# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3b62e1a7-c84e-52f9-bf1a-8d80b02db774
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2002-03-20
**Language:** de
**Title:** Bundesgericht Strafrechtliche Abteilung 20.03.2002 6S.343/2001
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BGer/CH_BGer_006_6S-343-2001_2002-03-20.html

## Full Text

{T 0/6}
  
 

6S.343/2001/kra 

 

          K A S S A T I O N S H O F 

          ************************* 

 

    
  Sitzung vom 20. März 2002 
  
 

 

Es wirken mit: Bundesrichter Schubarth, Präsident des 

Kassationshofes, Bundesrichter Schneider, Wiprächtiger, 

Kolly, Karlen und Gerichtsschreiber Weissenberger. 

 

--------- 

 

in Sachen 

 

X.________, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt 

Dr. Paul Schaltegger, Florastrasse 49, Zürich, 

 

gegen 

 

    
  Staatsanwaltschaft des Kantons A a r g a u,
 

 

betreffend 

   mehrfache sexuelle Handlungen mit Kindern; mehrfache 

sexuelle Nötigung; Strafzumessung; Berufsausübungsverbot; 

Zivilforderung; 

 

(eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde gegen das Urteil 

des Obergerichts des Kantons Aargau, 1. Strafkammer, vom 

16. November 2000) 

 

    
  A.- 
  
 

 Das Bezirksgericht Laufenburg sprach X.________  

am 21. Mai 1999 schuldig der mehrfachen sexuellen Hand- 

lungen mit Kindern gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB sowie der 

mehrfachen sexuellen Nötigung nach Art. 188 aStGB und 

verurteilte ihn zu 3 1/2 Jahren Zuchthaus; das Gericht 

sprach ferner ein Verbot für die Ausübung des Lehrberufs 

mit Unmündigen während fünf Jahren aus. Von der Anklage 

der sexuellen Handlungen mit Kindern zum Nachteil von zwei 

Geschädigten wurde X.________ freigesprochen. Im Übrigen 

entschied das Bezirksgericht über die Zivilforderungen der 

Opfer. 

 

       Mit Urteil vom 16. November 2000 hiess das Ober- 

gericht des Kantons Aargau die Berufung des Verurteilten 

und die Anschlussberufung einer Zivilklägerin je teilweise 

gut. Es sprach X.________ schuldig der mehrfachen sexuel- 

len Handlungen (Art. 187 Ziff. 1 StGB) sowie der mehr- 

fachen sexuellen Nötigung (Art. 189 StGB) und verurteilte 

ihn zu 3 1/4 Jahren Zuchthaus; das Verfahren wegen sexu- 

eller Handlungen mit Kindern nach Art. 187 StGB zum Nach- 

teil mehrerer Geschädigter stellte das Gericht zufolge 

Verjährung ganz oder teilweise ein. 

 

    
  B.- 
  
 

 X.________ führt eidgenössische Nichtigkeitsbe-  

schwerde mit dem Antrag, das Urteil des Obergerichts auf- 

zuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz 

zurückzuweisen. 

 

    
  Das Bundesgericht zieht in Erwägung: 
  
 

 

    
  2.- 
  
 

 Der Beschwerdeführer bringt vor, die Vorinstanz  

habe zu Unrecht angenommen, er habe C.________, 

E.________, F.________, D.________ und G.________ psy- 

chisch unter Druck gesetzt und damit eines der Nötigungs- 

mittel von Art. 189 StGB angewendet. Die Verurteilung 

wegen mehrfacher sexueller Nötigung gemäss Art. 189 StGB 

zum Nachteil der vorgenannten Opfer verletze Bundesrecht. 

 

       a) Der Beschwerdeführer wendet sich nicht gegen 

die Anwendung des revidierten Art. 189 StGB. Darauf ist 

nicht zurückzukommen. 

 

       b) aa) Eine sexuelle Nötigung gemäss Art. 189 

Abs. 1 StGB begeht, wer eine Person zur Duldung einer bei- 

schlafsähnlichen oder einer anderen sexuellen Handlung 

nötigt, namentlich indem er sie bedroht, Gewalt anwendet, 

sie unter psychischen Druck setzt oder zum Widerstand un- 

fähig macht. Die Aufzählung der Nötigungsmittel ist nicht 

abschliessend. Im Gegensatz zum früheren Recht (Art. 188 

aStGB) setzt eine sexuelle Nötigung nicht mehr die Wider- 

standsunfähigkeit des Opfers voraus. Immer ist aber eine 

erhebliche Einwirkung erforderlich (BGE 122 IV 97 E. 2b). 

 

         Die sexuellen Nötigungstatbestände verbieten den 

Angriff auf die sexuelle Freiheit. Sie gelten als Gewalt- 

delikte und sind damit prinzipiell als Akte physischer 

Aggression zu verstehen. Dabei stellt aber die Tatbe- 

standsvariante des Unter-psychischen-Druck-Setzens klar, 

dass sich die tatbestandsmässige Ausweglosigkeit der Si- 

tuation auch ergeben kann, ohne dass der Täter eigentliche 

Gewalt anwendet; es kann vielmehr genügen, dass dem Opfer 

eine Widersetzung unter solchen Umständen aus anderen 

Gründen nicht zuzumuten ist. Diese Umstände müssen eine 

Qualität erreichen, die sie in ihrer Gesamtheit als ins- 

trumentalisierte so genannte "strukturelle Gewalt" er- 

scheinen lassen (eingehend BGE 124 IV 154 E. 3b S. 158 f. 

mit zahlreichen Verweisen). Ob die tatsächlichen Verhält- 

nisse die tatbeständlichen Anforderungen eines Nötigungs- 

mittels erfüllen, lässt sich erst nach einer umfassenden 

Würdigung der relevanten konkreten Umstände entscheiden. 

Es ist mithin eine individualisierende Beurteilung 

notwendig, die sich auf hinlänglich typisierbare Merkmale 

stützen muss (BGE 124 IV 154 E. 3b). Das Ausmass der 

Beeinflussung, das für den psychischen Druck erforderlich 

ist, bleibt aber letztlich unbestimmbar ( 
  Rehberg/
  
 

    
  Schmid, Strafrecht III, 7. Auflage, Zürich 1997, S. 393),
 

weshalb diese Bestimmung vorsichtig auszulegen ist (vgl. 

    
  Guido Jenny, Kommentar zum schweizerischen Strafrecht, Bd.
 

4, Bern 1997, Art. 189 N 10 ff.; 
  Trechsel, Kurzkommentar
 

StGB, 2. Aufl., Zürich 1997, Art. 189 N 6; kritisch auch 

    
  Peter Hangartner, Selbstbestimmung im Sexualbereich -
 

Art. 188-193 StGB, Diss. St. Gallen 1997, S. 144 f.; 

ferner Guido 
  Jenny, Die strafrechtliche Rechtsprechung des
 

Bundesgerichts im Jahre 1998, ZBJV 135/1999, S. 639 ff.; 

    
  Philipp Maier, Das Tatbestandsmerkmal des
 

Unter-psychischen-Druck-Setzens im Schweizerischen 

Strafgesetzbuch, ZStrR 117/1999 S. 402, 417 f.). 

 

       Je nach Umständen und den Beziehungen zum Täter 

kann ein Kind wegen seiner kognitiven Unterlegenheit und 

seiner Abhängigkeit in emotionaler und sozialer Hinsicht 

den Bedürfnissen des Täters mehr oder weniger ausgeliefert 

sein. Gerade bei der sexuellen Ausbeutung durch Täter im 

sozialen Nahraum wird körperliche Gewalt vielfach gar 

nicht erforderlich sein, weil die Täter gezielt die 

entwicklungsbedingte emotionale Abhängigkeit und 

Bedürftigkeit der betroffenen Kinder auszunützen pflegen. 

Kognitive Unterlegenheit und emotionale wie soziale Ab- 

hängigkeit können bei Kindern einen ausserordentlichen 

psychischen Druck bzw. eine damit vergleichbare Unterle- 

genheit erzeugen, die es ihnen verunmöglicht, sich gegen 

sexuelle Übergriffe zu wehren. Dies wird namentlich beim 

Missbrauch durch Autoritätsträger des gleichen Haushalts 

in Betracht zu ziehen sein, weil hier Ängste um den Ver- 

lust der Zuneigung unmittelbar zur ernsten Bedrohung wer- 

den können. In solchen Situationen erscheint bereits die 

gegenüber einem Kind übermächtige Körperlichkeit des Er- 

wachsenen, die alleinige physische Dominanz, geeignet, 

Elemente physischer Aggression zu manifestieren und das 

Gewaltkriterium im Sinne physischer oder zumindest struk- 

tureller Gewalt zu erfüllen. Eine Tatbestandsmässigkeit 

setzt aber jedenfalls voraus, dass unter den konkreten 

Umständen das Nachgeben des Kindes verständlich erscheint 

(eingehend BGE 124 IV 154 E. 3b S. 159 f. mit Hinweisen). 

 

       Das Bundesgericht hat in einem frühen Entscheid 

zum neuen Sexualstrafrecht den psychischen Druck bei einem 

kindlichen, leicht debilen Opfer bejaht, das vom zehnten 

bis zum fünfzehnten Altersjahr von einem in Lebensgemein- 

schaft mit der Mutter des Opfers lebenden Täter sexuell 

missbraucht worden war. Es berücksichtigte auf der einen 

Seite die Persönlichkeit des Opfers, sein Alter, seine 

ablehnende Haltung und seine prekäre familiäre Stellung 

sowie auf der anderen Seite die Autoritätsposition, den 

Charakter und das Schweigegebot des Täters. Es erwies 

sich, dass das Kind in dieser Situation ohne Rückgriff auf 

Gewalt oder Drohung durch den Täter ausserstande gesetzt 

wurde, sich zu widersetzen (BGE 122 IV 97 E. 2c). Im ver- 

gleichbaren Falle eines zehnjährigen Mädchens war ent- 

scheidend, dass der Täter seine generelle Überlegenheit 

als Erwachsener, seine vaterähnliche Autorität, die 

freundschaftlichen Gefühle sowie die Zuneigung des Kindes 

ausgenützt und es damit in einen lähmenden Gewissenskon- 

flikt getrieben hatte, der es ihm verunmöglicht hatte, 

sich zu widersetzen (BGE 124 IV 154 E. 3c). 

 

       Die ursprünglich vor dem Hintergrund des sexuel- 

len Kindsmissbrauchs entwickelte Rechtsprechung zum psy- 

chischen Druck (BGE 124 IV 154; 122 IV 97) gilt gemäss BGE 

126 IV 124 E. 3d S. 130 zwar grundsätzlich auch für er- 

wachsene Opfer. Das Bundesgericht hat jedoch auch darauf 

hingewiesen, dass Kindern im Allgemeinen eine geringere 

Gegenwehr zuzumuten ist als Erwachsenen (BGE 122 IV 97 

E. 2b S. 101). Damit werden Opfergesichtspunkte in die Be- 

urteilung einbezogen und berücksichtigt, dass die sexuel- 

len Nötigungstatbestände nach der Konzeption des Gesetzes 

vorrangig auf Erwachsene ausgerichtet sind (BGE 124 IV 154 

E. 3b). Deshalb sind bei sexuellen Handlungen unter Aus- 

nützung des Erwachsenen-Kind-Gefälles geringere Anforde- 

rungen an die Intensität bzw. Erheblichkeit der Nötigungs- 

mittel zu stellen als bei sexuellen Handlungen zum Nach- 

teil von Erwachsenen. 

 

       bb) Die Rechtsprechung ist in der Doktrin auf 

Kritik gestossen ( 
  Guido Jenny, Die strafrechtliche Recht-
 

sprechung des Bundesgerichts im Jahre 1998, ZBJV 135/1999, 

S. 639 ff.). Vergewaltigung und sexuelle Nötigung seien 

Aggressions- oder Gewaltdelikte, weshalb es bei der Aus- 

übung psychischen Drucks immer nur um Fälle gehen könne, 

in denen das Opfer sich infolge sonst zu befürchtender 

Gewalttätigkeiten nicht widersetze (weniger eng noch 

    
  Jenny, Kommentar zum schweizerischen Strafrecht, 4. Band,
 

Bern 1997, Art. 189 N 28: psychischer Druck u.a. auch bei 

befürchtetem Verlust der Zuneigung von Bezugspersonen). 

Darin liege insofern eine Erweiterung der herkömmlichen 

Nötigungsmittel, als die Annahme eines psychischen Drucks 

auf das Opfer nicht voraussetze, dass der Täter körper- 

liche Gewalt auch tatsächlich anwende oder mit ihr drohe. 

Vielmehr genüge, wenn sich das Opfer in einer Situation 

der Ausweglosigkeit befinde, weil Widerstand oder Flucht 

angesichts seiner körperlichen Unterlegenheit aussichtslos 

oder gefährlich wäre. Die Ausnutzung der kognitiven Unter- 

legenheit des Kindes sowie seiner Abhängigkeit in emotio- 

naler und sozialer Hinsicht reichten hingegen nicht aus, 

um - neben dem Tatbestand des Art. 187 StGB - eine zusätz- 

liche Strafbarkeit nach Art. 189, 190 StGB zu begründen. 

Die Rechtsprechung des Bundesgerichts führe dazu, dass 

nahezu jede sexuelle Handlung von Erwachsenen mit Kindern, 

die im sozialen Nahraum stattfinde, zugleich eine Verge- 

waltigung oder sexuelle Nötigung darstelle. Die Ausweitung 

beider Tatbestände auf den Missbrauch sozialer Macht- oder 

Autoritätsverhältnisse lasse sämtliche Tatbestandsgrenzen 

bis zur Unkenntlichkeit verschwimmen und übergehe, dass 

die Ausnützung von Abhängigkeiten bereits in den Art. 188, 

192 und 193 StGB geregelt sei. Richtiger sei es deshalb, 

auch beim kindlichen Opfer zu verlangen, dass es sich we- 

gen sonst drohender (wenn auch nicht notwendigerweise an- 

gedrohter) körperlicher Gewalt gefügt habe; "sei es, weil 

es aus der konkreten Situation heraus befürchten musste, 

im Falle einer Weigerung einfach überwältigt zu werden, 

sei es, weil die Beziehung zum Täter als väterliche oder 

vaterähnliche Autoritätsperson durch ein Klima von Unnach- 

giebigkeit und Strenge, von Einschüchterung oder sich bei 

anderer Gelegenheit äussernder und damit hinsichtlich der 

sexuellen Kontakte mindestens latenter physischer Gewalt 

geprägt war" ( 
  Jenny, ZBJV 135/1999, S. 641).
 

 

       cc) Für eine Praxisänderung besteht kein Anlass. 

Entgegen der Befürchtung von 
  Jenny führt die Recht-
 

sprechung des Bundesgerichts nicht dazu, dass 
  jede sexu-
 

elle Handlung von Erwachsenen mit Kindern, die im sozialen 

Nahraum stattfindet, unter Verwischung der Tatbestands- 

grenzen zwischen Art. 187 und Art. 189 StGB zugleich eine 

Vergewaltigung oder sexuelle Nötigung darstellen würde. 

Art. 187 StGB einerseits sowie die Art. 189 und 190 StGB 

andererseits unterscheiden sich namentlich darin, dass sie 

verschiedene Rechtsgüter schützen (vgl. BGE 124 IV 154 E. 

3a S. 157 f.). Art. 189 StGB kommt neben Art. 187 StGB nur 

in Betracht, wenn der psychische Druck auf das Opfer 

    
  erheblich ist. Wie schon in BGE 124 IV 154 E. 3c S. 161
 

angedeutet, genügen das Ausnützen 
  allgemeiner Abhängig-
 

keits- oder Freundschaftsverhältnisse oder gar eine ge- 

genüber jedem Erwachsenen bestehende Unterlegenheit des 

Kindes für sich genommen regelmässig nicht, um einen rele- 

vanten psychischen Druck im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB 

zu begründen (ebenso 
  Jenny, Kommentar, Art. 189 N 28).
 

Damit sind die Tatbestände der Art. 187 und 189 StGB hin- 

reichend scharf voneinander abgegrenzt. Ist das Kind be- 

züglich der sexuellen Handlungen altersbedingt nicht ur- 

teilsfähig, kommt im Übrigen neben Art. 187 StGB ohnehin 

Art. 191 StGB und nicht Art. 189 in Betracht (vgl. BGE 120 

IV 194 E. 2b). Schliesslich wird es an der Rechtsprechung 

sein, im Einzelnen zu bestimmen, wann eine von den 

Art. 188, 192 und 193 StGB erfasste Abhängigkeit oder Not- 

lage in einen psychischen Druck übergeht. 

 

