# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e73eac9b-b784-5ef4-bcb1-90c6214c34ff
**Source:** Bundespatentgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** Entscheid D2012_019
**Docket/Reference:** D2012_019
**URL:** https://www.bundespatentgericht.ch/rechtsprechung/entscheidanzeige/3/

## Full Text

B u n d e s p a t e n t g e r i c h t  

T r i b u n a l   f é d é r a l   d e s   b r e v e t s  

T r i b u n a l e   f e d e r a l e   d e i   b r e v e t t i  

T r i b u n a l   f e d e r a l   d a   p a t e n t a s  

F e d e r a l   P a t e n t   C o u r t  

D2012_019 

  V e r f ü g u n g   v o m   2 7 .   A u g u s t   2 0 1 2  

Besetzung 

Präsident Dr. iur. Dieter Brändle als Einzelrichter  

Verfahrensbeteiligte 

A. AG,  
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. B.  

Gesuchstellerin 

gegen 

1.  C. Inc.,  
2.  C. AG,  
3.  allfällige ausschliessliche Lizenznehmerin des 

EP 000  

Gesuchsgegnerinnen 

Gegenstand 

Schutzschrift  

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
D2012_019 

Der Präsident zieht in Erwägung: 

1.  

Die  Gesuchstellerin  hat  am  24.08.2012  eine  Schutzschrift  eingereicht 
(act. 1 mit Beilagen). 

Die Gesuchstellerin legt dar, weshalb sie befürchtet, dass seitens der Ge-
suchsgegnerinnen gegen sie gestützt auf das Patent EP 000 eine super-
provisorische Massnahme beantragt werden könnte. 

Die Gesuchstellerin A. AG reicht die Schutzschrift im eigenen Namen und 
im Namen jeder anderen Gesellschaft der A.-Gruppe ein, und zwar gegen 
C. Inc., C. AG sowie jede andere Gesellschaft des C.-Konzerns. 

Die Gesuchstellerin begründet ihr Vorgehen wie folgt: "Die Parteibezeich-
nungen  sind  sowohl  bezüglich  der  möglichen  Gesuchstellerinnen  als 
auch  bezüglich  der  möglichen  Gesuchsgegnerinnen  mit  dem  Einbezug 
sämtlicher  Gesellschaften  des  C.-Konzerns  bzw.  der A.-Gruppe  bewusst 
breit  gehalten.  Diese  offene  Fassung  der  mutmasslichen  Parteien  eines 
möglichen  Verfahrens  um  Erlass  superprovisorischer  Massnahmen  wird 
in  der  Lehre  als  zulässig,  ja  geradezu  geboten  erachtet  (vgl.  Hess-
Blumer, a.a.O., ZPO 270 N 13 bzw. 17). Dies mit gutem Grund: Anstelle 
der  Schutzrechtsinhaberin  sind  unter  Umständen  auch  ausschliessliche 
Lizenznehmerinnen  bzw.  Sub-Lizenznehmerinnen  zur  Führung  von  Pa-
tentverletzungsprozessen  befugt.  Da  solche  ausschliesslichen  Lizenzen 
in konzerninternen Verhältnissen durchaus üblich aber für Aussenstehen-
de  nicht  immer  erkennbar  —  sind,  muss  die  Hinterlegerin  der  Schutz-
schrift  mit  verschiedenen  möglichen  Gesuchstellerinnen  aus  dem  C.-
Konzern rechnen. Eine vorsorgliche Massnahme kann sich grundsätzlich 
gegen jedes Rechtssubjekt richten, das an der Herstellung und/oder dem 
Vertrieb eines angeblich patentverletzenden Produkts beteiligt ist. Da dies 
regelmässig auf mehrere Konzerngesellschaften gleichzeitig zutrifft, muss 
die Hinterlegerin damit rechnen, dass nicht nur sie, sondern — kumulativ 
oder  alternativ  —  auch  andere  Gruppengesellschaften  zu Adressatinnen 
superprovisorischer Massnahmen werden könnten." (act. 1, RZ 5). 

2. 

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D2012_019 

Zur  Einreichung einer  Schutzschrift  ist  berechtigt,  wer  Grund  zur Annah-
me  hat,  dass  gegen  ihn  (u.a.)  ohne  vorherige  Anhörung  die  Anordnung 
einer  superprovisorischen  Massnahme  beantragt  wird  (Art.  270  Abs.  1 
ZGB). 

Nur  diejenigen  Gesellschaften  aus  der  A.-Gruppe,  die  Grund  zu  dieser 
Annahme  haben,  sind  berechtigt,  eine  Schutzschrift  einzureichen.  Und 
diese  können  auch  im  eigenen  Namen  auftreten.  Damit  gibt  es  keinen 
Grund, eine Schutzschrift auch im Namen nicht benannter Gesellschaften 
einzureichen.  Ganz  abgesehen  davon,  dass  eine  Schutzschrift  nur  dem 
zugerechnet  werden  kann,  der  den  Einreicher  dazu  bevollmächtigt  hat. 
Damit ist als Gesuchstellerin nur die A. AG anzuführen. 

Was die Gegenseite betrifft, so könnte in der Tat eine der Gesuchstellerin 
nicht  bekannte  ausschliessliche  Lizenznehmerin  des  Streitpatentes  als 
Massnahmeklägerin  auftreten  (Art.  75  Abs.  1  PatG).  Damit  dadurch  die 
Wirkung  der  Schutzschrift  nicht  unterlaufen  werden  kann,  erscheint  es 
sachgerecht – und dahin geht sinngemäss auch der Antrag der Gesuch-
stellerin – als Gesuchsgegnerin zusätzlich zu den beiden genannten Ge-
sellschaften  eine  allfällige  ausschliessliche  Lizenznehmerin  des  EP  000 
anzuführen. 

Der Präsident verfügt: 

1.  
Die  Schutzschrift  wird  im  Sinne  der  Erwägungen  entgegengenommen 
und findet bis 23. Februar 2013 Beachtung. 

2.  
Die Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.00 wird der Gesuchstellerin auferlegt. 

Schriftliche  Mitteilung  an  die Gesuchstellerin  (mit Gerichtsurkunde)  unter 
Beilage der Rechnung Nr. 111. 

St. Gallen, 27. August 2012 

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Im Namen des Bundespatentgerichts 

Präsident 

Dr. iur. Dieter Brändle 

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