# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f77043b3-4a0a-5047-a8a4-5a0884526b9a
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-15
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 15.09.2023 SK 2022 67
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2022-67_2023-09-15.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 22 67

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 15. September 2023 

Besetzung Oberrichterin Weingart (Präsidentin i.V.), 
Oberrichterin Friederich Hörr, 
Oberrichter Schmid
Gerichtsschreiberin Bucher

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer 1

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern
v.d. Staatsanwalt O.________, Kantonale Staatsanwaltschaft für 
Wirtschaftsdelikte, Speichergasse 12, 3011 Bern  

Berufungsführerin 2

und

C.________

Straf- und Zivilkläger 1

und

D.________

Straf- und Zivilklägerin 2

und

E.________

2

Straf- und Zivilklägerin 3

und

F.________ GmbH

Straf- und Zivilklägerin 4

und

G.________
v.d. Rechtsanwalt H.________

Straf- und Zivilklägerin 5

und

I.________

Straf- und Zivilklägerin 6

und

J.________

Straf- und Zivilkläger 7

und

K.________

Straf- und Zivilkläger 8

und

L.________

Zivilklägerin 1

und

M.________

Zivilklägerin 2

und

3

N.________

Zivilklägerin 3

Gegenstand qualfizierte ungetreue Geschäftsbesorgung, mehrfach begangen

Berufung gegen das Urteil des Kantonalen Wirtschafsstrafgerichts 
(Einzelgericht) vom 3. September 2021 (WSG 20 36)

4

Inhaltsübersicht

I. Formelles .......................................................................................................................6

1. Erstinstanzliches Urteil ...............................................................................................6

2. Berufung...................................................................................................................11

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen.....................................................................12

4. Anträge der Parteien ................................................................................................13

4.1 Anträge des Beschuldigten ...............................................................................13

4.2 Anträge der Generalstaatsanwaltschaft............................................................13

4.3 Weitere Parteien ...............................................................................................18

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer .................................................19

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung..............................................................................20

6. Sachverhalt ..............................................................................................................20

6.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift ........................................................................20

6.2 Unbestrittener und bestrittener Sachverhalt .....................................................21

6.3 Beweismittel ......................................................................................................22

7. Beweiswürdigung .....................................................................................................24

7.1 Allgemeine Grundlagen der Beweiswürdigung .................................................24

7.2 Beweisergebnis der Vorinstanz ........................................................................25

7.3 Oberinstanzliche Vorbringen der Parteien ........................................................26

7.4 In concreto ........................................................................................................29

Zu den Vertragsklauseln ..............................................................................................33

Aufklärung der Kundinnen und Kunden.......................................................................40

7.5 Deliktszeitraum .................................................................................................60

7.6 Ausbezahlte Retrozessionen ............................................................................60

7.7 Deliktsbeträge ...................................................................................................93

7.8 Wissen und Wollen ...........................................................................................97

7.9 Fazit Wissen und Wollen ..................................................................................99

8. Ersteller Sachverhalt ..............................................................................................100

III. Rechtliche Würdigung ............................................................................................100

9. Vorbemerkungen....................................................................................................100

10. Rechtliche Grundlagen .......................................................................................100

11. Subsumtion.........................................................................................................103

11.1 Objektiver Tatbestand.....................................................................................103

11.2 Subjektiver Tatbestand ...................................................................................105

5

12. Fazit ....................................................................................................................106

IV. Strafzumessung .....................................................................................................106

13. Anwendbares Recht ...........................................................................................106

14. Allgemeine Grundlagen der Strafzumessung.....................................................108

15. Wahl der Strafart, Methodik, Strafrahmen und schwerste Straftat .....................109

16. Gesamtfreiheitsstrafe .........................................................................................111

16.1 Einsatzstrafe für die qualifizierte ungetreue Geschäftsbesorgung zum Nachteil 
von AL.________.......................................................................................................111

16.2 Fazit zur Einsatzstrafe ....................................................................................112

16.3 Asperation der weiteren Delikte ......................................................................112

17. Täterkomponenten .............................................................................................113

18. Vollzug................................................................................................................114

19. Fazit und konkretes Strafmass ...........................................................................114

V. Zivilpunkt....................................................................................................................115

20. Rechtliche Grundlagen .......................................................................................115

21. In concreto..........................................................................................................115

VI. Kosten und Entschädigung ....................................................................................116

22. Verfahrenskosten ...............................................................................................116

22.1 Erstinstanzliches Verfahren ............................................................................116

22.2 Oberinstanzliches Verfahren...........................................................................116

23. Amtliche Entschädigung .....................................................................................117

23.1 Erstinstanzliches Verfahren ............................................................................117

23.2 Oberinstanzliches Verfahren...........................................................................117

24. Entschädigung der Straf- und Zivilklägerin 5......................................................117

VII. Verfügungen...........................................................................................................118

25. Tätigkeitsverbot ..................................................................................................118

25.1 Rechtliche Grundlagen ...................................................................................118

25.2 Subsumtion .....................................................................................................119

26. Ersatzforderung ..................................................................................................120

26.1 Rechtliche Grundlagen ...................................................................................120

26.2 Subsumtion .....................................................................................................121

VIII. Dispositiv................................................................................................................123

6

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Kantonale Wirtschaftsstrafgericht (nachfolgend Vorinstanz) fällte gegen den 
Beschuldigten und Berufungsführer 1 A.________ (nachfolgend Beschuldigter) am 
3. September 2021 folgendes Urteil (pag. 18 572 ff.; Hervorhebungen im Original): 

«[…]

I.

Das Strafverfahren gegen A.________, vgt.

wegen qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung, angeblich mehrfach begangen im Zeitraum 
von ca. Mai 2006 bis am 2. September 2006 in P.________(Ort) im Deliktsbetrag von total CHF 
51'511.02

wird eingestellt

ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten und ohne Ausrichtung einer Entschädigung 

II.

A.________, vgt., wird freigesprochen 

von der Anschuldigung der qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung, angeblich mehrfach 
begangen in P.________(Ort), im Deliktsbetrag von insgesamt CHF 189'973.80

1. zum Nachteil von Q.________ ab ca. 30. September 2006 im Deliktsbetrag von CHF 11'347.14 
(Ziff. 1.12 der Anklageschrift); 

2. zum Nachteil von R.________ sel. ab ca. 31. Dezember 2006 im Deliktsbetrag von CHF 
3'349.16 (Ziff. 1.30 der Anklageschrift); 

3. zum Nachteil von S.________ ab ca. 30. September 2006 im Deliktsbetrag von CHF 25'018.22 
(Ziff. 1.36 der Anklageschrift); 

4. zum Nachteil von T.________ ab ca. 30. September 2006 im Deliktsbetrag von CHF 3'494.90 
(Ziff. 1.39 der Anklageschrift); 

5. zum Nachteil von U.________ ab ca. 30. September 2008 im Deliktsbetrag von CHF 4'784.91 
(Ziff. 1.46 der Anklageschrift); 

6. zum Nachteil von V.________ ab ca. 30. September 2006 im Deliktsbetrag von CHF 17'105.75 
(Ziff. 1.53 der Anklageschrift); 

7. zum Nachteil von W.________ und X.________ ab ca. 30. September 2006 im Deliktsbetrag 
von CHF 124'873.72 (Ziff. 1.54 der Anklageschrift); 

unter Auferlegung der anteilsmässigen Verfahrenskosten von CHF 3'017.10 an den Kanton Bern 
und unter Ausrichtung einer anteilsmässigen Entschädigung an A.________, vgt., von CHF 2'177.25 
(inkl. Auslagen und MWST) für die angemessene Ausübung seiner Verfahrensrechte (Art. 429 Abs. 1 
lit. a StPO). Die Entschädigung wird direkt an Rechtsanwalt B.________ ausbezahlt.

7

III.

A.________, vgt., wird schuldig erklärt 

der qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung, mehrfach begangen von ca. 30. Juni 2008 bis 
ca. am 29. Dezember 2016 in P.________(Ort) im Gesamtdeliktsbetrag von CHF 1'034'749.37, na-
mentlich

1. zum Nachteil von Y.________ und Z.________ von ca. 30. Juni 2008 bis ca. am 23. Dezember 
2010 im Deliktsbetrag von CHF 6'584.86 (Ziff. 1.1 der Anklageschrift); 

2. zum Nachteil von C.________ von ca. 30. Juni 2008 bis ca. am 30. Dezember 2013 im Delikts-
betrag von CHF  23'716.53 (Ziff. 1.2 der Anklageschrift); 

3. zum Nachteil von AA.________ sel. von ca. 30. Juni 2008 bis ca. am 23. Dezember 2010 im De-
liktsbetrag von CHF 4'135.92 (Ziff. 1.3 der Anklageschrift); 

4. zum Nachteil von AB.________ von ca. 30. September 2008 bis ca. am 29. Dezember 2016 im 
Deliktsbetrag von CHF 4'978.63 (Ziff. 1.4 der Anklageschrift); 

5. zum Nachteil von AC.________ von ca. 30. September 2008 bis ca. am 23. Dezember 2010 im 
Deliktsbetrag von CHF 397.61 (Ziff. 1.5 der Anklageschrift); 

6. zum Nachteil von AD.________ und AE.________ von ca. 30. September 2008 bis ca. am 29. 
Dezember 2016 im Deliktsbetrag von CHF 1'557.62 (Ziff. 1.6 der Anklageschrift); 

7. zum Nachteil von AF.________ von ca. 30. Juni 2008 bis ca. am 31. Dezember 2012 im Delikts-
betrag von CHF 1'898.24 (Ziff. 1.7 der Anklageschrift); 

8. zum Nachteil von L.________ von ca. 30. September 2008 bis ca. am 29. Dezember 2016 im 
Deliktsbetrag von CHF 4'178.70 (Ziff. 1.8 der Anklageschrift); 

9. zum Nachteil von AG.________ von ca. 30. Juni 2008 bis ca. am 29. Dezember 2016 im De-
liktsbetrag von CHF 19'317.64 (Ziff. 1.9 der Anklageschrift); 

10. zum Nachteil von E.________ vom 1. Juli 2011 bis ca. am 29. Dezember 2016 im Deliktsbetrag 
von CHF 24'662.18 (Ziff. 1.10 der Anklageschrift);

11. zum Nachteil von G.________ vom 3. Januar 2012 bis ca. am 29. Dezember 2016 im Deliktsbe-
trag von CHF 10'359.65 (Ziff. 1.11 der Anklageschrift); 

12. zum Nachteil von AH.________ von ca. 30. Juni 2008 bis ca. am 20. Juni 2016 im Deliktsbetrag 
von CHF 10'458.01 (Ziff. 1.13 der Anklageschrift); 

13. zum Nachteil von BS.________ und AI.________ von ca. 31. Dezember 2008 bis ca. am 29. 
Dezember 2016 im Deliktsbetrag von CHF 1'256.35 (Ziff. 1.14 der Anklageschrift); 

14. zum Nachteil von AJ.________ ca. am 30. September 2008 und ca. am 31. Dezember 2008 im 
Deliktsbetrag von CHF 2'259.35 (Ziff. 1.15 der Anklageschrift); 

15. zum Nachteil von AK.________ sel. ca. am 30. September 2008 und ca. am 31. Dezember 2008 
im Deliktsbetrag von CHF 18'829.97 (Ziff. 1.16 der Anklageschrift); 

16. zum Nachteil von AL.________ von ca. 30. Juni 2008 bis ca. am 29. Dezember 2016 im Delikts-
betrag von CHF 438'851.20 (Ziff. 1.17 der Anklageschrift); 

17. zum Nachteil von AM.________ sel. und AN.________ von ca. 30. Juni 2008 bis ca. am 8. De-
zember 2014 im Deliktsbetrag von CHF 92.36 (Ziff. 1.18 der Anklageschrift); 

8

18. zum Nachteil von AO.________ von ca. 30. Juni 2008 bis ca. am 20. Juni 2012 im Deliktsbetrag 
von CHF 94'576.13 (Ziff. 1.19 der Anklageschrift); 

19. zum Nachteil von AP.________ von ca. 30. Juni 2008 bis ca. am 29. Dezember 2016 im De-
liktsbetrag von CHF 113'135.83 (Ziff. 1.20 der Anklageschrift); 

20. zum Nachteil von AQ.________ von ca. 30. September 2008 bis ca. am 29. Dezember 2016 im 
Deliktsbetrag von CHF 3'189.87 (Ziff. 1.21 der Anklageschrift); 

21. zum Nachteil von AR.________ von ca. 30. September 2008 bis ca. am 29. Dezember 2016 im 
Deliktsbetrag von CHF 210.26 (Ziff. 1.22 der Anklageschrift); 

22. zum Nachteil von AS.________ von ca. 30. Juni 2008 bis ca. am 29. Dezember 2016 im De-
liktsbetrag von CHF 2'609.96 (Ziff. 1.23 der Anklageschrift); 

23. zum Nachteil von AT.________ von ca. 30. Juni 2008 bis ca. am 29. Dezember 2016 im Delikts-
betrag von CHF 4'692.97 (Ziff. 1.24 der Anklageschrift); 

24. zum Nachteil von AU.________ von ca. 30. September 2008 bis ca. am 29. Dezember 2016 im 
Deliktsbetrag von CHF 13'182.22 (Ziff. 1.25 der Anklageschrift); 

25. zum Nachteil von AV.________ sel. von ca. 30. Juni 2008 bis ca. am 15. Dezember 2011 im De-
liktsbetrag von CHF 2'162.40 (Ziff. 1.26 der Anklageschrift); 

26. zum Nachteil von I.________ von ca. 30. September 2008 bis ca. am 29. Dezember 2016 im 
Deliktsbetrag von CHF 1'642.58 (Ziff. 1.27 der Anklageschrift); 

27. zum Nachteil von J.________ von ca. 30. September 2008 bis ca. am 29. Dezember 2016 im 
Deliktsbetrag von CHF 739.93 (Ziff. 1.28 der Anklageschrift); 

28. zum Nachteil von AW.________ ca. am 31. Dezember 2008 im Deliktsbetrag von CHF 3.49 (Ziff. 
1.29 der Anklageschrift); 

29. zum Nachteil von M.________ von ca. 30. Juni 2008 bis ca. am 27. März 2013 im Deliktsbetrag 
von CHF 2'628.30 (Ziff. 1.31 der Anklageschrift); 

30. zum Nachteil von AX.________ ca. am 30. Juni 2008 und ca. am 31. Dezember 2008 im De-
liktsbetrag von CHF 4'747.56 (Ziff. 1.32 der Anklageschrift); 

31. zum Nachteil der F.________ GmbH vom 10. Oktober 2011 bis ca. am 29. Dezember 2016 im 
Deliktsbetrag von CHF 5'519.84 (Ziff. 1.33 der Anklageschrift); 

32. zum Nachteil von AY.________ von ca. 30. Juni 2008 bis ca. am 29. Dezember 2016 im De-
liktsbetrag von CHF 63'883.95 (Ziff. 1.34 der Anklageschrift); 

33. zum Nachteil von AZ.________ vom 13. Oktober 2014 bis ca. am 29. Dezember 2016 im De-
liktsbetrag von CHF 4'320.43 (Ziff. 1.35 der Anklageschrift); 

34. zum Nachteil von BA.________ sel. von ca. 30. Juni 2008 bis ca. am 31. März 2014 im Delikts-
betrag von CHF 18'333.35 (Ziff. 1.37 der Anklageschrift); 

35. zum Nachteil von BB.________ und BC.________ von ca. 30. Juni 2008 bis ca. am 23. Dezem-
ber 2010 im Deliktsbetrag von CHF 572.81 (Ziff. 1.38 der Anklageschrift); 

36. zum Nachteil von BD.________ von ca. 30. Juni 2008 bis ca. am 23. Dezember 2010 im De-
liktsbetrag von CHF 322.38 (Ziff. 1.40 der Anklageschrift); 

9

37. zum Nachteil von BD.________ und BE.________ von ca. 30. Juni 2008 bis ca. am 29. Dezem-
ber 2016 im Deliktsbetrag von CHF 3'080.84 (Ziff. 1.41 der Anklageschrift); 

38. zum Nachteil von BF.________ von ca. 30. Juni 2008 bis ca. am 18. Dezember 2014 im Delikts-
betrag von CHF 646.84 (Ziff. 1.42 der Anklageschrift); 

39. zum Nachteil von BG.________ von ca. 30. Juni 2008 bis ca. am 29. Dezember 2016 im De-
liktsbetrag von CHF 22'068.16 (Ziff. 1.43 der Anklageschrift); 

40. zum Nachteil von BH.________ von ca. 30. Juni 2008 bis ca. am 31. Dezember 2012 im De-
liktsbetrag von CHF 1'949.24 (Ziff. 1.44 der Anklageschrift); 

41. zum Nachteil von BI.________ ca. am 31. Dezember 2008 im Deliktsbetrag von CHF 58.64 (Ziff. 
1.45 der Anklageschrift); 

42. zum Nachteil der N.________, bestehend aus BJ.________, BK.________, BL.________ und 
BM.________ sel., von ca. 30. Juni 2008 bis ca. am 14. Dezember 2015 im Deliktsbetrag von 
CHF 10'874.93 (Ziff. 1.47 der Anklageschrift); 

43. zum Nachteil von BJ.________ von ca. 30. Juni 2008 bis ca. am 12. Dezember 2013 im Delikts-
betrag von CHF 1'717.90 (Ziff. 1.48 der Anklageschrift); 

44. zum Nachteil von BN.________ von ca. 30. Juni 2008 bis ca. am 15. Dezember 2011 im De-
liktsbetrag von CHF 4'083.69 (Ziff. 1.49 der Anklageschrift); 

45. zum Nachteil von BO.________ und BP.________ sel. von ca. 30. Juni 2008 bis ca. am 15. De-
zember 2011 im Deliktsbetrag von CHF 18'120.78 (Ziff. 1.50 der Anklageschrift); 

46. zum Nachteil von K.________ von ca. 30. Juni 2008 bis ca. am 15. Dezember 2011 im Delikts-
betrag von CHF 53'414.85 (Ziff. 1.51 der Anklageschrift); 

47. zum Nachteil von BQ.________ von ca. 30. Juni 2008 bis ca. am 31. Dezember 2012 im De-
liktsbetrag von CHF 8'724.42 (Ziff. 1.52 der Anklageschrift); 

und er wird in Anwendung der 
Art. 40, 42 Abs. 1, 44, 47, 49 Abs. 1 sowie Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 und 3 StGB
sowie Art. 422, 426 Abs. 1 und Art. 433 Abs. 1 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 17 Monaten.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.

2. Zur Bezahlung einer Ersatzforderung von CHF 50'000.00 an den Kanton Bern (Art. 71 StGB). 

3. Zur Bezahlung der auf die Schuldsprüche entfallenden Verfahrenskosten, ausmachend CHF 
27'153.70, bestehend aus:

den Kosten der Voruntersuchung:
Gebühr CHF 18'400.00
Auslagen CHF 270.80

den Kosten der Hauptverhandlung (inkl. schriftliche Begründung):
Gebühr CHF 10'000.00

den Kosten für das Führen der Anklage durch die Staatsanwaltschaft:

10

Gebühr CHF 1'500.00

./. durch den Kanton Bern zu bezahlen (10%) CHF -3'017.10

Total ausmachend CHF 27'153.70

Wird keine schriftliche Urteilsbegründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um CHF 1'200.00. 
Die reduzierten Verfahrenskosten betragen somit CHF 25'953.70.

IV.

Die Entschädigung für die amtliche Verteidigung von A.________, vgt., durch Rechtsanwalt 
B.________ wird wie folgt bestimmt:

Anzahl Satz
amtliche Entschädigung 84.9166 200.00 CHF 16'983.35
Auslagen MWST-pflichtig CHF 3'232.40
Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 20'215.70 CHF 1'556.60
abzüglich 10% (entfällt auf Freisprüche) CHF -2'177.25
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 19'595.10

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwalt B.________ für die amtliche Verteidigung von 
A.________, vgt., mit CHF 19'595.10.

A.________, vgt., hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung für Rechtsanwalt 
B.________ von CHF 19'595.10 zurückzuzahlen, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlau-
ben (Art. 135 Abs. 4 StPO). 

V.

1. Die Zivilklage des Privatklägers 1, C.________, vgt., wird teilweise gutgeheissen. A.________, 
vgt., wird in Anwendung von Art. 41 OR und Art. 126 StPO zur Bezahlung von CHF 23'716.53 
an C.________ verurteilt.

Soweit weitergehend wird die Zivilklage abgewiesen.

2. Die Zivilklage der Privatklägerin 2, L.________, vgt., wird teilweise gutgeheissen. A.________, 
vgt., wird in Anwendung von Art. 41 OR und Art. 126 StPO zur Bezahlung von CHF 4'178.70 an 
L.________ verurteilt. 

Soweit weitergehend wird die Zivilklage auf den Zivilweg verwiesen.

3. Die Zivilklage der Privatklägerin 3, AG.________, vgt., wird teilweise gutgeheissen. 
A.________, vgt., wird in Anwendung von Art. 41 OR und Art. 126 StPO zur Bezahlung von CHF 
19'317.64 an AG.________ verurteilt. 

Soweit weitergehend wird die Zivilklage auf den Zivilweg verwiesen.

4. Die Zivilklage der Privatklägerin 4, E.________, vgt., wird teilweise gutgeheissen. A.________, 
vgt., wird in Anwendung von Art. 41 OR und Art. 126 StPO zur Bezahlung von CHF 24'662.18 
an E.________, verurteilt. 

Soweit weitergehend wird die Zivilklage auf den Zivilweg verwiesen.

5. Die Zivilklage der Privatklägerin 5, G.________, vgt., wird auf den Zivilweg verwiesen (Art. 126 
Abs. 2 lit. b StPO).

11

A.________, vgt., wird zur Bezahlung einer Parteientschädigung von pauschal CHF 5'000.00 
(inkl. Auslagen und MWST) an G.________ verurteilt (Art. 433 Abs. 1 StPO).

6. Die Zivilklage der Privatklägerin 6, I.________, vgt., wird teilweise gutgeheissen. A.________, 
vgt., wird in Anwendung von Art. 41 OR und Art. 126 StPO zur Bezahlung von CHF 1'642.58 an 
I.________ verurteilt.

Soweit weitergehend wird die Zivilklage abgewiesen.

7. Die Zivilklage des Privatklägers 7, J.________, vgt., wird teilweise gutgeheissen. A.________, 
vgt., wird in Anwendung von Art. 41 OR und Art. 126 StPO zur Bezahlung von CHF 739.93 an 
J.________ verurteilt. 

Soweit weitergehend wird die Zivilklage auf den Zivilweg verwiesen.

8. Die Zivilklage der Privatklägerin 8, M.________, vgt., wird teilweise gutgeheissen. 
A.________, vgt., wird in Anwendung von Art. 41 OR und Art. 126 StPO zur Bezahlung von CHF 
2'628.30 an M.________ verurteilt. 

Soweit weitergehend wird die Zivilklage auf den Zivilweg verwiesen.

9. Die Zivilklage der Privatklägerin 9, F.________ GmbH, vgt., wird teilweise gutgeheissen. 
A.________, vgt., wird in Anwendung von Art. 41 OR und Art. 126 StPO zur Bezahlung von CHF 
5'519.84 an die F.________ GmbH verurteilt. 

Soweit weitergehend wird die Zivilklage auf den Zivilweg verwiesen.

10. Die Zivilklage der Privatklägerin 10, N.________, vgt., wird teilweise gutgeheissen. 
A.________, vgt., wird in Anwendung von Art. 41 OR und Art. 126 StPO zur Bezahlung von CHF 
10'874.93 an die N.________ verurteilt. 

Soweit weitergehend wird die Zivilklage abgewiesen.

11. Die Zivilklage des Privatklägers 11, K.________, vgt., wird teilweise gutgeheissen. 
A.________, vgt., wird in Anwendung von Art. 41 OR und Art. 126 StPO zur Bezahlung von CHF 
53'414.85 an K.________ verurteilt. 

Soweit weitergehend wird die Zivilklage auf den Zivilweg verwiesen.

12. Für die Beurteilung der Zivilklagen werden keine Kosten ausgeschieden.

[Eröffnungs- und Mitteilungsformel]»

2. Berufung

Gegen das Urteil der Vorinstanz meldete die Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsde-
likte (nachfolgend Staatsanwaltschaft) am 10. September 2021 die Berufung an 
(pag. 18 603). Mit Eingabe vom 13. September 2021 meldete Rechtsanwalt 
B.________ namens und auftrags des Beschuldigten ebenfalls die Berufung an 
(pag. 18 605). Die schriftliche Urteilsbegründung datiert vom 3. Februar 2022 (pag. 
18 613 ff.) und wurde den Parteien mit Verfügung vom gleichen Tag zugestellt 
(pag. 18 903 ff.). Mit Schreiben vom 4. Februar 2022 betraute die Generalstaats-
anwaltschaft des Kantons Bern (nachfolgend Generalstaatsanwaltschaft) Staats-
anwalt O.________, Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsdelikte, mit der Wahrneh-
mung der generalstaatsanwaltschaftlichen Aufgaben vor den Strafkammern des 
Obergerichts (pag. 18 909).

12

Seitens der Generalstaatsanwaltschaft wurde am 24. Februar 2022 fristgerecht die 
Berufungserklärung eingereicht (pag. 18 931 ff.). Die Berufungserklärung des Be-
schuldigten datiert vom 23. Februar 2022 und ging ebenfalls fristgerecht beim 
Obergericht des Kantons Bern ein (pag. 18 926 ff.). 

Die Generalstaatsanwaltschaft und Rechtsanwalt H.________ namens und auf-
trags der Straf- und Zivilklägerin 5 G.________ (nachfolgend Straf- und Zivilkläge-
rin 5) erklärten jeweils kein Nichteintreten auf die Berufung des Beschuldigten und 
verzichteten auf die Erklärung der Anschlussberufung (Eingaben vom 3. März 2022 
[pag. 18 965] bzw. 4. März 2022 [pag. 18 968]). Der Beschuldigte seinerseits und 
die weiteren Parteien liessen sich innert Frist nicht vernehmen.

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Die Verteidigung des Beschuldigten stellte und begründete mit Berufungserklärung 
vom 23. Februar 2022 die Beweisanträge, es seien BT.________ vom 
BU.________(Verband) (nachfolgend BU.________(Verband)) und BV.________ 
von der BW.________(AG) anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung als Zeu-
ginnen einzuvernehmen (pag. 18 927). Sowohl die Generalstaatsanwaltschaft mit 
Schreiben vom 3. März 2022 (pag. 18 965) als auch die Straf- und Zivilklägerin 5 
mit Schreiben vom 4. März 2022 (pag. 18 968) verzichteten explizit auf eine Stel-
lungnahme zu den Beweisanträgen. Die übrigen Parteien liessen sich innert Frist 
nicht vernehmen. Mit begründetem Beschluss vom 2. Juni 2022 wurden die Be-
weisanträge der Verteidigung abgewiesen (pag. 18 971 ff.). 

Im Hinblick auf die oberinstanzliche Verhandlung wurde über den Beschuldigten 
von Amtes wegen ein aktueller Leumundsbericht, datierend vom 22. August 2023 
(pag. 19 000 ff.), samt Bericht über die wirtschaftlichen Verhältnisse mit Datum vom 
10. August 2023 (pag. 19 003 f.), und ein aktueller Strafregisterauszug, datierend 
vom 28. August 2023 (pag. 19 006), eingeholt. Ebenfalls wurde ein Auszug aus 
dem Betreibungsregister, datierend vom 6. September 2023, über den Beschuldig-
ten ediert (pag. 19 010). Anlässlich der Berufungsverhandlung stellte der Beschul-
digte erneut den Beweisantrag, es sei BV.________ von der BW.________(AG) als 
Zeugin einzuvernehmen (pag. 19 014). Weiter beantragte der Beschuldigte, es sei 
ein Beleg aus der Buchhaltung der BX.________(GmbH) (nachfolgend 
BX.________(GmbH)) vom 1. Juli 2015 bis 30. Juni 2016 zu den Akten zu erken-
nen (pag. 19 036). Der Straf- und Zivilkläger 8 K.________ (nachfolgend Straf- und 
Zivilkläger 8) beantragte seinerseits, es sei nachzuforschen, wo die ausbezahlten 
Retrokommissionen seien (pag. 19 015). Mit Beschluss vom 12. September 2023 
entschied die Kammer, den Beleg aus der Buchhaltung der BX.________(GmbH) 
zu den Akten zu nehmen (pag. 19 036). Der Beweisantrag auf Befragung von 
BV.________ als Zeugin wurde hingegen abgewiesen. Für die Begründung wird 
auf die Ausführungen im Protokoll verwiesen (pag. 19 015). Ebenfalls begründet 
abgewiesen wurde der Beweisantrag des Straf- und Zivilklägers 8 (zur Begründung 
vgl. pag. 19 016). In der oberinstanzlichen Verhandlung wurde sodann der Be-
schuldigte erneut zu Person und Sache einvernommen (pag. 19 017 ff.).

