# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f540ec68-d5a8-51ca-b8a8-17afb0054673
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-12-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.12.2022 D-5667/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5667-2022_2022-12-14.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-5667/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 4 .  D e z e m b e r  2 0 2 2  

Besetzung 
 Einzelrichterin Jeannine Scherrer-Bänziger, 

mit Zustimmung von Richter Walter Lang;   

Gerichtsschreiber Matthias Schmutz. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 2. Dezember 2022 / N (…). 

 

 

 

D-5667/2022 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer suchte am (…) in der Schweiz um Asyl nach.  

A.b Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Zentral-

einheit-Eurodac) ergab, dass er am (…) bereits in Österreich um Asyl er-

sucht hatte. 

A.c Am 28. Oktober 2022 fand die Personalienaufnahme (PA) des Be-

schwerdeführers statt. 

A.d Die Vorinstanz gewährte dem Beschwerdeführer am 16. November 

2022 das rechtliche Gehör (Dublin-Gespräch) zu einem allfälligen Nicht-

eintretensentscheid und einer Überstellung nach Österreich. 

A.e Am 17. November 2022 ersuchte das SEM die österreichischen Be-

hörden um Rückübernahme des Beschwerdeführers gemäss Art. 18 Abs. 1 

Bst. b der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments 

und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfah-

ren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von ei-

nem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat ge-

stellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend Dub-

lin-III-VO). Dieses Gesuch blieb innert der in Art. 25 Abs.1 Dublin-III-VO 

vorgesehenen Frist unbeantwortet. 

A.f Mit Eingabe vom 25. November 2022 reichte der Beschwerdeführer ein 

medizinisches Datenblatt für interne Arztbesuche im BAZ B._______ vom 

(…) und (…) zu den Akten. 

B.  

Mit Verfügung vom 2. Dezember 2022 (eröffnet am 5. Dezember 2022) trat 

das SEM in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf 

das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein, verfügte die Wegwei-

sung aus der Schweiz nach Österreich und ordnete den Wegweisungsvoll-

zug an. Gleichzeitig stellte es fest, einer allfälligen Beschwerde gegen den 

Entscheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und verfügte die Aus-

händigung der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis. 

C.  

Mit Eingabe vom 8. Dezember 2022 erhob der Beschwerdeführer beim 

Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. Er beantragt, die angefochtene 

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Seite 3 

Verfügung sei aufzuheben und die Vorinstanz sei anzuweisen, auf das 

Asylgesuch einzutreten. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde um Ertei-

lung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde, um Anordnung eines 

Vollzugsstopps sowie um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung 

unter Verzicht auf das Erheben eines Kostenvorschusses ersucht. 

Der Beschwerde lagen eine Kopie der angefochtenen Verfügung und eine 

Kopie einer Einladung zum Erstgespräch beim Ambulatorium C._______ 

der Psychiatrischen Dienste D._______ vom (…) bei. 

D.  

Mit Verfügung vom 9. Dezember 2022 setzte die Instruktionsrichterin den 

Vollzug der Überstellung per sofort einstweilen aus.  

E.  

Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am 

9. Dezember 2022 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG). 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet auf dem Gebiet des Asyls 

in der Regel – und so auch vorliegend – endgültig über Beschwerden ge-

gen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des SEM (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31–33 

VGG; Art. 83 Bst. d Ziffer 1 BGG).  

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).  

1.3 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdefüh-

rung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht einge-

reichte Beschwerde (Art. 105 und 108 Abs. 3 AsylG sowie Art. 52 Abs. 1 

VwVG) ist einzutreten.  

2.  

2.1 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).  

D-5667/2022 

Seite 4 

2.2 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 

(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-

deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu 

Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 

2012/4 E. 2.2, je m.w.H.).  

3.  

Die Beschwerde erweist sich – wie im Folgenden zu zeigen ist – als offen-

sichtlich unbegründet, weshalb sie im Verfahren einzelrichterlicher Zustän-

digkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer 

zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Durchführung eines Schrif-

tenwechsels und mit summarischer Begründung zu behandeln ist 

(Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

4.  

4.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG). Zur Bestimmung des staatsvertraglich zuständigen 

Staates prüft das SEM die Zuständigkeitskriterien gemäss Dublin-III-VO. 

Im Falle eines Nichteintretens verfügt das SEM in der Regel die Wegwei-

sung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG). 

4.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem 

einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III (Art. 

8 bis Art. 15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch 

Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO). Das Verfahren zur Bestimmung des zuständi-

gen Mitgliedstaates wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals 

ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO). Im Rahmen des 

Wiederaufnahmeverfahrens (Art. 23 bis Art. 25 Dublin-III-VO) findet grund-

sätzlich keine (erneue) Zuständigkeitsprüfung nach Kapitel III Dublin-III-VO 

mehr statt (vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1). 

5.  

5.1 Ein Abgleich der Fingerabdrücke des Beschwerdeführers mit der Fin-

gerabdruck-Datenbank ergab, dass er am (…) in Österreich ein Asylge-

such eingereicht hat. Das SEM ersuchte deshalb die österreichischen Be-

hörden am 17. November 2022 um Wiederaufnahme des Beschwerdefüh-

rers. Nachdem sich die österreichischen Behörden innert der geltenden 

Frist nicht zum Wiederaufnahmegesuch des SEM geäussert haben, ist die 

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Seite 5 

staatsvertragliche Zuständigkeit Österreichs grundsätzlich gegeben (vgl. 

Art. 25 Abs. 2 Dublin-III-VO). 

5.2 Das Vorbringen des Beschwerdeführers, er sei in Österreich zur Ab-

gabe seiner Fingerabdrücke gezwungen worden, ist bezüglich der Zustän-

digkeitsfrage unbehelflich. Bereits die (unbestrittene) Einreise in das Ho-

heitsgebiet des Dublin-Staates hat die Zuständigkeit Österreichs für die 

Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens begründet (Art. 13 

Abs. 1 Bst. a Dublin-III-VO). Im Übrigen ist unerheblich, ob der Beschwer-

deführer den Wunsch hatte, nur in der Schweiz um Asyl zu ersuchen; die 

Dublin-III-VO räumt den Schutzsuchenden kein Recht ein, den ihren Antrag 

prüfenden Staat selber auszuwählen (vgl. BVGE 2010/45 E. 8.3). Soweit 

der Beschwerdeführer geltend macht, er wolle mit seinem Cousin, der ein 

in der Schweiz vorläufig aufgenommener, unbegleiteter Minderjähriger sei, 

zusammenwohnen und ihn unterstützen, ist auch dieser Einwand unbe-

helflich. Der Beschwerdeführer hat im erstinstanzlichen Verfahren den an-

geblichen Cousin nicht erwähnt, weshalb kaum eine enge Beziehung zu 

ihm bestehen dürfte. Im Übrigen ist dieser nicht als Familienangehöriger 

im Sinne von Art. 2 Bst. g Dublin-III-VO zu qualifizieren, weshalb die Zu-

ständigkeitskriterien zum Schutze der Familieneinheit (Art. 9 ff. Dublin-III-

VO) ohnehin nicht einschlägig wären (vgl. statt vieler: Urteil des BVGer 

F-2715/2021 vom 11. März 2022 E. 10.1). Auch fällt die geltend gemachte 

Beziehung offensichtlich nicht in den Anwendungsbereich des Art. 16 

Abs. 1 der Dublin-III-VO. Die Einwände des Beschwerdeführers vermögen 

daher nichts an der grundsätzlichen Zuständigkeit Österreichs zu ändern. 

6.  

6.1 Erweist es sich als unmöglich, einen Antragsteller in den eigentlich zu-

ständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentliche Gründe für die 

Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen für 

Antragsteller in jenem Mitgliedstaat systemische Schwachstellen aufwei-

sen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder entwürdigenden Behand-

lung im Sinne von Art. 4 der Charta der Grundrechte der Europäischen 

Union (EU-Grundrechtecharta) mit sich bringen, ist zu prüfen, ob aufgrund 

dieser Kriterien ein anderer Mitgliedstaat als zuständig bestimmt werden 

kann. Kann kein anderer Mitgliedstaat als zuständig bestimmt werden, wird 

der die Zuständigkeit prüfende Mitgliedstaat zum zuständigen Mitgliedstaat 

(Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO). 

6.2 Das Bundesverwaltungsgericht geht in ständiger Rechtsprechung da-

von aus, dass das österreichische Asylsystem keine systemischen Mängel 

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Seite 6 

im Sinne von Art. 3 Abs. 2 zweiter Satz Dublin-III-VO aufweist (vgl. bspw. 

Urteil des BVGer F-5522/2022 vom 7. Dezember 2022 E. 4, m.w.H.). Die 

pauschalen und nicht substanziierten Einwände des Beschwerdeführers, 

in Österreich sei der Zugang zu unabhängiger Rechtsberatung erschwert, 

vulnerable Personen würden inhaftiert werden, Uniformierte in Österreich 

hätten ihn schlecht behandelt und es würden keine Mechanismen zum 

Schutz von vulnerablen Personen existieren, vermögen an dieser Recht-

sprechung nichts zu ändern. 

6.3 Unter diesen Umständen ist die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Dublin-

III-VO nicht gerechtfertigt. 

7.  

7.1 Abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO kann jeder Mitgliedstaat 

beschliessen, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staa-

tenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn 

er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prü-

fung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 erster Satz Dublin-III-VO). Dieses soge-

nannte Selbsteintrittsrecht wird im Landesrecht durch Art. 29a Abs. 3 der 

Asylverordnung 1 über Verfahrensfragen vom 11. August 1999 (AsylV 1, 

SR 142.311) konkretisiert. Gemäss dieser Bestimmung kann das SEM das 

Asylgesuch "aus humanitären Gründen" auch dann behandeln, wenn dafür 

gemäss Dublin-III-VO ein anderer Staat zuständig wäre. Liegen individu-

elle völkerrechtliche Überstellungshindernisse vor, ist der Selbsteintritt 

zwingend (vgl. BVGE 2015/9 E. 8.2.1). 

7.2 Der Beschwerdeführer vermag nicht darzutun, dass die ihm bei einer 

Rückführung nach Österreich zu erwartenden Bedingungen derart schlecht 

sind, dass sie zu einer Verletzung von Art. 3 EMRK führen könnten. Dies 

gilt auch in Bezug auf die angeblich erlebte – aber nicht näher ausgeführte 

– schlechte Behandlung in Österreich. 

7.3 Was den medizinischen Sachverhalt anbelangt, so kann eine zwangs-

weise Rückweisung von Personen mit gesundheitlichen Problemen nur 

ganz ausnahmsweise einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK darstellen. Dies 

ist insbesondere dann der Fall, wenn die betroffene Person sich in einem 

fortgeschrittenen oder terminalen Krankheitsstadium und bereits in Todes-

nähe befindet, nach einer Überstellung mit dem sicheren Tod rechnen 

müsste und dabei keinerlei soziale Unterstützung erwarten könnte (vgl. 

BVGE 2011/9 E. 7 mit Hinweisen auf die Praxis des Europäischen Ge-

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Seite 7 

richtshofs für Menschenrechte [EGMR]). Eine weitere vom EGMR defi-

nierte Konstellation betrifft Schwerkranke, die durch die Abschiebung – 

mangels angemessener medizinischer Behandlung im Zielstaat – mit ei-

nem realen Risiko konfrontiert würden, einer ernsten, raschen und unwie-

derbringlichen Verschlechterung ihres Gesundheitszustands ausgesetzt 

zu werden, die zu intensivem Leiden oder einer erheblichen Verkürzung 

der Lebenserwartung führen würde (vgl. Urteil des EGMR Paposhvili ge-

gen Belgien 13. Dezember 2016, Grosse Kammer 41738/10, §§ 180–193 

m.w.H.). 

Den Akten ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer an (…), (…) und 

(…) leidet. Gemäss dem behandelnden Arzt ist bis auf weiteres eine psy-

chiatrische Anbindung dringend nötig (vgl. act. SEM 1206433-17/2 und act. 

SEM 1206433-18/1). Für den (…) ist ein Erstgespräch bei den Psychiatri-

schen Diensten D._______ vorgesehen (vgl. Beschwerdebeilage).  

Diese gesundheitlichen Beeinträchtigungen sind nicht zu verharmlosen, 

sind aber auch nicht von derartiger Schwere, dass sie die Feststellung der 

Unzulässigkeit im Sinne der obgenannten restriktiven Rechtsprechung zu 

rechtfertigen vermöchten. Zudem können sie in Österreich (weiter) behan-

delt werden. Es ist allgemein bekannt, dass Österreich über eine ausge-

zeichnete medizinische Infrastruktur verfügt. Es liegen zudem keine Hin-

weise vor, wonach Österreich dem Beschwerdeführer eine adäquate me-

dizinische Behandlung verweigern würde (vgl. Urteil des BVGer E-

5043/2022 vom 16. November 2022 E. 7.1).  

Die geltend gemachten Gesundheitsrisiken beziehungsweise Beschwer-

den könnten alsdann höchstens die Reisefähigkeit tangieren, welche im 

Zeitpunkt der tatsächlichen Überstellung konkret abzuklären ist. Weiter 

wird den gesundheitlichen Beschwerden des Beschwerdeführers bei den 

Überstellungsmodalitäten Rechnung getragen werden (vgl. Art. 31 f. Dub-

lin-III-VO). Der aktuelle Gesundheitszustand des Beschwerdeführers führt 

somit für den Fall einer Überstellung nach Österreich nicht zur Annahme 

einer drohenden Verletzung von Art. 3 EMRK. An dieser Schlussfolgerung 

vermag die Aussage des Beschwerdeführers, er werde bei einem negati-

ven Entscheid seinem Leben ein Ende setzen, nichts zu ändern. Die Über-

stellung verstösst auch unter diesem Aspekt nicht gegen Art. 3 EMRK, so-

lange der wegweisende Staat Massnahmen ergreift, um die Umsetzung 

einer entsprechenden Suiziddrohung zu verhindern (vgl. den Unzulässig-

keitsentscheid des EGMR vom 7. Oktober 2004 i.S. Dragan und andere 

gegen Deutschland, 33743/03, angeführt in EMARK 2005 Nr. 23 E. 5.1 [S. 

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Seite 8 

212]). Es obliegt somit gegebenenfalls den mit der Überstellung betrauten 

Behörden, im Rahmen der Vorbereitung und in Zusammenarbeit mit den 

behandelnden Ärzten die notwendigen Vorkehrungen zu treffen, damit bei 

der Überstellung den konkreten Bedürfnissen Rechnung getragen wird 

(vgl. Urteil des BVGer E-5293/2022 vom 24. November 2022 E. 6.3.2 

m.w.H.). Die Vorinstanz hat denn auch in der angefochtenen Verfügung 

bereits darauf hingewiesen, dass sie dem Gesundheitszustand des Be-

schwerdeführers bei der Organisation der Überstellung nach Österreich 

Rechnung tragen würde. Die österreichischen Behörden sind über die me-

dizinischen Umstände zu informieren (vgl. Art. 31 f. Dublin-III-VO). 

7.4 Zudem kann sich der Beschwerdeführer hinsichtlich seines angebli-

chen Cousins offensichtlich nicht auf Art. 8 EMRK stützen (vgl. hierzu BGE 

144 II 1 E. 6.1; 135 I 143 E. 3.1). 

7.5 Gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts verfügt die Vorinstanz 

bei der Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 über einen Ermessenspiel-

raum (vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.). Die angefochtene Verfügung ist auch un-

ter diesem Blickwinkel nicht zu beanstanden. 

7.6 Es liegen weder völkerrechtliche Vollzugshindernisse vor, welche die 

Schweiz zum Selbsteintritt verpflichten würden, noch Rechtsfehler bei der 

Ermessenbetätigung. Es liegt folglich kein Grund für einen Selbsteintritt der 

Schweiz gemäss Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 in Verbindung mit Art. 17 Dublin-

III-VO vor. Österreich bleibt somit zuständiger Mitgliedstaat gemäss Dub-

lin-III-VO und ist verpflichtet, den Beschwerdeführer wiederaufzunehmen. 

8.  

Die Vorinstanz ist demnach zu Recht gestützt auf Art. 31a Abs. 1 Bst. b 

AslyG auf das Asylgesuch nicht eingetreten und hat die Überstellung des 

Beschwerdeführers nach Österreich verfügt. Die Beschwerde ist abzuwei-

sen.    

9.  

9.1 Der am 9. Dezember 2022 verfügte Vollzugsstopp fällt mit dem vorlie-

genden Urteil dahin.  

9.2 Mit dem Entscheid in der Hauptsache sind die Gesuche um Erteilung 

der aufschiebenden Wirkung und um Verzicht auf die Erhebung eines Kos-

tenvorschusses gegenstandlos geworden.  

D-5667/2022 

Seite 9 

9.3 Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ist 

abzuweisen, da die Beschwerdebegehren – wie sich aus den vorstehen-

den Erwägungen ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen waren, weshalb 

die Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht erfüllt sind. 

9.4 Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 750.– sind dem Beschwer-

deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1–3 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen.  

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Jeannine Scherrer-Bänziger Matthias Schmutz 

 

 

Versand: