# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 437fc46c-c396-598b-8dc6-141c7c5a138a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-05-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.05.2008 C-1421/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-1421-2007_2008-05-07.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-1421/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  7 .  M a i  2 0 0 8

Richter Andreas Trommer (Vorsitz), 
Richterin Elena Avenati-Carpani, 
Richter Bernard Vaudan, 
Gerichtsschreiberin Denise Kaufmann.

Z._______, 
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Verweigerung der Einreisebewilligung.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-1421/2007

Sachverhalt:

A.
Die  1932  geborene  mazedonische  Staatsangehörige  Z._______  (im 
Folgenden: Gesuchstellerin  bzw. Beschwerdeführerin)  beantragte am 
1. November 2006 bei der Schweizerischen Botschaft in Skopje ein Vi-
sum  für  einen  dreimonatigen  Besuchsaufenthalt  bei  ihrem  Sohn 
J._______ (im Folgenden: Gastgeber) in Trimbach (SO). Die Schweizer 
Vertretung leitete das Gesuch zur Prüfung und zum Entscheid an das 
BFM weiter.

B.
Nachdem das Amt für  Ausländerfragen des Kantons Solothurn  beim 
Gastgeber  weitere  Auskünfte  eingeholt  und  an  das  BFM übermittelt 
hatte, verweigerte dieses in einer Verfügung vom 2. Februar 2007 die 
nachgesuchte Einreisebewilligung. Das Bundesamt begründete seine 
Ablehnung damit, dass der Gastgeber im Zusammenhang mit dem ge-
planten Besuchsaufenthalt zwar für bestimmte finanzielle Risiken Ga-
rantie  leisten  wolle,  angesichts  seiner  tatsächlichen finanziellen  Ver-
hältnisse dazu aber nach Auskunft der zuständigen kantonalen Behör-
de nicht oder nur ungenügend in der Lage wäre. 

C.
Mit Beschwerde vom 16. Februar 2007 beantragt die Gesuchstellerin 
beim Bundesverwaltungsgericht  implizit,  die  verweigernde  Verfügung 
sei aufzuheben und das anbegehrte Besuchsvisum sei zu erteilen. Zur 
Begründung  macht  sie  sinngemäss  geltend,  die  Vorinstanz  gehe  zu 
Unrecht davon aus, es könnten in ihrem Fall keine genügenden finan-
ziellen Garantien geleistet werden. Nebst ihrem Sohn lebten auch alle 
ihre Enkel- und Grossenkelkinder in der Schweiz. Sie alle wären – da 
erwerbstätig – in der Lage, die erforderlichen finanziellen Garantien zu 
übernehmen. Sie selbst beziehe eine kleine Rente und sei somit auch 
nicht mittellos.

D.
In ihrer Vernehmlassung vom 7. November 2007 spricht sich die Vorin-
stanz für eine Abweisung der Beschwerde aus. Es sei nicht zu bestrei-
ten, dass der Gastgeber die notwendigen finanziellen Garantien im Zu-
sammenhang mit dem geplanten Besuchsaufenthalt nicht leisten könn-
te. Gemäss den Abklärungen des Amtes für Ausländerfragen des Kan-
tons Solothurn wiesen er und seine Ehefrau Schulden auf, die schon 

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seit Jahren nicht hätten beglichen werden können. Der Gastgeber sei 
im Betreibungsregister verzeichnet und es lägen Verlustscheine gegen 
ihn vor. Der blosse Verweis der Beschwerdeführerin auf die angebliche 
Garantiefähigkeit anderer in der Schweiz ansässiger naher Verwandter 
reiche nicht. Entsprechende Nachweise seien nicht erbracht worden. 

E.
Die Beschwerdeführerin machte von dem ihr eingeräumten Recht auf 
Replik keinen Gebrauch.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
Verfügungen des Bundesamtes für Migration (BFM) betreffend Verwei-
gerung  der  Einreisebewilligung  unterliegen  der  Beschwerde  an  das 
Bundesverwaltungsgericht  (Art.  31,  Art.  32  sowie  Art.  33  Bst.  d  des 
Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]).

1.1 Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundes-
verwaltungsgericht nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 
über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), soweit das Ver-
waltungsgerichtsgesetz nichts anderes bestimmt. Das Urteil des Bun-
desverwaltungsgerichts ist endgültig (Art. 1 Abs. 2 VGG i.V.m. Art. 83 
Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 
173.110]).

1.2 Die Beschwerdeführerin ist gemäss Art. 48 VwVG zur Beschwerde 
legitimiert; auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist 
einzutreten (Art. 49 ff. VwVG).

2.
Am 1. Januar 2008 traten das neue Bundesgesetz vom 16. Dezember 
2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) sowie 
die dazugehörigen Ausführungsverordnungen in Kraft (u.a. die Verord-
nung vom 24. Oktober  2007 über  das Einreise-  und Visumverfahren 
[VEV, SR 142.204]). Gemäss Art. 126 Abs. 1 AuG bleibt auf Gesuche, 
die vor dem Inkraftreten des AuG eingereicht worden sind, das bisheri-
ge Recht anwendbar. Die Beurteilung erfolgt somit noch nach dem al-
ten  Recht.  Einschlägig  sind  das  Bundesgesetz  vom  26. März  1931 
über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (aANAG, BS 1 121, 
zum vollständigen Quellennachweis vgl. Ziff. I des Anhangs zum AuG) 
und die Verordnung vom 14. Januar 1998 über die Einreise und An-

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meldung von Ausländerinnen  und Ausländern  (aVEA,  AS 1998 194, 
zum vollständigen Quellennachweis vgl. Art. 39 VEV).

3.
Die Schweizerische Rechtsordnung gewährt grundsätzlich keinen An-
spruch auf Bewilligung der Einreise. Der Entscheid darüber ist - vorbe-
hältlich nachfolgend zu erörternder Hinderungsgründe - von der Bewil-
ligungsbehörde in pflichtgemässer Ausübung ihres Ermessens zu fäl-
len  (Art.  4  und  Art.  16  Abs.  1  aANAG,  Art.  9  Abs.  1  aVEA,  PETER 
UEBERSAX, Einreise und Anwesenheit, in: PETER UEBERSAX / PETER MÜNCH / 
THOMAS GEISER / MARTIN ARNOLD (Hrsg.), Ausländerrecht, Ausländerinnen 
und Ausländer im öffentlichen Recht, Privatrecht, Steuerrecht und So-
zialrecht  der  Schweiz,  Basel/Genf/München  2002,  S. 143;  URS BOLZ, 
Rechtsschutz im Ausländer- und Asylrecht,  Basel und Frankfurt  a.M. 
1990, S. 29 mit weiteren Hinweisen;  PHILIP GRANT, La protection de la 
vie  familiale  et  de  la  vie  privée  en  droit  des  étrangers,  Basel  usw. 
2000, S. 24).

3.1 Ausländerinnen  und  Ausländer  benötigen  zur  Einreise  in  die 
Schweiz einen Pass und ein Visum, sofern sie nicht aufgrund beson-
derer Regelung von diesem Erfordernis ausgenommen sind (Art. 1 bis 
5 aVEA). Um ein Visum zu erhalten, müssen Ausländerinnen und Aus-
länder die in Artikel 1 Absatz 2 aVEA aufgeführten Voraussetzungen 
erfüllen.  Sie  müssen  unter  anderem über  genügend  Mittel  verfügen 
oder sich solche verschaffen können, um ihren Lebensunterhalt wäh-
rend des Aufenthalts in der Schweiz zu bestreiten (Art. 1 Abs. 2 Bst. d 
aVEA). Da zum Lebensunterhalt nicht nur der Aufwand für Verpflegung 
und Unterkunft, sondern auch sonstige Kosten zu zählen sind, die im 
Zusammenhang mit dem Besuchsaufenthalt entstehen können und die 
nicht  von einer  speziell  dafür  abzuschliessenden Versicherung über-
nommen werden, können die Kantone von den hier lebenden Gastge-
bern  finanzielle  Garantien  verlangen (vgl. Art.  6  ff. aVEA,  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgericht  C-992/2006  vom  18.  September  2007  E. 
2.2).

4.
Die Beschwerdeführerin bedarf aufgrund ihrer Nationalität zur Einreise 
in die Schweiz nebst dem Pass eines Visums. Die Vorinstanz verwei-
gerte die Erteilung eines solchen Visums mit der Begründung, die fi-
nanziellen Garantien seien vorliegend ungenügend.

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4.1 Die Beschwerdeführerin bestreitet nicht, dass dem Gastgeber ent-
gegen der von ihm unterzeichneten Erklärung keine genügende Ga-
rantiefähigkeit zukommt. Hingegen vertritt sie die Meinung, dass eine 
solche  Garantiefähigkeit  den  übrigen  in  der  Schweiz  lebenden  Ver-
wandten (bei denen es sich – soweit erkennbar - um Kinder resp. En-
kel  des  Gastgebers  handelt)  zuzusprechen wäre. In  diesem Zusam-
menhang  nannte  sie  zwar  in  ihrer  Rechtsmitteleingabe gewisse Na-
men, unterliess es aber trotz entsprechender Feststellungen der Vorin-
stanz in deren Vernehmlassung, die notwendigen Schritte bei den da-
für zuständigen Behörden einzuleiten; d.h. konkrete Garanten zu be-
nennen und die notwendigen Unterlagen (wie Lohn- und Bankbelege 
bzw. Betreibungsregisterauszüge) zur Prüfung vorzulegen. 

4.2 Als Garant gilt deshalb nach wie vor nur der Gastgeber. Dass die 
Beschwerdeführerin – die gemäss eigenen Angaben Bezügerin einer 
kleinen (nicht näher bezifferten) Rente ist  -  selbst über genügend fi-
nanzielle Mittel verfügen würde, um einen dreimonatigen Besuchsauf-
enthalt  in  der  Schweiz  finanzieren  und  damit  zusammenhängende 
Kostenrisiken abdecken zu können, ist nicht wahrscheinlich und wurde 
auch nicht geltend gemacht. 

4.3 Die Vorinstanz konnte demnach davon ausgehen, dass in finanzi-
eller  Hinsicht  keine genügenden Sicherheiten  für  den geplanten Be-
suchsaufenthalt bestanden und durfte das Gesuch gestützt auf Art. 1 
Abs. 2 Bst. d aVEA ablehnen.

5.
Aus vorstehenden Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfügung 
im Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde 
ist daher abzuweisen.

6.
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens wird die unterliegende Be-
schwerdeführerin  kostenpflichtig  (Art.  63  Abs. 1  VwVG).  Die  Verfah-
renskosten sind auf Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 1, Art. 2 und Art. 3 Bst. 
b des Reglements vom 11. Dezember 2006 über die Kosten und Ent-
schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [SR 173.320.2]).

Dispositiv S. 6

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt. Sie werden mit dem am 5. Oktober 2007 geleisteten Kosten-
vorschuss von Fr. 600.-- verrechnet. 

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. 2 271 008 retour)
- das Amt für Ausländerfragen des Kantons Solothurn ad SO 253 697

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Andreas Trommer Denise Kaufmann

Versand: 

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