         c) aa) Die Vorinstanz hat sich sehr eingehend 

mit den Tatmitteln auseinandergesetzt. Sie legt mit aus- 

führlichen Beispielen und Belegen dar, dass der Beschwer- 

deführer für C.________, E.________, F.________ und 

G.________ eine Vaterrolle einnahm, indem er durch Zu- 

neigung und sportliche bzw. erzieherische Disziplin ge- 

zielt ihr Vertrauen gewann und eine emotionale und soziale 

Abhängigkeit schuf, die es ihm ermöglichte, sie ohne 

Gewalt oder Drohung zu missbrauchen. Der Beschwerdeführer 

wurde von seinen teilweise noch sehr jungen Opfern regel- 

recht "vergöttert" und war für sie damals die in ihrem 

Leben bestimmende Person. Zum Teil konnten sie sich ein 

Leben ohne ihn nicht vorstellen. Der Beschwerdeführer 

verstand es auch, das Konkurrenzverhältnis unter seinen 

Trainingsschülerinnen und individuelle Schwächen zur 

Erreichung seiner Ziele zu nutzen. Das Abhängigkeits- 

verhältnis, welches die Vorinstanz zutreffend als kol- 

lektives Phänomen umschreibt, wurde durch die Stellung und 

allgemeine Beliebtheit des Beschwerdeführers in der dörf- 

lichen Gemeinschaft zusätzlich verstärkt. In einem Fall 

(G.________) erklärte der Beschwerdeführer die sexuellen 

Handlungen "tabu", indem er wiederholt "gäll, mer möched 

nüt Verbotnigs" zu ihr sagte. Für die Einzelheiten kann 

hier vollumfänglich auf die Erwägungen der Vorinstanz 

verwiesen werden, denen nichts beizufügen ist (Art. 36a 

Abs. 3 OG). 

 

       Mit der Vorinstanz ist anzunehmen, dass der Be- 

schwerdegegner seine generelle Überlegenheit als Erwach- 

sener, seine vaterähnliche Stellung und Autorität sowie 

die freundschaftlichen Gefühle und die Zuneigung der Mäd- 

chen ausnützte. Er ging somit weit über das Ausnützen all- 

gemeiner Abhängigkeits- oder Freundschaftsverhältnisse hi- 

naus. Die Opfer "vergötterten" den Beschwerdeführer gera- 

dezu, anerkannten vorbehaltlos seine Autorität und suchten 

bei ihm Anerkennung, Liebe und Schutz, gerieten aber auf- 

grund der mit der "Übervaterfunktion" und der sozialen 

Stellung des Beschwerdeführers einhergehenden Tabuisierung 

in eine ausweglose Situation. Wie die Vorinstanz fest- 

stellte, besass der Beschwerdeführer das volle Vertrauen 

der Familien seiner Opfer, was er sich auch zunutze 

machte. Damit wurden die Mädchen in einen lähmenden Ge- 

wissenskonflikt getrieben, der sie ausserstande setzte, 

Widerstand zu leisten. Es liegt eine mit BGE 124 IV 154 

und 122 IV 97 durchaus vergleichbare Situation vor. Ein 

psychischer Druck im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB ist zu 

bejahen. 

 

       bb) Anders als die anderen Opfer stand D.________ 

nicht in einer langandauernden Beziehung zum Beschwerde- 

führer und war auch nicht langfristig auf ihn angewiesen 

und von ihm abhängig. Die Vorinstanz bejaht aber gleich- 

wohl einen psychischen Druck des Beschwerdeführers auf 

D.________ bzw. ein damit vergleichbares Abhängigkeits- 

verhältnis. Es führt dazu aus, die im Tatzeitpunkt erst 

elf Jahre alte D.________ sei im Skilager durch Krankheit 

geschwächt und in ihren Abwehrkräften reduziert gewesen. 

Der Beschwerdeführer habe seine Autorität als Lagerleiter 

sowie die Intimität des Lagers ausgenutzt und sich ein auf 

Grund der Umstände geschwächtes und hilfloses Opfer aus- 

gesucht, welches bettlägrig und krankheitsbedingt von 

ihren Altersgefährten isoliert war und unter der Trennung 

von den Eltern litt. Indem der Beschwerdeführer in dieser 

Situation die Funktion des Krankenpflegers übernahm, habe 

er das Vertrauen von D.________ gewonnen, welche von ihm 

allein abhängig und ihm völlig ausgeliefert gewesen sei. 

Der Beschwerdeführer habe dies ausgenutzt, um die Über- 

griffe ohne Gewalt oder Drohung zu begehen. 

 

       D.________ war unter den gegebenen Umständen auf 

die Betreuung durch den Beschwerdeführer und seine Auf- 

merksamkeit physisch und emotional angewiesen. Diese 

Schwäche machte sich der Beschwerdeführer zunutze. Das 

subjektive Empfinden D.________s, dem Beschwerdeführer 

ausgeliefert zu sein, ist hinreichend erheblich, um einen 

psychischen Druck im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB bzw. 

eine gleichwertige Unterlegenheit annehmen zu können. Das 

angefochtene Urteil verletzt auch in diesem Punkt kein 

Bundesrecht. 

    
  3.- 
  
 

 Der Beschwerdeführer wendet sich gegen die Straf-  

zumessung. Er bringt vor, die Vorinstanz hätte das Nöti- 

gungsmittel des psychischen Druckes strafmindernd berück- 

sichtigen müssen, da dieses im Vergleich zur Anwendung 

physischer Gewalt oder von Drohung weniger schwer wiege; 

entsprechend geringer sei seine Schuld. Ebenfalls straf- 

mindernd hätte die Vorinstanz die "massiven Vorverur- 

teilungen und Persönlichkeitsverletzungen durch die Medien 

im Rahmen der Prozessberichterstattung" beachten müssen. 

 

       a) Die in Art. 189 Abs. 1 StGB genannten Nöti- 

gungsmittel werden vom Gesetz grundsätzlich gleich be- 

wertet. Das Tatmittel des "Unter-psychischen-Druck- 

Setzens" wiegt nicht prinzipiell leichter als etwa phy- 

sische Gewalt oder Drohungen (vgl. auch das Urteil des 

Bundesgerichts 6S.386/2001 vom 13. August 2001). Die Tat- 

schwere einer sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 

StGB ist somit nicht auf Grund des jeweiligen Nötigungs- 

mittels abzustufen, sondern ist allein nach den Umständen 

des konkreten Falles zu bestimmen. Die Vorinstanz hat die 

Schwere der Taten zutreffend gewürdigt. Eine Bundesrecht- 

sverletzung liegt nicht vor. 

 

       b) Die Vorinstanz äussert sich zur Frage der Re- 

levanz der Medienberichterstattung für die Strafzumessung 

dahingehend, dass es sich erübrige, im Einzelnen auf die 

behaupteten "Medienübergriffe" einzugehen, weil deswegen 

eine Strafminderung nirgends vorgesehen sei. 

 

       aa) Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts 

ist eine Vorverurteilung von Tatverdächtigen in der Me- 

dienberichterstattung je nach Schwere der Rechtsverletzung 

als Strafzumessungsgrund im Rahmen von Art. 63 StGB zu ge- 

wichten. Das Bundesstrafgericht hat in seinem Entscheid 

vom 29. November 1999 i.S. Bundesanwaltschaft gegen Oberst 

N. (9X.1/1998) angenommen, insbesondere die Medienkonfe- 

renz der damaligen Bundesanwältin vom 20. Februar 1996 und 

deren Verarbeitung hätten zu einer gravierenden Vorverur- 

teilung von Oberst N. mit einer Quasi-Strafwirkung ge- 

führt, was strafmindernd zu werten sei (zitiertes Urteil, 

E. 25b). Das Bundesstrafgericht hat dabei berücksichtigt, 

dass die erhebliche Vorverurteilung schwergewichtig durch 

die Strafverfolgungsorgane ausging und sich die von ihnen 

veröffentlichten Vorwürfe später weitgehend als unbegrün- 

det erwiesen. 

 

       bb) Zu prüfen ist somit, ob und gegebenenfalls 

wieweit die Medienberichterstattung über das Verfahren ge- 

gen den Beschwerdeführer in dessen Rechte eingriff. Der 

Beschwerdeführer nennt eine Anzahl von Vorkommnissen, aus 

denen er eine gravierende Vorverurteilung ableitet. Deren 

Beginn ortet er in der Berichterstattung durch den Privat- 

sender Tele Züri vom 8. April 1997. Dieser Sendebeitrag 

habe ihn mit der Abkürzung "X.________" benannt und sein 

gesamtes damaliges Umfeld ausgeleuchtet. Damit sei eine 

"ganze Lawine von Reaktionen, Diskussionen und weiteren 

teilweise hetzerischen Berichterstattungen in den Medien 

in Gang" gesetzt worden (Beschwerde, S. 28). Ein nächster 

"massiver Übergriff" sei durch die Rundschau-Sendung des 

SF DRS vom 2. November 1997 erfolgt. Fernsehjournalisten 

hätten in Anwesenheit seiner beiden kleinen Kinder ver- 

sucht, eine Stellungnahme von ihm zu erhalten. Sie hätten 

nicht davor zurückgeschreckt, in die private Tiefgarage 

der Überbauung, in welcher er damals gewohnt habe, einzu- 

dringen. Gegen die Sendung "Time out" des SF DRS vom 

22. Januar 1999 habe der Beschwerdeführer erfolglos die 

Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen 

(UBI) angerufen. Diese habe mit Entscheid vom 27. Au- 

gust 1999 eine Verletzung der Programmbestimmungen zwar 

verneint, jedoch bemängelt, dass den erhöhten journalis- 

tischen Sorgfaltspflichten im Zusammenhang mit der Be- 

richterstattung über laufende Verfahren im Stile des "an- 

waltschaftlichen Journalismus" nicht überall gebührend 

Rechnung getragen worden sei und die Berichterstattung 

zuweilen einer Hetzjagd gegen den Beschwerdeführer ge- 

glichen habe. Der Beschwerdeführer bringt ferner vor, es 

sei im Rahmen der Berichterstattung über das erstinstanz- 

liche Verfahren am Bezirksgericht Laufenburg zu weiteren 

Medienübergriffen und Persönlichkeitsverletzungen ge- 

kommen. SF DRS habe am 19. Mai 1999 in der Tagesschau 

über den Prozess berichtet und dabei zwei Mal während 

mehreren Sekunden sein unabgedecktes Bild gezeigt. Am 

21. Mai 1999 hätten Tele 24 und Tele Züri in der Nach- 

richtensendung seinen vollen Vor- und Nachnamen genannt 

und während mehreren Sekunden das Bild seines Gesichtes 

ausgestrahlt. Sein unabgedecktes Abbild sei am 22. Mai 1999 

auch in der Tagespresse - Aargauer Zeitung und Berner Zei- 

tung - erschienen. 

 

       Es kann hier offen bleiben, ob der Beschwerdefüh- 

rer damit Noven vorbringt und er insoweit überhaupt zu hö- 

ren ist. Der Beschwerdeführer macht in der Sache nur gel- 

tend, seine Persönlichkeitsrechte seien während des Ver- 

fahrens durch verschiedene Medienberichte verletzt worden. 

Er legt jedoch nicht dar, und es ist im Übrigen auch nicht 

ersichtlich, dass und inwiefern die Berichterstattungen 

die Grundsätze der Unschuldsvermutung verletzt und ihn 

vorverurteilt hätten (dazu 
  Kristian Kühl, Unschuldsvermu-
 

tung und Resozialisierungsinteresse als Grenzen der Krimi- 

nalberichterstattung, in: Grundfragen des staatlichen 

Strafens, FS für Heinz Müller-Dietz zum 70. Geburtstag, 

München 2001, S. 401 ff. mit zahlreichen Verweisen). Damit 

sind die Voraussetzungen für eine Strafminderung wegen 

Vorverurteilung durch die Medien nicht gegeben. 

 

       In Frage käme folglich nur eine Strafminderung 

wegen überdurchschnittlich hoher Belastung durch eine 

intensive Berichterstattung in den Medien (zur Berück- 

sichtigung indirekter Auswirkungen von Strafverfahren bei 

der Strafzumessung vgl. etwa 
  Matthias Härri, Folgeberück-
 

sichtigung bei der Strafzumessung, ZStrR 116/1998, S. 221; 

    
  Gerhard Schäfer, Zur Individualisierung der Strafzumes-
 

sung, in: Festschrift für Herbert Tröndle, Berlin/New York 

1989, S. 402/403; 
  Franz Zeller, Zwischen Vorverurteilung
 

und Justizkritik, Bern 1998, S. 394 mit Hinweis auf Roxin; 

vgl. ferner 
  Mario Gmür, Das Medienopfersyndrom (MOS),
 

Schweizerische Ärztezeitung 1999, S. 2604). Ob und gegebe- 

nenfalls unter welchen Umständen der Mediatisierung von 

Strafverfahren 
  ohne Vorverurteilung des Tatverdächtigen
 

bei der Strafzumessung Rechnung zu tragen ist, kann hier 

offen bleiben. Selbst wenn man mit dem Beschwerdeführer 

annehmen wollte, die Medienberichterstattung habe ihn und 

seine Familie überdurchschnittlich stark belastet und 

deren Rechte erheblich verletzt, hätte sich dies nur wenig 

strafmindernd auswirken können. Die ausgesprochene Strafe 

von 3 1/4 Jahren Zuchthaus verletzt jedenfalls kein Bun- 

desrecht. 

 

    
  4.- 
  
 

 Der Beschwerdeführer macht geltend, das gestützt  

auf Art. 54 Abs. 1 StGB gegen ihn ausgesprochene Berufs- 

ausübungsverbot verletze Bundesrecht, da der Lehrerberuf 

keine bewilligungspflichtige Tätigkeit sei, die über- 

wiegende Anzahl der Übergriffe ausserhalb seiner Tätigkeit 

als Lehrer im Rahmen der freiwilligen Trainerarbeit in der 

Freizeit stattgefunden hätten und keine Gefahr eines 

weiteren Missbrauchs bestehe. Selbst wenn die Vorausset- 

zungen von Art. 54 Abs. 1 StGB gegeben wären, sei eine 

Dauer von fünf Jahren unverhältnismässig lang. 

 

       a) Hat jemand in der von einer behördlichen Be- 

willigung abhängigen Ausübung eines Berufes, Gewerbes oder 

Handelsgeschäfts ein Verbrechen oder Vergehen begangen, 

für das er zu einer drei Monate übersteigenden Freiheits- 

strafe verurteilt worden ist, und besteht die Gefahr wei- 

teren Missbrauches, so kann ihm der Richter die Ausübung 

des Berufes, des Gewerbes oder des Handelsgeschäftes für 

sechs Monate bis zu fünf Jahren untersagen (Art. 54 Abs. 1 

StGB). 

 

       b) Die Vorinstanz stellt fest, dass der Lehrerbe- 

ruf in der vom Beschwerdeführer damals ausgeübten Form 

nach kantonalem Recht bewilligungspflichtig ist. Diese 

Auslegung kantonalen Rechts ist für das Bundesgericht im 

Verfahren der eidgenössischen Nichtigkeitsbeschwerde ver- 

bindlich. Auf die entsprechenden Vorbringen des Beschwer- 

deführers kann insoweit nicht eingetreten werden. 

 

       c) Wie der Beschwerdeführer selbst einräumt, hat 

er einzelne Taten während der Ausübung seiner Lehrertätig- 

keit begangen. Der nach Art. 54 StGB notwendige Zusammen- 

hang zwischen den Delikten und der Berufsausübung ist so- 

mit gegeben. Ein grosser Teil der vom Beschwerdeführer als 

Trainer im Turnverein M.________ begangenen Delikte er- 

folgte zum Nachteil von Mädchen, die auch seine Schüle- 

rinnen waren. Da sein Einfluss auf die Opfer in nicht 

geringem Masse auf seine Tätigkeit als Primarschullehrer 

und seine entsprechende Stellung in der dörflichen Gemein- 

schaft zurückzuführen sind, der Beschwerdeführer trotz 

Aussprachen mit den Eltern und einzelnen Opfern in den 

Jahren 1989 und 1991 weiter delinquierte und ein Wieder- 

einstieg des Beschwerdeführers in den Lehrerberuf nicht 

auszuschliessen ist, durfte die Vorinstanz ohne Bundes- 

recht zu verletzen die Gefahr weiteren Missbrauchs be- 

jahen. Die übrigen Voraussetzungen zur Aussprechung eines 

Berufsverbotes sind gegeben. 

 

       d) Die Vorinstanz hat das Berufsverbot für die 

vom Gesetz vorgesehene maximale Dauer von fünf Jahren aus- 

gesprochen. Dies mag angesichts der beurteilten Taten zwar 

hoch erscheinen. Für ein langes Berufsverbot spricht je- 

doch der Umstand, dass der Beschwerdeführer seine Straf- 

taten vor sich selbst und Dritten nach wie vor beschönigt. 

Ein Berufsverbot von fünf Jahren ist hier noch verhältnis- 

mässig, weil der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde 

selbst hervorhebt, den Lehrerberuf gar nicht mehr ausüben 

zu wollen, und das Verbot auf den Lehrberuf mit 
  Unmündigen 
 

beschränkt ist. Im Übrigen wird die zuständige Behörde bei 

der bedingten Entlassung des Beschwerdeführers aus dem 

Strafvollzug (Art. 38 StGB) in Analogie zur Landesver- 

weisung darüber zu entscheiden haben, ob und gegebenen- 

falls unter welchen Bedingungen der Vollzug des Berufsver- 

botes probeweise aufzuschieben sei (vgl. BGE 116 IV 283 zu 

Art. 55 StGB). 

 

    
  Demnach erkennt das Bundesgericht: 
  
 

 

    
  1.- 
  
 

 Die eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde wird  

abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 

 

    
  2.- 
  
 

 Die Gerichtsgebühr von Fr. 2'000.-- wird dem  

Beschwerdeführer auferlegt. 

 

    
  3.- 
  
 

 Dieses Urteil wird den Parteien, der Staatsan-  

waltschaft und dem Obergericht, 1. Strafkammer, des Kan- 

tons Aargau schriftlich mitgeteilt. 

 

_____________ 

 

 

Lausanne, 20. März 2002 

 

                    

Im Namen des Kassationshofes  

                                         

des SCHWEIZERISCHEN BUNDESGERICHTS  

 

Der Präsident: 

 

Der Gerichtsschreiber: