# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e8b84e11-c564-5a00-988d-434a0df1db14
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-11-05
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 05.11.2018 ZK1 2018 132
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2018-132_2018-11-05.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

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Ref.: Chur, 05. November 2018 Schriftlich mitgeteilt am:
ZK1 18 132 12. Dezember 2018

Entscheid
I. Zivilkammer

Vorsitz Brunner
Aktuar ad hoc Kollegger

In der Kindes- und Erwachsenenschutzbeschwerde

der X._____, Beschwerdeführerin, 

gegen

den Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Nordbünden vom 
04. September 2018, mitgeteilt am 12. September 2018, in Sachen der Y._____, 
und gegen Z._____, Beschwerdegegner,

betreffend interventionsorientierte Familientherapie,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. Y._____, geboren am _____ 2004, ist die Tochter von X._____ und 
Z._____. Die Eltern sind unverheiratet und leben getrennt. Y._____ wohnt bei der 
Mutter, welche das alleinige Sorgerecht für ihre Tochter innehat.

B. Bis zum 23. Juli 2013 prüfte die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde 
Nordbünden (KESB) während rund zwei Jahren, ob Kindesschutzmassnahmen 
ergriffen werden müssen, um den persönlichen Verkehr zwischen dem Vater und 
der Tochter sicherzustellen. Mit Schreiben vom 23. Juli 2013 informierte die KESB 
die Eltern indessen über den Abschluss des Abklärungsverfahrens und führte aus, 
dass sich eine behördliche Massnahme nicht aufdränge (act. 16 und 17 KESB).

C. Am 14. Mai 2018 meldete sich die Mutter telefonisch bei der KESB und 
führte aus, dass Y._____ kein Interesse mehr habe, ihren Vater zu besuchen. Da 
sie selber auch nicht wolle, dass Y._____ ihren Vater besucht und dieser gedroht 
habe, dass er sich an die KESB wenden würde, habe sie nun selber den Kontakt 
zur KESB hergestellt (act. 21 KESB).

D. Die KESB teilte den Eltern sodann am 15. Mai 2018 die Eröffnung eines 
neuen Abklärungsverfahrens mit (act. 22 und 23 KESB). 

E. In der Folge verfügte die KESB mit Entscheid vom 04. September 2018, 
mitgeteilt am 12. September 2018, was folgt:

1. Betreffend persönlichem Verkehr zwischen Y._____ und Z._____ wird 
folgendes verfügt: 

a. Y._____, X._____ (Mutter) und Z._____ (Vater) wird die Weisung 
erteilt (Art. 273 Abs. 2 und 3 ZGB), sich im Sinne der Erwägun-
gen aktiv und nach Vorgabe des Therapeuten an einer interven-
tionsorientierten Familientherapie durch lic. phil. A._____ (Kin-
der- und Jugendpsychiatrie Graubünden) zu beteiligen.

b. lic. phil. A._____ ist aufgefordert, der KESB umgehend zu mel-
den, wenn eine Anpassung der Weisung als nötig erachtet wird.

c. lic. phil. A._____ wird ersucht, der KESB einen Bericht mit Emp-
fehlungen zur weiteren Ausgestaltung des persönlichen Verkehrs 
zwischen Y._____ und Z._____ einzureichen, sobald die Grund-
lagen hierzu erarbeitet wurden, spätestens jedoch per Ende Juni 
2019.

2. Betreffend Verfahrenskosten wird verfügt:

a. Die Kosten im Verfahren Erlass Weisung werden auf Fr. 500.— 
festgesetzt.

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b. Diese Kosten werden den Eltern von Y._____ je zur Hälfte aufer-
legt.

c. X._____ und Z._____ haben je einzeln Fr. 250.— innert 30 Ta-
gen zu bezahlen.

F. Dagegen erhob X._____ mit Eingabe vom 26. September 2018 Beschwer-
de beim Kantonsgericht von Graubünden und beantragte sinngemäss die Aufhe-
bung des Entscheids.

G. Mit Schreiben vom 27. September 2018 wurden Kopien der Beschwerde-
schrift an die KESB und an Z._____ zugestellt und eine Frist von 30 Tagen zur 
Einreichung der Akten und der Beschwerdeantworten gesetzt.

H. Die Beschwerdeantwort der KESB vom 12. Oktober 2018 enthielt darauf – 
unter Beilage der vorinstanzlichen Verfahrensakten – das folgende Rechtsbegeh-
ren:

1. Die Beschwerde sei abzuweisen, sofern darauf eingetreten werden 
kann.

2. Die Kosten- und Entschädigungsfolgen seien nach Gesetz zu verle-
gen.

I. Mit Beschwerdeantwort vom 17. Oktober 2018 äusserte sich Z._____ zum 
Ganzen, ohne ein Rechtsbegehren erkennen zu lassen.

J. Mit Schreiben vom 29. Oktober 2018 wurde X._____ gestützt auf Art. 97 
ZPO über die mutmassliche Höhe der Prozesskosten und über die unentgeltliche 
Rechtspflege aufgeklärt.

K. Auf die weiteren Ausführungen in den Akten, im angefochtenen Entscheid 
und in den Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwä-
gungen eingegangen.

II. Erwägungen

1.1. Gemäss Art. 314 Abs. 1 i.V.m. Art. 450 Abs. 1 ZGB kann gegen Entscheide 
der Kindesschutzbehörde beim zuständigen Gericht Beschwerde erhoben werden. 
Nach Art. 60 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zum Schweizerischen Zivilgesetz-
buch (EGzZGB; BR 210.100) ist das Kantonsgericht von Graubünden die einzige 
kantonale Beschwerdeinstanz. Zur Beschwerde legitimiert sind nach Art. 450 Abs. 
2 Ziff. 1 ZGB die am Verfahren beteiligten Personen und damit in erster Linie die 
von der Anordnung der KESB direkt betroffenen Personen. Im Bereich des Kin-

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desschutzes können nebst den Kindern auch deren Eltern betroffene Personen 
sein (Daniel Steck, in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar zum Zivil-
gesetzbuch I, 5. Aufl., Basel 2014, N 29 zu Art. 450 ZGB mit weiteren Hinweisen; 
Hermann Schmid, Erwachsenenschutz Kommentar, Zürich/St. Gallen 2010, N 20 
f. zu Art. 450 ZGB). Die Beschwerdeführerin ist als Mutter durch den angefochte-
nen Entscheid betroffen und somit zu dessen Anfechtung legitimiert.

1.2. Die Beschwerdefrist beträgt gemäss Art. 450b Abs. 1 ZGB dreissig Tage 
seit Mitteilung des Entscheids. Der Entscheid der Vorinstanz vom 04. September 
2018 wurde der Beschwerdeführerin am 12. September 2018 mitgeteilt, sodass 
die Beschwerde mit Poststempel vom 25. September 2018 fristgerecht eingereicht 
wurde.

1.3. Gemäss Art. 450 Abs. 3 ZGB ist die Beschwerde beim Gericht schriftlich 
und begründet einzureichen, wobei in formeller Hinsicht keine hohen Anforderun-
gen gestellt werden dürfen (vgl. Botschaft zur Änderung des Schweizerischen Zi-
vilgesetzbuches [Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kindesrecht] vom 28. 
Juni 2006, BBI 2006 7001, S. 7085; Daniel Steck, a.a.O., N 42 zu Art. 450 ZGB). 
Ein von einer betroffenen urteilsfähigen Person unterzeichnetes Schreiben ist hin-
reichend, sofern das Anfechtungsobjekt ersichtlich ist und daraus hervorgeht, 
warum sie mit der getroffenen Anordnung ganz oder teilweise nicht einverstanden 
ist (Daniel Steck, a.a.O., N 42 zu Art. 450 ZGB). Vorliegend fehlt der Beschwerde-
schrift vom 09. August 2018 ein eigentliches Rechtsbegehren (vgl. act. A.1). Aus 
dem Kontext ist jedoch sinngemäss das Begehren um Aufhebung des Entscheids 
ersichtlich, so dass auf die im Übrigen formgerechte Beschwerde einzutreten ist.

2. Die Beschwerde hat aufschiebende Wirkung, sofern die Kindesschutz-
behörde oder die gerichtliche Beschwerdeinstanz nichts anderes verfügt (Art. 450c 
ZGB). Vorliegend wurde gemäss Ziffer 5 des Dispositivs des angefochtenen Ent-
scheids dem Rechtsmittel die aufschiebende Wirkung nicht entzogen, wobei auch 
für das Kantonsgericht von Graubünden als Beschwerdeinstanz kein Grund be-
steht, von diesem Entscheid abzuweichen.

3. Zu beachten sind im Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz die 
allgemeinen Verfahrensgrundsätze des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 443 ff. 
ZGB), soweit das Gesetz in den Art. 450 ff. ZGB keine abweichenden Vorschriften 
enthält (Daniel Steck, a.a.O., N 13 zu Art. 450 ZGB mit weiteren Hinweisen). Dies 
gilt namentlich für die in Art. 446 ZGB verankerte uneingeschränkte Untersu-
chungs- und Offizialmaxime und das an gleicher Stelle festgeschriebene Prinzip 

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der Rechtsanwendung von Amtes wegen. Diese Verfahrensgrundsätze beziehen 
sich auf sämtliche Verfahren vor der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde und 
erstrecken sich nach dem Grundsatz der Einheit des Prozesses auch auf die Ver-
fahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz (Christoph Auer/Michèle Marti, in: 
Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar zum Zivilgesetzbuch I, 5. Aufl., 
Basel 2014, N 1 zu Art. 446 ZGB mit weiteren Hinweisen; Daniel Steck, in: Büch-
ler/Häfeli/Leuba/Stettler [Hrsg.], FamKommentar Erwachsenenschutz, Bern 2013, 
N 7 zu Art. 446 ZGB; Hermann Schmid, a.a.O., N 1 zu Art. 446 ZGB). Da die 
Behörde nur erforderliche Massnahmen verfügen darf und das Recht von Amtes 
wegen anzuwenden hat (Art. 446 Abs. 4 ZGB), ist die Beurteilung der Verfahrens-
beteiligten über die Notwendigkeit einer Massnahme grundsätzlich ohne Bedeu-
tung für den Entscheid der KESB bzw. der Beschwerdeinstanz (vgl. Christoph Au-
er/Michèle Marti, a.a.O., N 40 zu Art. 446 ZGB).

4. Mit Beschwerde können gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB Rechtsverletzungen 
(Ziff. 1), unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sach-
verhalts (Ziff. 2) und Unangemessenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Die Beschwerde 
ist ein vollkommenes Rechtsmittel, womit das erstinstanzliche Urteil in rechtlicher 
und tatsächlicher Hinsicht umfassend überprüft werden kann (Botschaft Erwach-
senenschutz, a.a.O., S. 7085; Hermann Schmid, a.a.O., N 1 zu Art. 450a ZGB).

5. Die Vorinstanz stellte fest, dass der persönliche Verkehr zwischen Y._____ 
und dem Vater in einem Unterhalts- und Betreuungsvertrag geregelt sei (act. E.1 
KESB). Obwohl in den Akten kein derartiger Vertrag liegt, ist unbestritten, dass ein 
solcher besteht und dem Vater ein Besuchsrecht zusteht. Da seit rund zwei Jah-
ren kein Kontakt mehr zwischen Y._____ und ihrem Vater besteht, erwog 
die Vorinstanz, dass eine interventionsorientierte Familientherapie helfen würde, 
einem langfristigen Kontaktabbruch zwischen dem Vater und Y._____ entgegen-
zuwirken. Gestützt auf Art. 273 ZGB verfügte die KESB die Weisung an alle Betei-
ligten, sich aktiv und nach Vorgabe des Therapeuten an einer interventionsorien-
tierten Familientherapie zu beteiligen. Die Mutter bringt vor dem Kantonsgericht 
nun im Wesentlichen vor, von der Weisung zu einer Familientherapie müsse ab-
gesehen werden, da dies gegen den Willen der Tochter geschehe. Im Folgenden 
ist deshalb zu prüfen, ob die Voraussetzungen für die verfügte Weisung gemäss 
Art. 273 Abs. 2 ZGB gegeben sind.

6.1. Gemäss Art. 273 Abs. 1 ZGB haben Eltern, denen die elterliche Sorge oder 
Obhut nicht zusteht und das minderjährige Kind gegenseitig Anspruch auf ange-
messenen persönlichen Kontakt. Der persönliche Verkehr gemäss dieser Bestim-

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mung ist Teil des Anspruchs auf Achtung des Familienlebens nach Art. 8 EMRK 
und ist nicht nur in Trennungs- und Scheidungssituationen verheirateter Eltern, 
sondern auch bei nicht verheirateten Eltern anwendbar (Ingeborg Schwen-
zer/Michelle Cottier, in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilge-
setzbuch I, 5. Aufl., Basel 2014, N 1 zu Art. 273 ZGB). Sinn und Zweck dieser Be-
stimmung ist die Regelung des persönlichen Kontakts zwischen den Eltern und 
dem Kind, wenn sich dieser sich nicht schon unmittelbar aus dem Lebensalltag 
ergibt (Hausheer/Geiser/Aebi-Müller, Das Familienrecht des Schweizerischen Zi-
vilgesetzbuches, 6. Aufl., Bern 2018, Rz. 17.129). Für die Beurteilung des "ange-
messenen" persönlichen Verkehrs im Sinne von Art. 273 Abs. 1 ZGB bildet in ei-
ner Gesamtbetrachtung aller Umstände des Einzelfalls das Kindeswohl oberste 
Richtschnur (Urteil des Bundesgerichts 5A_409/2008 vom 26. November 2008 E. 
3.2). 

Der Begriff des Kindeswohls (vgl. Art. 296 Abs. 1 ZGB) entzieht sich zwar einer 
genauen Definition, er kann aber umschrieben werden als "für die Persönlichkeits-
entwicklung eines Kindes günstigste Relation zwischen seiner Bedürfnislage und 
seinen Lebensbedingungen" (Harry Dettenborn, zitiert von Linus Cantieni/Rolf Vet-
terli, in: Büchler/Jakob, Kurzkommentar, Schweizerisches Zivilgesetzbuch [ZGB], 
2. Aufl., Basel 2018, N 2 zu Art. 301 ZGB). Als Kernbereich des Kindeswohls kann 
die "körperliche, geistige und sittliche Entfaltung" im Sinne von Art. 302 Abs. 1 
ZGB beschrieben werden (Ingeborg Schwenzer/Michelle Cottier, in: Hon-
sell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 5. Aufl., Basel 
2014, N 5 zu Art. 301 ZGB). 

Ein angemessener regelmässiger Kontakt mit den wichtigsten Bezugspersonen ist 
für die persönliche Entfaltung eines Kindes zentral (Diana Wider/Daniel Pfister-
Wiederkehr, in: Rosch/Fountoulakis/Heck [Hrsg.], Handbuch Kindes- und Erwach-
senenschutz, Bern 2016, Rz. 723). Es liegt entsprechend auf der Hand, dass der 
Umgang des Kindes auch mit dem nicht sorgeberechtigten Vater in verschiedener 
Hinsicht dem Kindeswohl dient. So kann ein Kind durch den abwechselnden Kon-
takt zu beiden Elternteilen etwa erfahren, dass es nicht seine Schuld ist, dass sich 
die Eltern nicht vertragen, oder es kann sich mit beiden Geschlechterrollen aus-
einandersetzen. Ebenfalls kann es das Bild, welches sich das Kind vom abwesen-
den Vater macht, mit der Realität vergleichen (vgl. dazu Rolf Vetterli, Das Recht 
des Kindes auf Kontakt zu seinen Eltern, in: FamPra.ch 2009, S. 23. ff.). 

6.2. Der Inhaber der elterlichen Sorge ist in dieser Hinsicht verpflichtet, den per-
sönlichen Verkehr zwischen dem Kind und dem berechtigten Elternteil zu ermögli-

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chen (Hausheer/Geiser/Aebi-Müller, a.a.O., Rz. 17.134; Ingeborg Schwen-
zer/Michelle Cottier, a.a.O., N 5 zu Art. 273 ZGB). Das Kind und der Elternteil, der 
die elterliche Sorge nicht innehat, sind derweil sowohl berechtigt als auch ver-
pflichtet, den persönlichen Verkehr wahrzunehmen (Hausheer/Geiser/Aebi-Müller, 
a.a.O.). Gemäss Art. 274 Abs. 1 ZGB haben der Vater und die Mutter alles zu un-
terlassen, was das Verhältnis des Kindes zum anderen Elternteil beeinträchtigt 
oder die Aufgabe der erziehenden Person erschwert. Dazu gehört auch, dass der 
Inhaber der elterlichen Sorge das Kind nicht gegen den Besuchsberechtigten ne-
gativ beeinflussen darf, sondern im Rahmen der Erziehung sogar auf das Kind 
einwirken soll mit dem Ziel, psychologische Widerstände gegen den anderen El-
ternteil abzubauen und eine positive Einstellung zu gewinnen (Ingeborg Schwen-
zer/Michelle Cottier, a.a.O., N 3 zu Art. 274 ZGB mit Hinweisen).

Gemäss Art. 273 Abs. 2 ZGB kann die KESB die Eltern oder das Kind ermahnen 
oder Weisungen erteilen, wenn sich die Nichtausübung des persönlichen Verkehrs 
für das Kind nachteilig auswirkt oder wenn dies aus anderen Gründen geboten ist. 
Diese Kompetenz der KESB entspricht der ebenfalls in Art. 307 Abs. 3 ZGB statu-
ierten Befugnis (Ingeborg Schwenzer/Michelle Cottier, a.a.O., N 22 zu Art. 273 
ZGB). Wie alle Kindesschutzmassnahmen muss die gewählte Massnahme ver-
hältnismässig sein, um die Gefährdung des Kindeswohls abzuwenden. Das Ver-
hältnismässigkeitsprinzip kann dahingehend konkretisiert werden, dass Kindes-
schutzmassnahmen zur Erreichung ihres Ziels erforderlich sein müssen (Subsidia-
rität) und dass nur die mildeste Erfolg versprechende Massnahme angeordnet 
werden darf (Proportionalität). Zudem ist eine Massnahme nur anzuordnen, um 
die elterlichen Bemühungen zu ergänzen, nicht aber um sie zu ersetzen (Kom-
plementarität; vgl. zum Ganzen Urteile des Bundesgerichts 5_A_932/2012 vom 
05. März 2013 E. 5.1; 5A_701/2011 vom 12. März 2012 E. 4.2). Im Folgenden gilt 
es, diese Voraussetzungen zu prüfen.

6.3. Aus der angefochtenen Verfügung geht hervor, dass die Umsetzung der 
von den Eltern vertraglich vereinbarten minimalen Kontakte nicht funktionierte. 
Auch nimmt sie Bezug auf Y._____ Aussagen, wonach die Besuche beim Vater 
jeweils langweilig gewesen seien und er nie etwas mit ihr unternommen habe. 
Während der letzten zwei bis drei Jahre habe er kein Interesse an ihr gezeigt, 
deswegen wolle sie keinen Kontakt mehr mit ihm. Die Hintergründe der ablehnen-
den Haltung von Y._____ gegenüber dem Vater seien jedoch unklar. Die KESB 
erwog auch, dass kein einschneidendes Ereignis bei einem Kontakt mit dem Vater 
bekannt sei. Der Vater würde bei der Klärung der Widerstände und der Wieder-
aufnahme von Kontakten im therapeutischen Rahmen gerne mitarbeiten, während 

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die Tochter und die Mutter eine ablehnende Haltung eingenommen hätten (act. 
A.1).

6.4. Mit Blick auf die vorinstanzlichen Akten lassen sich diese Feststellungen 
durchwegs nachvollziehen. Im Gespräch vom 17. Mai 2018 sagte die Tochter, sie 
wolle nicht einmal Kontakt zu ihrem Vater und dann wieder keinen; lieber hätte sie 
überhaupt keinen Kontakt mehr. Zudem habe sie kein Interesse, ihren Vater bei 
seiner neuen Frau und deren Tochter zu besuchen (act. 24 KESB). Der Vater 
äusserte sich im Gespräch vom 24. Mai 2018 dahingehend, dass er immer habe 
betteln müssen, dass Y._____ zu ihm komme, er dann aber wütend geworden sei 
und sich deswegen nicht mehr gemeldet habe, was er heute als Fehler einsehe. 
Er sei aber kein schlechter oder böser Vater und würde alles für Y._____ machen. 
Ausserdem sehe er ein, dass es nach zwei Jahren Kontaktabbruch eine behutsa-
me Anbahnung des Kontakts brauche. Er wäre aber bereit, am Anfang nur kurze 
Treffen in Anwesenheit einer Drittperson zu vereinbaren (act. 25 KESB). Die Mut-
ter gab im Gespräch vom 29. Mai 2018 zu erkennen, dass die Tochter grundsätz-
lich bereit für ein Treffen mit dem Vater zusammen mit einer Drittperson wäre, al-
lerdings den Vater nicht vermisse und kein Interesse mehr an ihm habe. Der Vater 
habe sich nämlich nie für die Tochter interessiert, habe kein Einfühlungsvermögen 
für das Kind und ihr nur immer Vorwürfe gemacht, weswegen Y._____ jetzt genug 
vom Vater habe (act. 26 KESB). Im Gespräch vom 14. August 2018 sollten die 
Eltern zusammen mit der Tochter erscheinen. Als Y._____ nicht auftauchte, ant-
wortete die Mutter, dass sie sich verspäten würde, da sie noch beim Zahnarzt sei. 
Im Laufe des Gesprächs stellte sich jedoch heraus, dass Y._____ sich von Anfang 
an geweigert hatte zu kommen und die Mutter ihr gedroht hatte, dass sie die Poli-
zei einschalten würde, wenn sie nicht komme (act. 35 KESB). Per Telefon teilte 
der Vater der KESB am 17. August 2018 mit, er sei bei Y._____ vorbeigegangen 
und habe sie ganz kurz sehen können. Sie hätten vereinbart, dass sie per SMS 
den nächsten Besuchstermin festlegen würden (act. 37 KESB). Im Telefonat vom 
23. August 2018 teilte der Vater mit, Y._____ reagiere nicht mehr auf seine Nach-
richten (act. 39 KESB). Mit Erklärung vom 30. August 2018 zeigte sich der Vater 
darauf mit einer Weisung betreffend die interventionsorientierte Therapie bei der 
Kinder- und Jugendpsychiatrie Graubünden (kjp GR) einverstanden (act. 45 
KESB). Anlässlich der Behördensitzung vom 04. September 2018, an der nur die 
Mutter erschien, erläuterte diese, dass Y._____ seit Neustem von sich aus mehr 
Kontakt mit dem Vater wolle. Sie vermutete auch, dass dies mit der Arbeit der 
KESB zusammenhängen würde, erklärte sich aber nicht mit einer engen Zusam-
menarbeit mit einer professionellen Person einverstanden (act. 49 KESB).

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6.5. In der Beschwerdeschrift vom 26. September 2018 bringt die Mutter zusätz-
lich vor, dass die Beziehung zum Vater auch für sie nicht einfach gewesen sei. Die 
Problematik habe bereits vor der Geburt von Y._____ angefangen, da sie erst 
während der Schwangerschaft erfahren habe, dass der Vater noch verheiratet 
gewesen sei. Zuerst hätten sie trotzdem versucht zusammenzuleben, nach unge-
fähr einem Jahr sei es dann aber zur Trennung gekommen. Danach sei der Vater 
eine Zeit lang abends vorbei gekommen, es habe sich aber schon damals gezeigt, 
dass zwischen Vater und Tochter keine grosse Bindung bestehe. Die Tochter ha-
be von sich aus nie nach ihrem Vater gefragt. Der Vater habe auch einen Konflikt 
mit seiner Tochter aus der anderen Ehe gehabt und habe gesagt, dass diese für 
ihn gestorben sei. Y._____ fühle sich beim Vater mit seiner derzeitigen Ehefrau 
und deren Tochter unwohl und auch der Druck des Vaters vor dem Kontaktab-
bruch sei Grund für den Widerwillen der Tochter. In den zwei Jahren nach dem 
Kontaktabbruch habe sie die Tochter wesentlich entspannter und fröhlicher erlebt, 
weswegen sie die Entscheidung der Tochter akzeptiere. Die Tochter lehne eine 
Familientherapie klar ab, sage aber auch, dass sie es nicht ausschliesse, zu ei-
nem späteren Zeitpunkt von sich aus wieder Kontakt mit dem Vater aufzubauen. 
Entgegen dem Willen der Tochter eine Therapie durchzuführen, würde aber das 
Kindeswohl beeinträchtigen (act. A.1). 

6.6. Die Akten der Vorinstanz ergeben somit ein klares Bild, welches vom Inhalt 
der Beschwerde bestätigt wird. Mit eher vorgeschobenen Gründen will die Tochter 
keinen Kontakt zum Vater und die Mutter unterstützt sie dabei mit Argumenten, die 
zum grössten Teil weit zurückliegen und teilweise das Verhältnis zwischen dem 
Vater und der Mutter oder zwischen dem Vater und seiner anderen Tochter betref-
fen. Auch wenn die Mutter sich wiederholt auf den Standpunkt setzt, dass sie nur 
den Willen der Tochter akzeptieren würde, ansonsten das Kindeswohl gefährdet 
wäre, ist nicht auszuschliessen, dass sie mit ihrer passiven Haltung sogar das 
Verhältnis des Kindes zum Vater beeinträchtigt. Im Rahmen der Erziehung müsste 
die Mutter nämlich eine möglichst positive Einstellung einnehmen, was den Kon-
takt der Tochter zum Vater betrifft. Trotz des Umstands, dass der Vater in der 
Vergangenheit wohl zu viel Druck auf Y._____ ausübte und laut seinen eigenen 
Aussagen mit dem Kontaktabbruch vor rund zwei Jahren einen Fehler begangen 
hat, ist eine gewisse Bereitschaft der Tochter zu erkennen, den Kontakt zum Vater 
nicht vollends zu verlieren. Die Aussage der Tochter, sie wolle lieber keinen Kon-
takt mit ihrem Vater als unregelmässigen, lässt nämlich eher auf eine Trotzreakti-
on schliessen, als auf einen klaren Willen, den Vater nicht mehr sehen zu wollen. 
In dieser Hinsicht ist auch zu erwähnen, dass der Kindeswille ohnehin nicht mit 

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dem Kindeswohl gleichgestellt werden darf (vgl. Rolf Vetterli, a.a.O., S. 24. f.). 
Selbstverständlich ist eine Massnahme nicht gegen den Kindeswillen anzuordnen, 
wenn das urteilsfähige Kind den Verkehr mit guten Gründen standhaft ablehnt (Di-
ana Wider/Daniel Pfister-Wiederkehr, a.a.O., Rz. 762). Dies ist wie eben beschrie-
ben nicht der Fall. Im Übrigen kann die verfügte Massnahme auch als verhältnis-
mässig angesehen werden. Schliesslich dient die interventionsorientierte Familien-
therapie gerade dazu, Probleme wie das Vorliegende zu überwinden. Die KESB 
hat sich lange zurückgehalten, indem sie ein rund zwei Jahre dauerndes Ab-
klärungsverfahren ohne Massnahme abgeschlossen hatte. Da die Eltern mit der 
Durchsetzung des persönlichen Verkehrs zumindest in den letzten zwei Jahren 
offensichtlich überfordert waren, würde eine blosse Mahnung i.S.v. Art. 273 Abs. 2 
ZGB indessen nicht zum gewünschten Erfolg führen. Wie die KESB richtig aus-
führte, kann die Mitwirkung von Y._____ an der interventionsorientierten Familien-
therapie trotz ihres derzeitigen Widerstands als zumutbar erachtet werden, da die-
se in erster Linie auf die Klärung der Situation und auf die mögliche Haltungsände-
rung zielt. 

6.7. Zusammenfassend erweist sich die Weisung zur Beteiligung an einer inter-
ventionsorientierten Familientherapie als verhältnismässig, den im Kindeswohl 
stehenden persönlichen Verkehr zwischen Y._____ und ihrem Vater sicherzustel-
len.

7. Der Entscheid der KESB vom 04. September 2018, mitgeteilt am 12. Sep-
tember 2018 erweist sich somit als rechtmässig und die Beschwerde ist abzuwei-
sen.

8. Da die Beschwerde sich als offensichtlich unbegründet erweist, entscheidet 
das Kantonsgericht gestützt auf Art. 60 Abs. 2 EGzZGB i.V.m. Art. 7 Abs. 2 lit. a 
des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Zivilprozessordnung (EGzZPO; BR 
320.100) und Art. 18 Abs. 3 des Gerichtsorganisationsgesetzes (GOG; BR 
173.000) in einzelrichterlicher Kompetenz.

9. In Bezug auf die Grundsätze der Kostenauflage im erwachsenenschutz-
rechtlichen Beschwerdeverfahren verweist Art. 60 Abs. 2 EGzZGB subsidiär auf 
die Bestimmungen der ZPO. Demnach werden die Prozesskosten gemäss Art. 
106 Abs. 1 ZPO der unterliegenden Partei auferlegt. Die Beschwerdeführerin ist 
mit ihrem Antrag vollständig unterliegen. Bei diesem Verfahrensausgang gehen 
die Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 1'500.00 zu Lasten der Be-
schwerdeführerin.

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten von CHF 1'500.00 gehen zu Lasten von X._____.

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 72 BGG Beschwerde in Zivil-
sachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt 
werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen 
seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 
ff. BGG.

4. Mitteilung an: