# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 40d2de98-5acb-51c3-9a56-a0ec38d52979
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-10-19
**Language:** de
**Title:** Schwyz Verwaltungsgericht 1. Kammer 19.10.2021 I 2021 19
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_003_I-2021-19_2021-10-19.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
Kammer I

I 2021 19

Urteil vom 19. Oktober 2021 

Besetzung Dr.iur. Vital Zehnder, Vizepräsident
Dr.med. Urs Gössi, Richter
Dr.med. Pierre Lichtenhahn, Richter
MLaw Stefanie Zlauwinen, a.o. Gerichtsschreiberin

Parteien A.________,
Klägerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic.iur. B.________, 

gegen

C.________,
Beklagte,

Gegenstand Krankenversicherung (Krankentaggeld nach VVG)

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Sachverhalt:

A. A.________ (Jg. 19__) ist alleinige Inhaberin der Zahnarztpraxis Dr.med. 
dent. A.________ mit Sitz in D.________. Als solche schloss sie mit der 
C.________ (nachfolgend: C.________) eine "Erwerbsausfall-Versicherung bei 
Krankheit" ab (K-act. 7). 

B. Am 29. Oktober 2015 meldete A.________ der C.________ eine seit 15. 
Oktober 2015 krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit (vgl. K-act. 8). Aufgrund fort-
laufend attestierter 50%iger Arbeitsunfähigkeit durch Dr.med. (HR) E.________ 
(FMH Psychiatrie, F.________) bot C.________ A.________ auf den 25. Januar 
2016 zu einem psychiatrischen Untersuchungstermin bei Dr.med. G.________ 
(Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, zertifizierte medizinische 
Gutachterin H.________) auf (vgl. B-act. 1 S. 2), die mit psychiatrischem Gutach-
ten vom 27. Januar 2016 eine volle Arbeitsfähigkeit spätestens seit 25. Januar 
2016 feststellte (vgl. B-act. 1 S. 14). Hierauf teilte C.________ A.________ mit, 
die Taggeldleistungen ab dem 1. März 2016 einzustellen (vgl. K-act. 9). Gestützt 
auf weitere Arbeitsunfähigkeitsbestätigungen von Dr.med. E.________ erbrachte 
C.________ - gemäss eigener Darstellung irrtümlich - weiter vertragliche Tag-
geldleistungen bis 31. Mai 2016 (vgl. K-act. 10; 12 S.13; B-act. 4).

C. A.________ war über die Taggeldeinstellung hinaus weiterhin in ärztlicher 
Behandlung; vom 20. Februar 2017 bis 16. März 2017 war sie in der Klinik 
I.________ hospitalisiert. Es folgten weitere Untersuchungen und Abklärungen 
(vgl. zum Ganzen die Zusammenfassung des aktenmässigen Verlaufs im ME-
DAS-Gutachten, K-act. 12 S. 12 ff.). Mit Schreiben vom 18. Oktober 2017 infor-
mierte C.________ A.________, gemäss ihrem beratenden Arzt seien keine so-
matischen Diagnosen oder Befunde bekannt, die eine Arbeitsunfähigkeit begrün-
den würden und aufgrund der jüngsten psychiatrischen Berichte gehe 
C.________ auch von keiner Einschränkung wegen psychischer Krankheit aus. 
Die vom behandelnden Psychiater attestierte Arbeitsunfähigkeit sei nicht nach-
vollziehbar. Die vom 1. März 2016 bis 31. Mai 2016 irrtümlich ausgerichteten 
Taggelder würden im Streitfall zurückgefordert. Sollte die IV zu einem anderen 
Entscheid gelangen, würde C.________ die Angelegenheit neu prüfen (vgl. K-
act. 11).

D. Am 14. März 2017 erfolgte die IV-Anmeldung durch A.________. Im Rah-
men der Abklärungen gab die IV-Stelle Schwyz bei der J.________ Begutach-
tung K.________ ein polydisziplinäres Gutachten (Allgemeine Innere Medizin; 
Neurologie; Neuropsychologie; Psychiatrie und Psychotherapie) in Auftrag (IV-
act. 34, 35). Das polydisziplinäre Gutachten vom 6. Dezember 2018 gelangte 

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zum Schluss, in der angestammten Tätigkeit als selbständige Zahnärztin bestehe 
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit, die Einschränkung erfolge aufgrund der psychiatri-
schen Beurteilung. Es sei davon auszugehen, dass die aktuell attestierte Arbeits-
fähigkeit seit 10/2016 gelte (IV-act. 38-7/79). Mit Verweis auf dieses Gutachten, 
welches eine 50% Arbeitsunfähigkeit bestätige, ersuchte A.________ die 
C.________ mit Schreiben vom 27. Oktober 2020, 3. Dezember 2020 und 13. 
Januar 2021 erfolglos um Erbringung der vertraglichen Leistungen sowie um Ver-
längerung der Verjährungseinredeverzichtserklärung (vgl. K-act. 3; 5; 6). 

E. Am 2. März 2021 lässt A.________ beim Verwaltungsgericht des Kantons 
Schwyz gegen die C.________ Klage einreichen mit den Rechtsbegehren:

1. Es sei die Beklagte zu verpflichten, der Klägerin Fr. 44'930.-- nebst 5% Zins seit 
26. November 2020 zu bezahlen

2. alles unter Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beklagten.

Bei einem maximalen Taggeldanspruch von 730 Tagen und 230 geleisteten 
Taggeldern bis 31. Mai 2016 verbleibe ein Anspruch von 500 Taggeldern für eine 
50% Arbeitsunfähigkeit à Fr. 89.86 zzgl. Zins.

F. Mit Klageantwort vom 23. März 2021 beantragt die C.________:

1. Die Klage sei vollumfänglich abzuweisen.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Klägerin.

Im Übrigen erklärt die C.________ die Eventualverrechnung ihrer bereicherungs-
rechtlichen Forderung für die irrtümlich bezahlten Taggelder in der Höhe von 
Fr. 8'267.10 mit einer allenfalls vom Gericht zugesprochenen Krankentaggeldfor-
derung. 

G. Mit Replik vom 26. April 2021 verzichtet die Klägerin auf eine Hauptver-
handlung und lässt folgende korrigierten Anträge einreichen:

1. Es sei die Beklagte zu verpflichten, der Klägerin Fr. 39'987.70 nebst 5% Zins seit 
26. November 2020 zu bezahlen

2. alles unter Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beklagten.

Die Reduktion der Forderung erfolge zum einen aufgrund der 30 Tage Wartefrist 
(Anspruch auf gesamthaft 700 Taggelder) und zum andern in Anrechnung der 
von C.________ während des Aufenthaltes in der Klinik I.________ für eine volle 
Arbeitsunfähigkeit geleisteten Taggelder. 

Im Übrigen beantragt die Klägerin die Anordnung eines Gerichtsgutachtens so-
wie Zeugeneinvernahmen, sofern das Gericht die Beweiskraft des Gutachtens 
der J.________ Basel vom 6. Dezember 2018 für die Tatsachenbehauptung der 

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50%-igen Arbeitsunfähigkeit der Klägerin im Zeitraum vom 1. Juni 2016 bis 14. 
Oktober 2017 als nicht gegeben erachtet.

H. Die Beklagte hält mit Duplik vom 19. Mai 2021 vollumfänglich an den in der 
Klageantwort vom 23. März 2021 gestellten Rechtsbegehren fest.

I. Mit Schreiben vom 1. Juni 2021 ersucht der verfahrensleitende Richter die 
Klägerin um Zusendung der IV-Akten. Dieser Aufforderung kommt die Klägerin 
am 9. Juni 2021 nach. Die Beklagte äussert sich mit Schreiben vom 29. Juni 
2021 zu den IV-Akten. Aus den IV-Akten erhellt, dass bis zur Aktenedition 
(4.6.2021) kein IV-Entscheid getroffen wurde; über einen solchen wurde das Ge-
richt auch bis dato nicht unterrichtet.

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. Eingeklagt sind vorliegend die Taggeldleistungen aus der zwischen der 
Klägerin und der Beklagten abgeschlossenen Krankentaggeldversicherung nach 
dem Bundesgesetz über den Versicherungsvertrag vom 2. April 1908 (Versiche-
rungsvertragsgesetz, VVG; SR 221.229.1).

1.1.1  Streitigkeiten aus einer Zusatzversicherung zur sozialen Krankenversiche-
rung unterstehen gemäss Art. 2 Abs. 2 Satz 2 des Bundesgesetzes betreffend 
die Aufsicht über die soziale Krankenversicherung vom 26. September 2014 
(Krankenversicherungsaufsichtsgesetz, KVAG; SR 832.12) dem VVG. Streitigkei-
ten aus solchen Versicherungen sind privatrechtlicher Natur (vgl. BGE 142 V 448 
Erw. 4.1; BGE 138 III 2 Erw. 1.1; Urteil BGer 4A_110/2017 vom 27.7.2017 
Erw. 3). 

1.1.2  Gemäss Art. 1 lit. a der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. De-
zember 2008 (Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272) i.V.m. Art. 7 ZPO können die 
Kantone ein Gericht bezeichnen, welches als einzige kantonale Instanz für Strei-
tigkeiten aus Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung nach dem 
Bundesgesetz über die Krankenversicherung vom 18. März 1994 (KVG; SR 
832.10) zuständig ist. Der kantonale Gesetzgeber hat in § 24 Abs. 1 des Ein-
führungsgesetztes zum Bundesgesetz über die Krankenversicherung vom 19. 
September 2007 (EGzKVG; SRSZ 361.100) das Verwaltungsgericht als kantona-
les Versicherungsgericht bezeichnet. Es ist gemäss § 24 Abs. 2 EGzKVG auch 
für die Entscheidung von Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen zur sozialen 
Kran-kenversicherung zuständig.

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1.1.3  Bei Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversiche-
rung, für welche die Kantone eine einzige kantonale Instanz nach Art. 7 ZPO be-
zeichnet haben, ist kein vorgängiges Schlichtungsverfahren durchzuführen (vgl. 
BGE 138 III 558 Erw. 4); das Beibringen einer gültigen Klagebewilligung der 
Schlichtungsbehörde nach Art. 209 ZPO entfällt (vgl. BGE 139 III 273 Erw. 2.1). 

Die übrigen Prozessvoraussetzungen sind unbestrittenermassen gegeben, wes-
halb auf die Klage einzutreten ist.

1.2 Nach Art. 243 Abs. 2 lit. f ZPO gilt für vermögensrechtliche Streitigkeiten 
aus Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung nach dem KVG 
ohne Rücksicht auf den Streitwert das vereinfachte Verfahren. Das Gericht stellt 
den Sachverhalt von Amtes wegen fest (Art. 247 Abs. 2 lit. a ZPO; sog. soziale 
oder auch eingeschränkte Untersuchungsmaxime, vgl. Urteil BGer 5A_2/2013 
vom 6.3.2013 Erw. 4.2). Der Untersuchungsgrundsatz befreit die Parteien indes-
sen nicht davon, bei der Feststellung des entscheidwesentlichen Sachverhalts 
aktiv mitzuwirken. Das Gericht ist im Rahmen der sozialen Untersuchungsmaxi-
me gemäss Art. 247 Abs. 2 lit. a ZPO lediglich einer erhöhten Fragepflicht unter-
worfen. Die Parteien tragen auch im Bereich der Untersuchungsmaxime die Ver-
antwortung für die Sachverhaltsermittlung. Das Gericht kommt ihnen nur mit spe-
zifischen Fragen zur Hilfe, damit die erforderlichen Behauptungen und die ent-
sprechenden Beweismittel genau aufgezählt werden. Es ermittelt aber nicht aus 
eigenem Antrieb. Ist eine Partei durch einen Anwalt vertreten, kann und muss 
sich das Gericht ihr gegenüber wie bei Geltung der Verhandlungsmaxime 
zurückhalten (vgl. Botschaft zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, BBl 2006 
S. 7221 ff.; BGE 141 III 569 Erw. 2.3; Urteil BGer 4A_702/2016 vom 23.3.2017 
Erw. 3.1). Das Gericht hat sich allerdings über die Vollständigkeit der Behaup-
tungen und Beweise zu versichern, wenn diesbezüglich ernsthafte Zweifel beste-
hen (vgl. Urteil BGer 4A_360/2015 vom 12.11.2015 Erw. 4.2 m.w.H.).

1.3.1  Nach Art. 8 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches vom 10. Dezember 
1907 (ZGB; SR 210) hat, wo es das Gesetz nicht anders bestimmt, derjenige das 
Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu beweisen, der aus ihr Rechte ab-
leitet. Demgemäss hat die Partei, die einen Anspruch geltend macht, die rechts-
begründenden Tatsachen zu beweisen, während die Beweislast für die rechts-
aufhebenden bzw. rechtsvernichtenden oder rechtshindernden Tatsachen bei der 
Partei liegt, die den Untergang des Anspruchs behauptet oder dessen Entste-
hung oder Durchsetzbarkeit bestreitet (vgl. BGE 141 III 241 Erw. 3.1 m.w.H.).

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Im Rahmen des Versicherungsvertrags hat die anspruchsberechtigte Person - in 
der Regel der Versicherungsnehmer - die Tatsachen zur Begründung des Versi-
cherungsanspruchs (vgl. Art. 39 VVG) zu behaupten und zu beweisen. 

Den Versicherer trifft demgegenüber die Beweislast für Tatsachen, die ihn zu ei-
ner Kürzung oder Verweigerung der vertraglich vorgesehenen Leistung berechti-
gen oder die den Versicherungsvertrag gegenüber dem Anspruchsberechtigten 
unverbindlich machen, wie u.a. die betrügerische Begründung des Versiche-
rungsanspruchs nach Art. 40 VVG. 

Anspruchsberechtigter und Versicherer haben im Streit um vertragliche Leistun-
gen also je ihr eigenes Beweisthema (vgl. BGE 130 III 321 Erw. 3.1; Urteil BGer 
4A_382/2014 vom 3.3.2014 Erw. 5.3 mit Hinweis). Dies trifft auch dann zu, wenn 
sich beide Beweisthemen im gleichen Verfahren gegenüberstehen, wie dies bei 
Taggeldversicherungsansprüchen im Hinblick auf die tatsächliche Erwerbsun-
fähigkeit der Fall sein kann (vgl. BGE 141 III 241 Erw. 3.1; BGE 130 III 321 
Erw. 3.1; Urteil BGer 4A_432/2015 vom 8.2.2016 Erw. 2.1).

1.3.2  Da der Nachweis rechtsbegründender Tatsachen im Bereich des Versiche-
rungsvertrags mitunter mit Schwierigkeiten verbunden ist, kann der Versiche-
rungsnehmer ausnahmsweise eine Beweiserleichterung insofern geniessen, als 
er für das Bestehen des geltend gemachten Versicherungsanspruchs nur eine 
überwiegende Wahrscheinlichkeit darzutun hat. Den Ausnahmen liegt die Über-
legung zu Grunde, dass die Rechtsdurchsetzung nicht an Beweisschwierigkeiten 
scheitern darf, die typischerweise bei bestimmten Sachverhalten auftreten (vgl. 
BGE 128 III 271 Erw. 2b/aa). Die Beweiserleichterung setzt demnach eine "Be-
weisnot" voraus. Diese Voraussetzung ist erfüllt, wenn ein strikter Beweis nach 
der Natur der Sache nicht möglich oder nicht zumutbar ist, insbesondere wenn 
die von der beweisbelasteten Partei behaupteten Tatsachen nur mittelbar durch 
Indizien bewiesen werden können. Eine Beweisnot liegt aber nicht schon darin 
begründet, dass eine Tatsache, die ihrer Natur nach ohne weiteres dem unmit-
telbaren Beweis zugänglich wäre, nicht bewiesen werden kann, weil der beweis-
belasteten Partei die Beweismittel fehlen. Blosse Beweisschwierigkeiten im kon-
kreten Einzelfall können nicht zu einer Beweiserleichterung führen. 

Im Zusammenhang mit dem Eintritt des Versicherungsfalls geht die Rechtspre-
chung davon aus, dass namentlich bei der Diebstahlversicherung in der Regel 
eine Beweisnot gegeben ist, so dass sich die Herabsetzung des Beweismasses 
rechtfertigt (Art. 40 VVG; BGE 130 III 321 Erw. 3.1). Dies gilt hingegen nicht für 
eine behauptete Arbeitsunfähigkeit, welche ohne weiteres mit einem entspre-
chenden Zeugnis bewiesen werden kann. Diesbezüglich gilt das ordentliche Be-

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weismass der vollen Überzeugung (Urteil BGer 4A_117/2021 vom 31.8.2021; 
bestätigt in 4A_144/2021 vom 13.9.2021 Erw. 5.2). 

1.3.3  Die Beweislastverteilung regelt die Folgen der Beweislosigkeit. Gelangt ein 
Gericht dagegen in Würdigung der Beweise zum Schluss, eine Tatsachenbe-
hauptung sei bewiesen oder widerlegt, ist die Beweislastverteilung gegenstands-
los. Tatsächliche Vermutungen lassen den Schluss auf das Vorhandensein oder 
das Fehlen bestimmter Tatsachen zu und bilden Teil der Beweiswürdigung (vgl. 
BGE 141 III 241 Erw. 3.2 mit Hinweisen u.a. auf BGE 138 III 359 Erw. 6.3; BGE 
135 II 161 Erw. 3; BGE 134 III 235 Erw. 4.3.4).

2.1 Vorliegend ist unbestritten, dass die Klägerin der Beklagten am 29. Oktober 
2015 eine seit 15. Oktober 2015 bestehende krankheitsbedingte Arbeitsunfähig-
keit meldete (K-act. 8) und der die Klägerin behandelnde Arzt Dr.med. (HR) 
E.________ (Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie FMH) ihr ab dem 15. Ok-
tober 2015 eine 50% Arbeitsunfähigkeit attestierte (K-act. Replik 1). 

Unbestritten ist ebenso, dass die Beklagte in der Folge Taggelder leistete, die 
Klägerin indes bei anhaltender Arbeitsunfähigkeit zu einer psychiatrischen Unter-
suchung aufbot und sie gestützt auf das Gutachten, das der Klägerin seit dem 
Untersuchungstag (25.1.2016) eine volle Arbeitsfähigkeit attestierte (B-act. 1), für 
den Monat Februar 2016 noch ein Taggeld von 50% ausrichtete und die Leistun-
gen ab dem 1. März 2016 einstellte (K-act. 9). 

Unbestritten ist des Weiteren, dass der behandelnde Arzt die Klägerin weiterhin 
zu 50% arbeitsunfähig schrieb (K-act. Replik 1) und die Beklagte - gemäss eige-
ner Darstellung irrtümlich - noch weiter bis zum 31. Mai 2016 Taggelder für eine 
50% Arbeitsunfähigkeit leistete (K-act. 10).

Unbestritten ist sodann, dass die Beklagte ab 1. Juni 2016 keine Taggelder mehr 
an die Klägerin leistete mit Ausnahme der Zeit des stationären Klinikaufenthalts 
vom 20. Februar 2017 bis 16. März 2017, in welcher ein Taggeld für eine volle 
Arbeitsunfähigkeit bezahlt wurde (B-act. 8).

Unbestritten ist schliesslich, dass die Klägerin über eine Erwerbsausfall-Ver-
sicherung bei Krankheit bei der Beklagten verfügt und gestützt hierauf im Versi-
cherungsfall Anspruch auf ein Taggeld von 80% des versicherten Lohnes hat für 
die Dauer von 730 Tagen abzüglich der Wartefrist von 30 Tagen (K-act. 7).

2.2.1  Mit der Replik klagt die Klägerin Taggelder in der Höhe von Fr. 39'987.70 
(zzgl. Zins) ein. Sie sei seit dem 15. Oktober 2015 zu 50% durchgehend bis heu-
te arbeitsunfähig. Bis zum 31. Mai 2016 seien 230 Taggelder geleistet worden. 
Entsprechend habe sie noch einen Anspruch auf 500 Taggelder abzüglich 30 

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Tage Wartefrist und abzüglich während des Klinikaufenthalts geleistete Taggel-
der (25 Tage, B-act. 8), d.h. auf 445 Taggelder à Fr. 89.86 = Fr. 39'987.70.

Ihren Anspruch resp. die krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit begründet sie mit 
den medizinischen Berichten ihres behandelnden Arztes Dr.med. (HR) 
E.________ und der Neurologin Dr.med. L.________ (FMH Neurologie) sowie 
insbesondere mit dem von der IV-Stelle in Auftrag gegebenen polydisziplinären 
Gutachten. Diese würden die von der Beklagten in Auftrag gegebenen Beurtei-
lungen von Dr.med. G.________ (Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie 
FMH), welche als Vertrauensärztin der Beklagten zu betrachten sei, widerlegen 
resp. die krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit von 50% bestätigen.

2.2.2  Die Beklagte bestreitet, dass die Klägerin über die bis Ende Februar 2016 
geleisteten Taggelder hinaus einen Anspruch auf Krankentaggeld habe. März 
bis Mai 2016 seien Taggelder irrtümlich und ab 1. Juni 2016 zu Recht nicht mehr 
geleistet worden (mit Ausnahme der Zeit während des Klinikaufenthalts vom 
20.2.2017 bis 16.3.2017), da keine anspruchsbegründende krankheitsbedingte 
Arbeitsunfähigkeit mehr vorgelegen habe. 

Die Beklagte begründet dies gestützt auf das Gutachten Dr.med. G.________ 
vom 27. Januar 2016 und deren weiteren Beurteilungen, worin sie nachvollzieh-
bar und schlüssig darlege, dass die Berichte der behandelnden Ärzte ihr Gutach-
ten nicht zu widerlegen vermöchten. 

2.3 Beide Parteien begründen damit ihre Rechtsbegehren mit Verweis auf ärzt-
liche Berichte, die der Klägerin eine krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit attes-
tieren bzw. eine solche verneinen. Dabei gilt es zu wiederholen, dass die Kläge-
rin, die einen Taggeldanspruch geltend macht, die rechtsbegründenden Tatsa-
chen zu beweisen hat. Vermag sie den Beweis, dass sie über den 31. Mai 2016 
hinaus krankheitsbedingt arbeitsunfähig war, nicht zu erbringen, ist ihre Klage 
abzuweisen. 

Die von der Klägerin eingereichten Berichte der sie behandelnden Ärzte stellen 
keine gerichtlich bestellten Gutachten im Sinne von Art. 168 Abs. 1 lit. d ZPO dar; 
vielmehr handelt es sich um sog. Privatgutachten. Das Bundesgericht hat hierzu 
in BGE 141 III 433 klargestellt, dass im Zivilprozess ein Privatgutachten kein Be-
weismittel darstelle, sondern dem Privatgutachten die Qualität von blossen Par-
teibehauptungen beizumessen sei. Wird eine solche Parteibehauptung von der 
Gegenpartei substantiiert bestritten, so vermag das Parteigutachten als reine 
Parteibehauptung diese Behauptung allein nicht zu beweisen. Immerhin vermö-
gen sie allenfalls zusammen mit - durch Beweismittel nachgewiesene - Indizien 
den Beweis zu erbringen. Werden sie aber nicht durch Indizien gestützt, so dürf-

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ten sie als bestrittene Behauptungen nicht als erwiesen erachtet werden (BGE 
141 III 433 Erw. 2.6; vgl. insbesondere auch Urteil BGer 4A_247/2020 vom 
7.12.2020 Erw. 4.1, wo auf Kritik zu dieser Rechtsprechung und die laufende 
ZPO-Revision verwiesen, aber keine Praxisänderung vorgenommen wurde). 

Um den Beweis der Klägerin als gescheitert zu erachten, muss die Beklagte so-
mit die (mit Privatgutachten untermauerte) Behauptung der Klägerin substantiiert 
bestreiten. Hierzu genügt es, wenn ihre medizinischen Berichte, welche ebenso 
Parteibehauptungen darstellen, Zweifel an der behaupteten Arbeitsunfähigkeit 
aufkommen lassen oder wach halten, und das Gericht ohne Willkür davon aus-
gehen kann, auch ein - beantragtes - Gerichtsgutachten vermöge diese Zweifel 
nicht zu zerstreuen (Urteil BGer 4A_66/2018 vom 15.5.2019 Erw. 2.4). 

Anders sieht es bezüglich des von der Klägerin zu den Akten gereichten polydis-
ziplinären Gutachten der J.________ vom 6. Dezember 2018 aus (K-act. 12). 
Dieses wurde im IV-Verfahren gemäss den Vorgaben für das Einholen polydiszi-
plinärer Administrativgutachten (BGE 137 V 210) durch die IV-Stelle in Auftrag 
gegeben (vgl. IV-act. 31 ff.). Ein solches MEDAS-Gutachten kann grundsätzlich 
tauglich sein, in einem Krankentaggeldprozess als gerichtliches Gutachten im 
Sinne von Art. 183 ff. ZPO berücksichtigt zu werden. Der Zivilrichter darf ein Gut-
achten, das von einer anderen Behörde in Auftrag gegeben und in einem ande-
ren Verfahren erstattet wurde, als gerichtliches Gutachten beiziehen. Fremdgut-
achten sind mithin ebenso beweistauglich wie die vom Zivilrichter selbst einge-
holten Gutachten, wobei sich ihre Beweiskraft selbstverständlich nach dem 
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 157 ZPO) richtet (BGE 140 III 24 
Erw. 3.3.1.3; Urteil BGer 4A_163/2017 vom 19.9.2017 Erw. 2.2). 

3. Die Klägerin beansprucht Krankentaggelder im Umfang von 50% für die 
Zeit von Juni 2016 bis Oktober 2017. Für diese Zeit muss die Klägerin den Be-
weis einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit erbringen, wobei der Nachweis unter dem 
strengen, ordentlichen Beweismass zu erbringen ist. 

Von den Parteien wurden nicht viele Arztberichte vorgelegt. Die Klägerin legt das 
J.________-Gutachten vom 6. Dezember 2018 ins Recht (K-act. 12) sowie ein 
Arbeitsunfähigkeitszeugnis von Dr.med. (HR) E.________ vom 15. Oktober 2015 
bis 31. Oktober 2016 (K-act. 1 zur Replik), einen Bericht von Dr.med. 
L.________ (FMH Neurologie) vom 18. Oktober 2016 (K-act. 2 zur Replik) und 
einen Bericht von Dr.med. (HR) E.________ vom 27. Januar 2017 (K-act. 3 zur 
Replik). Im Übrigen beantragt sie die Befragung der Gutachter und behandeln-
den Ärzte als Zeugen, eine Partei- sowie Beweisaussage der Klägerin und das 
Einholen eines Gutachtens. Die Beklagte ihrerseits legt das Gutachten und die 
weiteren Stellungnahmen von Dr.med. G.________ ins Recht (B-act. 1, 2, 3) so-

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wie ebenfalls einen Bericht von Dr.med. L.________ vom 11. September 2017 
(B-act. 5) und eine Stellungnahme des N.________-Arztes Dr.med. M.________ 
vom 12. Oktober 2017 (B-act. 7). Weitere medizinische Unterlagen legen die Par-
teien nicht vor. Das Gericht seinerseits hat die IV-Akten (bei der Klägerin) einge-
holt. Indes enthalten auch diese nur wenige medizinische Berichte. So ergibt sich 
der Gesundheitsverlauf insbesondere aus der Zusammenfassung des aktenmäs-
sigen Verlaufs im J.________-Gutachten (IV-act. 38). 

4.1 Die Klägerin untermauert ihre Darstellung der über den 25. Januar 2016 
resp. bis Oktober 2017 anhaltenden taggeldbegründenden Arbeitsunfähigkeit 
insbesondere mit den folgenden Berichten:

4.1.1  Das von der Klägerin ins Recht gelegte Arbeitsunfähigkeitszeugnis von 
Dr.med. (HR) E.________ attestiert ihr vom 15. Oktober 2015 bis 31. Oktober 
2016 durchgehend eine 50% Arbeitsunfähigkeit (K-act. 1 zur Replik). Es liegt 
damit zur Gänze in dem Zeitraum, für welchen Taggelder eingeklagt werden. 

Auch wenn dieses Zeugnis von einer fachkundigen Person ausgestellt wurde und 
die Ausstellung eines falschen ärztlichen Zeugnisses mit Strafe nach Art. 318 
StGB bedroht ist, ihm somit ein gewisser Beweiswert zuerkannt werden kann, so 
muss dieser dennoch als beschränkt bewertet werden, fehlen doch jegliche Hin-
weise auf Diagnosen und erhobene Befunde. Die Aussagekraft dieses Arbeits-
fähigkeitszeugnisses ist daher klein (Urteile BGer 4D_7/2021 vom 12.4.2021 
Erw. 4.4; 4A_12/2020 vom 2.6.2021 Erw. 4.1).

4.1.2  Auf Zuweisung von Dr.med. (HR) E.________ nahm Dr.med. L.________ 
am 18. Oktober 2016 eine neuropsychologische und verhaltensneurologische 
Untersuchung zur neuropsychologischen Standortbestimmung der Klägerin vor 
(K-act. 2 zur Replik). Gemäss Bericht erfolge die Zuweisung bei Diagnose einer 
mittelgradigen depressiven Episode mit somatischem Syndrom und Kontroll-
zwang, einer dissoziativen Sensibilitätsstörung und belle indifférence sowie Ver-
dacht auf ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung und generalisierter 
Angststörung. Nach Erhebung der Anamnese sowie des Befundes gelangt 
Dr.med. L.________ zur Beurteilung:

Formal leichte kognitive Störungen mit im Vordergrund stehenden modalitätsspezi-
fischen mnestischen Defiziten (verbale Lern- und Abrufstörung) sowie Minderleis-
tungen im Bereich der höheren Frontalhirnfunktionen (…). Die übrigen Leistungen 
erwiesen sich als normgerecht.

Im Gespräch fallen vereinzelt leichte Wortfindungs- und Formulierungsschwierig-
keiten sowie formale Denkauffälligkeiten (Weitschweifigkeit, Umständlichkeit, ver-
einzelt sprunghafte Gedankengänge) auf. Auf Verhaltensebene dominieren eine 
spürbare psychische Belastung, eine erhöhte Stressanfälligkeit und Nervosität so-

11

wie eine Bedrücktheit mit emotionaler Labilität. In der Einschätzung ihres gegen-
wärtigen Befindens durch die Selbstbeurteilungsskala depressiver Symptome 
(BDDI-II) zeigte sich ein deutlich auffälliges Ergebnis, das auf eine klinisch relevan-
te schwere depressive Symptomatik hinweist.

Die Befunde weisen auf Minderleistungen der fronto-subkortikalen Axis sowie 
links-fronte-temporaler Hirnareale hin, prinzipiell gut vereinbar im Rahmen psycho-
logisch-psychiatrischer Phänomene und der depressiven Stimmungslage mit typi-
scher Hypofunktion der sprachdominanten linken Hemisphäre. Die anamnestisch 
ausgeprägte Tagesmüdigkeit lässt sich gut im Rahmen affektiver Phänomene re-
sp. einem Erschöpfungszustand bei stark reduzierter psychischer Belastbarkeit in-
terpretieren, wobei eine negative Konfundierung im Rahmen schlafassoziierter 
Störwirkungen anzunehmen ist. Differenzialdiagnostisch ist allerdings eine zusätz-
liche vaskulär-leukencephalopathische Ursache nicht ausgeschlossen. Empfeh-
lung weiterführende bildgebende Diagnostik.

Zudem gab Dr.med. L.________ zwar keine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit, 
aber folgende Empfehlung ab:

ad Arbeitsfähigkeit:
Mit diesen Befunden ist bei Tätigkeiten mit höheren kognitiven Anforderungen wie 
im angestammten Beruf als Zahnärztin, welche komplexe kognitive Kompetenzen 
erfordert, mit gewissen Einschränkungen im Rendement zu rechnen (Konzentrati-
onsprobleme, eingeschränkte Belastbarkeit, Verlangsamung). Eine genaue Quanti-
fizierung der qualitativen Leistung und der zeitlichen Belastbarkeit ist anhand einer 
zeitlich limitierten, strukturierten und in störfreier Umgebung durchgeführten Tes-
tung erschwert und müsste im praktischen Berufsalltag beurteilt werden. Eine zu-
sätzliche fachpsychiatrische Beurteilung und Prognoseeinschätzung ist unerläss-
lich.

4.1.3  Mit Schreiben vom 27. Januar 2017 wies Dr.med. (HR) E.________ die 
Klägerin zur stationären psychosomatischen Rehabilitation der Klinik I.________ 
zu (K-act. 3 zur Replik). Er gab eine ausführliche Anamnese wieder und hielt zum 
Psychostatus und zur Diagnose was folgt fest:

Psychostatus:
Mässig gepflegte, altersentsprechende, allseits- orientierte Patientin. Bewusstsein 
ist wach. Konzentrationsstörungen vorhanden sonst mnestisch und kognitiv ohne 
grober Auffälligkeiten. Im Formalen denken eingeengt auf die jetzige Gesundheits-
problematik. Kein AP für Wahn, Halluzinationen oder Ich- Störungen, psychoti-
schen Ausmasses. Augenkontakt gesucht aber nicht gehalten. Affektiver Rapport 
herstellbar. Schwingungsfähigkeit reduziert. Modulationsfähigkeit reduziert. Die Pa-
tientin ist stimmungsmässig bedrückt, niedergestimmt. Sie ist angespannt und lei-
de an einer Reizbarkeit. Es besteht eine Affektlabilität bis Affektinkontinenz. Sie 
benötige längere Einschlafszeit und leide an Schlafunterbrüchen. Des Weiteren 
verspüre Sie ein Morgentief, Kraftlosigkeit und rasche Ermüdbarkeit. Ferner ist Sie 
verunsichert sowie verängstigt, hat negativistischen Gedanken zur Zukunftsper-
spektive. Es bestehe ein gestörtes Selbstbild. Sozialer Rückzug, Vermeidungsver-
halten und Libidoverlust seit einem Jahr. Desinteresse an gewöhnlichen normalen 
Aktivitäten sowie auch Willenlosigkeit. Keine Fremd- oder Selbstagressivität.

12

Diagnose: Mittelgradige, depressive Episode mit somatischem Syndrom ICD-
10:F31.11
Verdacht Diagnose: Abhängige Persönlichkeitsstörung in Rahmen einer Status 
nach Posttraumatische Belastungsstörung im Frühen-Kindheit ICD-10:F60. 7

Therapie: Sertralin 150 Mg. 1-0-0, Lamictal 150 mg 0-0-1. Anafranil 10 und Ana-
franil 25 zur Nacht

Prozedere: Die Patientin ist zu 50% arbeitsunfähig. Psychiatrische ambulante Be-
handlung bei mir in der Praxis wird fortgesetzt.

4.2 Die Beklagte bestreitet ihre Leistungspflicht unter Verweis auf folgende Be-
richte:

4.2.1  Gemäss Gutachten Dr.med. G.________ vom 27. Januar 2016 stellte 
Dr.med. (HR) E.________ in den Berichten zuhanden der Beklagten vom 
18. November 2015 und 17. Dezember 2015 unverändert die Diagnose "Mittel-
gradige depressive Episode mit somatischem Syndrom" ICD-10:F32.11 (B-act. 1; 
vgl. auch IV-act. 38 S.12).

Sie selber gelangte in diesem Gutachten vom 27. Januar 2016 aufgrund der ihr 
vorliegenden Arztberichte, einer eigenen Untersuchung mit Erhebung der Ana-
mnese und eines Befundes zu folgender Beurteilung und Diagnosestellung:

Konkret präsentiert sich an der heutigen gutachterlichen Untersuchung eine offen 
und interessiert interagierende, absolut schwingungsfähige, adäquat emotional ad-
aptierte, und durchgehend euthyme Versicherte, die über das komplette affektive 
Spektrum verfügt, und bei der heute keinerlei krankheitswerte, geschweige ar-
beitsmedizinisch relevante Psychopathologie festgestellt werden kann. Die subjek-
tiv beklagte Vitalitätsstörung kann nicht objektiviert werden, auch ermüdet die Ver-
sicherte in der zweistündigen gutachterlichen Exploration nicht. Motivation und 
Selbstaktivierung sind, wie der Tages-/Wochengestaltung zu entnehmen ist, konti-
nuierlich mobilisierbar und situieren sich im Normbereich. Eine aktuelle klinische 
Depression wird auch psychometrisch durch die gegenwärtig tiefe Score auf der 
Hamilton- und MADRS-Depressionsskala widerlegt.

Die im Selbsterleben zentrale anhaltende Hauptbeschwerde ist eine gestörte Vita-
lität, die als neurasthenische Residualbeschwerde zu bezeichnen ist. Bei der 
Neurasthenie steht definitionsgemäss das subjektive Erleben ungenügender Vita-
lität und eines Erschöpfungsgefühls, auch ohne bzw. nach geringer geisti-
ger/körper-licher Anstrengung, im Vordergrund. Ein somatisches Korrelat besteht 
nicht. Etwaige depressionstypische Kognitionen bzw. formale oder inhaltliche 
Denkstörungen, Ängste oder Befürchtungen, Suizidalität oder sozialer Rückzug 
sind nicht feststellbar. Es ist damit heute eine - bis auf neurasthenische Restbe-
schwerden - remittierte depressive Episode - die anamnestisch im Oktober 2015 
mittelgradig war - festzustellen. Beim ausreichenden Persönlichkeitsinventar und 
der hinreichend erhaltenen Fähigkeit zur Aktivierung der bewiesenen Ressourcen 
dieser Versicherten kann diesen neurasthenischen Restbeschwerden aber keine 
arbeitsmedizinische Relevanz (mehr) zugeordnet werden.

13

Aufgrund von oben gemachten Ausführungen und Beobachtungen sind abschlies-
send folgende psychiatrische Diagnosen festzuhalten:

• Status nach Erschöpfungsdepression, gegenwärtig bis auf neurastheni-
sche Restbeschwerden remittiert (ICD-10: F32.4; F48.0)

Gemäss Dr.med. G.________ bestand keine psychiatrische Diagnose mit Ein-
fluss auf die Arbeitsfähigkeit mehr. Aus psychiatrischer Sicht sei seit dem Datum 
der gutachterlichen Untersuchung (25.1.2016) eine vollständige Arbeitsfähigkeit 
im angestammten Beruf als Zahnärztin festzustellen (B-act. 1).

4.2.2  Am 19. Mai 2016 nahm Dr.med. (HR) E.________ Stellung zum Gutachten 
Dr.med. G.________. Die Diagnose St. n. Erschöpfungsdepression, gegenwärtig 
bis auf neurasthenische Restbeschwerden remittiert, finde er im ICD-10 nicht und 
die Diagnose Neurasthenie sei ihm nicht nachvollziehbar. Die Faktoren würden 
für eine mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom sprechen 
(Bericht liegt nicht in den Akten; Wiedergabe gemäss Zusammenfassung im 
J.________-Gutachten; IV-act. 38). Im Auftrag von Dr.med. (HR) E.________ er-
folgte sodann durch lic.phil. O.________ eine psychologische Testung (PSSI) mit 
dem Ergebnis einer depressiven Persönlichkeitsstörung (Bericht vom 17.6.2016; 
liegt nicht in den Akten; Wiedergabe gemäss Zusammenfassung im J.________-
Gutachten; IV-act. 38).

Am 20. Juli 2016 äusserte sich Dr.med. G.________ zur Stellungnahme Dr.med. 
(HR) E.________ und zum Bericht O.________ (B-act. 2). Das PSSI sei ein 
Selbstbeurteilungsinstrument, mit dem die relative Ausprägung von Persönlich-
keitsstilen erfasst werde. Hierauf die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung zu 
stützen und ohne diese mit den ICD-Kriterien F60 einer Persönlichkeitsstörung 
zu prüfen, sei nach den Leitlinien für die psychiatrisch-gutachterliche Diagnose-
stellung schlicht nicht zulässig. Die Selbstbeurteilung könne nicht als Beweis ei-
ner psychiatrischen Diagnose gelten. Dr.med. (HR) E.________ nehme wieder 
Zuflucht zu merkwürdigen Argumenten, um das Vorliegen einer depressiven Epi-
sode zu begründen. Er vermische offensichtlich psychopathologische Terminolo-
gie oder wende diese falsch an. An der gutachterlichen Schlussfolgerung vom 
Januar 2016 halte sie daher fest.

4.2.3  Nach der psychosomatischen Rehabilitation der Klägerin (vom 20.2. bis 
16.3.2017) in der Klinik I.________ wurde Dr.med. G.________ der Austrittsbe-
richt zur Stellungnahme vorgelegt, welcher der Klägerin eine 100% Arbeitsun-
fähigkeit attestierte (der Austrittsbericht liegt nicht in den Akten. Im Bericht 
Dr.med. L.________ vom 22.6.2017 wird er wie folgt wiedergegeben: "Im dorti-
gen Austrittsbericht werden eine Persönlichkeitsstörung mit emotional-instabilen 
und appellativen Anteilen, DD progredient verlaufende hirnorganische Störung, 

14

eine mittelgradige depressive Episode, eine emotionale Vernachlässigung in der 
Kindheit und ein Vitamin D-Mangel, substituiert, als Diagnosen aufgeführt. Im 
Verlauf der Hospitalisation ist es zur Progredienz der neuropsychiatrischen Sym-
ptome [permanente Müdigkeit, Gedankenkreisen, Konzentrationsschwierigkeiten, 
Vergesslichkeit] gekommen. Zudem fiel ein feinschlägiger Tremor beider Hände 
auf. Zum Ausschluss einer hirnorganischen Störung wird eine verhaltensneurolo-
gisch-neuropsychologische Verlaufskontrolle empfohlen." IV-act. 17; vgl. auch 
Wiedergabe in J.________-Gutachten, IV-act. 38-17/19).

Dr.med. G.________ hält in ihrer Stellungnahme vom 4. April 2017 (B-act. 3) 
fest, im Gutachten vom Januar 2016 habe sie sich differenzialdiagnostisch be-
reits zur nun neu gestellten Diagnose einer Persönlichkeitsstörung geäussert. 
Aufgrund der auf allen Ebenen unauffälligen psychischen Entwicklung lägen kei-
nerlei Hinweise auf eine strukturelle Persönlichkeitsstörung vor und eine solche 
tauche auch nicht plötzlich im Alter von 52 Jahren auf. Die Klinik versäume es, 
die Diagnose an den ICD-10-Kriterien zu prüfen. Aufhorchen lasse die Bezeich-
nung 'Persönlichkeitsstörung mit appellativen Anteilen'. Die Bezeichnung enthalte 
vor allem Hinweise auf die Psychodynamik der entstandenen Klinikeinweisung 
und des Klinikaufenthaltes. Zudem kenne der ICD-10-Katalog diese Persönlich-
keitsstörung gar nicht. Die Diagnose einer offenbar erneuten mittelgradigen de-
pressiven Störung sei infolge der Beschreibung vorwiegend im Kontext der psy-
chosozialen Belastung durch finanzielle Engpässe zu sehen und daher korrekt 
als reaktiv zu bezeichnen. Da die Depression im Januar 2016 remittiert gewesen 
sei, sei an sich eine erneute Anpassungsstörung festzuhalten. Die Angaben der 
Klägerin seien allerdings merkwürdig und für eine genuine Depression atypisch, 
eher mit einer dysthymen Verstimmung zu vereinbaren. Das Gesamtbenehmen 
der Versicherten in der Klinik sei wohl auch sehr demonstrativ, mit ostentativem 
Rückzug und gar ab und zu Essensverweigerung. Für die unkommentierte do-
kumentierte DD einer progredient verlaufenden hirnorganischen Störung liessen 
sich aus dem Bericht keine objektiven psychopathologischen oder hirnorgani-
schen Befunde ableiten; ein Schädel-MRI vom 8. Dezember 2016 sei normal 
gewesen und neuropsychologisch sei zuletzt von Dr.med. L.________ im Sep-
tember 2016 festgehalten worden, die 'kognitiven Einschränkungen seien nicht 
erklärlich'. Die Art der Auffälligkeiten lasse doch sehr auf bewusstseinsnahe Ag-
gravation schliessen, die eine andauernde arbeitsmedizinische Relevanz des 
Leidens sehr in Frage stelle. Dr.med. G.________ schliesst eine Zustandsver-
schlechterung aus.

4.2.4  Weiter bezieht sich die Beklagte auf einen kurzen Verlaufsbericht von 
Dr.med. L.________ vom 11. September 2017, wonach dannzumal eine deutlich 

15

stabilisierte psychiatrische Symptomatik vorgelegen habe. Die Klägerin habe sich 
zwischenzeitlich mit ihrer Situation abgefunden. Als Befund dokumentierte 
Dr.med. L.________ (B-act. 5):

Allseits orientierte, gepflegte und in ihren Gedankengängen geordnete Rechtshän-
derin, die adäquat über den Verlauf berichten kann. Normaler Antrieb. Erhaltener 
Affektkontrolle. Wirkt nicht mehr resigniert und hat Zukunftspläne (plant nach wie 
vor, ihre Zahnarztpraxis zu verkaufen und möchte künftig in einem Teilzeitpensum 
angestellt werden).

4.2.5  In einer Stellungnahme vom 12. Oktober 2017 äusserte sich N.________-
Arzt Dr.med. M.________ (FMH Allgemeine Innere Medizin; Vertrauensarzt 
SGV) zur Frage einer nicht psychiatrisch begründeten Arbeitsunfähigkeit (B-act. 
7). Er stellte fest, dass kaum Akten über somatische Befunde vorlägen ausser 
wiederholten MRI-Untersuchungen des Schädels sowie Berichte über neurologi-
sche Untersuchungen, Abklärung einer Schlafstörung und neuropsychologische 
Beurteilungen. Diagnosen ergäben sich insbesondere aus anamnestischen An-
gaben. Dr.med. M.________ hielt fest, es lägen keine somatischen Diagnosen 
oder Befunde vor, die eine Arbeitsunfähigkeit in der überblickbaren Zeitspanne 
begründen würden. 

4.3.1  Die Klägerin selber begründet die von ihr geltend gemachte Arbeitsun-
fähigkeit ebensowenig mit somatischen Diagnosen und Befunden. Insoweit be-
steht Einigkeit. Es wird dies auch bestätigt durch das J.________-Gutachten, 
wonach eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aufgrund der psychiatrischen 
Beurteilung erfolge (IV-act. 38-7/79). Nicht relevant ist etwa namentlich die Dia-
gnose Asymptomatisches Falx-Meningeom frontal 14x16 mm (ICD-10 D32.9; IV-
act. 38-37/79). 

4.3.2  Was die psychiatrischen Beurteilungen anbelangt, so liegen sich diametral 
unterscheidende Berichte des behandelnden Arztes Dr.med. (HR) E.________ 
und der Gutachterin der Beklagten, Dr.med. G.________, im Recht. In Würdi-
gung der verschiedenen Berichte ist dabei festzuhalten, dass zum einen das 
Gutachten Dr.med. G.________ vom 27. Januar 2016 auf umfassenden Akten 
basiert, sie eine gründliche Anamnese sowie einen Befund aufgrund eines per-
sönlichen Untersuchs erhob und die dokumentierte Beurteilung nachvollziehbar 
und schlüssig ist. Zum andern setzt sie sich in den weiteren Stellungnahmen mit 
den ihr unterbreiteten Arztberichten umfassend auseinander und sie legt ausführ-
lich dar, aus welchen Gründen sie an ihrer Beurteilung festhält. Damit aber ver-
mag die Beklagte die klägerische Parteibehauptung einer im strittigen Zeitraum 
bestehenden Arbeitsunfähigkeit substantiiert zu bestreiten (vgl. oben Erw. 2.3). 
Allein aufgrund dieser dargestellten medizinischen Berichte vermag die Klägerin 

16

daher den Beweis nicht zu erbringen, dass sie über den 25. Januar 2016 hinaus 
krankheitsbedingt arbeitsunfähig war. Sie legt indes als weiteren Beweis das von 
der IV-Stelle im Rahmen des IV-Verfahrens eingeholte J.________-Gutachten 
vom 6. Dezember 2018 ins Recht.

4.4 Mit den eben dargestellten ärztlichen Berichten und Beurteilungen setzt 
sich auch das J.________-Gutachten auseinander. Auch die J.________-
Gutachter stellen fest, dass die Einschätzungen untereinander diskrepant sind. 
Selber beurteilen sie dabei die Einschätzungen wie folgt (IV-act. 38-50/79):

Im 10/2015 manifestierte sich eine depressive Episode mittelgradiger Ausprägung, 
die mit Schlafstörungen begann. Im weiteren Verlauf entwickelte sich nach Anga-
ben der Explorandin eine ausgeprägte Müdigkeit, die affektive Symptomatik bildete 
sich langsam zurück. Kognitive Probleme bestehen subjektiv seit 2017, dokumen-
tiert sind sie jedoch bereits im 10/2016. Frau Dr. med. G.________, FMH Psychia-
trie, beschreibt in ihrem Gutachten vom 27.01.2016 eine weitgehend remittierte Er-
schöpfungsdepression mit neurasthenischen Restbeschwerden. In ihrem Gutach-
ten attestiert sie eine 100%ige Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf als 
Zahnärztin. Die Herleitung der Diagnosen im Gutachten erscheint schlüssig Der 
behandelnde Arzt Dr. E.________ attestiert vom 15.10.15 bis 20.02.17 eine 50%-
ige Arbeitsunfähigkeit, vom 20.02.17 bis 31.03.17 eine 100%-ige Arbeitsunfähig-
keit, vom 01.04.2017 bis 30.09.17 eine 80%-ige Arbeitsunfähigkeit, wobei die Be-
gründung der von ihm gestellten Diagnosen kaum nachvollziehbar ist.

Damit bestätigen die Gutachter die obstehende Würdigung des Gerichts, dass 
die Klägerin mit den Berichten ihres behandelnden Arztes Dr.med. (HR) 
E.________ die geltend gemachte Arbeitsunfähigkeit nicht zu beweisen vermag. 
Widerlegt ist gleichzeitig die klägerische Darstellung in der Replik, wonach die 
Beurteilungen von Dr.med. G.________ nicht schlüssig seien.

4.5 Dem J.________-Gutachten lag die allgemeine Fragestellung der Beurtei-
lung der Arbeitsfähigkeit in angestammter und adaptierter Tätigkeit zugrunde, 
aber auch die fallspezifische spezielle Frage der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit 
ab Oktober 2015, wobei die Durchführung von Symptomvalidierungstests als 
wichtig bezeichnet wurde (IV-act. 32; 38-3/79). Für die polydisziplinäre Begutach-
tung erfolgten eine allgemeinmedizinische Begutachtung (IV-act. 38-25 ff./79), 
eine neuropsychologische (IV-act. 38-55 ff./79), eine psychiatrische (IV-act. 38-
40 ff./79) sowie eine neurologische Untersuchung (IV-act. 38-31 ff./79). Sodann 
lag den Gutachtern ein umfassender medizinischer Verlauf vor (IV-act. 38-12-
24/79).

4.5.1  Als relevante Diagnosen erhoben die Gutachter:

Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
1. Erschöpfungssyndrom, formal einer Neurasthenie entsprechend (ICD-10: 

F48.0) DD im Rahmen der Diagnosen 2-3

17

2. Depressive Episode anamnestisch, derzeit teilremittiert (ICD-10: F32.0)
3. Persönlichkeitsakzentuierung nach emotionaler Vernachlässigung und Miss-

handlungen im Kindesalter (ICD-10: Z73.1)
4. Episodischer Spannungskopfschmerz (ICD-10 G44.2) 
5. Formal mittelschwere neuropsychologische Störung unklarer Ätiologie DD im 

Rahmen der Diagnosen 1-3

Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
1. Asymptomatisches Falx-Meningeom frontal 14x16 mm (ICD-10 D32.9)
2. Asymptomatische neuroepitheliale Zysten rechts temporal (ICD-10 Q04.9)
3. St. n. HWS-Distorsionstrauma 1999 (ICD-1 O S13.4)
4. Anamnetisch St n. HWS-Distorsionstrauma 2016 (ICD-10 S13.4) 

4.5.2  Gemäss den J.________-Gutachtern stand eine mittelschwere neuropsy-
chologische Störung, deren Ätiologie unklar bleibe bei intern validen Untersu-
chungsbefunden, im Vordergrund. Dr.med. L.________ habe im Oktober 2016 
leichte kognitive Störungen beschrieben, im Juni 2017 habe sie eine leichte bis 
mittelschwere kognitive Störung festgestellt mit deutlicher Verschlechterung im 
Vergleich zur Voruntersuchung und in der aktuellen neuropsychologischen Un-
tersuchung werde eine weitere Verschlechterung dokumentiert. Diese Ergebnis-
se stünden in Diskrepanz zur Arbeitsfunktionalität der Explorandin, die als selbst-
ständige Zahnärztin, ohne Mitarbeiter, bis auf komplizierte chirurgische Eingriffe 
auch Komplexbehandlungen inkl. Wurzelbehandlungen durchführe. Eine solche 
Arbeit sei mit den vorliegenden neuropsychologischen Befunden nicht vereinbar. 
Die Testergebnisse seien intern valide und es müsse nicht von einer unbewuss-
ten Symptomverdeutlichung oder bewussten Aggravation ausgegangen werden. 
Die weiteren Disziplinen berücksichtigend begründeten die J.________-
Gutachter in der Konsensbeurteilung die aktuellen Diagnosen wie folgt:

Die psychiatrischen klinischen Diagnosen erklären das Ausmass der neuropsycho-
logischen Einschränkung nicht. Die Explorandin erlitt 2015 eine Erschöpfungsde-
pression und klagte damals auch über Schlafstörungen, geblieben ist eine subjek-
tiv permanente Erschöpfung, die in der Diagnose "Erschöpfungssyndrom, formal 
einer Neurasthenie" entsprechend, abgebildet wird. Die Depression ist teilremittiert, 
die affektive Symptomatik gebessert. Es ist grundsätzlich denkbar, dass kognitive 
Einschränkungen im Rahmen einer Depression auftreten und bei Limitierung der 
Depression auch eine gewisse Zeit überdauern können. Damit nicht erklärt wäre 
jedoch das Ausmass - eine mittelschwere Beeinträchtigung - sowie die gemäss 
neuropsychologischer Testung leichte Progredienz der Befunde über die Zeit. Hin-
weise für eine beginnende neurodegenerative Erkrankung (Demenz) fanden sich 
neurologisch nicht.

Bei Status nach emotionaler Vernachlässigung und Misshandlungen in der Ur-
sprungsfamilie, ungünstigen Entwicklungsbedingungen seitens des sozialen Um-
feldes in der Schule (Mobbing wegen Lymphödemen), Hinweisen auf Beziehungs-
problematik anamnestisch und eine diskontinuierliche Berufsbiographie lässt sich 
bei der Explorandin eine Persönlichkeitsproblematik vermuten. Das Ausmass einer 
Persönlichkeitsstörung wird nicht erreicht. Bei der Darstellung der Fatigue-Sympto-

18

matik fanden sich Inkonsistenzen, wobei es sich wahrscheinlich um eine schwan-
kende Ausprägung der Symptomatik handelt und eine appellative Darstellung der 
Symptome am ehesten im Rahmen der vermuteten Persönlichkeitsakzentuierung 
zu werten ist.

Aus neurologischer Sicht steht ein episodischer Spannungskopfschmerz im Vor-
dergrund bei anamnestisch seit über 1 ½ Jahren bestehenden rezidivierenden 
Kopfschmerzen. Ein anlässlich des Schädel-MRls von 12/2016 festgestelltes Falx-
Meningeom frontal ohne Affektion des angrenzenden Hirnparenchyms sowie kleine 
neuroepitheliale Zysten rechts temporal, subkortikal ohne lokalen Raumforde-
rungseffekt (am ehesten anlagebedingt) zeigte im Verlaufs-MR! im 06/2017 eine 
Befundkonstanz. Das Falx-Meningeom ist aufgrund seiner Grösse und Lokalisation 
unwahrscheinlich für die Spannungskopfschmerzen und die neurokognitiven Dys-
funktionen der Explorandin verantwortlich, wie dies auch von Frau Dr. L.________, 
Verhaltensneurologin, Zürich, vorbeurteilt wurde.

Gesamt sind die neurologischen Befunde (incl. die beiden HWS Distorsionen ohne 
Nachweis einer MTBI) nicht geeignet, eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu 
begründen. Sie erklären insbesondere nicht neuropsychologische Einschränkun-
gen, denkbar ist lediglich eine vorübergehende Akzentuierung kognitiver Defizite 
durch die Spannungskopfschmerzen.

Bei seit Kindheit bestehendem Lymphödem ergibt sich bei adäquater Stützstrumpf-
Versorgung keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit.

In Konklusion gehen wir davon aus, dass die neuropsychologischen Befunde bei 
der Explorandin unter dem Eindruck der Begutachtung Situation (Stress) schlech-
ter ausfallen (obwohl in sich selber konsistent) als ihre Leistungsfähigkeit tatsäch-
lich ist. Entsprechend sind der klinisch psychiatrische Befund und die dortige Dia-
gnosestellung für die Bemessung der Arbeitsfähigkeit massgebend.

Es besteht eine emotionale Labilität, eine starke Ermüdbarkeit und kognitive 
Störungen, so dass entsprechend dem Gesamtbild eine ca. 50%-ige Arbeitsfähig-
keit in der angestammten Tätigkeit attestiert werden kann. Diese Einschätzung ist 
aufgrund der Diskrepanzen mit Restunsicherheit verbunden.

4.5.3  Hinsichtlich Konsistenzprüfung gaben die J.________-Gutachter an, es 
bestehe eine Diskrepanz zwischen den Beschwerdeschilderungen und dem Ver-
halten der Versicherten. Der Befund einer mittelschweren neuropsychologischen 
Störung sei eingeschränkt konsistent mit den akten- und eigenanamnestischen 
Angaben zum Verlauf sowie der Alltags- und insbesondere Berufsfunktionalität. 
Auch seien die Befunde nur teilweise erklärbar mit den medizinisch-somatischen 
und auch den psychiatrischen Diagnosen. Auch wenn sich keine Hinweise einer 
Symptomverdeutlichung oder Aggravation ergäben, sei die Validierung der neu-
ropsychologischen Befunde trotzdem nur eingeschränkt gegeben. Es finde sich 
eine leicht appellative Darstellung der Symptome, was am ehesten im Rahmen 
der Persönlichkeitsakzentuierung zu werten sei. Auch erstaune laut den 
J.________-Gutachtern, dass die Klägerin trotz einer mittelgradigen kognitiven 
Störung in der Lage sei, eigenständig und wirtschaftlich erfolgreich eine 
zahnärztliche Praxis zu führen und eine neue Lebensperspektive zu entwickeln 

19

(wobei sie auf die dritte Heirat im April 2018 verweisen). Sie gingen davon aus, 
dass die neuropsychologischen Befunde unter dem Stress im Rahmen der Be-
gutachtung schlechter ausfallen, als die tatsächliche Leistungsfähigkeit sei.

4.5.4  Die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als selbständige 
Zahnärztin beurteilten die J.________-Gutachter mit 50%, wobei die Einschrän-
kung aufgrund der psychiatrischen Beurteilung erfolge. In einer ruhigen Tätigkeit 
ohne Zeitdruck, ohne Schichtdienst und ohne zusätzliche Stressoren könne eine 
Arbeitsfähigkeit von 80% erreicht werden.

In einer derart angepassten Tätigkeit bestehe seit Oktober 2016 eine 80%ige Ar-
beitsfähigkeit. Mithin gehen die J.________-Gutachter davon aus, dass die aktu-
ell attestierte Arbeitsfähigkeit seit Oktober 2016 gelte (IV-act. 38-7/79). Hierzu 
führen sie aus:

Gutachterlich psychiatrisch wurde der Explorandin im 01/2016 eine volle Arbeits-
fähigkeit attestiert. Neuropsychologisch wurde im 10/2016 bei formal leichter kogni-
tiver Störung mit im Vordergrund stehenden modalitätsspezifischen mnestischen 
Defiziten eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit beschrieben, wobei eine genaue 
Quantifizierung nicht vorgenommen wurde. Folgend reduzierte die Explorandin ihr 
Arbeitspensum als selbstständig erwerbende Zahnärztin (Bericht 12/2016). Im 02-
03/2017 war die Explorandin in der Klinik I.________ hospitalisiert, es entsteht das 
Bild einer mittelgradig ausgeprägten psychischen Störung, und dieser Zustand war 
mit einer 50%-iger Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf gut vereinbar.

4.5.5  Die allgemeinmedizinische Teilbegutachtung war unauffällig (IV-act. 38-
25/79). Aus neurologischer Sicht stand ein episodischer Spannungskopfschmerz 
im Vordergrund. Dies könne gemäss J.________-Gutachter zu einer tageswei-
sen Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit und Lebensqualität führen. Das asym-
ptomatische Falx-Meningeom stellt keine Beeinträchtigung dar. Aus rein neurolo-
gischer Sicht wurde keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit festgestellt. Für die 
kognitiven Defizite wurden keine primär neurologischen Ursachen erkannt (IV-
act. 38-31/79). 

4.5.6  Gemäss neuropsychologischem Teilgutachten lassen sich die Vorbefunde 
im Vergleich zur aktuellen Untersuchung bestätigen (IV-act. 38-55/79). Es kom-
me ebenfalls zu mnestischen Defiziten und zu Beeinträchtigungen frontal-exeku-
tiver Funktionen, wobei es zu einer Progredienz gekommen sei. Formal würden 
die aktuellen Befunde einer mittelschweren neuropsychologischen Störung ent-
sprechen. Der Befund sei jedoch eingeschränkt konsistent mit den akten- und ei-
genanamnetischen Angaben zum Verlauf sowie der Alltags- und insbesondere 
Berufsfunktionalität. Es bestehe eine auffällige Diskrepanz gegenüber den Ei-
genangaben der Explorandin, gemäss denen sie in der Lage ist, eine Zahnarzt-
praxis ohne jede Mithilfe von Mitarbeitern zu führen und dabei auch Komplex-

20

behandlungen inklusive Wurzelbehandlungen durchführen könne. Eine solche 
Arbeit wäre mit den vorliegenden neuropsychologischen Befunden nicht verein-
bar. Des Weiteren seien die Befunde nur teilweise erklärbar mit den medizinisch-
somatischen und auch den psychiatrischen Diagnosen. Hinweise einer Sym-
ptomverdeutlichung oder Aggravation ergäben sich zwar keine und trotzdem sei 
die Validität der neuropsychologischen Befunde nur eingeschränkt gegeben.

Ausschliesslich auf Grund der neuropsychologischen Befunde wäre die Arbeits-
fähigkeit im angestammten Beruf als selbständig praktizierende Zahnärztin 
gemäss J.________-Gutachter nicht gegeben. Vor dem Hintergrund der psychia-
trischen Symptomatik sei anzunehmen, dass die testpsychologisch objektivierten 
Befunde nicht das effektive Leistungsvermögen der Explorandin wiedergeben 
würden. Es sei davon auszugehen, dass eine neuropsychologisch begründete 
Arbeitsunfähigkeit seit Oktober 2016 bestehe, doch könne diese weder im ange-
stammten Beruf als Zahnärztin noch in einer angepassten Tätigkeit quantifiziert 
werden. Für die Bemessung der Arbeitsfähigkeit seien somit die psychiatrischen 
Befunde massgebend.

4.5.7  Als entscheidend wurde somit das psychiatrische Teilgutachten beurteilt 
(IV-act. 38-40/79). Die J.________-Gutachter erhoben dabei folgenden psychia-
trischen Befund:

Die Explorandin ist wach, bewusstseinsklar, zu allen Qualitäten sicher orientiert. Im 
Gespräch wirkt die Aufmerksamkeit deutlich reduziert, mehrere Fragen müssen 
wiederholt werden. Bei orientierender Prüfung der Merkfähigkeit mit 3 Wörter-Test 
werden 2 Wörter korrekt erinnert, das 3. Wort wird mit Hilfe richtig genannt. Somit 
bestehen keine sicheren Hinweise auf Störungen der Merkfähigkeit. Bei orientie-
render Konzentrationsprüfung durch fortlaufende Subtraktion im 100er-Raum wird 
in gutem Tempo fehlerfrei gerechnet. Oberbegriffe und Unterschiede werden kor-
rekt genannt. Es finden sich keine Hinweise auf Störungen der Auffassung oder 
des Sinnverständnisses. Im formalen Gedankengang ist die Versicherte geordnet. 
In ihren Ausführungen schweift sie immer wieder ab, vergisst die gestellten Fra-
gen. Die zeitliche Zuordnung biographischer Daten ist deutlich erschwert. Somit 
bestehen Hinweise auf Gedächtnisstörungen. Aktuell keine Hinweise auf Wahn, 
Sinnestäuschungen oder Ich-Störungen. Im Affekt wirkt die Versicherte labil, die 
emotionale Schwingungsfähigkeit ist reduziert, jedoch erhalten. Sie wirkt in der 
Symptomschilderung klagsam. Bei der Schilderung der Anamnese finden sich ka-
tastrophisierende Ängste mit generalisiertem Charakter, aktuell werden Ängste, 
dass das Meningeom entarten könne, geschildert. Antrieb in der Untersuchungssi-
tuation ist erhalten, zum Teil wirkt die Versicherte agitiert. Geschildert wird eine 
ausgeprägte Müdigkeit mit Morgentief, das sich erst gegen 16 Uhr löst. Tendenz 
zum sozialen Rückzug. Aktuell keine Hinweise auf Eigengefährdung oder Fremd-
aggressivität.

In der medizinischen und versicherungsmedizinischen Beurteilung kamen die 
J.________-Gutachter zum Schluss: 

21

2015 ist die Entwicklung einer Erschöpfungsdepression beschrieben worden, die 
mit Schlafstörungen angefangen habe. Im weiteren Verlauf wird eine anhaltende 
Fatigue-Symptomatik beschrieben, zudem werden progrediente kognitive Störun-
gen dokumentiert. (…) Sie [die Explorandin] wirkte deutlich erschöpft und berichte-
te über eine Hypersomnie mit Schlaf von 12-13 Std pro Tag, spätem Erwachen 
zwischen 10.30 und 11.30 Uhr und ein ausgeprägtes Morgentief, welches sich erst 
ab 16 Uhr löste. Sie wirkte klagsam, die emotionale Schwingungsfähigkeit war re-
duziert, jedoch erhalten, teilweise wirkte die Explorandin affektlabil bzw. agitiert. 
Darüber hinaus zeigten sich Gedächtnisstörungen (…) sowie eine abschweifende 
Beschwerdeschilderung (…). Die affektive Symptomatik zeigte sich teilremittiert, 
insbesondere fand sich kein manifester depressiver Affekt. Unter Berücksichtigung 
der Affektlabilität und der reduzierten emotionalen Schwingungsfähigkeit kann zu 
heutigem Zeitpunkt allenfalls eine leichte depressive Episode diagnostiziert wer-
den. Bei der Darstellung der Fatigue-Symptomatik fanden sich Inkonsistenzen. (…) 
Sehr wahrscheinlich liegt es an schwankender Ausprägung der Symptome. Auch 
aggravatorische Anteile sind letztendlich nicht auszuschliessen. Formal sind die 
ICD-Kriterien einer Neurasthenie bei der geschilderten Erschöpfbarkeit erfüllt (…). 
Bei St. n. emotionaler Vernachlässigung und Misshandlungen in der Ursprungsfa-
milie, ungünstigen Entwicklungsbedingungen seitens des sozialen Umfeldes in der 
Schule (…), Hinweisen auf Beziehungsproblematik anamnestisch und eine diskon-
tinuierliche Berufsbiographie (…), lässt sich eine Persönlichkeitsproblematik ver-
muten. Das Ausmass einer Persönlichkeitsstörung wird hier unseres Erachtens 
nicht erreicht. Eine Angststörung lässt sich anamnestisch vermuten, aktuell ist das 
Ausmass der Symptomatik unter Medikation gering, so dass wir diese Diagnose 
derzeit nicht stellen können.

Im Vordergrund der geklagten Beschwerden steht eine derzeit noch unklare kogni-
tive Problematik, die eigenanamnestisch mit Manifestation der affektiven Erkran-
kung begann, sich jedoch nach deren Rückbildung nicht zurückbildete, sondern 
zunahm. Dieser Verlauf ist für die kognitiven Störungen, die im ätiologischen Zu-
sammenhang mit der affektiven Erkrankung stehen, eher ungewöhnlich. Am 
18.10.2016 diagnostizierte Dr. med. L.________ (…) leichte kognitive Störungen 
mit im Vordergrund stehenden mnestischen Defiziten (…) sowie Minderleistungen 
im Bereich der höheren Frontalhirnfunktionen. In einer weiteren Untersuchung vom 
22.06.2017 berichtet Dr. med. L.________ über eine leichte bis mittelschwere ko-
gnitive Störung v.a. frontolimbischer und frontotemporaler Hirnareale, linkshemi-
sphärisch akzentuiert. Sie stellt eine deutliche Verschlechterung im Vergleich zur 
Voruntersuchung fest. Bei der aktuellen neuropsychologischen Untersuchung vom 
28.08.2018 (…) wird eine weitere Verschlechterung dokumentiert. (…). Insgesamt 
findet sich eine mittelschwere neuropsychologische Störung. Die Ätiologie dieser 
Störung bleibt zum heutigen Zeitpunkt unklar. (…). Psychiatrischerseits lassen sich 
die kognitiven Störungen in ihrem Ausmass und in ihrer Dynamik zum heutigen 
Zeitpunkt auch nicht vollständig erklären, eine mittelgradige neuropsychologische 
Störung erscheint im Rahmen der psychiatrischen Problematik nicht nachvollzieh-
bar. Möglicherweise wird ein gewisser Anteil der kognitiven Störung durch die Ko-
morbidität psychiatrischer Krankheitsbilder, die psychiatrische Medikation und Zu-
standsschwankungen im Tagesverlauf mitbedingt, jedoch kaum im mittelgradigen 
Ausmass und mit progredienter Dynamik. Somit bleibt die Frage der Ätiologie und 
des Ausmasses der kognitiven Störung letztendlich offen. Bei gegebenen Diskre-
panzen im Hinblick auf die berufliche Tätigkeit ergeben sich hier weitere offene 
Fragen. Es ist kaum vorstellbar, dass es der Explorandin gelingt, mit einer mittel-

22

gradigen kognitiven Einschränkung eigenständig ihre zahnärztliche Praxis zu 
führen und damit 12000 CHF monatlich zu erwirtschaften. Sollte es sich jedoch 
tatsächlich um eine anhaltende mittelgradige kognitive Einschränkung handeln, 
stellt sich die Frage nach Berufsfähigkeit der Explorandin als Zahnärztin. Die Funk-
tionalität und die Arbeitsfähigkeit der Explorandin sehen wir aus rein psychiatri-
scher Sicht durch die interaktionellen Schwierigkeiten mit affektiver Instabilität im 
Rahmen der Persönlichkeitsakzentuierung und durch die Ermüdbarkeit im Rahmen 
der teilremittierten Depression (Symptomatik formal derzeit einer Neurasthenie 
entsprechend) als eingeschränkt.

Betreffend Verlaufsbeurteilung stellten die J.________-Gutachter die bereits er-
wähnte Diskrepanz der Beurteilungen Dr.med. (HR) E.________ und Dr.med. 
G.________ fest (vgl. oben Erw. 4.4). Soweit unter Berücksichtigung der Akten-
lage, des aktuellen Untersuchungsbefundes und des interaktionellen Verhaltens 
im Begutachtungsprozess beurteilbar, gingen sie davon aus, dass zwischen Ok-
tober 2015 und der aktuellen Untersuchung (August 2018) eine reduzierte Ar-
beitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit bestand, am ehesten einer etwa 
50%igen Arbeitsfähigkeit entsprechend. Nach Rückbildung der affektiven Sym-
ptomatik sei es zu schleichender Zunahme der kognitiven Störungen gekommen. 
Der Verlauf sei allerdings stark schwankend und vom erlebten Stress abhängig. 
Sehr wahrscheinlich sei die Arbeitsfähigkeit in der Zeit der aktiven depressiven 
Episode zu Beginn der Erkrankung stärker eingeschränkt gewesen. Genauer 
könnten sie die Arbeitsfähigkeit zu damaligem Zeitpunkt retrospektiv nicht ein-
schätzen. Der Zustand zeigte sich im Januar 2016 bei der Begutachtung durch 
Dr.med. G.________ wieder gebessert, so dass hier die Arbeitsfähigkeit kurzfris-
tig möglicherweise etwas höher gewesen sei. Eine Stabilität habe hier jedoch 
nicht bestanden, im weiteren Verlauf sei es erneut zu einer schleichenden Ver-
schlechterung gekommen. Im Austrittsbericht der Klinik I.________ werde die 
Diagnose einer Persönlichkeitsstörung und einer mittelgradigen depressiven Epi-
sode gestellt. Leider finde sich im Bericht kein psychopathologischer Befund 
nach AMDP. Vielmehr werde auf das Verhalten fokussiert. Beschrieben würden 
katastrophisierende Ängste, starke Nervosität, "nur teilweise kohärente" Schilde-
rungen der Versicherten und ein ausgeprägtes Kontrollbedürfnis im Kontakt. Zu-
sammenfassend entstehe das Bild einer mittelgradig ausgeprägten psychischen 
Störung zu diesem Zeitpunkt. Dieser Zustand sei mit einer 50%igen Arbeitsfähig-
keit im angestammten Beruf gut vereinbar. Aktuell bestehe aus rein psychiatri-
scher Sicht hinsichtlich der affektiven Symptomatik eine Besserung: die Depres-
sion sei teilremittiert, es finde sich kein manifester depressiver Affekt, der Antrieb 
sei in der Untersuchungssituation gut. Jedoch bestehe eine emotionale Labilität, 
eine starke Ermüdbarkeit und kognitive Störungen, so dass entsprechend dem 
Gesamtbild eine ca. 50%ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit at-

23

testiert werden könne. Diese Einschätzung sei aufgrund der Diskrepanzen mit 
Restunsicherheit verbunden. 

Die Arbeitsfähigkeit schätzten die J.________-Gutachter (im massgebenden 
psychiatrischen Teilgutachten) schliesslich auf 50% in der bisherigen Tätigkeit 
als Zahnärztin, wobei dies aufgrund der Inkonsistenzen mit einer Restunsicher-
heit verbunden sei. Mit schwankenden Verlauf bestehe dies so seit Oktober 
2015. In einer ruhigen Tätigkeit ohne Zeitdruck, ohne Schichtdienst und ohne zu-
sätzliche Stressoren, könne aus rein psychiatrischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit 
von ca. 80% erreicht werden. Dies sei so seit Oktober 2016 gegeben.

4.6 Eine zusammenfassende Würdigung des J.________-Gutachtens ergibt, 
dass aus allgemeinmedizinischer und neurologischer Sicht keine Einschränkung 
der Arbeitsfähigkeit, weder im Begutachtungszeitpunkt noch zuvor, festgestellt 
werden konnte.

Neuropsychologisch wurden Befunde erhoben, die formal einer mittelschweren 
neuropsychologischen Störung entsprechen. Gleichzeitig wurde betont, dass 
diesbezüglich eine grosse Diskrepanz zu akten- und eigenanamnestischen An-
gaben sowie zur Alltagsfunktionalität bestehe. Die Befunde würden eine Tätigkeit 
als Zahnärztin überhaupt nicht zulassen, dennoch übe sie den Beruf (reduziert) 
aus. Auch wenn die Testung als valide angegeben wurde, wurde die Validität der 
Befunde als nur eingeschränkt gegeben und die Beurteilung aufgrund von Inkon-
sistenzen als mit Restunsicherheiten verbunden bezeichnet. Auffallend ist so-
dann, dass die neuropsychologischen Gutachter wohl eine bestehende Arbeits-
unfähigkeit annahmen, auf eine Quantifizierung (wie schon Dr.med. L.________) 
aber verzichteten und hierzu auf das psychiatrische Teilgutachten verwiesen.

Auch das psychiatrische Teilgutachten verwies auf Diskrepanzen und Inkonsis-
tenzen. Den Verlauf bezeichneten sie für kognitive Störungen, die im ätiologi-
schen Zusammenhang mit der affektiven Erkrankung stehen, als eher unge-
wöhnlich; die Ätiologie einer mittelschweren neuropsychologischen Störung be-
zeichnen sie als unklar. In Ausmass und Dynamik lasse sich die kognitive 
Störung nicht vollständig erklären, eine mittelgradige neuropsychologische 
Störung erscheine im Rahmen der psychiatrischen Problematik nicht nachvoll-
ziehbar. Nicht vorstellbar sei, dass die Klägerin mit einer mittelgradigen kogniti-
ven Einschränkung ihre zahnärztliche Praxis eigenständig und wirtschaftlich 
führen könne. Die Gutachter können weder eine Depression, mittelschwere Epi-
sode, noch eine Persönlichkeitsstörung bestätigen. Die Funktionalität und die Ar-
beitsfähigkeit der Klägerin erachteten sie aus rein psychiatrischer Sicht durch die 
interaktionellen Schwierigkeiten mit affektiver Instabilität im Rahmen der Persön-
lichkeitsakzentuierung und durch die Ermüdbarkeit im Rahmen der teilremittierten 

24

Depression (Symptomatik formal derzeit einer Neurasthenie entsprechend) als 
eingeschränkt.

Es ist auffallend, wie viele Vorbehalte die J.________-Gutachter ihrer Beurteilung 
anbringen, wie sie durchwegs Restunsicherheiten betonen und die Validität als 
eingeschränkt beurteilen. Die Neuropsychologen erheben den Befund einer mit-
telgradigen Störung, heben gleichzeitig Diskrepanzen hervor und verweisen auf 
Restunsicherheiten sowie die Beurteilung durch die Psychiatrie. Im psychiatri-
schen Teilgutachten wiederum wird erklärt, Befund und Verlauf sei so nicht er-
klärbar und im Rahmen der psychiatrischen Problematik nicht nachvollziehbar. 

4.7 Für das vorliegende Klageverfahren sind nicht der Gesundheitszustand und 
nicht die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im Begutachtungszeitpunkt relevant. 
Wenn aber bereits die Beurteilung im Begutachtungszeitpunkt mit derart stark 
hervorgehobenen Restunsicherheiten behaftet ist, dann stellt sich mit Fug die 
Frage der Zuverlässigkeit einer retrospektiven Beurteilung. Diesbezüglich wurde 
bereits aufgezeigt, dass die J.________-Gutachter die Beurteilungen und Dia-
gnose-stellung des behandelnden Arztes Dr.med. (HR) E.________ als nicht 
nachvollziehbar qualifizierten. Dies im Gegensatz zur Beurteilung von Dr.med. 
G.________. Auch zum Austrittsbericht der Klinik I.________ (Hospitalisation 
Februar und März 2017) werden durch die Gutachter Vorbehalte geäussert, na-
mentlich fehle ein psychopathologischer Befund; es werde auf das Verhalten fo-
kussiert. Eine vergleichbare Kritik äusserte auch Dr.med. G.________. In der 
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit stützen sich die J.________-Gutachter insbe-
sondere auf die neuropsychologischen Untersuchungen durch Dr.med. 
L.________ ab. Diese habe im Oktober 2016 erstmals leichte kognitive Störun-
gen dokumentiert. Entsprechend halten die J.________-Gutachter eine Arbeits-
unfähigkeit von 50% in angestammter Tätigkeit resp. von 20% in angepasster 
Tätigkeit ab Oktober 2016 für möglich ("es ist davon auszugehen, dass die aktu-
ell attestierte Arbeitsfähigkeit seit 10/2016 gilt"; IV-act. 38-7/79). Gleichzeitig stel-
len sie aber auch fest, dass Dr.med. L.________ im Juni 2017 eine Verschlech-
terung des Befundes und die J.________-Gutachter selbst im August 2018 
nochmals eine Verschlechterung erhoben haben. Einfluss auf die Ar-
beits(un)fähigkeit hat dies ihres Erachtens indes nicht, was als nicht konsequent 
erscheint, aber den betonten Restunsicherheiten geschuldet sein dürfte. Zudem 
fällt auf, dass die Klägerin selber in der neuro-psychologischen Begutachtung 
ausführte, die kognitiven Auffälligkeiten hätten schleichend vor ungefähr einem 
Jahr begonnen, der seitherige Verlauf sei schwankend (IV-act. 38-57/79). 
Gemäss eigener Darstellung stellte sie somit die kognitiven Störungen überhaupt 
erst seit ungefähr Sommer 2017 fest. Es bestätigt dies die Diskrepanzen und 

25

Unsicherheiten. Zudem ist für diesen Zeitpunkt (Sommer 2017) auf den Bericht 
von Dr.med. L.________ vom 11. September 2017 zu verweisen, der von einer 
deutlichen Stabilisierung und einem unauffälligen Befund spricht (vgl. oben Erw. 
4.2.4). Gleichzeitig berichtete Dr.med. (HR) E.________ der IV-Stelle am 7. De-
zember 2017 in einem Verlaufsbericht für die Zeit ab Juli 2017 von einer rezidi-
vierenden depressiven Störung, gegenwärtig schwere Episode mit psychoti-
schem Symptomen, Verfolgungswahn, in diesem Ausmass seit Ende September 
anfangs Oktober 2017; ICD-10, F:33.2 (IV-act. 24). Es unterstreicht dies die auch 
von den J.________-Gutachtern festgestellten Widersprüche. Schliesslich 
bestätigt ein Blick in die Buchhaltung der Zahnarztpraxis der Klägerin, dass sie 
im strittigen Zeitraum als selbständige Zahnärztin effektiv tätig war, was gemäss 
J.________-Gutachter mit einer mittelgradigen kognitiven Störung nicht vereinbar 
wäre. Auch wenn die Patientenhonorare im Vergleich zu den Vorjahren (2013 
Fr. 476'885.75; 2014 Fr. 447'539.60; 2015 Fr. 407'888.85) gesunken sind, so wa-
ren diese dennoch auch im strittigen Zeitraum erheblich (2016 Fr. 287'330.40; 
2017 Fr. 188'714.47; 2018 Fr. 297'635.30; 2019 Fr. 182'640.20), was auf eine 
nicht unwesentliche Erwerbstätigkeit schliessen lässt. Kommt hinzu, dass die 
Klägerin im Jahr 2016 neben der beruflichen Tätigkeit mehr als die 50 vorge-
schriebenen Weiterbildungsstunden absolviert hat (IV-act. 38-29/79), was für ei-
ne gute Funktionalität im Alltag spricht. Aber auch die Fähigkeit, im massgebli-
chen Zeitraum eine neue Beziehung aufzubauen und schliesslich (April 2018) 
zum dritten Mal zu heiraten, ist ein gewichtiges Indiz gegen das Vorliegen einer 
psychiatrischen Störung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. 

5. Zusammenfassend vermag die Klägerin gestützt auf die vorliegenden me-
dizinischen Berichte den Beweis nicht zu erbringen, dass sie im eingeklagten 
Zeitraum, d.h. ab Juni 2016 bis Oktober 2017 - mit Ausnahme der Hospitalisation 
im Frühling 2017 - krankheitsbedingt arbeitsunfähig war. An den Berichten von 
Dr.med. (HR) E.________ bestehen aufgrund der Beurteilungen von Dr.med. 
G.________ und des J.________-Gutachtens erhebliche Zweifel. Aber auch das 
J.________-Gutachten selbst ist in seiner Aussagekraft betreffend die attestierte 
Arbeitsfähigkeit für die Vergangenheit ab Oktober 2016 beschränkt, indem es 
schon selber auf eingeschränkte Validität der Befunde sowie auf erhebliche Dis-
krepanzen und bestehende Restunsicherheiten hinweist. Gerade diese bestäti-
gen sich denn auch durch die tatsächlich ausgeübte Erwerbstätigkeit und Alltags-
funktionalität sowie die divergierenden Aussagen und Arztberichte. Mithin ver-
mag auch das J.________-Gutachten für die strittige Zeit den Versicherungsfall 
nicht zu beweisen. Dabei gilt es zu wiederholen, dass gemäss aktueller Recht-
sprechung der Nachweis unter dem strengen, ordentlichen Beweismass zu er-
bringen ist; überwiegende Wahrscheinlichkeit reicht nicht aus.

26

Da diese Diskrepanzen geradezu aktenkundig sind, vermögen auch weder ein 
Gerichtsgutachten noch Zeugen- oder Parteibefragungen die krankheitsbedingte 
Arbeitsunfähigkeit zu beweisen. Sie vermöchten die belegten, offenen Wider-
sprüche nicht zu beseitigen, weshalb in antizipierter Beweiswürdigung darauf zu 
verzichten ist (vgl. BGE 144 II 427 Erw. 3.1.3; Urteil BGer 4A_66/2018 vom 
15. Mai 2019 Erw. 2). Kommt hinzu, dass auch ein Gerichtsgutachten aufgrund 
der Beurteilung eines in der Vergangenheit liegenden Sachverhaltes auf die glei-
chen Unterlagen abstellen müsste wie die J.________-Gutachter. Eine persönli-
che Begutachtung brächte für die strittige Frage keine zusätzlichen Erkenntnisse. 
Diese Aufarbeitung aber haben die J.________-Gutachter bereits vorgenommen 
und dabei auf die bereits erwähnten Diskrepanzen und Restunsicherheiten, die 
eine krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit für das Gericht als nicht gegeben er-
scheinen lassen, hingewiesen. Für eine Befragung von damals involvierten Per-
sonen ist zu beachten, dass Aussagen allein aufgrund des schwindenden Erinne-
rungsvermögens infolge des Zeitablaufs (seit 2017) mit Unschärfe verbunden 
wäre; entscheidwesentliche Erkenntnisse sind daher nicht zu erwarten (Urteil 
BGer 4A_19/2021 vom 6.4.2021 Erw. 7.2.5). 

6. Die Klage ist damit im Sinne der Erwägungen abzuweisen. Kosten werden 
keine erhoben (Art 114 lit. e ZPO). Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein 
Anspruch auf eine Parteientschädigung.

7. Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung 
sind privatrechtlicher Natur, weshalb als Rechtsmittel an das Bundesgericht die 
Beschwerde in Zivilsachen gemäss Art. 72 ff. des Bundesgesetzes über das 
Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) vom 17. Juni 2005 in 
Betracht kommt (BGE 133 III 439 Erw. 2.1; Bundesgerichtsurteil 4A_695/2011 
vom 18.1.2012 Erw. 1.2). Weil das Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz 
Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung als 
einzige kantonale Instanz beurteilt, ist die Beschwerde in Zivilsachen zulässig, 
auch wenn der Streitwert von Fr. 30'000.-- nicht erreicht werden sollte (BGE 138 
III 2, Regeste und Erw. 1).

27

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:

1. Die Klage wird abgewiesen. 

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwerde*  
in Zivilsachen beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, erhoben werden 
(Art. 42 und 72ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 
173.110] vom 17.6.2005).

Soweit die Beschwerde in Zivilsachen nicht zulässig ist, kann in derselben 
Rechtsschrift subsidiäre Verfassungsbeschwerde* erhoben und die Verlet-
zung von verfassungsmässigen Rechten gerügt werden (Art. 113ff. BGG). 

5. Zustellung an:
- den Rechtsvertreter der Klägerin (2/R)
- die Beklagte (R)
- und die Eidg. Finanzmarktaufsicht FINMA, 3003 Bern (A). 

Schwyz, 19. Oktober 2021

Im Namen des Verwaltungsgerichts

Der Vizepräsident:

Die a.o. Gerichtsschreiberin:

*Anforderungen an die Beschwerdeschrift 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru-
mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form 
darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die 
sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 
hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen.

Versand: 21. Oktober 2021