# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2ef4dd3c-11fe-5ba2-97f4-9b0fe3f4de14
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-05-01
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 01.05.2015 ZK1 2014 94
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2014-94_2015-05-01.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 01. Mai 2015 Schriftlich mitgeteilt am:
ZK1 14 94 04. Mai 2015

Urteil
I. Zivilkammer

Vorsitz Michael Dürst
Richter Brunner und Schnyder
Aktuar Pers

In der zivilrechtlichen Berufung

der X._____, Gesuchstellerin und Berufungsklägerin, vertreten durch Rechtsan-
walt lic. iur. Gian Reto Zinsli, Werkstrasse 2, 7000 Chur, 

gegen

den Entscheid des Einzelrichters am Bezirksgericht Plessur vom 2. Juli 2014, mit-
geteilt am 11. Juli 2014, in Sachen der Gesuchstellerin und Berufungsklägerin ge-
gen Y._____, Gesuchsgegner und Berufungsbeklagter, vertreten durch Rechts-
anwalt lic. iur. Diego Quinter, Quaderstrasse 18, 7002 Chur,

betreffend Eheschutz,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. X._____, geboren am _____1976, und Y._____, geboren am _____1970, 
heirateten am 14. September 2001 vor dem Zivilstandsamt in O.1_____. Aus ihrer 
Ehe gingen die beiden Söhne A._____, geboren am _____2009, und B._____, 
geboren am _____2011, hervor. Die Eheleute X.Y._____ lebten bis zu ihrer Tren-
nung im Oktober 2013 gemeinsam in ihrem Eigenheim in O.2_____.

B. Am 5. Dezember 2013 schlossen die Parteien eine Trennungsvereinba-
rung, wonach das eheliche Wohnhaus in O.2_____ der Ehefrau und den Kindern, 
welche unter deren Obhut gestellt würden, zur alleinigen Benutzung zugewiesen 
werde. Bezüglich des Besuchs- und Ferienrechts einigten sie sich darauf, dass 
der Vater die beiden Söhne aufgrund der Arbeitstätigkeit der Mutter an jedem 
Donnerstag ganztags zu sich auf Besuch nehme und im Übrigen eine flexible Re-
gelung im gegenseitigen Einvernehmen der Parteien getroffen werde. Im Sinne 
einer Minimalregelung dürfe der Vater die Kinder jedes zweite Wochenende von 
Freitag 18.00 Uhr bis Sonntag 18.00 Uhr zu sich auf Besuch und mindestens drei 
Wochen pro Jahr mit sich in die Ferien nehmen. Ferner verpflichte sich der Ehe-
mann, einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von Fr. 2'590.-- (je Fr. 810.-- pro Kind 
und Fr. 970.-- für die Ehefrau) zuzüglich Kinderzulagen zu leisten. Die Parteien 
gingen dabei von einem massgeblichen monatlichen Nettoeinkommen des Ehe-
mannes von Fr. 5'535.-- (bei einer Erwerbstätigkeit von 80%) und der Ehefrau von 
Fr. 2'824.-- (bei einer Erwerbstätigkeit von 30%) aus.

C. Nachdem der Ehemann der vereinbarten Unterhaltspflicht nicht mehr voll-
umfänglich nachgekommen war und er einen von der Ehefrau unterbreiteten Vor-
schlag einer umfassenden Scheidungskonvention abgelehnt hatte, liess die Ehe-
frau am 13. Mai 2014 beim Bezirksgericht Plessur ein Gesuch um Erlass ehe-
schutzrechtlicher Massnahmen einreichen. Darin beantragte sie insbesondere, die 
beiden Kinder A._____ und B._____ seien unter ihre Obhut zu stellen, wobei der 
Vater zu berechtigen sei, die Kinder jedes zweite Wochenende von Freitag 18.00 
Uhr bis Sonntag 18.00 Uhr zu sich auf Besuch zu nehmen und jährlich drei Wo-
chen Ferien mit ihnen zu verbringen. Des Weiteren sei Y._____ zu verpflichten, an 
den Unterhalt der Familie für den Zeitraum vom 1. Juni  bis 31. Dezember 2014 
monatlich Fr. 3'050.-- sowie ab dem 1. Januar 2015 monatlich Fr. 4'400.-- jeweils 
zuzüglich Kinderzulagen zu bezahlen. In seiner Vernehmlassung vom 11. Juni 
2014 beantragte der Ehemann, das Gesuch sei abzuweisen, sofern es nicht sei-
nen Anträgen entspreche. Abweichend stellte er unter anderem das Begehren, 
das Besuchsrecht sonntags um 19.00 Uhr enden zu lassen und zusätzlich jeweils 

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auf Donnerstag von 8.00 Uhr bis 19.00 Uhr auszudehnen, solange die beiden 
Söhne A._____ und B._____ nicht in den Kindergarten bzw. die Schule gehen 
würden. Ausserdem sei davon Vormerk zu nehmen, dass er bereit sei, an den Un-
terhalt von A._____ und B._____ monatlich je Fr.  800.-- zuzüglich Kinderzulagen 
und an den Unterhalt seiner Ehefrau monatlich Fr. 400.-- zu bezahlen.

D. Mit Stellungnahme vom 24. Juni 2014 ergänzte die Ehefrau ihre Anträge 
insbesondere dahingehend, dass sie als Trennungsdatum in Übereinstimmung mit 
Ziffer 1 der Trennungsvereinbarung den 7. Oktober 2013 – und nicht wie ihr Ehe-
mann den 15. Oktober 2013 – bezeichnete und für die Dauer vom 1. Juli bis 31. 
Dezember 2014 anstelle des ursprünglichen Betrags von Fr. 3'050.-- einen Unter-
haltsbeitrag von monatlich Fr. 3'090.-- (zuzüglich Kinderzulagen) forderte.

E. Am 2. Juli 2014 fand die mündliche Hauptverhandlung vor dem Bezirksge-
richt Plessur statt, anlässlich welcher es nicht gelang, eine Einigung unter den 
Parteien herbeizuführen. Der Eheschutzrichter erkannte mit Entscheid vom 2. Juli 
2014, mitgeteilt am 11. Juli 2014, was folgt:

„1. X._____ und Y._____ werden berechtigt, getrennt zu leben. Sie haben 
die Trennung am 7. Oktober 2013 vollzogen.

2. Die elterliche Obhut über A._____, geboren am _____2009, und 
B._____, geboren am _____2011, wird für die Dauer des Getrenntle-
bens X._____ übertragen.

3. Y._____ ist berechtigt, seine Kinder A._____ und B._____ jedes zweite 
Wochenende von Freitag 18.00 Uhr bis Sonntag 18.00 Uhr zu sich auf 
Besuch zu nehmen und sie für 3 Wochen pro Jahr zu sich oder mit 
sich in die Ferien zu nehmen. Zudem ist Y._____ berechtigt, seinen 
Sohn A._____ bis zu dessen voraussichtlichen Eintritt in den Kinder-
garten im August 2014 und seinen Sohn B._____ bis zu dessen vor-
aussichtlichen Eintritt in den Kindergarten im August 2016 jeden Don-
nerstag von 08.00 Uhr bis 19.00 Uhr zu sich auf Besuch zu nehmen.

4. Y._____ wird verpflichtet, an den Unterhalt von X._____ und die ge-
meinsamen Kinder A._____ und B._____ für die Dauer des Getrennt-
lebens im Voraus monatlich insgesamt CHF 2'500.00 (für die Kinder je 
CHF 800.00, für X._____ CHF 900.00) zuzüglich gesetzlicher und/oder 
vertraglicher Kinder- bzw. Ausbildungszulagen zu bezahlen.

5.a) Die Gerichtskosten in Höhe von CHF 1'500.00 (Entscheidgebühr) ge-
hen je zur Hälfte zu Lasten von X._____ und Y._____. X._____ und 
Y._____ haben dem Gericht somit innert 30 Tagen je CHF 750.00 mit 
beiliegenden Einzahlungsscheinen zu bezahlen.

  b) Die aussergerichtlichen Kosten werden wettgeschlagen.

6.a) (Rechtsmittelbelehrung Hauptentscheid)

   b) (Rechtsmittelbelehrung Kostenentscheid)

7. (Mitteilung).“

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F. Mit Erläuterungsentscheid vom 16. Juli 2014, mitgeteilt am 17. Juli 2014, 
wurde Ziffer 4 des Dispositivs des Eheschutzentscheids neu gefasst und konkreti-
sierend ergänzt, dass Y._____ verpflichtet werde, die Unterhaltsbeiträge in vorge-
nannter Höhe ab dem 1. Juni 2014 zu entrichten.

G. X._____ liess gegen den Eheschutzentscheid am 22. Juli 2014 Berufung 
beim Kantonsgericht von Graubünden erheben, wobei sie folgende Rechtsbegeh-
ren stellte:

„1. Die Ziffern 3, 4 und 5 des Entscheids des Bezirksgerichts Plessur vom 
2. Juli 2014, Proz. Nr. 135-2014-375, seien gemäss den nachstehen-
den Anträgen aufzuheben und abzuändern.

2. Der Gesuchsgegner sei zu berechtigen, die Kinder A._____ und 
B._____ jedes zweite Wochenende von Freitag 18.00 Uhr bis Sonntag 
18.00 Uhr zu sich auf Besuch zu nehmen und mit ihnen drei Wochen 
Ferien pro Jahr zu verbringen.

3. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, an den Unterhalt der Familie 
die folgenden monatlichen im Voraus zahlbaren Unterhaltsbeiträge zu-
züglich Kinderzulagen zu bezahlen:

- von 1. August bis 30. November 2014: CHF 2'640 (je CHF 815 pro 
Kind und CHF 1'010 für Frau X.Y._____),

- von 1. Dezember bis 31. Dezember 2014: CHF 3'090 (je CHF 815 
pro Kind und CHF 1'460 für Frau X.Y._____),

- ab 1. Januar 2015: CHF 4'400 (je CHF 1'020 pro Kind und CHF 
2'360 für Frau X.Y._____).

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen für beide Instanzen zu Las-
ten des Gesuchsgegners.“

H. In seiner Berufungsantwort vom 4. August 2014 stellte Y._____ folgende 
Anträge:

„1. Soweit auf die Berufung eingetreten werden kann, sei sie vollumfäng-
lich abzuweisen und es sei der angefochtene Entscheid auch im Sinne 
des Erläuterungsentscheides vom 16./17. Juli 2014, wonach die Un-
terhaltspflicht des Berufungsbeklagten über total Fr. 2'500 zzgl. ge-
setzliche und/oder vertragliche Kinder- bzw. Ausbildungszulagen ab 1. 
Juni 2014 gilt, zu bestätigen.

2. Unter gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädi-
gungsfolge zuzüglich gesetzliche Mehrwertsteuer zu Lasten der Beru-
fungsklägerin.“

I. Mit prozessleitender Verfügung vom 11. August 2014 wurden die Parteien 
vom damaligen Vorsitzenden der I. Zivilkammer des Kantonsgerichts von 
Graubünden zu einer Einigungsverhandlung auf den 27. August 2014 vorgeladen. 
X._____ liess sich infolge einer akuten Erkrankung mit Schreiben vom 19. August 

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2014 gestützt auf Art. 273 Abs. 2 ZPO von einer persönlichen Teilnahme an der 
Verhandlung dispensieren und legte ein entsprechendes Arztzeugnis bei.

J. An der Instruktionsverhandlung vom 27. August 2014 nahmen Y._____ mit 
seinem Rechtsbeistand sowie der Rechtsvertreter von X._____ teil. Es wurde ein 
Teilvergleichsentwurf ausgearbeitet und die Parteien räumten sich gegenseitig 
eine Bedenkfrist in Bezug auf den Abschluss desselben ein. Nachdem Rechtsan-
walt lic. iur. Gian Reto Zinsli die ausgearbeitete Teilvergleichsvereinbarung seiner 
Mandantin X._____ vorgelegt hatte, teilte er mit Schreiben vom 2. September 
2014 mit, dass sie sich damit nicht einverstanden erklären könne, weshalb das 
Gericht um einen Entscheid ersucht werde.

K. Die Vorsitzende der I. Zivilkammer stellte den Parteien mit Schreiben vom 
3. September 2014 unter anderem eine Kopie des Protokolls der Einigungsver-
handlung zur Kenntnisnahme sowie zur Einreichung allfälliger berichtigender oder 
ergänzender Anmerkungen zu. Mit Eingabe vom 15. September 2014 machte 
Rechtsanwalt lic. iur. Gian Reto Zinsli ergänzende Ausführungen bezüglich des 
vom damaligen Vorsitzenden unterbreiteten Vergleichsvorschlags, von welchen im 
Sinne einer Präzisierung des Verhandlungsprotokolls Vormerk genommen wurde. 
Des Weiteren enthielt die Eingabe des berufungsklägerischen Rechtsvertreters 
neben neu ins Recht gelegten Beweismitteln zusätzliche Vorbringen zur Sache im 
Sinne einer Ergänzung der eigenen, anlässlich der Einigungsverhandlung vorge-
brachten Äusserungen sowie einer Stellungnahme zu den Ausführungen der Ge-
genpartei.

L. Mit Eingabe vom 3. Oktober 2014 nahm Rechtsanwalt lic. iur. Diego Quinter 
zu den Ausführungen der Gegenseite Stellung, wobei er diese im Wesentlichen 
bestritt, soweit sie nicht ausdrücklich als richtig bezeichnet wurden. Ferner reichte 
er weitere Unterlagen – davon vier Absagen auf Blindbewerbungen sowie eine 
Fotografie des Briefkastens "Miethaus" in O.3_____ – zu den Akten.

M. Am 27. Oktober reichte Rechtsanwalt lic. iur. Gian Reto Zinsli eine neuerli-
che Stellungnahme ein. Darin machte er geltend, dass keines der vom Berufungs-
beklagten in seiner Stellungnahme vom 27. Oktober (recte 3. Oktober) 2014 vor-
gebrachten Noven die Voraussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO erfülle, da sie 
nicht ohne Verzug vorgebracht worden seien und zumindest zum Teil bei zumut-
barer Sorgfalt auch schon vor erster Instanz hätten vorgebracht werden können. 
Die Noven des Berufungsbeklagten seien somit alle unbeachtlich.

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Auf die weitergehenden Ausführungen im angefochtenen Entscheid sowie in den 
Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen ein-
gegangen.

II. Erwägungen

1.a. Entscheide des Einzelrichters in Zivilsachen zum Schutze der ehelichen 
Gemeinschaft ergehen im summarischen Verfahren (vgl. Art. 271 lit. a ZPO in 
Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 lit. a des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen 
Zivilprozessordnung [EGzZPO; BR 320.100]). Dagegen kann gemäss Art. 308 
Abs. 1 lit. a ZPO Berufung im Sinne von Art. 308 ff. ZPO an das Kantonsgericht 
von Graubünden erhoben werden (vgl. Art. 7 Abs. 1 EGzZPO). In vermögens-
rechtlichen Angelegenheiten ist die Berufung nur zulässig, wenn der Streitwert der 
zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegehren mindestens Fr. 10'000.-- beträgt (Art. 
308 Abs. 2 ZPO). Mit der vorliegenden Berufung wird nebst der Höhe der Kinder- 
und Ehegattenunterhaltsbeiträge auch die Regelung des Besuchsrechts angefoch-
ten. Da Letzteres eine nicht-vermögensrechtliche Streitigkeit darstellt, ist die Beru-
fungsfähigkeit des angefochtenen Entscheids unabhängig vom Streitwert des Un-
terhaltspunktes gegeben. Innerhalb des Kantonsgerichts liegt die Zuständigkeit für 
die Beurteilung zivilrechtlicher Berufungen auf dem Rechtsgebiet des Zivilgesetz-
buches bei der I. Zivilkammer (Art. 6 lit. a der Verordnung über die Organisation 
des Kantonsgerichts [KGV; BR 173.100]). Die Berufung ist innert 10 Tagen seit 
Zustellung des begründeten Entscheids unter Beilage desselben schriftlich und 
begründet einzureichen (Art. 311 in Verbindung mit Art. 314 Abs. 1 ZPO). X._____ 
hat gegen den am 17. Juli 2014 schriftlich mitgeteilten Entscheid am 22. Juli 2014 
und damit innert der Rechtsmittelfrist Berufung erhoben. Auf die im Übrigen auch 
formgerecht eingereichte Berufung ist folglich einzutreten.

b. Der in diesem Zusammenhang gestellte Nichteintretensantrag des Beru-
fungsbeklagten entbehrt jeglicher Grundlage. Zur Begründung seines Antrags 
macht er geltend, dass bei der Instanziierung der Berufung der Erläuterungsent-
scheid des Einzelrichters am Bezirksgericht Plessur vom 16./17. Juli 2014 bereits 
vorgelegen habe, beziehe sich doch auch die Berufungsklägerin unter II./3 S. 2 
ihrer Berufung ausdrücklich darauf. In diesem Erläuterungsentscheid werde der 
gerichtlich bestimmte Unterhaltsbeitrag mit Wirkung ab 1. Juni 2014 verfügt, wo-
hingegen im hier angefochtenen Entscheid diesbezüglich noch nichts festgehalten 
worden sei. Wieso die Berufungsklägerin diesen (gemeint wohl den Erläuterungs-
entscheid) nicht ebenfalls anfechte, bleibe unbegründet. Bis zum Zeitpunkt des 

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Redigierens der Berufungsantwort habe ihm keine Mitteilung vorgelegen, wonach 
sich die Berufungsklägerin mittels Berufung gegen Dispositiv-Ziffer 1 des Erläute-
rungsentscheids gewehrt hätte. Damit sei diese inzwischen wohl rechtskräftig ge-
worden und bleibe die hier geforderte Aufhebung von Dispositiv-Ziffer 4 des ange-
fochtenen Entscheids zwar theoretisch möglich, rechtlich aber ohne jede Rechts-
wirkung, da der erwähnte Erläuterungsentscheid unangefochten in Rechtskraft 
erwachsen sei und Dispositiv-Ziffer 4 des angefochtenen Entscheids gänzlich er-
setzt habe. Insofern verfüge die Berufungsklägerin über kein Rechtsschutzinteres-
se und es könne deshalb auf ihre gegen Dispositiv-Ziffer 4 eingelegte Berufung 
nicht eingetreten werden. Diese Argumentation zielt ganz offensichtlich ins Leere. 
(Unklare) Rechtsbegehren sind nach ihrem objektiven Sinngehalt und nach dem 
Grundsatz von Treu und Glauben auszulegen. Dabei ist nicht nur auf den Wortlaut 
des Begehrens, sondern auch auf die entsprechende Begründung abzustellen 
(Christoph Leuenberger, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kom-
mentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 2. Aufl., Zürich 2013, N 
38 zu Art. 221 ZPO; Laurent Killias, in: Hausheer/Walter [Hrsg.], Berner Kommen-
tar, Schweizerische Zivilprozessordnung, Band II, Bern 2012, N 15 zu Art. 221 
ZPO). In Ziffer 4 des angefochtenen Entscheids legte der Vorderrichter die Höhe 
der vom Berufungsbeklagten an die Berufungsklägerin zu entrichtenden Unter-
haltsbeiträge fest, unterliess es indessen versehentlich, den Beginn der Unter-
haltspflicht festzusetzen. Dies wurde mit Erläuterungsentscheid vom 16. Juli 2014, 
mitgeteilt am 17. Juli 2014, nachgeholt und als Beginn der Unterhaltspflicht in 
Übereinstimmung mit den Parteianträgen der 1. Juni 2014 bestimmt. Die vorlie-
gende Berufung richtet sich klarerweise und unmissverständlich gegen die neu 
gefasste Dispositiv-Ziffer 4. Dies erhellt bereits aus dem Umstand, dass sich die 
Berufungsklägerin mit dem vorinstanzlich festgelegten Unterhaltsbeitrag für den 
Zeitraum vom 1. Juni 2014 bis 31. Juli 2014 ausdrücklich einverstanden erklärt 
(vgl. act. A.1 S. 11) – womit sie zweifelsohne Bezug auf die mittels Erläuterung 
neu gefasste Dispositiv-Ziffer 4 nimmt – und erst ab 1. August 2014 eine Er-
höhung der Unterhaltszahlungen fordert. Entgegen der offenbar beim Berufungs-
beklagten herrschenden Meinung schadet es der Berufungsklägerin nicht, dass 
sie in ihrem Rechtsbegehren nicht auch noch explizit die Ziffer 1 des Erläute-
rungsentscheids angefochten hat. Von einem zwischenzeitlichen Eintritt der 
Rechtskraft des Erläuterungsentscheids sowie einem fehlenden Rechtsschutzin-
teresse seitens der Berufungsklägerin in Bezug auf die vorinstanzlich festgesetzte 
Unterhaltsverpflichtung kann unter diesen Umständen keine Rede sein, weshalb 
auf die Berufung ohne weiteres einzutreten ist.

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2.a. Beim Eheschutzverfahren handelt es sich um ein Verfahren summarischer 
Natur, weshalb blosses Glaubhaftmachen ausreicht. Das Gericht darf weder blos-
se Behauptungen genügen lassen noch einen stichhaltigen Beweis verlangen 
(BGE 120 II 393 E. 4.c S. 398). Gegenstand des vorliegenden Berufungsverfah-
rens bildet neben der Regelung des Besuchsrechts die Festsetzung des Kinder- 
und Ehegattenunterhalts. Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass gemäss Art. 272 
ZPO in besonderen eherechtlichen Verfahren, wozu auch das Eheschutzverfahren 
gehört, der Untersuchungsgrundsatz Anwendung findet. Das bedeutet, dass das 
Gericht den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen hat. Soweit in familien-
rechtlichen Angelegenheiten wie vorliegend auch Kinderbelange zu regeln sind, 
gilt gemäss Art. 296 ZPO der uneingeschränkte Untersuchungsgrundsatz sowie 
die Offizialmaxime: Das Gericht erforscht den Sachverhalt von Amtes wegen (Abs. 
1) und entscheidet ohne Bindung an die Parteianträge (Abs. 3). Während die Un-
tersuchungsmaxime hinsichtlich der Kinderbelange wie dargelegt nicht einge-
schränkt ist, ist sie in den übrigen Punkten des Eheschutzes als eine einge-
schränkte ausgestaltet. Sie greift nur zum Ausgleich eines allfälligen Machtgefälles 
zwischen den Parteien, weshalb sich das Gericht bei zwei anwaltlich vertretenen 
Parteien bei der Feststellung des Sachverhalts wie im ordentlichen Prozess 
zurückzuhalten hat (vgl. Thomas Sutter-Somm/Milan Lazic, in: Sutter-
Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivil-
prozessordnung [ZPO], 2. Auflage, Zürich 2013, N 12 ff. zu Art. 272 ZPO). Die 
Festlegung der zwischen den Parteien persönlich geschuldeten Unterhaltsbeiträge 
unterliegt schliesslich der Dispositionsmaxime. Dieser Verfahrensgrundsatz be-
deutet, dass die Parteien über den Streitgegenstand verfügen können und das 
Gericht einer Partei nicht mehr und nichts anderes zusprechen darf, als sie ver-
langt, und nicht weniger, als die Gegenpartei anerkannt hat (Art. 58 Abs. 1 ZPO; 
vgl. Thomas Sutter-Somm/Gregor von Arx, in: Sutter-
Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivil-
prozessordnung [ZPO], 2. Auflage, Zürich 2013, N 6 ff. zu Art. 58 ZPO).

b.  Die Tatsache, dass im vorliegenden Verfahren sowohl der Kindes- als auch 
der Ehegattenunterhalt strittig sind, hat Auswirkungen auf die vorstehend be-
schriebenen Verfahrensmaximen. Zwar handelt es sich dabei grundsätzlich um 
selbständige Ansprüche mit je eigenem rechtlichem Schicksal (vgl. dazu das Urteil 
des Bundesgerichts 5A_169/2012 vom 18. Juli 2012 E. 3.3 sowie BGE 129 III 417 
E. 2.1 S. 419 f.). Da die Unterhaltsbeiträge für Ehegatten und Kinder unter dem 
Aspekt der Leistungsfähigkeit des Pflichtigen indessen eine Einheit bilden und die 
einzelnen Ansprüche nicht vollständig unabhängig voneinander festgesetzt wer-

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den können, wirkt sich die im Bereiche des Kindesunterhalts geltende Untersu-
chungsmaxime unweigerlich auch auf den Ehegattenunterhalt aus: So können 
Tatsachen, die in Befolgung der Untersuchungsmaxime für den Kindesunterhalt 
festgestellt werden müssen, unter Beachtung der diesbezüglich geltenden Dispo-
sitionsmaxime (das heisst im Rahmen der Parteianträge) auch für die Bestimmung 
des Ehegattenunterhalts verwendet werden (vgl. Urteil der I. Zivilkammer des Kan-
tonsgerichts von Graubünden ZK1 14 14 vom 22. Mai 2014 E. 3a).

3.a. Eltern, denen die elterliche Sorge oder Obhut nicht zusteht, und das un-
mündige Kind haben gegenseitig Anspruch auf angemessenen persönlichen Ver-
kehr (Art. 273 Abs. 1 ZGB). Während früher der Zweck des Besuchsrechts vor 
allem darin gesehen wurde, es dem Besuchsberechtigten zu ermöglichen, die 
verwandtschaftlichen Beziehungen zum Kind aufrechtzuerhalten, wird heute vor 
allem das Bedürfnis des Kindes betont, regelmässige Kontakte zu beiden Eltern 
zu haben. So ist bekannt, dass ein Kind die Trennung der Eltern leichter verarbei-
tet, wenn es zu beiden Eltern Kontakt behält. Auch wo noch keine emotionale El-
tern-Kind-Beziehung bestand, ist heute anerkannt, dass aus Gründen der Persön-
lichkeitsentwicklung des Kindes der Aufbau einer solchen Beziehung durch per-
sönlichen Verkehr gefördert werden sollte. Nur durch Besuchskontakte kann einer 
in der Phantasie des Kindes stattfindenden Idealisierung oder Dämonisierung des 
abwesenden Elternteils gegengesteuert werden. Bei der Festsetzung des Be-
suchsrechts geht es somit nicht darum, einen gerechten Interessenausgleich zwi-
schen den Eltern zu finden, sondern den elterlichen Kontakt mit dem Kind in des-
sen Interesse zu regeln (Ingeborg Schwenzer/Michelle Cottier, in: Honsell/Vogt/ 
Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 5. Aufl., Basel 2014, N 6 zu 
Art. 273 ZGB mit weiteren Hinweisen; BGE 130 III 585 E. 2.2.2 S. 590). Was unter 
einem angemessenen persönlichen Verkehr im Sinne von Art. 273 Abs. 1 ZGB zu 
verstehen ist, lässt sich grundsätzlich nur anhand der Umstände des Einzelfalls 
unter Berücksichtigung des Zwecks des Besuchsrechts bestimmen. In Betracht zu 
ziehen sind dabei unter anderem das Alter des Kindes, die Persönlichkeit und Be-
dürfnisse des Kindes und des Besuchsberechtigten, die Beziehung des Kindes 
zum Besuchsberechtigten, die Beziehung der Eltern untereinander, die zeitliche 
Beanspruchung bzw. Verfügbarkeit aller Beteiligten sowie auch deren Gesund-
heitszustand. Oberste Richtschnur für die Ausgestaltung des persönlichen Ver-
kehrs ist stets das Kindeswohl; allfällige Interessen der Eltern haben zurückzuste-
hen (Schwenzer/Cottier, a.a.O., N 10 zu Art. 273 ZGB; Andrea Büchler/Annatina 
Wirz, in: Ingeborg Schwenzer [Hrsg.], FamKomm Scheidung, Band I: ZGB, 2. 
Aufl., Bern 2011, N 21 zu Art. 273 ZGB). Auszugehen ist dabei von der kinderpsy-

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chologischen Erkenntnis, dass in der Regel eine Beziehung zu beiden Elternteilen 
wichtig ist, da sie bei der Entwicklung und Identitätsfindung des Kindes eine wich-
tige Rolle spielen kann (Urteil des Bundesgerichts 5A_716/2010 vom 23. Februar 
2011 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 

b. Mit Blick darauf, dass der Ehemann – im Einvernehmen mit seiner Ehefrau 
– sein Arbeitspensum im Jahre 2013 eigens zu dem Zweck von 100% auf 80% 
reduzierte, um sich jeweils donnerstags der Kinderbetreuung widmen zu können, 
sowie unter Berücksichtigung der vorgenannten bundesgerichtlichen Rechtspre-
chung, gemäss welcher bei der Identitätsfindung des Kindes eine intakte Bezie-
hung zu beiden Elternteilen sehr wichtig ist, erachtete der Vorderrichter das vom 
Ehemann beantragte Donnerstag-Besuchsrecht als förderlich, einer Entfremdung 
der Kinder von ihrem Vater entgegenzuwirken. Ein gerichtsübliches Besuchsrecht, 
bei welchem der Ehemann seine Kinder lediglich jedes zweite Wochenende zu 
Gesicht bekäme, würde die während intakter Ehe getroffene Regelung, für welche 
sich die Parteien im Übrigen auch noch im Zuge der am 5. Dezember 2013 unter-
zeichneten Trennungsvereinbarung entschieden hätten, durchbrechen, ohne dass 
hierfür dem Kindeswohl entgegenstehende Gründe erkennbar wären. Weiter zog 
der Einzelrichter in Erwägung, dass daran auch der Einwand der Ehefrau, 
A._____ werde künftig jeweils am Donnerstagmorgen in den Kindergarten gehen 
und habe am Nachmittag frei und B._____ werde ab Herbst 2014 entweder am 
Donnerstag- oder Freitagnachmittag in der Spielgruppe sein, weshalb ein Be-
suchsrecht am Donnerstag nicht zweckmässig sei, nichts zu ändern vermöge. 
Denn hierbei handle es sich um rein organisatorische Belange. Derartige Zweck-
mässigkeitsüberlegungen hätten jedoch gegenüber dem Interesse der Kinder an 
regelmässigen Kontakten mit ihrem Vater hintanzustehen. Es liege folglich am 
Ehemann, die allenfalls bei der Besuchsrechtsausübung auftretenden (organisato-
rischen) Schwierigkeiten zu bewältigen, was umso mehr gelten müsse, als der 
Ehemann selbst beantragt habe, das Donnerstag-Besuchsrecht sei ihm lediglich 
bis zum Kindergarteneintritt resp. zur Einschulung der Söhne einzuräumen. Dass 
die Ehefrau ein weiteres Kind erwarte, sie ihre Arbeitsstelle aufgegeben habe und 
sie mithin die Kinderbetreuung gewährleisten könnte, sei dabei nicht entschei-
dend. Denn diese Sachlage habe der Ehemann nicht zu vertreten, weshalb sie 
ihm nicht zum Nachteil gereichen dürfe. Vielmehr werde mit dem vom Ehemann 
beantragten Besuchsrecht dem Kindeswohl in höherem Masse Nachachtung ver-
schafft als bei einer üblichen Regelung, da sie die Basis für eine vertiefte Bezie-
hung der Kinder zu beiden Elternteilen schaffe. Es sei dem Ehemann mithin für 
seine beiden Söhne bis zu deren jeweiligen Eintritt in den Kindergarten zusätzlich 

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ein wöchentliches Besuchsrecht, jeweils donnerstags von 08.00 Uhr bis 19.00 
Uhr, zu erteilen.

c. Die Berufungsklägerin verlangt mit ihrer Berufung die Aufhebung der vor-
instanzlichen Regelung in Bezug auf das jeweils am Donnerstag auszuübende 
Besuchsrecht durch den Berufungsbeklagten. Sie vertritt die Auffassung, dass der 
vorinstanzliche Entscheid für den Zeitraum ab Mitte August 2014 und dem Kinder-
garteneintritt von A._____ zu einem eigenartigen und nicht stimmigen Ergebnis 
führen würde. Zum einen würde der Berufungsbeklagte am Donnerstag weiterhin 
die Betreuung seines Sohnes B._____ übernehmen, welcher noch nicht den Kin-
dergarten besuche. Diese Betreuung würde erfolgen, obschon der Grund für die 
vor 1½ Jahren beschlossene Regelung, nämlich die Tätigkeit der Berufungskläge-
rin bei der Evangelischen Kirchgemeinde O.2_____, wegfalle und die Mutter somit 
für die Betreuung von B._____ verfügbar sei. Zum anderen würde sich die Betreu-
ung von B._____ ziemlich sicher nur auf den Vormittag beschränken, weil er am 
Nachmittag voraussichtlich die Spielgruppe besuchen werde. Obwohl beide Kinder 
halbtags im Kindergarten resp. in der Spielgruppe seien, würde nur eines von bei-
den (B._____) durch den Vater und das andere (A._____) durch die Mutter be-
treut. Dies führe zu einer sinnlosen Auf- und Zuteilung der Kinder, bei der weder 
dem Wohl von B._____ noch von A._____ gedient sei. B._____ müsste wegen 
des Spielgruppenbesuchs zweimal täglich von O.3_____ nach O.4_____ ver-
bracht werden, was ein dreijähriges Kind überfordere. Unterdessen sei A._____ 
nach dem Kindergarten am Nachmittag zuhause in O.3_____ und könne sich fra-
gen, warum sein Bruder zum Vater dürfe, er aber nicht. Diesen Ausführungen hält 
der Berufungsbeklagte entgegen, dass es absolut keinen Grund gebe, weshalb er 
seine beiden Söhne A._____ und B._____ nicht auch am Donnerstag persönlich 
betreuen dürfen soll, wie dies seit Januar 2013 gehandhabt werde. Offenbar habe 
er den Vorderrichter anlässlich der mündlichen Verhandlung vom 2. Juli 2014 da-
von überzeugen können, dass ihm die persönliche Betreuung seiner Söhne sehr 
wichtig sei. Falls die Berufungsklägerin nun aufgrund des erneuten Nachwuchses 
mit ihrem neuen Partner tatsächlich mehr Zeit für die Kinderbetreuung habe, habe 
dies mit der hier zu regelnden Frage nichts zu tun, weil der Berufungsbeklagte zu 
dieser neuen Situation nichts beigetragen habe.

d. Zunächst einmal erweist sich der Einwand der Berufungsklägerin, dass sich 
die Betreuung von B._____ ziemlich sicher nur auf den Vormittag beschränken 
würde, weil er Donnerstagnachmittags voraussichtlich die Spielgruppe besuchen 
werde, zwischenzeitlich als überholt. Wie sich nämlich bereits anlässlich der In-
struktionsverhandlung herausgestellt hat (vgl. act. F.1 S. 3) und seitens des 

Seite  12 — 26

Rechtsvertreters der Berufungsklägerin in der Folge auch bestätigt wurde (vgl. 
Stellungnahme vom 15. September 2014, act. A.3 S. 3), besucht B._____ die 
Spielgruppe nun jeweils am Freitagmorgen, so dass an den Donnerstagen einer 
ganztätigen Betreuung durch den Vater unter diesem Gesichtspunkt nichts im 
Wege steht. Daraus kann die Berufungsklägerin mithin nichts zu ihren Gunsten 
ableiten. 

Entgegen der Auffassung der Berufungsklägerin und in Übereinstimmung mit den 
vorinstanzlichen Ausführungen steht sodann bei der Frage, ob dem Berufungsbe-
klagten jeweils auch am Donnerstag ein Besuchsrecht einzuräumen ist oder nicht, 
nicht die Notwendigkeit der Kinderbetreuung im Zentrum, sondern die Pflege einer 
engen Vater-Kind-Beziehung und der elterliche Kontakt mit den Kindern in deren 
Interesse. Dass das Interesse der Kinder an einem engen Kontakt zu ihrem Vater 
weiterhin besteht, wird selbst von der Berufungsklägerin nicht in Abrede gestellt. 
Entsprechend kann es für die Frage des Besuchsrechts auch nicht darauf an-
kommen, dass die Berufungsklägerin am 28. Juli 2014 eine aus einer neuen Be-
ziehung hervorgegangene Tochter geboren hat, sie deswegen eine Aufgabe ihrer 
beruflichen Tätigkeit nach Beendigung des Mutterschaftsurlaubs in Betracht zog 
und die Kinderbetreuung künftig auch donnerstags selbst gewährleisten könnte. 
Wie der Vorderrichter diesbezüglich nämlich zutreffend festgehalten hat, hat der 
Berufungsbeklagte diese Sachlage nicht zu vertreten, so dass sie ihm auch nicht 
zum Nachteil gereichen darf, es sei denn, das Kindeswohl würde eine Änderung 
der bisherigen Betreuungsregelung erfordern. Letzteres ist vorliegend nicht er-
sichtlich. Vielmehr ist der Vorinstanz darin beizustimmen, dass eine Weiterführung 
der bisherigen Mitbetreuung durch den Berufungsbeklagten eine vertiefte Vater-
Kind-Beziehung begünstigt und dadurch dem Kindeswohl besser Rechnung ge-
tragen wird als mit einem üblichen, auf das Wochenende beschränkten Besuchs-
recht. 

Die Berufungsklägerin wendet nun allerdings ein, dass die angefochtene Besuchs-
regelung dem Kindeswohl widerspreche, weil das für den Donnerstag eingeräumte 
Betreuungsrecht des Vaters ab dem Kindergarteneintritt von A._____ (August 
2014) nur noch für B._____ gelte. Dass eine unterschiedliche Behandlung der 
Kinder sowohl deren Beziehung zum Vater als auch das Verhältnis unter den Ge-
schwistern belasten könnte, kann tatsächlich nicht ausgeschlossen werden. Ob 
dabei bereits von einer Gefährdung des Kindeswohls gesprochen werden könnte, 
scheint indessen fraglich. Jedenfalls besteht deswegen kein Grund, das Betreu-
ungsrecht des Vaters vollständig aufzuheben. Vielmehr hat der Berufungsbeklagte 
im Rahmen des Berufungsverfahrens resp. anlässlich der Einigungsverhandlung 

Seite  13 — 26

vom 27. August 2014 den Wunsch und die Bereitschaft geäussert, donnerstags 
jeweils auch den älteren Sohn A._____ nach Kindergartenschluss betreuen zu 
wollen (vgl. act. F.1 S. 3). Damit hat er zwar keinen förmlichen Antrag um Anpas-
sung des Besuchsrechts über den vorinstanzlich festgelegten Zeitraum hinaus 
gestellt, was ihm aufgrund der Unzulässigkeit einer Anschlussberufung (Art. 314 
Abs. 2 ZPO) ohnehin verwehrt wäre. Im Bereich der Kinderbelange gilt jedoch – 
wie bereits dargelegt (vgl. E. 2.a hievor) – die unbeschränkte Offizialmaxime (Art. 
296 Abs. 3 ZPO), was zur Folge hat, dass das Gericht nicht nur weniger, sondern 
auch mehr oder etwas anderes als das im Rechtsbegehren verlangte zusprechen 
kann. Das Gericht kann auch ohne konkreten Antrag im Rechtsbegehren ent-
scheiden. Überdies ist bei Geltung der Offizialmaxime auch im Berufungsverfah-
ren ein Urteil zuungunsten der Rechtsmittelklägerin möglich. Mit anderen Worten 
gilt in diesem Fall das Verbot der reformatio in peius nicht (vgl. Benedikt Seiler, 
Die Berufung nach ZPO, Zürich 2013, N 448; Sutter-Somm/von Arx, a.a.O., N 32 f. 
zu Art. 58 ZPO). Im vorinstanzlichen Verfahren wurden seitens der Berufungsklä-
gerin zu keinem Zeitpunkt irgendwelche Gründe dargetan, dass ein ausgedehntes 
Besuchsrecht zugunsten des Berufungsbeklagten das Kindeswohl gefährden wür-
de, namentlich wurden keine Einwände gegen die Erziehungsfähigkeit des Vaters 
geltend gemacht. Bemängelt wurde einzig, dass die in der Trennungsvereinbarung 
vereinbarten Besuchszeiten teilweise nicht eingehalten worden seien (vgl. Stel-
lungnahme RA Zinsli vom 24. Juni 2014 S. 5, Akten der Vorinstanz, Pli Rechts-
schriften). Erst im Nachgang zur gescheiterten Einigungsverhandlung erhob die 
Berufungsklägerin erstmals überhaupt Vorwürfe gegen ihren Ehemann, indem sie 
ausführte, sie habe sich vom Berufungskläger anlässlich der Kinderübergabe vor 
den Kindern wiederholt verunglimpfen, beschimpfen und unter anderem der Lü-
genhaftigkeit beschuldigen lassen müssen, was die Kinder sehr traurig mache 
(vgl. act. A.3 S. 3). Ein derartiges Verhalten seitens des Berufungsbeklagten – 
sollte es denn der Wahrheit entsprechen, was von diesem bestritten wird (vgl. act. 
A.4 S. 2) – vermag für sich allein jedoch keinen Grund für eine Einschränkung des 
Besuchsrechts darzustellen, wäre es vorliegend doch offenkundig vor dem Hinter-
grund des laufenden Gerichtsverfahrens zu werten. Immerhin sieht sich das Ge-
richt aber zu einer Ermahnung an die Adresse der Eltern zu wechselseitigem 
Wohlverhalten veranlasst, haben sie doch von Gesetzes wegen alles zu unterlas-
sen, was das Verhältnis der Kinder zum anderen Elternteil beeinträchtigt oder die 
Aufgabe der erziehenden Person erschwert (Art. 274 Abs. 1 ZGB). Damit soll der 
Gefahr gegengesteuert werden, dass die Streitigkeiten zwischen den Eltern auf 
Kosten bzw. unter Einbeziehung der Kinder fortgesetzt werden (Schwen-
zer/Cottier, a.a.O., N 1 f. zu Art. 274 ZGB). Da nach dem Gesagten vorliegend 

Seite  14 — 26

keine Gründe für eine Einschränkung des donnerstäglichen Besuchsrechts er-
sichtlich sind, der Berufungsbeklagte im Rahmen des Berufungsverfahrens aus-
drücklich seine Bereitschaft signalisiert hat, auch seinen älteren Sohn A._____ 
nach Kindergartenschluss betreuen zu wollen, und den Ausführungen der Beru-
fungsklägerin zufolge seitens von A._____ nach wie vor ein Bedürfnis nach ver-
mehrtem Kontakt zu seinem Vater besteht, kann das für ihn angeordnete Be-
suchsrecht über den Zeitpunkt seines Kindergarteneintritts hinaus bzw. bis auf 
weiteres an die für B._____ geltende Regelung angepasst werden. Dabei versteht 
sich von selbst, dass A._____ den Kindergarten weiterhin regelmässig soll besu-
chen können. Daraus resultieren für den Vater zwar gewisse organisatorische 
Schwierigkeiten, die mit der im zweiten Kindergartenjahr zu erwartenden Ausdeh-
nung der Unterrichtszeit noch zunehmen werden. Solche stehen jedoch – wie be-
reits der Vorderrichter zutreffend festgehalten hat – der Weiterführung der bisheri-
gen Betreuungsregelung bis mindestens zum Schuleintritt nicht entgegen. Mit 
Blick darauf, dass sich diese Betreuungsregelung auch auf die Erwerbskapa-
zitäten beider Elternteile auswirkt (vgl. dazu nachstehend E. 5), drängt sich zudem 
eine Klarstellung auf, dass das Vater zur donnerstäglichen Betreuung der beiden 
Kinder nicht bloss berechtigt, sondern auch verpflichtet ist.

e. Nach den vorangegangenen Ausführungen ist Dispositiv-Ziffer 3 des ange-
fochtenen Entscheids dahingehend anzupassen, als der Berufungsbeklagte nun-
mehr nebst dem unbestritten gebliebenen Besuchsrecht an jedem zweiten Wo-
chenende von Freitag 18.00 Uhr bis Sonntag 18.00 Uhr überdies berechtigt und 
verpflichtet wird, seine beiden Söhne A._____ und B._____ bis zu deren voraus-
sichtlichem Schul- bzw. Kindergarteneintritt im August 2016 jeden Donnerstag von 
08.00 Uhr bis 19.00 Uhr zu sich auf Besuch zu nehmen resp. zu betreuen. Dabei 
hat er für A._____ den regelmässigen Besuch des Kindergartens zu gewährleis-
ten.

4.a. Ist die Aufhebung des gemeinsamen Haushaltes begründet, so muss der 
Richter auf Begehren eines Ehegatten die Geldbeiträge festlegen, die der eine 
Ehegatte dem anderen schuldet (Art. 176 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB). Die Eltern haben 
sodann für den Unterhalt des Kindes aufzukommen, wobei die Kosten von Erzie-
hung, Ausbildung und Kindesschutzmassnahmen inbegriffen sind. Besteht kein 
gemeinsamer Haushalt der Eltern, so hat derjenige Elternteil, dem die Obhut nicht 
zukommt, diesen Unterhalt mittels Geldzahlungen zu gewährleisten (Art. 276 Abs. 
2 ZGB in Verbindung mit Art. 176 Abs. 3 ZGB). Der Vorderrichter hat zur Ermitt-
lung des geschuldeten Unterhalts – wie dies in Graubünden bei der Bemessung 
von Unterhaltsbeiträgen sowohl im Rahmen von Eheschutzverfahren als auch bei 

Seite  15 — 26

Erlass vorsorglicher Massnahmen im Scheidungsverfahren einer weit verbreiteten 
Praxis entspricht – eine Grundbedarfsberechnung mit Überschussverteilung 
durchgeführt. Der massgebliche Minimalbedarf der Ehefrau und der unter ihrer 
Obhut stehenden Kinder wurde auf monatlich Fr. 4'343.-- (Grundbetrag Ehefrau 
Fr. 1'350.--, Wohnkosten Fr. 1'350.--, Grundbetrag Kinder Fr. 800.--, Krankenkas-
se Ehefrau Fr. 213.--, Krankenkasse Kinder Fr. 190.--, Steuern Fr. 440.--) festge-
setzt, während der Minimalbedarf seitens des Ehemannes auf Fr. 2'847.-- (Grund-
betrag Fr. 1'200.--, Wohnkosten Fr. 1'000.--, Krankenkasse Fr. 207.--, Steuern Fr. 
440.--) beziffert wurde. Gestützt auf die eingereichten Lohnabrechnungen (vgl. KB 
23) hielt der Vorderrichter im angefochtenen Entscheid fest, dass die Ehefrau als 
Präsidentin des Vorstands der Evangelischen Kirchgemeinde O.2_____ ein mo-
natliches Nettoeinkommen von Fr. 2'824.-- erziele. Dabei erachtete er es als nicht 
glaubhaft gemacht, dass Letztere gezwungen gewesen sei, ihr Präsidialamt bei 
der Evangelischen Kirchgemeinde aufgrund des per 1. Juni 2014 erfolgten Wohn-
sitzwechsels nach O.3_____ aufzugeben. Für die angeblich mit diesem Amt ein-
hergehende Wohnsitzpflicht finde sich insbesondere keine Grundlage in der 
Kirchgemeindeordnung. Doch selbst im gegenteiligen Fall könnte von ihr erwartet 
werden, einer Teilerwerbstätigkeit nachzugehen, zumal dies der von den Ehegat-
ten während intakter Ehe einvernehmlich vereinbarten Rollenverteilung entspre-
che. Daher sei der Berufungsklägerin ein Einkommen in bisher erzielter Höhe an-
zurechnen, wobei unbeachtlich bleiben müsse, dass sie zwischenzeitlich von ei-
nem anderen Mann ein Kind erwarte. Ausgehend von einem monatlichen Netto-
einkommen der Ehefrau in dargelegter Höhe und einem solchen des Ehemannes 
als Betriebsleiter einer Schreinerei von Fr. 5'996.-- (ohne Kinderzulagen in Höhe 
von Fr. 440.--) belief sich der Überschuss gemäss vorinstanzlicher Berechnung 
auf Fr. 1'630.--, wobei dieser im Verhältnis von 60% (zugunsten der Ehefrau und 
der Kinder) zu 40% (zugunsten des Ehemannes) aufgeteilt wurde. Im Ergebnis 
resultierte ein durch den Ehemann ab 1. Juni 2014 monatlich zu leistender Unter-
haltsbeitrag von gerundet Fr. 2'500.-- (je Fr. 800.-- an die beiden Söhne und Fr. 
900.-- an die Ehefrau) zuzüglich Kinderzulagen.

b. Die Berufungsklägerin beantragt in Ziffer 3 ihres Rechtsbegehrens, der Be-
rufungsbeklagte habe ihr an den Unterhalt der Familie vom 1. August 2014 bis 30. 
November 2014 einen Unterhaltsbeitrag von Fr. 2'640.-- und vom 1. Dezember 
2014 bis 31. Dezember 2014 einen solchen von Fr. 3'090.--, jeweils zuzüglich Kin-
derzulagen, zu bezahlen. Ab 1. Januar 2015 soll sich der monatliche Unterhalts-
beitrag ihrer Ansicht nach auf Fr. 4'400.-- belaufen. Ausdrücklich anerkannt wer-
den von ihr dagegen die von der Vorinstanz für den Zeitraum vom 1. Juni 2014 bis 

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31. Juli 2014 festgelegten Unterhaltsbeiträge von insgesamt Fr. 2'500.-- zuzüglich 
Kinderzulagen; insofern wird das vorinstanzliche Urteil nicht angefochten. Die Be-
rufungsklägerin rügt am vorinstanzlichen Entscheid im Wesentlichen, es sei ihr zu 
Unrecht ein hypothetisches Einkommen angerechnet worden. Ferner vertritt sie 
die Auffassung, dass der Berufungsbeklagte sein Arbeitspensum ab 1. Januar 
2015 wieder auf 100% ausdehnen könne und müsse, da die Kinderbetreuung 
durch sie als Folge der Aufgabe ihrer Arbeitstätigkeit gewährleistet sei.

c. Vorab ist festzuhalten, dass es, soweit die Berufungsklägerin in ihren Un-
terhaltsberechnungen (act. A.1 S. 10 ff.) an den eigenen Zahlen gemäss Gesuch 
vom 13. Mai 2014 festhält, ohne sich mit dem vorinstanzlichen Entscheid auch nur 
ansatzweise auseinanderzusetzen, grundsätzlich bei den vom Vorderrichter ermit-
telten Zahlen bleibt. Aufgrund der Untersuchungsmaxime zu berücksichtigen wäre 
allenfalls ein höheres Einkommen des Berufungsbeklagten ab Januar 2014. Be-
reits in ihrer Stellungnahme vom 24. Juni 2014 vertrat die Berufungsklägerin unter 
Hinweis auf die Lohnabrechnung Januar 2014 (BB 10) die Ansicht, dass der für 
die Bedarfsberechnung massgebliche Nettolohn des Berufungsbeklagten bei der 
derzeitigen 80%-igen Arbeitstätigkeit unter Berücksichtigung des 13. Monatslohns, 
der Funktionszulage und der besonderen Zulage Fr. 6'037.75 betrage (S. 6). Dar-
an hält sie auch in ihrer Berufung fest, indem sie beim Berufungsbeklagten von 
einem Nettoeinkommen von Fr. 6'038.-- ausgeht (act. A.1 S. 11). Auf das entspre-
chende Vorbringen ging der Vorderrichter nicht ein und stellte auf das Nettoein-
kommen gemäss Trennungsvereinbarung von Fr. 5'996.-- ab (vgl. angefochtener 
Entscheid E. 9.d.cc S. 10). Bei korrekter Berechnung ergäbe sich auf Seiten des 
Berufungsbeklagten allerdings sogar ein massgeblicher Nettolohn von monatlich 
Fr. 6'085.80 (Monatslohn netto nach Abzug der Kinderzulagen Fr. 5'596.60 [BB 
10] zuzüglich Anteil des 13. Monatslohnes Fr. 489.20 [1/12 von Fr. 5'870.20 = Mo-
natslohn brutto Fr. 6'155.-- + Funktionszulage Fr. 250.-- - 8.35%; vgl. KB 11]). Wä-
re der Unterhaltsberechnung dieser höhere Lohn zugrundezulegen, bedürfte in-
dessen auch die vorinstanzliche Behandlung der Kinderzulagen einer Korrektur. 
Zwar hat der Vorderrichter diese zunächst – an sich korrekt – vom Einkommen 
des Berufungsbeklagten in Abzug gebracht, in der Folge aber ausser Acht gelas-
sen, dass diese ausschliesslich für den Unterhalt der Kinder bestimmten Leistun-
gen bei der Ermittlung des durch den Unterhaltsbeitrag zu deckenden Bedarfs der 
Kinder vorweg in Abzug zu bringen sind (BGE 137 III 59 E. 4.2.3 S. 64 mit Hinwei-
sen; Urteil des Bundesgerichts 5A_511 vom 4. Februar 2011 E. 3). Stattdessen 
hat er die Kinderzulagen zusätzlich zum Unterhaltsbeitrag, der sich aus der Exis-
tenzminimumberechnung mit dem vollen Bedarf der Kinder ergibt, zugesprochen. 

Seite  17 — 26

Damit stünden der Berufungsbeklagten und den Kindern die entsprechenden Zu-
lagen zusätzlich zum Bedarf samt Überschussanteil zur Verfügung. Korrekterwei-
se hätten daher die Kinderzulagen entweder vom (den Bedarf der Kinder ein-
schliessenden) Bedarf der Berufungsbeklagten abgezogen werden müssen oder – 
was im Ergebnis zum selben Resultat führt – im Gesamteinkommen der Ehegat-
ten (und zwar auf Seiten der Berufungsbeklagten) angerechnet werden müssen 
(so auch Sabine Aeschlimann/Daniel Bähler/Elisabeth Freivogel, FamKomm 
Scheidung, Band II: Anhänge, 2. Aufl., Bern 2011, N 61 zu Anh. UB; vgl. auch Ur-
teil der I. Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden ZK1 11 20 vom 13. 
Juli 2011 E. 5.e). Unter Berücksichtigung der beiden vorgenannten Korrekturen 
beliefe sich der Anspruch der Berufungsbeklagten bei ansonsten unveränderten 
Zahlen schlussendlich noch auf Fr. 2'374.-- anstatt – wie von der Vorinstanz er-
rechnet – auf Fr. 2'497.--. Da in Bezug auf die Unterhaltszahlungen, soweit sie der 
Berufungsklägerin persönlich zustehen, eine reformatio in peius indessen ausge-
schlossen ist und zu einer an sich möglichen Reduktion des Kindesunterhaltes 
kein Anlass besteht, nachdem der Berufungsbeklagte sich im vorinstanzlichen 
Verfahren ausdrücklich zur Bezahlung von monatlichen Beiträgen in Höhe von Fr. 
800.-- bereit erklärt hat, muss es mit dem von der Vorinstanz zugesprochenen Be-
trag sein Bewenden haben. Aus dem gleichen Grund – des Verbots der reformatio 
in peius – sind auch die Ausführungen des Berufungsbeklagten zum angeblichen 
Konkubinat der Berufungsklägerin und ihrem neuen Partner nicht entscheidrele-
vant. Daher braucht auch nicht entschieden zu werden, ob die mit Eingabe vom 3. 
Oktober 2014 eingereichte Fotografie des Briefkastens des Miethauses in 
O.3_____ (act. B.6) im Berufungsverfahren Beachtung zu finden hat oder nicht. 
Diese Frage kann mithin offen gelassen werden.

d. Nicht zu hören ist die Berufungsklägerin ferner mit ihrem Anliegen, wonach 
die Verteilung des Überschusses im Verhältnis von einem Drittel (Ehemann) zu 
zwei Drittel (Ehefrau) vorzunehmen sei, und nicht, wie die Vorinstanz dies getan 
habe, im Verhältnis von 40% (Ehemann) zu 60% (Ehefrau). Zwar entspricht im 
Falle von gemeinsamen unmündigen Kindern, die bei einem der Ehegatten woh-
nen, die Verteilung des Überschusses im Verhältnis von 2/3 zu 1/3 zugunsten des 
obhutsberechtigten Ehegatten gemäss Bundesgericht weit verbreiteter und sach-
gerechter Praxis (Six, a.a.O., Rz. 2.172; Urteil des Bundesgerichts 5A_511/2009 
vom 23. November 2009 E. 5.2). Im vorliegenden Fall ist jedoch aufgrund des Be-
treuungsanteils des Vaters (1 Tag pro Woche) sowie angesichts dessen, dass 
keine zusätzlichen Besuchsrechtskosten (Verpflegung etc.) berücksichtigt wurden, 
eine Verteilung von 60% zu 40% zugunsten der Berufungsklägerin und der ge-

Seite  18 — 26

meinsamen Kinder unabhängig von der mit der Berufung beanstandeten Begrün-
dung des Vorderrichters ohne weiteres angemessen. Damit besteht kein Grund, in 
das pflichtgemäss ausgeübte Ermessen des Vorderrichters einzugreifen.

e. Wie eingangs erwähnt, erklärte sich die Berufungsklägerin mit dem vom 
Vorderrichter festgelegten Unterhaltsbeitrag von monatlich insgesamt Fr. 2'500.-- 
zuzüglich Kinderzulagen für den Zeitraum vom 1. Juni 2014 bis 31. Juli 2014 aus-
drücklich einverstanden. Dies deshalb, weil sie aufgrund des dannzumal auf An-
fang August 2014 festgesetzten Geburtstermins davon ausging, dass sie bis dahin 
noch den vollen Lohn erhalten würde. Für die Dauer des 14-wöchigen Mutter-
schaftsurlaubs (1. August 2014 bis 30. November 2014) erhalte sie gestützt auf 
Art. 16e Abs. 2 des Bundesgesetzes über den Erwerbsersatz für Dienstleistende 
und bei Mutterschaft (Erwerbsersatzgesetz, EOG; SR 834.1) demgegenüber nur 
80% ihres bisherigen Einkommens, mithin Fr. 2'259.--. Für diesen Zeitraum erge-
be sich aufgrund ihrer Unterhaltsberechnung ein Familienunterhaltsbeitrag von 
insgesamt Fr. 2'640.-- (Fr. 815.-- pro Kind und Fr. 1'010.-- für die Berufungskläge-
rin). Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden. Zunächst hat die Berufungsklä-
gerin die behauptete Einkommenseinbusse in Höhe von Fr. 565.-- mit keinerlei 
Unterlagen belegt. Der blosse Verweis auf Art. 16e Abs. 2 EOG, welchem zufolge 
die Mutterschaftsentschädigung 80% des durchschnittlichen Erwerbseinkommens, 
welches vor Beginn des Entschädigungsanspruchs erzielt wurde, beträgt, reicht 
hierfür nicht aus. Eine Lohnfortzahlung über das gesetzliche Minimum gemäss 
EOG hinaus (analog den kantonalen Angestellten, für welche Art. 38 Abs. 1 des 
Gesetzes über das Arbeitsverhältnis der Mitarbeitenden des Kantons Graubünden 
[Personalgesetz, PG; BR 170.400] während des Mutterschaftsurlaubs eine Lohn-
zahlung von 90% vorsieht) kann nämlich nicht ohne weiteres ausgeschlossen 
werden. Es wäre für die Berufungsklägerin denn auch ein Leichtes gewesen, mit 
einem entsprechenden Nachweis über die Höhe der im vorliegenden Fall erfolgten 
Lohnfortzahlung für Klarheit zu sorgen, was sie indessen nicht getan hat. Doch 
selbst wenn der Berufungsklägerin – wie von ihr behauptet – während des Mutter-
schaftsurlaubs tatsächlich nur 80% des zuvor erzielten Einkommens gemäss EOG 
ausgerichtet worden wären, ginge die entsprechende Einbusse primär zu Lasten 
ihres Überschusses (BGE 129 III 417 E. 2.2 S. 421). Hinzu kommt, dass die Ver-
antwortung des neuen Partners der Berufungsklägerin und Vater der gemeinsa-
men Tochter während einer beschränkten Zeit – und zwar während mindestens 
vier Wochen vor und mindestens acht Wochen nach der Geburt (Art. 295 Abs. 1 
Ziff. 2 ZGB) – nicht bloss moralischer Natur ist, sondern der Berufungsklägerin 
diesem gegenüber ein rechtlich durchsetzbarer Unterhaltsanspruch zusteht (vgl. 

Seite  19 — 26

Peter Breitschmid, in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetz-
buch I, 5. Aufl., Basel 2014, N 3 zu Art. 295 ZGB). Dieser Anspruch geht der indi-
rekten Beistandspflicht des Ehemannes jedenfalls vor. Die verbleibende Lücke 
wäre sodann sowohl vom Umfang als auch von der Dauer her unerheblich, wes-
halb sie keinen Grund für eine vorübergehende Anpassung der Unterhaltsbeiträge 
darzustellen vermöchte. Insoweit erweist sich die Berufung folglich als unbegrün-
det.

5. Für die Zeit nach dem Mutterschaftsurlaub verlangt die Berufungsklägerin in 
einer ersten Phase (Monat Dezember 2014) eine Erhöhung des monatlichen Un-
terhaltsbeitrags auf Fr. 3'090.-- und in einer zweiten Phase (ab 1. Januar 2015) 
eine Erhöhung des Unterhaltsbeitrags auf Fr. 4'400.--, jeweils zuzüglich Kinderzu-
lagen. Hierfür macht die Berufungsklägerin zwei Gründe geltend: einerseits werde 
sie nach dem Ende des Mutterschaftsurlaubs kein Einkommen mehr erzielen und 
andererseits habe der Berufungsbeklagte sein Arbeitspensum ab 1. Januar 2015 
wieder auf 100% zu erhöhen. Wie es sich damit verhält, wird im Folgenden zu prü-
fen sein.

a. Was ihre eigene Erwerbstätigkeit anbelangt, brachte die Berufungsklägerin 
in ihrer Berufungsschrift vor, dass sie ihr Amt als Präsidentin der Evangelischen 
Kirchgemeinde O.2_____ auf das Ende des Mutterschaftsurlaubs hin niederlegen 
und sich fortan ausschliesslich der Kinderbetreuung widmen werde. Die Aufgabe 
der bisherigen Tätigkeit erfolge nicht freiwillig, da das Präsidialamt mit einer 
Wohnsitzpflicht in O.2_____ verbunden sei. Durch den Umzug nach O.3_____ mit 
dortiger Wohnsitznahme habe sie ihre passive Wahlfähigkeit in der Kirchgemeinde 
O.2_____ verloren und müsse demzufolge das Präsidialamt niederlegen. Ursache 
für den Auszug aus dem Wohnhaus _____strasse und den Wegzug von O.2_____ 
sei der Meinungsumschwung des Berufungsbeklagten gewesen, welcher, nach-
dem er anfänglich bereit gewesen sei, seinen hälftigen Miteigentumsanteil am 
Haus zum hälftigen Verkehrswert an die Berufungsklägerin zu verkaufen, ansch-
liessend auf dem Verkauf des Hauses an den Höchstbietenden bestanden habe. 
In Anbetracht dessen könne nicht gesagt, werden, dass der Auszug aus freien 
Stücken erfolgt sei, wie dies die Vorinstanz tue. Dementsprechend könne ihr der 
Auszug auch nicht derart angelastet werden, dass deswegen ein hypothetisches 
Einkommen angenommen werden müsste. Das Vorbringen der Berufungsklägerin, 
wonach sie aufgrund des Wohnsitzwechsels gezwungen gewesen sei, ihr Amt als 
Vorstandspräsidentin niederzulegen, findet in den Akten keine Stütze. Vielmehr ist 
zwischenzeitlich sogar das Gegenteil belegt. Dem sich nunmehr bei den Akten 
befindlichen Schreiben des Kirchenrats der Evangelisch-reformierten Landeskir-

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che Graubünden lässt sich nämlich entnehmen, dass es der Berufungsklägerin 
gestattet wurde, ihr Amt als O.2_____ Kirchgemeindepräsidentin im Sinne einer 
Übergangslösung bis Ende 2015 von O.3_____ aus wahrzunehmen (act. B.7). 
Dass diese Sondergenehmigung bereits am 26. Juni 2014 vorlag, in der Berufung 
vom 22. Juli 2014 in Widerspruch zur Faktenlage aber dennoch von einer Demis-
sion aus rechtlichen Gründen die Rede war (vgl. act. A.1 S. 8), sei nur am Rande 
bemerkt. Nachdem erstellt ist, dass der Berufungsklägerin die Weiterführung ihres 
Amtes bis Ende 2015 möglich ist bzw. – falls sie sich zwischenzeitlich dennoch zur 
Demission entschlossen haben sollte, was in der Stellungnahme ihres Rechtsver-
treters vom 27. Oktober 2014 noch offen gelassen wurde (vgl. act. A.5 S. 2) – 
möglich gewesen wäre, verliert die Frage der Freiwilligkeit des Umzugs an Rele-
vanz. Ungeachtet dessen ist die diesbezügliche Beurteilung der Vorinstanz aber 
ohnehin nicht zu beanstanden. Zumindest im Eheschutzverfahren (und damit für 
die Dauer von zwei Jahren ab dem Trennungszeitpunkt, nachdem die Berufungs-
klägerin die Unterzeichnung eines gemeinsamen Scheidungsbegehrens nach dem 
Scheitern der Konventionsverhandlungen abgelehnt hat) hätte der Verbleib der 
Berufungsklägerin und der gemeinsamen Kinder im Wohnhaus richterlich durch-
gesetzt werden können. Dadurch wäre ihr ausreichend Zeit für die Suche nach 
einer geeigneten Wohnung in O.2_____ geblieben, so dass den Kindern – auch 
im Interesse des Kontakts zum Vater – ein Ortswechsel hätte erspart werden kön-
nen. Der zeitliche Ablauf der Ereignisse – die Ablehnung der Konvention durch 
den Berufungsbeklagten und die seitens der Berufungsklägerin erfolgte Ankündi-
gung des Umzugs nach O.3_____ in die Wohnung des neuen Partners lediglich 
einen Monat später (KB 4-5) – spricht demgegenüber eher dafür, dass gar nie 
ernsthaft nach einer alternativen Wohnmöglichkeit in O.2_____ gesucht wurde. 
Inwieweit dabei der Umstand, dass ein derartiger Wohnortswechsel mit den Kin-
dern ohne jede Rücksprache mit dem Berufungsbeklagten nach dem Inkrafttreten 
des neuen Rechts (vgl. dazu Art. 301a ZGB) nicht mehr ohne weiteres möglich 
gewesen wäre, eine Rolle spielte, kann an dieser Stelle dahingestellt bleiben.

b. Nach dem Gesagten steht fest, dass die Berufungsklägerin ihr Amt entge-
gen ihren bisherigen Beteuerungen bis Ende 2015 weiterhin ausführen kann bzw. 
könnte. Damit ist es ihr auch möglich, weiterhin das bisherige Einkommen von Fr. 
2'824.-- zu erzielen. Die Berufungsklägerin hält nun allerdings dafür, dass es 
gemäss gefestigter Rechtsprechung für eine Ehefrau und Mutter nicht zumutbar 
sei, vor dem 10. Geburtstag des jüngsten Kindes einer Arbeitstätigkeit nachzuge-
hen. Schon in Bezug auf die gemeinsamen Kinder der Parteien (B._____, der jün-
gere, sei 3 Jahre alt) könne von ihr nicht verlangt werden, dass sie einer Arbeits-

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tätigkeit nachgehe. Ihre bisherige Arbeitstätigkeit habe sich dementsprechend im 
sog. überobligatorischen Bereich bewegt. Ein solches überobligatorisches Ein-
kommen sei, selbst wenn es erzielt werde, bei der Bedarfsberechnung ausser 
Acht zu lassen. Konsequentermassen könne auch der Wegfall eines überobligato-
rischen Einkommens nicht zur Anrechnung eines hypothetischen Einkommens 
führen. Schon aus diesem Grund könne ihr kein Einkommen angerechnet werden. 
Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden. Zwar ist der Berufungsklägerin inso-
fern zuzustimmen, als gemäss ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts die 
Aufnahme einer Teilzeiterwerbstätigkeit grundsätzlich erst dann erwartet werden 
kann, wenn das jüngste Kind mit 10 Jahren dem Kleinkindalter entwachsen ist 
(vgl. Ingeborg Schwenzer, in: Ingeborg Schwenzer [Hrsg.], FamKomm Scheidung, 
Band I: ZGB, 2. Aufl., Bern 2011, N 59 zu Art. 125 ZGB; BGE 115 II 6 E. 3.c S. 
10). Allerdings scheint die Berufungsklägerin in ihrer Argumentation zu verkennen, 
dass diese Rechtsprechung nur dann gilt, wenn es um die Frage der Aufnahme 
einer Erwerbstätigkeit geht, nicht hingegen, wenn – wie dies vorliegend der Fall 
war – bereits während der Ehe eine Aufgabenteilung mit teilzeitlicher Erwerbs-
tätigkeit der Ehefrau/Mutter und Mitbetreuung der gemeinsamen Kinder durch den 
Ehemann/Vater vereinbart war. In einem solchen Fall ist der Ehefrau die Weiter-
führung ihrer bisherigen Teilzeiterwerbstätigkeit jedenfalls dann zumutbar, wenn 
sich in Bezug auf die Kinderbetreuung während der erwerbsbedingten Abwesen-
heit keine wesentlichen Änderungen ergeben bzw. die Kinderbetreuung nach wie 
vor sichergestellt ist (Jann Six, Eheschutz, 2. Aufl., Bern 2014, Rz. 2.160). Mit der 
Donnerstag-Betreuung durch den Berufungsbeklagten (vgl. E. 3.d und e hiervor) 
ist diese Voraussetzung vorliegend gegeben. Die von der Berufungsklägerin an-
gesprochene Rechtsprechung vermag ihr somit nicht weiterzuhelfen. Was sodann 
die Betreuungsaufgaben gegenüber dem neugeborenen/ausserehelichen Kind 
anbelangt, so haben diese im Verhältnis zwischen den Ehegatten unberücksichtigt 
zu bleiben (BGE 129 III 417 E. 2.2 S. 421). In Betracht käme nach vorerwähntem 
Entscheid des Bundesgerichts als Folge der indirekten Beistandspflicht des Stief-
elternteils gegenüber dem untreuen Ehegatten (Art. 159 Abs. 3 ZGB) höchstens 
die Einräumung einer angemessenen Übergangsfrist für die Wiederaufnahme der 
Erwerbstätigkeit, um den Aufbau der Beziehungen zwischen Mutter und Kind zu 
erleichtern und die körperliche und seelische Gesundheit der Mutter zu schützen. 
Eine derartige Umstellungsfrist ist indessen mit der Dauer des Mutterschaftsur-
laubs ausreichend abgedeckt, was umso mehr zu gelten hat, als nicht die Wieder-
aufnahme einer Vollzeittätigkeit, sondern eines Pensums von lediglich 30% erwar-
tet wird. 

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c. Ist der Berufungsklägerin vorderhand weiterhin ihre bisherige berufliche 
Tätigkeit möglich und zumutbar, stossen die Ausführungen der Berufungsklägerin 
in Bezug auf die Höhe des ihr anrechenbaren Einkommens nach Beendigung des 
Amtsverhältnisses zumindest für die Zeit bis Ende 2015 ins Leere. Diesbezüglich 
wird vorgebracht, da sie das Präsidialamt nicht mehr weiterführen könne, käme als 
hypothetische Arbeitstätigkeit nur eine solche im erlernten Beruf als Primarlehrerin 
in Frage, und zwar im Umfang von einem halben Arbeitstag, also 10%. Der bei 
einer solchen Arbeitstätigkeit erzielbare Lohn betrage gemäss dem individuellen 
Lohnrechner des Bundesamtes für Statistik Fr. 673.--. Nur dieses Einkommen 
könne im Falle eines hypothetischen Einkommens verwendet werden. Diese Aus-
führungen basieren nicht bloss hinsichlich des Zeitpunkts der Beendigung ihrer 
Tätigkeit als Vorstandspräsidentin, sondern auch mit Bezug auf das ihr zumutbare 
bzw. mögliche Arbeitspensum auf einer falschen Prämisse. Nachdem die beiden 
gemeinsamen Kinder nämlich bis zum Schuleintritt von A._____ an einem Tag pro 
Woche vom Berufungsbeklagten betreut werden, wird die Berufungsklägerin auch 
nach Wegfall ihres Präsidialamtes über die zeitlichen Kapazitäten verfügen, um im 
bisherigen Umfang (30%) einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Dabei darf davon 
ausgegangen werden, dass es ihr auf ihrem erlernten Beruf als Primarlehrerin 
auch möglich sein wird, eine entsprechende Teilzeitstelle zu finden. Damit könnte 
sie – stellt man nicht auf den Lohnrechner des Bundesamtes für Statistik, sondern 
auf die einschlägigen Gehaltstabellen des kantonalen Amtes für Volksschule und 
Sport samt den dazugehörigen Empfehlungen zur Lohneinreihung ab (Lohnstufe 
12) – ein Jahreseinkommen von brutto ca. Fr. 30'000.-- (monatlich ca. Fr. 2'500.--) 
erzielen. Damit bliebe das Einkommen zwar um rund Fr. 600.-- unter dem bisheri-
gen. Da die Beendigung des Präsidialamtes aber letztlich auf den ohne zwingen-
den Grund vorgenommenen Wegzug nach O.3_____ zurückzuführen ist, wird die 
Berufungsklägerin diese Einbusse – wie bereits erwähnt – selber zu tragen haben. 
Für den Fall, dass ein entsprechender Stellenantritt erst auf Beginn des Schuljah-
res 2016/2017 möglich sein sollte, besteht für den betreffenden Zeitraum schliess-
lich die Möglichkeit zum Bezug von Arbeitslosenentschädigung. Unter diesen Um-
ständen besteht für die Berufungsinstanz kein Grund, der Berufungsklägerin ein 
tieferes Einkommen anzurechnen, als dies der Vorderrichter getan hat.

d. Steht nach dem Gesagten fest, dass die Berufungsklägerin ihre bisherige 
Tätigkeit als Präsidentin des Vorstandes der Evangelischen Kirchgemeinde 
O.2_____ bis (mindestens) Ende 2015 weiterführen kann und mithin von vornher-
ein kein Anlass bestand, um die während intakter Ehe vereinbarte und nach der 
Trennung bestätigte Rollenverteilung in Frage zu stellen, ist auch der Forderung 

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der Berufungsklägerin nach einer Ausdehnung des Arbeitspensums des Beru-
fungsbeklagen auf 100% der Boden entzogen. In diesem Zusammenhang wurde 
in der Berufung nämlich im wesentlichen geltend gemacht, die Donnerstag-
Betreuung habe nur dazu gedient, der Berufungsklägerin die nun zu Ende gehen-
de und ohnehin nie auf Dauer angelegte Arbeitstätigkeit als Vorstandspräsidentin 
zu ermöglichen. Die Reduktion des Arbeitspensums des Berufungsbeklagten hän-
ge somit untrennbar mit der Amtsausübung der Berufungsklägerin und der damit 
erforderlichen Kinderbetreuung zusammen. Da diese nunmehr durch sie gewähr-
leistet sei, gebe es keine Rechtfertigung mehr für ein reduziertes Arbeitspensum 
des Berufungsbeklagten und er habe seine Leistungsfähigkeit wieder voll aus-
zunützen. Diese Ausführungen erweisen sich, was den Zeitpunkt des Wegfalls des 
Präsidialamtes anbelangt, als obsolet. Dessen ungeachtet erscheint der nunmehr 
behauptete Konnex zwischen der gewählten Rollenverteilung und der Tätigkeit als 
Vorstandspräsidentin wenig glaubhaft. Der Vorderrichter hat in seinen einleitenden 
Erwägungen zur Frage des Besuchsrechts festgestellt, die Parteien hätten den 
Entschluss für die spätere Rollenverteilung rund 1.5 Jahre vor deren Realisierung 
gefasst. Diese Feststellung basiert auf den Aussagen des Berufungsklägers im 
Rahmen der vorinstanzlichen Anhörung (act. V), welche der Aktenlage zufolge 
unbestritten geblieben sind. Dass diese Feststellung tatsachenwidrig sein soll, 
kann entgegen der Auffassung der Berufungsklägerin auch nicht daraus abgeleitet 
werden, dass die Vorgängerin der Berufungsklägerin ihr Amt kurzfristig und uner-
wartet im Dezember 2012 niedergelegt habe, abgeleitet werden. Zwar mag es zu-
treffen, dass die Ersatzwahl als Kirchgemeindepräsidentin unvorhergesehen bzw. 
kurzfristig erfolgte, nicht indessen der Wunsch der Berufungsklägerin nach einer 
teilzeitlichen Erwerbstätigkeit, für dessen Realisierung eine gewisse Vorlaufzeit 
aus organisatorischen Gründen unabdingbar war. Keine Rede kann sodann davon 
sein, dass die Parteien von Beginn weg nur von einer vorübergehenden Erwerbs-
tätigkeit der Berufungsklägerin ausgegangen wären. Zu Recht weist der Beru-
fungsbeklagte in diesem Zusammenhang nämlich darauf hin, dass einer Wieder-
wahl der Berufungsklägerin ohne den Wegzug nach O.3_____ und/oder die er-
neute Mutterschaft nichts im Wege gestanden hätte. Dass der Vorderrichter die im 
Zeitpunkt der Trennung praktizierte Rollenverteilung – auch wenn sie erst während 
relativ kurzer Zeit gelebt worden war – als massgeblich erachtet und darauf so-
wohl für die Frage des Besuchsrechts wie auch des vom Berufungsbeklagten zu 
erwartenden Arbeitspensums abgestellt hat, ist demnach nicht zu beanstanden. 
Entsprechend hat denn auch die Berufungsinstanz das dem Vater in der Tren-
nungsvereinbarung eingeräumte Recht, die beiden Kinder wie bis anhin jeweils 
am Donnerstag zu betreuen, bestätigt (vgl. vorstehend E. 3). Infolgedessen kann 

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dem Berufungsbeklagten aber auch kein höheres als das bisher ausgeübte Ar-
beitspensum von 80 % angerechnet werden. Die gegenteilige Auffassung der Be-
rufungsklägerin erweist sich somit als unbegründet

e. Nur der Vollständigkeit halber bleibt festzuhalten, dass auch der weitere, 
bereits vor der Vorinstanz geltend gemachte Einwand des Berufungsbeklagten 
gegen die Anrechnung eines höheren Einkommens als plausibel erscheint. Auf-
grund der im Recht liegenden Bestätigung der Arbeitgeberin des Berufungsbe-
klagten ist erstellt, dass an seiner jetzigen Arbeitsstelle eine Erhöhung des Ar-
beitspensums auf 100% aus betrieblichen Gründen nicht möglich ist (BB 14). Der 
Hinweis der Berufungsklägerin auf eine kurz nach der Einigungsverhandlung aus-
geschriebene Stelle für ein 20%-Pensum als Betriebsleiter-Stellvertreter (vgl. act. 
A.3 S. 2) vermag daran nichts zu ändern, bezog sich dieses Stelleninserat doch 
auf eine Stelle als Gärtner und nicht als Schreiner. Für eine Ausdehnung der Er-
werbstätigkeit müsste der Berufungsbeklagte demzufolge einen Stellenwechsel 
auf sich nehmen, welcher jedoch aller Voraussicht nach zu keinem höheren Ein-
kommen führen würde. In seiner jetzigen Arbeitsstelle bei der Lernstatt Känguruh, 
wo der Berufungsbeklagte als Betriebsmeister Schreinerei fungiert, erzielt er auf-
grund der damit verbundenen Ausbildungs- und Betreuungsfunktion nämlich über 
ein entsprechend höheres Einkommen als ein "gewöhnlicher" Schreiner. Gemäss 
individuellem Lohnrechner des Bundesamtes für Statistik entspricht sein jetziges 
Einkommen in etwa demjenigen eines Schreinermeisters bei einem Arbeitspen-
sum von 100%. Ein Stellenwechsel brächte somit in finanzieller Hinsicht keinen 
Mehrwert. Ohnehin unrealistisch erscheint eine ergänzende 20%-Stelle auf dem 
erlernten Beruf als eidg. dipl. Schreinermeister. Unter diesen Umständen erweisen 
sich die vom Berufungsbeklagten mit Eingabe vom 3. Oktober 2014 (act. A.4) ein-
gereichten Absagen auf Blindbewerbungen (act. C.2-5) als nicht entscheidrele-
vant, so dass dahin gestellt bleiben kann, ob diese mit Blick auf Art. 317 Abs. 1 
ZPO im Berufungsverfahren zuzulassen sind oder nicht (vgl. Eingabe RA Zinsli 
vom 27. Oktober, act. A.5).

f. Schliesslich wird seitens der Berufungsklägerin bemängelt, dass im ange-
fochtenen Entscheid über die weitere Arbeitstätigkeit des Berufungsbeklagten ab 
August 2016 – dem Zeitpunkt, in welchem die donnerstägliche Betreuung von 
B._____ (und gemäss vorliegendem Urteil nunmehr auch auch von A._____) en-
den würde – nichts festgehalten worden sei. Zunächst einmal ist nicht klar, was 
die Berufungsklägerin aus dieser Rüge zu ihren Gunsten herzuleiten gedenkt, feh-
len doch weitere Ausführungen hierzu gänzlich. Des Weiteren bestand für den 
Vorderrichter aber auch keinerlei Anlass, den Unterhalt bereits jetzt über diesen 

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Zeitpunkt hinaus zu regeln. Zwar wird ab August 2016 voraussichtlich die väterli-
che Betreuung der Söhne an den Donnerstagen wegfallen, nichtsdestotrotz ist die 
übrige Entwicklung der für die Festsetzung der Unterhaltsbeiträge massgeblichen 
Verhältnisse zum jetzigen Zeitpunkt aber noch völlig ungewiss. So ist eine zwi-
schenzeitliche Scheidung der Parteien ebenso möglich wie eine Einigung der Par-
teien hinsichtlich einer anderen Betreuungslösung, welche weiterhin einen ausge-
dehnten Kontakt der Kinder zu ihrem Vater erlaubt. Schweigt sich der angefochte-
ne Entscheid zu den Folgen des Wegfalls der Donnerstags-Betreuung aus, bleibt 
für beide Seiten die Möglichkeit eines Abänderungsbegehrens zur Anpassung an 
die dannzumal gegebenen Verhältnisse.

g. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass der vorinstanzliche Entscheid 
im Ergebnis in sämtlichen Punkten zu bestätigen ist, was die Abweisung der Beru-
fung zur Folge hat. Einer Anpassung bedarf dieser einzig in Bezug auf das dem 
Berufungsbeklagten auch hinsichtlich A._____ weiterhin zustehende Besuchs- 
bzw. Betreuungsrecht an den Donnerstagen (vgl. E. 3.d und e).

6. Bei diesem Ausgang sind die Kosten des Berufungsverfahrens, bestehend 
aus den Gerichtskosten und der Parteientschädigung (Art. 95 Abs. 1 ZPO), der 
unterliegenden Berufungsklägerin aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). In Beru-
fungsverfahren erhebt das Kantonsgericht eine Entscheidgebühr von Fr. 1'000.-- 
bis Fr. 30'000.-- (vgl. Art. 9 der Verordnung über die Gerichtsgebühren in Zivilver-
fahren [VGZ; BR 320.210]). Die Kosten des Berufungsverfahrens werden vorlie-
gend auf Fr. 2'000.-- festgesetzt. Überdies hat die Berufungsklägerin den Beru-
fungsbeklagten aussergerichtlich zu entschädigen. Mit nachgereichter Honorarno-
te vom 3. Oktober 2014 (act. D.13) machte Rechtsanwalt lic. iur. Diego Quinter 
einen entschädigungspflichtigen Aufwand von 15.7 Stunden à Fr. 250.-- geltend. 
Aufgrund der sich stellenden Sach- und Rechtsfragen ist der in Rechnung gestell-
te Aufwand nicht zu beanstanden. Indessen kann dem Rechtsvertreter angesichts 
des Fehlens einer Honorarvereinbarung (vgl. Akten der Vorinstanz, Pli GG) pra-
xisgemäss nur ein Stundenansatz von Fr. 240.-- zugestanden werden. Ausgehend 
hiervon ergibt sich ein Entschädigungsanspruch von Fr. 3'768.--. Hinzu kommen 
Barauslagen von Fr. 113.-- (3% auf Fr. 3'768.--) sowie die Mehrwertsteuer von Fr. 
310.50 (8% auf Fr. 3'881.--), so dass insgesamt eine Parteientschädigung von Fr. 
4'191.50 resultiert.

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Berufung wird abgewiesen.

2. Dispositiv-Ziffer 3 Satz 2 des angefochtenen Entscheids wird dahingehend 
angepasst, dass Y._____ berechtigt und verpflichtet wird, seine beiden 
Söhne A._____ und B._____ bis zu deren voraussichtlichem Schul- bzw. 
Kindergarteneintritt im August 2016 jeden Donnerstag von 08.00 Uhr bis 
19.00 Uhr zu betreuen, wobei er für A._____ den regelmässigen Besuch 
des Kindergartens zu gewährleisten hat.

3. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 2'000.-- gehen zu Lasten von 
X._____ und werden mit dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 
1'500.-- verrechnet. Im Mehrbetrag von Fr. 500.-- werden die Gerichtskos-
ten X._____ durch das Kantonsgericht in Rechnung gestellt.

4. X._____ hat Y._____ für das Berufungsverfahren mit Fr. 4'191.50 (inkl. 
Barauslagen und MWSt) aussergerichtlich zu entschädigen.

5. Gegen diese, einen Streitwert von mindestens CHF 30'000.-- betreffende 
Entscheidung kann gemäss Art. 72, Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG Beschwerde in 
Zivilsachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, ge-
führt werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 
Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und 
Art. 90 ff. BGG.

6. Mitteilung an: