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**Case Identifier:** 43458311-30c8-559d-bd1e-89e75a51e07a
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-07-04
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 04.07.2017 UV 2015/76
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2015-76_2017-07-04.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2015/76

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 23.08.2019

Entscheiddatum: 04.07.2017

Entscheid Versicherungsgericht, 04.07.2017
Art. 6 UVG, Art. 24 UVG: Status quo sine vel ante nach HWS-Kontusion bei 
vorgeschädigter HWS erreicht. Verneinung eines Anspruchs auf eine 
Integritätsentschädigung mangels fortdauernder Unfallrestfolgen.Art. 24 
UVG: Anspruch auf eine Integritätsentschädigung basierend auf einem 
Integritätsschaden von 5% für einen "schweren Tinnitus" (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 4. Juli 2017, UV 2015/76).

Entscheid vom 4. Juli 2017

 

Besetzung                                                                      

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichter 

Joachim Huber, Versicherungsrichterin Michaela Machleidt Lehmann; 

Gerichtsschreiberin Katja Meili          

Geschäftsnr.                                                                                                                  

UV 2015/76          

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

gegen

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Helvetia Versicherungen, Rechtsdienst Personen-versicherung, Wuhrmattstrasse 

19-23, 4103 Bottmingen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand                                                                   

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.   

A.a  A.___ (nachfolgend: Versicherte) war als Geschäftsführerin des B.___ bei der 

Schweizerischen National-Versicherungs-Gesellschaft AG (nachfolgend: National) 

gegen die Folgen von Unfällen versichert, als sie gemäss undatierter Unfallmeldung am 

29. Mai 2012 beim Ziehen eines mit Waren beladenen "Rollis" rückwärts  auf den 

Rücken/Kopf stürzte (act. UM, vgl. auch act. CM3). Die Versicherte wurde ins 

Kantonsspital St. Gallen (KSSG) gebracht, wo die Ärzte der Klinik für Neurochirurgie 

nach einem noch am Unfalltag durchgeführten CT des Neurocranium, des 

Gesichtsschädels und der HWS ein Schädelhirntrauma bei Status nach Synkope 

unklarer Ursache bei/mit in das Foramen magnum einstrahlender Fraktur des Os 

okzipitale, Subduralhämatom spinal und am Tenorium cerebelli links, 

Subarachnoidalblutung frontal beidseits, Kontusionsblutung cerebellär links sowie 

retrograder Amnesie diagnostizierten. Die Versicherte wurde stationär aufgenommen. 

Ein CT des Neurocraniums vom 31. Mai 2012 zeigte im Vergleich zur Voruntersuchung 

vom 29. Mai 2012 eine subtotale Regredienz der Subduralhämatome spinal links auf 

Höhe des Foramen magnum und entlang des Tentoriums cerebelli links sowie der 

kleinvolumigen Subarachnoidalblutung frontal beidseits und eine diskrete 

Kontusionsblutung cerebellär links. Am 5. Juni 2012 wurde die Versicherte bei 

Attestierung einer 100%-igen Arbeitsunfähigkeit ab 29. Mai 2012 aus dem Spital 

entlassen und durch ihren Hausarzt Dr. med. C.___, FMH Allgemeine Innere Medizin, 

weiterbetreut (act. M1, vgl. auch act. M2, act. M5). Nach einer 50%-igen 

Arbeitsfähigkeit vom 6. August bis 14. Oktober 2012 war die Versicherte ab 15. 

Oktober 2012 wieder voll arbeitsfähig (act. CM3, vgl. auch act. TG).

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A.b  Mit Schreiben vom 7. Februar 2013 unterrichtete Dr. C.___ die National davon, 

dass die Versicherte durch den Unfall vom 29. Mai 2012 einen bleibenden Schaden von 

Geruchs- und Geschmackssinn erlitten habe (act. M5), und am 20. Februar 2013 teilte 

er mit, dass die unfallbedingte Behandlung zum jetzigen Zeitpunkt weitgehend 

abgeschlossen sei. Am 16. April 2013 erfolge noch eine abschliessende Kontrolle. Der 

Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn werde bestehen bleiben. Gemäss Suva-

Tabelle sei der Integritätsschaden bei einer beidseitigen Läsion des Nervus lingualis 

(Beeinträchtigung des Geschmackssinns) mit 25% bewertet (act. M6). Mit Schreiben 

vom 14. März 2013 liess die Klinik für Neurochirurgie des KSSG vernehmen, dass eine 

genaue neurochirurgische Evaluierung des Verlustes des Geruchs- und 

Geschmackssinns nicht möglich sei und eine Evaluierung und Quantifizierung der 

Beschwerden durch einen Hals-Nasen-Ohren (HNO)-Arzt empfohlen würde (act. M7). 

Mit Versicherungsbericht vom 5. April 2013 informierte Dr. C.___ darüber, dass er die 

Versicherte letztmals am 11. Februar 2013 gesehen habe und sie sich vom 

Schädelhirntrauma weitgehend erholt habe (act. M8). In einem ärztlichen 

Zwischenbericht vom 15. Mai 2013 vermerkte er, dass die Versicherte unter einem 

paroxysmalen Lagerungsschwindel leide, indem im Liegen beim Drehen nach rechts 

ein Sekundendrehschwindel auftrete. Er notierte ausserdem, dass im Heilverlauf eine 

psychosomatische Komponente mitspiele (act. M12).

A.c  Am 26. Juni und 10. Juli 2013 fand in der HNO-Klinik des KSSG die von der Klinik 

für Neurochirurgie empfohlene (act. M7) und von der National in Auftrag gegebene (act. 

K13) Untersuchung statt. Die Klinikärzte stellten im Versicherungsbericht vom 15. Juli 

2013 die Diagnose Anosmie und Ageusie bei Status nach Schädelhirntrauma nach 

synkopalem Sturzereignis 04/2012 mit Fraktur des Os occipitale, Subduralhämatom 

spinal und Subarachnoidalblutung frontal beidseits. Weiter wurde festgehalten, dass 

die Versicherte zum Zeitpunkt der Untersuchung über einen kompletten Verlust des 

Geruchs- und Geschmackssinns geklagt habe. Während der Verlust des Geruchssinns 

mit überwiegender Wahrscheinlichkeit im Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 

29. Mai 2012 stehe, könne über den Verlust des Geschmackssinns keine 

abschliessende Aussage gemacht werden. Es sei davon auszugehen, dass bei der 

Anosmie und Ageusie der Endzustand erreicht sei. Eine Besserung sei 

unwahrscheinlich. Die dauernde Beeinträchtigung beziehe sich auf den kompletten 

Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns. Gemäss Suva-Tabelle bestehe bei einem 

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Geschmackssinnsverlust ein Integritätsschaden von 25%. Für den Verlust des 

Geruchssinns werde kein Integritätsschaden beschrieben (act. M13).

A.d  Am 30. August 2013 folgte eine Beurteilung der medizinischen Unterlagen durch 

den beratenden Arzt der National, Dr. med. D.___, Neurologe E.___, der einen 

Integritätsschaden von 25% für den Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns 

bestätigte (act. M14). Mit Verfügung vom 8. November 2013 legte die National den 

Integritätsschaden entsprechend fest und sprach der Versicherten auf dieser Basis 

eine Integritätsentschädigung von Fr. 31'500.-- zu (act. K15).

A.e  Mit ärztlichem Zeugnis vom 17. Dezember 2013 informierte Dr. C.___ die National 

erstmals über eine Hörstörung der Versicherten, die sich mit einer Craniosacraltherapie 

sehr gut behandeln lasse (act. M16). Mit Schreiben vom 5. Februar 2014 sicherte die 

National der Versicherten die Kostenübernahme für eine Craniosacraltherapie über 

neun Sitzungen zu (act. R31). Am 2. April 2014 berichtete Dr. C.___ der National, dass 

der paroxysmale Lagerungsschwindel im Mai 2013 behandelt worden sei, worauf eine 

deutliche Besserung der Schwindelsymptomatik bei jedoch noch persistierendem 

Dröhnen in den Ohren eingetreten sei. Weder eine osteopathische Behandlung noch 

eine Craniosacraltherapie hätten einen Erfolg gezeigt. Inwieweit die Hörstörung mit 

dem Unfall zusammenhänge könne nicht beurteilt werden (act. M17).

A.f  Eine auf Zuweisung von Dr. C.___ in der Radiologie F.___ am 23. April 2014 

vorgenommene MRI-Untersuchung des Schädels und der intrakraniellen Gefässe und 

extrakraniellen Halsgefässe der Versicherten ergab normale Befunde (act. M18). Dr. 

C.___ wies die Versicherte auch Dr. med. G.___, Neurologie FMH, Psychiatrie und 

Psychotherapie, Schlafmedizin SGSSC, St. Gallen, zu. Dieser führte am 13. August 

2014 eine Elektroencephalographie durch, in der sich eine mässig generalisierte 

Hirnfunktionsstörung und eine erhebliche Müdigkeit, jedoch keine epilepsietypischen 

Potentiale zeigten (act. M21). Bei der Indikation einer Zervikobrachialgie seit dem Sturz 

nach hinten am 29. Mai 2012 mit eher pseudoradikulärer Ausstrahlung bis zu den 

Schulterbereichen erfolgte am 26. August 2014 im Auftrag von Dr. G.___ eine zervikale 

kernspintomographische Untersuchung in der F.___ (act. M22). Nach Untersuchungen 

vom 13. August und 2. September 2014 hielt Dr. G.___ mit Bericht vom 3. September 

2014 folgende Diagnosen fest: Schweres Schädel-Hirn-Trauma mit Contusio cerebri 

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initial mit diffusen bilateralen Glioseherden (im Verlauf bildgebend als komplett 

rückläufig beurteilt), in das Foramen magnum einstrahlender Fraktur des Os occipitale, 

subduralem Hämatom spinal und am Tentorium cerebelli und Subarachnoidalblutung 

beim Sturz am 29. Mai 2012 mit milder kognitiver Einschränkung, Anosmie, Ageusie, 

posttraumatischem Lagerungsschwindel, posttraumatischen Kopfschmerzen vom 

Spannungstyp; Zustand nach HWS-Beschleunigungstrauma beim Sturz am 29. Mai 

2012 mit Kopflage-abhängiger Zervikobrachialgie und vertebrogenem Tinnitus bei 

leicht ausgeprägter Instabilität im Segment HWK4/5 und neuroforaminalen 

Einengungen auf Höhe HWK3/4, 4/5 und weniger 5/6. Dr. G.___ führte aus, dass sich 

klinisch-neurologisch gegenwärtig mässige Aufmerksamkeits- und 

Konzentrationsstörungen, eine Anosmie und Ageusie, bei der Lagerung nach Hallpike 

sowohl nach links wie auch nach rechts ein kurz andauernder rotatorischer Nystagmus 

ohne wesentliche Gleichgewichtsstörung oder Übelkeit, ein Blickrichtungs-Nystagmus 

langsam erschöpflich sowie eine erhebliche Nackenmuskulatur-Verspannung und 

Ausstrahlung der Nackenschmerzen bis zu den Schulterbereichen beidseits im 

Rahmen der kraniozervikalen Provokationsmanöver hätten feststellen lassen. Die 

Zervikobrachialgie und der Tinnitus hätten angesichts der Hinweise im MRI am ehesten 

eine posttraumatische, vertebrogene Genese (act. M23).

A.g  Zur Prüfung ihrer Leistungspflicht legte die National den Schadenfall am 29. 

Januar 2015 erneut Dr. D.___ zur neurologischen Beurteilung vor (act. K21), welche 

dieser am 27. Mai 2015 verfasste (act. M27).

A.h  Gestützt auf dessen Aktenbeurteilung eröffnete die Helvetia Schweizerische Ver-

sicherungsgesellschaft AG (nachfolgend: Helvetia) als Rechtsnachfolgerin der National 

der Versicherten mit Verfügung vom 19. Juni 2015, dass sie ihre Leistungen für die 

Beschwerden an der HWS und den Schultern sowie die Kopfschmerzen per 19. Juni 

2015 einstelle. Die Beschwerden würden mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit ab dem 13. Mai 2015 nicht mehr in einem natürlichen 

Kausalzusammenhang zum Ereignis vom 29. Mai 2012 stehen. Für weitere 

Heilungskosten ab dem 19. Juni 2015 würden vorbehältlich allfälliger Rückfälle oder 

Spätfolgen keine Leistungen mehr erbracht. Für den Tinnitus aurium rechts werde eine 

Integritätsentschädigung für eine Integritätseinbusse von 5% ausgerichtet (act. K22). 

Bis zum Datum des Verfügungserlasses hatte die Helvetia bzw. davor die National die 

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gesetzlichen Versicherungsleistungen (Heilkosten- und Taggeldleistungen; vgl. act. TG, 

act. R57, act. R57.1) erbracht.

A.i   Nachdem die Versicherte gegenüber der Helvetia mit E-Mails vom 30. Juni 2015 

(act. K24 f.) eingewendet hatte, dass eine Integritätsentschädigung basierend auf 

einem Integritätsschaden von 5% zu wenig sei, sie durch die Beeinträchtigung des 

Unfalls eine Lohneinbusse von jährlich Fr. 24'000.-- habe und aus gesundheitlichen 

Gründen ihr Geschäft habe aufgeben müssen, erklärte ihr der zuständige 

Sachbearbeiter der Helvetia am 9. Juli 2015 telefonisch, sie müsse Einsprache 

erheben, wenn sie mit der Verfügung nicht einverstanden sei. Weiter wurde ihr 

dargelegt, dass die Integritätsentschädigung eine Kapitalauszahlung für den Tinnitus 

darstelle und nichts mit der Arbeitsfähigkeit zu tun habe. Letztere betrage bei der 

Versicherten seit dem 15. Oktober 2012 100% (act. K26). Die Versicherte antwortete 

mit E-Mail vom 10. Juli 2015, sie verwechsle Taggeld und Integritätsentschädigung 

nicht, erachte jedoch eine Integritätsentschädigung basierend auf einem 

Integritätsschaden von 20% als angemessen (act. K28).

B.   

B.a  Auf den erneuten Hinweis, Einsprache erheben zu müssen (act. K29), reichte die 

Versicherte am 14. Juli 2015 eine entsprechende Eingabe ein (act. K31).

B.b  Mit Entscheid vom 15. Oktober 2015 wies die Helvetia die Einsprache der Ver-

sicherten ab (act. K34).

C.  

C.a Gegen diesen Einspracheentscheid erhob die Versicherte (nachfolgend: 

Beschwerdeführerin) mit Eingabe vom 13. November 2015 Einsprache bei der Helvetia 

(act. G 1), welche diese mit Schreiben vom 18. November 2015 als Beschwerde an das 

zuständige Versicherungsgericht weiterleitete (act. G 0). In der Beschwerde erklärte die 

Beschwerdeführerin nochmals zu verstehen, dass die Integritätsentschädigung nicht 

den Lohnausfall abgelte. Weil sie seit dem Unfall nicht mehr voll habe arbeiten bzw. 

keine 100%-ige Leistung mehr habe erbringen können, habe sie jedoch sehr viel Geld 

verloren (act. G 1).

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C.b Mit Beschwerdeantwort vom 6. Januar 2016 beantragte die Helvetia (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde (act. G 3).

C.c Die Beschwerdeführerin reichte hierauf am 3. Februar 2016 eine Replik ein (act. G 

5), der am 3. März 2016 die Duplik der Beschwerdegegnerin folgte (act. G 7). Mit 

Schreiben vom 8. März 2016 schloss das Versicherungsgericht den Schriftenwechsel 

ab (act. G 8), worauf die Beschwerdeführerin am 14. März 2016 eine weitere Eingabe 

einreichte (act. G 9).

C.d Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften und die Ausführungen in 

den medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen.

Erwägungen

1.   

Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die 

Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung 

(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur 

Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die 

sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem 

Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden daher 

die bis 31. Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung.

2.   

2.1  Für die Umschreibung des Prozessthemas ist nach den Regeln über den 

Anfechtungs- und Streitgegenstand zu verfahren. Streitgegenstand im System der 

nachträglichen Verwaltungsrechtspflege ist das Rechtsverhältnis, welches - im Rahmen 

des durch den vorinstanzlichen Entscheid bestimmten Anfechtungsgegenstandes - den 

auf Grund der Beschwerdebegehren effektiv angefochtenen Verfügungsgegenstand 

bildet (BGE 130 V 502 E. 1.1). Mit Bezug auf den Anfechtungsgegenstand ist 

festzuhalten, dass im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren grundsätzlich nur 

Rechtsverhältnisse zu überprüfen bzw. zu beurteilen sind, zu denen die zuständige 

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Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich - in Form einer Verfügung - Stellung 

genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung den beschwerdeweise 

weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem 

Anfechtungsgegenstand, wenn und insoweit keine Verfügung ergangen ist (BGE 119 Ib 

36, 118 V 313 E. 3b, je mit Hinweisen).

2.2  Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet der 

Einspracheentscheid vom 15. Oktober 2015 (act. K34). Diesem liegt die Verfügung vom 

19. Juni 2015 zu Grunde (act. K22). In der Verfügung - wie auch im angefochtenen 

Einspracheentscheid - prüfte die Beschwerdegegnerin zunächst den Anspruch der 

Beschwerdeführerin auf Versicherungsleistungen für Heilbehandlungen und verneinte 

einen solchen ab dem 19. Juni 2015. Weiter prüfte sie den Anspruch der 

Beschwerdeführerin auf eine Integritätsentschädigung und anerkannte einen 

entschädigungspflichtigen Integritätsschaden von 5%. Streitgegenstand des 

vorliegenden Beschwerdeverfahrens können somit grundsätzlich einzig ein 

Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin auf weitere Heilbehandlungen sowie die 

Höhe der Integritätsentschädigung bilden. Die Beschwerdeführerin bestreitet 

offensichtlich die Einstellung der Heilbehandlungsleistungen ab 19. Juni 2015 bzw. die 

Prüfung des Integritätsentschädigungsanspruchs in diesem Zeitpunkt nicht (vgl. dazu 

Art. 19 Abs. 1 und Art. 24 Abs. 2 UVG), fordert jedoch eine höhere 

Integritätsentschädigung (vgl. nachfolgende Erwägung 3.2). Soweit die 

Beschwerdeführerin in der Beschwerde vom 13. November 2015 (act. G 1), der Replik 

vom 3. Februar 2016 (act. G 5) und in der Stellungnahme vom 14. März 2016 (act. G 9) 

einen Antrag auf eine Invalidenrente gestellt haben sollte, ist anzufügen, dass die 

Beschwerdegegnerin weder in der Verfügung vom 19. Juni 2015 noch im 

angefochtenen Einspracheentscheid einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin 

geprüft hat. Indem es damit diesbezüglich an einem Anfechtungsgegenstand fehlt, 

über den im vorliegenden Beschwerdeverfahren entschieden werden könnte, kann die 

Frage nach einem allfälligen Rentenanspruch auch nicht Streitgegenstand des 

vorliegenden Beschwerdeverfahrens sein. Sollte ein solcher Beschwerdeantrag 

tatsächlich gestellt worden sein, könnte darauf nicht eingetreten werden.

3.   

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3.1  Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche 

Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie 

Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). 

Angesichts dieser Gesetzesbestimmung bildet die Unfallkausalität 

Anspruchsvoraussetzung für eine Integritätsentschädigung der Unfallversicherung. Eine 

Leistungspflicht des Unfallversicherers für eine Integritätsentschädigung besteht 

demnach nur für Gesundheitsschäden, die natürlich und adäquat kausal mit einem 

versicherten Unfallereignis zusammenhängen (vgl. Art. 6 Abs. 1 UVG; BGE 129 V 181 

E. 3; ALEXANDRA RUMO-JUNGO/ANDRÉ PIERRE HOLZER, Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 53 ff.). Bei physischen 

Unfallfolgen spielt indessen die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der aus dem 

natürlichen Kausalzusammenhang sich ergebenden Haftung des Unfallversicherers 

praktisch keine Rolle (BGE 117 V 365 mit Hinweis; SVR 2000 Nr. 14 S. 45).

3.2  Die Beschwerdeführerin leidet unstreitig unter einem unfallbedingten Tinnitus 

aurium rechts (act. M23, act. M27/17). Die Beschwerdegegnerin sprach ihr dafür im 

angefochtenen Einspracheentscheid (act. K34) bzw. in der diesem zu Grunde liegenden 

Verfügung vom 19. Juni 2015 (act. K22) eine Integritätsentschädigung zu, wobei sie 

das Ausmass des Integritätsschadens auf 5% festlegte. Die Beschwerdeführerin 

beklagt jedoch seit dem Unfall auch andauernde Nacken-, Schulter- und 

Kopfschmerzen (vgl. act. K31, act. G 9, act. M22, act. M27). Ihren Ausführungen 

zufolge erachtet sie den von der Beschwerdegegnerin geschätzten Integritätsschaden 

von 5% als zu gering und hält einen solchen von insgesamt 20% für unfallbedingte 

Gesundheitsschäden als angemessen (vgl. act. K29 bzw. act. G 5.3, act. K31). Zu 

prüfen bleibt mithin die Höhe der Integritätsentschädigung, wobei zu wiederholen ist, 

dass nur unfallkausale Gesundheitsschäden berücksichtigt werden können (vgl. 

Erwägung 3.1). Für den unbestrittenermassen unfallbedingten Verlust des Geruchs- 

und Geschmackssinns wurde der Beschwerdeführerin bereits mit Verfügung vom 8. 

November 2013 eine Integritätsentschädigung basierend auf einem Integritätsschaden 

von 25% zugesprochen (act. K15). Diese Verfügung ist unangefochten in Rechtskraft 

erwachsen.

4.  

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4.1  Die Beschwerdegegnerin hat hinsichtlich der Kopf-, Nacken- und 

Schulterproblematik ihre Leistungspflicht zunächst anerkannt und ist für diesbezügliche 

Heilbehandlungskosten aufgekommen (vgl. act. M25, act. R41). Hat der 

Unfallversicherer seine Leistungspflicht im Grundfall einmal anerkannt, so entfällt seine 

Leistungspflicht erst dann, wenn der Unfall nicht mehr die natürliche Ursache der 

fortdauernd geklagten Beschwerden darstellt, d.h. wenn die Beschwerden nur noch 

und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruhen. Die Leistungspflicht des 

Unfallversicherers bei einem durch den Unfall verschlimmerten oder überhaupt erst 

manifest gewordenen krankhaften Vorzustand entfällt erst, wenn entweder der 

(krankhafte) Gesundheitszustand erreicht ist, wie er unmittelbar vor dem Unfall 

bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem 

schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustands auch ohne Unfall früher 

oder später eingestellt hätte (Status quo sine; vgl. zum Ganzen RKUV 1994 Nr. U 206 

S. 328 f. E. 3b mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts [bis 31. Dezember 2006 

Eidgenössisches Versicherungsgericht, EVG] vom 11. Juni 2007, U 290/06, E. 3.3; 

RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 54). Ebenso wie der leistungsbegründende 

natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von 

unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im 

Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

nachgewiesen sein (RUMO-JUNGO/ HOLZER, a.a.O., S. 4; THOMAS LOCHER/

THOMAS GÄCHTER, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. Bern 2014, § 

70 N. 58). Da es sich um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die 

Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher 

Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim 

Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2 mit Hinweisen, 1994 Nr. U 206 S. 

328; siehe ebenso BGE 117 V 261 E. 3b). Dieser muss jedoch nicht den Beweis für 

unfallfremde Ursachen erbringen. Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer 

den negativen Beweis zu verlangen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliege oder 

dass die versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei (Urteil des Bundesgerichts 

vom 29. April 2008, 8C_465/2007, E. 3.1 mit Hinweisen).

4.2  Für die Feststellung natürlicher Kausalzusammenhänge und ihres Dahinfallens ist 

das Gericht im Bereich der Medizin regelmässig auf Angaben ärztlicher Expertinnen 

oder Experten angewiesen. Für das gesamte Verwaltungs- und 

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Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 

lit. c des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

[ATSG; SR 830.1]). Danach haben die urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne 

Bindung an förmliche Beweisregeln sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen 

und alle Beweismittel unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen 

und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige 

Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts 

eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange 

umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben 

worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der 

Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der 

Fachperson begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich 

weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder 

in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 232 E. 

5.1, 125 V 351, E. 3a mit Hinweis). Insofern sind auch Berichte und Gutachten, welche 

die Versicherungen während des Administrativverfahrens von ihren eigenen bzw. 

beratenden Ärzten und Ärztinnen einholen, beweistauglich, solange ihre Richtigkeit 

nicht durch konkrete Indizien erschüttert wird (BGE 125 V 352 E. 3; RKUV 1991 Nr. U 

133 S. 311 ff.).

5.   

Nachfolgend ist mithin zu prüfen, ob zwischen den von der Beschwerdeführerin über 

den 19. Juni 2015 hinaus geklagten Nacken-, Schulter- und Kopfschmerzen und dem 

Unfall vom 29. Mai 2012 noch ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, und sie 

damit für die Festlegung der Integritätsentschädigung überhaupt von Belang sein 

können (vgl. Erwägung 3).

5.1  Für die Annahme unfallkausaler somatischer Restfolgen werden grundsätzlich eine 

strukturelle Läsion bzw. eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als objektivierbares 

Korrelat verlangt. Objektivierbar sind Ergebnisse, die reproduzierbar und von der 

Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten bzw. der Patientin 

unabhängig sind. Folglich kann von objektiv ausgewiesenen organisch-strukturellen 

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Unfallfolgen dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit - 

wissenschaftlich anerkannten - apparativen/bildgebenden Abklärungen (Röntgen, MRT, 

CT) bestätigt werden (vgl. BGE 134 V 121 E. 9, 134 V 232 E. 5.1 mit Hinweisen; Urteil 

des Bundesgerichts vom 28. Oktober 2009, 8C_216/2009, E. 2; SVR 2007 UV Nr. 25 S. 

81 E. 5.4 mit Hinweisen [U 479/05]).

5.2  Ein massgebender Ausgangspunkt für traumatische Folgeschäden bzw. die 

Ursächlichkeit einer Gesundheitsschädigung bildet insbesondere auch der 

gesundheitliche Zustand einer versicherten Person vor Geschehen des Unfalls. Ist es 

durch diesen zu keinen neuen unfallbedingten strukturellen Schäden gekommen, trifft 

er aber auf einen vorgeschädigten Körper, kommt eine unfallkausale 

Gesundheitsschädigung höchstens als vorübergehende oder richtungsgebende 

Verschlimmerung des Vorzustandes in Betracht. Von einer richtungsgebenden 

Verschlimmerung spricht die Rechtsprechung, wenn medizinischerseits feststeht, dass 

weder der Status quo ante noch der Status quo sine je wieder erreicht werden können 

(RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O, S. 54). Die lediglich vorübergehende unfallbedingte 

Verschlimmerung eines Vorzustandes basiert auf dem Wissen, dass es im 

Unfallversicherungsrecht Fälle gibt, bei denen die Unfallfolgen bzw. deren Anteil an 

einer Gesundheitsschädigung im Rahmen des posttraumatischen Verlaufs nie konkret 

beschrieben bzw. radiologisch als strukturelle Verletzung der Gelenke oder Knochen 

sichtbar gemacht werden können. Dennoch wird bei einem geeigneten bzw. adäquaten 

Ereignis in einer ersten Phase von einer schädigenden Wirkung des Ereignisses (Unfall) 

auf den Körper ausgegangen, die in der Folge aufgetretenen bzw. ausgelösten 

Beschwerden werden nach einem bestimmten Zeitraum - trotz ihres möglichen 

Fortdauerns - aufgrund einer medizinischen Erfahrungstatsache aber nicht mehr dem 

Unfall angelastet. Die Unfallversicherung übernimmt in diesen Fällen nur den durch das 

Unfallereignis ausgelösten Beschwerdeschub, d.h. sie hat bis zum Erreichen des 

Status quo sine vel ante Leistungen für das unmittelbar im Zusammenhang mit dem 

Unfall stehende Schmerzsyndrom zu erbringen. Als Beispiel dafür gelten insbesondere 

auch Kontusionsfolgen (vgl. nachfolgende Erwägung 6.6; vgl. Urteile des 

Bundesgerichts vom 26. Februar 2013, 8C_423/2012, E. 5.3, 9. Januar 2012, 

8C_601/2011, E. 3.2, und 24. Juni 2008, 8C_326/2008, E. 3.2 und 4; Urteil des EVG 

vom 14. März 2000, U 266/99, E. 1; vgl. auch RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 55 

f.). Bei einer Kontusion handelt es sich um eine Weichteilverletzung. Ihre Diagnose 

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drückt eine schädigende Einwirkung des Unfalls auf den Körper aus, die insbesondere 

anhand klinischer Befunde - wie Hämatome, Schwellungen, Druckdolenzen, 

Bewegungseinschränkungen, Muskelverhärtungen - objektiviert wird (vgl. dazu 

ALFRED M. DEBRUNNER, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, S. 412; 

PSCHYREMBEL, Klinisches Wörterbuch, 266. Aufl. Berlin 2014, S. 1139; ROCHE 

LEXIKON, Medizin, 5. Aufl. München 2003, S. 357).

5.3 

5.3.1      Laut Bericht der Klinik für Neurochirurgie des KSSG vom 4. Juni 2012 wurde 

am Unfalltag neben dem Neurocranium und Gesichtsschädel auch die HWS 

computertomographisch untersucht. Als Untersuchungsergebnisse wurden jedoch 

einzig auf den Schädel, nicht auf die HWS bezogene Befunde erwähnt. Eine Diagnose 

wurde hinsichtlich der HWS ebenfalls keine gestellt (act. M1). Am 26. August 2014 

wurde in der F.___ die HWS und obere BWS mittels MRI bildgebend dargestellt. Dabei 

zeigten sich zwar keine Neurokompressionen, jedoch mässige 

Facettengelenksarthrosen und Uncovertebralarthrosen mit kleinen 

Retrospondylophyten in den Segmenten HWK 3-HWK 6 mit mässigen foraminalen 

Einengungen insbesondere der Neuroforamina HWK 3/4 und HWK 4/5, weniger auch 

HWK 5/6 links. Auffällig war ausserdem ein angedeutetes Treppenphänomen der 

oberen und mittleren HWS im Liegen, so dass eine Instabilität durch ergänzende 

Funktionsaufnahmen ausgeschlossen werden sollte. Ansonsten war das MRI der HWS 

und oberen BWS regelrecht. Es zeigte sich insbesondere keine Spinalkanalstenose 

oder Myelopathie (act. M22). Dass nachfolgend ergänzende Funktionsaufnahmen 

gemacht worden wären, ist aktenmässig nicht dokumentiert. Dr. G.___ nahm jedoch 

neben den neuroforaminalen Einengungen auf Höhe HWK 3/4, 4/5 und weniger 5/6 

eine leicht ausgeprägte Instabilität im Segment HWK 4/5 in die Diagnose auf (act. 

M23).

5.3.2      Zu den radiologischen Untersuchungen der HWS hält Dr. D.___ in seiner 

neurologischen Beurteilung vom 27. Mai 2015 nachvollziehbar fest, dass diese keine 

Verletzungszeichen, hingegen degenerative Veränderungen der Halswirbel 3 bis 6 

sowie eine leichte Instabilität der Wirbel 4 und 5 ergeben hätten. Die HWS sei 

wahrscheinlich bereits vor dem Unfall degenerativ verändert gewesen. Die 

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Degenerationen hätten jedoch keine Symptome gezeigt (act. M27). So ist der 

medizinischen Literatur zu entnehmen, dass es sich bei Fehlen einer primären 

strukturellen Unfallverletzung im Bereich der Wirbelsäule (insbesondere einer Fraktur) 

bei den radiologisch erhobenen Gesundheitsschäden - Arthrosen mit 

Retrospondylophyten, foraminale Einengungen sowie Instabilität - im Regelfall um rein 

degenerative Zustände bzw. Prozesse handelt (vgl. dazu DEBRUNNER, a.a.O., S. 579 

ff., 843; LEITLINIE DER ORTHOPÄDIE, hrsg. von der Deutschen Gesellschaft für 

Orthopädie und Orthopädische Chirurgie und dem Berufsverband der Ärzte für 

Orthopädie, 2. Erweiterte Aufl. Köln 2002, S.191; PSCHYREMBEL, a.a.O., S. 175 f., 

2000 zu "Spondylolisthesis", "Spondylolyse" und "Spondylosis deformans", 2016 zu 

"Stenose"; ROCHE LEXIKON, a.a.O., S. 134, 1752 zu "Stenose"). Auch der Umstand, 

dass sich die vorgenannten Gesundheitsschäden mehrsegmental zeigten, lässt die 

Beurteilung von Dr. D.___ schlüssig erscheinen. Die von Dr. G.___ in seinem 

Untersuchungsbericht vom 3. September 2014 (act. M23) dargestellte traumatische 

Kausalkette - "Es wurde eine HWS-MRI-Untersuchung veranlasst, die Hinweise auf 

eine Instabilität in erster Linie im HWK 4/5-Segment und auf neuroforaminale 

Einengungen in den Segmenten HWK 3/4, 4/5 und weniger 5/6 links betont erbrachten. 

Somit hat die oben genannte Zervikobrachialgie …. am ehesten eine posttraumatische, 

vertebrogene Genese." - vermag an der Beurteilung von Dr. D.___ nichts zu ändern. Sie 

wäre nur dann stimmig, wenn bereits die Instabilität traumatisch bedingt wäre, wofür 

jedoch entsprechende Hinweise fehlen.

5.3.3      Die von Dr. G.___ und Dr. D.___ gestellten Diagnosen Zervikobrachialgie bzw. 

chronisches, rechtsbetontes myofasziales, zervikozephales und zervikothorakales 

Syndrom (vgl. act. M23, act. M27) bezeichnen für sich ebenso keine traumatische 

Verletzung, sondern gründen höchstens auf einer solchen. Laut ROCHE LEXIKON 

(a.a.O., S. 1791) handelt es sich bei einem Syndrom um ein sich stets mit etwa den 

gleichen Krankheitszeichen, d.h. einer Symptomatik mit weitgehend identischem 

"Symptommuster", manifestierendes Krankheitsbild mit unbekannter, vieldeutiger, 

durch vielfältige Ursachen - eben auch degenerative Ursachen - bedingter oder nur 

teilweise bekannter Ätiogenese. Der Begriff "chronisch" steht sodann dem Begriff 

"traumatisch" entgegen. Während letzterer einen akut aufgetretenen Zustand 

beschreibt, bedeutet chronisch "langsam sich entwickelnd, langsam 

verlaufend" (PSCHYREMBEL, a.a.O., S. 390; ROCHE LEXIKON, a.a.O., S. 334). Ebenso 

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wenig ist mit einer -algie ("Schmerz, Schmerzzustand": http://www.duden.de/

rechtschreibung/_algie, abgerufen am 2. Juni 2017) eine unfallbedingte 

Gesundheitsschädigung ausgewiesen. Der Zusatz "myofaszial" weist schliesslich auf 

eine Problematik im Bereich der Muskulatur hin. Das Ursachenspektrum ist 

diesbezüglich vielfältig und kann ebenfalls die Folge degenerativer 

Wirbelsäulenerkrankungen sein. Für eine sekundäre unfallkausale Situation bedarf es 

auch hier einer unfallkausalen Körperverletzung wie beispielsweise einer Fraktur (vgl. 

dazu DEBRUNNER, a.a.O., S. 856, 860; PSCHYREMBEL, a.a.O., zu "Myalgie" S. 1418 

f., zu "Myogelose" S. 1428; ROCHE, a.a.O., zu "Myalgie" S. 1268, zu "Myogelose" S. 

1379; SVR 2008 UV Nr. 2 S. 3 E. 5.2 mit Hinweisen, U 328/06; Urteil des EVG; vom 6. 

Dezember 2006, U 334/06, E. 3). Angesichts des Gesagten kann bei vorliegend 

fehlender unfallkausaler Körperverletzung nicht von einem überwiegend 

wahrscheinlichen Kausalzusammenhang der obgenannten Diagnosen zum Unfall vom 

29. Mai 2012 ausgegangen werden.

5.4  Dr. D.___ verneint sodann in seiner neurologischen Beurteilung vom 27. Mai 2015 

offensichtlich auch eine richtunggebende Verschlimmerung der vorbestandenen 

degenerativen Gesundheitsschäden (vgl. act. M27). Angesichts des echtzeitlich 

unauffälligen CT-Untersuchungsergebnisses und der rund zwei Jahre nach dem Unfall 

mittels MRI erhobenen mehrsegmental vorhandenen degenerativen 

Gesundheitsschäden leuchtet diese Beurteilung ein. Im Übrigen wird das Vorliegen 

einer massiven Veränderung des degenerativen Zustands durch den Unfall 

insbesondere auch von Dr. G.___ nicht diskutiert (vgl. act. M23).

5.5 

5.5.1      Wie bereits geschildert, kann jedoch ein Vorzustand durch einen Unfall 

ausgelöst oder vorübergehend verschlimmert werden. In diesem Fall übernimmt die 

Unfallversicherung lediglich den durch das Unfallereignis ausgelösten 

Beschwerdeschub (RKUV 2000 Nr. U 379 S. 193 E. 2a mit Hinweisen). In diesem Sinn 

und entsprechend des in den Akten dokumentierten Unfallmechanismus mit Sturz 

rückwärts auf Rücken und Kopf (act. UM, act. CM3) geht Dr. D.___ in seiner 

neurologischen Beurteilung vom 27. Mai 2015 von Prellungen bzw. Kontusionen des 

Nackens, der Schultern und des Rückens aus, was neben der erwiesenen Kontusion 

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des Schädels, insbesondere mit Schädelfraktur und Kontusionsblutung (vgl. act. M1), 

plausibel erscheint.

5.5.2      Es entspricht einer medizinischen Erfahrungstatsache, dass Prellungen 

(Kontusionen), Verstauchungen oder Zerrungen der Wirbelsäule ohne strukturelle 

Läsionen innert kurzer Zeit, in der Regel nach sechs bis neun Monaten, spätestens 

nach einem Jahr abheilen und sich die damit verbundenen Beschwerden gänzlich 

zurückbilden (vgl. auch DEBRUNNER, a.a.O., S. 412). Diese Erfahrungstatsache darf im 

Rahmen des Wahrscheinlichkeitsbeweises berücksichtigt werden. Dies hat 

insbesondere für den Nachweis des Status quo sine vel ante zu gelten, bei dem es sich 

um einen hypothetischen Zustand handelt, der sich häufig nur mit Erfahrungswerten 

bestimmen lässt (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 28. Februar 2007, U 357/06, E. 

4.5; Urteil des EVG vom 18. September 2002, U 60/02, E. 2.2 mit Hinweisen auf die 

medizinische Literatur). In den Medizinischen Mitteilungen der Suva Nr. 79 [2008], S. 

101, hält der Autor ERICH BÄR, Facharzt für Chirurgie FMH, sogar fest, dass 

Weichteilzerrungen bzw. -prellungen am Rücken (mithin Verletzungen ohne 

objektivierbaren strukturellen Schaden) ungeeignet seien, länger als einige Wochen bis 

wenige Monate Beschwerden zu machen, die mit organischen Folgen der 

ursprünglichen Verletzung zu erklären wären, und weist auf zahlreiche weitere 

Publikationen hin (ERICH BÄR, Prellung, Verstauchung oder Zerrung der Wirbelsäule. 

Ein Update. In Medizinische Mitteilungen der Suva Nr. 67 [1994], S. 45).

5.5.3      Die Rechtsprechung hat also im Falle traumatisch ausgelöster 

Wirbelsäulenpathologien den konkreten medizinischen Beleg des natürlichen Verlaufs 

durch eine richterliche Vermutung, die sich ihrerseits auf die medizinische Literatur 

stützt, ersetzt. Medizinische Erfahrungssätze beziehen sich auf den Regelfall, d.h. auf 

medizinische Sachverhalte, die sich im konkreten Fall gleich dargestellt haben. Eine 

Ausnahme von der Regel ist grundsätzlich nicht ausgeschlossen, doch muss sie sich 

eben als solche präsentieren. Schliesslich sprechen seit dem Unfall anhaltende, zu 

Beginn als unfallkausal taxierte Schmerzen nicht automatisch für das Vorliegen 

anhaltender Unfallrestfolgen. Die Leistungseinstellung des Unfallversicherers bedingt 

keine Beschwerdefreiheit. Entscheidend ist allein, ob der durch den Unfall ausgelöste 

Beschwerdeschub seine kausale Bedeutung verloren hat (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 329 

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E. 3b). Diesfalls können anhaltende Beschwerden mit unfallfremden Befunden, 

beispielsweise degenerativer Art, erklärt werden.

5.5.4      Im vorliegenden Fall sind keine Gründe ersichtlich, derentwegen die 

Richtigkeit der Beurteilung von Dr. D.___ - hinsichtlich der Kontusionsverletzung der 

Nacken- und Schulterweichteile der Beschwerdeführerin sei von einem Status quo sine 

vel ante wahrscheinlich im April 2014, spätestens aber zur Zeit seiner Untersuchung 

am 13. Mai 2015, auszugehen - in Zweifel zu ziehen wäre. Die Beurteilung basiert auf 

einer persönlichen Untersuchung der Beschwerdeführerin. Dr. D.___ erhob im Bereich 

der HWS und der Schultern der Beschwerdeführerin als klinische Befunde gewisse 

schmerzhafte Bewegungseinschränkungen, Druckschmerzen sowie leichte bis mässige 

Muskelverspannungen (act. M27). Wie bereits dargelegt, handelt es sich bei einer 

Myogelose, aber auch bei den schmerzhaften Bewegungseinschränkungen und 

Druckschmerzen, nicht um Befunde, denen spezifisch der Charakter fortdauernder 

Unfallfolgen anhaften würde (vgl. Erwägung 6.3; SRV 2008 UV Nr. 2 S. 3 E. 5.2 mit 

Hinweisen, U 328/06; Urteil des EVG vom 6. Dezember 2006, U 334/06, E. 3). Ihre 

Ursache kann gerade auch in degenerativen Krankheiten liegen. Bei ursprünglichem 

Geschehen einer Kontusionsverletzung ist eine zeitlich exakte Unterscheidung 

zwischen (noch) wirkenden traumatischen Unfallfolgen und verbleibendem rein 

degenerativem Zustand kaum möglich. Der Charakter der Heilung ist hier naturgemäss 

fliessend. So führte Dr. D.___ absolut nachvollziehbar aus, dass die durch die Prellung 

verursachten myofaszialen Verletzungen beinahe drei Jahre nach dem Unfall verheilt 

seien. Dieses Intervall trage auch dem Alter der Beschwerdeführerin Rechnung. 

Bezüglich der myofaszialen Nacken- und Schulterschmerzen habe die degenerativ 

veränderte HWS mit der Zeit als Ursache an Bedeutung gewonnen. Weitere 

Ausführungen zum Status quo sine vel ante können von Dr. D.___ nicht verlangt 

werden. Seine Schlussfolgerungen überzeugen, indem sie in der Erfahrungsmedizin 

eine eindeutige Stütze finden. Die konkrete Anamnese fügt sich in das von Dr. D.___ 

Gesagte ein. So ist festzustellen, dass lediglich im echtzeitlichen Bericht der Klinik für 

Neurochirurgie des KSSG vom 4. Juni 2012 unter der Rubrik "Anamnese" Schmerzen 

im Bereich der HWS erwähnt sind (act. M1), dann jedoch in den Akten erst wieder rund 

ein Jahr nach dem Unfall in der Physiotherapie-Verordnung von Dr. C.___ vom 16. April 

2013 die Diagnose "CVS" (Cervicalsyndrom) vermerkt ist (act. M9 und schliesslich rund 

zwei Jahre nach dem Unfall im MRI-Untersuchungsbericht der F.___ vom 26. August 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/22

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2014 unter "Indikation" eine seit dem Unfall andauernde Zervibrachialgie mit eher 

pseudoradikulärer Ausstrahlung angeführt ist (act. M22). Anlässlich der Besprechung 

mit der Beschwerdegegnerin vom 15. August 2012 klagte die Beschwerdeführerin 

ebenfalls nicht konkret über Nacken- und Schulterschmerzen (act. CM3). Vor diesem 

Hintergrund ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin zwar am 29. Mai 2012 

eine schwere Prellung des Schädels bzw. Hirns erlitten hat, die eine strukturelle 

Verletzung und verschiedene Blutungen zur Folge hatte, die Gewalteinwirkung auf die 

HWS demgegenüber nicht von besonderer Schwere gewesen sein dürfte. Nachdem 

die Schwere einer Verletzung naturgemäss wiederum Einfluss auf die Heilungsdauer 

hat, erscheint die Annahme einer den Regelfall nicht überdauernden Heilungsdauer der 

Kontusionsfolgen plausibel.

5.5.5      Die von der Beschwerdeführerin neben den Nacken- und Schulterschmerzen 

geklagten Kopfschmerzen haben auf die Festlegung des Status quo sine vel ante 

keinen Einfluss. Wie von Dr. D.___ schlüssig erklärt, sind diese überwiegend 

wahrscheinlich nicht dem Kopfanprall anzulasten, sondern stehen - wie von der 

Beschwerdeführerin angegeben (vgl. act. M23: "gelegentliche Kopfschmerzen vom 

Nacken ausgehend") - in Verbindung mit den Nacken- und Schulterschmerzen. 

Insofern als der Kopf in unmittelbarer Nähe des Nackens und der Schultern liegt und 

die Schmerzausstrahlung ein bekanntes Phänomen ist, ist eine zusammenhängende 

Schmerzsymptomatik ohne Weiteres nachvollziehbar. Von einer anderen Beurteilung 

des Status quo sine vel ante wegen der Kopfschmerzen ist damit nicht auszugehen.

5.6  Der Vollständigkeit halber ist anzufügen, dass im konkreten Fall in Bezug auf die 

HWS nicht von einer schleudertraumaähnlichen Verletzung auszugehen ist, bei welcher 

nach den Ergebnissen der medizinischen Forschung bekanntermassen auch ohne 

nachweisbare pathologische Befunde noch Jahre nach dem Unfall funktionelle Ausfälle 

verschiedenster Art, insbesondere auch Nackenschmerzen, auftreten können. Eine 

natürliche Kausalität der Nacken- und Schulterschmerzen bezogen auf eine 

schleudertraumaähnliche Verletzung in der HWS-Region (vgl. dazu RKUV 1999 Nr. U 

341 S. 408) ist insofern zu verneinen, als es - wie von Dr. D.___ festgestellt (vgl. act. 

M27/15) - überhaupt an der dafür vorausgesetzten Diagnose einer HWS-Distorsion 

fehlt (vgl. BGE 117 V 359 E. 4b; vgl. auch BGE 117 V 369 E. 3e; Bestätigung in BGE 

134 V 116 E. 6.2.1). Dr. G.___ nennt wohl in seinem Untersuchungsbericht vom 3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/22

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September 2014 die Diagnose "Zustand nach HWS-Beschleunigungstrauma beim 

Sturz am 29. Mai 2012" (act. M23). In den echtzeitlichen medizinischen Akten findet 

sich indessen diese Diagnose nicht. Diagnostiziert wurde ein Schädelhirntrauma. Dabei 

handelt es sich zwar ebenfalls um eine schleudertraumaähnliche Verletzung (vgl. RKUV 

1999 Nr. U 341 S. 408), deren typische Symptome jedoch nicht vorrangig Nacken- und 

Schulterschmerzen sind. Die Folgen des Schädelhirntraumas der Beschwerdeführerin, 

konkret der Tinnitus sowie der Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns, sind 

ausgewiesen und organischer Natur.

5.7  Aufgrund des Gesagten ist mithin nach Massgabe der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit spätestens im Zeitpunkt der Einstellung der 

Heilbehandlungsleistungen, d.h. ab 19. Juni 2015, von einem Wegfall der 

Prellungsfolgen als Ursache der noch geklagten Nacken- und Schulterschmerzen 

sowie den damit verbundenen Kopfschmerzen auszugehen. Sie sind somatisch nicht 

mehr oder dann mit den nicht unfallbedingten Befunden degenerativer Art erklärbar, 

und auch nicht als Folge einer schleudertraumaähnlichen Verletzung überwiegend 

wahrscheinlich. Weil über das Datum der Leistungseinstellung hinaus keine 

unfallkausalen Verletzungsfolgen im Bereich der HWS nachgewiesen sind, entfällt auch 

ein unfallbedingter Integritätsschaden. Eine Integritätsentschädigung in Bezug auf die 

Nacken-, Schulter- und Kopfschmerzen ist mithin nicht geschuldet.

6.   

6.1  Unbestritten ist grundsätzlich der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine 

Integritätsentschädigung für den in Folge des Unfalls vom 29. Mai 2012 verbleibenden 

Tinnitus aurium rechts. Im angefochtenen Einspracheentscheid vom 15. Oktober 2015 

legte die Beschwerdegegnerin die Integritätsentschädigung basierend auf einem 

Integritätsschaden von 5% fest (act. K34) und stützte sich dabei auf die neurologische 

Beurteilung von Dr. D.___ vom 27. Mai 2015 (act. M27). Nachfolgend ist diese 

Integritätsschadensbemessung zu prüfen.

6.2  Die Integritätsentschädigung wird gemäss Art. 25 Abs. 1 UVG entsprechend der 

Schwere des Integritätsschadens abgestuft. Dieser wiederum richtet sich nach dem 

medizinischen Befund. Bei gleichem medizinischem Befund ist der Integritätsschaden 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/22

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für alle Versicherten gleich; er wird abstrakt und egalitär bemessen. Spezielle 

Behinderungen der betroffenen Person bleiben dabei unberücksichtigt (BGE 124 V 35 

E. 3c, 113 V 221 E: 4b). Die Bemessung des Integritätsschadens hängt somit nicht von 

den besonderen Umständen des Einzelfalls ab; es geht vielmehr um die medizinisch-

theoretische Ermittlung der Beeinträchtigung der körperlichen und/oder geistigen 

Integrität, wobei subjektive Faktoren ausser Acht zu lassen sind (BGE 115 V 147 E. 1). 

Die Integritätsentschädigung setzt einen dauernden - voraussichtlich während des 

ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang bestehenden - Integritätsschaden 

voraus (vgl. Art. 36 Abs. 1 UVV; BGE 124 V 36 ff. E. 4). Nach Art. 36 Abs. 2 UVV wird 

die Integritätsentschädigung gemäss den Richtlinien des Anhangs 3 zur UVV 

bemessen. Dieser Anhang enthält eine als gesetzmässig und nicht abschliessend 

anerkannte Skala. Die Medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der 

bundesrätlichen Skala zusätzliche Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form 

(sogenannte Feinraster) erarbeitet. Diese Tabellen enthalten Richtwerte, mit denen die 

Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet werden soll; sie sind mit dem 

Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 32 E. 1c mit Hinweis).

6.3 

6.3.1      Die Feinrastertabelle der Suva Nr. 13 "Integritätsschaden bei Tinnitus" 

beinhaltet eine Bewertungsskala mit Werten für einen leichten, geringfügigen Tinnitus 

(Integritätsschaden = 0% [Ziff. 1]), einen schweren Tinnitus (Integritätsschaden = 5% 

[Ziff. 2]) und einen sehr schweren Tinnitus (Integritätsschaden = 10% [Ziff. 3]). Dr. D.___ 

geht bei der Beschwerdeführerin von einem schweren Tinnitus aus (act. M27-18). 

Folgende Richtlinie ist in der Feinrastertabelle der Suva Nr. 13 für einen schweren 

Tinnitus formuliert: ein überwiegend dauernd bestehendes ein oder doppelseitiges 

Ohrgeräusch mit deutlicher subjektiver Belästigung, durch Umgebungsschall des 

Alltags häufig verdeckt, in Ruhe störend empfunden, öfters am Einschlafen hindernd, 

Verrichtungen (Lesen, Schreiben, Zuhören usw.) sowie Konzentration erfordernde 

Arbeiten in ruhiger Umgebung dauernd mässig oder zeitweise stark beeinträchtigend - 

also höchstens mittelgradig kompensiert und von mittelgradigem Persönlichkeitswert 

(Leidensdruck). Ein sehr schwerer Tinnitus ist demgegenüber ein dauernd 

bestehendes, ein- oder doppelseitiges Ohrgeräusch mit hoher und schwer bis sehr 

schwer erträglicher subjektiver Belästigung durch Umgebungsschall des Alltags nur 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/22

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sehr selten verdeckt, stark störend empfunden, regelmässig am Einschlafen und/oder 

am Durchschlafen hindernd. Verrichtungen (Lesen, Schreiben, Zuhören usw.) sind 

regelmässig ausgeprägt oder zeitweise sehr stark beeinträchtigt und der Tinnitus ist 

subjektiv vordergründig gegenüber einer vorhandenen Schwerhörigkeit oder andern 

zusätzlichen Beschwerden - also dekompensiert und von hohem Persönlichkeitswert 

(hoher Leidensdruck).

6.3.2      Laut Dr. D.___ ist die Beschwerdeführerin durch den Tinnitus in ihrer 

Lebensqualität beeinträchtigt. Sie schilderte ihm gegenüber, dass sie sich am Abend 

immer erschöpft fühle - "die Batterien seien leer". Noch heute behindere ein Geräusch, 

das sie schwer beschreiben könne, das Einschlafen. Am besten lasse es sich mit dem 

Geräusch von Wasser beim Durchlaufen eines Heizungsradiators vergleichen. Der 

Tinnitus werde durch die Spannung der Nackenmuskulatur nicht verändert. Das 

Geräusch sei nur im Liegen vorhanden. Es pulsiere nicht, sondern sei konstant, jedoch 

von einer Intensität, die es ihr verunmögliche, ohne Medikamente einzuschlafen. 

Sobald sie aufstehe - auch in der Nacht - verschwinde der Tinnitus. Angesichts dieser 

Beschreibung des Tinnitus erscheint dessen Einstufung durch Dr. D.___ als schwer 

ohne weiteres als angemessen. Die Anforderungen an einen sehr schweren Tinnitus 

sind nicht erfüllt. Die von der Beschwerdegegnerin festgelegte Integritätseinbusse von 

5% ist damit nicht zu beanstanden. Nachdem Dr. D.___ anlässlich der klinischen 

Untersuchung keine Hörverminderung feststellte und bei fehlenden Angaben eines 

Schwindels das klinische Screening der festibulären Funktionen unauffällig gewesen 

ist, entfällt auch eine höhere Integritätsentschädigung für einen Integritätsschaden 

wegen Schädigung des Gehörs (vgl. Feinrastertabelle der Suva Nr. 12) und/oder 

Störungen des Gleichgewichts (vgl. Feinrastertabelle der Suva Nr. 14).

7.   

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten 

sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 22/22

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1.   

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.   

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 04.07.2017
	Art. 6 UVG, Art. 24 UVG: Status quo sine vel ante nach HWS-Kontusion bei vorgeschädigter HWS erreicht. Verneinung eines Anspruchs auf eine Integritätsentschädigung mangels fortdauernder Unfallrestfolgen.Art. 24 UVG: Anspruch auf eine Integritätsentschädigung basierend auf einem Integritätsschaden von 5% für einen "schweren Tinnitus" (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 4. Juli 2017, UV 2015/76).

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		2025-07-19T07:10:56+0200
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