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**Case Identifier:** f3436251-cdde-5df1-a71a-626d2e7a85dc
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-09-30
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 30.09.2021 720 21 35/271
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-21-35-271_2021-09-30.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 30. September (720 21 35 / 271) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

IV-Rente: Würdigung des medizinischen Sachverhalts 

 

 
 
 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Christof Enderle, Kan-

tonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiber i.V. Benjamin Appius 
 
 

Parteien A.____, vertreten durch Daniel Altermatt, Rechtsanwalt, Neuarleshei-
merstrasse 15, Postfach 435, 4143 Dornach 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  

 
 
 
A. Die 1965 geborene A.____ arbeitete vom 1. Juli 1999 bis 30. September 2010 bei der 
B.____ AG als Sachbearbeiterin. Am 15. Februar 2011 meldete sie sich unter Hinweis auf ein 
Burnout und eine Depression bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug 
von Leistungen an. Mit Verfügung vom 29. September 2014 sprach die IV-Stelle Basel-Land-
schaft (IV-Stelle) A.____ gestützt auf das Gutachten von Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und 

 

 
 
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Psychotherapie, vom 16. Dezember 2013 eine ganze Rente ab 1. November 2011 zu. Im Rah-
men des im Jahr 2015 eingeleiteten Revisionsverfahrens wurde ein Gutachten bei Dr. med. 
D.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, eingeholt. Gestützt auf die Expertise vom 23. Mai 
2016 hob die IV-Stelle mit Verfügung vom 13. Juni 2017 per Ende Juli 2017 die Rente auf. Die 
von der Versicherten hiergegen erhobene Beschwerde hiess das Kantonsgericht, Abteilung So-
zialversicherungsrecht (Kantonsgericht), mit Urteil vom 12. April 2018 in dem Sinne gut, als es 
die angefochtene Verfügung aufhob und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der 
Erwägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle zurückwies (Verfahren-Nr. 
720 17 223 / 94).  
 
In der Folge holte die IV-Stelle bei Dr. E.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, ein Gutach-
ten ein. Gestützt darauf bestätigte sie – nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren – mit Verfü-
gung vom 11. Dezember 2020 die Aufhebung der Rente per Ende Juli 2017. 
 
B. Dagegen erhob A.____, vertreten durch Rechtsanwalt Daniel Altermatt, am 28. Januar 
2021 Beschwerde ans Kantonsgericht. Sie beantragte, es sei die Verfügung vom 11. Dezember 
2020 aufzuheben und es sei ihr bis April 2018 eine ganze sowie ab Mai 2018 eine Dreiviertels-
rente zuzusprechen; unter o/e-Kostenfolge. In verfahrensrechtlicher Hinsicht liess die Beschwer-
deführerin die Durchführung einer Parteiverhandlung beantragen. Zur Begründung führte sie im 
Wesentlichen an, dass das vorliegende Gutachten nicht verwertbar sei und sie höchstens 50 % 
arbeitsfähig sei. 
 
C. Mit Vernehmlassung vom 15. April 2021 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abwei-
sung der Beschwerde. 
 
D. Anlässlich der Parteiverhandlung vom 30. September 2021 wurde die Beschwerdefüh-
rerin befragt. Anschliessend hielten die Parteien in ihren Plädoyers an den in den Rechtsschriften 
gestellten Anträgen und den darin vorgebrachten wesentlichen Begründungen fest. Auf die Aus-
führungen der Parteien wird – soweit notwendig – im Rahmen der Erwägungen eingegangen. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs-
gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfah-
rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des 
Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die 
Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das 
Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwer-
den gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der 
vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Be-
schwerde vom 28. Januar 2021 ist einzutreten. 
 

 

 
 
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2. Streitig ist, ob die IV-Stelle mit Verfügung vom 11. Dezember 2020 die laufende ganze 
Invalidenrente der Versicherten zu Recht per Ende Juli 2017 aufgehoben hat. Massgebend ist 
der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 11. Dezember 
2020 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der 
richterlichen Überprüfungsbefugnis (vgl. BGE 129 V 1 E. 1.2). 
 
3.1 Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial-
versicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 
dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Die Invalidität wird durch eine Beeinträchti-
gung der körperlichen, der geistigen oder der psychischen Gesundheit verursacht, wobei sie im 
IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 IVG; Art. 
3 und 4 ATSG).  
 
3.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ganze Rente, wenn 
sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe 
Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % 
invalid ist. 
 
3.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychischen Gesundheitsbeeinträchtigung 
setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich anerkann-
ten Klassifikationssystem voraus (vgl. BGE 131 V 49 E. 1.2, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Zu 
betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltenden psychischen Leiden belastenden 
psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen kein Krankheitswert zukommt. Ein 
invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 
IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit 
wesentlich beeinträchtigt. Um festzustellen, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststel-
lungen auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen, sind sämtliche psychischen Erkrankungen ei-
nem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen. 
 
