# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 033a0c10-8c30-54b6-8845-f81bedc67eaa
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-08-17
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 17.08.2018 UV 2017/24
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2017-24_2018-08-17.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2017/24

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 17.08.2018

Entscheiddatum: 17.08.2018

Entscheid Versicherungsgericht, 17.08.2018
Art. 6 ATSG: Verneinung des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen 
einem Unfallereignis mit unbestrittener Fussverletzung rechts und erst nach 
einer gewissen Latenzzeit geklagten Kniebeschwerden links mit 
nachfolgend radiologisch festgestellter Meniskusverletzung links (Entscheid 
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 17. August 2018, UV 
2017/24).

Entscheid vom 17. August 2018

 

Besetzung                                                                      

Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider (Vorsitz),

Miriam Lendfers und Michaela Machleidt Lehmann; Gerichtsschreiber Philipp 

Geertsen            

Geschäftsnr.                                                                                                                  

UV 2017/24           

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

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vertreten durch Fürsprecher Marco Büchel, LL.M., K & B Rechtsanwälte, 

Freudenbergstrasse 24, Postfach 213, 9240 Uzwil,

gegen

Helsana Unfall AG, Recht & Compliance,

8081 Zürich Helsana,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand                                                                   

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.   

A.a  A.___ (nachfolgend: Versicherte) war als Fachangestellte Gesundheit bei der B.___ 

AG gegen die Folgen von Unfällen versichert, als sie am 27. April 2016 mit nassen 

Schuhen ausrutschte (act. K1). Nachdem sie der B.___ zunächst durch ihre 

Arbeitgeberin am 13. Mai 2016 eine dabei erlittene Zerrung am rechten Fussgelenk 

hatte melden lassen, erging am 23. September 2016 eine Schadenmeldung UVG für 

eine Knieverletzung bzw. einen Meniskusriss links als Folge "vom Sturz im April". 

Während die Erstbehandlung des rechten Fussgelenks im Spital C.___ stattgefunden 

hatte, wurde bezüglich der Knieverletzung Dr. med. D.___, Facharzt FMH für 

Allgemeine Innere Medizin, Uzwil, als erstbehandelnder Arzt angegeben (act. K1, K2).

A.b  Am 19. September 2016 hatte die Klinik E.___ bei der Helsana ein 

Kostengutsprachegesuch für einen stationären Eintritt der Versicherten am 14. 

November 2016 zur Behandlung einer "lat. Meniskusläsion links" durch Dr. med. F.___, 

Spezialarzt Orthopädie FMH, Sportmedizin (SGSM), eingereicht (act. K4, vgl. auch act. 

M2 und M3).

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A.c  Nach Einholung von Berichten beim Spital C.___ (act. K7, M1) und bei Dr. D.___ 

(act. K8, M4), ergänzenden Erkundigungen bei der Versicherten zum Unfallhergang 

(act. K9, K11) sowie nach Vorlage des Schadenfalls an ihren beratenden Arzt Prof. Dr. 

med. G.___, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 

Bewegungsapparates (act. M5), lehnte die Helsana mit Verfügung vom 10. November 

2016 den Anspruch der Versicherten auf Versicherungsleistungen aus der 

obligatorischen Unfallversicherung für die Kniebeschwerden mit der Begründung ab, 

dass ein natürlicher Kausalzusammenhang zum Ereignis vom 27. April 2016 nicht mit 

dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sei (act. K16). 

Entsprechend teilte die Helsana der Klinik E.___ mit Schreiben vom 10. November 2016 

mit, dass sie keine Kosten für den Spitalaufenthalt der Versicherten übernehmen werde 

(act. K15).

A.d  Am 15. November 2016 teilte die Versicherte der Helsana mit, dass sie am 2. Juni 

2016 Dr. med. H.___ Fachärztin FMH Praktische Ärztin, notfallmässig wegen 

Knieschmerzen konsultiert habe. Deren Unterlagen hätten der Helsana zur Beurteilung 

des Schadenfalls nicht zur Verfügung gestanden. Dr. D.___ und Dr. H.___ hätten eine 

Gemeinschaftspraxis. Am 2. Juni 2016 habe letztere Notfalldienst gehabt (act. K19).

A.e  Ebenso am 15. November 2016 führte Dr. F.___ bei der Versicherten am linken 

Knie arthroskopisch ein Shaving sowie eine laterale Teilmeniskektomie durch (act. M6).

B.   

B.a  Mit Schreiben vom 18. November 2016 ersuchte die DAS Rechtsschutz-

Versicherungs-AG, St. Gallen, für die Versicherte um Zustellung der bzw. Einsichtgabe 

in die Akten und beantragte die Verlängerung allfällig laufender Fristen (act. K21). Die 

Helsana betrachtete das Schreiben als vorsorgliche Einsprache gegen die Verfügung 

vom 10. November 2016 (act. K22), worauf die DAS Rechtsschutz-Versicherungs-AG 

am 20. Dezember 2016 die Einsprachebegründung einreichte (act. K23).

B.b  Mit Einspracheentscheid vom 27. Februar 2017 wies die Helsana die Einsprache 

der Versicherten ab (act. K28).

C.  

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C.a Gegen diesen Einspracheentscheid erhob die Versicherte (nachfolgend: 

Beschwerdeführerin), vertreten durch Rechtsanwalt M. Büchel, Oberuzwil, mit Eingabe 

vom 31. März 2017 Beschwerde mit folgenden Rechtsbegehren: 1. Die Verfügung vom 

10. November 2016 sowie der Einspracheentscheid vom 27. Februar 2017 seien 

aufzuheben. 2. Die Angelegenheit sei zur weiteren medizinischen 

Sachverhaltsabklärung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 3. Eventualiter seien der 

Beschwerdeführerin die gesetzlichen Leistungen aus der Unfallversicherung, 

insbesondere betreffend der Meniskusläsion im linken Knie, zu erbringen. 4. 

Subeventualiter sei ein gerichtliches Gutachten erstellen zu lassen. 5. Unter Kosten- 

und Entschädigungsfolge (act. G1).

C.b In der Beschwerdeantwort vom 10. Mai 2017 beantragte die Helsana (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde (act. G3).

C.c Mit Schreiben vom 12. Juli 2017 verzichtete der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin auf eine Replik (act. G7).

Erwägungen

1.   

Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die 

Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung 

(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur 

Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die 

sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem 

Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden 

daher, nachdem ein Ereignis aus dem Jahr 2016 zur Debatte steht, die bis 31. 

Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung.

2.   

2.1  Die Beschwerdeführerin erlitt am 27. April 2016 unstreitig einen Unfall im Sinn von 

Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

(ATSG; SR 830.1), indem sie laut Schadenmeldung UVG vom 13. Mai 2016 mit nassen 

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Schuhen ausrutschte und sich eine Verletzung am rechten Fussgelenk zuzog (act. K1). 

Sie wurde noch am Unfalltag wegen Fussschmerzen rechts beim Spital C.___ 

vorstellig, dessen diensthabende Ärztin nach einer klinischen und radiologischen 

Untersuchung den Verdacht auf eine ATFL-Läsion rechts bei Status nach OSG-

Supinationstrauma rechts diagnostizierte, eine konservative Behandlung (Therapie mit 

Analgesie, Hochlagern, Kühlen, Ruhigstellung, Voltaren-Salbenverband mit elastischen 

Binden) verschrieb und eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 27. April bis 1. Mai 2016 

attestierte (act. M1). Am 23. September 2016 liess die Beschwerdeführerin durch ihre 

Arbeitgeberin ergänzend eine Verletzung am linken Knie melden, welche ebenfalls als 

Folge "vom Sturz im April" angegeben wurde (act. K2).

