# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d87ca754-9a41-5496-be52-7a6379fb0d30
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-09-12
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 4. Kammer 12.09.2018 A 2018 30
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_004_A-2018-30_2018-09-12.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

A 18 30

4. Kammer

Vorsitz Racioppi
Richter Meisser, von Salis

Aktuar Simmen

URTEIL

vom 12. September 2018

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch B._____,

Beschwerdeführerin

gegen

Steuerverwaltung des Kantons Graubünden,

und

Gemeinde X._____,
Beschwerdegegnerinnen

betreffend Sondersteuer auf Kapitalleistungen (Bund, Kanton und Ge-

meinde)

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Nach Einsicht in die Beschwerde der Beschwerdeführerin vom 13. Juni 

2018, den Verzicht auf die Einreichung einer Vernehmlassung der Ge-

meinde X._____ vom 22. Juni 2018, die Vernehmlassung der Steuerver-

waltung des Kantons Graubünden vom 5. Juli 2018, in die von der Be-

schwerdeführerin und der kantonalen Steuerverwaltung eingereichten Ak-

ten sowie in Erwägung,

- dass die Beschwerdeführerin infolge Todesfalls ihres Ehegatten am 

15. August 2017 eine Kapitalleistung der C._____ AG aus der 2. Säule 

in der Höhe von Fr. 579'595.-- und am 12. September 2017 eine Kapi-

talleistung der D._____ aus der Säule 3a in der Höhe von 

Fr. 135'428.60 erhalten hat,

- dass die kantonale Steuerverwaltung aufgrund der Steuermeldungen 

der C._____ AG bzw. der D._____ am 5. April 2018 die Veranlagungs-

verfügungen betreffend die Sondersteuer auf Kapitalleistungen aus 

Vorsorge für Bund, Kanton und Gemeinde in der Höhe von Fr. 715'000.-

- und einem Steuerbetrag von gesamthaft Fr. 83'661.30 erlassen hat,

- dass die kantonale Steuerverwaltung die dagegen erhobene Einspra-

che der Beschwerdeführerin vom 30. April 2018 mit Einspracheent-

scheiden vom 5. Juni 2018 betreffend Kantons- und Gemeindesteuern 

bzw. direkte Bundessteuer 2017 abgewiesen hat,

- dass die Beschwerdeführerin dagegen am 13. Juni 2018 Beschwerde 

an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden erhoben hat mit 

dem Antrag auf Reduktion der steuerbaren Kapitalleistung von 

Fr. 715'000.-- auf Fr. 664'595.--,

- dass die kantonale Steuerverwaltung mit Vernehmlassung vom 5. Juli 

2018 die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde beantragt hat, 

- dass auf die Beschwerde vom 13. Juni 2018 einzutreten ist,

- dass nach Art. 22 Abs. 1 DBG bzw. Art. 23 Abs. 1 StG alle Einkünfte 

aus der Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung, aus Ein-

richtungen der beruflichen Vorsorge und aus anerkannten Formen der 

gebundenen Selbstvorsorge, mit Einschluss der Kapitalabfindungen 

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und Rückzahlungen von Einlagen, Prämien und Beiträgen, steuerbar 

sind (vgl. auch Art. 29 Abs. 1 lit. d StG),

- dass sich die volle Besteuerung der Leistungen aus 2. Säule und 

3. Säule a auch aus Art. 83 BVG ergibt, wonach die Leistungen aus 

Vorsorgeeinrichtungen und Vorsorgeformen bei den direkten Steuern 

des Bundes, der Kantone und der Gemeinden in vollem Umfang als 

Einkommen steuerbar sind (vgl. STEINER/LANG, in: ZWEIFEL/BEUSCH 

[Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz 

über die direkte Bundessteuer [DBG], 3. Aufl., Basel 2017, Art. 22 

Rz. 6),

- dass sämtliche Leistungen aus der beruflichen Vorsorge (2. Säule) und 

aus der gebundenen Selbstvorsorge (3. Säule a) der Besteuerung un-

terliegen und damit nicht nur die Zins- und Überschussanteile besteuert 

werden, sondern auch die Rückzahlung der eigenen Einlagen, Prämien 

und Beiträge (vgl. STEINER/LANG, a.a.O., Art. 22 Rz. 7), 

- dass die Leistungen aus 2. Säule und 3. Säule a gemäss Art. 38 DBG 

bzw. Art. 40a Abs. 1 StG gesondert von den übrigen Einkünften zu ei-

nem privilegierten Steuersatz besteuert werden,

- dass im gleichen Jahr ausgerichtete Kapitalleistungen zusammenge-

rechnet werden (vgl. Art. 40a Abs. 3 StG),

- dass es sich bei der Auszahlung der C._____ AG in der Höhe von 

Fr. 579'595.-- unbestrittenermassen um eine Kapitalleistung aus der 

2. Säule bzw. bei jener der D._____ in der Höhe von Fr. 135'428.60 um 

eine Kapitalleistung aus der 3. Säule a handelt,

- dass die kantonale Steuerverwaltung zu Recht die gesamten Kapital-

leistungen der C._____ AG bzw. der D._____ in der Höhe von 

Fr. 715'000.-- besteuert hat, weil − wie gesehen − sowohl Kapitalleis-

tungen aus der 2. Säule als auch solche aus der 3. Säule a in vollem 

Umfang der Einkommensbesteuerung unterliegen und − entgegen der 

beschwerdeführerischen Auffassung − nicht nur die Rückzahlung der 

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eigenen Einlagen, Prämien und Beiträge, sondern auch die aufgelaufe-

nen Zinserträge und Überschussanteile, besteuert werden,

- dass die kantonale Steuerverwaltung die Leistungen aus 2. Säule und 

3. Säule a zu Recht gesondert von den übrigen Einkünften zu einem 

privilegierten Steuersatz besteuert hat, 

- dass sich die Veranlagungsverfügungen vom 5. April 2018 betreffend 

die Sondersteuer auf Kapitalleistungen aus Vorsorge für Bund, Kanton 

und Gemeinde in der Höhe von Fr. 715'000.-- und einem Steuerbetrag 

von gesamthaft Fr. 83'661.30 als rechtens erweisen, 

- dass die kantonale Steuerverwaltung die Einsprache der heutigen Be-

schwerdeführerin vom 30. April 2018 zu Recht abgewiesen hat, 

- dass sich die angefochtenen Einspracheentscheide vom 5. Juni 2018 

betreffend Kantons- und Gemeindesteuern bzw. direkte Bundessteuer 

2017 als rechtens erweisen,

- dass die Beschwerde deshalb abzuweisen ist,

- dass angesichts dieses Verfahrensausgangs die Gerichtskosten zu 

Lasten der unterliegenden Beschwerdeführerin gehen (vgl. Art. 73 

Abs. 1 VRG),

- dass den in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegenden Beschwerde-

gegnerinnen gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG keine aussergerichtliche Ent-

schädigung zusteht,

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wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 2'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 143.--

zusammen Fr. 2‘143.--

gehen zulasten von A._____ und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses 

Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu 

bezahlen.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]