13

4. Anträge der Parteien

4.1 Anträge des Beschuldigten

Rechtsanwalt B.________ verwies namens und auftrags des Beschuldigten anläss-
lich der Berufungsverhandlung vorab auf die Anträge gemäss der Berufungser-
klärung vom 23. Februar 2022 (pag. 18 926) und führte mündlich aus (pag. 19 
038):

«Soweit das Strafverfahren nicht verjährt sei, sei der Beschuldigte freizusprechen von der Anschuldi-
gung der angeblich mehrfach begangenen, qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung, unter Auf-
erlegung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten an den Kanton Bern und teilweise an die 
Privatklägerschaft. Dem Beschuldigten sei eine Genugtuung im richterlichen Ermessen zzgl. Zins von 
5 % seit dem 19. Dezember 2017 zuzusprechen sowie eine Parteientschädigung für die notwendigen 
Aufwendungen im Verfahren. Von einer Ersatzforderung sei abzusehen und die Zivilklagen seien ab-
zuweisen. Allfällige weitere Verfügungen seien von Amtes wegen zu treffen und das amtliche Honorar 
sei gerichtlich zu bestimmen.»

4.2 Anträge der Generalstaatsanwaltschaft

Staatsanwalt O.________ stellte und begründete für die Generalstaatsanwaltschaft 
folgende Anträge (pag. 19 048 ff.; Hervorhebungen im Original):

«I.

Das Strafverfahren gegen A.________ wegen qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung, mehr-
fach begangen im Zeitraum von ca. Mai 2006 bis 2. September 2006, im Deliktsbetrag von total CHF 
207’678.671 sei zufolge Verjährung einzustellen (Ziff. I. Urteil WSG). 
Im Einzelnen: 

1.  zum Nachteil von Y.________ und Z.________ im Deliktsbetrag von CHF 932.53 (Ziff. 1.1 der 
Anklageschrift); 

2. zum Nachteil von C.________ im Deliktsbetrag von CHF 7’373.66 (Ziff. 1.2 der Anklageschrift); 

3. zum Nachteil von AA.________ sel. im Deliktsbetrag von CHF 3’363.55 (Ziff. 1.3 der Anklage-
schrift); 

4. zum Nachteil von AB.________ im Deliktsbetrag von CHF 2’271.76 (Ziff. 1.4 der Anklage-
schrift); 

5. zum Nachteil von AC.________ im Deliktsbetrag von CHF 925.70 (Ziff. 1.5 der Anklageschrift); 

6. zum Nachteil von AF.________ im Deliktsbetrag von CHF 775.14 (Ziff. 1.7 der Anklageschrift); 

7. zum Nachteil von AG.________ im Deliktsbetrag von CHF 2’068.05 (Ziff. 1.9 der Anklage-
schrift); 

8. zum Nachteil von Q.________ im Deliktsbetrag von CHF 3’364.91 (Ziff. 1.12 der Anklage-
schrift);

9. zum Nachteil von AH.________ im Deliktsbetrag von CHF 2’951.84 (Ziff. 1.13 der Anklage-
schrift); 

Fussnote 1: Vgl. Tabelle 'Deliktsbeträge für Berufungserklärung'

14

10. zum Nachteil von AJ.________ im Deliktsbetrag von CHF 2’200.40 (Ziff. 1.15 der Anklage-
schrift); 

11. zum Nachteil von AK.________ sel. im Deliktsbetrag von CHF 24'634.92 (Ziff. 1.16 der Ankla-
geschrift); 

12. zum Nachteil von AL.________ im Deliktsbetrag von CHF 5’2030.76 (Ziff. 1.17 der Anklage-
schrift); 

13. zum Nachteil von AO.________ im Deliktsbetrag von CHF 6’934.23 (Ziff. 1.19 der Anklage-
schrift); 

14.   zum Nachteil von AP.________ im Deliktsbetrag von CHF 1’7618.47 (Ziff. 1.20 der Anklage-
schrift); 

15.  zum Nachteil von AT.________ im Deliktsbetrag von CHF 41’449.41 (Ziff. 1.24 der Anklage-
schrift); 

16.  zum Nachteil von AV.________ sel. im Deliktsbetrag von CHF 1’838.75 (Ziff. 1.26 der Ankla-
geschrift); 

17.   zum Nachteil von M.________ im Deliktsbetrag von CHF 496.29 (Ziff. 1.31 der Anklageschrift); 

18.   zum Nachteil von AX.________ im Deliktsbetrag von CHF 2’8050.43 (Ziff. 1.32 der Anklage-
schrift); 

19.  zum Nachteil von AY.________ im Deliktsbetrag von CHF 7’476.38 (Ziff. 1.34 der Anklage-
schrift); 

20. zum Nachteil von S.________ im Deliktsbetrag von CHF 1’876.16 (Ziff. 1.36 der Anklage-
schrift); 

21. zum Nachteil von BA.________ sel. im Deliktsbetrag von CHF 5’115.73 (Ziff. 1.37 der Ankla-
geschrift); 

22. zum Nachteil von BB.________ und BC.________ im Deliktsbetrag von CHF 2'674.46 (Ziff. 
1.38 der Anklageschrift); 

23. zum Nachteil von T.________ im Deliktsbetrag von CHF 1’059.32 (Ziff. 1.39 der Anklage-
schrift); 

24. zum Nachteil von BD.________ im Deliktsbetrag von CHF 1’942.87 (Ziff. 1.40 der Anklage-
schrift); 

25. zum Nachteil von BD.________ und BE.________ im Deliktsbetrag von CHF 6’102.46 (Ziff. 
1.41 der Anklageschrift); 

26. zum Nachteil von BH.________ im Deliktsbetrag von CHF 437.79 (Ziff. 1.44 der Anklage-
schrift); 

27. zum Nachteil von BN.________ im Deliktsbetrag von CHF 3’315.76 (Ziff. 1.49 der Anklage-
schrift); 

28. zum Nachteil von BO.________ und BP.________ sel. im Deliktsbetrag von CHF 5’325.51 
(Ziff. 1.50 der Anklageschrift);

29. zum Nachteil von BQ.________ im Deliktsbetrag von CHF 69.54 (Ziff. 1.52 der Anklageschrift); 

15

30. zum Nachteil von V.________ im Deliktsbetrag von CHF 4’572.83 (Ziff. 1.53 der Anklage-
schrift); 

31. zum Nachteil von W.________ und X.________ im Deliktsbetrag von CHF 1’0740.04 (Ziff. 
1.54 der Anklageschrift). 

II.

A.________ sei schuldig zu erklären der qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung, mehrfach 
begangen von 3. September 2006 bis ca. 31. Dezember 2016, im Deliktsbetrag von total CHF 
1'933’580.382. Im Einzelnen: 

1. zum Nachteil von Y.________ und Z.________ von ca. 11. September 2006 bis ca. am 31. 
Dezember 2010 im Deliktsbetrag von CHF 13’063.36 (Ziff. 1.1 der Anklageschrift); 

2. zum Nachteil von C.________ von ca. 4. September 2006 bis ca. am 31. Dezember 2013 im 
Deliktsbetrag von CHF 57’289.71 (Ziff. 1.2 der Anklageschrift); 

3. zum Nachteil von AA.________ sel. von ca. 5. September 2006 bis ca. am 31. Dezember 2010 
im Deliktsbetrag von CHF 12’815.70 (Ziff. 1.3 der Anklageschrift); 

4. zum Nachteil von AB.________ von ca. 5. September 2006 bis ca. am 31. Dezember 2016 im 
Deliktsbetrag von CHF 11'421.07 (Ziff. 1.4 der Anklageschrift); 

5. zum Nachteil von AC.________ von ca. 15. November 2006 bis ca. am 31. Dezember 2010 im 
Deliktsbetrag von CHF 1’990.55 (Ziff. 1.5 der Anklageschrift); 

6. zum Nachteil von AD.________ und AE.________ von ca. Dezember 2006 bis ca. am 31. De-
zember 2016 im Deliktsbetrag von CHF 1’583.43 (Ziff. 1.6 der Anklageschrift); 

7. zum Nachteil von AF.________ von ca. 11. September 2006 bis ca. am 31. Dezember 2012 im 
Deliktsbetrag von CHF 7’552.19 (Ziff. 1.7 der Anklageschrift); 

8. zum Nachteil von L.________ von ca. 26. Januar 2007 bis ca. am 31. Dezember 2016 im De-
liktsbetrag von CHF 7’391.37 (Ziff. 1.8 der Anklageschrift); 

9. zum Nachteil von AG.________ von ca. Dezember 2006 bis ca. am 31. Dezember 2016 im 
Deliktsbetrag von CHF 19’956.24 (Ziff. 1.9 der Anklageschrift); 

10. zum Nachteil von E.________ von ca. 29. Juni 2011 bis ca. am 31. Dezember 2016 im De-
liktsbetrag von CHF 24’662.18 (Ziff. 1.10 der Anklageschrift); 

11. zum Nachteil von G.________ von 21. November 2011 bis ca. am 31. Dezember 2016 im De-
liktsbetrag von CHF 10’359.65 (Ziff. 1.11 der Anklageschrift); 

12. zum Nachteil von Q.________ von ca. 7. September 2006 bis ca. 31 Dezember 2006 im De-
liktsbetrag von CHF 7’982.23 (Ziff. 1.12 der Anklageschrift);

13. zum Nachteil von AH.________ von ca. 4. September 2006 bis ca. am 31. Dezember 2015 im 
Deliktsbetrag von CHF 29’988.10 (Ziff. 1.13 der Anklageschrift); 

Fussnote 2: Vgl. Tabelle 'Deliktsbeträge für Berufungserklärung'

14. zum Nachteil von BS.________ und AI.________ von ca. 23. Oktober 2006 bis ca. am 31. De-
zember 2016 im Deliktsbetrag von CHF 1’465.30 (Ziff. 1.14 der Anklageschrift); 

15. zum Nachteil von AJ.________ von ca. am 14. September 2006 und ca. am 31. Dezember 
2008 im Deliktsbetrag von CHF 8’385.92 (Ziff. 1.15 der Anklageschrift); 

16

16. zum Nachteil von AK.________ sel. von ca. am 4. September 2006 und ca. am 31. Dezember 
2008 im Deliktsbetrag von CHF 12’8598.12 (Ziff. 1.16 der Anklageschrift); 

17. zum Nachteil von AL.________ von ca. 7. September 2006 bis ca. am 31. Dezember 2016 im 
Deliktsbetrag von CHF 610’763.69 (Ziff. 1.17 der Anklageschrift); 

18. zum Nachteil von AM.________ sel. und AN.________ von ca. 14. März 2008 bis ca. am 31. 
Dezember 2014 im Deliktsbetrag von CHF 215.34 (Ziff. 1.18 der Anklageschrift); 

19. zum Nachteil von AO.________ von ca. 4. September 2006 bis ca. am 31. Dezember 2015 im 
Deliktsbetrag von CHF 128’344.67 (Ziff. 1.19 der Anklageschrift); 

20. zum Nachteil von AP.________ von ca. 12. September 2006 bis ca. am 31. Dezember 2016 
im Deliktsbetrag von CHF 164’178.10 (Ziff. 1.20 der Anklageschrift); 

21. zum Nachteil von AQ.________ von ca. Dezember 2006 bis ca. am 31. Dezember 2016 im 
Deliktsbetrag von CHF 3’481.30 (Ziff. 1.21 der Anklageschrift); 

22. zum Nachteil von AR.________ von ca. Dezember 2006 bis ca. am 31. Dezember 2016 im 
Deliktsbetrag von CHF 827.35 (Ziff. 1.22 der Anklageschrift); 

23. zum Nachteil von AS.________ von ca. 20. April 2007 bis ca. am 31. Dezember 2016 im De-
liktsbetrag von CHF 4’190.18 (Ziff. 1.23 der Anklageschrift); 

24. zum Nachteil von AT.________ von ca. 5. September 2006 bis ca. am 31. Dezember 2016 im 
Deliktsbetrag von CHF 21’223.49 (Ziff. 1.24 der Anklageschrift); 

25. zum Nachteil von AU.________ von ca. 21. November 2006 bis ca. am 31. Dezember 2016 im 
Deliktsbetrag von CHF 17’435.42 (Ziff. 1.25 der Anklageschrift); 

26. zum Nachteil von AV.________ sel. von ca. 27. September 2006 bis ca. am 31. Dezember 
2011 im Deliktsbetrag von CHF 13’865.26 (Ziff. 1.26 der Anklageschrift); 

27. zum Nachteil von I.________ von ca. 10. Oktober 2006 bis ca. am 31. Dezember 2016 im De-
liktsbetrag von CHF 5’630.36 (Ziff. 1.27 der Anklageschrift); 

28. zum Nachteil von J.________ von ca. 17. Mai 2007 bis ca. am 31. Dezember 2016 im Delikts-
betrag von CHF 948.31 (Ziff. 1.28 der Anklageschrift); 

29. zum Nachteil von AW.________ von ca. 15. Februar 2007 bis ca. am 31. Dezember 2008 im 
Deliktsbetrag von CHF 1’730.89 (Ziff. 1.29 der Anklageschrift); 

30. zum Nachteil von R.________ sel. von ca. 10. November 2006 bis ca. am 31. Dezember 2007 
im Deliktsbetrag von CHF 3’349.18 (Ziff. 1.30 der Anklageschrift); 

31. zum Nachteil von M.________ von ca. 16. Oktober 2006 bis ca. am 4. Januar 2013 im Delikts-
betrag von CHF 4'606.71 (Ziff. 1.31 der Anklageschrift);

32. zum Nachteil von AX.________ von ca. am 4. September 2006 und ca. am 31. Dezember 
2008 im Deliktsbetrag von CHF 109’905.88 (Ziff. 1.32 der Anklageschrift); 

33. zum Nachteil der F.________ GmbH von 29. August 2011 bis ca. am 31. Dezember 2016 im 
Deliktsbetrag von CHF 5’519.84 (Ziff. 1.33 der Anklageschrift); 

34. zum Nachteil von AY.________ von ca. 14. September 2006 bis ca. am 31. Dezember 2011 
im Deliktsbetrag von CHF 90’996.27 (Ziff. 1.34 der Anklageschrift); 

17

35. zum Nachteil von AZ.________ von 18. September 2014 bis ca. am 31. Dezember 2016 im 
Deliktsbetrag von CHF 4’320.95 (Ziff. 1.35 der Anklageschrift); 

36. zum Nachteil von S.________ von ca. 8. September 2006 bis ca. am 31. Dezember 2016 im 
Deliktsbetrag von CHF 23’575.07 (Ziff. 1.36 der Anklageschrift); 

37. zum Nachteil von BA.________ sel. von ca. 11. September 2006 bis ca. am 18. März 2014 im 
Deliktsbetrag von CHF 35’071.40 (Ziff. 1.37 der Anklageschrift); 

38. zum Nachteil von BB.________ und BC.________ von ca. 5. September 2006 bis ca. am 31. 
Dezember 2010 im Deliktsbetrag von CHF 2’584.83 (Ziff. 1.38 der Anklageschrift); 

39. zum Nachteil von T.________ von ca. 14. September 2006 bis ca. 31. Dezember 2007 im De-
liktsbetrag von CHF 2'435.58 (Ziff. 1.39 der Anklageschrift); 

40. zum Nachteil von BD.________ von ca. 14. September 2006 bis ca. am 31. Dezember 2010 
im Deliktsbetrag von CHF 3’427.97 (Ziff. 1.40 der Anklageschrift); 

41. zum Nachteil von BD.________ und BE.________ von ca. 13. Oktober 2006 bis ca. am 31. 
Dezember 2016 im Deliktsbetrag von CHF 6’102.46 (Ziff. 1.41 der Anklageschrift); 

42. zum Nachteil von BF.________ von ca. 29. November 2006 bis ca. am 14. Oktober 2014 im 
Deliktsbetrag von CHF 31’027.91 (Ziff. 1.42 der Anklageschrift); 

43. zum Nachteil von BG.________ von ca. 10. Oktober 2006 bis ca. am 31. Dezember 2016 im 
Deliktsbetrag von CHF 23'653.75 (Ziff. 1.43 der Anklageschrift); 

44. zum Nachteil von BH.________ von ca. 8. November 2006 bis ca. am 31. Dezember 2012 im 
Deliktsbetrag von CHF 5’397.36 (Ziff. 1.44 der Anklageschrift); 

45. zum Nachteil von BI.________ von ca. am 13. Dezember 2006 bis ca. 31. Dezember 2008 im 
Deliktsbetrag von CHF 3’002.62 (Ziff. 1.45 der Anklageschrift); 

46. zum Nachteil von U.________ von ca. 9. Juli 2008 bis ca. 31. Dezember 2012 im Deliktsbetrag 
von CHF 4’784.91 (Ziff. 1.46 der Anklageschrift); 

47. zum Nachteil der N.________, bestehend aus BJ.________, BK.________, BL.________ und 
BM.________ sel., von ca. 13. September 2006 bis ca. am 31. Dezember 2015 im Deliktsbe-
trag von CHF 191’408.26 (Ziff. 1.47 der Anklageschrift); 

48. zum Nachteil von BJ.________ von ca. 3. April 2007 bis ca. am 31. Dezember 2013 im De-
liktsbetrag von CHF 3’086.87 (Ziff. 1.48 der Anklageschrift); 

49. zum Nachteil von BN.________ von ca. 6. September 2006 bis ca. am 31. Dezember 2011 im 
Deliktsbetrag von CHF 18’818.01 (Ziff. 1.49 der Anklageschrift); 

50. zum Nachteil von BO.________ und BP.________ sel. von ca. 6. September 2006 bis ca. am 
31. Dezember 2011 im Deliktsbetrag von CHF 37'334.82 (Ziff. 1.50 der Anklageschrift);

51. zum Nachteil von K.________ von ca. 8. Juni 2007 bis ca. am 31. Dezember 2011 im Delikts-
betrag von CHF 61’926.69 (Ziff. 1.51 der Anklageschrift); 

52. zum Nachteil von BQ.________ von ca. 15. September 2006 bis ca. am 31. Dezember 2012 
im Deliktsbetrag von CHF 12’754.21 (Ziff. 1.52 der Anklageschrift); 

53. zum Nachteil von V.________ ab ca. 7. September 2006 bis ca. am 31. Dezember 2007 im 
Deliktsbetrag von CHF 14’266.43 (Ziff. 1.53 der Anklageschrift); 

18

54. zum Nachteil von W.________ und X.________ ab ca. 5. September 2006 bis ca. am 31. De-
zember 2016 im Deliktsbetrag von CHF 116’882.92 (Ziff. 1.54 der Anklageschrift). 

und er sei in Anwendung von Art. 29 Bst. a, 40, 42 Abs. 1, 47, 67 Abs.1, 158 Ziff. 1 Abs. 1 und 3 
StGB, 
Art. 422 und 426 Abs. 1 StPO 

zu verurteilen:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten; unter Gewährung des bedingten Strafvollzugs bei 
einer Probezeit von 2 Jahren; 

2. zur Bezahlung der Verfahrenskosten der Voruntersuchung sowie der erst- und oberin-
stanzlichen Verfahrenskosten (inkl. einer Gebühr von je CHF 1'500.00 gemäss Art. 21 VKD); 

3. zur Bezahlung einer Ersatzforderung in gerichtlich zu bestimmender Höhe an den Kanton 
Bern. 

4. zu einem Berufsverbot während 5 Jahren, konkret zum Verbot: 

4.1. selbständiger Erwerbstätigkeit im Bereich Treuhand-, Finanz- und/oder Immobilienbe-
reich sowie 

4.2. unselbständiger Erwerbstätigkeit im Treuhand-, Finanz- und/oder Immobilienbereich mit 
eigener Zeichnungsberechtigung (auch Kollektivzeichnungsberechtigung) sowie mit 
rechtlicher und/oder faktischer Verfügungsberechtigung über finanzielle Mittel Dritter. 

Im Weiteren sei zu verfügen: 

1. Das Honorare der amtlichen Verteidigung sei gerichtlich zu bestimmen (Art. 135 StPO). 

2. Das Urteil sei soweit erforderlich den nötigen Stellen mitzuteilen.»

Auf entsprechende Nachfrage der Vorsitzenden im Rahmen der Berufungsver-
handlung präzisierte die Generalstaatsanwaltschaft sodann, dass die Einstellung 
des Strafverfahrens gegen den Beschuldigten (Ziff. I. des erstinstanzlichen Urteils-
dispositivs [pag. 18 574]) nicht angefochten werde (pag. 19 015). 

4.3 Weitere Parteien

Den Straf- und Zivilklägerinnen und Straf- und Zivilklägern 1-8 und den Zivilkläge-
rinnen 1-3 wurde mit Vorladung vom 25. Oktober 2022 das Erscheinen an der obe-
rinstanzlichen Hauptverhandlung freigestellt (pag. 18 986 ff.). Einzig der Straf- und 
Zivilkläger 8 meldete sich für eine Teilnahme an der Berufungsverhandlung an. Er 
stellte anlässlich der Hauptverhandlung keine Anträge, führte aber aus, bei einem 
solchen Vermögensschaden, so sei bei ihm die ganze Vorsorgekasse verzockt 
worden, gehe es nicht an, dass man mit einem billigen Ding davonkomme. Das fin-
de er störend. Das Geld zurückfordern sei kaum möglich und eine Wiedergutma-
chung ziemlich unwahrscheinlich (pag. 19 041).

Die weiteren Parteien liessen sich innert Frist nicht vernehmen, erschienen nicht 
zur Verhandlung und stellten auch keine schriftlichen Anträge.

19

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Nach Art. 404 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung (StPO; SR 312.0) 
überprüft das Berufungsgericht das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochte-
nen Punkten. 

Die Berufung der Staatanwaltschaft wurde beschränkt erhoben. Sie richtet sich ge-
gen den Freispruch vom Vorwurf der mehrfachen qualifizierten ungetreuen Ge-
schäftsbesorgung unter Auferlegung der anteilsmässigen Verfahrenskosten an den 
Kanton Bern und unter Ausrichtung einer anteilsmässigen Entschädigung an den 
Beschuldigten bzw. dessen Verteidigung (Ziff. II. des erstinstanzlichen Urteilsdis-
positivs; pag. 18 574 ff.), den Schuldspruch wegen mehrfacher qualifizierter unge-
treuer Geschäftsbesorgung (Ziff. III.1.-47. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs; 
pag. 18 575 ff.) sowie die Bemessung der Strafe und die Verlegung der Verfah-
renskosten (Ziff. III.1. und III.3. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs; pag. 18 
578). 

Auch der Beschuldigte hat das erstinstanzliche Urteil – trotz anderslautender An-
gabe in der Berufungserklärung vom 23. Februar 2022 (vgl. pag. 18 926) – nur 
teilweise angefochten. Die Berufung des Beschuldigten richtet sich ebenfalls gegen 
den erstinstanzlichen Schuldspruch wegen mehrfacher qualifizierter ungetreuer 
Geschäftsbesorgung (Ziff. III.1.-47. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs; pag. 18 
575 ff.) sowie sinngemäss den damit zusammenhängenden Sanktionenpunkt, die 
Ersatzforderung (Ziff. III.2. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs; pag. 18 578) 
und die sich daraus ergebenden Kosten- und Entschädigungsfolgen. Weiter ange-
fochten ist das Urteil im Zivilpunkt (Ziff. V. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs; 
pag. 18 579 f.). Hinsichtlich der Verfahrenseinstellung (Ziff. I. des erstinstanzlichen 
Urteilsdispositivs; pag. 18 574) und des Freispruchs (Ziff. II. des erstinstanzlichen 
Urteilsdispositivs; pag. 18 574 f.) fehlt dem Beschuldigten ohnehin die Legitimation.

Der Straf- und Zivilpunkt des erstinstanzlichen Urteils ist somit durch die Kammer 
neu zu beurteilen. Die Kammer hat zufolge Anfechtung eine neue Strafzumessung 
vorzunehmen und über das von der Generalstaatsanwaltschaft beantragte Tätig-
keitsverbot sowie über die Ersatzforderung zu befinden. In der Konsequenz ist 
auch über die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten hinsichtlich der Entschädi-
gung für die amtliche Verteidigung im erstinstanzlichen Verfahren zu entscheiden 
(Ziff. IV. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs; pag. 18 579). Auf die Höhe der 
amtlichen Entschädigung ist demgegenüber nicht mehr zurückzukommen (BGE 
6B_1231/2022 vom 10. März 2023). Weiter ist die Ziff. I. (Einstellung des Strafver-
fahrens wegen qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung, angeblich mehrfach 
begangen in der Zeit von ca. Mai 2006 bis am 2. September 2006 ohne Ausschei-
dung von Verfahrenskosten und ohne Ausrichtung einer Entschädigung; pag. 18 
574) des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs in Rechtskraft erwachsen und bildet 
nicht mehr Gegenstand des Berufungsverfahrens.

Die Kammer verfügt über volle Kognition (Art. 398 Abs. 3 StPO). Aufgrund der ei-
genständigen Berufung der Generalstaatsanwaltschaft betreffend den Sanktionen-
punkt (Ziff. III.1. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs; pag. 18 578) und den Frei-
spruch (Ziff. II. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs; pag. 18 574 f.) sowie die 

20

Schuldsprüche (Ziff. III.1.-47. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs; pag. 18 575 
ff.) darf das erstinstanzliche Urteil in diesen Punkten auch zum Nachteil des Be-
schuldigten abgeändert werden, das Verschlechterungsverbot gilt diesbezüglich 
nicht (Art. 391 Abs. 2 StPO e contrario). In allen übrigen Punkten darf das erstin-
stanzliche Urteil nicht zum Nachteil des Beschuldigten abgeändert werden (Art. 391 
Abs. 2 StPO).

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Sachverhalt

6.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift

Gemäss Ziff. 1. der Anklageschrift vom 22. Dezember 2020 wird dem Beschuldig-
ten zusammengefasst mehrfache qualifizierte ungetreue Geschäftsbesorgung im 
Gesamtdeliktsbetrag von CHF 2'141'259.05, begangen von ca. Mai 2006 bis am 
29. Dezember 2016, vorgeworfen. Dies, indem er als selbständiger, von den in der 
Anklageschrift aufgeführten Kundinnen und Kunden im Namen und handelnd für 
die BX.________(GmbH) mittels Verwaltungs- oder Anlageberatungsvertrag beauf-
tragter Vermögensverwalter im Zusammenhang mit der Verwaltung eines jeweils 
nicht unerheblichen Vermögenskomplexes unrechtmässig Rückvergütungen ein-
behalten haben soll. Gemäss dem Zusammenarbeitsvertrag zwischen der 
BY.________(Bank) (nachfolgend BY.________(Bank)) und der 
BX.________(GmbH) habe sich die BY.________(Bank) verpflichtet, jährlich eine 
Entschädigung von 25% der jährlich vereinnahmten Depotgebühren, quartalsweise 
60% der von den Kundinnen und Kunden bezahlten Courtagen (bei Aufträgen mit 
einem Gegenwert kleiner oder gleich CHF 13'000.00 eine Rücklastschrift über CHF 
30.00) sowie quartalsweise 70% des Bruttodevisenertrages aus Börsengeschäften 
zu bezahlen. Die BY.________(Bank) habe die entsprechenden Gutschriften je-
weils auf das Konto Nr. BZ.________, lautend auf die BX.________(GmbH), über-
wiesen. Der Beschuldigte soll die von der BY.________(Bank) geleisteten Anteile 
der Depotgebühren, Courtagen und Bruttodevisenerträgen einbehalten haben, oh-
ne die in der Anklageschrift aufgeführten Kundinnen und Kunden vollständig und 
kumulativ darüber orientiert zu haben, was Retrozessionen sind und wie sie gene-
riert würden, in welcher Grössenordnung die zu erwartenden Rückvergütungen 
sich bewegen würden (wie durch Angabe einer Prozentbandbreite des verwalteten 
Vermögens), dass diese grundsätzlich ihnen und nicht der BX.________(GmbH) 
zustehen würden und dass die Kundinnen und Kunden entsprechend Anspruch auf 
Herausgabe der Retrozessionen gehabt hätten. Dadurch habe er seine auftrags-
rechtlichen Vermögensfürsorge-, Informations-, Abrechnungs- und Herausgabe-
pflichten verletzt, was bei den in der Anklageschrift aufgeführten Kundinnen und 
Kunden zu einem Vermögensschaden von insgesamt ca. 
CHF 2'141'259.05 geführt habe, da diese Kundinnen und Kunden mangels Offen-
legung der Retrozessionen ihre Herausgabeansprüche nicht hätten geltend ma-
chen können. Der Beschuldigte habe in der Absicht gehandelt, der 
BX.________(GmbH) einen vermögenswerten Vorteil zu verschaffen, auf welchen 

21

diese aufgrund des fehlenden rechtsgültigen Verzichts keinen Anspruch gehabt 
habe (pag. 16 001 001 ff.).

6.2 Unbestrittener und bestrittener Sachverhalt

Unstrittig ist, dass die BX.________(GmbH) am DS.________ (Datum) mit einem 
Stammkapital von CHF 20'000.00 gegründet wurde und der Beschuldigte kurz 
nach der Gründung am DU.________ (Datum) im Namen der 
BX.________(GmbH) ein Gesuch um Beitritt beim BU.________(Verband) stellte. 
Nach einem Besuch bei der BX.________(GmbH) nahm der 
BU.________(Verband) diese in ihren Verband auf. Ebenfalls unstrittig und akten-
kundig ist, dass die BX.________(GmbH) (damals noch in Gründung) am 
DV.________ (Datum) mit der BY.________(Bank) einen Zusammenarbeitsvertrag 
abschloss. Aus dem dazugehörigen Anhang, in welchem die Entschädigung der 
BX.________(GmbH) geregelt ist, ergeben sich die folgenden Ansprüche der 
BX.________(GmbH) gegenüber der BY.________(Bank):

- 25% der jährlich vereinnahmten Depotgebühren,

- quartalsweise 60% der von den Kundinnen und Kunden der 
BX.________(GmbH) bezahlten Courtagen, wobei für Aufträge mit einem Ge-
genwert von höchstens CHF 13'000.00 eine Rücklastschrift von CHF 30.00 er-
folgte sowie

- quartalsweise 70% des Bruttodevisenertrags aus Börsengeschäften.

Als Grund, weshalb die BX.________(GmbH) mit der BY.________(Bank) zusam-
menarbeitete, gab der Beschuldigte an, die BY.________(Bank) habe die besten 
Konditionen gehabt und die meisten Retrozessionen bezahlt (pag. 18 413, Z. 119). 
Der Zusammenarbeitsvertrag wurde per 29. Januar 2010 erneuert, wobei die Ent-
schädigungsregelung davon nicht tangiert wurde. Demnach standen dem Beschul-
digten gemäss dem Zusammenarbeitsvertrag mit der BY.________(Bank) jährlich 
eine Entschädigung von 25% der jährlich vereinnahmten Depotgebühren, quar-
talsweise 60% der von den Kundinnen und Kunden bezahlten Courtagen sowie 
quartalsweise 70% der Bruttodevisenerträge aus Börsengeschäften zu und die 
BY.________(Bank) überwies diese Gutschriften jeweils auf das Konto Nr. 
BZ.________ bzw. CA.________ der BX.________(GmbH). Der Beschuldigte stellt 
nicht in Abrede, dass es sich bei diesen Vergütungen um sog. Rückvergütungen 
bzw. um Retrozessionen gehandelt hat. Unbestritten ist weiter, dass der Beschul-
digte im Namen und handelnd für die BX.________(GmbH) als selbstständiger 
Vermögensverwalter mittels Verwaltungs- oder Anlageberatungsverträgen tätig war 
und die von der BY.________(Bank) ausgerichteten Retrozessionen nicht an die in 
der Anklageschrift angeführten Kundinnen und Kunden weiterleitete. Er verwendete 
die Retrozessionen stattdessen zur Deckung des eigenen Finanzbedarfs bzw. für 
private Investitionen. Erstellt ist auch, dass die Vermögensverwaltungs- und Anla-
geberatungsverträge zwischen der BX.________(GmbH) und ihren Kundinnen und 
Kunden in verschiedenen Fassungen existierten (vgl. dazu E. 7.4.4. hiernach) und 
es sich hierbei um Aufträge im Sinne von Art. 394 ff. des Bundesgesetzes über das 
Obligationenrecht (OR; SR 220) handelte. Die BX.________(GmbH) wurde 

22

schliesslich am DT.________ (Datum) im Handelsregister gelöscht und anschlies-
send liquidiert.

Der Beschuldigte bestreitet nicht, gewusst zu haben, dass die Retrozessionen 
grundsätzlich den Kundinnen und Kunden zustehen und diese über ihren Anspruch 
informiert werden müssen. Er macht demgegenüber geltend, der 
BU.________(Verband) bzw. Rechtsanwalt CB.________ habe im Rahmen des 
Beitrittsgesprächs die Vertragsklausel betreffend Retrozessionen insofern ergänzt, 
als die Retrozessionen vollständig der BX.________(GmbH) zustünden und dem 
Auftraggeber kein Aufschluss über erhaltene Retrozessionen erteilt werde. Er habe 
diese Formulierung übernehmen müssen, um in den BU.________(Verband) auf-
genommen zu werden. Obwohl im Vertrag stehe, dass keine Auskunft über die Re-
trozessionen erteilt werde, habe er all seinen Kundinnen und Kunden eine mündli-
che Aufklärung darüber abgegeben, wie hoch die Retrozessionen seien, sodass sie 
es hätten nachvollziehen können. Er habe seine Kundschaft stets darüber infor-
miert, was Retrozessionen seien und sie seien einverstanden gewesen, dass diese 
ihm zukommen würden. Die jeweilige Höhe der Retrozessionen hätten die Kundin-
nen und Kunden den Bankauszügen, die ihnen zugestellt worden seien, entneh-
men können bzw. sie hätten jederzeit bei ihm nachfragen können. Er habe dem-
nach die Retrozessionen nicht unrechtmässig einbehalten. 

Folglich ist in einem ersten Schritt die Beweisfrage zu beantworten, ob die Kundin-
nen und Kunden rechtsgültig auf die Retrozessionen verzichtet haben (vgl. E. 7.7.4 
hiernach). Dabei ist zu prüfen, ob die fragliche Ergänzung der Vertragsklausel be-
treffend Retrozessionen vom BU.________(Verband) so vorgegeben wurde. Weiter 
ist zu prüfen, ob und inwiefern der Beschuldigte seine Kundinnen und Kunden über 
die Retrozessionen informierte. Ebenfalls ist fraglich, ob die Kundinnen und Kun-
den über die Höhe der anfallenden Retrozessionen informiert waren. Unklar ist fer-
ner, ob der Beschuldigte seine Kundinnen und Kunden darüber aufklärte, dass die 
Retrozessionen grundsätzlich den Kundinnen und Kunden zustehen würden. 

6.3 Beweismittel

Die Vorinstanz hat die zahlreichen in den Akten liegenden Dokumente äusserst 
sogfältig, ausführlich und vollständig wiedergegeben (pag. 18 632 bis pag. 18 648, 
S. 20 bis S. 36 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Mit einigen wenigen Ab-
weichungen hinsichtlich der Deliktsbeträge, auf die nachfolgend noch im Detail ein-
gegangen wird (vgl. E. 7.6.2 und E. 7.7 hiernach), stimmen auch die erstellten Ta-
bellen mit den bis dahin erhobenen Beweismitteln überein, weshalb grundsätzlich 
darauf verwiesen wird. Diese Ausführungen wurden von den Parteien oberinstanz-
lich auch nicht in Frage gestellt. 

Weiter fasste die Vorinstanz die Aussagen des Beschuldigten (polizeiliche Einver-
nahmen [pag. 05 001 001 ff. und pag. 05 001 010 ff.], staatsanwaltschaftliche Ein-
vernahmen [pag. 05 001 015 ff. und pag. 05 001 025 ff.], erstinstanzliche Haupt-
verhandlung [pag. 18 410 ff.]) und von CB.________ (staatsanwaltschaftliche Ein-
vernahme [pag. 05 006 001 ff.]) ausführlich zusammen, weshalb ebenfalls darauf 
verwiesen werden kann (pag. 18 648 ff., S. 36 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung). Gleiches gilt hinsichtlich den Ausführungen zu den schriftlichen Bericht-

23

erstattungen der angeschriebenen, vormaligen Kundinnen und Kunden des Be-
schuldigten bzw. der BX.________(GmbH) (Y.________ und Z.________ [pag. 05 
021 077 ff.]; des Straf- und Zivilklägers 1 C.________ [nachfolgend Straf- und Zivil-
kläger 1; pag. 05 022 007 ff.]; AC.________ [pag. 05 025 006 ff.]; AF.________ 
[pag. 05 028 007 ff.]; der Zivilklägerin 1 L.________ [nachfolgend Zivilklägerin 1; 
pag. 05 029 008 ff.]; der Straf- und Zivilklägerin 2 AG.________ [nachfolgend Straf- 
und Zivilklägerin 2; pag. 05 030 011 ff.]; der Straf- und Zivilklägerin 3 E.________ 
[nachfolgend Straf- und Zivilklägerin 3] bzw. Straf- und Zivilklägerin 4 F.________ 
GmbH [nachfolgend Straf- und Zivilklägerin 4; pag. 05 031 010 ff.]; BS.________ 
und AI.________ [pag. 05 033 006 ff.]; AJ.________ und AK.________ sel. [pag. 
05 034 006 ff.]; AL.________ [pag. 05 035 006 ff.]; AQ.________ und 
AR.________ [pag. 05 039 006 ff. und pag. 05 040 006 ff.]; AS.________ und 
AT.________ [pag. 05 041 006 ff. und pag. 05 042 006 ff.]; der Straf- und Zivilklä-
gerin 6 I.________ [nachfolgend Straf- und Zivilklägerin 6; pag. 05 044 007 ff.]; des 
Straf- und Zivilklägers 7 J.________ [nachfolgend Straf- und Zivilkläger 7; pag. 05 
045 007 ff.]; AW.________ [pag. 05 046 006 ff.]; der Zivilklägerin 2 M.________ 
[nachfolgend Zivilklägerin 2; pag. 05 047 007 ff.] BB.________ und BC.________ 
[pag. 05 051 006 ff.]; BF.________ [pag. 05 055 006 ff.]; BH.________ [pag. 05 
057 008 ff.]; der Zivilklägerin 3 N.________ [nachfolgend Zivilklägerin 3; pag. 05 
059 006 ff.]; BN.________ [pag. 05 060 006]; des Straf- und Zivilklägers 8 [pag. 05 
061 008 ff.]; BQ.________ [pag. 05 062 006]; W.________ und X.________ [pag. 
05 063 007 ff.]) sowie der Aussagen der Straf- und Zivilklägerin 3 bzw. Straf- und 
Zivilklägerin 4 (polizeiliche Einvernahme [pag. 05 003 001 ff.], erstinstanzliche 
Hauptverhandlung [pag. 18 384 ff.]), der Straf- und Zivilklägerin 5 (polizeiliche Ein-
vernahme [pag. 05 002 001 ff.]), von AL.________ (erstinstanzliche Hauptverhand-
lung [pag. 18 400 ff.), von AR.________ (erstinstanzliche Hauptverhandlung [pag. 
18 364 ff.]), von U.________ (staatsanwaltschaftliche Einvernahme [pag. 05 004 
001 ff.]), des Straf- und Zivilklägers 8 (erstinstanzliche Hauptverhandlung [pag. 18 
371 ff.]) und von W.________ (staatsanwaltschaftlichen Einvernahme [pag. 05 005 
001 ff.]), auf die die Vorinstanz jeweils einzeln einging (pag. 18 709 ff., S. 97 ff. der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 

Ebenfalls zutreffend fasste die Vorinstanz die jeweils aktenkundigen Verträge, 
Vollmachten, Notizen und Besprechungsprotokolle sowie weitere Unterlagen der 
einzelnen Kundinnen und Kunden zusammen (pag. 18 709 ff., S: 97 ff. der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung). Weiter berücksichtigt werden Telefonnotizen der 
Staatsanwaltschaft vom 13. Juli 2020 betreffend AA.________ sel. (pag. 05 023 
006), vom 6. Juli 2020 betreffend AD.________ und AE.________ (pag. 05 027 
006), vom 6. Juli 2020 betreffend die Straf- und Zivilklägerin 2 (pag. 05 030 006 f.) 
und vom 31. Juli 2020 betreffend AH.________ (pag. 05 032 006) sowie Schreiben 
der Zivilklägerin 1 vom 21. Juli 2020 (pag. 05 029 007), der Straf- und Zivilklägerin 
2 vom 6. Juli 2020 (pag. 05 030 008 ff.) und der Straf- und Zivilklägerin 3 vom 
14. Juli 2020 (pag. 05 031 008 f.) sowie Dokumente aus dem Prozess vor dem 
Handelsgericht des Kantons Bern zwischen dem Beschuldigten und BO.________ 
und BP.________ sel. (pag. 18 234 ff.).

24

Auf eine Zusammenfassung der oberinstanzlich erhobenen Beweismittel wird ver-
zichtet und hierauf direkt im Rahmen der nachfolgenden Beweiswürdigung einge-
gangen.

7. Beweiswürdigung

7.1 Allgemeine Grundlagen der Beweiswürdigung

Das Gericht würdigt das Ergebnis der Beweisaufnahme und fällt das Urteil nach 
seiner freien, aus der Hauptverhandlung und den Akten gewonnenen Überzeugung 
(Art. 350 Abs. 2 i.V.m. Art. 10 Abs. 2 StPO). Freie Beweiswürdigung bedeutet, dass 
jede verurteilende Erkenntnis auf der aus der Beweiswürdigung geschöpften Über-
zeugung des Gerichts von der Schuld der beschuldigten Person beruhen soll. Die 
freie Beweiswürdigung gründet auf gewissenhaft festgestellten Tatsachen und logi-
schen Schlussfolgerungen; sie darf sich nicht auf blossen Verdacht oder blosse 
Vermutung stützen (HOFER, in: Basler Kommentar StPO/JStPO, 2. Aufl. 2014, 
N. 58 und 61 zu Art. 10 StPO, m.w.H.). Bestehen unüberwindliche Zweifel an der 
Erfüllung der tatsächlichen Voraussetzungen der angeklagten Tat, so geht das Ge-
richt von der für die beschuldigte Person günstigeren Sachlage aus (Art. 10 Abs. 3 
StPO).

Der Grundsatz «in dubio pro reo» als Beweiswürdigungsregel besagt, dass sich 
das Gericht nicht von einem für die angeklagte Person ungünstigen Sachverhalt 
überzeugt erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel bestehen, ob sich 
der Sachverhalt so verwirklicht hat. Dabei sind bloss abstrakte und theoretische 
Zweifel nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und absolute Gewiss-
heit nicht verlangt werden kann. Es muss sich um erhebliche und nicht zu unter-
drückende Zweifel handeln, d.h. um solche, die sich nach der objektiven Sachlage 
aufdrängen. Liegen keine direkten Beweise vor, ist auch ein indirekter Beweis 
zulässig. Beim Indizienbeweis wird aus bestimmten Tatsachen, die nicht unmittel-
bar rechtserheblich, aber bewiesen sind (Indizien), auf die zu beweisende, unmit-
telbar rechtserhebliche Tatsache geschlossen. Eine Mehrzahl von Indizien, welche 
für sich alleine nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf die Täterschaft oder 
die Tat hinweisen und einzeln betrachtet die Möglichkeit des Andersseins offen 
lassen, können einen Anfangsverdacht verstärken und in ihrer Gesamtheit ein Bild 
erzeugen, das bei objektiver Betrachtung keine Zweifel bestehen lässt, dass sich 
der Sachverhalt so verwirklicht hat (Urteile des Bundesgerichts 6B_605/2016 vom 
15. September 2016  E. 2.8; 6B_300/2015 vom 3. Dezember 2015 E. 3.2.2; 
6B_781/2010 vom 13. Dezember 2010 E. 3.2, je mit Hinweisen).

Bei der Würdigung von Aussagen ist grundsätzlich zu beachten, dass jede (Zeug-
en-) Aussage eine Leistung ist, die gewisse Sinnes- und Geistesangaben zur 
Wahrnehmung einer Tatsache sowie zur Mitteilung des Wahrgenommenen voraus-
setzt. Die drei notwendigen Bestandteile dafür sind Wahrnehmungs-, Erinnerungs- 
und Ausdrucksfähigkeit. Die Gefahr einer irrtümlich falschen Aussage liegt in der 
allgemeinen Unzulänglichkeit menschlichen Erkennens absoluter Wahrheit und in 
der Subjektivität des Zeugenbeweises (vgl. zum Ganzen BÄHLER, in: Basler Kom-
mentar StPO/JStPO, 2. Aufl. 2014, N. 1 ff. zu Art. 163 StPO).

25

7.2 Beweisergebnis der Vorinstanz

Die Vorinstanz gelangte zum Ergebnis, dass der Beschuldigte seine Kundinnen 
und Kunden darüber aufgeklärt habe, dass Retrozessionen anfallen würden und 
wie hoch diese in Prozent von den Kommissionen seien, auch wenn er diese sei-
nen bis dahin noch verbliebenen Kundinnen und Kunden erst im Jahr 2013 schrift-
lich abgegeben habe. Hingegen habe er seinen Kundinnen und Kunden nicht mit-
geteilt, dass diese selbst grundsätzlich Anspruch auf die Retrozessionen gehabt 
hätten und habe sie auch nicht darüber aufgeklärt, wie hoch die Retrozessionen bei 
ihrem verwalteten Vermögen in etwa ausfallen würden. Stattdessen habe der Be-
schuldigte damit geworben, dass er nicht teurer für sie sei, als die Bank, und habe 
diese damit vom Wesentlichen abgelenkt (pag. 18 698 f., S. 86 f. der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung). Die Vorinstanz ging weiter davon aus, dass die Vertrags-
bestimmungen des Beschuldigten betreffend die Retrozessionen gemeinsam mit 
dem BU.________(Verband) erarbeitet worden seien bzw. der 
BU.________(Verband) dem Beschuldigten vorgegeben habe, wie die Bestimmun-
gen unter gewissen Umständen zu lauten hätten. Der Beschuldigte habe beim Bei-
tritt in den BU.________(Verband) alles ihm Zumutbare unternommen, um den An-
forderungen der aktuellen Rechtsprechung des Bundesgerichts zu genügen und 
gewollt, dass seine Bestimmung gesetzeskonform sei. Am 8. April 2008 habe der 
Beschuldigte einen Anruf von BT.________ vom BU.________(Verband) erhalten, 
die ihn darauf aufmerksam gemacht habe, dass seine Retrozessionen hoch seien 
und ihm empfohlen, den Vermögensverwaltungsvertrag noch einmal gut daraufhin 
zu prüfen, ob die Klausel bezüglich der Retrozessionen auch genügend sei. Ab 
diesem Zeitpunkt habe dem Beschuldigten bewusst gewesen sein müssen, dass 
sogar der BU.________(Verband) der Auffassung sei, dass seine Bestimmung be-
treffend die Retrozessionen heikel sei. Ab da hätte der Beschuldigte aktiv werden 
und sich erkundigen müssen, ob seine Bestimmungen betreffend die Retrozessio-
nen noch genügend seien. Er habe folglich nicht mehr alles ihm Zumutbare unter-
nommen, damit seine Bestimmung den gesetzlichen Anforderungen genügen wür-
de (zum Ganzen pag. 18 699 f., S. 87 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 
Der Beschuldigte habe somit erst ab dem 8. April 2008 vorsätzlich gehandelt. In 
Bezug auf die Kundin S.________ führte die Vorinstanz aus, dass sie aufgrund ih-
rer Erfahrungen an der Börse gewusst habe, dass ihr grundsätzlich die Retrozessi-
onen zustehen würden und auch, wie hoch diese beim von ihr angelegten Vermö-
gen in etwa ausfallen würden (pag. 18 814, S. 202 der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung). Betreffend U.________ gelangte die Vorinstanz zum Ergebnis, dass der 
Beschuldigte diesen nicht über seinen Anspruch auf Retrozessionen aufgeklärt, 
U.________ aber nachträglich auf die Auszahlung der Retrozessionen verzichtet 
habe (pag. 18 837, S. 225 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Hinsichtlich 
W.________ und X.________ kam die Vorinstanz zum Schluss, dass der Beschul-
digte diese über die Retrozessionen informiert habe und als W.________ anläss-
lich seiner Einvernahme die konkrete Höhe der Retrozessionen erfahren habe, ha-
be er zumindest nachträglich darauf verzichtet (pag. 18 865, S. 253 der erstinstanz-
lichen Urteilsbegründung).

26

7.3 Oberinstanzliche Vorbringen der Parteien

7.3.1 Vorbringen des Beschuldigten

Rechtsanwalt B.________ brachte für den Beschuldigten im Rahmen der Beru-
fungsverhandlung im Wesentlichen vor, rund drei Viertel aller Verträge seien in ei-
ner Zeit geschlossen worden, in der die Rechtsprechung des Bundesgerichts vom 
22. März 2006 betreffend den rechtsgültigen Verzicht auf Retrozessionen der brei-
ten Öffentlichkeit noch nicht bekannt gewesen sei. Die Standesregeln des 
BU.________(Verband) per DW.________ (Datum) hätten sich im Vergleich zu je-
nen per DX.________ (Datum) trotz des vorgenannten Urteils des Bundesgerichts 
inhaltlich nicht verändert. Auch habe die Behandlung von Rückvergütungen keinen 
hohen Stellenwert eingenommen, was angesichts der Vertragsweite und der Aus-
sage von CB.________, wonach Retrozessionen ein grosses Thema gewesen sei-
en, erstaune. Mit Aufnahmegesuch vom DY.________ (Datum) habe der Beschul-
digte dem BU.________(Verband) ein Muster des Verwaltungsauftrags mit dem 
Passus «Zusätzlich erhält die BX.________(GmbH) Retrokommissionen der Part-
nerunternehmen.» eingereicht. In der Checkliste Vermögensverwaltungsvertrag, 
die offensichtlich von einem Mitarbeiter des BU.________(Verband) ausgefüllt 
worden sei, stehe bei der Behandlung von Retrozessionen «Aufschluss oder nicht 
& wem kommen sie zu Gute», was genau das sei, was auch in den Standesregeln 
erwähnt werde. Indem der Beschuldigte den Vertrag derart ergänzt habe, dass die 
Retrozessionen vollständig der BX.________(GmbH) zustünden und kein Auf-
schluss darüber erteilt werde, habe er genau diese Korrektur vorgenommen. 
Gemäss CB.________ wäre der Beschuldigte, wäre die Vereinbarung nicht geset-
zeskonform gewesen, nicht in den BU.________(Verband) aufgenommen worden. 
Demnach müsse der Vertrag nach dieser Korrektur gesetzeskonform gewesen 
sein. Es gebe keine plausible Erklärung, weshalb der Beschuldigte seine ursprüng-
liche, entsprechend seinen Aussagen bessere Formulierung angepasst hätte, wäre 
es nicht so gesagt worden. Wie die Vorinstanz richtig erwäge, habe der 
BU.________(Verband) dem Beschuldigten die Wahl gelassen, ob er über die Re-
trozessionen Aufschluss geben wolle oder nicht und er habe sich dann für die Vari-
ante «keinen Aufschluss» entschieden. Aber CB.________ habe die «falsche» Er-
gänzung bereits im Rahmen der gemeinsamen Besprechung vorgenommen und 
nicht erst danach. Es sei auf die Aussage des Beschuldigten abzustellen. Die Aus-
führungen der Vor-instanz auf pag. 18 699 seien zutreffend, wonach die Vertrags-
bestimmungen des Beschuldigten effektiv gemeinsam mit dem 
BU.________(Verband) erarbeitet worden seien und, da die BX.________(GmbH) 
vom Rechtsanwalt des BU.________(Verband) im Rahmen des Beitrittverfahrens 
besucht worden sei und sich von diesem hinsichtlich des Wortlauts der Bestim-
mung betreffend Retrozessionen habe beraten lassen, der Beschuldigte alles ihm 
Zumutbare unternommen habe, um den Anforderungen der aktuellen Rechtspre-
chung des Bundesgerichts zu genügen. Der Beschuldigte habe gewollt, dass seine 
Bestimmung gesetzeskonform sei. Jedoch sei darauf hingewiesen, dass der Be-
such des BU.________(Verband) deutlich nach dem Urteil des Bundesgerichts 
stattgefunden habe. Dem BU.________(Verband) müsse das Bundesgerichtsurteil 
bekannt gewesen sein und dieses sei sicherlich in die Beratung eingeflossen. Auch 
die Revisionsstelle habe die Verträge der BX.________(GmbH) während acht Jah-

27

ren nicht beanstandet. Die Stellungnahme von BV.________ zeige auf, dass die 
Revisionsstelle nichts von der Tätigkeit der BX.________(GmbH) verstanden und 
weder den Bundesgerichtsentscheid aus dem Jahre 2006 noch die Standesregeln 
des BU.________(Verband) gekannt habe. Die Revisionsstelle habe den Beschul-
digten grobfahrlässig im Glauben gelassen, er mache alles richtig. Im Januar 2016 
habe der Beschuldigte eine Mitteilung des BU.________(Verband) erhalten, wo-
nach die neue Revisorin einen Verstoss gegen die Standesregeln bemängelt habe. 
Er habe die Unterlagen an den BU.________(Verband) geschickt mit der Rückmel-
dung, er habe keine Ahnung, was nicht gut sein solle. Eine Antwort des 
BU.________(Verband) auf dieses Schreiben sei nicht ersichtlich. Der Beschuldig-
te habe in sämtlichen Einvernahmen bestätigt, dass er seine Kunden mehrfach 
über die Höhe der Retrozessionen informiert habe, teilweise mündlich und teilweise 
schriftlich. Da die BY.________(Bank) die Belege an die Kunden geschickt habe, 
seien diese auch nachvollziehbar gewesen. Wenn die meisten befragten Kunden 
angeben würden, der Beschuldigte habe sie diesbezüglich nicht informiert, liege es 
nicht daran, dass sie lügen und Geld erpressen wollten. Vielmehr sei es normal, 
dass sie sich nach 10 bis 15 Jahren nicht mehr daran erinnern könnten. Dies gelte 
umso mehr, als die Ehepaare AQ.________ und X.________ angaben, zu wissen, 
was Retrozessionen seien und der Beschuldigte habe sie über Höhe und Anspruch 
orientiert. Auch der Kunde U.________ sei mittels Belegen regelmässig über die 
Transaktionen informiert worden. Die Angabe des Staatsanwalts an der vorinstanz-
lichen Hauptverhandlung, wonach es banküblich sei, dass Kopien an den Vermö-
gensverwalter geschickt würden, entbehre jeglicher Grundlage. Es könne nicht 
sein, dass der Beschuldigte nur einen Teil der Kunden über die Rückvergütungen 
informiert habe. Vielmehr habe er sämtliche Kunden so informiert, wie die drei Vor-
genannten. Ebenfalls hätten sämtliche Kunden eine Vollmacht der 
BY.________(Bank) unterzeichnet, aus der hervorgehe, dass die Bank verpflichtet 
sei, dem Vollmachtgeber über Art und Höhe der Retrozessionen Auskunft zu ertei-
len. Die Vorinstanz habe ab dem Zeitpunkt des Telefonats zwischen dem Beschul-
digten und BT.________ eventualvorsätzliches Handeln angenommen. Dabei 
übersehe sie, dass es bei diesem Telefonat entsprechend der Aktennotiz nur um 
die Höhe der Retrozessionen gegangen sei, nicht um den Vertragsinhalt in Bezug 
auf die Aufklärungspflichten. So habe es auch der Beschuldigte verstanden, wenn 
er geantwortet habe, dass seine Retrozessionen tatsächlich sehr hoch seien. Er sei 
keinesfalls davon ausgegangen, dass sich der Hinweis des BU.________(Verband) 
auf andere Punkte des Vertrages bezogen habe, was eine Inkaufnahme aussch-
liesse (pag. 19 036 ff.). 

7.3.2 Vorbringen der Generalstaatsanwaltschaft

Die Generalstaatsanwaltschaft hielt oberinstanzlich dagegen, die Schlussfolgerun-
gen der Vorinstanz hinsichtlich des Vorsatzes ab April 2008 seien nicht nachvoll-
ziehbar. In der Branche sei man sich der Problematik der Aufklärung bereits vorher 
bewusst gewesen und der Entscheid des Bundesgerichts habe lediglich die Dis-
kussionen beendet. Spätestens ab März 2006 sei klar gewesen, dass Retrozessio-
nen grundsätzlich dem Kunden zustehen und welche Anforderungen an einen gül-
tigen Verzicht gestellt würden. Sowohl der Beschuldigte als auch der 
BU.________(Verband) hätten im Jahr 2008 den gleichen Wissensstand gehabt, 

28

wie bereits im Jahr 2006 und entsprechend habe der Beschuldigte bereits im Jahr 
2006 gewusst, dass die Verzichtserklärungen in seinen Verträgen den Anforderun-
gen, welche das Bundesgericht an den gültigen Verzicht stellte, nicht erfüllten. 
CB.________ habe ausgesagt, dass die betreffende Bestimmung im Vertrag des 
Beschuldigten nicht korrekt sei. Deshalb sei kaum vorstellbar, dass der Verband 
die Klausel tatsächlich so vorgegeben habe. Zumindest nicht, ohne den Beschul-
digten auf entsprechende Risiken aufmerksam gemacht zu haben. Selbst wenn mit 
der Vorinstanz davon ausgegangen werde, dass die Klauseln tatsächlich mit dem 
Verband erarbeitet worden seien, hätte der Beschuldigte nicht blindlings darauf ver-
trauen dürfen, dass diese tatsächlich korrekt gewesen seien. Im Gegenteil bedinge 
das Vertrauen auf eine behördliche Auskunft, dass der Empfänger selbst gutgläu-
big sei und nicht ohne Weiteres habe erkennen können, dass die Auskunft unrichtig 
sei. Er habe im Vertragszeitpunkt den Bundesgerichtsentscheid vom März 2006 
gekannt und gewusst, dass seine Bestimmungen mit Blick auf diese bundesgericht-
liche Rechtsprechung nicht korrekt seien. Demnach habe der Beschuldigte bereits 
ab diesem Zeitpunkt vorsätzlich gehandelt. Es sei zunächst Fakt, dass der Be-
schuldigte seine Kunden nicht über ihren Anspruch auf Retrozessionen informiert 
und diese nicht weitergeleitet habe. Die Bestimmungen in den Verträgen bzw. der 
Rechenschaftsverzicht seien ungültig, denn ein Kunde könne nicht darauf verzich-
ten, Rechenschaft zu erlangen, da ein solches Vorgehen dem Wesen des Auftrags-
rechts widerspreche. Ungültig sei auch der Verzicht auf die Herausgabe, da der 
Kunde keine Angabe über die Grössenordnung der Retrozessionen erhalten habe. 
Es sei den Kunden gar nie möglich gewesen, zu erkennen, in welcher Höhe die 
Retrozessionen ausfallen würden. Diese seien vorliegend nicht vom verwalteten 
Vermögen, sondern von der Anzahl und Höhe der Transaktionen abhängig gewe-
sen, mithin vom Tradingverhalten. Und mit der Angabe «60% der Courtagen» kön-
ne der Kunde schlichtweg nichts anfangen. Die Zustimmung setze voraus, dass der 
Kunde über die übermässige Umschichtung seines Vermögens im Rahmen der 
Transaktionen informiert gewesen sei. Eine solche liege jedoch gerade nicht in ih-
rem Interesse, weshalb ein informierter Kunde ein derartiges Vorgehen wohl kaum 
abgesegnet hätte. Gleiches gelte bei den Devisenerträgen. Der Kunde könne einen 
zukünftigen Kursgewinn nicht abschätzen, weshalb eine vollständige Information 
gar nie möglich gewesen sei. Demnach liege kein gültiger Verzicht vor. Zudem sei 
den vor der Vorinstanz vorgelegten Belegen der BY.________(Bank) nicht ersicht-
lich, dass die Kunden die Auszüge tatsächlich erhalten hätten, da diese an den Be-
schuldigten adressiert seien. Selbst im Falle des Erhalts genüge das Zustellen von 
Kontoauszügen weder der Rechenschafts- noch der Herausgabepflicht. Auch der 
Einwand des Beschuldigten, dass es für seine Kunden nicht teurer gewesen sei, 
als wenn sie die Transaktionen über die Bank gemacht hätten, ändere nichts an 
der Pflichtverletzung. Werde der Kunde nicht hinreichend über die Retrozessionen 
informiert, sei er auch nicht in der Lage, das Geschäftsmodell und allfällige Interes-
senskonflikte zu erkennen. Obwohl die Richtlinien des BU.________(Verband) 
nach dem Bundesgerichtsurteil im 2006 nicht angepasst worden seien, hätten sie 
verlangt, dass der Vermögensverwalter sämtliche Retrozessionen offenlege und im 
Vertrag angebe, wem diese zustünden. Es stehe nirgends, dass diese dem Ver-
mögensverwalter zustünden. Seit dem Bundesgerichtsurteil im Jahre 2006 sei klar 

29

gewesen, dass über zu erwartende Retrozessionen vollständig und wahrheitsge-
treu informiert werden müsse, denn nur so könne der Kunde wissen, auf was er 
verzichte. Beides sei beim Beschuldigten nicht geschehen. Als Nebenpunkt sei er-
wähnt, dass gemäss den Standesregeln DJ.________ (Jahr) sämtliche Vorgaben 
schriftlich festzuhalten seien, mündliche Vorgaben seien noch nie zulässig gewe-
sen. Auch könne der Beschuldigte seine Treuepflicht nicht auf die Revisionsstelle 
«abschäufeln». Die fehlende Meldung der Revisionsstelle liege einzig daran, dass 
sie davon ausgegangen sei, dass der Beschuldigte keine Retrozessionen einneh-
me. 

Bezüglich S.________ führte Staatsanwalt O.________ aus, anders als die Vor-
instanz erwäge, seien die Retrozessionen nicht abhängig vom verwalteten Vermö-
gen, sondern von der Anzahl und Höhe der Transaktionen. Dies habe S.________ 
nicht voraussehen können. Sie sei nicht richtig informiert worden, weshalb eine 
Pflichtverletzung vorliege. Der Beschuldigte habe nicht Rechenschaft abgelegt und 
er dürfe nicht aus dem Stillschweigen der Kunden ableiten, dass sie verzichten 
würden. Selbst wenn dem Argument der Vorinstanz gefolgt werde, müsse konse-
quenterweise ein Versuch geprüft werden. Betreffend U.________ sei die Vor-
instanz zum Schluss gelangt, dass auch er vom Beschuldigten nicht korrekt aufge-
klärt worden sei, er aber im Mai 2020 nachträglich auf die Auszahlung der Retro-
zessionen verzichtet habe. Dabei verkenne die Vorinstanz, dass ein nachträglicher 
Verzicht auf die Herausgabe von Retrozessionen die Pflichtverletzung nicht aufhe-
ben könne. Diese sei im Zeitpunkt des Vertragsschlusses passiert und eine 
nachträgliche Einwilligung ändere nichts an der Strafbarkeit. Es sei die Rechen-
schaftspflicht, die die Strafbarkeit begründe. Und in Bezug auf die fehlende Infor-
mation könne kein Verzicht erfolgen. Gleiches gelte beim Ehepaar X.________ 
(pag. 19 038 ff.).

7.4 In concreto

7.4.1 Vorbemerkungen

Die zu beantwortenden Beweisfragen hinsichtlich der Wahrnehmung der Pflichten 
des Beschuldigten als Auftragnehmer stehen in engem Zusammenhang mit dem 
Bundesgerichtsurteil 132 III 460 vom 22. März 2006. In diesem Entscheid hielt das 
Bundesgericht fest, dass Retrozessionen, sofern sie unter Art. 400 Abs. 1 OR fal-
len, an den Auftraggeber abzuliefern sind, wenn nichts anderes vereinbart ist. Das 
Bundesgericht befasste sich im zitierten Urteil nicht mit der Ablieferungspflicht als 
solche, sondern mit den Anforderungen an einen gültigen Verzicht des Auftragge-
bers auf die Ablieferung bestimmter – auch künftiger – Werte gemäss Art. 400 
Abs. 1 OR. Dazu wird verlangt, dass der Auftraggeber über zu erwartende Retro-
zessionen vollständig und wahrheitsgetreu informiert sein muss und dass sein Wil-
le, auf deren Ablieferung zu verzichten, aus der Verzichtsvereinbarung entspre-
chend klar hervorgehen muss. Im zitierten Urteil verneinte das Bundesgericht einen 
gültigen Verzicht, da die Beklagte angesichts der Bedeutung der Rechenschafts-
pflicht für den fremdnützigen Auftrag aus dem blossen Stillschweigen der Klägerin 
nach Treu und Glauben nicht hätte annehmen dürfen, dass die Klägerin mit der 
Nicht-Ablieferung von Retrozessionen und ähnlichen im Rahmen der Vermögens-

30

verwaltung anfallenden Entschädigungen einverstanden sei (BGE 132 III 460 
E. 4.2. und E. 4.5.).

Vorab ist kurz auf die Ausbildung des Beschuldigten und seinen Wissensstand hin-
sichtlich der geltenden Rechtslage der Retrozessionen einzugehen und anschlies-
send das Aussageverhalten im Allgemeinen zu erörtern. Weiter ist zu prüfen, ob 
die Kundinnen und Kunden rechtsgültig auf die Ausrichtung der Retrozessionen 
verzichtet haben und falls nicht, sind die ausbezahlten Retrozessionen näher zu 
prüfen und zu eruieren, ob der Beschuldigte mit Wissen und Wollen gehandelt hat. 

7.4.2 Ausbildung des Beschuldigten und Wissensstand in Bezug auf die geltende 
Rechtslage

Der Beschuldigte absolvierte eine DQ.________ (Beruf) bei der CE.________(AG) 
in CF.________(Ort) und liess sich anschliessend zum BR.________ (Beruf) wei-
terbilden. Ebenfalls machte er eine Weiterbildung zum DN.________ (Beruf). Ab 
CD.________ (Jahr) hatte der Beschuldigte diverse Führungsfunktionen bei Ban-
ken inne, insbesondere war er Filialleiter der CG.________(Bank) in 
CH.________(Ort), ab DZ.________ (Jahr) Leiter DO.________ (Abteilung) und 
Mitglied der Geschäftsleitung der CE.________(AG) CI.________(Ort) bzw. 
CJ.________(Bank) und ab EA.________ (Jahr) bis zur Gründung der 
BX.________(GmbH) Mitglied der Bankleitung und Leiter DP.________ (Abteilung) 
der BY.________(Bank) Region P.________(Ort) (vgl. pag. 07 253 086 f.). Mit der 
Gründung der BX.________(GmbH) im EH.________ (Datum) machte er sich 
selbstständig. 

Von Beginn weg gab der Beschuldigte an und bestätigte mehrfach, den Leitent-
scheid des Bundesgerichts 132 III 460 vom 22. März 2006 zu kennen (letztmals an-
lässlich der Berufungsverhandlung [pag. 19 022, Z. 16 ff.]). Er konnte oberinstanz-
lich wiedergeben, dass im dortigen Entscheid das Problem gewesen sei, dass der 
Kunde gar nicht gewusst habe, dass Retrozessionen fliessen, in welcher Höhe und 
er eigentlich das Anrecht darauf habe (pag. 19 022, Z. 18 ff.). 

Die Haupteinnahmequelle der BX.________(GmbH) waren unbestrittenermassen 
von Anfang an die Retrozessionen (vgl. die Aussage des Beschuldigten, pag. 05 
001 017, Z. 63). Sein Geschäftsmodell hatte der Beschuldigte bereits vor dem Bei-
trittsgespräch mit dem BU.________(Verband) festgelegt und anlässlich der Beru-
fungsverhandlung gab er an, er habe sich auch diesbezüglich vor der Gründung 
Gedanken zu den gesetzlichen Vorschriften gemacht (pag. 19 022, Z. 29). Weiter 
ist der (einfache) Auftrag als Vertragsverhältnis seit jeher im Schweizerischen Obli-
gationenrecht geregelt. Er findet seine Regelung in einer überschaubaren Anzahl 
an Gesetzesartikeln, so dass ein Überblick über die wesentlichen gesetzlichen 
Rechte und Pflichten aus einem Auftragsverhältnis leicht fällt. Der Beschuldigte, 
welcher wie dargelegt viele Jahre in Führungspositionen diverser Banken tätig war, 
wird um die Anwendbarkeit dieser Normen auf das Vermögensverwaltungsgeschäft 
gewusst haben. Nicht zuletzt betitelte er die Verträge selbst mit «Verwaltungsauf-
trag» (vgl. bspw. pag. 07 003 008) bzw. verwendete bei den Anlageberatungsver-
trägen die Bezeichnung «Auftraggeber» und «beauftragt/beauftragen» (vgl. bspw. 
pag. 07 003 957). Es erscheint insofern wenig überzeugend, wenn er vorbringt, er 

31

habe nicht gewusst, was vor dem Bundesgerichtsurteil gewesen sei und das mit 
den Retrozessionen sei erst mit diesem aktuell geworden (pag. 19 022, Z. 35 und 
Z. 39 f.) und er habe sich um die gesetzlichen Sachen gekümmert, als er die Firma 
gegründet habe (pag. 19 023, Z. 2). Denn der Beschuldigte sagte auch, er habe 
genau gewusst, was Retrozessionen seien und wie dies funktioniere. Mit dem Bun-
desgerichtsurteil habe sich viel hinsichtlich der Offenlegung geändert (pag. 19 022, 
Z. 45 f.). Es ist davon auszugehen, dass dem Beschuldigten die Vorgaben hinsicht-
lich der Ausrichtung von Retrozessionen bzw. eben dem Verzicht der Kundinnen 
und Kunden und der diesbezüglichen Transparenz bestens bekannt waren, als er 
seine Unternehmung gründete. 

7.4.3 Allgemeines Aussageverhalten des Beschuldigten

Die Straf- und Zivilklägerin 3 beschrieb den Beschuldigten vor der Vorinstanz als 
guten Rhetoriker, der Leute gut von etwas überzeugen könne (pag. 18 385, Z. 47). 
AL.________ gab an, er habe immer etwas «rumgegeiert» [sic], wenn man etwas 
beanstandet habe. Er habe einem immer vertröstet (pag. 18 401, Z. 47 f.). Auch die 
Aussagen des Beschuldigten anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung vermit-
telten den Eindruck eines schnellen und rhetorisch starken Redners, der sehr über-
zeugend und selbstsicher wirkt sowie dominant auftritt (vgl. pag. 19 019 ab Z. 31 ff. 
bis pag. 19 021, Z. 31; pag. 19 032 ab Z. 45 ff. bis pag. 19 033, Z. 11). Es entstand 
der Eindruck, dass der Beschuldigte das Gespräch gerne in die Bahnen lenkt, die 
er will. Auf Unstimmigkeiten angesprochen hatte er stets eine Erklärung parat: Auf 
Vorhalt, dass im zentralen Firmenindex der Schweiz (nachfolgend Zefix) als Zweck 
seiner Einzelunternehmung, der CK.________(Einzelunternehmung), insbesondere 
die Vermittlung von allgemeinen Finanzgeschäften sowie die eigentliche Finanzbe-
ratung angegeben ist, sagte der Beschuldigte, er vermittle nichts und es sei einfach 
ein Satz, den man so übernehme (pag. 19 030, Z. 25 f.) und auf Vorhalt des 
Grundbuchauszugs des sich in seinem Eigentum befindlichen Stockwerkeigentums 
in CL.________(Ort) mit dem Vermerk «Kauf» (vgl. pag. 10 001 008) gab er an, er 
habe es nicht gekauft, sondern seine Eltern hätten es ihm geschenkt. Und wenn im 
Auszug «Kauf» stehe, dann sei dies der Notar (pag. 19 032, Z. 3 und Z. 6 ff.). Nach 
Überzeugung der Kammer bestand hinsichtlich der Kommunikation mit der älteren 
und teils im Finanzwesen gänzlich unerfahrenen Kundschaft ein grosses Gefälle, 
obwohl dies der Beschuldigte in Abrede stellte. Er führte hierzu wenig überzeugend 
aus, er habe kein Problem mit den Kunden wegen der Kommunikation gehabt, man 
habe dauernd Kontakt gehabt und vom Geschäft her sei es normal gewesen, dass 
man vor allem ältere Kunden habe (pag. 19 033, Z. 17 ff.). 

Ins Auge stechen ferner die Aussagen des Beschuldigten betreffend die Frage 
nach den Verantwortlichkeiten. Diese sah er stets bei Anderen und nie bei sich 
selbst. Oberinstanzlich gab er zu Protokoll, die Staatsanwaltschaft habe den Kon-
toauszug von AL.________ nicht geprüft und nicht herausgefunden, was sie 
zurückbehalten habe, wahrscheinlich habe sie die Arbeit nicht gemacht bzw. weil 
man bei der Staatsanwaltschaft nicht sorgfältig prüfe (pag. 19 020, Z. 17 f.; pag. 19 
027, Z. 4), der erstinstanzliche Richter sei mit dem Ganzen vollkommen überfordert 
gewesen (pag. 19 021, Z. 36; pag. 19 028, Z. 5 und Z. 14), die Revisionsstelle ha-
be sich dumm gestellt und wolle sich aus der Haftung nehmen (pag. 19 025, Z. 40 

32

und Z. 44) und der dem Bundesgerichtsentscheid widersprechende Ergänzungs-
satz in den Verträgen hinsichtlich der Auskunft sei von CB.________ vom 
BU.________(Verband) ganz klar so vorgegeben worden (pag. 19 023, Z. 20). Sei-
ne Formulierung der Vertragsklausel sei besser gewesen als jene des 
BU.________(Verband) (pag. 18 415, Z. 193 f.). Die jeweiligen Gegenangriffe sind 
seiner Glaubwürdigkeit nicht förderlich. 

Der Beschuldigte liess es sich schliesslich nicht nehmen, Andere anzuschwärzen. 
Vor der Staatsanwaltschaft sagte er, es sei ein Lügengebilde, was die beiden 
Frauen (gemeint sind die Straf- und Zivilklägerin 3 und die Straf- und Zivilklägerin 
5) hier aufgebaut hätten und sie wollten einfach Geld herausquetschen (pag. 05 
001 021, Z. 226 f.). Auch oberinstanzlich gab er an, der Umstand, dass die Staats-
anwaltschaft in P.________(Ort) gesagt habe, man müsse das Verfahren einstel-
len, habe die Straf- und Zivilklägerin 3 und die Straf- und Zivilklägerin 5 geärgert. 
Dann gehe man halt auf die Retrozessionen. Nur so viel zur Zeugin CC.________ 
und was wohl die Wahrheit und wie vertrauenswürdig sie sei (pag. 19 020, Z. 33 
ff.). Weiter habe sich der Straf- und Zivilkläger 8 daran erinnern können, dass er 
(gemeint der Beschuldigte) nichts gesagt habe beim Vertrag, aber dort, wo er aktiv 
habe eingreifen müssen, bei den speziellen Versandinstruktionen, an diesen Ver-
trag habe er sich dann nicht mehr erinnern können. Dies sei aus seiner Sicht sehr 
fraglich und unglaubwürdig (pag. 19 021, Z. 15 ff.). Zudem gab der Beschuldigte zu 
Protokoll, es sei auf den Fragebögen der Staatsanwaltschaft auch suggeriert wor-
den, wenn der Kunde sage, der Beschuldigte habe ihn nicht aufgeklärt, dann gehe 
es weiter und wenn der Beschuldigte schuldig gesprochen werde, dann gebe es für 
den Kunden wohl Geld (pag. 19 020, Z. 26 ff.) und unterstellt damit einem Teil sei-
ner Kundschaft, sie hätten die schriftliche Berichterstattung wider besseren Wis-
sens ausgefüllt, um damit an Geld zu kommen. Den Grund sah er darin, dass die 
Anlagen am Schluss nicht so gelaufen seien, wie sie sollten und das Ganze mit 
den Retrozessionen habe erst angefangen, als die Leute Geld verloren hätten 
(pag. 19 032, Z. 38). Dagegen spricht bereits, dass sich die überwiegende Mehrheit 
der Kundinnen und Kunden im Strafverfahren nicht als Privatklägerinnen und Pri-
vatkläger konstituierten. Welchen finanziellen Vorteil sie aus der Einreichung einer 
vermeintlich falschen Berichterstattung erlangten sollten, ist nicht ersichtlich. Insbe-
sondere nahm AL.________, jene Kundin mit dem höchsten Deliktsbetrag (vgl. da-
zu E. 7.7 hiernach), nicht als Privatklägerin am vorliegenden Verfahren teil. Folglich 
zielt auch der Vorwurf des Beschuldigten, AL.________ sei intelligent genug um zu 
wissen, dass sie mit dem Ausfüllen des Fragenbogens der Staatsanwaltschaft eine 
Chance auf Geld habe (pag. 19 029, Z. 10 ff.), ins Leere. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschuldigte ein guter Rhetoriker ist, 
der überzeugend argumentieren kann und der vorwiegend älteren und grösstenteils 
unerfahrenen Kundschaft in fachlicher Hinsicht überlegen war. In seinem Aussage-
verhalten sind das Abschieben von Verantwortlichkeiten und ungerechtfertigte Ge-
genangriffe erkennbar, was sich bei der Würdigung der Aussagen eher zu seinen 
Ungunsten auswirkt.

33

7.4.4 Rechtsgültiger Verzicht
Zu prüfen ist nachfolgend, ob die Kundinnen und Kunden des Beschuldigten 
rechtsgültig auf die Ausrichtung der Retrozessionen verzichteten. 

Zu den Vertragsklauseln

Im Rahmen seiner Tätigkeit als Geschäftsführer der BX.________(GmbH) bot der 
Beschuldigte seinen Kundinnen und Kunden zwei Vertragsmodelle an: Den Anla-
geberatungs- und den Verwaltungsvertrag. Es kann weiter auf die korrekten Aus-
führungen der Vor-instanz verwiesen werden (pag. 18 695, S. 83 der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung):

Beim Anlageberatungsvertrag informierte A.________ seine Kunden grundsätzlich über die von ihm 
beobachteten Finanzprodukte, es war dann aber der jeweilige Kunde, der den Kauf- oder Verkaufent-
scheid traf. Aufgrund seiner Aussagen erachtet es das Gericht als erstellt, dass A.________ die Kun-
den jeweils über das beabsichtigte Geschäft informierte, aber dann, wenn er das grundsätzliche Ein-
verständnis der Kunden hatte, den Zeitpunkt des Kaufs oder Verkaufs selbständig wählte. Bei den 
Verwaltungsverträgen hingegen wurde A.________ ermächtigt, im Rahmen des jeweiligen Risikopro-
fils selbständig Finanzprodukte im Namen und auf Rechnung des Kunden zu kaufen. Beim Verwal-
tungsvertrag verlangte die BX.________(GmbH) für ihre Dienstleistungen überdies eine Pauschalge-
bühr von 0.8% des verwalteten Vermögens, dies jedenfalls bis zur Finanzkrise, danach verzichtete sie 
gemäss den Angaben von A.________ auf diese pauschale Entschädigung. Aus den Akten sind zwar 
keine entsprechenden Gutschriften erkennbar, was allerdings darauf zurückzuführen ist, dass die 
Kontounterlagen nicht weit genug zurück vorhanden sind. Dies deckt sich auch mit der Angabe von 
A.________, dass er auf die Erhebung der Gebühr nach Ausbruch der Finanzkrise verzichtete.

Ergänzend ist festzuhalten, dass die BX.________(GmbH) auch bei Kundinnen 
und Kunden mit Anlageberatungsverträgen über eine Vollmacht für das Konto 
verfügte (vgl. bspw. pag. 07 003 091; pag. 07 003 440 f.; pag. 07 003 440) und der 
Beschuldigte demnach auch den Zeitpunkt der Transaktion selbst bestimmen 
konnte, nachdem er das grundsätzliche Einverständnis der jeweiligen Kundin oder 
des jeweiligen Kunden hatte. Einzig in Bezug auf die Straf- und Zivilklägerin 3 bzw. 
die Straf- und Zivilklägerin 4 finden sich trotz Anlageberatungsvertrag keine 
Vollmachten in den Akten; allerdings sagte der Beschuldigte diesbezüglich aus, es 
seien inhaltlich eigentlich Verwaltungsaufträge abgeschlossen worden, aber diese 
hätten das Kleid von Anlageberatungsverträgen getragen, weil die Straf- und 
Zivilklägerin 3 die Gebühr von 0.8% nicht habe zahlen wollen (pag. 18 411, Z. 70 
ff.). Insofern verfügte der Beschuldigte auch betreffend die Straf- und Zivilklägerin 3 
und Straf- und Zivilklägerin 4 über eine wesentliche Entscheidungsfreiheit. 

Es ist sodann erstellt, dass die Verträge in verschiedenen Fassungen existierten. 
Die Regelung betreffend das Entgelt in Ziff. 4 lautete in der ersten Fassung der 
Anlageberatungsverträge wie folgt: «Die Anlageberatung durch die BX.________(GmbH) ist 
gratis. Zusätzlich erhält die BX.________(GmbH) Retrokommissionen der Partnerunternehmen.». Ab 
dem 10. Juli 2006 verwendete die BX.________(GmbH) bei den Anlageberatungs-
verträgen eine neue Fassung dieser Vertragsbestimmung: «Die Anlageberatung durch 
die BX.________(GmbH) ist gratis. Zusätzlich erhält die BX.________(GmbH) Retrokommissionen 
der Partnerunternehmen. Der Auftraggeber nimmt zur Kenntnis, dass diese Retrozessionen vollstän-

34

dig der BX.________(GmbH) zustehen. Dem Auftraggeber wird kein Aufschluss über erhaltene Re-
trozessionen erteilt.». 

Bei den Verwaltungsaufträgen war in der Ursprungsfassung folgende Regelung 
betreffend das Entgelt in Ziff. 4 vorgesehen: «Die BX.________(GmbH) belastet für ihre 
Tätigkeit im Rahmen dieses Verwaltungsauftrags ein Entgelt, dessen Höhe dem Auftraggeber jeweils 
separat bekannt gegeben wird. Zusätzlich erhält die BX.________(GmbH) Retrokommissionen der 
Partnerunternehmen.». Ab dem 20. August 2006 verwendete die BX.________(GmbH) 
auch bei den Vermögensverwaltungsaufträgen eine neue Formulierung der ent-
sprechenden Vertragsziffer: «Die BX.________(GmbH) belastet für ihre Tätigkeit im Rahmen 
dieses Verwaltungsauftrages ein Entgelt, dessen Höhe dem Auftraggeber jeweils separat bekanntge-
geben wird. Dieses Entgelt wird direkt bei der depotführenden Bank auf dem Konto des Auftraggebers 
vierteljährlich belastet. Zusätzlich erhält die BX.________(GmbH) Retrokommissionen der Partnerun-
ternehmen. Der Auftraggeber nimmt zur Kenntnis, dass diese Retrozessionen vollständig der 
BX.________(GmbH) zustehen. Dem Auftraggeber wird kein Aufschluss über erhaltene Retrozessio-
nen erteilt.».

Ein Teil der aktenkundigen Verwaltungsaufträge verfügt über einen weiteren An-
hang, dieser wurde weder datiert noch unterzeichnet. Somit ist nicht klar, wann 
dieser Anhang verfasst bzw. ob und falls ja, wann er den Kundinnen und Kunden 
abgegeben wurde. In diesem teilweise als Anhang 2 bezeichneten Dokument mit 
dem Titel «Anhang zum Verwaltungsauftrag gemäss Vorgaben des BU.________ 
(Verband) zu Punkt 4. Entgelt» ist geregelt, was folgt: «Die BX.________(GmbH) berech-
net für ihre Tätigkeit im Rahmen des Verwaltungsauftrages ein Entgelt von 0.8% pro Jahr. Zusätzlich 
erhält die BX.________(GmbH) Retrokommissionen der Partnerunternehmen. Diese belaufen sich 
auf 60% der Courtagen, 25% der Depotgebühren und 70% der Devisenerträge (alle inklusive Mehr-
wertsteuer) bei der BY.________(Bank). Der Auftraggeber nimmt zur Kenntnis, dass diese Retrozes-
sionen vollständig der BX.________(GmbH) zustehen.» (bspw. pag. 07 003 167; vgl. dazu 
die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz [pag. 18 636 f., S. 24 f. der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung]). Auf Vorhalt dieses Anhangs sagte der Beschuldig-
te vor der Staatsanwaltschaft aus, dies habe er dem Verband so mailen müssen, 
damit sie den Text gutheissen und danach habe er es den Kunden versendet. Die-
se Änderung sei glaublich einmal nach einer Revision des Verbandes zustande ge-
kommen (pag. 05 001 022, Z. 253 ff.). Der Inhalt sei nichts anderes gewesen, als 
er bereits beim Aufklärungsgespräch gesagt habe (pag. 05 001 022, Z. 266 f.). Vor 
der Vorinstanz konkretisierte der Beschuldigte, mit der neuen Revisionsstelle habe 
er diesen Anhang nachträglich den Kunden abgegeben. Das habe die Revisions-
stelle so verlangt (pag. 18 416, Z. 241). Aus der korrekten Auflistung der Revisi-
onsberichte der Vorinstanz ist ersichtlich, dass die BX.________(GmbH) ab dem 
Jahr 2013 eine neue Revisionsstelle mandadiert hatte (pag. 18 642, S. 30 der erst-
instanzlichen Urteilsbegründung), womit eine Abgabe an die Kundschaft – sofern 
überhaupt – frühestens ab 2013 erfolgt sein dürfte.

Aus den Akten ergibt sich, dass der BU.________(Verband) (handelnd durch 
BT.________ und CB.________) die BX.________(GmbH) am 6. Juli 2006 be-
suchte und das Beitrittsgesuch besprochen wurde. Fraglich ist, wie es zur neuen 
Fassung der Verträge nach dem Besuch des BU.________(Verband) (Anlagebera-
tungsvertrag ab 10. Juli 2006; Vermögensverwaltungsvertrag ab 20. August 2006) 

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kam, welche einen Zusatz enthielten, wonach die BX.________(GmbH) keine Aus-
kunft über die erhaltenen Retrozessionen erteile. Wie die Vorinstanz zu Recht 
festhält, existiert diesbezüglich kein strikter Beweis und es sind die vorhandenen 
Beweismittel entsprechend zu würdigen. 

Bezüglich des Wortlauts der ergänzten Fassung der Vertragsbestimmung hinsicht-
lich des Entgelts machte der Beschuldigte wie hiervor dargelegt geltend, dass ihm 
der Wortlaut vom BU.________(Verband) genauso vorgegeben worden sei. Der 
BU.________(Verband) habe klare Bedingungen gehabt, bspw. eben dieser Satz, 
wonach man keine Auskunft bekomme, aber einfach mündlich aufgeklärt werde. Es 
sei überprüft worden, dass das so stimme. Der Vertrag habe genauso geschrieben 
sein müssen, damit er (gemeint die BX.________(GmbH)) in den 
BU.________(Verband) aufgenommen worden sei. Der Rechtsanwalt habe diesen 
Satz bei ihm Zuhause handschriftlich auf dem Küchentisch abgeändert. Das habe 
er dann so aufgenommen (pag. 18 415, Z. 189 ff.; pag. 18 416, Z. 224; bestätigt 
anlässlich der Berufungsverhandlung [pag. 19 023, Z. 7 ff. und Z. 20]). Er habe aus 
demselben Grund die Formulierung im Anlageberatungsvertrag angepasst (pag. 18 
415, Z. 204). Wenn er das (gemeint ist der Zusatz, wonach er keine Auskunft über 
die erhaltenen Retrozessionen erteile) nicht in den Vertrag aufgenommen hätte, 
wäre er nicht in den Verband aufgenommen worden (pag. 18 416, Z. 228 f. 
bestätigt