigen schwierigen Lebensbedingungen bereits 
bekannt seien,

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dass  die  vollständigen  vorinstanzlichen  Akten  am  1. September  2011 
beim Bundesverwaltungsgericht eintrafen,

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht im Bereich des Asyls endgültig über 
Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM  entscheidet, 
ausser  bei  Vorleigen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor 
welchem die  beschwerdeführende Person Schutz  sucht  (Art. 105 AsylG 
i.V.m.  Art. 31­33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005 
[VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass die Beschwerde nicht  in einer Amtssprache des Bundes abgefasst 
ist  (Art. 70  Abs. 1  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  [BV,  SR  101]),  indes 
praxisgemäss auf die Ansetzung einer Frist zur Beschwerdeverbesserung 
verzichtet  werden  kann,  da  der  in  Englisch  verfassten 
Beschwerdeeingabe genügend klare, sinngemässe Rechtsbegehren und 
deren  Begründung  zu  entnehmen  sind  und  ohne  Weiteres  darüber 
befunden werden kann,

dass  die  Beschwerde  gemäss  Eingangsstempel  (…)  am  (…)  beim 
Bundesamt eingegangen ist und von diesem am (…) ohne K._______ an 
das  Bundesverwaltungsgericht  weitergeleitet  wurde,  wobei  sich  das 
Bundesamt  auf  Aufforderung  hin  ausser  Stand  erklärte,  K._______ 
beizubringen,

dass  die  Rechtsmittelfrist  am  26. August  2011  abgelaufen  ist  und – 
mangels  Beweismitteln  –  aufgrund  der  Aktenlage  zugunsten  der 
Beschwerdeführenden  von  der  fristwahrenden  Einreichung  des 
Rechtsmittels auszugehen ist,

dass  die  Beschwerdeführenden  durch  die  angefochtene  Verfügung 
besonders  berührt  sind,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren 
Aufhebung  beziehungsweise  Änderung  haben  und  daher  zur 
Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  sind,  weshalb  –  unter 
Vorbehalt  der  nachstehenden  Erwägungen  –  auf  die  frist­  und – 

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abgesehen  vom  vorstehend  festgestellten  Mangel  –  formgerecht 
eingereichte Beschwerde einzutreten  ist  (Art. 108 Abs. 2 AsylG sowie 
Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 37  VGG  und  Art. 48  Abs. 1  sowie  Art. 52 
VwVG),

dass mit  Beschwerde  die Verletzung  von Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  kann  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass  über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden  in 
einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten 
Richters    entschieden  wird  (Art. 111  Bst. e  AsylG)  und  es  sich 
vorliegend  –  wie  nachfolgend  aufgezeigt  –  um  eine  solche  handelt, 
weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist 
(Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  auf  einen  Schriftenwechsel 
verzichtet wurde,

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32­35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der 
Beschwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt  ist, ob die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  –  sofern  sie  den 
Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  einer 
selbständigen  materiellen  Prüfung  enthält,  die  angefochtene 
Verfügung  aufhebt  und  die  Sache  zur  neuen  Entscheidung  an  die 
Vorinstanz  zurückweist  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2004  Nr. 34  E. 2.1 
S. 240 f.),

dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs 
indes  materiell  geprüft  hat,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht 
diesbezüglich grundsätzlich volle Kognition zukommt, wobei sich diese 
Fragen  –  namentlich  diejenigen  hinsichtlich  des  Bestehens  von 
Vollzugshindernissen  (Durchführbarkeit  der  Überstellung  an  den 
zuständigen  Staat)  –  in  den  Dublin­Verfahren  bereits  vor  Erlass  des 
Nichteintretensentscheides stellen,

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dass  die  Verfügung  als  Anfechtungsgegenstand  in  der 
Bundesverwaltungsrechtspflege  den  äusseren  Rahmen  bildet, 
innerhalb  welchem  die  Parteien  der  Rechtsmittelinstanz  ein 
Rechtsverhältnis zur Beurteilung unterbreiten können,

dass  der  durch  die  Parteibegehren  definierte  Streitgegenstand  nicht 
über  den  Anfechtungsgegenstand  hinaus  reichen  darf,  Gegenstand 
des  Beschwerdeverfahrens  somit  grundsätzlich  nur  sein  kann,  was 
Gegenstand des erstinstanzlichen Verfahrens war oder  nach  richtiger 
Gesetzesauslegung  hätte  sein  sollen  (vgl.  ANDRÉ  MOSER,  in: 
Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das 
Verwaltungsverfahren  [VwVG],  Zürich  2008,  Rz. 3  zu  Art. 52; 
CHRISTOPH AUER, Streitgegenstand und Rügeprinzip im Spannungsfeld 
der  verwaltungsrechtlichen  Prozessmaximen,  Bern  1997,  S.  63; 
ALFRED  KÖLZ/ISABELLE  HÄNER,  Verwaltungsverfahren  und 
Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, S. 149),

dass  die  angefochtene  Verfügung  vom  18. August  2011  keine 
Regelung  betreffend  Flüchtlingseigenschaft  und Gewährung  von  Asyl 
enthält,

dass mit den Begehren, es sei die Flüchtlingseigenschaft festzustellen 
und  Asyl  zu  gewähren,  der  Streitgegenstand  in  unzulässiger  Weise 
über  den  in  der  angefochtenen  Verfügung  geregelten 
Anfechtungsgegenstand  hinaus  erweitert  wird  (vgl.  AUER,  a.a.O.,  S. 
63;  BGE  110  V  51  E.  3c),  weshalb  auf  dieses  Begehren  nicht 
einzutreten ist,

dass im vorliegenden Beschwerdeverfahren mithin einzig zu prüfen ist, 
ob  das  BFM  gestützt  auf  Art. 34  Abs. 2  Bst. d  AsylG  auf  die 
Asylgesuche der Beschwerdeführenden zu Recht nicht eingetreten ist,

dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn 
Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  der  für  die 
Durchführung des Asyl­ und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich 
zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),

dass  sich  die  vorinstanzlichen  Erwägungen  aufgrund  der  Akten  als 
zutreffend  erweisen,  weshalb  zur  Vermeidung  von  Wiederholungen 
vorab auf die nicht zu beanstandenden Ausführungen des BFM in der 
angefochtenen Verfügung verwiesen werden kann,

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dass die  italienischen Behörden  innerhalb der  festgelegten Frist nicht 
geantwortet  haben  und  das  BFM  zu  Recht  feststellte,  dass  damit 
gestützt  auf  Art. 20  Abs. 1  Bst. c  Dublin­II­VO  Italien  die 
Wiederaufnahme akzeptiert habe,

dass  der  Inhalt  der  Beschwerde  offensichtlich  zu  keiner  anderen 
Einschätzung  führt, zumal die Zuständigkeit  Italiens zur Durchführung 
des  Asylverfahrens  von  den  Beschwerdeführenden  nicht  bestritten 
wird,

dass keine konkreten Anhaltspunkte dafür vorliegen, Italien werde sich 
als  Signatarstaat  des  Abkommens  vom  28. Juli  1951  über  die 
Rechtsstellung der Flüchtlinge  (FK, SR 0.142.30) und der Konvention 
vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und 
Grundfreiheiten  (EMRK, SR 0.101) nicht an die daraus resultierenden 
völkerrechtlichen  Verpflichtungen,  insbesondere  an  das  Rück­
schiebungs­verbot, halten,

dass  Dublin­Rückkehrende  und  verletzliche  Personen  betreffend 
Unterbringung  von  den  italienischen  Behörden  bevorzugt  behandelt 
werden  und  sich  neben  den  staatlichen  Strukturen  auch  zahlreiche 
private  Hilfsorganisationen  der  Betreuung  von  Asylsuchenden  und 
Flüchtlingen annehmen,

dass in Italien ein rechtsstaatlich konformes Verfahren zur Prüfung des 
Asylgesuchs  und  der  Wegweisung  garantiert  ist  und  ein  dort  bereits 
durchlaufenes Asylverfahren keinen Grund darstellt, ein Asylgesuch in 
der Schweiz materiell zu behandeln,

dass kein Grund zur Annahme besteht, Personen, die sich im Rahmen 
eines Asylverfahrens in Italien aufhalten, würden aufgrund der dortigen 
Aufenthaltsbedingungen in eine existenzielle Notlage versetzt,

dass somit das BFM keine Veranlassung zu einem Selbsteintritt (Art. 3 
Abs. 2 Dublin­II­VO) gehabt hat,

dass  auf  die  zu  bestätigenden  Erwägungen  und  Folgerungen  in  der 
angefochtenen  Verfügung  verwiesen  werden  kann  und  die 
Entgegnungen  in  der  Beschwerde  in  entscheidwesentlicher  Hinsicht 
offenkundig nicht durchzudringen vermögen,

