# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d47d2640-7999-53c1-996f-5251e44c10cf
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-13
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 13.11.2023 UV 2022/68
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2022-68_2023-11-13.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2022/68

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 12.01.2024

Entscheiddatum: 13.11.2023

Entscheid Versicherungsgericht, 13.11.2023
Art. 6 Abs. 1 UVG. Ungenügende Aktenlage in Bezug auf die Beurteilung der 
Frage der Unfallkausalität der Schulterverletzungen des Beschwerdeführers. 
Rückweisung an die Beschwerdegegnerin zur weiteren Abklärung und neuer 
Verfügung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 
vom 13. November 2023, UV 2022/68).

Entscheid vom 13. November 2023

Besetzung

Versicherungsrichterin Mirjam Angehrn (Vorsitz), Versicherungsrichterin Michaela 

Machleidt Lehmann und Versicherungsrichter Michael Rutz; Gerichtsschreiber Markus 

Lorenzi

Geschäftsnr.

UV 2022/68

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Lorenz Gmünder, Schwager Mätzler Schneider, 

Poststrasse 23, Postfach 1936, 9001 St. Gallen,

gegen

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Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter) war vom 2. bis 14. Mai 2022 als Metallbauer über 

die B.___ AG angestellt und dadurch bei der Schweizerischen 

Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen von Berufs- und 

Nichtberufsunfällen sowie Berufskrankheiten versichert. Am 14. Mai 2022 schlug sich 

der Versicherte gemäss Schadenmeldung UVG beim Verschieben von Geländer die 

rechte Schulter an (Suva-act. 1; vgl. zum Unfallhergang auch Suva-act. 42). Dr. med. 

C.___ von der Praxis D.___, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, vermerkte bei 

Erstbehandlung am 19. Mai 2022 eine Druckdolenz vorne auf der Schulter und 

diagnostizierte eine Schulterkontusion rechts (Suva-act. 37). Dr. med. E.___, ebenfalls 

von der Praxis D.___, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, erhob bei Untersuch am 

24. Mai 2022 Schmerzen bei Abduktion und Aussenrotation gegen Widerstand und 

stellte die Verdachtsdiagnose einer Rotatorenmanschetten-Läsion (Suva-act. 37). Dem 

Versicherten wurde ab dem Unfalltag eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt 

(Suva-act. 2-1, 11-2, 19, 37). Bei anhaltenden Beschwerden wurde am 31. Mai 2022 

eine Magnetresonanztomographie (MRT) der rechten Schulter durchgeführt (Suva-act. 

2-2). Diese ergab intakte Sehnen der Rotatorenmanschette, einen tiefen bis zur 

Kortikalis reichenden Knorpeldefekt von 3 mm mit kurzstreckiger Unterlaminierung des 

Gelenkknorpels am inferioren Aspekt des Glenoids (Grad 3), einen tiefen Knorpeleinriss 

mit longitudinaler Unterlaminierung des Knorpels am posterosuperioren Humeruskopf 

(Grad 3-4, Flap-Läsion), einen Labrumriss superior bis posterosuperior und 

posteroinferior sowie ein Acromion im ventralen Bereich nach inferior geneigt mit 

A.a. 

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Eindellung des Supraspinatus-Bauches (ohne Muskelödem oder Bursitis; Suva-act. 2-2 

f.). Mit Schreiben vom 1. Juli 2022 bestätigte die Suva, dass der Versicherte die 

Versicherungsleistungen für die Folgen des Berufsunfalls vom 14. Mai 2022 erhalte 

(Suva-act. 16 f., 28 f., 50 f.).

Mit Arztzeugnis UVG vom 4. Juli 2022 äusserte Dr. E.___ einen Verdacht auf eine 

SLAP-Läsion Schulter rechts sowie einen Status nach Diskushernie C6/7. Die rechte 

Schulter schmerze bei Abduktion und Aussenrotation gegen Widerstand. Es bestehe 

ein Instabilitätsgefühl in der Schulter sowie ein Kraftverlust (Suva-act. 19). Mit 

Untersuchungsbericht vom 21. Juli 2022 (bei Untersuch am 17. Juni 2022) 

diagnostizierten die verantwortlichen Ärzte des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG), Klinik 

für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, einen 

Verdacht auf eine SLAP-Läsion der rechten Schulter sowie einen Status nach 

Schulterprothese links. Die Beschwerden wurden im Rahmen einer SLAP-Läsion 

interpretiert und vorerst eine konservative Therapie mit Physiotherapie empfohlen. Bei 

insuffizientem Anschlagen werde eine glenohumerale Infiltration durchgeführt werden 

(Suva-act. 43). In der Folge wurde der Fall der Versicherungsmedizin/dem medizinisch 

beratenden Dienst der Suva, Dr. med. F.___, Facharzt für Chirurgie, spez. 

Unfallchirurgie, vorgelegt. Dieser führte am 25. Juli 2022 aus, dass der Versicherte 

gemäss MRT vom 31. Mai 2022 schon vor dem Unfall vom 14. Mai 2022 an einem 

degenerativen Knorpel- und Labrumschaden gelitten habe. Das Ereignis habe zu 

keinen zusätzlichen strukturellen Läsionen geführt. Dies zeige die MRT und auch der 

angegebene Unfallhergang mache dies nicht möglich. Spätestens nach zwei Monaten 

sei die Behandlung der Schulterprellung abgeschlossen (Suva-act. 46).

A.b. 

Mit Schreiben vom 25. Juli 2022 teilte die Suva dem Versicherten mit, dass sie die 

Versicherungsleistungen bis zum 31. Juli 2022 erbringen und danach den Fall 

abschliessen würden. Weitere Ansprüche würden abgelehnt (Suva-act. 52).

A.c. 

Am 5. August 2022 wurde im KSSG eine glenohumerale Infiltration durchgeführt 

(Suva-act. 58, 61). Mit Schreiben vom 10. August 2022 zog die Suva das ablehnende 

Schreiben vom 25. Juli 2022 zurück und sprach Versicherungsleistungen bis am 31. 

August 2022 zu (Suva-act. 59). In der Folge veranlasste die Suva bei Dr. F.___ eine 

ausführliche Beurteilung der Kausalität der Beschwerden des Versicherten. Diese 

A.d. 

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B.  

erging am 12. August 2022. Dr. F.___ führte zusammengefasst aus, dass das 

Anpralltrauma mit Kontusion der rechten Schulter vom 14. Mai 2022 allenfalls eine 

zeitlich limitierte vorübergehende Verschlimmerung des degenerativen 

Erkrankungsvorschadens verursacht habe. Nach medizinischer Behandlungserfahrung 

sei spätestens nach zwei Monaten die vorübergehende zur Kontusion kausale 

Behandlung abgeschlossen und dann wieder der Erkrankungsvorzustand erreicht, wie 

er auch ohne eine Kontusion vorliegen würde (Suva-act. 63).

Mit Verfügung vom 15. August 2022 schloss die Suva den Fall mit Einstellung der 

Versicherungsleistungen (Taggeld und Heilkosten) per 1. September 2022 ab und 

verneinte einen Anspruch auf weitere Versicherungsleistungen (Suva-act. 68).

A.e. 

Am 26. August 2022 erhob der Versicherte vorsorglich Einsprache gegen die 

Verfügung vom 15. August 2022 (Suva-act. 76). Mit Untersuchungsbericht vom 30. 

August 2022 diagnostizierten die Ärzte des KSSG, Zentrum G.___, eine 

Prothesenlockerung C6/7 bei Implantation im Jahr 2019. Radiologisch habe sich der 

Verdacht auf eine Lockerung der Bandscheibenprothese bestätigt. Dies könne im 

Rahmen eines lokalen chronischen Infekts oder aber mechanisch bedingt sein (Suva-

act. 77). Mit begründeter Einsprache vom 17. Oktober 2022 beantragte der neu 

mandatierte Rechtsanwalt lic. iur. Lorenz Gmünder, St. Gallen, dass die angefochtene 

Verfügung aufzuheben und dem Versicherten weiterhin die gesetzlichen Leistungen zu 

gewähren seien. Dem Versicherten sei rückwirkend ab 17. Mai 2022 ein Taggeld von 

mindestens Fr. 148.75 auszurichten. Eventualiter seien weitere medizinische 

Abklärungen durchzuführen. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der 

Suva (Suva-act. 83).

B.a. 

Der Fall wurde mit den aktuellen Untersuchungsberichten nochmals Dr. F.___ 

vorgelegt (Suva-act. 86). Dieser hielt mit Stellungnahme vom 10. November 2022 an 

seiner Beurteilung fest, wonach es anlässlich des Unfallereignisses zu keiner 

zusätzlichen strukturellen Schädigung der rechten Schulter gekommen sei (Suva-act. 

87).

B.b. 

Mit Entscheid vom 14. November 2022 wies die Suva die Einsprache ab (Suva-

act. 90).

B.c. 

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C.  

Gegen den Einspracheentscheid vom 14. November 2022 liess der Versicherte 

(nachfolgend: Beschwerdeführer), weiterhin vertreten durch Rechtsanwalt Gmünder, 

am 16. Dezember 2022 Beschwerde erheben mit folgenden Rechtsbegehren: 1. Der 

angefochtene Einspracheentscheid sei aufzuheben und dem Beschwerdeführer seien 

weiterhin die gesetzlichen Leistungen zu gewähren. 2. Eventualiter seien weitere 

medizinische Abklärungen durchzuführen. 3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen 

zulasten der Suva (nachfolgend: Beschwerdegegnerin; act. G 1).

C.a. 

In der Beschwerdeantwort vom 5. Januar 2023 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung des 

Einspracheentscheids vom 14. November 2022 (act. G 3).

C.b. 

Mit Replik vom 6. Februar 2023 liess der Beschwerdeführer unverändert an seinen 

Anträgen festhalten (act. G 5).

C.c. 

Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Eingabe vom 14. Februar 2023 auf die 

Einreichung einer umfassenden Duplik, führte einige Punkte aus und hielt an ihrem 

Antrag auf Beschwerdeabweisung fest (act. G 7).

C.d. 

Am 3. März 2023 ersuchte Rechtsanwalt Gmünder um Zusprache einer 

pauschalen Entschädigung in Höhe von Fr. 3'500.-- zuzüglich Mehrwertsteuer (act. G 

9).

C.e. 

Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die Ausführungen in 

den (medizinischen) Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen.

C.f. 

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Erwägungen

1.

Umstritten und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht die temporären 

Versicherungsleistungen (Heilbehandlung- und Taggeldleistungen) auf den 1. 

September 2022 eingestellt und einen Anspruch auf weitere Leistungen abgelehnt hat.

Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 

832.20) werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen, 

Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes 

bestimmt.

1.1. 

Ist die versicherte Person infolge eines Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig 

(Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

[ATSG; SR 830.1]), so hat sie Anspruch auf ein Taggeld (Art. 16 UVG). Sie hat zudem 

Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Art. 10 UVG). Ist die 

versicherte Person infolge des Unfalls mindestens zu 10 % invalid, so hat sie Anspruch 

auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person durch den 

Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder 

psychischen Integrität, besteht ein Anspruch auf eine angemessene 

Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG).

1.2. 

Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der Unfallversicherung bildet die 

Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht demnach nur für 

Gesundheitsschäden, die natürlich und adäquat kausal mit einem versicherten 

Unfallereignis zusammenhängen (vgl. André Nabold, N 48 ff. zu Art. 6, in Marc 

Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Kommentar 

zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 2018 [nachfolgend zitiert: KOSS UVG]; 

Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. 2012, S. 

53 ff.). Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, 

ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als 

in der gleichen Weise resp. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. 

Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen 

Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder 

unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende 

Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität 

der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht 

1.3. 

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weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung 

entfiele (BGE 129 V 181 E. 3.1). Der Beweis des natürlichen Kausalzusammenhangs 

wird in erster Linie mittels der Angaben medizinischer Fachpersonen geführt. Die Frage 

nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die 

vom Rechtsanwender nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu 

beurteilen ist (KOSS UVG-Nabold, N 53 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55, 

58; Urteil des Bundesgerichts vom 12. Mai 2021, 8C_15/2021, E. 7.3). Für die Annahme 

unfallkausaler somatischer Restfolgen wird im Regelfall eine strukturelle Läsion bzw. 

eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als objektivierbares Korrelat verlangt. Von 

organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen kann erst gesprochen werden, wenn 

die erhobenen Befunde mit – wissenschaftlich anerkannten (BGE 134 V 231) – 

apparativen/bildgebenden Abklärungen (wie Röntgen, Computertomographie, 

Magnetresonanztomographie, Arthroskopie) bestätigt werden (Urteil des 

Bundesgerichts vom 28. Oktober 2009, 8C_216/2009, E. 2). Im Bereich dieser klar 

ausgewiesenen organischen Unfallfolgen spielt die Adäquanz als rechtliche 

Eingrenzung der aus dem natürlichen Kausalzusammenhang sich ergebenden Haftung 

des Unfallversicherers praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit 

der natürlichen Kausalität deckt (vgl. BGE 117 V 365 E. 5d/bb mit Hinweisen auf Lehre 

und Rechtsprechung; BGE 118 V 291 f. E. 3a).

Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit 

nachgewiesen, so entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der 

Unfall nicht mehr die natürliche (und adäquate) Ursache des Gesundheitsschadens 

darstellt, Letzterer also nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen 

beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er 

unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige 

Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften 

Vorzustands auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine) 

erreicht ist. Der Unfallversicherer muss nicht den Nachweis unfallfremder Ursachen 

erbringen. Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Beweis 

zu verlangen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliege oder die versicherte 

Person nun bei voller Gesundheit sei. Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte 

Ursachen des Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also 

dahingefallen sind (Urteil des Bundesgerichts vom 13. Juni 2012, 8C_160/2012, E. 2 

mit Hinweisen). Dabei können medizinische Erfahrungssätze, zumindest soweit sie der 

herrschenden Lehrmeinung entsprechen, im Rahmen des Wahrscheinlichkeitsbeweises 

berücksichtigt werden (Urteil des Bundesgerichts vom 11. November 2008, 

1.4. 

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2.

Umstritten ist die Unfallkausalität der über den Leistungseinstellungszeitpunkt (31. 

August 2022) hinaus bestehenden Problematik an der rechten Schulter und hierbei die 

Ursache der mit der MRT vom 31. Mai 2022 bildgebend ausgewiesenen Befunde, 

namentlich der Labrumläsion resp. des Labrumrisses sowie des Knorpeldefekts und 

des Knorpeleinrisses (Suva-act. 2-2 f.), welche gemäss Beschwerdeführer über den 

Leistungseinstellungszeitpunkt Beschwerden verursachen. Als weitere Unfallfolge 

8C_346/2008, E. 3.2.1; vgl. ferner Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts 

[EVG] vom 21. April 2006, U 494/05, E. 2.4.1).

Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln 

sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

auch die beklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen des Experten oder der Expertin begründet sind. 

Ausschlaggebend für den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich 

weder die Herkunft noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen 

Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). Auch 

Berichte und Gutachten, welche die Versicherungen während des 

Administrativverfahrens von ihren eigenen bzw. beratenden Ärzten und Ärztinnen 

einholen, können beweistauglich sein. An die Beweiswürdigung der Beurteilungen 

dieser Ärzte und Ärztinnen sind indes strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch 

nur geringe Zweifel an deren Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit, sind ergänzende 

Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 469 f. E. 4.4. mit Hinweis; bestätigt in Urteil des 

Bundesgerichts vom 23. November 2012, 8C_592/2012, E. 5.3). Die Rechtsprechung 

erachtet sodann reine Aktengutachten als beweiskräftig, sofern ein lückenloser Befund 

vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich 

feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung 

mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil des Bundesgerichts vom 

24. März 2017, 8C_780/2016, E. 6.1).

1.5. 

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stehen Beschwerden aufgrund einer Prothesenlockerung C6/7 zur Beurteilung (Suva-

act. 77-2 f.).

Den Akten sind folgende Sachverhaltsdarstellungen zum Ereignis vom 14. Mai 

2022 zu entnehmen: Im Rahmen der Erstbehandlung vom 19. Mai 2022 bei Dr. C.___ 

wurde festgehalten, dass dem Beschwerdeführer am 14. Mai 2022 ein Metallstück von 

vorne auf die rechte Schulter geschlagen sei. Als Befund wurde eine Druckdolenz 

vorne auf der Schulter angegeben (Suva-act. 37-2). Im Eintrag vom 24. Mai 2022 bei 

Dr. E.___ wurde beschrieben, dass ein Metallstück unter voller Kraft nachgegeben 

habe, so dass der Beschwerdeführer nach hinten gefallen sei. Er verspüre ein 

reissendes Gefühl an der rechten Schulter. Als Befund wurden Schmerzen bei 

Abduktion und Aussenrotation gegen Widerstand angegeben (Suva-act. 37-2). In der 

Schadenmeldung UVG vom 13. Juni 2022 der Arbeitgeberin wurde beschrieben, dass 

der Beschwerdeführer die Geländer verschieben wollte und sich die Schulter 

angeschlagen habe. Als Schädigung wurde eine Prellung der rechten Schulter notiert 

(Suva-act. 1). In einem Fragebogen zuhanden der Beschwerdegegnerin führte der 

Beschwerdeführer am 20. Juli 2022 unter "Ausführliche Schilderung des Vorfalles" 

Folgendes aus: "Ich war gerade am Geländer schweissen. Da ich noch Material holte 

und dieses auf den Tisch legen wollte, wollte ich das Geländer weiter auf die Seite 

ziehen um Platz zu machen. Jedoch klemmte das Geländer und ich zog paar Mal fest 

daran. Dabei löste es sich und prallte auf meine rechte Schulter, wodurch ich direkt 

starke Schmerzen in der Schulter verspürte. Dabei ist noch Material vom Schweisstisch 

gefallen, wo ich versuchte noch nachzugreifen, wobei die Schmerzen gleich stärker 

wurden und das Material auf den Boden gefallen ist. Zwei Tage darauf fingen dazu an 

die Hände ab und an taub zu werden und starke Nackenverspannungen, was noch 

abgeklärt wird" (Suva-act. 42).

2.1. 

Mit Beurteilung vom 12. August 2022 führte Dr. F.___ aus, dass es am 14. Mai 

2022 aktendokumentiert zu einem Anpralltrauma mit Kontusion im Bereich der rechten 

Schulter gekommen sei. Im Bericht der Erstbehandlung vom 19. Mai 2022 sei als 

einziger klinischer Befund eine Druckdolenz vorne im Bereich der rechten Schulter 

erwähnt, ohne weitergehende Verletzungszeichen oder Funktionseinschränkung, mit 

dazu korrekter Diagnose einer Schulterkontusion rechts. Die MRT der rechten Schulter 

vom 31. Mai 2022 dokumentiere als einzigen krankhaften Befund einen bereits 

fortgeschrittenen degenerativen Knorpelschaden im Bereich des Glenoids 

(Schulterpfanne) und des Humeruskopfes sowie einen degenerativen Labrumschaden 

im Bereich des Glenoids, von superior über posterior nach inferior reichend, das 

bedeute in der hinteren Semi-Zirkumferenz der Schulterpfanne. Über diesen 

2.2. 

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dokumentierten und bereits fortgeschrittenen Erkrankungsvorschaden des rechten 

Schultergelenks hinaus dokumentiere die MRT vom 31. Mai 2022 keinerlei zusätzliche 

strukturelle Schädigungen oder gar Verletzungen durch die Kontusion vom 14. Mai 

2022. Die Krankengeschichte zeige, dass bei schwerer Bandscheibenerkrankung nebst 

einer medikamentösen Schmerztherapie zwar eine Physiotherapie empfohlen, diese 

vom Beschwerdeführer aber nicht wahrgenommen worden sei. Weitere 

Behandlungsnachweise würden sich im Dossier nicht finden. Daher habe das 

Anpralltrauma mit Kontusion der rechten Schulter, insofern es stattgefunden habe, 

allenfalls eine zeitlich limitierte vorübergehende Verschlimmerung des degenerativen 

Erkrankungsvorschadens verursacht. Nach medizinischer Behandlungserfahrung sei 

spätestens nach zwei Monaten die vorübergehende zur Kontusion kausale Behandlung 

abgeschlossen und dann wieder der Erkrankungsvorzustand erreicht, wie dieser auch 

ohne eine Kontusion vorliegen würde (Suva-act. 63).

Gestützt auf die Ausführungen in E. 2.1 ist hinlänglich erstellt, dass der 

Beschwerdeführer ein direktes Anpralltrauma der rechten Schulter erlitten hat, welches 

die mit Erstbehandlung vom 19. Mai 2022 gestellte Diagnose einer Schulterkontusion 

rechts plausibel macht (Suva-act. 1, 37-2). Allein dieses Anpralltrauma war nicht 

geeignet, die bildgebend ausgewiesenen Verletzungen, namentlich die Labrumläsion 

und/oder den Knorpelschaden in der rechten Schulter, wie es Dr. F.___ schlüssig 

ausführt, zu verursachen. Zum einen handelte es sich offenkundig um keine schwere 

Kontusion, nachdem keine äusserlichen Prellmarken dokumentiert sind (Suva-act. 

45-1). Zum anderen wird ein solcher Entstehungsmechanismus (Anpralltrauma) in der 

Literatur nicht beschrieben (vgl. https://www.fimb.de/wp-content/uploads/1680/17/

SLAP-Begutachtung.pdf, S. 223 f.; eingesehen am 13. November 2023). Hinlänglich 

erstellt ist aber auch, dass das rechte Schultergelenk beim Versuch, das Geländer zu 

lösen und dem plötzlichen Nachgeben des Geländers auch Zugkräften/Traktionen 

ausgesetzt war. Daran ändert nichts, dass in den Notizen der Erstbehandlung vom 19. 

Mai 2022 lediglich ein Anpralltrauma beschrieben ist. Bereits im zweiten Bericht vom 

24. Mai 2022 wurden die (zusätzlich wirkenden) Zugbelastungen beschrieben und 

anlässlich der persönlichen Befragung vom Beschwerdeführer am 20. Juli 2022 

wiederholt (Suva-act. 42). Dieser Hergang mit Schulteranprall und wirkenden 

Zugbelastungen resp. -entlastungen bei plötzlichem Nachgeben des Geländers 

erscheint denn auch realitätsnah und plausibel.

2.3. 

Dr. F.___ hat sich lediglich mit dem Anpralltrauma befasst und die Zugkräfte, 

welche am 14. Mai 2022 zumindest auf das rechte Schultergelenk des 

Beschwerdeführers wirkten, nicht thematisiert. Bereits aus diesem Grund bestehen 

2.4. 

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geringe Zweifel an der Beurteilung einer degenerativen Genese der Schulterschädigung 

durch Dr. F.___, denn aus der Optik des nicht fachärztlich geschulten Gerichts lässt 

sich nicht schlüssig beurteilen, ob der zusätzliche Mechanismus, selbstredend in 

Auseinandersetzung mit den weiteren relevanten Faktoren, eine traumatische Genese 

wahrscheinlich macht. So wird in der Literatur beschrieben, dass Traktionsverletzungen 

im Sinne eines gewaltsamen Zugs am Arm, verbunden mit einem Heben schwerer 

Gegenstände, eine SLAP-Läsion verursachen können (vgl. wiederum https://

www.fimb.de/wp-content/uploads/1680/17/ SLAP-Begutachtung.pdf, S. 224; 

eingesehen am 13. November 2023). Es ist nicht in Abrede zu stellen, dass einzelne 

Kriterien, auch in Beachtung des von Dr. F.___ nicht thematisierten 

Unfallmechanismus, auf eine degenerative Verursachung hindeuten (abgesehen vom 

Knorpelschaden keine Begleitverletzungen, kein Heben schwerer Gegenstände beim 

Unfallereignis; https://www.fimb.de/wp-content/uploads/1680/17/ SLAP-

Begutachtung.pdf, S. 224, 226 f.; eingesehen am 13. November 2023). Auf der anderen 

Seite sprechen gemäss "Schultertrauma-Check" (https://www.svv.ch/sites /default/

files/2021-02/SVV_Check_Schultertrauma_2021_DE.pdf; eingesehen am 13. No-

vember 2023), der sich als Hilfsmittel bei der medizinischen Beurteilung von 

Schulterverletzungen anbietet, auch einzelne Faktoren für eine traumatische Genese 

(soweit ersichtlich keine Vorschädigung der rechten Schulter) resp. bedürfen einzelne 

Kriterien wie der Schadensmechanismus und die Bildgebung vom 31. Mai 2022 – 

diesbezüglich führt Dr. F.___ ohne Begründung aus, dass die Befunde krankhaften 

Ursprungs seien, was wohl genügt hätte, wenn nur ein Anpralltrauma zur Diskussion 

stünde – einer eingehenderen medizinischen Auseinandersetzung und schlussfolgernd 

einer medizinischen Abwägung der für oder gegen eine traumatische Genese der 

Schulterschädigung sprechenden Faktoren (vgl. dazu das Urteil des Bundesgerichts 

vom 15. April 2021, 8C_672/2020,

E. 4.1.3).

Zusammengefasst ist festzuhalten, dass es aufgrund von zumindest geringen 

Zweifeln an der Beurteilung von Dr. F.___ an einer verlässlichen 

Entscheidungsgrundlage in Bezug auf die Genese der bildgebend ausgewiesenen 

Schulterschädigung rechts (traumatisch oder degenerativ) fehlt. Dies gilt auch 

bezüglich der Halswirbelsäulenproblematik C6/7 bei Implantation im Jahr 2019 (Suva-

act. 77). Diesbezüglich schliessen die verantwortlichen Ärzte des KSSG nicht aus, dass 

die Prothesenlockerung auf den Unfall vom 14. Mai 2022 zurückzuführen resp. 

aufgrund des Unfalls symptomatisch geworden sei (Suva-act. 70, 77). Auch dazu wird 

sich ein externes orthopädisches Gutachten zu äussern haben und die 

2.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird dahingehend gutgeheissen, dass der Einspracheentscheid vom 

14. November 2022 aufgehoben und die Streitsache zu ergänzenden Abklärungen im 

Sinne der Erwägungen und zu neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen wird.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.

Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von Fr. 

3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

Beschwerdegegnerin anschliessend erneut über den Leistungsanspruch des 

Beschwerdeführers ab dem 31. August 2022 zu entscheiden haben.

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde dahingehend gutzuheissen, dass die 

Streitsache zu ergänzenden medizinischen Abklärungen und neuer Verfügung an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist.

3.1. 

Gerichtskosten sind mangels gesetzlicher Grundlage im UVG keine zu erheben 

(vgl. dazu Art. 61 lit. f  ATSG). Hingegen hat der obsiegende Beschwerdeführer 

Anspruch auf eine Parteientschädigung gegenüber der Beschwerdegegnerin (Art. 61 lit. 

g ATSG). Es rechtfertigt sich, diese ermessensweise – wie in vergleichbar aufwändigen 

Fällen üblich – auf pauschal Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) festzulegen.

3.2. 
bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 13.11.2023
	Art. 6 Abs. 1 UVG. Ungenügende Aktenlage in Bezug auf die Beurteilung der Frage der Unfallkausalität der Schulterverletzungen des Beschwerdeführers. Rückweisung an die Beschwerdegegnerin zur weiteren Abklärung und neuer Verfügung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. November 2023, UV 2022/68).

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