# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5aa65608-a936-5bd9-9449-35e5fa2455ef
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-04-27
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 27.04.2022 200 2022 70
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2022-70_2022-04-27.pdf

## Full Text

200 22 70 IV
KOJ/ISD/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 27. April 2022

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Jakob, Verwaltungsrichter Furrer
Gerichtsschreiber Isliker

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 13. Dezember 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. April 2022, IV/22/70, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1969 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer), 
zuletzt als ungelernter ... tätig, meldete sich im Oktober 2019 unter Hinweis 
auf eine beidseitige mediale und retropatelläre Gonarthrose und eine VKB-
Ruptur rechts bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an 
(Akten der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerdegegnerin], Antwortbeilage 
[AB] 2/1, 3/2, 7). Die IVB sprach dem Versicherten berufliche Massnahmen 
in Form von Arbeitsvermittlung zu (AB 31, 37), welche sie mit Verfügung 
vom 29. Oktober 2020 (AB 50) abschloss. Weiter traf sie erwerbliche und 
medizinische Abklärungen, insbesondere holte sie eine vom 8. Oktober 
2021 datierende versicherungsmedizinische Beurteilung des Regionalen 
Ärztlichen Dienstes (RAD; AB 88) ein. Gestützt darauf und nach durchge-
führtem Vorbescheidverfahren (AB 89, 93) sprach die IVB dem Versicher-
ten mit Verfügung 13. Dezember 2021 (AB 98) eine vom 1. Mai 2020 bis 
31. März 2021 befristete ganze Rente zu und verneinte einen darüber hin-
ausgehenden Rentenanspruch. 

B.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
Dr. B.________, mit Eingabe vom 27. Januar 2022 Beschwerde. Er bean-
tragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie die Rückweisung 
der Angelegenheit an die Verwaltung zur Vornahme weiterer Abklärungen. 
Daneben stellte er ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege unter Bei-
ordnung von Rechtsanwalt Dr. B.________ als amtlichen Anwalt. 

Mit Eingabe vom 10. Februar 2022 reichte der Beschwerdeführer weitere 
Unterlagen zum Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ein und verneinte, 
über eine (Patienten-) Rechtsschutzversicherung zu verfügen. 

Mit Beschwerdeantwort vom 2. März 2022 beantragte die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde.

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Mit Verfügung vom 7. März 2022 wurde das Gesuch des Beschwerdefüh-
rers um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege gutgeheissen und 
ihm Rechtsanwalt Dr. B.________ als amtlicher Anwalt beigeordnet.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 13. Dezember 2021 
(AB 98). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch, wobei in anfech-
tungs- und streitgegenständlicher Hinsicht betreffend die befristete Renten-
zusprache ein Rechtsverhältnis vorliegt (BGE 125 V 413; SVR 2019 IV 
Nr. 33 S. 100 E. 3.2; AHI 2001 S. 278 E. 1a), sodass der Rentenanspruch 
insgesamt, das heisst unter Einbezug der für den Zeitraum vom 1. Mai 
2020 bis zum 31. März 2021 zugesprochenen ganzen Rente, zu prüfen ist.

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1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV) und weiterer Erlasse (insbesondere des ATSG) 
in Kraft getreten (AS 2021 705). Weil in zeitlicher Hinsicht – vorbehältlich 
besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – grundsätzlich diejenigen 
Rechtssätze massgeblich sind, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ord-
nenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben 
(BGE 146 V 364 E. 7.1 S. 370, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213) und die ange-
fochtene Verfügung vor dem Inkrafttreten der Gesetzesänderung vom 
19. Juni 2020 datiert, ist der Rentenanspruch nach den bis 31. Dezember 
2021 geltenden Normen (fortan aArt.) zu prüfen.

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 

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Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente. Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG 
frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des 
Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG.

Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG).

2.4 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (aArt. 17 Abs. 1 ATSG).

2.4.1 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung (BGE 144 I 103 E. 2.1 
S. 105, 141 V 9 E. 2.3 S. 10; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1). 

2.4.2 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-

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ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1).

2.4.3 Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, 
sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeeinflussende 
Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem 
Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass 
sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu 
berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Mona-
te angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 88a 
Abs. 1 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversiche-
rung [IVV; SR 831.201]).

2.4.4 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog 
anzuwenden, weil noch vor Erlass der ersten Rentenverfügung eine an-
spruchsbeeinflussende Änderung eingetreten ist mit der Folge, dass dann 
gleichzeitig die Änderung mitberücksichtigt wird. Wird rückwirkend eine 
abgestufte oder befristete Rente zugesprochen, sind einerseits der Zeit-
punkt des Rentenbeginns und anderseits der in Anwendung der Dreimo-
natsfrist von Art. 88a IVV festzusetzende Zeitpunkt der Anspruchsänderung 
die massgebenden Vergleichszeitpunkte (BGE 133 V 263 E. 6.1 S. 263; 
SVR 2020 IV Nr. 70 S. 244 E. 4.2.2).

3.

3.1 Zur gesundheitlichen Situation und der Arbeits- und Leistungsfähig-
keit ist den medizinischen Akten im Wesentlichen das Folgende zu ent-
nehmen:

3.1.1 Im Bericht vom 17. Juli 2019 (AB 2) diagnostizierte Dr. med. 
C.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates, eine beidseitige mediale und retropatelläre Gonar-
throse, rechts mit chronischer Ruptur des vorderen Kreuzbandes. Der bis-
lang körperlich arbeitende Beschwerdeführer leide unter chronischen Knie-
schmerzen und sei seit dem 28. Mai 2019 krankgeschrieben (vgl. dazu 

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AB 16/11 f.). Er verwies sodann auf die im Juni 2019 veranlassten MRI 
beider Kniegelenke (vgl. AB 24/9 f.). Die fortgeschrittene Gonarthrose an 
beiden Kniegelenken werde eine körperliche Arbeit auch in Zukunft verun-
möglichen. Vermutlich werde sogar die Implantation von Knietotalendopro-
thesen beidseits durchzuführen sein, damit der Beschwerdeführer in Zu-
kunft wenigstens eine Arbeit mit leichter oder mittelschwerer körperlicher 
Belastung durchführen könne.

3.1.2 Im Bericht vom 10. Dezember 2019 (AB 24/2-4) attestierte 
med. pract. D.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, eine seit 
dem 28. Mai 2019 sowie bis auf Weiteres bestehende vollständige Arbeits-
unfähigkeit (AB 24/2 Ziff. 1.3).

3.1.3 Am 10. Februar 2020 erfolgte eine Operation mit Implantation einer 
Knietotalendoprothese rechts (AB 27).

3.1.4 Im Bericht vom 6. April 2020 (AB 32/4 f.) zur ersten postoperativen 
Kontrolle nach der Knietotalendoprothesen-Implantation vom 10. Februar 
2020 hielt Dr. med. C.________ fest, es zeigten sich ein sehr schönes 
postoperatives Ergebnis und bildgebend (vgl. dazu AB 28) ein regelrechter 
Sitz der Prothese. Als ... bestehe für drei Monate nach dem Operationsda-
tum eine Arbeitsunfähigkeit.

3.1.5 Im Bericht vom 21. Juni 2020 (AB 32/2 f.) beschrieb med. pract. 
D.________ einen guten Verlauf nach der Knietotalendoprothese rechts. 
Subjektiv sei der Beschwerdeführer praktisch beschwerdefrei, jedoch 
bestünden schon bei leichter körperlicher Belastung Knieschmerzen links. 
Es bestehe seit Dezember 2019 bis auf Weiteres eine vollständige Arbeits-
unfähigkeit als ....

Telefonisch gab med. pract. D.________ gegenüber der zuständigen Ein-
gliederungsfachperson der Beschwerdegegnerin am 2. Juli 2020 an, er 
könne sich für den Beschwerdeführer eine ...tätigkeit ohne schweres He-
ben vorstellen, etwa als .... Der Beschwerdeführer könne nicht lange ste-
hen und nicht mehr als 5 kg heben; ausnahmsweise mehr heben würde 
gehen. Das Treppensteigen sei schwierig. Auch das linke Knie mache auf-
grund der Gonarthrose Beschwerden und diesbezüglich werde eine Opera-

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tion irgendwann ebenfalls notwendig sein. Ein Pensum von 100 % in einer 
angepassten Tätigkeit sei möglich (AB 35).

3.1.6 Dr. med. C.________ führte im Bericht vom 18. August 2020 
(AB 60/6 f.) aus, beim rechten Kniegelenk bestehe ein zufriedenstellender 
Verlauf. Für das linke Kniegelenk sei ebenfalls eine Prothesenimplantation 
geplant. Der Beschwerdeführer sei weiterhin 100 % arbeitsunfähig und 
werde dies voraussichtlich noch ein halbes Jahr nach der Prothesenimplan-
tation links sein. 

3.1.7 Am 11. September 2020 erfolgte eine Operation mit Implantation 
einer Knietotalendoprothese links (AB 60/4 f.).

3.1.8 Im Bericht vom 5. November 2020 (AB 59/4) hielt Dr. med. 
C.________ fest, sechs Wochen nach der Implantation der Knietotalendo-
prothese links bestehe ein regelrechter Zustand. Als ... werde der Be-
schwerdeführer sicherlich noch einige Zeit arbeitsunfähig sein.

Im Bericht vom 2. Dezember 2020 (AB 60/1 f.) gab Dr. med. C.________ 
unter anderem an, grundsätzlich sei die Chance als ... zu arbeiten auch 
nach der beidseitigen Implantation von Knietotalendoprothesen intakt. Der 
Zeitraum variiere sehr stark. Realistisch wäre sicherlich ein Zeitraum von 
einem Jahr nach Implantation der letzten Prothese am 11. September 
2020. Zurzeit sei der Beschwerdeführer nicht in der Lage, viel Kraft auf die 
beiden Kniegelenke zu geben. Die Flexion sei zudem noch eingeschränkt. 
Eine Arbeitsfähigkeit als ... sei gegenwärtig nicht zumutbar. Möglicherweise 
wäre die Wiederaufnahme einer Tätigkeit allein als ... zu 50 % bald wieder 
gegeben. Das Problem bei den ... liege meist in der ebenfalls geforderten 
Tätigkeit beim Be- und Entladen.

Im Bericht vom 13. Januar 2021 (AB 73/2) beschrieb Dr. med. C.________ 
betreffend das rechte Kniegelenk eine reizlose Narbe und eine volle Exten-
sion sowie eine Flexion bis 120°. Das linke Kniegelenk präsentiere sich mit 
deutlichem intraartikulären Erguss bei freier Extension und Flexion bis 
120°. Die Muskulatur sei rechts regelhaft und links noch deutlich ge-
schwächt. Der Kapselbandapparat sei beidseits stabil. Es wurde eine Infil-
tration des linken Kniegelenks mit Kenacort und Lidocain vorgenommen.

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Im Bericht vom 17. März 2021 (AB 83/2) hielt Dr. med. C.________ fest, 
beim rechten Kniegelenk bestehe ein minimer intraartikulärer Erguss bei 
freier Extension und Flexion bis 140°. Der Kapselbandapparat sei sowohl 
mediolateral als auch anteroposterior stabil. Es bestünden neuromartige 
Schmerzen mit Tinel-Phänomen punktförmig im Bereich der Narbe unter-
halb der Patellaspitze medialseitig und eine Druckdolenz am Ansatz der 
Bizeps femoris-Sehne am Fibulaköpfchen. Im Bereich der Knieprothese 
rechts selber bestünden keine Beschwerden. Im linken Kniegelenk zeige 
sich eine freie Extension und eine Flexion bis 130° im Bereich der Kniepro-
these. Auch hier sei die Narbe reizlos.

Im Bericht vom 9. September 2021 (AB 85/2) diagnostizierte Dr. med. 
C.________ ein Patellaspitzensyndrom nach Implantation einer Knietota-
lendoprothese rechts und einen Status nach Implantation einer Knietota-
lendoprothese links. Im rechten Kniegelenk werde noch einmal exzentri-
sches Krafttraining und Stosswellentherapie (Dreimonatsprogramm) ver-
ordnet. Im linken Kniegelenk könne die Behandlung komplett abgeschlos-
sen werden. Verlaufskontrollen seien nicht mehr vereinbart worden.

3.1.9 Der RAD-Arzt Dr. med. E.________, Facharzt für Orthopädische 
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, hielt in der zu-
sammenfassenden Beurteilung vom 8. Oktober 2021 (AB 88) fest, der do-
kumentierte Verlauf entspreche dem zu Erwartenden. Der Beschwerdefüh-
rer sei deutlich unter dem durchschnittlichen Alter, in dem Patienten norma-
lerweise eine Knieprothese erhielten. Nach Diagnosestellung der Gonar-
throse sei im Verlauf beidseits die Implantation einer Knietotalprothese er-
folgt, womit der Beschwerdeführer sehr zufrieden sei. Dass auf der rechten 
Seite noch Physiotherapie durchgeführt werde und auch noch etwas 
Schmerzen vorlägen, ändere nichts an der Einschätzung, dass das Ergeb-
nis der Operationen sehr gut sei, was sich auf den Umfang der Beweglich-
keit und die Stabilität der Prothesen beziehe. Auf der linken Seite sei die 
Behandlung durch den Operateur bereits abgeschlossen worden. Die Si-
tuation sei stabil und die Funktion der Prothesen (Bewegungsumfang und 
Stabilität) sei hervorragend. Jedoch bestehe eine dauerhafte Minderbelast-
barkeit der Kniegelenke. 

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Seit dem 28. Mai 2019 sei der Beschwerdeführer andauernd vollständig 
arbeitsunfähig als .... Die Arbeit als ... mit Be- und Entladen etwa von ... 
oder ... sei dem Beschwerdeführer auch wegen den von der vormaligen 
Arbeitgeberin angegebenen Gewichtsbelastungen nicht mehr zumutbar. 
Die alleinige Tätigkeit als ... in der Kategorie … sei vollschichtig zumutbar. 
Drei Monate nach der Implantation der zweiten Knietotalprothese links am 
11. September 2020, also ab dem 12. Dezember 2020, seien körperlich 
leichte bis ausnahmsweise mittelschwere Tätigkeiten in wechselbelasten-
der oder allenfalls vorwiegend sitzender Position mit einer Gewichtsbelas-
tung von maximal 10-15 kg ganztags über 8.5 Stunden ohne weitere Leis-
tungsminderung zumutbar. Zu vermeiden seien vorwiegendes Stehen und 
Gehen, Zwangshaltungen, Arbeiten in gebückter Haltung, Hocken auf Kni-
en, Gehen auf unebenem Gelände, längeres Abwärtsgehen, Hinunter-
springen, Steigen auf Leitern und Gerüste, häufiges Treppensteigen sowie 
Kälte-, Nässe- und Zugluftexposition (AB 88/5 f.). 

3.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweis-
wert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet 
sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverläs-
sigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem An-
stellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf 
mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Gleiches gilt, 
wenn ein frei praktizierender Arzt von einer Versicherung wiederholt für die 
Erstellung von Gutachten beigezogen wird. Es bedarf vielmehr besonderer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. April 2022, IV/22/70, Seite 11

Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung 
objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche 
Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zu-
kommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters allerdings ein strenger 
Massstab anzulegen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354; SVR 2008 IV Nr. 22 
S. 70 E. 2.4). Auch reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern 
ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die 
fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sach-
verhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten 
Person in den Hintergrund rückt. Dies gilt grundsätzlich auch in Bezug auf 
Berichte und Stellungnahmen Regionaler Ärztlicher Dienste (SVR 2020 IV 
Nr. 38 S. 134 E. 4.3). Urteilt das Gericht abschliessend gestützt auf Be-
weisgrundlagen, die aus dem Verfahren vor dem Sozialversicherungsträger 
stammen, sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. 
Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig-
keit der ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzu-
nehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 65, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 122 V 157 
E. 1d S. 162).

3.3

3.3.1 Die Beschwerdegegnerin stützt sich in der angefochtenen Verfü-
gung vom 13. Dezember 2021 (AB 98) in medizinischer Hinsicht auf die 
RAD-Beurteilung vom 8. Oktober 2021 (AB 88). Diese erfüllt die Anforde-
rungen der Rechtsprechung an den Beweiswert einer versicherungsinter-
nen medizinischen Aktenbeurteilung (vgl. vorne E. 3.2), weshalb ihr volle 
Beweiskraft zuzuerkennen ist. Die Beurteilung erfasst den gesamten mass-
gebenden medizinischen Sacherhalt und der RAD-Arzt Dr. med. 
E.________ stützte sich auf einen lückenlosen fachärztlichen Befund, na-
mentlich den vollständigen orthopädischen Abklärungs- und Behandlungs-
verlauf (vgl. AB 2, 27, 59/4, 60, 73/2, 85/2) sowie die bildgebenden Ab-
klärungen (AB 24/9 f., 28). Ausgehend davon legte er nachvollziehbar und 
überzeugend begründet dar, dass aufgrund der diagnostizierten beidseiti-
gen Gonarthrose seit dem 28. Mai 2019 eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit 
in der angestammten Tätigkeit als ... besteht. Weiter zeigte er in Überein-
stimmung mit dem Behandlungsverlauf und den klinischen Befunden auf, 

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dass in einer der bleibenden Minderbelastbarkeit der Kniegelenke ange-
passten Tätigkeit drei Monate nach der zweiten Knieprothesenoperation 
am 11. September 2020 (AB 60/4 f.), mithin ab dem 12. Dezember 2020, 
eine vollschichtige Arbeitsfähigkeit ohne eine zusätzliche quantitative Leis-
tungsminderung besteht. In den medizinischen Akten finden sich – anders 
als vom Beschwerdeführer angenommen – keine Hinweise, die der über-
zeugenden und mit medizinischen Erfahrungswerten übereinstimmenden 
(vgl. TILBURY/SCHAASBERG/PLEVIER/FIOCCO/NELISSEN/VLIET VLIELAND, Re-
turn to work after total hip and knee arthroplasty: a systematic review, in: 
Rheumatology, Vol. 53 Iss. 3, März 2014, S. 512-525 [abrufbar unter: htt-
ps://academic.oup.com/rheumatology/article/53/3/512/1783342?login=false
], worin eine durchschnittliche Dauer von acht bis zwölf Wochen bis zur 
Wiederaufnahme der Arbeit ermittelt wurde; siehe auch https://www.hirslan 
den.ch/de/corporate/behandlungen/knieprothese.html) RAD-ärztlichen Be-
urteilung entgegenstehen würden.

3.3.2 Angesichts des regelrechten bzw. natürlichen postoperativen Ver-
laufs nach der zweiten Knieprothesenoperation vom 11. September 2020 
sind keine stichhaltigen medizinischen Gründe dafür ersichtlich, dass dem 
Beschwerdeführer eine körperlich angepasste Tätigkeit entsprechend dem 
fachärztlichen Zumutbarkeitsprofil des RAD (vgl. AB 88/6) ab dem 12. De-
zember 2020 (noch) nicht möglich gewesen wäre. Daran ändert namentlich 
nichts, dass Dr. med. C.________ im Bericht vom 2. Dezember 2020 
(AB 60/2 Ziff. 4.2) gestützt auf die bereits am 4. November 2020 erfolgte 
Untersuchung festhielt, dass gegenwärtig "noch keine Tätigkeit zumutbar 
[sei,] welche in etwa den Anforderungen des Profils" entspreche. Denn er 
begründete diese unspezifische Aussage nicht näher und ein differenzier-
tes Zumutbarkeitsprofil einer optimal leidensangepassten Tätigkeit war in 
diesem Zeitpunkt noch gar nicht formuliert. Überdies ging auch Dr. med. 
C.________ davon aus, dass die Wiederaufnahme einer Tätigkeit allein als 
... im Umfang von 50 % bald wieder möglich sei (AB 60/2 Ziff. 4.1), was 
nicht gegen, sondern vielmehr für die von RAD-Arzt Dr. med. E.________ 
attestierte Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit spricht. 
Die RAD-ärztliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ist weiter nicht wider-
sprüchlich, da sie entgegen der Annahme des Beschwerdeführers (Be-
schwerde S. 5) eindeutig zwischen der vollständigen Arbeitsunfähigkeit in 

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der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als ... und der drei Monate nach der zwei-
ten Knieprothesenoperation wiederhergestellten Arbeitsfähigkeit in einer 
leidensangepassten Tätigkeit unterscheidet (vgl. AB 88/5 f.). Das Zumut-
barkeitsprofil in einer angepassten Tätigkeit umfasst verschiedene qualita-
tive Einschränkungen zufolge der verminderten Belastbarkeit der Kniege-
lenke, etwa eine Gewichtslimite und diverse Körperhaltungen, Bewegungs-
abläufe sowie Arbeitssituationen, welche inskünftig zu vermeiden sind. Für 
eine zusätzliche Einschränkung der quantitativen Leistungsfähigkeit be-
steht angesichts des auf die Kniegelenke beschränkten Gesundheitsscha-
dens und des guten postoperativen Ergebnisses keine medizinische 
Grundlage. Die Beurteilung der Leistungsfähigkeit in einer angepassten 
Tätigkeit von RAD-Arzt Dr. med. E.________ ist – entgegen den Vorbrin-
gen in der Beschwerde – auch in dieser Hinsicht nicht zu beanstanden.

Keine auch nur geringen Zweifel an der RAD-ärztlichen Beurteilung erge-
ben sich weiter daraus, dass Dr. med. C.________ in seinem letzten Be-
richt vom 9. September 2021 (AB 85/2), welcher dem RAD-Arzt bekannt 
war, aufgrund eines fortbestehenden Muskeldefizites der kniestabilisieren-
den Muskulatur rechts noch einmal exzentrisches Krafttraining und Stoss-
wellentherapie (Dreimonatsprogramm) verordnete (AB 85/2). Diese physio-
therapeutischen Massnahmen zum Muskelaufbau stehen in keinem er-
kennbaren Widerspruch zum von RAD-Arzt Dr. med. E.________ definier-
ten Zumutbarkeitsprofil, da dieses der verminderten Belastbarkeit beider 
Kniegelenke hinreichend Rechnung trägt (vgl. AB 88/5 f.). Soweit der Be-
schwerdeführer weiter einwendet, der Status quo sine (gemeint wohl: der 
Endzustand) sei noch nicht erreicht, bleibt unklar, was er daraus ableiten 
möchte. Denn anders als in der Unfallversicherung (vgl. Art. 19 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung [UVG; 
SR 832.20]) besteht gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG in der Invalidenversiche-
rung ein Rentenanspruch grundsätzlich unabhängig davon, ob ein Endzu-
stand erreicht wurde oder nicht (vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGer] 
vom 27. November 2018, 8C_321/2018, E. 5.1). Eine Veränderung des 
Gesundheitszustands im Nachgang zur angefochtenen Verfügung wäre 
sodann Gegenstand eines Revisionsverfahrens (vgl. dazu vorne E. 2.4).

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3.3.3 Dem RAD-Arzt lagen die vollständigen medizinischen Akten vor, 
worin insbesondere der gesamte postoperative Verlauf, die Beweglichkeit 
und Funktionalität der Kniegelenke sowie die körperliche Belastbarkeit des 
Beschwerdeführers detailliert beschrieben wurden. Unter diesen Umstän-
den ist nicht ersichtlich, inwieweit eine zusätzliche persönliche Untersu-
chung durch den RAD-Arzt neue entscheidwesentliche Erkenntnisse hätte 
erbringen können, zumal zwischen den Berichten der behandelnden Ärzte 
und der Beurteilung des RAD auch keine massgebenden Diskrepanzen 
bestehen. In einer derartigen Konstellation ist der Verzicht auf eine persön-
liche Untersuchung zulässig (vgl. vorne E. 3.2) und vorliegend denn auch 
nicht zu beanstanden. Im Übrigen hat die versicherte Person bei streitigen 
Leistungsansprüchen von Bundesrechts wegen keinen formellen Anspruch 
auf eine versicherungsexterne Begutachtung (vgl. BGE 135 V 465, 122 V 
157 E. 2c S. 165).

3.4 Zusammenfassend bestehen keine auch nur geringen Zweifel an 
der Vollständigkeit und Zuverlässigkeit der versicherungsinternen Aktenbe-
urteilung des RAD vom 8. Oktober 2021 (AB 88), weshalb auf die darin 
enthaltenen Schlussfolgerungen zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit abzu-
stellen ist. Der Beschwerdeführer war folglich aufgrund einer beidseitigen 
Gonarthrose in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als ... ab dem 28. Mai 2019 
vollständig arbeitsunfähig. In einer der bleibenden Minderbelastbarkeit der 
Kniegelenke angepassten, körperlich leichten bis ausnahmsweise mittel-
schweren Tätigkeit gemäss dem somatischen Zumutbarkeitsprofil war er 
drei Monate nach der zweiten Knieprothesenoperation vom 11. September 
2020, das heisst ab dem 12. Dezember 2020, vollschichtig und ohne zu-
sätzliche Leistungseinschränkung, mithin zu 100 %, arbeitsfähig 
(AB 88/5 f.). Von weiteren medizinischen Abklärungen sind keine ent-
scheidrelevanten Ergebnisse zu erwarten, sodass die Beschwerdegegnerin 
darauf verzichten durfte. Dies verstösst nicht gegen den Untersuchungs-
grundsatz (Art. 43 Abs. 1 ATSG) und auch nicht gegen den Anspruch auf 
rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 Bundesverfassung [BV; SR 101]) und das 
Gebot eines fairen Verfahrens (Art. 9 BV i.V.m. Art. 6 Ziff. 1 der Europäi-
schen Menschenrechtskonvention [EMRK; SR 0.101]; antizipierte Beweis-
würdigung; BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 
E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. April 2022, IV/22/70, Seite 15

4.

4.1 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222). Die Anmeldung zum Leistungsbezug erfolgte im Okto-
ber 2019 (AB 7), womit gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG der frühestmögliche 
Rentenbeginn im April 2020 liegen würde. Da jedoch erst ab dem 28. Mai 
2019 eine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit erstellt ist (vgl. 
E. 3.4), ist das Wartejahr erst im Mai 2020 abgelaufen (vgl. siehe zu den 
verschiedenen Funktionen dieser Fristen: BGE 142 V 547 E. 3.2 S. 550 f.) 
und ein erster Einkommensvergleich auf diesen Zeitpunkt hin vorzuneh-
men. 

Angesichts der ab dem 28. Mai 2019 bis drei Monate nach der zweiten 
Knieprothesenoperation vom 11. September 2020 ausgewiesenen 
vollständigen Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten (vgl. vorne E. 3.4) 
besteht mit dem Ablauf des Wartejahres ab Mai 2020 ohne Weiteres An-
spruch auf eine ganze Rente (so auch die angefochtene Verfügung, 
AB 98/4). Aufgrund der Verbesserung des Gesundheitszustandes nach der 
zweiten Knieprothesenoperation und der dadurch per 12. Dezember 2020 
vollständig wiederhergestellten Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätig-
keit (AB 88/6) besteht ein medizinischer Revisionsgrund (vgl. vorne 
E. 2.4.1), sodass auf diesen Zeitpunkt hin erneut ein Einkommensvergleich 
vorzunehmen ist.

4.2

4.2.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft. Die Ermittlung des Valideneinkommens hat 

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so konkret wie möglich zu erfolgen (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 
322 E. 4.1 S. 325; SVR 2021 UV Nr. 26 S. 125 E. 6.1).

4.2.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für 
Statistik (BfS) herausgegebenen Lohnstrukturerhebung (LSE) herangezo-
gen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2021 Nr. 51 S. 168 
E. 3.2). Wird auf Tabellenlöhne abgestellt, sind grundsätzlich immer die im 
Zeitpunkt des angefochtenen Verwaltungsaktes aktuellsten statistischen 
Daten zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 2.3 S. 297; SVR 2020 IV Nr. 70 
S. 244 E. 4.1). Da den Tabellenlöhnen generell eine Arbeitszeit von 40 
Wochenstunden zu Grunde liegt, ist in der Regel eine Umrechnung auf 
eine betriebsübliche durchschnittliche Wochenarbeitszeit erforderlich (vgl. 
BGE 126 V 75 E. 3b bb S. 76).

4.2.3 Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Per-
sonen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im 
Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeit-
nehmern lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unter-
durchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit 
einem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 
E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem 
Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persön-
lichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidens-
bedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskate-
gorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das 
Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu 
schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen 
ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV 
Nr. 46 S. 148 E. 3.3). Zu beachten ist, dass allfällige bereits in der Beurtei-
lung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Ein-
schränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten 

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Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Ge-
sichtspunkts führen dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 S. 20).

4.3

4.3.1 Der Beschwerdeführer arbeitete seit dem 1. Mai 2019 als ... bei der 
F.________ AG in einem Vollzeitpensum (Beschwerdebeilage [BB] 2). Die-
se Stelle kündigte er aus gesundheitlichen Gründen per Ende Mai 2019 
(AB 20/2 Ziff. 2.1 f.), wobei zwischen den Parteien zu Recht unbestritten ist, 
dass dieses Arbeitsverhältnis im hypothetischen Gesundheitsfall weiterge-
führt worden wäre. Ausgehend von den Angaben der vormaligen Arbeitge-
berin verdiente der Beschwerdeführer im Jahr 2019 
Fr. 5'000.-- brutto pro Monat (BB 2; AB 20/3 Ziff. 2.10). Der Beschwerde-
führer hat Anspruch auf einen 13. Monatslohn (BB 2 i.V.m. Art. 9 des Ge-
samtarbeitsvertrags zwischen dem G.________ und der Gewerkschaft Un-
ia in der Fassung von 2013 [AB 103/185]; vgl. auch AB 21.1/4; dazu Be-
schwerde S. 4). Hochgerechnet auf ein Jahr und branchenspezifisch inde-
xiert auf das Jahr 2020 (BfS, Nominallohnindex, Männer 2016-2020, 
T1.1.15, Ziff. 49-53 Verkehr und Lagerei: 101.8 [2019] bzw. 101.1 [2020]) 
resultiert ein Valideneinkommen von Fr. 65'450.--. 

4.3.2 Für das Invalideneinkommen ist angesichts der fehlenden Erwerbs-
tätigkeit des Beschwerdeführers unbestrittenermassen auf den diesfalls 
praxisgemäss anwendbaren Totalwert der allgemeinen LSE-Tabelle TA1 
(vgl. Entscheid des BGer vom 15. Juli 2020, 8C_111/2020, E. 7.3.1) im 
Kompetenzniveau 1 abzustellen, entsprechend monatlich Fr. 5'417.-- (BfS, 
LSE 2018, Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen, 
Kompetenzniveau und Geschlecht, privater Sektor, TA1_tirage_skill_level, 
Total, Kompetenzniveau 1, Männer). Hochgerechnet auf ein Jahr und inde-
xiert auf das Jahr 2020 (vgl. BfS, Nominallohnindex, Männer, 2016-2020, 
T1.1.15, Total: 101.5 [2018] bzw. 103.2 [2020]) sowie angepasst an die 
wöchentliche Normalarbeitszeit von 41.7 Stunden (BfS, Betriebsübliche 
Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Total) beträgt das Invalidenein-
kommen Fr. 68'902.-- (Fr. 5'417.-- x 12 / 101.5 x 103.2 / 40 x 41.7). Ob der 
von der Beschwerdegegnerin aufgrund des gesundheitlich eingeschränkten 
Tätigkeitsspektrums vorgenommene Abzug vom Tabellenlohn von 10 % 
(vgl. AB 98/4) zu Recht erfolgte, kann offengelassen werden, da selbst bei 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. April 2022, IV/22/70, Seite 18

einem maximal möglichen Abzug von 25 % (vgl. Beschwerde S. 6) kein 
Rentenanspruch resultieren würde. Es ist demnach von einem Invaliden-
einkommen von mindestens rund Fr. 51'677.-- (Fr. 68'902.-- x 0.75) auszu-
gehen.

4.3.3 Aus der Gegenüberstellung der Vergleichseinkommen resultiert 
eine Erwerbseinbusse von höchstens Fr. 13'773.-- (Fr. 65’450.-- 
./. Fr. 51’677.--), entsprechend einem rentenausschliessenden (vgl. 
aArt. 28 Abs. 2 IVG) Invaliditätsgrad von 21 % (zur Rundungspraxis siehe 
BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123). Unter Berücksichtigung der dreimo-
natigen Karenzfrist gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV (vgl. dazu vorne E. 2.4.3) 
führt dies zur Aufhebung der Invalidenrente per 31. März 2021. 

5.

Nach dem Dargelegten ist die mit Verfügung vom 13. Dezember 2021 
(AB 98) erfolgte Zusprache einer vom 1. Mai 2020 bis am 31. März 2021 
befristeten ganzen Rente nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist abzu-
weisen.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen. Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, sind ent-
sprechend dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer zur Be-
zahlung aufzuerlegen. Aufgrund der mit Verfügung vom 7. März 2022 ge-
währten unentgeltlichen Rechtspflege ist er – unter Vorbehalt der Nachzah-
lungspflicht gemäss Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung 
(ZPO; SR 272) – jedoch von der Zahlungspflicht zu befreien (Art. 113 VR-
PG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. April 2022, IV/22/70, Seite 19

6.2 Ausgangsgemäss besteht gemäss Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG (Umkehrschluss) kein Anspruch auf eine Parteientschädigung.

6.3 Es bleibt das amtliche Honorar für Rechtsanwalt Dr. B.________ 
festzusetzen:

6.3.1 Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 
2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwäl-
tinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem 
gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der 
Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung 
des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei-
chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. 
Art. 1 der Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschädigung der 
amtlichen Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stun-
denansatz Fr. 200.--.

6.3.2 Die Kostennote von Rechtsanwalt Dr. B.________ vom 9. März 
2022 (in den Gerichtsakten), in welcher er einen Aufwand von "ca. 9 Stun-
den" à Fr. 250.-- (total Fr. 2’290.--) geltend macht, ist nicht zu beanstanden. 
Somit ist der tarifmässige Parteikostenersatz auf Fr. 2'495.50 (inkl. Ausla-
gen von Fr. 27.10 und Mehrwertsteuer von Fr. 178.40) festzulegen. Ent-
sprechend ist das amtliche Honorar auf Fr. 1'967.80 (Fr. 1’800.-- [9 Stun-
den à Fr. 200.--] zuzüglich Auslagen von Fr. 27.10 und Mehrwertsteuer von 
Fr. 140.70 [7.7% von Fr. 1'827.10]) festzusetzen und Rechtsanwalt 
Dr. B.________ aus der Gerichtskasse zu vergüten. Vorbehalten bleibt die 
Nachzahlungspflicht des Beschwerdeführers gegenüber dem Kanton Bern 
entsprechend den Voraussetzungen von Art. 123 ZPO (Art. 113 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. April 2022, IV/22/70, Seite 20

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Der tarifmässige Parteikostenersatz des amtlichen Anwalts wird in die-
sem Verfahren auf Fr. 2'495.50 (inkl. Auslagen und MWST) festge-
setzt. Davon wird Rechtsanwalt Dr. B.________ nach Eintritt der 
Rechtskraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 1'967.80 
festgesetzte Entschädigung (inkl. Auslagen und MWST) vergütet. Vor-
behalten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

5. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt Dr. B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.