# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c6e0518a-a791-508e-9e0a-973103dbf3e9
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-04-23
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 23.04.2012 RT120015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_RT120015_2012-04-23.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: RT120015-O/U.doc 

 

Mitwirkend: Oberrichter Dr. R. Klopfer, Vorsitzender, die Oberrichterinnen 

Dr. M. Schaffitz und Dr. D. Scherrer sowie Gerichtsschreiberin 

lic. iur. S. Subotic 

Urteil vom 23. April 2012 

 

in Sachen 

 

Staat Zürich und Stadt B._____,  
Gesuchsteller und Beschwerdeführer 

 

vertreten durch Steueramt der Stadt B._____, 

 

gegen 

 

A._____,  
Gesuchsgegnerin und Beschwerdegegnerin 

 

vertreten durch lic. iur. X._____ 

 

betreffend Rechtsöffnung   
 
Beschwerde gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen  
Verfahren am Bezirksgericht Dietikon vom 11. Januar 2012 (EB110505) 

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Erwägungen: 

1. Prozessgeschichte 

1.1. Mit Urteil vom 11. Januar 2012 wies die Vorinstanz das vom Gesuchsteller 

und Beschwerdeführer (fortan Gesuchsteller) in der Betreibung Nr. … des Betrei-

bungsamtes B._____ (Zahlungsbefehl vom 18. August 2011) gestellte Begehren 

um definitive Rechtsöffnung für Fr. 10'334.50 nebst Zins zu 4.5% seit 16. August 

2011, Fr. 318.05 Verzugszins bis 15. August 2011, Fr. 116.25 Ausgleichszins bis 

15. April 2011 für offene Staats- und Gemeindesteuern 2009 sowie Fr. 126.00 

Zahlungsbefehls- und Zustellkosten ab. Die Spruchgebühr von Fr. 320.– wurde 

dem Gesuchsteller auferlegt und dieser ausserdem dazu verpflichtet, der Be-

schwerdegegnerin und Gesuchsgegnerin (fortan Gesuchsgegnerin) eine Partei-

entschädigung von Fr. 100.– zu bezahlen (Urk. 7). 

1.2. Mit Eingabe vom 2. Februar 2012 erhob der Gesuchsteller rechtzeitig (vgl. 

Urk. 1/5a) Beschwerde mit den Anträgen, es sei die angefochtene Verfügung un-

ter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin aufzu-

heben und ihm in der Betreibung Nr. … des Betreibungsamtes B._____ (Zah-

lungsbefehl vom 18. August 2011) definitive Rechtsöffnung im vorstehend (Ziff. 

1.1.) wiedergegebenen Umfang zu erteilen (Urk. 6 S. 1).  

1.3. Die Gesuchsgegnerin erstattete innert der ihr mit Verfügung der erkennen-

den Kammer vom 8. Februar 2012 (Urk. 10) angesetzten Frist die Beschwerdean-

twort mit dem Antrag, die Beschwerde sei unter Kosten- und Entschädigungsfol-

gen abzuweisen (Urk. 13 S. 2). 

2. Prozessuales 

Für das erst- und zweitinstanzliche Verfahren kommt die am 1. Januar 2011 in 

Kraft getretene eidgenössische Zivilprozessordnung zur Anwendung (Art. 404 f. 

ZPO). Mit der Beschwerde können unrichtige Rechtsanwendung und offensicht-

lich unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 320 

ZPO). Neue Anträge, neue Tatsachenbehauptungen und neue Beweismittel sind 

ausgeschlossen (Art. 326 Abs. 1 ZPO). Aus diesem Grund können die im Be-

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schwerdeverfahren neu vorgebrachten Behauptungen wie auch die neu einge-

reichten Unterlagen (insbesondere Urk. 15/1-2) für den vorliegenden Entscheid 

nicht berücksichtigt werden. 

3. Materielles 

3.1. Die dem vorliegenden Rechtsöffnungsbegehren zugrunde liegende Forde-

rung beruht auf dem Einschätzungsentscheid des Kantonalen Steueramtes Zürich 

betreffend Staats- und Gemeindesteuern der Steuerperiode 2009 sowie der 

Schlussrechnung der Staats- und Gemeindesteuern vom 15. April 2011, mit wel-

cher die Gesuchsgegnerin aufgrund der Einschätzung des Steuerkommissärs zur 

Bezahlung von Fr. 10'334.50 zuzüglich Verzugszins von Fr. 318.05 (= total 

Fr. 10'652.55) verpflichtet wurde. Die Einsprachefrist liess die Gesuchsgegnerin 

unbenutzt verstreichen (vgl. Urk. 9/3). 

3.2.1. Der Gesuchsteller hatte vor Vorinstanz geltend gemacht, den Ein-

schätzungsentscheid eingeschrieben versandt zu haben. Dieser sei jedoch mit 

dem Vermerk "nicht abgeholt" von der Post retourniert worden. Gestützt auf § 9 

Abs. 2 der Verordnung des Steuergesetzes gelte der Entscheid aufgrund schuld-

hafter Verhinderung der Zustellung als zugestellt (Urk. 1/1). 

3.2.2. Die Gesuchsgegnerin hatte dagegen vorgebracht, sie kenne den Ein-

schätzungsentscheid der Steuerbehörde nicht, habe diesen nie gesehen (Vi-

Prot. S. 3 f.).  

3.2.3. Die Vorinstanz erwog, dass bei einmaligem Nichtabholen eines Ent-

scheides nicht per se darauf geschlossen werden könne, die Zustellung sei 

schuldhaft verhindert worden und zudem nicht ersichtlich sei, wie ein vom 4. April 

2011 datierter Entscheid bereits am 30. März 2011 zur Post habe gegeben wer-

den können, weshalb die gehörige Eröffnung des Entscheides nicht genügend 

dargetan worden sei. Da kein vollstreckbarer Entscheid im Sinne von Art. 80 

SchKG vorliege, wies sie das Rechtsöffnungsbegehren ab (Urk. 7 S. 3). 

3.3.1. Im Beschwerdeverfahren wendet der Gesuchsteller ein, der Einschät-

zungsentscheid vom 4. April 2011 sei der Gesuchsgegnerin rechtsgenügend er-

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öffnet worden. Die Gesuchsgegnerin sei am 8. Dezember 2010, nachdem sie der 

mit der Zustellung des Steuererklärungsformulars einhergehenden und der allge-

meinen Aufforderung im Amtsblatt keine Folge geleistet gehabt habe, zur Einrei-

chung der Steuererklärung gemahnt worden, weshalb sie mit der Zustellung des 

am 30. März 2011 versandten Einschätzungsentscheids habe rechnen müssen. 

Es habe somit ein Prozessverhältnis bestanden. Den Nachweis einer überwie-

genden Wahrscheinlichkeit von Fehlern bei der Zustellung habe die Gesuchsgeg-

nerin nicht erbracht. Im Übrigen sei ihr die Schlussrechnung am 15. April 2011 

zugestellt worden. Die Gesuchsgegnerin hätte somit - so der Gesuchsteller wei-

ter - noch genügend Zeit gehabt, auf die Rechnung bzw. den Einschätzungsent-

scheid zu reagieren (Urk. 6 S. 1 f.). 

3.3.2. Die Gesuchsgegnerin hält der Beschwerde des Gesuchstellers entge-

gen, sie habe den Einschätzungsentscheid vom 4. April 2010 [recte: 2011] nie er-

halten. Sie nehme an sie adressierte und zugestellte Einschreiben immer entge-

gen. Es sei aktenkundig, dass sie sämtliche Zustellungen der Vorinstanz entge-

gengenommen habe und pünktlich zur Rechtsöffnungsverhandlung erschienen 

sei. Auch die Verfügung vom 8. Februar 2012 im vorliegenden Verfahren habe sie 

umgehend abgeholt sowie ein weiteres Einschreiben des Gesuchstellers entge-

gengenommen. Anlässlich der Rechtsöffnungsverhandlung vom 11. Januar 2012 

sei sie durch die Richterin persönlich befragt worden und die Richterin sei zur 

Überzeugung gelangt, dass die Gesuchsgegnerin die Wahrheit sage und die Zu-

stellung nicht schuldhaft verweigert habe. Aufgrund des Umstandes, dass sie 

ausser den Einschätzungsentscheid vom 4. April 2011 sämtliche Zustellungen 

entgegengenommen habe und das Gericht anlässlich der Verhandlung vom 

11. Januar 2012 habe überzeugen können, dass sie die Zustellung nicht schuld-

haft verhindert habe, sei davon auszugehen, dass ihr die Abholungseinladung mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit nie zugegangen sei. Letzteres Argument kann 

aufgrund des vorstehend erwähnten Novenverbotes im Beschwerdeverfahren 

aufgrund von Art. 326 Abs. 1 ZPO nicht berücksichtigt werden, da die Gesuchs-

gegnerin erstmals im Beschwerdeverfahren behauptet, ihr sei die Abholungsein-

ladung nicht zugegangen. Vor Vorinstanz hatte sie lediglich geltend gemacht, den 

Einschätzungsentscheid nicht zu kennen bzw. ihn nie gesehen zu haben (Vi-

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Prot. S. 3 f.). Die übrigen Vorbringen der Gesuchsgegnerin können aus demsel-

ben Grund ebenfalls nicht berücksichtigt werden. 

3.4. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts zur Briefkasten- und Post-

fachzustellung gilt die Fiktion, dass eine eingeschriebene Sendung spätestens am 

letzten Tag einer Frist von sieben Tagen ab Eingang bei der Poststelle am Ort 

des Empfängers als zugestellt zu betrachten ist, sofern tatsächlich ein erfolgloser 

(Briefkasten- oder Postfach-)Zustellungsversuch (mit entsprechender Abholungs-

einladung) unternommen wurde und der Adressat mit der fraglichen Zustellung 

rechnen musste. Die Beweislast für die Zustellung von Veranlagungsverfügungen 

und Einspracheentscheiden trägt die Steuerbehörde. Sie hat auf geeignete Art 

den Beweis dafür zu erbringen, dass und wann die Zustellung erfolgt ist. Entge-

gen dieser allgemeinen Beweislastverteilung gilt bei eingeschriebenen Sendun-

gen eine widerlegbare Vermutung, dass der oder die Postangestellte den Avis 

ordnungsgemäss in den Briefkasten des Empfängers gelegt hat und das Zustel-

lungsdatum korrekt registriert wurde. Es findet also in diesem Fall hinsichtlich der 

Ausstellung der Abholungseinladung insofern eine Umkehr der Beweislast statt, 

als im Fall der Beweislosigkeit zuungunsten des Empfängers zu entscheiden ist, 

der den Erhalt der Abholungseinladung bestreitet. Diese Vermutung gilt so lange, 

als der Empfänger nicht den Nachweis einer überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

von Fehlern bei der Zustellung erbringt (Urteil 2C_780/2010 vom 21. März 2011, 

E. 2.2-2.4 m.w.H.).  

3.5 Der Gesuchsteller hat eine Kopie eines Briefumschlages mit dem Vermerk 

"nicht abgeholt" und mit Versanddatum vom 30. März 2011 eingereicht, mit wel-

chem der Einschätzungsentscheid, welcher vom 4. April 2011 datiert, verschickt 

worden sei. Dieses Couvert trägt indessen weder die Anschrift der Gesuchsgeg-

nerin, noch sonst einen Hinweis darauf, was selbiges beinhaltet hat. Es könnte 

sich bei dieser "nicht abgeholten" Sendung mithin um eine beliebige Zustellung an 

eine beliebige Person gehandelt haben. Dem Gesuchsteller, welcher vorbringt, 

dass es der Praxis des Steueramtes entspreche, Entscheide regelmässig einige 

Tage vorzudatieren, da sie mit Blick auf das Massenverfahren nicht vom Steuer-

kommissär persönlich versandt, sondern über eine teilweise automatisierte Ver-

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sandstrasse laufen würden, ist entgegenzuhalten, dass diese Praxis zumindest 

äusserst ungewöhnlich und schwer nachvollziehbar erscheint. Zum Einen trägt 

ein Entscheid üblicherweise das Datum seiner Fällung und zum Anderen wäre 

eher nachzuvollziehen, wenn sich der Versand eines (mit dem korrekten Ent-

scheiddatum versehenen) Entscheides aufgrund der Menge der Sendungen so-

wie der internen Abläufe einige Tage verzögern würde, womit das Couvert ein 

späteres Datum als dasjenige des Entscheides tragen müsste und nicht umge-

kehrt. Sodann erscheint eine Vordatierung um mindestens 6 Tage (späteste "Ab-

gabe" an die interne Versandstrasse am 30. März, Datierung auf 4. April) auch 

unter Einkalkulierung von ca. 2-3 Tagen verfahrensbedingter Verzögerungen als 

äussert aussergewöhnlich. Aufgrund dieser Umstände gelingt dem Gesuchsteller 

der (ihm obliegende) Beweis der Zustellung des Einschätzungsentscheids vom 

4. April 2011 am 30. März 2011 nicht. Die gemäss obgenannter Rechtsprechung 

bei eingeschriebenen Sendungen statuierte Umkehr der Beweislast hinsichtlich 

der Ausstellung der Abholungseinladung greift vorliegend nicht Platz, da nicht 

einmal ausreichend nachgewiesen ist, dass sich der Einspracheentscheid im ein-

gereichten "nicht abgeholten" Couvert befunden hat bzw. dass dieses an die Ge-

suchsgegnerin geschickt worden ist. Daher ist die Beschwerde abzuweisen. 

4. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

Dem Kanton können in Zivilverfahren keine Kosten auferlegt werden (§200 lit. a 

GOG), weshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten erhoben werden.  

Eine Entschädigungspflicht des Staates besteht mangels gesetzlicher Grundlage 

nicht. 

Es wird erkannt: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Kosten erhoben. 

3. Der Gesuchsgegnerin und Beschwerdegegnerin wird für das Beschwerde-

verfahren keine Entschädigung zugesprochen. 

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4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien sowie an das Bezirksgericht Dietikon, 

je gegen Empfangsschein. 

Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit-

telfrist an die Vorinstanz zurück. 

5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG.  

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt 
Fr. 10'334.50. 

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. 

 
Zürich, 23. April 2012 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Zivilkammer 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic.iur. S. Subotic 
 
 
versandt am: js 

	Urteil vom 23. April 2012
	Erwägungen:
	Es wird erkannt:
	1. Die Beschwerde wird abgewiesen.
	2. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Kosten erhoben.
	3. Der Gesuchsgegnerin und Beschwerdegegnerin wird für das Beschwerdeverfahren keine Entschädigung zugesprochen.
	4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien sowie an das Bezirksgericht Dietikon, je gegen Empfangsschein.
	5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...