# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 29387725-2ec2-5104-badc-c1f1baf6d243
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2007-02-23
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 23.02.2007 C-1055/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-1055-2006_2007-02-23.pdf

## Full Text

Abtei lung III
C-1055/2006
{T 0/2}

Urteil vom 23. Februar 2007

Mitwirkung: Richter Imoberdorf; Richterin Beutler; Richter Vaudan; 
Gerichtsschreiberin Sturm

B._______,
Beschwerdeführer, vertreten durch Herrn Fürsprecher Werner Spirig,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz,

betreffend
Nichtverlängerung des Passes für eine ausländische Person

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest:

A. Der  Beschwerdeführer  wurde  am  27.  November  1970  in  Bangladesch 
geboren.  Im Dezember  1994 reiste er  in die Schweiz ein und stellte  ein 
Asylgesuch. Am 30. Juni 1997 lehnte das Bundesamt für Flüchtlinge (BFF, 
heute  Bundesamt  für  Migration)  dieses  Gesuch  ab.  Eine  dagegen 
erhobene  Beschwerde  wies  die  Schweizerische  Asylrekurskommission 
(ARK, heute Bundesverwaltungsgericht) mit Urteil vom 4. Juni 1998 ab. 

B. Im Juli 1998 verzichtete der Beschwerdeführer freiwillig auf die Staatsan-
gehörigkeit  von  Bangladesch.  Mit  Schreiben  vom  20.  August  1998 
bestätigte das Konsulat  von Bangladesch dem Beschwerdeführer  seinen 
Verzicht sowie die Annulation seines Passes.

C. Mit  Entscheid  der  Justiz-,  Gemeinde-  und  Kirchendirektion  des  Kantons 
Bern  vom  9.  August  2000  wurde  der  Beschwerdeführer  vom  schweize-
rischen Ehepaar C._______ adoptiert (Adoption Mündiger gemäss Art. 266 
Abs. 1 Ziff.  3 ZGB). Aufgrund der Adoption erhielt  er im November 2000 
eine Aufenthaltsbewilligung B (Aufenthaltszweck: Pflegekind).

D. Im  Dezember  2000  ersuchte  der  Beschwerdeführer  um  Erteilung  eines 
Passes für eine ausländische Person. Das BFF hies das Gesuch gut und 
stellte  dem  Beschwerdeführer  ein  entsprechendes  Reisedokument  mit 
Gültigkeit  bis zum 19. Dezember 2003 aus. Im Begleitschreiben vom 19. 
Dezember 2000 wurde vermerkt, der Beschwerdeführer solle sich während 
der  Gültigkeitsdauer  um  den  Erhalt  eines  schweizerischen  Passes  be-
mühen bzw. um die erleichterte Einbürgerung.  Ferner kündigte das BFF 
an, den Ausweis nicht zu verlängern.

E. Im  Juni  2003  beantragte  der  Beschwerdeführer  die  Verlängerung  des 
Passes für eine ausländische Person. Daraufhin forderte ihn das BFF auf, 
seine  Einbürgerungsbemühungen  darzulegen.  Der  Beschwerdeführer 
reichte  sein  an  das  damalige  Bundesamt  für  Ausländerfragen  (heute 
Bundesamt  für  Migration)  gestelltes  Gesuch  um  Niederlassung  als 
Staatenloser  sowie  eine Anfrage zur Einbürgerung zu den Akten.  In  der 
Folge verlängerte das BFF den Pass bis zum 19. Dezember 2004.

F. Am 12. bzw. am 18. November 2003 stellte der Beschwerdeführer ein Ge-
such um erleichterte Einbürgerung nach Artikel  58a BüG.  Mit  Verfügung 
vom 4.  August  2004 wies  das  Bundesamt  dieses  Begehren  ab.  Die da-
gegen  an  das  Eidgenössische  Justiz-  und  Polizeidepartement  erhobene 
Beschwerde wurde mit Entscheid vom 11. Juli 2005 abgewiesen.

