# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f051ef13-0280-5348-9aa3-0f82325fb3bc
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-04-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.04.2022 D-1501/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1501-2022_2022-04-07.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-1501/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  7 .  A p r i l  2 0 2 2  

Besetzung 
 Einzelrichterr Simon Thurnheer, 

mit Zustimmung von Richter Yanick Felley;  

Gerichtsschreiber Markus Ruhe. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

vertreten durch MLaw Sophie Frühauf, 

HEKS Rechtsschutz Bundesasylzentren Nordwestschweiz, 

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren); 

Verfügung des SEM vom 23. März 2022 / N (…). 

 

 

 

D-1501/2022 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer am 10. November 2021 in der Schweiz um 

Asyl nachsuchte, 

dass ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Zent-

raleinheit Eurodac) am 23. November 2021 ergab, dass er am 22. Juni 

2021 in Griechenland und am 18. September 2021 in Rumänien um Asyl 

nachgesucht hatte, 

dass die Vorinstanz am 24. November 2021 die rumänischen Behörden um 

Wiederaufnahme des Beschwerdeführers gemäss Art. 18 Abs. 1 Bst. b der 

Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Ra-

tes vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Be-

stimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Dritt-

staatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten An-

trags auf internationalen Schutz zuständig ist, (nachfolgend: Dublin-III-VO) 

ersuchte,  

dass diesem Gesuch am 6. Dezember 2021 von den rumänischen Behör-

den entsprochen wurde, 

dass die Vorinstanz am 6. Dezember 2021 dem Beschwerdeführer schrift-

lich das rechtliche Gehör zu einem allfälligen Nichteintretensentscheid und 

Überstellung nach Rumänien gewährte, 

dass der Beschwerdeführer mit Schreiben vom 13. Dezember 2021 bean-

tragte, die Schweiz möge seinen Antrag auf internationalen Schutz prüfen 

(Selbsteintritt) und dies im Wesentlichen damit begründete, dass er in Ru-

mänien in den überfüllten Unterkünften sowohl um seine eigene als auch 

um die Sicherheit seiner mit ihm reisenden Schwester und Schwägerin 

habe fürchten müssen, der Bruder und Ehegatte der miteinreisenden 

Schwägerin schon seit 2015 in der Schweiz lebe, unter den Geschwistern 

ein Abhängigkeitsverhältnis bestehe und von den rumänischen Behörden 

medizinische Versorgung verwehrt worden sei,  

dass das SEM mit Verfügung vom 14. Dezember 2021 – eröffnet am 

15.  Dezember 2021 – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG  

(SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat, die Wegweisung aus der 

Schweiz nach Rumänien anordnete und den Beschwerdeführer auffor-

derte, die Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu 

verlassen, 

D-1501/2022 

Seite 3 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 22. Dezember 2021 gegen 

diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und 

dabei dessen Aufhebung oder Rückweisung an die Vorinstanz beantragte, 

dass das Bundesverwaltungsgericht die Beschwerde mit Entscheid vom 

8. März 2022 (D-5570/2021) guthiess, soweit damit die Aufhebung der an-

gefochtenen Verfügung und die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz 

beantragt wurde, weil die Vorinstanz die Begründungspflicht verletzte, in-

dem sie in ihrem Entscheid auf das behauptete Abhängigkeitsverhältnis 

zwischen dem Beschwerdeführer und seinem in der Schweiz lebenden 

Bruder nicht einging, 

dass das SEM mit Verfügung vom 23. März 2022 – eröffnet am 24. März 

2022 – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf das 

Asylgesuch erneut nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz nach 

Rumänien anordnete und den Beschwerdeführer aufforderte, die Schweiz 

spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, 

dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den Ent-

scheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushändigung 

der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an den Beschwer-

deführer verfügte, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 30. März 2022 gegen diesen 

Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und dabei 

die Aufhebung des angefochtenen Entscheids, den Eintritt auf sein Asylge-

such, die Durchführung eines materiellen Asylverfahrens in der Schweiz 

und eventualiter die Rückweisung der angefochtenen Verfügung zur 

rechtsgenüglichen Sachverhaltsabklärung und Neubeurteilung an die Vor-

instanz beantragt, 

dass er in prozessualer Hinsicht um Erteilung der aufschiebenden Wirkung, 

superprovisorisch um einen Vollzugsstopp sowie um unentgeltliche 

Rechtspflege und Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses er-

sucht, 

dass das Bundesverwaltungsgericht am 31. März 2022 einen superprovi-

sorischen Vollzugsstopp anordnete, 

dass die vorinstanzlichen Akten dem Bundesverwaltungsgericht am 

31. März 2022 in elektronischer Form vorlagen, 

D-1501/2022 

Seite 4 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-

gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-

gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33 

VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 

AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, 

wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb das Ur-

teil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet wurde, 

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG), 

dass diesbezüglich die Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen 

Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien 

und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung ei-

nes von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mit-

gliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist, 

(nachfolgend: Dublin-III-VO) zur Anwendung kommt, 

D-1501/2022 

Seite 5 

dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-

gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III als 

zuständiger Staat bestimmt wird, 

dass das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates ein-

geleitet wird, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals ein Asylantrag gestellt 

wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO), 

dass im Rahmen eines Wiederaufnahmeverfahrens (engl.: take back) 

demgegenüber grundsätzlich keine (erneute) Zuständigkeitsprüfung nach 

Kapitel III stattfindet (vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1 

m.w.H.), 

dass gemäss Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO der die Zuständig-

keit prüfende Mitgliedstaat für die Durchführung des Asylverfahrens zu-

ständig wird, falls es sich als unmöglich erweist, einen Antragsteller in den 

eigentlich zuständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentliche 

Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahme-

bedingungen für Antragsteller in jenem Mitgliedstaat systemische 

Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder 

entwürdigenden Behandlung im Sinne von Artikel 4 der Charta der Grund-

rechte der Europäischen Union (ABl. C 364/1 vom 18.12.2000, nachfol-

gend: EU-Grundrechtecharta) mit sich bringen, und nach den Regeln der 

Dublin-III-VO kein anderer zuständiger Mitgliedstaat bestimmt werden 

kann, 

dass der nach dieser Verordnung zuständige Mitgliedstaat verpflichtet ist, 

einen Antragsteller, der während der Prüfung seines Antrags in einem an-

deren Mitgliedstaat einen Antrag gestellt hat oder der sich im Hoheitsgebiet 

eines anderen Mitgliedstaats ohne Aufenthaltstitel aufhält, nach Massgabe 

der Artikel 23, 24, 25 und 29 wiederaufzunehmen (Art. 18 Abs. 1 Bst. b 

Dublin-III-VO), 

 

dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 beschliessen kann, 

einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen gestell-

ten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn er nach den in 

dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prüfung zuständig ist 

(Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO; sog. Selbsteintrittsrecht), 

D-1501/2022 

Seite 6 

dass ein Abgleich der Fingerabdrücke des Beschwerdeführers mit der "Eu-

rodac"-Datenbank ergab, dass dieser am 18. September 2021 in Rumä-

nien ein Asylgesuch eingereicht hatte, 

dass das SEM die rumänischen Behörden am 24. November 2021 um Wie-

deraufnahme des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 23 Dublin-III-VO er-

suchte, 

dass die rumänischen Behörden dem Gesuch um Rückübernahme am  

6. Dezember 2021 zustimmten, 

dass der Beschwerdeführer nicht bestreitet, in Rumänien ein Asylgesuch 

eingereicht zu haben, und auch die grundsätzliche Zuständigkeit dieses 

Mitgliedstaates unbestritten blieb,  

dass die Zuständigkeit Rumäniens somit grundsätzlich gegeben ist, 

dass es keine wesentlichen Gründe für die Annahme gibt, das Asylverfah-

ren und die Aufnahmebedingungen für Antragsteller in Rumänien würden 

systemische Schwachstellen aufweisen, die die Gefahr einer unmenschli-

chen oder entwürdigenden Behandlung im Sinne des Artikels 4 der EU–

Grundrechtecharta mit sich bringen würden, 

dass Rumänien Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 

10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche 

oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Ab-

kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, 

SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967  

(SR 0.142.301) ist und seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflich-

tungen nachkommt, 

dass auch davon ausgegangen werden darf, dieser Staat anerkenne und 

schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des 

Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 

zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des in-

ternationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom 

26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, 

die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie) ergeben, 

dass unter diesen Umständen die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Satz 2 

Dublin-III-VO nicht gerechtfertigt ist, 

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Seite 7 

dass der Beschwerdeführer mit seinem Vorbringen, es bestehe ein – teils 

gegenseitiges – Abhängigkeitsverhältnis zwischen dem Beschwerdefüh-

rer, seinem in der Schweiz lebenden Bruder sowie der mit ihm eingereisten 

Schwester und Schwägerin, die Anwendung der Ermessensklausel von 

Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO respektive der – das Selbsteintrittsrecht im 

Landesrecht konkretisierenden – Bestimmung von Art. 29a Abs. 3 der Asyl-

verordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) einfordert, ge-

mäss welcher das SEM das Asylgesuch "aus humanitären Gründen" auch 

dann behandeln kann, wenn dafür gemäss Dublin-III-VO ein anderer Staat 

zuständig wäre, 

dass es sich bei Art. 16 Abs. 1 Dublin-III-VO um eine Bestimmung handelt, 

welche die wesentlichsten Lebenssachverhalte genannt werden, die eine 

Person in einer solchen Weise verletzlich machen können, dass die Zu-

sammenführung mit bestimmten Bezugspersonen zur humanitären Pflicht 

wird, 

dass die vorliegend relevanten Voraussetzungen von Art. 16 Abs. 1 Dublin-

III-VO betreffend den Beschwerdeführer nicht erfüllt sind, da er nicht dar-

legt, inwiefern die nun bei seinem Bruder lebende Schwägerin aufgrund 

ihrer Schwangerschaft auf ihn angewiesen sein soll,  

dass die Vorinstanz sich einlässlich dazu äusserte, dass der Beschwerde-

führer keine Umstände darlegt, die ein aktuell bestehendes Abhängigkeits-

verhältnis zu seinem Bruder, seiner Schwester oder Schwägerin glaubhaft 

belegen würden, die einen Selbsteintritt gemäss Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-

VO erforderten, 

dass der Beschwerdeführer kein konkretes und ernsthaftes Risiko darge-

tan hat, die rumänischen Behörden würden sich weigern ihn wieder aufzu-

nehmen und seinen Antrag auf internationalen Schutz unter Einhaltung der 

Regeln der Verfahrensrichtlinie zu prüfen, 

dass den Akten auch keine Gründe für die Annahme zu entnehmen sind, 

Rumänien werde in seinem Fall den Grundsatz des Non-Refoulement 

missachten und ihn zur Ausreise in ein Land zwingen, in dem sein Leib, 

sein Leben oder seine Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG 

gefährdet ist oder in dem er Gefahr laufen würde, zur Ausreise in ein sol-

ches Land gezwungen zu werden,  

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Seite 8 

dass der Beschwerdeführer keine konkreten Hinweise für die Annahme 

dargetan hat, Rumänien würde ihm dauerhaft die ihm gemäss Aufnahme-

richtlinie zustehenden minimalen Lebensbedingungen vorenthalten, und er 

sich bei einer vorübergehenden Einschränkung im Übrigen nötigenfalls an 

die rumänischen Behörden wenden und die ihm zustehenden Aufnahme-

bedingungen auf dem Rechtsweg einfordern könnte (vgl. Art. 26 Aufnah-

merichtlinie), 

dass sich der Beschwerdeführer auf seinen Gesundheitszustand beruft, 

der einer Überstellung entgegenstehe,  

dass der Beschwerdeführer gemäss medizinischem Datenblatt vom 25. Ja-

nuar 2022 aufgrund von [physische Beschwerden] ärztliche Konsultationen 

beanspruchte und am 18. März 2022 einen Zahnarzt aufsuchte, 

dass die Vorinstanz ihren Entscheid gestützt auf ausreichende Abklärun-

gen zum gesundheitlichen Befinden des Beschwerdeführers traf und keine 

Vorkommnisse ersichtlich sind, die weiteren Untersuchungsbedarf hätten 

bedingen können,  

dass der Beschwerdeführer implizit geltend macht, die Überstellung nach 

Rumänien könne ihn einer Gefahr für seine Gesundheit aussetzen und ver-

letze damit Art. 3 EMRK,  

dass eine zwangsweise Rückweisung von Personen mit gesundheitlichen 

Problemen nur ganz ausnahmsweise einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK 

darstellen kann,  

dass dies insbesondere der Fall ist, wenn die betroffene Person sich in 

einem fortgeschrittenen oder terminalen Krankheitsstadium und bereits in 

Todesnähe befindet, nach einer Überstellung mit dem sicheren Tod rech-

nen müsste und dabei keinerlei soziale Unterstützung erwarten könnte (vgl. 

BVGE 2011/9 E. 7 mit Hinweisen auf die damalige Praxis des Europäi-

schen Gerichtshofs für Menschenrechte [EGMR]),  

dass ein Verstoss gegen Art. 3 EMRK gemäss neuerer Praxis des EGMR 

aber auch vorliegen kann, wenn eine schwer kranke Person durch die Ab-

schiebung – mangels angemessener medizinischer Behandlung im Ziel-

staat – mit einem realen Risiko konfrontiert würde, einer ernsten, raschen 

und unwiederbringlichen Verschlechterung ihres Gesundheitszustands 

ausgesetzt zu werden, die zu intensivem Leiden oder einer erheblichen 

Verkürzung der Lebenserwartung führen würde (vgl. Urteil des EGMR 

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Seite 9 

Paposhvili gegen Belgien 13. Dezember 2016, Grosse Kammer 41738/10, 

§§ 180–193 m.w.H.), 

dass dies im vorliegenden Fall auf die Situation des Beschwerdeführers 

offenkundig nicht zutrifft, welcher [physische Beschwerden] und in der Ver-

gangenheit an Zahnschmerzen litt, und überdies keine Anhaltspunkte für 

allenfalls weitergehende gesundheitliche Beeinträchtigungen vorliegen,  

dass es im Übrigen allgemein bekannt ist, dass Rumänien über eine aus-

reichende medizinische und therapeutische Infrastruktur verfügt, 

dass die Mitgliedstaaten den Antragstellern die erforderliche medizinische 

Versorgung, die zumindest die Notversorgung und die unbedingt erforder-

liche Behandlung von Krankheiten und schweren psychischen Störungen 

umfasst, zugänglich machen müssen (Art. 19 Abs. 1 Aufnahmerichtlinie), 

und den Antragstellern mit besonderen Bedürfnissen die erforderliche me-

dizinische oder sonstige Hilfe (einschliesslich erforderlichenfalls einer ge-

eigneten psychologischen Betreuung) zu gewähren haben (Art. 19 Abs. 2 

Aufnahmerichtlinie),  

dass die schweizerischen Behörden, die mit dem Vollzug der angefochten 

Verfügung beauftragt sind, den medizinischen Umständen bei der Bestim-

mung der konkreten Modalitäten der Überstellung des Beschwerdeführers   

Rechnung zu tragen und die rumänischen Behörden vorgängig in geeigne-

ter Weise über die spezifischen medizinischen Umstände zu informieren 

haben (vgl. Art. 31 f. Dublin-III-VO),  

dass dem SEM bei der Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 Ermessen 

zukommt (vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.) und den Akten keine Hinweise auf eine 

gesetzeswidrige Ermessensausübung (vgl. Art. 106 Abs. 1 Bst. a AsylG) 

durch die Vorinstanz zu entnehmen sind, 

dass das Bundesverwaltungsgericht sich unter diesen Umständen weiterer 

Ausführungen zur Frage eines Selbsteintritts enthält,  

dass es nach dem Gesagten keinen Grund für eine Anwendung der Ermes-

sensklauseln von Art. 17 Dublin-III-VO gibt und an dieser Stelle festzuhal-

ten bleibt, dass die Dublin-III-VO den Schutzsuchenden kein Recht ein-

räumt, den ihren Antrag prüfenden Staat selber auszuwählen (vgl. auch 

BVGE 2010/45 E. 8.3), 

D-1501/2022 

Seite 10 

dass das SEM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b 

AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist und 

– weil der Beschwerdeführer nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts-  

oder Niederlassungsbewilligung ist – in Anwendung von Art. 44 AsylG die 

Überstellung nach Rumänien angeordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1),  

dass unter diesen Umständen allfällige Vollzugshindernisse gemäss 

Art. 83 Abs. 3 und 4 AIG (SR 142.20) nicht mehr zu prüfen sind, da das 

Fehlen von Überstellungshindernissen bereits Voraussetzung des Nicht-

eintretensentscheides gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist (vgl. BVGE 

2015/18 E. 5.2 m.w.H.),  

dass nach dem Gesagten auch kein Anlass besteht, die Sache aus formel-

len Gründen an die Vorinstanz zurückzuweisen, weshalb der entspre-

chende Eventualantrag abzuweisen ist,  

dass die Beschwerde aus diesen Gründen abzuweisen ist und die Verfü-

gung des SEM zu bestätigen ist,  

dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen ist, 

weshalb der angeordnete superprovisorische Vollzugsstopp dahinfällt und 

sich der Antrag auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung als gegen-

standslos erweist, 

dass das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unent-

geltlichen Prozessführung abzuweisen ist, da die Begehren – wie sich aus 

den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aussichtlos zu bezeichnen wa-

ren, weshalb die Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht erfüllt 

sind, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr.  750.– (Art. 1‒

3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-

gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

D-1501/2022 

Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Simon Thurnheer Markus Ruhe 

 

 

Versand: