# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d6f800d0-5be5-5904-a58c-efa655b4ca8f
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-07-10
**Language:** de
**Title:** Schwyz Verwaltungsgericht 1. Kammer 10.07.2020 I 2020 44
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_003_I-2020-44_2020-07-10.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
Kammer I

I 2020 44

Entscheid vom 10. Juli 2020 

Besetzung lic.iur. Gion Tomaschett, Vizepräsident
Dr.med. Bernhard Zumsteg, Richter
Dr.med. Urs Gössi, Richter
MLaw Aaron Steiner, a.o. Gerichtsschreiber

Parteien C.________, ,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic.iur. D.________,

gegen

IV-Stelle Schwyz, Rechtsdienst, Postfach 53, 
6431 Schwyz,
Vorinstanz,

Gegenstand Invalidenversicherung (Nichteintreten auf neues 
Leistungsbegehren)

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Sachverhalt:

A. C.________ (geb. C.________1972) war seit April 1994 als Bauarbeiter 
beschäftigt. Am 17. Januar 1997 erlitt er einen Arbeitsunfall (mit Unterkieferfrak-
tur und Commotio cerebri). Die SUVA sprach ihm mit Wirkung ab 1. März 2001 
eine IV-Rente auf der Basis einer unfallbedingten Erwerbsunfähigkeit von 100% 
zu (Verfügung vom 19.10.2001). Analog gewährte ihm die IV-Stelle ab 1. April 
1998 eine ganze IV-Rente, welche im Rahmen von Rentenrevisionsverfahren am 
3. Dezember 2004 und am 30. Januar 2008 bestätigt wurde (IV-act. 142-2/11).

B. Im Zuge einer von Amtes wegen eingeleiteten Revision ordnete die IV-
Stelle eine Observation ein, welche im Zeitraum vom 3. Februar 2015 bis zum 
25. April 2015 an 17 Tagen erfolgte. Gestützt auf die Observationsergebnisse 
verfügte die IV-Stelle am 22. Mai 2016, dass die ganze IV-Rente per sofort sis-
tiert werde. Auf eine dagegen zu spät erhobene Beschwerde ist das Verwal-
tungsgericht mit Entscheid I 2015 62 vom 9. September 2015 nicht eingetreten 
(IV-act. 135-3/26 i.V.m. IV-act. 88). 

C. Die IV-Stelle verfügte am 20. April 2016 gestützt auf ein interdisziplinäres 
Gutachten … vom 23. Dezember 2015, dass die Rente per 22. Mai 2015 (Sistie-
rungsdatum) aufgehoben werde (IV-act. 115). 

Eine dagegen erhobene Beschwerde hat das Verwaltungsgericht mit Entscheid 
VGE I 2016 57 vom 13. Februar 2017 abgewiesen (IV-act. 135). Dagegen be-
schwerte sich C.________ erfolglos beim Bundesgericht (Urteil 8C_261/2017 
vom 11.9.2017 = IV-act. 142).

D. Am 17. September 2018 ging bei der IV-Stelle ein neues Begehren um Zu-
sprechung von IV-Leistungen ein, welches u.a. wie folgt begründet wurde: "chro-
nische Schmerzen am Körper, vor allem im Gesicht, Nacken und Rücken" (IV-
act. 147). Mit Vorbescheid vom 19. Oktober 2018 kündigte die IV-Stelle an, auf 
das neue Leistungsbegehren nicht einzutreten (IV-act. 151). Dagegen erhob 
C.________ am 31. Oktober 2018 (IV-act. 155) und am 6. November 2018 (IV-
act. 157) Einwände. Am 26. November 2018 ging bei der IV-Stelle ein Bericht 
des behandelnden Psychiaters Dr.med. E.________ ein (IV-act. 158). Mit Schrei-
ben vom 20. Dezember 2018 reichte die zuständige Mitarbeiterin des Sozialzen-
trums A.________ weitere Arztberichte ein (IV-act. 159). Der RAD-Arzt Dr.med. 
F.________ veranlasste am 28. Januar 2019 Rückfragen an die behandelnden 
Fachpersonen (IV-act. 160-3/3), welche am 28. Februar 2019 (IV-act. 161) und 
am 16. April 2019 (IV-act. 163) beantwortet wurden. 

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Mit Schreiben vom 23. Mai 2019 (an den vormaligen Rechtsvertreter) teilte die 
IV-Stelle mit, dass eine psychiatrische Abklärung nötig sei (IV-act. 166). Der von 
der IV-Stelle beauftragte Psychiater Prof. Dr.med. G.________ erstattete sein 
Gutachten am 16. August 2019 (IV-act. 171). Gestützt darauf verneinte die IV-
Stelle im neuen Vorbescheid vom 12. September 2019 einen Leistungsanspruch 
(IV-act. 174). Dagegen opponierte C.________ mit einer vorsorglichen Eingabe 
vom 18. September 2019 (IV-act. 175). Mit Eingabe vom 11. Oktober 2019 er-
suchte Rechtsanwalt … um eine Fristerstreckung zur Begründung der Einwände 
nach Durchsicht der IV-Akten (IV-act. 180). Mit Schreiben vom 1. November 
2019 teilte Rechtsanwalt … mit, dass er C.________ nicht länger vertrete (IV-act. 
182). Daraufhin ergänzte Rechtsanwältin … mit Eingabe vom 15. November 
2019 die Einwände gegen den Vorbescheid (IV-act. 183). 

E. Mit Verfügung vom 18. März 2020, welche an die damalige Rechtsvertrete-
rin … adressiert war, hielt die IV-Stelle im Dispositiv fest, dass auf das neue Leis-
tungsbegehren nicht eingetreten werde (IV-act. 188).
Gegen diese Verfügung liess C.________, zwischenzeitlich vertreten durch 
Rechtsanwalt lic.iur. D.________, (unter Berücksichtigung des Fristenstillstandes 
nach der Verordnung des Bundesrates über den Stillstand der Fristen in Zivil- 
und Verwaltungsverfahren zur Aufrechterhaltung der Justiz im Zusammenhang 
mit dem Coronavirus vom 20. März 2020) rechtzeitig am 18. Mai 2020 beim Ver-
waltungsgericht Beschwerde erheben mit den folgenden Rechtsbegehren:

1. Es sei die Verfügung vom 18. März 2020 aufzuheben und es sei auf das Leis-
tungsbegehren einzutreten.

2. Es sei dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsver-
beiständung durch den Unterzeichneten zu bewilligen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin.

Am 28. Mai 2020 reichte der Rechtsvertreter einen Bericht des behandelnden 
Psychiaters vom 13. Mai 2020 nach. Mit Eingabe vom 8. Juni 2020 folgte ein wei-
terer Bericht des Internisten Dr.med. H.________ vom 29. Mai 2020. 

Mit Vernehmlassung vom 22. Juni 2020 beantragte die IV-Stelle, die Beschwerde 
sei abzuweisen, unter Kostenfolge zu Lasten des Beschwerdeführers.

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.1 Die Neuanmeldung wird - wie auch das Gesuch um Leistungsrevision - nur 
materiell geprüft, wenn die versicherte Person glaubhaft macht, dass sich die 
tatsächlichen Verhältnisse seit der letzten, rechtskräftigen Entscheidung in einem 
für den Rentenanspruch erheblichen Mass verändert haben (vgl. Urteil des 

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Bundesgerichts 8C_29/2020 vom 19.2.2020 Erw. 3.1 mit Verweis auf Art. 87 
Abs. 3 in Verbindung mit Abs. 2 IVV; BGE 130 V 71 Erw. 2.2 S. 72 mit 
Hinweisen). Gelingt ihr dies nicht, so wird auf das Gesuch nicht eingetreten. Ist 
die anspruchserhebliche Änderung glaubhaft gemacht, hat die Verwaltung auf 
das neue Leistungsbegehren einzutreten und es in tatsächlicher und rechtlicher 
Hinsicht umfassend zu prüfen (vgl. BGE 141 V 9 Erw. 2.3 S. 11; SVR 2014 IV Nr. 
33 S. 121, Urteil 8C_746/2013 vom 10.6.2014 Erw. 2); sie hat demnach in 
analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17 ATSG vorzugehen (vgl. 
dazu BGE 130 V 71). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der 
früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so lehnt sie 
das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die 
festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende 
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen (vgl. Urteil 8C_695/2019 
vom 18.12.2019 Erw. 3 mit Hinweis).

Anzufügen ist, dass bei einer Neuanmeldung zum Bezug von Leistungen der In-
validenversicherung zunächst eine anspruchsrelevante Veränderung des Sach-
verhalts gegeben sein muss (vgl. Urteil BGer 8C_379/2019 vom 21.8.2019 
Erw. 2.2). Erst in einem zweiten Schritt ist der (Renten-)Anspruch in tatsächlicher 
und rechtlicher Hinsicht umfassend zu prüfen (BGE 141 V 9; Urteile BGer 
8C_454/2018 vom 16.11.2018 Erw. 4.1; 9C_247/2017 vom 7.8.2017 Erw. 2.1). 
Eine lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich geblie-
benen Sachverhalts ist im revisionsrechtlichen Kontext bzw. hier im Rahmen ei-
ner Neuanmeldung nicht massgeblich (vgl. Urteil BGer 8C_379/2019 vom 
21.8.2019 Erw. 2.2 in fine, mit Verweis auf BGE 141 V 9 Erw. 2.3 S. 10f.; VGE 
I 2020 19 vom 16.6.2020 Erw. 3.2f.). 

1.2 Anlass zu einer Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG (bzw. zu einer 
Rentengewährung nach Neuanmeldung oder erneuten Prüfung von Amtes 
wegen) gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit 
Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den 
Anspruch zu beeinflussen. Rechtsprechungsgemäss ist die Invalidenrente nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustands revidierbar, 
sondern auch dann, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich 
gebliebenen Gesundheitszustands erheblich verändert haben oder eine 
wesentliche Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen 
(hypothetischen) Sachverhalts eingetreten ist (vgl. zit. Urteil BGer 8C_29/2020 
vom 29.2.2020 Erw.3.2 mit Verweis auf BGE 144 I 28 Erw. 2.2 S. 30; 144 I 21 
Erw. 2.2 S. 24; 130 V 343 Erw. 3.5 S. 349 f.; 117 V 198 Erw. 3b S. 199).

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1.3 Erlässt die Verwaltung eine den Erfordernissen genügende Nichteintre-
tensverfügung, legen die Gerichte ihrer Überprüfung auf Beschwerde hin den 
Sachverhalt zugrunde, wie er sich der Verwaltung darbot (Meyer/Reichmuth, 
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3. Aufl., N 124 zu Art. 30-31 IVG, 
mit Verweis auf BGE 130 V 64 Erw. 5.2.5). Hinsichtlich der Frage, ob die Verwal-
tung auf eine Neuanmeldung oder ein Revisionsgesuch eingetreten ist, kommt es 
auf den wirklichen rechtlichen Gehalt der Verfügung an, d.h. auf den Umfang und 
die Qualität der Abklärungsschritte, welche die Durchführungsstelle unternom-
men oder unterlassen hat. Führt die Verwaltung etwa im Rahmen einer Neuan-
meldung eine einfache Abklärung durch (wie beispielsweise das Einholen eines 
formularmässigen Arztberichtes), stellt dies noch kein materielles Eintreten auf 
die Neuanmeldung dar (Meyer/Reichmuth, a.a.O., N 125 zu Art. 30-31 IVG, mit 
Verweis auf das Urteil I 781/04 vom 17.2.2005 Erw. 3; vgl. VGE I 2018 52 vom 
11.9.2018 Erw. 1.4). 

1.4 Streitig und zu prüfen ist im vorliegenden Fall, ob eine wesentliche 
Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, die geeignet ist, den 
Invaliditätsgrad zu beeinflussen und einen Rentenanspruch zu begründen. 
Zeitlicher Ausgangspunkt für die Beurteilung einer anspruchserheblichen 
Änderung des IV-Grades ist die letzte rechtskräftige Verfügung (Entscheidung), 
welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer 
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines 
Einkommensvergleichs beruht (vgl. BGE 133 V 108). Vorliegend ist einerseits 
vom Sachverhalt im Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung vom 20. April 2016 
(mit MEDAS-Gutachten vom 23.12.2015) auszugehen, welche in der Folge vom 
Verwaltungsgericht im Entscheid vom 13. Februar 2017 sowie vom 
Bundesgericht im Urteil vom 11. September 2017 bestätigt wurde. 

Andererseits ist der Sachverhalt im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen 
Verfügung vom 18. März 2020 heranzuziehen. 

Im Übrigen erstreckt sich der gerichtliche Überprüfungszeitraum grundsätzlich 
nur auf den Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der streitigen Verfügung (hier 
vom 18.3.2020) verwirklicht hat. Spätere Arztberichte sind nicht in die Beurteilung 
einzubeziehen, soweit sie keine Rückschlüsse auf die im Zeitpunkt des 
Abschlusses des Verwaltungsverfahrens bestehende Situation erlauben (vgl. 
statt vieler Urteil BGer I 514/06 vom 25.5.2007 mit Verweis auf BGE 131V 242 
Erw. 2.1). 

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2.1 Das Verwaltungsgericht stellte im Entscheid I 2016 57 vom 13. Februar 
2017 (im Sinne der Zusammenfassung des Bundesgerichts, vgl. IV-act. 142-
4/11) fest:

- dass dem Versicherten ursprünglich - nach eingehenden Abklärungen der nach dem 
Unfall trotz ausgeschöpfter Therapiemöglichkeiten verbliebenen somatischen sowie 
auch der psychischen Beschwerden - vorab wegen der psychischen Symptomatik 
und der damit begründeten vollen Arbeitsunfähigkeit eine ganze IV-Rente zugespro-
chen worden war;

- dass gemäss der interdisziplinären MEDAS-Begutachtung vom 23. Dezember 2015 
der Versicherte psychisch weitgehend unauffällig sei und keine Krankheitssymptome 
im Sinne insbesondere der damals vorliegenden depressiven und posttraumatischen 
Störung mehr aufweise, was auch die im Frühjahr 2015 erfolgte Observation 
bestätigte;

- dass auch keine schwerwiegenden authentischen kognitiven Störungen bestünden;
- dass in psychiatrischer Hinsicht gestützt auf das MEDAS-Gutachten eine Remission 

des depressiven Leidens und der posttraumatischen Belastungsstörung anzuneh-
men sei;

- dass hingegen der Versicherte auch weiterhin an den durch den Unfall bedingten 
chronifizierten Kiefer- und Spannungskopfschmerzen leide, welche mit der von den 
Gutachtern bescheinigten Einschränkung der Leistungsfähigkeit um 20% sowohl in 
der angestammten wie auch in einer leidensangepassten Tätigkeit hinreichend 
berücksichtigt worden seien;

- dass durch die verbliebene Fehlstellung des Unterkiefers und der damit verbunde-
nen Funktionsstörungen sowie Kiefergelenksarthrose der Versicherte vor allem beim 
Kauen eingeschränkt sei, was sich jedoch auf die körperliche Arbeitsfähigkeit nicht 
weitergehend auswirke.

Im anschliessenden Urteil vom 11. September 2017 hielt das Bundesgericht u.a. 
fest, dass die verwaltungsgerichtlichen Feststellungen, wonach ein psychiatri-
sches Leiden nicht mehr ausgewiesen sei, dass die geltend gemachten neuro-
psychologischen Defizite bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit unberücksichtigt 
bleiben müssten und dass weitere kieferchirurgische Abklärungen nicht ange-
zeigt seien, vor Bundesrecht standhalten (IV-act. 142-9/11).

2.2.1  Bereits ein Jahr nach dem erwähnten Bundesgerichtsurteil meldete sich 
der Beschwerdeführer am 17. September 2018 (= Eingangsdatum) erneut zum 
Bezug von IV-Leistungen an mit der Begründung, dass er chronische Schmerzen 
am Körper, vor allem im Gesicht, Nacken und Rücken habe (IV-act. 147-6/10 Ziff. 
6.1). Ein Arztbericht wurde noch nicht eingereicht, sondern folgte erst am 26. No-
vember 2018 vom Psychiater Dr.med. E.________, welcher den Versicherten 
seit Dezember 2017 behandelt und im Bericht vom 21. November 2018 u.a. fest-
hielt (IV-act. 158):

Psychische Diagnosen
- Andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (ICD-10: F62.0)
- rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere depressive Episode 

ohne psychotische Symptome (ICD-10: F33.2)

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Die andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung ist auf das Unfal-
lereignis und die daraus entstandenen Schmerzen im Gesicht, Kiefer, Nacken und 
Oberkörper zurückzuführen und ist nicht heilbar. Der Patient lernte und lernt, da-
mit zu leben. Die Depression wird mit Cymbalta 60 mg (1-0-0-0) behandelt.
Die zwei psychischen Störungsbilder rufen zusammen mit der somatischen 
Schmerzstörung eine aktuell und seit Behandlungsbeginn immer wieder auftre-
tende Suizidalität hervor, welche nicht unterschätzt werden sollte. Gerade seit die 
IV-Stelle Schwyz beschlossen hatte, die langjährige IV-Rente des Patienten gänz-
lich zu streichen, ist die Suizidalität beim Patienten stärker geworden.

2.2.2  Am 24. Dezember 2018 ging bei der IV-Stelle ein Bericht der Rehaklinik 
Bellikon ein, wonach der Versicherte sich in dieser Klinik vom 21. Juni 2018 bis 
zum 19. Juli 2018 aufhielt. Im Austrittsbericht wurden als weiterhin bestehende 
Gesundheitsprobleme die eingeschränkte Kopf-Rumpf-Beweglichkeit, eine 
Gleichgewichtsstörung mit Schwindel, eine Kraftminderung und allgemeine De-
konditionierung sowie eine nicht modulierbare Schmerzsymptomatik aufgeführt 
(IV-act. 159-3/13 oben). Hinsichtlich Therapien wurde u.a. festgehalten, dass im 
Vergleich zum Eintritt keine Veränderungen erzielt werden konnten, wobei darauf 
hingewiesen wurde, dass der Versicherte ein gezieltes Therapieprogramm ab-
lehnte (IV-act. 159-5/13). Hinsichtlich der Befunde beim Austritt wurde u.a. was 
folgt notiert (IV-act. 159-8/13):

(…) Formalgedanklich eingeengt auf die Schmerzsymptomatik, inhaltlich keine 
Auffälligkeiten. Keine Hinweise für ein Wahnerleben oder Halluzinationen. Grund-
stimmung leicht gedrückt, im Affekt flach und arm. Kein Anhalt für Suizidalität. Kei-
ne sicheren Anzeichen für eine Störung von Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Kon-
trollfunktionen (…).

2.2.3  Am 28. August 2018 wurde der Versicherte am Zentrum für Zahnmedizin 
der Universität Zürich untersucht und beurteilt, wobei u.a. ein komplexes 
Schmerzsyndrom im Sinne neuropathischer Schmerzen mit Fehlhaltung des Un-
terkiefers diagnostiziert wurde. Im Ergebnis wurde die Empfehlung der Rehaklinik 
Bellikon einer weiteren begleitenden Betreuung der chronischen Schmerzsym-
ptomatik unterstützt (IV-act. 159-12/13). 

2.2.4  Der RAD-Arzt Dr.med. F.________ prüfte am 28. Januar 2019 die einge-
reichten Akten und hielt dazu fest, dass gestützt auf den Bericht des behandeln-
den Psychiaters vom 21. November 2018 ein Eintreten auf die Neuanmeldung 
nötig sei, wobei er empfahl, dem behandelnden Psychiater Zusatzfragen zu un-
terbreiten (namentlich bezüglich des Behandlungsplanes und der angeführten 
schweren Depression inkl. phasenweiser Suizidalität (IV-act. 160-3/3). 

2.2.5  Im Bericht vom 28. Februar 2019 umschrieb Dr.med. E.________ den Be-
handlungsplan mit "Begleiten in depressiven Phasen/ schmerzpsychologische 
Betreuung (Entspannungsverfahren sowie Psychoedukation)". Nach seiner Ein-

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schätzung sei von einer bleibenden Arbeitsunfähigkeit im 1. Arbeitsmarkt auszu-
gehen, Reintegrationsmassnahmen seien nicht zielführend und nicht sinnvoll. Die 
Aberkennung der IV-Rente sei für ihn nicht nachvollziehbar (IV-act. 161-2/5, 
Ziff. 2.2, 2.7 und 2.8).

2.2.6  Der Hausarzt Dr.med. I.________ (FMH Allg. Innere Medizin) beantworte-
te die Frage nach der aktuellen medizinischen Symptomatik mit eingeschränkter 
Kopf-Rumpf-Beweglichkeit, fehlende Beweglichkeit des Unterkiefers mit reduzier-
ter Mundöffnung, diskreter Gleichgewichtsstörung mit Schwindel, Kraftminderung 
und allgemeiner Dekonditionierung, soziale Isolation mit hohem Leidensdruck 
und fehlender Tagesstruktur. Der Versicherte sei 100% arbeitsunfähig (IV-act. 
163-3/54). Diesem Bericht des Hausarztes waren frühere Berichte der Klinik für 
Rheumatologie (USZ) vom 16. August 2017 und vom 17. April 2018 beigelegt, 
wonach unter anderem bei einer Verlaufskonsultation vom 16. August 2017 funk-
tionelle myofasciale Beschwerden des Schultergürtels, Halses und der Ge-
sichtsmuskulatur (IV-act. 163-37/54) und bei einer ambulanten Konsultation vom 
5. April 2018 ein chronisches zervikovertebrales Syndrom (MRI HWS vom 
16.2.18) mit mehrsegmentalen degenerativen Veränderungen sowie eine de-
pressive Entwicklung diagnostiziert wurden (IV-act. 163-7/54) und eine stationäre 
muskuloskelettale Rehabilitation im Sinne einer Komplexbehandlung am USZ 
empfohlen bzw. diskutiert wurde (IV-act. 163-8/54 oben). 

2.2.7  Am 20. Mai 2019 nahm der RAD-Arzt Dr.med. F.________ zu den neu 
eingegangenen medizinischen Berichten dahingehend Stellung, dass sich aus 
somatischer Sicht nichts Neues ergebe und unverändert posttraumatische Schä-
den nach dem Unfall von 1997 vorlägen. Aus psychiatrischer Sicht werde geltend 
gemacht, dass es zu einem chronisch depressiven Zustand und einer Verände-
rung der Persönlichkeit gekommen sei. Der Versicherte werde in einer "Vita-
minima-Situation" beschrieben, er lebe in einem Hotelzimmer, schaue nur fern 
und habe kaum Aussenkontakte. Bei dieser Sachlage empfahl er, es sei gutach-
terlich zu prüfen, ob es zu einer psychischen Verschlechterung gekommen sei; 
namentlich sei dem psychiatrischen Gutachter die Fragestellung zu unterbreiten, 
ob sich der Gesundheitszustand des Versicherten seit dem MEDAS-Gutachten 
vom 23. Dezember 2015 verschlechtert habe (IV-act. 164-4/4).

2.3.1  Der von der IV-Stelle beauftragte Prof. Dr.med. G.________ (FMH Neuro-
logie/ FMH Psychiatrie und Psychotherapie/ SSIPM Interventionelle Schmerzthe-
rapie/ SGV-Vertrauensarzt/ zertif. mediz. Gutachter SIM) erstattete am 16. Au-
gust 2019 sein psychiatrisches Gutachten, welches auf den IV-Akten sowie auf 

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einem Explorationsgespräch vom 13. August 2019 basiert. Darin hielt er u.a. was 
folgt fest (IV-act. 171-46/80):

3.1 Spontane Angaben der versicherten Person
Der Versicherte wird gebeten, seine Krankengeschichte vorzutragen. Hr. M. be-
richtet auf Nachfrage, dass sich seit seiner letzten Anmeldung bei der IV nichts 
geändert habe. Er habe Schmerzen beim Kauen. Auch habe er Nackenschmerzen 
mit Ausstrahlung der Schmerzen bis in die Schultern und den Kopf. In der linken 
Wange habe er Ameisenlaufen. Diese Beschwerden seien seit seinem Unfall vom 
17.01.1997 unverändert. Auch im Psychischen habe sich nichts bei ihm zu früher 
verändert. (…)

[IV-act. 171-50f./80]
Zum Symptomverlauf der Schmerzen und der Schmerzausweitung befragt be-
richtet der Explorand: Es besteht ein Dauerschmerz im Kiefer und im Nacken. Zu-
dem komme es zu einschiessenden Schmerzen in diesem Bereich. Hr. M. beklagt 
Blockaden in der Wirbelsäule in der Höhe C3. Der Schmerz strahle in die Schul-
tern, den Rücken im BWS-Bereich und den Kopf aus. Er habe auch Druck im Kopf 
und es schwindelt ihm. Wenn er den Kiefer öffnen würde, dann knacke es, was ihn 
ganz verrückt mache. Er sei dann völlig bewegungsunfähig. Zudem komme es ge-
legentlich zu einem Gefühl des Ameisenlaufens über die linke Gesichtshälfte. Hr. 
M. beklagt einschiessende Muskelkrämpfe am Unterkiefer. Der Schmerz bestimme 
komplett sein Leben. Diese Beschwerden bestünden unverändert seit dem Unfal-
lereignis vom 17.01.1997. Auf Nachfrage des Berichterstatters berichtet der Versi-
cherte, dass sich daran im Verlauf seit dem Unfallereignis vom 17.01.1997 fast 
nichts verändert habe. Sein somatischer Zustand sei komplett unverändert.
Auf die Fragestellung nach Verschlechterungen seines psychischen Zustandes 
gibt der Versicherte an, dass er sich durch die Trennung von seiner Familie belas-
tet fände und suizidale Ideationen bestünden. Sonst habe sich an seinem Zustand 
nichts verändert. (…)

[IV-act. 171-52/80]
- Selbsteinschätzung und Zukunftsvorstellungen

Er habe so starke Schmerzen, dass er nicht mehr arbeiten könne. Er habe keine 
konkreten Vorstellungen zu seiner Zukunft. Er wünsche sich, dass der Unfall nicht 
passiert sei.
Der Versicherte wird nach seinen Ressourcen befragt. Der Explorand gibt an, dass 
er keine Ressourcen mehr habe. Sein Leben sei seit dem Unfall komplett zerstört. 
(…)

[IV-act. 171-54/80]
Bei der Kontrolle der Blutserumspiegel der angegebenen Medikation lagen die an-
gegebenen Medikamente Duloxetin, Pregabalin und Mefenanimsäure unterhalb 
des therapeutischen Bereichs. (…)

[IV-act. 171-57/80]
Aufmerksamkeit: Der Explorand beklagt subjektiv Störungen der Konzentration 
und der Aufmerksamkeit. In der Exploration fanden sich die Aufmerksamkeit und 
die Konzentration des Exploranden leicht herabgesetzt. Im zeitlichen Verlauf der 
insgesamt ca. gut zweistündigen Untersuchung kam es zu keinem Abfall der kogni-
tiven Parameter. Er konnte dem Untersuchungsverlauf konstant folgen und betei-
ligte sich aufmerksam an der Exploration. (…)

[IV-act. 171-58/80]

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Persönlichkeit: Der Versicherte zeigt eine Persönlichkeit, in welcher das subjekti-
ve Schmerzerleben den Versicherten dominiert. Hochgradige narzisstische Krän-
kung durch das Unfallereignis. Hohe Klagsamkeit und aufmerksamkeitssuchendes, 
demonstratives - histrionisch anmutendes Schmerzgebaren. Der Explorand ist 
klagsam und weist ununterbrochen auf seine Leidensgeschichte mit Unverschul-
detheit des Unfalls hin. Fehlende Annahme seines schlimmen Schicksals mit Emp-
finden einer Ungerechtigkeit seines Zustandes bei ausgeprägter Verbitterung. Er-
wartung einer Wiedergutmachung (Rentenbegehren) für die mit dem Unfall ver-
bundenen Konsequenzen für sein Leben. Der Selbstwert ist reduziert mit Selbst-
wahrnehmung in der Opferrolle. Die Affektsteuerung ist zum negativen Pol hin ver-
schoben unter dysphorisch, massiv verbittertem Affekt. Keine Störung der Impuls-
kontrolle und der Realitätsbeurteilung. (…)

2.3.2  Nach einer umfassenden Auseinandersetzung mit den relevanten Aspek-
ten des Gesundheitszustandes (sowie der Einschätzung des behandelnden 
Psychiaters Dr.med. E.________, vgl. IV-act. 171-67/80 bis 171-71/80) gelangte 
der Gutachter zu folgende psychiatrischen Diagnosen ohne Einfluss auf die Ar-
beitsfähigkeit (IV-act. 171-72/80):

- Entwicklung körperlicher Symptome aus psychischen Gründen; ICD-10 F68.0 / 
DD Andauernde Persönlichkeitsänderungen bei chronischem Schmerzsyn-
drom; ICD-10 F62.80

- Depressive Episode; ggw. remittiert; ICD-10 F32.4
- Chronischer Schmerz bei posttraumatischer Kiefergelenksarthrose und zervi-

kozephalem Schmerzsyndrom; ICD-10 R52
- Alleinleben; ICD-10 Z60.2
Anmerkung: Ausserhalb der im Rahmen des IV-Rechtes anerkannten Klassifikati-
on psychiatrischer Störungen gemäss international anerkannter Klassifikationen 
psychiatrischer Erkrankungen (ICD-10; DSM V) ist von einer posttraumatischen 
Verbitterungsstörung auszugehen.

2.3.3  Der Gutachter befasste sich im Rahmen der versicherungsmedizinischen 
Beurteilung ausdrücklich mit der Fragestellung, ob im Vergleich zum Referenz-
zeitpunkt (MEDAS-Gutachten vom 23.12.2015) eine Veränderung des Gesund-
heitszustandes vorliege sowie u.a., ob ein Gesundheitsschaden mit andauernder 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit gegeben sei (inkl. Beurteilung der funktionel-
len Leistungsfähigkeit des Versicherten unter Berücksichtigung der Standardindi-
katoren, vgl. IV-act. 171-73/80 unten). Dabei gelangte der Gutachter zum Ergeb-
nis, dass im Verlauf ein im Wesentlichen unveränderter psychischer Gesund-
heitsschaden bestehe. Bei den abweichenden Diagnosestellungen handle es 
sich um eine veränderte medizinische Bewertung desselben Störungsbildes. In 
der ergebnisoffenen Beurteilung der Standardindikatoren verhalte es sich so, 
dass beim Versicherten von keiner prämorbiden nachhaltigen Störung der psy-
chischen Resilienz auszugehen sei (IV-act. 171-75/80 unten; siehe dazu auch 
die Feststellung im früheren psychiatrischen Teilgutachten, wonach die Ergeb-
nisse der neuropsychologischen Untersuchung darauf schliessen liessen, dass 

11

der Versicherte seine gesundheitliche Situation aggraviert oder gar simuliert, vgl. 
IV-act. 171-21/80 unten). Zusammenfassend beurteilte der Gutachter den Versi-
cherten aus psychiatrischer Sicht als uneingeschränkt arbeitsfähig (sowohl für 
die angestammte Tätigkeit, als auch für Verweistätigkeiten; der seinerzeit festge-
haltenen Leistungsminderung um 20% infolge der Schmerzen pflichtete der Gut-
achter ausdrücklich bei, vgl. IV-act. 171-78/80).

3.1 Im Lichte dieses psychiatrischen Gutachtens ist es nicht zu beanstanden, 
dass die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung (im Dispositiv) es abgelehnt 
hat, auf das neue Leistungsbegehren materiell einzutreten und das Rentenbe-
gehren weiter zu behandeln. Denn diesem Gutachten kommt uneingeschränkt 
Beweiswert zu. Es ist für die streitigen Belange umfassend ausgefallen, es 
berücksichtigt auch die geklagten Beschwerden und es wurde in Kenntnis der 
umfangreichen Vorakten abgegeben. Sodann leuchtet es in der Beurteilung der 
medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen Situation ein, die 
Schlussfolgerungen des Experten erweisen sich als begründet (siehe dazu BGE 
125 V 351 Erw. 3a S. 352 mit Hinweis). Indem bezogen auf den dargelegten 
zeitlichen Referenzzeitpunkt unter Einbezug des überzeugenden gutachtlichen 
Ergebnisses keine anspruchsrelevante Veränderung des Gesundheitszustands 
des Versicherten gegeben ist, fehlt es prinzipiell an der Grundlage, um im 
Rahmen der Neuanmeldung den geltend gemachten Rentenspruch weiter zu 
prüfen. Soweit sich der Beschwerdeführer auf die Angaben seiner behandelnden 
Ärzte beruft (vgl. Bf-act. 5 und 6), ist den Ausführungen der Vorinstanz in ihrer 
Vernehmlassung (Ziff. 11) uneingeschränkt beizupflichten, wonach die 
Divergenzen der Verschiedenheit von Behandlungs- und Begutachtungsauftrag 
zuzuordnen sind und letztlich die schmerztherapeutisch behandelnden Ärzte mit 
ihrem besonderen Vertrauensverhältnis die geklagten Schmerzen - anders als 
begutachtende Ärzte - nicht zu hinterfragen haben (vgl. dazu statt vieler Urteil 
des Bundesgerichts 8C_195/2014 vom 12.6.2015 Erw. 4.3 mit weiteren 
Hinweisen). Abgesehen davon ist festzuhalten, dass diese behandelnden Ärzte 
sich mit dem vorliegenden Gutachten vom 16. August 2019 auch nicht 
ansatzweise auseinandergesetzt haben, mithin mutmasslich davon gar keine 
Kenntnis haben. Im Übrigen fällt auf, dass der Hausarzt in seinem Bericht vom 
29. Mai 2020, welcher nach Erlass der angefochtenen Verfügung vom 18. März 
2020 erstattet wurde, am Schluss ausführt (Bf-act. 6):

Ein schon vor 2 Jahren von der SUVA Klinik Bellikon dringend empfohlener 
Rehaklinik-Aufenthalt zur Verbesserung der gesamten physischen und 
psychischen Situation und somit Lebensqualität des obgenannten Patienten hat 
Herr M. abgelehnt. Fehlendes Krankheitsverständnis und durch Therapien 
ausgelöste subjektive Schmerzvermeidung macht jeglichen Zugang zu einer 

12

Verbesserung unmöglich. Lediglich die Einnahme der verordneten 
medikamentösen Therapie wurde vom Patienten konsequent eingehalten.

Dass der Hausarzt diesbezüglich einen Medikamentenspiegel veranlasste, wurde 
weder geltend gemacht, noch dokumentiert. Mithin legen die konkreten 
Umstände nahe, dass der behandelnde Hausarzt bezüglich Medikamenten-
Compliance ausschliesslich auf die subjektiven Angaben des Versicherten 
abstellt, woraus letzterer im vorliegenden Zusammenhang nichts zu seinen 
Gunsten ableiten kann.

3.2 Dies gilt erst recht, als der Sachverständige im Rahmen der Begutachtung 
dem Versicherten am 13. August 2019 Blut entnommen hat und die Laboranaly-
tik unmissverständlich ergab, dass hinsichtlich der angegebenen Medikamente 
(namentlich Duloxetin, Pregabalin und Mefenaminsäure) der Spiegel unterhalb 
des therapeutischen Bereichs lag, was im Gutachten thematisiert wurde (vgl. IV-
act. 171-54/80 i.V.m. 171-60f./80 in fine). Falsch und nicht zu hören ist demge-
genüber die Behauptung in der Beschwerde (Ziff. 21), dass der begutachtende 
Professor eine fehlende Medikamenteneinnahme ohne Beweise festgestellt ha-
be. Diesbezüglich übersieht der Beschwerdeführer bzw. sein Rechtsvertreter den 
im IV-Dossier enthaltenen ausführlichen Laborbericht, welche die Blutentnahme 
vom 13. August 2019 betrifft (vgl. IV-act. 171-60f./80). 

Am dargelegten Zwischenergebnis vermögen auch die weiteren, wenig substanti-
ierten Einwände des Beschwerdeführers nichts zu ändern. Unbehelflich ist na-
mentlich der Einwand in der Beschwerde (Ziff. 20), dass der betreffende Sach-
verständige "auf dem Gutachterplatz bekannt dafür ist, dass er zugunsten der IV-
Stelle attestiert". Nachdem der Beschwerdeführer dazu nichts Konkretes vor-
bringt, hat das Gericht keinen Anlass, diese Argumentation weiter zu beachten.

4.1 Und selbst wenn entgegen der vorstehenden Argumentation, an welcher 
weiterhin festzuhalten ist, davon auszugehen wäre, dass die Vorinstanz mit der 
Einholung des erwähnten psychiatrischen Gutachtens grundsätzlich auf die vor-
liegende Neuanmeldung eingetreten ist (wofür auch die Haltung des RAD-Arztes 
spricht, vgl. IV-act. 160-3/3 oben; siehe auch die Argumentation der Vorinstanz in 
ihrer Vernehmlassung, Ziff. 3), bleibt es aus den folgenden Gründen dabei, dass 
dem Versicherten keine IV-Rente zusteht.

4.2 Wie die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung (Ziff. 7 und 8) zutreffend aus-
führte, gab der geltend gemachte chronisch depressive Zustand und die geltend 
gemachte Veränderung der Persönlichkeit Anlass zur Einholung des erwähnten 
Gutachtens. Darin kam der Sachverständige zum (nachvollziehbaren) Schluss, 
dass im Vergleich zum Referenzzeitpunkt ein unveränderter psychischer Ge-

13

sundheitszustand vorliegt (zumal dies vom Versicherten selber im Rahmen des 
Explorationsgesprächs ausdrücklich bestätigt wurde, vgl. IV-act. 171-46/80 Ziff. 
3.1 und 171-50/80 unten). Damit ist weiterhin von einer Arbeitsfähigkeit von 80% 
(zufolge 20%iger Minderung infolge der vorgebrachten Schmerzen) auszugehen 
(auch wenn dies die behandelnden Ärzte anders einschätzen, siehe oben). So-
weit differentialdiagnostisch eine Persönlichkeitsänderung aufgeführt wurde, be-
tonte der Gutachter überzeugend, es handle sich nur um eine medizinisch ande-
re Bewertung desselben Sachverhalts, denn die Symptomatik besteht seit Jah-
ren, namentlich auch im Zeitpunkt des im früheren Verfahren berücksichtigten 
MEDAS-Gutachtens vom 23. Dezember 2015 (vgl. IV-act. 171-71/80). Eine rezi-
divierende depressive Störung konnte der Gutachter nicht erkennen. Dabei fiel 
u.a. ins Gewicht, dass weder eine tagesklinische noch eine stationäre psychiatri-
sche Behandlung stattfand, dass die angeblich eingenommenen Medikamente 
(Cymbalta, Lyrica, Celebrex, Spiralgin und Sirdalud) mit Ausnahme von Celebrex 
in der Blutspiegelkontrolle einen Wert unterhalb des therapeutischen Bereichs 
aufwiesen und im Rahmen der klinischen Untersuchung affektiv keine depressive 
Symptomatik objektiviert werden konnte (IV-act. 171-74/80). Richtig und von re-
levanter Bedeutung ist sodann auch die Argumentation in der Vernehmlassung 
(Ziff. 9f.), dass sich der behandelnde Psychiater (wie auch der Hausarzt) weder 
mit dem Gutachten vom 16. August 2019, noch namentlich mit den auffälligen 
Ergebnissen des Symptomvalidierungstests, noch mit dem MEDAS-Gutachten 
vom 23. Dezember 2015 auseinandergesetzt hat, was die Aussagekraft der Be-
richte der behandelnden Ärzte massiv relativiert. Dass ferner die Konzentration 
des Versicherten erheblich eingeschränkt sei (vgl. Ziff. 18 der Beschwerde), steht 
im Widerspruch zur klinischen Untersuchung im Rahmen des rund zweistündigen 
Explorationsgesprächs, wonach die Konzentration lediglich leicht herabgesetzt 
war und es im Verlauf der Abklärung zu "keinem Abfall der kognitiven Parameter" 
kam (IV-act. 171-57/80). Sodann ist beim Versicherten anzurechnen, dass er 
psychopathologisch durch ein demonstratives, theatralisch wirkendes Verhalten 
auffällig war, wobei er nicht müde wurde darauf hinzuweisen, dass er unver-
schuldet den Unfall erlitten und darüber nicht hinweg käme, überdies Entschädi-
gungswünsche deutlich wurden, wie dies vorbefundlich beschrieben wurde (vgl. 
IV-act. 171-67/80 2. Abs.). Soweit sich der Beschwerdeführer darauf beruft, dass 
er sich vom 21. Juni 2018 bis 19. Juli 2018 (mithin rund 9 Monate nach dem für 
ihn negativ lautenden Bundesgerichtsurteil) in der Rehaklinik Bellikon aufgehal-
ten habe (vgl. Beschwerde Ziff. 16), ist ihm entgegenzuhalten, dass er ein geziel-
tes Therapieprogramm abgelehnt hat und Physiotherapie im Einzelsetting auf-
grund der fehlenden Zielvereinbarung gestoppt wurde (IV-act. 159-5/13 oben, 
Auszüge aus den Therapieberichten). 

14

4.3 Bei dieser dargelegten Sachlage hat das Gericht auch keinen Anlass, ein 
weiteres Gutachten in Auftrag zu geben (siehe auch die Ausführungen in der 
Vernehmlassung, Ziff. 12, denen beizupflichten ist) oder einen weiteren Schrif-
tenwechsel durchzuführen. Soweit der Beschwerdeführer bzw. sein Rechtsver-
treter in der Eingabe vom 28. Mai 2020 hinsichtlich der materiellen Beurteilung 
der vorhandenen medizinischen Aktenlage die Durchführung eines zweiten 
Schriftenwechsels beantragt, drängen sich folgende Bemerkungen auf. Nach 
ständiger Rechtsprechung bildet der einmalige Schriftenwechsel in der Verwal-
tungsrechtspflege die Regel. Nach § 41 Verwaltungsrechtspflegegesetz (VRP; 
SRSZ 234.110) vom 6. Juni 1974 (i.V.m. Art. 61 Satz 1 sowie lit. a ATSG) kann 
die Rechtsmittelinstanz auf Antrag der Vorinstanz oder der Parteien oder von 
Amtes wegen einen zweiten Schriftenwechsel anordnen. Es steht somit im Er-
messen der Beschwerdeinstanz, ob sie einen zweiten Schriftenwechsel durch-
führt oder nicht. Dieser kann nach der Praxis zur Wahrung des rechtlichen 
Gehörs u.a. dann angeordnet werden, wenn die Beschwerdeinstanz im Ent-
scheid auf erstmals in der Vernehmlassung vorgetragene Sachdarstellungen ab-
stellen will, wenn die Beschwerdeinstanz neu eingetretene oder ausser acht ge-
lassene Tatsachen ihrem Entscheid zugrunde legen will oder wenn die Be-
schwerdeinstanz einen Prozess gestützt auf einen von keiner Partei angerufenen 
Rechtsgrund, dessen Heranziehung von den Beteiligten nicht vorausgesehen 
werden kann, entscheiden will (vgl. VGE I 2012 80 vom 16.10.2012 Erw. 7 mit 
Hinweisen). Diese Voraussetzungen für die Anordnung eines zweiten Schriften-
wechsels sind vorliegend nicht gegeben.

Sodann wird vom Versicherten nicht substantiiert begründet, weshalb ein zweiter 
Schriftenwechsel nötig sein soll. Nach geltender Praxis ist es zudem nicht zuläs-
sig, den Antrag für einen zweiten Schriftenwechsel "auf Vorrat" (bzw. vorsorglich) 
zu stellen. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist ein schon in der 
Verwaltungsgerichtsbeschwerde gestellter Antrag auf Anordnung eines zweiten 
Schriftenwechsels verfrüht, da ein Beschwerdeführer zu diesem Zeitpunkt noch 
gar nicht beurteilen kann, ob aus seiner Sicht eine Stellungnahme zu den Einga-
ben der Beschwerdegegner oder der Vorinstanz erforderlich sein wird (siehe 
Bundesgerichtsurteile 4A_59/2008 vom 20.6.2008 Erw. 1; 8C_549/2007 vom 
30.5.2008 Erw. 3; URP 2005 S. 563 = Bundesgerichtsurteil 1A.276/2004 vom 
12.7.2005 Erw. 2).

Schliesslich wird von einer Partei, welche eine Eingabe ohne Fristansetzung er-
hält und dazu Stellung nehmen will, nach höchstrichterlicher Rechtsprechung er-
wartet, dass sie ihre Stellungnahme umgehend einreicht bzw. zumindest umge-
hend eine entsprechende Fristansetzung beantragt. Ansonsten geht das Bun-
desgericht davon aus, dass die Partei auf eine weitere Eingabe verzichte (vgl. 

15

Bundesgerichtsurteil 93_757/2017 vom 5.10.2018 Erw. 1.2 mit Hinweis). Mit an-
deren Worten ist das Stillschweigen des Beschwerdeführers nach Kenntnisnah-
me der vorinstanzlichen Vernehmlassung als konkludenter Verzicht auf eine wei-
tere Stellungnahme zu qualifizieren

Aus diesen dargelegten Gründen ist kein weiterer Schriftenwechsel durchzu-
führen.

4.4 Was schliesslich einen allfälligen Einkommensvergleich anbelangt, wird auf 
die Ausführungen der Vorinstanz in der Vernehmlassung (Ziff. 14) verwiesen, 
denen das Gericht nichts anzufügen hat.

5. Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als unbegründet, wes-
halb sie abgewiesen wird. Dem Begehren um Gewährung der unentgeltlichen 
Rechtspflege (inkl. unentgeltliche Rechtsverbeiständung) ist stattzugeben, nach-
dem die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sind. 

Das Honorar für den Rechtsbeistand wird in Beachtung des Gebührentarifs für 
Rechtsanwälte (GebTRA; SRSZ 280.411) vom 27. Januar 1975, welcher für Ver-
fahren vor dem Verwaltungsgericht in § 14 GebTRA einen Honorarrahmen von 
Fr. 300.-- bis Fr. 8'400.-- vorsieht sowie unter Beachtung der in § 2 des 
Gebührentarifs enthaltenen Kriterien (Wichtigkeit der Streitsache, ihrer Schwie-
rigkeit, dem Umfang und der Art der Arbeitsleistung sowie dem notwendigen 
Zeitaufwand) und in Ausübung des pflichtgemässen Ermessens auf Fr. 1'700.-- 
(inkl. Auslagen und MwSt) festgelegt. 

16

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten werden auf Fr. 500.-- festgelegt und dem Beschwer-
deführer auferlegt. Auf das Inkasso wird derzeit unter Gewährung der un-
entgeltlichen Rechtspflege verzichtet.

3. Dem Beschwerdeführer wird die unentgeltliche Rechtsverbeiständung 
gewährt und Rechtsanwalt lic.iur. D.________ wird als unentgeltlicher 
Rechtsbeistand bestellt. Ihm wird aus der Gerichtskasse ein Honorar von 
Fr. 1'700.-- (inkl. MwSt und Auslagen) entrichtet.

4. Der Beschwerdeführer hat die Verfahrenskosten von Fr. 500.-- sowie das 
Honorar für den Rechtsvertreter von Fr. 1'700.--, gesamthaft Fr. 2'200.-- 
dem Gericht zurückzuerstatten, wenn er dazu innert 10 Jahren nach Eintritt 
der Rechtskraft dieses Entscheides in der Lage ist (§ 75 Abs. 3 VRP).

5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwer-
de* in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, Schwei-
zerhofquai 6, 6004 Luzern, erhoben werden (Art. 42 und 82ff. des Bundes-
gesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110] vom 17.6.2005).

6. Zustellung an:
- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (2/R)
- die Vorinstanz (R)
- und das Bundesamt für Sozialversicherungen BSV, 3003 Bern (A).

Im Namen des Verwaltungsgerichts
Der Vizepräsident:

Der a.o. Gerichtsschreiber:

*Anforderungen an die Beschwerdeschrift 
Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru-
mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form 
darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die 
sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 
hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen.

Versand: 30. Juli 2020