G. Der Beschwerdeführer ersuchte am 30. August 2004 erneut um die Aus-
stellung eines Passes für eine ausländische Person bzw. um dessen Ver-
längerung.  Zur  Schriftenlosigkeit  machte  er  geltend,  keine  heimatlichen 
Reisepapiere beantragen zu können, weil er staatenlos sei.

H. Mit Verfügung vom 13. September 2004 wies das BFF das Gesuch ab. Zur 
Begründung  wurde  ausgeführt,  der  Beschwerdeführer  habe  freiwillig  auf 

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seine Staatsbürgerschaft verzichtet. Der Verlust der Staatsbürgerschaft sei 
somit nicht aus zwingenden Gründen erfolgt. Deshalb sei es ihm möglich 
und zumutbar, sich bei den zuständigen Behörden seines Heimatlandes in 
der Schweiz um die Aufnahme eines Wiedereinbürgerungsverfahren bzw. 
um die  Ausstellung  heimatlicher  Ausweispapiere  zu  bemühen.  Er  könne 
sich somit nicht auf die Schriftenlosigkeit berufen und sei ausserdem auch 
nicht staatenlos.

I. Gegen diese Verfügung erhob der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers 
mit Eingabe vom 13. September 2004 (recte: Oktober) Beschwerde an das 
Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartment. Er beantragt die Aufhebung 
der angefochtenen Verfügung und die Verlängerung des Passes für eine 
ausländische Person. Zur Begründung bringt er vor, die Verfügung wider-
spreche Treu und Glauben. Die Vorinstanz habe dem Beschwerdeführer 
den Pass mit der Auflage ausgestellt, er habe Schritte zur Einbürgerung zu 
unternehmen,  was  der  Beschwerdeführer  getan  habe.  Ausserdem  habe 
der Beschwerdeführer sein Verlängerungsgesuch nicht mit seiner Staaten-
losigkeit begründet, diese sei Grundlage seines Gesuchs. Als Adoptivsohn 
eines  Schweizer  Ehepaars  beeinträchtige  die  verweigerte  Verlängerung 
zudem das  Familienleben  des  Beschwerdeführers.  Schliesslich  benötige 
der Beschwerdeführer ein Reisedokument um seinen Arzt in Deutschland 
konsultieren zu können. Folglich sei die Verweigerung des Dokuments will-
kürlich.

J. In ihrer Vernehmlassung vom 23. November 2004 hält die Vorinstanz an 
den Erwägungen der angefochtenen Verfügung fest und beantragt die Ab-
weisung der Beschwerde.

K. Der  Rechtsvertreter  des  Beschwerdeführers  teilt  mit  Schreiben  vom 19. 
Februar  2007  mit,  der  Beschwerdeführer  sei  inzwischen  mit  einer 
Schweizerin  verheiratet.  Da  er  mangels  Passes  für  eine  ausländische 
Person  mit  seiner  Ehefrau  nicht  ins  Ausland  reisen  könne,  bestehe  ein 
weiteres Hindernis für ein normales Familienleben. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005 
(VGG, SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968 über  das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021),  sofern keine 
Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als Vorinstanz gelten die in Art. 33 
und  34  VGG  genannten  Behörden.  Dazu  gehören  Verfügungen  des 
Bundesamtes  für  Migration  (BFM)  betreffend  Verweigerung  der  Aus-
stellung eines Reisepapiers für schriftenlose Ausländer (Art. 20 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes  vom 26.  März  1931 über  Aufenthalt  und Niederlassung 
der Ausländer [ANAG, SR 142.20] i.V.m. Art. 31 und 33 Bst. d VGG).

2. Das  Bundesverwaltungsgericht  übernimmt  die  bei  Inkraftreten  des  Ver-
waltungsgerichtsgesetzes  bei  Eidgenössischen  Rekurs-  oder  Schieds-

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kommissionen oder bei Beschwerdediensten der Departemente hängigen 
Rechtsmittel.  Für die Beurteilung gilt  das neue Verfahrensrecht  (vgl.  Art. 
53 Abs. 2 VGG).

3. Dem  Beschwerdeführer  wurde  die  Verlängerung  eines  Reisedokuments 
verweigert.  Er hat daher ein schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung 
der  angefochtenen  Verfügung  und  ist  deshalb  gemäss  Art.  20  Abs.  1 
ANAG  i.V.m.  Art.  48  VwVG  zur  Beschwerdeführung  legitimiert.  Auf  die 
frist-  und  formgerechte  Beschwerde  ist  somit  einzutreten  (Art.  49  –  52 
VwVG).

4. Die  angefochtene  Verfügung  erging in  Anwendung  der  Verordnung  vom 
11. August 1998 über die Abgabe von Reisepapieren an ausländische Per-
sonen (RPAV von 1998, AS 1999 2368).  Am 1. Dezember 2004 trat die 
Verordnung  vom  27.  Oktober  2004  über  die  Ausstellung  von 
Reisedokumenten  für  ausländische  Personen  (RDV,  SR 143.5)  in  Kraft, 
welche die frühere Verordnung ersetzt. Gemäss Art. 25 RDV gilt das neue 
Recht für alle im Zeitpunkt des Inkrafttretens hängigen Verfahren, weshalb 
auf die vorliegende Beschwerde das neue Recht Anwendung findet. Da die 
neue Verordnung jedoch die Verlängerung von Ersatzpapieren nicht mehr 
vorsieht,  ist  zu  prüfen,  ob die  Voraussetzungen  zur  Neuausstellung  von 
Pässen für eine ausländische Person erfüllt sind. 

5.

5.1 Anspruch  auf  einen  Pass  für  eine  ausländische  Person  hat  nach  Art.  4 
Abs.  1 Bst.  a  RDV eine nach dem Übereinkommen vom 28.  September 
1954 über die Rechtsstellung der Staatenlosen (SR 0.142.40) als staaten-
los  anerkannte  ausländische  Person.  Ein  solcher  Pass  kann  auch 
schriftenlosen  ausländischen  Personen  mit  Jahresaufenthaltsbewilligung 
abgegeben werden (vgl. Art. 4 Abs. 2 RDV). Als schriftenlos gilt eine aus-
ländische Person, die keine gültigen Reisedokumente ihres Heimat- oder 
Herkunftsstaates besitzt, und von der nicht verlangt werden kann, dass sie 
sich bei  den zuständigen Behörden ihres Heimat-  oder  Herkunftsstaates 
um die Ausstellung oder Verlängerung eines Reisedokuments bemüht (Art. 
7  Abs.  1  Bst. a  RDV),  oder  für  welche  die  Beschaffung  von  Reise-
dokumenten unmöglich ist (Art. 7 Abs. 1 Bst. b RDV).

5.2 Der Beschwerdeführer hat zwar auf die Staatsangehörigkeit  von Bangla-
desch  verzichtet.  Da  ihn  jedoch  das  BFM,  die  für  die  Anerkennung  der 
Staatenlosigkeit  zuständige  schweizerische  Behörde,  bisher  nicht  als 
staatenlose  Person  anerkannte,  kann  er  sich  nicht  auf  das  obgenannte 
Übereinkommen berufen.  Mangels Feststellung der Staatenlosigkeit  nach 
Konventionsrecht  besteht  somit  kein  Anspruch  auf  einen  Pass  für  eine 
ausländische Person gemäss Art. 4 Abs. 1 Bst. a RDV. 

6. Es bleibt zu prüfen,  ob die Vorinstanz beim Beschwerdeführer,  der auch 
nach seiner  Heirat  mit  einer Schweizerin  über  eine Jahresaufenthaltsbe-
willigung verfügt,  zu Recht  dessen Schriftenlosigkeit  verneint  hat,  indem 
sie die Möglichkeit  und Zumutbarkeit  zur Beschaffung eines heimatlichen 
Reisepasses  als  gegeben  erachtete.  Obschon  die  neue  Verordnung  auf 

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den Begriff der Zumutbarkeit verzichtet, ist jedoch materiell mit der neuen 
Formulierung  keine Änderung  verbunden (vgl.  Urteil  des Bundesgerichts 
2A.12/2005 bzw. 2A.13/2005 vom 25. April 2005 E. 3.1).

6.1 Die Frage, ob die Beschaffung von Reisedokumenten bei den Heimatbe-
hörden von der betreffenden Person verlangt werden kann, ist nicht nach 
subjektiven,  sondern  nach  objektiven  Massstäben  zu  beurteilen  (vgl. 
Urteile  des  Bundesgerichts  2A.335/2006  vom 18.  Oktober  2006  E.  2.1, 
2A.12/2005 und 2A.13/2005 vom 25. April 2005 E. 3.2, 2A.176/2004 vom 
30. August  2004 E. 2.1,  2A.186/2000 vom 28. Juli  2000 E.  2d).  Der  Be-
schwerdeführer  bringt  in  seinem  Verlängerungsgesuch  vom  30.  August 
2004 vor, keine heimatlichen Reisepapiere beantragen zu können, weil er 
staatenlos sei. Zur Beurteilung der Schriftenlosigkeit ist indessen massge-
bend,  ob es dem Beschwerdeführer zumutbar ist,  sich um die Wiederer-
langung  seiner  bisherigen  Staatsbürgerschaft  zu  bemühen,  wodurch  er 
wieder Anspruch auf einen heimatlichen Pass erhalten würde (vgl. Urteile 
des  Bundesgerichts  2A.658/2006  vom  10. Januar  2007  E. 2.4, 
2A.147/2002 vom 27. Juni 2002 E. 4.2). 

6.2 Der Beschwerdeführer hat auf eigenes Begehren um die Entlassung aus 
der  bangladeschischen  Staatsbürgerschaft  ersucht.  In  der  Note  vom  4. 
Januar 1999 des Aussenministeriums von Bangladesch an die Schweizer 
Botschaft in Dhaka wird dazu ausgeführt, der Beschwerdeführer habe auf 
seine  Staatsbürgerschaft  verzichtet,  um den  Erhalt  der  schweizerischen 
Staatsangehörigkeit  zu  erleichtern.  Der  Verzicht  auf  seine  bisherige 
Staatsangehörigkeit  diente somit den Interessen des Beschwerdeführers, 
ohne dass auf Seiten der heimatlichen Behörden Gründe vorlagen, welche 
zum Verlust des Bürgerrechts geführt hätten. Der Beschwerdeführer selbst 
macht  denn  auch  nicht  geltend,  er  könne  seine  bisherige  Staatsbürger-
schaft nicht mehr wieder erlangen. Soweit aus den Unterlagen ersichtlich, 
hat er diesbezüglich bisher keine Schritte eingeleitet. Anhaltspunkte, dass 
die Adoption  in  der  Schweiz  dem Wiedererwerb der  Staatsangehörigkeit 
entgegensteht,  bestehen  zurzeit  nicht.  Insbesondere  weil  er  zuvor  die 
Staatsbürgerschaft  von  Bangladesch  besass  und  seine  leiblichen  Eltern 
und seine  Geschwister  bangladeschischer  Herkunft  sowie  dort  wohnhaft 
sind, erscheint der Wiedererwerb nicht ausgeschlossen. 

6.3 Objektive Gründe,  weshalb vom Beschwerdeführer nicht verlangt werden 
kann  bzw.  es  für  ihn  unmöglich  sein  sollte,  sich  um  die  Wiedereinbür-
gerung zu bemühen und damit heimatliche Reisepapiere zu erlangen, sind 
daher nicht ersichtlich. Folglich ging die Vorinstanz zu Recht davon aus, 
der Beschwerdeführer sei nicht schriftenlos. Die Voraussetzungen zur Er-
teilung  eines  Passes  für  ein  ausländische  Person  gemäss  Art.  4 
Abs. 2 RDV sind somit nicht erfüllt. 

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7.

7.1 An diesem Ergebnis  vermag der  Umstand,  dass  dem Beschwerdeführer 
ein Pass für eine ausländische Person mit dem Hinweis ausgestellt wurde, 
er solle sich um den Erhalt eines schweizerischen Passes bemühen, nichts 
zu ändern.  Es lässt sich daraus weder ein Anspruch auf Neuausstellung 
eines Ersatzpapiers ableiten noch verstösst die verweigerte Verlängerung 
gegen Treu und Glauben. Bei jedem Gesuch hat das BFM von Grund auf 
neu  die  Schriftenlosigkeit  festzustellen  (Art.  7  Abs.  3  RDV).  Aus  einer 
mehrjährigen  Ausstellung  eines  schweizerischen  Reisepapiers  erwächst 
deshalb  kein  gewohnheitsrechtlicher  Anspruch  darauf,  dass  dieses 
weiterhin und ohne Weiteres, insbesondere aber ohne Prüfung der in der 
RDV erwähnten Voraussetzungen, ausgestellt wird. 

7.2 Der  Hinweis,  der  Beschwerdeführer  solle  sich  während  der  Gültigkeits-
dauer  des  Ausweises  um den  Erhalt  eines  schweizerischen  Passes  be-
mühen  bzw.  um die  erleichterte  Einbürgerung,  stellt  entgegen  den  Aus-
führungen  des  Beschwerdeführers  keine  Auflage  dar,  deren  Erfüllung 
einen Anspruch auf Ausstellung eines Passes für ausländische Personen 
begründen  würde.  Nebenbestimmungen  wie  Bedingungen  und  Auflagen 
sind  zwar  ohne  ausdrückliche  Regelung  in  einem  Rechtssatz  zulässig, 
soweit sie in einem engen sachlichen Zusammenhang mit dem Zweck der 
Hauptregelung  stehen  (vgl.  hierzu  ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX 
UHLMANN,  Allgemeines Verwaltungsrecht,  5. Aufl.,  Zürich 2006,  S. 191 f.). 
Sie gestalten jedoch nur die Modalitäten der in einer Verfügung geregelten 
Rechte und Pflichten aus.  So wird im Falle einer Bedingung die Rechts-
wirksamkeit  der Verfügung von einem künftigen ungewissen Ereignis ab-
hängig  gemacht.  Die  Auflage  wiederum  belasten  den  Ver-
fügungsadressaten mit zusätzlichen Pflichten,  die selbständig erzwingbar 
sind (vgl.  PIERRE TSCHANNEN/ULRICH ZIMMERLI/REGINA KIENER,  Allgemeines Ver-
waltungsrecht,  Bern  2000,  S.  176  f.).  Vom  Beschwerdeführer  hätte 
indessen nicht erzwungen werden können, sich um einen schweizerischen 
Pass  zu  bemühen,  weshalb  der  Hinweis  keine  Auflage  darstellt. 
Massgebend für die Erteilung eines Passes für eine ausländische Person 
an den Beschwerdeführer sind folglich einzig die Voraussetzungen, wie sie 
sich aus der Verordnung ergeben. 
Ebenso konnte der Beschwerdeführer nicht nach Treu und Glauben davon 
ausgegehen,  dass  die  Bemühung  um  einen  schweizerischen  Pass  die 
Ausstellung  eines  Ersatzpapiers  zur  Folge  hätte.  Das  BFM  teilte  ihm 
schliesslich im gleichen Schreiben mit, der Ausweis werde nicht verlängert. 
Eine  Verlängerung  nach  entsprechenden  Einbürgerungsbemühungen 
konnte er somit nicht erwarten.

8.

8.1 Schliesslich  macht  der Beschwerdeführer  geltend,  die Verweigerung des 
Passes  für  eine  ausländische  Person  beeinträchtige  sein  Familienleben 
und  verunmögliche  es  ihm,  seinen  Arzt  in  Deutschland  zu  konsultieren. 
Der Schutzbereich des Familienlebens umfasst  das Zusammenleben der 
Familienangehörigen  sowie  die  normale  Entwicklung  der  familiären  Be-

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ziehungen  (vgl.  MARTINA CARONI,  Privat-  und  Familienleben  zwischen 
Menschenrecht  und  Migration,  Berlin  1999,  S.  36;  JÖRG PAUL MÜLLER, 
Grundrechte in der Schweiz: im Rahmen der Bundesverfassung von 1999, 
der UNO-Pakte und der EMRK, 3. Aufl., Bern 1999, S. 113). Inwiefern das 
Zusammenleben  des  erwachsenen  Beschwerdeführers  mit  seinen 
schweizerischen Eltern durch die Verweigerung des Passes für eine aus-
ländische  Person  beeinträchtigt  wird,  ist  nicht  ersichtlich.  In  diesem 
Zusammenhang macht  der  Beschwerdeführer  denn auch keine konkrete 
Beeinträchtigungen  geltend.  Ebenfalls  bestehen  keine  Anhaltspunkte 
dafür, dass mangels Auslandreisen das faktische Zusammenleben und die 
normale  Entwicklung  der  Beziehung  mit  seiner  Ehefrau  beeinträchtigt 
werden.  Schliesslich  bringt  der  Beschwerdeführer  keine  Gründe  vor, 
weshalb er auf eine medizinische Behandlung im Ausland angewiesen sei. 
Wie  es  sich  damit  jedoch  im  Einzelnen  verhält,  kann  indessen  offen 
bleiben.  Denn  wie  unter  Ziffer  6  ausgeführt,  bestehen  keine  objektiven 
Gründe,  weshalb  der  Beschwerdeführer  sich  nicht  bei  der 
bangladeschischen Vertretung in der Schweiz um die Wiedereinbürgerung 
und damit um heimatliche Reisepapiere bemühen könnte. 

8.2 Es steht dem Beschwerdeführer jedoch offen, in einem neuen Gesuch bei 
der Vorinstanz die Abgabe eines Passes für eine ausländische Person zu 
beantragen, sollten entsprechende Bemühungen des Beschwerdeführers, 
die  hinreichend,  das  heisst  insbesondere  schriftlich  zu  belegen  wären, 
dennoch  nicht  zu  Wiedereinbürgerung  und  zur  Ausstellung  eines 
heimatlichen Reisepapiers führen.

9. Die Feststellung der Vorinstanz, der Beschwerdeführer erfüllte die Voraus-
setzungen der Schriftenlosigkeit nicht, ist somit nicht zu beanstanden. Die 
angefochtene  Verfügung  verletzt  daher  das  Bundesrecht  nicht.  Der 
rechtserhebliche Sachverhalt wurde richtig und vollständig festgestellt (Art. 
49 VwVG).  

10. Die Beschwerde ist daher abzuweisen und die Verfahrenskosten sind dem 
Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1  VwVG i.V.m.  Art.  1  des 
Reglements  vom  11.  Dezember  2006  über  die  Kosten  und  Entschä-
digungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).

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(Dispositiv Seite 8)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Verfahrenskosten von Fr.  700.--  werden dem Beschwerdeführer auf-
erlegt.  Sie  sind  durch  den  am  8.  November  2004  geleisteten  Kosten-
vorschuss gedeckt. 

3. Dieses Urteil wird eröffnet: 

- dem Beschwerdeführer (mit Gerichtsurkunde)

- der Vorinstanz (mit den Akten, eingeschrieben)

- dem Migrationsdienst des Kantons Bern (via Vorinstanz)

Rechtsmittelbelehrung

Dieses  Urteil  kann  innert  30  Tagen  seit  Eröffnung  beim  Schweizerischen 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, angefochten werden (vgl. Art. 42, 48, 54, 83 
Bst.  c  Ziff.  2,  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110]).

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

A. Imoberdorf E. Sturm

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