# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 552a7a48-65cd-5b74-9d31-f57acf09bda4
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-04-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.04.2017 E-7686/2016
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-7686-2016_2017-04-26.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-7686/2016 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 6 .  A p r i l  2 0 1 7  

Besetzung 
 Einzelrichterin Gabriela Freihofer, 

mit Zustimmung von Richter Simon Thurnheer; 

Gerichtsschreiberin Linda Härter. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Eritrea,   

vertreten durch lic. iur. Linda Keller, Rechtsanwältin,  

Grand & Nisple Rechtsanwälte,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl (ohne Wegweisungsvollzug);  

Verfügung des SEM vom 9. November 2016 / N (…). 

 

 

 

E-7686/2016 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer, ethnischer Tigre und aus B._______, C._______, 

D._______, stammend, reichte am 28. Dezember 2015 in der Schweiz ein 

Asylgesuch ein. Am 18. Januar 2016 wurde er zur Person befragt (BzP). 

Dabei machte er geltend, er habe sein Heimatland auf der Suche nach 

besseren Lebensbedingungen verlassen. Seine Brüder seien alle im Militär 

gewesen. Für ihn sei es schwierig gewesen zuhause, da kein Geld reinge-

kommen sei und sie nur von den Erträgen aus der Landwirtschaft gelebt 

hätten. Er habe weder mit den heimatlichen Behörden noch mit Drittperso-

nen Probleme gehabt. Er habe sich auch nie politisch oder religiös betätigt. 

  

 

Am 19. Oktober 2016 folgte – aufgrund seiner Minderjährigkeit im Beisein 

der ihm zugewiesenen Vertrauensperson – die Anhörung zu den Asylgrün-

den durch das SEM (Art. 29 Abs. 1 AsylG [SR 142.31]). Dabei führte der 

Beschwerdeführer weitergehend aus, er habe mit seinen Eltern und seiner 

(…) Schwester zusammengelebt. Als einer seiner (…) Brüder aus dem Na-

tionaldienst desertiert sei, seien die Behörden zu ihnen nach Hause ge-

kommen und hätten nach seinem Bruder gefragt. Dabei sei er (Beschwer-

deführer) von den Behörden mitgenommen und zu einem Sammelplatz ge-

bracht worden. Weil er minderjährig gewesen sei und seinen Schüleraus-

weis habe vorweisen können, sei er kurz darauf ohne Auflagen wieder frei-

gelassen worden. Er habe die Schule bis zur achten Klasse besucht, diese 

aber aufgrund fehlender Perspektiven abgebrochen. Deshalb und weil er 

nicht nach Sawa habe gehen wollen, sei er im März 2015, zwei Wochen 

nach dem Schulabbruch, zusammen mit seinem Schulfreund am Feiertag 

zu Ehren des heiligen Gabirs seines Dorfes aufgebrochen. Zu Fuss seien 

sie nach Äthiopien gelangt, wo sie von Soldaten in Empfang genommen 

worden seien. Nach rund zwei Monaten seien sie via den Sudan nach Li-

byen gelangt, wo er vier Monate inhaftiert gewesen sei. Via Mittelmeer sei 

er in der Folge über Italien in die Schweiz gelangt. 

Der Beschwerdeführer gab seinen Taufschein im Original zu den Akten. 

B.  

Mit Verfügung vom 9. November 2016 (eröffnet am 11. November 2016) 

stellte das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigen-

schaft nicht, lehnte sein Asylgesuch ab und wies ihn aus der Schweiz weg. 

Aufgrund der Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs nach Eritrea 

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Seite 3 

schob es den Vollzug der Wegweisung jedoch zu Gunsten einer vorläufi-

gen Aufnahme auf. 

C.  

Mit Eingabe vom 12. Dezember 2016 reichte die Rechtsvertreterin namens 

des Beschwerdeführers beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde ein 

und beantragte die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft des Beschwer-

deführers und die Gewährung von Asyl. In prozessualer Hinsicht sei dem 

Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsverbei-

ständung unter Einsetzung der unterzeichneten Rechtsanwältin zu gewäh-

ren. 

D.  

Mit Instruktionsverfügung vom 15. Dezember 2016 forderte die Instrukti-

onsrichterin die Rechtsvertreterin auf, innert Frist eine schriftliche Voll-

macht des Beschwerdeführers einzureichen, unter der Androhung, dass 

sie im Unterlassungsfall nicht als zur Vertretung befugt erachtet werde und 

die bisher aufgelaufenen Verfahrenskosten ihr aufzuerlegen wären. Am 

23. Dezember 2016 wurde die geforderte Vollmacht fristgerecht nachge-

reicht. 

E.  

Mit Zwischenverfügung vom 28. Dezember 2016 hiess die Instruktionsrich-

terin das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung gut und verzichtete 

auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. In Gutheissung des Gesuchs 

um unentgeltliche Verbeiständung wurde Rechtsanwältin Linda Keller bei-

geordnet.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche 

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Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb 

das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 

AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist 

einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG (vgl. BVGE 2014/26 

E. 5). 

3.  

Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist im Ver-

fahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten 

Richters (Art. 111 Bst. e AsylG) ohne Weiterungen und mit summarischer 

Begründung zu behandeln (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

Dass dem Beschwerdeführer mit Zwischenverfügung vom 28. Dezember 

2016 die unentgeltliche Rechtspflege (Art. 65 Abs. 1 VwVG) gewährt wor-

den ist, die Beschwerde also als nicht aussichtslos qualifiziert wurde, steht 

einer Behandlung der Beschwerde im Verfahren nach Art. 111 Bst. e AsylG 

in bestimmten Konstellationen nicht entgegen. Dies ist namentlich dann 

der Fall, wenn sich die Beschwerde – wie hier – aufgrund neuer Erkennt-

nisse oder einer geänderten Rechtsauffassung während des Beschwerde-

verfahrens als offensichtlich unbegründet erweist (vgl. Urteil des BVGer  

E-8098/2015 vom 26. April 2016, E. 2.2.2). Zwar decken sich die Begriffe 

der Aussichtslosigkeit (Art. 65 Abs. 1 VwVG) und der offensichtlichen Un-

begründetheit (Art. 111 Bst. e AsylG) materiell weitgehend. Für die Prüfung 

der offensichtlichen Unbegründetheit (Art. 111 Bst. e AsylG) ist jedoch der 

Urteilszeitpunkt massgebend, während für die Beurteilung der Aussichtslo-

sigkeit der Beschwerdebegehren (Art. 65 Abs. 1 VwVG) auf den Zeitpunkt 

der Beschwerdeerhebung abzustellen ist (BGE 133 III 614 E. 5). Insofern 

ist nicht ausgeschlossen, dass eine im Rahmen der Instruktion als nicht 

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aussichtslos beurteilte Beschwerde später als offensichtlich unbegründet 

abgewiesen wird. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer sich darauf beruft, dass durch seine illegale Ausreise (sog. Repub-

likflucht) oder sein Verhalten nach der Ausreise aus dem Heimat- oder Her-

kunftsstaat eine Gefährdungssituation erst geschaffen worden ist, macht 

subjektive Nachfluchtgründe geltend (vgl. Art. 54 AsylG). Subjektive Nach-

fluchtgründe können zwar die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 

AsylG begründen, führen jedoch nach Art. 54 AsylG zum Ausschluss des 

Asyls, unabhängig davon, ob sie missbräuchlich oder nicht missbräuchlich 

gesetzt wurden. Stattdessen werden Personen, welche subjektive Nach-

fluchtgründe nachweisen oder glaubhaft machen können, als Flüchtlinge 

vorläufig aufgenommen (vgl. BVGE 2009/28 E. 7.1 m.w.H.). 

4.3 Eine asylsuchende Person muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-

sen oder zumindest glaubhaft machen (Art. 7 Abs. 1 AsylG). Glaubhaft ge-

macht ist die Flüchtlingseigenschaft, wenn die Behörde ihr Vorhandensein 

mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält (Art. 7 Abs. 2 

AsylG). Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 Abs. 3 AsylG). Glaubhaftmachung 

bedeutet – im Gegensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweis-

mass und lässt Raum für gewisse Einwände und Zweifel. Entscheidend ist, 

ob die Gründe, die für die Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung spre-

chen, überwiegen oder nicht. Dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise 

abzustellen. Für die Glaubhaftmachung reicht es nicht aus, wenn der Inhalt 

der Vorbringen zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte 

wesentliche und überwiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sach-

verhaltsdarstellung sprechen (vgl. BVGE 2013/11 E. 5.1).  

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Seite 6 

5.  

5.1 Die Vorinstanz führt in der angefochtenen Verfügung aus, die Angaben 

des Beschwerdeführers zu den Fluchtgründen hielten den Anforderungen 

an Art. 3 AsylG nicht stand. Ausserdem seien die Vorbringen bezüglich der 

illegalen Ausreise aus Eritrea, ohne auf deren Glaubhaftigkeit einzugehen, 

asylrechtlich ebenfalls unbeachtlich.  

5.1.1 Dies begründet sie damit, dass der Beschwerdeführer anlässlich der 

geschilderten Haudurchsuchung viel mehr Zeuge der behördlichen Suche 

nach seinem desertierten Bruder und nicht selber von einer Verfolgungssi-

tuation ernsthaft betroffen gewesen sei. Die Behörden hätten ihn umge-

hend freigelassen, nachdem er seine Minderjährigkeit deutlich gemacht 

habe, was gegen eine konkrete Bedrohungslage spreche. Es sei deshalb 

nicht wahrscheinlich, dass die eritreischen Behörden in Folge der Deser-

tion seines Bruders ein Interesse am Beschwerdeführer gehabt hätten oder 

in Zukunft haben würden, weshalb die entsprechende Furcht als unbegrün-

det einzuschätzen sei. Auch die Tatsache, dass der Beschwerdeführer 

nach Beendigung der 11. Klasse zur militärischen Ausbildung nach Sawa 

eingezogen worden wäre, stelle kein asylrelevantes Verfolgungsmotiv dar, 

sondern eine staatlich legitime Handlung. Zudem seien seitens der eritrei-

schen Behörden keine konkreten Schritte betreffend eine verfrühte Rekru-

tierung unternommen worden, sei er doch im Gegenteil nach seiner Fest-

nahme aufgrund seines jugendlichen Alters wieder nach Hause geschickt 

worden. Schliesslich habe der Beschwerdeführer selber erklärt, keinerlei 

Probleme mit Behörden oder Drittpersonen gehabt zu haben und in erster 

Linie auf der Suche nach besseren Lebensumständen aus Eritrea ausge-

reist zu sein.  

5.1.2 Zur Asylrelevanz der illegalen Ausreise führt die Vorinstanz aus, ge-

mäss aktuellen Erkenntnissen sei die Behandlung von Rückkehrern haupt-

sächlich davon abhängig, welchen Nationaldienst-Status sie vor ihrer Aus-

reise gehabt hätten. Zudem spiele eine Rolle, ob die Rückkehr nach Eritrea 

freiwillig oder unter Zwang erfolge. Für freiwillige Rückkehrer würden die 

eritreischen Straftatbestände für eine illegale Ausreise nicht zur Anwen-

dung gebracht. Interne Richtlinien sähen vielmehr vor, dass sie straffrei in 

ihre Heimat zurückkehren könnten, wenn zuvor gewisse Forderungen der 

eritreischen Behörden erfüllt seien (namentlich die Bezahlung der Diaspo-

rasteuer). Personen, die ihre nationale Dienstpflicht nicht erfüllt hätten, 

müssten zudem ein sogenanntes Reueformular unterzeichnen. Davon be-

freit seien insbesondere Personen, die das dienstpflichtige Alter noch nicht 

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erreicht hätten, aus dem Nationaldienst entlassen oder von der National-

dienstpflicht befreit worden seien. 

Der Beschwerdeführer habe weder den Nationaldienst verweigert noch sei 

er desertiert. Er habe nicht gegen die Proclamation on National Service 

von 1995 verstossen. Auch sonst – insbesondre aber auch aufgrund seines 

zum Zeitpunkt der Ausreise noch minderjährigen Alters - lägen keine Hin-

weise dafür vor, dass er bei einer Rückkehr nach Eritrea ernsthafte Nach-

teile zu gewärtigen hätte. Damit liege keine asylrelevante Gefährdung vor. 

5.2 Der Beschwerdeführer hält in der Beschwerde an der Asylrelevanz sei-

ner Vorbringen fest. Ferner macht er geltend, die Vorinstanz gehe zu Un-

recht davon aus, eine illegale Ausreise aus Eritrea sei nicht (mehr) asylre-

levant. Er rügt damit, die Vorinstanz habe Bundesrecht verletzt. 

6.  

6.1 Eine Prüfung der Akten lässt auch das Gericht zum Schluss kommen, 

dass die fluchtauslösenden Vorbringen des Beschwerdeführers den Anfor-

derungen an Art. 3 AsylG nicht zu genügen vermögen. Die Erwägungen 

der Vorinstanz erweisen sich als zutreffend und die Ausführungen in der 

Beschwerde sind offensichtlich nicht geeignet, daran etwas zu ändern. So 

wird in der Beschwerde im Wesentlichen lediglich der Sachverhalt wieder-

holt, die Verfügung des SEM und Gesetzesartikel wiedergegeben, darauf 

hingewiesen, dass auch Minderjährige in Eritrea in den Militärdienst einge-

zogen werden können und eritreische Bürger auf unbestimmte Zeit in den 

Militärdienst eingezogen werden. Konkrete Anhaltspunkte für eine reelle 

Verfolgungsgefahr des Beschwerdeführers in absehbarer Zukunft im Sinne 

von Art. 3 AsylG werden nicht dargetan. Solche sind auch nicht ersichtlich. 

Insgesamt ist es dem Beschwerdeführer somit nicht gelungen, eine im Zeit-

punkt seiner Ausreise aus Eritrea bestehende oder drohende, asylrechtlich 

relevante Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen. Die erho-

bene Rüge erweist sich als unbegründet. 

6.2 Gemäss langjähriger, bisheriger Praxis der schweizerischen Asylbe-

hörden begründete bereits eine (glaubhaft gemachte) illegale Ausreise aus 

Eritrea ohne Weiteres die Flüchtlingseigenschaft. Das SEM verschärfte 

diese Praxis im Sommer 2016, wovon auch der Beschwerdeführer betrof-

fen war. 

Das Bundesverwaltungsgericht befasste sich im Rahmen des Referenzur-

teils D-7898/2015 vom 30. Januar 2017 mit der Frage, ob Eritreerinnen und 

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Eritreer, die ihr Land illegal verlassen haben, allein deswegen bei einer 

Rückkehr Verfolgung zu befürchten haben. Nach einer umfassenden Ana-

lyse aller zur Verfügung stehenden Länderinformationen befand das Ge-

richt, dass sich die bisherige Praxis nicht mehr aufrechterhalten liess und 

vom SEM zu Recht angepasst worden war. Es änderte seine Praxis hin-

sichtlich der Flüchtlingseigenschaft aufgrund subjektiver Nachfluchtgründe 

und kam zum Schluss, dass im Kontext von Eritrea die illegale Ausreise 

allein zur Begründung der Flüchtlingseigenschaft nicht ausreicht. Vielmehr 

bedarf es hierzu zusätzlicher Anknüpfungspunkte, welche die asylsu-

chende Person in den Augen der eritreischen Behörden als missliebige 

Person erscheinen lassen und dadurch zu einer flüchtlingsrechtlich rele-

vanten Verfolgungsgefahr führen könnten (ausführlich dazu das Urteil des 

BVGer D-7898/2015 vom 30. Januar 2017, E. 4.6–5.1). 

 

Aufgrund dieses Urteils kann, in Übereinstimmung mit der Vorinstanz, auf 

eine eingehende Glaubhaftigkeitsbeurteilung der illegalen Ausreise des 

Beschwerdeführers verzichtet werden.  

Das Gericht kam im eben genannten Urteil wie erwähnt zum Schluss, dass 

nicht nur, aber auch für Minderjährige allein aufgrund einer illegalen Aus-

reise keine begründete Furcht vor asylrechtlich beachtlicher Verfolgung an-

genommen werden kann (vgl. oben, E. 6.2). Nachdem der Beschwerde-

führer neben der illegalen Ausreise keine zusätzlichen Anknüpfungspunkte 

für eine Verschärfung seines Profils aufweist, ist vorliegend nicht von einer 

asylrechtlich beachtlichen Verfolgung auszugehen. Auch diesbezüglich er-

weist sich die erhobene Rüge der Verletzung von Bundesrecht als unbe-

gründet. 

7.  

Wie die Vorinstanz kommt das Gericht deshalb zum Schluss, dass der Be-

schwerdeführer keine begründete Furcht vor ernsthaften Nachteilen im 

Sinne von Art. 3 AsylG geltend machen kann; entsprechend liegen auch 

keine subjektiven Nachfluchtgründe im Sinne von Art. 54 AsylG vor. Zur 

Vermeidung von Wiederholungen ist auf die zutreffenden vorinstanzlichen 

Ausführungen sowie das oben erwähnte Koordinationsurteil des Bundes-

verwaltungsgerichts zu verweisen. Die Vorinstanz hat daher zu Recht die 

Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers verneint und sein Asylge-

such abgewiesen.  

 

 

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Seite 9 

8.  

Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 

ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

den Vollzug an. Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländer-

rechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung 

einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet 

(Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG).  

Die von der Vorinstanz wegen Unzumutbarkeit des Vollzugs verfügte vor-

läufige Aufnahme bleibt dadurch unberührt. 

10.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG, Art. 1–3 des Reg-

lements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor 

dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Da ihm mit Zwi-

schenverfügung vom 28. Dezember 2016 die unentgeltliche Prozessfüh-

rung gewährt wurde, sind keine Verfahrenskosten zu erheben. 

11.  

Mit Zwischenverfügung vom 28. Dezember 2016 wurde dem Beschwerde-

führer die unentgeltliche Rechtsverbeiständung gewährt und Rechtsanwäl-

tin Linda Keller als amtliche Rechtsvertreterin eingesetzt. Da keine Hono-

rarnote eingereicht wurde, setzt das Gericht die auszurichtende Entschä-

digung von Amtes wegen fest. Gestützt auf die in Betracht zu ziehenden 

Bemessungsfaktoren (Art. 9 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]) ist der Rechtsbeiständin ein Betrag von Fr. 800.– 

(inkl. Auslagen und Mehrwertsteuerzuschlag) zuzusprechen.  

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Der amtlichen Rechtsbeiständin wird durch das Bundesverwaltungsgericht 

eine Entschädigung von Fr. 800.– ausgerichtet.  

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Gabriela Freihofer Linda Härter