# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5ae4dd22-749f-570d-ad7b-a812f4504b1b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-07-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.07.2008 C-6262/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-6262-2007_2008-07-07.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-6262/2007

{T 0/2}

U r t e i l  v o m  7 .  J u l i  2 0 0 8

Richter Andreas Trommer (Vorsitz), 
Richter Antonio Imoberdorf, 
Richter Bernard Vaudan, 
Gerichtsschreiber Lorenz Noli.

D._______,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Stefan Galligani, 
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Verweigerung eines Visums zu Besuchszwecken für 
A._______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-6262/2007

Sachverhalt:

A.
Der 1985 geborene kosovarische Staatsangehörige A_______ (nach-
folgend: Gesuchsteller) beantragte am 25. Mai 2007 bei der Schweize-
rischen Vertretung in  Pristina  ein  Visum für  einen einmonatigen Be-
suchsaufenthalt bei seinem Vater D._______ (nachfolgend: Gastgeber 
bzw.  Beschwerdeführer)  und  seiner  Mutter  in  N._______.  Nach 
formloser  Verweigerung  leitete  die  Schweizerische  Vertretung  das 
Gesuch an die Vorinstanz zur Prüfung und zum Entscheid weiter.

B.
Von der Vorinstanz über das Gesuch informiert, veranlasste der Migra-
tionsdienst des Kantons Bern über die zuständige Einwohnergemein-
de beim Gastgeber weitere Abklärungen. Dabei wurde u.a. bestätigt, 
dass der Gesuchsteller an der Universität von Pristina studiere und er 
hier in der Schweiz seine Eltern besuchen wolle. 

C.
Die Vorinstanz wies das Gesuch um Bewilligung der Einreise in einer 
Verfügung 17. August 2007 ab. Sie begründete ihre Ablehnung im We-
sentlichen damit, dass die anstandslose und fristgerechte Wiederaus-
reise  nach  einem  Besuchsaufenthalt  nicht  als  gesichert  betrachtet 
werden könnte. Der Gesuchsteller  lebe in  einer  Region,  aus der als 
Folge der dort herrschenden wirtschaftlichen und soziokulturellen Ver-
hältnisse ein anhaltend starker Zuwanderungsdruck festzustellen sei. 
Bei ihm selbst seien weder berufliche noch gesellschaftliche Verpflich-
tungen, aber auch keine familiären Verantwortlichkeiten auszumachen, 
die trotz dieser Verhältnisse besondere Gewähr für eine Wiederausrei-
se abgeben könnten. 

D.
Mit Beschwerde vom 18. September 2007 gelangte der Gastgeber an 
das  Bundesverwaltungsgericht  und  beantragt,  die  vorinstanzliche 
Verfügung sei aufzuheben und die Bewilligung zur Einreise sei zu er-
teilen.  Zur  Begründung  rügt  er,  es  bestünden  keine  Indizien  für  die 
Richtigkeit  der  Annahme,  der  Gesuchsteller  werde  nach  einem  Be-
suchsaufenthalt  nicht  fristgerecht  wieder  ausreisen.  Komme  hinzu, 
dass das Familienleben im Lichte internationaler  Konventionsnormen 
nicht unnötig zu erschweren sei und die Vorinstanz mit ihrer Verweige-
rung auch gegen Treu und Glauben bzw. den Vertrauensschutz ver-

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stosse. Er habe zuvor für seinen Sohn schon um Erteilung einer Auf-
enthaltsbewilligung im Familiennachzug ersucht. Die kantonale Migra-
tionsbehörde habe dieses Gesuch abgelehnt mit  der Empfehlung,  er 
solle für seinen Sohn ein Dauervisum beantragen. Darauf habe er ver-
traut und im Gegenzug auf eine Anfechtung des verweigernden kanto-
nalen Bewilligungsentscheids verzichtet. Schliesslich kritisiert der Be-
schwerdeführer  eine  Verletzung  der  Begründungspflicht,  indem  die 
Vorinstanz lediglich einen standardisierten Blocksatz verwende, der in 
keiner Weise auf die spezifischen Verhältnisse eingehe.

E.
Die Vorinstanz schliesst  in  ihrer  Vernehmlassung vom 19. November 
2007 auf Abweisung der Beschwerde. 

F.
Der Beschwerdeführer hält in einer Replik vom 11. Dezember 2007 an 
seinen Rechtsbegehren und deren Begründung fest.

G.
Auf den weiteren Akteninhalt  wird, soweit rechtserheblich, in den Er-
wägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Verfügungen  des  Bundesamtes  für  Migration  betreffend  Ver-
weigerung der Einreisebewilligung unterliegen der Beschwerde an das 
Bundesverwaltungsgericht  (Art.  31,  Art.  32  sowie  Art.  33  Bst.  d  des 
Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]).

1.2 Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundes-
verwaltungsgericht nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 
über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), soweit das Ver-
waltungsgerichtsgesetz nichts anderes bestimmt. Das Urteil des Bun-
desverwaltungsgerichts ist endgültig (Art. 1 Abs. 2 VGG i.V.m. Art. 83 
Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 
173.110]).

1.3 Der Beschwerdeführer ist gemäss Art. 48 VwVG zur Beschwerde 
legitimiert; auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist 
einzutreten (Art. 49 ff. VwVG).

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2.
Am 1. Januar 2008 traten das neue Bundesgesetz vom 16. Dezember 
2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) sowie 
die dazugehörigen Ausführungsverordnungen in Kraft (u.a. die Verord-
nung vom 24. Oktober  2007 über  das Einreise-  und Visumverfahren 
[VEV, SR 142.204]). Gemäss Art. 126 Abs. 1 AuG bleibt auf Gesuche, 
die vor dem Inkraftreten des AuG eingereicht worden sind, das bisheri-
ge Recht anwendbar. Die Beurteilung erfolgt somit noch nach dem al-
ten  Recht.  Einschlägig  sind  das  Bundesgesetz  vom  26.  März  1931 
über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (aANAG, BS 1 121, 
zum vollständigen Quellennachweis vgl. Ziff. I des Anhangs zum AuG) 
und die Verordnung vom 14. Januar 1998 über die Einreise und Anmel-
dung von Ausländerinnen und Ausländern (aVEA, AS 1998 194, zum 
vollständigen Quellennachweis vgl. Art. 39 VEV).

3.
3.1 Die Schweizerische Rechtsordnung gewährt grundsätzlich keinen 
Anspruch auf Bewilligung der Einreise. Der Entscheid darüber ist - vor-
behältlich nachfolgend zu erörternder Hinderungsgründe - von der Be-
willigungsbehörde  in  pflichtgemässer  Ausübung  ihres  Ermessens  zu 
fällen (Art. 4 und Art. 16 Abs. 1 aANAG, Art. 9  Abs. 1 aVEA,  PETER 
UEBERSAX, Einreise und Anwesenheit, in: PETER UEBERSAX / PETER MÜNCH / 
THOMAS GEISER / MARTIN ARNOLD (Hrsg.), Ausländerrecht, Ausländerinnen 
und Ausländer im öffentlichen Recht, Privatrecht, Steuerrecht und So-
zialrecht  der  Schweiz,  Basel/Genf/München  2002,  S. 143;  URS BOLZ, 
Rechtsschutz im Ausländer- und Asylrecht,  Basel und Frankfurt  a.M. 
1990, S. 29 mit weiteren Hinweisen;  PHILIP GRANT, La protection de la 
vie  familiale  et  de  la  vie  privée  en  droit  des  étrangers,  Basel  usw. 
2000, S. 24).

3.2 Ausländerinnen  und  Ausländer  benötigen  zur  Einreise  in  die 
Schweiz einen Pass und ein Visum, sofern sie nicht aufgrund beson-
derer Regelung von diesem Erfordernis ausgenommen sind (Art. 1 bis 
5 aVEA). Um ein Visum zu erhalten, müssen Ausländerinnen und Aus-
länder die in Artikel 1 Absatz 2 aVEA aufgeführten Voraussetzungen 
erfüllen. Sie haben unter anderem Gewähr für eine fristgerechte Wie-
derausreise zu bieten (Art. 1 Abs. 2 Bst. c aVEA).

4.
4.1 Der Gesuchsteller bedarf aufgrund seiner Nationalität zur Einreise 
in die Schweiz nebst dem Pass auch eines Visums. Die Vorinstanz ver-

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weigerte die Erteilung eines solchen Visums mit der Begründung, die 
anstandslose und fristgerechte Wiederausreise erscheine nicht als hin-
reichend gesichert.

4.2 Wenn es zu beurteilen gilt, ob das Kriterium der gesicherten Wie-
derausreise erfüllt ist, muss ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. 
Dazu lassen sich in der Regel keine Feststellungen, sondern lediglich 
Prognosen treffen. Dabei rechtfertigt es sich durchaus, Einreisegesu-
chen von Bürgerinnen und Bürgern aus Staaten oder Regionen mit po-
litisch respektive wirtschaftlich vergleichsweise ungünstigen Verhältnis-
sen zum vornherein mit Zurückhaltung zu begegnen, da die persönli-
che  Interessenlage  in  solchen  Fällen  häufig  nicht  mit  dem Ziel  und 
Zweck einer zeitlich befristeten Einreisebewilligung in Einklang steht.

4.3 Der Gesuchsteller lebt im inzwischen unabhängigen und von der 
Schweiz als Staat anerkannten Kosovo. Die Sicherheitslage in dieser 
Region konnte zwar im Verlaufe der letzten Jahre weitgehend stabili-
siert werden und der Wiederaufbau von Administration und Infrastruk-
tur ist unter Beteiligung internationaler Organisationen und Staatenge-
meinschaften in Gang gekommen. Trotz grosser internationaler Unter-
stützung ist  es aber  bisher nicht  gelungen,  eine  Wachstumsdynamik 
einzuleiten; es herrscht wirtschaftliche Stagnation und die Arbeitslosig-
keit bleibt hartnäckig hoch. So sind mehr als die Hälfte der Erwerbsfä-
higen ohne oder zumindest ohne regelmässiges Einkommen. Gemäss 
World Bank Brief lag der Armutsanteil der Bevölkerung im Kosovo im 
Jahr  2005  bereits  bei  37%  (mit  steigender  Tendenz).  Entsprechend 
hoch ist der Anteil jener, die versuchen, ins Ausland zu gelangen, um 
sich unter günstigeren Lebensbedingungen eine bessere Existenz si-
chern  zu  können.  Laut  der  "International  Organization  for 
Migration" (IOM) haben in einer zu Beginn des Jahres 2003 durchge-
führten Umfrage über 50% der Befragten angegeben, sie würden lie-
ber im Ausland leben und arbeiten. Auch die nun erfolgte Unabhängig-
keitserklärung  des Kosovo dürfte  die  Ursachen für  das  hohe Migra-
tionsaufkommen der  Vergangenheit  nicht  beseitigen. Unter  den Aus-
wanderungswilligen  gilt  vor  allem  Westeuropa  und  damit  auch  die 
Schweiz  als  Wunschdestination.  Der  Trend  zeigt  sich  erfahrungsge-
mäss dort besonders stark, wo durch die Anwesenheit von Verwandten 
oder Freunden bereits ein minimales soziales Beziehungsnetz besteht. 
Im Falle der Schweiz führt dies angesichts der restriktiven Zulassungs-
regelung nicht selten zur Umgehung ausländerrechtlicher Bestimmun-
gen.

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5.
5.1 Bei der Risikoanalyse sind aber nicht nur solche allgemeinen Um-
stände und Erfahrungen, sondern auch sämtliche Gesichtspunkte des 
konkreten Einzelfalles zu berücksichtigen. Obliegt einem Gesuchsteller 
bzw. einer Gesuchstellerin im Heimat- oder ständigen Aufenthaltsstaat 
beispielsweise  eine  besondere  berufliche,  gesellschaftliche  oder 
familiäre Verantwortung, kann dieser Umstand durchaus die Prognose 
für  eine anstandslose Wiederausreise begünstigen. Umgekehrt  muss 
bei  Gesuchstellern und Gesuchstellerinnen, die keine der erwähnten 
Verpflichtungen haben, die sie von einer möglichen Emigration abhal-
ten könnten,  aufgrund entsprechender Erfahrungen das Risiko eines 
fremdenpolizeilich nicht vorschriftsgemässen Verhaltens nach bewillig-
ter Einreise zu einem Besuchsaufenthalt hoch eingeschätzt werden.

5.2 Beim Gesuchsteller handelt es sich um einen 23-jährigen, unver-
heirateten Mann. Seine Eltern und das einzige Geschwister (eine 1988 
geborene Schwester)  leben in der Schweiz. Der Vater  (Beschwerde-
führer) verfügt seit 2002 über eine Niederlassungsbewilligung, Mutter 
und Schwester  zogen im Frühjahr  2006 hierher nach. Für den Sohn 
(den Gesuchsteller) wurde am 25. Oktober 2006 ebenfalls ein Gesuch 
um Bewilligung im Familiennachzug gestellt. Dabei wurde geltend ge-
macht, er studiere in Pristina und bewohne ein kleines Studentenzim-
mer. Daraus  entständen  erhebliche  Kosten,  die  vom Vater  getragen 
werden müssten. Das gewünschte Studium in Österreich habe wegen 
der Kosten nicht realisiert werden können. Um die Unterhaltskosten zu 
senken, solle er inskünftig zumindest während der Semesterferien bei 
den Eltern in der Schweiz wohnen. Durch diese Lösung wären sowohl 
eine  Zusammenführung  der  Gesamtfamilie  wie  auch  das  weitere 
Studium gewährleistet. Aufgrund dessen Bildungsgrades könne mit ei-
ner raschen Integration des Gesuchstellers in der Schweiz gerechnet 
werden. 

5.3 Schon  diese  Ausführungen  im  Aufenthaltsbewilligungsverfahren 
machen  deutlich,  dass  der  Gesuchsteller  seine  Zukunft  nicht  unbe-
dingt  im  Kosovo  sieht.  Das  zeigt  sich  einerseits  im  ursprünglichen 
Wunsch, in Österreich zu studieren, aber auch im Versuch, die Anwe-
senheit  im Kosovo auf  die  effektive Studienzeit  zu beschränken und 
ansonsten in der Schweiz bei seinen Angehörigen leben zu können. 
Letzterer Wunsch lässt sich angesichts der vergleichsweise hohen Le-
benshaltungskosten in der Schweiz eben gerade nicht mit wirtschaftli-
chen Einsparungen erklären. 

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5.4 Aber selbst unbesehen dieser erst kurze Zeit zurückliegenden Be-
mühungen  versteht  sich  vor  dem  Hintergrund  der  oben  erwähnten 
schwierigen Verhältnisse vor Ort von selbst, dass allein die Tatsache 
einer laufenden Berufsbildung – selbst wenn diese wie vorliegend auf 
akademischem Niveau ist – nicht schon den Schluss auf intakte Zu-
kunftsperspektiven und damit auf das Fehlen eines Migrationsdruckes 
zulässt. 

6.
Der Beschwerdeführer beanstandet, die Vorinstanz habe ihre Begrün-
dungspflicht verletzt, indem sie in bloss pauschaler Weise auf die wirt-
schaftliche  und  soziokulturelle  Lage  im  Kosovo  hingewiesen  habe, 
ohne jedoch gehörig auf die Besonderheiten des Einzelfalles einzuge-
hen. 

6.1 Gemäss Art. 35 Abs. 1 VwVG sind schriftliche Verfügungen zu be-
gründen.  Die  Begründungspflicht  soll  unter  anderem  sicherstellen, 
dass der Entscheid von der betroffenen Partei sachgerecht angefoch-
ten  und  von  der  Rechtsmittelinstanz  sachgerecht  beurteilt  werden 
kann.  Die  verfügende  Behörde  muss  daher  kurz  die  Überlegungen 
nennen, von denen sie sich leiten liess und auf die sich der Entscheid 
stützt (vgl.  PIERRE TSCHANNEN/ULRICH ZIMMERLI,  Allgemeines Verwaltungs-
recht, 2. Aufl., Bern 2005, § 29 Rz. 13; ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, Ver-
waltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., 
Zürich 1998, S. 128).

6.2 Die Vorinstanz geht in der angefochtenen Verfügung insofern auf 
die Verhältnisse des Gesuchstellers ein, als sie wertend feststellt,  er 
habe  in  seinem  Heimatland  weder  berufliche  oder  gesellschaftliche 
Verpflichtungen,  noch  familiäre  Verantwortlichkeiten,  die  verlässlich 
von einer Emigration abhalten könnten. Diese Feststellungen liessen 
erkennen,  welche  Massstäbe  die  Vorinstanz  im  Zusammenhang  mit 
der Gewähr für eine fristgemässe Wiederausreise setzt und erlaubten 
dem Beschwerdeführer, sachgerecht Einwände zu erheben. Die dies-
bezügliche Rüge erweist sich somit als offensichtlich unbegründet. 

7.
7.1 Der  Beschwerdeführer  bringt  vor,  mit  der  Verweigerung  des  Vi-
sums verstosse die Vorinstanz in seinem Fall gegen das verfassungs-
mässige  Prinzip  von Treu und  Glauben. Denn  das  kantonale  Migra-
tionsamt habe in seinem ablehnenden Bewilligungsentscheid im Sinne 
einer Empfehlung auf die Möglichkeit verwiesen, bei der zuständigen 

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Auslandvertretung  ein  Dauervisum  zu  beantragen.  Im  Vertrauen  auf 
diese Möglichkeit habe er darauf verzichtet, Schritte gegen die Verwei-
gerung der Aufenthaltsbewilligung zu unternehmen. 

7.2 Der in Art. 9  der  Bundesverfassung der  Schweizerischen Eidge-
nossenschaft vom 18. April  1999 (BV, SR 101)  verankerte Grundsatz 
von Treu und Glauben verleiht dem Bürger einen Anspruch auf Schutz 
des  berechtigten  Vertrauens,  das  er  in  behördliche  Zusicherungen 
oder sonstiges, bestimmte Erwartungen begründendes Verhalten der 
Behörden setzt. Die unrichtige Zusicherung einer Behörde ist  jedoch 
nur dann bindend, wenn die Behörde in einer konkreten Situation mit 
Bezug auf bestimmte Personen gehandelt hat, sie für die Zusicherung 
zuständig war oder der Bürger sie aus zureichenden Gründen für zu-
ständig  halten  konnte,  der  Bürger  die  Unrichtigkeit  der  Zusicherung 
nicht ohne weiteres erkennen konnte, er im Vertrauen auf die Richtig-
keit der Zusicherung Dispositionen getroffen hat, die nicht ohne Nach-
teil rückgängig gemacht werden können, und die gesetzliche Ordnung 
seit der Zusicherung keine Änderung erfahren hat (Urteil des Bundes-
gerichts  1C_152/2008  vom  17. Juni 2008).  Im  vorliegenden  Fall  hat 
nun  aber  der  Migrationsdienst  des  Kantons  Bern  weder  eine 
Zusicherung abgegeben, noch sonstwie Verhaltensweisen an den Tag 
gelegt,  die  geeignet  wären,  bestimmte  Erwartungen  zu  begründen. 
Vielmehr  hat  er  in  einem  (dazu  noch  an  den  Rechtsvertreter  ge-
richteten) Schreiben vom 16. November 2006 primär mitgeteilt,  dass 
die Voraussetzungen für  einen Familiennachzug aufgrund des Alters 
des  Betroffenen  klar  nicht  erfüllt  seien  und  die  Empfehlung  ab-
gegeben,  bei  der  Schweizerischen  Auslandvertretung  in  Pristina  ein 
Dauervisum  zu  beantragen.  In  der  entsprechenden  Empfehlung 
wurden weder konkrete Rechtsfolgen verbindlich in Aussicht  gestellt, 
noch  wurde  der  Anschein  erweckt,  dass  der  Gesuchsteller  ohne 
weiteres mit einem solchen Visum rechnen könne. Ein Anwendungsfall 
von Art. 9 BV liegt daher nicht vor.

8.
Zu  Recht  macht  der  Beschwerdeführer  nicht  geltend,  der  Ge-
suchsteller könne Ansprüche aus Art. 8 der Konvention vom 4. Novem-
ber  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten 
(EMRK, SR 0.101)  )  bzw. Art. 10  des Übereinkommens vom 20. No-
vember 1989 über die Rechte des Kindes (SR 0.107) ) ableiten. Soweit 
er aber die Auffassung vertritt, das Familienleben werde im Lichte der 
zitierten Normen unnötig erschwert,  geht der Einwand an der Sache 

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vorbei.  Der  Gesuchsteller  ist  längst  volljährig,  ein  rechtserhebliches 
Abhängigkeitsverhältnis zwischen den Beteiligten besteht nicht und es 
geht auch nicht darum, Familienleben in der Schweiz zu verwirklichen. 
Abgesehen  davon  verleiht  die  EMRK  keinen  Anspruch  auf  Ver-
wirklichung von Familienleben in einem Land seiner Wahl bzw. auf Ein-
reise in einen Vertragsstaat (MARK E. VILLIGER, Handbuch der Europäi-
schen Menschenrechtskonvention, 2. Auflage, N. 109).

9.
Der Beschwerdeführer will in seiner Person Gewähr für eine anstands-
lose  und  fristgerechte  Wiederausreise  des  Gesuchstellers  aus  der 
Schweiz bieten. Im Rahmen der von den Kantonen üblicherweise ein-
verlangten Garantien kann der Gastgeber zwar gewisse finanzielle Ri-
siken übernehmen, mangels rechtlicher und faktischer Durchsetzbar-
keit  nicht  aber  für  ein  bestimmtes  Verhalten  des  Gastes  einstehen. 
Dies umso weniger, als selbst entsprechende Erklärungen des Gastes 
nur  deklaratorischen  Charakter  haben  (vgl.  im  Zusammenhang  mit 
Studienaufenthalten  Entscheid  des  Eidg.  Justiz-  und  Polizeideparte-
ments vom 27. Juli 1992, auszugsweise publiziert in: Verwaltungspra-
xis der Bundesbehörden [VPB] 57.24).

10.
Vor dem aufgezeigten Hintergrund durfte die Vorinstanz zu Recht da-
von ausgehen, dass die fristgerechte Wiederausreise nicht gewährleis-
tet sei (vgl. Art. 14 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs. 2 Bst. c VEA). 

11.
Die angefochtene Verfügung ist im Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu 
beanstanden. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.

12.
Entsprechend  dem  Ausgang  des  Verfahrens  wird  der  unterliegende 
Beschwerdeführer  kostenpflichtig  (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Verfah-
renskosten sind auf Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 1, Art. 2 und Art. 3 Bst. 
b  des  Reglements  vom 21. Februar  2008 über  die  Kosten und Ent-
schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [SR 173.320.2]).

(Dispositiv Seite 10)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Sie werden mit dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvor-
schuss verrechnet. 

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Akten 2 065 171 retour)
- den Migrationsdienst des Kantons Bern ad 9 868 218

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Andreas Trommer Lorenz Noli

Versand: 

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