# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b4f6f2f4-d7e6-5532-b0e8-e48e7bd94e97
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-09-19
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 19.09.2016 200 2016 651
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2016-651_2016-09-19.pdf

## Full Text

200 16 651 IV
KNB/SCC/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 19. September 2016

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiberin Schertenleib Gamero

A.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 15. Juni 2016

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Sept. 2016, IV/16/651, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1978 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer), 
ausgebildeter …, war seit August 2011 bei der B.________ AG als … zu 
100 % tätig. Nachdem ihm von der Hausärztin ab dem 12. August 2015 
(vorerst vorübergehend) eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde, 
meldete die Arbeitgeberin den Versicherten im Dezember 2015 bei der 
Invalidenversicherung zur Früherfassung an (Dossier der Invalidenversi-
cherung, Antwortbeilage [AB] 1, 3). Im Dezember 2015 meldete die Arbeit-
geberin zudem bei der C.________ eine Berufskrankheit an (AB 2). Im Ja-
nuar 2016 meldete sich der Versicherte bei der IV-Stelle Bern (IVB bzw. 
Beschwerdegegnerin) zur beruflichen Integration/Rente an wegen „Atemnot 
bei körperlicher Belastung, starker Husten bei Staubkontakt“ (AB 6). Die 
IVB holte einen IK-Auszug (AB 10), einen Bericht des behandelnden Arztes 
Dr. med. D.________, Spital E.________, vom 25. Februar 2016 (AB 11), 
einen Bericht von Dr. med. F.________, Facharzt für Arbeitsmedizin und 
Allgemeine Innere Medizin, C.________ Arbeitsmedizin, vom 25. Februar 
2016 (AB 14) sowie eine Stellungnahme von Dr. med. G.________, Fach-
arzt Innere Medizin FMH, Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH, 
Tropenmedizin und Reisemedizin FMH, Regionaler Ärztlicher Dienst 
(RAD), vom 15. März 2016 (AB 16) ein. Mit Vorbescheid vom 23. März 
2016 stellte die IVB die Ablehnung beruflicher Massnahmen in Aussicht 
(AB 17). 

Die Hausärztin reichte den Bericht vom 14. März 2016 zusammen mit ei-
nem weiteren Bericht von Dr. med. D.________ ein (AB 19). Der Versicher-
te erhob gegen den Vorbescheid vom 23. März 2016 Einwände (AB 24). 
Nach Einholung einer Stellungnahme des RAD-Arztes vom 8. Juni 2016 
(AB 27 S. 2) verfügte die IVB am 15. Juni 2016 die Ablehnung beruflicher 
Massnahmen (AB 28).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Sept. 2016, IV/16/651, Seite 3

B.

Der Versicherte erhob am 7. Juli 2016 beim Verwaltungsgericht des Kan-
tons Bern Beschwerde. Er beantragt sinngemäss die Zusprechung berufli-
che Massnahmen und macht geltend, er sei in seinem angestammten Be-
ruf nicht mehr vollumfänglich arbeitsfähig. Zur Begründung verweist er auf 
eine Verfügung der H.________ vom 28. Juni 2016 (Beschwerdebeilage 
[BB] 2), worin er zur Schadenminderung angehalten worden sei. Er sehe 
einen Widerspruch zur angefochtenen Verfügung vom 15. Juni 2016, wo-
nach ihm die angestammte Tätigkeit bei Durchführung der vorgeschlagen-
en Massnahmen weiterhin zumutbar sei. 

Nachdem die IVB – wie mit prozessleitender Verfügung vom 12. Juli 2016 
angehalten – die Akten der H.________ eingeholt hatte und eine Stellung-
nahme des RAD-Arztes vom 21. Juli 2016 erstellen liess (AB 30, 32), bean-
tragt sie mit Beschwerdeantwort vom 11. August 2016 die Abweisung der 
Beschwerde.

Mit prozessleitender Verfügung vom 22. August 2016 gingen Kopien der 
Beschwerdeantwort samt Beilagen an den Beschwerdeführer.

Nach gewährter Gelegenheit zur Stellungnahme ging am 15. September 
2016 eine Eingabe des Beschwerdeführers beim Gericht ein.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Sept. 2016, IV/16/651, Seite 4

gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung der IV-Stelle Bern vom 
15. Juni 2016 (AB 28). Streitig und zu prüfen ist ein Anspruch auf berufliche 
Massnahmen, wobei vorliegend einzig der Anspruch auf eine Umschulung 
verneint wurde.

Nicht Teil des Dispositivs ist, dass der Beschwerdeführer sich bei der Be-
schwerdegegnerin melden kann, falls er Unterstützung bei der Stellensu-
che benötigt (AB 28 S. 1; vgl. E. 2.5 hiernach). Soweit er in der Eingabe 
vom 12. September 2016 zumindest sinngemäss Unterstützung durch die 
IV-Stelle bei der Stellensuche verlangt, ist vorliegend darauf nicht einzutre-
ten und die Eingabe als entsprechendes Gesuch an die Verwaltung weiter-
zuleiten.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). Sie beurteilen 
offensichtlich begründete oder offensichtlich unbegründete Fälle in Zweier-
besetzung (Art. 56 Abs. 3 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von einer Invalidität 
(Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmass-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Sept. 2016, IV/16/651, Seite 5

nahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit 
oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustel-
len, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Voraussetzungen für den 
Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b). Die Eingliede-
rungsmassnahmen bestehen in: Massnahmen beruflicher Art (Berufsbera-
tung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, 
Kapitalhilfe; Art. 8 Abs. 3 Bst. b IVG).

2.2 Nach der Rechtsprechung gilt im Gebiet der Invalidenversicherung 
ganz allgemein der Grundsatz, dass eine invalide Person, bevor sie Leis-
tungen verlangt, alles ihr Zumutbare selber vorzukehren hat, um die Folgen 
ihrer Invalidität bestmöglich zu mildern; deshalb besteht kein Rentenan-
spruch, wenn sie selbst ohne Eingliederungsmassnahmen zumutbarerwei-
se in der Lage wäre, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu 
erzielen. Die Selbsteingliederung als Ausdruck der allgemeinen Schaden-
minderungspflicht geht nicht nur dem Renten-, sondern auch dem gesetzli-
chen Eingliederungsanspruch vor (Art. 21 Abs. 4 ATSG). Die Selbsteinglie-
derung ist eine Last, welche die versicherte Person auf sich zu nehmen 
hat, soll ihr Leistungsanspruch – auf gesetzliche Eingliederungsmassnah-
men oder Rente – gewahrt bleiben. Von der versicherten Person dürfen 
dabei nur Vorkehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der ge-
samten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumut-
bar sind (BGE 138 I 205 E. 3.2 S. 209, 113 V 22 E. 4a S. 28; SVR 2007 IV 
Nr. 1 S. 3 E. 5.1).

2.3 Gemäss Art. 17 IVG besteht Anspruch auf Umschulung auf eine 
neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig 
ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbes-
sert werden kann (Abs. 1). Der Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit 
ist die Wiedereinschulung in den bisherigen Beruf gleichgestellt (Abs. 2).

Unter Umschulung ist nach der Rechtsprechung grundsätzlich die Summe 
der Eingliederungsmassnahmen berufsbildender Art zu verstehen, die not-
wendig und geeignet sind, den vor Eintritt der Invalidität bereits erwerbs-
tätig gewesenen Versicherten eine ihrer früheren annähernd gleichwertige 
Erwerbsmöglichkeit zu vermitteln (BGE 139 V 399 S. 403 und 404 E. 5.4 
und 5.5, 130 V 488 E. 4.2 S. 489, 124 V 108 E. 2a S. 110). Dabei bezieht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Sept. 2016, IV/16/651, Seite 6

sich der Begriff der „annähernden Gleichwertigkeit“ nicht in erster Linie auf 
das Ausbildungsniveau als solches, sondern auf die nach erfolgter Einglie-
derung zu erwartende Verdienstmöglichkeit (vgl. Art. 6 Abs. 1bis IVV, in 
Kraft seit 1. Januar 2012; BGE 130 V 488 E. 4.2 S. 489, 124 V 108 E. 2a 
S. 110).

