# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** caa4fc84-dd41-51e1-92df-2a3180d734cb
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-11-16
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 16.11.2023 SK.2023.36
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_SK-2023-36_2023-11-16.pdf

## Full Text

Urteil vom 16. November 2023   
Strafkammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Maric Demont, Vorsitz 

Martin Stupf und Alberto Fabbri, 

Gerichtsschreiber David Heeb  

Parteien  BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch Leitenden 

Staatsanwalt des Bundes Nils Eckmann 

 

und 

 

als Privatklägerschaft: 

 

1. B. Bank 

2. C. AG 

3. D. Versicherung 

4. E. Versicherung 

5. F. Bank 

6. G. 

 

 
gegen 

  
 

A., amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Andrea Jang-

gen 

 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer:  SK.2023.36 

- 2 - 

SK.2023.36 

Gegenstand  
Mehrfache Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige 

Gase in verbrecherischer Absicht; mehrfacher qualifizier-

ter Diebstahl; mehrfache qualifizierte Sachbeschädigung; 

Hausfriedensbruch 

- 3 - 

SK.2023.36 

Anträge der Bundesanwaltschaft: 

1. A. sei schuldig zu sprechen: 

− der mehrfachen Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecheri-

scher Absicht gemäss Art. 224 Abs. 1 StGB; 

− des mehrfachen qualifizierten Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 3 

Abs. 4 StGB; 

− der mehrfachen qualifizierten Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 i.V.m. 

Abs. 3 StGB; 

− des Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB. 

 

2. A. sei zu bestrafen mit einer Freiheitsstrafe von 74 Monaten sowie mit einer Geld-

strafe von 30 Tagessätzen à Fr. 10.--. 

 

3. A. sei für die Dauer von 10 Jahren des Landes zu verweisen. 

 

4. Der Kanton St. Gallen sei als Vollzugskanton zu bestimmen. 

 

5. A. sei zu verpflichten, 

− der C. AG Schadenersatz von Fr. 12'721.-- zu bezahlen; 

− der D. Versicherung Schadenersatz von Fr. 57'641.55 zzgl. 5% Zins seit dem 10. 

Dezember 2020 zu bezahlen; 

− der E. Versicherung Schadenersatz von Fr. 74'876.25 zu bezahlen; 

 

soweit weitergehend seien die Zivilklagen auf den Zivilweg zu verweisen. 

 

6. Die Verfahrenskosten seien gerichtlich zu bestimmen und vollumfänglich A. zur Be-

zahlung aufzuerlegen. 

 

7. Das amtliche Honorar von Rechtsanwalt Andrea Janggen sei gerichtlich zu bestim-

men und durch die Eidgenossenschaft auszurichten, unter Festsetzung einer entspre-

chenden Rückzahlungsverpflichtung von A. 

 

 

 

 

 

 

 

  

- 4 - 

SK.2023.36 

Anträge der Privatklägerschaft: 

 

Anträge der B. Bank: 

 

Es wurden keine Anträge eingereicht. 

 

Anträge der C. AG: 

 

(sinngemäss: BA 15-03-3-0007, -0009) 

 

Der Beschuldigte sei zu verpflichten, der C. AG einen Schadenersatz von Fr. 12'721.-- zu 

bezahlen. 

 

Anträge der D. Versicherung (BA 15-05-0012): 

 

1. A. sei zu verpflichten, der D. Versicherung im Schadensfall Nr. 1 den Betrag von Fr. 

57'641.55 zzgl. 5% Zins seit dem 10. Dezember 2020 zu bezahlen. 

 

2. A. sei zu verpflichten, der Feuerwehr H. den Betrag von Fr. 1'305.-- zu bezahlen. 

 

3. Unter Kostenfolge zu Lasten des Beschuldigten. 

 

Anträge der E. Versicherung: 

 

(sinngemäss: BA 15-02-2-0020, -0022) 

 

Der Beschuldigte sei zu verpflichten, der E. Versicherung einen Schadenersatz von Fr. 

74'876.25 zu bezahlen. 

 

Anträge der F. Bank: 

 

Es wurden keine Anträge eingereicht. 

 

Anträge von G.: 

 

Es wurden keine Anträge eingereicht. 

 

 

 

  

- 5 - 

SK.2023.36 

Anträge der Verteidigung: 

 

I. 

 

A. sei schuldig zu erklären 

1. der mehrfachen Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer 

Absicht im Sinne von Art. 224 Abs. 1 StGB in den Fällen 1.1.2. und 1.2.2. der Ankla-

geschrift; 

2. des mehrfachen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB in den Fällen 1.1.3. 

und 1.2.3. der Anklageschrift; 

3. der mehrfachen qualifizierten Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 i.V.m. 

Abs. 3 StGB in den Fällen 1.1.4. und 1.2.4. der Anklageschrift; 

4. des Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB im Fall 1.2.5. der Anklageschrift; 

 

und er sei in Anwendung der einschlägigen Gesetzesbestimmungen zu verurteilen 

 

1. zu einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten als Zusatzstrafe zum Urteil des Landgerichts 

U. von Dänemark vom 24. Februar 2022; 

2. zu einer Landesverweisung von 8 Jahren; 

3. zu den Verfahrenskosten. 

 

II. 

 

Die Zivilklagen seien in der jeweils belegten Höhe auszurichten und wo diese nicht bezif-

fert sind, auf den Zivilweg zu verweisen. 

 

III. 

 

Weiter sei zu verfügen: 

 

1. Das Honorar des amtlichen Verteidigers sei gestützt auf die eingereichte Honorarnote 

gerichtlich zu bestimmen. 

2. Allfällige weitere Verfügungen (insbesondere Löschung DNA-Profil und dergleichen) 

seien von Amtes wegen vorzunehmen. 

 

 

 

 

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SK.2023.36 

Prozessgeschichte: 

A. Am 12. Dezember 2019 wurde ein Bankomat der B. Bank in Sevelen SG aufge-

sprengt und Bargeld entwendet. Am 20. Dezember 2019 wurde in Neftenbach 

ZH ein weiterer Geldautomat der F. Bank gesprengt und Geld entwendet. Die 

unbekannte Täterschaft war in beiden Vorfällen flüchtig. Es bestand der Ver-

dacht, dass es sich aufgrund der räumlichen und zeitlichen Nähe zu den Tator-

ten, desselben Modus Operandi, der gleichen Anzahl Täter und des verwendeten 

Sprengstoffs in beiden Fällen um die gleiche Täterschaft handelt (BA 10-01-

0003; 10-02-0035). 

B. Im Rahmen der kriminaltechnischen Ermittlungen konnten in Sevelen an zwei in 

Tatortnähe sichergestellten Brecheisen DNA-Spuren gesichert werden, die mit 

den DNA-Profilen von A. (nachfolgend: Beschuldigter) und I. übereinstimmen. 

Am Tatort in Neftenbach konnte an einem der zwei sichergestellten Brecheisen 

eine DNA-Spur gesichert werden, welche wiederum A. zugeordnet werden 

konnte (BA 10-01-0023; 11-01-0001, -0024; 10-02-0035). 

C. Am 21. Januar 2020 stellte die Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen, 

Untersuchungsamt Altstätten, eine Gerichtsstandsanfrage an die Bundesanwalt-

schaft (BA 02-02-0001), worauf Letztere am 3. März 2020 bestätigte, das Ver-

fahren in Bundeskompetenz weiterzuführen (BA 02-02-0005). Mit Verfügungen 

vom 29. Mai 2020 eröffnete die Bundesanwaltschaft ein Verfahren (SV.20.0092 

[ATM Sevelen SG] betreffend den Vorfall in Sevelen) gegen den Beschuldigten, 

I. und unbekannte Täterschaft wegen Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige 

Gase in verbrecherischer Absicht (Art. 224 Abs. 1 StGB), Diebstahls (Art. 139 

StGB), Sachbeschädigung (Art. 144 Abs. 1 und 3 StGB) und Hausfriedens-

bruchs (Art. 186 StGB) und vereinigte es gestützt auf Art. 26 Abs. 2 StPO in der 

Hand der Bundesbehörden (BA 01-01-0003; 02-01-0004 f.). 

D. Am 25. Februar 2020 stellte die Staatsanwaltschaft des Kantons Winterthur / Un-

terland eine Gerichtsstandsanfrage zu Handen der Bundesanwaltschaft 

(BA 02.03-0001 f.), worauf Letztere am 3. März 2020 bestätigte, das Verfahren 

in Bundeskompetenz weiterzuführen (BA 02-03-0003). Mit Verfügung vom 

29. Mai 2020 vereinigte die Bundesanwaltschaft das Verfahren (SV.20.0202 

[ATM Neftenbach ZH] betreffend den Vorfall in Neftenbach) gegen den Beschul-

digten, eine Drittperson und unbekannte Täterschaft wegen Gefährdung durch 

Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht (Art. 224 

Abs. 1 StGB), Diebstahls (Art. 139 StGB), Sachbeschädigung (Art. 144 Abs. 1 

und 3 StGB) und Hausfriedensbruchs (Art. 186 StGB) gestützt auf Art. 26 Abs. 2 

StPO in der Hand der Bundesbehörden (BA 02-03-0007 f.). 

E. Mit Verfügung vom 17. Juni 2020 integrierte die Bundesanwaltschaft das Verfah-

ren Nr. SV.20.0092 (ATM Sevelen SG) in das Verfahren SV.20.0202 (ATM 

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SK.2023.36 

Neftenbach ZH). Sie ordnete an, dass die beiden Verfahren gestützt auf Art. 29 

Abs. 1 StPO gemeinsam zu verfolgen und beurteilen sind (BA 01-01-0004). 

F. Am 15. Juni 2020 liess die Bundesanwaltschaft den Beschuldigten zur Anhaltung 

und Vorführung international ausschreiben. Er wurde am 16. Juni 2020 in V. (Dä-

nemark) im Zusammenhang mit einer Bankomatensprengung in Dänemark ver-

haftet. Diesbezüglich wurde er mit Urteil des dänischen U. Landsret (Landesge-

richt U.) vom 17. Juni 2022 letztinstanzlich zu einer Freiheitsstrafe von 6 Jahren 

verurteilt. Das Urteil ist rechtskräftig und wird derzeit vollzogen. Gestützt auf ein 

Ersuchen des Bundesamtes für Justiz wurde der Beschuldigte am 11. Januar 

2023 zwecks Durchführung des vorliegenden Strafverfahrens von den dänischen 

Behörden vorübergehend an die Schweiz ausgeliefert. Anschliessend befand er 

sich bis zum Urteilszeitpunkt in Haft (Auslieferungs-, Untersuchungshaft) bzw. ab 

dem 29. März 2023 im vorzeitigen Strafvollzug (BA Rubrik 06.02). 

G. Mit Verfügung vom 17. Juni 2021 trennte die Bundesanwaltschaft das Verfahren 

gegen den Beschuldigten und unbekannte Täterschaft vom Strafverfahren gegen 

I. (Hauptverfahren SV.20.0202) ab, da er aufgrund des damals gegen ihn in Dä-

nemark hängigen Strafverfahrens (siehe Lit. F.) nicht an die Schweiz ausgeliefert 

werden konnte. Alle für den Abschluss der Untersuchung gegen A. und Unbe-

kannt relevanten Akten wurden in elektronischer Kopie aus dem Hauptverfahren 

in das neu eröffnete Verfahren SV.21.0837 übernommen (BA 03-01-0014 ff.). 

H. Die Bundesanwaltschaft erhob am 5. September 2023 Anklage gegen den Be-

schuldigten wegen mehrfacher Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase 

in verbrecherischer Absicht (Art. 224 Abs. 1 StGB), mehrfachen qualifizierten 

Diebstahls (Art. 139 Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 3 Abs. 4 StGB), mehrfacher qualifizierter 

Sachbeschädigung (Art. 144 Abs. 1 i.V.m. Abs. 3 StGB) und Hausfriedensbruchs 

(Art. 186 StGB) (TPF 18.100.001, -023). 

I. Im Rahmen der Prozessvorbereitung holte der Vorsitzende von Amtes wegen 

einen Strafregisterauszug über den Beschuldigten sowie Führungsberichte der 

Regionalgefängnisse W. und X. sowie des Gefängnisses Y. ein (TPF 

18.232.7.010, -013, -017). Ausserdem wurden die Verfahrensakten des – zurzeit 

beim Bundesgericht hängigen – Strafverfahrens in Sachen Bundesanwaltschaft 

und Privatklägerschaft gegen I. (SV.202.0202; SK.2021.45 und CA.2022.2) zu 

den hiesigen Akten (SK.2023.36) erkannt. 

J. Die Hauptverhandlung fand am 16. November 2023 vor der Strafkammer in An-

wesenheit der Bundesanwaltschaft sowie des Beschuldigten und seines Vertei-

digers am Sitz des Bundesstrafgerichts statt (TPF 18.720.001, -009). Die Privat-

klägerschaft verzichtete auf eine Teilnahme. Das Urteil wurde gleichentags 

mündlich eröffnet. 

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SK.2023.36 

Die Strafkammer erwägt: 

1. Prozessuales 

1.1 Die Bundesgerichtsbarkeit ist vorliegend gestützt auf Art. 23 Abs. 1 lit. d und 

Art. 26 Abs. 2 StPO gegeben. 

Die Kompetenz des Kollegialgerichts der Strafkammer des Bundesstrafgerichts 

ergibt sich aus Art. 19 Abs. 2 StPO e contrario i.V.m. Art. 36 Abs. 1 des Bundes-

gesetzes über die Organisation der Strafbehörden des Bundes vom 

19. März 2010 (StBOG; SR 173.71). 

1.2 Verwertbarkeit der Aussagen als Auskunftsperson 

1.2.1 Wie bereits erläutert, wurden die Strafverfahren gegen den Beschuldigten und 

seinen mutmasslichen Mittäter I. voneinander abgetrennt (siehe oben Lit. G). 

Während laufendem Berufungsverfahren gegen I. wurde der Beschuldigte von 

Dänemark temporär in die Schweiz ausgeliefert und tätigte im – getrennt geführ-

ten – Strafverfahren gegen I. Aussagen. Am 2. März 2023 wurde der Beschul-

digte von der Berufungskammer des Bundesstrafgerichts im Strafverfahren 

(CA.2022.2) der Bundesanwaltschaft und Privatklägerschaft gegen I. im Zusam-

menhang mit der Bankomatensprengung von Sevelen SG als Auskunftsperson 

einvernommen (BA B18-11-001-0615, -0636). Er wurde in dieser Rolle einver-

nommen, da er im abgetrennten Strafverfahren der Bundesanwaltschaft 

SV.21.0837 (vgl. Lit. G) mit gleichem Sachverhaltskonnex beschuldigte Person 

ist (Art. 178 Abs. lit. f StPO). Die Einvernahme als Auskunftsperson anlässlich 

der Berufungsverhandlung erfolgte ohne Verteidigung. Es stellt sich somit die 

Frage, ob diese Aussagen im vorliegenden Verfahren (SK.2023.36) verwertbar 

sind. 

1.2.2 In der Lehre und Rechtsprechung besteht Uneinigkeit, welche Verfahren vom 

Verteidigungszwang in Fällen von notwendiger Verteidigung umfasst sind. Unklar 

ist, für welche Verfahrensschritte die Zwangsverteidigung gilt, insbesondere, ob 

die notwendige Verteidigung auch für Nebenverfahren gilt (RUCKSTUHL, Basler 

Kommentar, 3. Aufl. 2023, Art. 130 StPO N. 5). In Bezug auf getrennt geführte 

Verfahren von mutmasslichen Mittätern gilt Folgendes: In einem aktuellen Urteil 

erwog das Bundesgericht, dass bei der Befragung einer Person als Auskunfts-

person, als noch keine Hinweise auf ihre Täterschaft bestanden und die Notwen-

digkeit einer Verteidigung noch nicht erkennbar war, die Befragung nach Art. 131 

Abs. 3 StPO nicht unverwertbar war (Urteil des Bundesgerichts 6B_622/2023 

vom 20. September 2023 E. 1.4). Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass ein Be-

schuldigter, welcher in einem getrennt geführten Verfahren als Auskunftsperson 

einvernommen wird, grundsätzlich zwingend notwendig verteidigt sein muss, 

wenn im Zeitpunkt seiner Einvernahme bereits ein gegen ihn geführtes 

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SK.2023.36 

Strafverfahren mit notwendiger Verteidigung hängig ist und die Aussagen als Be-

weismittel in sein Verfahren einfliessen sollen. 

1.2.3 Im vorliegenden Verfahren (SV.21.0837; SK.2023.36) gegen den Beschuldigten 

liegt ein Fall notwendiger Verteidigung im Sinne von Art. 130 lit. b StPO vor, da 

dem Beschuldigten eine Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr droht. Er hat in 

der Berufungsverhandlung (CA.2022.2) gegen I. in einem getrennten Verfahren 

ohne Verteidigung als Auskunftsperson ausgesagt. In diesem Verfahren wurde 

er unter anderem mit den Aussagen des mutmasslichen Mittäters I. konfrontiert 

und von dessen Verteidiger befragt (BA B18-11-001-0615, -0636). Es handelte 

sich somit de facto um eine Konfrontationseinvernahme unter mutmasslichen 

Mittätern. Der Beschuldigte hätte somit – nicht zuletzt auch unter dem Aspekt der 

Waffengleichheit – im Sinne von Art. 130 lit. a und b StPO notwendig verteidigt 

sein müssen, damit seine Aussagen im vorliegenden Verfahren Gegenstand rich-

terlicher Beweiswürdigung sein können. Die Aussagen des Beschuldigten bei der 

Berufungsverhandlung vom 2. März 2023 sind somit vorliegend nicht zum Nach-

teil des Beschuldigten verwertbar. 

2. Anklage 

2.1 Anklagevorwurf Sachverhaltskomplex 1 vom 12. Dezember 2019 (Sevelen SG) 

Die Bundesanwaltschaft wirft dem Beschuldigten vor, zusammen mit einem Mit-

täter (I., eventualiter mit einer unbekannten Täterschaft) am 12. Dezember 2019 

um ca. 01:33 Uhr den sich an der J. Strasse in Sevelen SG befindenden und in 

die Fassade des mehrstöckigen Wohn- und Geschäftshauses eingebauten Ban-

komaten mithilfe zweier Brecheisen (Geissfüsse) sowie einem zur Explosion ge-

brachten Selbstlaborat mit Triacetontriperoxid (nachfolgend: TATP) aufgebro-

chen zu haben. Anschliessend habe er mit dem Mittäter in Aneignungsabsicht 

und mit der Absicht unrechtmässiger Bereicherung aus der obersten Geldkas-

sette des Bankomaten 633 Banknoten à Fr. 200.--, ausmachend Fr. 126'600.--, 

behändigt und sich mit dem Geld vom Tatort entfernt. 

Durch die Explosion seien die Bedienkonsole des Bankomaten und Teile der an-

liegenden Wandplatten des Gebäudes auf die Strasse geschleudert sowie das 

Gebäude – namentlich an der Aussenfassade, den Fenstern, Briefkästen und 

Deckenverkleidungen – beschädigt worden. Dadurch sei ein Sachschaden am 

Bankomaten von Fr. 36'000.-- sowie am Gebäude von Fr. 71'274.65 entstanden. 

Überdies seien die Anwohner der betroffenen Liegenschaft sowie zufällig auf der 

J. Strasse anwesende Passanten und Strassenbenutzer aufgrund ihrer örtlichen 

Nähe zum Detonationspunkt an Leib und Leben konkret gefährdet worden. Es 

sei Zufall gewesen, dass niemand von der durch die Explosion verursachten 

Druckwelle erfasst oder von herumgeschleuderten Gebäude- oder Bankomaten-

teilen getroffen worden sei. Der Beschuldigte habe in Bezug auf das Sprengstoff-

delikt mit Gefährdungsvorsatz und in verbrecherischer Absicht gehandelt. 

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2.2 Anklagevorwurf Tatkomplex 2 vom 20. Dezember 2019 (Neftenbach ZH) 

Die Bundesanwaltschaft wirft dem Beschuldigten vor, er habe zusammen mit ei-

ner unbekannten Täterschaft am 20. Dezember 2019 um ca. 01:51 Uhr mit je 

einem Brecheisen (Geissfuss) und dem Sprengstoff TATP den in die Aussenfas-

sade der Liegenschaft an der K. Strasse in Neftenbach ZH eingebauten Banko-

maten der F. Bank gewaltsam aufgebrochen und aufgesprengt. Anschliessend 

habe er mit dem Mittäter in Aneignungsabsicht und mit der Absicht unrechtmäs-

siger Bereicherung 528 Banknoten à Fr. 100.-- und 252 Banknoten à Fr. 200.--, 

entsprechend Fr. 103'200.--, behändigt und sich vom Tatort entfernt. 

Durch die Explosion seien unter anderem die Bedienkonsole und weitere Teile 

des Bankomaten, die südliche Fassade der Liegenschaft, die Kalksandstein-

wände des Bankomatenraums im Inneren der Liegenschaft, die Stahlbetondecke 

des Bankomatenraums, die Wand zwischen dem Bankomatenraum und dem 

Verkaufsgeschäft L. Shop und Verkaufsgegenstände beschädigt worden. 

Dadurch sei ein Sachschaden von insgesamt ca. Fr. 167'000.-- entstanden. 

Überdies sei eine konkrete Gefahr für Leib und Leben von Menschen geschaffen 

worden. Es sei Zufall gewesen, dass niemand von der durch die Explosion ver-

ursachten Druckwelle erfasst oder von herumgeschleuderten Gebäude- oder 

Bankomatenteilen getroffen worden sei. Der Beschuldigte habe in Bezug auf das 

Sprengstoffdelikt mit Gefährdungsvorsatz und in verbrecherischer Absicht ge-

handelt. Schliesslich wird dem Beschuldigten vorgeworfen, er sei nach der Ban-

komatensprengung gegen den Willen der L. AG unberechtigt in deren Ladenlokal 

eingedrungen. 

3. Äusserer Sachverhalt 

3.1 Unbestrittener Sachverhalt 

Der Beschuldigte war im Vorverfahren und in der Hauptverhandlung geständig, 

an den beiden Bankomatensprengungen und Vermögensdelikten in Sevelen SG 

vom 12. Dezember 2019 und Neftenbach ZH vom 20. Dezember 2019 als Mittä-

ter beteiligt gewesen zu sein. Die Begehung der Begleitdelikte (Sachbeschädi-

gung und Hausfriedensbruch) räumte er ebenfalls ein. In tatsächlicher Hinsicht 

ist trotz der Geständnisse jeweils zu prüfen, ob diese glaubhaft sind und in den 

Akten Stütze finden (siehe E. 3.3.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_576/2020 

vom 18. März 2022 E. 3.3). 

3.2 Bestrittener Sachverhalt 

Der Beschuldigte bestreitet jedoch bei beiden Sprengstoffdelikten die konkrete 

Gefährdung und den Gefährdungsvorsatz betreffend Leib und Leben von Men-

schen. Ansonsten werden die Anklagevorwürfe anerkannt. 

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SK.2023.36 

3.3 Rechtliches 

3.3.1 Gemäss Art. 10 Abs. 2 StPO würdigt das Gericht die Beweise frei nach seiner 

aus dem gesamten Verfahren gewonnenen Überzeugung. Mit Art. 10 Abs. 2 

StPO weist das Gesetz das Gericht an, die zur Klärung des Sachverhalts ver-

wendbaren Beweise in freier Beweiswürdigung, also unabhängig von Beweisre-

geln, auf ihre Aussagekraft hin zu beurteilen, um daraus einen rechtsrelevanten 

Schluss zu ziehen; Ziel ist die Ermittlung der materiellen Wahrheit. Überzeu-

gungskraft entfalten die Beweismittel danach einzig im Umfang ihrer inneren Au-

torität (Urteil des Bundesgerichts 6B_576/2020 vom 18. März 2022 E. 3.3; 

HOFER, Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, Jugendstraf-

prozessordnung, 3. Aufl. 2023, Art. 10 StPO N. 41 ff., 56). Sind die Angaben 

glaubhaft, kann die Verurteilung auf diese auch dann gestützt werden, wenn an-

dere Personen das Gegenteil behaupten oder wenn die Person ihr Aussagever-

halten während des Prozesses geändert hat, z.B. auf ein widerrufenes Geständ-

nis (WOHLERS, Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 3. Aufl. 

2020, Art. 10 StPO N. 27). Das Geständnis ist wie jedes andere Beweismittel zu 

überprüfen und frei zu würdigen (Urteil des Bundesgerichts 6B_576/2020 vom 

18. März 2022 E. 3.3; GODENZI, Kommentar zur Schweizerischen Strafprozess-

ordnung, a.a.O., Art. 158 StPO N. 38 sowie Art. 160 StPO N. 5). Für dessen 

Glaubhaftigkeit sind vor allem die Einzelheiten des Tathergangs relevant (vgl. 

Art. 160 StPO; Urteil des Bundesgerichts 6B_576/2020 vom 18. März 2022 

E. 3.3; GODENZI, a.a.O., Art. 160 StPO N. 3 ff.). Ist die beschuldigte Person ge-

ständig, so prüfen Staatsanwaltschaft und Gericht die Glaubwürdigkeit ihres Ge-

ständnisses und fordern sie auf, die näheren Umstände der Tat genau zu be-

zeichnen (Art. 160 Abs. 1 StPO).  

3.3.2 Eine Verurteilung darf nur ergehen, wenn das Strafgericht über jeden vernünfti-

gen Zweifel hinaus überzeugt ist, dass sämtliche Strafbarkeitsvoraussetzungen 

in tatsächlicher Hinsicht vorliegen (Urteil des Bundesgerichts 6B_576/2020 vom 

18. März 2022 E. 3.3; TOPHINKE, Basler Kommentar, 3. Aufl. 2023, Art. 10 StPO 

N. 83). Bestehen gemäss Art. 10 Abs. 3 StPO unüberwindliche Zweifel an der 

Erfüllung der tatsächlichen Voraussetzungen der angeklagten Tat, so geht das 

Gericht von der für die beschuldigten Person günstigeren Sachlage aus. Eine 

tatbestandsmässige, zum Schuldspruch beitragende Tatsache ist rechtserheb-

lich festgestellt, sobald das Gericht erkennt, dass die Zuverlässigkeit des Beweis-

ergebnisses (z.B. gestützt auf ein Geständnis) nicht ernsthaft zu bezweifeln ist 

(BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.3; Urteil des Bundesgerichts 6B_576/2020 vom 

18. März 2022 E. 3.3). 

  

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SK.2023.36 

3.4 Beweismittel zum Tatkomplex Sevelen SG 

3.4.1 Berichte der Bundeskriminalpolizei 

Gemäss Berichten der Bundeskriminalpolizei vom 3. Mai 2021 und 3. April 2023 

wurde am Donnerstag, 12. Dezember 2019, um ca. 01:33 Uhr, der Geldautomat 

der B. Bank in Sevelen SG mittels Sprengstoffs gewaltsam geöffnet, um an das 

darin befindliche Bargeld zu gelangen. Der unbekannten Täterschaft gelang die 

Flucht. Aufgrund der Aussagen von mehreren Augenzeugen ist davon auszuge-

hen, dass es sich um zwei dunkel gekleidete Personen gehandelt hat, welche 

den Tatort nach der Sprengung in nördlicher Richtung verliessen. Einer der Täter 

wurde als ca. 180-190 cm gross mit einer athletischen Figur, der andere als ca. 

160-170 cm gross mit einer festen Statur beschrieben. Aussagen einer Augen-

zeugin, wonach es sich bei einem der Täter um eine Frau gehandelt haben soll, 

wurden von den anderen Augenzeugen nicht bestätigt. Die unbekannte Täter-

schaft flüchtete in Richtung M. Strasse und bog dann in die N. Strasse ein. Der 

weitere Fluchtweg konnte von den Augenzeugen nicht beobachtet werden. 

Durch die Kantonspolizei St. Gallen konnten auf der mutmasslichen Fluchtroute 

der Täterschaft, ca. 200 Meter vom Tatort entfernt, in einem Gebüsch bei der N. 

Strasse, Querstrasse zur M. Strasse, zwei Brecheisen und zwei Schraubenzie-

her sichergestellt werden. Die Brecheisen und die Schraubenzieher wurden 

durch den Kriminaltechnischen Dienst der Kantonspolizei St. Gallen untersucht. 

Aufgrund der am Geldautomaten sichergestellten Farbspuren ist in hohem 

Masse davon auszugehen, dass die Brecheisen durch die unbekannte Täter-

schaft am Tatort zum Aufbrechen/Aufhebeln des Geldausgabefachs verwendet 

wurden. Auf den Brecheisen konnten die DNA-Spuren vom Beschuldigten 

(schwarzes Brecheisen) und von I. (blaues Brecheisen) gesichert werden (BA 

10-02-0033 f.; 10-02-0145). 

3.4.2 Aussagen 

3.4.2.1 Aussagen Beschuldigter 

a) Der bis Januar 2023 in Dänemark inhaftierte Beschuldigte machte im Unter-

suchungsverfahren im Rahmen der rechtshilfeweisen durchgeführten Einver-

nahme vom 26. März 2021 von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch 

(BA 18-06-0078, -0082 ff.). Er erklärte einzig, dass er mit einer Auslieferung an 

die Schweiz einverstanden sei und erst in der Schweiz zur Sache aussagen 

werde (BA 18-06-0083). 

b) Nach seiner vorübergehenden Auslieferung in die Schweiz machte er in dem 

gegen ihn geführten Strafverfahren (SV.21.0837) am 12. Januar 2023 in der 

Hafteinvernahme bei der Bundesanwaltschaft erstmals Aussagen. Er gestand, 

die Bankomatensprengung in Sevelen am 12. Dezember 2019 gemeinsam mit 

einer zweiten Person begangen zu haben. Er sagte auf Vorhalt des Vorwurfs, in 

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SK.2023.36 

Sevelen einen Bankomaten aufgesprengt, Bargeld entnommen und einen gros-

sen Sachschaden verursacht zu haben, umgehend aus, dass der Vorwurf zu-

treffe. Er schilderte die Planung, Vorbereitung und Ausführung der Tat im Detail. 

So gab er beispielsweise zu Protokoll, mit Brecheisen den Schlitz des Bankoma-

ten vergrössert zu haben. Dann habe er Sprengstoff an der Tatstatur des Ban-

komaten angebracht, worauf es anschliessend geknallt habe. Bei der Tat habe 

er einen schwarzen Sportanzug und eine Kapuze getragen (BA 13-03-0001,  

-0022). 

Zur Tatbeteiligung und zum Namen des Mittäters wolle er sich nicht äussern. Er 

könne nur für sich antworten. Als Grund dafür gab er an, dass es um die Sicher-

heit seiner Familie gehe. Auf die Frage, in welcher Beziehung er zu I. stehe, sagte 

er aus, dass sie Freunde seien. Sie würden sich seit ca. 5 Jahren kennen. Er sei 

von Rumänien zu I. nach Österreich gekommen, um in dessen Firma zu arbeiten. 

Er habe mit der Firma von I. einen Vertrag gehabt. Die Arbeiten seien aber wegen 

Corona sistiert worden. Im Juni 2020 sei er dann mit I. in die Schweiz gekommen. 

Auf Vorhalt einer Meldebestätigung aus dem Zentralen Melderegister von Öster-

reich vom 29. Mai 2020 sagte er aus, dass er im Dezember 2019 und ab dem 29. 

Mai 2020 einen Nebenwohnsitz in Z. in Österreich bei I. gehabt habe. Er könne 

aber nicht sagen, ob er mit I. im Dezember 2019 in der Schweiz gewesen sei (BA 

13-03-0006, -0009). 

c) Am 3. Februar 2023 sagte der Beschuldigte in der delegierten Einvernahme 

bei der Bundeskriminalpolizei im Wesentlichen gleichbleibend aus. Er ergänzte, 

dass er die Idee gehabt habe, den Bankomaten in Sevelen zu sprengen. Er und 

sein Mittäter hätten zusammen den Sprengstoff gekauft. Derjenige, von welchem 

sie das Paket mit dem Sprengstoff gekauft hätten, habe ihnen gesagt, dass man 

das Paket mit den zwei Drähten nur an den Strom anbringen müsse. Der Ver-

käufer habe ihnen auch gesagt, dass sie weit genug entfernt sein müssten, wenn 

sie die Drähte anbringen würden, weil ihnen sonst die Explosion in den Köpfen 

stark nachhallen würde. Sie hätten dann am Tatort den Schlitz des Bankomaten 

mit einem Geissfuss vergrössert. Sein Mittäter habe ihm ein Paket gegeben. Das 

Paket habe zwei Drähte mit einer Länge von ca. 10 cm und einer Batterie gehabt. 

Er habe dann die Sprengladung ca. 30-40 cm in den Bankomaten hineingescho-

ben. Auf Vorhalt eines Kartenausschnittes von Google Maps beschrieb der Be-

schuldigte den Hin- und Rückweg zum bzw. vom Tatort, welcher in Sevelen ent-

lang von Bahngeleisen geführt habe. Anschliessend zeichnete er auf dem vorge-

legten Kartenausschnitt von Sevelen den Fluchtweg ein, welcher er und sein 

Komplize nach der Bankomatensprengung genommen hätten. Der auf der Karte 

eingezeichnete Fluchtweg führt ausgehend von der B. Bank in Sevelen in nördli-

che Richtung entlang der N. Strasse durch ein Wohnquartier in Richtung der ge-

schilderten Bahngeleise (BA 13-03-0040 ff.). 

d) In der Schlusseinvernahme bei der Bundesanwaltschaft vom 21. April 2023 

war der Beschuldigte geständig, dass er am 12. Dezember 2019 um 01:33 Uhr 

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SK.2023.36 

an der J. Strasse in Sevelen mit einer unbekannten Täterschaft mit je einem 

Brecheisen das Geldausgabefach des in die Aussenfassade der dortigen Liegen-

schaft eingebauten Bankomaten der B. Bank aufgehebelt und durch dieses eine 

unkonventionelle Spreng- und Bandvorrichtung (USBV), bestehend aus dem 

Sprengstoff TATP, in den Bankomaten eingeführt und mit einer Batterie auf elekt-

ronischem Weg zur Explosion gebracht habe (BA 13-03-0067 f.). Zum Gefähr-

dungspotential der Bankomatensprengung befragt, erklärte der Beschuldigte 

mehrmals, dass er vor Ort keine Personen gesehen habe und niemanden habe 

gefährden wollen. Er habe nicht angenommen, dass in diesem Gebäude Men-

schen wohnen würden. Auf Vorhalt des Sachschadens von ca. Fr. 107'000.-- er-

klärte er, dass es ihm leidtue (BA 13-03-0068 ff.). 

In Bezug auf die Deliktssumme war der Beschuldigte geständig, dass er aus dem 

durch die Explosion zerstörten Bankomaten zusammen mit der unbekannten Tä-

terschaft Fr. 126'000.-- entnommen und sich vom Tatort entfernt habe (BA 13-

03-0069). 

Zur Mittäterschaft befragt, sagte er wiederholt aus, dass er die Bankomaten-

sprengung zusammen mit einer unbekannten Täterschaft begangen habe. Er 

könne aber nur für sich sprechen (BA 13-03-0071). 

e) Nebst den Einvernahmen als Beschuldigter ist A. am 3. Februar 2023 im vor-

liegenden Verfahren als Auskunftsperson befragt worden, wobei es im Wesentli-

chen um eine Bankomatensprengung in UU. im Kanton St. Gallen ging (BA 13-

03-0052 ff.). Zusammengefasst sagte er aus, an den Bankomatensprengungen 

in Sevelen und Neftenbach beteiligt gewesen zu sein, mit den anderen habe er 

hingegen nichts zu tun (BA 13-03-0054). 

f) In der Hauptverhandlung vom 16. November 2023 wurde der Beschuldigte in 

der Sache zu den näheren Umständen der Bankomatensprengung (Tatplanung, 

Tatausführung, Mittäterschaft, Gefährdungspotenzial, Beweggrund,) von Seve-

len SG befragt. Auf einleitenden Vorhalt des Anklagevorwurfs sagte er aus, dass 

er von Anfang an geständig gewesen sei (TPF 18.731.007). Er bestätigte mehr-

mals sein weitreichendes Geständnis vom Vorverfahren und sagte im Wesentli-

chen gleichbleibend aus. Zudem legte er erstmals im Verfahren auch in Bezug 

auf den Namen und den Tatbeitrag seines Mittäters ein Geständnis ab. 

Zur Tatplanung gab er zu Protokoll, dass er im Vorfeld der Bankomatenspren-

gung zu I. nach Österreich gefahren sei. Sie seien ins Gespräch gekommen, wie 

man zu Geld kommen könne. Dann hätten sie am Wohnsitz von I. im Internet 

recherchiert und gesehen, wie es gehe, Bankomaten zu sprengen. Sie hätten 

sich im Internet erkundigt, wo sich ein Bankomat befinde. Es sei im Internet alles 

erklärt gewesen, wie eine Sprengung mit Kabeln und einer Batterie funktioniere. 

I. und er seien dann auf die Idee gekommen, dass sie das auch tun könnten. Sie 

seien beide mit der Bankomatensprengung einverstanden gewesen. 

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SK.2023.36 

Anschliessend hätten sie sich die Werkzeuge gekauft. Es habe sich um zwei 

Schraubenzieher gehandelt. Auf die Frage, wie die Beschaffung des Sprengstof-

fes abgelaufen sei, sagte er aus, dass I. über seine kleinere Baufirma in Öster-

reich einen Ukrainer gekannt habe, welcher eine grössere Baufirma gehabt habe. 

I. habe den Ukrainer gut gekannt, weil dieser ihm von seinen Aufträgen abgege-

ben habe. Es sei denn auch I. gewesen, welcher ihn mit dem Lieferanten des 

Sprengstoffes bekannt gemacht und dann zu ihm geschickt habe. Für den Kauf 

des Sprengstoffes habe er sich Geld geliehen. Er habe durch I. den Lieferanten 

getroffen und von diesem die explosiven Substanzen erhalten. Diese Person 

habe ihm gesagt, dass die Kabel vom Sprengstoffpäckchen noch an die Batterie 

angeschlossen werden müssten. Das Sprengstoffpaket sei fixfertig gewesen 

(TPF 18.731.007 f., -011 f., -013, -014, -016). 

Zum Tathergang und zur Beute sagte er aus, dass I. ein Auto gemietet habe. I. 

habe alles vorbereitet gehabt. Sie seien dann von Österreich über eine kleine 

Grenze nach Liechtenstein gefahren. Von dort aus seien sie entlang eines Eisen-

bahngeleises gelaufen. Anschliessend hätten sie bei der Bank in Sevelen 10 bis 

20 Minuten gewartet. Sie hätten dann beim Bankomaten mit dem Werkzeug, dort, 

wo das Geld herauskomme, die Öffnung verbreitert. Der Sprengstoff sei in einem 

Päckchen gewesen. Sie hätten dann das Päckchen mit der Substanz in die Öff-

nung eingeführt. Am Päckchen seien 8 bis 10 Meter lange Kabel angebracht ge-

wesen. Sie hätten sich 8 bis 10 Meter vom Bankomaten entfernt, so lange wie 

das Kabel gewesen sei. Dann hätten sie das Päckchen mit einer Batterie gezün-

det und die Sprengung habe stattgefunden. Auf Nachfrage sagte der Beschul-

dige präzisierend aus, dass er die Explosion des Sprengstoffes gezündet habe. 

Er sei bei der Explosion seitlich am Gebäude gestanden. Der Bankomat sei aber 

nicht komplett zerstört worden, sondern nur der obere Teil. Sie hätten dann das 

Geld entnommen und in den Rucksack gesteckt. Auf Nachfrage sagte er ergän-

zend aus, dass er das Geld in seinen Rucksack gesteckt und I. die Werkzeuge 

in seinem Rucksack verstaut habe. Das Ganze habe rund zwei Minuten gedau-

ert. Das Geld sei durch die Explosion grösstenteils beschädigt worden. Danach 

seien sie auf dem gleichen Weg entlang der Bahnlinie zurückgegangen. Auf dem 

Rückweg hätten sie das Werkzeug weggeworfen. Zur Aufteilung der Beute be-

fragt, antwortete der Beschuldigte, dass sie das wenig brauchbare Geld hälftig 

geteilt hätten. Auf Frage zur Mittäterschaft sagte er mehrmals aus, dass er die 

Bankomatensprengung in Sevelen gemeinsam mit I. begangen habe. Auch auf 

Nachfrage, ob er am 12. Dezember 2019 gemeinsam mit I. in Sevelen den Ban-

komaten gesprengt und danach zusammen mit ihm geflohen sei, gab er zu Pro-

tokoll: «Ja.» (TPF 18.731.007 f., -010 f., -012, -015 f.). 

Zur Gefährdungslage sagte er aus, dass er aufgrund der Recherche im Internet 

zur Bankomatensprengung gedacht habe, dass es ein Geschäftsgebäude sei. 

Es habe nichts darauf hingedeutet, dass dort Personen wohnen würden. Es habe 

keine Vorhänge oder Blumen gehabt. Sie hätten vor Ort geschaut und sich 

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SK.2023.36 

abgesichert, dass niemand bei der Bankomatensprengung in der Nähe sei. Das 

Gebäude habe den Anschein gemacht, dass dort Büros seien. Draussen sei nie-

mand gewesen. Ihm sei es wichtig gewesen, dass niemand in der Nähe gewesen 

sei. Sie hätten sich abgesichert. Wenn er gewusst hätte, dass im Gebäude Men-

schen seien, wäre die Bankomatensprengung nicht passiert (TPF 18.731.007, -

011 f.). 

Zu seinen Beweggründen gab er zu Protokoll, dass sein Vater in Rumänien ge-

sundheitliche Probleme gehabt habe. Er habe das Geld für eine ärztliche Be-

handlung seines Vaters im Spital benötigt. Sein Anteil vom Geld von der Banko-

matensprengung sei für die Behandlungskosten verwendet worden (TPF 

18.731.007, -012). 

3.4.2.2 Aussagen I. 

I. wurde im Vorverfahren erstmals am 19. Juni 2020 in Österreich befragt (BA 18-

01-0030 ff.). Diese Einvernahme ist jedoch mangels notwendiger Verteidigung 

nicht verwertbar (vgl. BA 01-02-0015). Am 10. August wurde er durch die Bun-

deskriminalpolizei delegiert befragt, am 11. August 2020 erfolgte die Hafteinver-

nahme durch die Bundesanwaltschaft. Weitere Einvernahmen folgten am 20. Ok-

tober 2020 und 17. Februar 2021 durch die Bundeskriminalpolizei sowie am 9. 

Juni 2021 bei der Bundesanwaltschaft. Schliesslich wurde I. von der Strafkam-

mer und der Berufungskammer des Bundesstrafgerichts am 22. Dezember 2021 

bzw. 2. März 2023 im Rahmen der Hauptverhandlungen einvernommen. Er hat 

seine Tatbeteiligung während des Vor- und Hauptverfahrens konsequent abge-

stritten. Er machte keine belastenden Aussagen zum Nachteil des Beschuldigten 

(BA 13-02-0001 ff.; 13-02-0009 ff.; 13-02-0029 ff., 13-02-0054 ff.; 13-02-0143 ff.; 

B18.11.001-602 ff.; TPF 9.731.001 ff.). 

3.4.2.3 Aussagen Auskunftsperson O. 

O. wohnte zum Tatzeitpunkt an der J. Strasse in Sevelen und gab im Vorverfah-

ren zusammengefasst zu Protokoll, aufgrund eines Knalls in der Nacht vom 

12. Dezember 2019 erwacht zu sein. Aus dem Fenster ihrer Wohnung habe sie 

zwei Personen beim Bankomaten feststellen können. Eine Person sei ca. 180-

190 cm gross, die andere ca. 165-170  cm gross gewesen. Aufgrund der Figur 

und der Bewegungen letzterer Person gehe sie davon aus, dass es sich bei die-

ser um eine Frau gehandelt habe. Werkzeuge habe sie bei den Personen nicht 

feststellen können. Sie habe noch gesehen, wie die Personen vom Bankomaten 

zu Fuss in die M. Strasse gerannt seien (BA 12-01-0002 ff.). 

3.4.2.4 Aussagen Auskunftsperson P. 

P. wohnte zum Tatzeitpunkt oberhalb des Bankomaten an der J. Strasse in Se-

velen und gab im Vorverfahren zu Protokoll, zum Tatzeitpunkt durch die 

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SK.2023.36 

Explosion geweckt worden zu sein. Von seiner Wohnung aus habe er zwei Per-

sonen gesehen, die zur Seite des Wohnblocks gegangen seien; einer davon 

habe etwas auf der Strasse eingesammelt und in eine Umhängetasche gesteckt. 

Anschliessend habe er zwei Lichter bei der M. Strasse bemerkt. Aufgrund der 

Bewegungen der Personen glaube er, dass es sich um jüngere Personen gehan-

delt habe. Wie gross die Personen gewesen seien und ob es sich um Männer 

oder Frauen gehandelt habe, wisse er nicht (BA 12-04-0002 f.; 10-01-0024). 

3.4.2.5 Aussagen Auskunftsperson Q. 

Q. wohnte zum Tatzeitpunkt an der M. Strasse in Sevelen und äusserte sich im 

Vorverfahren zusammengefasst wie folgt: Am 12. Dezember 2019 habe er in sei-

ner Wohnung um ca. 01:30 Uhr einen Knall gehört. Kurze Zeit später sei er auf 

die M. Strasse gegangen. Er habe zwei Personen gesehen, welche zu Fuss die 

J. Strasse überquert hätten und in die M. Strasse eingebogen seien. Als diese 

auf ihn zugerannt seien, habe er feststellen können, dass eine der beiden Per-

sonen einen Gegenstand in der rechten Hand gehalten und mit einer Geste an-

gedroht habe, ihn damit zu schlagen. Daraufhin sei er erschrocken und zu Boden 

gefallen. Anschliessend habe er gesehen, dass die beiden Personen in die N. 

Strasse abgebogen seien. Die eine Person sei gross (ca. 180-185 cm), muskulös 

und sicherlich ein Mann gewesen. Die kleinere Person (ca. 170 cm) könne er 

nicht genau beschreiben (BA 12-02-0002 ff.). 

3.4.3 Am Tatort angetroffene Situation und die Folgen der Explosion 

a) Im Bericht vom 12. Dezember 2019 beschreibt die Kantonspolizei St. Gallen 

die am Tatort angetroffene Situation und die Folgen der Explosion wie folgt: Vor 

Ort ist ein aufgesprengter und komplett zerstörter Bankomat vorgefunden wor-

den. Im Bereich des Tatortes lagen diverse Teile des Bankautomaten sowie der 

Gebäudefassade umher. Durch die Sprengung des Bankomaten ist ein massiver 

Gebäudeschaden entstanden (BA 10-01-0002, -0008). 

b) Dem Bericht des Forensischen Instituts Zürich vom 6. März 2020 ist zu ent-

nehmen, dass es sich beim Ereignisort um ein mehrstöckiges Wohn- und Ge-

schäftshaus handelt, welches direkt an der Hauptstrasse in Sevelen SG liegt. Der 

gesprengte Bankomat befindet sich im mittleren Teil der zur Hauptstrasse zuge-

wandten Frontseite des Gebäudes. Der Bankomat (Tresor) selbst befindet sich 

in einem separaten, kleineren Raum innerhalb des Gebäudes. Durch die Wucht 

der Explosion wurden die Bedienkonsole des Bankomaten sowie Teile der anlie-

genden Wandplatten des Gebäudes auf das Trottoir und die Strasse geschleu-

dert. Der Bankomat wurde durch die Explosion stark beschädigt. Die Wucht der 

Explosion vermochte jedoch nicht den Tresor des Bankomaten aufzusprengen, 

sondern lediglich stark zu deformieren. Durch die Wucht der Explosion konnten 

auch weitere Schäden am Gebäude, wie zerborstene Fensterscheiben und her-

untergefallene Deckenelemente festgestellt werden (BA 11-02-0026, -0035). 

- 18 - 

SK.2023.36 

c) Die Fotoaufnahmen vom Tatort dokumentieren einen aufgesprengten Banko-

maten. Auf dem anliegenden Trottoir und der J. Strasse liegen Trümmerteile der 

Bedienkonsole des Bankomaten sowie Teile der Wandplatten des Gebäudes an 

der J. Strasse in Sevelen herum. An der Liegenschaft sind ausserdem zerbors-

tene Fensterscheiben ersichtlich (BA 10-01-0007 f.; 11-01-0007 ff.). 

3.4.4 In Tatortnähe sichergestellte Gegenstände und gesicherte Spuren 

a) Die Kantonspolizei St. Gallen konnte an der N. Strasse in Sevelen einen 

blauen und schwarzen Geissfuss (Brecheisen) sowie zwei Schraubenzieher si-

cherstellen (BA 10-01-0023; 11-01-0002, -0023 f.; 10-02-0013). Diese seien neu-

wertig und höchstwahrscheinlich noch nie benutzt worden (BA 10-01-0010). Ge-

mäss Bericht des Kriminaltechnischen Dienstes der Kantonspolizei St. Gallen 

vom 9. Januar 2020 konnte aufgrund der am vorgenannten schwarzen Geissfuss 

gesicherten DNA-Spuren ein Mischprofil erstellt werden. Dessen Hauptprofil 

stimmt in den 10 vergleichbaren DNA-Systemen mit dem DNA-Profil des Be-

schuldigten überein; das Nebenprofil konnte nicht interpretiert werden (BA 11-

01-0002 f., -0014 f.). Gestützt auf die am blauen Geissfuss gesicherten Spuren 

konnte überdies ein Mischprofil (PCN 26 830847 93) erstellt werden, dessen 

Hauptprofil mit dem DNA-Profil von I. übereinstimmt (BA 11-01-0002 f., -0012, -

0014; 10-01-0039). 

Im Gutachten vom 20. Februar 2023 kommt das Institut für Rechtsmedizin des 

Kantonsspitals St. Gallen (BA 11-05-0008 ff.) zur Beurteilung, dass am Spu-

renasservat (FOR 19.01551 / PCN 26 830847 93) ab dem Brechwerkzeug ein 

inkomplettes DNA-Mischprofil nachweisbar war. Dieses DNA-Hauptprofil weist in 

den einzelnen DNA-Abschnitten maximal 2 DNA-Merkmale auf, demzufolge da-

von ausgegangen werden kann, dass es sich um das DNA-Profil einer einzelnen 

Person handelt. Der Nachweis des Abschnitts, lokalisiert auf dem Y-Chromosom, 

im geschlechtsspezifischen Amelogeninsystem zeigt, dass das DNA-Profil einer 

männlichen Person zugeordnet werden kann. Auf die Frage, mit welcher Wahr-

scheinlichkeit die am 12. Dezember 2019 ab dem Brechwerkzeug sichergestellte 

DNA-Spur mit dem DNA-Profil des Beschuldigten übereinstimme, kamen die 

Gutachter zu folgendem Schluss: Die biostatische Auswertung basiert auf euro-

päiden Vorkommenshäufigkeiten der nachgewiesenen DNA-Merkmale im inkom-

pletten DNA-Hauptprofil bzw. im DNA-Profil der Person und führt zur Aussage, 

dass der Beweiswert rund 5.0 x 109 mal höher ist, wenn der Beschuldigte als 

Spurengeber des inkompletten DNA-Hauptprofils PCN 26 830847 91 angenom-

men wird, als wenn davon ausgegangen würde, der Spurengeber sei ein unbe-

kannter, mit dem Beschuldigten nicht verwandter Mann (BA 11-05-0009 f.). 

b) Gemäss Forensischem Untersuchungsbericht der Kantonspolizei St. Gallen 

vom 22. Januar 2020 kann das Eigenmaterial der zwei vorgenannten Geissfüsse 

weder mikroskopisch noch anhand Infrarotspektren von am Bankomaten gesi-

chertem schwarzen bzw. blauen Lackabrieb unterschieden werden; dies spreche 

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SK.2023.36 

in hohem Mass dafür, dass die zwei Geissfüsse in Kontakt mit dem Bankomaten 

gekommen seien (BA 11-01-0023 f.). 

c) Gemäss Forensischem Bericht des Kriminaltechnischen Dienstes St. Gallen 

vom 9. Januar 2020 wurden die Tatwerkzeuge (zwei Geissfüsse und zwei 

Schraubenzieher) an der N. Strasse in Sevelen aufgefunden (BA 11-01-0002, -

0005). Der Fundort der Gegenstände liegt auf dem Fluchtweg der Täterschaft, 

welcher sich anhand der Aussagen von Anwohnern rekonstruieren lässt (BA 10-

01-0004; 10-01-0024; 10-01-0026; 12-01-0003; 12-02-0002 f., 0005). 

d) Die Auswertung der Spuren am gesprengten Bankomaten durch das Forensi-

schen Institut Zürich ergab laut Spurenbericht vom 6. März 2020, dass es sich 

beim eingesetzten Sprengstoff um ein nicht handhabungssicheres, hochexplosi-

ves Selbstlaborat auf der Basis von TATP gehandelt habe. TATP könne schon 

durch geringe Einwirkungen von Schlag, Reibung, Hitze oder Funken zur Explo-

sion gebracht werden (BA 11-02-0027, -0034). 

3.4.5 Vorleben als «Kriminaltourist» 

Der Beschuldigte weist in der Schweiz und im Ausland im Zeitraum von 2012 bis 

zu den beiden Tatzeitpunkten vom Dezember 2019 mehrere Vorstrafen auf. Ab-

klärungen über Europol ergaben, dass der Beschuldigte in verschiedenen Län-

dern (Frankreich, Luxemburg, Niederlande, Dänemark) unter anderem wegen 

Vermögens- und Sprengstoffdelikten im Zusammenhang mit Banktresoren ver-

zeichnet ist (BA 10-02-0005 f.; 10-02-0145; 17-01-0001 ff.; B17.01.001-0001 ff.). 

In Bezug auf die konkreten Vorstrafen kann im Übrigen auf Erwägung 8.5.1.1 

betreffend die Täterkomponente verwiesen werden. Mit Urteil des dänischen U. 

Landsret vom 17. Juni 2022 wurde der Beschuldigte zuletzt im Zusammenhang 

mit einer Sprengstoffattacke auf einen Bankomaten in Dänemark letztinstanzlich 

zu einer Freiheitsstrafe von 6 Jahren verurteilt (BA 17-01-0067; B18-06-001-

0330 ff.). Da er die vorliegenden zu beurteilenden Delikte vor der Verurteilung in 

Dänemark begangen hat, gilt er diesbezüglich allerdings als nicht vorbestraft. Die 

Staatsanwaltschaft Innsbruck (Republik Österreich) führt zurzeit ein Ermittlungs-

verfahren unter anderem gegen den Beschuldigten und I. wegen des Verdachts 

der Widerhandlungen gegen das Sprengstoffgesetz im Zusammenhang mit vier 

Bankomatensprengungen im Zeitraum vom 13. Mai 2020 bis 3. Juni 2020 (BA 

10-02-0046). 

3.4.6 Beweismittel bezüglich des Bargeldes 

Gemäss Bericht der Kantonspolizei St. Gallen vom 13. Januar 2020 wurde der 

Geldausgabeautomat der B. Bank an der J. Strasse in Sevelen am 11. Dezember 

2019 mit Fr. 353'500.-- und Euro 58'050.-- befüllt. Die letzte Entnahme von Bar-

geld vor dem Einbruchdiebstahl fand am 11. Dezember 2019 um 22:36 Uhr statt. 

Es wurde vor der Sprengung des Bankomaten ein Bargeldbezug von Fr. 700.-- 

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getätigt. Nach der Öffnung des gesprengten und beschädigten Tresorfaches 

musste festgestellt werden, dass die unbekannte Täterschaft am 12. Dezember 

2019 an der J. Strasse in 9475 Sevelen bei der B. Bank 633 Noten à Fr. 200.--, 

entsprechend Fr. 126'600.--, aus der obersten Bargeldkassette entwendet hat 

(BA 10-01-0036 f.). 

3.4.7 Beweismittel betreffend Sachschaden 

a) Durch die Explosion des in die Aussenfassade der Liegenschaft an der J. 

Strasse in Sevelen SG eingebauten Bankomaten entstand am Wohn- und Ge-

schäftsgebäude ein Sachschaden in der Höhe von Fr. 71'274.65. Die im Eigen-

tum der Stockwerkeigentümergemeinschaft R. gehörende Liegenschaft wurde 

namentlich an der Aussenfassade, den Fenstern, den Scheiben beim Hausein-

gang, den Briefkästen und an den Deckenverkleidungen beschädigt (BA 10-01-

0002, -0007 f.; 11-01-0006 f.; 11-02-0027; 15-05-0022 ff.). Die Schadenspositio-

nen sind mit Rechnungen und Quittungen dokumentiert. Gemäss Schreiben der 

D. Versicherung (Versicherer der Stockwerkeigentümergemeinschaft R.) vom 

10. Dezember 2020 hat die S., Verwalterin der Stockwerkeigentümergemein-

schaft, einen Schaden von Fr. 71'075.-- vergütet erhalten (BA 15-05-0007, -0025, 

-0027). 

b) An der Bankomateneinrichtung im Eigentum der B. Bank entstand durch die 

Sprengung ein Sachschaden in der Höhe von Fr. 36'000.--. Gemäss Schreiben 

der C. AG (Versicherer der B. Bank) wurde der Schaden vergütet (BA 15-03-

0012; vgl. 15-03-0005). 

c) Der Sachschaden beträgt somit insgesamt Fr. 107’274.65. 

3.5 Beweismittel zum Tatkomplex von Neftenbach ZH 

3.5.1 Berichte der Bundeskriminalpolizei 

Gemäss Berichten der Bundeskriminalpolizei vom 3. Mai 2021 und 3. April 2023 

wurde am Freitag, 20. Dezember 2019, um ca. 01:51 Uhr, in Neftenbach ZH ein 

weiterer Geldautomat der F. Bank gesprengt. Auf den Aufzeichnungen der Über-

wachungskameras sind zwei unbekannte, dunkel gekleidete Personen ersicht-

lich, welche zuerst die Überwachungskameras mit Farbspray besprayen. Durch 

die Kantonspolizei Zürich konnten am Tatort unter anderem zwei Brecheisen si-

chergestellt werden. Auf einem der Brecheisen konnte eine DNA-Spur gesichert 

werden, welche dem Beschuldigten zugeordnet werden konnte. Aufgrund der ge-

sicherten Spuren ist davon auszugehen, dass die Täterschaft Sprengstoff auf der 

Basis von TATP verwendete. Abdruckspuren deuten auf eine Grösse des 

Sprengstoffpakets von ca. 10 x 12 cm hin. Die Zündung dürfte elektronisch erfolgt 

sein. Aufgrund der räumlichen und zeitlichen Nähe zum Tatort Sevelen SG, des-

selben Modus Operandi, der gleichen Anzahl Täter, den Bildern der 

- 21 - 

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Überwachungskameras, des verwendeten Sprengstoffs sowie des gesicherten 

DNA-Profils des Beschuldigten ist davon auszugehen, dass es sich in beiden 

Fällen um die gleiche Täterschaft handelt (BA 10-02-0035, -0146 f.). 

3.5.2 Aussagen Beschuldigter 

a) In der Hafteinvernahme bei der Bundesanwaltschaft nach der Auslieferung in 

die Schweiz sagte der Beschuldigte am 12. Januar 2023 auf Vorhalt des Vor-

wurfs, in Neftenbach ZH einen Bankomaten aufgesprengt, Bargeld entnommen 

und einen grossen Sachschaden verursacht zu haben, umgehend aus, dass der 

Vorwurf zutreffe. Er habe von seinem Rechtsanwalt die Bilder verlangt und den 

Ort wiedererkannt. Als er die Bilder gesehen habe, habe er das Geschäft wieder-

erkannt. Er wisse, dass daneben eine Tankstelle gewesen sei. Sie seien gleich 

vorgegangen wie in Sevelen. Konfrontiert mit der Aussage, dass auf einem der 

beiden Brecheisen seine DNA sichergestellt worden sei, antwortete er, ja er sei 

es gewesen. Zur Ausführung der Tat schilderte er Folgendes: Er sei 10 Meter 

von der Sprengung entfernt gewesen, da das Kabel nur maximal 10 Meter weit 

gereicht habe. Gott sei Dank sei ihm nichts geschehen. Wenn er zurückdenke, 

danke er Gott, dass dieses Wandstück nicht auf ihn gefallen sei. Er habe sich 

dieser Gefahr ausgesetzt, weil er Geld gebraucht habe, um seinen Vater ins Spi-

tal bringen zu können. Er erinnere sich aber nicht mehr daran, wie viel Geld dort 

gewesen sei. Er wisse nur, dass sie das Geld vom Boden aufgesammelt hätten. 

Sie hätten nicht alles aufgesammelt, da es zum Teil beschädigt gewesen sei 

(BA 13-03-0014, -0023 f., 0027 f.). 

b) In der Einvernahme bei der Bundeskriminalpolizei vom 3. Februar 2023 bestä-

tigte der Beschuldigte auf Nachfragen seine Aussagen in der Hafteinvernahme. 

Zudem erklärte er zur Auswahl des Bankomaten: Die erste Bankomatenspren-

gung sei in der Stadt gewesen, wo es einfach viele Menschen gebe. Die zweite 

hätten sie so ausgewählt, um eben weit weg von vielen Menschen zu sein. Die 

zweite Sprengung habe quasi auf dem Feld stattgefunden (BA 13-03-0039,  

-0045). 

c) In der Schlusseinvernahme bei der Bundesanwaltschaft vom 21. April 2023 

bestätigte der Beschuldigte zunächst, dass seine bisherigen Aussagen der 

Wahrheit entsprächen. Er anerkannte nochmals explizit, am 20. Dezember 2019 

in Neftenbach zusammen mit einer unbekannten Täterschaft Sprengstoff in einen 

Bankomaten eingeführt und zur Explosion gebracht, einen Schaden von ca. 

Fr. 167'000.-- verursacht und Fr. 103'000.-- entwendet zu haben. Auf Vorhalt, 

durch die Explosion Leib und Leben von Menschen konkret gefährdet zu haben, 

erklärte er, wenn er jemanden in der Nähe gesehen hätte, hätte er diese Sache 

nicht getan. Er sage es mit der Hand auf seinem Herzen, dass er kein Leben 

einer Person in Gefahr habe bringen wollen (BA 13-03-0067, -0072 f.). 

- 22 - 

SK.2023.36 

d) In Bezug auf die Einvernahme des Beschuldigten als Auskunftsperson vom 

3. Februar 2023 kann auf Erwägung 3.4.2.1 e) verwiesen werden. 

e) In Bezug auf die rechtshilfeweisen durchgeführten Einvernahmen des Be-

schuldigten in Dänemark kann auf Erwägung 3.4.2.1 a) verwiesen werden. 

f) In der Hauptverhandlung vom 16. November 2023 wurde der Beschuldigte in 

der Sache zu den näheren Umständen der Bankomatensprengung (Tatplanung, 

Tatausführung, Mittäterschaft, Gefährdungspotenzial, Beweggrund,) von Neften-

bach ZH befragt. Auf einleitenden Vorhalt des Anklagevorwurfs sagte er aus, 

dass er die Tat bereits zugegeben habe. Er bestätigte mehrmals sein weitrei-

chendes Geständnis vom Vorverfahren und sagte weitgehend gleichbleibend 

aus. Wie beim Tatkomplex Sevelen SG (vgl. E. 3.4.2.1 f.) legte er auch hier erst-

mals im Verfahren in Bezug auf den Namen und den Tatbeitrag seines Mittäters 

ein Geständnis ab (TPF 18.731.013 ff.). 

Zur Tatplanung von Neftenbach gab der Beschuldigte zu Protokoll, dass diese 

wie bei der ersten Bankomatensprengung in Sevelen gewesen sei. Die Banko-

matensprengung von Neftenbach sei bereits beschlossen gewesen, als I. und er 

den ersten Bankomaten in Sevelen gesprengt hätten. Sie hätten im Internet re-

cherchiert, wo sich ein weiterer Bankomat befinden würde, welcher abseits liege. 

I. habe dann das Schweizer Geld von der Bankomatensprengung in Sevelen bei 

einem Wechselautomaten in Österreich in Euros gewechselt. Anschliessend hät-

ten sie von der gemeinsamen Beute in Sevelen den neuen Sprengstoff gekauft. 

Das Geld von der ersten Bankomatensprengung habe gereicht, um den neuen 

Sprengstoff zu bezahlen. Er (gemeint: Beschuldigter) habe den Sprengstoff von 

der gleichen Person gekauft, wie beim ersten Mal. Das Sprengstoffpaket sei wie 

in Sevelen fixfertig gewesen (TPF 18.731.013 f., -016). 

Zum Tathergang und zur Beute sagte er aus, dass I. und er von Österreich her-

kommend mit dem Auto über den gleichen Grenzübergang bei Liechtenstein in 

die Schweiz gekommen seien, wie bei der ersten Bankomatensprengung. Sie 

hätten 10 oder sogar 15 Kilometer von der L. AG entfernt ihr Auto parkiert und 

seien dann zu Fuss dorthin gegangen. Sie hätten sich zum Bankomaten begeben 

und wie beim ersten Mal die Öffnung breiter gemacht und das Päckchen mit dem 

Sprengstoff reingesteckt. Auf Nachfrage sagte er aus, dass er (gemeint: der Be-

schuldigte) die Öffnung grösser gemacht habe. I. habe das Kabel aufgerollt. Sein 

Mittäter I. sei bei der Explosion seitlich neben ihm gestanden. I. habe diesmal die 

Explosion gezündet. Die Rollenverteilung zwischen ihm und I. habe sich wie in 

Sevelen so ergeben und sei nicht im Voraus abgesprochen gewesen. Nach der 

Sprengung sei das Geld überall am Boden verteilt gewesen. Sie hätten es auf-

gelesen. Dann hätten sie sich auf die gleiche Weise wie sie gekommen seien zu 

Fuss vom Tatort entfernt und seien mit dem Auto zur Wohnung von I. in Öster-

reich gefahren. Die Beute sei hälftig geteilt worden. Auf Nachfrage, ob er am 20. 

Dezember 2019 gemeinsam mit I. in Neftenbach ZH den Bankomaten der F. 

- 23 - 

SK.2023.36 

Bank gesprengt und danach mit der Beute geflohen sei, sagte er aus: «Ja. Wie 

ich das auch beim ersten Vorfall gesagt habe. Es war die gleiche Person. Es war 

I.» (TPF 18.731.008, -013 f., 015 f.). 

Zur Gefährdungslage sagte er aus, dass I. und er bei der L. AG Neftenbach an-

gekommen seien. Sie hätten gesehen, dass der Bankomat abseits und nicht in-

mitten einer belebten Strasse gelegen sei. Eine Person habe dann dort auf dem 

Parkplatz der L. AG parkiert. Sie hätten extra gewartet, bis die Person wegge-

fahren sei, sodass wirklich niemand in Gefahr gekommen sei. Er sagte wiederholt 

aus, dass es nicht seine Absicht gewesen sei, Leib und Leben von Menschen zu 

gefährden (TPF 18.731.013). 

Zu seinen Beweggründen gab er wiederum zu Protokoll, dass er das Geld für die 

Behandlungskosten seines kranken Vaters im Spital in Rumänien gebraucht 

habe (siehe E. 3.4.2.1 f.). Er sagte ergänzend aus, dass das Geld von der Ban-

komatensprengung in Sevelen teils beschädigt gewesen sei und nicht ausge-

reicht habe, wozu er es gebraucht habe. Er habe so nicht nach Hause nach Ru-

mänien gehen können. Sie hätten die Bankomatensprengung daher nochmals 

machen müssen (TPF 18.731.007, -017). 

3.5.3 Aussagen I. 

I. stritt eine Tatbeteiligung bezüglich der Bankomatensprengung in Neftenbach 

ab (BA 13-02-0147 f.). Betreffend seine Aussagen in Bezug auf den Beschuldig-

ten kann auf die obige Erwägung 3.4.2.2 verwiesen werden. 

3.5.4 Am Tatort angetroffene Situation und die Folgen der Explosion 

a) Im Kurzbericht vom 15. Mai 2020 (BA 11-02-0039 ff.) beschreibt das Forensi-

sche Institut Zürich die Ausgangssituation und die Folgen der Explosion wie folgt: 

Der Bankomat der F. Bank in der L. AG Filiale ist in die Wand eingebaut, so dass 

er durch die Kundschaft von ausserhalb des Gebäudes her bedienbar ist. Der 

Bankomat selber befindet sich in einem eigenen Raum im südlichen Teil inner-

halb der Verkaufsräume. Der Bankomatenraum wurde mit Kalksandstein-wän-

den und einer Stahlbetondecke in eine Ecke innerhalb des Verkaufsraumes ge-

baut. Durch die Wucht der Explosion wurden die Bedienkonsole sowie weitere 

Teile des Bankomaten auf den Vorplatz der L. AG geschleudert. Die Kalksand-

steinwände wurden komplett weggeschleudert, die Fassade und die Wand zum 

angrenzenden Tankstellenladen wurden verschoben und stark beschädigt. Die 

Fensterscheiben des Verkaufsraumes wurden ebenfalls zerstört und Wände ver-

schoben. Die Stahlbetondecke des Bankomatenraumes fiel auf Teile des zerstör-

ten Bankomaten. Das dem Bericht beigefügte Foto vom «komplett zerstörten 

Bankomatenraum» innerhalb des Verkaufsraumes der L. AG zeigt den geschil-

derten Schaden (BA 11-02-0040 f.). 

- 24 - 

SK.2023.36 

b) Dem Bericht der Kantonspolizei St. Gallen vom 13. Januar 2020 ist zu entneh-

men, dass die Bankomaten in Sevelen und Neftenbach den gleichen Gerätetyp 

T. hatten. Gemäss Auskunft des Herstellers könne von aussen erkennt werden, 

ob ein T. bereits mit einem sog. «Double Shouter» (Schleusensystem) nachge-

rüstet worden sei, welches das Einschieben eines Sprengstoffpaketes in den 

Geldausgabenautomaten erheblich erschwere, wenn nicht gar verunmögliche. 

Die beiden Bankomaten in Sevelen SG und Neftenbach ZH seien noch nicht 

nachgerüstet worden. Diese Kenntnis spreche in beiden Fällen für die gleiche 

Tätergruppierung (BA 10-01-0039). 

3.5.5 In Tatortnähe sichergestellte Gegenstände und gesicherte Spuren 

a) Gemäss Spurenbericht des Forensischen Instituts Zürich vom 7. Januar 2020 

(BA 11-02-0001 ff.) besprayte die unbekannte Täterschaft mehrere Überwa-

chungskameras mittels Farbspray. Danach brachte sie die Sprengladung im 

Geldausgabeschacht des Bankomaten an und zündete die Sprengladung mittels 

einem Zweiphasen-Litzenkabel. Durch die entstandene Öffnung stiegen zwei 

Personen in den Bankomatenraum ein und behändigten das durch die Explosion 

freigelegte Notengeld. Die beiden Personen liessen zwei Brecheisen am Tatort 

zurück. Das eine Brechwerkzeug (A013344042) befand sich am Fussboden vor 

dem Blumenwagen des L. AG Verkaufsgeschäfts. Ab diesem wurde mittels Wat-

tetupfer eine DNA-Spur (A013’344'053, PCN: 36-928785-39) sichergestellt (BA 

11-02-004). 

b) Im Gutachten vom 4. Juli 2022 kommt das Institut für Rechtsmedizin der Uni-

versität Zürich (BA 11-03-0014 ff.) zur Beurteilung, dass sich am Spurenasservat 

(A013'344'053, PCN 36 928785 39) ab Brechwerkzeug (A013344042) ein DNA-

Mischprofil nachweisen liess. Die sehr stark hervortretenden Merkmale lassen 

sich zu einem sogenannten DNA-Hauptprofil einer männlichen Person zusam-

menfassen, bestehend aus acht DNA-Systemen. Das vom Beschuldigten in der 

Eidgenössischen DNA-Datenbank gespeicherte DNA-Profil umfasst 11 DNA-

Systeme. Von diesen 11 DNA-Systemen sind sieben mit den am Spurenasservat 

typisierten DNA-Systemen vergleichbar. Der Vergleich des nachgewiesenen 

DNA-Hauptprofils mit dem DNA-Profil des Beschuldigten zeigt in diesen sieben 

vergleichbaren DNA-Systemen vollkommene Übereinstimmung. Der Beschul-

digte kann somit bezüglich des DNA-Hauptprofils als Spurengeber nicht ausge-

schlossen werden. Weiter ist im Gutachten ausgeführt, dass unter Verwendung 

von in der Schweizer Population bestimmten Merkmalshäufigkeiten der Beweis-

wert des im DNA-Rückstand ab Brechwerkzeug nachgewiesenen DNA-Haupt-

profils ca. 70 Millionen Mal grösser ist, wenn man eine Spurengeberschaft des 

Beschuldigten annimmt, als wenn man die Spurengeberschaft einer unbekann-

ten, mit dem Beschuldigten genetisch nicht verwandten männlichen Person an-

nehmen würde (BA 11-03-0015). 

- 25 - 

SK.2023.36 

c) Zum verwendeten Sprengstoff und zur Vorgehensweise der Täterschaft führt 

das Forensische Institut Zürich im Kurzbericht vom 12. Mai 2020 (BA 11-02-0039 

ff.) aus, dass aufgrund der Resultate der Untersuchung sowie den vorliegenden 

Informationen von einer elektrischen Zündauslösung mit einem improvisierten 

Zünder respektive Anzünder auszugehen ist. Anhand der Abdruckspur der um-

gesetzten Sprengladung, welche an der Innenseite des Tresordeckels deutlich 

erkennbar ist, schätzt das Forensische Institut die Grundfläche der zum Einsatz 

gelangten Sprengladung auf ca. 12 cm x 10 cm. An einem stark beschädigten 

Teilstück eines Elektrokabels konnten Spuren von TATP nachgewiesen werden. 

Anhand des Nachweises von TATP in den Proben kann jedoch nicht unterschie-

den werden, ob das TATP von einem eventuell verwendeten improvisierten Zün-

der oder von der Hauptladung der Sprengvorrichtung stammt. Es konnten keine 

Hinweise auf die Verwendung von weiteren Sprengstoffen im Untersuchungsma-

terial gefunden werden (BA 11-02-0045). 

Gemäss Kurzbericht (Ausführungen zu TATP) des Forensischen Instituts Zürich 

vom 25. Juni 2022 (BA 11-02-0049 ff.) ist Acetonperoxid oder APEX ein hochex-

plosiver Stoff. Es kommt in den Formen di-, tri- und tetrameres cyclisches Ace-

tonperoxid vor. Nach seiner hauptsächlich vorkommenden trimeren Form ist es 

auch unter dem Namen Triacetontriperoxid oder kurz TATP bekannt (BA 11-02-

0050). Acetonperoxid ist hochexplosiv. Besonders empfindlich ist es auf Zün-

dung durch Flamme, Wärme, Schlag und Reibung. Die Detonationsgeschwindig-

keit beträgt 5’290-5’400 m/s bei einer Dichte von 1.18-1.20 g/cm3. TATP ist 

grundsätzlich als handhabungsunsicher einzustufen (BA 11-02-0052). 

3.5.6 Beweismittel bezüglich des Bargeldes 

Gemäss Bericht der Kantonspolizei Zürich vom 13. Februar 2020 (BA 10-04-

0001 ff.) konnte am Tatort herumliegendes Notengeld von insgesamt Fr. 

67'680.-- und Euro 41'100.-- gesichert werden, das gemäss Empfangsbescheini-

gung am 20. Dezember 2019 an die F. Bank ausgehändigt werden konnte. Auf 

dem Empfangsschein ist festgehalten, dass sich 236 200-Franken-Noten und 7 

100-Franken-Noten «verbrannt» lose im Raum und 789 20-Franken-Noten, 80 

50-Franken-Noten und 822 50-Euro-Noten unter der Betonplatte befanden (BA 

10-04-0019). Ein Ausdruck der Bankomatendetails zeigt zudem, dass sich vor 

der Explosion Fr. 170'880.-- und Euro 41'100.-- im Automaten befunden haben 

(BA 10-04-0007, -0018 f.). 

3.5.7 Beweismittel betreffend Sachschaden 

a) Zum Sachschaden an der Liegenschaft und ihrer Einrichtung im Eigentum der 

L. AG (infolge Fusion heute: L. Genossenschaft, BA 15-02-0010) gilt Folgendes: 

Gemäss Schreiben der E. Versicherung vom 11. November 2020 hat die L. Ge-

nossenschaft einen Schaden von Fr. 74'876.25 vergütet erhalten (BA 15-02-2-

0024 ff.). Laut E-Mail der L. Genossenschaft sind folgende Schäden entstanden, 

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SK.2023.36 

die nicht durch die E. Versicherung gedeckt worden sind (BA 15-02-0022 ff.): 

Schlussrechnung AA. AG Elektroanlagen Fr. 1'750.90 (BA 15-02-0025), Rech-

nung BB. (Ersatz Kameras nach der Bankomatensprengung): Fr. 5'628.55 (BA 

15-02-0026 ff.), Rechnung CC. AG (Instandstellung des Schadens am Banko-

mat) Fr. 10'520.80 (BA 15-02-0034 ff.), Rechnung BB. (Alarmanlage) 

Fr. 2'170.15 (BA 15-02-0037 f.) sowie Aufräum- und Koordinationsarbeiten Fr. 

4'125 .-- (BA 15-02-0039): Total Fr. 24'195.40. 

b) Zum Schaden bei den im Verkaufsgeschäft L. Shop gelagerten Verkaufsge-

genständen reichte die L. AG per Mail diverse Quittungen zu Verkaufsgegen-

ständen ein, die ein Total von insgesamt Fr. 14'252.80 aufweisen (BA 15-02-

0040 ff.). 

c) Zum Schaden an der Bankomateneinrichtung im Eigentum der F. Bank ist Fol-

gendes festzustellen: Im Schreiben der F. Bank vom 5. Januar 2023 findet sich 

als Beilage eine Zusammenstellung der Kosten betreffend die Bankomatspren-

gung, wobei das Total Fr. 55'580.45 beträgt (BA 15-01-0018 f.). 

3.5.8 Beweismittel betreffend Hausfriedensbruch 

Auf der Videoaufnahme von der Tat ist Folgendes zu erkennen (BA 10-04-0045): 

Am 20. Dezember 2019 um 01:51 Uhr erfolgt die Detonation des Bankomatens. 

Anschliessend sind zwei unbekannte, dunkel gekleidete Personen ersichtlich, 

welche im Bankomatenraum das freigelegte Notengeld einsammeln und im mit-

gebrachten Rucksack verstauen. Um 01:52 Uhr verlässt die unbekannte Täter-

schaft den Bankomatenraum in unbekannte Richtung. 

3.6 Beweiswürdigung Tatkomplex Sevelen SG 

3.6.1 Erstellt und unbestritten ist, dass am 12. Dezember 2019 um ca. 01:30 Uhr der 

im mehrstöckigen Wohn- und Geschäftshaus an der J. Strasse in Sevelen einge-

baute Bankomat der B. Bank durch eine Sprengung beschädigt, deformiert und 

daraus Bargeld im Umfang von Fr. 126'600.-- entwendet worden ist. Gestützt auf 

die forensische Untersuchung der am Tatort gesicherten Spuren bestehen über-

dies keine Zweifel, dass hierfür unter anderem TATP eingesetzt worden ist, wel-

cher indes nicht vollumfänglich detonierte (BA 10-01-0036; 11-02-0027). Bei 

TATP handelt es sich um ein aus Aceton und Wasserstoffperoxid hergestelltes, 

nicht handhabungssicheres und hochexplosives Selbstlaborat, welches schon 

durch geringe Einwirkungen von Schlag, Reibung, Hitze oder Funken zur Explo-

sion gebracht werden kann (BA 11-02-0034). Die Wucht der Explosion führte 

dazu, dass die Bedienkonsole des Bankomaten sowie Teile der anliegenden 

Wandplatten des Gebäudes auf das Trottoir und die Strasse geschleudert wur-

den, Gebäudefenster zerbarsten, und Deckenelemente herunterfielen (BA 11-

02-0027; 10-01-0007 ff.). Aufgrund dieses Vorfalls entstand Sachschaden am 

Bankomaten im Umfang von ca. Fr. 36'000.-- zum Nachteil der B. Bank (BA 15-

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SK.2023.36 

03-0011 ff.) sowie am Wohn- und Geschäftshaus im Umfang von Fr. 71'274.65 

zum Nachteil der Stockwerkeigentümergemeinschaft der Liegenschaft an der J. 

Strasse in Sevelen SG (TPF 9.554.013 f.). 

3.6.2 Was die Täterschaft anbelangt, so deckt sich das Geständnis mit der Aktenlage. 

Das Geständnis hat der Beschuldigte im Rahmen der Voruntersuchung und 

Hauptverhandlung widerspruchsfrei und in sich stimmig vorgetragen, wobei er 

zahlreiche Details nennen konnte (Art und Weise der Sprengstoffbeschaffung; 

gewählte Reise- und Fluchtroute; das konkrete Tatvorgehen mit dem Aufbrechen 

des Geldausgabefaches des Bankomaten; der Platzierung der TATP-Sprengla-

dung und der Auslösung der Explosion mittels elektrischer Zündung; Umfang und 

Verwendung der Beute). Für die Glaubhaftigkeit des Geständnisses spricht ins-

besondere, dass der Beschuldigte das Tatvorgehen detailgetreu schildern 

konnte, was ohne realen Erlebnishintergrund kaum möglich gewesen wäre. Die 

Aussagen bestechen aber auch durch die Folgerichtigkeit der Darstellungen, was 

ein wesentliches Realkennzeichen ist und für deren Glaubhaftigkeit spricht. Der 

Beschuldigte machte insgesamt in puncto Modus Operandi plausible Aussagen. 

So schilderte er etwa lebensnah die Aufgabenteilung zwischen ihm und I. Die 

Aussagen sind offensichtlich erlebnisbasiert – so beispielsweise in Bezug auf das 

durch die Explosion beschädigte Geld – und frei von Willensmängeln. Er machte 

bei sämtlichen Einvernahmen im Kern übereinstimmende und in sich geschlos-

sene Aussagen. Für das Gericht bestehen keine Zweifel, dass die Aussagen 

wirklich Erlebtem entsprechen. 

Beweisrelevant ist aber auch, dass sich die Aussagen des Beschuldigten unter 

etlichen Gesichtspunkten objektivieren lassen: So wie es der Beschuldigte aus-

sagte, handelte es sich auch gemäss Auskunftspersonen und dem Spurenbild 

um zwei Täter. Aber auch zur Dimension und der Art der Zündung mittels Kabel 

und Batterie machte der Beschuldigte stimmige und objektivierbare Aussagen, 

welche mit den am Tatort vorgefundenen Beweismitteln übereinstimmen. Bezo-

gen auf das schwarze Brecheisen liegt zudem eine nahtlose und stimmige Be-

weiskette vor. Das auf der Fluchtroute kurz nach der Bankomatensprengung auf-

gefundene Brecheisen war erwiesenermassen eines der Tatwerkzeuge, so wie 

es auch der Beschuldigte schilderte. Er schilderte nachvollziehbar und stimmig 

die Fluchtroute, was sich mit dem Fundort der Brecheisen in Sevelen ohne Wei-

teres objektivieren lässt. Ausserdem stimmt die anlässlich der Einvernahme des 

Beschuldigten vom 3. Februar 2023 auf einem Kartenausschnitt von Sevelen SG 

eingezeichnete Fluchtroute exakt mit dem Fundort überein, wo die zwei Brechei-

sen (Geissfüsse) und Schraubenzieher sichergestellt werden konnten (vgl. Notiz 

der Bundeskriminalpolizei vom 3. Februar 2023 [BA 10-2-0142]). Dies spricht in 

hohem Masse für die Tatbeteiligung des Beschuldigten, da eine solche Sach-

kenntnis grundsätzlich nur ein Tatbeteiligter haben kann. Ein weiteres Indiz für 

die Glaubhaftigkeit des Geständnisses ist die zeitliche und örtliche Nähe des Be-

schuldigten zur Bankomatensprengung in Sevelen. Er hielt sich vor und nach den 

- 28 - 

SK.2023.36 

Taten jeweils im grenznahen Z. in Österreich auf. Als ein sehr gewichtiges Indiz 

für die Tatbeteiligung des Beschuldigten ist schliesslich zu werten, dass gestützt 

auf die am schwarzen Geissfuss gesicherten DNA-Spuren ein DNA-Profil erstellt 

werden konnte, dessen Hauptprofil mit dem DNA-Profil des Beschuldigten über-

einstimmt (vgl. E. 3.4.3.a). Dies beweist für sich allein zwar nicht, dass der Be-

schuldigte die Tat ausgeführt oder sich am Tatort befunden hat. Angesichts des 

Charakters als Hauptprofil kann und muss hiervon jedoch abgeleitet werden, 

dass er im Vergleich zum (nicht interpretierbaren) Nebenprofilgeber länger 

bzw. intensiver und jedenfalls zeitlich später mit dem Gegenstand Kontakt hatte; 

eine Sekundärübertragung ist demnach nicht realistisch (vgl. allgemein zum Be-

weiswert von DNA-Hauptprofilen die Urteile des Bundesgerichts 6B_440/2018 

vom 4. Juli 2018 E. 1.3 und 6B_496/2010 vom 23. August 2010 E. 3.3.1; aus-

führlich Urteil des Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt SB.2017.51 vom 

15. September 2020 E. 5.2.1 mit Hinweisen); dies umso weniger, als der Be-

schuldigte geständig ist. Gesamthaft betrachtet indiziert die dem Beschuldigten 

zuzuordnende DNA-Spur die Täterschaft klar, zumal ein ersichtliches, ge-

schweige denn geltend gemachtes Alternativszenario fehlt. 

Schliesslich ist zu erwähnen, dass in Bezug auf die vorliegend zu beurteilenden 

Taten aus den Vorstrafen (siehe oben E. 3.4.5; 8.5.1.1, dritter Abschnitt) zwar 

nichts Konkretes zulasten des Beschuldigten abgeleitet werden kann. Nichtsdes-

totrotz lässt sich das Geständnis des Beschuldigten auch unter dem Gesichts-

punkt der Persönlichkeitsadäquanz überprüfen: Die Vorstrafen und das deliktisch 

geprägte Bewegungsbild quer durch Europa zeichnen jedoch das Bild eines 

transnational agierenden Straftäters, welcher – jedenfalls in der Vergangenheit – 

grosse Mühe bekundet hat, sich an die Rechtsordnung zu halten und durch seine 

Handlungen fremdes Eigentum nicht zu beeinträchtigen. Sein Vorleben als «Kri-

minaltourist» bildet daher ein weiteres Indiz für die Täterschaft. Dasselbe gilt für 

seinen Kontakt zu I., welcher selbst im Verdacht steht, an der Bankomatenspren-

gung in Sevelen SG sowie denjenigen in Österreich (vgl. E. 3.4.5) beteiligt gewe-

sen zu sein. 

Die übrigen Personalbeweise sind hinsichtlich der Frage, ob der Beschuldigte an 

der Tat beteiligt war oder nicht, weder belastend noch entlastend. Dies nament-

lich auch für die Aussagen der Auskunftsperson O., welche ausführte, dass es 

sich bei einer an der Tat beteiligten Person um eine Frau gehandelt habe (vgl. 

E. 3.4.2.3). O. sowie die übrigen Auskunftspersonen konnten das Geschehen le-

diglich während eines kurzen Zeitraums aus einer gewissen Entfernung und 

überdies nachts, nachdem sie aus dem Schlaf gerissen wurden, beobachten. 

Aufgrund dieser äusseren Bedingungen kann nicht ohne Weiteres auf deren Aus-

sagen zu wahrgenommenen Details – namentlich zum Signalement der Täter-

schaft – abgestellt werden. Dass Aussagen zu unter solchen Bedingungen wahr-

genommenen Details ungenau sein können, wird vorliegend durch die unter-

schiedlichen Aussagen der Auskunftspersonen verdeutlicht. Im Übrigen ist die 

- 29 - 

SK.2023.36 

Präsenz einer Frau als Täterin vorliegend auch deshalb sehr unwahrscheinlich, 

weil an den Tatwerkzeugen und am Tatort ausschliesslich männliche DNA gesi-

chert werden konnte (vgl. BA 11-01-0012, -0014, -0018 f.). 

3.6.3 Zusammenfassend liegt ein glaubhaftes und objektivierbares Geständnis des Be-

schuldigten vor, so dass seine Täterschaft bei der angeklagten Bankomaten-

sprengung in Sevelen SG zweifelsfrei erstellt ist. 

3.6.4 Beweismässig ist aufgrund des dokumentierten Schadensbilds vom Tatort er-

stellt, dass das zur Explosion gebrachte TATP eine erhebliche Detonationswelle 

verursachte und an der mehrstöckigen Wohn- und Geschäftsliegenschaft 37 in 

Sevelen SG erheblichen Sachschaden anrichtete (vgl. E. 3.4.7). Die Liegenschaft 

ist im Eigentum einer 14 Parteien umfassenden Stockwerkeigentümergemein-

schaft, welche 12 Privatpersonen umfasst (BA 23-03-0003, -0005). Zu dieser 

Stockwerkeigentümergemeinschaft zählt beispielsweise die Privatklägerin G. 

Durch die Explosion wurden daher zweifelsohne Personen in ihrer körperlichen 

Integrität konkret gefährdet. Es bestand eine unmittelbare Gefahr für Leib und 

Leben für die in unmittelbarer Nähe im Mehrfamilienhaus an der J. Strasse in 

Sevelen schlafenden Menschen, namentlich für P., welcher sich im Explosions-

zeitpunkt in seiner oberhalb des Bankomaten gelegenen Wohnung befand (vgl. 

BA 10-01-0024, -0036). Dass der Beschuldigte um die konkrete Gefährdung für 

Menschen und Sachen beim Einsatz von Sprengstoff wusste, ist ebenfalls er-

stellt. Es ist gerichtsnotorisch und musste dem Beschuldigten bewusst sein, dass 

bei einer Bankomatensprengung in einem Wohngebiet ein erhebliches Gefähr-

dungspotential für Menschen und Sachen ausgeht. Ausserdem räumte er ein, 

dass die erste Sprengung in Sevelen in der Stadt gewesen sei, wo es viele Men-

schen gebe (siehe E. 3.5.2 b). Er kannte somit die Gefahr und handelte trotzdem. 

3.6.5 Erwiesen ist ausserdem, dass der Beschuldigte nach der Explosion des Banko-

maten Bargeld im Umfang von Fr. 126'000.-- entnommen und sich vom Tatort 

entfernt hat (BA 13-03-0069). Der durch die Explosion verursachte Sachschaden 

von insgesamt Fr. 107'274.65 ist ebenfalls erstellt. 

3.6.6 Nach dem Gesagten ist der angeklagte Sachverhalt erstellt. 

3.7 Beweiswürdigung Tatkomplex Neftenbach ZH 

3.7.1 Erstellt und unbestritten ist, dass am 20. Dezember 2019 der in die Aussenfas-

sade des L. AG-Verkaufsgeschäfts an der K. Strasse in 8413 Neftenbach ZH 

eingebaute Bankomat der F. Bank gewaltsam aufgebrochen und Bargeld ent-

wendet worden ist. Gestützt auf die forensische Untersuchung der am Tatort ge-

sicherten Spuren ist weiter erstellt, dass hierfür unter anderem TATP eingesetzt 

worden ist (BA 11-02-0001 ff.; 11-02-0039 ff.). Bei TATP handelt es – wie erwähnt 

– um einen nicht handhabungssicheren und hochexplosiven Sprengstoff (siehe 

E. 3.5.5 c; BA 11-02-0049 ff.). Durch die Wucht der Explosion wurden die 

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SK.2023.36 

Bedienkonsole sowie weitere Teile des Bankomaten auf den Vorplatz des L. AG-

Verkaufsgeschäfts geschleudert. Die Kalksandsteinwände wurden komplett weg-

geschleudert, die Fassade und die Wand zum angrenzenden Tankstellenladen 

wurden verschoben und stark beschädigt. Die Fensterscheiben des Verkaufsrau-

mes wurden zerstört und Wände verschoben. Ausserdem fiel die Stahlbetonde-

cke des Bankomatenraumes auf Teile des zerstörten Bankomaten (BA 11-02-

0041). Das Schadensbild spricht insgesamt für die Heftigkeit und zerstörenden 

Kraft der Detonation. 

3.7.2 Durch die Explosion entstand an der Liegenschaft und ihrer Einrichtung ein Sach-

schaden von total Fr. 168'904.90. Dieser Schaden ist durch das Schreiben der 

E. Versicherung vom 11. November 2020 (BA 15-02-2-0024 ff.) in der Höhe von 

Fr. 74'876.25 und der E-Mail der L. Genossenschaft, betreffend den nicht durch 

die E. Versicherung gedeckten Schadens, in der Höhe von zusätzlich Fr. 

24'195.40, belegt, womit der Schaden gar über den angeklagten Fr. 22'760.45 

liegt (BA 15-02-0022 ff.). An den im Verkaufsgeschäft L. Shop Iagernden Ver-

kaufsgegenständen entstand ein Schaden von total Fr. 14'252.80, belegt durch 

die von der L. AG eingereichten Quittungen zu Verkaufsgegenständen (BA 15-

02-0040 ff.). Zudem entstand an der Bankomateneinrichtung ein Schaden von 

total Fr. 55'580.45 gemäss der Zusammenstellung im Schreiben der F. Bank vom 

5. Januar 2023 (BA 15-01-0018 f.). 

3.7.3 Erstellt ist weiter die Entwendung von Fr. 103’200.-- aus dem Bankomaten. Vor 

der Explosion befanden sich gemäss Ausdruck der Bank nämlich Fr. 170'880.-- 

und Euro 41'100.-- im Automaten (BA 10-04-0018). Nach der Explosion konnte 

die Polizei am Tatort herumliegendes Notengeld von insgesamt Fr. 67'680.-- und 

Euro 41’100.-- sichern und gegen Empfangsbescheinigung der F. Bank überge-

ben (BA 10-04-0007, -0019). Die Fr. 103'200.-- entsprechen somit dem Betrag 

im Bankomaten vor der Explosion minus des Betrags des nach der Explosion am 

Tatort herumliegenden Geldes. 

3.7.4 Das unbefugte Betreten des L. AG-Verkaufsgeschäfts durch die Täterschaft ist 

auf dem Überwachungsvideo dokumentiert (BA 10-04-0045). 

3.7.5 Was die Täterschaft anbelangt, so deckt sich das Geständnis des Beschuldigten 

mit der Aktenlage. Das Geständnis ist wiederum plausibel (siehe E. 3.6.2). Der 

Beschuldigte hat das Geständnis im Rahmen der Voruntersuchung und Haupt-

verhandlung widerspruchsfrei und in sich stimmig vorgetragen, wobei er zahlrei-

che Details nennen konnte (Art und Weise der Sprengstoffbeschaffung; gewählte 

Reise- und Fluchtroute; das konkrete Tatvorgehen; Umfang und Verwendung der 

Beute). Der Beschuldigte erklärte, in Neftenbach ZH im Wesentlichen gleich wie 

in Sevelen vorgegangen zu sein. Dies entspricht den Erkenntnissen aus den üb-

rigen Akten zum jeweiligen Tatvorgehen (Aufbrechen des Geldausgabefaches 

des Bankomaten; Platzierung der Sprengladung; elektrische Zündauslösung der 

Sprengung mittels Batterie; Anzahl Täter) und den vorgefundenen 

- 31 - 

SK.2023.36 

Tatwerkzeugen. Für die Glaubhaftigkeit des Geständnisses sprechen zudem die 

Schilderungen spezifischer Einzelheiten durch den Beschuldigten, wie zum Bei-

spiel, er sei 10 Meter von der Sprengung entfernt gewesen, da das Kabel nur 

maximal 10 Meter weit gereicht habe oder sie hätten das Geld vom Boden auf-

gesammelt, jedoch nicht alles, da es zum Teil beschädigt gewesen sei. Weiter 

spricht für die Glaubhaftigkeit des Geständnisses die persönliche Schilderung, 

dass er Gott danke, dass dieses Wandstück nicht auf ihn gefallen sei (BA 13-03-

0027 f.). Die Aussagen sind offensichtlich erlebnisbasiert und frei von Willens-

mängeln. Insgesamt ist das Geständnis des Beschuldigten somit glaubhaft. 

3.7.6 Wie beim Sachverhaltskomplex Sevelen SG (siehe E. 3.6.2) ist auch bei Neften-

bach ZH ein sehr gewichtiges Indiz für die Tatbeteiligung des Beschuldigten die 

DNA-Spur, die ab dem am Tatort zurückgelassenen Brecheisen – was aufgrund 

der Videoaufnahmen erstellt ist – sichergestellt werden konnte. Dieses DNA-

Hauptprofil zeigt gemäss IRM-Gutachten vollkommene Übereinstimmung mit 

dem DNA-Profil des Beschuldigten betreffend die in casu sieben vergleichbaren 

DNA-Systemen. Die Wahrscheinlichkeit ist ca. 70 Millionen Mal grösser, dass der 

Beschuldigte der Spurengeber ist, als wenn man die Spurengeberschaft einer 

unbekannten, mit dem Beschuldigten genetisch nicht verwandten männlichen 

Person annehmen würde (BA 11-03-0015). 

3.7.7 Übereinstimmend mit den Aussagen des Beschuldigten ist bezogen auf die Ban-

komatensprengung in Neftenbach erstellt, dass es sich um zwei Täter handelte, 

was aufgrund der Videoaufnahmen belegt ist. Erstellt ist ebenfalls, dass er sich 

im Zeitraum vom 20. Dezember 2019 in Z. aufhielt und somit in zeitlicher und 

räumlicher Nähe vom Tatort aufhielt. 

3.7.8 Aufgrund der räumlichen und zeitlichen Nähe zu den Standorten Sevelen SG und 

Neftenbach ZH, den Parallelen beim Modus Operandi (Aufwuchten des Geldaus-

gabefaches; Platzierung des Sprengstoffes; des gleichen nicht nachgerüsteten 

Gerätetyps T. [BA 10-01-0039]; je zwei sichergestellte Brecheisen; der elektri-

sche Zündvorgang mittels Batterie), der gleichen Anzahl Täter, den Bildern der 

Überwachungskameras, des verwendeten Sprengstoffes TATP sowie der jeweils 

gesicherten DNA des Beschuldigten am Tatwerkzeug ist eindeutig erstellt, dass 

in beiden Fällen der Beschuldigte tatbeteiligt war (vgl. Berichte der Bundeskrimi-

nalpolizei vom 3. Mai 2021 und 3. April 2023 [BA 10-02-0035, -0147]). 

3.7.9 Zusammenfassend liegt ein glaubhaftes und objektivierbares Geständnis des Be-

schuldigten vor, so dass seine Täterschaft bei der angeklagten Bankomaten-

sprengung in Neftenbach ZH zweifelsfrei erstellt ist. 

3.7.10 Nicht erstellt ist, dass durch die Explosion eine konkrete Gefahr für Leib und Le-

ben von Menschen geschaffen wurde. Die Anklageschrift behauptet zwar, zufällig 

in oder vor der Liegenschaft anwesende Personen sowie weitere zufällig auf der 

Umfahrungsstrasse oder der K. Strasse anwesende Passanten und 

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SK.2023.36 

Strassenbenutzer seien aufgrund ihrer örtlichen Nähe zum Detonationspunkt an 

Leib und Leben konkret gefährdet worden. Diese Behauptung findet aber in den 

Akten keinerlei Stütze. Ausser der Täterschaft ist die Anwesenheit keiner weite-

ren Personen in der Nähe der Explosion dokumentiert. 

3.8 Mittäterschaft 

3.8.1 Mittäter ist, wer bei der Entschliessung, Planung oder Ausführung eines Delikts 

vorsätzlich und in massgebender Weise mit anderen Tätern zusammenwirkt, so 

dass er als Hauptbeteiligter dasteht. Mittäterschaft kann durch tatsächliches Mit-

wirken bei der Ausführung begründet werden. Tatbestandsmässige Ausfüh-

rungshandlungen sind indes keine notwendige Voraussetzung. Nicht erforderlich 

ist ferner, dass der Mittäter bei der Fassung des gemeinsamen Tatentschlusses 

mitwirkt. Es reicht, dass er sich später den Vorsatz seiner Mittäter zu eigen 

macht, wobei konkludentes Handeln genügt (BGE 135 IV 152 E. 2.3.1; Urteil des 

Bundesgerichts 6B_127/2021 vom 27. September 2021 E. 4.1). Bei der Mittäter-

schaft hat jeder Mittäter innerhalb der durch den Tatplan gesteckten Grenzen für 

die Tat als Ganzes einzustehen und muss sich die Taten seiner Mittäter grund-

sätzlich zurechnen lassen. Das Konzept der Mittäterschaft bewirkt mithin eine 

materiell-rechtlich begründete Beweiserleichterung bei der Zurechnung von Teil-

aspekten einer Tat an die Mittäter. Führen verschiedene Personen gemeinsam 

strafbare Handlungen insbesondere in örtlich, zeitlich oder funktionell unter-

schiedlichen Zusammenhängen arbeitsteilig aus, verwehrt das Institut der Mittä-

terschaft dem einzelnen Mittäter den Einwand, ein anderer habe die fragliche 

Teilhandlung ausgeführt. Es muss somit nicht jedem Beteiligten jede Teilhand-

lung eines komplexen Tatgeschehens im Detail nachgewiesen und zugeordnet 

werden (Urteile des Bundesgerichts 6B_81/2013 vom 5. September 2013 E. 2.5; 

6B_557/2012 vom 7. Mai 2013 E. 2.7). 

3.8.2 Aufgrund der Polizeiberichte, übereinstimmenden Aussagen des Beschuldigten 

und der Auskunftspersonen, zumindest in Bezug auf das Tatgeschehen in Seve-

len SG, und insbesondere dem Geständnis des Beschuldigten an der Hauptver-

handlung gilt als erstellt, dass die Taten in Sevelen SG und Neftenbach ZH von 

zwei Tätern begangen wurden. An der Hauptverhandlung sagte der Beschuldigte 

mehrmals aus, dass er die Taten zusammen mit I. begangen habe. Durch die 

ihm nachweisbaren Tatbeiträge wirkte der Beschuldigte bewusst und in massge-

bender Weise mit dem anderen Mittäter arbeitsteilig zusammen. Dies ergibt sich 

nicht nur daraus, dass er die Taten mit dem Mittäter am Computer plante, son-

dern vor allem eines der Tatwerkzeuge mit sich führte und jeweils den Spreng-

stoff besorgte, womit er die Bankomaten zusammen mit dem Mittäter zur Explo-

sion brachte. Er half bei beiden Tatorten beim Aufwuchten der Geldausgabefä-

cher und in Sevelen löste er die Explosion gleich selber aus. Die Beute wurde 

jeweils hälftig geteilt. Durch seine tatbestandsmässige Ausführungshandlungen 

bezweckte er einzig, zusammen mit seinem Mittäter den Bankomaten zu 

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SK.2023.36 

sprengen und das sich darin befindende Bargeld zu behändigen. Damit kommt 

dem Beschuldigten Tatherrschaft zu und er ist als Mittäter zu qualifizieren. 

4. Rechtliches Tatkomplex Sevelen SG 

4.1 Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Ab-

sicht 

4.1.1 Rechtliches 

4.1.1.1 Nach Art. 224 Abs. 1 StGB macht sich strafbar, wer vorsätzlich und in verbreche-

rischer Absicht durch Sprengstoffe oder giftige Gase Leib und Leben von Men-

schen oder fremdes Eigentum in Gefahr bringt. 

4.1.1.2 Der Sprengstoffbegriff gemäss Art. 224 Abs. 1 StGB deckt sich im Wesentlichen 

mit dem Begriff im Bundesgesetz über explosionsgefährliche Stoffe vom 

25. März 1977 (Sprengstoffgesetz, SprstG; SR 941.41). Als Sprengstoffe gelten 

gemäss Art. 5 Abs. 1 SprstG «einheitliche chemische Verbindungen oder Gemi-

sche solcher Verbindungen, die durch Zündung, mechanische Einwirkung oder 

auf andere Weise zur Explosion gebracht werden können und die wegen ihrer 

zerstörenden Kraft, sei es in freier oder verdämmter Ladung, schon in verhältnis-

mässig geringer Menge gefährlich sind». Darunter fallen Stoffe gemäss Art. 2 der 

Verordnung über explosionsgefährliche Stoffe vom 27. November 2000 (Spreng-

stoffverordnung, SprstV; SR 941.411). Die Definition in Art. 5 Abs. 1 SprstG gilt 

auch für die Art. 224 – 226 StGB, wobei das Merkmal der zerstörerischen Kraft 

entscheidend ist (BGE 104 IV 232 E. 1a; 103 IV 241 E. I.1; statt vieler: Urteile 

des Bundesstrafgerichts SK.2022.45 vom 20. März 2023 E. 2.2.2.1; SK.2022.37 

vom 25. Oktober 2022 E. 5.1.2; SK.2019.35 vom 6. September 2019 E. 2.2.2; 

SK.2015.28 vom 7. April 2016 E. 4.1; TRECHSEL/CONINX, Schweizerisches Straf-

gesetzbuch, Praxiskommentar, 4. Aufl. 2021, Art. 224 StGB N. 2; ROELLI, Basler 

Kommentar, 4. Aufl. 2019, Art. 224 StGB N. 4). 

4.1.1.3 Art. 224 StGB ist ein konkretes Gefährdungsdelikt und setzt objektiv voraus, dass 

der Täter durch Sprengstoffe oder giftige Gase Leib und Leben von Menschen 

oder fremdes Eigentum konkret in Gefahr bringt (Urteile des Bundesgerichts 

6B_79/2019 vom 5. August 2019 E. 1.2.2; 6B_1248/2017 vom 21. Februar 2019 

E. 4.2.5; BGE 115 IV 111 E. 3b S. 113; 103 IV 241 E. I.1). Die konkrete Gefähr-

dung ist gegeben, wenn eine Verletzung nicht nur möglich, sondern nach dem 

gewöhnlichen Lauf der Dinge wahrscheinlich ist (Urteil des Bundesgerichts 

6B_79/2019 vom 5. August 2019 E. 1.1.2; BGE 103 IV 241 E. I.1). Massgebend 

sind die tatsächlichen Umstände des konkreten Falles. Die Gefahr muss nicht 

einer Mehrzahl von Personen oder Sachen von grosser Substanz gelten; es ge-

nügt die gezielte Gefährdung eines Menschen oder einer fremden Sache, aber 

gemäss der jüngsten bundesgerichtlichen Rechtsprechung ausschliesslich unter 

der Voraussetzung, dass sie nicht im Voraus individuell bestimmt, sondern vom 

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SK.2023.36 

Zufall ausgewählt ist. Die besondere Verwerflichkeit des gemeingefährlichen De-

likts wird erst dadurch begründet, dass die Opfer unbeteiligte Drittpersonen sind, 

die nicht individuell ausgewählt wurden und für den Täter als Repräsentanten der 

Allgemeinheit erscheinen. Um die Allgemeinheit zu repräsentieren, müssen die 

Rechtsgüter vom Zufall ausgewählt sein, selbst wenn im Augenblick des Angriffs 

bereits feststeht, wen es treffen kann (BGE 148 IV 242 E. 2 f. [sog. Repräsenta-

tionstheorie]). Wie die Gefährdung zu erfolgen hat, umschreibt das Gesetz nicht. 

Für die Erfüllung des Tatbestandes genügt jeder wie auch immer geartete Um-

gang mit Sprengstoff oder giftigen Gasen, sofern nur der Gefährdungserfolg ein-

tritt (Urteile des Bundesgerichts 6B_79/2019 vom 5. August 2019 E. 1.1.2; 

6B_1248/2017 vom 21. Februar 2019 E. 4.2.5 mit Hinweisen). Allerdings ist an-

gesichts der hohen Strafdrohung und des Umstands, dass der Tatbestand schon 

im Falle der Gefährdung einer einzigen, individuell bestimmten Person erfüllt sein 

kann, eine eher grosse Wahrscheinlichkeit der Verletzung von Leib, Leben sowie 

Eigentum und damit eine eher nahe Gefahr erforderlich (Urteile des Bundesge-

richts 6B_79/2019 vom 5. August 2019 E. 1.1.2; 6B_1248/2017 vom 21. Februar 

2019 E. 4.4.2 mit Hinweisen). 

4.1.1.4 In subjektiver Hinsicht erfordert Art. 224 Abs. 1 StGB zunächst Gefährdungsvor-

satz. Dieser liegt vor, sobald der Täter die Gefahr kennt und trotzdem handelt. 

Nicht erforderlich ist, dass der Täter die Verwirklichung der Gefahr, sei es auch 

nur eventuell, gewollt hat. Sodann ist eine verbrecherische Absicht verlangt. 

Diese besteht darin, dass der Täter den Sprengstoff einsetzt, um vorsätzlich ein 

darüberhinausgehendes Verbrechen oder Vergehen zu verüben (Urteile des 

Bundesgerichts 6B_79/2019 vom 5. August 2019 E. 1.2.3; 6B_1248/2017 vom 

21. Februar 2019 E. 4.2.5). 

4.1.2 Objektiver Tatbestand 

4.1.2.1 Einsatz von Sprengstoff 

In objektiver Hinsicht ist vorab zu prüfen, ob das vom Beschuldigten in Mittäter-

schaft verwendete TATP als Sprengstoff im Sinne von Art. 224 StGB qualifiziert 

werden kann. Angesichts seines Charakters als Selbstlaborat, welches definiti-

onsgemäss nicht gewerblich, sondern privat hergestellt wird, ist TATP vom Aus-

nahmetatbestand von Art. 5 Abs. 2 lit. c SprstG erfasst und gilt demnach nicht 

als Sprengstoff im Sinne von Art. 5 Abs. 1 SprstG. Gestützt auf die im Bericht 

des Forensischen Institutes Zürich vom 6. März 2020 gemachten Feststellungen 

(vgl. E. 3.6.1) ist indes erstellt, dass es sich bei TATP um einen explosionsfähi-

gen Stoff im Sinne des (des im Zeitpunkt der Taten noch nicht in Kraft getretenen) 

Bundesgesetzes über Vorläuferstoffe für explosionsfähige Stoffe vom 25. Sep-

tember 2020 (Vorläuferstoffgesetz, VSG; SR 941.42) handelt, d.h. um einen 

Stoff, der ohne Zufuhr von Luft durch Zündung zur Explosion gebracht werden 

kann und geeignet ist, dadurch Leib und Leben von Personen zu gefährden oder 

Sachen zu zerstören (Art. 2 lit. a VSG; vgl. Votum der Bundesrätin Karin Keller-

- 35 - 

SK.2023.36 

Sutter im Nationalrat am 22. September 2020 zum Vorläuferstoffgesetz, AB 2020 

N 1749 f.). Wird TATP als explosionsfähiger Stoff – wie vorliegend – zum Zwecke 

der Zerstörung eingesetzt, ist er als Sprengstoff im Sinne von Art. 224 StGB zu 

qualifizieren. 

4.1.2.2 Konkrete Gefahr 

Vorab ist festzustellen, dass die Schadensbilder des Bankomaten im Wohn- und 

Geschäftsgebäude an der J. Strasse in Sevelen für sich sprechen und die grosse 

Wucht und das enorme zerstörerische Schadenspotenzial des eingesetzten 

Sprengstoffs TATP eindrücklich belegen. Dass bei einer solchen Explosion eine 

nicht mehr überschaubare und massive Gefährdung von fremdem Eigentum und 

Leib und Leben Dritter entstehen kann, versteht sich von selbst. Indem der Be-

schuldigte mit seinem Mittäter den in das mehrstöckige Wohn- und Geschäfts-

haus eingebauten Bankomaten mit TATP zur Explosion brachte, hat er nicht nur 

tatsächlich Sachschaden verursacht (vgl. E. 3.1.1). Vielmehr wurden auch Per-

sonen in ihrer körperlichen Integrität konkret gefährdet: Vorliegend wurde der 

Sprengstoff in einem Wohngebäude und in unmittelbarer Nähe zu schlafenden 

Bewohnern eingesetzt (siehe E. 3.6.4). Die Auskunftsperson P. schlief zum Tat-

zeitpunkt direkt oberhalb des Bankomaten (siehe E. 3.4.2.4; 3.6.4). Aufgrund der 

Folgen der durch das zur Explosion gebrachte TATP verursachten Detonations-

welle (vgl. E. 3.1.1) war es wahrscheinlich, dass die sich in unmittelbarer Nähe 

zum Detonationspunkt befindenden Anwohner der J. Strasse hätten verletzt wer-

den können; dies gilt umso mehr, als das hochexplosive TATP nicht vollumfäng-

lich detonierte und bereits durch Schläge oder dergleichen zur weiteren Explo-

sion hätte gebracht werden können (BA 10-01-0036; 11-02-0052; E. 3.5.5 c). Die 

konkrete Gefahr war vorliegend deliktsimmanent. Der objektive Tatbestand von 

Art. 224 Abs. 1 StGB ist damit erfüllt. 

4.1.3 Subjektiver Tatbestand 

In subjektiver Hinsicht ist festzuhalten, dass der Beschuldigte und sein Mittäter 

die mit dem Einsatz des Sprengstoffes TATP einhergehende Gefahr gekannt ha-

ben, standen sie doch bei der Explosion schützend seitlich am Gebäude. Nichts-

destotrotz hat er zusammen mit seinem Mittäter den Sprengstoff im Sinne von 

Art. 224 StGB am Bankomaten, welcher in die Fassade eines Wohnhauses ein-

gebaut war, zur Explosion gebracht und damit in Kenntnis der Gefahr gehandelt. 

Er hat bewusst und gewollt TATP zum Einsatz gebracht, gerade mit dem Ziel, 

eine möglichst massive Explosion zu verursachen, nämlich so, dass es sicher 

ausreicht, einen – wie allgemein bekannt gut gesicherten – Bankomat-Tresor auf-

zusprengen. Es musste ihm daher bewusst sein, dass von der konkret eingesetz-

ten Menge TATP in einem dicht besiedelten Gebiet ein erhebliches konkretes 

Schadenspotenzial für fremdes Eigentum und Leib und Leben von Personen aus-

geht. In Bezug auf die Gefährdung von fremdem Eigentum liegt direkter Vorsatz 

vor, da er den Bankomaten zerstören wollte, um an das sich darin befindende 

- 36 - 

SK.2023.36 

Geld zu gelangen. Was die Gefährdung von Personen anbelangt, so liegt Even-

tualvorsatz vor, da der Beschuldigte annehmen musste, dass sich mitten in der 

Nacht Personen in den darüberliegenden Wohnungen des Gebäudes, in wel-

chem der Bankomat gesprengt wurde, befanden. Er hat es mindestens für mög-

lich gehalten, dass er Menschen gefährdet und nahm somit deren Gefährdung 

leichthin in Kauf. Damit hat er insgesamt vorsätzlich gehandelt. Überdies hat er 

in verbrecherischer Absicht gehandelt, indem er das TATP einzig zur Begehung 

eines Diebstahls und einer Sachbeschädigung einsetzte (vgl. E. 4.2.2 ff.; 4.3.1). 

Der subjektive Tatbestand ist erfüllt. 

4.1.4 Einwand des Verteidigers 

4.1.4.1 Rechtsanwalt Andrea Janggen bestritt an der Hauptverhandlung den Gefähr-

dungsvorsatz des Beschuldigten betreffend Leib und Leben von Menschen. Er 

wandte ein, dass er nicht gewusst habe, dass es sich beim Gebäude mit dem 

Bankomaten an der J. Strasse in Sevelen auch um eine Wohnliegenschaft ge-

handelt habe. Hätte er dies gewusst, hätte er die Sprengung an einem anderen 

Bankomaten durchgeführt. Er habe daher in einem Sachverhaltsirrtum in Bezug 

auf das unmittelbar ausgewählte Zielgebäude gehandelt. Die irrige Vorstellung 

betreffe das objektive Tatbestandsmerkmal der konkreten Gefährdung von Leib 

und Leben (TPF 18.721.013). 

4.1.4.2 Handelt der Täter in einer irrigen Vorstellung über den Sachverhalt, so beurteilt 

das Gericht die Tat zu Gunsten des Täters nach dem Sachverhalt, den sich der 

Täter vorgestellt hat (Art. 13 Abs. 1 StGB; Sachverhaltsirrtum). Ein solcher Sach-

verhaltsirrtum beziehungsweise Tatbestandsirrtum ist auch der Irrtum über Tat-

bestandsmerkmale. Derjenige, der von einem strafrechtlichen Tatbestandsmerk-

mal eine unzutreffende Vorstellung hat, handelt in einem Sachverhaltsirrtum und 

damit ohne Vorsatz (BGE 129 IV 238 E. 3.2.1). Nach Rechtsprechung und herr-

schender Lehre ist es unerheblich, ob dieser Irrtum auf einer Verkennung von 

Tatsachen oder auf einer fehlerhaften Rechtsauffassung beruht (Urteil des Bun-

desgerichts 6B_187/2016 vom 17. Juni 2016 E. 3.2). 

4.1.4.3 Erstellt ist, dass der Beschuldigte den Bankomaten in einem dicht besiedelten 

Wohngebiet in der Nähe des Dorfkerns von Sevelen sprengte, wodurch er seine 

Gefährlichkeit und die damit einhergehende Bereitschaft, fremdes Eigentum und 

Menschen zu gefährden, deutlich manifestierte. Er räumte in der Einvernahme 

vom 3. Februar 2023 ein, dass er und sein Mittäter die Sprengung in Sevelen an 

einem Ort vorgenommen hätten, an welchem es viele Menschen gebe (siehe 

E. 3.5.2 b). Wie die Schadensbilder zeigen, befand sich der im Gebäude einge-

baute Bankomat rund 4 bis 6 Meter neben der durchsichtigen Eingangstüre der 

Liegenschaft an der J. Strasse in Sevelen. Im Aussenbereich des Eingangs sind 

keine Firmenschilder oder dergleichen ersichtlich, welche auf eine Geschäftslie-

genschaft hingedeutet hätten. Hingegen sind bei der Eingangstüre rund 14 Tür-

klingen mit Namensschildern und im Innenbereich Briefkästen ersichtlich (BA 10-

- 37 - 

SK.2023.36 

01-0007 f.), was für reine Geschäftsliegenschaften eher untypisch ist. Bereits das 

äussere Erscheinungsbild der Liegenschaft mutete jedenfalls nicht als reines Ge-

schäftsgebäude an. Der Beschuldigte musste daher zumindest annehmen, dass 

es sich auch um eine Wohnliegenschaft handeln könnte und sich angesichts der 

Tatzeit um 01:33 Uhr mit hoher Wahrscheinlichkeit Personen in den Wohnungen 

befinden. Er hat sich somit nicht über wesentliche Sachverhaltselemente geirrt. 

Unter diesen Umständen befand er sich subjektiv nicht einem den Gefährdungs-

vorsatz ausschliessenden Sachverhaltsirrtum. Der Einwand ist somit unbegrün-

det. 

4.1.5 Im Ergebnis hat der Beschuldigte den Tatbestand von Art. 224 Abs. 1 StGB ob-

jektiv und subjektiv erfüllt. 

4.1.6 Schuldausschliessungs- oder Rechtfertigungsgründe liegen nicht vor. Der Be-

schuldigte hat demnach tatbestandsässig, rechtswidrig und schuldhaft gehan-

delt. 

4.2 Qualifizierter Diebstahl 

4.2.1 Rechtliches 

4.2.1.1 Gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB macht sich des Diebstahls strafbar, wer jemandem 

eine fremde bewegliche Sache zur Aneignung wegnimmt, um sich oder einen 

andern damit unrechtmässig zu bereichern. 

4.2.1.2 Tatobjekt ist eine fremde Sache. Eine Sache ist fremd, wenn sie im Eigentum 

einer anderen Person als des Täters steht. Die Tathandlung der Wegnahme liegt 

im Bruch fremden und der Begründung neuen Gewahrsams (BGE 132 IV 108 

E. 2.1; Urteil des Bundesgerichts 6B_1360/2019 vom 20. November 2020 

E. 2.3.1). Der Begriff des Gewahrsams bezeichnet ein tatsächliches Verhältnis, 

nämlich die real bestehende faktische Herrschaftsmöglichkeit eines Menschen 

über eine Sache, die von einem Herrschaftswillen getragen ist. Er umfasst aber 

mit der Beziehung zwischen der Person und der Sache, welche die Sache dem 

Herrschaftsbereich der Person zuordnet, auch eine normative Komponente. Ob 

Gewahrsam besteht, bestimmt sich nach den allgemeinen Anschauungen und 

den Regeln des sozialen Lebens (BGE 132 IV 108 E. 2.1; NIGGLI/RIEDO, Basler 

Kommentar, 4. Aufl. 2019, Art. 139 StGB N. 18). Bruch des Gewahrsams ist die 

Aufhebung des fremden Gewahrsams gegen den Willen des bisherigen Inha-

bers. Ein solcher erfolgt in der Regel dadurch, dass die Sache aus dem Macht-

bereich des Berechtigten entfernt wird (Urteil des Bundesgerichts 6B_1360/2019 

vom 20. November 2020 E. 2.3.1; NIGGLI/RIEDO, a.a.O., Art. 139 StGB N. 24 f.). 

Der subjektive Tatbestand erfordert Vorsatz (Art. 12 Abs. 1 und Abs. 2 StGB) so-

wie eine Aneignungs- und unrechtmässige Bereicherungsabsicht. 

- 38 - 

SK.2023.36 

4.2.1.3 Nach dem Auffangtatbestand von Art. 139 Ziff. 3 Abs. 4 StGB liegt ein qualifizier-

ter Diebstahl vor, wenn der Täter sonst wie durch die Art, wie er den Diebstahl 

begeht, seine besondere Gefährlichkeit offenbart. Dies ist zu bejahen, wenn die 

konkrete Tat nach ihrem Unrechts- und Schuldgehalt besonders schwer wiegt, 

was sich aus den konkreten Tatumständen ergibt. Die Anwendung des qualifi-

zierten Tatbestandes gemäss Art. 139 Ziff. 3 Abs. 4 StGB lässt sich namentlich 

begründen mit der professionellen Vorbereitung der Tat und der ausgeprägt küh-

nen, verwegenen, heimtückischen, hinterlistigen oder skrupellosen Art ihrer Be-

gehung (vgl. BGE 117 IV 135 E. 1a; Urteil des Bundesgerichts 6B_55/2013 vom 

11. April 2013 E. 1.2; NIGGLI/RIEDO