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dass  das  BFM  demnach  zu  Recht  in  Anwendung  von  Art. 34  Abs. 2 
Bst. d  AsylG  auf  die  Asylgesuche  der  Beschwerdeführenden  nicht 
eingetreten ist,

dass  die  Anordnung  der  Wegweisung  nach  Italien  der  Systematik  des 
Dublin­Verfahrens  –  bei  dem  es  sich  um  ein  Überstellungsverfahren  in 
den  für  die  Prüfung  des  Asylgesuchs  zuständigen  Staat  handelt – 
entspricht und im Einklang mit der Bestimmung von Art. 44 Abs. 1 AsylG 
steht, wobei in Verfahren nach Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG die Frage nach 
der  Zulässigkeit  und Möglichkeit  des Wegweisungsvollzugs  –  wie  oben 
erwähnt – regelmässig bereits Voraussetzung (und nicht erst Regelfolge) 
des Nichteintretensentscheids und demnach hier nicht mehr zu prüfen ist,

dass sich auch die Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs 
in  einem Dublin­Verfahren  nicht  unter  dem Aspekt  von Art. 83 Abs. 1 
und  4  AuG  stellt,  sondern  eine  entsprechende  Prüfung  –  soweit 
notwendig  –  vielmehr  bereits  im  Rahmen  der  Entscheidfindung 
hinsichtlich  der  Ausübung  des  Selbsteintrittsrechts  stattfinden  muss 
(vgl. vorstehende Erwägungen),

dass  vorliegend  –  wie  aufgezeigt  –  kein  Anlass  zur  Ausübung  des 
Selbsteintrittsrechts  (Art. 3  Abs. 2  Dublin­II­VO)  besteht,  weshalb  der 
vom BFM verfügte Vollzug der Wegweisung zu bestätigen ist,

dass  das  BFM  gemäss  Aktenlage  bisher  keine  Daten  an  die 
heimatlichen Behörden weitergeleitet hat, weshalb der Eventualantrag 
der  Beschwerdeführenden,  es  sei  darüber  in  einer  separaten 
Verfügung zu informieren, hinfällig ist,

dass  es  den  Beschwerdeführenden  demnach  nicht  gelungen  ist 
darzutun,  inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, 
den  rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig 
feststellt  oder  unangemessen  ist  (Art. 106  AsylG),  weshalb  die 
Beschwerde abzuweisen ist, soweit auf diese einzutreten ist,

dass der Antrag auf Anordnung vorsorglicher Massnahmen durch das 
Bundesverwaltungsgericht  –  solche  können  nur  für  die  Dauer  des 
Beschwerdeverfahrens  Wirkung  entfalten  –  und  die  Gesuche  um 
Gewährung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde und Verzicht 
auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  aufgrund  des  direkten 
Entscheids  in  der  Hauptsache  gegenstandslos  geworden  sind, 
weshalb darüber nicht zu befinden ist,

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dass die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung 
und  Rechtsverbeiständung  gemäss  Art.  65  Abs.  1  und  2  VwVG 
abzuweisen sind, da die Beschwerde – wie sich aus den vorstehenden 
Erwägungen ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen war, weshalb die 
kumulativen  Voraussetzungen  für  die  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege nicht erfüllt sind,

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  dessen  Kosten  von  Fr. 
600.– (Art. 1­3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 
und Entschädigungen  vor  dem Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, SR 
173.320.2]) den Beschwerdeführenden aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 
1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. 
Die  Gesuche  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  und  
Rechtsverbeiständung werden abgewiesen.

3. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  600.–  werden  den  Beschwerdeführenden 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Martin Zoller Daniel Widmer

Versand: