# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 91803126-15f4-54a5-9eef-f83e194ec893
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-10-29
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 29.10.2014 200 2013 64
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2013-64_2014-10-29.pdf

## Full Text

200 13 64 IV
KNB/ZID/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 29. Oktober 2014

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichterin Fuhrer
Gerichtsschreiber Zimmermann

A.________
vertreten durch Fürsprecher B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügungen vom 11. Dezember 2012

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Okt. 2014, IV/13/64, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1951 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) war bis 1992 selbstständigerwerbender ... und danach in 
einem Anstellungsverhältnis als ... bzw. zuletzt krankheitsbedingt (vgl. 
nachfolgend) als ... in der ... tätig, ehe dieses Arbeitsverhältnis per 31. Juli 
2012 gekündigt wurde (Akten der IV-Stelle Bern [nachfolgend: IVB bzw. 
Beschwerdegegnerin], Antwortbeilage [AB] 1, 3, 11, 91/3, 115).

Auf entsprechendes Gesuch hin (AB 1) verfügte die IVB am 9. Oktober 
2003 wegen eines diabetischen Fusses die Kostenübernahme für orthopä-
dische Serienschuhe (AB 3).

Im Februar 2009 meldete sich der Versicherte unter Verweis auf unfallbe-
dingte Beeinträchtigungen der rechten Schulter und eine am 28. Dezember 
2008 durchgeführte Herzoperation mit vier Bypässen zum Leistungsbezug 
an (AB 5). Die IVB holte einen Auszug aus dem individuellen Konto (IK; 
AB 11), Berichte der behandelnden Ärzte (AB 13, 15 ff., 19, 21, 24 f.) sowie 
einen Fragebogen Arbeitgeber (AB 18) ein und gewährte Frühinterventi-
onsmassnahmen in Form von Eingliederungsberatung (AB 10, 22, 27); in 
deren Rahmen übernahm sie die Kosten (anteilmässig) für die Anpassung 
des Arbeitsplatzes und den Besuch diverser (EDV-)Kurse (AB 28). Nach 
einer Augenoperation und dem damit verbundenen Abbruch der Kursbesu-
che (AB 29) veranlasste die IVB nach Einholung weiterer medizinischer 
Unterlagen (AB 30 f., 35, 38 ff., 43, 51 ff., 68) und auf Empfehlung des Re-
gionalen Ärztlichen Dienstes (RAD; AB 32, 42) eine Arbeitsmarktliche-
Medizinische Abklärung (AMA) in der ... vom 8. August bis 9. September 
2011 (Abklärungsbericht AMA vom 18. Oktober 2011; AB 91). Am 5. De-
zember 2011 wies sie das Leistungsbegehren bezüglich beruflicher Mass-
nahmen ab (AB 94).

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B.

Nach Einholung weiterer medizinischer Unterlagen (AB 95, 97 ff., 103, 
110 ff., 116 f., 121 ff.), Berichten des RAD (AB 100, 114, 118), einem Fra-
gebogen Arbeitgeber (AB 115) und IK-Auszügen (AB 123) teilte die IVB 
dem Versicherten am 16. August 2012 den Abschluss der beruflichen 
Massnahmen mit (AB 124) und stellte mit Vorbescheid vom 21. August 
2012 eine halbe Rente vom 1. Oktober 2009 bis 31. Mai 2010, eine ganze 
Rente vom 1. Juni 2010 bis 31. Dezember 2011 und wiederum eine halbe 
Rente vom 1. Januar bis 31. August 2012 in Aussicht (AB 125). Mit Einga-
be vom 22. August 2012 (AB 128) und Einwänden vom 20. September 
2012 (AB 132) machte der Versicherte geltend, seine Arbeitsleistung sei 
aufgrund der multiplen Beschwerden und entgegen dem Abklärungsbericht 
AMA vom 18. Oktober 2011 (AB 91) massiv eingeschränkt, weshalb ihm 
bei ganzheitlicher Betrachtung – allenfalls gestützt auf ein polydisziplinäres 
Gutachten – weiterhin eine seinem Invaliditätsgrad entsprechende Rente 
auszurichten sei. Nach Einholung einer Stellungnahme des RAD (AB 134) 
verfügte die IVB wie im Vorbescheid (AB 125) in Aussicht gestellt (Verfü-
gungen vom 11. Dezember 2012; AB 139).

C.

Hiergegen liess der Versicherte, vertreten durch Fürsprecher B.________, 
am 25. Januar 2013 Beschwerde erheben und beantragen, unter Aufhe-
bung der angefochtenen Verfügungen sei der Invaliditätsgrad für die Zeit 
ab dem 11. September 2011 (vgl. AB 139/8 oben) neu zu bestimmen und 
es seien die sich daraus ergebenden Renten (ab 1. Januar 2012 eine Drei-
viertelsrente und ab 1. September 2012 zumindest eine halbe, allenfalls 
sogar eine Dreiviertelsrente) neu festzusetzen, eventualiter sei die Sache 
zur weiteren Abklärung und zur Neufestsetzung des Invaliditätsgrades an 
die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, unter Kosten- und Entschädi-
gungsfolge.

Mit Beschwerdeantwort vom 1. März 2013 beantragte die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei.

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Mit Schreiben vom 14. August 2014 machte der Instruktionsrichter den Be-
schwerdeführer auf eine mögliche Schlechterstellung (reformatio in peius) 
im Falle der Aufhebung der angefochtenen Verfügungen und der Rückwei-
sung der Sache an die Beschwerdegegnerin zur weiteren Abklärung und 
neuer Entscheidung aufmerksam, weshalb er ihm Gelegenheit zum Rück-
zug der Beschwerde gab. Am 18. August 2014 teilte der Beschwerdeführer 
mit, an der Beschwerde festzuhalten.

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtenen Entscheide sind in Anwendung von Sozialversi-
cherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch die angefochtenen Entscheide berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb er zur 
Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gege-
ben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche-
rung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bilden die Verfügungen vom 11. Dezember 2012 
(AB 139), mit welchen die Beschwerdegegnerin rückwirkend abgestufte 
und befristete Renten zugesprochen hat. Streitig ist der Anspruch auf eine 

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Invalidenrente. Rechtsprechungsgemäss ist die richterliche Überprüfungs-
befugnis nicht in dem Sinne eingeschränkt, dass unbestritten gebliebene 
Bezugszeiten von der richterlichen Prüfung ausgenommen blieben 
(BGE 125 V 413 E. 2d S. 418). Wegen der damit verbundenen Möglichkeit, 
dass die zugesprochenen abgestuften Renten gemäss den angefochtenen 
Verfügungen im Falle derer Aufhebung und Rückweisung der Sache an die 
Beschwerdegegnerin zur weiteren Abklärung und neuer Entscheidung nicht 
(vollumfänglich) bestätigt würden, hat der Instruktionsrichter dem Be-
schwerdeführer unter Hinweis auf BGE 137 V 314 die Möglichkeit zum 
Rückzug der Beschwerde gegeben, wovon dieser mit Schreiben vom 
18. August 2014 keinen Gebrauch gemacht hat.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

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Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können auch 
solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; 
SVR 2007 IV Nr. 47 S. 154 E. 2.4).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ab-
lauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Vier-
telsrente.

2.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung ge-
setzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in-
valid geworden wäre (Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-

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lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99).

2.5 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog 
anzuwenden (BGE 109 V 125 E. 4a S. 127; AHI 1998 S. 121 E. 1b).

2.5.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentli-
che Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den In-
validitätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 134 V 
131 E. 3 S. 132).

2.5.2 Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, 
sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeeinflussende 
Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem 
Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass 
sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu 
berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Mona-
te angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 88a 
Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung vom 17. Januar 
1961 [IVV; SR 831.201]). Bei einer Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit 
oder der Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die an-
spruchsbeeinflussende Änderung zu berücksichtigen, sobald sie ohne we-
sentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat (Art. 88a Abs. 2 IVV).

2.5.3 Wird rückwirkend eine abgestufte oder befristete Rente 
zugesprochen, sind einerseits der Zeitpunkt des Rentenbeginns und 
anderseits der in Anwendung der Dreimonatsfrist von Art. 88a Abs. 1 IVV 
festzusetzende Zeitpunkt der Rentenherabsetzung oder -aufhebung die 
massgebenden Vergleichszeitpunkte (Entscheid des Bundesgerichts 
[BGer] vom 16. Juni 2009, 8C_87/2009, E. 2.2).

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3.

3.1 Zum Gesundheitszustand bzw. zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
des Beschwerdeführers ist den Akten im Wesentlichen Folgendes zu ent-
nehmen:

3.1.1 Seit 1978 ist ein Diabetes mellitus Typ 1 unter konstanter Insulinthe-
rapie diagnostiziert, welcher (unter anderem) einen diabetischen Fuss 
Grad II a bei peripherer Polyneuropathie und eine proliferative Retinopathie 
verursachte (AB 17/56 ff., 31/17 f., 106). Eine lebenslange Insulintherapie 
sei unerlässlich zur Vermeidung der akuten diabetischen potenziell bedroh-
lichen Komplikationen und von diabetischen Sekundärkomplikationen 
(AB 106/2 lit. D Ziff. 7).

3.1.2 Nach einem Sturz im November 2002 mit anschliessender Selbst-
medikation und -therapie wurde in der Folge eine komplette Subscapularis-
läsion an der linken adominanten Schulter diagnostiziert (Sprechstunden-
berichte Dr. med. C.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates FMH des Spitals K.________, 
vom 20. August und 19. November 2003; AB 15/5 f.), weshalb am 30. Sep-
tember 2003 eine offene ventrale Acromioplastik und transossäre Subsca-
pularisreinsertion durchgeführt wurden (Operationsbericht Dr. med. 
C.________ vom 30. September 2003; AB 15/12). Aufgrund dessen war 
der Beschwerdeführer ab 29. September 2003 zu 100%, ab 1. März 2004 
zu 50% und vom 1. Mai bis 31. Juli 2004 zu 25% arbeitsunfähig (AB 15/1 
lit. B).

3.1.3 Nach einem Sturz auf den rechten Arm am 23. August 2007 
(AB 13/14) wurden zunächst eine operative Neurolyse und submuskuläre 
Vorverlagerung des Nervus ulnaris (Berichte von Dr. med. D.________, 
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs-
apparates und für Handchirurgie FMH, vom 9. November 2007 [AB 13/9] 
und 18. Januar 2008 [AB 13/7]) und alsdann am 2. Oktober 2008 im Rah-
men einer Schulterarthroskopie rechts eine arthroskopische Tenodese der 
langen Bizepssehne, eine Subscapularis- und Supraspinatussehnenrekon-
struktion, eine Acromioplastik und eine laterale Clavicularesektion durchge-
führt (Operationsbericht von Dr. med. C.________ vom 8. Oktober 2008; 

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AB 13/25 f.). Deswegen wurde dem Beschwerdeführer ab 1. Oktober 2008 
eine Arbeitsunfähigkeit von 100% und ab 1. April 2009 eine solche von 
50% attestiert; ab 1. Mai 2009 wurde er von Seiten der Schulter wieder als 
voll arbeitsfähig angesehen für repetitive Arbeiten unter Horizontalniveau 
mit leichten Gewichten (AB 25/1 ff.).

3.1.4 Wegen Dyspnoe und retrosternalen Schmerzen bei bekannter hy-
pertensiver und koronarer Herzkrankheit wurde am 29. Dezember 2008 in 
der Klinik L.________ eine vierfache Myokardrevaskularisation mit ansch-
liessender umfassender kardialer Rehabilitation in der Klinik O.________ 
durchgeführt (AB 17/7 ff, 17/19 ff.); dies hatte eine Arbeitsunfähigkeit vom 
28. Dezember 2008 bis 14. Februar 2009 zur Folge (AB 19/1). Während 
der Rehabilitation (AB 17/7) und auch in der Folge (AB 17/5 f.) traten bei 
Ortho- und Anstrengungsdyspnoe Pleuraergüsse auf, die punktiert werden 
mussten. Unter Berücksichtigung dessen ging der Hausarzt Dr. med. 
E.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, im Bericht vom 
18. März 2009 (AB 17/1 ff.) von einer auf mindestens 50% reduzierten Ar-
beitsfähigkeit bei wahrscheinlich normalem Arbeitstempo aus und be-
schränkte das Heben von Gewichten auf 15 kg (AB 17/2 lit. D Ziff. 2 f.), 
dies bei jedoch schlechter Prognose wegen des Diabetes mellitus und der 
limitierten Herzleistung (AB 17/4 lit. E Ziff. 9). Wegen rezidivierendem Pleu-
raerguss und Sternuminstabilität nach Stürzen führte Dr. med. F.________, 
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH der Klinik L.________, im 
April 2009 eine Pleuradrainage und eine Sternumrefixation durch (AB 21). 
Im Verlaufsbericht vom 16. Juni 2009 (AB 24) ging der Hausarzt von einem 
gebesserten Gesundheitszustand (ohne geistige und psychische Ein-
schränkungen) und einer Arbeitswiederaufnahme zu 50% ohne Heben von 
Gewichten über 15 kg ab Mitte Juni 2009 aus. Indessen erreichte der Be-
schwerdeführer nach Ansicht seiner Arbeitgeberin nicht mehr die volle Leis-
tungsfähigkeit (AB 29). Entsprechend attestierte Dr. med. G.________, 
Facharzt für Kardiologie und Allgemeine Innere Medizin FMH, mit Bericht 
vom 20. Mai 2010 (AB 31/3 ff.) aus kardiologischer Sicht eine leicht einge-
schränkte Leistungsfähigkeit. Im Februar 2011 zog eine schmerzhafte epi-
gastrische Hernie einen operativen Eingriff nach sich; von Seiten des Her-
zens wurde der Beschwerdeführer als unauffällig bzw. leistungsfähig emp-
funden, doch habe er sich über zunehmende leichte neuropsychologische 

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Defizite, insbesondere eine zunehmende Verlangsamung der Denkvorgän-
ge und zunehmende Gedächtnisstörungen beklagt (AB 51/7 ff.). Im Bericht 
vom 3. März 2011 (AB 51/2 ff.) empfahl Dr. med. F.________ eine Ab-
klärung allfälliger neuropsychologischer Defizite. Gemäss der kardiologi-
schen Verlaufskontrolle vom 16. Mai 2011 sei der Beschwerdeführer aus 
kardialer Sicht weiterhin oligosymptomatisch; im Vordergrund stehe ein 
störender persistierender chronischer Reizhusten mit Schmerzen im Ster-
nalbereich beim Husten. Die …-tätigkeit im Umfang von 50% ohne körperli-
che Belastungen sei vertretbar; aus kardialer Sicht bestehe eine verminder-
te Gesamtleistung (Bericht Dr. med. G.________ vom 17. Mai 2011; AB 
68).

3.1.5 Als Spätfolge des Diabetes mellitus trat eine proliferative Retinopa-
thie mit massiven Membranen und aktiven Neovaskularisationen und ei-
nem deutlichen Cataracta provecta links ein, weshalb am 3. März 2010 im 
Spital M.________ eine Katharaktoperation mit gleichzeitiger Laserung und 
Öleinlagerung durchgeführt wurde (AB 31/11 ff.). Infolgedessen war der 
Beschwerdeführer ab 1. März 2010 voll arbeitsunfähig (AB 38/1); im Ein-
verständnis mit dem Hausarzt durfte er Arbeiten zu therapeutischen Zwe-
cken erledigen (AB 30/1 unten). Wegen zwischenzeitlich aufgetretener Vi-
susstörungen und mangels Binokularsehen attestierte das Spital 
M.________ in den Berichten vom 11. Oktober 2010 (AB 40/2 ff.), 30. No-
vember 2010 (AB 43) und 23. März 2011 (AB 53) eine – nicht nur ophthal-
mologisch begründete (wegen der eingeschränkten Sehschärfe links und 
dem dadurch resultierenden verminderten Binokularsehen), sondern vor 
allem durch die Herzsituation postoperativ bedingte – verminderte Leis-
tungsfähigkeit. Am 17. Februar 2011 sei eine Kapsulotomie bei Nachstar 
erfolgt, weshalb mit einer Visusverbesserung gerechnet werden könne. 
Eine weitere Operation erfolgte am 29. Juni 2011 (AB 95/3).

3.1.6 Nach Meinung der RAD-Ärztin med. pract. H.________, Fachärztin 
für Physikalische Medizin und Rehabilitation, im Bericht vom 16. November 
2010 (AB 42/3 f.) würden der Status nach der Schulterarthroskopie rechts 
am 2. Oktober 2008 (vgl. E. 3.1.3 hiervor), der Status nach offener ventra-
ler Acromioplastik und transossärer Subscapularisreinsertion der linken 
Schulter am 30. September 2003 (vgl. E. 3.1.2 hiervor) sowie der Status 

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nach der Kataraktoperation, Laserung und Öleinlagerung links am 3. März 
2010 (vgl. E. 3.1.5 hiervor) Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zeitigen, 
nicht (mehr) aber (unter anderem) der Diabetes mellitus Typ 1 (vgl. E. 3.1.1 
hiervor) und die hypertensive und koronare Herzkrankheit (vgl. E. 3.1.4 
hiervor). Das endgültige Zumutbarkeitsprofil müsse durch eine AMA erfasst 
werden.

3.1.7 Nachdem bereits Dr. med. F.________ nach der Pleuradrainage 
und der Sternumrefixation im April 2009 (vgl. E. 3.1.4 hiervor) eine zuneh-
mende depressive Verstimmung festgestellt hatte, weshalb eine antide-
pressive Behandlung begonnen worden sei (AB 21/2 f.; vgl. auch AB 51/8), 
und der Hausarzt im September 2010 auf eine "gewisse depressive Kom-
ponente" hinwies (AB 38/1), liess der Beschwerdeführer am 28. September 
2011 mitteilen, dass er aktuell in psychotherapeutischer Behandlung sei 
(AB 89).

3.1.8 Gemäss Abklärungsbericht AMA vom 18. Oktober 2011 (AB 91) 
habe der Beschwerdeführer im Eintrittsgespräch angegeben, sich gesund 
zu fühlen und eigentlich in der Lage zu sein, ein volles Pensum im Bereich 
... zu absolvieren. Diesbezüglich fühle er sich von seiner Arbeitgeberin un-
verstanden. Trotz anfänglicher Skepsis habe er sich auf die Abklärung ein-
gelassen und sich auch offen und interessiert für Neues gezeigt. Im Verlauf 
sei immer wieder aufgefallen, dass seine körperliche Verfassung ihm Gren-
zen setze (regelmässige Blutzuckermessungen, Müdigkeit mit Auswirkun-
gen auf die Konzentrationsfähigkeit und Flüchtigkeitsfehler, Ruhepausen). 
Seine Konzentrationsfähigkeit müsse als eingeschränkt bezeichnet werden. 
Die Resultate seien stark schwankend (AB 91/5). Seine Motivation sei in 
den ersten Wochen immer wieder eingeschränkt gewesen, da er den Sinn 
der Abklärung kaum eingesehen habe, zumal er selber nicht davon ausge-
he, noch eine passende Stelle zu finden. Ihm sei es aber im Laufe der Zeit 
gelungen, seine Einstellung zu verbessern und er habe immer wieder en-
gagiert mitgearbeitet (AB 91/10). Im Zwischengespräch habe er auf abend-
liche Erschöpfung hingewiesen; er halte es fast nicht aus, den ganzen Tag 
zu arbeiten. Deshalb sei eine vollschichtige Präsenz mit vermehrter Benut-
zung des Ruheraums vereinbart worden. Entsprechend habe er für die Zu-

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kunft ein 50%-Pensum als realistisch angesehen, da ihm seine Gesundheit 
nicht erlaube, mehr zu arbeiten (AB 91/11).

Für die RAD-Ärztin med. pract. H.________, welche die AMA-Abklärung 
begleitete, ohne dass eigene Untersuchungen aktenkundig wären, sollte 
diese Klarheit schaffen, warum der Beschwerdeführer nicht arbeite, obwohl 
laut dem letzten ophthalmologischen Bericht seit der Kapsulotomie links am 
29. Juni 2011 keine Einschränkung für eine ...-tätigkeit mehr bestehe (die-
ser Bericht befindet sich nicht bei den Akten; vgl. aber E. 3.1.5 hiervor). 
Seit der letzten Augenoperation am 29. Juni 2011 habe er auch keine Seh-
probleme mehr, weshalb er auch Fahrzeuge führen dürfe. Aufgrund der 
aktuellen medizinischen Unterlagen bestehe kein Grund, weshalb eine 
überwiegend sitzende Tätigkeit mit der Möglichkeit der Wechselpositionie-
rung nicht zu 100% möglich sein sollte. Der Beschwerdeführer sei denn 
auch selber der Ansicht, dass er arbeiten könne, wenn man ihn nur lasse; 
ausser unruhige Beine habe er keine neuen Beschwerden, die nicht schon 
bekannt seien. Auf die Arbeitsfähigkeit auswirken würden sich der Status 
nach der Schulterarthroskopie rechts am 2. Oktober 2008 (vgl. E. 3.1.3 
hiervor) und der Status nach offener ventraler Acromioplastik und tran-
sossärer Subscapularisreinsertion der linken Schulter am 30. September 
2003 (vgl. E. 3.1.2 hiervor), nicht (mehr) aber der Status nach der Kapsulo-
tomie bei Re-Katarakt links am 29. Juni 2011 und der Status nach der Ka-
taraktoperation, Laserung und Öleinlagerung links am 3. März 2010 (vgl. E. 
3.1.5 hiervor) sowie der Diabetes mellitus Typ 1 (vgl. E. 3.1.1 hiervor) und 
die hypertensive und koronare Herzkrankheit (vgl. E. 3.1.4 hiervor). Auf-
grund der Schulteroperation im Oktober 2008 (vgl. E. 3.1.3 hiervor) sei es 
dem Beschwerdeführer nicht mehr möglich gewesen, schwere Hebetätig-
keiten oder belastende Überkopfarbeiten auszuführen. Aufgrund der By-
passoperationen im Dezember 2008 und späteren Komplikationen in Form 
von Pleuraergüssen (vgl. E. 3.1.4 hiervor) sei es dann auch zu keiner 
Rückkehr an den alten Arbeitsplatz gekommen. In Bezug auf eine ange-
passte Tätigkeit am ... habe davon ausgegangen werden müssen, dass 
eventuelle Sehschwierigkeiten deren Wiederaufnahme verhindern würden, 
doch würden keine Einschränkungen für eine Erwerbstätigkeit mehr beste-
hen (vgl. E. 3.1.5 hiervor). Auch laut Kardiologie des Spitals M.________ 
(vgl. E. 3.1.4 hiervor) bestünden aus deren Fachgebiet keine Einschrän-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Okt. 2014, IV/13/64, Seite 13

kungen mehr. Die bei dieser Gelegenheit vom Beschwerdeführer gemach-
ten Aussagen über seine intellektuellen Fähigkeiten hätten völlig seinen 
Aussagen im Rahmen der AMA-Abklärung und den dabei gezeigten Leis-
tungen widersprochen. Die vom Hausarzt (richtig: Dr. med. F.________; 
vgl. AB 51/2 ff.) einmalig am 3. März 2011 erwähnten, nicht aber objekti-
vierbaren neuropsychologischen Defizite seien während der AMA nicht 
aufgefallen, weshalb auf eine neuropsychologische Abklärung verzichtet 
worden sei. Schliesslich hätten während der AMA keine Anzeichen für eine 
Depression bestanden (vgl. E. 3.1.7 hiervor), weshalb bei normaler 
Schwingungsfähigkeit auf eine zusätzliche psychiatrische Abklärung be-
wusst verzichtet worden sei. Sowohl die Medikation, welche eine Müdigkeit 
fördere, als auch ein mögliches Schlafapnoesyndrom seien, nachdem von 
ärztlicher Seite entsprechende Therapien geplant seien, spätestens nach 
einem halben Jahr nicht mehr leistungslimitierend, da schon heute durch 
eine frühere Pause eine gute Leistung über zweimal drei Stunden habe 
erreicht werden können. Eine reine …-tätigkeit überwiegend sitzend sei 
aktuell zu drei Stunden morgens und drei Stunden nachmittags mit etwas 
früherem Beginn einer um eine halbe Stunde verlängerten Mittagspause 
sowie einer zusätzlichen halbstündigen Pause am Nachmittag möglich. 
Das entspreche einer gesamten Tätigkeit von mindestens sechs Stunden 
mit einer maximalen Leistungsminderung von 10%. Nach Umsetzung der 
Medikation und adäquater Therapie könne ein halbes Jahr später mit einer 
vollen Arbeitsfähigkeit in einer ...-tätigkeit gerechnet werden (AB 91/12 ff.). 
Im Konsensgespräch gingen die abklärenden Personen davon aus, dass 
der Beschwerdeführer bei angepasster Tätigkeit eine Quantität von 65 bis 
90% bei einer Qualität von 90 bis 100% erreiche (AB 91/14 Ziff. 8.1). Dem-
gegenüber habe der Beschwerdeführer im Schlussgespräch die Meinung 
vertreten, künftig nur noch 50% arbeiten zu können (AB 91/15 Ziff. 9).

3.1.9 Mit Schreiben vom 30. November 2011 bestätigte die Arbeitgeberin 
gegenüber der vormaligen Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers ab 
1. Dezember 2011 eine maximale Arbeitsleistung von 25% bei einer Prä-
senzzeit von 50%; durch die grosse Sorgfaltspflicht sei dessen Arbeitstem-
po sehr langsam (AB 96/3; AB 115).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Okt. 2014, IV/13/64, Seite 14

3.1.10 Mit Schreiben vom 7. Dezember 2011 (AB 97) wies der Hausarzt 
auf die Folgen des Diabetes mellitus hin, so auf die frühe Entwicklung eines 
grauen Stars, Nierenschädigungen und den Verlust der langen Nervenbah-
nen in die Füsse. Wohl als Folge einer Makroangiopathie habe der Be-
schwerdeführer im Jahr 2008 einen Herzinfarkt erlitten, der zu einer vierfa-
chen Myokardrevaskularisation geführt und einen Kuraufenthalt notwendig 
gemacht habe. Zudem sei er in psychotherapeutischer Behandlung, da die 
vergangenen Ereignisse einen depressiven Zustand verursacht hätten. Er 
habe sich in der Vergangenheit auch einer ausgedehnten Schulterarthro-
skopie rechts unterziehen müssen, was sich sicher nicht positiv auf seine 
gesundheitliche Verfassung ausgewirkt habe. Der Hausarzt ging mit Be-
stimmtheit davon aus, dass sich der jetzige Gesundheitszustand in den 
kommenden Monaten bis Jahren dramatisch verschlechtern werde. Er 
bestätigte, dass infolge gesundheitlicher und psychischer Verfassung ein 
Arbeitseinsatz unter wirtschaftlichen Bedingungen von höchstens zwei bis 
drei Stunden pro Tag möglich sei. Entsprechend sei er bis auf weiteres zu 
75% arbeitsunfähig (AB 98).

3.1.11 In den Berichten vom 28. November und 12. Dezember 2011 
(AB 99) diagnostizierte Dr. med. I.________, Fachärztin für Oto-Rhino-
Laryngologie FMH, einen idiopathischen nicht dekompensierten Tinnitus, 
welche Diagnose für eine Erwerbsfähigkeit wahrscheinlich nicht massge-
bend sei, wobei jedoch lärmintensive Arbeit vermieden werden sollte.

3.1.12 Aufgrund einer Polysomnographie im Spital M.________ vom 
22. September 2011 wurden ein mittelschweres Schlafapnoesyndrom und 
periodische Beinbewegungen im Schlaf diagnostiziert, was aber keine 
Auswirkungen auf die Erwerbstätigkeit zeitigen würde (AB 103). Nach Be-
ginn der CPAP-Therapie habe eine erfreuliche Verbesserung der Müdig-
keitsproblematik erreicht werden können (AB 110/20).

3.1.13 Im Bericht vom 16. Februar 2012 wies die Klinik N.________ auf 
eine schwierige psychosoziale Belastungssituation insbesondere aufgrund 
der IV-Abklärungen hin; zwischenzeitlich sei eine psychologische und 
psychiatrische Betreuung aufgenommen worden (AB 110/19).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Okt. 2014, IV/13/64, Seite 15

3.1.14 Am 28. Februar 2012 musste sich der Beschwerdeführer einer 
dringlichen Rekoronarographie und Intervention unterziehen (AB 110/6 ff., 
110/10, 110/16); anschliessend erfolgte eine ambulante Herzrehabilitation 
(AB 110/2). Zur Zumutbarkeit einer (…-)Tätigkeit äusserte sich Dr. med. 
G.________ im Bericht vom 9. Mai 2012 (AB 112/2 ff.) wie bis anhin (vgl. 
E. 3.1.4 a.E. hiervor). Der Beschwerdeführer sei aus kardialer Sicht be-
schwerdefrei und habe lediglich leichte Anstrengungsdyspnoe bei maxima-
ler Belastungsstufe von 150 Watt. Formal sei er für eine sitzende oder 
leichte Tätigkeit in bisheriger Position aus kardialer Sicht einsetzbar; er sei 
mässig eingeschränkt bei sicherlich nicht vollständiger Revaskularisation 
und Anstrengungsdyspnoe (AB 117/9).

3.1.15 Aus ophthalmologischer Sicht wurde mit Verlaufsbericht vom 
21. Juni 2012 (AB 116) ein auf 0.6 und 0.05 reduzierter Visus attestiert, 
weshalb eine Tätigkeit mit hoher Anforderung an die Sehkraft nicht mehr 
möglich sei; berufliche Massnahmen seien fragwürdig und die Prognose sei 
ungewiss.

3.1.16 Aufgrund dieser Verlaufsberichte ging die RAD-Ärztin in der Stel-
lungnahme vom 26. Juli 2012 (AB 118) weiterhin von einer vollen Arbeits-
fähigkeit des Beschwerdeführers für eine im Abklärungsbericht AMA (gera-
de nicht unter geschützten Bedingungen) überprüfte und festgestellte 
überwiegend sitzende leichte Tätigkeit aus; es könne am bisherigen Zu-
mutbarkeitsprofil (vgl. E. 3.1.8 hiervor) festgehalten werden. Der idiopathi-
sche nicht dekompensierte Tinnitus (vgl. E. 3.1.11 hiervor), das mittel-
schwere Schlafapnoesyndrom (vgl. E. 3.1.12 hiervor) und die Rekoronaro-
graphie und Intervention vom 28. Februar 2012 (vgl. E. 3.1.14 hiervor) sei-
en ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit; für ...-tätigkeiten bestünden 
keine grösseren Einschränkungen der Sehfähigkeit.

Mit weiterer Stellungnahme vom 25. September 2012 (AB 134) fügte die 
RAD-Ärztin an, der Hausarzt habe keine neuen medizinischen Einwände 
(vgl. E. 3.1.10 hiervor) geltend gemacht und es seien sämtliche die berufli-
che Tätigkeit einschränkenden gesundheitlichen Faktoren (einschliesslich 
der neueren Diagnosen) berücksichtigt worden. Ziel des Beschwerdefüh-
rers scheine von Anfang an gewesen zu sein, eine krankheitsbedingte Leis-
tungseinschränkung "zu demonstrieren".

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Okt. 2014, IV/13/64, Seite 16

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

3.2.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.2.2 Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be-
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 
Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in 
einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht 
schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Glei-
ches gilt, wenn ein frei praktizierender Arzt von einer Versicherung wieder-
holt für die Erstellung von Gutachten beigezogen wird (SVR 2008 IV Nr. 22 
S. 70 E. 2.4). Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Miss-
trauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet er-
scheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den 
Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unpartei-
lichkeit des Gutachters allerdings ein strenger Massstab anzulegen 
(BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Okt. 2014, IV/13/64, Seite 17

Sofern RAD-Untersuchungsberichte den Anforderungen an ein ärztliches 
Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352) genügen, auch hinsichtlich der 
erforderlichen ärztlichen Qualifikationen, haben sie einen vergleichbaren 
Beweiswert wie ein anderes Gutachten (SVR 2009 IV Nr. 53 S. 165 
E. 3.3.2). Soll allerdings ein Versicherungsfall ohne Einholung eines exter-
nen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung 
strenge Anforderungen zu stellen. Insbesondere sind die von der versicher-
ten Person aufgelegten Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte 
mitzuberücksichtigen. Wird die Schlüssigkeit der Feststellungen der versi-
cherungsinternen Fachpersonen durch einen nachvollziehbaren Bericht 
eines behandelnden Arztes in Zweifel gezogen, so genügt der pauschale 
Hinweis auf dessen auftragsrechtliche Stellung (BGE 125 V 351 E. 3a cc 
S. 353) nicht, um solche Zweifel auszuräumen. Vielmehr wird das Gericht 
entweder ein Gerichtsgutachten anzuordnen oder die Sache an den Versi-
cherungsträger zurückzuweisen haben, damit dieser im Verfahren nach 
Art. 44 ATSG eine Begutachtung veranlasst (BGE 135 V 465 E. 4.4 - 4.6 
S. 469).

3.2.3 Nach der Praxis sind Aktengutachten nicht zu beanstanden, wenn 
die Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärti-
gen Status ergeben und diese Daten unbestritten sind. Der Untersu-
chungsbefund muss lückenlos vorliegen. Der Experte muss sich aufgrund 
vorhandener Unterlagen ein gesamthaft lückenloses Bild machen können 
(RKUV 2006 U 578 S. 175 E. 3.4, 1988 U 56 S. 371 E. 5b).

3.3 Auf die Einschätzung der RAD-Ärztin (vgl. E. 3.1.8 und 3.1.16 hier-
vor) kann vorliegend nicht abschliessend abgestellt werden. Diese be-
schränkte sich im Wesentlichen darauf, im Rahmen der AMA-Abklärung die 
einzelnen spezialärztlichen Einschätzungen in Bezug auf die Arbeitsfähig-
keit zu bestätigen. Gestützt auf diese Berichte schien für sie rückblickend 
aber auch prognostisch klar zu sein, dass eine überwiegend sitzende 
Tätigkeit mit der Möglichkeit der Wechselpositionierung zu 100% möglich 
sein sollte (vgl. AB 91/12). Dass sie den Beschwerdeführer von sich aus 
allseitig untersucht hätte (vgl. E. 3.2.1 hiervor), geht aus dem Abklärungs-
bericht AMA nicht hervor, immerhin aber, dass sie ihn im Rahmen der AMA 
beobachtet hat (vgl. AB 91/12 ff. Ziff. 7). Eine ganzheitliche medizinische 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Okt. 2014, IV/13/64, Seite 18

Einschätzung unter Berücksichtigung der Wechselwirkungen der einzelnen 
Einschränkungen ist indessen unterblieben, ebenso eine vertiefte Ausein-
andersetzung mit abweichenden Meinungen. Trotz mehreren Hinweisen 
auf psychische Probleme (vgl. E. 3.1.7 und 3.1.13 hiervor) und der Empfeh-
lung zur Abklärung allfälliger neuropsychologischer Defizite (vgl. E. 3.1.4 
hiervor) erachtete sie – ohne entsprechenden Facharzttitel – diesbezügli-
che Abklärungen bei aus ihrer Sicht fehlender Anzeichen nicht für ange-
zeigt. Sie setzt sich denn auch nicht eingehend mit der anderslautenden 
echtzeitlichen Einschätzung der Arbeitsleistung unter wirtschaftlichen Be-
dingungen von 25% bei einer Präsenzzeit von 50% durch die bisherige 
Arbeitgeberin (vgl. E. 3.1.9 hiervor) und die entsprechende Arbeitsunfähig-
keitsbescheinigung durch den Hausarzt (von 75%; vgl. E. 3.1.10 hiervor) 
auseinander, sondern verweist allein auf die einzelnen anderslautenden 
Berichte sämtlicher Spezialisten und die im Rahmen der AMA "überprüfte 
und festgestellte" volle Arbeitsfähigkeit für eine überwiegend sitzende leich-
te Tätigkeit (vgl. AB 118/2 unten). Zwar kam die AMA-Abklärung ohne wei-
tere Begründung zum Schluss, der Beschwerdeführer erreiche bei ange-
passter Tätigkeit eine Quantität von 65 bis 90% bei einer Qualität von 90 
bis 100% (AB 91/14 Ziff. 8.1), obschon in einzelnen auch im administrati-
ven Bereich wesentlichen Arbeiten eine weitaus tiefere Quantität und teil-
weise auch Qualität festgestellt worden ist (vgl. AB 91/10 Ziff. 5.3.3). Für 
die auf die AMA (Abklärungsbericht vom 18. Oktober 2011; AB 91) folgen-
de Zeitspanne stellte die RAD-Ärztin insbesondere in Bezug auf die (medi-
kamentös bedingte) Müdigkeit und das Schlafapnoesyndrom allein eine 
Prognose dahingehend, dass nach Umsetzung der Medikation und 
adäquater Therapie innerhalb eines halben Jahres mit einer vollen Arbeits-
fähigkeit in einer ...-tätigkeit gerechnet werden könne (vgl. AB 91/14 Mitte). 
Ob und inwieweit dies tatsächlich eingetreten ist, ist in der Folge trotz Be-
streitungen des Beschwerdeführers (Beschwerde, S. 4 Ziff. 3 lit. c) und 
einer dramatisch erscheinenden Prognose des Hausarztes (vgl. E. 3.1.10 
hiervor) nicht weiter abgeklärt worden, obschon die angefochtenen Verfü-
gungen erst im Dezember 2012 (AB 139) und damit über ein Jahr nach der 
AMA-Abklärung ergingen.

3.4 Nach dem Dargelegten vermag vorliegend der RAD-Bericht (im 
Rahmen der AMA; AB 91) mitsamt nachfolgenden Erläuterungen (AB 118) 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Okt. 2014, IV/13/64, Seite 19

für eine abschliessende Einschätzung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
nicht zu genügen. Wie erwähnt sind soweit erkennbar keine allseitigen Un-
tersuchungen durchgeführt worden, insbesondere nicht interdisziplinär und 
auch nicht in Bezug auf allfällige psychische und neuropsychologische De-
fizite (entgegen E. 3.2.1 hiervor), zumal diesbezüglich der RAD-Ärztin die 
erforderliche ärztliche Qualifikation (vgl. E. 3.2.2 zweiter Abschnitt hiervor) 
fehlt. Nicht zuletzt deshalb überzeugt ihre Einschätzung nicht. Insbesonde-
re kann nicht ohne weitere Abklärungen aufgrund einer blossen Prognose 
im Abklärungsbericht AMA (vgl. E 3.3 a.E. hiervor) die Rente per Ende Au-
gust 2012 eingestellt werden. Unter Berücksichtigung, dass an die 
Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen sind, wenn ein 
Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden 
werden soll, vorliegend aber doch erhebliche Zweifel an der Zuverlässigkeit 
und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen 
bestehen, sind ergänzende Abklärungen erforderlich (so BGE 122 V 157 
E. 1d S. 162 f.).

3.5 Da nicht auf die RAD-Berichte bzw. die Beurteilung auf der Basis 
der AMA abgestellt werden kann, gleichzeitig jedoch auch bis anhin nicht 
geklärte Fragen zu interdisziplinären Wechselwirkungen sowie zu allfällig 
mitwirkenden psychischen und neuropsychologischen Umständen beste-
hen und keine Ergebnisse zu den prognostizierten Verbesserungen vorlie-
gen, bedarf es einer polydisziplinären Abklärung. Die Sache ist deshalb zur 
interdisziplinären Begutachtung an die Beschwerdegegnerin zurückzuwei-
sen. Eine solche Rückweisung ist ohne weiteres geboten und zulässig (vgl. 
BGE 139 V 99 E. 1.1 S. 200), da die Begutachtung ungeklärte Fragen be-
trifft und beschwerdeweise eventualiter eine Rückweisung an die Vor-
instanz zur weiteren Abklärung beantragt wird. Zudem liess die Beschwer-
degegnerin selber bisher kein entsprechendes Gutachten erstellen. Die 
Gutachter haben die Entwicklung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit samt 
Umschreibung des Zumutbarkeitsprofils – mit Blick auf die gesamten Ak-
ten – rückblickend sowie für die Gegenwart einzuschätzen.

3.6 In Gutheissung der Beschwerde sind die angefochtenen Verfügun-
gen der IV-Stelle Bern vom 11. Dezember 2012 (AB 139) aufzuheben und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Okt. 2014, IV/13/64, Seite 20

ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie nach 
Vornahme der Abklärungen im Sinne der Erwägungen neu verfüge.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der geleistete Kostenvor-
schuss von Fr. 700.-- ist dem Beschwerdeführer nach Eintritt der Rechts-
kraft des Urteils zurückzuerstatten.

4.2

4.2.1 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-
sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g 
ATSG). Nach der Rechtsprechung gilt es unter dem Gesichtspunkt des 
(bundesrechtlichen) Anspruchs auf eine Parteientschädigung im Streit um 
eine Sozialversicherungsleistung bereits als Obsiegen, wenn die versicher-
te Person ihre Rechtsstellung im Vergleich zu derjenigen nach Abschluss 
des Administrativverfahrens insoweit verbessert, als sie die Aufhebung 
einer ablehnenden Verfügung und die Rückweisung der Sache an die Ver-
waltung zu ergänzender Abklärung und neuer Beurteilung erreicht 
(BGE 137 V 57 E. 2.1 S. 61).

4.2.2 Fürsprecher B.________ macht in seiner Kostennote vom 3. Juni 
2013 eine Anwaltsgebühr von Fr. 3'900.-- geltend, entsprechend einem 
Aufwand von 15.6 Stunden, zuzüglich Auslagen von Fr. 18.80 und 8% 
Mehrwertsteuer von Fr. 313.50. In Anbetracht der zwar eher umfangreichen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Okt. 2014, IV/13/64, Seite 21

Akten, der jedoch nicht schwierigen Rechtsfragen, des im sozialversiche-
rungsrechtlichen Verfahren geltenden Untersuchungsgrundsatzes, der Be-
schränkung der Kostennote auf das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht 
gemäss prozessleitender Verfügung vom 31. Mai 2013 und im Vergleich zu 
ähnlich gelagerten Fällen liegt der geltend gemachte Aufwand an der obe-
ren Grenze des Gebotenen. Das Mass dessen, was eine vertiefte Prüfung 
und gestützt darauf allenfalls eine Reduktion der Parteikostenentschädi-
gung durch das Gericht rechtfertigen würde, wird indessen nicht erreicht, 
weshalb es vorliegend mit dieser Feststellung sein Bewenden hat. Gestützt 
auf die eingereichte Kostennote wird die Parteientschädigung somit auf 
Fr. 4'232.30 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) festgesetzt. Diesen Be-
trag hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer zu ersetzen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde werden die angefochtenen Verfügun-
gen der IV-Stelle Bern vom 11. Dezember 2012 aufgehoben und die 
Sache wird an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie 
nach Vornahme der Abklärungen im Sinne der Erwägungen neu verfü-
ge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der vom Beschwerdeführer geleistete Kos-
tenvorschuss von Fr. 700.-- wird nach Rechtskraft des Urteils zurück-
erstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat de Beschwerdeführer die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 4‘232.30 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Okt. 2014, IV/13/64, Seite 22

4. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher B.________ z.H. des Beschwerdeführers 
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.