# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d85ece63-2b58-5355-aa44-704ffc644328
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-02-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.02.2014 C-3871/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-3871-2011_2014-02-06.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung III 

C-3871/2011 

 

 

  U r t e i l  v o m  6 .  F e b r u a r  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Richterin Marianne Teuscher (Vorsitz), 

Richterin Ruth Beutler, Richter Antonio Imoberdorf,    

Gerichtsschreiberin Giulia Santangelo. 

 

 
 

Parteien 

 
S._______,    

vertreten durch Advokat Stephan Müller,  

Leimenstrasse 4, Postfach 466, 4003 Basel, 

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 

 
Bundesamt für Migration (BFM),  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Verweigerung der Zustimmung zur Verlängerung  

der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung. 

 

 

C-3871/2011 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die aus dem Kosovo stammende Beschwerdeführerin (geb. 1965) reichte 

am 11. November 1999 ein erstes Asylgesuch ein, auf welches das da-

mals zuständige Bundesamt für Flüchtlinge (BFF; heute: BFM) am 4. Ja-

nuar 2000 nicht eintrat und die Beschwerdeführerin aus der Schweiz weg 

wies. Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft. In der Fol-

ge galt die Beschwerdeführerin als verschwunden. Am 27. November 

2006 ersuchte sie zum zweiten Mal um Asyl. Das nunmehr zuständige 

Bundesamt für Migration lehnte das Gesuch am 24. Juli 2007 mangels 

Glaubhaftigkeit der Vorbringen ab, wies die Beschwerdeführerin aus der 

Schweiz weg und ordnete den Vollzug der Wegweisung an. Auf eine da-

gegen erhobene Beschwerde trat das Bundesverwaltungsgericht wegen 

Nichtleistens des Kostenvorschusses mit Urteil vom 12. September 2007 

nicht ein. Trotz gesetzter Frist zur Ausreise verblieb die Beschwerdeführe-

rin illegal im Land. 

B.  

Am 10. Dezember 2007 ehelichte die Beschwerdeführerin einen um 

15 Jahre älteren, in der Schweiz niedergelassenen Mazedonier, worauf 

ihr im Rahmen des Familiennachzugs im Kanton N._______ eine Aufent-

haltsbewilligung erteilt wurde. Diese wurde letztmals bis zum 24. März 

2010 verlängert. 

C.  

Mit Verfügung des Zivilgerichts N._______ vom 21. April 2009 wurde den 

Ehegatten das Getrenntleben bewilligt. Hierauf gelangte das Migrations-

amt des Kantons N._______ (nachfolgend: Migrationsamt) am 

17. Februar 2010 mit separaten Schreiben an die Ehegatten und forderte 

diese auf, verschiedene Fragen schriftlich zu beantworten. Die Be-

schwerdeführerin äusserte sich hierzu am 9. März 2010, ihr Ehemann am 

18. August 2010. Mit Schreiben vom 15. September 2010 wurde der 

Ehemann zur Beantwortung weiterer Fragen aufgefordert. Dieser reichte 

am 1. Oktober 2010 seine Stellungnahme ein. 

D.  

Am 10. November 2010 unterbreitete das Migrationsamt die Verlänge-

rung der Aufenthaltsbewilligung als Härtefallregelung dem BFM zur Zu-

stimmung. Zur Begründung wurde im Wesentlichen auf die Ausführungen 

im Verfügungsrapport vom 3. November 2010 verwiesen, welcher dem 

Gesuch beigelegt war.  

C-3871/2011 

Seite 3 

E.  

Mit Schreiben vom 21. April 2011 teilte das BFM der Beschwerdeführerin 

mit, dass erwogen werde, die Zustimmung zur Verlängerung der Aufent-

haltsbewilligung zu verweigern. Am 23. Mai 2011 reichte sie ihre Stel-

lungnahme ein. Diese wurde unter Anderem mit einem Abschlussbericht 

vom 28. Juni 2010 (nachfolgend: Abschlussbericht), einem Bericht der 

Hausärztin vom 15. Mai 2011 (nachfolgend: Arztbericht) sowie einem 

Schreiben der Sozialberaterin vom 17. Mai 2011 (nachfolgend: Schreiben 

I) ergänzt. 

F.  

Die Vorinstanz verweigerte mit Verfügung vom 6. Juni 2011 die Zustim-

mung zur Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung und wies die Be-

schwerdeführerin aus der Schweiz weg. Zur Begründung führte sie im 

Wesentlichen aus, die Familiengemeinschaft sei spätestens im April 2009 

aufgelöst worden. Das eheliche Zusammenleben habe lediglich 16 Mona-

te gedauert, womit kein Anspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewil-

ligung gestützt auf Art. 50 Abs. 1 Bst. a des Ausländergesetzes vom 16. 

Dezember 2005 (AuG, SR 142.20) bestehe. Die Voraussetzungen eines 

persönlichen nachehelichen Härtefalles im Sinne von Art. 50 Abs. 1 Bst. b 

und Art. 50 Abs. 2 AuG seien ebenfalls nicht erfüllt. Die Beschwerdeführe-

rin sei vor viereinhalb Jahren im Alter von 41 Jahren zum zweiten Mal in 

die Schweiz gereist und besitze erst seit 10. Dezember 2007 einen An-

spruch auf eine ordentliche Aufenthaltsbewilligung. Somit halte sie sich 

nicht sehr lange in der Schweiz auf. Sie habe die prägenden Kindheits- 

und Jugendjahre sowie den grössten Teil ihres Lebens in der Heimat ver-

bracht, die dort gesprochene Sprache sei ihre Muttersprache und sie sei 

mit den dortigen soziokulturellen Verhältnissen bestens vertraut, sei sie 

doch im Jahr 2010 ferienhalber in die Heimat gereist. Zwar mache sie 

geltend, sie könne wegen der erlittenen psychischen häuslichen Gewalt 

durch den Ehemann, aufgrund des durch die Ehetrennung erfolgten Ver-

stosses durch die Familie im Kosovo sowie wegen ihrer gesundheitlichen 

Gebrechen nicht mehr in die Heimat zurückkehren. Doch werde dies ins-

gesamt als Schutzbehauptung gewertet. So habe bereits das BFM in sei-

ner rechtskräftigen Verfügung vom 24. Juli 2007 sowie das Bundesver-

waltungsgericht in seiner Zwischenverfügung vom 20. August 2007 im 

Asylverfahren die Einwände bezüglich der familiären Situation und einer 

Rückkehr als alleinstehende Frau in den Kosovo als unglaubhaft einge-

stuft. Aus den eingereichten Dokumenten lasse sich keine neue Erkennt-

nis gewinnen, welche die Widersprüche im Asylverfahren auflösten. So-

dann seien die geltend gemachten gesundheitlichen Probleme im Kosovo 

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Seite 4 

behandelbar. Ihre wenig substantiierten und letztlich widersprüchlichen 

Ausführungen seien nicht geeignet, die soziale Wiedereingliederung in 

der Heimat als stark gefährdet erscheinen zu lassen. Schliesslich sei we-

der ersichtlich noch dargelegt, dass die geltend gemachte psychische 

eheliche Gewalt eine Intensität aufweise, welche für sich alleine bereits 

einen wichtigen persönlichen Grund im Sinne von Art. 50 Abs. 2 AuG be-

gründen könne. Im Weiteren halte sich ihre Integration im Rahmen des 

Üblichen. Der Vollzug der Wegweisung sei zulässig, zumutbar und mög-

lich. 

G.  

Die Beschwerdeführerin beantragt mit Rechtsmitteleingabe vom 7. Juli 

2011 die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung. Es sei die Zustim-

mung zur Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung zu erteilen, eventuali-

ter sei die Angelegenheit zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzu-

weisen. In der Hauptsache lässt die Beschwerdeführerin vorbringen, die 

Vorinstanz habe nicht berücksichtigt, dass sie bereits wenige Monate 

nach der Trennung die Unterstützung der Opferhilfe aufgesucht habe. 

Damit erscheine es plausibel, dass sie tatsächlich Opfer ehelicher Gewalt 

geworden sei. Aufgrund dieser Umstände liege ein wichtiger persönlicher 

Grund im Sinne von Art. 50 Abs. 2 AuG vor.  

H.  

Mit ergänzender Eingabe vom 14. September 2011 lässt die Beschwerde-

führerin unter Verweis auf die Beilagen weiter ausführen, aus den Unter-

lagen der Opferhilfe gehe klar hervor, dass sie aufgrund der durch ihren 

Ehegatten erlittenen psychischen Gewalt bereits im August 2009 profes-

sionelle Hilfe in Anspruch genommen habe. Zudem sei sie am 21. August 

2009 an die PUP überwiesen worden. Auch bei der Ausländerberatung 

sei die psychische Gewalt thematisiert worden. Da die Verlängerung der 

Aufenthaltsbewilligung erst 2010 zum Thema geworden sei, könne die 

geltend gemachte psychische Gewalt nicht als Schutzbehauptung gewer-

tet werden. Was die Integrationsbemühungen betreffe, arbeite sie fort-

während an der Verbesserung ihrer beruflichen und sprachlichen Fähig-

keiten. Aufgrund ihrer seit bald eineinhalb Jahren andauernden Erwerbs-

tätigkeit sei sie auch wirtschaftlich unabhängig. Im Weiteren bestehe eine 

starke Gefährdung der Wiedereingliederung im Herkunftsland, habe sie 

doch vor ihrem Wegzug in die Schweiz als unverheiratete Frau einen 

ganz anderen sozialen Status gehabt, als dies heute nach der Trennung 

der Fall sei. Dies gehe klar aus der unabhängigen wissenschaftlichen 

Dokumentation der Flüchtlingshilfe (recte: Sorgerechtsregelung und 

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Seite 5 

Rückkehrperspektive für eine alleinerziehende Frau aus Kosovo – Gut-

achten der SFH-Länderanalyse, Rainer Mattern, Bern, 15. August 2004; 

nachfolgend: Länderanalyse) hervor, wozu das BFM jedoch nicht Stellung 

genommen habe. Ebenfalls könne eine kurze Urlaubsreise in die Heimat 

kein Indiz für gute Eingliederungschancen darstellen. Schliesslich sei 

nicht abgeklärt worden, welche Bezugspersonen bei einer Reintegration 

helfen könnten, obwohl die Vorinstanz im Rahmen der Offizialmaxime da-

zu verpflichtet gewesen wäre. Da gemäss bundesgerichtlicher Recht-

sprechung die eheliche Gewalt und die Gefährdung der Wiedereingliede-

rung je für sich einen Anspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilli-

gung begründen könne, sei bei gleichzeitigem Vorliegen beider Sachver-

halte erst recht von einem Härtefall auszugehen. 

I.  

Mit Vernehmlassung vom 11. Oktober 2011 beantragt die Vorinstanz die 

Abweisung der Beschwerde. Ergänzend wird festgehalten, es habe an 

der Beschwerdeführerin gelegen, geeignete Beweismittel für ihre Be-

hauptungen beizubringen, was diese jedoch unterlassen habe.  

J.  

In ihrer Replik vom 13. Dezember 2011 lässt die Beschwerdeführerin wei-

ter vorbringen, hinsichtlich der geltend gemachten Gefährdung bei einer 

allfälligen Rückkehr könne nicht auf die rechtskräftige Verfügung vom 

27. Juli 2007 im Asylverfahren abgestellt werden, da sie heute nicht bloss 

ledig, sondern auch noch geschieden sei. 

K.  

Mit Instruktionsverfügung vom 21. August 2013 erhielt die Beschwerde-

führerin die Gelegenheit zur Aktualisierung des Sachverhalts. Diese reich-

te am 20. September 2013 ihre Stellungnahme bzw. Unterlagen ein. 

L.  

Auf den weiteren Akteninhalt wird, soweit rechtserheblich, in den Erwä-

gungen eingegangen. 

 

  

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Seite 6 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 

gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 

20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach 

Art. 32 VGG vorliegt. Als Vorinstanz gelten die in Art. 33 VGG genannten 

Behörden. Dazu gehört auch das BFM, welches mit der vorliegenden 

Verweigerung der Zustimmung zur Erteilung bzw. Verlängerung einer 

Aufenthaltsbewilligung und Anordnung der Wegweisung eine Verfügung 

im erwähnten Sinne und daher ein zulässiges Anfechtungsobjekt erlassen 

hat. Eine Ausnahme nach Art. 32 VGG liegt nicht vor. 

1.2 Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundes-

verwaltungsgericht nach dem VwVG, soweit das Gesetz nichts anderes 

bestimmt.   

1.3 Als Adressatin der Verfügung ist die Beschwerdeführerin zu deren An-

fechtung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerechte 

Beschwerde ist daher einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG). 

1.4 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in der vorliegenden Ange-

legenheit endgültig, soweit nicht die Beschwerde an das Bundesgericht 

offen steht (vgl. Art. 83 Bst. c Ziff. 2 und 4 des Bundesgerichtsgesetzes 

vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 

2.  

Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 

von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-

messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtser-

heblichen Sachverhaltes sowie – falls nicht eine kantonale Behörde als 

Beschwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden 

(Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet das Bundesrecht 

von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begrün-

dung der Begehren nicht gebunden und kann die Beschwerde auch aus 

anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. 

Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt seines Ent-

scheides (vgl. BVGE 2012/21 E. 5.1, BVGE 2011/43 E. 6.1 sowie BVGE 

2011/1 E. 2). 

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Seite 7 

3.  

Gemäss Art. 40 AuG sind die Kantone zuständig für die Erteilung und 

Verlängerung von Bewilligungen. Vorbehalten bleibt indes die Zustim-

mung durch das BFM. Diese ergibt sich vorliegend aus Art. 99 AuG i.V.m. 

Art. 85 Abs. 1 Bst. a der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Er-

werbstätigkeit vom 24. Oktober 2007 (VZAE, SR 142.201) sowie 

Ziff. 1.3.1.4 Bst. e der Weisungen des BFM im Ausländerbereich in der 

Fassung vom 25. Oktober 2013 (online abrufbar unter: 

www.bfm.admin.ch > Dokumentation > Rechtliche Grundlagen > Weisun-

gen und Kreisschreiben > I. Ausländerbereich > 1 Verfahren und Zustän-

digkeiten). Das Bundesamt kann die Zustimmung verweigern oder mit 

Bedingungen verbinden (Art. 86 Abs. 1 VZAE). Es ist bei seinem Ent-

scheid über die Zustimmung nicht an die kantonale Beurteilung gebun-

den, selbst wenn auf kantonaler Ebene ein Gericht auf Erteilung oder Ver-

längerung der Aufenthaltsbewilligung erkannt hat (vgl. BGE 127 II 49 E. 3; 

Urteile des Bundesverwaltungsgerichts C-670/2007 vom 19. Januar 2010 

E. 3.4 sowie C-3788/2008 vom 16. November 2009 E. 3.4). 

4.  

4.1 Gemäss Art. 43 Abs. 1 AuG haben ausländische Ehegatten von Per-

sonen mit Niederlassungsbewilligung Anspruch auf Erteilung und Verlän-

gerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesen zusammenwoh-

nen,  und – nach einem ordnungsgemässen und ununterbrochenen Auf-

enthalt von fünf Jahren – Anspruch auf Erteilung der Niederlassungsbe-

willigung (Art. 43 Abs. 2 AuG). Das Erfordernis des Zusammenwohnens 

besteht nicht, wenn für getrennte Wohnorte wichtige Gründe geltend ge-

macht werden und die Familiengemeinschaft weiter besteht (Art. 49 

AuG). Nach Auflösung der Ehe oder Familiengemeinschaft besteht der 

Anspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung weiter, wenn die 

Ehegemeinschaft mindestens drei Jahre bestanden hat und eine erfolg-

reiche Integration besteht (Art. 50 Abs. 1 Bst. a AuG) oder wenn wichtige 

persönliche Gründe einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich 

machen (Art. 50 Abs. 1 Bst. b AuG).  

4.2 Die Beschwerdeführerin bestätigt, dass die eheliche Gemeinschaft 

vom 10. Dezember 2007 bis April 2009 und damit lediglich ein Jahr und 

vier Monate dauerte. Das BFM erkannte daher zutreffend, dass die Ehe 

der Beschwerdeführerin weniger als drei Jahre gedauert hat, weshalb sie 

weder gestützt auf Art. 43 i.V.m. Art. 49 AuG noch gestützt auf Art. 50 

Abs. 1 Bst. a AuG einen Anspruch auf Bewilligungsverlängerung hat. Um-

stritten und im Folgenden zu prüfen ist somit einzig, ob ein Anspruch auf 

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Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung nach Auflösung der ehelichen 

Gemeinschaft besteht, weil wichtige persönliche Gründe einen weiteren 

Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen (Art. 50 Abs. 1 Bst. b i.V.m. 

Abs. 2 AuG). 

5.  

5.1 Gemäss Art. 50 Abs. 1 Bst. b AuG besteht der Anspruch auf Verlänge-

rung der Aufenthaltsbewilligung – unabhängig von der bisherigen Dauer 

der Ehegemeinschaft – auch dann fort, wenn wichtige persönliche Grün-

de einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen. Solche 

Gründe können namentlich vorliegen, wenn der betreffende Ehegatte Op-

fer ehelicher Gewalt wurde oder die Ehe nicht aus freiem Willen ge-

schlossen wurde und seine soziale Wiedereingliederung im Herkunftsland 

stark gefährdet erscheint (Art. 50 Abs. 2 AuG; Art. 77 Abs. 2 VZAE). Diese 

Bedingungen müssen nicht kumulativ erfüllt sein. Sinn und Zweck dieser 

– einen Anspruch auf Bewilligungsverlängerung vermittelnden – Norm ist 

es, Härtefälle nach der Auflösung der ehelichen Gemeinschaft zu vermei-

den. Zu berücksichtigen ist, wie sich die Verpflichtung der betroffenen 

Person, die Schweiz nach Auflösung der ehelichen Gemeinschaft zu ver-

lassen, auf ihre persönliche Situation auswirkt. Sowohl die eheliche Ge-

walt als auch die starke Gefährdung der sozialen Wiedereingliederung im 

Herkunftsland können ihrem Ausmass und den Umständen entsprechend 

je für sich alleine einen wichtigen persönlichen Grund darstellen 

(vgl. BGE 136 II 1 E. 5.3). Bei der Beurteilung sind sämtliche Umstände 

des Einzelfalls zu berücksichtigen. Dazu gehören namentlich die Gründe, 

die zur Auflösung der Gemeinschaft geführt haben, der Grad der Integra-

tion, die Respektierung der Rechtsordnung, die Familienverhältnisse, die 

finanziellen Verhältnisse, die Dauer der Anwesenheit in der Schweiz und 

der Gesundheitszustand (vgl. Art. 31 Abs. 1 VZAE; BGE 138 II 229 E. 3.1; 

BGE 137 II 345 E. 3.2.3). Steht fest, dass die betroffene Person in ihrer 

Persönlichkeit ernstlich gefährdet war und ihr eine Fortführung der eheli-

chen Beziehung nicht zugemutet werden konnte, ist dies besonders in 

Rechnung zu stellen. Demgegenüber ist eine Rückkehr zumutbar, wenn 

der Aufenthalt nur kürzere Zeit gedauert hat, keine engen Beziehungen 

zur Schweiz geknüpft wurden und die erneute Integration im Herkunfts-

land keine besonderen Probleme stellt (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz 

über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002 [nachfolgend: 

Botschaft], BBl 2002 3754). Ein persönlicher, nachehelicher Härtefall 

setzt eine erhebliche Intensität der Konsequenzen für das Privat- und 

Familienleben der betroffenen Person voraus, die mit ihrer Lebenssituati-

http://links.weblaw.ch/BBl-2002-3813

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on nach dem Dahinfallen der abgeleiteten Anwesenheitsberechtigung 

verbunden sind (vgl. BGE 138 II 229 E. 3.1 mit Hinweisen). 

5.2 Häusliche Gewalt bedeutet systematische Misshandlung mit dem Ziel, 

Macht und Kontrolle auszuüben (vgl. BGE 138 II 229 E. 3.2.1 sowie BGE 

136 II 1 E. 5 je mit Hinweisen). Ein Anspruch auf einen weiteren Aufent-

halt in der Schweiz wird erst begründet, wenn physische oder psychische 

Zwangsausübung von einer gewissen Konstanz bzw. Intensität vorliegt. 

Die erniedrigende Behandlung muss derart schwer wiegen, dass von der 

betroffenen Person nicht erwartet werden kann, dass sie in einer ihre 

Würde und Persönlichkeit verneinenden Beziehung verharrt. In solchen 

Fällen dürfen keine unzumutbar hohen Anforderungen an einen Verbleib 

im Land gestellt werden. Es handelt sich hierbei um einen Ausfluss der 

sich aus dem Verfassungs- und Konventionsrecht ergebenden staatlichen 

Schutzpflichten (Art. 7 und Art. 35 Abs. 1 und 3 der Bundesverfassung 

der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101] 

sowie Art. 3 und Art. 8 der Konvention vom 4. November 1950 zum 

Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten [EMRK, SR 0.101]). 

Die Abhängigkeit des Opfers häuslicher Gewalt bzw. psychischer Unter-

drückung vom Täter soll durch die Bewilligungsfrage nicht verstärkt und 

die gewaltbetroffene nachgezogene Person nicht vor das Dilemma ge-

stellt werden, in der Zwangssituation verbleiben oder den Verlust des 

Aufenthaltsrechts hinnehmen zu müssen. Dabei ist eine Gesamtbetrach-

tung vorzunehmen. Zwar können die eheliche Gewalt einerseits und die 

starke Gefährdung der sozialen Wiedereingliederung andererseits je für 

sich allein einen wichtigen Grund im Sinne von Art. 50 Abs. 1 Bst. b AuG 

darstellen. Dies schliesst indes nicht aus, beide Elemente zu berücksich-

tigen und den Härtefall auch zu bejahen, wenn diese je für sich selber 

hierzu nicht genügen würden, ihre Kombination aber einem wichtigen 

persönlichen Grund gleichkommt (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsge-

richts C-1591/2011 vom 6. Mai 2013 E. 5.2. sowie BGE 138 II 229 

E. 3.2.1 f. mit Hinweisen). 

5.3 Die ausländische Person trifft bei den Feststellungen des entspre-

chenden Sachverhalts eine weitreichende Mitwirkungspflicht. Sie muss 

die eheliche Gewalt bzw. häusliche Unterdrückung in geeigneter Weise 

glaubhaft machen (Arztberichte oder psychiatrische Gutachten, Polizei-

rapporte, Berichte/Einschätzungen von Fachstellen [Frauenhäuser, Op-

ferhilfe usw.], glaubwürdige Zeugenaussagen etc.). Die Systematik der 

Misshandlung und die daraus entstehende subjektive Belastung muss ob-

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Seite 10 

jektiv nachvollziehbar konkretisiert und beweismässig unterlegt werden 

(vgl. BGE 138 II 229 E. 3.2.3 mit Hinweisen). 

5.3.1 In ihrer Stellungnahme im Rahmen des rechtlichen Gehörs vom 

23. Mai 2011 schildert die Beschwerdeführerin die eheliche Gewalt wie 

folgt: Ihr Ehemann habe die meiste Zeit tatenlos in der Wohnung ver-

bracht, was sie nicht habe verstehen können. Sie habe ihn aufgefordert, 

sich doch wenigstens zu beschäftigen, eine Teilzeitstelle zu suchen. Dies 

sei ihm schliesslich zu viel geworden und er habe ihr die Trennung eröff-

net. Sie habe sich wie eine Marionette gefühlt, welche sich nach den 

Wünschen des Ehemannes verhalten und keinen eigenen Willen zeigen 

sollte. Der Ehemann habe mit dem Geld, das sie verdient habe, seine 

Kinder in der Heimat unterstützt, hingegen habe er sie zu übertriebener 

Sparsamkeit aufgefordert. Eine vernünftige Haushaltführung und eine in-

dividuelle Lebensgestaltung seien damit für sie unmöglich gewesen. Der 

Abschlussbericht, der Arztbericht sowie das Schreiben I bestätigten die 

so vorgebrachte psychische Gewalt in der Ehe.  

5.3.2 Die Beschwerdeführerin geht indessen fehl in der Annahme, das 

von ihr geschilderte Verhalten des Ex-Gatten vermöge einen Fall häusli-

cher Gewalt darzustellen. Überdies war sie ohne Weiteres in der Lage ih-

ren Ex-Gatten zur Betätigung aufzufordern und ihm damit zu verstehen 

zu geben, dass sie seine Untätigkeit nicht tolerieren würde. Behauptet die 

Beschwerdeführerin weiter, Opfer psychischer Gewalt im Sinne der ein-

seitigen Ausübung von Macht durch ihren Ex-Gatten geworden zu sein, 

stellt dies einen Widerspruch zu ihren vorherigen Schilderungen dar. 

Dass die Beschwerdeführerin eine an eheliche Gewalt grenzende Ein-

schränkung ihrer Freiheit erfahren haben soll, erscheint daher wenig 

glaubhaft. An dieser Einschätzung vermögen auch die eingereichten Be-

weismittel nichts zu ändern. 

5.3.3 Entsprechend lassen die Ausführungen im Schreiben I wenig Raum 

für die Annahme einer einseitig unterdrückten, in ihrer Lebensgestaltung 

eingeschränkten Beschwerdeführerin. Darin wird die Trennung der Ehe-

gatten als Folge von mehreren Auseinandersetzungen umschrieben. Sie 

habe sich nicht alles gefallen lassen. Es wird betont, dass die Beschwer-

deführerin sich "gewehrt" und Forderungen gestellt habe. Doch seien ihre 

Ansprüche dem damaligen Ehemann zu unangenehm und herausfor-

dernd gewesen, weshalb er auf einmal beschlossen habe, dass es so 

nicht weiter gehe, und sich von ihr getrennt habe. Er habe sie stehen las-

sen, weil sie sich nicht alles habe gefallen lassen. Für die Annahme einer 

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systematischen Misshandlung mit dem Ziel Macht und Kontrolle auszu-

üben bleibt bei dieser Sachverhaltsdarstellung kein Raum.  

Im Weiteren wird festgehalten, dass dem Ex-Gatten bewusst gewesen 

sei, dass sie von ihm abhängig war, "auch wegen der Aufenthaltsbewilli-

gung". Dass der Ex-Gatte die Beschwerdeführerin unter Druck gesetzt 

oder diesen Umstand auf eine andere Weise zu seinem Vorteil genutzt 

hätte, wird hingegen nicht behauptet. Das Wissen allein, dass eine Tren-

nung die Aufenthaltssituation der Beschwerdeführerin gefährden könnte, 

stellt noch keine eheliche Gewalt dar, sofern – wie im vorliegenden Fall – 

keine Hinweise vorliegen, dass der Ex-Gatte die Beschwerdeführerin 

ehelichem Zwang ausgesetzt hätte.  

5.3.4 Die Beschwerdeführerin hat sich ebenfalls nicht dazu geäussert, 

weshalb sie (erst) vier Monate nach der Trennung von ihrem damaligen 

Ehemann an die Opferhilfe gelangt ist und von dort an die psychiatrische 

Einrichtung verwiesen wurde, welche die von ihr behauptete eheliche 

Gewalt belegen sollte. Das Aufsuchen einer Institution, deren Aufgabe es 

ist gewaltbetroffene Frauen zu beraten und zu unterstützen, stellt keinen 

Beweis für tatsächlich erlittene Gewalt dar, wenn keine weiteren Hinweise 

bestehen. Vorliegend enthält der Abschlussbericht – wie die Vorinstanz 

bereits festgestellt hat – keinen Hinweis auf eheliche Gewalt. Ein solcher 

ist auch nicht aus der Begründung der Opferhilfe, wonach die Weiterver-

weisung der Beschwerdeführerin an die psychiatrische Einrichtung vor-

wiegend aufgrund der angeblich erlebten psychischen Gewalt erfolgte 

(vgl. Fax an die ärztliche Leitung der psychiatrischen Einrichtung vom  

21. August 2009; nachfolgend: Faxschreiben) ersichtlich, zumal sich der 

im Abschlussbericht aufgeführte Therapieverlauf darüber ausschweigt. 

Demzufolge hatte der damalige Zustand der Beschwerdeführerin andere 

Gründe. So wird in den Ausführungen zu Therapie und Verlauf festgehal-

ten, zu Beginn der Behandlung habe die sozialpsychiatrische Intervention 

im Vordergrund gestanden. Die Beschwerdeführerin sei mit der selbstän-

digen Lebensführung in einem unbekannten Land und bei sehr rudimen-

tären Sprachkenntnissen deutlich überfordert gewesen. Laut diesem ha-

be die Beschwerdeführerin bei Eintritt unter anderem an einer Anpas-

sungsstörung mit depressiver Reaktion gelitten. Sie habe über Konzent-

rations- und Gedächtnisstörungen sowie Angst, verrückt zu werden, weil 

sie Selbstgespräche (im Sinne von lautem Überlegen) führe, berichtet. 

Sie sei traurig, verzweifelt und habe keine Interessen mehr. Sie mache 

sich selbst Vorwürfe und leide unter Gedankenkreisen aufgrund der Tren-

nungssituation. Zusätzlich sei sie sehr nervös und habe ambivalente Ge-

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Seite 12 

fühle gegenüber ihrem Ehemann. Hinweise dafür, dass sie von ihrem 

damaligen Ehegatten unterdrückt worden wäre oder dass ihre Beschwer-

den auf psychische Gewalt durch den Ehegatten zurückzuführen wären, 

können dem Abschlussbericht keine entnommen werden. Einzig die 

Trennung, welche für die Beschwerdeführerin völlig überraschend ge-

kommen sei, habe sie schockiert. Entgegen der Auffassung der Be-

schwerdeführerin stellt die einseitige Auflösung des gemeinsamen Haus-

halts durch den Ehemann ohnehin nicht eheliche Gewalt im Sinne der 

Rechtsprechung dar (Urteil des Bundesgerichts 2C_73/2012 vom 

25. März 2013 E. 2.2.4 mit weiteren Hinweisen).  

Der Arztbericht lässt ebenfalls keine andere Schlussfolgerung zu. Demzu-

folge sei die Trennung ursächlich für die psychischen Beschwerden der 

Beschwerdeführerin gewesen sei. Weitere Gründe werden nicht genannt. 

5.4 Auf Rechtsmittelebene reichte die Beschwerdeführerin am 14. Sep-

tember 2011 eine Bescheinigung der Opferhilfe vom 17. August 2011, 

(nachfolgend: Bescheinigung), ein Beratungsprotokoll vom 13. August bis 

22. Dezember 2009 (nachfolgend: Beratungsprotokoll), einen Fax an die 

ärztliche Leitung der psychiatrischen Einrichtung vom 21. August 2009, 

ein weiteres Schreiben der Sozialberaterin vom 9. August 2011 (Schrei-

ben II) sowie ein ärztliches Zeugnis des behandelnden Psychiaters vom 

4. Juli 2011 (nachfolgend: Bestätigung) ein. Ergänzend wird vorgebracht, 

weil die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung erst im Jahr 2010 zum 

Thema geworden sei, könne die geltend gemachte psychische Gewalt – 

vor dem Hintergrund der eingereichten Beweismittel – nicht als Schutz-

behauptung im Hinblick auf die angestrebte Verlängerung der Aufent-

haltsbewilligung bewertet werden. So könne damit belegt werden, dass 

bei der Opferhilfe bis im Dezember 2009 mehrere längere Beratungsge-

spräche stattgefunden hätten. Bei der Ausländerberatung sei die psychi-

sche Gewalt ebenfalls thematisiert worden. Zu beachten sei sodann, dass 

die Beschwerdeführerin nach wie vor in ambulanter psychiatrischer Be-

treuung sei und eine Wegweisung aus der Schweiz zu einer Verschlim-

merung der psychischen Situation führen würde.   

5.4.1 Bringt die Beschwerdeführerin vor, die Aufenthaltsbewilligung sei 

erst später, im Jahr 2010 zum Thema geworden, widerspricht dies den 

Ausführungen im Schreiben I, wonach es offensichtlich beiden Ehegatten 

bewusst gewesen sein soll, dass der Aufenthalt der Beschwerdeführerin 

von der Ehe abhing. Grundsätzlich kann davon ausgegangen werden, 

dass es einem Ausländer, welcher sein Aufenthaltsrecht durch Ehe-

C-3871/2011 

Seite 13 

schluss erwirbt, bewusst ist, dass dieses (zumindest noch für eine gewis-

se Zeit) vom Bestand der Ehe abhängig ist. Angesichts der gesamten 

Umstände kann sich die Beschwerdeführerin nicht darauf berufen, erst 

nachträglich erfahren zu haben, dass ihre Aufenthaltsberechtigung von 

der Ehe mit dem Ex-Gatten abgeleitet wurde.  

5.4.2 Aus dem Beratungsprotokoll sodann geht hervor, dass die Be-

schwerdeführerin in der Zeit vom 13. August 2009 bis am 22. Dezember 

2009 von der Opferhilfe unterstützt wurde. Im Rahmen des ersten Ge-

sprächs am 20. August 2009 habe sie ausgeführt, sie sei von ihrem Ehe-

mann regelmässig wie "Dreck" behandelt, attackiert und auf das Übelste 

beleidigt worden. Dabei nahm sie jedoch weder auf konkrete Situationen 

Bezug, noch sind Intensität oder genauere Umstände der behaupteten 

verbalen Angriffe bekannt. Es kann damit weder festgestellt werden, in-

wiefern die Beschwerdeführerin damit lediglich ihre subjektive Sicht der 

Auseinandersetzungen wiedergab, noch lässt sich daraus verbindlich 

schliessen, ob es sich dabei tatsächlich um Konflikte handelte, welche als 

in ehelichen Krisensituationen nicht mehr üblich zu gelten haben. Fest 

steht jedoch, dass die Beschwerdeführerin in der einzigen persönlich ver-

fassten Stellungnahme vom 9. März 2010 die Auseinandersetzungen mit 

ihrem Ehemann als "eher harmlos" bezeichnete, was zu weiteren Zwei-

feln an der behaupteten ehelichen Gewalt führt. Weiter bedauerte sie es, 

dass kein Kontakt mehr stattfinde. Dass die Opferhilfe die Schilderungen 

der Beschwerdeführerin bei ihrem ersten Gespräch als Gewaltsituation 

betitelt, vermag die behauptete Gewalt ebenfalls nicht zu belegen. Daran 

ändert auch die Bescheinigung nichts. Denn diese wurde erst nachträg-

lich eigens für das vorliegende Verfahren ausgestellt und stützt sich oh-

nehin auf den Inhalt des Beratungsprotokolls ab. Als im Vordergrund der 

Beratung stehend wird in der Bescheinigung pauschal und ohne zusätzli-

che Erläuterungen "die erlittene psychische Gewalt durch den Ehemann" 

genannt. Während auf die Situation während der Ehe kaum Bezug ge-

nommen wird, wird ausführlich auf die Trennung eingegangen und insbe-

sondere hervorgehoben, dass diese für die Beschwerdeführerin sehr 

traumatisierend gewesen sei. Folglich ist auch die Bescheinigung nicht 

geeignet, die behauptete Gewalt zu belegen.  

5.4.3 Zudem äussert sich die Beschwerdeführerin nicht dazu, weshalb sie 

die fragliche Situation auf Beschwerdeebene als verbale Angriffe um-

schreibt, obwohl sie im Rahmen des rechtlichen Gehörs vor Verfügungs-

erlass noch behauptet hatte, eheliche Gewalt durch erhebliche Ein-

schränkungen in der Lebensgestaltung erfahren zu haben. Eine derart in-

C-3871/2011 

Seite 14 

konsequente Argumentation verstärkt die bereits bestehenden erhebli-

chen Zweifel an der von der Beschwerdeführerin geltend gemachten ehe-

lichen Gewalt. Dies insbesondere deshalb, weil weder die eine noch die 

andere Behauptung objektiv nachvollziehbar konkretisiert und beweis-

mässig unterlegt werden konnte.   

5.4.4 Nicht ersichtlich ist sodann, inwiefern die Bestätigung des behan-

delnden Psychiaters einen Beweis für eheliche Gewalt darstellen sollte. 

Nachdem die psychiatrische Einrichtung in ihrem Abschlussbericht eine 

weitere psychotherapeutische Behandlung als nicht mehr indiziert erach-

tet hatte, hätte die Beschwerdeführerin zunächst die Behandlungsbedürf-

tigkeit behaupten und belegen müssen. Einer einfachen Bestätigung oh-

ne Diagnosestellung oder Verlaufsbericht kann jedoch ohnehin kein Be-

weiswert zukommen. Sodann hat die Beschwerdeführerin das Schreiben 

II eingereicht. Die Sozialberaterin hat sich bereits im Schreiben I zur Situ-

ation der Beschwerdeführerin geäussert und in keiner Weise auf mögliche 

erlittene Gewalterfahrungen hingewiesen. Hingegen berichtete sie im 

Schreiben II, knapp drei Monate später, nachdem das Fehlen geeigneter 

Beweismittel von der Vorinstanz bemängelt wurde, von Beschimpfungen 

und Demütigungen durch den Ehegatten. Doch scheitert der Beweis, die 

Behauptungen der Beschwerdeführerin glaubhaft erscheinen zu lassen 

bereits aufgrund der wenig konkreten Hinweise. Es stellt sich ohnehin die 

Frage, ob das Schreiben II eine persönliche Gefälligkeit darstellen könnte 

und damit zum Beweis untauglich wäre. Denn anders als das Schreiben I 

enthält dieses keinen der beiden Stempelaufdrucke der Ausländerbera-

tung.  

5.5 Soweit die Ansicht vertreten wird, die Umstände bzw. Folgen der 

Trennung, insbesondere der plötzliche, unwiderrufliche "Rauswurf" der 

Beschwerdeführerin, stellten eheliche Gewalt im Sinne des Ausländerge-

setzes dar, gilt es dies zu relativieren. So mag das Verhalten des Ehegat-

ten zwar befremdend wirken, doch darf bei der Beurteilung der Tren-

nungssituation das Schutzziel von Art. 50 Abs. 1 Bst. b AuG i.V.m. Art. 50 

Abs. 2 AuG für Opfer von familiärer Gewalt nicht aus den Augen verloren 

werden. Dieses bezieht sich nämlich auf Situationen, in denen die im 

Familiennachzug zugelassene Person durch das Zusammenleben in ihrer 

Persönlichkeit ernstlich gefährdet ist und ihr eine Fortführung der eheli-

chen Beziehung nicht länger zugemutet werden kann (Botschaft zum 

AuG in BBl 2002 S. 3754). Folglich könnte ein "einmaliger Rauswurf" erst 

dann Bedeutung erlangen, wenn die Beschwerdeführerin im Vorfeld 

schwere Beeinträchtigungen erleiden musste und ihr Widerspruch dage-

C-3871/2011 

Seite 15 

gen trotz Vermittlungsversuchen zum Scheitern der Ehe geführt hat. Da 

jedoch nicht nachgewiesen werden konnte, dass die Beschwerdeführerin 

Opfer häuslicher Oppression geworden ist, kann auch in diesem Zusam-

menhang von ehelicher Gewalt nicht die Rede sein.  

Da mit einer Trennung der Anspruch aus Art. 43 AuG untergeht, kommt 

ein nachträgliches Wiederaufleben gestützt auf Art. 50 AuG nicht in Be-

tracht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_590/2010 vom 29. November 

2010 E. 2.5.3). Damit sind auch sämtliche Ereignisse nach der Trennung, 

auf welche sich die Beschwerdeführerin beruft – wie die behauptete Wei-

gerung des Ehegatten, ihr die Post herauszugeben oder der Umstand, 

dass sie in der Folge bei diversen Arbeitskolleginnen habe übernachten 

müssen – für die vorliegende Beurteilung nicht von Belang. 

5.6 Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Beschwerde-

führerin keine geeigneten Beweismittel vorlegen kann, welche die be-

haupteten Gewalterfahrungen belegen. Solche sind im Übrigen auch 

nicht aus den weiteren Akten ersichtlich. Es wird nicht angezweifelt, dass 

die Trennung vom Ehegatten, insbesondere unter Berücksichtigung der 

gesamten Lebensumstände (kinderlos, fortgeschrittenes Alter, wiederhol-

te Versuche, in der Schweiz zu bleiben) für die Beschwerdeführerin mit 

ernsthaften Schwierigkeiten verbunden und belastend war. Jedoch sind 

das unglückliche Ende einer Ehe und die sich daraus ergebenden per-

sönlichen Umstände nicht geeignet, einen Anspruch auf Aufenthaltsrege-

lung zu schaffen.   

6.  

6.1 Ein persönlicher, nachehelicher Härtefall setzt aufgrund der gesamten 

Umstände eine erhebliche Intensität der Konsequenzen für das Privat- 

und Familienleben voraus, die mit der Lebenssituation nach dem Dahin-

fallen der abgeleiteten Anwesenheitsberechtigung verbunden sein muss 

(vgl. BGE 137 II 345 E. 3.2.3). Da die starke Gefährdung der sozialen 

Wiedereingliederung im Herkunftsland für sich allein einen wichtigen per-

sönlichen Grund im Sinne von Art. 50 Abs. 1 Bst. b AuG darstellt, ist zu 

prüfen, ob aufgrund dessen die Aufenthaltsbewilligung zu erteilen bzw. zu 

verlängern ist. Die befürchtete Beeinträchtigung muss dabei im Einzelfall 

aufgrund der konkreten Umstände glaubhaft erscheinen (vgl. BGE 138 II 

229 E. 3.2.3). Im Weiteren hat sie in einem hinreichend engen Zusam-

menhang zur anspruchsbegründenden Ehe und dem damit verbundenen 

bisherigen Aufenthalt in der Schweiz stehen (vgl. BGE 137 II 345 

E. 3.2.3). 

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C-3871/2011 

Seite 16 

6.2 Die Beschwerdeführerin bringt vor, ihre soziale Wiedereingliederung 

im Herkunftsland sei gefährdet. Sie sei im Verhältnis zum Zeitpunkt des 

negativen Asylentscheids heute nicht bloss ledig, sondern auch noch ge-

schieden, was mit einem erheblichen Ansehensverlust verbunden sei und 

zur Folge habe, dass sie in ihrer Herkunftsfamilie kaum mehr willkommen 

sei. Es sei somit sehr zu bezweifeln, dass sie heute noch von ihrer Fami-

lie aufgenommen und unterstützt würde. Nicht nur sei sie für die dortigen 

Verhältnisse ausserordentlich lange ledig gewesen, sondern sei sie nun 

auch noch mit dem Makel behaftet, geschieden zu sein. Dies nach einer 

ehelichen Gemeinschaft von gerade einmal 16 Monaten. Es sei somit von 

einer offensichtlichen Gefährdung bei einer Rückkehr auszugehen. 

6.3 Die Beschwerdeführerin ist mit 42 Jahren zum zweiten Mal in die 

Schweiz eingereist. Ihr erstes Asylgesuch hat sie im Jahr 1999 mit bereits 

34 Jahren gestellt. Sie hat folglich den weitaus grössten Teil ihres bisheri-

gen Lebens im Kosovo verbracht und ist mit den dortigen kulturellen und 

gesellschaftlichen Gepflogenheiten bestens vertraut. Die pauschale Be-

hauptung, die Scheidung gehe mit einem erheblichen Ansehensverlust 

einher, genügt nicht, um die Wiedereingliederung als gefährdet zu beur-

teilen. Es wurde unterlassen weiter zu konkretisieren bzw. zu belegen, 

was unter einem "erheblichen" Ansehensverlust zu verstehen ist und in-

wiefern sich der soziale Status im Herkunftsland aufgrund der gescheiter-

ten Ehe im Vergleich zur Situation vor Eheschluss oder im Vergleich mit 

anderen sich in einer ähnlichen Situation befindlichen Landsfrauen ver-

schlechtert haben soll. Die Beschwerdeführerin verweist lediglich auf eine 

unabhängige wissenschaftliche Dokumentation der Schweizerischen 

Flüchtlingshilfe. Diese bezieht sich jedoch primär auf alleinerziehende 

Mütter, welche gemeinsam mit ihren Kindern in den Kosovo zurückkeh-

ren. Die Beschwerdeführerin jedoch ist kinderlos. Sie beschreibt nicht, 

inwiefern die Länderanalyse auf sie Anwendung findet. Damit ist ihre Stel-

lungnahme als unsubstantiiert und äusserst vage zu beurteilen. Die Be-

schwerdeführerin hat insbesondere nicht dargelegt, inwiefern sie nach 

der Scheidung sozial schlechter gestellt sei. Im Wesentlichen beschränkt 

sie sich darauf, ihre bereits im Asylverfahren vorgebrachten Behauptun-

gen hinsichtlich ihrer familiären Situation in der Heimat zu wiederholen, 

verbunden mit dem Hinweis, dass sie nun auch noch geschieden sei. So 

war die Beziehung zu zwei ihrer Brüder – gemäss ihren Aussagen im 

Asylverfahren vom 19. Dezember 2006 – bereits vor ihrer Einreise in die 

Schweiz belastet ("visto che gli altri due non li considero nemmeno miei 

fratelli"). Inwiefern sich weitere (familiäre) Beziehungen der Beschwerde-

führerin aufgrund der Scheidung verschlechtert haben sollten, ist nicht er-

C-3871/2011 

Seite 17 

sichtlich. Jedenfalls ist davon auszugehen, dass sie weiterhin Kontakt mit 

gewissen Familienangehörigen und Freunden pflegt, zumal sie im Jahr 

2010 sowie bereits 2009 (vgl. Schreiben an das Migrationsamt vom 

9. März 2010) in ihre Heimat gereist ist und im Jahr 2011 erneut versucht 

hat, mittels Rückreisevisum in die Heimat zu reisen (vgl. Aktennotiz des 

Migrationsamtes vom 26. August 2011). Diese familiären und sonstigen 

Kontakte dürften ihr eine Wiedereingliederung ohne Weiteres ermögli-

chen. Doch selbst und gerade wenn ihre Herkunftsfamilie nach streng 

traditionellen Vorstellungen leben sollte, hätte die Beschwerdeführerin ein 

Recht, nach dem Scheitern der Ehe notfalls in den elterlichen (vorliegend 

jenen ihres jüngsten Bruders) Haushalt zurückzukehren (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 2C_363/2012 vom 1. Oktober 2012 E. 4.2 sowie 

2C_590/2010 vom 29. November 2010 E. 2.4 mit Hinweisen). Sie ist im 

Übrigen gesund bzw. hat keine Beschwerden, die in der Heimat nicht be-

handelbar wären, und hat keine Kinder, die sie allenfalls alleine zu erzie-

hen hätte. Zudem ist ihr Aufenthalt in der Schweiz von sieben Jahren von 

vergleichsweise kurzer Dauer. 

6.4 Mit Blick darauf sind die wenig substantiierten und letztlich wider-

sprüchlichen Ausführungen der Beschwerdeführerin nicht geeignet, ihre 

soziale Wiedereingliederung in der Heimat als stark gefährdet erscheinen 

zu lassen. In diesem Zusammenhang ist das Vorliegen eines wichtigen 

persönlichen Grundes im Sinne von Art. 50 Abs. 1 Bst. b AuG zu vernei-

nen. 

7.  

7.1 Wurde sowohl eheliche Gewalt als auch starke Gefährdung der sozia-

len Wiedereingliederung im Herkunftsland geltend gemacht und genügen 

diese je für sich allein nicht, um einen nachehelichen Härtefall zu beja-

hen, gilt es im Einzelfall zu beurteilen, ob deren Kombination wertungs-

mässig dennoch einem wichtigen persönlichen Grund im Sinne von 

Art. 50 Abs. 1 Bst. b AuG gleichkommt (BGE 138 II 229 E. 3.2.2).  

7.2 Im vorliegenden Fall konnte die Beschwerdeführerin nicht nachwei-

sen, tatsächlich Opfer ehelicher Gewalt geworden zu sein. Zudem beste-

hen erhebliche Zweifel daran, dass die Wiedereingliederungschancen der 

Beschwerdeführerin aufgrund der Ehe und der Scheidung bedeutend er-

schwert sein sollten. Auch eine kombinierte Betrachtung beider Elemente 

lässt die persönliche Situation nicht als schwerwiegenden nachehelichen 

Härtefall erscheinen. 

C-3871/2011 

Seite 18 

8.  

8.1 Anspruchsbegründend können auch sonstige wichtige persönliche 

Gründe sein, da der Gesetzgeber in Art. 50 Abs. 1 Bst. b und Abs. 2 AuG 

bewusst auf eine abschliessende Aufzählung der Gründe verzichtet hat. 

Entscheidend ist in jedem Einzelfall die persönliche Situation der betrof-

fenen Person. Bei der vorzunehmenden Gesamtwürdigung sind insbe-

sondere der Grad der Integration, die Respektierung der Rechtsordnung, 

die Familienverhältnisse, die finanziellen Verhältnisse, die Dauer der An-

wesenheit in der Schweiz, der Gesundheitszustand und auch die Um-

stände, die zur Auflösung der Ehe geführt haben, zu berücksichtigen 

(vgl. BGE 137 II 345 E. 3.2.3; BGE 137 II 1 E. 4.1; Urteil des Bundesver-

waltungsgerichts C-7294/2008 vom 23. November 2011 E. 6.1; Art. 31 

Abs. 1 VZAE).  

8.2 Die Beschwerdeführerin gelangte am 27. November 2006 als Asylsu-

chende in die Schweiz. Mit rechtskräftiger Verfügung des Bundesamtes 

für Migration vom 24. Juli 2007 wurde das Asylgesuch abgelehnt und die 

Beschwerdeführerin aus der Schweiz weggewiesen. Sie reiste jedoch 

nicht aus und verweilte zunächst unrechtmässig in der Schweiz. Am 

10. Dezember 2007 ehelichte sie einen in der Schweiz niedergelassenen 

Mazedonier und erhielt in der Folge die Aufenthaltsbewilligung. Mittlerwei-

le hält sie sich sieben Jahre in der Schweiz auf, was als relativ kurze Auf-

enthaltsdauer anzusehen ist (vgl. Urteil des BVGer C-535/2006 vom 

10. Juli 2008 E. 6.1, ausländische Person mit bald sechseinhalbjähriger 

Anwesenheit in der Schweiz). Gemäss bundesgerichtlicher Praxis werden 

bei einer sehr langen Aufenthaltsdauer weniger hohe Anforderungen an 

das Vorliegen besonderer Umstände wie etwa eine überdurchschnittliche 

Integration oder andere Faktoren gestellt, welche die Rückkehr ins Hei-

matland als ausgesprochen schwierig erscheinen lassen. Eine solche 

Konstellation ist wie eben dargetan nicht gegeben. Ohne das Vorliegen 

ganz besonderer Umstände kann folglich nicht auf einen schwerwiegen-

den persönlichen Härtefall geschlossen werden. 

8.3 In wirtschaftlicher Hinsicht bringt die Beschwerdeführerin vor, dass sie 

fortwährend an der Verbesserung ihrer beruflichen und sprachlichen Fä-

higkeiten arbeite und aufgrund ihrer eineinhalbjährigen Erwerbstätigkeit 

auch wirtschaftlich unabhängig sei und keiner Unterstützung durch die 

Sozialhilfe bedürfe. Den Akten kann entnommen werden, dass die Be-

schwerdeführerin von 1. November 2009 bis 30. Juni 2010 monatlich 

Fr. 1'536.20 Sozialhilfe bezogen hat. Gemäss Steuererklärung verdiente 

sie im Jahr 2010 Fr. 24'544.–. Sie war als Reinigungsmitarbeiterin für di-

C-3871/2011 

Seite 19 

verse Institutionen tätig. Die von einem Arbeitgeber angebotenen Aus- 

und Weiterbildungen wurden nicht genutzt. Gemäss Zwischenzeugnis 

vom 6. Mai 2011 seien die Kunden mit der Beschwerdeführerin sehr zu-

frieden gewesen. Auch das Team im Büro habe sie sehr geschätzt. Ge-

stützt auf den in den Kontoauszügen von Juni und Juli 2011 ausgewiese-

nen Negativsaldo ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin 

Schwierigkeiten hat ihren Lebensunterhalt ohne Weiteres zu bestreiten. 

Erst am 3. März 2012 hat sie eine von einem anderen Arbeitgeber ange-

botene "Basisschulung nach Cleaning Excellence" besucht. Seit 16. April 

2013 arbeitet sie während 10 Stunden pro Woche für einen neuen Arbeit-

geber. Sodann liegt eine weitere Anstellung ab 1. Juli 2013 vor. Der aktu-

elle Bruttolohn der Beschwerdeführerin dürfte sich derzeit auf weniger als 

1'800.- pro Monat belaufen. Es ist zu bezweifeln, dass sich die Be-

schwerdeführerin in einer stabilen finanziellen Lage befindet. Auch wenn 

sie sich stets um ihr wirtschaftliches Fortkommen bemüht hat, hielten sich 

ihre Bemühungen, sich weiter zu bilden und auf diese Weise auf dem Ar-

beitsmarkt behaupten zu können, in Grenzen. Entsprechend sind ihre An-

strengungen eher im unteren Rahmen dessen, was von einer ausländi-

schen Person nach vergleichbarem Aufenthalt erwartet werden kann. Ei-

ne überdurchschnittliche Integration liegt indessen nicht vor. 

8.4 Ähnlich verhält es sich mit der sprachlichen und sozialen Integration. 

Gestützt auf die Akten kann nicht festgestellt werden, in welchem Umfang 

die Beschwerdeführerin die deutsche Sprache beherrscht. Eingereicht 

wurde lediglich eine Kursbestätigung für einen Deutschkurs auf der Stufe 

Alphabetisierung vom 11. Oktober 2010 bis 7. Februar 2011. Ein weiterer 

Deutschkurs wurde von September bis Dezember 2011 besucht. Dass die 

Deutschkenntnisse der Beschwerdeführerin über eine rudimentäre 

Sprachanwendung hinaus gehen, kann damit jedoch nicht belegt werden. 

Über ihre soziale Integration äussert sie sich nicht explizit, woraus zu 

schliessen ist, dass diese nicht über den Durchschnitt hinaus geht. Zwar 

ist von einem der Aufenthaltsdauer entsprechenden Freundes- und Be-

kanntenkreis auszugehen. Ausserordentliche Bindungen oder sonstige 

Engagements sind nicht aktenkundig. Dem Umstand, dass eine Schwes-

ter und ein Neffe in der Schweiz leben, kommt im vorliegenden Zusam-

menhang kein bedeutendes Gewicht zu. Insgesamt erscheint die sprach-

liche und soziale Integration mithin nicht so aussergewöhnlich und die zur 

Schweiz geknüpften Beziehungen präsentieren sich nicht derart eng, 

dass sie die vergleichsweise kurze Anwesenheit hierzulande zu kompen-

sieren und einen Anspruch auf weiteren Verbleib zu begründen vermöch-

ten.  

C-3871/2011 

Seite 20 

8.5 Insgesamt unterscheidet sich der Integrationsgrad der Beschwerde-

führerin nicht von dem, was von einer ausländischen Person nach ver-

gleichbarem Aufenthalt verlangt werden kann.  

9.  

Die Beschwerdeführerin besitzt somit weder gestützt auf Art. 50 Abs. 1 

Bst. a AuG (dreijährige Ehegemeinschaft und erfolgreiche Integration) 

noch gestützt auf Art. 50 Abs. 1 Bst. b AuG (wichtige persönliche Gründe) 

einen Anspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung. Dafür, dass 

die Vorinstanz innerhalb des Beurteilungsspielraums von Art. 18–30 AuG 

einen fehlerhaften Ermessensentscheid getroffen haben könnte, beste-

hen keine Anhaltspunkte; insbesondere wäre in diesem Rahmen auch 

keine Härtefallregelung nach Art. 30 Abs. 1 Bst. b AuG in Betracht ge-

kommen. Daher beruft sich die Beschwerdeführerin zu Unrecht auf 

Art. 33 Abs. 3 AuG (i.V.m. Art. 86 Abs. 2 Bst. c Ziff. 3 VZAE). Denn mit 

dem Wegfall des Privilegierungsgrundes (Art. 42 Abs. 1 AuG) ist die Be-

schwerdeführerin wieder den ordentlichen Zulassungsvoraussetzungen 

unterstellt (vgl. Art. 86 Abs. 2 Bst. c Ziff. 2 VZAE).  

Dass die Vorinstanz die Zustimmung zur Verlängerung der Aufenthalts-

bewilligung verweigert hat, kann daher nicht beanstandet werden. 

10.  

Als gesetzliche Folge der nicht mehr verlängerten Aufenthaltsbewilligung 

hat die Beschwerdeführerin die Schweiz zu verlassen (Art. 64 Abs. 1 

Bst. c AuG). Es bleibt zu prüfen, ob Hinderungsgründe für den Vollzug der 

Wegweisung anzunehmen sind (vgl. Art. 83 Abs. 2–4 AuG) und das BFM 

gestützt hierauf die vorläufige Aufnahme hätte verfügen müssen. 

Die Möglichkeit und Zulässigkeit des Wegweisungsvollzugs stehen im 

vorliegenden Fall ausser Frage. Zu prüfen bleibt demnach, ob die 

zwangsweise Rückkehr für die Beschwerdeführerin eine konkrete Ge-

fährdung mit sich brächte und damit nicht zumutbar wäre.  

Der Wegweisungsvollzug kann für die betroffene Person unzumutbar 

sein, wenn sie in ihrem Heimat- oder Herkunftsstaat Situationen wie 

Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt oder einer medizinischen Notlage 

ausgesetzt wäre. Wirtschaftliche Schwierigkeiten, von welchen die ansäs-

sige Bevölkerung regelmässig betroffen ist, wie Wohnungsnot oder ein 

schwieriger Arbeitsmarkt, vermögen jedoch keine konkrete Gefährdung 

zu begründen. Dagegen ist der Vollzug der Wegweisung nicht zumutbar, 

C-3871/2011 

Seite 21 

wenn dieser für die ausländische Person höchstwahrscheinlich zu einer 

existenziellen Bedrohung führen würde, beispielsweise dann, wenn sie 

sich nach ihrer Rückkehr mit völliger Armut, Hunger, Invalidität oder Tod 

konfrontiert sähe (vgl. BVGE 2011/24 E. 11.1 mit Hinweis). 

Die Beschwerdeführerin hat vorliegend nichts angeführt, was gegen die 

Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs sprechen würde, und die vorlie-

genden Akten lassen nicht darauf schliessen, dass der Vollzug der Weg-

weisung sie in eine existenzbedrohende Situation führen könnte. Dass 

die Beschwerdeführerin in Kosovo andere wirtschaftliche und soziale Be-

dingungen als in der Schweiz antreffen wird, ist, wie dargelegt, nicht aus-

schlaggebend. Der Vollzug der Wegweisung ist somit auch als zumutbar 

zu erachten. 

11.  

Aus diesen Darlegungen folgt, dass die angefochtene Verfügung als 

rechtsmässig zu bestätigen ist (vgl. Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist 

demzufolge abzuweisen. 

12.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens würde die Beschwerdeführerin 

grundsätzlich kostenpflichtig (vgl. Art. 63 Abs. 1 Satz 1 VwVG in Verbin-

dung mit Art. 1, 2 und 3 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsge-

richt [VGKE, SR 173.320.2]). Da ihr mit Zwischenverfügung des Bundes-

verwaltungsgerichts vom 20. September 2011 die vollumfängliche unent-

geltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist sie jedoch von der Bezahlung 

von Verfahrenskosten zu befreien (vgl. Art. 65 Abs. 1 VwVG). 

Das Gericht setzt die Parteientschädigung und die Entschädigung für die 

amtlich bestellten Anwältinnen und Anwälte auf Grund der Kostennote 

fest (Art. 14 Abs. 2 VGKE). Eine solche wurde mit Datum vom 17. Juli 

2012 eingereicht. Der Rechtsvertreter weist darin einen Zeitaufwand von 

insgesamt 16.4 Stunden aus. In Berücksichtigung des Umfanges und der 

Notwendigkeit der Eingaben, der Schwierigkeit der Streitsache in rechtli-

cher und tatsächlicher Hinsicht und dem Umstand, dass mit Eingabe vom 

20. September 2013 vorwiegend Unterlagen eingereicht wurden, welche 

sich bereits in den Akten befanden sowie der aktenkundigen Bemühun-

gen ist das Honorar des amtlichen Rechtsbeistandes nach Massgabe der 

einschlägigen Bestimmungen auf Fr. 3'167.– (inkl. Auslagen und Mehr-

wertsteuer), entsprechend einem Zeitaufwand von 13.5 Stunden à 

C-3871/2011 

Seite 22 

Fr. 200.–, festzusetzen (vgl. Art. 65 Abs. 2 und 3 VwVG in Verbindung mit 

Art. 9, 10, 12 und 14 VGKE). Die Zugrundelegung eines geringeren Zeit-

aufwands als der in der Kostennote ausgewiesene rechtfertigt sich insbe-

sondere angesichts des Umstands, dass der Rechtsvertreter im Zusam-

menhang mit der Erstellung der Beschwerdeschrift auf die im Rahmen 

des rechtlichen Gehörs dem kantonalen Migrationsamt eingereichte Stel-

lungnahme vom 23. Mai 2011 zurückgreifen konnte. Die Entschädigung 

für den unentgeltlichen Rechtsbeistand ist von der Beschwerdeführerin 

zurückzuerstatten, sollte sie später zu hinreichenden Mitteln gelangen 

(Art. 65 Abs. 4 VwVG). 

 

Dispositiv Seite 23 

 

 

  

C-3871/2011 

Seite 23 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

3.  

Dem unentgeltlichen Rechtsbeistand der Beschwerdeführerin ist für das 

Rechtsmittelverfahren aus der Gerichtskasse ein amtliches Honorar von 

CHF 3'167.- (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) auszurichten. 

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […] / […]; Akten retour) 

– dem Migrationsamt (…) 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Marianne Teuscher Giulia Santangelo 

 

 

 

 

 

 

C-3871/2011 

Seite 24 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen An-

gelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesge-

richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift 

ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Be-

gründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. 

Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die 

Beschwerdeführerin in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

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