4.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Renten für die Zukunft zu erhöhen, herab-
zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen 
Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen 
Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflus-
sen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, 
der erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich bleibenden Gesundheitszustandes (vgl. BGE 
130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen) oder der Grundlagen für die Wahl der Invaliditätsbemessungs-
methode (vgl. BGE 117 V 198 E. 3b, Urteil des Bundesgerichts vom 3. Juni 2011, 9C_223/2011, 
E. 3.1) revidierbar. Bei den Renten der Invalidenversicherung ist grundsätzlich jede Änderung 
des Sachverhalts, die zu einer Über- oder Unterschreitung eines Schwellenschwertes (vgl. Art. 
28 Abs., 2 IVG) führt, als erheblich zu betrachten (vgl. BGE 133 V 545 E. 6 und 7; SVR 2010 IV 
Nr. 53 S. 165). Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli-
cher und tatsächlicher Hinsicht allseitig zu prüfen (vgl. BGE 117 V 198 E. 4b; SVR 2004 IV Nr. 
17 S. 53). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im We-
sentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein 

 

 
 
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genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar (vgl. Urteil des Bun-
desgerichts vom 3. November 2008, 9C_562/2008, E. 2.1 mit Hinweis). 
 
4.2 Bei der Erhebung und Würdigung des medizinischen Sachverhalts in Revisionsfällen im 
Sinne des Art. 17 ATSG ist überdies Folgendes zu beachten: Da die Feststellung einer revisions-
begründenden Veränderung durch eine Gegenüberstellung eines vergangenen und des aktuellen 
Zustands erfolgt, bildet Gegenstand des Beweises das Vorhandensein einer entscheidungser-
heblichen Differenz in den – den medizinischen Gutachten zu entnehmenden – Tatsachen. Der 
Beweiswert eines zwecks Rentenrevision erstellten Gutachtens hängt folglich wesentlich davon 
ab, ob es sich ausreichend auf das Beweisthema – erhebliche Änderung(en) des Sachverhalts – 
bezieht. Einer für sich allein betrachtet vollständigen, nachvollziehbaren und schlüssigen medizi-
nischen Beurteilung, die im Hinblick auf eine erstmalige Beurteilung der Rentenberechtigung be-
weisend wäre (vgl. dazu BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a), mangelt es daher in der Regel 
am rechtlich erforderlichen Beweiswert, wenn sich die (von einer früheren abweichende) ärztliche 
Einschätzung nicht hinreichend darüber ausspricht, inwiefern eine effektive Veränderung des Ge-
sundheitszustandes stattgefunden hat. Vorbehalten bleiben Sachlagen, in denen es evident ist, 
dass die gesundheitlichen Verhältnisse sich verändert haben (vgl. Urteile des Bundesgerichts 
vom 29. August 2011, 9C_418/2010, E. 4.2, und vom 26. März 2015, 9C_710/2014, E. 2). 
 
4.3 Nach der Rechtsprechung bildet zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer Ände-
rung des Invaliditätsgrads im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG die letzte anspruchsändernde (vgl. 
BGE 133 V 108 E. 4.1) oder auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskon-
former Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruhende rechts-
kräftige Verfügung (vgl. BGE 133 V 108, 130 V 71 E. 3.2.3). Vorliegend sprach die IV-Stelle der 
Versicherten mit Verfügung vom 29. September 2014 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 80 % 
rückwirkend ab 1. November 2011 eine ganze Invalidenrente zu. Am 11. Dezember 2020 erging 
die vorliegende angefochtene Verfügung, mit welcher die IV-Stelle die laufende ganze Invaliden-
rente aufgrund der gesundheitlichen und erwerblichen Abklärungsergebnisse aufhob. Demge-
mäss beurteilt sich die Frage, ob eine erhebliche Änderung des Sachverhalts eingetreten ist, die 
eine revisionsweise Aufhebung der bis anhin ausgerichteten Invalidenrente rechtfertigt, durch 
Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung am 29. 
September 2014 bestand, mit demjenigen im Zeitpunkt der strittigen Aufhebungsverfügung vom 
11. Dezember 2020. 
 
5.1 Zu prüfen ist somit, ob sich der Gesundheitszustand und – damit einhergehend – der 
Grad der Arbeitsfähigkeit der Versicherten tatsächlich, wie von der IV-Stelle geltend gemacht, 
seit der Rentenzusprache im Jahr 2014 in einer anspruchserheblichen Weise verbessert hat. 
 
5.2 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der körper-
lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bis-
herigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird 
auch die zumutbare Tätigkeit in einem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 
2).  
 

 

 
 
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5.3 Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und insbesondere auch bei der Beurtei-
lung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die Ver-
waltung und im Streitfall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und 
Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurtei-
len und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 
versicherte Person arbeitsunfähig ist (vgl. BGE 115 V 133 E. 2, 114 V 310 E. 3c, 105 V 156 E. 1 
in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen Stellungnahmen eine wichtige Grundlage für die 
Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, welche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt 
ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Person auf dem allgemeinen, ausgeglichenen und 
nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarerweise noch 
verrichtet werden können (ULRICH MEYER-BLASER, Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditäts-
schätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversiche-
rung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 
 
5.4 Zur Beurteilung medizinischer Sachverhalte ist das Gericht auf ärztliches Fachwissen an-
gewiesen (vgl. BGE 132 V 93 E. 4). Es hat die medizinischen Unterlagen sodann nach dem für 
den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. 
c ATSG) – wie alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, 
sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungs-
gericht alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu 
entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen 
Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die 
Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. 
Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist demnach entscheidend, ob dieser für die strei-
tigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Be-
schwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der 
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind 
(vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). 
 