2.2  Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet der 

Einspracheentscheid vom 27. Februar 2017 (act. K28), worin sich die 

Beschwerdegegnerin einzig mit ihrer Leistungspflicht in Bezug auf das linke Knie der 

Beschwerdeführerin befasst. Sie verneint eine solche und begründet die 

Leistungsablehnung damit, dass zwischen dem Unfall vom 27. April 2016 und der 

Knieproblematik links kein natürlicher Kausalzusammenhang bestehe. Die beim Unfall 

an sich unbestrittenermassen von der Beschwerdeführerin erlittene Fussverletzung 

rechts kann damit nicht Streitgegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens 

bilden. Der Beschwerde vom 31. März 2017 ist jedoch auch nicht zu entnehmen, dass 

die Beschwerdeführerin diesbezüglich noch Leistungen beantragt (act. G 1). Der 

Vollständigkeit halber ist weiter festzuhalten, dass eine Unfallbeteiligung des rechten 

Knies bzw. eine diesbezügliche Gesundheitsschädigung offensichtlich unter den 

Verfahrensparteien ebenfalls nicht zur Diskussion steht. Dies auch wenn laut Bericht 

des Spitals C.___ über die Notfallkonsultation vom 27. April 2016 das rechte Knie 

untersucht worden ist (act. M1), die Beschwerdeführerin am 31. Oktober 2016 im 

Fragebezogen zum Unfallhergang schilderte, dass nach Absetzen der wegen der 

Fussproblematik verordneten Schmerzmittel Schmerzen am „rechten“ Knie (richtig 

wohl: am linken Knie) aufgetreten seien (act. K11, Frage 1), und Dr. F.___ im Bericht 

vom 16. September 2016 betreffend die Untersuchung vom 15. September 2016 von 

einem Unfall im April 2016 mit dem rechten Knie spricht (act. M3). Die 

Beschwerdeführerin hält nämlich im Fragebogen weiter fest, dass die Schmerzen 

stärker geworden seien, worauf im MRI ein Meniskusriss (laut medizinischen Akten im 

linken Knie [vgl. act. M2]) festgestellt worden sei, und auch Dr. F.___ befasste sich in 

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der Untersuchung nur mit Kniebeschwerden links (vgl. auch Beschwerde vom 31. März 

2017, act. G 1 S. Ziff. 1).

3.   

3.1  Gestützt auf Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer bei Vorliegen eines Unfalls 

(Art. 4 ATSG) für einen Gesundheitsschaden nur insoweit Leistungen zu erbringen, als 

dieser in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum versicherten 

Ereignis steht (BGE 129 V 181 E. 3.1 ff. mit Hinweisen; ALEXANDRA RUMO-JUNGO/

ANDRÉ PIERRE HOLZER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/

Basel/Genf 2012, S. 53 ff.). Für die Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen 

natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel 

auf Angaben ärztlicher Experten und Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem 

adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht 

nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist (BGE 129 V 181 

E. 3.1, 123 III 110, 112 V 30). Bei physischen Unfallfolgen hat indessen die Adäquanz 

gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige 

Bedeutung (BGE 118 V 291 f. E. 3a).

3.2  Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht 

für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch 

die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in 

der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 

des Experten oder der Expertin begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert 

eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels 

noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als 

Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweis). Insofern sind auch Berichte 

und Gutachten, welche die Versicherungen während des Administrativverfahrens von 

ihren eigenen bzw. beratenden Ärzten und Ärztinnen einholen, beweistauglich, solange 

ihre Richtigkeit nicht durch konkrete Indizien erschüttert wird (BGE 125 V 352 E. 3). 

Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass auch eine reine Beurteilung aufgrund der 

Akten, wie sie vorliegend von Prof. G.___ erstellt wurde (act. M5), beweiskräftig sein 

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kann, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die 

fachärztliche Beurteilung eines an sich fest stehenden medizinischen Sachverhalts 

geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den 

Hintergrund rückt (Urteil des Bundesgerichts vom 18. Juni 2014, 9C_196/2014, E. 

5.1.1). Ob letztlich auf die Aktenbeurteilung von Prof. G.___ abgestellt werden kann, ist 

im Rahmen der nachfolgenden materiell-rechtlichen Beurteilung bzw. 

Beweiswürdigung zu prüfen.

3.3  Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. 

Danach hat die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von Amtes wegen für 

die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. 

Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den 

Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a mit Hinweisen, 

vgl. BGE 130 I 183 E. 3.2). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst eine Beweislast im 

Sinne einer Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess 

tragen mithin die Parteien eine Beweislast nur insofern, als im Fall der Beweislosigkeit 

der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen 

Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Da es dem Leistungsansprecher obliegt, das 

Vorliegen eines (leistungsbegründenden) natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen 

dem neuen Beschwerdebild und dem Unfall nachzuweisen, liegt die entsprechende 

Beweislast bei ihm. Diese Beweisregel greift jedoch erst Platz, wenn im Rahmen des 

Untersuchungsgrundsatzes kein überwiegend wahrscheinlicher (die blosse Möglichkeit 

genügt nicht; BGE 117 V 360 E. 4a mit Hinweisen; THOMAS LOCHER/THOMAS 

GÄCHTER, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. Bern 2014, § 70 N. 58 f.) 

Sachverhalt ermittelt werden kann (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b, 119 Nr. U 86 S. 

50; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 29).

4.   

4.1  Für die Annahme einer unfallkausalen somatischen Gesundheitsschädigung wird 

im Regelfall eine strukturelle Läsion als objektivierbares Korrelat verlangt. Als 

objektiviert gilt eine solche Läsion, wenn sie durch einen entsprechenden 

radiologischen Untersuchungsbefund erhoben wird (BGE 134 V 121 E. 9; Urteil des 

Bundesgerichts vom 28. Oktober 2009, 8C_216/2009, E. 2; SVR 2007 UV Nr. 25 S. 82 

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f. E. 5.4 mit Hinweisen [U479/05]). Im Rahmen der am 23. August 2016 im 

Röntgeninstitut I.___ durchgeführten MRT-Untersuchung des linken Kniegelenks der 

Beschwerdeführerin wurde ein Vorderhornriss des Aussenmeniskus erhoben (act. M2). 

Eine Meniskusläsion ist gemäss medizinischer Literatur häufig degenerativer Natur. 

Allerdings kann sie - wenn auch vergleichsweise selten - als Folge eines Traumas 

auftreten (vgl. dazu ALFRED M. DEBRUNNER, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. 

Aufl. Bern 2005, S. 1056 ff.; PSCHYREMBEL, Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl. Berlin 

2017, S. 1146; ROCHE LEXIKON, Medizin, 5. Aufl. München 2003, S. 1204; LEITLINIEN 

DER ORTHOPÄDIE, Hrsg. von der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und 

Orthopädische Chirurgie und dem Berufsverband der Ärzte für Orthopädie, 2. 

Erweiterte Aufl. Köln 2002, S. 141). Nachfolgend ist anhand massgebender 

Beurteilungskriterien zu prüfen, von welcher Kausalitätsvariante im konkreten Fall 

überwiegend wahrscheinlich auszugehen ist.

4.2  Es erscheint offensichtlich, dass in der Regel nur ein vom Unfall betroffener 

Körperteil eine unfallbedingte Verletzung mit nachfolgenden Beschwerden zeitigen 

kann. Allein durch den Unfall bzw. das Ausrutschen vom 27. April 2016 ist also keine 

Betroffenheit des linken Knies und noch keine Unfallverletzung bezüglich des linken 

Knies ausgewiesen. Folgerichtig stellt damit der zeitliche Ablauf einen bedeutsamen 

Umstand im Rahmen der Kausalitätsbeurteilung dar. So führen Unfallverletzungen im 

Regelfall unmittelbar zu Schmerzen oder anderweitigen Beschwerden, welche 

unmittelbar im Anschluss an den Unfall oder zumindest unfallnah auch im 

entsprechenden Umfang wahrgenommen und im Rahmen einer ärztlichen 

Untersuchung diagnostiziert werden. Die Anforderungen an den Beweis des 

natürlichen Kausalzusammenhangs im Grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

sind strenger, je grösser der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und dem Eintritt 

bzw. der Objektivierung einer Schädigung ist (RKUV 1997 Nr. U 275 S. 191 E. 1c; Urteil 

des Bundesgerichts vom 26. September 2008, 8C_102/2008, E. 2.2). Vor diesem 

Hintergrund weist Prof. G.___ in seiner Beurteilung vom 10. November 2016 

überzeugend auf den echtzeitlich erhobenen Befund und die anfänglich von der 

Beschwerdeführerin geltend gemachten Beschwerden hin. In der zeitnahen 

Dokumentation werde ein Trauma am rechten Fuss mit OSG-Beschwerden erwähnt. 

Spätestens ab dem MRI vom 23. August 2016 habe sich das Leidensbild 

verselbständigt mit Beschwerden auf Höhe des linken Kniegelenks. Diese 

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Beschwerden würden im Fragebogen ein halbes Jahr nach dem Ereignis als 

Unfallfolgen angegeben, was nicht nachvollziehbar sei. Ein Kausalzusammenhang 

zwischen dem Meniskusriss und dem Unfallereignis vom 27. August 2016 sei demnach 

nur möglich (act. M5).

4.3  In einer ersten Phase nach dem Unfall ist zu erwarten, dass dessen Hergang 

möglichst genau und verifizierbar dokumentiert wird. Gleiches gilt für die anschliessend 

auftretenden Beschwerden. Diesen ersten tatbeständlichen Grundlagen kommt 

grosses Gewicht zu (BGE 134 V 123 E. 9.2).

4.3.1      Wie bereits erwähnt, wurde mit der ersten Schadenmeldung UVG vom 13. Mai 

2016 einzig eine Verletzung des rechten Fusses angezeigt (act. K1), während die 

Schadenmeldung UVG mit Angabe einer Verletzung des linken Knies erst am 23. 

September 2016 erfolgt ist (act. K2). Bereits diese zeitliche Verzögerung ist als Hinweis 

darauf zu werten, dass ursprünglich nicht von einer Knieverletzung links ausgegangen 

wurde. Zumindest ist eine solche Verletzung nicht unfallnah dokumentiert. Auch im 

Fragebogen zum Unfallhergang beschrieb die Beschwerdeführerin am 31. Oktober 

2016 unfallnah nur Schmerzen am rechten Fuss, weswegen sie sich notfallmässig ins 

Spital begeben habe. Sie spricht zwar weiter von einer kleinen Schürfung am linken, 

den Meniskusriss aufweisenden Knie (vgl. act. M2), führt dann aber aus, dass ihr vom 

Spital Schmerzmittel verordnet worden seien und Schmerzen am „rechten“ Knie bzw. 

am linken Knie (vgl. zur versehentlichen Körperseitenangabe vorstehende E. 2.2) erst 

aufgetreten seien, als sie mit der Schmerzmitteleinnahme aufgehört habe (act. K11; vgl. 

dazu auch nachfolgende Erwägung 4.3.3). Damit steht also fest, dass die 

Beschwerdeführerin unfallnah keine Schmerzen im linken Knie mit dem Meniskusriss 

verspürte.

4.3.2      Auch die medizinischen Unterlagen belegen einen zeitlichen Ablauf mit einem 

erst nachträglichen Auftreten von Kniebeschwerden links. Die am Unfalltag 

stattgefundene klinische und röntgenologische Untersuchung im Spital C.___ durch die 

diensthabende Ärztin betrafen den rechten Fuss sowie das rechte - nicht das linke - 

Knie. Bezüglich des rechten Fusses liessen sich - wenn auch keine Fraktur, so doch - 

bezüglich der Bänder auffällige Befunde erheben, worauf die Diagnose Verdacht auf 

ATFL-Läsion rechts bei Status nach OSG-Supinationstrauma rechts gestellt wurde. 

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Das rechte Knie zeigte sich unauffällig und indolent. Entsprechend wurde 

therapiemässig nur der rechte Fuss angegangen (act. M1). In den medizinischen Akten 

dokumentiert ist eine Knieproblematik links erstmalig im Bericht des Röntgeninstituts 

I.___ vom 23. August 2016 über die am gleichen Tag durchgeführte MRT-

Untersuchung, welche den zur Diskussion stehenden Meniskusriss hervorbrachte (act. 

M2). Anlässlich eines Telefongesprächs mit der Beschwerdegegnerin am 15. November 

2016 gab die Beschwerdeführerin zwar an, sie habe Dr. H.___ am 2. Juni 2016 wegen 

Knieschmerzen notfallmässig aufgesucht, worüber - wie von der Beschwerdeführerin 

bemerkt - kein Untersuchungsbericht bei den Akten liegt (act. K19). Dies ändert jedoch 

nichts daran, dass Kniebeschwerden links auch nach Aussage der Beschwerdeführerin 

erst nach einer Latenzzeit von fünf Wochen nach dem Unfall aufgetreten wären, was 

als bedeutsamer Hinweis gegen eine Unfallkausalität zu werten ist. Es ist nicht zu 

erwarten, dass einem Untersuchungsbericht von Dr. H.___ - abgesehen von allenfalls 

im Untersuchungszeitpunkt erhobenen auffälligen Befunden in Bezug auf das linke 

Knie, einer entsprechenden Diagnose sowie einer Therapieverordnung - weitere 

Erkenntnisse zur Unfallkausalität zu entnehmen wären. Am Nachweis einer 

Gesundheitsschädigung im Bereich des linken Knies ist nicht zu zweifeln. Wie von Prof. 

G.___ festgestellt, ist spätestens ab der MRT-Untersuchung von einem selbständigen 

Leidensbild mit Beschwerden im Bereich des linken Kniegelenks auszugehen, welches 

letztlich zum arthroskopischen Eingriff durch Dr. F.___ geführt hat (act. M 6f.). Eine 

ärztlich bestätigte bzw. objektivierte Knieproblematik links vermag jedoch als 

ausreichender Beweis für eine traumatische Ursächlichkeit nicht zu genügen. 

Insbesondere in denjenigen Fällen, in welchen nach einer gewissen Latenzzeit 

radiologisch nur ein Befund erhoben werden konnte, der keiner eindeutigen frischen 

Verletzung wie einer Fraktur oder ligamentären Ruptur entspricht, sondern - wie ein 

Meniskusriss - verschiedene Ursachen (traumatische, degenerative) haben kann, ist der 

in Erwägung 4.2 angeführte Grundsatz zu beachten (RKUV 1997 Nr. U 275 S. 191 E. 

1c; Urteil des Bundesgerichts vom 26. September 2008, 8C_102/2008, E. 2.2). Eine 

Gesamtbetrachtung im Sinne der vorangegangenen Erwägungen bzw. des zeitlichen 

Ablaufs lässt im konkreten Fall nicht die überwiegend wahrscheinliche 

Schlussfolgerung zu, dass der Meniskusriss unfallkausal wäre. Der Verwechslung von 

Dr. H.______ mit ihrem Praxispartner Dr. D.___ und dessen ergebnisloser Auskunft 

kommt im Gesamten keine Bedeutung zu.

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4.3.3      An dieser Beurteilung vermag auch der Einwand in der Beschwerde vom 31. 

März 2017 (act. G 1, Ziff. 1) nichts zu ändern, dass das Auftreten der Knieschmerzen 

links mit dem Absetzen der wegen der Fussproblematik rechts eingenommenen 

Schmerzmittel zusammen gefallen sei. Eine Latenz von fünf Wochen bis zum Auftreten 

von Schmerzen am linken Knie erscheint insofern nicht nachvollziehbar, als 

Schmerzmittel erfahrungsgemäss Schmerzen nicht über Wochen lückenlos zu 

unterdrücken vermögen. Ausserdem waren im konkreten Fall Schmerzmittel wegen der 

Fussproblematik nur nach Massgabe der Beschwerden verordnet worden. Die 

Unfallverletzung am rechten Fuss verspürte die Beschwerdeführerin erwartungsgemäss 

unfallnah. Augenscheinlich dürfte diese (die ferner keine Arbeitsunfähigkeit verursachte, 

vgl. act. K11, S. 2) nicht derart schwerwiegend gewesen sein, dass sie nicht auch die 

Berücksichtigung bzw. die Differenzierung einer Beschwerdesymptomatik am - im 

Übrigen in Distanz liegenden -  linken Knie erlaubt hätte. Es darf also davon 

ausgegangen werden, dass sich eine unfallbedingte Verletzung am linken Knie beim 

Unfall vom 27. April 2016 echtzeitlich bemerkbar gemacht hätte.

4.3.4      Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die zeitlichen Zusammenhänge im 

konkreten Fall mit einer erstmaligen Dokumentation von Kniebeschwerden links einige 

Monate nach dem Unfall und einer Erstbehandlung fünf Wochen danach gegen eine 

Beteiligung bzw. Verletzung des linken Knies am Unfall vom 27. April 2016 und somit 

gegen eine traumatische Verursachung des Meniskusrisses sprechen. In Anbetracht 

der für die Beurteilung des Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall vom 27. April 

2016 und der Knieproblematik links massgebenden sachverhaltlichen Grundlagen 

bezüglich zeitlichem Ablauf hatte Prof. G.___ keine Veranlassung, weitere medizinische 

Ausführungen hinzuzufügen. Hinsichtlich des Schadens am linken Knie standen ihm im 

Übrigen bereits aussagekräftige Berichte zur Verfügung (act. M2 und M3).

4.4 

4.4.1      Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin vermag schliesslich seiner 

Aussage - das Unfallereignis vom 27. April 2016 sei durchaus geeignet gewesen, die 

Verletzungen im linken Knie zu verursachen - keine überzeugende Begründung zu 

Grunde zu legen. So ist weder belegt noch wird von beschwerdeführender Seite 

dargetan, inwiefern ein Unfall mit unstreitiger Fussverletzung rechts gleichzeitig eine 

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Knieverletzung links zur Folge gehabt haben soll. Zumindest geht aus der 

aktenkundigen Unfallschilderung (mit nassen Schuhen ausgerutscht) allein keine solche 

Differenzierung hervor.

4.4.2      Der Begründung des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin - es könne 

nicht argumentiert werden, die Kniebeschwerden links seien keine Folge des Unfalls, 

weil die Beschwerdeführerin die Schmerzen am linken Knie erst nach dem Unfall 

gemeldet habe - ist nicht zu folgen. Der Umstand, dass ein Meniskusriss nach einem 

Unfall erhoben wird, bildet für sich allein nach konstanter bundesgerichtlicher Praxis 

keinen Beweis für eine Unfallkausalität. Der zeitliche Aspekt besitzt für sich allein keine 

wissenschaftlich genügende Erklärungskraft. Andernfalls würde man sich mit dem 

blossen Anschein des Beweises bzw. mit der blossen Möglichkeit begnügen und 

davon ausgehen, dass eine gesundheitliche Schädigung schon dann durch den Unfall 

verursacht sei, wenn sie nach diesem auftrat (UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. 

Zürich/Basel/Genf 2015, N 69 zu Art. 4; ALFRED MAURER, Schweizerisches 

Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 460 N 1205 [= Beweisführung nach der 

Formel "post hoc ergo propter hoc"]; SVR 2009 UV Nr. [8C_590/2007], S. 52 E. 7.2.4 

mit weiteren Hinweisen; BGE 119 V 340 E. 2b/bb).

4.5  Im Sinn der Beurteilung von Prof. G.___ ist damit ein natürlicher 

Kausalzusammenhang zwischen dem Meniskusriss links und dem Unfall vom 27. 

August 2016 lediglich möglich. Von weiteren medizinischen Abklärungen sind keine 

neuen Erkenntnisse zu erwarten. Die Beschwerdegegnerin hat somit ihre 

Leistungspflicht für die Heilbehandlung am linken Knie, insbesondere für die 

arthroskopische Operation vom 15. November 2016, zu Recht verneint.

5.   

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist der Einspracheentscheid vom 27. Februar 

2017 nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Die Beschwerdeführerin hat 

bei diesem Verfahrensausgang keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.

Entscheid

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/13

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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.   

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.   

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 17.08.2018
	Art. 6 ATSG: Verneinung des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfallereignis mit unbestrittener Fussverletzung rechts und erst nach einer gewissen Latenzzeit geklagten Kniebeschwerden links mit nachfolgend radiologisch festgestellter Meniskusverletzung links (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 17. August 2018, UV 2017/24).

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		2025-07-19T05:51:58+0200
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