# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 312439c0-1309-595d-b638-5eb99db95a41
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-07-16
**Language:** de
**Title:** Ortsbildschutz. Ersatzneubau eines Mehrfamilienhauses im Perimeter des ISOS. Erfordernis einer Begutachtung.
**Docket/Reference:** BRGE I Nrn. 0106-0111/2021
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/entscheidauszug_aus_brge_i_nr._0106-0111-2021_vom_16._juli_2021.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 
1. Abteilung 

G.-Nrn. 

BRGE I Nrn. 

R1S.2021.05013, R1S.2021.05016, R1S.2021.05017, R1S.2021.05018,  
R1S.2021.05019 und R1S.2021.05020 
0106/2021, 0107/2021, 0108/2021, 0109/2021, 0110/2021 und 0111/2021         

Entscheid vom 16. Juli 2021         

Mitwirkende 

Abteilungspräsident Walter Linsi, Ersatzrichter Ulrich Brunner, Baurichter 
Christian Hurter, Gerichtsschreiber Paul Wegmann     

in Sachen 

Rekurrierende 

R1S.2021.05013 
1.  M. Z. und F. G. Z. […] 

Nr. 1 vertreten durch […] 

R1S.2021.05016 
2.  B. B. […] 
3.  E. S. […] 
4.  U. L. […] 

Nrn. 2 – 4 alle vertreten durch […] 

R1S.2021.05017 
5.  Erben der G. C., nämlich:,   

5.1.  M. C. […] 
5.2.  D. C. H. […] 

Nrn. 5.1 – 5.2 alle vertreten durch […] 

R1S.2021.05018 
6.  W. H. und D. C. H. […] 

R1S.2021.05019 
7.  A. I. und S. C. I. […] 

R1S.2021.05020 
8.  M. S. […] 

gegen 

Rekursgegnerinnen 

R1S.2021.05013, R1S.2021.05016, R1S.2021.05017, R1S.2021.05018, R1S.2021.05019 
und R1S.2021.05020 
1.  Bausektion der Stadt Zürich, c/o Amt für Baubewilligungen, Rechtsab-

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
teilung, Amtshaus IV, 8021 Zürich  

R1S.2021.05013, R1S.2021.05017, R1S.2021.05018 und R1S.2021.05020 
2.  Baudirektion Kanton Zürich, Walchetor, Walcheplatz 2, Postfach, 

8090 Zürich  

R1S.2021.05013, R1S.2021.05016, R1S.2021.05017, R1S.2021.05018, R1S.2021.05019 
und R1S.2021.05020 
3.  E. AG […] 

Nr. 3 vertreten durch […] 

betreffend 

R1S.2021.05013, R1S.2021.05017, R1S.2021.05018 und R1S.2021.05020 
Beschluss  der  Bausektion  vom  12.  Januar  2021  (Bauentscheid  Nr.  35/21) 
und  Gesamtverfügung  der  Baudirektion  Kanton  Zürich  BVV  Nr.  19-2078 
vom  22.  August  2019;  Baubewilligung  bzw.  gewässerschutzrechtliche  Be-
willigung  für  Ersatzneubau  Mehrfamilienhaus,  Grundstücke  Kat.-Nrn.  1,  2 
und 3, B.-Strasse 1 und 2, Zürich […]  

R1S.2021.05016 und R1S.2021.05019 
Beschluss der Bausektion vom 12. Januar 2021 (Bauentscheid Nr. 35/21); 
Baubewilligung für Ersatzneubau Mehrfamilienhaus, Grundstücke Kat.-Nrn. 
1, 2 und 3, B.-Strasse 1 und 2, Zürich […] 
______________________________________________________ 

R1S.2021.05013 

Seite 2 

 
 
 
 
 
 
hat sich ergeben: 

A. 
Mit Beschluss vom 12. Januar 2021 erteilte die Bausektion der Stadt Zürich 

der E. AG die Bewilligung für den Ersatzneubau eines Mehrfamilienhauses 

(B.-Strasse  2)  und  den  Umbau  eines  bestehenden  Gebäudes  (B.-Strasse 

1) auf den Grundstücken Kat.-Nrn. 1, 2 und 3 an der B.-Strasse 1 und 2 in 

Zürich [...]. Zusammen mit dem Entscheid wurde die Gesamtverfügung der 

Baudirektion Kanton Zürich BVV Nr. 19-2078 vom 22. August 2019 betref-

fend Einbauten in Grundwasserträger eröffnet, mit welcher die wasser- und 

die gewässerschutzrechtliche Bewilligung sowie die gewässerschutzrechtli-

che Ausnahmebewilligung erteilt wurden. 

B. 
Mit Eingabe vom 17. Februar 2021 erhoben M. Z. und F. G. Z. fristgerecht 

Rekurs  an  das  Baurekursgericht  des  Kantons  Zürich  und beantragten, die 

beiden  angefochtenen  Entscheide  seien  aufzuheben  und  die  Baubewilli-

gung  sei  zu  verweigern,  unter  Kosten-  und  Entschädigungsfolgen,  zzgl. 

MWSt, zulasten der Rekursgegnerschaft. 

Mit  Präsidialverfügung  vom  19.  Februar  2021  wurde  vom  Rekurseingang 

unter der Geschäftsnummer R1S.2021.05013 Vormerk genommen und das 

Vernehmlassungsverfahren eröffnet. 

C. 
Mit gemeinsamer Eingabe vom 17. Februar 2021 erhoben B. B., E. S. und 

U. L. fristgerecht Rekurs an das Baurekursgericht des Kantons Zürich und 

beantragten, der Beschluss der Bausektion sei vollumfänglich aufzuheben, 

unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Rekursgegnerschaft. 

Mit  Präsidialverfügung  vom  19.  Februar  2021  wurde  vom  Rekurseingang 

unter der Geschäftsnummer R1S.2021.05016 Vormerk genommen und das 

Vernehmlassungsverfahren eröffnet. 

R1S.2021.05013 

Seite 3 

 
 
D. 
Mit  Eingabe  vom  17.  Februar  2021  erhoben  die  Erben  der  G.  C.,  nämlich 

M. C. und D. C. H., fristgerecht Rekurs an das Baurekursgericht des Kan-

tons  Zürich  und  beantragten,  die  beiden  angefochtenen  Entscheide  seien 

aufzuheben,  unter  Kosten-  und  Entschädigungsfolgen  zulasten  der  Re-

kursgegnerschaft. 

Mit  Präsidialverfügung  vom  19.  Februar  2021  wurde  vom  Rekurseingang 

unter der Geschäftsnummer R1S.2021.05017 Vormerk genommen und das 

Vernehmlassungsverfahren eröffnet. 

E. 
Mit Eingabe vom 17. Februar 2021 erhoben W. H. und D. C. H. fristgerecht 

Rekurs  an  das  Baurekursgericht  des  Kantons  Zürich  und beantragten, die 

beiden  angefochtenen  Entscheide  seien  aufzuheben  und  die  Baubewilli-

gung sei zu verweigern, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten 

der Rekursgegnerschaft. 

Mit  Präsidialverfügung  vom  19.  Februar  2021  wurde  vom  Rekurseingang 

unter der Geschäftsnummer R1S.2021.05018 Vormerk genommen und das 

Vernehmlassungsverfahren eröffnet. 

F. 
Mit  Eingabe  vom  18.  Februar  2021  erhoben  A.  I.  und  S.  C.  I.  fristgerecht 

Rekurs an das Baurekursgericht des Kantons Zürich und beantragten, der 

Beschluss  der  Bausektion  sei  aufzuheben,  unter  Kostenfolge  zulasten  der 

Rekursgegnerschaft. 

Mit  Präsidialverfügung  vom  22.  Februar  2021  wurde  vom  Rekurseingang 

unter der Geschäftsnummer R1S.2021.05019 Vormerk genommen und das 

Vernehmlassungsverfahren eröffnet. 

G. 
Mit Eingabe vom 17. Februar 2021 erhob M. S. fristgerecht Rekurs an das 

Baurekursgericht  des  Kantons  Zürich  und  beantragte,  der  Beschluss  der 

R1S.2021.05013 

Seite 4 

 
 
Bausektion sei aufzuheben, unter Kostenfolge zulasten der Rekursgegner-

schaft. 

Mit  Präsidialverfügung  vom  22.  Februar  2021  wurde  vom  Rekurseingang 

unter der Geschäftsnummer R1S.2021.05020 Vormerk genommen und das 

Vernehmlassungsverfahren eröffnet. 

H. 
Im  Rekursverfahren  G.-Nr.  R1S.2021.05013  teilte  die  Baudirektion  mit 

Schreiben  vom  1.  März  2021  mit,  dass  sie  mangels  inhaltlicher  Betroffen-

heit auf eine Stellungnahme verzichte. Die Bausektion beantragte mit Ver-

nehmlassung  vom  24.  März  2021  die  Abweisung  des  Rekurses.  Die  Bau-

herrschaft beantragte mit Vernehmlassung vom 25. März 2021, der Rekurs 

sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei, und es seien die angefoch-

tenen Entscheide im überprüften Umfang zu bestätigen, unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen zulasten der Rekurrierenden. 

Mit  Replik  vom  3.  Mai  2021  hielten  die  Rekurrierenden  an  ihren  Anträgen 

fest. Mit Eingabe vom 28. Mai 2021 teilte die Bauherrschaft mit, auf Erstat-

tung  einer  Duplik  zu  verzichten,  und  reichte  zugleich  unter  ergänzenden 

Ausführungen  weitere  Unterlagen  ein.  Die  Bausektion  duplizierte  mit  Ein-

gabe vom 7. Juni 2021 und nahm zugleich (im Sinne der mit Präsidialverfü-

gung vom 10. Mai 2021 ergangenen Aufforderung) zur Frage der massge-

blichen  Pläne  Stellung.  Die  Baudirektion  liess  sich  innert  Frist  nicht  ver-

nehmen. 

I. 
Im Rekursverfahren G.-Nr. R1S.2021.05016 beantragte die Bausektion mit 

Vernehmlassung  vom  24.  März  2021  die  Abweisung  des  Rekurses.  Die 

Bauherrschaft  beantragte  mit  Vernehmlassung  vom  25.  März  2021,  der 

Rekurs sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei, und es seien die an-

gefochtenen  Entscheide  im  überprüften  Umfang  zu  bestätigen,  unter  Kos-

ten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Rekurrierenden. 

Mit Replik vom 10. Mai 2021 hielten die Rekurrierenden an ihren Anträgen 

fest. Mit Eingabe vom 28. Mai 2021 teilte die Bauherrschaft mit, auf Erstat-

R1S.2021.05013 

Seite 5 

 
 
tung  einer  Duplik  zu  verzichten,  und  verwies  zugleich  unter  ergänzenden 

Ausführungen  auf  die  im  Rekursverfahren  G.-Nr.  R1S.2021.05013  einge-

reichten  weiteren  Unterlagen.  Die  Bausektion  nahm  mit  Eingabe  vom 

7. Juni 2021 (im Sinne der mit Präsidialverfügung vom 12. Mai 2021 ergan-

genen Aufforderung) zur Frage der massgeblichen Pläne Stellung und ver-

zichtete  zugleich  auf  Erstattung  einer  Duplik.  Mit  Eingabe  vom  28.  Juni 

2021 liessen sich die Rekurrierenden nochmals vernehmen. 

J. 
Im  Rekursverfahren  G.-Nr.  R1S.2021.05017  teilte  die  Baudirektion  mit 

Schreiben  vom  1.  März  2021  mit,  dass  sie  mangels  inhaltlicher  Betroffen-

heit auf eine Stellungnahme verzichte. Die Bausektion beantragte mit Ver-

nehmlassung  vom  24.  März  2021  die  Abweisung  des  Rekurses.  Die  Bau-

herrschaft beantragte mit Vernehmlassung vom 25. März 2021, der Rekurs 

sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei, und es seien die angefoch-

tenen Entscheide im überprüften Umfang zu bestätigen, unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen zulasten der Rekurrierenden. 

Mit  Replik  vom  3.  Mai  2021  hielten  die  Rekurrierenden  an  ihren  Anträgen 

fest. Mit Eingabe vom 28. Mai 2021 teilte die Bauherrschaft mit, auf Erstat-

tung  einer  Duplik  zu  verzichten,  und  verwies  zugleich  unter  ergänzenden 

Ausführungen  auf  die  im  Rekursverfahren  G.-Nr.  R1S.2021.05013  einge-

reichten  weiteren  Unterlagen.  Die  Bausektion  duplizierte  mit  Eingabe  vom 

7. Juni 2021 und nahm zugleich (im Sinne der mit Präsidialverfügung vom 

10. Mai 2021 ergangenen Aufforderung) zur Frage der massgeblichen Plä-

ne Stellung. Die Baudirektion liess sich innert Frist nicht vernehmen. 

K. 
Im  Rekursverfahren  G.-Nr.  R1S.2021.05018  teilte  die  Baudirektion  mit 

Schreiben  vom  1.  März  2021  mit,  dass  sie  mangels  inhaltlicher  Betroffen-

heit auf eine Stellungnahme verzichte. Die Bausektion beantragte mit Ver-

nehmlassung  vom  24.  März  2021  die  Abweisung  des  Rekurses.  Die  Bau-

herrschaft beantragte mit Vernehmlassung vom 25. März 2021, der Rekurs 

sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei, und es seien die angefoch-

tenen Entscheide im überprüften Umfang zu bestätigen, unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen zulasten der Rekurrierenden. 

R1S.2021.05013 

Seite 6 

 
 
Mit Replik vom 10. Mai 2021 hielten die Rekurrierenden an ihren Anträgen 

fest. Mit Eingabe vom 28. Mai 2021 teilte die Bauherrschaft mit, auf Erstat-

tung  einer  Duplik  zu  verzichten,  und  verwies  zugleich  unter  ergänzenden 

Ausführungen  auf  die  im  Rekursverfahren  G.-Nr.  R1S.2021.05013  einge-

reichten  weiteren  Unterlagen.  Die  Bausektion  duplizierte  mit  Eingabe  vom 

7. Juni 2021 und nahm zugleich (im Sinne der mit Präsidialverfügung vom 

11. Mai 2021 ergangenen Aufforderung) zur Frage der massgeblichen Plä-

ne Stellung. Die Baudirektion liess sich innert Frist nicht vernehmen. 

L. 
Im Rekursverfahren G.-Nr. R1S.2021.05019 beantragte die Bausektion mit 

Vernehmlassung  vom  24.  März  2021  die  Abweisung  des  Rekurses.  Die 

Bauherrschaft  beantragte  mit  Vernehmlassung  vom  25.  März  2021,  der 

Rekurs  sei  abzuweisen  und  es  seien  die  angefochtenen  Entscheide  im 

überprüften  Umfang  zu  bestätigen,  unter  Kosten-  und  Entschädigungsfol-

gen zulasten der Rekurrierenden. 

Die Rekurrierenden verzichteten stillschweigend auf Einreichung einer Rep-

lik.  Die  Bausektion nahm mit  Eingabe  vom 7. Juni  2021  (im  Sinne  der  mit 

Präsidialverfügung vom 10. Mai 2021 ergangenen Aufforderung) zur Frage 

der massgeblichen Pläne Stellung. 

M. 
Im  Rekursverfahren  G.-Nr.  R1S.2021.05020  teilte  die  Baudirektion  mit 

Schreiben  vom  1.  März  2021  mit,  dass  sie  mangels  inhaltlicher  Betroffen-

heit auf eine Stellungnahme verzichte. Die Bausektion beantragte mit Ver-

nehmlassung  vom  24.  März  2021  die  Abweisung  des  Rekurses.  Die  Bau-
herrschaft beantragte mit Vernehmlassung vom 25. März 2021, der Rekurs 

sei abzuweisen und es seien die angefochtenen Entscheide im überprüften 

Umfang  zu  bestätigen,  unter  Kosten-  und  Entschädigungsfolgen  zulasten 

"der Rekurrierenden". 

Mit Replik vom 30. April 2021 hielt der Rekurrent an seinen Anträgen fest. 

Mit  Eingabe  vom  28. Mai  2021  teilte  die  Bauherrschaft  mit, auf  Erstattung 

einer  Duplik  zu  verzichten,  und  verwies  zugleich  unter  ergänzenden  Aus-

führungen  auf  die  im  Rekursverfahren  G.-Nr.  R1S.2021.05013  eingereich-

R1S.2021.05013 

Seite 7 

 
 
ten  weiteren  Unterlagen.  Die  Bausektion  nahm  mit  Eingabe  vom  7. Juni 

2021  (im  Sinne  der  mit  Präsidialverfügung  vom  10.  Mai  2021  ergangenen 

Aufforderung) zur Frage der massgeblichen Pläne Stellung und verzichtete 

zugleich auf Erstattung einer Duplik. Die Baudirektion liess sich innert Frist 

nicht vernehmen. 

N. 
Auf  Wunsch  der  Bauherrschaft  waren  die  sechs  Rekursverfahren  jeweils 

mit  Stempelverfügung  vom  29.  März  2021  sistiert  und  mit  Präsidialverfü-

gung vom 8. April 2021 fortgesetzt worden. 

O. 
Auf  die  Vorbringen der  Parteien  wird,  soweit  zur  Entscheidbegründung  er-

forderlich, in den nachfolgenden Erwägungen Bezug genommen. 

Es kommt in Betracht: 

1. 
Die  Rekursverfahren  G.-Nrn.  R1S.2021.05013,  R1S.2021.05016, 

R1S.2021.05017, R1S.2021.05018, R1S.2021.05019 und R1S.2021.05020 

betreffen  dasselbe  Bauvorhaben,  weshalb  sie  aus  prozessökonomischen 

Gründen zu vereinigen sind. 

2. 
Die  Rekurrierenden  sind  Eigentümer  von  Grundstücken,  die  sich  teilweise 

in unmittelbarer Nachbarschaft, teilweise in naher Distanz (maximal knapp 

70 m  im  Falle des  Rekurrenten  im  Verfahren  G.-Nr.  R1S.2021.05020) des 

Bauvorhabens  befinden  (Verfahren  G.-Nr.  R1S.2021.05013:  Grundstück 

Kat.-Nr. 4; Verfahren G.-Nr. R1S.2021.05016: Grundstücke Kat.-Nrn. 5 [B. 

B.], 6  [E.  S.] und  7 [U.  L.];  Verfahren  G.-Nr.  R1S.2021.05017:  Grundstück 

R1S.2021.05013 

Seite 8 

 
 
Kat.-Nr.  8;  Verfahren  G.-Nr.  R1S.2021.05018:  Grundstück  Kat.-Nr.  9;  Ver-

fahren  G.-Nr.  R1S.2021.05019:  Grundstück  Kat.-Nr.  10;  Verfahren  G.-

Nr. R1S.2021.05020: Grundstück Kat.-Nr. 11). Sie rügen unter anderem ei-

ne  ungenügende  Einordnung 

(Verfahren  G.-Nrn.  R1S.2021.05013, 

R1S.2021.05016, R1S.2021.05017 und R1S.2021.5018) sowie eine Beein-

trächtigung  der  Verkehrssicherheit  (Verfahren  G.-Nrn.  R1S.2021.05013, 

R1S.2021.05017, R1S.2021.5018, R1S.2021.05019 und R1S.2021.05020). 

Angesichts der Dimensionen des geplanten Bauvorhabens, des Umstands, 

dass  sich  gemäss  dem  Inventar  der  schützenswerten  Ortsbilder  der 

Schweiz von nationaler Bedeutung (ISOS) die Grundstücke sämtlicher Re-

kurrierenden gemeinsam mit den Baugrundstücken innerhalb der Baugrup-

pe  […]  gemäss  Objektblatt  Nr. […],  Zürich  […]  befinden,  sowie  des  weite-

ren  Umstands,  dass  die  rekurrentischen  Grundstücke  an  der  N.-Strasse 

liegen, über welche die Erschliessung der Baugrundstücke geplant ist, sind 

die  Rekurrierenden  aller  sechs  Rekursverfahren  gemäss  § 338a  des  Pla-

nungs-  und  Baugesetzes  (PBG)  grundsätzlich  zur  Rekurserhebung  legiti-

miert. Dies wird denn auch seitens der Rekursgegnerschaft nicht im Grund-

satz bestritten. Soweit rügespezifisch beantragt wird, auf die Rekurse nicht 

einzutreten,  ist  darauf  im  Kontext  der  entsprechenden  Rüge  näher  einzu-

gehen (vgl. E. 5.3.1). Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt 

sind, ist auf die Rekurse in allen sechs Rekursverfahren einzutreten. 

3. 
Es wird die Durchführung eines Augenscheins beantragt (vgl. § 7 des Ver-

waltungsrechtspflegegesetzes  [VRG]).  Das  Baurekursgericht  hat  unbese-

hen von Parteianträgen nur dann einen Augenschein durchzuführen, wenn 

die Verhältnisse vor Ort zwar entscheidrelevant, auf Grund der Akten aber 

noch unklar sind. Diese Voraussetzung ist vorliegend nicht erfüllt, so dass 
kein Augenschein durchzuführen war. 

4. 
Die  drei  in  einer  Reihe  liegenden  Baugrundstücke  befinden  sich  in  der 

Wohnzone W6 gemäss BZO der Stadt Zürich. Sie grenzen im Osten an die 

B.-Strasse,  die  zusammen  mit  dem  östlich  davon  gelegenen  Gebiet  zur 

Zentrumszone  Z5  gehört.  Die  auf  den Bauparzellen  befindlichen Gebäude 

sind Teil des östlichen Abschlusses der Siedlung N., welche als Baugruppe 

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Seite 9 

 
 
[…]  gemäss  Objektblatt  Nr. […],  Zürich  [...],  im  ISOS  erfasst  ist.  Die  ent-

sprechende Umschreibung lautet: "Siedlung N.: zweigeschossige, schlichte 

Doppelhäuser  mit  Satteldach,  hufeisenförmig  beidseits  einer  gegabelten 

Seitenstrasse  angeordnet,  mit  Nutz-  und  Ziergärten  und  einem  zentralen 

Gartenhof;  im  Westen  mehrteilig  zu  einer  raumwirksamen  Zeile  zusam-

mengebaut  und  akzentuiert  durch  gleichmässige  Baumreihe,  1928-30". 

Vermerkt  sind  weiter  eine  besondere  räumliche  Qualität,  eine  gewisse  ar-

chitekturhistorische Qualität und eine gewisse Bedeutung sowie das Erhal-

tungsziel  A  (Erhalten  der  Substanz).  Auch  die  weiteren  Parzellen,  auf  de-

nen sich die genannte Baugruppe befindet, sind gemäss BZO der Stadt Zü-

rich der Wohnzone W6 zugewiesen. Geplant ist, das derzeit auf den Bau-

grundstücken  Kat.-Nrn  1  (Norden)  und  2  (Mitte)  befindliche  Gebäude  B.-

Strasse  3/4/5  (Vers.-Nrn.  1  und  2)  abzubrechen  und  stattdessen  ein  sich 

über  alle  drei  Bauparzellen  erstreckendes  Mehrfamilienhaus  zu  errichten, 

das auf dem Grundstück Kat.-Nr. 3 (Süden) mit dem dort befindlichen (und 

im  Rahmen  des  vorliegenden  Bauvorhabens  umgebauten)  Gebäude  B.-

Strasse 1 (Vers.-Nr. 3) zusammengebaut würde. Die Bauparzellen befinden 
sich  im  Gewässerschutzbereich  Au,  wobei  das  geplante  Untergeschoss 
teilweise  unter  dem  Grundwasserspiegel  zu  liegen  kommt  bzw.  Einbauten 

in den Grundwasserträger erfolgen. Entsprechend ist für das Bauvorhaben 

mit  Gesamtverfügung  der  Baudirektion  Kanton  Zürich  BVV-Nr.  19-2078 

vom  22. August  2019  unter  anderem  eine  gewässerschutzrechtliche  Aus-

nahmebewilligung im Sinne von Ziffer 211 Abs. 2 Anhang 4 der Gewässer-

schutzverordnung (GSchV) erteilt worden. 

5.1.1 
Die  Rekurrierenden 

der 

Verfahren  G.-Nrn.  R1S.2021.05013, 

R1S.2021.05017 und R1S.2021.05018 rügen unter anderem, gemäss bun-
desgerichtlicher Rechtsprechung stelle die Erteilung einer gewässerschutz-

rechtlichen  Ausnahmebewilligung  regelmässig  eine  Bundesaufgabe  dar. 

Damit seien die Vorgaben des ISOS direkt anwendbar und das Inventarob-

jekt […], Zürich [...], […] verdiene grundsätzlich die ungeschmälerte Erhal-

tung, wobei ein Abweichen hiervon nur in Erwägung gezogen werden kön-

ne, wenn bestimmte gleich- oder höherwertige Interessen von ebenfalls na-

tionaler  Bedeutung  entgegenstünden.  Im  Baubewilligungsverfahren  hätte 

daher  eine  qualifizierte  und  strukturierte  Interessenabwägung  nach  Art.  6 

Abs.  2  des  Natur-  und  Heimatschutzgesetzes  (NHG)  durchgeführt  werden 

R1S.2021.05013 

Seite 10 

 
 
müssen. Zudem hätte ein Gutachten der Eidgenössischen Natur- und Hei-

matschutzkommission (ENHK)  und/oder  der Eidgenössischen  Kommission 

für Denkmalpflege (EKD) eingeholt werden müssen. 

5.1.2 
Die kommunale Vorinstanz hält in ihrer Vernehmlassung zunächst zur heu-

tigen  Zonierung  fest,  anstelle  der  in  den  1980er-Jahren  angestrebten  Zu-

weisung  zur  Wohnzone  W2  sei  aufgrund  eines  von  diversen  Grundeigen-

tümern der Siedlung N. angestrengten Rechtsmittelverfahrens für das frag-

liche Gebiet per 2. September 2000 eine Zuweisung zur Wohnzone W5 er-

folgt. Mit der am 1. November 2018 in Kraft gesetzten Teilrevision der städ-

tischen  BZO  sei  aufgrund  der  Änderung  der  Geschosszahlregelungen  für 

Wohnzonen die Wohnzone W6 festgesetzt worden. In denkmalschutzrecht-

licher Hinsicht wird sodann darauf hingewiesen, die Siedlung sei nie im In-

ventar  der  kunst-  und  kulturhistorischen  Schutzobjekte  von  kommunaler 

Bedeutung  aufgeführt  gewesen.  Mit  rechtskräftigem  Stadtratsbeschluss 

vom  29.  September  2017  (act.  10.4)  sei  auf  eine  Unterschutzstellung  ver-

zichtet  worden.  Zur  vorstehend  referierten  Rüge  führt  die  Bausektion  aus, 

primär sei das ISOS in der Richt- und Nutzungsplanung zu berücksichtigen; 

im  Baubewilligungsverfahren  sei  es  dagegen  -  ausser  bei  Erfüllung  von 

Bundesaufgaben - nur insoweit von Bedeutung, als ein Bauprojekt den An-

liegen des Heimatschutzes hinreichend Rechnung zu tragen habe. Für die 

Stadt Zürich sei das ISOS am 1. Oktober 2016 in Kraft gesetzt worden, wo-

bei  76  %  aller  städtischen  Bauzonen  mit  ISOS-Erhaltungszielen  belegt 

worden seien, davon 11 % mit Erhaltungsziel A. Je nachdem, wie die Erfül-

lung einer Bundesaufgabe definiert werde, wäre somit eine ganz beträchtli-

che Zahl von Baugesuchen in der Stadt Zürich der ENHK oder der EKD zu 

unterbreiten.  Gemäss  Art  78  der  Bundesverfassung  (BV)  falle  der  Natur- 

und  Heimatschutz  in  die  Zuständigkeit  der  Kantone  und  nur  äusserst  be-
grenzt in diejenige des Bundes. Beim Heimat- und Ortsbildschutz handle es 

sich in allererster Linie um eine lokale Angelegenheit, wobei der Kanton Zü-

rich  seinen  entsprechenden  Pflichten  vollumfänglich  nachgekommen  sei; 

bundesrechtlicher  Eingriffe  in  seinen  Zuständigkeitsbereich  bedürfe  es 

nicht.  Wenn  der  Bundesrat  auf  dem  blossen  Verordnungsweg  auf  Antrag 

des  Bundesamtes  für  Kultur  und  damit  ohne  demokratische  Legitimation 

76 %  der  Stadtzürcher  Bauzonen  dem  ISOS  unterstelle,  so  sei  dies  als 

massive Verletzung von Art. 78 Abs. 1 BV bzw. als Verletzung des Legali-

täts- und des Verhältnismässigkeitsprinzips zu werten. Dies umso mehr, als 

R1S.2021.05013 

Seite 11 

 
 
dadurch  die  raumplanungsrechtlich  gebotene  Verdichtung  schwerwiegend 

beeinträchtigt  werde.  Aus  der  in  Art.  78  Abs.  2  BV  verankerten  Selbstver-

pflichtung des Bundes zur Rücksichtnahme auf die Anliegen des Natur- und 

Heimatschutzes wie auch aus den einschlägigen Bestimmungen des NHG 

gehe nicht andeutungsweise hervor, dass von der Erfüllung einer Bundes-

aufgabe auszugehen sein solle, wenn eine Behörde ein Bundesgesetz an-

wende. Das vom ISOS geschützte Ortsbild trete einzig und allein über dem 

Erdboden  in  Erscheinung,  dass  sich  darunter  Grundwasser  befinde,  wirke 

sich auf das Ortsbild nicht aus. Zumindest in Bezug auf den Ortsbildschutz 

sei es daher verfehlt, wenn das Bundesgericht bei Bewilligungen bezüglich 

Eingriffen ins Grundwasser die Erfüllung einer Bundesaufgabe konstruiere. 

Das Vorhandensein einer Bundesaufgabe sei damit von reinen Zufälligkei-

ten  abhängig.  Auch  führe  die  bundesgerichtliche  Auslegung  des  Begriffs 

der Erfüllung einer Bundesaufgabe zu einer erheblichen Einschränkung der 

Baufreiheit der Grundeigentümer. Die Stadt Zürich habe das ISOS bei der 

am 1. November 2018 in Kraft gesetzten Teilrevision der BZO berücksich-

tigt. Für die Siedlung N. sei zudem nach der Festsetzung des ISOS auf ei-

ne Unterschutzstellung verzichtet worden. Es bestehe keine Veranlassung, 

das ISOS im konkreten Fall direkt anzuwenden. 

Die Bauherrschaft verweist ebenfalls auf die Entstehungsgeschichte der ak-

tuellen Zonierung und den unangefochten gebliebenen Verzicht auf Unter-

schutzstellung.  Auch  bei  letzterem  sei  das  ISOS  im  Rahmen  der  umfas-

senden Interessenabwägung berücksichtigt worden. In diesem Kontext sei 

es  rechtsmissbräuchlich,  wenn  die  Rekurrierenden  erstmals  im  Zusam-

menhang  mit  dem  konkreten  Bauvorhaben  das  ISOS  ins  Spiel  bringen 

würden.  Diese  Kritik  hätte  bereits  im  Rahmen  der  Teilrevision  2014  der 

Nutzungsplanung vorgebracht werden müssen. Da die Rekurrierenden we-

der  gegen  diese  BZO-Teilrevision  noch  gegen  den  Nichtunterschutzstel-
lungsentscheid rekurrierten, hätten sie die Schaffung von nochmals erhöh-

ten Baumöglichkeiten gemäss der Wohnzone W6 und deren Verträglichkeit 

mit den Festlegungen des ISOS akzeptiert. Ihre heutige Kritik laufe auf eine 

Neuüberprüfung  dieser  Baumöglichkeiten  hinaus,  wobei  aber  die  Voraus-

setzungen  einer  akzessorischen  Überprüfung  des  Nutzungsplans  nicht  er-

füllt seien. Auf den Rekurs sei daher hinsichtlich der Rüge der Nichtberück-

sichtigung des ISOS gar nicht einzutreten. Im Übrigen tangiere das Baupro-

jekt  keine  Bundesaufgabe  im  Sinne  von  Art.  3  NHG.  Die  betroffene  Bun-

desaufgabe  müsste  Auswirkungen  auf  Natur  und  Heimat  zeitigen  und 

R1S.2021.05013 

Seite 12 

 
 
raumrelevant  sein,  was  auf  die  fragliche  gewässerschutzrechtliche  Bewilli-

gung nicht zutreffe. Der vom Bundesgericht eingeführte Automatismus, wo-

nach  wegen  einer  solchen  Bewilligung  ein  Gutachten  der  ENHK  und  eine 

Interessenabwägung  gemäss  Art.  6  NHG  nötig  sein  sollten, führe  zu  stos-

senden Ergebnissen, da die Beschaffenheit des Untergrunds keinen Sach-

zusammenhang  zum  Ortsbildschutz  aufweise.  Das  vom  Bundesgericht 

verwendete  Abgrenzungskriterium  sei  unpraktikabel  und  willkürlich,  wes-

halb  das  Baurekursgericht  ersucht  werde,  der  bundesgerichtlichen  Praxis 

im vorliegenden Fall die Anwendung zu versagen. 

5.1.3 
Im Rahmen der Repliken wird seitens der Rekurrierenden in den Verfahren 

G.-Nrn.  R1S.2021.05013  und  R1S.2021.05018  dargelegt,  der  Bund  habe 

weder  mit  dem  NHG  noch  mit  dem  Erlass  des  ISOS  seine  Kompetenzen 

überschritten  und  die  verfassungsmässige  Kompetenzordnung  verletzt. 

Selbst wenn dem aber so wäre, könnte die Vorinstanz daraus nichts zu ih-

ren Gunsten ableiten, da Art. 190 BV massgebend sei. 

Dem hält die Bausektion in ihrer Duplik entgegen, trotz Fehlens einer um-

fassenden Verfassungsgerichtsbarkeit seien Bundesgesetze jedenfalls ver-

fassungskonform auszulegen, wobei aber bezüglich des ISOS ganz erheb-

liche  Zweifel  an  der  Verfassungskonformität  bestünden.  Bei  der  Anwen-

dung von derartigem Bundesrecht sei Zurückhaltung geboten, während die 

bundesgerichtliche  Auslegung  des  Begriffs  der  Erfüllung  einer  Bundesauf-

gabe ungerechtfertigt extensiv sei. 

5.2.1 
Gemäss Art. 78 BV sind für den Natur- und Heimatschutz die Kantone zu-

ständig (Abs. 1). Der Bund nimmt bei der Erfüllung seiner Aufgaben Rück-
sicht  auf  die  Anliegen  des  Natur-  und  Heimatschutzes.  Er  schont  Land-

schaften,  Ortsbilder,  geschichtliche  Stätten  sowie  Natur-  und  Kulturdenk-

mäler;  er  erhält  sie  ungeschmälert,  wenn  das  öffentliche  Interesse  es  ge-

bietet (Abs. 2). Er kann Bestrebungen des Natur- und Heimatschutzes un-

terstützen  und  Objekte  von  gesamtschweizerischer  Bedeutung  vertraglich 

oder durch Enteignung erwerben oder sichern (Abs. 3). 

R1S.2021.05013 

Seite 13 

 
 
5.2.2 
Unter  Erfüllung  einer  Bundesaufgabe  im  Sinne  von  Art.  78  Abs.  2  BV  ist 

gemäss Art. 2 Abs. 1 NHG insbesondere zu verstehen: die Planung, Errich-

tung  und  Veränderung  von  Werken  und  Anlagen  durch  den  Bund,  seine 

Anstalten  und  Betriebe,  wie  Bauten  und  Anlagen  der  Bundesverwaltung, 

Nationalstrassen,  Bauten  und  Anlagen  der  Schweizerischen  Bundesbah-

nen  (lit.  a);  die  Erteilung  von  Konzessionen  und  Bewilligungen,  wie  zum 

Bau  und  Betrieb  von  Verkehrsanlagen  und  Transportanstalten  (mit  Ein-

schluss der Plangenehmigung), von Werken und Anlagen zur Beförderung 

von  Energie,  Flüssigkeiten  oder  Gasen  oder  zur  Übermittlung  von  Nach-

richten  sowie  Bewilligungen  zur  Vornahme  von  Rodungen  (lit.  b);  die  Ge-

währung von Beiträgen an Planungen, Werke und Anlagen, wie Melioratio-

nen,  Sanierungen  landwirtschaftlicher  Bauten,  Gewässerkorrektionen,  An-

lagen  des  Gewässerschutzes  und  Verkehrsanlagen  (lit.  c).  Gemäss  Art.  3 

NHG sorgen der Bund, seine Anstalten und Betriebe sowie die Kantone bei 

der  Erfüllung  von  Bundesaufgaben  dafür,  dass  das  heimatliche  Land-

schafts-  und  Ortsbild,  geschichtliche  Stätten  sowie  Natur-  und  Kulturdenk-

mäler  geschont  werden  und,  wo  das  allgemeine  Interesse  an  ihnen  über-

wiegt, ungeschmälert erhalten bleiben (Abs. 1). Sie erfüllen diese Pflicht in-

dem  sie  unter  anderem Konzessionen  und Bewilligungen  nur  unter  Bedin-

gungen  oder  Auflagen  erteilen  oder  aber  verweigern  (Abs.  2  lit.  b),  wobei 

eine  Massnahme  nicht  weitergehen  darf,  als  es  der  Schutz  des  Objektes 

und seiner Umgebung erfordert (Abs. 3 Satz 2). 

Art. 5 NHG hält unter anderem fest, dass der Bundesrat nach Anhörung der 

Kantone  Inventare  von  Objekten  nationaler  Bedeutung  erstellt  (Abs.  1 

Satz 1 Halbsatz 1), wobei die für die Auswahl der Objekte massgebenden 

Grundsätze in den Inventaren darzulegen sind (Abs. 1 Satz 2); die Inventa-

re sind regelmässig zu überprüfen und zu bereinigen, wobei über die Auf-
nahme,  die  Abänderung  oder  die  Streichung  von  Objekten  nach  Anhören 

der Kantone der Bundesrat entscheidet; die Kantone können von sich aus 

eine Überprüfung beantragen (Abs. 2 Satz 2 und 3). 

Durch die Aufnahme eines Objektes von nationaler Bedeutung in ein Inven-

tar  des  Bundes  wird  dargetan,  dass  es  in  besonderem  Masse  die  unge-

schmälerte  Erhaltung,  jedenfalls  aber  unter  Einbezug  von  Wiederherstel-

lungs-  oder  angemessenen  Ersatzmassnahmen  die  grösstmögliche  Scho-

nung verdient (Art. 6 Abs. 1 NHG). Ein Abweichen von der ungeschmäler-

R1S.2021.05013 

Seite 14 

 
 
ten Erhaltung im Sinne der Inventare darf bei Erfüllung einer Bundesaufga-

be nur in Erwägung gezogen werden, wenn ihr bestimmte gleich- oder hö-

herwertige Interessen von ebenfalls nationaler Bedeutung entgegenstehen 

(Art. 6 Abs. 2 NHG). Kann bei der Erfüllung der Bundesaufgabe ein Objekt, 

das in einem Inventar des Bundes nach Art. 5 NHG aufgeführt ist, erheblich 

beeinträchtigt  werden  oder  stellen  sich  in  diesem  Zusammenhang  grund-

sätzliche Fragen, so verfasst eine Kommission im Sinne von Art. 25 Abs. 1 

NHG (gemäss welcher Bestimmung der Bundesrat eine oder mehrere bera-

tende  Kommissionen  für  den  Naturschutz,  den  Heimatschutz  und  die 

Denkmalpflege bestellt) zuhanden der Entscheidbehörde ein Gutachten, in 

dem  sie  angibt,  ob  das  Objekt  ungeschmälert  zu  erhalten  oder  wie  es  zu 

schonen ist (Art. 7 Abs. 2 NHG). Das Gutachten bildet eine der Grundlagen 

für die Abwägung aller Interessen durch die Entscheidbehörde (Art. 7 Abs. 

3 NHG). Ist für die Erfüllung einer Bundesaufgabe der Kanton zuständig, so 

obliegt gemäss Art. 7 Abs. 1 Satz 2 NHG die Beurteilung, ob ein Gutachten 

durch eine Kommission nach Art. 25 Abs. 1 NHG erforderlich ist, der kanto-

nalen  Fachstelle  nach  Art.  25  Abs.  2  NHG  (wobei  gemäss  letztgenannter 

Bestimmung  die  Kantone  Fachstellen  für  den  Naturschutz,  den  Heimat-

schutz und die Denkmalpflege bezeichnen). 

Art.  10  der  Verordnung  über  das  Bundesinventar  der  schützenswerten 

Ortsbilder  der  Schweiz  (VISOS)  hält  fest,  dass  bei  der  Erfüllung  von  Bun-

desaufgaben  Eingriffe,  die  keine  Auswirkungen  auf  die  Erreichung  der  Er-

haltungsziele haben, keine Beeinträchtigung der Objekte darstellen und zu-

lässig sind (Abs. 1 Satz 1). Ebenfalls zulässig sind geringfügige Beeinträch-

tigungen  eines  Objekts,  wenn  sie  sich  durch  ein  überwiegendes  Interesse 

rechtfertigen lassen (Abs. 1 Satz 2). Bei schwerwiegenden Eingriffen in ein 

Objekt  bei  Erfüllung  einer  Bundesaufgabe  darf  eine  Interessenabwägung 

nur vorgenommen werden, wenn bestimmte gleich- oder höherwertige Inte-
ressen von nationaler Bedeutung vorliegen (Abs. 2 Satz 1). Schwerwiegen-

de Beeinträchtigungen eines Objekts sind nur zulässig, wenn sie sich durch 

ein überwiegendes Interesse von ebenfalls nationaler Bedeutung rechtferti-

gen lassen (Abs. 2 Satz 2). 

5.2.3 
Art. 19 des Gewässerschutzgesetzes (GSchG) hält fest, dass die Kantone 

ihr Gebiet nach der Gefährdung der ober- und der unterirdischen Gewässer 

in Gewässerschutzbereiche einteilen (Abs. 1 Satz 1). In den besonders ge-

R1S.2021.05013 

Seite 15 

 
 
fährdeten Bereichen bedürfen die Erstellung und die Änderung von Bauten 

und Anlagen sowie Grabungen, Erdbewegungen und ähnliche Arbeiten ei-

ner  kantonalen  Bewilligung,  wenn  sie  die  Gewässer  gefährden  können 

(Abs.  2).  Zu  den  besonders  gefährdeten  Bereichen  zählt  namentlich  der 

Gewässerschutzbereich Au zum Schutz nutzbarer unterirdischer Gewässer 

(Art. 29 Abs. 1 lit. a GSchV; vgl. auch Ziff. 111 Anhang 4 GSchV). Gemäss 

Ziff.  211  Abs.  2  Anhang  4  GSchV  dürfen  im  Gewässerschutzbereich  Au 

keine Anlagen erstellt werden, die unter dem mittleren Grundwasserspiegel 

liegen;  die  Behörde  kann Ausnahmen  bewilligen,  soweit  die  Durchflusska-

pazität  des  Grundwassers  gegenüber  dem  unbeeinflussten  Zustand  um 

höchstens 10 Prozent vermindert wird. 

5.3.1 
Unbestritten ist zwischen den Parteien zunächst, dass das zur Beurteilung 

stehende Bauvorhaben einer gewässerschutzrechtlichen Ausnahmebewilli-

gung bedarf, was gemäss rekurrentischer Argumentation als Erfüllung einer 

Bundesaufgabe  im  Sinne  des  NHG  zu  qualifizieren  ist.  An  dieser  Aus-

gangslage hat sich insbesondere auch durch die seitens der Bauherrschaft 

im Rahmen der Duplik ins Recht gelegten Pläne gemäss der von ihr einge-

reichten Abänderungseingabe nichts geändert. Gemäss dem entsprechen-

den  Schnittplan  (act.  21.6  des  Rekursverfahrens  G.-Nr.  R1S.2021.05013) 

wird  zwar  die  Unterkante  des  Untergeschosses  um  0,3  m  höher  gelegt, 

womit sie aber immer noch unter dem mittleren Grundwasserspiegel zu lie-

gen kommt. 

Unbehelflich ist sodann das Vorbringen der Bauherrschaft, wonach auf die 

Rüge, dass zufolge Erfüllung einer Bundesaufgabe die spezifische Interes-

senabwägung gemäss Art. 6 Abs. 2 NHG vorzunehmen gewesen wäre und 

eine  Begutachtungspflicht  gemäss  Art.  7  Abs.  2  NHG  bestehe,  gar  nicht 
einzutreten sei, da eine das ISOS mit einbeziehende Interessenabwägung 

bereits im Rahmen der nutzungsplanerischen Festlegung sowie des Nicht-

unterschutzstellungsentscheids  erfolgt  sei.  Hinsichtlich  der  Nutzungspla-

nung  ist  zunächst  festzuhalten,  dass  die  zum  baulichen  Bestand  in  einem 

Spannungsverhältnis  stehende  Zonierung  primär  bereits  durch  Zuweisung 

zur Wohnzone W5  im  Jahr  2000 erfolgt  ist,  während  die  im  Jahr 2018  er-

folgte  Aufzonung  in  die  Wohnzone  W6  lediglich  der  generellen  Änderung 

der Geschosszahlregelungen im Sinne der Streichung des vormals zulässi-

gen  anrechenbaren  Untergeschosses  geschuldet  ist.  Der  nutzungsplane-

R1S.2021.05013 

Seite 16 

 
 
risch massgebliche Schritt erfolgte demnach von vornherein in einem Zeit-

punkt, in dem das ISOS für die Stadt Zürich noch gar nicht in Kraft gesetzt 

war.  Vor  allem  aber  besteht  im  Rahmen  der  (allgemeinen)  Nutzungspla-

nung hinsichtlich des ISOS lediglich eine Pflicht zur Berücksichtigung (vgl. 

nur  BGE  135  II  209,  E.  2,  insb.  2.1,  und  E. 3),  mit  der  jedoch  weder  die 

spezifische Interessenabwägung im Sinne von Art. 6 Abs. 2 NHG noch eine 

Begutachtungspflicht im Sinne von Art. 7 Abs. 2 NHG einhergeht, zumal es 

sich  bei  der  (allgemeinen)  Nutzungsplanung  anerkanntermassen  (von  hier 

nicht einschlägigen Ausnahmen abgesehen) gerade nicht um die Erfüllung 

einer Bundesaufgabe handelt. Entsprechend kann die nutzungsplanerische 

Zuweisung eines Gebiets zu einer Zone mit baulichen Möglichkeiten, deren 

Realisierung  im  Widerspruch  zu  einem  im  ISOS  umschriebenen  Erhal-

tungsziel steht, auch dann, wenn diese Zuweisung nach Inkraftsetzung des 

ISOS ergangen ist, nicht zur Folge haben, dass im Rahmen eines konkre-

ten Bauvorhabens, mit dem die Erfüllung einer Bundesaufgabe einhergeht, 

die spezifischen Vorgaben von Art. 6 f. NHG nicht mehr zur Anwendung ge-

langen würden. Andernfalls hätte es ein kommunales Gemeinwesen in der 

Hand,  durch  entsprechende  nutzungsplanerische  Festlegungen  den  im 

NHG  für  Konstellationen  der  Erfüllung  von  Bundesaufgaben  statuierten 

verstärkten Schutz von ISOS-Objekten auszuhebeln. Dass dies nicht ange-

hen kann, erhellt schon daraus, dass sich diese Folge auch in Konstellatio-

nen (wie etwa der Ausnahmebewilligung für Erstellung von Bauten und An-

lagen im Gewässerraum; vgl. BGE 143 II 77, E. 3) ergäbe, in denen es sich 

unstreitig um die Erfüllung einer Bundesaufgabe im Sinne des NHG handelt 

(wobei  diese  letztgenannte,  vorliegend  strittige  und  in E. 5.3.2 f.  abgehan-

delte  Frage  von  der  Eintretensfrage  strikt  zu  trennen  ist).  Entgegen  der 

Bauherrschaft  geht  es  hierbei  denn  auch  nicht  um  eine  akzessorische 

Überprüfung der Nutzungsplanung. Aus den gleichen Gründen vermag so-

dann  auch  der  blosse  Einbezug  des  ISOS  im  Rahmen  der  im  Nichtunter-
schutzstellungsentscheid  vorgenommenen  Interessenabwägung  (vgl.  act. 

10.4 S. 5) die bei einem nachmals zu beurteilenden, mit der Erfüllung einer 

Bundesaufgabe einhergehenden Bauvorhaben vorzunehmende spezifische 

Interessenabwägung und Begutachtung im Sinne von Art. 6 f. NHG nicht zu 

ersetzen.  Die  Rekurrierenden  sind  demnach  zur  entsprechenden  Rüge, 

wonach die genannten Vorgaben vorliegend zu Unrecht unbeachtet geblie-

ben  seien,  berechtigt,  weshalb  entgegen  der  Bauherrschaft  auf  ihren  Re-

kurs auch insoweit einzutreten ist. 

R1S.2021.05013 

Seite 17 

 
 
5.3.2 
Die  bundesgerichtliche  Rechtsprechung  hat  die  Erteilung  einer  gewässer-

schutzrechtlichen  Ausnahmebewilligung  ausdrücklich  als  Anwendungsfall 

der  Erfüllung  einer  Bundesaufgabe  im  Sinne  des  NHG  qualifiziert.  Der  in 

diesem  Zusammenhang  regelmässig  als  einschlägig  bezeichnete  Ent-

scheid BGr 1C_482/2012 vom 14. Mai 2014 (vgl. die unkommentierten Er-

wähnungen  bei  Jean-Baptiste  Zufferey,  Kommentar  zum  Bundesgesetz 

über den Natur- und Heimatschutz, hrsg. von Peter M. Keller/Jean-Baptiste 

Zufferey/Karl  Ludwig  Fahrländer,  2. Aufl.,  Zürich  2019,  Art.  2  Rz.  43;  Ale-

xander Rey, Handbuch Öffentliches Baurecht, hrsg. von Alain Griffel/Hans 

U.  Liniger/Heribert  Rausch/Daniela  Thurnherr,  Zürich  2016,  Rz.  4.68),  auf 

den  auch  die  Parteien  des  vorliegenden  Rekursverfahrens  ausschliesslich 

Bezug  nehmen,  hält  hierzu  Folgendes  fest:  Strittig  war  die  Erstellung  des 

Neubaus  eines  Bankgebäudes  mit  Einstellhalle  in  Sarnen,  in  deren  Rah-

men es zum teilweisen Abbruch einer im ISOS erfassten Klostermauer auf 

der  angrenzenden  Parzelle  gekommen  wäre.  Bestandteil  der  Baubewilli-

gung  bildete  die  Gewässerschutzbewilligung  für  das  Bauen  im  Gewässer-
schutzbereich  Au.  Das  Bundesgericht  führte  aus,  Voraussetzung  für  das 
Vorliegen einer Bundesaufgabe im Sinne von Art. 78 Abs. 2 BV und Art. 2 

NHG sei in erster Linie, dass die angefochtene Verfügung eine Rechtsma-

terie betreffe, die in die Zuständigkeit des Bundes falle, bundesrechtlich ge-

regelt  sei  und  einen  Bezug  zum  Natur-,  Landschafts-  und  Heimatschutz 

aufweise. Das sei einerseits der Fall, wenn die bundesrechtliche Regelung 

(zumindest  auch)  den  Schutz  von  Natur,  Landschaft  oder  Heimat  bezwe-

cke;  andererseits  sei  eine  Bundesaufgabe  zu  bejahen,  wenn  der  bundes-

rechtliche  Auftrag  die  Gefahr  der  Beeinträchtigung  schützenswerter  Natur, 

Orts- und Landschaftsbilder in sich berge (BGr 1C_482/2012 vom 14. Mai 

2014, E. 3.4, m.w.H.). Im zu beurteilenden Fall greife die Rechtsprechung, 

wonach die Erteilung von durch das Bundesrecht geregelten Spezialbewil-
ligungen,  insbesondere  von  gewässerschutzrechtlichen  Ausnahmebewilli-

gungen,  eine  Bundesaufgabe  darstelle;  der  Gewässerschutz  bezwecke 

zumindest auch den Schutz von Natur und Landschaft. Dass diese Bewilli-

gung  ein  Vorhaben  im  Baugebiet  betreffe,  sei  nicht  entscheidend.  Zwar 

stelle  die  Vergabe  von  Baubewilligungen  im  Baugebiet  grundsätzlich  eine 

kantonale Aufgabe dar. Die Bewilligungsbehörde handle jedoch vorliegend 

zugleich in Erfüllung einer Bundesaufgabe, da das Bauprojekt einer gewäs-

serschutzrechtlichen Ausnahmebewilligung bedürfe und der Neubau im his-

torischen  Zentrum  von  Sarnen  zu  stehen  kommen  solle,  welches  als 

R1S.2021.05013 

Seite 18 

 
 
"Stadt/Flecken"  durch  das  ISOS  geschützt  sei.  Der  erforderliche  Bezug 

zum  Natur-,  Landschafts-  und  Heimatschutz  sei  damit  ohne  Weiteres  ge-

geben (a.a.O., E. 3.5, m.w.H.). Folge waren die Pflicht zur Einholung eines 

Gutachtens im Sinne von Art. 7 Abs. 2 NHG sowie das Erfordernis der spe-

zifischen Interessenabwägung gemäss Art. 6 Abs. 2 NHG, wobei das Bun-

desgericht ausdrücklich festhielt, solle der durch Art. 6 f. NHG angestrebte 

verstärkte  Schutz  nicht  unterlaufen  werden,  seien  an  das  Kriterium  der 

möglichen Beeinträchtigung geringe Anforderungen zu stellen und sei die-

ses  immer  dann  erfüllt,  wenn  die  zuständige  Stelle  eine  Beeinträchtigung 

(im  Sinne der  Inventare)  nicht mit  Sicherheit  ausschliessen  könne (a.a.O., 

E. 3.6 f.). 

Dieser  Entscheid  ist  in  der  späteren  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung 

bestätigt  worden,  namentlich  in  dem  im  Jahr  2019  publizierten  Entscheid 

BGE  145  II  176:  Gegenstand  bildete  ein  für  ein  einzelnes,  in  der  Stadt 

Schaffhausen gelegenes Grundstück erstellter privater, auf einem Richtpro-

jekt  beruhender  Quartierplan.  Das  fragliche  Quartier  war  im  ISOS  aufge-
führt  und  befand  sich  im  Grundwasserschutzbereich  Au.  Dabei  war  zu-
nächst  zu  klären,  ob  Schutzvorschriften  des  NHG  überhaupt  anwendbar 

seien, da noch kein konkretes Bauvorhaben, sondern erst der private Quar-

tierplan vorlag. Dies wurde mit der Begründung bejaht, bei letzterem handle 

es sich im konkreten Fall um einen projektbezogenen Sondernutzungsplan, 

dessen  Detaillierungsgrad  jedenfalls  teilweise  einer  eigentlichen  Baubewil-

ligung entspreche. Damit komme dem strittigen Quartierplan zumindest in-

soweit, als er die baulichen Möglichkeiten bereits verbindlich konkretisiere, 

die Wirkung einer Baubewilligung zu (BGE 145 II 176, E. 4). Wie aus dieser 

Begründung  hervorgeht,  war  somit  Voraussetzung  für  die  Anwendbarkeit 

der  Schutzvorschriften  des  NHG  im  fraglichen  Fall  gerade  der  Umstand, 

dass  der  Quartierplan  hinsichtlich  seiner  Wirkungen  mit  einer  Baubewilli-
gung gleichgesetzt werden konnte. Die im Anschluss daran vorgenommene 

Prüfung  der  Frage,  ob  überhaupt  von  einer  Bundesaufgabe  auszugehen 

sei, erfolgte somit ausdrücklich unter der Prämisse, dass die entsprechen-

den Überlegungen primär im Rahmen einer Baubewilligung (wie sie im vor-

liegenden  Rekursverfahren  zur  Beurteilung  steht)  einschlägig  seien.  Was 

nun die entsprechende Frage selbst anbelangt, so bestätigte das Bundes-

gericht  bereits  in  der  ebenfalls  publizierten  Erwägung  3.4,  dass  nach  der 

Rechtsprechung eine Bundesaufgabe unter anderem bei der Erteilung von 

gewässerschutzrechtlichen  Ausnahmebewilligungen  vorliege.  Näheres 

R1S.2021.05013 

Seite 19 

 
 
lässt  sich  sodann  den  nicht  publizierten  Erwägungen  5  und  6  entnehmen 

(insoweit  BGr  1C_583/2017  vom  11.  Februar  2019):  Das  Bundesgericht 

hielt  fest,  der  angefochtene  Quartierplan  lasse  die  Erstellung  eines  Unter-

geschosses zu, mit welchem der Grundwasserspiegel (wenngleich nur ge-

ringfügig)  unterschritten  werde.  Da  diese  Unterschreitung  eine  bundes-

rechtliche Ausnahmebewilligung nach Ziff. 211 Abs. 2 Anhang 4 GSchV er-

fordere, liege eine Bundesaufgabe gemäss Art. 6 Abs. 2 in Verbindung mit 

Art. 2 Abs. 1 lit. b NHG vor (a.a.O., E. 5.2). Weiter wies das Bundesgericht 

ausdrücklich  darauf  hin,  der  Beschwerdegegnerin  als  Grundeigentümerin 

wäre  es  freigestanden,  im  Rahmen  des  Möglichen  von  vornherein  einen 

Quartierplan  zu  erarbeiten,  der  keine  Unterschreitung  des  Grundwasser-

spiegels  zugelassen  hätte,  um  den  qualifizierten  Anforderungen  des  Bun-

desrechts beim Vorliegen einer Bundesaufgabe zu entgehen; wenn sie die 

zusätzliche  Möglichkeit  einer  tiefer  reichenden  Baute  anstrebe,  müsse  sie 

auch  die  damit  verbundenen  Nachteile  in  Kauf  nehmen  (a.a.O.,  E.  5.2). 

Folge war die Pflicht zur Einholung eines Gutachtens gemäss Art. 7 Abs. 2 

NHG, da davon ausgegangen wurde, der Quartierplan wirke sich erheblich 

auf  das  im  ISOS  geschützte  Ortsbild  der  Stadt  Schaffhausen  aus  (a.a.O., 

E. 5.3). Ausserdem war eine spezifische Interessenabwägung im Sinne von 

Art. 6 Abs. 2 NHG vorzunehmen (a.a.O., E. 6). 

In  neuester  Zeit  wurde  die  fragliche  Rechtsprechung  insbesondere  in  BGr 

1C_53/2019  vom  3.  Juni  2020,  E.  6,  implizit  bestätigt,  wo  hinsichtlich  des 

Bebauungsplans Salesianum in der Stadt Zug das Vorliegen einer Bundes-

aufgabe im Sinne des NHG und die damit einhergehende direkte Anwend-

barkeit des ISOS lediglich deshalb verneint wurde, weil voraussichtlich ge-

rade keine Ausnahmebewilligung gemäss Ziff. 211 Abs. 2 Anhang 4 GSchV 

erforderlich sei. 

5.3.3 
Im  vorliegenden  Fall  ist  bezüglich  der  Anwendungsvoraussetzungen  von 

Art. 6 Abs. 2 und Art. 7 Abs. 2 NHG zunächst unstreitig, dass die auf den 

Baugrundstücken  befindlichen  Gebäude  zusammen  mit  den  anderen  Ge-

bäuden  der  Siedlung  N.  als  Baugruppe  mit  Erhaltungsziel  A  im  ISOS  er-

fasst  sind  (vgl.  E.  4).  Als  unproblematisch  erweist  sich  weiter  der  Aspekt 

der  in  Art.  7  Abs.  2  NHG  genannten  erheblichen  Beeinträchtigung:  Nach-

dem das Gebäude auf den Grundstücken Kat.-Nrn. 1 und 2 vollständig ab-

gebrochen  werden  soll  und  zudem  durch  den  Massstabssprung  des  ge-

R1S.2021.05013 

Seite 20 

 
 
planten  sechsgeschossigen  Gebäudes  die  räumliche  Qualität  der  beste-

henden  Siedlung  nachhaltig  verändert  würde,  ist  ohne Weiteres  von  einer 

erheblichen  Beeinträchtigung  des  Inventarobjekts  aufgrund  des  geplanten 

Bauvorhabens auszugehen. 

Unbehelflich ist sodann die Argumentation der Bausektion, wonach bereits 

die  konkrete  Festlegung  des  ISOS  für  die  Stadt  Zürich  nicht  verfassungs-

konform  sei  und  grundlegende  Rechtsprinzipien  verletze.  Während  die  in 

Art.  5  NHG  vorgesehene  Erstellung  von  Bundesinventaren  ihre  verfas-

sungsrechtliche  Grundlage  in  Art.  78  Abs.  2  BV  findet,  konkretisieren  ins-

besondere Art.  8 f. VISOS  die für  die  Bewertung  massgeblichen Kriterien. 

Da die entsprechende Beurteilung nach wissenschaftlichen Massstäben er-

folgt, muss eine vorgegebene quantitative Beschränkung, wie sie der Bau-

sektion vorzuschweben scheint, von vornherein entfallen. 

Die  im  vorliegenden  Rekursverfahren  massgebliche  Frage  ist  demgegen-

über, ob in der konkret zu beurteilenden Konstellation von der Erfüllung ei-

ner Bundesaufgabe im Sinne des NHG und damit der direkten Anwendbar-

keit des ISOS (mit der Folge des Erfordernisses einer Interessenabwägung 

gemäss Art. 6 Abs. 2 NHG und der Gutachtenspflicht gemäss Art. 7 Abs. 2 

NHG) auszugehen ist. Allerdings steht insoweit nicht die Verfassungsmäs-

sigkeit  der  entsprechenden  NHG-Bestimmungen  zur  Diskussion,  weshalb 

der  teilweise  seitens  der  Rekurrierenden  erfolgte  Verweis  auf Art. 190  BV, 

der  die  Massgeblichkeit  von  Bundesgesetzen  für  die  rechtsanwendenden 

Behörden  statuiert,  nichts  zur  Klärung  der  strittigen  Rechtsfrage  beiträgt. 

Entscheidend  ist  vielmehr,  welche  Konstellationen  von  dem  in  Art.  78 

Abs. 2 sowie Art. 6 Abs. 2 und Art. 7 Abs. 2 NHG verwendeten Begriff der 

Erfüllung  von  Bundesaufgaben  erfasst  sind  bzw.  ob  sich  das  vorstehend 

skizzierte Verständnis des Bundesgerichts (vgl. E. 5.3.2) als zutreffend er-
weist  oder  ob  eine  Abweichung  von  der  bundesgerichtlichen  Rechtspre-

chung insbesondere im Lichte der verfassungsrechtlichen Vorgaben gebo-

ten erscheint. 

Insoweit  ist  nun  zunächst  zu  konstatieren,  dass  sich  die  seitens  der  Re-

kursgegnerschaft  verfochtene  Differenzierung,  welche  das  Bundesgericht 

zu  Unrecht  unberücksichtigt  lasse,  sachlich  nachvollziehen  lässt.  Letztlich 

geht es um die Frage, ob derjenige Aspekt eines Bauvorhabens, aufgrund 

dessen  von  der  Erfüllung  einer  Bundesaufgabe  auszugehen  ist,  zugleich 

R1S.2021.05013 

Seite 21 

 
 
der Aspekt sein muss, aufgrund dessen das Bauvorhaben zur Beeinträchti-

gung  eines  Inventarobjekts  führen  kann,  in  diesem  Sinn  also  zwischen 

Bundesaufgabe  und  Beeinträchtigung  ein  unmittelbarer  Zusammenhang 

bestehen  muss,  oder ob  der  bloss mittelbare  Zusammenhang,  dass  beide 

Aspekte  Teil  bzw.  Resultat  eines  bestimmten  Bauvorhabens  sind,  genügt. 

In  diesem  Sinn  wäre  von  einem  unmittelbaren  Zusammenhang  beispiels-

weise dann auszugehen, wenn ein Bauvorhaben in einem Ortsbild von na-

tionaler Bedeutung eine Ausnahmebewilligung für die Erstellung einer Bau-

te im Gewässerraum (gemäss Art. 41c Abs. 1 GSchV) benötigt, da der die 

Bundesaufgabe  begründende  Aspekt  der  konkreten  räumlichen  Lage  der 

Baute  zugleich  die  mögliche  Beeinträchtigung  des  Inventarobjekts  nach 

sich  zieht.  Demgegenüber  hängt  vorliegend  der  die  Bundesaufgabe  be-

gründende  Aspekt  der  Einbauten  im  Grundwasserträger  nur  insofern  mit 

der  Beeinträchtigung  des  Inventarobjekts  durch  das  Bauvorhaben  zusam-

men, als die Einbauten ebenfalls Teil dieses Bauvorhabens sind, ohne dass 

sie  sich  aber  selber  negativ  auf  das  Ortsbild  auszuwirken  vermöchten.  In 

diesem Sinn geht es denn auch nicht wirklich um die Frage, ob es sich bei 

der  gewässerschutzrechtlichen  Ausnahmebewilligung  für  Einbauten  im 

Grundwasserträger  um  eine  Bundesaufgabe  handelt  (was  angesichts  des 

offenkundigen  Bezugs  zum  Natur-  und  Landschaftsschutz  an  sich  nicht 

zweifelhaft sein kann), sondern darum, ob es sich aufgrund einer entspre-

chenden  Bundesaufgabe  (bzw.  in  der  vorstehend  umschriebenen Konstel-

lation  eines  bloss  mittelbaren  Zusammenhangs  zwischen  Bundesaufgabe 

und  Beeinträchtigung  eines  Inventarobjekts)  rechtfertigt,  von  der  direkten 

Anwendbarkeit des ISOS auszugehen. 

Auch  wenn  sich  nun  das  Differenzierungskriterium,  aufgrund  dessen  die 

genannten Konstellationen vom Anwendungsbereich von Art. 6 Abs. 2 und 

Art.  7  Abs.  2  NHG  ausgeschlossen  werden  könnten,  klar  fassen  lässt, 
heisst dies nicht, dass eine entsprechende Differenzierung zwingend wäre. 

Insbesondere  lässt  sie  sich  ihrerseits  nicht  unmittelbar  und  unzweideutig 

aus dem NHG ableiten, so dass es sich zunächst lediglich um eine mit dem 

bundesgerichtlichen  Verständnis  konkurrierende  Auslegung  (zwecks  Be-

stimmung des Anwendungsbereichs) der entsprechenden Normen handelt. 

Der  Wortlaut,  wonach  "bei  der  Erfüllung  einer  Bundesaufgabe"  etwas  Be-

stimmtes gilt, lässt jedenfalls keine Rückschlüsse auf einen allfälligen Aus-

schluss der umschriebenen Konstellationen eines "mittelbaren" Bezugs zu. 

Auch  ist  der  seitens  der  Rekursgegnerschaft  monierte  Umstand,  dass  bei 

R1S.2021.05013 

Seite 22 

 
 
Einbezug  dieser  Konstellationen  die  direkte  Anwendbarkeit  des  ISOS  von 

Zufälligkeiten  abhänge,  letztlich  dem  in  der  Verfassung  angelegten  Kon-

zept, wonach ISOS-Objekte je nachdem, ob die Erfüllung einer Bundesauf-

gabe in Frage steht oder nicht, einen unterschiedlich starken Schutz erfah-

ren, in gewisser Weise inhärent. So wird in der Literatur beispielsweise auf 

die  (gegenüber  der  vorliegend  zu  behandelnden  Frage  quasi  umgekehrt 

gelagerte)  Unstimmigkeit  hingewiesen,  dass  bei  Veränderungen  im  Dach-

bereich  eines  im  ISOS  erfassten  Objekts  die  Stärke  des  Schutzes  davon 

abhängt,  ob  eine  Lukarne  (keine  Bundesaufgabe)  oder  eine  Solaranlage 

(Bundesaufgabe)  erstellt  werden  soll  (Peter  Heer,  Aktuelle  Rechtsfragen 

zum ISOS, BR 2019, S. 189 ff., 192). Mit dem blossen Aufweis von Inkon-

gruenzen  lässt  sich  deshalb  letztlich  keine  Klärung  des  Anwendungsbe-

reichs von Art. 6 Abs. 2 und Art. 7 Abs. 2 NHG herbeiführen. 

Als entscheidend erweist sich damit letztlich die verfassungsrechtliche Ein-

ordnung der genannten Bestimmungen. Wie erwähnt verweist die Bausek-

tion  (primär  in  anderem  Kontext)  auf  die  verfassungsrechtlich  garantierte 

kantonale Zuständigkeit für den Natur- und Heimatschutz. In der Tat könnte 

die  in  Art.  78  Abs.  1  BV  statuierte  Kompetenzausscheidung  grundsätzlich 

für eine einschränkende Bestimmung des Anwendungsbereichs derjenigen 

Normen sprechen, die durch zusätzliche prozedurale und materielle Vorga-

ben  den  Gestaltungsspielraum  der  Kantone  in  diesem  Sachgebiet  ein-

schränken.  Indessen  stützen  sich  die  entsprechenden  Bestimmungen  des 

NHG mit Art. 78 Abs. 2 BV ihrerseits ebenfalls auf eine Verfassungsgrund-

lage.  Beide Stossrichtungen  sind  mithin  in  der  Verfassung  selbst angelegt 

und  daher  bei  Auslegung  und  Anwendung  der 

fraglichen  NHG-

Bestimmungen  aufeinander  abzustimmen.  Dabei  erscheint  die  bundesge-

richtliche  Linie  durchaus  nachvollziehbar:  Gerade  aufgrund  der  verfas-

sungsrechtlichen  Kompetenzausscheidung  kann  hinsichtlich  der  ISOS-
Objekte lediglich beim Vorliegen einer Bundesaufgabe ein verstärkter bun-

desrechtlicher Schutz zur Anwendung gebracht werden, wovon gemäss der 

bundesgerichtlichen  Praxis  offenbar  bewusst  in  möglichst  weitgehendem 

Ausmass  und  damit  unter  Ausserachtlassung  möglicher  Differenzierungen 

Gebrauch gemacht werden soll. Diese Gewichtung der verfassungsrechtli-

chen  Vorgaben  ist  in  sich  schlüssig,  womit  die  entsprechende  Umschrei-

bung  des  Anwendungsbereichs  von  Art.  6  Abs.  2  und  Art.  7  Abs.  2  NHG 

entgegen  der  Bausektion  gerade  keine Korrektur  unter  dem Titel  der  "ver-

fassungskonformen Auslegung" erfahren kann, auch wenn sich wie aufge-

R1S.2021.05013 

Seite 23 

 
 
zeigt  für  ein  abweichendes  Verständnis  ebenfalls  Argumente  ins Feld füh-

ren  liessen.  Bei  diesem  Ergebnis  besteht  keine  Veranlassung,  vorliegend 

von der klaren und gefestigten bundesgerichtlichen Rechtsprechung zur di-

rekten  Anwendbarkeit  des  ISOS  bei  Bauvorhaben,  die  einer  gewässer-

schutzrechtlichen Ausnahmebewilligung bedürfen, abzuweichen. 

Dies  umso  weniger,  als  die  Darstellung  der  Konsequenzen  dieser  Recht-

sprechung  durch  die  Bausektion  überzogen  erscheinen:  Unzutreffend  ist 

zunächst, dass bei jeder Anwendung eines Bundesgesetzes von der Erfül-

lung  einer  Bundesaufgabe  auszugehen  wäre.  Vielmehr  ist  hierfür,  wie  in 

E. 5.3.2  aufgezeigt,  auch  ein  Bezug  der  fraglichen  Regelung  zum  Natur-, 

Landschafts-  und  Heimatschutz  erforderlich. Wenn die  Bausektion  sodann 

ausführt,  bei  jedem  Baugesuch  betreffend  Realisierung  einer  Erdsonde 

müsste fortan in den im ISOS aufgeführten Bereichen durch die kantonale 

Fachstelle  beurteilt  werden,  ob  eine  Begutachtung  erforderlich  sei,  so  ist 

daran zu erinnern, dass Art. 7 Abs. 2 NHG als Anwendungsvoraussetzung 

die  Möglichkeit  einer  erheblichen  Beeinträchtigung  verlangt,  was  bei  Bau-

vorhaben,  die  sich  auf  die  Realisierung  einer  Erdsonde  beschränken,  re-

gelmässig verneint und eine entsprechende Beurteilung damit routinemäs-

sig abgegeben werden dürfte. Den Hinweis, wonach 76 % aller städtischen 

Bauzonen mit  ISOS-Erhaltungszielen  belegt seien,  relativiert  die  Bausekti-

on selbst durch die Präzisierung, wonach es sich nur bei 11 % um das Er-

haltungsziel  A  handle.  Das  jeweilige  Erhaltungsziel  wird  sich  aber  unwei-

gerlich  sowohl  auf  die  (für  die  Begutachtungspflicht  massgebliche)  Frage, 

ob ein Bauvorhaben zu einer erheblichen Beeinträchtigung führen kann, als 

auch auf die (bei der Interessenabwägung relevante) Frage, ob überhaupt 

ein  Abweichen  von  der  ungeschmälerten  Erhaltung  vorliegt,  auswirken. 

Schliesslich  ist  zwar  nicht  zu  verkennen,  dass  sich  der  allfällige  Einbezug 

begutachtender  eidgenössischer  Kommissionen  und  die  spezifische  Aus-
gestaltung der Interessenabwägung auf die Beurteilung durch die kantona-

len Behörden auswirken, doch verbleibt diesen, da sie letztlich die fragliche 

Interessenabwägung  vorzunehmen  haben,  gleichwohl  ein  gewisser  Spiel-

raum.  Insbesondere  müsste  der  seitens  der  Bausektion  ebenfalls  ins  Feld 

geführte  Aspekt  des  raumplanungsrechtlichen  Anliegens  der  inneren  Ver-

dichtung  in  diesem  Kontext  (im  Sinne  der  Frage,  ob  es  sich  dabei  um  ein 

Interesse  von  nationaler  Bedeutung  handelt)  zum  Tragen  kommen.  Nicht 

angezeigt ist es demgegenüber, unter Hinweis auf das Erfordernis der inne-

ren Verdichtung bereits den Anwendungsbereich von Art. 6 f. NHG zu be-

R1S.2021.05013 

Seite 24 

 
 
schränken. Da zudem besondere Verhältnisse, die spezifisch im zu beurtei-

lenden Fall für eine abweichende Beurteilung sprechen würden, weder dar-

getan noch ersichtlich sind, ist daran festzuhalten, dass vorliegend im Sin-

ne  der  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  von  der  Erfüllung  einer  Bun-

desaufgabe  und  damit  der  direkten  Anwendbarkeit  des  ISOS  auszugehen 

ist. 

5.3.4 
Damit  fehlt  es  zunächst  an  der  gemäss  Art.  7  Abs.  2  NHG  erforderlichen 

Begutachtung  durch  eine  der  in  Art.  23  Abs.  4  der  Natur-  und  Heimat-

schutzverordnung  (NHV)  genannten  Kommissionen  (ENHK  und  EKD;  vgl. 

auch Art. 25 Abs. 1 lit. d NHV). Über die Notwendigkeit, eine entsprechen-

de  Begutachtung  einzuholen,  kann  ungeachtet  der  Regelung  in  Art.  7 

Abs. 1 NHG das in der Sache urteilende Gericht entscheiden (vgl. für den 

umgekehrten  Fall  einer  Verneinung  der  Notwendigkeit  einer  Begutachtung 

VB.2008.00381 vom 26. August 2009, E. 4.6). In diesem Sinne erweist sich 

somit der Sachverhalt als ungenügend abgeklärt, was zur Rückweisung der 

Sache  an  die  kommunale  Vorinstanz  führen  muss.  Dabei  rechtfertigt  sich 

eine  Rückweisung  (anstelle  einer  Einholung  des  fraglichen  Gutachtens 

durch die Rekursinstanz) umso mehr, als im angefochtenen Beschluss der 

Bausektion  zwangsläufig  auch  keine  Interessenabwägung  im  Sinne  von 

Art. 6 Abs. 2 NHG erfolgt ist, bei welcher der Bewilligungsbehörde ein ge-

wisses Ermessen zukommt. Die nach Einholung des erforderlichen Gutach-

tens  an  sich  mögliche  Vornahme  der  Interessenabwägung  durch  die  Re-

kursinstanz würde insofern zu einer ungerechtfertigten Verkürzung des In-

stanzenzugs  führen.  In  dieser  Hinsicht  unterscheidet  sich  das  vorliegende 

Verfahren  von  der  prozessualen  Konstellation  in  BGE  145  II  176,  wo  ein 

(seitens der Vorinstanz zu Unrecht als fakultativ erachtetes) Gutachten vor-

lag,  mit  dem  sich  die  Vorinstanz  auseinandergesetzt  und  dabei  auch  eine 
gewisse  Interessenabwägung  vorgenommen  hatte,  weshalb  das  Bundes-

gericht  seinerseits  ebenfalls  direkt  eine  (abweichende)  Interessenabwä-

gung  durchführen  konnte  (a.a.O.,  nicht  publ.  E.  5  und  6).  Demgegenüber 

wird  vorliegend  die  Bausektion,  nachdem  sie  durch  Einholung  eines  ent-

sprechenden  Gutachtens  die  Sachverhaltsabklärungen  vervollständigt  hat, 

erneut einen Entscheid fällen und dabei erstmals eine Interessenabwägung 

im Sinne von Art. 6 Abs. 2 NHG vornehmen müssen, wobei sich dabei wie 

erwähnt unter anderem die Frage stellen wird, ob das raumplanungsrechtli-

che Ziel der inneren Verdichtung als Interesse von nationaler Bedeutung zu 

R1S.2021.05013 

Seite 25 

 
 
qualifizieren  und  wie  es  gegebenenfalls  im  konkreten  Anwendungsfall  zu 

gewichten ist. 

6. 
Zusammengefasst  sind  die  Rekurse 

in  den  Verfahren  G.-Nrn. 

R1S.2021.05013,  R1S.2021.05017  und  R1S.2021.05018  teilweise  gutzu-

heissen.  Demgemäss  ist  der  Beschluss  der  Bausektion  der  Stadt  Zürich 

vom  12. Januar  2021  aufzuheben  und  die  Sache  zur  weiteren  Sachver-

haltsabklärung  im  Sinne der Erwägungen  und  zu neuem  Entscheid  an die 

Bausektion  der  Stadt  Zürich  zurückzuweisen.  Hinsichtlich  der  Gesamtver-

fügung  der  Baudirektion  Kanton  Zürich  BVV  Nr. 19-2078  vom  22.  August 

2019 sind diese Verfahren als gegenstandslos geworden abzuschreiben. 

Die  Rekurse  in  den  Verfahren  G-Nrn.  R1S.2021.05016,  R1S.2021.05019 

und R1S.2021.05020 sind als gegenstandslos geworden abzuschreiben. 

7.1 
Die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur erneuten Abklärung gilt 

kosten-  und  entschädigungsmässig  als  volles  Obsiegen  (BGr 1C_63/2016 

vom 25. August 2016). Die Verfahrenskosten sind daher ausgangsgemäss 

je zur Hälfte der Bausektion der Stadt Zürich und der E. AG aufzuerlegen (§ 

13 VRG).  

Nach  §  338  Abs.  1  PBG  bzw.  §  2  der  Gebührenverordnung  des  Verwal-

tungsgerichts  (GebV  VGr)  legt  das  Baurekursgericht  die  Gerichtsgebühr 

nach seinem Zeitaufwand, nach der Schwierigkeit des Falls und nach dem 

bestimmbaren  Streitwert  oder  dem  tatsächlichen  Streitinteresse  fest.  Liegt 

wie  hier  ein  Verfahren  ohne  bestimmbaren  Streitwert  vor,  beträgt  die  Ge-
richtsgebühr in der Regel Fr. 500.-- bis Fr. 50'000.-- (§ 338 Abs. 2 PBG; § 3 

Abs.  2  GebV  VGr).  In  besonders  aufwendigen  Verfahren  kann  die  Ge-

richtsgebühr  bis  auf  das  Doppelte  erhöht  werden  (§  4  Abs. 1  GebV  VGr). 

Bei der Bemessung der Gebührenhöhe steht der Rekursinstanz ein grosser 

Ermessensspielraum  zu  (Kaspar  Plüss,  in:  Kommentar  VRG,  3.  Aufl.,  Zü-

rich/Basel/Genf 2014, § 13 Rz. 25 ff.).  

Im Lichte des vorliegend gegebenen tatsächlichen Streitinteresses (finanzi-

elle  Bedeutung  des  Bauvorhabens  im  streitgegenständlichen  Umfang, 

R1S.2021.05013 

Seite 26 

 
 
Mehrfamilienhaus mit 22 Wohnungen, Bausumme Fr. 9 Mio.), des getätig-

ten  Verfahrensaufwandes  (doppelter  Schriftenwechsel  in  fünf  der  sechs 

Rekursverfahren),  des  Umfangs  des  vorliegenden  Urteils  sowie  der  Verei-

nigung  mehrerer  Rekursverfahren  ist  die  Gerichtsgebühr  auf  Fr. 9'000.-- 

festzusetzen  (BGr  1C_566/2015  vom  18.  Februar  2016,  E.  2;  BGr 

1C_244/2013  vom  4.  Juli  2013,  E.  4;  BRGE  II  Nrn.  0162  und  0163/2012 

vom 23. Oktober 2012, E. 16, in BEZ 2014 Nr. 36; Entscheid bestätigt mit 

VB.2012.00774  vom  22.  August  2013,  dieser  bestätigt  mit  BGr 

1C_810/2013 vom 14. Juli 2014; www.baurekursgericht-zh.ch). 

7.2 
Gemäss § 17 Abs. 2 lit. a VRG kann im Rekursverfahren und im Verfahren 

vor dem Verwaltungsgericht die unterliegende Partei oder Amtsstelle zu ei-

ner  angemessenen  Entschädigung  für  die  Umtriebe  der  Gegenpartei  ver-

pflichtet werden, wenn die rechtsgenügende Darlegung komplizierter Sach-

verhalte  und  schwieriger  Rechtsfragen  besonderen  Aufwand  erforderte  o-

der  den  Beizug  eines  Rechtsbeistandes  rechtfertigte.  Die  Bemessung  der 

Umtriebsentschädigung richtet sich nach § 8 GebV VGr. 

Der Beizug eines Rechtsbeistandes ist in aller Regel als Grund für die Zu-

sprechung  einer  Umtriebsentschädigung  einzustufen  (VB.2003.00093  vom 

16. Oktober 2003, E. 3.1.). Demnach ist vorliegend jeweils zulasten der E. 

AG  den  Rekurrierenden  im  Verfahren  G.-Nr.  R1S.2021.05013  eine  Um-

triebsentschädigung  von  je  Fr. 900.-- (total Fr.  1'800.--)  und den Rekurrie-

renden  im  Verfahren  G.-Nr.  R1S.2021.05017  eine  Umtriebsentschädigung 

von je Fr. 900.-- (total Fr. 1'800.--) zuzusprechen. Da die Umtriebsentschä-

digung  pauschal  festgelegt  wird,  entfällt  die  Zusprechung  eines  Mehrwert-

steuerzusatzes von vornherein (BRKE II Nrn. 0247 und 0248/2007 in BEZ 

2007 Nr. 56; www.baurekursgericht-zh.ch). 

Eine  Umtriebsentschädigung  ist  unter  den  genannten  Voraussetzungen 

nicht  nur  dann  zuzusprechen,  wenn  ein  Entscheid  in  der  Sache  selbst 

ergeht, sondern auch dann, wenn das Rekursverfahren formell, d.h. durch 

Nichteintreten oder Verfahrensabschreibung zufolge Rückzug oder Gegen-

standslosigkeit  erledigt  wird  (Kaspar  Plüss,  in:  Kommentar  VRG,  3.  Aufl., 

Zürich/Basel/Genf 2014, § 17 Rz. 29 ff.). Die Entstehung von Rechtsverfol-

gungskosten ist nicht davon abhängig, ob die Erledigung des Rechtsmittel-

verfahrens mit oder ohne Anspruchsprüfung erfolgt. Auch ist für die Statuie-

R1S.2021.05013 

Seite 27 

 
 
rung  einer  Entschädigungspflicht  nicht  erforderlich,  dass  auf  Grund  eines 

Sachentscheides  eine  materiell  unterliegende  Partei  feststeht.  Vielmehr 

genügt  bereits  das  formelle  Unterliegen  einer  Partei.  Stets  vorbehalten 

bleiben Parteivereinbarungen über die Entschädigung.  

Im  Verfahren  G.-Nr.  R1S.2021.05016  haben  die  Vorinstanz  und  die  Bau-

herrschaft die  Gegenstandslosigkeit  zu  vertreten.  Demgemäss  ist den  Re-

kurrierenden  des  genannten  Verfahrens  eine  Umtriebsentschädigung  von 

je  Fr. 600.--  (total  Fr.  1'800.--)  zuzusprechen,  zahlbar  durch  die  Bauherr-

schaft (§ 17 Abs. 3 VRG). 

Einer  nicht  durch  einen  Rechtsbeistand  vertretenen  Partei  entstehen  im 

Allgemeinen  keine  Rechtsverfolgungskosten,  die  zu  entschädigen  wären. 

Eine Umtriebsentschädigung ist ihr demnach nur dann zuzusprechen, wenn 

die  Grenzen  des  im  Verwaltungsrechtspflegeverfahren  Üblichen  und  Zu-

mutbaren  durch  anderweitigen  Aufwand  deutlich  überschritten  wurden.  In 

der Regel ist das Vorliegen eines solchen Aufwandes zu verneinen. In An-

wendung  dieser  Grundsätze  ist  den  Rekurrierenden  im  Verfahren  G.-

Nr. R1S.5021.05018 keine Umtriebsentschädigung zuzusprechen. 

7.3 
Es liegt ein Rückweisungsentscheid vor, der als Zwischenentscheid im Sinn 

von Art. 93 des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) zu qualifizieren ist. Dessen 

Anfechtbarkeit richtet sich nach § 19a Abs. 2 VRG. 

[…] 

R1S.2021.05013 

Seite 28