2.4 Als invalid im Sinne von Art. 17 IVG gilt, wer nicht hinreichend ein-
gegliedert ist, weil der Gesundheitsschaden eine Art und Schwere erreicht 
hat, welche die Ausübung der bisherigen Erwerbstätigkeit ganz oder teil-
weise unzumutbar macht. Dabei muss der Invaliditätsgrad ein bestimmtes 
erhebliches Mass erreicht haben; nach der Rechtsprechung ist dies der 
Fall, wenn die versicherte Person in den ohne zusätzliche berufliche Aus-
bildung noch zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere 
Zeit dauernde Erwerbseinbusse von etwa 20 % erleidet, wobei es sich um 
einen blossen Richtwert handelt (BGE 130 V 488 E. 4.2 S. 490, 124 V 108 
E. 2b S. 110; SVR 2010 IV Nr. 24 S. 74 E. 4).

Von der Erheblichkeitsschwelle von 20 % ist jedoch namentlich bei jungen 
Versicherten mit entsprechend langer verbleibender Aktivitätsdauer abzu-
weichen, wenn es sich bei den ohne Umschulung zumutbaren angepassten 
Tätigkeiten um unqualifizierte Hilfsarbeiten handelt, die im Vergleich zur 
erlernten Tätigkeit qualitativ nicht als annähernd gleichwertig bezeichnet 
werden können (BGE 124 V 108 E. 3b S. 111; SVR 2011 IV Nr. 51 S. 153 
E. 3.1).

2.5 Arbeitsunfähige Versicherte, welche eingliederungsfähig sind, ha-
ben Anspruch auf aktive Unterstützung bei der Suche eines geeigneten 
Arbeitsplatzes und begleitende Beratung im Hinblick auf die Aufrechterhal-
tung ihres Arbeitsplatzes (Art. 18 Abs. 1 IVG).

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin geht davon aus, dass gestützt auf die me-
dizinischen Unterlagen dem Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit 
als … in angepasster Form weiterhin mit einem vollen Pensum zumutbar 
sei. Der Beschwerdeführer beantragt demgegenüber eine Umschulung, da 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Sept. 2016, IV/16/651, Seite 7

die gesundheitlichen Beschwerden so gravierend seien, dass ihm die Ar-
beit im angestammten Beruf nicht mehr zumutbar sei. 

3.2 Bezüglich des medizinischen Sachverhalts ist das Folgende erstellt:

3.2.1 Im Bericht vom 25. Februar 2016 diagnostizierte der behandelnde 
Arzt Dr. med. D.________ ein chronisches Asthma bronchiale und eine 
COPD mittelschweren Grades, beides seit November 2015 (AB 11 S. 1). Er 
führte aus, dass die bisherige Tätigkeit nicht mehr zumutbar sei. Der Pati-
ent müsse langfristig in lufthygienisch einwandfreier Umgebung arbeiten, 
im günstigsten Fall sollten stärkere körperliche Belastungen gemieden 
werden; unter diesen Umständen und bei Rauchstopp sowie optimaler 
Asthmatherapie sollte eine Arbeitsfähigkeit vollumfänglich möglich sein (AB 
11 S. 2). Bereits im Bericht vom 22. Dezember 2015 hatte Dr. med. 
D.________ als wichtigste Massnahme den vollständigen langfristigen Ver-
zicht auf das Rauchen bezeichnet, was er mit dem Beschwerdeführer be-
sprochen habe (AB 19 S. 9).

3.2.2 Am 25. Februar 2016 hielt der Arzt der C.________ Dr. med. 
F.________ fest, die heutige Lungenfunktionsuntersuchung habe formal 
keine obstruktive Ventilationsbehinderung der zentralen Atemwege erge-
ben. Es hätten sich aber indirekte Zeichen einer Obstruktion bei tiefnorma-
lem Tiffeneauquotienten von 72 %, einem diskret konkaven Verlauf der 
expiratorischen Flussvolumenkurve sowie einer Einengung der kleinen 
Atemwege ohne Verbesserung nach Gabe eines kurzwirksamen Broncho-
dilatators gefunden. Lungenfunktionseinschränkungen im Sinne eines ma-
nifesten Asthma bronchiale hätten nicht objektiviert werden können, dabei 
sei festzuhalten, dass regelmässig Pulmicort, Ventolin, Atrovent und Sym-
bicort inhaliert werde. Die Spiroergometrie habe den Nachweis einer leicht 
eingeschränkten körperlichen Leistungsfähigkeit ergeben. Diese sei haupt-
sächlich durch Dekonditionierung und unphysiologischer Atmung in Ruhe 
sowie bei Belastung bedingt. Diese könnten physiotherapeutisch behandelt 
werden. Aktuell seien körperlich leichte Tätigkeiten bei einwandfreien Luft-
verhältnissen zumutbar (AB 14 S. 5 f.). Mit einem Ausdauertraining könne 
die Leistungsfähigkeit gesteigert werden. Stark im Vordergrund stehe eine 
durch Zigarettenrauchen verursachte chronisch obstruktive Pneumopathie. 
Es bestehe der Verdacht, dass der Beschwerdeführer noch immer rauche. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Sept. 2016, IV/16/651, Seite 8

Es falle zudem eine Diskrepanz bei der Raucheranamnese auf. Der Be-
schwerdeführer habe anlässlich der Untersuchung angegeben, dass er von 
1994 bis Januar 2016 zirka 10 Zigaretten pro Tag geraucht habe; der be-
handelnde Arzt habe 20 Zigaretten pro Tag notiert (AB 14 S. 6).

3.2.3 In der Stellungnahme vom 15. März 2016 führte der RAD-Arzt Dr. 
med. G.________ aus, gemäss Arbeitsmedizin der C.________ sei die 
Lungenfunktionsprüfung normal unter Inhalation. Es bestehe eher eine 
COPD, verursacht durch Nikotin von 20 Zigaretten pro Tag, als ein Asthma 
(AB 16 S. 1). Der Beschwerdeführer habe im Januar 2016 das Nikotin sis-
tiert, aber bei der C.________ sei ein hoher HbCO-Gehalt von 4,5 % nach-
gewiesen worden, was für einen täglichen Konsum von 20 Zigaretten pro 
Tag spreche. Gemäss C.________ sei eine leichte Tätigkeit unter lufthy-
gienisch einwandfreien Bedingungen zumutbar. Im Fall von Staubentwick-
lung könne eine Atemmaske getragen werden. Es gebe auch Arbeiten als 
… mit wenig oder keiner Staubbelastung (AB 16 S. 2). In der Stellungnah-
me vom 8. Juni 2016 ergänzte Dr. med. G.________, es könne an der Ar-
beitsfähigkeit als … festgehalten werden mit den folgenden Massnahmen: 
anhaltender Rauchstopp zu 100 %, Konditions-/Krafttraining während 6 
Monaten (medizinische Trainingstherapie) und Tragen einer Schutzmaske 
bei Staubbelastung (AB 27 S. 2).

3.2.4 Im Bericht vom 16. Juni 2016 – zuhanden der H.________ – stellte 
Dr. med. I.________, FMH für Innere Medizin und Pneumologie, die Dia-
gnosen einer COPD und eines Status nach Nicotinabusus bis vor 1 ½ Mo-
naten (DD: ACOS [Asthma-COPD-Overlap Syndrom]). Die obstruktive Ven-
tilationsstörung habe zweifelsohne einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. 
Die physische Belastbarkeit für körperlich mittelschwere bis schwere Arbeit 
sei durch die obstruktive Pneumopathie sicherlich wesentlich einge-
schränkt. Bei zusätzlicher Staubexposition am Arbeitsplatz werde diese 
weiter vermindert (AB 30 S. 4 Ziff. 4). Unter den derzeitigen Bedingungen 
sei lediglich eine körperlich leichte Tätigkeit in „staubreichem“ (recte: nicht 
staubreichem) Milieu zumutbar. Für eine mittelschwere bis schwere körper-
liche Arbeit in Staub belastetem Milieu liege eine Arbeitsunfähigkeit vor (AB 
30 S. 5 Ziff. 5). Ganz wesentlich sei, dass der vor einem Monat sistierte 
Zigarettenkonsum nicht wieder aufgenommen werde (AB 30 S. 5 Ziff. 7).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Sept. 2016, IV/16/651, Seite 9

3.2.5 In der Stellungnahme vom 21. Juli 2016 führte Dr. med. 
G.________ aus, die anamnestische Angabe, dass der Beschwerdeführer 
seit 1 ½ Monaten nicht mehr rauche, beruhe auf seinen Aussagen und sei 
nicht überprüft worden. Die Aussage, eine Umschulung sei mittelfristig zu 
empfehlen, beruhe wahrscheinlich auf den entsprechenden Wünschen des 
Beschwerdeführers. Denn das Berufsbild des … lasse auch andere Tätig-
keiten zu, die nicht auf dem … mit viel Staubbelastung basierten. Dr. med. 
I.________ könne insoweit gefolgt werden, als eine körperlich schwere, 
oder – aktuell zumindest – auch eine mittelschwere Tätigkeit nicht mehr 
zugemutet werden könne. Es könne davon ausgegangen werden, dass 
falls die notwendigen medizinischen Massnahmen zur Verbesserung des 
Zustandsbildes einwandfrei durchgeführt werden, auch wieder mittelschwe-
re Tätigkeiten zumutbar seien. Die Einschränkung einer möglichst staub-
freien Umgebung bei der Arbeit und im privaten Leben werde zeitlebens 
aufrechterhalten werden müssen. Nicht mehr zumutbar sei eine Tätigkeit 
als … auf dem … denn dort sei die Staubbelastung grösser als bei Arbeiten 
in internen Diensten, in der Werkstatt, im Magazin oder im Archiv. Auch 
Kontroll- und Überwachungsfunktionen könnten zugemutet werden (AB 32 
S. 3).

3.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Sept. 2016, IV/16/651, Seite 10

gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.4 Mit Blick auf die Ausführungen des RAD-Arztes Dr. med. 
G.________ vom 8. Juni 2016 (AB 27 S. 2) und 21. Juli 2016 (AB 32 S. 3) 
– aufgrund der Ausführungen der Dres. med. D.________, I.________ und 
F.________ – ist dem Beschwerdeführer die Tätigkeit als … jedenfalls in-
soweit noch zumutbar, als diese in weniger staubbelastetem Umfeld aus-
geübt wird. Auch Dr. med. G.________ ging davon aus, dass eine Tätigkeit 
als … nicht mehr uneingeschränkt zumutbar ist, da auf dem … bzw. bei … 
eine grössere Staubbelastung besteht (AB 32 S. 3 unten; vgl. auch Anga-
ben des Beschwerdeführers zum jetzigen Leiden [AB 14 S. 3]). Es leuchtet 
ein, dass der Beschwerdeführer eine angepasste Arbeit auf seinem Beruf 
in einer staubarmen Umgebung weiterhin ausführen kann (AB 32 S. 3). 
Das Berufsfeld des … ist denn auch nicht auf … beschränkt. So sind dem 
Beschwerdeführer Installations- und Reparaturarbeiten im Kundendienst 
oder als …, Arbeiten in der Werkstatt und im Magazin sowie Überwa-
chungs- und Kontrolltätigkeiten im Bereich von … weiterhin zumutbar. Dass 
es für solche Tätigkeiten ein breites Stellenangebot gibt, bedarf in Anbe-
tracht der Vielzahl bestehender … keiner weiteren Begründung. An diesem 
Ergebnis ändert nichts, dass Dr. med. I.________ ausführte, es solle eine 
Umschulung z.B. im IT-Bereich angestrebt werden (AB 30 S. 5 Ziff. 10). Im 
Lichte der Ausführungen hiervor ist mit RAD-Arzt Dr. med. G.________ 
davon auszugehen, dass diese Angaben wahrscheinlich auf den Wün-
schen des Beschwerdeführers beruhen (AB 31 S. 3; vgl. auch AB 25) und 
der Beschwerdeführer – wie erwähnt – weiterhin auf seinem erlernten Beruf 
als … arbeitsfähig ist. Die Ärzte gehen übereinstimmend davon aus, dass 
dem Beschwerdeführer eine körperlich schwere, aktuell auch eine mittel-
schwere Tätigkeit nicht mehr zugemutet werden kann. Die Einschätzung 
von Dr. med. G.________, bei einer einwandfreien Durchführung der medi-
zinischen Massnahmen seien auch wieder mittelschwere Tätigkeiten zu-
mutbar (AB 32 S. 3), ist überzeugend. Denn dies stimmt mit den Ergebnis-
sen anlässlich der Untersuchung durch den Arzt der C.________ Dr. med. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Sept. 2016, IV/16/651, Seite 11

F.________ überein, wonach die Leistungseinschränkung hauptsächlich 
durch Dekonditionierung bedingt ist und physiotherapeutisch behandelt 
werden kann (AB 14 S. 5). Überzeugend ist die Einschätzung des RAD-
Arztes Dr. med. G.________, dass eine bloss geringe Staubbelastung bei 
der Arbeit und im privaten Leben zeitlebens aufrechterhalten werden muss 
und allenfalls bei (geringer) Staubbelastung eine Schutzmaske zu tragen 
ist. Dr. med. F.________ hat zudem darauf hingewiesen, dass die chroni-
sche obstruktive Pneumopathie (COPD Gold Stadium I bis II) durch das 
Zigarettenrauchen verursacht wurde und in Anbetracht eines Carboxy-HB 
von 4,5 % der Verdacht besteht, dass der Beschwerdeführer noch immer 
raucht (AB 14 S. 6); dies entgegen seiner Ausführungen gegenüber den 
anderen Ärzten (AB 19 S. 8). Dr. med. G.________ hat deshalb zu Recht 
auf die Mitwirkungspflicht des Beschwerdeführers zur Schadenminderung 
(anhaltender Rauchstopp, medizinische Trainingstherapie während 6 Mo-
naten und Tragen einer Schutzmaske bei Staubbelastung; AB 27 S. 2, 32 
S. 3) hingewiesen. Wie weiter schlüssig dargelegt wird, wirkt sich bei per-
sistierendem Rauchen mit entsprechenden Folgen (Atemnot, Husten) eine 
reduzierte Leistungsfähigkeit längerfristig auch in einer dem Leiden ange-
passten Tätigkeit oder in einer Arbeit nach einer Umschulung aus (vgl. AB 
32 S. 3). Der Beschwerdeführer ist deshalb verpflichtet, das Rauchen ganz 
aufzugeben. Bezüglich der vom RAD-Arzt Dr. med. G.________ am 8. Juni 
2016 ergänzend empfohlenen Massnahmen war jedoch für die vorliegende 
Abweisung des IV-Umschulungsanspruchs kein Mahn- und Bedenkzeitver-
fahren notwendig, da der Beschwerdeführer aktuell noch in der Lage ist, 
ohne diese Massnahmen als … in einem angepassten Umfeld tätig zu sein 
(vgl. Beschwerdeantwort S. 2 Ziff. 5). Dies umso mehr, als auch die ande-
ren Ärzte einen Berufswechsel grundsätzlich nicht im vorliegend zu beurtei-
lenden Zeitpunkt – der angefochtenen Verfügung –, sondern erst mittel- bis 
langfristig als allenfalls angezeigt erachten; so geht beispielsweise auch Dr. 
med. F.________ davon aus, dass (vorerst) der weitere Verlauf beobachtet 
werden müsse (AB 14 S. 6).

3.5 Damit ist überwiegend wahrscheinlich erstellt, dass dem Beschwer-
deführer die Arbeit als … weiterhin zumutbar ist, wenn auch nicht uneinge-
schränkt, da die Arbeit auf … und wohl auch bei … wegen der grösseren 
Staubbelastung (eher) ungeeignet ist. Es gibt jedoch Tätigkeiten im Beruf 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Sept. 2016, IV/16/651, Seite 12

des …, in welchen der Beschwerdeführer trotz seiner Beschwerden nicht 
eingeschränkt ist. 

3.6 Nach dem Gesagten ist kein Umschulungsanspruch gegeben. Da-
mit erweist sich die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Bern vom 
15. Juni 2016 (AB 28) als rechtens und die Beschwerde ist abzuweisen.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen (Art. 
108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss glei-
cher Höhe entnommen.

4.2 Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer keinen 
Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 61 Bst. g ATSG [Umkehr-
schluss]).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Sept. 2016, IV/16/651, Seite 13

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Die Eingabe vom 12. September 2016 geht an die IV-Stelle zur Be-
handlung als Gesuch auf IV-Unterstützung bei der Stellensuche.

5. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.