5.5 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdi-
gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richt-
linien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser 
Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren 
Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer 
Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen 
sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüs-
sigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange 
nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (vgl. BGE 125 V 351 E. 
3b/bb mit weiteren Hinweisen).  
 
6.1 In ihrer Rentenverfügung vom 29. September 2014 stützte sich die IV-Stelle bei der Beur-
teilung des medizinischen Sachverhalts im Wesentlichen auf das psychiatrische Gutachten von 

 

 
 
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Dr. C.____ vom 16. Dezember 2013. Dr. C.____ hielt als Diagnosen eine emotional-instabile 
Persönlichkeitsstörung, Borderline-Typ (ICD-10 F60.31) mit Dekompensation in Form einer re-
zidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelschwere Episode, mit somatischem Syn-
drom sowie akzentuierte histrionische Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1) fest. Für die Diagnose 
einer ausgeprägten emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung sprächen die deutliche emotio-
nale Instabilität, das schlechte Selbstbild, die Neigung, offizielle Bezugspersonen "in gute und 
schlechte Objekte" zu spalten, die Schuld am eigenen Versagen Dritten anzulasten und ein de-
struktives Beziehungsmuster vor allem zum anderen Geschlecht. Dazu zeige die Versicherte 
Tendenzen, die eigene Person in den Vordergrund zu stellen, was dem Bild von akzentuierten 
histrionischen Persönlichkeitszügen entspreche. Aufgrund der Persönlichkeitsstörung sei die 
Versicherte in ihrer psychischen Belastbarkeit und in ihrer Durchhaltefähigkeit erheblich einge-
schränkt. Die emotionale Labilität verunmögliche zurzeit eine konstante, verlässliche Arbeitsleis-
tung. Die Durchhalte-, die Selbstbehauptungs-, die Kontakt- und die Gruppenfähigkeit seien 
schwer beeinträchtigt. Familiäre und intime Beziehungen seien mittelgradig und Spontanaktivitä-
ten leichtgradig eingeschränkt. Aufgrund all dieser Einschränkungen sei die Versicherte für jegli-
che Tätigkeiten ab November 2012 höchstens zu 30 % arbeitsfähig. 
 
6.2 Im Rahmen des im Jahr 2015 von Amtes wegen eingeleiteten Rentenrevi-sionsverfah-
rens holte die IV-Stelle ein Gutachten bei Dr. D.____ ein. In seinem Gutachten vom 23. Mai 2016 
diagnostizierte Dr. D.____ mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Zyklothymie (ICD-10 
F34.0). Die von den behandelnden psychiatrischen Fachpersonen ursprünglich diagnostizierte 
depressive Störung sei inzwischen remittiert. Der einzige Hinweis auf eine depressive Restsymp-
tomatik ergebe sich aus der weiterhin bestehenden Schlafstörung. Eine Einschränkung der Ar-
beitsfähigkeit wegen einer rezidivierenden depressiven Störung bestehe daher nicht mehr. Des-
gleichen beeinträchtigten die akzentuierten, ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitszüge, wel-
che sich in der unsicheren, etwas mutlosen und zurückhaltenden Einstellung gegenüber Unvor-
hergesehenem oder Neuem zeige, die Arbeitsfähigkeit der Versicherten nicht. Eine Persönlich-
keitsstörung lasse sich nicht diagnostizieren. Die Versicherte weise weder rituelle Selbstverlet-
zungen noch Suizidversuche auf. Sie verfüge über eine gesicherte Geschlechtsidentität und das 
Beziehungsverhalten sei weder chaotisch noch inkonstant. Dazu komme, dass sich eine solche 
Störung gemäss den diagnostischen Kriterien bereits im Jugendalter manifestiere und zu Beein-
trächtigungen in der beruflichen Ausbildung führe. Dies sei hier jedoch nicht der Fall. Die Versi-
cherte sei demzufolge in ihrem angestammten Beruf oder in einer Immobilienverwaltungstätigkeit 
zu 20 % in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Die Leistungseinbusse von 20 % lasse sich mit 
den Stimmungsschwankungen begründen. 
 
6.3 Einige Monate nach der Begutachtung bei Dr. D.____ diagnostizierte Dr. med. F.____, 
FMH Psychiatrie und Psychotherapie, in ihrem Bericht vom 26. Oktober 2015 eine rezidivierende 
depressive Störung bei emotional instabiler Persönlichkeitsstörung und zwanghaften, narzissti-
schen und histrionischen Anteilen (ICD-10 F61.0) sowie eine Adipositas. Sie hielt fest, dass die 
Versicherte an affektiv starken Stimmungsschwankungen, an einem verminderten Selbstwertge-
fühl, an Insuffizienzgefühlen und Schlafstörungen leide und hohe Selbstansprüche habe. Im af-
fektiven Rapport sei sie wenig spürbar. In ihrer angestammten Tätigkeit als kaufmännische An-
gestellte sei sie zu 100 % arbeitsunfähig. Grundsätzlich sei ihr die Ausführung von rein sitzenden 

 

 
 
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Tätigkeiten zumutbar. Dabei seien das Konzentrations- und das Auffassungsvermögen, die An-
passungsfähigkeit und die Belastbarkeit in Form rascher Ermüdbarkeit eingeschränkt. 
 
6.4 Mit Bericht vom 12. November 2016 wies Dr. F.____ darauf hin, dass bei der von 
Dr. D.____ diagnostizierten Zyklothymie ähnliche Symptome wie bei einer kombinierten Persön-
lichkeitsstörung mit emotional-instabilen, histrionischen und narzisstischen Anteilen zu finden 
seien. Eine Persönlichkeitsstörung sei gekennzeichnet durch ein andauerndes Verhaltensmuster 
mit Unausgeglichenheit in mehreren Bereichen wie z. B. in der Affektivität, im Antrieb, in der 
Wahrnehmung und in zwischenmenschlichen Beziehungen. Diese Störung beginne in der Kind-
heit und manifestiere sich im Erwachsenenalter. Das Leiden könne subjektiv aber auch erst im 
späteren Verlauf auftreten. Die Persönlichkeitsstörung der Versicherten zeige sich in der emotio-
nalen Instabilität, in der erheblichen Selbstwertproblematik, im geringen Selbstbild, in den starken 
Verlustängsten, in einem anhaltenden Gefühl der inneren Leere, im selbstschädigenden Verhal-
ten (Essanfällen) und in den zwischenmenschlichen Beziehungen. Auch das Auftreten von kurz-
andauernden psychotischen Episoden in Form von Derealisation, erhöhter Kränkbarkeit, einer 
deutlichen Tendenz zu überhöhten Selbstansprüchen und Zweifeln an ihren Fähigkeiten spreche 
für die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung. Bei Konfrontationen mit ihren Verhaltensweisen 
im therapeutischen Setting sei es wiederholt zu Überforderungsgefühlen mit ausgeprägtem re-
gressivem Verhalten und starker Entwertungstendenz gekommen. Aufgrund der grossen Unter-
stützung der Eltern in der beruflichen Ausbildung und Tätigkeit habe die Versicherte in der Ver-
gangenheit ihre emotionale Labilität kompensieren und ihre Leistungen erbringen können. Anam-
nestisch habe die stark zunehmende Demenz der Mutter eine sehr zentrale Rolle bei der psychi-
schen Dekompensation der Versicherten eingenommen. Denn die Mutter sei ihre engste Bezugs-
person gewesen. Aufgrund der Persönlichkeitsstörung sei die Versicherte in ihrer psychischen 
Belastbarkeit, ihrer konstanten Leistungs- und Durchhaltefähigkeit sowie ihrer Flexibilität stark 
eingeschränkt. Auf dem freien Arbeitsmarkt sei sie zurzeit nicht arbeitsfähig. 
 
6.5 Zum Bericht von Dr. F.____ nahm Dr. D.____ am 16. März 2017 Stellung. Er stellte fest, 
dass Dr. F.____ nicht mehr vom Vorliegen einer depressiven Störung ausgehe. In Bezug auf die 
Persönlichkeitsstörung halte er weiterhin daran fest, dass er eine solche nicht diagnostizieren 
könne. Gemäss den ICD-10-Kriterien müsse ein auffälliges Verhalten stabil und dauerhaft sein 
sowie im späten Kindsalter oder in der Adoleszenz begonnen haben. Solches könne jedoch der 
Anamnese nicht entnommen werden. Diesbezüglich würden psychiatrische Auffälligkeiten erst 
ab 2009 erwähnt. Dabei werde eine klare Zyklothymie mit tageweisen euphorisierten, aber auch 
depressiv verstimmten Zuständen beschrieben. Erstaunlich sei, dass die behandelnde Psychia-
terin von psychotischen Kurzepisoden spreche, die jedoch zuvor nie dokumentiert und von der 
Versicherten auch nie dargestellt worden seien. Zudem habe sich die Belastbarkeit der Versi-
cherten seit 2015 nachweislich erhöht. Es stelle sich daher die Frage, weshalb die behandelnde 
Psychiaterin der Versicherten immer noch eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiere (vgl. auch 
Stellungnahme von Dr. D.____ vom 16. August 2017). 
 
6.6 Aus dem Bericht von Dr. med. G.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 
19. November 2017 geht hervor, dass er die Versicherte seit 27. Juli 2017 behandelt. Als Diag-
nosen führte er eine generalisierte Angststörung (ICD-10 F41.1), eine Schlafstörung (ICD-10 

 

 
 
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G47.0), eine Adipositas (ICD-10 E66.01) und einen Status nach einer depressiven Störung fest. 
Die Versicherte berichte über eine generalisierte, anhaltende Angst und beschreibe Symptome, 
welche einer vegetativen Übererregbarkeit in Belastungssituationen entsprächen. Unter Leis-
tungsdruck träten Anspannungen, Nervosität und Konzentrationsstörungen auf. In einer gut struk-
turierten Umgebung ohne Leistungserwartungen könne sie aktuell mit ihren psychischen Leiden 
umgehen. Die persistierenden Schlafstörungen würden mit einer sedierenden Medikation behan-
delt. In seiner E-Mail vom 19. November 2017 nahm Dr. G.____ Stellung zum Gutachten von Dr. 
D.____ vom 23. Mai 2016 und den Stellungnahmen vom 16. März 2017 und 16. August 2017. Er 
kritisierte die Beurteilung von Dr. D.____ dahingehend, dass dieser keine Würdigung der geklag-
ten ängstlichen Symptome und der eingeschränkten Konzentrationsfähigkeit der Versicherten 
vorgenommen habe. Dr. D.____ habe nur Testungen zur Erfassung einer depressiven Störung 
durchgeführt. Eine spezifische testpsychologische Abklärung im Hinblick auf die Angststörung 
fehle. Zudem falle auf, dass er seine Diagnose einer Zyklothymie mit zahlreichen Perioden von 
depressiven und gehobenen Stimmungen begründe. In den medizinischen Akten werde jedoch 
nur eine einzige depressive Episode beschrieben; gehobene Stimmungen seien nirgends doku-
mentiert. 
 
6.7 Der RAD-Arzt Dr. med. H.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, wies in seiner 
Stellungnahme vom 12. Januar 2018 darauf hin, dass Dr. G.____ keine seiner Diagnosen be-
gründet habe. Ausserdem beruhten sie einzig auf den Angaben der Versicherten, weshalb sie 
nicht als "valide" eingestuft werden könnten. Zur Kritik von Dr. G.____ an den gutachterlichen 
Ausführungen von Dr. D.____ hielt er fest, dass eine testpsychologische Zusatzdiagnostik nicht 
erforderlich sei, da für eine zuverlässige Diagnosestellung die objektiven Befunde, die klinischen 
Beobachtungen und die beruflichen Erfahrungen und Kenntnisse massgebend seien. Die Beur-
teilungen von Dr. D.____ seien zuverlässig genug, um darauf abstellen zu können.  

7.1 Nachdem das Kantonsgericht die Beschwerde vom 14. Juli 2017 guthiess, die Verfügung 
vom 13. Juni 2017 aufhob und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägun-
gen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle zurückwies (Verfahren-Nr. 720 17 
223 / 94), holte diese ein Gutachten bei Dr. E.____ ein. Aus der Expertise vom 19. August 2019 
geht hervor, dass die Explorandin ausführlich über ihre jetzigen Lebensumstände berichtet habe. 
Dabei sei die Stimmung ausgeglichen, die Psychomotorik lebhaft und der Antrieb nicht vermindert 
gewesen. Sie habe eine leicht erhöhte Ängstlichkeit erwähnt, jedoch nicht davon berichtet, aktuell 
durch Ängste eingeschränkt zu sein. Sie mache einen wachen Eindruck und habe bewusstseins-
klar, gut orientiert und merkfähig gewirkt. Es bestünden kein eingeengtes Denken, Wahn oder 
Zwangshandlungen; es liege ein klarer Bezug zur Realität vor. Als Diagnose mit Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit stellte Dr. E.____ eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remit-
tiert (ICD-10 F33.4) und als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ängstliche Per-
sönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1) fest. Er führte aus, dass die Versicherte zwischen 2010 und 
2017 an einer rezidivierenden depressiven Störung mit teils mittelgradigen, teils schwergradigen 
Episoden gelitten habe. Diese sei bis auf die noch vorhandene Müdigkeit remittiert. Aufgrund der 
langjährigen depressiven Krise bestehe aber noch eine leicht verminderte Belastbarkeit. Bereits 
als Kind sei die Explorandin ängstlich und unsicher gewesen. Die während der depressiven Krise 
beschriebenen Angstzustände und Blockaden seien im Zusammenhang mit der Depression auf 

 

 
 
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dem Hintergrund der ängstlichen Persönlichkeitsakzentuierung einzuordnen. Dr. E.____ führte 
aus, es bestünden zum heutigen Zeitpunkt keine Hinweise auf eine Persönlichkeitsstörung. Die 
Explorandin leide nicht unter ausgeprägten Stimmungsschwankungen, habe eine stabile Bezie-
hung zu ihrem Partner, arbeite ohne Schwierigkeiten seit dem 1. Januar 2018 in ihrer ange-
stammten Tätigkeit, pflege einen Gemüsegarten, kümmere sich um ihre beiden Pferde, führe den 
Zweipersonenhaushalt weitgehend selbständig und habe soziale Kontakte. Die Explorandin sehe 
sich nur noch zu 50 % arbeitsfähig; diese subjektive Krankheitsüberzeugung lasse sich aus psy-
chiatrischer Sicht nicht begründen. Die leicht erhöhte Ermüdbarkeit führe zu einer nur geringen 
Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit. Dr. E.____ ging davon aus, dass seit dem Gutachten von 
Dr. D.____ vom 23. Mai 2016 eine Arbeitsfähigkeit von 80 % bestehe, womit sich dessen Grad 
nicht verändert habe. 

7.2 RAD-Arzt Dr. med. I.____, FMH Psychiatrie und Psychologie, führte mit Bericht vom 6. Au-
gust 2020 aus, es entspreche einem häufigen Verlauf einer emotional-instabilen Persönlichkeits-
störung vom Borderline-Type, dass sich diese allmählich stabilisiere und die Persönlichkeit aus-
reife; deshalb sei der von Dr. E.____ erläuterte Verlauf nachvollziehbar. 

7.3 Dr. G.____ hielt mit Bericht vom 15. Oktober 2020 an den in seinem Bericht vom 19. No-
vember 2017 aufgeführten Diagnosen fest, wobei er zusätzlich ein Fatigue Syndrom (ICD-10 
G93.3) feststellte. Im Erstgespräch habe die Versicherte über starke Stimmungsschwankungen 
und seit der Kindheit bestehende diffuse Ängste berichtet. Die aktuelle Beziehung zu ihrem Part-
ner sei geprägt durch eine starke Rücksichtnahme und eine Vernachlässigung ihrer Bedürfnisse, 
was ihr Vermeidungsverhalten psychodynamisch bestärke. Die Bereitschaft, diese Beziehung zu 
beleben, führe zur Erschöpfung mit Auswirkung auf die Leistung im sozialen, privaten und beruf-
lichen Bereich. Obwohl die Versicherte eine psychische Stabilität erreicht habe, indem die de-
pressive Symptomatik abgeklungen sei, hätten im Verlauf die körperlichen Beschwerden zuge-
nommen. Die rasche Erschöpfbarkeit könne eventuell durch eine immunologische Erkrankung 
erklärt werden – was allenfalls weiterer somatischer Abklärungen bedürfe. Die Aufnahme der 
Arbeitstätigkeit im Umfang von 50 % wirke sich positiv aus, jedoch habe sie damit ihre Belastbar-
keitsgrenze erreicht. Im psychopathologischen Befund seien in Bezug auf die Vorstellung, Leis-
tung erbringen zu müssen, Befürchtungen und Ängste zu eruieren. Die Vitalgefühle seien im 
Sinne einer Adynamie mit einer raschen Erschöpfbarkeit gestört. Zudem bestünden Ein- und 
Durchschlafstörungen sowie ein leicht verminderter Antrieb. Abschliessend empfahl Dr. G.____ 
die Fortsetzung seiner Therapie, die Weiterführung des 50%igen Arbeitspensums und den Ausfall 
der Arbeitsleistung durch eine Invalidenrente abzudecken. 

7.4 RAD-Arzt Dr. I.____ nahm am 24. November 2020 dazu Stellung. Die von Dr. G.____ 
beschriebene Ängstlichkeit sei im Gutachten bei Dr. E.____ vom 19. August 2019 ausführlich 
beschrieben worden. Weiter gebe es keine Hinweise, dass sich die somatische Situation, welche 
sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirken würde, massgeblich und dauerhaft verändert habe. 

8.1 Die IV-Stelle stützte sich bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts und bei ih-
rem Entscheid über die Frage, ob eine wesentliche Verbesserung des Gesundheitszustandes der 
Versicherten eingetreten sei, auf die Beurteilung von Dr. E.____ vom 19. August 2019. Sie ging 

 

 
 
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demzufolge davon aus, dass sich der Gesundheitszustand der Versicherten seit der ursprüngli-
chen Rentenverfügung vom 29. September 2014 verbessert habe, die Versicherte in der ange-
stammten Tätigkeit nur noch zu 20 % in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei und somit die 
Aufhebung der Rente in der Verfügung vom 13. Juni 2017 richtig gewesen sei. Diese vorinstanz-
liche Beweiswürdigung ist trotz der Kritik der Beschwerdeführerin (vgl. dazu die nachstehenden 
Erwägungen) im Ergebnis nicht zu beanstanden. Wie oben (vgl. E. 5.5 hiervor) dargelegt, ist den 
im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -
ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht 
in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen 
gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete In-
dizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Solche Indizien liegen keine vor. Das 
Gutachten von Dr. E.____ vom 19. August 2019 erfüllt sowohl in formeller Hinsicht als auch in-
haltlich die bundesgerichtlichen Anforderungen an eine beweiskräftige medizinische Entschei-
dungsgrundlage. Er hatte Kenntnis von sämtlichen medizinischen Vorakten, setzte sich in ange-
messener Weise mit den geäusserten Beschwerden auseinander und begründete die Schluss-
folgerungen in nachvollziehbarer Weise. In inhaltlicher Hinsicht vermag die eingehende Herlei-
tung der Diagnose zu überzeugen, wonach keine Hinweise auf eine Persönlichkeitsstörung be-
stehen, aber ängstliche Persönlichkeitszüge vorliegen. Es wird deutlich, dass die Depression ab-
geklungen ist und sich insgesamt der Gesundheitszustand verbessert hat, zumal die Versicherte 
wieder zu 50 % arbeitstätig ist. Es bestehen keine Anhaltspunkte, dass die klinische Untersu-
chung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung als wichtigste 
Grundlage gutachtlicher Feststellungen und Schlussfolgerungen nicht lege artis erfolgt wäre (vgl. 
Urteil des Bundesgerichts vom 4. August 2016, 9C_410/2016, E. 2.2.1 mit Hinweis, in: SVR 2016 
IV Nr. 53 S. 178). Die entsprechenden, vorstehend (vgl. E. 7.1 hiervor) wiedergegebenen Darle-
gungen des Gutachters vermögen zu überzeugen, sodass darauf verwiesen werden kann. Folg-
lich kann auf das Gutachten vom 19. August 2019 abgestellt werden. 

8.2 Die Vorbringen der Beschwerdeführerin sind nicht geeignet, das vorstehende Beweiser-
gebnis in Frage zu stellen. Zwar ist der Beschwerdeführerin insofern beizupflichten, dass 
Dr. E.____ vor der Begutachtung keinen Bericht bei Dr. G.____ einholte. Indessen lag ihm bereits 
dessen Bericht vom 19. November 2017 vor; damit setzte er sich einlässlich auseinander (Gut-
achten S. 36 f.). Dazu kommt, dass Dr. G.____ im Bericht vom 15. Oktober 2020 nichts erheblich 
anderes als in seinem ersten Bericht ausführte. Demnach schmälert dieser Umstand den Beweis-
wert des Gutachtens nicht. Entgegen der Ausführungen der Beschwerdeführerin war Dr. E.____ 
die Medikamentenintoxikation mit Imovane bekannt (Gutachten S. 21); auch wurden die Alltags-
aktivitäten hinreichend erfasst (Gutachten S. 31). Wenn die Beschwerdeführerin rügt, die Ein-
schränkungen, welche sich durch die Angststörung ergäben, seien durch Dr. E.____ ungenügend 
festgehalten worden, verfängt dies nicht. Denn Dr. E.____ diagnostizierte ängstliche Persönlich-
keitszüge (ICD-10 Z73.1) und beschrieb diese ausführlich (Gutachten S. 34 ff.). Auch gibt er die 
von ihr geschilderte Panikattacke in einem öffentlichen Verkehrsmittel wieder und dass dies der 
Grund dafür sei, dass sie diese nicht mehr benutze. Er führt jedoch weiter aus, die Versicherte 
habe nicht berichtet, an Angst- und Panikattacken zu leiden (Gutachten S. 37). In diesem Zusam-
menhang ist zu berücksichtigen, dass eine Exploration von der Natur der Sache her nicht ermes-

 

 
 
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sensfrei erfolgen kann. Sie eröffnet dem Gutachter praktisch immer einen Spielraum für verschie-
dene medizinische Interpretationen, was zulässig und zu respektieren ist, sofern der Gutachter – 
wie hier – lege artis vorgegangen ist. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende 
Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte wichtige – und 
nicht rein subjektiver Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die bei der Begutachtung 
unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 23. April 2019, 
8C_835/2018, E. 3 mit Hinweis). Die Beschwerdeführerin legt nicht substanziiert dar und es ist 
auch nicht ersichtlich, dass aus dem Bericht des behandelnden Arztes Dr. G.____ vom 15. Ok-
tober 2020 Gesichtspunkte hervorgingen, die von Dr. E.____ nicht berücksichtigt worden wären. 
So wird jenes, was die Beschwerdeführerin beim Gutachten von Dr. E.____ als unberücksichtigt 
beanstandet, auch nicht im Bericht ihres behandelnden Arztes Dr.  G.____ thematisiert, weshalb 
diese Beanstandungen unbehelflich sind. 

8.3 Soweit die Beschwerdeführerin im Weiteren geltend macht, die rückwirkende Beurteilung 
der Arbeitsfähigkeit durch Dr. E.____ sei nicht möglich, ist ihr entgegenzuhalten, dass diesbe-
züglich das Gutachten von Dr. D.____ vom 23. Mai 2016 heranzuziehen ist. Zwar würdigte das 
Kantonsgericht im Urteil vom 12. April 2016 dieses hinsichtlich des Verlaufs der Persönlichkeits-
störung als unzureichend – was Anlass der aktuellen Beurteilung war –, jedoch diagnostizierten 
sowohl Dr. E.____ als auch Dr. G.____ (Bericht vom 19. November 2017 und vom 15. Oktober 
2020) keine Persönlichkeitsstörung, weshalb diese nunmehr ausser Betracht fällt. Damit erweist 
sich das Gutachten von Dr. D.____ vom 23. Mai 2016 nachträglich in Bezug auf die Arbeitsfähig-
keit als zutreffend. Demnach ergeben die beiden Gutachten in der Gesamtwürdigung ein schlüs-
siges und nachvollziehbares Bild betreffend die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin. Dies gilt 
umso mehr, als auch die Beschwerdeführerin anlässlich der heutigen Parteiverhandlung berich-
tete, dass sie seit Januar 2018 zu 50 % arbeite. Eine durch den Weggang ihrer vorgesetzten 
Person ausgelöste unsichere Phase habe sie mithilfe ihres Psychiaters bewältigt. Fortan habe 
sie gegen aussen mehr Verantwortung übernommen, indem sie Kunden, welche sie bereits von 
früher gekannt habe, betreue. Im März 2021 sei eine Arbeitskollegin an Corona erkrankt; deshalb 
habe sie dann bis Ende Mai 70 % gearbeitet; dies sei ihr aber eindeutig zu viel gewesen. Dieser 
Verlauf zeigt, dass die Beschwerdeführerin in den letzten drei Jahren ein stabiles Pensum trotz 
arbeitsstrukturellen Schwierigkeiten halten bzw. teils auch erhöhen konnte, was die Beurteilung 
der Arbeitsfähigkeit durch Dr. D.____ und Dr. E.____ im Grunde bestätigt. Daran vermag die an 
der Parteiverhandlung geäusserte Einschätzung der Beschwerdeführerin – namentlich, sie sei 
nur zu 50 % arbeitsfähig – nichts zu ändern, zumal bereits Dr. E.____ im Rahmen seiner Begut-
achtung ausführte, die subjektive Krankheitsüberzeugung lasse sich aus psychiatrischer Sicht 
nicht begründen. 
 
9. Aufgrund der vorstehenden Ausführungen steht zusammenfassend fest, dass sich der 
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin im Vergleich zur ursprünglichen Berentung im Jahr 
2014 wesentlich verbessert hat. Entgegen der damaligen medizinischen Beurteilung ist bei der 
Beschwerdeführerin keine Persönlichkeitsstörung mehr feststellbar und die damalige rezidivie-
rende depressive Störung ist gegenwärtig remittiert, während die diagnostizierten ängstlichen 

 

 
 
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Persönlichkeitszüge ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sind. Hinzu tritt, dass sie seit Ja-
nuar 2018 50 %, teils 70 %, im angestammten Beruf arbeitstätig ist. Daher ist vorliegend ein Re-
visionsgrund nach Art. 17 ATSG gegeben. 
 
10.1 Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlichen Beeinträchtigun-
gen. Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG an-
wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Invaliditätsgrad aufgrund eines Einkommensver-
gleichs zu bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; vgl. BGE 104 V 135 
E. 2a und b). Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der 
Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungs-
massnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen 
könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen 
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich 
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen 
ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden. Aus der Einkom-
mensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (vgl. BGE 104 V 135 E. 2a und b). 
 
10.2 Vorliegend bildet Grundlage für die Berechnung des Invalideneinkommens die Schweize-
rische Lohnstrukturerhebung (LSE) 2018, Tabelle TA1, Finanzdienstleistungen; mit Finanz- und 
Versicherungsdienstleistungen, Kompetenzniveau 2, Spalte Frauen, Fr. 6’746.-- monatlich, ba-
sierend auf 40 Wochenstunden. Nach Umrechnung auf die betriebsübliche wöchentliche Arbeits-
zeit von 41.4 Stunden x 12 Monate, der Anpassung an die Nominallohnentwicklung und in Be-
rücksichtigung einer Leistungseinschränkung von 20 % ergibt sich ein jährliches Invalidenein-
kommen der Beschwerdeführerin von Fr. 67'190.--.  
 
10.3 Bei der Berechnung des Valideneinkommens errechnete die IV-Stelle in der Verfügung 
vom 13. Mai 2017 ein Valideneinkommen von Fr. 78'885.--, während die Beschwerdeführerin von 
einem Valideneinkommen von Fr. 98'606 ausgeht. Stellt man das Valideneinkommen dem Inva-
lideneinkommen gegenüber, resultiert ein Invaliditätsgrad von 15 % respektive 32 %. Da damit 
die Einbusse unter der leistungsbegründenden Schwelle von 40 % liegt, erübrigen sich bezüglich 
der Höhe des Valideneinkommen nähere Ausführungen. Im Ergebnis ist die IV-Stelle zu Recht 
davon ausgegangen, dass die Beschwerdeführerin ein rentenausschliessendes Einkommen zu 
erzielen vermag. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass sie mit der Revisionsverfügung vom 
11. Dezember 2020 die ursprüngliche Rente per Ende Juli 2017 aufgehoben hat. Die dagegen 
erhobene Beschwerde erweist sich als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist. 
 
11. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be-
willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert 
im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen 
ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten 
in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 
20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemes-
senem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin unterliegende Partei, weshalb 

 

 
 
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die Verfahrenskosten ihr aufzuerlegen sind und mit dem im gleichen Umfang geleisteten Kosten-
vorschuss zu verrechnen sind. Dem Verfahrensausgang entsprechend wird keine Parteientschä-
digung ausgerichtet.   

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800-- werden der Beschwer-
deführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der 
Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 

 3. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 
 

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